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Timestamp: 2017-10-18 23:42:40
Document Index: 32178737

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 29', '§ 99', 'Art. 28', 'Art. 32', '§ 1', '§ 1', 'Art. 140', '§ 17', '§ 21', '§ 25', '§ 26', '§ 20', '§ 1', '§ 1', '§ 3', '§ 5', '§ 8', '§ 14', '§ 13', '§ 20', '§ 5', '§ 5', '§ 3', '§ 1']

Analyse von Aufbau und Struktur der Diakonie unter besonderer ... | Hausarbeiten publizieren
2. Grundlagen und Träger sozialer Dienste
2.1. Allgemeine Definitionsansätze sozialer Dienste
2.2. Charakterisierung sozialer Dienste
2.3. Träger und Anbieter sozialer Dienste
2.3.1. Öffentliche Träger
2.3.2. Privatgewerbliche Träger
2.3.3. Träger der freien Wohlfahrtspflege
3. Organisationsstruktur der Diakonie als größter Träger sozialer Dienste
3.1. Struktur des Diakonischen Werkes der EKD
3.1.1. Elemente des Verbands
3.1.1.1. Aufgabe als Spitzenverband
3.1.1.2. Stellung als Spitzenverband und die Auswirkung auf die Organisation
3.1.2. Element der Kirche
3.1.2.1. Verhältnis von Diakonie und evangelischer Kirche
3.1.2.2. Auswirkung auf die Struktur der Diakonie
3.1.3. Element des Vereins
3.1.3.1. Rechtsform „eingetragenerVerein“
3.1.3.2. Auswirkung auf die Organisation der Diakonie
3.2. Mitglieder des Diakonischen Werkes und deren Strukturen
3.2.1. Unmittelbare Mitglieder
3.2.1.1. Die evangelische Kirche in Deutschland
3.2.1.2. Die Freikirchen und die freikirchlichen Diakonischen Werke
3.2.1.3. Landesverbände
3.2.1.4. Fachverbände
3.2.2. Mittelbare Mitglieder
3.3. Organisationsaufbau und Verbandsgliederung
3.3.1. Regionalprinzip
3.3.2. Fachprinzip
3.4. Organe des Diakonischen Werkes
3.4.1. Diakonische Konferenz
3.4.2. Diakonischer Rat
3.4.3. Vorstand
3.5. Hauptgeschäftsstelle
3.5.1. Tätigkeiten der Hauptgeschäftsstelle
3.5.2. Organigramm
3.6. Aufgabenbereiche und Mitarbeiter
3.6.1. Aufgaben in Deutschland
3.6.2. Aufgaben International
3.6.3. Mitarbeiter
4. Finanzierung der sozialen Dienste in der Diakonie
4.1. Öffentliche Finanzierung
4.1.1. Allgemeine Rahmenbedingungen
4.1.1.1. Prinzip der Sozialstaatlichkeit
4.1.1.2. Prinzip der Pluralität der Trägerschaft
4.1.1.3. Prinzip der Subsidiarität
4.1.2. Sozialrechtliches Dreiecksverhältnis
4.1.3. Finanzierungsformen
4.1.3.1. Zuwendungsfinanzierung
4.1.3.1.1. Vollfinanzierung
4.1.3.1.2. Teilfinanzierung
4.1.3.2. Zuwendungsvertrag
4.1.3.3. Leistungsentgelt
4.1.3.4. Leistungsvertrag
4.2. Eigenmittel
4.2.1. Kirchensteuer
4.2.2. Spenden
4.2.3. Sonstige Eigenmittel
4.2.3.1. Kirchliche Kollekte
4.2.3.2. Mitgliedsbeiträge
4.2.3.3. Bußgelder
4.2.3.4. Finanzierung aus Spielbanken und Lotterien
4.2.3.5. Sozio-Sponsoring
4.2.3.6. Wohlfahrtsmarken
4.2.3.7. Fundraising
4.3. Zwischenfazit
5. Perspektiven und alternative Finanzierungsmodelle
5.1. Zukünftige Herausforderungen der Diakonie
5.1.1. Demografischer Wandel
5.1.2. Wandel in der Arbeitergesellschaft
5.1.3. Verschärfung der sozialen Spaltung zwischen Arm und Reich
5.2. Ursachen der Finanzierungsprobleme
5.3. Alternative Finanzierungsmodelle
5.3.1. Förderprogramme der KfW-Bankengruppe
5.3.1.1. Grundlagen der Kreditvergabe
5.3.1.2. Einsatz in der Sozialwirtschaft
5.3.2. Mezzanine-Kapital
5.3.2.1. Merkmale und Grundlagen
5.3.2.2. Einsatzmöglichkeiten in der Sozialwirtschaft
5.3.3. Investor-Betreiber-Modell
5.3.3.1. Grundlagen des Investor-Betreiber-Modells
5.3.3.2. Einsatz des Investor-Betreiber-Modells in der Sozialwirtschaft
5.3.4. Immobilienfonds
5.3.4.1. Grundlagen
5.3.4.2. Einsatzmöglichkeiten in der Sozialwirtschaft
Abbildung 1: Überblick über Träger und Anbieter sozialer Dienste
Abbildung 2: Anzahl der sozialen Einrichtungen der Spitzenverbände 2002
Abbildung 3: Organigramm des Diakonischen Werkes der EKD
Abbildung 4: Überblick über die Finanzierung sozialer Dienste
Abbildung 5: Sozialrechtliches Dreiecksverhältnis
Abbildung 6: Kategorisierung der Zuwendungsfinanzierung
Tabelle 1: Überblick über die Arbeitsfelder in der Diakonie
„Der Non-Profit-Sektor bleibt ein weißer Fleck auf der Landkarte der modernen Gesellschaften, unsichtbar für Politiker, Wirtschaftsführer und sogar für viele Angehörige des Sektors selbst.“[1]
Der sogenannte Dritte Sektor bezeichnet Non-Profit-Organisationen, die eine Stellung zwischen Markt und Staat einnehmen.[2] Diese befinden sich in einem stetigen Wachs­tum;[3] sei es als bedeutende Wirtschaftskraft, aus arbeitsmarktpolitischer Sicht[4] oder aber durch ihre Beiträge zum politischen und sozialen Leben.[5]
Allein im Jahr 1995[6] wurde in diesem Sektor 3,9 % des Bruttoinlandsprodukts erwirt­schaftet. Zudem waren im Jahr 1995 ca. 2,1 Mio. Menschen in Deutschland im Non­Profit-Sektor beschäftigt, was wiederum ca. 5 % der Gesamtbeschäftigung in der BRD ausmacht.[7]
Im deutschen Dritten Sektor dominieren vor allem Wohlfahrtsverbände, die insbeson­dere im Bereich der sozialen Dienste tätig sind[8], die den größten Anteil des Dritten Sektors ausmacht.[9] Allein die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege (Arbeiter­wohlfahrt, Deutscher Caritasverband, Paritätischer Gesamtverband, Deutsches Rotes Kreuz, Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, Diakonisches Werk der EKD[10] ) und die ihr angeschlossenen Träger und Einrichtungen tragen ca. drei viertel der sozialen Dienste[11] und werden dabei vor allem durch die öffentlichen Hand finan- ziert.[12] Die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege stehen jedoch als Anbieter sozialer Dienste vor erheblichen Herausforderungen, da der Markt ständigen Verände­rungen ausgesetzt ist. Zum einem führen demografische und gesellschaftliche Entwick­lungen zu einer steigenden Nachfrage nach sozialen Diensten und zum anderen wer­den diese nicht mehr von den knappen Finanzmitteln der öffentlichen Haushalte finan­zierbar sein.[13]
Aus diesem Grund ist das Ziel dieser Arbeit, die Auswirkungen des Aufbaus und der Struktur der Diakonie als größter Einrichtungsträger im Bereich sozialer Dienste im Hinblick auf deren Finanzierung zu analysieren. Die Arbeit soll aufzeigen welche Fi­nanzmittel der Diakonie aufgrund ihrer Struktur und ihrem Aufbau zur Verfügung ste­hen. Denn erst durch die Ermittlung des Istzustandes im Hinblick auf deren Aufbau, Struktur und Finanzierung ist es möglich, zukünftige Entwicklungen vor allem in Bezug auf Finanzierungsprobleme zu prognostizieren.
