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Timestamp: 2016-10-26 09:32:37
Document Index: 219041377

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'in casu', 'BGE', 'Art. 100', 'Art. 57', 'BGE', 'Art. 134', 'Art. 159', 'Art. 135', 'BGE']

U 143/01 (08.07.2002)
U 143/01 Vr
Pr�sidentin Leuzinger, Bundesrichter R�edi und Ferrari; Gerichtsschreiberin Fleischanderl
S.________, 1953, Beschwerdef�hrer, vertreten durch F�rsprecherin Daniela Mathys, Schwarztorstrasse 7, 3007 Bern,
A.- Der 1953 geborene S.________ ist seit 1. Januar 1995 als Gesch�ftsf�hrer der von ihm gegr�ndeten Firma X.________ GmbH t�tig und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert. Nachdem er bereits am 12. Januar 1989 ein, bei der Basler Versicherungs-Gesellschaft versichertes, Schleudertrauma der Halswirbels�ule (HWS) erlitten hatte, wurde er am 22. Juni 1995 erneut Opfer eines Auffahrunfalles, bei welchem er sich abermals ein Schleudertrauma der HWS zuzog (Arztzeugnis UVG des Dr. med. E.________, Allgemeine Medizin FMH, vom 24. Juli 1995; Bericht des Dr. med. V.________, Spezialarzt FMH f�r Neurologie, vom 5. September 1995). Die SUVA kam f�r die Heilbehandlung auf und richtete Taggelder aus. Nach einem Aufenthalt vom 15. April bis 17. Mai 1996 in der Rehaklinik Y.________ (Austrittsbericht der Dres. med. R.________ und I.________ vom 20. Mai 1996) sowie mehreren ambulanten Behandlungen (Berichte des Kreisarztes Dr. med. P.________ vom 19. Februar 1996, 1. September 1997 und 12. Januar 1998 sowie neurologisches Konsilium des Dr. med. J.________, Spezialarzt FMH f�r Neurologie und Neurorehabilitation, und der Frau Dr. phil. G.________, Neuropsychologin SVKP, Rheuma- und Rehabilitationsklinik Z.________, vom 15. Dezember 1997) stellte die SUVA ihre Versicherungsleistungen per 5. Januar 1998 ein, da keine leistungsbegr�ndenden Unfallfolgen mehr vorl�gen (Verf�gung vom 15. Januar 1998). Daran hielt sie auf Einsprache hin - insbesondere gest�tzt auf den spezial�rztlichen Untersuchungsbericht des Dr. med. C.________, Spezialarzt FMH f�r Chirurgie, SUVA �rzteteam Unfallmedizin, vom 16. Juli 1998 - fest (Einspracheentscheid vom 26. August 1998).
B.- Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Kantonale Versicherungsgericht des Wallis ab (Entscheid vom 29. M�rz 2001).
C.- S.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und beantragen, in Aufhebung des angefochtenen Entscheides sei die SUVA zu verpflichten, ihm die gesetzlich geschuldeten Unfallversicherungsleistungen, namentlich eine Invalidenrente und eine Integrit�tsentsch�digung, zu erbringen und die Auslagen f�r die medizinischen Abkl�rungen in der Rheuma- und Rehabilitationsklinik Z.________ in H�he von Fr. 1098.90 zur�ckzuerstatten; eventualiter sei die Sache an die SUVA zur Vornahme weiterer Abkl�rungen zur�ckzuweisen.
