Source: https://www.hensche.de/urteile-und-kommentare-zum-thema-kuendigung-des-arbeitsvertrags.html
Timestamp: 2019-11-22 13:05:02
Document Index: 141309433

Matched Legal Cases: ['§ 174', '§ 174', '§ 1', '§ 1', '§ 626', '§ 623']

Urteile und Kommentare: Kündigung des Arbeitsvertrags - HENSCHE Arbeitsrecht
Ur­tei­le und Kom­men­ta­re: Kün­di­gung des Ar­beits­ver­trags
Ur­teil­s­an­mer­kun­gen zum The­ma Kün­di­gung des Ar­beits­ver­trags von 2005 bis heu­te: Hen­sche Rechts­an­wäl­te, Kanz­lei für Ar­beits­recht
Un­ser Rechts­an­walts­team kom­men­tiert seit 2001 lau­fend ak­tu­el­le Ur­tei­le und wich­ti­ge Ge­set­zes­än­de­run­gen zum Ar­beits­recht, un­ter an­de­rem zum The­ma Kün­di­gung des Ar­beits­ver­trags.
04.04.2016. Ei­ne or­dent­li­che Kün­di­gung, die "hilfs­wei­se" ne­ben ei­ner frist­lo­sen Kün­di­gung er­klärt wird und "zum nächs­ten mög­li­chen Ter­min" gel­ten soll, ist nicht zu un­be­stimmt: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 20.01.2016, 6 AZR 782/14.
27.06.2013. Vie­le or­dent­li­che Kün­di­gun­gen wer­den "zum nächs­ten mög­li­chen Ter­min" aus­ge­spro­chen, d.h. sie nen­nen den End­ter­min nicht, zu dem das Ar­beits­ver­hält­nis en­den soll. Sol­che Kün­di­gun­gen sind nicht zu un­be­stimmt, d.h. sie sind wirk­sam, falls kei­ne an­der­wei­ti­gen Grün­de für die Un­wirk­sam­keit vor­lie­gen soll­ten. Das hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) in ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil klar­ge­stellt: BAG, Ur­teil vom 20.06.2013, 6 AZR 805/11.
07.06.2012. Die Kün­di­gung durch ei­nen "Con­tact Cen­ter Ma­na­ger" kann der ge­kün­dig­te Ar­beit­neh­mer ge­mäß § 174 Satz 1 Bür­ger­li­ches Ge­setz­buch (BGB) zu­rück­wei­sen, wenn ihr kei­ne schrift­li­che Voll­macht bei­ge­fügt ist: Lan­des­ar­beits­ge­richt Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Ur­teil vom 28.02.2012, 2 Sa 290/11.
07.03.2012. Er­klärt der Ar­beit­ge­ber sei­ne Kün­di­gung im Kün­di­gungs­schutz­pro­zess "ver­bind­lich für ge­gen­stand­los", ist der Ar­beit­neh­mer nicht ver­pflich­tet, dass dar­in lie­gen­de An­ge­bot auf Fort­set­zung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses an­zu­neh­men. Lehnt er die Fort­set­zung ab und er­scheint nicht bei der Ar­beit, ist ei­ne des­halb aus­ge­spro­che­ne frist­lo­se, ver­hal­tens­be­ding­te Kün­di­gung un­wirk­sam: Lan­des­ar­beits­ge­richt Mün­chen, Ur­teil vom 13.10.2011, 3 Sa 1187/10.
16.02.2012.Kün­digt der Ar­beit­ge­ber or­dent­lich, aber mit zu kurz be­rech­ne­ter Kün­di­gungs­frist, be­steht kein Zwang zur Kla­ge bin­nen drei Wo­chen nach Er­halt der Kün­di­gung, wenn der Ar­beit­neh­mer nur die ihm zu­ste­hen­de län­ge­re Kün­di­gungs­frist durch­set­zen möch­te: Ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 20.12.2011, 2 Ca 5676/11.
