Source: https://www.hensche.de/urteile-und-kommentare-zum-thema-mindestlohn.html
Timestamp: 2019-02-20 09:20:12
Document Index: 78698312

Matched Legal Cases: ['§ 288', 'EuG', '§ 3', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 1', 'EuG', 'EuG', '§ 138']

Urteile und Kommentare: Mindestlohn - HENSCHE Arbeitsrecht
Ur­tei­le und Kom­men­ta­re: Min­dest­lohn
Ur­teil­s­an­mer­kun­gen zum The­ma Min­dest­lohn von 2004 bis heu­te: Hen­sche Rechts­an­wäl­te, Kanz­lei für Ar­beits­recht
Un­ser Rechts­an­walts­team kom­men­tiert seit 2001 lau­fend ak­tu­el­le Ur­tei­le und wich­ti­ge Ge­set­zes­än­de­run­gen zum Ar­beits­recht, un­ter an­de­rem zum The­ma Min­dest­lohn.
Im Fol­gen­den fin­den Sie un­se­re Bei­trä­ge zu die­sem The­ma, ge­ord­net nach Jahr­gän­gen seit 2004, im Über­blick.
18/160 Mindestlohn steigt in zwei Schritten auf 9,35 EUR
02.07.2018. (dpa/wie) - Die Min­dest­lohn­kom­mis­si­on hat in ih­rem Be­schluss zur An­pas­sung der Lohn­un­ter­gren­ze ei­ne Er­hö­hung auf 9,19 Eu­ro zum 01.01.2019 und auf 9,35 Eu­ro zum 01.01.2020 vor­ge­schla­gen: Be­schluss der Min­dest­lohn­kom­mis­si­on vom 26.06.2018.
22.06.2018. Der Vor­rang des Min­dest­lohn­an­spruchs ge­gen­über be­schrän­ken­den „Ver­ein­ba­run­gen“ be­trifft auch ta­rif­ver­trag­li­che Aus­schluss­fris­ten: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 20.06.2018, 5 AZR 377/17 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
18/074 Reform der Entsenderichtlinie
22.03.2018. Die EU möch­te die Ar­beit­neh­mer­ent­sen­dung re­for­mie­ren. Künf­tig sol­len lo­ka­le Lohn­vor­schrif­ten auch auf ent­sand­te Ar­beit­neh­mer an­ge­wandt wer­den, und zwar in al­len Bran­chen: Vor­schlag der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on zur Än­de­rung der Richt­li­nie 96/71/EG über die Ent­sen­dung von Ar­beit­neh­mern vom 08.03.2016.
18/021 Mindestlohn und Arbeitsvertrag
23.01.2018. An­rech­nung von Son­der­zah­lun­gen auf den Min­dest­lohn auch dann, wenn ar­beits­ver­trag­li­cher St­un­den­lohn und Min­dest­lohn gleich hoch sind? Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 11.10.2017, 5 AZR 621/16.
17/300 Kündigungsrücknahme und Annahmeverzug
04.12.2017. Will der Ar­beit­ge­ber mit der Rück­nah­me ei­ner un­wirk­sa­men Kün­di­gung den An­nah­me­ver­zug be­en­den, muss er dem Ar­beit­neh­mer mit­tei­len, wann und wo er wie­der bei der Ar­beit er­schei­nen soll: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 24.05.2017, 5 AZR 251/16.
09.11.2017. Auch Ak­kord- und Leis­tungs­zu­la­gen er­fül­len den An­spruch auf den ge­setz­li­chen Min­dest­lohn, d.h. sol­che Zu­la­gen sind nicht zu­sätz­lich zu Min­dest­lohn zu zah­len: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 06.09.2017, 5 AZR 317/16.
17/276 Dokumentationspflichten nach dem Mindestlohngesetz auf dem Prüfstand
31.10.2017. Die schwarz-grün-gel­be Lan­des­re­gie­rung Schles­wig-Hol­steins un­ter dem CDU-Mi­nis­ter­prä­si­den­ten Gün­ther möch­te we­ni­ger Bü­ro­kra­tie im Be­reich der min­dest­lohn­be­zo­ge­nen be­trieb­li­chen Do­ku­men­ta­ti­ons­pflich­ten: Ent­wurf ei­nes Ge­set­zes zur Än­de­rung des Min­dest­l­ohn­ge­set­zes, Ge­set­zes­an­trag des Lan­des Schles­wig-Hol­stein vom 11.10.2017, Bun­des­rat Drucks. 676/17.
17/244 Nachtzuschläge und Mindestlohn
21.09.2017. Im Ta­rif­ver­trag ge­re­gel­te Nach­ar­beits­zu­schlä­ge und Zu­satz­zah­lun­gen für Ur­laubs­ta­ge kön­nen nicht auf den ge­setz­li­chen Min­dest­lohn an­ge­rech­net wer­den, son­dern sind "on top" zu zah­len: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 20.09.2017, 10 AZR 171/16 (BAG-Pres­se­mel­dung).
17/003 Anwesenheitsprämien sind auf den Mindestlohn anzurechnen
03.01.2017. Ei­ne An­we­sen­heits­prä­mie, die ne­ben dem St­un­den­lohn zu zah­len ist und bei Krank­heits­zei­ten ge­kürzt wird, ist auf den ge­setz­li­chen Min­dest­lohn an­zu­rech­nen: Lan­des­ar­beits­ge­richt Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Ur­teil vom 22.11.2016, 5 Sa 298/15.
16/370 LAG Köln: Bei Zahlungsverzug werden 40,00 EUR fällig
05.12.2016. Ge­rät der Ar­beit­ge­ber mit der Lohn­zah­lung in Ver­zug, kön­nen die be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer ne­ben den Ver­zugs­zin­sen auch die Ver­zugs­scha­den-Pau­scha­le ge­mäß § 288 Abs.5 Bür­ger­li­ches Ge­setz­buch (BGB) ver­lan­gen: Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, Ur­teil vom 22.11.2016, 12 Sa 524/16 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
16/271 Ausschlussfristen und Mindestlohn
26.08.2016. Ei­ne vom Ar­beit­ge­ber vor­ge­ge­be­ne Aus­schluss­klau­sel, die den An­spruch auf den Pfle­ge-Min­dest­lohn nach dem Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­set­zes (AEntG) nicht aus­klam­mert, ist un­wirk­sam: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 24.08.2016, 5 AZR 703/15 (Pres­se­mit­tei­lung des Ge­richts).
