Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%201974,%20804
Timestamp: 2019-09-23 20:48:28
Document Index: 31574621

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', '§ 3', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', '§ 13', '§ 823', 'BGH', '§ 3', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 34', '§ 839', '§ 839', 'BGH', '§ 839', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 412', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', '§ 839', 'BGH']

Rechtsprechung: VersR 1974, 804 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 18.03.1974
BGH, 14.05.1974 - VI ZR 48/73
https://dejure.org/1974,415
BGH, 14.05.1974 - VI ZR 48/73 (https://dejure.org/1974,415)
BGH, Entscheidung vom 14.05.1974 - VI ZR 48/73 (https://dejure.org/1974,415)
BGH, Entscheidung vom 14. Mai 1974 - VI ZR 48/73 (https://dejure.org/1974,415)
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Produkthaftung;
§§ 1 ff UWG
Warenhersteller - Haftung für Prüfzeichen - Vermögensschaden - DVGW - Entsprechung der Norm - Schutzgesetz
NJW 1974, 1503
MDR 1974, 920
GRUR 1975, 150
VersR 1974, 804
VersR 1974, 977
DB 1974, 1427
JR 1974, 509
Dies gilt zunächst für das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 14.05.1974 (NJW 74, 1503, 1504), in dem einem DVGW-Kennzeichen trotz garantierter Prüfungen die Garantieeigenschaft gegenüber dem Abnehmer abgesprochen wird, aber auch etwa für das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 26.11.68 (NJW 68 269, 273), in dem der Bundesgerichtshof einem Vertrieb unter einem Markenzeichen - in jenem Fall Impfstoff - die Garantiewirkung abspricht.
Haftungsrechtlich enthalten solche Kennzeichen noch nicht einmal eine Garantiezusage, aus welcher der Käufer des Produkts bei Qualitätsmängeln vertragliche Ersatzansprüche gegen den Hersteller geltend machen kann (vgl. BGH NJW 1974, 1503).
Im Rahmen einer Absatzkette treffen den Zwischenhändler gegenüber seinen Kunden im Allgemeinen keine Schutzpflichten, die die Annahme einer stillschweigend vereinbarten Haftungsausdehnung des Herstellers auf den Endabnehmer nach der objektiven Interessenlage nahe legen könnten (BGH, Urteile vom 26. November 1968 - VI ZR 212/66, WM 1969, 38, 39 f., insoweit in BGHZ 51, 91 nicht abgedruckt, vom 14. Mai 1974 - VI ZR 48/73, WM 1974, 751, 753 und vom 11. Oktober 1988 - XI ZR 1/88, NJW 1989, 1029, 1030).
In einer anderen Entscheidung hat der Bundesgerichtshof allerdings einen Schadenersatzanspruch aufgrund § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 3 UWG abgelehnt (GRUR 1975, 150 - Prüfzeichen).
Selbst wenn man Bindungen des Herstellers aufgrund eines Vertrauensschutzes gegenüber anderen Personen als dem unmittelbaren Abnehmer für möglich hält (vgl. BGHZ 40, 91, 108 [BGH 10.07.1963 - VIII ZR 204/61]; 51, 91, 99 [BGH 26.11.1968 - VI ZR 212/66]; 78, 369, 371 [BGH 12.11.1980 - VIII ZR 293/79]; einschränkendSenatsurteil vom 14. Mai 1974 - VI ZR 48/73 - VersR 1974, 977, 978), kann der Kläger wegen der "Schäden", die Gegenstand dieses Rechtsstreits sind, nicht mit Erfolg aus "in Anspruch genommenem Vertrauen" unmittelbar von der Beklagten Schadensersatz beanspruchen.
Selbst wenn man vertragsähnliche Bindungen des Herstellers auf Grund eines Vertrauensschutzes gegenüber anderen Personen als dem unmittelbaren Abnehmer grundsätzlich für möglich hielte (vom Bundesgerichtshof offen gelassen in BGHZ 40, 91, 108; 51, 91, 101 und im Urteil vom 18. Januar 1983 - VI ZR 270/80, NJW 1983, 812, 813), so wäre jedenfalls bei der Annahme solcher Bindungen im Einzelfall große Zurückhaltung geboten (BGH, Urteile vom 14. Mai 1974 - VI ZR 48/73, NJW 1974, 1503, 1504 …und vom 18. Januar 1983 aaO).
