Source: http://www.hensche.de/Arbeitsrecht_Urteile_Massenentlassung_Geschaeftsfuehrer_EuGH_C-229-14.html
Timestamp: 2019-11-21 22:31:21
Document Index: 178973751

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 267', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 3', 'Art. 4', 'Art. 5', '§ 17', '§ 6', '§ 35', '§ 37', '§ 38', '§ 43', '§ 46', '§ 17', '§ 17', '§ 17', 'Art. 1', '§ 17', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 3', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1']

EuGH, Urteil vom 09.07.2015, C-229/14 - Balkaya - HENSCHE Arbeitsrecht
EuGH, Ur­teil vom 09.07.2015, C-229/14 - Bal­ka­ya
Schlagworte: Massenentlassung, Geschäftsführer
Aktenzeichen: C-229/14
Entscheidungsdatum: 09.07.2015
Leitsätze: 1. Art. 1 Abs. 1 Buchst. a der Richtlinie 98/59/EG des Rates vom 20. Juli 1998 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Massenentlassungen ist dahin auszulegen, dass er einer nationalen Regelung oder Praxis entgegensteht, die bei der Berechnung der in dieser Vorschrift genannten Zahl von Arbeitnehmern ein Mitglied der Unternehmensleitung einer Kapitalgesellschaft wie das im Ausgangsverfahren in Rede stehende unberücksichtigt lässt, das seine Tätigkeit nach Weisung und Aufsicht eines anderen Organs dieser Gesellschaft ausübt, als Gegenleistung für seine Tätigkeit eine Vergütung erhält und selbst keine Anteile an dieser Gesellschaft besitzt.
9. Ju­li 2015(*)
„Vor­la­ge zur Vor­ab­ent­schei­dung - Richt­li­nie 98/59/EG - Art. 1 Abs. 1 Buchst. a - Mas­sen­ent­las­sun­gen - Be­griff des „Ar­beit­neh­mers“ - Mit­glied der Un­ter­neh­mens­lei­tung ei­ner
Ka­pi­tal­ge­sell­schaft - Im Rah­men ei­ner Maßnah­me zur Be­rufs­bil­dung und be­ruf­li­chen Wie­der­ein­glie­de­rung täti­ge Per­son, die ei­ne öffent­li­che Aus­bil­dungs­bei­hil­fe, aber kei­ne Vergütung
von Sei­ten des Ar­beit­ge­bers erhält“
In der Rechts­sa­che C-229/14
be­tref­fend ein Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chen nach Art. 267 AEUV, ein­ge­reicht vom Ar­beits­ge­richt Ver­den (Deutsch­land) mit Ent­schei­dung vom 6. Mai 2014, beim Ge­richts­hof ein­ge­gan­gen am 12. Mai 2014, in dem Ver­fah­ren
En­der Bal­ka­ya
Kie­sel Ab­bruch- und Re­cy­cling Tech­nik GmbH
un­ter Mit­wir­kung des Kam­mer­präsi­den­ten A. Tiz­za­no, der Rich­ter S. Ro­din (Be­richt­er­stat­ter), A. Borg Bart­het und E. Le­vits so­wie der Rich­te­rin M. Ber­ger,
auf­grund des schrift­li­chen Ver­fah­rens, un­ter Berück­sich­ti­gung der Erklärun­gen
- von Herrn Bal­ka­ya, ver­tre­ten durch Rechts­an­walt M. Bar­ton,
- der Kie­sel Ab­bruch- und Re­cy­cling Tech­nik GmbH, ver­tre­ten durch Rechts­an­walt P. Wal­len­stein,
- der est­ni­schen Re­gie­rung, ver­tre­ten durch N. Grünberg als Be­vollmäch­tig­te, der pol­ni­schen Re­gie­rung, ver­tre­ten durch B. Ma­jc­zy­na als Be­vollmäch­tig­ten,
- der Eu­ropäischen Kom­mis­si­on, ver­tre­ten durch M. Kel­ler­bau­er und J. En­e­gren als Be­vollmäch­tig­te,
1 Das Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chen be­trifft die Aus­le­gung von Art. 1 Abs. 1 Buchst. a der Richt­li­nie 98/59/EG des Ra­tes vom 20. Ju­li 1998 zur An­glei­chung der Rechts­vor­schrif­ten der Mit­glied­staa­ten über Mas­sen­ent­las­sun­gen (ABl. L 225, S. 16).
2 Es er­geht im Rah­men ei­nes Rechts­streits zwi­schen Herrn Bal­ka­ya und der Kie­sel Ab­bruch- und Re­cy­cling Tech­nik GmbH (im Fol­gen­den: Kie­sel Ab­bruch) über die Rechtmäßig­keit ei­ner be­triebs­be­ding­ten Kündi­gung, die Kie­sel Ab­bruch anläss­lich ei­ner Be­triebs­still­le­gung aus­ge­spro­chen hat­te, oh­ne zu­vor ei­ne Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge bei der Bun­des­agen­tur für Ar­beit er­stat­tet zu ha­ben.
3 Art. 1 Abs. 1 der Richt­li­nie 98/59 sieht vor:
„(1) Für die Durchführung die­ser Richt­li­nie gel­ten fol­gen­de Be­griffs­be­stim­mun­gen:
a) ‚Mas­sen­ent­las­sun­gen‘ sind Ent­las­sun­gen, die ein Ar­beit­ge­ber aus ei­nem oder meh­re­ren Gründen, die nicht in der Per­son der Ar­beit­neh­mer lie­gen, vor­nimmt und bei de­nen – nach Wahl der Mit­glied­staa­ten – die Zahl der Ent­las­sun­gen
i) ent­we­der in­ner­halb ei­nes Zeit­raums von 30 Ta­gen
- min­des­tens 10 in Be­trie­ben mit in der Re­gel mehr als 20 und we­ni­ger als 100 Ar­beit­neh­mern,
- min­des­tens 10 v. H. der Ar­beit­neh­mer in Be­trie­ben mit in der Re­gel min­des­tens 100 und we­ni­ger als 300 Ar­beit­neh­mern,
- min­des­tens 30 in Be­trie­ben mit in der Re­gel min­des­tens 300 Ar­beit­neh­mern,
ii) oder in­ner­halb ei­nes Zeit­raums von 20 Ta­gen min­des­tens 20, und zwar un­abhängig da­von, wie vie­le Ar­beit­neh­mer in der Re­gel in dem be­tref­fen­den Be­trieb beschäftigt sind,
b) ‚Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter‘ sind die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter nach den Rechts­vor­schrif­ten oder der Pra­xis der Mit­glied­staa­ten.
