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Timestamp: 2018-06-18 05:31:28
Document Index: 283551570

Matched Legal Cases: ['§ 303', '§ 243', '§ 242', '§ 123', '§ 323', '§ 123', '§ 242', '§ 242', '§ 243', '§ 244', '§ 242', '§ 242', '§ 243', '§ 244', '§ 123', '§ 244', '§ 244', '§ 123', '§ 243', '§ 243', '§ 242', '§ 244', '§ 243', '§ 244', '§ 244', '§ 242', '§ 242', '§ 242', '§ 243', '§ 244', '§ 244', '§ 243', '§ 123', 'in dubio', '§ 20']

ᐅ Hausarbeit: Welche §§§ ? - Strafrecht / Strafprozeßrecht - JuraForum.de
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Hausarbeit: Welche §§§ ?
Dieses Thema "ᐅ Hausarbeit: Welche §§§ ? - Strafrecht / Strafprozeßrecht" im Forum "Strafrecht / Strafprozeßrecht" wurde erstellt von coconut, 19. März 2012.
coconut Boardneuling 19.03.2012, 13:33
Gustav Grünlich und Daniel Dumont sind seit Schulzeiten verfeindet. Daniel hatte
immer gute Noten und wurde von den Mitschülern „Düsentrieb“ genannt. Gustav
dagegen hatte sich mehr für die Mädchen in der Klasse interessiert als für den
Unterricht, weshalb ihn Daniel manchmal „Gustav Gans“ genannt hatte. Am 5.
November 2011 treffen die beiden nach vielen Jahren auf einem Ehemaligentreff
wieder zusammen. Daniel berichtet, er habe Chemie studiert und einen gut
bezahlten Job in der Produktentwicklung einer Kosmetikfirma erhalten. Auf die
Frage, ob er da Tierversuche mache, antwortet Daniel: Natürlich, ohne das ginge es
ja nicht, aber er sei tierlieb und habe selber eine Katze. Und die Arbeit mache ihm
nicht nur Spass, sondern werfe auch viel ab. Dann trumpft er auf: Er lebe in einer
schönen Villa am Waldrand in einem vornehmen Vorort, im Nachtigallenweg 6, fahre
einen Ferrari und könne sich teure Fernreisen leisten. So werde er nächsten Tag in
aller Frühe nach Südafrika aufbrechen. Gustav dagegen muss zugeben, dass er mit
seiner Ausbildung und auch privat immer Pech gehabt hat. Er ist oft arbeitslos und
schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch, wohnt im Kellergeschoss eines Hochhauses
und fährt einen alten Volkswagen. Als Daniel sich verabschiedet, kommt Gustav der
Gedanke, sich etwas von Daniels Glück abzuschneiden.
Am folgenden Nachmittag fährt Gustav mit seinem VW in den Nachtigallenweg und
kundschaftet die Gegend um Daniels Haus aus. Er beobachtet, dass das Haus
Nummer 6 auf der Rückseite eine Hintertür hat, die von der Straßenlaterne nicht
erreicht wird, und dass die betagte Nachbarin mehrmals zu dem Haus hinübergeht,
um nach der Katze zu sehen. Um die Dunkelheit auszunutzen und ungestört zu sein,
beschließt Gustav, bis Mitternacht zu warten, um dann durch die Hintertür in das
Haus einzubrechen und nach Wertgegenständen zu suchen. Um die Stunden bis
dahin zu überbrücken und sich aufzuwärmen, begibt er sich in die einige hundert
Meter von dem Haus entfernte Kneipe „Zur Zapfsäule“, wo er sich an die Bar setzt
und ein Bier bestellt. Außer ihm sind nur noch zwei ältere Herren anwesend. Nach
einigen Minuten tritt einer von ihnen zu Gustav und fragt ihn, ob er nicht Lust auf eine
Runde Skat habe; sein Bruder und er seien gern bereit, dafür eine Runde Schnaps
zu spendieren. Die Gelegenheit lässt sich Gustav nicht entgehen. Er überlegt
allerdings, dass er betrunken werden könnte, sieht seinen Plan dadurch aber nicht
gefährdet. Zwar trinkt er selten, doch in ein Haus einzubrechen traut er sich auch
noch zu, wenn er doppelt sieht. Ebenso traut er sich zu, in diesem Zustand nach
erfolgtem Einbruch den Weg zurück nach Hause zu finden. Schließlich denkt er
noch: Wenn er betrunken wäre, sei es für ihn umso besser, weil er dann ja nicht
bestraft werden könne. Das Skatspiel beginnt, und die Brüder erwiesen sich als sehr
großzügig, indem sie immer weitere Schnäpse bestellen.
