Source: http://knobellotte.de/mitte_konzept.htm
Timestamp: 2018-09-22 17:43:46
Document Index: 306632010

Matched Legal Cases: ['§ 29', '§ 30', '§ 31', '§ 31', '§ 1684', '§ 18']

Soziale Gruppenarbeit nach § 29 SGB VIII ist eine Form der Hilfen zur Erziehung. Sie trägt in erster Linie zur Bewältigung von Entwicklungs- und Verhaltensproblemen von Minderjährigen bei. Sie richtet sich an „Schulkinder, Jugendliche und junge Volljährige sowie deren Familien mit individuellen und/oder familiären Schwierigkeiten.“ (aut der aktuellen Leistungsbeschreibung).
Die in der Knobellotte e.V. praktizierte Soziale Gruppenarbeit basiert auf einem erlebnis- und handlungsorientierten Gruppenkonzept.
Die Kinder und Jugendlichen müssen Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit einer Gruppe und ein Minimum an Gruppenfähigkeit mitbringen, um die Unterstützung des sozialen Lernens in einer überschaubaren Bezugsgruppe nutzen zu können. Darüber hinaus muss auch die dazugehörige Familie zur Mitarbeit bereit sein.
Unser Konzept richtet sich nach den Bedürfnissen der einzelnen Gruppenmitglieder und ist in erster Linie alltagsorientiert.
Die vorrangige Aufgabe der Sozialen Gruppenarbeit ist es, soziales Lernen in der Gruppe zu fördern.
Die betroffenen Kinder und Jugendlichen können zum Beispiel folgende Symptome aufweisen:
• auffällige und/oder aggressive Verhaltensweisen
• Verweigerungs- und Rückzugstendenzen
• motorische Unruhe und Konzentrationsschwäche
• Beziehungs- und Kommunikationsstörungen
• wenig ausgeprägte Umwelterfahrungen und geringe Selbständigkeit
• Regressionstendenzen, Außenseiterdasein
• fehlendes Selbstwertgefühl, Schüchternheit
• Sprachstörungen oder unzureichende Deutschkenntnisse
Soziale Gruppenarbeit erfolgt ziel- und problemlösungsorientiert. Im Wesentlichen geht es um die Förderung der emotionalen, kognitiven und sozialen Fähigkeiten zur Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten, Verhaltensproblemen und aktuellen Krisen durch soziales Lernen in der Gruppe. Bestandteil der Hilfe ist die Beratung der einzelnen Familien mit dem Ziel, Veränderungsprozesse bei den jungen Menschen und ihren Familien zu unterstützen. Dazu gehört auch die Einbeziehung sozialräumlicher Dienste und Einrichtungen (zum Beispiel Hort, Schule, Jugendarbeit, Vereine).
Die Kinder und Jugendlichen sollen, eingebunden in einen verbindlichen Rahmen, ihre sozialen Kompetenzen erweitern können.
Spezifische Ziele gruppenpädagogischer Hilfen sind:
• eigene Interessen, Bedürfnisse und Bedürftigkeit bei sich und bei
anderen Gruppenmitgliedern wahrzunehmen, Konflikte angemessen auszutragen, Kompromisse eingehen zu lernen, Rücksicht und
Toleranz zu üben
• Zugehörigkeit, Gemeinschaftsgefühl und gemeinsame Verantwortung innerhalb des Schonraums der Gruppe zu entwickeln und entsprechend
• das in der Gruppe Gelernte auf andere soziale Kontexte zu übertragen
• Kontakt-, Beziehungs- und Kommunikationsfähigkeit auszubilden
• das Selbstbewusstsein und die Eigenständigkeit zu stärken
• eigene Selbsthilfepotenziale freizulegen und zu nutzen
• individuelle Stärken wie Sportlichkeit, Kreativität, musische Fähigkeiten usw. aufzudecken
• das Umwelt- und Alltagswissen zu erweitern sowie zu selbst
gestalteter sinnvoller Freizeitaktivität anzuregen
• Eröffnung neuer Handlungsspielräume in Bezug auf die eigene Geschlechterrolle
Der Erziehungsbeistand trägt in erster Linie zur Bewältigung von Entwickungsdefiziten bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei.
Zielgruppe sind Kinder (ab Schulalter), Jugendliche sowie junge Volljährige, die individuelle oder familiäre Schwierigkeiten haben und pädagogische Unterstützung benötigen. Die gesetzliche Grundlage bildet § 30 SGB VIII.
Im Mittelpunkt der Betreuungshilfe steht die Entwicklung des einzelnen Kindes bzw. Jugendlichen. Konkrete Ziele werden im Hilfeplan mit den Kindern, Eltern und SozialarbeiterInnen festgelegt. Unter Berücksichtigung der jeweils spezifischen Situation und Persönlichkeit des Kindes/ Jugendlichen geht es um die Gestaltung eines ausgewogenen Verhältnisses von Nähe und Distanz. Die dadurch geförderte soziale Kompetenz trägt dazu bei, das soziale Umfeld (Familie, Schule, peer-group usw.) als Entwicklungschance zu nutzen und aktiv zu gestalten.
Sozialpädagogische Familienhilfe ist als Hilfe zur Erziehung ein Angebot der Jugendhilfe zur Unterstützung von Familien mit unterschiedlichen und vielfältigen Problemlagen. Sie ist hinsichtlich ihres Familienbezuges das betreuungsintensivste Leistungsangebot. Die gesetzliche Grundlage bildet § 31 SGB VIII.
