Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20B%207.93
Timestamp: 2019-12-05 19:18:30
Document Index: 391291109

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EGMR', 'EuG', '§ 12', 'EGMR', '§ 12', '§ 48', '§ 47', '§ 46', '§ 12', 'Art. 8', '§ 55', '§ 47', 'EuG', 'EuG', '§ 12', 'EGMR', 'Art. 3', 'Art. 14', 'Art. 3', 'Art. 3', '§ 10', '§ 12', 'Art. 8', 'EGMR', '§ 97']

BVerwG, 22.02.1993 - 1 B 7.93 - dejure.org
BVerwG, 22.02.1993 - 1 B 7.93
https://dejure.org/1993,1939
BVerwG, 22.02.1993 - 1 B 7.93 (https://dejure.org/1993,1939)
BVerwG, Entscheidung vom 22.02.1993 - 1 B 7.93 (https://dejure.org/1993,1939)
BVerwG, Entscheidung vom 22. Februar 1993 - 1 B 7.93 (https://dejure.org/1993,1939)
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Voraussetzungen des Revisionszulassungsgrund der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache - Aufenthaltsbeendigung bei Aufenthaltsrecht für Familienangehörige freizügigkeitsberechtigter Arbeitnehmer - Rechtfertigung einer Ausweisung durch dringende soziale Notwendigkeit ...
VG Karlsruhe, 11.09.1991 - 10 K 10320/91
Bei der Beurteilung, ob der beabsichtigte Eingriff in einem angemessenen Verhältnis zu dem angestrebten Ziel, dem Schutz der öffentlichen Ordnung, steht, sind bei der Ausweisung eines Straftäters insbesondere Art und Schwere der begangenen Straftat, die Dauer seines Aufenthalts im Aufnahmemitgliedstaat, die Zeit, die seit der Begehung der Straftat verstrichen ist, die familiäre Situation des Betroffenen und das Ausmaß der Schwierigkeiten zu berücksichtigen, denen er, sein Ehegatte und - gegebenenfalls - seine Kinder im Herkunftsland begegnen können (vgl. EuGH…, Urteil vom 29. April 2004, a.a.O., Rn. 98 f. unter Hinweis auf das Urteil des EGMR vom 2. August 2001 in der Rechtssache Boultif, InfAuslR 2001, 476; vgl. ferner BVerfG, 1. Kammer des Zweiten Senats, Beschluss vom 1. März 2004 - 2 BvR 1570/03 - EuGRZ 2004, 317; Beschluss vom 22. Februar 1993 - BVerwG 1 B 7.93 - Buchholz 402.26 § 12 AufenthG/EWG Nr. 9 und EGMR, Urteil vom 31. Oktober 2002, Beschwerde-Nr. 37295/97 - Yildiz - InfAuslR 2003, 126).
a) In der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist anerkannt, daß ein Ausweisungsschutz auf der Grundlage völkerrechtlicher Verträge auch dann zu beachten ist, wenn er über das europäische Gemeinschaftsrecht und das Ausländergesetz hinausgeht (vgl. dazu Beschluß vom 22. Februar 1993 - BVerwG 1 B 7.93 - Buchholz 402.26 § 12 AufenthG/EWG Nr. 9 = InfAuslR 1993, 257; Beschluß vom 29. September 1993 - BVerwG 1 B 62.93 - Buchholz 402.240 § 48 AuslG 1990 Nr. 3; Beschluß vom 8. Oktober 1993 - BVerwG 1 B 71.93 - Buchholz 402.240 § 47 AuslG 1990 Nr. 1; Beschluß vom 27. Januar 1994 - BVerwG 1 B 229.93 - Buchholz 402.240 § 46 AuslG 1990 Nr. 1).
In der Entscheidung vom 22. Februar 1993 (InfAuslR 1993, 257) erklärt es das Bundesverwaltungsgericht für unzweifelhaft, dass diese Ausweisungsermächtigung des Ausländergesetzes 1965 nur "in den für Freizügigkeitsberechtigte und ihre Familienangehörigen geltenden Grenzen des § 12 AufenthG/EWG einschließlich des dieser Vorschrift zu Grunde liegenden Gemeinschaftsrechts" (und unter Beachtung eines etwaigen weitergehenden Ausweisungsschutzes auf der Grundlage völkerrechtlicher Verträge wie etwa der EMRK) anzuwenden ist.
Auch nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist anerkannt, dass ein Art. 8 EMRK etwa zu entnehmender weitergehender Ausweisungsschutz bei Anwendung des Ausländergesetzes zu beachten ist (vgl. Beschlüsse vom 22.2.1993 - 1 B 7.93 -, InfAuslR 1993, 257 und vom 21.8.1997 - 1 B 163.97 - ).
An dieser ursprünglich mit § 55 Abs. 3 AuslG 1965 begründeten Auffassung (Beschluss vom 22.2.1993, a.a.O.) hat das Bundesverwaltungsgericht auch unter Geltung des Ausländergesetzes 1990 in einem Fall der Ist-Ausweisung nach § 47 Abs. 1 AuslG ausdrücklich festgehalten (…Beschl. vom 21.8.1997, a.a.O.).
