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Timestamp: 2018-01-21 06:46:42
Document Index: 229434646

Matched Legal Cases: ['§ 13', '§ 77', '§ 6', '§ 29', '§ 21', '§ 21']

18. Jahrgang, Nr. 6 vom 27. Mai 2008, S. 34
Fachspezifische Bestimmungen für das Studienfach Rehabilitationspädagogik
im Studiengang Lehramt an Förderschulen an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Gemäß §§ 13 Abs. 1 in Verbindung mit 67 Abs. 3 Nr. 8 und § 77 Abs. 2 Nr. 1 des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (HSG LSA) vom 05.05.2004 (GVBl. LSA S. 256), zuletzt geändert durch Artikel 6 des Gesetzes vom 21.03.2006 (GVBl. LSA S. 102), in Verbindung mit 7 Abs. 6 der Verordnung über die erste Staatsprüfung für Lehrämter im Land Sachsen-Anhalt (1. LPVO) vom 19.06.1992 (GVBl. LSA S. 488), zuletzt geändert durch die Verordnung vom 27.10.2005 (GVBl. LSA S. 666) und der Allgemeine Studien- und Prüfungsordnung für die grundständigen und berufsbegleitenden Studiengänge Lehramt an Grundschulen, Förderschulen, Sekundarschulen und Gymnasien an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (AStPOLS) vom 10.10.2007 hat die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg folgende Fachspezifische Bestimmungen für das Studienfach Rehabilitationspädagogik im Studiengang Lehramt an Förderschulen beschlossen.
§ 6 Modulvorleistungen und Modulleistungen
(1) Diese Fachspezifischen Bestimmungen regeln in Verbindung mit der Allgemeinen Studien- und Prüfungsordnung für die grundständigen und berufsbegleitenden Studiengänge Lehramt an Grundschulen, Förderschulen, Sekundarschulen und Gymnasien an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Ziele, Inhalte und Aufbau des Studienfachs Rehabilitationspädagogik im Studiengang Lehramt an Förderschulen.
(2) Diese Fachspezifischen Bestimmungen gelten für Studierende, die ab Wintersemester 2007/2008 das Studium der Rehabilitationspädagogik im Studiengang Lehramt an Förderschulen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg aufnehmen.
Im Studienfach Rehabilitationspädagogik werden folgende Kompetenzen erworben:
1. Förderpädagogische Kompetenzen und förderpädagogische Methodenkompetenzen:
· Verständnis von Lernen als Grundkomponente menschlichen Lebens,
· Anwendung theoretischer Grundkenntnisse auf das Verständnis der Prozesse von Entstehung und Bewältigung von Behinderung,
· Förderdiagnostik und Planung zum individuellen sonderpädagogischen Förderbedarf,
· Planung, Gestaltung, Reflexion förderpädagogischer Praxis,
· didaktisch-methodische Konzepte für Unterricht, Frühförderung, Prävention, unterrichtsbegleitende Diagnostik,
· pädagogisch-therapeutische Unterstützungskonzepte;
2. Im Zuge des Erwerbs dieser förderpädagogischen Kompetenzen und förderpädagogischer Methodenkompetenzen werden folgende grundlegenden Kompetenzen angestrebt:
· Wissenschaftliche Reflexivität (Geschichte, Ethik),
· Interdisziplinäre Reflexion (politische, soziologische und psychologische Zugänge),
· Umgang mit Heterogenität,
· Professionelle Reflexivität,
· Gestaltung institutioneller Entwicklungsprozesse: Schulentwicklung, Konzeptentwicklung,
· Spezielle sonderpädagogische Medienkompetenz,
· Beratung, Kooperation, Kommunikation, Moderation.
