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Timestamp: 2018-03-23 03:27:02
Document Index: 159003528

Matched Legal Cases: ['§ 35', '§ 173', '§ 164', '§ 37', '§ 15', '§ 37', '§ 37', '§37', '§ 82']

Überschreitung der 35 €-Grenze bei Geschenken
Die richtige Aufteilung des Vorsteuerabzugs
Dienstwagen - neue Rechtsprechung anerkannt
Steuervorteile für Schäden nach Immobilienkauf
AUS DER PRAXIS Incentive-Veranstaltungen
das Jahresende rückt unaufhörlich näher und damit auch die Frage, wie die noch in vielen Be­­trieben üblichen Weihnachtsfeiern prüfungssicher ausgerichtet werden können. Mit der seit 2015 geltenden Freibetragsgrenze sind die meisten Unternehmen nun vertraut, doch der Teufel steckt wie so oft im Detail. Daher eine kurze Auffrischung:
Check 1: Für Betriebsangehörige sind die Aufwendungen des Arbeitgebers für die Be­triebs­­veranstaltung, soweit sie 110 € brutto überschreiten, lohnsteuerpflichtige geldwerte Vor­­teile. Der pauschale Steuersatz dafür beträgt 25 %. Sozial­versicherungs­beiträge fallen nicht an. Alternativ ist auch eine individuelle Besteuerung möglich, dann aber mit Sozial­ver­­sicher­ungs­bei­trag. Beispiel: Die Betriebsfeier kostet pro Arbeitnehmer 150 €. Der Frei­betrag beträgt 110 €. Die Firma muss also auf die 40 € 25 % Lohnsteuer abführen macht 10 € pro Person (zzgl. Soli und ggfls. KiSt).
Check 2: Bei der Freibetrags­regelung werden viele Aufwendungen zum geldwerten Vor­teil hinzugerechnet, die früher außen vor blieben. So werden bspw. Aufwendungen für Be­­­gleitpersonen und zur Veranstaltung eingeladene Partner oder Kinder dem jeweiligen Ar­­beit­nehmer zugeschlagen. Auch Aufwendungen, die Teilnehmern nicht in­di­vi­du­ali­sier­bar zugutekommen (z. B. Essen, Getränke oder künstlerische Darbietungen), sind jetzt Be­­stand­teil der Be­messungs­grundlage. Das betrifft beispielsweise die Saalmiete oder die Kosten der Beauftragung einer Eventagentur.
Check 3: Unverändert muss die Teilnahme allen Betriebsangehörigen offenstehen, damit sie das Finanzamt als Be­triebsveranstaltung anerkennt. Bei größeren Unternehmen ist die Begrenzung auf eine Abteilung möglich. Eine Teilnah­mepflicht muss nicht bestehen. Wer­den allerdings nur bestimmte Mitarbeiter eingeladen, liegt keine steuerbegünstigte Be­triebsveranstaltung vor.
Check 4: Der Freibetrag lässt sich zweimal im Jahr für Betriebsveranstaltungen und tat­säch­­lich anwesende (!) Arbeit­nehmer ausschöpfen. Erst bei der dritten Teilnahme eines Ar­beitnehmers an einer Veranstaltung besteht eine generelle Steuerpflicht. Hinweis: Der Ar­beitgeber kann zwei Veranstaltungen aus mehreren im Jahr auswählen.
Amerika träumt davon, das Einkommensteuersystem derart zu vereinfachen, dass die Steuer­erklärung – so eine häufig von den Republikanern verwendete Formulierung – künftig „auf eine Postkarte passt“. In Deutschland wird das für immer ein Traum bleiben, da sind wir uns sicher. Ein schönes Beispiel für unsere nicht kleinzukriegende Büro­kratie ist die eigentlich bürgerfreundlich gedachte Geltendmachung haushaltsnaher Dienst­leistungen(§ 35a EStG). Das hierfür maßgebliche BMF-Schreiben sieht für Woh­nungs­neben­kosten ein Wahlrecht vor, die Aufwendungen entweder
im Jahr der Zahlung oder
im Jahr der Abrechnung
steuer­mindernd abzuziehen. In einem Streitfall vor dem FG Köln hatte ein Mieter seine Steuererklärung zum Jahresanfang bereits abgegeben. Da ihm von seinem Vermieter noch keine Betriebskostenabrechnung vorlag, konnte er auch keine Aufwendungen für haus­haltsnahe Dienstleistungen geltend machen. Er beantragt erst nach Ablauf der ein­monat­igen Einspruchsfrist eine Änderung seiner Steuerfestsetzung wegen „nach­träg­lich be­kannt­­gewordener Tatsachen“ (§ 173 Abs. 1 Nr. 2 AO). Dabei spielte sein Finanzamt aber nicht mit.
