Source: http://www.gevestor.de/details/die-dauer-der-mietzeit-flexibilitaet-lohnt-sich-713778.html
Timestamp: 2017-09-24 06:37:44
Document Index: 19435530

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 575', '§ 575', '§ 549']

Die Dauer der Mietzeit – Flexibilität lohnt sich
Die Dauer der Mietzeit - Flexibilität lohnt sich
Wie lange Sie Ihre Wohnung vermieten, hängt von den Bedürfnissen der jeweiligen Mieter ab.
Für Sie als Vermieter gilt: Je flexibler Sie bei der Mietzeit sind, desto leichter werden Sie Ihre Wohnung vermieten können. Je nach Länge der Mietzeit bieten sich aber unterschiedliche Vertragsgestaltungen an, die Sie als Vermieter kennen müssen.
Kein einfacher Zeitmietvertrag möglich
Beachten Sie vor allem, dass es den einfachen Zeitmietvertrag nicht mehr gibt. Würden Sie Ihren Mietvertrag ohne Nennung eines Befristungsgrundes für eine bestimmte Zeit abschließen, würde es sich tatsächlich um einen unbefristeten Mietvertrag handeln.
Wenn Ihr Mieter dann nach Ende der vereinbarten Mietzeit nicht freiwillig auszieht, sich aber ansonsten vertragsgetreu verhält, haben Sie keine Möglichkeit, ihn aus der Wohnung zu bekommen.
Kündigungsausschluss zulässig
Ein unbefristeter Mietvertrag bietet sich immer an, wenn fest steht, dass Ihr Mieter für einige Monate in der Wohnung bleiben wird, auch wenn das Mietende noch nicht absehbar ist. Um beiden Vertragsparteien die Sicherheit zu geben, dass am Mietverhältnis festgehalten wird, können Sie die Kündigung für eine bestimmte Zeit ausschließen.
Wichtig ist jedoch, dass dies für beide Parteien gleichermaßen geschieht. Das können Sie in Ihrem Mietvertrag wie folgt formulieren.
„Das Mietverhältnis beginnt am 15.04.10. Der Vertrag läuft auf unbestimmte Dauer. Es wird vereinbart, dass das Recht zur ordentlichen Kündigung für beide Parteien bis zum 15.10.10 ausgeschlossen ist.“
Vermietung an Studenten: Kündigungsausschluss unzulässig
Bei der Vermietung an Studenten müssen Sie allerdings beachten, dass hier eine langfristige Bindung durch den Ausschluss der ordentlichen Kündigung nach dem BGH nicht zulässig ist (BGH, Urteil v. 15.7.09, Az. VIII ZR 307/08).
Ein Student, der an seinem Studienort eine Wohnung mietet, hat nämlich nach dem BGH ein schutzwürdiges Bedürfnis nach einem besonderen Maß an Mobilität und Flexibilität. Dies sei erforderlich, um auf Unwägbarkeiten des Studienverlaufs und die damit verbundene Notwendigkeit eines Ortswechsels angemessen reagieren zu können.
Zeitmietverträge: qualifizierte Befristung erforderlich
Steht fest, wie lange die Vermietung dauern soll, und können Sie einen Befristungsgrund nach § 575 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) vorweisen, bietet sich der Abschluss eines qualifizierten Zeitmietvertrags an. Befristungsgründe im Sinne des § 575 BGB sind zum Beispiel Eigenbedarf oder geplante Umbaumaßnahmen.
Vergessen Sie in einem solchen Fall bitte nicht, die Verwendungsabsicht Ihrem Mieter schriftlich mitzuteilen. Am besten nehmen Sie eine entsprechende Klausel in den Mietvertrag mit auf:
„Es handelt sich um ein befristetes Mietverhältnis: Das Mietverhältnis beginnt am 15.03.10 und endet am 15.09.10.
Der Grund für die Befristung liegt darin, dass der Vermieter die Wohnung für seinen Sohn benötigt, der im September 2010 sein Studium der Wirtschaftswissenschaften in der Stadt X beginnen wird. Eine andere vergleichbare Wohnung steht für diesen Eigenbedarf nicht zur Verfügung.“
Vermietung zum vorübergehenden Gebrauch
Neben diesen beiden klassischen Vertragsgestaltungen können auch Sie einen Vertrag zum vorübergehenden Gebrauch nach § 549 Absatz 2, Nr. 1 BGB abschließen.
Das bietet sich immer dann an, wenn Sie den Mietvertrag nur für eine kürzere absehbare Dauer eingehen möchten. Etwa bei der Vermietung an Touristen oder an Arbeitnehmer, die sich nur vorübergehend, wie bei Schulungen, Lehrgängen oder kürzeren Arbeitstätigkeiten am Ort aufhalten.
Der Zeitraum für diese Vermietung ist auf den Einzelfall abzustellen, kann aber durchaus auch ein Jahr übersteigen. Wichtig ist hier, dass Sie den vorübergehenden Gebrauch, den Grund dafür und nach Möglichkeit auch die Länge der Vertragsdauer in den Mietvertrag aufnehmen:
„Die Wohnung wird als Ferienwohnung zum vorübergehenden Gebrauch vermietet. Das Mietverhältnis beginnt am 15.03.2010 und endet am 22.03.2010.“