Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%2043/76
Timestamp: 2020-01-24 13:12:26
Document Index: 185384340

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 242', '§ 254', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 254', 'BGH', 'BGH', '§ 278', '§ 254', 'BGH', 'BGH', '§ 278']

BGH, 06.04.1978 - III ZR 43/76 - dejure.org
https://dejure.org/1978,406
BGH, 06.04.1978 - III ZR 43/76 (https://dejure.org/1978,406)
BGH, Entscheidung vom 06.04.1978 - III ZR 43/76 (https://dejure.org/1978,406)
BGH, Entscheidung vom 06. April 1978 - III ZR 43/76 (https://dejure.org/1978,406)
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Unrichtige Darstellung der Aussichten für die Übernahme einer Landesbürgschaft - Erkennbarkeit der Unrichtigkeit der Angaben bei Anwendung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt - Haftung für ein Verschulden des Erfüllungsgehilfen
MDR 1978, 1004
VersR 1978, 822
WM 1978, 946
Dies widerspräche dem Grundsatz von Treu und Glauben (§ 242 BGB ), der in § 254 BGB lediglich eine besondere Ausprägung erhalten hat (…vgl. BGH, Urt. v. 7. Januar 1965, VII ZR 28/63, WM 1965, 287, 288; Urt. v. 6. April 1978, III ZR 43/76, WM 1978, 946, 948;… Urt. v. 1. Dezember 1987, X ZR 36/86, NJW-RR 1988, 855, 856).
Dem steht - worauf das Berufungsgericht zutreffend hinweist - nicht entgegen, dass der Vermittler von Weisungen des Geschäftsherrn abweicht, sofern er in unmittelbarem sachlichen Zusammenhang mit der übertragenen Aufgabe handelt (vgl. BGH, Urteile vom 6. April 1978 - III ZR 43/76, WM 1978, 946, 947 und vom 4. Februar 1997 - XI ZR 31/96, WM 1997, 477, 478 mwN).
Grundlage für eine Haftung der Beklagten kann nur die Verletzung eines mit der Klägerin geschlossenen Auskunftsvertrags (vgl. dazu Senatsurteil vom 16. Oktober 1990 XI ZR 165/88 = WM 1990, 1990, 1991) oder ein Pflichtverstoß im Rahmen des vorvertraglichen Vertrauensverhältnisses zwischen den Parteien sein, das die Beklagte dazu verpflichtete, Auskünfte, die im Zusammenhang mit dem beabsichtigten Darlehensgeschäft standen, richtig und vollständig zu erteilen (vgl. dazu BGH, Urteil vom 6. April 1978 - III ZR 43/76 = WM 1978, 946, 947).
b) Ebenfalls ohne Erfolg beruft sich die Klägerseite darauf, dass nach ständiger Rechtsprechung der Aufklärungspflichtige dem Geschädigten grundsätzlich nicht nach § 254 I BGB entgegenhalten kann, er habe auf die Auskunft nicht vertrauen dürfen (vgl. etwa BGH WM 1965, 287, 288; 1978, 946, 948; NJW 2004, 1868, 1870).
Sie hatten ihn mit der Führung der Verkaufsverhandlungen und mit dem Vertragsabschluß beauftragt und damit in das vorvertragliche Schuldverhältnis eingeschaltet (vgl. BGH Urteil vom 6. April 1978 - III ZR 43/76 = VersR 1978, 822, 823).
Erfüllungsgehilfe im Sinne von § 278 BGB ist zwar, wer nach den tatsächlichen Verhältnissen des gegebenen Falles mit dem Willen des Schuldners bei der Erfüllung der diesem obliegenden Verbindlichkeiten als seine Hilfsperson tätig wird (Senatsurteil vom 6. April 1978 - III ZR 43/76 = VersR 1978, 822 m.w.Nachw.).
Zu berücksichtigen ist nämlich, daß bei einem Schadensersatzanspruch wegen Erteilung einer unrichtigen Auskunft der Schädiger dem Geschädigten grundsätzlich nicht nach § 254 BGB entgegenhalten kann, er habe auf die Auskunft nicht vertrauen dürfen (…BGH, Urt. v. 7. Januar 1965, VII ZR 28/63, WM 1965, 287, 288; Urt. v. 6. April 1978, III ZR 43/76, WM 1978, 946, 948;… Urt. v. 1. Dezember 1987, X ZR 36/86, NJW-RR 1988, 855, 856).
Abschluß einer Lebensversicherung für den Fall des Todes eines anderen; …
Dazu reicht aus, daß sie nach den tatsächlichen Verhältnissen mit dem Willen des Schuldners bei der Erfüllung der diesem obliegenden Verbindlichkeiten als Hilfsperson tätig wird, z.B. Erläuterungen zum Inhalt des abzuschließenden Vertrages gibt (BGH Urteil vom 6. April 1978, III ZR 43/76 = LM BGB § 278 Nr. 79).