16/205 Mindestlohngesetz gilt auch für Bereitschaftsdienste
29.06.2016. Der Min­dest­lohn von 8,50 EUR brut­to pro St­un­de nach dem Min­dest­l­ohn­ge­setz (Mi­LoG) ist auch für Be­reit­schafts­zei­ten zu zah­len, wäh­rend der sich der Ar­beit­neh­mer zur Ar­beit be­reit hält: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 29.06.2016, 5 AZR 716/15 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
16/203 Mindestlohn steigt auf 8,84 Euro
29.06.2016. Erst­mals seit Ein­füh­rung des ge­setz­li­chen Min­dest­lohns in Deutsch­land wird die­ser an­ge­ho­ben - er steigt von 8,50 auf 8,84 EUR pro St­un­de. Am Diens­tag be­schloss die Min­dest­lohn­kom­mis­si­on die Stei­ge­rung um 34 Cent zu Be­ginn des fol­gen­den Jah­res.
16/175 BAG entscheidet zu Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und Mindestlohn
31.05.2016. Be­zahlt der Ar­beit­ge­ber mit ei­nem Ur­laubs- und Weih­nachts­geld die nor­ma­le Ar­beits­leis­tung, kann er die­se Ein­mal­zah­lun­gen im Prin­zip auf den Min­dest­lohn an­rech­nen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 25.05.2016, 5 AZR 135/16 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
20.11.2015. Öf­fent­li­che Auf­trag­ge­ber kön­nen die Zah­lung ei­nes ge­setz­li­chen und nicht für die Pri­vat­wirt­schaft, son­dern nur für öf­fent­li­che Auf­trä­ge gel­ten­den Min­dest­lohns ver­lan­gen: Eu­ro­päi­scher Ge­richts­hof, Ur­teil vom 17.11.2015, Rs. C-115/14 (Re­gio Post).
05.10.2015. Zei­tungs­zu­stel­ler, die per Hand Wer­be­pro­spek­te in die aus­zu­tei­len­den Zei­tun­gen ein­sor­tie­ren, kön­nen be­reits ab 2015 den vol­len Min­dest­lohn von 8,50 EUR ver­lan­gen: Ar­beits­ge­richt Nien­burg, Ur­teil vom 14.08.2015, 2 Ca 151/15.
13.05.2015. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat ent­schie­den, dass Min­dest­löh­ne nach dem Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­set­zes (AEntG) auch bei Krank­heit und als Ur­laubs­ab­gel­tung zu zah­len sind: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 13.05.2015, 10 AZR 191/14 (Pres­se­mit­tei­lung des Ge­richts).
29.04.2015. Ei­ne Kün­di­gung des Ar­beit­ge­bers als Re­ak­ti­on auf die For­de­rung nach Zah­lung des ge­setz­li­chen Min­dest­lohns von 8,50 EUR ist als ver­bo­te­ne Maß­re­ge­lung un­wirk­sam: Ar­beits­ge­richt Ber­lin, Ur­teil vom 17.04.2015, 28 Ca 2405/15.
10.04.2015. Ein­mal­zah­lun­gen wie ein Ur­laubs- oder Weih­nachts­geld kön­nen auf den ge­setz­li­chen Min­dest­lohn von 8,50 EUR brut­to pro St­un­de nicht an­ge­rech­net wer­den: Ar­beits­ge­richt Ber­lin, Ur­teil vom 04.03.2015, 54 Ca 14420/14.
14/393 Lohnwucher im Anwaltsbüro
01.12.2014. Lau­sit­zer Rechts­an­walt muss dem Job­cen­ter für die wu­che­risch ge­rin­ge Be­zah­lung zwei­er Bü­ro­hilfs­kräf­te Auf­sto­ckungs­leis­tun­gen er­stat­ten: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­tei­le vom 07.11.2014, 6 Sa 1148/14 und 6 Sa 1149/14 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
14/385 Mindestlohn für Bereitschaftsdienst
21.11.2014. Gibt es kei­ne Son­der­re­ge­lun­gen für den Be­reit­schafts­dienst, ist ein Min­dest­lohn auch für sol­che Diens­te zu zah­len. Das hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) für die Pfle­ge­bran­che klar­ge­stellt: BAG, Ur­teil vom 19.11.2014, 5 AZR 1101/12.
14/299 Änderungen des Tarifvertragsgesetzes, des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes und des Arbeitsgerichtsgesetzes
30.08.2014. Ge­set­zes­än­de­run­gen durch das Ta­rif­au­to­no­mie­stär­kungs­ge­setz: Neue Re­geln für die All­ge­mein­ver­bind­lich­keit von Ta­rif­ver­trä­gen, Min­dest­lohn­bran­chen und ta­rif­recht­li­che Strei­tig­kei­ten: Ge­setz zur Stär­kung der Ta­rif­au­to­no­mie (Ta­rif­au­to­no­mie­stär­kungs­ge­setz), vom 11.08.2014, Bun­des­ge­setz­blatt I 2014, S.1348.
14/271 Ausnahmen vom Mindestlohngesetz (MiLoG)
30.07.2014. Nach­dem der Bun­des­tag am 03.07.2014 und der Bun­des­rat am 11.07.2014 das Min­dest­l­ohn­ge­setz an­ge­nom­men hat, steht der Min­dest­lohn von 8,50 EUR. Hier fin­den Sie ei­nen Über­blick über die Aus­nah­men: Be­schluss­emp­feh­lung und Be­richt des Aus­schus­ses für Ar­beit und So­zia­les (11. Aus­schuss), vom 02.07.2014, Bun­des­tag-Druck­sa­che 18/2010 (neu).
