Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/die-nicht-geladene-streithelferin-3131253
Timestamp: 2019-12-15 16:20:35
Document Index: 199936518

Matched Legal Cases: ['§ 547', '§ 547', '§ 547', '§ 547', '§ 71', '§ 67', '§ 67', '§ 547', '§ 547', '§ 133', 'BGH', '§ 547', '§ 547', '§ 72', 'BGH']

Die nicht gela­de­ne Streit­hel­fe­rin | Rechtslupe
Der abso­lu­te Revi­si­ons­grund nach § 547 Nr. 4 ZPO erfasst als beson­de­re Aus­prä­gung der Ver­sa­gung des recht­li­chen Gehörs auch den Fall, dass eine Par­tei nicht zur münd­li­chen Ver­hand­lung gela­den wur­de und des­halb hier­an weder selbst noch durch einen gesetz­li­chen Ver­tre­ter teil­neh­men konn­te 1.
Dabei ist eine Neben­in­ter­ve­ni­en­tin eben­falls als "Par­tei" iSv. § 547 Nr. 4 ZPO zu behan­deln.
§ 547 Nr. 4 ZPO ist ent­spre­chend auch auf Drit­te anwend­bar, die ent­ge­gen zwin­gen­den Vor­schrif­ten nicht betei­ligt wur­den 2. Vor dem Hin­ter­grund, dass sich der abso­lu­te Revi­si­ons­grund nach § 547 Nr. 4 ZPO – wie unter Rn. 10 aus­ge­führt – als beson­de­re Aus­prä­gung der Ver­sa­gung des recht­li­chen Gehörs dar­stellt, muss dies auch für den Neben­in­ter­ve­ni­en­ten gel­ten, weil die­ser gemäß § 71 Abs. 3 ZPO im Haupt­ver­fah­ren hin­zu­zu­zie­hen ist, solan­ge nicht die Unzu­läs­sig­keit der Inter­ven­ti­on rechts­kräf­tig aus­ge­spro­chen ist.
Die Ver­pflich­tung, den Neben­in­ter­ve­ni­en­ten am Ver­fah­ren zu betei­li­gen, ist eine Aus­prä­gung des die­sem ori­gi­när zuste­hen­den Anspruchs auf recht­li­ches Gehör 3. Danach hat der Neben­in­ter­ve­ni­ent ein Recht auf Teil­nah­me an der münd­li­chen Ver­hand­lung und auf Betei­li­gung an ihrer schrift­sätz­li­chen Vor­be­rei­tung. Alle Schrift­sät­ze, Ladun­gen und Bekannt­ma­chun­gen von Ter­mi­nen sind ihm zu über­mit­teln. Er ist auch berech­tigt, in den Gren­zen des § 67 ZPO Angriffs- und Ver­tei­di­gungs­mit­tel gel­tend zu machen und alle Pro­zess­hand­lun­gen wirk­sam vor­zu­neh­men 4.
Das Rechts­mit­tel des Streit­ver­kün­de­ten Dem Neben­in­ter­ve­ni­en­ten ist es nach § 67 ZPO unbe­nom­men, das einer Haupt­par­tei zuste­hen­de Rechts­mit­tel oder einen die­ser zuste­hen­den Rechts­be­helf ein­zu­le­gen, auch wenn die Haupt­par­tei hier­von…
Stein/​Jonas/​Jacobs ZPO 22. Aufl. § 547 Rn. 16; Musielak/​Voit/​Ball ZPO 13. Aufl. § 547 Rn. 9; vgl. zur gleich­lau­ten­den Rege­lung des § 133 Nr. 3 VwGO in der bis zum 31.12 1990 gel­ten­den Fas­sung BVerwG 27.04.1990 – 8 C 38/​88 – mwN[↩]
BGH 30.10.2002 – XII ZR 345/​00 – zu 1 der Grün­de mwN; 27.03.2002 – XII ZR 203/​99 – zu 4 der Grün­de mwN; Stein/​Jonas/​Jacobs ZPO 22. Aufl. § 547 Rn. 15; Münch­Komm-ZPO/Krü­ger 5. Aufl. § 547 Rn. 13[↩]
Zöller/​Althammer ZPO 32. Aufl. § 72 Rn. 8[↩]
vgl. etwa BGH 17.06.2009 – XII ZB 75/​07, Rn. 14 mwN; BAG 14.10.1987 – 4 AZR 317/​87 , BAGE 56, 214[↩]
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