Source: https://www.recht.de/phpbb/viewtopic.php?p=1543660
Timestamp: 2019-11-17 18:48:52
Document Index: 244705104

Matched Legal Cases: ['§ 142', '§ 142', '§ 17', '§ 17', '§ 142', '§ 142']

Katze angefahren. - Seite 5 - recht.de
Beiträge: 19511
Beitrag von Tastenspitz » 26.11.13, 12:54
Bananenfan hat geschrieben: Ich will gerne wissen, was passiert ist
Das dürfte nicht möglich sein, außer sie bringen der Katze das sprechen bei.
Bananenfan hat geschrieben: Was macht man mit so einem Tier, wenn man seiner gewahr wird ?
Wenn. Wenn, dann sorgt man dafür, dass das Tier versorgt wird. Tiernotruf gibts in größeren Städten. Auf dem Land könnte man den Tierarzt anrufen.
Sicher wird niemand die Häuser abklappern um den Besitzer zu finden. Stell ich mir auch gruselig vor. Da klingelt einer mit einer blutenden Katze in der Hand an der Tür und will wissen, wo die hingehört.
Wenn´s ganz blöd läuft, steht da BRIGG an der Tür und sagt: "Danke. Das ist meine Katze"
Bananenfan hat geschrieben: Es muß doch irgendeine gesetzliche Grundlage geben.
Beitrag von webelch » 26.11.13, 12:58
Tastenspitz hat geschrieben: Unterlassene Hilfeleistung
ach danke, das wusste ich gar nicht.
Beitrag von Redfox » 26.11.13, 13:33
Bananenfan hat geschrieben: In Bezug auf Klärung des Unfallherganges, Anzeigbarkeit von Entfernen vom Unfallort,... ist die Rechtslage für mich unklar.
Die Rechtslage ist klar. Man findet sie in § 142 StGB (Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort) --> http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__142.html
Da es ein Vorsatzdelikt ist, muss der Unfall bemerkt worden sein und ferner dem Unfallbeteiligten klar gewesen sein, dass es sich nicht um ein herrenloses wildes Tier handelt. Es gibt in Deutschland zahlreiche wildlebende, herrenlose Katzen.
Bei Hunden sähe dies anders aus.
Nach dem Sachverhalt ist nicht feststellbar, ob der § 142 hier verwirklicht sein könnte.
Auf § 17 TierSchG wurde schon hingewiesen --> http://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/__17.html
Eine Pflicht, den Eigentümer eines Tieres zu verständigen, kann ich nicht sehen.
Nach dem Sachverhalt ist nicht feststellbar, ob der § 17 TierSchg hier verwirklicht sein könnte.
Beitrag von Bananenfan » 26.11.13, 14:41
es greift also kein einziges Gesetz.
Wenn das Tier verletzt wird, dann erstmal irgendwo liegt, dann verwirrt umherläuft und vielleicht einen weiteren Unfall provoziert, sich dann vielleicht irgendwo verkriecht und noch jemanden angreift, der vielleicht gar nicht weiß, dass es in seiner Garage oder seinem Keller sitzt, hafte ich alleine.
Weil der Autofahrer nichts bemerkt hat oder nichts gemerkt haben will, und sonst auch keiner eine Notwendigkeit sah, das Tier entweder erschießen zu lassen, oder für ärztliche Versorgung zu sorgen. Es muß niemand. Ich kann nicht, weil ich nichts davon weiß.
Da es in Deutschland keine wildlebenden Hunde gibt, wäre noch die Frage, ob ein Unfall mit einem Hund, so der denn bemerkt würde, oder ein jedenfalls verletzter Hund anderes Handeln erfordern würde.
Meine Nachbarin fragte vorhin nochmal, ob ich nicht wisse, ob man irgendwas tun könne. Grundsätzlich ist sie ja selbst zuständig. Aber hier war es ja anders. Dabei war ich nicht. Ich weiß nicht, ob der Hund auf die Straße lief oder auf dem Gehweg überfahren wurde oder wie genau das war. Der Hund hatte jedenfalls einen gewissen Wert (kleiner Rassehund) und wurde ja totgefahren. Das Kennzeichen hat sie ja leider nicht. Aber könnte sie Anzeige erstatten oder ähnliches ? Ich weiß nicht, was für ein Auto das war. Kann man da irgendwas machen ?