Andernfalls würde die im geltenden Haftungssystem bewußt gezogene Grenze zwischen vertraglichem und deliktischem Bereich weitgehend aufgehoben (BGH, Urteil vom 14. Mai 1974 aaO).
Eine so weitgehende Systemänderung muß der Entscheidung des Gesetzgebers vorbehalten bleiben (BGH Urteil vom 14. Mai 1974 aaO S. 1505).
Schutzpflichten des Zwischenhändlers, die die Annahme einer stillschweigend vereinbarten Ausdehnung der vertraglichen Haftung des Herstellers auf den Endabnehmer nach der objektiven Interessenlage nahelegen könnten (vgl. zu diesem Gesichtspunkt BGHZ 51, 91, 96; 56, 269, 273; 66, 51, 57 f.), werden allein durch die vertraglichen Beziehungen zwischen dem Händler und seinen Kunden nicht begründet (BGHZ 51, 91, 96; BGH, Urteil vom 14. Mai 1974 - VI ZR 48/73, NJW 1974, 1503).
Voraussetzungen der Beweislastumkehr wegen grober Behandlungsfehler; Umkehr der …
Darin ist generell nur darauf abgehoben, daß der grobe Verstoß zur Herbeiführung des Schadens geeignet sein muß (vgl. etwa die Senatsurteile vom 12. März 1968 - VI ZR 85/66 = VersR 1968, 498, 499 und vom 18. März 1974 - VI ZR 48/73 = VersR 1974, 804, 807).
Der Bundesgerichtshof hat im Rahmen der Entwicklung seiner Rechtsprechung zur Deliktshaftung des Herstellers fehlerhafter Produkte bereits frühzeitig klargestellt, dass bei Kauf- und Werkverträgen im Verhältnis zwischen dem Endnutzer und dem Hersteller eines Produkts weder ein Zwischenabnehmer - in Ermangelung einer zufälligen Schadensverlagerung - einen Schaden des Endnutzers liquidieren kann (kein Fall der Drittschadensliquidation), noch der Endabnehmer in den Schutzbereich des Vertrags zwischen dem Hersteller und seinem Vertragspartner einbezogen ist (BGH BGHZ 51, 91 ff = NJW 1969, 269 Tz. 8-15; NJW 1974, 1503; NJW 1981, 2250 [2251]; VersR 1986, 1003).
Dabei kann offenbleiben, ob überhaupt im Rahmen einer Absatzkette eine vorvertragliche Haftung des Herstellers aus in Anspruch genommenem Vertrauen in Betracht kommen kann (hierzu etwa BGH NJW 1974, 1503 Tz. 19 ff; BGH NJW 1983, 812 [813 f.]).
BGH, 13.07.1983 - VIII ZR 142/82
Die Revision übersieht, daß die bei einem schuldhaften Verstoß gegen § 3 ÜWG eingreifende Sonderregelung des § 13 Abs. 2 UWG die Anwendung des § 823 Abs. 2 BGB ausschließt (BGH, Urteil vom 14. Mai 1974 - VI ZR 48/73 = DB 1974, 1427, 1429; RG GRUR 1940, 375, 378;… Baumbach/Hefermehl, Wettbewerbsrecht, 13. Aufl. § 3 ÜWG Rdn. 403).
LG Düsseldorf, 16.07.2003 - 23 S 168/02
Anspruch auf Rückzahlung eines gezahlten Entgelts aufgund der Annahme der …
LAG Berlin, 06.06.1977 - 9 Sa 67/76
Voraussetzungen eines Anspruchs auf Lohnfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit durch …
OLG Stuttgart, 12.01.1990 - 5 Ss 638/89
BGH, 18.03.1974 - III ZR 48/73
https://dejure.org/1974,1732
BGH, 18.03.1974 - III ZR 48/73 (https://dejure.org/1974,1732)
BGH, Entscheidung vom 18.03.1974 - III ZR 48/73 (https://dejure.org/1974,1732)
BGH, Entscheidung vom 18. März 1974 - III ZR 48/73 (https://dejure.org/1974,1732)
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Anästhesie - Sorgfaltspflicht - Intubation
NJW 1974, 1424
MDR 1974, 739
Dieser von dem Bundesgerichtshof schon in seinem Urteil vom 18. März 1974 - III ZR 48/73 = VersR 1974, 804, 806 = NJW 1974, 1424 hervorgehobene Grundsatz ist entgegen der Auffassung der Revision nicht etwa deshalb für den Streitfall abzuschwächen, weil es sich anders als in dem dort entschiedenen Fall möglicherweise nicht um eine Risikonarkose handelte.
