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Timestamp: 2016-10-22 23:46:28
Document Index: 112071046

Matched Legal Cases: ['Art. 58', 'Art. 100', 'Art. 42', 'Art. 76', 'Art. 75', 'Art. 90', 'Art. 74', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68']

A.________ (Beschwerdef�hrerin), 1972 in Montenegro geboren, zog 1987 in die Schweiz, wo sie nach ihrer Heirat im Jahr 1991 mit ihrem Ehemann eine Reinigungsfirma aufbaute. Sie gebar 1993 und 1995 je einen Sohn. Am 4. Juni 1998 liess sie einen Schwangerschaftsunterbruch vornehmen. Dieser erfolgte gem�ss einem von Dr. med. B.________ erstellten psychiatrischen Gutachten vom 3. Juni 1998, weil die Beschwerdef�hrerin durch ein Austragen der Schwangerschaft erheblich und langfristig �berfordert und Gefahr gelaufen w�re, in eine protrahierte depressive Krise zu geraten. Ende 1998 wurde sie erneut schwanger. Am 19. Februar 1999 rutschte sie auf Eis aus und st�rzte auf das Ges�ss, worauf sie ab diesem Datum zu 100 % arbeitsunf�hig geschrieben wurde. Ende M�rz 1999 kam sie erneut auf Eis zu Fall und st�rzte auf die linke Ges�ssh�lfte.
Am 15. Juli 1999 wurde sie beim Verlassen des �ffentlichen Geb�udes Z.________ von der sich gegen die Laufrichtung �ffnenden automatischen Schwingt�re �berrascht, st�rzte und schlug dabei mit dem Kopf auf dem Boden auf. Ob dem Sturz ein Zusammenprall mit der T�re vorangegangen ist, konnte nicht gekl�rt werden. Nach dem Sturz wurde die Beschwerdef�hrerin mit dem Krankenwagen zur Schwangerschafts- und Commotio-�berwachung in das Kantonsspital St. Gallen �berf�hrt, wo sie zwei Tage hospitalisiert war. Gem�ss dem Arztbericht des Spitals vom 27. Dezember 1999 wurde die Diagnose "Verdacht auf Commotio cerebri und HWS-Distorsionstrauma ohne r�ntgenologischen Nachweis einer Fraktur" gestellt. Die Schwangerschaftskontrolle ergab einen unauff�lligen Befund. Am 19. Juli 1999 berichtete die Beschwerdef�hrerin ihrer Haus�rztin �ber teilweise unertr�gliche Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und Angsttr�ume. Am 6. August 1999 gebar sie durch Kaiserschnitt einen gesunden Knaben.
Die Medizinische Abkl�rungsstelle (MEDAS) Ostschweiz f�hrte in ihrem Gutachten vom 18. September 2001 zuhanden der Invalidenversicherung zusammengefasst aus, bei der Beschwerdef�hrerin habe die dritte Schwangerschaft in Verbindung mit dem Unfall im September (recte: Juli) 1999 zu einer erheblichen psychischen Verschlechterung gef�hrt, weshalb eine antidepressive Medikation sowie eine gespr�chstherapeutische Begleitung eingeleitet worden sei. Zurzeit befinde sich die Beschwerdef�hrerin in einer depressiven Episode. Aufgrund der schweren depressiven Erkrankung, welche die Beschwerdef�hrerin mit eigener Willenskraft nicht �berwinden k�nne, sei sie zu 100 % arbeitsunf�hig. Gest�tzt auf dieses Gutachten sprach ihr die Sozialversicherungsanstalt St. Gallen am 9. Oktober 2001 ab dem 15. Juli 2000 eine 100%-ige Invalidenrente zu.
Am 29. Oktober 2002 klagte die Beschwerdef�hrerin beim Gerichtskreis VIII Bern-Laupen gegen die X.________ (Beschwerdegegnerin) auf Zahlung eines Fr. 8'000.-- �bersteigenden Betrages, den sie im sp�teren Verfahren auf Fr. 2'989'587.-- inkl. Zinsen bezifferte. Sie machte die Beschwerdegegnerin als Werkeigent�merin gem�ss Art. 58 OR haftbar und forderte f�r die Folgen des Unfalls vom 15. Juli 1999 Schadenersatz und Genugtuung. Zum Beweis reichte die Beschwerdef�hrerin namentlich ein Privatgutachten von Dr. med. C.________ vom 18. Januar 2002 ein, das zum Ergebnis kam, sie leide an einer durch diesen Unfall verursachten posttraumatischen Belastungsst�rung.
