Source: https://www.finma.ch/fr/mise-en-oeuvre/casuistique-et-jugements-des-tribunaux/kasuistik/2014-10
Timestamp: 2020-08-06 09:41:48
Document Index: 101524078

Matched Legal Cases: ['Art. 3', 'Art. 9', 'Art. 33', 'Art. 33', 'BGer', 'BGE']

A (Mitarbeiter im obersten Kader einer Bank)
Interdiction d'exercer/Interdiction de pratiquer
Die Bank X nahm ab dem Jahr 2008 überproportional viele unversteuerte US-Kunden von anderen Schweizer Banken an. A war als Mitarbeiter im obersten Kader der Bank X hauptverantwortlich für die Umsetzung der aggressiven Expansionspolitik im US-Kundengeschäft. Diese Strategie und deren zielstrebige Umsetzung waren mit erheblichen Rechts- und Reputationsrisiken für das Institut und seine Mitarbeiter verbunden. Ein angemessenes Risikomanagement trat aber zugunsten einer kurzsichtigen Wachstumsstrategie zurück. Die notwendigen Massnahmen zur Überwachung des Risikoexposures der Bank X wurden daher nicht getroffen bzw. nicht konsequent umgesetzt. Unter der operativen Führung von A waren eine einwandfreie Geschäftsführung und ein angemessenes Risikomanagement des US-Kundengeschäfts nicht gewährleistet (Art. 3 Abs. 2 Bst. a und c BankG; Art. 9 Abs. 2 BankV). Im Sinne von Art. 33 FINMAG erachtete die FINMA A als verantwortlich für diese während Jahren andauernde schwere Verletzung von aufsichtsrechtlichen Bestimmungen der Bank X. Durch sein Verhalten hat A die Anforderungen an die Gewähr für eine einwandfreie Geschäftstätigkeit schwer verletzt.
2 Jahre Berufsverbot (Art. 33 FINMAG)
Eine gegen die Verfügung erhobene Beschwerde wurde vom Bundesverwaltungsgericht zunächst abgewiesen, vgl. Teilurteil BVGer B-5041/2014 vom 29.6.2015. Eine gegen das Teilurteil des Bundesverwaltungsgerichts erhobene Beschwerde wurde vom Bundesgericht gutgeheissen, vgl. Urteil BGer 2C_739/2015 vom 25.4.2016 (BGE 142 II 243). Nach der Rückweisung durch das Bundesgericht hiess das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde gegen die Verfügung gut, vgl. Urteil BVGer B-3092/2016 vom 25.4.2018 (rechtskräftig).