Source: http://m.guterrat.de/aenderungen2018
Timestamp: 2018-04-22 04:51:43
Document Index: 224224753

Matched Legal Cases: ['§ 33', '§ 33', '§ 32', '§ 3', '§ 34', '§ 22']

Rente, Steuern, Recht: Was sich 2018 ändert | Guter Rat
Welche politischen Neuerungen uns das Jahr 2018 bringt, muss sich noch zeigen – doch einige Veränderungen rund um Steuern, Recht, Rente, Versicherungen, Medizin und Technik sind schon in Stein gemeißelt. Wir zeigen die wichtigsten.
2018 fällt der Rentenfreibetrag auf 24%. Neurentner geraten damit schneller ins Visier des Fiskus
Bio-Reparatur: Wird ein Beinbruch mit Schrauben aus Knochen fixiert, entfällt die zweite OP – die Schraube löst sich auf
Auf eigene Faust: Mehr Schutz für selbstgestrickte Reisepakete
Zuschläge: Nicht jede Kasse erhebt 1 Prozent, hier lohnt sich ein Vergleich
Dass der Reichstag derzeit weit­gehend stillgelegt ist, heißt nicht, dass sich für die Bürger nichts mehr ändert. Der Trend, dass sich der Staat in immer mehr Bereiche einmischt, setzt sich auch im kommenden Jahr fort. Im Steuerbereich zum Beispiel. Wer Angehörige pflegt oder unterstützt, wird ab 2018 vom Finanzamt stärker belohnt. Das Betriebsrenten­tärkungsgesetz macht die private Altersvorsorge attraktiver. Dafür werden die Rentner steuerlich immer mehr ge­gängelt. Der nächste Rentenjahrgang muss bereits 74 Prozent seiner Einkünfte ­versteuern, da bleibt von der drei­prozentigen Rentenerhöhung im kommenden Jahr nicht viel übrig.
Umso wichtiger, dass Sie Bescheid wissen. Wie Sie die Geschenke des Staats optimal nutzen. Und wie Sie sich Ihre Unabhängigkeit so gut wie möglich erhalten. Unsere Jahresvorschau soll Ihnen dabei helfen.
Steuern & Geld: Bei Kindern ist der Fiskus großzügig
1. Wenn Sie Ihr Kind noch unterstützen
Eltern, die ihren erwachsenen Kindern finanziell unter die Arme greifen, dürfen 2018 dafür bis zu 9000 Euro (bisher 8820 Euro) als außergewöhnliche Belastung geltend machen (§ 33a Abs. 1 EStG). Voraussetzung ist dabei, dass sie kein Kindergeld für die Kinder mehr erhalten. Wenn sie für die Kinder zusätzlich auch die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge übernehmen, erhöht sich der Höchstbetrag um diese Zahlungen. Hat das Kind eigene Einkünfte von mehr als 624 Euro, verringert sich der abziehbare Höchstbetrag um diese Einkünfte.
2. Leben im Pflegeheim
Wenn Sie 2018 wegen Behinderung, Krankheit oder Pflegebedürftigkeit im Heim leben, dürfen Sie die Kosten für die Unterbringung als außergewöhnliche Belastung nach § 33 Abs. 1 EStG abziehen.
Die Ausgaben werden jedoch nicht nur um die zumutbare Eigenbelastung gemindert, sondern auch noch um eine Haushaltsersparnis von maximal 9 000 Euro (bisher 8820 Euro), wenn Sie wegen des Heimaufenthalts ihre Wohnung aufgegeben.
3. Mehr Kindergeld für Eltern
2018 steigt das monatliche Kindergeld geringfügig. Kindergeld erhalten Eltern, deren Kinder das 25. Lebensjahr nicht vollendet haben und die entweder noch studieren oder sich noch in Ausbildung befinden.
4. Höherer Kinderfrei­betrag
2018 steigt auch der Kinderfreibetrag (§ 32 Abs. 6 EStG), den jeder Elternteil erhält:
5. Direktversicherung
Bei Direktversicherungen gelten ab 2018 neue steuerliche Vorgaben. Der steuerfreie Höchstbetrag für Beitragszahlungen steigt von bislang vier auf acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der Rentenversicherung West. Bezogen auf die anfallenden Sozialversicherungsbeiträge gilt jedoch auch künftig die Obergrenze von vier Prozent der Beitrags­bemessungsgrenze. Für Beitragszahlungen bis zu dieser Grenze fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an.
