Source: https://gesetze-in-app.de/BVerfGG/79
Timestamp: 2019-03-18 17:22:28
Document Index: 384221016

Matched Legal Cases: ['§ 79', 'BGH', '§ 79', 'BGH', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', 'BGH', '§ 79', '§ 284', 'BGH', '§ 79', '§ 79', 'BGH', '§ 79', 'BGH', '§ 79', '§ 85', 'BGH', '§ 79', 'BGH', '§ 79', 'BGH', '§ 79', 'BGH', '§ 79', 'BGH', '§ 79', '§ 79', 'BGH', 'Art. 79', 'BGH', '§ 183', '§ 157', '§ 79', '§183', '§183', '§159', '§ 23', '§ 28', '§ 29', 'BGH', '§ 79', 'BGH', '§ 79', 'BGH', '§ 79', 'BGH', '§ 79', 'BGH', '§ 79', 'BGH', '§ 371', '§ 359', 'BGH', '§ 79', 'BGH', '§ 79', '§ 79', 'BGH', '§ 79', '§ 95', 'BGH', '§ 79', 'BGH', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', 'BGH', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 51', '§ 51', 'EuG', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', 'Art. 48', '§ 37', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', 'Art. 48', '§ 37', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', 'Art. 48', '§ 37', '§ 79', '§ 79', '§ 79', 'Art. 79', '§ 79', '§ 79', 'Art. 48', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 23', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 1355', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 95', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 359', '§ 79', '§ 361', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79']

§ 79 BVerfGG:
BGH, BESCHLUSS vom 1.6.1988, Az. Diese Vorschrift sieht nur die Wiederaufnahme von Strafurteilen vor (§ 79 Abs. 1 BVerfGG); um eine solche Entscheidung geht es hier nicht.
BGH, BESCHLUSS vom 1.6.1988, Az. Dies folgt aus § 79 BVerfGG, der in Fällen dieser Art nur die Wiederaufnahme gegen ein rechtskräftiges Strafurteil zuläßt (§ 79 Abs. 1 BVerfGG), bei sonstigen Gerichtsurteilen (§ 79 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG), die eine für nichtig erklärte Norm zur Grundlage haben, aber dem Gedanken der Rechtssicherheit und des Rechts fr iedens den Vorzug vor jenem des Rechtsschutzes des einzelnen gibt (Leibholz/Rupprecht, Bundesverfassungsgerichtsgesetz § 79 Rdn. 1).
BGH, BESCHLUSS vom 4.4.2011, Az. I ZR 15/09 Sie berufen sich dazu auf § 79 Abs. 2 Satz 3 BVerfGG sowie das sogenannte Sportwettenurteil des Bundesverfassungsgerichts vom 28. März 2006 (BVerfGE 115, 276) und einen Kammerbeschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 22. November 2007 zu § 284 StGB (BVerfG, NVwZ 2008, 301).
BGH, BESCHLUSS vom 3.9.1983, Az. IVb ZB 796/80 Nach § 79 Abs. 2 BVerfGG bleiben nicht mehr anfechtbare Entscheidungen hiervon unberührt (vgl. zu dem Begriff der Anfechtbarkeit Maunz/Schmidt-Bleibtreu/Klein/ Ulsamer Kommentar zu dem BVerfGG Rdn. 24 zu § 79).
BGH, BESCHLUSS vom 2.1.1992, Az. Das Kammergericht hat die Anträge mit Beschluß vom 12. März 1991 als unzulässig verworfen (WuW/E OLG 4701) . Zur Begründung hat es ausgeführt, die Vorschrift des § 79 Abs. 1 BVerfGG sei als Ausnahmevorschrift eng auszulegen und gelte weder unmittelbar noch in entsprechender Weise für das Bußgeldverfahren.
BGH, BESCHLUSS vom 2.1.1992, Az. Es kann offenbleiben, ob § 79 Abs. 1 BVerfGG überhaupt auf Entscheidungen im Bußgeldverfahren, insbesondere auf Bußgeldbescheide der Verwaltungsbehörde anwendbar ist, die keiner richterlichen Prüfung unterzogen worden sind (zu dem Meinungsstand Göhler, OWiG 9. Aufl. § 85 Rdn. 15).
BGH, URTEIL vom 4.4.1978, Az. IX ZR 61/77 Im übrigen verbleibt es - vorbehaltlich einer besonderen gesetzlichen Regelung - bei nicht mehr anfechtbaren Entscheidungen (§ 79 Abs. 2 BVerfGG).
BGH, URTEIL vom 5.10.1978, Az. I ZR 100/76 Davon geht auch der Bundesfinanzhof (NJW 1978, 511) unter zutreffendem Hinweis auf § 79 BVerfGG aus, wonach die Wiederaufnahme ausdrücklich nur für Straf urteile, die auf einer für nichtig erklärten Rechtsnorm beruhen, zugelassen ist, während im übrigen rechtskräftige Entscheidungen davon nicht berührt werden.
BGH, , Az. Auch in dieser Hinsicht müsse die von § 79 BVerfGG getroffene Entscheidung beachtet werden, daß bei der Feststellung der Nichtigkeit von Gesetzesnormen wegen der unabsehbaren Folgen für den Rechtsverkehr dem Gedanken der Rechtssicherheit der Vorrang gebühre vor der Berücksichtigung der Einzelfallgerechtigkeit (aaO S. 389 f).
BGH, URTEIL vom 4.10.2008, Az. IX ZR 140/07 Aufgrund dieser verfahrensrechtlichen Besonderheit kann sich der Mandant ohne großen Aufwand die Möglichkeit sichern, von einer späteren Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts Nutzen zu ziehen, ohne dass dem die Bestandskraft des Steuerbescheides entgegensteht (vgl. § 79 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG).
BGH, , Az. lb ZR 183/62 Schon aus der in § 79 Abs. 2 BVerfGG getroffenen Regelung, die sich nur mit den nicht mehr anfechtbaren Entscheidungen befaßt, die auf einer für nichtig erklärten Norm beruhen, geht vielmehr hervor, daß während eines noch schwebenden Rechtsstreits die verklagte Prozeßpartei die Möglichkeit haben soll, falls im Laufe des Rechtsstreites die Nichtigkeit des der Klage zugrundeliegenden Gesetzes durch das Bundesverfassungsgericht festgestellt wird, diese Nichtigkeit uneingeschränkt geltend zu machen (vgl. Geiger a.a.O.§ 79 Anm« 3).
