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Timestamp: 2019-11-22 23:06:45
Document Index: 173976276

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 42', '§ 21', '§ 12', 'BGH', '§ 42', '§ 12', '§ 12']

Beschluss > 1 StR 177/16 | BGH - Verschweigen von unbeachtlichen Verurteilungen bei Einbürgerungsantrag straflos < kostenlose-urteile.de
heute, vor 4 Stunden kommentierte KlarspülerSuizidgefahr eines Mieters kann berechtigter Eigen­bedarfs­kündigung entgegenstehen
Im vorliegenden Streitfall hatte das Amtsgericht München den Angeklagten von dem Vorwurf eines Vergehens nach § 42 StAG aus rechtlichen Gründen freigesprochen. Nach den Feststellungen des Amtsgerichts hatte der Angeklagte, ein türkischer Staatsangehöriger, bei dem Landratsamt München seine Einbürgerung beantragt, um neben der türkischen auch die deutsche Staatsangehörigkeit zu erhalten. In dem Antrag hatte er verschwiegen, dass er wegen zweier Vergehen nach § 21 Abs. 1 Nr. 1 StVG zu Geldstrafen von 25 und 50 Tagessätzen verurteilt worden war.
Staatsanwaltschaft legt Revision gegen Urteil ein
Gegen dieses Urteil hat die Staatsanwaltschaft (Sprung-)Revision zum Oberlandesgericht München eingelegt. Das Oberlandesgericht, das die Revision der Staatsanwaltschaft als unbegründet verwerfen wollte, sah sich an der beabsichtigten Entscheidung durch Urteile des Kammergerichts gehindert. Es hat deshalb die Sache dem Bundesgerichtshof zur Entscheidung der Rechtsfrage vorgelegt, ob ein Antragsteller nach 42 StAG strafbar ist, wenn er im Einbürgerungsverfahren unrichtige oder unvollständige Angaben über inländische Strafverurteilungen gemacht hat, die gemäß § 12 a Abs. 1 S. 1 und S. 2 StAG bei der Entscheidung über die Einbürgerung außer Betracht bleiben müssen.
BGH: Keine Strafbarkeit gegeben
Der Bundesgerichtshof, der der Auffassung des Oberlandesgerichts München gefolgt ist, hat die Vorlegungsfrage wie folgt beantwortet: Eine Strafbarkeit nach § 42 StAG ist nicht gegeben, wenn im Einbürgerungsverfahren unrichtige oder unvollständige Angaben über inländische Strafverurteilungen gemacht werden, die gemäß § 12 a Abs. 1 S. 1 und S. 2 StAG bei der Einbürgerung außer Betracht bleiben.
§ 12 a Abs. 1 Satz 1 und Satz 2 StAG:
- Verurteilungen zu Geldstrafe bis zu 90 Tagessätzen und
- Verurteilungen zu Freiheitsstrafe bis zu drei Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt und nach Ablauf der Bewährungszeit erlassen worden ist.
Quelle: Bundesgerichtshof/ ra-online
(Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 11.11.2010
[Aktenzeichen: 5 C 12.10])
Keine Einbürgerung bei früherer Unterstützung einer terroristischen Vereinigung
(Verwaltungsgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 07.06.2005
[Aktenzeichen: 11 E 4037/03])
Bundesgerichtshof, Entscheidung vom 20.12.2016 [Aktenzeichen: 1 StR 177/16]
Urteile zu den Schlagwörtern: Antrag | Einbürgerung | Einbürgerungshindernis | strafbare Handlungen | Straftaten | Strafbarkeit | Verschweigen | Verurteilter | Verurteilung
Dokument-Nr. 23625
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