Source: https://de.slideshare.net/presseportalCH/strategie-stromnetze-vse-erwartet-zustzliche-massnahmen-zur-verfahrensbeschleunigung-dokument
Timestamp: 2017-05-23 05:21:36
Document Index: 258596981

Matched Legal Cases: ['Art. 62', 'Art. 14', 'Art. 15', 'Art. 15', 'Art. 9', 'Art. 15', 'Art. 15', 'Art. 15', 'Art. 26', 'Art. 15', 'Art. 15', 'Art. 16', 'Art. 15', 'Art. 44', 'Art. 53', 'Art. 53', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 4', 'Art. 13', 'Art. 4', 'Art. 13', 'Art. 14', 'Art. 15', 'Art. 15', 'Art. 17', 'Art. 18', 'Art. 25', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 3', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 8', 'Art. 15', 'Art. 15', 'Art. 30', 'Art. 15', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 20']

Strategie Stromnetze: VSE erwartet zusätzliche Massnahmen zur Verfahr…
Strategie Stromnetze: VSE erwartet zusätzliche Massnahmen zur Verfahrensbeschleunigung (DOKUMENT)
by becarjuing
Aarau (ots) - - Hinweis: Die Vernehmlassung zur Strategie Stromnetze kann kostenlos im pdf-Format unter http://presseportal.ch/de/pm/100003757 heruntergeladen werden - Der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen ... / http://ots.ch/601a03d
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Sektion NE
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HJ. Holenstein, Direktwahl +41 62 825 25 35, hansjoerg.holenstein@strom.ch
Vernehmlassung zur Strategie Stromnetze
Der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) dankt Ihnen für die Möglichkeit, sich zur Stra-
tegie Stromnetze äussern zu können. Er nimmt dazu gern wie folgt Stellung:
Der Bundesrat hat mit der Energiestrategie 2050 ein umfangreiches energiepolitisches Projekt lanciert, mit
welchem er den Umbau der Schweizer Energieversorgung vorantreiben will. Die nach wie vor prioritäre Si-
cherstellung der Strom-Versorgungssicherheit setzt die Schaffung eines abgestimmten regulatorischen
Rahmens für die Bereiche Produktion, Speicherung und Netz voraus. Diesem Anspruch wird das auf die
Bereiche Produktion und Energieeffizienz fokussierte erste Massnahmenpaket nicht gerecht. Der VSE be-
grüsst deshalb, dass mit der Strategie Stromnetze nun Verbesserungen der Rahmenbedingungen im Netz-
bereich vorgeschlagen werden. Die Netzbetreiber stehen bereits heute vor grossen Herausforderungen, die
durch die Energiestrategie 2050 noch verschärft werden. Dazu gehören insbesondere die langen Genehmi-
gungsverfahren und die ungenügende Akzeptanz der Infrastrukturobjekte in der Bevölkerung, welche die
Problematik der ungelösten Kostenfrage bei der Verkabelung von Freileitungen akzentuiert. Als weitere Her-
ausforderungen sind die zunehmend dezentrale, stochastische Einspeisung zu nennen, welche zu stärkerer
Belastung der Netze und bidirektionalen Energieflüssen führt, und der technologische Wandel hin zu intelli-
genten Mess-, Steuer- und Regelsystemen. Hier gilt es angemessene Antworten zu finden, damit eine auf
die Entwicklung von Produktion und Speicherung abgestimmte und langfristig stabile Planung von Erneue-
rungen, Erweiterungen sowie Um- und Neubauten im Netzbereich ermöglicht werden kann.
Der VSE unterstützt die Stossrichtung der vorliegenden Strategie Stromnetze. Er erachtet die vorgeschlage-
nen Leitlinien als zweckmässig, um die Planungs- und Investitionssicherheit zu erhöhen und die Verfahren
zu beschleunigen. Der künftig zu erarbeitende und zu verabschiedende gesamtwirtschaftliche Szenariorah-
men unterstützt eine längerfristige Planung. Allerdings ist der VSE der Ansicht, dass er die Basis für eine
übergeordnete Netzplanung bildet und sich deshalb auf die übergeordneten Netzebenen 1 bis 3 zu be-
schränken hat, wie dies auch aus der vom Bundesrat skizzierten Leitlinie 5 hervorgeht In die Arbeiten sind
insbesondere auch die bedeutenden Kraftwerksbetreiber einzubeziehen.
Auch die Erstellung von Mehrjahresplänen ist grundsätzlich zu begrüssen. Wie beim Szenariorahmen ist die
Pflicht zur Ausarbeitung von Mehrjahresplänen gesetzlich auf die Netze von überregionaler Bedeutung
(Netzebenen 1 bis 3) zu beschränken. Für die tieferen Netzebenen wäre der Aufwand unverhältnismässig.
Ausserdem ist sicher zu stellen, dass die Mehrjahrespläne eine gewisse Stabilität erhalten, um die Pla-
nungssicherheit zu verbessern und Fehlinvestitionen zu vermeiden. Nach der Genehmigung der Mehrjah-
respläne soll deshalb für die darin enthaltenen Projekte weder ein nachträglicher Nachweis der Notwendig-
keit noch eine Begründung für einen allfälligen Verzicht auf die genehmigte Leitung mehr erbracht werden
müssen. Die Entscheidung, ob, wann und wie die Pläne veröffentlicht werden, sollte dem Netzbetreiber
überlassen werden. Gerade bei Neubauten und grösseren Umbauten sind für die Akzeptanz eine gezielte
Kommunikation und ein Austausch zwischen dem Netzbetreiber und der betroffenen Bevölkerung vor Ort
notwendig. Eine Publikation der Mehrjahrespläne über eine offizielle Stelle kann hierbei kontraproduktiv sein.