6. Abfindungen
Bislang müssen Sie Abfindungen, die Ihnen Ihr Arbeitgeber zahlt, wenn Sie Ihren Job verlieren, prinzipiell wie Lohn versteuern. Ab 2018 können Sie einen Großteil einer Abfindung steuerfrei in eine Pensionskasse, einen Pensionsfonds oder eine Direktversicherung zahlen. Als Obergrenze dafür gelten vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze West multipliziert mit der Anzahl der Jahre Ihrer Betriebszuge­hörigkeit (maximal zehn Kalenderjahre (§ 3 Nr. 63 Satz 3 EStG 2018).
Beispiel: Ein Arbeitnehmer erhält 2018 eine Abfindung von 78 000 Euro für 20 Jahre Betriebszugehörigkeit. Davon darf er maximal 31 200 Euro steuerfrei in eine Direktversicherung, Pensionskasse odereinen Pensionsfonds einzahlen: Vier Prozent (3 120 Euro) mal zehn (Jahre).
7. Riester-Zulagen
Um Riester-Verträge für Geringverdiener attraktiver zu machen, wurde die bisherige Grundzulage von 154 Euro ab 2018 auf 175 Euro erhöht. Die Kinderzulagen bleiben 2018 unverändert und betragen je Kind 185 Euro sowie 300 Euro für ab dem 1.1.2008 geborene Kinder. Die erhöhte Grundzulage gilt nicht nur für ab 2018 abgeschlossene, neue Riester-Verträge, sondern auch für alle bereits bestehenden Riester-Policen.
8. Riester-Eigenbetrag
Durch die Erhöhung der Grundzulage sollten Riester-Sparer 2018 prüfen, ob sie ihren Eigenbetrag reduzieren können. Wer seinen Höchstbetrag (vier Prozent des Vorjahreseinkommens) bislang ausgeschöpft hat, muss ab 2018 weniger zahlen.
Beispiel: Eine verheiratete, rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmerin mit zwei Kindern (nach 2008 geboren), die 2017 ein Bruttogehalt von 40 000 Euro erhielt, muss 825 in ihren Riester-Vertrag zahlen, um die vollen Zulagen zu bekommen.
9. Kindergeldantrag
Bisher konnten Eltern für ihre Kinder rückwirkend für die vergangenen vier Jahre bei der Familienkasse Kindergeld beantragen. Für Anträge, die nach dem 31. Dezember 2017 bei der Familienkasse eingehen, ist damit jedoch Schluss. Ein Kindergeldantrag kann ab 2018 nur noch für sechs Monate rückwirkend gestellt werden.
10. Geringfügige Renten
Ab 2018 sind Abfindungen von sogenannten Kleinbetragsrenten aus Riester-Verträgen, also die Auszahlung des angesammelten Kapitals auf einen Schlag, nach der so genannten Fünftelmethode gemäß § 34 EStG steuerlich begünstigt (§ 22 Nr. 5 Satz 13 EStG). Von einer Kleinbetragsrente spricht man dann, wenn die monatliche Rente nicht höher als 29,75 Euro bzw. 26,60 Euro (West / Ost) ist. Bislang mussten solche Einmalzahlungen voll versteuert werden. Die ermäßigte Besteuerung nach der Fünftelmethode war nicht möglich.
11. Altersentlastungsbetrag sinkt
Wenn Sie 2017 Ihren 64. Geburtstag gefeiert haben, steht Ihnen ab 2018 für Arbeitslohn, Mieterträge und Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit steuerlich ein Altersentlastungsbetrag zu. Der beträgt dann zeitlebens 19,2 Prozent dieser Einkünfte, maximal jedoch 912 Euro pro Jahr. Wenn Sie 2017 beispielsweise 64 Jahre alt geworden sind und 2018 als Angestellter Einkünfte von 40 000 Euro hatten, besteuert das Finanzamt davon nach Abzug des Altersentlastungsbetrags lediglich 39 088 Euro.
12. Verwirrung um Abgabefristen ab 2018
Wenn Sie eine Einkommensteuererklärung abgeben müssen und die nicht von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein erstellen lassen, müssen Sie Ihre Erklärung bis 31. Juli des Folgejahrs (bisher 31. Mai) beim Finanzamt abgeben. Hier gibt es immer wieder Missverständnisse. Denn diese Regelung greift zwar erstmals für das Steuerjahr 2018, wirkt sich aber erst 2019 aus. Das bedeutet, dass die Steuererklärung für das Jahr 2018 spätestens am 31. Juli 2019 im Briefkasten des Finanzamtes landen muss.
