Source: http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XII%20ZR%20119/91
Timestamp: 2013-05-21 03:48:04
Document Index: 304974961

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Rechtsprechung: XII ZR 119/91
Rechtsprechung BGH, 17.06.1992 - XII ZR 119/91 Unterhalts�berzahlung� 818 Abs. 3 BGB, Schuldentilgung, Urs�chlichkeit, � 819 BGB
BGB � 812, � 818 Abs. 3, Abs. 4, � 819, � 820 Abs. 1
Wegfall der Bereicherung bei Schuldentilgung mit rechtsgrundlos erlangtem Geld?
BGHZ 118, 383
NJW 1992, 2415
MDR 1992, 1060
FamRZ 1992, 1152
WM 1992, 1959
Wird zitiert von ... (81) BAG, 25.04.2001 - 5 AZR 497/99 Verwirkunga) � 818 Abs. 3 BGB dient dem Schutz des gutgl�ubig Bereicherten, der das rechtsgrundlos Empfangene im Vertrauen auf das (Fort-)Bestehen des Rechtsgrundes verbraucht hat und daher nicht �ber den Betrag einer wirklich bestehengebliebenen Bereicherung hinaus zur Herausgabe oder zum Wertersatz verpflichtet werden soll (BGH 17. Juni 1992 - XII ZR 119/91 - BGHZ 118, 383).Auch die infolge Tilgung eigener Schulden mittels des rechtsgrundlos erlangten Geldes eintretende Befreiung von Verbindlichkeiten z�hlt zu den bestehenbleibenden Verm�gensvorteilen, die einem Wegfall der Bereicherung grunds�tzlich entgegenstehen (BGH 17. Juni 1992 aaO).Auch ohne besonderen Verwendungsnachweis spricht dann aufgrund der Lebenserfahrung zu Gunsten des Empf�ngers die Vermutung, da� er die �berzahlung zur Verbesserung seines Lebensstandards ausgegeben hat (BGH 17. Juni 1992 aaO).
BGH, 06.02.2008 - XII ZR 14/06 Familienrecht - Bemessung des nachehelichen UnterhaltsBei der �berzahlung von Unterhalt kommt es daher darauf an, ob der Empf�nger die Betr�ge restlos f�r seinen Lebensbedarf verbraucht oder sich noch in seinem Verm�gen vorhandene Werte - auch in Form anderweitiger Ersparnisse, Anschaffungen oder Tilgung eigener Schulden - verschafft hat (Senatsurteile BGHZ 118, 383, 386 = FamRZ 1992, 1152, 1153 f. und vom 27. Oktober 1999 - XII ZR 239/97 - FamRZ 2000, 751).b) Vom Eintritt der Rechtsh�ngigkeit der R�ckforderungsklage an kann sich der Empf�nger einer rechtsgrundlos erbrachten Leistung nach � 818 Abs. 4 BGB allerdings nicht mehr auf den Wegfall der Bereicherung berufen, sondern haftet nach allgemeinen Vorschriften (Senatsurteile BGHZ 118, 383, 390 = FamRZ 1992, 1152, 1154 und vom 22. April 1998 - XII ZR 221/96 - FamRZ 1998, 951).