Die Erfassung von Werk- und Übersichtsplänen ist in Art. 62 der Leitungsverordnung (LeV) und Art. 14 der
Verordnung über das Plangenehmigungsverfahren für elektrische Anlagen bereits vorgeschrieben. Ein
Zwang zur digitalen Erfassung besteht hingegen nicht. Die in der Strategie Stromnetze beabsichtigte Einfüh-
rung von digitalen Netzplänen vermag nicht zu überzeugen. Ihr Verwendungszweck, die Anforderungen und
die Kriterien sind unklar, so dass die Kosten für notwendige Anpassungen der bestehenden Systeme nicht
absehbar sind. Ausserdem muss der Schutz kritischer Infrastrukturen gewährleistet sein, was der Veröffent-
lichung von GIS-Daten grundsätzlich widerspricht.
Der VSE begrüsst, dass Kriterien zur Entscheidungsfindung «Kabel oder Freileitung» verbindlich festgelegt
werden. Ein definierter Mehrkostenfaktor trägt zu einer Beschleunigung der Verfahren bei. Abzulehnen ist
die Absicht, dem Bundesrat die Kompetenz zur Überschreitung dieses Faktors einzuräumen. Mit solchen
Ausnahmeregelungen wird ein neues Einfallstor für Einsprachen gegen Freileitungsprojekte geschaffen, das
der beabsichtigten Straffung der Verfahren diametral zuwiderläuft. Die Kompetenz zur Unterschreitung des
Mehrkostenfaktors wiederum führt zu erheblicher Rechtsunsicherheit bei der Anrechenbarkeit der Mehrkos-
ten der Verkabelung. Für Produzenten, die ihre Netzkosten nicht an die Kunden überwälzen können, ist eine
Entlastung von den Mehrkosten vorzusehen.
Die Verfahren sind darüber hinaus mit weiteren Massnahmen zu beschleunigen. Dazu gehört insbesondere,
dass einzelne Verfahrensschritte verbindlich befristet werden. Das Ziel muss es sein, dass Bewilligungsver-
fahren bis zum rechtskräftigen Abschluss nicht länger als 6 Jahre dauern. Dies ist entsprechend in den Ma-
terialien festzuhalten.
Dem in Leitlinie 9 vorgeschlagenen Konzept von spannungsübergreifenden Ersatzmassnahmen zum Aus-
gleich für die Erstellung von neuen Freileitungen kann im Grundsatz zugestimmt werden. Solche Ersatz-
massnahmen können aus übergeordneter Sicht zu geeigneten Lösungen für den notwendigen Netzausbau
führen. Es ist allerdings auszuschliessen, dass Verteilnetzbetreiber durch die Anordnung von Ersatzmass-
nahmen wirtschaftlich oder betrieblich benachteiligt werden.
Bei Leitungen zur Übertragung und Verteilung von Elektrizität handelt es sich um Infrastrukturvorhaben,
welche im öffentlichen Interesse einer sicheren Stromversorgung errichtet werden. Damit unterscheiden sie
sich im Grundsatz von Vorhaben, welche Privatpersonen oder private Eigentümer von benachbarten Grund-
stücken mit ausschliesslich privaten Interessen verfolgen. Diese Infrastrukturvorhaben erstrecken sich in der
Regel auch über grössere Distanzen. Für die Sicherung von Bau, Bestand und Betrieb ist deshalb eine
grosse Anzahl von Dienstbarkeitsverträgen notwendig, bei welchen standardisierte vertragliche Bestimmun-
gen zur Anwendung gelangen müssen. Für diese Dienstbarkeiten müssen daher im EleG klare Regeln fest-
gelegt werden, um Rechtssicherheit zu schaffen und gleichzeitig den Aufwand möglichst gering zu halten.
Insbesondere ist vorzusehen, dass abgelaufene Dienstbarkeiten über das Enteignungsrecht erneuert wer-
2. Besondere Bemerkungen zur Revision des EleG
Spannungsübergreifende Ersatzmassnahmen
Der erläuternde Bericht spricht im Zusammenhang mit den spannungsübergreifenden Ersatzmassnahmen
von Eingriffen bis hin zu Rückbauten von Leitungen unterlagerter Netzebenen. Dies geht weit über das Kon-
zept der Ersatzmassnahme hinaus, das wie bereits aus dem Namen klar hervorgeht Massnahmen bezeich-
net, welche ein bestehendes oder geplantes Netzelement ersetzen (z.B. eine Freileitung durch eine Erdver-
kabelung). Es darf nicht sein, dass der Übertragungsnetzbetreiber zwecks Realisation eigener Projekte in
die Topologie des nachgelagerten Verteilnetzbetreibers eingreift und damit diesen benachteiligt, unter Um-
ständen mit zusätzlichen kostenpflichtigen Anschlusspunkten anstelle von Leitungen auf Netzebene 3. Falls
der Ausbau des Übertragungsnetzes Massnahmen auf den unteren Netzebenen erfordert, muss der be-
troffene Netzbetreiber vorgängig einbezogen werden. Weiter sollte es im Ermessen des betroffenen Verteil-
netzbetreibers liegen, ob und in welchem Umfang er infolge der Anordnung von Ersatzmassnahmen, welche
einen klaren Eingriff in das Eigentum des Verteilnetzbetreibers darstellen, Entschädigungsforderungen an
den Übertragungsnetzbetreiber stellen wird.
Art. 15b E EleG ist wie folgt zu ergänzen:
Die Genehmigungsbehörde nach Artikel 16 Absatz 2 kann auf begründeten Antrag des Betreibers
des Übertragungsnetzes anordnen, dass die gestützt auf die Umweltschutzgesetzgebung ein-
schliesslich der Natur- und Heimatschutzgesetzgebung vorzunehmenden Ersatzmassnahmen im
Verteilnetz innerhalb des betreffenden Planungsgebietes ausgeführt werden. Mögliche Ersatzmass-
nahmen sind mit dem Verteilnetzbetreiber vorgängig abzustimmen.
Die betroffenen Betreiber von Verteilnetzen führen die Ersatzmassnahmen aus; sie werden, soweit
sie dies fordern, dafür vom Übertragungsnetzbetreiber entschädigt.
