Source: https://gennetz.wordpress.com/2011/09/06/honig-mit-mon-810-pollen-ist-sondermull/
Timestamp: 2017-08-17 17:19:41
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Honig mit MON 810-Pollen ist Sondermüll | Gen-Dialog Europa - für ein gentechnikfreies Europa GENNETZ - Unabhängiger Info-Dienst seit Februar 2010
6. September 2011 · von lgbspm	· in Agrogentechnik, Österreich, Bienen, Deutschland, Gen-Verschmutzung, Genmais, Gensaat, GMO, Grüne Gentechnik, GV-Soja, Honig, Lebensmittel, MON810, Schweine, Vandana Shiva.	·
Die folgenden Informationen sind ein Auszug aus Josef Feilmeiers neuestem Rundschreiben. Kompletter Inhalt samt Beilagen >
BÖLW begrüßt EuGH-Urteil: Honig mit Mon 810-Pollen ist Sondermüll
Berlin, 06.09.2011| Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschied in einem Grundsatzurteil, dass Honig, der Pollen von nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Pflanzen enthält, nicht in Verkehr gebracht werden darf. „Das wegweisende Urteil des höchsten europäischen Gerichtshofes ist eine gute Nachricht für die Verbraucher und Imker in Europa. Das Recht der Imker, auch künftig Honig ohne Gentechnik herzustellen, wurde gestärkt.“, kommentiert der Vorstandsvorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) Felix Prinz zu Löwenstein die Entscheidung. Mit dem Urteil kann der klageführende Imker nun Schadensersatz für seinen nicht verkaufsfähigen Honig vom Freistaat Bayern verlangen, der den Gentech-Mais Mon 810 auf einem Versuchsfeld anbaute.
Der EuGH hat der Position des Imkers stattgegeben, der Pollen von Mon 810 in seinem Honig fand. Es bestätigte, dass die Zulassung des Maises gravierende Lücken aufweist. Beim Zulassungsverfahren wurde die Verwendung des Konstrukts im Pollen und anderen unverarbeiteten Lebensmitteln nicht geprüft. Auch bei der laufenden Neuzulassung von Mon 810 soll die bestehende Zulassungslücke nicht geschlossen werden. „Das Urteil ist eine Ohrfeige für die EU-Kommission und die deutsche Politik, die über viele Jahre die legitimen Interessen der Imker ignorierten“, so Löwenstein.
Das EuGH wendet sich mit dem Urteil auch gegen Versuche von EU-Kommission, Bundesregierung und Agrarlobby, die Nulltoleranz bei nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Pflanzen zu lockern. Der BÖLW begrüßt das und fordert die Bundesregierung auf, sowohl bei der Novelle des Gentechnikgesetzes als auch bei Entscheidungen in Brüssel, die Rechte der Imker und der gesamten gentechnikfreien Landwirtschaft zu stärken. Dabei muss vor allem eine konsequente Umsetzung des Verursacherprinzips angestrebt werden.
Die aufwendige, seit 2005 laufende Klage des Imkers wird von Verbänden und engagierten Bürgern unterstützt. Alle Informationen zu der Initiative finden Sie unter http://www.bienen-gentechnik.de.
2097 Zeichen, Abdruck honorarfrei, um ein Belegexemplar wird gebeten.
Ansprechpartner: Dr. Felix Prinz zu Löwenstein
E-Mail: moewius@boelw.de, Web: http://www.boelw.de
+++ Die Gentechnik-Petition geht in die nächste Runde. Am 26. September findet die öffentliche Beratung im Petitions-Ausschuss des Bundestages statt. Laden Sie Ihren Abgeordneten zur Beratung ein: http://www.boelw.de/wahlkreisaktion.html! +++
In Ungarn stehen die Politiker noch hinter gesunden Lebensmitteln. Leider ist dies bei uns sehr oft nicht mehr der Fall. Wenn man sich aber die Verflechtungen mancher Politiker und Funktionäre ansieht, wundert es niemand. Man hat aber vergessen, dass sich das Volk nicht mehr alles gefallen lässt.
http://www.extremnews.com/nachrichten/weltgeschehen/79441394f177638
von Manuel Schmidt — veröffentlicht am 23.08.2011 um 17:27
Ein immer größer werdender Gentechnik-Skandal weitet sich gerade in Ungarn immer weiter aus. Trotz eines Verbotes für genetisch modifizierte Organismen, fand man entsprechende Felder, auf denen Gentechnik-Mais angebaut wurde. Davon wurden schon 400 Hektar Mais vernichtet. Insgesamt hat man bislang über 1200 Hektar Ackerfläche ausfindig machen können, auf denen verunreinigtes Saatgut ausgebracht wurde.