13. Rentenfreibetrag sinkt
Rentner, die 2018 in Altersrente gehen, müssen 76 Prozent von ihrer Bruttorente versteuern. Den Rentenfreibetrag von 24 Prozent, der ihnen dann steuerlich jedes Jahr ein Leben lang von seiner Rente abgezogen wird, ermittelt das Finanzamt jedoch erst 2019, wenn der Rentner erstmals für zwölf Monate eine volle Rente ausgezahlt bekommt. Beispiel: Herr W. bekommt ab 1. Mai 2018 eine gesetzliche Altersrente von 1 000 Euro pro Monat, macht 8000 Euro für den Rest des Jahres. 2019 steigt sie auf monatlich 1 100 Euro. Im Jahr 2020 wird sie auf monatlich 1 150 Euro erhöht. Für 2018 rechnet das Finanzamt so: 1 920 Euro (24 Prozent von 8 000 Euro) im Jahr sind steuerfrei. Hinzu kommen 102 Euro Werbungskostenpauschale. Für 2018 muss Herr W. also 5978 Euro versteuern. 2019 berechnet das Finanzamt dann erstmals seinen tatsächlichen Rentenfreibetrag, der für ihn ein Leben lang unverändert bleibt. Das sind 3 168 Euro (24 Prozent
von 13 200 Euro Jahresrente). Steuermindernd wirkt weiterhin auch die Werbungskostenpauschale von 102 Euro. Das bedeutet, Herr W. muss 2019 von den 13 200 Euro Jahresrente 9 930 Euro versteuern. 2020 steigt seine Jahresrente auf 13 800 Euro. Trotzdem gilt der Rentenfreibetrag von 3168 Euro aus dem Jahr 2019 weiter. Auch die 102 Euro-Werbungskostenpauschale bleibt unverändert. Für 2020 muss er also 10 530 Euro versteuern.
14. Smartphone voll von der Steuer absetzen
Wenn ein Arbeitnehmer 2018 ein Smartphone kauft, das er beruflich nutzt, kann er die Anschaffungskosten steuerlich auf einen Schlag geltend machen, wenn der Kaufpreis dafür nicht mehr als netto 800 Euro beträgt (bisher 410 Euro). Ist der Kaufpreis höher, muss er die Anschaffungskosten steuerlich über mehrere Jahre verteilen. Beispiel: Im Januar 2018 kaufen Sie aus beruflichen Gründen ein Smartphone, das brutto 952 Euro kostet. In dem Fall können Sie die Anschaffungskosten von netto 800 Euro, also ohne Mehrwertsteuer, dem Finanzamt für 2018 in voller Höhe präsentieren. Diese Regelung gilt auch für andere Arbeitsmittel, wie zum Beispiel ein Bürostuhl oder Drucker.
15. Steuerklassen für Ehegatten
Partner, die 2018 heiraten, werden vom Finanzamt automatisch in die Steuerklasse IV eingeordnet, selbst wenn ein Ehegatte keinen Arbeitslohn bezieht. Die steuerlich günstigere Kombination der Steuerklasse III für den Verdiener und der Lohnsteuerklasse V für den Ehegatten ohne Lohneinkünfte muss künftig einvernehmlich beantragt werden.
16. Grundfreibetrag steigt
2018 Der Grundfreibetrag steigt 2018 von bisher 8820 Euro auf 9 000 Euro. Für zusammenveranlagte Ehegatten/Lebenspartner beträgt er dann 18 000 Euro. Bei einem zu versteuernden Einkommen bis zum Grundfreibetrag werden vom Fiskus keine Steuern festgesetzt.
Geld & Co.: Kartenzahlung kostet nichts
Ab 13. Januar 2018 dürfen Händler für Kartenzahlungen mit Mastercard und Visa oder auch für Girokarten keine zusätzlichen Gebühren verlangen. Das gilt auch für Überweisungen und Lastschriften. Damit entfällt der sogenannte surgcharge (Aufschlag), der bislang vor allem bei Einkäufen im Internet für Ärger gesorgt hatte.
Bislang haften Verbraucher bei einem Missbrauch ihrer Bank- oder Kreditkarte oder ihrer PIN/TAN beim Online Banking für Schäden mit bis zu 150 Euro, solange die Karte oder das Konto nicht gesperrt wurden. Ab 2018 sinkt die Haftungsgrenze auf 50 Euro. Bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz haften Kunden weiter unbeschränkt.
