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Timestamp: 2019-06-21 00:21:20
Document Index: 367951030

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 35', '§ 31', '§670', '§ 35', '§ 16', '§ 35', '§ 35', '§ 10', '§ 35', '§ 35', '§ 10']

Vermittlungsvorschlag für nicht konkrete Stelle, aber mit Rechtsfolgenbelehrung. Wie führe ich das Vorstellungsgespräch? | Erwerbslosenforum Deutschland
Vermittlungsvorschlag für nicht konkrete Stelle, aber mit Rechtsfolgenbelehrung. Wie führe ich das Vorstellungsgespräch?
Themenstarter HilfesuchenderMensch
konkreten vorgehen
HilfesuchenderMensch
Thema VV und nicht konkrete Stellen darin + RFB.
Beispiel: ZAF oder andere Dienstleister (Wachbuden) schreiben in VV rein: Bieten vieles an in verschiedenen Standorten. "Mögliche Einsatzgebiete und mögliche Einsatztätigkeiten sind...blablabla"
1. VOR der Bewerbung schriftlich mit Schneckenpost nachfragen um welche konkrete Stelle es sich nun handelt, da man ja selbst auf Zumutbarkeit prüfen will?
2. Eine Kurzbewerbung (Nur Anschreiben) schicken, in dem nach der konkreten Stelle gefragt wird wie in Nr.1?
Ich habe ein Urteil gefunden, in dem einer genau dewegen sanktioniert wurde, weil er erst gefragt hat, dann vom potentiellen AG nix kam und er auch nicht seine Bewerbung gesendet hat.
Gericht gab ihm Recht, da er sehr wohl berechtigt ist VORHER zu fragen. Also müsste man schon reinschreiben, dass man Interesse hat aber erst wissen will was wie wo etc.
Wie sieht es rechtlich gesehen aus? Ich habe das Urteil leider zu spät entdeckt und mich bei einer Firma beworben OHNE vorher gefragt zu haben.
Nun wurde ich zum VG eingeladen..und brauche Hilfe zur Abwendung.
Ich würde natürlich auf die AGB der Jobbörse eingehen und nachhaken um welche konkrete Stelle es sich handelt.
Kann mir das negativ ausgelegt werden?
bitte um Schwarmwissen
AW: Vermittlungsvorschläge mit NICHT KONKRETEN STELLEN + RFB...wie vorgehen bei VG??
HilfesuchenderMensch meinte:
Die Pflicht aus § 10 SGB II, sich auf jede zumutbare Stelle zu bewerben und das Recht, diese bei Unzumutbarkeit abzulehnen,
setzt voraus, das Angebot selbst überhaupt auf Zumutbarkeit prüfen zu können.
Dafür sind ein Mindestmaß an Informationen über die angebotene Stelle notwendig.
Wie sieht es rechtlich gesehen aus?
Siehe dazu ► die Rechtsprechung zur Bestimmtheit von Vermittlungs- und Maßnahmeangeboten.
§ 35 SGB III Vermittlungsangebot meinte:
(2) Die Agentur für Arbeit hat durch Vermittlung darauf hinzuwirken, dass Ausbildungsuchende eine Ausbildungsstelle,
Arbeitsuchende eine Arbeitsstelle und Arbeitgeber geeignete Auszubildende sowie geeignete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhalten.
Sie hat dabei die Neigung, Eignung und Leistungsfähigkeit der Ausbildungsuchenden und Arbeitsuchenden
sowie die Anforderungen der angebotenen Stellen zu berücksichtigen.
Daß sich die Behördenmitarbeiter nicht daran halten, ist leider traurige Erfahrung.
Dein erster Vorschlag wäre hier die logische Schlußfolgerung.
1. VOR der Bewerbung schriftlich mit Schneckenpost nachfragen um welche konkrete Stelle es sich nun handelt,
da man ja selbst auf Zumutbarkeit prüfen will?
Da im Fall eines solchen Vorgehens aber mit Sanktionierung zu rechnen ist,
sollte schon diese Anfrage an den AG nachweisbar erfolgen.
Beim nächsten Meldetermin solltest Du Deinen SB darauf hinweisen,
daß derartig unbestimmte VV für zielgerichtete Bewerbungen völlig ungeignet sind.
