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Timestamp: 2016-10-26 04:09:04
Document Index: 198305611

Matched Legal Cases: ['Art. 9', 'Art. 32', 'Art. 6', 'in dubio', 'in dubio', 'Art. 32', 'Art. 6', 'in dubio', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 90', 'BGE', 'in fine', 'Art. 146', 'Art. 146', 'Art. 146', 'Art. 90', 'in dubio', 'Art. 152', 'Art. 156']

1P.409/2003 (05.11.2003)
1P.409/2003 /sch
Hans Peter Sch�pbach, Panoramastrasse 1,
Postfach 2527, 3601 Thun,
1. Strafkammer, Postfach 7475, 3001 Bern.
Strafverfahren; SVG, Beweisw�rdigung,
Mit Strafmandat vom 9. September 2002 b�sste die Untersuchungsrichterin 2 des Untersuchungsrichteramtes IV Berner Oberland X.________ wegen Widerhandlungen gegen das SVG mit Fr. 700.--. Dem Geb�ssten wird (zur Hauptsache) vorgeworfen, er habe am fr�hen Abend des 23. August 2002 beim Ziegeleikreisel in Steffisburg als nicht vortrittsberechtigter Motorfahrzeuglenker ein anderes Fahrzeug touchiert. Anschliessend sei er weggefahren, ohne sich um den verursachten Sachschaden zu k�mmern.
Auf Einsprache von X.________ hin wurde die Strafsache an den Einzelrichter �berwiesen. Mit Urteil vom 4. M�rz 2003 best�tigte der Gerichtspr�sident 5 des Gerichtskreises X Thun den Schuldspruch und die Geldbusse. Die vom Verurteilten dagegen erhobene Berufung wurde mit Entscheid des Obergerichtes (1. Strafkammer) des Kantons Bern vom 28. Mai 2003 abschl�gig behandelt.
Gegen den Entscheid des Obergerichtes gelangte X.________ mit staatsrechtlicher Beschwerde vom 3. Juli 2003 an das Bundesgericht. Er r�gt eine Verletzung von Art. 9 und Art. 32 Abs. 1 BV sowie Art. 6 Ziff. 2 EMRK (willk�rliche Beweisw�rdigung, Grundsatz "in dubio pro reo"), und er beantragt die Aufhebung des angefochtenen Entscheides.
Das Obergericht des Kantons Bern verweist in seiner Stellungnahme auf die Begr�ndung des angefochtenen Entscheides, w�hrend vom Generalprokurator des Kantons Bern innert angesetzter Frist keine Vernehmlassung eingegangen ist. Mit Verf�gung vom 3. September 2003 hat der Pr�sident der I. �ffentlichrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuerkannt.
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen, dass die Fahrlehrerin Y.________ am 23. August 2002 (17.40 Uhr) bei der Kantonspolizei Thun als Gesch�digte einen Verkehrsunfall beanzeigt habe, den sie gleichentags (kurz nach 17.00 Uhr) beim Ziegeleikreisel in Steffisburg erlitten habe. Der unfallgegnerische Fahrzeuglenker sei (laut Anzeigerin) nicht vortrittsberechtigt gewesen und nach der Streifkollision weitergefahren, ohne sich um den Sachschaden zu k�mmern. Es habe sich um einen �ber 70 Jahre alten Mann mit weissen Haaren gehandelt. Neben dem Signalement habe die Anzeigerin die Kennziffer des unfallgegnerischen Personenwagens mit Berner Immatrikulationsschildern zu Protokoll gegeben.
Am 25. August 2002 sei der damals 79-j�hrige Beschwerdef�hrer als Halter des betreffenden Personenwagens polizeilich befragt worden. Gem�ss seinen Angaben habe er seinen Volvo um ca. 17.00 Uhr von Steffisburg in Richtung Kreuzweg/Oberlangenegg gelenkt. Dort habe er einen Kaffee getrunken und sei anschliessend wieder Richtung Steffisburg gefahren. Hingegen habe er um ca. 17.00 Uhr weder den Ziegeleikreisel benutzt, noch einen Verkehrsunfall erlitten. Sein Fahrzeug sei auch von keiner anderen Person benutzt worden. Die Unterschrift unter das Polizeiprotokoll habe der Beschwerdef�hrer verweigert. Dem am 25. August 2002 vom Unfalldienst der Kantonspolizei erstellten Fotodossier sei zu entnehmen, dass "die H�he der Besch�digung" am Fahrzeug der Anzeigerin "eindeutig mit der rechten vorderen Stossstangenecke" des blauen Volvo Kombi des Beschwerdef�hrers �bereinstimme.
