Source: https://www.dashoefer.de/dasfibuwissen/drs-22-konzerneigenkapital.html
Timestamp: 2019-08-22 11:40:46
Document Index: 112318281

Matched Legal Cases: ['§ 342', '§ 290', '§ 11', '§ 297', '§ 264', '§ 308', '§ 309', '§ 272', '§ 272', '§ 272', '§ 272', '§ 272', '§ 58', '§ 58', '§ 272', '§ 272', '§ 272', '§ 272', '§ 272', '§ 272', '§ 272', '§ 298', '§ 301', '§ 272', '§ 298', '§ 264', '§ 264', '§ 291', '§ 307', '§ 272', '§ 264', '§ 301']

DRS 22 Konzerneigenkapital | dasFiBuWissen - Fachwissen von Experten für Ihren Erfolg.
DRS 22 Konzerneigenkapital
Bilanzierung [ Stand: 16.03.2017 ]
Was bedeuten die DRS 22 für Sie in der Praxis? Wie unterscheiden sie sich von DRS 7? Welche Übergangsregelungen gibt es und welche sonstigen Details gilt es zu berücksichtigen? In diesem Fachartikel gibt Philipp Jahn Auskunft.
Am 23. Februar 2016 wurde DRS 22 Konzerneigenkapital durch das BMJV (Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz) im Bundesanzeiger veröffentlicht. Die DRS gelten über § 342 HGB als GoB der HGB-Konzernrechnungslegung.
Der Standard ist von folgenden Unternehmen verpflichtend auf Konzern- und ggf. Jahresabschlüsse für Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2016 beginnen, anzuwenden:
Konzernabschlüsse, die nach § 290 HGB oder nach § 11 PublG, jeweils in Verbindung mit § 297 Abs. 1 S. 1 HGB einen Konzerneigenkapitalspiegel enthalten
Jahresabschlüsse von kapitalmarktorientierten Unternehmen (§ 264 Abs. 1 S. 2 HGB)
Unternehmen, die freiwillig einen Eigenkapitalspiegel aufstellen
Die frühere – aber vollumfängliche – Anwendung ist zulässig und wird empfohlen. Wird von der vorherigen Anwendung kein Gebrauch gemacht, gilt bis zu dem Zeitpunkt der Erstanwendung weiterhin DRS 7 Konzerneigenkapital und Konzerngesamtergebnis.
Nach DRS 22.6 wird die Anwendung dieses DRS empfohlen. Allerdings kann DRS 22 nur insoweit relevant sein, als sich dieser nicht ausschließlich auf im Konzernabschluss abzubildende Sachverhalte oder Eigenkapitalposten bezieht. DRS 22 gilt nicht für Konzernabschlüsse, die nach den IFRS (internationale Rechnungslegungsstandards) aufgestellt werden, da die Darstellung des Eigenkapitalspiegels diesbezüglich gesondert in IAS 1.106ff. geregelt ist.
Da DRS 22 inhaltlich an einigen Stellen gegenüber dem bisher geltenden DRS 7 angepasst wurde, wird auf den nachfolgenden Seiten dieses Beitrags nur verkürzt auf den bislang geltenden eingegangen. Vielmehr werden insbesondere nachfolgende Themen dargestellt, die in DRS 22 teilweise ausführlich behandelt werden:
Übergangsregelungen auf DRS 22
Künftige Darstellung eines Konzerneigenkapitalspiegels für Mutter-Kapitalgesellschaften und Mutter-Personengesellschaften
Bislang erfolgt die Darstellung des Konzerneigenkapitalspiegels nach DRS 7, welcher keine Differenzierung hinsichtlich der Darstellung des Eigenkapitalspiegels nach der Rechtsform des Mutterunternehmens vorgab. Darin werden somit keine gesonderten Vorgaben zur Darstellung des Eigenkapitalspiegels für Personenhandelsgesellschaften gemacht. Ebenso sind Sonderthemen durch das BilMoG (Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz) und BilRUG (siehe auch den Beitrag → Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz), wie eigene Anteile, ausstehende Einlagen etc. bislang nicht behandelt.