14/195 Mindestlohn in der Fleischwirtschaft
30.05.2014. Nach­dem sich die Ta­rif­par­tei­en im Ja­nu­ar 2014 auf ei­nen bun­des­ein­heit­li­chen Min­dest­lohn von 7,75 EUR für die Schlach­te­rei und Fleisch­ver­ar­bei­tung ge­ei­nigt ha­ben, war der Ge­setz­ge­ber am Zug. Denn um den neu­en Min­dest­lohn-Ta­rif­ver­trag für al­le Be­schäf­tig­ten der Bran­che ver­bind­lich zu ma­chen, ist ei­ne ent­spre­chen­de Ver­ord­nung nach dem Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­setz (AEntG) sinn­voll. Da­zu wie­der­um ist zu­vor ei­ne Än­de­rung des AEntG not­wen­dig. Sie ist mit Wir­kung zum 29.05.2014 in Kraft ge­tre­ten: Ers­tes Ge­setz zur Än­de­rung des Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­set­zes, vom 24.05.2014 (BGBl I, S.538).
14/131 Mindestlohn 2015
11.04.2014. Nach wo­chen­lan­gem Hin und Her hat die Bun­des­re­gie­rung am 02.04.2014 be­schlos­sen, ein Ge­setz zur Re­ge­lung ei­nes all­ge­mei­nen Min­dest­lohns (Min­dest­l­ohn­ge­setz - Mi­LoG) auf den Weg zu brin­gen. Das Mi­LoG mit ei­nem bun­des­wei­ten Min­dest­lohn von 8,50 EUR soll als ers­ter Ar­ti­kel ei­nes Pa­kets von Ge­set­zes­än­de­run­gen in Kraft tre­ten, das den Ti­tel "Ge­setz zur Stär­kung der Ta­rif­au­to­no­mie" trägt.
14/129 Rechtsanwalt muss keine Aufstockungsleistungen erstatten
10.04.2014. Das Ar­beits­ge­richt Cott­bus hat die Kla­ge des Job­cen­ters Ober­spree­wald-Lau­sitz ge­gen Rechts­an­walt L. auf Er­stat­tung von Auf­sto­ckungs­leis­tun­gen we­gen sit­ten­wid­rig ge­rin­ger Be­zah­lung von zwei Bü­ro­hil­fen ges­tern ab­ge­wie­sen: Ar­beits­ge­richt Cott­bus, Kam­mern Senf­ten­berg, Ur­tei­le vom 09.04.2014, 13 Ca 10477/13 und 13 Ca 10478/13.
13/385 Billig-Pizza in der Uckermark mit freundlicher Unterstützung des Jobcenters
30.12.2013. Ein Job­cen­ter in der Ucker­mark hat mit Er­folg ei­nen Piz­za­lie­fe­ran­ten, der Löh­ne zwi­schen 1,59 bis 3,46 EUR brut­to zahl­te, auf Er­stat­tung von Auf­sto­ckungs­leis­tun­gen ver­klagt: Ar­beits­ge­richt Ebers­wal­de, Ur­teil vom 10.09.2013, 2 Ca 428/13.
13/254 Managergehälter im Wahlkampf
31.08.2013. Am 27.06.2013 hat der Bun­des­tag der Ak­ti­en­rechts­no­vel­le zu­ge­stimmt. Da­nach sol­len die Rech­te der Haupt­ver­samm­lung bei der Fest­set­zung von Vor­stands­be­zü­gen ge­stärkt wer­den: Ge­setz zur Ver­bes­se­rung der Kon­trol­le der Vor­stands­ver­gü­tung und zur Än­de­rung wei­te­rer ak­ti­en­recht­li­cher Vor­schrif­ten (Vorst­KoG).
13/052 Mindestlohn wieder auf dem Vormarsch
05.03.2013. Am Frei­tag letz­ter Wo­che stimm­te die Mehr­heit der SPD-re­gier­ten Län­der im Bun­des­rat ei­nem Ge­setz­ent­wurf zum Min­dest­lohn zu, dem zu­fol­ge es ei­nen Min­dest­lohn von 8,50 EUR ge­ben soll. Hier fin­den Sie ei­ne kur­ze Be­wer­tung des Ge­setz­ent­wurfs vor dem Hin­ter­grund der der­zeit be­reits gel­ten­den Min­dest­löh­ne: Ent­wurf ei­nes Ge­set­zes über die Fest­set­zung des Min­dest­lohns (Min­dest­l­ohn­ge­setz - Min­L­ohnG).
12/302 Aktuelle gesetzliche Mindestlöhne
07.09.2012. Die staat­li­chen Min­dest­löh­ne ent­wi­ckeln sich der­zeit im Zwei-Jah­res-Rhyth­mus: Nach den ers­ten zag­haf­ten Er­wei­te­run­gen des AEntG in den Jah­ren 2007 und dann in 2009 war die Auf­nah­me der Leih­ar­beit in 2011 ein wich­ti­ger Schritt. Nun ver­spricht 2013 span­nend zu wer­den. Denn dann ste­hen al­le wich­ti­gen ge­setz­li­chen Min­dest­löh­ne auf dem Prüf­stand. Hier fin­den Sie ei­nen Über­blick über die bis­lang gel­ten­den Min­dest­lohn­ver­ord­nun­gen.
12/162 Mindestlohn gemäß Arbeitnehmerentsendegesetz (AEntG)
20.04.2012. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat vor­ges­tern zwei Ent­schei­dun­gen zu der Fra­ge ge­fällt, wel­che Ar­beit­ge­ber­leis­tun­gen im Rei­ni­gungs­ge­wer­be als Er­fül­lung ei­nes Min­dest­lohn­an­spruchs nach dem Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­setz (AEntG) zäh­len. In dem ei­nen der bei­den Streit­fäl­le wies das BAG die Kla­ge ab (BAG, Ur­teil vom 18.04.2012, 4 AZR 139/10). Das an­de­re Ver­fah­ren setz­te das BAG aus, um den Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof (EuGH) um ei­ne Stel­lung­nah­me zu der zu ein­schlä­gi­gen EU-Richt­li­nie zu bit­ten, die dem AEntG zu­grun­de liegt: BAG, Be­schluss vom 18.04.2012, 4 AZR 168/10.
