Source: http://www.deutsche-anwaltshotline.de/rechtsberatung/106789-grossnichte-der-frau---moeglichkeit-fuer-ein-dauerhaften-verbleib-in-deutschland
Timestamp: 2016-10-20 21:22:45
Document Index: 359348377

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 1741', '§ 186', '§ 1744', '§ 1741', '§ 1752', '§ 1752', '§ 1744', '§ 1741', '§ 1746', '§ 1747', '§ 1750', '§1909', '§ 2', '§ 16', '§ 1741', 'Art 6', '§ 16', '§ 16', '§ 13', '§ 6', '§ 33']

Großnichte der Frau - Möglichkeit für ein dauerhaften Verbleib in Deutschland?
Großnichte der Frau - Möglichkeit für ein dauerhaften Verbleib in Deutschland?Online-Rechtsberatung von Rechtsanwalt Andreas FischerStand: 01.10.2012Frage: Meine Frau (38 Jahre) und ich (47 Jahre) erwägen unterschiedliche Optionen der Großnichte meiner Frau (Tochter der Tochter des Bruders meiner Frau) zu helfen. Meine Frau ist gebürtige Ukrainerin, inzwischen aber nach unserer Hochzeit seit über 10 Jahren in Deutschland eingebürgert, wie auch Ihr inzwischen 21-jähriger Sohn, den ich seinerzeit adoptiert habe.Die 6 jährige Großnichte meiner Frau lebt bei der 74-jährigen Mutter meiner Frau in der Ukraine. Diese hat auch das einstweilige Sorgerecht, welches der leiblichen Mutter wegen nicht kindesgemäßer Umgebung vorläufig entzogen wurde. Der leibliche Vater ist bisher nicht in Erscheinung getreten, so dass die kleine V. Kind einer alleinerziehenden Mutter ist.V. ist in diesem Sommer für 6 Wochen bei uns mit einem Besuchervissum zusammen mit der Mutter meiner Frau zu Gast gewesen und ist in der hiesigen Umgebung sichtlich aufgeblüht.Die zu klärende Frage ist, welche Optionen bestehen, V. weiter zu unterstützen, konkret, ob und unter welchen Bedingungen es möglich wäre sie als Pflegekind oder als Adoptivkind aufzunehmen. Hierbei sollten neben den rechtlichen Gegebeneheiten in beiden Ländern auch die "Erfolgaussichten" beider Optionen (oder weiterer Möglichkeiten) Berücksichtigung finden.Ich hoffe, dass meine Ausführungen für die Unterbreitung eines Angebots ausreichend waren. Falls dem nicht so ist, bitte ich um Rückfragen.E-Mail-Beratung:Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-5001,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus MobilfunknetzenKontakt zum Autor des Beitrages:Rechtsanwalt Andreas Fischer |Hier klickenAntwort:Folgende Hilfen kämen in Betracht:1. Adoption in Deutschland/ in der Ukraine2. Pflegschaft in Deutschland/ in der Ukraine3. Ausbürgerung/ Einwanderung (Visum)4. „Patenschaften“ z.B. UNICEF, SOS-Kinderdorf (noch nicht geprüft)5. Sonstige HilfeDazu im Einzelnen1. Adoption in Deutschland/ in der UkraineBei einer Adoption nach ukrainischem Recht sollte zwingend ein Anwalt vor Ort hinzugezogen werden. Meines Wissens hat das ukrainische Parlament im Mai eine Gesetzesänderung verabschiedet, wonach nur Kinder ins Ausland vermittelt werden, die seit mindestens einem Jahr in der Adoptionsdatenbank registriert sind und mindestens 5 Jahre alt sind. Ausnahmen bestehen bei Kindern mit speziellen Bedürfnissen, Verwandtenadoptionen und Geschwisteradoptionen. Die Gesetzesänderung trat im Juni 2012 in Kraft.Erfahrungen gibt es noch nicht mit dem neuen Gesetz. Hier wäre es zu überlegen, vor Ort ein Adoptionsverfahren einleiten zu lassen. Zu beginnen wäre dann wohl mit einer Registrierung und einem Antrag bei dem zuständigen ukrainischen Familiengericht. Anerkennung einer Adoption in der Ukraine in DeutschlandInternationale AbkommenDie Ukraine ist im übrigen dem Haager Übereinkommen