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Timestamp: 2019-03-24 10:44:16
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Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 6', '§ 5', '§ 52', '§ 121', '§ 48', '§ 48', '§ 60', '§ 48', '§ 60', 'BGH', '§ 32', '§ 32', 'BGH', '§ 30', 'BGH', 'BGH', '§ 32', '§ 17', '§ 397', '§ 5', '§ 5', '§ 52', '§ 52', '§ 5', '§ 5', 'BGH', 'BGH', '§ 246', '§ 42', '§ 42', '§ 8', '§ 5', '§ 5', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6']

BFH v. 10.11.2005 - IV R 13/04 - NWB Datenbank
BFH v. 10.11.2005 - IV R 13/04
BFH v. 10.11.2005 - IV R 13/04 BStBl 2006 II S. 618
Gesetze: EStG § 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 i.d.F. des StEntlG 1999/2000/2002 ,EStG § 6 Abs. 1 Nr. 3 Satz 1,EStG § 5 Abs. 2a i.d.F. des StBereinG 1999,EStG § 52 Abs. 12a Satz 1 und 2 i.d.F. des StBereinG 1999
Instanzenzug: FG Baden-Württemberg vom 19.02.2004 6 K 217/03 (EFG 2004, 971) BFH IV R 13/04 (Verfahrensverlauf), BFH - IV R 13/04, Verfahrensverlauf
Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt —FA—) lehnte die Teilwertabschreibung ab, bewertete die Darlehen mit dem Nennwert und stellte die Einkünfte aus Gewerbebetrieb für die G-GbR mit Bescheid über die gesonderte und einheitliche Feststellung von Grundlagen für die Einkommensbesteuerung 1999 vom 27. August 2001 statt wie (mit ./. 940 926 DM) beantragt mit ./. 1 576 DM fest.
das Urteil des Finanzgerichts Baden-Württemberg vom
Die Beteiligten haben übereinstimmend auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung verzichtet (§§ 121 Satz 1, 90 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung —FGO—).
I. Das FG hat als Kläger nur die Gesellschafter der G-GbR, nicht aber auch die Gesellschaft selbst angesehen. Erheben sämtliche Gesellschafter einer GbR Klage gegen den Gewinnfeststellungsbescheid und sind sie ohne Ausnahme gemäß § 48 Abs. 1 Nr. 5 FGO persönlich klagebefugt, ist regelmäßig davon auszugehen, dass sie sowohl im Namen der Gesellschaft als auch im eigenen Namen klagen (vgl. Senatsurteil vom 19. August 1999 IV R 13/99, BFHE 190, 11, BStBl II 2000, 85). Nach der Art der Klageerhebung kann hier davon ausgegangen werden, dass auch die Gesellschaft Klage erheben wollte; das FG konnte danach von der Beiladung der Gesellschaft absehen, die sonst gemäß § 48 Abs. 1 Nr. 1 bzw. Nr. 2, § 60 Abs. 3 Satz 1 FGO geboten gewesen wäre (zur Klagebefugnis der GbR vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs —BFH— vom 18. Mai 2004 IX R 83/00 , BFHE 206, 162, BStBl II 2004, 898; Gräber/von Groll, Finanzgerichtsordnung, 5. Aufl., § 48 Rz. 28 und 32), da die Bewertung von Darlehensforderungen im Sonderbetriebsvermögen der Gesellschafter sich auch auf die Höhe der festzustellenden Einkünfte aus Gewerbebetrieb der Gesellschaft auswirkt (Senatsurteil vom 11. Dezember 1986 IV R 77/84, BFH/NV 1987, 768; Gräber/Koch, a.a.O., § 60 Rz. 65, Stichwort: Sonderbetriebsvermögen). Das Rubrum des FG-Urteils ist insoweit richtig zu stellen; die Gesellschaft ist auch im Revisionsverfahren beteiligt.
1. a) Die Versagung der Teilwertabschreibung im Streitjahr kann nicht auf das Senatsurteil vom 26. September 1996 IV R 105/94 (BFHE 182, 33, BStBl II 1997, 277) gestützt werden. Dieses Urteil betrifft Darlehen, die Mitunternehmer ihrer Personengesellschaft gewährt haben. Solche Darlehen gehören zum Sonderbetriebsvermögen bei der Personengesellschaft. Minderungen des Betriebsvermögens der Personengesellschaft wirken sich jedoch beim Gesellschafter steuerlich entweder durch die Minderung der dem Gesellschafter zuzurechnenden Einkünfte der Gesellschaft oder erst im Zeitpunkt der Beendigung der Gesellschafterstellung aus (Senatsurteil vom 12. Juli 1990 IV R 37/89, BFHE 162, 30, BStBl II 1991, 64 unter 2., letzter Absatz). Diese Erwägungen greifen bei Darlehen, die —wie im Streitfall— eine Kapitalgesellschaft von ihrem Gesellschafter erhält, nicht ein.
