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Timestamp: 2016-10-28 19:39:53
Document Index: 21060486

Matched Legal Cases: ['in dubio', 'Art. 29', 'Art. 6', 'Art. 32', 'Art. 6', 'Art. 32', 'Art. 9', 'Art. 29', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 42', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 97', 'BGE', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'BGE', 'in dubio', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 111', 'Art. 117', 'Art. 111', 'Art. 117', 'Art. 15', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 15', 'Art. 113', 'Art. 113', 'BGE', 'Art. 47', 'BGE', 'Art. 64', 'Art. 66']

6B_177/2011 (05.08.2011)
6B_177/2011
X.________, vertreten durch F�rsprecher Michele Naef,
Vors�tzliche T�tung; willk�rliche Beweisw�rdigung; Grundsatz in dubio pro reo, Strafzumessung,
Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern, 2. Strafkammer, vom 19. November 2010.
X.________ und A.________ lebten im Konkubinat. Sie waren nach t�rkischem Brauchtum, nicht aber nach schweizerischem Recht, verheiratet. Seit Anfang 2008 bahnte sich eine Liebesbeziehung zwischen A.________ und B.________ an. Am Abend des 24. April 2008 besprachen A.________ und X.________ ihre Beziehungsprobleme. Sie holten B.________ hinzu und fuhren an den Wohlensee. Als B.________ auf Nachfrage von X.________ sagte, er liebe A.________ und wolle sie heiraten, kam es zwischen den beiden M�nnern zu einem Gerangel. Dabei stach X.________ seinem Kontrahenten mit einem Messer in die Brust. B.________ verstarb noch am Tatort.
Das Obergericht des Kantons Bern sprach X.________ am 19. November 2010 zweitinstanzlich der vors�tzlichen T�tung von B.________ schuldig. Es stellte fest, dass der erstinstanzliche Schuldspruch des Kreisgerichts VIII Bern-Laupen vom 13. November 2009 wegen Fahrens eines Personenwagens in angetrunkenem Zustand (mind. 0.88 Promille) in Rechtskraft erwachsen war und bestrafte X.________ mit einer Freiheitsstrafe von acht Jahren.
Gegen dieses Urteil erhebt X.________ Beschwerde in Strafsachen. Er beantragt, das angefochtene Urteil sei aufzuheben, und er sei freizusprechen. Es seien ihm die erst- und zweitinstanzlichen sowie die Anwaltskosten vor Bundesgericht zu bezahlen. F�r die zu Unrecht erlittene Haft sei er zu entsch�digen. Die Verfahrenskosten aller Instanzen seien dem Kanton Bern aufzuerlegen. Eventualiter, im Fall eines Schuldspruchs wegen fahrl�ssiger T�tung, sei er mit einer bedingten Geldstrafe von maximal 180 Tagess�tzen zu Fr. 10.-- zu bestrafen. Subeventualiter, bei einem Schuldspruch wegen Totschlags, sei eine bedingte Freiheitsstrafe von maximal 12 Monaten auszusprechen. Subsubeventualiter sei die Sache zur �bersetzung s�mtlicher aktenkundiger SMS-Nachrichten und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung zu bewilligen.
1.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt, die Vorinstanz lehne seinen Beweisantrag auf �bersetzung der SMS-Nachrichten ab. Sie verletze dadurch seinen Anspruch auf rechtliches Geh�r nach Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK, die Unschuldsvermutung nach Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK, sein Recht auf Verteidigung nach Art. 32 Abs. 2 BV sowie das Willk�rverbot nach Art. 9 BV. Mit den SMS-Nachrichten wolle er aufzeigen, dass die Aussagen von A.________ nicht der Wahrheit entspr�chen, und dass sich die Tat anders zugetragen habe, als die Vorinstanz annehme. Nicht er, sondern das Opfer sei eifers�chtig gewesen. Als dieses sich ihm gen�hert habe, sei er von einer Bedrohung ausgegangen und habe zugestochen.
1.2 Die Vorinstanz erw�gt, die vor der Tat verschickten SMS-Nachrichten seien nicht geeignet, Aufschl�sse zur T�tung zu geben. Auch zur W�rdigung der Aussagen von A.________ sei eine �bersetzung entbehrlich. Die Nachrichten w�rden sich auf Nebenpunkte beziehen, z.B. zur Wohnungssuche und sexuellen Beziehung A.________s mit dem Opfer sowie zum Datum einer Abtreibung. Der Austausch der SMS-Nachrichten sei unbestritten, was den an sich zugestandenen Beziehungshintergrund der Tat zus�tzlich belege (angefochtenes Urteil S. 33 und S. 54).
