Source: http://www.konrad-fischer-info.de/2137bau.htm
Timestamp: 2015-10-04 15:12:48
Document Index: 69149630

Matched Legal Cases: ['§ 3', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§25', '§555', '§555', '§ 25', '§ 242', '§ 535', '§ 535', 'BGH', '§\n17', '§ 25', '§ 9', '§ 25', '§ 25']

Wärmedämmung als Mieterhöhung-nach-Sanierungs-Schwindel, Widerspruch, WEG + Energiesparen VII
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Der Schwindel mit Wärmedämmung und Energiesparen 7
- Widerspruch Mieter gegen Mieterhöhung nach energetischer Sanierung mit Wärmedämmung /
- Gutachten für Widerspruch Eigentümer ./. WEG gegen Beschlußfassung energetische Sanierung Fassade
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10 - Schwindel? Dämmung + Energiesparverordnung EnEV 11 - Befreiung und Ausnahme von Energieeinsparverordnung
Wärmedämmung-Schwindel, Mietrecht, Mieterhöhung, WEG + Energiesparen
Wie sich Rechtsanwälte um den Hitzeschutz kümmern, zeigt die SZ unter der Rubrik "Recht so" und dem Titel "Heißkalt" am 5.10.01:
"(Es) protestierte ein Facharzt ... gegen die Hitze: ... kürzte in ... Sommermonaten ... Miete
für ... Praxisräume um 20 Prozent, weil ... Temperatur innen fast auf 30 Grad stieg, wenn es draußen
heiß wurde. ... Vermieter hatten mit ihrer Zahlungsklage keinen Erfolg, weil ... Oberlandesgericht
Rostock diese Temperaturen als Mangel der Mietsache einstufte (3 U 83/98). ... Arzt dürfe (deshalb) Miete mindern.
Auch in einer Arztpraxis müssten ... Normen der Arbeitsstättenrichtlinie eingehalten werden: Innen müsse
... Temperatur mindestens um sechs Grad niedriger sein als draußen.
Vergeblich forderten ... Vermieter, (der Arzt) solle nachts lüften, so könne er ohne Weiteres eine angenehmere Raumtemperatur erreichen. Das könne man (gem. Urteil des OLG) vom Mieter nicht verlangen, (weil er)
im Fall eines Einbruchs seinen Versicherungsschutz (verliere). Wenn sich niemand in der Praxis aufhalte, müssten
... Fenster geschlossen bleiben, alles andere wäre grob fahrlässig (OLG Rostock vom 29. Dezember 2000 - 3 U 83/98).
ogri"
So wehrt man sich also als dämmbudengeplagter Mieter. Oder gleich so, wie es der Mieter H.B. schon in der DM-Epoche gegenüber seiner Wohnungsvermieterin, der WohnbauGmbH XY tut, nur aus Vorsorge gegen die Beklebung der Fassade mit Wärmedämmung:
"Adresse Mieter
Adresse Wohnungsgesellschaft
Betr.: Ihr Schreiben vom ... Mieterhöhungsverlangen Sehr geehrte D+H! Ihr Mieterhöhungsverlangen vom 08.09.2001 sieht eine Erhöhung meiner Grundmiete um de facto 51,36 DM vor.
Ihr Mieterhöhungsverlangen beruht auf der von Ihnen schriftlich erläuterten Wertverbesserung durch
Modernisierungsmaßnahmen, die für mich als Mieter in der Folge einer Fassaden- und Dachbodendämmung eine
"nachhaltige Einsparungen von Heizenergie bewirken" soll. Diese Anforderung an die Effizienz baulicher Maßnahmen
wird jedenfalls in § 3 MHG vom Gesetzgeber an den Vermieter gestellt, um bei korrekter Erfüllung dieser Forderung
von den Mietern eine erhöhte Miete verlangen zu dürfen. Allerdings setzt hierbei die praktische Rechtssprechung zum Schutze des Mieters dem mehr oder weniger berechtigten Verlangen des Vermieters nach Mieterhöhung eine Grenze: Die Mieterhöhung darf nur maximal das Doppelte der tatsächlichen Ersparnis an Heizenergie betragen. Unter Beachtung der praktischen Rechtssprechung führt mich die Analyse der Thematik Wärmedämmung
& Mieterhöhung einschließlich der mir erkennbaren korrelierenden Randbedingungen
sowie die Berücksichtigung meiner tatsächlichen Kosten für Heizenergie zu folgendem Ergebnis:
Ich akzeptiere zwar, dass Sie in der Folge der Dämm-Maßnahmen von Ihrem Recht auf Mieterhöhung Gebrauch machen, gegen die
von Ihnen geforderte Höhe des Betrags von 51,36 DM erhebe ich jedoch
Dagegen werde ich Ihnen auf Grund der Dämm-Maßnahmen eine Erhöhung meiner Grundmiete von 15,-DM zahlen. Diesen Betrag - ich werde ihn noch genauer begründen - halte ich für angemessen und entgegenkommend. Auf der Basis meiner bisherigen (ungeminderten) Grundmiete von 635,07 DM ergibt sich bei einer Mieterhöhung von 15,- DM
mit Wirkung vom 01.12. 2001 eine neue (ungeminderte) Grundmiete von 650,07 DM; also
eine Miete von 8,52 DM pro qm. Das ergibt bei monatlichen Vorauszahlungen
für NK + HK / WWK von insgesamt 316,- DM einen neuen (ungeminderten) Zahlbetrag von 966,07 DM. Die neue (ungeminderte) Grundmiete von 650,07 DM ist zukünftig die neue Basis für Berechnungen von prozentualen Mietminderungen. Diese Rechtsauffassung
teile ich mit der Auffassung des Mietervereins und der Rechtsanwältin des Vereins. Meine Mietminderung, die ich seit November 1999, also seit ca. 2 Jahren,
vornehme, werde ich auf der Basis der neuen Grundmiete in einem separaten Schreiben neu berechnen und Ihnen das Ergebnis mitteilen. Begründung:
Nachdem ich mich sowohl mit der rechtlichen Seite der Thematik Wärmedämmung & Mieterhöhung als auch mit der
fachlichen Seite der Thematik Wärmedämmung, deren realistische Effizienz bezüglich der Energieeinsparung und nicht
zuletzt deren sehr bedenklichen Einfluss auf das Wohnklima beschäftigt habe, aber auch unter Beachtung meines
tatsächlichen monatlichen Verbrauchs an Heizenergie, halte ich den Betrag der Mieterhöhung von 51,36 DM pro Monat für deutlich zu hoch. Anmerkung: In Ihren Berechnungen kommen Sie auf Grund der entstandenen Kosten für die Dämmarbeiten sogar auf eine
Mieterhöhung von 83,13 DM pro Monat. Erst die von der Wohnungsgesellschaft selbst vorgenommene Kappung der
Grundmiete auf maximal 9,-DM pro qm führt dann wieder regulierend in Richtung Vernunft von diesen 83,13 DM zu
einem Abzug von 31,77 DM und damit zu dem eigentlichen Erhöhungsbetrag von 51,36 DM pro Monat und zu der neuen
Grundmiete von 686,43 DM (bisher: 635,07 DM). Allerdings müssen sich die Mieter diese beiden wichtigen Beträge,
also den tatsächlichen Erhöhungsbetrag und die Höhe der neuen Grundmiete, auf der Basis anderer Zahlenangaben
leider selbst errechnen. Immerhin: Der zu überweisende Gesamtbetrag ist von der Wohnungsgesellschaft dann doch angegeben worden.
Meine tatsächlichen Kosten für Heizung und Warmwasser liegen insgesamt bei ca. 40 DM pro Monat. Dabei werden für
die Wassererwärmung (Warmwasser) etwa 15% der Gesamtkosten benötigt, also ca. 6 DM pro Monat. Für die reinen
Heizkosten bleiben demzufolge ca. 34 DM pro Monat; diese Zahlen sind natürlich immer über das ganze Jahr
gerechnet, also unter der Annahme, dass auch im Sommer, im Frühling und im Herbst voll geheizt wird.
Dazu folgende Bemerkung: Der günstige HK-Verbrauch in unsrem Wohnblock resultiert nicht zuletzt aus der sehr vorteilhaften
Lage des Hauses bezüglich solarer Strahlung und der idealen Zonierung der Räume (im Süden beheizte Räume, im Norden nicht oder
wenig beheizte Räume), sowie der damit verbundenen sehr beachtlichen passiven solaren Wärmegewinne durch die Fenster.
Der hohe Einfluss solarer Wärmegewinne ist wohl insbesondere von solchen Mietern nachvollziehbar, die schon unter diesbezüglich
unvorteilhafteren Bedingungen gewohnt haben. An mehr oder weniger sonnigen Wintertagen, aber auch adäquat im Herbst und im Frühjahr, kann
die tiefstehende Sonne die Wohnräume gut erwärmen. Auf Grund der beachtlichen passiven Wärmegewinne werden in unserem Wohnblock im Herbst und im Frühjahr
die Heizungen kaum einmal aufgedreht, während zur gleichen Zeit in anderen Wohnlagen schon lange wieder bzw. immer noch geheizt wird. Der beachtliche Einfluss passiver solarer Energiegewinne auf die Höhe des tatsächlichen Gebäudewärmebedarfs unseres Wohnblocks war offensichtlich bereits
im Sommer 1997 nach der Umstellung der Heizmethode bei der ersten Berechnung der Heizkosten-Vorauszahlungen vom Vermieter nicht so recht erkannt und später
auch nicht korrigiert worden. Auf der Basis von praxisfernen Voraus-Berechnungen für den Bedarf an Heizenergie kommt es bekanntlich für die wohl meisten
Mieter unseres Wohnblocks alljährlich nach der BK/HK- Abrechnung zu kräftigen Rückzahlungen, ohne dass der Vermieter die eindeutig zu hohen Vorauszahlungen
der Realität entsprechend korrigiert. Bereits an diesem signifikanten Beispiel aus der Praxis ist deutlich erkennbar und beweisbar, zu welchen Fehlschlüssen mathematische
Berechnungen auf der Basis von praxisfernen Kennziffern führen können, wenn die konkrete energetische Situation, also das de facto sehr komplizierte
und vielschichtige einheitliche energetische System Haus, ignoriert wird. Dieser Fehler wurde nun offensichtlich bei den neuen energetischen Berechnungen
im Zusammenhang mit der Dämmung gleich nochmals wiederholt.
Aber zurück zum tatsächlichen Verbrauch an Heizenergie in unserem Block. Ich meine: Wo definitiv nur relativ wenig an Heizenergie
verbraucht wird, die Ursachen dafür sind kompliziert und vielschichtig, da ist eben auch durch Fassadendämmung nicht mehr viel zu verringern.