Bei einer vermehrten Erdverkabelung steigen die Investitionskosten und die Wiederversorgungszeiten an.
Es ist deshalb sicherzustellen, dass dem Verteilnetzbetreiber dadurch insbesondere im Rahmen der Tarif-
und Qualitätsregulierung keine Nachteile erwachsen. Die vorgenommene Präzisierung stellt klar, dass trotz
zusätzlicher Verkabelung das Betriebsverhalten im Netz nicht unzulässig verschlechtert wird. So erlauben
z.B. die SBB aus betrieblichen Gründen keine zusätzlichen Verkabelungen.
Ändert sich der Mehrkostenfaktor zu häufig, führt dies zu verfahrensverzögernden Unsicherheiten. Durch
eine Kopplung der Anpassungsmöglichkeit an die Überarbeitung des Szenariorahmens kann eine mindes-
tens 5-jährige Konstanz erzielt werden, was eine gewisse Planungssicherheit gewährleistet.
Art. 15c Abs. 1 und 2 E EleG ist wie folgt zu ergänzen:
… ist als Erdkabel auszuführen, sofern dies technisch und aus Sicht der Versorgungszuverlässigkeit
möglich ist und die …
…, die Entwicklung der Technologien und die Kosten für die Erdverkabelung. Dabei stellt er sicher,
dass ein erhöhter Verkabelungsgrad zu keiner Benachteiligung der Netzbetreiber in Bezug auf Tarif-
und Qualitätsregulierung führt. Der Bundesrat kann den Mehrkostenfaktor jeweils zeitgleich mit der
Genehmigung eines neuen Szenariorahmens gemäss Art. 9a Abs. 3 StromVG anpassen.
Die dem Bundesrat in Art. 15c Abs. 3 und 4 eingeräumte Kompetenz, den Mehrkostenfaktor zu über- oder
unterschreiten, hebelt die beabsichtigte Verfahrensbeschleunigung sowie Rechts- und Investitionssicherheit
vollständig aus. Die Möglichkeit zur Überschreitung des Mehrkostenfaktors öffnet erneut Tür und Tor für
Einsprachen gegen Freileitungsprojekte. Die Möglichkeit zur Unterschreitung birgt die Gefahr, dass die El-
Com eine günstige Freileitungslösung ex-post doch als ausreichend erachtet und so die Anrechenbarkeit der
Mehrkosten der Verkabelung in Frage stellt.
Art. 15c Abs. 3 und 4 E EleG ist zu streichen.
Gemäss Artikel 15c Abs. 2 sind Leitungen des Verteilnetzes als Erdkabel auszuführen, sofern ein bestimm-
ter Mehrkostenfaktor nicht überstiegen wird. Da die Betreiber von Wasserkraftwerken die Netzkosten als
Konzessionsleistung oft selber tragen müssen, würde das die finanzielle Belastung der Wasserkraft in vielen
Fällen weiter ansteigen lassen. Dies ist in der schwierigen wirtschaftlichen Situation, in welcher sich die
Wasserkraft befindet, nicht tragbar.
Art. 15c E EleG ist wie folgt zu ergänzen:
Produzenten, die ihre Netzkosten nicht an die Kunden überwälzen können, erhalten für die Mehrkos-
ten der Erdverkabelung eine Vergütung der nationalen Netzgesellschaft. Dies gilt insbesondere für
Kraftwerksgesellschaften, die aufgrund von Wasserrechtskonzessionen verpflichtet sind, das elektri-
sche Netz auf eigene Kosten zu erstellen, zu betreiben und zu unterhalten. Die Vergütung für die
Mehrkosten ist Teil der Systemdienstleistungen der nationalen Netzgesellschaft.
Produzenten, die ihre Netzkosten nicht an die Kunden überwälzen können, sind nicht verpflichtet,
eine Leitung des Verteilnetzes als Erdkabel auszuführen, sofern damit Mehrkosten verbunden sind.
Dies gilt insbesondere für Kraftwerksgesellschaften, die aufgrund von Wasserrechtskonzessionen
verpflichtet sind, das elektrische Netz auf eigene Kosten zu erstellen, zu betreiben und zu unterhal-
Digitaler Netzplan
Mit der Pflicht zur Erstellung von Richtplänen befindet sich die Raumplanung zu einem wesentlichen Teil in
der Verantwortung der Kantone. Dem Bund obliegt die Genehmigung der kantonalen Richtpläne. Die im
Rahmen dieser Kompetenzordnung bestehenden Abläufe und Prozesse sind nicht in Frage zu stellen, son-
dern zu nutzen. Mit der Zuteilung der Aufgabe an das BFE würde ein hoher, nicht zu rechtfertigender Auf-
wand generiert, der nicht notwendig ist und keinen Mehrwert generiert. Die Grundsätze zur Datenerhebung
und Datenverwendung sind im Geoinformationsgesetz und in der Geoinformationsverordnung hinreichend
Zu Abs. 2 ist ferner anzumerken, dass der Schutz kritischer Infrastrukturen gewährleistet sein muss, was der
Veröffentlichung entsprechender Daten widerspricht.
Art. 26a E EleG ist zu streichen.
Eine der wesentlichen Stossrichtungen der Strategie Stromnetze ist die Beschleunigung der Verfahren. Um
eine beschleunigende Wirkung auf die Verfahren zu erzielen und die Planbarkeit zu verbessern, sind nebst
den entsprechenden, in der Strategie Stromnetze vorgeschlagenen Massnahmen auch klare Fristen vorzu-
sehen. Das Ziel muss es sein, Bewilligungsverfahren innerhalb von maximal sechs Jahren zum rechtskräfti-
gen Abschluss bringen zu können. Beim Plangenehmigungsverfahren hat der Bundesrat dem Parlament mit
dem 1. Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 erfreulicherweise bereits einen dahingehenden Vor-
schlag unterbreitet. Allerdings ist dort, wie auch in Art. 15f Abs. 3 auf den Einschub «in der Regel» zu ver-
zichten, um nicht von Vornherein Abweichungen von der zweijährigen Frist zu ermöglichen.
