Source: https://www.anwalt.de/rechtsanwalt/krankengeld.php
Timestamp: 2018-04-20 22:36:07
Document Index: 234397304

Matched Legal Cases: ['§ 44', '§ 49', '§ 3', '§ 48', '§ 45', '§46']

Rechtsanwalt Krankengeld Rechtsanwälte | anwalt.de
Krankengeld erhält man insbesondere dann, wenn der Arzt einem die Arbeitsunfähigkeit - herbeigeführt z. B. aufgrund einer Sportverletzung oder einem Verkehrsunfall bzw. Arbeitsunfall - attestiert hat, vgl. § 44 I SGB V (Sozialgesetzbuch V). Der Anspruch auf Krankengeld entsteht entweder nach dem Tag, an dem man vom Arzt krankgeschrieben wurde oder - falls etwa eine Operation des Angestellten nötig wird - mit dem Tag der Aufnahme ins Krankenhaus.
Das Attest muss zunächst an den Arbeitgeber geschickt werden. Denn wer unentschuldigt der Arbeit fernbleibt, muss mit einer Abmahnung oder sogar mit einer Kündigung rechnen. Aber auch die Krankenversicherung muss informiert werden, denn die Arbeitsunfähigkeit des Beschäftigten stellt einen Versicherungsfall dar. In bestimmten Fällen ruht der Anspruch auf Krankengeld jedoch, § 49 SGB V. Das ist z. B. bei der Elternzeit der Fall, oder wenn der erkrankte Arbeitnehmer, der gemäß § 3 III Entgeltfortzahlungsgesetz länger als vier Wochen vom Arbeitgeber beschäftigt wird, weiterhin seinen Lohn vom Chef bekommt. Erst wenn der Mitarbeiter länger als sechs Wochen wegen derselben Erkrankung arbeitsunfähig ist, muss die Versicherung das Krankengeld zahlen. In diesem Fall ist die Zahlung auf Krankengeld auf 78 Wochen innerhalb von drei Jahren ab der Arbeitsunfähigkeit beschränkt. Ansonsten ist eine zeitliche Begrenzung der Krankengeldzahlung nach § 48 SGB V nicht vorgesehen.
Die Höhe des Krankengeldes beträgt grundsätzlich 70 Prozent des Bruttolohns. Wer Arbeitslosengeld erhält und arbeitsunfähig erkrankt ist, erhält Krankengeld in Höhe des Arbeitslosengeldes, das er zuletzt bezogen hat.
In bestimmten Fällen kann ein Beschäftigter auch Krankengeld verlangen, wenn nicht er selbst, sondern sein Kind krank wird, § 45 SGB V. Voraussetzung ist allerdings, dass das Kind unter zwölf Jahre alt und/oder behindert ist, keine andere Person, die in demselben Haushalt lebt, das Kind pflegen kann und ein ärztliches Attest eine Erkrankung des Kindes bestätigt. Der Anspruch auf Kindergeld ist hier jedoch zeitlich beschränkt. So dürfen etwa Alleinerziehende eines Kindes für 20 Tage im Kalenderjahr Krankengeld verlangen.
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