Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20BvR%202436/14
Timestamp: 2019-04-20 07:38:03
Document Index: 80579090

Matched Legal Cases: ['Art. 3', '§ 90', '§ 93', '§ 33', '§ 464', '§ 464', '§ 467', '§ 47', '§ 93', '§ 33', '§ 33', '§ 464', '§ 467', '§ 46', '§ 47', 'Art. 3', 'Art. 103', 'Art 3', '§ 90', '§ 93', '§ 46', '§ 47', '§ 33']

BVerfG, 13.10.2015 - 2 BvR 2436/14 - dejure.org
Art. 3 Abs. 1 GG; § 90 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG; § 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG; § 33a StPO; § 464 StPO; § 464a StPO; § 467 StPO; § 47 Abs. 2 OWiG
Kosten- und Auslagenentscheidung bei Verfahrenseinstellung aus Opportunitätsgründen im Ordnungswidrigkeitenverfahren (Verbot objektiver Willkür; Kostentragung des Betroffenen nur bei Säumnis; Auslagenentscheidung nach Ermessen; Erfordernis einer tragfähigen Begründung); Zulässigkeit der Verfassungsbeschwerde (Frist zur Erhebung der Verfassungsbeschwerde; Offenhaltung der Frist durch alle nicht offensichtlich unzulässigen Rechtsbehelfe; Erfordernis der Ausschöpfung dieser Rechtsbehelfe; Grundsatz der Subsidiarität der Verfassungsbeschwerde; Statthaftigkeit der Verfassungsbeschwerde bei isolierter Anfechtung einer Kostenentscheidung)
Kostenentscheidung, Auslagenentscheidung, Ermessen
§ 93a Abs. 2 Buchstabe b BVerfGG; § ... 93c Abs. 1 S. 1 BVerfGG; § 33 StPO; § 33a StPO; § 464a Abs. 1 S. 1 StPO; § 467 Abs. 1 StoPO; § 46 Abs. 1 OWiG; § 47 Abs. 2 S. 3 OWiG; Art. 3 Abs. 1 GG; Art. 103 Abs. 1 GG
EBVerfGG, StPO; OWiG, GG
Verletzung des Willkürverbots durch unvertretbare Auferlegung von Kosten und Auslagen im OWi-Verfahren
Art 3 Abs 1 GG, § 90 Abs 2 S 1 BVerfGG, § 93c Abs 1 S 1 BVerfGG, § 46 Abs 1 OWiG, § 47 Abs 2 OWiG
Stattgebender Kammerbeschluss: Verletzung des Willkürverbots durch schlechthin unvertretbare Auferlegung von Kosten und Auslagen im OWi-Verfahren nach Verfahrenseinstellung - an sich unanfechtbare Kostenentscheidung im OWi-Verfahren kann im Anhörungsrügeverfahren (§§ 33a StPO, 46 Abs 1 OWiG) abgeändert werden - Gegenstandswertfestsetzung
Auferlegung der OWi-Verfahrenskosten nach Einstellung ist willkürlich
Verfahrenseinstellung und Auslagenentscheidung, Ermessen
Verletzung des Willkürverbots durch Auferlegung von Kosten und Auslagen im OWi-Verfahren
Kosten und Auslagen beim Betroffenen
AG Halle/Saale, 24.09.2013 - 381 OWi 127 Js 19437/13
AG Halle/Westfalen, 24.09.2013 - 127 Js 19437/13
AG Halle/Saale, 23.07.2014 - 381 OWi 127 Js 19437/13
LG Halle, 04.09.2014 - 5 Qs 177/14
NJW 2016, 861
Dabei kann von einer willkürlichen Missdeutung des Inhalts einer Norm nicht gesprochen werden, wenn das Gericht sich mit der Rechtslage eingehend auseinandergesetzt hat und seine Auffassung nicht jedes sachlichen Grundes entbehrt (vgl. BVerfGE 87, 273 ; BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 13. Oktober 2015 - 2 BvR 2436/14 -, juris, Rn. 22).
d) Das Fehlen der Begründung einer gerichtlichen Entscheidung kann dazu führen, dass ein Verfassungsverstoß nicht auszuschließen und die Entscheidung deshalb aufzuheben ist, weil erhebliche Zweifel an ihrer Rechtmäßigkeit bestehen (vgl. BVerfGE 55, 205 ;… BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Zweiten Senats vom 25. Februar 1993 - 2 BvR 251/93 -, juris, Rn. 4;… BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 12. März 2008 - 2 BvR 378/05 -, juris, Rn. 33; BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 13. Oktober 2015 - 2 BvR 2436/14 -, juris, Rn. 33).
Dies gilt unabhängig davon, ob die beanstandete PKH-Entscheidung isoliert oder in Zusammenhang mit einer Sachentscheidung ergangen ist (vgl. Beschluss vom 17. April 2015 - VfGBbg 56/14 -, www.verfassungsgericht.brandenburg.de; vgl. zum Bundesrecht: BVerfGE 74, 78, 89 f; BVerfGK 5, 10, 12; BVerfG NJW 2010, 1349, 1350; NJW 2016, 861, 862).
Dies gilt unabhängig davon, ob die beanstandete Kostenentscheidung - wie bei Rücknahme einer Klage, Erledigung der Hauptsache oder Vergleich - isoliert oder ob sie in Zusammenhang mit einer Sachentscheidung ergangen ist (vgl. Beschluss vom 17. April 2015 - VfGBbg 56/14 -, www.verfassungsgericht.brandenburg.de; vgl. zum Bundesrecht: BVerfGE 74, 78, 89 f; BVerfGK 5, 10, 12; BVerfG NJW 2010, 1349, 1350; NJW 2016, 861, 862).
Das Fehlen der Begründung einer gerichtlichen Entscheidung kann deshalb dazu führen, dass ein Verfassungsverstoß nicht auszuschließen und die Entscheidung aufzuheben ist, weil erhebliche Zweifel an ihrer Rechtmäßigkeit bestehen (vgl. BVerfGE 55, 205 ; BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 13. Oktober 2015 - 2 BvR 2436/14 -, NJW 2016, S. 861 ).