1.3 Nach Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Geh�r. Dazu geh�rt das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheides zur Sache zu �ussern sowie das Recht auf Abnahme der rechtzeitig und formrichtig angebotenen rechtserheblichen Beweismittel. Die Verfassungsgarantie steht einer vorweggenommenen Beweisw�rdigung nicht entgegen. Das Gericht darf auf die Abnahme von Beweisen verzichten, wenn es aufgrund bereits abgenommener Beweise seine �berzeugung gebildet hat und ohne Willk�r annehmen kann, sein Standpunkt werde durch weitere Beweiserhebungen nicht ge�ndert (BGE 134 I 140 E. 5.3 S. 148 mit Hinweisen).
1.4 Die Vorinstanz stellt das Tatmotiv und den Tathergang willk�rfrei fest (vgl. nachfolgend E. 2). Sie w�rdigt die strittigen Aussagen des Beschwerdef�hrers und A.________s in vertretbarer Weise. Auch die unbestrittenen Angaben zur Paarbeziehung und zum Ablauf des Tatabends, weitere Zeugenaussagen, die Tatspuren, die Tatrekonstruktion, die Verfassung der Beteiligten nach der Tat und die Auswertungen des Instituts f�r Rechtsmedizin bezieht sie in die Beweisw�rdigung ein. Beizupflichten ist der Vorinstanz, dass sich Fragen zum Tathergang, z.B. wer vor dem t�dlichen Stich auf wen zugegangen ist, nicht durch die �bersetzung fr�herer SMS-Nachrichten kl�ren lassen. Somit stellt sich die Frage der Beweisabnahme einzig in Bezug auf das Tatmotiv. Selbst wenn sich damit belegen liesse, dass (auch) das Opfer eifers�chtig gewesen w�re, so �nderte dies nichts an der willk�rfrei festgestellten Eifersucht des Beschwerdef�hrers (vgl. nachfolgend E. 2.6). Die Vorinstanz durfte in antizipierter Beweisw�rdigung auf eine �bersetzung der SMS-Nachrichten verzichten. Der Anspruch auf rechtliches Geh�r, die Unschuldsvermutung, das Recht auf Verteidigung und das Willk�rverbot werden dadurch nicht verletzt.
1.5 Hinsichtlich der �bersetzten SMS-Nachrichten r�gt der Beschwerdef�hrer, die Selektion dieser Nachrichten sei durch den �bersetzer und nicht durch die zust�ndigen Beh�rden erfolgt. Er beanstandet jedoch nicht, die �bersetzungen seien unverwertbar. Ob die R�ge des Beschwerdef�hrers den Begr�ndungsanforderungen gen�gt (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG), kann offenbleiben. Selbst bei einer Unverwertbarkeit der �bersetzungen fiele das Beweisergebnis nicht anders aus, denn die Vorinstanz stellt nur in unwesentlichen Punkten darauf ab. Sie zieht sie nicht zum Tatgeschehen, sondern bloss zur Feststellung heran, dass der Beschwerdef�hrer das Opfer schon einmal beschimpft hatte (angefochtenes Urteil S. 16).
1.6 Soweit der Beschwerdef�hrer r�gt, "einige" SMS-Nachrichten seien falsch �bersetzt worden und diesbez�glich auf die Beweisantr�ge vor Vorinstanz verweist, gen�gt er den Begr�ndungsanforderungen nicht. Die R�gen m�ssen in der Rechtsschrift selbst vorgetragen und begr�ndet werden. Ein Verweis auf die vorinstanzlichen Akten reicht nicht aus (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399 f. mit Hinweisen). Auf die entsprechenden R�gen ist nicht einzutreten.
2.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt, die Vorinstanz stelle den Sachverhalt hinsichtlich des Tathergangs, des Tatmotivs und seines Wissens bzw. Willens willk�rlich fest. Auch Teile des als "unbestritten" bezeichneten Sachverhalts seien offensichtlich unrichtig.
