Source: https://www.advoscheidung.de/recht/news/bgh/XII_ZB_447_10.html
Timestamp: 2018-06-25 00:51:14
Document Index: 203896216

Matched Legal Cases: ['§ 137', 'BGH', '§ 137', '§ 137', '§ 137', '§ 137', '§ 137', 'BGH', '§ 137', 'BGH', 'BGH', '§ 187', '§137', '§ 217', '§ 137', 'BGH', 'BGH']

Scheidungstermin muss mit 3-wöchiger Ladungsfrist erfolgen
Die Ladung zum Scheidungstermin muss mindestens 3 Wochen vorher erfolgen, damit die zweiwöchige Frist nach § 137 Abs. 2 Satz 1 FamFG eingehalten werden kann.
Beschluss des XII. Zivilsenats vom 21.3.2012 - XII ZB 447/10
b) Bei einer den genannten Vorgaben nicht entsprechenden Terminsbestimmung haben die Ehegatten einen Anspruch auf Terminsverlegung. In diesem Fall bedarf es einer Terminsverlegung nicht, wenn sie Folgesachen noch bis zur mündlichen Verhandlung anhängig machen. Die Folgesachen werden dann Bestandteil des Scheidungsverbunds.
BGH, Beschluss vom 21. März 2012 - XII ZB 447/10 - OLG Oldenburg, AG Nordhorn
Ob vor diesem Hintergrund eine einschränkende Auslegung der Vorschrift geboten ist, ist umstritten. Vereinzelt wird dies verneint und eine "Verlängerung der gesetzlichen Ladungsfrist" abgelehnt (MünchKommZPO/Heiter 3. Aufl. § 137 FamFG Rn. 51). Zum weit überwiegenden Teil wird allerdings in Rechtsprechung und Literatur übereinstimmend mit dem Oberlandesgericht die Auffassung vertreten, dass es den Ehegatten vom Familiengericht ermöglicht werden muss, auch noch nach Erhalt der Ladung zum Termin eine Folgesache anhängig zu machen (OLG Stuttgart FamRZ 2011, 1083; OLG Braunschweig Beschluss vom 6. Oktober 2011 - 2 UF 92/11 - juris; Hoppenz FPR 2011, 23, 25; Helms in Prütting/Helms FamFG 2. Aufl. § 137 Rn. 48 mwN; Musielak/Borth FamFG 2. Aufl. § 137 Rn. 31; Hüßtege in Thomas/Putzo ZPO 32. Aufl. § 137 FamFG Rn. 20 mwN; Keidel/Weber FamFG 17. Aufl. § 137 Rn. 19; Löhnig FamRZ 2010, 2017).
Die Entscheidung im Volltext können Sie auf der der Seite des BGH (bundesgerichtshof.de) abrufen. Auch das OLG Stuttgart hat bereits am 11.01.2011 ( 17 UF 304/10) entschieden, dass die 2-Wochenfrist des § 137 II FamFG nur gelten könne, wenn zwischen Zustellung der Ladung und dem Termin mindestens ein Zeitraum von 2 Wochen liegt.
Tags: BGH, Ladung, Ladungsfrist, Scheidung, Scheidungstermin, Folgesachen , Antrag, Frist, Terminsbestimmung, Scheidungssache
Ergänzung (Leitsatzentscheidung des BGH vom 05.06.2013):
BGB §§ 187, 188; FamFG §137 Abs. 2 Satz 1; ZPO § 217
a) Das Familiengericht hat den Termin in einer Scheidungssache so zu bestimmen, dass es den beteiligten Ehegatten nach Zugang der Ladung möglich ist, unter Einhaltung der Zweiwochenfrist nach § 137 Abs. 2 Satz 1 FamFG eine Folgesache anhängig zu machen. Zur Vorbereitung eines Antrags muss den Ehegatten zusätzlich eine Woche zur Verfügung stehen (im Anschluss an Senatsbeschluss vom 21. März 2012 - XII ZB 447/10 - FamRZ 2012, 863).
b) Zur Fristberechnung bei sogenannten rückwärts laufenden Wochenfristen.
BGH, Beschluss vom 5. Juni 2013 - XII ZB 427/11 - OLG Jena AG Erfurt
Die Entscheidung im Volltext können Sie auf der der Seite des BGH (bundesgerichtshof.de) abrufen.