Source: http://www.strafrechtsblogger.de/category/pflichtverteidiger/
Timestamp: 2015-07-05 17:27:26
Document Index: 317007138

Matched Legal Cases: ['BGH', 'EGMR', '§ 153', 'EuG', 'in dubio', '§ 106', '§ 108', '§ 11', '§ 112', '§ 113', '§ 115', '§ 132', '§ 136', '§ 142', '§ 143', '§ 146', '§ 148', '§ 153', '§ 153', '§ 154', '§ 160', '§ 160', '§ 163', '§ 17', '§ 17', '§ 170', '§ 172', '§ 176', '§ 177', '§ 182', '§ 183', '§ 183', '§ 184', '§ 185', '§ 2', '§ 211', '§ 212', '§ 222', '§ 224', '§ 228', '§ 231', '§ 232', '§ 239', '§ 24', '§ 241', '§ 242', '§ 242', '§ 243', '§ 248', '§ 249', '§ 252', '§ 253', '§ 257', '§ 26', '§ 26', '§ 260', '§ 261', '§ 263', '§ 265', '§ 265', '§ 266', '§ 267', '§ 27', '§ 273', '§ 306', '§ 308', '§ 31', '§ 315', '§ 316', '§ 316', '§ 32', '§ 323', '§ 326', '§ 34', '§ 349', '§ 371', '§ 4', '§ 46', '§ 56', '§ 72', '§ 89', '§ 96', '§ 163', '§ 253', '§ 142', '§ 142', '§ 140', '§ 140', '§ 141', 'BGH', 'BGH', '§ 140', 'BGH', 'BGH', '§ 15', 'BGH', 'BGH', '§ 241']

Pflichtverteidiger | strafrechtsblogger
Kategorie AlleAllgemeinAllgemeiner Teil StGBAmüsantesAnbau von BetäubungsmittelnBedrohungBeitragsartBeleidigungBerufungBesonderer Teil StGBBestechlichkeitBestechungBetäubungsmittelstrafrechtBeteiligung an einer SchlägereiBetrugBrandstiftungBuchrezensionBußgeldComputerbetrgDiebstahlDreiecksbetrugEinwilligungEntscheidungsbesprechungEntziehung MinderjährigerErmittlungsverfahrenErpresserischer MenschenraubErpressungExhibitionismusFahrerfluchtFahrerlaubnisentzugfahrlässige TötungFalschaussageFalschbeurkundung im AmtFreiheitsberaubungGastbeitragGefährdung des StraßenverkehrsGefährliche KörperverletzungGeiselnahmeGeldfälschungGeschwindigkeitsverstoßGnadengesuchHandeltreiben mit BetäubungsmittelnHandyverstoßHauptverhandlungHausfriedensbruchHehlereiHerbeiführen einer SprengstoffexplosionInsolvenzverschleppungJugendstrafrechtKinderpornografieKörperverletzungKreditkartenmissbrauchLadungMaßregeln der Besserung und SicherungMenschenhandelMord / TotschlagNebenstrafrechtNötigungNotstandNotwehr / NothilfeNSU VerfahrenPflichtverteidigerPolizeiQuizRaubRäuberische Erpressungräuberischer DiebstahlRechtfertigungsgründeRechtsanwaltRechtsgebiete OrdnungswidrigkeitenrechtRechtsgebiete StrafrechtRechtspolitikReferendareRevisionRichterRolle im StrafprozessRotlichtverstoßSachbeschädigungSanktionenSchemataSchwarzfahrenSchwerer DiebstahlSexualstrafrechtSexuelle Nötigungsexueller Missbrauch von KindernSiegelbruchStaatsanwaltSteuerstrafrechtStrafprozessrechtStrafrechtsdefinitionenStrafverteidigerStrafverteidiger-EnglischStrafverteidiger-RussischStrafvollzugTatortTrunkenheit im VerkehrUnterhaltspflichtverletzungUnterschlagungUntersuchungshaftUntreueUrkundenfälschungVeranstaltung / TagungVerfahrensstadiumVerfassungsbeschwerdeVergewaltigungVerkehrsrechtVerkehrsstrafrechtVerletzung des PostgeheimnissesVersuchVersuchsbeginn beim qualifizierten DeliktVorteilsannahmeVorteilsgewährungWiderstand gegen VollstreckungsbeamteWiederaufnahmeWirtschaftsstrafrechtZwangsmaßnahmenSchlagwort Alle"all cops are bastards"1 (8) Ss 64/12 – AK 40/12 vom 19.07.201215 Jahre2 BvR 256/092/3 Zeitpunkt233 StGB255 StGB32 Ss 113/094747 JGG497497-C8-Homologes502 Qs 77/1253 StPOA.C.A.B.Abgabe an JugendlicheAbgeordneterAblehnungabörenAbschiebehaftabsolute FahruntüchtigkeitAbspracheAbsprachenabstrakte GefahrAdäquanztheorieAG LeerAG Tiergartenagent provocateurÄgyptenAkteneinsichtaktive Sterbehilfeaktives TunAl-JazeeraAlfa RomeoAlibiAlkoholAlkohol am SteuerAlkohol im Straßenverkehraltes Fahrzeug ausschlachtenAmanda KnoxAmnesty