Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201997,%20791
Timestamp: 2020-07-06 18:15:05
Document Index: 344057847

Matched Legal Cases: ['§ 124', '§ 165', '§ 133', '§ 165', '§ 165', '§ 10', '§ 165', 'Art. 19']

BFH, 27.11.1996 - X R 20/95 - dejure.org
https://dejure.org/1996,109
BFH, 27.11.1996 - X R 20/95 (https://dejure.org/1996,109)
BFH, Entscheidung vom 27.11.1996 - X R 20/95 (https://dejure.org/1996,109)
BFH, Entscheidung vom 27. November 1996 - X R 20/95 (https://dejure.org/1996,109)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1996,109) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
AO 1977 § 124 Abs. 1 Satz 2, § 165 Abs. 1 Satz 1, Satz 2 Nr. 3: BGB § 133
Vorläufige Steuerfestsetzung - Umfang der Vorläufigkeit
Einkommensteuer; Abzugsbeschränkung der Vorsorgeaufwendungen
AO 1977 § 165 Abs 2, AO 1977 § 165 Abs 1 S 2 Nr 3, EStG § 10 Abs 3 Nr 2
Bestandskraft; Vorläufige Veranlagung; Vorsorgeaufwendung; Vorwegabzug
FG München, 06.12.1994 - 16 K 429/94
BFHE 183, 348
NVwZ 1998, 776 (Ls.)
BStBl II 1997, 791
Es reicht der Hinweis auf eine Besteuerungsgrundlage aus, wenn dadurch jedenfalls mittelbar der Rahmen abgesteckt ist, innerhalb dessen die Steuerfestsetzung änderbar sein soll (BFH-Urteil vom 27. November 1996 X R 20/95, BFHE 183, 348, BStBl II 1997, 791, m.w.N.).
Es ist nicht erforderlich, dass die dem Vorläufigkeitsvermerk zugrunde liegenden Verfahren im Einzelnen bezeichnet werden (BFH-Urteil in BFHE 183, 348, BStBl II 1997, 791).
Diesbezüglich werde auf das BFH-Urteil vom 27.11.1996 X R 20/95, BStBl II 1997, 791, verwiesen.
Sei es aber ungewiss, ob eine Norm verfassungsgemäß sei, habe der hierauf abhebende Vorläufigkeitsvermerk im Zweifel zur Folge, dass alle damit sachlich zusammenhängenden, d. h. zu einem bestimmten Regelungskomplex gehörenden, Rechtsfragen offengehalten werden sollten ( BFH-Urteil vom 27.11.1996 X R 20/95 vom 27.11.1996, BStBl II 1997, 793).
§ 165 Abs. 1 Satz 3 AO 1977 verlangt, dass Umfang und Grund der Vorläufigkeit für den Steuerpflichtigen ausreichend erkennbar gemacht werden ( BFH-Beschluss vom 22.12.1987 IV B 174/86, BStBl II 1988, 234 und BFH-Urteil vom 27.11.1996 X R 20/95, BStBl II 1997, 791).
Es reicht deshalb aus, wenn durch den Vermerk jedenfalls mittelbar auch der Rahmen abgesteckt ist, innerhalb dessen die Steuerfestsetzung abänderbar sein soll ( BFH-Entscheidungen vom 06.03.1992 III R 47/91, BStBl II 1992, 588; vom 16.08.1995 VIII B 156/94, BFH/NV 1996, 125 und in BStBl II 1997, 791).
Ist ungewiss, ob eine Norm verfassungsgemäß ist, hat der hierauf abhebende Vorläufigkeitsvermerk im Zweifel zur Folge, dass alle sachlich zusammenhängenden ("kohärenten"), d. h. zu einem bestimmten Regelungskomplex gehörenden Rechtsfolgen offengehalten werden sollen BFH-Urteil in BStBl II 1997, 791.
Dabei ist unerheblich, dass die Verfahren nicht im einzelnen bezeichnet worden sind (BFH-Urteil in BStBl II 1997, 791).
Sie ist --unabhängig davon, ob die derzeitige Beschränkung verfassungsgemäß ist oder nicht-- das rechtstechnische Instrument, mit dem insbesondere Arbeitnehmer und andere Personen, die im Zusammenhang mit ihrer Berufstätigkeit Anwartschaften auf eine Altersversorgung oder Leistungen im Krankheitsfalle erlangen, ohne eigene Beiträge zu leisten, mit selbständig Tätigen gleichgestellt werden, die ihre Beiträge zur Altersvorsorge in voller Höhe aus eigenen Mitteln aufbringen müssen ( BFH-Urteile vom 12.10.1994 X R 260/93, BStBl II 1995, 119 und in BStBl II 1997, 791).