2.2 Nach den unbestrittenen vorinstanzlichen Feststellungen f�hrten der Beschwerdef�hrer und A.________ eine problembeladene Partnerschaft. Die Schwierigkeiten verst�rkten sich ab Anfang 2008, als der Beschwerdef�hrer das Opfer als Mitarbeiter in seinem Restaurant einstellte. A.________ und das Opfer gingen eine Liebesbeziehung ein. Die Beziehungsprobleme und Eifersucht waren zentrale Themen, welche den Beschwerdef�hrer in den Tagen vor dem und am Tatabend besch�ftigten. Dies zeigt sich beispielsweise daran, dass der Beschwerdef�hrer am 15. April 2008 den weiten Weg von Bern nach D.________ fuhr, um A.________ wegen ihres regen Telefon- und SMS-Verkehrs mit dem Opfer zur Rede zu stellen. A.________ erhielt am Vortag der Tat anl�sslich ihres Geburtstages zwei Rosen, eine vom Beschwerdef�hrer und eine vom Opfer. Der Beschwerdef�hrer stellte fahndungsartige Nachforschungen an, um herauszufinden, wer seiner Partnerin die zweite Rose geschenkt hatte. Am Tatabend teilte A.________ dem Beschwerdef�hrer mit, sie wolle sich von ihm trennen. Darauf verliess sie die gemeinsame Wohnung und ging zu ihrer Kollegin zu Besuch. Der Beschwerdef�hrer fuhr in alkoholisiertem Zustand an den Wohlensee. Dort versuchte er erfolglos, Passanten in ein Gespr�ch zu verwickeln. Deshalb kontaktierte er A.________ und fuhr mit ihr zum Wohlensee, wo sie ihre Beziehungsprobleme diskutierten. Als sie keine L�sung fanden, telefonierten sie dem Opfer. Dieses holten sie in Bern ab und fuhren zu dritt wiederum zum Wohlensee. Die Fahrt war turbulent. Der Beschwerdef�hrer verlor beinahe die Herrschaft �ber das Auto, weil er sich mit dem Opfer stritt. Nachdem sie aus dem Fahrzeug ausgestiegen waren und zu Fuss weitergingen, fragte der Beschwerdef�hrer B.________, ob er A.________ liebe und heiraten wolle. B.________ bejahte beide Fragen. Darauf kam es zwischen den M�nnern zu einem Gerangel, in welchem der Beschwerdef�hrer dem Opfer mit einem Klappmesser in die Brust stach. Die 10 cm lange Klinge drang in voller L�nge in den Brustkorb ein. Das Opfer war unbewaffnet. Es wies gem�ss Obduktionsbericht keine Abwehrverletzungen auf und stand weder unter Alkohol- noch unter Drogeneinfluss.
2.3 Bestritten ist der Ablauf des Gerangels. Die Vorinstanz stellt auf die konstanten Aussagen von A.________ ab. Der Beschwerdef�hrer sei unmittelbar nach dem Liebesgest�ndnis des Opfers ausgeflippt, und das Gerangel habe begonnen. Dabei habe der Beschwerdef�hrer den rechten Arm auf die linke Schulter des Opfers gelegt und sich auf dieses zubewegt. Das Opfer sei zun�chst stehen geblieben. Dann sei es "losgegangen". Es habe eine Gegenreaktion gegeben. Sie, A.________, habe sich zwischen die beiden M�nner gedr�ngt und versucht, den aufgebrachten Beschwerdef�hrer zu beruhigen. Dieser habe gesagt, sie solle sich um das Opfer k�mmern, welches am Sterben sei. Der Beschwerdef�hrer habe Angst vor dem Opfer gehabt und sich nach der Tat ge�ussert, er habe dieses gegen das Bein stechen bzw. ihm Angst machen wollen. A.________ gab zu, dass sie den Stich mit dem Messer nicht gesehen habe und nicht wisse, ob sich der Beschwerdef�hrer bedroht gef�hlt habe.