BGH, URTEIL vom 4.0.2010, Az. IX ZR 50/07 Diese Regelungslücke ist durch Rückgriff auf den in Art. 79 Abs. 2 BVerfGG zu dem Ausdruck kommenden allgemeinen Rechtsgedanken (vgl. BVerfGE 20, 230, 236; 37, 217, 262 f; 97, 35, 48; BGHZ 54, 76, 79) zu schließen, welcher auch § 183 VwGO, § 157 FGO sowie den Regelungen der bezeichneten Landesrechte zu Grunde liegt (vgl. Bethge, aaO § 79 Rn. 9; So-dan/Ziekow/Heckmann, VwGO 2. Aufl. §183 Rn. 23; Pietzner in Schoch/Schmidt-Aßmann/Pietzner, VwGO §183 Rn. 49; Rosen-berg/Schwab/Gottwald, Zivilprozessrecht 16. Aufl. §159 Rn. 13; vgl. auch Pestalozza, Verfassungsprozessrecht 3. Aufl. § 23 Rn. 125, § 28 Rn. 25, § 29 Rn. 42).
BGH, URTEIL vom 3.3.2006, Az. IV ZR 26/05 Da der Gesetzgeber bei Erlass des Bundesverfassungsgerichtsgesetzes im Jahre 1951 (vgl. BGBl. I S. 243) davon ausging, dass die Rechtsfolge der Verfassungswidrigkeit eines Gesetzes dessen Nichtigkeit mit Wirkung ex tune sein würde, sollten diese Rechtsfolgen mit § 79 BVerfGG im Interesse des Rechtsfriedens und der Rechtssicherheit begrenzt werden.
BGH, URTEIL vom 3.3.2006, Az. IV ZR 26/05 Eine Ausnahme von diesem Grundsatz machte der Gesetzgeber nur für das Strafrecht; allein die Rechtskraft eines auf verfassungswidriger Grundlage ergangenen Strafurteils sollte durchbrochen werden können (§ 79 Abs. 1 BVerfGG).
BGH, URTEIL vom 3.3.2006, Az. IV ZR 26/05 Mit dieser Auslegung des § 79 BVerfGG hat das Bundesverfassungsgericht also ausdrücklich daran festgehalten, dass im Anwendungsbereich des Absatzes 2 der Vorschrift der Grundsatz des Satzes 1 unverändert Geltung beansprucht, wonach nicht mehr anfechtbare Entscheidungen (soweit nicht eine der in Satz 1 selbst genannten Ausnahmen vorliegt) unberührt bleiben und in ihrer Existenz nicht mehr in Frage gestellt werden können.
BGH, URTEIL vom 3.3.2006, Az. IV ZR 26/05 -9- 13	Um die Vollstreckung aus einer unanfechtbaren, verfassungswidrigen Entscheidung (§ 79 Abs. 2 Satz 2 und 3 BVerfGG) geht es hier nicht.
BGH, Urteil vom 1.2.1991, Az. Bei dem Wiederaufnahmegrund des § 79 Abs. 1 BVerfGG können die Beschlüsse über die Zulassung und Begründetheit zusammengefaßt werden (vgl. BGHSt 19, 280, 281), wenn nicht nach § 371 Abs. 2 StPO verfahren wird (vgl. Meyer-Goßner aaO vor § 359 Rdn. 25).
BGH, URTEIL vom 4.1.1984, Az. I ZR 22/82 6 des Bundesverfassungsgerichts vom 8. November 1983 (1 BvR 1249/81) nicht aufrecht erhalten bleiben, vgl. § 79 Abs. 2 BVerfGG.
BGH, BESCHLUSS vom 3.3.1984, Az. IVb ZB 172/82 Auch die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 27. Januar 1983 (BVerfGE 63, 88) führt nicht zu einem anderen Ergebnis, da das Urteil des Amtsgerichts vom 29. Juni 1982 bei Erlaß der Entscheidung nicht mehr anfechtbar war, § 79 Abs. 2 BVerfGG (vgl. Maunz/Schmidt-Bleibtreu/Klein/ Ulsamer Kommentar zu dem BVerfGG § 79 Rdn. 24).
BGH, URTEIL vom 4.6.2002, Az. IX ZR 326/99 § 79 BVerfGG bezieht sich unmittelbar nur auf Entscheidungen im Normenkontrollverfahren, ist jedoch entsprechend anwendbar, wenn eine Verfassungsbeschwerde Erfolg hat (§ 95 Abs.3 Satz 2 und 3 BVerfGG).
BGH, URTEIL vom 4.6.2002, Az. IX ZR 326/99 § 79 Abs. 2 BVerfGG setzt demgegenüber normbezogene Erkenntnisse des Verfassungsgerichts voraus und verbietet daher die Vollstreckung nur aus solchen Entscheidungen, die auf einem Inhalt der Rechtsnorm beruhen, den das Bundesverfassungsgericht im Wege der verfassungskonformen Auslegung ausgeschlossen hat (generell-abstraktes Verständnis; zutreffend Wesser NJW 2001, 475, 477 ff; im Ergebnis ebenso Eck-ardt MDR 1997, 621, 623; vgl. auch M.Graßhof NJW 1995, 3085, 3088).
BGH, BESCHLUSS vom 3.2.2013, Az. XII ZB 81/11 Diese grundlegende Wertung des § 79 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG sichert das in § 79 Abs. 2 Satz 4 BVerfGG enthaltene Konterkarierungsverbot zusätzlich ab (vgl. Graßhof in Umbach/Clemens/Dollinger BVerfGG 2. Aufl. § 79 Rn. 2; Maunz/Schmidt-Bleibtreu/Klein/Bethge BVerfGG [Stand: 2012] § 79 Rn. 66).
