Source: https://www.steuernetz.de/lexikon/betriebseinnahmen-und-betriebsausgaben
Timestamp: 2020-07-10 19:24:17
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Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 57', '§ 3', '§ 3', '§ 6', '§ 6', '§ 7', '§ 3', '§ 12', '§ 3', '§ 13', '§ 4', '§ 3']

ABC der Betriebseinnahmen
Wenn Sie eine Forderung gegen einen Kunden mit einer Forderung des Kunden an Sie verrechnen, entstehen zum Zeitpunkt der Aufrechnung steuerpflichtige Betriebseinnahmen.
Werden Sie von einem Ihrer Geschäftspartner zum Essen eingeladen, müssen Sie die erhaltenen Sachzuwendungen in Form von Speisen und Getränken nicht versteuern (R 4.7 Abs. 3 EStR 2012).
Einnahmen aus Lieferungen und Leistungen
Typische Betriebseinnahmen sind Entgelte aufgrund von Warenlieferungen oder von erbrachten Dienstleistungen; das gilt wegen des Zuflussprinzips auch für Anzahlungen (Abschlagszahlungen, Vorschüsse). Aber auch z.B. Erträge aus Wertpapieren oder Beteiligungen, die zu Ihrem Betriebsvermögen gehören, sind Betriebseinnahmen. Honorarnachzahlungen können mit der Fünftelregelung steuerbegünstigt sein.
Solange ein Wirtschaftsgut über 50 % betrieblich genutzt wird, kann es nicht aus dem Betriebsvermögen entnommen werden. Wenn Sie den Gegenstand jedoch für private Zwecke entnehmen – weil Sie den Gegenstand in Zukunft selbst nur noch privat nutzen oder ihn z.B. einem Angehörigen schenken wollen – oder dessen betriebliche Nutzung unter 10 % sinkt, dann wird dieser Vorgang steuerlich fast so behandelt wie der Verkauf von Anlagevermögen (zum betrieblichen Pkw →Pkw). Anstelle des Verkaufserlöses tritt hier der Teilwert, d.h. im Allgemeinen der Marktwert. Der Teilwert muss von Ihnen geschätzt und als fiktive Betriebseinnahme angesetzt werden. Wenn Sie umsatzsteuerpflichtig sind und bei dem Wirtschaftsgut ein Vorsteuerabzug möglich war, unterliegt die Entnahme auch noch der Umsatzsteuer (bei Pkw und Grundstücken gibt es hier Besonderheiten). Betriebseinnahme ist dann der Bruttowert inkl. Umsatzsteuer. Der Restbuchwert des Wirtschaftsgutes zum Zeitpunkt der Entnahme wird als Betriebsausgabe angesetzt.
Handelt es sich um einen abnutzbaren Gegenstand, ist der Restbuchwert gleich den ursprünglichen Anschaffungskosten abzüglich den bisher vorgenommenen Abschreibungen, wobei die zeitanteilige Abschreibung im Entnahmejahr noch als laufende Abschreibung zu buchen ist. Bei nicht abnutzbarem Anlagevermögen (Grund und Boden) ist der Restbuchwert identisch mit den Anschaffungskosten. Ist der Teilwert höher als der Restbuchwert, werden durch die Entnahme stille Reserven aufgedeckt, die gewinnerhöhend wirken. Das entnommene Wirtschaftsgut ist aus dem Anlageverzeichnis zu entfernen.
Entnahme von Nutzungen und Leistungen
Bei der Entnahme von Nutzungen betrieblicher Gegenstände geht es um Gegenstände des Betriebsvermögens, die teilweise auch privat genutzt werden (z.B. →Pkw oder →Telefonanlage), oder um bestimmte Kosten, die als Betriebsausgaben angesetzt werden, aber zum Teil auf den privaten Lebensbereich entfallen (z.B. Strom, Telefongebühren). Als Ausgleich für eine nicht nur unwesentliche private Mitbenutzung müssen Sie eine fiktive Betriebseinnahme in Höhe der Selbstkosten ansetzen; bei umsatzsteuerlichen Unternehmern wird i. A. auch noch Umsatzsteuer fällig, um denn zuvor bereits in Anspruch genommenen Vorsteuerabzug zu korrigieren. Die Höhe des privaten Nutzungsanteils muss im Einzelfall (außer beim Betriebs-Pkw) geschätzt werden, meist anhand der zeitlichen Nutzungsdauer für private Zwecke im Verhältnis zur Gesamtnutzungsdauer. Hierbei helfen Aufzeichnungen über einen repräsentativen Zeitraum von drei Monaten.
