Source: https://entscheidsuche.ch/kantone/zh_sozverger/IV.2017.00395.html
Timestamp: 2020-07-07 09:20:17
Document Index: 188455037

Matched Legal Cases: ['Art. 8', 'Art. 4', 'Art. 7', 'Art. 7', 'Art. 28', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'Art. 21', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 69', '§ 34']

kantone/zh_sozverger/IV.2017.00395.html
IV.2017.00395
Gerichtsschreiberin Lanzicher
vertreten durch Rechtsanwältin Kristina Herenda
1.1 Die im Januar 1954 geborene X.___ hatte seit 1996 abwechslungsweise für kurze Zeit Erwerbstätigkeiten ausgeübt respektive Arbeitslosenentschädigung bezogen (Auszug aus dem individuellen Konto; Urk. 7/12). Zuletzt war sie vom 1. Januar 2000 bis zum 31. März 2002 im Restaurant Y.___ der Z.___ am A.___ als Kassiererin tätig gewesen (Urk. 7/2/10-11). Mit Eingabe vom 29. Januar 2007 meldete sie sich unter Hinweis auf eine Beinlähmung links nach einer Diskushernienoperation sowie eine zeitweise Inkontinenz bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Rente) an (Urk. 7/1 und Urk. 7/5/6). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab und wies das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 19. Dezember 2007 ab (Urk. 7/33).
1.2 Mit Urteil vom 17. September 2009 (Prozess Nr. IV.2008.00135; Urk. 7/46) hob das hiesige Gericht die Verfügung der IV-Stelle auf und wies die Sache an diese zurück, damit sie nach ergänzenden Abklärungen über den Anspruch der Versicherten neu verfüge. Die IV-Stelle liess die Versicherte daraufhin durch die B.___ polydisziplinär (allgemeininternistisch, psychiatrisch und rheumatologisch) begutachten (Expertise vom 7. Juni 2010 ergänzt am 17. Januar 2011; Urk. 7/56 und Urk. 7/66) sowie von Dr. med. C.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) psychiatrisch untersuchen (Bericht vom 30. Mai 2011; Urk. 7/72). Zudem veranlasste sie eine Abklärung im Haushalt (Bericht vom 12. August 2010; Urk. 7/57). Mit Vorbescheid vom 26. September 2012 (Urk. 7/84) stellte sie die Ausrichtung einer Viertelsrente ab 1. Mai 2011 in Aussicht.
Im Einwandverfahren liess die IV-Stelle die Versicherte durch die D.___ Be-gutachtung, E.___, erneut polydisziplinär (allgemeininter-nistisch, psychiatrisch und rheumatologisch) begutachten (Expertise vom 11. Juni 2014, ergänzt am 21. August 2014; Urk. 7/118 und Urk. 7/121). Nachdem die IV-Stelle von der zunächst angeordneten abermaligen Begutachtung (Urk. 7/138) Umgang genommen hatte (Urk. 7/156/10), stellte sie nunmehr mit neuem Vorbescheid vom 8. Dezember 2016 (Urk. 7/158) die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht und wies den Antrag auf Ausrichtung einer Invalidenrente mit Verfügung vom 2. März 2017 (Urk. 2) ab.
2. Dagegen erhob die Versicherte am 3. April 2017 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die Verfügung vom 2. März 2017 sei aufzuheben und es sei ihr rückwirkend per 1. Mai 2011 eine ganze Invalidenrente, eventualiter eine Teilinvalidenrente auszurichten. Subeventualiter sei die Sache zur umfassenden Neuabklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Am 17. Mai 2017 (Urk. 6) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 19. Mai 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
2.1 Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Verfügung vom 2. März 2017 (Urk. 2) damit, dass das D.___-Gutachten medizinisch nicht nachvollziehbar sei. Auch aus rechtlicher Sicht sei eine vollständige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der psychischen Störung nicht plausibel (S. 2). Vielmehr würden die psychischen Beeinträchtigungen keinen IV-relevanten Gesundheitsschaden zu begründen vermögen. Aus somatischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig (S. 3). Lediglich aufgrund des fortgeschrittenen Alters könne nicht von einer Unzumutbarkeit der Selbsteingliederung gesprochen werden. Die Beschwerdeführerin habe zudem ihre letzte Arbeitsstelle per 31. März 2002 aufgegeben, um in ihre Heimat zurückzukehren. Sie habe sich somit bereits bei guter Gesundheit entschieden, keinem Erwerb mehr nachzugehen (S. 3 f.). Es bestehe ein Invaliditätsgrad von 30 % (S. 4). Aufgrund der durchgeführten Katarakt-Operation sei nicht von einer längerfristigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Falls aufgrund der geplanten Operationen der Wirbelsäule sowie des Schlüsselbeins eine länger andauernde Arbeitsunfähigkeit bestehe, könne sich die Beschwerdeführerin mit einem Zusatzgesuch an die Beschwerdegegnerin wenden (S. 5).
