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Timestamp: 2016-10-27 03:08:43
Document Index: 200559470

Matched Legal Cases: ['Art. 72', 'Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 42', 'Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 95', 'BGE', 'Art. 97', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'BGE', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 99', 'Art. 280', 'Art. 404', 'BGE', 'BGE', 'Art. 295', 'de lege lata', 'Art. 285', 'BGE', 'BGE', 'Art. 276', 'Art. 285', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 75', 'BGE', 'Art. 285', 'Art. 285', 'Art. 9', 'Art. 66', 'Art. 66', 'Art. 64', 'Art. 68']

5A_775/2011 (08.03.2012)
vertreten durch Rechtsanw�ltin Rachel Gr�tter,
X.________ ist im Jahre 2008 zur Welt gekommen. Aufgrund einer Corpus-callosum-Agenesie leidet das M�dchen seit seiner Geburt an einer globalen Entwicklungsst�rung. Seine Eltern sind Y.________ (geb. 1966) und Z.________ (geb. 1959). Der Vater ist von einer anderen Frau geschieden. Aus dieser Verbindung stammen die Halbgeschwister von X._______ A.________ (geb. 1995) und B.________ (geb. 1997).
B.a Am 18. August 2008 verklagte X.________ ihren Vater vor dem Bezirksgericht Bremgarten auf Bezahlung angemessener Kinderalimente. Z.________ erkl�rte sich in seiner Klageantwort damit einverstanden, an den Unterhalt von X.________ bis Ende Dezember 2009 maximal Fr. 500.-- und ab 1. Januar 2010 Fr. 800.-- zu bezahlen, und beantragte weiter, das Besuchsrecht zu regeln. Mit Entscheid vom 18. Dezember 2008 genehmigte das Bezirksgericht einen von der Beist�ndin von X.______ und Z.________ unterzeichneten Vergleich. Diesen Entscheid hob das Obergericht des Kantons Aargau auf Appellation der Kindsmutter hin wegen Verletzung deren rechtlichen Geh�rs auf und wies das Verfahren zur weiteren Fortsetzung an das Bezirksgericht zur�ck (Urteil vom 23. Juni 2009).
B.b In ihrer Stellungnahme vom 17. Februar 2010 beantragte Y.________, die monatlichen Unterhaltsbeitr�ge wie folgt festzulegen: bis zum 31. Dezember 2009 Fr. 1'390.--, bis zum 31. Dezember 2011 Fr. 1'690.-- und bis zum vollendetem 6., 13., 16. bzw. 18. Altersjahr von X.________ Fr. 1'800.--, Fr. 1'900.--, Fr. 1'400.-- bzw. Fr. 1'600.--, je zuz�glich Kinderzulagen; seit 16. April 2008 ausgewiesene Unterhaltszahlungen seien anzurechnen. Weiter ersuchte die Mutter darum, den pers�nlichen Verkehr zum Vater zu regeln und die im Jahre 2008 angeordnete Beistandschaft weiterzuf�hren. Z.________ beantragte dem Bezirksgericht, er sei zu Unterhaltszahlungen von Fr. 650.-- (bis 31. Dezember 2009), Fr. 800.-- (bis zum 12. Altersjahr von X.________) bzw. Fr. 1'000.-- (bis zur M�ndigkeit von X.________) zu verpflichten; im �brigen hielt er an den bisher gestellten Antr�gen fest.
B.c Das Bezirksgericht Bremgarten verurteilte Z.________ am 2. Dezember 2010, Y.________ an den Unterhalt von X.________ bis zur Vollendung des 6. Altersjahrs Fr. 800.-- und ab dem 7. Altersjahr bis zur M�ndigkeit Fr. 1'100.-- zu bezahlen. Es erkl�rte den Vater zur Verrechnung mit bereits geleisteten Unterhaltsbeitr�gen berechtigt und verpflichtete die Mutter zur Berichterstattung �ber die Entwicklung von X.________.
C.a X.________ appellierte gegen das erstinstanzliche Urteil. Vor dem Obergericht des Kantons Aargau wehrte sie sich gegen die H�he und die fehlende Indexierung der Unterhaltsbeitr�ge sowie gegen die vorinstanzliche Kostenverteilung. Sie beantragte, Z.________ wie folgt zur Bezahlung von Unterhalt zu verpflichten: Fr. 1'500.-- vom 1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2011, Fr. 1'960.-- vom 1. Januar 2012 bis 31. Juli 2012, Fr. 1'640.-- vom 1. August 2012 bis 30. April 2014, Fr. 1'870.-- vom 1. Mai 2014 bis 30. April 2020, Fr. 1'590.-- vom 1. Mai 2020 bis 30. April 2024 und Fr. 1'780.-- vom 1. Mai 2024 bis 30. April 2026. �berdies verlangte sie, die seit ihrer Geburt bereits geleisteten Unterhaltsbeitr�ge konkret anzurechnen. In seiner Anschlussappellation beharrte Z.________ bez�glich der Alimente auf den vor erster Instanz gestellten Antr�gen.
