Source: https://finanzamt-bw.fv-bwl.de/,Lde/Startseite/Service/Grenzgaenger
Timestamp: 2020-02-21 16:09:43
Document Index: 295873504

Matched Legal Cases: ['§ 37', '§ 152', '§ 90', 'Art. 13', '§ 37', '§ 90', '§ 37']

Finanzämter Baden-Württemberg - Grenzgänger
Grenzgänger im steuerlichen Sinne sind Personen, die in einem Staat als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer tätig sind und in einem anderen Staat wohnen. Grenzgängerregelungen gibt es in den Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) mit der Schweiz, mit Frankreich und mit Österreich.
Grenzgänger in die Schweiz sind mit ihrem Arbeitslohn grundsätzlich im Inland steuerpflichtig. Die Schweiz ist berechtigt, eine Quellensteuer von 4,5 v.H. einzubehalten. Um einen höheren Steuerabzug in der Schweiz zu vermeiden, benötigen Sie eine vom Finanzamt ausgestellte Ansässigkeitsbescheinigung, die in der Regel jedes Jahr automatisch verlängert wird.
Beginn der Grenzgängertätigkeit
Am Anfang Ihrer Grenzgängertätigkeit erhalten Sie einen Fragebogen. Bitte beantworten Sie die Fragen vollständig und genau, denn sie sind wichtige Voraussetzungen für eine rasche Bearbeitung und zutreffende steuerliche Behandlung.
Auf die voraussichtliche Jahressteuer werden vierteljährlich (10.03., 10.06., 10.09. und 10.12.) Vorauszahlungen erhoben (§ 37 Einkommensteuergesetz), soweit die inländische Steuer höher als die abgezogene Quellensteuer mit 4,5 v.H. ist.
Über die zu entrichtenden Vorauszahlungen erhalten Sie einen Vorauszahlungsbescheid.
Das Lastschrifteinzugsverfahren im Zahlungsverkehr mit dem Finanzamt hat sich ausgesprochen bewährt und wird Ihnen empfohlen.
Der Grenzgänger hat jährlich eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Für Ihren Schweizer Arbeitslohn verwenden Sie bitte die Anlage N-Gre für das entsprechende Jahr.
Die bundeseinheitliche Anlage N-Gre inkl. Anleitungen finden Sie für alle Jahre im Formular-Management-System der Bundesfinanzverwaltung.
Anlage N-Gre 2018
Anlage N-Gre 2017
Anlage N-Gre 2016
Anlage N-Gre 2015
Nutzen Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung per ELSTER abzugeben, die Anlage N-Gre ist hier ebenfalls verfügbar.
Die Steuererklärungen sind grundsätzlich bis zum 31. Juli auszufüllen und abzugeben (z.B. für 2018 bis zum 31.07.2019).
Werden Einkommensteuererklärungen nicht innerhalb der vorgesehenen Abgabefrist beim Finanzamt abgegeben, erfolgen Mahnungen und danach ggf. Zwangsmaßnahmen und/oder die Schätzung der Besteuerungsgrundlagen.
Bei verspäteter Abgabe der Steuererklärung kann nach § 152 der Abgabenordnung (AO) ein Verspätungszuschlag festgesetzt werden.
Jährliche Steuerfestsetzung (Veranlagung)
Hinsichtlich der Nachweis- und Mitwirkungspflichten ist zu beachten, dass bei Auslandssachverhalten erweiterte Mitwirkungspflichten bestehen (§ 90 Abs. 2 der Abgabenordnung). Benötigte Unterlagen und Angaben sind daher bereits vollständig mit der Steuererklärung einzureichen. Folgende Unterlagen sind u.a. zwingend der Erklärung beizufügen:
Lohnausweis einschließlich Zusatz- oder Ergänzungsblätter im Original,
Nachweis des Arbeitgeberbeitrags zur Krankentagegeld(Salärausfall)versicherung,
Vorsorgeausweis der Pensionskasse, aus dem ersichtlich ist, wie hoch der Arbeitnehmeranteil ins Obligatorium und Überobligatorium ist und wie hoch der Arbeitgeberbeitrag ins Obligatorium und Überobligatorium ist,
Bescheinigung über die Beiträge zur Krankenversicherung, sofern Sie in der Schweiz krankenversichert sind,
im Fall der Beendigung der Grenzgängertätigkeit die Austrittsabrechnung der Pensionskasse und ein Nachweis über den Verbleib der Freizügigkeitsleistung.
Nach dem Abschluss der Bearbeitung Ihrer Steuererklärung wird die Jahressteuer mit Steuerbescheid festgesetzt. Sofern notwendig, werden auch die Einkommensteuervorauszahlungen für die folgenden Kalenderjahre angepasst.
