Source: https://www.rechtslupe.de/sozialrecht/handelsvertreter-fuer-einen-konzern-und-ihre-sozialversicherungspflicht-341334
Timestamp: 2020-01-18 00:14:58
Document Index: 346124764

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 84', '§ 92', '§ 5', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 18', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 7', '§ 2', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 2', '§ 2', '§ 18', '§ 2', '§ 18', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 31', '§ 50', '§ 15', '§ 15', '§ 2', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 2', '§ 18', '§ 1', '§ 27', '§ 18', '§ 1', '§ 25', '§ 147', '§ 18', '§ 18', '§ 216', '§ 216', '§ 7', '§ 8', '§ 5', '§ 54', '§ 12', '§ 1', '§ 18', '§ 2', '§ 18', '§ 2', '§ 3', '§ 2', '§ 18', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 7', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 12', '§ 2', '§ 2', '§ 18', '§ 2', '§ 12', '§ 1', '§ 92', '§ 2', '§ 2', '§ 7', 'Art 11', 'Art 1', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', 'Art 3', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 17', 'Art 4', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 17', '§ 31', '§ 15', '§ 17', '§ 17', '§ 2', '§ 2', '§ 15', '§ 3', '§ 147', '§ 18', '§ 147', '§ 128', '§ 17', '§ 2', '§ 18', '§ 15', '§ 3', '§ 49', '§ 2', '§ 2', '§ 12', '§ 2']

Han­dels­ver­tre­ter für einen Kon­zern – und ihre Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht | Rechtslupe
Handelsvertreter für einen Konzern - und ihre Sozialversicherungspflicht
30. April 2012 Rechtslupe
Han­dels­ver­tre­ter für einen Kon­zern – und ihre Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht
Auch selbst­stän­di­ge Han­dels­ver­tre­ter, die für meh­re­re Unter­neh­men eines Kon­zern tätig sind, kön­nen der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht nach § 2 S 1 Nr 9 SGB VI unter­lie­gen.
Als Rechts­grund­la­ge für die Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht selbst­stän­di­gen Han­dels­ver­tre­te­rin kommt allein § 2 S 1 Nr 9 SGB VI in Betracht. Nach die­ser Rege­lung sind ver­si­che­rungs­pflich­tig selbst­stän­dig täti­ge Per­so­nen, die im Zusam­men­hang mit ihrer selbst­stän­di­gen Tätig­keit regel­mä­ßig kei­nen ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Arbeit­neh­mer beschäf­ti­gen, des­sen Arbeits­ent­gelt aus die­sem Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis regel­mä­ßig 400 € im Monat über­steigt, und auf Dau­er und im Wesent­li­chen nur für einen Auf­trag­ge­ber tätig sind. In der Fol­ge­zeit hat der Gesetz­ge­ber § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI mit Wir­kung vom 01.07.2006 um den Halb­satz ergänzt, dass bei Gesell­schaf­tern als Auf­trag­ge­ber die Auf­trag­ge­ber der Gesell­schaft gel­ten 1. Fer­ner ist die Ent­gelt­gren­ze von 400 € in § 2 S 1 Nr 9 Buchst a SGB VI mit Wir­kung ab 1.05.2007 ent­fal­len 2.
Allein die Erfül­lung die­ser – not­wen­di­gen, aber auch hin­rei­chen­den und abschlie­ßen­den – Vor­aus­set­zun­gen bewirkt die Zuge­hö­rig­keit eines Betrof­fe­nen zum ver­si­cher­ten Per­so­nen­kreis und des­sen vom Gesetz typi­sie­rend zugrun­de geleg­te (sozia­le) Schutz­be­dürf­tig­keit, ohne dass wei­te­re (indi­vi­du­el­le) Gesichts­punk­te zu prü­fen wären 3. Der Vor­trag der Klä­ge­rin, sie selbst sei als "freie Han­dels­ver­tre­te­rin im Finanz­dienst­leis­tungs­ge­wer­be" wegen des bei ihr vor­han­de­nen, "für Selbst­stän­dig­keit typi­schen wirt­schaft­li­chen Vor­sor­ge­ver­hal­tens" nicht "arbeit­neh­mer­ähn­lich", ist daher für die Beur­tei­lung der Rechts­la­ge ohne Bedeu­tung. Dass die Klä­ge­rin unter den genann­ten Vor­aus­set­zun­gen in die Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht ein­be­zo­gen wird, ist auch ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den 4.
Die Klä­ge­rin im hier vom Bun­des­so­zi­al­ge­richt ent­schie­de­nen Fall war im Sin­ne von § 2 S 1 SGB VI "selbst­stän­dig Täti­ge". Die Klä­ge­rin war als Han­dels­ver­tre­te­rin (Ver­si­che­rungs­ver­tre­te­rin) im Ver­hält­nis zu den Ver­mitt­lungs­ge­sell­schaf­ten X. KG und X. AG selbst­stän­dig tätig und nicht abhän­gig beschäf­tigt war, und zwar nicht nur dann, wenn sie – bei orga­ni­sa­to­ri­scher "Betreu­ung" durch die­se – als unech­te Unter­ver­tre­te­rin auf­trat, son­dern auch dann, wenn sie – im gestuf­ten Han­dels­ver­tre­ter­ver­hält­nis – für die­se eine ech­te Unter­ver­tre­tung wahr­nahm. Auch im Ver­hält­nis zur W. aG, zu der die Klä­ge­rin als Han­dels­ver­tre­te­rin (Ver­si­che­rungs­ver­tre­te­rin) – in unech­ter Unter­ver­tre­tung der X. KG – unmit­tel­ba­re Ver­trags­be­zie­hun­gen unter­hielt, war die Klä­ge­rin selbst­stän­dig tätig. Die Fest­stel­lun­gen des LSG zum Inhalt des zugrun­de­lie­gen­den "Part­ner­schafts- und Abrech­nungs­ver­trags" und des mit der W. aG geschlos­se­nen (geson­der­ten) Ver­trags (und der tat­säch­li­chen Durch­füh­rung die­ser Ver­trä­ge) tra­gen sei­ne Annah­me, dass die Klä­ge­rin bei der Aus­übung ihrer Tätig­keit die Rechts­stel­lung eines Han­dels­ver­tre­ters im Sin­ne des HGB inne­hat­te, des­sen Selbst­stän­dig­keit dar­auf beruht, dass er im Wesent­li­chen frei sei­ne Tätig­keit gestal­ten und sei­ne Arbeits­zeit bestim­men kann (vgl § 84 Abs 1 S 2, § 92b HGB) 5. Auch war die Klä­ge­rin im Hin­blick auf ihre Ein­nah­men aus der Han­dels­ver­tre­ter­tä­tig­keit in den Jah­ren 2004 bis 2007 – und bei inso­weit unter­stell­ter Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht – nicht nach § 5 Abs 2 S 1 Nr 2 SGB VI wegen Gering­fü­gig­keit ver­si­che­rungs­frei.