BGH, BESCHLUSS vom 3.2.2013, Az. XII ZB 81/11 Ähnlich wie bei Verwaltungsakten mit Dauerwirkung verbietet § 79 Abs. 2 BVerfGG nur die Korrektur des verfassungswidrigen Hoheitsaktes für die Vergangenheit, aber nicht eine Anpassung der in die Zukunft gerichteten Wirkungen an die verfassungsmäßige Rechtslage (Graßhof in Umbach/Clemens/ Dollinger BVerfGG 2. Aufl. § 79 Rn. 31 mwN).
FG Düsseldorf, Urteil vom 4.0.2006, Az. 14 K 4503/05 § 79 Abs. 2 BVerfGG ist entsprechend anzuwenden, wenn das BVerfG nicht die Norm selbst, sondern eine bestimmte Auslegegungsvariante der Norm für unvereinbar mit dem Grundgesetz erklärt hat (vgl. BVerfG-Beschluss vom 6. Dezember 2005 1 BvR 1905/02, Pressemitteilung Nr. 129/2005).
FG Düsseldorf, Urteil vom 4.0.2006, Az. 14 K 4503/05 28Das BVerfG entnimmt § 79 Abs. 2 BVerfGG den allgemeinen Vorrang der Erhaltung des Rechtsfriedens, auch wenn er zur Beibehaltung der Wirkungen fehlerhafter Akte der öffentlichen Gewalt führt (vgl. BVerfG-Beschluss vom 21. Mai 1974, 1 BvL 22/71, Entscheidungssammlung des Bundesverfassungsgerichts -BVerfGE- 37, 217, 263; zuletzt auch Beschluss vom 6. Dezember 2005 1 BvR 1905/02, Pressemitteilung Nr. 129/2005).
FG Düsseldorf, Urteil vom 4.0.2006, Az. 14 K 4361/05 § 79 Abs. 2 BVerfGG ist entsprechend anzuwenden, wenn das BVerfG nicht die Norm selbst, sondern eine bestimmte Auslegungsvariante der Norm für unvereinbar mit dem Grundgesetz erklärt hat (vgl. BVerfG-Beschluss vom 6. Dezember 2005, a.a.O.).
FG Düsseldorf, Urteil vom 4.0.2006, Az. 14 K 4361/05 Eine andere Beurteilung stünde im Widerspruch zu dem vom Gesetzgeber im § 79 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG erlassenen 'Wiederaufrollungsverbot' (vgl. Urteil des Finanzgerichts - FG - Nürnberg vom 23. Oktober 1992 VII 83/92, n. v., juris-Dokument Nr. DVRE000120671).
FG Münster, Urteil vom 2.3.2006, Az. 11 K 3797/05 § 79 Abs. 2 BVerfGG ist entsprechend anzuwenden, wenn das BVerfG nicht die Norm selbst, sondern eine bestimmte Auslegungsvariante der Norm für unvereinbar mit dem Grundgesetz erklärt hat (FG Düsseldorf, Urteil vom 12. 01.2006 - 14 K 4503/05 Kg, juris, unter Verweis auf den Beschluss des BVerfG vom 06.12.2005 – 1 BvR 1905/02, DStR 2006, 108).
FG Münster, Urteil vom 3.0.2012, Az. 11 K 4319/10 Das BVerfG hat die Verfassungsmäßigkeit des § 79 Abs. 2 BVerfGG in einer Reihe von Entscheidungen bestätigt (BVerfG Urteile vom 12. 12. 1957 1 BvR 678/57, BVerfGE 7, 194, 195 ff.; vom 7. 7. 1960 2 BvR 435, 440/60, BVerfGE 11, 263, 265; vom 3. 11. 1965 1 BvR 62/61, BVerfGE 19, 150, 166, und vom 16. 1. 1980 1 BvR 127, 679/78, BVerfGE 53, 115, 130).
FG Münster, Urteil vom 3.0.2012, Az. 11 K 4319/10 Wenn der Gesetzgeber in diesem Widerstreit in § 79 Abs.2 BVerfGG ähnlich wie z.B. bei Verjährungsvorschriften der Rechtssicherheit den Vorzug gegeben hat, so ist dies nicht zu beanstanden (so BFH-Urteil vom 11. 2. 1994 III R 50/92, BFHE 173, 383, BStBl. II 1994, 389).
LG Köln, Beschluss vom 4.8.2008, Az. 31 O 605/04 Entsprechendes gilt nach Sinn und Zweck des § 79 BVerfGG, wenn die in Rede stehende Entscheidung auf der Auslegung einer vom BVerfG für unvereinbar mit dem Grundgesetz erklärten Norm beruht (vgl. BVerfGE 115, 51, 65 f.).
LG Köln, Beschluss vom 4.8.2008, Az. 31 O 605/04 § 79 BVerfGG ist insoweit der allgemeine Rechtsgrundsatz zu entnehmen, dass eine Entscheidung des BVerfG grundsätzlich keine Auswirkungen auf unanfechtbar gewordene fehlerhafte Entscheidungen der öffentlichen Gewalt haben soll, dass aber für die Zukunft die sich aus einer zwangsweisen Durchsetzung der verfassungswidrigen Entscheidungen ergebenden Folgen abgewendet werden sollen (vgl. BVerfGE 115, 51, 62 f.; 20, 230, 236; Lechner/Zuck, 5. Auflage, § 79 BVerfGG Rn. 3).
LG Köln, Beschluss vom 4.8.2008, Az. 31 O 605/04 13Demgegenüber besteht für denjenigen, der – wie vorliegend die Kläger - den Eintritt der Rechtsbeständigkeit erfolgreich verhindert hat, das Primat des Primärrechtsschutzes (vgl. Bethge in: Maunz/ Schmidt-Bleibtreu/Klein/Bethge, § 79 BVerfGG Rn. 51, 57).
LG Köln, Urteil vom 4.8.2008, Az. 31 O 209/08 Entsprechendes gilt nach Sinn und Zweck des § 79 BVerfGG, wenn die in Rede stehende Entscheidung auf der Auslegung einer vom BVerfG für unvereinbar mit dem Grundgesetz erklärten Norm beruht (vgl. BVerfGE 115, 51, 65 f.).