C.b Soweit vor Bundesgericht noch relevant, sprach das Obergericht des Kantons Aargau dem Kind X.________ indexierte Unterhaltsbeitr�ge von Fr. 800.-- (1. September 2011 bis 31. Dezember 2020) bzw. Fr. 1'000.-- (1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2026) zu, je zuz�glich Kinderzulagen. Weiter verpflichtete es X.________, sich allf�llige, f�r die Zeit ab 16. April 2008 ausgerichtete Geldleistungen der Invalidenversicherung an die Unterhaltsbeitr�ge anrechnen zu lassen und sich gegen�ber Z.________ �ber die vereinnahmten Nettozahlungen auszuweisen. Im �brigen wies das Obergericht die Appellation und die Anschlussappellation ab.
Mit Beschwerde in Zivilsachen vom 3. November 2011 wendet sich X.________ (nachfolgend Beschwerdef�hrerin) an das Bundesgericht. Bez�glich der eingeklagten Unterhaltsbeitr�ge stellt sie die gleichen Begehren wie vor Obergericht (Bst. C.a), abgesehen von folgender Abweichung: F�r die letzte Phase verlangt sie, Z.________ (nachfolgend Beschwerdegegner) habe den Unterhalt von Fr. 1'780.-- nicht bis zum 30. April 2026, sondern bis zum 31. Dezember 2026 zu bezahlen. Im �brigen stellt sie den Eventualantrag, die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. F�r das bundesgerichtliche Beschwerdeverfahren ersucht die Beschwerdef�hrerin um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege.
1.1 Die Beschwerdef�hrerin wehrt sich binnen Frist gegen den Endentscheid einer letzten kantonalen Instanz in einer Zivilsache, deren Streitwert Fr. 30'000.-- �bersteigt (Art. 72 Abs. 1, 75, 90, 100 Abs. 1 BGG). Auf die Beschwerde in Zivilsachen ist somit einzutreten.
1.2 Im ordentlichen Beschwerdeverfahren sind vor Bundesgericht in rechtlicher Hinsicht alle R�gen gem�ss Art. 95 f. BGG zul�ssig. Das Bundesgericht wendet das Recht in diesem Bereich von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es pr�ft geh�rig behauptete Rechtsverletzungen (Art. 42 Abs. 2 BGG) an sich mit freier Kognition. Da sich der vorliegende Rechtsstreit aber allein um die Festsetzung des Unterhalts der Beschwerdef�hrerin dreht, gilt es zu beachten, dass der Richter in verschiedener Hinsicht auf sein Ermessen verwiesen ist (Art. 4 ZGB; BGE 127 III 136 E. 3a S. 141; Botschaft, BBl 1996 I S. 115 f.). Das Bundesgericht �bt bei der �berpr�fung solcher Entscheide eine gewisse Zur�ckhaltung: Es greift nur ein, wenn die kantonale Instanz von dem ihr zustehenden Ermessen falschen Gebrauch gemacht hat, das heisst wenn sie grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grunds�tzen abgewichen ist, wenn sie Gesichtspunkte ber�cksichtigt hat, die keine Rolle h�tten spielen d�rfen, oder wenn sie umgekehrt rechtserhebliche Umst�nde ausser Acht gelassen hat. Aufzuheben und zu korrigieren sind ausserdem Ermessensentscheide, die sich als im Ergebnis offensichtlich unbillig, als in stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 128 III 161 E. 2c/aa S. 162; 131 III 12 E. 4.2 S. 15; 132 III 97 E. 1 S. 99).
In jedem Fall legt das Bundesgericht seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Diesbez�glich kann die Beschwerdef�hrerin nur einwenden, die tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz seien offensichtlich unrichtig, das heisst willk�rlich (vgl. BGE 134 V 53 E. 4.3 S. 62; 133 II 249 E. 1.2.2 S. 252), oder w�rden auf einer anderen Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen, insbesondere auf der Verletzung einer verfahrensrechtlichen Verfassungsvorschrift (BGE 133 II 249 E. 1.4.3 S. 255). �berdies ist darzutun, inwiefern die Behebung des ger�gten Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 135 I 19 E. 2.2.2 S. 22).
