Source: https://www.cvag.de/csdata/epaper/1/de/5d282bbcf24e1/
Timestamp: 2019-09-19 17:44:49
Document Index: 221130464

Matched Legal Cases: ['§ 53', '§ 3', '§ 8', '§ 8', '§ 42', '§ 45', '§ 42', '§ 71', '§ 289', '§ 76', '§ 267', '§ 272', '§ 27', '§ 253', '§ 255', '§ 285', '§ 251', '§ 285', '§ 285', '§ 286', '§ 285', '§ 285', '§ 285', '§ 289', '§ 317', '§ 322', '§ 289', '§ 317']

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Die hohe Zahl von annähernd 2.000 Teilnehmern am Mobilitäts- monitor zeigt die Verbundenheit der Chemnitzer Bürgerinnen und Bürger zu Ihrem öffentlichen Nahverkehr, gleichzeitig aber auch den Wandel in der Entwicklung des ÖPNV vom Verkäufer- zum Käufer- markt. Unsere Fahrgäste sind keine „Beförderungsfälle“, wie im Amtsdeutsch bezeichnet, sondern Menschen, um die wir täglich werben müssen. Dieser Leitgedanke trägt unsere Arbeit und unseren Versorgungsauftrag. Erste Erkenntnisse aus dem Mobilitätsmonitor zum Netz 2017+ wurden in einer von der CVAG initiierten und be- treuten Bachelorarbeit vorgelegt. Einen Teil der Ergebnisse finden Sie als Infografiken visualisiert hier im Geschäftsbericht.
ORGANE DER GESELLSCHAFT 2018 a) Mitglieder des Aufsichtsrates Barbara Ludwig Oberbürgermeisterin der Stadt Chemnitz; Vorsitzende des Aufsichtsrates Silvio Venus Betriebsratsvorsitzender der CVAG; stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates Jürgen Leistner Stadtrat der Stadt Chemnitz; Altersrentner Detlef Müller Stadtrat der Stadt Chemnitz; Bundestagsabgeordneter Heiko Schinkitz Stadtrat der Stadt Chemnitz; Trainingswissenschaftler Dietmar Berger Stadtrat der Stadt Chemnitz; Altersrentner Matthias Schmidt Angestellter bei der CVAG Axel Brückom Stadtrat der Stadt Chemnitz; Geschäftsführer Bernd Gregorzyk Leiter Tiefbauamt der Stadt Chemnitz Dr. Alexander Haentjens Stadtrat der Stadt Chemnitz; Rechtsanwalt Sven Vogel Olaf Weber Gewerkschaftssekretär ver.di; Bezirksverwaltung Vogtland-Zwickau stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der CVAG 4 Geschäftsbericht CVAG 2018 Organe der Gesellschaft 2018
b) Vorstand Jens Meiwald Vorstand Geschäftsbericht CVAG 2018 Organe der Gesellschaft 2018 5
BERICHT DES AUFSICHTSRATES Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2018 die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung des Aufsichtsrates obliegenden Überwachungs- und Beratungspflichten un ein- geschränkt wahrgenommen. Der Vorstand hat den Aufsichts- rat regelmäßig und umfassend während des Geschäftsjahres durch schriftliche und mündliche Berichte über die Ge- schäftsentwicklung und die Lage des Unternehmens infor- miert. Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung des Unter- nehmens anhand der Berichte des Vorstandes überwacht. Alle wichtigen Vorgänge hat er mit dem Vorstand ein gehend beraten. Er hat satzungsgemäß die erforderlichen Zustim- mungen zu den zustimmungspflichtigen Rechtsgeschäften und Maßnahmen erteilt. Sven Schulze, Bürgermeister der Stadt Chemnitz; Vorsitzender des Aufsichtsrates seit 06.05.2019 Im Berichtsjahr 2018 fanden vier planmäßige Sitzungen statt. Schwerpunkte der Sitzungen des Aufsichtsrates im Jahr 2018 bildeten der Jahresabschluss 2017, der Wirtschafts- plan 2019 und die mittelfristige Wirtschafts- und Finanz- planung für die Jahre 2020 bis 2023. Berichte zu betriebs- wirtschaftlichen Kennzahlen, zur Lage des Unternehmens, zu Investitionsvorhaben, zu den Beteiligungen, zur Jahres- abrechnung der Betrauungsvereinbarung sowie zur Vorbe- reitung des Öffentlichen Dienstleistungsauftrages waren ebenfalls zentrale Themen. Das Gremium befasste sich zudem mit der Leistungserweiterung Netz 2017+, der Tariffort- schreibung im Verkehrsverbund Mittelsachsen, der Tarif- einigung TV-N Sachsen, dem Demografiekonzept und dem Risiko- und Compliancemanagement. Der Vorstand berief im Jahr 2018 eine ordentliche sowie eine außerordentliche Hauptversammlung ein. Beide wurden im Juni 2018 durchgeführt. 6 Geschäftsbericht CVAG 2018 Bericht des Aufsichtsrates
Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirt schafts prüfungs- gesell schaft hat den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2018 sowie den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2018 einschließ- lich der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung nach § 53 HGrG geprüft. Im Ergebnis der Prüfung konnte der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt werden. Der Bericht des Abschlussprüfers ist dem Aufsichtsrat ausge- händigt und in die Aussprache zum Jahresabschluss und dessen Prüfung einbezogen worden. Der Abschlussprüfer hat an der Sitzung des Aufsichtsrates am 21. Juni 2019 teilgenommen und über den Abschluss des Geschäftsjahres 2018 sowie die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet. Der Aufsichtsrat hat den vom Vor- stand vorgelegten Jahresabschluss und Lagebericht geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung sind keine Einwendungen zu erheben. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss des Geschäftsjahres 2018 gebilligt und der Hauptversammlung empfohlen, diesen festzustellen. Der Aufsichtsrat hat der Hauptversammlung die Entlastung des Vorstandes und der Mitglieder des Aufsichtsrates vorge- schlagen. Dem Vorstand, dem Betriebsrat und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern spricht der Aufsichtsrat Dank und Aner- kennung für die geleistete Arbeit und ihr Engagement aus. Chemnitz, 21. Juni 2019 Sven Schulze Vorsitzender des Aufsichtsrates der Chemnitzer Verkehrs-Aktiengesellschaft Geschäftsbericht CVAG 2018 Bericht des Aufsichtsrates 7
Jens Meiwald, Vorstand Ein Projekt, das 2018 weiter fortgesetzt wurde, ist die Vor- bereitung der Direktvergabe der ÖPNV-Leistung der Stadt Chemnitz ab 1. Januar 2020 an die CVAG. Vor dem Hinter- grund dieser durch die Stadt Chemnitz beabsichtigten Direktvergabe von ÖPNV-Dienstleistungen war eine weitere Beteiligung unseres Unternehmens an der City-Bahn Chemnitz GmbH nicht mehr möglich. Diese setzt voraus, dass die CVAG und auch alle von ihr beeinflussten Unter- nehmen nur innerhalb des Stadtgebietes Chemnitz tätig sind. Daher hat sich bei der City-Bahn Chemnitz GmbH ein Gesellschafterwechsel vollzogen. Zum 1. Januar 2018 hat die CVAG ihre Anteile an der City Bahn Chemnitz GmbH veräußert. Neue Gesellschafter sind der Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen und die Versorgungs- und Verkehrsholding GmbH Chemnitz. Die Zentralhaltestelle und angrenzende öffentliche Plätze haben ein Videoüberwachungssystem erhalten. In enger Kooperation mit der Stadt Chemnitz, der C3 Chemnitzer Veranstaltungszentren GmbH sowie der Polizeidirektion Chemnitz konnten die vorbereitenden Maßnahmen feder- führend durch die CVAG umgesetzt werden. In die Realisie- rung des Projektes wurden die Datenschutzbeauftragten aller Projektpartner sowie der sächsische Datenschutzbe- auftragte einbezogen. Ziel des Videoüberwachungssystems ist es, das Sicherheitsgefühl unserer Fahrgäste, unserer Beschäftigten, der Einwohner der Stadt Chemnitz und ihrer Gäste zu stärken und darüber hinaus Straftaten und Ord- nungswidrigkeiten aufzuklären. VORWORT DES VORSTANDES Die Gegenwart ist von einem kontinuierlich steigenden Bedarf der Menschen nach Mobilität gekennzeichnet. Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel spielt hierbei eine ent- scheidende Rolle und ist gleichzeitig eine Chance für uns als CVAG den Bedürfnissen unserer bestehenden Kunden gerecht zu werden und neue Kundensegmente zu erschließen. Auch im Jahr 2018 haben wir wichtige Investitionen in unsere Fahrzeugflotte getätigt, die zur notwendigen Erweiterung und Verjüngung des Fuhrparks beitragen. Der Schwerpunkt hierbei lag in der Anschaffung 14 innovativer ŠKODA Zwei- richtungs-Niederflurgelenkstraßenbahnen. Diese Tramcar ForCity Classic Chemnitz wurde im September 2018 auf der Messe InnoTrans – der Messe für Bahn- und Verkehrstechnik – dem Fachpublikum aus der ganzen Welt vorgestellt. Die erste dieser Bahnen wurde im Dezember angeliefert und zog großes Interesse der Medien und der Öffentlichkeit auf sich. Der Niederflurzug „ForCity“ Chemnitz ist eine neue Konst- ruktion, damit wird eine umfangreiche Zulassung notwendig. Es wurde im Dezember damit begonnen, die Bahn auf dem Betriebsgelände in Adelsberg zu testen und das umfang- reiche Zulassungsprocedere vorzubereiten. Auch 15 abgas- arme niedrigflurige Standard-Busse des Typs Citaro C2 mit ausklappbaren Rampen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität und mit eingebauten Flächenlautsprechern für sehbehinderte Fahrgäste wurden im Geschäftsjahr ange- schafft. Im investiven Bereich haben wir im Jahr 2018 den Ausbau der Zentralhaltestelle erfolgreich abgeschlossen. Auch hier lag neben umfassenden Umbau- und Modernisie- rungsmaßnahmen ein Augenmerk auf der Herstellung der Barrierefreiheit. 8 Geschäftsbericht CVAG 2018 Vorwort des Vorstandes
Wichtige Inhalte aus der Fortschreibung des Nahverkehrs- planes wurden zum 10. Dezember 2017 umgesetzt und haben in 2018 zur Erhöhung der Attraktivität unseres Nah- verkehrsangebotes beigetragen. Insbesondere hervorzu- heben sind hier die Einführung der Ringbuslinie 82, die Ver- längerung des Tagestaktes von 18.00 auf 19.00 Uhr, die Inbetriebnahme der neuen Straßenbahnlinie 3 auf der Reichenhainer Straße sowie die Erreichbarkeit auch peri- pherer Ortsteile am späteren Abend. Die Ringbuslinie 82 ist eine der kundenseitig wirksamsten Veränderungen im Netz 2017+. In der Kundenumfrage „Mobilitätsmonitor 2018“ haben wir daher nach der Meinung unserer Fahrgäste gefragt: Knapp die Hälfte der Befragten beurteilte das Ringbusangebot als positiv und mit etwa 750.000 beför- derten Personen sind die im Nahverkehrsplan prognosti- zierten 570.000 Fahrgäste weit übertroffen worden. Ein wichtiger Aspekt im Rahmen der Kundenorientierung ist eine qualitativ hochwertige Versorgung der Reisenden mit Informationen. Seit März 2018 bietet unsere elektronische Fahrplanauskunft eine verbesserte Informationsmög lichkeit dank Echtzeitdaten an. Die Online-Fahrplanauskunft wurde durch die Anzeige von prognostizierten Abfahrtszeiten, ba- sierend auf dem aktuellen Standort der Fahrzeuge, optimiert. Im Geschäftsjahr wurden auch weitere dynamische Fahr gast - informationsanlagen im Stadtgebiet Chemnitz errichtet. Die CVAG hat im Jahr 2018 ihre Anstrengungen zur notwendi- gen Personalgewinnung weiter verstärkt. Gründe hierfür sind unter anderem die Leistungserweiterungen seit Dezember 2017 und nicht zuletzt auch die vermehrten Rentenabgänge in den nächsten Jahren. Die Ausbildung in unserem Unter- nehmen ist eine Möglichkeit, um neue Arbeitskräfte zu akquirieren. Im Geschäftsjahr bildeten wir 47 Auszubildende aus, so viele wie noch nie in den vorangegangenen Jahren. Ein attraktives ÖPNV-Angebot trägt dazu bei, die Nachfrage zu steigern und hat damit signifikante Auswirkungen auf die Lebensqualität unserer Stadt. Staus werden dadurch reduziert und die Luft- und Lärmbelastungen werden spürbar gesenkt. Im Sinne der Umweltfreundlichkeit wird hierbei die Bedeutung alternativer Antriebe deutlich zunehmen. Der Nahverkehr wird auch in der Zukunft eine entscheidende Rolle in der Mobilität spielen. Die damit verbundenen Herausforderungen für unser Unternehmen anzugehen, das ist die Aufgabe, der wir uns mit unserer Belegschaft täglich stellen. Ein herzliches Dankeschön gilt den über 625 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Gemeinsam gestalten wir die Zukunft des ÖPNV in Chemnitz. Jens Meiwald Vorstand Geschäftsbericht CVAG 2018 Vorwort des Vorstandes 9
Die Straßenbahnlinie 5 befördert auf ihren rund 12,3 Kilometern Länge etwa fünf Millionen Fahrgäste jährlich. LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2018 1 1.1 Geschäfts- und Rahmenbedingungen Rahmenbedingungen Die Chemnitzer Verkehrs-Aktiengesellschaft (CVAG) ist der umfassende Mobilitätsdienstleister im öffentlichen Personen- nahverkehr (ÖPNV) in der Stadt Chemnitz und wichtiger Partner der Stadt Chemnitz als Aufgabenträger zur Absiche- rung der Grundmobilität im Rahmen der Daseinsvorsorge. Die CVAG stellt als Verkehrsdienstleister einen wichtigen Faktor im Standortwettbewerb dar und trägt wesentlich zur Umsetzung der Ziele im Klima- und Umweltschutz bei. Der ab dem 3. Dezember 2009 in Kraft getretene Rechtsrah- men für den ÖPNV gemäß der EG-Verordnung Nr. 1370/2007 über Personenverkehrsdienste auf Schiene und Straße wird mit der Änderungsvereinbarung zur Betrauungsverein- barung vom 26./27. Mai 2009 umgesetzt. Die Betrauung hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2019. Bei der Auslegung der EG Verordnung Nr. 1370/2007 sind die Auslegungsleitlinien vom 29. März 2014 zu beachten. Nationale rechtliche Grundlage für die ÖPNV-Vergabe ist neben der EG-Verordnung Nr. 1370/2007 seit 1. Januar 2013 das neue, an die EG-Verordnung angepasste Personen- beförderungsgesetz (PBefG). Es stärkt den Wettbewerb bei der öffentlichen Vergabe von Verkehrsleistungen, trägt aber auch der Verantwortung der kommunalen Träger für ein ausreichendes Verkehrsangebot Rechnung. Auf der Grundlage des Gesetzes über den öffentlichen Per- sonennahverkehr im Freistaat Sachsen (ÖPNVG) sind die Zweckverbände als Aufgabenträger für die Erstellung und Fortschreibung der Nahverkehrspläne des jeweiligen Ver- bundraumes zuständig. Entsprechend seiner Satzung erstellt der Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen (ZVMS) mit seinen Verbands- mitgliedern gemeinsam den Nahverkehrsplan für den ge- samten Verbundraum des ZVMS und schreibt diesen fort. Die Stadt Chemnitz als Aufgabenträger für den innerstädti- schen ÖPNV gemäß § 3 Abs. 1 ÖPNVG ist gleichzeitig gemäß § 8a PBefG die „zuständige Behörde“ zur Sicherstellung einer ausreichenden Verkehrsbedienung im Sinne der Ver- ordnung EG Nr. 1370/2007. Dafür hat der Stadtrat der Stadt Chemnitz in seiner Sitzung am 27. Januar 2016 den Nahver- kehrsplan „Teilraum Chemnitz“ als Bestandteil des Nahver- kehrsplans des ZVMS verabschiedet. Dieser ist mit seinen Leistungsinhalten und Vorgaben zur Bedienungsquantität und -qualität maßgeblicher Rahmen für unsere wirtschaft- liche Tätigkeit. Mit dem Fahrplanwechsel 2017 erfolgte die erste Stufe der Umsetzung des Angebotsnetzes 2017+. Wesentliche Ver- änderungen waren dabei die Verlängerung des Tagesver- kehrs bis 19.00 Uhr mit dichterer Taktfolge, der Wegfall der Stadtbahnlinie 6 mit Ersatz durch die Stadtbahnlinie 3 und die Stadtbuslinie 53 sowie die Schaffung der neuen Ring- buslinie. Die gute Annahme der neuen Ringbuslinie mit ca. 768 T (566 T geplant) Fahrgästen im ersten Jahr seit der Einführung zeigt, dass das Angebot insgesamt angenom- men wird. 10 Geschäftsbericht CVAG 2018 Lagebericht
