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Timestamp: 2018-03-18 17:29:22
Document Index: 216850263

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§1906', '§ 1846', '§1906', '§ 1906', '§ 1846', '§ 1906', '§ 1906', '§ 1906', '§ 1846']

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Alle verfügbaren Informationen über Fixierungen
schülerin02/05
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Beitrag von schülerin02/05 » Mo 24. Jan 2005, 21:03
haben zum Thema Fixierungen folgende Erfahrungen gemacht:
wenn Bettgitter benötigt/erforderlich, dann muss auch ein Bauchgurt angelegt werden.
Wird ein Bauchgurt angelegt, muss zumindest eine Hand- und eine Fussfixierung (diagonal) angelegt werden. Damit soll die Gefahr von Strangulierungsverletzungen vermindert werden, damit der Patient nicht im Bauchgurt verrutscht.
Die Fiexierung muss immer vom Arzt angeordnet und aufgehoben werden.
Im Notfall ist die Anordnung unverzüglich einzuleiten, also Arzt-Info.
Beitrag von pulmo » Mo 24. Jan 2005, 21:21
eine Fixierung darf höchstens 24 Stunden lang erfolgen (ohne richterlichen Beschluss); dabei muss der Patient aber stets unter Kontrolle sein; d.h. er muss in sichtbarer Nähe für das Pflegepersonal sein. Grundsätzlich ist es auf Anordnung eines Arztes zu machen; ist keiner so schnell vor Ort bzw. greifbar, ist er nachträglich zu informieren; die Fixierungsmassnahme muss dokumentiert sein (wann, warum, ...).
Beitrag von Jessy2004 » Mo 24. Jan 2005, 21:27
Also die Bauchgurtfixierung nur in Verbindung mit diagonaler Fixierung einer Hand und einem Fuß stelle ich mir furchtbar vor. Wo bleibt da die Menschenwürde?
Um die Strangulation zu verhindern gibt es (und das ist Pflicht) extra die Seitenteile. Damit wird verhindert, daß die fixierte Person halb im Bett und halb aus dem Bett hängen kann.
Beitrag von schülerin02/05 » Mo 24. Jan 2005, 21:39
Beitrag von DrRinderwahn » Mo 24. Jan 2005, 23:30
@Pulmo Da gebe ich dir Recht eine Fixierung darf nur 24h ohne richterliche Genemigung erfolgen aber man ganz ehrlich wer hält sich daran und welcher Richter kommt schon ins KH?
Beitrag von pulmo » Di 25. Jan 2005, 15:05
aber man ganz ehrlich wer hält sich daran und welcher Richter kommt schon ins KH?
Es ist meine Aufgabe als Leitung dafür Sorge zu tragen, dass ich die Zeit der Fixierung dem Arzt weitergebe/aufzeige; ich kann nur darauf hinweisen, da es nicht in meiner Kompetenz liegt, einen Richter zu bestellen. Ich habe auch noch nicht erlebt, dass ein Richter extra dafür in das Krankenhaus kommt, um eine Fixierung "zu legalisieren"; meine Erfahrung ist, dass eine Fixierung eigentlich schon eher aufgehoben wird; bzw. die Fixierung wird gelöst, um zu schauen, ob der Patient weiterhin gefährdet ist oder nicht (dabei sich auch evtl. selbst gefährdet). Oftmals kann einen Fixierung relativ zügig aufgehoben werden.
Beitrag von Dirk Höffken » Mi 26. Jan 2005, 12:44
Zwei Punkte zum Thema Freiheitsentzug:
Wie lange darf ein Freiheitsentzug ohne richterlichen Beschluss durchgeführt werden?
Die Vorgabe der äußersten Grenze lässt sich u.a. aus Artikel 104 Abs. 2 S.3 GG herleiten (... Die Polizei darf aus eigener Machtvollkommenheit niemanden länger als bis zum Ende des Tages nach dem Ergreifen in eigenem Gewahrsam halten. ...).
Das heißt wird eine Peron um 00.01 Uhr fixiert hat der richterliche Beschluss spätestens bis zum darauffolgenden Tag um 23.59 Uhr zu erfolgen.
Die Fixierung wird über die o.g. Dauer vom Arzt weiter angeordnet. Einen Richter will er nicht informieren. Bin ich als Pflegekraft damit abgesichert?
Dazu z.B. § 8 BAT (Allgemeine Pflichten)
Wahrheit = Eine Halluzination, auf die sich die Mehrheit verständigt hat. - Unbekannt
Beitrag von DrRinderwahn » Mi 26. Jan 2005, 22:21
@Pulmo dann bist du echt eine gute Stationsleitung, habe auch schon die andere Seite kennengelernt,
Beitrag von pulmo » Do 27. Jan 2005, 19:27
Danke. Mir ist es wichtig, dass sich Patienten bei uns auf der Station wohl fühlen, da ich es schon schlimm genug finde, dass sie überhaupt mit ihrer Krankheit bei uns liegen müssen (völlig gleich mit welcher). Ich versuche ihnen den Aufenthalt so angenhem wie möglich zu machen. Das gehört für mich zu einem Genesungsprozess auf jeden Fall dazu.
Ob ich gut oder schlecht bin, vermag ich nicht zu beurteilen; ich weiss, was ich möchte und versuche es umzusetzen; dieses funktioniert aber nur, wenn du Leute hast die hinter dir stehen. Die habe ich zum Glück.
