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Timestamp: 2016-10-28 21:44:06
Document Index: 91774359

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 16', 'Art. 25', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

H.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Andreas Hebeisen, L�wenstrasse 12, 8280 Kreuzlingen,
H.________, geboren 1964, war seit 1991 als Betriebsmitarbeiter bei der Firma I.________ AG, angestellt und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfall versichert, als er am 3. Juni 1994 an seinem Arbeitsplatz von einer herabst�rzenden Holzpalette getroffen wurde und eine Berstungsfraktur des zw�lften Brustwirbelk�rpers, eine Kompressionsfraktur des dritten Lendenwirbelk�rpers sowie eine Nasenbeinfraktur erlitt. Per 1. Mai 1995 reduzierte die SUVA sein Taggeld auf 50 % (Verf�gung vom 20. September 1995 und Einspracheentscheid vom 22. Januar 1996); die hiegegen erhobenen Beschwerden wiesen das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 20. M�rz 1997 und das Eidgen�ssische Versicherungsgericht mit Urteil vom 9. Juli 1999 ab, wobei nur die somatischen Gesundheitssch�digungen, nicht aber die psychischen Beschwerdebilder mit Einschr�nkung der Arbeits- und Erwerbsf�higkeit zu ber�cksichtigen waren.
Mit Verf�gung vom 12. November 1996 stellte die SUVA die Ausrichtung von Taggeldern unter Annahme einer Arbeitsf�higkeit von 75 % per 1. September 1996 ein und hielt an ihrer Auffassung auch auf Einsprache hin fest (Einspracheentscheid vom 13. Mai 1997).
Die hiegegen erhobene Beschwerde hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 21. Dezember 2000 teilweise gut und sprach H.________ ab dem 1. September 1996 bei einer Arbeitsunf�higkeit von 50 % weiterhin ein halbes Taggeld zu.
H.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und die Zusprechung von Taggeldern entsprechend einer Arbeitsunf�higkeit von 100 % ab 1. September 1996 beantragen.
1.1 Mit Urteil vom 9. Juli 1999 hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht entschieden, dass sich - unter somatischen Gesichtspunkten - die von der SUVA verf�gte (Einspracheentscheid vom 22. Januar 1996) und vorinstanzlich best�tigte (Entscheid vom 20. M�rz 1997) Reduktion des Taggeldes auf 50 % ab 1. Mai 1995 nicht beanstanden lasse. Bewusst nicht entschieden wurde (wegen des f�r die richterliche �berpr�fungsbefugnis massgebenden Zeitpunktes des Einspracheentscheides, BGE 116 V 248 Erw. 1a mit Hinweisen) die Frage, ob es sich - im Hinblick auf die H�he des Taggeldanspruchs - bei den geltend gemachten psychischen Beschwerdebildern mit Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit um eine nat�rliche und ad�quate Folge des Unfalles vom 3. Juni 1994 handelt.
Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen �ber den Anspruch und die H�he des Taggeldes (Art. 16 und 17 Abs. 1 UVG, Art. 25 Abs. 3 UVV) richtig dargelegt. Darauf wird verwiesen. Zu erg�nzen ist, dass das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 im vorliegenden Fall nicht anwendbar ist, da nach dem massgebenden Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheides (hier: 13. Mai 1997) eingetretene Rechts- und Sachverhalts�nderungen vom Sozialversicherungsgericht nicht ber�cksichtigt werden (BGE 127 V 467 Erw. 1, 121 V 366 Erw. 1b).
Zu Recht hat die Vorinstanz erwogen, dass unter Ber�cksichtigung des somatischen und des psychischen Gesundheitszustandes auch nach dem 1. September 1996 eine Arbeitsf�higkeit von 50 % f�r eine leidensangepasste T�tigkeit besteht. Auf ihre zutreffenden, sorgf�ltigen Erw�gungen kann vollumf�nglich verwiesen werden. Sie st�tzt sich dabei zun�chst auf die �rztlichen Berichte des Dr. med. J.________, Innere Medizin FMH, vom 27. November 1996 sowie vom 27. Juli 1997 und des Dr. med. G.________, Innere Medizin FMH, speziell Rheumakrankheiten, Medizinisches Zentrum X.________, vom 31. Juli 1997. Die psychischen St�rungen, unter denen der Beschwerdef�hrer unbestrittenerweise leidet, stehen auf Grund der medizinischen Berichte in nat�rlichem Kausalzusammenhang mit dem Unfall. Die Frage nach der Ad�quanz hat die Vorinstanz offen gelassen. Sie ist indessen zu bejahen, ist der erlittene Unfall doch angesichts der besonderen Eindr�cklichkeit - aus drei Metern H�he herabst�rzende, beladene Holzpalette von angeblich 431 kg Gewicht - den schwereren im mittleren Bereich zuzuordnen und leidet der Beschwerdef�hrer ausserdem an k�rperlichen - chronischen lumbalen und thorakalen - Dauerschmerzen (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa). Daraus folgt jedoch nicht ein h�herer Grad der Arbeitsunf�higkeit. Dieser l�sst sich, wie die Vorinstanz ebenfalls richtig erwogen hat, nicht einfach durch eine Addition von einzelnen physischen und psychischen Beeintr�chtigungen ermitteln. Mit dem kantonalen Gericht ist in Bezug auf die zumutbare leidensangepasste T�tigkeit dem umfassenden Gutachten der Medizinischen Abkl�rungsstelle (MEDAS), vom 8. Oktober 1998 der Vorzug vor dem Bericht des Hausarztes Dr. med. S.________, vom 11. August 1997 zu geben, sagen doch Haus�rzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsf�llen eher zu Gunsten ihrer Patienten aus (BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc). Die �rzte der MEDAS attestieren dem Versicherten unter Ber�cksichtigung des rheumatologischen wie des psychiatrischen Aspektes eine Arbeitsunf�higkeit von 50 %. Ihr Gutachten gen�gt den rechtsprechungsgem�ssen Anforderungen (BGE 125 V 352 Erw. 3) und es kann ohne Weiteres darauf abgestellt werden.
