Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%2035/79
Timestamp: 2019-05-21 15:53:37
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Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 100', '§ 100', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 680', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 308', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 14.07.1981 - VI ZR 35/79 - dejure.org
https://dejure.org/1981,216
BGH, 14.07.1981 - VI ZR 35/79 (https://dejure.org/1981,216)
BGH, Entscheidung vom 14.07.1981 - VI ZR 35/79 (https://dejure.org/1981,216)
BGH, Entscheidung vom 14. Juli 1981 - VI ZR 35/79 (https://dejure.org/1981,216)
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Schadensersatz und Feststellung der Ersatzpflicht für Zukunftsschäden - Vorliegen eines ärztlichen Behandlungsfehlers - Ursächlichkeit eines Behandlungsfehlers für den Tod eines Patienten - Schwerer Verstoß gegen die Regeln der ärztlichen Kunst - Irrtümer bei der Diagnosestellung
NJW 1981, 2360 (Ls.)
MDR 1981, 928
VersR 1981, 1033
Weil für die Korrektur der Kostenentscheidung das Verbot der Verschlechterung nicht gilt (BGH, Urteil vom 14. Juli 1981 - VI ZR 35/79, MDR 1981, 928), die in der gesamtschuldnerischen Haftung anstelle einer Haftung nach Kopfteilen liegt (vgl. BGH…, Beschluss vom 27. Januar 2011 - V ZB 255/10, NJW-RR 2011, 588 Rn. 6), kann der Senat auf eine Haftung der Kläger nach § 100 Abs. 4 Satz 1 ZPO und nicht nur nach § 100 Abs. 1 ZPO erkennen.
und 2. betreffende Kostenentscheidung treffen (vgl. BGH 14. Juli 1981 - VI ZR 35/79 - zu III der Gründe) .
Zu den Voraussetzungen eines Diagnosefehlers (im Anschluß an Senatsurteile vom 30. Mai 1958 - VI ZR 139/57 - VersR 1958, 545, vom 14. Juli 1981 - VI ZR 35/79 - VersR 1981, 1033, 1034 und vom 14. Juni 1994 - VI ZR 236/93 - AHRS 1815/102).
a) Grundsätzlich ist zwar das Nichterkennen einer erkennbaren Erkrankung und der für sie kennzeichnenden Symptome als Behandlungsfehler zu werten (vgl. Senatsurteile vom 30. Mai 1958 - VI ZR 139/57 - VersR 1958, 545, 546, vom 14. Juli 1981 - VI ZR 35/79 - VersR 1981, 1033, 1034 und vom 14. Juni 1994 - VI ZR 236/93 - AHRS 1815/102).
Dies gilt auch unter Berücksichtigung der vielfachen technischen Hilfsmittel, die zur Gewinnung von zutreffenden Untersuchungsergebnissen einzusetzen sind (vgl. Senatsurteil vom 14. Juli 1981 - VI ZR 35/79 - aaO).
Diagnoseirrtümer, die objektiv auf eine Fehlinterpretation der Befunde zurückzuführen sind, können deshalb nur mit Zurückhaltung als Behandlungsfehler gewertet werden (vgl. Senatsurteile vom 14. Juli 1981 - VI ZR 35/79 - aaO;… vom 14. Juni 1994 - VI ZR 236/93 - aaO).
Gelingt dem Patienten zwar der Beweis eines Behandlungsfehlers in der Form eines Diagnosefehlers oder eines Fehlers in der Befunderhebung, nicht aber der Nachweis der Ursächlichkeit dieses Fehlers für den geltend gemachten Gesundheitsschaden, kommen ihm Beweiserleichterungen nur dann zu Hilfe, wenn der objektive Fehler der Behandlungsseite entweder als grob zu werten ist (fundamentaler Diagnosefehler - vgl. Senatsurteile BGHZ 132, 47 ff. und vom 14. Juli 1981 - VI ZR 35/79 - aaO), ein grober Fehler in der Befunderhebung vorliegt (vgl. Senatsurteile BGHZ 138, 1, 5 ff. und vom 6. Juli 1999 - VI ZR 290/98 - VersR 1999, 1282, 1284) oder wenn die Voraussetzungen für eine Beweislastumkehr wegen eines (lediglich einfachen) Fehlers bei der Befunderhebung oder der Befundsicherung gegeben sind (vgl. dazu Senatsurteile BGHZ 132, 47, 52 ff.; vom 3. November 1998 - VI ZR 253/97 - VersR 1999, 231, 232 …und vom 6. Juli 1999 - VI ZR 290/98 - aaO 1283).