Familienhilfe ist eine Unterstützung der Familie in ihrer Gesamtheit.
Ziel ist, die einzelnen Familienmitglieder und die Familie so zu stabilisieren, dass sie sich ihrer eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten bewusst werden und lernen, ihre Interessen zu vertreten, ihre Ressourcen zu nutzen und mit gesellschaftlichen Anforderungen umzugehen. Die Erziehungsfähigkeit der Eltern soll gestärkt und die Versorgung und angemessene Förderung der Kinder gesichert werden.
Die individuellen Ziele des Familienhilfeeinsatzes werden in der Hilfekonferenz besprochen, die sich aus der betroffenen Familie, der Fachkraft des Jugendamtes und der Fachkraft der Knobellotte e.V. zusammensetzt, sodass sie für alle Beteiligten akzeptabel sind und bei der Familie eine hohe Bereitschaft zur Mitarbeit entsteht. Die Ergebnisse der Konferenz werden im Hilfeplan fixiert.
Die Zielsetzungen hängen von der Familienproblematik ab und können unter anderem sein:
• Verbesserung der familiären Beziehungen
• höhere Konfliktfähigkeit und Erweiterung der Frustrationstoleranz
• Verbesserung der praktischen und finanziellen Organisation des
• allgemeine Unterstützung in Belastungs- und Konfliktsituationen,
die die Erziehungsfähigkeit beeinträchtigen, zum Beispiel bei
Trennung/Scheidung, Krankheit/Tod eines Familienmitgliedes,
Beziehungs- und Kommunikationsstörungen oder Vernachlässigung
• Vermeidung von Fremdunterbringung der Kinder oder wenn dies
im Sinne von Kindeswohlgefährdung nicht möglich ist, Vorbereitung
der Fremdunterbringung. Der eingesetzte Helfer bzw. die
eingesetzte Helferin arbeitet in solchen Fällen besonders eng mit
dem Jugendamt zusammen, sodass es zu einer umfassenden Einschätzung der Situation durch mehrere Fachkräfte kommt und
die zu treffende Entscheidung damit hochgradig fundiert ist.
• Abklärung, ob eine Rückführung eines Kindes in die Ursprungsfamilie
möglich ist und gegebenenfalls Vorbereitung darauf, weil sich zum
Beispiel die kindeswohlgefährdenden Umstände in der Familie
entscheidend verändert haben. Dies geschieht ebenfalls in enger
Zusammenarbeit mit dem Jugendamt.
• Befähigung der Familie zur Teilhabe am außerfamiliären Leben
• selbständiges Lernen bezüglich der Schule und
Niedrigschwelliges Beratungs- und Bildungsangebot für Familien
im Sozialraum/in der Region/im Bezirk mit folgenden Problemlagen:
• sozialer Abstieg durch Arbeitslosigkeit
• Leben in Arbeitslosigkeit (Prozess kontinuierlicher Entwertung)
• Verlust der Lebensperspektive
• Überforderung bei der Gestaltung des Familienlebens
• Unkenntnis über Entwicklung und Bedürfnisse von Kindern
• Orientierungslosigkeit bezüglich des Setzens von altersange-
messenen Grenzen
• Verschuldung, Umgang mit Geld
• schwierige (rigide/unflexible) Partnerschaften
• Migrationshintergrund (Problematik zwei Kulturen/Wertesysteme
zu integrieren)
• keine klaren Generationsgrenzen innerhalb der Familie
• mangelndes Gesundheitsbewusstsein (Gesundheit & Ernährung)
• positive Selbstwahrnehmung und persönliche Grundeinstellung finden
• Zugang zu eigenen Ressourcen finden
• Nutzbarmachung der Ressourcen (individuelle, familiäre, umfeld-
bezogene)
• Erziehungskompetenz stärken
• Eltern mit anderen Eltern und offenen Einrichtungen vernetzen/im Sozialraum einbinden
• Entwicklung von weiterführenden Themenschwerpunkten und
• Entwicklung einer weiterführenden Selbsthilfegruppe
Leistungsspektrum auf der Grundlage von § 31 SGB VIII
• Niedrigschwellige Hilfen zur Erziehung
• Beratung in der Alltagsorganisation
• Unterstützende Beratung und Begleitung in der Haushalts- und Familienorganisation
Gesetzliche Grundlage: §§ 1684, 1685 BGB in Verbindung mit § 18 Abs. 3 SGB VIII
Die Umgangsbegleitung ist ein unterstützendes Angebot für Kinder, Eltern und alle anderen umgangsberechtigten Personen, die voneinander getrennt leben und angesichts bestehender Konflikte keine Möglichkeit haben, den Kontakt zueinander zu pflegen und somit eine Beziehung zu erhalten und/oder aufzubauen.
Aufgabe der Umgangsbegleitung ist es einerseits, durch eine neutrale dritte Person eine konfliktfreie Übergabe des Kindes zur umgangsberechtigten Person zu gestalten und/oder eine ständige Begleitung während der Besuchskontakte zu sein. Im Vorfeld aber und darüber hinaus bedeutet Begleiteter Umgang auch die Beratung der Kindeseltern (im Gegensatz zur gescheiterten Paarbeziehung) zur späteren Durchführung eines unbegleiteten Umgangs.