Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=09.05.2006&Aktenzeichen=XI%20ZR%20114/05
Timestamp: 2020-08-04 17:34:35
Document Index: 11248205

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 259', '§ 666', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 675', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 09.05.2006 - XI ZR 114/05 - dejure.org
https://dejure.org/2006,1888
BGH, 09.05.2006 - XI ZR 114/05 (https://dejure.org/2006,1888)
BGH, Entscheidung vom 09.05.2006 - XI ZR 114/05 (https://dejure.org/2006,1888)
BGH, Entscheidung vom 09. Mai 2006 - XI ZR 114/05 (https://dejure.org/2006,1888)
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Rückabwicklung bzw. Neuberechnung eines Darlehensvertrages zur Finanzierung einer Fondsbeteiligung; Fehlende Ursächlichkeit einer evtl. Haustürsituation für die spätere Darlehensvertragserklärung; Abstand von einem Monat zwischen der Vertragsanbahnung und dem ...
Widerruf des mit Fondsbeteiligung verbundenen Darlehensvertrages
Zeitlicher Ablauf wesentlich für Widerrufsrecht nach Haustürwiderrufsgesetz! (IMR 2006, 1035)
LG Berlin, 08.12.2003 - 23 O 345/02
KG, 05.04.2005 - 4 U 58/04
Der Darlehensvertrag als solcher begründet, wie der Senat bereits in anderem Zusammenhang entschieden hat (Senatsurteil vom 9. Mai 2006 - XI ZR 114/05, BKR 2006, 405 Rn. 34), anders als der Girovertrag mit Kontokorrentabrede (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 4. Juli 1985 - III ZR 144/84 , WM 1985, 1098, 1099 f.; Senatsurteil vom 30. Januar 2001 - XI ZR 183/00 , WM 2001, 621 ), kein Auftrags- oder Geschäftsbesorgungsverhältnis, bei dem nach Maßgabe von § 259 BGB zu erfüllende gesetzliche Auskunfts- und Rechenschaftspflichten gemäß §§ 666, 675 BGB bestehen.
Aus dem Umstand, dass sich die gleich bleibende Zahlungsrate aus der Anfangstilgung (2% bzw. 3,5% p.a.) und dem Nominalzins (6,15% bzw. 7,71% p.a.) bezogen auf den Darlehensnennbetrag (105.000 DM) errechnet, ergibt sich vielmehr, dass beide Parameter nach dem Willen der Parteien für die Höhe der Rate maßgeblich sein sollen (Senat , Urteile vom 9. Mai 2006 - XI ZR 119/05, WM 2006, 1243, 1246, Tz. 30 und XI ZR 114/05, BKR 2006, 405, 408, Tz. 30).
Sollten damit aber beide Parameter für die Höhe der Rate maßgeblich sein (vgl. Senat , Urteile vom 9. Mai 2006 - XI ZR 119/05, WM 2006, 1243, 1246, Tz. 30 und XI ZR 114/05, BKR 2006, 405, 408, Tz. 30), stellt es keinen Treuepflichtverstoß der Beklagten dar, sich darauf zu berufen.
Er dient entgegen der Ansicht des Berufungsgerichts nicht dazu, dem Kunden die Errechnung etwaiger Bereicherungsansprüche zu ermöglichen (Senatsurteile vom 9. Mai 2006 - XI ZR 119/05, WM 2006, 1243, 1246 f., Tz. 32 und XI ZR 114/05, BKR 2006, 405, 408, Tz. 32).
Welcher Zeitraum hierfür erforderlich ist und welche Bedeutung möglicherweise auch anderen Umständen im Rahmen der Kausalitätsprüfung zukommt, ist eine Frage der Würdigung des konkreten Einzelfalles (u. a. BGH, Urteil vom 9. Mai 2006 - XI ZR 114/05 - BKR 2006, 405).
Bankdarlehensvertrag: Auskunfts- und Rechnungslegungsansprüche des …
Denn der Darlehensvertrag als solcher begründet kein Auftrags- oder Geschäftsbesorgungsverhältnis (BGH, Urt. v. 9. Mai 2006 - XI ZR 114/05 = BKR 2006, 405; juris).
Dies entspricht auch der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, welcher unter diesen Voraussetzungen einen Anspruch auf Auskunft und Rechenschaft verneint (vgl. BGH, BKR 2006, 405).
Insoweit reicht die notarielle Beurkundung des Kaufvertrags aus, wenn - wie hier - die Vertragsanbahnung für den Kauf und für die Finanzierung gemeinsam erfolgt ist und der Darlehensvertrag erst nach dem Notartermin unterschrieben wird ( dies bestätigend BGH WM 2006, 1243; BGH BKR 2006, 405; Thüringer Oberlandesgericht OLGR Jena 2005, 238 und ZIP 2006, 946; OLG Karlsruhe ZIP 2006, 2074;… KG, Urt. v. 28. August 2006 - 22 U 109/05; KG, Urt.v. 2.5.2007 - 24 U 101, 06;… OLG Celle, Urt. v. 24. Mai 2006 - 3 U 244/06 -, OLG Düsseldorf, Beschluss v. 10. Mai 2006 - I-16 W 66/05 - ).
Allerdings enthält das Darlehensverhältnis ohne weiteres keine Geschäftsbesorgungsverpflichtungen nach § 675 BGB, weshalb die Beklagte auch keinen Rechtsanspruch auf eine gesonderte Rechnungslegung und Neuberechnung der Forderung hat (BGH BKR 2006, 405, bei juris Rn 34).
Welcher Zeitraum hierfür erforderlich ist und welche Bedeutung möglicherweise auch anderen Umständen im Rahmen der Kausalitätsprüfung zukommt, ist eine Frage der Würdigung des konkreten Einzelfalles (BGH, Urteil vom 09.05.2006 - XI ZR 114/05, Rn. 14; BGH NJOZ 2006, 3336, 3337; BGH WM 2006, 1243).
Hierbei bezieht er normalerweise auch die wirtschaftlich damit eng verbundene Finanzierungsentscheidung in seine Überlegungen mit ein ( vgl. BGH, Urteil vom 09.05.2006 - XI ZR 114/05 = BKR 2006, 405).
Vielmehr sind die näheren Umstände zu berücksichtigen (BGH Urteil vom 9.05.2006 XI ZR 114/05 Rdnr. 15).