1.- Die Vorinstanz hat die von der Judikatur entwickelten Grunds�tze zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod; BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen), zur im Weiteren erforderlichen ad�quaten Kausalit�t im Allgemeinen (BGE 123 III 112 Erw. 3a, 122 V 416 Erw. 2a, 121 V 49 Erw. 3a; vgl. auch BGE 125 V 461 Erw. 5a mit Hinweisen) und bei Folgen eines Unfalles mit Schleudertrauma der HWS ohne organisch nachweisbare Funktionsausf�lle im Besonderen (BGE 117 V 361 ff. Erw. 5), einschliesslich der dabei zu beachtenden Kriterien (BGE 117 V 366 ff. Erw. 6), sowie zu dem im Sozialversicherungsrecht allgemein �blichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 338 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b; vgl. auch BGE 125 V 195 Erw. 2 mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Darauf ist zu verweisen. Zu erg�nzen ist, dass nach der Rechtsprechung zur Ad�quanzbeurteilung bei Folgen eines Unfalles mit Schleudertrauma der HWS im Gegensatz zu der bei psychischen Unfallfolgen geltenden Praxis (BGE 115 V 133) bei den unfallbezogenen Kriterien, welche in die Beurteilung miteinzubeziehen sind, auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet wird, weil nicht entscheidend ist, ob die Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 117 V 367 Erw. 6a).
2.- Das kantonale Gericht hat gest�tzt auf die medizinischen Akten, welche ausf�hrliche Stellungnahmen verschiedener Fach�rzte enthalten, mit Recht festgestellt, dass der Beschwerdef�hrer anl�sslich des Verkehrsunfalles vom 22. Juni 1995 ein Schleudertrauma der HWS erlitten hat und im Anschluss daran ein f�r diese Verletzung typisches Beschwerdebild aufgetreten ist (vgl. Berichte der Dres. med. V.________ vom 5. September und P.________ 19. Februar 1996; BGE 117 V 360 Erw. 4b). Unter Hinweis auf die Ausf�hrungen des Dr. med. J.________ und der Frau Dr. phil. G.________ in deren neurologischem Konsilium vom 15. Dezember 1997 hat die Vorinstanz - wie auch die SUVA in ihrer vorinstanzlichen Beschwerdeantwort vom 18. Januar 1999 - sodann den nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen der Gesundheitsst�rung und dem Unfallereignis bejaht. Dieser Beurteilung ist zuzustimmen, zumal es rechtsprechungsgem�ss gen�gt, wenn das Unfallereignis eine Teilursache f�r die Beschwerden und die dadurch eingetretene Arbeits- bzw. Erwerbsunf�higkeit darstellt (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen).
3.- a) Ausgehend vom augenf�lligen Geschehensablauf, wie er sich auf Grund des Unfallprotokolls sowie gem�ss den gegen�ber verschiedenen �rzten und SUVA-Inspektoren ge�usserten Angaben darstellt, ist der Auffahrunfall vom 22. Juni 1995 im Rahmen der Einteilung, welche f�r die Belange der Ad�quanzbeurteilung vorzunehmen ist (vgl. Erw. 1 hievor), angesichts der bisherigen Judikatur (dargestellt u.a. in RKUV 1999 Nr. U 330 S. 122 ff. Erw. 4b/bb sowie 1995 Nr. U 215 S. 91 Erw. b) - entgegen der Auffassung von Vorinstanz und SUVA - dem mittleren Bereich, im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen, zuzuordnen. Dies insbesondere im Hinblick darauf, dass der Beschwerdef�hrer, welcher im Begriff war, von einem Verladezug herunterzufahren, vorliegend nicht nur von dem sich hinter ihm befindenden Personenwagen gerammt, sondern dadurch auch in das vor ihm stehende Auto geschoben wurde. Die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs ist demnach zu bejahen, falls ein einzelnes der unfallbezogenen Kriterien in besonders ausgepr�gter Weise gegeben ist oder die zu ber�cksichtigenden Kriterien insgesamt in geh�ufter oder auffallender Weise erf�llt sind (BGE 117 V 367 f. Erw. 6b).