Nach Erlass des Strafmandates vom 9. September 2002 habe der Beschwerdef�hrer erkl�rt, sich am 23. August 2002 zwischen 17.00 und 17.30 Uhr in R�thenbach aufgehalten zu haben. Als Alibi-Zeugen habe er das Ehepaar Z.________ genannt. Erst nach 17.30 Uhr sei er (gem�ss seiner Darstellung) beim Ziegeleikreisel in Steffisburg angelangt, wo sich jedoch keine Streifkollision ereignet habe. Die Anzeigerin sei anl�sslich der einzelrichterlichen Hauptverhandlung vom 4.M�rz 2003 als Zeugin befragt worden. Sie habe ihre Aussagen best�tigt und ausgesagt, "sich das Nummernschild, die Farbe und die Marke des Wagens gemerkt und aufgeschrieben" zu haben. Es sei "ein blauer Volvo mit einer f�nfstelligen Autonummer" gewesen. Zwar habe sie sich (anl�sslich der Hauptverhandlung) nicht mehr an die Nummer erinnern k�nnen. Sie habe diese jedoch unmittelbar nach der Kollision zusammen mit dem Signalement des Lenkers der Polizei gemeldet. Der Unfall sei nach Aussage der Zeugin kurz nach 17.00 Uhr w�hrend ihrer letzten Lektion als Fahrlehrerin erfolgt.
Die ebenfalls vor Gericht als Zeugin befragte Z.________ habe ausgesagt, sie habe am 23. August 2002 um 17.00 Uhr den Beschwerdef�hrer in Riedmatt gesehen. Sie h�tten "noch etwas zusammen geredet �ber das Haus". Sie habe auf die Uhr gesehen, und "um ca. 18.00 Uhr" sei der Beschwerdef�hrer "wieder gegangen". An das Datum des 23. August 2002 k�nne sie sich erinnern, da ihr Ehemann "damals noch eine Hauptversammlung der J�ger gehabt" habe.
Das Obergericht erwog weiter, der Beschwerdef�hrer habe einger�umt, mit seinem Fahrzeug am fraglichen Abend im Raum Steffisburg unterwegs gewesen zu sein. Ein falsches Ablesen des Kontrollschildes durch die Gesch�digte sei unwahrscheinlich. Die Aussagen der Zeugin Y.________ seien "in sich stimmig, detailliert und glaubw�rdig". Auch das von ihr beschriebene Signalement des Unfallgegners und der Vergleich der Kollisionsspuren an den Fahrzeugen gem�ss polizeilichem Fotodossier weise auf den Beschwerdef�hrer als verantwortlichen Lenker hin. Zwar habe die Zeugin Z.________ anl�sslich der Hauptverhandlung vom 4. M�rz 2003 (sowie in einem Schreiben vom 8.M�rz 2003) die Meinung vertreten, dass der Beschwerdef�hrer am 23. August 2002 um 17.00 Uhr in Riedmatt eingetroffen und erst um 18.00 Uhr wieder weggefahren sei. Diese Aussage sei jedoch ein halbes Jahr nach dem fraglichen Vorfall erfolgt und stehe (in �rtlicher und zeitlicher Hinsicht) im Widerspruch zu den eigenen Aussagen des Beschwerdef�hrers. Es sei auch auff�llig, dass die Zeugin Z.________ sich (nach dieser relativ langen Zeit) noch mit Bestimmtheit an den Zeitpunkt des Eintreffens in Riedmatt habe erinnern wollen, w�hrend ihre Aussagen betreffend die �brigen Gegebenheiten "detailarm" ausgefallen seien. Ausserdem l�gen Anhaltspunkte daf�r vor, dass der Beschwerdef�hrer mit der Zeugin Z.________ (vor deren Aussage) Kontakt aufgenommen und mit ihr �ber den Vorfall gesprochen haben k�nnte.
Der Beschwerdef�hrer r�gt eine willk�rliche Beweisw�rdigung sowie eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo".