BGH, 17.01.2003 - V ZR 235/02 Gesch�ftsf�higkeit - Minderj�hrige: Wegfall der BereicherungVon diesem allgemein anerkannten Grundsatz (BGHZ 118, 383, 387 f;… BGH, Urt. v. 17. Februar 1999, VIII ZR 314/97, NJW 1999, 1181;… Baumg�rtel/Strieder, Handbuch der Beweislast im Privatrecht, 2. Aufl., � 818 Rdn. 9;… Palandt/Sprau, BGB, 62. Aufl., � 818 Rdn. 55;… Staudinger/Lorenz, BGB, 1999, � 818 Rdn. 48;… Erman/Westermann, BGB, 10. Aufl., � 818 Rdn. 53) ist auch nicht f�r den hier vorliegenden Fall eine Ausnahme zu machen, da� der Schuldner bei dem Empfang der Leistung gesch�ftsunf�hig war (so aber wohl KG OLGE 22, 356, vermischt mit der Frage, ob der Gesch�ftsunf�hige �berhaupt etwas erlangt habe).Allerdings ist der Revision zuzugeben, da� der Verbrauch von Geld zur Bestreitung des allgemeinen Lebensbedarfs zum Wegfall der Bereicherung f�hren kann (…vgl. f�r rechtsgrundlos empfangene Unterhaltszahlungen: BGH, Urt. v. 9. Mai 1984, IVb ZR 7/83, NJW 1984, 2095, 2096; BGHZ 118, 383;… BGH, Urt. v. 27. Oktober 1999, XII ZR 239/97, NJW 2000, 740).Das setzt jedoch voraus, da� das empfangene Geld restlos f�r die Lebensbed�rfnisse aufgewendet wurde und nicht in anderer Form, etwa durch Bildung von Ersparnissen, durch Anschaffungen oder auch durch Tilgung von Schulden, noch im Verm�gen vorhanden ist (…BGH, Urt. v. 9. Mai 1984, IVb ZR 7/83 aaO; BGHZ 118, 383, 386).
BAG, 23.05.2001 - 5 AZR 374/99 Gehalts�berzahlung; Wegfall der Bereicherung� 818 Abs. 3 BGB dient dem Schutz des "gutgl�ubig" Bereicherten, der das rechtsgrundlos Empfangene im Vertrauen auf das (Fort-)Bestehen des Rechtsgrundes verbraucht hat und der nicht �ber den Betrag einer wirklichen (noch bestehenden) Bereicherung hinaus zur Herausgabe oder zum Wertersatz verpflichtet werden soll (BGH 17. Juni 1992 - XII ZR 119/91 - BGHZ 118, 383, 386 mwN).Auch eine infolge Tilgung eigener Schulden mittels des rechtsgrundlos erlangten Geldes eingetretene Befreiung von Verbindlichkeiten z�hlt zu den weiterhin vorhandenen Verm�gensvorteilen, die einem Wegfall der Bereicherung grunds�tzlich entgegenstehen (BGH 17. Juni 1992 aaO mwN).Der Bereicherte hat den Wegfall der Bereicherung zu beweisen, da es sich um eine rechtsvernichtende Einwendung handelt (BGH 17. Juni 1992 aaO).
BGH, 30.09.2003 - XI ZR 426/01 Bankenrecht - Transferrubel-Abrechnungsverfahrenb) Die Beklagte haftet allerdings nach den allgemeinen Vorschriften und kann sich daher grunds�tzlich nicht auf den Wegfall der Bereicherung berufen (vgl. hierzu BGHZ 55, 128, 132; 118, 383, 390), sofern die Voraussetzungen der � 852 Abs. 3 BGB a.F., �� 819, 818 Abs. 4 BGB vorliegen.Er mu� nicht nur Kenntnis der hierf�r ma�geblichen Tatsachen, sondern auch der sich aus ihnen ergebenden Rechtsfolge haben (BGHZ 118, 383, 392; 133, 246, 249 f.).
OLG K�ln, 27.03.1998 - 4 UF 164/97 BGB � 812, � 818 Abs. 3, � 818 Abs. 4, � 819 Abs. 1Kontextvorschau leider nicht verf�gbar
BGH, 11.08.2010 - XII ZR 102/09 Familienrecht - Nachehelicher Unterhalt bei hohem EinkommenUnabh�ngig davon kann er Leistungsklage auf R�ckzahlung �berzahlten Unterhalts erheben, ohne zuvor die Rechtskraft des Titels oder die Ab�nderung eines fr�heren Titels abzuwarten (Senatsurteile BGHZ 118, 383, 391 = FamRZ 1992, 1152, 1155 und vom 22. April 1998 - XII ZR 221/96 - FamRZ 1998, 951, 952).
