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Timestamp: 2019-11-17 11:16:44
Document Index: 127027109

Matched Legal Cases: ['Art. 31', 'Art. 33', 'Art. 35', '§ 22', 'Art. 31', 'Art. 31']

Gepäckverlust Reiserecht | Themenseite 123recht.de
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Rechtsberatung und Informationen zu Gepäckverlust und Reiserecht.
Man fliegt in den Urlaub und das Gepäck ist weg. Was kann man nun machen? Manche Fluggesellschaften haben für solche Fälle ein so genanntes "Overnight Kit" aber reicht das? Hat man einen Anspruch auf das Nötigste durch die Fluggesellschaft, damit man wenigstens Kleidung zum wechseln und die wichtigsten Hygieneartikel kaufen kann? Ganz ernst wird es, wenn das Gepäck auch nach Tagen noch nicht wieder aufgetaucht ist. In welchem Rahmen hat man Anspruch auf Entschädigung und wie kommt man zu seinem Recht?
Was muss ich bei einem Gepäckverlust tun?
Muss ich am Flughafen warten, bis mein Gepäck gefunden wird?
Nach welcher Zeitspanne gilt das Gepäck als verloren?
Darf ich mir bei Verlust des Gepäcks Ersatz vor Ort kaufen und das der Fluggesellschaft in Rechnung stellen?
Wie bekomme ich die Kosten für den Ersatz nach dem Gepäckverlust zurück?
Sind die Rechte von Passagieren gegenüber der Fluggesellschaft bei Gepäckverlust gesetzlich geregelt?
Wie soll ich den Wert der Gegenstände im Gepäck beweisen?
Sind die Fluggesellschaften gegen Gepäckverlust versichert?
Was gilt bei Gepäckverlust von Mitreisenden?
(3) Bei der Beförderung von Gütern haftet der Luftfrachtführer für Zerstörung, Verlust, Beschädigung oder Verspätung nur bis zu einem Betrag von 17 Sonderziehungsrechten für das Kilogramm; diese Beschränkung gilt nicht, wenn der Absender bei der Übergabe des Frachtstücks an den Luftfrachtführer das Interesse an der Ablieferung am Bestimmungsort betragsmäßig angegeben und den verlangten Zuschlag entrichtet hat. In diesem Fall hat der Luftfrachtführer ...
bis zur Höhe des angegebenen Betrags Ersatz zu leisten, sofern er nicht nachweist, dass dieser höher ist als das tatsächliche Interesse des Absenders an der Ablieferung am Bestimmungsort.
(6) Die in Artikel 21 und in diesem Artikel festgesetzten Haftungsbeschränkungen hindern das Gericht nicht, zusätzlich nach seinem Recht einen Betrag zuzusprechen, der ganz oder teilweise den vom Kläger aufgewendeten Gerichtskosten und sonstigen Ausgaben für den Rechtsstreit, einschließlich Zinsen, entspricht. Dies gilt nicht, wenn der zugesprochene Schadensersatz, ohne Berücksichtigung der Gerichtskosten und der sonstigen Ausgaben für den Rechtsstreit, den Betrag nicht übersteigt, den der Luftfrachtführer dem Kläger schriftlich innerhalb einer Frist von sechs Monaten seit dem Ereignis, das den Schaden verursacht hat, oder, falls die Klage nach Ablauf dieser Frist erhoben worden ist, vor ihrer Erhebung angeboten hat.
Sie müssen den Verlust dann umgehend am entsprechenden Gepäckschalter im Flughafen melden, auch „Lost and Found-Schalter" genannt, zudem bei Ihrer Fluggesellschaft. Sie werden ein Formular (Verlustprotokoll) ausfüllen und dabei den Koffer und den Inhalt möglichst genau beschreiben müssen. Anschließend erhalten Sie eine Kopie des Verlustprotokolls und eine Referenznummer für den weiteren Verlauf der Schadenssache.
In den meisten Fällen wird verloren gegangenes Gepäck binnen 48 Stunden gefunden. (von Rechtsanwältin Wibke Türk)
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Nein. Sie sind keinesfalls dazu verpflichtet, auf Ihr Gepäck zu warten! Die Gesellschaft muss Ihnen den Koffer vielmehr an Ihren Aufenthaltsort liefern. Sie können Ihre kostbaren Ferientage getrost am Ort Ihrer Wahl verbringen und müssen sich nicht in überfüllten lauten Flughafenhotels aufhalten.
mehr dazu: Tipps zum Gepäckverlust
Nach einer Zeitspanne von 5 Tagen gilt der Koffer als endgültig verloren und der Reisende muss ausführlich protokollieren, was sich im Koffer befunden hat, sofern er einen Anspruch gegenüber der Fluggesellschaft geltend machen will. Einige Fluggesellschaften übersenden das Protokoll auch schon nach einer kürzeren Zeitspanne. (von Rechtsanwältin Wibke Türk)
Einige Fluggesellschaften stellen ein so genanntes "Overnight kit" mit den nötigsten Toilettenartikeln Verfügung bzw. händigen Gutscheine für Übernachtungen und Verpflegung aus, damit man in Flughafennähe bleiben und die Ankunft des Gepäcks erwarten kann.
Tagelang nur eine Unterhose zu tragen ist niemandem zumutbar. Die benötigte Ersatzwäsche muss Ihnen die Fluglinie erstatten. Haben Sie einen wichtigen Geschäftstermin und benötigen Sie einen Anzug, dann muss die Linie auch in gewissem Maß dafür aufkommen.