2.2 Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), gemäss dem D.___-Gutachten sei sie aus psychiatrischer Sicht zu 100 % arbeitsunfähig. Anstatt ihr ordnungsgemäss eine Invalidenrente zuzusprechen, sei eine fadenscheinige Relativierung der Erkenntnisse aus dem Gutachten durch den RAD-Arzt erfolgt (S. 15). Im März 2017 habe sie sich zum dritten Mal einer Wirbelsäulenoperation unterziehen müssen. Hinzu kämen erhebliche Beschwerden im Bereich der linken Schulter. Sie sei damit auch aufgrund ihrer somatischen Beschwerden nicht mehr arbeitsfähig (S. 17 f.). Eine allfällige Restarbeitsfähigkeit sei aufgrund des fortgeschrittenen Alters und den gesundheitlichen Beschwerden ohnehin nicht mehr wirtschaftlich verwertbar. Ihr Auslandaufenthalt sei zudem von vornherein lediglich für 3-4 Jahre geplant gewesen (S. 18-21).
3.1 Vorliegend ist unbestritten und ausgewiesen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Rückenproblematik in ihrer angestammten Tätigkeit als Serviceangestellte nicht mehr arbeitsfähig ist. Ebenso ist erstellt, dass sie aufgrund ihrer somatischen Beschwerden auch in einer angepassten Tätigkeit mindestens zu 25 % eingeschränkt ist (vgl. dazu E. 3.3.1 f. und E. 3.3.4 f. hienach). Umstritten sind hingegen unter anderem die Auswirkungen der psychischen Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit sowie die Verwertbarkeit einer allfälligen Restarbeitsfähigkeit aufgrund des fortgeschrittenen Alters der Beschwerdeführerin.
3.2 Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.1 mit Hinweis auf SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 5.1).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten massgebend sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 107 V 17 E. 2c).
Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (Urteil des Bundesgerichts 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.2 mit Hinweisen).
Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im gesamten Bereich des Sozialversicherungsrechts geltende Schadenminderungspflicht und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast gebieten grundsätzlich, die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglichst früh zu beantworten. Gemäss BGE 138 V 457 E. 3.4 steht die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (Urteil des Bundesgerichts 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.2 mit Hinweisen).
3.3.1 Die Beschwerdeführerin meldete sich im Januar 2007 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Die daraufhin von der Beschwerdegegnerin getätigten medizinischen Abklärungen erachtete das hiesige Gericht als nicht ausreichend (Urteil vom 17. September 2009; Urk. 7/46), woraufhin die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin durch das B.___ polydisziplinär (allgemeininternistisch, psychiatrisch und rheumatologisch) begutachten liess (Expertise vom 7. Juni 2010; Urk. 7/56). Gemäss den Gutachtern des B.___ sei die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer am 6. Mai 2009 mittels einer Spondylodese Recessotomie L3/4-L4/5 erneut operativ versorgten Rückenproblematik (Urk. 7/56/21) in ihrer angestammten Tätigkeit als Serviceangestellte nicht mehr arbeitsfähig. Aufgrund der somatischen und psychischen Beschwerden (leichte depressive Episode, anhaltende somatoforme Schmerzstörung; Urk. 7/56/21) sei sie zudem auch in einer körperlich leichten, adaptierten Tätigkeit zu 30 % eingeschränkt (Urk. 7/56/22).
3.3.2 Nach einer Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes im Oktober 2010 und Januar 2011 (vgl. Urk. 7/70/2) mit anschliessendem Suizidversuch war die Beschwerdeführerin vom 4. bis 25. Februar 2011 in der F.___ hospitalisiert (Austrittsbericht vom 25. Februar 2011; Urk. 7/70). Die Beschwerdeführerin wurde daraufhin von Dr. C.___ vom RAD psychiatrisch untersucht. Gemäss deren Bericht vom 30. Mai 2011 sei die Beschwerdeführerin bei den Diagnosen anhaltende somatoforme Schmerzstörung, rezidivierende depressive Episode von aktuell leichter bis anamnestisch mittelgradiger Ausprägung ohne somatisches Syndrom sowie Probleme in der Beziehung zum Ehepartner seit Oktober 2010 in einer angepassten, wechselbelastenden, körperlich leichten Arbeit ohne monoton repetitive Haltungen oder Bewegungen, insbesondere nur leichten Rückenbewegungen, ohne sehr hohe Anforderungen an die Umstellungs- und Konzentrationsfähigkeit zu 50 % arbeitsfähig; mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 70 % sei im Verlaufe einiger Monate zu rechnen (Urk. 7/72/7). Die Beschwerdeführerin wurde vom 22. Dezember 2011 bis 2. März 2012 in der G.___ behandelt (Urk. 7/78).