Das Endstellengebäude Gablenz wurde im Jahr 2018 modernisiert und sticht durch seine Optik hervor. Mit der Angebotserweiterung des Nahverkehrsplanes für das „Angebotsnetz 2017+“ hat sich der jährliche Aufwand der CVAG erhöht und führt zu einem höheren Zuschussbedarf. Soweit der erforderliche Mittelbedarf zur Finanzierung des ÖPNV nicht vollständig innerhalb des Konzernverbundes der VVHC abgedeckt werden kann, ist daher eine Finanzie- rung der Differenz über Zuschüsse der Stadt Chemnitz an die VVHC notwendig. In seiner Sitzung am 28. November 2018 hat der Stadtrat der Stadt Chemnitz nunmehr in Umsetzung des Nahver- kehrsplanes zur Gewährleistung einer ausreichenden Ver- kehrsbedienung im Stadtgebiet Chemnitz der Direktvergabe eines öffentlichen Dienstleistungsauftrages (ÖDA) an die CVAG über die Erbringung gemeinwirtschaftlicher Verkehrs- leistungen beginnend ab 01. Januar 2020 mit einer Laufzeit von 22,5 Jahren zugestimmt. Umfassende Investitionen in die Werterhaltung und Er- neuerung der Infrastruktur und der Fahrzeuge sowie die gemäß § 8 Abs. 3 PBefG bis zum 1. Januar 2022 zu schaf- fende vollständige Barrierefreiheit erfordern weiterhin eine anteilige Finanzierung über Fördermittel und landeseigene Gesetze, um die benötigte Planungssicherheit herzustellen und eine nachhaltige Finanzierung kommunaler Verkehrs- projekte zu sichern. Ein moderner und leistungsfähiger ÖPNV mit umweltfreund- lichen und energieeffizienten Verkehrsmitteln erfordert zur Modernisierung und zum Ausbau sichere und stabile Lö- sungen zur Finanzierung des kommunalen Nahverkehrs. Mit der Veröffentlichung der Vorabbekanntmachung im EU-Amtsblatt am 19. Januar 2018 zur beabsichtigten Direkt- vergabe eines öffentlichen Dienstleistungsauftrages über Verkehrsleistungen im Straßenbahn- und Busbereich im Stadtverkehr Chemnitz einschließlich abgehender Linien in die benachbarten Landkreise hat die Stadt Chemnitz als zu- ständige Behörde sich klar zur CVAG als interner Betreiber der Verkehrsleistungen bekannt. Nach Vorabbekannt- machung der beabsichtigten Direktvergabe an die CVAG wurde von Seiten Dritter kein Interesse bekundet. Der öffentliche Dienstleistungsauftrag (ÖDA) wird den Be- treiber mit der Durchführung der Fahrleistungen, der Vor- haltung von Betriebsmitteln, dem Betrieb der Infrastruktur und dem Bau der Schieneninfrastruktur, dem Vertrieb unter Anwendung des VMS-Tarifs und der Kundenbetreuung be- trauen. 1.2 Geschäftsverlauf Das Verkehrsangebot auf den 5 Stadtbahn- und 38 Stadt- buslinien haben wir im Rahmen unseres Leistungsvolumens auf der Grundlage des Nahverkehrsplanes der Stadt Chemnitz im Geschäftsjahr 2018 mit ca. 9,5 Mio. Kilometern Betriebs- leistung auch bei teilweise schwierigen Bedingungen durch Straßenbaustellen, Schienenersatzverkehr bei Gleisbaumaß- nahmen und nach den Vorfällen vom August 2018 in der Innenstadt und den folgenden von wöchentlichen Demon- strationen geprägten Monaten qualitätsgerecht und zuver- lässig erbracht. Im Jahr 2018 konnten 33,0 Mio. Fahrgäste in unseren Bussen und Straßenbahnen befördert werden. Es zeigt sich mit Erweiterung des Chemnitzer Modells, dass im integralen innerstädtischen Verkehrssystem von den Fahrgästen die Geschäftsbericht CVAG 2018 Lagebericht 11
Die im Herzen unseres Liniennetze gelegene Zentralhaltestelle ist seit Mai 2018 barrierefrei ausgebaut … Im Falle von Straftaten sollen mutmaßliche Täter leichter zu ermitteln und zu identifizieren sein, um sie der Strafverfol- gung zuführen zu können. Die Videoüberwachung soll maß- geblich dazu beitragen, das subjektive Sicherheitsgefühl der Mitarbeiter, Fahrgäste, der Chemnitzer und ihrer Gäste zu verbessern. Im Rahmen des installierten Qualitätsmanagementsystems hat die CVAG auch im Jahr 2018 gemeinsam mit weiteren 38 Verkehrsunternehmen sowie vier Verkehrsverbünden am ÖPNV-Kundenbarometer teilgenommen, um auf diesem Wege eine kontinuierliche Messung und Vergleichbarkeit der Service-Qualität sicherzustellen. Es wurden 500 ÖPNV- Kunden telefonisch nach ihrem Empfinden hinsichtlich der Qualität des Chemnitzer Nahverkehrs befragt. In der Kate- gorie „Globalzufriedenheit“, die eine Aussage bezüglich der Bewertung der Summe aller Einzelmerkmale trifft, er- reichte die CVAG einen Wert von 2,77 (VJ 2,59), was im Be- wertungsraster „befriedigend“ entspricht. Der Branchen- durchschnitt liegt bei 2,78 (VJ 2,60). Im Rahmen der Leistungsabrechnung der Betrauungsver- einbarung wurden die Vorgaben zu den Qualitätsparametern weitestgehend erfüllt und ein Bonus trägt zur Ergebnisver- besserung bei. umsteigefreien Verkehrsbeziehungen auf den Chemnitz- bahnlinien der City-Bahn Chemnitz GmbH angenommen werden. Täglich nutzen ca. 90 T Einwohner und Gäste der Stadt Chemnitz unsere Verkehrsmittel. Dabei zählen ca. 83 % der Fahrgäste mit einem Monatsticket, einem ABO-Zeit- fahrausweis oder einem Studentenjahresticket zu den Stammkunden. Die Tochterfirma Euro Traffic Partner GmbH (ETP) bediente auch im Jahr 2018 Linienverkehrsleistungen in unserem Netz. Im zurückliegenden Geschäftsjahr konnte die Zentralhalte- stelle als die zentrale Umsteigestelle der Stadt nach umfang- reichen Modernisierungsmaßnahmen mit Investitionen in die Barrierefreiheit der Bahnsteige und den Anpassungen an die Anforderungen der Zweisystemfahrzeuge des Chem- nitzer Modells wieder vollumfänglich in Betrieb gehen. Nach 14 Monaten Gesamtbauzeit wurden im Mai 2018 auch die letzten Bahnsteige für den Verkehr freigegeben. Ein weiteres Großprojekt des Jahres 2018 war die Umsetzung der Videoüberwachung im Bereich der Zentralhaltestelle und angrenzender Plätze in Kooperation mit der Stadt Chemnitz, der C3 Chemnitzer Veranstaltungszentren GmbH und der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge. Bei einer Investitionssumme i. H. v. 884 T€ entfielen 515 T€ auf die CVAG. Davon wurden 278 T€ nach der Richtlinie ÖPNV gefördert. Die Videoüberwachung von Teilbereichen der Innenstadt dient zur Prävention und Gefahrenabwehr. Es ist das Ziel, Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, Gewährleistung der Betriebs- und Verkehrssicherheit sowie Vermeidung von Beschädigungen technischer Anlagen der CVAG sicherzustellen. Das System soll ereignisbezogen dabei unterstützen, Betroffene und Täter zu ermitteln. 12 Geschäftsbericht CVAG 2018 Lagebericht
… und ermöglicht einen komfortablen Umstieg zwischen dem Chemnitzer Modell und dem innerstädtischen Nahverkehr. Betriebliche Leistungskennziffern Betriebsleistung 2018: 9.517,5 Tkm (2017: 8.153,8 Tkm) Zug-Nutz-km Straßenbahn 2018: 1.841,1 Tkm (2017: 1.749,1 Tkm) 2018: 7.676,4 Tkm (2017: 6.404,7 Tkm) 201833,0 2017: 32,8 Mio Datenbasis AFZS * 2018 48 2017: 48 2018 davon Tatra: 24 (2017: 24) 2018 davon Variobahn: 24 (2017: 24) 2018 90 2018 davon Diesel: 84 (2017: 83) 2017: 89 2018 davon Erdgas: 6 (2017: 6) Geschäftsbericht CVAG 2018 Lagebericht 13
Die jetzige Endstelle Technopark bildet zukünftig einen Zwischenhalt auf dem Weg in den Erzgebirgskreis. Personal Der Personalbestand hat sich mit 575 Beschäftigten zum 31. Dezember 2018 (ohne Vorstand und Auszubildende) gegenüber dem 1. Januar 2018 um 20 Mitarbeiter erhöht. In Ausbildung befinden sich 46 Jugendliche, die die Berufe Fachkraft im Fahrbetrieb, Berufskraftfahrer/in, Mechatro- niker, Kfz-Mechatroniker/in, Industriemechaniker, Kauf- frau für Büro management und Kaufmann im Verkehrs- service erlernen. Den Jungfacharbeitern, die ihre Ausbildung mit Erfolg ab- geschlossen haben, wird ein unbefristeter Arbeitsvertrag und bei Interesse eine betriebliche Weiterbildung angeboten. Die tariflichen Vergütungs- und Rahmenbedingungen sind im Spartentarifvertrag Nahverkehr Sachsen geregelt. Der aktuelle 5. Änderungstarifvertrag zum TV-N Sachsen wurde zum 1. März 2018 neu abgeschlossen und kann frühestens zum 30. Juni 2020 von den Tarifvertragsparteien gekündigt werden. Ergebnisse der Verhandlungen sind im Wesentlichen die schrittweise Verkürzung der Arbeitszeit zunächst auf 39,5 Stunden in 2019 und 39 Stunden im Jahr 2020 und die Steigerung des Tabellenentgelts entsprechend der Steige- rungen im TVÖD. Aufgrund der verhandelten Ergebnisse steigen die Personalkosten. Das Personalkonzept wird jährlich aktualisiert und ist unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung bis zum Jahr 2025 fortgeschrieben. Mit der weiteren Umsetzung des Personalkonzeptes wird die Grundlage für die Siche- rung der Leistungsfähigkeit der CVAG geschaffen. Bis zum Jahr 2025 werden ca. ein Drittel der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Es gilt, das vorhandene Erfahrungswissen rechtzeitig weiterzugeben und die zukünftige Besetzung von freiwerdenden Stellen mit dem erforderlichen fachlichen Qualifikationsprofil sowie überfachlichen Kompetenzen zu sichern. Gleichzeitig sollen in den Jahren bis 2025 75 Jugendliche eine Berufsausbildung absolvieren. Zur Sicherung des Personalbedarfs bildet die CVAG ge eignete Bewerber als berufliche Quereinsteiger für den Bus- und Straßenbahnfahrdienst aus. Es wurde eine Kooperations- vereinbarung mit einer örtlichen Fahrschule zur Unterstüt- zung abgeschlossen. Die Absicherung des Personalbedarfs gewinnt vor dem Hin- tergrund des zunehmenden Fachkräftemangels, weiterer geplanter Leistungserweiterungen und aus der tariflichen Entwicklung resultierenden Arbeitszeitverkürzung auch für die CVAG an Bedeutung. Es konnten mit Unterstützung der Agentur für Arbeit 8 Mitarbeiter als Omnibusfahrer/in um- geschult werden. 10 Mitarbeiter wurden selbst als Omni- busfahrer/in ausgebildet und 6 Stellen konnten über den Arbeitsmarkt besetzt werden. Für den Instandhaltungsbereich der Fahrzeuge konnten ebenfalls qualifizierte Mitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt gewonnen werden. Um noch mehr potenzielle Bewerber anzusprechen und für eine Tätigkeit bei der CVAG zu interessieren, werden neben klassischen Stellenanzeigen auf der Homepage und ver- schiedenen Internetportalen, Messeauftritten zu Ausbil- dungsmessen und Kooperationen mit Partnerschulen auch 14 Geschäftsbericht CVAG 2018 Lagebericht
Im Bereich Bahnhofstraße und Reitbahnstraße ist eine komplett neue Gleiskreuzung mit zwei neuen Fahrbeziehungen für die Straßenbahnen und Chemnitz Bahnen entstanden. innovative und medienwirksame Aktionen verfolgt. So konnten sich Bewerber im Bewerberzug, der am 21. Dezember 2018 von Nürnberg nach Chemnitz fuhr und vor allem Rück- kehrer für eine Arbeit in Chemnitz ansprechen sollte, über das Unternehmen und die Möglichkeiten informieren. Zum festen Inhalt der Personalarbeit zählen ebenso die be- rufsbegleitende Qualifizierung und fachliche Weiterent- wicklung auf allen Arbeitsplätzen. Es werden Maßnahmen zum Gesundheitsmanagement und Gesundheitsförderung, zur Arbeitsorganisation und Arbeits- platzgestaltung, zum Wissensmanagement und die beruf- liche Aus- und Weiterbildung gemeinsam mit dem Betriebsrat abgestimmt und aus einem Demografiebudget finanziert. Es ist Ziel, mit allen Maßnahmen eine Verbesserung der Leistungs- und Beschäftigungsfähigkeit älter werdender Mitarbeiter zu erreichen und die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu stärken. Nicht zuletzt sind diese Maß- nahmen auch geeignet, sich von anderen lokalen und re- gionalen Arbeitgebern abzuheben und die Mitarbeiterzu- friedenheit und -bindung an die CVAG zu stärken. Das bestehende Unternehmensleitbild und die Leitlinien zur Zusammenarbeit und Führung bilden den Rahmen für eine wirtschaftliche Unternehmensentwicklung im Zusam- menhang mit der Umsetzung der Maßnahmen zur Meiste- rung des demografischen Wandels. 1.3 Beteiligungen Unser Unternehmen ist an der ETP Euro Traffic Partner GmbH, der Parkeisenbahn Chemnitz gGmbH, der Regio Infra Service Sachsen GmbH, der SAXONIA Service GmbH & Co. KG, der make IT GmbH sowie der beka GmbH beteiligt. Die Regio Infra Service Sachsen GmbH hat gute wirtschaft- liche Ergebnisse erzielt, die zur Verbesserung des Ergeb- nisses der CVAG beitragen. Unsere Tochtergesellschaften und Beteiligungen haben auch im Jahr 2018 mit ihren Geschäftsfeldern verschiedene Dienst- leistungen zu marktgerechten Preisen für die CVAG erbracht. Zur Sicherung der rechtlichen Rahmenbedingungen der Direktvergabe hat die CVAG ihre an der City-Bahn Chemnitz GmbH gehaltenen Anteile an die VVHC mit Wirkung zum 1. Januar 2018 übertragen. Der Ergebnisabführungsvertrag zwischen CVAG und City-Bahn Chemnitz GmbH wurde letztmalig für das Geschäftsjahr 2017 durchgeführt und zum 31. Dezember 2017 durch einen Aufhebungsvertrag beendet. Im Jahresergebnis der CVAG wirkt der Verkauf der Anteile der City-Bahn Chemnitz GmbH (TEUR 6.577) ergeb- nisverbessernd. Es handelt sich dabei um einen geplanten Einmaleffekt. 2 Ertragslage Die erzielten Bruttoverkehrseinnahmen aus dem Linien- verkehr nach den §§ 42 und 43 des Personenbeförderungs- gesetzes (PBefG) wurden datenbasiert und leistungsbe- zogen auf der Grundlage des Kooperationsvertrages des Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS) zugeschieden. Die Einnahmeanteile sind auf der Grundlage der im Vorjahr erhobenen Daten aus den automatischen Fahrgastzähl- systemen (AFZS) fortgeschrieben. Unser Anteil an den Tarif- einnahmen im VMS beträgt aktuell 31,2 %. Geschäftsbericht CVAG 2018 Lagebericht 15
Die Linie 62 verbindet mit dem Kaßberg und Gablenz zwei der bevölkerungsreichsten Stadtteile von Chemnitz miteinander. Der Vertrag zum Studenten/innen-Jahresticket mit der Stu- denten/innenschaft der Technischen Universität Chemnitz ist bis zum Sommersemester 2019 abgeschlossen. Der Ver- trag beruht weiterhin auf dem Solidarprinzip. Nur etwa 2,3 % der Studenten 2018 haben ihr Austrittsrecht aus der ver- fassten Studentenschaft ausgeübt; dies wirkt mindernd auf die Einnahmen. Zusätzlich zu den zugeschiedenen Einnahmen innerhalb der Verbundaufteilung erzielten wir noch eigene Einnahmen aus Sonderfahrten mit Bus und Bahn. Weiterhin erhielten wir Ausgleichszahlungen für den Aus- bildungsverkehr nach ÖPNVFinAusG und für die unentgelt- liche Beförderung von Schwerbehinderten nach SGB IX. Der Nachweis einer betriebsindividuellen Reiseweite für den Schülerverkehr wurde ab dem 01.01.2017 auf den Durchschnittswert der Reiseweiten der letzten drei Vorjahre für alle Verkehrsunternehmen im VMS neu geregelt. Die an- rechenbare Reiseweite beträgt damit 8,5 km für die CVAG. Für die Höhe der Ausgleichszahlung für die Schülerbeförde- rung ist die Deckelung der Ausgleichsmittel für die Schüler- beförderung durch den Freistaat Sachsen bestimmend, so dass nur ca. 52 % des ermittelten Ausgleichbedarfes aus- geglichen werden. Der Anteil der unentgeltlich beförderten schwerbehinderten Fahrgäste wurde durch eine umfassende Erhebung und Befragung im Jahr 2017 betriebsindividuell mit 6,2 % er- hoben. Dieser Wert, abzüglich ein Drittel des durchschnitt- lichen Satzes in Sachsen, kommt auch bei der Abrechnung im Jahr 2018 zur Anwendung. Zum Nachweis für den Anteil der unentgeltlich beförderten schwerbehinderten Fahrgäste wird im Jahr 2019 wieder eine Nutzungserhebung durch- geführt. Der Verkauf der Anteile an der City-Bahn Chemnitz GmbH (TEUR 6.577) wird in den sonstigen betrieblichen Erträgen abgebildet. Diese weisen u. a. dadurch eine deutliche Stei- gerung gegenüber dem Vorjahr auf. Darüber hinaus wirkt in dieser Ertragsposition die Umstellung des Ausweises von Fördermitteln, die auf Gegenstände des Anlagevermögens gewährt wurden. Bilanziell werden diese künftig in einem Sonderposten erfasst und nicht mehr aktivisch von den An- schaffungs- und Herstellungskosten abgesetzt. Durch diese Bilanzverlängerung erhöht sich das Anlagevermögen. In der Gewinn- und Verlustrechnung wirkt die Umstellung zwar ergebnisneutral, erhöht aber einerseits die sonstigen be- trieblichen Erträge und andererseits die Abschreibungen in gleicher Höhe. Diese Umstellung war im Wirtschaftsplan für 2018 nicht enthalten. Durch die steigende Zahl der Zweisystemfahrzeuge und Regioshuttle, für die CVAG die Wartungs- und Instandhal- tungsleistungen übernommen hat, steigen die Erträge bei den Leistungen für Dritte nochmals deutlich im Vergleich zum Vorjahr. Diese Leistungen führen uns kapazitätsseitig sowohl im vorhandenen infrastrukturellen als auch im per- sonellen Bereich an die Kapazitätsgrenzen, so dass teilweise Leistungen fremdvergeben werden müssen. Im Materialaufwand wirken sich daher auch diese Fremd- leistungen kostenerhöhend aus. Neben steigenden Preisen für Instandhaltungsmaterial ist auch der Preis für Diesel- kraftstoff im Jahresverlauf um ca. 23 % angestiegen. 16 Geschäftsbericht CVAG 2018 Lagebericht
Zu sehen ist eine der 14 neuen Škoda-Bahnen im Rohbau, welche in Pilsen gefertigt werden. Die Personalaufwendungen werden durch den tarifrecht- lichen Rahmen, die betrieblichen Vereinbarungen und die Anzahl der Mitarbeiter bestimmt. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten u. a. kaufmännische und sonstige Dienstleistungen, Versiche- rungen, Schulungs- und Projektkosten. Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der wichtigsten Positionen in den Erlösen und Aufwendungen: Umsatzerlöse Sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen Übriger betrieblicher Aufwand Erträge aus Beteiligung und Gewinnabführung Erträge Verlustübernahme Ergebnisausweis ohne Einmal- effekt aus Verkauf der Anteile CBC Plan 2018 TEUR 35.314,5 9.008,7 20.464,7 26.800,0 6.810,0 7.223,4 160,0 17.129,4 2018 TEUR 38.843,2 16.617,8 22.287,3 27.016,1 12.590,7 7.639,6 207,0 13.386,7 2017 TEUR 35.444,0 4.859,8 18.928,0 24.423,7 5.239,9 7.659,2 1.244,8 14.388,3 2016 TEUR 33.706,4 5.552,0 17.549,4 23.887,3 5.332,3 7.022,0 1.584,6 12.187,1 23.706,1 19.963,4 14.388,3 12.187,1 Insgesamt besteht im Jahr 2018 ein Ausgleichsbedarf für unser Unternehmen in Höhe von EUR 13,4 Mio €. Dieser wird als zulässige Ausgleichsleistung für die Betrauung, mit der gemeinwirtschaftlichen Verpflichtung eine ausrei- chende Verkehrsbedienung in der Stadt Chemnitz nach den Maßgaben des aktuellen Nahverkehrsplanes zu erbringen, durch die VVHC im Rahmen des abgeschlossenen Beherr- schungs- und Ergebnisabführungsvertrages ausgeglichen. Die Anforderungen der Verordnung EG Nr. 1370/2007 werden erfüllt und mit dem installierten Anreizsystem wird eine wirtschaftliche Geschäftsführung gemäß den Vorgaben des Anhangs der Verordnung EG Nr. 1370/2007 sichergestellt. Zur Messung der im Nahverkehrsplan festgelegten Qualitäts- parameter des Verkehrsangebotes kommt eine Bonus- und Malusregelung zur Anwendung. Das im Vergleich zum Wirtschaftsplan deutlich bessere Jahres- ergebnis resultiert zunächst aus der über den Erwartungen liegenden Steigerung der Umsatzerlöse, innerhalb derer sich vor allem die Leistungen für Dritte und die Ausgleichszah- Geschäftsbericht CVAG 2018 Lagebericht 17