Die Arbeit beginnt im folgenden Abschnitt 2 mit einer kurzen Darstellung der Grundla­gen und Träger sozialer Dienste. Hierfür wird zunächst der Begriff „sozialer Dienste“ definiert und anschließend eine Charakterisierung sozialer Dienste vorgenommen. Ab­schließend erfolgt ein Überblick über die Anbieter und Träger sozialer Dienste.
In Abschnitt 3 wird der Aufbau der Diakonie als größter Einrichtungsträger im Bereich sozialer Dienste dargestellt. Dazu wird zunächst die Struktur der Diakonie als Spitzen­verband, Teil der Kirche und als eingetragener Verein untersucht, wobei insbesondere deren Auswirkung auf die Organisationsweise der Diakonie hervorgehoben wird. Nach der Darstellung der Mitglieder, der Organisationsform- uns Verbandsgliederung sowie die Organe und Hauptgeschäftsstelle schließt der 3. Abschnitt mit einer Vorstellung der verschiedenen Aufgabenbereiche und der Mitarbeiter ab.
Darauf aufbauend wird in Abschnitt 4 die Art und Weise der Finanzierung der sozialen Dienste der Diakonie erläutert. Hierzu werden zunächst die allgemeinen Rahmenbe­dingungen der Finanzierung dargestellt, bevor anschließend das sozialrechtliche Drei­eck und die zur Verfügung stehenden Finanzierungsformen erläutert werden. Abschnitt 4 schließt mit einem Zwischenfazit ab. Darin werden die im Abschnitt 3 (Aufbau und Struktur der Diakonie) sowie die in Abschnitt 4 (Finanzierung der sozialen Dienste) gewonnen Erkenntnisse der Istanalyse aufeinander bezogen, um dadurch die zentrale Fragestellung dieser Arbeit beantworten zu können.
In Abschnitt 5 werden Perspektiven aufgezeigt und vor allem zukünftige Herausforde­rungen der Diakonie erläutert, die insbesondere zusätzliche Finanzierungsprobleme schaffen. Anschließend werden mögliche alternative Finanzierungsquellen betrachtet. Die Ausführungen schließen in Abschnitt 6 mit einer Zusammenfassung der gesamten Arbeit sowie einem Ausblick ab.
Zu Beginn der Arbeit soll erörtert werden, wie soziale Dienste definiert und charakteri­siert sind, auf welcher rechtlichen und gesellschaftlichen Grundlage sie stehen sowie von welchen Akteuren soziale Dienste in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) ge­tragen werden.
Bereits Badura und Gross (1976) stellten fest, dass es keine einheitliche Umschrei­bung bzw. Definition sozialer Dienste gibt.[14] Der Begriff „soziale Dienste“ wird in der Literatur sehr uneinheitlich und widersprüchlich verwendet.[15] Auch lexikalisch ist die Begriffsbestimmung nicht präzise.[16] Zudem werden die Begriffe „soziale Dienste“ und „soziale Dienstleistungen“ häufig synonym verwendet.[17] Bei dem Versuch, soziale Dienste zu definieren, kommen Badura und Gross (1976) zu keiner eindeutigen Defini­tion. Sie stellen lediglich fest, dass soziale Dienste einige gemeinsame Merkmale auf­weisen. Demnach ist sozialen Diensten gemeinsam, dass es persönliche Dienste sind, die im Rahmen der staatlichen Sozialpolitik vom Staat, von juristischen Personen des öffentlichen Rechts oder von gemeinnützigen Trägern bereitgestellt werden oder zu­mindest mitfinanziert werden müssen, da sie weder mehr freiwillig noch unentgeltlich im soziokulturellen Bereich erbracht und auch nicht privatrechtlich bereitgestellt werden können.[18]
Bahle (2007) greift die Ergebnisse von Badurra und Gross auf und definiert soziale Dienste bzw. soziale Dienstleistungen als soziale Handlungen, die als persönliche Dienstleistung im Rahmen institutionalisierter sozialer Beziehungen erbracht werden, mit dem Zweck, die soziale Handlungskompetenz des Leistungsempfängers zu erhal­ten, zu verbessern oder bei einer dauerhaften Einschränkung durch geeignete Hand­lungen zu kompensieren. In dieser Definition sind soziale Dienste zum einem charakte­risiert als persönliche Dienstleistung.[19] Diese Art von Dienstleistung ist gekennzeichnet durch eine direkte soziale Interaktion zwischen dem Anbieter und dem Empfänger der Leistung.[20] Zudem ist sie „institutionalisiert“; das bedeutet, dass sie von einer dritten Partei (meistens von einer öffentlichen Instanz) geregelt ist und somit dauerhaft erb­racht wird. Schließlich sind soziale Dienste durch ihr spezifisches Ziel definiert. Dieses
Ziel besteht darin, die soziale Handlungskompetenz des Leistungsempfängers zu stär­ken oder zu kompensieren, wenn die Beeinträchtigung von Dauer ist.[21] [22] Bäcker et al. (2008) wiederum definieren soziale Dienste oder soziale Dienstleistungen als personenbezogene Leistungen, die professionell und entgeltlich erbracht werden und dabei mit der Bewältigung sozialer Risiken und Probleme verbundenen sind. Nach dieser Definition gehören jedoch familiäre und ehrenamtliche sowie unbezahlte Hilfe­leistungen nicht zu sozialen Diensten, da sie nicht professionell erbracht werden. Je­doch führt Bäcker selber auf, dass nicht professionelle Hilfen und professionelle Hilfen nicht voneinander isoliert betrachtet werden können, da sie sich gegenseitig ergän- zen.