Versicherung & Rente: Beitrag runter, Leistungen rauf
17. Zusatzbeitrag
Gesundheitsminister Gröhe hat den Zusatzbeitrag für 2018 auf 1,0 Prozent festgelegt. Damit sinkt der Beitrag für die meisten gesetzlich Krankenversicherten um 0,1 Prozent von 15,7 auf 15,6 Prozent. Gut wirtschaftende Kassen können auch darunter liegen, Kassen mit Mehrausgaben darüber. Wie hoch für jede einzelne Kasse der Beitragssatz 2018 sein wird, kann man hier nachlesen. Erhöht eine Kasse ihren Beitragssatz, haben die Mitglieder ein Sonderkündigungsrecht.
18. Mutterschutz
Ab Januar gilt der Mutterschutz auch für Schülerinnen, Studentinnen und Praktikantinnen. Andererseits wird er flexibler gehandhabt. So können Studentinnen für verpflichtende Veranstaltungen, Prüfungen und Praktika Ausnahmen beantragen. Außerdem wurde das Nachtarbeitsverbot für Schwangere gelockert, die hier weiter arbeiten wollen.
19. Gesundheitskarte
Wer will, kann Notfalldaten und Medikationspläne auf seiner Karte speichern lassen. Die Stammdaten, die für die Abrechnung von Leistungen wichtig sind, können per Karte online übermittelt werden. Ärzte und Kliniken brauchen dafür neue Lesegeräte.
20. Für Pflegebedürftige
Ab 1. Juli 2018 haben gesetzlich krankenversicherte Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen einen verbindlichen Rechtsanspruch auf zusätzliche zahnärztliche Vorsorgemaßnahmen. Dazu gehören die Erhebung des Mundgesundheitsstatus, die Erstellung eines Plans zur individuellen Mund- und Prothesenpflege, die Aufklärung darüber, wie wichtig Mundhygiene ist und Maßnahmen zu Entfernung harter Zahnbeläge.
21. Heilmittel
Mit einer ärztlichen Verordnung kann eine Ernährungstherapie auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch genommen werden. Diese Behandlung soll bei seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankungen Fehlernährung, Mangelversorgung und Stoffwechsel­entgleisungen abmildern oder sogar verhindern.
22. Rente
Die Renten in Ost und West werden in sieben Schritten angeglichen. Der Rentenwert Ost wird ab 1. Juli 2018 auf 95,8 Prozent des Westwertes angehoben, danach jährlich um 0,7
Prozent. Zum 1. Juli 2024 beträgt der Rentenwert Ost 100 Pozent des Rentenwertes West.
Recht & Gesetz: Enttäuschung beim Unterhalt
23. Bauverträge
Ab Januar gilt das neue Bauvertragsrecht, mit dem vor allem private Bauherren besser gestellt werden. Die Unternehmer sind nun verpflichtet, eine Leistungsbeschreibung auszuhändigen und einen festen Fertigstellungstermin zu nennen. Der Bauvertrag mit Verbrauchern wird mit einem 14-tägigen Widerrufsrecht versehen; Vertragsanpassungen aufgrund von Änderungswünschen während der Bauphase werden erleichtert.
24. Unterhalt
Die neue Düsseldorfer Tabelle für 2018 führt zu einer geringfügigen Erhöhung des Mindestunterhalts: Der Satz steigt Kinder bis zum 5. Lebensjahr um 6 Euro auf 348 Euro, für Kinder zwischen dem 6. und 11. Lebensjahr um 6 auf 399 Euro und für Kinder zwischen dem 12. und dem 17. Lebensjahr auf 467 statt 460 Euro. Der Unterhalt für volljährige Kinder bleibt unverändert. Die neue Tabelle erntet aber auch Kritik: Durch eine Veränderung der Einkommensklassen – die unterste beginnt nun bei 1 900 statt bisher 1 500 Euro – kann der tatsächliche Unterhaltsbetrag geringer ausfallen als bisher. Soweit die Differenz weniger als 5 Prozent ausmacht, bleibt es aber beim alten Betrag.