25.08.2011. Be­steht ein Ar­beits­ver­hält­nis noch kei­ne sechs Mo­na­te, braucht der Ar­beit­ge­ber für ei­ne or­dent­li­che Kün­di­gung kei­ne Be­grün­dung, denn es be­steht Kün­di­gungs­frei­heit. In sel­te­nen Aus­nah­me­fäl­len kann es aber sein, dass ei­ne Kün­di­gung auch oh­ne Kün­di­gungs­schutz des Ar­beit­neh­mers we­gen „Sit­ten­wid­ri­gig­keit“ un­wirk­sam ist, so z.B. dann, wenn ein Ar­beit­neh­mer ge­kün­digt wird, weil er ei­ne Chi­ne­sin ge­hei­ra­tet hat: Lan­des­ar­beits­ge­richt Schles­wig-Hol­stein, Ur­teil vom 22.06.2011, 3 Sa 95/11.
23.08.2011. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat klar­ge­stellt, dass Ar­beit­neh­mer die von ei­nem Stell­ver­tre­ter des Ar­beit­ge­bers aus­ge­spro­che­ne Kün­di­gung ge­mäß § 174 Bür­ger­li­ches Ge­setz­buch (BGB) zu­rück­wei­sen kön­nen, wenn der Ar­beits­ver­trag zwar den je­wei­li­gen In­ha­ber ei­ner Stel­le als kün­di­gungs­be­rech­tigt nennt, aber nicht na­ment­lich be­zeich­net. Dann muss sich der Ver­tre­ter bei sei­ner Kün­di­gung durch ei­ne Ori­gi­nal­voll­macht le­gi­ti­mie­ren: BAG, Ur­teil vom 14.04.2011, 6 AZR 727/09.
02.08.2011. Die Kün­di­gungs­frist be­ginnt erst ab dem Zeit­punkt zu lau­fen, in dem die Kün­di­gung wirk­sam wird. Da­zu muss das Kün­di­gungs­schrei­ben dem Ge­kün­dig­ten „zu­ge­hen“, d.h. in sei­nen Macht­be­reich (Brief­kas­ten, Haus­flur, Post­fach und dgl.) ge­lan­gen, so dass ein Le­sen der Kün­di­gung un­ter nor­ma­len Um­stän­den mög­lich ist. Auch Ehe­leu­te und Le­bens­part­ner kön­nen von dem, der die Kün­di­gung er­klärt, als "wan­deln­de Brief­käs­ten" ge­nutzt wer­den, und zwar auch au­ßer­halb der ge­mein­sa­men Woh­nung: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 09.06.2011, 6 AZR 687/09.
19.05.2011. Stel­len­strei­chun­gen kön­nen be­trie­bes­be­ding­te Kün­di­gun­gen recht­fer­ti­gen, auch wenn nur ei­ne ein­zi­ge Stel­le ge­stri­chen wird, näm­lich die des ge­kün­dig­ten Ar­beit­neh­mers. Dann aber muss der Ar­beit­ge­ber den Sinn sei­ner Ra­tio­na­li­sie­rungs­ent­schei­dung schon et­was ge­nau­er er­klä­ren als bei ei­ner ge­wöhn­li­chen be­trie­bes­be­ding­ten Kün­di­gung. Dass das nicht so leicht ist, zeigt ei­ne ak­tu­el­le Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Ber­lin-Bran­den­burgs: LAG Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 25.11.2010,2 Sa 707/10.
14.10.2010. Nach­dem ein Ar­beit­neh­mer ei­ne Kün­di­gung er­hal­ten hat, muss er sich in­ner­halb von drei Wo­chen ent­schei­den, ob er sich ge­richt­lich weh­ren möch­te. Macht er dies nicht, wird sie un­an­greif­bar wirk­sam. Um­strit­ten ist, ob die Frist auch gilt, wenn der Ar­beit­ge­ber die Kün­di­gungs­frist falsch be­rech­net hat und da­her in der Kün­di­gung ei­nen zu frü­hen Be­en­di­gungs­ter­min nennt. Ent­schei­dend wird die­ser Streit, wenn die Kün­di­gung nicht aus­ge­legt, d.h. "rich­tig ver­stan­den" wer­den kann und zu spät ver­blei­ben­de Lohn­an­sprü­che ein­ge­klagt wer­den: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 01.09.2010, 5 AZR 700/09.
