Source: http://www.vafk.de/themen/aktuell/news-aktuell.html
Timestamp: 2018-01-21 01:16:04
Document Index: 105553779

Matched Legal Cases: ['EGMR', 'Art. 44', '§ 2', 'EGMR', 'EGMR', 'EuG', 'EGMR', 'EGMR']

Aktion des Väterradios
sorgelos & sorgewillig
Wöchentlich wird eine Lebensgeschichte zur Situation nichteheliche Kinder und deren Väter vorgestellt - wie lebt sich alltägliche Diskriminierung?
Am 01.07.1998 wurde das überarbeitete Kindschaftsrecht eingeführt. Die Beibehaltung der gemeinsame Sorge von miteinander verheirateten Eltern wurde auch nach einer Scheidung zum Regelfall, über die Alleinsorge muss auf Antrag ein Gericht entscheiden. Für nichteheliche Väter gibt es nur die Möglichkeit einer gemeinsamen Sorgeerklärung, welcher die Kindesmutter zustimmen muss. Über die Hälfte aller nichtehelichen Kinder wird damit ein gleichberechtigter Vater vorenthalten, weil die Mutter sich für die Alleinsorge entscheidet. Es gibt keine wissenschaftliche Untersuchung darüber, warum sie das tut. Männer wollen keine Stärkung ihrer Väterrechte, wie in den letzten Jahren von den Medien immer wieder beschrieben, sondern die grundsätzliche Gleichstellung zu Müttern, wie im Grundgesetz garantiert. Also Väter wollen keine Anträge stellen müssen, um gleicher Elternteil zu sein, sondern Mütter sollen Anträge stellen, wenn sie Probleme mit der Gleichstellung haben - das ist der einzige Weg zur Geschlechtergerechtigkeit.
Kinder sind die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft. Nicht jedes Kind hat das Glück, in der eigenen Familie Schutz und Fürsorge zu erfahren. Schreckliche Fälle von Kindesvernachlässigung sind unvergessen. Änderungen im Vormundschaftsrecht können dazu beitragen, Missbrauch und Vernachlässigung zu verhindern. Wird Eltern das Sorgerecht entzogen, übernimmt ein Vormund die volle Verantwortung für das Kind. In drei von vier Fällen liegt die Vormundschaft beim Jugendamt als "Amtsvormund". Wer Verantwortung für Kinder trägt, darf seine Schützlinge nicht nur aus Akten kennen. Ein direkter Draht zum Kind und Einblicke in das persönliche Umfeld sind unverzichtbar, um Gefahren frühzeitig zu erkennen und abzuwenden. In der Praxis muss ein Amtsvormund in vielen Fällen bis zu 120 Kinder gleichzeitig im Blick haben, bei Kevins Vormund in Bremen waren es mehr als 200. Der persönliche Kontakt ist oft nicht mehr möglich.
Der Soziologe und Männerforscher Walter Hollstein sagt, die Männer kämen heute zu kurz. Es drohe gar ein Clash der Geschlechter. Sie sind überzeugt: Männer werden diskriminiert. Dem ist auch so. Zum Beispiel bei der Gesundheit, im Sorgerecht, bei der AHV oder dem Militärdienst. Dem Zeitgeist entsprechend ist das Weibliche heute mehr wert als das Männliche. Konkret? Im Baselbiet hat die Rektorin einer Schule nach ihrem Amtsantritt verordnet, dass aus der Spielfläche für Buben auf dem Pausenplatz eine Kommunikationsfläche wird, weil sie fand, dass Reden für Buben wichtiger sei als Toben. Das mag gut gemeint sein, läuft aber völlig an den Bedürfnissen der Buben vorbei. Ich verstehe auch nicht, dass die Väter der Buben nicht eingegriffen haben.Die Diskriminierung fängt schon bei den Buben an? Das Grundproblem ist, dass sich heute niemand mehr mit den Eigenheiten und Bedürfnissen von Buben beschäftigt. Ein simples Beispiel: Buben hören signifikant schlechter als Mädchen. Wenn sie dann eine leise sprechende Lehrerin haben und auch noch in den hinteren Schulbänken sitzen, verstehen sie nichts mehr und werden unruhig.
Trennung tut weh - die Leidtragenden sind vor allem die Kinder
Der Verein Väteraufbruch setzt sich für das Sorge- und Umgangsrecht beider Eltern ein.
Die Statistik zeichnet ein erschreckendes Bild: Jedes Jahr sind in Deutschland 230 000 Kinder von der Trennung oder Scheidung ihrer Eltern betroffen. Rund 40 Prozent davon verlieren dauerhaft den Kontakt zu dem Elternteil, der nicht mit ihnen lebt. Meist ist dies der Vater, doch immer häufiger ist es auch die Mutter. Dies ist jedenfalls die Erfahrung, die der Verein Väteraufbruch für Kinder (VafK) gemacht hat. Laut Tracy Kronewitter ist es daher falsch, immer nur zu sagen, dass getrennt lebende Väter einen schweren Stand hätten. Die Sprecherin der VafK-Ortsgruppe Esslingen betont, dass es nicht selten auch vorkomme, dass der Vater den Kontakt zu den Kindern einschränke oder boykottiere. "Bei uns sind nicht nur Väter, sondern auch Mütter willkommen", sagt Kronewitter. Doch ganz egal, welcher Elternteil nun den Kontakt zu den Kindern verliert: die Mitglieder des Vereins meinen, dass Mädchen und Buben nur mit beiden Eltern ganze Kinder sind. Beide Elternteile, so sagt Tracy Kronewitter, seien sowohl für die emotionale als auch für die persönliche Entwicklung der Kinder von enormer Wichtigkeit. Das Motto des Vereins laute daher: "Allen Kindern beide Eltern."
Stuttgarter Zeitung: Gemeinsam für ein gemeinsames Sorgerecht der Eltern
Ziel: Lust am Vatersein wecken
Netzwerk für Männer gegründet – Gleichstellungsbeauftragte Lehmberg: Aufgaben in Familie neu aushandeln
Männer sind für den Unterhalt zuständig, Frauen für die Kinder-Erziehung: Dass diese traditionellen Rollenbilder in Wolfsburg noch stärker als im Rest der Republik vorherrschen, hat laut Gleichstellungsbeauftragter Sabine Lehmberg eine Studie ergeben. Ein neu gegründetes Väter-Netzwerk soll dem entgegenwirken. "Es ist unser Ziel, die Lust am Vatersein zu wecken", sagt Lehmberg. Festgestellt hat sie, dass ein Besuch in der Wölfi-Kurve des VfL Wolfsburg am Wochenende oder das Grillfest in der Kindertagesstätte für Väter feste Termine seien, wo hingegen sie Elternabende mieden. "Mütter und Väter sind für die Entwicklung ihrer Kinder wichtige Begleiter. In einer Welt, in der die Berufstätigkeit beider Elternteile zur Selbstverständlichkeit geworden ist, müssen auch die Aufgaben in der Familie neu ausgehandelt werden", fordert Lehmberg.
Nur noch wenige Mütter und Väter können es sich leisten, nicht arbeiten zu gehen. Deshalb sind Kitas eine praktische Einrichtung. Doch den Kindern bringen sie keine Vorteile, auch wenn sie nun aller Orten in den Himmel gelobt werden. Denn ein individuelles Eingehen auf die Kleinen ist in der Kita kaum möglich. Wer seine Kinder nicht in die Kita schickt, vermasselt ihnen die Karriere. So und ähnlich klingen neuerdings die Stimmen einiger Bildungsforscher. Befeuert werden sie durch eine Studie, die den Zusammenhang zwischen Kita- und Gymnasialbesuch festgestellt haben will. Manche versteigen sich nun gar zu der grundsätzlichen These, der Schulerfolg hänge vom Kita-Besuch ab - und zwar unabhängig, ob es sich um Migranten- oder Nichtmigrantenkinder handle. Mit anderen Worten: Wer später eine Fünf in Mathe oder Englisch kassiert, wer die Gymnasialempfehlung verpasst und auf der Hauptschule landet, der könnte dann die (unfähige oder überforderte?) Kindergärtnerin haftbar machen. Oder eben die eigenen Eltern.
Vermeintliche Väter sind erstaunlich oft nicht die biologischen, wie wissenschaftliche Studien belegen. Doch die falsche Vaterschaft ist keineswegs nur ein menschliches Phänomen: Selbst vermeintlich monogame Tierarten gehen manchmal fremd - wobei der evolutionsbiologische Nutzen der Untreue nicht immer klar ist. Das Wortungetüm Vaterschaftswahrscheinlichkeits-Hypothese besagt, dass männliche Tiere sich bei der Fürsorge um die Jungen zurückhalten sollten - evolutionsbiologisch argumentiert. Denn sie können sich nicht sicher sein, dass sie den Nachwuchs wirklich gezeugt haben. Es liegt in der Natur der Sache, dass dies besonders ein Problem für Männchen von Arten mit innerer Befruchtung (also Vögel, Säugetiere und einige Fische) ist, denn die Wahrscheinlichkeit für eine Fehlinvestition ist hier besonders groß. Es mag manchen enttäuschen, aber seit es DNS-Tests zur Vaterschaftsanalyse gibt, wurden immer mehr Fälle von sogenannter „extra-pair-fertilization“ (EPF), also der Vaterschaft außerhalb des Brutpaares, bekannt. Der natürliche Vater, der aber nicht der rechtliche ist, hat in Deutschland nicht das Recht, seine Vaterschaft überprüfen zu lassen. Das Gesetz muss geändert werden.
Geld für Scheidungskinder
Mit Beginn des neuen Jahres sind die Unterhaltssätze nach der "Düsseldorfer Tabelle" gestiegen. Der Interessenverband der Unterhaltspflichtigen hält indes eine Anhebung um 13 Prozent nicht für gerechtfertigt. Bei der so genannten Düsseldorfer Tabelle war Sachsen diesmal einfach schneller. Während das dafür eigentlich zuständige Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf erst heute Vormittag die neuen Zahlen zu den Unterhaltsverpflichtungen vorstellen und erläutern will, waren sie gestern bereits auf der Internetseite des OLG Dresden nachzulesen. Das ist für alle Betroffenen – zumeist zahlungspflichtige Väter – vor allem deshalb wichtig, weil die neue Unterhaltstabelle seit 1. Januar dieses Jahres gilt. Das OLG Düsseldorf als Herausgeber und Koordinator der Grenzsätze bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung die Richtigkeit der von den Dresdner Kollegen ins Netz gestellten Zahlen. Dass sie diesmal die Nase vorn haben, nimmt man in Düsseldorf gelassen hin: "Das kann vorkommen."