über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Adoption (AdÜbk) vom 29. Mai 1993 bislang nicht beigetreten.Die Adoption in der Ukraine muß in Deutschland anerkannt werden. Die Frage der Anerkennung der Wirksamkeit einer in der Ukraine ausgesprochenen Adoption richtet sich daher allein nach § 16a FGG (Maurer, FamRZ 2003, 1337, 1339). Ob die Entscheidung des ukrainischen Gerichts nach dortigem Recht als Zivilurteil oder als Akt der freiwilligen Gerichtsbarkeit zu qualifizieren ist, bedarf keiner näheren Prüfung, weil es für die Anwendung des § 16a FGG nur darauf ankommt, dass die Annahme als Kind nach dem deutschen Verfahrensrecht der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterliegt (Zimmermann in Keidel/Kuntze/Winkler, FGG, 15. Auflage, § 16a Rdn. 2a; BayObLGZ 2000, 180). 17 Eine vom ukrainischen Kreisamtsgericht ausgesprochene Adoption ist als wirksam anzuerkennen, wenn keiner der in § 16a Nr. 1 bis 4 FGG abschließend aufgezählten Ausschlussgründe gegeben ist (Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe vom 28.10.2003, Az. 11 Wx 8/03). Hier wird insbesondere der sogenannte Ordre Public geprüft. Die Entscheidung darf nicht gegen wesentliche Grundpfeiler des deutschen Rechts verstossen. Zu den Einzelheiten wird verwiesen auf die Begründung eines eine Anerkennung abweisenden Urteils aus Rostock vom 25.03.2009 *1). Aus der Begründung erkennen Sie, daß hier in Deutschland recht hohe Anforderungen an den Inhalt einer Adoption in der Ukraine gestellt werden. 1b) Adoption in DeutschlandDie Adoption eines Kindes in Deutschland richtet sich nach §§ 1741 ff. BGB sowie §§ 186 ff. FamFG. Nach § 1744 BGB soll der Annahme des minderjährigen Kindes in der Regel erst entsprochen werden, wenn der Annehmende das Kind eine angemessene Zeit in Pflege gehabt hat. Die Pflegezeit beginnt mit der Aufnahme des Kindes in den Haushalt und endet mit dem Adoptionsbeschluss. Es soll damit sichergestellt werden, dass ein Eltern-Kind-Verhältnis aufgebaut werden kann, und dient der nach dem Gesetz (§ 1741 BGB) erforderlichen Prognose des Kindeswohls. Für die Frage der Angemessenheit der Pflegezeit gibt es keine genauen Vorgaben. Das richtet sich letztendlich nach dem Kindeswohl. Es kommt u.a. darauf an, wie schnell eventuell auftretende Schwierigkeiten überwunden werden können. Wie lange dauert das Adoptionsverfahren?Antwort: Diese Frage kann nicht einheitlich beantwortet werden. Das hängt davon ab, wie problemlos das Kind in den Haushalt integriert werden kann. Als Daumenregel kann man sagen, dass Sie mit einem Jahr rechnen sollten. Kann das Jugendamt das Verfahren verzögern?Antwort: Das Jugendamt könnte das zwar tun, das erscheint jedoch unwahrscheinlich. Es wird das Verfahren in der Regel nur verzögern (dürfen), wenn Bedenken hinsichtlich einer Gefährdung des Kindeswohls zu Tage treten. Hier scheint es ja im Gegenteil im Interesse des Kindes zu liegen, möglichst schnell eine intakte Familie zu bekommen. In Ihrem Fall ist nach Ihrer Schilderung nicht erkennbar, dass das Jugendamt einen Grund hätte, die Adoption zu verzögern. Frage: Wie läuft das Verfahren ab?Die Adoption wird gem. § 1752 BGB auf Antrag des Annehmenden vom Familiengericht ausgesprochen. Der Antrag bedarf laut Gesetz (§ 1752 Abs. 2 Satz 2 BGB) der notariellen Beurkundung. Nachdem Sie Antrag auf Einleitung eines Adoptionsverfahrens beim örtlichen Familiengericht gestellt hat, muß das Gericht die gesetzlichen Voraussetzungen prüfen, die sich aus §§ 1744 