Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Hessen&Datum=17.08.2017&Aktenzeichen=4%20C%202760/16
Timestamp: 2019-11-15 07:12:18
Document Index: 106645348

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 4', '§ 47', '§ 1', '§ 4', '§ 47']

VGH Hessen, 17.08.2017 - 4 C 2760/16.N - dejure.org
VGH Hessen, 17.08.2017 - 4 C 2760/16.N
https://dejure.org/2017,38576
VGH Hessen, 17.08.2017 - 4 C 2760/16.N (https://dejure.org/2017,38576)
VGH Hessen, Entscheidung vom 17.08.2017 - 4 C 2760/16.N (https://dejure.org/2017,38576)
VGH Hessen, Entscheidung vom 17. August 2017 - 4 C 2760/16.N (https://dejure.org/2017,38576)
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§ 1 Abs 7 BauGB, § 4 BauNVO, § 47 VwGO
Baurecht - Überprüfung des Bebauungsplans Nr. 84/3 - "Wohngebiet Steinkaute, An der B 42, 3. Änderung" der Stadt Rüsselsheim
BauGB § 1 Abs. 7; BauNVO § 4; VwGO § 47
200 zusätzliche Fahrzeugbewegungen sind nicht abwägungsbeachtlich!
Nachbar muss 200 zusätzliche Fahrzeugbewegungen hinnehmen! (IBR 2018, 101)
NVwZ-RR 2018, 99
Denn nach der ständigen Rechtsprechung der Senate des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs (vgl. Urteil vom 17. August 2017 - 4 C 2760/16.N - , juris Rdnr. 24 m. w. N.) für die Ermittlung des planbedingten Mehrverkehrs verwendeten Berechnungsmethode gelangt man bei 50 Wohneinheiten sogar noch zu einem geringerem zusätzlichen Verkehrsaufkommen von 288 Kfz-Fahrten pro Normalwerktag.
Der erkennende Senat (Urteil vom 17. August 2017 a.a.O.) addiert dazu einen motorisierten Besucher- und Güterverkehr von 2 Fahrten pro WE/Tag (50 x 1, 5 x 2, 5 +50 x 2 =287,5).
Demzufolge ist es ausreichend aber auch erforderlich, dass ein Antragsteller hinreichend substantiiert Tatsachen vorträgt, die es zumindest als möglich erscheinen lassen, dass er durch den angegriffenen Bebauungsplan in einem subjektiven Recht verletzt wird (vgl. BVerwG, Urteil vom 24. September 1998 - 4 CN 2.98 -, BVerwGE 107, 215; Urteil vom 17. Mai 2000 - 6 CN 3.99 -, juris, und Urteil vom 30. April 2004 - 4 CN 1.03 -, NVwZ 2004, 1120; Beschluss des Senats vom 18. August 2017 - 4 C 2760/16.N -, DWW 2017, 386 = ZfBR 2018, 77 = BauR 2018, 84).
Nicht abwägungsbeachtlich sind danach durch die Planung lediglich geringwertig betroffene oder mit einem Makel behaftete Interessen sowie solche, auf deren Fortbestand kein schutzwürdiges Vertrauen besteht oder die für die Gemeinde bei der Entscheidung über den Plan nicht erkennbar waren (BVerwG, Beschluss vom 17. Dezember 2012 - 4 BN 19.12 -, BauR 2013, 753; Beschluss vom 02.03.2015 - 4 BN 30.14 -, ZfBR 2015, 380; ständige Rechtsprechung des Senats: vgl. Urteil vom 18. August 2017 - 4 C 2760/16.N -, juris).
Insoweit beruhen die Annahmen der Verkehrsuntersuchung auf den anerkannten Werken von Bosserhoff und sind im Ergebnis, auch wenn bestimmte Annahmen oder Rechenwege hier geringfügiger Korrekturen bedürfen sollten, wohl nicht zu beanstanden (vgl. HessVGH, U.v. 17.8.2017 - 4 C 2760/16.N - juris Rn. 29 sowie U.v. 8.5.2018 - 4 C 1041/16 - juris Rn. 73 ff.;… VGH BW, U.v. 3.3.2015 - 5 S 1591/13 - BauR 2015, 1273 = juris Rn. 52 ff. zu verkehrlichen Auswirkungen von Einzelhandelsbetrieben;… BayVGH, U.v. 28.4.2017 - 9 N 14.404 - juris Rn. 80;… BayVGH, U.v. 27.4.2016 - 9 N 13.1408 - juris Rn. 39).
Im Übrigen nimmt der Gutachter die Abschätzung des Mehrverkehrs nach den Vorgaben in den "Hinweisen zur Schätzung des Verkehrsaufkommens von Gebietstypen" der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen - Arbeitsgruppe Verkehrsplanung -, Ausgabe 2006" (im Folgenden: FGSV-Hinweise) vor, die nach wie vor den aktuellen Stand der Verkehrswissenschaft wiedergeben und vom Senat anerkannt sind (vgl. bspw. Urteil vom 17. August 2017 - 4 C 2760/16.N . -, juris Rdnr. 29 ).
Das belegt ein Vergleich mit dem in der Rechtsprechung vertretenen Rechenmodell (vgl. VGH Kassel, Urt. v. 17.08.2017, 4 C 2760/16.N, BauR 2018, 85 [bei Juris Rn. 24,.];… VGH München, Urt. v. 16.05.2017, 15 N 15.1485, Juris [Rn. 23], jew. m. w. N.;… BVerwG. Beschl v. 24.08.2017, 4 BN 35.17, Juris [Rn. 6]), wonach der planbedingte Mehrverkehr eines Wohngebiets (einschließlich Besucherverkehr) mit 5, 75 Fahrzeugbewegungen je Wohneinheit anzusetzen ist, was hier eine zusätzliche Verkehrsmenge von (155*5,75=) 891, 25 - gegenüber 930 (s.o.) - ergäbe.