Düsseldorfer Tabelle vom 01.01.2010
Vergleich der Düsseldorfer Tabelle von 2010 mit 2009
Pressemitteilung des Bundesvorstandes vom 29.12.09: Kindesunterhalt: Kosten für Umgang berücksichtigen!
Nordkurier: Potenzial einer ausgepressten Zitrone
Der Tagesspiegel: Ein bisschen mehr Unterhalt
Donaukurier: Kein Geld mehr für Autofahrt zu den Kindern
News: Gerechtigkeit gibt es nicht
Neues Deutschland: Etikettenschwindel zum Kindesunterhalt
Väter nehmen ihre Rolle immer besser an
Der Volksmund weiß: „Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr.” Doch wie vieles unterliegt auch dieses Phänomen dem gesellschaftlichen Wandel. Experten aus Gelsenkirchen haben beobachtet: Immer mehr Männer nehmen die Vaterrolle an und gehen in ihr auf. Mütter haben aufgrund ihrer Schwangerschaft oft eine enge Bindung zum Kind, was das Hineinwachsen in ihre neue Rolle erleichtert. Lange hieß es, dass Männer es schwerer haben ihre Vaterrolle anzunehmen. Experten zufolge gibt es aber einen neuen Trend: Väter engagieren sich immer stärker für ihre Kinder. „Seit drei bis vier Jahren wollen deutlich mehr Männer aktiv Erziehungsverantwortung für ihre Kinder übernehmen”, sagt eine, die nah dran ist, an den so genannten „neuen Väter”.
Umgangsrecht für Väter kaum umsetzbar
Eine neue Reform soll Väter, die seit Jahren um ein Umgangsrecht mit ihren Kindern kämpfen, begünstigen. Schnellere Gerichtsverfahren und bessere Möglichkeiten der psychologischen Betreuung sind nur zwei Maßnahmen. Doch das Problem bleibt: Trotz des Rechts des Vaters, sein Kind zu sehen, scheitert es an der Umsetzung. Hiltrud Adam kümmert sich im Verein "Väteraufbruch für Kinder" um Betroffene, die ihr Kind oder Enkelkind nicht sehen dürfen. Bundesweit betreut der Verein 2000 bis 2500 Mitglieder, in der Region Rostock sind es derzeit 20 aktive Fälle. "Die meisten Mitglieder sind Väter, die ihr Kind nicht sehen dürfen, in Bützow haben wir aber auch eine Mutter, die wir betreuen", sagt sie. Zugenommen habe die Zahl der Großeltern, die um Kontakt zu ihrem Enkelkind kämpfen. Das Problem aus ihren Augen: Die Mutter kann das Sorgerecht unterbinden, wenn sie es will. "Es ist ungerecht, dass ein Großteil der Väter Unterhalt zahlt, aber sie keinen Kontakt zu dem Kind haben", sagt die Großmutter, die selbst zu den Betroffenen zählt.
Getrennt lebende Väter haben gejubelt, als der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte im Dezember verkündete, dass ihnen in Deutschland der Weg zu einem gemeinsamen Sorgerecht eröffnet werden muss. Bisher hat eine ledige Mutter automatisch das alleinige Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder. Ein leises Stöhnen dagegen war von FamilienrechtsexpertInnen zu hören: Die gemeinsame Sorge kann so manchem Rosenkrieg etliche weitere Schlachtfelder eröffnen. So jedenfalls lautet die Erfahrung mit dem gemeinsamen Sorgerecht, das schon seit Jahren für geschiedene Elternpaare gilt. Tragen die Eltern einen Machtkampf über ihre Kinder aus, dann sind Streit um Umgangs- und Besuchsregelungen an der Tagesordnung. Die gemeinsame Sorge bedeutet, dass man sich zusätzlich über die Schulwahl, den Ferienaufenthalt und die Arztbehandlungen einigen muss. "Kinder leiden am meisten darunter, wenn Eltern streiten", sagt Katharina Behrend. Die psychologische Sachverständige für Familiengerichte aus Lemgo kennt aber eine Alternative zum Psychoterror: das Cochemer Modell.
Papa Darf (nicht) mitreden
Der Europäische Gerichtshof stärkt ledigen Vätern den Rücken beim Sorgerecht. Wo sie mitentscheiden können – und wo nicht
Vor einigen Jahren erregte der Schauspieler Mathieu Carrière Aufsehen. Vor dem Bundesjustizministerium ließ er sich für einige Minuten an ein Kreuz binden, um damit für mehr Rechte von Vätern beim Sorgerecht zu demonstrieren. Die symbolische Kreuzigung fand die damalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries allerdings „geschmacklos“ – sie unternahm nichts für leidende Väter. Männer diskriminiert. So einfach dürfte es ihre Nachfolgerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger nun nicht mehr haben, die Forderung lediger Väter für mehr Rechte beim Sorgerecht für gemeinsame Kinder zu ignorieren. Anstatt sich symbolisch kreuzigen zu lassen, zog ein rheinländischer Vater im Kampf für mehr Rechte vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Mit Erfolg. Die Straßburger Richter stellten klar: Deutsche Gesetze diskriminieren nicht verheiratete Männer beim Sorgerecht. Nach derzeitigem Recht steht nicht verheirateten Eltern das gemeinsame Sorgerecht nur zu, wenn sie nach der Geburt des Kindes heiraten oder eine gemeinsame Sorge-erklärung abgeben. Andernfalls hat allein die Mutter das Sorgerecht. Und das verstößt gegen das Diskriminierungsverbot.
Neujahreswunsch des Bundesvorstandes
Engagement für Familienleben nach einer Trennung
Wir danken allen Vereinsmitgliedern für ihr Engagement für ein neues Familienrecht, Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit. Vieles ist auf der Strecke geblieben, aber vor allem haben wir mit vielen anderen Gruppen und Personen zusammen wichtige Ergebnisse für unsere Kinder heute erreichen können. Das neue Familienrecht vom 01.09.09 haben wir auf dem 8. Familienkongress thematisiert und eine erste Bilanz gezogen. Heute ist eines deutlich, die Entwicklung des Rechtes braucht gerade auch unser Mittun. Das Nichtehelichenrecht und deren Diskriminierung müssen wir ändern, der Europäische Gerichtshof hat dies ebenfalls angemahnt. Dies eröffnet uns das kommende Jahr als Themenjahr mit hoffentlich vielen Aktionen. So wie wir zusammen Deutschland im Fall Görgülü zur Herstellung des Rechtes verholfen hatten, so werden wir unserem Land auch bei der Neufassung des Gesetzes für nichteheliche Kinder unterstützen, damit Väter aus der Position des benachteiligten Elternteils kommen. Es kann nicht angehen, dass alle nichtehelichen Väter unter einem Generalverdacht gestellt werden und sie die Gleichheit per Antrag bei Gericht festschreiben lassen müssen. Es gibt also viel zu tun und wir packen es an! Dafür sei allen recht herzlich gedankt. Wir wünschen allen ein gesegnetes neues Jahr.
Eine „Großelterninitiative” mit Beistand der liberalen Senioren" aus Homberg will das Großeltern-Sorgerecht für Kinder aus Problemfamilien erleichtern. Das sei für die betroffenen Kinder allemal besser, als in die Mühlen der staatlichen Fürsorge zu geraten. Rund um die gerade überstandenen Weihnachtstage und die ruhige Zeit „zwischen den Jahren” rückt sie verstärkt ins Blickfeld: Die Beziehung zwischen Großeltern und ihren Enkelkindern. Einer, der sich auch abseits von Geschenken und weihnachtlichen Verwandtschaftsbesuchen für Enkelkinder – nicht nur die eigenen – engagiert, ist Sieghard Erdt aus Homberg. Der 67-Jährige unterstützt die Essener „Bundesinitiative Großeltern von Trennung und Scheidung betroffener Kinder” (BIGE). Der ehemalige Homberger und spätere Duisburger Ratsherr ist heute als „Regionalbeauftragter” für Duisburg und den Niederrhein bei den „Liberalen Senioren” aktiv, einer Organisation der FDP. Seit der letzten Kommunalwahl im August dieses Jahres sitzt Erdt außerdem für die Liberalen im städtischen Senioren-Beirat.
Vom Gedöns zur Mission
Wie das Kinderkriegen zum Politikum wurde
Gerhard Schröder nannte Familienpolitik 1998 noch vernichtend "Gedöns". Das dürfte sich heute kein hochrangiger Politiker mehr erlauben. Im neuen Jahrtausend wurde das Kinderkriegen zum Staatsakt, die Geburtenrate zum belauerten Seismografen für Wohl und Wehe der Gesellschaft. Ein später Abend im Dezember 2009. Bei einer kurzen Zapp-Orgie vor dem Schlafengehen legt der Daumen auf der Fernbedienung eine Pause ein als das Gesicht von Christiane Paul auftaucht. Das junge Gesicht von Christiane Paul - der Film muss gute zehn Jahre alt sein. Prima Schauspielerin, da kann man ja kurz noch mal zehn Minuten hängen bleiben. Sie spielt eine TV-Wetterfee, die mit ihrem Yuppie-Freund, gespielt von Tobias Moretti, darüber streitet, dass er zu viel arbeitet und zu viel in der Welt unterwegs ist. In einer Szene liegt sie auf dem Bett und meckert ihn an. Dabei sagt sie einen Satz, der einem heute die Chips aus dem Gesicht fallen lässt: "Ich muss mich doch auch zwischen Kind und Karriere entscheiden!"
Nichtautorisierte Übersetzung des Urteils des EGMR vom 03.12.09
Dieses Urteil wird rechtskräftig unter den Voraussetzungen des Art. 44 § 2 der Konvention. Redaktionelle Änderungen vorbehalten. Im Fall Zaunegger gegen Deutschland verkündet die Kammer der Fünften Sektion des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in der Besetzung: Peer Lorenzen, President, Karel Jungwiert, RAit Maruste, Mark Villiger, Isabelle-Berro-Levéfre, Mirjana Lazarova Trajkovska, Richter, Betram Schmitt, ad hoc Richter, und Stephen Phillips, Stellvertretender Kanzler der Sektion nach nicht-öffentlicher Beratung am 20.10.2009 folgendes Urteil, das am zuvor genannten Datum gefasst wurde:
Kindesunterhalt: Kosten für Umgang berücksichtigen!