ff. BGB ergeben. Nach § 1741 BGB muß die Adoption dem Interesse des Kindeswohls dienen und es muß zu erwarten sein, dass zwischen dem Annehmenden und dem Kind eine Eltern-Kind-Beziehung entsteht. Um das festzustellen, gibt es dann normaler Weise ein oder mehrere Gespräche mit Vertretern des Jugendamts. Das Jugendamt führt üblicher Weise ein Verfahren zur Feststellung der Adoptionseignung der Adoptiveltern durch. Das wird auch hier nicht verzichtbar sein. In diesem Rahmen werden anhand von Checklisten bzw. Gesprächen und Fragen sämtliche Fragen angesprochen, die im Rahmen der Kindererziehung Bedeutung haben könnten. Gefragt wird nach der Kindheit, nach Ihrer Beziehung, der Ursache bisheriger Kinderlosigkeit, Erziehungsfragen, etc. Das Eignungsverfahren dauert normaler Weise mehrere Monate. Erstellt wird sodann ein Sozialbericht. Für die Adoption benötigen die Jugendämter bzw. die dafür zuständige Adoptionsstelle von der Annehmenden normalerweise folgende Urkunden (Einzelheiten können unterschiedlich gehandhabt werden, bitte eine Liste mit Unterlagen im Direktkontakt dort erfragen)• Geburtsurkunde• Heiratsurkunde, ggf. Scheidungsnachweise• einen Lebenslauf des Annehmenden (vorteilhaft kann ein ausführlicher Lebenslauf sein)• polizeiliches Führungszeugnis• ärztliche Atteste vom Hausarzt• Staatsangehörigkeitsnachweis (eventuell verzichtbar)• Verdienstnachweise, Vermögens -und SchuldennachweiseBei einem minderjährigen Kind ist u.a. auch erforderlich die Einwilligung des Kindes selbst (§ 1746 BGB). Diese kann sein gesetzlicher Vertreter erteilen, das wäre hier wohl die Großmutter, bei der das Kind derzeit lebt. Die Einwilligung kann eventuell auch durch das Familiengericht ersetzt werden. Frage: Welche Unterlagen müssen von den leiblichen Eltern vorgelegt werden?Gem. § 1747 BGB ist für die Adoption die Einwilligung der Eltern des Kindes notwendig, also hier insbesondere der Kindesmutter.Gem. § 1750 BGB bedarf diese Einwilligung der notariellen Beurkundung. Sie wird wirksam, wenn sie dem Familiengericht zugeht. Da die Kindesmutter deswegen nicht extra nach Deutschland fahren sollte, wäre zu klären, ob und in welcher Form diese Erklärung vor Ort abgegeben werden kann. Die Formfrage richtet sich nach Artikel 11 des Rom 1 (Internationales Privatrecht) und es gilt normalerweise die entsprechende Formvorschrift des Staats, in dem die jeweilige Erklärung abgegeben wird. Die Erklärung müsste demnach in dem Heimatstaat der Kindesmutter so abgegeben werden, dass dies dem Formerfordernis der deutschen notariellen Beurkundung entspricht. Sofern es keine dem deutschen Notariat vergleichbare Einrichtung gibt, kommt eine Abgabe vor den örtlichen Justizbehörden (etwa dem dortigen Familiengericht) bzw. sonstigen Behörden oder konsularischen Einrichtungen in Betracht. Zu empfehlen ist es, sich zunächst einmal bei der betreffenden Botschaft zu erkundigen, und sodann die Anerkennung der Form der Erklärung sich von der Justizverwaltung bzw. dem zuständigen Familiengericht selbst bestätigen zu lassen. Weitere Anmerkungen:Es erscheint von der Abfolge her darum sinnvoll, dass Sie zugleich mit der Anerkennung der Vaterschaft vor dem Jugendamt bereits jetzt im gegenseitigen Einvernehmen die Übertragung der alleinigen elterlichen Sorge erst einmal auf sich selbst beantragen. Sie nehmen das Kind sodann in Ihren Haushalt auf. Sie können kann dann bereits bei Antragstellung auf eine gewisse Pflegezeit Bezug nehmen. Möglicherweise würde das das weitere