Eine steuerpflichtige Leistungsentnahme liegt vor, wenn Sie z.B. Arbeitnehmer Ihres Betriebes privat einsetzen oder Kosten Ihres Betriebes in eine für Sie privat erbrachte Dienstleistung eingehen.
Wenn Sie aus Ihrer Kasse für sich privat Bargeld entnehmen oder von Ihrem Betriebskonto für sich Bargeld abheben, so wirkt sich dieser Vorgang nicht in der Einnahmen-Überschuss-Rechnung aus. Unternehmer, die ihren Gewinn durch eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung nach § 4 Abs. 3 EStG ermitteln, brauchen daher auch kein Kassenbuch zu führen (BFH-Beschluss vom 16.2.2006, X B 57/05, BFH/NV 2006 S. 940).
Entnahme von Umlaufvermögen
Verbrauchen Sie Waren, die Sie für Ihren Betrieb eingekauft oder selbst hergestellt haben, für sich privat, wird Ihr Eigenverbrauch besteuert, weil Sie die Anschaffungskosten als Betriebsausgaben abziehen konnten (eine private Geldentnahme vom Betriebskonto ist aber für Ihre Einnahmen-Überschuss-Rechnung irrelevant). Die Höhe der Entnahme richtet sich nach dem Teilwert, also nach den Wiederbeschaffungskosten zum Zeitpunkt der Entnahme. Haben sich die Wertverhältnisse inzwischen nicht geändert, können Sie die Entnahme mit den früheren Anschaffungskosten bzw. Ihren Selbstkosten (bei eigener Herstellung) ansetzen. Umsatzsteuerpflichtige Unternehmer müssen auf die Entnahme auch noch Umsatzsteuer zahlen.
Im Lebensmitteleinzelhandel (z.B. Bäckerei, Metzgerei, Getränke-, Obst- und Gemüsehändler) und in der Gastronomie (z.B. Restaurants, Cafés) unterstellt das Finanzamt immer einen Eigenverbrauch und hat dafür regional unterschiedliche Pauschbeträge festgesetzt (BMF-Schreiben vom 19.12.2008, BStBl. 2008 I S. 1012), die als Betriebseinnahme anzusetzen und Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer sind. Diese Pauschbeträge können Sie auch widerlegen, wenn Ihre persönlichen Verbrauchsgewohnheiten davon abweichen.
Erstattung früherer Betriebsausgaben
Die Erstattung früherer Betriebsausgaben, z.B. aufgrund fehlerhafter Abrechnungen, führt zu steuerpflichtigen Betriebseinnahmen.
Bei Selbstständigen, die ihren Gewinn mit einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln, sind Forderungen mangels Geldzuflusses keine Betriebseinnahmen. Gleiches gilt, wenn Sie aus betrieblichen Gründen auf eine Forderung verzichten. Dagegen führt ein Forderungsverzicht aus privaten Gründen zu einer fiktiven Betriebseinnahme.
Teure Sachgeschenke, die mehr als kleine Aufmerksamkeiten (ab einem Wert von 10,00 €) und betrieblich veranlasst sind, gehören mit ihrem Wert zu den Betriebseinnahmen. Solche Geschenke können vom Schenker pauschal mit 30 % versteuert werden (auch nachträglich in einer geänderten Lohnsteueranmeldung: LfSt Bayern 26.6.2009, DStR 2009 S. 1476). Bereits Geschenke mit einem Wert von über 10,00 € bis 35,00 €, die als Betriebsausgabe absetzbar sind, sind in die Pauschalversteuerung einzubeziehen (BFH-Urteil vom 16.10.2013, VI R 52/11, BStBl. 2015 II S. 455). Um das Problem zu entschärfen, hat die Finanzverwaltung verfügt, dass die Steuerfreiheit von Aufmerksamkeiten (Sachgeschenke bis 60,00 € inkl. USt) nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für Dritte gilt (Verfügung der OFD Frankfurt vom 10.10.2012, DStR 2012 S. 1085). Dritte können z.B. Kunden oder Geschäftspartner von Selbstständigen sein.
Bei verbilligter Überlassung einer Ware oder Dienstleistung durch den Auftraggeber (z.B. günstiger Haustarif für eine Versicherung) ist der steuerpflichtige geldwerte Vorteil nicht um den Rabattfreibetrag für Arbeitnehmer zu verringern (BFH-Urteil vom 21.4.2010, X R 43/08, BFH/NV 2010 S. 1436). Die dagegen eingelegte Verfassungsbeschwerde wurde nicht angenommen (BVerfG, Beschluss vom 26.10.2011, 2 BvR 2421/10 ).
