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Timestamp: 2020-04-02 13:42:33
Document Index: 45876627

Matched Legal Cases: ['§ 29', '§ 28', '§ 13', '§ 14', '§ 15', 'Art52']

0 Punkte im Zeugnis im Forum für Schul- und Prüfungsrecht
0 Punkte im Zeugnis
Registriert: 28.01.17, 22:07
Beitrag von sofie99 » 28.01.17, 22:13
Ich befinde mich zur Zeit in einer Lebenskrise, mein Mathelehrer will mir 0 Punkte ins Halbjahreszeugnis geben. Somit müsste ich nun in die 11. Klasse zurücktreten. Ich stehe auf 0,66 Punkten. Gäbe es eine Chance um doch nicht zurückzutreten müssen?
Re: 0 Punkte im Zeugnis
Beitrag von Kurt Knitz » 28.01.17, 22:21
Um welches Bundesland und welche Schulart geht es?
Normalerweise muss man bei schlechten Noten aufgrund des Jahreszeugnisses eine Klassenstufe wiederholen. Wie kommen Sie darauf, Sie müssten zur Mitte des Schuljahres aufgrund des Halbjahreszeugnisses eine Klassenstufe tiefer wechseln?
Beitrag von ktown » 28.01.17, 23:01
Kurt Knitz hat geschrieben: Wie kommen Sie darauf, Sie müssten zur Mitte des Schuljahres aufgrund des Halbjahreszeugnisses eine Klassenstufe tiefer wechseln?
Ich tendiere dazu, dass es wohl eine Prognose des Lehrers ist.
sofie99 hat geschrieben: Gäbe es eine Chance um doch nicht zurückzutreten müssen?
Ja.....lernen, lernen und nochmals lernen.
Beitrag von Stan78 » 29.01.17, 08:40
Weil es sich vermutlich um die Kursstufe handelt und mit 0 P die Einbringverpflichtung nicht erfüllt werden kann. Da ist dann tatsächlich auch zum Halbjahr Schuss.
Um die 0 P beurteilen zu können, fehlen allerdings eine Menge Informationen.
Beitrag von ktown » 29.01.17, 10:34
Also um 0 Punkte zu bekommen, muss schon viel passieren. 0 Punkte kommt ja eher einer konsequenten Leistungsverweigerung gleich.
Beitrag von SusanneBerlin » 29.01.17, 10:43
sofie99 hat geschrieben: Ich befinde mich zur Zeit in einer Lebenskrise, mein Mathelehrer will mir 0 Punkte ins Halbjahreszeugnis geben.
Ist die Lebenskrise Ursache der Mathenote oder umgekehrt? Wenn ersteres, sollte wohl zuerst die Lebenskrise aufgearbeitet werden, dann bleibt auch wieder mehr Energie für die Schule.
Beitrag von Roderik » 29.01.17, 10:45
Je nach Bundesland dürfen Noten nicht rein arithmetisch ermittelt werden. 0,66 = 1 Punkt ist somit ggf. eine völlig falsche Annahme.
Um in einem Mathekurs auf 0 Punkte zu kommen, muss man sich fast schon anstrengen, d.h. keine mündliche Mitarbeit, keine Hausaufgaben, keine sonstigen Leistungen im Unterricht. Die 0 Punkte in den Klausuren kämen dann noch dazu.
Reden wir von der Oberstufe, dann hätte man ja - hier z.B. für NRW - vier Teilleistungsbereiche, d.h. zwei Klausuren und zwei SoMi-Noten. Dann insgesamt auf 0 Punkte zu kommen dürfte eigentlich letztlich wenig überraschend für den Schüler sein, da der Lehrer bzw. der Stufenberater in solchen Fällen immer beraten und warnen.
Wer das dann ignoriert, darf gerne im Rechtsforum nachfragen und ggf. gegen die 0 Punkte Beschwerde einlegen oder gar klagen. An dem ursprünglichen Problem (mangelndes Arbeitsverhalten, fehlendes schulisches Engagement) dürfte das aber letztlich nichts ändern.
Beitrag von Anton Reiser » 29.01.17, 12:33
Roderik hat geschrieben: 0,66 = 1 Punkt ist somit ggf. eine völlig falsche Annahme.
Nein, in Bayern ist das möglich. Dann gilt bei der Festlegung der Note:
§ 29(1) Bewertung der Leistungen in den Jahrgangsstufen 11 und 12
Das Ergebnis wird gerundet; eine Aufrundung zur Endpunktzahl 1 ist nicht zulässig.5 § 28 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 4 gilt entsprechend.
http://www.gesetze-bayern.de/Content/Do ... eSupport=1
Hierzu kann nur der unterrichtende Lehrer Auskunft geben. Scheint mir allerdings reichlich spät für ein zielführendes Gespräch zu sein.