LG Köln, Urteil vom 4.8.2008, Az. 31 O 209/08 § 79 BVerfGG ist insoweit der allgemeine Rechtsgrundsatz zu entnehmen, dass eine Entscheidung des BVerfG grundsätzlich keine Auswirkungen auf unanfechtbar gewordene fehlerhafte Entscheidungen der öffentlichen Gewalt haben soll, dass aber für die Zukunft die sich aus einer zwangsweisen Durchsetzung der verfassungswidrigen Entscheidungen ergebenden Folgen abgewendet werden sollen (vgl. BVerfGE 115, 51, 62 f.; 20, 230, 236; Lechner/Zuck, 5. Auflage, § 79 BVerfGG Rn. 3).
LG Köln, Urteil vom 4.8.2008, Az. 31 O 209/08 26Demgegenüber besteht für denjenigen, der – wie vorliegend die Kläger - den Eintritt der Rechtsbeständigkeit erfolgreich verhindert hat, das Primat des Primärrechtsschutzes (vgl. Bethge in: Maunz/ Schmidt-Bleibtreu/Klein/Bethge, § 79 BVerfGG Rn. 51, 57).
VG Regensburg, Urteil vom 3.8.2010, Az. 1 K 10.521 Die Konsequenzen aus der festgestellten Normnichtigkeit unterliegen hierbei gesetzlicher Sonderregelung (§ 79 BVerfGG), die den Konflikt zwischen Rechtsrichtigkeit und Rechtssicherheit besonders regelt, wodurch indes ein Wiederaufgreifen des Verfahrens im weiteren Sinne, nämlich gemäß §§ 51 Abs.5, 48f.BayVwVfG nicht ausgeschlossen werden soll (Sachs in Stelkens/Bonk/Sachs Rdnr. 100 zu § 51 VwVfG).
VG Regensburg, Urteil vom 3.8.2010, Az. 1 K 10.521 Die Rechtswidrigkeit und Nichtigkeit der Versorgungsregelung nach der Rechtsprechung des EuGH und des Bundesverfassungsgerichts führt nicht zu einer Verpflichtung des Beklagten, die bestandskräftige Regelung für die Klägerin aufzuheben und erneut zu entscheiden (§ 79 Abs. 2 BVerfGG).
OLG Nürnberg, Beschluss vom 4.1.2012, Az. 2 Ws 320/11 Dazu hätte es nach der für Strafurteile speziell geltenden Norm des § 79 Abs. 1 BVerfGG der Aufhebung der Entscheidung nach Wiederaufnahme des Verfahrens beduft (OLG Stuttgart NJW 1997, 206), was allerdings nicht erfolgte.
VGH München, Beschluss vom 2.10.2011, Az. 19 BV 11.1985 § 79 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG verlangt nicht, dass Entscheidungen, die auf nichtigen Gesetzen beruhen, rechtlich so behandelt werden sollen, als ob die Nichterklärung nicht stattgefunden hätte (so zutreffend M. Graßhof, in: Umbach/Clemens/Dollinger, BVerfGG, 2. Aufl., 2005, § 79 RdNr. 26).
VGH München, Beschluss vom 2.10.2011, Az. 19 BV 11.1985 Der Verwaltungsakt, dessen gesetzliche Ermächtigungsgrundlage für nichtig erklärt worden ist, kann daher trotz § 79 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG als rechtswidrig angesehen werden und erfüllt damit grundsätzlich die Tatbestandsvoraussetzungen des Art. 48 Abs. 1 BayVwVfG (vgl. Benda/Klein, Verfassungsprozessrecht, 2. Aufl., 2001, § 37 RdNr. 1255).
VGH München, Beschluss vom 5.8.2015, Az. 3 ZB 14.455 Auch lässt sich aus § 79 BVerfGG durchaus der allgemeine Rechtsgedanke entnehmen, dass unanfechtbar gewordene, fehlerhafte Akte der öffentlichen Gewalt nicht rückwirkend aufgehoben und die in der Vergangenheit damit verbundenen nachteiligen Wirkungen nicht beseitigt werden müssen (Maunz/Schmidt-Bleibtreu/Klein/Bethge, BVerfGG, § 79 BVerfGG Rn. 1d).
VGH München, Beschluss vom 2.10.2011, Az. 19 BV 11.1983 § 79 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG verlangt nicht, dass Entscheidungen, die auf nichtigen Gesetzen beruhen, rechtlich so behandelt werden sollen, als ob die Nichterklärung nicht stattgefunden hätte (so zutreffend M. Graßhof, in: Umbach/Clemens/Dollinger, BVerfGG, 2. Aufl., 2005, § 79 RdNr. 26).
VGH München, Beschluss vom 2.10.2011, Az. 19 BV 11.1983 Der Verwaltungsakt, dessen gesetzliche Ermächtigungsgrundlage für nichtig erklärt worden ist, kann daher trotz § 79 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG als rechtswidrig angesehen werden und erfüllt damit grundsätzlich die Tatbestandsvoraussetzungen des Art. 48 Abs. 1 BayVwVfG (vgl. Benda/Klein, Verfassungsprozessrecht, 2. Aufl., 2002, § 37 RdNr. 1255).
VG München, Urteil vom 1.11.2013, Az. 5 K 13.349 Denn wie sich aus der Vorschrift des § 79 des Gesetzes über das Bundesverfassungsgericht/Bundesverfassungsgerichtsgesetz (BVerfGG) ergibt, hat der Gesetzgeber das Spannungsverhältnis zwischen materieller Gerechtigkeit einerseits und Rechtsfrieden und Rechtssicherheit andererseits im Grundsatz zugunsten der letzteren entschieden, da eine Wiederaufnahme des Verfahrens nur im Ausnahmefall des § 79 Abs. 1 BVerfGG vorgesehen ist.
VGH München, Beschluss vom 2.10.2011, Az. 19 BV 11.1915 § 79 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG verlangt nicht, dass Entscheidungen, die auf nichtigen Gesetzen beruhen, rechtlich so behandelt werden sollen, als ob die Nichterklärung nicht stattgefunden hätte (so zutreffend M. Graßhof, in: Umbach/Clemens/Dollinger, BVerfGG, 2. Aufl., 2005, § 79 RdNr. 26).