Die Klä­ge­rin war in der Zeit vom 01.01.2004 bis 31.12.2007 regel­mä­ßig ohne ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Arbeit­neh­mer selbst­stän­dig tätig (§ 2 S 1 Nr 9 Buchst a SGB VI). Nach den Fest­stel­lun­gen des LSG beschäf­tig­te sie im strei­ti­gen Zeit­raum – obwohl ihr das nach den Ver­trä­gen grund­sätz­lich mög­lich gewe­sen wäre – (über­haupt) kei­nen Arbeit­neh­mer. Soweit die Klä­ge­rin im Beru­fungs­ver­fah­ren vor­ge­tra­gen hat, sie habe für eine Büro­kraft antei­lig und pau­schal Kos­ten getra­gen, führt die­ser Ein­wand nicht zu einer ande­ren Beur­tei­lung. Zutref­fend hat das Beru­fungs­ge­richt inso­weit dar­auf hin­ge­wie­sen, dass eine Ver­si­che­rungs­pflicht die­ser Büro­kraft in einer Beschäf­ti­gung (gera­de) bei der Klä­ge­rin damit nicht belegt sei 6. Im Hin­blick auf die zeit­li­che Per­spek­ti­ve und den Cha­rak­ter ihrer Han­dels­ver­tre­ter­tä­tig­keit war die Klä­ge­rin für die Ver­mitt­lungs­ge­sell­schaf­ten X. KG und X. AG und den Finanz­dienst­leis­ter W. aG auch auf Dau­er tätig (§ 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI).
Frag­lich für das Bun­des­so­zi­al­ge­richt war mit­hin allein, ob die Auf­trag­ge­be­rin­nen (X. KG und der X. AG) als Kon­zern­ge­sell­schaf­ten als "einen Auf­trag­ge­ber" iS des § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI anzu­se­hen waren.
Wie die­se Fra­gen zu beant­wor­ten sind, kann nicht etwa mit der Begrün­dung offen blei­ben, die Klä­ge­rin habe in der strei­ti­gen Zeit mit den hin­ter der X. KG und der X. AG als Ver­mitt­lungs­ge­sell­schaf­ten ste­hen­den Finanz­dienst­leis­tern, gegen­über denen sie als ech­te Unter­ver­tre­te­rin auf­trat, bzw den hin­ter die­sen und der W. aG ste­hen­den End­ab­neh­mern der Finanz­pro­duk­te (jeden­falls) wei­te­re Auf­trag­ge­ber gehabt. Die­se Kun­den kom­men als Auf­trag­ge­ber von vorn­her­ein nicht in Betracht, weil die Klä­ge­rin als Han­dels­ver­tre­te­rin nicht selbst Par­tei der mit die­sen zustan­de gekom­me­nen Ver­trä­ge war 7.
Der Senat kann sich einer Beant­wor­tung die­ser Fra­ge auch nicht des­halb ent­hal­ten, weil die Klä­ge­rin "im Wesent­li­chen" nur für die X. KG oder nur die X. AG oder nur die WX. aG (oder mög­li­cher­wei­se ande­re Finanz­dienst­leis­ter, mit denen sie unmit­tel­ba­re Ver­trags­be­zie­hun­gen unter­hielt) tätig gewe­sen wäre und jeden­falls (schon) im Hin­blick hier­auf Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht nach § 2 S 1 Nr 9 SGB VI bestan­den hät­te. Denn das Arbeits­ein­kom­men aus der selbst­stän­di­gen Tätig­keit für die X. KG betrug im Durch­schnitt 68,80 vH, für die X. AG im Durch­schnitt 15,38 vH, für die W. aG im Durch­schnitt 4,53 vH und für sons­ti­ge Finanz­dienst­leis­ter (ins­ge­samt) im Durch­schnitt 11,28 vH des Gesamt­ar­beits­ein­kom­mens. Bei einer Auf­trag­ge­ber­mehr­heit in die­sem Sin­ne läge eine wesent­li­che Bin­dung der Klä­ge­rin an (jeweils) einen der genann­ten Auf­trag­ge­ber nicht vor. Dem­ge­gen­über könn­te die Klä­ge­rin "im Wesent­li­chen" nur für einen Auf­trag­ge­ber tätig gewe­sen sein, wenn meh­re­re der bezeich­ne­ten Ver­mitt­lungs­ge­sell­schaf­ten bzw Finanz­dienst­leis­ter – vor allem die X. KG und die X. AG – als "ein Auf­trag­ge­ber" iS des § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI zu betrach­ten wären.
Für "einen Auf­trag­ge­ber" iS von § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI sind Selbst­stän­di­ge auch dann tätig, wenn sie – inso­weit rele­van­te (ver­trag­li­che) – Bezie­hun­gen zwar zu meh­re­ren Unter­neh­men – hier einer KG als Per­so­nen­ge­sell­schaft und einer AG als Kapi­tal­ge­sell­schaft (und einem VVaG als rechts­fä­hi­gem Ver­ein) – unter­hal­ten, die­se jedoch iS des § 18 AktG als Kon­zern­un­ter­neh­men unter ein­heit­li­cher Lei­tung zusam­men­ge­fasst sind. Dies ergibt eine Aus­le­gung des Begriffs "ein Auf­trag­ge­ber" in § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI. Im Hin­blick dar­auf, dass ein ein­deu­ti­ger Wort­sinn die­ses Begriffs nicht ermit­telt wer­den kann, folgt die­ses wei­te Ver­ständ­nis vor allem aus dem mit der Norm ver­folg­ten (Schutz-)Zweck, "arbeit­neh­mer­ähn­li­che" Selbst­stän­di­ge in die Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht ein­zu­be­zie­hen. Gegen die­ses Aus­le­gungs­er­geb­nis erho­be­ne Ein­wän­de grei­fen nicht durch, ins­be­son­de­re wer­den die Gren­zen rich­ter­li­cher Rechts­fort­bil­dung dadurch ent­ge­gen der von der Klä­ge­rin ver­tre­te­nen Auf­fas­sung nicht über­schrit­ten.
Bereits in sei­nen Urtei­len vom 04.11.2009 8 hat das Bun­des­so­zi­al­ge­richt dar­ge­legt, dass dem Begriff "Auf­trag­ge­ber" in § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI ein ein­deu­ti­ger Wort­sinn nicht zu ent­neh­men ist. Ange­sichts des Umstands, dass für den Begriff eine gesetz­li­che Fest­le­gung (etwa im Sin­ne einer Legal­de­fi­ni­ti­on) fehlt, muss Aus­gangs­punkt der Aus­le­gung der juris­ti­sche oder jeden­falls all­ge­mei­ne Sprach­ge­brauch sein. Die Bedeu­tung des Wor­tes "Auf­trag­ge­ber" ist danach offen.
