Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=14.06.2012&Aktenzeichen=4%20CN%205.10
Timestamp: 2020-04-06 12:50:00
Document Index: 119366500

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 215', '§ 246', '§ 187', '§ 188', '§ 10', '§ 215', '§ 246', '§ 10', '§ 215', '§ 246', '§ 16', '§ 187', '§ 215', '§ 215', '§ 58', '§ 58', '§ 58', '§ 58', '§ 31', '§ 187', '§ 215', '§ 167', '§ 167', '§ 215', '§ 215', '§ 215', '§ 167', '§ 215', '§ 215', '§ 215', '§ 215', '§ 215', '§ 215', '§ 215', '§ 215', '§ 214', '§ 215', '§ 215', '§ 215', '§ 215', '§ 215', '§ 215', '§ 215', '§ 215']

BVerwG, 14.06.2012 - 4 CN 5.10 - dejure.org
https://dejure.org/2012,19402
BVerwG, 14.06.2012 - 4 CN 5.10 (https://dejure.org/2012,19402)
BVerwG, Entscheidung vom 14.06.2012 - 4 CN 5.10 (https://dejure.org/2012,19402)
BVerwG, Entscheidung vom 14. Juni 2012 - 4 CN 5.10 (https://dejure.org/2012,19402)
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BauGB § 10, § 215, § 246; BGB § 187, § 188
Bebauungsplan; Festsetzung der Grundfläche; Fehler im Abwägungsvorgang; Hinweis auf die Unbeachtlichkeit; Irrtum; Fristberechnung; Fehler im Abwägungsergebnis.;
BauGB § 10, § 215, § 246
§ 10 BauGB, § 215 BauGB, § 246 BauGB, § 16 Abs 2 Nr 1 BauNVO, § 187 BGB
Zur grundstücksbezogenen Festsetzung der Grundflächenzahl; zum maßgeblichen Zeitpunkt für den Lauf der Rügefrist im Heilungshinweis
Grundstücksbezogene Größenfestsetzung in B-Plan zulässig
Festsetzung einer Grundfläche je Baugrundstück (IBR 2013, 1104)
BVerwG, 25.08.2010 - 4 CN 5.10
BVerwGE 143, 192
NVwZ 2012, 1404
BauR 2012, 1620
ZfBR 2012, 666
Schließlich ist der Mangel der unterlassenen Umweltprüfung auch binnen der Jahresfrist des § 215 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BauGB geprüft worden (zur Rüge durch Schriftsatz im Normenkontrollverfahren s. BVerwG, Urteil vom 14. Juni 2012 - 4 CN 5.10 - BVerwGE 143, 192 Rn. 27).
Schließlich ist der Mangel der unterlassenen Umweltprüfung als Konsequenz der von der Antragstellerin beanstandeten Wahl des beschleunigten Verfahrens auch binnen der Jahresfrist des § 215 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BauGB gerügt worden (zur Rüge durch Schriftsatz im Normenkontrollverfahrens: BVerwG, Urteil vom 14. Juni 2012 - 4 CN 5.10 -, juris).
Die in der Rechtsbehelfsbelehrung fehlerhaft als Zweimonatsfrist ausgewiesene Berufungsbegründungsfrist führt lediglich zur einmonatigen Verlängerung der gesetzlichen Frist, in der die Berufung zu begründen ist (ebenso: BVerwG, Urteile vom 10. November 1966 - 2 C 99.64 - NJW 1967, 591 und vom 14. Juni 2012 - 4 CN 5.10 - BVerwGE 143, 192 Rn. 26; OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 28. September 2012 - OVG 3 N 171.12 - juris Rn. 2; Meissner/Schenk, in: Schoch/Schneider/Bier, VwGO, Stand Juli 2019, § 58 Rn. 42; Kimmel, in: Posser/Wolff, BeckOK VwGO, Stand Juli 2019, § 58 Rn. 18; Kluckert, in: Sodan/Ziekow, VwGO, 5. Aufl., 2018, § 58 Rn. 69; Schenke, in: Kopp/Schenke, VwGO, 5. Aufl. 2018, § 58 Rn. 14. Offen gelassen von BVerwG, Urteil vom 10. Februar 1999 - 11 C 9.97 - BVerwGE 108, 269 .
Die nach § 31 VwVfG i. V. m. §§ 187 ff. BGB zu berechnende Jahresfrist des § 215 Abs. 1 Satz 1 BauGB ist aus Gründen der Rechtssicherheit nur dann gewahrt, wenn die schriftliche Rüge rechtzeitig bei der Gemeinde eingegangen ist (wie BVerwG, Urt. v. 14. Juni 2012 - 4 CN 5.10 -, BVerwGE 143, 192 Rn. 27); § 167 ZPO ist insoweit nicht anwendbar.
Für eine entsprechende Anwendung von § 167 ZPO gebe es in der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (u. a. Urt. v. 14. Juni 2012, BVerwGE 143, 192) keine Grundlage.18 Die von den Antragstellern gerügten Rechtsverstöße lägen nicht vor, weshalb der Normenkontrollantrag selbst bei einem uneingeschränkten Prüfungsumfang abzulehnen sei.
