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Timestamp: 2019-10-18 20:25:44
Document Index: 156757219

Matched Legal Cases: ['§ 76', '§ 96', '§ 90', '§ 159', '§ 160', '§ 162', '§ 160', '§ 76', '§ 162', '§ 96', '§ 88', '§ 96', '§ 90', '§ 76', '§ 90', '§ 88', '§ 96', '§ 160', '§ 160', '§ 96', '§ 160', '§ 160', '§ 90', '§ 96', '§ 162', '§ 160', '§ 159', '§ 160', '§ 160']

Rechtsprechung: BFHE 145, 502 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BFH, 20.08.1986
https://dejure.org/1985,185
BFH, 13.03.1985 - I R 7/81 (https://dejure.org/1985,185)
BFH, Entscheidung vom 13.03.1985 - I R 7/81 (https://dejure.org/1985,185)
BFH, Entscheidung vom 13. März 1985 - I R 7/81 (https://dejure.org/1985,185)
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FGO § 76 Abs. 1 Sätze 2 bis 4, § 96 Abs. 1 Satz 1; AO 1977 § 90 Abs. 2, § 159 Abs. 1, § 160, § 162
Beweiserhebung durch Finanzgericht - Verweigerung der Auskunft - Geschäftsverkehr mit ausländischem Lieferanten
AO § 160 ; FGO § 76 Abs. 1 S. 1, 2
BB 1986, 658
BStBl II 1986, 318
BFH, 15.02.1989 - X R 16/86
Beweiswürdigung - Schätzung
b) Besonders deutlich wird die Mitverantwortung des Steuerpflichtigen in der Regelung des § 162 Abs. 2 Satz 1 AO 1977, die die Finanzbehörden (über § 96 Abs. 1 Satz 1 2. Halbsatz FGO auch die FG im finanzgerichtlichen Verfahren) bei Verletzung bestimmter Mitwirkungspflichten zur Schätzung verpflichtet und es ihnen somit erlaubt, sich mit einem geringeren Grad an Überzeugung zu begnügen, als dies in der Regel (nach § 88 AO 1977 bzw. nach § 96 Abs. 1 Satz 1 1. Halbsatz FGO) geboten ist (sog. Reduzierung des Beweismaßes; vgl. BFH-Urteil vom 13. März 1985 I R 7/81, BFHE 145, 502, BStBl II 1986, 318).
Die gleiche Erwägung liegt der gesetzlichen Sonderregelung für die Abgrenzung von Sachaufklärungs- und Mitwirkungspflichten in § 90 Abs. 2 AO 1977 zugrunde (mit Geltungsanordnung auch für das finanzgerichtliche Verfahren - § 76 Abs. 1 Satz 4 FGO): Sie ist die gesetzliche Konkretisierung eines allgemeinen Prinzips, demzufolge sich die Verantwortung für die Sachaufklärung im Abgabenrecht maßgeblich nach den Möglichkeiten der Einflußnahme auf die Sachverhaltsgestaltung und Sachverhaltsermittlung bestimmt (vgl. zum Gesichtspunkt der Beweisnähe in § 90 Abs. 2 AO 1977 u. a. die BFH-Urteile vom 20. Januar 1978 VI R 193/74, BFHE 124, 508, BStBl II 1978, 338; vom 14. Mai 1982 VI R 266/80, BFHE 139, 97, BStBl II 1982, 772; in BFHE 145, 502, BStBl II 1986, 318;… in BFHE 149, 375, BStBl II 1987, 487, sowie in BFH/NV 1986, 249).