Verfahren der Adoption beschleunigen. Notfalls kann die Übertragung der alleinigen elterlichen Sorge auch gerichtlich ausgesprochen werden, dürfte aber im gegenseitigen Einvernehmen auch ohne Beteiligung des Gerichts vor dem Jugendamt erklärt werden. Auch hier ergibt sich das oben erwähnte Problem, in welcher Form die Zustimmungserklärung der Kindesmutter abgegeben werden kann/ darf. Es gilt da dasselbe, Sie müssen – in Abstimmung mit dem Jugendamt - diese Erklärung in einer dieser Formvorschrift entsprechenden Form des Heimatlandes der Kindesmutter vorlegen. Die gemeinsame elterliche Sorge kann dann von Ihnen wieder in einer weiteren Sorgerechtserklärung vor dem Jugendamt auf Sie übertragen werden. PflegschaftSie können als Vorstufe der Adoption die Anordnung einer Pflegschaft (§1909 BGB) beantragen. Hier wird empfohlen, Vorgespräche zu führen mit dem Jugendamt und dem zuständigen Amtsgericht an Ihrem Wohnort. Zuständig dafür ist der Rechtspfleger. Weitere HilfenDenkbar wären auch vorerst weitere Einladungen und auch die Einrichtung einer Patenschaft mit einer anerkannten Organisation wie UNICEF oder dem SOS-Kinderdorf. Ob diese allerdings die Wahl des Kindes insoweit zulassen, konnte von mir noch nicht geprüft werden. Förderung wäre, als unterste aber nicht zu unterschätzende Stufe, vermutlich auch alleine schon kleine Projekte, die Sie für das Kind finanzieren, wie etwas Musikunterricht. *) Unter meiner Antwort befinden sich:Fußnoten, Zitate von einschlägigen Gesetzestexten, Urteilen, weiterführende Literatur, Links im Internet etc.Auslandsadoption: Anerkennungsfähigkeit der Adoption eines ukrainischen Kindes durch die in Deutschland lebenden Großeltern*1) AG Rostock, Beschluss vom 25.03.2009, 10 XVI 11/07§ 2 Abs 1 AdWirkG, § 16a Nr 4 FGG, § 1741 BGB, Art 6 BGBEGTenor1. Die Anerkennung der in der Ukraine mit Beschluss vom 19.01.2007 vorgenommenen Adoption wird abgelehnt.2. Kosten werden nicht erstattet.Gründe1Die Beteiligten sind ukrainische Staatsangehörige. Die am 18.03.1995 geborene E ist die Enkeltochter der zwischenzeitlich 72-jährigen Annehmenden.2Die Annehmenden sind am 26.04.2000 als jüdische Emigranten erstmals nach Deutschland eingereist. Sie beziehen Grundsicherungsleistungen nach dem 4. Kapitel des SGB 12 und haben am 08.06.2007 erneut einen Aufenthaltstitel für Deutschland erhalten, nachdem ihnen dieser zunächst entzogen worden war, da sich Frau D in den Jahren 2004 bis 2006 zum überwiegenden Teil, nämlich zwischen 92,4% und 69,6%, in der Ukraine aufgehalten hat.3So weilte sie nicht in Deutschland in der Zeit vom02.03.2001bis zum16.03.2001, 02.08.2001 08.09.2001, 05.07.2002 12.09.2002, 27.03.2003 16.04.2003, 01.06.2003 18.06.2003, 03.09.2003 14.02.2004, 29.02.2004 10.08.2004, 22.08.2004 10.02.2005, 23.03.2005 19.07.2005, 20.09.2005 14.03.2006, 06.04.2006 25.11.2006, 04.12.2006 03.03.2007.4Die minderjährige E lebt ununterbrochen in der Ukraine. Die Ehe ihrer Eltern wurde dort am 06.07.2000 geschieden. E blieb nach den Angaben der Großeltern und Annehmenden beim Kindesvater. Dieser ist seit 17.09.2003 verschwunden und wurde auf Antrag seiner Mutter, der Annehmenden, unter dem 14.12.2006 für tot erklärt.5Die Kindesmutter hat sich nach den Angaben der annehmenden Großeltern nicht um E gekümmert. Ihr wurde mit ihrer Zustimmung unter dem 25.12.2006 die elterliche Sorge entzogen.6Mit dem Beschluss vom 19.01.2007 hat das Bezirksgericht der Stadt Charkiw unter dem Vorsitz der Richterin S Frau B D und Herrn R D als Adoptiveltern des Kindes E O D anerkannt.7Es hat dazu ausgeführt, dass nach einem Gutachten über die Wohn- und Lebensumstände E gemeinsam mit den Antragstellern unter der Adresse: Stadt Charkiw, Ak.