Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F04-03-2011-5A_652-2010
Timestamp: 2016-10-28 12:31:15
Document Index: 199220521

Matched Legal Cases: ['Art. 72', 'Art. 74', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 737', 'BGE', 'Art. 737', 'Art. 738', 'Art. 738', 'Art. 738', 'BGE', 'Art. 738', 'Art. 18', 'BGE', 'Art. 973', 'Art. 973', 'Art. 948', 'Art. 942', 'Art. 3', 'BGE', 'Art. 3', 'BGE', 'Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'Art. 738', 'BGE', 'Art. 738', 'Art. 738', 'BGE', 'BGE', 'Art. 737', 'Art. 737', 'BGE', 'Art. 737', 'Art. 97', 'Art. 2', 'BGE', 'Art. 737', 'BGE', 'BGE', 'Art. 737', 'Art. 737', 'BGE', 'BGE', 'Art. 737', 'Art. 99', 'Art. 66']

5A_652/2010 (04.03.2011)
alle drei vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Paul-Lukas Good, Beschwerdef�hrer,
A.a X.________, Y.________ und Z.________ (nachfolgend Beschwerdef�hrer) sind Stockwerkeigent�mer des Grundst�cks Nr. 61 (zuvor Nr. 432) auf dem Gebiet der Gemeinde V.________. In s�dlicher Richtung daran angrenzend befindet sich das im Eigentum von W.________ (nachfolgend Beschwerdegegner) stehende Grundst�ck Nr. 60 (zuvor Nr. 629). An der jeweils westlichen Grenze der beiden Grundst�cke verl�uft die �ffentliche Strasse.
A.b Mit Grunddienstbarkeitsvertrag vom 8. Mai 1957 r�umten sich die damaligen Eigent�mer A.________ (Grundst�ck Nr. 60) und B.________ (Grundst�ck Nr. 61) "gegenseitig zwischen den beiden H�usern, soweit die Grenzlinie GBNr. 432 [heute Nr. 61] B.________ verl�uft, das Fuss- und Fahrwegrecht mit allen Fahrzeugen ein" (Hervorhebung im Original).
Entsprechend wurde diese Dienstbarkeit im Grundbuch mit dem Wortlaut "Fuss- und Fahrwegrecht mit allen Fahrzeugen" (nachfolgend als "Wegrecht" bezeichnet) sowohl als Recht und Last gegenseitig auf den Grundst�cken Nr. 60 und 61 eingetragen. Dieser Weg befindet sich auf der Fl�che zwischen der s�dlichen Hausfassade auf Grundst�ck Nr. 61 und der n�rdlichen Hausfassade auf Grundst�ck Nr. 60 und dient auf der westlichen Seite dem Zugang zur �ffentlichen Strasse.
A.c Am 7. Februar 2006 reichten die Beschwerdef�hrer ein Baugesuch f�r einen Erweiterungsbau ein. Der Gemeinderat erteilte ihnen am 3. Juli 2006 die Baubewilligung und wies darin die vom Beschwerdegegner erhobene Einsprache ab. In der Folge t�tigten die Beschwerdef�hrer den bewilligten Erweiterungsbau. Insbesondere errichteten sie auf der s�dlichen Seite ihres Hauses auf dem Grundst�ck Nr. 61 einen Steg, der von der �ffentlichen Strasse entlang der S�dseite zum neuen Hauseingang auf der Ost- beziehungsweise Hinterseite des Geb�udes f�hrt. Aufgrund des gegen Osten herabfallenden Terrains ist dieser Zugang (der sich im Bereich der �ffentlichen Strasse noch auf dem gleichen Niveau wie diese befindet) zur Hinterseite gegen�ber der Fl�che zwischen den beiden H�usern der Parteien je l�nger je mehr erh�ht. Im hinteren Bereich (Ecke zwischen der S�d- und Ostfront) �berragt der Steg die Fl�che zwischen den beiden H�usern.
A.d Mit Klage vom 7. September 2007 (Vermittlungsbegehren vom 15. Mai 2007) verlangte der Beschwerdegegner, die Beschwerdef�hrer seien zu verpflichten, s�mtliche Bauteile auf ihrem Grundst�ck Nr. 61, die in eine (mit Koordinaten bestimmte) Fl�che von 0.75 m� "hineinragen und das Strassenterrain �berragen", zu entfernen, da sie damit das vereinbarte Wegrecht verletzten.
