Source: http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Urteile_Fortbildungskosten_LAG-Sachsen-Anhalt_10Sa142-07.html
Timestamp: 2018-03-23 13:01:32
Document Index: 82453856

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 64', '§ 66', '§ 519', '§ 307', '§ 309']

10 Ca 150/06
ArbG Des­sau
Verkündet am: 06 09.2007
hat die 10. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Sach­sen-An­halt auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 6. Sep­tem­ber 2007 durch den Rich­ter am Ar­beits­ge­richt als Vor­sit­zen­den und die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin und den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter als Bei­sit­zer
Die Par­tei­en strei­ten, so­weit für das Be­ru­fungs­ver­fah­ren noch von Be­deu­tung, über die Rück­zah­lung von Aus­bil­dungs­kos­ten.
1. Die Ar­beit­neh­me­rin nimmt in der Zeit vom 26 09.2003 —
30.10.2004 an ei­nem Lehr­gang mit dem Aus­bil­dungs­ziel Be­triebs­wir­tin (HWK) 28 — WE teil.
1. Die Fir­ma stellt der Ar­beit­neh­me­rin die Lehr­gangs­kos­ten, be­ste­hend aus 3100,00 € Lehr­gangs­gebühr und 260,00 € Prüfungs­gebühr zur Verfügung.
Hat die Fir­ma die Be­zah­lung obi­ger Kos­ten über­nom­men, so ist die Ar­beit­neh­me­rin zur Rück­zah­lung der Bezüge und Lehr­gangs-kos­ten ver­pflich­tet, wenn sie das Ar­beits­verhält­nis kündigt oder wenn sie sei­tens der Fir­ma aus ei­nem von der Ar­beit­neh­me­rin zu ver­tre­ten­den Grund gekündigt wird Für je ei­nen Mo­nat der Beschäfti­gung nach En­de des Lehr­gangs wer­den 1/60 des ge­sam­ten Rück­zah­lungs­be­tra­ges er­las­sen."
die Kläge­rin zu ver­ur­tei­len, an die Be­klag­te 2.878,20 nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 12. De­zem­ber 2006 zu zah­len.
A. Die an sich statt­haf­te (§§ 8 Abs 2, 64 Abs 1 ArbGG) und nach dem Wert des Be­schwer­de­ge­gen­stan­des zulässi­ge (§ 64 Abs. 2 lit b) ArbGG) Be­ru­fung der Be­klag­ten ist von ihr form- und frist­ge­recht ein­ge­legt und auch be­gründet wor­den (§§ 66 Abs 1 Satz 1, 61 Abs. 6 ArbGG i. V. m. §§ 519, 520 ZPO). Die Mo­nats­frist zur Be­ru­fungs­ein­le­gung
1. Nach § 307 Abs.. 1 Satz 1 BGB ist ei­ne for­mu­larmäßige Ver­trags­be­stim­mung un­an­ge­mes­sen, wenn der Ver­wen­der durch ein­sei­ti­ge Ver­trags­ge­stal­tung miss­bräuch­lich ei­ge­ne In­ter­es­sen auf Kos­ten sei­nes Ver­trags­part­ners durch­zu­set­zen ver­sucht, oh­ne von vorn­her­ein auch des­sen Be­lan­ge hin­rei­chend zu berück­sich­ti­gen und ihm ei­nen an­ge­mes­se­nen Aus­gleich zu gewähren.. Die Fest­stel­lung ei­ner un­an­ge­mes­se­nen Be­nach­tei­li­gung setzt ei­ne wech­sel­sei­ti­ge Berück­sich­ti­gung und Be­wer­tung recht­lich an­zu­er­ken­nen­der In­ter­es­sen der Ver­trags­part­ner vor­aus. Bei die­sem Vor­gang sind auch grund­recht­lich geschütz­te Rechts­po­si­tio­nen zu be­ach­ten Zur Be­ur­tei­lung der Un­an­ge­mes­sen­heit ist ein ge­ne­rel­ler, ty­pi­sie­ren­der, vom Ein­zel­fall los­gelöster Maßstab an­zu­le­gen. Im Rah­men der In­halts­kon­trol­le sind da­bei Art und Ge­gen­stand, Zweck und be­son­de­re Ei­gen­art des je­wei­li­gen Geschäfts zu berück­sich­ti­gen.. Zu prüfen ist, ob der Klau­sel­in­halt bei der in Re­de ste­hen­den Art des Rechts­geschäfts ge­ne­rell und un­ter Berück­sich­ti­gung der ty­pi­schen In­ter­es­sen der be­tei­lig­ten Ver­kehrs­krei­se ei­ne un­an­ge­mes­se­ne Be­nach­tei­li­gung des Ver­trags­part­ners er­gibt (vgl. BAG 4. März 2004 - 8 AZR 196/03 - AP BGB § 309 Nr 3 = NZA
zur Übersicht 10 Sa 142/07