2.1 Gem�ss Art. 32 Abs. 1 BV sowie Art. 6 Ziff. 2 EMRK gilt jede angeschuldigte Person bis zur rechtskr�ftigen Verurteilung als unschuldig. Daraus leitet die Praxis den strafprozessualen Grundsatz "in dubio pro reo" ab (BGE 127 I 38 E. 2a S. 40; 124 IV 86 E. 2a S. 87 f.; 120 Ia 31 E. 2b S. 35, je mit Hinweisen). Als Beweisw�rdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines f�r den Angeklagten ung�nstigen Sachverhalts �berzeugt erkl�ren darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Beweisw�rdigungsregel ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Angeklagten h�tte zweifeln m�ssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer m�glich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdr�ckende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdr�ngen (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41; 124 IV 86 E. 2a S. 88; 120 Ia 31 E. 2c S. 37, je mit Hinweisen).
2.2 Bei der Beurteilung von Fragen der Beweisw�rdigung beschr�nkt sich das Bundesgericht auf eine Willk�rpr�fung. Es kann demnach nur eingreifen, wenn der Sachrichter den Angeklagten verurteilte, obgleich bei objektiver W�rdigung des ganzen Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche und schlechterdings nicht zu unterdr�ckende Zweifel an dessen Schuld fortbestanden (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41; 120 Ia 31 E. 2d S. 38, je mit Hinweisen). Wird mit staatsrechtlicher Beschwerde eine willk�rliche Beweisw�rdigung ger�gt, reicht es nicht aus, wenn der Beschwerdef�hrer zum Beweisergebnis frei pl�diert und darlegt, wie seiner Auffassung nach die vorhandenen Beweise richtigerweise zu w�rdigen gewesen w�ren, wie er dies in einem appellatorischen Verfahren mit freier Rechts- und Tatsachen�berpr�fung tun k�nnte. Er muss gem�ss st�ndiger Rechtsprechung zu Art. 90 Abs. 1 lit. b OG vielmehr aufzeigen, inwiefern die angefochtene Beweisw�rdigung die Verfassung dadurch verletzen sollte, dass sie im Ergebnis offensichtlich unhaltbar w�re (vgl. BGE 127 I 38 E. 3c S. 43; 125 I 71 E. 1c S. 76; 124 I 208 E. 4a in fine S. 211, je mit Hinweisen).
3.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt zun�chst eine unsachgem�sse W�rdigung der Aussagen der Gesch�digten Y.________. Aus der Strafanzeige sei nicht ersichtlich, "ob die Zeugin Y.________ Farbe und Typ des Wagens zu Protokoll gegeben hatte". Aufgrund des Polizeirapportes sei davon auszugehen, dass sie "bloss das Signalement" des unfallgegnerischen Fahrzeuglenkers "und die Motorfahrzeugnummer" erw�hnt habe. Es gehe "nicht darum, dass die Zeugin Y.________ irrt�mlicherweise die Kontrollschilder des Fahrzeuges X.________ abgelesen h�tte, sondern dass sie sich beim Unfall eine falsche Kontrollschildnummer gemerkt" habe. "Dass Kontrollschildnummern oft falsch abgelesen" w�rden, sei gerichtsnotorisch. Zwar habe sich die Zeugin Y.________ anl�sslich der Hauptverhandlung an die "Gegen�berstellung der Fahrzeuge" vom 25. August 2002 erinnert und sich "deshalb �berzeugt" erkl�rt, "dass es sich um diesen blauen Volvo handelte". Diese Aussage sei jedoch "nicht massgeblich", da die Zeugin anl�sslich der "Gegen�berstellung der Fahrzeuge" vom 25. August 2002 "ausgiebig Gelegenheit" erhalten habe, "das Fahrzeug des Beschwerdef�hrers zu betrachten und sich dieses zu merken". Zwar sei "die Zeugin Y.________ nicht als Partei zu behandeln"; sie sei jedoch "am Ausgang des Verfahrens unmittelbar interessiert", was "den Wert ihrer Aussage" abschw�che.