VGH München, Beschluss vom 2.10.2011, Az. 19 BV 11.1915 Der Verwaltungsakt, dessen gesetzliche Ermächtigungsgrundlage für nichtig erklärt worden ist, kann daher trotz § 79 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG als rechtswidrig angesehen werden und erfüllt damit grundsätzlich die Tatbestandsvoraussetzungen des Art. 48 Abs. 1 BayVwVfG (vgl. Benda/Klein, Verfassungsprozessrecht, 2. Aufl., 2001, § 37 RdNr. 1255).
VG München, Beschluss vom 2.10.2014, Az. 21 K 12.2042 Im Falle eines belastenden Dauerverwaltungsakts, dessen Rechtswidrigkeit sich aus der Anwendung eines verfassungswidrigen Parlamentsgesetzes ergibt, gelten für die Fragen der Ermessensausübung und der Ermessensreduzierung besondere Grundsätze: Nach der (neueren) Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, der sich die Kammer anschließt, kann die Verwaltung die Rücknahme eines Verwaltungsakts mit Dauerwirkung (wie der hier in Rede stehenden Ruhensregelung), der auf einer für nichtig erklärten Norm beruht, für die Zeit bis zu der Nichtigerklärung nach der gesetzlichen Wertung des § 79 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG ermessensfehlerfrei ablehnen.
VG München, Beschluss vom 2.10.2014, Az. 21 K 12.2042 Daher kann die Verwaltung die Rücknahme eines Verwaltungsakts mit Dauerwirkung, der auf einer für nichtig erklärten Norm beruht, für die Zeit bis zu der Nichtigerklärung unter Berufung auf § 79 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG ermessensfehlerfrei ablehnen (...).
VG München, Beschluss vom 2.10.2014, Az. 21 K 12.2042 Der Grundsatz der materiellen Gerechtigkeit setzt sich unter Beachtung des Rechtsgedankens des § 79 Abs. 2 BVerfGG (unter rechtssystematischer Einbeziehung auch des Satzes 2 der Vorschrift) aber für die Zeit nach der Nichtigerklärung des Gesetzes durch.
VG München, Beschluss vom 2.10.2014, Az. 21 K 12.2042 Demgegenüber würde eine Ermessensreduzierung in Orientierung am Rechtsgedanken des Art. 79 Abs. 2 BVerfGG ab dem Zeitpunkt der Nichtigkeitserklärung einsetzen und dem Kläger damit (zukunftsbezogen) zu einem Teilerfolg der Klage verhelfen.
VerfGH München, vom 3.2.2016, Az. Eine entsprechende Anwendung des § 79 BVerfGG, hier des Absatzes 2 Satz 1 dieser Vorschrift, liegt aber nahe (vgl. VerfGHE 46, 137/140 m. w. N.).
VG München, Urteil vom 2.11.2010, Az. 5 K 10.2077 Dabei darf aus dem Rückabwicklungsverbot des § 79 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG nicht auf eine absolute Rücknahmesperre geschlossen werden, vielmehr ist entsprechend der in Art. 48 BayVwVfG getroffenen Regelung über die Rücknahme bestandskräftiger Verwaltungsakte zu entscheiden (vgl. Bethge in: Maunz/Schmidt-Bleibtreu/Klein/Bethge, a.a.O., RdNrn. 55 f. zu § 79).
VG München, Urteil vom 2.11.2010, Az. 5 K 10.2077 Denn das Bundesverfassungsgericht hat aus § 79 Abs. 2 BVerfGG den allgemeinen Rechtsgedanken abgeleitet, dass einerseits zwar unanfechtbar gewordene Akte der öffentlichen Gewalt, die auf verfassungswidriger Grundlage zustande gekommen sind, nicht rückwirkend aufgehoben und die nachteiligen Wirkungen, die in der Vergangenheit von ihnen ausgegangen sind, nicht beseitigt werden, andererseits jedoch zukünftige Folgen, die sich aus einer zwangsweisen Durchsetzung verfassungswidriger Entscheidungen ergeben würden, abgewendet werden sollen (vgl. BVerfG vom 6.12.2005, BVerfGE 115, 51 m.w.N.).
BVerfG, Urteil vom 4.0.1963, Az. 2 BvR 56/63 § 79 Abs. 2 BVerfGG betrifft nicht Strafurteile, sondern alle sonstigen Hoheitsakte (Entscheidungen), die auf einer für nichtig erklärten Norm beruhen.
BVerfG, , Az. 2 BvR 629/62 § 79 Abs. 2 Satz 2 BVerfGG, nach dem aus einer Entscheidung, die auf einer für nichtig erklärten Norm beruht, nicht mehr vollstreckt werden darf, gilt nicht für Strafurteile; gegen sie ist gemäß § 79 Abs. 1 BVerfGG die Wiederaufnahme des Verfahrens zulässig (vgl. Beschluß vom 7. März 1963 - 2 BvR 56/63).
BVerfG, vom 2.6.1957, Az. 1 BvL 15/60 Denn die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts führt nicht von selbst zur Nichtigkeit aller Verurteilungen, die auf der für nichtig erklärten Norm beruhen, sie hindert auch nicht ihre Vollstreckung (Beschlüsse vom 7. März 1963 - 2 BvR 629/62, 2 BvR 637/62 und 2 BvR 56/63), sondern ermöglicht lediglich die Wiederaufnahme des Verfahrens (§ 79 Abs. 1 BVerfGG).
BVerfG, vom 1.5.1976, Az. 1 BvR 683/77 Aus Gründen der Rechtssicherheit und des Rechtsfriedens ist der Gesetzgeber - wie auch der Rechtsgedanke des § 79 Abs. 2 BVerfGG zeigt - nicht verpflichtet, sämtliche Folgen verfassungswidriger Bestimmungen rückwirkend zu beseitigen; er hat aber dafür zu sorgen, daß für die Zukunft nachteilige Auswirkungen früherer verfassungswidriger Rechtslagen behoben werden (vgl. BVerfGE 20, 230 (236); 37, 217 (263)).
BVerfG, Beschluss vom 2.2.2003, Az. 2 BvR 620/03 Der Beschwerdeführer kann hier nicht auf das Wiederaufnahmeverfahren nach § 79 Abs. 1 BVerfGG verwiesen werden, weil die Verfassungsbeschwerde zu dem Zeitpunkt der Nichtigerklärung der Vorschrift des § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchstabe b EStG durch das Urteil des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts am 9. März 2004 (vgl. BVerfGE 110, 94) bereits anhängig war (vgl. BVerfGE 11, 61 <63>).