Der Erfolg der Dämmung wird in unserem Block - insbesondere aber in den Parterrewohnungen - relativ gering sein. Ich bin sicher: Wenn das Geld,
das hier für die weitgehend überflüssige Wärmedämmung investierte worden ist, u.a. zur Modernisierung der Heiztechnik im 1.WK eingesetzt
worden wäre, z.B. zur Veränderung des unzeitgemäßen, die Energie nur so verschleudernden Einrohr- Systems, sowie zur Abschaffung
der unsinnigen Beheizung der Treppenhäuser, dann wäre der von Ihnen genannte "Beitrag zur Senkung der Umweltbelastung und Sicherung der
Energieträger und Lebensräume für nachfolgende Generationen" weit glaubhafter und effektiver ausgefallen.
Für unseren Block hingegen wären eine ordentliche Sanierung der alten Fassade (ähnlich, wie z.B. mehrfach in der Novalistrasse
geschehen) und die Erneuerung der baufälligen Balkone die billigere und zugleich die bessere Lösung gewesen. Ich bin sicher: Bei globalem
Denken zum Wohle unserer Umwelt und der Sicherung von Lebensräumen für nachfolgende Generationen wäre die Absicht zu einer vernünftigen
Sanierung unseres Wohnblocks ohne Dämmung bestimmt nicht an der WSVO `95, auf die Sie sich u.a. berufen, gescheitert. - Gut: Der Fußboden
im Dachraum unseres Wohnblocks war in der Tat so stark gerissen, dass das bloße Abdecken des kaputten Fußbodens mit PSP- Dachbodenelementen
im konkreten Fall ausnahmsweise vielleicht tatsächlich die billigste und schnellste Methode zur Sanierung des reparaturbedürftigen Bauteiles
war. Für die Sanierung und die farbliche Gestaltung der Fassade, aber auch für die Bausubstanz selbst und nicht zuletzt für ein allzeit
gesundes Wohnklima war nach meinem Wissen das Bekleben der Wände mit chemischen Schaumstoffplatten denkbar ungünstig und zugleich weitgehend überflüssig. Nach der Meinung der Gerichte muss Wärmedämmung auch aus der Sicht des Mieters wirtschaftlich sein (Karlsr ZMR 84, 411; LG Hbg ZMR 91, 302).
[Ergänzung KF 2015: Daß die Mieterhöhung nach energetischer Sanierung inzwischen fast vollkommen unabhängig von Heizkostenersparnissen erfolgen darf, hat
der Bundesgerichtshof 2006 zum Nachteil der Mieter beschlossen (BGH, VIII ZR 149/03) - dies ist als vernichtende Einschränkung der hier zitierten
Beispielbeschwerde zu beachten. Nach den Vorstellungen des BGH ist "Nachhaltigkeit" der Maßnahme der Maßstab,
wozu dann auch 1 Prozent "nachhaltige" Energiesparnis zur Mieterhöhung berechtigt. (BGH, VIII ARZ 3/01). So bevölkerungsfreundlich kann unser oberster
Gerichtshof also zu Gericht sitzen. Ein erstinstanzliches Urteil aus Berlin versucht es 2015 dagegen mit Mitmenschlichkeit:
"Die Beklagten haben [�] nicht die Dämmung der Fassade zu dulden. [�] nach Auffassung des Gerichts muss der Gedanke von §25 Abs. 1 EnEV auch im Rahmen
des §555 d Abs. 1 BGB berücksichtigt werden. [�] Erst nach ca. zwanzig Jahren würde erstmals die Umlage niedriger sein als die eingesparte Heizenergie.
Da kann von einer modernisierenden Instandsetzung aber nicht mehr die Rede sein [�]. Nach Auffassung des Gerichts können die Beklagten die
Unwirtschaftlichkeit der Maßnahme bereits im hiesigen Duldungsverfahren einwenden. [�] Bei der wirtschaftlichen Härte [§555 d Abs. 1 Satz 2 BGB] wird
abgewogen, ob dem Mieter anhand seines Einkommens [�] die zu erwartende Mieterhöhung im Hinblick auf die Energieeinsparungen zuzumuten ist. § 25 Abs. 1
EnEV hingegen lässt eine Ausnahme von der Verpflichtung der Dämmung zu, wenn bei bestehenden Gebäuden innerhalb einer angemessenen Frist die eintretenden
Einsparungen nicht erwirtschaftet werden können. [�] Da ein Vermieter [�] die Möglichkeit hat, die Unwirtschaftlichkeit der Gesamtmaßnahme [�] geltend
zu machen, muss dies nach § 242 BGB auch für den Mieter möglich sein." So das skandalöse - weil bürgerfreundliche Urteil des Amtsgerichts Pankow /
Weißensee vom 28.01.2015.
Link zum Urteil beim Pankower Mieterprotest]
Und selbstverständlich von einer sehr bekannten Richterin Regine Paschke am Landgericht schnell
wieder aufgehoben: Ergebnis der
Nach der praktischen Rechtssprechung ist es unumstritten, dass die Mieterhöhung in der Folge von Wärmedämmung nicht
mehr als das Doppelte der tatsächlichen Energieersparnis betragen darf (u.a.: AG Bremerhaven 52 C 3141/96; Landgericht Hamburg, AZ: 16 S 114/89; Landgericht Aachen, AZ: 7 S 388/90; OLG Karlsruhe: in WM 85,17).
Bei realistischer Betrachtungsweise ist vorhersehbar, dass es in unserem Wohnblock in der Folge der Dämm-Maßnahmen zu einer - wenn überhaupt - sehr
bescheidenen Senkung des Verbrauchs an Heizenergie von wahrscheinlich weit weniger als 10% kommen wird. Prognosen über Einsparungen von mehr als 30% sind
reine Illusion und bedürfen auch dann erst des praktischen Nachweises, wenn sie mit Hilfe mathematischer Berechnungen auf der Basis praxisfremder so
genannter k- Werte erzielt worden sind. Die U-Werte widerspiegeln bekanntlich nur eine Laborwirklichkeit, die nicht in der Lage ist, das Haus als
ganzheitliches energetisches System zu erfassen.
Die Ummantelung unseres Wohnblocks mit chemischen Schaumstoffplatten wird in der Praxis eine Senkung des Verbrauchs an Heizenergie um maximal 10%
zulassen; mehr ist reine Selbsttäuschung. Diese Einschätzung kann ich getrost treffen, wenn ich mich bemühe, das Haus nicht nur mit der Hilfe von U- Werten
als die Summe vieler einzelner Bauteile zu definieren, sondern es gesamtenergetisch als ein ganzheitliches, sehr kompliziertes und vielschichtiges
energetisches System zu betrachten. Da wird z.B. durch die Ummantelung des Hauses Heizungswärme in den Wohnräumen - wie Sie es erläutern - "durch die Reduzierung von Wärmeverlusten durch
Wände bzw. Fugen" gefangen. Die Wohnungen sind nun durch die Ummantelung mit Schaumstoffen und auch durch die neuen Fenster nahezu hermetisch abgeschlossen;
und im Ergebnis dessen mussder Mieter nun mehr lüften, viel mehr lüften. Also: die scheinbar gewonnene Heizenergie, für die der Mieter im Ergebnis der
Wärmedämmung eine erhöhte Miete bezahlt, diese Energie muss er nun gleich wieder ins Freie ableiten, also Wärme zum Fenster hinaus lüften, damit es in der
Wohnung nicht muffig wird und nicht zur Schimmelbildung kommt. Denn: Kommt es zur Schimmelbildung, dann steht der Schuldige von vornherein schon fest und
der Vermieter spricht in einem solchen Fall vom so genannten "Nutzerverhalten". Also, dämmen oder nicht dämmen: Die durch Dämmung vermeintlich gewonnene
Wärme muss zumindest teilweise wieder zum Fenster raus gelüftet werden, um in der Wohnung auch nach der Dämmung noch wenigstens ein einigermaßen gesundes
Wohnklima zu erhalten.
Von alledem weiß der so genannte k-Wert allerdings nichts. Bei der Ermittlung seiner Größe im Labor ist das vermehrte
Lüften der Wohnung kein Thema gewesen und schon damit stimmt die auf der Basis des U-Wertes berechnete Heizenergieeinsparung nicht, weil
eben der auf das energetische Gesamtsystem einwirkende Einflussfaktor "vermehrte Lüftung" bei der Ermittlung des k- Wertes im Labor nicht mit berücksichtigt
worden ist. Analog gilt dies nun auch für alle anderen auf das energetische Gesamtsystem Haus wirkende Einflussfaktoren, von denen nachfolgend noch einige aufgeführt sind. Wie schon gesagt: In unserem Wohnblock ist der Einfluss solarer Strahlung so vorteilhaft, dass es zu beachtlichen passiven solaren
Wärmegewinnen kommt. Diese Wärmegewinne wirken auf den Verbrauch an Heizenergie senkend und zugleich auch nivellierend. Dieser nivellierende
Faktor trägt dazu bei, dass auf Grund der Ummantelung mit Wärmedämmung in unserem Block nicht mehr als 10% Heizenergie eingespart werden. Den Wohnblock gesamtenergetisch zu betrachten, schließt eben eine ganze Menge von Einflussfaktoren ein. Da sind z.B. die tiefer
gewordenen Fensterfaschen, die ihrerseits den Einfluss der Sonnenstrahlung schmälern und somit die Menge der erforderlichen Heizenergie vergrößern.
In den Parterrewohnungen kommt hinzu, dass die Fensterfaschen unglücklicherweise nicht mehr - wie bisher - weiß, sondern dunkel getönt sind,
was ebenfalls in eine negative Richtung wirkt, was aber auch die Kosten für Elektroenergie nicht gerade positiv beeinflusst. Da gibt es Kellerfenster,
die von einigen Mietern während des gesamten Jahres nie geschlossen werden; es gibt neue, aber schon beachtlich verzogene Wohnungstüren,
es gibt nicht ordentlich funktionierende Türschließer, etc. In der Tat ist es erst die Gesamtheit aller Faktoren und deren sehr
vielschichtiges und kompliziertes Zusammenwirken, die ein Haus als ein einheitliches energetisches System definieren.
Es ist aber nicht zuletzt die allgemein sehr umstrittene Effizienz der Dämmung selbst, die in unserem Block zu nicht mehr als
maximal 10% Senkung an Heizenergie führen wird.
