Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=9%20AZR%20747/06
Timestamp: 2019-07-17 17:46:17
Document Index: 236336139

Matched Legal Cases: ['§ 630', '§ 109', '§ 242', '§ 242', '§ 242', '§ 242', '§ 242', '§ 242', '§ 1', 'BGH']

BAG, 12.12.2006 - 9 AZR 747/06 - dejure.org
https://dejure.org/2006,425
BAG, 12.12.2006 - 9 AZR 747/06 (https://dejure.org/2006,425)
BAG, Entscheidung vom 12.12.2006 - 9 AZR 747/06 (https://dejure.org/2006,425)
BAG, Entscheidung vom 12. Dezember 2006 - 9 AZR 747/06 (https://dejure.org/2006,425)
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Geltendmachung der Rechtsunwirksamkeit einer Versetzung - Verwirkung - Beschäftigungsanspruch - TV Rationalisierungsschutz und Beschäftigungssicherung Deutsche Telekom AG
Geltendmachung der Rechtsunwirksamkeit einer Versetzung; Verwirkung; Beschäftigungsanspruch; TV Rationalisierungsschutz und Beschäftigungssicherung Deutsche Telekom AG
Geltendmachung der Rechtsunwirksamkeit einer Versetzung kann verwirken
ArbG Dortmund, 04.08.2005 - 4 Ca 1354/05
LAG Hamm, 22.03.2006 - 6 Sa 1786/05
NZA 2007, 396
NZA 2007, 398
DB 2007, 579
Mit der Verwirkung soll das Auseinanderfallen zwischen rechtlicher und sozialer Wirklichkeit beseitigt werden; die Rechtslage wird der sozialen Wirklichkeit angeglichen (vgl. BAG 12. Dezember 2006 - 9 AZR 747/06 - Rn. 17 mwN) .
Ob Verwirkung eingetreten ist, ist in der Revisionsinstanz grundsätzlich nur eingeschränkt nachprüfbar (…Senat 16. Oktober 2007 - 9 AZR 248/07 - Rn. 27, AP BGB § 630 Nr. 33 = EzA GewO § 109 Nr. 6; 12. Dezember 2006 - 9 AZR 747/06 - Rn. 19, EzA BGB 2002 § 242 Verwirkung Nr. 1).
Das Berufungsurteil kann vom Revisionsgericht lediglich darauf überprüft werden, ob das Tatsachengericht die von der Rechtsprechung entwickelten Voraussetzungen der Verwirkung beachtet hat, alle erheblichen Gesichtspunkte berücksichtigt hat und die Bewertung dieser Aspekte von den getroffenen tatsächlichen Feststellungen getragen wird (Senat 12. Dezember 2006 - 9 AZR 747/06 - Rn. 19, EzA BGB 2002 § 242 Verwirkung Nr. 1).
Mit der Verwirkung soll das Auseinanderfallen zwischen rechtlicher und sozialer Wirklichkeit beseitigt werden; die Rechtslage wird der sozialen Wirklichkeit angeglichen (vgl. BAG 12. Dezember 2006 - 9 AZR 747/06 - Rn. 17 mwN, EzA BGB 2002 § 242 Verwirkung Nr. 1) .
Das Berufungsurteil ist vom Revisionsgericht jedoch darauf zu überprüfen, ob das Tatsachengericht die von der Rechtsprechung entwickelten rechtlichen Voraussetzungen der Verwirkung beachtet sowie alle erheblichen Gesichtspunkte berücksichtigt hat und ob die Bewertung dieser Gesichtspunkte von den getroffenen tatsächlichen Feststellungen getragen wird (BAG 12. Dezember 2006 - 9 AZR 747/06 - mwN, EzA BGB 2002 § 242 Verwirkung Nr. 1).
Vom Revisionsgericht ist das Berufungsurteil jedoch darauf zu überprüfen, ob das Tatsachengericht die von der Rechtsprechung entwickelten rechtlichen Voraussetzungen der Verwirkung beachtet sowie alle erheblichen Gesichtspunkte berücksichtigt hat und ob die Bewertung dieser Gesichtspunkte von den getroffenen tatsächlichen Feststellungen getragen wird (vgl. BAG 12. Dezember 2006 - 9 AZR 747/06 - mwN, EzA BGB 2002 § 242 Verwirkung Nr. 1).
Sie beruht auf dem Gedanken des Vertrauensschutzes (§ 242 BGB) und dient dem Bedürfnis nach Rechtssicherheit und Rechtsklarheit (BAG, Urteil vom 12.12.2006 - 9 AZR 747/06 - NZA 2007, 396 ff.; LAG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 26.07.2012 - 14 Sa 1969/11 - [...]).
Mit der Verwirkung soll das Auseinanderfallen zwischen rechtlicher und sozialer Wirklichkeit beseitigt werden; die Rechtslage wird der sozialen Wirklichkeit angeglichen (BAG, Urteil vom 12.12.2006 - 9 AZR 747/06 - a.a.O., m.w.N.; BAG, Urteil vom 18.02.1992 - 9 AZR 118/91 - EzA BurlG § 1 Verwirkung Nr. 1 m.w.N.).
Zum Zeitablauf müssen besondere Umstände sowohl im Verhalten des Berechtigten als auch des Verpflichteten hinzukommen, die es rechtfertigen, die späte Geltendmachung des Rechts mit Treu und Glauben als unvereinbar und für den Verpflichteten als unzumutbar anzusehen (st. Rspr., vgl. BAG, Urteil vom 20.04.2010 - 3 AZR 225/08 - NZA 2010, 883 ; BAG, Urteil vom 12.12.2006 - 9 AZR 747/06 - a.a.O., m.w.N.; BAG, Urteil vom 25.04.2001 - 5 AZR 497/99 - BAGE 97, 326; LAG Berlin-Brandenburg…, Urteil vom 26.07.2012 - 14 Sa 1969/11- a.a.O., m.w.N.).
Der erforderliche Zeitablauf kann umso kürzer sein, je gravierender die Umstände sind, und umgekehrt sind an diese Umstände desto geringere Anforderungen zu stellen, je länger der abgelaufene Zeitraum ist (BAG, Urteil vom 12.12.2006 - 9 AZR 747/06 - a.a.O., m.w.N.; BGH, Urteil vom 19.10.2005 - XII ZR 224/03 - NJW 2006, 219).
Der Verwirkung unterliegt grundsätzlich jeder Anspruch und jedes Recht (BAG, Urteil vom 12.12.2006 - 9 AZR 747/06 - a.a.O.).
Für das Umstandsmoment kommt es nicht auf die Motive des Gläubigers an, weshalb er (mögliche) Rechte nicht wahrnimmt, sondern darauf, wie sein Verhalten vom Schuldner aufgefasst werden darf (BAG, Urteil vom 12.12.2006 - 9 AZR 747/06 - a.a.O.).
Mit der Verwirkung soll das Auseinanderfallen zwischen rechtlicher und sozialer Wirklichkeit beseitigt werden; die Rechtslage wird der sozialen Wirklichkeit angeglichen (BAG 12.12.2006 - 9 AZR 747/06 - Rn. 17, NZA 2007, S. 396).
Für das Umstandsmoment komme es nicht auf die Motive des Gläubigers an, weshalb er (mögliche) Rechte nicht wahrnehme, sondern darauf, wie sein Verhalten vom Schuldner aufgefasst werden dürfe (BAG 12.12.2006 - 9 AZR 747/06 - Rn. 27).
LAG Mecklenburg-Vorpommern, 25.04.2007 - 2 Sa 341/06
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