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Timestamp: 2017-12-14 06:13:30
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Matched Legal Cases: ['§1579', '§1579', '§1579', '§1579', '§ 1361', '§ 1568']

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vatersein.de - Forum 14. Dezember 2017, 07:13:30
vatersein.de - Forum | Themen | Trennung, Scheidung (Moderator: 82Marco) | Thema: Trennungswunsch / Auszug / Verwirkung Trennungsunterhalt
Autor Thema: Trennungswunsch / Auszug / Verwirkung Trennungsunterhalt (Gelesen 3748 mal)
Trennungswunsch / Auszug / Verwirkung Trennungsunterhalt
« am: 29. August 2016, 22:29:23 »
aufgrund meiner aktuellen Situation bin ich neu hier und würde gerne eure Meinung zu meiner Situation hören. Ich freue mich über jede Rückmeldung, die mir bei meiner Entscheidung hilft!
Am zweiten Tag unseres Familienurlaubs hat mir meine Frau - für mich völlig überraschend und wie aus heiterem Himmel - eröffnet, dass sie sich trennen möchte. Sie habe sich verliebt und empfindet für mich nichts mehr (davon abgesehen, könne sie mir eigentlich nichts vorwerfen und ich habe auch nichts falsch gemacht - es ist halt so).
Wir sind seit 18 Jahren ein Paar, seit knapp 4 Jahren verheiratet, haben 3 Kinder (4,5,9 J.) und vor knapp einem Jahr ein Haus gekauft (sic!).
Mit ihrem Trennungswunsch hat mich meine Frau komplett aus der Umlaufbahn geschossen, da ich damit in keinster Weise gerechnet habe und nicht mal im Traum an sowas gedacht oder gar ähnliche Gedanken hatte. Im Gegenteil, ich war rundrum zufrieden mir unserer Bezieheung. Dass nach 20 Jahren nicht mehr alles ist wie am ersten Tag, ist wohl jedem klar - allerdings haben sich mit Haus und Kindern auch die Prioritäten verschoben.
Mehrfache Gespräche, "Reparaturversuche" meinerseits bis hin zum Vorschlag Eheberatung fanden keinen Anklang. Nach ca. 2 Wochen, in denen ich mich wie im (Alb)traum befand, habe ich das nun alles so rational akzeptiert.
Die derzeit etwas skurille Situation ist die, dass wir weiterhin gemeinsam leben, uns um die Kids kümmern (die von nichts wissen), uns in weiten Teilen auch normal über alltägliches unterhalten können. Ich koche für alle, meine Frau kümmert sich um die Wäsche, usw. Wir halten halt einen gewissen Abstand zueinander. Über das eigentliche Thema sprechen wir im Moment nur sporadisch, streiten tun wir eigentlich gar nicht. Nach außen hin also alles recht normal. Mal abgesehen davon, dass meine Frau ziemlich viele SMS bekommt und auch schon mind. 2 Mal auswärts übernachtet hat. Die Situation kann so natürlich nicht bleiben, hat aber im Moment zumindest den Vorteil, dass wir den Kindern noch nichts erklären müssen und vor allem die nächsten Schritte nicht gehen müssen.
Ich arbeite zu 100%, meine Frau zu 60%. Ein Auszug des einen oder anderen bringt uns beide in einige organisatorische Probleme (Kinderbetreuung) und kurzfristig bekommen wir das eigentlich nur gemeinsam hin.
Meine Wunschvorstellung: ich bleibe im Haus, die Kinder ebenfalls. Meine Frau zieht aus (am Besten in die Nähe) und wir organisieren alles rund um die Kinder (fast) wie bisher. Vielleicht ein bißchen unrealistsich, aber das wäre erstaml mein Ziel. ZAHLEN möchte ich für meine Frau natürlich am Liebsten gar nichts ;-) . Meine Frau hat scheinbar keinen wirklichen Plan, wie sie die von ihr angestrebte Trennung konkret in die Tat umzusetzen gedenkt. Sie hat lediglich mal leise anklingen lassen, dass ICH ja ausziehen könnte. Ist natürlich erstmal völlig absurd. Dahinter steckte wohl der Gedanke, dass die Kids im Haus bleiben können sollten (darin sind wir uns einig) und sie automatisch davon ausgeht, dass sie dann auch da bleibt. Ein weiterer Vorschlag war, dass wir alles so beibehalten und eine Art WG machen. Im Moment passt das, ist aber mittelfristig auch absurd für mich.
Im Moment also eine Art Pattsituation, da wir uns beide vor den nächsten Schritten drücken.