08.10.2010. Ein Ar­beits­ver­hält­nis kann aus ver­schie­de­nen, von­ein­an­der völ­lig un­ab­hän­gi­gen Grün­den en­den, die so­gar - eben­falls un­ab­hän­gig von­ein­an­der - al­le am glei­chen Tag wir­ken kön­nen. Be­fris­tung und Kün­di­gung sind die häu­figs­ten Be­en­di­gungs­grün­de. Wer sein Ar­beits­ver­hält­nis fort­set­zen (und da­mit län­ger Lohn be­zie­hen) möch­te, muss sich recht­zei­tig mit ei­ner Kla­ge weh­ren. Was recht­zei­tig ist, wel­che Auf­ga­ben und wel­che An­trä­ge da­bei ge­macht wer­den müs­sen, hängt vom je­wei­li­gen Be­en­di­gungs­grund ab. Wer­den hier Feh­ler ge­macht und ver­schie­de­ne Grün­de durch­ein­an­der­ge­bracht, kann es zu Pro­zes­sen kom­men, die am En­de nur noch als ab­schre­cken­des Bei­spiel für Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­ble­me tau­gen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 22.07.2010, 6 AZR 480/09.
30.03.2010. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Ber­lin-Bran­den­burg hat ent­schie­den, dass ein Ar­beit­neh­mer nach ei­ner Kün­di­gung nur dann wie­der zur Ar­beits­auf­nah­me ver­pflich­tet ist, wenn das Ge­richt rechts­kräf­tig die Un­wirk­sam­keit der Kün­di­gung fest­ge­stellt hat oder wenn der Ar­beit­ge­ber die Kün­di­gung aus­drück­lich zu­rück­nimmt. Die blo­ße Auf­for­de­rung des Ar­beit­ge­bers zur Ar­beits­auf­nah­me, wenn die Kün­di­gung sich als un­wirk­sam her­aus­stel­len soll­te, reicht für die An­nah­me ei­ner Ar­beits­ver­pflich­tung nach Auf­fas­sung des LAG nicht aus. Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 05.11.2009, 26 Sa 1840/09.
10/061 Kündigungsschutz bei vorherigem ausländischen Arbeitsverhältnis
29.03.2010. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Ber­lin-Bran­den­burg hat ent­schie­den, dass auch Vor­be­schäf­ti­gungs­zei­ten auf­grund ei­nes nicht dem deut­schen Recht un­ter­lie­gen­den Ar­beits­ver­hält­nis­ses auf die kün­di­gungs­schutz­re­le­van­te sechs­mo­na­ti­ge War­te­zeit des § 1 Abs. 1 Kün­di­gungs­schutz­ge­setz (KSchG) an­zu­rech­nen sind. Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 06.10.2009, 7 Sa 569/09
10/030 Kündigung wegen schlechten Deutschs
12.02.2010. Das All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) schützt un­ter an­de­rem vor Dis­kri­mi­nie­run­gen auf­grund der eth­ni­schen Her­kunft. In der vor­lie­gen­den Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) ging es um die Fra­ge, ob ei­ne Kün­di­gung, die ein Ar­beit­ge­ber we­gen der nicht aus­rei­chen­den Deutsch­kennt­nis­se ei­nes Ar­beit­neh­mers aus­spricht, ei­ne sol­che Dis­kri­mi­nie­rung dar­stellt: BAG, Ur­teil vom 28.01.2010, 2 AZR 764/08.
10/014 Wirksamkeit einer Kündigung: Unterschrift bei Gemeinschaftspraxis
21.01.2010.Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Nie­der­sach­sen hat klar­ge­stellt, dass die von ei­ner Ge­sell­schaft bür­ger­li­chen Rechts (GbR) aus­ge­spro­che­ne Kün­di­gung zwar nicht un­be­dingt von al­len Ge­sell­schaf­tern un­ter­schrie­ben wer­den muss. Wenn sich aber ei­ner der Ge­sell­schaf­ter von ei­nem an­de­ren bei der Kün­di­gung ver­tre­ten lässt, muss ein an­de­rer für ihn un­ter­schrei­ben, und zwar mit ei­nem die Ver­tre­tung deut­lich ma­chen­den Hin­weis: LAG Nie­der­sach­sen, Ur­teil vom 11.12.2009, 10 Sa 594/09.
30.11.2009. Ei­ne Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Schles­wig-Hol­stein be­stä­tigt die Ten­denz der Recht­spre­chung, bei der An­nah­me, dass ei­ne Kün­di­gung treu­wid­rig ist, zu­rück­hal­tend zu sein. LAG Schles­wig-Hol­stein, Ur­teil vom 27.05.2009, 3 Sa 74/09.