3.3.3 Mit Vorbescheid vom 26. September 2012 (Urk. 7/84) stellte die Beschwerdegegnerin die Ausrichtung einer Viertelsrente ab 1. Mai 2011 in Aussicht, dies gestützt auf eine seit Oktober 2010 bestehende 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sowie einen Invaliditätsgrad von 45 %.
3.3.4 Auf Einwand der Beschwerdeführerin vom 26. November 2012 (Urk. 7/100) hin liess die Beschwerdegegnerin sie durch die D.___ erneut polydisziplinär (allgemeininternistisch, psychiatrisch und rheumatologisch) begutachten (Expertise vom 11. Juni 2014; Urk. 7/118). Die Gutachter der D.___ befanden, die Beschwerdeführerin sei in ihrer angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig. Aus rheumatologischer Sicht bestehe zwar noch eine Arbeitsfähigkeit von 75 % in einer leichten adaptierten Tätigkeit unter Vermeidung von Zwangspositionen der Hals- und Lendenwirbelsäule, unter Vermeidung des Tragens von Gewichten über 5 kg, hauptsächlich wechselseitig belastend und teilweise stehend, teilweise gehend, teilweise sitzend. Aufgrund der psychiatrischen Diagnosen (schwere depressive Episode) sei sie jedoch seit Oktober 2011 auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 7/118/30-32).
3.3.5 RAD-Arzt med. pract. H.___, Psychiatrie und Psychotherapie, befand das psychiatrische Teilgutachten der D.___ als wenig verwertbar (Stellungnahme vom 13. August 2015; Urk. 7/127/3). Am 24. Februar 2016 empfahl er, die Beschwerdeführerin angesichts der gravierenden Defizite des psychiatrischen Teilgutachtens sowie aus Aktualitätsgründen neu zu begutachten (Urk. 7/156/7). Die Beschwerdegegnerin teilte der Beschwerdeführerin daraufhin am 11. April 2016 mit, es sei eine erneute polydisziplinäre Begutachtung vorgesehen (Urk. 7/138). Nachdem die Beschwerdeführerin dagegen opponiert hatte (u.a. Urk. 7/146), sah die Beschwerdegegnerin laut Feststellungsblatt am 2./3. November 2016 aufgrund des Alters der Beschwerdeführerin von dieser erneuten Begutachtung wieder ab (Urk. 7/154/1). Mit Vorbescheid vom 8. Dezember 2016 (Urk. 7/158), welcher den Vorbescheid vom 26. September 2012 ersetzte, stellte die Beschwerdegegnerin schliesslich die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, dies gestützt auf eine aus somatischen Gründen zu 30 % eingeschränkte Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sowie einen Invaliditätsgrad von 30 %. Die psychischen Beeinträchtigungen seien invalidenversicherungsrechtlich nicht relevant. In Bestätigung ihres Vorbescheides wies sie den Antrag auf Ausrichtung einer Invalidenrente mit Verfügung vom 2. März 2017 (Urk. 2) ab.
Die Beschwerdeführerin wird ab 1. Februar 2018 Anspruch auf eine Altersrente haben (Art. 21 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung).
3.4 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit abzustellen (BGE 138 V 457 E. 3.3). Allerdings war für die Beschwerdeführerin nach dem soeben Dargelegten frühestens im Zeitpunkt des Vorbescheides vom 8. Dezember 2016 ersichtlich, dass ihr aus versicherungsrechtlicher Sicht seit jeher mindestens eine 70%ige angepasste Tätigkeit zumutbar sein soll. Insbesondere aufgrund des Gutachtens der D.___ vom 11. Juni 2014, gemäss welchem die Beschwerdeführerin seit Oktober 2011 zu 100 % arbeitsunfähig ist, musste diese vor Dezember 2016 nicht mit einem solchen Bescheid rechnen. Auch vor der Begutachtung durch die D.___ war der medizinische Sachverhalt unklar, hätte die Beschwerdegegnerin ansonsten doch nicht stets weitere Abklärungen und Begutachtungen in Auftrag gegeben. Abweichend zu dem vom Bundesgericht mit BGE 138 V 457 beurteilten Sachverhalt, in dem aus gutachterlicher Sicht eine Arbeitstätigkeit als zumutbar erachtet worden war, verschaffte hier erst die rechtliche Würdigung der aus medizinischer (und dabei namentlich aus psychiatrischer) Sicht von den D.___-Gutachtern attestierten vollständigen Arbeitsunfähigkeit (vgl. dazu etwa BGE 140 V 193), mithin der Erlass des Vorbescheids am 8. Dezember 2016 die Klarheit, dass die Beschwerdegegnerin ihr eine Restarbeitsfähigkeit anrechnet. Anders als in BGE 138 V 457 ist demnach für die Rentenberechtigung die Verwertbarkeit einer allfälligen Restarbeitsfähigkeit am 8. Dezember 2016 entscheidend.
