Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20247,%20548
Timestamp: 2020-07-06 07:02:34
Document Index: 370837314

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 3', '§ 3', '§ 17', '§ 32', '§ 126', '§ 20', '§ 17', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 52', '§ 20', '§ 20', '§ 52', '§ 60', '§ 74', '§ 394', '§ 60', '§ 17', '§ 17', '§ 72', '§ 39', '§ 17', '§ 32', '§ 32', '§ 20', '§ 20', '§ 17', '§ 20', '§ 32', '§ 52', '§ 39', '§ 17', '§ 20', '§ 32', '§ 52', '§ 39', '§ 32', '§ 32', '§ 20', '§ 17', '§ 7', '§ 17', '§ 17', '§ 20', '§ 17', '§ 262']

BFH, 21.10.2014 - VIII R 48/12 - dejure.org
https://dejure.org/2014,47419
BFH, 21.10.2014 - VIII R 48/12 (https://dejure.org/2014,47419)
BFH, Entscheidung vom 21.10.2014 - VIII R 48/12 (https://dejure.org/2014,47419)
BFH, Entscheidung vom 21. Januar 2014 - VIII R 48/12 (https://dejure.org/2014,47419)
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§ 17 des Einkommensteuergesetzes, § ... 32d Abs. 2 Nr. 3 Buchst. a EStG, § 3 Nr. 40 Satz 1 EStG, § 3c Abs. 2 Satz 1 EStG, § 17 EStG, § 32d Abs. 2 Nr. 3 EStG, § 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung, § 20 Abs. 9 EStG, § 17 Abs. 1 EStG, § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG, § 20 EStG, § 20 Abs. 9 Satz 1 EStG, § 52a Abs. 10 Satz 10 EStG, § 20 Abs. 1 Nr. 1 und 2 EStG, § 20 Abs. 6, Abs. 9 EStG, § 52a Abs. 15 EStG, § 60 Abs. 1 Nr. 4 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG), § 74 Abs. 1 Satz 2 GmbHG, § 394 Abs. 1 Satz 2 des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit, GmbHG, § 60, § 17 Abs. 2, 4 Satz 1 EStG, § 17 Abs. 2 EStG, § 72 GmbHG, 4 EStG, § 39 Abs. 1 der Abgabenordnung, §§ 17, 20 EStG, § 32d Abs. 2 Nr. 3 Satz 1 EStG, § 32d Abs. 2 Nr. 3 Satz 2 EStG, § 20 Abs. 1 Nr. 1 oder 2 EStG, § 20 Abs. 9 Satz 1 Halbsatz 2 EStG
EStG § 17, EStG § 20 Abs 9 S 1, EStG § 32d Abs 2 Nr 3, EStG § 52a Abs 10 S 10, AO § 39 Abs 1, EStG VZ 2009, EStG VZ 2010
§ 17 EStG 2009, § 20 Abs 9 S 1 EStG 2009, § 32d Abs 2 Nr 3 EStG 2009, § 52a Abs 10 S 10 EStG 2009, § 39 Abs 1 AO
Ab Veranlagungszeitraum 2009 kein Abzug von Schuldzinsen als Werbungskosten bei Einkünften aus Kapitalvermögen
Schuldzinsen als nachträgliche Werbungskosten ab dem VZ 2009
Keine Option zur Regelbesteuerung bei nicht zu erwartenden Kapitalerträgen
BFHE 247, 548
BStBl II 2015, 270
(1) Der Gesetzgeber verfolgt mit § 32d Abs. 2 Nr. 3 EStG das Ziel, Erträge aus einer unternehmerischen Beteiligung gegenüber solchen aus einer Beteiligung zu privilegieren, die sich als lediglich private Vermögensverwaltung darstellen (vgl. Senatsurteil vom 21. Oktober 2014 - VIII R 48/12, BFHE 247, 548, BStBl II 2015, 270).
