Source: https://www.zip-online.de/heft-20-1989/zip-1989-1354-kein-wettbewerbsverstoss-durch-missachtung-eines-auf-einheitlicher-standesauffassung-beruhenden-werbeverbots/
Timestamp: 2019-10-17 22:12:58
Document Index: 14605844

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 1', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'Art. 12', '§ 43', '§ 1']

Kein Wettbewerbsverstoß durch Mißachtung eines auf einheitlicher Standesauffassung beruhenden Werbeverbots („Werbeverbot für Heilpraktiker“) (BGH, Urt. v. 29.06.1989 – I ZR 166/87) – ZIP 1989, 1354 | ZIP online
RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln 0723-9416 Zeitschrift für Wirtschaftsrecht ZIP 1989 Rechtsprechung VI. Rechtsprechung zum Wettbewerbs- und Kartellrecht UWG § 1Kein Wettbewerbsverstoß durch Mißachtung eines auf einheitlicher Standesauffassung beruhenden Werbeverbots („Werbeverbot für Heilpraktiker“) UWG§ 1 BGH, Urt. v. 29.06.1989 – I ZR 166/87, (OLG Frankfurt)BGHUrt.29.6.1989I ZR 166/87(OLG Frankfurt)
1. Ein allgemeines Werbeverbot für Heilpraktiker kann – wegen seines die freie Berufsausübung im Sinne des Art. 12 GG einschränkenden Charakters – nicht allein durch eine einheitliche Standesauffassung der Heilpraktiker sowie deren Niederlegung in – als „Berufsordnungen“ bezeichneten – Vereinssatzungen von Heilpraktikerverbänden begründet werden; es setzt vielmehr ein Eingreifen des Gesetzgebers voraus (vgl. BVerfGE 76, 171 = ZIP 1987, 1559 = EWiR § 43 BRAO 2/87, 1205 (Michalski) zum anwaltlichen Standesrecht).
2. Soweit eine einheitliche Standesauffassung der Heilpraktiker als Indiz dafür herangezogen werden soll, daß ein bestimmtes Verhalten eines Heilpraktikers auch dem allgemeinen sittlichen Empfinden widerspricht und deshalb gegen § 1 UWG verstößt, genügt es nicht, diese Standesauffassung den – als Vereinssatzungen nur mehrheitlich beschlossenen – „Berufsordnungen“ von Heilpraktikerverbänden zu entnehmen.