F�r Vorbringen betreffend die Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte gilt das strenge R�geprinzip (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254). Die Beschwerdeschrift muss die wesentlichen Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung dar�ber enthalten, welche verfassungsm�ssigen Rechte bzw. welche Rechtss�tze inwiefern durch den angefochtenen Erlass oder Entscheid verletzt worden sind. Das Bundesgericht pr�ft demnach nur klar und detailliert erhobene und soweit m�glich belegte R�gen; auf ungen�gend begr�ndete R�gen und rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt es nicht ein (BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246).
1.3 Nicht zul�ssig sind vor Bundesgericht neue Begehren (Art. 99 Abs. 2 BGG), das heisst Begehren, mit denen die Vorinstanz nicht befasst war (BGE 135 I 119 E. 2 S. 121) und die zu einer Ausweitung des Streitgegenstandes f�hren. Soweit die Beschwerdef�hrerin mehr oder anderes verlangt, als sie bereits vor dem Obergericht geltend gemacht hatte, ist daher auf ihre Beschwerde nicht einzutreten.
Der vorliegende Unterhaltsstreit hat zum einen den Barbedarf der Beschwerdef�hrerin zum Gegenstand.
2.1 Die Beschwerdef�hrerin wirft der Vorinstanz zun�chst vor, ihre Kosten f�r behinderungsbedingte Transporte und spezielle Arzneimittel von monatlich Fr. 250.-- nicht ber�cksichtigt zu haben; "ebenso betroffen" sei ein Mehraufwand f�r Therapien von Fr. 200.--. Sie st�tzt sich hierbei auf die Budgetberechnungen der zust�ndigen Sozialhilfebeh�rde f�r die Monate November 2010 bis Juni 2011, die sie dem Obergericht mit ihrer Antwort auf die Anschlussappellation vom 7. Juni 2011 eingereicht hatte.
2.1.1 Vor Obergericht hatte die Beschwerdef�hrerin nur die zuerst erw�hnten Zusatzkosten von Fr. 250.-- verlangt. Der Mehraufwand f�r Therapien von Fr. 200.-- ist nicht Gegenstand des obergerichtlichen Urteils. Dass erst der angefochtene Entscheid Anlass gegeben h�tte, vor Bundesgericht neu auch dieses Betreffnis in Rechnung zu stellen, behauptet die Beschwerdef�hrerin nicht. Das diesbez�gliche Vorbringen ist somit unzul�ssig (Art. 99 Abs. 1 BGG).
2.1.2 Die Kosten f�r Transporte und Arzneimittel von Fr. 250.-- erachtete das Obergericht als "nicht durch die erforderlichen Belege nachgewiesen". Ebenso wenig sei nachgewiesen, dass diese Kosten nicht von der Krankenkasse oder der Invalidenversicherung gedeckt und zudem notwendig seien. Die Berechnungsbl�tter der Sozialhilfe verm�chten den Beweis nicht zu erbringen, da daraus die Berechnungsgrundlagen nicht ersichtlich seien und die Einsch�tzungen der Sozialhilfe das Gericht nicht b�nden. Vielmehr h�tte es des konkreten Nachweises �ber H�he und Notwendigkeit der entsprechenden Aufwendungen bedurft. Im Ergebnis sei die Beschwerdef�hrerin "der ihr auch unter Geltung der Untersuchungsmaxime obliegenden Mitwirkungspflicht" nicht nachgekommen. Der lediglich behauptete und somit unsubstanziiert gebliebene Aufwand k�nne in der Bedarfsberechnung deshalb nicht ber�cksichtigt werden.
Die Beschwerdef�hrerin erblickt in dieser Argumentation eine Verletzung der Untersuchungsmaxime. Sie wendet ein, das Obergericht h�tte sie auf die - seiner Meinung nach - fehlenden Beweisgrundlagen hinweisen und sie zur Nachreichung auffordern oder die Akten der Gemeinde C.________ anfordern m�ssen. Indem es dies unterlassen habe, sei es in Willk�r verfallen und m�sse sich �berspitzten Formalismus vorwerfen lassen. Denn bei den eingereichten Schriftst�cken handele es sich um offizielle Bescheinigungen der Gemeinde C.________.