Begründung: Der Steuerbescheid sei schließlich bestandskräftig, weil er es so eilig gehabt habe und stünde nicht unter dem Vorbehalt der Nachprüfung (§ 164 AO). Da­her sei eine nachträgliche Änderung nicht mehr möglich. Außerdem hätte er bereits bei Prüf­ung des Steuerbescheids wissen können, dass seine Be­­triebs­­kosten­abrechnung noch ausstehe, was „grob fahrlässig“ sei. Das FG Köln fuhr den übereifrigen Finanz­beamten aber in die Parade. Da der Steuerpflichtige im Zeitpunkt der Abgabe der Steuer­er­klärung keine positive Kenntnis gehabt habe, dass überhaupt haushaltsnahe Dienst­leist­ungen angefallen seien, geschweige denn in welcher konkreten Art und Höhe oder auch nur schätzweise, könne man nicht von grobem Verschulden sprechen. Eine Ver­pflicht­ung, den Steuerbescheid in einem solchen Fall für vorläufig erklären zu lassen, sei dem Gesetz nicht zu entnehmen. Das Finanzamt will jedoch nicht klein beigeben und hat den BFH angerufen. In gleichartigen Fällen werden wir negative Bescheide daher offen­halten. Eine Klage ist nicht erforderlich.
Unternehmer, die ihren Kunden oder Geschäftsfreunden etwas schenken, dürfen die ent­sprech­­enden Betriebsausgaben grundsätzlich nicht gewinnmindernd geltend machen. Aller­­dings lässt das Einkommensteuerecht eine Ausnahme zu, falls die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Geschenks die Bagatellgrenze von 35 € pro Jahr und Em­pfänger nicht überschreiten. Dann steht einem Steuerabzug als Betriebsausgaben grund­sätz­lich nichts im Wege. Doch es gibt noch die andere Seite der Medaille, nämlich die Be­steuer­ung des Geschenks: Erhält die beschenkte Person die Zuwendung aus „betrieb­lichem Anlass“, fällt hierauf Einkommensteuer an. Die Freude beim Empfänger wäre daher arg getrübt, wenn die Zuwendung mit dem Hinweis übergeben wird, bitte an die Be­steuer­ung zu denken. Aus diesem Grund kann der Schenker – unabhängig vom gewinn­min­dernden Abzug – auf die Sachzuwendung eine pauschale Einkommensteuer von 30% (zzgl. Soli und ggf. Kirchensteuer) übernehmen.
Strittig ist, ob die übernommene Steuer als zusätzliches Geschenk bei der Grenze für den Betriebsausgabenabzug von 35 € einzubeziehen ist oder nicht. Nach Meinung der Finanzverwaltung richtet sich die Abzugsfähigkeit der Pauschalsteuer als Betriebsausgabe danach, ob die Aufwendungen für die Zuwendung als Betriebsausgabe abziehbar sind. Kostet das Geschenk also max. 35 € (netto bei vorsteuer­abzugs­berech­tig­ten Unternehmern), wäre der Betriebsaus­gaben­ab­zug gesichert.
Leider hat der BFH Anfang des Jahres in einem Urteil (vgl. Mandanten-Brief August 2017) fiskalfreundlich entschieden. Die Richter sind der Meinung, auch die pau­schal übernommene Einkom­men­steuer müsse in die Grenze von 35 € einbezogen werden.
Im Klartext: Das oben beschriebene Abzugsverbot käme zur Anwendung, sofern der Wert des Geschenks allein oder zusammen mit der übernommenen pauschalen Ein­kom­­men­steuer den Betrag von 35 € übersteigt.
Das hätte zur Folge, schon bei einem Ge­schenk im Wert von 26,59 € ginge der Betriebsausgabenabzug komplett verloren. Denn 30 % auf 26,59 € sind 7,98 €. Hierauf noch 5,5 % Soli macht 0,44 €. 26,59 € + 7,98 € + 0,44 € ergeben in der Summe 35,01 €. Kommt Kirchensteuer hinzu, wird es noch kom­pli­zier­ter, da diese zusätzlich entweder im Wege des vereinfachten oder des Nach­weis­ver­fahr­ens zu berechnen ist.