Art. 15f Abs. 3 E EleG ist wie folgt zu ändern:
Der Sachplan ist in der Regel innert zwei Jahren zu erarbeiten. …
Analog zur Erteilung aller Bewilligungen mit der Plangenehmigung (Art. 16 EleG) ist eine Bestimmung ins
EleG aufzunehmen, welche sicherstellt, dass vertraglich alle privaten Rechte für den Bau, Bestand und Be-
trieb von elektrischen Leitungen mit einem Rechtsakt erteilt werden. Dies betrifft insbesondere die Durchlei-
tung Daten Dritter. Bei Elektrizitätsleitungen kommen zur Überwachung und Steuerung des Netzes nach
neuster Technologie Lichtwellenleiter im Erdseil zum Einsatz. Für Zwecke der Telekommunikation stehen
ungenutzte Kapazitäten zur Verfügung, die Investitionen in separate Telekomverbindungen mit eigener
Trasse überflüssig machen. Dies liegt im öffentlichen Interesse und entspricht dem Grundsatz der Bünde-
lung von Infrastrukturvorhaben. Das Grundeigentum wird mit der Nutzung dieser physisch in jedem Fall vor-
handenen Kapazitäten nicht stärker belastet. Es rechtfertigt sich deshalb nicht, zusätzlich eine Dienstbarkeit
allein für die Durchleitung Daten Dritter erwerben zu müssen. Zudem bedeutet die gesetzliche Festlegung
einer umfassenden Nutzung des Lichtwellenleiters in der Praxis eine wesentliche Vereinfachung des
Rechtserwerbs.
Art. 15a EleG ist wie folgt zu ergänzen:
Mit dem Abschluss einer Dienstbarkeit, welche den Bau, Bestand und Betrieb von Leitungen gemäss
Absatz 1 zum Gegenstand haben, werden alle Rechte, insbesondere auch das Recht, das Grund-
stück für die Durchleitung Daten Dritter zu nutzen, erteilt.
Absatz 2 gilt auch für bestehende Dienstbarkeiten.
Bei Dienstbarkeitsverträgen müssen standardisierte vertragliche Bestimmungen zur Anwendung gelangen.
Vor der letzten Revision des Sachenrechtes (1.1.2012) genügte für die Errichtung der Leitungsdienstbarkeit
die einfache Schriftlichkeit. Die durch die Revision erfolgte Verschärfung hin zur öffentlichen Beurkundung
ist für die Errichtung von Leitungsdienstbarkeiten aber nicht sachgerecht und durch die hohe Anzahl der
Verträge mit entsprechendem unverhältnismässigem Aufwand und Kosten verbunden. Demzufolge ist eine
möglichst einfache Form der Errichtung notwendig.
Der Vertrag über die Errichtung dieser Dienstbarkeit bedarf zu seiner Gültigkeit der schriftlichen
Für die zwangsweise Erneuerung zeitlich abgelaufener Dienstbarkeitsverträge sollen nur die Bestimmungen
des Enteignungsrechts zur Anwendung gelangen. Die Durchführung eines Plangenehmigungsverfahrens
soll nur erforderlich sein, wenn vollkommen neue Rechte (z.B. neues Niederhalteservitut oder Bauservitut)
Art. 44 EleG ist wie folgt zu ergänzen:
Das Enteigungsrecht kann für die Erstellung und Änderung von Einrichtungen zur Fortleitung und Vertei-
lung elektrischer Energie und der für deren Betrieb notwendigen Schwachstromanlagen sowie für die Er-
neuerung von Dienstbarkeiten im Einzelfall geltend gemacht werden.
Es ist eine Bestimmung wiederaufzunehmen, vergleichbar wie sie mit dem alten Art. 53bis EleG bestand.
Gemäss der heute geltenden Vertragspraxis werden die Rechte für den Bau, Bestand und Betrieb der Stark-
und Schwachstromanlagen auf den Bestand der Anlage oder auf unbestimmte Zeit erteilt. Die Dauer der
Entschädigungsperiode beträgt in der Regel 25 Jahre, womit das Ausrichten einer Entschädigung für jede
Generation sichergestellt werden kann. Sollte die Höhe der neuen Entschädigung oder die neue Entschädi-
gungsperiode oder beides strittig sein, ist dieser Streitgegenstand von der zuständigen Eidg. Schätzungs-
kommission ausschliesslich in einem Schätzungsverfahren nach dem Enteignungsgesetz zu erledigen.
Eine Bestimmung analog zum früheren Art. 53bis EleG ist wieder aufzunehmen:
Streitigkeiten betreffend die Höhe der neuen Entschädigung von vertraglich eingeräumten Dienstbarkeiten
und der neuen Entschädigungsdauer werden in einem Schätzungsverfahren nach den Bestimmungen des
EntG entschieden.
Verfahrensbeschleunigung im Plangenehmigungsverfahren
Als weitere verfahrensbeschleunigende Massnahme bei der Plangenehmigung ist die Konzentration auf eine
Instanz vorzusehen. Damit entfallen Zeitverluste bedingt durch verfahrensrechtliche Doppelspurigkeiten und
die zeitraubende Ausarbeitung von Überweisungsberichten und die materielle Einarbeitung einer neuen
Entscheidinstanz. Als sachkundige Fachbehörde ist das Eidgenössische Starkstrominspektorat (ESTI) die
geeignete erste und einzige Instanz. Entsprechend ist die Zuständigkeit des BFE zu streichen, zumal bei
Konflikten, die vom ESTI nicht geklärt werden können, vermutlich auch Entscheide des BFE an das Bundes-
verwaltungs- und das Bundesgericht weitergezogen würden.
Art. 16 Abs. 2 lit. b EleG ist zu streichen.
Für Umbauten, Spannungs- oder Kapazitätserhöhungen oder den Ersatz von Anlagen auf bestehenden
Trassen soll ein verkürztes Plangenehmigungsverfahren mit eingeschränkten Einsprachemöglichkeiten zur
Anwendung kommen. Damit würde für viele Projekte eine relevante Verfahrensbeschleunigung erreicht.