Aus der Gesetz­ge­bungs­ge­schich­te des § 2 S 1 Nr 9 SGB VI und des § 7 SGB IV 9 ergibt sich indes­sen, dass in den ver­schie­de­nen Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren die Pro­ble­ma­tik ver­bun­de­ner, recht­lich selbst­stän­di­ger Unter­neh­men gese­hen und inso­weit – auch im Kon­text des § 2 S 1 Nr 9 SGB VI – ein Rege­lungs­be­darf ange­nom­men wor­den ist. Zwar kann aus den Begrün­dun­gen der jewei­li­gen Gesetz­ent­wür­fe – nament­lich des Ent­wurfs eines "Geset­zes zu Kor­rek­tu­ren in der Sozi­al­ver­si­che­rung und zur Siche­rung der Arbeit­neh­mer­rech­te" vom 17.11.1998 10 und des Ent­wurfs eines "Geset­zes zur För­de­rung der Selbst­stän­dig­keit" vom 26.10.1999 11 für eine Aus­le­gung des Begriffs "ein Auf­trag­ge­ber" – unmit­tel­bar nichts ent­nom­men wer­den. Hin­sicht­lich der Fra­ge, wer Auf­trag­ge­ber ist, ver­weist die Begrün­dung zu § 7 SGB IV des Ent­wurfs eines Kor­rek­tur-Geset­zes 12 inso­weit ledig­lich auf die "zugrun­de­lie­gen­den zivil­recht­li­chen Ver­ein­ba­run­gen" 13. Indes­sen kann zur Kon­kre­ti­sie­rung des Begriffs "ein Auf­trag­ge­ber" an frü­he­re, an den dama­li­gen par­la­men­ta­ri­schen Mehr­hei­ten im Deut­schen Bun­des­tag geschei­ter­te Ent­wür­fe eines Geset­zes zur Bekämp­fung der Schein­selbst­stän­dig­keit aus den Jah­ren 1996 und 1997 14 ange­knüpft wer­den 15. Danach war beab­sich­tigt, in § 7 SGB IV einen neu­en Absatz 4 ein­zu­fü­gen. Des­sen Satz 2 soll­te eine Legal­de­fi­ni­ti­on ent­hal­ten, wonach Auf­trag­ge­ber (auch) "jede … Per­so­nen­ge­samt­heit (ist), die im Wege eines Auf­trags oder in sons­ti­ger Wei­se eine ande­re Per­son mit einer Tätig­keit betraut …". An die Vor­stel­lun­gen der Ver­fas­ser die­ser Gesetz­ent­wür­fe, die spä­ter abge­lehnt wor­den sind, hat der Gesetz­ge­ber mit dem Kor­rek­tur-Gesetz vom 19.12.1998 und den fol­gen­den Ände­rungs­ge­set­zen nach­voll­zieh­bar ange­knüpft 16. Danach war auch im Hin­blick auf den poli­ti­schen Zweck der Neu­re­ge­lun­gen als Kon­se­quenz gewollt, dass der Begriff "ein Auf­trag­ge­ber" in § 7 Abs 4 SGB IV in die­sem Sin­ne "weit" ver­stan­den wer­den soll­te. Das ergibt sich vor allem aus den Bera­tun­gen zum Kor­rek­tur-Gesetz vom 19.12.1998. So hat etwa die Abge­ord­ne­te Schwaet­zer in der 1. Bera­tung zum Kor­rek­tur-Gesetz am 20.11.1998 17 auf die Ver­hält­nis­se eines Auf­trag­neh­mers hin­ge­wie­sen, der eine Tätig­keit für "Toch­ter­fir­men eines ein­zi­gen Kon­zerns" aus­übt, die "in Wirk­lich­keit nur eine Fir­ma" sind. Die­sem im Kon­text der Rege­lun­gen zur Bekämp­fung der sog Schein­selbst­stän­dig­keit gewon­ne­nen Ver­ständ­nis einer grund­sätz­lich wei­ten Aus­le­gung muss auch bei dem Tat­be­stands­merk­mal "ein Auf­trag­ge­ber" in § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI maß­ge­ben­de Bedeu­tung zukom­men 18.
Die­se Aus­le­gung ist vor allem im Hin­blick auf den gesetz­li­chen 19Zweck des § 2 S 1 Nr 9 SGB VI gebo­ten.
Unter teleo­lo­gi­schen Gesichts­punk­ten ist es not­wen­dig, wenn die­ser Ver­si­che­rungs­pflicht­tat­be­stand auch auf Selbst­stän­di­ge ange­wandt wird, die (ver­trag­li­che) Bezie­hun­gen zu meh­re­ren, recht­lich selbst­stän­di­gen, aber iS des § 18 AktG unter ein­heit­li­cher Lei­tung zusam­men­ge­fass­ten (Konzern-)Unternehmen unter­hal­ten. Steht der Selbst­stän­di­ge als Ver­trags­part­ner einer sol­chen (akti­en-)kon­zern­recht­lich rele­van­ten Ver­bin­dung recht­lich eigen­stän­di­ger Unter­neh­men gegen­über, die durch eine die Inter­es­sen der ein­zel­nen (zusam­men­ge­fass­ten) Unter­neh­men über­la­gern­de Wil­lens­bil­dung geprägt ist 20, so besteht letzt­lich im Kern eine Situa­ti­on, wie sie der Gesetz­ge­ber für die Ein­be­zie­hung von selbst­stän­dig Täti­gen mit nur einem Auf­trag­ge­ber in die Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht nach § 2 S 1 Nr 9 SGB VI zum Anlass genom­men hat. Im Hin­blick dar­auf, dass in einem Kon­zern iS von § 18 AktG wesent­li­che unter­neh­me­ri­sche Lei­tungs­funk­tio­nen in zen­tra­len Berei­chen der unter­neh­me­ri­schen Tätig­keit, aber auch dar­über hin­aus ein­heit­lich bzw koor­di­niert wahr­ge­nom­men wer­den, besteht für den Selbst­stän­di­gen hier näm­lich in ähn­li­cher Wei­se wie bei der Tätig­keit für nur ein ein­zi­ges Unter­neh­men ein spe­zi­fi­sches Abhän­gig­keits­ver­hält­nis, das sich typi­scher­wei­se in einem Schutz­be­dürf­nis nie­der­schlägt, an das § 2 S 1 Nr 9 SGB VI anknüpft.
§ 2 S 1 Nr 9 SGB VI bezieht selbst­stän­dig Täti­ge in die Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht ein, die nach Auf­fas­sung des Gesetz­ge­bers inso­weit nicht weni­ger sozi­al schutz­be­dürf­tig sind als die sons­ti­gen bereits frü­her von § 2 S 1 SGB VI erfass­ten Selbst­stän­di­gen 21. Als kenn­zeich­nend für die­sen Per­so­nen­kreis wur­de dabei nicht – wie bei zuvor erfolg­ten Aus­wei­tun­gen der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht auf Selbst­stän­di­ge – die Zuge­hö­rig­keit zu bestimm­ten Berufs­grup­pen ange­se­hen, viel­mehr wur­den abs­trakt und berufs­grup­pen­über­grei­fend typi­sche Tätig­keits­merk­ma­le als wesent­li­ches Kri­te­ri­um für die Ver­si­che­rungs­pflicht her­an­ge­zo­gen, ua das Merk­mal, auf Dau­er und im Wesent­li­chen nur für einen Auf­trag­ge­ber tätig zu sein. Der Senat hat im Zusam­men­hang mit den in § 2 S 1 Nr 9 SGB VI unter Buchst a und Buchst b gere­gel­ten Vor­aus­set­zun­gen aus­ge­führt, dass die­sen eine Indi­zwir­kung für die wirt­schaft­li­che Lage des selbst­stän­dig Täti­gen bei­gelegt wer­den durf­te, und dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Anknüp­fung an die wirt­schaft­li­che Lage des Selbst­stän­di­gen als Para­me­ter der sozia­len Schutz­be­dürf­tig­keit von ihm schon frü­her für zuläs­sig gehal­ten wor­den ist 22. Der Senat hat in sei­ner Recht­spre­chung ande­rer­seits dar­ge­legt, dass ein unbe­stimm­ter (rechts­po­li­ti­scher) Begriff des "arbeit­neh­mer­ähn­li­chen" Selbst­stän­di­gen im Gesetz selbst kei­nen Nie­der­schlag gefun­den hat und die "Arbeit­neh­mer­ähn­lich­keit" der betrof­fe­nen Selbst­stän­di­gen not­wen­dig, aber auch stets hin­rei­chend und abschlie­ßend in den nor­ma­ti­ven und allein sub­sum­ti­ons­fä­hi­gen Kri­te­ri­en des § 2 S 1 Nr 9 SGB VI zum Aus­druck kommt 23. Im Hin­blick hier­auf kön­nen von dem Norm­kon­zept des § 2 S 1 Nr 9 SGB VI typi­scher­wei­se auch selbst­stän­dig täti­ge Per­so­nen erfasst wer­den, die einer (qua­li­fi­zier­ten) Ver­bin­dung von Unter­neh­men gegen­über­ste­hen.