Mit Urteil vom 8. Juni 2009 wies das Bezirksgericht C.________ die Klage ab. Da weder der Grundbucheintrag noch der Dienstbarkeitsvertrag oder die Aus�bung R�ckschl�sse auf die Breite des Wegrechts zuliessen, bestimmte es dessen Breite gest�tzt auf kantonales Recht auf 2.7 Meter. Es kam zum Schluss, dass der fragliche Anbau der Beschwerdef�hrer mit einer Fl�che von 0.75 m� das Wegrecht nicht beeintr�chtige.
Auf Berufung des Beschwerdegegners hiess das Kantonsgericht Schwyz die Klage mit Urteil vom 19. Mai 2010 gut und verpflichtete die Beschwerdef�hrer, s�mtliche Bauteile auf ihrem Grundst�ck Nr. 61, die in die (mittels Punkten auf dem Katasterplan bestimmte) Fl�che hineinragen und die Strassenlinie �berragen, ersatzlos und auf eigene Kosten, unter solidarischer Haftung, zu entfernen. Es bejahte im Umfang dieser Fl�che eine Verletzung der Dienstbarkeit.
Dem Bundesgericht beantragen die Beschwerdef�hrer in ihrer Beschwerde in Zivilsachen vom 14. September 2010 die Aufhebung des kantonsgerichtlichen Urteils im Umfang der Gutheissung der Berufung und sinngem�ss die Abweisung der Klage des Beschwerdegegners. Zudem verlangen sie antragsgem�ss die Neuverlegung der kantonalen Kosten und ersuchen um aufschiebende Wirkung.
Der Beschwerdegegner hat sich dem Gesuch um aufschiebende Wirkung nicht widersetzt. Das Kantonsgericht hat sich dazu nicht vernehmen lassen. Mit Verf�gung vom 28. September 2010 hat das pr�sidierende Mitglied der II. zivilrechtlichen Abteilung der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuerkannt.
1.1 Der Entscheid einer letzten kantonalen Instanz �ber den Inhalt und Umfang einer Grunddienstbarkeit betrifft eine Zivilsache (Art. 72 Abs. 1 BGG) in einer verm�gensrechtlichen Angelegenheit. Die Beschwerde in Zivilsachen ist grunds�tzlich nur zul�ssig, wenn der Streitwert mindestens Fr. 30'000.-- betr�gt (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG). Das Kantonsgericht hat den Streitwert in der Rechtsmittelbelehrung mit "mehr als Fr. 30'000.--" angegeben. Diese Streitwertangabe wird vom Beschwerdegegner in seiner Vernehmlassung nicht bestritten und erweist sich auch nicht als offensichtlich falsch (BGE 136 III 60 E. 1.1.1 S. 62 f.). Auf die Beschwerde kann grunds�tzlich eingetreten werden.
1.2 Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist folglich weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Rechtsverletzungen und Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden. Es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann eine Beschwerde mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen (BGE 134 V 250 E. 1.2 S. 252).
2.1 Die urspr�ngliche Klage des Beschwerdegegners, mit der er die Beseitigung eines Bereichs des Stegs auf einer Fl�che von 0.75 m� verlangt, st�tzt sich auf Art. 737 Abs. 3 ZGB. Demnach darf der Belastete nichts vornehmen, was die Aus�bung der Dienstbarkeit verhindert oder erschwert. Gegen eine solche unzul�ssige Behinderung kann sich der Berechtigte mit einer Unterlassungs- oder Beseitigungsklage (sog. actio confessoria; BGE 115 IV 26 E. 3a S. 29; 95 II 14 E. 3 S. 19) zur Wehr setzen.
2.2 Die Anwendung von Art. 737 Abs. 3 ZGB (E. 5) setzt zun�chst die Ermittlung von Inhalt und Umfang der Dienstbarkeit voraus (E. 3 und 4).
3.1 F�r die Ermittlung von Inhalt und Umfang einer Dienstbarkeit gibt Art. 738 ZGB eine Stufenordnung vor. Ausgangspunkt ist der Grundbucheintrag. Soweit sich Rechte und Pflichten aus dem Eintrag deutlich ergeben, ist dieser f�r den Inhalt der Dienstbarkeit massgebend (Art. 738 Abs. 1 ZGB). Nur wenn sein Wortlaut unklar ist, darf im Rahmen des Eintrags auf den Erwerbsgrund, das heisst den Begr�ndungsakt, zur�ckgegriffen werden. Ist auch der Erwerbsgrund nicht schl�ssig, kann sich der Inhalt der Dienstbarkeit - im Rahmen des Eintrags - aus der Art ergeben, wie sie w�hrend l�ngerer Zeit unangefochten und in gutem Glauben ausge�bt worden ist (Art. 738 Abs. 2 ZGB; BGE 132 III 651 E. 8 S. 655 f.; 131 III 345 E. 1.1 S. 347; 130 III 554 E. 3.1 S. 556 f.).