Alternativ könnten solche Projekte auch als Instandhaltungsmassnahmen ohne Plangenehmigungsverfahren
Art. 16 Abs. 7 EleG ist zu wie folgt zu ändern:
Der Bundesrat kann Hausinstallationen, Niederspannungsverteilnetze, und Niederspannungs-
Energieerzeugungsanlagen sowie Umbauten von Starkstromanlagen von der Plangenehmigungs-
pflicht befreien oder bestimmte Verfahrenserleichterungen vorsehen.
Die Erhebung von Kausalabgaben bedarf einer klaren gesetzlichen Grundlage, in welcher die Höhe der frag-
lichen Abgabe als Bemessungsgrundlage definiert ist. Der vorgeschlagene Art. 3bis vermag dieser Anforde-
rung nicht zu genügen und ist entsprechend zu streichen oder allenfalls zu konkretisieren.
Art. 3bis E EleG ist zu streichen.
Die gesetzlich geregelte Unterscheidung zwischen den Netzebenen beschränkt sich derzeit auf das Über-
tragungsnetz und die Verteilnetze (Art. 4 Abs. 1 lit. h und i StromVG). Diese Unterscheidung greift in vielen
Fällen zu kurz. Die im vorliegenden Entwurf verwendete Formulierung «Verteilnetze hoher Spannung» ist
gesetzlich nicht hinreichend definiert. Um hier Klarheit zu schaffen, sind die sieben Netzebenen explizit im
Gesetz zu verankern.
Art. 13 EleG ist wie folgt zu ergänzen:
Die Starkstromanlagen umfassen sieben Netzebenen.
a. Netzebene 1 bezeichnet das Übertragungsnetz, welches in der Regel mit einer Spannung ab
220kV betrieben wird;
b. Netzebene 2 bezeichnet die Transformation zwischen den Netzebenen 1 und 3;
c. Netzebene 3 bezeichnet das überregionale Verteilnetz, welches in der Regel mit einer Span-
nung ab 36kV und unter 220kV betrieben wird;
d. Netzebene 4 bezeichnet die Transformation zwischen den Netzebenen 3 und 5;
e. Netzebene 5 bezeichnet das regionale Verteilnetz, welches in der Regel mit einer Spannung ab
1kV und unter 36kV betrieben wird;
f. Netzebene 6 bezeichnet die Transformation zwischen den Netzebenen 5 und 7;
g. Netzebene 7 bezeichnet das lokale Verteilnetz, welches in der Regel mit einer Spannung unter
1kV betrieben wird.
Art. 4 Abs. 1 StromVG ist wie folgt zu ändern:
h. Übertragungsnetz: Elektrizitätsnetz in der Regel gemäss Artikel 13 Abs. 1bis lit. a EleG, welches
i. Verteilnetz: Elektrizitätsnetz hoher, mittlerer oder niederer Spannung gemäss Artikel 13 Abs.
1bis lit. b bis g EleG zum Zwecke …
j. Netzebene: Elektrizitätsnetze unterschiedlicher Spannungsebenen sowie die zur Umwandlung
der Spannung zwischen diesen Netzen benötigten Transformationsebenen gemäss Artikel 13
Abs. 1bis EleG.
Gestützt auf Art. 13 des Raumplanungsgesetzes und Art. 14 der Raumplanungsverordnung bildet der Sach-
plan Übertragungsleitungen das übergeordnete Planungs- und Koordinationsinstrument des Bundes für den
Aus- und Neubau der Hochspannungsleitungen der allgemeinen Stromversorgung (Spannungsebenen
220kV und 380kV) und der Leitungen der Bahnstromversorgung (132kV). Wie auch der erläuternde Bericht
bestätigt, soll der Fokus auf Netzebene 1 künftig beibehalten werden. Entsprechend ist im EleG explizit fest-
zuhalten, dass die Sachplanpflicht nur für das Übertragungsnetz gilt.
Art. 15e Abs. 2 E EleG ist wie folgt zu ergänzen:
Die Sachplanpflicht besteht nur für Netzbauprojekte des Übertragungsnetzes. Der Bundesrat regelt
weitere Ausnahmen von der Sachplanpflicht.
Für das Sachplanverfahren sollte nicht zwingend eine Begleitgruppe eingesetzt werden müssen. Falls doch
eine Gruppe eingesetzt würde, müsste die Governance geklärt werden.
Art. 15g Abs. 2 E EleG ist wie folgt zu ändern:
Es setzt kann in jedem Sachplanverfahren eine Begleitgruppe einsetzen eingesetzt werden.
Die Durchführung von Plangenehmigungsverfahren stellt eine wichtige Koordinationsaufgabe dar, die beim
BFE als unabhängige und neutrale Stelle verbleiben muss. Eine Übertragung an verwaltungsexterne Perso-
nen birgt durch mögliche Interessenskonflikte erhebliche Risiken für die erfolgreiche Durchführung der Ver-
fahren. Die Möglichkeit zum Beizug von externer Unterstützung steht den Behörden auch ohne den vorge-
schlagenen Artikel 17a offen.
Art. 17a E EleG ist zu streichen.
Um die Realisierung von Bauvorhaben nicht einzuschränken oder zu gefährden, ist über den gesamten Zeit-
raum des Verfahrens die Möglichkeit offen zu halten, die Geltungsdauer der Projektierungszonen um jeweils
3 Jahre zu verlängern.
Art. 18a Abs. 1 E EleG ist wie folgt zu ändern:
Die Projektierungszonen können für eine Dauer von längstens fünf Jahren festgesetzt werden. Die
Geltungsdauer kann um jeweils höchstens drei Jahre verlängert werden, solange das Genehmi-
gungsverfahren nicht abgeschlossen ist. …
3. Besondere Bemerkungen zur Revision des StromVG
Der Szenariorahmen bildet die Basis für eine übergeordnete Netzplanung. Er hat sich deshalb auf die über-
geordneten Netzebenen 1 bis 3 zu beschränken, wie dies der Bundesrat in Leitlinie 5 selbst festhält. Aus-
serdem sind, wie in der gleichen Leitlinie definiert, explizit auch die bedeutenden Kraftwerksbetreiber in die
Arbeiten einzubeziehen.