Der Gerichtspr�sident 8 (nachstehend: Gerichtspr�sident) beschr�nkte das Verfahren auf das Vorliegen eines Werkmangels, verneinte einen solchen und wies die Klage am 22. Februar 2005 ab. Das von der Beschwerdef�hrerin angerufene Obergericht des Kantons Bern bejahte dagegen einen Werkmangel und wies daher in seinem Zwischenentscheid vom 18. Oktober 2005 die Akten zur Fortsetzung des Verfahrens an den Gerichtspr�sidenten zur�ck. Dieser beauftragte zur medizinischen Abkl�rung der Folgen des Unfalls vom 15. Juli 1999 Dr. med. D.________, der den Auftrag an Dr. med. E.________ weiterleitete. Dieser kam in seinem Gutachten vom 31. Oktober 2006 zum Ergebnis, der Unfall vom 15. Juli 1999 habe mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit die aktuell bei der Beschwerdef�hrerin vorhandene posttraumatische Belastungsst�rung und Depression ausgel�st. In seinem Erg�nzungsgutachten vom 22. August 2008 f�hrte Dr. E.________ dem Sinne nach aus, seiner Diagnose l�gen die Kriterien des diagnostischen und statistischen Handbuchs psychischer St�rungen (DSM-IV) der amerikanischen psychiatrischen Vereinigung zu Grunde. Das DSM-IV nenne zur Entwicklung posttraumatischer Symptome zwei Kriterien, die notwendigerweise gemeinsam vorhanden sein m�ssten. Zum einen ein objektives Kriterium (A1), bei dem die Person ein Ereignis mit tats�chlichem oder drohendem Tode oder ernsthafter Verletzung oder Gefahr der k�rperlichen Unversehrtheit der eigenen Person oder anderer Personen erlebe. Als subjektives Kriterium (A2) m�sse die Reaktion auf das Ereignis intensive Furcht, Hilflosigkeit oder Entsetzen umfassen. Mehrere Studien h�tten nachgewiesen, dass eher mehr, zumindest gleich viele posttraumatische Symptome bei Betroffenen zu finden seien, die kein A1-Trauma erlebt hatten. Ungeachtet dessen seien vorliegend die A-Kriterien des DSM-IV erf�llt, da die Beschwerdef�hrerin als hochschwangere Frau unerwartet durch einen T�ranprall umgestossen worden sei und danach �ngste mit der Bef�rchtung eines drohenden Todes ihres ungeborenen Kindes entwickelt habe. �ber den Fr�habort vom 23. August (recte: 4. Juni) 1998 habe der Experte bei der Erstellung des Gutachtens vom 31. Oktober 2006 keine Kenntnis gehabt. Dieses Ereignis m�sse als Trauma gewertet werden. Fr�here Traumatisierungen stellten einen Risikofaktor f�r die Entwicklung posttraumatischer Symptome in der Folge sp�terer Traumatisierungen dar. Demgem�ss habe bei der Beschwerdef�hrerin eine gewisse Vulnerabilit�t f�r eine posttraumatische Belastungsst�rung bereits vor dem Unfall vom 15. Juli 1999 vorgelegen. Es sei jedoch ebenfalls davon auszugehen, dass ohne diesen Unfall heute keine posttraumatische Belastungsst�rung oder depressive St�rung vorliegen w�rde.