2.4 Die Vorinstanz h�lt die Angaben des Beschwerdef�hrers unmittelbar nach dem Vorfall f�r glaubhaft, wonach das Opfer ihn weder geschlagen noch bedroht habe. Diese stimmen mit den Aussagen der Zeugin A.________ �berein. Auch wenn der Beschwerdef�hrer in sp�teren Aussagen eine Bedrohung geschildert und diese in jeder Aussage st�rker betont habe, sei der Messerstecherei kein langes Gerangel oder eine Schl�gerei vorausgegangen. Der K�rperkontakt sei kurz gewesen. Daf�r spreche auch der Umstand, dass der Beschwerdef�hrer das Messer in der Hosentasche ge�ffnet und mit der linken Hand sogleich zugestochen habe, obwohl er Rechtsh�nder sei. Er habe nach seinen Angaben so schnell reagiert, um dem Opfer keine Chance zu lassen. Demgegen�ber erachtet die Vorinstanz die �brigen Aussagen des Beschwerdef�hrers als widerspr�chlich. Dieser habe das Opfer nicht "ganz unten" ins Bein stechen wollen, wie er behaupte. Denn weder nach seinen Aussagen noch nach jenen der Zeugin A.________ h�tten sich die Kontrahenten geb�ckt. Zudem habe der Beschwerdef�hrer ge�ussert, er habe das Opfer t�dlich getroffen. Diese Aussage spreche dagegen, dass der Beschwerdef�hrer gegen das Bein gezielt habe. Sie sei nachvollziehbar, da A.________ als gelernte Medizinassistentin und als Freundin des Opfers habe Hilfe leisten k�nnen. Widerspr�chlich seien sodann die Angaben zur Stichrichtung (von oben nach unten oder von unten nach oben bzw. fast gerade). Nicht ersichtlich sei, weshalb das Opfer auf den Beschwerdef�hrer h�tte eifers�chtig sein und auf ihn h�tte losgehen sollen. Denn es habe gewusst, dass die Beziehung zwischen dem Beschwerdef�hrer und A.________ zu Ende sei.
2.5 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 2 BGG). Von diesen tats�chlichen Feststellungen kann es nur abweichen, wenn sie offensichtlich unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Offensichtlich unrichtig bedeutet willk�rlich (BGE 136 II 304 E. 2.4 S. 314 mit Hinweisen). Willk�r in der Beweisw�rdigung liegt vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist oder mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht. Dass eine andere L�sung oder W�rdigung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen w�re, gen�gt f�r die Annahme von Willk�r nicht (BGE 134 I 140 E. 5.4 S. 148 mit Hinweisen).
Auch wenn das Bundesgericht das Recht von Amtes wegen anwendet, pr�ft es die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht nur insofern, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG). Die R�ge hat klar und detailliert zu erfolgen (BGE 136 I 49 E. 1.4.1 mit Hinweisen). Dabei muss der Beschwerdef�hrer dartun, dass und inwiefern der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft (BGE 133 II 396 E. 3.2 S. 400 mit Hinweisen).
2.6 Der Beschwerdef�hrer erhebt die R�ge der Verletzung des Grundsatzes in dubio pro reo einzig im Zusammenhang mit der willk�rlichen Beweisw�rdigung (vgl. Beschwerde S. 32 ff.). Der Unschuldsvermutung kommt in ihrer Funktion als Beweisw�rdigungsregel keine �ber das Willk�rverbot von Art. 9 BV hinausgehende selbstst�ndige Bedeutung zu (BGE 127 I 38 E. 2 S. 40 ff. mit Hinweisen).
2.7 Das Tatmotiv, welches f�r den objektiven und subjektiven Tatbestand entscheidend ist, ergibt sich nach den zutreffenden vorinstanzlichen Erw�gungen bereits aus dem unbestrittenen Sachverhalt. Es handelt sich um ein Beziehungsdelikt. Im Tatzeitpunkt wohnten der Beschwerdef�hrer und A.________ noch in einer gemeinsamen Wohnung, obwohl A.________ neu mit dem Opfer liiert war. Der Beschwerdef�hrer war wegen des drohenden Verlusts von A.________ verzweifelt und eifers�chtig auf den neuen Partner. Dies ist aus der Vorgeschichte (Handyrechnung, Rose) und dem Ablauf des Tatabends (Aussprache bei Dritten, bei A.________ und dem Opfer) ersichtlich. Der Beschwerdef�hrer vermag mit seiner Behauptung, die Beziehung zu A.________ sei schon l�ngere Zeit aufgel�st gewesen, die vorinstanzliche Beweisw�rdigung zum Tatmotiv im Ergebnis nicht umzustossen.
