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Timestamp: 2016-10-24 07:01:12
Document Index: 82518876

Matched Legal Cases: ['Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

U 262/00 (11.09.2002)
C.________, 1944, Beschwerdef�hrer, vertreten durch den Verband Y.________,
Der 1944 geborene C.________ war seit 1981 als Vorarbeiter im Gipsergesch�ft H.________ AG t�tig und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen Berufs- und Nichtberufsunf�lle versichert. Am 8. Januar 1998 erlitt er einen Skiunfall, bei welchem er sich die bereits fr�her einmal gebrochene Schulter rechts ein zweites Mal brach und den Bicepsmuskel am rechten Oberarm verletzte. Wegen der Reruptur erfolgten am 24. M�rz 1998 eine Rotatorenmanschetten-Revision und eine transoss�re Refixation rechts sowie anschliessend eine physiotherapeutische Behandlung.
Mit Verf�gung vom 10. September 1999 sprach die SUVA C.________ ab 1. September 1999 eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunf�higkeit von 33,33 % sowie eine Integrit�tsentsch�digung in der H�he von Fr. 9720.- aufgrund einer Integrit�tseinbusse von 10 % zu. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 28. Oktober 1999 fest.
Die dagegen erhobene Beschwerde, mit welcher C.________ die Einholung eines unabh�ngigen Gutachtens zur Ermittlung der Arbeitsunf�higkeit und des Integrit�tsschadens sowie die Zusprechung einer Invalidenrente von mindestens 52,6 % beantragen liess, wies das Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden mit Entscheid vom 9. Mai 2000 ab.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst C.________ die Zusprechung einer Invalidenrente auf der Basis eines Invalidit�tsgrades von mindestens 50 %, eventualiter die R�ckweisung der Angelegenheit zu weiteren Abkl�rungen an die Beschwerdegegnerin beantragen.
Streitig und zu pr�fen ist nur noch die H�he der Invalidenrente des Beschwerdef�hrers, nicht mehr hingegen die H�he der Integrit�tsentsch�digung.
Wird ein Versicherter infolge eines Unfalles invalid, so hat er Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Als invalid gilt, wer voraussichtlich bleibend oder f�r l�ngere Zeit in seiner Erwerbsf�higkeit beeintr�chtigt ist (Art. 18 Abs. 2 Satz 1 UVG). F�r die Bestimmung des Invalidit�tsgrades wird das Erwerbseinkommen, das der Versicherte nach Eintritt der unfallbedingten Invalidit�t und nach Durchf�hrung allf�lliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihm zumutbare T�tigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen k�nnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das er erzielen k�nnte, wenn er nicht invalid geworden w�re (Art. 18 Abs. 2 Satz 2 UVG).
Um den Invalidit�tsgrad bemessen zu k�nnen, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die �rztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verf�gung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der �rztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bez�glich welcher T�tigkeiten die versicherte Person arbeitsunf�hig ist. Im Weiteren sind die �rztlichen Ausk�nfte eine wichtige Grundlage f�r die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden k�nnen (BGE 115 V 134 Erw. 2, 114 V 314 Erw. 3c, 105 V 158 Erw. 1).
Was zun�chst die zumutbare Arbeitsf�higkeit im Zeitpunkt des Erlasses des Einspracheentscheides anbelangt, ist unbestritten, dass der Beschwerdef�hrer die bisherige T�tigkeit als Gipser nicht mehr aus�ben kann. Die SUVA und die Vorinstanz haben in sorgf�ltiger W�rdigung der medizinischen Unterlagen festgestellt, dass der Versicherte hingegen in einer behinderungsangepassten T�tigkeit zu 100 % arbeitsf�hig ist. Wohl bleibt die Hebe- und Tragf�higkeit von schweren Lasten des rechten Arms eingeschr�nkt (kein wiederholtes Heben und Tragen von Lasten �ber 20 kg), doch kann der Versicherte gr�bere Arbeiten unterhalb der Horizontalen recht gut ausf�hren, so beispielsweise auch pickeln und schaufeln. Nachdem der Beschwerdef�hrer im vorinstanzlichen Verfahren unter Berufung auf den Hausarzt eine 100 %ige Arbeitsf�higkeit verneint hatte, legte das kantonale Gericht �berzeugend dar, dass die Berichte des Hausarztes Dr. med. B._________ vom 21. Juli 1998 und des Dr. med. H.________, Spezialarzt f�r orthop�dische Chirurgie, Spital X.________, vom 29. September 1998 sowie der Schlussbericht des SUVA-Kreisarztes Dr. med. M.________ vom 14. Oktober 1998 schl�ssig sind und in den Kernpunkten, insbesondere auch bez�glich Arbeitsf�higkeit, �bereinstimmen. Im vorliegenden Verfahren opponiert der Beschwerdef�hrer der Annahme einer 100 %igen Arbeitsf�higkeit f�r
leidensangepasste T�tigkeiten nicht mehr und es besteht auch sonst kein Anlass zur Einholung weiterer medizinischer Abkl�rungen.
4.1 Als Valideneinkommen hat die SUVA, wie die Vorinstanz best�tigt hat, zu Recht das an der letzten Arbeitsstelle erzielte Jahreseinkommen von Fr. 78'390.- (Fr. 6030.- x 13) beigezogen. Gem�ss Auskunft der Arbeitgeberin vom 24. August 1999 h�tte der Beschwerdef�hrer ohne den erlittenen Unfall auch 1999 dieses Einkommen erzielt, was im vorliegenden Verfahren nicht in Frage gestellt wird.