Ziel des Konzerneigenkapitalspiegels sind weiterhin die Darstellung der Zusammensetzung und Entwicklung des Konzerneigenkapitals im handelsrechtlichen Konzerneigenkapitalspiegel sowie die Regelung ausgewählter Fragen zur Bilanzierung des Konzerneigenkapitals.
Sofern der Konzerneigenkapitalspiegel erstmals nach DRS 22 erstellt wird, sind die bisher nach DRS 7.19 in dem Posten „Kumuliertes übriges Konzernergebnis“ (jeweils für das Mutterunternehmen und die nicht beherrschenden Gesellschafter) ausgewiesenen, erfolgsneutral erfassten Veränderungen des Konzern-Eigenkapitals gemäß DRS 22.65 in die nach dem neuen Standard vorgesehenen Posten umzugliedern.
Währungsumrechnungsdifferenzen nach § 308a HGB sind in den Posten „Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung“ und die erfolgsneutral erfassten Umstellungseffekte aus der Anwendung neuer oder geänderter Rechnungslegungsvorschriften oder DRS-Regelungen sind in sachgerechter Weise in den Posten „(andere) Gewinnrücklagen“ umzugliedern.
Ein Geschäfts- oder Firmenwert, der vor BilMoG nach § 309 Abs. 1 S. 3 HGB a.F. mit den Konzernrücklagen verrechnet worden ist und deren Verrechnung nicht rückgängig gemacht worden ist, ist in sachgerechter Weise in die Rücklage, mit der die Verrechnung ursprünglich erfolgt ist, umzugliedern.
Sofern der Konzerneigenkapitalspiegel auch für das Vorjahr aufgestellt wird, dürfen die Vorjahreswerte im Jahr der erstmaligen Anwendung des DRS 22 nur angegeben werden, wenn sie nach den Regeln des DRS 22 ermittelt wurden.
Künftige Darstellung
DRS 22 gibt in den Anlagen 1 und 2 zum Standard entsprechende Schemata für den Konzerneigenkapitalspiegel von Kapitalgesellschaften und Personenhandelsgesellschaften vor, wobei eine horizontale Darstellung angedacht wird.
Die Struktur des Konzerneigenkapitalspiegels bestimmt sich künftig stets nach der Rechtsform des Mutterunternehmens. Dies führt dazu, dass die Gliederung und Postenbezeichnungen des Konzerneigenkapitals lt. Bilanz künftig mit denen im Konzerneigenkapitalspiegel übereinstimmen. Somit erfolgt keine Anlehnung mehr an eine IFRS-Terminologie.
Die jeweiligen Spalten des Konzerneigenkapitalspiegels müssen mit den entsprechenden Posten der Konzernbilanz abstimmbar sein und ein negatives Konzerneigenkapital ist ebenso im Konzerneigenkapitalspiegel auszuweisen bzw. es ist darauf überzuleiten. Dies bedeutet, sofern weitere Posten dem Eigenkapital in der Konzernbilanz zugeordnet werden, wie beispielsweise stille Beteiligungen, Genussrechte oder Mezzanine-Kapital, so ist dies in den Konzern-Eigenkapitalspiegel zu übernehmen.
Veränderungen im Konzerneigenkapital sind stets unsaldiert auszuweisen, was sich aus DRS 22.19 ergibt.
Es wird empfohlen, eine Darstellung des Geschäftsjahres und des Vorjahres vorzunehmen.
DRS 22 gibt grds. keine Regelung für ausschüttungsgesperrte Beträge nach § 272 HGB, was damit zu begründen ist, dass es sich hierbei um eine Regelung für den Jahresabschluss handelt.
Es wird zudem empfohlen, eine Konzernergebnisverwendungsrechnung aufzustellen, welche eine Überleitung vom Konzernergebnis zum Konzernbilanzgewinn beinhaltet, um die Abstimmung von Konzern-GuV zu Konzern-Bilanzgewinn zu ermöglichen.
