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Timestamp: 2016-10-24 20:24:36
Document Index: 64919432

Matched Legal Cases: ['Art. 82', 'Art. 86', 'Art. 90', 'Art. 83', 'BGE', 'Art. 95', 'Art. 96', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 42', 'BGE', 'BGE', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 95', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 63', 'Art. 62', 'BGE', 'Art. 63', 'Art. 62', 'Art. 63', 'Art. 63', 'Art. 96', 'Art. 5', 'Art. 8', 'Art. 96', 'Art. 8', 'BGE', 'EGMR', 'BGE', 'Art. 23', 'Art. 63', 'Art. 63', 'Art. 96', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 5', 'Art. 3', 'Art. 66', 'Art. 68', 'Art. 12', 'Art. 6', 'Art. 67', 'e contrario']

2C_611/2013 (13.10.2014)
2C_611/2013 � � Urteil vom 13. Oktober 2014
A.B.________, Beschwerdef�hrer,
vertreten durch Rechtsanw�ltin Ariane Bessire,
A.a.�Der italienische Staatsangeh�rige A.B.________ wurde am 8. August 1976 in der Schweiz geboren. Als Einj�hriger ist er mit seiner Familie nach Sizilien zur�ckgekehrt und hat dort gelebt, bis er mit seiner Mutter und den Geschwistern am 1. September 1990, d. h. im Alter von 14 Jahren zum Vater in die Schweiz zog. Am 18. Februar 1991 wurde ihm die Niederlassungsbewilligung erteilt. Aufgrund mangelnder Schulleistung und bereits fr�her Drogensucht (als 14-J�hriger) ist es A.B.________ nicht gelungen, eine Lehre abzuschliessen. Er hat aber immer wieder tempor�r gearbeitet und hat zuletzt w�hrend mehreren Jahren bis 2007 �ber eine feste Anstellung als Lagerist verf�gt.
�Am 2. Juni 2004 heiratete er die italienische Staatsangeh�rige C.________. Am 9. Februar 2005 wurde der gemeinsame Sohn D.B.________ geboren.
A.b.�A.B.________ wurde in der Schweiz wiederholt straff�llig und daher wie folgt verurteilt:
�- Verurteilung durch das Untersuchungsrichteramt Oensingen vom 26. Oktober 2000 wegen Erleichtern des rechtswidrigen Aufenthaltes seiner zuk�nftigen Ehefrau: Busse von Fr. 450.--.
�- Strafverf�gungen vom 7. September bzw. vom 2. Dezember 2006 wegen �bertretungen des Bundesgesetzes �ber den Transport im �ffentlichen Verkehr (TG, SR 742.40) : Bussen von je Fr. 50.--.
�- Urteil des Amtsgerichts von Bucheggberg-Wasseramt vom 17. M�rz 2008 wegen mehrfachen gewerbsm�ssigen Diebstahls, mehrfacher Sachbesch�digung, mehrfachen Hausfriedensbruchs und mehrfacher Widerhandlungen gegen das Bet�ubungsmittelgesetz (BetmG, SR 812.121) : Freiheitsstrafe von 12 Monaten, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von 3 Jahren, und Busse von Fr. 100.--.
�- Strafverf�gung vom 25. April 2008 wegen mehrfacher �bertretung des BetmG: Busse von Fr. 150.--.
- Strafverf�gung vom 19. August 2008 wegen �bertretung des Transportgesetzes: Busse von Fr. 50.--.
�Mit Verf�gung vom 29. April 2008 verwarnte die Abteilung f�r Ausl�nderfragen (heute: Migration und Schweizer Ausweise) des Kantons Solothurn A.B.________ aufgrund seiner wiederholten Straff�lligkeit.
A.c.�Die Ehefrau verstarb am 3. Juli 2009 an einer �berdosis Heroin. Seit 2009 besteht �ber den Sohn eine Beistandschaft. A.B.________ verf�gt �ber das Sorgerecht und die Obhut f�r seinen Sohn, dieser ist aber in einer Grossfamilie in Neuendorf/SO untergebracht. Er besucht alle zwei Wochen seine Grosseltern v�terlicherseits in Gerlafingen/SO. Bis zu seinem R�ckfall im Sommer 2012 und der darauf verf�gten Einschr�nkung des Besuchsrechts besuchte A.B.________ seinen Sohn w�chentlich. Zudem hat er mehrmals in der Woche telefonischen Kontakt mit ihm.
