Source: http://vertrag.jura-basic.de/aufruf.php?file=1&art=6&find=Wohneigentum__Einleitung
Timestamp: 2020-04-01 04:29:31
Document Index: 214216745

Matched Legal Cases: ['§ 94', '§ 93', '§ 1', '§ 3', '§ 13', '§ 1']

Vertragsrecht jura-basic (Wohneigentum Einleitung) - Grundwissen
Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch ist ein Gebäude auf einem Grundstück rechtlich ein wesentlicher Bestandteil des Grundstücks (§ 94 Abs. 1 BGB@). Da wesentliche Bestandteile einer Sache nicht unterschiedlichen Eigentümern gehören können (vgl. § 93 BGB@), können ein Grundstück, ein Gebäude und die Wohnungen im Gebäude nicht unterschiedlichen Alleineigentümern gehören. Möglich ist lediglich, dass mehrere Personen anteilmäßig Miteigentum am Grundstück und Haus haben und somit auch Miteigentum an den im Haus befindlichen Wohnungen.
Durch das Wohnungseigentumsgesetz, als Sonderregelung zum BGB, ermöglicht der Gesetzgeber, dass Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus unterschiedlichen Eigentümern alleine gehören können, z.B. ein Haus mit zwei Wohnungen hat zwei verschiedene Wohnungseigentümer, wobei das Grundstück und das Haus (Hausaußenwände, Hausflur, Hausdach) beiden Personen gemeinsam gehören. Das Wohnungseigentumsgesetz ermöglicht die Bildung von Wohnungseigentum.
Wohnungseigentum ist
das Sondereigentum an einer Wohnung
in Verbindung mit dem Miteigentumsanteil an dem gemeinschaftlichen Eigentum, zu dem es gehört (§ 1 Abs. 2 WEG@).
Sondereigentum ist das alleinige Eigentum an einer Wohnung (baulich abgeschlossener Raum) innerhalb eines Hauses, welches mehreren Eigentümern gehört. Sondereigentum soll nur eingeräumt werden, wenn die Wohnungen in sich abgeschlossen sind (vgl. § 3 Abs. 2 WEG@). Jeder Wohnungseigentümer kann, soweit nicht das Gesetz oder Rechte Dritter entgegenstehen, mit den im Sondereigentum stehenden Gebäudeteilen nach Belieben verfahren, insbesondere diese bewohnen, vermieten, verpachten oder in sonstiger Weise nutzen, und andere von Einwirkungen ausschließen (§ 13 Abs. 1 WEG@).
Zum gemeinschaftlichen Eigentum gehören das Grundstück sowie die Teile, Anlagen und Einrichtungen des Gebäudes, die nicht im Sondereigentum oder im Eigentum eines Dritten stehen (§ 1 Abs. 5 WEG@).
Beispiele: Das Grundstück und das darauf errichtete Haus stehen im gemeinsamen Eigentum der Eigentümer, lediglich die Wohnungen des Hauses nicht. Die einzelnen Wohnungen gehören nicht allen Hauseigentümern anteilmäßig. Eine Wohnung kann einem Eigentümer alleine gehören, als Sondereigentum.
Wohnungseigentum wird durch die vertragliche Einräumung von Sondereigentum oder durch Teilung begründet (siehe Entstehung, Rz.2).