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Timestamp: 2016-10-28 10:27:54
Document Index: 268758170

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 4', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 4', 'Art. 6', 'Art. 9', 'Art. 66', 'Art. 68']

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 7. Dezember 2011.
Mit Schadenmeldung vom 9. Juni 2010 teilte die X.________ AG der Schweizerischen National-Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: National) mit, der seit 1. Juni 1993 bei ihr t�tige G.________ habe am 2. April 2010 nach dem Joggen durch einen Park leichte Schmerzen im Knie versp�rt, wobei dieses am folgenden Morgen stark geschwollen gewesen sei. Der am 6. April 2010 erstmals konsultierte Dr. med. W.________ notierte in der Krankengeschichte einen Unfall beim Joggen mit Fehltritt und Verdrehen des rechten Kniegelenkes mit anschliessendem Erguss und Schmerzen im medialen Gelenkspalt. Das am 9. April 2010 durchgef�hrte MRI zeigte einen Riss Grad III im Hinterhorn des medialen Meniskus mit kleinem radi�rem Einriss am �bergang zur hinteren Wurzel ohne dislozierte Meniskusanteile. Der Versicherte reichte der National am 24. Juni 2006 den ausgef�llten "Fragebogen zu einem Sturz-, Stolper- oder Ausrutschunfall" zum Unfallhergang ein. Mit Verf�gung vom 8. September 2010 verneinte die National ihre Leistungspflicht, weil weder ein Unfall noch eine unfall�hnliche K�rpersch�digung nachgewiesen sei. Daran hielt sie auf Einsprache hin fest (Einspracheentscheid vom 17. November 2010).
Die von G.________ hiegegen eingereichte Beschwerde hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit der Feststellung gut, dass der Versicherte f�r die Folgen des Ereignisses vom 2. April 2010 Anspruch auf die gesetzlichen Leistungen hat (Entscheid vom 7. Dezember 2011).
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beantragt die National die Aufhebung des kantonalen Gerichtsentscheids vom 7. Dezember 2011 und die Best�tigung des Einspracheentscheids vom 17. November 2010.
Das kantonale Gericht hat die gesetzlichen Bestimmungen zum Unfallbegriff (Art. 4 ATSG) sowie zur Leistungspflicht der Unfallversicherung bei Unf�llen (Art. 6 Abs. 1 UVG) und bei unfall�hnlichen K�rpersch�digungen (Art. 6 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 UVV) und die dazu ergangene Rechtsprechung (BGE 129 V 466; Urteil 8C_118/2008 vom 23. Oktober 2008) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Die Vorinstanz hat erwogen, der fragliche Vorfall sei nicht als Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG zu qualifizieren, da nicht von einem ungew�hnlichen �usseren Faktor auszugehen sei.
Des Weitern pr�fte das kantonale Gericht, ob das Ereignis vom 2. April 2010 als unfall�hnliche K�rpersch�digung zu betrachten sei. Dabei ging es davon aus, dass der Befund einer Verletzung gem�ss Art. 9 Abs. 2 lit. c UVV entspreche. Hinsichtlich des Geschehensablaufs erachtete die Vorinstanz es als erstellt, dass sich beim Joggen auf teils unebenem Grund mit gelegentlichen Hindernissen in Form von Wurzeln und Unebenheiten im Bewegungsablauf ein Stolpern gefolgt von einem Fehltritt ereignete, was zu einem Meniskusriss gef�hrt habe. Damit sei ein ausserhalb des K�rpers liegendes, objektiv feststellbares, sinnf�lliges Ereignis nachgewiesen, welches eine K�rpersch�digung nach sich gezogen habe.