�Mit Urteil des Amtsgerichtes von Bucheggberg-Wasseramt vom 10. September 2010 wurde A.B.________ wegen Diebstahls, mehrfachen geringf�gigen Diebstahls, versuchten betr�gerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, mehrfacher Gehilfenschaft zu Widerhandlungen gegen das BetmG und das Transportgesetz zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten unter Aufschub des Vollzugs f�r eine station�re Behandlung und zu einer Busse von Fr. 500.-- verurteilt. Die dem Urteil zugrunde liegenden strafbaren Handlungen wurden haupts�chlich im Laufe des Jahres 2008, teilweise noch vor der Verurteilung vom 17. M�rz 2008. Von 2009 bis 2011 befand sich A.B.________ in einer station�ren Massnahme, aus welcher er am 22. September 2011 aufgrund guter F�hrung bedingt entlassen wurde.
Mit Strafbefehl vom 1. Oktober 2012 wurde A.B.________ wegen mehrfacher �bertretung des BetmG und eines geringf�gigen Verm�gensdelikts (Diebstahl) zu einer Busse von Fr. 1'000.-- verurteilt. Infolge der R�ckf�lligkeit wurde das Besuchsrecht betreffend seinen Sohn eingeschr�nkt. Im M�rz 2013 begab sich A.B.________ erneut in eine station�re Therapie im psychiatrischen Dienst des Kantons Solothurn.
�Mit Verf�gung vom 5. Februar 2013 widerrief das Departement des Innern des Kantons Solothurn, Migration und Schweizer Ausweise, die Niederlassungsbewilligung von A.B.________ und setzte ihm eine Ausreisefrist bis zum 30. April 2013 an. Dagegen beschwerte sich A.B.________ ohne Erfolg beim Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn.
�Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 4. Juli 2013 beantragt A.B.________, das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn vom 27. Mai 2013 aufzuheben, die Niederlassungsbewilligung nicht zu widerrufen und auf die Wegweisung aus der Schweiz zu verzichten, eventualiter den Beschwerdef�hrer zu verwarnen. Zudem stellt er die Begehren, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und dem Beschwerdef�hrer die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung zu gew�hren.
�Das Verwaltungsgericht sowie - im Namen des Departements des Innern - die Abteilung Migration und Schweizer Ausweise des Kantons Solothurn beantragen, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Das Bundesamt f�r Migration schliesst auf Abweisung der Beschwerde.
�Mit Verf�gung vom 12. Juli 2013 hat der Pr�sident der II. �ffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichts der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuerkannt.
1.1.�Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen den kantonal letztinstanzlichen Endentscheid betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung ist zul�ssig (Art. 82 lit. a, Art. 86 Abs. 1 lit. d und Art. 90 BGG), da auf den Fortbestand dieser Bewilligung ein Rechtsanspruch besteht (Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG; BGE 135 II 1 E. 1.2.1 S. 4).
1.2.�Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 und Art. 96 BGG ger�gt werden. Das Bundesgericht wendet das Recht - mit Ausnahme der Verletzung von Grundrechten (vgl. Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 136 II 304 E. 2.5 S. 314) - von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist daher weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen, und es kann eine Beschwerde mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen (BGE 139 II 404 E. 3 S. 415). Allerdings pr�ft das Bundesgericht, unter Ber�cksichtigung der allgemeinen R�ge- und Begr�ndungspflicht (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG; vgl. BGE 134 II 244 E. 2.1 S. 245 f.), grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 140 III 115 E. 2 S. 116; 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254).
1.3.�Das Bundesgericht legt seinem Urteil den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt zugrunde (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig, d.h. willk�rlich (BGE 140 III 115 E. 2 S. 116), ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinn von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG).