Um ein Uhr verabschiedet sich Gustav von den Herren und geht hinüber zum
Nachtigallenweg. Dabei verläuft er sich, meint aber schließlich doch das Haus
wiedergefunden zu haben, das er zuvor ausspioniert hatte. Wie angenommen, findet
er die Hintertür durch ein einfaches Vorhängeschloss verschlossen, das er mit einer
herumliegenden Gartenschere aufbricht. Im Flur kommt ihm eine Katze entgegen,
die Gustav zunächst nicht weiter beachtet. Er begibt sich auf die Suche und findet
schließlich in der Küche des Hauses in einer Blechdose 500 Euro in bar sowie im
Schlafzimmerschrank eine Schachtel mit einer Goldkette. Beides nimmt er an sich,
um es zu behalten. Beim Verlassen des Hauses fällt Gustav eine Dose mit roter
Farbe auf. Da kommt ihm die Idee, Daniel noch mehr zu ärgern. Er taucht den Pinsel
ein und schreibt damit in großen Buchstaben reichlich verschmiert, aber noch gut
lesbar an die weiße Außenwand des Hauses: „Seitenhieb für Düsentrieb“.
In der Zwischenzeit hat die Katze die Gelegenheit ergriffen, durch die Hintertür in den
Garten zu laufen und sich lautstark mit einem Rivalen um das Revier zu streiten. Die
durch den Lärm aus ihrem leichten Schlaf erwachte betagte Nachbarin, Ulrike
Ulsamer, tritt ans Fenster und sieht, wie Gustav sich an der Hauswand zu schaffen
macht. Sie greift zum Telefon und ruft, um 1.32 Uhr, die Polizei an. Dann bemerkt
sie, dass Gustav betrunken ist. Weil sie ihn noch nie gesehen hat, nimmt sie an,
dass er aus der Stadt kommt und für den Rückweg zu dieser Stunde einen Pkw
benutzen wird. Vor dem Nachbargrundstück fällt ihr ein Opel Corsa auf, der ihr nicht
bekannt vorkommt und den sie deshalb für den Wagen Gustavs hält. Das
Nummernschild kann sie wegen einer Augenschwäche allerdings nicht lesen. Sie
denkt an die Gefahren, die für andere Verkehrsteilnehmer ausgehen könnten, wenn
die Polizei nicht rechtzeitig kommt und sich Gustav in den Wagen setzt. Sie erkennt
auch, dass sie, um diese Gefahren wirksam abzuwenden, nicht abwarten kann, bis
sich der ihr körperlich weit überlegene Gustav in das Auto setzt. Um sich als
Schutzengel zu betätigen, geht sie, von Gustav unbemerkt, zu dem Opel Corsa und
lässt die Luft aus den Reifen. Bald darauf startet Gustav seinen VW und tritt die
Um 7.18 Uhr wird Gustav, der mit seinem Wagen auf einen nahegelegenen
Waldparkplatz gefahren und eingeschlafen ist, von einer Streife aufgegriffen. Es wird
eine Blutprobe angeordnet. Über das Ergebnis der Blutprobe macht der vom Gericht
bestellte Sachverständige Dr. Michael Mühlhausen in seinem Gutachten folgende
„[…] Die Blutalkoholkonzentration (BAK) zum Zeitpunkt der Blutentnahme am 7.
November um 7.34 Uhr ergab einen Wert von 1,56 Promille. Aufgrund der
langen Zeit, die zwischen der Tat und der Blutentnahme vergangen war, lässt
sich die BAK zur Tatzeit indes nicht mehr exakt bestimmen. […] Es ist durchaus
nicht unwahrscheinlich, dass Herr Grünlich zur Tatzeit nicht mehr in der Lage
war, das Unrecht seiner Tat einzusehen oder dieser Einsicht gemäß zu
handeln. Ganz ausschließen lässt sich dies jedoch nicht. Jedenfalls war
aufgrund des Alkoholkonsums seine Einsichts- und Steuerungsfähigkeit stark
herabgesetzt, so dass zumindest eine verminderte Schuldfähigkeit anzunehmen
Bei den weiteren Ermittlungen ergibt sich, dass Gustav in der Dunkelheit das Haus
verwechselt und statt im Nachtigallenweg 6 in Haus Nummer 8 eingebrochen ist.
Beide Anwesen gehören zudem nicht Daniel, sondern der Immobilienfirma
Neunzehnte Treuhand- und Verwaltungs-GmbH & Co.KG. Daniel wohnt auch in
keinem der Häuser. Er hatte die vornehme Adresse vielmehr angegeben, um vor
Gustav mit seinem angeblichen Erfolg zu prahlen. In Wahrheit hatte Daniel sein
Studium bereits nach zwei Semestern abgebrochen und arbeitet nun als
Nachtwächter an der Universität.
