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Timestamp: 2020-06-01 02:20:54
Document Index: 147136597

Matched Legal Cases: ['§ 1828', '§ 1829', '§ 1829', '§ 1829', '§ 1829', '§ 1829', 'BGH', '§ 60', '§ 1829', '§ 1829', '§ 1829']

Betreuungsgerichtliche Genehmigung - und die Doppelvollmacht des Notars | Rechtslupe
Inso­weit hat der Bun­des­ge­richts­hof mit der weit über­wie­gen­den Mei­nung in Recht­spre­chung und Lite­ra­tur die dem Notar erteil­te Dop­pel­voll­macht als Bevoll­mäch­tig­ter des Betreu­ers die gericht­li­che Geneh­mi­gung ent­ge­gen zu neh­men und die­se dem Ver­trags­part­ner mit­zu­tei­len sowie als Bevoll­mäch­tig­ter des Ver­trags­part­ners die Mit­tei­lung der Geneh­mi­gung ent­ge­gen zu neh­men für zuläs­sig erach­tet [1].
Die Ertei­lung der Dop­pel­voll­macht steht nicht im Wider­spruch zu dem mit §§ 1828 f. BGB ver­folg­ten Ziel, dem Betreu­er nach Ertei­lung der Geneh­mi­gung die Gele­gen­heit zu geben, im Inter­es­se des Betrof­fe­nen noch­mals zu prü­fen, ob er den Ver­trag schlie­ßen will [2]. Denn die erfor­der­li­che Prü­fung, ob der geneh­mig­te Ver­trag wei­ter­hin dem Inter­es­se des Betrof­fe­nen dient, obliegt nach wie vor dem Betreu­er. Die­ser hat es bis zur Vor­nah­me der Mit­tei­lung nach § 1829 Abs. 1 Satz 2 BGB in der Hand, die dem Notar erteil­te Voll­macht zu wider­ru­fen oder den Notar auch der Bevoll­mäch­ti­gung zeit­lich nach­fol­gend anzu­wei­sen, die Mit­tei­lung etwa erst dann vor­zu­neh­men, wenn eine geson­der­te Zustim­mung des Betreu­ers erfolgt oder seit Kennt­nis­nah­me des Betreu­ers von der Geneh­mi­gung eine bestimm­te Frist ohne Zustim­mungs­ver­wei­ge­rung ver­stri­chen ist [3]. Indem der Betreu­er von die­sen Mög­lich­kei­ten kei­nen Gebrauch macht, kann er das Fort­gel­ten sei­ner Bil­li­gung des Ver­trags hin­rei­chend zum Aus­druck brin­gen [4].
Aller­dings bedarf es aus­rei­chen­der Fest­stel­lun­gen dazu, ob der Notar den Wil­len, die Mit­tei­lung im Sin­ne des § 1829 Abs. 1 Satz 2 BGB vor­zu­neh­men, in der erfor­der­li­chen Wei­se äußer­lich erkenn­bar gemacht hat [5], etwa indem er von dem geneh­mig­ten Ver­trag gegen­über dem Grund­buch­amt Gebrauch gemacht [6] oder einen ent­spre­chen­den Ver­merk auf der Ver­trags­ur­kun­de auf­ge­bracht hat [7].
vgl. etwa KG MDR 2015, 1186; Bay­O­bLG FamRZ 1998, 1325, 1326; 1989, 1113, 1115 mwN; RGZ 121, 30, 33; Jürgens/​von Crails­heim Betreu­ungs­recht 5. Aufl. § 1829 BGB Rn. 5 f.; Münch­Komm-BGB/­Wa­genitz 6. Aufl. § 1829 Rn. 15; Beck­OK BGB/​Bettin [Stand: 1.08.2015] § 1829 Rn. 4; vgl. auch BGHZ 15, 97 = NJW 1954, 1925; a.A. Gern­hu­ber/­Coes­ter-Walt­jen Fami­li­en­recht 6. Aufl. § 60 – IV Rn. 55; zwei­felnd Soergel/​Zimmermann 13. Aufl. § 1829 BGB Rn. 9; Wuf­ka Mitt­BayNot 1974, 131, 132[↩]
vgl. z.B. Bay­O­bLG FamRZ 1998, 1325, 1326 mwN; Münch­Komm-BGB/­Wa­genitz 6. Aufl. § 1829 Rn. 16; Staudinger/​Veit BGB [2014] § 1829 Rn. 25[↩]
Bay­O­bLG FamRZ 1989, 1113, 1114; RGZ 121, 30, 33[↩]
Bay­O­bLG FamRZ 1998, 1325, 1326[↩]