Nach zweijähriger Planungs- und Entwicklungsphase erhielt Škoda Transportation a.s. den Zuschlag für den Bau der neuen Straßenbahnen. lungen positiv entwickelt haben. Darüber hinaus wirkt sich das nicht planbare positive Ergebnis aus periodenfremden Erträgen und Aufwendungen mit EUR 1,0 Mio. (ohne Ge- winn aus dem Verkauf der Anteile an der City Bahn Chemnitz GmbH; Vorjahr EUR 2,7 Mio.) auf die Ergebnisabweichung zum Planwert aus. Das periodenfremde Ergebnis resultiert insbesondere aus der ertragswirksamen Auflösung von Rück- stellungen für Personal- und Instandhaltungsverpflichtungen. Trotz deutlicher Ergebnisverbesserung im Vergleich zum Wirtschaftsplan und auch im Vergleich zum Vorjahr ist den- noch der prognostizierte Effekt der deutlichen Kostenstei- gerungen durch Leistungserweiterung, Tarifentwicklung und zahlreiche Investitionen in die Infrastruktur ablesbar. Würde die Wirkung des Verkaufs der Anteile an der City-Bahn Chemnitz GmbH egalisiert, wäre der notwendige Ausgleichs- bedarf in 2018 um 6,6 Mio €. auf knapp 20 Mio €. gestiegen und damit im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Mio €. höher. Die erreichten Kosteneffizienzen bestätigen die Richtigkeit der in den letzten Jahren verfolgten Strategie und bilden sich im Kostendeckungsgrad (ohne neutrale Erträge – speziell Anteilsverkauf City-Bahn Chemnitz GmbH - und Aufwen- dungen) ab, der bei 71,32 % liegt. 3 Finanzlage Für das Jahr 2018 war die Liquidität durch die Ausgleichs- zahlungen der VVHC gesichert. Investitionen konnten aus Eigenmitteln und Fördermitteln finanziert werden. Es bestehen keine Investitionskreditver- bindlichkeiten. Die Umstellung des Ausweises der Fördermittel für Gegen- stände des Anlagevermögens führt durch eine fehlende direkte Zurechenbarkeit des Sonderpostens zum Eigenka- pital zu einer Verschiebung beim Anlagendeckungsgrad. Unter der Maßgabe, dass die Förderbedingungen eingehalten werden, werden die Beträge des Sonderpostens zu Eigen- kapital. Dies vorausgesetzt, besteht nach wie vor eine voll- ständige Deckung des langfristig gebundenen Anlagever- mögens durch das wirtschaftliche Eigenkapital. Gleichzeitig stehen den kurz- und mittelfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 16,8 Mio. und den Rückstellungen in Höhe von EUR 13,1 Mio. ein höherer Bestand an liquiden Mitteln von EUR 20,4 Mio. und kurzfristigen Forderungen von EUR 10,7 Mio. gegenüber. 4 4.1 Vermögenslage Vermögens- und Kapitalstruktur Durch die Bilanzverlängerung verschieben sich die Vermö- genskennzahlen deutlich im Vergleich zum Vorjahr. Dabei entwickelt sich die Vermögensstruktur zu Gunsten des Anlagevermögens, dessen Anteil am Gesamtvermögen auf 83,2 % (Vorjahr 56,9 %) gestiegen ist. Gleichzeitig hat sich der Anteil des kurzfristig gebundenen Umlaufvermögens an der Bilanzsumme entsprechend vermindert, unter anderem auch aufgrund des Rückgangs von Flüssigen Mitteln. Bei absolut konstanten bilanziellen Eigenkapital sinkt die Eigenkapitalquote vor allem wegen der Ausweisänderung von Investitionszuschüssen auf 30,2 % (Vorjahr 67,7 %). Der Anteil des Sonderpostens für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen an der Bilanzsumme beträgt 55,0 % (Vorjahr 0,0 %). Der verbleibende Fremdmittelanteil am 18 Geschäftsbericht CVAG 2018 Lagebericht
Nach der Abnahme des Rohbaus erfolgt die Verkabelung des Fahrzeuges. Gesamtkapital hat sich wegen des Bilanzsummenwachs- tums auf 14,8 % (Vorjahr 32,3 %) vermindert. 4.2 Investitionen Im Jahr 2018 sind die Investitionsbauvorhaben mit bereit gestellten Fördermitteln größtenteils wie geplant realisiert bzw. begonnen worden. So konnten die Erneuerungen von Streckenabschnitten im Gleisnetz kontinuierlich fortgeführt werden. Dabei lag der Schwerpunkt auf Gleiserneuerungen an der Wartburgstraße, die wegen unwirtschaftlicher Aus- schreibungsergebnisse in 2017 nach 2018 verschoben wur- den. Zur Sicherstellung der Verkehrsführung wurde die Er- tüchtigung der Fahrleitung Bernsdorf mit dem anderen Projekt zeitlich abgestimmt. Dabei konnte Anfang Dezember 2018 die Bauabnahme ab der Wartburgstraße erfolgen. Das Projekt Fahrleitung Bernsdorf wird in 2019 zum Abschluss gebracht. Der letzte Bauabschnitt des Umbaus der Zentralhaltestelle im Zusammenhang mit der Umsetzung Chemnitzer Modell Stufe 2 wurde nach umfangreichen Modernisierungsmaß- nahmen mit Investitionen in die Barrierefreiheit der Bahn- steige und den Anpassungen an die Anforderungen der Zweisystemfahrzeuge des Chemnitzer Modells im Mai 2018 abgeschlossen. Im Herbst 2018 wurde die Ausstattung der Zentralhaltestelle und angrenzender Plätze in Kooperation mit der Stadt Chemnitz, der C3 Chemnitzer Veranstaltungs- zentren GmbH und der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge mit einer Videoüberwachung realisiert. Sie dient der Prä ven- tion und Gefahrenabwehr mit dem Ziel, öffentliche Sicher- heit und Ordnung sowie Betriebs- und Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Das Projekt Beschaffung von 14 niederflurigen Straßenbahnen wurde mit dem Hersteller intensiv technisch begleitet und bereits während des Entwicklungsprozesses mit der Ge- nehmigungsbehörde hinsichtlich technischer und Sicher- heitsanforderungen abgestimmt. Ende November wurde die erste Bahn geliefert und der Öffentlichkeit bei einer Pressekonferenz am 5. Dezember vorgestellt. Die Bahn be- findet sich bis voraussichtlich Mai 2019 im Prozess der Typenzulassung und soll Ende des zweiten Quartals 2019 den Fahrgastbetrieb aufnehmen. Im Werk von Skoda Trans- portation in Pilsen werden bis Ende September 2019 alle weiteren Bahnen kontinuierlich gefertigt und sukzessive an die CVAG zur Auslieferung gebracht. Dabei erfolgt eine engmaschige Prüfung der Arbeitsstände von Seiten des Projektteams der CVAG. Der barrierefreie Umbau der Türen der Vario-Straßenbahnen wurde mit dem Umbau am Pilotfahrzeug konstruktiv und technologisch entwickelt. Fünf weitere Fahrzeuge konnten im Jahr 2018 fertiggestellt werden. Bei weiteren 17 Fahr- zeugen wird der Umbau in den kommenden Jahren realisiert. Der Omnibusfuhrpark wurde durch Ersatzbeschaffungen von 15 Omnibussen zur Sicherstellung der Leistungsfähig- keit für die Leistungserweiterung zum Jahresbeginn 2019 verjüngt. Alle beschafften Omnibusse erfüllen die höchste Abgasnorm. Der Ausbau von Haltestellen mit weiteren 56 Fahrtzeitan- zeigen zur Verbesserung der Information der Fahrgäste hat in 2018 begonnen und wird bis 2020 fortgesetzt. Im Wesent- lichen umfassen diese Standorte die neue Ringbuslinie und weitere definierte Standorte, welche das Stadtzentrum und umschließende Stadtteile verbinden. Geschäftsbericht CVAG 2018 Lagebericht 19
Im Jahre 2018 begann die grundhafte Sanierung der Zwischenschleife und Haltstelle Wartburgstraße. Bei den beweglichen Wirtschaftsgütern wurden in erster Linie Ersatzinvestitionen für Betriebs- und Geschäftsaus- stattungen vorgenommen. In der nachfolgenden Übersicht ist der im Jahr 2018 realisierte Investitionsumfang an immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen im Vergleich zum Vorjahr dargestellt: Investitionen nach Projekten 2018 - Investitionen gesamt: 51.695,2 TEUR 773,0 TEUR 34.242,3 TEUR 4.198,4 TEUR 10.189,2 TEUR 1.124,2 TEUR 1.150,6 TEUR 14,9 TEUR 2,6 2017 - Investitionen gesamt: 15.047,4 TEUR 1.486,4 TEUR 6.826,2 TEUR 4.250,1 TEUR Neuanschaffung von Niederflur- straßenbahnen Barrierefreier Umbau Schwingtüren bei den Vario-Straßen- bahnen 0,0 1.979,8 TEUR 454,0 TEUR 50,9 TEUR 0,0 Für die Investitionsbaumaßnahmen konnten auch im Ge- schäftsjahr 2018 Fördermittel bis zu 75 % nach Richtlinie ÖPNV verwendet werden. Bei der Busförderung sind für die Leistungserweiterung durch die Ringbuslinie 6 Omnibusse aus den Mitteln des Euro päischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) ge- fördert. Die Zahlung erfolgte allerdings nachgelagert nach Prüfung des Vorhabens durch die Genehmigungsbehörde im Jahr 2018 in Höhe von TEUR 972. Die übrigen Ersatz- investitionen an Omnibussen werden bis zu TEUR 90 je Fahrzeug gefördert. 20 Geschäftsbericht CVAG 2018 Lagebericht
Während der Modernisierung des Streckenabschnitts der Straßenbahnlinie 2 ist das Konzept „Fahren und Bauen“ verfolgt wurden. Die Finanzierung der Investitionen an immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen ist in der nachstehenden Tabelle dargestellt: Finanzierung der Investitionen 2018 - Investitionen gesamt: 51.695,2 TEUR 10.229,7 TEUR 0,0 28.789,0 TEUR 12.676,5 TEUR Fördermittel nach Richtlinie ÖPNV Finanzhilfe des ZVMS Eigenmittel 2017 - Investitionen gesamt: 15.047,4 TEUR 5.004,4 TEUR - 2,2 TEUR 0,0 10.045,2 TEUR 5 Risikobericht Risikomanagement Das im Unternehmen implementierte Risikomanagement- system sichert mit vierteljährlichen Berichtszeiträumen eine permanente Beobachtung von Risikofaktoren und ver- setzt die Unternehmensleitung in die Lage, frühzeitig nicht nur Risiken zu erkennen, sondern auch entsprechend ge- genzusteuern. Das installierte Risikofrüherkennungssystem entspricht den Anforderungen des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich. Aus den periodisch durchgeführten Risikoreports, der jähr- lichen Risikoinventur und in den Besprechungen des Risiko- managementgremiums wurden keine unternehmensgefähr- denden Risiken festgestellt. Die Bewertung von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadens- höhe der Risiken wurde der aktuellen Entwicklung angepasst. Die Audits zu Prozessabläufen wurden fortgeführt und beschreiben den workflow und die Entscheidungsschritte betrieblicher Prozesse. Die Prozesse basieren auf dem Ge- schäftsverteilungsplan der CVAG. Im Rahmen der kauf- männischen Geschäftsbesorgung durch die eins energie in sachsen GmbH gelten die Prozess-Audits der eins. Das Audit als eine systematische und unabhängige Untersuchung wird durch die interne Revision durchgeführt, um festzu- stellen, ob die betrieblichen Tätigkeiten und die damit zu- sammenhängenden Ergebnisse den geplanten Vorgaben entsprechen und ob diese Vorgaben verwirklicht und ge- eignet sind, die IKS-Ziele zu erreichen. Geschäftsbericht CVAG 2018 Lagebericht 21
Ein Teilstück der Strecke „Trasse Bernsdorf“ wurde 2018 fertiggestellt. Die mehrstufige Baumaßnahme soll vsl. Anfang 2020 beendet sein. Das Risikomanagement erfolgt bezüglich der Bewertung und der Einschätzung der möglichen Folgen in Abstimmung mit der Versorgungs- und Verkehrsholding Chemnitz GmbH. Umfeld- und Branchenrisiken Die Risiken, die sich aus der Erfüllung der Anforderungen der EG-Verordnung Nr. 1370/2007 über öffentliche Personen- verkehrsdienste auf Schiene und Straße ergeben, unterliegen einer permanenten Beobachtung. Mit der Änderung und Ver- längerung der Betrauungsvereinbarung vom 26./27. Mai 2009 sind die Rahmenbedingungen zur Einhaltung geschaffen worden. Mit der Steuerung der wirtschaftlichen Geschäfts- führung des Unternehmens über Zielgrößen zur Anreizre- gulierung und einer Bonus- und Malusregelung werden für die geplanten Aufwendungen und Erträge sowie mit den Ausgleichszahlungen zum Ergebnis die nach Beihilferecht höchstens ausgleichsfähigen Kosten eingehalten und eine Überkompensation vermieden. Bei der Auslegung der EG-Verordnung Nr. 1370/2007 sind die Auslegungsleitlinien vom 29. März 2015 zu beachten. Als rechtliche Grundlagen sind für eine zukünftige Direkt- vergabe des ÖPNV in der Stadt Chemnitz neben der EG-Ver- ordnung Nr. 1370/2007 über öffentliche Personenverkehrs- dienste auf Schiene und Straße sowie deren Änderung im Rahmen des vierten EU-Eisenbahnpaketes mit Beschluss des EU-Verkehrsministerrat am 8. Oktober 2015 und das zum 1. Januar 2013 in Kraft getretene, neue Personenbeför- derungsgesetz (PBefG) wirksam. Mit der bereits in Abschnitt 1.1 genannten Vorabbekannt- machung im EU-Amtsblatt am 19. Januar 2018 zur beab- sichtigten Direktvergabe eines öffentlichen Dienstleistungs- auftrages über Verkehrsleistungen im Straßenbahn- und Busbereich im Stadtverkehr Chemnitz hat sich die Stadt Chemnitz als zuständige Behörde klar zur CVAG als interner Betreiber der Verkehrsleistungen bekannt. Nach der Bestä- tigung des ÖDA durch den Stadtrat der Stadt Chemnitz in seiner Sitzung am 28. November 2018 sind weitere Risiken aus dem Vorrang der Eigenwirtschaftlichkeit, die sich aus dem PBefG ergeben könnten, als gering anzusehen. Als kritisch wird derzeit die Finanzierung bei der Beschaf- fung von Omnibussen betrachtet. Die aktuelle Förderricht- linie entspricht nicht den wirtschaftlichen Anforderungen der Verkehrsunternehmen und beeinträchtigt einen konti- nuierlichen Erneuerungsprozess und führt damit zu stei- genden Instandhaltungsaufwendungen. Zur Herstellung einer Planungssicherheit für Investitionen in die Infrastruktur und Fahrzeuge bei den Verkehrsunter- nehmen sowie zur Vermeidung von Investitionsstau ist eine Erhöhung der Mittelbereitstellung und zweckgebundene Förderung für die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse und die Stärkung des umweltfreundlichen öffentlichen Per- sonennahverkehrs unabdingbar. Finanzwirtschaftliche Risiken Mögliche weitere Veränderungen in der Steuergesetzgebung und den Ausgleichszahlungen für die Beförderung von Schü- lern und Schwerbehinderten werden verfolgt. Die mit dem Haushaltsbegleitgesetz im Freistaat Sachsen definierten Regelungen zur Finanzierung der Ausgleichszahlungen für den Schülerverkehr sind innerhalb des Zweckverbandes Ver- kehrsverbund Mittelsachsen (ZVMS) durch die Aufgaben - träger einheitlich nach dem § 45a des PBefG ausgestaltet. 22 Geschäftsbericht CVAG 2018 Lagebericht
Im Baubereich Wartburgstraße sind 5.000 Meter Fahrleitung gezogen und 2.000 Meter Bahnstromkabel sowie 1.300 Meter Kommunikationskabel verlegt worden. Die Ausgleichsmittel für den Schülerverkehr werden im ZVMS gepoolt. Allerdings bewirkt der zur Verfügung stehende ge- deckelte Betrag, dass eine prozentuale Absenkung der nach- ge wiesenen Ansprüche an Ausgleichszahlungen für den Schü- ler verkehr für alle Verkehrsunternehmen im VMS erfolgt. Bei den Beteiligungsunternehmen ETP Euro Traffic Partner GmbH und SAXONIA Service GmbH & Co. KG ergeben sich durch die allgemeine Kostenentwicklung, die Steigerung der Personalkosten und das begrenzte Marktumfeld Aus- wirkungen auf die Ergebnisse der wirtschaftlichen Geschäfts- tätigkeit, die sich auch im mittelfristigen Planungszeitraum weiter abzeichnen. 6 Korruptionsprävention/ Compliancemanagement Die Unternehmen des VVHC-Konzerns haben in 2008 eine „Konzernrichtlinie zur Korruptionsprävention“ in Kraft ge- setzt, die seitdem mehrmals aktualisiert wurde. Zielstellung dieser Richtlinie ist es, durch Regelungen die Sensibilisierung des Einzelnen und das Bewusstsein für die Folgen von Korruption und dolosen Handlungen zu stärken und die Möglichkeiten ihrer Bekämpfung zu schaffen. Dabei gibt die Konzernrichtlinie Verhaltensgrundsätze zur Einhal- tung der Gebote der Rechtstreue sowie zur Vorbeugung von Korruption und zeigt auf, wie bei Korruptionsverdacht zu verfahren ist. Als Anlage wurde der „Leitfaden gegen Kor- ruption für Führungskräfte“ mit aufgenommen. Im Unternehmen wurde eine Ombudsfrau benannt, die für die Umsetzung der Korruptionsprävention zuständig ist und im Korruptionspräventionsgremium der VVHC mitarbeitet. Das Tochterunternehmen der CVAG - die ETP Euro Traffic Partner GmbH - ist in den Gültigkeitsbereich der Konzern- richtlinie zur Korruptionsprävention eingeschlossen. Seit dem 1. Juli 2016 regelt eine betriebliche Ordnung das Compliance-Management. Das Compliance-Management umfasst systematisch alle Maßnahmen und Verfahrensab- läufe im Unternehmen, die dazu dienen Compliance zu ge- währleisten. Es beschränkt sich nicht darauf bestimmte Maßnahmen anzuordnen, sondern wirkt präventiv und als Kontrollinstrument, um Regelverstöße mit wirtschaftlichen Nachteilen für die CVAG zu vermeiden. Das Compliance-Management wird eng mit dem Risikoma- nagement verzahnt, ganzheitlich betrachtet und überwacht. Zum 1. Januar 2017 ist die Konzernrichtlinie Tax-Compliance in Kraft getreten und richtet sich auf die gesetzeskonforme Einhaltung der zutreffenden steuerlichen Sachverhalte und Rechtsvorschriften. 7 Prognosebericht und Chancen der künftigen Entwicklung Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 12. Dezember 2018 dem Wirtschaftsplan 2019 zugestimmt und die Mittelfrist- planung für die Jahre 2020 bis 2023 beraten. Die Planung berücksichtigt die Erfüllung einer qualitativ hochwertigen Verkehrsbedienung in Chemnitz nach den Vorgaben des aktuellen Nahverkehrsplanes „Angebotsnetz 2017+“ und die Einhaltung der wirtschaftlichen Kennzahlen nach den Rahmenbedingungen und Anforderungen der Verordnung EG Nr. 1370/2007. Leistungserweiterungen er- Geschäftsbericht CVAG 2018 Lagebericht 23