Für die Be­rech­nung der Zahl der Ent­las­sun­gen gemäß Ab­satz 1 Buch­sta­be a) wer­den die­sen Ent­las­sun­gen Be­en­di­gun­gen des Ar­beits­ver­trags gleich­ge­stellt, die auf Ver­an­las­sung des Ar­beit­ge­bers und aus ei­nem oder meh­re­ren Gründen, die nicht in der Per­son der Ar­beit­neh­mer lie­gen, er­fol­gen, so­fern die Zahl der Ent­las­sun­gen min­des­tens fünf beträgt.“
4 Art. 3 der Richt­li­nie 98/59 be­stimmt:
„(1) Der Ar­beit­ge­ber hat der zuständi­gen Behörde al­le be­ab­sich­tig­ten Mas­sen­ent­las­sun­gen schrift­lich an­zu­zei­gen.
(2) Der Ar­beit­ge­ber hat den Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tern ei­ne Ab­schrift der in Ab­satz 1 ge­nann­ten An­zei­ge zu über­mit­teln.
Die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter können et­wai­ge Be­mer­kun­gen an die zuständi­ge Behörde rich­ten.“
5 In Art. 4 Abs. 1 und 2 der Richt­li­nie heißt es:
„(1) Die der zuständi­gen Behörde an­ge­zeig­ten be­ab­sich­tig­ten Mas­sen­ent­las­sun­gen wer­den frühes­tens 3 Ta­ge nach Ein­gang der in Ar­ti­kel 1 Ab­satz 1 ge­nann­ten An­zei­ge wirk­sam; die im Fall der Ein­zelkündi­gung für die Kündi­gungs­frist gel­ten­den Be­stim­mun­gen blei­ben un­berührt.
Die Mit­glied­staa­ten können der zuständi­gen Behörde je­doch die Möglich­keit einräum­en, die Frist des Un­ter­ab­sat­zes 1 zu verkürzen.
(2) Die Frist des Ab­sat­zes 1 muss von der zuständi­gen Behörde da­zu be­nutzt wer­den, nach Lösun­gen für die durch die be­ab­sich­tig­ten Mas­sen­ent­las­sun­gen auf­ge­wor­fe­nen Pro­ble­me zu su­chen.“
6 Art. 5 die­ser Richt­li­nie lau­tet:
„Die­se Richt­li­nie lässt die Möglich­keit der Mit­glied­staa­ten un­berührt, für die Ar­beit­neh­mer güns­ti­ge­re Rechts- oder Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten an­zu­wen­den oder zu er­las­sen oder für die Ar­beit­neh­mer güns­ti­ge­re ta­rif­ver­trag­li­che Ver­ein­ba­run­gen zu­zu­las­sen oder zu fördern.“
7 In § 17 des Kündi­gungs­schutz­ge­set­zes (im Fol­gen­den: KSchG), der die An­zei­ge­pflicht bei Mas­sen­ent­las­sun­gen vor­sieht, heißt es:
„(1) Der Ar­beit­ge­ber ist ver­pflich­tet, der Agen­tur für Ar­beit An­zei­ge zu er­stat­ten, be­vor er
1. in Be­trie­ben mit in der Re­gel mehr als 20 und we­ni­ger als 60 Ar­beit­neh­mern mehr als 5 Ar­beit­neh­mer,
in­ner­halb von 30 Ka­len­der­ta­gen entlässt. Den Ent­las­sun­gen ste­hen an­de­re Be­en­di­gun­gen des Ar­beits­verhält­nis­ses gleich, die vom Ar­beit­ge­ber ver­an­lasst wer­den.
(2) Be­ab­sich­tigt der Ar­beit­ge­ber, nach Ab­satz 1 an­zei­ge­pflich­ti­ge Ent­las­sun­gen vor­zu­neh­men, hat er dem Be­triebs­rat recht­zei­tig die zweck­dien­li­chen Auskünf­te zu er­tei­len und ihn schrift­lich ins­be­son­de­re zu un­ter­rich­ten über
1. die Gründe für die ge­plan­ten Ent­las­sun­gen,
2. die Zahl und die Be­rufs­grup­pen der zu ent­las­sen­den Ar­beit­neh­mer,
3. die Zahl und die Be­rufs­grup­pen der in der Re­gel beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer,
4. den Zeit­raum, in dem die Ent­las­sun­gen vor­ge­nom­men wer­den sol­len,
5. die vor­ge­se­he­nen Kri­te­ri­en für die Aus­wahl der zu ent­las­sen­den Ar­beit­neh­mer,
6. die für die Be­rech­nung et­wai­ger Ab­fin­dun­gen vor­ge­se­he­nen Kri­te­ri­en.
(3) Der Ar­beit­ge­ber hat gleich­zei­tig der Agen­tur für Ar­beit ei­ne Ab­schrift der Mit­tei­lung an den Be­triebs­rat zu­zu­lei­ten; sie muss zu­min­dest die in Ab­satz 2 Satz 1 Nr. 1 bis 5 vor­ge­schrie­be­nen An­ga­ben ent­hal­ten …
(5) Als Ar­beit­neh­mer im Sin­ne die­ser Vor­schrift gel­ten nicht
1. in Be­trie­ben ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son die Mit­glie­der des Or­gans, das zur ge­setz­li­chen Ver­tre­tung der ju­ris­ti­schen Per­son be­ru­fen ist,
2. in Be­trie­ben ei­ner Per­so­nen­ge­samt­heit die durch Ge­setz, Sat­zung oder Ge­sell­schafts­ver­trag zur Ver­tre­tung der Per­so­nen­ge­samt­heit be­ru­fe­nen Per­so­nen,
3. Geschäftsführer, Be­triebs­lei­ter und ähn­li­che lei­ten­de Per­so­nen, so­weit die­se zur selbständi­gen Ein­stel­lung oder Ent­las­sung von Ar­beit­neh­mern be­rech­tigt sind.“
8 § 6 des Ge­set­zes be­tref­fend die Ge­sell­schaft mit be­schränk­ter Haf­tung (im Fol­gen­den: Gmb­HG) be­stimmt hin­sicht­lich der Stel­lung des Geschäftsführers:
„(1) Die Ge­sell­schaft muss ei­nen oder meh­re­re Geschäftsführer ha­ben.
