Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/einkommensteuer/einkommensteuer-privat/haeusliches-arbeitszimmer-eines-schauspielers-337176
Timestamp: 2020-02-21 05:44:26
Document Index: 279681470

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 9', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4']

Häus­li­ches Arbeits­zim­mer eines Schau­spie­lers | Rechtslupe ")}}return a.proceed()});scriptParent=document.getElementsByTagName("script")[0].parentNode;if(scriptParent.tagName.toLowerCase!=="head"){head=document.getElementsByTagName("head")[0];aop_around(head,"insertBefore");aop_around(head,"appendChild")}aop_around(scriptParent,"insertBefore");aop_around(scriptParent,"appendChild");var a2a_config=a2a_config||{};a2a_config.no_3p=1;var addthis_config={data_use_cookies:false};var _gaq=_gaq||[];_gaq.push(["_gat._anonymizeIp"])}
Nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 1 EStG sind die Auf­wen­dun­gen für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer grund­sätz­lich nicht als Betriebs­aus­ga­ben abzieh­bar; ent­spre­chen­des gilt für den Abzug als Wer­bungs­kos­ten bei den Über­schus­s­ein­kunfts­ar­ten (§ 9 Abs. 5 EStG). Eine Aus­nah­me hier­von bestand nach der für das Streit­jahr gül­ti­gen Geset­zes­fas­sung dann, wenn die betrieb­li­che oder beruf­li­che Nut­zung des Arbeits­zim­mers mehr als 50 % der gesam­ten betrieb­li­chen und beruf­li­chen Tätig­keit betrug oder wenn für die betrieb­li­che oder beruf­li­che Tätig­keit kein ande­rer Arbeits­platz zur Ver­fü­gung stand. Von die­ser Aus­nah­me ist das Finanz­amt zuguns­ten des Klä­gers aus­ge­gan­gen, wobei es die hier­für gel­ten­de gesetz­li­che Höchst­gren­ze der abzieh­ba­ren Auf­wen­dun­gen von 2.400 DM (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 3, 1. Halb­satz EStG) beach­tet hat. Ein unbe­grenz­ter Abzug der Auf­wen­dun­gen hät­te die Eigen­schaft des Arbeits­zim­mers als Mit­tel­punkt der gesam­ten betrieb­li­chen und beruf­li­chen Betä­ti­gung vor­aus­ge­setzt (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 3, 2. Halb­satz EStG).
In einer Rei­he von Ent­schei­dun­gen hat der Bun­des­fi­nanz­hof den Begriff des Arbeits­zim­mers abge­grenzt von betriebs­stät­ten­ähn­li­chen Räu­men im Wohn­be­reich wie einer Werk­statt, Lager- oder Aus­stel­lungs­räu­men, Pra­xis­räu­men eines Arz­tes, eines Anwalts oder eines Steu­er­be­ra­ters (vgl. Schmidt/​Heinicke, EStG, 30. Aufl., § 4 Rz 591, m.w.N.). Unter Rück­griff auf die begriff­li­che Ein­gren­zung durch die Recht­spre­chung vor Ein­füh­rung der Abzugs­be­schrän­kung des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG durch das Jah­res­steu­er­ge­setz (JStG) 1996 1 und unter Berück­sich­ti­gung der dem JStG 1996 mit­ge­ge­be­nen Geset­zes­be­grün­dung 2 ist unter einem –im Gesetz selbst nicht defi­nier­ten– häus­li­chen Arbeits­zim­mer danach ein in die häus­li­che Sphä­re des Steu­er­pflich­ti­gen ein­ge­bun­de­ner Raum zu ver­ste­hen, der nach Aus­stat­tung und Funk­ti­on (vor­wie­gend) der Erle­di­gung betrieblicher/​beruflicher Arbei­ten gedank­li­cher, schrift­li­cher oder ver­wal­tungs­tech­ni­scher Art dient 3. Die­ser Nut­zung ent­spre­chend ist das häus­li­che Arbeits­zim­mer daher typi­scher­wei­se mit Büro­mö­beln ein­ge­rich­tet, wobei der Schreib­tisch regel­mä­ßig –aller­dings nicht zwin­gend– das zen­tra­le Möbel­stück dar­stellt 4. Ob ein beruf­lich genutz­ter Raum als häus­li­ches –büro­ar­ti­ges– Arbeits­zim­mer anzu­se­hen ist, lässt sich nicht all­ge­mein ent­schei­den, son­dern nur auf­grund einer Gesamt­wür­di­gung der Umstän­de des Ein­zel­falls 5. Dabei sind die Gren­zen zwi­schen dem Typus des Arbeits­zim­mers und dem der "häus­li­chen Betriebs­stät­te", für den die Abzugs­be­schrän­kung des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG nicht gilt, flie­ßend 6; ent­schei­dend ist das Gesamt­bild 7.
