Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%202009,%20234
Timestamp: 2019-06-17 22:09:16
Document Index: 11091695

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 254', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 254', 'BGH', '§ 20', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: VersR 2009, 234 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: KG, 01.11.2007
https://dejure.org/2008,920
BGH, 04.11.2008 - VI ZR 171/07 (https://dejure.org/2008,920)
BGH, Entscheidung vom 04.11.2008 - VI ZR 171/07 (https://dejure.org/2008,920)
BGH, Entscheidung vom 04. November 2008 - VI ZR 171/07 (https://dejure.org/2008,920)
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BGB § 254 Abs. 1; StVO §§ 1 Abs. 2, 3 Abs. 1, 41 Abs. 2 Nr. 5
Zur Rücksichtnahmepflicht von Radfahrern gegenüber Fußgängern auf gemeinsamen Rad- und Fußwegen
Rücksichtnahme von Radfahrern gegenüber Fußgängern auf einem farblich getrennten Radweg und Fußweg; Anspruch auf Schadensersatz aufgrund eines Fahrradunfalls; Sturz eines Radfahrers wegen einer Körperbewegung eines Fußgängers in Richtung Radweg; Mitverschulden eines Fußgängers an einen Fahrradunfall
Pflichten von Radfahrern und Fußgängern auf lediglich farblich getrennten Rad- und Fußwegen
Rücksichtnahme von Radfahrern gegenüber Fußgängern
Radunfall an der Bushaltestelle - Radfahrer müssen so fahren, dass sie das Rad ständig im Griff haben
Radfahrer müssen auf Fußgänger auch auf getrennten Rad- und Fußwegen Rücksicht nehmen
Rücksichtnahme von Radfahrern auf Fußwegen auch auf getrennten Rad- und Fußwegen!
Auch auf getrennten Rad- und Fußwegen unterliegen Radfahrer dem Rücksichtnahmegebot gegenüber Fußgängern
Unfallschadensregulierung - Radfahrerunfall: Klingeln allein genügt nicht
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 04.11.2008, Az.: VI ZR 171/07 (Verhaltensanforderungen an Radfahrer)" von RiAG Andreas Türpe, original erschienen in: VRR 2009, 105.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 04.11.2008, Az.: VI ZR 171/07 (Mitverschulden des Radfahrers bei Kollision mit Fußgänger auf Fahrradweg)" von RegDir Rupert Schubert, original erschienen in: NZV 2009, 179 - 180.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH v. 4.11.2008 - VI ZR 171/07 (Zur Rücksichtnahme von Radfahrern gegenüber Fußgängern auf Rad-/ Fußwegen)" von Adolf Rebler, original erschienen in: DAR 2009, 386 - 387.
Kurznachricht zu "Relevantes zu Verkehrsunfällen von Radfahrern mit Fußgängern" von RA Dr. Friederike Quaisser, original erschienen in: NJW Spezial 2016, 457 - 458.
NJW-RR 2009, 239
MDR 2009, 203
NZV 2009, 177
VersR 2009, 234
Objektiv falsche Reaktionen von Verkehrsteilnehmern stellen nach ständiger Senatsrechtsprechung dann kein schuldhaftes Verhalten im Sinne von § 254 Abs. 1 BGB dar, wenn der Verkehrsteilnehmer in einer ohne sein Verschulden eingetretenen, für ihn nicht voraussehbaren Gefahrenlage keine Zeit zu ruhiger Überlegung hat und deshalb nicht das Richtige und Sachgerechte unternimmt, um den Unfall zu verhüten, sondern aus verständlicher Bestürzung objektiv falsch reagiert (Senat, Urteil vom 28. September 1976 - VI ZR 219/74, VersR 1977, 36; vom 4. November 2008 - VI ZR 171/07, VersR 2009, 234 Rn. 10 m.w.N.).
Der BGH (NJW-RR 2009, 239, 240 Rn. 8) hat diese Frage ausdrücklich offen gelassen.