11/246 Mindestlohn für Leiharbeit noch 2011
09.12.2011. Für Leih­ar­beit­neh­mer wird vor­aus­sicht­lich noch im Jahr 2011 ei­ne ver­bind­li­che Min­dest­lohn­re­ge­lung in Kraft tre­ten. Sie sieht ei­nen Min­dest­lohn von 7,89 EUR im Wes­ten und 7,01 EUR im Os­ten vor. Wie dpa ges­tern ver­laut­bar­te, stimm­te der Ta­rif­aus­schuss beim Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ar­beit und So­zia­les (BMAS) am gest­ri­gen Don­ners­tag dem Vor­schlag von Ar­beit­ge­bern und Ge­werk­schaf­ten auf Fest­set­zung ei­ner Lohn­un­ter­gren­ze zu.
11/182 Mindestlohn für Leiharbeit - noch immer nicht umgesetzt
19.09.2011. Ein Min­dest­lohn für die Leih­ar­beits­bran­che ist zwar ge­setz­lich vor­ge­se­hen (§ 3a Ar­beit­neh­mer­über­las­sungs­ge­setz - AÜG), doch gibt es ei­ne sol­che ge­setz­li­che Lohn­un­ter­gren­ze bis heu­te im­mer noch nicht. Viel­mehr prüft das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ar­beit und So­zia­les (BMAS) der­zeit im­mer noch Vor­schlä­ge für ei­nen Leih­ar­beits­min­dest­lohn.
11/144 Dumpinglöhne: Wie weist man das allgemeine Lohnniveau nach?
27.07.2011. Möch­te ein Ar­beit­neh­mer von sei­nem Ar­beit­ge­ber wei­te­ren Lohn und be­ruft sich da­bei auf die Sit­ten­wid­rig­keit der Lohn­ver­ein­ba­rung, muss er die an­ge­streb­te, üb­li­che Ver­gü­tung an­hand ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges oder mit Be­le­gen für das üb­li­che Lohn­ni­veau nach­wei­sen. Ein „ins Blaue hin­ein“ an­ge­bo­te­ner Sach­ver­stän­di­gen­be­weis für das an­geb­lich hö­he­re all­ge­mei­ne Lohn­ni­veau ge­nügt nicht: Lan­des­ar­beits­ge­richt Schles­wig-Hol­stein, Ur­teil vom 31.08.2010, 5 Sa 121/10.
11/048 Mindestlohn für Leiharbeiter?
09.03.2011. Im Streit um ei­nen Min­dest­lohn in der Leih­ar­beits­bran­che zeich­net sich ein En­de ab. Auch die Bun­des­mi­nis­te­rin für Ar­beit und So­zia­les Dr. von der Ley­en sprach in der 94.Sit­zung des Deut­schen Bun­des­ta­ges vom 25.02.2011 da­von, dass "die Lohn­un­ter­gren­ze in der Zeit­ar­beit" zum 1. Mai kom­men wer­de (Deut­scher Bun­des­tag, Ple­nar­pro­to­koll 17/94).
10/209 Lohn unter Hartz IV - Niveau ist sittenwidrig
26.10.2010. Die ar­beits­ge­richt­li­che Recht­spre­chung neigt da­zu, den Ver­hand­lungs­küns­ten von Ta­rif­part­nern sehr zu ver­trau­en. Bei der Fra­ge, wie ge­ring Löh­ne (noch) sein dür­fen, oh­ne sit­ten­wid­rig zu sein, ori­en­tie­ren sie sich eng an Ta­rif­ver­trä­gen und le­gen ei­nen re­la­ti­ven Maß­stab an. Doch zu­gleich ist un­ge­klärt, wann Ta­rif­ver­trä­ge sit­ten­wid­rig sind. Den Mut, ei­ne kla­re, ab­so­lu­te Un­ter­gren­ze zu be­nen­nen, hat kaum ein Ge­richt. Ei­ne der we­ni­gen Aus­nah­men ist das So­zi­al­ge­richt Ber­lin: So­zi­al­ge­richt Ber­lin, Be­schluss vom 01.09.2010, S 55 AS 24251/10.
10/204 Strafbares Vorenthalten von Sozialabgaben bei Mindestlöhnen
19.10.2010. Ar­beit­ge­ber, die Min­dest­lohn­vor­ga­ben un­ter­schrei­ten und da­her nicht nur dem Ar­beit­neh­mer zu we­nig Lohn zah­len, son­dern auch zu ge­rin­ge So­zi­al­bei­trä­ge ab­füh­ren, kön­nen sich we­gen der Nicht­ab­füh­rung von So­zi­al­bei­trä­gen straf­bar ma­chen: Land­ge­richt Mag­de­burg, Ur­teil vom 29.06.2010, 21 Ns 17/09.
10/199 Gesetzeswurf des BMAS zur Leiharbeit
12.10.2010. Dum­ping­löh­ne, Exis­tenz­ängs­te und schwie­ri­ge Ar­beits­be­din­gun­gen sind Schlag­wor­te, die lei­der nur all­zu tref­fend die Le­bens­si­tua­ti­on von Leih­ar­beit­neh­mern um­schrei­ben. Hin­zu kommt in der letz­ten Zeit ei­ne ge­wis­se Ten­denz, Stamm­be­leg­schaf­ten durch Leih­ar­bei­ter aus­zu­tau­schen. Was theo­re­tisch ei­ne fle­xi­ble Mög­lich­keit zum Aus­gleich von Auf­trags­schwan­kun­gen ist, zeigt sich prak­tisch im­mer öf­ter als mo­der­ne Form der Aus­beu­tung. Mit ei­nem ak­tu­el­len Ge­set­zes­ent­wurf strebt die Bun­des­re­gie­rung an, die schlimms­ten Aus­wüch­se künf­tig zu ver­hin­dern und eu­ro­pa­recht­li­che Vor­ga­ben um­zu­set­zen: Re­fe­ren­ten­ent­wurf ei­nes Ge­set­zes "zur Ver­hin­de­rung von Miss­brauch in der Ar­beit­neh­mer­über­las­sung"
10/079 Gewerkschaft der Neuen Brief- und Zustelldienste (GNBZ) gibt sich geschlagen
26.04.2010. Die Ge­werk­schaft der Neu­en Brief- und Zu­stell­diens­te (GN­BZ) und der Ar­beit­ge­ber­ver­band der neu­en Brief- und Zu­stell­diens­te e.V. ha­ben ih­re Rechts­be­schwer­de zum Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ge­gen die Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, dass die GN­BZ nicht ta­rif­fä­hig ist, zu­rück­ge­nom­men: BAG, Be­schluss vom 27.04.2010, 1 ABR 101/09.