Wie bereits die Endstelle Reichenbrand wird im Jahr 2019 die Endstelle Rottluff umgestaltet. geben sich ebenfalls aus der Neugestaltung des Nahverkehrs im Landkreis Zwickau und damit aus der Beendigung der Kooperationslinien mit der Regionalverkehr Erzgebirge GmbH RVE ab dem Jahr 2019 sowie die Durchführung von Schienenersatzverkehrsleistungen (SEV) auf einem Teilab- schnitt der Relation zwischen Chemnitz und Aue. Aus der Leistungserweiterung und -neuordnung, verbunden mit den Angebotsverbesserungen, ergeben sich Chancen für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung im Rahmen einer Direktvergabe. Ab dem 1. Januar 2020 wird eine Direktvergabe für das Ge- samtnetz Bus und Schiene im Stadtgebiet Chemnitz auf Grundlage des Nahverkehrsplanes des ZVMS „Teilraum Chemnitz“ mit seinen einzelnen Umsetzungsschritten durch den Aufgabenträger Stadt Chemnitz erfolgen. Die Erweiterung unseres Leistungsportfolios im Bereich der Wartung und Instandhaltung von Schienenfahrzeugen im Rahmen des Fahrzeugeinsatzes im Chemnitzer Modell wirkt als Nebengeschäft positiv auf den erforderlichen Verlust- ausgleich für die ÖPNV-Leistung. Für die Folgejahre wird mit einer leicht steigenden Umsatz- entwicklung gerechnet. Die Material- und sonstigen Auf- wendungen werden von der Entwicklung des durchschnitt- lichen Preisniveaus beeinflusst. Bei den Personalkosten kommt es zu Kostenerhöhungen aus dem Abschluss des Tarifvertrages Nahverkehr TV-N Sachsen, der zum 1. März 2018 zwischen den Tarifvertragsparteien neu verhandelt wurde und eine Tariferhöhung sowie eine Arbeitszeitverkürzung enthält. Die Einnahmesteigerung aus den Beförderungser- lösen kann dies nicht ausgleichen. Es ist daher von einem starken Anstieg des Jahresfehlbetrages vor Verlustüber- nahme in 2019 und den Folgejahren gegenüber dem Wirt- schaftsjahr 2018 auszugehen. Durch die Anteilsübertragung der von der CVAG gehaltenen Anteile an der City-Bahn Chemnitz GmbH auf die VVHC er- geben sich keine weiteren Auswirkungen auf die bestehen- den Geschäftsbeziehungen zwischen der CVAG und der City-Bahn Chemnitz GmbH. Die konzerninterne Übertra- gung der von der CVAG gehaltenen Anteile an die VVHC hat nur Auswirkungen innerhalb des VVHC-Konzerns und keine wesentlichen externen Auswirkungen. Die Wirtschaftsplanung 2019 und im mittelfristigen Zeit- raum bis 2023 ist auf die Erfüllung der wirtschaftlichen Kenngrößen nach den Anforderungen der Betrauungsver- einbarung und ab dem Jahr 2020 auf die Rahmenbedin- gungen der Direktvergabe ausgerichtet. Die Ausgleichsbeträge für die ÖPNV-Leistung gemäß Be- trauungsvereinbarung sowie Direktvergabe werden auf Grund der Leistungs- und Kostenentwicklung in den folgenden Jah- ren ansteigen. Das Unternehmensergebnis wird über den Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag mit der VVHC ausgeglichen. Zur Minimierung von Zuschusszahlungen aus dem städti- schen Haushalt sind bei der VVHC wegen des Anstiegs der CVAG-Aufwendungen bei gleichbleibender Gewinnabfüh- rung der KVC liquiditätsverbessernde Maßnahmen not- wendig. Es ist daher beabsichtigt, künftig einen Teil der Kapitalrücklage der CVAG, soweit liquiditätsseitig darstell- bar, an die VVHC auszuschütten. 24 Geschäftsbericht CVAG 2018 Lagebericht
Im Jahr 2015 begann die schrittweise Umgestaltung der Stelenbeschilderung. Seitdem sind etwa 12.000 Schilder, davon rund 5.000 Linienschilder ausgebracht wurden. Der jährliche Aufwand der CVAG wird nach der Angebots- erweiterung des Nahverkehrsplanes für das „Angebots- netz 2017+“ zu einem höheren Zuschussbedarf führen. Soweit der erforderliche Mittelbedarf zur Finanzierung des ÖPNV nicht vollständig innerhalb des Konzernverbundes der VVHC abgedeckt werden kann, ist daher eine Finanzie- rung der Differenz über Zuschüsse der Stadt Chemnitz an die VVHC notwendig. Über das System der Anreizregulierung wird die Wirtschaft- lichkeit des Unternehmens gesteuert und die Mitarbeiter haben bei Erfüllung der Ziele über Bonusregelungen am Ergebnis teil. Die Bewertung und Abrechnung von Quali- tätsparametern im Rahmen der Leistungserfüllung der Be- trauungsvereinbarung bildet sich über eine Bonus- und Malusregelung ab. Bei den Verkehren mit Kraftfahrzeugen ist die Verlängerung der Buskonzessionen, auf Grundlage der §§ 42, 43 PBefG bis zum Ablauf der Betrauungsvereinbarung am 31. Dezember 2019 beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) für die Omnibuslinien bewilligt. Damit ist eine Verknüpfung der Konzessionsdauer mit der Laufzeit der Betrauungs- vereinbarung bis zum 31. Dezember 2019 erfolgt. Für die darauffolgende Neuerteilung der Bus- und Straßenbahn- konzessionen wird sich die Konzessionserteilung nach der Direktvergabe ausrichten. Die mit der Regionalverkehr Erzgebirge GmbH betriebenen fünf Omnibus-Gemeinschaftskonzessionen hatten eine Lauf- zeit bis zum 31.12.2018. Mit der Neugestaltung des Nahver- kehrs im Landkreis Zwickau mit einer wettbewerblichen Vergabe und endet die Kooperation mit der Regionalverkehr Erzgebirge GmbH. Eine delegierende Zweckvereinbarung gemäß § 71 Abs. 1 SächsKomZG zwischen dem Landkreis Zwickau und der Stadt Chemnitz regelt künftig die Ver- kehrsleistung auf den betroffenen Linien, die seit Januar 2019 durch die CVAG erbracht werden. Als Chance sieht die CVAG die strategische Entwicklung des Chemnitzer Busnetzes mit dem Baustein Netz 2020+ und das strategische Straßenbahnnetz 2030+ als Grundlage für die langfristige Erweiterung des Chemnitzer Straßen- bahnnetzes im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung des Chemnitzer Modells. Im Rahmen der Investitionsplanung der Jahre 2019 bis 2023 sind Mittel zur Erneuerung und Werterhaltung der Infra- struktur in Höhe von EUR 56 Mio. und für die Erneuerung und die weitere Verjüngung des Omnibus- und Straßen- bahnfuhrparks in Höhe von EUR 30 Mio. vorgesehen. Damit soll eine Niederflurigkeit und bequemer behindertenge- rechter Zustieg in allen Fahrzeugen erreicht werden. Eben- falls werden Haltestellen behindertengerecht umgebaut, um die gesetzlich geforderte Barrierefreiheit bis zum Jahr 2022 weitgehend herzustellen. Die Investitionen sollen aus Eigenmitteln, Fördermittel aus der Richtlinie ÖPNV und Fremdmitteln finanziert werden. Als rechtliche Grundlage für die zukünftige Vergabe des ÖPNV in der Stadt Chemnitz ist das zum 1. Januar 2013 in Kraft getretene, neue PBefG zu berücksichtigen. Eine Präzi- sierung des PBefG hinsichtlich Anpassungsbedarf mit der Aufnahme von sozialen Standards und der Konkretisierung der zu erbringenden Verkehre in der Vorabbekanntmachung für eine geplante Direktvergabe wird vom VDV und den Verkehrsunternehmen für dringend geboten gehalten, um Geschäftsbericht CVAG 2018 Lagebericht 25
Um die Sicherheit am Bahnübergang Guerickestraße zu gewährleisten erfolgte im Oktober 2018 die Gleiserneuerung. eine Wettbewerbsverzerrung zulasten einer kommunalen Leistungserbringung zu vermeiden und Wettbewerbsgleich- heit herzustellen. Der Bundesrat hat sich am 10. Februar 2017 mit dem Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des PBefG befasst und die Einbringung in den Deutschen Bundestag beschlossen. Der Gesetzesentwurf sieht u. a. vor, die Siche- rung von Qualitäts- und Sozialstandards im öffentlichen Personennahverkehr sowie, dass im Rahmen von eigenwirt- schaftlichen Anträgen die Kostendeckung der beantragten Verkehrsleistung für die gesamte Genehmigungsdauer und ein Betriebs- und Vorbereitungskonzept nachzuweisen ist. Der im PBefG geregelte grundsätzliche Vorrang eigenwirt- schaftlicher Verkehre im Genehmigungsverfahren bleibt er- halten. Der neue Koalitionsvertrag der Bundesregierung von Anfang 2018 sieht vor, das PBefG im Hinblick auf neue digitale Mobilitätsangebote zu modernisieren. Dabei soll die rechtssichere Grundlage für die Zulassung plattform- basierter Mobilitätsanbieter geschaffen werden. Diese Ent- wicklung gilt es im Hinblick auf die Erweiterung bestehender Angebote aber auch im Hinblick auf eine potenzielle Ver- drängungssituation in Bezug auf neue Marktteilnehmer im ÖPNV im Blick zu behalten. Weiterhin ist, auch für eine zukünftige Direktvergabe ab 1. Januar 2020, die Verordnung (EG) Nr. 1370/2007 über öffent- liche Personenverkehrsdienste auf Schiene und Straße sowie deren Änderung im Rahmen des vierten EU-Eisenbahnpa- ketes zu beachten. Wir als ÖPNV-Unternehmen in der Stadt Chemnitz werden mit unseren Leistungen der Mobilitätsgarant für Jedermann sein und uns den zukünftigen Herausforderungen stellen, auch unter Berücksichtigung schwierigerer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Wir garantieren Verlässlichkeit für ein attraktives Verkehrsangebot mit modernen Fahrzeugen, eine hohe Serviceorientierung in allen Bereichen verbunden mit umfassender Information unserer Kunden. Die aktuelle politische Diskussion zur Umsetzung von Maß- nahmenempfehlungen für einen leistungsfähigen ÖPNV/ SPNV in Sachsen stellt im Hinblick auf eine wirtschaftlich sinnvolle und gleichzeitig kundennahe Ausgestaltung eine Herausforderung für die Verkehrsverbünde, Verkehrsunter- nehmen und letztlich auch die Aufgabenträger dar. Ent- sprechend in den Landeshaushalt eingestellte Mittel zur Schaffung von Angeboten wie dem Sachsen-Ticket und wei- teren für spezielle Nutzergruppen abgesenkte kostengünstige Tarifangebote geben eine Finanzierungsgarantie bis zum Haushaltsjahr 2020, nicht aber darüber hinaus. Des Weiteren sind in der Praxis Regelungen zu notwendigen Ausgleich- zahlungen zu schaffen, die sich an den realen Produktions- kosten der Leistung orientieren. Kompensationen, die sich aus Einnahmeausfällen und Absenkung der Tarifergiebigkeit bei erweiterten Gültigkeiten bestehender Angebote ergeben würden, sind aus Landesmitteln zu finanzieren. Durch die Beteiligung der Stadt Chemnitz, der Chemnitzer Verkehrs-AG, des Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungs- betriebs der Stadt Chemnitz und der eins energie in sachsen GmbH & Co. KG an einer Konzeptstudie zur Hydrogen City erarbeiten die Beteiligten den potenziellen Wasserstoffbedarf ausgewählter Bedarfsträger der Stadt Chemnitz, ein Ver- sorgungskonzept, eine Aufschlüsselung damit verbundener Kosten sowie die möglichen CO2-Einsparpotenziale. Damit soll die Umsetzbarkeit der Implementierung dieser alter- nativen Energiequelle nicht nur in Bezug auf die Mobilität, speziell im ÖPNV, sondern auch schon bei der klimaneutralen Gewinnung des Energieträgers, seiner Speicherung und 26 Geschäftsbericht CVAG 2018 Lagebericht
9 Sonstige Angaben in Anwendung der sächsischen Gemeindeordnung gemäß den Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags Die Organe der Gesellschaft sind die Hauptversammlung, der Aufsichtsrat und der Vorstand. Hinsichtlich der Zusammen- setzung der Organe verweisen wir auf die Angaben im Anhang. Abschlussprüfer: PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Käthe-Kollwitz-Straße 21 04109 Leipzig Anteilseigner: VVHC Versorgungs- und Verkehrsholding GmbH Chemnitz zu 94 %, Stadt Chemnitz zu 6 % Die im Lagebericht enthaltenen Daten zu den wichtigsten Leistungsindikatoren und Kennzahlen des Unternehmens werden durch Angaben in der Bilanz, der Gewinn- und Ver- lustrechnung sowie im Anhang ergänzt. Chemnitz, den 12. März 2019 Jens Meiwald Vorstand seiner Verfügbarkeit für mögliche Bedarfsträger bewertet und konzeptionell dargestellt werden. 8 Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289 f HGB Das Gesetz zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst (FührposGleichberG) wurde am 6. März 2015 vom Bundestag beschlossen und ist seit dem 1. Mai 2015 in Kraft. Zur Umsetzung der Vorgaben aus dem Gesetz zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst (FührposGleichberG) hat der Vorstand unter Einbeziehung des Aufsichtsrates die Festlegung der angestrebten Quoten (Zielgrößen) für die zweite und dritte Leitungsebene der Chemnitzer Verkehrs-Aktiengesellschaft (§ 76 Abs. 4 AktG) getroffen. Die CVAG hat einen aus 12 Mitgliedern bestehenden Auf- sichtsrat (davon zurzeit 1 Frau und 11 Männer). Der Auf- sichtsrat hat die Zielquote entsprechend dem Gesetz zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen mit mindestens 1/12 Besetzung der Aufsichtsratsmandate durch Frau(-en ) bis zum 31. Dezember 2019 festgelegt. Da der Vorstand nur aus einem Mitglied besteht, ist für die- ses Organ derzeit keine Festlegung vorzunehmen. In der Chemnitzer Verkehrs-Aktiengesellschaft umfasst das Führungspersonal auf der zweiten Leitungsebene regel- mäßig vier Mitarbeiter (davon zurzeit 1 Frau und 3 Männer). Der Vorstand hat daher für die zweite Leitungsebene die Ziel- quote für den Frauenanteil mit mindestens 25 % bis 30. Juni 2022 beschlossen. Die dritte Leitungsebene wird durch 16 Abteilungsleiter ge- bildet. Der Vorstand hat für die dritte Leitungsebene die Zielquote für den Frauenanteil mit mindestens 10 % zunächst bis zum 30. Juni 2017 festgelegt und eine Erhöhung dieser Quote bis zum 30. Juni 2022 auf 16 % beschlossen. Der Frauenanteil der dritten Leitungsebene liegt derzeit bei 13 %. Die Zielgrößen finden sich im Personalentwicklungskonzept des Unternehmens wieder, das sowohl Bestandteil der Jahres- planung 2019 als auch der Mittelfristplanung 2020 bis 2023 ist, über die der Aufsichtsrat berät und abstimmt. Geschäftsbericht CVAG 2018 Lagebericht 27
Entwicklungspotenzial = 60 % Umsteigebeziehungen 58,4 % !! ! ! ergrößerung Tram - Netz V 33 ,3 % ahrgastinformation 33,2 % F 50 % 40 % 30 % 20 % 10 % 0 % Erschließung von R andgebieten 43 ,8 % v Beschleunigung von Linien/ Direktverbindungen 34,3 % Verknüpfung Nahverkehr - Zug 31,3 % Verknüpfung Nahverkehr - Regiobus 26,1 % Ausbau/Aufwertung Haltestellen 30,0 % f + y
In Bezug auf die weitere Entwicklung des Angebots der CVAG stellt auch der Mobilitätsmonitor die Fragen, auf welche Punkte bei der Weiterentwicklung und Überarbeitung des Netz 2017+ wertgelegt werden sollte. Neben vorgegeben Schwer- punkten, von denen mehrere gewählt werden konnten, wurde auch die Möglichkeit gegeben eigene Wünsche zu ergänzen sowie spezielle Linien zu benennen, welche einer Überarbeitung bedürfen. Die Antworten dieser Fragen sind wertvolle Hinweise für die Evaluierung sowie die Weiterentwicklung des ÖPNV in Chemnitz. Knapp 60 % der Teilnehmer sprachen sich für die Weiterentwicklung der Umsteigebeziehungen aus. Der am zweithäufigsten genannte Punkt ist mit 43,8 % die Er- schließung von Randgebieten. Die Beschleunigung von Linien und die Einführung von weiteren Direktverbindungen ist 34,3 % der Fahrgäste wichtig. Wert gelegt werden sollte nach Meinung von je einem Drittel der Befragten zu dem auf die Erweiterung des Tram-Netzes, den Ausbau der Fahrgastinformation sowie der Verknüpfung des städtischen ÖPNV mit den Zügen des Nahverkehrs.