Beitrag von Redfox » 26.11.13, 14:50
Bananenfan hat geschrieben: Aber könnte sie Anzeige erstatten oder ähnliches ?
Wer meint, ein bestimmter Vorgang sollte strafrechtlich überprüft werden, kann eine Strafanzeige erstatten.
"Eine Strafanzeige .... ist die Mitteilung eines Sachverhaltes an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden, der nach Auffassung des Mitteilenden einen Straftatbestand erfüllen könnte." --> http://de.wikipedia.org/wiki/Strafanzeige (Hervorhebung von mir).
Beitrag von Bananenfan » 26.11.13, 15:51
Ja, dann bleibt ihr das wohl überlassen, ob sie das will.
Beitrag von Bananenfan » 27.11.13, 02:26
Sorry, aber das muß ich jetzt noch loswerden.
Mal ehrlich, wer soll denn in Deutschland noch eine Katze aus einem Tierheim holen. Läuft sie vor ein Auto und ist nicht gleich tot oder so verletzt, dass man sie einschläfern muss, bleibt der Halter auf den Kosten sitzen. Dem unschuldigen KFZ-Führer ist eine Mitschuld ja nicht zuzumuten, und dem armen KFZ-Halter schon mal gar nicht, dass seine Versicherung wegen eines Unfalls mit einer Katze steigt. Es ist schließlich nur eine, unberechenbare, Katze.
Ist doch kein Wunder, dass die Tiere ins Tierheim gebracht werden, wo die Allgemeinheit dann für ihre Versorgung bezahlt.
Ich persönlich will eigentlich immer 2 Katzen haben, ich finde es zwar auch verabscheuungswürdig, wie sie jagen und dass sie zum Teil Vögel erbeuten, finde sie aber ansonsten recht angenehme Zeitgenossen und es ist nützlich, dass sie in der Scheune die Mäuse und Ratten fangen. Zumal ich mir erlauben kann, hier welche zu halten.
Aber da das Tier noch nicht selbständig fressen und trinken kann, wegen der Schwellungen im Gesicht, werden es schon für Not-OP und anschließende stationäre Unterbringung beim Tierarzt bestimmt 800 Euro. Dann kommt noch die Nachsorge ( Verbandswechsel, Bänderriss, und Dinge, die ich noch nicht abschätzen kann ).
Wenn man sich ein Tier anschafft, soll man für seine ärztliche Versorgung sorgen können, blah. Ja, ja, irgendwie werden wir das wohl machen.
Schön ist das alles nicht.
Beitrag von Bananenfan » 27.11.13, 03:02
Ganz ehrlich ? Ist ja niemand gezwungen, meine Beiträge zu lesen.
Meiner Meinung nach braucht eine Katze für ihr Wohlbefinden Freigang.
Ich mochte meine Katze lieber, bevor das passiert ist. Nicht wegen der Verletzungen, die werden heilen. Sondern weil ich alleingelassen werde mit der Last des Unfalls.
Beitrag von winterspaziergang » 27.11.13, 07:26
Bananenfan hat geschrieben: Ganz ehrlich ? Ist ja niemand gezwungen, meine Beiträge zu lesen.
Es gibt Krankenversicherungen für Tiere, die man in jungen Jahren der Katze/des Hundes abschließen kann. Diese dürften auch Unfallfolgen beinhalten und wenigstens den finanziellen Schaden gering halten.
Dass Menschen Tiere ins Tierheim bringen, weil die Gesetze unzureichend sind, halte ich für weit hergeholt. Wer Verantwortung (für ein Tier) übernehmen kann, der wird sicher nicht leichtfertig einen Hausgenossen abschieben.
Nicht rechtlich: Am Vogelfang der Katzen ist nichts "verabscheuungswürdig". Die Fleischberge im Supermarkt wachsen nicht auf Bäumen.