(1) Der Aufbau des Studienfachs ergibt sich aus der Anlage „Studienfachübersicht“ zu dieser Ordnung. Darin sind aufgeführt Titel, Leistungspunkteumfang und Abfolge der Module, Modulvorleistung/en, Formen der Modulleistung/en bzw. Modulteilleistungen, Teilnahmevoraussetzungen. Die Studienfachübersicht regelt zudem, welche Module für die Zulassung zur ersten Staatsprüfung als erforderliche Studienleistungen gemäß § 29 AStPOLS erbracht werden müssen.
a. Vorlesung: bietet zusammenhängende Darstellungen größerer Stoffgebiete und vermitteln Kenntnisse und Methoden auf wissenschaftlicher Grundlage;
b. Übung: dient der Festigung von in Seminaren und Vorlesungen gelernten Fertigkeiten unter Anleitung von Dozentinnen und Dozenten;
c. Seminar: dient der gezielten Behandlung fachwissenschaftlicher Fragestellungen und führen in bestimmte Lehrstoffe ein;
d. Praxisseminar: bietet die Möglichkeit, theoretisch erworbenes Wissen sachkundig in der pädagogischen bzw. pädagogisch-therapeutischen Praxis zu erproben;
e. Lehrforschungsprojekt: ist ein Projekt, in dem die Studierenden im Team wissenschaftliche Fragestellungen entwickeln, diese in einem ausgewählten Praxisfeld empirisch prüfen und die Ergebnisse präsentieren. Es dient der Vertiefung wissenschaftlicher Kompetenzen und ist meist gleichzeitig mit dem Erwerb praktischer Fähigkeiten verbunden;
f. Tutorium: begleitet Vorlesungen und Seminare und vertieft behandelte Stoffgebiete oder fachwissenschaftliche Fragestellungen in Arbeitsgruppen unter studentischer Anleitung;
g. Kolloquium: dient der Präsentation und Diskussion fachwissenschaftlicher Arbeiten oder aktueller Forschungsprobleme;
h. Exkursion: dient der anschaulichen Vertiefung von Theorieinhalten in beispielhafter Praxis mit anschließender Reflexion;
i. Schulpraktische Übung: beinhaltet Hospitation sowie Planung, Durchführung und Auswertung von Unterricht in Förderschulen oder allgemeinen Schulen mit Gemeinsamem Unterricht;
j. Schulpraktikum: dient der Reflexion der Unterrichtspraxis, des Förderauftrags und der Lehrerrolle aufgrund von Hospitationen und eigenem Unterricht mit Vor- und Nachbereitung;
k. Förderdiagnostisches Praktikum: dient der Fähigkeit zur Entwicklung und Überprüfung einer förderpädagogischen Fragestellung und deren Niederlegung in einem förderdiagnostischen Gutachten.
(1) Modulvorleistungen sind eine wesentliche Voraussetzung für die Zulassung zur Erbringung einer Modulleistung. Formen von Modulvorleistungen sind:
a. Referat: mündlicher Vortrag von maximal 30 Minuten Dauer, in der Regel im Rahmen eines Seminars;
b. Hausarbeit: eine schriftlich verfasste wissenschaftliche Arbeit von 50.000 bis 60.000 Textzeichen;
c. Aktive Mitgestaltung in Praxisprojekten und regelmäßige Teilnahme an Begleitangeboten;
d. Falldarstellung: Beschreibung und Reflexion eines Falles entsprechend dem Modulthema;
e. Gruppenleitung: Leitung einer Arbeitsgruppe innerhalb eines Seminarkurses und Anfertigung eines Ergebnisprotokolls;
f. Planung und Durchführung von Unterricht;
g. Phonetisch/phonologische Transkription: Übertragen gesprochener Sprache in eine schriftlich fixierte Form entsprechend dem Internationalen Phonetischen Alphabet (IPA) mit den notwendigen diakritischen Zeichen;