Diese Vorbringen lassen die W�rdigung der Aussagen der Zeugin Y.________ durch die kantonalen Instanzen nicht als willk�rlich erscheinen. Zwar kann es vorkommen, dass Kontrollschilder falsch abgelesen werden bzw. dass sich ein Zeuge die Zahlenkombination nicht richtig merkt. Es muss hingegen als sehr unwahrscheinlich bezeichnet werden, dass bei einer (angeblich) falsch abgelesenen Fahrzeugnummer nicht nur das Signalement des Fahrzeughalters sondern auch noch die festgestellten Kollisionsspuren mit dem angezeigten Fahrzeug �bereinstimmen. Der Beschwerdef�hrer hat f�r diese auff�llige �bereinstimmung keine plausible Erkl�rung. Ausserdem weist er selbst darauf hin, dass die Zeugin Y.________ den blauen Volvo Kombi des Beschwerdef�hrers anl�sslich der "Gegen�berstellung" der Fahrzeuge zwei Tage nach dem Unfall ausgiebig habe betrachten k�nnen und er behauptet mit Recht nicht, dass die Zeugin in der Folge den blauen Volvo Kombi als unfallgegnerisches Fahrzeug ausgeschlossen h�tte. Im Gegenteil habe sie sich anl�sslich der Hauptverhandlung als "�berzeugt" erkl�rt, dass es sich dabei um das unfallgegnerische Fahrzeug handelte. Dass die Zeugin anl�sslich der Strafanzeige - neben der Fahrzeugnummer und dem Signalement des Lenkers - nicht auch noch Farbe und Typ des unfallgegnerischen Wagens bezeichnet habe, l�sst ihre belastenden Aussagen nicht als unglaubw�rdig erscheinen.
3.2 Der Beschwerdef�hrer wendet sich sodann gegen die W�rdigung der Aussagen der von ihm angerufenen Alibi-Zeugin Z.________. Bei der Vermutung der kantonalen Instanzen, wonach der Beschwerdef�hrer die Zeugin Z.________ nach dem 23. August 2003 kontaktiert und sich einer g�nstigen Aussage versichert haben k�nnte, handle es sich um eine "Unterstellung", welche "keine St�tze in den Akten" finde. Das Obergericht mindere "den Beweiswert der Aussage Z.________ einerseits damit herab, dass die ein halbes Jahr genau wusste, an welchem Datum und zu welchem Zeitpunkt der Beschwerdef�hrer bei ihr eintraf". Anderseits werde ihr vorgeworfen, "dass sie sich nicht an das Fahrzeug und die Kontrollschildnummer" erinnert habe. "Die unterschiedliche Behandlung der Zeugenaussagen" von Z.________ und Y.________ sei willk�rlich. Auch die Zeugin Y.________ habe sich anl�sslich der Hauptverhandlung an die Zahlenkombination des Kontrollschildes nicht mehr erinnern k�nnen, "aber pl�tzlich, im Gegensatz zu den Angaben im Polizeirapport, genau" gewusst, dass es sich "um einen blauen Volvo Kombi handelte".
Dass die kantonalen Instanzen die Aussagen der beiden Zeuginnen "unterschiedlich" behandelten, n�mlich jeweils nach Massgabe ihrer Wahrnehmungen und der Glaubw�rdigkeit ihrer Aussagen, ist nicht willk�rlich. Zum einen war nur Y.________ Augenzeugin der streitigen Kollision. Zum andern ist die Erw�gung der Vorinstanzen zutreffend, dass die vom Beschwerdef�hrer angerufene Alibi-Zeugin Z.________ ein halbes Jahr nach dem Vorfall noch auffallend pr�zise habe wissen wollen, zu welcher Uhrzeit der Beschwerdef�hrer in Riedmatt eingetroffen sei, w�hrend sie sich an keine anderen Details (etwa bez�glich des Fahrzeuges des Beschwerdef�hrers) mehr habe erinnern k�nnen. Dass die Zeugin Y.________ erst nach der "Gegen�berstellung" der Fahrzeuge vom 25. August 2002 mit Sicherheit wusste, dass es sich beim notierten Fahrzeug des Beschwerdef�hrers um einen blauen Volvo Kombi handelte, bei der Anzeige am 23. August 2002 jedoch "bloss" das Signalement des Fahrzeuglenkers und die Fahrzeugnummer erw�hnt habe, mindert ihre Glaubw�rdigkeit nicht. Ebenso wenig spricht es gegen den Wahrheitsgehalt ihrer (klaren und widerspruchsfreien) Aussagen, wenn sie sich anl�sslich der Hauptverhandlung nicht mehr an die f�nfstellige Zahlenkombination des Kontrollschildes erinnern konnte. Eine willk�rliche Beweisw�rdigung ist auch in diesem Zusammenhang nicht ersichtlich.