2.8 Die Vorinstanz durfte zum Tathergang auf die Aussagen von A.________ abstellen, da sie bei der T�tung des Opfers zugegen war. Auch wenn ihr der Beschwerdef�hrer die Sicht auf das Opfer teilweise verdeckte, stand sie zwei Meter und nach rechts versetzt hinter dem Beschwerdef�hrer. Sie konnte das Kerngeschehen beobachten und den Dialog zwischen dem Beschwerdef�hrer und dem Opfer h�ren (vgl. angefochtenes Urteil S. 27). Nicht ersichtlich ist, inwieweit sich der Marihuanakonsum von A.________ auf ihre F�higkeit ausgewirkt haben sollte, wahrheitsgem�sse Angaben zu machen, zumal sie erst am folgenden Tag befragt wurde. Der Beschwerdef�hrer macht auch nicht geltend, die Vorinstanz h�tte weitere Abkl�rungen zur Wahrnehmungs- und �usserungsf�higkeit von A.________, z.B. ein Gutachten, anordnen m�ssen. Die konstanten und differenzierten Aussagen von A.________ lassen sich problemlos in den Handlungsablauf einbetten. Nach den zutreffenden vorinstanzlichen Ausf�hrungen belastete sie den Beschwerdef�hrer nicht �berm�ssig und r�umte ein, wenn sie etwas nicht wusste. Sie gab insbesondere auch den Dialog mit dem Beschwerdef�hrer nach der Tat sowie dessen Angst vor B.________ zu Protokoll. Dass A.________ den Stich nicht sah, ist angesichts der Dunkelheit und ihres Standorts hinter dem Beschwerdef�hrer nachvollziehbar und spricht f�r die Glaubhaftigkeit ihrer Angaben.
2.9 Es ist vertretbar, dass die Vorinstanz die Schilderungen des Beschwerdef�hrers als unglaubhaft wertet, soweit sie nicht mit jenen von A.________ und den Tatspuren �bereinstimmen. Aufgrund der Ereignisse vor der Tat ist ersichtlich, dass der Anlass f�r den Streit um A.________ vom Beschwerdef�hrer ausging. Dieser ergriff die Initiative und suchte den Kontakt zu A.________ bzw. zum Opfer, um sich �ber deren Liebesbeziehung Klarheit zu verschaffen. Nach den zutreffenden vorinstanzlichen Feststellungen, auf welche verwiesen werden kann, war er der Angreifer (angefochtenes Urteil S. 22 bis S. 54). Die Vorinstanz st�tzt sich auf die Beobachtungen von A.________ sowie auf die Tatspuren. Danach war das Opfer unbewaffnet und wies keine Abwehrverletzungen auf. Die Tatwaffe drang in voller L�nge in den Brustkorb ein. Dem steht nicht entgegen, dass das Gerangel nach den vorinstanzlichen Feststellungen keine grosse Dynamik aufwies. Denn die Auseinandersetzung dauerte nach �bereinstimmenden Aussagen nur kurz. Der Beschwerdef�hrer holte sein Messer nach der Liebesbekundung des Opfers unvermittelt hervor und stach ein einziges Mal kr�ftig zu. Nichts zu seinen Gunsten ableiten l�sst sich aus der Behauptung, das Opfer h�tte rein theoretisch einen anderen Menschen mit blossen H�nden innert einer Sekunde t�ten k�nnen bzw. dieses sei "ein kurdischer Militant" gewesen. Die Zugeh�rigkeit zu einer Volksgruppe oder die vom Beschwerdef�hrer dem Opfer zugeschriebenen F�higkeiten sagen nichts �ber das Tatgeschehen aus. Die vorinstanzliche Beweisw�rdigung zum Tatablauf ist sachlich vertretbar.
2.10 Anhaltspunkte f�r einen Versuch des Beschwerdef�hrers, das Opfer ins Bein stechen zu wollen, durfte die Vorinstanz verneinen, auch wenn der Stichkanal infolge der kollabierten Lunge nicht genau festgelegt werden konnte. Die entsprechenden Aussagen des Beschwerdef�hrers sind nach den zutreffenden vorinstanzlichen Ausf�hrungen widerspr�chlich und unglaubhaft. Entgegen der Darstellung des Beschwerdef�hrers (Beschwerde S. 15) zitiert die Vorinstanz die Aktenstellen, auf welche sie ihre Beweisw�rdigung st�tzt. Danach sagte der Beschwerdef�hrer einmal, er habe ganz unten gegen das Bein gezielt und gedacht, er habe das Opfer am Bein getroffen (angefochtenes Urteil S. 37). Ein anderes Mal erkl�rte er, den Oberschenkel aussen anvisiert zu haben (angefochtenes Urteil S. 43). Weiter behauptete er, er wisse nicht, wo er getroffen habe (angefochtenes Urteil S. 40), oder er habe gemeint, er habe das Opfer nicht erwischt (angefochtenes Urteil S. 41). Auch zur Stichrichtung wechselten seine Erkl�rungen (angefochtenes Urteil S. 47 f., bzw. zu den zitierten Aussagen S. 38 und S. 43). Weder A.