In Ungarn sind seit ungefähr einem Jahr behördliche Kontrollen der Felder vorgeschrieben. Das illegal ausgebrachte Saatgut stammte von Monsanto und Pioneer. Für die Landwirte bedeutet dies einen beträchtlichen Schaden, weil es für eine erneute Aussaat von Mais zu spät ist. Außerdem ist das Unternehmen, von dem das Saatgut gekauft wurde, zahlungsunfähig, daher wird es mit Sicherheit keine finanzielle Entschädigung geben.
Das ungarische Parlament hat eine neue Verfassung verabschiedet, in der festgelegt wurde, dass die Landwirtschaft gentechnikfrei bleiben soll. Die Verfassung mit dem entsprechenden Artikel, der jedem Bürger ein Recht auf materielle und mentale Gesundheit zusichert, wird am 1. Januar 2012 in Kraft treten.
Vor weniger Wochen hat die Metzgerei Pfaffenberger in Hessen als Pionier komplett auf gentechnikfreie Erzeugung umgestellt. Hier ein weiteres Beispiel aus Österreich. Der Markt kippt und wer jetzt den Anschluss verpasst, wird Absatzprobleme bekommen.
http://noe.orf.at/stories/532856/
Fleischproduktion ohne Gentechnik
Als ein Vorzeigebetrieb in Sachen Eigenkontrolle ist am Donnerstag die Groß-Fleischhauerei Berger in Sieghartskirchen (Bezirk Tulln) präsentiert worden, wo seit kurzem gentechnikfreies Fleisch produziert wird.
Behörde prüfte jede Woche.
22 Millionen Kilogramm Fleisch verarbeitet
400 Mitarbeiter verarbeiten in Sieghartskirchen 22 Millionen Kilogramm Fleisch pro Jahr, Berger ist damit einer der größten fleischverarbeitenden Betriebe Österreichs.
Die Entscheidung, nur noch gentechnikfreies Schweinefleisch zu produzieren, also Tiere aus der Umgebung zu verwerten, die gentechnikfrei gefüttert worden sind, ist österreichweit einmalig.
Dementsprechend sensibel ist der Umgang mit Hygiene: Jeder Mitarbeiter muss durch eine Desinfektionsschleuse, Fehler sollen möglichst ausgeschlossen werden. Zusätzlich wird wöchentlich behördlich kontrolliert. Stöger: „In Eigenproduktion darauf achten“
Für Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) ist Berger ein Beispielbetrieb: „Ganz entscheidend ist, dass die Unternehmen in der Eigenproduktion darauf achten, dass sie auch nur die besten Lebensmittel produzieren und freigeben.“ Leitner: „Inspektoren sind täglich unterwegs“
Der für Konsumentenschutz zuständige Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Leitner (SPÖ), betont, dass der Betrieb wöchentlich kontrolliert wird: „Wir sind tagtäglich mit unseren Lebensmittelinspektoren und den Amtstierärzten unterwegs, um die Kontrollen durchzuführen und natürlich auch Negatives aufzuzeigen. Aber es gibt den Spruch ‚Tue Gutes und sprich darüber‘
9.07.2011 |
Gentechnik-Anbau in den USA: Kein Weg mehr zurück
Michael Hart lehnt am Auto während eines Stopps auf seiner Reise durch die USA. Neben ihm ein Farmer aus Missouri.
In Europa kommt Gentechnik in der Landwirtschaft kaum zum Einsatz. Weder Landwirte noch Verbraucher sind von der Technik überzeugt. Anders in Nordamerika, wo Gentechnik-Mais, -Soja, -Raps und -Zuckerrübe den Markt erobert haben. Durch eine Kombination verschiedener Herbizid- und Insekten-Resistenzen haben die Landwirte viele Vorteile, könnte man meinen. Der Film „Farmer to Farmer – The truth about GM Crops“ von Michael Hart zeigt das Gegenteil. Der britische Farmer ist quer durch die USA gereist und hat dort mit Landwirten über den Anbau gentechnisch veränderter Organismen gesprochen. Die Betroffenen sind desillusioniert über stark steigende Saatgutpreise und herbizid-resistente Unkräuter, die teilweise per Hand entfernt werden müssen, weil kein Gift mehr dagegen hilft. Sicherheitsabstände funktionieren nicht, berichtet ein Landwirt, der Versuch einer Koexistenz mit gentechnikfreier Landwirtschaft ist gescheitert. Gefragt nach Empfehlungen für europäische Landwirte, raten die amerikanischen Kollegen vom Anbau gentechnisch veränderter Organismen ab, da kein Weg mehr zurückführe. Ihnen bleibe schlicht nichts anderes mehr übrig, als GVO anzubauen. Denn gentechnikfreies Saatgut ist auf dem Markt kaum zu bekommen und werde außerdem nicht mehr weiterentwickelt.
