Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767?p=911
Timestamp: 2019-02-23 11:13:03
Document Index: 114352531

Matched Legal Cases: ['§ 2372', '§ 54', '§ 12', '§ 4', '§ 2372', '§ 54', '§ 12', '§ 4', '§ 2372', '§ 54', '§ 12', '§ 4', '§ 2372', '§ 54', '§ 2075', '§ 12', '§ 2076', '§ 4']

von den zwanggerechtigkeiten.
die zwangfären, wenn nichts vorbei gefaren wer-
den darf; sondern ein jeder sich derselben bedinen
muß; allein das zwangrecht ist mit den regalien
nohtwendiger weise nicht verknüpfet (§ 2372 des
Iten th.), Mevius P. I, decis. LXI, Hert de su-
perior. territ. § 54. Jn adelichen dörfern hat der
adeliche müller ein zwangrecht, daß nämlich die
adeliche untersassen auswärts nicht malen dürfen;
es wäre dann: daß der adeliche müller die bauern
nicht fördern könnte.
Aus den widerrechtlich abgenötigten handelun-ob der wider-
zwang| einen
rechtmässigen
besiz bewirket?
gen ersprosset kein ruhiger besiz; im falle nicht die
beruhigung, samt der rechtserforderlichen zeit hin-
zutritt, Mevius P. I, decis. 60, P. VIII, decis.
449, n. 6, Waldschmidt de molend. bannor.
Marb. 1718, 4t, § 12, s. 18; wenn aber dises
sich nicht erbricht; so fället einem befreieten das-
jenige, was er aus zwang hat leisten müssen, an
seiner befreiung nicht nachteilig, Casp. Klock de
contribut. cap. 16, sect. 1, n. 204, Hert im resp.
548, n. 12, 13; immassen dises für eine freiwil-
lige handelung nicht geachtet wird, Harpprecht
im cons. VI, n. 12, vol. VII, cons. Tub.
Die zwanggerechtigkeit wird im zweiffel nichtob die zwang-
vermutet, Waldschmidt § 4, s. 7 fg., von Ley-
ser im specim. 462, med. 23 fg.; vilmehr stehet
im zweiffel für die befreiung, und deren vermu-
tung zu sprechen, Boehmer T. III, P. III, cons.
625, n. 2, Freiherr von Lynker im resp. 77, n.
1, vol. II; diselbe mag auch auf verschidene wei-
se erlanget werden, wie in sachen des Johann Pe-
ter K. aus Alt-Möllen, im Razeburgischen, wi-
die zwangfaͤren, wenn nichts vorbei gefaren wer-
den darf; ſondern ein jeder ſich derſelben bedinen
muß; allein das zwangrecht iſt mit den regalien
nohtwendiger weiſe nicht verknuͤpfet (§ 2372 des
Iten th.), Mevius P. I, deciſ. LXI, Hert de ſu-
perior. territ. § 54. Jn adelichen doͤrfern hat der
adeliche muͤller ein zwangrecht, daß naͤmlich die
adeliche unterſaſſen auswaͤrts nicht malen duͤrfen;
es waͤre dann: daß der adeliche muͤller die bauern
nicht foͤrdern koͤnnte.
Aus den widerrechtlich abgenoͤtigten handelun-ob der wider-
rechtmaͤſſigen
beſiz bewirket?
gen erſproſſet kein ruhiger beſiz; im falle nicht die
beruhigung, ſamt der rechtserforderlichen zeit hin-
zutritt, Mevius P. I, deciſ. 60, P. VIII, deciſ.
449, n. 6, Waldſchmidt de molend. bannor.
Marb. 1718, 4t, § 12, ſ. 18; wenn aber diſes
ſich nicht erbricht; ſo faͤllet einem befreieten das-
jenige, was er aus zwang hat leiſten muͤſſen, an
ſeiner befreiung nicht nachteilig, Caſp. Klock de
contribut. cap. 16, ſect. 1, n. 204, Hert im reſp.