Die unter diesem Gesichtspunkt vorzunehmende Abwägung kann zwar bei besonderen Fallgestaltungen zu dem Ergebnis führen, dass einer der Beteiligten allein für den Schaden aufkommen muss (vgl. Senatsurteil vom 20. Januar 1998 - VI ZR 59/97, VersR 1998, 474, 475), eine vollständige Überbürdung des Schadens auf einen der Beteiligten ist aber unter dem Gesichtspunkt der Mitverursachung nur ausnahmsweise in Betracht zu ziehen (Senatsurteile vom 21. Februar 1995 - VI ZR 19/94, VersR 1995, 583, 584; vom 7. Februar 2006 - VI ZR 20/05, VersR 2006, 663 und vom 4. November 2008 - VI ZR 171/07, VersR 2009, 234 Rn. 15).
Abstrakt gefährliche Situationen können zwar eine besondere Pflicht zur Rücksichtnahme dann begründen, wenn sich das abstrakte Gefährdungspotential zu einer kritischen Situation verdichtet (vgl. zu lediglich farbig getrennten Fußgänger- und Radfahrwegen: Senatsurteil vom 4. November 2008 - VI ZR 171/07, VersR 2009, 234 Rn. 11 ff.).
Vorsorglich weist der Senat darauf hin, dass der dargestellten Auslegung des Anwendungsbereichs von § 20 Abs. 2 StVO das Urteil des Bundesgerichtshofes vom 4. November 2008 - VI ZR 171/07 -, NJW-RR 2009, 239 ff. zitiert nach Juris) nicht entgegensteht.
Wer in dieser Situation bei einer nachträglichen Betrachtung objektiv falsch reagiert, weil der Zaun den Hund zurückgehalten hat, handelt nicht schuldhaft (vgl. für entsprechende Fälle BGH, Urteil vom 04.11.2008 - VI ZR 171/07 -, RdNr. 10, zitiert nach Juris).
Nach herrschender Meinung in Rechtsprechung und Schrifttum ist anerkannt, dass Fehlreaktionen des Kraftfahrers, der in einer von ihm nicht verschuldeten Gefahr aus Schreck oder Bestürzung nicht optimal oder falsch reagiert, kein Verschulden begründen (BGH NZV 2009, 177, 178 Rn. 10; OLG München NJW-RR 2013, 1185, 1187;… Freymann in Geigel, aaO Kap. 27 Rn. 34;… König in Hentschel/König/Dauer, aaO Einleitung Rn. 144).
Eine solche Gefahrenlage kann insbesondere daraus resultieren, wenn ein Radfahrer damit rechnen muss, dass Fußgänger unaufmerksam in die Fahrbahn des Radfahrers treten (BGH, Urt. v. 4.11.2008 - VI ZR 171/01, MDR 2009, 203 mit krit. Anm. Rebler, DAR 2009, 386 und Schubert, NZV 2009, 179).
Darüber hinaus lag konkret nicht nur eine "gefahrenneutrale" Situation vor, bei der die Geschädigte darauf vertrauen durfte, ohne Klingelzeichen mit zu geringem Sicherheitsabstand am erkennbar nichts ahnenden Beklagten vorbeizufahren (vgl. BGH MDR 2009, 203, 204).
https://dejure.org/2007,15293
KG, 01.11.2007 - 12 U 20/07 (https://dejure.org/2007,15293)
KG, Entscheidung vom 01.11.2007 - 12 U 20/07 (https://dejure.org/2007,15293)
KG, Entscheidung vom 01. November 2007 - 12 U 20/07 (https://dejure.org/2007,15293)
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Haftung bei Kfz-Unfall: Sorgfaltspflichten des Fahrers eines nach Anhalten in zweiter Reihe wieder anfahrenden Müllfahrzeugs; Beendigung des Einfahrens in den fließenden Verkehr
LG Berlin, 13.12.2006 - 24 O 144/06
NZV 2008, 625