Und wieder war es nur blindes Versprechen ohne Erfolg:
Maiswurzeln werden in den USA von Käfern angegriffen.
Monsanto-Aktien sind gestern um knapp 4 Prozent gefallen, nachdem bekannt wurde, dass Maiswurzelbohrer in Iowa Resistenzen gegen gentechnisch veränderten Mais der Firma entwickelt haben. Auf vier Feldern hat der Entomologe Aaron Gassmann der Iowa State University die resistenten Insekten entdeckt. Monsantos Bt-Mais produziert ständig ein für Insekten giftiges Protein. Die Entwicklung von Resistenzen wird dadurch begünstigt. Zwar handele sich noch um Einzelfälle, es ist aber gleichzeitig eine Warnung an die Landwirte, ihre Anbaupraxis zu ändern, so der Wissenschaftler. Viele Landwirte praktizieren keine Fruchtfolge und fördern dadurch die Resistenzbildung. Gentechnik-Konzerne bemühen sich derzeit darum, ihre Pflanzen mit weiteren Resistenzen auszustatten und bieten mittlerweile Pflanzen mit mehreren gentechnischen Veränderungen an.
http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/bayern_will_futtermittel_ohne_/701260/bayern_will_futtermittel_ohne_.html
Viele Tiere werden mit gentechnisch verändertem Soja gefüttert. In Bayern soll sich das, laut Minister Brunner, bald ändern.
München. Bayern ist auf dem Weg zu gentechnikfreien Futtermitteln einen Schritt weiter. Die Anbaufläche für heimisches Soja sei von 2010 auf 2011 um ein Viertel auf rund 3000 Hektar vergrößert worden, sagte Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) der Nachrichtenagentur dpa. Insgesamt solle die Fläche auf 5000 Hektar steigen. Mit dem Aktionsprogramm „Heimische Eiweißfuttermittel“ will der Minister den Eigenanbau stärken und damit den Sojaimport zurückfahren. Die Freien Wähler kritisierten, die angestrebte Anbaufläche sei viel zu gering.
Derzeit werden jährlich 800 000 Tonnen Sojafuttermittel unter anderem aus Südamerika und den USA importiert – davon sind 90 Prozent gentechnisch verändert. Um einen Beitrag zur Erzeugung gentechnikfreier Lebensmittel zu leisten, will Brunner in den nächsten beiden Jahren rund zwei Millionen Euro in die Produktion heimischen Eiweißfutters investieren. „Ich spüre, dass das auch in der Gesellschaft auf breite Zustimmung stößt.“ Der Eigenanbau verbessere zudem die Versorgungssicherheit für die Landwirte, stärke regionale Wirtschaftskreisläufe und diene dem Klimaschutz.
Mehr einheimische Produktion
„Erstes Ziel ist, dass wir für die Biobauern die Eiweißversorgung aus heimischer Erzeugung sicherstellen“, sagte Brunner. Neben Soja sollen auch andere eiweißhaltige Pflanzen wie Erbsen und Luzerne verstärkt als Futterpflanzen angebaut werden.
In der Rinderhaltung sei ein Verzicht auf Import-Soja leichter zu erreichen, da die Tiere auch Gras und Klee fressen. Dort sollen die Importe halbiert werden – auf 200 000 Tonen. Bei Schweinen, die im Wesentlichen Hülsenfrüchte brauchen, sei die Umstellung schwieriger. Die Bauern werden mit Beratungen und Versuchsvorführungen unterstützt.
WEITERE AKTUELLE MELDUNGEN (ein Dank unserem täglichen Medienbeobachter FG):
http://orf.at/#/stories/2077769/
EU-Gericht verschärft Regeln für Genhonig
Honig, der gentechnisch veränderte Pollen enthält, darf nach einem EU-Urteil nur mit einer Zulassung in den Handel kommen. Für jegliches Lebensmittel, das auch nur geringste Spuren von gentechnisch veränderten Pflanzen enthalte, sei eine Sicherheitsüberprüfung und Zulassung nötig.