3.5.1 Die Beschwerdeführerin war im massgeblichen Zeitpunkt 62 Jahre und 11 Monate alt. Bis zum Erreichen des AHV-Alters verblieb ihr nur noch die kurze Aktivitätsdauer von 13.5 Monaten. Die Beschwerdeführerin hat in ihrem Heimatland eine Lehre als Serviceangestellte gemacht und war in der Schweiz mehrheitlich im Service beziehungsweise zuletzt im Jahr 2002 als Kassiererin tätig (Urk. 7/5/4 und Urk. 7/2/10 ff.). Diese angestammte Tätigkeit ist ihr aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zumutbar. Auch in einer angepassten Tätigkeit ist sie höchstens noch zu 70 % arbeitsfähig. Gemäss RAD-Ärztin Dr. C.___ dürfen zudem keine sehr hohen Anforderungen an ihre Umstellungsfähigkeit gestellt werden (Urk. 7/72/7). Aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen ist die Beschwerdeführerin bereits seit mehreren Jahren nicht mehr erwerbstätig. Dass sie bereits vor ihrer Erkrankung aus freien Stücken ihre letzte Arbeitsstelle per 31. März 2002 aufgegeben hatte und in ihr Heimatland zurückgekehrt war, ist dabei nicht relevant, zumal sie dort gemäss unbestritten gebliebener Darstellung Arbeit gesucht, aber nicht gefunden hat (Urk. 7/118/28).
3.5.2 Angesichts dieser persönlichen und beruflichen Gegebenheiten ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keinen Arbeitgeber mehr gefunden hätte, der sie für eine geeignete Verweisungstätigkeit eingestellt hätte. Namentlich die Umstände, dass sie im massgebenden Zeitpunkt nur noch 13.5 Monate vor ihrer Pensionierung stand, einen Berufswechsel hätte machen müssen und auch in einer angepassten Tätigkeit höchstens noch zu 75 % arbeitsfähig gewesen wäre, hätten einen durchschnittlichen Arbeitgeber realistischerweise davon abgehalten, die mit ihrer Beschäftigung verbundenen Risiken wie krankheitsbedingte Ausfälle, berufliche Unerfahrenheit sowie alters-, bildungs- und krankheitsbedingt geringe Anpassungsfähigkeit einzugehen, zumal behindertengerechte Arbeitsplätze von Behinderten in jungem und mittlerem Alter ebenfalls stark nachgefragt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 3.2.2). Eine allfällige Restarbeitsfähigkeit wäre damit nicht mehr verwertbar gewesen (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 9C_416/2016 vom 14. Oktober 2016 E. 5.1). Ist die Restarbeitsfähigkeit wirtschaftlich nicht mehr verwertbar, liegt eine vollständige Invalidität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG mit Anspruch auf eine entsprechende Rente der Invalidenversicherung vor. Unter diesen Umständen kann offen bleiben, ob die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer psychischen sowie den geltend gemachten weiteren somatischen Beschwerden überhaupt noch arbeitsfähig gewesen wäre.
3.6 Antragsgemäss hat die Beschwerdeführerin damit ab 1. Mai 2011 Anspruch auf eine ganze Rente. Die Beschwerde ist vollumfänglich gutzuheissen.
4.1 Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind ermessensweise auf Fr. 800.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
4.2 Der Beschwerdeführerin steht eine Prozessentschädigung zu, welche vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festgesetzt wird (§ 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Entsprechend ist ihr eine Prozessentschädigung von Fr. 2‘400.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) auszurichten.
1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 2. März 2017 aufgehoben und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin ab 1. Mai 2011 Anspruch auf eine ganze Rente hat.
3. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung von Fr. 2‘400.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.
- Rechtsanwältin Kristina Herenda
GräubLanzicher