Source: http://www.webshoprecht.de/IRModule/Ticketverkauf.php
Timestamp: 2017-04-24 09:24:19
Document Index: 12065813

Matched Legal Cases: ['§ 312', '§ 1', '§ 1', '§ 312', '§ 312', '§ 194', '§ 807', '§ 195']

Ticketverkauf im Internet - Events - Konzertkarten - Flugtickets - Bahnfahrscheine
Mehrfacheintrittskarten
AG München v. 02.12.2005:
Der Begriff der Dienstleistung ist europarechtlich weit auszulegen und umfaßt - wie sich aus dem weiteren Anwendungsbeispiel "Lieferung von Speisen und Getränken" ergibt, nicht ausschließlich Dienstverträge, sondern auch Kaufverträge. Dem Besteller von Karten für eine Gastronomieveranstaltung steht kein Widerrufsrecht zu (§ 312b Abs. 3 Nr. 6 BGB).
AG Wernigerode v. 22.02.2007:
Dem Onlinkäufer von Veranstaltungstickets steht ein Widerrufsrecht von zwei Wochen (bei einem eBay-Kauf von einem Monat) zu.
LG Hamburg v. 18.06.2009:
Es ist wettbewerbswidrig, mit "ab"-Preisen zu werben, wenn zu diesen regelmäßig noch zusätzlich weitere Preisbestandteile hinzukommen. Zusatzgebühren wie beispielsweise Vorverkaufs- oder Systemgebühren müssen beim Online-Ticketkauf direkt erkennbar sein.
OLG Hamm v. 30.07.2009:
Räumt der Verkäufer von Eintrittskarten für ein Konzert für den Fall des Ausfalls des Konzerts dem Kunden freiwillig das Recht ein, von ihm den auf der Karte aufgedruckten Kartenpreis erstattet zu bekommen, so ist diese Klausel in seinen AGB nicht zu beanstanden, weil damit der Käufer der Karte nicht unangemessen benachteiligt wird, weil er ohne diese Klausel überhaupt keinen Anspruch gegen den Kartenverkäufer hätte.
Beinhaltet eine blickfangmäßige Preisangabe nicht alle nach § 1 PAngV erforderlichen Informationen, können die fehlenden Angaben durch klare und unmissverständliche Sternchenhinweise erfolgen, wenn ihre Zuordnung zum Preis gewahrt bleibt. Insbesondere bei Warengattungen, bei denen die einzelnen Endpreise von weiteren Buchungsmodalitäten abhängen, genügt die Angabe vorläufiger Preise den Anforderungen an die Erkennbarkeit nach § 1 Abs. 6 S. 2 PAngV, wenn der Verbraucher klar und unmissverständlich auf die Preiszusammensetzung hingewiesen wird und den im Einzelfall gültigen Endpreis durch die fortlaufende Eingabe in das Buchungssystem ohne weiteres feststellen kann.
OLG Hamburg v. 14.01.2009:
Bahnfahrscheine:
Der Erwerb von Fahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel ist in den Anwendungsbereich der Beförderungfsleistungen gem. § § 312b III Nr. 6 BGB einbezogen. Maßgebend ist, dass die betreffenden Dienstleister vor Nachteilen geschützt werden sollen, die sich daraus ergeben, dass sie Vorkehrungen für die Erbringung der vereinbarten Leistung zu dem bei der Bestellung festgelegten Zeitpunkt treffen müssen. Diese Erwägung rechtfertigt keine Beschränkung der Alternative „innerhalb eines genau angegebenen Zeitraums“ auf Dauerleistungen, die den Zeitraum ausfüllen. Auch dann, wenn der Unternehmer sich in einem der in § 312b III Nr.6 BGB genannten Dienstleistungssektoren zu einer punktuellen Leistung verpflichtet, die der Verbraucher innerhalb eines im Voraus festgelegten, zeitlich begrenzten, Zeitraums abrufen kann, wird der Unternehmer in der Regel Vorkehrungen treffen müssen, um zu gegebener Zeit leistungsfähig zu sein. Daher besteht in diesem Fall kein Widerrufsrecht.
Mehrfacheintrittskarten:
Das bürgerliche Recht kennt für Verpflichtungen aus schuldrechtlichen Verträgen im Allgemeinen nur das in den §§ 194 ff. BGB im Einzelnen geregelte Rechtsinstitut der Verjährung. Davon unabhängige gesetzliche Ausschlussfristen gibt es nicht. Bei einer Mehrfachkarte handelt es sich um ein kleines Inhaberpapier im Sinne des § 807 BGB. Derartige vertragliche Erfüllungsansprüche unterliegen der Regelverjährung von drei Jahren (§ 195 BGB). Die Gültigkeitsbefristung der Mehrfacheintrittskarte auf ein Jahr enthält damit eine Abweichung von den gesetzlichen Vorschriften des bürgerlichen Rechts und ist unwirksam.