Im Rahmen der schriftlichen Erg�nzung des ersten Parteivortrages vom 2. Dezember 2008 pr�zisierte die Beschwerdef�hrerin, dass sie keine Fr�hgeburt erlitten, sondern eine Abtreibung habe durchf�hren lassen. Vom Gerichtspr�sidenten aufgefordert, dazu Stellung zu nehmen, f�hrte der Gutachter in seinem Bericht vom 12. Mai 2009 aus, sollte die Abtreibung aus medizinischen Gr�nden erfolgt sein, k�nnte dies ein traumatisches Potenzial und Risiko haben, welches mit der bisher angenommenen Fr�hgeburt vergleichbar ist. Sollte die Abtreibung aus sozialen Gr�nden erfolgt sein, d�rfte das traumatische Potenzial und Risiko f�r die sp�tere Entwicklung psychischer Folgest�rungen geringer sein als bei einer Fr�hgeburt.
Mit Urteil vom 22. Februar 2010 wies der Gerichtspr�sident die Klage ab, weil er den Nachweis der nat�rlichen Kausalit�t des Unfallereignisses f�r die heutige depressive Episode der Beschwerdef�hrerin als gescheitert erachtete. Sein Abweichen vom gerichtlichen Gutachten begr�ndete er namentlich damit, dass der Gutachter von unvollst�ndigen Grundlagen ausgegangen sei, da er erst nach Erstellung des Gutachtens Kenntnis vom Schwangerschaftsabbruch erhalten habe und in Unkenntnis der dazu f�hrenden Gr�nde geblieben sei. Zudem h�tten die vorbestehenden somatischen Beschwerden der Beschwerdef�hrerin und ihre St�rze der im Februar und M�rz 1999 in Verbindung mit der nach einer Abtreibung erneut eingetretenen Schwangerschaft zur �berforderung und damit gem�ss dem Gutachten von Dr. med. B.________ vom 3. Juni 1998 zu ihrer depressiven Krise f�hren k�nnen.
Auf Appellation der Beschwerdef�hrerin hin wies das Obergericht des Kantons Bern, Appellationshof, 1. Zivilabteilung, mit Urteil vom 8. September 2010 die Klage ebenfalls ab.
Die Beschwerdef�hrerin erhebt Beschwerde in Zivilsachen mit den Begehren, das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern vom 8. September 2010 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verurteilen, der Beschwerdef�hrerin Fr. 2'989'578.-- zuz�glich Zins zu 5 % seit wann rechtens zu bezahlen. Eventuell sei das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache zur Beurteilung des ad�quaten Kausalzusammenhangs und zur Vervollst�ndigung des Sachverhalts, insbesondere hinsichtlich der Bemessung des Schadenersatzes und der Genugtuung, an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Die Beschwerdegegnerin schliesst auf Abweisung der Beschwerde und stellt f�r den Fall der Gutheissung der Beschwerde den Eventualantrag, das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern vom 18. Oktober 2005 aufzuheben, das Vorliegen eines Werkmangels zu verneinen und die Klage abzuweisen.
Die Beschwerdef�hrerin beantragt in ihrer Replik, den Eventualantrag der Beschwerdegegnerin zur�ck-, eventuell abzuweisen. In ihrer Duplik best�tigt die Beschwerdegegnerin ihre Begehren.
1.1 Auf die Beschwerde in Zivilsachen kann grunds�tzlich eingetreten werden, da sie unter Einhaltung der gesetzlichen Frist (Art. 100 Abs. 1 BGG) und Form (Art. 42 BGG) von der mit ihren Antr�gen unterliegenden Partei (Art. 76 Abs. 1 BGG) eingereicht wurde und sich gegen einen von einer letzten kantonalen Instanz (Art. 75 BGG) gef�llten Endentscheid (Art. 90 BGG) in einer Zivilstreitigkeit mit einem Streitwert von mindestens Fr. 30'000.-- (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) richtet.
