Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=20.06.2001&Aktenzeichen=4%20BN%2021.01
Timestamp: 2020-05-27 04:07:44
Document Index: 137180790

Matched Legal Cases: ['§ 215', '§ 47', '§ 132', '§ 47', '§ 47', '§ 47', '§ 47']

BVerwG, 20.06.2001 - 4 BN 21.01 - dejure.org
https://dejure.org/2001,232
BVerwG, 20.06.2001 - 4 BN 21.01 (https://dejure.org/2001,232)
BVerwG, Entscheidung vom 20.06.2001 - 4 BN 21.01 (https://dejure.org/2001,232)
BVerwG, Entscheidung vom 20. Juni 2001 - 4 BN 21.01 (https://dejure.org/2001,232)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2001,232) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Normenkontrollverfahren; Doppelfehler; Prüfungspflicht; Entscheidungsreife; Rechtsschutzinteresse; Beschwer; Nichtigkeit; Unwirksamkeit.
Umfangreiche Prüfung von Rechtsfehlern durch das Normenkontrollgericht - Gültigkeit eines beschlossenen Bebauungsplans - Rechtsschutzinteresse des Antragstellers bezüglich der Prüfung von Rechtsfehlern
BauGB § 215a Abs. 1; VwGO § 47 Abs. 5 § 132 Abs. 2
Verfahrensrecht - Normenkontrolle: Mehrheit an Rechtsfehlern
NJW 2002, 695 (Ls.)
NVwZ 2002, 83
DVBl 2001, 1872 (Ls.)
DÖV 2002, 351 (Ls.)
BauR 2002, 284
ZfBR 2002, 274
Dies reicht aus, um eine Beschwer zu begründen (vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 20. Juni 2001 - BVerwG 4 BN 21.01 - Buchholz 310 § 47 VwGO Nr. 148 und vom 11. Dezember 2002 - BVerwG 4 BN 16.02 - BVerwGE 117, 239).
Es kann demgemäß die angegriffene Satzung auch aus Gründen als rechtsfehlerhaft ansehen, welche der Antragsteller nicht vorgetragen hat (BVerwG, Beschluss vom 20.6.2001 - 4 BN 21.01 -, Rn. 12 und 13 in juris;… Schoch/Schneider/Bier, VwGO, Stand: Oktober 2015, § 47 Rn. 87).
Dies gilt jedenfalls dann, wenn es sich nicht um eine "ungefragte Fehlersuche" handelt, weil der Fehler sich - wie hier - schon bei Durchsicht der angefochtenen Satzungen aufdrängt (vgl. BVerwG…, Urteil vom 17.4.2002 - 9 CN 1.01 - 2. und 3. Leitsatz und Rn. 43 f. in juris, Beschluss vom 20.6.2001 - 4 BN 21.01 - Rn. 17 in juris).
Mit dem Hinweis auf die Senatsentscheidung vom 20. Juni 2001 - BVerwG 4 BN 21.01 - (ZfBR 2002, 274) lassen sich ihre Beschwer und auch ihr Rechtsschutzbedürfnis nicht (mehr) in Zweifel ziehen.
Weder Antragsteller noch Antragsgegner können das Normenkontrollgericht prozessual zwingen, bestimmte Fehler zu beurteilen und sie als durchgreifend oder umgekehrt als nicht gegeben anzusehen (BVerwG, Beschluss vom 20. Juni 2001 - 4 BN 21.01 - Buchholz 310 § 47 VwGO Nr. 148 S. 63).
101 vgl. zu dieser Rechtsfolge: BVerwG, Beschluss vom 20. Juni 2001 - 4 BN 21.01 -, BRS 64 Nr. 58 = juris Rn. 10, Urteile vom 25. November 1999 - 4 CN 17.98 -, BRS 62 Nr. 26 = juris Rn. 22, und vom 3. Dezember 1998 - 4 CN 3.97 -, BVerwGE 108, 71 = BRS 60 Nr. 43 = juris Rn. 13; OVG NRW, Beschluss vom 30. März 1990 - 7 B 3551/89 -, BRS 50 Nr. 37 = juris Rn. 9; Ziekow, in: Sodan/Ziekow, VwGO, 3. Auflage 2010, § 47 Rn. 364 f.
Eine prozessuale Pflicht zu einer umfassenden Prüfung besteht nur insoweit, als das Normenkontrollgericht seine Kontrolle erst beenden darf, wenn es keine Möglichkeit gefunden hat, dem Antragsbegehren stattzugeben (so BVerwG, Beschluss vom 20. Juni 2001 - 4 BN 21.01 -, NVwZ 2002, 83 ff.; Schmidt, LKV 2003, 71).
Im Einzelfall ist es häufig nahe liegend oder auch wünschenswert, dass das Normenkontrollgericht seine Prüfung auf sich anderweitig aufdrängende Mängel ausdehnt (BVerwG, Beschluss vom 20. Juni 2001, a.a.O.).
Die Frage, ob die Unwirksamkeit eines Bebauungsplans nur festgestellt werden darf, wenn keine Nichtigkeitsgründe vorliegen, muss nicht entschieden werden (vgl. hierzu - verneinend - VGH BW vom 14.12.2001 VBlBW 2002, 304 und - bejahend - Quaas, VBlBW 2002, 289; in BVerwG vom 20.6.2001 NVwZ 2002, 83 = BayVBl 2002, 471 wurde diese Frage offen gelassen).
Dementsprechend haben die Beteiligten des Normenkontrollverfahrens keinen Anspruch darauf, dass das Gericht bestimmte mögliche Fehler beurteilt (BVerwG vom 20.6.2001 NVwZ 2002, 83 = BayVBl 2002, 471).
Es kann demgemäß die angegriffene Satzung auch aus Gründen als rechtsfehlerhaft ansehen, welche der Antragsteller nicht vorgetragen hat (BVerwG, Beschluss vom 20.06.2001 - 4 BN 21.01 -, juris Rn. 12 und 13).
Dies gilt jedenfalls dann, wenn es sich nicht um eine "ungefragte Fehlersuche" handelt, weil der Fehler sich - wie hier - schon bei Durchsicht der angefochtenen Satzung aufdrängt (Niedersächsisches OVG…, Urteil vom 16.02.2016 - 9 KN 288/13 -, juris Rn. 14; vgl. auch BVerwG, Urteil vom 17.04.2002 - 9 CN 1.01 -, juris 2. und 3. Leitsatz und Rn. 43 f., Beschluss vom 20.06.2001 - 4 BN 21.01 -, juris Rn. 17).
VGH Bayern, 13.11.2007 - 23 ZB 07.2302
Kommunalabgabenrecht: Heranziehung von Dachgeschossen im Außenbereich // …
VGH Bayern, 13.11.2007 - 23 ZB 07.2303
Herstellungsbeitrag für öffentliche Wasserversorgungsanlage; Beitragsmaßstab …
BVerwG, 15.12.2004 - 5 B 124.04
Bedarf; Behinderter; Behinderung; berufsvorbereitende Maßnahme; Bundesagentur für …
BVerwG, 30.06.2005 - 5 B 93.04
VG Sigmaringen, 22.09.2004 - 8 K 611/04
Artzuschlag bei Erschließungsbeiträgen für Mischgebiet
VG Regensburg, 08.02.2010 - RO 8 K 09.1991
Beitrag für die Herstellung der öffentlichen Wasserversorgungsanlage nach …
VGH Bayern, 03.09.2002 - 1 N 00.2126
VG München, 21.07.2011 - M 10 K 09.3076
Wirtschaftliche Einheit; Überbau; Umgriff