b) Der Unfall ereignete sich weder unter besonders dramatischen noch eindr�cklichen Begleitumst�nden. Nach seinen - als glaubw�rdig zu erachtenden Angaben - war der Beschwerdef�hrer im Zeitpunkt der Kollision damit besch�ftigt, seine Schuhe zu binden, wodurch er eine schr�g und stark nach vorne gebeugte K�rper- und Kopfhaltung einnahm. Die Drehung von Kopf und Oberk�rper im Zeitpunkt der mechanischen Einwirkung kann aus medizinischer Sicht bez�glich Art und Schwere des Schleudertraumas entscheidend sein (vgl. RKUV 1998 Nr. U 297 S. 245 Erw. 3c). Ob das Kriterium der besonderen Art der erlittenen Verletzung angesichts der vom Beschwerdef�hrer eingenommenen K�rperhaltung und der damit verbundenen Komplikationen erf�llt ist, kann - wie noch darzulegen ist - offen gelassen werden. Gegeben ist die ungew�hnlich lange Dauer der �rztlichen Behandlung, befand der Versicherte sich im Zeitpunkt des Fallabschlusses (per 5. Januar 1998) doch noch immer in - wenn auch lockerer - �rztlicher Behandlung (vgl. das neurologische und neuropsychologische Konsilium des Dr. med. J.________ und der Frau Dr. phil. G.________ vom 15. Dezember 1997 sowie die Anmeldung zur ambulanten Therapie in der neurologischen Rehabilitation Leukerbad durch Dr. med. E.________ vom 12. Januar 1998). Ebenso steht auf Grund der medizinischen Aktenlage, namentlich des Austrittsberichts der Dres. med. R.________ und I.________ vom 20. Mai 1996, der kreis�rztlichen Untersuchungsberichte des Dr. med. P.________ vom 1. September 1997 und 12. Januar 1998 sowie des neurologischen Konsiliums des Dr. med. J.________ und der Frau Dr. phil. G.________ vom 15. Dezember 1997, fest, dass der Beschwerdef�hrer seit dem Unfall trotz zahlreicher Therapien an Dauerbeschwerden leidet und ein schwieriger Heilungsverlauf vorliegt, wobei unerheblich ist, ob und inwieweit daf�r eine psychische Fehlentwicklung verantwortlich ist (vgl. den spezial�rztlichen Untersuchungsbericht des Dr. med. C.________ vom 16. Juli 1998). Schliesslich war der Beschwerdef�hrer nach dem Unfall bis 28. Juli 1995 vollst�ndig, von diesem Zeitpunkt bis 12. Dezember 1996 zu 75 % sowie in der Folge zu 50 % arbeitsunf�hig (Berichte der Dres. med. V.________ vom 5. September 1995, P.________ vom 19. Februar 1996 und 1. September 1997, R.________ und I.________ vom 20. Mai 1996 sowie Jenni und der Frau Dr. phil. G.________ vom 15. Dezember 1997), weshalb davon auszugehen ist, dass das Leistungsverm�gen jedenfalls im Moment des Fallabschlusses noch reduziert war. Nicht abgestellt werden kann diesbez�glich auf die dem Beschwerdef�hrer ab 5. Januar 1998 eine volle Arbeitsf�higkeit attestierenden Dres. med. P.________ (Abschlussuntersuchungsbericht vom 12. Januar 1998) sowie C.________ (spezial�rztlicher Untersuchungsbericht vom 16. Juli 1998), da sich beide �rzte auf die Beurteilung von - in casu fehlenden - rein organischen Funktionsausf�llen beschr�nken (vgl. Erw. 1 hievor). Darauf hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang ferner, dass dem Versicherten ab 1. Juni 1996 eine ganze sowie ab 1. M�rz 1997 eine halbe Rente der Invalidenversicherung zugesprochen wurde (Verf�gungen der Kantonalen IV-Stelle Wallis vom 24. September 1999). Damit ist auch das letztgenannte (Grad und Dauer der Arbeitsunf�higkeit) der in BGE 117 V 367 Erw. 6a aufgez�hlten Kriterien gegeben.
c) Da die massgebenden unfallbezogenen Kriterien somit in geh�ufter Weise erf�llt sind, ist die Ad�quanz des Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall vom 22. Juni 1995 und den anhaltenden Beschwerden mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsf�higkeit zu bejahen. Die SUVA, an welche die Sache zur�ckzuweisen ist, wird �ber die dem Beschwerdef�hrer zustehenden Leistungen neu zu befinden haben. Dabei wird zu ber�cksichtigen sein, dass sie gem�ss Art. 100 Abs. 2 UVV, dessen Voraussetzungen gegeben sind, - unter R�ckverg�tungsanspruch - auch Leistungen f�r die Folgen des am 12. Januar 1989 erlittenen, in die Zust�ndigkeit der Basler Versicherungs-Gesellschaft fallenden Schleudertraumas der HWS zu erbringen hat.