Ferner stellt sich heraus, dass der Opel Corsa einem Besucher des Hauses Nummer
7 auf der gegenüberliegenden Strassenseite gehörte. Dieser ist über die platten
Reifen verärgert und stellt Strafantrag gegen Frau Ulsamer.
Erstellen Sie ein Gutachten zu der Frage, wie sich Gustav Grünlich und Ulrike
Ulsamer nach dem StGB strafbar gemacht haben!
Nach welchen §§§ könnten sich frau Ulmer und Gustav strafbar gemacht haben ?
ich stelle hier nur die frage weil ich mir nicht sicher bin ob mehr als 303 und 243 zu pruefen sind ?
Whatup V.I.P. 20.03.2012, 11:09
AW: Hausarbeit: Welche §§§ ?
Jo § 303 und § 243 sind schon ma nich verkehrt.
Sachbeschädigung mehrfach und im Rahmen des Diebstahls kommen natürlich §§ 242, 243, 244 in Betracht. Hinzu kommt Hausfriedensbruch nach § 123.
Ein Hauptproblem der Hausarbeit spielt sich aber ganz offensichtlich im Rahmen des § 323 a ab.
coconut Boardneuling 20.03.2012, 11:23
Eine Freundin meinte nun, dass man den 243 nicht anwenden braucht sondern nur 242 i.v.m 244 ?
Hat mich verwirrt !
Den Hausfriedensbruch aber dann vollkommen unabhängig von den anderen §§§ ?
Whatup V.I.P. 20.03.2012, 11:50
Dann betreiben wir jetzt einmal Gesetzeslektüre bzw. strafrechtliche Systematik!
In welchem Verhältnis stehen die aufgezählten §§ zueinander?
Verstehe die Frage nicht so ganz.....Unabhängig von anderen §§??
Es ist ein eigenständiger Tatbestand, der gesondert geprüft werden muss! Oder wolltest du § 123 iVm § 242 prüfen??? Sowat gibt es im StrafR nich.
coconut Boardneuling 20.03.2012, 14:56
Für den 244 muss ja erstmal ein 242 vorliegen richtig ??
Ja der 243 sagt ja quasi, dass ein Diebstahl vorliegt bei dem gleichzeitig oder damit man diesen Diebstahl begehen kann, noch wo eingebrochen wird etc ?
aber dann müsste ich quasi 242, 243 und dann 244 prüfen ?
Ich verstehe eben nicht so ganz ob ich alle drei brauche. Und ob ich irgendeinen in Verbindung mit einem anderen prüfen muss.
Im Endeffekt gar nicht. Also 123 und 242.
Zwar kann das zusammen verübt werden, also dass jemand bei einem Einbruch etwas stiehlt aber sonst eher nicht.
Tut mir leid wegen der ganzen dummen fragen, aber ich hatte ja auch erst 1 Semester Strafrecht, und da haben wir das eben auch noch nicht gemacht.
Whatup V.I.P. 20.03.2012, 17:12
So mal ganz von vorn.
Der Diebstahl gem. § 242 ist das Grunddelikt.
Der § 243 enthält Strafzumessungsregeln, in diesem Fall besonders schwere Fälle.Verwendet wird, wie oft im Strafrecht, die Regelbeispieltechnik, d.h. die Norm enthält Beispiele, ist aber mW nicht abschließend. Sie werden im Rahmen des Grunddelikts nach der Schuld unter dem Gliederungspunkt "Strafzumessung" geprüft. Es sind zwar nach h.M. keine Tabestandsmerkmale im engeren Sinne (ein isolierter Versuch scheidet aus), dennoch werden sie wie welche geprüft. Du musst sie also grundsätzlich objektiv und subjektiv (Vorsatz) prüfen.
Der § 244 ist eine Qualifikation des § 242, weist folglich einen höheren Unrechtsgehalt und ein höheres Strafmaß auf. Man kann Grundtatbestand und Qualifikation zusammenprüfen, ich würde aber gerade am Anfang davon abraten. Es wird sonst sehr leicht unübersichtlich und verschachtelt. Ich mache es heud noch sehr selten. Also § 242 (mit § 243) und § 244 getrennt prüfen.
Ich glaube, was du hier meinst sind Konkurrenzfragen. Selbst, wenn der § 123 und § 244 bei Wohnungseinbruchsdiebstählen regelmäßig zusammenfallen und der § 244 I Nr. 3 den § 123 "konsumiert", musst du es dennoch prüfen. Die Konkurrenzen klärt man immer erst am Schluss.