All­ge­mein sind Unter­neh­mens­ver­bin­dun­gen sol­che, in denen selbst­stän­di­ge Rechts­trä­ger, die am Markt (als Anbie­ter) tätig wer­den, (ledig­lich) orga­ni­sa­ti­ons­recht­lich zusam­men­ge­schlos­sen sind. (Gesellschafts-)Rechtlich bil­den die sol­cher­ma­ßen "ver­bun­de­nen" Unter­neh­men kei­ne recht­li­che Ein­heit, weil es häu­fig weder ein auf die Kon­sti­tu­ie­rung einer sol­chen Ein­heit gerich­te­tes Rechts­ge­schäft gibt, noch Unter­neh­mens­ver­bin­dun­gen durch Gesetz "ver­fasst" wer­den 24. Eine Ver­bin­dung in die­sem all­ge­mei­nen Sin­ne ist nicht auf Akti­en­ge­sell­schaf­ten beschränkt und kann daher auch aus Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten und Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten bestehen, sowie unter Ein­be­zie­hung von Ein­zel­kauf­leu­ten, Frei­be­ruf­lern oder gemein­nüt­zi­gen Rechts­trä­gern erfol­gen 25. In sei­nem ori­gi­nä­ren Zusam­men­hang ist das – das Gesell­schafts­recht wie ande­re Berei­che des Wirt­schafts­rechts ergän­zen­de und über­la­gern­de – Recht der ver­bun­de­nen Unter­neh­men im Wesent­li­chen ein Schutz­recht 26, S 491 und § 31 I 2., S 935)), wel­ches in sei­nen Aus­wir­kun­gen auch in ande­re Rechts­ge­bie­te und Rege­lungs­be­rei­che hin­ein­rei­chen kann. Im Hin­blick auf die bei einer Unter­neh­mens­ver­bin­dung wegen der unter­neh­mens­über­grei­fen­den Inter­es­sen­ver­fol­gung für den Wirt­schafts- und Rechts­ver­kehr bestehen­den typi­schen Gefah­ren für betrof­fe­ne abhän­gi­ge Unter­neh­men, Min­der­heits­ge­sell­schaf­ter eben­so wie für exter­ne kon­zern­frem­de Geschäfts­part­ner und Gläu­bi­ger hat das Recht der ver­bun­de­nen Unter­neh­men neben dem gesell­schafts­recht­li­chen Min­der­hei­ten­schutz glei­cher­ma­ßen den Gläu­bi­ger­schutz im Blick 27 und II, S 486, 491 ff: Ein­däm­mung von Legi­ti­ma­ti­ons, Zurech­nungs- und Haf­tungs­pro­ble­men als Schutz­an­lie­gen; fer­ner zB: Emmerich/​Habersack, aaO, S 7 f; Kraft/​Kreutz, aaO, S 67; Raiser/​Veil, Recht der Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten, 5. Aufl 2010, § 50 RdNr 13; Vet­ter, aaO, § 15 AktG RdNr 13; Hüffer, AktG, 5. Aufl 2002, § 15 RdNr 3)).
Eines in der Ziel­rich­tung – jeden­falls teil­wei­se – ver­gleich­ba­ren Schut­zes betrof­fe­ner Drit­ter gegen die aus der unter­neh­mens­über­grei­fen­den Lei­tung ver­bun­de­ner Unter­neh­men fol­gen­den Gefah­ren bedarf es auch bei der Aus­le­gung der Tat­be­stands­merk­ma­le der Ver­si­che­rungs­pflicht des von der Klä­ge­rin reprä­sen­tier­ten Per­so­nen­krei­ses in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung. Auch in die­sem Bereich kann das Maß des Schut­zes einer natür­li­chen Per­son, die als Selbst­stän­di­ge ihre wesent­li­che Geschäfts­tä­tig­keit für mit­ein­an­der ver­bun­de­ne Unter­neh­men aus­übt, im Ergeb­nis oft­mals nicht anders beur­teilt wer­den als in dem Fall, in dem ihr nur ein ein­zi­ger Ver­trags­part­ner als Auf­trag­ge­ber gegen­über­steht. Ist eine Per­son – zB als Han­dels­ver­tre­ter – Geschäfts­part­ner (und Gläu­bi­ger) meh­re­rer ver­bun­de­ner Unter­neh­men und für die­se selbst­stän­dig tätig, so kann eine bei einer Unter­neh­mens­ver­bin­dung von den Inter­es­sen der ein­zel­nen Unter­neh­men los­ge­lös­te und gebün­del­te Wil­lens­bil­dung etwa dazu füh­ren, dass – unter Über­ge­hen der "Auto­no­mie" der Ein­zel­Un­ter­neh­men – in wesent­li­cher Bezie­hung über das Ein­satz­feld und die Kon­di­tio­nen des Tätig­wer­dens der selbst­stän­di­gen Per­son ein­heit­lich bzw in abge­stimm­ter Wei­se Fest­le­gun­gen getrof­fen wer­den. Im Extrem­fall ist etwa denk­bar, dass eine Ver­trags­be­en­di­gung aus Grün­den, die in der Tätig­keit für ein ein­zel­nes Unter­neh­men lie­gen, wegen des Ein­flus­ses über­la­gern­der "Gemein­schafts­in­ter­es­sen" auch die Been­di­gung des Ver­tra­ges mit dem ande­ren Unter­neh­men zur Fol­ge hat.
Die Annah­me, es lie­ge iS von § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI "ein Auf­trag­ge­ber" vor, ist jedoch nicht schon von vorn­her­ein gebo­ten, wenn es eine oder meh­re­re per­so­nel­le (Teil-)Übereinstimmungen bei den als Orga­ne von Gesell­schaf­ten han­deln­den natür­li­chen Per­so­nen gibt. Eine sol­che Annah­me kommt nach gel­ten­dem Recht viel­mehr nur unter wei­ter­ge­hen­den, qua­li­fi­zier­ten Vor­aus­set­zun­gen in Betracht, näm­lich dann, wenn die (recht­lich eigen­stän­di­gen) Unter­neh­men, für die der Selbst­stän­di­ge tätig ist, einen Kon­zern iS des § 18 AktG bil­den 28. Die Rele­vanz von Unter­neh­mens­ver­bin­dun­gen 29 für das Recht der Ver­si­che­rungs­pflicht Selbst­stän­di­ger in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung beschränkt der Senat auf sol­che Ver­bin­dun­gen, die dem Kon­zern­be­griff des § 18 AktG unter­fal­len 30.
Nach § 18 Abs 1 S 1 Halbs 1 AktG liegt ein (Unterordnungs-)Konzern vor, wenn meh­re­re ver­bun­de­ne Unter­neh­men bestehen, von denen eines herr­schend ist und eines oder meh­re­re abhän­gig sind, die unter der ein­heit­li­chen Lei­tung des herr­schen­den Unter­neh­mens zusam­men­ge­fasst sind; nach Abs 2 Halbs 1 der Rege­lung kön­nen selbst­stän­di­ge Unter­neh­men auch ohne Vor­lie­gen einer Abhän­gig­keit bei Zusam­men­fas­sung unter ein­heit­li­cher Lei­tung einen "Gleich­ord­nungs­kon­zern" bil­den 31. Ent­schei­dend und zen­tra­le Vor­aus­set­zung für einen Kon­zern ist dabei, dass eine "Zusam­men­fas­sung unter ein­heit­li­cher Lei­tung" statt­fin­det.
