Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=07.04.1960&Aktenzeichen=V%20231/54%20S
Timestamp: 2020-02-29 01:42:15
Document Index: 187645533

Matched Legal Cases: ['§ 59', '§ 59', '§ 8', '§ 59', '§ 8', '§ 59', '§ 8']

BFH, 07.04.1960 - V 231/54 S - dejure.org
https://dejure.org/1960,428
BFH, 07.04.1960 - V 231/54 S (https://dejure.org/1960,428)
BFH, Entscheidung vom 07.04.1960 - V 231/54 S (https://dejure.org/1960,428)
BFH, Entscheidung vom 07. April 1960 - V 231/54 S (https://dejure.org/1960,428)
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Nichtigkeit einer Zusatzsteuer in der Textilwirtschaft mangels einer gültigen gesetzlichen Ermächtigung
BFHE 71, 244
DB 1960, 941
BStBl III 1960, 339
Das GG hat sich nicht für ein bestimmtes Wirtschaftssystem entschieden, so daß der Gesetzgeber darin frei ist, die ihm sachgemäß erscheinende Wirtschaftspolitik zu treiben (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs V 231/54 S vom 7. April 1960, BStBl 1960 III S. 339, Slg. Bd. 71 S. 244).
Hinzu kommt, daß der Gesetzgeber weitere Ausgleichsmaßnahmen für die Textilwirtschaft, die nach dem damaligen Stand der Erkenntnisse einer solchen Regelung besonders bedurfte, getroffen hat (vgl. das oben angeführte Urteil V 231/54 S vom 7. April 1960).
BFH, 09.02.1961 - V 85/60 U
Erhebung der Spinnweberzusatzsteuer in nachkonstitutionellen …
Er hat in einem weiteren Grundsatzurteil V 231/54 S vom 7. April 1960 (BStBl 1960 III S. 339) zum Ausdruck gebracht, daß er an dieser Auffassung festhalte.
Auch der erkennende Senat hat in dem oben angeführten Urteil V 231/54 S angedeutet, daß die Verhältnisse seit 1934 einen Wandel erfahren haben könnten, so daß § 59 Abs. 1 UStDB 1951 auch materiell nicht mehr den Erfordernissen des GG entspräche.
BFH, 27.06.1974 - V R 129/73
Garne - Zettelbäume - Kettbäume - Halbfabrikat - Weberei - Webereivorgang - …
Der Senat hatte bereits im Urteil vom 7. April 1960 V 231/54 S (BFHE 71, 244, BStBl III 1960, 339) ausgeführt, daß zwingend notwendige Arbeitsvorgänge einer Weberei nicht erst auf dem Webstuhl, sondern schon bei der Weiterverarbeitung des Garns im Webereivorwerk beginnen und in diesen Bereich insbesondere das Spulen, Scheren, Zetteln und Schlichten fällt.
Der Senat ist im Anschluß an das Urteil V 231/54 S der Auffassung, daß das Aufbringen von Garnen auf Zettelund Kettbäumen organisch und technisch bedingt einen Vorgang der Weberei darstellt.
Zu demselben Ergebnis gelangt man, wenn man die Vorschriften der Textil-Zusatzsteuer nicht isoliert betrachtet, sondern - wie es der Senat in seinen Urteilen V 226/57 S vom 22. Oktober 1959 (…a.a.O.), V 231/54 S vom 7. April 1960 (BStBl 1960 III S. 339, Slg. Bd. 71 S. 244) und V 85/60 U vom 9. Februar 1961 (…a.a.O.) getan hat - im Rahmen eines geschlossenen Systems sieht (komplexe Betrachtungsweise).
