Source: http://www.juricom.de/tacheles-rechtsprechungsticker-kw-432016/
Timestamp: 2019-12-05 20:23:25
Document Index: 364372862

Matched Legal Cases: ['§ 543', '§ 1041', 'Art. 19', '§ 21', '§ 2', '§ 6']

Tacheles Rechtsprechungsticker KW 43/2016 | Rechtsanwalt König in Göttingen für Strafrecht Arbeitsrecht Sozialrecht Ausländerrecht Rechtsanwalt in Göttingen für Strafrecht Arbeitsrecht Sozialrecht Ausländerrecht
Home Tacheles Rechtsprechungsticker KW 43/2016
1. 1 BSG, Urteil v. 19.10.2016 – B 14 AS 50/15 R
1. 2 BSG, Urteil v. 19.10.2016 – B 14 AS 40/15 R
1. 3 BSG, Urteil v. 10.08.2016 – B 14 AS 51/15 R
1. 4 BSG, Urteil v. 23.06.2016 – B 14 AS 46/15 R
Zur Anordnung der aufschiebenden Wirkung einer Klage gegen eine Zuweisung in eine Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung – Rechtswidrigkeit wegen Unbestimmtheit des Zuweisungsbescheides zur Eingliederungsmaßnahme
2. Für den Leistungsberechtigten muss nämlich nach seinem Empfängerhorizont aus der Zuweisungsentscheidung klar erkennbar und nachvollziehbar sein, was von ihm gefordert wird, d. h. die Maßnahme muss näher beschrieben werden ( BSG, Urteil vom 16. Dezember 2008 – B 4 AS 60/07 R).
Rechtstipp: vgl. LSG NSB, vom 24. November 2015 – L 7 AS 1519/15 B ER; LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss v. 27.07.2016 – L 25 AS 1511/16 B ER – rechtskräftig
2. 2 Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen , Beschluss vom 30.05.2016 – L 6 AS 51/13
2. 3 Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, Urteil vom 23.08.2016 – L 11 AS 665/14
2. 4 LSG Baden- Württemberg, Beschluss vom 29.08.2016 – L 3 AS 2349/16 ER-B, n. v.
„Ein Teil der Rechtsprechung ist nicht (mehr) der Auffassung, dass ein Anordnungsgrund regelmäßig frühestens erst mit der Erhebung der Räumungsklage anzunehmen ist, da erst dann konkret Wohnungslosigkeit drohe, die in einem bestimmten Zeitfenster des Klageverfahrens durch die vorläufige Gewährung (auch) von Kosten der Unterkunft (vgl. §§ 543 Abs. 2 Satz 2; 569 Abs. 3 Nr. 2 BGB) abgewendet werden könne. Die Fokussierung auf diesen Zeitabschnitt wird insoweit für unzureichend gehalten, da schon zu einem früheren (oder auch noch späteren) Zeitpunkt wesentliche Nachteile drohen können, die ein Zuwarten bis zur Entscheidung in der Hauptsache unzumutbar erscheinen lassen. Entscheidend seien die Umstände des Einzelfalles (vgl. etwa LSG NW v. 13.05.2015 – L 6 AS 369/15 B ER)."
" Dagegen bedarf es nach anderer Auffassung in der Rechtsprechung zur Glaubhaftmachung eines Anordnungsgrundes für eine Verpflichtung des Leistungsträgers hinsichtlich der Übernahme der Kosten für Unterkunft und Heizung und diesbezüglicher Zahlungsrückstände des substantiierten und nachvollziehbaren Vortrages, dass eine baldige Wohnungs- bzw. Obdachlosigkeit droht. Eine derartige Gefahr nimmt ein Teil der Rechtsprechung (in st. Rspr. vgl. LSG NW v. 17.11.2015 – L 2 AS 1821/15 B ER – juris Rn. 4; LSG NW v. 29.06.2015 – L 12 AS 862/15 B ER – juris Rn. 10 ff. sowie LSG NW v. 06.07.2015 – L 19 AS 931/15 B ER – juris Rn. 33 ff.)"
2. 5 Landessozialgericht Hamburg, Beschluss v. 20.06.2016 – L 4 AS 179/16 B ER
Grundsicherungsleistungen; Leistungsausschluss für Ausländer; Aufenthaltsrecht allein zum Zweck der Arbeitssuche; Anspruch auf ermessensfehlerfreie Entscheidung – keine Ermessensreduzierung auf Null nach mehr als sechsmonatigem Aufenthalt
2. 6 Landessozialgericht Hamburg, Urteil vom 13.07.2016 – L 4 AS 132/14
Kein rückwirkender Mehrbedarf für Ernährung, wenn in der Vergangenheit eine solche Ernährung nicht durchgeführt wurde – Entsprechendes gilt für den Mehrbedarf für Hygieneartikel und Medikamente.