548, n. 12, 13; immaſſen diſes fuͤr eine freiwil-
im conſ. VI, n. 12, vol. VII, conſ. Tub.
veꝛmutet wird?
vermutet, Waldſchmidt § 4, ſ. 7 fg., von Ley-
ſer im ſpecim. 462, med. 23 fg.; vilmehr ſtehet
im zweiffel fuͤr die befreiung, und deren vermu-
tung zu ſprechen, Boehmer T. III, P. III, conſ.
625, n. 2, Freiherr von Lynker im reſp. 77, n.
1, vol. II; diſelbe mag auch auf verſchidene wei-
ſe erlanget werden, wie in ſachen des Johann Pe-
ter K. aus Alt-Moͤllen, im Razeburgiſchen, wi-
<p><pb facs="#f0911" n="887"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">von den zwanggerechtigkeiten.</hi></fw><lb/>
die zwangfa&#x0364;ren, wenn nichts vorbei gefaren wer-<lb/>
den darf; &#x017F;ondern ein jeder &#x017F;ich der&#x017F;elben bedinen<lb/>
muß; allein das zwangrecht i&#x017F;t mit den regalien<lb/>
nohtwendiger wei&#x017F;e nicht verknu&#x0364;pfet (§ 2372 des<lb/><hi rendition="#aq">I</hi>ten th.), <hi rendition="#fr">Mevius</hi> <hi rendition="#aq">P. I, deci&#x017F;. LXI,</hi> <hi rendition="#fr">Hert</hi> <hi rendition="#aq">de &#x017F;u-<lb/>
perior. territ.</hi> § 54. Jn adelichen do&#x0364;rfern hat der<lb/>
adeliche mu&#x0364;ller ein zwangrecht, daß na&#x0364;mlich die<lb/>
adeliche unter&#x017F;a&#x017F;&#x017F;en auswa&#x0364;rts nicht malen du&#x0364;rfen;<lb/>
es wa&#x0364;re dann: daß der adeliche mu&#x0364;ller die bauern<lb/>
nicht fo&#x0364;rdern ko&#x0364;nnte.</p><lb/>
<p>Aus den widerrechtlich abgeno&#x0364;tigten handelun-<note place="right">ob der wider-<lb/>
rechtliche<lb/>
zwang| einen<lb/>
rechtma&#x0364;&#x017F;&#x017F;igen<lb/>
be&#x017F;iz bewirket?</note><lb/>
gen er&#x017F;pro&#x017F;&#x017F;et kein ruhiger be&#x017F;iz; im falle nicht die<lb/>
beruhigung, &#x017F;amt der rechtserforderlichen zeit hin-<lb/>
zutritt, <hi rendition="#fr">Mevius</hi> <hi rendition="#aq">P. I, deci&#x017F;. 60, P. VIII, deci&#x017F;.</hi><lb/>
449, n. 6, <hi rendition="#fr">Wald&#x017F;chmidt</hi> <hi rendition="#aq">de molend. bannor.</hi><lb/>
Marb. 1718, 4t, § 12, &#x017F;. 18; wenn aber di&#x017F;es<lb/>
&#x017F;ich nicht erbricht; &#x017F;o fa&#x0364;llet einem befreieten das-<lb/>
jenige, was er aus zwang hat lei&#x017F;ten mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en, an<lb/>
&#x017F;einer befreiung nicht nachteilig, <hi rendition="#fr">Ca&#x017F;p. Klock</hi> <hi rendition="#aq">de<lb/>
contribut. cap. 16, &#x017F;ect.</hi> 1, n. 204, <hi rendition="#fr">Hert</hi> im <hi rendition="#aq">re&#x017F;p.</hi><lb/>
548, n. 12, 13; imma&#x017F;&#x017F;en di&#x017F;es fu&#x0364;r eine freiwil-<lb/>
lige handelung nicht geachtet wird, <hi rendition="#fr">Harpprecht</hi><lb/>
im <hi rendition="#aq">con&#x017F;. VI,</hi> n. 12, vol. <hi rendition="#aq">VII, con&#x017F;. Tub.</hi></p>
<p>Die zwanggerechtigkeit wird im zweiffel nicht<note place="right">ob die zwang-<lb/>
