Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4148.htm
Timestamp: 2018-11-20 22:37:19
Document Index: 74167802

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 64', '§ 22', '§ 2', '§ 4', '§ 2']

4.148 Stromelsberg-Hessenbühl
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Stromelsberg-Hessenbühl« vom 21.November 1988 (GBl. v. 31.01.1989, S. 13).
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz-NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBl. S. 199), und von § 22 Abs. 2 Landesjagdgesetz in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Obernheim und der Stadt Meßstetten, Zollernalbkreis, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Stromelsberg-Hessenbühl«.
(1) Das Naturschutzgebiet besteht aus zwei Teilflächen und hat eine Gesamtgröße von rund 43,62 ha. Davon entfallen auf die Gemarkung der Gemeinde Obernheim rund 15,93 ha und auf die Gemarkung Tieringen, Stadt Meßstetten rund 27,69 ha.
(2) Das Naturschutzgebiet umfaßt mit Stand vom 26. Januar 1988
· a) auf Gemarkung der Gemeinde Obernheim in den Gewannen Hinter der Linde, Hessenbühl und Hagental die Flurstücke Nummern:
2975 bis 2980, 2982 bis 2984, 2984/1, 2984/2, 2985, 2986/1, 2986/2, 2986/3, 2986/4, 2987 bis 2996, 3002, 3003/2, 3003/3, 3003/4, 3003/5, 3003/6, 3003/7, 3004, 3006, 3007, 3008/1, 3008/2, 3008/3, 3008/4, 3009/1, 3009/2, 3010/1, 3010/2, 3010/3, 3011, 3012, 3013/1, 3013/2,3014,3015 teilweise, 3018, 3021, 3023 bis 3026, 3027/1, 3027/2, 3027/3, 3027/4, 3028/1, 3028/2, 3029/ 1, 3029/2, 3030 bis 3034, 3035/1, 3035/2, 3036 bis 3045, 3065, 3066, 3067, 3068/1, 3068/2, 3069/1, 3069/2, 3070, 3071, 3072, 3096, 3097, 3530/1, 3530/2, 3531, 3533, 3534/1, 3534/2, 3535, 3536, 3537, 3540, 3550/1, 3550/2, 3566 teilweise, 3567 teilweise, 3568 teilweise, 3576 teilweise sowie Feldweg Nr. 12 teilweise;
· b) auf Gemarkung Tieringen, Stadt Meßstetten in den Gewannen Hagental, Hühnerbühl und Stromelsberg die Flurstücke Nummern:
4398 teilweise, 4400, 4401, 4403, 4404/1, 4404/2, 4405, 4406, 4407 teilweise, 4408, 4410 bis 4414; 4416, 4411, 4419 bis 4423, 4425 bis 4432, 4457/1, 4457/2, 4458, 4460 bis 4463, 4465, 4467, 4469, 4470, 4488 bis 4491, 4492/1, 4492/2, 4493 bis 4502, 4504 bis 4508, 4515 bis 4543, 4564, 4565/1, 4565/2, 4566 bis 4571, 4572/1, 4572/2, 4573, 4574, 4575, 4576/1, 4576/2 teilweise, 4577 bis 4581, 4582 teilweise, 4583 teilweise, 4584 teilweise, 4585 teilweise, 4586, 4587, 4588, 4590, 4592 bis 4597, 4598 teilweise, 4599 teilweise, 4600 teilweise, 4601 teilweise, 4602 teilweise, 4603, 4605, 4624 teilweise, 4636 teilweise, 4637/2 teilweise, 4638 teilweise, 4640.
(3) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen, Stand 26. Januar 1988, im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und rot angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen und beim Landratsamt Zollernalbkreis in Balingen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Schutzzweck ist die Erhaltung und Entwicklung einer reich strukturierten Heckenlandschaft der Albhochfläche in ihrem typischen Erscheinungsbild mit der daran gebundenen extensiven landwirtschaftlichen Nutzung als Lebensraum für gefährdete und geschützte Tier‑ und Pflanzenarten sowie als kulturhistorisches Relikt.
Von besonderer ökologischer und landschaftsästhetischer Bedeutung sind hierbei:
1. die vorwiegend auf den Grundstücksgrenzen stehenden Heckenzeilen und Steinriegel mit ihren malerisch herausragenden Bäumen und mit ihren Saumgesellschaften als Lebensraum zahlreicher Pflanzen‑ und Insektenarten;
2. die artenreichen Magerwiesen mit ihren teilweise besonders geschützten Pflanzen‑ und Tierarten;
3. das gesamte Gebiet in seiner gegenwärtigen Struktur als Nahrungs‑ und Brutgebiet für Greifvögel und weitere, an Hecken und Einzelbäume gebundene Vogelarten.
7. Neuaufforstungen vorzunehmen oder auf andere Weise Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;
11. das Schutzgebiet zu befahren;
14. auf landes‑ und gemeindeeigenen Grundstücken Düngemittel oder Chemikalien einzubringen;
15. das Landen und Starten von Fluggeräten aller Art einschließlich Modellflugzeugen;
16. auf den Wiesen Weidezäune, Koppeln oder Pferche einzurichten;
17. die Wiesen zu beweiden.
1. für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, daß jagdliche Einrichtungen nur dort eingerichtet werden, wo sie weder wertvolle Pflanzenstandorte noch das Landschaftsbild beeinträchtigen. Jagdliche Einrichtungen sind nur in einfacher Form aus naturbelassenen Hölzern zulässig;
2. für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung einschließlich der Holzbringung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;
3. für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß
a) auf den Wiesen keine Pferche und Weidezäune errichtet werden;
b) Weidebetrieb nur als Herbstweide mit Schafen in Hütehaltung erfolgt;
c) keine Wiesen in Ackerland umgewandelt werden;
d) Feldgehölze, Hecken, Buschgruppen und Einzelbäume nur im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen und unter Beachtung des Schutzzweckes dieser Verordnung genutzt und gepflegt werden; § 4 Abs. 2 Nr. 14 bleibt unberührt;
4. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren ordnungsgemäße Unterhaltung und Instandsetzung;
5. für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle veranlaßt werden;
Schutz‑, Pflege‑ und Entwicklungsmaßnahmen im Schutzgebiet können von der höheren Naturschutzbehörde in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnung ‑ für den Wald einvernehmlich mit der Forstverwaltung ‑festgelegt werden.
(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist (§ 2 Abs. 3 Satz 3) in Kraft.
(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des Landratsamtes Zollernalbkreis über das Landschaftsschutzgebiet »Großer Heuberg« vom 27. Juni 1984 (verkündet im Zollernalbkurier vom 30. Juni 1984) außer Kraft, soweit sie sich auf den Geltungsbereich dieser Verordnung bezieht.
TÜBINGEN, den 21. November 1988