Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/311338,0.html
Timestamp: 2019-10-24 05:22:23
Document Index: 121895065

Matched Legal Cases: ['§ 2366', '§ 935', '§ 2366', '§ 935', '§ 2366', '§ 935', '§ 2366', '§ 857', '§ 2365', '§ 857', '§ 2366', '§ 2366', '§ 857', '§ 2366', '§ 935', '§ 935', '§ 2366']

§ 2366 BGB und § 935 BGB (Abhandenkommen)
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Verfasst am: 23 Dez 2015 - 23:31:25 Titel: § 2366 BGB und § 935 BGB (Abhandenkommen)
ich habe kürzlich erzählt bekommen und auch - nur in feststellender Weise dort stehend - gelesen, dass wegen § 2366 auch ein gutgläubiger Erwerb von Erbschaftsgegenständen möglich sein soll, die dem wahren Erben - weil der Scheinerbe Besitz an ihnen genommen hat - wegen § 857 BGB abhandengekommen sind.
Nun sind die §§ 2365, 2366 BGB ja Rechtsscheinsnormen, der Erbschein also Rechtsscheinsträger hinsichtlich der Erbenstellung des Veräußerers. Damit wird natürlich auch vermutet, dass der im Erbschein bezeichnete gemäß § 857 BGB Besitz erlangt hat. Das kann aber bei einer Übereignung ja gar keine Rolle spielen, da hier ersichtlich ist, wer - zwecks Übergabe - Besitz hat.
Muss man § 2366 also so lesen, dass vermutet wird, dass der Veräußerer, da er ja im Erbschein eingetragen ist, auch der ursprüngliche Besitzer ist und deswegen dem eigentlichen Erben die Sache nicht abhanden gekommen ist?
Ich störe mich etwas daran, weil die Norm eigentlich nur die Erbenstellung, mithin Berechtigung erfasst, eigentlich aber nicht den tatsächlichen Umstand eines Abhandenkommens überwinden kann.
Verfasst am: 24 Dez 2015 - 01:00:50 Titel:
Um einen Widerspruch zur Wertung des § 2366 BGB zu vermeiden, ist der Scheinerbe auch hinsichtlich des Besitzes nach § 857 BGB wie der wahre Erbe zu behandeln, denn der öffentliche Glaube des Erbscheins stellt den Inhaber so, als sei er der wahre Erbe. Wollte man hier ein Abhandenkommen annehmen, wäre ein großer Anwendungsbereich der Vorschrift bei einem gutgläubigen Erwerb ausgehebelt.
Verfasst am: 24 Dez 2015 - 01:11:24 Titel:
Kurzum kann man also sagen, dass § 2366 BGB § 935 BGB vorgeht? (§ 935 stellt auf die tatsächliche Rechtslage ab, § 2366 auf die scheinbare Rechtslage)