gerechtigkeit<lb/>
ve&#xA75B;mutet wird?</note><lb/>
vermutet, <hi rendition="#fr">Wald&#x017F;chmidt</hi> § 4, &#x017F;. 7 fg., <hi rendition="#fr">von Ley-<lb/>
&#x017F;er</hi> im <hi rendition="#aq">&#x017F;pecim. 462, med.</hi> 23 fg.; vilmehr &#x017F;tehet<lb/>
im zweiffel fu&#x0364;r die befreiung, und deren vermu-<lb/>
tung zu &#x017F;prechen, <hi rendition="#fr">Boehmer</hi> <hi rendition="#aq">T. III, P. III, con&#x017F;.</hi><lb/>
625, n. 2, Freiherr <hi rendition="#fr">von Lynker</hi> im <hi rendition="#aq">re&#x017F;p.</hi> 77, n.<lb/>
1, vol. <hi rendition="#aq">II;</hi> di&#x017F;elbe mag auch auf ver&#x017F;chidene wei-<lb/>
&#x017F;e erlanget werden, wie in &#x017F;achen des Johann Pe-<lb/>
ter K. aus Alt-Mo&#x0364;llen, im Razeburgi&#x017F;chen, wi-<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">K k k 4</fw><fw place="bottom" type="catch">der</fw><lb/></p>
[887/0911] von den zwanggerechtigkeiten. die zwangfaͤren, wenn nichts vorbei gefaren wer- den darf; ſondern ein jeder ſich derſelben bedinen muß; allein das zwangrecht iſt mit den regalien nohtwendiger weiſe nicht verknuͤpfet (§ 2372 des Iten th.), Mevius P. I, deciſ. LXI, Hert de ſu- perior. territ. § 54. Jn adelichen doͤrfern hat der adeliche muͤller ein zwangrecht, daß naͤmlich die adeliche unterſaſſen auswaͤrts nicht malen duͤrfen; es waͤre dann: daß der adeliche muͤller die bauern nicht foͤrdern koͤnnte. § 2075 Aus den widerrechtlich abgenoͤtigten handelun- gen erſproſſet kein ruhiger beſiz; im falle nicht die beruhigung, ſamt der rechtserforderlichen zeit hin- zutritt, Mevius P. I, deciſ. 60, P. VIII, deciſ. 449, n. 6, Waldſchmidt de molend. bannor. Marb. 1718, 4t, § 12, ſ. 18; wenn aber diſes ſich nicht erbricht; ſo faͤllet einem befreieten das- jenige, was er aus zwang hat leiſten muͤſſen, an ſeiner befreiung nicht nachteilig, Caſp. Klock de contribut. cap. 16, ſect. 1, n. 204, Hert im reſp. 548, n. 12, 13; immaſſen diſes fuͤr eine freiwil- lige handelung nicht geachtet wird, Harpprecht im conſ. VI, n. 12, vol. VII, conſ. Tub. ob der wider- rechtliche zwang| einen rechtmaͤſſigen beſiz bewirket? § 2076 Die zwanggerechtigkeit wird im zweiffel nicht vermutet, Waldſchmidt § 4, ſ. 7 fg., von Ley- ſer im ſpecim. 462, med. 23 fg.; vilmehr ſtehet im zweiffel fuͤr die befreiung, und deren vermu- tung zu ſprechen, Boehmer T. III, P. III, conſ. 625, n. 2, Freiherr von Lynker im reſp. 77, n. 1, vol. II; diſelbe mag auch auf verſchidene wei- ſe erlanget werden, wie in ſachen des Johann Pe- ter K. aus Alt-Moͤllen, im Razeburgiſchen, wi- der ob die zwang- gerechtigkeit veꝛmutet wird? K k k 4
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/911
Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 887. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/911>, abgerufen am 23.02.2019.