Source: http://sl.juris.de/sl/gesamt/GebbFechLSchGV_SL.htm
Timestamp: 2019-11-19 03:41:37
Document Index: 105308025

Matched Legal Cases: ['§ 31', 'Art 1065', 'Art 1065', 'Art 1065', 'Art 1065', '§ 1']

Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet „Gebberg bei Fechingen“ (L 6808-302)
Fundstelle: Amtsblatt 2016, S. 300
(1) Das im Folgenden näher bestimmte Gebiet mit einer Größe von ca. 52,94 ha wird zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Es trägt die Bezeichnung Landschaftsschutzgebiet „Gebberg bei Fechingen“ (L 6808-302) und ist Teil des Netzes Natura 2000 ( § 31 Bundesnaturschutzgesetz ) als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung gemäß der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (ABl. L 206 vom 22.07.1992 S. 7) in der geltenden Fassung.
Das Schutzgebiet liegt auf Flächen der Landeshauptstadt Saarbrücken, in der Gemarkung Fechingen, süd-östlich der Ortslage Fechingen und nördlich der Landstraße 107.
(2) Das Schutzgebiet ist in der anliegenden Übersichtskarte ,[2] die Bestandteil dieser Verordnung ist, durch schwarze Umrandung gekennzeichnet. Die flurstückgenaue Abgrenzung ist in einer Detailkarte 1:2.000, die ebenfalls Bestandteil dieser Verordnung ist, mit Flurstücknummern und Randsignatur wiedergegeben. Diese Karten und der Verordnungstext werden im Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz - Oberste Naturschutzbehörde -, Saarbrücken, verwahrt. Eine weitere Ausfertigung befindet sich bei der Stadt Saarbrücken. Verordnungstext und Karten können bei den genannten Stellen eingesehen werden.
6510 Magere Flachland Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis)
Schutzzweck ist zudem der Erhalt eines reich strukturierten Nutzungsmosaiks aus Halbtrockenrasen, Wiesen und Obstwiesen, Grasbrachen, Quellstellen und Sukzessionswäldern, das zahlreichen Arten als Lebensraum dient, wie zum Beispiel Wendehals (Jynx torquilla), Neuntöter (Lanius collurio), Raubwürger (Lanius excubitor), Schwarzkehlchen (Saxicola torquata), Turteltaube (Streptopelia turtur), Thymian Ameisenbläuling (Maculinea arion), Fleischfarbenes Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata), Bocks-Riemenzunge (Himantoglossum hircinum), Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera), Helm-Knabenkraut (Orchis militaris) und Kleines Knabenkraut (Orchis morio).
Darüber hinaus ist die Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts und der Regenerationsfähigkeit und nachhaltigen Nutzungsfähigkeit der Naturgüter sowie die Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Landschaft Schutzzweck des Landschaftsschutzgebiets.
Anpflanzungen mit Obstbäumen, ausgenommen auf Flächen mit den Lebensraumtypen 6210 Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Subtyp 6212 Halbtrockenrasen auf Kalk), 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Erhaltungszustand A) und 6410 Pfeifengraswiesen; auf Flächen mit dem Lebensraumtyp 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Erhaltungszustand B und C) ist bei Neuanpflanzungen ein Pflanzabstand von mindestens 15 x 15 m einzuhalten,
Beweidung bisher als Mähweide genutzter Flächen unter den Maßgaben, dass maximal zwei Weidegänge pro Jahr ab einer mittleren Vegetationshöhe von mindestens 20 cm durchgeführt werden, eine Ruhephase von mindestens sechs Wochen zwischen den Weidegängen und eine maximale Besatzstärke von 0,6 GV (Großvieheinheiten)/ha und Jahr eingehalten werden. Bei Zufütterungsstellen ist ein Mindestabstand von 25 m zu nährstoffsensiblen Lebensraumtypen (z. B. 6510 Magere Flachland-Mähwiesen - Erhaltungszustand A -, 6210 Kalk- (Halb) Trockenrasen und ihre Verbuschungsstadien und 6410 Pfeifengraswiesen) einzuhalten. Die Zufütterung von Rindern darf ausschließlich mit Raufutter erfolgen.
am Entzug durch Ernte bemessene Düngung soweit dadurch der Erhaltungszustand gemäß Detailkarte zur Verordnung nicht verschlechtert wird,
bei Vorkommen der Art 1065 Goldener Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) auf Flächen mit dem Lebensraumtyp 6410 Pfeifengraswiesen
Mahd im Zeitraum vom 5. - 25. Juni auf maximal 50% der Fläche und
ab dem 15. September auf der restlichen Fläche,
bei Vorkommen der Art 1065 Goldener Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) auf Flächen mit dem Lebensraumtyp 6510 Magere Flachland-Mähwiesen und auf Flächen ohne Lebensraumtyp Mahd ab dem 15. Juni.
es erfolgt keine künstliche Erhöhung des Anteils nicht heimischer oder nicht lebensraumtypischer Baumarten, bei Erhaltungszustand B über 20% und bei Erhaltungszustand C über 50%, soweit dadurch der Erhaltungszustand gemäß Detailkarte zur Verordnung nicht verschlechtert wird.
Wasserpflanzen- oder Röhrichtbestände zu mähen oder zu entfernen und
Flächen mit den Lebensraumtypen 6410 Pfeifengraswiesen und 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Erhaltungszustand A)
bei Vorkommen der Art 1065 Goldener Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) auf Flächen mit den Lebensraumtypen 6210 Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Subtyp 6212 Halbtrockenrasen auf Kalk) und 6410 Pfeifengraswiesen
bei Vorkommen der Art 1065 Goldener Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) auf Flächen mit dem Lebensraumtyp 6510 Magere Flachland-Mähwiesen und auf Flächen ohne Lebensraumtyp
Auf den in § 1 dieser Verordnung bezeichneten Flächen tritt gleichzeitig die „Verordnung über die Landschaftsschutzgebiete im Stadtverband Saarbrücken“ vom 9. Juni 1976 (Amtsbl. 1979, S. 717) in der derzeit geltenden Fassung außer Kraft.
Anlage zur Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet „Gebberg bei Fechingen“ (L 6808-302)