Ich kann ja mal einen Beitrag eröffnen, wo ich meine Maxime und meine arbeitsweise darlege (in Bezug auf Mitarbeiter, Schüler, Patienten, Vorgesetzten, ...)
Beitrag von schnecke2003 » Fr 28. Jan 2005, 17:27
ich habe mich eben durchgelesen,und bin nu etwas verwirrt..ne ne ich habs chon genug getrunken..nur es macht mich unsicher..ich habe gehört/gelesen das es die 24std fixierung nicht mehr gibt...
vorrübergehend bedeutet.....
nur solange bis des zuständige amtsgericht eine entscheidung geregelt hat.
was ist denn nun richtig,der eine sagt so,der andere wieder anders rum?
lieben gruss von der verwirrten schnecke
Beitrag von Dirk Höffken » Fr 28. Jan 2005, 18:36
Hallo schnecke2003.
Richtschnur ist und bleibt unser Grundgesetz!
Man kann es der Welt nicht heimzahlen - es dauert zu lange und man braucht zuviele Anwälte. - Woody Allen
Beitrag von Ray » Fr 20. Mai 2005, 09:13
also hier stehen ja wirklich viele interessante Sachen drin.
24 Stunden Fixierung (unterbringungsähnliche Maßnahme) und so...
§1906 Abs. 2 BGB
" Die Unterbringung ist nur mit Genehmigung des Vormundschaftsgerichts zulässig. Ohne die Genehmigung ist die Unterbringung nur zulässig, wenn mit dem Aufschub Gefahr verbunden ist, die Genehmigung ist unverzüglich nachzuholen"!
Desweiteren ist es so, daß selbst wenn 24 h Fixierungen stattfinden müssen und es wirklich keine andere Lösung gibt, dann kann ausschließlich der Arzt eine Fixierung anordnen! Dabei muß man beachten, daß unverzüglich am nächsten Tag nen kleines Fax ans Vormundschaftsgericht gehen mit dem Hintergrund von § 1846 BGB worin steht:
" Ist ein Vormund noch nicht bestellt oder ist der Vormund an der Erfüllung seiner Pflichten verhindert, so hat das Vormundschaftsgericht die im Interesse des Betroffenen erforderlichen Maßnahmen zu treffen"
Das heißt: Wenn, z.B. im Nachtdienst eine Fixierung notwendig wird und kein Richter besorgt werden kann, sollte nach einer ärtztlich angeordneten (Arzt muß aber zur Anordnung ins Haus kommen) unterbringungsähnilchen Maßnahme (Fixierung) ein Fax ans Vormundschaftsgericht erfolgen. Die PDL's haben meist Vordrucke.
Wer ein Beispiel als Vordruck braucht (für die Unterlagen oder so) kann sich ja melden, schicke ich dann als E-mail.
Hoffe ich habe hier nun nichts vertauscht und durcheinandergebracht!
Beitrag von Dirk Höffken » So 29. Mai 2005, 23:48
aus welchem Grund wendest du §1906 Abs. 2 BGB und nicht § 1906 Abs. 4 BGB an? Gelten im übrigen nur für unter Betreuung stehende Personen!
§ 1846 BGB gehört zur Vormundschaft. Hier geht es um die rechtliche Betreuung. Wie kommst du zur analogen Anwendung?
Begeisterung verdrängt die Präzision. - Professor Dr. Josef Vital Kopp (1906 - 1966), Schweizer Theologe, Kirchenrebell, Humanist, Romanautor und Übersetzer z.B. der Werke von Pierre Teilhard de Chardin
Beitrag von Ray » Mo 30. Mai 2005, 07:07
Der § 1906 Abs. 2 BGB bezog sich in erster Linie darauf, daß eine Fixierung, bzw. unterbringungsähnliche Maßnahme, nur mit Genehmigung des Vormundschaftsgerichts zulässig ist.
Der § 1906 Abs. 4 BGB sagt desweiteren aus, daß wenn ein Betreuter, der sich in einer Pflegeeinrichtung befindet, durch mechanische Vorrichtungen, Medikamente oder auf andere Weise über einen längeren Zeitraum oder regelmäßig der Freiheit entzogen werden soll, trotzdem der Abs. 2 gilt.
Dembezüglich äußerte ich mich, Zitat:
Das sagt genau das aus, was unter den § 1906 Abs. 2 + 4 BGB zu verstehen ist.
Quasi, zur Fixierung ist ein Beschluss nötig, ist der nicht vorhanden, muß er unverzüglich nachträglich beantragt werden.
Bezüglich des § 1846 BGB stimme ich dem natürlich zu, daß es um die Vormundschaft geht. Im Zusammenhang zu freiheitsberaubenden Maßnahmen geht es darum, daß wenn eine Fixierung notwendig erscheint und der gesetzliche Betreuer nicht zu erreichen ist, was dann?
Der Paragraph sagt nun aus, daß wenn der Vormund an der Erfüllung seiner Pflichten verhindert ist, daß Vormundschaftsgericht die im Interesse des Betroffenen jegliche Maßnahmen entscheidet.
Falls ich natürlich was verwechsle oder falsch verstehe, freue ich mich über eine erneute Antwort