05.11.2009. Mit ih­rer „mit Grün­den ver­se­he­nen Stel­lung­nah­me“ lei­tet die EU-Kom­mis­si­on in Brüs­sel die zwei­te Stu­fe ei­nes so ge­nann­ten Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­rens ge­gen Deutsch­land ein. Sie mahn­te Deutsch­land An­fang Ok­to­ber 2009 for­mell, das Kün­di­gungs­schutz­recht zu ver­schär­fen, da die­ses nicht das eu­ro­pa­recht­lich er­for­der­li­che Ni­veau an Dis­kri­mi­nie­rungs­schutz ge­währ­leis­te. EU-Kom­mis­si­on, Pres­se­mit­tei­lung vom 08.10.2009, IP/09/1447
15.10.2009. Das Ar­beits­ge­richt (ArbG) Düs­sel­dorf hat sich mit der Fra­ge be­fasst, wann ein Än­de­rungs­an­ge­bot im Rah­men ei­ner Än­de­rungs­kün­di­gung aus­rei­chend be­stimmt ist. Dem Ar­beit­neh­mer war ei­ne ge­än­der­te Be­schäf­ti­gung als "Cust­o­m­er Re­la­ti­on Ma­na­ger" an­ge­bo­ten wor­den. Die­sen Be­griff fand das Ar­beits­ge­richt zu mehr­deu­tig, um dem Ar­beit­neh­mer ei­ne kon­kre­te Vor­stel­lung sei­ner ge­än­der­ten Tä­tig­keit zu ge­ben. ArbG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 02.06.2009, 7 Ca 1010/09.
25.09.2009.Nach ei­ner ak­tu­el­len Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Mün­chen setzt ei­ne ord­nungs­ge­mä­ße An­hö­rung des Be­triebs­rats vor Aus­spruch ei­ner ver­hal­tens­be­ding­ten Kün­di­gung vor­aus, dass der Ar­beit­ge­ber dem Be­triebs­rat auch ent­las­ten­de Um­stän­de mit­teilt, und zwar auch dann, wenn die­se an der Wirk­sam­keit der Kün­di­gung nichts än­dern: LAG Mün­chen, Ur­teil vom 29.07.2009, 11 Sa 801/08.
09/108 Die Grenzen einer ordnungsgemäßen Personalratsanhörung bei einer Probezeitkündigung
24.06.2009. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat ent­schie­den, dass ein Ar­beit­ge­ber dem Per­so­nal­rat bei ei­ner be­ab­sich­tig­ten Kün­di­gung ei­nes Be­schäf­tig­ten wäh­rend der ge­setz­li­chen sechs­mo­na­ti­gen War­te­zeit bis zum Ein­grei­fen des all­ge­mei­nen Kün­di­gungs­schut­zes nach § 1 Kün­di­gungs­schutz­ge­setz (KSchG) nicht des­sen So­zi­al­da­ten mit­tei­len muss, da es hier­auf für die Wirk­sam­keit der Kün­di­gung nicht an­kommt: BAG, Ur­teil vom 23.04.2009, 6 AZR 516/08.
09/059 Kein Reuerecht bei Eigenkündigung
09.04.2009. Er­klärt ein Ar­beit­neh­mer ei­ne au­ßer­or­dent­li­che Kün­di­gung mit so­for­ti­ger Wir­kung, ist die Kün­di­gung nur wirk­sam, wenn ein "wich­ti­ger Grund" im Si­ne von § 626 Bür­ger­li­ches Ge­setz­buch (BGB) vor­liegt. Fehlt ein wich­ti­ger Grund, ist die Kün­di­gung zwar un­wirk­sam, doch kann sich der Ar­beit­neh­mer auf die Un­wirk­sam­keit sei­ner Kün­di­gung nicht be­ru­fen. Dar­in lä­ge ein Ver­stoß ge­gen das Ver­bot des wi­der­sprüch­li­chen Ver­hal­tens. Nimmt der Ar­beit­ge­ber ei­ne un­wirk­sa­me frist­lo­se Ei­gen­kün­di­gung des Ar­beit­neh­mers hin, ist das Ar­beits­ver­hält­nis da­her be­en­det: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 12.03.2009, 2 AZR 894/07.
09/036 Viele Arbeitnehmer wehren sich gegen ihre Kündigung nicht.