2.1.3 Nach Art. 280 Abs. 2 ZGB (in Kraft bis 31. Dezember 2010), der auf den vorliegenden Unterhaltsstreit noch Anwendung findet (Art. 404 Abs. 1 ZPO), erforscht das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen und w�rdigt die Beweise nach freier �berzeugung. Der Richter ist demnach verpflichtet, von sich aus alle Elemente in Betracht zu ziehen, die entscheidwesentlich sind, und unabh�ngig von den Antr�gen der Parteien Beweise zu erheben. Die Untersuchungsmaxime entbindet die Parteien jedoch nicht davon, am Verfahren aktiv mitzuwirken und ihre eigenen Standpunkte zu vertreten; an ihnen ist es, den Richter �ber den Sachverhalt zu unterrichten und ihn auf die greifbaren Beweismittel hinzuweisen (BGE 128 III 411 E. 3.2.1 S. 413 f.; best�tigt in BGE 130 I 180 E. 3.2 S. 183 f.). Immerhin muss das Gericht die Parteien entsprechend befragen, soweit es an der Richtigkeit und/oder Vollst�ndigkeit der ihm vorliegenden Angaben Zweifel hat oder haben m�sste und soweit nicht die Ab�nderung von Unterhaltsbeitr�gen, sondern - wie hier - deren erstmalige Festsetzung in Frage steht.
2.1.4 Wie sich aus den kantonalen Akten ergibt, hatte die Mutter der Beschwerdef�hrerin die streitige Bedarfsposition schon im erstinstanzlichen Verfahren in ihrer Stellungnahme vom 17. Februar 2010 geltend gemacht und als Beweismittel hierf�r die Parteibefragung genannt. Nun legte das Bezirksgericht Bremgarten seinem Urteil vom 2. Dezember 2010 aber die Annahme zugrunde, dass "die medizinisch indizierten Zusatzkosten ... allesamt von den Versicherungen gedeckt und ... nicht von den Eltern zu tragen" sind. Wenn die Beschwerdef�hrerin im Appellationsverfahren auf der Anrechnung der Zusatzkosten von Fr. 250.-- beharrte, hatte sie demnach allen Grund, nicht erst auf Insistieren des Obergerichts, sondern aus eigener Initiative anhand konkreter Belege den Nachweis zu erbringen, dass diese Kosten entgegen der Annahme des Bezirksgerichts eben gerade nicht von den Versicherungen gedeckt werden. Eine aktive Mitwirkung am Verfahren konnte von ihr umso mehr verlangt werden, als sie selbst einr�umt, die konkreten Belege liessen sich "wohl problemlos" beschaffen. Dass die Budgetabrechnungen der Sozialhilfe keinen Aufschluss dar�ber geben, ob die streitigen Kosten von den Versicherungen gedeckt sind, bestreitet die Beschwerdef�hrerin nicht. Nachdem sie aber auch diese Beweisst�cke erst in ihrer Antwort auf die Anschlussappellation beibrachte, trifft das Obergericht nicht der Vorwurf, es habe die Untersuchungsmaxime verletzt, weil es weder von der Beschwerdef�hrerin noch von der Gemeinde weitere Beweisgrundlagen eingefordert habe. Insofern h�lt der angefochtene Entscheid vor Bundesrecht stand, und die in diesem Zusammenhang erhobenen Vorw�rfe und R�gen erweisen sich als unbegr�ndet.
2.2 Des Weitern macht die Beschwerdef�hrerin geltend, ihrer Mutter w�rden Tagesmutterkosten anfallen, "wenn sie den �blichen Arbeitspensen nachzugehen" habe. Diese Fremdbetreuungskosten betr�gen "ausweislich der Akten und eingereichten Belege" Fr. 640.-- pro Monat und seien in ihrem Barbedarf zu ber�cksichtigen.
2.2.1 Das Obergericht weist diese Forderung zur�ck mit der Begr�ndung, bei unverheirateten Eltern st�nden der Kindsmutter ausserhalb von Art. 295 ZGB keine Anspr�che gegen�ber dem Vater zu. Den Barbedarf der Beschwerdef�hrerin um die Fremdbetreuungskosten ihrer Mutter zu erweitern hiesse im Falle nie verheiratet gewesener Eltern, den nicht obhutsberechtigten, seine Unterhaltspflicht in Geldform leistenden Vater doppelt zu belasten. M�sse die Mutter in dem Umfang, in welchem sie einer Erwerbst�tigkeit nachgehe, die damit verbundenen Fremdbetreuungskosten n�mlich nicht �bernehmen, so partizipiere sie selbst an den Unterhaltszahlungen an ihr Kind, da sie in diesem Umfang weder Unterhalt in natura - durch Pflege und Erziehung - noch einen finanziellen Beitrag leisten m�sste. Dies aber gehe ausserhalb des nachehelichen Unterhalts und abgesehen von sehr guten wirtschaftlichen Verh�ltnissen des unterhaltspflichtigen, nicht obhutsberechtigten Elternteils de lege lata nicht an. Daher seien die Fremdbetreuungskosten zwar an den Gesamtbedarf der Beschwerdef�hrerin anzurechnen, jedoch nicht in den vom Beschwerdegegner zu leistenden Barbedarf aufzunehmen, sondern aus dem von der obhutsberechtigten Kindsmutter "erzielten resp. k�nftig zu erzielenden Erwerbseinkommen zu decken".