________ noch der Beschwerdef�hrer gaben an, einer der Kontrahenten h�tte sich geb�ckt (angefochtenes Urteil S. 30, S. 40 unten, S. 53). Eine geb�ckte Haltung w�re aber bei der vom Beschwerdef�hrer angegebenen Sachverhaltsvariante erforderlich. Nur so h�tte ein auf Bein- bzw. Oberschenkelh�he ausgef�hrter Stich versehentlich in die Brust des Opfers gelangen k�nnen. Die Spekulationen des medizinischen Sachverst�ndigen Dr. E.________, der die vom Beschwerdef�hrer geschilderte Zielrichtung f�r m�glich hielt (angefochtenes Urteil S. 24), ist aufgrund der vorinstanzlich festgestellten aufrechten Kampfposition nicht von Bedeutung. Auch die Aussage von A.________, der Beschwerdef�hrer habe das Bein treffen wollen, ist nicht entscheidend. Sie gibt bloss dessen �usserungen am Tatabend wieder. Nicht massgeblich ist auch die Frage, wie lange der Beschwerdef�hrer die Tatwaffe vor der Tat auf sich trug, da die Vorinstanz von einer ungeplanten Tat ausgeht. Schliesslich ist f�r die Beurteilung des Tatwillens unerheblich, wie sich der T�ter nach der Tat verhalten hat. Die Vorinstanz durfte angesichts des einzigen kr�ftigen Stichs und des Fehlens von Abwehrspuren ohne Willk�r davon ausgehen, dass der Beschwerdef�hrer auf den Oberk�rper des Opfers zielte. Daraus konnte sie schliessen, er habe um die m�gliche Todesfolge gewusst und diese in Kauf genommen. Es bedarf keiner besonderen Intelligenz, um zu erkennen, dass Messerstiche in Brust oder Bauch eines Menschen den Tod zur Folge haben k�nnen (vgl. BGE 109 IV 5 E. 2 S. 6). Die vorinstanzliche Beweisw�rdigung ist nicht zu beanstanden.
2.11 Offen bleiben k�nnen angesichts der willk�rfreien vorinstanzlichen Beweisw�rdigung die R�gen, die Vorinstanz habe zu Unrecht nur die SMS-Randdaten ausgewertet (Beschwerde S. 11) bzw. es treffe nicht zu, dass er dem Opfer eine SMS geschickt habe mit dem Inhalt "ich ficke deine Frau und deine Kinder" (Beschwerde S. 12).
2.12 Soweit der Beschwerdef�hrer die von der Vorinstanz festgestellte Aggravierung in seinen Schilderungen dem fehlenden Beizug eines Dolmetschers zuschreibt, ist auf die R�ge nicht einzutreten (BGE 133 IV 286 E. 1.4 S. 287 f. mit Hinweisen). Er wiederholt die Argumente, wie er sie vor Vorinstanz vortrug und setzt sich nicht mit der vorinstanzlichen Beweisw�rdigung auseinander (vgl. angefochtenes Urteil S. 36). Ebenfalls nicht einzutreten ist auf die pauschalen R�gen, die Aussagen von A.________ seien widerspr�chlich, unglaubhaft, unzuverl�ssig oder unklar (Beschwerde S. 24 ff.). Nicht ersichtlich ist, dass die Wohnungssuche, die sexuelle Beziehung oder die Abtreibung einen Einfluss auf ihre Aussagen gehabt h�tte, zumal sie nach dem unangefochtenen Urteil den Beschwerdef�hrer nicht einseitig belastete. Appellatorisch sind schliesslich die gegen die "gesamtheitliche W�rdigung und das Beweisergebnis" auf Seite 28 ff. der Beschwerde vorgetragenen Argumente. Der Beschwerdef�hrer legt damit bloss dar, wie die Beweise seiner Auffassung nach richtigerweise zu w�rdigen gewesen w�ren, ohne Willk�r auch im Ergebnis aufzuzeigen.
2.13 Auf den Antrag, das Bundesgericht m�sse den Sachverhalt erg�nzen (Beschwerde S. 33 f.), ist nicht einzutreten. Zum Beweisantrag auf �bersetzung der SMS-Nachrichten kann auf Erw�gung 1 verwiesen werden. Im �brigen legt der Beschwerdef�hrer nicht dar, welche Sachverhaltselemente die Vorinstanz ausser Acht gelassen h�tte.
3.1 Der Beschwerdef�hrer bestreitet die rechtliche W�rdigung des Sachverhalts als eventualvors�tzliche T�tung nach Art. 111 StGB. Er habe weder mit direktem Vorsatz noch mit Eventualvorsatz gehandelt. Deshalb sei er freizusprechen. Eventualiter beantragt er die Verurteilung wegen fahrl�ssiger T�tung nach Art. 117 StGB.