3.2.1 Die Auslegung des Begr�ndungsakts (zweite Stufe der Auslegungsordnung gem�ss Art. 738 ZGB) erfolgt in gleicher Weise wie die sonstiger Willenserkl�rungen. Gem�ss Art. 18 Abs. 1 OR bestimmt sich der Inhalt des Vertrags nach dem �bereinstimmenden wirklichen Willen der Parteien. Nur wenn eine tats�chliche Willens�bereinstimmung unbewiesen bleibt, ist der Vertrag nach dem Vertrauensgrundsatz auszulegen. Die empirische oder subjektive hat gegen�ber der normativen oder objektivierten Vertragsauslegung den Vorrang (BGE 130 III 554 E. 3.1 S. 557).
3.2.2 Stehen sich jedoch im Streit um den Inhalt und Umfang einer Dienstbarkeit nicht mehr die urspr�nglichen Vertragsparteien, sondern Dritterwerber gegen�ber (oder eine urspr�ngliche Vertragspartei und ein Dritterwerber), werden die allgemeinen Grunds�tze der Vertragsauslegung (E. 3.2.1 oben) durch den �ffentlichen Glauben des Grundbuchs (Art. 973 Abs. 1 ZGB) begrenzt (HOHL, Le contr�le de l'interpr�tation des servitudes par le Tribunal f�d�ral, ZBGR 90/2009 S. 78).
3.3.1 Gem�ss Art. 973 Abs. 1 ZGB ist im Erwerbe zu sch�tzen, wer sich in gutem Glauben auf einen Eintrag im Grundbuch - wobei der Dienstbarkeitsvertrag als Beleg beim Grundbuchamt aufbewahrt wird (Art. 948 Abs. 2 ZGB) und ebenfalls einen Bestandteil des Grundbuchs bildet (Art. 942 Abs. 2 ZGB) - verlassen und daraufhin Eigentum oder andere dingliche Rechte erworben hat. Wo das Gesetz eine Rechtswirkung an den guten Glauben einer Person gekn�pft hat, ist dessen Dasein zu vermuten (Art. 3 Abs. 1 ZGB).
Der �ffentliche Glaube des Grundbuchs bedeutet nicht nur, dass der Inhalt des Grundbuchs als richtig fingiert wird (positive Seite des Publizit�tsprinzips). Der Grundbucheintrag gilt vielmehr auch als vollst�ndig (negative Seite des Publizit�tsprinzips; Urteile 5C.232/2003 vom 2. M�rz 2004 E. 2.1, nicht publ. in: BGE 130 III 306, aber in: ZBGR 86/2005 S. 41; 5C.301/2005 vom 17. Februar 2006 E. 3, in: ZBGR 89/2008 S. 292).
3.3.2 Der gute Glaube ist jedoch nicht absolut gesch�tzt. Vielmehr darf sich nicht auf seinen guten Glauben berufen, wer bei der Aufmerksamkeit, wie sie nach den Umst�nden von ihm verlangt werden darf, nicht gutgl�ubig sein konnte (Art. 3 Abs. 2 ZGB). Selbst ein an sich gutgl�ubiger Erwerber muss daher n�here Erkundigungen einziehen, sofern besondere Umst�nde ihm Zweifel an der Genauigkeit des Eintrags aufkommen lassen (vgl. BGE 127 III 440 E. 2c S. 443; 109 II 102 E. 2 S. 104). Der Entscheid dar�ber erfolgt aufgrund s�mtlicher Umst�nde des konkreten Einzelfalls nach gerichtlichem Ermessen (Art. 4 ZGB; BGE 122 III 1 E. 2a/aa S. 3).
3.3.3 Den guten Glauben des Erwerbers in das Grundbuch zerst�ren kann namentlich die sog. nat�rliche Publizit�t, die darin besteht, dass der Rechtsbestand im physischen Zustand der Liegenschaft nach aussen sichtbar in Erscheinung tritt (vgl. dazu BGE 5A_60/2011 vom 1. April 2011 E. 4.1.3 mit Hinweisen).