Ich war derweil mal bei 3 verschiedenen Anwälten um mich beraten zu lassen und ggf. auch schon einen mir passend erscheinenden Anwalt an die Hand zu bekommen, wenn es Ernst wird. Diesen meine ich gefunden zu haben und er rät mir zu folgendem:
Mit viel Glück könnte aus dem einseitigen Ausbruch aus der (aus meiner Sicht) intakten Ehe inkl. des neuen Mannes ein Verwirkungsgrund für den Trennungsunterhalt konstruiert werden. Hier müsste ich jedoch ein Zeichen dahingehend setzen, dass ich die Situation nicht einfach toleriere und hinnehme. Schon gar nicht dürfte ich weiterhin für ihre individuellen Lebenshaltungskosten aufkommen (einige Versicherungen, auch ihre eigenen, laufen z.B. auf unser gemeinsames Konto). Hierzu sollte ich ihr mindestens eine Email schreiben, in der ich sie zur Trennung der Finanzen auffordere und am Besten auch gleich zum Auszug (selbst, wenn das rein praktisch kurzfristig eher unmöglich sein dürfte).
Auch ohne das Thema Verwirkung sollte ich schnellstmöglich in Richtung Trennung (-sjahr, Scheidung) arbeiten, da alles andere unnötig teuer für mich wird.
Gefühlt halte ich davon nicht so viel, was auch an der aktuell noch relativ bequemen Situation liegt, mit der ich zumindest ganz gut umgehen kann. Meine Frau scheinbar auch. Rational kann ich dem Anwalt allerdings folgen und habe das Gefühl, dass ich die Dinge in Gang bringen sollte. Das Risiko dabei ist natürlich, dass meine Frau wirklich kurzfristig auszieht und am Besten noch die Kinder mitnehmen will (oder einfach tut, falls ich es nicht verhindern kann). Wenn das dann noch richterlich bestätigt werden würde, hätte ich natürlich den (finanziellen) Salat und vor allem mein größtes Ziel verfehlt, nämlich dass die Kinder bei mir im Haus bleiben.
Wenn ich nichts tue, bleibt alles so, bis meine Frau irgendeine Kurzschlussaktion macht oder selbst mit einem Anwalt um die Ecke kommt.
Was meint ihr, was der richtige nächste Schritt wäre?
Re: Trennungswunsch / Auszug / Verwirkung Trennungsunterhalt
« Antwort #1 am: 29. August 2016, 22:43:45 »
Schiedlich, friedlich Eure Ehe, finanzielles und Hausrat auseinander klamüsern und gemeinsam Eltern für Eure Kinder bleiben (-> WM).
Redet doch mal miteinander darüber - offensichtlich habt ihr bislang nur (erfolglos) über die Rettung der Ehe, nicht aber über eine faire Trennung geredet.
Ich will nicht verhehlen - und dazu wirst Du hier noch genug lesen - das häufig der Eheteil von dem die Trennung ausgeht, gut vorbereitet in eine Art Schlacht zur (finanziellen) Vernichtung des anderen zieht. Deshalb: vorbereitet auf ein solches Szenario zu sein kann nicht schaden. Aber warum soll es nicht sachlich und unemotional zu Ende gebracht werden, mit den Kindern im gemeinsamen Mittelpunkt! Und leider klingt in Deinem Post auch schon eine Konfrontation durch
« Antwort #2 am: 29. August 2016, 22:59:30 »
Zitat von: TotoHH am 29. August 2016, 22:43:45
Darin sind wir uns auch grds einig! Kinder haben Prio A und sollen so schadlos wie nur eben möglich die ganze Sache überstehen.
Tun wir ja, nur noch nicht allzu konkret über die Trennung, auch weil wir uns vor den (potentiellen) Konflikten drücken...
Ich will nicht verhehlen - und dazu wirst Du hier noch genug lesen - das häufig der Eheteil von dem die Trennung ausgeht, gut vorbereitet in eine Art Schlacht zur (finanziellen) Vernichtung des anderen zieht.
Ja, das allerdings würde ich bei meiner Frau tatsächlich eher ausschließen. Mir erscheint das alles eher nach einer (emotionalen) Kurzschlussreaktion durch den neuen Typen, auch wenn sie scheinbar unumkehrlich ist. Und, zumindest solange sie keine Einflüsterer hat, würde das auch überhaupt nicht ihrer Art entsprechen. Ich kenne sie seit 20 Jahren...(na ja, fast...)
Deshalb: vorbereitet auf ein solches Szenario zu sein kann nicht schaden. Aber warum soll es nicht sachlich und unemotional zu Ende gebracht werden, mit den Kindern im gemeinsamen Mittelpunkt! Und leider klingt in Deinem Post auch schon eine Konfrontation durch
Sachlich und unemotional ist mein Ziel und da ist meine Frau sicher auch dabei. Ich will tatsächlich nur vorbereitet sein und am Ende eher meine Vorstellungen umgesetzt haben als ihre. Von richtiger Konfrontation bin ich gedanklich und emotional noch ziemlich weit entfernt und will das auch überhaupt nicht.