Angesichts der bevorstehenden Erhöhung des Kindesunterhalts um mindestens 13% mahnt der bundesweite Verein Väteraufbruch für Kinder eine Überprüfung des Unterhaltsrechts an. Die größte deutsche Väterorganisation regt an, ein Existenzminimum für unterhaltspflichtige Eltern zu definieren, das auch die Kosten des Umgangs zwischen Vater bzw. Mutter und Kind berücksichtigt. Derzeit fließt in die Berechnung der Unterhaltssätze nur das sächliche Existenzminimum des Kindes (Kinderfreibetrag) ein, nicht aber das Existenzminimum des Unterhaltspflichtigen. Steigende Lebenshaltungskosten und eine veränderte Ermittlung dieses Kinderfreibetrags gehen ausschließlich zu Lasten unterhaltspflichtiger Väter und Mütter, ohne dass die Steigerung ihrer eigenen Lebenshaltungskosten berücksichtigt wird. Neben dem Kindergeld, das zum Januar 2010 für alle Kinder um 20 Euro steigt, erhalten Scheidungs- und Trennungskinder monatlich zusätzlich mindestens 30 Euro mehr Unterhalt von ihren unterhaltspflichtigen Vätern und Müttern. Dieses Geld wird diesen Eltern fehlen, um die Zeit mit ihren Kindern zu gestalten. Auch lindert der erhöhte Unterhalt die Kinderarmut nicht, weil er mit dem Bezug von Hartz IV verrechnet wird und an vielen bedürftigen Kindern wieder vorbei in die Staatskasse fließt. Einen sachlichen Grund für die Erhöhung des Unterhalts um mindestens 13% gibt es nicht: Im ablaufenden Jahr haben sich die Lebenshaltungskosten kaum verändert. Erst im kommenden Jahr entscheidet das Bundesverfassungsgericht, ob bei der Ermittlung des Existenzminimums von Kindern nachgebessert werden muss und der Kindesunterhalt steigt. Diesen Anstieg hat der Gesetzgeber mit seinem Gesetz zur Beschleunigung des Wirtschaftswachstums nun vorweg genommen.
ISUV: Düsseldorfer Tabelle - von Jahr zu Jahr ein ungerechter intransparenter Moloch zur autoritären Abzocke von Alimentenzahler/innen
Ein 51-jähriger Angestellter aus dem Taunus war hochqualifiziert, geschätzt, spezialisiert und gut bezahlt - bis er sich mehr um seine Familie kümmern wollte und in Elternzeit ging. Das gefiel seinem Arbeitgeber überhaupt nicht. Er ist zu groß für das Auto. Wenn Jens Schneider* in seinem Fiat Punto sitzt, berührt sein Kopf fast die Decke, er muss sich deshalb leicht nach vorne beugen. Die Ellenbogen stoßen ans Lenkrad, das unter seinen kräftigen Händen fast verschwindet. Gekrümmt sieht er dadurch aus, zusammengestaucht, kleingemacht. Trotzdem passt das Auto, es macht seinen Abstieg sichtbar. Bis vor kurzem war das noch anders. Da fuhr der 51-Jährige einen Audi, den Dienstwagen, den ihm seine Firma jahrelang selbstverständlich zur Verfügung gestellt hat. Genauso selbstverständlich, wie der Manager eines börsennotierten Konzerns ein sechsstelliges Jahresgehalt verdiente, am Ende des Jahres Gehaltserhöhungen und Boni für seine Arbeit bekam.
Die Nachrichten von verwahrlosten Kindern reißen nicht ab. Da magern Kinder deutlich ab, und die Eltern merken nichts. Da liegt ein Baby wimmernd im zehn Grad kalten Zimmer mit einem dünnen Hemdchen bekleidet im schmutzigen Bett, und seine Mutter sieht im Nebenzimmer fern. Babys werden vernachlässigt, sie werden geschüttelt, geschlagen, falsch ernährt. Im schlimmsten Fall werden sie allein gelassen, gequält oder gar getötet. Auf der anderen Seite der Skala haben wir die überversorgten Kinder, die sich ebenso wenig wie die unterversorgten die Schuhe zubinden können, dafür sind es Designerschuhe. Sie haben mit vier Jahren ein i-Phone, mit fünf keine kleinen Pflichten und mit sechs einen Laptop und einen vollen Terminkalender. Meist Einzelkinder, sind sie die herumchauffierten Zirkuspferdchen ihrer Mütter und Väter. Was ist los mit den Eltern?
Ob Babyklappen oder Pflegenotstand: Warum der Umgang mit Kindern und Alten nicht mehr selbstverständlich ist
Ob es hart wird für Cem Özdemir? Eher nicht. Als ehemaliger Europaparlamentarier mit Pendelerfahrung dürfte er frühes Aufstehen gewohnt sein. Als langjähriges Parteimitglied der Grünen verfügt er über Techniken nervlicher Selbstberuhigung, mit deren Hilfe sich Alltagssituationen ertragen lassen, die von unkontrolliert schreienden Lebewesen dominiert werden. Und davon abgesehen: Die Baby-Pause, in die sich der Parteivorsitzende und frischgebackene Vater seines zweiten Kindes verabschiedet hat, soll nicht drei Jahre währen, sondern nur sechs Wochen. Damit bleibt Cem Özdemir um vierzehn Tage hinter dem Pensum der sogenannten Vätermonate zurück, welches für eine Verlängerung der Elterngeldzeit auf vierzehn Monate erforderlich ist. Sechs Wochen Abstinenz von der politischen Bühne genügen jedoch, um ihn mit dem Titel »Von-der-Leyen-Vater« zu adeln. Er werde sich, äußerte Özdemir, in seinen Vaterwochen vor allem intensiv um seine vierjährige Tochter kümmern. Es werde ihm Spaß machen, ihr viel vorzulesen und statt beim Kopenhagener Klimagipfel ganz privat in seinen vier Wänden zu sein.
„Europäisiertes“ Familienrecht – Abschied von der „klassischen“ Familie?
Ein neues Leitbild der „sozialen Elternschaft“, das nach dem Willen der europäischen Rechtsprechung an die Stelle der „biologischen Elternschaft“ treten soll, droht endgültig die „klassische Familie“ zu einem antiquierten Ladenhüter zu machen. Einzig das Bestehen einer faktischen Eltern-Kind-Beziehung wird zum Leitbild erhoben, dem sich auch unser Grundgesetz beugen muss, wenn sich kein Widerstand dagegen auftut.
„Soziale“ Elternschaft statt „klassische“ Familie – ein rechtspolitischer und anthropologischer Paradigmenwechsel Der richtige Weg soll dem deutschen Gesetzgeber auch im Umgang mit Stief- bzw. Patchworkfamilien gewiesen werden. Bisher setzt ein volles Sorgerecht von Stiefeltern die Adoption des Kindes voraus. Umgekehrt begründet erst die Adoption Rechtsansprüche (z. B. auf Unterhalt) von Kindern gegenüber ihren Stiefeltern. Die Stiefkindadoption setzt wiederum eine Ehe bzw. eingetragene Lebenspartnerschaft voraus.
A-Z-Medien
Herberge für Männer in Not
Das ehemalige «Fischstübli» in Erlenbach dient Männern in Not als Rückzugsort. (Bild: Reto Schneider) Quelle: Sonntag Pfarrer Andreas Cabalzar hat ein Haus für Scheidungsmänner eingerichtet. Jetzt sind die ersten drei Bewohner ins ehemalige Erlenbacher «Fischstübli» eingezogen. Andreas Cabalzar schliesst sein kürzlich eröffnetes Scheidungsmännerhaus auf und geht die steile Holztreppe hoch. «In der Krise brauchen Männer einen Rückzugsort», sagt der reformierte Pfarrer von Erlenbach. Wenn die Ehekrise eskaliert, müsse meistens der Mann ausziehen. Im ehemaligen «Fischstübli» können die Männer bleiben, bis es ihnen besser gehe. Zwei Zimmer sind für einen längeren Aufenthalt eingerichtet, das dritte dient als «SOS-Zimmer». In der improvisierten Küche stehen zwei Elektroherde. Im Sommer hat der Seelsorger vier Scheidungsmänner begleitet, die mangels Alternativen im Hotel, bei der Mutter oder bei Kollegen wohnen mussten. Den reformierten Pfarrer und Familienvater brachte dies auf die Idee, das erste Haus für Scheidungsmänner im Kanton Zürich zu schaffen. «Mir geht es darum, die Not der Männer zu enttabuisieren», sagt Cabalzar. Die Kirchgemeinde Erlenbach zeigte sich offen, Cabalzars Pionierprojekt zu finanzieren. Innerhalb von sieben Wochen hat Cabalzar mit ehemaligen Konfirmanden das «Fischstübli» an der Schiffländestrasse umgebaut.
Wenn Papa an Heiligabend fehlt
Für die einen ist Weihnachten das Fest der Liebe und Familie. Monika Richter (Namen aller Betroffenen geändert) erinnert der 24. Dezember vor allem an das "eigene Scheitern". Seit drei Jahren ist die Mutter eines neunjährigen Sohnes geschieden. Im ersten Jahr hat sie mit ihrem Exmann gemeinsam gefeiert. Aus Liebe zu ihrem Sohn Florian wollten sie so tun, als wären sie noch eine Familie. "Ich habe gedacht, ich könnte es nicht ertragen, wenn ich alles herrichte und dann die Frage kommt: wo bleibt Papa", erzählt die 38-Jährige. Doch der Abend habe alle drei überfordert. Es sei das schweigsamste Weihnachten ihres Lebens gewesen. So wollten sie nie wieder feiern, da seien sie sich einig gewesen. Aber wie wird man der neuen Situation am besten gerecht?420.67 Geschiedene leben derzeit in Stuttgart. Lange nicht alle von ihnen haben aber Nachwuchs. Unter den 1218 Paaren, die sich 2008 scheiden ließen, sind beispielsweise 588 mit Kindern gewesen. Die meisten Scheidungsfamilien in Stuttgart, da ist man sich bei Jugendamt und Familiengericht einig, schaffen es, einvernehmliche Lösungen für die Feiertage zu finden. "Früher gab es mehr Streit", sagt Wolf Andrée-Röhmholdt, der Leiter der Familienabteilung des Stuttgarter Amtsgerichts, das sich in diesem Jahr nur zweimal mit dem Weihnachtsumgangsrecht beschäftigen musste. Aber das heißt natürlich nicht, dass die Feiertage nicht belastend für die Eltern und die Kinder sind.