Sonst dürfe die Ware nicht verkauft werden, urteilte der Europäische Gerichtshof (EuGH) heute in Luxemburg. Diese Pflicht bestehe unabhängig von der Menge des enthaltenen genetisch veränderten Materials.
http://www.tagesschau.de/ausland/genmais166.html
EuGH schränkt Verkauf von Honig mit Genmais ein
Ein Sieg für die Kritiker der Gentechnik
Honig, der gentechnisch veränderte Pollen enthält, darf in der EU nur noch mit einer besonderen Zulassung verkauft werden. Der Europäische Gerichtshof gab damit der Klage eines Augsburger Imkers statt. Das Urteil könnte europaweite Auswirkungen auf den Gentechnik-Anbau haben.
Null ist null Komma null und nicht null Komma neun. Null heißt: ‚gar nichts‘ und nicht: ‚ein bisschen‘. Das Urteil der Luxemburger Richter hat da eine klare Haltung. Die Folge: wenn Honig jetzt Pollen von Gentech-Pflanzen enthält, die nicht bereits für die menschliche Ernährung zugelassen sind, darf der Honig nicht mehr verkauft werden.
Tatsächlich ist das keine erfundene Situation: Die Zeitschrift Ökotest hat 2009 bei einer Stichprobe in deutschen Supermarktregalen herausgefunden, dass sich in fast jedem zweiten Honigglas Pollen genveränderter Pflanzen nachweisen lassen. Das kann zwei Ursachen haben: Wir importieren 80 Prozent des Honigs, überwiegend aus Südamerika. Dort werden viele Gensaaten angebaut. Und dann werden auch in Europa gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut, zum Beispiel die Genkartoffel Amflora in Deutschland.
Schweine kann man nicht mit Mais vergleichen
Die Bienen sammeln auch in diesen Pflanzen ihren Nektar, die Pollen bleiben in ihren feinen Haaren hängen und werden mit in den Stock geschleppt. Sie geraten damit auch in den Honig. 0,1 Prozent Pollenanteil sind normal. Bislang hat die Europäische Kommission gesagt, Honig sei ein tierisches Produkt wie Fleisch oder Milch. Und für diese Produkte gilt in der EU: Auch wenn das Tier gentechnisch verändertes Futter gekriegt hat, muss das auf dem fertigen Lebensmittel nicht gekennzeichnet werden. Denn in der Milch einer Kuh findet sich keine verwertbare Gensequenz aus dem Futter mehr, im Fleisch eines Schweines auch nicht.
Das kann man nicht vergleichen, urteilen die Richter jetzt. Sie stufen den Pollen als Lebensmittel-„Zutat“ ein. Und die muss zugelassen werden, wenn sie aus gentechnisch veränderten Organismen hergestellt wird – in jedem Fall und zwar schon in den geringsten Spuren. Es gibt aber auch einen Umkehrschluss: Solche genveränderten Pollen sind grundsätzlich zulassungsfähig. Wenn eine gentechnisch veränderte Raps- oder -Maissorte für den menschlichen Verzehr zugelassen ist, darf ihr Pollen auch im Honig drin sein.
http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/magdeburg/gentechnik100_zc-27794411_zs-655bede9.html
Kann Europa auf die grüne Gentechnik verzichten? Diese Frage diskutierten Wissenschaftlerin, Politiker und Landwirte auf einem Forum bei Magdeburg. Die Befürworter verwiesen natürlich auf den Nutzen der Gentechnik und sahen keine schädlichen Folgen. Für die Gegner sind die Folgen dagegen nicht absehbar. Sie befürchten zudem, dass die Landwirte abhängig von wenigen Konzernen werden. Einen Sieg errangen sie vor dem EuGH in Luxemburg. Lebensmittel mit Genmais-Spuren müssen erst geprüft werden, bevor sie für den Verkauf zugelassen werden.