MIr geht es ja auch gerade darum, ob ich so ein Schreiben wie vom RA empfohlen aufsetze oder ob ich damit nicht unnötig Öl ins Feuer gieße. Allerdings will ich durch Nichts-Tun auch keine vermeidbaren Nachteile für mich generieren...
« Letzte Änderung: 29. August 2016, 23:02:09 von mcxks » Gespeichert
« Antwort #3 am: 29. August 2016, 23:18:11 »
die beste Option ist keine Scheidung, wie sieht es mit einer Eheberatung aus?
Ausbruch aus intakter Ehe wird Dir gar nichts bringen. Biete Deiner Frau Hilfe beim Auszug an, biete ein Wechselmodell zur Kinderbetreuung an, dass wird die Kosten nicht minimieren aber bei einem echten Wechselmodell wird anders gerechnet.
Wenn sie nicht mitmacht sieht es für Dich nicht so gut aus. Die Hauptbezugsperson ist Deine Frau.
« Antwort #4 am: 29. August 2016, 23:28:00 »
Zitat von: Susi64 am 29. August 2016, 23:18:11
Schon vorgeschlagen. Meine Frau hat daran kein Interesse. Sie hat ja auch kein Problem mehr, sondern schon eine Entscheidung getroffen. Hätten wir scheinbar früher machen sollen, wenn es dafür einen mich erkennbaren oder von meiner Frau geäußerten Grund gegeben hätte.
Ausbruch aus intakter Ehe wird Dir gar nichts bringen.
Biete Deiner Frau Hilfe beim Auszug an, biete ein Wechselmodell zur Kinderbetreuung an, dass wird die Kosten nicht minimieren aber bei einem echten Wechselmodell wird anders gerechnet.
Meinst Du mit oder ohne Kinder? Ich habe nix gegen ein maximal flexibeles WM und brauche (derzeit aus meiner Sicht) auch keine festen Regelungen. Ich will "nur", dass die Kinder im Haus bleiben ("Hauptwohnsitz"). Eigentlich will ich hinsichtlich der Kinder, dass alles so bleibt wie immer, nur dass meine Frau nicht mehr hier wohnt. Ich bin sicher, das käme den Kindern zugute und auch uns, da wir schon alleine aus beruflichen Gründen auf gegenseitige Hilfe angewiesen sind (Kind plötzlich krank, Dienstreise, usw.)
Wer sagt das bzw. woraus schließt Du das? Objektiv tut meine Frau derzeit mehr für die tagtägliche Kinderorganisation (Kindergarten hin bringen, Geburtstage, usw.), da sie "nur" 60% arbeitet und deswegen mehr Zeit hat. Vielleicht wird sie dadurch juristisch zur Hauptbezugsperson, tatsächlich würde ich aber uns beide als mind. gleichwertige Bezugspersonen sehen. Mit den beiden großen unternehme ist ziemlich viel, mache ihr Pausenbrot, habe ihnen Fahradfahren beigebracht und mache auch sonst ziemlich viel. (Gleichwohl ich die Kinder vor der Frage oder gar Entscheidung zwischen uns unbedingt bewahren will). Die Kleine hängt naturgegeben natürlich ziemlich stark an der Mutter (zuminndest wenn sie da ist). Alleine würde ich den Orga-Kram nicht schaffen, meine Frau aber auch nicht. Zumdem könnte ich aufgrund meiner beruflichen Flexibiliät noch einiges möglich machen.
« Letzte Änderung: 29. August 2016, 23:30:39 von mcxks » Gespeichert
« Antwort #5 am: 30. August 2016, 00:18:11 »
Zitat von: mcxks am 29. August 2016, 22:29:23
Mit viel Glück könnte aus dem einseitigen Ausbruch aus der (aus meiner Sicht) intakten Ehe inkl. des neuen Mannes ein Verwirkungsgrund für den Trennungsunterhalt konstruiert werden.
Hast Du schon mal einen 6er im Lotto gehabt? Das bräuchte mehr als sehr viel Glück. Vergiss es.
Hierzu sollte ich ihr mindestens eine Email schreiben, in der ich sie zur Trennung der Finanzen auffordere und am Besten auch gleich zum Auszug (selbst, wenn das rein praktisch kurzfristig eher unmöglich sein dürfte).
