Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bgh/2011-07-13/2-str-181_11
Timestamp: 2017-11-23 20:54:46
Document Index: 219835830

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 349', '§ 177', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 177']

BGH, 13.07.2011 - 2 StR 181/11 - Vorliegen von Tateinheit oder Tatmehrheit zwischen einer Vergewaltigung und einer im Nachgang erfolgten Körperverletzung | anwalt24.de
Beschl. v. 13.07.2011, Az.: 2 StR 181/11
Referenz: JurionRS 2011, 21742
Aktenzeichen: 2 StR 181/11
LG Limburg - 03.12.2010
BGH, 13.07.2011 - 2 StR 181/11
Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Vergewaltigung in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung und wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten verurteilt. Seine auf die Verletzung sachlichen Rechts gestützte Revision hat in dem aus der Entscheidungsformel ersichtlichen Umfang Erfolg; im Übrigen ist sie unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.
Sowohl für die Vergewaltigung wie auch für die im Nachgang verübte Körperverletzung sind unter Beachtung des Verschlechterungsverbots jeweils Einzelstrafen zu verhängen. Das kann für den Angeklagten zu einem günstigeren Ergebnis führen, weil der neue Tatrichter bei der Prüfung des Absehens von der Regelwirkung des § 177 Abs. 2 StGB -anders als im angefochtenen Urteil -jedenfalls nicht entscheidend auf die besonderen Umstände der gesondert zu ahndenden Körperverletzung wird abstellen können. Was die strafschärfende Berücksichtigung der Vornahme solcher Sexualpraktiken - hier ungeschützter Geschlechtsverkehr bis zum Samenerguss - anbelangt, die zuvor während der Ehe einvernehmlich praktiziert worden sind, wird der neue Tatrichter die dazu ergangene höchstrichterliche Rechtsprechung zu berücksichtigen haben (vgl. BGH NStZ 1999, 505 [BGH 06.07.1999 - 1 StR 216/99]; BGHR StGB § 177 Abs. 1 Strafzumessung 10).