An die Vor­stel­lun­gen des Gesetz­ge­bers zum Kon­zern­be­griff iS von § 18 AktG ist auch im Kon­text des § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI anzu­knüp­fen. Für die­se Sicht­wei­se spricht, dass auch in vie­len ande­ren Bestim­mun­gen im Gel­tungs­be­reich des SGB, nament­lich im Sozi­al­ver­si­che­rungs- und Arbeits­för­de­rungs­recht an die Wer­tun­gen des § 18 AktG ange­knüpft wor­den ist. So ist sowohl in § 1 S 4 SGB VI 32 als auch in § 27 Abs 1 Nr 5 S 2 SGB III 33 expli­zit gere­gelt, dass "Kon­zern­un­ter­neh­men iS des § 18 des Akti­en­ge­set­zes" als "ein Unter­neh­men" gel­ten. Die­se Bestim­mun­gen ord­nen für nach § 1 S 1 Nr 1 SGB VI bzw § 25 Abs 1 S 1 SGB III (grund­sätz­lich) ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Vor­stands­mit­glie­der einer Akti­en­ge­sell­schaft eine Aus­nah­me von der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht bzw Ver­si­che­rungs­frei­heit an. Obwohl die­se Rege­lun­gen die Beschäftigten(pflicht)ver­si­che­rung und hier den – umge­kehr­ten – Fall der "Ent­las­sung" aus dem ver­si­cher­ten Per­so­nen­kreis betref­fen, besteht gleich­wohl ein deut­li­cher Bezug zur im vor­lie­gen­den Rechts­streit ein­schlä­gi­gen The­ma­tik der Ver­si­che­rungs­pflicht. Dass der Gesetz­ge­ber sei­ne Vor­stel­lun­gen in den genann­ten Rege­lun­gen im Rah­men eines Aus­nah­me- und nicht eines Grund­tat­be­stan­des nie­der­ge­legt hat, ist ohne Belang, weil vor­lie­gend nicht zu beur­tei­len ist, ob der Aus­nah­me­tat­be­stand (selbst) ana­lo­giefä­hig ist. Eine sozi­al­recht­li­che Anknüp­fung an das Kon­zern­recht fin­det sich fer­ner in § 147a Abs 5 S 1 SGB III 34, wonach "Kon­zern­un­ter­neh­men iS des § 18 des Akti­en­ge­set­zes" bei der Ermitt­lung der Beschäf­ti­gungs­zei­ten als ein Arbeit­ge­ber gel­ten. Im Zusam­men­hang mit der für die Erstat­tungs­pflicht des Arbeit­ge­bers not­wen­di­gen Bestim­mung des Umfangs der Beschäf­ti­gungs­zei­ten ver­bie­tet die Vor­schrift eine bloß iso­lier­te, auf das jewei­li­ge Unter­neh­men bezo­ge­ne Betrach­tungs­wei­se. Das SGB beschränkt die (allei­ni­ge) Rele­vanz von Unter­neh­mens­ver­bin­dun­gen auf sol­che iS von § 18 AktG im Übri­gen auch im Zusam­men­hang mit ande­ren Fra­ge­stel­lun­gen (vgl § 216a Abs 3 und § 216b Abs 7 SGB III, § 7e Abs 3 SGB IV; fer­ner § 8a Abs 1 S 2 Alt­T­ZG; vgl im Übri­gen auch im Arbeits­recht: § 5 Mit­bestG, § 54 Abs 1 BetrVG, § 12a TVG, § 1 Abs 3 Nr 2 AÜG)).
Die dar­ge­stell­te Beschrän­kung des (Sozial-)Gesetzgebers auf den Kon­zern­tat­be­stand des § 18 AktG lässt sich im Übri­gen nach­voll­zieh­bar erklä­ren. Sie beruht zum einen dar­auf, dass das Recht der ver­bun­de­nen Unter­neh­men allein im Akti­en­recht eine umfas­sen­de Rege­lung erfah­ren hat, wäh­rend sich ein ent­spre­chen­des rechts­form­über­grei­fen­des Recht – teil­wei­se in Ana­lo­gie­bil­dung zum Akti­en­recht – noch in der Ent­wick­lung befin­det 35. Sie hat ihren Grund zum ande­ren dar­in, dass die ande­ren akti­en­recht­li­chen Unter­neh­mens­ver­bin­dun­gen nur die (blo­ße) Abhän­gig­keit ohne ein­heit­li­che Lei­tung erfas­sen und das Recht des im AktG gere­gel­ten Kon­zerns trotz sei­ner "Tref­f­un­si­cher­heit" 36 im Ver­gleich recht­lich am stärks­ten durch­ge­formt ist.
Gegen die vor­ste­hend her­ge­lei­te­te Aus­le­gung erho­be­ne Ein­wän­de grei­fen nicht durch, ins­be­son­de­re wer­den durch sie die Gren­zen rich­ter­li­cher Rechts­fort­bil­dung ent­ge­gen der von der Klä­ge­rin ver­tre­te­nen Auf­fas­sung nicht über­schrit­ten.
Gegen die Anwen­dung des § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI auf die Ver­hält­nis­se bei selbst­stän­di­ger Tätig­keit für einen Kon­zern iS von § 18 AktG spricht nicht, dass das Bun­des­so­zi­al­ge­richt in sei­nem Urteil zu den (Allein-)Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rern einer GmbH vom 24.11.2005 37 ent­schie­den hat, dass ver­fas­sungs­recht­lich wie ein­fach­ge­setz­lich im Sozi­al­recht eine Ver­pflich­tung besteht, die vom bür­ger­li­chen Recht gewähr­leis­te­te und aus­ge­stal­te­te eigen­stän­di­ge Exis­tenz und Hand­lungs­fä­hig­keit juris­ti­scher Per­so­nen recht­lich zugrun­de zu legen, wenn eine spe­zi­al­ge­setz­li­che Ermäch­ti­gung fehlt, von den vom Gesetz­ge­ber inso­weit getrof­fe­nen grund­sätz­li­chen Wer­tun­gen abzu­wei­chen 38. Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt hat unter Hin­weis auf zivil­ge­richt­li­che Recht­spre­chung wei­ter aus­ge­führt, dass über die Rechts­fi­gur der juris­ti­schen Per­son nicht leicht­fer­tig und schran­ken­los hin­weg­ge­gan­gen wer­den darf bzw die grund­le­gen­den gesetz­li­chen Rege­lun­gen der recht­li­chen Ver­hält­nis­se inso­weit nicht ver­nach­läs­sigt wer­den dür­fen 39.