So würde das der Anwalt tun. Du tust das hoffentlich nicht. So eine E-Mail wäre die erste Stufe der Eskalationsspirale. Du setzt Dich mit ihr an einen Tisch und ihr besprecht das in Ruhe. Nutze die Zeit, in der Deine Frau noch über beide Ohren verliebt ist, friedliche Lösungen zu finden und ihr Zugeständnisse zu entlocken.
Am teuersten wird es mit Streit. Gegen die Kosten einer anwaltlichen Schlammschlacht sind ein paar Monate mehr TU geradezu lächerlich. Und zum jetzigen Zeitpunkt reicht es auch aus, wenn die Trennung (wenn sie denn vollzogen ist - so wie ihr lebt und wirtschaftet bezweifel ich das) irgendwie dokumentiert wird.
« Antwort #6 am: 30. August 2016, 08:20:14 »
ich wollte gar nicht auf die Idee des Anwalts eingehen, da ich sie für überhaupt nicht zielführend erachte. Bedenke: der Anwalt verdient seinen Lebensunterhalt mit Streit. Nicht mit einer friedlichen und geregelten Auseinandersetzung Eurer Ehe! Wenn Deine Frage war: ich möchte möglichst wenig TU oder nachehelichen Unterhalt zahlen, dann mag der Vorschlag vielleicht richtig sein. Aber er führt mE tats. zu einer Eskalation, die ganz andere Kosten nach sich zieht...
Ihr müsst miteinander reden - wie ihr euch die Auseinandersetzung eurer Ehe vorstellt. Dabei werden beiderseits Kompromisse zu schließen sein! Und das das tendenziell nicht einfach wird, ist nach einer so langen Zeit des Zusammenlebens zu erwarten. Du kannst Dich vorbereiten, wenn Du für Dich klar bist, dass Du das Haus halten kannst und willst - vergiss dabei nicht, dass - wenn Euch das Haus gemeinsam gehört - Du sie ausbezahlen musst! Aber Du solltest nicht in ein Gespräch reingehen, mit der unverrückbaren Aussage "das Haus gehört mir" - das schafft nur schlechte Stimmung. Und am Ende ist das Haus auch nur ein Haufen Steine - alleine dass Du das hier als erstes thematisierst lässt mich ein wenig an der von Dir genannten Prio 1 sind die Kinder zweifeln...
Und das solltet ihr gemeinsam zunächst lösen - und Du solltest ein großes Interesse haben, ein Wechselmodell mit der KM zu vereinbaren. Zum einen, weil es das allerbeste für die Kinder ist (mach Dich dazu mal ein wenig schlau!). Zum anderen weil, wenn KM das versteht, ihr auf dem besten Weg zu einer gemeinsamen Lösung seid! Ein WM wirst Du kaum gerichtlich durchsetzen. Auf ein WM müsst ihr Euch einigen! Grundvoraussetzung ist, dass ihr in angemessener Entfernung wohnen bleibt. So wie es schreibst, könnte die KM tatsächlich sogar auch ein eigenes Interesse am WM haben (Flex. bzgl. Job; Freiheiten bzgl. Lover). Ob und wieviel Unterhalt dann trotz 50:50 WM fließt, müsst ihr verhandeln. Sei Dir nur bewusst, dass ohne WM tats. der Gedanke naheliegt, dass KM die Hauptbezugsperson war. Ein Indiz ist, dass sie bislang weniger arbeitet. Auf der anderen Seite ist aber auch gerade der Fakt, dass sie arbeiten (hoffentlich gerne und Spaß daran hat) eine gute Vorausetzung für Dich.
Also: Sei nicht naiv; sei wachsam. Pass auf, ob nicht doch die Einflüsterinnen auftauchen. Aber sei zunächst offen und fair!
Gruß schreibt Toto, der sich ein WM mit einem Kleinkind erkauft hat, dieses seit vielen Jahren lebt und sich sicher ist, dass wenn die Mutter nun hohl drehen würde (Wegzug zu neuem Lover oÄ) gute Karten zu haben, dass das Kind nicht nicht wegzieht.
PS: Wenn es möglich ist, unbemerkt Wertgegenstände und liquide Mittel vor dem unkontrollierten Zugriff der KM zu bewahren, dann solltest Du Vorkehrungen treffen. Ein gemeinsames Konto sollte keinen Dispo Spielraum bieten. Ich will Dich nicht anregen, das Geld der KM im Rahmen Eurer Einigung vorzuenthalten. Du solltest nur sicher stellen, dass es nicht plötzlich einfach weg ist.
« Antwort #7 am: 30. August 2016, 08:33:17 »
nach den langen Jahren sind bei euch/deiner Frau die romantischen Gefühle aufgebraucht.
Du kannst parallel ein ExBack versuchen.