InternationalAmpelAmtsanmaßungAmtsanwaltschaftAmtsanwaltschaft BerlinAmtsarztAmtsgerichtAmtsgericht NeussAmtsgericht OranienburgAmtsgericht PerlebergAmtsgericht TiergartenAmtshaftungsanspruchAmtsträgerAmtsträgerdelikteAmüsantesAmyotrophe LateralskleroseAnbahnungsgesprächAnbauAnfangsverdachtAnfriff auf SchiedsrichterAngeklagterAngriffAnklageAnrechnungAnstellungsbetrugAnstiftungAntrag auf BegnadigungAnwaltAnwalt für StrafrechtAnwaltszimmerAnwesenheitspflichtAOappealArabischArbeitgeberArbeitsunfallArztAsservateAsylAsylantragstellungAuffahrunfallAuflagenAuftragsmordAuskunftsverweigerungsrechtAuslagenpauschaleAuslandstatAuslieferungAuslieferungshaftAusnutzungsbewusstseinAussageAussagenAusschließungAusschlussAussetzungAussetzung der HauptverhandlungAussetzung StrafrestAusübung eines öffentlichen AmtesAuswahlAutopsieavukatBad SaarowBadenBagatelldelikteBahnCardBahnhofBAKBandeBandendiebstahlBeamtenbeleidigungBedingungBedrohungBefangenheitBefangenheitsantragBeförderungserschleichungbefriedetes BesitztumBefriedungsgebührBegehungsdelikteBegünstigungBehandlungsfehlerbeharrlichbei rot über die AmpelBeihilfeBeihilfe zum SelbstmordBeilhilfeBeim Diebstahl erwischtBeisichführenBeistandBelehrungBeleididungBeleidigungBeleidiungBeleidungBereitschaftsgerichtBerlinBerlin HypBerlin WeissenseeBerliner BaumarktBerliner Immobilien BankBerliner JustizsenatorBerliner MorgenpostBerliner StraßeBerliner StraßenBerliner ZeitungBerufungBerufungsbeschränkungBerufungsgerichtBeschlagnahmeBeschlagnahme E-Mailsbeschleunigtes VerfahrenBeschlussBeschneidungBeschuldigerBeschuldigterBeschwerdeBesitz von BetäubungsmittelnBesitzerhaltungsabsichtbesondere Schwere der SchuldBesondere Verhältnisse des Straßenverkehrsbesonders schwerer Fall des DiebstahlsBestechlichkeitBestechungBestellungBestimmenBetäubungsmittelBetäubungsmittelabhängigkeitBetäubungsmittelstrafrechtBetroffenseinBetrugBeutesicherungsabsichtBewährungBewährungswiderrufBeweisantragBeweismittelBeweistatsacheBeweisverbotBeweisverwerungsverbotBeweiswürdigungBGHBienenBitcoinsBlitzampelBlitzerBlumenBorowskiBrandBrandenburgBrandlegungBrandstifterBrandstiftungBrieffreundschaftBrustimplantateBtmBtmGBundesgerichtshofBundesjustizministeriumBundespolizeiBundesverfassungsgerichtBußgeldBußgeldbescheidBußgeldverfahrenBVerfGBVerwGBVGC.F. 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Beförderungsentgelterkennungsdienstliche BehandlungErklärungErlangenErlaubnistatbestandsirrtumErlaubnistatumstandsirrtumErmittlungsverfahrenErmittlunsakteErmöglichungsabsichtErnsthaftes BemühenErnsthaftigkeitEröffnung HauptverfahrenEröffnungsbeschlussErpressungerror in personaErschleichenErschleichen von LeistungenErsttätererwischtEthikEUEU KommissarEuGHEuropaEuropäische Gerichtshofeuropäischer HaftbefehlExhibitionismus; Arbeitsamt; Vergewaltigung;Exhibitionistexhibitionistische Handlungexhibitionistische HandlungenExpertenkommissionFacebookFahrausweisFahreignungFahren ohne FahrerlaubnisFahrerFahrerermittlungFahrerfluchtFahrerlaubnisFahrkartefahrlässige Abgabe alkoholischer Getränkefahrlässige Körpverletzungfahrlässige KörpververletzungFahrlässige TötungFahrradschlossFahrstuhlFahrtüchtigkeitFahruntüchtigkeitFahrverbotFaires VerfahrenFallFalschaussageFalschbeurkundung im AmtFalschgeldFälschungfehlgeschlagener VersuchFehlschlagFehlvorstellungfeindliche 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MengeNichtraucherschutzNiederlassungsfreiheitniedrige BeweggründeNötigungNotrufNotstandNotwehrNotwendige VerteidigungNSUnulla poena sine legenulle poena sine legenullum crimenNürnbergObduktionOberlandesgerichtOberlandesgericht