Die Muster-Konzerneigenkapitalspiegel als Anlage zu DRS 22 geben zwar grds. eine horizontale Darstellung vor, jedoch kann ebenso eine vertikale Darstellung der Entwicklungen des Konzerneigenkapitals erfolgen, was nachfolgende Muster verdeutlichen sollen:
Muster einer vertikalen Darstellung für die überzuleitenden Kapitalposten bei einer Mutter-Kapitalgesellschaft:
Gezeichnetes Kapital (unterteilt in Stammaktien und Vorzugsaktien)
Eigene Anteile (unterteilt in Stammaktien und Vorzugsaktien)
Nicht eingeforderte ausstehende Einlagen (unterteilt in Stammaktien und Vorzugsaktien)
Summe (Korrigiertes) Gezeichnetes Kapital
Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 – 3 HGB
Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB
Gewinnrücklagen nach § 272 Abs. 4 HGB
Summe Gewinnrücklagen
Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung
Konzernjahresüberschuss / -fehlbetrag, der dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist
Summe Eigenkapital des Mutterunternehmens
Muster einer vertikalen Darstellung für die überzuleitenden Kapitalposten bei einer Mutter-Personengesellschaft:
Summe Kapitalanteile
Kapitalrücklage gemäß Gesellschaftsvertrag
(Gewinn) Rücklage gemäß Gesellschaftsvertrag
Sonstige Gewinnrücklagen
Muster der überzuleitenden Kapitalposten für nicht beherrschender Anteile:
Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung
Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Gewinne / Verluste
Summe Nicht beherrschende Anteile
Summe Konzerneigenkapital
Es erfolgt keine Unterscheidung aufgrund der Rechtsform des Mutterunternehmens. Somit ist die Darstellung der nicht beherrschenden Anteile einheitlich bei Mutter-Kapitalgesellschaften und Mutter-Personengesellschaften.
Eigene Anteile sind nach DRS 22.9 Anteile am Grund- oder Stammkapital des Mutterunternehmens, die von dem Mutterunternehmen selbst oder von einem in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen oder einem anteilmäßig einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen gehalten werden. Dazu gehören auch eigene Anteile, die nur kurzfristig im Bestand gehalten werden. Nach § 272 Abs. 1a HGB ist der Nennwert oder, falls ein solcher nicht vorhanden ist, der rechnerische Wert von erworbenen eigenen Anteilen in der Vorspalte offen von dem Posten „Gezeichnetes Kapital“ abzusetzen:
– eigene Anteile
= Gezeichnetes Kapital
Ein etwaiger Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und Nennwert oder dem rechnerischen Wert ist zunächst mit den frei verfügbaren Rücklagen zu verrechnen.
Unter den frei verfügbaren Rücklagen werden gemäß DRS 22.31 folgende Positionen subsummiert:
Satzungsmäßige Rücklagen, soweit der Zweck der Rücklage den Erwerb eigener Anteile zulässt
Der Anteil der anderen Gewinnrücklagen, der aus der Einstellung des Jahresergebnisses nach § 58 Abs. 2 AktG durch den Vorstand und den Aufsichtsrat oder nach § 58 Abs. 1 durch die Hauptversammlung aufgrund einer Satzungsregelung in diese Rücklagen eingestellt werden darf oder einzustellen ist
Bei einer GmbH: Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 bis 3 HGB
Da der Konzernabschluss keine Ausschüttungsbemessungsfunktion hat, findet zunächst keine Beschränkung der Verrechnung auf die frei verfügbaren Rücklagen statt
In der nächsten Stufe erfolgt die Verrechnung mit den (übrigen) Konzernrücklagen. Erst in der letzten Stufe wird der Unterschiedsbetrag mit dem Konzernbilanzgewinn oder -verlust verrechnet.