- entweder der gesamte Einkauf gegen Herausgabe des Neuerstandenen erstattet wird,
- oder die Hälfte der Kosten erstattet wird, man die neuen Sachen aber behalten kann.
Die Fluggesellschaften haften in jedem Falle, aber eben nicht immer in voller Höhe. Achten Sie also zunächst auf die Preise der benötigten Sachen, wenn Sie nicht draufzahlen wollen. Haben Sie keinen Einblick in die AGB bekommen und kann die Gesellschaft die Möglichkeit zur Kenntnisnahme nicht nachweisen, dann bekommen Sie gegen Herausgabe des Neuerstandenen laut AG München restlos alles erstattet. Dies ist jedoch eine Gerichtsentscheidung von vielen. Eine ständige Rechtsprechung für diese Fälle gibt es nicht, so dass es im Streitfall auch zu anderen Urteilen kommen kann.
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Einige Fluggesellschaften zahlen variierende Vorschüsse. In der Regel sind aber die Kosten vorzuschießen.
Nach Rückkehr aus dem Urlaub wird der Reisende dann die Ansprüche gegenüber der Fluggesellschaft geltend machen und die Einkäufe mittels Vorlage von Bons nachweisen müssen. Die Fluggesellschaften sollten dann theoretisch binnen 21 Tagen die Erstattung veranlassen. (von Rechtsanwältin Wibke Türk)
Rechte der Fluggäste gegenüber dem Luftfahrtunternehmen wegen Problemen bei der Gepäckbeförderung und Verspätung bei internationalen Flügen regelt das Montrealer Abkommen von 2004. (von Rechtsanwältin Anja Merkel)
mehr dazu: Koffer weg. Fluggastrechte her.
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In der Regel ist es so, dass für die meisten der verloren gegangenen Dinge ein Bon nicht mehr vorliegt. Hier ist es entscheidend, überzeugend darzulegen, welche Gegenstände mit welchen Wert im Koffer waren. Möglich ist es auch, Zeugen zu benennen, die den Kofferinhalt bestätigen können.
Die Vorlage von Bons ist jedoch am aussagekräftigsten und am ehesten zum Beweis geeignet. (von Rechtsanwältin Wibke Türk)
Ja. Jeder, der sich vertraglich zu einer Luftbeförderung verpflichtet, muss für seine Haftung versichert sein. Ob er ein Pauschalreiseunternehmen oder ein Luftfahrtunternehmen betreibt oder ob er als Privatflieger gegen Unkostenbeteiligung Passagiere mitnimmt, ist dafür unerheblich. Damit ist gewährleistet, dass der Geschädigte im Schadensfall auch tatsächlich Schadenersatz erhält.
mehr dazu: Passagierschäden: Airlines haften unbegrenzt
Eine schriftliche Schadensanzeige ist nach Art. 31 Abs. 2 MÜ bei Beschädigung und Verspätung des Gepäcks gegenüber dem Luftfahrtunternehmen vorzunehmen. Es ist jedoch grundsätzlich ratsam, auch bei Verlust oder Zerstörung des Koffers eine derartige schriftliche Anzeige vorzunehmen.
Verweigert die Airline eine Schadensersatzzahlung können die Ansprüche im Wege einer Schadensersatzklage geltend gemacht werden. Dabei kann der Reisende gemäß Art. 33 MÜ das Luftfahrtunternehmen wahlweise am Sitz seiner Hauptniederlassung, der IATA-Geschäftsstelle der Flugbuchung oder am Bestimmungsort (was bei Vorliegen eines Hin- und Rückflugticket der Abflugort ist) verklagen.
Zu beachten ist jedoch, dass die Ansprüche spätestens zwei Jahre nach der Ankunft klageweise geltend zu machen sind, da anderenfalls sämtliche Schadensersatzansprüche nach Art. 35 MÜ ebenfalls als ausgeschlossen gelten. (von Rechtsanwalt Daniel Neubauer)
Laut Bundesgerichtshof ist der Gepäckschein nicht entscheidend. Vielmehr gilt die Haftungsrenze pro Passagier. Jeder Eigentümer hat nach der Beförderung Anspruch auf Rückgabe seines Eigentums, unabhängig davon, wie viele Gepäckscheine es gibt. Das muss dann auch für Schadenersatzansprüche gelten. Der Höchstbetrag nach § 22 II MÜ knüpft von seiner Begrifflichkeit am Reisenden an. Ein über die Höchstgrenze hinaus bestehender Schadenersatzanspruch für den Mitreisenden kann daher geltend gemacht werden. (von Rechtsanwältin Elisabeth Aleiter)
Wird das eingecheckte Gepäck beschädigt, so müssen diese Beschädigungen gemäß Art. 31 Abs. 2 S. 1 MÜ innerhalb von 7 Tagen gegenüber dem Luftfahrtunternehmen schriftlich angezeigt werden. Für den Verlust oder die Zerstörung des Reisegepäcks gilt diese Frist dagegen nicht (Führich, Reiserecht Rn 291).
Im Falle einer Verspätung des Fluggepäcks muss binnen einer Frist von 21 Tagen nach dessen Eintreffen eine schriftliche Anzeige gegenüber der Fluggesellschaft erfolgen (Führich, Reiserecht Rn 295).
Wird die Anzeigefrist versäumt, so sind Ansprüche des Reisenden nach Art. 31 Abs. 4 MÜ ausgeschlossen. (von Rechtsanwalt Daniel Neubauer)
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