(2) Geschäftsführer kann nur ei­ne natürli­che, un­be­schränkt geschäftsfähi­ge Per­son sein …
(3) Zu Geschäftsführern können Ge­sell­schaf­ter oder an­de­re Per­so­nen be­stellt wer­den. Die Be­stel­lung er­folgt ent­we­der im Ge­sell­schafts­ver­trag oder nach Maßga­be der Be­stim­mun­gen des drit­ten Ab­schnitts.
9 § 35 Gmb­HG sieht vor:
„(1) Die Ge­sell­schaft wird durch die Geschäftsführer ge­richt­lich und außer­ge­richt­lich ver­tre­ten …
(2) Sind meh­re­re Geschäftsführer be­stellt, sind sie al­le nur ge­mein­schaft­lich zur Ver­tre­tung der Ge­sell­schaft be­fugt, es sei denn, dass der Ge­sell­schafts­ver­trag et­was an­de­res be­stimmt …
10 In § 37 („Be­schränkun­gen der Ver­tre­tungs­be­fug­nis“) Gmb­HG heißt es:
„(1) Die Geschäftsführer sind der Ge­sell­schaft ge­genüber ver­pflich­tet, die Be­schränkun­gen ein­zu­hal­ten, wel­che für den Um­fang ih­rer Be­fug­nis, die Ge­sell­schaft zu ver­tre­ten, durch den Ge­sell­schafts­ver­trag oder, so­weit die­ser nicht ein an­de­res be­stimmt, durch die Be­schlüsse der Ge­sell­schaf­ter fest­ge­setzt sind.
(2) Ge­gen drit­te Per­so­nen hat ei­ne Be­schränkung der Be­fug­nis der Geschäftsführer, die Ge­sell­schaft zu ver­tre­ten, kei­ne recht­li­che Wir­kung. Dies gilt ins­be­son­de­re für den Fall, dass die Ver­tre­tung sich nur auf ge­wis­se Geschäfte oder Ar­ten von Geschäften er­stre­cken oder nur un­ter ge­wis­sen Umständen oder für ei­ne ge­wis­se Zeit oder an ein­zel­nen Or­ten statt­fin­den soll, oder dass die Zu­stim­mung der Ge­sell­schaf­ter oder ei­nes Or­gans der Ge­sell­schaft für ein­zel­ne Geschäfte er­for­dert ist.“
11 § 38 Gmb­HG, der den Wi­der­ruf der Be­stel­lung von Geschäftsführern re­gelt, be­stimmt:
„(1) Die Be­stel­lung der Geschäftsführer ist zu je­der Zeit wi­der­ruf­lich, un­be­scha­det der Entschädi­gungs­ansprüche aus be­ste­hen­den Verträgen.
(2) Im Ge­sell­schafts­ver­trag kann die Zulässig­keit des Wi­der­rufs auf den Fall be­schränkt wer­den, dass wich­ti­ge Gründe den­sel­ben not­wen­dig ma­chen. Als sol­che Gründe sind ins­be­son­de­re gro­be Pflicht­ver­let­zung oder Unfähig­keit zur ord­nungsmäßigen Geschäftsführung an­zu­se­hen.“
12 § 43 Gmb­HG, der die Haf­tung der Geschäftsführer re­gelt, sieht vor:
„(1) Die Geschäftsführer ha­ben in den An­ge­le­gen­hei­ten der Ge­sell­schaft die Sorg­falt ei­nes or­dent­li­chen Geschäfts­man­nes an­zu­wen­den.
(2) Geschäftsführer, wel­che ih­re Ob­lie­gen­hei­ten ver­let­zen, haf­ten der Ge­sell­schaft so­li­da­risch für den ent­stan­de­nen Scha­den.
13 § 46 („Auf­ga­ben­kreis der Ge­sell­schaf­ter“) Gmb­HG be­stimmt:
„Der Be­stim­mung der Ge­sell­schaf­ter un­ter­lie­gen:
1. die Fest­stel­lung des Jah­res­ab­schlus­ses und die Ver­wen­dung des Er­geb­nis­ses;
1a. die Ent­schei­dung über die Of­fen­le­gung ei­nes Ein­zel­ab­schlus­ses nach in­ter­na­tio­na­len Rech­nungs­le­gungs­stan­dards … und über die Bil­li­gung des von den Geschäftsführern auf­ge­stell­ten Ab­schlus­ses;
1b. die Bil­li­gung ei­nes von den Geschäftsführern auf­ge­stell­ten Kon­zern­ab­schlus­ses;
2. die Ein­for­de­rung der Ein­la­gen;
3. die Rück­zah­lung von Nachschüssen;
4. die Tei­lung, die Zu­sam­men­le­gung so­wie die Ein­zie­hung von Geschäfts­an­tei­len;
5. die Be­stel­lung und die Ab­be­ru­fung von Geschäftsführern so­wie die Ent­las­tung der­sel­ben;
6. die Maßre­geln zur Prüfung und Über­wa­chung der Geschäftsführung;
7. die Be­stel­lung von Pro­ku­ris­ten und von Hand­lungs­be­vollmäch­tig­ten zum ge­sam­ten Geschäfts­be­trieb;
8. die Gel­tend­ma­chung von Er­satz­ansprüchen, wel­che der Ge­sell­schaft aus der Gründung oder Geschäftsführung ge­gen Geschäftsführer oder Ge­sell­schaf­ter zu­ste­hen, so­wie die Ver­tre­tung der Ge­sell­schaft in Pro­zes­sen, wel­che sie ge­gen die Geschäftsführer zu führen hat.“
14 Kie­sel Ab­bruch, ei­ne Ge­sell­schaft mit be­schränk­ter Haf­tung deut­schen Rechts, beschäftig­te Herrn Bal­ka­ya seit dem 1. April 2011 als Tech­ni­ker. Herr Bal­ka­ya wur­de im In­nen- und im Außen­dienst ein­ge­setzt.