10/071 Neuer Mindestlohn auch in drei weiteren Branchen
14.04.2010. Der vor­lie­gen­de Ar­ti­kel be­fasst sich mit den neu­en (bzw. ge­plan­ten) Min­dest­löh­nen in den Bran­chen Ge­bäu­de­rei­ni­gung, Pfle­ge und Si­cher­heits­dienst­leis­tun­gen.
10/070 Der aktuelle Mindestlohn
13.04.2010. In dem fol­gen­den Ar­ti­kel be­rich­ten wir über die neu­en Ent­wick­lun­gen zum The­ma Min­dest­lohn und stel­len die neu­en Min­dest­löh­ne in den Bran­chen Ab­fall­wirt­schaft und Bau­ge­wer­be - Dach­de­cker dar.
10/028 Kein Mindestlohn für Konkurrenten der Post
10.02.2010. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt (BVerwG) hat ent­schie­den, dass die Post­min­dest­lohn­ver­ord­nung, mit der ein Min­dest­lohn für die ge­sam­te Bran­che der Post­zu­stell­un­ter­neh­men ein­ge­führt wur­de, rechts­wid­rig ist. Ge­gen die Ver­ord­nung hat­ten die Kon­kur­ren­ten der Deut­schen Post AG ge­klagt. BVerwG, Ur­teil vom 28.01.2010, 8 C 19.09.
09/181 Welche Änderungen im Arbeitsrecht bringt die neue Regierungskoalition?
07.10.2009. In die­sem Ar­ti­kel wer­fen wir ei­nen Blick auf die ar­beits­recht­li­chen For­de­run­gen (Min­dest­lohn, Kün­di­gungs­schutz, be­trieb­li­che Mit­be­stim­mung)der zu­künf­ti­gen Re­gie­rungs­ko­ali­ti­on.
09/161 Neuer Mindestlohn für Baubranche und Maler- und Lackiererhandwerk
07.09.2009.Der Ta­rif­aus­schuss hat in sei­nen Be­ra­tun­gen am 31.08.2009 grü­nes Licht für ei­nen Min­dest­lohn in meh­re­ren neu­en Bran­chen ge­ge­ben. Der Min­dest­lohn kann im We­ge der Ver­ord­nung nach dem Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­setz fest­ge­setzt wer­den.
09/147 Die Gewerkschaft der Neuen Brief- und Zustelldienste (GNBZ) ist nicht tariffähig.
18.08.2009. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Köln hat ent­schie­den, dass die Ge­werk­schaft der Neu­en Brief- und Zu­stell­diens­te (GN­BZ) nicht ta­rif­fä­hig ist, d.h. nicht als Ge­werk­schaft im Sin­ne des Ta­rif­ver­trags­ge­set­zes (TVG) an­ge­se­hen wer­den kann: LAG Köln, Be­schluss vom 20.05.2009, 9 TaBV 105/08.
09/093 Reform des Mindestarbeitsbedingungengesetzes (MiArbG) in Kraft
03.06.2009. Die Re­form des Ge­set­zes über die Fest­set­zung von Min­dest­ar­beits­be­din­gun­gen (Min­dest­ar­beits­be­din­gun­gen­ge­setz – Mi­ArbG) ist am 27.04.2009 im Bun­des­ge­setz­blatt ver­kün­det wor­den (BGBl I, 818 ff.). Die Re­form­fas­sung des Ge­set­zes ist da­her seit dem 28.04.2009 in Kraft.
09/021 Mindestlohn: Bundesrat stimmt Erweiterung der bestehenden Regelungen zu.
16.02.2009. Der Bun­des­rat hat am 13.02.2009 sei­ne Zu­stim­mung da­zu er­teilt, dass die im Ja­nu­ar vom Bun­des­tag be­schlos­se­nen Än­de­run­gen und Er­wei­te­run­gen der ge­setz­li­chen Min­dest­lohn­re­ge­lun­gen in Kraft ge­setzt wer­den: Be­schluss des Bun­des­rats über das Ers­te Ge­setz zur Än­de­rung des Mi­rArbG vom 13.02.2009 und Be­schluss des Bun­des­rats über das AEntG vom 13.02.2009, Bun­de­sa­rat Drucks. 52/09(B).
09/017 Mindestlohn: Reform des MiArbG und des AEntG beschlossen
10.02.2009. Der Bun­des­tag hat den Re­gie­rungs­ent­wurf ei­ner Re­form des Min­dest­ar­beits­be­din­gun­gen­ge­set­zes (Mi­ArbG) und des Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­set­zes (AEntG) am 22.01.2009 an­ge­nom­men. We­sent­li­cher Teil der Re­form ist die Auf­nah­me wei­te­rer sechs Bran­chen in das AEntG.
09/016 Das sind die neuen Mindestlöhne
09.02.2009. Hier fin­den Sie ei­ne Über­sicht über die Min­dest­lohn­ta­rif­ver­trä­ge der Bran­chen, die in das Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­setz (AEntG) be­reits auf­ge­nom­men sind oder dem­nächst auf­ge­nom­men wer­den sol­len.
08/090 Der Berg kreißt und gebiert eine Maus
20.08.2008. Am 16.07.2008 prä­sen­tier­te das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ar­beit und So­zia­les (BMAS) ei­nen Ge­set­zes­ent­wurf zur Re­form des Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­set­zes (AEntG) und ei­nen wei­te­ren Ent­wurf zur Re­form des Min­dest­ar­beits­be­din­gun­gen­ge­set­zes (Mi­ArbG), das in Deutsch­land be­reits 1952 in Kraft ist und seit­dem ei­ne staat­li­che Lohn­fest­set­zung er­laubt. Kei­ner der bei­den Ent­wür­fe er­wei­tert den Spiel­raum für staat­lich fest­ge­setz­te Min­dest­löh­ne in nen­nens­wer­tem Um­fang.