Im Hinblick auf die vorliegenden Definitionen werde ich im Rahmen meiner Arbeit sozi­ale Dienste als soziale Handlungen, die als persönliche Dienstleistung im Rahmen der staatlichen Sozialpolitik vom Staat, von juristischen Personen des öffentlichen Rechts oder von gemeinnützigen Trägern bereitgestellt werden oder mindestens mitfinanziert werden müssen, mit dem Zweck, die soziale Handlungskompetenz des Leistungsemp­fängers zu erhalten, zu verbessern oder bei einer dauerhaften Einschränkung durch geeignete Handlungen zu kompensieren, definieren.
Soziale Dienste sind sehr vielfältig. Dennoch haben sie viele Gemeinsamkeiten, die sie von sach- und unternehmensbezogenen Dienstleistungen und von der Güterproduktion unterscheiden. Neben den Tätigkeiten der Einrichtungen, die bei der Erbringung sozia­ler Dienste anfallen, wie z. B. Versorgung und Verwaltung, gibt es Gemeinsamkeiten, die besondere Bedingungen für die Erbringung der sozialen Dienste zur Folge haben. Diese beziehen sich auf die unmittelbare Tätigkeit am Hilfe suchenden Menschen. Die wichtigsten Eigenschaften, die im Folgenden kurz aufgezeigt werden, sind der Perso­nenbezug, die begrenzte Rationalisierbarkeit, das Uno-actu-Prinzip, die Ko-Produktion sowie ihre Eigenschaft als Erfahrungs- und Vertrauensgut.[23]
Wie bereits aus der Definition ersichtlich ist, sind soziale Dienste personenorientiert, da sie sich unmittelbar an natürliche Personen richten und somit „Dienst am Menschen“ sind.[24]
Personalintensität und begrenzte Rationalisierbarkeit
Soziale Dienste können in der Regel nicht durch Informations- und Kommunikations­technologien ersetzt werden, da die Leistung direkt am Menschen erbracht wird. Sie sind somit nur begrenzt rationalisierungsfähig und dadurch sehr personal- und kosten­intensiv.[25]
Eine weitere Eigenschaft sozialer Dienste ist das Uno-actu-Prinzip. Danach fallen Pro­duktion und Konsumption zeitlich und räumlich zusammen. Das bedeutet, dass die Leistung bei der Erbringung direkt genutzt wird und somit nicht teilbar und lagerfähig ist, sondern vergänglich.[26] Zudem ist sie durch fehlende Transportfähigkeit gekenn­zeichnet.[27]
Bei der Erbringung von sozialen Diensten sind Anwesenheit und aktive Beteiligung des Betroffenen notwendig. Der Betroffene ist demnach gleichzeitig Objekt und Subjekt des Dienstleistungsprozesses. Somit ist das Ergebnis der Dienstleistung nicht nur von dem Leistungspotenzial des Leistungserbringers abhängig, sondern auch von der Beteili­gung des Leistungsempfängers.[28]
Erfahrungs- und Vertrauensgüter
Die sozialen Dienste zählen zu den sogenannten Erfahrungsgütern. Dies bedeutet, dass die Qualität der Leistung nicht vor ihrer Erbringung beurteilt werden kann. Sie muss zunächst in Anspruch genommen werden, und der Leistungsempfänger muss zudem darauf vertrauen, dass er die richtige Leistung erhält.[29]
Diese allgemeinen Charakteristika der sozialen Dienste stellen besondere Herausfor­derungen für ihre Träger und Anbieter dar. Insbesondere ist hervorzuheben, dass sozi­ale Dienste nicht durch Informations- und Kommunikationstechnologien ersetzt werden können, da die Leistung direkt am Menschen erbracht wird (sie ist personenorientiert). Im folgenden Abschnitt werden die Träger und Anbieter sozialer Dienste dargestellt.
Die sozialen Dienste werden in der BRD von öffentlichen Trägern, privat-gewerblichen Trägern und der freien Wohlfahrtspflege angeboten.[30] Im Folgenden sollen die Beson­derheiten der drei Träger und Anbieter sozialer Dienste dargestellt werden.
Die Gesamtverantwortung für die Erbringung sozialer Dienste tragen die öffentlichen Träger.[31] Öffentliche Träger sind öffentlich-rechtlich organisierte Körperschaften. Diese erbringen der Allgemeinheit zugängliche Leistungen, die auf gesetzlichen Grundlagen beruhen, auf dem Gebiet der Sozialarbeit.[32] Zu den öffentlichen Trägern zählen die Sozialversicherungsträger, die Länder und die höheren Kommunalverbände als übe­rörtliche Träger sowie die Städte, (Land-)Kreise und Gemeinden als örtliche Träger.[33] Die Sozialversicherungen als öffentliche Träger sind gemäß § 1 Abs. 1 Satz 1 SGB IV die gesetzlichen Kranken-, Unfall- und Rentenversicherungen.[34] Diese drei Bereiche sind wiederum auf eine Vielzahl von Trägern verteilt. Die Organisation der verschiede­nen Sozialversicherungsträger erfolgt nach Grundsätzen des Sozialgesetzbuchs (§§ 29 bis 66 SGB IV).[35] Neben den Kommunen sind die Sozialversicherungsträger die Hauptakteure im deutschen Sozialstaat. Sie erbringen jedoch zum größten Teil Geld­leistungen (Rente) oder sind lediglich Kostenträger (z. B. Krankenkassen). Sehr selten betreiben sie eigene Einrichtungen.[36]
Zu überörtlichen Trägern der sozialen Dienste zählen die Bundesländer und höhere Kommunalverbände. Sie decken mit ihrem Angebot einen bestimmten regionalen Be­reich ab.[37] Zu ihren Aufgaben gehören u. a. Beratung oder Initiierung von Modellvorha­ben der örtlichen Träger.[38] Zudem gehören die fachliche Beratung und auch zum Teil die Kontrollen der übrigen Träger (insbesondere von Heimen) zu ihrem Aufgabenge­biet. Die überörtlichen Träger sind ebenfalls für solche sozialen Aufgaben zuständig, die besonders teuer und/oder schwer zu lösen sind. Zudem werden sie aktiv, wenn ein übergeordnetes sozialstaatliches Interesse besteht, eine Aufgabe möglichst einheitlich zu erfüllen.[39] Gemäß § 99 Abs. 2 SGB XII können die überörtlichen Träger für die Durchführung ihrer Aufgaben örtliche Träger beauftragen.[40]
Zu örtlichen Trägern zählen kreisfreie Städte, (Land-)Kreise und Gemeinden. Die Kernaufgabe örtlicher Träger ist die direkte Umsetzung der Leistungsangebote in den Bereichen Sozialhilfe, Gesundheitsamt und der Kinder- und Jugendhilfe.[41] Gemäß Art. 28 II GG tragen die örtlichen Träger den verfassungsrechtlichen Auftrag der Da- seinsvorsorge.[42] Weitere Konkretisierungen sind im SGB I erfasst. So sind die Leis­tungsträger verpflichtet, dass die erforderlichen Dienstleistungen, die für die Ausfüh­rung von Sozialleistungen erforderlich sind, zur Verfügung stehen. Um dies sicherzu­stellen, sollen die örtlichen Träger mit gemeinnützigen sowie mit freien Organisationen zusammenarbeiten. Diese allgemeinen Vorschriften werden durch verschiedene Sozi­algesetze des Bundes und der Länder ergänzt. Darin werden die örtlichen Träger für die konkrete Durchführung von Aufgaben und Verpflichtungen verantwortlich gemacht (z. B. Leistungen nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz [SGB VIII]). Ein wesentli­cher Grund für die Übertragung von bundes- und landesgesetzlich geregelten Aufga­ben auf die kommunale Ebene ist, dass sie die Versorgung effektiver sicherstellen kann, da sie an den Bürgerinnen und Bürgern am nächsten ist.[43]