1.3 Die Beschwerdef�hrerin r�gt einleitend, dem Obergericht seien bei der Wiedergabe des Sachverhalts verschiedene offenkundige Fehler unterlaufen. So habe es bez�glich eines Zwischenentscheides und eines Erg�nzungsgutachtens unzutreffende Daten angef�hrt und zum Teil versehentlich die Bezeichnung "DMS-IV" statt "DSM-IV" verwendet. Zudem habe das erstinstanzliche Gericht entgegen den Angaben des Obergerichts den Fr�habort bereits vor dem 12. November 2007 den Akten entnehmen k�nnen. Die Beschwerdef�hrerin legt jedoch nicht dar und es ist auch nicht ersichtlich, inwiefern die genannten Feststellungen entscheiderheblich sein sollen, weshalb auf die entsprechenden Sachverhaltsr�gen nicht einzutreten ist. Dasselbe gilt bez�glich der Kritik der Beschwerdef�hrerin an der vorinstanzlichen Feststellung, dass nicht erstellt sei, ob der Unfall vom 15. Juli 1999 bei ihr eine Hirnersch�tterung und eine Distorsion der Halswirbels�ule hervorgerufen habe, zumal die Beschwerdef�hrerin nicht geltend macht, ihre heutige Arbeitsunf�higkeit sei darauf zur�ckzuf�hren.
2.1 Zwischen dem Werkmangel und dem eingetretenen Schaden muss ein nat�rlicher und ad�quater Kausalzusammenhang bestehen. Ursachen im Sinne des nat�rlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umst�nde, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. F�r die Bejahung des nat�rlichen Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher St�rungen ist. Es gen�gt, dass das sch�digende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die k�rperliche oder geistige Integrit�t der verunfallten Person beeintr�chtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche St�rung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen). Soweit der Kausalzusammenhang nicht mit wissenschaftlicher Genauigkeit nachgewiesen werden kann, gen�gt, dass er als �berwiegend wahrscheinlich erscheint (BGE 128 III 271 E. 2b/aa S. 276 mit Hinweisen). Dies ist zu verneinen, wenn nach den Umst�nden des Einzelfalles neben der behaupteten Ursache weitere Ursachen ebenso ernst in Frage kommen oder sogar n�her liegen (BGE 107 II 269 E. 1b S. 273; vgl. auch BGE 130 III 321 E. 3.3 S. 325). Die Feststellung dar�ber, ob ein nat�rlicher Kausalzusammenhang besteht, beschl�gt die tats�chlichen Verh�ltnisse und beruht auf Beweisw�rdigung. Eine unter Wertungsgesichtspunkten zu beurteilende Rechtsfrage ist dagegen, ob der Kausalzusammenhang zwischen einer Ursache und einem Schadenseintritt ad�quat ist (BGE 132 III 715 E. 2.2 S. 718; 130 III 591 E. 5.3 S. 601 mit Hinweisen).
2.2 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes entscheidend, ob er f�r die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden ber�cksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenh�nge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet. Der Richter soll nicht ohne zwingende Gr�nde von der Einsch�tzung des vom Gericht zur medizinischen Erfassung des Sachverhalts beauftragten Experten abweichen. Ein Grund dazu kann namentlich vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widerspr�chlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in �berzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt (BGE 125 V 351 E. 3a und 3b/aa S. 352 f. mit Hinweisen).
2.3 Das Obergericht erwog, entgegen der Meinung der ersten Instanz beruhe das gerichtliche Gutachten nicht auf einem unvollst�ndigen Sachverhalt. Zwar sei der Gutachter nicht von Anfang an �ber den Schwangerschaftsunterbruch informiert gewesen. Indessen sei ihm Gelegenheit gegeben worden, seine Einsch�tzung in Kenntnis dieser Tatsache zu revidieren. Der Gutachter habe jedoch nicht beachtet, dass nach der h�chstrichterlichen Rechtsprechung eine rechtlich relevante Diagnose einer posttraumatischen Belastungsst�rung voraussetze, dass in objektiver Hinsicht ein extremer Belastungsfaktor gem�ss der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10) vorliege und nicht nur auf das subjektive Empfinden des Betroffenen abgestellt werde. Der gerichtliche Gutachter habe bei seiner Diagnose weitestgehend auf das subjektive Empfinden abgestellt und eingestanden, dass das Traumakriterium nach ICD-10 nicht erf�llt sei. Dieses w�rde sich jedoch nicht vom objektiven A1-Kriterium gem�ss DSM-IV unterscheiden. Vorausgesetzt werde in beiden F�llen das Erleben eines in objektiver Hinsicht �berw�ltigenden traumatischen Ereignisses mit einer ernsthaften Bedrohung f�r die Sicherheit oder k�rperliche Unversehrtheit des Betroffenen oder einer ihm nahestehenden Person, wozu auch das ungeborene Kind zu z�hlen sei. Diese Voraussetzung sei vorliegend nicht erf�llt, da die Beschwerdef�hrerin durch einen (nicht nachgewiesenen) T�raufprall lediglich einer allt�glichen Belastung ausgesetzt gewesen sei und damit zu keiner Zeit eine ernsthafte Bedrohung f�r die Sicherheit bzw. k�rperliche Unversehrtheit des ungeboren Kindes bestanden habe. Demnach sei das Haupt- und Erg�nzungsgutachten des Gerichtsexperten f�r den Nachweis der nat�rlichen Kausalit�t des Unfalls vom 15. Juli 1999 nicht geeignet, da es die rechtlichen Anforderungen an eine posttraumatische Belastungsst�rung verkenne, welche mit den medizinischen Voraussetzungen nicht notwendigerweise �bereinzustimmen h�tten.