2.1.�Die Niederlassungsbewilligung kann widerrufen werden, wenn der Ausl�nder zu einer l�ngerfristigen Freiheitsstrafe, d.h. zu einer solchen von mehr als einem Jahr (BGE 139 I 145 E. 2.1 S. 147), verurteilt worden ist oder wenn er in schwerwiegender Weise gegen die �ffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen hat oder diese gef�hrdet (Art. 63 Abs. 1 lit. a [i.V.m. Art. 62 lit. b] und lit. b AuG [SR 142.20]; BGE 137 II 297 E. 2 S. 299 ff.; 135 II 377 E. 4.2 S. 381). Diese Widerrufsgr�nde kommen auch bei ausl�ndischen Personen, die sich seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und ordnungsgem�ss in der Schweiz aufhalten, zur Anwendung (Art. 63 Abs. 2 AuG).
�Entgegen den Ausf�hrungen in der Beschwerdeschrift ist jedoch nicht erforderlich, dass diese Widerrufsgr�nde kumulativ erf�llt sind. Es gen�gt, wenn
ein�Widerrufsgrund (l�ngerfristige Freiheitsstrafe nach Art. 62 lit. b AuG oder schwerwiegender Verstoss gegen die �ffentliche Sicherheit und Ordnung nach Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG) besteht. Dies ist hier offensichtlich der Fall, nachdem der Beschwerdef�hrer mit Urteil vom 10. September 2010 zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten und damit zu einer l�ngerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Unter diesen Umst�nden kann offen bleiben, ob auch der Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG gegeben ist (vgl. Urteil 2C_718/2013 vom 27. Februar 2014 E. 2.2). Der Beschwerdef�hrer ist der Auffassung, der Widerruf sei unverh�ltnism�ssig und verletze Art. 96 AuG, Art. 5 Anhang I FZA sowie Art. 8 EMRK.
2.2.�Nach der Praxis des Bundesgerichts, welche sich sowohl auf Art. 96 AuG als auch auf Art. 8 EMRK st�tzt, muss der Widerruf der Niederlassungsbewilligung verh�ltnism�ssig sein. Dabei sind namentlich die Schwere des Delikts und des Verschuldens des Betroffenen, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten des Ausl�nders w�hrend diesem, der Grad seiner Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu ber�cksichtigen (BGE 139 I 145 E. 2.4 S. 149; 135 II 377 E. 4.3 S. 381 f.; vgl. auch das Urteil des EGMR�
Trabelsi gegen Deutschland�vom 13. Oktober 2011 [41548/06] �� 53 ff. bez�glich der Ausweisung eines in Deutschland geborenen, wiederholt straff�llig gewordenen Tunesiers). Die Niederlassungsbewilligung einer ausl�ndischen Person, die sich schon seit langer Zeit hier aufh�lt, soll nur mit besonderer Zur�ckhaltung widerrufen werden; allerdings ist dies bei wiederholter bzw. schwerer Straff�lligkeit selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn sie hier geboren ist und ihr ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat (BGE 139 I 31 E. 2.3.1 S. 33 f.; 135 II 377 E. 4.3 S. 381; Urteile 2C_819/2013 vom 24. Januar 2014 E. 3.3; 2C_740/2013 vom 10. Januar 2014 E. 3.2). Bei schweren Straftaten, wozu namentlich Drogendelikte aus finanziellen Motiven geh�ren, und bei R�ckfall bzw. wiederholter Delinquenz besteht regelm�ssig ein wesentliches �ffentliches Interesse, die Anwesenheit eines Ausl�nders zu beenden, der dermassen die �ffentliche Sicherheit und Ordnung beeintr�chtigt.
2.3.�Der Beschwerdef�hrer verf�gt �ber eine Niederlassungsbewilligung EU/EFTA. Er kann sich daher grunds�tzlich auf das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europ�ischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits �ber die Freiz�gigkeit (FZA; SR 0.142.112.681) berufen. Der Widerruf von Bewilligungen ist im FZA nicht geregelt; Art. 23 Abs. 2 der Verordnung vom 22. Mai 2002 �ber die Einf�hrung des freien Personenverkehrs (VEP; SR 142.203) bestimmt, dass f�r den Widerruf der Niederlassungsbewilligung EU/EFTA Art. 63 AuG gilt. Ist einer der in Art. 63 AuG vorgesehenen Widerrufsgr�nde erf�llt und ist die Massnahme verh�ltnism�ssig im Sinn von Art. 96 Abs. 1 AuG und Art. 8 Ziff. 2 EMRK, ist in einem n�chsten Schritt zu pr�fen, inwiefern das Freiz�gigkeitsabkommen zus�tzliche Schranken auferlegt (Urteile 2C_236/2013 vom 19. August 2013 E. 4; 2C_221/2012 vom 19. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweis auf BGE 130 II 176 E. 3.2 S. 181).