(1) Darlehen der Gesellschafter der Besitzgesellschaft, die diese der Betriebs-Kapitalgesellschaft gewähren, sind im Anschluss an die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) und nach § 32a des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) eigenkapitalersetzend, wenn sie zu einem Zeitpunkt hingegeben werden, in dem sich die Gesellschaft bereits in der Krise befindet, oder wenn ein Darlehen für den Fall der Krise bestimmt ist. Weiterhin können Darlehen eigenkapitalersetzenden Charakter erlangen —was im Streitfall in Betracht zu ziehen ist—, wenn sie zu einem Zeitpunkt gewährt wurden, in dem sich die Gesellschaft noch nicht in der Krise befand, sie aber bei Eintritt der Krise stehen gelassen wurden (vgl. BFH-Urteile vom 7. Juli 1992 VIII R 24/90 , BFHE 168, 551, BStBl II 1993, 333, und vom 6. Juli 1999 VIII R 9/98, BFHE 189, 383, BStBl II 1999, 817, zum eigenkapitalersetzenden Charakter der Übernahme einer Bürgschaft). Krise ist nach der Legaldefinition des § 32a Abs. 1 Satz 1 GmbHG der Zeitpunkt, in dem ein Gesellschafter der Gesellschaft als ordentlicher Kaufmann Eigenkapital statt eines Darlehens gewährt hätte (vgl. BFH-Urteil in BFHE 189, 383, BStBl II 1999, 817, und BGH-Urteil vom 27. November 1989 II ZR 43/89 , Zeitschrift für Wirtschaftsrecht —ZIP— 1990, 98), wobei nach den zu §§ 30, 31 GmbHG entwickelten Rechtsprechungsgrundsätzen (vgl. BGH-Urteil vom 13. Juli 1992 II ZR 269/91 , BGHZ 119, 201, Neue Juristische Wochenschrift —NJW— 1992, 2891 unter II.3. der Gründe) und über § 32a Abs. 3 Satz 1 GmbHG das Stehenlassen eines Gesellschafterdarlehens in der Krise gleichgestellt wird.
bb) Eigenkapitalersetzende Darlehen, die die Gesellschafter der Besitzgesellschaft der Betriebs-Kapitalgesellschaft gewähren, führen aber auch dann nicht ohne weiteres zu nachträglichen Anschaffungskosten der Beteiligung an der Betriebs-Kapitalgesellschaft, wenn die Gesellschafter die Darlehensforderungen in der Sonderbilanz als Sonderbetriebsvermögen zu erfassen haben und die Darlehensforderungen damit nicht dem Privatvermögen zuzurechnen, sondern im Betriebsvermögen der Besitzgesellschaft zu bilanzieren sind (zu Letzterem s. unten cc ff. sowie Senatsurteile vom 19. Oktober 2000 IV R 73/99 , BFHE 193, 354, BStBl II 2001, 335; vom 6. November 2003 IV R 10/01, BFHE 204, 438, BStBl II 2004, 416 unter 1.b der Gründe; aus jüngerer Zeit BFH-Urteil vom 20. April 2005 X R 2/03 , BFHE 210, 29, BStBl II 2005, 694 unter II.2.a der Gründe).