F�r Wegrechte bedeutet dies insbesondere, dass dort, wo f�r die Aus�bung der Dienstbarkeit bauliche Anlagen erforderlich sind, diese in der Regel auch den Inhalt und den Umfang der Dienstbarkeit bestimmen, und zwar mit voller Wirkung gegen�ber dem Dritterwerber, der sich grunds�tzlich alles entgegenhalten lassen muss, was sich aus der Lage und der nach aussen in Erscheinung tretenden Beschaffenheit der Grundst�cke ergibt (vgl. LIVER, Z�rcher Kommentar, 1980, N. 31, 33 und 55 zu Art. 738 ZGB; SCHMID/H�RLIMANN-KAUP, Sachenrecht, 3. Aufl. 2009, N. 1275c; allgemein zu baulichen Anlagen vgl. auch Urteile 5C.27/2006 vom 3. August 2006 E. 3.2; 5C.257/2001 vom 3. Dezember 2001 E. 2b/aa und 2b/bb).
In diesem Sinn hat das Bundesgericht festgehalten, dass nach allgemeiner Lebenserfahrung niemand ein wegrechtsberechtigtes Grundst�ck kaufe, ohne es vorher zu besichtigen, und dass - Ausnahmef�lle vorbehalten - kein Dritterwerber in gutem Glauben geltend machen k�nne, er habe die im Grundbucheintrag (wozu wie erw�hnt auch der Dienstbarkeitsvertrag z�hlt) nicht erw�hnten Besonderheiten des Wegrechts nicht gekannt, die f�r ihn bei einer Besichtigung erkennbar gewesen w�ren. Wird folglich der Inhalt und Umfang des Wegrechts durch die �rtlichen Gegebenheiten f�r jedermann sichtbar beschr�nkt, hat sich der Erwerber dies grunds�tzlich entgegenhalten zu lassen (vgl. Urteil 5C.71/2006 vom 19. Juli 2006 E. 2.3, in: ZBGR 88/2007 S. 467 ff.; BGE 5A_60/2011 vom 1. April 2011 E. 4.2.3; �hnlich Urteil 5A_846/2009 vom 12. M�rz 2010 E. 4.2, in: ZBGR 92/2011 S. 116 f.; HOHL, a.a.O., S. 79; PIOTET, Le contenu d'une servitude, sa modification conventionnelle et la protection de la bonne foi, ZBGR 81/2000 S. 288; unklar ESCHMANN, Auslegung und Erg�nzung von Dienstbarkeiten, 2005, S. 41 f. und S. 95 f.; teilweise abweichend und kritisch hingegen KOLLER, Bemerkungen zum zitierten Urteil 5C.71/2006, AJP 2008 S. 474 f.).
Das Kantonsgericht hat insoweit zutreffend erwogen (was die Beschwerdef�hrer zudem nicht bestreiten), dass sich aus dem Grundbucheintrag (Art. 738 Abs. 1 ZGB) keine Einzelheiten zum Inhalt und Umfang der Dienstbarkeit entnehmen lassen, so dass gem�ss Art. 738 Abs. 2 ZGB der Erwerbsgrund zu befragen ist.
4.2.1 Im Dienstbarkeitsvertrag vom 8. Mai 1957 r�umten sich die urspr�nglichen Vertragsparteien "gegenseitig zwischen den beiden H�usern, soweit die Grenzlinie GBNr. 432 [heute Nr. 61] B.________ verl�uft, das Fuss- und Fahrwegrecht mit allen Fahrzeugen ein".
4.2.2 In der vorliegenden Streitigkeit um den Umfang des Wegrechts stehen sich unbestrittenermassen nicht mehr die urspr�nglichen Vertragsparteien gegen�ber.
Sowohl das Bezirksgericht wie implizit auch das Kantonsgericht haben anhand der Fotografien des Beschwerdegegners vom April 1980 (Klagebeilagen 37 und 38) festgestellt, dass die strittige Fl�che zwischen den beiden H�usern jedenfalls ab dem Jahr 1980 asphaltiert war und dieser Strassenbelag auf dem Grundst�ck der Beschwerdef�hrer durch einen Randstein (in Form von Pflastersteinen) abgegrenzt war und auch heute noch ist. Gegen diese Tatsachenfeststellungen erheben die Beschwerdef�hrer keine R�gen.
