Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=22.06.2017&Aktenzeichen=IV%20R%2042/13
Timestamp: 2020-01-29 10:31:21
Document Index: 129009438

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 126', '§ 180', '§ 15', '§ 39', '§ 39', '§ 39', '§ 161', '§ 105', '§ 719', '§ 182', '§ 705', '§ 164', '§ 119', '§ 166', '§ 155', '§ 105', '§ 738', '§ 1822', '§ 1829', '§ 184', '§ 42', '§ 42', '§ 16', '§ 135', '§ 15', '§ 5', '§ 5', '§ 42', '§ 179', '§ 5', '§ 42', '§ 15', '§ 5', '§ 42', '§ 180', '§ 15', '§ 39', '§ 39', '§ 15', '§ 15']

BFH, 22.06.2017 - IV R 42/13 - dejure.org
https://dejure.org/2017,46704
BFH, 22.06.2017 - IV R 42/13 (https://dejure.org/2017,46704)
BFH, Entscheidung vom 22.06.2017 - IV R 42/13 (https://dejure.org/2017,46704)
BFH, Entscheidung vom 22. Juni 2017 - IV R 42/13 (https://dejure.org/2017,46704)
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§ 5a Abs. 1 des Einkommensteuergese... tzes, § 126 Abs. 2 FGO, § 180 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a der Abgabenordnung (AO), § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG, § 39 Abs. 1 AO, § 39 Abs. 2 Nr. 2 AO, § 39 Abs. 2 Nr. 1 Satz 1 AO, § 161 Abs. 2, § 105 Abs. 3 des Handelsgesetzbuchs (HGB), § 719 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB), §§ 182 ff. BGB, § 705 BGB, § 164 HGB, § 119 HGB, § 166 HGB, § 155 Abs. 1, § 105 Abs. 3 HGB, § 738 Abs. 1 Satz 2 BGB, § 1822 Nr. 3, § 1829 Abs. 1 BGB, § 184 Abs. 1 BGB, § 42 AO, § 42 Abs. 1 Satz 1 AO, § 16 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG, § 135 Abs. 2 FGO
§ 15 Abs 1 S 1 Nr 2 S 1 EStG 2002, § 5a Abs 1 EStG 2002, § 5a Abs 5 EStG 2002, § 42 AO, § 179 AO
EStG §§ 5a Abs. 1 u. 5, 15 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 S. 1; AO §§ 42, 179, 182 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 lit. a
Tonnagebesteuerung bei nur kurzfristiger Kommanditistenstellung
Rückwirkende Veräußerung von Kommanditanteilen - und die Mitunternehmerstellung
Tonnagebesteuerung - und die Abgeltung des Gewinns aus kurzfristiger Anteilsveräußerung
Abtretung eines Kommanditanteils - und die steuerliche Rückwirkung der Genehmigung des Komplementärs
Mitunternehmerschaft auch bei nur kurzfristiger Kommanditistenstellung möglich
EStG § 15 Abs 1 S 1 Nr 2, EStG § 5a, AO § 42, AO § 180 Abs 1 Nr 2 Buchst a
Personengesellschaft, Mitunternehmer, Beteiligung, Veräußerungsgewinn, Rückwirkung, Tonnagebesteuerung, Gestaltungsmissbrauch
BFHE 259, 258
DB 2017, 2907
NZG 2018, 275
Der Steuerpflichtige darf seine Verhältnisse grundsätzlich so gestalten, dass keine oder möglichst geringe Steuern anfallen (BFH-Urteil vom 19. Januar 2017 IV R 10/14, BFHE 256, 507, BStBl II 2017, 466, Rz 46) und dabei zivilrechtliche Gestaltungen, die vom Gesetz vorgesehen sind, frei verwenden (BFH-Urteil vom 22. Juni 2017 IV R 42/13, BFHE 259, 258, Rz 60).
Dies gilt auch dann, wenn der Mitunternehmer bereits im Anwachsungszeitpunkt die Absicht hat, den hinzuerworbenen Anteil an einen anderen Mitgesellschafter zu veräußern (Anschluss an BFH-Urteil vom 22.06.2017 - IV R 42/13, BFHE 259, 258).
Denn Mitunternehmer ist auch, wer einen Anteil an einer Personengesellschaft in der Absicht erwirbt, diesen kurze Zeit später weiterzuveräußern (BFH-Urteil vom 22.06.2017 - IV R 42/13, BFHE 259, 258).
Voraussetzung dafür ist, dass der Erwerber rechtsgeschäftlich eine auf den Erwerb des Gesellschaftsanteils gerichtete, rechtlich geschützte Position erworben hat, die ihm gegen seinen Willen nicht mehr entzogen werden kann, und Mitunternehmerrisiko sowie Mitunternehmerinitiative vollständig auf ihn übergegangen sind (Anschluss an BFH-Urteil vom 22. Juni 2017 IV R 42/13, BFHE 259, 258).