3.2 Nach den vorinstanzlichen Feststellungen zielte der Beschwerdef�hrer mit dem Messer auf den Oberk�rper des Opfers. Er wusste, dass er damit das Opfer t�ten kann, und er nahm dies aufgrund seiner Eifersucht in Kauf (vgl. E. 2.8 bis E. 2.10). Der rechtliche Schluss der Vorinstanz, der Beschwerdef�hrer erf�lle Art. 111 StGB mit Eventualvorsatz, verletzt kein Bundesrecht. Damit er�brigt sich eine Pr�fung des Tatbestands der fahrl�ssigen T�tung nach Art. 117 StGB. Nicht einzutreten ist auf die R�ge, soweit der Beschwerdef�hrer seiner rechtlichen W�rdigung einen anderen Sachverhalt zugrunde legt, als die Vorinstanz festgestellt hat.
4.1 Der Beschwerdef�hrer f�hrt zu seiner Rechtfertigung aus, er habe in Notwehr gehandelt. Bereits w�hrend der Autofahrt habe das Opfer ihn angeschrien. Als es auf dem Fussweg auf ihn zugekommen sei, habe er Todesangst gehabt. Er habe gewusst, dass das Opfer Kampferfahrung habe und einen Menschen ohne Waffen t�ten k�nne. Er habe einen unmittelbar drohenden rechtswidrigen Angriff abgewehrt.
4.2 Wird jemand ohne Recht angegriffen oder unmittelbar mit einem Angriff bedroht, so ist der Angegriffene und jeder andere berechtigt, den Angriff in einer den Umst�nden angemessenen Weise abzuwehren (Art. 15 StGB). �berschreitet der Abwehrende die Grenzen der Notwehr nach Artikel 15, so mildert das Gericht die Strafe (Art. 16 Abs. 1 StGB). �berschreitet der Abwehrende die Grenzen der Notwehr in entschuldbarer Aufregung oder Best�rzung �ber den Angriff, so handelt er nicht schuldhaft (Art. 16 Abs. 2 StGB).
4.3 Die verbale Auseinandersetzung im Fahrzeug ist f�r die Notwehrsituation nicht ausschlaggebend. Bis zum Gerangel verging eine gewisse Zeit, weshalb kein "unmittelbarer" Angriff vorlag. Weder die behauptete Kampferfahrung des Opfers noch die von der Vorinstanz festgestellten Handlungen am Tatort verm�gen einen Angriff zu begr�nden. Das Opfer war unbewaffnet. Es schlug den Beschwerdef�hrer zu keinem Zeitpunkt und bedrohte ihn auch nicht verbal (angefochtenes Urteil S. 40). Vielmehr ging der Beschwerdef�hrer auf das Opfer los. Die Vorinstanz durfte angesichts dieses Sachverhalts eine Notwehrsituation nach Art. 15 und 16 StGB verneinen, ohne Bundesrecht zu verletzen. Soweit der Beschwerdef�hrer seiner rechtlichen W�rdigung einen anderen Sachverhalt zugrunde legt, als die Vorinstanz feststellt, ist auf seine Ausf�hrungen nicht einzutreten.
5.1 Der Beschwerdef�hrer macht eventualiter geltend, die Tat sei als Totschlag nach Art. 113 StGB zu qualifizieren. Er habe den Tatentschluss spontan gefasst und in der "Hitze des Gefechts" gehandelt. Es sei von einer heftigen Gem�tsbewegung auszugehen. Diese sei entschuldbar, weil er aufgebracht, eifers�chtig, j�hzornig und alkoholisiert gewesen sei. Auch ein anderer, anst�ndig gesinnter Mensch w�re in der betreffenden Situation in einen solchen Affekt geraten.