Eine Beteiligung i.S. des § 32d Abs. 2 Nr. 1 Satz 1 Buchst. b Sätze 1 und 2 EStG läge weiterhin bis einschließlich des Streitjahres 2011 vor, sofern die Y-GmbH in diesem Zeitraum zwar aufgelöst, jedoch noch nicht vollständig beendet war (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 21.10.2014 - VIII R 48/12, BFHE 247, 548, BStBl II 2015, 270, Rz 18 f.).
In diesem Fall wäre unter Berücksichtigung des im finanzgerichtlichen Verfahren geltenden Verböserungsverbots zu beachten, dass Schuldzinsen für die Anschaffung einer im Privatvermögen gehaltenen wesentlichen Beteiligung, die auf Zeiträume nach der Veräußerung der Beteiligung entfallen, ab dem Veranlagungszeitraum 2009 wegen § 20 Abs. 9 Satz 1 EStG nicht als nachträgliche Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen abgezogen werden können (BFH-Urteil in BFHE 247, 548, BStBl II 2015, 270, Rz 12).
Die abstrakte Möglichkeit, Kapitalerträge aus einer Beteiligung erzielen zu können, hat der Senat in seinem Urteil in BFHE 247, 548, BStBl II 2015, 270 (Rz 29) bislang nur für den im Streitfall nicht gegebenen Sonderfall ausgeschlossen, dass der Antrag zu einem Zeitpunkt gestellt wird, zu dem der Gesellschafter schon einen Auflösungsverlust i.S. des § 17 Abs. 4 EStG ausnahmsweise vor Abschluss der Liquidation (nach Löschung der Kapitalgesellschaft im Handelsregister) realisiert hatte.
Der BFH habe mit Urteil vom 17.Januar 2012 (VIII R 48/12 BStBl II 2013, 952) entschieden, dass die Inanspruchnahme eines Investitionsabzugsbetrages nach § 7g EStG zu den zeitlich unbefristeten Wahlrechten gehöre.
bb) Des Weiteren setzt die Entstehung des Verlustes voraus, dass mit Zuteilungen und Rückzahlungen gemäß § 17 Abs. 4 Satz 2 EStG nicht mehr zu rechnen ist und feststeht, ob und in welcher Höhe noch nachträgliche Anschaffungskosten oder sonstige im Rahmen des § 17 Abs. 2 EStG zu berücksichtigende wesentliche Aufwendungen anfallen werden (st. Rpsr.; vgl. z. B.: BFH-Urteil vom 4. November 1997 VIII R 18/94, BStBl II 1999, 344; BFH-Urteil vom 21. Oktober 2014 VIII R 48/12, BStBl II 2015, 270).
Die Versagung des Schuldzinsenabzugs in der Einkommensteuererklärung 2016 entspreche der BFH-Rechtsprechung, wonach Refinanzierungskosten eines Gesellschafterdarlehens nicht berücksichtigungsfähig seien (BFH-Urteil vom 21. Oktober 2014, VIII R 48/12, BFHE 247, 548, BStBl II 2015, 270).
c.) Soweit der Beklagte unter Verweis auf die BFH-Rechtsprechung (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 01.07.2014 VIII R 53/12, BFHE 246, 332 ; BStBl II 2014, 975 ; vom 21.10.2014 VIII R 48/12, BFHE 247, 548 , BStBl II 2015, 270 ) geltend macht, dass Schuldzinsen für die Anschaffung einer im Privatvermögen gehaltenen wesentlichen Beteiligung, die auf Zeiträume nach der Veräußerung der Beteiligung entfallen, ab dem Veranlagungszeitraum 2009 nicht als nachträgliche Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen abgezogen werden könnten, weil der Werbungskostenabzug gemäß § 20 Abs. 9 Satz 1 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 ausgeschlossen sei, wobei im Streitfall als Veräußerung im Sinne des § 17 Abs. 1 EStG auch die Auflösung der A AG nach § 262 Abs. 1 Nr. 3 AktG durch Eröffnung des Insolvenzverfahrens zum 01.09.2011 anzusehen sei, ist diese Rechtsprechung aus folgenden Gründen nach Auffassung des Gerichts nicht einschlägig.