Die Beschwerdef�hrerin bringt vor, der kantonale Entscheid sei in sich widerspr�chlich, wenn darin eine unkoordinierte Bewegung bejaht, gleichzeitig jedoch ein ungew�hnlicher �usserer Faktor verneint werde. Zudem bestreitet sie die vorinstanzliche Sachverhaltsw�rdigung. Sie macht zun�chst geltend, entgegen der vorinstanzlichen Feststellung sei die Verletzung am rechten Knie mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit degenerativer Natur. Des weitern bringt sie vor, der Versicherte habe in der Unfallmeldung vom 9. Juni 2010 kein Unfallereignis erw�hnt, sondern lediglich angegeben, er sei im Park joggen gegangen und habe am Abend leichte Schmerzen im Knie versp�rt. Am n�chsten Morgen sei das Knie stark geschwollen gewesen. Auf die konkrete Frage nach dem Unfallhergang im "Fragebogen zu einem Sturz-, Stolper- oder Ausrutschunfall" habe der Versicherte am 24. Juni 2010 angegeben, er sei entlang dem Rhein joggen gegangen. Die Sichtverh�ltnisse seien gut gewesen. Es habe sich um einen guten Naturweg gehandelt, der ab und zu Wurzeln und Unebenheiten aufgewiesen habe. Ein besonderes Vorkommnis habe er nicht erw�hnt. Dass er �ber eine Wurzel gestolpert sei und einen Fehltritt gemacht habe, habe der Beschwerdegegner erstmals im Einspracheverfahren angef�hrt. In der Beschwerde habe er dies dahingehend erg�nzt, dass er von seiner Frau habe abgeholt werden m�ssen. Insgesamt habe der Beschwerdegegner seine Sachverhaltsdarstellung im Laufe des Verfahrens gewechselt, weshalb seinen dem Vorfall am n�chsten stehenden Angaben gr�sseres Gewicht beizumessen sei als den nachtr�glich bewusst oder unbewusst von �berlegungen versicherungsrechtlicher Art geleiteten Schilderungen.
5.1 Nach der Rechtsprechung hat die versicherte Person die Umst�nde des als Unfall gemeldeten Ereignisses glaubhaft zu machen. Unvollst�ndige, ungenaue oder widerspr�chliche Angaben zum Geschehensablauf k�nnen die Verneinung der Leistungspflicht der Unfallversicherung zur Folge haben. Im Streitfall hat das Sozialversicherungsgericht zu entscheiden, ob die einzelnen Merkmale des Unfallbegriffs, insbesondere die Ungew�hnlichkeit des �usseren Faktors, gegeben sind. Hiezu hat es im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes die notwendigen Beweise zu erheben. Spricht der rechtserhebliche Sachverhalt nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit f�r das Vorliegen der einzelnen Begriffsmerkmale - die blosse M�glichkeit gen�gt nicht -, ist ein Unfall im Rechtssinne zu verneinen (BGE 116 V 136 E. 4b S. 140; 103 V 175 E. 2a S. 176). Bei sich widersprechenden Angaben des Versicherten �ber den Unfallhergang ist auf die Beweismaxime hinzuweisen, wonach die sogenannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverl�ssiger sind als sp�tere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachtr�glichen �berlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein k�nnen. Wenn die versicherte Person ihre Darstellung im Laufe der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, meistens gr�sseres Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverf�gung des Versicherers (BGE 121 V 45 E. 2a S. 47 mit Hinweisen). Der Grundsatz, wonach die ersten Aussagen nach einem sch�digenden Ereignis in der Regel unbefangener und zuverl�ssiger sind als sp�tere Darstellungen, stellt eine im Rahmen freier Beweisw�rdigung zu ber�cksichtigende Entscheidungshilfe dar. Sie kann nur zur Anwendung gelangen, wenn von zus�tzlichen Abkl�rungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (RKUV 2004 Nr. U 524 S. 546 f., U 236/03 E. 3.3.4).