Gründungszuschuss/Gründungsprämie
Der Gründungszuschuss gemäß § 57 SGB III für arbeitslose Arbeitnehmer, die noch mindestens 150 Tage Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben und sich hauptberuflich selbstständig machen wollen, ist nach § 3 Nr. 2 EStG steuerfrei und unterliegt nicht dem Progressionsvorbehalt. Daher muss er nicht in der Steuererklärung angegeben werden.
Handwerksmeister, die ein Einzelunternehmen gründen oder übernehmen, werden in Nordrhein-Westfalen durch eine Gründungsprämie von 7.500,00 € gefördert. Diese ist im Jahr der Zuschussgewährung als Betriebseinnahme zu versteuern (ofd-rheinland21.2.2013, DB 2013 S. 549).
Erträge aus betrieblichen Festgeldkonten und Wertpapierdepots unterliegen nicht der Umsatzsteuer und auch nicht der Abgeltungsteuer. Sie sind in der Anlage EÜR in die Zeile 13 einzutragen und werden wie die anderen Betriebseinnahmen individuell nach Tarif besteuert.
Seit 2009 müssen alle Tagespflegepersonen die Einkünfte aus ihrer Tagespflegetätigkeit versteuern. Dies gilt unabhängig von der Anzahl der betreuten Kinder und davon, woher die Einnahmen kommen. Damit müssen auch Tagesmütter, die vom Jugendamt oder von der Gemeinde bezahlt werden, die Einkünfte aus ihrer Tagespflegetätigkeit versteuern. Versteuert werden muss der Gewinn. Um ihn zu ermitteln, werden die Betriebsausgaben entweder über eine →Betriebsausgabenpauschale oder über eine Einzelauflistung von den Einnahmen abgezogen. Steuerfrei sind für Tagespflegepersonen, die von Jugendamt oder Gemeinde bezahlt werden, die vom Träger der Jugendhilfe kommenden Erstattungen zur Unfallversicherung und die hälftigen Erstattungen zur Alterssicherung und zur Kranken- und Pflegeversicherung (§ 3 Nr. 9 EStG).
Weder die Auszahlung noch die Rückzahlung eines Betriebskredits/-darlehens wirkt sich auf den Gewinn aus.
Das Meister-BAföG wird nicht dem Unternehmen gewährt, sondern ist personengebunden und an verschiedene persönliche Voraussetzungen gekoppelt. Daher liegen auch keine Betriebseinnahmen vor.
Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten mussten von ihren Patienten bis 2012 jedes Quartal eine Praxisgebühr von 10,00 € kassieren. Nach Auffassung der Finanzverwaltung stellt die Gebühr eine Betriebseinnahme dar, die auch versteuert werden muss (BMF-Schreiben vom 25.5.2004, BStBl. 2004 I S. 526).
Da praktisch jeder Betriebs-Pkw zum Teil auch privat genutzt wird, muss der geldwerte Vorteil daraus in der Einnahmen-Überschuss-Rechnung als privater Nutzungswert in Form einer fiktiven Betriebseinnahme erfasst und damit versteuert werden. Dies gilt aber nicht bei Rufbereitschaft oder einem Betriebs-Lkw oder zusätzlichen Kasten- und Werkstattwagen, bei denen die Privatnutzung so gut wie ausgeschlossen ist (BMF-Schreiben vom 18.11.2009, BStBl. 2009 I S. 1326Tz. 12), ebenso nicht für einen Geländewagen (Niedersächsisches FG vom 13.3.2013, 4 K 302/11 ). Zu dem Thema betrieblich genutzter Transporter ist noch eine Revision beim BFH anhängig (Az. X R 32/11).
Der Privatanteil wird genauso ermittelt wie der geldwerte Vorteil, den Arbeitnehmer für die private Nutzung eines Dienst- oder Firmenwagens versteuern müssen. Verschiedene Methoden kommen dabei gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG infrage (BMF-Schreiben vom 21.1.2002, BStBl. 2002 I S. 148Tz. 11), wobei Selbstständige auch noch nachträglich im Einspruchsverfahren von der Fahrtenbuch- zur 1 %-Methode wechseln dürfen (LFD Thüringen 31.3.2009 , Az. Kurzinfo Nr. 21/2009).
Der Pkw befindet sich im notwendigen Betriebsvermögen
Ermittlung des Privatanteils mit der pauschalen 1 %-Methode
Privatanteil für Privatfahrten:
monatlich 1 % des Bruttolistenpreises (jährlich somit 12 % des Listenpreises)1)
Privatanteil für Familienheimfahrten bei doppelter Haushaltsführung:
pro Heimfahrt 0,002 % des Bruttolistenpreises ab dem ersten Entfernungskilometer2)
Privatanteil für Fahrten zwischen Wohnung und erster Betriebsstätte:
monatlich 0,03 % des Bruttolistenpreises ab dem ersten Entfernungskilometer3) x 12 Monate (jährlich somit 0,36 % des Listenpreises).