Liebe Mitglieder, liebe Freunde, liebe Gäste unserer Internet Seite:
Das vergangene Jahr brachte vieles: es endete mit einem Urteilsspruch des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, auf den wir seit vielen Jahren gewartet hatten: auch das Kind, dessen Eltern nicht miteinander verheiratet sind, hat das Recht auf zwei vollgültige, gleichberechtigte Eltern. Deshalb muss der deutsche Gesetzgeber nun auch dem mit der Mutter nicht verheirateten Vater einen eigenständigen, von der Zustimmung der Mutter unabhängigen Weg zum vollen gemeinsamen Sorgerecht eröffnen. Wie wird dieser Weg aussehen? Werden wir eine kleine Lösung eines umständlichen Antragsverfahrens bekommen, das für viele Väter zu keinem anderen Ziel führt als zu noch mehr Streit mit der Mutter des gemeinsamen Kindes, oder werden wir eine große Lösung bekommen, nämlich das gemeinsame Sorgerecht beider Eltern von Anfang an, egal ob sie miteinander verheiratet sind oder nicht ? Im kommenden Jahr werden die Weichen gestellt. Wir sollten uns alle vornehmen, beharrlich bei den Entscheidungsträgern in Parlament und Regierung, aber auch in den Medien, Verbänden und Religionsgemeinschaften für unsere Sicht der Dinge zu werben und unsere Erfahrungen einzubringen. Es geht dabei nicht nur um unsere Kinder und um uns selbst, es geht um alle Kinder in dieser Gesellschaft, und es geht um den Platz und den Raum der Vaterschaft. Wichtig ist, dass wir auch selbst miteinander respektvoll umgehen; nur dann werden wir auch den Respekt Anderer erreichen. Unser Verband wächst, die Politik und die Öffentlichkeit nimmt uns mehr wahr, es wird mit uns gesprochen, man beginnt auf uns zu hören. Viele Kreisgruppen haben im vergangenen Jahr Erfolge vor Ort erreicht. Glückwunsch und Weiter So! Unsere besonderen Gedanken gehen an alle die unter uns, die diese Weihnachten ihre Kinder nicht sehen können. Euere Nöte und die Nöte Eurer Kinder sind Ausgangspunkt und Zweck unserer Arbeit.
Mit herzlichem Gruß Euer Ulrich Mueller
Mit dem Papa auf der Ideallinie
Winterspaß: Rodelhügel im Ostpark hat derzeit Konjunktur - Viele Väter mit ihren Kindern auf ihren alten Schlitten
Auf die Frage, was schöner ist, alleine den Buckel runter zu rasen oder mit dem Papa, überlegt Dennis nicht lang. Mit dem Papa. Jens Wichert, 37 Jahre alter Rüsselsheimer aus der B-Siedlung, kennt nämlich die Ideallinie des winterlichen Spaßhügels im Ostpark. ,,Mit Papa gehts einfach schneller", sagt der Achtjährige. Solo stürzt sich Dennis mit Vorliebe über die Wellen und Hügel, nimmt also die Piste mittig, auch wenn das stark nach blauen Flecken aussieht. Dennis und Jens Wichert erfüllen viele Schlittenfahrerstandards: meistens sind es Väter, die ihre Kinder begleiten und oft mit Schlitten, die aussehen, als ob schon der Papa als Kind seinen Spaß damit hatte. Dies gilt auch auch für Oskar (41) und Sebastian (8) Schell. Ihr 32 Jahre altes klassisches Holzkonstrukt könnte winterliche Geschichten erzählen, von denen viele auf dem Feldberg spielten, wo Oskar Schell als Kind wiederum mit seinem Vater die traumhaft langen Taunuspisten befuhr.
Zu seiner Weihnachtsfeier hatte der Verein "Väteraufbruch" in Hamburg auch die Ex-Frauen und Kinder eingeladen. Sie aber kamen nicht.
Eigentlich wollte Hagen mit seinen beiden Kindern kommen. Wie jedes zweite Wochenende fuhr er am Samstag zur Wohnung seiner Ex-Frau. Er darf sich der Wohnung nicht näher als drei Meter nähern. So wartete er auf der Straße. Um nichts zu verpassen ist er immer ein paar Minuten vor dem verabredeten Termin dort. Normalerweise sollte sich dann irgendwann die Tür öffnen und seine Kinder herausgeschoben werden. Dieses Jahr hat sich der Verein "Väteraufbruch für Kinder" für seine Weihnachtsfeier etwas Besonderes einfallen lassen: eingeladen wurden neben den Vereinsmitgliedern auch die Expartner und die gemeinsamen Kinder. Weißer Stuck ziert die hellblauen Wände und Decken des Schrödersaals an der Alster. In der Ecke ein großer Tannenbaum, auf den Tischen Nüsse, Mandarinen und Kerzen. Die Väter stehen in kleinen Grüppchen beieinander, trinken Kaffee. Viele tragen weihnachtliche Strickpullover, manche haben sich auch extra schick gemacht. Bis jetzt ist noch keines ihrer Kinder erschienen, geschweige denn eine der Ex-Frauen - aber es ist ja auch erst fünf und die Veranstaltung soll bis acht gehen.
Erfolgsprojekt: "Wann dürfen wir wieder kommen, Papa?"
Justizvollzugsanstalt (JVA) Butzbach führt Kinderbesuchstag ein - Landesweit einmalig
Obwohl sie sich im vergangenen halben Jahr monatlich jeweils nur drei Stunden gesehen haben, hat sich das Verhältnis von Armin S. (Name von der Redaktion geändert) zu seinen Kindern verbessert. "Meine Partnerin hatte mit unserem elfjährigen Sohn massive Probleme", erzählt er. "Er sackte in der Schule ab, hörte nicht mehr auf seine Mutter. Was wahrscheinlich in Zusammenhang mit meiner Inhaftierung stand", räumt S. ein. "Er hatte wohl so das Gefühl, ich wolle nichts mehr mit ihm zu tun haben." "Schon nach dem ersten Besuch fragten er und meine kleine Tochter: Wann dürfen wir wieder kommen?" Ihm hätten diese Gelegenheiten noch einmal nachdrücklich ein Gefühl dafür gegeben, wie wichtig für ihn Familie sei. Seine Kinder wüssten nun endgültig, dass sie einen Vater haben, der an sie denke, der sich nach seiner Haftentlassung wieder um sie kümmern werde. Ausdrücklichen Dank spricht Armin S. jenen Mitarbeiterinnen aus, die maßgeblich die Kinderbesuchstage, ein Väter-Kinder-Projekt, in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Butzbach ins Leben gerufen haben - hessenweit bislang das einzige Vorhaben dieser Art.
Vater zweiter Klasse
Er wäre gern ein besserer Vater für Simon. Hannes will mehr Zeit mit ihm, will dem Kleinen dabei zusehen, wie er sich entwickelt, älter wird. Doch Simons Mutter ist dagegen - und Hannes hat keine Chance. Es ist nur ein kleiner gelber Zettel mit ein paar Worten, nichts Besonderes. Zusammengefaltet und in die blaue Kindergartentasche gesteckt. Hannes hat ihn entdeckt, als er Simon mittags abgeholt hat. Nächsten Dienstag klappt nicht, steht darauf, ich fahre mit Simon zu meinen Eltern. Mehr als das ist es nicht. Dennoch sind diese wenigen Worte so kennzeichnend für die Geschichte von Hannes* und seinem Sohn Simon. Hannes ist 39 und seit fünf Jahren Papa. Mit der Mutter von Simon war er nicht lange zusammen, noch nicht mal ein Jahr. Die Beziehung ging kaputt, noch bevor er im Kreißsaal dabei zusah, wie sein Sohn geboren wurde. Seither reduziert sich die Kommunikation mit der Mutter meist auf Zettel in der blauen Kindergartentasche, ab und zu ein kurzes Telefonat. Den Jungen sieht Hannes nur selten.
Martin Schmid kämpft dafür, seinen Sohn sehen zu dürfen – seit dessen Geburt. Nun gibt ihm ein Urteil Hoffnung, das die Rechte lediger Väter stärkt. Ein paar Schritte nur muss er die Wiese hinaufgehen. In diesen Momenten ist Martin Schmid seinem Sohn ganz nah. Er steht dann an seinem Gartenzaun, dahinter ist der Rasen der Kindertagesstätte. Schmid sieht den Kleinen manchmal zu, wenn sie draußen spielen. Weiter darf er nicht. „In letzter Zeit“, sagt Martin Schmid, „bleibe ich lieber im Haus. Fast immer, wenn mich mein Sohn sieht, läuft er auf mich zu und weint.“ Tim* wird im März drei Jahre alt und lebt bei seiner Mutter. Sie hat sich noch vor seiner Geburt von Martin Schmid getrennt und danach jeden Kontakt zu ihm verweigert. Über die Gründe will sie nicht sprechen. Weil das Kind unehelich ist, hat seine Mutter das alleinige Sorgerecht. Seit Tims Geburt muss Martin Schmid um jede Stunde ringen, die er mit seinem Sohn verbringen darf. Und das, obwohl er nur knapp drei Kilometer von ihm entfernt wohnt. „Dabei gehöre ich doch zu seinem Leben. Ich glaube, es ist wichtig für ein Kind, bei Vater und Mutter gleichberechtigt aufzuwachsen“, sagt Schmid.
Wieder einmal steuern wir unausweichlich auf die Feiertage zu, die vielen von uns nicht immer einfach und wohlwollend begegnen. Das „Fest der Liebe“ wird es auch genannt – aber dann, wenn andere in gemütlicher Runde diese Tage mit den Früchten ihrer Liebe, ihren Kindern, genießen, kommt in so manchem von uns das Verlangen auf, dass die Tage möglichst schnell vorüber gehen mögen. Einige ziehen es sogar vor, sich diesem Umfeld mittels Urlaubsreise gänzlich zu entziehen. Trotzdem haben viele das Bedürfnis, ihren Angehörigen, die sie nicht sehen dürfen oder können, zumindest einige Zeilen zu widmen. Ob die handgeschriebene Karte jedoch den Empfänger erreicht, ist nicht immer sicher, manchmal ist sie aufgrund des Alters der Empfänger auch gar nicht geeignet.
