Source: https://gez-boykott.de/Forum/index.php?topic=24247.0
Timestamp: 2020-08-12 03:55:30
Document Index: 228406415

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

Autor Thema: Verstößt Rundfunkbeitrag gegen EU-Recht? (Gelesen 6092 mal)
« am: 01. September 2017, 14:25 »
RT Deutsch, 01.09.2017
GEZ-kritischer Richter zieht vor Europäischen Gerichtshof
Dr. Matthias Sprißler, Richter am Landgericht Tübingen, hat dem EuGH einen Fragekatalog zur Vereinbarkeit des Rundfunkbeitrags mit dem EU-Recht zugestellt. Insbesondere sieht er Spannungen zum unionsrechtlichen Gleichheitsrecht und Diskriminierungsverbot. [..]
Der Finanzexperte Norbert Häring kommentiert die Initiative des Tübinger Richters mit den Worten:
Im Forum der Onlineplattform GEZ-Boykott wurde der Fragekatalog des Tübinger Richters geradezu mit Euphorie aufgenommen.
Wow, das ist doch ein erheblicher Schritt in der Sache vorwärts. Damit hat man nicht nur das BVerfG als Anlaufstelle, sondern auch endlich den EuGH mit drin. Sollte nur einer der beiden im Sinne der Zwangsbeitragsgegner urteilen, fällt der Zwangsbeitrag. Schön finde ich v. a., dass endlich die passenden Themen zur Vorlage gegeben wurden, die sehr tiefgreifend sind und am Ende mehr Chancen bieten, das Biest ein für alle mal zu erledigen"
so das Forenmitglied "jasonbourne".
Ein weiteres Mitglied dankte unter dem Pseudonym "Philosoph" [..]
Danke an User "Blitzbirne" für den Hinweis
Re: Verstößt Rundfunkbeitrag gegen EU-Recht?
« Antwort #1 am: 06. September 2017, 20:40 »
Bild, 06.09.2017
Europäischer Gerichtshof prüft | Ist GEZ-Rundfunkbeitrag EU-konform?
http://www.bild.de/geld/wirtschaft/rundfunkbeitrag/gez-vor-gericht-53107940.bild.html
n-tv, 06.09.2017
http://www.n-tv.de/ratgeber/Neue-Hoffnung-fuer-GEZ-Gegner-article20021008.html
Institut für Urheber- und Medienrecht, 05.09.2017
Rundfunkbeitrag: EuGH prüft europarechtliche Zulässigkeit
http://www.urheberrecht.org/news/p/1/i/5912/
« Antwort #2 am: 06. September 2017, 20:59 »
Schöner und einigermassen neutraler Artikel. Folgende Stelle sind mir aufgefallen:
So drohe eine Diskriminierung von Alleinerziehenden, die in Deutschland zu 90 Prozent Frauen sind. Sie lebten zwar mit ihren Kindern in Mehrpersonenhaushalten. Doch anders als Wohngemeinschaften und zusammenlebende Paare könnten sie sich den Rundfunkbeitrag normalerweise nicht mit weiteren Bewohnern teilen und seien deshalb benachteiligt.
Ist hier mit Mehrpersonenhaushalten eine Mutter mit mehreren Kindern (=Mehrpersonenhaushalten) gemeint? Sonst macht der Satz keinen Sinn.
Ich finde die Formulierung sehr unklar.
Bis der EuGH die Vorlage aus Tübingen beantwortet, dürfte es eine ganze Weile dauern. Und ob die Antworten im Sinne der Gegner des Rundfunkbeitrags ausfallen, ist fraglich. Kritiker des Gebührenmodells feiern die Vorlage trotzdem schon jetzt. Sie haben nun eine Argumentationshilfe für weitere Klagen.
Warum so pessimistisch? Die Fragen sind berechtigt. Eine technische Lösung über Verschlüsselung ist möglich. Ich sehe keinen Grund, warum der EuGH den Beitrag nicht kippen sollte. Außer der örR hat einen guten Draht zum EuGH.
« Letzte Änderung: 07. September 2017, 04:52 von Bürger »
« Antwort #3 am: 06. September 2017, 21:56 »
@noGez99: Es gibt "Einpersonenhaushalte" und "Mehrpersonenhaushalte". Man braucht sicher kein Mathematikstudium um festzustellen, dass bereits 2 Personen die Bedingung für Mehr-als-eine-Person-Haushalte erfüllen. Es genügt demnach ein Kind, das bei seiner Mutter lebt.
Das Alleinerziehende gegenüber Singles ohne Kind finanziell benachteiligt ist, würde ich zwar bestätigen, jedoch eher weil zwei Personen nun einmal kostspieliger sind als eine Person. Vom sogn. Rundfunkbeitrag her ist das identisch. Das LG Tübingen wird ja wohl nicht verlangen, dass bei einer pro Person berechneten "Rundfunksteuer" Kinder ohne Einkommen diese ebenfalls zahlen müssen.
« Antwort #4 am: 06. September 2017, 22:29 »
Zitat von: drboe am 06. September 2017, 21:56
Deutsche Gerichte würden argumentieren: "Solche Konstellationen müssen aus Vereinfachungsgründen in Kauf genommen werden. Eine Ungleichbehandlung resultiert hieraus nicht, zumal sich der Beitrag seiner Höhe nach im Rahmen des Zumutbaren bewegt; dies gilt auch für alleinerziehende Mütter."
Die Joker-Karte "Verwaltungsvereinfachung" wird immer dann gezogen, wenn man mit sachlicher Argumentation einfach nicht mehr weiterkommt - selbst dann, wenn die Ungleichbehandlung so offensichtlich ist, dass sie einem normalvernunftbegabten Menschen förmlich ins Auge springt. Ob der EuGH diese Karte wohl auch ziehen wird?
« Antwort #5 am: 07. September 2017, 11:44 »
Zitat von: noGez99 am 06. September 2017, 20:59
... Außer der örR hat einen guten Draht zum EuGH.
Was sind Gegner des Rundfunkbeitrages? Kann schon sein, dass es die gibt.
Hier im Forum wird in erster Linie über die irrsinnige Regelung seit 2013 diskutiert, die z.B. die Nichtnutzer nicht berücksichtigt.
D.h., kein Beitrag für die Nichtnutzer. Das sind doch keine Gegner des Beitrages an sich.
Besser wäre es, ein wenig zu differenzieren.
Guter Draht zum EUGH, - gut möglich, dass es einen guten Draht untereinander geben kann?
« Antwort #6 am: 07. September 2017, 11:50 »
Zitat von: gerechte Lösung am 07. September 2017, 11:44
Seitens dt. ÖRR zu EuGH? Unwahrscheinlich, dann würden dem all jene anderen EU-Länder auf die Füße treten, die ihren ÖRR mit EU-Recht in Übereinstimmung gebracht haben.
« Antwort #7 am: 07. September 2017, 11:56 »
Außer der örR hat einen guten Draht zum EuGH.
...zur Bundeswehr (Verteidigungsministerium) bzw. GSG9 oder KSK (nein - nicht die Künstlersozialkasse ist gemeint) :->>>.
Die Übermittlung der Info, dass man im Bedarfsfall von Westdeutschland aus bis nach Strasbourg höchstens 2h braucht, könnte ja völlig unverfänglich über die normalen Sendungen des ÖRR erfolgen :->>>
« Antwort #8 am: 07. September 2017, 16:02 »
Lesenswert ist auch der Artikel bei Telepolis: Rundfunkbeitrag wird dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt
Welt, 07.09.2017
Computer Bild, 07.09.2017
EuGH: Deutscher Richter lässt Rundfunkbeitrag prüfen
http://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Panorama-EuGH-Richter-Rundfunkbeitrag-Pruefung-GEZ-18912365.html
Bild der Frau, 07.09.2017
Diskriminiert GEZ Frauen? Deutscher Jurist klagt gegen Rundfunkbeitrag
https://www.bildderfrau.de/familie-leben/article211847695/Deutscher-Jurist-klagt-gegen-Rundfunkbeitrag.html
TV Movie, 07.09.2017
http://www.tvmovie.de/news/abschaffung-der-gez-richter-laesst-rundfunkgebuehr-pruefen-95627
Rosenheim 24, 07.09.2017
https://www.rosenheim24.de/deutschland/tuebingen-luxemberg-jurist-will-gez-beitrag-europaeischem-gerichtshof-pruefen-lassen-8662400.html
Wize.life, 07.09.2017
https://wize.life/themen/kategorie/finanzen/artikel/61415/gez-hammer-muessen-wir-bald-keine-zwangsabgabe-mehr-zahlen
« Antwort #10 am: 07. September 2017, 21:18 »
Zitat von: Philosoph am 07. September 2017, 16:02
Ein Link auf YT von H.-W. Janßen aus seinem Forenbeitrag (06.09.2017 14:51) zum Telepolis Artikel:
"Die GEZ Mafia" von FSchusterTV (eingestellt am 04.09.2017)
https://www.youtube.com/watch?v=fpwYGoESTCE
Themen: "Staatsferne", "Finanzierung", "Verwaltungsrat", "Literatur", etc.
Ich weiß nicht, wann das Video selbst erstellt wurde (YT gibt sich diesbezüglich sehr verschlossen). Vielleicht weiß jemand näheres...
« Antwort #11 am: 09. September 2017, 12:23 »
Zitat von: ChrisLPZ am 07. September 2017, 20:48
Und jetzt die Ergänzung von Waldi:
Auch T-online hat schon darüber berichtet (war bei den weiteren Pressemeldungen bisher - glaube ich - noch nicht dabei):
Ein echter Hoffnungsschimmer am düsteren Wohnungssteuer-Horizont !!!
P.S.: Sorry, aber ich habe immer noch nicht verstanden, wie ich meinen Kommentar unter den blauen Kasten des Zitats bekomme
Zitat-Code-Tag richtig gesetzt. @Waldi: alles was zwischen
[quote] und [/quote] gesetzt wird, erscheint "im blauen Kasten"
« Letzte Änderung: 09. September 2017, 12:55 von ChrisLPZ »
« Antwort #12 am: 09. September 2017, 13:03 »
Focus, 08.09.2017
http://www.focus.de/finanzen/news/rundfunkbeitrag-in-deutschland-eugh-prueft-zwangsgebuehren-kippt-jetzt-die-verhasste-abgabe_id_7568849.html
Chip, 08.09.2017
http://www.chip.de/news/Kippt-die-GEZ-Zwangsabgabe-jetzt-doch-Wahrscheinlichkeit-fuer-Wegfall-hoch-wie-nie_122580305.html
Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 04.09.2017
« Antwort #13 am: 09. September 2017, 13:33 »
... auweia, da fällt mir - ausgerechnet - Karl Marx ein:
DIE IDEE WIRD ZUR MATERIELLEN GEWALT, WENN SIE DIE MASSEN ERGREIFT !!!
« Antwort #14 am: 09. September 2017, 14:09 »
Ui, das Thema geht jetzt gerade durch die Medien.
Man beachte: Ein aktuelles Medienthema hält sich ungefähr drei Wochen (eher weniger).
Wir können dann mal abwarten, ob sich in dieser Zeitspanne einer der Granden des öR (Herr E. zählt leider nicht dazu, vielleicht aber Frau W.?) sich zu diesem Thema äußert. Kann ja nicht sein, dass nur Printmedien es aufgreifen...
An sich wäre schon auch eine kleine Berichtserstattung in den öR-Medien fällig. "Panorama" (gibts das noch? ich weiß es ja nicht) liefert eine 45minütige Doku aus Köln. Für einen Tatort, in welchem kriminelle Verwaltungsmenschen (Til Schweiger? ) alleinerziehende Mütter serienmäßig in den Knast werfen, ist die Drehzeit dann doch zu knapp bemessen. Schade.