BVerfG, , Az. 1 BvR 2723/06 1. Der Bundesgerichtshof hat den Anwendungsbereich des § 79 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG eröffnet gesehen und sich dabei im Wesentlichen auf den Beschluss des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 6. Dezember 2005 (- 1 BvR 1905/02 – FamRZ 2006, S. 253) gestützt.
BVerfG, , Az. 1 BvR 2723/06 Denn schon der § 79 Abs. 2 BVerfGG zugrunde liegende Rechtsgedanke, dass unanfechtbar gewordene Akte der öffentlichen Gewalt, die auf verfassungswidriger Grundlage zustande gekommen sind, nicht rückwirkend aufgehoben und die nachteiligen Wirkungen, die in der Vergangenheit von ihnen ausgegangen sind, nicht beseitigt werden sollen (vgl. BVerfG, Beschluss des Ersten Senats vom 6. Dezember 2005, a.a.O., S. 254 m.w.N.), verbietet eine Restitution in Fällen wie dem des Ausgangsverfahrens.
BVerfG, vom 5.2.1967, Az. 1 BvR 127/78 Nach § 79 BVerfGG gebührt bei der Beurteilung der Auswirkungen der Nichtigkeit von Gesetzesnormen - unbeschadet der Sonderregelung des § 79 Abs 1 BVerfGG - dem Gedanken der Rechtssicherheit wegen der unabsehbaren Folgen für den Rechtsverkehr regelmäßig der Vorrang vor der Berücksichtigung der Einzelfallgerechtigkeit (BVerfGE 32, 387 (389f)).
BVerfG, vom 5.2.1967, Az. 1 BvR 127/78 Vielmehr sollen nach § 79 Abs 2 BVerfGG nur die nicht mehr anfechtbaren Entscheidungen (Verwaltungsakte und Gerichtsentscheidungen), die auf einer für nichtig erklärten Norm beruhen, unberührt bleiben.
BVerfG, vom 5.2.1967, Az. 1 BvR 127/78 Insoweit ist der allgemeine Rechtsgedanke des § 79 Abs 2 BVerfGG zu beachten, daß die nachteiligen Wirkungen, die von fehlerhaften Akten der öffentlichen Gewalt in der Vergangenheit ausgegangen sind, nicht beseitigt werden, daß aber für die Zukunft die sich aus der Durchsetzung solcher Akte ergebenden Folgen abgewendet werden sollen (BVerfGE 37, 217 (263) mwN; 48, 327 (340)).
BVerfG, , Az. 2 BvL 3/90 Dies gilt insbesondere für andauernde Unterbringungsverfahren und Strafvollstreckungen; diese unterfallen nämlich dem Vollstreckungsverbot des § 79 Abs. 2 BVerfGG, wenn § 79 Abs. 1 BVerfGG nicht eingreift (vgl. dazu Ulsamer in Maunz/Schmidt-Bleibtreu/Klein/Ulsamer, BVerfGG, § 79 Rdnr. 20).
BVerfG, vom 4.5.1976, Az. 1 BvL 122/78 Soweit sich diese Rechtsfolge aus nicht mehr anfechtbaren Entscheidungen ergibt, die auf der mit dem Grundgesetz für unvereinbar erklärten Regelung beruhen, ist das nach § 79 Abs. 2 BVerfGG unbedenklich (vgl. BVerfGE 20, 230 (235) m.w.N.).
BVerfG, vom 2.4.1990, Az. 1 BvL 50/92 Dies entspricht dem Grundgedanken des § 79 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG, der auch zur Anwendung kommt, wenn das Bundesverfassungsgericht eine Vorschrift als mit dem Grundgesetz unvereinbar erklärt (vgl. BVerfGE 81, 363 <384>).
BVerfG, , Az. 1 BvR 2161/94 Rechtskräftig abgeschlossene Verfahren bleiben grundsätzlich unberührt (vgl. § 79 BVerfGG).
BVerfG, vom 1.5.1976, Az. 1 BvL 83/86 § 79 Abs. 2 BVerfGG, der die Konsequenzen der Nichtigerklärung für in der Vergangenheit entstandene Rechtsverhältnisse wesentlich einschränkt und damit Rechtsunsicherheit vermeidet, ist hier nicht unmittelbar anwendbar, weil die Rechtswirkungen des § 1355 Abs. 2 Satz 2 BGB ohne Zwischenschaltung einer Behörde oder eines Gerichts eingetreten sind (vgl. BVerfGE 37, 217 <262 f.>; 48, 327 <340>).
BVerfG, vom 3.3.1953, Az. 1 BvL 22/71 Um zu verhindern, daß diese Wirkung ex tunc zu Rechtsunsicherheit und zu schwer erträglichen Folgen für die Betroffenen führt, hat § 79 BVerfGG für den Regelfall die Konsequenzen solcher verfassungsgerichtlichen Entscheidungen für die in der Vergangenheit entstandenen Rechtsverhältnisse wesentlich eingeschränkt: Abgesehen von dem Sonderfall der Strafurteile bleiben nach Abs. 2 der Vorschrift vorbehaltlich einer speziellen gesetzlichen Regelung die nicht mehr anfechtbaren Entscheidungen (Verwaltungsakte und Gerichtsentscheidungen), die auf einer für nichtig erklärten Norm beruhen, unberührt; jedoch darf daraus nicht mehr vollstreckt werden (vgl. dazu BVerfGE 20, 230 (235) mit weiteren Nachweisen).
BVerfG, , Az. 1 BvL 22/95 § 79 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG, der auch zur Anwendung kommt, wenn das Bundesverfassungsgericht eine Vorschrift als mit dem Grundgesetz unvereinbar erklärt (vgl. BVerfGE 81, 363 <384>).
BVerfG, vom 4.6.1991, Az. 1 BvR 1926/96 Dies entspricht dem Grundgedanken des § 79 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG, der auch zur Anwendung kommt, wenn das Bundesverfassungsgericht eine Vorschrift als mit dem Grundgesetz unvereinbar erklärt (vgl. BVerfGE 81, 363 <384>).