OldenburgOberstaatsanwalt Kamstraobjektiv zurechenbarObliegenheitöffentliche Straßenverkehröffentliche UrkundeÖffentlicher NahverkehrÖffentliches RechtÖffentlichkeitohne Führerschein fahrenOldenburgOLGOLG CelleOLG KarlsruheOLG KölnOLG NürnbergOLG OldenburgOpferOpferanwaltOranienburgOrdnungsamtOrdnungsgeldOrdnungshaftOrdnungsmittelOrdnungswidrigkeitOrganisierte KriminalitätOstbahnhofÖsterreichOuri JallowOury JallohOWiGpädophilPädophilenprozessParagraphenParkverstoßPasspassive SterbehilfePayPalPenisperson charged with an offencePersonalausweispersönliche GründePflichtverteidigerPflichtverteidigungPharrell WilliamsPilotPing-AnrufePKHPKSPlantagePoliScanPolitikPolizeiPolizei BerlinPolizeikontrollePolizeiliche KriminalstatistikPolizeipräsident in 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Kategorie Archive: Pflichtverteidiger
Kategorie AlleAllgemeinAllgemeiner Teil StGBAmüsantesAnbau von BetäubungsmittelnBedrohungBeitragsartBeleidigungBerufungBesonderer Teil StGBBestechlichkeitBestechungBetäubungsmittelstrafrechtBeteiligung an einer SchlägereiBetrugBrandstiftungBuchrezensionBußgeldComputerbetrgDiebstahlDreiecksbetrugEinwilligungEntscheidungsbesprechungEntziehung MinderjährigerErmittlungsverfahrenErpresserischer MenschenraubErpressungExhibitionismusFahrerfluchtFahrerlaubnisentzugfahrlässige TötungFalschaussageFalschbeurkundung im AmtFreiheitsberaubungGastbeitragGefährdung des StraßenverkehrsGefährliche KörperverletzungGeiselnahmeGeldfälschungGeschwindigkeitsverstoßGnadengesuchHandeltreiben mit BetäubungsmittelnHandyverstoßHauptverhandlungHausfriedensbruchHehlereiHerbeiführen einer SprengstoffexplosionInsolvenzverschleppungJugendstrafrechtKinderpornografieKörperverletzungKreditkartenmissbrauchLadungMaßregeln der Besserung und SicherungMenschenhandelMord / TotschlagNebenstrafrechtNötigungNotstandNotwehr / NothilfeNSU VerfahrenPflichtverteidigerPolizeiQuizRaubRäuberische Erpressungräuberischer DiebstahlRechtfertigungsgründeRechtsanwaltRechtsgebiete OrdnungswidrigkeitenrechtRechtsgebiete StrafrechtRechtspolitikReferendareRevisionRichterRolle im StrafprozessRotlichtverstoßSachbeschädigungSanktionenSchemataSchwarzfahrenSchwerer DiebstahlSexualstrafrechtSexuelle Nötigungsexueller Missbrauch von KindernSiegelbruchStaatsanwaltSteuerstrafrechtStrafprozessrechtStrafrechtsdefinitionenStrafverteidigerStrafverteidiger-EnglischStrafverteidiger-RussischStrafvollzugTatortTrunkenheit im VerkehrUnterhaltspflichtverletzungUnterschlagungUntersuchungshaftUntreueUrkundenfälschungVeranstaltung / TagungVerfahrensstadiumVerfassungsbeschwerdeVergewaltigungVerkehrsrechtVerkehrsstrafrechtVerletzung des PostgeheimnissesVersuchVersuchsbeginn beim qualifizierten DeliktVorteilsannahmeVorteilsgewährungWiderstand gegen VollstreckungsbeamteWiederaufnahmeWirtschaftsstrafrechtZwangsmaßnahmenSuche nach Erweiterte Suche
Wissenswertes rund um den Wahlverteidiger – Entscheidungen zur Benennungsfrist und Auswechselung
5. Mai 2015	Mai 5th, 2015	Hinterlassen Sie einen Kommentar	Entscheidungsbesprechung Pflichtverteidiger Strafprozessrecht Strafverteidiger
Rechtskenntnisse sind doch immer wieder von Vorteil. Schade nur, dass die meisten Beschuldigten nicht genau wissen, welche Rechte ihnen in einem Strafverfahren zustehen und ein Verteidiger oftmals erst zu spät reagieren kann. Denn schon bei der Bestellung eines Pflichtverteidigers könnte man Kenntnisse über eine solche gut gebrauchen. Dies zeigen wieder einmal Entscheidungen zweier Gerichte, die sich mit Fehlern bei der Pflichtverteidigerbeiordnung befasst haben.