2.4 Die Beschwerdef�hrerin macht dem Sinne nach geltend, da der nat�rliche Kausalzusammenhang eine Tat- und der ad�quate Kausalzusammenhang eine Rechtsfrage betreffe, w�rde das Abstellen des Obergerichts auf rechtliche Kriterien bedeuten, dass es nicht den nat�rlichen- sondern den ad�quaten Kausalzusammenhang verneint habe. Zudem treffe es nicht zu, dass sich das objektive A1-Kriterium gem�ss DSM-IV nicht vom Trauma-Kriterium gem�ss ICD-10 unterscheide, weil dieses eine katastrophenartige Situation voraussetze, w�hrend nach DSM-IV die Verletzung oder Gef�hrdung der k�rperlichen Unversehrtheit der betroffenen oder einer anderen Person gen�ge. Die Beschwerdef�hrerin habe nach dem Sturz im Geb�ude Z.________ um die Gesundheit ihres ungeborenen Kindes gef�rchtet, was nachvollziehbar sei, da sie danach mit der Ambulanz ins Spital �berf�hrt und dort w�hrend zwei Tagen beobachtet und behandelt worden sei. Mit der Angst um Leben und Gesundheit des ungeborenen Kindes sei das A1-Kriterium nach DSM-IV offensichtlich erf�llt. Das gerichtliche Gutachten sei somit nicht nur vollst�ndig, sondern auch widerspruchsfrei und schl�ssig. Vom Gutachten abzuweichen sei daher willk�rlich.
2.5 Das DSM-IV nennt bez�glich einer posttraumatischen Belastungsst�rung neben den abstrakten Kriterien als traumatisierende Ereignisse namentlich kriegerische Auseinandersetzungen, gewaltt�tige Angriffe auf die eigene Person (Vergewaltigung, k�rperlicher Angriff, Raub�berfall, Strassen�berfall, Entf�hrung, Geiselnahme, Terroranschlag, Folterung, Kriegsgefangenschaft, Gefangenschaft in einem Konzentrationslager), durch Natur oder Menschen verursachte Katastrophen, schwere Autounf�lle oder die Diagnose einer lebensbedrohlichen Krankheit (ERNST K. HERMANN, Opfer von Straftaten und posttraumatischen Belastungsst�rungen, in: Opferhilfe in der Schweiz, Bundesamt f�r Justiz [Hrsg.], S. 167 ff., 174). Entsprechend nahm das Bundesgericht an, auch die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsst�rung nach DSM-IV setze einen extremen Belastungsfaktor voraus (Urteil I 203/06 vom 28. Dezember 2006 E. 4.3). Demnach ist das Obergericht zutreffend davon ausgegangen, das objektive A1-Kriterium gem�ss DSM-IV h�tte im vorliegenden Fall zumindest eine erhebliche tats�chliche Gef�hrdung der Gesundheit des ungeborenen Kindes vorausgesetzt. Inwiefern das Obergericht in Willk�r verfallen sein soll, wenn es eine solche tats�chliche Gef�hrdung verneinte, legt die Beschwerdef�hrerin mit der Berufung auf ihre subjektiv empfundene Angst um das ungeborene Kind nicht rechtsgen�glich dar. Demnach konnte das Obergericht willk�rfrei davon ausgehen, die Argumentation des Gerichtsgutachters sei widerspr�chlich, weil er gest�tzt auf die Kriterien gem�ss DSM-IV eine posttraumatische Belastungsst�rung diagnostizierte, obwohl das entsprechende objektive A1-Kriterium nicht erf�llt war. Das Obergericht dufte daher - unabh�ngig davon, ob es von rechtlichen oder medizinischen Gesichtspunkten ausging - willk�rfrei vom gerichtlichen Gutachten abweichen. Dies wird dadurch best�tigt, dass das Gutachten entgegen der Annahme der Beschwerdef�hrerin nicht auf vollst�ndigen Grundlagen beruhte. Zwar konnte der Gutachter nach Erstellung seines Gutachtens zum ihm nachtr�glich mitgeteilten Schwangerschaftsunterbruch der Beschwerdef�hrerin Stellung nehmen. Diese Stellungnahme erfolgte jedoch ohne Kenntnisse der Gr�nde des Schwangerschaftsunterbruchs und offenbar auch ohne Einsicht in das entsprechende psychiatrische Gutachten von Dr. B.