BVerfG, Urteil vom 4.6.2002, Az. 1 BvR 1905/02 Nach § 79 Abs. 1 BVerfGG sei die Wiederaufnahme des Verfahrens gegen ein rechtskräftiges Strafurteil nicht nur im Fall einer für nichtig erklärten Norm (Alternative 2), sondern auch dann zulässig, wenn das Bundesverfassungsgericht die Unvereinbarkeit einer Vorschrift mit dem Grundgesetz festgestellt (Alternative 1) oder eine bestimmte Auslegung der Norm für grundgesetzwidrig erklärt habe (Alternative 3).
BVerfG, Urteil vom 4.6.2002, Az. 1 BvR 1905/02 Für den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 19. Oktober 1993 (BVerfGE 89, 214) sei kennzeichnend, dass er eine Feinsteuerung der Entscheidungswirkung nicht angeordnet, sondern alles Weitere einer Anwendung des § 79 Abs. 2 BVerfGG überlassen habe.
BVerfG, Urteil vom 4.6.2002, Az. 1 BvR 1905/02 Dem Gebot der Gleichbehandlung vergleichbarer Fallgestaltungen (Nichtigkeit - Unvereinbarkeit - verfassungskonforme Auslegung) entspräche es jedoch, wenn das Bundesverfassungsgericht im vorliegenden Verfahren zu dem Ergebnis gelangte, dass § 79 Abs. 2 BVerfGG nach einer verfassungskonformen Auslegung von Rechtsvorschriften durch das Bundesverfassungsgericht die Vollstreckung aus Entscheidungen verhindere, die mit der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts nicht vereinbar seien.
BVerfG, Urteil vom 4.6.2002, Az. 1 BvR 1905/02 a) Das geschah vor allem durch die bis heute unverändert gebliebene Vorschrift des § 79 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG, in der als Grundsatz (vgl. BVerfGE 7, 194 <195>; 11, 263 <265>) bestimmt ist, dass -vorbehaltlich des § 95 Abs. 2 BVerfGG oder einer besonderen gesetzlichen Regelung -nicht mehr anfecht-bare Entscheidungen, die auf einer für nichtig erklärten Norm beruhen, unberührt bleiben, also in ihrer Existenz nicht mehr in Frage gestellt werden sollen.
BVerfG, Urteil vom 4.6.2002, Az. 1 BvR 1905/02 Deshalb hat der Gesetzgeber in § 79 Abs. 1 BVerfGG einen zusätzlichen Wiederaufnahmegrund geschaffen (vgl. BVerfGE 12, 338 <340>), mit Hilfe dessen es dem Verurteilten möglich sein soll, diesen Makel nach den Vorschriften der Strafprozessordnung durch Aufhebung oder Berichtigung des auf verfassungswidriger Grundlage ergangenen Strafurteils zu beseitigen (vgl. BVerfGE 15, 309 <312>).
BVerfG, Urteil vom 4.6.2002, Az. 1 BvR 1905/02 Hinsichtlich aller sonstigen Hoheitsakte (Verwaltungsakte und Gerichtsentscheidungen) verbleibt es dagegen bei dem Grundsatz des Satzes 1 von § 79 Abs. 2 BVerfGG (vgl. BVerfGE 15, 309 <312>; 37, 217 <262>; 81, 363 <384>).
BVerfG, Urteil vom 4.6.2002, Az. 1 BvR 1905/02 Das Bundesverfassungsgericht hat aus diesen Regelungen und aus Satz 4 des § 79 Abs. 2 BVerfGG den allgemeinen Rechtsgedanken abgeleitet, dass einerseits zwar unanfechtbar gewordene Akte der öffentlichen Gewalt, die auf verfassungs-widriger Grundlage zustande gekommen sind, nicht rückwirkend aufgehoben und die nachteiligen Wirkungen, die in der Vergangenheit von ihnen ausgegangen sind, nicht beseitigt werden, andererseits jedoch zukünftige Folgen, die sich aus einer zwangsweisen Durchsetzung verfassungswidriger Entscheidungen ergeben würden, abgewendet werden sollen (vgl. BVerfGE 20, 230 <236>; 37, 217 <263>; 91, 83 <90 f.>; 97, 35 <48>).
BVerfG, Urteil vom 4.6.2002, Az. 1 BvR 1905/02 b) An dieser Zielrichtung und Systematik hat sich nichts dadurch geändert, dass der Gesetzgeber mit dem Vierten Gesetz zur Änderung des Gesetzes über das Bundesverfassungsgericht vom 21. Dezember 1970 (BGBl I S. 1765) § 79 Abs. 1 BVerfGG geändert und dieser Vorschrift ihre bis heute gültige Fassung gegeben hat.
BVerfG, Urteil vom 4.6.2002, Az. 1 BvR 1905/02 Davon ist wie selbstverständlich auch das Bundesverfassungsgericht ausgegangen, als es ausgesprochen hat, § 79 Abs. 2 BVerfGG sei analog anzuwenden, wenn das Bundesverfassungsgericht nicht auf Nichtigkeit einer Norm erkannt, sondern sich darauf beschränkt hat, deren Unvereinbarkeit mit dem Grundgesetz festzustellen (vgl. BVerfGE 37, 217 <262 f.>; 81, 363 <384>).
BVerfG, Urteil vom 4.6.2002, Az. 1 BvR 1905/02 Wie im Rahmen des § 79 Abs. 1 BVerfGG (vgl. vorstehend unter B II 1 b aa) macht es auch im Anwendungsbereich des § 79 Abs. 2 BVerfGG sachlich keinen wesentlichen Unterschied, ob eine nicht mehr anfechtbare Entscheidung im Sinne dieser Regelung auf der verfassungswidrigen Auslegung einer Rechtsnorm oder auf einer verfassungswidrigen Vorschrift beruht.
BVerfG, Urteil vom 4.6.2002, Az. 1 BvR 1905/02 2. Von der analogen Anwendung des § 79 Abs. 2 BVerfGG und speziell seines Satzes 3 können auch Entscheidungen nicht grundsätzlich ausgenommen werden, durch welche die Zivilgerichte, wie in der Bürgschaftsentscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 19. Oktober 1993, angehalten werden, bei der Auslegung und Anwendung von Generalklauseln und sonstigen auslegungsbedürftigen Regelungstatbeständen des bürgerlichen Rechts die jeweils einschlägigen Grundrechte interpretationsleitend zu berücksichtigen, damit deren wertsetzende Bedeutung auch auf der Rechtsanwendungsebene gewahrt bleibt (vgl. BVerfGE 7, 198 <205 ff.>; 99, 185 <196>).
