Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20StR%20353/70
Timestamp: 2019-07-18 14:20:48
Document Index: 288545622

Matched Legal Cases: ['§ 56', 'BGH', '§ 23', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Die Strafaussetzung zur Bewährung kann nach § 56 Abs. 3 StGB nur versagt werden, wenn sie für das allgemeine Rechtsempfinden unverständlich erscheinen müsste und dadurch das Vertrauen der Bevölkerung in die Unverbrüchlichkeit des Rechts erschüttert und von der Allgemeinheit als ungerechtfertigtes Zurückweichen vor der Kriminalität angesehen werden könnte (vgl. BGHSt 24, 40; 24, 64, jeweils zu § 23 Abs. 3 StGB a.F.).
Es handelt sich mithin um unterschiedliche Gesichtspunkte; die Frage, ob die Verteidigung der Rechtsordnung die Vollstreckung gebietet, ist deshalb unter allseitiger Würdigung von Tat und Täter zu entscheiden (vgl. BGHSt 24, 64; BGH, NStZ 1994, 336), wobei generalpräventiven Erwägungen Bedeutung zukommt (vgl. BGHSt 24, 40).
LG Münster, 15.11.2016 - 5 Ns 108/16
KG, 04.08.2018 - Ss 42/17