Danke @Zeitkind für die schnelle Antwort
Da im Fall eines solchen Vorgehens aber mit Sanktionierung zu rechnen ist, sollte schon diese Anfrage an den AG nachweisbar erfolgen.
Nachweisbar = reicht schriftlich unter Zeugen versandt aus? Email und Tel habe ich nicht und gebe ich nicht raus.
Nur wie Formulieren? Ähnlich wie im Anschreiben?
"Ich habe einen VV erhalten und interessiere mich..blaa..jedoch lässt sich aus dem VV keine konkrete Stelle herauslesen, so dass ich hiermit vor Zusenden meiner vollständigen Bewerbungsunterlagen, vorab nach der konkreten Stelle in VV mit Ref Nr erbitte." ??
DAS werde ich auf jeden Fall! Auf jeden Fall nochmals auf die AGBS/Nutzungsbedingungen der Jobbörse verweisen. Darin steht das zumindest auch explizit drin.
Das wird SB dennoch nicht stören, da SB argumentieren wird, "ich will sie vermitteln und diese ZAFS haben immer was".
Denn das Angebot ist nicht hinreichend bestimmt. Zum einen bleibt völlig offen, welche Tätigkeiten die Antragstellerin verrichten soll. Es wird ein Sammelsurium von verschiedenen Tätigkeiten aufgeführt. Darüber hinaus ist nicht ersichtlich, wo die Antragstellerin eingesetzt werden würde und wie ihre Arbeitszeiten aussehen würden. All dies überläßt die Antragsgegnerin mit ihrem Angebot dem Träger, so daß sich die Anforderungen der Tätigkeit auf Grund des Angebotsschreibens der Antragsgegnerin nicht feststellen lassen (vgl. B. d. LSG Sachsen, L2 B 141/08 AS ER ..). Im Grunde handelt es sich gar nicht um ein Tätigkeitsangebot der Antragsgegnerin, sondern um eine Aufforderung, sich vom Träger ein Angebot geben zu lassen.
Der Umstand, daß sich die Zumutbarkeit des Angebots wegen fehlender Bestimmtheit nicht feststellen jäßt, geht zu Lasten der Antragsgegnerin. Denn die Zumutbarkeit eines Angebots ist Tatbestandsvoraussetzung für die Sanktion nach § 31 SGB
Das zählt dann wohl. Das bedeutet für mich und alle anderen, die es betrifft, vorab nachfragen (nachweisbar) und bei Nichtbeantwortung einfach ignorieren?
Dementsprechend muss ich mit einer Anhörung rechnen, dort sage ich was?
"Es handelt sich in den vorliegenden VV´s um keine konkreten Stellenangebote, worauf ich den AG nach konkreten Stelleninformationen nachweislich um Informationen gebeten habe."
Dann folgt der Sanktionsbescheid mit dem ich mit einstweilige Anordnung (heisst das so?) vorm SG erscheine. Ab dem Sanktionsbescheid kann ich mir wieder einen Anwalt hinzuziehen oder?
Vermutlich gibt es keine Stelle und die sammeln bloß Daten. Du könntest eine Kurzbewerbung hinschicken (also Anschreiben und Lebenslauf) - bekommst voraussichtlich eine Einladung zum Gespräch mit dem Üblichen "wir haben so tolle Stellen, nur zurzeit nicht aber wir melden uns" und das war´s dann. Ich persönlich würde für so etwas keine Sanktion riskieren wollen.
Das zählt dann wohl. Das bedeutet für mich und alle anderen, die es betrifft, vorab nachfragen (nachweisbar)
und bei Nichtbeantwortung einfach ignorieren?
Das Ergebnis solltest Du schon in die Liste der Bewerbungaktivitäten
oder ggf. in dem mitgelieferten Antwortbogen eintragen.
Also denken und sprechen mußt Du schon selbst.
Dann folgt der Sanktionsbescheid mit dem ich mit einstweilige Anordnung (heisst das so?) vorm SG erscheine.
Nein. Dem Sanktionsbescheid wird bei der erlassenden Behörde widersprochen
und zeitgleich Antrag auf aW beim SG gestellt.
Mache Dich mal mit den Abläufen und ► Leitfaden vertraut:
Ab dem Sanktionsbescheid kann ich mir wieder einen Anwalt hinzuziehen oder?