= steuerpflichtiger privater Nutzungswert
Den so errechneten Privatanteil tragen Sie in der Anlage EÜR auf der Seite 1 bei den umsatzsteuerpflichtigen Betriebseinnahmen in die Zeile Private Kfz-Nutzung ein.
Fahren Sie mit Ihrem Firmenwagen nicht täglich zu Ihrer ersten Betriebsstätte, so muss vom BFH noch geklärt werden, ob jeden Monat statt der 0,03 %-Regelung – wie bei Arbeitnehmern – vie günstiger nur die tatsächlich durchgeführten Fahrten jeweils mit 0,002 % zu versteuern sind (Az. der Revision: III R 25/14). Die 0,03 %-Regelung geht nämlich von 15 Tagen aus (15 × 0,002 % = 0,03 %).
Die 1 %-Methode gilt für alle Fahrzeuge, die für eine private Nutzung geeignet sind, also neben Pkws (inkl. Taxis) auch für Mofas, Motorräder und E-Bikes mit über 25 km/h, handelsübliche Geländewagen, Wohnmobile, Pick-ups, Vans usw. Dazu zählen auch geleaste oder gemietete Pkw, die zu mehr als 50 % betrieblich genutzt werden (BMF-Schreiben vom 21.1.2002, BStBl. 2002 I S. 148Rz. 1). Für reine Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge wird der Listenpreis gekürzt.
Sind mehrere zu über 50 % betrieblich genutzte Fahrzeuge vorhanden und werden keine Fahrtenbücher geführt, muss der Unternehmer nur für das Fahrzeug mit dem höchsten Listenpreis monatlich 1 % des Listenpreises versteuern. Für die übrigen Fahrzeuge ist kein pauschaler Nutzungswert zu versteuern. Voraussetzung dafür ist, dass der Unternehmer glaubhaft machen kann, dass die übrigen Betriebsfahrzeuge nach der betrieblichen Nutzungszuweisung ihm oder seinen Angehörigen nicht zur privaten Nutzung zur Verfügung stehen (FG Sachsen-Anhalt vom 26.3.2013, 4 K 1244/09, EFG 2013 S. 1571). Gibt es Angehörige, die für eine Nutzung infrage kommen, muss entsprechend mehr versteuert werden. Insgesamt sind aber nicht mehr private Nutzungsanteile nach der 1 %-Regelung zu versteuern, wie private Nutzer vorhanden sind, ausgehend von den Pkws mit den höchsten Listenpreisen (BMF-Schreiben vom 15.11.2012, BStBl. 2012 I S. 1099).
Haben Sie Ihr Fahrzeug ausnahmsweise einen vollen Kalendermonat nicht privat genutzt (z.B. wegen Krankenhausaufenthalt oder Führerscheinentzug), müssen Sie für diesen Monat auch keinen Nutzungswert versteuern (BMF-Schreiben vom 18.11.2009, BStBl. 2009 I S. 1326Tz. 15). Besitzen Sie ein dem Betriebs-Pkw gleichwertiges privates Fahrzeug, ist der Beweis des ersten Anscheins der privaten Mitbenutzung des Betriebs-Pkws entkräftet. Dann muss das Finanzamt das Gegenteil beweisen (BFH-Urteil vom 4.12.2012, VIII R 42/09, BStBl. 2013 II S. 365).
Die 1 %-Methode gilt seit 1.1.2006 nur für Fahrzeuge des notwendigen Betriebsvermögens (betriebliche Nutzung über 50 %), nicht für Pkw im gewillkürten Betriebsvermögen (betriebliche Nutzung zwischen 10 und 50 %). Für Letztere erfolgt eine Schätzung. Ob Ihre betrieblichen Fahrten mehr als 50 % der Gesamtfahrleistung ausmachen, muss grundsätzlich jedes Jahr neu überprüft werden. Den betrieblichen Anteil müssen Sie durch Aufzeichnungen glaubhaft machen, falls Sie nicht zu einer Berufsgruppe mit erfahrungsgemäß vielen betrieblichen Fahrten gehören (wie etwa Taxiunternehmer, Handelsvertreter oder Handwerker im Baugewerbe); ein Fahrtenbuch ist dafür aber nicht erforderlich (BMF-Schreiben vom 18.11.2009, BStBl. 2009 I S. 1326). Betriebliche Fahrten sind vor allem Fahrten zu Kunden, zu Lieferanten zwecks betrieblicher Besorgungen (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 3 EStG).
