Source: https://www.rechtslupe.de/arbeitsrecht/untergang-des-urlaubsanspruchs-trotz-krankheit-366993
Timestamp: 2020-02-23 08:02:25
Document Index: 349986411

Matched Legal Cases: ['Art. 7', '§ 7', '§ 7', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

Unter­gang des Urlaubs­an­spruchs trotz Krank­heit | Rechtslupe ")}}return a.proceed()});scriptParent=document.getElementsByTagName("script")[0].parentNode;if(scriptParent.tagName.toLowerCase!=="head"){head=document.getElementsByTagName("head")[0];aop_around(head,"insertBefore");aop_around(head,"appendChild")}aop_around(scriptParent,"insertBefore");aop_around(scriptParent,"appendChild");var a2a_config=a2a_config||{};a2a_config.no_3p=1;var addthis_config={data_use_cookies:false};var _gaq=_gaq||[];_gaq.push(["_gat._anonymizeIp"])}
Unter­gang des Urlaubs­an­spruchs trotz Krank­heit
>ufgrund der Vor­ga­ben des Art. 7 der Richt­li­nie 2003/​88/​EG des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 04.11.2003 über bestimm­te Aspek­te der Arbeits­zeit­ge­stal­tung 1 ist § 7 Abs. 3 BUr­lG zwar uni­ons­rechts­kon­form so aus­zu­le­gen, dass der gesetz­li­che Urlaub nicht erlischt, wenn der Arbeit­neh­mer bis zum Ende des Urlaubs­jah­res und/​oder des Über­tra­gungs­zeit­raums erkrankt und des­halb arbeits­un­fä­hig ist 2.
Die uni­ons­rechts­kon­for­me Aus­le­gung hat jedoch nur zur Fol­ge, dass der auf­recht­erhal­te­ne Urlaubs­an­spruch zu dem im Fol­ge­jahr ent­stan­de­nen Urlaubs­an­spruch hin­zu­tritt und damit erneut dem Fris­ten­re­gime des § 7 Abs. 3 BUr­lG unter­fällt 3. Besteht die Arbeits­un­fä­hig­keit auch am 31.03.des zwei­ten auf das Urlaubs­jahr fol­gen­den Jah­res fort, so gebie­tet auch das Uni­ons­recht kei­ne wei­te­re Auf­recht­erhal­tung des Urlaubs­an­spruchs 4. Der zunächst auf­recht­erhal­te­ne Urlaubs­an­spruch erlischt somit zu die­sem Zeit­punkt 5. Die­se Grund­sät­ze gel­ten auch dann, wenn – wie im vor­lie­gen­den Fall – die urlaubs­recht­li­chen Bestim­mun­gen der Arbeits­zeit­richt­li­nie zwi­schen dem Arbeit­neh­mer und dem Staat als Arbeit­ge­ber unmit­tel­bar zur Anwen­dung kom­men kön­nen 6.
Aus dem Uni­ons­recht ergibt sich – in Ein­klang mit der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts 7 – nicht die Not­wen­dig­keit einer Begren­zung der Über­tra­gung des Urlaubs­an­spruchs. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat jedoch den Unter­gang des Urlaubs­an­spruchs am 31.03.des zwei­ten auf das Urlaubs­jahr fol­gen­den Jah­res aus dem natio­na­len Recht und nicht aus dem Uni­ons­recht abge­lei­tet 8. Die Rechts­la­ge ist inso­weit seit der Ent­schei­dung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on vom 22.11.2011 9 geklärt.
Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 11. Juni 2013 – 9 AZR 855/​11
vgl. EuGH 22.11.2011 – C‑214/​10 [KHS] Rn. 38[↩]
vgl. BAG 7.08.2012 – 9 AZR 353/​10, Rn. 32 ff.[↩]
BAG 16.10.2012 – 9 AZR 63/​11, Rn. 12; zum Vor­rang der richt­li­ni­en­kon­for­men Aus­le­gung vor der voll­stän­di­gen Norm­de­ro­ga­ti­on: vgl. Höpf­ner RdA 2013, 16, 19 mwN[↩]
BAG 7.08.2012 – 9 AZR 353/​10, Rn. 32; aA wohl BVerwG 31.01.2013 – 2 C 10.12, Rn. 22[↩]
vgl. BAG 7.08.2012 – 9 AZR 353/​10, Rn. 40[↩]
EuGH, Urteil vom 22.11.2011 – C‑214/​10 [KHS], Rn. 38; vgl. auch EuGH 3.05.2012 – C‑337/​10 [Nei­del], Rn. 41[↩]