Ich meine, wer sich zum Ziel setzt, Energieeinsparungen in einem Wohnblock prognostizieren zu wollen, der kann dies nicht nur mit
Hilfe von im Labor ermittelten U- Werten für einzelne Bauteile tun, der muss schon das Zusammenwirken aller korrelierenden Faktoren
einbeziehen und das ist mathematisch nicht sehr einfach. So muss u.a. eben auch der
Einfluss des jeweils praktizierten Heizsystems mit all seinen spezifischen Einflussgrößen mit in die Berechnung integriert
werden, die Anzahl der leerstehenden unbeheizten Wohnungen, der topographische Standort des Gebäudes, etc.
Wer allerdings all diese Einflussfaktoren und deren kompliziertes Zusammenspiel in seiner Berechnung unberücksichtigt lässt, der darf sich nicht anmaßen,
die Menge der Reduzierung der Heizenergie in der Folge von Dämm-Maßnahmen berechnen zu können. Für eine solche Berechnung, wenn sie denn solide sein soll,
ist schon die Einbeziehung aller maßgebender Einflussfaktoren notwendig. Die im Labor ermittelten U-Werte sind genau für diese Laborverhältnisse sicherlich
in Ordnung, in welcher Weise und in welcher Gewichtung sie auf das vielschichtige und komplizierte energetische Gesamtsystem Haus Einfluss haben, das wäre
erst noch mathematisch zu erfassen und zu definieren.
Unter all diesen Aspekten gehe ich von einer Einsparung an Heizenergie für unseren Block in einer Größenordnung von maximal 10% aus. Der Nutzen von Dämm- Maßnahmen mit Hilfe von chemischen Schaumstoffen ist unter Fachleuten bekanntlich sehr umstritten.
Über das Internet weisen viele Architekten nachdringlich auf den so genannten "Schwindel mit der Wärmedämmung" hin, und sie warnen
gleichzeitig vor den baulichen, den brandschutztechnischen und den gesundheitlichen Folgen dieser umstrittenen Maßnahme. Auf Grund der durchgeführten Dämmungen hatte ich Ihnen eingangs eine Mieterhöhung von 15 DM genannt. Meine tatsächlichen Heizkosten betragen im
Durchschnitt der mir bisher vorliegenden beiden vollständigen Abrechnungszeiträume abzüglich der Wassererwärmungskosten über das ganze Jahr gerechnet ca.
34 DM pro Monat. Bei einer Energieeinsparung von maximal 10%, von der ich ausgehe, würde ich in Folge der Dämmung monatlich 3,40 DM Heizkosten einsparen.
Auf Grund des Gebots der Wirtschaftlichkeit erlauben die Gerichte dem Vermieter nicht mehr an Mieterhöhung als das Doppelte der tatsächlichen
Energie-Einsparung; das wäre in meinem Fall eine Mieterhöhung von 6,80 DM. Ich denke, dass angesichts dieser Zahlen der von mir genannte Betrag von 15 DM
Mieterhöhung für beide Seiten akzeptabel sein sollte. Hier noch einige Anmerkungen: Ich bewohne eine Parterre-Wohnung. Wenn ich einmal voraussetze, dass die vorgenommene Fassaden- Dämmung überhaupt zu einer mehr oder weniger großen
Einsparung von Heizenergie führt, so werden die Parterre-Wohnungen im Vergleich zu allen anderen davon wohl doch am
wenigsten ab bekommen. Von außen betrachtet steht zwischen meiner Parterre- Wohnung und dem Erdreich ein ungedämmter Sockel von
immerhin bis zu ca. 1,90m Höhe. Es ist mir unerklärlich, warum dieser große Teil der Außenwand unterhalb meiner Wohnung
ungedämmt, also als Wärmebrücke stehen gelassen wurde, wo doch gerade für
diesen Bereich für den Fall einer Dämmung im Labor ganz positive k- Werte ermittelt worden sind. Für die darüber
liegenden Parterrewohnungen kann das wohl nicht gerade zum Vorteil sein. Ich meine: Vielleicht hätte
man mit Hilfe der Dämmung dieses extrem hohen Sockels tatsächlich die winterlichen Temperaturen in den Kellerräumen und damit
auch die unangenehme Fußkälte in den Parterrewohnungen etwas positiv beeinflussen können. Die günstige Lage des Hauses bezüglich solarer Strahlung führt natürlich nicht nur über den Weg durch das Fenster zu passiven solaren Wärmegewinnen.
Jeder Sonnenstrahl konnte bisher obendrein mehr oder weniger wärmend und auch die Feuchtigkeit regulierend unmittelbar auf die Hauswand treffen, hinter der
sich die beheizten Räume des Hauses befinden; und dies eben insbesondere in den Übergangszeiten und im Winter. Ob es nun nahe liegt, eine Fassade, die
unverschattet genau in Richtung Süden zeigt, mit chemischen Schaumstoff-Materialien zu bekleben, also es mit der Hilfe von Schaumstoff-Platten zu verhindern,
dass bei Sonnenschein die wärmende solare Strahlung auf die Hauswand trifft, das darf wohl in Frage gestellt werden, zumal der Schaumstoff zu dem
unersetzlichen Feuchtenmanagement zum Wohle der Bausubstanz völlig unfähig ist. Gleichzeitig bedarf es wohl wenig Phantasie, sich vorzustellen, welches
unliebsame Eigenleben sich gerade an warmen Tagen in den Hohlräumen zwischen Schaumplatten und Wand entwickeln kann und welche Auswirkungen das alles auf
die dahinter liegenden Wohnungen haben wird. So wird im Internet ungezählt über so genannte Schimmelbuden berichtet, die im Ergebnis der Wärmedämmung zur
Gefahr für die Gesundheit der Menschen geworden sind. Am 01.09.2001 war in der Sächsischen Zeitung unter dem Titel: "Schimmelpilzbefall in Wohnung" einmal wieder über Schimmelpilzbefall
berichtet worden. Ein Baby war in einer vom Schimmel befallenen Wohnung schwer krank geworden. Nach dem Auszug der Familie aus der mit chemischem
Schaumstoff ummantelten Schimmel-Wohnung wurde das Kind dann rasch wieder gesund. Der Vater des Kindes hatte sich in der Schimmelpilz belasteten
Wohnung bereits eine chronische Atemwegserkrankung zugezogen. "Wenn alte Leute in eine solche Wohnung ziehen, kann sie das fünf Jahre
ihrer Lebenszeit kosten", sagte dazu eine Ärztin gegenüber der Sächsischen Zeitung. Mit freundlichen Grüßen Ihr Mieter"
Was machen nun die armen Vermieter? Sie dämmen, legen das in Wärmedämmung investierte Geld - oft gegen besseres Wissen aber aus mietrechtlichen Gründen -
als angeblich werterhöhende "Modernisierung" gem. BGB § 535 (gilt für Maßnahmen, die 1. den Gebrauchswert der Mietsache nachhaltig erhöhen, 2. die
allgemeinen Wohnverhältnisse auf Dauer verbessern und 3. nachhaltig Energie- oder Wassereinsparungen bringen) mit bis zu 11% Mieterhöhung auf ewige Zeiten
- also unbegrenzt(!) über die Rückzahlung der angeblichen Energiesparinvestition hinaus - auf den Mieter um und reduzieren im Jahr der
Modernisierungsankündigung wg. fiktiver Heizkostenersparnis die vorauszuzahlende Heizkostenpauschale. Damit fühlen sich besonders einfältige Mieter,
die die möglicherweise ohnehin fällige Fassadeninstandsetzung gem. BGB § 535 gar nicht mitfinanzieren müßten, zunächst gut bedient und wehren sich nicht gegen den Dämmblödsinn mittels angebappter Wärmedämmung. Dieser aber schädigt das Objekt eher, als dessen Wert zu erhhöhen, da die Schadenspotentiale der bau- und gesundheitsschädlichen Dämm- und Dichtmaßnahmen (Veralgung, Frostschädigung, Schimmelpilzbefall)
den Gebrauchswert wesentlich mindern, ständige teure Instandsetzungsmaßnahmen verursachen (vgl. hier:
Instandsetzungsvergleich verschiedener Fassadenkonstruktionen) und die allgemeinen Wohnverhältnisse damit wesentlich verschlechtern und so gut wie nie nachhaltige Energie-Einsparungen verursachen. Das Amtsgericht Lichtenberg ermöglichte dem Vermieter mit Urteil vom 17.6.03, Az. 6 C 116/03 obendrein, sich über die bisher geltende Kappungsgrenze von 200 Prozent der - falsch, da nach U-Wert berechneten - fiktiven Energieersparnis hinwegzusetzen und bei 0,29 Cent Ersparnis pro Quadratmeter und Jahr ganze 1,29 Euro pro Quadratmeter
"umzulegen". Gemäß oben schon ergänztem BGH-Urteil Az.: VIII ZR 149/03 darf die Mieterhöhung sogar höher sein, als die
Ersparnis des Mieters an Betriebskosten - und das gilt wohl für alle Dämm-Maßnahmen. So jedenfalls alle
meine als verantwortlicher Sachverständiger gem. ZVEnEV im Rahmen von EnEV-Befreiungen durchgeführten Wirtschaftlichkeitsberechnungen, bei denen die fiktive, gem. EnEV errechnete "Ersparniss" gem. Wärmebedarfsberechnung den damit verbundenen "Energiesparkosten" gegenübergestellt werden. Das öffnet diesen Betrugsmechanismen natürlich weiter Tor und Tür.
Und ausgerechnet die Bundesregierung bzw. ihre Einflüsterer in den Ministerien (teils durch bestens honorierte
Auftritte bei den Versammlungen einschlägiger Lobbyisten auffällig gewordene Ministerialen, ein Schelm, wer
Böses dabei denkt ...) behaupteten bei allen von den Lobbyisten / Ökoprofiteuren erst hereingereichten und
dann bejubelten Gesetzesvorlagen der Energieeinsparverordnung (und anderer Energiespargesetze) und deren
Dauer-Novellierung und Dauer-Verschärfung in immer kürzer werdendem Rhythmus, daß die damit erzielbaren
Einsparungen die nur angeblichen Energiespar-Investionen schnell wieder hereinspielen würden. Grundlage dieser abenteuerlichen Schwindeleien: Gutachten einschlägiger "Energiegutachter".
Ja, gegen unser Steuergeld bekommt man hierzulande eben alles geboten, was man bestellt. Nur Bundestagsabgeordnete
fallen auf solchen Schwindel herein, und wir wissen auch, warum. Daß der regierungsamtliche Papierdreck übelst
getürkt ist, wissen alle MdBs geradezu selbstverständlich, denn die sind ja Politprofis und - entgegen mancher
voreiliger Einschätzung - doch nicht ganz so blöd, wie es sich Politkritiker vorstellen. Daß aber nichts die eigene
Karriere - manche erzählen mir auch, das eigene Leben - schneller beenden könnte, als ein Ausscheren aus der von
gaaaanz oben vorgegebenen Politik, allerdings auch ...