Einen gesunden Vogel erwischt eine Katze ohnehin selten. Und wenn: Es steht der Spezies Mensch nicht zu - speziell in Zeiten von Massentierhaltung, "Legebatterien" und Tiertransporten und dem bewussten Einkauf und Verzehr von solchem Billigfleisch von zuvor gequälten Hühnern, Rindern, Schweinen etc.- den Instinkt eines Tieres zu werten.
Beitrag von lerchenzunge » 27.11.13, 07:37
Bananenfan hat geschrieben: ich finde es zwar auch verabscheuungswürdig, wie sie jagen und dass sie zum Teil Vögel erbeuten
mir scheint, da liegt das Grundproblem: Du akzeptierst nicht die Normalität:
es ist absolut normal und nicht im Geringsten "verabscheuungswürdig", dass Katzen jagen und Vögel erbeuten
und es ist ebenfalls absolut normal und keine Aufregung wert, dass Freigängerkatzen im Strassenverkehr Unfälle erleiden und sterben
Sich über eines davon oder beides aufzuregen ist etwa so sinnvoll wie ein Lied gegen Schwerkraft...
Beitrag von Tastenspitz » 27.11.13, 07:59
Bananenfan hat geschrieben: Mal ehrlich, wer soll denn in Deutschland noch eine Katze aus einem Tierheim holen. Läuft sie vor ein Auto und ist nicht gleich tot oder so verletzt, dass man sie einschläfern muss, bleibt der Halter auf den Kosten sitzen.
Ja. Verantwortung ist halt nicht immer ohne Konsequenzen.
Bananenfan hat geschrieben: es greift also kein einziges Gesetz.
Beitrag von Pirate » 27.11.13, 10:04
Das Überfahren von Kleintieren (u.a. Katzen) ist kein Unfall iSd § 142 StGB, wie auch das Überfahren von Wild, das keine Schadenersatzansprüche des Jagdberechtigten auslöst. So sagt es Tröndle/Fischer (Rz. 11, letzter Satz). Insoweit sind die Spekuklationen darüber, ob der Kfz-Fahrer den Unfall bemerkt hat oder nicht, gegenstandslos.
Zum TierSchG: Ob unter "Wer einem Wirbeltier ... zufügt" Fälle zu verstehen sind, bei denen sich das Tier letztlich selbst verletzt, weiß ich nicht. Wenn bei der Fahrerflucht solche Fälle schon nicht als Unfall gelten, hätte ich da meine Zweifel.
Beitrag von Redfox » 27.11.13, 10:17
Pirate hat geschrieben: Das Überfahren von Kleintieren (u.a. Katzen) ist kein Unfall iSd § 142 StGB, wie auch das Überfahren von Wild, das keine Schadenersatzansprüche des Jagdberechtigten auslöst. So sagt es Tröndle/Fischer (Rz. 11, letzter Satz).
Ist das Literaturmeinung oder Rechtsprechung. Und bezieht sich die Aussage auf herrenlose Katzen (die ja kein Wild sind), oder generell auf alle Katzen?
Einen Katzenthread hatten wir hier schon mal, auch bzgl. der unerlaubten Entfernens --> http://www.recht.de/phpbb/viewtopic.php?f=48&t=213475
Beitrag von Bananenfan » 27.11.13, 10:27
was meinst du mit dem Augenrollen
ist doch letztlich nur Selbstschutz
Ich bin einfach frustriert, dass meine Katze letztlich als wertlos angesehen wird und dass es nur darum geht, ob ein Auto Schaden genommen hat
dann wäre es nämlich gesichert ein Unfall
ob Krankenversicherungen für Tiere im Fall des Falles wirklich auch ein solches Ereignis abdecken, ist für mich fragwürdig
Beitrag von Bananenfan » 27.11.13, 10:30
es hat für mich immer noch den Anschein, dass es nicht klar ist, was jetzt in Bezug auf einen Unfall mit einer Katze eigentlich Sache ist
außer dass es scheinbar nicht strafbar ist, ob man es mitkriegt oder nicht, einfach weiterzufahren, egal was mit dem Tier ist, und man für nichts zur Verantwortung gezogen werden kann
was zählt, ist nur das Auto
und wer ist da schon so blöd und holt sich nochmal eine Katze ? Sorry wenn das jetzt so depressiv rüberkommt