2.2.2 Die Beschwerdef�hrerin ist der Ansicht, die Argumentation der Vorinstanz �berzeuge nicht. Ihr Einwand, gem�ss Art. 285 ZGB geh�re die Leistungsf�higkeit der Eltern zu den Bemessungskriterien des Kindesunterhalts, ist jedoch unbehelflich. Denn mit Bezug auf die streitigen Fremdbetreuungskosten befasst sich das Obergericht gar nicht mit der Leistungsf�higkeit der Eltern. Ausschlaggebend f�r seinen Entscheid war vielmehr der Umstand, dass der Beschwerdegegner nie mit der Mutter der Beschwerdef�hrerin verheiratet war. Auch dass der Beschwerdegegner in "sehr guten wirtschaftlichen Verh�ltnissen" leben und es sich aus diesem Grund rechtfertigen w�rde, ihm die beschriebene Doppelbelastung aufzub�rden, behauptet die Beschwerdef�hrerin zu Recht nicht. In nachvollziehbarer Weise hat das Obergericht die geltende Rechtslage bei unverheirateten Eltern dargelegt und von derjenigen verheirateter oder geschiedener Eltern unterschieden. Dass es damit in Missachtung seines Ermessensspielraums Unterscheidungen getroffen h�tte, die keine Rolle h�tte spielen d�rfen (vgl. E. 1.2), ist nicht ersichtlich.
2.3 Schliesslich st�rt sich die Beschwerdef�hrerin daran, dass das Obergericht bei der Festsetzung ihres Barbedarfs die Empfehlungen der Kammer f�r Vormundschaftswesen vom 1. November 2005 (nachfolgend "Kreisschreiben") gest�tzt auf den Indexstand vom 1. August 2005 angewendet hat. Sie verlangt, den im Kreisschreiben erw�hnten Barbedarf auf den Stand von Februar 2011 zu erh�hen. Dass sich das Obergericht bei der Ermittlung des tats�chlichen Unterhaltsbedarfs von diesen Empfehlungen leiten lassen durfte, stellt die Beschwerdef�hrerin allerdings nicht in Frage. In der Tat kommt die konkrete Bedarfsermittlung nicht ohne gewisse Pauschalierungen aus. Soweit das Gericht die erforderlichen Anpassungen vornimmt, darf es daher auch auf vorgegebene Bedarfszahlen von der Art abstellen, wie sie im besagten Kreisschreiben enthalten sind (Urteil 5A_733/2009 vom 10. Februar 2010 E. 3.3.2, nicht publ. in: BGE 136 III 209). Die Betr�ge gem�ss solchen Tabellen stellen freilich nur ein Hilfsmittel f�r die Festsetzung des Unterhaltsbeitrages dar und haben Richtwertcharakter. Entsprechend liegt es in der Natur der Sache, dass diese Werte nicht kontinuierlich angepasst werden m�ssen. Schon unter diesem Gesichtspunkt sowie in Anbetracht der Tatsache, dass sich der Landesindex der Konsumentenpreise im fraglichen Zeitraum nur um ca. 5 Prozent erh�ht hat, ist dem Obergericht keine rechtsfehlerhafte Aus�bung seines Ermessens vorzuwerfen, wenn es die im Kreisschreiben enthaltenen Werte nicht dem Indexstand vom Februar 2011 angepasst hat. Vor allem aber �bersieht die Beschwerdef�hrerin, dass im Falle einer "Indexbereinigung" nicht nur die Bedarfswerte, sondern auch das ihnen zugrunde liegende Durchschnittseinkommen von Fr. 7'650.-- auf Fr. 8'052.-- zu erh�hen w�re. Als Folge davon betr�ge die Differenz zwischen diesem Einkommen und den tats�chlichen Eink�nften des Beschwerdegegners nicht zehn, sondern f�nfzehn Prozent, was sich bei einer entsprechenden K�rzung der indexbereinigten Bedarfszahlen eher zum Nachteil der Beschwerdef�hrerin auswirken w�rde.