Was macht nun der raffinierte Vermieter nach der Dämmung? Abgerechnet wird im nächsten Jahr freilich wieder nach dem tatsächlichen Heizkostenverbrauch. Da dieser nun wg. Preis- und Klimaunterschieden schwankt (bzw.
wegen der zuallermeist begleitend vorgenommen Verbesserungen der Heizung tatsächlich sinkt), kann der Mieter
mangels statistisch verwertbarem Datenmaterial die Sinnlosigkeit des Dämmens nicht so leicht belegen. Die meisten
Schwachverständigen - da mangels eigenem wirklich belastbaren Fachwissen auf Treue zu den von der Dämmindustrie
selbst organisierten Normfalschberechnungen geeicht - werden nun irgendeine "Ersparnis durch Dämmung" herbeirechnen.
Damit hat der Mieter verloren, denn unsere Gerichte sind wiederum - mangels eigener Sachkenntnis - wiederum auf
Schwachverständigengutachten geeicht (die Skandalgutachten im Mollath-Fall haben das ja wieder mal eindrucksvollst
erwiesen). Daß der noch ungedämmte Nachbarwohnblock die gleichen oder sogar geringere Heizkosten als der inzwischen
gedämmte bezahlt, weiß der Mieter nicht, kann es dank Geheimhaltung ("Datenschutz") des Eigentümers nicht wissen
und weder Schwachverständige noch Gerichte wollen das wissen. So zahlt er die Zeche. Aus den Wobaus wird mehr
und mehr bekannt, daß sie - genau wie die Fehrenberg'schen Belege - bisher keine
nennenswerte dämmbedingte Heizkostenverminderung nachweisen konnten und deswegen auch keinem Mieter nur irgend eine dämmbedingte Ersparnis ausbezahlt haben. Die Abrechnungsdaten rücken die Vermieter allerdings nicht gerne heraus (Tipp: Hausmeister mit ner Flasch Bier fragen!), liefern sie doch eindeutiges Material für die
Regreßforderung der dämmbedingt abgezockten Mieter. Außerdem will der Dämmberater auf Vermieterseite seine
Provision nicht gerne riskieren.
Im Bereich der Wohnungseigentum-Miteigentümer-Gebäude setzt nun ein überall zu beobachtender Abzockmechanismus ein: Der (an den Ausgaben der Miteigentümer gem. bekannt gewordenen Fällen sogar hin und wieder
in untreuer Art und Weise partizipierende?) Wohnungsverwalter holt seinen Planerliebling zur Seite, ein
Dämmstoffproduzent, evtl. auch eine Haustechnikfirma liefert dem Planer manipulativ auf ihre Produkte zugeschnittene Planungsunterlagen "umsonst" (Weihnachtskuvert inkl.?), ebenso die für die Überredung der vertrauensseligen
Eigentümergemeinschaft "bewährten" Verkaufsargumente in Form von undurchsichtigen bzw. auf Utopien beruhenden
Grafiken, Tabellen, Broschüern, Vortragsunterlagen usw. Ergebnis: Die verängstigte bzw. tatsächlich überredete
Eigentümergemeinschaft stimmt einer Maßnahme zu, die sich oft nicht mit ein paar hundertausenden Euros begnügt,
sondern gerne auch in die Millionen geht. Bei wirtschaftlich vertretbaren Kosten - selbst unter Ansatz der
lediglich fiktiv von der Verwaltung und dem Planer in brüderlicher Interessensgemeinschaft vorgespiegelten
Ersparnispotentialen in einer Kosten-Nutzen-Analyse / Wirtschaftlichkeitsberechnung nach kaufmännischen
Gesichtspunkten und Standards - die weitaus (80 Prozent sind da keine Seltenheit!) geringer als die geforderte
Investition sind. Üble Tricks wie unrealistische Energiepreissteigerungen oder falsche Rechenansätze,
Verheimlichung der meist sehr viel niedrigeren Heizkosten als von dem Energieberater und seiner Software berechnet,
befördern nun das Einlullen bei kritischen Nachfragen der zu schröpfenden Energiesparopfer. Nicht nur geradezu
irrsinnige Wärmedämm-Maßnahmen werden so unter plumpester Vorspiegelung falschester "Tatsachen" wie "schlechte
Bausubstanz", "Mauerwerk mit schlechtem U-Wert" usw. in den Markt gezwungen, auch die nach meinen Erfahrungen
zumindest dümmsten, unwirtschaftlichsten, betreuungsintensivsten und trotzdem
störungsanfälligsten aller Heizsysteme auf der Grundlage von Holzhackschnitzel oder
Holzpellets oder irgendwelcher Solarhumbug (vgl. Linkinfo) müssen meist bestens funktionierende klassische
Öl-Heizungen oder Gasheizungen ersetzen. Alles steigert die Baukosten und Planerhonorare, die Verwaltereinkünfte
und Industrieumsätze ins Unermeßliche. Seit der Treuhand(!)-enteignungswelle des mitteldeutschen Grundbesitzes gab
es wohl keinen größeren staatlich unterstützten Raubzug am Eigentum mehr. Wobei ausweislich der gesponsorten
Artikel in Eigentum-Vertreter-Organisations-Zeitungen und - da SPD-gesteuert - auch die Mieterorganisationen selbst
diese die Interessen ihrer vertrauensseligen Mitglieder schmählich an die Ökoprofiteure verraten. Käuflichkeit eben
überall, nicht nur in der großen Politik. Ausnahme: Die Schutzgemeinschaft für Wohnungseigentümer und Mieter
Hausgeld-Vergleich e.V.. Und hier noch etwas detaillierende Info
zur Mietermisere:
Rein rechtlich betrachtet kommen bei der Umsetzung des Energiesparschwindels auf Kosten der Miteigentümer möglicherweise
mehrere Straftatbestände zusammen. Betrug ist nur einer davon. Hier nun der anonymisierte Auszug aus einem meiner aktuellen Gutachten für die Beschlußanfechtung eines Miteigentümers einer WEG, die durch Wohnungsverwaltung und Planer in der beschriebenen Art und Weise zu einer "umfassenden energetischen Sanierung" ihres Bauwerks gedrängt wurde:
RAe ... Hochstadt, 15.01.2008
Auftraggeber, Adresse / WEG ... wegen Beschlussanfechtung Gutachterliche Stellungnahme zur Fassadensanierung
Anlage: Dirk Meyer: Die Energieeinsparverordnung (EnEV) � eine ordnungspolitische Analyse
1. Auftraggeber: ...
2. Anlaß der Gutachterlichen Stellungnahme
Die Gutachterliche Stellungnahme soll als Argumentationsstütze für die Beschlußanfechtung gegen die Fassadensanierung der ...straße in ... mit einem Wärmedämmverbundsystem Verwendung finden. Insbesonders wird zu den konstruktiven Folgen und der Wirtschaftlichkeit der inzwischen veranlaßten Fassadendämmung Stellung genommen.
Das Anwesen ...straße in ... ist ein aus Stahlbetonskelettbauweise errichtetes Hochhaus mit acht Stockwerken und 32 Wohnappartements. Es wurde ca. 1965 errichtet.
4. Baukonstruktion und Zustandsbewertung Fassade
Die Stahlbetonkonstruktion ist ab dem 1. OG mit Eternitplatten auf Heraklithplatten verkleidet. Nach Auskunft des Auftraggebers und ausweislich der vorliegenden Kostenermittlung nach DIN 276 der Architekten ... vom 19.07.2007, der Beschlußvorlagen der ... Immobilienverwaltung und Betreuung vom 15.08.2007 sowie der Ausarbeitung des Ingenieurbüros ... zur "Nachrüstung einer Wärmedämmung" vom 14.12.2007 gibt es an der Fassadenkonstruktion außer marginalen Mängeln keine wesentlichen konstruktiven und
maßnahmenauslösenden Beeinträchtigungen. Insofern ist auf Grundlage der vorliegenden Erkenntnisse davon auszugehen, daß die Fassadenbauteile mit
geringfügigen Instandhaltungsmaßnahmen in einen auch künftig gebrauchsfähigen und konstruktiv
zuverlässigen Zustand zu versetzen gewesen wären.
Die ggf. zu beanstandenden Undichtheiten des Fensterbestands hätten dabei mit einfachen Nachdichtungsmaßnahmen
beseitigt werden können und hätten keinen Austausch erfordert. Dabei ist allerdings auch das nach Fensterabdichtung
deutlich gestiegene und aus einer Unzahl von Schimmelprozessen auch dem Gericht voraussichtlich bekannten Risiko zur Schimmelpilzbildung in den
Wohnungen zu berücksichtigen.
5. "Wärmedämmung" der Fassaden
5.1 Geplante Maßnahmen Laut Planung des Architekturbüros ... sollen die Fassaden nach Abnahme der Eternitverkleidung auf den Heraklithplatten mit 14 cm dicken Polystyrol-Hartschaumplatten (voraussichtlich ..., System ...) beschichtet werden,
darauf ein in Spachtelkleber eingebettetes Armierungsgewebe als Bewehrung gegen Temperaturspannungen (Temperaturdehnzahl a Polystyrol: 8 mm/m x 100 K, dagegen Stahlbeton: 1,2 mm/m x 100 K). Als Deckschicht des damit
entstehenden sogenannten Wärmedämmverbundsystems WDVS ist ein Oberputz, gestrichen voraussichtlich mit algizid ausgerüstetem ...-Anstrich vorgesehen. Der originale Fensterbestand soll gegen dichtschließende Kunststoffenster ausgetauscht werden.
Inwieweit der erhebliche Gestaltwechsel durch die geplanten Beschichtungsmaßnahmen bei sachgerechter
Würdigung der gestalterischen Belange hinnehmbar wäre, unterliegt nicht der Beurteilung des Unterzeichners.
5.2 Beurteilung der Polystyrolbeschichtung in baukonstruktiver Hinsicht
Das Wärmedämmverbundsystem mit Graphiteinbettung zur Verminderung der Fassadendurchdringung mit Wärmestrahlung versehenen Polystyrolplatten an der Fassade ist ein Leichtbausystem mit sehr geringer Speicherkapazität. Der Strahlungsausgleich mit dem kalten Nachthimmel führt im Unterschied zu einer speicherfähigen Fassadenoberfläche zur schnellen Abgabe der tagsüber durch diffuse und direkte Solarstrahlung aufgenommenen Wärmezufuhr. Während Massivoberflächen auch bei längeren Frostperioden so gut wie nie unter die Außenlufttemperatur absinken, bilden sich auf den Oberflächen von Isolierschichten zeitweise Befrostungen durch auffrierende Kondensataufnahme.