3.1.�Die Vorinstanz hat festgestellt, dass der Beschwerdef�hrer insgesamt eine Vielzahl von Delikten begangen hat, welche zwar einzeln betrachtet nicht von erheblicher Schwere sind, aber in ihrer Gesamtheit erkennen liessen, dass sich der Beschwerdef�hrer von strafrechtlichen Sanktionen nicht beeindrucken lasse. Bereits mit Urteil des Amtsgerichts von Bucheggberg-Wasseramt vom 17. M�rz 2008 wurde er wegen Straftaten in Zusammenhang mit seiner Drogensucht zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten verurteilt. Am 29. April 2008 wurde er daher ausl�nderrechtlich verwarnt. Danach musste er wissen, dass bei erneuter Straff�lligkeit der Entzug der Bewilligung drohte. Da der Beschwerdef�hrer im Jahre 2010 zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten und im Herbst 2012 zu einer Busse verurteilte wurde, schloss die Vorinstanz aufgrund der Vielzahl der begangenen Delikte, dem verwerflichen Verhalten des Beschwerdef�hrers, der R�ckfallgefahr und den pers�nlichen Schulden des Beschwerdef�hrers auf ein erhebliches �ffentliches Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung und der damit verbundenen Entfernung des Beschwerdef�hrers aus der Schweiz.
�Bei n�herer Betrachtung des Urteils vom 10. September 2010 f�llt auf, dass es in einem kausalen Zusammenhang zur Suchtmittelabh�ngigkeit stehende Straftaten betrifft, die der Beschwerdef�hrer mehrheitlich noch im Jahre 2008, teilweise sogar vor der Verurteilung vom 17. M�rz 2008 und der darauf verf�gten Verwarnung ver�bt hat. In die Zeit nach 2008 fallen �bertretungen des Bet�ubungsmittelgesetzes aufgrund des Eigenkonsums von Drogen. Bez�glich dieser Delinquenz kann dem Beschwerdef�hrer somit nicht vorgeworfen werden, er habe damit die Gesundheit einer Vielzahl von Personen auf eine erhebliche Art und Weise gef�hrdet. In der Folge befand sich der Beschwerdef�hrer ab 29. Januar 2009 in einer station�ren Massnahme. Selbst der Strafrichter hielt im �brigen fest, dass der Beschwerdef�hrer ernsthaft bem�ht ist, von seiner Sucht loszukommen und damit eine grundlegende Ver�nderung seiner pers�nlichen Situation herbeizuf�hren. Am 22. September 2011 wurde der Beschwerdef�hrer aufgrund guter F�hrung bedingt aus der station�ren Massnahme entlassen. Es trifft zwar zu, dass er im Jahr 2012 r�ckf�llig wurde, worauf er mit Strafbefehl vom 1. Oktober 2012 wegen mehrfacher �bertretung des Bet�ubungsmittelgesetzes und wegen eines geringf�gigen Verm�gensdelikts zu einer Busse von Fr. 1'000.-- verurteilt wurde. Dabei handelt es nicht um gravierende Delikte, aber - wie die Vorinstanz zutreffend einr�umt - kann eine gewisse R�ckfallgefahr nicht ausgeschlossen werden, solange der Beschwerdef�hrer seine Drogensucht nicht definitiv �berwunden hat. Erfahrungsgem�ss ist der Weg aus der Drogensucht lang und verl�uft selten gradlinig, womit die vom Beschwerdef�hrer in Zusammenhang mit dem R�ckfall begangene Delinquenz keineswegs verharmlost werden soll. Bei der Beurteilung des fremdenpolizeilichen Verschuldens des Beschwerdef�hrers hat die Vorinstanz jedoch der insgesamt eher positiven Entwicklung des Betroffenen seit 2009, namentlich dessen Anstrengungen, drogenfrei zu leben, zu wenig Rechnung getragen. Insofern ist das von der Vorinstanz festgestellte erhebliche �ffentliche Interesse an der Beendigung der Anwesenheit des Beschwerdef�hrers etwas zu relativieren.