Diesem bürokratischen Aufwand widersetzt sich das Bundes­finanz­ministerium (BMF) wie folgt: „Für die Über­prüfung der Freigrenze im Zusammen­hang mit der Pau­schalbesteuerung nach § 37b EStG ist aus Vereinfachungs­gründen allein auf den Wert der Zuwendung abzustellen; die übernommene Steuer ist nicht einzu­be­ziehen. An dieser Vereinfachungsregelung hält die Finanzverwaltung fest.“
Beachten Sie: Das BMF stellt außerdem klar, dass es nicht zwischen Aufmerksamkeiten und Ge­schen­ken unterscheidet. Der Hintergrund: Überreichen Sie einem Geschäfts­freund an­lässlich eines besonderen persönlichen Ereignisses (z. B. Geburts- oder Namens­tag, Hoch­zeit oder erfolgreiche Prüfung) eine Aufmerksamkeit (Blumengesteck, Bücher, Wein, etc.) bleibt diese beim Empfänger bis zu einem Wert von 60 € steuerfrei. Auf Seiten des Zu­wendenden soll es sich aber auch in diesen Fällen um ein Geschenk handeln, so dass bei Überschreiten der 35 €-Grenze ein steuerlicher Abzug ausscheidet.
Verwenden Sie als Unternehmer Eingangsleistungen sowohl für umsatzsteuerpflichtige als auch für steuerfreie Umsätze, hat das Folgen für den Vorsteuerabzug (also die Er­statt­ung der in Rechnung gestellten Umsatzsteuer vom Finanzamt). Erstattungsfähig ist nur das, was auf steuerpflichtige Umsätze entfällt (§ 15 Abs. 4 UStG).
Zur Bestimmung des Vor­­steuerabzugs muss im ersten Schritt jede Eingangsleistung einem bestimmten Aus­gangs­umsatz (steuerfrei oder steuerpflichtig) zugeordnet werden. Erst im zweiten Schritt ist für Gegenstände und Dienstleistungen, die sich nicht auf eine einzige Umsatzart be­ziehen, die Vorsteuer entsprechend eines bestimmten Schlüssels (i. d. R. „Umsatz“- oder „Flächen­­schlüssel“) aufzuteilen. Vom Grundsatz her heißt es also: Zuordnung zuerst, Auf­teilung danach. Die Tücken stecken aber im Detail. Denn es gibt Ausnahmen.
So sieht der BFH jüngst in einem neuen Urteil bei Eingangsleistungen für ein gemischt genutztes Gebäude in bestimmten Fällen von einer vorherigen Zuordnung ab. In der Sache ging es zum einen um die Höhe des Vorsteuerabzugs aus Baukosten sowie aus laufenden Kosten für ein Wohn- und Geschäftshaus, mit dem die Klägerin sowohl steuerfreie als auch steuerpflichtige Vermietungsumsätze tätigte.
Da in diesen Fällen der Vorsteuer­ab­zug nur zulässig ist, soweit die von einem Unternehmer bezogenen Eingangsleistungen (Baumaterial, Handwerkerleistungen etc.) für steuerpflichtige Ausgangsumsätze (hier: Ver­mietungs­um­sätze) verwendet werden, müssen die insgesamt angefallenen Vorsteuern auf­geteilt werden. Seit dem 1.1.2004 ist da-bei eine Aufteilung nach dem Verhältnis der (vor­aussichtlichen) steuerpflichtigen zu den steuerfreien Ausgangsumsätzen (sog. „Umsatz­schlüssel“) nur noch nachrangig zulässig.
Beachten Sie: Soweit es jedoch um die Gebäudenutzung geht (z. B. Reinigungskosten), sieht der BFH die Sache anders! „Die Zuordnung der für die Nutzung, Erhal­tung oder Unter­haltung eines gemischt genutzten Gebäu­des erworbenen Gegenstände und Dienst­leist­ungen ist in der Praxis meist leicht durchzuführen.“ Ist also die Gebäudenutzung be­troffen, will der BFH erst zuordnen und dann aufteilen.