Fahrten im Zusammenhang mit anderen Einkünften sind mit der 1 %-Methode nicht abgegolten (BFH-Urteil vom 26.4.2006, X R 35/05, BStBl. 2007 II S. 445). Hier gibt es eine Vereinfachungsregel der Finanzverwaltung (BMF-Schreiben vom 18.11.2009, BStBl. 2009 I S. 1326Tz. 17): Danach wird auf den Ansatz eines zusätzlichen Privatanteils verzichtet, wenn der Werbungskosten- oder Betriebsausgabenabzug bei der anderen Einkunftsart keiner Beschränkung unterliegt (wie z.B. bei den Einkünften aus Vermietung, nicht aber bei Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit wegen der Entfernungspauschale) und die Fahrtkosten dort nicht geltend gemacht werden.
Beim Gebrauchtwagenkauf führt der im Vergleich zu den Anschaffungskosten höhere Listenpreis oft zu einem überhöhten Privatanteil. Gleiches gilt bei bereits voll abgeschriebenen Fahrzeugen mit niedrigen Kosten. Liegt der so pauschal ermittelte Privatanteil nachweislich über den tatsächlichen Gesamtkosten des Pkw (= Nettokosten bei Unternehmern mit Vorsteuerabzug), sind nur die tatsächlichen Kosten als fiktive Einnahme anzusetzen, somit die gesamten Pkw-Kosten! Das ist die Kostendeckelung (BMF-Schreiben vom 18.11.2009, BStBl. 2009 I S. 1326Tz. 18). Für die Deckelung müssen Sie in der Anlage EÜR in der Zeile Private Kfz-Nutzung nicht den pauschalen 1 %-Wert, sondern den auf die tatsächlichen Kosten gedeckelten Betrag eintragen. Führt die 1 %-Methode zu einem unangemessen hohen Privatanteil, sollten Sie lieber ein Fahrtenbuch führen. Ein Wechsel von der 1 %-Methode zur Fahrtenbuchmethode während des Jahres ist für dasselbe Fahrzeug unzulässig (BFH-Urteil vom 20.3.2014, VI R 35/12, BStBl. 2014 II S. 643).
Ermittlung des Privatanteils mit der Fahrtenbuch-Methode
Privatanteil in % = (privat gefahrene km:Gesamtfahrleistung) × 100
Privater Nutzungswert = Gesamtkosten des Pkw × Privatanteil in %
Von der Gesamtfahrleistung des Pkw werden die betrieblich gefahrenen Kilometer laut Fahrtenbuch abgezogen (ggf. auch noch die Kilometer für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb). Die Differenz ergibt dann die Privatfahrten, für die der Privatanteil versteuert werden muss. Bei Unternehmern mit Vorsteuerabzug gehen in die Berechnung der Gesamtkosten nur die Nettokosten ein. Eine Sonderabschreibung nach § 7g EStG, Unfallkosten (seit 2011) und Reisenebenkosten (z.B. Parkgebühren, Maut) gehen nicht in die Gesamtkosten ein.
Ein Fahrtenbuch muss das ganze Jahr über und jedes Jahr aufs Neue zeitnah in geschlossener Form (keine losen Notizzettel) geführt werden und bei der Erstellung mit einem EDV-Programm müssen nachträgliche Änderungen ausgeschlossen sein. Zur Vorlage des Fahrtenbuchs sind Sie nur verpflichtet, wenn das Finanzamt oder ein Betriebsprüfer Sie dazu auffordert (Verfügung der OFD München vom 18.1.2001, DStR 2001 S. 850).
Der Pkw befindet sich im gewillkürten Betriebsvermögen
Gehört Ihr Betriebsfahrzeug zum gewillkürten Betriebsvermögen, ist seit 2006 die pauschale 1 %-Methode nicht mehr zulässig. Sie müssen also den Umfang der betrieblichen/privaten Nutzung ermitteln, um den steuerpflichtigen Privatanteil berechnen zu können. Ein Fahrtenbuch ist nicht notwendig, es genügt zur Glaubhaftmachung der betrieblichen Fahrten auch eine sachgerechte Schätzung anhand des Terminkalenders, von Kilometerabrechnungen gegenüber Auftraggebern, Reisekostenaufstellungen usw. (BMF-Schreiben vom 18.11.2009, BStBl. 2009 I S. 1326Tz. 4 bis 6). Diese Aufzeichnungen dürfen auch im Nachhinein anhand von Unterlagen erstellt werden. Zulässig sind auch formlose Aufzeichnungen über einen repräsentativen Zeitraum von drei Monaten, die dann auf das ganze Jahr hochgerechnet werden.