Abbildung: Vereiste und veralgte WDVS-Beschichtung am 23.12.06
Die damit verbundene Temperaturabsenkung der Oberfläche unter die Temperatur der abkühlenden Nachtluft begünstigt die Kondensataufnahme im Beschichtungssystem. Dabei dringt Feuchtluft hinter die diffusionsoffene Beschichtung ein und kondensiert im kühleren Innenbereich des Beschichtungssystems aus.
Eine weitere künftige Befeuchtung der Dämmstofffassade steht im Zusammenhang mit der
erwähnten großen Temperaturdehnung des Dämmstoffsystems. Während der Untergrund – Stahlbeton
eine Wärmedehnzahl a von ca. 1,0 -1,2 mm/m 100K aufweist, hat der verwendete Baustoff Polystyrol einen Wert von ca. 5-7 mm/m 100K (vgl. www.lrz-muenchen.de/~volland/vhb/einblicke/dmstoff.pdf), der darauf aufzubringende Putz ca. 1,1 - 1,2 mm/m 100 K. Die erheblichen Temperaturdehnungen des Systems führen nach einiger Zeit - trotz der konstruktiven Gegenmaßnahmen (Armierung) - zwangsläufig trotz eingebetteter Armierung im Deckputz zur
gravierenden Rißbildung und Schichtablösungen im System. Die sich in der Oberschicht bildenden Risse wirken
kapillaraktiv und saugen Regenwasser ein.
Da das Beschichtungssystem keine nennenswerte Kapillartrocknung zuläßt, ist durch die Neigung zur Kondensataufnahme
und längerfristig unabänderliche Rißbildung an der Oberfläche ein erhebliches Risiko der Auffeuchtung bzw.
Hinterfeuchtung des Systems mit nachfolgender Frostsprengung und Schichtablösung verbunden. Um das damit verbundene Risiko des Pilz- und Algenbefalls zu vermindern, werden den synthetisch und damit trocknungsblockierend
ausgerüsteten Anstrichen toxische Algizide und Fungizide (XY nach vorliegender Herstellerangabe vom 19.07.2007: Mischung
aus Carbendazim, Terbutryn und Octylisothiazolinon) beigemischt, die nach Abbau der zunächst wasserabweisenden
Hydrophobiewirkmittel bei Beregnung auswaschbar sind, damit über längere Dauer in ihrer Abwehrwirkung nachlassen
und obendrein auch eine Umweltgefährdung auslösen können.
Zur diesbezüglichen Risikoanalyse ist dem Sicherheitsdatenblatt des Herstellers YZ zu entnehmen: „Schädlich für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen
Die Vorsatzschale blockiert wesentliche Anteile der Solarzustrahlung in die dahinter liegende Massivwand. Durch die Graphiteinbettung im Dämmstoff wird die Aufnahme der auch in der Heizperiode täglich kostenlos Wärmeenergie in die Fassade
einstrahlenden Solarstrahlung weiter abgemindert. Die damit verbundene Abkühlung der Massivwand hinter dem WDVS vor allem in der
Winterperiode ist zu erwarten und kann erhöhten Zuheizbedarf von innen her erforderlich machen.
Als Ergebnis kann das gesamte Fassadensystems von außen her kondensationsbedingt auffeuchten. Damit verbunden ist eine
Gefährdung der Betonarmierung durch Aufrostung. Da die raumumschließenden Fassadenkonstruktionen weniger
Solarwärme aufnehmen, kühlen diese mehr ab, was zu erhöhten Heizkosten führen kann. Eine allmähliche Auffeuchtung des gesamten Fassadensystems mit folgendem Schimmelpilzrisiko in den Innenräumen ist auch im
Zusammenhang mit dem geplanten Einbau der neuen dichtschließenden Kunststofffenster nicht
auszuschließen. Richtigerweise geht der Hausverwalter in der o.g. Beschlußvorlage von periodisch („Laufzeit von
15 Jahren“) wiederkehrenden Sanierungskosten aus, die er allerdings lediglich auf die Kosten für einen Neuanstrich
„von ca. 50.000 bis 60.000 EUR“ beschränkt.
Insgesamt sind durch Beschichtungen mit Isolierstoffen von außen nachteilige Folgen für das Fassadensystem, den
Heizenergieverbrauch und die Wohngesundheit bei längerfristiger Betrachtung nicht auszuschließen.
Über die Fragwürdigkeit der angeblichen Energieeinsparungen durch den Einbau sogenannter
Wärmedämmverbundsystem an der Fassade vgl. auch Dirk Meyer: „Die Energieeinsparverordnung (EnEV) – eine
ordnungspolitische Analyse“, Universität der Bundeswehr Hamburg, Fächergruppe Volkswirtschaftslehre,
Diskussionspapier Nr. 14, Juli 2003, insbesondere Seite 6 ff: „breite Diskrepanz zwischen den theoretischen Berechnungen
des Energiebedarfs und den effektiv gemessenen Energieverbräuchen“.
Schimmelbefallene Mineralwollmatten in einem Dachgeschoß (aus Beratungsprojekt)
5.3 Beurteilung der Polystyrolbeschichtung in energetischer Hinsicht
Nach gängiger Betrachtungsweise soll ein Wärmedämmsystem zu geringeren Heizkosten führen. Dies
steht aber im Widerspruch zu den nachfolgend aufgeführten Fakten.
5.3.2 Der U-Wert / Wärmedurchlaßwiderstand als Hyperbelfunktion
Der U-Wert ist eine Hyperbelfunktion und errechnet sich: U = 1: 1/a
i + 1/L + 1/a a (W/m²K)
Dämmstoffstärke	U-Wert in (W/m²K)	Verbesserung um
5 cm 0,8
10 cm 0,4 50%
20 cm 0,2 50%
Eine Verdoppelung des Aufwands halbiert folglich den Effekt, mit steigender Dämmstoffdicke nimmt die Effizienz
Als Grafik zeigt sich das folgendermaßen, der angegebene k-Wert ist identisch mit dem heute gültigen U-Wert:
Die Hyperbelfunktion des U-Werts. Die Effizienzgrenze liegt bei ca. 6-8 cm Dämmstoffstärke (Quelle: Prof. Dr.-Ing. habil. Claus Meier, Richtig bauen, Bauphysik im Zwielicht � Probleme und Lösungen, 4. Auflage, expert verlag 2007).
Als Folge lassen sich höhere Dämmstoffstärken wie im gegebenen Fall mit 14 cm nicht unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten realisieren.
Dabei bleibt der Speichereffekt gegenüber solarer Zustrahlung unberücksichtigt. Die Energiezufuhr aus
Solar- und Umgebungsstrahlung führt besonders in der Übergangszeit im Frühjahr und Herbst zu Energiespareffekten.
Das Normverfahren benachteiligt folglich die Massivbaustoffe zugunsten der Dämmstoffe. Mit dem baupraktischen Verbrauch von Wärmeenergie für die Raumheizung hat dieses Verfahren nur bedingt zu tun.
Dies wird auch an einem Forschungsergebnis des Instituts für Bauphysik des Fraunhofer-Gesellschaft in Holzkirchen deutlich. Gemessen wurde die erforderliche Heizleistung für Räume mit unterschiedlichen k- bzw. U-Werten der Außenwände während einer Meßperiode 25 Tage im Januar 1983 bei einer durchschnittlichen
Außentemperatur von 2,5 °C (Datenquelle: Fraunhofer Institut für Bauphysik, Untersuchungsbericht zu Energiebedarf versch. witterungsexponierter Außenwandkonstruktionen von Versuchsbauten
während Winterperiode, Außenstelle Holzkirchen, 1983). Der Raum mit schlechtem k-/U-Wert verbraucht entsprechend dem Meßergebnis für die Heizperiode die geringste Heizenergie
für die gleiche Raumtemperatur:
Daß das Verhalten von realen Baustoffen unter den Bedingungen der Praxis mit den genormten Berechnungsformeln auf Grundlage der U-Werte nicht übereinstimmt, hat eine neuere Untersuchung der Bundesforschungsanstalt für
Landwirtschaft FAL, Inst. für Betriebstechnik und Bauforschung unter Prof. Dr.-Ing. habil. Franz-Josef Bockisch über eine gesamte Jahresdauer an einem Versuchsbau erwiesen. Hier ein Ergebnis der Messung im August:
Rot (Linienkurve) die Messwerte, blau (strichliert) die Norm-Rechenwerte (Quelle: FAL, Dipl.-Ing. Karl-Wilhelm Haake)
Die Unterkühlung der äußeren Innenwand gegenüber den Außenschichten und die damit gegebene Kondensationsanfälligkeit durch Feuchteaufnahme aus der Außenluft wird hier deutlich.
Ebenfalls als Ergebnis der FAL-Forschung hier ein Auszug aus der Februar-Kurve mit Darstellung der
Temperaturverläufe an den verschiedenen gemessenen Fassadenrichtungen. Deutlich werden die erheblichen Temperaturen an den Fassadenoberflächen (Ziegel), die bei entsprechenden Speichereffekten eine Abkühlung unter die Nachtlufttemperatur und damit die Kondensataufnahme verhindern (Blau:
Lufttemperatur gem. Station Deutscher Wetterdienst auf Versuchsgelände):
Die vergeblichen Dämmversuche an Großbauten hat bisher Prof. Jens Fehrenberg, FH Hildesheim, an verschiedenen langjährigen Vergleichen des Energieverbrauchs von Hannoverschen Großbauten. Außerdem ist am Energieverlust von Bauwerken die Außenwand nur mit 10-20 % (nach CO2ONLINE 12 Prozent) beteiligt, sodaß hier
vorgenommene Verbesserungen nur marginalen Effekt auf den Gesamtenergieverbrauch haben können. Siehe hierzu den Beitrag von Prof. Fehrenberg in: Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz DNfD (Hrsg.): "Energieeinsparung bei Baudenkmälern", Dokumentation der Tagung des DNfD am 19.3.02 in Bonn, Band 67.
Mit der folgenden Grafik belegt Prof. Fehrenberg die Beeinflussung des Energieverbrauchs an drei Großbauten
in Hannover lediglich durch die jeweils unterschiedliche Durchschnittstemperatur der Heizperiode. Die durchgeführten
Wärmedämmmaßnahmen mit WDVS (Eintrag "San.") haben demnach keinen bemerkenswerten Einfluß
auf den Heizverbrauch:
Auch die Untersuchungen von Wichmann / Varsek am Julius-Knecht-Gymnasium in Bruchsal belegen die tatsächlichen Verhältnisse bei der Energieaufnahme einer Massivwand im Winterfall (Februar). Demnach ergeben sich an der solar
bestrahlten Massivoberfläche Temperaturen bis 30 Grad bei einer Außenlufttemperatur von ca. 8 Grad. Durch die nächtliche Wärmeabgabe sinkt die Temperatur der Massivwand wieder ab, bleibt aber immer wärmer als die Außenlufttemperatur und dadurch kondensatfrei.
