Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=13.01.1994&Aktenzeichen=IX%20ZR%202/93
Timestamp: 2019-07-21 20:28:23
Document Index: 95279976

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 6', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 6', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 6', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', 'BGH', 'BGH']

BGH, 13.01.1994 - IX ZR 2/93 - dejure.org
https://dejure.org/1994,406
BGH, 13.01.1994 - IX ZR 2/93 (https://dejure.org/1994,406)
BGH, Entscheidung vom 13.01.1994 - IX ZR 2/93 (https://dejure.org/1994,406)
BGH, Entscheidung vom 13. Januar 1994 - IX ZR 2/93 (https://dejure.org/1994,406)
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Formularmäßige Sicherungsübereignung - Sachgesamtheit - Deckungsgrenze - Austausch einzelner Sachen
Wirksamkeit der formularmäßigen Sicherungsübereignung einer feststehenden Sachgesamtheit ohne Freigabeklausel mit zahlenmäßig bestimmter Deckungsgrenze
Zur formularmäßigen Sicherungsübereignung einer Sachgesamtheit ohne Freigabeklausel mit zahlenmäßig bestimmter Deckungsgrenze
BGHZ 124, 371
NJW 1994, 861
ZIP 1994, 309
MDR 1994, 365
DNotZ 1994, 467
WM 1994, 419
BB 1994, 456
BB 1994, 457
DB 1994, 1280
Der Anwendung des § 6 Abs. 2 AGBG steht auch das Verbot der geltungserhaltenden Reduktion nicht entgegen (BGHZ 124, 371, 375 f.; 133, 25, 33).
Der Präventionsgedanke, der diesem Verbot zugrunde liegt, gebietet nämlich nicht, dem Klauselverwender die Berufung auf eine Rechtslage zu verwehren, die sich bei einer ergänzenden Vertragsauslegung aus Treu und Glauben ergibt (BGHZ 124, 371, 375 f;… BGH, Urt. v. 14. Mai 1996 XI ZR 257/94, WM 1996, 1128, 1131, z.V.b. in BGHZ 133, 25 ff; Canaris ZIP 1996, 1109, 1114; J. Eckert WuB I F 4.-3.97; Nobbe ZIP 1996, 657, 662).
Selbst wenn er sich dazu durchränge, die Freigabe von Sicherheiten zu verlangen, brächte ein dem Sicherungsnehmer zustehender Beurteilungsspielraum vielfach langwierige und kostspielige Auseinandersetzungen mit sich (BGHZ 124, 371, 378; Serick BB 1996, 1777, 1787).
Die Unwirksamkeit einer Freigabeklausel erfasse den gesamten Vertrag vielmehr nur dann, wenn es eine unzumutbare Härte (§ 6 Abs. 3 AGBG) darstellen würde, eine Vertragspartei daran festzuhalten (BGHZ 124, 371, 376).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes ergibt sich ein Freigabeanspruch bereits aus der Sicherungsabrede und braucht grundsätzlich nicht klauselmäßig ausgesprochen zu werden (BGHZ 124, 371, 375; 124, 380, 385 f;… vgl. auch BGH, Urt. v. 10. Mai 1994 - XI ZR 65/93, WM 1994, 1283, 1284).
Klauseln, die den Freigabeanspruch und seine Durchsetzung ausschließen, einschränken oder in unangemessener Weise erschweren, sind unwirksam, führen aber nach § 6 Abs. 1 AGBG grundsätzlich nicht zur Unwirksamkeit des gesamten Vertrages (BGHZ 124, 371, 376; 124, 380, 389 f;… BGH, Urt. v. 30. Mai 1995 - XI ZR 78/94, WM 1995, 1219, 1221, 1223).
Auf diese Weise soll einer unverhältnismäßigen Übersicherung vorgebeugt werden (vgl. BGHZ 124, 371, 376 ff; 124, 380, 386 f; 125, 83, 87;… auch BGH, Urt. v. 27. Juni 1995 - XI ZR 8/94, WM 1995, 1264, 1266, z.V.b. in BGHZ).
Bei der Sicherungsübereignung eines Warenlagers mit wechselndem Bestand ist eine Bezugsgröße für die Berechnung des Warenwertes vorzusehen, mit deren Hilfe sich möglichst einfach feststellen läßt, ob die Deckungsgrenze überschritten ist (BGHZ 117, 374, 379; 124, 371, 376 f;… vgl. auch BGH, Urt. v. 27. Juni 1995 - XI ZR 8/94, WM 1995, 1264, 1268).
Dafür spricht auch, daß nach der Entscheidung BGHZ 124, 371, 380 allein die Abnahme der gesicherten Forderungen nicht zu einer anstößigen Übersicherung führen kann.
Der Präventionsgedanke, der diesem Verbot zugrundeliegt, gebietet nämlich nicht, dem Klauselverwender die Berufung auf eine Rechtslage zu verwehren, die sich bei einer ergänzenden Vertragsauslegung aus Treu und Glauben ergibt (Canaris ZIP 1996, 1109, 1114; vgl. auch BGHZ 124, 371, 375 f;… BGH, Urt. v. 14. Mai 1996 - XI ZR 257/94, WM 1996, 1128, 1131 unter c bb, z.V.b. in BGHZ).
Zwar darf eine Bestimmung in Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die gegen § 9 AGBG verstößt, nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nicht im Wege der sogenannten geltungserhaltenden Reduktion auf den gerade noch zulässigen Inhalt zurückgeführt und damit aufrechterhalten werden (BGHZ 84, 109, 114 ff.; 92, 312, 314 f.; 115, 324, 326; 124, 371, 375; Beschluß vom 27. November 1997 - GSZ 1 und 2/97 = WM 1998, 227 unter B II 1 d, für BGHZ bestimmt).