Zur Vermeidung eines solchen Ergebnisses sind auch belastende Unterstellungen (…vgl. vor allem Ziemer/Haarmann/Lohse/Beermann, a. a. O., Tz. 3217 ff., m. w. N.) oder nachteilige Schlüsse im Rahmen der Beweiswürdigung gerechtfertigt (…vgl. z. B. Söhn, a. a. O., Tz. 89;… Tipke/Kruse, a. a. O., § 88 AO 1977 Tz. 9, § 96 FGO Tz. 8 und 10; vgl. zum Ergebnis auch BFH-Urteile vom 17. Juli 1968 I 121/64, BFHE 93, 1, BStBl II 1968, 695; vom 20. Mai 1969 II 25/61, BFHE 96, 129, BStBl II 1969, 550; vom 12. Juni 1969 V 12/65, BFHE 96, 13, BStBl II 1969, 531; vom 13. November 1969 IV R 22/67, BFHE 97, 409, BStBl II 1970, 189; in BFHE 118, 553, BStBl II 1976, 513, und in BFHE 145, 502, BStBl II 1986, 318).
§ 160 AO 1977 ist deshalb auch dann anwendbar, wenn Ausgaben aufgrund einer Schätzung anzunehmen sind (vgl. z. B. BFH-Urteile vom 5. Mai 1966 IV 37/64, BFHE 86, 339, BStBl III 1966, 518, und vom 13. März 1985 I R 7/81, BFHE 145, 502, BStBl II 1986, 318).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs gilt dies auch für Zahlungen, die den Wareneinkauf betreffen (BFH BStBl. II 1986, 318, 320).
Daraus ergibt sich nach allgemeiner Auffassung unter anderem, daß der Steuerpflichtige die von der Finanzbehörde verlangte Angabe des Gläubigers oder Empfängers sogar noch vor den Finanzgerichten nachholen kann (BFH BStBl. II 1986, 318, 320;… Klein/Rüsken aaO § 160 Rn. 31;… Tipke/Kruse aaO § 96 FGO Rn. 55).
Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs begründet der Einkauf von Waren, die von einer namentlich nicht bekannten Person geliefert wurden, den Verdacht auf Schwarzmarktgeschäfte und legt die Annahme nahe, daß die Nichtbenennung des Empfängers der Zahlungen diesem die Nichtversteuerung seiner Gewinne sichern soll (vgl. BFH BStBl. II 1986, 318, 320;… Tipke/Kruse aaO § 160 Rn. 8).
Deshalb kann von der Rechtsfolge des § 160 AO nur ausnahmsweise abgesehen werden bzw. die Versagung des Abzugs nur im Ausnahmefall gleichwohl ermessensfehlerhaft sein (vgl. dazu z.B. BFH-Urteile vom 13. März 1985 I R 7/81, BFHE 145, 502, BStBl II 1986, 318; in BFHE 188, 280, BStBl II 1999, 434;… vom 4. April 1996 IV R 55/94, BFH/NV 1996, 801).
Aus § 90 Abs. 2 AO ergibt sich, dass bei Sachverhalten mit Auslandsberührung die Informationsbeschaffung Sache des Steuerpflichtigen ist, der die Verhältnisse gestaltet (vgl. BFH-Urteil in BFHE 145, 502, BStBl II 1986, 318).
Lassen sich die für die Schätzung erheblichen Tatsachen nicht mit der für eine Schätzung notwendigen, aber auch hinreichenden größtmöglichen Wahrscheinlichkeit (z.B. BFH-Urteil vom 13. März 1985 I R 7/81, BFHE 145, 502, BStBl II 1986, 318;… Gräber/von Groll, Finanzgerichtsordnung, 2. Aufl., § 96 Anm. 18 f., m. w. N.;… Tipke/Kruse, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, 13. Aufl., § 162 AO 1977 Anm. 2 und 6) feststellen, so ist nach den Grundsätzen der objektiven Beweislast (Feststellungslast) darüber zu befinden, wer den Nachteil der Unaufgeklärtheit des Sachverhalts zu tragen hat (BFH-Urteil vom 5. März 1980 II R 148/76, BFHE 130, 179, BStBl II 1980, 402).