Die folgende Abbildung zeigt das Meßergebnis:
Bildquelle: Rationeller Bauen, Februar 1983
5.3.4 Wirtschaftlichkeit einer Zusatzdämmung der Fassade
Eine Recherche bei dem Auftraggeber nach den letzten Jahresverbräuchen der Heizung dient als Grundlage einer
wirtschaftlichen Bewertung der geplanten Energiesparmaßnahmen durch Fensteraustausch und Zusatzdämmung. Damit kann der
künftige Heizenergieverbrauch des Bauwerks und das rechnerisch anzusetzende Einsparpotential für eine
Wirtschaftlichkeitsberechnung eingeschätzt werden. Bei dem durchschnittlich ermittelten Jahresverbrauch (2003, 2005, 2006) von durchaus vertretbaren und im vergleichsweise günstigen
Bereich liegenden 14,03 Litern Heizöl / qm a ergeben sich bei den 2.955,20 qm beheizte Nutzfläche des Bauwerks (Angaben
Techem) und einem aktuellen Heizölpreis von ca. 0,7 EUR/Liter Jahreskosten von durchschnittlich 29.019,90 EUR. Unterstellt man durch die geplanten Energiesparmaßnahmen ein Einsparpotential von (unrealistischen, s.o.) 54 Prozent, basierend auf
dem von Dipl.-Ing. ... ermittelten künftigen Jahresheizwärmebedarf von 192.296 kWh/a und damit 6,51 Liter
Heizöl /qm a, ergibt dies eine jährliche Ersparnis von 15.558,90 EUR. Abb.: Heizölpreis inkl. MWST am 15.01.2008 in ... gem. www.fastenergy.de/
Damit ergibt sich bei günstigsten Bedingungen mit einem üblichen Mehrkosten-Nutzen-Verhältnis MNV von 12 ein
Investitionskostenlimit für die anstehenden Energiesparmaßnahmen von maximal 186.706,80 EUR. Die geplanten Wärmedämmmaßnahmen mit Gesamtkosten (anteilig aus KG 3 + 7 gem. Kostenermittlung ..., ohne Fassadengerüst) von ca. 250.000 EUR sind damit selbst bei unrealistisch angesetzten Energieersparnissen extrem
unrentierlich. Dabei ist auch zu berücksichtigen, daß Dipl.-Ing. ... den aktuellen Jahresheizwärmebedarf mit 296.751 kWh/a vor Dämmung deutlich niedriger als den tatsächlichen Verbrauch mit durchschnittlich ca. 414.570 kWh/a ansetzt und damit im Vergleich zu seiner Prognose nach Dämmung lediglich ein
Ersparnispotential von ca. 35 Prozent ausweist.
Die gravierende Unwirtschaftlichkeit derartiger Dämmmaßnahmen entspricht auch meinen diesbezüglich umfangreichen Erfahrungen als Sachverständiger gem. ZVEnEV bei der Bescheinigung von Befreiungen gem. EnEV §
17 mit entsprechender Wirtschaftlichkeitsberechnung auch nach den Berechnungswerten der EnEV - Wärmebedarfsberechnung. Die gegebene gravierende Unwirtschaftlichkeit der geplanten und inzwischen ausgeführten Dämmmaßnahme kann
ausweislich der Angaben Dipl.-Ing. ... auch mangels Inanspruchnahme von begünstigten KfW-Krediten entsprechend
dem CO2-Sanierungsprogramm nicht gemildert werden. Fazit: Nach den hier aufgeführten Belegen gibt es so gut wie keine nennenswerten Energieersparnis durch U-Wert-optimierte
Dämmbeschichtungen auf Massivfassaden. Bei Betrachtung der Kostensituation sind die geplanten Energiesparinvestitionen deswegen extrem unrentierlich. Die periodisch wiederkehrenden Instandhaltungen – bei der Berechnung zunächst unberücksichtigt - verschlechtern noch das Ergebnis.
Für die Wohnungseigentümergemeinschaft stellen die Dämmmaßnahmen deswegen eine „unzumutbare
Härte“ im Sinne der Energieeinsparverordnung dar und hätten eigentlich eine diesbezügliche Befreiung von
zusätzlichen Dämmanforderungen begründet.
Da es sich bei den zur Verwendung kommenden Dämmstoffen um zwar schwer entflammbare, aber dennoch bei Erreichung der Zündtemperatur durch äußere Einflüsse brennbare Baustoffe handelt, ist mit deren Einsatz auch ein erhöhtes Brandrisiko verbunden. Auch der applizierte Fassadenanstrich ist nach Auskunft des Sicherheitsdatenblattes brennbar und erhöht damit das Brandrisiko.
Ein Beispiel eines WDVS-Brands aus "Schadensbilder aktuell" der Bayer. Brandversicherungskammer mag das verdeutlichen, auch aus Berlin sind inzwischen solche Brandschadensfälle bekanntgeworden:
Die hier gegebene Gutachterliche Stellungnahme ist nach bestem Wissen erfolgt und beruht auf meinen praktischen Projekterfahrungen in der
Altbausanierung im gesamten Bundesgebiet seit 1979 sowie auf der Heranziehung von einschlägigen Projekt- und
Forschungsdokumentationen sowie Informationen auf den angegebenen Webseiten.
Die Stellungnahme folgt den bewährten Methoden und nicht unbedingt den industrieseitig beeinflußten (vgl. sog.
Meersburg-Urteil vom 22.05.1987 Bundesverwaltungsgericht, Aktenzeichen 4C 33-35/83 NJW Neue juristische Wochenschrift, Jg. 1987, Heft 45) und für die Altbausanierung nicht immer zutreffenden DIN-Normen sowie sonstigen industriebeeinflußten sog. „Regeln der Technik.“
Zum Themenkomplex insgesamt empfehle ich ergänzend meine Infoseiten auf www.konrad-fischer-info.de/213baust.htm,
.../7fehrtab.htm, und .../7waefe.htm jeweils mit Folgeseiten.
Für weitere Erläuterungen des Gutachteninhalts stehe ich gerne zur Verfügung. Aufgestellt Dipl.-Ing. Konrad Fischer, Architekt BYAK
verantw. Sachverständiger gem. ZVEnEV
Wie sollte man überhaupt mit alten asbesthaltigen Fassadenverkleidungen / Asbestzementplatten / Zement-Asbestfaserplatten /
asbesthaltigen Kunstschieferplatten / Asbestfassadenplatten / Asbestschiefer / Asbestkunstschiefer / Asbestzement-Kunstschiefer /
Wellzementdachplatten / Asbestschieferplatten / Asbestzementschiefer / Zementasbestplatten /
Asbestzementwellplatten / Wellzementasbestplatten / Wellasbestplatten / Wellplatten (bekannt u.a. als asbesthaltige Eternitplatten /
Eternitschiefer / Eternitschindeln / Welleternit / Sokalit-Platten) an Dach und Fassade umgehen,
mal angenommen, dieses sind noch stabil verankert und technisch brauchbar? Muß man diese immer aufwendigst abbauen, entsorgen und erneuern - wieder mit einer hinterlüfteten Vorhangfassade/Plattenverkleidung/ neuen Dachdeckung oder gleich mit noch wesentlich teurerem WDVS bzw. Aufsparren-Dämmsystem?
Selbstverständlich! sagen die daran verdienenden Baustoffproduzenten, sagen die daran verdienenden Baufirmen, sagen die dabei unsäglich kräftiger abkassierenden Planer und auch die Hausverwaltung / Immobilienverwaltung und reiben sich dabei hinter Ihrem Rücken kräftig die Hände. Und ziehen allerlei Angstargumente aus der Tasche, von
Asbestrisikenblabla über Entsorgungsgemunkel bis zum widerwärtigsten Energieberatungsschmonz. Eben die ganze Litanei der
geldgierigen Ökoreligion.
Keinesfalls! sagt der sparsame und ressourcenschonendste Bauherr und auch sein als wahrer Treuhänder agierender Architekt und Energieberater. Denn es gibt wesentlich energiesparendere, umweltfreundlichere (Ätsch!) und wirtschaftlichere Methoden, ein derartiges Altsystem kostengünstig und ohne technische Nachteile einwandfrei instandzusetzen - wenn man denn keinesfalls den Mut zur gealterten Oberfläche als sinnstiftende Merkmal der Alterwürdigkeit aufbringt (vgl. Denkmalideologie). Und nicht mal ein Sanierungsgebot im baurechtlichen Sinne gibt es bei
den gut gebundenen Asbestzementprodukten wie Dach- udn Fassadenplatten:
"Stellungnahme DIBT zu Asbestzement � Im Vergleich zu den schwach gebundenen Asbestprodukten setzen Asbestzementprodukte für Dachdeckungen und Fassadenbekleidungen nur relativ geringe Fasermengen frei. Nach heutiger Auffassung gehen von diesen genormten und allgemein bauaufsichtlich zugelassenen Asbestzementprodukten im eingebauten Zustand keine konkreten Gesundheitsgefahren im Sinne der Landesbauordnungen aus, wenn die Produkte bestimmungsgemäß hergestellt, verarbeitet und verwendet worden sind. � Somit ist ein generelles bauaufsichtliches Sanierungsgebot � vergleichbar dem für schwach gebundene Asbestprodukte � n i c h t erforderlich Es besteht also baurechtlich kein Sanierungsgebot." (Quelle: Dr.-Ing. Johannes Michatz: Sachgerechter Umgang mit
Asbestzementprodukten" (PDF)
Und wie einfach das Instandsetzen dann ist, kaum zu glauben, aber wahr: Erst mal einrüsten mit abgeplantem Fassadengerüst bzw. Dachdeckergerüst mit Dachfang. Dann lose Partikel
und Schmutz an der Plattenoberfläche mit geschlossenem Sprüh-Saug-System ("Asbest-Krake") abreinigen. Dabei bitte Betriebe einsetzen, die für die Sanierung asbesthaltiger Fassaden auch die dafür notwendige Sachkunde nach den TRGS 519
(Technische Regeln für Gefahrstoffe, TRGS 519 - Asbest Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten) nachweisen können. Vgl. auch diese TRGS 519-Info
der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Danach evtl. eine pilzabwehrende Grundierung zur Vermeidung einer Hinterwanderung der folgenden Grundierungen/Beschichtungen
mit Pilzen. Dies können alkalische oder toxische (werden vorzugsweise bei Wärmedämmverbundsystemen eingesetzt) Produkte sein.