15 Kie­sel Ab­bruch be­en­de­te zum 15. Fe­bru­ar 2013 sämt­li­che Ar­beits­verhält­nis­se, dar­un­ter das mit Herrn Bal­ka­ya, und stell­te ih­ren in die Ver­lust­zo­ne ge­ra­te­nen Geschäfts­be­trieb in Achim (Deutsch­land) ein. Herrn Bal­ka­ya ging sei­ne Kündi­gung mit Schrei­ben vom 7. Ja­nu­ar 2013 zu.
16 Es steht fest, dass Kie­sel Ab­bruch vor Aus­spruch der Kündi­gung kei­ne Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge bei der Bun­des­agen­tur für Ar­beit er­stat­tet hat­te.
17 Un­ter Hin­weis auf die un­ter­blie­be­ne Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge ficht Herr Bal­ka­ya die Wirk­sam­keit sei­ner Kündi­gung vor dem vor­le­gen­den Ge­richt an; er trägt in­so­weit vor, dass Kie­sel Ab­bruch, weil die Zahl der Ar­beit­neh­mer, die sie in der Re­gel in ih­rem Be­trieb in Achim beschäftigt ha­be, den in § 17 Abs. 1 Nr. 1 KSchG vor­ge­se­he­nen Schwel­len­wert von 20 über­schrei­te, gemäß die­ser Be­stim­mung vor Aus­spruch der Kündi­gung zu ei­ner sol­chen An­zei­ge ver­pflich­tet ge­we­sen sei.
18 Der Vor­la­ge­ent­schei­dung zu­fol­ge ist un­strei­tig, dass 18 Per­so­nen, dar­un­ter Herr Bal­ka­ya, zum Zeit­punkt des Aus­spruchs der Kündi­gung zu den von Kie­sel Ab­bruch in dem ge­nann­ten Be­trieb in der Re­gel beschäftig­ten Ar­beit­neh­mern gehörten.
19 Zwi­schen den Par­tei­en des Aus­gangs­ver­fah­rens ist hin­ge­gen strei­tig, ob bei der Fest­stel­lung, ob der in § 17 Abs. 1 Nr. 1 KSchG vor­ge­se­he­ne Schwel­len­wert von 20 Per­so­nen er­reicht wur­de, darüber hin­aus drei wei­te­re Per­so­nen, die eben­falls von Kie­sel Ab­bruch beschäftigt wur­den, zu berück­sich­ti­gen sind.
20 Es han­delt sich ers­tens um den als Kon­struk­teur beschäftig­ten Herrn S., der sein Ar­beits­verhält­nis selbst zum 7. De­zem­ber 2012 gekündigt hat­te.
21 Zwei­tens beschäftig­te Kie­sel Ab­bruch zum Zeit­punkt der von ihr aus­ge­spro­che­nen Kündi­gun­gen Herrn L. als Geschäftsführer. Die­ser hielt kei­ne Geschäfts­an­tei­le an der Ge­sell­schaft und war zu de­ren Ver­tre­tung nur ge­mein­schaft­lich mit ei­nem an­de­ren Geschäftsführer be­rech­tigt.
22 Drit­tens beschäftig­te Kie­sel Ab­bruch zu die­sem Zeit­punkt Frau S.; die­se durch­lief bei Kie­sel Ab­bruch ei­ne Um­schu­lungs­maßnah­me zur Büro­kauf­frau, die vom Job­cen­ter im Land­kreis Die­p­holz gefördert wur­de. Die Förde­rung, de­ren Höhe sich auf die ge­sam­te an Frau S. zu leis­ten­de Aus­bil­dungs­vergütung be­lief, wur­de die­ser un­mit­tel­bar von der Bun­des­agen­tur für Ar­beit ge­zahlt.
23 Aus­weis­lich der Vor­la­ge­ent­schei­dung geht das vor­le­gen­de Ge­richt da­von aus, dass Herr S. den in der Re­gel beschäftig­ten Ar­beit­neh­mern zu­zu­rech­nen ist, die gemäß § 17 Abs. 1 Nr. 1 KSchG, mit dem Art. 1 Abs. 1 Buchst. a der Richt­li­nie 98/59 in deut­sches Recht um­ge­setzt wor­den ist, zu berück­sich­ti­gen sind. Dem­nach ste­he fest, dass 19 Ar­beit­neh­mer die­ser Ka­te­go­rie zu­zu­rech­nen sei­en.
24 So­mit stel­le sich die Fra­ge, ob auch ein Geschäftsführer wie Herr L. und ei­ne Umschüle­rin wie Frau S. der Ka­te­go­rie der Ar­beit­neh­mer im Sin­ne die­ser Vor­schrif­ten zu­zu­rech­nen sei­en, so dass Kie­sel Ab­bruch zum Zeit­punkt der im Aus­gangs­ver­fah­ren strei­ti­gen Kündi­gung in ih­rem Be­trieb in der Re­gel mehr als 20 Ar­beit­neh­mer beschäftigt hätte.
25 Das vor­le­gen­de Ge­richt weist in­so­weit ers­tens - was Herrn L. be­trifft - dar­auf hin, dass nach § 17 Abs. 5 Nr. 1 KSchG die Mit­glie­der des Or­gans ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son, das zu de­ren ge­setz­li­cher Ver­tre­tung be­ru­fen sei, nicht als Ar­beit­neh­mer gölten. Die zah­lenmäßig be­deu­tends­te Grup­pe die­ser Or­gan­mit­glie­der sei­en die Geschäftsführer der Ge­sell­schaf­ten mit be­schränk­ter Haf­tung.
Das vor­le­gen­de Ge­richt führt außer­dem hin­sicht­lich der Be­zie­hun­gen zwi­schen dem Geschäftsführer und ei­ner sol­chen Ge­sell­schaft aus, dass das deut­sche Recht streng zwi­schen der Or­gan­stel­lung des Geschäftsführers als sol­cher ei­ner­seits und des­sen Rech­ten und Pflich­ten ge­genüber der Ge­sell­schaft an­de­rer­seits un­ter­schei­de. Während sich die Or­gan­stel­lung aus der Be­stel­lung durch die Ge­sell­schaf­ter­ver­samm­lung, dem mäch­tigs­ten Or­gan der be­tref­fen­den Ge­sell­schaft, er­ge­be, würden die Rech­te und Pflich­ten des Geschäftsführers ge­genüber der Ge­sell­schaft durch den Geschäftsführer-An­stel­lungs­ver­trag ge­re­gelt. Die­ser Ver­trag sei ein Dienst­ver­trag in Ge­stalt ei­nes Geschäfts­be­sor­gungs­ver­trags und nach der herr­schen­den deut­schen Recht­spre­chung kein Ar­beits­ver­trag.