h. Analyse einer Sprachprobe unter lexikalisch-semantischen, syntaktischen und morphosyntaktischen Aspekten: Die Transkriptionsform wird hier nach Bedarf bestimmt;
a. Mündliche Prüfung: Sie dauert als Modulleistung ca. 30 Minuten, als Modulteilleistung in der Regel 15 Minuten;
c. Schriftliche Ausarbeitung zum Referat: eine im Anschluss an das Referat schriftlich fixierte Arbeit von 25.000 bis 30.000 Textzeichen;
d. Projektarbeit: eine schriftlich verfasste wissenschaftliche Arbeit von insgesamt 70.000 bis 100.000 Textzeichen mit einem empirischen Anteil;
e. Hausarbeit: eine schriftlich verfasste wissenschaftliche Arbeit zu einem selbst gewählten Thema von 50.000 bis 60.000 Textzeichen;
g. Praktikumsbericht zu den Schulpraktischen Übungen: eine auswertende Reflexion der Tätigkeit von 40.000 bis 50.000 Textzeichen;
h. Praktikumsbericht zum Schulpraktikum: eine wissenschaftliche Analyse der Praktikumserfahrungen von 80.000 bis 100.000 Textzeichen;
i. Förderdiagnostisches Gutachten: eine von einer sonderpädagogischen Fragestellung ausgehende Darstellung einer hypothesengeleiteten, Lernprozess begleitenden Untersuchung und der daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen für die Förderung eines Kindes von mindestens 30.000 Textzeichen (ohne Anlagen);
j. Hausklausur: eine schriftliche Ausarbeitung zu einem vorgegebenen Thema mit Zeitbegrenzung an einem selbst gewählten Ort von 10.000 bis 15.000 Textzeichen;
k. Fallbericht: Umfassende Beschreibung eines Falles nach vorgegebenen Kriterien;
l. Kolloquium: Einzel- oder Gruppenprüfung in Form eines wissenschaftlichen Gespräches über ein vorher verabredetes konkretes Thema aus dem Modul, dem das Kolloquium als Leistung zugeordnet ist;
m. Phonetisch/phonologische Transkription: Übertragen gesprochener Sprache in eine schriftlich fixierte Form entsprechend dem Internationalen Phonetischen Alphabet (IPA) mit den notwendigen diakritischen Zeichen;
n. Analyse einer Sprachprobe unter lexikalisch-semantischen, syntaktischen und morphosyntaktischen Aspekten: Die Transkriptionsform wird hier nach Bedarf bestimmt.
(3) Gemäß § 21 Abs. 2 AStPOLS wird in allen Modulen die Möglichkeit eingeräumt, vor der zweiten Wiederholung der Modulleistung bzw. Teilleistung die entsprechenden Modulveranstaltungen nochmals zu besuchen.
(4) Eine nicht bestandene Modulleistung oder Modulteilleistung ist innerhalb von zwei Semestern ab Nichtbestehen zu wiederholen. Die Folgen nicht-bestandener Wiederholungsprüfungen regelt § 21 Abs. 5 AStPOLS.
(3) Die Anmeldung zu den Modulen entspricht der Anmeldung zur Modulleistung, sobald die technischen Möglichkeiten dies zulassen. Die Anmeldung erfolgt über das elektronische Prüfungs- und Studienverwaltungssystem und/oder im zuständigen Prüfungsamt. Die Anmeldemodalitäten werden in den konkreten Modulbeschreibungen, durch Aushang und/oder über das elektronische Prüfungs- und Studienverwaltungssystem bekannt gegeben. Die Zulassung zur Modulleistung kann von der Erfüllung von Modulvorleistungen abhängig gemacht werden. Nähere Einzelheiten ergeben sich aus der Studienfachübersicht in Verbindung mit den Modulbeschreibungen.
(1) Für das Studienfach wird von den Fachvertreterinnen und Fachvertretern des Instituts für Rehabilitationspädagogik ein Fachspezifischer Studien- und Prüfungsausschuss gebildet, der vom Fakultätsrat zu bestätigen ist.