-P-Straße ..., App. 160 unter zufriedenstellenden sanitärhygienischen Bedingungen lebe; die Wohnung möbliert sei; dem Kind ein eigenes Zimmer zur Verfügung stehe, welches geräumig sei und ausreichend Platz biete für ein Bett, einen Schreibtisch und zum Spielen und zur Freizeitgestaltung.8Auch werden durch das Gericht folgende Umstände als adoptionsrelevant anerkannt: Gesundheitszustand und finanzielle Lage der Adoptionsantragsteller, ihr Familienstand, die Wohnsituation, die Einstellung zur Kindeserziehung und die Adoptionsmotive. So gehe aus den dem Gericht vorgelegten Unterlagen hervor, dass die Antragsteller aus medizinischer Sicht gesund und laut Einkommenserklärung finanziell ausreichend versorgt seien. Auch habe das Gericht Zeugen vernommen, die bestätigten, dass sich die Antragsteller um die Erziehung des Kindes kümmern. In der Gerichtssitzung seien folgende juristisch relevante Tatsachen festgestellt:9– der Kindesvater ist der gemeinsame Sohn der Antragsteller, welche seit 12.08.1961 verheiratet seien;10– die Einverständniserklärung der Kindesmutter mit dem Adoptionsvorhaben der Antragsteller sei der Gerichtsakte beigelegt.11Die Prüfung des Antrages der Antragsteller vom 26.07.2007 auf Anerkennung der am 19.01.2007 in der Ukraine erfolgten Adoption hat ergeben, dass die am 12.08.1961 geschlossene Ehe der Antragsteller bereits seit 22.04.1992 geschieden ist.12In der persönlichen Anhörung am 20.03.2009 haben die Antragsteller nachgewiesen, am 14.11.2008 in der Ukraine erneut die Ehe geschlossen zu haben. Sie haben vorgetragen, dass ausschließlich sie sich seit dem Verschwinden des Kindesvaters im August 2003 um E gekümmert hätten. Seit August 2007 lebe E bei den Eltern einer Schulfreundin. Derzeit besuche sie die Klasse 8 b der Charkiwer Spezialisierten Schule Nummer 170 mit der kommunalen Finanzierung und zwei kostenlosen zweimaligen Mahlzeiten während des Schultages. Sie sei eine gute Schülerin und treibe viel Sport (Sportgymnastik, Tennis, Tanzen). Auch lerne sie intensiv die deutsche Sprache.13Die Antragsteller haben aktuell einen Mietvertrag für die A Straße in S über eine 3-Zimmer-Wohnung vorgelegt und eine aktuelle (unrichtige) Meldebestätigung für E vom 27.02.2009, wonach diese als alleinige Nutzerin der Wohnung Nr. 160 in Charkiw, A Straße ... gemeldet ist sowie ärztliche Atteste vom 05.03.2009, wonach die Antragsteller keine schwerwiegenden Krankheiten hätten, welche gegen eine Adoption sprechen würden.14Die Bundeszentralstelle für Auslandsadoptionen hat mit ihrer Stellungnahme vom 01.12.2008 (Blatt 116 bis 125 der Akte) Bedenken geäußert hinsichtlich der Anerkennungsfähigkeit der ukrainischen Entscheidung, da zum Zeitpunkt der Adoption keine Ehe zwischen den Antragstellern bestanden hat, diese ihren Lebensmittelpunkt nicht in der Ukraine hatten und eine fachliche Begutachtung der Annehmenden wohl nicht erfolgt sei.15In der gerichtlichen Anhörung am 20.03.2009 haben die Antragsteller bekräftigt, die einzigen Verwandten des minderjährigen Kindes E zu sein. Die Kindesmutter habe keinen Kontakt zum Kind, ebenso wenig deren Eltern, die in Russland leben würden. Das Kind habe in der Ukraine keine Einkünfte oder Vermögenswerte. Es werde derzeit von den Eltern der Schulfreundin und Freunden und Bekannten des verstorbenen