Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20R%2029/98
Timestamp: 2019-06-17 19:51:52
Document Index: 103823887

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 118', '§ 180', '§ 15', '§ 15', '§ 351', '§ 15', '§ 30', '§ 30', '§ 15', '§ 15', '§ 42', '§ 351', '§ 15', '§ 15']

BFH, 23.02.1999 - VIII R 29/98 - dejure.org
https://dejure.org/1999,1146
BFH, 23.02.1999 - VIII R 29/98 (https://dejure.org/1999,1146)
BFH, Entscheidung vom 23.02.1999 - VIII R 29/98 (https://dejure.org/1999,1146)
BFH, Entscheidung vom 23. Februar 1999 - VIII R 29/98 (https://dejure.org/1999,1146)
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EStG § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, § 15a
Einkünfte einer KG - Einheitliche Feststellung - Verrechenbare Verluste - Verwaltungsakt - Selbständige Klagebegehren - Unzulässigkeit der Revision - Bindung des Gerichts
EStG § 15 Abs. 1 S. 1 Nr. 2, § 15a
§§ 15, 15a EStG; §§ 118, 179, 180 AO
Einkommensteuer; gesonderte Feststellung des verrechenbaren Verlustes
BFHE 188, 146
BB 1999, 1641
DB 1999, 1145
BStBl II 1999, 592
NZG 2000, 107
Da die im Rahmen des Bescheids nach § 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a AO 1977 zu treffenden Feststellungen bezüglich der Gewinn- und Verlustanteile (§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, 1. Halbsatz EStG) sowie der im Sonderbetriebsvermögen zu erfassenden Vergütungen (§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, 2. Halbsatz EStG) als Grundlagenbescheide (§ 351 Abs. 2 AO 1977) Bindungswirkung für das Verfahren zur Feststellung der verrechenbaren Verluste nach § 15a Abs. 4 EStG entfalten (BFH-Urteil vom 23. Februar 1999 VIII R 29/98, BFHE 188, 146, BStBl II 1999, 592, m.w.N.) und die Klageschrift die Frage nach der Saldierung von Sonderbetriebseinnahmen (Vergütungen) und verrechenbaren Verlusten nur "im Übrigen" aufwirft, ist vielmehr davon auszugehen, dass letzteres Begehren nur hilfsweise, d.h. nur für den Fall des Misserfolgs des Hauptantrags gestellt wurde.
Mit Urteil vom 15. Dezember 1998 (VIII R 6/98, BFHE 187, 302) und Beschluss vom 22. Februar 1999 (VIII R 29/98, BFH/NV 1999, 931) hat der 8. Senat seine Rechtsprechung zu § 30a AO 1977 und seine Auffassung von der Verfassungsmäßigkeit der Besteuerung der Kapitaleinkünfte im Veranlagungszeitraum 1993 bestätigt, obwohl ihm der 7. Senat in einem Beschluss vom 28. Oktober 1997 (…VII B 40/97, BFH/NV 1998, 424) hinsichtlich der Auslegung des § 30a AO 1977 entgegen getreten ist.
Demgemäß sind selbst dann, wenn --wie vorliegend-- die Bescheide gemäß § 15a Abs. 4 Satz 5 EStG formell miteinander verbunden werden (BFH-Urteil vom 23. Februar 1999 VIII R 29/98, BFHE 188, 146, BStBl II 1999, 592), Streitfragen zur Höhe der festzustellenden verrechenbaren Verluste durch Anfechtung des Bescheids i.S. von § 15a Abs. 4 EStG zu klären (§ 42 FGO i.V.m. § 351 Abs. 2 AO; BFH-Urteil in BFHE 214, 239, BStBl II 2007, 687, zu II.2.c cc (3a)).
Im finanzgerichtlichen Verfahren liegen zwei unterschiedliche Klagebegehren vor (vgl. BFH-Urteil vom 23. Februar 1999 VIII R 29/98, BFHE 188, 146, BStBl II 1999, 592, unter II. 1., m.w.N.), die unterschiedlich beschieden werden können.
Bestandskräftig festgestellt ist damit auch die Höhe der der Klägerin zuzurechnenden Anteile am Verlust des Gewerbebetriebs (vgl. u.a. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 23. Februar 1999 VIII R 29/98, BFHE 188, 146, BStBl II 1999, 592).
Im finanzgerichtlichen Verfahren liegen zwei unterschiedliche Klagebegehren vor (BFH-Urteil vom 23. Februar 1999 VIII R 29/98, BFHE 188, 146, BStBl II 1999, 592).
Auch in einem solchen Fall ergehen jedoch aus verfahrensrechtlicher Sicht zwei unterschiedliche Verwaltungsakte (BFH-Urteile vom 13. Oktober 1998 VIII R 78/97, BFHE 187, 227, BStBl II 1999, 163; vom 23. Februar 1999 VIII R 29/98, BFHE 188, 146, BStBl II 1999, 592;… Schmidt/Wacker, Einkommensteuergesetz, 23. Aufl., § 15a Rz. 190, m.w.N.).
Nachdem ein kombinierter Gewinnfeststellungsbescheid / Feststellungsbescheid über den verrechenbaren Verlust erlassen worden ist, der Kläger durch die Gewinnfeststellung nicht beschwert ist, er sich ausschließlich gegen die Feststellung eines verrechenbaren Verlustes gewandt hat, und auch (nur) darüber vom Beklagten entschieden worden ist, ist eine Auslegung des klägerischen Begehrens dahin, dass nur der Bescheid nach § 15a Abs. 4 EStG (trotz des Vorliegens von zwei Bescheiden, vgl. BFH-Urteil vom 23. Februar 1999 VIII R 29/98, BFHE 188, 146 , BStBl II 1999, 592 ) Streitgegenstand ist, möglich und geboten.