25. Reise
Zum 1. Juli tritt die nationale Umsetzung der EU-Pauschalreiserichtline in Kraft – mit durchwachsenem Ergebnis für Verbraucher. Positiv zu vermelden ist, dass Reiseportale, die neben dem Flug noch weitere Leistungen wie Hotel oder Mietwagen verkaufen, sich wie Reiseveranstalter in der Verantwortung befinden. Ebenfalls gut ist, dass die Reklamationsfrist für Reisemängel dann nicht mehr nur einen Monat beträgt; künftig können Reklamationen innerhalb von zwei Jahren geltend gemacht werden. Weniger schön ist, dass die Veranstalter nach der Buchung nun begründete Preisaufschläge von bis zu acht Prozent geltend machen können; bisher war das Nachverlangen auf fünf Prozent gedeckelt. Ebenfalls negativ, dass Tagesreisen unter 500 Euro nicht mehr unter die Regeln des Reiserechts fallen; damit entfällt für Veranstalter die Pflicht, Ausflügler in jedem Fall wieder nach Hause zu bringen.
26. Datenschutz
Mit der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung gibt es ab 25. Mai erweiterte Sanktionsmöglichkeiten, wenn internationale Konzerne wie z.B. Google oder Facebook gegen EU-Recht verstoßen.
27. Winterreifenpflicht
Ab Januar 2018 hergestellte Winterreifen gelten nur dann als solche, wenn sie auf der Reifenflanke ein Schneeflockensymbol aufweisen. Dies sollte beim Neukauf künftig beachtet werden: Reifen mit der M+S-Kennzeichnung dürfen nur bis September 2024 als Winterreifen gefahren werden.
28. Fahrerlaubnis
Die ab 19.1.2013 ausgestellten Führerscheine der Klassen C1 und C1E (Busse/Gespanne), wurden zwischenzeitlich rückwirkend auf fünf Jahre befristet. Ohne eine erneute Augen- und Gesundheitsprüfung werden sie am 19.1.2018 ungültig.
29. Tachobetrug
Bis Mai 2018 muss eine EU-Richtlinie zur Verkehrssicherheit umgesetzt werden, die u.a. Maßnahmen gegen Tachobetrug vorsieht. Geplant ist, die Tachostände bei TÜV-Terminen zu erfassen und im Netz zu veröffentlichen.
Gesundheit: Zahnprothese aus dem Drucker
30. Gedruckte Implantate und Prothesen
3D-Drucker in der Medizin boomen: Schon heute kommen Modelle zur OP-Vorbereitung, als Gefäßstützen (Stents), Hörgeräte sowie Prothesen aller Art aus dem Drucker; auch Zahnkronen, Komplettprothesen und wohl bald auch Zahnspangen werden passgenau gedruckt. Vor allem beim Einsatz von Kunstgelenken (Hüfte, Knie) ist der 3D-Drucker auf dem Vormarsch und sorgt für individuellen, passgenauen Gelenkersatz. Mithilfe von CT-Aufnahmen werden dafür dreidimensionale Gelenkmodelle am Computer erstellt. Aus diesen Daten wird mit dem 3D-Drucker eine Schablone erstellt, die als Gussform für das Kunstgelenk dient. Gedruckt wird mit Materialien wie Titan, Keramik oder Kunststoff.
31. Neue Krebsmedikamente
Mehrere neue Medikamente gegen Krebs stehen vor der Zulassung. Eines davon ist z.B. das Enzym-Präparat »Eryaspase«. Es ist im Zulassungsverfahren zur Therapie der lymphatischen Leukämie (Blutkrebs) und wird derzeit auch bei Bauchspeicheldrüsenkrebs getestet. Krebszellen wird durch das Mittel ein wichtiger Eiweißstoff entzogen, den sie zum Wachsen brauchen. Neu: Mit dem Immuntherapeutikum Pembrolizumab (»Keytruda«) könnte ein Mittel verfügbar werden, das bei allen Krebsarten wirksam ist. Voraussetzung ist, dass die Krebszellen einen bestimmten Gendefekt (MSI-H) aufweisen. In den USA ist Keytruda bereits zugelassen und wird zur Therapie von metastasiertem schwarzem Hautkrebs oder einer bestimmten Form von Lungenkrebs eingesetzt.
32. Neue Antibiotika
Multiresistente Bakterien stellen Ärzte, Patienten und Kliniken vor riesige Probleme. Neue Antibiotika versprechen Hilfe und stehen vor der Zulassung. Einige Beispiele: Lefamulin aus der neuen Wirkstoffklasse der Pleuromutiline soll Lungenentzündung, schwere Haut-Infektionen, Knochen-und Gelenkentzündungen und bestimmte multiresistente Erreger bekämpfen. »MRX-I« bekämpft MRSA und multiresistente Enterokoken (Darmkeime). Peptid-Antibiotika sind eine neue Gruppe antimikrobieller Substanzen, die auch Pilze und multiresistente Keime wie Pseudomonas aeruginosa bekämpfen und zudem immunmodulierend wirken. Zu diesen Wirkstoffen zählen z.B. »Clavanin-MO« und »Teixobactin«.