Angefangen mit einem Beschluss des Oberlandesgerichts (OLG) Köln vom 26.6.2014 – 2 Ws 344/14, in dem entschieden wurde, dass die Frist für die Benennung eines Wahlverteidigers keine Ausschlussfrist ist.
In diesem Fall wurde der Beschuldigte vom Gericht entsprechend § 142 Abs. 1 S. 1 StPO dazu aufgefordert, innerhalb einer bestimmten Frist den Verteidiger seiner Wahl zu nennen. Dieser Aufforderung kam er nicht nach, benannte aber am Tage der anderweitig vorgenommenen Bestellung eines Verteidigers mit plausibler Begründung zwei Rechtsanwälte seiner Wahl. Beiordnen wollte das Gericht diese jedoch nicht mehr und verwies den Beschuldigten auf den Ablauf der Frist. Zu Unrecht, wie das OLG entschied. Denn allein der Ablauf der Benennungsfrist führe nicht dazu, dass dem Beschuldigten das Recht genommen werde, den Verteidiger seines Vertrauens zu benennen. Die Benennungsfrist stelle keine Ausschlussfrist dar. Dies gilt nach Ansicht des OLG Köln insbesondere, wenn dem Gericht die Rücknahme des zwischenzeitlich bestellten Pflichtverteidigers noch möglich ist, ohne dass weitere Kosten entstehen. Mit einer anderen Fallkonstellation hatte sich das Landgericht (LG) Landau in seinem Beschluss vom 1.7.2014 – 11 Qs 2 /14 zu befassen.
Hier wurde dem Beschuldigten von dem erstinstanzlichen Gericht ein Pflichtverteidiger beigeordnet. Der Beschuldigte erklärte daraufhin, einen Anwalt seines Vertrauens mit der Verteidigung beauftragen zu wollen. Dieser Wahlverteidiger zeigte seine Verteidigungsbereitschaft an und übersandte dem Gericht die Prozessbevollmächtigung. Der Antrag, den bisherigen Pflichtverteidiger gegen den vom Beschuldigten beauftragten Wahlverteidiger auszutauschen, wurde jedoch mit der Begründung abgelehnt, dass das Vertrauensverhältnis des Beschuldigten zu seinem bisherigen Pflichtverteidiger nicht zerrüttet sei. Auch dies geschah nach Ansicht des LG Landau zu Unrecht. Denn für den Fall, dass das Recht des Beschuldigten auf die Benennung eines Wahlverteidigers verletzt wurde, gelte die sonst strenge Voraussetzung des gestörten Vertrauensverhältnisses nicht. Vielmehr müsse der Pflichtverteidiger auf Antrag des Beschuldigten durch seinen Wahlverteidiger ausgewechselt werden. Auf ein etwaig gestörtes Vertrauensverhältnis komme es dabei nicht mehr an.
Zwei Entscheidungen, die das Recht des Beschuldigten auf ein faires Verfahren weiter stärken. Denn aus diesem Grundsatz, dem durch § 142 Abs. 1 S. 1 StPO Geltung verliehen wird, folgt das unabdingbare Recht des Beschuldigten, einen Verteidiger seines Vertrauens benennen zu dürfen. Denn schließlich ist ein solches Vertrauensverhältnis die Basis einer erfolgreichen Verteidigung.