Außerhalb des sachlichen Anwendungsbereichs des § 17 EStG sind nämlich nur solche Aufwendungen des Gesellschafters nachträgliche Anschaffungskosten der Beteiligung, welche (offene oder verdeckte) Einlagen in das Gesellschaftsvermögen darstellen (vgl. BFH-Urteile in BFHE 210, 29, BStBl II 2005, 694 unter II.2.a der Gründe, m.w.N., und in BFHE 204, 438, BStBl II 2004, 416; Hoffmann, GmbH-Rundschau —GmbHR— 2004, 593). Erst wenn daher der Inhaber der Darlehensforderung auf diese gegenüber der Betriebs-Kapitalgesellschaft gemäß § 397 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) verzichten würde, läge in Höhe der im Zeitpunkt des Verzichts noch werthaltigen Darlehensforderung eine verdeckte Einlage in die GmbH vor, die bei der Besitzgesellschaft in dieser Höhe zu nachträglichen Anschaffungskosten der Beteiligung führen würde (vgl. Beschluss des Großen Senats des BFH vom 9. Juni 1997 GrS 1/94 , BFHE 183, 187, BStBl II 1998, 307; BFH-Urteil in BFHE 210, 29, BStBl II 2005, 694 unter II.2.a der Gründe). Die Gewährung von unverzinslichen Darlehen führt lediglich zu einer bloßen Aufwandsersparnis der Kapitalgesellschaft und reicht daher für die Annahme einer verdeckten Einlage bei dieser und von nachträglichen Anschaffungskosten bei der Besitzgesellschaft nicht aus ( BFH-Urteil vom 22. November 1983 VIII R 133/82 , BFHE 140, 69).
cc) Zum Betriebsvermögen einer gewerblich tätigen Personengesellschaft gehören nicht nur die im Gesamthandseigentum der Mitunternehmer stehenden Wirtschaftsgüter. Vielmehr zählen hierzu u.a. auch Wirtschaftsgüter, die ein Mitunternehmer innehat und die unmittelbar zur Begründung oder Stärkung der Beteiligung des Gesellschafters an der Personengesellschaft eingesetzt werden (Sonderbetriebsvermögen II; vgl. BFH-Urteil vom 13. Oktober 1998 VIII R 46/95 , BFHE 187, 425, BStBl II 1999, 357 unter II.2.c).
dd) Im Falle einer Betriebsaufspaltung, wie sie im Streitfall zwischen der G-GbR als Besitzunternehmen und der S-GmbH als Betriebsunternehmen vorliegt, gehören die Forderungen aus Darlehen, die die Gesellschafter der Besitz-Personengesellschaft der Betriebs-GmbH gewähren, zum notwendigen Sonderbetriebsvermögen II der Mitunternehmer, wenn die Darlehenshingabe durch den Betrieb der Besitzpersonengesellschaft veranlasst ist. Das ist u.a. dann der Fall, wenn das Darlehen —wie im Streitfall— nicht marktüblichen Bedingungen entspricht (vgl. BFH-Urteile vom 30. März 1993 VIII R 8/91 , BFHE 172, 19, BStBl II 1993, 864; vom 10. November 1994 IV R 15/93, BFHE 176, 535, BStBl II 1995, 452; in BFHE 187, 425, BStBl II 1999, 357 unter II.2.c aa der Gründe; in BFHE 193, 354, BStBl II 2001, 335, und vom 18. Dezember 2001 VIII R 27/00, BFHE 197, 483, BStBl II 2002, 733).
ee) Bilanziell sind eigenkapitalersetzende Darlehen bei der Besitzgesellschaft daher grundsätzlich als Forderungen zu behandeln (vgl. BFH-Urteile vom 30. März 1993 IV R 57/91 , BFHE 170, 449, BStBl II 1993, 502; in BFHE 204, 438, BStBl II 2004, 416; vom 20. Oktober 2004 I R 11/03, BFHE 207, 295, BStBl II 2005, 581). Etwas anderes könnte höchstens aufgrund des hier vereinbarten Rangrücktritts gelten. Zum einen könnten die Darlehensverbindlichkeiten wegen der Rangrücktrittsvereinbarungen unter den Anwendungsbereich der Regelung des § 5 Abs. 2a EStG fallen, woraus sich auch Konsequenzen für die Behandlung der Darlehensforderungen bei den Klägern ergeben könnten (nachstehend unter (1)). Zum anderen könnten die Rangrücktritte einem Verzicht auf die Forderungen gleichkommen (nachstehend unter (2)).