Schau dich mal hier rum
Nichts desto trotz würde ich mich an deiner Stelle auch mit einer möglichen Scheidung befassen und alles nötige dafür schon mal vorbereiten. Nicht das du noch vor vollendete Tatsachen gestellt wirst.
« Antwort #8 am: 30. August 2016, 11:23:55 »
geh strukturiert ran. Mach dir eine Liste der Dinge die ihr jetzt besprechen müsst und dann besprecht ihr das gemeinsam.
Kinder, Betreuung in Zukunft - Wechselmodell
räumliche Trennung eurer Ehe
wer bekommt welche Möbel, welche Gegenstände usw
und bitte ganz zügig: jeder bekommt ein eigenes Bankkonto
mach dir Gedanken:
wie finanzierst du das Haus?
wie betreust du die Kinder genau 50%?
bist du in der Lage der KM eventuell mit einer Unterhaltszahlung das Leben im Wechselmodell zu versüßen?
Es kann sehr sinnvoll sein, euch hierzu einen Mediator zu suchen - also jemanden der absolut neutral hilft eure Ehe zu trennen. Dazu würde ich dir aber raten dich vorher schlau zu machen wer da wirklich neutral beraten kann, das kann leider nicht jeder und wenn jemand im Kopf hat das Kinder immer zur Mutter gehören dann taugt er dafür nicht.
Für die weiteren Schritte ist es auch sinnvoll euch beim Notar eine rechtlich verbindliche Vereinbarung zu schaffen. Notar deshalb weil der eben neutral ist und nicht an eurem Streit verdient. Rechtsanwälte verdienen bei Gericht und sind hier meistens nur Streitbeschleuniger - also Finger weg von denen und ein Rechtsanwalt hilft immer zu dem der ihn bezahlt....
Und wichtigster Tipp von allen: Rede gleich mit ihr, stell klar das ihr darüber jetzt reden werdet, heute abend, morgen....
Bevor du irgendwas machst frag aber sinnvollerweise hier nach.
Also mach dir Pläne wie du das haben möchtest und frag hier nochmal nach.
« Antwort #9 am: 30. August 2016, 12:59:56 »
Danke für eure Meinungen! Mit dem Vorschlag vom RA war ich aus dem Bauch heraus auch nicht wirklich happy und werde das jetzt erstmal verwerfen...
Ich werd mir jetzt mal einen Plan für 50:50 WM machen, den ich im Groben auch schon im Kopf habe. Muss es nur noch mal im Detail aufschreiben und dann hier zur Diskussion stellen. Spätestens nächstes WE will ich beginnen, das hier zu besprechen.
Getrennte Konten haben wir ohnehin schon, müssen nur noch das gemeinsame Konto etwas entzerren...
Kann mir jemand geeignete Anlaufstellen nennen, um einen Mediator zu finden? Beim Jugendamt hatte ich auch schon mal angerufen, die machen aber nur Termine zu zweit, wenn wir schon ungefähr wissen, was wir wollen.
Bis dahin, werde mich mit meinem
Plan wieder melden...
« Antwort #10 am: 30. August 2016, 13:14:12 »
Familienberatung, Caritas, Diakonie, Psychologische Beratungsstelle usw.
Es gibt auch Pädagogen die sowas in ihrer eigenen Praxis machen, in Bayern könnt ich dir einen sehr guten empfehlen ;-)
« Antwort #11 am: 30. August 2016, 17:27:32 »
auch manche Anwälte machen Mediation.
Bringe ich deshalb in´s Spiel, weil wir einen RA als Mediator hatten (Jahre her). Kostet aber (Stundensatz abfragen).
Wir haben unsere Meinungen zu Kindern, Geld etc. vorgebracht. Er hat vermittelt und erzielten Konsens aufgeschrieben. Was wir dann unterschrieben haben. Wir sind mit -um die fünf meine ich- wenigen Stunden ausgekommen. Kosten haben wir uns geteilt.
Und, ganz wichtig, wir haben uns an unsere Vereinbarungen gehalten. In einigen Punkten konnten wir im Verlauf der Jahre auch ohne erneute Mediation im Konsens (war nicht immer ganz einfach) Änderungen herbeiführen.
Vor der ersten Mediation wurde mir hier auf meine Nachfragen hin mit Informationen und Ratschlägen geholfen. Mit diesem Wissen bin ich dann in die Mediation. Nicht immer fand ich, dass der Mediator das richtige sagte, aber ich hielt mich zurück, da letztlich die Vereinbarungen für Ex und mich ok waren.
Resultat: Lediglich für die -einvernehmliche- Scheidung (auch Jahre her mittlerweile) war noch ein RA im Spiel (einer!).
Es geht also auch halbwegs "einfach". Noch sieht es bei Euch so aus, als könnte die Mediation ein Weg sein. Oder ihr einigt Euch komplett so...