MehrE-MailDruckenAuf Tumblr teilenPocket	Rückschlag für Strafverteidiger – keine notwendige Verteidigung bei der Verhaftung und Vernehmung wegen Mordverdachts
16. Dezember 2014	Dezember 12th, 2014	Ein Kommentar bisher	Mord / Totschlag Pflichtverteidiger Rechtsanwalt Untersuchungshaft
Haftbefehl Pflichtverteidiger Untersuchungshaft	Als Strafverteidiger weiß man – je eher ein Anwalt konsultiert wird, desto mehr Chancen bestehen für den Beschuldigten, das Beste aus dem Strafverfahren machen zu können. Leider ist es aus unterschiedlichen Gründen viel zu oft so, dass ein Strafverteidiger erst dann eingeschaltet wird, wenn schon Aussagen gemacht und somit Grundlagen für das spätere Verfahren geschaffen wurden. Daran zu rütteln, ist ein Kraftakt, der leider oft erfolglos bleibt.
Wann jedoch der richtige Zeitpunkt ist, um einen Verteidiger zu bestellen, wird kontrovers diskutiert und in vielen Ländern anders gehandhabt. Wie die Rechtslage zu diesem Thema hierzulande aussieht, kann man der Strafprozessordnung (StPO) entnehmen. Diese ordnet in § 140 StPO an, in welchen Fällen ein Verteidiger, ganz unabhängig vom Willen des Beschuldigten, bestellt werden muss. Dazu zählen unter anderem Fälle, in denen dem Beschuldigten ein Verbrechen zur Last gelegt wird oder die Untersuchungshaft gegen ihn vollstreckt wird.
Dass ein Verteidiger beigeordnet werden muss, wenn gegen den Beschuldigten die Untersuchungshaft vollstreckt wird, ist relativ neu. Den § 140 Abs. 1 Nr. 4 StPO gibt es erst seit 2010.
Grund für die Einführung war, dass man die erheblichen Grundrechtseingriffe, die für den Beschuldigten durch die Inhaftierung bestehen, durch die Pflichtverteidigerbestellung so gering wie möglich halten wollte. Allerdings kommt die Beiordnung nach dem Wortlaut nur in Betracht, solange der Vollzug tatsächlich stattfindet. Passend dazu ordnet § 141 Abs. 3 StPO an, dass die Staatsanwaltschaft unverzüglich auf die Beiordnung hinwirken muss, sobald eine notwendige Verteidigung wegen Vollstreckung der Untersuchungshaft vorliegt.
Für den Verteidiger ist kein Stuhl vorgesehen. Foto: Krystian Olszanski
Diese Regelungen führen wiederum dazu, dass ein des Mordes verdächtiger Beschuldigter erst dann einen Verteidiger beigeordnet bekommt, wenn er in Untersuchungshaft ist. Auch wenn es wohl durchaus sinnvoll wäre, dem Beschuldigten schon in einem früheren Stadium, wie etwa mit Eröffnung des dringenden Verdachts auf die Begehung eines Verbrechens, einen Verteidiger beiseite zu stellen, wurde dies erst kürzlich vom Bundesgerichtshof (BGH) abgelehnt. In seinem Beschluss vom 20.10.2014 – 5 StR 176/14 entschied er, dass regelmäßig keine notwendige Verteidigung im Ermittlungsverfahren vorliegt, wenn der Beschuldigte aufgrund eines Haftbefehls wegen Mordverdachts ergriffen und vernommen wird.
Dazu führte der BGH aus, dass es keinen Anlass gebe, von der bisherigen Rechtsprechung, nach der keine Pflicht besteht, dem Beschuldigten schon frühzeitig im Ermittlungsverfahren einen Verteidiger zu bestellen, abzurücken. Vielmehr habe der Gesetzgeber mit der Einführung des § 140 Abs. 1 Nr.4 StPO bewusst auf den Zeitpunkt der Vollstreckung der Untersuchungshaft abgestellt. Auch ganz bewusst habe er dabei Forderungen, den Zeitpunkt beispielsweise auf den Erlass des Haftbefehls oder die Ergreifung des Beschuldigten vorzuverlegen, abgelehnt und nicht umgesetzt. Daran ändert nach Ansicht des BGH auch der Umstand nichts, dass ein nicht vorbestrafter Beschuldigter über keine Erfahrungen mit der Justiz verfügt und dann mit dem Vorwurf eines schweren Verbrechens konfrontiert wird. Eine Ermessensreduktion auf Null auf Seiten der Staatsanwaltschaft zur sofortigen Verteidigerbestellung bestehe nicht.
Eine doch sehr kurze Begründung, wenn man bedenkt, um welch wichtigen rechtlichen Aspekt es hier ging. Denn schließlich ist der Zeitpunkt der Verteidigerbestellung die Grundlage für das ganze spätere Strafverfahren. Je eher der Verteidiger eingeschaltet wird, desto besser. Dies gilt natürlich insbesondere bei schweren Vorwürfen wie dem Mordverdacht, bei dem eine lebenslange Haftstrafe droht.