Sohnes unterhalten. In der P Straße sei sie nur gemeldet. Die Wohnung würde von einer Bekannten und deren Freund bewohnt, die auch die Miete tragen würden.16Während der Anhörung konnte sich das Gericht überzeugen, dass mit den Antragstellern die Verständigung zu speziellen Fragen nur über eine Sprachmittlerin möglich war. Allerdings verfügt die Antragstellerin über bessere Sprachkenntnisse als der Antragsteller, welcher sich aufs Zuhören beschränkte und sich alle Fragen und Antworten vollständig übersetzen ließ.17Nach der Gesamtbewertung der vorgelegten Dokumente und des schriftlichen und mündlichen Vorbringens der Antragsteller und der weiteren Beteiligten ist die Anerkennung des ukrainischen Adoptionsbeschlusses vom 19.01.2007 abzulehnen.18Zur Überzeugung des Gerichtes steht auch nach der erneuten Eheschließung der Antragsteller nicht fest, dass die Adoption dem Wohl des Kindes dient und ein Eltern-Kind-Verhältnis entstehen kann. Die Anerkennungsfähigkeit der ukrainischen Entscheidung richtet sich nach § 16 a FGG, da die Ukraine dem Haager Übereinkommen vom 29.05.1993 über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Adoption nicht beigetreten ist. Danach ist eine ausländische Entscheidung anzuerkennen, wenn nicht einer der in der dieser Vorschrift genannten Ausschlussgründe vorliegt. Insbesondere ist nach § 16 a Abs. 4 FGG die Anerkennung dann ausgeschlossen, wenn die Anerkennung dieser Entscheidung zu einem Ergebnis führen würde, dass mit wesentlichen Grundsätzen des deutschen Rechts (ordre public) offensichtlich unvereinbar ist.19Abzustellen ist dabei nicht auf den nationalen ordre public, welchen die deutschen Gerichte bei eigener Anwendung ausländischer Rechte zu beachten haben, sondern auf den großzügigeren anerkennungsrechtlichen ordre public international. Nach diesem Maßstab ist eine ausländische Entscheidung nur dann nicht anzuerkennen, wenn sie mit Grundgedanken der entsprechenden deutschen Regelung und den darin enthaltenen Gerechtigkeitsvorstellungen, insbesondere mit den Grundrechten in so starkem Widerspruch steht, dass es nach deutscher Vorstellung untragbar erscheint, sie als wirksam anzusehen. Das ist der Fall, wenn die Rechtsfolgen der ausländischen Entscheidung in einer besonders schwerwiegenden Weise gegen Sinn und Zweck einer Annahme an Kindesstatt nach deutschem Recht, die im Wesentlichen den Kindesinteressen dienen soll, oder gegen das Persönlichkeitsrecht des Annehmenden verstoßen.20Die Annahme als Kind ist nach deutschen Recht nur zulässig, wenn sie dem Wohl des Kindes dient und zu erwarten ist, dass zwischen den Annehmenden und dem Kind ein Eltern-Kind-Verhältnis entsteht. Die Prüfung umfasst auch die Feststellungen zur Eignung der Annehmenden, die hier fehlen.21Dazu ist vorliegend ersichtlich, dass an der ukrainischen Entscheidung keine Fachstelle mitgewirkt hat, obwohl die Vertreterin des Exekutivkomitees des Volksdeputiertensowjets des Kiewer Stadtbezirks der Stadt Charkow in der Adoptionsverhandlung gegen den Adoptionsantrag einen Widerspruch mit der Begründung eingelegt hatte, dass die Antragsteller ihren ständigen Wohnsitz außerhalb des ukrainischen Territoriums hätten.22In der Anhörung am 20.03.2009 hat sich gezeigt, dass die Antragsteller in Bezug auf ihre Integration in Deutschland diesem Land weniger verbunden erscheinen als der Ukraine.23So haben sie erhebliche Defizite in Bezug auf die deutsche Sprache. Sie haben ihre neue Ehe in der Ukraine geschlossen. Ihr soziales Umfeld