In Sachsen-Anhalt haben Forscher, Politiker, Landwirte und Wirtschaftvertreter über den Stand der grünen Gentechnik diskutiert. Das zweitägige Forum des Lobby-Vereins InnoPlanta im westlich von Magdeburg gelegenen Üplingen stand unter dem Motto „Kann Europa noch länger auf die grüne Gentechnik verzichten?“
Befürworter glaubt an viele stille Unterstützer
Gentechnik-Befürworter tagen in Sachsen-Anhalt
06.09.2011, 08:22 Uhr | 02:55 min
Abseits der Diskussion um das Für und Wider der Gentechnik wollten die Teilnehmer aus zwölf europäischen Ländern einen Blick auf die Tatsachen werfen. Und die sieht InnoPlanta so: Auf einem Zehntel der weltweiten landwirtschaftlichen Nutzfläche werden inzwischen gentechnisch verbesserte Pflanzen angebaut – von 15 Millionen Landwirten, vor allem Kleinbauern in Entwicklungsländern. Negative Einflüsse auf Umwelt und Gesundheit sind nach Angaben des Vereins dabei noch nie beobachtet worden. InnoPlanta verweist auf die Vorteile wie mehr Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaeinflüssen und Schädlingen, was auch den Einsatz von Pestiziden verringere.
Deshalb verstehen die InnoPlanta-Mitglieder nicht, warum es in Europa so viele Vorurteile gegen die grüne Gentechnik gibt. Der Verein beklagt auch, dass der Anbau von der Politik behindert oder blockiert wird. Die Gentechnik-Befürworter befürchten, dass die Europäer trotz hervorragender Grundlagenforschung den Anschluss verlieren, weil es bei der praktischen Anwendung und der Überführung in die Marktreife klemmt. Dabei sei die Zustimmung zu gentechnisch veränderten Pflanzen weitaus größer, als es den Anschein hat, glaubt Karl-Friedrich Kaufmann von der Arbeitsgemeinschaft Innovativer Landwirte AGIL. Es traue sich nur nicht jeder, es laut zuzugeben.
„Die Technologie hat Zukunft und sie wird sich auch durchsetzen.“
Karl-Friedrich Kaufmann, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Innovativer Landwirte (AGIL)
Angst vor Abhängigkeit und Zweifel am Nutzen
Gegner und Befürworter beim Genforum Üplingen
06.09.2011, 16:47 Uhr | 02:00 min
Ihre Gegner können InnoPlanta und AGIL damit nicht überzeugen. Stattdessen fordern Umwelt- und Bauernverbände ein endgültiges Aus für die Unterstützung der pflanzlichen Gentechnik in Sachsen-Anhalt. Vor Beginn des Forums forderten sechs Vereinigungen und die Stiftung EuroNatur, dass die Landesregierung ihre bislang zustimmende Haltung schnellstens ändern und aufhören müsse, sich in den Dienst einzelner Unternehmen und Lobbyisten zu stellen. Nach Ansicht der Gegner basiert die Agro-Gentechnik in der Europäischen Union nur auf einer Handvoll Unternehmen und Wissenschaftler, die nach Gewinn und Ansehen streben, statt sich dem Gemeinwohl verpflichtet zu fühlen. So befürchten viele Landwirte eine Abhängigkeit von Großkonzernen, wenn sie deren patentgeschütztes gentechnisch verändertes Saatgut anbauen. Außerdem sei der versprochene Nutzen noch nicht nachgewiesen.
Die Gegner halten die grüne Gentechnik für Angebot ohne Nachfrage und verweisen auf die Endkunden. Seit der Markteinführung 1996 lehne die Mehrheit der Europäer Gentechnik in der Landwirtschaft und in der Lebensmittelproduktion ab. Zu jedem InnoPlanta-Forum in Üplingen gibt es Mahnwachen und Proteste. In dem Ort in der Magdeburger Börde befindet sich die europaweit größte Freilandausstellung für Produkte der modernen Pflanzenzüchtung.
http://kurier.at/freizeit/genuss/4149282.php
Genhonig muss raus aus dem Regal
Der EuGH sagt der Gentechnik im Honig den Kampf an. Die Kontrollen treffen aber auch heimische Imker.
Mein Bienen-Honig ist rückstandsfrei. Obwohl meine fünf Stöcke ganz nahe an der tschechischen Grenze liegen.“ Als der Hardegger Imker Hermann Kraus 1959 seinen ersten Honig erntete, hatte in Österreich noch niemand etwas von Gentechnik gehört. Heute gehört Gentechnikfreiheit hierzulande zu den wichtigeren Kaufargumenten.