Danach Grundieren zur Egalisierung der Saugfähigkeit der Platten. Und abschließend mit einem geeignetem Anstrichsystem dauerstabil beschichten. Bei der Verwendung von hochreflektierenden Anstrichsystemen wird die künftige
Beanspruchung der Plattenoberflächen durch thermische/hygrische Belastungen wesentlich vermindert. Kostet dafür etwas mehr.
Für ca. 18 bis 25 EUR/qm inkl. Gerüst und MWST (Stand 08/08) bekommt man so eine Perfektionierung der gealterten Oberfläche schon hin. Und das sind riesige Kostenvorteile gegenüber den von anderen "Beratern" empfohlenen Alternativen ab 100 EUR/qm aufwärts, die sich im Fall von WDVS trotz aller versprochenen Energiesparvorteile selbst am St. Nimmerleinstag
niemals amortisieren können. Und man braucht übrigens keine spezielle Asbest-Zulassung für die hier eingesetzten
Beschichtungsprodukte. Die Haftung und Gewährleistung für die Planung, Produkteignung und Ausführung folgen den üblichen Regelungen.
Tipp: Prüfen Sie rechtzeitig die Treuhänderschaft und den Sachverstand Ihrer "Berater", "Verwalter" und "Objektbetreuer",
bevor es für Ihren Geldbeutel zu spät ist! Alternative: Knirschen Sie mit den Zähnen, kneifen Sie den A ... zusammen
und zahlen Sie, bis ihre Schwarte kracht.
Noch eine Aktualisierung zum leidigen Thema rund um die perfiden Tricks der deutschen Hausverwaltungen und ihrer perversen Energieberater,
es schreibt ein vom Energieberatungsschwindel - anders kann man die zugrundeliegenden Sachverhalte wohl kaum charakterisieren - betroffener Wohnungseigentümer:
Von Preisen und Kosten oder das Abenteuer „Energetische Sanierung“!
Einführung Unsere Familie ist seit Mitte der achtziger Jahre Eigentümer von einigen kleinen Wohnungen in einer westdeutschen Großstadt. Die Wohneinheiten sind Teil eines über viele Wohnblöcke verteilten Ensembles, erbaut Ende der sechziger Jahre. Da die Stadt eine
große Universität und einige Fachhochschulen besitzt, waren unsere Wohnungen zur Vermietung an Studenten gedacht, die Erlöse daraus sollten die Einkünfte der Familie aufbessern - So weit, so gut.
Die Wohnanlage wird seit Jahren vom selben Verwalter verwaltet der – wie gesetzlich vorgeschrieben - durch einen Eigentümer-Beirat in seiner Arbeit unterstützt wird. Altersbedingt erforderte die Wohnanlage immer mal wieder
Reparatur- und Erneuerungmaßnahmen, die von uns Eigentümern befürwortet, regelmäßig durchgeführt und bezahlt wurden, darunter auch der Austausch der bis 2003 genutzten Ölzentralheizung durch eine kapitalintensive Fernwärmeheizung, die die Stadtwerke zur Energieeinsparung angeboten hatten. Heute "Kraftwärmekopplung" (KWK) genannt und in
den Medien vielfach bewundert. Angesichts der ständig steigenden Kosten für die Heizung mit Öl, wurde uns
Eigentümern ein Umstieg als sinnvoll schmackhaft gemacht, obwohl mit erheblichen finanziellen Belastungen verbunden. Heute, schon sechs Jahre nach der Umrüstung, liegt allerdings immer noch kein Vergleich vorher/nachher vor, sodass wir immer noch nicht sagen
können, ob sich diese Investition auch für die Eigentümer und Mieter rentierte und nicht nur für die Errichter und Stadtwerke.
Die Situation vor der „Energetischen Sanierung“!
Aufgrund des Alters der Wohnungen hatten wir aus eigener Initiative die langsam marode werdenden Fenstertüren ersetzt und durch neue,
nach den besten Regeln der Wärmedämmtechnik, ersetzt. Jede davon schlug mit rund 2000 € pro Wohnung zu Buche. Eine
Umlage der Investition auf die Mieter unterblieb, einerseits aus Gründen der Vermietbarkeit, andererseits, weil das Gesetz nur
den geringen "Modernisierungs-Anteil", den die verwendeten Verbundglasscheiben gegenüber der zuvor eingesetzten Einfachverglasung mehr
kosteten, zuließ. Nur dieser hätte umgelegt werden dürfen. Der buchhalterische Trennaufwand für diese
Kosten war uns dann doch zu hoch. Wenig später, im Jahr 2008, begann der Druck auf alle Eigentümer von Wohnimmobilien zuzunehmen, ihre Wohnungen
nunmehr „energetisch zu sanieren“. Dieser Euphemismus von „energetischer Sanierung“
umschreibt die Pflicht der Immobilieneigentümer zu einer maßlos teuren „Burkaisierung“ (FAS) ihrer
Gebäude, die die Regierung bzw. ihre Berater sich zum Schutze des Klimas ausgedacht hatten.
Dazu wurden mit der Begründung der Chimäre vom „Klimaschutz“ unzählige Gesetze erlassen, die bei jeder anstehenden Renovierung, innerhalb sehr enger Grenzen, verlangten, dass die Dächer und Fassaden „energetisch zu sanieren“ seien. Diese Forderung wurde durch die Bereitstellung von Kreditstützungsmassnahmen der KfW ein wenig versüßt, welche die Kreditaufnahme für die „energetische Sanierung“ etwas erleichterten und die Zinsen
dafür leicht absenkte. Kein Wunder, dass darob die Dämmwirtschaft begeistert die Champagnerkorken knallen ließ.
Die Verwaltung war ebenfalls von diesen Aussichten begeistert, vielleicht auch deshalb, weil sie sich tatkräftig in Szene
setzen und darauf bauen konnte, dass weniger kapitalkräftige Eigentümer diesem Schritt nicht folgen und - wie zuvor schon
geschehen - deren Wohnungen zum Schnäppchenpreis zu erwerben waren. Die „energetische Sanierung“
Auch der Beirat der Eigentümer fand die in den üppigsten Farben gemalten Sanierungsvorschläge hoch interessant, trotz der
Kenntnis eines dafür erforderlichen, aber ungünstigen Enegieberater-Gutachtens, das gleichwohl derartige Maßnahmen empfahl. So befürwortete er die Maßnahmen und schlug Mitte 2009 der Eigentümerversammlung die Annahme dieses Vorschlages
zur umfangreichen energetischen Sanierung vor. Die wurde von der Aussicht auf günstige Kredite völlig überrumpelt und
stimmte mehrheitlich zu, ohne zu erkennen, dass ihnen dabei das Fell über die Ohren gezogen wird. Wir enthielten uns der Stimme und führten im Vorfeld viele Gründe an, warum sich das Ganze nicht rechnet, ja sogar schädlich sein würde.
Insgesamt sollten knapp 3 Mio € investiert werden, zu tilgen über 12 Jahre nach Fertigstellung. Für uns erhöhten sich
die Investitions-Kosten pro Wohnung um etwa 60 Prozent. Eine teilweise Umlage (nur Modernisierungsanteil) auf die Mieter wäre zwar
rechtlich zulässig, aber am Markt kaum durchsetzbar. Mit anderen Worten, die Kosten würden allein an uns hängenbleiben, die Mieterlöse von den Nebenkosten aufgefressen. Die staatlich inszenierte kalte Enteignung wäre perfekt
Und so kam es. Obwohl den Eigentümern viel vom positiven Gutachten des Energieberaters zur Sanierung berichtet wurde, unterließ man es wohlweislich, es zur Einsicht und Gegenprüfung vorzulegen. Auf der Eigentümerversammlung 2009 wurde
gleichwohl der Beschluss, diese Maßnahme durchzuführen, mit Mehrheit gefasst .Unser Protest verhallte wirkungslos. Die Maßnahmen begannen dann zuerst an anderen Gebäuden Zug um Zug im Jahre 2010
Als unser Gebäude an die Reihe kommen sollte, verlangten wir Einsicht in das Gutachten. Doch erst auf mehrfache Anforderung legte
uns die Verwaltung im März 2011 das Energieberater-Gutachten vor, dass, so die Bezeichnung, „exemplarisch“ für eines der Mehrfamilienhäuser erstellt war. In einer Vorinformation wurde uns förmlich mitgeteilt (fett Hervorhebungen vom Unterzeichner): „...dass exemplarisch
für eines der Gebäude eine umfangreiche Wirtschaftlichkeitsberechnung vorgenommen wurde. („Energieberatungsbericht zur sparsamen Energieverwendung in Wohngebäuden vor Ort“). Diese hat ergeben, dass die geplanten (und mittlerweile
durchgeführten) Maßnahmen sich innerhalb der Lebensdauer der Bauteile sowohl statisch gesehen (ohne Berücksichtigung der Kapitalkosten und Energiepreissteigerungen) als auch dynamisch betrachtet (also inkl. Kapitalkosten und Preissteigerungen) amortisieren. Hieraus ergibt sich wohl eine gemäß den Anforderungen des § 25 der EnEV gesehene Wirtschaftlichkeit. Herauszustellen ist noch, dass die Wirtschaftlichkeitsberechnung gem. Vorgabe der BAFA, die diese Energieberatungsberichte subventioniert, die zusätzlichen Zuschüsse nicht mit einberechnet. Die Amortisierungsdauer verkürzt sich somit noch und es wird „noch wirtschaftlicher“, da wir ja Zuschüsse erhalten. Da die Gebäude gemäß der KfW-Vorgaben zur Erreichung des sog. „Energieeffizienzhaus 115“ auf den gleichen Wert hochgerechnet wurden ist somit davon auszugehen, dass auch Ihr Teilgebäude (...) die „Wirtschaftlichkeit“ i. S. dieses Paragraphen erreicht."