2.4 Nach dem Gesagten steht fest, dass der angefochtene Entscheid hinsichtlich der Barmittel, welche die Beschwerdef�hrerin zur Bestreitung ihres Unterhalts ben�tigt, nicht zu beanstanden ist. In dieser Hinsicht erweist sich die Beschwerde als unbegr�ndet.
3.1 Die Beschwerdef�hrerin ist vorab der Meinung, das Obergericht habe seine Kreisschreiben f�r die Bemessung von Unterhaltsbeitr�gen (s. E. 2.3) falsch angewendet. Zum "durchschnittlichen monatlichen Nettoeinkommen", von dem in diesem Kreisschreiben die Rede sei, m�ssten auch die Kinderzulagen gez�hlt werden. �berdies habe das Obergericht die Kinderzulage zu Unrecht vom Barbedarf gem�ss Kreisschreiben abgezogen; diese Zulagen seien zus�tzlich zum Barbedarf geschuldet. Diese Auffassung trifft nicht zu. Nach der Rechtsprechung ist eine Kinder- oder Ausbildungszulage in jedem Fall vom Bedarf des unterhaltsberechtigten Kindes abzuziehen, denn diese Leistungen, die ausschliesslich f�r den Unterhalt des Kindes bestimmt sind, werden nicht zum Einkommen des bezugsberechtigten Elternteils hinzugez�hlt, sondern sind bei der Ermittlung des durch den Unterhaltsbeitrag zu deckenden Bedarfs des Kindes vorweg in Abzug zu bringen (BGE 137 III 59 E. 4.2.3 S. 64 mit Hinweisen). Im Einklang mit dieser Rechtslage h�lt das Obergericht in Ziff. IV/1 des Kreisschreibens denn auch fest, dass die Eltern den Unterhaltsbedarf des Kindes zu bestreiten haben, soweit dieser nicht durch Drittleistungen gedeckt ist.
3.2 Weiter macht die Beschwerdef�hrerin geltend, bei der Berechnung des Einkommens werde "ausdr�cklich von beiden Eltern ausgegangen". Da ihre Mutter in Zukunft ebenfalls ein Erwerbseinkommen erzielen werde, �bersteige das Gesamteinkommen der Eltern den Durchschnittslohn von Fr. 7'650.--, der dem erw�hnten Kreisschreiben zugrunde liege. Zu Unrecht habe das Obergericht daher allein das Einkommen des Beschwerdegegners ber�cksichtigt und ihren Barbedarf gek�rzt. Auch diese Argumentation vermag nicht zu �berzeugen.
3.2.1 Der Kindesunterhalt wird durch Pflege und Erziehung oder, wenn das Kind nicht unter der Obhut der Eltern steht, durch Geldzahlung geleistet (Art. 276 Abs. 2 ZGB). Nach Art. 285 Abs. 1 ZGB muss der Geldunterhalt den Bed�rfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung und Leistungsf�higkeit der Eltern entsprechen und ausserdem Verm�gen und Eink�nfte des Kindes sowie den Beitrag des nicht obhutsberechtigten Elternteils an der Betreuung des Kindes ber�cksichtigen. Nach der Rechtsprechung ist derjenige Elternteil, der �ber die h�here finanzielle Leistungskraft verf�gt, grunds�tzlich gehalten, f�r den gesamten Barbedarf seines Kindes aufzukommen, wenn der andere Elternteil seine Unterhaltspflicht im Wesentlichen in natura, das heisst durch Pflege und Erziehung erbringt. Bei der Bemessung der Geldleistung eines Elternteils allein ist dessen Leistungsf�higkeit voll auszusch�pfen (HAUSHEER/SPYCHER, Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. Aufl. 2010, S. 450). �ber die Schranke der wirtschaftlichen Leistungsf�higkeit des Rentenschuldners darf sich das Gericht aber in aller Regel nicht hinwegsetzen, denn dieser kann f�r sich selbst die Sicherung der Existenz beanspruchen (BGE 137 III 59 E. 4.2.1 S. 62 mit Hinweisen).
