Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201978,%20262
Timestamp: 2019-05-21 13:54:40
Document Index: 388653765

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 852', 'BGH', 'BGH', '§ 249', 'BGH', 'BGH', '§ 852']

BGH, 04.03.1977 - V ZR 236/75 - dejure.org
https://dejure.org/1977,891
BGH, 04.03.1977 - V ZR 236/75 (https://dejure.org/1977,891)
BGH, Entscheidung vom 04.03.1977 - V ZR 236/75 (https://dejure.org/1977,891)
BGH, Entscheidung vom 04. März 1977 - V ZR 236/75 (https://dejure.org/1977,891)
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Personenschäden oder Sachschäden durch wiederholte unerlaubte Lärmeinwirkungen oder Erschütterungseinwirkungen - Anforderungen an die Darlegungspflicht des Immittenten bezüglich der Einrede der Verjährung von Schadensersatzansprüchen aus unerlaubter Handlung - Vermögensschaden durch immissionsbedingte Verkehrswertminderung eines Grundstücks - Entfallen des Vermögensschadens bei Beendigung der Immissionseinwirkungen
NJW 1978, 262
MDR 1977, 922
VersR 1977, 665
DB 1977, 1554
DB 1977, 1649
DB 1977, 1745
Vielmehr stellt jede Handlung, die eigene Schadensfolgen zeitigt und dadurch zum Gesamtschaden beiträgt, verjährungsrechtlich eine neue selbständige Schädigung dar und erzeugt daher einen neuen Ersatzanspruch mit eigenem Lauf der Verjährungsfrist (vgl. BGHZ 71, 86, 94; 95, 238, 240; 98, 77, 83; Senat, Urt. v. 4. März 1977, V ZR 236/75, NJW 1978, 262;… Urt. v. 31. Oktober 1980, V ZR 140/79, NJW 1981, 573;… BGH, Urt. v. 26. Januar 1984, I ZR 195/81, NJW 1985, 1023, 1024).
Es geht insoweit nicht um die Fortdauer von schädigenden Einwirkungen ein und derselben Handlung und ihre Beseitigung, sondern um die Wiederholung gleichartiger Rechtsverletzungen und ihre Unterlassung (vgl. auch Senatsurt. v. 4. März 1977, V ZR 236/75, NJW 1978, 262).
Jede schädigende (Teil-) Handlung bildet eine verjährungsrechtlich selbständige neue Schädigung, die einen neuen Ersatzanspruch mit eigenem Lauf der Verjährungsfrist entstehen läßt (BGH Urteil vom 4. März 1977 - V ZR 236/75 = NJW 1978, 262, 263;… Kreft in BGB-RGRK 12. Aufl. § 852 Rn. 53, jew. m. w. Nachw.).
Läßt sich das Maß der Beeinträchtigung eines Vermögensgutes nach objektiven Maßstäben geldlich bewerten, so ist die Berechtigung der Ersatzforderung nicht stets davon abhängig, daß eine das Gesamtvermögen erfassende Differenzrechnung eine ziffernmäßige Minderung des Vermögens ergibt (BGHZ 45, 212, 218; BGH, Urteil vom 4. März 1977 - V ZR 236/75 = NJW 1978, 262, 264 = WM 1977, 788, 790).
Ob ein zu ersetzender Vermögensschaden im Sinne der §§ 249, 251 BGB vorliegt, beurteilt sich im Ansatz nach einem Vergleich der infolge des haftungsbegründenden Ereignisses eingetretenen Vermögenslage mit derjenigen, die sich ohne jenes Ereignis ergeben hätte (Differenzhypothese; vgl. BGH, Urt. v. 4. März 1977 - V ZR 236/75, NJW 1978, 262, 263 f; v. 30. November 1979 - V ZR 214/77, DB 1980, 587, 588); maßgebender Zeitpunkt für den Vermögensvergleich ist im Schadensersatzprozeß die letzte mündliche Tatsachenverhandlung.
Das hat grundsätzlich zur Folge, daß für jede Einzelhandlung die Verjährungsfrist besonders läuft (BGH Urteile vom 4. März 1977 - V ZR 236/75 = NJW 1978, 262, 263 und vom 31. Oktober 1980 - V ZR 140/79 = NJW 1981, 573;… BGB-RGRK 12. Aufl. § 852 Rdn. 53 m. w. Nachw.).
In ähnlichem Sinne hat der erkennende Senat in seinem Urteil vom 4. März 1977 (V ZR 236/75, NJW 1978, 262 - vorübergehende Minderung des Verkehrswerts eines Grundstücks durch Immissionen) zum Ausdruck gebracht, daß die Differenzhypothese (zwar) Ausgangspunkt für die Ermittlung von Vermögensschaden sei, die Berücksichtigung anderer Kriterien aber - wenngleich nur aus zwingenden Gründen - nicht schlechthin unzulässig sei.