Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=07.12.2004&Aktenzeichen=XI%20ZR%20366/03
Timestamp: 2019-05-21 12:10:13
Document Index: 119620421

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'Art. 5', 'EuG', 'Art. 5', 'EuG', 'Art. 5', 'EuG', 'Art. 5', 'EuG', 'Art. 5', 'EuG', '§ 269', 'Art. 40', 'Art. 27', 'EuG', 'EuG', 'Art. 5', 'EuG', 'BGH', 'BGH', '§ 545', 'BGH', 'BGH', 'Art. 7', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 5', 'EuG']

BGH, 07.12.2004 - XI ZR 366/03 - dejure.org
https://dejure.org/2004,466
BGH, 07.12.2004 - XI ZR 366/03 (https://dejure.org/2004,466)
BGH, Entscheidung vom 07.12.2004 - XI ZR 366/03 (https://dejure.org/2004,466)
BGH, Entscheidung vom 07. Dezember 2004 - XI ZR 366/03 (https://dejure.org/2004,466)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2004,466) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Internationale Annexzuständigkeit für vertragliche Ansprüche im Gerichtsstand der unerlaubten Handlung auf Grundlage des Brüsseler Übereinkommens über die gerichtliche Zuständigkeit und die Vollstreckung gerichtlicher Entscheidungen in Zivilsachen und Handelssachen (EuGVÜ) ; Beschränkung der Rechtsmittelzulassung aus Gründen der angefochtenen Entscheidung ; Internationale Zuständigkeit deutscher Gerichte für eine auf Deliktsrecht gestützte Klage ; Geltendmachen eines Darlehensrückzahlungsanspruchs in einem anderen europäischen Vertragsstaat ; Tatrichterliche Auslegung einer Individualvereinbarung im Revisionsverfahren; Befürwortung der Annahme eines internationalen Gerichtsstands des Sachzusammenhangs ; Behandlung im Zusammenhang stehender, bei Gerichten verschiedener Vertragsstaaten anhängig gemacht wordener Klagen
Keine internationale Annexzuständigkeit für vertragliche Ansprüche aus Art. 5 Nr. 3 EuGVÜ
Zur internationalen Zuständigkeit gemäß Art. 5 Nr. 3 EuGVÜ bei Ansprüchen aus unerlaubter Handlung; zur internationalen Zuständigkeit gemäß Art. 5 Nr. 1 EuGVÜ bei Ansprüchen aus Darlehen; zur Frage der internationalen Zuständigkeit kraft Sachzusammenhangs
IZPR: Internationale Zuständigkeit nach Art. 5 Nr. 3 EuGVÜ (deliktischer Gerichtsstand): Keine Kognitionsbefugnis über nicht deliktische Parallelansprüche; Zuständigkeit nach Art. 5 Nr. 1 EuGVÜ (Erfüllungsort): Bestimmung des Erfüllungsorts nach der lex causae; Erfüllungsort von Darlehensrückzahlungsansprüchen nach § 269 BGB; IPR: Deliktsstatut (Art. 40 I EGBGB) und Vertragsstatut (konkludente Rechtswahl nach Art. 27 I EGBGB); keine Vorlagepflicht an den EuGH bei bereits entschiedener Auslegungsfrage
EuGVÜ Art. 5 Nr. 1, 3
Internationale Zuständigkeit der Gerichte bei Ansprüchen aus unerlaubter Handlung und Darlehen
Keine Befugnis des für die Entscheidung über deliktische Ansprüche international zuständigen Gerichts für die Prüfung vertraglicher Ansprüche
Gerichtsstand des Erfüllungsortes und der des Ortes der unerlaubten Handlung
Keine zwangsläufige Zuständigkeit des Gerichts des Deliktsortes auch für nichtdeliktische Ansprüche
Zusammenfassung von "Internationale Zuständigkeit für Ansprüche aus Darlehen nach dem EuGVÜ" von Prof. Dr. Dirk Looschelders, original erschienen in: IPRax 2006, 14 - 16.