In der Verkehrsleitstelle und Buswerkstatt wird rund um die Uhr dafür gesorgt, dass der Betrieb reibungslos verläuft. In den Hauptverkehrszeiten sind 26 Bahnen sowie rund 90 Busse für unsere Fahrgäste im Einsatz.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Verkehrsleit- stelle waren im Geschäftsjahr 2018 in besonderem Maße gefordert. Im Rahmen der Steuerung und Kontrolle des Be- triebsablaufs war insgesamt durch vielfältige Baumaßnah- men in unserer Stadt aber auch durch abweichende Be- triebszustände wegen unterschiedlichster Veranstaltungen nur selten ein „normaler Verkehrsablauf“ zu verzeichnen. Hier waren wir bereits in den, mit den involvierten Ämtern der Stadt Chemnitz, vorgesehenen Vorbesprechungen und Pla- nungen aktiv eingebunden und hatten auch die Möglichkeit, im Nachgang unsere „Manöverkritik“ loszuwerden. Häufiger als sonst sprangen auch Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter der Verkehrsleitstelle ein, wenn es galt, einen Dienst zu be- setzen, weil kurzfristige Ausfälle aus verschiedensten Gründen zu kompensieren waren. Im Jahr 2018 konnte durch die Mitarbeiter der Kfz-Werkstatt zu jeder Zeit und unter allen Bedingungen dem Bereich Fahrdienst sowie dem Tochterunternehmen ETP GmbH die für die Absicherung des Fahrdienstes benötigte Anzahl Busse zur Verfügung gestellt werden. Durch die Neubeschaffung von 15 Standardomnibussen der Firma EvoBus wurde unsere Fahrzeugflotte auf 6,75 Jahre im Durchschnittsalter ver- jüngt. Die neuen Fahrzeuge sind zusätzlich mit Außenflä- chenlautsprecher und Infotainment ausgestattet. Ein Haupt- teil unserer Fahrzeuge wurde zusätzlich mit einem Modul zum automatischen Auslesen des Fahrtenschreibers ausge- rüstet, um der gesetzlich vorgeschriebenen Archivierung dieser Daten gerecht zu werden. BETRIEB Unsere Fahrgäste erwarten qualifizierte und serviceorientierte Fahrpersonale. Schulungen und Unterweisungen nehmen deshalb einen besonderen Platz im täglichen Dienst ein. Bevor Busse und Bahnen aber gut gewartet und gepflegt ausrücken können, kommt die Datenversorgung ins Spiel. Und unsere Leitstelle ist immer da, den laufenden Verkehr zu überwachen – an 24 Stunden des Tages und 7 Tagen der Woche. Neben der auf den geltenden Turnus- und Dienstplänen ba- sierenden bedarfsgerechten Disposition der Fahrpersonale auf die einzelnen Stadtbus- und Stadtbahnlinien bestand ein Hauptaugenmerk des Bereichs in der Ausbildung und Qualifizierung. Mehr als 300 Teilnehmer wurden in 21 Schu- lungen zum Berufskraftfahrerqualifizierungsgesetz geschult; fast 60 Teilnehmer absolvierten ein Fahrsicherheitstraining auf dem Sachsenring. Die Abteilung Verkehrssysteme und Datenmanagement er- stellte 2018 die Ausschreibung für die Lieferung und Inbe- triebnahme von 56 weiteren Dynamischen Fahrgastinfor- mationsanzeigen (DFI) im Stadtgebiet von Chemnitz und begleitete die Beauftragung an die Firma LUMINO Licht Elektronik GmbH. Die Errichtung erfolgt in den Jahren 2019 und 2020. Die Mitarbeiter der Abteilung wirkten aktiv in der Projektgruppe des Verkehrsverbundes Mittelsachsen für das Leitsystem Mittelsachsen mit, welches sich in der Pflichtenheftphase befindet. Gemeinsam mit dem VMS wurde die Anbindung der CVAG an die Datendrehscheibe des VMS realisiert. In der ersten Projektstufe werden nun Echtzeitdaten an die Datendrehscheibe übergeben und in der Fahrplanauskunft des VMS dargestellt. In 2018 wurde mit der Umsetzung des Projektes Fahrertablet und Mit ar- beiter -App begonnen. Eine Testversion wurde zur Verfügung gestellt und mit der Abstimmung der erforderlichen Schnitt- stellen begonnen. Die Erneuerung der veralteten Server- landschaft für die stationäre Videoüberwachung unserer Betriebshöfe, Abstellflächen und Endstellengebäude fand ebenfalls 2018 statt. Geschäftsbericht CVAG 2018 Betrieb 31
Ringbuslinie 82 - gefahren und für gut befunden gut 41,09 % 60 % 50 % 40 % 30 % 20 % 10 % 0 % 82 82 gut 56,3 % ausbaufähig 50,63 % % ausbaufähig 39,02 % 43,61 % 56,39 % nicht ausreichend 8,27 % nicht ausreichend 4,36 % Sind Sie schon einmal mit dem Ringbus gefahren?
Die Ringbuslinie 82 stellt eine der größten Errungenschaften des Netz 2017+ dar und eine infrastrukturelle Verbesserung im öffentlichen Personennahverkehr der Stadt Chemnitz. Viel Lob erhält diese neue Verbindung rings um das Stadtzentrum von Fahrgästen im Mobilitätsmonitor. Doch auch kritische Stimmen äußern sich zur Fahrgastinformation im Rahmen des neuen Angebots. Diese Hinweise wurden von uns ernstgenommen und weitestgehend umgesetzt. Die Auswertung im Mobilitätsmonitor zeigt, das über 63 Prozent der befragten Chemnitzer die Überarbeitung der Ringbuslinie als Verbesse- rung wahrnehmen.
Der Geschäftsbereich Technischer Service ist für die Planung, Erhaltung und Entwicklung der Infrastruktur zuständig. Aufgrund der hohen Frequentierung an der Zentralhaltestelle ist die Gleiserneuerung notwendig geworden.
das subjektiv vorhandene Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu verbessern. Den berechtigten Forderungen nach um- fänglicher Einhaltung des Datenschutzes wurde im gesam- ten Projekt höchste Priorität eingeräumt. Neben den regelmäßig notwendigen Wartungs- und In- standhaltungsarbeiten am Stadtbahnfuhrpark der CVAG wurden drei Variobahnen in der Grundstruktur der Wagen- kästen saniert sowie an fünf Variobahnen neue Türsysteme eingebaut. Mit diesen neuen Türsystemen, die eine noch umfassendere Anpassung an den barrierefreien Ein- und Ausstieg an den Haltestellen gewährleisten, machen wir auch die bereits vorhandenen Stadtbahnfahrzeuge fit für die Zu- kunft. Ein weiteres wichtiges Zukunftsprojekt, welches im Geschäftsjahr 2018 in eine entscheidende Phase getreten ist, ist die Entwicklung, Herstellung und Beschaffung von insgesamt 14 niederflurigen Bahnen des Typ ForCity Classic Chemnitz vom tschechischen Hersteller ŠKODA Transportation aus Pilsen. Die erste Bahn erreichte Anfang Dezember 2018 Chemnitz und wurde mit großem Interesse im Rahmen einer Pressekonferenz am 5. Dezember erstmals der Chemnitzer Öffentlichkeit vorgestellt. Zuvor bildete die Bahn bereits im September zur InnoTrans in Berlin, der weltweit größten Fachmesse für Schienenfahrzeugtechnik, ein viel beachtetes Messeobjekt. TECHNISCHER SERVICE Der Bereich Technischer Service hat im zurückliegenden Geschäftsjahr die infrastrukturellen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass das Netz 2017+ problemlos eingeführt und betrieben werden konnte. Darüber hinaus wurden wichtige Maßnahmen der Planung, Erhaltung und Ent- wicklung der Infrastruktur unseres Unternehmens parallel weiter vorangetrieben. Intakte Anlagen und Fahrzeuge sind eine wichtige Voraussetzung für einen reibungslosen Betrieb – das ist gelebte Praxis in unserem Unternehmen. In Vorbereitung der Netzumstellung zum Ende des Jahres 2017 hat der Bereich Technischer Service mit der Ausrüs- tung der neuen und veränderten Haltestellenstandorte die infrastrukturellen Voraussetzungen für eine reibungslose Betriebsaufnahme geschaffen. Darüber hinaus lag das be- sondere Augenmerk auf der Sicherstellung der täglichen Verfügbarkeit von 26 Straßenbahnzügen, die im Netz 2017+ pro Betriebstag benötigt werden. An weiteren Baumaßnahmen ist die Fertigstellung des barrierefreien Ausbaus der Zentralhaltestelle im Rahmen des Chemnitzer Modells in Zusammenarbeit mit dem Ver- kehrsverbund Mittelsachsen zu erwähnen. Grundhaft bar- rierefrei ausgebaut wurden außerdem die Bahn- und Bus- haltestellen Wartburgstraße. Damit gibt es in unserem Stadt bahnnetz keine Haltestelle mehr, die nicht über einen genormten Bahnsteig verfügt; der Ausstieg „auf die Straße“ gehört somit der Vergangenheit an – eine Tatsache, um die andere Städte Chemnitz beneiden. An der Straßenbahn- trasse Bernsdorf haben wir außerdem mit der Erneuerung der gesamten Fahrleitungsanlage begonnen. Diese Baumaß- nahme wird bis zum Ende des Jahres 2019 andauern. Für weitere Partner wie die Stadt Chemnitz, die C3 Veran- staltungszentren GmbH sowie die Polizeidirektion Chemnitz hat die Chemnitzer Verkehrs-Aktiengesellschaft im Projekt der Planung, Umsetzung und Inbetriebnahme einer Video- überwachungsanlage in der Innenstadt von Chemnitz die Federführung übernommen. Für die CVAG dient die Video- überwachungsanlage vorrangig der Sicherung eines reibungs- losen Verkehrs- und Betriebsablaufs. Mit dieser überwiegend präventiv wirkenden Maßnahme sollen außerdem Ordnungs- widrigkeiten verhindert sowie schneller verfolgt und geahndet werden, um die Möglichkeiten von straffälligen Handlungen zu minimieren. Weiterhin dienen diese Maßnahmen dazu, Geschäftsbericht CVAG 2018 Technischer Service 35
Teilnahme entscheide(n)t Kaßberg 7,2 Schloßchemnitz 4,3 Glösa-Draisdorf 1,2 Zentrum 6,1 Sonnenberg 6,6 Bernsdorf 8,5 Gablenz 7,6 Ebersdorf 1,9 Hilbersdorf 3,1 Yorckgebiet 4,2 Wittgensdorf 0,8 Heinersdorf 2,1 Borna- Altendorf 3,8 Röhrsdorf 0,2 Rabenstein 1,0 Reichenbrand 0,8 Grüna 0,9 Mittelbach 0,3 Furth 0,5 Kapellenberg 2,5 Altchemnitz 4,8 Markersdorf 5,1 Kappel 3,2 Helbersdorf 3,0 Lutherviertel 1,9 Reichenhain 4,6 Rottluff 0,2 Siegmar 0,7 Schönau 1,2 Hutholz 3,1 Morgenleite 1,2 Stelzendorf 0,3 Harthau 0,9 Erfenschlag 0,3 Klaffenbach 0,5 Euba 0,7 Kleinolbersdorf- Altenhain 0,5 Adelsberg 1,3 Einsiedel 0,7
Am Mobilitätsmonitor 2018 haben im Umfragezeitraum vom 1. Juni bis 30. Juni 2018 insgesamt 1954 Personen teilgenom- men. Bernsdorf ist mit 166 Teilnehmern, was einem Anteil von 8.5 % entspricht, der Stadtteil mit den meisten Teilneh- mern. Einer der Gründe ist die vergleichsweise hohe Änderungsquote des Verkehrsangebots im Zuge des Netz 2017+. In der Verteilung der Stadtteile zeigt sich, dass vor allem Menschen aus Stadtteilen mit gutem ÖPNV-Angebot, wie bei- spielsweise das Zentrum mit 6,1 %, einem hohen Anteil von Abo-Kunden, wie Markersdorf mit 5,1 %, oder ÖPNV-affinen soziokulturellen Hintergrund, wie dem Kaßberg mit 6,6 %, teilgenommen haben. Stadtteile, in denen es mit Einführung des Netz 2017+ zu Problemen und der Häufung von Beschwerden kam, sind eben- falls stärker vertreten. Als Beispiele dafür dient Reichenhain, mit dem Wegfall von Direktverbindungen in das Stadtzent- rum, sowie Schloßchemnitz, wo es Diskussionen um die Führung der Buslinie 51 gab.