Heim für geschiedene Väter gegründet
Immer mehr italienische Männer geraten nach der Scheidung in finanzielle Nöte. Die Gemeinde Rom hat jetzt ein Heim für geschiedene arbeitslose Männer eröffnet.
Unterhaltsforderungen können vor allem in Krisenzeiten finanzielle Probleme auslösen, die zu Existenzkrisen bis hin zur Verarmung führen. Deshalb stellte die Stadt 20 Wohnungen zur Verfügung, in denen Männer nach der Trennung von ihrer Frau ein Jahr lang leben und ihre Kinder sehen können. „Viele Männer kehren nach der Trennung in ihr Elternhaus zurück, andere sind sogar gezwungen, im Auto zu übernachten, weil sie keine Wohnung mehr haben und sich keine neue leisten können. Dieses Heim soll ihnen helfen, ihre Identität zurückzuerlangen und sich eine neue Existenz aufzubauen“, sagte eine Sprecherin des römischen Gemeinderats. „Geschiedene Männer haben häufig keine andere Wahl, als zu ihren Eltern zurückzukehren: Sie verlieren oft ihre Wohnung, die der Richter der Ex-Frau und den Kindern zuspricht. Wegen der Unterhaltskosten haben sie kein Geld für eine neue Wohnung, und daher bleibt die Rückkehr zu den Eltern die einzige Lösung“, analysierte ein italienischer Demograf.
Sie wohnt nur zwei Kilometer von ihm entfernt. Doch Karl-Heinz Eckert und seine Tochter trennen Welten. Der Kieler darf Lena (Name geändert) weder sehen noch mit ihr telefonieren. So will es die Mutter. Im August 2006 hat Eckert die heute Neunjährige, die bei ihrer Mutter lebt, zum letzten Mal gesehen. Auch die Festtage wird er ohne sie verbringen. Der 53-Jährige ist Sprecher der Kreisgruppe Kiel von "Väteraufbruch für Kinder" - einer Gemeinschaft von Männern, die ihre Kinder nicht mehr oder nur unter erheblichen Schwierigkeiten besuchen dürfen. Heute machen sie aus Anlass des Weihnachtsfestes mit einem Infostand im Kieler Holstentörn (Sophienhof) auf ihre Situation aufmerksam. Auch Eckert wird dort stehen - und wer es wissen will, dem erzählt er die Geschichte seiner Vaterschaft. Es ist ein zehrender Konflikt, in dem es nur Verlierer gibt. Den Vater, der mehrfach vergebens vor Gericht zog, um für das Besuchsrecht zu kämpfen. Das Kind, das ohne leiblichen Vater aufwächst und zum Spielball zwischen den Fronten wird. Und die Mutter, die der Tochter das Gezerre irgendwann erklären muss - egal ob sie es haben wollte oder nicht.
Mehr Geld für Familien: Etat des Bundesfamilienministeriums soll 2010 auf 6,56 Milliarden Euro steigen
Erfolg des Elterngeldes ist Hauptursache für Anstieg des Haushalts
Das Bundeskabinett hat heute den Bundeshaushalt 2010 beschlossen. Für die Familienpolitik sind für das kommende Jahr Ausgaben von 6,56 Milliarden Euro vorgesehen. Dies bedeutet ein Plus von 413 Millionen Euro gegenüber dem bisherigen Finanzplan. Die Zunahme liegt im Wesentlichen im Bereich der gesetzlich festgelegten Familienleistungen, die gegenüber den Planungen um 395 Millionen Euro (rund acht Prozent) steigen sollen. Hauptgrund ist der Erfolg des Elterngeldes: Die Ausgaben dafür liegen 2010 305 Millionen Euro über den Planungen - dann bei 4,48 Milliarden Euro.
Trennungskrieg – wenn Mütter ihre Kinder im Kampf gegen den Vater einsetzen
Uneheliche Väter sollen in Zukunft das Sorgerecht für ihre Kinder ohne Zustimmung der Mutter erhalten dürfen. Aber was nützt das, wenn sich Mütter einfach darüber hinwegsetzen und ihre Kinder so zwischen den Fronten zerrieben werden?
Nach dem Gerichtsbeschluss des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte, der das Sorgerecht unehelicher Väter gleichstellt mit dem verheirateter sollte man meinen, die Situation werde sich für Väter ohne Ehering in Deutschland nun verbessern. Soweit so … Nein, nicht gut. So im Fall von Sebastian Freiherr von Sass aus Gera, der seine Tochter oft wochenlang nicht zu Gesicht bekam. „Trotz richterlichen Beschlusses reduzierte meine Expartnerin die zugestandenen Besuchszeiten eigenmächtig und nach eigenem Gutdünken. Wochenlang durfte ich Anna Maria nicht abholen, weil sie laut ärztlichem Attest krank war. Dabei sah ich meine Expartnerin, wie sie mit ihr spazieren ging, obwohl sie angeblich hohes Fieber hatte. Das Mitspracherecht bei der Arztwahl, das mir aufgrund des Sorgerechtes zusteht, wurde mir schlichtweg verwehrt,“ klagt von Sass.
Novembersendung am 17.12.2009 von 19.00 -19.50 Uhr
Bruno Köhler vom Verein MANNdat mit Geschenkideen für Jungen und vielen Grüßen und Musik
Es spricht sich mittlerweile auch in politischen Kreisen herum, dass die Jungen die Bildungsverlierer sind. Geeignete Programme für Jungen sucht man aber vergebens. Sind Jungen die dümmeren Schüler oder woran liegt dieser Missstand? Bruno Köhler vom Verein MANNdat hat Antworten nicht nur auf das "WARUM", sondern vor allem WIE es besser gemacht werden kann - seit Jahren legt MANNdat Jungenleselisten vor, damit Bücher auch für Jungen interessant sind.
Gemeinsames Sorgerecht soll zur Regel werden
Bundesrat will Scheidungsrecht anpassen
Künftig soll bei Eltern, die sich scheiden lassen, das gemeinsame Sorgerecht zur Regel werden. Bei unverheirateten Eltern, die getrennte Wege gehen, soll das gemeinsame Sorgerecht nur möglich werden, wenn dies die Mutter akzeptiert. Bei einer Scheidung soll künftig das gemeinsame Sorgerecht der Eltern die Regel sein. Der Bundesrat lässt gestützt auf die Vernehmlassungsantworten eine ZGB-Revision erarbeiten. Hingegen soll bei ledigen Eltern das gemeinsame Sorgerecht weiterhin nur möglich sein, wenn die Mutter damit einverstanden ist. Der Bundesrat hat am Mittwoch die Vernehmlassungsergebnisse zum gemeinsamen Sorgerecht zur Kenntnis genommen, wie das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJDP) mitteilte. Der Vorschlag, dass das gemeinsame Sorgerecht nach der Scheidung zur Regel wird, sei von einer klaren Mehrheit grundsätzlich begrüsst worden. Keine Mehrheit fand in der Vernehmlassung der Vorschlag des Bundesrates, wonach im Falle einer Anerkennung des Kindes durch den Vater das Sorgerecht ebenfalls automatisch beiden Elternteilen zustehen soll. Der Vorentwurf soll vom EJPD deshalb in dem Sinne überarbeitet werden, dass das Sorgerecht bei ledigen Eltern wie bisher vorerst einzig der Mutter zusteht. Zum gemeinsamen Sorgerecht kommt es nur, wenn sich die Mutter mit dem Sorgerecht des Vaters einverstanden erklärt oder wenn das Gericht auf Klage des Vaters hin so entscheidet.
Bitte helfen Sie mit, diesen Musterprozess zu führen. Dies ist für alle Kinder und Elternteile wichtig! Hier sehen Sie das Foto, das im Film „Der Entsorgte Vater“ von Douglas Wolfsperger nicht mehr gezeigt werden darf. Es handelt sich dabei um die Verwendung eines acht Jahre alten Kinderbildes und dokumentiert die emotionale Nähe zwischen dem damals dreijährigen Mädchen zu ihrem Vater. Keine im Film vorkommenden Umstände lassen auf die Identität der heute knapp 12-Jährigen schließen. Die Mutter von Wolfspergers Tochter, die mit Unterstützung der Gerichte erreicht hat, dass Vater und Kind seit fast zwei Jahren keinerlei Kontakt mehr miteinander haben dürfen, hat im Sommer `09 kurz nach dem Kinostart gegen die Verwendung dieses Fotos eine Einstweilige Verfügung erwirkt- mit der Begründung, dass das Persönlichkeitsrecht des Kindes beeinträchtigt würde. Infolgedessen waren die Kinobetreiber unter Androhung einer Konventionalstrafe in Höhe von 10.000 € gezwungen, das Foto, das zwei Sekunden gezeigt wurde, herauszuschneiden oder den Film ganz aus dem Programm zu streichen.
Das Bundeskabinett hat heute den Bundeshaushalt 2010 beschlossen. Für die Familienpolitik sind für das kommende Jahr Ausgaben von 6,56 Milliarden Euro vorgesehen. Dies bedeutet ein Plus von 413 Millionen Euro gegenüber dem bisherigen Finanzplan. Die Zunahme liegt im Wesentlichen im Bereich der gesetzlich festgelegten Familienleistungen, die gegenüber den Planungen um 395 Millionen Euro (rund acht Prozent) steigen sollen. Hauptgrund ist der Erfolg des Elterngeldes: Die Ausgaben dafür liegen 2010 305 Millionen Euro über den Planungen - dann bei 4,48 Milliarden Euro. "Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten müssen wir Familien den Rücken stärken", sagt die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Köhler. "Abstriche an der Unterstützung für Familien darf es nicht geben - der Familienhaushalt 2010 setzt deshalb genau das richtige Signal. Besonders freut mich die wachsende Beliebtheit der Vätermonate beim Elterngeld.
"Arme Kinder versuchen, ihre Familie zu schützen"
Maria von Welser spricht über Elend im Reichtum, über einklagbare Kinderrechte und über das Gefühl, von staatlicher Hilfe abhängig zu sein
Maria von Welser ist vielen als Moderatorin des ZDF-Frauenjournals "Mona Lisa" bekannt. Was weniger Menschen wissen: Sie ist auch stellvertretende Vorsitzende von Unicef Deutschland. Auf Einladung der Braunschweiger Unicef-Gruppe war sie kürzlich in der Stadt und hat in der Buchhandlung Thalia aus ihrem Buch gelesen, das sich mit Kinderarmut befasst. Vorher hat sie sich Zeit für ein Gespräch mit unseren Leser genommen.