Die mit § 160 Abs. 1 Satz 1 AO 1977 verfolgte Zielsetzung ist vielmehr dann erst erreicht, wenn der wirkliche Empfänger der Zahlungen benannt ist und die Finanzbehörde überprüfen kann, ob er seine steuerlichen Pflichten entweder erfüllt hat oder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Inland nicht steuerpflichtig ist (BFH-Urteile in BFHE 187, 201, BStBl II 1999, 333; vom 13. März 1985 I R 7/81, BFHE 145, 502, BStBl II 1986, 318;… vom 12. August 1999 XI R 51/98, BFH/NV 2000, 299;… BFH-Beschluss vom 24. März 1987 I B 156/86, BFH/NV 1988, 208).
Insoweit liegt die Informationsbeschaffung in ihrem Bereich (vgl. hierzu auch BFH-Urteil vom 13. März 1985 I R 7/81, BFHE 145, 502, BStBl II 1986, 318).
Soweit es ertragsteuerrechtlich auf das Eigentum oder die Inhaberschaft an Vermögenswerten ankommt, kann sie sich auch auf das Einkommen auswirken (…vgl. BFH-Urteile vom 13. November 1985 I R 7/85, BFH/NV 1986, 638; vom 13. März 1985 I R 7/81, BFHE 145, 502, BStBl II 1986, 318, a. E.;… v. Wallis in Hübschmann/Hepp/Spitaler, Kommentar zur Abgabenordnung und Finanzgerichtsordnung, § 159 AO 1977 Rdnr. 3).
Da die Zahlungsempfänger nach Angaben der Klägerin im Inland wohnen, ist das Benennungsverlangen auch nicht etwa deshalb ermessensfehlerhaft, weil die Empfänger der deutschen Besteuerung überhaupt nicht unterlagen (BFH-Urteil vom 13. März 1985 I R 7/81, BFHE 145, 502, BStBl II 1986, 318;… Tipke/Kruse, a.a.O., § 160 AO 1977 Tz. 10; Schwarz/Frotscher, Abgabenordnung, Kommentar, § 160 Tz. 4).
BFH, 12.08.1999 - XI R 51/98
BFH, 18.07.1996 - III R 90/95
Voraussetzung für eine Zusammenveranlagung von Ehegatten zur Einkommensteuer
BFH, 24.10.2006 - I R 90/05
BFH, 25.11.1999 - I B 34/99
BFH, 27.06.2001 - I R 46/00
Betriebsausgabe - Sachverhaltsaufklärung - Ausländische Zeugen
FG Köln, 07.06.2006 - 10 K 6348/02
BFH, 25.02.2004 - I B 66/02
BFH, 08.07.1994 - III R 48/93
Ansprüche auf Gewährung einer Beihilfe nach den beamtenrechtlichen Vorschriften - …
BFH, 17.10.2002 - I B 69/01
BFH, 21.09.1989 - V R 32/88
Feststellung des Ortes der Geschäftsleitung einer Gesellschaft bei mehreren …
BFH, 03.09.1996 - IV B 107/95
Grund für eine Beschweisaufnahme
FG München, 16.10.2001 - 6 K 2876/94
Versagung des Betriebsausgabenabzugs bei ungenügender Benennung des Empfängers
FG München, 10.12.2002 - 6 K 1927/02
Abziehbarkeit von Provisionszahlungen an nicht benannten Empfänger
FG Rheinland-Pfalz, 04.02.2000 - 3 K 2136/97
Betriebsausgaben bei einem Betrieb gewerblicher Art
FG Münster, 13.03.1997 - 5 K 2954/96
FG Hamburg, 30.04.1998 - IV 36/95
Rückzahlung von Ausfuhrerstattungen wegen nicht erfüllter Qualitätsanforderungen; …
BFH, 10.11.1988 - V R 78/83
Mitwirkungspflicht der Beteiligten bei der Ermittlung eines Sachverhalts durch …
Vorlagebeschluß an den großen Senat zu den Fragen, - ob ein unentgeltlicher Nutzungsvorteil ein einlagefähiges Wirtschaftsgut ist, - ob und wann dieser Vorteil steuerlich gewinnerhöhend anzusetzen ist und - welche Folgerungen sich bei der Nutzungsüberlassung zwischen ...