Widerspruch und Antrag kannst Du selbst begründen und auf dem Schriftweg einreichen.
Dafür braucht es keinen Anwalt. Es sei denn, Du hast bereits eine Rechtsvertretung finanziert.
Für die Formulierungen stehen hier ausreichend Muster und Erfahrungsbeispiele zur Verfügung.
Das würde ich nicht machen, wäre mir das Sanktionsrisiko zu hoch. Begründung: Ein VV mit RFB fordert zum Bewerben auf, das steht immer auf Seite 1 -> bewerben sie sich umgehend schriftlich, per E-Mail oder über die Jobbörse der Arbeitsagentur.
Wenn du den AG aber erstmal nur einen Brief schreibst, weil der VV keine konkrete Stelle beinhaltet, hast du dich nicht beworben sondern willst schriftliche Auskünfte vom AG über einen konkreten Arbeitsplatz. Der AG muss dir aber nicht schriftlich antworten! Und die Zeit vergeht, 1-2 Wochen sind vorbei ohne schriftliche Antwort vom AG, und du hast dich nicht beworben!
Auch wenn Du einen solchen Anfrage-Brief nachweisbar per Einschreiben oder mit Zeugen an den AG verschickst, ändert das nichts an der Tatsache dass du dich nicht beworben hast.
Taktisch nicht zu empfehlen und zu hohes Risiko. Das mit der fehlenden konkreten Stelle/Arbeitsplatz im VV mit RFB im laufenden Bewerbungsverfahren rausfiltern/feststellen ist die bessere Methode, und wird von mir so praktiziert.
Habe letzte Woche gleich zwei solcher VVs erhalten und bereits Post von der ersten ZAF mit "vielen Dank für Ihre Bewerbung" samt Termin.
Erst wird der Fahrtkostentango getanzt. Übernahme der Fahrtkosten werden nicht erwähnt weshalb dieses erst geklärt werden muss.
Wenn die ZAF die Fahrtkosten übernimmt, muss sie diese auslegen oder zahlen sie diese Kosten nach dem Termin zum VG?
Hier muss nichts getanzt werden. Wenn in der Einladung die Übernahme der Fahrtkosten durch den Einladenden nicht ausgeschlossen wurde, dann muss der Einladende die Fahrtkosten des Eingeladenen übernehmen.
Das kann die ZAF selbst festlegen. Im Normalfall muss der Eingeladene die Fahrtkosten vorauslegen und bekommt diese dann vom Einladenden zurückerstattet.
Kann man nicht dennoch Zeit schinden und nachfragen? Icb könnte die Fahrkarte ja schon auslegen, würde es aber edst nach einer schriftlichen Zusage der Kostenerstattung tun.
Kann man nicht dennoch Zeit schinden und nachfragen?
Auf Zeit spielen ist immer mit einem gewissen Risiko behaftet. Wenn die ZAF auf Grund der Gestaltung deines Briefwechsels zu diesem Thema zu der Erkenntnis kommen sollte, dass du nur die Arbeitsaufnahme verzögern willst, könnte sie dies bei einem VV dem JC auch so zurückmelden. Dieser Tango kann also auch schiefgehen.
Icb könnte die Fahrkarte ja schon auslegen, würde es aber edst nach einer schriftlichen Zusage der Kostenerstattung tun.
Du bist ja nicht erst seit heute hier im Forum. Daher müsstest du eigentlich mitbekommen haben, dass man sich beim Thema Fahrtkosten für VG auf den §670 BGB stützt. Die geltende Rechtslage sagt aus, wenn ein Einladender diese Kosten nicht übernehmen will, dann muss er dies eindeutig in der Einladung bekanntgeben. Fehlt dieser Ausschluss, dann muss er die Fahrtkosten übernehmen. Diese Praxis ist seit Jahren bekannt. Daher würde ich in der Konstellation, wenn in der Einladung die Übernahme der Fahrtkosten nicht ausgeschlossen ist, nicht auf Zeit spielen, indem man genau wegen diesem Thema nachfragt.
Die Entscheidung liegt aber letztlich bei dir, denn du müsstest auch die Konsequenzen tragen, wenn der Tango schief geht.
Wobei § 35 SGB III im SGB II auch nicht gilt ...
Sagen: Gar nichts.