________. Der Gutachter hatte die Beschwerdef�hrerin auch nicht zum Erleben des Schwangerschaftsunterbruchs mit nachtr�glich eingetretener erneuter Schwangerschaft befragt, weshalb seine Angaben dazu auf ungen�genden Grundlagen beruhen.
3.1 Alsdann kam das Obergericht zum Ergebnis, die Beschwerdef�hrerin habe nicht nachweisen k�nnen, dass f�r die Urs�chlichkeit des Unfalles vom 15. Juli 1999 f�r ihre jetzigen Beschwerden derart gewichtige Gr�nde sprechen, dass andere denkbare M�glichkeiten vern�nftigerweise nicht massgebend in Betracht fallen. Aus den Akten ergebe sich, dass sich die Beschwerdef�hrerin seit dem 14. September 1989 bei Dr. med. F.________ in Behandlung befunden und dieser mehr als zwei Monate vor dem Unfall im Geb�ude Z.________ �ber Angst vor einer Fr�hgeburt berichtet habe. Dar�ber hinaus seien seit Behandlungsbeginn bei Dr. med F.________ R�ckenschmerzen und Schlafprobleme dokumentiert. Anl�sslich der Sprechstunde vom 30. August 1999 habe Dr. med. F.________ festgehalten, es g�be keine Hinweise auf ein damals (im Rahmen des Unfalls) durchgemachtes Trauma. Im Sprechstundeneintrag vom 15. Oktober 1999 habe Dr. med. F.________ ausgef�hrt, die Beschwerdef�hrerin werde von n�chtlichen Albtr�umen nach Unfall und Sectio caesarea geplagt. Aus den Patientenaufzeichnungen von Dr. med F.________ k�nne daher nicht abgeleitet werden, dass der Unfall vom 15. Juli 1999 als alleinige Ursache f�r die Angstzust�nde der Beschwerdef�hrerin in Frage k�me, zumal die �rztin diesem keine traumatisierende Wirkung zuschreibe. Zwar halte der Gerichtsgutachter in seinem Erg�nzungsgutachten fest, der Beginn der depressiven Symptomatik sei wahrscheinlich bereits vor der Sectio caesarea vom 6. August 1999 zu verzeichnen gewesen. Demgegen�ber habe gem�ss dem MEDAS-Gutachten die dritte Schwangerschaft in Verbindung mit dem Unfall im September (recte: Juli) 1999 bei der Beschwerdef�hrerin zu einer erheblichen psychischen Verschlechterung gef�hrt. Schliesslich habe der gerichtliche Gutachter in seinem Bericht vom 12. Mai 2009 einger�umt, dass einer Abtreibung traumatisches Potenzial zukomme. Es sei daher widerspr�chlich, wenn er diese nicht als urs�chlich oder zumindest miturs�chlich f�r die heutige Depression der Beschwerdef�hrerin werte. Abgesehen von der "Unverbindlichkeit" des gerichtlichen Gutachtens spreche gegen das Bestehen eines nat�rlichen Kausalzusammenhanges, dass der Unfall vom 15. Juli 1999 als banales Ereignis zu qualifizieren sei, weshalb bei analoger Anwendung der Rechtsprechung zum Schleudertrauma der Halswirbels�ule die Kausalit�t zu sp�teren Leiden zweifelhaft sei. Diese Zweifel k�nne die Beschwerdef�hrerin zufolge ungen�gender medizinischer Feststellungen unmittelbar nach dem Unfall nicht ausr�umen.