08/078 Sittenwidrig geringe Vergütung bei Textildiscounter
18.07.2008. Ein St­un­den­lohn von 5,20 EUR brut­to für ei­ne An­ge­stell­te im Ein­zel­han­del mit Ver­kaufs­auf­ga­ben ist sit­ten­wid­rig ge­ring und stellt da­her ei­ne un­wirk­sa­me Lohn­ver­ein­ba­rung dar. Er un­ter­schrei­tet näm­lich den Ta­rif­lohn in der Ein­zel­han­dels­bran­che - hier: für Nord­rhein-West­fa­len - um mehr als 30 Pro­zent: Ar­beits­ge­richt Dort­mund, Ur­teil vom 28.05.2008, 4 Ca 274/08.
08/058 Umsetzung der Entsenderichtlinie in nationales Recht
30.05.2008. Die eu­ro­päi­sche Kom­mis­si­on for­dert ei­ne bes­se­re Um­set­zung der Ent­sen­de-Richt­li­nie. Künf­tig soll ein Bin­nen­markt­in­for­ma­ti­ons­sys­tem (In­ter­nal Mar­ket In­for­ma­ti­on Sys­tem, IMI) den In­for­ma­ti­ons­aus­tausch zwi­schen den EU-Län­dern er­leich­tern. Zu die­sem In­for­ma­ti­ons­sys­tem sol­len auch ent­sand­te Ar­beit­neh­mer Zu­gang ha­ben. Die Ar­beit­neh­mer sol­len da­mit leicht zu­gäng­li­che, ver­läss­li­che und ak­tu­el­le In­for­ma­tio­nen über die Be­schäf­ti­gungs­be­din­gun­gen des Ziel­lan­des er­hal­ten und da­durch ih­re Rech­te bes­ser durch­set­zen kön­nen: Ver­bes­se­rung der Ar­beits­be­din­gun­gen für 1 Mil­li­on ent­sand­te Ar­beit­neh­mer: EU for­dert ra­sches Han­deln, Pres­se­mit­tei­lung der Eu­ro­pä­si­schen Kom­mis­si­on vom 03.04.2008.
08/047 Mindestlohn: Aufnahme weiterer Branchen in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz
29.04.2008. Der Auf­for­de­rung der Bun­des­re­gie­rung an die So­zi­al­part­ner al­ler Bran­chen, ihr In­ter­es­se an ei­ner Ab­si­che­rung von bran­chen­be­zo­ge­nen Min­dest­löh­nen über das Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­setz (AEntG) zu be­kun­den, folg­ten bis zum 31.03.2008 acht Bran­chen: Ab­fall­wirt­schaft, Berg­bau­spe­zi­al­ar­bei­ten, Forst­wirt­schaft, Groß­wä­sche­rei­en, Pfle­ge­wirt­schaft, Wach- und Si­cher­heits­ge­wer­be, Wei­ter­bil­dung und Zeit­ar­beit.
08/045 Ist der „Praktikant“ ein Arbeitnehmer, kann er einen entsprechenden Lohn verlangen
25.04.2008. Wird ein „Prak­ti­kant“ aus­ge­bil­det und zu­gleich zu re­gu­lä­ren Tä­tig­kei­ten her­an­ge­zo­gen, liegt ein Prak­ti­kum nur vor, wenn Aus­bil­dung und Ler­nen deut­lich im Vor­der­grund ste­hen. Legt der "Prak­ti­kums­ver­trag" dem­ge­gen­über ge­wöhn­li­che Ar­beits­pflich­ten fest, muss der Ar­beit­ge­ber nach­wei­sen, dass die Aus­bil­dung ent­ge­gen dem ers­ten An­schein über­wiegt. Ge­lingt der Nach­weis nicht, ist die ver­ein­bar­te Ver­gü­tung in der Re­gel viel zu ge­ring und da­her "sit­ten­wid­rig", da der Schein-Prak­ti­kant in Wahr­heit Ar­beit­neh­mer ist und den üb­li­chen Ar­beits­lohn ver­lan­gen kann: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ba­den-Würt­tem­berg, Ur­teil vom 08.02.2008, 5 Sa 45/07.
08/040 Kaum in Kraft getreten, schon europarechtswidrig?
18.04.2008. Seit dem 30.03.2008 gilt das Ber­li­ner Ver­ga­be­ge­setz in ei­ner re­for­mier­ten Fas­sung, die es al­len Be­wer­bern um öf­fent­li­che Auf­trä­ge ab­ver­langt, die in Ber­lin gel­ten­den Ta­rif­löh­ne zu zah­len. Be­trof­fen von den ver­ga­be­recht­li­chen Min­dest­lohn­an­for­de­run­gen sind al­so nicht mehr nur (wie nach dem al­ten Ver­ga­be­ge­setz) Bau­un­ter­neh­men und An­bie­ter im­mo­bi­li­en­be­zo­ge­ner Dienst­leis­tun­gen. Die­se Ge­set­zes­än­de­rung ver­stößt aber ge­gen die Richt­li­nie 96/71/EG (Ver­ga­be­richt­li­nie) bzw. ge­gen kon­kre­ten An­for­de­run­gen, die der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) aus die­ser Richt­li­nie in sei­nem Ur­teil vom 03.04.2008, C-346/06 (Rüf­fert) ab­ge­lei­tet hat.
08/039 Abschied von Tariftreueklauseln im Vergaberecht?
17.04.2008. Bei der Ver­ga­be öf­fent­li­cher Auf­trä­ge kann die öf­fent­li­che Hand Be­din­gun­gen stel­len, d.h. dar­auf ach­ten, dass die be­auf­trag­ten Un­ter­neh­men be­stimm­te Min­dest­löh­ne zah­len. Das darf aber nicht zu­las­ten aus­län­di­scher An­bie­ter ge­hen, denn das ver­bie­tet das eu­ro­päi­sche Recht und hier ins­be­son­de­re die Richt­li­nie 96/71/EG des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 16.12.1996 über die Ent­sen­dung von Ar­beit­neh­mern im Rah­men der Er­brin­gung von Dienst­leis­tun­gen (Ent­sen­de­richt­li­nie). Der Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs (EuGH) hat in ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil ent­schie­den, dass die Ent­sen­de­richt­li­nie mit ver­ga­be­recht­li­chen Vor­schrif­ten in EU-Mit­glied­staa­ten un­ver­ein­bar ist, de­nen zu­fol­ge Bau­auf­trä­ge nur an Un­ter­neh­men ver­ge­ben wer­den kön­nen, die bei der Aus­füh­rung min­des­tens den am Aus­füh­rungs­ort gel­ten­den Ta­rif­lohn zah­len: EuGH, Ur­teil vom 03.04.2008, Rs. C-346/06 (Rüf­fert).