4.2 F�r die Bestimmung des Invalideneinkommens hat die SUVA aus ihrer Dokumentation �ber Arbeitspl�tze (DAP) sechs Beispiele f�r dem Versicherten noch zumutbare T�tigkeiten als Staplerfahrer, Maschinenbediener, Buchbindereimitarbeiter, B�ckerei-/Konditoreihilfsarbeiter oder Montagehilfsarbeiter beigezogen und den dort erzielbaren Lohn in ihrer Verf�gung vom 10. September 1999 mit Fr. 50'700.- beziffert. Aus der Gegen�berstellung mit dem Valideneinkommen ermittelte sie so einen Invalidit�tsgrad von �rund 33,33 % (1/3)�. Im Einspracheentscheid korrigierte die SUVA das Invalideneinkommen auf Fr. 50'850.- und ermittelte aus der Gegen�berstellung mit dem Valideneinkommen einen Invalidit�tsgrad von rund 35 %. Sie bezeichnete den verf�gten Invalidit�tsgrad von 1/3 bei einer Gesamtw�rdigung und im Rahmen des Ermessens als korrekt. Die Vorinstanz hiess das Vorgehen gut, best�tigte das Valideneinkommen von Fr. 78'390.- sowie das Invalideneinkommen von Fr. 50'850.- und verneinte die M�glichkeit eines so genannten Schwerarbeiter- oder besonderen Leidensabzuges. Sie hielt fest, die Erwerbseinbusse entspreche beinahe genau einem Drittel, weshalb der der Verf�gung zugrunde gelegte Invalidit�tsgrad von 33,33 % dem zu ber�cksichtigenden Gesundheitsschaden gerecht werde und nicht weiter zu erh�hen sei. Der Beschwerdef�hrer hingegen macht geltend, auf die DAP-Profile d�rfe nicht abgestellt werden, vielmehr seien die Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes f�r Statistik beizuziehen und davon ein leidensbedingter Abzug zu gew�hren.
4.3 Zuhanden von SUVA und Vorinstanz ist zun�chst festzuhalten, dass ein errechneter Invalidit�tsgrad ein mathematisch exakter Prozentwert ist, der grunds�tzlich weder auf- noch abgerundet werden darf (BGE 127 V 129). Auf die vorliegend vorgenommene Abrundung von 35 % auf 33,33 % sowie auf die Frage, ob das vom Beschwerdef�hrer kritisierte Vorgehen der SUVA korrekt ist, ist indessen nicht n�her einzugehen, da das Abstellen auf die Ergebnisse der vom Bundesamt f�r Statistik durchgef�hrten schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) keinen h�heren Invalidit�tsgrad als 1/3 ergibt: K�nnen die Versicherten nur noch leichte und intellektuell nicht anspruchsvolle Arbeiten verrichten, ist in der Regel vom durchschnittlichen monatlichen Bruttolohn (�total�) f�r M�nner oder Frauen bei einfachen und repetitiven T�tigkeiten (Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes 4) im privaten und �ffentlichen Sektor zusammen (LSE 1998, TA 3, S. 27) auszugehen. Dieser standardisierte monatliche Bruttolohn (Zentralwert) f�r M�nner betr�gt Fr. 4359.-. Wird der auf 40 Wochenstunden basierende Betrag auf die durchschnittliche betriebs�bliche w�chentliche Arbeitszeit im Jahr 1999 von 41,8 Stunden (Die Volkswirtschaft, 5/2002, S. 80 Tabelle B 9.2) hochgerechnet und die allgemeine Nominallohnentwicklung von 1998 von 1999 (plus 0,3 %; Die Volkswirtschaft, 5/2002, S. 81 Tabelle B 10.2) ber�cksichtigt, ergibt sich ein Wert von Fr. 4569.- pro Monat oder Fr. 54'828.- pro Jahr. Aus dem Vergleich mit dem Valideneinkommen von Fr. 78'390.- resultiert so ein Invalidit�tsgrad von 30 %.
Zum Einwand des Beschwerdef�hrers, es sei ein zus�tzlicher �Leidensabzug� zu ber�cksichtigen, ist festzuhalten, dass gem�ss Rechtsprechung bei der Ermittlung des Invalideneinkommens anhand von statistischen Durchschnittswerten mit Hilfe eines allf�lligen Abzuges der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der (Rest-)Arbeitsf�higkeit am besten entsprochen werden soll. Ein Abzug soll nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte daf�r bestehen, dass die versicherte Person wegen die Lohnh�he allenfalls negativ beeinflussender pers�nlicher und beruflicher Umst�nde ihre Arbeitsf�higkeit nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 79 Erw. 5b/aa). Wie das kantonale Gericht zutreffend festgestellt hat, fehlen vorliegend die von der Praxis entwickelten Voraussetzungen f�r einen solchen Abzug. Der Beschwerdef�hrer kann n�mlich weiterhin einer Vollzeitbesch�ftigung nachgehen und ist in der Lage, auch noch k�rperlich anstrengende Arbeiten wie Pickeln und Schaufeln auszuf�hren. Selbst wenn wegen leidensbedingter Einschr�nkung zus�tzlich ein Abzug gew�hrt w�rde, k�nnte dieser in W�rdigung der gesamten pers�nlichen und beruflichen Umst�nde h�chstens 5 % betragen, was ein j�hrliches Invalideneinkommen von Fr. 52'087.- und im Vergleich zum Valideneinkommen von Fr. 78'390.- einen Invalidit�tsgrad von einem Drittel ergeben w�rde.
4.4 Zusammenfassend ist f�r den Beschwerdef�hrer kein Anspruch auf eine h�here Rente der Unfallversicherung ausgewiesen, weshalb sich der Einspracheentscheid der SUVA vom 28. Oktober 1999 sowie der vorinstanzliche Entscheid vom 9. Mai 2000 im Ergebnis als rechtens erweisen.