OLG Braunschweig, 22.04.1998 - 1 UF 123/97 Unterhaltsregress nach rechtskr�ftigem UrteilDie Kenntnis von Tatsachen, die auf das Fehlen des rechtlichen Grundes schlie�en lassen, stehen der Kenntnis i.S des � 819 Abs. 1 BGB nicht gleich (vgl. BGH NJW 1992, 2415 und BGHZ 133, 246;… Palandt/Thomas, aaO., � 819 Rdn. 3;… Lieb, aaO., � 819 Rdn. 2).Anzumerken bleibt, dass Rechtsh�ngigkeit i.S. des � 818 Abs. 4 BGB die Rechtsh�ngigkeit der Bereicherungsklage meint, die erst im Jahre 1997 eingetreten ist, und dass ihr die Rechtsh�ngigkeit der Ab�nderungsklage nicht gleichsteht (vgl. BGH, NJW 1992, 2415;… Palandt/Thomas, � 818 Rdn. 51).Die Beklagte ist also die ihr obliegende Darlegung einer Entreicherung (vgl. BGH, NJW 1958, 1725 und 1992, 2415 sowie 1995, 1697;… Palandt/Thomas, aaO., � 818 Rdn. 55) schuldig geblieben.Diese Rechtsprechung ist auf Unterhaltsrenten �bertragbar (vgl. BGH, NJW 1992, 2415).
BGH, 10.02.2004 - X ZR 117/02 Schenkung - Herausgabepflicht eines DrittenDenn insoweit ist, wie die Revision zu Recht geltend macht, eine Gesamtsaldierung aller mit dem Bereicherungsvorgang verbundenen Vor- und Nachteile vorzunehmen (BGHZ 118, 383, 386 ff.;… BGH, Urt. v. 21.3.1996 - III ZR 245/94, NJW 1996, 3409, 3412 f.).
OLG Brandenburg, 13.04.2006 - 9 U 12/05 Begrenztes Realsplitting: R�ckforderung �berzahlten Unterhalts sowie einer …Diese Vorschrift dient dem Schutz des "gutgl�ubig" Bereicherten, der das rechtsgrundlos Empfangene im Vertrauen auf das Fortbestehen des Rechtsgrundes verbraucht hat und daher nicht �ber den Betrag der bestehen gebliebenen Bereicherung hinaus zur Herausgabe oder zum Wertersatz verpflichtet werden soll (vgl. BGHZ 55, 128, 134; BGH, FamRZ 1984, 767, 768; BGH, FamRZ 1992, 1152, 1153; BGH, FamRZ 2000, 751).F�r den Wegfall der Bereicherung tr�gt die Bereicherte die volle Darlegungs- und Beweislast (vgl. BGH, NJW 1958, 1725; BGH, FamRZ 1992, 1152, 1154; BGH, FamRZ 1998, 951, 953), wobei die Rechtsprechung in Anlehnung an zur �berzahlung von Gehalts- und Versorgungsbez�gen von Beamten ergangenen Entscheidungen eine Beweiserleichterung geschaffen hat, wenn aus der �berzahlung in der fraglichen Zeit keine besonderen R�cklagen oder Verm�gensvorteile gebildet wurden.Insbesondere bei unteren und mittleren Einkommen spricht dann nach der Lebenserfahrung eine tats�chliche Vermutung daf�r, dass das Erhaltene f�r eine Verbesserung des Lebensstandards ausgegeben wurde, ohne dass der Bereicherte einen besonderen Verwendungsnachweis erbringen m�sste (so BGH, FamRZ 1992, 1152, 1154 m. w. N. und BGH, FamRZ 2000, 751;… G�ppinger/Wax-van Els, Unterhaltsrecht, 8. Aufl., Rn. 1683 m. w. N.).Zwar ist f�r die Anwendung von � 818 Abs. 4 BGB, wonach sich der Empf�nger einer rechtsgrundlosen Leistung vom Eintritt der Rechtsh�ngigkeit an nicht mehr auf den Wegfall der Bereicherung berufen kann, sondern vielmehr nach den allgemeinen Vorschriften haftet, bereits deshalb kein Raum, weil insoweit einzig auf die Rechtsh�ngigkeit der Herausgabeklage, die hier erst am 4. Januar 2001 und damit nach Empfang der �berzahlungen eintrat, abzustellen ist (vgl. hierzu nur BGH, FamRZ 1992, 1152, 1154 m. w. N.).
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