Auf Anhörungen am besten immer schriftlich antworten und ansonsten die Klappe halten.
Bin ich anderer Meinung;
§ 16 SGB II Leistungen zur Eingliederung meinte:
(1) Zur Eingliederung in Arbeit erbringt die Agentur für Arbeit Leistungen nach § 35 des Dritten Buches.
(2) Soweit dieses Buch nichts Abweichendes regelt,
gelten für die Leistungen nach Absatz 1 die Voraussetzungen und Rechtsfolgen des Dritten Buches ...
Zum Ersten Abschnitt (Beratung und Vermittlung) zählt der Zweite Unterabschnitt (Vermittlung),
zu welchem der § 35 (Vermittlungsangebot) gehört. ► Hier ganz gut dargestellt.
Welche Idioten haben sich nur einen so verschachtelten Unsinn ausgedacht?
Dem von dir in #2 zitierten steht aber § 10 SGB II entgegen.
Das ist eine Folge der Angleichung von SGBIII und SGBII bei den Themen Beratung/Auskunft und Vermittlung. Dass es bei der Zumutbarkeit und Sanktionen erhebliche Unterschiede gibt dürfte klar sein. Beraten, Auskunft geben und vermitteln müssen beide. Arbeitsagentur und Jobcenter. Das betrifft sowohl Vermittlung in Arbeit als auch in Ausbildung & Qualifizierung.
Habe nur Deine Anmerkung korrekt beantwortet.
Erbsenzählen kann ich auch. In erster Linie des § 35 SGB III sehe ich die Vermittlung.
Im Gegensatz zur Neigung, sind Eignung und Leistungsfähigkeit (aus (2)2 § 35 SGB III)
unmittelbare Kriterien einer Arbeitsvermittlung und stehen m.M.n. dem § 10 SGB II nicht entgegen.
Auf Zeit spielen ist immer mit einem gewissen Risiko behaftet. (............)
Knackpunkt ist jedoch der, dass diese Einladung aus einem VV hervorgeht, der für einen Arbeitgebersprechtag nächsten Monat angesetzt ist.
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: 27 August 2018
1. Auch auf einen VV mit RFB muss ich mich nur bewerben, wenn die Stelle zumutbar ist.
Geht es um keine konkrete Stelle kann ich die Zumutbarkeit nicht prüfen.
Was mache ich? Ich bewerbe mich gar nicht. Habe ich schon in der Praxis so gemacht und nach der Antwort auf den Anhörungsbogen nichts mehr davon gehört.
2. Mein Amt und der Träger zu dessen Maßnahme ich gezwungen wurde verlangen individuelle Bewerbungen.
Wie soll ich das machen, wenn ich nicht weiß, auf was ich mich bewerbe?
Wozu auf der AGB rumreiten. Ich bin für so wenig Aufwand wie möglich.
Einfach fragen, um welche konkrete Stelle es geht.
Keine? Da ich natürlich an einer Arbeitsstelle interessiert bin verabschiede ich mich in solchen Fällen höflich mit den Worten: "Ich melde mich, wenn ich sehe, dass sie eine passende Stelle ausgeschrieben haben."
Arbeitgebersprechtag
Was ist das? Eine Veranstaltung wo sich die Arbeitgeber im JC bei den PAP's über das Bewerberverhalten der Elos beschweren können?
Ansonsten verstehe ich das mit dem Fahrtkostentango so oder so nicht.
Wenn ich die Chance habe diese Giftpille der ZAF gleich beim VG einzuwerfen, dann mache ich das doch. Erst die Bestätigung dafür dass man beim Vorstellungsgespräch war und dann kommt man wie Columbo einst um die Ecke: "Ach ich hätte da noch..."
...eine Sache: Fahrtkosten!
Evtl. dann mit dem Spruch garniert:"Das ist mein Recht und meine Rechte setze ich durch."
Evtl. auch:"Dann klage ich das eben ein, dann wird es für sie noch teurer."
Wär das nicht toll, statt über Jobmüll mal über Zusatzkosten mit der ZAF zu fetzen?
Ergänzend hierzu verweise ich auf https://www.elo-forum.org/erfolgreiche-gegenwehr/144587-jc-geschaeftsfuehrung-hilft-meiner-fachaufsichtsbeschwerde-gegen-meinen-sb.html!