27 In die­sem Zu­sam­men­hang wirft das vor­le­gen­de Ge­richt ins­be­son­de­re die Fra­ge auf, wie das Kri­te­ri­um der Ausübung ei­ner Tätig­keit nach Wei­sung und Auf­sicht ei­nes an­de­ren Or­gans der Ge­sell­schaft aus­zu­le­gen ist, das sich aus dem Ur­teil Da­no­sa (C-232/09, EU:C:2010:674) er­gibt, in dem es um das Mit­glied der Un­ter­neh­mens­lei­tung ei­ner Ge­sell­schaft ging, und das zur Be­stim­mung der Ar­beit­neh­mer­ei­gen­schaft im Sin­ne des Uni­ons­rechts auf­ge­stellt wor­den ist.
28 Was zwei­tens ei­ne als „Prak­ti­kan­tin“ ein­ge­stuf­te Per­son wie Frau S. an­geht, die prak­tisch mit­ar­bei­tet, um Kennt­nis­se zu er­wer­ben oder zu ver­tie­fen oder ei­ne Be­rufs­aus­bil­dung zu ab­sol­vie­ren, weist das vor­le­gen­de Ge­richt dar­auf hin, dass ei­ne an­er­kann­te Be­rufs­aus­bil­dung zwar gewöhn­lich durch Ab­schluss ei­nes ent­spre­chen­den Ver­trags zwi­schen dem Aus­bil­dungs­un­ter­neh­men und dem Aus­zu­bil­den­dem er­fol­ge und zur Zah­lung ei­ner Vergütung durch das Aus­bil­dungs­un­ter­neh­men führe, die Aus­bil­dung von Frau S. je­doch nicht Ge­gen­stand ei­nes sol­chen Ver­trags ge­we­sen sei und Kie­sel Ab­bruch ihr kei­ne Vergütung ge­zahlt ha­be.
29 Das vor­le­gen­de Ge­richt wirft da­her die Fra­ge auf, wel­che Kri­te­ri­en maßgeb­lich sind, um zu be­stim­men, ob Per­so­nen, die ei­ne der­ar­ti­ge Be­rufs­aus­bil­dung oder ein der­ar­ti­ges Prak­ti­kum ab­sol­vie­ren, Ar­beit­neh­mer im Sin­ne von Art. 1 Abs. 1 Buchst. a der Richt­li­nie 98/59 sind, und ins­be­son­de­re, ob in­so­weit der Um­stand maßgeb­lich ist, dass ei­ne Vergütung un­mit­tel­bar durch den Ar­beit­ge­ber ge­zahlt wird.
30 Un­ter die­sen Umständen hat das Ar­beits­ge­richt Ver­den be­schlos­sen, das Ver­fah­ren aus­zu­set­zen und dem Ge­richts­hof fol­gen­de Fra­gen zur Vor­ab­ent­schei­dung vor­zu­le­gen:
1. Ist das ein­schlägi­ge Uni­ons­recht, ins­be­son­de­re Art. 1 Abs. 1 Buchst. a der Richt­li­nie 98/59, da­hin aus­zu­le­gen, dass es na­tio­na­len ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen oder Ge­pflo­gen­hei­ten ent­ge­gen­steht, die bei der in die­ser Vor­schrift vor­ge­se­he­nen Be­rech­nung der Beschäftig­ten­zahl ein Mit­glied der Un­ter­neh­mens­lei­tung ei­ner Ka­pi­tal­ge­sell­schaft un­berück­sich­tigt las­sen, auch wenn es sei­ne Tätig­keit nach Wei­sung und Auf­sicht ei­nes an­de­ren Or­gans die­ser Ge­sell­schaft ausübt, als Ge­gen­leis­tung für die Tätig­keit ein Ent­gelt erhält und selbst kei­ne An­tei­le an der Ge­sell­schaft be­sitzt?
2. Ist das ein­schlägi­ge Uni­ons­recht, ins­be­son­de­re Art. 1 Abs. 1 Buchst. a der Richt­li­nie 98/59, da­hin aus­zu­le­gen, dass es zwin­gend vor­gibt, dass bei der in die­ser Vor­schrift vor­ge­se­he­nen Be­rech­nung der Beschäftig­ten­zahl als Ar­beit­neh­mer auch die­je­ni­gen Per­so­nen mit­zuzählen sind, die oh­ne Vergütung durch den Ar­beit­ge­ber, je­doch fi­nan­zi­ell gefördert und an­er­kannt durch die für Ar­beitsförde­rung zuständi­gen öffent­li­chen Stel­len, prak­tisch mit­ar­bei­ten, um Kennt­nis­se zu er­wer­ben oder zu ver­tie­fen oder ei­ne Be­rufs­aus­bil­dung zu ab­sol­vie­ren („Prak­ti­kant“), oder bleibt es den Mit­glied­staa­ten über­las­sen, hierüber na­tio­na­le ge­setz­li­che Be­stim­mun­gen oder Ge­pflo­gen­hei­ten auf­zu­stel­len?
31 Mit sei­ner ers­ten Fra­ge möch­te das vor­le­gen­de Ge­richt wis­sen, ob Art. 1 Abs. 1 Buchst. a der Richt­li­nie 98/59 da­hin aus­zu­le­gen ist, dass er ei­ner na­tio­na­len Re­ge­lung oder Pra­xis ent­ge­gen­steht, die bei der Be­rech­nung der in die­ser Vor­schrift ge­nann­ten Zahl von Ar­beit­neh­mern ein Mit­glied der Un­ter­neh­mens­lei­tung ei­ner Ka­pi­tal­ge­sell­schaft wie das im Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­de un­berück­sich­tigt lässt, das sei­ne Tätig­keit nach Wei­sung und Auf­sicht ei­nes an­de­ren Or­gans die­ser Ge­sell­schaft ausübt, als Ge­gen­leis­tung für sei­ne Tätig­keit ei­ne Vergütung erhält und selbst kei­ne An­tei­le an die­ser Ge­sell­schaft be­sitzt.