Die grundsätzliche Verpflichtung der Unternehmen der Elektrizitätswirtschaft, den zuständigen Behörden die
für den Vollzug erforderlichen Auskünfte zu erteilen und die notwendigen Unterlagen zur Verfügung zu stel-
len, ist in Art. 25 StromVG bereits festgelegt. Eine weitere Verpflichtung ist nicht notwendig.
In den Szenarien werden Produktionsziele prognostiziert werden (siehe aktuelle Parlamentsentscheid vom
04.12.2014). Die Zuteilung der Erzeugungsanlagen auf einzelnen Technologien und einzelne Produzenten
auf die Netzebenen ist dem Markt zu überlassen. Nur so ist die Wirtschaftlichkeit für die Projekte gewährleis-
Art. 9a E StromVG Abs. 1 und 2 ist wie folgt zu ändern:
Das Bundesamt für Energie (BFE) erstellt basierend auf den energiepolitischen Zielen des Bundes,
den gesamtwirtschaftlichen Rahmendaten sowie unter Berücksichtigung des internationalen Rah-
mens einen Szenariorahmen als Grundlage für die übergeordnete Netzplanung. Dabei zieht es die
Kantone, die nationale Netzgesellschaft, die übrigen Netzbetreiber, die bedeutenden Kraftwerksbe-
treiber und weitere Betroffene angemessen mit ein. Diese stellen dem BFE die dafür erforderlichen
Auskünfte und Unterlagen unentgeltlich zur Verfügung.
…, die für einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren über alle Netzebenen die Bandbreite wahr-
scheinlicher energiewirtschaftlicher Entwicklungen aufzeigen. …
Die Verbindlichkeit des Szenariorahmens hat sich auf die Beurteilung der Netzplanung und die Anrechen-
barkeit von Massnahmen der Stromnetze zu beschränken. In anderen Bereichen dagegen sollen sie die
Behörden nicht binden oder einschränken. Beispielsweise soll der Zubau von Produktionsanlagen nicht ein-
geschränkt werden, wenn das Szenario diesen Zubau nicht vorhergesehen hat.
Art. 9a E StromVG Abs. 5 ist wie folgt zu ergänzen:
Der Szenariorahmen ist für Behörden zu Fragen der Elektrizitätsnetze verbindlich.
Die Prüfung der Mehrjahrespläne für sämtliche Verteilnetzebenen ist unverhältnismässig. Sie ist deshalb
bereits auf Gesetzesebene und nicht erst auf Verordnungsstufe auf die Pläne der Netzebenen 1 bis 3 zu
Zur Erstellung von Mehrjahresplänen muss zunächst aus dem Szenariorahmen eine Lastentwicklung abge-
leitet werden, in welcher auch weitere Netzbetreiber und Produzenten berücksichtigt werden müssen. Aus
der Lastentwicklung kann anschliessend eine Zielnetzplanung erstellt werden, welche zusammen mit der
Erneuerung und Instandhaltung und unter Einbezug aller betroffenen Stakeholder zu einem Mehrjahresplan
zusammengefasst wird. Dieses Verfahren ist sehr aufwändig. Nicht alle Netzbetreiber sind in der Lage, eine
solche Planung mit eigenen Ressourcen zu erstellen. Vor dem Projektstart mit einem externen Dienstleister
nehmen Ausschreibung, Verhandlung, Bestellung, etc. einige Zeit in Anspruch. Oft werden erst beim Pro-
jektstart die Anforderungen an die Quantität und die Qualität von Grundlagendaten bekannt. Diese müssen
zuerst von den Netzbetreibern beschafft und/oder korrigiert werden. Erst danach kann mit der Planungsar-
beit begonnen werden. Die Frist zur Ausarbeitung der Pläne ist entsprechend anzupassen.
Art. 9b E StromVG Abs. 1 ist wie folgt zu ändern:
Die Netzbetreiber erstellen basierend auf dem Szenariorahmen und entsprechend dem weiteren
Bedarf für ihr Netzgebiet einen auf zehn Jahre ausgelegten NetzeEntwicklungsplan (Mehrjahresplan)
und legen die Pläne der Netzebenen des Übertragungsnetzes und der Verteilnetze der Ebene 3 in-
nerhalb von neun zwölf Monaten nach Genehmigung des letzten Szenariorahmens durch den Bun-
desrat der ElCom zur Prüfung vor.
Auf Basis der energiepolitischen Ziele des Bundes, den gesamtwirtschaftlichen Rahmendaten sowie unter
Berücksichtigung des internationalen Umfelds werden Energieszenarien erstellt. Daraus müssen die Netzbe-
treiber die Anforderung an die Netze bedarfsgerecht ableiten.
Art. 9a E StromVG ist wie folgt zu ergänzen:
Basierend auf den Vorgaben des Szenariorahmens sowie den regionalen und kommunalen Anforde-
rungen definieren die Verteilnetzbetreiber ihre Netzplanung. Sie stimmen sich dabei bedarfsgerecht
mit dem Betreiber der vorgelagerten Netzebene ab.
Die Mehrjahrespläne müssen eine gewisse Stabilität aufweisen. Nur damit sind kontinuierliche Vergleiche
über die Jahre möglich. Der Beschrieb und die Begründung der Netzprojekte müssen in der Stromversor-
gungsverordnung abschliessend geregelt und gemäss Art. 3 StromVG der Branche subsidiär übertragen
Art. 9b Abs. 2 und 3 E StromVG ist wie folgt zu ändern:
Der einzureichende Mehrjahresplan enthält folgende Angaben:
a. Er beschreibt die vorgesehenen NetzpProjekte und legt dar, inwiefern sie wirksam und ange-
messen sind begründet sie.
b. Er weist aus, welche Netzausbaumassnahmen über die entsprechenden zehn Jahre hinaus
Der Bundesrat regelt die Einzelheiten hinsichtlich der Angaben gemäss Absatz 2 bestimmt, welche
weiteren Angaben der Mehrjahresplan enthalten muss. Er kann für Betreiber von Verteilnetzen Aus-
nahmen und Erleichterungen von der Pflicht zum Vorlegen eines Mehrjahresplanes vorsehen.
