Source: https://www.stwno.de/de/beratung/kranken-pflegeversicherung
Timestamp: 2020-04-04 16:05:51
Document Index: 329715454

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 10', '§5', '§ 10', '§ 5', '§ 190']

Für Studierende an staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland besteht eine Krankenversicherungspflicht. Das heißt, nur mit diesem Nachweis können sich Studierende für ihr Studium einschreiben. Die Versicherungsbescheinigung muss bei der Immatrikulation vorliegen. Das gilt auch für Studierende aus dem Ausland. Die Versicherungspflicht gilt automatisch auch für die soziale Pflegeversicherung (§ 20 Abs. 1 Nr. 9 SGB XI).
Studierende, die vor dem Studium in der gesetzlichen Krankenkasse ihrer Eltern beitragsfrei familienversichert waren, bleiben es bis zum 25. Lebensjahr, und zwar unabhängig davon, ob sie bei den Eltern wohnen. Zeiten für den freiwilligen Wehrdienst, für Bundesfreiwilligendienste oder vergleichbare Dienste verlängern diese Altersgrenze gemäß § 10 SGB V. Eine Familienversicherung kann nicht nur über die Eltern, sondern auch über den Ehe- oder Lebenspartner bestehen.
Bei einer Familienversicherung muss auf das regelmäßige monatliche Gesamteinkommen des Familienversicherten geachtet werden. Im Jahr 2019 dürfen monatlich 445,-€ bzw. monatlich 450,-€ bei geringfügiger Beschäftigung verdient werden.
Studierende, deren Familienversicherung endet oder von Anfang an nicht möglich war, werden in der Regel versicherungspflichtig in der GKV (§5 Abs. 1 Nr. 9 SBG V). Nach einer Befreiung von der Versicherungspflicht ist auch eine private Krankenversicherung möglich.
Achtung: Studierende, die neben dem Studium mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiten, müssen sich als normale Arbeitnehmer/innen versichern lassen und zahlen höhere Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Dasselbe gilt, wenn man mehr als nur "geringfügig" beschäftigt ist (sogenannter 450-Euro-Job) oder das monatliche Gesamteinkommen 445,- € (gültig für das Jahr 2019) übersteigt (§ 10 Absatz 1 Satz 1 Nr. 5 SGB V).
Wer bereits vor dem Studium privat versichert war, kann innerhalb der ersten drei Monate nach der Immatrikulation entweder die freiwillige private oder gesetzliche Krankenversicherung wählen und zahlt den Beitrag für Studierende. Diese Entscheidung ist für das gesamte Studium bindend - also genau abwägen.
Studierende mit BAföG erhalten einen Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung von max. 86,-€ monatlich.
Nach der Vollendung des 30. Lebensjahres oder dem Abschluss des 14. Fachsemesters (gleicher Studiengang) endet regelmäßig die studentische gesetzliche Krankenversicherung (§ 5 Absatz 1 Nr. 9 SGB V), und zwar einen Monat nach Ablauf des letzten Semesters (§ 190 Absatz 9 SGB V). Diese Höchstdauer kann im Einzelfall beispielsweise bei Geburt und Betreuung eines Kindes, Behinderung oder Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung über den zweiten Bildungsweg verlängert werden.
Achtung: Die Fachsemester eines dualen Bachelorstudius und die eines nicht dualen Masterstudiums in derselben Fachrichtung werden zusammengerechnet. Nach dem Abschluss des 14. Fachsemesters endet die studentische gesetzliche Krankenversicherung regulär.
Krankenkassezentrale (mit einer Liste aller studentischen Ansprechpartner/Hotline-Telefonnummern studentischer Krankenversicherer.)