NJW-RR 2005, 581
MDR 2005, 587
WM 2005, 339
BB 2005, 307
Auch die Auslegung des vertraglichen Gewährleistungsausschlusses durch das Berufungsgericht unterliegt, selbst wenn es sich bei der Vereinbarung "Krad wird natürlich ohne Gewähr verkauft [...]" um eine Individualvereinbarung handelt, in der Revisionsinstanz jedenfalls einer (eingeschränkten) Nachprüfung daraufhin, ob gesetzliche oder allgemein anerkannte Auslegungsregeln, Denkgesetze oder Erfahrungssätze verletzt sind oder wesentlicher Auslegungsstoff außer Acht gelassen wurde (Senat, Urteil vom 6. Juli 2005 - VIII ZR 136/04, WM 2005, 1895, unter II 2 a; BGH, Urteil vom 7. Dezember 2004 - XI ZR 366/03, WM 2005, 339, unter B II 2 a bb (2) m.w.Nachw.).
a) Die Auslegung des vertraglichen Gewährleistungsausschlusses durch das Berufungsgericht unterliegt, auch wenn es sich bei der Vereinbarung "gekauft wie gesehen und wie Probenfahrt" um eine Individualvereinbarung handelt, in der Revisionsinstanz jedenfalls einer (eingeschränkten) Nachprüfung daraufhin, ob gesetzliche oder allgemein anerkennte Auslegungsregeln, Denkgesetze oder Erfahrungssätze verletzt sind oder wesentlicher Auslegungsstoff außer acht gelassen wurde (BGH, Urteil vom 7. Dezember 2004 - XI ZR 366/03, WM 2005, 339 = NJW-RR 2005, 581, unter B II 2 a bb (2) m.w.Nachw.).
§ 545 Abs. 2 ZPO steht dem nicht entgegen (BGHZ 153, 82, 84 f; 157, 224, 227; BGH, Urt. v. 7. Dezember 2004 - XI ZR 366/03, WM 2005, 339, 340).
Soweit es diese Zulassung allein damit begründet hat, dass die Auslegung von Art. 7 und 5 Abs. 3 der Verordnung von grundsätzlicher Bedeutung sei, kann dahinstehen, ob aus dieser Begründung eine Beschränkung der Zulassung mit hinreichender Klarheit hervorgeht (…vgl. dazu BGH, Urt. v. 19.11.1991 - VI ZR 171/91, ZIP 1992, 410 unter A; Urt. v. 7.12.2004 - XI ZR 366/03, NJW-RR 2005, 581 unter A).
Der Bundesgerichtshof hat zwar wiederholt ausgesprochen, dass sich eine Beschränkung der Rechtsmittelzulassung auch aus den Gründen der angefochtenen Entscheidung ergeben kann (BGHZ 48, 134, 136; BGH, Urteil vom 9. März 2000 - III ZR 356/98, NJW 2000, 1794, 1796 m.w.Nachw., insoweit in BGHZ 144, 59 nicht abgedruckt; Senatsurteile vom 20. Mai 2003 - XI ZR 248/02, WM 2003, 1370, 1371 und vom 7. Dezember 2004 - XI ZR 366/03, WM 2005, 339), allerdings nur dann, wenn die Beschränkung daraus mit hinreichender Klarheit hervorgeht (vgl. BGH, Urteil vom 19. November 1991 - VI ZR 171/91, ZIP 1992, 410 f., insoweit in BGHZ 116, 104 nicht abgedruckt; Senatsurteil vom 7. Dezember 2004 aaO).
Das Berufungsgericht hat weder gesetzliche oder allgemein anerkannte Auslegungsregeln, Denkgesetze oder Erfahrungssätze verletzt, noch wesentlichen Auslegungsstoff außer Acht gelassen (vgl. BGH, Urteil vom 7. Dezember 2004 - XI ZR 366/03, WM 2005, 339 = NJW-RR 2005, 581 unter II 2 a bb (2) m.w.Nachw.).
Das muss erst recht gelten, wenn die Klage - wie im Streitfall - ausschließlich auf deliktische Ansprüche gestützt ist (vgl. auch BGH, Urteil vom 7. Dezember 2004 - IX ZR 366/03 - NJW-RR 2005, 581, 584 m.w.N.).
Anders sieht dies indes der Bundesgerichtshof in seinem Urteil vom 07.12.2004 (NJW-RR 2005, 581, 582): Zur Bestimmung des Erfüllungsorts im Sinne des Art. 5 Nr. 1 EuGVÜ sei nicht auf das Vertragsverhältnis im Ganzen, sondern auf die jeweils konkret in Rede stehende Verpflichtung abzustellen.
OLG Karlsruhe, 09.02.2007 - 13 U 132/06
Internationale Zuständigkeit für die Klage gegen einen in der Schweiz ansässigen …
OLG Hamm, 29.05.2012 - 32 Sa 90/11