Unser Rat: Achten Sie als Unternehmer bei einer Eingangsleistung stets auf die korrekte Zu­ordnung und Aufteilung der Ihnen in Rechnung gestellten Umsatzsteuer. Fehler werden meist erst Jahre später aufgedeckt und kosten dann vor allem wegen der Zinsen richtig Geld. Sie sollten sich hierbei von uns beraten lassen, um teure Fehler zu vermeiden.
Arbeitnehmer, die ein Dienstfahrzeug auch privat nutzen können, müssen sich dafür oft­mals an den Kosten beteiligen. Dies kann entweder geschehen durch
einen monatlichen pauschalen Betrag
eine Kilometerpauschale(z. B. 0,20 €/km)
die Übernahme von Leasingraten oder auch
einzelner Kfz-Kosten.
Hinsichtlich der letzten Möglichkeit gab es zu Jahresbeginn eine erfreuliche Änderung der Recht­sprechung beim höchsten deutschen Steuergericht. Übernimmt der Mitarbeiter be­stim­mte Betriebskosten und weist dies nach (z. B. Tanken auf eigene Rechnung), kann er den geldwerten Vorteil auch bei Anwendung der 1 %-Methode um diese selbst getrag­enen Kosten kürzen.
Allerdings gossen die BFH-Richter auch ein wenig Wasser in den Wein. In einer weiteren Entschei­dung stellten sie klar, der Nutz­ungs­wert aus der Dienst­­wagen­­überlassung kön­ne durch Zuzahlungen le­dig­lich bis zu einem Betrag von null Euro ge­mindert werden. Überstei­gen also die Eigenleist­ung­en des Arbeitnehmers den geld­werten Vorteil für Privat­fahr­ten und für Fahrten zwischen Wohnung und Ar­beits­stätte, führt das weder zu negativem Arbeitslohn noch zu Werbungskosten.
Auf beide BFH-Urteile hat das BMF zwischenzeitlich re­a­giert. Danach sind die „Urteile über den jeweils ent­schie­denen Einzelfall hinaus allgemein anzuwenden“. Was die Minderung des Nutz­ungs­werts betrifft gilt dies auch für einzelne Kraftfahrzeugkosten, die zunächst vom Ar­beit­­geber verauslagt und anschließend dem Arbeitnehmer wei­terbelastet werden oder, wenn der Arbeitnehmer zunächst pauschale Abschlagszahlungen leistet, die zu einem spät­e­ren Zeitpunkt nach den tatsächlich entstandenen Kraftfahr­zeugkosten abgerechnet werden. “Diese 'Dienstanweisung' des BMF ist in allen noch offenen Fällen anzuwenden." Das anderslautende Schreiben aus dem Jahr 2013 wird damit aufgehoben.
Wichtiger Hinweis: Neu ist auch das Wahlrecht, das der Fiskus Dienstwagenfahrern einräumt, die den geldwerten Vorteil anhand eines Fahrtenbuchs aufzeichnen und ermitteln. Anders als bisher können Sie jetzt bei der Fahrtenbuch-Methode selbst ge­tragene individuelle Kosten zunächst in die Gesamtkosten einbeziehen und anschließend den geldwerten Vorteil um die von Ihnen übernommenen Aufwendungen kürzen. Gerne beraten wir Firmenchefs und ihre Mitarbeiter zu den steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten bei Firmen- bzw. Dienstwagen.
Entstehen Ihnen als Käufer einer Mietimmobilie Aufwendungen zur Beseitigung von Schäden, die Ihr Mieter nach Erwerb des Objekts verursacht hat, stellt sich die Frage, ob diese generell als sofort abzugsfähige Erhaltungsaufwendungen oder als anschaffungs­nahe Herstellungskosten zu qualifizieren sind.
