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Timestamp: 2019-06-17 11:08:26
Document Index: 87260642

Matched Legal Cases: ['§ 65', '§ 65', '§ 67', '§ 4', 'BGH', '§ 67', '§ 67', '§ 67', '§ 65', '§ 62', 'Art 103', 'Art 47', 'Art 6']

Aktenzeichen: B 1 KR 7/18 B
ECLI: ECLI:DE:BSG:2019:200319BB1KR718B0
Normen: § 65a Abs 2 S 2 SGG, § 65a Abs 6 S 1 SGG, § 67 Abs 1 SGG, § 4 Abs 2 ERVV
Zitiervorschlag: BSG, Beschluss vom 20. März 2019 – B 1 KR 7/18 B –, juris
1. Das Verbot der Container-Signatur ist nicht einschränkend auszulegen. (Rn.6)
2. Beruht eine Fristversäumung auf Fehlern des Gerichts, sind die Anforderungen an eine Wiedereinsetzung mit besonderer Fairness zu handhaben (stRspr, vgl zB BVerfG vom 4.5.2004 - 1 BvR 1892/03 = BVerfGE 110, 339, 342). (Rn.9)
RegNr 33351 (BSG-Intern)
NZS 2019, 440 (red. Leitsatz, Kurzwiedergabe)
vorgehend SG Speyer, 18. April 2017, Az: S 17 KR 46/16
vorgehend Landessozialgericht Rheinland-Pfalz, 23. November 2017, Az: L 5 KR 109/17, Urteil
Anschluss BGH, 15. Mai 2019, Az: XII ZB 573/18
Vergleiche BVerfG, 4. Mai 2004, Az: 1 BvR 1892/03
b) Dem Kläger ist Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen Versäumung der Frist zur Einlegung der Beschwerde zu gewähren (§ 67 Abs 1 SGG). Danach ist einem Beteiligten, der ohne Verschulden verhindert war, eine gesetzliche Verfahrensfrist einzuhalten, auf Antrag Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gewähren. Wiedereinsetzung ist unabhängig vom Verschulden des Beteiligten zu gewähren, wenn dies wegen einer Verletzung der prozessualen Fürsorgepflicht des Gerichts geboten ist; in solchen Fällen tritt ein in der eigenen Sphäre des Beteiligten liegendes Verschulden hinter das staatliche Verschulden zurück (BSG SozR 3-1500 § 67 Nr 21; BSG SozR 4-1500 § 67 Nr 11 RdNr 18; BSG Beschluss vom 17.11.2015 - B 1 KR 130/14 B - Juris RdNr 5; BSG SozR 4-1500 § 65a Nr 4 RdNr 10). Beruht eine Fristversäumung auf Fehlern des Gerichts, sind die Anforderungen an eine Wiedereinsetzung mit besonderer Fairness zu handhaben (stRspr, vgl zB BVerfG <Kammer> Beschluss vom 26.2.2008 - 1 BvR 2327/07 - Juris RdNr 22; BVerfGE 110, 339, 342).
Der Kläger legt nicht in der gebotenen Weise dar, dass das LSG gegen seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verstoßen hat (§ 62 SGG, Art 103 Abs 1 GG, Art 47 Abs 2 Charta der Grundrechte der EU, Art 6 Abs 1 Europäische Menschenrechtskonvention <EMRK>). Der Kläger meint, das LSG habe den Anspruch auf rechtliches Gehör dadurch verletzt, dass es sich nicht mit seinem Vortrag zu der Studie von Vollmer-Conna (Vollmer-Conna et al, 1997, "Intravenous immunoglobin is ineffective in the treatment of patients with chronic fatigue syndrome") auf S 2 der Berufungsbegründung beschäftigt habe. Er legt aber nicht dar, wieso das LSG sein Vorbringen nicht dadurch zur Kenntnis genommen hat, dass es sich auf die Stellungnahme des MDK vom 23.8.2016 bezogen hat, die sich auf ihrer S 14 ausführlich mit dem Ergebnis der Studie Vollmer-Conna auseinandersetzt.