Zu den privatgewerblichen Trägern gehören Einzelpersonen, die auf Rechnung arbei­ten (u. a. Ärzte und private Erzieher), kleinere Firmen (z. B. private Pflegedienste) und große Sozialunternehmen mit mehreren Niederlassungen (z. B. private Alten- und Pflegeheime).[44] Der primäre Zweck privatgewerblicher Anbieter ist nicht die Erbringung sozialer Dienste,[45] sondern ihre Gewinnorientierung.[46] Sie decken den Bedarf an sozi­alen Diensten aus erwerbswirtschaftlichen Gründen und nicht aus Gemeinnützigkeit.[47]
In Deutschland ist die organisierte soziale Dienstleistungserbringung durch die starke Beteiligung der freien Wohlfahrtspflege charakterisiert.[48] In Deutschland werden ca. drei Viertel der sozialen Dienste von der freien Wohlfahrtspflege angeboten.[49] Die freie Wohlfahrtspflege ist die Gesamtheit aller sozialen Hilfen, die gemeinnützig und in or­ganisierter Form in der BRD erbracht werden.[50] Das Adjektiv „freie“ unterstreicht dabei die Unabhängigkeit der Wohlfahrtspflege von jeglichem staatlichen Einfluss.[51] Zudem hat die freie Wohlfahrtspflege in Deutschland durch das Subsidiaritätsprinzip eine Vor­rangstellung gegenüber staatlichen und kommerziellen Anbietern.[52] Der Unterschied zwischen der freien Wohlfahrtspflege und der öffentlichen Wohlfahrtspflege ist, dass die freie Wohlfahrtspflege sich ihre Ziele selbst setzt und befolgt. Die öffentlichen Trä­ger erfüllen hingegen hoheitliche Aufgaben, ihr Handlungsziel ist die Umsetzung ge­setzlicher Bestimmungen.[53] Von den privatgewerblichen Trägern unterscheidet sich die freie Wohlfahrtspflege wiederum dadurch, dass sie nicht von Gewinnerzielungsabsich­ten geleitet ist.[54] Die einzelnen Organisationen der freien Wohlfahrtspflege sind in sechs Spitzenverbänden der freien Wohlfahrtspflege zusammengeschlossen. Sie sind die Dachverbände vieler rechtlich selbstständiger Träger und Einrichtungen.[55] Die sechs Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege sind: die Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Deutscher Caritasverband, der Paritätische Gesamtverband, das Deutsche Rotes Kreuz (DRK), die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) und das Diakonische Werk (DW) der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).[56]
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die sozialen Dienste in der BRD von drei Trägern mit unterschiedlichen Zielen und Zwecken erbracht werden. Während die öffentlichen Träger aufgrund gesetzlicher Grundlagen soziale Dienste erbringen, handeln die privatgewerblichen Träger nach dem erwerbswirtschaftlichen Prinzip, bei der die Gewinnerzielung im Vordergrund ihrer Arbeit steht. Die freien Träger der Wohl­fahrtspflege hingegen, die drei Viertel der sozialen Dienste in der BRD erbringen, han­deln freiwillig und nach dem Gemeinnützigkeitsprinzip.
Insbesondere die beiden konfessionellen Wohlfahrtsverbände Caritas und das Diako­nische Werk sind die größten und die einflussreichsten Träger der freien Wohlfahrts­pflege in der BRD.[57] Aus der Abbildung 2 ist des Weiteren ersichtlich, dass das Diako­nische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland über die meisten Einrichtungen im Bereich der sozialen Dienste verfügt.
Im nächsten Abschnitt sollen die Struktur, der Aufbau und die Organisationsform des größten Einrichtungsträgers im Bereich der sozialen Dienste in der BRD aufgezeigt werden. Es ist notwendig die Organisationsstruktur kennenzulernen, um zu verstehen, wie die sozialen Dienste finanziert werden, um anschließend die zukünftige Entwick­lung reflektieren zu können.
Abbildung 2: Anzahl sozialer Einrichtungen der Spitzenverbände 2002
Quelle: eigene Darstellung, in Anlehnung an IW Köln 2004, S. 9.58
3. Organisationsstruktur der Diakonie als größter Träger sozia­ler Dienste
Die Diakonie[58] definiert sich selbst als primär der christlichen Tradition der Nächsten­liebe verpflichtet. Aus diesem Grund stellt sie die soziale Arbeit, worunter die Hilfe für Notleidende oder sozial ungerecht behandelte Menschen verstanden wird, an erste Stelle ihrer Arbeit. Dabei richtet sich die Diakonie an alle Gruppen Hilfebedürftiger.[59] Das Diakonische Werk der EKD ist durch den Zusammenschluss der Organisationen „Innere Mission“ und „Hilfswerk“ im Jahre 1975 entstanden.[60] Sie verpflichtet sich dem Auftrag von Jesus und setzt die Tätigkeiten dieser zwei Organisationen fort.[61]
Das Diakonische Werk der EKD ist eingetragener Verein, einer der sechs Spitzenver­bände der freien Wohlfahrtspflege und Teil der evangelischen Kirche in Deutschland zugleich. Damit ist es ein sehr kompliziertes Rechtsgebilde. Die Stellung des Diakoni­schen Werks der EKD kann nur bei einer gleichzeitigen Betrachtung dieser drei Ele­mente staatlich und kirchlich eingeordnet werden.[62] Aus diesem Grund werden im Fol­genden diese drei Elemente genauer beschrieben, wobei aufgezeigt wird, wie sich die­se Elemente auf die Organisationstruktur des Diakonischen Werks auswirken.
Das Diakonische Werk der EKD ist der Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege.[63] Gemeinsam mit den fünf anderen Spitzenverbänden der freien Wohlfahrtspflege ist es auf Bundesebene zur Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) zusammengeschlossen.[64]
In Form der Bundesarbeitsgemeinschaft vertreten die Verbände die Gesamtinteressen der freien Wohlfahrtspflege gegenüber dem Staat und der Gesellschaft.[65] Ein Charak­teristikum der Spitzenverbände ist ihre Multifunktionalität. Sie agieren auf Bundes- und
Landesebene in erster Linie als verbandspolitische Interessensvertreter des jeweiligen Spitzenverbands und ihrer Mitgliedsorganisationen. Zudem sind die Bundes- und Lan­desverbände in die Politikformulierung und den sozialpolitischen Gesetzgebungspro­zess eingebunden. Des Weiteren sind einige Landesverbände neben der Interessens­vertretung auch selbst Träger sozialer Dienste und Einrichtungen.