Gab es zuvor Mahnungen/Warnungen/Erinnerungen/sonstige schriftliche oder mündliche Hinweise?
Beitrag von Eierkopf » 02.02.17, 20:58
sofie99 hat geschrieben: mein Mathelehrer will mir 0 Punkte ins Halbjahreszeugnis geben.
Will der Mathematiklehrer oder unterliegt er einem Sachzwang?
Nach den Grundsätzen für die Notengebung ist eine Ermittlung der Note, wie schon dargestellt über arithmetische Mittel, z.B. in NRW, nicht erlaubt. Schade dass Sie über viele Jahre diesbezüglich nicht informiert wurden. Oder haben Sie es überhört?
Die Gewichtungen liegen in der Hand des Lehrers, sind allerdings zu begründen.
Andererseits, wie Sie, Sophie, dies "machen", haben Sie bei arithmetischer Mittelung den Wert 0,66 errechnet, der bei Berücksichtigung von zwei Leistungen aus Sonstige Mitarbeit bzw. zwei schriftlichen Leistungen und schließlich einer daraus zu ermittelnden Gesamtnote arithmetisch nicht möglich ist. Mittelbildung ist Gegenstand in Klasse 5/6, später mit geometrischem, harmonischem oder 50%-Wert, usw. auch in 7 bzw. 8/9.
Über Lücken möchte ich jedoch hier nicht spekulieren, insbesondere Ihre aktuellen.
Sprechen Sie mit Ihrem Mathematiklehrer, obwohl das schon sehr, sehr spät sein dürfte.
Beitrag von Anton Reiser » 03.02.17, 23:12
Eierkopf hat geschrieben: Andererseits, wie Sie, Sophie, dies "machen", haben Sie bei arithmetischer Mittelung den Wert 0,66 errechnet, der bei Berücksichtigung von zwei Leistungen aus Sonstige Mitarbeit bzw. zwei schriftlichen Leistungen und schließlich einer daraus zu ermittelnden Gesamtnote arithmetisch nicht möglich ist.
Die Unterstellung der rechnerischen Ermittlung des Notenwertes durch die Schülerin ist reine Spekulation, mindestens so wahrscheinlich ist die Annahme, dass genau dieser rechnerisch ermittelte Durchschnittswert Teil der Zeugnismitteilung ist oder vom Lehrer mitgeteilt wurde.
Der zweite Teil ist schlicht falsch: Selbstverständlich kann man aus den beiden Beurteilungsbereichen rechnerisch einen Durchschnittswert ermitteln. Das wird in Bayern auch so gemacht, aus zwei Durchschnittswerten für "Kleine Leistungsnachweise" (entspricht in etwa dem Bereich SoMi in NRW) und den "Großen Leistungsnachweisen" (u.a. Klausuren) wird ein weiterer Durchschnittswert ermittelt und zum Schluss gerundet.
Der Unterschied zu NRW besteht lediglich darin, dass hier eine "rein rechnerische Bildung der Kursabschlussnote" unzulässig ist:
APO- GOSt § 13 (Fn 17)
Grundsätze der Leistungsbewertung, Nachteilsausgleich
(1) [...] Die Kursabschlussnote wird gleichwertig aus den Endnoten beider Beurteilungsbereiche ["Klausuren" (§ 14), Beurteilungsbereich "Sonstige Mitarbeit" (§ 15)] gebildet. Eine rein rechnerische Bildung der Kursabschlussnote ist unzulässig, vielmehr ist die Gesamtentwicklung der Schülerin oder des Schülers im Kurshalbjahr zu berücksichtigen.
Beitrag von Eierkopf » 06.02.17, 23:27
Anton Reiser hat geschrieben: Die Unterstellung der rechnerischen Ermittlung des Notenwertes durch die Schülerin ist reine Spekulation, mindestens so wahrscheinlich ist die Annahme, dass genau dieser rechnerisch ermittelte Durchschnittswert Teil der Zeugnismitteilung ist oder vom Lehrer mitgeteilt wurde.
Zunächst ist dies keine Unterstellung, da weder der Lehrer noch sonst irgend jemand diesen Mittelwert hätte bestimmen können. Die Divisoren hätten eine 2-er Potenz sein müssen, keineswegs eine 3-er Potenz. Die Lehrer hätten in NRW, wie schon dargestellt, auch so nicht die Endnote bestimmen dürfen.
Der zweite Teil ist schlicht richtig! - siehe NRW - reden wir nicht von Trump-Country, oder spielt das bei Ihnen auch noch eine Rolle.