3.3 Auch den (photodokumentarisch festgehaltenen) polizeilichen Spurenvergleich zwischen den Fahrzeugen bzw. die daraus gezogenen richterlichen Schlussfolgerungen beanstandet der Beschwerdef�hrer als willk�rlich. Er legt dar, weshalb der am 25. August 2002 erfolgte Spurenvergleich seiner Ansicht nach "wenig Beweiswert" habe. Die Beweisaufnahme sei ohne vorg�ngige Orientierung und ohne Dabeisein des Beschwerdef�hrers erfolgt. Sein Volvo habe "an allen vier Stossstangen Kratzer" aufgewiesen. Es handle sich um ein 15-j�hriges Fahrzeug, weshalb es verst�ndlich sei, "dass der Beschwerdef�hrer nicht mehr wusste, woher die Kratzer" stammten. Bei der rekonstruierten Kollisionssituation sei "einzig festgestellt" worden, "dass die H�he der rechten vorderen Stossstangenecke mit der Besch�digung am Pw Y.________ in der H�he �bereinstimmt". Weitere Abkl�rungen l�gen nicht vor. Insbesondere seien keine Fahrzeugpartikel abgenommen und verglichen worden. Auch sei der H�henvergleich nicht an der Unfallstelle erfolgt, sondern "auf dem Vorplatz der Polizei". "Ob der damit rekonstruierte Winkel zwischen beiden Fahrzeugen �berhaupt m�glich sei", werde "damit nicht belegt".
Zwar trifft es zu, dass keine ausf�hrliche technische Unfallexpertise (und keine Rekonstruktion am Unfallort) angeordnet worden ist. Dies erscheint jedoch im vorliegenden Fall gar nicht n�tig. Der Beschwerdef�hrer r�gt denn auch (mit Recht) keine Verletzung des rechtlichen Geh�rs bzw. seiner Parteirechte, indem ein Antrag auf technische Expertisierung oder auf Rekonstruktion am Unfallort zu Unrecht abgelehnt worden w�re. Ger�gt wird vielmehr eine willk�rliche Beweisw�rdigung, da aus dem Vergleich der beiden Fahrzeuge (bzw. der darauf befindlichen Kollisionsspuren) unhaltbare tats�chliche Schl�sse gezogen worden seien. Auch diese R�ge erweist sich als unbegr�ndet. Wie sich aus der ausf�hrlichen Photodokumentation der Kantonspolizei ergibt, stimmt die H�he der fraglichen Stossstangenecke des blauen Volvo Kombi mit dem Schadenbild am Fahrzeug der Gesch�digten �berein. Es ist nicht willk�rlich, diesen Umstand als weiteres belastendes Indiz zu w�rdigen. Dies um so weniger, als der Beschwerdef�hrer nicht behauptet, die �rtlichen Gegebenheiten an der Unfallstelle seien (bez�glich Strassengef�lle oder Neigungswinkel der Fahrzeuge) dermassen anders als auf dem Vorplatz des Polizeigeb�udes, dass der dort erfolgte H�henvergleich sachlich unzul�ssig erschiene.
3.4 Schliesslich kritisiert der Beschwerdef�hrer die Beweisw�rdigung seiner eigenen Aussagen durch die kantonalen Instanzen. Diese h�tten auf seine "Interessenstellung", eine "Behauptungshaltung" und auf "gewisse zeitliche Differenzen" bzw. Widerspr�che in seinen Aussagen hingewiesen. Ausserdem sei bei ihm ein "Dreistigkeitssymptom" festgestellt worden, da er sowohl gegen die Gesch�digte als auch gegen den Polizeibeamten, der das Fotodossier zusammengestellt hat, Strafanzeigen eingereicht habe. Diese Strafanzeigen bezeichnet der anwaltlich vertretene Beschwerdef�hrer als "verst�ndlich" bzw. "mehr als verst�ndlich". Zur Begr�ndung bringt er vor, dass er aufgrund der Aussage bzw. Anzeige der Gesch�digten schliesslich "wegen pflichtwidrigen Verhaltens bei einem Unfall verurteilt" worden sei. Was das Verhalten des Polizeibeamten betrifft, ergebe sich aus den Akten, "dass die Gegen�berstellung des Fahrzeuges mit dem Fahrzeug Y.________ ohne Wissen und Willen des Beschwerdef�hrers" erfolgt "und diese Tatsache in den Akten auch nicht dokumentiert" sei. "Dass die Polizei die Gegen�berstellung und insbesondere Durchsuchung" der Fahrzeuge vorgenommen habe, "ohne den Angeschuldigten auch nur zu befragen", stelle "eine Verletzung von Art. 146 des Bernischen Strafverfahrens dar". Dabei k�nne "offen bleiben, ob die Verletzung dieser Bestimmung einen Straftatbestand darstellt".