3.2.1.�Der Beschwerdef�hrer ist zwar in der Schweiz geboren, hat dann aber in Italien gelebt, bis er im September 1990 im Alter von 14 Jahren mit seiner Mutter und seinen Geschwistern zum Vater in die Schweiz zog. Der Beschwerdef�hrer geriet bereits als Jugendlicher in Kontakt mit Drogen und hat keine Berufsausbildung absolviert. Er hat aber immer wieder tempor�r gearbeitet und zuletzt w�hrend mehreren Jahren bis 2007 �ber eine feste Anstellung als Lagerist verf�gt. Im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids war er arbeitslos und war auf Sozialhilfe angewiesen. Er kann somit nicht als beruflich gut integriert betrachtet werden, was haupts�chlich auf seine Drogensucht zur�ckzuf�hren ist. Da der Beschwerdef�hrer die ersten Schuljahre in Italien verbracht hat, geht die Vorinstanz davon aus, dass ihm die Sprache, Kultur und Gepflogenheiten seines Heimatlandes nach wie vor bekannt sind und eine R�ckkehr dorthin als zumutbar erscheint. Dies ist an sich nicht zu beanstanden, wobei sich jedoch eine soziale und berufliche Integration des Beschwerdef�hrers in Italien, solange er seine Drogensucht nicht definitiv �berwunden hat, schwierig gestalten d�rfte. Ob er im Heimatland �ber ein tragf�higes Beziehungsnetz verf�gt, ist fraglich, lebt er doch wie seine Eltern und Geschwister seit �ber 20 Jahren in der Schweiz. Seine Ausreise nach Italien k�nnte daher unter Umst�nden auch das bisher mittels Therapien und pers�nlichem Engagement betreffend drogenfreies Leben bereits Erarbeitete wieder in Frage stellen.
3.2.2.�Die italienische Ehegattin des Beschwerdef�hrers, mit der er einen am 9. Februar 2005 geborenen Sohn hat, ist am 3. Juli 2009 an einer �berdosis Heroin gestorben. Der Beschwerdef�hrer befand sich damals im Entzug und hat diesen trotz dieses Schicksalsschlags fortgef�hrt. �ber den Sohn besteht eine Beistandschaft. Der Beschwerdef�hrer verf�gt indessen weiterhin �ber das elterliche Sorgerecht und die Obhut f�r seinen Sohn, wobei dieser aber seit 2009 in einer Grossfamilie in Neuendorf/SO untergebracht ist. Der Sohn besucht alle zwei Wochen seine Grosseltern v�terlicherseits in Gerlafingen/SO, wo er h�ufig auch den Beschwerdef�hrer trifft. Bis zum R�ckfall im Jahr 2012 und der darauf verf�gten Einschr�nkung des Besuchsrechts besuchte der Beschwerdef�hrer seinen Sohn w�chentlich. Zudem hat er mehrmals in der Woche telefonischen Kontakt mit ihm. Die Beziehung zu seinem Sohn ist unbestrittenermassen intakt und tats�chlich gelebt, weshalb er sich auch auf den Schutz des Familienlebens nach Art. 8 EMRK berufen kann.
�Dass der Beschwerdef�hrer allenfalls mit seinem Sohn ausreisen k�nnte, wird von keiner Seite in Betracht gezogen, da der Beschwerdef�hrer nicht in der Lage ist, umfassend f�r sein Kind zu sorgen. Sollte er die Schweiz verlassen m�ssen, w�rde ihm wohl die Obhut f�r seinen Sohn entzogen werden, was den Beschwerdef�hrer bestimmt hart tr�fe, nachdem er sich stets bem�ht hat, seinen Verpflichtungen als Vater so gut wie m�glich nachzukommen und sich zum Ziel gesetzt hat, den Sohn sp�ter einmal wieder zu sich zu nehmen.