(1) (a) Nach § 5 Abs. 2a EStG sind für Verpflichtungen, die nur zu erfüllen sind, soweit künftig Einnahmen oder Gewinne erzielt werden, Verbindlichkeiten oder Rückstellungen erst anzusetzen, wenn die Einnahmen oder Gewinne angefallen sind. Die Vorschrift ist gemäß § 52 Abs. 12a Satz 1 EStG i.d.F. des Steuerbereinigungsgesetzes 1999 (StBereinG 1999) für Wirtschaftsjahre anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 1998 beginnen, wobei über § 52 Abs. 12a Satz 2 EStG i.d.F. des StBereinG 1999 auch Verbindlichkeiten erfasst werden, die in Wirtschaftsjahren vor dem 1. Januar 1999 passiviert worden sind. § 5 Abs. 2a EStG ist daher generell im Streitjahr anwendbar. Für den Fall, dass Darlehen, für die der Gläubiger einen Rangrücktritt erklärt hat, beim Schuldner Verbindlichkeiten i.S. des § 5 Abs. 2a EStG darstellten, wären die Darlehen beim Schuldner —hier der S-GmbH— erfolgswirksam aufzulösen, soweit sie wertlos waren. Soweit sie dagegen werthaltig gewesen sind, würde sich das Eigenkapital der Kapitalgesellschaft erhöhen. Diese Möglichkeiten würden spiegelbildlich bei den Klägern zu einem Aufwand führen, soweit die Darlehensforderungen nicht mehr werthaltig waren. Soweit sie werthaltig waren, hätten die Kläger nachträgliche Anschaffungskosten der Beteiligung an der S-GmbH im Sonderbetriebsvermögen II zu aktivieren. Damit wäre Abschreibungsvolumen für spätere Jahre verbraucht.
(2) (a) Sofern die Kläger ihren Rückzahlungsanspruch nicht darauf beschränkt haben, dass er lediglich aus künftigen Gewinnen zu tilgen sei, kommt die Annahme nachträglicher Anschaffungskosten der Beteiligung auch dann nicht in Betracht, wenn die Kläger mit der S-GmbH eine Rangrücktrittsvereinbarung der Art vereinbart haben sollten, dass sie wegen ihrer Forderung auch hinter die Forderungen sämtlicher Gesellschaftsgläubiger zurücktreten und bis zur Überwindung der Krise ihre Forderungen erst zugleich mit den Einlagerückgewähransprüchen der Mitgesellschafter getilgt werden dürfen ( BGH-Urteil vom 8. Januar 2001 II ZR 88/99 , BGHZ 146, 264, NJW 2001, 1280). Auch die mit einer solchen sog. qualifizierten Rangrücktrittsvereinbarung versehenen eigenkapitalersetzenden Darlehen sind im Rahmen des Jahresabschlusses der Besitzgesellschaft als Forderungen und bei der Betriebskapitalgesellschaft als Verbindlichkeiten zu bilanzieren (Adler/Düring/Schmaltz, Rechnungslegung und Prüfung der Unternehmen, 6. Aufl., § 246 HGB Tz. 132 ff., 140; Kleindiek in Lutter/Hommelhoff, a.a.O., § 42 Rn. 42; Schulze-Osterloh in Baumbach/Hueck, GmbHG, 17. Aufl., § 42 Rn. 226; a.A. Lang in Dötsch/Eversberg/Jost/Pung/Witt, Kommentar zum Körperschaftsteuergesetz und Einkommensteuergesetz, § 8 Abs. 3 KStG n.F. Rn. 1126).
(b) Ein solcher qualifizierter Rangrücktritt stellt auch keinen Verzicht auf die Forderung dar (Tiedchen in Herrmann/Heuer/ Raupach, Einkommensteuer- und Körperschaftsteuergesetz, Kommentar, § 5 EStG Anm. 485; Strahl in Korn, § 5 EStG Rz. 550.2), denn die Forderung tritt nur bis zur Überwindung der Krise im Rang zurück. An der bilanziellen Behandlung von eigenkapitalersetzenden Forderungen ändert sich auch nichts dadurch, dass sie ggf. im Überschuldungsstatus der Kapitalgesellschaft nach der Rechtsprechung des BGH nicht zu erfassen sind (vgl. BGH-Urteil in BGHZ 146, 264, NJW 2001, 1280), denn die zur Überschuldungsbilanz aufgestellten Grundsätze sind nicht auf den Jahresabschluss übertragbar (so auch Hölzle, Finanz-Rundschau —FR— 2004, 1193, 1196 f.; Schildknecht, Deutsches Steuerrecht —DStR— 2005, 181, 183 f.; Wittig, Neue Zeitschrift für das Recht der Insolvenz und Sanierung —NZI— 2001, 169, 176). Dies folgt aus dem Zweck der Überschuldungsbilanz, der sich in der Feststellung erschöpft, ob die Gläubiger der Gesellschaft (noch) aus dem am Stichtag vorhandenen verwertbaren Gesellschaftsvermögen befriedigt werden können oder ob zur Vermeidung einer weiteren Verschlechterung ihrer Befriedigungsaussichten umgehend die Durchführung eines Insolvenzverfahrens beantragt werden muss ( BGH-Urteil vom 6. Dezember 1993 II ZR 102/93 , BGHZ 124, 282, NJW 1994, 724; ebenso Klein, GmbHR 2005, 663, 666 ff.; Suchanek, FR 2004, 1129, 1130).
