Source: https://www.netfonds.de/wie-geht-es-weiter-mit-dem-%C2%A7-34f-gewo/
Timestamp: 2019-11-20 12:23:12
Document Index: 372493702

Matched Legal Cases: ['§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34']

Wie geht es weiter mit dem § 34f GewO? - Netfonds AG
Veröffentlicht von Yvonne Konrad am 4. November 2019
Der § 34f ist seit einiger Zeit im Kreuzfeuer der Regulierung. Zum einen werden mit Novellierung der FinVermV die Spielregeln des Beratungsalltags überarbeitet, zum anderen soll die Aufsicht über die freien Finanzanlagenvermittler schrittweise auf die BaFin übertragen werden. Um an dieser Stelle Klarheit zu bringen, teilen wir regelmäßig Inhalte über Newsletter, Webinare, fwpro-Infoportal uvm.
Nachfolgend fassen wir die wichtigsten Punkte für Sie gerne ein weiteres Mal zusammen. Melden Sie sich parallel zu unseren Webinaren unter folgendem Link an:
FinVermV Novellierung
Die neue Finanzanlagenvermittlung (FinVermV) ist vom Bundesrat verabschiedet worden und wird zum 1. August 2020 in Kraft treten. Somit werden die Inhalte der Beratung nach § 34f GewO (resp. 34h) an die kürzlich überarbeitete EU-Finanzmarktrichtlinie MiFiD II angepasst. Änderungen betreffen unter anderem das Beratungsprotokoll (neu: Geeignetheitserklärung), die Kostenoffenlegung und die Aufzeichnungspflicht (Taping). Grundsätzlich ist der Aufwand für die Erstellung einer Beratungsdokumentation weiterhin hoch. Es ist und bleibt schwierig, die Beratungsdokumente ohne technische Hilfen wie z.B. unserer Beraterplattform zu erstellen.
Die Geeignetheitserklärung ist das neue Beratungsprotokoll und enthält vieles von dem, was bereits aktuell gültig ist und genutzt wird. Es gelten zusätzlich erweiterte Pflichten zur Kostentransparenz sowie zum Zielmarktdatenabgleich. So werden aktuell die Empfehlungen für den Kunden auch geprüft, ob diese entsprechend der Zielmarktdaten zu Vorgaben und Restriktionen des Kunden passen. Auf unserer Beraterplattform heißt die Geeignetheitserklärung „Anlageberatung“. Diese ist zwar erst ab August 2020 verpflichtend, schauen Sie aber gern einmal hinein und prüfen Sie das Tool.
Aufzeichnungspflicht (Taping)
Die Aufzeichnungspflicht für Beratungen, die unter Verwendung von Fernkommunikationsmitteln abgehalten werden, gilt für unsere Haftungsdachpartner seit Anfang 2018. Für die § 34f-Partner wird Taping ab August 2020 verpflichtend. In der Praxis bedeutet dies, dass u.a. Telefongespräche dann aufgezeichnet werden müssen, sofern diese zu einem Abschluss führen können. Hierfür liefern wir eine Technik, die Sie sowohl auf Festnetz als auch auf Mobilfunk anwenden können. Ihr Telefon soll einzig und allein eine Konferenzschaltung unterstützen. Eine ausführliche Anleitung zum Thema Taping haben wir ebenfalls in fundswarePro abgelegt. Sprechen Sie uns bei spezifischen Fragen gerne an!
Zielmarktdaten
Zielmarktdaten sorgen dafür, dass Anlageprodukte in gewisse Kategorien (u.a. Verlusttragfähigkeit, Kenntnisse und Erfahrungen, Anlagehorizont) eingestuft und dadurch mit den individuellen Vorgaben des Kunden abgeglichen werden können. Die Geeignetheit wird zukünftig ausschließlich anhand von objektiven Merkmalen geprüft, und nicht mit der persönlichen Einschätzung des Beraters begründet.
§ 34f Aufsicht BaFin
Laut Koalitionsvertrag sollen die § 34f-Berater zukünftig von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht beaufsichtigt werden. Aktuell erfolgt die Kontrolle von Seiten der Gewerbeaufsicht sowie der Industrie- und Handelskammern der Länder. Zur zukünftigen Ausrichtung gibt es noch keine konkreten Aussagen. Fragwürdig ist, ob es in dieser Legislaturperiode noch dazu kommt, dass die Berater nach § 34f GewO unter BaFin Aufsicht gestellt werden. Erwartungsgemäß wird die BaFin Aufsicht das „§ 34f-Geschäft“ verteuern, da a) die BaFin umlagefinanziert ist und b) der Prüfprozess bei BaFin zeit- und kostenintensiver sein wird im Vergleich zu den Wirtschaftsprüfern.
Kostentransparenz (ex ante & ex post)
Sämtliche Kosten, egal ob diese mit der Beratung oder mit den Produkten zusammenhängen, sind zukünftig vor Geschäftsabschluss (ex ante) sowie mindestens einmal im Jahr während der Laufzeit einer Anlage (ex post) deutlich detaillierter aufzulisten als im bisherigen Beratungsprotokoll. Werfen Sie gerne einen Blick auf das Beratungsmodul „Anlageberatung“ auf unserer Beraterplattform, um sich einen Überblick über die einzelnen Kostenblöcke der ex ante Offenlegung zu verschaffen. Die ex post Kostenoffenlegung wird von der Depotbank für das vergangene Jahr zusammengestellt und in das Kundenpostfach eingestellt.
Wie jedes Jahr sind Sie auch für 2019 zu einer Wirtschaftsprüfung verpflichtet. Bitte beantragen Sie diese baldmöglichst, damit der Wirtschaftsprüfer keine Überstunden über die Weihnachtstage leisten muss. 😉
GWG Zertifikat
Zur Erinnerung: Als § 34f-Berater sind Sie dazu verpflichtet, einmal im Jahr eine Geldwäschegesetz-Schulung vorzunehmen. Bitte denken Sie auch in diesem Jahr an diese Pflichtschulung. Diese können Sie kostenfrei HIER vornehmen.
Falls Ihnen die neuen Vorgaben zu aufwändig sind, empfehlen wir Ihnen als Ausweichmöglichkeit unsere Vermögensverwaltungs-Strategien. Schauen Sie sich diese gleich an.
E-Mail: finvermv@netfonds.de