2. 7 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Urteil v. 25.08.2016 – L 7 AS 1571/15
Eine auf die endgültige Leistungsbewilligung gerichtete kombinierte Anfechtungs- und Leistungsklage ist bei Vorliegen vorläufiger Leistungsbescheide nur zulässig, wenn im Verwaltungsakt vorläufige Leistungen bewilligt worden sind und die Verwaltung eine endgültige Leistungsgewährung durch gesonderten Verfügungssatz zumindest konkludent abgelehnt hat (BSG, Urteile vom 06.04.2011 – B 4 AS 119/10 R und vom 10.05.2011 – B 4 AS 139/10 R ). Dies ist vorliegend nicht der Fall.
Nur wenn die konkludente Ablehnungsentscheidung hinsichtlich endgültiger Leistungen vorliegt, sind die prozessualen Voraussetzungen für eine zulässige Klage erfüllt. Fehlt es indes – wie hier – an jeglicher behördlicher Entscheidung über endgültige Leistungen – und sei es nur in Form der Ablehnung der Festlegung solcher Leistungen – ist eine Klage auf (höhere) endgültige Leistungen unzulässig ( BSG vom 10.05.2011 – B 4 AS 139/10 ).
2. 8 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss v. 07.10.2016 – L 6 AS 1340/16 B ER und – L 6 AS 1341/16 B – rechtskräftig
Zum Einbau einer neuen Heizungsanlage als Zuschuss ( hier bejahend ) – Antragstellerin nicht Eigentümerin des von ihr bewohnten Hauses – § 1041 BGB
2. 9 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss v. 07.10.2016 – L 12 AS 965/16 B ER – rechtskräftig
Bulgarische Staatsangehörige – Anspruch auf ALG II, aber nur Regelsatz und keine KdU – Aufenthaltsrecht als Arbeitnehmerin – mehere Tätigkeiten sind nicht jeweils nur einzeln zu betrachten – hier keine untergeordnete unwesentliche Tätigkeit
3. 1 SG Bremen, Beschluss v. 29.09.2016 – S 41 AS 1834/16 ER
Rechtstipp: vgl. dazu SG Oldenburg, Urteil v. 14.01.2015 – S 42 AS 1737/12 ebenso Urteil vom gleichen Tage – SG Oldenburg, Urteil vom 14.01.2015 – S 42 AS 479/12, veröffentlicht in Tacheles Rechtsprechungsticker KW 05/2015, Punkt 4.1
3. 2 Sozialgericht Gießen, Beschluss v. 10.10.2016 – S 27 AS 654/16 ER
Mit Blick auf die Garantie des effektiven Rechtsschutzes (Art. 19 Abs. 4 GG) kann der Antragsteller nicht auf nachfolgenden Rechtsschutz gegen einen Sanktionsbescheid verwiesen werden (vgl. BVerfG, Beschluss vom 09.11.2015 1 BvR 3460/13 ). Dies gilt auch, obgleich vorliegend bereits ein Sanktionsbescheid ergangen ist (abweichend Bayerisches LSG, Beschluss vom 24.03.2016 – L 7 AS 140/16 B ER ).
3. 3 Sozialgericht Berlin, Urteil v. 30.09.2016 – S 37 AS 14126/15 – Die Berufung wird zugelassen.
Hinweis: S. dazu Thomé Newsletter 25.04.2013: Urteil des SG Berlin zu Krankenkostmehrbedarf wegen Laktoseintoleranz – Das SG Berlin hat in einem jüngsten Urteil (v. 5. April 2013 – S 37 AS 13126/12) einem SGB II – Bezieher einen Krankenkostmehrbedarf nach § 21 Abs. 5 SGB II wegen einer Laktoseintoleranz. von 13 EUR monatlich zugesprochen.