З.1.1.2. Stellung als Spitzenverband und die Auswirkung auf die Organisation
Die Grundlage für das Selbstverständnis und die Stellung der Wohlfahrtsverbände bil­den drei Prinzipien des dritten Sektors: das Subsidiaritätsprinzip, das Selbstverwal­tungsprinzip und das Prinzip der Gemeinwirtschaft. Das Subsidiaritätsprinzip ist dabei das wichtigste Prinzip.[66] Jeder Spitzenverband ist föderalistisch strukturiert. Das be­deutet, dass sie sich auf Landesebene[67] und kommunale Ebene gliedern.[68] Ausschlag­gebend für die Gliederung und den Aufbau des Gesamtsystems der freien Wohlfahrts­pflege ist das Subsidiaritätsprinzip. Das Subsidiaritätsprinzip bedeutet, dass die Selbsthilfe eines Menschen Vorrang vor der Fremdhilfe hat.[69] Aus diesem Prinzip folgt, dass falls ein Einzelner sich nicht selbst helfen kann, zunächst die Familie, die Nach­barschaft, die Selbsthilfegruppe, die freie Wohlfahrtspflege, die Gemeinde und erst dann eine staatliche Institution helfend eingreifen soll.[70] Die gesellschaftlichen Selbst­hilfekräfte (auch die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege) haben also Vorrang vor der Aufgabenerfüllung durch den Staat. Der Staat und die Kommunen sind somit verpflichtet, die ihr untergeordneten Wohlfahrtsverbände bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben zu unterstützen.[71]
Das Selbstverwaltungsprinzip drückt wiederum aus, dass der Gesetzgeber einen Handlungsrahmen sowie Aufgaben vorgibt und dass die Organe der Selbstverwaltung diese Aufgaben innerhalb des Handlungsrahmens eigenverantwortlich erfüllen. Sie verfügen somit über eine staatsunmittelbare Autonomie. Die Begründung des Selbst­verwaltungsprinzips liegt in der Überlegung, Zentralisierung und Dezentralisierung, Machtkonzentration und Machtbeschränkung sowie staatliche Steuerung und freie Selbstregulierung miteinander zu verbinden.[72]
Nach dem Prinzip der Gemeinwirtschaft steht nicht die Gewinnerzielungsabsicht als Triebkraft der Aktivitäten der Verbände, sondern die Befriedigung der Bedürfnisse der
Allgemeinheit, die Herstellung sozialer Gerechtigkeit und die unmittelbare Bedarfsde­ckung der Gesellschaft.[73] Die staatsrechtliche Verortung der Wohlfahrtsverbände ist in mehreren Gesetzen festgehalten (insbesondere im Bundessozialhilfegesetz, SGB XII).[74] Die deutlichste Stellung der freien Wohlfahrtspflege findet sich im Einigungsver­trag („Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokra­tischen Republik über die Herstellung der Einheit Deutschlands“) vom 31. August 1990.[75] In Art. 32 des Einigungsvertrages heißt es: „die Verbände der freien Wohl­fahrtspflege und die Träger der Jugendhilfe leisten mit ihren Einrichtungen und Diens­ten einen unverzichtbaren Beitrag zur Sozialstaatlichkeit des Grundgesetzes“.[76] Somit sind die Regierung und die Verwaltung verpflichtet, mit den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege zum Wohl der hilfebedürftigen Bürger zusammenzuarbeiten.[77] Das Diakonische Werk der EKD ist also ein integraler Bestandteil des deutschen Sozi- alstaats[78] und setzt sich für seine Weiterentwicklung ein. Dabei richtet es seine Aktivi­täten an den drei Prinzipen aus, die den Sozialstaat tragen: Solidarität, Personalität und Subsidiarität. Solidarität bedeutet, dass die Leistungsstarken mit den Leistungs­schwachen teilen. Personalität bedeutet, dass individuell auf die Nöte Einzelner einge­gangen wird.[79] Durch das Subsidiaritätsprinzip schließlich erfüllt es sozialstaatliche Aufgaben im Auftrag und refinanziert diese durch die sozialen Sicherheitssysteme des Staates.[80]
Zudem ist das Diakonische Werk Teil der evangelischen Kirche in Deutschland.[81] Die­se Besonderheit des Diakonischen Werkes hat ebenso wie ihre Rolle als Spitzenver­band der freien Wohlfahrtspflege in vielerlei Hinsicht Auswirkungen darauf, wie das Werk organisiert ist. Im Folgenden wird deshalb das Verhältnis zwischen der Diakonie und der Kirche beschrieben sowie aufgezeigt, welche Konsequenzen sich daraus für die Organisationsstruktur ergeben.
