Source: http://m.hensche.de/Arbeitsrecht_Urteile_Mitbestimmungsrecht_Betriebsrat_Abrufarbeit_1ABR-41/87.html
Timestamp: 2016-12-08 22:05:35
Document Index: 20376237

Matched Legal Cases: ['§ 87', '§ 87', '§ 4', '§ 5', '§ 77', '§ 77', '§ 77', '§ 4', '§ 5', '§ 77', '§ 87']

HENSCHE Arbeitsrecht: 1 ABR 41/87
Der Be­triebs­rat hat nach § 87 Abs 1 Nr 2 Be­trVG über die Fra­ge mit­zu­be­stim­men, ob Teil­zeit­kräfte zu fes­ten Zei­ten oder nach Be­darf beschäftigt wer­den sol­len.
Arbeitsgericht Solingen, Beschluss vom 11.11.1986, 2 BV 18/86Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Beschluss vom 27.3.1987, 4 TaBV 142/86
1 ABR 41/874 TaBV 142/86 Düssel­dorfVerkündet am28. Sep­tem­ber 1988
Von Rechts we­gen! Gründe:
- 3 - leg­te die Zahl der Bei­sit­zer fest. Die Ei­ni­gungs­stel­le soll­te sich mit der "Re­ge­lung Teil­zeit­ar­beit ... un­ter den Mit­be­stim­mungs­vor­aus­set­zun­gen des § 87 Abs. 1 Nr. 2 und 3 Be­trVG" be­fas­sen.
"Be­triebs­ver­ein­ba­rung zwi­schen der Geschäfts­lei­tung und dem Be­triebs­ratder K , Fi­lia­le Le­ver­ku­sen
sach­lich - für die Fest­le­gung der La­ge der Ar­beits- zei­ten teil­zeit­beschäftig­ter Mit­ar­bei-ter/in­nen
lan­ge Sams­ta­ge 8.25 Uhr WSV (1. Tag) 7.55 Uhr
Mon­tag - Frei­tag 18.55 Uhr kur­ze Sams­ta­ge 14.05 Uhr lan­ge Sams­ta­ge 18.05 Uhr Hei­lig­abend 14.05 Uhr Sil­ves­ter 14.05 Uhr
b) Nicht­ver­kauf Be­ginn der Ar­beits­zeit Mon­tag Frei­tag 8.00 Uhr
Wer­den Teil­zeit­beschäftig­te ganztägig ein­ge­setzt, be­ginnt und en­det ih­re Ar­beits­zeit je Tag wie die der Voll­zeit­beschäftig­ten. Sie neh­men an Pau­sen­re­ge­lun­gen wie Voll­zeit­beschäftig­te teil.Sie wer­den in fol­gen­den Schich­ten ein­ge­setzt:
1.1 ein Tag (roul­lie­rend) pro Wo­che1.2 zwei Ta­ge (roul­lie­rend) pro Wo­che1.3 drei Ta­ge (roul­lie­rend) pro Wo­che
1.4 vier Ta­ge (roul­lie­rend) pro Wo­che1.5 Don­ners­tag, Frei­tag, Sams­tag1.6 Frei­tag, Sams­tag1.7 Sams­tag (nur The­ken­ver­kauf, Kas­se, Körb­chen­schie­ber)1.7.1 nur lan­ge Sams­ta­ge (nur The­ken­ver­kauf, Kas­se, Körb­chen­schie­ber)1.8 Mon­tag, Mitt­woch, Frei­tag, Sams­tag1.9 Diens­tag, Don­ners­tag, Sams­tag1.10 Mon­tag, Diens­tag, Mitt­woch, Sams­tag 1.11 Don­ners­tag, Frei­tag, Sams­tag
2.1 ein Tag (roul­lie­rend) pro Wo­che2.2 zwei Ta­ge (roul­lie­rend) pro Wo­che2.3 drei Ta­ge (roul­lie­rend) pro Wo­che2.4 vier Ta­ge (roul­lie­rend) pro Wo­che2.5 Sams­tag2.5.1 nur lan­ge Sams­ta­ge2.6 Mon­tag, Mitt­woch, Frei­tag, Sams­tag2.7 Diens­tag, Don­ners­tag, Sams­tag2.8 Mon­tag, Diens­tag, Mitt­woch, Sams­tag2.9 Don­ners­tag, Frei­tag, Sams­tag