MehrE-MailDruckenAuf Tumblr teilenPocket	Anwalt erkrankt, dann gibt es Pflichtverteidiger?
18. November 2014	November 18th, 2014	Ein Kommentar bisher	Betrug Diebstahl Pflichtverteidiger Rechtsanwalt Urkundenfälschung
Nach einer Mitteilung von az-online.de soll in einem Verfahren vor dem Landgericht Lüneburg ein Verteidiger kurzfristig erkrankt sein. Weil er keinen Rechtsanwalt als Vertreter schicken konnte, wurde dem Angeklagten kurzerhand ein
Pflichtverteidiger vom Landgericht Lüneburg beigeordnet. Dies riecht so ein wenig nach Bestrafung des erkrankten Anwaltes.
Aufgrund der zahlreichen Vorwürfe, wie z.B. mehrere Diebstähle, Betrug und Urkundenfälschung kann man nur hoffen, dass der Pflichtverteidiger einen Antrag auf Aussetzung stellt. Hoffentlich wurde der Angeklagte auch vor der Bestellung des Pflichtverteidigers angehört.
MehrE-MailDruckenAuf Tumblr teilenPocket	Befriedungsgebühr Nr. 4141 VV RVG nach ausgesetzter Berufungshauptverhandlung
8. November 2014	November 7th, 2014	Hinterlassen Sie einen Kommentar	Berufung Hauptverhandlung Pflichtverteidiger Strafprozessrecht Strafverteidiger
Aussetzung der Hauptverhandlung Befriedungsgebühr Strafprozess; Gebührenrecht; Nr. 4141 VV RVG	Manche BGH-Urteile sprechen sich langsamer herum als andere. Mein wegen anderer Delikte inhaftierter Mandant wurde in erster Instanz zu einer niedrigen Freiheitsstrafe verurteilt. Um eine unmittelbare Anschlussvollstreckung zu vermeiden, legte ich gegen das erstinstanzliche Urteil Berufung ein. Der Termin für die Berufungshauptverhandlung fand zwei Wochen vor der geplanten Haftentlassung statt. In der Berufungshauptverhandlung konnten wir erreichen, dass das Verfahren ausgesetzt wurde und ein neuer Termin von Amts wegen zu bestimmen war.
Zwei Wochen später wurde mein Mandant aus der Haft entlassen. Daraufhin nahm ich die Berufung zurück.
Wie wirkt sich die Berufungsrücknahmen nun gebührenrechtlich aus? Immerhin wurde hierdurch (wenigstens) ein weiterer Hauptverhandlungstermin entbehrlich. Die Gebührenordnung honoriert Verteidigerverhalten, welches die Kosten für die Justiz reduziert, gewöhnlich im Wege der Befriedungsgebühr. Im Strafrecht findet sie sich in der Nr. 4141 VV RVG. Dort heißt es:
Durch die anwaltliche Mitwirkung wird die Hauptverhandlung entbehrlich:
(1)	Die Gebühr entsteht, wenn
3. sich das gerichtliche Verfahren durch Rücknahme des Einspruchs gegen den Strafbefehl, der Berufung oder der Revision des Angeklagten oder eines anderen Verfahrensbeteiligten erledigt;
Fraglich ist, wie der Begriff der Hauptverhandlung zu verstehen ist.
Einerseits könnte man eng am Wortlaut haften und eine Befriedungsgebühr stets ausschließen, wenn einmal in die Hauptverhandlung eingetreten worden ist. Nr. 4141 VV RVG verlangt, dass die Hauptverhandlung entbehrlich wird. Sieht man in der Hautverhandlung die Gesamtheit aller Hauptverhandlungstermine, so kann sie, einmal begonnen, nicht mehr entbehrlich werden. Nach dieser Auffassung wäre die Befriedungsgebühr nicht entstanden, weil wir bereits über die Berufung verhandelt hatten.
Andererseits könnte man nach dem Zweck der Vorschrift auf den einzelnen Hauptverhandlungstermin abstellen. Jeder einzelne Termin verursacht immense Kosten. Trägt der Rechtsanwalt zur Kostenvermeidung bei, erhält er die Befriedungsgebühr. Hierfür spricht auch, dass die Terminsgebühr im Strafrecht im Gegensatz zu den Gebühren nach Teil 3 VV und in Abweichung zu § 15 Abs. 2 RVG in derselben Angelegenheit mehrmals, d.h. für jeden einzelnen Haupverhandlungstermin, entstehen kann. Nach dieser Ansicht wäre in meinem Verfahren die Befriedungsgebühr entstanden, weil mit der Rücknahme der Berufung der nachfolgende, noch zu bestimmende HV-Termin entbehrlich geworden ist.
