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Timestamp: 2016-10-27 12:46:49
Document Index: 173772762

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 106', 'BGE', 'BGE', 'Art. 4', 'Art. 3', 'Art. 6', 'BGE', 'in fine', 'BGE', 'BGE', 'Art. 21', 'Art. 66', 'Art. 68']

K.________, vertreten durch Max S. Merkli, Praxis f�r Sozialversicherungsrecht,
Der 1951 geborene K.________ verletzte sich am ... bei der Arbeit am linken Vorderarm. Die obligatorische Unfallversicherung erbrachte die gesetzlichen Leistungen (u.a. Heilbehandlung, Taggeld und eine Invalidenrente [Invalidit�tsgrad 10 %] ab 1. Januar 2003). Im April 2002 meldete sich K.________ bei der Invalidenversicherung an und beantragte besondere medizinische Eingliederungsmassnahmen und eine Rente. Im Rahmen der Abkl�rung der gesundheitlichen und erwerblichen Verh�ltnisse wurde er u.a. im Medizinischen Abkl�rungszentrum Y.________ untersucht (Expertise vom 31. M�rz 2009). Im Anschluss an die dazu ergangene Stellungnahme ihres regionalen �rztlichen Dienstes (RAD) vom 10. September 2009 sowie in Ber�cksichtigung des Berichts des behandelnden Psychiaters (Dr. med. W.________) vom 5. November 2009 wies die IV-Stelle Bern mit Verf�gung vom 17. M�rz 2010 das Leistungsbegehren ab.
K.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit dem Rechtsbegehren, der Entscheid vom 21. September 2010 sei aufzuheben und ihm ab Mai 2001 eine halbe, ab Juli 2002, sp�testens ab Februar 2005, eine ganze Rente zuzusprechen, eventualiter die Sache zu erg�nzender Abkl�rung und neuer Verf�gung �ber den Rentenanspruch an die IV-Stelle zur�ckzuweisen, unter Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege.
Die IV-Stelle beantragt die Abweisung der Beschwerde. Der zum Verfahren beigeladene Regionale Sozialdienst X.________ schliesst sich den Antr�gen in der Beschwerde an. Das kantonale Gericht und das Bundesamt f�r Sozialversicherungen haben auf eine Vernehmlassung verzichtet.
Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann u.a. die Verletzung von Bundesrecht ger�gt werden (Art. 95 lit. a BGG). Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden. Es kann unter Ber�cksichtigung der den Parteien obliegenden Begr�ndungs- resp. R�gepflicht eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen oder mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 und 1.4.2 S. 254; BGE 9C_448/2010 vom 16. August 2010 E. 2.2).
Ob eine anhaltende somatoforme Schmerzst�rung nach ICD-10 F45.4 einen invalidisierenden Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG darstellt, beurteilt sich danach, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, bei objektiver Betrachtungsweise von der versicherten Person trotz ihrer Schmerzen willensm�ssig erwartet werden kann zu arbeiten (BGE 127 V 294 E. 4b/cc in fine und E. 5a S. 297 ff.). Umst�nde, welche bei Vorliegen dieses Krankheitsbildes die Verwertung der verbliebenen Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt als unzumutbar erscheinen lassen k�nnen, sind die erhebliche Schwere, Intensit�t, Auspr�gung und Dauer des psychischen Leidens, chronische k�rperliche Begleiterkrankungen mit mehrj�hrigem Krankheitsverlauf bei unver�nderter oder progredienter Symptomatik ohne l�ngerfristige Remission, sozialer R�ckzug, ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missgl�ckten, psychisch aber entlastenden Konfliktbew�ltigung (prim�rer Krankheitsgewinn), unbefriedigende Ergebnisse von konsequent durchgef�hrten Behandlungen (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung der versicherten Person (BGE 132 V 65 E. 4.2.2 S. 71; 130 V 352 E 2.2.3 S. 353 ff.; Urteil 9C_1061/2009 vom 11. M�rz 2010 E. 5.4.3.1.1). Gegen den invalidisierenden Charakter einer anhaltenden somatoformen Schmerzst�rung spricht, wenn u.a. eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht, intensive in der Umschreibung vage Schmerzen angegeben oder schwere Einschr�nkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist (BGE 131 V 49 E. 2. 1 S. 51).