4.2.3 Der Beschwerdef�hrer 1 hat das Grundst�ck Nr. 61 am 25. M�rz 1980 erworben (vgl. im �brigen auch seinen "Antrag auf Bereinigung und Zusammenlegung" seiner damaligen Grundst�cke Nr. 61 und 62 zum vergr�sserten Grundst�ck Nr. 61 vom 30. August 1983, wo er ausdr�cklich auch das fragliche Wegrecht - das damals wie erw�hnt bereits asphaltiert und mit einem Randstein versehen war - auff�hrt). Am 28. September 2006 bildete er Miteigentumsanteile und gestaltete diese als Stockwerkeigentum aus. Die Beschwerdef�hrer 2 und 3 erwarben in der Folge Stockwerkeigentumsanteile.
4.3 Steht damit fest, dass die bauliche Anlage (asphaltierte Strasse mit einem Randstein aus Pflastersteinen auf der Seite des Grundst�cks der Beschwerdef�hrer) im Zeitpunkt des Dritterwerbs durch die Beschwerdef�hrer bereits bestand, m�ssen sie sich diese f�r jedermann sichtbaren �rtlichen Begebenheiten (asphaltierter Weg mit Randstein als bauliche Anlage) entgegenhalten lassen. Der Inhalt und Umfang des Wegrechts bestimmt sich damit gegen�ber den Beschwerdef�hrern aufgrund des asphaltierten Weges.
4.4 Soweit sie einwenden, es sei einzig der urspr�ngliche Zustand zur Zeit der Begr�ndung der Dienstbarkeit im Jahr 1957 massgebend und damals sei die Wegrechtsfl�che nur gekiest gewesen und es habe keine bauliche Anlage bestanden, verkennen sie, dass f�r die Frage der Gutgl�ubigkeit der Dritterwerber auf die Verh�ltnisse zur Zeit ihres Erwerbs abzustellen ist (Urteil 5C.232/2003 vom 2. M�rz 2004 E. 2.1 und 4.1, nicht publ. in: BGE 130 III 306, aber in: ZBGR 86/2005 S. 41 ff.).
4.5 Was die Breite betrifft, erstreckt sich damit das Wegrecht aufgrund der baulichen Anlage - jedenfalls gegen�ber den Beschwerdef�hrern - von der Fassadengrenze des Hauses des Beschwerdegegners auf dem Grundst�ck Nr. 60 bis zum Randstein auf dem Grundst�ck Nr. 61 der Beschwerdef�hrer. Auf welcher L�nge das Wegrecht verl�uft, braucht nicht weiter thematisiert zu werden, da die asphaltierte Fl�che mit dem Randstein jedenfalls weiter nach Osten reicht als der Steg und damit die fragliche Fl�che von 0.75 m� auch mit Blick auf die L�nge auf die Dienstbarkeitsfl�che zu liegen kommt.
Im Ergebnis (BGE 136 III 449 E. 4.2 S. 452) ist damit der kantonsgerichtliche Schluss, das Wegrecht erstrecke sich in der Breite auf der Seite der Beschwerdef�hrer bis zum Randstein, nicht zu beanstanden. Die fragliche Fl�che von 0.75 m� des Stegs der Beschwerdef�hrer befindet sich auf der Dienstbarkeitsfl�che.
5.1 Art. 737 ZGB verdeutlicht den Grundgedanken, wonach der belastete Grundeigent�mer nicht hindern darf, was der Grunddienstbarkeitsberechtigte zu tun befugt ist. W�hrenddem der Berechtigte verpflichtet ist, sein Recht in m�glichst schonender Weise auszu�ben (Art. 737 Abs. 2 ZGB; Grundsatz "servitus civiliter exercenda"; BGE 113 II 151 E. 4 S. 153), darf der Belastete nichts vornehmen, was die Aus�bung der Dienstbarkeit verhindert oder erschwert (Art. 737 Abs. 3 ZGB).
5.2 Das Kantonsgericht gelangte zum Schluss, die fragliche Fl�che von 0.75 m� behindere die Aus�bung der Dienstbarkeit mit g�ngigen Lastwagen stark beziehungsweise es sei deren Aus�bung ohne erhebliche Einschr�nkung nicht mehr m�glich. Diese rechtliche Folgerung schloss es insbesondere aufgrund der Klagebeilagen 45 und 46. Diese zeigen einen Lastwagen, der den Weg zwischen den H�usern passiert.
