Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20ZB%2030/93
Timestamp: 2019-10-19 23:45:35
Document Index: 278180440

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 519', '§ 518', 'BGH', '§ 518', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 519', 'BGH', 'BGH', '§ 74']

BGH, 10.02.1994 - VII ZB 30/93 - dejure.org
https://dejure.org/1994,2838
BGH, 10.02.1994 - VII ZB 30/93 (https://dejure.org/1994,2838)
BGH, Entscheidung vom 10.02.1994 - VII ZB 30/93 (https://dejure.org/1994,2838)
BGH, Entscheidung vom 10. Februar 1994 - VII ZB 30/93 (https://dejure.org/1994,2838)
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Berufungsbegründung zum LG - Nachtbriefkasten des OLG - Rechtzeitiger Eingang - Versendung an Berufungsgericht
NJW 1994, 1354
MDR 1994, 507
VersR 1994, 1369
Der Inhalt einer Sendung muss derart in den Machtbereich dieses Gerichts gelangt sein, dass es sich bei normaler Gestaltung seiner Verhältnisse Kenntnis von dem Inhalt der Sendung verschaffen kann (vgl. BGH, Beschluss vom 10. Februar 1994 - VII ZB 30/93, NJW 1994, 1354 unter 1 a [juris Rn. 8]).
In einem derartigen Fall ist die Posteingangsstelle des Rechtsmittelgerichts verpflichtet, die Sendung ungeöffnet an dasjenige Gericht weiterzuleiten, das auf dem Umschlag angegeben ist (BGH, Beschluss vom 10. Februar 1994 - VI ZB 30/93 - NJW 1994, 1354 unter II 1 a).
Es entspricht deshalb herrschender Rechtsauffassung (BGH Beschluß vom 10.2.1994 - VII ZB 30/93 - NJW 1994, 1354; BGH Urteil vom 12.10.1995 - VII ZR 8/95 - NJW-RR 1996, 443; BAG Beschluß vom 29.4.1986 - 7 AZB 6/85 - EzA § 519 b ZPO Nr. 4;… Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann a.a.O. § 518 ZPO RdNr. 5 m.w.N.), daß ein Rechtsmittel dann als eingegangen angesehen werden kann, wenn das Rechtsmittelgericht an dem entsprechenden Schriftsatz eigenen Gewahrsam begründet hat.
Dieses entspricht ganz herrschender Rechtsauffassung (vgl. BGH Urteil vom 10.2.1994 a.a.O; BAG Beschluß vom 14.7.1988 - 4 AZB 6/88 - EzA § 518 ZPO Nr. 34), von der abzuweichen die erkennende Kammer bereits aus Gründen der Rechtsklarheit und Rechtssicherheit keine Veranlassung sieht.
Vielmehr war das Verwaltungsgericht Darmstadt verpflichtet, den an das Verwaltungsgericht Wiesbaden adressierten Umschlag ungeöffnet an den Adressaten weiterzuleiten oder an den Absender zurückzureichen (ebenso BGH, Beschluss vom 10. Februar 1994 - VII ZB 30/93 -, NJW 1994, 1354 f.).
I. Nach der Rechtsprechung des BVerfG (BVerfGE 52, 203; 60, 243), des Bundesarbeitsgericht (BAG 29.4.1986 ­ 7 AZB 6/85 ­ BAGE 52, 19) und des BGH (10.2.1994 ­ VII ZB 30/93 ­ NJW 1994, 1354, m. w. N.) stellt die Einreichung eines fristgebundenen Schriftstückes bei einem Gericht eine einseitige Prozesshandlung der Partei dar, die keiner Mitwirkung eines Bediensteten des betreffenden Gerichts bedarf.
Dieser hat in der Berufungsbegründung anzugeben, welche bestimmten Punkte des angefochtenen Urteils er bekämpft und welche Gründe er ihm entgegensetzt (vgl. BGH Beschluss vom 10. Februar 1994 - VII ZB 30/93 - LM Nr. 120 zu § 519 ZPO m.w.Nw.).
Will die Klagepartei das zuständige Gericht "anrufen", schickt aber die Klage irrtümlich an ein unzuständiges Gericht, so muss dieses nicht verweisen, sondern darf die Klage zurücksenden oder formlos abgeben; dann kommt es auf den Eingang erst beim zuständigen Gericht an (BVerfG, BVerfGE 60, 243 [BVerfG 20.04.1982 - 1 BvR 944/80] ; BVerwG NJW 2002, 768 [BVerwG 31.10.2001 - BVerwG 2 C 37/00] ; BGH NJW 1994, 1354 [BGH 10.02.1994 - VII ZB 30/93] ;… zitiert nach Eyermann VwGO, Kommentar 12. Aufl. RdNr. 9 zu § 74).