Nach der Genehmigung der Mehrjahrespläne soll kein nachträglicher Nachweis der Notwendigkeit für ge-
nehmigte Projekte mehr erbracht werden müssen. Dieses Grundprinzip wird auch im erläuternden Bericht
gestützt. Es ist entsprechend explizit im Gesetz zu verankern, um Planungssicherheit zu schaffen und einen
Beitrag an die Beschleunigung der Verfahren zu leisten.
Art. 9b E StromVG ist wie folgt zu ändern:
Die Netzbetreiber legen den Mehrjahresplan der ElCom zur Prüfung vor. Mit dem Abschluss der Prü-
fung des Mehrjahresplans bestätigt die ElCom den Bedarf für die darin dargestellten Netzprojekte.
Das Erstellen der Mehrjahrespläne ist Aufgabe jedes einzelnen Netzbetreibers. Die Entscheidung, ob, wann
und wie diese veröffentlicht werden, sollte deshalb dem Netzbetreiber überlassen werden. Insbesondere ist
es nicht Aufgabe der nationalen Netzgesellschaft, Plandaten Dritter zu publizieren. Gerade bei Neubauten
und grösseren Umbauten sind für die Akzeptanz eine gezielte Kommunikation und ein Austausch zwischen
dem Netzbetreiber und der betroffenen Bevölkerung vor Ort notwendig. Eine Publikation der Mehrjahresplä-
ne über eine offizielle Stelle kann hierbei sogar kontraproduktiv sein.
Art 9b Abs. 4 E StromVG ist wie folgt zu ändern:
Die Unternehmen nationale Netzgesellschaft veröffentlichten die von der ElCom geprüften Mehrjah-
respläne. Sie sollen werden nur so weit veröffentlicht werden, als: …
Die Erleichterung der Planung zwischen benachbarten, sowie über- und unterliegenden Netzen kann durch
eine subsidiäre Festlegung von Planungsgrundsätzen durch die Branche sichergestellt werden. Zum Nach-
vollzug der Mehrjahrespläne ist es ausreichend, diese gegenüber der ElCom als Genehmigungsinstanz
der Mehrjahrespläne offen zu legen. Eine weitergehende Veröffentlichung ist nicht zweckmässig da sie zu
einer Offenlegung der zentralen Strategie der Netzbetreiber führen würde und damit deren Möglichkeit,
sich gegenüber den anderen Netzbetreibern mit guten Planungsgrundsätzen zu differenzieren, beschnitten
Art. 9d Abs. 1 und 3 E StromVG ist wie folgt zu ändern:
Jeder Die Netzbetreiber legt legen die Grundsätze fest, die er bei der Netzplanung anzuwendent
sind, fest und veröffentlicht diese Grundsätze.
Die ElCom kann Minimalanforderungen festlegen und Ausnahmen von der Pflicht zur Veröffentli-
chung gemäss Absatz 1 vorsehen.
Dem NOVA-Prinzip (Netzoptimierung vor Verstärkung vor Netzausbau) ist grundsätzlich zuzustimmen, da es
eine effizienzorientierte Rangfolge netztechnischer Massnahmen favorisiert. Allerdings muss der oberste
Grundsatz der Netzplanung nach wie vor die langfristige, effiziente Sicherstellung der Versorgungssicherheit
sein. Es ist somit ausreichend Flexibilität sicher zu stellen, falls in Abweichung des NOVA-Prinzips Mass-
nahmen ergriffen werden können, die bezüglich der langfristigen Sicherstellung der Versorgungssicherheit
und bezüglich der Wirtschaftlichkeit besser abschneiden. In einzelnen Fällen ist es durchaus möglich, dass
ein Netzausbau kostengünstiger als eine Netzoptimierung ausgeführt werden kann. Aus diesen Gründen
dürfen insbesondere Ausbauten nicht von Vornherein ausgeschlossen werden, auch wenn ein Engpass
durch eine Optimierung kurzfristig behoben werden kann.
Art. 9d Abs. 2 E StromVG ist wie folgt zu ändern:
Bei der Festlegung der Grundsätze ist namentlich zu berücksichtigen, dass das Netz in der Regel nur
dann auszubauen ist, wenn die Gewährleistung eines sicheren, leistungsfähigen und effizienten Net-
zes während des gesamten Planungshorizontes nicht durch eine Optimierung oder Verstärkung er-
Die nationale Netzgesellschaft kann keine Verantwortung für die Planung der Netzebenen 3 bis 7 überneh-
men. Die Koordination der Planung ist deshalb durch die jeweiligen Netzbetreiber selbst in geeigneter Zu-
sammenarbeit sicher zu stellen. Ausserdem sind in diese Arbeiten auch die Kraftwerksbetreiber einzubezie-
hen, wie dies auch der erläuternde Bericht zu Recht feststellt.
Art. 9e Abs. 2 und 3 E StromVG ist wie folgt zu ändern:
Die nationale Netzgesellschaft koordiniert die Planung des Übertragungsnetzes und die damit zu-
sammenhängende Bedarfsermittlung mit der Planung der Betreiber der Übertragungsnetze der
Nachbarstaaten und mit der Planung der Betreiber der schweizerischen Verteilnetze mit hoher Span-
nung Die Netzbetreiber berücksichtigen für ihre Planung die Planung der benachbarten, vor- und
nachgelagerten Netzbetreiber sowie Anschlussnehmer. …
Die übrigen Netzbetreiber stellen der nationalen Netzgesellschaft sich gegenseitig die für die Koordi-
nation der Planung erforderlichen Auskünfte und Unterlagen unentgeltlich und zeitgerecht zur Verfü-
Der Einbezug der Kantone und weiterer Betroffener in die Planung ist bereits in Abs. 2 festgelegt. Eine zu-
sätzliche Erwähnung in Abs. 4 ist nicht notwendig.