3.2 Die Beschwerdef�hrerin r�gt, das Obergericht verkenne, dass die nat�rliche Kausalit�t bereits zu bejahen sei, wenn der Unfall eine Teilursache ihrer Depression sei. Dass dies zutreffe, ergebe sich nicht nur aus dem gerichtlichen Gutachten, sondern auch aus dem Privatgutachten von Dr. C.________, den vom Obergericht zitierten Stellen aus dem Patientendossier von Dr. F.________ und dem Gutachten der MEDAS. Selbst wenn denkbar w�re, dass der Schwangerschaftsabbruch die Depression der Beschwerdef�hrerin mitverursacht h�tte, w�rde der Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 15. Juli 1999 nicht entfallen. Entscheidend sei, ob es ohne diesen Unfall nicht zur psychischen Erkrankung gekommen w�re. Diese Frage werde vom Gerichtsexperten konsequent und in Kenntnis aller Sachverhaltselemente bejaht und �berzeugend begr�ndet. Von diesem Gutachten abzuweichen sei deshalb willk�rlich.
3.3 Zutreffend ist, dass gewisse Erw�gungen des Obergerichts den Eindruck erwecken k�nnten, es habe bez�glich des nat�rlichen Kausalzusammenhanges verlangt, dass der Unfall vom 15. Juli 1999 die einzige m�gliche Ursache f�r die Depression der Beschwerdef�hrerin sei. Aus dem Zusammenhang ergibt sich jedoch, dass das Obergericht gem�ss seinen zutreffenden allgemeinen Erw�gungen die nat�rliche Kausalit�t deshalb verneinte, weil es in W�rdigung der Umst�nde annahm, die Beschwerdef�hrerin habe nicht nachgewiesen, dass der Unfall vom 15. Juli 1999 nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch ihre Depression entf�llt. Inwiefern das Obergericht dabei im Ergebnis in Willk�r verfallen sein soll, legt die Beschwerdef�hrerin nicht rechtsgen�glich dar und ist auch nicht ersichtlich, zumal sie sich mit dem Privatgutachten nicht n�her befasst, weder Dr. med. F.________ noch das MEDAS-Gutachten eine posttraumatischen Belastungsst�rung diagnostizierten und das Obergericht das gerichtliche Gutachten - wie bereits dargelegt (vgl. E. 2.5 hiervor) - als nicht bindend ansehen durfte. Unter diesen Umst�nden ist durchaus vertretbar anzunehmen, die Depression der Beschwerdef�hrerin sei aufgrund des mit dem Schwangerschaftsunterbruch verbundenen Traumapotenzials in Verbindung mit der danach erneut eingetretenen Schwangerschaft, den vorbestehenden R�ckenleiden, den Unf�llen auf Eis, dem Kaiserschnitt und der Belastung durch drei Kinder mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit auch ohne den Unfall vom 15. Juli 1999 eingetreten. Demnach kommt der Erw�gung des Obergerichts zur analogen Anwendung der Rechtsprechung zum Schleudertrauma auf F�lle posttraumatischer Belastungsst�rungen keine entscheiderhebliche Bedeutung zu, weshalb auf die dagegen gerichtete Kritik der Beschwerdef�hrerin nicht einzutreten ist. Gleiches gilt bez�glich der Ausf�hrungen der Beschwerdef�hrerin zum ad�quaten Kausalzusammenhang, der vom Obergericht nicht beurteilt wurde.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Eventualantrag der Beschwerdegegnerin auf Aufhebung des Zwischenentscheids des Obergerichts vom 18. Oktober 2005 gegenstandslos. Die Gerichtskosten sind der unterliegenden Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen, welche die Beschwerdegegnerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren zu entsch�digen hat (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 2 BGG).