�Die Vorinstanz geht davon aus, dass sich vorliegend der physische Kontakt zwischen Vater und Sohn - anders als in den F�llen, in denen die Eltern schlagartig den Kontakt zu ihren Kindern verlieren - seit 2009 konstant verringert habe. Dem kann nicht beigepflichtet werden. Es trifft zwar zu, dass der Sohn seit 2009 in einer anderen Familie aufw�chst. Gem�ss Kurzbericht des Beistandes des Kindes vom 26. April 2013 erfolgte die Platzierung des Kindes in Neuendorf in der Absicht, ihm den Kontakt zu seinem Vater, der sich zu jener Zeit in einer Suchttherapie befand, zu erm�glichen. Der Sohn besuchte den Beschwerdef�hrer dort regelm�ssig, verbrachte zum Teil auch die Wochenenden und Ferien mit ihm, wobei der Beschwerdef�hrer seinen Sohn zus�tzlich in der Grossfamilie besuchte. Nach dem Abschluss der Therapie zog der Beschwerdef�hrer zu seiner neuen Partnerin und sein Sohn besuchte ihn an den Besuchswochenenden in der neuen Wohnung, bis der Beschwerdef�hrer wieder Drogen konsumierte und die Grossfamilie deshalb eine Gef�hrdungsmeldung einreichte. Dass er nach diesem R�ckfall im Sommer 2012 seinen Sohn weniger besuchte, kann dem Beschwerdef�hrer sodann nicht vorgehalten werden, beruht dies doch auf der aufgrund des R�ckfalls verf�gten Einschr�nkung seines Besuchsrechts. Von einem seit 2009 konstant verringerten Kontakt zwischen Vater und Sohn kann somit nicht die Rede sein. Der Beistand des Kindes best�tigt im �brigen, dass der Beschwerdef�hrer sich bem�ht, die Rolle als Vater wahrzunehmen, stets kooperativ mit dem Beistand und der Grossfamilie zusammenarbeitete, sich immer an die Anweisungen der Vormundschaftsbeh�rde sowie des Beistandes hielt und sich betreffend Besprechungen in der Schule, beim Schulpsychologischen Dienst und auch in der Grossfamilie sehr zuverl�ssig zeigte.
Die Vorinstanz anerkennt zwar, dass dem Kind im Fall des Wegzugs des Vaters die Hoffnung einer gemeinsamen Zukunft genommen w�rde, erachtet aber, dass dadurch eine klare Situation geschaffen w�rde und der Beschwerdef�hrer den Kontakt zu seinem Sohn mittels der heutigen Kommunikationsmitteln und Besuchsaufenthalte auch aus Italien aufrecht erhalten k�nne. Abgesehen davon, dass es sehr zweifelhaft ist, ob dem Beschwerdef�hrer aufgrund seiner finanziellen Verh�ltnisse regelm�ssige Besuchsaufenthalte in der Schweiz �berhaupt m�glich w�ren, hat die Vorinstanz damit dem Kindesinteresse ungen�gend Rechnung getragen.
�Muss ein ausl�ndischer Elternteil die Schweiz verlassen und kommt es dadurch zur Trennung von seinem Kind, verbleibt dieses in der Regel bei seinem andern Elternteil in der Schweiz. Vorliegend verh�lt es sich anders, weil die Mutter des Kindes gestorben ist, was die Vorinstanz nicht entsprechend ber�cksichtigt hat. Wie der Beistand ausf�hrt, erhielt die Beziehung zu seinem Vater nach dem Tod der Mutter f�r den Sohn einen noch h�heren Stellenwert als vorher. Der Sohn verg�ttere seinen Vater, k�nne seine Besuche und Telefonate kaum erwarten. Sollte der Beschwerdef�hrer die Schweiz verlassen m�ssen und seinen Sohn nicht mehr regelm�ssig besuchen k�nnen, w�rde der Knabe nach Ansicht des Beistandes sehr darunter leiden. So m�sste er nach dem Tode seiner Mutter einen weiteren Beziehungsabbruch zu einer seiner Hauptbezugspersonen hinnehmen, was sich sicher negativ auf die weitere Entwicklung des Knaben, welche durch seine Vorgeschichte schon schwierig genug sei, auswirken w�rde. Die physische Pr�senz des Vaters sei f�r den Sohn sehr wichtig. Dass diese Ausf�hrungen nicht zutreffen w�rden, wird im �brigen auch von der Vorinstanz nicht behauptet.
�Zusammenfassend ergibt sich demnach, dass aufgrund der besonderen famili�ren Verh�ltnisse und dem Interesse des im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils knapp �ber 8 Jahre alten Kindes, die Beziehung zu seinem einzigen noch lebenden Elternteil fortf�hren zu k�nnen, ein gewichtiges privates Interesse am weiteren Verbleib des Beschwerdef�hrers in der Schweiz besteht.