Hier­mit steht das dar­ge­stell­te Aus­le­gungs­er­geb­nis nicht im Wider­spruch 40. Denn zu den im Sozi­al­recht zu beach­ten­den grund­le­gen­den gesetz­li­chen Rege­lun­gen der recht­li­chen Ver­hält­nis­se gehört auch die das (all­ge­mei­ne) Gesell­schafts­recht ergän­zen­de und über­la­gern­de Rechts­ma­te­rie des Rechts der ver­bun­de­nen Unter­neh­men, das im Innen- wie im Außen­ver­hält­nis zu (konzernrechts-)spezifischen Pflich­ten und Bin­dun­gen der betei­lig­ten Unter­neh­men führt 41. Kommt es für die Anwen­dung des § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI in Fäl­len wie dem vor­lie­gen­den mit­hin (nur) dar­auf an, ob (objek­tiv) der Kon­zern­tat­be­stand erfüllt ist oder nicht, so sind auch die Moti­ve für im Ein­zel­fall getrof­fe­ne unter­neh­me­ri­sche Orga­ni­sa­ti­ons­ent­schei­dun­gen grund­sätz­lich unbe­acht­lich. Wer­den unter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dun­gen über die Aus­glie­de­rung bestimm­ter Geschäfts­fel­der und die Neu­grün­dung von Unter­neh­men getrof­fen, so ist das recht­lich zuläs­sig und des­halb selbst dann hin­zu­neh­men, wenn die­se Maß­nah­men – wie das Rund­schrei­ben der X. KG vom 25.06.2004 nahe­legt – im Ergeb­nis auch dazu die­nen soll­ten, das Ein­grei­fen sozi­al­recht­li­cher Belas­tun­gen zu ver­hin­dern. Hier­in allein liegt nicht per se eine von der Rechts­ord­nung miss­bil­lig­te Gestal­tung.
Gegen die­se Aus­le­gung lässt sich auch nicht anfüh­ren, dass der 11. Senat des Bun­des­so­zi­al­ge­richts jüngst in sei­nem Urteil vom 23.02.2011 42 für den Anspruch eines "Arbeit­ge­bers" auf Leis­tun­gen nach § 3 Alt­T­ZG einen Rück­griff auf das Kon­zern­recht ver­neint hat; denn im dort ent­schie­de­nen Fall ging es nicht um die Bestim­mung der Reich­wei­te des sozi­al­recht­li­chen Schut­zes Drit­ter, son­dern um die Reich­wei­te einer auf "den­sel­ben" Arbeit­ge­ber beschränk­ten gesetz­li­chen Grund­la­ge für des­sen Leis­tungs­an­spruch.
Der Anwen­dung des § 2 S 1 Nr 9 SGB VI auf selbst­stän­di­ge Tätig­kei­ten für Kon­zern­un­ter­neh­men iS von § 18 AktG kann fer­ner nicht ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den, sie ste­he "nicht auf dem Boden des Arbeits­rechts", solan­ge ein "Kon­zer­n­ar­beit­ge­ber" nicht aner­kannt sei 43, bzw, Anknüp­fungs­punkt für das Arbeits­ver­hält­nis sei nach wie vor das ein­zel­ne Kon­zern­un­ter­neh­men; "kon­zern­di­men­sio­nal" sei das Arbeits­ver­hält­nis nur bei ent­spre­chen­der ver­trag­li­cher Aus­ge­stal­tung 44. Schon die Prä­mis­se, dass ein "Auf­trag­ge­ber" iS des § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI einem Arbeit­ge­ber in die­sem arbeits­recht­li­chen bzw sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Sin­ne "ähn­lich" sein müs­se, so dass ein Kon­zern (auch) kein Auf­trag­ge­ber sein kön­ne, trifft nicht zu. Ob der Tat­be­stand des § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI erst dann erfüllt ist, wenn der Auf­trag­ge­ber einem (beson­de­ren) Erfor­der­nis der "Arbeit­ge­ber­ähn­lich­keit" genügt, hat das Bun­des­so­zi­al­ge­richt bis­lang offen gelas­sen 45. Die­se Fra­ge ist nun­mehr dahin zu beant­wor­ten, dass es einer sol­chen "Arbeit­ge­ber­ähn­lich­keit" des "Auf­trag­ge­bers" nicht bedarf. Dem Tat­be­stand des § 2 S 1 Nr 9 SGB VI lässt sich eine Ein­gren­zung auf einen bestimm­ten Kreis von "Auf­trag­ge­bern" nicht ent­neh­men. Eben­so zeigt die dar­ge­stell­te Ent­wick­lung der Gesetz­ge­bungs­vor­ha­ben zur Rege­lung des Phä­no­mens der Schein­selbst­stän­dig­keit 46, dass es bei § 2 S 1 Nr 9 SGB VI – anders als bei dem nicht Gesetz gewor­de­nen Ent­wurf eines § 7 Abs 4 SGB IV – gar nicht (mehr) dar­um geht, ein erwei­ter­tes Ver­ständ­nis von der Beschäf­tig­ten- bzw Arbeit­neh­mer­ei­gen­schaft in den Sozi­al­ver­si­che­rungs­zwei­gen umzu­set­zen, son­dern viel­mehr dar­um, den Kreis der ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Selbst­stän­di­gen – beschränkt auf die gesetz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung – zu erwei­tern.
Auch hat der Senat bei der Aus­le­gung des Begriffs "Auf­trag­ge­ber" schon in der Ver­gan­gen­heit streng zwi­schen der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht "Beschäf­tig­ter" und der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht "Selbst­stän­di­ger" unter­schie­den und aus­ge­führt, dass im Zusam­men­hang mit § 2 S 1 Nr 9 SGB VI Aus­le­gungs­ho­ri­zont inso­weit (aus­schließ­lich) die Tätig­keit Selbst­stän­di­ger ist, mit der Fol­ge, dass Arbeit­ge­ber einer abhän­gi­gen Beschäf­ti­gung als (wei­te­re) Auf­trag­ge­ber nicht in Betracht kom­men 47. Kann aber ein Arbeit­ge­ber kein Auf­trag­ge­ber iS von § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI sein, so erschließt sich – ange­sichts der stren­gen the­ma­ti­schen Unter­schei­dung zwi­schen der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht Beschäf­tig­ter und der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht Selbst­stän­di­ger – nicht, war­um dann – umge­kehrt – ein Auf­trag­ge­ber (außer­dem) die Züge eines Arbeit­ge­bers tra­gen soll, um den Tat­be­stand des § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI zu erfül­len.
Eben­so wenig könn­te für die For­de­rung nach einer "Arbeit­ge­ber­ähn­lich­keit" des Auf­trag­ge­bers etwas dar­aus her­ge­lei­tet wer­den, dass "arbeit­neh­mer­ähn­li­che" Selbst­stän­di­ge iS des § 2 S 1 Nr 9 SGB VI den "arbeit­neh­mer­ähn­li­chen (selbst­stän­di­gen) Per­so­nen" des Arbeits­rechts ent­spre­chen. Der Senat hat schon Zwei­fel dar­an, ob der von die­ser Rege­lung erfass­te Per­so­nen­kreis das sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­che Spie­gel­bild der "arbeit­neh­mer­ähn­li­chen Per­son" des Arbeits­rechts ist, weil letz­te­re im Tat­be­stand zusätz­lich dadurch gekenn­zeich­net ist, dass sie "ver­gleich­bar einem Arbeit­neh­mer sozi­al schutz­be­dürf­tig" sein muss (vgl nur § 12a Abs 1 Nr 1 TVG). Das BAG hat hier­aus ent­nom­men, dass die geleis­te­ten Diens­te nach ihrer sozio­lo­gi­schen Typik denen eines Arbeit­neh­mers ver­gleich­bar sein müs­sen 48. Eine sol­che Ein­schrän­kung ent­hält § 2 S 1 Nr 9 SGB VI (gera­de) nicht 49. Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt kann die­se Fra­ge aber unbe­ant­wor­tet las­sen. Denn eine – sol­cher­ma­ßen ange­nom­me­ne – Gleich­set­zung des Selbst­stän­di­gen im Arbeits­recht und im Sozi­al­ver­si­che­rungs­recht zwän­ge jeden­falls nicht dazu, den Begriff des "Auf­trag­ge­bers" im Sozi­al­ver­si­che­rungs­recht, für den der Selbst­stän­di­ge tätig ist, ein­schrän­kend aus­zu­le­gen.