Kein Problem. Habe bloß keine Scheu zu fragen, denn wer nicht fragt....Ich kenne das, aller Anfang ist schwer.
t00l Senior Mitglied 20.03.2012, 18:49
Der § 243 enthält Strafzumessungsregeln, in diesem Fall besonders schwere Fälle.[...]
Weil § 243 Strafzumessungsregel für § 242 ist, ist die Prüfung bei Vorliegen von § 244 überflüssig.
flashgott Forum-Interessierte(r) 20.03.2012, 23:07
Sehe ich wie tool. Sinn macht alleine 242 mit 244 zu prüfen und bei Nichteinschlägigkeit von 244 im Rahmen der Strafzumessung den 243 prüfen. Das alleine wird der Gesetzessystematik gerecht.
Whatup V.I.P. 21.03.2012, 00:15
Ich gebe euch ja grds. Recht, aber.....
1. Der Einbruchsbegriff in § 243 is weiter als in § 244 bezüglich des Tatobjekts. Könnte man übersehen, wenn man das alles verschachtelt prüft.
2. Is gibt den gern genommenen Streitstand des "versuchten Regelbeispiels". Gleiche Gefahr wie unter 1.
Ihr sagt, dass man das ja sofort erkennt und alles zusammen prüfen kann.
Ich sage am Anfang ist es besser dies Schritt für Schritt zu machen, um sich eben gerade die Systematik vor Augen zu führen und dem Korrektor zu zeigen, dass man es verstanden hat.
Klar ist es bei diesem Fall ziemlich eindeutig und unproblematisch, aber es kann eben auch Fälle geben, in denen bereits im Grundtatbestand Probleme sind und dann noch zusätzlich in § 244 oder so. Ich finde es dann immer schöner das etwas auseinanderzuziehen.
Selbstverständlich nur, wenn man die Zeit hat , obwohl das nu auch nich so viel mehr Arbeit ist.
coconut Boardneuling 21.03.2012, 14:18
Ok dann prüfe ich nun quasi 242 und dann in der Strafzumessung 244 ?
Ich hab jetzt ein bisschen im internet recherchiert.
Beim 244 I nr 3 ist quasi das Tatobjekt zu erst zu Prüfung, wobei es hier wohl 1. das Haus/die Villa wäre, und dann auch noch das andere tatobjekt nämlich die Gartenschere mit der die Hintertür geöffnet wird ?
also erst beide tatobjekte prüfen und dann die Handlung ?
coconut Boardneuling 21.03.2012, 15:02
Wieso muss ich eigentlich den Hausfriedensbruch überhaupt prüfen dieser wird doch nur auf Antrag verfolgt ?
Ist der dann trotzdem zu prüfen ?
coconut Boardneuling 21.03.2012, 15:25
Ich habe jetzt 242 dann in der Schuld 244 geprüft. Nun auch noch völlig unabhängig davon 123.
Eigentlich liegen ja alle drei vor?! Richtig ?
jedenfalls jetzt die Frage, im Sachverhalt steht ja dass von einer verminderten Schuldfähigkeit des angeklagten auszugehen ist.
Muss ich diese dann bei jeder Prüfung der Schuld für alle §§§ ebenfalls berücksichtigen ?
flashgott Forum-Interessierte(r) 21.03.2012, 16:08
Schema für §§ 242, 244.
a) des § 242
b) des $ 244
2. Vorsatz bzgl §§ 242 und 242
3. Zueignungsabsicht
- hier würdest du den § 243 prüfen, sofern § 244 nicht vorliegt (siehe oben). Falls § 244 vorliegt kannst du hier mit einem Satz feststellen, dass § 243 deswegen nicht zu prüfen ist.
Weiterhin prüfst du § 123 ganz normal und sagst bei Bejahung, dass für die Strafverfolgung ein Strafantrag nötig wäre
Die verminderte Schuldfähigkeit musste überall dort ansprechen, wo sie zum Zeitpunkt der Tat vorlag
Whatup V.I.P. 21.03.2012, 19:08
Genau. Das ist der kombinierte Aufbau.
Im Ergebnis spielt das hier aber alles sowieso keine große Rolle und sollte nur dem Verständnis dienen. Is wohl fehlgeschlagen....
Lenken wir die Aufmerksamkeit lieber auf das Hauptproblem der Hausarbeit:
die a.l.i.c. Hast du dir dazu überhaupt bereits Gedanken gemacht oder schreibste einfach drauf los?
t00l Senior Mitglied 22.03.2012, 22:48
Klingt doch nach in dubio pro reo -> § 20 StGB.