Source: http://www.utrechter-union.org/seite/30/b_die_innere_ordnung
Timestamp: 2019-05-22 20:55:24
Document Index: 231699891

Matched Legal Cases: ['Art. 8', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 1', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 6', 'Art. 3', 'Art. 6', 'Art. 9', 'Art. 3']

Utrechter Union - B Die Innere Ordnung
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B Die Innere Ordnung
Zur Internationalen altkatholischen Bischofskonferenz (IBK) der Utrechter Union gehören die Bischöfe, die
a) sich zusammen mit ihren Kirchen zur "Utrechter Erklärung" vom 24. September 1889 bekennen;
c) mit ihren Kirchen zusammen in voller kirchlicher Gemeinschaft mit den anderen Kirchen der Utrechter Union stehen;
d) von den Mitgliedern der Utrechter Union als rechtmässig gewählt und als kanonisch geweiht anerkannt werden und das katholische Bischofsamt in ihrer Kirche ausüben;
e) anderen Kirchen gegenüber keine Verbindungen und Verpflichtungen haben, die im Gegensatz zur "Utrechter Erklärung" und zum vorliegenden Statut stehen;
f) die ihre Funktion als ordentliche Bischöfe ausüben, also Kirchen, d.h. Bistümer, leiten.
Die IBK beeinträchtigt die Jurisdiktion ihrer Mitglieder in deren Ortskirchen nicht.
Die IBK hat folgende Aufgaben:
a) sie fasst in allen die Aufrechterhaltung der Gemeinschaft betreffenden organisatorischen oder disziplinären Angelegenheiten und hinsichtlich gemeinsamer Unternehmungen die nötigen Beschlüsse;
b) sie nimmt in strittigen Fragen des Glaubens und des damit zusammenhängenden ethischen Verhaltens sowie der Kirchenordnung Stellung;
c) sie gibt, wenn dies durch Anfragen oder durch die Verhältnisse geboten ist, im Namen der Union Glaubens- und Grundsatzerklärungen ab;
e) sie entscheidet über die Aufnahme einer Kirche in die Utrechter Union;
f) sie entscheidet, abgesehen von dem in Art. 8 geordneten Verfahren, über die Aufnahme eines Bischofs in die IBK;
g) sie stellt fest, ob ein Bischof das Bekenntnis der "Utrechter Erklärung", die Katholizität des Amtes, der Lehre und des Kultus oder dieses "Statut" gröblich verletzt oder sich ernstlich gegen die sittliche Ordnung vergangen hat, und entscheidet, ob ihm die Mitgliedschaft bei der IBK aberkannt werden müsse;
h) sie leitet, wenn immer möglich, betreffend Fragen im Sinn von Art. 3 lit. b bis d in gesamtaltkatholischen Gesprächsforen (z.B. Internationale Altkatholische Theologenkonferenz, Internationaler Altkatholikenkongress) unter Beizug der Informations- und Kommunikationsstelle einen Meinungsbildungsprozess ein;
i) sie übt über altkatholische Gemeinden und Gruppierungen, die ausserhalb der Ortskirche eines Mitglieds der IBK bestehen oder in Bildung begriffen sind, Jurisdiktion aus, die sie durch einen oder mehrere Bischöfe (seien sie Mitglieder der IBK oder nicht) vollziehen lässt;
j) sie unterhält im Hinblick auf die Utrechter Union und weitere Kirchen eine permanente Informations- und Kommunikationsstelle, die von einer theologisch qualifizierten Person geleitet wird;
k) sie unterhält eine Dokumentationsstelle für altkatholische Literatur und Publikationen der Mitgliedskirchen der Utrechter Union.
Jedes Mitglied der IBK ist verpflichtet,
a) an den Sitzungen der IBK teilzunehmen;
b) Probleme, Einsichten und Entwicklungen, die im Begriff sind, über seine Kirche hinaus Bedeutung zu erhalten und somit die Utrechter Union als solche zu betreffen, der IBK frühzeitig und mit einer hinreichenden Erläuterung zur Kenntnis zu bringen und als traktandiertes Geschäft zur Stellungnahme vorzulegen;
c) über Fragen im Sinne von Art. 3 lit. b bis d, die in der IBK vor der Behandlung stehen, unter Beizug der Informations- und Kommunikationsstelle in seiner Kirche eine Meinungsbildung einzuleiten, damit er sich in der IBK in Kenntnis der Überzeugung in seiner Kirche äussern kann;
d) Erklärungen und Stellungnahmen der IBK in Fragen des Glaubens und des damit zusammenhängenden ethischen Verhaltens sowie der Kirchenordnung in seiner Kirche unter Angabe der Begründung als Lehraussagen der in der Utrechter Union vereinigten Bischöfe bekannt zu machen;
e) die Beschlüsse der IBK über Disziplin, Organisation und gemeinsame Unternehmungen in seiner Kirche nach deren inneren Ordnung selbst durchzuführen oder durchführen zu lassen;
f) die Beschlüsse der IBK über Beziehungen zu anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften in seiner Kirche auf geeignete Weise umzusetzen;
g) die nach längerer Zeit feststellbare faktische Nichtrezeption von Beschlüssen der IBK in seiner Kirche der IBK zur Kenntnis zu bringen.