Beruf­lich genutz­te Räu­me, die in die häus­li­che Sphä­re des Steu­er­pflich­ti­gen ein­ge­bun­den sind, kön­nen ein betriebs­stät­ten­ähn­li­ches Geprä­ge erlan­gen durch ihre –für eine büro­mä­ßi­ge Nut­zung unty­pi­sche– Aus­stat­tung und eine damit zusam­men­hän­gen­de Funk­ti­ons­zu­wei­sung. So kön­nen zum Bei­spiel tech­ni­sche Anla­gen und Schall­schutz­maß­nah­men dem betref­fen­den Raum das Geprä­ge eines häus­li­chen Ton­stu­di­os geben 8. Auch eine als Behand­lungs­raum aus­ge­stat­te­te und über einen sepa­ra­ten Ein­gang für Pati­en­ten leicht zugäng­li­che Not­fall­pra­xis im selbst­ge­nutz­ten Ein­fa­mi­li­en­haus ist kein häus­li­ches Arbeits­zim­mer 9, eben­so wenig ein dem Ein­la­gern und Auf­be­wah­ren betrieb­li­cher Bedarfs­ge­gen­stän­de gewid­me­tes und ent­spre­chend ein­ge­rich­te­tes Waren­la­ger 10.
Von Räu­men die­ser Art unter­schei­det sich der streit­be­fan­ge­ne Raum dadurch, dass er der Art sei­ner Aus­stat­tung nach kei­ne ande­re wesent­li­che Funk­ti­ons­zu­wei­sung erken­nen ließ, als die der Erle­di­gung von Arbei­ten vor­wie­gend gedank­li­cher, schrift­li­cher oder ver­wal­tungs­tech­ni­scher Art. Nach den eige­nen Anga­ben des Klä­gers im Ein­spruchs­ver­fah­ren auf einem spe­zi­el­len Fra­ge­bo­gen des FA zum häus­li­chen Arbeits­zim­mer befan­den sich dort ein Arbeits­tisch, eine Lie­ge, ein Ses­sel, ein Stuhl, ein Akten­con­tai­ner, Rega­le und Bücher, somit eine für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer übli­che, jeden­falls nicht unty­pi­sche, Aus­stat­tung und Möblie­rung.
Die auf dem­sel­ben Fra­ge­bo­gen erbe­te­ne Dar­stel­lung der im Arbeits­zim­mer aus­ge­führ­ten Tätig­kei­ten weist zudem mit "Text ler­nen – Dreh­bü­cher aus­wer­ten – Sach­li­te­ra­tur­stu­di­um" für ein Arbeits­zim­mer typi­sche gedank­li­che, geis­ti­ge Arbei­ten aus. Die wei­te­ren Betä­ti­gun­gen, die der Klä­ger nach sei­nen Anga­ben im Arbeits­zim­mer aus­ge­führt hat ("Atem­übun­gen – Sprech­übun­gen – Stimm­übun­gen etc."), erfor­der­ten offen­sicht­lich kei­ne spe­zi­el­le Aus­stat­tung des Rau­mes und konn­ten die­sem kein vom Typus des Arbeits­zim­mers i.S. von § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG abwei­chen­des Geprä­ge geben.
Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 9. August 2011, VIII R 4/​09
Häus­li­che Arbeits­zim­mer Das und dem Gesetz­ge­ber auf­ge­ge­ben, eine gesetz­li­che Neu­re­ge­lung rück­wir­kend auf den 1. Janu­ar 2007 vor­zu­neh­men 11. Die Ober­fi­nanz­di­rek­ti­on…
vgl. zu bei­dem aus­führ­lich BFH, Urteil vom 19.09.2002 – VI R 70/​01, BFHE 200, 336, BSt­Bl II 2003, 139[↩]
vgl. BFH, Urtei­le vom 22.11.2006 – X R 1/​05, BFHE 216, 110, BSt­Bl II 2007, 304; vom 20.11.2003 – IV R 3/​02, BFHE 205, 46, BSt­Bl II 2005, 203; vom 28.08.2003 – IV R 53/​01, BFHE 203, 324, BSt­Bl II 2004, 55; vom 16.10.2002 – XI R 89/​00, BFHE 201, 27, BSt­Bl II 2003, 185[↩]
vgl. BFH, Urtei­le in BFHE 205, 46, BSt­Bl II 2005, 203, m.w.N.; in BFHE 216, 110, BSt­Bl II 2007, 304[↩]
BFH, Urteil in BFHE 201, 27, BSt­Bl II 2003, 185, m.w.N.[↩]
BFH, Urteil in BFHE 216, 110, BSt­Bl II 2007, 304, m.w.N.[↩]
BFH, Urtei­le in BFHE 200, 336, BSt­Bl II 2003, 139; in BFHE 216, 110, BSt­Bl II 2007, 304[↩]
vgl. BFH, Urtei­le in BFHE 201, 27, BSt­Bl II 2003, 185; in BFHE 203, 324, BSt­Bl II 2004, 55[↩]
vgl. BFH, Urtei­le vom 05.12.2002 – IV R 7/​01, BFHE 201, 166, BSt­Bl II 2003, 463; und in BFHE 205, 46, BSt­Bl II 2005, 203[↩]
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