Der Beklagte hatte daher auch im Streitfall keine Veranlassung, die diesbezügliche Sachprüfung bis zu einer Entscheidung über die Höchstbetragsgrenzen zurückzustellen (vgl. BFH-Urteile in BStBl II 1992, 588 und in BStBl II 1997, 791).
Im Zweifel ist das den Betroffenen weniger belastende Auslegungsergebnis vorzuziehen, da er als Empfänger einer auslegungsbedürftigen Willenserklärung der Verwaltung durch etwaige Unklarheiten aus deren Sphäre nicht benachteiligt werden darf (BFH-Urteile vom 27. November 1996 X R 20/95, BFHE 183, 348, BStBl II 1997, 791, mit umfangreichen Nachweisen;… in BFH/NV 1999, 1446).
Zur Auslegung ist auch das Revisionsgericht befugt, wenn die tatsächlichen Feststellungen des FG hierfür ausreichen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 183, 348, BStBl II 1997, 791).
Entscheidend ist, wie der Adressat den Vorläufigkeitsvermerk nach den ihm bekannten Umständen (d.h. nach seinem "objektiven Verständnishorizont") unter Berücksichtigung von Treu und Glauben verstehen konnte (BFH-Urteile vom 27. November 1996 X R 20/95, BFHE 183, 348, BStBl II 1997, 791;… vom 29. August 2001 VIII R 1/01, BFH/NV 2002, 465, jeweils m.w.N.).
Die Auslegung muss zumindest einen Anhalt in der bekanntgegebenen Regelung haben (BFH in BFHE 183, 348, BStBl II 1997, 791).
Zur Auslegung ist auch das Revisionsgericht befugt, wenn die tatsächlichen Feststellungen des FG hierfür ausreichen (vgl. BFH-Urteil vom 27. November 1996 X R 20/95, BFHE 183, 348, BStBl II 1997, 791).
Zur Auslegung ist auch das Revisionsgericht befugt, wenn die tatsächlichen Feststellungen des FG ausreichen (BFH-Urteil vom 27. November 1996 X R 20/95, BFHE 183, 348, BStBl II 1997, 791, m.w.N.).
Dadurch unterscheide sich der Streitfall von den Sachverhalten, die der BFH in seinen Urteilen vom 27. November 1996 X R 20/95 (BFHE 183, 348, BStBl II 1997, 791) und vom 26. Februar 2004 XI R 50/03 (…BFH/NV 2004, 1064) zur Auslegung von Vorläufigkeitsvermerken "hinsichtlich der beschränkten Abzugsfähigkeit von Vorsorgeaufwendungen" bereits entschieden habe.
aa) In Fortführung des Senatsurteils in BFHE 183, 348, BStBl II 1997, 791 hat der XI. Senat des BFH entschieden, dass sich ein Vorläufigkeitsvermerk der hier streitigen Art nur auf mögliche Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit der in Bezug genommenen gesetzlichen Regelungen bezieht, nicht aber auf sämtliche noch offenen Fragen der Anwendung und Auslegung des einfachen Gesetzesrechts.
In diesem Rahmen kann das FA auch nachrangige Fehlbeurteilungen des Steuerpflichtigen vorläufig hinnehmen, unabhängig davon, ob die betreffenden Besteuerungsgrundlagen mit Ungewissheiten behaftet waren oder nicht (BFH-Urteil vom 27. November 1996 X R 20/95, BFHE 183, 348, BStBl II 1997, 791, unter 4.b der Gründe).
Das gilt in gleicher Weise für den Vorläufigkeitsvermerk als Nebenbestimmung (BFH-Urteil in BFHE 183, 348, BStBl II 1997, 791, unter 2. der Gründe).
BFH, 30.11.1999 - IX R 57/98
FG Bremen, 24.01.2002 - 100088K 6
Tragweite eines Vorläufigkeitsvermerks - Erneute Ausübung eines steuerlichen …
FG Köln, 07.12.2006 - 10 K 3795/06
Steuerbescheide müssen vom Finanzamt nicht in Bezug auf alle beim BVerfG, BFH und …
BFH, 22.10.2019 - VII R 24/18
BFH, 23.04.1998 - VII B 282/97
Voraussetzungen der Verletzung des rechtlichen Gehörs durch unvorhersehbare …
BFH, 14.04.1999 - XI R 24/96
BFH, 21.09.2000 - IX B 100/00
BFH, 24.06.2004 - XI B 62/02
Verstoß gegen das Gebot wirksamen Rechtsschutzes gem. Art. 19 Abs. 4 GG
FG München, 30.05.2001 - 10 V 1037/01
Feststellungsbescheide erster und zweiter Stufe und Auslegung dieser Bescheide …
BFH, 21.09.2000 - IX 100/00
FG Hamburg, 24.11.2009 - 4 K 261/08
Ermittlung des Adressaten eines Verwaltungsaktes durch Auslegung - Ein …
FG Köln, 09.10.1997 - 2 K 5347/95