« Antwort #12 am: 31. August 2016, 14:01:52 »
Das ist vollkommener Schwachsinn. Wie du selbst sagst, das ist der, der dir passend erscheint. Weil er das sagt, was du hören möchtest.
Sobald du ihn mandatierst bestellt der sich einen neuen Porsche
« Antwort #13 am: 31. August 2016, 14:41:44 »
alles völlig richtig, was die bisher geschrieben wurde, nur fehlt mir noch ein Aspekt in den bisherigen Betrachtungen: Weisst du irgendwas über den neuen Lover ? Bedenke, dass deine Frau wahrscheinlich emotional auf einem ganz anderem Trip ist. Irgendwann wird er ja auch ein Wörtchen zum Wechselmodell mitreden wollen, bzw. grundsätzlicher: Wenn er der Grund für die Trennung ist, wird deine Frau dann zu ihm ziehen wollen. Vielleicht lebt er ja gar nicht bei euch ums Eck, sondern 50 km entfernt. Ob ein Wechselmodell mit neuem Ersatzpapa in seiner Wohnung funktionieren wird, wage ich zu bezweifeln. Aber selbst wenn deine Frau auszieht, dann braucht sie für ein WM eine große Wohnung, ihr habt 3 Kinder ! Ich wette, sie geht davon aus, dass du ausziehst und dann brauchst DU eine große Wohnung fürs WM.
Versteh mich nicht falsch, wenn eure Trennung einvernehmlich abläuft, dann ist das natürlich für alle das Beste, aber für die Träume von einem WM fehlen dir wohl noch ein paar Infos.
Wenn ihr miteinander redet, dann wird sich schnell rauskristallisieren, was ihr vorschwebt, aber sei da klar und strukturiert, dass du nicht den klassischen Wochenend - Spasspapa geben willst, sondern aktiv an der Erziehung der Kinder teilhaben willst.
Das Haus - vermute ich mal - gehört euch beiden. Hängt ihr da sehr dran ? Mach dir klar, was du willst und wo du Kompromisse machen willst. Auch bei einer harmonischen Trennung müssen klare Linien gezogen werden.
Steve611618
« Antwort #14 am: 31. August 2016, 16:24:07 »
Trennungsfaq.com lesen...
« Antwort #15 am: 31. August 2016, 17:11:20 »
Zitat von: mcxks am 30. August 2016, 12:59:56
Und solltest du doch noch auf diesen Vorschlag zurückkommen wollen, dann lass dir von dem Anwalt bitte erklären, auf welche Referenzurteile er sich stützen möchte, in denen eine sofortige Verwirkung des Unterhaltsanspruchs wegen eines Ausbruchs aus intakter Ehe gemäß BGB §1579 ausgeurteilt wurde. Idealerweise sollte das ein halbwegs aktuelles Referenzurteil aus eurem OLG-Bezirk sein.
Wenn ich mich recht erinnere, dann gibt es nämlich zwar einige wenige Urteile, die diese Linie fahren; aber weit mehr Urteile fahren die Linie: "Ausbruch aus intakter Ehe? Liegt hier nicht vor, denn wenn die arme Frau aus der Ehe ausgebrochen ist, dann kann die Ehe ja schon vorher nicht mehr intakt gewesen sein ..."
Die schlechte Nachricht für Unterhaltszahler lautet daher: Der genannte BGB-Paragraph nützt dem Unterhaltspflichtigen normalerweise erst einige Zeit nach der Trennung, nämlich wenn sich die Beziehung der Ex zum Next "verfestigt" hat, wie die Juristen es nennen - dann greift nämlich BGB §1579 (2). Die juristische Folklore spricht allerdings meist erst nach ca. zwei Jahren von einer "verfestigten Lebensgemeinschaft", nur in Ausnahmefällen (oder bei Heirat der neuen Turteltäubchen) zieht BGB §1579 (2) bereits früher.
« Letzte Änderung: 31. August 2016, 17:12:56 von Malachit » Gespeichert
« Antwort #16 am: 02. September 2016, 11:55:28 »
ein kleines Update und auch ein paar Antworten auf die Fragen vorab. Freue mich weiterhin sehr über jeglichen Input!
Zur Frage nach dem Neuen: Wohnt ca 12km entfernt in der Nachbargemeine. Ein Umzug der Kinder dorthin würde für die Kinder alles über den Haufen werfen (Schule, Freunde, usw.) und wäre zudem ja noch ein Umzug zu einem "neuen Papa". Das WM wäre damit quasi gestorben, rein organsitorisch.
ABER - ich hoffe doch sehr, dass mir niemand sagen wird, dass DAS so einfach für meine Frau wäre? Käme es so, müsste ich ja irgendwie massiv (über RA, Gericht) versuchen, tätig zu werden. Oder?