3.2.2 Abgesehen davon, dass die Beschwerdef�hrerin keinerlei Anhaltspunkte dazu liefert, ab welchem Zeitpunkt und in welcher H�he ihre Mutter �berhaupt ein Erwerbseinkommen erzielen wird, k�me eine Zusammenrechnung der Erwerbseinkommen beider Eltern nach dem Gesagten von vornherein nur in Frage, wenn die Beschwerdef�hrerin zur Deckung ihres Unterhaltes nicht nur vom Beschwerdegegner, sondern auch von ihrer Mutter - �ber die von ihr erbrachte Pflege und Erziehung hinaus - einen Geldbetrag verlangen w�rde. Eine solche Forderung stand im vorliegenden Unterhaltsprozess jedoch zu keinem Zeitpunkt zur Diskussion. Soll demnach der Beschwerdegegner allein f�r den Barbedarf der Beschwerdef�hrerin aufkommen, so k�nnen f�r die Bemessung des Geldbeitrages auch nur die v�terlichen Einkommensverh�ltnisse massgeblich sein. Im �brigen k�nnte in F�llen wie dem vorliegenden, wo eine Ehe oder Hausgemeinschaft nie bestanden hat, ohnehin nicht von einem gemeinsamen "Familieneinkommen" ausgegangen werden (vgl. HAUSHEER/SPYCHER, a.a.O., S. 431).
3.3 Schliesslich bem�ngelt die Beschwerdef�hrerin die konkrete Ermittlung des v�terlichen Einkommens. Dieses belaufe sich "gem�ss Ziff. 4.3.2 des angefochtenen Urteils" auf Fr. 7'432.-- pro Monat; wenn das Obergericht "scheinbar" auf Fr. 7'000.-- komme, unterlaufe ihm ein Rechnungsfehler. Das Obergericht kommt zum Schluss, sowohl f�r die Periode bis zum sechsten Altersjahr der Beschwerdef�hrerin als auch f�r die Zeit danach sei von einem Nettoeinkommen des Beschwerdegegners von Fr. 6'800.-- auszugehen. Diese - f�r das Bundesgericht verbindlichen (Art. 105 Abs. 1 BGG; s. E. 1.2) - Feststellungen st�tzen sich ausdr�cklich auf die Erw�gungen 4.2 und 4.3 des erstinstanzlichen Urteils. Der von der Beschwerdef�hrerin ger�gte angebliche Rechnungsfehler findet sich denn auch nicht in Erw�gung 4.3.2 des angefochtenen, sondern in Erw�gung 4.3.2 des erstinstanzlichen Urteils. War aber bereits dieses Urteil mit dem vermeintlichen Rechnungsfehler behaftet, ist die Beschwerdef�hrerin mit ihrem Vorwurf vor Bundesgericht mangels materieller Ersch�pfung des Instanzenzuges nicht zu h�ren, denn sie hat diese R�ge vor Obergericht nicht erhoben, sondern ist in ihrer Appellation sogar von den gleichen Zahlen ausgegangen wie das Bezirksgericht. Untersteht ein Vorbringen im Verfahren der Beschwerde in Zivilsachen - wie diese Sachverhaltsr�ge - dem R�geprinzip, so ergibt sich aus dem Erfordernis der Letztinstanzlichkeit des angefochtenen Entscheides (Art. 75 Abs. 1 BGG), dass die rechtssuchende Partei die ihr bekannten rechtserheblichen Einw�nde der Vorinstanz nicht vorenthalten darf, um sie erst nach dem Ergehen eines ung�nstigen Entscheides im anschliessenden Rechtsmittelverfahren zu erheben (BGE 133 III 638 E. 2 S. 640 mit Hinweisen).