Eine vermittelnde Ansicht differenziert danach, ob eine unterbrochene Hauptverhandlung vorliegt, oder nach Aussetzung eine neue Hauptverhandlung anzuberaumen ist. Bestünde eine einheitliche Hauptverhandlung, deren weiterer Fortgang abgekürzt werde, genüge dies nicht, um die Befriedigungsgebühr entstehen zu lassen. Anders liege es nur, wenn die Einstellung nach Aussetzung der Hauptverhandlung erfolge, weil hier die neue Hauptverhandlung entbehrlich sei. Nach dieser Auffassung wäre die Erledigungsgebühr in meinem Verfahren ebenfalls entstanden, da das Berufungsgericht das Verfahren ausgesetzt hatte.
Glück für mich, dass der BGH die letztgenannte Ansicht vertritt (BGH AGS 2011, 419 = NjW 2011, 3166)
Ursprünglich hatte das Amtsgericht im Kostenfestsetzungsbeschluss entschieden, dass die Befriedungsgebühr nicht entstanden sei. Hiergegen habe ich Erinnerung eingelegt. Dieser wurde mit Beschluss vom 23. Oktober 2014 abgeholfen.
MehrE-MailDruckenAuf Tumblr teilenPocket	Money Makes the World Go Round: Wie schnell aus einem Anwalt ein Fußballspieler wird, wenn das Geld für korrekte Übersetzungen knapp ist
28. Oktober 2014	Oktober 30th, 2014	Betrachten Sie alle 9 Kommentare	Allgemein Gastbeitrag Pflichtverteidiger Strafverteidiger-Russisch
адвокат акт защитник по уголовному делу преступление	Ein Gastbeitrag von Igor Plotkin, Fachdolmetscher für Russisch aus Dortmund* Wie oft geht man als Prozessbeteiligter zu einer Verhandlung, in der sich herausstellt, dass jemand nur mangelhaft Deutsch spricht? Vorher ist es nicht aufgefallen, weil beim Anwaltstermin ein Verwandter dolmetschte und ggf. im korrekten Deutsch am Schriftverkehr teilnahm… Dann wird auf die Schnelle jemand zum Dolmetschen angerufen, meistens sind es die Übersetzungsbüros, die – selbstverständlich, wie denn sonst? – alle Sprachen von qualifizierten Muttersprachlern anbieten. Aber darf man denn das? Klares NEIN!
Nach Allgemeinen Verfügungen der Landesjustizministerien, gestützt auf die Vorschriften des AGGVG, führen die Oberlandesgerichte ein gemeinsames Verzeichnis der allgemein beeidigten Dolmetscher und ermächtigten Übersetzer. Das Verzeichnis wird im Justizportal des Bundes und der Länder veröffentlicht. Die Service-Einheiten der Gerichte und Staatsanwaltschaften müssen bei der Auswahl von Dolmetschern und Übersetzern grundsätzlich auf dieses Verzeichnis Zugriff nehmen.
Denn der Sinn und Zweck der Regelungen, nach welchen ausschließlich die beeidigten Dolmetscher und ermächtigten Übersetzer geladen werden dürfen, ist ja die Sicherstellung einer fehlerfreien Übertragung des gesprochenen bzw. geschriebenen Wortes. Die Voraussetzungen für die Beeidigung und Ermächtigung sind z. B. „die erforderliche persönliche Zuverlässigkeit“ und „fachliche Eignung“ aufgrund der Ausbildung, an deren Ende ein Diplom oder eine staatliche Prüfung steht. Allgemein beeidigte Dolmetscher und ermächtigte Übersetzer gelten somit als sprachliche Sachverständige, die ihre rechtssprachliche Kompetenz und ihre persönliche Integrität, Unabhängigkeit und Unparteilichkeit einbringen. Sie haben ihre Unbedenklichkeit durch Führungszeugnis und die Auszüge aus dem Schuldner- und dem Insolvenzverzeichnis und ihre Fähigkeiten und Sprachkenntnisse durch entsprechende Prüfungen nachgewiesen. Außerdem geht es um den Datenschutz und die Haftung – ermächtigte Übersetzer und beeidigte Dolmetscher haben einen Eid geleistet und haften ggf. persönlich. Die Büros übernehmen grundsätzlich keine Haftung.