3.3.�Bei Ber�cksichtigung der seit 2009 eher positiven Entwicklung des Beschwerdef�hrers, seiner fortw�hrenden Anstrengungen, ein drogenfreies Leben zu f�hren, des Umstandes, dass er schon sehr lange hier lebt, und angesichts der besonderen Bedeutung der Vater-Kind-Beziehung nach dem Tod der Mutter sowie des Alters des Kindes erweist sich der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdef�hrers als unverh�ltnism�ssig, zumal diese Massnahme wohl den Entzug der Obhut f�r seinen Sohn und den Abbruch der famili�ren Beziehung, wie sie heute gelebt wird, zur Folge h�tte.
�Es trifft zwar zu, dass der Beschwerdef�hrer bereits im Jahre 2008 erstmals fremdenpolizeilich verwarnt wurde und es in der Regel zu den angedrohten Folgen kommt, wenn die ausl�ndische Person ihr Verhalten nicht entsprechend �ndert. Unter den vorliegenden Umst�nden rechtfertigt es sich jedoch, an Stelle des Widerrufs der Niederlassungsbewilligung ausnahmsweise eine erneute Verwarnung auszusprechen. Damit er�brigt es sich, auf die Voraussetzungen f�r eine aufenthaltsbeendende Massnahme gem�ss Art. 5 Anhang I FZA i.V.m. Art. 3 der Richtlinie 64/221/EWG einzugehen.
�Sollte der Beschwerdef�hrer die ihm einger�umte Chance auf fortw�hrende Anwesenheit indessen nicht zu nutzen wissen und wiederum straff�llig werden, ist ein sp�terer Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung im Rahmen einer neuen Interessenabw�gung unter Ber�cksichtigung der Verurteilung aus dem Jahr 2010 nicht ausgeschlossen.
4.1.�Aufgrund des Gesagten erweist sich die Beschwerde als begr�ndet und ist gutzuheissen. Das angefochtene Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn vom 27. Mai 2013 ist aufzuheben. Damit gilt die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdef�hrers weiter. Das Departement des Innern des Kantons Solothurn, Migration und Schweizer Ausweise, ist anzuweisen, den Beschwerdef�hrer fremdenpolizeilich zu verwarnen.
4.2.�Dem Verfahrensausgang entsprechend sind keine Kosten zu erheben (vgl. Art. 66 Abs. 1 und 4 BGG). Der Kanton Solothurn hat den Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren angemessen zu entsch�digen (vgl. Art. 68 Abs. 2 BGG). Die H�he der Parteientsch�digung entspricht der von der Rechtsvertreterin eingereichten Honorarnote vom 13. August 2014 �ber Fr. 3'904.-- einschliesslich Mehrwertsteuer (vgl. Art. 12 Abs. 2 des Reglements �ber die Parteientsch�digung und die Entsch�digung f�r die amtliche Vertretung im Verfahren vor dem Bundesgericht vom 31. M�rz 2006 [SR 173.110.210.3]). Es besteht kein Anlass, die Entsch�digung tiefer anzusetzen, zumal sich der geltend gemachte Betrag im Rahmen des bundesgerichtlichen Tarifs h�lt (vgl. Art. 6 des erw�hnten Reglements). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung wird damit gegenstandslos. Das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn wird �ber die kantonale Kosten- und Entsch�digungsregelung neu zu befinden haben (Art. 67 e contrario und 68 Abs. 5 BGG).
�Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten wird gutgeheissen. Das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn vom 27. Mai 2013 wird aufgehoben. Das Departement des Innern des Kantons Solothurn, Migration und Schweizer Ausweise, wird angewiesen, den Beschwerdef�hrer fremdenpolizeilich zu verwarnen.
2.2.�Der Kanton Solothurn hat den Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 3'904.-- zu entsch�digen.
2.3.�Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung wird als gegenstandslos abgeschrieben.
�Die Sache wird an das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn zur�ckgewiesen zur Regelung der Kosten- und Entsch�digungsfolgen f�r das kantonale Verfahren.
�Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, dem Departement des Innern des Kantons Solothurn, Migration und Schweizer Ausweise, dem Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn und dem Bundesamt f�r Migration schriftlich mitgeteilt.