Privatanteil = Kfz-Gesamtkosten4) × private Nutzung in %
Von den ermittelten Prozentsätzen (egal ob Jahresberechnung oder 3-Monats-Berechnung) können Sie dann auch in den Folgejahren ausgehen, solange es keine wesentlichen Änderungen gibt (z.B. Umzug oder andere Fahrzeugklasse). Die Ermittlung des privaten Nutzungswerts erfolgt wie oben bei der Fahrtenbuch-Methode. Ohne Aufzeichnungen wird das Finanzamt den Privatanteil hoch schätzen (z.B. 80 oder 85 %), was sicherlich sehr ungünstig für Sie ist.
Befindet sich Ihr Fahrzeug bereits im Betriebsvermögen und ist das steuerliche Ergebnis für Sie sehr ungünstig, haben Sie die Möglichkeit, das Fahrzeug zu entnehmen. Problematisch sind jedoch die stillen Reserven, die meistens vorhanden sind. Es kommt dann zu einem einkommensteuerpflichtigen Entnahmegewinn, außerdem fällt ggf. Umsatzsteuer auf den Marktwert bei Entnahme an.
Haben Sie bei einem Leasing-Pkw das Nutzungsrecht Ihrem betrieblichen Bereich zugeordnet, wird der Privatanteil nach den gleichen Grundsätzen wie für ein Fahrzeug des gewillkürten Betriebsvermögens berechnet.
Preisgelder, die einen direkten Bezug zu Ihrer selbstständigen Tätigkeit haben, sind Betriebseinnahmen (z.B. betriebsbezogener Förderpreis für Handwerksmeister). Preise für künstlerische oder wissenschaftliche Einzelleistungen können gemäß § 3 Nr. 11 EStG steuerfrei sein (FG Nürnberg vom 25.2.2014, 1 K 1718/12, EFG 2014 S. 1187).
Schadenersatz für einen betrieblichen Schaden ist eine Betriebseinnahme, vorausgesetzt, das schädigende Ereignis war kein normaler, üblicher Geschäftsvorfall. Das ist z.B. der Fall bei einem Unfall mit Ihrem Betriebs-Pkw. Schmerzensgeld und die Erstattung von Krankheitskosten sind dagegen nicht steuerpflichtig.
Selbstständige müssen für die private Mitbenutzung des betrieblichen Telefons einen Privatanteil versteuern (BMF-Schreiben vom 6.5.2002, DStR 2002 S. 999). Als Pauschale werden dafür i. A. etwa 300,00 € im Jahr akzeptiert. Einen allgemein verbindlichen Wert gibt es aber nicht. Während bei Arbeitnehmern seit dem 1.1.2000 die private Nutzung betrieblicher Kommunikationsanlagen steuerfrei ist, gilt dies für Selbstständige nicht (BFH-Urteil vom 21.6.2006, XI R 50/05, BFH/NV 2006 S. 1963).
Selbstständige müssen Trinkgelder, die sie von Ihren Kunden erhalten, als Betriebseinnahme versteuern (z.B. Taxifahrer, Friseur, Gastronom, Musiker).
Wenn keine Umsatzsteuerpflicht besteht, taucht die Umsatzsteuer bei den Betriebseinnahmen nicht auf. Eine Aufteilung des auf einer bezahlten Rechnung ausgewiesenen Bruttobetrages nach Nettobetrag und Vorsteuer muss daher in der Einnahmen-Überschuss-Rechnung nicht erfolgen. Wenn Sie umsatzsteuerpflichtig sind und demzufolge Umsatzsteuer in Rechnung gestellt haben, ist der eingenommene Bruttobetrag (Nettoumsatz zzgl. Mehrwertsteuer) für Sie eine Betriebseinnahme, also auch die vereinnahmte Umsatzsteuer. Der Gewinn erhöht sich, die Umsatzsteuer ist somit kein durchlaufender Posten. Beim Eigenverbrauch dürfen Sie vereinfachend die Umsatzsteuer darauf als fiktive Betriebseinnahme ansetzen und deren Zahlung ans Finanzamt als Betriebsausgabe. Das Finanzamt darf beim Betriebs-Pkw infolge Anwendung der 1 %-Regelung keine höhere auf die private Pkw-Nutzung entfallende, nach § 12 Nr. 3 EStG nicht abziehbare Umsatzsteuer als Betriebseinnahme ansetzen als die im Umsatzsteuerbescheid festgesetzte Umsatzsteuer auf den Privatanteil bei den Betriebsausgaben (BFH-Urteil vom 7.12.2010, VIII R 54/07, BStBl. 2011 II S. 451).
Umsatzsteuererstattungen durch das Finanzamt – aufgrund Ihrer Umsatzsteuervoranmeldung oder Ihrer Umsatzsteuer-Jahreserklärung – sind im Zeitpunkt der Gutschrift ebenfalls als Betriebseinnahme zu erfassen.
