Source: https://lobbypedia.de/wiki/Monopolkommission
Timestamp: 2019-02-23 23:44:32
Document Index: 57951633

Matched Legal Cases: ['§ 45', '§ 44', '§ 121', '§ 44', '§ 81', '§ 62', '§ 36', '§ 42', '§ 44', '§ 42']

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Bonn, Heilbachstr. 16
Die Monopolkommission ist ein formal unabhängiges Beratungsgremium für die Bundesregierung auf den Gebieten der Wettbewerbspolitik und Regulierung.
2.1 2016: Rücktritt des Vorsitzenden der Monopolkommission aus Protest
3 Mitglieder der Monopolkommission
3.1 Anforderungen und Berufung
3.2 Ehemalige Vorsitzende der Monopolkommission
2016: Rücktritt des Vorsitzenden der Monopolkommission aus Protest
Die Monopolkommission hatte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) empfohlen, die Sondergenehmigung für den Zusammenschluss der beiden Einzelhändler Edeka und Kaiser's Tengelmann abzulehnen. Wirtschaftsminister Gabriel erteilte dennoch die Ministererlaubnis. Aus Protest gegen die Entscheidung ist nun der Vorsitzende der Monopolkommission, Daniel Zimmer, zurückgetreten.[1]
Achim Wambach (Vorsitzender)
Unternehmerin, Kollmann GmbH
Hypo Real Estate Holding AG, stellv. Vorsitzende des Aufsichtsrates
Deutschen Pfandbriefbank AG, stellv. Vorsitzende des Aufsichtsrates
Initiative Finanzstandort Deutschland, "Sherpa"
Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Immobilienrecht, Infrastrukturrecht und Informationsrecht an der Uni Regensburg
Mitglied im Wissenschaftlichen Arbeitskreis für Regulierungsfragen der Bundesnetzagentur (WAR)
K+S Aktiengesellschaft, Mitglied des Vorstands
Friedrich-Ebert-Stiftung, Mitglied des Steering-Komitees des Managerkreises
Unternehmerin, LANAX Management GmbH, einer auf mittelständische Unternehmen spezialisierten Beteiligungsgesellschaft
ehem. wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Grundsatz- und Planungsabteilung der CDU Deutschland und Bewerberin um eine Bundestagskandidatur für die CDU Bielefeld[2]
(Stand: August 2016), Quelle: [3]
Anforderungen und Berufung
Nach § 45 GWB besteht die Monopolkommission aus 5 Mitgliedern, die über besondere volkswirtschaftliche, betriebswirtschaftliche, sozialpolitische, technologische oder wirtschaftsrechtliche Kenntnisse und Erfahrungen verfügen müssen. Die Mitglieder werden auf Vorschlag der Bundesregierung für die Dauer von 4 Jahren berufen. Sie dürfen weder der Regierung oder einer gesetzgebenden Körperschaft des Bundes oder eines Landes oder noch dem öffentlichen Dienst des Bundes, eines Landes oder einer sonstigen juristischen Person des öffentlichen Rechts, es sei denn als Hochschullehrer oder als Mitarbeiter eines wissenschaftlichen Instituts, angehören. Ferner dürfen sie weder einen Wirtschaftsverband noch eine Arbeitgeberorganisation repräsentieren oder zu diesen in einem ständigen Dienst- oder Geschäftsbesorgungsverhältnis stehen. Bislang gehörten der Monopolkommission stets ein rechts- und ein wirtschaftswissenschaftlicher Hochschullehrer an, von denen einer Vorsitzender war. Dies ist jedoch nicht zwingend.
Ehemalige Vorsitzende der Monopolkommission
xxxx-2016: Daniel Zimmer, Institut für Handels- und Wirtschaftsrecht an der Uni Bonn, Geschäftsführender Direktor
2004–2008: Jürgen Basedow, Mitglied des Walter Eucken Institut
2000–2004: Martin Hellwig, bis zu seiner Wahl zum Vorsitzenden Mitglied des „Kronberger Kreises“ der Stiftung Marktwirtschaft und Mitglied des Walter Eucken Institut
1998–2000: Wernhard Möschel, bis Juni 2012 Mitglied des „Kronberger Kreises“ der Stiftung Marktwirtschaft[4] und Mitglied des Walter Eucken Institut
1989–1998: Carl Christian von Weizsäcker, bis zu seiner Wahl zum Vorsitzenden Mitglied des „Kronberger Kreises“ der Stiftung Marktwirtschaft
1986–1989: Ulrich Immenga, Mitglied des Walter Eucken Institut
1979–1986: Erhard Kantzenbach
1974–1978: Ernst-Joachim Mestmäcker, bis 1988 Mitglied des „Kronberger Kreises“ der Stiftung Marktwirtschaft und Mitglied des Walter Eucken Institut
Ihre Stellung und Aufgaben sind in den §§ 44 bis 47 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB), auch Kartellgesetz genannt, geregelt. Weitere Rechtsgrundlagen sind:
§ 121 Abs. 2 Telekommunikationsgesetz
§ 44 Postgesetz i.V.m. § 81 Abs. 3 Telekommunikationsgesetz a.F.
§ 62 Energiewirtschaftsgesetz
§ 36 Allgemeines Eisenbahngesetz und
§ 42 Abs. 4 Satz 2 GWB.
Die Monopolkommission ist mit der zweiten GWB-Novelle parallel zur Fusionskontrolle eingeführt worden und nahm 1974 ihre Arbeit auf. Sie hat ihren Sitz in Bonn
Nach § 44 GWB erstellt die Monopolkommission alle 2 Jahre ein Gutachten, in dem sie den Stand und die absehbare Entwicklung der Unternehmenskonzentration in Deutschland beurteilt, die Anwendung der Vorschriften über die Zusammenschlusskontrolle würdigt sowie zu sonstigen aktuellen wettbewerbspolitischen Fragen Stellung nimmt. Die Bundesregierung kann die Monopolkommission mit der Erstattung zusätzlicher Gutachten beauftragen.
Vor der Entscheidung über eine sog. Ministererlaubnis ist nach § 42 Abs. 4 GWB eine Stellungnahme der Monopolkommission einzuholen. In einer Ministererlaubnis wird auf Antrag die Erlaubnis zu einem vom Bundeskartellamt untersagten Zusammenschluss erteilt, wenn im Einzelfall die Wettbewerbsbeschränkung von gesamtwirtschaftlichen Vorteilen des Zusammenschlusses aufgewogen wird oder der Zusammenschluss durch ein überragendes Interesse der Allgemeinheit gerechtfertigt ist.
↑ Edeka-Tengelmann-Fusion: Chef der Monopolkommission tritt zurück Spiegel-Online vom 17.03.2016, abgerufen am 17.03.2016
↑ Kandidaten-Wettstreit in der Bielfelder CDU ist eröffnet, cdu-bielefeld.de, abgerufen am 06.08.2016
↑ Mitglieder Webseite Monopolkommission, abgerufen am 06.08.2016
↑ ehemalige Mitglieder, Website Stiftung Marktwirtschaft, abgerufen am 15.6.2011
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