a) Ein Mitglied der IBK im Sinn von Art. 1 lit. f ist bei Entscheidungen im Sinn von Art. 3 lit. a bis g grundsätzlich zur Stimmabgabe verpflichtet.Ein Mitglied nimmt an der Abstimmung über eine Frage, die seine persönlichen Interessen unmittelbar betrifft, nicht teil.
b) Ein Bischof, der an einer Sitzung nicht teilnimmt, muss einen anderen Bischof der eigenen oder einer anderen Kirche der Utrechter Union (sei er Mitglied der IBK oder nicht) oder eine andere geistliche Person seiner Kirche ermächtigen, für ihn zu sprechen und die Stimme abzugeben.
c) Im Falle einer Sedisvakanz kann die betreffende Kirche den Bistumsverweser oder eine andere geistliche Person als Beobachter mit beratender Stimme zu den Verhandlungen entsenden.
Lässt sich die betreffende Kirche durch einen ordentlichen Bischof derselben Nationalkirche repräsentieren, so kann er bei Abstimmungen nur die ihm zustehende eine Stimme abgeben.
d) Stimmenthaltungen werden bei der Feststellung von Abstimmungsergebnissen nicht berücksichtigt.
a) Bei Entscheidungen und Stellungnahmen im Sinn von Art. 3 lit. b bis d tritt das im folgenden beschriebene Verfahren in Kraft.Dasselbe gilt, wenn eine zur Entscheidung stehende Frage nach einer ersten Beratung im Schosse der IBK von zwei ihrer Mitglieder als eine Frage beurteilt wird, welche die weitere Aufrechterhaltung der Gemeinschaft der Utrechter Union berührt.
b) Dieses Verfahren sieht zunächst vor, dass die IBK eine Frist vereinbart, innerhalb derer in allen Nationalkirchen - gegebenenfalls auch auf gesamtaltkatholischen Gesprächsforen - zur anstehenden Frage eine Konsultation durchgeführt wird, deren Ergebnisse sowohl den Mitgliedern der IBK wie auch den synodalen Leitungsinstanzen der Nationalkirchen bekannt gemacht werden. Gleichzeitig wird auch mit einfacher Mehrheit bestimmt, wann die betreffende Frage zur weiteren Beschlussfassung wieder auf die Tagesordnung der IBK gesetzt wird.
c) Die erneut auf die Tagesordnung gesetzte Frage wird in zweiter Lesung von den Bischöfen beraten. Dabei sind insbesondere die schriftlich vorliegenden Ergebnisse der Konsultationen und allenfalls von weiteren in Auftrag gegebenen Expertisen, sowie die möglichen Auswirkungen einer Entscheidung in der Utrechter Union und für ihre bestehenden zwischenkirchlichen Beziehungen zu berücksichtigen.
d) Auf die zweite Lesung folgt in der Regel eine Abstimmung, an der alle anwesenden Mitglieder der IBK teilnehmen.
e) Ergibt sich eine einstimmige Entscheidung, so wird sie den Mitgliedskirchen als eine Entscheidung der IBK unter Angabe der Begründung mitgeteilt.
f) Ergibt sich keine einstimmige, aber doch eine einmütige Entscheidung in dem Sinn, dass aus jeder Nationalkirche eine Mehrheit der Bischöfe zustimmt, so wird sie den Mitgliedskirchen als eine Entscheidung der IBK unter Mitteilung der Argumente der Zustimmenden sowie der Argumente der Ablehnenden bekannt gegeben.
g) Ergibt sich keine einstimmige oder einmütige Entscheidung gemäss Art. 6 lit. e und f, so ist keine Entscheidung der IBK zustandegekommen, und das Geschäft wird von der Tagesordnung der IBK abgesetzt. Dieses Ergebnis wird den Kirchen der Utrechter Union unter Mitteilung der in der IBK, in den Ortskirchen und allenfalls in gesamtaltkatholischen Gesprächsforen vorgetragenen Argumente bekannt gegeben.
a) Entscheidungen über die Aufnahme einer Kirche in die Utrechter Union (Art. 3 lit. e) werden gemäss Art. 6 lit. e bis g getroffen.
b) In allen übrigen Fragen gilt eine Entscheidung als zustande gekommen, wenn die absolute Mehrheit der anwesenden Mitglieder der IBK ihr zustimmt.
