Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFH/NV%202013,%201761
Timestamp: 2019-12-05 21:51:23
Document Index: 274983302

Matched Legal Cases: ['§ 115', '§ 115', '§ 164', '§ 169', '§ 171', '§ 164', '§ 175', '§ 164', '§ 126', '§ 127', '§ 164', '§ 164', '§ 115', '§ 115']

BFH, 12.08.2013 - X B 196/12 - dejure.org
https://dejure.org/2013,26183
BFH, 12.08.2013 - X B 196/12 (https://dejure.org/2013,26183)
BFH, Entscheidung vom 12.08.2013 - X B 196/12 (https://dejure.org/2013,26183)
BFH, Entscheidung vom 12. August 2013 - X B 196/12 (https://dejure.org/2013,26183)
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Rechtmäßigkeit eines Änderungsbescheids; Unbeachtlichkeit der Angabe einer unzutreffenden Änderungsvorschrift im Bescheid
§ 115 Abs 2 Nr 1 FGO, § 115 Abs 2 Nr 2 Alt 1 FGO, § 164 AO, § 169 AO, § 171 Abs 10 AO
AO § 164 Abs. 2; AO § 175 Abs. 1 S. 1 Nr. 1
Rechtmäßigkeit eines Änderungsbescheids
Korrekturgrundsätze
FG Schleswig-Holstein, 31.08.2012 - 2 K 51/12
BFH/NV 2013, 1761
Dass er diese Rechtsgrundlage im Umsatzsteuerbescheid nicht angegeben, sondern an ihrer Stelle die (ebenfalls einschlägige) Korrekturvorschrift des § 164 Abs. 2 AO genannt hat, ist ein im weiteren Verfahrensverlauf, d. h. bereits in der Einspruchsentscheidung, beseitigter Begründungsmangel, der nach § 126 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 AO und nach § 127 AO für sich genommen nicht zur Aufhebung des Änderungsbescheids führen kann (vgl. hierzu BFH-Beschluss vom 12.8.2013 X B 196/12, Sammlung amtlich nicht veröffentlichter Entscheidungen des BFH - BFH/NV - BFH/NV 2013, 1761 Rn. 8 m. w. N.).
Die falsche Bezeichnung der Änderungsvorschrift im Änderungsbescheid führt nicht zur Rechtswidrigkeit des geänderten Bescheids (BFH-Beschluss vom 12. August 2013 X B 196/12, BFH/NV 2013, 1761).
a) Das Erfordernis einer Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts ist ein Unterfall des Zulassungsgrunds der grundsätzlichen Bedeutung (vgl. z.B. BFH-Beschlüsse vom 12. August 2013 X B 196/12, BFH/NV 2013, 1761;… vom 1. April 2014 V B 45/13, BFH/NV 2014, 1104, Rz 11).
Mit dem in Rechtsprechung und Schrifttum unstreitigen Umstand, wonach mit Eintritt der Festsetzungsverjährung ein vorhandener Vorbehalt der Nachprüfung nach § 164 Abs. 4 Satz 1 AO entfällt und ein danach geänderter Steuerbescheid --selbst wenn er fehlerhaft einen Vorbehalt der Nachprüfung enthalten sollte-- keine vollumfassende Änderung des Steuerbescheids auf der Grundlage des § 164 Abs. 2 AO eröffnet (vgl. BFH-Urteil vom 31. Oktober 2000 VIII R 14/00, BFHE 193, 392, BStBl II 2001, 156, unter II.1.a, und Beschluss vom 12. August 2013 X B 196/12, BFH/NV 2013, 1761, unter II.1.) setzen sich die Kläger nicht weiter auseinander.
Da es sich bei dem Erfordernis einer Revisionsentscheidung zur Fortbildung des Rechts um einen Unterfall des Zulassungsgrundes der grundsätzlichen Bedeutung handelt (…vgl. z.B. BFH-Beschlüsse vom 22. August 2011 III B 192/10, BFH/NV 2011, 2043; vom 12. August 2013 X B 196/12, BFH/NV 2013, 1761), ist die Revision auch nicht gemäß § 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 1 FGO zuzulassen.
Da es sich bei dem Erfordernis einer Revisionsentscheidung zur Fortbildung des Rechts um einen Unterfall des Zulassungsgrundes der grundsätzlichen Bedeutung handelt (…vgl. z.B. BFH-Beschlüsse vom 22. August 2011 III B 192/10, BFH/NV 2011, 2043, und vom 12. August 2013 X B 196/12, BFH/NV 2013, 1761), ist die Revision auch nicht gemäß § 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 1 FGO zuzulassen.
Schließlich ist die Angabe der unzutreffenden Korrekturnorm im geänderten Steuerbescheid 2007 unschädlich (vgl. BFH, Beschluss vom 12. August 2013 - X B 196/12 BFH/NV 2013, 1761).
Die Vorschrift, auf die die Finanzverwaltung die Änderung stützt, ist nichts anderes als die rechtliche Begründung der vorgenommenen Änderung, die jederzeit durch eine andere rechtliche Begründung ausgewechselt werden kann (BFH, Beschluss vom 12.08.2013 X B 196/12, BFH/NV 2013, 1761).
Ein Änderungsbescheid ist selbst bei Angabe einer fehlerhaften Änderungsgrundlage rechtmäßig, falls er durch den Tatbestand einer anderen Änderungsvorschrift gedeckt ist (BFH, Beschluss vom 12.08.2013, X B 196/12, BFH/NV 2013, 1761, m.w.N.).
Die Vorschrift, auf die das FA die Änderung stützt, ist danach nichts anderes als die rechtliche Begründung der vorgenommenen Änderung, die jederzeit durch eine andere rechtliche Begründung ausgewechselt werden kann (BFH, Beschluss vom 12.08.2013, X B 196/12, BFH/NV 2013, 1761 m.w.N.).