08/031 Postmindestlohnverordnung für rechtswidrig erklärt
14.03.2008. Die Ver­ord­nungs­er­mäch­ti­gung, die in der der­zeit gel­ten­den Fas­sung von § 1 Abs.3a Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­setz (AEntG) ent­hal­ten ist, er­laubt es dem Ar­beits­mi­nis­te­ri­um nur, ei­nen Ta­rif­ver­trag per Rechts­ver­ord­nung auf die Ar­beits­ver­hält­nis­se von Au­ßen­sei­tern für er­streck­bar zu er­klä­ren, d.h. auf Ar­beits­ver­hält­nis­se, die gar kei­nem Ta­rif­ver­trag un­ter­ste­hen. Auf die­ser ge­setz­li­chen Grund­la­ge ist es aber nicht mög­lich, ei­nen Ta­rif­ver­trag auch auf Ar­beits­ver­hält­nis­se von Ar­beit­neh­mern und Ar­beit­ge­bern zu er­stre­cken, die be­reits an ei­nen an­de­ren Ta­rif­ver­trag ge­bun­den sind. Aus die­sem Grund, d.h. auf­grund feh­len­der Ver­ord­nungs­er­mäch­ti­gung, hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin die Post­min­dest­lohn­ver­ord­nung vom 28.12.2007 für rechts­wid­rig er­klärt, da sie sich wie ein all­ge­mein­ver­bind­li­cher Ta­rif­ver­trag auch auf an­der­wei­tig ta­rif­lich re­gu­lier­te Ar­beits­ver­hält­nis­se er­stre­cken soll: Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Ur­teil vom 07.03.2008, 4 A 439.07.
08/018 Mindestlöhne auch bei der Bahn?
30.01.2008. Die Bahn-Ge­werk­schaf­ten Trans­net und Ge­werk­schaft Deut­scher Bun­des­bahn­be­am­ten und An­wär­ter (GDBA) so­wie die Deut­sche Bahn AG den­ken dar­über nach, die für die Bahn AG und ih­re Töch­ter gel­ten­de Ta­rif­ver­trä­ge nach den Mo­dell der Post­bran­che für all­ge­mein­ver­bind­lich er­klä­ren zu las­sen. Auf der Grund­la­ge ei­nes sol­chen Vor­ge­hens könn­ten dann die Ein­stiegs-Ta­rif­löh­ne der Bahn AG und ih­rer Töch­ter als "Min­dest­löh­ne für die Bahn­bran­che" de­kla­riert wer­den, so dass auch die Kon­kur­renz der Bahn AG an sie ge­bun­den wä­re, falls die "Bahn­bran­che" als neue Min­dest­lohn-Bran­che in das Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­setz (AEntG) auf­ge­nom­men wer­de soll­te: Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung (FAZ) vom 24.01.20008: Bahn­bran­che soll Min­dest­lohn be­kom­men.
08/010 Begrenzung von Managergehältern
17.01.2008. An­ge­sichts der der­zei­ti­gen De­bat­te über ho­he Ma­na­ger­ge­häl­ter ge­ben wir ei­nen kur­zen Über­blick über die sehr be­grenz­ten recht­li­chen Mög­lich­kei­ten für den Staat, Be­zü­ge von Ma­na­gern zu be­gren­zen. An­ge­sichts der be­ste­hen­den ver­fas­sungs­recht­li­chen Rechts­la­ge wä­re ei­ne ge­setz­li­che De­cke­lung von Ma­na­ger­ge­häl­tern kaum mög­lich.
08/007 Arbeit und Soziales: Gesetzesänderungen zum Jahreswechsel 2007/2008
14.01.2008. Zum Jah­res­wech­sel 2007 / 2008 tre­ten ei­ni­ge ge­setz­li­chen Än­de­run­gen in den Be­rei­chen des Ar­beit- und So­zi­al­rechts in Kraft. Her­vor­zu­he­ben sind vor al­lem die ge­än­der­ten Re­ge­lun­gen zur Ries­ter­ren­te, der neue Min­dest­lohn für Brief­trä­ger und die Ver­län­ge­rung des Ar­beits­lo­sen­geld­an­spruchs für äl­te­re Ver­si­cher­te.
03.12.2007. Da um­strit­ten ist, ob der An­fang Sep­tem­ber 2007 zwi­schen der Post und der ver.di aus­ge­han­del­te TV Min­dest­lohn von der An­zahl der er­fass­ten Ar­beits­ver­hält­nis­se her die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne All­ge­mein­ver­bind­li­ch­er­klä­rung er­füllt, ha­ben Post und ver.di nach­ge­bes­sert und am 29.11.2007 ei­nen wei­te­ren, vom An­wen­dungs­be­reich her en­ger ge­fass­ten Ta­rif­ver­trag ver­ein­bart.
24.10.2007. Die CDU-Frak­ti­on im Hes­si­schen Land­tag brach­te im Au­gust 2007 ei­nen Ge­setz­ent­wurf in den Land­tag ein, dem zu­fol­ge das Land Hes­sen als Ge­setz­ge­ber, d.h. auf ei­ge­ne Faust oh­ne ta­rif­ver­trag­li­che Ei­ni­gung mit ei­ner Ge­werk­schaft, ei­ne Lohn­er­hö­hung für sei­ne Ta­rif­an­ge­stell­ten um­set­zen soll. Das Ge­setz soll erst am 31.12.2012 au­ßer Kraft tre­ten: Ge­setz­ent­wurf der Frak­ti­on der CDU vom 21.08.2007, Hes­si­scher Land­tag, Drucks. 16/7637.
07/62 Entwurf eines Mindestlohngesetzes liegt vor.