Zum Verständnis: Übersteigen die Aufwendungen für Instandsetzungen und Reparaturen inner­halb von drei Jahren nach dem Kauf insgesamt 15 % der Anschaffungskosten des Ge­bäudes, werden sie als anschaffungsnahe Herstellungskosten behandelt. Statt eines sofortigen Werbungskostenabzugs bleibt Ihnen dann nur die Geltendmachung im Wege der Abschreibung (im Regelfall 2 % pro Jahr). Der Fiskus will damit erreichen, dass der Er­werber eines mängelbehafteten Gebäudes steuerlich genauso behandelt wird wie der Käufer einer bereits sanierten Immobilie mit einem entsprechend höheren Kaufpreis, der auch nur im Wege der AfA geltend gemacht werden könnte. Finanzverwaltung und Recht­sprechung haben diese im Einkommensteuergesetz verankerte Regelung in den letzten Jahren streng nach dem Wortlaut ausgelegt und bis auf laufende jährliche Wartungs­arbeiten alle Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten mit in die 15 %-Obergrenze einbezogen. Das ist besonders bitter, wenn einem Vermieter unerwartet größere Erhalt­ungs­aufwendungen entstehen, etwa durch Vandalismus Dritter oder wegen fehlender Sorg­falt eines Mieters.
Be­reits im Mandanten-Brief Juni 2016 berichteten wir jedoch, dass das FG Düsseldorf in solchen Fällen Einsehen mit den Eigentümern und ihren Aufwend­ungen zur Beseitigung nach­­träglicher Schäden hat und nicht als anschaffungsnahe Her­stel­lungs­kosten einstuft. Dieser Ansicht ist auch jetzt der BFH im Revisionsverfahren gefolgt. Ein Sofortabzug von Re­paratur- oder Instandsetzungsaufwand in den ersten drei Jahren nach dem Erwerb ist danach möglich, falls die Schäden unvermutet nach dem Erwerb eintreten und auf das schuldhafte Verhalten Dritter zurückzuführen sind. Die Richter stellen klar, dass der im Gesetz verankerte Begriff der „Instandsetzungs­ und Moder­nisierungs­arbeiten“ auslegungsbedürftig ist. Fallen Auf­­wendungen in zeitlicher Nähe zur Anschaffung an, so soll die Einschränkung des Sofort­abzugs nur solche Re­pa­ra­turen betreffen, die in Zusammenhang mit der Anschaffung des Ge­bäudes stehen. Aus­drücklich ausgenommen davon seien Reparaturen der Schäden, die erst nach dem Er­werb verursacht worden sind, da der Gesetzgeber bei Verabschiedung der Norm diese Schäden nicht im Blick hatte. Im konkreten Fall hatten Eheleute eine Eigentums-wohnung in einem mangelfreien Zustand erworben. Nach der fristgerechten Kündigung hinterließ der Mieter die Wohnung in einem verwahrlosten Zustand.
Hinweis: Offengehaltene Verfahren müssen nun zu Ihren Gunsten entschieden werden.
Unser Rat: Bevor Sie bei einer Immobilie umfangreiche Sanierungsarbeiten durchführen, empfehlen wir Ihnen, sich erst von uns beraten zu lassen.
Führen Sie als Unternehmer Veranstaltungen für Ihre Geschäfts­partner und/oder Ar­beit­nehmer durch, können Sie die geldwer­ten Vorteile, die den Teilnehmern hieraus ent­stehen, pauschal mit 30 % zzgl. Soli und ggf. Kirchensteuer versteuern. Beim Emp­fänger fallen dann keine weiteren Steuern an. In die Bemes­sungsgrundlage sind je­doch nicht sämtliche Aufwendungen für eine Veranstaltung einzubeziehen. Vielmehr ist zu unterschei­den, um welche Art es sich handelt. Wie die Oberfinanzdirektion NRW dazu in einer internen Kurzinformation ausführt, soll bei In­centive­-Veranstaltungen unter­schieden werden zwischen einer Tagesveranstaltung mit Incentive-Charakter und einer mehrtägi­gen Incentive-Reise. Der feine Unterschied: Bei einer (bloßen) Tages­ver­anstaltung fließen im Gegensatz zu einer (mehrtägi­gen) Incentive-Reise die Be­wirt­ungs­aufwendungen nicht in die Bemessungsgrundlage für die Pauschalsteuer (§ 37b EStG) ein. Unser Rat: Zu einem geldwerten Vorteil kommen Sie erst gar nicht bei einer betriebs­funktionalen