09.03.2009. Ei­ne ak­tu­el­le, im Auf­trag der Hans-Böck­ler Stif­tung durch­ge­führ­te em­pi­ri­sche Un­ter­su­chung aus dem Jah­re 2008 be­stä­tigt, dass sich die meis­ten Ar­beit­neh­mer ge­gen ei­ne Kün­di­gung des Ar­beit­ge­bers nicht ge­richt­lich zur Wehr set­zen. Nur 12 Pro­zent der von ih­rem Ar­beit­ge­ber ge­kün­dig­ten Ar­beit­neh­mer er­he­ben ei­ne Kün­di­gungs­schutz­kla­ge, und nur 16 Pro­zent er­hal­ten nach ei­ner Kün­di­gung ei­ne Ab­fin­dung: Wenn der Ar­beit­ge­ber kün­digt: Nur je­der ach­te klagt: Pres­se­mit­tei­lung der Hans-Böck­ler-Stif­tung vom 10.02.2009.
07/42 Kündigung „Nur gucken, nicht anfassen!“ ist unwirksam
23.08.2007. Über­reicht der Ar­beit­ge­ber ein Kün­di­gungschrei­ben dem an­we­sen­den Ar­beit­neh­mer und soll der Ar­beit­neh­mer das Kün­di­gungschrei­ben nur mit ei­nem Quit­tungs­ver­merk ver­se­hen, aber nicht dau­er­haft er­hal­ten („Nur gu­cken, nicht an­fas­sen!“), so liegt kei­ne wirk­sa­me Kün­di­gung vor: Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 18.04.2007, 12 Sa 132/07.
03.05.2007. Soll ei­ne Kün­di­gungs­schutz­kla­ge ge­gen ei­ne Part­ner­schafts­ge­sell­schaft er­ho­ben wer­den und wird die ver­klag­te Ge­sell­schaft in der Kla­ge­schrift falsch, näm­lich durch die An­ga­be ih­rer Part­ner als ver­klag­te Per­so­nen be­zeich­net, so kann das bö­se Fol­gen für den Klä­ger ha­ben, da ei­ne Kün­di­gungs­schutz­kla­ge in­ner­halb von drei Wo­chen nach Zu­gang der Kün­di­gung er­ho­ben wer­den muss. In ei­ner ak­tu­el­len Ent­schei­dung hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hier zu­guns­ten der kla­gen­den Ar­beit­neh­mer klar­ge­stellt, dass ei­ne spä­te­re Be­rich­ti­gung der fal­schen Par­tei­be­zeich­nung ("Ru­brums­be­rich­ti­gung") mög­lich ist, wenn der Kla­ge ei­ne Ko­pie der Kün­di­gung bei­ge­fügt ist und wenn sich aus die­ser Kün­di­gung die Per­son der rich­ti­ger­wei­se zu ver­kla­gen­den Part­ner­schafts­ge­sell­schaft ent­neh­men lässt: BAG, Ur­teil vom 01.03.2007, 2 AZR 525/05.
21.12.2006. Die Kün­di­gung ei­nes Ar­beits­ver­hält­nis­ses muss ge­mäß § 623 Bür­ger­li­ches Ge­setz­buch (BGB) schrift­lich er­klärt wer­den. Die­se ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­ne Form wir nicht ein­ge­hal­ten, wenn ei­ne schrift­li­che Kün­di­gung mit "im Auf­trag" bzw. "i.A." un­ter­schrie­ben wird, denn da­mit zeigt der Un­ter­zeich­nen­de, dass er die Kün­di­gung als Bo­te ei­nes an­de­ren über­mit­teln möch­te. Der Un­ter­zeich­nen­de ist da­her nicht der­je­ni­ge, der die Kün­di­gung er­klärt: Ar­beits­ge­richt Ham­burg, Ur­teil vom 08.12.2006, 27 Ca 21/06.
05/04 BAG: Kündigung im Namen einer GbR
15.05.2005. Wenn in ei­nem Kün­di­gungs­schrei­ben ei­ner Ge­sell­schaft bür­ger­li­chen Rechts (GbR) al­le Ge­sell­schaf­ter im Brief­kopf und ma­schi­nen­schrift­lich in der Un­ter­schrifts­zei­le auf­ge­führt wer­den, dann müs­sen auch al­le Ge­sell­schaf­ter ei­gen­hän­dig un­ter­schrei­ben oder sich durch ein­deu­ti­gen Zu­satz ("i.V.") von ei­nem Mit­ge­sell­schaf­ter ver­tre­ten las­sen: BAG, Ur­teil 21.04.2005, 2 AZR 162/04.