Source: https://www.usp.gv.at/Portal.Node/usp/public/content/steuern_und_finanzen/selbststaendigkeit_steuern/pflichten_unternehmer/40947.html
Timestamp: 2019-04-23 13:11:05
Document Index: 140541314

Matched Legal Cases: ['§ 119', '§ 120', '§ 124', '§ 133', '§ 141', '§ 147', '§ 87', '§ 119', '§ 87']

USP: Pflichten des Unternehmers
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Auskunftsverpflichtung des Arbeitsgebers
Umsatz- und Gewinnschätzungen
Den Rechten der Unternehmerin/des Unternehmers stehen auch Verpflichtungen gegenüber. Sie werden unter dem Begriff "Mitwirkungspflicht" zusammenfasst. Darunter fallen:
Offenlegungs- und Wahrheitspflicht (§ 119 Bundesabgabenordnung – BAO)
Anzeigepflichten (§§ 120 bis 122 BAO)
Führen von Büchern bzw. Aufzeichnungen (§§ 124 bis 132 BAO)
Einreichung von Abgabenerklärungen (§§ 133 bis 140 BAO)
Hilfeleistung bei Amtshandlungen (§ 141 BAO)
Mitwirkungspflicht bei abgabenbehördlichen Prüfungen (§ 147 BAO)
Auskunftsverpflichtung des Arbeitgebers (§ 87 EStG)
Im Zuge einer Lohnsteuerprüfung muss die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber den Organen des Finanzamtes Einsicht in die Lohnkonten und in die Lohnaufzeichnungen des Betriebes sowie in alle Unterlagen gewähren, soweit dies für die Lohnsteuerprüfung erforderlich ist. Weiters müssen dem Prüfungsorgan alle verlangten Erläuterungen zum Verständnis der Aufzeichnungen gegeben werden. Auch über sonstige im Betrieb tätige Personen, bei denen es zweifelhaft ist, ob sie Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer im Betrieb sind, ist jede gewünschte Auskunft zur Feststellung der Steuerverhältnisse zu geben. Gemeinsam mit der Lohnsteuerprüfung wird auch eine Sozialversicherungsprüfung und eine Kommunalsteuerprüfung durchgeführt.
Jede Unternehmerin/jeder Unternehmer muss ihre/seine Betriebseröffnung innerhalb eines Monats ihrem/seinem zuständigen Finanzamt melden. Um das zuständige Finanzamt herauszufinden, gibt es zwei Möglichkeiten:
Telefonische Nachfrage bei einem Finanzamt oder
Internetsuche: Übersicht über die Finanzämter Österreichs ("Behördenauswahl")
Formvorschriften gibt es für die Anzeige nicht. Es reicht eine formlose Mitteilung, in der die Betriebseröffnung bekannt gegeben und um Zuteilung einer Steuernummer ersucht wird. Die Anzeige kann die Unternehmerin/der Unternehmer oder die "steuerliche Vertreterin"/der "steuerliche Vertreter" schriftlich oder mündlich erstatten.
Unabhängig davon, ob die schriftliche oder die mündliche Variante gewählt wird, ist jedoch Folgendes zu beachten:
Je nachdem, in welcher Rechtsform ein Unternehmen betrieben wird, muss ein eigener Fragebogen ausgefüllt werden (auch diese Arbeit übernimmt jede "steuerliche Vertreterin"/jeder "steuerliche Vertreter"). Es kommen drei Formulare in Frage:
Verf 15 für Kapitalgesellschaften
Verf 16 für Personengesellschaften oder
Verf 24 für natürliche Personen
Wer im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung bereits FinanzOnline-Teilnehmerin/FinanzOnline-Teilnehmer ist, kann die Meldung auch elektronisch in FinanzOnline (Eingaben/Anträge/Erklärungswechsel) einbringen.
HINWEIS Sämtliche Formulare des Bundesministeriums für Finanzen tragen am linken unteren Rand eine Kurzbezeichnung, z.B. "Verf 24" (Verf steht für Verfahren). Die Formulare finden sich auf der Startseite im Bereich "Tools" auf den Seiten des Bundesministeriums für Finanzen.
Wird die Anzeige der Betriebseröffnung schriftlich erstattet, wird in der Folge das jeweilige Formular zugesandt. Wer persönlich beim Finanzamt vorspricht, erhält dort die Formulare, die innerhalb der vom Finanzamt gesetzten Frist zu retournieren sind. Ein wesentlicher Teil der Fragebögen hat den voraussichtlichen Umsatz und Gewinn des Eröffnungs- sowie Folgejahres zum Gegenstand. Da niemand die Höhe des Jahresumsatzes und des Gewinns im Eröffnungs- bzw. Folgejahr kennt, können diese Zahlen nur geschätzt werden. Dem Gewinn sollte besonderes Augenmerk geschenkt werden, zumal dieser als Basis für die Einkommensteuervorauszahlungen dient (nähere Informationen dazu befinden sich im Kapitel "Einkommensteuervorauszahlungen"). Aufgrund der umfangreichen Investitionen, die manche neu gegründeten Unternehmen erfordern, kann sich in der Anfangsphase auch ein Verlust ergeben ("Anlaufverlust").
§§ 119, 120 bis 122, 124 bis 132, 133 bis 140, 141 und 147 Bundesabgabenordnung (BAO)
§ 87 Einkommensteuergesetz (EStG)
Verf 16 für Personengesellschaften