Die Verrechnung eines Unterschiedsbetrags mit der Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung ist nach DRS 22.34 nicht zulässig.
Erwerbsnebenkosten eigener Anteile sind nach § 272 Abs. 1a S. 3 HGB grundsätzlich als sonstiger betrieblicher Aufwand zu erfassen.
Die Nebenkosten für den Erwerb eigener Anteile am Mutterunternehmen, die bei einem Tochterunternehmen oder anteilsmäßig einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen entstanden sind, stellen in deren Jahresabschluss Anschaffungsnebenkosten auf die Anteile an dem Mutterunternehmen dar. Im Konzernabschluss sind diese hingegen als sonstiger betrieblicher Aufwand zu erfassen.
Soweit die Anschaffungskosten eigener Anteile unter dem Nennbetrag oder rechnerischen Wert der eigenen Anteile liegen, ist der Differenzbetrag nach offener Absetzung des Nennbetrags oder rechnerischen Werts der eigenen Anteile vom gezeichneten Kapital erfolgsneutral in die Kapitalrücklage einzustellen (DRS 22.37 und § 272 Abs. 2 Nr. 4, DRS 22.B.34). Die Verrechnung mit den jeweiligen Rücklagen ist sachlich und zeitig stetig vorzunehmen.
Beispiel zum Erwerb eigener Anteile
Der Gesellschafter A entschließt sich im Geschäftsjahr seine Anteile in Höhe von 10 Prozent an der B AG und einem Nennwert von 5.000 GE kurzfristig zu veräußern. Bei dem Anteil handelt es sich um Stammaktien. Da die weiteren Gesellschafter kein Interesse an dem Erwerb der Anteile haben und auch kein weiterer Gesellschafter eintreten soll, wird beschlossen, dass die B AG selbst die Anteile zu einem Preis von 25.000 GE erwirbt. Im Eigenkapital der B AG werden zum 01. Januar 2016 andere Gewinnrücklagen in Höhe von 70.000 GE ausgewiesen. Weitere Rücklagen bestehen nicht.
Darstellung im EK-Spiegel nach DRS 22:
(Korrigiertes) Grundkapital
–25.000
Nach § 272 Abs. 1b HGB erfolgt bei der Veräußerung eigener Anteile zunächst der Entfall der offenen Absetzung des Nennbetrags oder rechnerischen Werts der Anteile vom gezeichneten Kapital. Ein etwaiger Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag / rechnerischen Wert der eigenen Anteile und dem Verkaufspreis ist bis zur Höhe des beim Erwerb der eigenen Anteile mit den Rücklagen verrechneten Betrags wieder in die Rücklagen einzustellen. Es erfolgt somit eine Neutralisierung der Buchung bei Erwerb. Dies ergibt sich aus DRS 22.39.
Es ist zwischen drei Fallkonstellationen zu unterschieden:
Soweit der Veräußerungserlös über die ursprünglichen Anschaffungskosten hinausgeht, erfolgt die Einstellung in die Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB.
Liegt der Veräußerungspreis eigener Anteile unter den Anschaffungskosten, aber über ihrem Nennwert / rechnerischen Wert, ist der geminderte Differenzbetrag zwischen dem Nennbetrag oder dem rechnerischen Wert der eigenen Anteile und dem Veräußerungserlös proportional in die Rücklagen wieder einzustellen, die der Verrechnung zugrunde lagen.
Wird ein Veräußerungserlös gezahlt, der unter dem Nennwert od. rechnerischen Wert der eigenen Anteile liegt, ist die offene Absetzung vom gezeichneten Kapital ebenfalls vollständig rückgängig zu machen. Der Differenzbetrag zwischen Nennbetrag oder rechnerischem Wert der eigenen Anteile und dem Veräußerungserlös ist zunächst mit den Rücklagen zu verrechnen, die beim Erwerb gebucht wurden.
Veräußerungsnebenkosten sind stets als sonstiger betrieblicher Aufwand des Geschäftsjahres zu erfassen.