Neulich durfte ich einer Verhandlung des örtlichen AG beiwohnen, in der eine junge Dame dolmetschte, die laut Informationen auf der Webseite des von der Geschäftsstelle beauftragten Übersetzungsbüros gerade ihre Berufsausbildung zur Bürokauffrau macht und weder beeidigt noch ermächtigt ist, jedoch nach eigenen Angaben bereits die Anklageschrift in dieser Sache übersetzt hatte, ohne dazu ermächtigt gewesen zu sein.
Die Dame machte klassische, indes teilweise schwerwiegende Anfänger-Fehler, die eindeutig darauf schließen lassen, dass Jura nicht unbedingt ihr Metier ist. So wurde der Rechtsanwalt zum Abwehrspieler (защитник anstatt адвокат), immerhin beides „Verteidiger“. Ein Realschulabschluss wurde zum Abitur erklärt, weil man ja danach studieren könne (закончил 10 классов и поступил в ВУЗ -> nach der 10. Klasse, also nach dem Realschulabschluss, zur Uni gegangen). Die Sozialstunden wurden zu den „sozialen Stunden (социальные часы)“, mithin (so die anschließende Erklärung) zu den Stunden, die man etwa in einem Schwimmbad zum ermäßigten Preis beanspruchen kann, „Happy Hour“ für sozialschwache Bevölkerungsschichten, analog Sozialticket. Die Pointe folgte aber erst am Schluss der Sitzung, als der Richter befürchtete, einen unvollständigen Akt gehabt zu haben (gemeint war die Akte :-)). (War meine Akte etwa nicht vollständig? -> у меня что, был неполный акт?) Der Angeklagte tat mir leid, aber was hätte ich tun können? Ich war ja „nur“ die Öffentlichkeit…
Bei der Polizei versucht man indes zu sparen, wenn es um die Dolmetscher und Übersetzer geht, denn es gebe ja auch im Hause so viele Polizisten mit Migrationshintergrund, die der Fremdsprachen mächtig sein wollen und somit als Dolmetscher und Übersetzer agieren… Wozu denn neue Kosten produzieren?
Neuerdings habe ich bei einem Polizeipräsidium gedolmetscht und rein zufällig einige auf Russisch “übersetzte” Formulare zu Gesicht bekommen, u. a. die der Beschuldigtenbelehrungen. Da wurde ich baff, als ich sah, dass es statt “rechtskräftig Verurteilte” – “rechtmäßig Verurteilte” (законно осужденные) hieß. Es mag ja tatsächlich unrechtmäßig Verurteilte geben, in der Übersetzung war der Sinn des Originals jedoch eindeutig verfehlt. Statt “sich an einen Verteidiger wenden” hieß es “sich an einen Abwehrspieler respektive einen Beschützer wenden” (обратиться к своему защитнику – scheint ein beliebter Fehler bei den russischen Kollegen zu sein, denn es sind ja beides Verteidiger ). Statt “Sie als Betroffener” stand in der Belehrung eines Beschuldigten (!) “Sie als Täter (Вы как нарушитель)” – (die Unschuldsvermutung lässt grüßen), statt “Ihnen wird die Straftat vorgeworfen” – “Sie haben die Straftat begangen (Вы совершили преступление)”, statt “Gegen Sie werden Strafverfahren geführt” – “Sie werden Beteiligte eines Strafverfahrens sein, in dem es eine Anklage geben wird (Вы будете проходить по уголовному делу с обвинением)”, bloß in welcher Rolle man beteiligt sein wird, verschweigt die Übersetzung, usw., usf. … Und das waren nur die ganz groben Patzer, die indes etwa 10 % von der Gesamtzahl der Fehler ausmachten.
Tja, bei einem ermächtigten Übersetzer und beeidigten Dolmetscher wäre so etwas bestimmt nicht passiert, aber auch in der Justiz gilt wohl: money makes the world go round…
*Igor Plotkin ist Fachdolmetscher für Russisch, allgemein beeidigter Dolmetscher und vom Präsidenten des Oberlandesgerichts Hamm ermächtigter und IHK-geprüfter Übersetzer für die russische Sprache. Igor Plotkin arbeitet in Dortmund.
Was passiert, wenn der Angeklagte nicht zur Verhandlung erscheint - Teil 1	Reform der Tötungsdelikte bedeutet nicht Abschaffung von Mord und Totschlag	Der Begriff der exhibitionistischen Handlung	Eine im Zustand momentaner Erregung ausgesprochene Drohung wie „Ich schlag' Dich tot!“ genügt nicht unbedingt für die Verwirklichung des Bedrohungstatbestandes des § 241 Abs. 1 StGB	Der besonders schwere Fall des Diebstahls - die Gewerbsmäßigkeit	Kategorien	Allgemein (297)
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