Source: http://www.stmas.bayern.de/jugend/jugendschutz/zusammen.php
Timestamp: 2017-09-23 20:04:08
Document Index: 386811589

Matched Legal Cases: ['§ 79', '§ 80', 'Art. 54', '§ 28', 'Art. 55', '§ 28', '§ 27', 'Art. 56']

Sie sind hier: Zusammenarbeit im Jugendschutz
Der Kinder- und Jugendschutz in Bayern ist nur dann erfolgreich, wenn Jugend-, Ordnungs-, Gewerbe- und Gesundheitsämter, Polizei, Gemeinden, weitere zuständige Behörden oder Stellen, Schulen, freie Träger, Veranstalter und Gewerbetreibende "vor Ort" vertrauensvoll zusammenarbeiten.
Um dies zu erreichen, ist vor allem die gegenseitige Information und eine offensive Aufklärungs- und Beratungsarbeit aller Beteiligten erforderlich. Wichtig ist, die institutionellen Strukturen und Arbeitsabläufe der anderen Beteiligten zu kennen und persönliche Kontakte aufzubauen.
Ebenso bedeutend ist es, die unterschiedlichen fachlichen Herangehensweisen, Ansätze und Mittel nicht als Widerspruch, sondern zur Ergänzung der eigenen Arbeit zu verstehen. Eine Kooperation kann z.B. in Form von Runden Tischen, interdisziplinärer Teams bzw. Arbeitsgruppen und gemeinsamen Jugendschutzkontrollen erfolgen. Nur ein interdisziplinärer, umfassender und frühzeitiger Kinder- und Jugendschutz kann junge Menschen nachhaltig vor Gefährdungen von außen schützen.
Für einen effektiven Jugendschutz ist neben einer Vernetzung aber auch eine Koordinierung und Bündelung aller Aktivitäten vor Ort unerlässlich.
Erzieherischer Jugendschutz - Zusammenarbeit mit Kindergärten, Schulen und der Jugendarbeit
Die Gesamt- (einschließlich der Planungs-)verantwortung für die Erfüllung der Jugendhilfeaufgaben entsprechend § 79 Abs.2 und § 80 SGB VIII schließt auch den Arbeitsbereich des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes ein. Im Rahmen der örtlichen Jugendhilfeplanung muss dies berücksichtigt werden.
Dabei ist zu beachten, dass im Rahmen des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes neben der Elternarbeit auch die Kindergärten, Schulen und die Einrichtungen der Jugendarbeit immer stärker in den Fokus rücken. Schließlich sind diese Orte die zentralen Alltags- und Lebensräume für Kinder und Jugendliche außerhalb der Familie.
Die Erreichbarkeit von jungen Menschen und die Unterstützung durch die Pädagogen sind in diesen Sozialisationsräumen am Größten. Eigene Präventionsarbeit der genannten Institutionen zu den verschiedenen Themenfeldern des Jugendschutzes kann beispielsweise durch externe mobile oder stationäre Teams als Fachspezialisten angeregt, unterstützt oder begleitet werden.
Gleichzeitig müssen eigene Ressourcen erkannt und genutzt werden, weil externe Dienste und Angebote nur ergänzend wirken können. Externe Fortbildungen, Projekte etc. durch Jugendhilfeträger sind bedarfsgerecht anzubieten und sollen mit den Verantwortlichen ver-bindlich, z.B. in Form von Kooperationsvereinbarungen, Verträgen etc. geregelt werden.
Ordnungsrechtlicher Jugendschutz - Zusammenarbeit zwischen Jugendamt, Ord-nungsbehörde und Polizei
Auch im ordnungsrechtlichen Kinder- und Jugendschutz empfiehlt es sich, bestimmte Verfahrensabläufe und Vorgehensweisen bereits im Voraus zu vereinbaren und durch entsprechende Kooperationsvereinbarungen zu untermauern.
Damit können vorhandene Ressourcen effektiv eingesetzt werden. In diesem Zusammenhang wird auch auf die Mitteilungspflicht in Art. 54 AGSG hingewiesen. Danach sollen die Dienststellen des Staates und der Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts sowie die Träger der freien Jugendhilfe Tatsachen, die eine Gefährdung junger Menschen annehmen lassen, dem für den Aufenthaltsort der jungen Menschen zuständigen Jugendamt unverzüglich mitteilen.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, die Gewerbetreibenden, die primär durch die Regelungen im Jugendschutzgesetz betroffen sind, "mit ins Boot zu holen". Besteht ein Problembewusstsein hinsichtlich der möglichen Gefährdungen für Kinder und Jugendliche und fühlen sich die Gewerbetreibenden "vor Ort" für deren Abwehr verantwortlich, dürften Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz deutlich zurück gehen.
Die Zuständigkeit für die Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten nach § 28 JuSchG liegt bei den Kreisverwaltungsbehörden (Art. 55 Abs. 3 AGSG). Die Kreisverwaltungsbehörden können selbständig bestimmen, welchem Amt bzw. welcher Abteilung der Vollzug des § 28 JuSchG zugeteilt wird (Jugendamt, Ordnungsamt etc.). Aus den §§ 27 und 28 JuschG, die die Ahndung von Verstößen gegen die Regelungen des JuSchG vorsehen, ergibt sich die Möglichkeit, aber auch die Notwendigkeit von Jugendschutzkontrollen. Jugendschutzkontrollen sind wichtige Maßnahmen zur Sicherstellung der Einhaltung des JuSchG. Sie können sowohl als präventives Handeln als auch als repressives Handeln (Ahn-dung von Verstößen) gesehen werden.
Jugendschutzkontrollen können von der zuständigen Verwaltungsbehörde alleine oder von der Polizei oder von beiden gemeinsam durchgeführt werden. In der Praxis hat sich die Durchführung von gemeinsamen Kontrollen durch die zuständige Verwaltungsbehörde (Jugendamt) und die Polizei bewährt. Dies ergibt sich auch aus Art. 56 Abs. 1 AGSG, der ein vertrauensvolles Zusammenwirken von Polizei und Jugendamt vorsieht. Polizeiliches Handeln und pädagogische Interventionen seitens des Jugendamtes sollen sich ergänzen. So kann die Fachkraft des Jugendamtes beratend und informierend tätig werden und in Problemsituationen Angebote der Jugendhilfe unterbreiten.
Näheres zu den Vollzugshinweisen zum Jugendschutzgesetz
Weitere Vollzugshinweise zur Problematik des übermäßigen Alkoholkonsums junger Menschen