Beispiel zur Veräußerung eigener Anteile
Im Geschäftsjahr 2017 konnte die B AG (siehe Beispiel zum Erwerb der eigenen Anteile) einen passenden Gesellschafter finden und veräußert die in 2016 erworbenen eigenen Anteile in Höhe von 10 Prozent zu einem Preis von 35.000 GE. In diesem Zusammenhang sind Veräußerungskosten von 2.000 GE entstanden.
Darstellung im Eigenkapitalspiegel nach DRS 22:
nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 – 3 HGB
Die Veräußerungskosten sind sonstiger betrieblicher Aufwand des Geschäftsjahres.
Es ist zunächst zu differenzieren, ob die ausstehenden Einlagen eingefordert sind oder nicht und gegenüber wem ein Anspruch auf Einzahlung besteht, da dies einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung im Eigenkapitalspiegel hat.
Eingeforderte ausstehende Einlagen gegenüber Dritten auf das gezeichnete Kapital des Mutterunternehmens sind nach DRS 22.28b gesondert als Forderungen auszuweisen; dies gilt uneingeschränkt für Forderungen gegenüber Dritten, nicht konsolidierte Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen, assoziierte Unternehmen und sonstiger Beteiligungsunternehmen.
Eingeforderte ausstehende Einlagen auf das gezeichnete Kapital des Mutterunternehmens gegenüber Tochterunternehmen oder in den Konzernabschluss einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen sind in Bezug auf den Konzerneigenkapitalspiegel nicht von Relevanz, da diese im Rahmen der Schuldenkonsolidierung zu eliminieren sind.
Nicht eingeforderte ausstehende Einlagen auf das gezeichnete Kapital des Mutterunternehmens sind nach § 272 Abs. 1 S. 3 i. V. m. § 298 Abs. 1 HGB und DRS 22.28b offen vom gezeichneten Kapital abzusetzen.
Beispiel zur Einzahlung ausstehender Einlagen und einer Kapitalerhöhung
Die A AG wurde im Geschäftsjahr 2016 gegründet und weist ein Grundkapital von 400.000 GE aus, das in Stammaktien und Vorzugsaktien unterteilt ist. 320.000 GE des Grundkapitals wurden zum Stichtag 31. Dezember 2016 voll einbezahlt. Die restlichen ausstehenden Einlagen waren zu diesem Zeitpunkt nicht eingefordert. Im Geschäftsjahr 2017 hat der Vorstand der A AG den Restbetrag der ausstehenden Einlagen (Stammaktien) in Höhe von 80.000 GE eingefordert, woraufhin noch im Jahr 2017 die Einzahlung erfolgte. Zur Finanzierung des weiteren Wachstums wurden neue Stammaktien mit einem Nennwert von 50.000 GE ausgegeben. Der Emissionspreis entspricht dem Nennwert. Die Einlagen sind in 2017 voll einbezahlt.
Einforderung / Einzahlung bisher nicht eingeforderter Einlagen
Rückbeteiligungen sind nach DRS 22.9 Anteile an dem Mutterunternehmen, die von einem Tochterunternehmen oder einem Gemeinschaftsunternehmen gehalten werden, die ebenfalls in den Konzernabschluss einbezogen werden. Gehaltene Rückbeteiligungen von einbezogenen Tochterunternehmen / Gemeinschaftsunternehmen an dem Mutterunternehmen sind in der Konzernbilanz als „eigene Anteile“ zu behandeln. Sie sind nach § 301 Abs. 4 HGB mit dem Nennwert oder rechnerischen Wert in einer Vorspalte offen vom gezeichneten Kapital abzusetzen.
Die Regelungen für eigene Anteile nach DRS 22.29 – 22.46 sind auf Rückbeteiligungen entsprechend anzuwenden.