Diese Vorbringen gehen an der Sache vorbei. Weder begr�nden sie auch nur ann�hernd Anhaltspunkte daf�r, dass sich die Gesch�digte oder der rapportierende Polizeibeamte in irgend einer Weise strafbar gemacht haben k�nnten, noch ist eine Verletzung von Art. 146 StrV/BE dargetan oder ersichtlich. Das bernische Strafverfahrensrecht schreibt nicht vor, dass der Angeschuldigte bei jeder polizeilichen Spurensicherung und Beweisaufnahme beigezogen oder befragt werden m�sste. Art. 146 Abs. 1 StrV/BE bestimmt im �brigen ausdr�cklich, dass die Durchsuchung beweglicher Sachen (auch "ohne Einwilligung" des Betroffenen) zul�ssig sei, "wenn nach den Umst�nden zu vermuten ist, dass dadurch Tatspuren (...) gefunden werden k�nnen".
Noch viel weniger begr�nden die Vorbringen des Beschwerdef�hrers den Vorwurf einer willk�rlichen Beweisw�rdigung. Die R�ge erweist sich als offensichtlich unbegr�ndet, soweit sie �berhaupt ausreichend substanziiert erscheint (vgl. Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Dass die kantonalen Instanzen auf die klare, widerspruchsfreie und glaubw�rdige Zeugenaussage der Gesch�digten sowie auf das damit �bereinstimmende Spurenbild an den beteiligten Fahrzeugen abstellten, nicht aber auf die (ihrer Ansicht nach aus Gef�lligkeit abgegebene) "Best�tigung der Eheleute Z.________" oder auf nicht nachpr�fbare Agendaeintr�ge des Beschwerdef�hrers, h�lt vor der Verfassung stand.
3.5 Die Beweisw�rdigung der kantonalen Instanzen ist willk�rfrei. Auch der Grundsatz "in dubio pro reo" wurde nicht verletzt. Bei objektiver W�rdigung der gesamten Beweisergebnisse dr�ngen sich keine offensichtlich erheblichen und schlechterdings nicht zu unterdr�ckenden Zweifel daran auf, dass der Beschwerdef�hrer am fr�hen Abend des 23. August 2002 beim Ziegeleikreisel in Steffisburg als nicht vortrittsberechtigter Fahrzeuglenker ein anderes Fahrzeug touchierte und davonfuhr, ohne sich um den verursachten Schaden zu k�mmern.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde, soweit auf sie eingetreten werden kann, als offensichtlich unbegr�ndet abzuweisen.
Der anwaltlich vertretene Beschwerdef�hrer stellt ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. Wie den obigen Erw�gungen zu entnehmen ist, muss das f�r den Beschwerdef�hrer nachteilige Beweisergebnis jedoch als geradezu erdr�ckend bezeichnet werden. Bei dieser Sachlage erweist sich die Beschwerde als zum vornherein aussichtslos, weshalb das Gesuch um unentgeltliche Prozessf�hrung und Rechtsverbeist�ndung nicht bewilligt werden kann (Art. 152 Abs. 1 OG). Auf die Erhebung von Gerichtskosten (Art. 156 Abs. 1 OG) ist wegen offensichtlicher Uneinbringlichkeit zu verzichten.
Das Gesuch um unentgeltliche Prozessf�hrung und Rechtsverbeist�ndung wird abgewiesen.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer sowie dem Generalprokurator und dem Obergericht, 1. Strafkammer, des Kantons Bern schriftlich mitgeteilt.