5.2 Gem�ss BGE 134 V 72 E. 4.3.2.2 S. 81 kann unter Umst�nden aufgrund des medizinischen Befunds erstellt sein, dass eine Sch�digung auf eine ungew�hnliche �ussere Einwirkung und somit auf ein Unfallereignis zur�ckzuf�hren ist. Der mangelnde Nachweis l�sst sich zwar nur selten durch medizinische Feststellungen ersetzen. Diese dienen mitunter aber als Indizien im Beweis f�r oder gegen das Vorliegen eines Unfalles: Im Bereich der obligatorischen Unfallversicherung sind die in Art. 9 Abs. 2 UVV abschliessend aufgez�hlten Sch�digungen - im Wesentlichen des Bewegungsapparats etwa von Knochen, Muskeln, Sehnen und B�ndern - denn auch selbst ohne ungew�hnliche �ussere Einwirkung Unf�llen gleichgestellt, wenn sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zur�ckzuf�hren sind.
5.3 Laut BGE 129 V 466 E. 2.2 S. 467 und E. 4.2 S. 469 f. ist tatbestandsm�ssig ein ausserhalb des K�rpers liegender, objektiv feststellbarer, sinnf�lliger, eben unfall�hnlicher Vorfall mit hinreichender Wahrscheinlichkeit gegeben, wenn dem �usseren Faktor ein gesteigertes Sch�digungspotential zukommt, das u.a. zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der allt�glichen Lebensverrichtung f�hrt. Das Auftreten von Schmerzen als solches ist kein �usserer (sch�digender) Faktor im Sinne der Rechtsprechung. Mit anderen Worten kann von einem erforderlichen sch�digenden Faktor dort nicht gesprochen werden, wo die versicherte Person nur das (erstmalige) Auftreten von Schmerzen in zeitlicher Hinsicht anzugeben vermag.
5.4 Nach den Feststellungen der Vorinstanz ist nicht von einer Degeneration oder einer Erkrankung als eindeutige Ursache der Verletzung auszugehen, da Dr. med. B.________ keine signifikante Degeneration oder L�sion gefunden habe. Gem�ss Beschwerdef�hrerin ist diese Schlussfolgerung falsch. Dr. med. B.________ habe im Befund der MRI-Untersuchung vom 9. April 2010 lediglich mit Blick auf die Knorpelsequenz keine signifikante Degeneration festgehalten. Diese Aussage kann nach Auffassung der Beschwerdef�hrerin nicht ohne weiteres auf das Knie als Ganzes �bertragen werden. Zudem habe der Arzt in der Beurteilung Zeichen eines leichtgradigen "Jumpers knee" erw�hnt, was angesichts des Umstandes, dass der Versicherte intensiv Sport betreibe (Marathon, Velofahren, Bowling), darauf schliessen lasse, dass die Verletzung im rechten Knie �berwiegend wahrscheinlich degenerativ sei.
Beim sog. "Springerknie" handelt es sich um eine degenerative �berbelastung des Kniescheibenstreckapparates und somit um ein von der Meniskusverletzung zu unterscheidendes Krankheitsbild. Aus den Ausf�hrungen des Dr. med. B.________ kann daher nicht der Schluss gezogen werden, die zur Diskussion stehende Meniskusverletzung sei ebenfalls degenerativer Natur, zumal der beurteilende Arzt sich nicht in diesem Sinne ge�ussert hat. Auch kann aus dem Umstand, dass er hinsichtlich der Knorpelsequenz das Vorliegen einer signifikanten Degeneration ausdr�cklich verneint hat, nicht der Umkehrschluss gezogen werden, die Meniskusverletzung sei mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit degenerativ bedingt. Die Vorbringen der Beschwerdef�hrerin verm�gen daher die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz nicht als unrichtig oder unvollst�ndig erscheinen zu lassen.