Verkauf von Wirtschaftsgütern des Betriebsvermögens
Den Verkaufserlös für einen Gegenstand des Betriebsvermögens müssen Sie voll als Betriebseinnahme berücksichtigen. Ein Restbuchwert (ursprüngliche Anschaffungskosten abzüglich bisherige Abschreibungen einschließlich der zeitanteiligen Abschreibung im Verkaufsjahr) wird als Betriebsausgabe angesetzt. Ist das Wirtschaftsgut bereits abgeschrieben, beträgt der Restbuchwert 1,00 €. Ist der Verkaufserlös höher als der Restbuchwert, werden durch die Veräußerung stille Reserven aufgedeckt, die gewinnerhöhend wirken. Unterliegen Sie der Umsatzsteuer, müssen Sie in den meisten Fällen auf den Verkaufserlös auch noch Umsatzsteuer entrichten.
Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung wie das Verletztengeld nach einem Betriebsunfall oder eine Rente wegen einer Berufskrankheit sind gemäß § 3 Nr. 1a EStG steuerfrei.
Erhalten Sie im Schadensfall Leistungen von einer rein betrieblichen Versicherung, z.B. Haftpflicht-, Feuer- oder Maschinenversicherung, so müssen Sie diese als Betriebseinnahme versteuern.
Die Leistung einer Betriebsunterbrechungs- bzw. Praxisausfallversicherung im Schadenfall ist nur dann als Betriebseinnahme zu versteuern, wenn ein betriebliches Risiko versichert wurde (z.B. Beschädigung von Anlagevermögen durch Brand, Wasser usw.). Wurden private Risiken versichert (z.B. Krankheit, Unfall), ist die Leistung steuerfrei (BFH-Urteil vom 15.11.2011, VIII R 34/09, BFH/NV 2012 S. 722).
Keine Betriebseinnahmen sind auch Leistungen aus einer Krankentagegeldversicherung. Krankentagegeld aus der gesetzlichen (nicht einer privaten) Krankenversicherung unterliegt jedoch dem Progressionsvorbehalt.
Bei einem Unfall mit dem Betriebs-Pkw auf einer betrieblichen (nicht privaten) Fahrt oder auf einer Fahrt von der Wohnung zum Betrieb ist wegen des Abzugs der Reparaturkosten als Betriebsausgabe eine erhaltene Versicherungsleistung gewinnerhöhend bzw. kostenmindernd zu berücksichtigen. Die Versicherung überweist Ihnen nur den Nettobetrag Ihrer bezahlten Reparaturrechnung, wenn Sie zum Vorsteuerabzug berechtigt sind. Denn dann bekommen Sie die auf der Rechnung ausgewiesene Umsatzsteuer vom Finanzamt über Ihre Umsatzsteuer-Voranmeldung zurück. →Rücklagen im ABC der Betriebsausgaben
Die wegen Diebstahls des Betriebs-Pkw geleistete Entschädigung der Kaskoversicherung ist in voller Höhe und nicht nur im Umfang der betrieblichen Nutzung als Betriebseinnahme zu versteuern, wenn der Diebstahl bei einer betrieblichen Nutzung des Pkws erfolgte (BFH-Urteil vom 13.5.2009, VIII R 57/07, DStRE 2010 S. 331; R 4.7 Abs. 1 Satz 6 EStR 2012).
Guthabenzinsen für Ihr Betriebskonto oder für das auf einem Festgeldkonto angelegte Betriebsguthaben zählen zu Ihren Betriebseinnahmen, nicht zu den Einkünften aus Kapitalvermögen.
Zuschüsse/Zulagen
Erhalten Sie für die Anschaffung oder Herstellung eines Wirtschaftsgutes einen echten Investitionszuschuss, meist vom Staat, so haben Sie ein Wahlrecht: Sie können den Zuschuss sofort als Betriebseinnahme ansetzen oder ihn von den Anschaffungs-/ Herstellungskosten (AHK) des Wirtschaftsgutes abziehen (R 6.5 Abs. 2 EStR 2012). Bei der ersten Alternative erhöht sich der zu versteuernde Gewinn sofort, bei der zweiten Alternative erhöht sich der Gewinn verteilt über die Jahre der Abschreibungen, wobei der Zuschuss bereits im Jahr der Bewilligung und nicht erst im Jahr der Auszahlung von den AHK abgezogen werden muss (BFH-Urteil vom 29.11.2007, IV R 81/05, BStBl. 2008 II S. 561).
