Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NotZ%209/81
Timestamp: 2020-02-19 11:19:22
Document Index: 70818998

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 12', 'BGH', 'BGH', '§ 4', 'BGH', 'BGH', '§ 4', '§ 4', 'BGH', '§ 2', '§ 4', 'BGH']

BGH, 18.01.1982 - NotZ 9/81 - dejure.org
https://dejure.org/1982,3603
BGH, 18.01.1982 - NotZ 9/81 (https://dejure.org/1982,3603)
BGH, Entscheidung vom 18.01.1982 - NotZ 9/81 (https://dejure.org/1982,3603)
BGH, Entscheidung vom 18. Januar 1982 - NotZ 9/81 (https://dejure.org/1982,3603)
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Bestellung zum Anwaltsnotar - Untersuchung der örtlichen Gegebenheiten - Erfordernis der dreijährigen Ortsansässigkeit in einer bestimmten Gemeinde - Wartezeit der Ortsansässigkeit
DNotZ 1982, 378 (Ls.)
Das galt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs für die unter Geltung des alten Zulassungsrechts ergangenen landesrechtlichen Verwaltungsvorschriften, die eine örtliche Wartezeit vorsahen (vgl. BGH DNotZ 1982, 378, 379).
Durch das Erfordernis der örtlichen Wartezeit soll insbesondere sichergestellt werden, daß der Bewerber die erforderliche Vertrautheit mit den örtlichen Verhältnissen erlangt und die organisatorischen Voraussetzungen für die Geschäftsstelle sowie die erforderliche wirtschaftliche Grundlage für die Notarpraxis geschaffen hat (BTDrucks. 11/6007, S. 9, 10; vgl. auch BGH DNotZ 1982, 378, 379; 1989, 318, 320).
Diesen Anliegen würde nicht ausreichend Rechnung getragen werden, wenn die Rechtsanwaltstätigkeit an einem anderen Orte als dem in Aussicht genommenen Amtssitz des Bewerbers angerechnet würde (BGH DNotZ 1982, 378, 389 m.w.N.).
Die mit ihr verbundene Beschränkung der Berufsfreiheit erweist sich unter Berücksichtigung des gesetzgeberischen Anliegens auch mit Blick auf das Grundrecht aus Art. 12 GG nicht als unverhältnismäßig (vgl. auch BGH DNotZ 1982, 378).
Wurde, wie es der Antragsgegner getan hat, eine ortsbezogene Wartezeit geschaffen, so mußte deren Ausgestaltung allerdings geeignet sein, dem Anliegen einer solchen Wartezeit, der Erlangung einer hinreichenden Vertrautheit des Bewerbers mit den örtlichen Gewohnheiten und Verhältnissen (vgl. BGH, Beschl. v. 27. Oktober 1975, NotZ 11/74, DNotZ 1976, 242; v. 18. Januar 1982, NotZ 9/81, DNotZ 1982, 378; v. 6. Februar 1984, NotZ 13/83), Rechnung zu tragen.
b) Für das bis zum 31. Juli 1991 geltende Zulassungsrecht ging die Rechtsprechung davon aus, daß die Landesjustizverwaltung ihr Auswahlermessen durch eine allgemeine Verwaltungsvorschrift, die sie aufgrund der Ermächtigung in § 4 Abs. 2 BNotO a.F. erlassen hatte, oder - ohne eine solche - durch ständige Übung selbst binden konnte (vgl. BGH, Beschl. v. 18. Januar 1982, NotZ 9/81, DNotZ 1982, 378;… v. 28. März 1991, NotZ 27/90, BGHR BNotO § 4 Abs. 1, Nurnotar 1).
Nur in besonderen Ausnahmefällen, wenn sich die aufgestellten Verwaltungsrichtlinien gerade im Hinblick auf die Erfordernisse einer geordneten Rechtspflege (§ 4 Abs. 1 BNotO) als unvollständig oder ungeeignet erweisen, muß die Landes Justizverwaltung sie diesen Erfordernissen anpassen und im Einzelfall so entscheiden, wie es eine geordnete Rechtspflege verlangt (vgl. BGH, Beschluß vom 22. Juni 1981 - NotZ 5/81 = DNotZ 1982, 372; Beschluß vom 18. Januar 1982 - NotZ 9/81 = DNotZ 1982, 378; Beschluß vom 25. Oktober 1982 - NotZ 10/82 = DNotZ 1983, 241; Beschluß vom 25. Oktober 1982 - NotZ 14/82 = DNotZ 1983, 244; Beschluß vom 12. November 1984 - NotZ 6/84 = DNotZ 1985, 507; Beschluß vom 14. Juli 1986 - NotZ 6/86).
Eine solche Handhabung verstieße gegen § 2 Abs. 2 AVNot 1974 (und 1981) und damit gegen die Selbstbindung, die sich der Antragsgegner durch diese von der Ermächtigungsgrundlage des § 4 Abs. 2 BNotO gedeckte allgemeine Bedürfnisregelung in der Ermessensausübung auferlegt hat und die eine Abweichung im Einzelfall grundsätzlich ausschließt (vgl. BGHZ 37, 179, 185; Senatsbeschlüsse vom 5. Mai 1980 - NotZ 2/80 = DNotZ 1980, 704; vom 22. Juni 1981 - NotZ 2/81 = DNotZ 1982, 375, 376; vom selben Tage - NotZ 5/81 = DNotZ 1982, 372, 373 und vom 18. Januar 1982 - NotZ 9/81 = DNotZ 1982, 378).
Diese Wartefrist der Ortsansässigkeit soll gewährleisten, daß der sich um eine Notarstelle bewerbende Notar mit den örtlichen Verhältnissen für die Ausübung des Notaramts hinreichend vertraut ist (Senatsbeschlüsse vom 21. März 1977 - NotZ 12/76 = DNotZ 1977, 486; vom 18. Januar 1982 - NotZ 9/81 = DNotZ 1982, 378).