Das Haus gehört uns beiden lt. Grundbuch, Darlehen läuft ebenfalls auf uns beide. Ich hänge selbst in gewisser Weise am Haus (Terasse, Garten, Grill, usw.) und kann MIR kaum einen Umzug wieder in eine WG vorstellen. Die Kinder finden es natürlich eh klasse da.
Dass ein 50:50 WM finanziert können werden muss (Haus+Wohnung oder Wohnung+Wohnung) ist auch klar - bei der Kalkulation bin ich noch nicht ganz, könnte aber klappen.
Zum Thema 'Verwirkung' und BGB §1579 abe ich selbst mal ein bißchen gegoogelt und das erscheint mir auch wenig erfolgversprechend, da die dort aufgeführten Gründe nicht wirklich auf uns passen.
Ansonsten hat meine Frau nun nochmal verlautbaren lassen, dass sie die Kinder gerne im Haus verbleiben sehen möchte (da sind wir uns einig) und damit aber auch sich selbst (weil die Kinder ja quasi naturgemäß zu ihr gehören). Da sind wir uns dann nicht einig. Auf meine Antwort, dass ich bestimmt nicht ausziehen werde, hatte sie aber auch keien gute Antwort nach den Alternativen parat... (ich auch nicht - außer, dass sie auszieht ;-) )
Nun ist es so, dass meine Frau, um sich selbst mal ein Bild der Lage zu verschaffen, am MO einen Beratungstermin bei einem RA hat. MEIN RA hat mir prophezeit, dass ich dann bestimmt ein Schreiben mit der Auffroderung zum Auszug bekomme. Mal sehen...
Das Thema Mediator habe ich meiner Frau ebenfalls schon vorgeschlagen. Findet sie grds. nicht schlecht, sieht aber nicht so viel Chancen wenn wir bei der Grundsatzfrage, wer im haus bleibt, schon uneins sind. Aber letztlich wäre dafür ja ein Mediator vllt. ganz hilfreich...
Finale Frage - soll ich meine gemäß RA-Empfehlung Frau schriftlich (Email) zum Auszug auffordern? Kurzfristig wäre das (praktisch) kaum realisierbar, aber könnte das eine (zielführende) taktische Maßnahme sein, um mal meinen Standpunkt klarzumachen und zu dokumentieren?
« Letzte Änderung: 02. September 2016, 11:59:26 von mcxks » Gespeichert
« Antwort #17 am: 02. September 2016, 12:27:51 »
Hallo mcxks!
Ich möchte einfach mal meine Gedanken loslassen...
Warum solltest du ausziehen? Wenn deine Frau die Trennung möchte, dann halt ihr noch die Tür auf. Kann natürlich sein, dass sie nicht dadurch geht. Hast du die Kraft und den Willen es evtl. darauf ankommgen zu lassen, bis sie ein Zusammenleben nicht mehr "erträgt" und dann freiwillig auszieht?
Deine Geschichte ähnelt meiner Story. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass meine Ex freiwillig ausgezogen ist. Allerdings habe ich damals den Fehler gemacht und habe die Kinder mit ausziehen lassen, bzw. im Anschluss das Haus verkauft.
Auch, wenn es anfangs danach aussieht, dass man das alles nicht alleine schaft, sollte man bzw. du nicht vorschnell entscheiden.
Heute weiß ich, wenn ich im Haus geblieben wäre (es wäre sicher finanziell irgendwie machbar gewesen), würden zumindest 2 meiner 3 Kinder bei mir leben. Einfach aus dem Grund, weil es ihr ZUHAUSE war. Wahrscheinlich sogar alle 3.
Du schreibst, dass sich deine Kinder im Haus wohl fühlen.... Wenn du dir sicher bist, dass du das Haus behalten möchtest (und es auch finanziell schaffst), die Kinder betreut bekommst und sie bei dir im Haus bleiben wollen....dann kämpfe dafür. Und das musst du alleine, das kannst du nicht mit Mediator bzw. deiner Frau.
Klar wäre es schön, wenn sich alles wieder einrenken würde. Aber deine Frau war scheinbar bisher nicht gesprächsbereit (was eure Ehe angeht) und wird es somit auch zukünftig nicht sein. Wenn sie z. Zt. noch umgänglich ist, wird sich das in dem Moment ändern, wenn sie mit den Kindern das Haus verläßt. Und ihr neuer hat bestimmt ganz tolle Ideen, wie sich das alles finanziell darstellen läßt.
Ich kann dir nur raten, kämpfe für die Kinder und das Haus solange du und die Kinder noch darin leben!