Veranstaltung. Die Teilnah­me etwa an Besprechungen, Produkt­präsenta­tio­nen oder Fort­bildungen führt nicht zu einem Vorteil und damit auch nicht zur An­wendung von § 37b EStG. Problematisch wird es jedoch bei einer gemischt ver­an­las­sten Veranstaltung. Aufwendungen, die unmittelbar den Veranstaltungsteilen mit In­centive-Bezug zuge­ordnet werden können (z. B. touristisches Programm), sind ins­ge­samt als Vorteile der Teilnehmer anzusehen. Aufwendungen mit unmittelbarem Bezug zu den rein betrieblich veranlassten Veranstaltungsteilen (z.B. Kosten für Tagungs­räume/ Referen­ten) sind von vor­nherein nicht als Vorteile einzustufen. Aufwen­dungen, die beide Teile betreffen (z. B. Flug-/ Fahrtkosten, Über­nachtungskosten) sind im Weg einer sachgerechten (zeit­­an­teili­gen) Schätzung aufzuteilen. Zur Arbeitsvereinfachung kann laut OFD NRW bei der zeitanteiligen Aufteilung der nicht unmittelbar zuzuord­nen­den Kosten ein Acht-Stunden-Arbeitstag als Aus­gangsgröße zugrunde gelegt werden. Dazu sind die betriebsfunk­tionalen Reisebestandteile ins Verhältnis zu einer täglichen Ar­­beits­zeit von acht Stunden zu setzen. Die Zeitanteile für die An­- und Abreise bleiben bei der Er­mittlung des Aufteilungsmaßstabs außer Ansatz. Beispiel: Bei einer gemischt veran­lassten dreitä­gigen Veranstaltung entfallen 11,5 von 24 Stunden (= 48 %) auf den be­triebsfunktionalen Teil bzw. 52 % auf den Teil mit Vorteils­charakter. Demzufolge sind von den Aufwendungen, die nicht eindeutig zuzuordnen sind (Flug- und Hotel­über­nachtung), 52 % pauschal nach §37b EStG zu versteuern. Wir beraten Sie gerne rund um das Thema „Incentive-Reisen“.
Kosten für den behindertengerechten Um­bau eines Hauses können laut einem aktuellen BFH-Urteil (Az. VI R 36/15) nicht im Billigkeitsweg nach § 82b EStDV auf bis zu fünf Jahre verteilt werden. Der Nachteil: Das zu versteuernde Einkom­men kann durch außergewöhnliche Be­last­ungen max. auf null gedrückt werden, ein Verlustvor- oder -rücktrag ist nicht möglich.
...und knapp...
Aufwendungen für das Vorhalten einer leerstehenden Wohnung können als Werb­­ungskosten ab­zugsfähig sein, falls aus­schließlich berufliche Gründe aus­schlaggebend sind. Dies hat das FG Berlin-Brandenburg (Az. 3 K 3278/14) ent­­­schieden. Danach fallen Aufwen­dungen, die nicht durch die Nutzung einer Wohnung am derzeitigen Be­schäf­tig­­ungsort entstehen, sondern durch das bloße Vorhalten einer Wohnung am zu­künftigen Be­schäftigungsort, unter den Werb­ungskostenbegriff, auch wenn keine dop­pelte Haushaltsführung vorliegt.
Damit Unternehmen Rechnungen an Be­hörden und Einrichtungen der Bundes­verwaltung weit überwiegend elek­tro­nisch stellen können, tritt schrittweise die 'E-Rech­­nungs-Verordnung' in Kraft. Rech­­­nungen sollen künftig nicht mehr aus­gedruckt, kuvertiert und frankiert, son­dern mit nur wenigen Klicks über ein web­basiertes Rechnungsportal des Bundes in dem einheitlichen Format 'Xrechnung digital' hochgeladen und an den öffentlichen Empfänger gesendet werden können. Die Verordnung tritt am 27.11.2018 für Bundesministerien und Ver­­­­fas­sungsorgane in Kraft. Für alle übrigen Bundesstellen gelten die Regelungen ab dem 27.11.2019.
Der Abgabesatz zur Künstlersozial­versicherung wird ab dem nächsten Jahr weiter gesenkt. Dies ergibt sich aus der 'Künstlersozialabgabe-Verordnung 2018', die am 3.8.2017 im Bundesgesetzblatt verkündet wurde. Damit sinkt der Abgabesatz zum zweiten Mal in Folge und liegt im Jahr 2018 mit 4,2% um einen Prozentpunkt niedriger als 2016 (5,2 %). Weitere Informationen erhalten Sie unter www.kuenstlersozialkasse.de.
„Einsam ist der Mensch erst, wenn er vom Finanzamt vergessen wird.“
Deutscher Immunbiologe
und Aphoristiker