34 Die Jahresfrist des § 215 Abs. 1 BauGB ist mit der Bekanntmachung des Bebauungsplans im Amtsblatt vom 31. Juli 2014 wirksam in Lauf gesetzt worden; insbesondere enthielt die Bekanntmachung die nach § 215 Abs. 2 BauGB erforderlichen ordnungsgemäßen Hinweise (zu den Anforderungen: BVerwG, Urt. v. 14. Juni 2012 - 4 CN 5.10 -, juris Rn. 14 ff.;… SächsOVG, NK-Urt. v. 30. Mai 2013 - 1 C 4/13 -, juris Rn. 85 f.).
Bei dieser Beurteilung geht der Normenkontrollsenat mit der in der mündlichen Verhandlung eingehend erörterten Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (Urt. v. 14. Juni 2012 - 4 CN 5.10 -, juris Rn. 27;… Beschl. v. 16. Dezember 2014 - 4 BN 25.14 -, juris Rn. 6;… ebenso bereits SächsOVG, NK-Urt. v. 14. Januar 2016 - 1 C 6/13 -, juris Rn. 72 ) davon aus, dass die Rügefrist nur dann gewahrt ist, wenn das Vorbringen rechtzeitig bei der Gemeinde eingegangen ist, wie es dem Wortlaut des § 215 Abs. 1 Satz 1 BauGB entspricht und dem Regelungszweck der Norm Rechnung trägt, dass die Gemeinde als Adressatin der schriftlichen Einwendung Gelegenheit erhalten soll, in Kenntnis des die Verletzung begründenden Sachverhalts zu überprüfen, ob eine Fehlerheilung erforderlich ist (…so BVerwG, Urt. v. 14. Juni 2012 a. a. O.).
44 Das Abwägungsergebnis ist erst zu beanstanden, wenn selbst eine abwägungsfehlerfrei durchgeführte Abwägung schlechterdings nicht zu einem bestimmten Ergebnis führen könnte, weil anderenfalls der Ausgleich zwischen den von der Planung berührten Belangen in einer Weise vorgenommen würde, der zur objektiven Gewichtigkeit einzelner Belange außer Verhältnis steht (BVerwG, Urt. 22. September 2010, DVBl. 2011, 105, m. w. N.; Urt. v. 14. Juni 2012 - 4 CN 5.10 -, juris Rn. 28 SächsOVG, NK Urt. v. 30. Mai 2013 - 1 C 4.13 -, juris Rn. 109).
Dies gilt auch hinsichtlich der entsprechenden Anwendbarkeit von § 167 ZPO, bei der sich der Normenkontrollsenat der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (Urt. v. 14. Juni 2012 - 4 CN 5.10 -, juris Rn. 27;… Beschl. v. 16. Dezember 2014 - 4 BN 25.14 -, juris Rn. 6) sowie der im Einzelnen zitierten einhelligen obergerichtlichen Rechtsprechung zu § 215 BauGB anschließt.
Ein ordnungsgemäßer Hinweis gemäß § 215 Abs. 2 BauGB ist grundsätzlich Tatbestandsvoraussetzung für den Eintritt der Unbeachtlichkeit des Mangels gemäß § 215 Abs. 1 BauGB, d. h. ein unterlassener oder fehlerhafter Hinweis führt zwar nicht zur Unwirksamkeit der Satzung, löst aber ggf. die Rügefrist des § 215 Abs. 1 BauGB nicht aus (vgl. BVerwG, U. v. 14.6.2012 - 4 CN 5.10 - BVerwGE 143, 192 ff. = juris Rn. 14 ff.;… OVG NRW, U. v. 19.11.2015 - 2 D 57/14.NE - BauR 2016, 772 ff. = juris Rn. 81 ff.;… Petz in Berliner Kommentar zum BauGB, Stand: Dezember 2016, § 215 Rn. 27 ff.;… Kukk in Schrödter, BauGB, 8. Aufl. 2015, § 215 Rn. 10 ff.;… Uechtritz in Spannowsky/Uechtritz, Beck'scher Online-Kommentar BauGB, Stand: Oktober 2016, § 215 Rn. 41;… Stock in Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautzberger, BauGB, Stand: August 2016, § 215 Rn. 55).