Elterngeld:Chance im Streit um die ersten 300 Euro
Mütter und Väter, die Elterngeld beziehen, können gegen ihren Steuerbescheid Einspruch einlegen und sich in eine Verfassungsbeschwerde einklinken. Eltern aus Franken sind vor das Bundesverfassungsgericht gezogen, weil das Elterngeld voll den Steuersatz für ihr zu versteuerndes Einkommen erhöht. Die Kläger wollen erreichen, dass die ersten 300 Euro im Monat für das Finanzamt tabu sind. So viel erhalten auch Mütter und Väter, die vor der Geburt nicht gearbeitet haben, als Mindestelterngeld. Der Sockelbetrag von 300 Euro sei deshalb eine Sozialleistung, argumentieren die Kläger. Tipp: Wenn das Finanzamt bei Ihnen Elterngeld anrechnet, können Sie Einspruch einlegen und auf die Beschwerde 2 BvR 2604/09 beim Verfassungsgericht hinweisen. Dazu haben Sie nach der Bekanntgabe Ihres Steuerbescheids einen Monat lang Zeit. Sie sichern sich so die Chance auf Steuernachzahlungen, wenn die Entscheidung der Richter günstig ausfällt und rückwirkend gilt.
Recht Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mahnt an, nicht verheiratete Väter und Mütter bei der Kindererziehung gleichzustellen. Die Initiative "Väteraufbruch" kämpft darum. Harald Wagner (rechts) und Tobias Messinger von der Initiative "Väteraufbruch" kämpfen darum, mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen zu dürfen. Mehr Gleichberechtigung im Sorgerecht zwischen getrennt lebenden Müttern und Vätern hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in einem Grundsatzurteil kürzlich angemahnt. Die Richter stellten fest, dass die alleinige Sorge unverheirateter Mütter in Deutschland die Väter der Kinder diskriminiere und gegen Menschenrechte verstoße. Mit seiner Entscheidung drängt der Gerichtshof die Bundesrepublik Deutschland zur Modernisierung des Sorgerechts. Künftig sollen demnach hierzulande Väter, die nicht verheiratet sind, vor dem Gesetz den verheirateten Vätern gleichgestellt werden. Das Recht der Kinder auf beide Eltern soll für alle Kinder umgesetzt werden.
Monopol der Mütter gebrochen
Verein »Väteraufbruch für Kinder« hofft, dass Diskriminierung unverheirateter Väter baldiges Ende hat
Längst überfällig: Der Europäische Gerichtshof hat Deutschland die Diskriminierung unverheirateter Vätern bescheinigt. Für den »Verein für Väteraufbruch für Kinder« in Karlsruhe war bei der Urteilsverkündigung Vatertag – und das im Dezember. Für Franzjörg Krieg, Vorsitzender des »Vereins für Väterrechte« in Karlsruhe, ist das Urteil »eine schallende Ohrfeige für den deutschen Rechtsstaat.« Bei rund 200 000 Scheidungen mit Kindern und rund 100 000 Trennungen nichtehelicher Eltern sei das Urteil für Krieg längst überfällig Krieg lebte mit der Mutter seiner beiden Töchter 17 Jahre lang nicht ehelich, aber »ehegleich« zusammen. Seine Erfahrung: »Nach der Trennung wurde ich wie nach einem One-Night-stand behandelt.« Eine der Töchter hat er seit rund 14 Jahren nicht mehr gesehen. »Die Hilfe, die ich nicht finden und nicht erhalten konnte, habe ich im Oktober 2001 in Karlsruhe gegründet: Die Karlsruher Kreisgruppe des ›Väteraufbruch für Kinder‹«.
Viel Verantwortung und viel zu wenig Zeit im Jugendamt
Martina Ziegler (29) liebt ihren Beruf, obwohl er ihr einiges abverlangt. Die Sozialpädagogin ist Sozialarbeiterin beim Jugendamt, genauer gesagt beim Allgemeinen Sozialdienst (ASD) für die Region Nord-West. Kürzlich hatte das Jugendamt Alarm geschlagen. Es braucht dringend 13 neue Stellen, um seine Arbeit zum Schutz der Kinder überhaupt noch zu schaffen. Ein Blick in den Arbeitsalltag der „Bezirkssozialarbeiterin“ Martina Ziegler zeigt, wie notwendig die Entlastung ist. Im Juli sollen die Stellen besetzt werden. Martina Zieglers Terminkalender ist prall gefüllt. Mit Bereitschaftsdiensten, Besprechungen und vor allem mit Hausbesuchen. Mehrmals in der Woche sitzt sie in Sachen Jugendhilfe-Maßnahmen mit Eltern, Kindern und Vertretern von Jugendhilfe-Einrichtungen zusammen, führt Gespräche, die meist etwa eine Stunde dauern und dokumentiert sie, indem sie Hilfepläne schreibt.
"Manchmal stehen wir vor einem Dilemma", sagt Elisabeth R. und stützt die Ellenbogen auf den großen grauen Tisch. Etwa zweimal in der Woche sitzt sie hier mit Familien zur Verhandlung. Hell, aufgeräumt, mit vielen Regalgeraden. Ihr Büro ist nicht nur Schreibplatz, sondern vielmehr Streitplatz - ihr ganz persönlicher Gerichtssaal. Probleme werden ausdiskutiert, manchmal auch ausgebrüllt. "Oft sehr emotional, sehr turbulent." Gerade wenn es um Kinder geht, um ihr Wohl oder um das Sorgerecht, dann stünden die Eltern stark unter dem Druck des Verfahrens, sagt die Familienrichterin. "Sie empfinden die Termine oft als Einmischung, auch als Diskriminierung." Die 45-Jährige ist die zentrale Instanz in den familiengerichtlichen Verfahren der "Kindeswohlgefährdung", wie es im Amtsdeutsch heißt. Ein Begriff, hinter dem sich vieles verbergen kann: Ein Kind, das nicht zum Arzt gebracht wird; ein Kind, das geschlagen wird; ein Kind, das verhungert.
In Italien wurden Frauen zu Schmerzensgeld verurteilt, weil sie ihren geschiedenen Ehemännern den Besuch der gemeinsamen Kinder verweigert hatten. In der Schweiz wäre das undenkbar. Justiz und Sozialwesen machen es den Männern schwer. Wie bringt man Männer zum Weinen? Indem man ihnen die Kinder vorenthält. Zwei Väter erzählen, wie das ist, wenn man nach der Scheidung seine kleinen Kinder nur noch selten sieht und die Mütter alles tun, um auch die vereinbarten Besuchs-Wochenenden oder die Ferien zu hintertreiben. Beiden Vätern kommen im Gespräch mehrmals die Tränen. Für die, die es nicht wissen: Väter lieben ihre Kinder auch. Martin Burger* hat eine fünfjährige Tochter. Die darf er zwei Sonntage im Monat sehen. Dürfte. Denn oft teilt ihm die Mutter im letzten Moment mit, das Kind sei krank, es gebe ein Familienfest oder Ähnliches. Eigentlich müsste der Besuch nachgeholt werden, doch dann hat die Kindsmutter wieder tausend Vorwände oder nimmt das Telefon nicht ab und ignoriert Mails. «Die Vormundschaftsbehörde macht zu wenig Druck», klagt Burger.
Wo Väter in Elternzeit ungestört zum Kind werden können
Eine Carrera-Rennbahn gehört ebenso zum Inventar wie der Tischkicker. Im "Papaladen" in Prenzlauer Berg wird das Kind im Manne angesprochen und vor allem der Spaß am Vatersein ausgelebt. Die Männer können gemeinsam mit ihrem Nachwuchs Weihnachtsbäume fällen, Flieger basteln, Fußball gucken oder Feuerwehrautos inspizieren. Vor einem Jahr wurde der nur 40 Quadratmeter große Laden von Bundespräsident Horst Köhler zum Ort im Land der Ideen gekürt. Seitdem platzt der Raum für Väter aus allen Nähten. Der einzigartige "Papaladen" zog gestern nach einem Jahr Bilanz. "Eine neue Vätergeneration hat sich auf dem Weg gemacht", sagt der Leiter des Zentrums, Eberhard Schäfer. Und ihr Weg führt immer häufiger vorbei an dem Laden in der Marienburger Straße 28. Marcus Renusch kam im März zum ersten Mal mit seiner Tochter Milea hierher. Nach dem sechsten Monat hatte der Unternehmensberater die zweite Hälfte der Elternzeit übernommen. "Mir fehlte plötzlich jener Kontakt zu anderen Erwachsenen, der im Arbeitsalltag selbstverständlich ist", sagt der Vater.
Vorankündigung Väterradio
Vorankündigung Novembersendung am 17.12.2009 von 19.00 -19.50 Uhr
Weihnachtliche Grußsendung am 17.12.09 im Väterradio
eine Jungenleseliste von MANNdat, viele Grüße und viel Musik
Auch in diesem Jahr können Kinder ihre Eltern, oder Eltern ihre Kinder grüßen. Für manche ist es die einzige Möglichkeit eines Kontaktes. Wer Grüße in die Sendung bringen möchte, der rufe bitte folgende Telefonnummer an: 034602 - 4 89 11. Die Weihnachtsgrüße werden aufgezeichnet und in die Sendung eingespielt. Musikwünsche zum Vater-Kind-Thema können bis zum 10. Dezember an folgende e-Mail geschickt werden: webel@vafk.de
Rechtsanwaltskanzlei Dr. Baltes und Rixe
EGMR: Deutschland diskriminiert Väter nicht ehelicher Kinder beim Sorgerecht
In dem von Rechtsanwalt Georg Rixe geführten Verfahren Zaunegger/Deutschland - Nr. 22028/04 hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR/EuGHMR) durch seine Grundsatzentscheidung vom 03.12.2009 das Recht außerehelicher Kinder auf beide Eltern gestärkt und die langjährige Diskriminierung von Vätern bei der elterlichen Sorge verurteilt. Angesichts des auch vom BVerfG anerkannten Rechts aller Kinder auf Pflege und Erziehung durch ihre Eltern sollte sich der Gesetzgeber aber nicht auf die im politischen Raum bisher diskutierte Minnimalregelung der gerichtlichen Ersetzung der Zustimmung der Mutter beschränken, sondern sich am herrschenden Standard in Europa orientieren, nach dem die gemeinsame Sorge für außerehelich geborene Kinder automatisch ab Feststehen der Vaterschaft eintritt. Ansonsten wird Deutschland weiterhin das Schlusslicht der europäischen Rechtsentwicklung bilden.