Danke Herr Reiser - informieren! In Mathematik haben Sie eine einen gewissen Nachholbedarf. Wie gesagt: Klassenstufe 6.
Mir ging es um die TE.
Beitrag von Anton Reiser » 07.02.17, 00:47
Eierkopf hat geschrieben: Der zweite Teil ist schlicht richtig! - siehe NRW - reden wir nicht von Trump-Country, oder spielt das bei Ihnen auch noch eine Rolle.
Jeder außer Ihnen wird sicherlich erkennen, dass man in NRW die Noten in der Oberstufe rein rechnerisch ermitteln könnte - deshalb ist genau das ja auch ausdrücklich durch Verordnung untersagt, also die rein rechnerische Ermittlung einer Gesamtnote aus SoMi und Klausuren. Ob Trump-Country sich an diese Regelungen von NRW halten wird, halte ich für eher unwahrscheinlich, Sie wissen schon, u.a. Protektionismus.... Ansonsten fällt mir zu dieser Einlassung nur ein: Dunkel ist der Worte Sinn.
Eierkopf hat geschrieben: Danke Herr Reiser - informieren!
Bitteschön, ich hoffe, Sie haben diese Infos jetzt auch wirklich verstanden. Ansonsten stehe ich -allerdings begrenzt - für eine individuelle Förderung Ihrer Verständnisdefizite zur Verfügung.
Eierkopf hat geschrieben: In Mathematik haben Sie eine einen gewissen Nachholbedarf.
Ein wunder Punkt, ich gebe es zerknirscht zu, das sagten meine damaligen Mathelehrer mitunter auch, was mich allerdings nicht davon abhielt, später als Lehrer Auszubildende insbesondere im Fach Mathematik zum erfolgreichen Abschluss zu verhelfen.
Ihr Problem scheint die fehlende Eindeutigkeit zu sein. Einerseits sagen Sie:
Mittelbildung ist Gegenstand in Klasse 5/6,
Wie gesagt: Klassenstufe 6
Soviel zum Thema "informieren" und Sie haben Probleme...
Zum Schluss: Es ist überhaupt nicht klar, um welches Bundesland es sich bei dieser Anfrage überhaupt handelt.
Beitrag von Townspector » 07.02.17, 07:38
Da die Mitarbeit der TE sich wohl dort wie hier gestaltet, erschließt sich die Notengebung durchaus...
Beitrag von Eierkopf » 07.02.17, 19:26
Anton Reiser hat geschrieben: Ihr Problem scheint die fehlende Eindeutigkeit zu sein. Einerseits sagen Sie:
Was in KlSt 5/6 zu behandeln ist, sollte dann wohl in KlSt 6 verfügbar sein? Kommt jetzt 6 nach 5 oder vor 5 oder nach Rio.
Mein NRW - Bezug dürfte durchaus erkennbar sein. Darzustellen, dass eine Mittelung in NRW möglich, aber gerade deshalb untersagt sei, verstehe ich nicht.
Ich habe halt nicht auf jede Frage eine Antwort.
Andere Kriterien sind maßgeblich.
Dies gilt auch in Bayern, siehe BSG Art52 (3), ....
In welchem Bundesland dürfen Notengebungen durch Mittelbildung erfolgen. Ich mache mir nicht die Mühe, eine Ausnahmeregelung zu finden.
Beitrag von Anton Reiser » 17.02.17, 01:33
Mittelbildung ist Gegenstand in Klasse 5/6
Wie gesagt: Klassenstufe 6.
Wenn Sie eines Tages in dieser Art und Weise Beratungsgespräche mit Schülern, Eltern oder Kollegen führen, sollten Sie sich auf lange und für alle Beteiligten anstrengende und letztlich fruchtlose Gespräche einstellen.
Mein NRW - Bezug dürfte durchaus erkennbar sein.
Das ist ja eines Ihrer Probleme, aus dieser Perspektive beurteilen Sie das geschilderte Problem der TE. Das stammt aber mit einiger Sicherheit eben nicht aus NRW.
Darzustellen, dass eine Mittelung in NRW möglich, aber gerade deshalb untersagt sei, verstehe ich nicht.
Hier kann ich allerdings Ihre Probleme überhaupt nicht nachvollziehen, was aber auch nicht so wichtig ist. In einem kann ich Ihnen nämlich zustimmen: Es geht um das Problem der TE.
Dann sollte man natürlich auch nicht so tun, als hätte man eine Antwort, die aber letztlich lediglich darin besteht, die angeblich fehlende Rechenkompetenz der TE anzuzweifeln.