32 Für die Be­ant­wor­tung die­ser Fra­ge ist zunächst dar­auf hin­zu­wei­sen, dass der Uni­ons­ge­setz­ge­ber mit der Har­mo­ni­sie­rung der Rechts­vor­schrif­ten über Mas­sen­ent­las­sun­gen so­wohl ei­nen ver­gleich­ba­ren Schutz der Rech­te der Ar­beit­neh­mer in den ver­schie­de­nen Mit­glied­staa­ten gewähr­leis­ten als auch die Be­las­tun­gen, die für die Un­ter­neh­men in der Eu­ropäischen Uni­on mit die­sen Schutz­vor­schrif­ten ver­bun­den sind, ein­an­der an­glei­chen woll­te (vgl. ins­be­son­de­re Ur­tei­le Kom­mis­si­on/Por­tu­gal, C-55/02, EU:C:2004:605, Rn. 48, und Kom­mis­si­on/Ita­li­en, C-596/12, EU:C:2014:77, Rn. 16).
33 Da­her kann - ent­ge­gen der von Kie­sel Ab­bruch ver­tre­te­nen Auf­fas­sung - der Be­griff „Ar­beit­neh­mer“ in Art. 1 Abs. 1 Buchst. a der Richt­li­nie 98/59 nicht durch Ver­wei­sung auf die Rechts­vor­schrif­ten der Mit­glied­staa­ten de­fi­niert wer­den, son­dern muss in­ner­halb der Uni­ons­rechts­ord­nung au­to­nom und ein­heit­lich aus­ge­legt wer­den (vgl. ent­spre­chend Ur­teil Kom­mis­si­on/Por­tu­gal, C-55/02, EU:C:2004:605, Rn. 49). An­de­ren­falls stünden die Be­rech­nungs­mo­da­litäten für die­se Schwel­len­wer­te und da­mit die­se Schwel­len­wer­te selbst zur Dis­po­si­ti­on der Mit­glied­staa­ten, wo­mit die­sen er­laubt würde, den An­wen­dungs­be­reich der Richt­li­nie zu verändern und ihr so­mit ih­re vol­le Wirk­sam­keit zu neh­men (vgl. in die­sem Sin­ne Ur­teil Confédéra­ti­on généra­le du tra­vail u. a., C-385/05, EU:C:2007:37, Rn. 47).
34 So­dann er­gibt sich aus ständi­ger Recht­spre­chung des Ge­richts­hofs, dass der be­tref­fen­de Be­griff des „Ar­beit­neh­mers“ an­hand ob­jek­ti­ver Kri­te­ri­en zu de­fi­nie­ren ist, die das Ar­beits­verhält­nis im Hin­blick auf die Rech­te und Pflich­ten der Be­trof­fe­nen kenn­zeich­nen. In die­sem Kon­text be­steht das we­sent­li­che Merk­mal des Ar­beits­verhält­nis­ses dar­in, dass ei­ne Per­son während ei­ner be­stimm­ten Zeit für ei­ne an­de­re nach de­ren Wei­sung Leis­tun­gen er­bringt, für die sie als Ge­gen­leis­tung ei­ne Vergütung erhält (vgl. Ur­teil Kom­mis­si­on/Ita­li­en, C-596/12, EU:C:2014:77, Rn. 17, das in­so­weit im We­ge der Ana­lo­gie auf das Ur­teil Da­no­sa, C-232/09, EU:C:2010:674, Rn. 39, ver­weist).
35 So­weit das vor­le­gen­de Ge­richt her­vor­hebt, dass das Beschäfti­gungs­verhält­nis ei­nes Geschäftsführers wie des im Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­den u. a. durch ei­nen Geschäftsführer-An­stel­lungs­ver­trag ge­re­gelt wer­de, der nach der deut­schen Recht­spre­chung kein Ar­beits­ver­trag sei, ist ers­tens fest­zu­stel­len, dass nach ständi­ger Recht­spre­chung des Ge­richts­hofs die Na­tur des Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses nach na­tio­na­lem Recht für die Ar­beit­neh­mer­ei­gen­schaft im Sin­ne des Uni­ons­rechts oh­ne Be­deu­tung ist (vgl. in die­sem Sin­ne Ur­teil Ki­iski, C-116/06, EU:C:2007:536, Rn. 26 und die dort an­geführ­te Recht­spre­chung).
36 Folg­lich ist, so­fern ei­ne Per­son die in Rn. 34 des vor­lie­gen­den Ur­teils an­geführ­ten Vor­aus­set­zun­gen erfüllt, die Art der Rechts­be­zie­hung zwi­schen ihr und der an­de­ren Par­tei des Ar­beits­verhält­nis­ses oh­ne Be­deu­tung für die An­wen­dung der Richt­li­nie 98/59(vgl. ent­spre­chend Ur­teil Da­no­sa, C-232/09, EU:C:2010:674, Rn. 40).
37 So­weit das vor­le­gen­de Ge­richt u. a. die Fra­ge auf­wirft, ob im Aus­gangs­ver­fah­ren ein Un­ter­ord­nungs­verhält­nis im Sin­ne der Recht­spre­chung des Ge­richts­hofs zum Ar­beit­neh­mer­be­griff vor­lag, weil der Grad der Abhängig­keit oder Un­ter­ord­nung ei­nes Geschäftsführers wie des im Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­den bei der Ausübung sei­ner Auf­ga­ben ge­rin­ger sei als der ei­nes Ar­beit­neh­mers im Sin­ne der übli­chen De­fi­ni­ti­on des deut­schen Rechts, ist zwei­tens fest­zu­stel­len, dass das Vor­lie­gen ei­nes sol­chen Un­ter­ord­nungs­verhält­nis­ses in je­dem Ein­zel­fall an­hand al­ler Ge­sichts­punk­te und al­ler Umstände, die die Be­zie­hun­gen zwi­schen den Be­tei­lig­ten kenn­zeich­nen, ge­prüft wer­den muss (vgl. in die­sem Sin­ne Ur­teil Da­no­sa, C-232/09, EU:C:2010:674, Rn. 46).
