Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/63597,0.html
Timestamp: 2019-09-16 07:43:34
Document Index: 87674756

Matched Legal Cases: ['§ 239', '§ 239', '§ 239', '§ 239', 'Art. 103', '§ 168', '§ 212']

§ 239 Bitte helfen!
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Verfasst am: 12 Apr 2006 - 19:15:27 Titel: § 239 Bitte helfen!
Muß jetzt nochmal fragen, bin immernoch nicht wirklich klüger
Laut Sachverhalt hält A den B nach seinen Messerstichen für tot und steckt ihn in den Kofferraum. B lebt aber noch.
1. Also ein error in persona ist es nicht oder? Aber mit welcher Begründung? Irrt er nicht über eine Eigenschaft des Tatobjekts? Oder weil "Mensch" ein descriptives Merkmal ist? Wie begründe ich das?
2. DIE WICHTIGSTE FRAGE:
B stirbt bei Fluchtversuch aus Kofferraum=> somit ist sowohl § 239 I als auch IV gegeben.
WIE GEHT DER AUFBAU? Muss ich beide getrennt prüfen, oder die Tatbestandsmerkmale des Grundtatbestands unter Abs. 4 prüfen?
Abs. 4 ist ja eine Erfolgsqualifikation...
Bitte helft mir, auch wenn sich die Frage vielleicht ein bisschen simpel anhört. Steh echt aufm Schlauch!
Verfasst am: 12 Apr 2006 - 19:28:15 Titel:
vielleicht verstehe ich das jetzt total falsch, aber warum scheitert 239 nicht ganz banal am Vorsatz? A wusste ja nicht, dass B noch lebt. Eine Freiheitsberaubung ist meiner Meinung nach nur bei lebenden Personen und Zombies möglich.
Verfasst am: 12 Apr 2006 - 20:54:35 Titel:
Moment...Tatobjekt kann nur ein Mensch sein; und das BVerfG hat doch entschieden, daß es sich bei Zombies nicht um Menschen handelt und ein anderes Verständnis gegen das Analogieverbot von Art. 103 II GG verstößt (BVerfG 87, 209).
http://www.oefre.unibe.ch/law/dfr/bv087209.html
In diesem Sinne kann man wohl als höchstrichterlich entschieden betrachten, daß auch eine Freiheitsberaubung an Zombies nicht möglich ist.
Verfasst am: 12 Apr 2006 - 21:30:43 Titel: Hallo
an Zombies ist nur noch eine Störung der Tötenruhe gem. § 168 StGB begehbar.
Ansonsten käme man hier vermutlich auf versuchten Totschlag, bzw. Mord in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung, §§ 212, 211, 22, 222, 52 StGB.