Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=27.04.2006&Aktenzeichen=4%20StR%20572/05
Timestamp: 2020-02-18 06:25:17
Document Index: 267609482

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 349', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 27.04.2006 - 4 StR 572/05 - dejure.org
https://dejure.org/2006,1778
BGH, 27.04.2006 - 4 StR 572/05 (https://dejure.org/2006,1778)
BGH, Entscheidung vom 27.04.2006 - 4 StR 572/05 (https://dejure.org/2006,1778)
BGH, Entscheidung vom 27. April 2006 - 4 StR 572/05 (https://dejure.org/2006,1778)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2006,1778) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Strafzumessung (keine Obergrenze aus statistischen Erkenntnissen zur Lebenserwartung; Gewissheit, im Anschluss an die Strafverbüßung in die Freiheit entlassen zu werden; minder schwere Fälle und Strafrahmenwahl; Strafmilderungsgrund hohen Alters; gerechter ...
Rechtmäßigkieit der Ablehnung minder schwerer Fälle durch das Landgericht wegen des fortgeschrittenen Alters der Angeklagten ; Zulässigkeit einer Strafobergrenze unter Berücksichtigung statistischer Erkenntnisse zur Lebenserwartung
Alter schützt grundsätzlich nicht vor Haftstrafe
Strafzumessung bei hohem Alter des Angeklagten
Räuberische Opis - Bei Freiheitsstrafen gibt es keinen "Altersrabatt"
Lebenserwartung kann keine Strafobergrenze bilden
Zusammenfassung von "Strafobergrenze durch hohes Alter - Zugleich Besprechung des Urteils des 4. Strafsenats des BGH vom 27.04.2006 (4 StR 572/05)" von RA Dr. Frank Nobis, FAStrafR, original erschienen in: NStZ 2006, 489 - 492.
LG Hagen, 10.06.2005 - 44 KLs 1/05
LG Hagen, 10.06.2005 - 44 KLs 600 Js 205/04
NJW 2006, 2129
NStZ 2006, 500
JR 2007, 296
Schließlich war - losgelöst von der Frage der Haftfähigkeit, deren Prüfung der Kammer nicht obliegt - seine besondere Haftempfindlichkeit zu bedenken und nicht zuletzt auch darauf Bedacht zu nehmen, dass er mit Blick auf die in Artikel 1 GG verbürgte Menschenwürde zwar nicht die Gewissheit, aber doch zumindest die Chance haben muss, zu Lebzeiten aus der Haft entlassen zu werden (BGH, 27.04.2006, 4 StR 572/05, zitiert nach juris).
Eine Fallgestaltung, in der das Alter des Angeklagten die Erörterung seiner Chance, zu Lebzeiten "wieder der Freiheit teilhaftig zu werden' (BGH, Urteil vom 27. April 2006 - 4 StR 572/05, NStZ 2006, 500 f. mwN) erfordert hätte, lag hier nicht vor.
Insbesondere kann sich aus dem Lebensalter eines Angeklagten, etwa unter Berücksichtigung statistischer Erkenntnisse zur Lebenserwartung, keine Strafobergrenze ergeben (BGH, Urteil vom 27. April 2006 - 4 StR 572/05, NStZ 2006, 500 f. mwN zur sog. "Opa-Bande': Gesamtfreiheitsstrafen von zehn Jahren bei einem 74, von neun Jahren bei einem 75 und von 12 Jahren bei einem 65 Jahre alten Angeklagten).
BGH, 13.03.2007 - 1 StR 601/06
Beweiswürdigung (Darlegung der Schuldfähigkeit des Täters; Detailliertheit der …
Es kann daher auf sich beruhen, welche rechtlichen Konsequenzen es haben könnte, wenn es sich anders verhielte (vgl. hierzu BGH NJW 2006, 2129).
Die Kammer sieht auch, dass dem Angeklagten unter Vollstreckungsgesichtspunkten grundsätzlich die Chance verbleiben muss, wieder der Freiheit teilhaftig zu werden (BGH NStZ 2006, 500).
Im Übrigen hat die Überprüfung des Urteils aus den vom Generalbundesanwalt in der Antragsschrift vom 4. Juli 2016 dargelegten Gründen keinen die Angeklagte beschwerenden Rechtsfehler ergeben (§ 349 Abs. 2 StPO; vgl. zur Berücksichtigung des Alters der Angeklagten bei der Strafzumessung: BGH, Urteil vom 27. April 2006 - 4 StR 572/05, NStZ 2006, 500, 501).
Einen Rechtssatz, dass jeder Straftäter schon nach dem Maß der verhängten Strafe die Gewissheit haben müsse, im Anschluss an die Strafverbüßung in Freiheit entlassen zu werden, hat der BGH verneint (vgl BGH Urteil vom 27.04.2006 - 4 StR 572/05 -).
Die Kammer hat daher die Strafe so bemessen, dass dem Angeklagten grundsätzlich eine Chance verbleibt, wieder der Freiheit teilhaftig zu werden (vgl. BGH Urteil vom 27. April 2006 - 4 StR 572/05 - NStZ 2006, 500 [501 [sog. " Opa-Bande "], siehe dazu auch Nobis NStZ 2006, 489).