Source: http://www.reiter-rechtsanwalt.de/muss-ein-arbeitsvertrag-schriftlich-geschlossen-werden/
Timestamp: 2017-06-28 20:47:48
Document Index: 120609060

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 11', '§ 11', '§ 14']

Muss ein Arbeitsvertrag schriftlich geschlossen werden? – Rechtsanwalt Thomas Reiter, St. Ingbert
Muss ein Arbeitsvertrag schriftlich geschlossen werden?	17. Februar 201110. April 2015 von admin	Der Arbeitsvertrag begründet das Arbeitsverhältnis. Dabei muss er nicht schriftlich, er kann auch mündlich geschlossen werden. Jedoch ist der schriftliche Abschluss üblich und empfehlenswert, und es gibt Ausnahmen von der grundsätzlichen Formfreiheit.
Niederschrift der wesentlichen Vertragsbedingungen
Gemäß § 2 Abs. 1 S. 1 des Gesetzes über den Nachweis der für ein Arbeitsverhältnis geltenden wesentlichen Bedingungen (NachwG) hat der Arbeitgeber spätestens einen Monat nach dem vereinbarten Beginn des Arbeitsverhältnisses die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich niederzulegen, die Niederschrift zu unterzeichnen und dem Arbeitnehmer auszuhändigen.
Die Norm bedeutet aber nicht, dass die Niederschrift für das Bestehen des Arbeitsverhältnisses notwendig ist: das Arbeitsverhältnis kommt auch ohne die Niederschrift zustande, wenn sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer darüber einig sind.
Ein schriftlicher Arbeitsvertrag ist jedoch dringend zu empfehlen, da er als Beweis über das Bestehen des Arbeitsvehältnisses oder das Bestehen verschiedener Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis dienen kann, falls darüber gestritten wird.
So können sich für Arbeitgeber und Arbeitnehmer Nachteile aus einem Verstoß gegen die Anforderungen des § 2 NachwG ergeben.
Zu dem in § 2 NachwG geregelten gesetzlichen Mindestinhalt der Niederschrift bzw. des Arbeitsvertrags gehören:
„der Name und die Anschrift der Vertragsparteien,
ein in allgemeiner Form gehaltener Hinweis auf die Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, die auf das Arbeitsverhältnis anzuwenden sind.“
Ausbildung und Leiharbeit
Im Falle eines Ausbildungs- oder Leiharbeitsverhältnisses gibt es mit § 11 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) und § 11 des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) ebenfalls sogenannte deklaratorische Formerfordernisse. Das bedeutet, dass der Auszubildende bzw. der Leiharbeitnehmer aufgrund dieser Vorschriften verlangen kann, dass die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich festgehalten werden. Der Vertrag ist jedoch auch mündlich wirksam.
§ 14 Abs. 4 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG) bestimmt, dass die Befristung eines Arbeitsvertrages zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform bedarf. Dem Formerfordernis unterliegt dabei aber nur die Befristungsabrede, nicht der Arbeitsvertrag an sich.
Ein Schriftform-Erfordernis für den Arbeitsvertrag kann sich aus dem Tarifvertrag ergeben, meist sind die Formvorschriften im Tarifvertrag jedoch auch rein deklaratorisch, also keine Bedingung für die Wirksamkeit des Vertrages.
Mit einer Schriftformklausel im Arbeitsvertrag können die Parteien des Arbeitsverhältnisses bestimmen, dass künftige Änderungen und Ergänzungen des Arbeitsvertrags der schriftlichen Form bedürfen.
Haben Sie Fragen zum Arbeitsvertrag?
Bitte nehmen Sie Kontakt mit Rechtsanwalt Thomas Reiter auf, wenn Sie als Arbeitnehmer Fragen zu Ihrem Arbeitsvertrag haben oder als Arbeitgeber einen Arbeitsvertrag benötigen oder prüfen lassen möchten. Telefonisch unter 06894 / 5820823 oder mit dem Formular:
Der Beitrag „Muss ein Arbeitsvertrag schriftlich geschlossen werden?“ erschien vor meiner Anwaltszulassung in meinem früheren Blog und wurde zuletzt am 10.04.2015 überarbeitet.	Categories Häufig gestellte FragenTags Arbeitsvertrag, Ausbildung, Befristung, Leiharbeit, Tarifvertrag	Navigation der Beiträge
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