5.3 Die Beschwerdef�hrer r�gen insoweit eine willk�rliche Sachverhaltsfeststellung (Art. 97 Abs. 1 BGG). Das Befahren des Weges sei auch mit heute g�ngigen Lastwagen noch m�glich. Die verf�gbare Fahrwegbreite betrage vier Meter und sei damit ausreichend f�r das Passieren mit g�ngigen Lastwagen. Die W�rdigung der Fotografien in der Klagebeilage 45 und 46 erweise sich als willk�rlich, da der dort abgebildete Lastwagen die Wegfl�che gar nicht befahre, sondern sich in einem Wendeman�ver befinde (der LKW sei am "Rangieren", um eine Mulde abzuladen).
5.4 Das Prinzip "servitus civiliter exercenda" bedeutet als Konkretisierung von Art. 2 ZGB, dass der Berechtigte auf eine den Belasteten beeintr�chtigende Rechtsaus�bung verzichten muss, soweit diese Rechtsaus�bung unn�tz ist oder sein Interesse daran jedenfalls in einem krassen Missverh�ltnis zum Interesse des Belasteten an der Unterlassung der Beeintr�chtigung steht (BGE 100 II 195 E. 4a S. 197). Mit Blick auf Art. 737 Abs. 3 ZGB folgt aus diesem Grundsatz spiegelbildlich, dass der Belastete dem Berechtigten in gewisser Hinsicht Beschr�nkungen auferlegen kann, solange dadurch die Aus�bung der Dienstbarkeit nicht merklich beeintr�chtigt wird (STEINAUER, Les droits r�els, Bd. II, 3. Aufl. 2002, N. 2287).
5.5 Durch den Grundsatz "servitus civiliter exercenda" wird nicht der Umfang oder Inhalt der Dienstbarkeit eingeschr�nkt, sondern lediglich deren missbr�uchliche Aus�bung untersagt (BGE 113 II 151 E. 4 S. 153; Urteil 5C.232/2003 vom 2. M�rz 2004 E. 5.3, nicht publ. in: BGE 130 III 306, aber in: ZBGR 86/2005 S. 48 f.; 5A_833/2009 vom 11. M�rz 2010 E. 4.3.1; 5A_617/2009 vom 26. Januar 2010 E. 2.3; a.A. und mit Hinweis auf die unterschiedlichen Lehrmeinungen ESCHMANN, a.a.O., S. 12 f.). Mit anderen Worten darf das Gebot der schonenden Aus�bung (beziehungsweise der Duldung vernachl�ssigbarer Beeintr�chtigungen) nicht zu einer inhaltlichen Verengung des Dienstbarkeitsrechts f�hren. Wer die Beseitigung von Bauten verlangt, welche die Dienstbarkeit verletzen, handelt nicht wider Treu und Glauben (STEINAUER, a.a.O., N. 2281a; LEEMANN, Berner Kommentar, 1925, N. 6 zu Art. 737 ZGB).
Wenn der Beschwerdegegner vorliegend gest�tzt auf Art. 737 Abs. 3 ZGB die Beseitigung eines Teils des Stegs der Beschwerdef�hrer (auf einer Fl�che von 0.75 m�, die in die Dienstbarkeitsfl�che hineinragt und damit deren Inhalt verletzt) verlangt, handelt er deshalb nicht treuwidrig, zumal er sich dem Ausbauprojekt der Beschwerdef�hrer von Anfang an widersetzt hat (BGE 83 II 201 E. 2 und 3 S. 204 ff.; Urteil 5C.307/2005 vom 19. Mai 2006 E. 7.2 f. mit Hinweisen, in: ZBGR 88/2007 S. 134).
Die Beschwerdef�hrer sind damit verpflichtet, die mit der Dienstbarkeit unvereinbare Baute zu beseitigen (vgl. BGE 83 II 201 E. 2 S. 204 f.). Das kantonsgerichtliche Urteil ist im Ergebnis nicht zu beanstanden.
5.6 Stellt sich die Frage nach der Missbr�uchlichkeit der Aus�bung gem�ss Art. 737 ZGB gar nicht, er�brigen sich weitere Bemerkungen zu den von den Beschwerdef�hrern ger�gten Sachverhaltsfeststellungen, die dieser Rechtsfrage zugrunde liegen w�rden. Damit kann ebenfalls offenbleiben, inwieweit die Vorbringen der Beschwerdef�hrer neue Tatsachen gem�ss Art. 99 Abs. 1 BGG enthalten.
Aus den dargelegten Gr�nden muss die Beschwerde abgewiesen werden. Die Beschwerdef�hrer werden unter solidarischer Haftung kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 66 und 68 BGG).
Die Beschwerdef�hrer haben den Beschwerdegegner f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit insgesamt Fr. 900.-- unter solidarischer Haftung zu entsch�digen.