Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Nordrhein-Westfalen&Datum=12.09.2002&Aktenzeichen=12%20A%204352/01
Timestamp: 2020-01-19 00:03:55
Document Index: 249619707

Matched Legal Cases: ['§ 27', '§ 89', '§ 1666', '§ 89', '§ 124', '§ 27', 'Art. 6', '§ 27', '§ 27', '§ 27', '§ 27']

OVG Nordrhein-Westfalen, 12.09.2002 - 12 A 4352/01 - dejure.org
https://dejure.org/2002,2040
OVG Nordrhein-Westfalen, 12.09.2002 - 12 A 4352/01 (https://dejure.org/2002,2040)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 12.09.2002 - 12 A 4352/01 (https://dejure.org/2002,2040)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 12. September 2002 - 12 A 4352/01 (https://dejure.org/2002,2040)
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Kostenerstattung für Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe; Voraussetzung des Einverständnisses des Personensorgeberechtigten für die Hilfe zur Erziehung nach § 27 SGB VIII; Ersetzung des fehlenden Einverständnisses des Personensorgeberechtigten durch Übertragung des ...
VG Arnsberg - 11 K 3444/99
NJW 2003, 1409
Eine Erstattungspflicht scheidet daher aus, wenn und soweit die Jugendhilfe rechtswidrig geleistet wird (…allgemeine Ansicht, vgl. VGH Bad.-Württ., Urt. v. 19.8.2003 - 9 S 2398/02 - NDV-RD 2004, 68; OVG Nordrhein-Westfalen, Beschl. v. 18.3.2002 - 12 A 1681/99 - FEVS 53, 518; Urt. v. 12.9.2002 - 12 A 4352/01 - NJW 2003, 1409;… Wiesner in Wiesner/Mörsberger/Oberloskamp/Struck, SGB VIII, 2. Aufl., § 89f Rn. 3).
Außer in den Fällen, in denen zur Abwehr konkreter Gefährdungen des Kindeswohls Maßnahmen nach § 1666 BGB erforderlich sind, leitet sich die Legitimation zu Erziehungsleistungen somit ausschließlich von den Willenserklärungen des Personensorgeberechtigten ab (…vgl. BVerwG, Urt. v. 21.6.2001 - 5 C 6.00 - NJW 2002, 232; OVG Nordrhein-Westfalen, Urt. v. 12.9.2002 - 12 A 4352/01 - NJW 2003, 1409 mit zahlreichen weiteren Nachweisen).
Ein Entzug der Rechte der Eltern auf Inanspruchnahme von Hilfe zur Erziehung war damit jedoch nicht verbunden (…vgl. BVerwG, Urt. v. 21.6.2001, a.a.O.; OVG Nordrhein-Westfalen, Urt. v. 12.9.2002, a.a.O.).
Auf ein Verschulden des die Hilfe gewährenden Trägers der Jugendhilfe kommt es daher nicht an (OVG Nordrhein-Westfalen, Urt. v. 12.9.2002, a.a.O.).
BVerwG, 29.06.2006 - 5 C 24.05
Asylbewerber, unbegleitet eingereiste -; Aufgabenerfüllung, Gesetzeskonformität …
Entgegen der Rechtsauffassung des Beklagten führt dies nicht dazu, dass "die in § 89f SGB VIII verlangte Rechtmäßigkeit der Aufgabenerfüllung nur noch bei offensichtlichen Verstößen gegen jugendhilferechtliche Vorschriften in Frage gestellt wäre" und bewirkt auch sonst nicht, dass bei der Prüfung der Gesetzeskonformität der gewährten Leistung dem die Hilfe gewährenden Kostenerstattung begehrenden Jugendhilfeträger hinsichtlich der tatbestandlichen Leistungsvoraussetzungen ein Ermessens- oder Beurteilungsspielraum eingeräumt würde (dies ablehnend etwa OVG Münster, Urteil vom 12. September 2002 - 12 A 4352/01 - FEVS 54, 283).
- 5 C 29.99 -, FEVS 52, 532, juris; OVG NRW, Urteile vom 14. März 2003 - 12 A 1193/01 -, FEVS 55, 86; juris, vom 12. September 2002 - 12 A 4352/01 -, FEVS 54, 283, juris, und vom 25. Oktober 2005 - 12 A 4342/03 -, juris, Beschlüsse vom 8. Februar 2006 - 12 A 4465/05 - vom 4. Juli 2007 - 12 A 1266/07 -, juris und vom 14. November 2007 - 12 A 1990/07 -, juris.
vgl. etwa OVG NRW, Urteil vom 12. September 2002 a.a.O. m.w.N.
Aus dem Vorstehenden ergibt sich, dass die Berufung zum anderen auch nicht nach § 124 Abs. 2 Nr. 4 VwGO wegen einer Abweichung des angefochtenen Urteils von der Entscheidung des - als Divergenzgericht im Instanzenzug allein in Betracht zu ziehenden - Oberverwaltungsgerichts des Landes Nordrhein-Westfalen vom 12. September 2002 - 12 A 4352/01 - in Betracht kommt.
