Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201975,%20614
Timestamp: 2019-09-15 21:13:19
Document Index: 297292708

Matched Legal Cases: ['§ 152', '§ 249', '§ 4', '§ 251', '§ 774', '§ 172']

BFH, 19.03.1975 - I R 173/73 - dejure.org
https://dejure.org/1975,1088
BFH, 19.03.1975 - I R 173/73 (https://dejure.org/1975,1088)
BFH, Entscheidung vom 19.03.1975 - I R 173/73 (https://dejure.org/1975,1088)
BFH, Entscheidung vom 19. März 1975 - I R 173/73 (https://dejure.org/1975,1088)
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GmbH - Risikobehaftete Kreditbürgschaft - Ordentlicher und gewissenhafter Geschäftsführer - Sorgfalt - Nichtgesellschafter - Bürgschaftszahlungen - Verdeckte Gewinnausschüttung
Verdeckte Gewinnausschüttung im Falle einer Kreditbürgschaft einer GmbH zugunsten eines Gesellschafters
BFHE 115, 359
DB 1975, 1346
BStBl II 1975, 614
Die durch den Ausfall der Darlehensforderungen eingetretene Vermögensminderung findet ihre Veranlassung im Gesellschaftsverhältnis, denn die Klägerin hatte es unterlassen, rechtzeitig die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um die dem K gewährten Darlehen zu sichern und zurückzuerhalten (vgl. BFH-Urteile vom 16. September 1958 I 88/57 U, BFHE 67, 468, BStBl III 1958, 451; vom 31. Juli 1974 I R 238/72, BFHE 113, 434, BStBl II 1975, 48; vom 19. März 1975 I R 173/73, BFHE 115, 359, BStBl II 1975, 614, und BFH-Beschluß vom 5. Februar 1986 I S 15/85, BFH/NV 1986, 563).
d) Für die drohende Inanspruchnahme aus einer Bürgschaft hat der I. Senat ausgeführt, die Bürgschaftsverpflichtung sei zu passivieren, gleichzeitig sei aber der Regreßanspruch gegen den Hauptschuldner zu aktivieren (Urteil vom 19. März 1975 I R 173/73, BFHE 115, 359, 360, BStBl II 1975, 614).
Spätestens seit Eröffnung des Konkursverfahrens über das Vermögen der GmbH mußten die OHG und ihre Gesellschafter ernsthaft mit einem Zugriff des FA auf ihr Grundvermögen und somit mit einer entsprechenden Betriebsvermögensminderung rechnen, so daß sie, da angesichts der bestehenden Betriebsaufspaltung die betriebliche Veranlassung der Haftungsübernahme von den Beteiligten nicht in Zweifel gezogen wird, eine der drohenden Inanspruchnahme Rechnung tragende Rückstellung für eine ungewisse Verbindlichkeit im Sinne des als Grundsatz ordnungsmäßiger Buchführung auch für Personengesellschaften geltenden § 152 Abs. 7 des Aktiengesetzes (AktG) 1965 (vgl. BFH-Urteil vom 5. Februar 1987 IV R 81/84, BFHE 149, 55, BStBl II 1987, 845) und jetzt § 249 Abs. 1 des Handelsgesetzbuches (HGB) bilden und andererseits, wovon die Beteiligten stillschweigend ausgehen, von der Aktivierung eines etwaigen Regreßanspruchs angesichts der Vermögenslage der GmbH absehen mußte (vgl. BFH-Urteile vom 19. März 1975 I R 173/73, BFHE 115, 359, BStBl II 1975, 614, und vom 2. Mai 1984 VIII R 239/82, BFHE 141, 312, BStBl II 1984, 695;… Hartmann/Böttcher/Nissen/Bordewin, Kommentar zum Einkommensteuergesetz, §§ 4 bis 5 Rz. 176 Stichworte: "Bürgschaft", "Haftungsschulden" und "Patronatserklärung";… Küting/Weber, Handbuch der Rechnungslegung, § 251 HGB Rn. 2; WP-Handbuch 1985/86 Bd. II, 53).
der Verwaltungsgrundsätze dahingehend, daß die Rechtsfolgen aus der Übernahme einer Bürgschaft für eine Tochtergesellschaft nur dann das Einkommen der Muttergesellschaft mindern dürfen, wenn es auch zwischen unabhängigen Unternehmen bei Anwendung der Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsleiters zur Gewährung einer Bürgschaft gekommen wäre (ebenso BFH-Urteil vom 19.03.1975 I R 173/73, BStBl. II 1975, 614).
Sie sind dann durch den Betrieb der Konzernmutter veranlaßt (vgl. BFH-Urteil vom 19.03.1975 I R 173/73, BStBl. II 1975, 615).
Übernimmt eine GmbH zugunsten eines Gesellschafters oder einer dem Gesellschafter nahe stehenden Person eine risikobehaftete Kreditbürgschaft, die sie bei Anwendung der Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters zugunsten eines Nichtgesellschafters nicht übernommen hätte, stellen spätere Bürgschaftszahlungen verdeckte Gewinnausschüttungen dar (BFH-Urteil vom 19. März 1975 I R 173/73, BFHE 115, 359, BStBl II 1975, 614).
Zum Gesamthandsvermögen einer Personengesellschaft gehören auch eine von dieser übernommene Bürgschaftsverpflichtung und die mit dieser verbundenen Rückgriffsforderungen gegenüber dem Schuldner der verbürgten Schuld oder gegenüber den Mitbürgen (vgl. §§ 774, 769 BGB; zur Bilanzierung vgl. § 172 Abs. 4 AO und BFH-Urteil vom 19. März 1975 I R 173/73, BFHE 115, 359, BStBl II 1975, 614).
Diese Voraussetzungen sind bei einer Bürgschaftsübernahme auf den Zeitpunkt des Vertragsschlusses, nicht auf den Zeitpunkt der später liegenden Leistung zu prüfen (BFH-Urteil vom 19.03.1975 I R 173/73, BFHE 115, 359, BStBl II 1975, 614).
BFH, 10.04.1987 - III R 274/83
Ausweisung einer übernommenen Bürgschaftsverpflichtung durch einen …