Source: http://www.tierrecht.ch/de/tier-erbrecht.html
Timestamp: 2018-12-13 05:44:27
Document Index: 173669055

Matched Legal Cases: ['Art. 457', 'Art. 641', 'Art. 641', 'Art. 539', 'Art. 641', 'Art. 610']

Tierrecht :: Tier & Erbrecht
Das Erbrecht regelt die Vermögens- und Schuldverhältnisse am Nachlass einer verstorbenen Person (Art. 457 ff. ZGB). Seit der Änderung des Zivilgesetzbuches vom 4. Oktober 2002, welche am 1. April 2003 in Kraft getreten ist, sind Tiere keine Sachen mehr (Art. 641a Abs. 1 ZGB). Die Gesetzesänderung wird allerdings durch Art. 641a Abs. 2 ZGB relativiert, denn soweit für Tiere keine besonderen Regelungen bestehen, gelten für sie die auf Sachen anwendbaren Vorschriften. In den Augen des Gesetzes sind Tiere nach wie vor nicht «erbfähig» im Sinne von Art. 539 ZGB, können aber immerhin in verschiedener Weise begünstigt werden.
Tiere, die im Eigentum des Erblassers standen, gehören zu seinem Nachlass und werden wie alle anderen Vermögenswerte, Rechte und Pflichten vererbt. Weil keine speziellen erbrechtlichen Vorschriften für Tiere bestehen (Art. 641a Abs. 2 ZGB), sind auf sie die gewöhnlichen Bestimmungen über das Vererben von Sachen anwendbar. Hinterlässt ein Erblasser mehrere Erben, bilden diese eine sogenannte Erbengemeinschaft. Sämtliche Vermögenswerte gehören den Mitgliedern dieser Erbengemeinschaft bis zur Verteilung gemeinsam. Grundsätzlich haben sämtliche Erben denselben Anspruch auf die Nachlasswerte (Art. 610 Abs. 1 ZGB).
8.3 Zuteilung des Tiers bei fehlender Verfügung