Art. 9e Abs. 4 E StromVG ist zu streichen.
Intelligente Systeme werden nicht nur beim Endverbraucher eingesetzt, sondern haben einen Nutzen im
Gesamtsystem. Um Innovationen im Netz nicht zu bremsen, sollten intelligente Systeme, welche die gesetz-
lichen Vorschriften übertreffen, ebenfalls anrechenbar sein, sofern die Mehrkosten verhältnismässig zum
Nutzen stehen. Ausserdem ist mit einem zusätzlichen Absatz sicher zu stellen, dass auch die Anrechenbar-
keit von innovativen Massnahmen für intelligente Netze wie z.B. Stromspeicher, Demand Side Management
oder ICT-Anwendungen für Netzsteuerungen gesetzlich verankert ist. Voraussetzung ist, dass sie der Ge-
währleistung eines sicheren, leistungsfähigen und effizienten Netzes dienen, wie sie gemäss Abs. 1 des
vorgeschlagenen Artikels 15 Abs. 1 und übergeordnet gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. a StromVG ohnehin erforder-
Art. 15 Abs. 1 E StromVG ist wie folgt zu ändern und durch einen Abs. 1bis zu ergänzen:
… eines sicheren, leistungsfähigen und effizienten Netzes. Sie beinhalten einen angemessenen Be-
triebsgewinn. Die Betriebs- und Kapitalkosten gesetzlich vorgeschriebener intelligenter Mess- und
Steuersysteme beim Endverbraucher gelten stets als anrechenbare Kosten. Sie beinhalten einen an-
gemessenen Betriebsgewinn.
Kapital- und Betriebskosten von innovativen Massnahmen für intelligente Netze sind anrechenbar,
sofern Artikel 8 Abs. 1 lit. a StromVG erfüllt ist.
Die Absätze 2 und 3 des bestehenden Artikels 15 sind grundsätzlich beizubehalten. Insbesondere darf der
Handlungsspielraum der Unternehmen auf Gesetzesstufe nicht unnötig eingeschränkt werden. Es ist ferner
zu beachten, dass Kosten für Dienstbarkeiten auch als Aktivitäten im Zusammenhang mit Projekten (z.B.
Kommunikation) aktiviert werden und somit Kapitalkosten und nicht Betriebskosten darstellen.
Entsprechend der DIN-Normen ist statt von «Unterhalt» von «Instandhaltung» zu sprechen.
Art. 15 Abs. 2 und 3 StromVG ist gemäss geltendem Recht beizubehalten und wie folgt zu ändern:
gem. geltendem Recht, aber … Dazu zählen insbesondere die Kosten für Systemdienstleistungen,
für den Unterhalt die Instandhaltung der Netze sowie die Entgelte an Gemeinwesen.
gem. geltendem Recht, aber …
c. die Einräumung von Rechten und Dienstbarkeiten im Zusammenhang mit dem Netzbetrieb;
d. die projektspezifischen Kosten für Informationsmassnahmen der Unternehmen und die von den
Netzbetreibern entrichteten Gebühren nach Artikel 3bis Abs. 2 EleG.
Aus Art. 30 Abs. 2 StromVG ergibt sich bereits, dass der Bundesrat für den Erlass der erforderlichen Ausfüh-
rungsbestimmungen zuständig ist. Eine zusätzliche Erwähnung ist nicht notwendig.
Art. 15 Abs. 3bis E StromVG ist zu streichen.
Die Regelungen von Art. 9c haben nicht nur für Einspeisepunkte, sondern für alle Anschlusspunkte zu gelten.
Für die Beurteilung, welche Lösung aus technischer und wirtschaftlicher Sicht am günstigsten ist, ist das
Gesamtsystem und nicht nur die initiale Investition mit zu berücksichtigen.
Art. 9c E StromVG ist wie folgt zu ändern:
Art. 9c Festlegung Ein- und Ausspeisepunkte
Die Netzbetreiber legen die Ein- und Ausspeisepunkte für neue ProduktionsaAnlagen auf der Basis
von gesicherten öffentlich zugänglichen Planungsdaten zur zukünftigen Entwicklung von Produktion
und Verbrauch fest.
In der Regel ist derjenige Punkt auf dem bestehenden oder zukünftigen Netz als Ein- und Ausspeise-
punkt festzulegen, welcher unter Berücksichtigung der Lebenszykluskosten den die technisch und
wirtschaftlich günstigsten Anschluss Lösung ermöglicht.
Die Veröffentlichung der Netzplanungen wird bereits durch Artikel 9b Abs. 4 sichergestellt. Eine entspre-
chende zusätzliche Verpflichtung der Kantone ist nicht notwendig.
Art. 9f Abs. 2 E StromVG ist zu streichen.
Die internationale Vernetzung des schweizerischen Übertragungsnetzes ist nicht nur vom Beitrag von
Swissgrid abhängig, sondern auch von ausländischen Partnern. Swissgrid kann somit nicht allein für die
internationale Vernetzung verantwortlich gemacht werden.
Art. 20 Abs. 1 und 2 lit. e E StromVG ist wie folgt zu ändern:
Die nationale Netzgesellschaft sorgt …
e. Sie stellt strebt unter Berücksichtigung des Szenariorahmens die ausreichende internationale
Vernetzung des schweizerischen Übertragungsnetzes sicher an;
Wir danken Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren, für die Berücksichtigung unserer Stellungnahme und
stehen Ihnen für Rückfragen und die weitere Ausgestaltung gerne zur Verfügung.
Michael Frank Thomas Zwald
Direktor Leiter Public Affairs
Krankenversicherer und Pharmaindustrie präsentieren den dritten gemeinsamen M...