Mit diversen Marketingmaßnahmen gehen wir auf unsere Stamm- und zukünftigen Kunden ein. Im Dezember 2017 führten wir das Netz 2017+ ein. Nach halbjährigem Betrieb fand eine umfangreiche Befragung der Bevölkerung von Chemnitz statt.
Sofort nach Einführung der neuen Angebote haben wir damit begonnen, die Inanspruchnahme und Akzeptanz mittels gezielter Marktforschung zu beobachten. Insbesondere durch Auswertung des Kundenanliegenmanagements konnten zu Anfang März Nachbesserungen umgesetzt werden, die zu einer weiteren Verbesserung der Akzeptanz geführt haben. Gleichzeitig haben wir im gesamten Zeitraum auch die Ent- wicklung der Inanspruchnahme unserer Linienleistungen im Blick gehabt. Als besonders positives Beispiel für die Nutzung der neuen Angebote kristallisierte sich die Ring- buslinie heraus. Hatten wir im Vorfeld mit jährlichen Fahr- gastzahlen von unter 600.000 gerechnet, können wir heute feststellen, dass rund 750.000 Fahrgäste die Stadtbuslinien 82A und 82B genutzt haben. Über das gesamte Netz gerechnet werden somit in unseren Bussen und Bahnen rund 33 Millionen Fahrgäste befördert. Das bedeutet eine leichte Steigerung gegenüber 2017 um rund 200.000 Fahr- gäste. Zusammen mit unserem Aufgabenträger haben wir das ge- samte Geschäftsjahr 2018 intensiv im Rahmen der gemein- samen Arbeitsgruppe Nahverkehrsplan genutzt, das neue Netz 2017+ weiter zu evaluieren. In der Mitte des Jahres lieferte uns außerdem eine gezielte Marktforschungsaktion mit dem Titel „Mobilitätsmonitor 2018“, die auf der Grund- lage einer Bachelorarbeit eines Studenten der Berufsaka- demie Glauchau erstellt wurde, gute Ergebnisse hinsicht- lich weiteren Verbesserungspotenzials für unsere Angebote. MARKETING Die Einführung eines neuen Liniennetzes stellt immer eine Herausforderung dar; was die organisatorische Seite im Unternehmen selbst aber auch die Information der Nutzer betrifft. Bei der Einführung des Netzes 2017+ lag die ko- ordinierende Verantwortung bei der Marketingabteilung der CVAG. Heute wissen wir, dass die Netzumstellung ein Erfolg war und neue Angebote wie die Ringbuslinie den Chemnitzer Nahverkehr noch attraktiver gemacht haben. Nach mehreren Jahren planerischer Vorbereitung stand das Geschäftsjahr 2018 ganz im Zeichen des Ende 2017 in Be- trieb gegangenen neuen Liniennetzes, das besonders durch die Inbetriebnahme der neuen Stadtbahntrasse auf der Reichenhainer Straße und die damit verbundene Neuord- nung des Omnibusliniennetzes sowie die Inbetriebnahme der Ringbuslinie gekennzeichnet war. Im Vorfeld der Um- setzung des Netzes galt es, sowohl die interne als auch die externe Kommunikation so auszurichten, dass alle notwen- digen Informationen rechtzeitig zur Verfügung standen. Dem Grundsatz folgend, dass interne Information vor der externen zu erfolgen hat, wurde vor Einführung des neuen Netzes im Unternehmen selbst umfassend zu den Neuerun- gen informiert. Kundinnen und Kunden unseres Unterneh- mens, Kooperationspartner, Betriebe, Behörden und Ein- richtungen sowie die weitere interessierte Öffentlichkeit erhielten nachfolgend im gesamten Prozess der Einführung als auch des laufenden Betriebes des neuen Netzes die not- wendigen Informationen. Dabei nutzen wir sehr vielfältige Kanäle. Neben den klassischen Printmedien wie unserem Kundenjournal oder unserer Mitarbeiterzeitung spielen auch die digitalen Kanäle wie Social Media oder das Internet eine zunehmende Rolle. Sehr intensiv haben wir das neue Netz auch mit unserem Werbepartner beworben sowie in regelmäßigen Pressegesprächen die regionalen Medien in- formiert. Darüber hinaus wird auch das Servicetelefon oder die direkte Beratung im Mobilitätszentrum gern genutzt. Unser Anspruch bestand darin, in allen Informationskanä- len einen adäquaten und aktuellen Informationspool ab- zubilden. Geschäftsbericht CVAG 2018 Marketing 39
Der ideale Kunde?
Was wissen wir über ihn? Was wir mit Sicherheit wissen – unser Kunde ist individuell und er entspricht im Wesentlichen der Alterstruktur von Chemnitz. Eine wichtige Erkenntnis aus dem Mobilitätsmonitor brachte die Rücksendung der aus- gefüllten Fragebogen mit sich: Über die Hälfte der Teilnehmer nutzte das Online-Tool. Unsere Kommunikation wird sich also auch verstärkt in diese Richtung bewegen, ohne dass wir die fast 40 % unserer Fahrgäste vernachlässigen, die den persönlichen Kontakt im Kundenzentrum suchen.
Der Personalbestand erhöhte sich insgesamt um 34 Personen.
für den Besuch von zwei Chemnitzer Fitnessstudios, Massagen oder den Chemnitzer Stadt- und Freibädern. Darüber hinaus werden Grippeschutzimpfungen organisiert und es stehen den Mitarbeitern Obst und Trinkwasserspender bereit. Unter Berücksichtigung der Hinweise des Arbeitskreises Gesundheit liegt das wesentliche Augenmerk auf einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen. In den Ausbildungsberufen Mechatroniker, KFZ-Mechatroniker, Industriemechaniker, Fachkraft im Fahrbetrieb und Berufs- kraftfahrer konnten alle Ausbildungsplätze planmäßig be- setzt werden. Die 15 neuen Auszubildenden konnten sich an einem Einführungstag mit einem Besuch in der Straßen- bahninstandhaltung, der Kfz-Instandhaltung und der Leitstelle einen ersten Überblick über unser Unternehmen verschaffen. Aber auch für die Beschäftigten des Unternehmens standen eine breite Palette von Qualifizierungsmaßnahmen auf dem Programm. Der im Vorjahr begonnene Paradigmenwechsel, die Fahrschulausbildung in Kooperation mit einer Chemnitzer Fahrschule umzusetzen, war organisatorisch anspruchsvoll, setzt aber ein wichtiges Zeichen. Die Effektivität der Aus- bildung steigt, da Wegezeiten zum bisherigen Schulungsort in Dresden entfallen und die Fahrten im Chemnitzer Straßen- verkehr stattfinden können. Im Bereich der sozialen Betreuung finden nach wie vor regel- mäßig Veranstaltungen für Jubilare aber auch ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter statt. PERSONAL UND SOZIALWESEN Die CVAG ist ein attraktiver Arbeitgeber in Chemnitz: 575 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einem breiten Spektrum verschiedener Tätigkeiten und Qualifikationen und 46 Aus- zubildende zeugen davon. Das durchschnittliche Alter der Mitarbeiter beträgt 45 Jahre. Unsere Beschäftigten sind unsere wichtigste Ressource – ohne sie ist Nahverkehr in Chemnitz nicht denkbar. Deshalb sorgen wir uns um ihre Gesundheit und ihre Qualifizierung. Für die Personalbetreuung bestand im Jahr 2018 die große Herausforderung in der permanenten Akquise von Personalen in fast allen Unternehmensbereichen. Aufgrund von tariflicher Arbeitszeitverkürzung und Leistungserweiterungen, die im Jahr 2018 wirksam wurden und 2019 wirksam werden sowie 48 im Jahr 2018 ausgeschiedenen Mitarbeitern, deren Stellen wiederbesetzt werden mussten, war die Zahl der Einstel- lungen in diesem Jahr besonders hoch. Neben der Betreuung unserer Mitarbeiter/innen lag besonders die Organisation der Ausbildung und Einarbeitung von Quereinsteigern im Fokus der Tätigkeit. Dass die Maßnahmen zur Personal- beschaffung erfolgreich waren, zeigt die hohe Anzahl an geeigneten Bewerbern, die dazu führt, dass im Rahmen der Auswahlverfahren nicht alle Bewerber berücksichtigt werden konnten. Dies zeigt einmal mehr, wie attraktiv die Chemnitzer Verkehrs-AG in der Stadt Chemnitz und der Region als Arbeitgeber wahrgenommen wird. Um der Betreuung des zusätzlichen Fahrpersonals gerecht zu werden, wurde im Bereich Fahrdienst ein weiteres Team gebildet. Im Jahr 2018 konnten, wie in den Jahren zuvor, wieder alle 15 Ausbil- dungsplätze besetzt werden. Um den zusätzlichen Bedarf an Mitarbeitern im Fahrdienst zu decken, wurde 2017 wieder begonnen, Berufskraftfahrer im Bereich Personenbeförderung auszubilden. 2018 wurden weitere 6 Auszubildende in diesem Berufsbild eingestellt. Das betriebliche Gesundheitsmanagement ist fester Bestand- teil der täglichen Arbeit. So hat auch 2018 die CVAG wieder am Firmenlauf teilgenommen. Zusätzlich zum Firmenlauf konnten die Mitarbeiter der CVAG ihr sportliches Geschick bei einem Fußballturnier und dem Chemnitzer Firmen-Bow- ling-Cup unter Beweis stellen. Beim jährlichen Volleyball- turnier mit der Patenschule stellte die CVAG drei Mann- schaften und belegte den zweiten Platz. Weitere Angebote im betrieblichen Gesundheitsmanagement sind z. B. Zuschüsse Geschäftsbericht CVAG 2018 Personal und Sozialwesen 43
Fragen wir nach der Bewertung der Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs in Chemnitz zur Einführung des Netzes 2017+, reicht das Spektrum relativ ausgewogen von fünf bis eins, um in Schulnoten zu sprechen und geht im Wesentlichen einher mit den Ergebnissen der Frage nach mehr ÖPNV-Nutzung versus privates Fahrzeug. Legen wir die Werte aus der Frage nach der Beurteilung des neuen Tram-Netzes darüber, sind die Ausschläge allerdings deutlich positiv. Hier steckt für uns als CVAG noch viel Entwicklungspotenzial, das es in allen unseren Geschäftsbereichen zu erkennen und zu nutzen gilt.
BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2018 Aktiva 31.12.2018 € 31.12.2017 € A. ANLAGEVERMÖGEN I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2. Geleistete Anzahlungen II. Sachanlagen 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken - davon Geschäfts-, Betriebs- und andere Bauten € 20.562.363,00; 31.12.2017 € 8.018.140,00 - davon Bauten des Schienenweges € 9.149.830,00; 31.12.2017 € 2.358.267,00 2. Gleisanlagen, Streckenausrüstung und Sicherungsanlagen 3. Fahrzeuge für Personen- und Güterverkehr 4. Maschinen und maschinelle Anlagen, die nicht zu Nr. 2 oder 3 gehören 5. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau III. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2. Beteiligungen B. UMLAUFVERMÖGEN I. Vorräte 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 2. Unfertige Leistungen 3. Geleistete Anzahlungen II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 4. Sonstige Vermögensgegenstände III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 1.135.311,00 92.370,00 1.227.681,00 894.321,00 186.757,81 1.081.078,81 41.124.976,84 14.993.562,92 80.342.455,00 13.337.951,84 1.545.102,00 10.972.538,84 23.320.395,38 16.504.769,00 7.255.798,84 516.086,00 4.536.016,84 7.363.896,07 170.643.419,90 51.170.129,67 50.000,00 118.012,92 168.012,92 193.272,98 118.012,92 311.285,90 172.039.113,82 52.562.494,38 2.388.392,51 11.798,88 1.130.174,84 3.530.366,23 1.769.386,71 8.549.912,39 11.317,22 366.940,26 10.697.556,58 20.426.269,43 34.654.192,24 64.846,97 2.060.856,74 13.556,55 0,00 2.074.413,29 466.840,98 5.476.506,95 10.989,03 334.799,01 6.289.135,97 31.325.916,87 39.689.466,13 69.971,15 206.758.153,03 92.321.931,66 46 Geschäftsbericht CVAG 2018 Bilanz
Passiva A. EIGENKAPITAL I. Gezeichnetes Kapital II. Kapitalrücklage III. Gewinnrücklagen Gesetzliche Rücklage B. SONDERPOSTEN FÜR INVESTITIONSZUSCHÜSSE ZUM ANLAGEVERMÖGEN C. RÜCKSTELLUNGEN 1. Rückstellungen für Pensionen 2. Sonstige Rückstellungen C. VERBINDLICHKEITEN 1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 4. Sonstige Verbindlichkeiten - davon aus Steuern € 202.035,85; 31.12.2017 € 209.861,90 - davon im Rahmen der sozialen Sicherheit € 0,00; 31.12.2017 € 26.695,07 D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 32.12.2018 31.12.2017 € € 23.040.000,00 23.040.000,00 13.265.750,83 13.265.750,83 26.210.750,16 26.210.750,16 62.516.500,99 62.516.500,99 113.637.574,57 0,00 476.708,00 476.517,00 12.597.882,79 13.035.486,32 13.074.590,79 13.512.003,32 9.792.765,60 6.289.495,81 1.554.456,37 2.315.939,89 204.754,27 253.130,03 5.241.262,90 6.706.618,92 16.793.239,14 15.565.184,65 736.247,54 728.242,70 206.758.153,03 92.321.931,66 Geschäftsbericht CVAG 2018 Bilanz 47
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 1. Umsatzerlöse 2. Verminderung/Vorjahr Erhöhung des Bestands an unfertigen Leistungen 3. Andere aktivierte Eigenleistungen 4. Sonstige betriebliche Erträge 5. Materialaufwand a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 6. Personalaufwand a) Löhne und Gehälter b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung - davon für Altersversorgung € 762.743,85; Vorjahr € 649.089,40 7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensge- genstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 9. Erträge aus Beteiligungen 10. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen - davon aus verbundenen Unternehmen € 0,00; Vorjahr € 1.042.211,18 11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge - davon aus verbundenen Unternehmen € 29.284,27; Vorjahr € 23.009,15 12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen - davon an verbundene Unternehmen € 19.039,25; Vorjahr € 21.787,25 - davon aus der Aufzinsung € 37.888,66; Vorjahr € 45.520,52 13. Ergebnis nach Steuern 14. Sonstige Steuern 15. Erträge aus Verlustübernahme 16. JAHRESÜBERSCHUSS 2018 € 2017 € 38.843.180,94 35.444.010,78 -1.757,67 429.871,14 16.617.768,02 9.963.697,94 12.323.604,00 22.287.301,94 2.085,59 431.714,78 4.859.770,71 8.758.452,15 10.169.537,75 18.927.989,90 22.056.337,58 19.858.578,32 4.959.727,78 27.016.065,36 12.590.715,18 7.573.651,52 206.978,19 4.565.107,30 24.423.685,62 5.239.906,84 7.659.156,24 202.554,05 0,00 1.042.211,18 152.565,95 154.215,23 101.908,81 -13.321.036,24 65.614,90 13.386.651,14 0,00 208.342,11 -14.322.518,39 65.828,41 14.388.346,80 0,00 48 Geschäftsbericht CVAG 2018 Gewinn- und Verlustrechnung
ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2018 1 Allgemeines Die Chemnitzer Verkehrs-Aktiengesellschaft (CVAG) hat ihren Sitz in Chemnitz und wird im Handelsregister B des Amts- gerichts Chemnitz unter der Nummer HRB 651 geführt. Die Gesellschaft ist im Sinne des § 267 Abs. 3 Handelsgesetz- buches (HGB) eine große Kapitalgesellschaft. Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2018 wurde nach den Vorschriften des HGB sowie den weiteren rechtsform- spezifischen Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) und des D-Markbilanzgesetzes (DMBilG) erstellt. Bei der Gliederung der Bilanz wurden die Vorschriften der Verordnung über die Gliederung des Jahresabschlusses von Verkehrsunternehmen in der aktuellen Fassung beachtet. Für die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung wur- de das Gesamtkostenverfahren angewandt. geförderten Anlagevermögens ertragswirksam aufgelöst. Die Ausweisänderung erfolgt für alle seit dem 1. Juli 1990 geförderten Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens. Eine Anpassung der Vorjahresvergleichszahlen (Anlagevermögen, Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermö- gen, sonstige betriebliche Erträge, Abschreibungen) ist nicht erfolgt, weshalb eine Vergleichbarkeit des Jahresabschlusses mit dem Vorjahr nicht gegeben ist. In dem als Anlage beigefügten Anlagenspiegel werden in zwei gesonderten Spalten die Auswirkungen der Ausweis- änderungen auf die Anschaffungs- und Herstellungskosten und die kumulierten Abschreibungen für das, bis zum 31.12.2017 geförderte und noch im Bestand befindliche, An- lagevermögen gezeigt. Der sich zum 1.1.2018 daraus erge- benden Erhöhung der Buchwerte des Anlagevermögens um T€ 80.658 steht eine entsprechende Erhöhung des Sonder- postens für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen gegenüber. Die geänderte Bilanzierung der Investitionszu- schüsse hat im Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2018 um je T€ 7.012 höhere sonstigen betriebliche Erträge und Abschreibungen zufolge. Eine Auswirkung auf das Ergebnis nach Steuern ergibt sich daraus nicht. 2 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden im folgenden Abschnitt dargestellt. Die im Vorjahr angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungs- methoden wurden mit Ausnahme einer geänderten Bilan- zierung von erhaltenen Investitionszuschüssen beibehalten. 3 3.1 Erläuterungen zur Bilanz Anlagevermögen Die genannte Bilanzierungsänderung der Investitionszu- schüsse führt unter Beachtung der Grundsätze ordnungs- mäßiger Buchführung zur Vermittlung eines besser den tat- säch lichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Ver mögens-, Finanz- und Ertragslage der CVAG und beruht darüber hinaus auf einer entsprechenden Änderung der konzerneinheitlichen Bilanzierungsrichtlinie. Danach werden erhaltene Investitionszuschüsse nicht mehr von den An- schaffungs- und Herstellungskosten des geförderten Anlage vermögens abgesetzt, sondern stattdessen in einen Sonder posten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermö- gen eingestellt. Der Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen wird über die Nutzungsdauer des Aufgliederungen und Entwicklungen des Anlagevermö- gens haben wir in der Anlage zum Anhang dargestellt. 3.1.1 Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen Die immateriellen Vermögensgegenstände und die Gegen- stände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaf- fungs- und Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare und außerplanmäßige Abschreibungen angesetzt. Geleistete Anzahlungen sind zum Nennwert angesetzt. Geschäftsbericht CVAG 2018 Anhang für das Geschäftsjahr 2018 49