beschränkt sich auf die jüdische Gemeinde in S und die Bekannten in der Ukraine.24Zudem haben sie es in dem Adoptionsverfahren in der Ukraine unterlassen, ihren tatsächlichen Familienstand einzuführen. Das ukrainische Gericht ging von der unrichtigen Tatsache des Vorliegens einer Ehe der Antragsteller aus. Vorliegend hätte es jedoch einer Ausnahmegenehmigung bedurft, da die Antragsteller tatsächlich geschieden, also nicht verheiratet waren.25Auch im Anerkennungsverfahren haben die Antragsteller unrichtige Angaben wiederholt getätigt, so zum Beispiel in Bezug auf den Lebensmittelpunkt des Kindes. Sie haben das auch mit der nachweislich falschen Meldebestätigung vom 27.02.2009 weiter verfolgt.26Das Gericht hat ernsthafte Zweifel, ob die Adoption des Kindes und die damit angestrebte Verbringung des Kindes nach Deutschland dem Wohl des Kindes dient.27Nach den Einlassungen der Antragsteller war das Kind noch nie in Deutschland. Es befindet sich auch nach dem Verlust der Eltern 2003 und der Adoption 2007 weiter in der Ukraine und wird durch die Antragsteller seit Juni 2007 nur sporadisch besuchsweise betreut.28Unter Berücksichtigung ihres Alters und ihrer sprachlichen Unzulänglichkeiten erscheinen die Antragsteller nicht ausreichend in der Lage zu sein, dem Kind eine dessen Alter und Entwicklungsphasen entsprechende Sorge angedeihen zu lassen. Auch wegen des Angewiesenseins auf Grundsicherungsleistungen und wegen ihrer eingeschränkten sozialen Flexibilität bestehen Zweifel, dass die Antragsteller hinreichend geeignet und in der Lage sind, E vollumfänglich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren, ihr den neuen Kulturkreis nahezubringen und eine unkomplizierte Integration zu ermöglichen. Mit der notwendigen und aufwendigen sprachlichen und schulischen Förderung des Kindes scheinen sie überfordert. Auch in Bezug auf das Bewältigen der pubertären Probleme der mit der Einreise nach Deutschland vollständig entwurzelten Jugendlichen bleiben unter Berücksichtigung des Alters und -abstandes und eines insoweit fehlenden sozialen Umfeldes erhebliche Zweifel, dass die Verbringung dem Kindeswohl eher dient als schadet.29Hinzu kommt, dass die Antragsteller während der Verfahren, ausgehend von den unrichtigen Angaben, auch nicht uneingeschränkt in der Lage scheinen, dem Kind ein angemessenes Rechtsbewusstsein und korrektes Verhalten – anstelle eines Zweckverhaltens – zu vermitteln.30Zudem bleiben ihnen nicht die finanziellen Mittel, das Kind in Bezug auf die bisherige gewohnte Freizeitgestaltung zu unterstützen, da Tennis und Tanzen die vorhandenen Möglichkeiten überschreiten dürften.31Das Gericht stellt nicht in Frage, dass zwischen den Antragstellern und E ein Großeltern-Kind-Verhältnis besteht. Es hat jedoch Zweifel, dass eine Eltern-Kind-Beziehung entstehen kann und dass die Antragsteller aller Voraussicht nach unter Berücksichtigung ihrer persönlichen und familiären und finanziellen Umstände in der Lage sind, dem Kind eine auf Dauer angelegte und voll tragfähige Zukunftsperspektive in Deutschland zu gewährleisten.32Die Kostenentscheidung folgt aus § 13 a FGG.