Entsprechend der vom erkennenden Senat in Fragen der Textilzusatzbesteuerung stets vertretenen komplexen Betrachtungsweise (vgl. die Urteile V 226/57 S vom 22. Oktober 1959, BFH 69, 486, BStBl III 1959, 441; V 231/54 S vom 7. April 1960, BFH 71, 244, BStBl III 1960, 339; V 85/60 U vom 9. Februar 1961, BFH 72, 307, BStBl III 1961, 114, und V 71/61 S vom 29. Juli 1965, BFH 83, 125, BStBl III 1965, 545) verfolgte der Verordnungsgeber mit den Vorschriften über die "Zusatzsteuer in der Textilwirtschaft" das Ziel, die auf diesem Gebiet besonders einschneidenden und dem Grundsatz der Konkurrenzneutralität zuwiderlaufenden Kumulationsund Konzentrationswirkungen des Allphasen-Bruttobesteuerungssystems aufzuheben oder wenigstens zu mildern.
Diese Auffassung entspricht der Rechtsprechung des BFH (vgl. z.B. Urteile V 75/51 U vom 20. Februar 1953, BStBl 1953 III S. 150 Slg.Bd. 57 S. 386, und V 231/54 S vom 7. April 1960, BStBl 1960 III S. 339, Slg.Bd. 71 S. 244, und des BVerfG (vgl. außer den vom IV. Senat zitierten Beschlüssen auch die Beschlüsse BVerfGE 12 S. 341 (346f.) und BVerfGE 14 S. 245 (249)).
Das FG schloß sich der Auffassung des Senats an, daß die §§ 59 bis 62 UStDB 1951 über die Zusatzsteuer in der Textilwirtschaft nachkonstitutionelles Recht darstellten und wegen der vom Bundesverfassungsgericht (BVerfG) durch Urteil 2 BvL 18/56 vom 5. März 1958 (Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts -- BVerfGE -- Bd. 7 S. 282) festgestellten Ungültigkeit der Ermächtigungsvorschriften der §§ 8 und 18 Abs. 1 Ziff. 1 UStG 1951 nichtig seien (vgl. Urteile des BFH V 226/57 S vom 22. Oktober 1959, BStBl 1959 III S. 441, Slg. Bd. 69 S. 486; V 231/54 S vom 7. April 1960, BStBl 1960 III S. 339, Slg. Bd. 71 S. 244; V 85/60 U vom 9. Februar 1961, BStBl 1961 III S. 114, Slg. Bd. 72 S. 307).
Das Finanzgericht (FG) schloß sich der Auffassung des Senats an, daß die §§ 59 bis 62 UStDB 1951 über die Zusatzsteuer in der Textilwirtschaft nachkonstitutionelles Recht darstellten und wegen der vom Bundesverfassungsgericht (BVerfG) durch Urteil 2 BvL 18/56 vom 5. März 1958 (Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts -- BVerfGE -- Bd. 7 S. 282) festgestellten Ungültigkeit der Ermächtigungsvorschriften der §§ 8 und 18 Abs. 1 Ziff. 1 UStG 1951 nichtig seien (vgl. Urteile des BFH V 226/57 S vom 22. Oktober 1959, Sammlung der Entscheidungen des Bundesfinanzhofs Bd. 69 S. 486 -- BFH 69, 486 --, BStBl III 1959, 441; V 231/54 S vom 7. April 1960, BFH 71, 244, BStBl III 1960, 339; V 85/60 U vom 9. Februar 1961, BFH 72, 307, BStBl III 1961, 114).
Das Finanzgericht (FG) schloß sich der Auffassung des Senats an, daß die §§ 59 und 62 UStDB 1951 über die Zusatzsteuer in der Textilwirtschaft nachkonstitutionelles Recht darstellten und wegen der vom Bundesverfassungsgericht (BVerfG) durch Urteil 2 BvL 18/56 vom 5. März 1958 (Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts -- BVerfGE -- Bd. 7 S. 282) festgestellten Ungültigkeit der Ermächtigungsvorschriften der §§ 8 und 18 Abs. 1 Ziff. 1 UStG 1951 nichtig seien (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs -- BFH -- V 226/57 S vom 22. Oktober 1959, BStBl 1959 III S. 441, Slg. Bd. 69 S. 486; V 231/54 S vom 7. April 1960, BStBl 1960 III S. 339, Slg. Bd. 71 S. 244; V 85/60 U vom 9. Februar 1961, BStBl 1961 III S. 114, Slg. Bd. 72 S. 307).