5.5 In sachverhaltlicher Hinsicht unbestritten und anhand der Akten ohne weiteres verifizierbar ist, dass zwischen den Schilderungen des Beschwerdef�hrers in der Unfallmeldung und denjenigen im Fragebogen einerseits und denjenigen in der Einsprache andererseits ein Unterschied besteht. Bez�glich des beschwerdef�hrerischen Vorbringens, es sei auf die "Aussagen der ersten Stunde" abzustellen, hat die Vorinstanz zu Recht darauf hingewiesen, dass die Unfallmeldung erst zwei Monate nach dem Ereignis erfolgte, weshalb der angerufenen Beweisregel nur untergeordnete Bedeutung zukommen kann. Richtig ist allerdings, dass die Angaben in der Einsprache von �berlegungen versicherungsrechtlicher Art beeinflusst sein konnten. Wie das kantonale Gericht zutreffend festgehalten hat, sind die Schilderungen des Versicherten jedoch nicht widerspr�chlich. Zu Beginn schilderte dieser zwar keine besondere Begebenheit, die ihm beim Joggen zugestossen w�re. Insbesondere erw�hnte er keine Einwirkung von Wurzeln oder Unebenheiten auf den Bewegungsablauf. Auf Aufforderung der National hin pr�zisierte er jedoch den Sachverhalt im Fragebogen vom 24. Juni 2010. Nach Er�ffnung der Ablehnungsverf�gung vom 8. September 2010 liess er in der Einsprache erkl�ren, er sei w�hrend des Joggens �ber eine Wurzel gestolpert und habe einen Fehltritt gemacht. Aus diesem Umstand kann nicht geschlossen werden, die Angaben des Versicherten seien inkonsistent und insgesamt nicht glaubhaft. Dr. med. W.________ hatte der Beschwerdef�hrerin bereits am 11. Juni 2010, somit vor ihrem ablehnenden Schreiben, einen Auszug aus der Krankengeschichte zugestellt, in der unter dem Datum des 6. April ein Fehltritt beim Joggen mit Verdrehen des rechten Kniegelenkes vermerkt ist. Mit der Vorinstanz ist f�r die Beurteilung der Frage, ob der Beschwerdegegner am 2. April 2010 einen Unfall oder eine unfall�hnliche K�rpersch�digung erlitten hat, auf die Sachverhaltsdarstellung in der Einsprache abzustellen.
5.6 Bei unfall�hnlichen K�rpersch�digungen nach Art. 6 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 UVV m�ssen zur Begr�ndung der Leistungspflicht des Unfallversicherers mit Ausnahme der Ungew�hnlichkeit die �brigen Tatbestandsmerkmale des Unfalls erf�llt sein. Besondere Bedeutung kommt hierbei der Voraussetzung des �usseren Ereignisses zu, d.h. eines ausserhalb des K�rpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnf�lligen, eben unfall�hnlichen Vorfalles (BGE 129 V 466 E. 2.2 S. 467). Beim "normalen" Joggen fehlt es an pl�tzlichen, ruckartigen und unkontrollierten Bewegungen. Vielmehr handelt es sich um einen gleichm�ssigen Bewegungsablauf im Rahmen einer physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des K�rpers (Urteil 8C_118/2008 vom 23. Oktober 2008 E. 3.3). Das reine Stolpern ohne Sturz beim sportlichen "Walken" oder Joggen in der freien Natur erf�llt den Unfallbegriff gem�ss Art. 4 ATSG nicht, da es nicht als ungew�hnlich bezeichnet werden kann (vgl. Urteil 8C_978/2010 vom 3. M�rz 2011 E. 4.2). In diesem Sinne ist die von der Beschwerdef�hrerin beanstandete Formulierung in E. 2.2 des angefochtenen Entscheids zu verstehen. Indessen handelt es sich beim Stolpern um ein �usseres Ereignis, das heisst um einen ausserhalb des K�rpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnf�lligen, eben unfall�hnlichen Vorfall (soeben erw�hntes Urteil 8C_978/2010 E. 4.2).
5.7 Zusammenfassend ist mit dem Stolpern gefolgt von einem Fehltritt zumindest eine solche �ussere Einwirkung auf den K�rper des Beschwerdegegners erstellt, was f�r die Begr�ndung der Leistungspflicht der National gest�tzt auf Art. 6 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 UVV (unfall�hnliche K�rpersch�digung) gen�gt.
Die National hat als unterliegende Partei die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Der obsiegende Beschwerdegegner hat Anspruch auf eine Parteientsch�digung (Art. 68 Abs. 2 BGG).