Daß sie bei der Behandlung des Erstklägers nicht im hoheitlichen, sondern im privatrechtlichen Bereich tätig geworden sind (BGHZ 9, 145, 148 ff; st. Rspr.), schließt zwar eine Übernahme ihrer Haftung durch ihre Anstellungskörperschaft nach Art. 34 GG aus, läßt aber grundsätzlich unberührt, daß sich ihre deliktische Eigenhaftung nach der für Beamte geltenden Sondervorschrift des § 839 BGB mit dem den Schädiger begünstigenden Verweisungsprivileg des § 839 Abs. 1 Satz 2 BGB richtet (BGH Urteil vom 18. März 1974 - III ZR 48/73 = NJW 1974, 1424 = VersR 1974, 804).
Arzt, jedenfalls der selbst liquidationsberechtigte Chefarzt oder Abteilungsdirektor, in diesem Bereich dem Patienten deliktisch als Beamter nach § 839 BGB, also nur nach Maßgabe des Verweisungsprivilegs, oder als "Privatmann" nach der allgemeinen Vorschrift des § 823 BGB ohne diese Vergünstigung haftet, hat der Bundesgerichtshof bisher offen lassen können (BGH Urteil vom 18. März 1974 - III ZR 48/73 = VersR 1974, 804, 807 ff; insoweit nicht in NJW 1974, 1424 abgedruckt; Senatsurteil vom 16. November 1965 - VI ZR 107/64 = VersR 1966, 262, 264).
Diese Anforderungen an den Behandlungsstandard gelten nach ständiger Rechtsprechung für das Gebiet der Anästhesie in gleicher Weise wie für andere Bereiche der ärztlichen Versorgung (zur Anästhesie s. BGHZ 95, 63, 73 f [BGH 18.06.1985 - VI ZR 234/83] = AHRS 3010/25; BGH, Urteil vom 18. März 1974 - III ZR 48/73 - VersR 1974, 804, 806 = AHRS 2320/10; OLG Zweibrücken VersR 1988, 165 f [OLG Zweibrücken 07.10.1987 - 2 U 16/86] = AHRS 3010/31 mit NA-Beschluß des Senats vom 24. Mai 1988 - VI ZR 286/87; zur Chirurgie vgl. BGHZ 88, 248, 254 und 259 = AHRS 1220/23; Senatsurteil vom 10. März 1992 - VI ZR 64/91 - VersR 1992, 745, 746 f.).
Auch eine verfahrensrechtliche Pflicht zur Einholung eines weiteren (Ober-)Gutachtens (§ 412 ZPO) besteht nur ausnahmsweise, nämlich bei besonders schwierigen Fragen, bei groben Mängeln der vorhandenen Gutachten und dann, wenn ein neuer Gutachter über überlegene Forschungsmittel verfügt ( BGHZ 53, 254, 258; Senatsurteile vom 5. Dezember 1961 - VI ZR 261/60 - VersR 1962, 231 und vom 9. Februar 1971 - VI ZR 142/69 - VersR 1971, 472; BGH Urt. v. 18. März 1974 - III ZR 48/73 - VersR 1974, 804, 807).
Das Maß der erforderlichen Sorgfalt hängt vor allem auch von der Größe der vom Patienten abzuwendenden Gefahren ab (vgl. BGH - Urteil vom 18.03.1974 - III ZR 48/73 - AHRS Kz 2320/10).
Danach liegt der objektive Tatbestand des § 823 Abs. 1 bzw. § 839 Abs. 1 BGB vor, da Dr. Cramer als Klinikdirektor Beamter sein dürfte und ihm gegenüber den von ihm selbst behandelten Patienten die Amtspflicht zur richtigen Behandlung und damit auch zur richtigen Aufklärung obliegt (vgl. BGH NJW 74, 1424).