Brecht die Macht der Mütter!
Kommentatoren des Urteils aus Straßburg und die überwältigend positiven Online-Befragungen waren sich einig: Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof zwingt Deutschland zur weiteren Modernisierung des Familienrechts. Deutschland muss Väter und Mütter, die nicht miteinander verheiratet sind, gleich behandeln. Es ist keinesfalls stets im Interesse des Kindes, wenn die Mutter ihre Macht nicht teilen muss. Folglich diskriminiert das Machtmonopol der Mutter den klagenden Vater als Mann und als Vater. Auch dem Kind wurde Unrecht getan: Ihm wurde der vollgültige Vater vorenthalten. Auch dem Kind wurde Unrecht getan: Ihm wurde der vollgültige Vater vorenthalten. Dem unverheirateten Vater steht nun auch bei uns ein vom Willen der Mutter unabhängiger Weg zu einer vollgültigen, der Mutter gleichen Elternschaft zu. Wie soll dieser Weg aussehen? Entweder man lässt es bei der Alleinsorge der Mutter, gibt aber - so wie in England - dem Vater das Recht, die gemeinsame Sorge bei Gericht zu beantragen, wenn die Mutter nicht teilen will. Viele Mütter würden dann wohl einlenken, andere werden es auf einen Prozess ankommen lassen. Oder aber man gibt - wie in Frankreich - automatisch allen nicht verheirateten Vätern das gemeinsame Sorgerecht, räumt aber beiden Eltern das Recht zum Widerspruch ein.
Wenn Kinder zum Faustpfand werden
Damit Thomas Wendland* mit seinen beiden Kindern für zehn Tage in Norwegen Urlaub machen konnte, musste er fünf Monate lang bei seiner Ex-Lebensgefährtin anfragen, betteln, verhandeln, E-Mails schreiben. Seinen Sohn darf er nur mit ihrer ausdrücklichen Erlaubnis vom Kindergarten abholen. Im vergangenen halben Jahr hat Thomas Wendland seine fünfeinhalbjährige Tochter und seinen dreieinhalbjährigen Sohn nur zweimal gesehen. Einmal im August, einmal im November. Seine Anfrage auf ein gemeinsames Weihnachtsfest wurde - wie selbstverständlich - abschlägig beschieden. Von seiner Lebensgefährtin trennte sich Wendland im Mai 2008. "Eine Heirat erschien uns niemals notwendig", sagt er heute. Für das ältere Kind hat Thomas Wendland das Sorgerecht, für das jüngere gibt ihm die Mutter das Sorgerecht trotz Klage nicht. Dies ist in Deutschland - noch - rechtens. "Die Konsequenzen für Kinder und Väter aus nicht verheirateten Verhältnisse sind, oft über Jahre hinweg, verheerend", sagt der 40-Jährige.
Mehrheit der Politiker für Sorgerecht beider Eltern ab Geburt
Eine Mehrheit der Politiker ist für ein gemeinsames Sorgerecht beider Elternteile ab Geburt ihres Kindes. Das ergab eine Umfrage unter den Kandidaten für die vergangene Bundestagswahl, wie das Nachrichtenmagazin FOCUS unter Berufung auf den Verein „Väteraufbruch für Kinder“ berichtet. Dieser hatte im Sommer allen Kandidaten für die Bundestagswahl Fragebögen geschickt. Darin wurde unter anderem die Frage gestellt, ob in Deutschland ein automatisches Sorgerecht gelten solle. 75 Prozent der Politiker kreuzten „ja“ an. Nach dem Urteilsspruch des Europäischen Gerichtshofes von Donnerstag muss der Gesetzgeber ein neues Gesetz erarbeiten. Die Straßburger Richter hatten geurteilt, dass in Deutschland Väter diskriminiert werden, weil die Mutter ihnen das gemeinsame Sorgerecht verwehren kann.
Spiegel: "Der Vater muss auf Knien rutschen"
TAZ: Kümmer-Väter begünstigt
Streit ums Kind:
Wenn Väter entrechtet sind
Wenn Eltern um das Sorgerecht ihrer Kinder streiten, haben Väter oft keine Chance. Besonders unverheiratete Väter sind dem Wohlwollen der Mütter ausgeliefert. Denn in Deutschland erhalten diese Männer das gemeinsame Sorgerecht nur, wenn die Mutter des Kindes einverstanden ist. Das könnte sich nun ändern. Acht Jahre hat Horst Zaunegger vor deutschen Gerichten um das Sorgerecht für seine 14-jährige Tochter gekämpft. Doch erst der Europäische Gerichtshof entschied: Das deutsche Gesetz verstößt gegen das Diskriminierungsverbot. Väter müssten die gleichen Rechte haben wie Mütter. Das heißt: Auch ledige Väter müssten das Sorgerecht für ihre Kinder erstreiten können. stern TV berichtet über Väter, für die das Urteil mehr als nur ein Hoffnungsschimmer ist.
Bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte musste sich Horst Zaunegger durchklagen, um bestätigt zu bekommen, dass seine Tochter ihn nicht nur als Unterhaltszahler brauche, sondern eben auch als Vater, selbst wenn er nicht mit der Mutter verheiratet sei. Deutsche Richter - auch das Bundesverfassungsgericht - hatten den Kläger zuvor stets mehr oder weniger verständnisvoll, aber achselzuckend beschieden, dass nach geltender Gesetzeslage nur seine verflossene Lebenspartnerin ihm das Sorgerecht für sein Kind zugestehen könne. Wenn eine Frau dem leiblichen Vater ihres Kindes das Sorgerecht verweigere, bekam der Mann in Karlsruhe zu hören, so werde es dafür „wohl schwerwiegende Gründe“ geben. Haben die Richter daran gedacht, dass zum Beispiel Rachegefühle einer verlassenen Frau ein schwerwiegender, aber sicher kein guter Grund für die Verweigerung des Sorgerechts sein könnten?
Familienministerin Kristina Köhler hält viel vom Betreuungsgeld und wenig von Unternehmen, die Väter an der Erziehung hindern. Im Interview mit der "Welt am Sonntag" spricht sie über Hartz-IV-Eltern, über den neuen, häuslichen Vätertyp und Homosexuelle, die Kinder adoptieren wollen. Welt am Sonntag: Frau Ministerin Köhler, Sie sind 32 Jahre jung, kinderlos – was befähigt Sie, das Familienministerium zu führen? Kristina Köhler: Das mit den 32 Jahren, das wird sich ja im Laufe der Zeit ändern. Ich bin jetzt Ministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend – und Sie werden schwerlich jemanden finden, der all diese Bereiche in einer Person vereinigt. Ich habe mich im Studium und auch in meiner bisherigen Funktion im Innenausschuss intensiv mit gesellschaftspolitischen Fragen beschäftigt, daran knüpft mein jetziges Amt gut an.
www.elternzeit-umfrage.de
Beruflicher Erfolg trotz Elternzeit?
Viele Unternehmen versprechen den Erhalt des Arbeitsplatzes nach genommener Elternzeit, doch kommt man aus dem Erziehungsurlaub, sieht es in der Realität ganz anders aus. Welche Erfahrungen, Probleme und Auswirkungen die Elternzeit beim Wiedereinstieg haben kann, erfasst die angehende Wirtschaftspsychologin einer Kölner Hochschule anhand eines Fragebogens in ihrer Bachelorarbeit. Darin werden Unterschiede zwischen Frauen und Männern untersucht, die Elternzeit genommen haben und wieder berufstätig sind. Haben Sie als Vater Erziehungsurlaub in Anspruch genommen und möchten bei diesem interessanten Thema mitreden? Dann nehmen Sie sich bitte 5-10 Minuten Zeit und beantworten den anonymen Fragebogen unter www.elternzeit-umfrage.de Wir freuen uns, Ihnen über die Ergebnisse zu berichten.
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat unverheiratete Väter in Deutschland gestärkt. Zwei Protokolle alltäglicher Sorgerechts-Auseinandersetzungen. Einmal stand ich* mit Zelt und Schlafsäcken vor der Wohnungstür meiner Kinder, wir wollten campen fahren. Mit der Mutter war das lange vereinbart, aber dann sagte sie plötzlich: "Ich möchte nicht, dass du mit den Kindern verreist." Ein Schock: Schon wieder enthält sie mir die Kinder vor. Eigentlich darf sie das nicht, das deutsche Umgangsrecht sieht vor, dass ich meine Kinder jedes zweite Wochenende sehen und auch mit ihnen in den Urlaub fahren darf. Aber oft genug erfindet meine Exfreundin Gründe, warum es gerade nicht geht. Über ein gemeinsames Sorgerecht, das mir mehr Rechte als das Umgangsrecht einräumt, brauche ich mir keine Illusionen zu machen. Ich werde es nie bekommen. Die Mutter meiner Kinder und ich waren nie verheiratet. Ich habe sie immer darum gebeten, das gemeinsame Sorgerecht zu beantragen, aber sie hat abgelehnt. Ich vermute, um mir eins auszuwischen.
Berlin plant neues Sorgerechts-Gesetz
Mehr Rechte für ledige Väter: Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte plant Berlin ein neues Gesetz. Doch automatisch werden ledige Väter wohl auch in Zukunft kein Sorgerecht bekommen.
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) kündigte im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" einen Gesetzentwurf für diese Legislaturperiode an. Die Anliegen lediger Väter müssten stärker berücksichtigt werden. Es gebe nicht wenige Väter von nicht ehelichen Kindern, die Verantwortung für das Kind übernehmen wollten und das nicht als Machtfrage gegen die Mutter ansähen, sagte Leutheusser-Schnarrenberger. Ein generelles Sorgerecht auch für ledige Väter sehe sie aber skeptisch, sagte die Justizministerin. Dies sei jedenfalls dann keine gute Lösung, wenn schon bei der Geburt des Kindes Vater und Mutter nicht mehr zusammen lebten. Väter müssten aber auch ohne zwingende Zustimmung der Mutter ein Sorgerecht bekommen können. Ähnlich äußerte sich der rechtspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Grosse-Brömer (CDU). "Das Wohl des Kindes steht im Mittelpunkt. Wir sind dafür, dass ein Vater bei Gericht ein Sorgerecht beantragen kann, wenn er den Kontakt zu seinem Kind pflegt und pflegen will", sagte er der Zeitung. Der für Innen- und Justizthemen zuständige SPD-Vizefraktionschef Olaf Scholz begrüßte die Entscheidung der Straßburger Richter. "Die Entscheidung führt zu mehr Gerechtigkeit. Natürlich dürfen Konflikte zwischen den Eltern nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden oder eine bestehende gute Eltern-Kind-Beziehung gefährdet werden."