Das gilt keineswegs nur in Höhe des nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrages von 1 328 785 DM, sondern in voller Höhe; denn die Betriebs-Gesellschaft hätte ohne die Weitergewährung der Darlehen ihren Geschäftsbetrieb einstellen und liquidieren müssen. In dieser Situation hatten die Kläger —wie das FG zutreffend festgestellt hat— nur die Wahl, entweder auf alsbaldiger Rückzahlung der Darlehen zu bestehen und damit die Liquidation der Gesellschaft herbeizuführen oder dem Unternehmen in einer wirtschaftlichen Krise, die es ohne Zufuhr von neuem Eigenkapital aus eigener Kraft nicht mehr hätte bewältigen können, ihre schon früher gewährten Hilfen auch modifiziert bis zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Gesundung zu belassen (vgl. BGH-Urteil in ZIP 1990, 98).
b) Wie der Senat in seinem Urteil in BFHE 204, 438, BStBl II 2004, 416 unter 2. der Gründe ausgeführt hat, kommt sodann eine Teilwertabschreibung eigenkapitalersetzender Darlehen zwischen Besitzpersonengesellschaft und Betriebskapitalgesellschaft gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG am Bilanzstichtag (vgl. Senatsurteil vom 5. Februar 1981 IV R 87/77, BFHE 132, 549, BStBl II 1981, 432) nur nach Kriterien in Betracht, die für die Abschreibung der Beteiligung der Gesellschaft selbst auf den Teilwert gelten (gl.A. FG Köln, Urteil vom 19. November 1998 14 K 7699/96 , EFG 1999, 374, rkr.). Dasselbe muss für eigenkapitalersetzende Darlehen gelten, die die Gesellschafter der Besitzpersonengesellschaft der von ihnen beherrschten Betriebskapitalgesellschaft gewähren. Dabei ist aufgrund der Regelung des § 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG i.d.F. des Steuerentlastungsgesetzes 1999/2000/2002 (StEntlG 1999/2000/2002) vom 24. März 1999 (BGBl I 1999, 402) nunmehr zudem erforderlich, dass eine voraussichtlich dauerhafte Wertminderung gegeben ist (vgl. Blümich/Ehmcke, Einkommensteuergesetz, Körperschaftsteuergesetz, Gewerbesteuergesetz, § 6 EStG Rz. 570). Auch ein gedachter Erwerber des Besitzunternehmens, zu dessen Betriebsvermögen die Anteile an einer Betriebskapitalgesellschaft gehören, würde den Wert der eigenkapitalersetzenden Darlehensforderungen ermitteln wie den Wert der Anteile am Betriebsunternehmen selbst. Denn beide Werte werden nicht nur durch die Substanz und Ertragsaussichten des Betriebsunternehmens, sondern auch durch die wirtschaftliche Bedeutung des Betriebsunternehmens für die gesamte unternehmerische Betätigung im Rahmen der Doppelkonstruktion von Besitz- und Betriebsunternehmen bestimmt (Senatsurteil in BFHE 204, 438, BStBl II 2004, 416 unter 2.c der Gründe).
c) Aus diesem Grunde scheidet eine Teilwertabschreibung gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG im Wege der Abzinsung der Darlehensforderungen aus (vgl. BFH-Urteil vom 30. November 1988 I R 114/84 , BFHE 155, 337, BStBl II 1990, 117 unter II.2. der Gründe). Auch eine Teilwertabschreibung unter analoger Anwendung des § 6 Abs. 1 Nr. 3 Satz 1 EStG ist nicht möglich. Unverzinsliche eigenkapitalersetzende Darlehen sind nicht anders zu behandeln als andere durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasste, die Kapitalausstattung einer GmbH verbessernde Finanzierungsmaßnahmen, für die der Gesellschafter außer einem etwaigen höheren Beteiligungsertrag kein weiteres Entgelt erhält. Denn auch bei einer im Wege einer Kapitalerhöhung bewirkten Zuführung neuer Mittel ist die vom Gesellschafter beabsichtigte Beseitigung der Krisensituation der Gesellschaft nicht erst nach Abzug einer fiktiven Verzinsung des investierten Betrages zu bewerten. Der Sinn und Zweck eines unverzinslichen eigenkapitalersetzenden Darlehens liegt gerade darin, die eigene Gesellschaft von Fremdkapitalzinsen zu entlasten und somit die Krisensituation zu beseitigen (ähnlich FG Köln in EFG 1999, 374).