4.- Zu entscheiden bleibt, ob die SUVA - wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt - f�r die Kosten des vom Beschwerdef�hrer in Auftrag gegebenen neurologischen Konsiliums des Dr. med. J.________ und der Frau Dr. phil. G.________ vom 15. Dezember 1997 von insgesamt Fr. 1098.90 aufzukommen hat.
a) Nach der Rechtsprechung rechtfertigt es sich, die vom Versicherten veranlasste Untersuchung einer vom Versicherer angeordneten Begutachtung gleichzustellen und diesem gest�tzt auf Art. 57 UVV die entsprechenden Kosten aufzuerlegen, wenn sich der medizinische Sachverhalt erst auf Grund des vom Versicherten beigebrachten Untersuchungsergebnisses schl�ssig feststellen l�sst (RKUV 1994 Nr. U 182 S. 47). Die Kosten der im Beschwerdeverfahren eingereichten Privatgutachten sind der obsiegenden Partei zu ersetzen, wenn sie im Hinblick auf die Interessenwahrung erforderlich oder doch geboten waren (BGE 115 V 62).
b) Im vorliegenden Fall kann nicht davon ausgegangen werden, dass das vom Beschwerdef�hrer veranlasste neurologische und neuropsychologische Gutachten sowie die damit verbundenen Untersuchungen f�r die Feststellung des massgeblichen Sachverhalts unerl�sslich waren. Der Versicherte war eingehend und wiederholt - so u.a. vom 15. April bis 17. Mai 1996 in der Rehabilitationsklinik Y.________ - untersucht und therapiert worden. Auch wenn der Aufenthalt in Bellikon eineinhalb Jahre vor Fallabschluss stattfand, dr�ngte sich eine neue Begutachtung nicht auf, zumal die �rzte der Rehaklinik Y.________ in ihrem Austrittsbericht vom 20. Mai 1996 wie auch der Kreisarzt Dr. med. P.________ mit Bericht vom 1. September 1997 zu Ergebnissen gelangten, welche durch das Mitte Dezember 1997 in der Rheuma- und Rehabilitationsklinik Z.________ durchgef�hrte neurologische Konsilium weitgehend best�tigt wurden.
Erweist sich die durch Dr. med. J.________ und Frau Dr. phil. G.________ vorgenommene Begutachtung damit nicht als entscheidwesentlich und bestand mithin kein Anlass zur Vornahme erg�nzender Abkl�rungen, geht die vom Versicherten veranlasste Untersuchung nicht zu Lasten der SUVA.
5.- Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG). Dem Prozessausgang entsprechend hat der Beschwerdef�hrer Anspruch auf eine Parteientsch�digung (Art. 159 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 135 OG), worunter grunds�tzlich auch der Ersatz von notwendigen Expertenkosten f�llt (BGE 115 V 62; RKUV 2000 Nr. U 362 S. 44 Erw. 3b). Da es vorliegend indes an der Erforderlichkeit des neurologische Konsiliums des Dr. med. J.________ und der Frau phil. G.________ vom 15. Dezember 1997 fehlt (Erw. 4b), kommt eine R�ckerstattung der Kosten nicht in Frage.
werden der Entscheid des Kantonalen Versicherungsgerichts
des Wallis vom 29. M�rz 2001 und der
Einspracheentscheid der SUVA vom 26. August 1998 aufgehoben
und es wird die Sache an die SUVA zur�ckgewiesen,
damit sie im Sinne der Erw�gungen verfahre und
�ber die Leistungsanspr�che des Beschwerdef�hrers neu
verf�ge. Bez�glich des Ersatzes der Gutachtenskosten
III.Die SUVA hat dem Beschwerdef�hrer f�r das Verfahren
IV.Das Kantonale Versicherungsgericht des Wallis wird
V.Dieses Urteil wird den Parteien, dem Kantonalen Versicherungsgericht
Die Pr�sidentin Die Gerichtsder