Source: http://orlich.at/orlich/blog.php?artikel=1146
Timestamp: 2018-11-15 11:32:44
Document Index: 182761486

Matched Legal Cases: ['§ 36', '§ 45', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 37', 'OGH', 'OGH', '§ 37', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH', 'OGH']

Besondere Klauseln im Dienstvertrag
3.4.2.5.1.Konkurrenzklauseln
( §§ 36f AngG, 2c Abs 2 AVRAG )
In Dienstverträgen finden wir oft Konkurrenzklauseln. Diese bestimmen, daß der Dienstnehmer nach Beendigung des Dienstverhältnisses einige zeitlang nicht in der Branche des Dienstgebers arbeiten darf. Die Zeit darf ein Jahr nicht überschreiten. Konkurrenzklauseln, die nach dem 16. März 2006 vereinbart wurden, sind dann unwirksam, wenn das Gehalt des letzten Arbeitsmonats nicht mehr als das 20-fache der Höchstbeitragsgrundlage nach § 45 ASVG beträgt (Novelle BGBl I 2015/152): Das betrifft somit Bruttogehälter über EUR 3.000,00.
Zur Ermittlung dieser Bemessungsgrundlage: OGH 02.04.2009, 8 ObA 16/09z, RdW 2009/530, 541 = ARD 5977/6/2009 = wbl 2009/200, 461 (Sonderzahlungen nur aliquot); OLG Wien, 15.05.2009, 8 Ra 15/09y, ARD 5977/5/2009; OGH 11.05.2010, 9 ObA 154/09a, ecolex 2010/293, 789 = wbl 2010/240, 641 = RdW 2011/35, 36 (schwankendes Entgelt); OGH 29.05.2012, 9 ObA 159/11i, wbl 2012/246, 642 (Provisionen zu berücksichtigen).
Einbeziehung der Sonderzahlungen in die Entgeltgrenze für Konkurrenzklauseln, ecolex 2006, 678
Die Konkurrenzklausel im Arbeitsrecht, taxlex 2009, 445
Endlich Rechtsprechung zur Frage der Berücksichtigung von Sonderzahlungen bei der Berechnung der Entgeltgrenze für Konkurrenzklauseln, RdW 2009/768, 761
Entgeltgrenze und Entgeltbegriff bei der Konkurrenzklausel, JBl 2010, 9
Ermittlung der Entgeltgrenze für Konkurrenzklauseln, taxlex 2011, 60
Darunter fallen auch Klauseln, in denen der Arbeitnehmer verspricht, nach Ende des Arbeitsverhältnisses keine Kunden abzuwerben: OGH 22.02.2006, 9 ObA 185/05d, wbl 2006/224, 479 = DRdA 2007/32, 306; OGH 28.03.2007, 9 ObA 37/07t, Arb 12.690; OGH 14.10.2008, 8 ObA 58/08z, ARD 5977/8/2009 (Serienbrief an ehemals betreute Mandanten). Zur Bemessung des Schadenersatzes: OGH 29.11.2013, 8 ObA 72/13s, ecolex 2014/418, 990 (Wirtschaftstreuhänder).
Einstweilige Verfügung bei Verstoß gegen Kundenschutzklausel: OLG Wien 13.06.2016, 10 Ra 50/16w, ARD 6519/9/2016 (Finanzdienstleister).
Die Grundregel, daß der Dienstgeber neben einer Konventionalstrafe keinen weiteren Schadenersatz begehren darf (§ 37 Abs.3 AngG), gilt nur für solche Schäden, die im Kausalzusammenhang mit der Verletzung der Konkurrenzklausel stehen: OLG Wien, 16.10.2008, 10 Ra 107/08s, ARD 5977/9/2009.
Zum Einwand des Dienstnehmers, es sei dem Dienstgeber kein Schaden entstanden: OGH 29.04.2015, 9 ObA 25/15i, wbl 2015/177, 532.
Konkurrenzklauseln wirken auch nach einvernehmlicher Beendigung, und selbst dann, wenn das Beendigungsanbot vom Arbeitgeber gekommen ist. Diese Situation ist für den Arbeitnehmer besonders unangenehm, weil der Arbeitgeber diesfalls in der Sperrfrist kein Entgelt fortzuzahlen braucht: OGH 29.03.2006, 9 ObA 11/06t, RdW 2006/604, 646. Für den Arbeitnehmer ergeben sich zwei Abhilfen: Entweder läßt er sich kündigen (§ 37 Abs.2 AngG) oder er vereinbart die Entgeltfortzahlung in der Beendigungsvereinbarung.
Der Arbeitgeber darf sich auf eine Konkurrenzklausel dann nicht berufen, wenn er den Arbeitnehmer durch Mobbing zur Kündigung gebracht hat. Um den Verpflichtungen aus der Konkurrenzklausel zu entgehen, ist dem Arbeitnehmer dringend geraten, in seiner Kündigungserklärung den Kündigungsgrund anzugeben. Tut er das nicht, so kommt es darauf an, ob der Kündigungsgrund für den Arbeitgeber auch so erkennbar war: OGH 15.01.2008, 10 Ob 37/07z, RdW 2008/502, 536 = JBl 2009, 41; OGH 24.11.2010, 9 ObA 19/10z, ecolex 2011/65, 152 = ARD 6134/1/2011 = wbl 2011/75, 212 (Krankheit). Unwirksame Konkurrenzklausel auch nach unberechtigter Entlassung: OGH 27.09.2017, 9 ObA 103/17p, infas 2018/6, 11.
Zweck der Konventionalstrafe ist, auf den Verpflichteten zusätzlichen Erfüllungsdruck auszuüben: OGH 05.06.2008, 9 ObA 10/08y, Arb 12.750 (Mit detaillierten Kriterien für die Mäßigung). Geringfügige Schadenshöhe als Mäßigungskriterium: OGH 28.10.2015, 9 ObA 105/15d, wbl 2016/31, 103 (keinen Schaden behauptet). Die Belastung des beklagten Dienstnehmers mit Zinsen und Prozeßkosten ist kein Kriterium für eine (weitere) Mäßigung der Konventionalstrafe: OGH 28.01.2009, 9 ObA 124/08p, ARD 5977/10/2009 = RdW 2009/531, 542. Zur Kostenersatzpflicht des Dienstgebers wegen Überklagung nach richterlicher Mäßigung der Konventionalstrafe: OLG Wien, 20.02.2009, 9 Ra 163/08v, ARD 5977/11/2009. Kürzung der Konventionalstrafe bei Mitverschulden des Dienstgebers: OGH 03.09.2010, 9 ObA 141/09i, ecolex 2010/442, 1185 = wbl 2011/38, 103 = RdW 2011/165, 163 = ARD 6134/2/2011 = DRdA 2011/36, 370 = ZAS 2012/16, 83 (Jähzorn).
Keine Mäßigung bei Vertragsverletzung nach Eigenkündigung: OGH 25.06.2013, 9 ObA 70/13d, ARD 6360/2/2013.
Zur Sittenwidrigkeit von Konkurrenzklauseln in Abtretungsverträgen von Gesellschafter-Geschäftsführern: OGH 02.04.2009, 8 Ob 141/08f, GesRZ 2009, 367.
Checkliste Konkurrenzklausel und Konventionalstrafe, ecolex 2008, 853