Dabei war zur Wahrung des Grundsatzes der Einheitlichkeit der Kostenentscheidung eine Kostenverteilung auch bezüglich der aus dem Revisionsverfahren ausgeschiedenen Beklagten zu 2. zu treffen (…vgl. BAG 26. Juli 2016 - 1 AZR 160/14 - Rn. 106; BGH 14. Juli 1981 - VI ZR 35/79 - zu III der Gründe).
aa) Im Ansatz geht das Berufungsgericht zutreffend davon aus, dass ein Fehler bei der Interpretation von Krankheitssymptomen nur dann einen schweren Verstoß gegen die Regeln der ärztlichen Kunst und damit einen "groben" Diagnosefehler darstellt, wenn es sich um einen fundamentalen Irrtum handelt (vgl. Senatsurteile vom 14. Juli 1981 - VI ZR 35/79 - VersR 1981, 1033, 1034; vom 10. November 1987 - VI ZR 39/87 - VersR 1988, 293, 294; vom 14. Juli 1992 - VI ZR 214/91 - VersR 1992, 1263, 1265 und vom 9. Januar 2007 - VI ZR 59/06 - VersR 2007, 541, 542).
OLG München, 06.04.2006 - 1 U 4142/05
Abschluss eines Behandlungsvertrages - Haftungsprivileg des § 680 BGB
Die Schwelle, von der ab ein Diagnoseirrtum als schwerer Verstoß gegen die Regeln der ärztlichen Kunst zu beurteilen ist, ist dabei hoch anzusetzen (BGH NJW 1981, 2360).
Zu den Voraussetzungen eines Diagnosefehlers (im Anschluss an Senatsurteile vom 30. Mai 1958 ­ VI ZR 139/57 ­ VersR 1958, 545, vom 14. Juli 1981 -VI ZR 35/79 ­ VersR 1981, 1033, 1034 und vom 14. Juni 1994 ­ VI ZR 236/93 ­ AHRS 1815/102).
Dies gilt auch unter Berücksichtigung der vielfachen technischen Hilfsmittel, die zur Gewinnung von zutreffenden Untersuchungsergebnissen einzusetzen sind (vgl. Senatsurteil vom 14. Juli 1981 -VI ZR 35/79 -aaO).
Diagnoseirrtümer, die objektiv auf eine Fehlinterpretation der Befunde zurückzuführen sind, können deshalb nur mit Zurückhaltung als Behandlungsfehler gewertet werden (vgl. Senatsurteile vom 14. Juli 1981 -VI ZR 35/79 -aaO;… vom 14. Juni 1994 -VI ZR 236/93 ­ aaO).
Gelingt dem Patienten zwar der Beweis eines Behandlungsfehlers in der Form eines Diagnosefehlers oder eines Fehlers in der Befunderhebung, nicht aber der Nachweis der Ursächlichkeit dieses Fehlers für den geltend gemachten Gesundheitsschaden, kommen ihm Beweiserleichterungen nur dann zu Hilfe, wenn der objektive Fehler der Behandlungsseite entweder als grob zu werten ist (fundamentaler Diagnosefehler -vgl. Senatsurteile BGHZ 132, 47 ff. und vom 14. Juli 1981 -VI ZR 35/79 ­ aaO), ein grober Fehler in der Befunderhebung vorliegt (vgl. Senatsurteile BGHZ 138, 1, 5 ff. und vom 6. Juli 1999 -VI ZR 290/98 -VersR 1999, 1282, 1284) oder wenn die Voraussetzungen für eine Beweislastumkehr wegen eines (lediglich einfachen) Fehlers bei der Befunderhebung oder der Befundsicherung gegeben sind (vgl. dazu Senatsurteile BGHZ 132, 47, 52 ff.; vom 3. November 1998 -VI ZR 253/97 -VersR 1999, 231, 232 …und vom 6. Juli 1999 -VI ZR 290/98 ­ aaO 1283).
Nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats darf ein Diagnoseirrtum nur dann als "grob" bezeichnet werden, wenn es sich um einen fundamentalen Diagnoseirrtum handelt (vgl. etwa Senatsurteile vom 10. November 1987 - VI ZR 39/87 - VersR 1988, 293; vom 14. Juli 1981 - VI ZR 35/79 - VersR 1981, 1033 und vom 14. Juli 1992 - VI ZR 214/91 - VersR 1992, 1263).
Der Rechtsmittelführer muß gemäß § 308 Abs. 2 ZPO eine Verschlechterung der Kostenentscheidung in der Rechtsmittelinstanz hinnehmen (BGH 14. Juli 1981 - VI ZR 35/79 - MDR 1981, 928).
OLG Koblenz, 29.06.2006 - 5 U 1494/05
Arzthaftung wegen Diagnoseirrtums bei Nichterkennung einer Appendizitis
OVG Sachsen, 26.08.2008 - 3 B 7/08
übereinstimmende Erledigungserklärung; Kostenverteilung; erfolgloses …
OLG Celle, 09.07.2001 - 1 U 64/00
Arzthaftung: Schmerzensgeld für radikale Prostatektomie aufgrund falscher …
BAG, 16.03.1994 - 8 AZR 576/92
BGH, 19.11.2002 - X ZR 121/99
Nichtigerklärung eines Patents über eine Ankerwickelmaschine mit Einrichtungen …
BGH, 22.07.2008 - X ZR 8/04
Teilweise Zurückweisung der Nichtigkeitsklage betreffend ein Patent über ein …
OLG München, 06.04.1993 - 12 UF 1271/92
Kostenentscheidung bei Klagerücknahme durch einen von mehreren Streitgenossen im …
OLG München, 18.11.2011 - 10 U 1146/11
Verkehrsunfallprozess: Passivlegitimation des Regulierungshelfers eines …
OLG Frankfurt, 11.12.2008 - 2 U 31/08
Schuldbeitritt: Anspruch eines Vermieters gegen Komplementär und Kommanditisten …
OLG Frankfurt, 02.09.2005 - 2 U 32/01
Kostenentscheidung: Änderung in der Berufungsinstanz bei Streitgenossenschaft
Keine unzulässige Klageänderung bei Übergang von Vorschussklage auf Anspruch auf …
BGH, 14.06.1994 - VI ZR 236/93
Vorwerfbarkeit eines Diagnoseirrtums als Behandlungsfehler - Spätsymptome einer …
OLG Köln, 25.11.1981 - 2 Wx 44/81
Vorliegen einer Vollmacht als Voraussetzung für die Durchführung einer wirksamen …
OVG Sachsen, 27.09.2012 - 5 A 189/12
Bestimmung der Kostenverteilung und Streitwert nach übereinstimmender …
LG Kiel, 14.10.2005 - 8 S 162/04
Kfz-Haftpflichtversicherung: Anscheinsbeweis für eine Unfallmanipulation
OLG München, 06.04.2006 - 1 U 4142/06
OVG Sachsen-Anhalt, 01.12.1994 - 1 S 441/94
6.34 Abstandsvorschriften - Abstandsflächen; Schmalseitenprivileg; Begriff der …
OLG Bamberg, 20.05.1988 - 3 W 152/87
Schadensersatz wegen Schäden an einer Maschinenhalle durch den Druck von …