4.1 Endlich will die Beschwerdef�hrerin in verschiedener Hinsicht nicht gelten lassen, was der Beschwerdegegner an Mitteln f�r sich selbst und f�r seine Familie in Anspruch nimmt. So beschwert sie sich dar�ber, die im bisherigen Verfahren ber�cksichtigten Wohnungskosten ihres Vaters von Fr. 1'650.-- (bzw. Fr. 1'609.-- ab 2010) w�rden den zul�ssigen Richtwert sprengen; dem Beschwerdegegner sei in seiner "Existenzminimumabrechnung" lediglich ein Mietzins von Fr. 1'200.-- anzurechnen. Zudem zahle der Beschwerdegegner seiner geschiedenen Frau und seinen Kindern aus erster Ehe zu hohe Unterhaltsbeitr�ge und h�tte schon lange ein Ab�nderungsbegehren stellen sollen; nur so k�nne dem Gebot der relativen Gleichbehandlung aller unterhaltsberechtigten Kinder Rechnung getragen werden. In Anbetracht ihrer speziellen Situation erachtet die Beschwerdef�hrerin es als stossend, dass der Beschwerdegegner ihren zwei Halbgeschwistern mit je Fr. 800.-- gleichviel an Unterhalt ausrichtet, wie sie gem�ss dem angefochtenen Urteil allein erhalten soll. Lasse das Obergericht die Frage der Reduktion der Wohnkosten und der Ab�nderung der �brigen Unterhaltsbeitr�ge mit der Begr�ndung offen, der ermittelte �berschuss von Fr. 900.-- reiche jedenfalls zur Deckung des geschuldeten Unterhaltsbeitrages aus, so sei ihm eine Rechtsverweigerung und eine Verletzung bzw. willk�rliche Anwendung von Art. 285 ZGB vorzuwerfen. Wom�glich er�brige sich die verlangte "�ffnung" des Existenzminimums des Beschwerdegegners "nach oben", weil dieser den nachehelichen Unterhalt nur bis Dezember 2011 schulde und jedenfalls ab Januar 2012 einen ihren Verh�ltnissen geb�hrenden Unterhalt bezahlen k�nne.
4.2 All diese Vorbringen gehen an der Sache vorbei. Wie sich aus den vorstehenden Erw�gungen ergibt, h�lt nicht nur die vorinstanzliche Festsetzung des Barbedarfs der Beschwerdef�hrerin (E. 2), sondern auch die Ermittlung der wirtschaftlichen Leistungsf�higkeit des Beschwerdegegners (E. 3) vor Bundesrecht stand. Es bleibt also beim vorinstanzlichen Ergebnis, wonach sich der Barbedarf der Beschwerdef�hrerin - abz�glich der Kinderzulagen (E. 3.1) - auf Fr. 500.-- (16. April 2008 bis 31. Dezember 2014), Fr. 740.-- (1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2020), Fr. 730.-- (1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2024) bzw. Fr. 1000.-- (1. Januar 2025 bis 31. Dezember 2026) bel�uft. Damit steht die obere Grenze des gesetzlich geschuldeten Unterhaltsbeitrages fest, die das Obergericht - entgegen den Vorw�rfen der Beschwerdef�hrerin - sehr wohl in Abh�ngigkeit der vier im Kreisschreiben vorgesehenen Altersstufen ermittelt hat. Weil der Beschwerdegegner f�r die ersten drei Altersstufen seinen ausdr�cklichen Antr�gen zufolge mehr als den errechneten Bedarf zu bezahlen bereit ist, reduziert sich die Abstufung nach Altersjahren entsprechend. Warum ihr Unterhalt trotzdem "h�her ausfallen" m�sste und im Budget des Beschwerdegegners zu ihren Gunsten eine "Umschichtung" zu erfolgen h�tte, ist nicht ersichtlich, zumal die Beschwerdef�hrerin in keiner Weise aufzeigt, wie sich die von ihr eingeklagten Unterhaltsbeitr�ge im Einzelnen zusammensetzen. Bloss zu behaupten, dass die von ihr gestellten Antr�ge "durchaus gerechtfertigt waren und durch die finanziellen Verh�ltnisse beim Beschwerdegegner problemlos zu bew�ltigen sind bzw. sein werden", gen�gt jedenfalls nicht. Unter diesen Voraussetzungen ist dem Obergericht weder eine Verletzung von Art. 285 ZGB noch eine "Willk�rlichkeit" im Sinne von Art. 9 BV vorzuwerfen, wenn es offenl�sst, ob der Wohnkostenanteil des Beschwerdegegners zu reduzieren sei und seine �brigen Unterhaltsverpflichtungen angepasst werden m�ssen.
Gest�tzt auf die vorstehenden Erw�gungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdef�hrerin. Sie ist kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Angesichts der besonderen Umst�nde verzichtet das Bundesgericht darauf, Gerichtskosten zu erheben (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG). Insofern erweist sich das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege als gegenstandslos. Im �brigen ist das Gesuch abzuweisen. Wie die vorstehenden Erw�gungen zeigen, muss die Beschwerde als von Anfang an aussichtslos gelten, weshalb es auch f�r das bundesgerichtliche Verfahren an den materiellen Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege fehlt (Art. 64 Abs. 1 BGG). Dem Beschwerdegegner sind keine entsch�digungspflichtigen Kosten entstanden (Art. 68 Abs. 3 BGG).
Das Gesuch der Beschwerdef�hrerin um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen, soweit es nicht gegenstandslos geworden ist.