1. Le­bens­mit­telMon­tag Frei­tag lan­ger Sams­tag kur­zer Sams­tag1.12 9.30 14.30 9.00 - 15730 9.30 14.001.13 14.00 18.30 13.30 18.00 9.30 14.001.14 10.00 16.00 10.00 16.00 9.30 11.001.15 11.30 14.30 11.30 - 14.30 9.30 11.001.16 7.00 10.00 7.00 - 10.00 7.00 - 10.001.17 8.00 10.00 8.00 10.00 8.00 - 10.001.18 7.00 11.00 7.00 11.00 7.00 - 11.001.19 16.00 - 18.00 16.00 - 18.00 12.00 - 14.00
2. Nicht-Le­bens­mit­tel und ver­kaufs­be­zo­ge­ne Abt.Mon­tag - Frei­tag2.10 9.30 - 14.002.11 14.00 - 18.302.12 10.00 - 16.002.13 11.30 - 14.302.14 11.30 - 16.002.15 11.30 - 17.302.16 12.30 - 17.002.17 13.30 - 17.302.18 9.00 - 12.00
3.1 Mon­tag - Frei­tag 9.30 - 16.00 lan­ger Sams­tag
6 Ta­ge je Wo­che Kan­ti­ne
kur­zer Sams­tag
3.2 Mon­tag - Frei­tag 8.00 - 13..30/ 14.30 30 Wa­re­n­an­nah­me im Wech­sel 3.3 Mon­tag - Frei­tag
10.30/11.30 - 17.00 8.00 - 13.30 bzw.
3.6 Mon­tag - Frei­tag 12.10 - 17.30 Vor­zim­mer
+ lan­ger Sams­tag 7.00 - 13.00 3.7.1 kur­zer Sams­tag
7.00 - 14.30 3.8 Mon­tag - Frei­tag
13.00 - 19.00 + lan­ger Sams­tag
3.10 Mon­tag - Frei­tag
Be­triebs­kran­ken­kas­se
3.12 tgl. 15 Min. vor Geschäfts­schluß bis 45 Min. nach Geschäfts­schluß
3.13 Mon­tag - Frei­tag
12.00 - 16.00 Müll­be­sei­ti­gung
- 7 - di­gungs­frist gekündigt wer­den und ent­fal­tet ge­setz­li­che Nach­wir­kung.
Der Ar­beit­ge­ber hat be­an­tragt, den An­trag ab­zu­wei­sen. Zur Be­gründung hat er vor­ge­tra­gen, der Spruch der Ei­ni­gungs­stel­le sei un­wirk­sam, da die in ihm ver­ab­schie­de­ten Re­ge­lun­gen nicht vom er­zwing­ba­ren Mit­be­stim­mungs­recht des Be­triebs­rats ge­deckt sei­en. Im spe­zi­el­len Fall der Teil­zeit­beschäftig­ten bein-
- 8 - hal­ten Re­ge­lun­gen über Be­ginn und En­de der Ar­beits­zeit zu­gleich zwin­gen­de Vor­ga­ben für die Dau­er der tägli­chen und wöchent­li­chen Ar­beits­zeit. Ei­ne sol­che Re­ge­lung fin­de sich in § 4 des Spruchs der Ei­ni­gungs­stel­le in den Zif­fern 1.1 - 1.11 und 2.1 - 2.9 in Verb. mit der Be­stim­mung, daß für die­se ganz­tags­beschäftig­ten Teil­zeit­kräfte die Ar­beits­zeit der Voll­zeit­beschäftig­ten gel­ten sol­le. In § 5 wer­de mit der Dau­er der je­weils mögli­chen Schich­ten zu­gleich die Dau­er der tägli­chen Ar­beits­zeit fest­ge­legt.Die Ei­ni­gungs­stel­le ha­be al­len­falls ei­ne Rah­men­re­ge­lung für Ar­beits­zei­ten von Teil­zeit­beschäftig­ten fest­le­gen können, den die Par­tei­en des Ar­beits­ver­tra­ges ganz oder auch nur teil­wei­se ausschöpfen könn­ten.Das Ar­beits­ge­richt hat den An­trag des Be­triebs­rats ab­ge­wie­sen. Auf die Be­schwer­de des Be­triebs­rats hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt dem An­trag statt­ge­ge­ben. Mit der zu­ge­las­se­nen Rechts­be­schwer­de be­gehrt der Ar­beit­ge­ber die Wie­der­her­stel­lung der erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dung, während der Be­triebs­rat um Zurück­wei­sung der Rechts­be­schwer­de bit­tet.