Mitunternehmer i.S. des § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG ist, wer zivilrechtlich Gesellschafter einer Personengesellschaft ist oder --in Ausnahmefällen-- eine diesem wirtschaftlich vergleichbare Stellung innehat, Mitunternehmerrisiko trägt und Mitunternehmerinitiative entfaltet sowie die Absicht zur Gewinnerzielung hat (BFH-Urteil vom 22. Juni 2017 IV R 42/13, BFHE 259, 258, Rz 32, m.w.N.).
Auch wenn der Anteil an einer Personengesellschaft steuerrechtlich kein eigenständiges Wirtschaftsgut ist, so verkörpert er doch die Zusammenfassung aller Anteile an den Wirtschaftsgütern, die zum Gesellschaftsvermögen einer Personengesellschaft gehören und die dem betreffenden Gesellschafter nach § 39 Abs. 2 Nr. 2 AO zuzurechnen sind (z.B. BFH-Urteil in BFHE 259, 258, Rz 33, m.w.N.).
Denn auch die steuerrechtliche Zurechnung eines Gesellschaftsanteils kann nach den Maßstäben des § 39 Abs. 2 Nr. 1 Satz 1 AO von der zivilrechtlichen Gesellschafterstellung abweichen (BFH-Urteil in BFHE 259, 258, Rz 34).
Denn er ist in der Lage, den zivilrechtlichen Gesellschafter wirtschaftlich auf Dauer aus dessen Stellung zu verdrängen (BFH-Urteil in BFHE 259, 258, Rz 34, m.w.N.).
Voraussetzung dafür ist, dass der Erwerber rechtsgeschäftlich eine auf den Erwerb des Gesellschaftsanteils gerichtete, rechtlich geschützte Position erworben hat, die ihm gegen seinen Willen nicht mehr entzogen werden kann und die ihm die Übernahme des Mitunternehmerrisikos sowie die Wahrnehmung der Mitunternehmerinitiative sichert (vgl. BFH-Urteile vom 25. Juni 2009 IV R 3/07, BStBl II 2010, 182; vom 22. Juni 2017 IV R 42/13, DStR 2017, 2653).
Vor der zivilrechtlichen Übertragung des Gesellschaftsanteils ist dem Erwerber eines Anteils an einer Personengesellschaft die Mitunternehmerstellung nur dann zuzurechnen, wenn der Erwerber rechtsgeschäftlich eine auf den Erwerb des Gesellschaftsanteils gerichtete, rechtlich geschützte Position erworben hat, die ihm gegen seinen Willen nicht mehr entzogen werden kann, und Mitunternehmerrisiko sowie Mitunternehmerinitiative vollständig auf ihn übergegangen sind (Anschluss an BFH-Urteile vom 22. Juni 2017 IV R 42/13, BFHE 259, 258, und vom 1. März 2018 IV R 15/15, BFHE 261, 231, BStBl II 2018, 539).
Ausgehend von dem Grundsatz, dass an einem Gesellschaftsanteil nur eine einzige Mitunternehmerstellung begründet werden kann, ist der Erwerber eines Gesellschaftsanteils nur dann Inhaber der daran bestehenden Mitunternehmerstellung geworden, wenn Mitunternehmerinitiative und Mitunternehmerrisiko vollständig auf ihn übergegangen sind (z.B. BFH-Urteile vom 1. März 2018 IV R 15/15, zur amtlichen Veröffentlichung vorgesehen, Rz 31; vom 22. Juni 2017 IV R 42/13, BFHE 259, 258, Rz 35).
BFH, 13.02.2019 - XI R 24/17
Zur Mitunternehmerinitiative eines Kommanditisten als Voraussetzung der …
b) Mitunternehmer i.S. von § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG ist, wer zivilrechtlich Gesellschafter einer Personengesellschaft ist --wie dies auf die Kommanditisten der Klägerin unstreitig zutrifft-- oder in Ausnahmefällen eine diesem wirtschaftlich vergleichbare Stellung innehat, Mitunternehmerrisiko trägt und Mitunternehmerinitiative entfaltet sowie die --hier nicht im Streit stehende-- Absicht zur Gewinnerzielung hat (vgl. z.B. Beschluss des Großen Senats des BFH vom 25. Juni 1984 GrS 4/82, BFHE 141, 405, BStBl II 1984, 751, unter C.V.3.b; BFH-Urteile vom 26. Juni 1990 VIII R 81/85, BFHE 161, 472, BStBl II 1994, 645, unter II.1.a; jeweils m.w.N.; vom 22. Juni 2017 IV R 42/13, BFHE 259, 258, Rz 32).
Rev., IV R 42/13.
Mitunternehmer i.S. des § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG ist, wer zivilrechtlich Gesellschafter einer Personengesellschaft ist oder --in Ausnahmefällen-- eine diesem wirtschaftlich vergleichbare Stellung innehat, Mitunternehmerrisiko trägt und Mitunternehmerinitiative entfaltet sowie die Absicht zur Gewinnerzielung hat (ständige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteil vom 22. Juni 2017 - IV R 42/13, BFHE 259, 258, Rz 32, m.w.N.).