Rheinische Post: Gesetzesnovelle nach Sorgerechts-Urteil?
Schwerer Verstoß gegen Gleichberechtigung nicht-ehelicher Kinder und nicht-ehelicher Väter im deutschen Familienrecht gerügt. Europäischer Menschenrechtsgerichtshof in Strassburg zwingt Deutschland zu entscheidender Modernisierung des Kindschaftsrechts. Das Urteil zwingt Deutschland, auch im Kindschaftsrecht miteinander nicht verheiratete Väter und Mütter gleich zu behandeln, so wie das in den meisten anderen europäischen Ländern längst der Fall ist. Der Väteraufbruch für Kinder, die größte deutsche Väterorganisation fordert hierfür das gemeinsame Sorgerecht für alle miteinander nicht verheiratete Eltern automatisch ab Geburt. Nach der Sorgerechtsentscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) erwartet der Väteraufbruch für Kinder e.V. eine zügige und umfassende Reform des deutschen Sorgerechts, die sich an dem französischen Vorbild orientieren sollte. „Die Zeit von kleinen Nachbesserungen ist vorbei“, so Bundesvorsitzender Prof. Dr. Dr. Ulrich Mueller, „jetzt brauchen wir den großen Wurf!“
Entscheidung des EGMR: Zaunegger gegen Deutschland (Beschwerde-Nr. 22028/04)
nichtautorisierte Übersetzung des Urteils von Jürgen Kreis
BMJ: Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zur heute ergangenen Sorgerechtsentscheidung
Zeit: "Im Gesetz soll stehen: Väter gehören dazu"
FR: Ledige Väter können hoffen
MZ: «Die Väter dürfen jetzt endlich hoffen»
Welt: Das Sorgerecht für Väter muss Regelfall werden
Der Tagesspiegel: Auf in die Väterrepublik
Inforadio: Eu-GH stärkt Sorgerecht der Väter
Deutschlandradio: Juristin erwartet Zunahme von Sorgerechtsprozessen
Deutschlandfunk: "Es sind nicht unbedingt Tausende"
Deutschlandfunk: Ledige Väter - diskriminiert?
ISUV: Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat gesprochen – die Bundesregierung muss handeln
Verband Anwalt des Kindes: Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte für Sorgerecht nichtehelicher Väter
Deutsches Verbändeforum: Deutsche Kinderhilfe begrüßt das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte: Grundlegende Reform des Familienrechts notwendig
VAMV: Sorgerecht: Europäischer Gerichtshof beweist Weitblick
Deutscher Juristinnenbund: Sieg der Single-Väter = Sieg der Kinder?
Pressemitteilung des Väteraufbruch für Kinder e.V. zur morgigen Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zum gemeinsamen Sorgerecht nicht verheirateter Eltern
Am 03.12.2009 ab 11:00 wird auf der Internetseite des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs (http://www.echr.coe.int). das Urteil im Verfahren Horst Zaunegger gegen Deutschland (Application no. 22028/04) stehen. Dies dürfte das seit Jahren wichtigste Grundrechtsurteil im deutschen Kindschaftsrecht werden. Deutsche Rechtslage ist, dass mit der Mutter nicht verheiratete Väter ohne ausdrückliche, freie Zustimmung der Mutter kein gemeinsames Sorgerecht erhalten können. Unverständlicherweise hatte das Bundesverfassungsgericht 2003 diese Regelung aus 1998 für verfassungskonform erklärt. Mittlerweile haben alle europäische Staaten außer Deutschland, Liechtenstein, Malta, Österreich, Schweiz den von der Mutter unabhängigen Zugang des unverheirateten Vaters zur gemeinsamen Sorge. Konservative Familienpolitiker in CDU und SPD haben die Reform dieser überlebten Norm bis jetzt ausgebremst. Horst Zaunegger, ein Vater aus Köln, hatte in Strassburg geklagt wegen Diskriminierung des unehelichen Vaters. Nach der Erwartung der Medien könnte der Europäischen Menschenrechtsgerichtshof die deutsche Regelung kippen. Um die Mittagszeit 03.12.2009 wird eine kurze Einschätzung des Urteils durch den Väteraufbruch für Kinder, die größte, und einzige bundesweite deutsche Väterorganisation, als PM an die Presse gehen.
Prof. Dr. Dr. Ulrich Mueller: Stellungnahme vom 26.01.2005 zur Expertenanhörung der SPD-Bundestagsfraktion zur „Elterliche Sorge bei nicht miteinander verheirateten Eltern“
Rainer Sonnenberger: Erste Studie zur Situation - Väterbefragung nicht verheirateter Eltern
Die Zeit: Diskriminierte Männer
Die Welt: Gibt Europa ledigen Vätern mehr Rechte?
Väterradiosendung vom 18.10.2007: ... Erde zu Erde, Asche zu Asche und Staub zum Staube - Vater ohne Rechte - Beerdigung ohne Vater
Väterradiosendung vom 15.06.2006: Kindheit - das verlorene Paradies
Väterradiosendung vom 16.03.2006: Zwischen Mutterliebe, Muttermangel und Muttervergiftung
Sorgerecht entzogen: Mutter verweigerte Ex-Mann Umgangsrecht mit Sohn
Weil sie dem geschiedenen Partner den Umgang mit dem gemeinsamen Kind ohne triftigen Grund verweigerte, hat das Amtsgericht München einer Mutter das Sorgerecht entzogen. Nach dem Scheitern mehrerer Vermittlungsversuche wurde das Sorgerecht noch im Verhandlungssaal dem Vater übergeben, wie das Gericht am Dienstag mitteilte. Demnach erfolgte die Trennung von Mutter und Sohn bereits am vergangenen Mittwoch. Zuvor hatten sich die Eltern das Sorgerecht geteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, die Anwältin der Mutter hat bereits Beschwerde eingelegt. Die Richterin erklärte, die Mutter sei nicht in der Lage, ihre eigenen Probleme zurückzustellen und das Bedürfnis ihres Sohnes nach einem Kontakt zum Vater zu respektieren und zu unterstützen. Der Wechsel der Hauptbezugsperson sei vom Kind leichter zu verkraften als die fortdauernde Traumatisierung durch den Verlust einer Elternbeziehung. Demnach konnte der Vater seinen Sohn in eineinhalb Jahren trotz mehrerer Umgangsvereinbarungen nur fünfmal sehen. Das Paar hatte sich vor zwei Jahren getrennt, das Kind blieb bei der Mutter. Verschiedene Vermittlungsversuche und auch Zwangsgeldandrohungen hätten nichts gebracht, erklärte das Gericht. Zuletzt habe die Mutter den Sohn sogar ohne Zustimmung des Vaters von seiner Schule abgemeldet.
Nordbayrischer Kurier: Mutter verliert Sorgerecht wegen Verweigerung des Umgangsrechts
tz: Gericht nimmt Mutter den Sohn (10) weg
Ob Babyklappen Leben retten, ist Glaubenssache
Aber Befürworter und Gegner von Babyklappen und anonymer Geburt stehen auf derselben Seite. Sie wollen Kinder schützen, möglichst bevor es zum Unglück kommt. Seit bald zehn Jahren können Mütter und Väter in Deutschland ihr Kind anonym in Babyklappen abgeben. Gemeinnützige private und kirchliche Organisationen sowie Krankenhäuser richten sie in bestem Glauben ein. In Deutschland gibt es knapp 80 davon. Sie sollen Neugeborene davor schützen, ausgesetzt oder sogar getötet zu werden. Doch wird die Frage immer öfter gestellt, ob die Frauen, die ihr Kind in eine solche Babyklappe legen, auch die Frauen sind, die ihr Kind töten würden. Und damit die Frage, ob Babyklappen dazu beitragen Kindstötungen zu verhindern oder vielmehr Findelkinder zu produzieren. Die gesetzliche Regelung zum Thema Babyklappen ist uneindeutig. "Es gibt keine", sagt Bernd Wacker, Adoptionsexperte vom Kinderhilfswerk terre des hommes. Mütter in Not dürfen in Deutschland zwar ihre Neugeborenen anonym in einer Babyklappe abgeben. Dabei wird allerdings das Grundrecht des Kindes auf Kenntnis der eigenen Herkunft verletzt. Auch bei einer anonymen Geburt können Frauen in Kliniken ohne Angabe ihres Namens ein Kind gebären und es dort zurücklassen. Der Vorteil zur Babyklappe ist, dass sie medizinisch versorgt werden. Ein anonymes Kind kommt zunächst in eine Pflegefamilie. Es bleiben der Mutter nach der Geburt acht Wochen Zeit, um zu überlegen, ob sie das Kind zur Adoption freigibt oder es doch zu sich nimmt.
Gerechtigkeit für die "Kinder der Schande"
Hunderttausende Nachkommen deutscher Besatzungssoldaten forschen noch immer nach der Identität ihres leiblichen Vaters
Sie wuchsen als "Kinder der Schande" auf. "Têtes des boches" nannte man sie in Frankreich, "Koekoekskinder" in Belgien oder grenzübergreifend "Bastard" - jene Kinder, die deutsche Besatzungssoldaten während des Zweiten Weltkriegs mit Frauen aus den besetzten Ländern zeugten. Ihre Zahl wird heute auf fast eine Million geschätzt. Alleine in Frankreich waren es rund 200 000. Heute sind diese Kinder zwischen Mitte und Ende 60. Die meisten haben ihren leiblichen Vater nicht gekannt. Ihre Kindheit verlief traumatisch. Die Mutter wurde nach dem Ende der Besatzung meist als "horizontale Kollaborateurin" verfolgt, sie selbst verhöhnt und ausgegrenzt. Erst jetzt wagen viele von ihnen, sich mit der schmerzhaften Vergangenheit auseinanderzusetzen. Am vergangenen Wochenende trafen sich knapp 200 Betroffene aus ganz Europa mit Wissenschaftlern im nordfranzösischen Caen. "Enfances de guerres, enfances brisées" lautete das Motto der Tagung - "Kriegskindheiten - gebrochenen Kindheiten." Unter den Vortragenden war die belgische Historikerin Gerlinde Swillen, die über das Schicksal der sogenannten Koekoekskinder in Belgien gerade ein Buch veröffentlicht hat. .