Auf die Jahressteuer werden die geleisteten Vorauszahlungen und die in der Schweiz erhobene Quellensteuer bis zu 4,5 v.H. angerechnet.
Veränderungen während der Grenzgängertätigkeit
Alle Veränderungen, wie z.B. des Einkommens, des Familienstandes, der Anschrift, der Bankverbindung etc., müssen Sie dem Finanzamt unaufgefordert mitteilen.
Es ist wichtig, dass Sie derartige Änderungen umgehend dem Finanzamt mitteilen. Sie vermeiden dadurch „unliebsame" Nachzahlungen oder ersparen sich zu hohe Vorauszahlungen.
Falls Sie Ihre Grenzgängertätigkeit wieder beenden, sollten Sie ebenfalls umgehend das Finanzamt schriftlich benachrichtigen. Künftige Vorauszahlungen können dann rechtzeitig aufgehoben bzw. reduziert werden.
Der bei der Einkommensteuerveranlagung von Grenzgänger in die Schweiz maßgebende Umrechnungskurs beträgt (bezogen auf 100 CHF):
86,50 € für 2018
89,50 € für 2017
91,50 € für 2016
93,50 € für 2015
Wegen spezieller Einzelfragen wenden Sie sich bitte an Ihren steuerlichen Berater oder Ihren zuständigen Bearbeiter im Finanzamt.
Ein Grenzgänger nach Art. 13 Abs. 5 DBA-Frankreich ist eine Person, die im Grenzgebiet des einen Vertragsstaats arbeitet und ihre ständige Wohnstätte, zu der sie in der Regel jeden Tag zurückkehrt, im Grenzgebiet des anderen Vertragsstaats hat. Das Grenzgebiet für in Deutschland wohnende Grenzgänger umfasst die Städte und Gemeinden, deren Gebiet ganz oder teilweise höchstens 20 km von der deutsch-französischen Grenze entfernt liegt.
Am Anfang Ihrer Grenzgängertätigkeit in Frankreich erhalten Sie einen Fragebogen. Bitte beantworten Sie die Fragen vollständig und genau, denn sie sind wichtige Voraussetzungen für eine rasche Bearbeitung und zutreffende steuerliche Behandlung.
Nach Abgabe des Fragebogens wird Ihnen eine Steuernummer zugeteilt. Außerdem werden auf die voraussichtliche Jahressteuer vierteljährlich (10.03., 10.06., 10.09. und 10.12.) Vorauszahlungen erhoben (§ 37 Einkommensteuergesetz). Über die zu entrichtenden Vorauszahlungen erhalten Sie einen Vorauszahlungsbescheid. Das Lastschrifteinzugsverfahren im Zahlungsverkehr mit dem Finanzamt hat sich ausgesprochen bewährt und wird Ihnen empfohlen.
Als Grenzgänger müssen Sie jährlich eine Einkommensteuererklärung abgeben. Für Ihren französischen Arbeitslohn verwenden Sie bitte die Anlage N-Gre für das entsprechende Jahr.
Hinsichtlich der Nachweis- und Mitwirkungspflichten ist zu beachten, dass bei Auslandssachverhalten erweiterte Mitwirkungspflichten bestehen (§ 90 Abs. 2 der Abgabenordnung). Benötigte Unterlagen und Angaben sind daher bereits vollständig mit der Steuererklärung einzureichen.
Es ist wichtig, dass Sie derartige Änderungen umgehend dem Finanzamt mitteilen. Sie vermeiden dadurch „unliebsame“ Nachzahlungen oder ersparen sich zu hohe Vorauszahlungen.
Am Anfang Ihrer Grenzgängertätigkeit in Österreich erhalten Sie vom Finanzamt einen Fragebogen. Bitte beantworten Sie die Fragen vollständig und genau, denn sie sind wichtige Voraussetzungen für eine rasche Bearbeitung und zutreffende steuerliche Behandlung.
Auf die voraussichtliche Jahressteuer werden vierteljährlich (10.03., 10.06., 10.09. und 10.12.) Vorauszahlungen erhoben (§ 37 Einkommensteuergesetz).
In Österreich wird bei vorliegender Grenzgängereigenschaft nach Vorlage der Ansässigkeitsbescheinigung auf einen Quellensteuerabzug verzichtet.
Aus Österreich einpendelnde Grenzgänger erhalten auf Antrag eine Freistellungsbescheinigung für den inländischen Lohnsteuerabzug.
Als Grenzgänger müssen Sie jährlich eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Für Ihren Österreichischen Arbeitslohn verwenden Sie bitte die Anlage N-Gre für das entsprechende Jahr.