38 In­so­weit er­gibt sich aus der Recht­spre­chung des Ge­richts­hofs, die im Kon­text der Richt­li­nie 98/59 an­wend­bar ist, dass die Ei­gen­schaft ei­ner Per­son als Mit­glied ei­nes Lei­tungs­or­gans ei­ner Ka­pi­tal­ge­sell­schaft als sol­che nicht aus­sch­ließen kann, dass sich die­se Per­son in ei­nem Un­ter­ord­nungs­verhält­nis ge­genüber der be­tref­fen­den Ge­sell­schaft be­fin­det (vgl. in die­sem Sin­ne Ur­tei­le Da­no­sa, C-232/09, EU:C:2010:674, Rn. 47, und Kom­mis­si­on/Ita­li­en, C-596/12, EU:C:2014:77, Rn. 14, 17 und 18). Zu prüfen sind nämlich die Be­din­gun­gen, un­ter de­nen das Mit­glied des Lei­tungs­or­gans be­stellt wur­de, die Art der ihm über­tra­ge­nen Auf­ga­ben, der Rah­men, in dem die­se Auf­ga­ben aus­geführt wer­den, der Um­fang der Be­fug­nis­se des Mit­glieds und die Kon­trol­le, der es in­ner­halb der Ge­sell­schaft un­ter­liegt, so­wie die Umstände, un­ter de­nen es ab­be­ru­fen wer­den kann (vgl. Ur­teil Da­no­sa, C-232/09, EU:C:2010:674, Rn. 47).
39 So hat der Ge­richts­hof be­reits ent­schie­den, dass ein Mit­glied der Un­ter­neh­mens­lei­tung ei­ner Ka­pi­tal­ge­sell­schaft, das ge­gen Ent­gelt Leis­tun­gen ge­genüber der Ge­sell­schaft er­bringt, die es be­stellt hat und in die es ein­ge­glie­dert ist, das sei­ne Tätig­keit nach der Wei­sung oder un­ter der Auf­sicht ei­nes an­de­ren Or­gans die­ser Ge­sell­schaft ausübt und das je­der­zeit oh­ne Ein­schränkung von sei­nem Amt ab­be­ru­fen wer­den kann, die Vor­aus­set­zun­gen erfüllt, um als „Ar­beit­neh­mer“ im Sin­ne des Uni­ons­rechts zu gel­ten (vgl. in die­sem Sin­ne Ur­teil Da­no­sa, C-232/09, EU:C:2010:674, Rn. 51 und 56).
40 Im vor­lie­gen­den Fall er­gibt sich aus der Vor­la­ge­ent­schei­dung, dass die Lei­tungs­per­son ei­ner Ka­pi­tal­ge­sell­schaft wie die im Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­de von der Ge­sell­schaf­ter­ver­samm­lung der Ka­pi­tal­ge­sell­schaft er­nannt wird, die die be­tref­fen­de Lei­tungs­per­son je­der­zeit ge­gen ih­ren Wil­len ab­be­ru­fen kann. Zu­dem un­ter­liegt die­se Lei­tungs­per­son bei der Ausübung ih­rer Tätig­keit der Wei­sung und Auf­sicht des ge­nann­ten Or­gans so­wie den ihr in­so­weit auf­er­leg­ten Vor­ga­ben und Be­schränkun­gen. Darüber hin­aus ist zu be­mer­ken - auch wenn die­ser Ge­sichts­punkt im vor­lie­gen­den Kon­text für sich al­lein ge­nom­men nicht aus­schlag­ge­bend ist -, dass ei­ne Lei­tungs­per­son wie die im Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­de kei­ne An­tei­le an der Ge­sell­schaft be­sitzt, in der sie ih­re Auf­ga­ben wahr­nimmt.
41 Un­ter die­sen Umständen ist fest­zu­stel­len, dass sich ein sol­ches Mit­glied der Un­ter­neh­mens­lei­tung ei­ner Ka­pi­tal­ge­sell­schaft - un­be­scha­det der Tat­sa­che, dass es bei der Wahr­neh­mung sei­ner Auf­ga­ben über ei­nen Er­mes­sens­spiel­raum verfügt, der über den ei­nes Ar­beit­neh­mers im Sin­ne des deut­schen Rechts hin­aus­geht, dem, wie das vor­le­gen­de Ge­richt aus­geführt hat, der Ar­beit­ge­ber im Ein­zel­nen die Ar­beits­auf­ga­ben, die er er­le­di­gen muss, und die Art und Wei­se, wie sie zu er­le­di­gen sind, vor­ge­ben kann - zu der Ge­sell­schaft in ei­nem Un­ter­ord­nungs­verhält­nis im Sin­ne der in den Rn. 38 und 39 des vor­lie­gen­den Ur­teils an­geführ­ten Recht­spre­chung be­fin­det (vgl. in die­sem Sin­ne Ur­teil Da­no­sa, C-232/09, EU:C:2010:674, Rn. 49 bis 51).
42 Außer­dem steht fest, dass ei­ne Lei­tungs­per­son wie die im Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­de ei­ne Vergütung für ih­re Tätig­keit erhält.
43 In An­be­tracht der vor­ste­hen­den Erwägun­gen ist da­her fest­zu­stel­len, dass ein Mit­glied der Un­ter­neh­mens­lei­tung ei­ner Ka­pi­tal­ge­sell­schaft wie das im Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­de als „Ar­beit­neh­mer“ im Sin­ne von Art. 1 Abs. 1 Buchst. a der Richt­li­nie 98/59 ein­zu­stu­fen und dem­zu­fol­ge bei der Be­rech­nung der dort ge­nann­ten Schwel­len­wer­te zu berück­sich­ti­gen ist.
44 Die­se Aus­le­gung wird im Übri­gen durch die Ziel­set­zung die­ser Richt­li­nie bestätigt, die aus­weis­lich ih­res zwei­ten Erwägungs­grun­des u. a. den Schutz der Ar­beit­neh­mer bei Mas­sen­ent­las­sun­gen verstärken soll. Die­sem Ziel ent­spre­chend dürfen die Be­grif­fe, die den An­wen­dungs­be­reich die­ser Richt­li­nie fest­le­gen, dar­un­ter der in ih­rem Art. 1 Abs. 1 Buchst. a ver­wen­de­te Be­griff des „Ar­beit­neh­mers“, nicht eng aus­ge­legt wer­den (vgl. in die­sem Sin­ne Ur­tei­le Athi­naïki Char­to­poiïa, C-270/05, EU:C:2007:101, Rn. 25 und 26, und ent­spre­chend Uni­on syn­di­ca­le So­li­dai­res Isère, C-428/09, EU:C:2010:612, Rn. 22).