Die behauptete Wirtschaftlichkeit von „Maßnahmen, (die) sich innerhalb der Lebensdauer der Bauteile ... amortisieren“,
bestätigte sofort unseren Verdacht der absoluten Unwirtschaftlichkeit schon bei diesem „exemplarischen“
Gebäude, das übrigens in energetischer Hinsicht viel ungünstiger ist, als das mit unseren Wohnungen. Wir drangen
deshalb verstärkt auf Einsichtnahme des Energieberater-Gutachtens. Einen knappen Monat später erhielten wir es. Die Wirtschaftlichkeit wurde darin als Amortisationsdauer für die Fassade bzw. für ein Bündel von
Maßnahmen untersucht. Unter sehr günstigen Annahmen, errechneten sich zwischen 28 (dynamisch) und 44 Jahren (statisch). Die
für die Fenstererneuerung allein zwischen 40 (dynamisch) und 80 Jahren (statisch). In Summe wurde für ein
Maßnahmenpaket zur Umrüstung zum „KfW Effizienzhaus 115/2009“ wie zuvor angestrebt, eine
Amortisationsdauer zwischen 26 (dynamisch) und 41 Jahren (statisch) berechnet. Und die dazu im Gutachten ausgesprochen Empfehlung lautet wirklich: Empfehlung für diese Einzelmaßnahme: Wirtschaftlich gesehen ist diese Maßnahme für dieses Objekt empfehlenswert, da sie sich innerhalb der Lebensdauer der Materialien amortisiert und zu einer Energieeinsparung von 55% führt. Gut
für Finanzen und Umwelt! Das Gebäude wird wertvoller, sieht besser aus, Wohnen wird behaglicher.“
Und der Schluss- und Höhepunkt dieser Wirtschaftlichkeitsbetrachtung ist der Satz:
"Eine Kosteneinsparung ist insgesamt schwer zu erzielen. Allerdings tritt eine Wertsteigerung des Gebäudes ein. Grund für die
hohen Gesamtkosten ist der Fernwärmevertrag mit seinen relativ niedrigen Arbeitskosten und erhöhten Fixkosten. Ein Gebäude
mit schlechter energetischer Substanz wird belohnt, ein Gebäude mit guter energetischer Hülle dagegen nicht."
Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass die Überschrift von Preisen und Kosten handelt. Über die
Kosten wurde ausführlich berichtet. Die tragen allein die Eigentümer. Die Preise hingegen gingen an die Verwaltung.
Nämlich die „Goldmedaille im Wettbewerb "Umweltgerechte Modernisierung" mit über 11.000 m²
Wärmedämmverbundsystem und 1100 neuen Fenstern. Zusätzlich bekam sie eine Silbermedaille als
Immobilienverwalter des Jahres 2011, errungen für die gelungene Kreditbeschaffung zu diesem Wahnsinnsvorhaben.
Wir haben begonnen gegen diese kalte Enteignung zu klagen. Eine erste Anfechtungsklage wurde bereits abgelehnt.
Michael Limburg EIKE 16.1.11
Hier möchte ich meinen ungläubigen Lesern noch einen interessanten Fall aus meiner Energieberatung für Aufgeweckte vorführen:
Ein unscheinbares Wohnungsbauserie-(WBS-)70-Hochhaus
aus guter alter Ostzonenzeit, wie es fast überall herumsteht:
Der mickrige Wandaufbau mit systemtypischer "Dreischichtplatte" aus Betonfertigteilen: 15 cm Tragschicht, 5 cm auch noch 2008 ausweislich 2er Kernbohrungen (Angabe Besitzer) trockener Polystyroldämmung, 6 cm Wetterschutzschicht. Insgesamt also lediglich 21 cm massive Bauteile. Das kommt schon in die Nähe des historischen Skelettbaus/Riegelbaus: Das Fachwerkhaus. Perfekte Solarenergieabsorption durch die dunkle Wetterschutz-Waschbetonplatte,
deren körnige Oberfläche ncht nur besonders absorptionsfähig ist, sondern auch den konvektionsbedingten
Energieabtrag mindert. Die profilierte Oberfläche bremst nämlich aus strömungstechnischen Gesichtspunkten
die Geschwindigkeit des anblasenden Windes ab. Obendrein verringert das optimale Grundflächen-Fassadenflächen-Verhältnis (A/V-Verhältnis)
eines Hochhauses die Wärmabgabe je Qudratmeter. Daß ein optimal nach den Himmelsrichtungen ausgerichtetes, unverschattetes und ideal
befenstertes Hochhaus besonders viel Solarenergie einfangen kann, kommt ja noch dazu. Und der Gipfel der Ossi-Energiespartechnik:
Geheizt mit schönen DDR-Plattenheizkörpern einfachster und heiztechnisch bester Bauart, damit vorwiegend mit Wärmestrahlung beheizt und in der Nachwendezeit mit Raumluft-Thermostat RLT ergänzt:
Die Heizenergie der Bude kommt als Fernwärme daher. 10 kWh-Preis z.B. 2007: 0,65 EUR. Fensteraustausch war schon 1999, die Kellersockelwände wurden 2003 mit wenig Aufwand ca. 1,20 Meter hoch nachträglich gedämmt, die Warmwasserbereitung wurde 2007 von der Heizung abgekoppelt und auf neu eingebaute Durchlauferhitzer umgestellt. Was kann man nun machen, um den Energieverbrauch noch weiter zu senken? Die industriegesteuerten Energieberater kennen
da nur eins: Wärmedämmung bis zum Halskragen. Und zwar möglichst dicke Pakete synthetische Dämmfilze oder Isolierschäume diverser Provenienzen. Kosten 110 EUR je Quadratmeter plus, plus, alle Beiarbeiten inklusive. Da kommen schöne Beträge heraus für die ca. 4.000 qm Fassade (probieren Sie es doch einfach mal mit Kopfrechnen!).
Nach der bauphysikalisch nutzlosen Wärmebedarfsberechnung gem. DIN / EnEV braucht so ein dünn gebautes Büdli unwahrscheinlich viel Heizenergie und wird deswegen frech als Energieschleuder beschimpft.
1996: 11,16 Liter, 1997: Unterlagen nicht auffindbar, 1998: 8,91 Liter, 1999: 8,45 Liter, 2000: 7,35 Liter, 2001: 5,99 Liter, 2002: 6,36 Liter - ab diesem Jahr wird auch der angebaute Flachbau mit beheizt, 2003: 7,03 Liter, 2004: 6,64 Liter, 2005: 6,43 Liter, 2006: 6,19 Liter, ab 2007 ohne Warmwasserbereitung: 5,42 Liter. Das unterschreitet den Neubau-Niedrigenergiehaus-Standard. Und mindert die wirtschaftlich vertretbaren Energiesparinvestitionen ins Bodenlose. Wer da noch dämmt, ist selber schuld. Selbst der schon erfolgte Fensteraustausch
für 60.000 EUR bekommt aufgrund der damit (vielleicht!) erreichbaren Energiekostenersparnis eine Amortisationszeit
bis zum St. Nimmerleinstag. Alles, was zu tun bleibt, ist eine simple Optimierung des Heizungsbetriebs, um den immer noch gegebenen Konvektionsanteil und damit die Lüftungswärmeverluste noch etwas weiter abzusenken - doch das kost ja fast nix. Hier die Grafik des Jahresverbrauchs je Quadratmeter geheizter Fläche, deren zunächst steil abfallende
Verbrauchskurve selbstverständlich auch den lokalen Verlauf der Winterdurchschnittstemperaturen repräsentiert:
Da muß es einen schon wundern, daß nach einer 2008er Frühjahrs-Umfrage der Deutschen Energieagentur dena unter 3.500 Ausstellern von Energieausweisen sich über 52 Prozent der profi(t)mäßig verblödeten Hausbesitzern für den utopischen "Bedarfsausweis" entschieden haben. Bei so viel Einfalt auf der
Kundenseite nimmt es wiederum nicht Wunder, daß die befragten Energieberater zu 90 Prozent mit stärker gefüllten Auftragsbüchern rechnen, und über 50 Prozent meinen, daß durch ihren Ausweis der Modernisierungsmarkt belebt werde. Ja, da haben wir ihn wieder, den deutschen Energiesparer:
Weltmeister in der Disziplin "Mit dem Schinken nach der Wurst werfen" bzw. "Saving the Penny, losing the Pound". Demnächst in gesteigerter Form zusätzlich durch Erfüllung der nicht mehr zu steigernden Unwirtschaftlichkeit bei Maßnahmen gem. dem ab 1.1.2009 geltenden Erneuerbare-Energie-Wärmegesetz EEWärmeG / EEWG, wonach eine sog. Deckungsrate des Wärmeenergiebedarfs mit sog. "Erneuerbarer Energie" vorgeschrieben werden soll. Daß den betroffenen Bauherren durch die Ökoschwindler der EEWärmeG / EEWG
§ 9 ebenso wie der EnEV § 25 gewissenhaft verschwiegen und deswegen die pflichtgemäße Befreiung vom Geldvernichtungsunfug aus wirtschaftlichem Grund (Härtefallregelung) dem Auftraggeber vorenthalten wird, dürfte vorhersehbar sein. Die uninformierten Auftraggeber werden spätestens bei einem richtigen Kassenloch aufwachen - und dann blüht die Regreßindustrie ...
Besonders witzig wird es, wenn Sie (wie aus "unserer" Gruppe geschehen) bei Verbänden der Dämmstoffheinis
nach baupraktischen Belegen fragen, ob irgendwo nachgewiesen wäre, nur mit Dämmstoffverbau wirtschaftliche Heizkostenersparnisse gegenüber dem Vorzustand erreicht zu haben. Als Abrechnungszahlenwerk mit Vergleich vorher
und nachher. Probieren Sie selbst. Prognose: Erst wird getönt, es gäbe 1000e Belege, dann kommen Glanzpapiere
ohne Beweise, dann tönt es sinngemäß, Schmeißfliegen können nicht irren, wenn es um Ernährungsfragen geht bzw. viele verbaute Schäume und Gespinste wären Beleg genug. Das amüsiert. Auf diesem Niveau dümpelt ja unsere Gesetz- und Verordnungsgebung im angeblichen Ökobereich und entwickelt
raffinierte Meistbegünstigungsklauseln. Ein abgekartetes Spiel, in dem getürkte Gutachten das vorher Festgelegte festklopfen und als Weltrettung, nach denen so viele schreien, politisch verkäuflich hinnudeln. Wen wundert es eigentlich noch, wie unbeholfen unsere - tatsächlich nur in Teilen? - verhoyzerte Administration und Politik der milliardenschweren Krawattenmafia die verstunkenen Bälle zuspielen, Madoff/Mad Doof läßt grüßen?
Berechnete Ersparnis / Jahr EUR
Investitionslimit bei MNV
(Mehrkosten-Nutzen-Verhältnis) 12 (12 x Jahresersparnis) EUR
Überschuß / Fehlbetrag EUR
9.463,20
-5.556,80
-8.893,20
Fazit: Zumindest die gravierende Unwirtschaftlichkeit der Fassadendämmung und des Fensteraustauschs stimmt vollkommen überein mit allen meinen bisherigen Wirtschaftlichkeitsberechnungen als EnEV-Sachverständiger im Zusammenhang mit der Prüfung von Energieberatungsgutachten und Antragsverfahren gem. § 25 EnEV (Befreiung wg.
Unwirtschaftlichkeit der EnEV-Maßnahmen). Ein Hoch auf die Stiftung Warentest!
Weiter: Der Schwindel mit der Wärmedämmung -
Kapitel 8 - Reboundeffekt / Problemdiskussion Innendämmung / Innenisolierung
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