Rechtstipp: a. A. LSG Rheinland-Pfalz, Urteil v. 16.03.2016 – L 6 AS 403/14; Sozialgericht Darmstadt, Urteil v. 18.11.2015 – S 20 AS 331/14 – Berufung anhängig beim LSG Hessen unter dem Az. L 9 AS 201/16 ; LSG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 28.05.2015 – L 5 AS 570/13 ; SG Freiburg, Urteil vom 17.04.2015 – S 15 AS 3600/13 ZVW – Berufung anhängig beim LSG Baden-Württemberg unter dem Az. L 9 AS 2069/15; SG Reutlingen, Urt. v. 11.03.2015 – S 2 AS 2642/14 ; zum SGB XII: LSG Hamburg, Urt. v. 24.09.2015 – L 4 SO 2/15
3. 4 Sozialgericht Altenburg, Urteil v. 08.06.2016 – S 20 AS 917/15 – rechtskräftig – Die Sprungrevision wird zugelassen.
Vorläufigkeit der Bedarfsanerkennung der Unterkunfts- und Heizkosten war – rechtswidrig – monatliches Durchschnittseinkommen – Berücksichtigung des tatsächlichen Einkommens bei der endgültigen Entscheidung
Hinweis: Sächsisches Landessozialgericht, Beschluss v. 20.09.2016 – L 7 AS 155/15 NZB – rechtskräftig – Zweifel am gesetzgeberischen Willen, mit § 2 Abs. 3 AlgII V a.F. bei der abschließenden Bedarfsberechnung im Bewilligungszeitraum ein durchschnittliches Monatseinkommen zuzulassen, sind seit Inkrafttreten des Neunten Gesetzes zur Änderung des SGB II ausgeräumt.
3. 5 Sozialgericht Detmold, Beschluss v. 05.07.2016 – S 18 AS 775/16 ER – rechtskräftig
3. 6 SG Oldenburg, Urteil vom 14.09.2016 – S 47 AS 422/14
Rechtstipp: a. A. SG Braunschweig vom 23.02.2010 – S 25 AS 1128/08
4. 1 Landessozialgericht Baden-Württemberg, Urteil v. 30.09.2016 – L 8 AL 1777/16 – Die Revision wird zugelassen.
Maßgebende Tatsache für die Prüfung einer besonderen Härte bei Eintritt einer Sperrzeit von zwölf Wochen kann auch die vom Gesetzgeber geschaffene Regelung zur abschlagsfreien Rente für langjährig Versicherte sein, die entgegen früheren Rentennovellen keine Übergangsregelung für Personen mit Altersteilzeitvereinbarung enthält, wenn diese Neuregelung den Versicherten von seiner ursprünglichen Absicht, nach der Altersteilzeit direkt Altersrente mit Abschlägen zu beziehen, hat Abstand nehmen lassen. In die Prüfung sind die individuellen Umstände der gebotenen Einzelfallprüfung einzustellen. Wird infolge der genannten Gesetzeslage an der ursprünglichen Absicht, unmittelbar nach Ende des Altersteilarbeitsverhältnisses in Rente zu gehen, nicht mehr festgehalten, entfällt ein gegebenenfalls vorher für die Lösung des Beschäftigungsverhältnisses bestehender wichtiger Grund (so auch LSG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 09.06.2016 – L 1 AL 48/15 -).
Rechtstipp: ebenso wohl auch: Landessozialgericht Rheinland-Pfalz, Urteil v. 09.06.2016 – L 1 AL 48/15 – Revision anhängig BSG- B 11 AL 17/16 R
5. 1 Landessozialgericht Sachsen-Anhalt, Urteil v. 28.04.2016 – L 8 SO 24/14 – rechtskräftig
5. 2 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Urteil v. 18.08.2016 – L 9 SO 328/14
6. 1 Sächsisches Landessozialgericht, Urteil v. 11.08.2016 – L 3 BK 14/13
Kinderzuschlag nach § 6a BKGG – Bedarfe für Unterkunft und Heizung monatsweise ausgehend vom tatsächlichen Anfall der Aufwendungen zu ermitteln –
3. Bei der Ermittlung der Kosten der Unterkunft war auch nicht die Miete der Satellitenantenne zu berücksichtigen. Vorliegend wurde die Kostentragung für die Bereitstellung der SAT/Antennenanlage zum einen bereits nicht im Mietvertrag, sondern nachträglich vereinbart, zum anderen war über die Empfangbarkeit von DVB-T in der Region Z … (vgl. zur Einführung von DVB-T in Mitteldeutschland: Sächs. LSG, Urteil vom 15. März 2012 – L 3 AS 588/10) das Fernsehen anderweitig technisch gewährleistet.
7. 1 VG Düsseldorf, Urteil v. 21.10.2016 – 17 K 3177/15, 17 K 7566/15