22.10.2007. Der von Rhein­land-Pfalz am 04.09.2007 in den Bun­des­rat ein­ge­brach­te Min­dest­l­ohn­ge­setz­ent­wurf soll ei­ne bran­chen­über­grei­fen­de ge­setz­li­che Min­dest­lohn­fest­set­zung er­mög­li­chen. Vor­bild ist Groß­bri­tan­ni­en: Ent­wurf ei­nes Ge­set­zes über die Fest­set­zung des Min­dest­lohns (Min­dest­l­ohn­ge­setz - Mind­L­ohnG), Ge­set­zes­an­trag des Lan­des Rhein­land-Pfalz, Bun­des­rat, Drucks. 622/07 vom 04.09.2007.
19.10.2007. Die ge­plan­te zwei­te Än­de­rung des Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­set­zes (AEntG) be­zieht "Brief­dienst­leis­tun­gen" in das Ge­setz ein. Wird das Ge­setz be­schlos­sen und wird der am 04.09.2007 zwi­schen dem Ar­beit­ge­ber­ver­band Post­diens­te e.V. (bzw. der Deut­schen Post AG) und der ver.di aus­ge­han­del­te „Ta­rif­ver­trag zur Re­ge­lung der Min­dest­löh­ne in der Bran­che Post­diens­te (TV Min­dest­lohn)“ für all­ge­mein­ver­bind­lich er­klärt, dann müs­sen al­le in- und aus­län­di­schen An­bie­ter von Brief­dienst­leis­tun­gen ih­ren Zu­stel­lern ei­nen Min­dest­lohn von 9,80 EUR (West) bzw. 9,00 EUR (Ost) be­zah­len: Zwei­tes Ge­setz zur Än­de­rung des Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­set­zes, Ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung vom 20.09.2007, Bun­des­rat Druck­sa­che 644/07.
17.08.2007. Nach der Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­setz-Mel­de­ver­ord­nung (AEntG­MeldV), vom 16.07.2007 (BGBl I, S.1401), müs­sen Ar­beit­ge­ber mit Sitz im Aus­land, die Ar­beit­neh­mer im Gel­tungs­be­reich ei­nes all­ge­mein­ver­bind­li­chen Ta­rif­ver­tra­ges des Ge­bäu­de­rei­ni­ger­hand­werks be­schäf­ti­gen, die durch sie be­schäf­tig­ten Ar­beit­neh­mer mel­den. Die Mel­dung hat mit Hil­fe ei­nes ob­jekt­be­zo­ge­nen Ein­satz­plans zu ge­sche­hen.
15.08.2007.Der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) hat das deut­sche Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­setz (AEntG) ge­gen­über ei­ner Kla­ge der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on im we­sent­li­chen ab­ge­seg­net. Die mit dem AEntG ver­bun­de­nen fi­nan­zi­el­len und or­ga­ni­sa­to­ri­schen Mehr­be­las­tun­gen aus­län­di­scher Ar­beit­ge­ber, die in Deutsch­land mit ih­ren ei­ge­nen, d.h. vor­über­ge­hend nach Deutsch­land ent­sand­ten Ar­beit­neh­mern Dienst­leis­tun­gen er­brin­gen, sind mit der Frei­heit des Dienst­leis­tungs­ver­kehrs ver­ein­bar: EuGH, Ur­teil vom 18.07.2007, Rs. C-490/04.
15.05.2007. Auch im Ge­bäu­de­rei­ni­ger­hand­werk müs­sen aus­län­di­sche Fir­men künf­tig die deut­schen all­ge­mein­ver­bind­li­chen Ta­rif­ver­trä­ge be­ach­ten, wenn sie mit ih­ren aus dem Aus­land ent­sand­ten Ar­beits­kräf­ten in Deutsch­land Leis­tun­gen er­brin­gen: Ers­tes Ge­setz zur Än­de­rung des Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­set­zes, vom 25.04.2007.
Arbeitsrecht aktuell 2004
04/06 Lohnwucher bei Zeitarbeit
07.05.2004. Leih­ar­beit­neh­mer ver­die­nen schlecht, vor al­lem im Ver­gleich zu den (Ta­rif-)Löh­nen der Stamm­be­leg­schaft im Ent­lei­her­be­trieb. Da­her kann man dar­über nach­den­ken, ob ein Leih­ar­beits­lohn, der et­wa die Hälf­te des Loh­nes der Stamm­be­leg­schaft des Ent­lei­her­be­triebs be­trägt, "sit­ten­wid­rig" ge­ring ist im Sin­ne von § 138 Abs.1 Bür­ger­li­ches Ge­setz­buch (BGB). Dann müss­te man den Lohn des Leih­ar­beit­neh­mers aber mit dem der Be­leg­schaft des Ent­lei­her­be­triebs ver­glei­chen. Geht aber nicht, so das Bun­des­ar­beits­ge­richtn (BAG). Prüf­maß­stab für die Fra­ge der Sit­ten­wid­rig­keit ei­nes Leih­ar­beit­neh­mer­lohns ist der Zeit­ar­beits-Ta­rif­lohn: BAG, Ur­teil vom 24.03.2004 , 5 AZR 303/03.
Wenn Sie Fra­gen im Zu­sam­men­hang mit dem The­ma Min­dest­lohn ha­ben oder sich nicht si­cher sind, ob ein be­stimm­ter Min­dest­lohn­ta­rif­ver­trag auf Ihr Ar­beits­ver­hält­nis an­zu­wen­den ist, be­ra­ten wir Sie je­der­zeit ger­ne. Wir un­ter­stüt­zen Sie auch bei der Durch­set­zung of­fe­ner For­de­run­gen aus ei­nem Min­dest­lohn­ta­rif­ver­trag, et­wa wenn es dar­um geht, rück­stän­di­ge Lohn­for­de­run­gen un­ter Be­ach­tung et­wai­ger Aus­schluss­fris­ten bei­zu­trei­ben.
Je nach La­ge des Fal­les bzw. ent­spre­chend Ih­ren Wün­schen tre­ten wir ent­we­der nach au­ßen nicht in Er­schei­nung oder aber wir ver­han­deln in Ih­rem Na­men mit Ih­rem Ar­beit­ge­ber.
Un­ter­la­gen / Be­le­ge für die rück­stän­di­gen For­de­run­gen (falls vor­han­den)