*2) § 6 StAG Mit der nach den deutschen Gesetzen wirksamen Annahme als Kind durch einen Deutschen erwirbt das Kind, das im Zeitpunkt des Annahmeantrags das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat, die Staatsangehörigkeit. Der Erwerb der Staatsangehörigkeit erstreckt sich auf die Abkömmlinge des Kindes.Deutsche und deutschsprachige Institutionen, Organisationen und Vereine Deutschland Bundeszentralstelle für Auslandsadoption Bundeszentralstelle für Auslandsadoption und die zentralen Adoptionsstellen der Landesjugendämter als Zentrale Behörden nach dem Haager ÜbereinkommenDeutschland BVEaA Bundesverband für Eltern ausländischer Adoptivkinder Deutschland BARGEA Bundesarbeitsgemeinschaft AdoptierteDeutschland Auswärtiges Amt Länder- und Reise-InformationenDeutschland EiA Elterninitiative Adoption e.V. (Bayern)Deutschland PATEN Fachzeitschrift rund ums Pflegekind und AdoptivkindDeutschland Moses-Online Infodienst über Pflegekinder, Adoption, Jugendhilfe, SorgerechtDeutschland Bundesverband repromedizinischer Zentren IVF-ZentrenDeutschland Zentrum Familie im Haus der Volksarbeit Familienbildungsstätte in FrankfurtDeutschland Netzwerk Herkunftseltern e.V. abgebende MütterDeutschland LUX - Forum Adoptierter Forum AdoptierterDeutschland Selbsthilfegruppe für Erwachsene Adoptierte im Raum KölnDeutschland Heidelberger Kinderwunsch-Sprechstunde Hilfe für Paare mit unerfülltem KinderwunschDeutschland Wunschkind e. V. umfangreiche Infos zur ungewollten KinderlosigkeitDeutschland Pflegeeltern- und Adoptivelterngruppe im Kreis Steinburg (Schleswig-Holstein)Deutschland Arbeitsgemeinschaft Adoptierter Sprachrohr und Interessenvertretung der AdoptiertenDeutschland Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit dem Thema Familienplanung/KinderwunschDeutschland www.9monate.de Seite für Schwangerschaft, Kinderwunsch und VerhütungDeutschland Interadopt Deutschland PFAD Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien e.V.Deutschland PFAD Bayern Landesverband der Pflege- und Adoptivfamilien in Bayern e.V.Deutschland PFAD Schleswig-Holstein Landesverband der Pflege- und Adoptivfamilien in Schleswig-Holstein e.V.Deutschland Erwachsene Adoptierte Selbsthilfegruppe aus StuttgartDeutschland www.adoptierte.de Seite von Kristine PetersDeutschland IKAP Initiative Kölner Adoptiv- und PflegeelternDeutschland IAO Initiative AdoptionsopferDeutschland KoKi e. V. Verein zur Förderung bedürftiger kolumbianischer KinderDeutschland Förderverein Patenschaften-Aktiv e.V. Sucht ehrenamtliche Aktiv-Paten, die bereit sind, über längere Zeit hinweg, in regelmäßigen Abständen mit seinem Patenkind zusammen zukommen und nützliches und positives mit ihm zu unternehmen.Deutschland Zwangsadoptionen Selbsthilfegruppe zum Thema ZwangsadoptionenDeutschland AFaCarMa Förderkreis Adoptiv-Familien im Caritasverband MainzDeutschland Selbsthilfegruppe Wurzel & Flügel Heidelberg Selbsthilfegruppe in Baden-WürttembergDeutschland Ein Zuhause für Kinder e. V. Adoptionen aus Brasilien Deutschland Freunde der Kinder e.V. Landesverband der Pflege- und Adoptiveltern HamburgDeutschland Indische Adoptierte Hilfe für indische AdoptierteDeutschland Doublelife Zwei Adoptierte, die sich für die Rechte und Hilfe für Adoptierte stark machen wollen. Motto "Ohne Wurzeln keine Flügel"Deutschland Verein Adoptivfamilien mit Kindern aus aller Welt e. V. Der Verein unterstützt Adoptivfamilien in ihrer besonderen Lebenssituation mit Kindern aus aller Welt. Er fördert die Zusammenkunft der Familien.Deutschland Selbsthilfegruppe Herkunftseltern DiskussionsforumDeutschland PICCO e. V. Bundesverband PICCO e.V. wurde von Eltern gegründet, die ein ausländisches Kind über den ICCO e.V. adoptiert habenDeutschland KAP Landesverband der Pflege- und Adoptivfamilien in Schleswig-Holstein e.V.
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