Für Anteile an einem übergeordneten Mutterunternehmen, die von Tochterunternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen gehalten werden, welches wiederum einen Teilkonzernabschluss aufstellt, ist in dem Teilkonzernabschluss eine Rücklage für Anteile an einem herrschenden Unternehmen oder mit Mehrheit beteiligten Unternehmen nach § 272 Abs. 4 i. V. m § 298 Abs. 1 HGB zu bilden. Sofern das Mutterunternehmen eine Personenhandelsgesellschaft i. S. v § 264a HGB ist und Anteile an seinem persönlich haftenden Gesellschafter hält, ist in dessen Teilkonzernabschluss ein „Ausgleichsposten für aktivierte eigene Anteile“ nach § 264c Abs. 4 S. 2 i. V. m § 291 Abs. 1 HGB zu bilden.
Falls das Mutterunternehmen ebenso eigene Anteile hält, wird aus Transparenzgründen nach DRS 22.50 empfohlen, die in der Vorspalte zum „Gezeichneten Kapital“ abzusetzenden Beträge im Konzernanhang jeweils differenziert für die unmittelbar gehaltenen eigenen Anteile und für die Rückbeteiligungen anzugeben.
Sind andere Gesellschafter an einem Tochterunternehmen beteiligt, das eine Rückbeteiligung am Mutterunternehmen hält, ist nicht der anteilige auf das Mutterunternehmen entfallende, sondern der gesamte Nennwert / rechnerische Wert offen vom gezeichneten Kapital abzusetzen. Soweit die anderen Gesellschafter am Nennbetrag / rechnerischen Wert der Rückbeteiligung beteiligt sind, reduziert ein auf das Mutterunternehmen entfallender Unterschiedsbetrag zwischen Anschaffungskosten und Nennbetrag / rechnerischen Wert der Rückbeteiligung den Ausgleichsposten nach § 307 Abs. 1 HGB.
Beispiel zum Erwerb von Rückbeteiligungen über dem Nennwert bei eigenen Anteilen durch das Mutterunternehmen
Die Z AG ist Mutterunternehmen der C GmbH und hält 100 Prozent des Gezeichneten Kapitals an dieser Gesellschaft. Die Z AG hält zudem eigene Anteile in Höhe von 5 Prozent bzw. 5.000 GE am Grundkapital. Die Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 bis 3 HGB beträgt zu Beginn des Geschäftsjahres 40.000 GE. Im Geschäftsjahr 2017 werden 10 Prozent am Grundkapital bzw. 10.000 GE an der Muttergesellschaft von der C GmbH zu einem Preis von 25.000 GE erworben. Dabei sind Erwerbsnebenkosten von 4.000 GE entstanden.
Erwerb eigener Anteile durch C GmbH
Die Erwerbsnebenkosten werden nicht im Konzerneigenkapital erfasst, sondern sind sonstiger betrieblicher Aufwand des Geschäftsjahres.
Erwerb von Rückbeteiligungen zum Nennwert
Im Geschäftsjahr 2017 erwirbt die Y AG 70 Prozent an der X GmbH. Die weiteren 30 Prozent werden von einer konzernfremden Gesellschaft gehalten. Die X GmbH wird im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss der Y AG einbezogen. Die Tochtergesellschaft X GmbH hält zum Stichtag 31. Dezember 2017 Stammaktien an der Muttergesellschaft Y AG mit einem Nennwert von 5.000 GE. Die Anschaffungskosten entsprechen dem Nennwert der Aktien. Das Grundkapital der Y AG beträgt 200.000 GE unterteilt in Stammaktien und Vorzugsaktien.
Zur Anwendung von DRS 22 gelten zunächst die allgemeinen Regeln. Daneben sind ergänzende Regeln für Personenhandelsgesellschaften i. S. d § 264a HGB eingefügt worden. Somit ist beispielsweise auch die Abbildung eines Mehrkontenmodells (Drei- / oder Vierkontenmodell) aufgrund gesellschaftsvertraglicher Regelung im Konzerneigenkapitalspiegel möglich.
