Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4261.htm
Timestamp: 2018-12-15 02:56:29
Document Index: 150211893

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 64', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 3']

4.261 Bauenofen-Häulesrain-Tal
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Bauenofen-Häulesrain-Tal« vom 15. Mai 1995 (GBl. v. 30.06.1995, S. 484).
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz ‑NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch Gesetz vom 7. Februar 1994 (GBl. S. 73), wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dein Gebiet der Gemeinde Hohenstein, Landkreis Reutlingen, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Bauenofen-Häulesrain-Tal«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 40 ha. Es umfaßt auf Gemarkung Meidelstetten
· die Grundstücke Flst. Nrn. 232, 334, 336, 338, 339, 347 teilweise, 358 teilweise, 360‑364, 365 teilweise, 366 teilweise, 369 teilweise, 371, 373‑378, 379 teilweise, 380, 382 teilweise, 402 teilweise, 415, 417‑419, 420‑422 teilweise, 424 teilweise.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 22. September 1994 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und in der Grenzziehung rot angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Im Falle des Widerspruchs zwischen textlicher Beschreibung und der zeichnerischen Darstellung gelten die in der Flurkarte getroffenen Festlegungen. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen und beim Landratsamt Reutlingen in Reutlingen auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
· die Erhaltung eines für die Mittlere Kuppenalb charakteristischen Trockentales einschließlich seiner Hangbereiche mit den Wacholderheiden unterschiedlicher Ausprägung, den Waldbereichen und Weidbuchen, den Feldgehölzen und den überwiegend im Talgrund gelegenen Acker‑ und Wiesenflächen,
· die Erhaltung der auf Grund dieses Biotopmosaiks vorhandenen landschaftsprägenden Schönheit und Eigenart des Gebiets,
· die Erhaltung, Pflege und Verbesserung der Halbtrockenrasen mit ihren zahlreichen seltenen und zum Teil stark gefährdeten Pflanzen‑ und Tierarten,
· die Erhaltung der im Gebiet vorhandenen Sandgruben einschließlich der standorttypischen Vegetation als kulturhistorisches Zeugnis,
· die Erhaltung und Verbesserung eines Biotopverbundes der im Gebiet einzeln gelegenen Halbtrockenrasen.
(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung oder Veränderung im Schutzgebiet oder seines Naturhaushalts oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen oder führen können.
1. bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung, insbesondere Einfriedigungen, zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen sowie Sport-, Spiel oder Erholungseinrichtungen zu schaffen;
7. ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;
11. Störungen an den Lebens‑, Brut‑ und Wohnstätten wildlebender Tiere, insbesondere durch Fotografieren, Filmen oder ähnliche Handlungen, zu verursachen;
12. wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Nist‑, Brut‑, Laich‑, Wohn‑, Rast‑, Nahrungs‑ oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören sowie zum Fang von Tieren geeignete Vorrichtungen zu errichten, zu betreiben oder mit sich zu führen;
15. Neuaufforstungen vorzunehmen, die Entwicklung von Laubholz- oder Mischbeständen hin zu Nadelholzreinbeständen aktiv zu fördern, Schmuckreisig- oder Weihnachtsbaumkulturen oder Vorratspflanzungen von Bäumen oder Sträuchern anzulegen sowie Gehölze aller Art neu zu pflanzen oder auf andere Weise nicht standortheimische Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen;
17. Mittel zur Bekämpfung von Schadorganismen, Wildkräutern und Pflanzenkrankheiten sowie Wirkstoffe, die den Entwicklungsablauf von Pflanzen oder Tieren beeinflussen, anzuwenden;
19. außerhalb von Straßen und Wegen zu reiten oder mit Fahrzeugen aller Art, ausgenommen Krankenfahrstühle, zu fahren.
2.1 die Bestimmungen des § 4 Abs. 2 Nr. 1‑3, 14, 17 und 18 zu beachten sind, Die Verwendung von Düngemitteln (§ 4 Abs. 2 Nr. 18) auf Wirtschaftsgrünland und Ackerflächen sowie von Pflanzenschutzmitteln (§ 4 Abs. 2 Nr. 17) auf Ackerflächen bleibt unberührt;
2.2 zur Beweidung keine ortsfesten Koppeln oder Zäune errichtet werden dürfen;
2.3 auf Halbtrockenrasen nur Schafbeweidung in Form der Hüteschafhaltung erfolgt. Die Koppelschafhaltung oder das Pferchen von Schafen ist insoweit nicht zulässig. Unberührt bleibt das Pferchen über die Nachtzeit, wobei der Pferch nicht auf Halbtrockenrasen eingerichtet werden darf;
2.4 die landwirtschaftliche Nutzung im vorgenannten Umfang wieder aufgenommen werden darf, die auf Grund vertraglicher Bewirtschaftungsbeschränkungen oder der Teilnahme an einem Extensivierungs- oder Stillegungsprogramm zeitweise eingeschränkt oder aufgegeben worden war;
7. behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen anzubringen;
8. die bisherige Wintersportnutzung fortzuführen.
(2) Die zulässigen Handlungen sind so auszuüben, daß sie den Schutzzweck (§ 3) mit größtmöglicher Rücksicht beachten und im Rahmen der Möglichkeiten fördern. Errichtungs‑, Unterhaltungs‑ und Instandsetzungsarbeiten sollen nicht in der Vogelbrutzeit vom 1. März bis 31.Juli ausgeführt werden.
Schutz‑, Pflege‑ und Entwicklungsmaßnahmen können von der höheren Naturschutzbehörde in einem Pflegeplan oder durch Einzel(an)ordnung ‑ im Wald jeweils einvernehmlich mit dem zuständigen Staatlichen Forstamt ‑ festgelegt werden.
(2) Gleichzeitig tritt für den Geltungsbereich dieser Verordnung die Verordnung des Landratsamts Reutlingen vom 31. Mai 1955 über das Landschaftsschutzgebiet »Bau und Ofenbuckel« außer Kraft.
TÜBINGEN, den 15. Mai 1995