Das Verhältnis von Diakonie und evangelischer Kirche ist in der Satzung des Diakoni- schen Werkes festgeschrieben. In § 1 Abs. 1 der Satzung ist festgelegt, dass das Dia- konische Werk als Werk der EKD diakonische und volksmissionarische Aufgaben im Sinne der Grundordnung der evangelischen Kirche in Deutschland wahrnimmt.[82] Die evangelische Kirche bestätigt die Satzung in § 1 des Kirchengesetzes über das Diako­nische Werk der EKD, indem sie festschreibt, dass sie unter Mitverantwortung ihrer Organe, ihre diakonischen Aufgaben mittels des Diakonischen Werkes wahrnimmt. Zudem fügt sie hinzu, dass sie das Diakonische Werk beauftragt, diese Aufgaben für die evangelische Kirche in Deutschland, gegenüber den Gliedkirchen und ihren Wer­ken, den Verbänden und Einrichtungen, den anderen Verbänden der freien Wohl­fahrtspflege, dem Staat und der Öffentlichkeit sowie gegenüber ökumenischen Part­nern zu vertreten.[83]
Aus diesen beiden Grundsätzen ist ersichtlich, dass das Diakonische Werk der EKD kein ungebundener Verein oder Verband ist. Die Mitglieder müssen demnach die so­zialen Dienste auf evangelischer Grundlage und mit kirchlicher Bindung erfüllen.[84] In der Mitgliedschaftsordnung des Diakonischen Werkes heißt es, dass die Mitglieder unabhängig von ihrer Rechtsform der Kirche zugeordnet sind und dass sie ihre Aufga­ben und ihren Zweck nach kirchlichem Selbstverständnis auszuführen haben.[85] Auch das Bundesverfassungsgericht hat bestätigt, dass auch die gesamte privatrechtlich organisierte Diakonie durch ihre kirchliche Zuordnung „Kirche im verfassungsrechtli­chen Sinne“ ist.[86]
Das Verhältnis von Diakonie und evangelische Kirche prägt die Organisationsstruktur des Werkes nachhaltig. Zum einen genießt das Diakonische Werk als Teil der evange­lischen Kirche besondere Rechte und Freiheiten des Art. 140 GG in Verbindung mit den betreffenden Artikeln der Weimarer Reichsverfassung[87]: Demgemäß kann die Kir­che ihre Angelegenheiten durch Gesetze und Ordnungen selbst verwalten.[88] Diese verfassungsrechtliche Garantie des Selbstbestimmungsrechts der Kirche gilt auch für die Diakonie und ihre Mitgliedseinrichtungen.[89] In manchen Bereichen, wie u. a. im
Arbeitsrecht, gilt das staatliche Recht für die Kirchen nicht und somit auch nicht für die Diakonie.[90] Für das Diakonische Werk existieren somit spezielle Arbeitsvertragliche Regelungen, die außerhalb des Betriebsverfassungs- und Personalvertretungsgesetz­tes angesiedelt sind.[91]
Des Weiteren ist das Diakonische Werk aus religiösen Motiven dezentralistisch organi­siert. Sie orientiert sich an den selbstständigen Landes- und Gliedkirchen der EKD.[92] Diese Organisationsform hat ihren Ursprung in der evangelischen Glaubenslehre. Die evangelische Glaubenslehre lehnt eine sich legitimierende Zentralinstanz ab und er­kennt somit in Abgrenzung zur katholischen Glaubenslehre kein Papsttum an. Denn nach dem protestantischen Glaube gibt es zwischen Mensch und Gott eine unmittelba­re Beziehung, die keiner Vermittelbarkeit bedarf. Daher ist die evangelische Kirche föderal strukturiert mit dezentral operierenden diakonischen Organisationen.[93] Ein Vor­teil dieser dezentralen Organisationsform ist, dass die Diakonie einen größeren Gestal­tungsspielraum und vielfältige Entwicklungsperspektiven hat.[94]
Ferner gibt die Diakonie durch die Anbindung an die Kirche einen Teil ihrer Vereinsau­tonomie auf und überträgt dadurch einen Teil der Verantwortung an die Kirche. In der Praxis bedeutet dies, dass beispielsweise bei Satzungsänderungen ein kirchliches Or­gan mit zustimmen muss.[95] Zwischen der EKD und der Diakonie besteht eine wechsel­seitige Gremienbeteiligung. Darüber hinaus hat das Diakonische Werk eine Auskunfts­und Beratungspflicht gegenüber den Organen der EKD. Bei Satzungsänderungen oder Planungen des Diakonischen Werkes, die zu erheblicher finanzieller Belastung führen können, muss das Diakonische Werk den Rat der EKD rechtzeitig informieren (§§ 17 und 18).[96] Die evangelische Kirche und die Diakonie sind also sowohl personell als auch rechtlich und institutionell miteinander eng verbunden.[97]
Die heutige Rechtsform des Diakonischen Werkes der EKD ist „eingetragener Verein“ (e. V.). Durch diese Rechtsform hat das Diakonische Werk der EKD größere Hand­lungsspielräume, als sie durch eine zu straffe Einbindung in die Struktur der verfassten Kirche erreicht hätte.[98]
3.1.3.1. Rechtsform „eingetragener Verein“
Der Verein ist ein Zusammenschluss von mehreren Personen, die gemeinsam und auf Dauer einen gemeinsamen Zweck verfolgen.[99] Der Zweck eines e. V. darf nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb ausgerichtet sein. Nach der Rechtsprechung steht aber einer wirtschaftlichen Geschäftstätigkeit des Vereins nichts entgegen, wenn diese nur als Hilfsmittel zur Erreichung des nicht wirtschaftlichen Zwecks dient und gegenüber der nicht wirtschaftlichen Vereinsbetätigung relativ geringfügig ist.[100] Ein grundsätzliches Merkmal eines Vereins ist seine Mitgliedsstruktur.[101] Die Mitglieder bestimmen nach demokratischen Grundsätzen die Ziele und die Art der Aufgabenerfül­lung.[102] Die rechtliche Normen, die für einen eingetragenen Verein gelten, sind in den §§ 21-79 BGB geregelt.[103] Die Verfassung des Vereins ist die Vereinssatzung (§ 25),[104] für die im BGB Mindeststandards vorgeschrieben sind.[105] Zudem wird ein eingetragener Verein von einem Vorstand geleitet (§ 26), der für die gerichtliche und außerordentliche Vertretung des Vereins zuständig.[106] Er ist zudem befugt, zugunsten des Vereins Geschäfte abzuschließen. Der Verein erlangt eine eigene Rechtspersön­lichkeit, wenn er sich in den Vereinsregister einträgt, der durch den Zusatz ,,e. V.“ im Namen erkennbar zum Ausdruck kommt.[107] Wenn ein eingetragener Verein aus­schließlich gemeinnützige Zwecke verfolgt, erhält er auf Antrag von dem zuständigen Finanzamt eine entsprechende Bescheinigung.[108] Dieses führt zu einer weitgehenden Steuerbefreiung für die Einrichtungen (Gewerbe-, Umsatz- und Vermögensteuer u. a.) und zur Befugnis, steuerbefreiende Bescheinigungen für den Spender auszustellen.[109] Der Vorteil eines eingetragenen Vereins ist die Rechtsklarheit und die Eigenständig­keit im Geschäftsverkehr; der Nachteil ist der große Aufwand bei der Erstellung und Befolgung der Vereinssatzung.[110]
Die Grundsätze des eingetragenen Vereins gelten ausnahmslos auch für das Diakoni- sche Werk, das die Rechtsform „eingetragener Verein“ hat. Im Folgenden werden die Auswirkungen der Rechtsform „eingetragener Verein“ auf den Aufbau des Diakoni- schen Werkes dargestellt.