33. Knochenbruch-Bioreparatur
Gebrochene Arm-, Fuß- oder Beinknochen wurden bisher meist mithilfe von Metallschrauben, -nägeln und -platten fixiert und stabilisiert, bis sich an der Bruchsteller wieder neuer körpereigener Knochen gebildet hat. Diese Aufgabe können künftig Schrauben aus Knochen erledigen: Die »Shark Screw« des österreichischen Unternehmens Surgebright besteht aus aus einem schraubenförmigen Gerüst aus sterilisiertem gemachten Spenderknochen, der die Bruchstellen miteinander verbindet. Körpereigene Knochenzellen wachsen an der Schraube an und bilden ein stabiles Knochenpflaster. Im Gegensatz zu Metallschrauben muss die Knochenschraube nicht in einer OP entfernt werden: Der Fremdknochen wird abgebaut, der körpereigene bleibt. Die »Shark Screw« ist bereits in Österreich und der Schweiz zugelassen; für Deutschland ist mit der Zulassung in 2018 zu rechnen.
Technik: E-Bike, Digitalradio und -TV immer besser
34. E-Bike
Neue Motoren, bessere Bremsen und schlanke Akkus sorgen für mehr Fahrspaß. So wird der Active-Line-Antrieb von Bosch kleiner, leichter und leiser, hat einen Drehmoment von 40 Newtonmeter bei nur 2,9 Kilogramm. Ohne Motoreinsatz soll man keinen Tretwiderstand mehr spüren und das Pedelec wie ein normales Fahrrad bewegen können. Mit dem intelligenten eBike ABS bringt Bosch im Herbst das erste serienreife Antiblockiersystem für Pedelecs auf den Markt. Eine neue Optik bietet PowerTube 500. Der Akkupack lässt sich vollständig in den Rahmen integrieren.
35. Fußball
Alle 64 Spiele der WM 2018 sollen laut FIFA auch in 4K/Ultra HD mit 60 Vollbildern pro Sekunde und erweiterten Dynamik-umfang HDR aufgezeichnet werden. Wo es die tollen
Bilder zu sehen gibt, steht allerdings noch nicht fest.
36. Radio
Der digitale Übertragungsstandard DAB+ ist auf dem Vormarsch. Mitte des Jahres soll eine zweite Senderkette (Mux) an den Start gehen, mit 18 Programmen die dann bundesweit auf einer einheitlichen Frequenz und anders als bei UKW ohne Knistern und Rauschen empfangbar sind. Aktuell gibt es einen Bundesmux mit zwölf Programmen, darunter Deutschlandfunk, Energy und Klassik Radio und dazu je nach Bundesland bis zu 30 Landes- und Regionalprogramme auf diversen Frequenzen. Auch hier geht der Ausbau weiter (siehe Karte).
37. DVB-T2 HD
Im Verlaufe des Jahres nimmt das neue digitale Antennenfernsehen an 31 weiteren Standorten seinen Betrieb auf. Die Zuschauer kommen in den Genuss einer besseren Bildqualität mit bis zu 1920 x 1080 Bildpunkten Auflösung und einer größeren Vielfalt mit mindestens 20 Programmen (Standorte 22 - 42 in der Karte) oder knapp 40 Programmen (12-21) darunter kostenpflichtige Private.
Handy-Trends: Rasend schnell ins Internet
LTE Bündelung mehrerer Frequenzen erlaubt Handys eine Internetgeschwindkeit wie am Glasfaserkabel, kurz Gigabit-LTE genannt. Mit dem Huawei Mate 10 Pro gibt es bereits ein passendes Smartphone: Es erreicht bis zu 1 200 Megabit je Sekunde (LTE Cat. 18). Telekom und Vodafone haben erste Gigabit-Basisstationen in Betrieb.
E-SIM Künftige Handys werden keinen Einschub für eine SIM-Karte mehr haben, sondern eine fest eingebaute sogenannte eSIM. Dort wird die Rufnummer codiert und bei Vertragswechsel per Software geändert. Als Übergang gibt es die ersten Handys für beide Verfahren. Vorreiter sind das iPad von Apple und das Handy Google Pixel 2.
Riesenfotos zum Aufhängen im Wohnzimmer sind im Kommen – dank besserer Handykameras. Guter Rat hat sieben bezahlbare Anbieter verglichen