« Antwort #18 am: 02. September 2016, 12:46:23 »
Zitat von: mcxks am 02. September 2016, 11:55:28
Finale Frage - soll ich meine gemäß RA-Empfehlung Frau schriftlich (Email) zum Auszug auffordern?
E-Mail ist nicht schriftlich sondern "nur" Textform und lässt sich im Zweifel nicht beweisen. Solche Aufforderungen giessen nur Öl ins Feuer.
« Antwort #19 am: 02. September 2016, 13:46:35 »
Du kannst ein E-Mail oder was auch immer schicken, praktisch muss sie gar nichts machen!
Was Du (friedlich) tun kannst ist, ihr bei der Suche nach einer geeigneten Wohnung helfen. Also Angebote suchen und ggf. beim Umzug helfen.
Wenn das nicht funktioniert und ihr euch nicht einigen könnt, kann beim Familiengericht ein Ehewohnungszuweiseungsverfahren eingeleitet werden. Das Verfahren richtet sich nach §§ -> 266 Abs. 1 Nr.3, 112 Nr.3, 113 FamFG = sonstige -> Familiensache. Das Gesetz unterscheidet zwischen der -> vorläufigen Zuweisung der Ehewohnung aus Anlass der Trennung (-> § 1361b BGB) und der -> engültigen Zuweisung der Ehewohnung aus Anlass der Scheidung (-> § 1568a BGB).
Die Frage ist dann aber ob Du die Wohnung (Haus) zugewiesen bekommst oder doch Deine Frau. Andererseits kann natürlich auch Deine Frau einen solchen Antrag stellen.
« Antwort #20 am: 02. September 2016, 15:28:35 »
Wohnt ca 12km entfernt in der Nachbargemeine. Ein Umzug der Kinder dorthin würde für die Kinder alles über den Haufen werfen (Schule, Freunde, usw.) und wäre zudem ja noch ein Umzug zu einem "neuen Papa". Das WM wäre damit quasi gestorben, rein organsitorisch.
Wenn Du deshalb das WM nicht für durchführbar siehst, dann willst Du es nicht wirklich.
Wenn KM zum RA rennt, dann wird es vermutlich auch nichts mehr mit einer schiedlich friedlichen Einigung.
Hast Du KM berichtet, dass Du beim Anwalt warst? Wenn ja, dann würde ich ihr noch mit auf den Weg geben, dass das zwar interessant war, Du aber statt einer strittigen Auseinandersetzung eine konsensuale anstrebst, ohne Anwälte und deren Ideen.
« Antwort #21 am: 02. September 2016, 15:47:26 »
@Susi : Danke für die klare Erklärung!
Also, kann der Plan aus meiner Sicht ja nur sein, sie friedlich und kooperativ zum Auszug zu bewegen. Ich selbst würde auch kein Zuweisungsverfahren anstrengen wollen, da ich eigentlich keine Lust auf sowas ab und der Schuss ja auch gut nach ihnten losgehen kann. Hoffe eher darauf, dass es ihr zuerst zu blöd wird, weil sie (wegen neuem Typ) den größeren gefühlten Handlungsdruck hat. Ich kannn das auch erstmal aussitzen.
Wenn SIE dann so ein Verfahren anstrengt, müssen wir eh schauen, was wird. Ganz so schlecht bin ich argeumentativ nicht aufgestellt, aber das mag ein Richter anders seehen. Dass sie sich damit einen Gefallen tut, wage ich aber mal zu bezweifeln.
@TotoHH: 12km halte ich haupsächlich deswegen für schwierig, weil die Kinder das (derzeit) nicht selbst überbrücken können. Logistisch wäre es aber machbar und würde das WM nciht unmöglich machen.
Meine Frau vermutet allenfalls, dass ich beim Anwalt war, habe ihr aber auch schon gesagt, dass die RAs das alles nur noch komplizierter und teurer machen werden, deswegen ja auch schon mein Vorschlag in Richtung Mediation. Unabhängig davon soll sie ruhig mal dahin gehen, vielleicht kommst sie ja dann auch noch selbst zu dieser Erkenntnis. Ist ja auch ihr gutes Recht.
Frage - ist das für für sie durchsetzbar, dass sie mit den Kids zum neuen Typ zieht? Andere Wohnung meinetwegen OK, die Variante Haus vom Typ fände ich aber extrem schwer verdaulich... Argumentativ spricht ja mindestens mal dagegen, dass die Kinder KOMPLETT aus ihrem Umfeld rausgerissen werden. Und dass das für mich übel ist, könnte ja auch eine Rolle spielen, oder? (Unbillige Härte?). Mal ganz abgesehen davon, dass ich zu bewzeifeln wage, dass die Kinder das gut verdauen würden.
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