3.I.3.2. Auswirkung auf die Organisation der Diakonie
Gemäß § 20 Abs. 1. ergibt sich der Vereinszweck des Diakonischen Werkes aus § 1 Abs. 1 der Satzung. Demnach ist es der Zweck der Diakonie als Werk der EKD, diako- nische und volksmissionarische Aufgaben im Sinne der Grundordnung der EKD wahr­zunehmen. Die Zweckverwirklichung des Diakonischen Werkes ist in § 1 Abs. 3 bis 5 beschrieben.[111] Als eingetragener Verein verfügt auch das Diakonische Werk der EKD über eine Reihe von Mitgliedern.[112] Diese müssen auch gemäß der Satzung (§ 3 Abs. 4) diakonische oder volksmissionarische Tätigkeiten unmittelbar oder mittelbar zum Gegenstand der Arbeit haben und dabei ausschließlich gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgen[113] [114], Rahmenbestimmungen einhalten (§ 5 Abs. 4) sowie die von der Diakonischen Konferenz beschlossenen Mitgliedsbeiträge entrichten gemäß (§ 8 Abs. 1 Nr. 4 i.V.m. § 14)[115]. Des Weiteren wird auch das Diakonische Werk der EKD von einem Vorstand geleitet, der die laufenden Geschäfte führt (§ 13).[116] Das Diakonische Werk ist im Sinne der Vorschriften des dritten Abschnitts „Steuerbe­günstigte Zwecke der Abgabenordnung“[117] als gemeinnützig anerkannt[118], da es ge­mäß § 20 Abs. 1 ausschließlich gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Zwecke ver­folgt. Somit genießt eine weitgehende Steuerbefreiung für die Einrichtungen (Gewerbe­, Umsatz- und Vermögensteuer u. a.) und verfügt über die Befugnis, spendenbefreien­de Bescheinigungen für den Spender auszustellen.[119]
Aus der Rechtsform selbst als „eingetragener Verein“ hat das Diakonische Werk der EKD keine Kirchengebundenheit. Doch das Diakonische Werk ist vereinsrechtlich der EKD in Deutschland zugeordnet. Dadurch hat es Teil an den staatskirchenrechtlichen Regelungen zugunsten der Kirchen, insbesondere der kirchlichen Autonomie gegen­über staatlicher Macht.[120] Die kirchlichen Organe dürfen die kirchlichen, sozialen Ein­richtung nur insoweit kontrollieren und überwachen, als es in der Satzung vorgeschrie­ben ist. Außerdem darf durch die Vereinssatzung die Selbstverwaltung der Einrichtun­gen nicht komplett aufgehoben werden.[121]
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die drei Elemente (Spitzenver­band, Kirche, Verein) die Organisationsform des Diakonischen Werkes und somit auch ihrer Einrichtungen nachhaltig prägen und dass das Diakonische Werk der EKD als Spitzenverband, Verein und Teil der Kirche, eine große gesellschafts- und sozialpoliti­sche Bedeutung in der Bundesrepublik hat.[122]
Zudem zählt das Diakonische Werk der EKD als Verein zahlreiche Mitglieder. Im nach­folgenden Abschnitt sollen die Mitglieder sowie ihre Aufgaben und Merkmale aufge­zeigt werden.
Das Diakonische Werk hat sowohl unmittelbare als auch mittelbare Mitglieder (vgl. Ka­pitel 3.2.1 und 3.2.1). Die Voraussetzung für die Mitgliedschaft beim Diakonischen Werk (unmittelbar und mittelbar) ist, dass die Mitglieder diakonische oder volksmissio­narische Tätigkeiten unmittelbar oder mittelbar zum Gegenstand ihrer Arbeit machen und ausschließlich gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgen (vgl. Kapitel 3.1.3.2).[123] Das Diakonische Werk ist gemäß § 5 Abs. 1 der Satzung berechtigt, Rahmenbestimmungen für seine Mitglieder in bestimmten Gebieten festzulegen. Diese umfassen u. a. die gegenseitige Information, das Arbeitsrecht, das Mitarbeitervertre­tungsrecht, die Wirtschaftsprüfung, die Statistik sowie Mindestanforderungen für ihre Rechtsform und Satzung.[124] Darüber hinaus können alle Mitglieder des Diakonischen Werkes ihre Tätigkeiten selbstständig gestalten. Das Diakonische Werk ist nicht er­mächtigt, den Mitgliedern Weisungen zu geben oder sie in ihrer Arbeit zu beeinträchti­gen (§ 5 Abs. 4).[125] Außerdem lässt das Diakonische Werk keine persönlichen Mit­gliedschaften zu.[126]
Unmittelbare Mitglieder des Diakonischen Werkes sind die EKD, die im Diakonischen Werk mitarbeitenden Freikirchen, die freikirchlichen Diakonischen Werke, die Landes­verbände und die Fachverbände (§ 3.Abs. 1).[127]
Die EKD ist unmittelbares Mitglied im Diakonischen Werk. In § 1 Abs. 1 des Kirchen­gesetzes über das Diakonische Werk heißt es, dass die EKD ihre diakonischen Aufga­ben unter Mitverantwortung ihrer Organe durch das Diakonische Werk wahrnimmt. Die 58 Die ZWST gehört auch zu den Spitzenverbänden, doch wegen ihrer geringen Anzahl an Einrichtungen erreicht sie keine relevante Größenordnung (vgl. IW Köln 2004, S. 9.58). Aktuellere Angaben zur Anzahl sozialer Einrichtungen der Spitzenverbände im Vergleich sind nicht ver­fügbar.
[1] Vgl. Salamon et al. 1999, S. 1.
[2] Vgl. Horcher 2009, S. 241.
[3] Vgl. Neil van Bentem 2006, S. 104.
[4] Vgl. Priller/Zimmer 2001, S. 16.
[5] Vgl. Priller/Zimmer 2001, S. 42.
[6] Die Daten für den Dritten Sektor wurden zuletzt im Rahmen des Projekts der John Hopkins Universität im Jahre 1995 erhoben. Eine Darstellung und Schätzung der Größe des Dritten Sektors anhand der Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung und der Bundesagentur für Arbeit ist durch die mit Erfassung der Dienstleistungen der privaten Organisationen ohne Erwerbscharakter nicht mehr möglich. Auch die Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes liefern keine besseren Ergebnisse (vgl. Enste 2004, S. 53).
[7] Vgl. Priller/Zimmer 2001, S. 16 f.
[8] Vgl. Priller/Zimmer 2001, S. 27.
[9] Vgl. Priller/Zimmer 2001, S. 23.
[10] Vgl. Bagfw o.J.b.
[11] Vgl. Bäcker/Naegele/Bispinck/Hofemann/Neubauer 2008, S. 542.
[12] Vgl. Hofmann 2010, S. 9.
[13] Vgl. Enste 2005, S. 180.
[14] Vgl. Badura/Gross 1976, S. 73.
[15] Vgl. Wirth 1982, S. 12.
[16] Vgl. Bauer 2001, S. 25.
[17] Vgl. Bäcker/Naegele/Bispinck/Hofemann/Neubauer 2008, S. 508, sowie Bahle 2007, S. 34.
[18] Vgl. Badura/Gross 1976, S. 77 f.
[19] Vgl. Bahle 2007, S. 34.
[20] Vgl. Badura/Gross 1976, S. 73.
[21] Vgl. Bahle 2007, S. 34.
[22] Vgl. Bäcker/Naegele/Bispinck/Hofemann/Neubauer 2008, S. 507.
[23] Vgl. Bäcker/Naegele/Bispinck/Hofemann/Neubauer 2008, S. 509 ff.
[24] Vgl. Hartmann 2011, S. 76.
[25] Vgl. Bäcker/Naegele/Bispinck/Hofemann/Neubauer 2008, S. 509 f.
[26] Vgl. Schlick/Rochhold 2007, S. 943.
[27] Vgl. Ahlert/Blaich/Evanschitzky 2003, S. 46.
[28] Vgl. Bäcker/Naegele/Bispinck/Hofemann/Neubauer 2008, S. 510.
[29] Vgl. Naegele 2011, S. 407.
[30] Vgl. Bäcker/Naegele/Bispinck/Hofemann/Neubauer 2008, S. 525 f.
[31] Vgl. Mardorf 2006, S. 214.