5.2 Gem�ss Art. 113 StGB wird wegen Totschlags verurteilt, wer vors�tzlich einen Menschen t�tet und dabei in einer nach den Umst�nden entschuldbaren heftigen Gem�tsbewegung oder unter grosser seelischer Belastung handelt. Die heftige Gem�tsbewegung ist dadurch gekennzeichnet, dass der T�ter von einer starken Gef�hlserregung �berw�ltigt wird, die in einem gewissen Grad seine F�higkeit, die Situation einzusch�tzen oder sich zu beherrschen, einschr�nkt. Sie muss �berdies entschuldbar sein. Dies ist der Fall, wenn die heftige Gem�tsbewegung in Anbetracht der gesamten �usseren Umst�nde als menschlich verst�ndlich erscheint. Es muss angenommen werden k�nnen, auch eine andere, anst�ndig gesinnte Person w�re in der betreffenden Situation leicht in einen solchen Affekt geraten. Hat der T�ter die Konfliktsituation, welche die Gem�tsbewegung ausl�ste, selber verschuldet oder doch vorwiegend durch eigenes Verhalten schuldhaft herbeigef�hrt, so ist der Affekt nicht entschuldbar (BGE 108 IV 99 E. 3a und b S. 101 f. mit Hinweisen).
5.3 Nach den vorinstanzlichen Erw�gungen bestanden die Beziehungsprobleme zwischen A.________ und dem Beschwerdef�hrer schon l�ngere Zeit (angefochtenes Urteil S. 15 f.). Auch dem Beschwerdef�hrer blieb die Liebschaft zwischen A.________ und dem Opfer nicht verborgen (angefochtenes Urteil S. 56). Schliesslich holten der Beschwerdef�hrer und A.________ das Opfer am Tatabend zur Kl�rung dieser Situation herbei (angefochtenes Urteil S. 19). Vor diesem Hintergrund erscheint die Gem�tsbewegung des Beschwerdef�hrers auf das Liebesgest�ndnis des Opfers an A.________, auch aus der Sicht einer verst�ndigen Drittperson, keineswegs als verst�ndlich. Eine Verletzung von Bundesrecht durch die Vorinstanz ist nicht ersichtlich.
6.1 Der Beschwerdef�hrer kritisiert die vorinstanzliche Strafzumessung einzig in Bezug auf das Gest�ndnis. Er r�gt, entgegen den vorinstanzlichen Erw�gungen sei von einem zumindest teilweisen Gest�ndnis auszugehen und somit eine tiefere Strafe festzusetzen. Insbesondere sei die Vorinstanz seinen Ausf�hrungen gefolgt, wonach A.________ und das Opfer eine Beziehung gehabt h�tten. Dies habe A.________ bestritten.
6.2 Gem�ss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des T�ters zu. Es ber�cksichtigt das Vorleben, die pers�nlichen Verh�ltnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des T�ters. Es liegt im Ermessen des Sachgerichts, in welchem Umfang es die verschiedenen Strafzumessungsfaktoren ber�cksichtigt. Das Bundesgericht greift auf Beschwerde hin nur in die Strafzumessung ein, wenn die Vorinstanz den gesetzlichen Strafrahmen �ber- oder unterschritten hat, wenn sie von rechtlich nicht massgebenden Kriterien ausgegangen ist oder wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen bzw. in �berschreitung oder Missbrauch ihres Ermessens falsch gewichtet hat (BGE 134 IV 17 E. 2.1 S. 19 f. mit Hinweisen).
6.3 Die Vorinstanz verweist zum Gest�ndnis auf den erstinstanzlichen Entscheid (angefochtenes Urteil S. 59). Darin wird festgehalten, dass sich der Tatablauf anders abgespielt hatte, als der Beschwerdef�hrer angab, weshalb nicht von einem eigentlichen Gest�ndnis ausgegangen wird (act. 1391). Dies ist nicht zu beanstanden. Der Beschwerdef�hrer gestand zwar ein, auf das Opfer eingestochen zu haben. Die T�terschaft h�tte ihm aufgrund der Zeugenaussagen und der Tatspuren auch ohne Gest�ndnis nachgewiesen werden k�nnen. Auf seine weiteren wechselhaften Angaben zum Tatablauf konnte nicht abgestellt werden. Die Strafzumessung erweist sich im angefochtenen Punkt als bundesrechtskonform.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Deshalb muss auf die Antr�ge des Beschwerdef�hrers, die kantonalen Verfahrens- und Parteikosten seien anders festzusetzen und es sei ihm eine Entsch�digung f�r die zu Unrecht erlittene Haft sowie eine pers�nliche Entsch�digung zuzusprechen, nicht eingegangen werden.
Das Gesuch des Beschwerdef�hrers um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung ist abzuweisen, da es von vornherein aussichtslos war (Art. 64 Abs. 1 BGG). Der Beschwerdef�hrer wird aufgrund seines Unterliegens kostenpflichtig. Seiner angespannten finanziellen Situation ist bei der Bemessung der von ihm zu bezahlenden Gerichtskosten Rechnung zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG).