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Timestamp: 2020-07-02 13:24:59
Document Index: 162242604

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 15', '§ 16', '§ 126', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', 'Art. 7', '§ 9', '§ 49', '§ 180']

BFH Urteil vom 14.03.2007 - XI R 15/05 (veröffentlicht am 09.05.2007) | Haufe Personal Office Platin | Personal | Haufe
BFH Urteil vom 14.03.2007 - XI R 15/05 (veröffentlicht am 09.05.2007)
EStG § 15 Abs. 3 Nr. 2 S. 1
Niedersächsisches FG (Urteil vom 16.03.2005; Aktenzeichen 2 K 835/01; EFG 2005, 1035)
I. Die Kläger und Revisionsbeklagten (Kläger) wurden im Streitjahr als Ehegatten zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Sie hatten ihren Wohnsitz im Inland.
Der Beklagte und Revisionskläger (das Finanzamt --FA--) vertrat die Auffassung, die Kommanditgesellschaften seien gewerblich geprägt i.S. von § 15 Abs. 3 Nr. 2 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Das Ausscheiden der Komplementäre habe jeweils zu einer Betriebsaufgabe i.S. von § 16 Abs. 3 EStG geführt.
II. Die Revision des FA ist begründet. Sie führt gemäß § 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zurückverweisung der nicht spruchreifen Sache an das FG.
Die Fiktion eines Gewerbebetriebs gemäß § 15 Abs. 3 Nr. 2 Satz 1 EStG gilt auch bei einer vermögensverwaltenden ausländischen Personengesellschaft, wenn sie nach ihrem rechtlichen Aufbau und ihrer wirtschaftlichen Gestaltung einer inländischen Personengesellschaft entspricht (z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 17. Dezember 1997 I R 34/97, BFHE 185, 216, BStBl II 1998, 296; Schmidt/Wacker, EStG, 25. Aufl., § 15 Rz 215, m.w.N.). Entgegen der Ansicht des FG ist dabei eine ausländische Kapitalgesellschaft, die nach ihrem im Ausland geregelten rechtlichen Aufbau und ihrer wirtschaftlichen Gestaltung einer inländischen Kapitalgesellschaft entspricht, ohne weitere Einschränkungen geeignet, die (ausländische oder inländische) Personengesellschaft gewerblich i.S. von § 15 Abs. 3 Nr. 2 Satz 1 EStG zu prägen (BFH-Urteil in BFHE 185, 216, BStBl II 1998, 296; BFH-Beschluss vom 18. Dezember 1989 IV B 37/89, BFH/NV 1990, 570; Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 24. September 1999 IV D 3 -S 1301 Ung- 5/99, Internationales Steuerrecht --IStR-- 2000, 627, Finanz-Rundschau 2000, 238; Schmidt/Wacker, a.a.O., § 15 Rz 216; Piltz in Debatin/Wassermeyer MA Art. 7 MK 85; ders., in Mössner u.a., Steuerrecht international tätiger Unternehmen, Rz F 9; Knobbe-Keuk, Bilanz- und Unternehmenssteuerrecht, 9. Aufl., § 9 II, S. 377 Fn. 77; Farnschläder/Kahl, Internationale Wirtschaftsbriefe, Fach 3 Deutschland Gruppe 3, S. 1179, 1182; Ch. Schmidt/Blöchle, IStR 2003, 685, 689; Gosch in Kirchhof, EStG, 6. Aufl., § 49 Rz 62, a.E.).
2. Die Sache ist nicht spruchreif. Das FG hat --von seinem Standpunkt aus zu Recht-- keine tatsächlichen Feststellungen zu der zwischen den Beteiligten umstrittenen Frage getroffen, ob der Besteuerung des Aufgabegewinns in Höhe von 4 750 307 DM der Grundsatz von Treu und Glauben entgegensteht. Es wird dies nachzuholen haben. Deshalb war die Sache an das FG zurückzuverweisen.
3. Mit der Aufhebung des angefochtenen Urteils entfällt die Bindung an die getroffenen Feststellungen. Das FG wird deshalb im zweiten Rechtsgang auch zu prüfen haben, ob das FA --wie bisher festgestellt und von den Klägern vorgetragen-- Bescheide für 1994 über die gesonderte und einheitliche Feststellung der Gewinne der Kommanditgesellschaften unter Hinweis auf § 180 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 AO aufgehoben hatte.
Haufe-Index 1739964
BFH/NV 2007, 1232
BStBl II 2007, 924
BFHE 2008, 438
BFHE 217, 438
BB 2007, 1154
BB 2007, 1882
DB 2007, 1177
DStRE 2007, 828
DStZ 2007, 362
HFR 2007, 651