Planmäßige Abschreibungen werden linear wie folgt vorgenommen: Software Geschäfts-, Betriebs- und andere Bauten, Bauten der Schienenwege Gleisanlagen, Streckenausrüstung und Sicherungsanlagen Fahrzeuge für Personen und Güterverkehr Maschinen und maschinelle Anlagen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Abschreibungsdauer Jahre 3-5 10-50 20-25 7-20 8-12 5-13 Geringwertige Anlagegüter bis EUR 800,00 (bis zum Vorjahr bis EUR 410,00) werden im Jahr des Zugangs sofort abgeschrieben. 3.1.2 Finanzanlagen Umlaufvermögen 3.2 3.2.1 Vorräte Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten ange- setzt. Weitere Angaben zu Anteilen an verbundenen Unterneh- men und Beteiligungen erfolgen in Abschnitt 5 des An- hangs. Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind mit den gewogenen Durchschnittspreisen unter Berücksichtigung des niedrige- ren beizulegenden Wertes bewertet. Für Ersatzteile, die als Störreserve für Straßenbahnen vorgehalten werden, er- folgt eine zeitanteilige Abschreibung entsprechend der Nutzungsdauer der Anlagegüter. Die unfertigen Leistungen sind zu Herstellungskosten an- gesetzt. Geleistete Anzahlungen sind zum Nennwert angesetzt. 3.2.2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungen gegen verbundene Unternehmen Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht Sonstige Vermögensgegenstände davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 31.12.2017 TEUR TEUR TEUR 0 0 0 0 0 467 5.476 11 335 6.289 0 0 0 0 0 31.12.2018 TEUR 1.769 8.550 11 367 10.697 50 Geschäftsbericht CVAG 2018 Anhang für das Geschäftsjahr 2018
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert angesetzt. Bei Posten, deren Einbring- lichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden ange- messene Einzelwertberichtigungen sowie zur Abdeckung des allgemeinen Ausfallrisikos eine Pauschalwertberichtigung in Höhe von 1,0 % auf Basis der nicht einzelwertberichtigten Forderungen vorgenommen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen (TEUR 8.550, Vorjahr TEUR 5.476) sind ihrer Art nach mit TEUR 7.696 (Vorjahr TEUR 3.889) sonstige Vermögensgegen- stände und mit TEUR 854 (Vorjahr TEUR 1.587) Forderun- gen aus Lieferungen und Leistungen. In Höhe von TEUR 8.346 (Vorjahr TEUR 2.923) betreffen sie Forderungen gegen die Gesellschafterin, Versorgungs- und Verkehrs- holding GmbH Chemnitz, Chemnitz (VVHC). Die Forderun- gen gegen die Gesellschafterin sind ihrer Art nach mit TEUR 7.696 (Vorjahr TEUR 2.425) sonstige Vermögensge- genstände und mit TEUR 650 (Vorjahr TEUR 498) Forderun- gen aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Be- teiligungsverhältnis besteht, betreffen mit TEUR 11 (Vor- jahr TEUR 11) Forderungen aus Gewinnausschüttung (sons- tige Vermögensgegenstände). 3.2.3 Flüssige Mittel Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert ausgewiesen. 3.2.4 Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten Es sind Vorauszahlungen ausgewiesen, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen. Eigenkapital 3.3 3.3.1 Gezeichnetes Kapital Das gezeichnete Kapital beträgt TEUR 23.040. Es ist eingeteilt in 45.000 auf den Inhaber lautende Aktien zu je EUR 512,00. Die Anteile an der CVAG werden zu 6,0 % (TEUR 1.382,4) von der Stadt Chemnitz und zu 94,0 % (TEUR 21.657,6) von der VVHC gehalten. 3.3.2 Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage beinhaltet andere Zuzahlungen der Ge- sellschafter in das Eigenkapital gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB. Sie beträgt unverändert TEUR 13.266. 3.3.3 Gewinnrücklagen Die sonstigen Vermögensgegenstände betreffen vorwie- gend Forderungen aus Schadensersatzansprüchen, Forde- rungen aus erhöhtem Beförderungsentgelt und Forderungen aus der Erstattung von Fahrgeldausfällen für die unentgelt- liche Beförderung schwerbehinderter Menschen im öffent- lichen Personennahverkehr nach SGB IX. Die Gewinnrücklagen betreffen ausschließlich die Sonder- rücklage gemäß § 27 Absatz 2 Satz 3 DMBilG und betragen TEUR 26.211. 3.4 Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen Wir verweisen auf Abschnitt 2 des Anhangs. Der Sonderposten hat sich wie folgt entwickelt: Stand 31.07.2017 Ausweisänderung der bis 31.12.2017 erhaltenen Investitionszuschüsse Zugänge 2018 Auslösung 2018 T€ 0 80.658 39.992 7.012 113.638 Die in den Zugängen 2018 erfassten Investitionszuschüsse beinhalten Zuschüsse für Investitionen der Vorjahre in Höhe von TEUR 6.130 (Vorjahr TEUR 2.217). Geschäftsbericht CVAG 2018 Anhang für das Geschäftsjahr 2018 51
Ausgleich aus der vorzeitigen Beendigung des Arbeitsverhält- nisses im Rahmen der demografischen Entwicklung (TEUR 456), Rückzahlungsrisiken aus Fördermitteln (TEUR 843), Erlösaus- kehrverpflichtungen auf Grund von Restitutionsansprüchen (TEUR 1.228), Schadensersatzansprüchen (TEUR 902), Ver- pflichtungen aus der Betrauungsvereinbarung (TEUR 2.671), unterlassener Instandhaltung (TEUR 301), Rechtsstreitigkeiten (TEUR 574), Ausgleichszahlungen für den Ausbildungsverkehr nach ÖPNVFinAusG (TEUR 397), Rückbau/Altlasten (TEUR 459), Personalentwicklungskonzept (TEUR79), Jahresarbeitszeit- konten (TEUR 637), Umlageverpflichtungen (TEUR 373), Beiträge Berufsgenossenschaft (TEUR 268), Jubiläumszahl- ungen (TEUR 103) sowie Urlaubsrückstellungen (TEUR 286) enthalten. Die Bewertung der Jubiläumsrückstellungen erfolgt in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwen- digen Erfüllungsbetrages unter Berücksichtigung der „Richttafeln 2018 G“ von Dr. Klaus Heubeck. Als versiche- rungsmathematisches Bewertungsverfahren wurde das Anwartschaftsbarwertverfahren nach der Projected Unit Credit Methode unter Verwendung eines von der Deutschen Bun- desbank veröffentlichten pauschalen durchschnittlichen Markt- zinssatzes der letzten 7 Jahre von 2,32 % (Bundesbank Dezember 2017; Vorjahr 2,80 %) angesetzt. Vom Wahlrecht zur Beibehaltung der Rückstellungen nach geänderter Bewertung der sonstigen Rückstellungen auf der Grundlage des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) in Verbindung mit Artikel 67 Abs. 1 S. 2 EGHGB wurde für Selbstbehalt und Bearbeitungsgebühren HDN Gebrauch gemacht, da bis zum 31. Dezember 2024 der auf- zulösende Betrag wieder zugeführt werden müsste. Der Betrag der Überdeckung umfasst zum Stichtag 31. Dezember 2018 TEUR 1(Vorjahr TEUR 3). Darüber hinaus macht die Gesellschaft von dem Wahlrecht zur Beibehaltung von Aufwandsrückstellungen gemäß Artikel 67 Abs. 3 S. 1 EGHGB Gebrauch. Der Betrag dieser Rück- stellungen für mögliche Schadensersatzleistungen an Dritte und Aufwendungen für Rückbau/Altlastenentsorgung/Denk- mal schutz beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 1.111 (Vorjahr TEUR 1.386). 3.5 Rückstellungen Die Rückstellungen für Altersvorsorgeverpflichtungen werden mit einem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre abgezinst. Sonstige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden gemäß § 253 Abs. 2 S. 1 HGB mit dem ihrer Laufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Bei der Bewertung der Rückstellungen werden Kostensteige- rungen berücksichtigt. 3.5.1 Rückstellungen für Pensionen Die Rückstellungen für Pensionen werden auf Grund eines versicherungsmathematischen Gutachtens in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Er- füllungsbetrages unter Berücksichtigung der „Richttafeln 2018 G“ von Prof. Dr. Klaus Heubeck und unter Anwendung des von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten pau- schalen durchschnittlichen Marktzinssatzes der letzten zehn Jahre für Restlaufzeiten von 15 Jahren in Höhe von 3,21 % (Vorjahr 3,71 %) p. a. sowie einem gegenüber dem Vorjahr unveränderten Rententrend von 1,37 % p. a. bilanziert. Als versicherungsmathematisches Bewertungsverfahren wurde das Anwartschaftsbarwertverfahren angewendet. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Pensions- rückstellung nach Maßgabe des durchschnittlichen Markt- zinssatzes der letzten zehn Jahre (3,21 %) und dem Ansatz der letzten sieben Jahre (2,32 %) beträgt TEUR 24. Er unterliegt einer Ausschüttungssperre. Aus der erstmaligen Anwendung der neuen Heubeck-Richt- tafeln 2018 G bei der versicherungsmathematischen Er- mittlung der Pensionsverpflichtungen ergibt sich ein Um- stellungseffekt (Mehraufwand) in Höhe von TEUR 13. 3.5.2 Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des nach ver- nünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfül- lungsbetrages angesetzt, der notwendig ist, um alle am Bilanzstichtag drohenden Verluste und ungewissen Ver- bindlichkeiten abzudecken. In den sonstigen Rückstellungen sind u. a. ungewisse Ver- bindlichkeiten aus arbeitsvertraglichen Verpflichtungen zum 52 Geschäftsbericht CVAG 2018 Anhang für das Geschäftsjahr 2018
3.6 Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten werden zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. davon mit einer Restlaufzeit von davon mit einer Restlaufzeit von bis davon mehr bis größer einem zu einem größer 31.12.2018 TEUR Jahr TEUR einem Jahr TEUR als fünf Jahren TEUR zu einem bis zu fünf 31.12.2017 TEUR Jahr TEUR Jahren TEUR 9.793 9.793 1.554 1.554 205 205 5.241 16.793 5.171 16.723 0 0 0 70 70 0 0 0 0 0 6.289 6.289 2.316 2.316 253 6.614 15.472 253 6.707 15.565 0 0 0 93 93 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Verbindlichkeiten gegenüber verbun- denen Unternehmen Verbindlichkeiten gegenüber Unter- nehmen, mit denen ein Beteiligungsver- hältnis besteht Sonstige Verbindlichkeiten Sämtliche Verbindlichkeiten sind unbesichert. Die Ver- bindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen enthalten haupt sächlich Rechnungen für Investitionen, Instandhal- tungen, sonstige bezogene Leistungen sowie für Roh- und Betriebsstoffe. Mitteln nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) einschließlich Zinsen (TEUR 3.776), Verbindlichkeiten aus Steuern (TEUR 202), Verbindlichkeiten aus Sicherheits- einbehalten (TEUR 178) sowie gegen Betriebsangehörige (TEUR 780). Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter VVHC von TEUR 1.551 (Vorjahr TEUR 2.116) werden innerhalb der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ausgewiesen und bestehen aus der Ausgleichszahlung der Betrauungsvereinbarung in Verbindung mit dem Be- herrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag (TEUR 1.547, Vorjahr TEUR 2.109) und aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 4, Vorjahr TEUR 7). Die übrigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Beteiligungsunternehmen beinhalten Verbindlichkeiten aus dem Liefer- und Leistungsverkehr (TEUR 208, Vorjahr TEUR 452). Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten vor allem Ver- bindlichkeiten aus noch nicht oder verspätet verbrauchten 3.7 Passiver Rechnungsabgrenzungsposten Es sind vor allem im Voraus erhaltene Zahlungen für ABO-Karten und Studentenjahrestickets enthalten, die Ertrag für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen. 3.8 Latente Steuern Die Gesellschaft verfügt über temporäre Differenzen aus dem Unterschied von handels- und steuerrechtlichen Wert- ansätzen. Die sich hieraus ergebenden aktiven und passiven latenten Steuern sind aufgrund der bestehenden ertrag- steuerlichen Organschaft zur Versorgungs- und Verkehrs- holding GmbH Chemnitz, Chemnitz, nicht auf Ebene der Gesellschaft auszuweisen. Geschäftsbericht CVAG 2018 Anhang für das Geschäftsjahr 2018 53
4 4.1 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse wurden ausschließlich im Inland erzielt und betreffen folgende Positionen: Erlöse aus der Personenbeförderung einschließlich Durchtarifierungsverluste Ausgleichszahlungen Ausbildungsverkehr gemäß ÖPNVFinAusG Erstattungen gemäß SGB IX Übrige TEUR 23.452 3.939 1.259 10.193 38.843 Die übrigen Umsatzerlöse umfassen Erlöse für die Reklame- flächenvermietung, für die Trassennutzung durch die City- Bahn Chemnitz GmbH, Vermietung von Fahrzeugen, Ein- nahmen aus erhöhtem Beförderungsentgelt, Erlöse aus Materialverkäufen, Erlöse aus Leistungen für Fremde sowie Erlöse aus Mieten und Pachten. Posten Erträge aus Abgang von Finanzanlagen (Verkauf der Anteile an der City-Bahn Chemnitz GmbH) i. H. v. TEUR 6.577. Zu den periodenfremden Erträgen verweisen wir auf Punkt 4.11. 4.4 Materialaufwand In den Umsatzerlösen sind periodenfremde Erlöse in Höhe von TEUR 440 (Vorjahr TEUR 150) enthalten, davon aus der Endabrechnung 2017 Einnahme VMS (TEUR 29), Abrechnung 2017 Ausgleichszahlung Schülerbeförderung (TEUR 266) und die Schlussrate 2017 für die Erstattung der unentgelt- lichen Beförderung Schwerbehinderter (TEUR 145). Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe betreffen hauptsächlich den Aufwand aus Wartung und In- standhaltung im Fahrzeugbereich und der Infrastruktur sowie den Verbrauch an Fahrstrom und Treibstoffen. Ferner ist der Verbrauch für Leistungen und Verkäufe gegenüber Dritten enthalten. 4.2 Andere aktivierte Eigenleistungen Die anderen aktivierten Eigenleistungen betreffen Herstel- lungskosten für selbst erstellte Anlagen. In die Ermittlung der Herstellungskosten für selbst erstellte Wirtschaftsgüter des Sachanlagevermögens werden alle aktivierungspflich- tigen Bestandteile des § 255 Abs. 2 HGB einbezogen. 4.3 Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge betreffen im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens für Investitions- zuschüsse zum Anlagevermögen und von Rückstellungen, Gewinne aus Abgängen vom Anlagevermögen, Erlöse aus Schadensersatz, Zuschüsse des Zweckverbands Verkehrs- verbund Mittelsachsen, periodenfremde Erträge sowie Erträge aus dem Bonus der Erfüllung der Qualitätskennziffern und der Anreizregelung im Rahmen der Betrauungsvereinbarung. Neu enthalten sind Erträge aus der Auflösung des Sonder- postens für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen von TEUR 7.012 (TEUR 0). Darüber hinaus beinhaltet der Bei den Aufwendungen für bezogene Leistungen handelt es sich im Wesentlichen um Fremdleistungen für Reparaturen an Fahrzeugen und Anlagen, die Leistungserbringung der Subunternehmen im Verkehrsbereich, für die Wagenreinigung sowie um die Kosten für Zeitarbeiter. 4.5 Personalaufwand Die Löhne und Gehälter beinhalten im Wesentlichen die an die Beschäftigten des Unternehmens gezahlten Bruttobeträ- ge vor Abzug der Steuern und Sozialversicherungsbeiträge. Die sozialen Abgaben enthalten die gesetzlichen Pflichtab- gaben des Arbeitgebers sowie Aufwendungen für Alters- versorgung. 4.6 Abschreibungen Die Abschreibungen des Geschäftsjahres betreffen plan- mäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 12.591 (Vorjahr TEUR 5.240). Die planmäßigen Abschreibungen sind linear entsprechend der Nutzungsdauer der Anlagegüter vorge- 54 Geschäftsbericht CVAG 2018 Anhang für das Geschäftsjahr 2018
der make IT GmbH, Chemnitz, und der SAXONIA Service GmbH & Co. KG, Chemnitz. 4.9 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Die Zinserträge resultieren im Wesentlichen aus kurzfristigen Festgeldanlagen bei Kreditinstituten. 4.10 Zinsen und ähnliche Aufwendungen Die Zinsaufwendungen weisen u. a. Zinsen gegenüber dem Gesellschafter VVHC aus der Rückzahlung des zu hoch ge- zahlten Verlustausgleiches für 2017 in Höhe von TEUR 19, Zinsen aus der Zuführung zur Rückstellung für Rückzah- lungsrisiken aus Fördermitteln sowie zur Rückstellung für Restitutionsansprüche in Höhe von insgesamt TEUR 27 aus. Aus der Aufzinsung von Rückstellungen resultieren Zinsen in Höhe von TEUR 38 (Vorjahr TEUR 46). nommen worden. Die hohe Differenz im Vergleich zum Vor- jahreswert resultiert aus der geänderten Bilanzierung der Investitionszuschüsse (siehe Abschnitt 2 des Anhangs). 4.7 Sonstige betriebliche Aufwendungen Hauptposten der periodengerechten Aufwendungen sind u. a. Versicherungen, Kosten für die kaufmännische Geschäfts- besorgung und DV-Dienstleistungen, Abschreibungen auf uneinbringliche Forderungen, Mieten und Pachten, Gebühren und Beiträge, Büromaterial, Postaufwand, Werbung, Rechts- und Beratungsleistungen, Wartungsaufwand, Aufwand Leistungen Verkehrsverbund Mittelsachsen, Fahrausweis- kontrollen, Wach- und Sicherheitsdienst sowie andere sonstige Dienstleistungen. Zu den periodenfremden Aufwendungen verweisen wir auf Punkt 4.12. 4.8 Erträge aus Beteiligungen Die Erträge aus Beteiligungen beinhalten u. a. die Gewinn- ausschüttung der Regio Infra Service Sachsen GmbH, Chemnitz, 4.11 Periodenfremde Erträge In den Umsatzerlösen und sonstigen betrieblichen Erträgen sind folgende periodenfremde Erträge enthalten, die mit TEUR 440 (Vorjahr TEUR 150) auf die Umsatzerlöse und mit TEUR 7.344 (Vorjahr TEUR 2.885) auf die sonstigen betrieblichen Erträge entfallen: Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen Einnahmeabrechnung Verkehrsverbund Mittelsachsen GmbH Umlageabrechnung Haftpflicht Kooperationsvereinbarung Verkehrsverbund Mittelsachsen Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen Ausbildungsverkehr Abschlusszahlung aus SGB IX Erträge aus der Auflösung von Einzelwertberichtigungen auf Forderungen und aus Geldeingängen auf ausgebuchte Forderungen Gewinne aus Anlagenverkäufen Übrige 2018 TEUR 451 29 97 49 266 145 84 6.617 46 7.784 2017 TEUR 2.476 57 83 125 89 4 65 104 32 3.035 Geschäftsbericht CVAG 2018 Anhang für das Geschäftsjahr 2018 55