BVerfG, Urteil vom 3.8.1944, Az. 2 BvR 486/05 Für den Fall einer Fehlentscheidung muss dagegen effektiver Rechtsschutz möglich sein, der nach Rechtskraft der Verurteilung aus bestimmten Gründen im Sinne des § 359 StPO und des § 79 Abs. 1 BVerfGG durch das Wiederaufnahmerecht gewährt wird (vgl. Eschelbach, in: KMR, Stand März 2003, § 361 StPO Rn. 2).
BVerfG, vom 2.10.1986, Az. 1 BvL 12/91 Der Rechtsgedanke des § 79 Abs. 2 BVerfGG ist auf privatrechtliche Regelungen sinngemäß anzuwenden (vgl. BVerfGE 32, 387 <389>; zu dem allgemeinen Rechtsgedanken des § 79 Abs. 2 BVerfGG vgl. auch BVerfGE 37, 217 <262 f.>).
BVerfG, vom 3.8.1994, Az. 1 BvR 995/95 Eine Ausnahme hiervon kommt lediglich insoweit in Betracht, als Klagen von Grundstückseigentümern auf Heranziehung der Nutzer ihrer Grundstücke zur Tragung öffentlicher Lasten rechtskräftig abgewiesen worden sind (vgl. § 79 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG).
BVerfG, , Az. 1 BvR 2102/98 Auch § 79 Abs. 1 BVerfGG ist Gegenstand von Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts gewesen (BVerfGE 11, 263 <265>; 12, 338 <340>).
BVerfG, vom 6.6.1983, Az. 1 BvL 9/96 Das Bundesverfassungsgericht hat in dem genannten Kindergeldbeschluß erkennbar an die Regelung des § 79 Abs. 2 BVerfGG angeknüpft, die für den hier vorliegenden Fall der Unvereinbarkeitserklärung grundsätzlich analoge Anwendung findet (vgl. BVerfGE 37, 217 <262 f.>; 81, 363 <384>; stRspr).
BVerfG, Beschluss vom 2.0.1995, Az. 2 BvR 1208/97 Die Beschwerdeführerin setzt sich nicht mit den tragenden Erwägungen der angegriffenen Entscheidungen zu dem Umfang der Bindungswirkung des Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts vom 10. Januar 1995 (BVerfGE 92, 1 ff.) und zu dem Vorliegen eines Wiederaufnahmegrundes im Sinne des § 79 Abs. 1 BVerfGG auseinander.
BVerfG, Urteil vom 6.0.1986, Az. 2 BvR 175/97 Der Wiederaufnahmegrund gemäß § 79 Abs. 1 BVerfGG, der dies voraussetzt, greift folglich nicht ein; denn er verlangt die verbindliche Verwerfung einer nicht verfassungskonformen Auslegung der im Erstverfahren zugrunde gelegten einfachrechtlichen Bestimmung (vgl. Bethge in: Maunz/Schmidt-Bleibtreu/Klein/Ulsamer, BVerfGG, 20. Lfg., § 79 Rn. 34).
BVerfG, Urteil vom 6.0.1986, Az. 2 BvR 175/97 Der eigenständige Wiederaufnahmegrund des § 79 Abs. 1 BVerfGG knüpft an die Behauptung der Rechtsfehlerhaftigkeit des Strafurteils an (vgl. Marxen/Tiemann, Die Wiederaufnahme in Strafsachen, 1993, Rn. 344); dazu bedarf es nicht notwendigerweise eines ergänzenden Tatsachenvortrags.
BVerfG, Urteil vom 6.0.1986, Az. 2 BvR 175/97 3. Soweit die Beschwerdeführer die Bewertung der Feststellungen durch die Wiederaufnahmegerichte beanstanden, zeigen sie keine Verletzung von spezifischem Verfassungsrecht auf.Die Feststellung und Würdigung der Tatsachen und die Anwendung einfach-rechtlicher Vorschriften, zu denen auch § 79 Abs. 1 BVerfGG gehört, ist in erster Linie Sache der Fachgerichte und der Nachprüfung durch das Bundesverfassungsgericht grundsätzlich entzogen (vgl. BVerfGE 95, 96 <128>).
BVerfG, vom 4.7.1990, Az. 2 BvL 8/95 Allerdings muss der Gesetzgeber die nicht mehr anfechtbaren Entscheidungen der Verwaltung und der Gerichte entsprechend § 79 Abs. 2 BVerfGG in der Neuregelung nicht mehr berücksichtigen (vgl. BVerfGE 81, 363 <384>; 87, 153 <178>; 94, 241 <266 f.>).
BVerfG, , Az. 1 BvR 62/94 Der Einwand des Beschwerdeführers, das im Erstprozeß ergangene Urteil entfalte keine Bindungswirkung, weil es in Widerspruch zu vorher ergangenen Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts und des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte stehe, zeigt keinen Verfassungsverstoß auf.Läßt schon eine nachträglich ergangene Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, die eine Norm oder Normanwendung für nichtig bzw. verfassungswidrig erklärt, die Rechtskraft anderer als strafgerichtlicher Entscheidungen nach der verfassungsrechtlich unbedenklichen Regelung des § 79 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG (vgl. dazu BVerfGE 11, 263 <265>) unberührt, so können vorher ergangene Entscheidungen den Eintritt der Rechtskraft erst recht nicht hindern.
BVerfG, vom 4.6.1985, Az. 1 BvR 609/90 Dies entspricht dem Grundgedanken des § 79 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG, der auch zur Anwendung kommt, wenn das Bundesverfassungsgericht eine Vorschrift als mit dem Grundgesetz unvereinbar erklärt (vgl. BVerfGE 81, 363 <384>).
BVerfG, vom 4.5.1951, Az. 2 BvR 394/60 Sie könnten auch durch eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts nicht beseitigt werden, die die angegriffene Norm aufheben würde (§ 79 Abs. 2 BVerfGG).