Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=DNotZ%201982,%20372
Timestamp: 2020-01-24 04:14:07
Document Index: 260267974

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 4', '§ 4', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', '§ 4', '§ 6']

BGH, 22.06.1981 - NotZ 5/81 - dejure.org
https://dejure.org/1981,477
BGH, 22.06.1981 - NotZ 5/81 (https://dejure.org/1981,477)
BGH, Entscheidung vom 22.06.1981 - NotZ 5/81 (https://dejure.org/1981,477)
BGH, Entscheidung vom 22. Juni 1981 - NotZ 5/81 (https://dejure.org/1981,477)
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Ablehnung eines Antrags auf Bestellung zur Notarin - Rechtmäßigkeit eines Abstellens auf die Bedürfnisse des Amtsgerichtsbezirks - Zulässigkeit einer Bedürfnisprüfung
DNotZ 1982, 372 (Ls.)
DNotZ 1982, 373
Dem Antrag konnte somit zum damaligen Zeitpunkt nicht entsprochen werden, denn mit dem Runderlaß war der Antragsgegner eine Selbstbindung eingegangen, von der er grundsätzlich nicht mehr abweichen konnte (st. Rspr., vgl. BGH, Beschl. v. 22. Juni 1981, NotZ 5/81, DNotZ 1982, 372; v. 9. Dezember 1991, NotZ 19/90).
Diese untere Grenze bezieht sich auf Durchschnittszahlen im jeweiligen Amtsgerichtsbezirk, von der jede Bedürfnisprüfung ausgehen muß (Senatsbeschluß vom 22. Oktober 1979 - NotZ 3/79 - LM Nr. 12 zu § 4 BNotO unter 3 c cc und Beschluß vom 22. Juni 1981 - NotZ 5/81 - DNotZ 1982, 372, 374).
Ihr ist allerdings nicht schlechthin jede andere Art der Bedürfnisprüfung verwehrt, wenn die Erfordernisse einer geordneten Rechtspflege es im Einzelfall verlangen (Senatsbeschluß vom 22. Juni 1981 - NotZ 5/81 - aaO S. 375).
Es liegt in ihrem pflichtgemäßen Ermessen, nach welchen Gesichtspunkten sie dabei entscheiden wollen, wenn dabei nur der Grundsatz des § 4 Abs. 1 BNotO eines auf die Belange der Rechtspflege abgestellten Bedürfnisses beachtet wird (BGHZ 67, 348; 73, 54, 56; Senatsbeschluß DNotZ 1982, 372, 373).
Nur darf dann die Justizverwaltung von den generell festgelegten Richtlinien der Bedürfnisprüfung grundsätzlich auch im Einzelfall nicht mehr abweichen, und zwar weder zum Nachteil noch zum Vorteil eines Bewerbers (BGHZ 37, 179, 185; Senatsbeschlüsse vom 5. Mai 1980 - NotZ 2/80 = DNotZ 1980, 704; vom 22. Juni 1981 - NotZ 2/81 = DNotZ 1982, 375, 376; vom selben Tage - NotZ 5/81 = DNotZ 1982, 372, 373 und vom 18. Januar 1982 - NotZ 9/81 = DNotZ 1982, 378).
Ihm widerspricht nicht die Regelung in A I Nr. 5 Buchst. a des Runderlasses, daß ein Bedürfnis für die Bestellung eines Notars nur anzunehmen ist, wenn in dem betreffenden Amtsgerichtsbezirk für die dort tätigen Notare ein zahlenmäßig bestimmtes Geschäftsaufkommen überschritten wird (Senatsbeschlüsse vom 13. Dezember 1971 - NotZ 1/71 = DNotZ 1973, 171;… vom 5. Mai 1980 a.a.O. = DNotZ 1980, 704 und vom 22. Juni 1981 - NotZ 5/81 = DNotZ 1982, 372, 373 m.w.N.).
Die entsprechende Regelung des § 2 Abs. 2 AVNot Niedersachsen unterliegt, wie der Senat für vergleichbare Verwaltungsvorschriften anderer Bundesländer wiederholt entschieden hat, keinen rechtlichen Bedenken (vgl. Senatsbeschlüsse vom 22. Juni 1981 - NotZ 5/81 = DNotZ 1982, 372, 373/374; vom 26. September 1983 - NotZ 9/83 = DNotZ 1984, 432, 433;… vom 4. Dezember 1989 - NotZ 20/89 - a.a.O.;… vom 14. Januar 1991 - NotZ 9/90 = BGHR BNotO § 4 Abs. 2 Auswahlverfahren 4 und Bedürfnisprüfung 8).
Im übrigen wäre, wenn sich die Richtlinie gerade im Hinblick auf die Auswahlmaßstäbe des § 6 Abs. 3 BNotO in besonders gelagerten Fällen als unvollständig oder ungeeignet erweisen sollte, die Landesjustizverwaltung gehalten, sie anzupassen und so zu entscheiden, wie es nach der persönlichen und fachlichen Eignung des Bewerbers geboten ist (zur bisher in Frage kommenden Anpassung von Ermessensrichtlinien vgl. die st. Rspr. des Senats, Beschl. v. 22. Juni 1981, NotZ 5/81, DNotZ 1982, 372; v. 25. Oktober 1982, NotZ 14/82, DNotZ 1983, 244; v. 14. Januar 1991, NotZ 8 und 10/90).
Der Senat hat schon wiederholt zu erkennen gegeben, daß es der Landesjustizverwaltung grundsätzlich gestattet ist, sich bei der Bedürfnisprüfung für den einen oder anderen Weg der Ermittlung zu entscheiden (vgl. einerseits Senatsbeschlüsse vom 28. November 1977 - NotZ 10/77 = DNotZ 1978, 309 und vom 19. Januar 1981 - NotZ 14/80 = DNotZ 1981, 521; andererseits Senatsbeschlüsse vom 5. Mai 1980 - NotZ 2/80 = DNotZ 1980, 704 und vom 22. Juni 1981 - NotZ 5/81 = DNotZ 1982, 372); dabei kann sie auch eine Kombination beider Wege wählen.