Wenn das Verwaltungsgericht von einer Billigung der Jugendhilfemaßnahme durch die Kindesmutter ausgegangen ist, hat es keinen Obersatz aufgestellt, der im Widerspruch zu der These des OVG NRW in seiner Entscheidung vom 12. September 2002 - 12 A 4352/01 - steht, dass die Hilfe zur Erziehung nach § 27 SGB VIII zumindest das Einverständnis des Personensorgeberechtigten voraussetzt.
Relevant für die Rechtmäßigkeit der Hilfe sei jedoch der Sorgerechtsteil - Recht auf Inanspruchnahme der öffentlichen Jugendhilfe - nach den Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts vom 21. Juni 2001 - 5 C 6.00 - und des OVG Nordrhein-Westfalen vom 12. September 2001 - 12 A 4352/01 - stelle die alleinige Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts ohne das Recht zur Inanspruchnahme von Hilfen eine Verletzung des Elternrechts gemäß Art. 6 Abs. 2 Satz 1 GG dar.
Die von dem Beklagten genannten Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts (…BVerwG, Urt. v. 21.06.2001 - 5 C 6/00 -, juris) und des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen (Urt. v. 12.09.2002 - 12 A 4352/01 -, NJW 2003, 1409, juris) stehen dem nicht entgegen, da sie andere Fallkonstellationen betreffen; insbesondere wurde in dem noch ähnlich gelagerten Fall des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen der Kindesmutter nicht - wie im vorliegenden Fall - zuvor im Eilverfahren die elterliche Sorge insgesamt entzogen.
Das zeigt auch die vom Beklagten angeführte Rechtsprechung des Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen (OVG NRW, Urt. v. 12.09.2002 - 12 A 4352/01 -, NJW 2003, 1409, juris).
vgl. Bundesverwaltungsgericht (BVerwG), Urteil vom 28.09.2000 - 5 C 29.99 -, FEVS 52, 532; OVG NRW, Urteil2 vom 14.03.2003 - 12 A 1193/01 - FEVS 55, 86 und vom 12.09.2002 - 12 A 4352/01 -, FEVS 54, 283.
vgl. etwa OVG NRW, Urteil vom 12.09.2002 aaO..
vom 5. Dezember 2001 - 12 A 4215/00 -, ZfJ 2002, 307; Urteil vom 12. September 2002 - 12 A 4352/01 -, ZfJ 2003, 152 - und auch im übrigen, insbesondere mit ihrem im Berufungsverfahren teilweise geänderten Klageanträgen zulässige Klage (1.) ist begründet (2.).
Die Leistung des Beklagten im vorliegenden Fall - Hilfe zur Erziehung in Form der Unterbringung in einer sogenannten Profifamilie - stellt eine Leistung nach den §§ 27, 34 SGB VIII dar, die die Zustimmung des Personensorgeberechtigten als dem Leistungsberechtigten voraussetzt, vgl. BVerwG, Urteil vom 21. Juni 2001 - 5 C 6.00, FEVS 53, 105 (109); OVG NRW, Urteil vom 12. September 2002 - 12 A 4352/01 - FEVS 54, 283 (284) m.w.N.; Beschluss vom 29. April 2005 - 12 A 1600/04, wobei der Senat hier offen lassen kann, ob es eines Antrages des Personensorgeberechtigten bedarf oder ob eine eindeutige Willensbekundung des Personensorgeberechtigten - sei sie schriftlich oder mündlich geäußert - ausreicht, vgl. OVG NRW, Urteil vom 12. September 2002, aaO.; Wiesner, SGB VIII, 3. Auflage 2006, § 27 Rn. 26; Münder, Frankfurter Kommentar zum SGB VIII: Kinder und Jugendhilferecht, 5. Auflage 2006, § 27 Rn. 44; Kunkel, in LPK - SGB VIII, 3. Auflage 2006, § 27 Rn. 1.
vgl. zur Statthaftigkeit der Leistungsklage in kostenerstattungsrechtlichen Verfahren: OVG NRW, Urteil vom 5. Dezember 2001 - 12 A 4215/00 -, ZfJ 2002, 307 = ZfSH/SGB 2002, 681; Urteil vom 12. September 2002 - 12 A 4352/01 -, ZfJ 2003, 152, m.w.N.
- 5 C 29.99 -, FEVS 52, 532, und OVG NRW, Urteile vom 14. März 2003 - 12 A 1193/01 -, FEVS 55, 86 und 12. September 2002 - 12 A 4352/01 -, FEVS 54, 283.
vgl. etwa OVG NRW, Urteil vom 12. September 2002 a.a.O..
Kostenübernahme durch den Jugendhilfeträger bei einem von dem …