Die Investitionszulage für Betriebsstätten in den neuen Bundesländern einschließlich Berlin ist steuerfrei (§ 13 InvZulG 2010) und mindert auch die AHK nicht. Gefördert werden Betriebe des verarbeitenden Gewerbes (z.B. Leichtmetallbau), produktionsnahe Dienstleister (z.B. Bauschlosserei, bestimmte Ingenieurbüros, Werbung und Marktforschung) und das Beherbergungsgewerbe (z.B. Gasthof, Ferienheime), wenn im Rahmen von Erstinvestitionen (z.B. Errichtung oder Erweiterung einer Betriebsstätte) neue abnutzbare, bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens (z.B. Maschinen, Büromöbel, Computer, nicht aber Pkws sowie →GWGs bis zu 410,00 € netto) sowie neue Betriebsgebäude bis zum 31.12.2013 anschaffen (§ 4 InvZulG 2010). Auch für eine Fotovoltaikanlage können Sie die Zulage erhalten, wenn sich die Anlage auf den Dächern von Betriebs- oder Lagergebäuden auf Ihrem Betriebsgelände befindet.
Ob Eingliederungszuschüsse i.S. des § 3 Nr. 2b EStG auch dann steuerfrei sind, wenn sie Arbeitgebern für einzustellende Arbeitnehmer gewährt werden, ist Gegenstand einer Revision beim BFH (Az. VIII R 17/13).
Auszug aus der amtlichen AfA-Tabelle5)
Pkw6)
Wenn Sie für die Anschaffung eines Wirtschaftsgutes in einem früheren Jahr einen →Investitionsabzugsbetrag in Höhe von 40 % der Anschaffungskosten gebildet haben, können Sie die Anschaffungskosten nachträglich um den Abzugsbetrag verringern und diese so noch unter die Grenze von 150,00 € drücken.
Wenn Sie ein Wirtschaftsgut anschaffen, für das Sie vorher einen →Investitionsabzugsbetrag gebildet haben, dürfen Sie im Jahr der Anschaffung eine zusätzliche Abschreibung von 40 % vornehmen. Die Bemessungsgrundlage für die lineare AfA verringert sich dann um diesen Betrag.
Bei einer Minderung des Kaufpreises ziehen Sie den Betrag, um den der Kaufpreis herabgesetzt wird, von den ursprünglichen Anschaffungskosten ab. Für die Kürzung der Anschaffungskosten um den →Investitionsabzugsbetrag gilt dasselbe wie bei der linearen AfA.
Ermittelt der Unternehmer seinen Privatanteil nicht nach der 1 %-Methode, sondern nach der Fahrtenbuchmethode, kann anhand der aufgezeichneten Fahrten genau berechnet werden, wie hoch die anteiligen Autokosten sind, die auf die Fahrt von der Wohnung zur ersten Betriebsstätte entfallen. Bei einem Betriebs-Pkw im gewillkürten Betriebsvermögen können die Kosten für die Fahrten zur ersten Betriebsstätte auch sachgerecht geschätzt werden. Die so ermittelten Kosten sind in der Anlage EÜR in gleicher Weise zu erfassen wie beim pauschal ermittelten Privatanteil (siehe oben).
Gehört Ihr Pkw zum Betriebsvermögen, sind alle Pkw-Kosten Betriebsausgaben und die Kosten der Privatnutzung werden über den privaten Nutzungsanteil als Betriebseinnahmen gegengebucht.
Gehört Ihr Pkw zum Privatvermögen, sind alle Pkw-Kosten privat veranlasst, und die betrieblichen Fahrten (Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb und Geschäftsreisen) dürfen als Betriebsausgaben abgesetzt werden. Bei Nutzung eines fremden Pkws gilt Folgendes:
unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers inkl. USt. und werksseitig eingebaute Sonderausstattung zum Zeitpunkt der Erstzulassung, abgerundet auf volle hundert Euro
Es ist verfassungsgemäß, dass Selbstständige einen Nutzungswert für jede Heimfahrt versteuern müssen, Arbeitnehmer für eine Heimfahrt wöchentlich aber nicht (BFH-Urteil vom 19.6.2013, VIII R 24/09, BStBl. 2013 II S. 812).
Zur maßgeblichen Entfernung bei Park and ride und nur wenig Fahrten zur ersten Betriebsstätte siehe Firmenwagen .
Nettokosten bei Unternehmern mit Vorsteuerabzug, sonst Bruttokosten.
BMF-Schreiben vom 15.12.2000, BStBl. 2000 I S. 1532
für Pkw mit Personen- oder Güterbeförderung (z.B. Taxi, Kurierdienst) gelten 5 Jahre. Die Abschreibung von Gebrauchtfahrzeugen ist innerhalb von 2–4 Jahren möglich.