Soweit dar­über hin­aus­ge­hend bereits allein aus der Bezeich­nung des Selbst­stän­di­gen als "arbeit­neh­mer­ähn­lich" abge­lei­tet wird, dass der Auf­trag­ge­ber "arbeit­ge­ber­ähn­lich" sein müs­se, trägt auch die­ses Argu­ment nicht. Wie schon dar­ge­legt, ist der Begriff "arbeit­neh­mer­ähn­li­cher" Selbst­stän­di­ger aus­schließ­lich rechts­po­li­ti­scher Natur und kann von einer "Arbeit­neh­mer­ähn­lich­keit" des Selbst­stän­di­gen allen­falls inso­weit gespro­chen wer­den, als dar­un­ter eine Bezeich­nung für den gesetz­li­chen Tat­be­stand ohne Ver­wen­dung der Geset­zes­spra­che ver­stan­den wird 50. Inso­weit kann auch das mit der "Arbeit­neh­mer­ähn­lich­keit" des Selbst­stän­di­gen kor­re­spon­die­ren­de Attri­but der "Arbeit­ge­ber­ähn­lich­keit" sei­nes Auf­trag­ge­bers kein zusätz­li­ches Tat­be­stands­merk­mal des Auf­trag­ge­ber­be­griffs sein.
Gegen das Aus­le­gungs­er­geb­nis lässt sich nach alle­dem zusam­men­schau­end – ent­ge­gen der von der Klä­ge­rin ver­tre­te­nen Auf­fas­sung – nicht mit Erfolg anfüh­ren, das gewon­ne­ne Ver­ständ­nis des Begriffs "ein Auf­trag­ge­ber" stel­le eine unzu­läs­si­ge, die Gren­zen der Aus­le­gung ver­las­sen­de rich­ter­li­che Rechts­fort­bil­dung dar, weil sie die Vor­aus­set­zun­gen metho­disch gelei­te­ter Rechts­fort­bil­dung nicht beach­te. Denn der Senat füllt nicht etwa im Wege der Ana­lo­gie eine bestehen­de Geset­zes­lü­cke aus, son­dern prä­zi­siert ledig­lich die gesetz­ge­be­ri­sche Grund­ent­schei­dung des § 2 S 1 Nr 9 SGB VI, bestimm­te wei­te­re Selbst­stän­di­ge in die Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht ein­zu­be­zie­hen, indem er das Tat­be­stands­merk­mal "ein Auf­trag­ge­ber" aus­füllt. Die genann­te Bestim­mung regelt die Ver­hält­nis­se umfas­send.
Der Senat ist sich der Gren­zen der Rechts­fort­bil­dung bewusst. So sieht er nach den vor­ste­hen­den Aus­füh­run­gen ande­re "Unter­neh­mens­ver­bin­dun­gen" als die­je­ni­gen, auf die § 18 AktG zur Anwen­dung gelangt, nicht als "einen Auf­trag­ge­ber" iS des § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI an. Zwar wird – unter Bezug­nah­me auf Bestim­mun­gen vor allem des Arbeits­rechts (vgl zB § 12a Abs 2 TVG, § 1 BetrVG, § 92a Abs 2 HGB) oder arbeits­ge­richt­li­che Recht­spre­chung hier­zu – ver­tre­ten, auch Unter­neh­men als "Koope­ra­ti­ons­part­ner", in "Orga­ni­sa­ti­ons­ge­mein­schaf­ten", "nicht nur vor­über­ge­hen­den Arbeits­ge­mein­schaf­ten" oder sogar Zusam­men­schlüs­se von Unter­neh­men, die (ledig­lich) zur "Füh­rung eines gemein­sa­men Betrie­bes" tätig sind, stell­ten "einen Auf­trag­ge­ber" im sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Sin­ne dar 51. Dem läge indes­sen ein Ver­ständ­nis des § 2 S 1 Nr 9 Buchst b SGB VI zugrun­de, das sich außer­halb der einer zuläs­si­gen Geset­zes­aus­le­gung gesetz­ten Gren­zen bewegt. Es wäre Sache des Gesetz­ge­bers selbst, § 2 S 1 Nr 9 SGB VI – etwa nach dem Vor­bild der genann­ten Vor­schrif­ten – ent­spre­chend zu ergän­zen.
Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 9. Novem­ber 2011 – B 12 R 1/​10 R
Kei­ne Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht wäh­rend des… Nach § 7a Abs 1 Satz 1 SGB IV kön­nen die Auf­trag­ge­ber und Auf­trag­neh­mer (nicht jedoch ande­re Ver­si­che­rungs­trä­ger 52 schrift­lich eine…
Sei­ten­wech­sel bei Ver­si­che­rungs­ver­tre­tern Ein Ver­si­che­rungs­ver­tre­ter darf, wie der Bun­des­ge­richts­hof in einem heu­te ver­öf­fent­lich­ten Urteil ent­schie­den hat, Kun­den­da­ten, die ein Geschäfts­ge­heim­nis sei­nes frü­he­ren Dienst­herrn dar­stel­len, nach der Been­di­gung des…
vgl Art 11 Nr 1 Buchst a idF des Haus­halts­be­gleit­ge­set­zes 2006 vom 29.06.2006, BGBl I 1402[↩]
vgl Art 1 Nr 2 Buchst b des Geset­zes zur Anpas­sung der Regel­al­ters­gren­ze an die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung und zur Stär­kung der Finan­zie­rungs­grund­la­gen der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung vom 20.04.2007, BGBl I 554[↩]
stRspr, vgl zB BSGE 95, 275 = SozR 42600 § 2 Nr 7, RdNr 12[↩]
vgl dazu all­ge­mein BSG SozR 42600 § 2 Nr 8 RdNr 27 ff[↩]
zur Zuläs­sig­keit der Anknüp­fung an den Begriff der Selbst­stän­dig­keit im HGB vgl BSG SozR 42600 § 2 Nr 8 RdNr 14; fer­ner BSG SozR 42600 § 2 Nr 13 RdNr 13[↩]
zu den Kon­tu­ren der Tat­be­stands­vor­aus­set­zung des § 2 S 1 Nr 9 Buchst a SGB VI vgl bereits BSG SozR 42600 § 2 Nr 8 RdNr 24[↩]
zum Erfor­der­nis ver­trag­li­cher Bezie­hun­gen vgl BSG SozR 42600 § 2 Nr 8 RdNr 26; fer­ner BSGE 105, 46 = SozR 42600 § 2 Nr 12, RdNr 28 f: eines direk­ten Ver­gü­tungs­an­spruchs bedarf es indes­sen nicht[↩]
BSGE 105, 46 = SozR 42600 § 2 Nr 12, RdNr 17; BSG SozR 42600 § 2 Nr 13 RdNr 17[↩]