d) Der im Schrifttum vertretenen Auffassung, dass der gesetzgeberischen Wertung der Abzinsung einer unverzinslichen Darlehensverbindlichkeit der Gesellschaft aufgrund der Regelung des § 6 Abs. 1 Nr. 3 Satz 1 EStG i.d.F. des StEntlG 1999/2000/2002 stets spiegelbildlich eine Abzinsung der entsprechenden Forderung im Wege der Teilwertabschreibung des § 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG in der Steuerbilanz des Gesellschafters und Darlehensgebers gegenüberstehe (so Hauber/Kiesel, Betriebs-Berater —BB— 2000, 1511, 1515; Hoffmann, GmbHR 2005, 972, 973), folgt der erkennende Senat nicht. Zwar ist zuzugeben, dass durch die Abzinsung der Darlehensverbindlichkeit der Gesellschaft gegenüber dem Gesellschafter eine unentgeltliche Gesellschafterleistung bei der Gesellschaft steuerpflichtig wird, die bei der Gewährung von Eigenkapital nicht steuerpflichtig wäre. Aus diesem Grunde ist auch fraglich, ob § 6 Abs. 1 Nr. 3 Satz 1 EStG auf unverzinsliche eigenkapitalersetzende Darlehensverbindlichkeiten überhaupt Anwendung findet oder nicht insoweit teleologisch zu reduzieren wäre (a.A. BMF-Schreiben vom 26. Mai 2005 IV B 2 -S 2175- 7/05 , BStBl I 2005, 699, 702 Rdnr. 21, wonach unverzinsliche Darlehen, die Anteilseigner der Körperschaft gewähren, abzuzinsen sind). Diese Zweifel führen aber erst recht dazu, dass eine analoge Anwendung des § 6 Abs. 1 Nr. 3 Satz 1 EStG (auch noch) auf das eigenkapitalersetzende Darlehen in der Steuerbilanz des Anteilseigners ausgeschlossen ist.
FG Mecklenburg-Vorpommern 6.2.2009 - 2 V 108/08
FG Köln 15.1.2009 - 13 K 4781/04
FG Brandenburg 17.11.2008 - 6 V 6154/08
BFH 28.8.2007 - IV B 120/06
FG Sachsen 29.6.2006 - 1 K 45/03
BStBl 2006 II Seite 618
BB 2006 S. 202 Nr. 4
BB 2006 S. 207 Nr. 4
BB 2007 S. 37 Nr. 1
BFH/NV 2006 S. 409 Nr. 2
BStBl II 2006 S. 618 Nr. 14
DB 2006 S. 308 Nr. 6
DB 2007 S. 13 Nr. 27
DStR 2006 S. 7 Nr. 5
DStR 2006 S. 75 Nr. 3
EStB 2006 S. 45 Nr. 2
FR 2006 S. 319 Nr. 7
GStB 2006 S. 6 Nr. 2
GmbH-StB 2006 S. 31 Nr. 2
GmbHR 2006 S. 158 Nr. 3
HFR 2006 S. 252 Nr. 3
INF 2006 S. 205 Nr. 6
KÖSDI 2006 S. 14961 Nr. 2
NJW 2006 S. 1456 Nr. 20
NJW-RR 2006 S. 401 Nr. 6
NWB-Eilnachricht Nr. 3/2006 S. 159
SJ 2006 S. 28 Nr. 4
StB 2006 S. 104 Nr. 3
StuB-Bilanzreport Nr. 3/2006 S. 107
WPg 2006 S. 301 Nr. 5
ZIP 2006 S. 249 Nr. 5
[BAAAB-74529]
Grützner, Keine Teilwertabschreibung wegen Unverzinslichkeit einer Forderung, StuB 5/2013 S. 171
Weber-Grellet, Abschreibung einer Forderung des Besitzunternehmens, NWB 10/2010 S. 742
BFH v. 10.11.2005 - IV R 13/04 ablegen in?