Kapitalanteile der Gesellschafter und, sofern der Betrag der bedungenen Einlage erreicht ist, die Verbindlichkeiten ggü. Kommanditisten sind im Konzernabschluss in gleicher Höhe wie im Jahresabschluss des Mutterunternehmens auszuweisen.
Nach DRS 22.24 ist hinsichtlich der Ergebnisdarstellung ist Folgendes zu beachten:
Konzern-JE > JE des Mutterunternehmens → Einstellung in die sonstigen Konzerngewinnrücklagen
Konzern-JE < JE des Mutterunternehmens → Zunächst Verrechnung mit Konzernrücklagen und Restbetrag (sofern die Rücklagen nicht ausreichen) in einen gesonderten Posten „Differenzbetrag für das gegenüber dem Mutterunternehmen niedrigere Konzernergebnis“ einzustellen
Die sonstigen Veränderungen umfassen beispielsweise erfolgsneutrale Umstellungseffekte aus der erstmaligen Anwendung neuer oder geänderter Rechnungslegungsvorschriften sowie erfolgsneutral erfasste Korrekturen der Erstkonsolidierung nach § 301 Abs. 2 S. 2 HGB. Nicht darunter fallen Veränderungen des Konzern-Eigenkapitals aufgrund von Transaktionen auf Ebene der Gesellschafter.
Die Postenbezeichnung kann entsprechend angepasst oder zur weiteren Erläuterung unterteilt werden.
Hierunter fallen alle erfolgsneutral erfassten Effekte aus der Erst-, Ent- und Übergangskonsolidierung, wie z. B. die Veränderung des Postens „nicht beherrschende Anteile“ oder, wenn ein TU, das bislang nicht konsolidiert wurde, erstmals in den Konzernabschluss einbezogen wird und ein passivischer Unterschiedsbetrag direkt in das EK umgebucht wird.
Die Veränderungen sind unsaldiert im Konzerneigenkapitalspielgel darzustellen.
Ausschüttung und Ergebniserfassung
Die im Jahr 2016 neu gegründete Y AG erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016 einen Konzern-Jahresüberschuss von 500.000 GE. Auf Ebene der Muttergesellschaft (Jahresabschluss) wird beschlossen, dass im Geschäftsjahr 2017 250.000 GE des Vorjahresergebnisses an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Der Restbetrag wird auf neue Rechnung vorgetragen. Im Geschäftsjahr 2017 wurde ein Konzern-Jahresüberschuss von 420.000 GE erwirtschaftet, wovon 400.000 GE dem Mutterunternehmen zuzurechnen sind. Der Restbetrag entfällt aus nicht beherrschende Anteile.
Konzernjahresüberschuss, der dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist
Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Gewinne
Einstellung in Gewinnvortrag
Zugang einer Gesellschaft, die in fremder Währung bilanziert, und Veräußerung eines anderen TU mit nicht beherrschenden Anteilen
Die Y AG weist zum 01. Januar 2017 eine Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung in Höhe von 225.000 GE aus, wovon 5.000 GE auf nicht beherrschende Anteile entfallen. Im Geschäftsjahr 2017 erwirbt die Konzernmuttergesellschaft 100 Prozent der Anteile an der Z Ltd., UK. Die Umrechnung der Bilanzposten von GBP in GE erfolgt zum Devisenkassamittelkurs. Die GuV wird zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Dadurch entsteht ein Währungsgewinn in Höhe von 120.000 GE. Im gleichen Jahr werden die Anteile an der bislang vollkonsolidierten Tochtergesellschaft F Ltd. veräußert. Die auf diese Gesellschaft entfallende Währungsumrechnungsrücklage innerhalb des EK betrug 30.000 GE. Die bisherige EK-Differenz aus der Währungsumrechnung war nur dieser Beteiligung zuzurechnen. Aus der Währungsumrechnung von Bilanz und GuV-Posten weiterer 100%-Konzerngesellschaften entsteht ein Währungsverlust von 55.000 GE.
Konzernkapital
–55.000
Zugänge zum Konsolidierungskreis