4.12 Periodenfremde Aufwendungen Die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthaltenen periodenfremden Posten setzen sich wie folgt zusammen: Kooperationsvertrag Verkehrsverbund Mittelsachsen GmbH Fördermittel Verbundkommunikationssystem Verkehrsverbund Mittelsachsen GmbH Forderungsverluste Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen Übrige 2018 TEUR 49 0 40 87 0 176 2017 TEUR 125 203 31 0 21 380 4.13 Sonstige Steuern 4.14 Erträge aus Verlustübernahme Es werden die Grundsteuer und die Kraftfahrzeugsteuer ausgewiesen. Der sich ergebende Jahresfehlbetrag vor Verlustausgleich wird auf Grundlage des bestehenden Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages von der VVHC übernommen. 5 5.1 Sonstige Angaben Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Haftungsverhältnisse Sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen im Sinne des § 285 Nr. 3 a HGB, die nicht in der Bilanz erscheinen und auch nicht gemäß § 251 HGB anzugeben sind, betragen: Grundstücke und Gebäude davon gegenüber verbundenen und assoziierten Unternehmen Technische Anlagen und Maschinen davon gegenüber verbundenen und assoziierten Unternehmen TEUR 1.126 0 1.040 958 Zum Bilanzstichtag besteht ein Bestellobligo in Höhe von TEUR 11.593. Insgesamt ergeben sich somit sonstige finanzielle Verpflichtungen von TEUR 13.759. Das Unternehmen ist Mitglied in der Zusatzversorgungskasse des Kommunalen Versorgungsverbandes Sachsen (ZVK). Die Umlage und der Zusatzbeitrag für das Jahr 2018 betragen TEUR 1.153. Auf die Umlage wurde TEUR 34 pauschale Lohnsteuer gezahlt. Der Umlagesatz in Höhe von 1,2 % ist in 2018 unverändert und der Zusatzbeitrag ist in 2018 auf 4,4 % gestiegen. Es besteht eine Arbeitnehmerbeteiligung in Höhe von 2,2 % des zusatzversorgungspflichtigen Entgeltes. 56 Geschäftsbericht CVAG 2018 Anhang für das Geschäftsjahr 2018
5.2 Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer Im Geschäftsjahr 2018 betrug die durchschnittliche Anzahl der Beschäftigten (ohne Vorstand): Gewerbliche Arbeitnehmer Angestellte 2018 425 136 561 2017 400 127 527 Darüber hinaus beschäftigte die CVAG durchschnittlich 43 (Vorjahr 40) Auszubildende. 5.3 Organmitglieder a) Mitglieder des Aufsichtsrates Jürgen Leistner Detlef Müller Stadtrat der Stadt Chemnitz; Außendienstmitarbeiter Stadtrat der Stadt Chemnitz; Bundestagsabgeordneter Heiko Schinkitz Stadtrat der Stadt Chemnitz; Trainingswissenschaftler Matthias Schmidt Sven Vogel Angestellter bei der CVAG Gewerkschaftssekretär ver.di; Bezirksverwaltung Vogtland-Zwickau Olaf Weber Angestellter bei der CVAG Die Aufsichtsratsvergütungen beliefen sich auf TEUR 8. Barbara Ludwig Silvio Venus Dietmar Berger Oberbürgermeisterin der Stadt Chemnitz; Vorsitzende des Aufsichtsrates Betriebsratsvorsitzender der CVAG; stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates Stadtrat der Stadt Chemnitz; Altersrentner Axel Brückom Stadtrat der Stadt Chemnitz; Geschäftsführer Bernd Gregorzyk Leiter Tiefbauamt der Stadt Chemnitz; Dr. Alexander Haentjens Stadtrat der Stadt Chemnitz; Rechtsanwalt b) Vorstand Vorstand, Thum, Ortsteil Herold Jens Meiwald Die Organbezüge nach § 285 Nr. 9 a HGB betragen TEUR 195, davon TEUR 10 erfolgsbezogene Bezüge und TEUR 20 Versicherungsprämie Direktversicherung. Die Angabe der Bezüge eines ehemaligen Organmitgliedes nach § 285 Nr. 9 b HGB unterbleibt gemäß § 286 Absatz 4 HGB. Geschäftsbericht CVAG 2018 Anhang für das Geschäftsjahr 2018 57
eigenen Konzernabschlusses unterbleibt. Der Konzernab- schluss der Muttergesellschaft wird im Bundesanzeiger bekannt gemacht und ist unter www.bundesanzeiger.de einsehbar. Zwischen der CVAG und der VVHC besteht seit 1999 ein Be- herrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag. Am 20. März 2000 wurde die Änderung des Beherrschungs- und Ergebnis- abführungsvertrages ins Handelsregister eingetragen, wonach sich der Organträger verpflichtet, jeden während der Ver- tragsdauer sonst entstehenden Jahresfehlbetrag auszu- gleichen, soweit dieser nicht dadurch ausgeglichen wird, dass den anderen Gewinnrücklagen Beträge entnommen werden, die während der Vertragsdauer in sie eingestellt worden sind. 5.4 Abschlussprüferhonorare Die Abschlussprüferhonorare gemäß § 285 Nr. 17 HGB betragen TEUR 36, davon a) Abschlussprüfungsleistungen TEUR 26, b) andere Bestätigungsleistungen TEUR 10. 5.5 Konzern- und Beteiligungsverhältnisse Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Versor- gungs- und Verkehrsholding GmbH Chemnitz, Chemnitz, einbezogen. Die VVHC ist das Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis der zu konsolidierenden Unternehmen aufstellt. Der Konzernabschluss der VVHC entfaltet eine befreiende Wirkung gegenüber der CVAG, so dass die Erstellung eines Beteiligungen der CVAG ab 5 %: ETP Euro Traffic Partner GmbH, Chemnitz Regio Infra Service Sachsen GmbH, Chemnitz PEC Parkeisenbahn Chemnitz gGmbH, Chemnitz make IT GmbH, Chemnitz Saxonia Service GmbH, Chemnitz Anteil % 100,0 50,0 40,0 10,0 7,5 Eigenkapital zum 31.12.2017 Jahresergebnis 2017 TEUR 35 2.025 329 1.202 136 TEUR -135 575 56 316 2 Wesentliche Geschäfte mit nahestehenden Personen und Unternehmen gemäß § 285 Nr. 21 HGB, die nicht zu marktüblichen Bedingungen zu Stande gekommen sind, liegen nicht vor. 5.6 Nachtragsbericht Nach dem Abschlussstichtag sind keine Vorgänge eingetreten, die für die Gesellschaft eine besondere Bedeutung i. S. d. § 285 Nr. 33 HGB haben. Chemnitz, den 12. März 2019 Jens Meiwald Vorstand 58 Geschäftsbericht CVAG 2018 Anhang für das Geschäftsjahr 2018
Geschäftsbericht CVAG 2018 Anhang für das Geschäftsjahr 2018 59
ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS IM GESCHÄFTSJAHR 2018 Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten 01.01.2018 Zugänge Umbuchungen Abgänge € € € € Nach- aktivierung € I. Immaterielle Vermögens- gegenstände 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2. Geleistete Anzahlungen II. Sachanlagen 1. Grundstücke, grund- stücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken - davon Geschäfts-, Betriebs- und andere Bauten - davon Bauten des Schienenweges 2. Gleisanlagen, Strecken- ausrüstung und Sicherungsanlagen 3. Fahrzeuge für Personen- und Güterverkehr 4. Maschinen und maschinelle Anlagen, die nicht zu Nr. 2 oder 3 gehören 5. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung 6. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau III. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2. Beteiligungen 5.433.652,22 186.757,81 20.334,35 92.370,00 186.769,56 -186.757,81 56.783,16 2.645.733,75 0,00 0,00 5.620.410,03 112.704,35 11,75 56.783,16 2.645.733,75 44.648.533,37 4.259.338,33 532.905,76 197.750,08 45.943.045,39 21.533.412,21 520.856,14 387.871,32 0,00 23.613.967,62 13.139.077,63 3.735.837,97 145.034,44 0,00 15.412.695,29 54.049.739,37 25.864.334,92 645.783,29 1.300.148,98 83.233.036,01 44.341.971,38 5.034.271,27 1.479.229,93 1.940.859,72 31.901.940,08 4.201.169,55 324.496,01 2.613,00 236.313,49 2.625.011,85 18.945.409,59 3.397.410,13 102.633,85 248.048,10 16.590.536,47 7.363.896,07 12.702.628,31 -2.763.177,58 0,00 6.017.048,58 173.550.719,33 51.582.478,97 -11,75 3.923.120,37 186.310.618,38 193.272,98 118.012,92 311.285,90 0,00 0,00 0,00 179.482.415,26 51.695.183,32 0,00 0,00 0,00 0,00 143.272,98 0,00 143.272,98 0,00 0,00 0,00 4.123.176,51 188.956.352,13 60 Geschäftsbericht CVAG 2018 Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2018
Abschreibungen Buchwerte 31.12.2018 01.01.2018 Zugänge Abgänge AfA Nach- aktivierung 31.12.2018 31.12.2018 31.12.2017 € € € € € € € € 8.229.706,72 4.539.331,22 374.259,91 56.783,16 2.237.587,75 7.094.395,72 1.135.311,00 92.370,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 92.370,00 894.321,00 186.757,81 8.322.076,72 4.539.331,22 374.259,91 56.783,16 2.237.587,75 7.094.395,72 1.227.681,00 1.081.078,81 95.186.072,77 29.654.970,45 1.464.598,87 74.351,30 23.015.877,91 54.061.095,93 41.124.976,84 14.993.562,92 46.056.107,29 13.515.272,21 963.957,46 0,00 11.014.514,62 25.493.744,29 20.562.363,00 8.018.140,00 32.432.645,33 10.780.810,63 500.641,41 0,00 12.001.363,29 23.282.815,33 9.149.830,00 2.358.267,00 162.492.744,61 37.544.970,37 4.944.123,21 1.300.148,98 40.961.345,01 82.150.289,61 80.342.455,00 16.504.769,00 80.816.552,94 37.086.172,54 3.560.264,20 1.940.859,72 28.773.024,08 67.478.601,10 13.337.951,84 7.255.798,84 6.916.976,92 3.685.083,55 275.132,01 236.313,49 1.647.972,85 5.371.874,92 1.545.102,00 516.086,00 38.787.941,94 14.409.392,75 1.972.336,98 229.047,10 11.662.720,47 27.815.403,10 10.972.538,84 4.536.016,84 23.320.395,38 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 23.320.395,38 7.363.896,07 407.520.684,56 122.380.589,66 12.216.455,27 3.780.720,59 106.060.940,32 236.877.264,66 170.643.419,90 51.170.129,67 50.000,00 118.012,92 168.012,92 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 50.000,00 118.012,92 193.272,98 118.012,92 168.012,92 311.285,90 416.010.774,20 126.919.920,88 12.590.715,18 3.837.503,75 108.298.528,07 243.971.660,38 172.039.113,82 52.562.494,38 Geschäftsbericht CVAG 2018 Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2018 61
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers Grundlage für die Prüfungsurteile An die Chemnitzer Verkehrs-Aktiengesellschaft, Chemnitz Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Chemnitzer Verkehrs-Ak- tiengesellschaft, Chemnitz, – bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2018 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bi- lanzierungs- und Bewertungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Chemnitzer Verkehrs- Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 geprüft. Die Erklärung zur Unter- nehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen ge- setzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Be- achtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festge- stellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschluss- prüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weiter- gehend beschrieben. Wir sind von dem Unter nehmen unab- hängig in Übereinstimmung mit den deutschen handels- rechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Überein- stimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung ge- wonnenen Erkenntnisse Sonstige Informationen • entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2018 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 und In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den • vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßig- keit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informa- tionen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die von uns vor Datum dieses Bestätigungsvermerks erlangte Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote). Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lage- bericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungs schlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Ver- antwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen • wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder • anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. 62 Geschäftsbericht CVAG 2018 Bestätigugsvermerk
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Auf- stellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handels- rechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Be- achtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buch- führung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwort- lich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchfüh- rung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesent- lichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetz- lichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Ge- sellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sach- verhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unter- nehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unter- nehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsäch- liche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zu- treffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresab- schluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vor- schriften entspricht und die Chancen und Risiken der zu- künftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Überein- stimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Auf- stellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu er- langen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesent- lichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresab- schluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Er- kenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungs vermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirt- schaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn ver- nünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entschei- dungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Dar- stellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesent- bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beab- sichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. liche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Geschäftsbericht CVAG 2018 Bestätigugsvermerk 63
• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Leipzig, den 18. März 2019 PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rainer Altvater Wirtschaftsprüfer ppa. Thomas Preissner Wirtschaftsprüfer Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. • beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam • beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. • beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. 64 Geschäftsbericht CVAG 2018 Bestätigugsvermerk
Impressum Chemnitzer Verkehrs-AG (CVAG) Carl-von-Ossietzky-Straße 186, 09127 Chemnitz Telefon: +49 (0)371 23 70-0 Telefax: +49 (0)371 23 70-666 www.cvag.de I kontakt@cvag.de Konzept I Gestaltung und Grafik | Realisierung PUNKT 191 Marketing & Design Bildnachweis Archiv CVAG Nachhaltig handeln Der Geschäftsbericht der CVAG wurde mit lösemittelfreier Druckfarbe auf heaven 42, einem umweltfreundlichen Druckpapier, FSC-zertifiziert gedruckt. Geschäftsbericht CVAG 2018 Impressum 65
Auf einen Blick 2018 GESAMTUNTERNEHMEN Eigenkapital Anlagevermögen*** Bilanzsumme*** Erträge*** Mio. € Mio. € Mio. € Mio. € Mitarbeiter (31. Dezember/ohne Azubis) Personen 2018 2017 2016 2015 63 172 207 56 575 63 53 92 41 63 48 91 40 63 46 89 38 555 505 502 Verkehrsfläche qkm 220,85 220,85 220,85 220,85 LEISTUNGEN Zug-Nutz-Kilometer Platzkilometer Beförderte Personen* ANLAGEN STRASSENBAHN Streckenlänge Linienlänge Linien Triebwagen Beiwagen Gelenkzug OMNIBUS Streckenlänge Linienlänge Linien 2-achsige Fahrzeuge 3-achsige Fahrzeuge Mio. Mio. Mio. 9,5 987,8 33,0 8,2 866,2 32,8 8,1 855,3 33,4 8,1 864,1 37,8 km km Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl km km Anzahl Anzahl Anzahl 34,0 32,6 5 24 0 24 34,0 35,1** 5 24 0 24 298,6 415,3 244,7** 341,3** 38 29 61 38 20 69 30,4 35,1 5 20 0 24 244,7 341,3 34 16 65 30,4 35,0 5 20 0 24 247,8 341,2 34 16 65 ab 2016 auf Datenbasis automatisches Fahrgastzählsystem, bis dahin statistische Ermittlung auf Basis Fahrausweisverkäufe Stand 11.12.216 * ** *** bis 2017: Abzug erhaltener Fördermittel für Investitionen von den Anschaffung- und Herstellungskosten des Anlagevermögens; ab 2018: kein Abzug erhaltene Fördermittel für Invenstitionen von den Anschaffungs- und Herstellungskosten des Anlagevermögens und Bilanzierung erhaltener Fördermittel für Investitionen in einem passiven Sonderposten; mona tliche Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens für Investitionszuschüsse 66 Geschäftsbericht CVAG 2018 Lagebericht