Nach § 77 Abs. 1 Satz 1 Be­trVG führt der Ar­beit­ge­ber Ver­ein­ba­run­gen zwi­schen Be­triebs­rat und Ar­beit­ge­ber, auch so­weit sie auf ei­nem Spruch der Ei­ni­gungs­stel­le be­ru­hen, durch. Die­se Vor­schrift ver­pflich­tet den Ar­beit­ge­ber ge­genüber dem Be­triebs­rat, sol­che Ver­ein­ba­run­gen ih­rem In­halt ent­spre­chend im Be­trieb an­zu­wen­den. Um­strit­ten ist le­dig­lich, ob die­ser Durchführungs­an­spruch des Be­triebs­rats sich un­mit­tel­bar aus § 77 Abs. 1 Satz 1 Be­trVG er­gibt oder ob er sei­nen Grund in der Be­triebs­ver­ein­ba­rung selbst hat. Die Fra­ge be­darf kei­ner Ent­schei­dung. Wenn nun­mehr § 77 Abs. 1 Satz 1 Be­trVG die Durchführungs­pflicht des Ar­beit­ge­bers auch auf Sprüche der Ei­ni­gungs­stel­le er­streckt, so wird dar­aus deut­lich, daß der Be­triebs­rat vom Ar­beit­ge­ber die Durchführung al­ler ge­trof­fe­nen Ver­ein­ba­run­gen soll ver­lan­gen können, gleichgültig, ob die­se ei­ne sol­che Pflicht des Ar­beit­ge­bers selbst be­gründen oder als ge­ge­ben vor­aus­set­zen (Be­schluß des Se­nats vom 24. Fe­bru­ar 1987 - 1 ABR 18/85 -- zur Veröffent­li­chung vor­ge­se­hen, zu B II 1 der Gründe; Be­schluß vom 10. No­vem­ber 1987 - 1 ABB55/86 zur Veröffent­li­chung vor­ge­se­hen, zu B II 1 der Gründe).
b) Wie der Be­gründungs­zu­sam­men­hang der Rechts­be­schwer­de er­gibt,: will der Ar­beit­ge­ber letz­ten En­des auch et­was ganz an­de­res rügen, nämlich, daß die Re­ge­lun­gen in § 4 und § 5 des Ei­ni­gungs­stel­len­spruchs es ihm ver­weh­ren, be­stimm­te va­ria­ble Ar­beits­zei­ten ein­zel­ver­trag­lich mit dem Teil­zeit­beschäftig­ten zu ver­ein­ba­ren. Auch das ist nicht rich­tig. Das Mit­be­stim­mungs­recht des Be­triebs­rats sagt nichts darüber, was der Ar­beit­ge­ber mit dem je­wei­li­gen Ar­beit­neh­mer in­di­vi­du­al­recht­lich ver­ein­ba­ren kann (vgl. Be­schlußdes Se­nats vom 13. Ok­to­ber 1987 - 1 ABR 51/86 AP Nr. 2 zu § 77 Be­trVG 1972 Aus­le­gung). Al­ler­dings trifft es zu, daß es ei­ne Fol­ge des Mit­be­stim­mungs­rechts nach § 87 Abs. 1 Nr. 2 Be­trVG ist, daß der Ar­beit­ge­ber den Ein­satz von Ar­beit­neh­mern in ka­pa­zitätsori­en­tier­ter va­ria­bler Ar­beits­zeit nicht ein­sei­tig an­ord­nen kann, viel­mehr hier­bei auf die Zu­stim­mung des Be­triebs­rats an­ge­wie­sen ist und ggf. die Ei­ni­gungs­stel­le an­ru­fen muß.
Dr. Kis­sel Mat­thes Dr. Wel­ler
An­dersch Dr. Fe­der­lin	m.hensche.de
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