Der 80-jährige Kraus denkt „nur noch von Jahr zu Jahr“. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat am Dienstag ein Urteil gefällt, dass das Imkergewerbe dauerhaft umkrempeln wird. Honig, der auch nur geringe Mengen an gentechnisch veränderten Pollen enthält, darf ohne neue Zulassung und Sicherheitsprüfung nicht mehr verkauft werden . Einige Experten rechnen sogar damit, dass fast die Hälfte des zum Verkauf angebotenen Honigs aus den heimischen Supermarkt-Regalen verschwinden wird (siehe unten rechts) . „Importierter Rapshonig aus Kanada wird ein Problem bekommen“, meint Josef Stich, Obmann des Vereins „Biene Österreich“. Begründung: „Der Konsument will keine Gentechnik.“
Stich hofft nun, dass das EU-Urteil „die derzeitigen Wischiwaschi-Regelungen“ beendet. So gelte aktuell ein 15-Meter-Sicherheitsabstand zu gentechnisch veränderten Kulturen. „Pollen fliegen aber viele Kilometer weit.“ Strenge Kontrollen hätten für die heimischen Imker Vorteile, meint der Bienen-Experte aus Manhartsbrunn, NÖ: „Länder wie China oder Argentinien, die auf Gentechnik in der Landwirtschaft setzen, können sich nicht so schnell umstellen. Doch nicht jeder Honig aus Südamerika oder Asien enthält veränderten Pollen.“
Preis-Kapriolen beim Honig erwartet Stich keine, „Ware made in Austria wird nicht teurer, aber der Anteil des billigen Import-Honigs wird wohl abnehmen“. Sorgen, dass kein Honig mehr auf den Tisch kommt, müsse man sich bei einer Eigenversorgung von fast 60 Prozent nicht machen.
Sind die Honigproduzenten ganz aus dem Schneider? Imker Dietmar Niessner aus Wien sagt nein: „Für den Einzelnen sind die Honig-Analysen unbezahlbar und existenzbedrohend.“ Und sie treffen auch die Falschen, denn österreichischer Honig ist zu 100 Prozent gentechnikfrei. Johann Watschka, Präsident des Imkerbunds und Herr über 15 Bienenvölker in Steinakirchen / Forst im Mostviertel will „eine klare Botschaft für die Konsumenten“ und fordert generell eine detailliertere Produktkennzeichnung.
Roland Achatz von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit AGES sieht die Entscheidung des EuGHs „ohne große Aufregung“. Warum? „Die derzeitige Risikobewertung von gentechnisch veränderten Produkten zeigt ganz klar, dass sie nicht gesundheitsschädigend sind.“ Der Entscheid sei eine rechtliche und politische Frage.
Imkern ist keine Pensionsbeschäftigung mehr
Honig aus der Großstadt? Das gibt es tatsächlich. „Bienen in der Stadt anzusiedeln, boomt derzeit geradezu“, sagt Dietmar Niessner. Und das ist kein Modetrend des 21. Jahrtausends, auch wenn derzeit Großstädter in London, New York oder Paris Bienenstöcke auf ihren schicken Dachterrassen und Balkonen ansiedeln. Oder jetzt sogar auf dem Dach der Wiener Staatsoper öffentlichkeitswirksam Bienen beheimatet sind.
Niessner ist im Verein „ImkerInnen Wien-West“, der 1920 auf der Schmelz – damals eine unverbaute G’stett’n – gegründet wurde. Insgesamt gibt es acht Imkervereine in Wien. Der „Bienenvater“ (so nannte man die Imker früher mancherorts) hat rund 50 Stöcke auf mehreren Standorten (Wien und Waldviertel) verteilt. Seit Kurzem auch auf dem Hotel Ibis auf dem Mariahilfer Gürtel.
Die Faszination am Bienenstock packt immer mehr Private. Niessners Anfänger-Kurse in Volkshochschulen sind meist ausgebucht. „Bei vielen ist es die Erinnerung an Opa oder Onkel, die Bienen hielten. Oder sie wollen einen aktiven Beitrag leisten, weil sie immer weniger Bienen wahrnehmen.“
War das Imkern früher eher eine Beschäftigung für die Pension, sind die städtischen Jungimker von heute auch an Jahren jung. „Durchschnittlich sind die Leute in meinen Kursen etwa 30 Jahre alt und kommen aus allen Berufsschichten.“ Und die Bienenhaltung ist weiblicher geworden: „50 Prozent meiner Teilnehmer sind Frauen.“
Foto – siehe Originaltext!
http://www.taz.de/Alternative-Nobelpreistraegerin-ueber-Gentech/!77350/
„Die sind auf Lügen spezialisiert“
Vandana Shiva über das Saatgutmonopol vom Gentech-Giganten Monsanto, Selbstmord von 250.000 indischen Bauern, Baumwolle und Einstein.Interview JOST MAURIN
Indische Farmer pflügen ein Feld, bevor sie Baumwolle aussäen. Bild: reuters
Foto – siehe Originabeitrag!
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