[32] Vgl. Krüger 2007, S. 9.
[33] Vgl. Bäcker/Naegele/Bispinck/Hofemann/Neubauer 2008, S. 525.
[34] Vgl. Waltermann 2009, S. 59.
[35] Vgl. Ortmann 2005, S. 408.
[36] Vgl. Bödege-Wolf/Schellberg 2005, S. 67.
[37] Vgl. Bäcker/Naegele/Bispinck/Hofemann/Neubauer 2008, S. 533 f.
[38] Vgl. Bettmer 2005, S. 432.
[39] Vgl. Bäcker/Naegele/Bispinck/Hofemann/Neubauer 2008, S. 534.
[40] Vgl. Schwabe 2007, S. 159.
[41] Vgl. Mardorf 2006, S. 215.
[42] Vgl. Schmidt-Aßmann/Röhl 2005, S. 81.
[43] Vgl. Bäcker/Naegele/Bispinck/Hofemann/Neubauer 2008, S. 527 f.
[44] Vgl. Frerichs/Stadler-Vida 2003, S. 17.
[45] Vgl. Merchel 2008, S. 187.
[46] Vgl. Stracke-Metes 2003, S. 102.
[47] Vgl. Bödege-Wolf/Schellberg 2005, S. 53.
[48] Vgl. Bäcker/Naegele/Bispinck/Hofemann/Neubauer 2008, S. 534.
[49] Vgl. Bäcker/Naegele/Bispinck/Hofemann/Neubauer 2008, S. 542.
[50] Vgl. BAGFW o.J.a.
[51] Vgl. Dahme/Schütter/Wohlfahrt 2008, S. 95.
[52] Vgl. Enste 2004, S. 10.
[53] Vgl. Dahme/Schütter/Wohlfahrt 2008, S. 95 f.
[54] Vgl. BAGFW o.J.a.
[55] Vgl. Braasch 2007, S. 349.
[56] Vgl. BAGFW o.J.b.
[57] Vgl. Paulmann 2004, S. 67.
[58] Der Begriff „Diakonie“ hat seinen Ursprung in der griechischen Wortfamilie „diakon“ und wird normaler­weise mit „dienen“ übersetzt (vgl. Ulrich Luz, S. 17). Heutzutage versteht man unter dem Wort „Diakonie“ organisierte Tätigkeiten der evangelischen Kirche und ihren Einrichtungen (vgl. Boeßenecker 2005, S. 123).
[59] Vgl. Diakonie 2009, S. 4.
[60] Vgl. Boeßenecker 2005, S. 123.
[61] Vgl. Diakonie 2009, S. 4.
[62] Vgl. Klose 2007, S. 380.
[63] Vgl. Petersen 2003, S. 164.
[64] Vgl. BAGFW 2010, S. 8.
[65] Vgl. Steinbacher 2003, S. 5.
[66] Vgl. Moos/Klug 2009, S. 16.
[67] Bei dem Diakonischen Werk sind die Landesverbände entsprechend der Landeskirchenverbände ge­gliedert (vgl. Bödege Wolf/Schellberg 2005, S. 99).
[68] Vgl. Horcher 2009, S. 224.
[69] Vgl. Moos/Klug 2009, S. 16.
[70] Vgl. Wienand 2006, S. 11.
[71] Vgl. Moos/Klug 2009, S. 17.
[72] Vgl. Bäcker/Naegele/Bispinck/Hofemann/Neubauer 2008, S. 129.
[73] Vgl. Detjen 2009, S. 210.
[74] Vgl. Klose 2007, S. 380.
[75] Vgl. Hesse/Ellwein 2004, S. 69.
[76] Artikel 32 EV
[77] Vgl. Klose 2007, S. 380.
[78] Vgl. Fetzer/Beck 2008, S. 140.
[79] Vgl. Ragati 1997, S. 1.
[80] Vgl. Fetzer/Beck 2008, S. 140.
[81] Nach der Grundordnung von 1948 ist die evangelische Kirche in Deutschland ein Bund, lutherischer, reformierter und initiierter Kirchen (vgl. Ensinger 2006, S. 39).
[82] Vgl. Diakonie 2009, S. 4.
[83] Vgl. Diakonie 2009, S. 26.
[84] Vgl. Klose 2007, S. 380.
[85] Vgl. Diakonie 2009, S. 23.
[86] Vgl. Klose 2007, S. 380.
[87] Vgl. Klose 2007, S. 380.
[88] Vgl. Klose 2007, S. 380.
[89] Vgl. Schäfer 2008, S. 32.
[90] Vgl. Klose 2007, S. 380.
[91] Vgl. Enste 2004, S. 93.
[92] Vgl. Enste 2004, S. 93.
[93] Vgl. Boeßenecker 2005, S. 125.
[94] Vgl. Enste 2004, S. 93.
[95] Vgl. Witschke 2005, S. 249.
[96] Vgl. Ensinger 2006, S. 53.
[97] Vgl. Schäfer 2008, S. 32.
[98] Vgl. Ensinger 2006, S. 51.
[99] Vgl. Boemke/Ulrici 2009, S. 415.
[100] Vgl. Sakowski 2008, S. 35.
[101] Vgl. Bock/Fabijancic-Müller/Stingl/Schwink 2006, S. 35.
[102] Vgl. Falterbaum 2009,S. 67.
[103] Vgl. Enquete-Kommission 2002, S. 234.
[104] Vgl. Sakowski 2008, S. 36.
[105] Vgl. Wöhrle-Himmel 2007, S. 79.
[106] Vgl. Sakowski 2008, S. 36.
[107] Vgl. Falterbaum 2009, S. 67.
[108] Vgl. Sakowski 2008, S. 36.
[109] Vgl. Falterbaum 2009, S. 67.
[110] Vgl. Falterbaum 2000, S. 98.
[111] Vgl. Diakonie 2009, S. 18.
[112] Vgl. Schmid/Mansour 2007, S. 250.
[113] Vgl. Diakonie 2009, S. 6.
[114] Vgl. Diakonie 2009, S. 7.
[115] Vgl. Diakonie 2009, S. 56.
[116] Vgl. Diakonie 2009, S. 15.
[117] Vgl. Diakonie 2009, S. 18.
[118] Vgl. Bauer/Dahme/Wohlfahrt 2010, S. 813.
[119] Vgl. Falterbaum 2009, S. 67.
[120] Vgl. Falterbaum 2000, S. 60 f.
[121] Vgl. Falterbaum 2000, S. 96.
[122] Vgl. Klose 2007, S. 380.
[123] Vgl. Diakonie 2009, S. 20.
[124] Vgl. Diakonie 2009, S. 7.
[125] Vgl. Diakonie 2009, S. 8.
[126] Vgl. Klausch/Struck 2010, S. 838.
[127] Vgl. Diakonie 2009, S. 6.
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Necla Özdogan, 2012, Analyse von Aufbau und Struktur der Diakonie unter besonderer Berücksichtigung der Finanzierung sozialer Dienste, München, GRIN Verlag, http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/201016.html