Die Wahl eines Bischofs wird von der betreffenden Kirche gemäss ihrer Ordnung vorgenommen, seine Weihe wird durch die Bischöfe der Utrechter Union vollzogen.
a) Die betreffende Kirche nimmt die Wahl in Kenntnis der folgenden, von der IBK festgelegten Weihehindernisse vor:
- eine den Anforderungen des bischöflichen Amtes nicht genügende theologische Ausbildung und seelsorgerliche Erfahrung;
- eine der Würde des bischöflichen Amtes nicht entsprechende Lebensführung.
b) Die Wahl eines Bischofs wird durch die verantwortliche Kirchenbehörde allen Mitgliedskirchen der Utrechter Union unter Beigabe der dazugehörigen Protokolle angezeigt.
c) Der Präsident der IBK informiert seinerseits die Mitglieder der IBK über die erfolgte Wahl.
d) Falls ein Mitglied der IBK innerhalb von drei Wochen nach Bekanntgabe der Wahl durch den Präsidenten bei diesem schriftlich Einspruch gegen den Wahlvorgang oder die Person des zu weihenden Gewählten erhebt, wird die Frage auf einer Sondersitzung der IBK - unter Anhörung der betreffenden Kirche - behandelt und mit einfacher Mehrheit über die Weihe durch die Bischöfe der Utrechter Union entschieden.
Verweigert die IBK den Vollzug der Weihe, liegt es an der betreffenden Kirche, daraus die entsprechenden Konsequenzen ziehen.
e) Trifft drei Wochen nach Bekanntgabe der Wahl durch den Präsidenten der IBK bei diesem kein Einspruch gegen den Wahlvorgang oder die Person des zu weihenden Gewählten ein, schickt der Präsident dem Weihekandidaten ein Exemplar der "Utrechter Erklärung" und des "Statuts der in der Utrechter Union vereinigten altkatholischen Bischöfe" zu mit der Aufforderung, seine Zustimmung mit seiner Unterschrift zu dokumentieren.
f) Sobald die "Utrechter Erklärung" und das "Statut der in der Utrechter Union vereinigten altkatholischen Bischöfe" mit der Unterschrift des Weihekandidaten beim Präsidenten der IBK eingetroffen ist, informiert dieser die Mitglieder der IBK, dass die Weihe vollzogen werden kann; er teilt dies auch der verantwortlichen Behörde der betreffenden Kirche schriftlich mit.
g) Wenn ein Mitglied der IBK eine von ihr verweigerte Weihe vollzieht (Art. 9 lit d), so ist seine Mitgliedschaft in der IBK ipso facto suspendiert bis zu einer endgültigen Entscheidung der IBK auf ihrer nächsten Sitzung gemäss Art. 3 lit.g.
a) Zur Weihe werden von der betreffenden Kirche alle Bischöfe der Utrechter Union eingeladen.
b) Wenn immer möglich, sollen unter den drei Hauptkonsekratoren ordentliche Bischöfe verschiedener nationalkirchlicher Traditionen sein. Wenn immer möglich, soll der Vorgänger nicht zu den drei Hauptkonsekratoren gehören.
a) Die Bischöfe gehen anderen Bischöfen oder Kirchen gegenüber keine Amt, Lehre oder Kultus betreffende Verpflichtungen ein noch heben sie solche auf, ohne dass dies vorher von der IBK gemeinschaftlich beraten und gebilligt worden ist.
b) Insbesondere verpflichten sich die Bischöfe, keine Bischofsweihe für andere Kirchen ohne die Zustimmung der IBK zu erteilen oder an der Handauflegung teilzunehmen.
c) Für Bischofsweihen in Kirchen, mit denen die Utrechter Union in voller kirchlicher Gemeinschaft steht, genügt ein Beschluss des Büros, der den übrigen Mitgliedern der IBK mitgeteilt wird.
Die Bischöfe teilen einander die Kirchenverfassungen, ihre generellen Ordnungen, ihre Hirtenbriefe, ihre offiziellen Gebet- und Gesangbücher, Rituale, Pontifikale, Katechismen, Lehrbücher, die jährlich erneuerten Verzeichnisse ihrer Geistlichen, die Protokolle ihrer Synode, die Prüfungsordnungen, besonders wichtige Entscheidungen und dergleichen mit.
Diakone und Priester, die sich von einem altkatholischen Bistum in ein anderes begeben und sich in diesem längere oder kürzere Zeit aufhalten, werden in der Regel zu geistlichen Amtshandlungen zugelassen, sofern sie mit bischöflichen Empfehlungsschreiben versehen sind; eine förmliche Aufnahme in den Klerus eines anderen Bistums kann nur nach der kanonischen Entlassung durch den zuständigen Bischof erfolgen. Ausgenommen ist die Wahl eines Geistlichen zum Bischof einer anderen Diözese.
a) Jeder Bischof verpflichtet sich, nur solche Kandidaten zu Diakonen und Priestern zu weihen oder als solche aufzunehmen, die die nötigen Voraussetzungen besitzen und sich nach den Vorschriften seiner Kirche über entspechende Bildung, theologische Studien und Examina ausweisen können.
b) Diakonats- und Priesteramtskandidaten aus anderen Bistümern wird die Diakonats- oder Priesterweihe nur auf Verlangen oder mit Einverständnis des zuständigen Bischofs oder ihrer Kirche erteilt.