vgl hier­zu aus­führ­lich BSGE 105, 46 = SozR 42600 § 2 Nr 12, RdNr 18 ff[↩]
Ent­wurf der Frak­tio­nen SPD und Bünd­nis 90/​Die Grü­nen, BT-Drucks 14/​45; "Kor­rek­tur-Gesetz"[↩]
Ent­wurf der glei­chen Frak­tio­nen, BT-Drucks 14/​1855[↩]
BT-Drucks 14/​45 S 20 zu Art 3 Nr 1 [↩]
vgl hier­zu Bauer/​Diller/​Lorenzen, NZA 1999, S 169, 172, die dar­aus aller­dings den Schluss zie­hen, meh­re­re Kon­zern­un­ter­neh­men sei­en prin­zi­pi­ell auch meh­re­re Auf­trag­ge­ber[↩]
Gesetz­ent­wurf der Frak­ti­on der SPD, BT-Drucks 13/​6549; bzw Gesetz­ent­wurf des Bun­des­rats, BT-Drucks 13/​8942[↩]
vgl hier­zu bereits BSGE 105, 46 = SozR 42600 § 2 Nr 12, RdNr 20[↩]
vgl inso­weit schon BSGE 105, 46 = SozR 42600 § 2 Nr 12, RdNr 21[↩]
Ple­nar­pro­to­koll 14/​9 S 529[↩]
vgl zu die­sem Zusam­men­hang bereits BSGE 105, 46 = SozR 42600 § 2 Nr 12, RdNr 22[↩]
Schutz[↩]
vgl – beru­hend auf dem gesetz­ge­be­ri­schen Gedan­ken, Ein­fluss auf den Pro­zess der Unter­neh­mens­kon­zen­tra­ti­on zu neh­men – zu Auto­no­mie­ver­lust und Abhän­gig­keit als zen­tra­len Ansatz­punk­ten für das Recht der ver­bun­de­nen Unter­neh­men – zB K. Schmidt, Gesell­schafts­recht, 4. Aufl 2002, § 17 II., S 491 ff; Emmerich/​Habersack, Kon­zern­recht, 9. Aufl 2008, S 8 ff; Kraft/​Kreutz, Gesell­schafts­recht, 11. Aufl 2000, S 66 f[↩]
vgl BT-Drucks 14/​45, aaO, S 20 zu Art 4 Nr 3 [↩]
vgl BSG SozR 42600 § 2 Nr 8 RdNr 22; fer­ner BSGE 105, 46 = SozR 42600 § 2 Nr 12, RdNr 24, und BSG SozR 42600 § 2 Nr 13 RdNr 23[↩]
vgl BSGE 95, 275 = SozR 42600 § 2 Nr 7, RdNr 26[↩]
vgl hier­zu aus­führ­lich zB K. Schmidt, Gesell­schafts­recht, aaO, § 17, S 486 ff; § 31, S 934 ff; Zöll­ner in Baumbach/​Hueck, GmbHG, 19. Aufl 2010, SchlAn­hKon­zernR RdNr 32 f[↩]
vgl zB Zöll­ner, eben­da, RdNr 11; Vet­ter in K. Schmidt/​Lutter, AktG Kom­men­tar, 2. Aufl 2010, § 15 RdNr 2 mwN in Fn 1[↩]
in die­sem Sin­ne expli­zit K. Schmidt, aaO, § 17 II 1. a[↩]
vgl K. Schmidt, aaO, § 17 I 1. a[↩]
so auch die Gemein­sa­men Rund­schrei­ben der Spit­zen­or­ga­ni­sa­tio­nen der Sozi­al­ver­si­che­rung vom 19.01.1999, 18.08.1999 und 20.12.1999; wei­ter­ge­hend: Rund­schrei­ben vom 26.03.2003 und 5.07.2005; fer­ner Fich­te in Hauck/​Noftz, SGB VI, Stand Juni 2011, § 2 RdNr 87; Piet­rek, in Juris­PK – SGB VI, Stand 2008, § 2 RdNr 189; Bie­back, SGb 2000, 189, 194; Förs­ter­ling, Schein­selbst­stän­dig­keit und Arbeit­neh­mer­ähn­lich­keit, 2000, S 19; mit Blick ua auf das Arbeits­recht aA: Bauer/​Diller/​Lorenzen, NZA 1999, 169, 172; Ben­gels­dorf, NJW 1999, 1817, 1823 f; Buch­ner, DB 1999, 533 f, 1504; Hoh­meis­ter, NZA 1999, 337, 341; Hein­ze, JZ 2000, 332, 334; kri­tisch: Reiserer/​Biesinger, BB 1999, 1006, 1009[↩]
vgl zur Viel­ge­stal­tig­keit der Unter­neh­mens­ver­bin­dun­gen allein im Akti­en­recht Bay­er in Kropff/​Semler, Münch­Komm-AktG, 2. Aufl 2000, § 15 RdNr 1 ff[↩]
zur Her­an­zie­hung die­ses Kon­zern­be­griffs im Sozi­al­recht all­ge­mein vgl bereits BSG Urteil vom 23.02.2011 – B 11 AL 14/​10 R, BSGE 107, 249 = SozR 44170 § 3 Nr 3, RdNr 28; BSG SozR 44300 § 147a Nr 10 RdNr 21[↩]
vgl dazu näher Bay­er, aaO, § 18 AktG RdNr 49 ff[↩]
idF des Geset­zes vom 27.12.2003, BGBl I 3013[↩]
Ursprungs­fas­sung vom 24.03.1997, BGBl I 594[↩]
dazu zuletzt BSG SozR 44300 § 147a Nr 10; vgl fer­ner bereits die Vor­gän­ger­re­ge­lung des § 128 Abs 5 AFG[↩]
vgl K. Schmidt, aaO, § 17 III, S 499[↩]
vgl Zöll­ner, aaO, RdNr 30 f[↩]
BSGE 95, 275 = SozR 42600 § 2 Nr 7[↩]
eben­da RdNr 18[↩]
eben­da RdNr 20[↩]
aA aber im Ergeb­nis Hoh­meis­ter, NZA 1999, 337, 341 unter Hin­weis auf eine Abwei­chung von der gesell­schafts­recht­li­chen Sys­te­ma­tik[↩]
vgl zu den an das Bestehen eines Kon­zerns anknüp­fen­den Rechts­fol­gen zB Bay­er, aaO, § 18 RdNr 16 ff; Vet­ter in K. Schmidt/​Lutter, aaO, § 15 AktG RdNr 4 ff[↩]
BSG, Urteil vom 23.02.3011 – B 11 AL 14/​10 R, BSGE 107, 249 = SozR 44170 § 3 Nr 3; vgl auch BSG SozR 34100 § 49 Nr 2[↩]
vgl Hein­ze, JZ 2000, 332, 334[↩]
vgl Buch­ner, DB 1999, 533 f, 1504, 2517[↩]
vgl BSGE 105, 46 = SozR 42600 § 2 Nr 12, RdNr 28: Kun­den als Auf­trag­ge­ber?[↩]
dazu oben 2. e. aa[↩]
vgl BSG SozR 42600 § 2 Nr 13 RdNr 18 ff[↩]
vgl etwa BAG AP Nr 1 zu § 12a TVG, mwN; s auch Rspr zitiert bei Jacobs, ZIP 1999, 1549, 1551 Fn 18[↩]
so aus­drück­lich Bauer/​Diller/​Lorenzen, NZA 1999, 169, 174; Jacobs, ZIP 1999, 1549, 1551; aA wohl Buch­ner, DB 1999, 146, 151; der­sel­be, BB 1999, 533, 534; fer­ner Hein­ze, JZ 2000, 332, 337[↩]
vgl so aus­drück­lich BSGE 95, 275 = SozR 42600 § 2 Nr 7, RdNr 26[↩]
vgl nur Gemein­sa­mes Rund­schrei­ben der Spit­zen­ver­bän­de der Sozi­al­ver­si­che­rung vom 05.07.2005[↩]
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