Source: http://www.up12legal.de/1491-0-Fehlender+Hinweis+auf+das+Widerrufsrecht+laesst+die+Maklercourtage+entfallen.html
Timestamp: 2019-03-19 02:12:08
Document Index: 340444370

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 312', '§ 312', '§ 312', '§ 355', 'Art. 246', '§ 356', '§ 357', '§ 312', 'BGH', 'BGH']

Fehlender Hinweis auf das Widerrufsrecht lässt die Maklercourtage entfallen UP12
Der BGH hat in beiden am 07.07.2016 ergangenen Entscheidungen, AZ I ZR 30/15 und I ZR 68/15 entschieden, dass ein per Email bestätigter Maklervertrag auf eine Internetannonce zwingend auch über das bestehende Widerrufsrecht belehren muss. Andernfalls entfällt im Falle des Widerrufs der Vergütungsanspruch aus dem Makervertrag!
Beim Maklervertrag, der mittels Fernabsatzmedien (Email, Fax, Post) abgeschlossen wird, handelt es sich um einen Fernabsatzvertrag i.S.d. § 312 b BGB. Nach § 312d Abs. 1, S. 1 BGB aF (nunmehr § 312g Abs. 1 BGB) steht einem Verbraucher bei einem Fernabsatzvertrag ein Widerrufsrecht gemäß § 355 BGB zu, sofern dieser nicht oder fehlerhaft über sein Widerrufsrecht belehrt wird (siehe Art. 246 f. EGBGB). Eben dieses Widerrufsrecht erlischt gemäß § 356 Abs. 3 BGB spätestens nach 12 Monaten und 14 Tage.
Anderseits erlischt das Widerrufsrecht vorzeitig nur, wenn der Auftraggeber den Makler gemäß § 357 Abs. 8 BGB ausdrücklich auffordert, mit der Ausführung der beauftragten Dienstleistung vor Ende der Widerrufsfrist zu beginnen. Alle anderen abweichenden Vereinbarungen zu Lasten des Auftraggebers sind nach § 312k BGB unzulässig.
Quelle: BGH Urteil vom 07.07.2016, AZ. I ZR 30/15 und BGH Urteil vom 07.07.2016, AZ. I ZR 68/15 -