Einführung in die Allgemeine Rehabilitations- und Integrationspädagogik
2 V, je 2 SWS
2 S, je 2 SWS
ab 1./2. Semester
Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf Behinderung
Pädagogik mit heterogenen Lerngruppen
V, 2 SWS,
Psychologische Grundlagen der Entstehung und Bewältigung von Behinderung
Diagnosegeleitete Förderplanung
4 S, je 2 SWS
ab 3./4. Semester
Übergreifende Fachrichtungsmodule
Grundlagen der Didaktik und Schriftspracherwerb für das Lehramt an Förderschulen
Sprache und Kommunikation im rehabilitationspädagogischen Kontext
Erkundungen in rehabilitationspädagogischen Praxisfeldern (Außerunterrichtliches Pädagogisches Praktikum / Sozialpraktikum)
Einführungsmodule in den beiden studierten Fachrichtungen
Beratung und Kooperation in förderpädagogischen Handlungsfeldern
S/Ü, 2 SWS
Fachrichtung Geistigbehindertenpädagogik (es werden zwei von fünf Fachrichtungen studiert)
Einführung in die Pädagogik und Soziale Arbeit bei Menschen mit geistiger Behinderung
Didaktische Konzeptionen und Lernbereiche für den Unterricht bei Schülern mit geistiger Behinderung
Pädagogische Handlungsmöglichkeiten bei Schülern mit speziellem Unterstützungsbedarf
Praktikumsbericht SPÜ
Einführung in die Pädagogik und Soziale Arbeit bei Menschen mir geistiger Behinderung, Didaktische Konzeptionen und Pädagogische Handlungsmöglichkeiten
Spezielle Arbeitsschwerpunkte in der Geistigbehindertenpädagogik
Fachrichtung Körperbehindertenpädagogik (es werden zwei von fünf Fachrichtungen studiert)
3 S, je 2 SWS
Didaktik des Unterrichts mit körperbehinderten Kindern und Jugendlichen
Aktuelle Forschungsfragen und Forschungsperspektiven der Körperbehindertenpädagogik
Einführung in die Körperbehindertenpädagogik, ÜFR Sprache und Kommunikation
Fachrichtung Lernbehindertenpädagogik (es werden zwei von fünf Fachrichtungen studiert)
Einführung in die Lernbehindertenpädagogik: Theoretische Perspektiven unter besonderer Beachtung sozialer Ungleichheiten in Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen
Förderkonzepte zur Aneignung der Kulturtechniken bei Lernbeeinträchtigungen
ÜFR Grundlagen der Didaktik und Schriftspracherwerb für das Lehramt an Förderschulen
ÜFR Grundlagen der Didaktik und Schriftspracherwerb für das Lehramt an Förderschulen, Förderkonzepte zur Aneignung der Kulturtechniken bei Lernbeeinträchtigungen
Soziales Lernen und Entwicklung sozialer Kompetenzen unter besonderer Beachtung von Kindern und Jugendlichen mit Lernbeeinträchtigungen
Theoretische Aspekte innerhalb pädagogischer und didaktischer Diskurse, bezogen auf den sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Lernen
Fachrichtung Sprachbehindertenpädagogik (es werden zwei von fünf Fachrichtungen studiert)
Interdisziplinäre Grundlagen der Sprachfähigkeit
Transkription und Auswertung einer freien Sprachprobe
Kompetenzen im Bereich Grammatik und Lexik/Semantik
Spezielle Arbeitsschwerpunkte in der Sprachbehindertenpädagogik
Kompetenzen im Bereich Sprechen, Kompetenzen im Bereich Grammatik und Lexik/Semantik
Fachrichtung Verhaltensgestörtenpädagogik (es werden zwei von fünf Fachrichtungen studiert)
3 V, je 2 SWS
Pädagogische Handlungsfelder in der Verhaltensgestörtenpädagogik
Schriftliche Ausarbeitung zum Referat oder Hausarbeit
Spezielle Fragestellungen der Verhaltensgestörtenpädagogik
Pädagogisch-therapeutische Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Gefühls- und Verhaltensstörungen
Schulpraktikum Fachrichtung I
1 S, 0,5 SWS
SPÜ Fachrichtung I
Schulpraktikum Fachrichtung II
SPÜ Fachrichtung II