Gemäß § 214 BauGB erhebliche Mängel bleiben auch nach Ablauf der Jahresfrist des § 215 Abs. 1 Satz 1 BauGB beachtlich, wenn ein fehlerhafter oder irreführender Hinweis nach § 215 Abs. 2 BauGB zumindest abstrakt geeignet ist, einen Betroffenen von der rechtzeitigen Geltendmachung seiner Rügemöglichkeit abzuhalten (BVerwG, U. v. 14.6.2012 - 4 CN 5.10 - BVerwGE 143, 192 ff. = juris Rn. 15, 22 ff.;… NdsOVG, U. v. 26.10.2016 - 1 KN 6/15 - juris Rn. 43;… VGH BW, U. v. 15.7.2008 - 3 S 2772/06 - ZfBR 2008, 810 ff. = juris Rn. 63;… VGH BW, U. v. 9.6.2009 - 3 S 1108/07 - juris Rn. 34;… Petz in Berliner Kommentar zum BauGB, Stand: Dezember 2016, § 215 Rn. 31;… Spieß in Jäde u. a., BauGB/BauNVO, 8. Aufl. 2017, § 215 BauGB Rn. 10;… Kukk in Schrödter, BauGB, 8. Aufl. 2015, § 215 Rn. 13;… Uechtritz in Spannowsky/Uechtritz, Beck'scher Online-Kommentar BauGB, Stand: Oktober 2016, § 215 Rn. 41;… Stock in Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautzberger, BauGB, Stand: August 2016, § 215 Rn. 51).
Der Mangel der unterlassenen Umweltprüfung ist auch binnen der Jahresfrist des § 215 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BauGB gerügt worden (zur Rüge durch Schriftsatz im Normenkontrollverfahren siehe BVerwG, Urteil vom 14.06.2012 - 4 CN 5.10 -, BVerwGE 143, 192 = juris Rn. 27).
Fehler im Abwägungsergebnis liegen nur vor, wenn eine fehlerfreie Nachholung der erforderlichen Abwägung schlechterdings nicht zum selben Ergebnis führen könnte, weil anderenfalls der Ausgleich zwischen den von der Planung berührten öffentlichen Belangen in einer Weise vorgenommen würde, der zur objektiven Gewichtigkeit einzelner Belange außer Verhältnis stünde, und die Grenzen der planerischen Gestaltungsfreiheit überschritten wären (vgl. BVerwG, Urt. v. 22.9.2010 - 4 CN 2.10 - BVerwGE 138, 12 u. v. 14.6.2012 - 4 CN 5.10 - BauR 2012, 1620;… VGH Bad.-Württ., Urt. v. 4.6.2013 - 8 S 574/11 - juris).
Solche Fehler im Abwägungsergebnis liegen nur vor, wenn eine fehlerfreie Nachholung der erforderlichen Abwägung schlechterdings nicht zum selben Ergebnis führen könnte, weil anderenfalls der Ausgleich zwischen den von der Planung berührten öffentlichen und privaten Belangen in einer Weise vorgenommen würde, der zur objektiven Gewichtigkeit einzelner Belange außer Verhältnis stünde, und die Grenzen der planerischen Gestaltungsfreiheit überschritten wären (vgl. BVerwG, Urt. v. 14.6.2012 - 4 CN 5.10 - BauR 2012, 1620;… Urt. v. 22.9.2010 - 4 CN 2.10 - BVerwGE 138, 12;… VGH Bad.-Württ., Urt. v. 4.6.2013 - 8 S 574/11 - VBlBW 2014, 16; Urt. des Senats v. 6.2.2014 - 3 S 207/13 - juris).
Ein Fehler im Abwägungsergebnis liegt dann vor, wenn eine fehlerfreie Nachholung der erforderlichen Abwägung schlechterdings nicht zum selben Ergebnis führen könnte, weil anderenfalls der Ausgleich zwischen den von der Planung berührten öffentlichen und privaten Belangen in einer Weise vorgenommen würde, der zur objektiven Gewichtigkeit einzelner Belange außer Verhältnis stünde, und die Grenzen der planerischen Gestaltungsfreiheit überschritten wären (vgl. BVerwG, Urt. v. 14.6.2012 - 4 CN 5.10 - BauR 2012, 1620;… Urt. v. 22.9.2010 - 4 CN 2.10 - BVerwGE 138, 12;… VGH Bad.-Württ., Urt. v. 4.6.2013 - 8 S 574/11 - VBlBW 2014, 16).
Das Abwägungsergebnis ist nur dann fehlerhaft, wenn eine fehlerfreie Nachholung der erforderlichen Abwägung schlechterdings nicht zum selben Ergebnis führen könnte, weil anderenfalls der Ausgleich zwischen den von der Planung berührten öffentlichen Belangen in einer Weise vorgenommen würde, der zur objektiven Gewichtung einzelner Belage außer Verhältnis steht (vgl. BVerwG, Urteil vom 14. Juni 2012 - BVerwG 4 CN 5.10 -, NVwZ 2012, 1404, juris Rn. 28).
Die Frist wird jedoch nur dann gewahrt, wenn das Vorbringen rechtzeitig bei der Gemeinde eingegangen ist, die Adressat der Einwendungen ist; der Eingang des Schriftsatzes bei Gericht genügt daher nicht (vgl. BVerwG, Urteil vom 14. Juni 2012, a.a.O., Rn. 27 m.w.N.).
OVG Hamburg, 11.04.2019 - 2 Ss 105/17
Rechtsstreit um die Wirksamkeit des Gesetzes über den Bebauungsplan …