Bei der Beurteilung, ob der beabsichtigte Eingriff in einem angemessenen Verhältnis zu dem angestrebten Ziel, dem Schutz der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit, steht, sind bei der Verlustfeststellung wie bei der Ausweisung eines Straftäters insbesondere Art und Schwere der begangenen Straftat, die Dauer seines Aufenthalts im Aufnahmemitgliedstaat, die Zeit, die seit der Begehung der Straftat verstrichen ist, die familiäre Situation des Betroffenen und das Ausmaß der Schwierigkeiten zu berücksichtigen, denen er, sein Ehegatte und - gegebenenfalls - seine Kinder im Herkunftsland begegnen können (…vgl. EuGH, Urt. v. 29.4.2004, a.a.O., Rn. 98 f. und ferner BVerfG, Beschl. v. 1.3.2004 - 2 BvR 1570/03 -, EuGRZ 2004, 317; BVerwG, Beschl. v. 22.2.1993 - BVerwG 1 B 7.93 -, Buchholz 402.26 § 12 AufenthG/EWG Nr. 9;… EGMR, Urt. v. 31.10.2002 - 37295/97 - (Yildiz), InfAuslR 2003, 126).
BVerwG, 29.09.1993 - 1 B 62.93
Die weiterhin in der Beschwerde gestellte Frage, "wie weit der sich aus Art. 3 Europäisches Niederlassungsabkommen, Art. 14 Beschluß des Assoziationsrates EWG-Türkei und Art. 3 Richtlinie Nr. 64/221 des Rates der EWG ergebende Ausweisungsschutz geht", ist in dieser Allgemeinheit angesichts der dazu vorliegenden Rechtsprechung des beschließenden Senats (vgl. BVerwGE 57, 61 [BVerwG 27.10.1978 - 1 C 91/76]; Beschluß vom 15. Mai 1990 - BVerwG 1 B 64.90 - InfAuslR 1990, 293; Beschluß vom 22. Februar 1993 - BVerwG 1 B 7.93 - InfAuslR 1993, 257; zu den in Art. 3 Europäisches Niederlassungsabkommen und übereinstimmend in bilateralen völkerrechtlichen Abkommen der Bundesrepublik Deutschland vorgesehenen (besonders schwerwiegenden) Ausweisungsgründen vgl. z.B. Urteil vom 19. Oktober 1982 - BVerwG 1 C 100.78 - Buchholz 402.24 § 10 AuslG Nr. 91) nicht klärungsbedürftig.
Darüber hinaus ist ein etwaiger weitergehender Ausweisungsschutz auf der Grundlage völkerrechtlicher Verträge zu beachten (Beschluß vom 22. Februar 1993 - BVerwG 1 B 7.93 - a.a.O.).
Insbesondere erfordern diese Bestimmungen auch eine Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit (BVerwGE 35, 291 [BVerwG 16.06.1970 - I C 47/69]; 42, 133 [BVerwG 03.05.1973 - I C 33/72]; 62, 215 [BVerwG 19.05.1981 - 1 C 168/79]; speziell zur Ausweisung freizügigkeitsberechtigter EU-Bürger: Beschluß vom 22. Februar 1993 - BVerwG 1 B 7.93 - Buchholz 402.26 § 12 AufenthG/EWG Nr. 9).
Das Bundesverwaltungsgericht hat wiederholt entschieden, dass ein Art. 8 EMRK etwa zu entnehmender weitergehender Ausweisungsschutz bei einer Ausweisung auf der Grundlage des Ausländergesetzes zu beachten ist (B. v. 22.02.1993 - 1 B 7/93 - InfAuslR 1993, S. 257; B. v. 21.08.1997 - 1 B 163/97 - juris), die Reichweite dieses Ausweisungsschutzes aber nachfolgend in einer Weise bestimmt, die im Hinblick auf die neuere Rechtsprechung des EGMR überprüfungsbedürftig erscheint (…vgl. U. v. 17.06.1998 - 1 C 27/96 - InfAuslR 1998, S. 424;… U. v. 29.09.1998 - 1 C 8/96 - InfAuslR 1999, S. 54).
BVerwG, 19.08.1993 - 1 B 49.93
Ausweisungsschutz - Hinweis auf Neuregelung - Grundsatzrevision - …
BVerwG, 06.03.1995 - 1 B 30.95
Voraussetzungen und Anforderungen an eine Zulassung einer Revision im …
BVerwG, 21.08.1995 - 1 B 119.95
Zulassung einer Grundsatzrevision - Ausweisung und Versagung der Verlängerung …
BVerwG, 18.09.1995 - 1 B 129.95
BVerwG, 08.10.1993 - 1 B 71.93
Grundsätzliche Bedeutung einer Rechtssache - Örtliche Zuständigkeit für die …
VGH Baden-Württemberg, 08.09.1995 - 13 S 1005/95
Unanwendbarkeit des AuslG 1990 § 97 im Rahmen der Beurteilung nach EuNiederlAbk …
BVerwG, 27.01.1994 - 1 B 229.93
Aufenthalt - Fortbildung - Bedarf - Sicherheit - tatsächlicher Aufenthalt