Daran verm�gen die Einw�nde des Beschwerdef�hrers nichts zu �ndern.
4.1 Arbeitsunf�higkeit ist grunds�tzlich die auf Grund �rztlicher Feststellungen ermittelte tats�chliche Unf�higkeit, am angestammten Arbeitsplatz nutzbringend t�tig zu sein, nicht hingegen die bloss medizinisch-theoretische Sch�tzung der Arbeitsunf�higkeit (BGE 111 V 239 Erw. 1b; vgl. auch BGE 114 V 283 Erw. 1c; RKUV 1987 Nr. U 27 S. 394 Erw. 2b, je mit Hinweisen). Der Grad der Arbeitsunf�higkeit ist indessen nur solange unter Ber�cksichtigung des bisherigen Berufs festzusetzen, als von der versicherten Person vern�nftigerweise nicht verlangt werden kann, ihre restliche Arbeitsf�higkeit in einem andern Berufszweig zu verwerten. Versicherte, die ihre restliche Arbeitsf�higkeit nicht verwerten, obgleich sie hiezu unter Ber�cksichtigung der Arbeitsmarktlage und gegebenenfalls einer bestimmten Anpassungszeit in der Lage w�ren, sind nach der beruflichen T�tigkeit zu beurteilen, die sie bei gutem Willen aus�ben k�nnten (BGE 115 V 133 f. Erw. 2 mit Hinweisen); das Fehlen des guten Willens ist nur dort entschuldbar, wo es auf einer Krankheit beruht. Bei langdauernder Arbeitsunf�higkeit im angestammten Beruf hat die versicherte Person daher andere ihr offenstehende Erwerbsm�glichkeiten auszusch�pfen, und zwar solange, als man dies unter den gegebenen Umst�nden von ihr verlangen kann (in RKUV 2000 Nr. U 366 S. 92 nicht publizierte Erw�gung 1; BGE 114 V 283 Erw. 1d; RKUV 1987 Nr. U 27 S. 394 f. Erw. 2b).
4.2 Nach dem unter Erw�gung 3 Gesagten ist dem Beschwerdef�hrer eine leidensangepasste T�tigkeit im Umfang eines 50 %-Pensums zumutbar. Angesichts der umfassenden - physischen und psychischen - Abkl�rung des relevanten medizinischen Sachverhaltes mit Berichten aus verschiedenen Sachbereichen �ber die Entwicklung des Gesundheitszustandes seit dem Unfall er�brigen sich Aktenerg�nzungen.
4.3 Die �rztlich attestierte Restarbeitsf�higkeit ist auch praktisch verwertbar, da die dem Beschwerdef�hrer zumutbaren T�tigkeiten einerseits Gegenstand von Angebot und Nachfrage auf dem ihm offen stehenden, ausgeglichenen Arbeitsmarkt sind (vgl. BGE 110 V 276 Erw. 4b; ZAK 1991 S. 320 Erw. 3b) und der Versicherte anderseits nicht derart eingeschr�nkt ist, dass der allgemeine Arbeitsmarkt die entsprechenden Stellen praktisch nicht kennt oder eine Besch�ftigung nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines Arbeitgebers m�glich w�re (Urteil Z. vom 14. April 2000, U 241/99).
F�r den Taggeldanspruch massgebend sind jedoch die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeintr�chtigung (BGE 114 V 284 ff. Erw. 2c, 3, 4; RKUV 1994 Nr. K 935 S. 113). Da der Beschwerdef�hrer seinen angestammten Beruf nicht mehr aus�ben und seine Restarbeitsf�higkeit im Rahmen der Schadenminderungspflicht nur noch in einer leidensangepassten T�tigkeit verwerten kann, bleibt daher zu pr�fen, ob er dadurch eine Lohneinbusse erleidet. Die Sache ist zu diesem Zweck an die SUVA zur�ckzuweisen, damit sie einen Einkommensvergleich durchf�hre und den Taggeldanspruch gest�tzt auf die Differenz zwischen dem ohne Unfall im bisherigen Beruf verdienten und dem mit gesundheitlicher Beeintr�chtigung zumutbarerweise erzielbaren Lohn ermittle.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Dezember 2000 und der Einspracheentscheid der SUVA vom 13. Mai 1997 aufgehoben werden und die Sache an die SUVA zur�ckgewiesen wird, damit sie, nach erfolgter Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen, �ber den Taggeldanspruch des Beschwerdef�hrers neu verf�ge.