In dem von der IV-Stelle eingeholten Gutachten des Medizinischen Abkl�rungszentrums Y.________ vom 31. M�rz 2009 wurden als Diagnosen (mit Einfluss auf die Arbeitsf�higkeit) u.a. eine anhaltende somatoforme Schmerzst�rung, eine leichtgradige depressive Episode, ein Schmerzsyndrom der linken oberen Extremit�t und eine feinnodul�re Pneumopathie aufgef�hrt. Aus psychiatrischer Sicht bestand (auch) in k�rperlich leichten, adaptierten T�tigkeiten eine Arbeitsunf�higkeit von zu mindestens 70 %. Die Gutachter f�hrten dazu u.a. Folgendes aus: "Die ungen�genden Schmerzverarbeitungsstrategien f�hrten zu einem ung�nstigen Verlauf. Krankheitsfremde Faktoren wie die transkulturelle Problematik, mangelnde Sprachkenntnisse und einfache Strukturierung des Versicherten interferieren mit der psychosomatischen Entwicklung. Das Leiden ist chronifiziert und fixiert, es besteht eine Komorbidit�t mit einer unter antidepressiver Psychopharmakatherapie aktuell leichtgradigen Depression, der Lebensvollzug des Versicherten mit sozialem R�ckzug ist stark eingeschr�nkt, die Therapiemassnahmen ausgesch�pft, beziehungsweise gescheitert, sodass nach den Prognosekriterien nach Foerster gen�gend Invalidit�tsfaktoren vorhanden sind". Der psychiatrische Gutachter des Medizinischen Abkl�rungszentrums Y.________ hielt �berdies fest: "Wegen der Chronifizierung und Fixierung des Leidens sind wohl auch nicht mehr gen�gend psychische Ressourcen vorhanden, welche dem Versicherten erlauben w�rden, vermehrte Willensanstrengungen zur Gesundung aufzubringen".
4.1 Die Vorinstanz hat festgestellt, dem Beschwerdef�hrer seien angepasste, k�rperlich leichte T�tigkeiten aus somatischer Sicht uneingeschr�nkt zumutbar. Gem�ss dem Gutachten des Medizinischen Abkl�rungszentrums Y.________ vom 31. M�rz 2009 bestehe in solchen T�tigkeiten aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunf�higkeit von 70 %. Diese Einsch�tzung k�nne indessen nicht unbesehen �bernommen werden. Vielmehr sei dem Beschwerdef�hrer zumutbar, die Schmerzen zu �berwinden und angepasste, k�rperlich leichte T�tigkeiten ohne Einschr�nkung auszu�ben. Unter diesen Umst�nden k�nne ein rentenbegr�ndender Invalidit�tsgrad ohne Durchf�hrung eines konkreten Einkommensvergleichs verneint werden.
4.2 Der Beschwerdef�hrer r�gt u.a., es sei nicht zul�ssig und verstosse auch gegen die anerkannten Beweisw�rdigungsregeln, den invalidisierenden Charakter einer somatoformen Schmerzst�rung zu verneinen, wenn die Gutachter, wie vorliegend, mit ausf�hrlicher und �berzeugender Begr�ndung darlegten, dass die versicherte Person nicht in der Lage sei, die f�r die �berwindung ihrer Beschwerden zumutbare Willensanstrengung aufzubringen und damit eine h�here Arbeitsf�higkeit zu erlangen. Darauf und auch auf die weiteren Vorbringen in der Beschwerde gegen den vorinstanzlichen Entscheid braucht aus nachstehenden Gr�nden nicht eingegangen zu werden.
Die Psychiaterin des RAD erachtete das Gutachten des Medizinischen Abkl�rungszentrums Y.________ vom 31. M�rz 2009 nicht als schl�ssig und liess daher den Versicherten zu einer eigenen Untersuchung aufbieten, was dieser mangels Notwendigkeit einer erneuten Abkl�rung jedoch ablehnte. In ihrem Bericht vom 10. September 2009 hielt die Fach�rztin ausdr�cklich fest, der Versicherte m�sse (in Anbetracht der mangelhaften Qualit�t des Gutachtens des Medizinischen Abkl�rungszentrums Y.________ vom 31. M�rz 2009) "psychiatrisch neu beurteilt werden"; ein "definitives Zumutbarkeitsprofil" k�nne (mangels Kooperation des Versicherten und seines juristischen Beraters) somit nicht erstellt werden. In der Folge erliess die IV-Stelle den Vorbescheid und die vorinstanzlich angefochtene rentenablehnende Verf�gung. Aus den Akten ist nicht ersichtlich, aus welchen Gr�nden sie auf die vom eigenen �rztlichen Dienst als notwendig erachtete Abkl�rungsmassnahme verzichtet hatte. Dass der Versicherte eine psychiatrische Untersuchung ablehnte, stellt keinen solchen Grund dar, solange jedenfalls das Mahn- und Bedenkzeitverfahren nach Art. 21 Abs. 4 ATSG nicht durchgef�hrt worden ist (SVR 2005 IV Nr. 30 S. 113, I 605/04 E. 2). Unter diesen Umst�nden leidet die vorinstanzlich best�tigte Sachverhaltsermittlung durch die IV-Stelle an einem inneren Widerspruch, was Bundesrecht verletzt (E. 1). Die Sache ist daher an die IV-Stelle zur�ckzuweisen, damit sie im dargelegten von der RAD-�rztin empfohlenen Sinne verfahre.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend hat die IV-Stelle die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG) und dem Beschwerdef�hrer eine Parteientsch�digung zu bezahlen (Art. 68 Abs. 2 BGG). Dessen Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist somit gegenstandslos.
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, vom 21. September 2010 und die Verf�gung der IV-Stelle Bern vom 17. M�rz 2010 werden aufgehoben. Die Sache wird an die Verwaltung zur�ckgewiesen, damit sie im Sinne von E. 5 verfahre.
Die IV-Stelle Bern hat den Beschwerdef�hrer mit Fr. 2'800.- f�r das bundesgerichtliche Verfahren zu entsch�digen.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Regionalen Sozialdienst X.________, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt f�r Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.