45 Sch­ließlich ist das Vor­brin­gen von Kie­sel Ab­bruch und der est­ni­schen Re­gie­rung zurück­zu­wei­sen, dass ein Geschäftsführer wie der im Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­de bei Mas­sen­ent­las­sun­gen nicht des Schut­zes durch die Richt­li­nie 98/59 bedürfe.
46 In­so­weit gibt es zum ei­nen kei­nen An­halts­punkt dafür, dass sich ein Beschäftig­ter, der Mit­glied der Geschäfts­lei­tung ei­ner Ka­pi­tal­ge­sell­schaft, ins­be­son­de­re ei­ner klei­nen oder mit­tel­großen Ge­sell­schaft wie der im Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­den, zwangsläufig in ei­ner La­ge be­fin­det, die sich von der an­de­rer Per­so­nen, die von die­ser Ge­sell­schaft beschäftigt wer­den, un­ter­schei­det, was die Not­wen­dig­keit be­trifft, die Fol­gen sei­ner Ent­las­sung zu mil­dern und zu die­sem Zweck ins­be­son­de­re die zuständi­ge Behörde nach Art. 3 Abs. 1 die­ser Richt­li­nie in Kennt­nis zu set­zen, da­mit die­se in der La­ge ist, nach Lösun­gen für die Pro­ble­me zu su­chen, die durch die Ge­samt­heit der ins Au­ge ge­fass­ten Ent­las­sun­gen auf­ge­wor­fen wer­den (vgl. in die­sem Sin­ne Ur­tei­le Junk, C-188/03, EU:C:2005:59, Rn. 48, und Cla­es u. a., C-235/10 bis C-239/10, EU:C:2011:119, Rn. 56).
47 Zum an­de­ren läuft ei­ne na­tio­na­le Re­ge­lung oder Pra­xis wie die im Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­de, die die Mit­glie­der der Un­ter­neh­mens­lei­tung ei­ner Ka­pi­tal­ge­sell­schaft bei der Be­rech­nung der in Art. 1 Abs. 1 Buchst. a der Richt­li­nie 98/59 ge­nann­ten Zahl von Ar­beit­neh­mern un­berück­sich­tigt lässt, nicht nur Ge­fahr, den Schutz zu be­ein­träch­ti­gen, den die Richt­li­nie den be­tref­fen­den Mit­glie­dern gewährt; sie kann auch vor al­lem der Ge­samt­heit der von be­stimm­ten Un­ter­neh­men mit in der Re­gel mehr als 20 Ar­beit­neh­mern beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer die Rech­te vor­ent­hal­ten, die die­sen nach der Richt­li­nie zu­ste­hen, und be­ein­träch­tigt da­mit de­ren prak­ti­sche Wirk­sam­keit (vgl. in die­sem Sin­ne Ur­teil Confédéra­ti­on généra­le du tra­vail u. a., C-385/05, EU:C:2007:37, Rn. 48).
48 In An­be­tracht der Ge­samt­heit der vor­ste­hen­den Erwägun­gen ist auf die ers­te Fra­ge zu ant­wor­ten, dass Art. 1 Abs. 1 Buchst. a der Richt­li­nie 98/59 da­hin aus­zu­le­gen ist, dass er ei­ner na­tio­na­len Re­ge­lung oder Pra­xis ent­ge­gen­steht, die bei der Be­rech­nung der in die­ser Vor­schrift ge­nann­ten Zahl von Ar­beit­neh­mern ein Mit­glied der Un­ter­neh­mens­lei­tung ei­ner Ka­pi­tal­ge­sell­schaft wie das im Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­de un­berück­sich­tigt lässt, das sei­ne Tätig­keit nach Wei­sung und Auf­sicht ei­nes an­de­ren Or­gans die­ser Ge­sell­schaft ausübt, als Ge­gen­leis­tung für sei­ne Tätig­keit ei­ne Vergütung erhält und selbst kei­ne An­tei­le an die­ser Ge­sell­schaft be­sitzt.
49 Mit sei­ner zwei­ten Fra­ge möch­te das vor­le­gen­de Ge­richt wis­sen, ob Art. 1 Abs. 1 Buchst. a der Richt­li­nie 98/59 da­hin aus­zu­le­gen ist, dass ei­ne Per­son wie die im Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­de, die im Rah­men ei­nes Prak­ti­kums oh­ne Vergütung durch ih­ren Ar­beit­ge­ber, je­doch fi­nan­zi­ell gefördert und an­er­kannt durch die für Ar­beitsförde­rung zuständi­gen öffent­li­chen Stel­len, in ei­nem Un­ter­neh­men prak­tisch mit­ar­bei­tet, um Kennt­nis­se zu er­wer­ben oder zu ver­tie­fen oder ei­ne Be­rufs­aus­bil­dung zu ab­sol­vie­ren, als Ar­beit­neh­mer im Sin­ne die­ser Vor­schrift an­zu­se­hen ist.
50 Ers­tens er­fasst der Be­griff des Ar­beit­neh­mers im Uni­ons­recht nach ge­fes­tig­ter Recht­spre­chung des Ge­richts­hofs auch Per­so­nen, die ei­nen Vor­be­rei­tungs­dienst ab­leis­ten oder in ei­nem Be­ruf Aus­bil­dungs­zei­ten ab­sol­vie­ren, die als ei­ne mit der ei­gent­li­chen Ausübung des be­tref­fen­den Be­rufs ver­bun­de­ne prak­ti­sche Vor­be­rei­tung be­trach­tet wer­den können, wenn die­se Zei­ten un­ter den Be­din­gun­gen ei­ner tatsächli­chen und ech­ten Tätig­keit im Lohn- oder Ge­halts­verhält­nis für ei­nen Ar­beit­ge­ber nach des­sen Wei­sung ab­sol­viert wer­den. Der Ge­richts­hof hat klar­ge­stellt, dass dar­an auch der Um­stand nichts ändert, dass die Pro­duk­ti­vität des Be­tref­fen­den ge­ring ist, er kei­ner Voll­zeit­beschäfti­gung nach­geht und des­halb nur ei­ne ver­rin­ger­te An­zahl von Wo­chen­ar­beits­stun­den leis­tet und er in­fol­ge­des­sen nur ei­ne be­schränk­te Vergütung erhält (vgl. in die­sem Sin­ne ins­be­son­de­re Ur­tei­le La­wrie-Blum, 66/85, EU:C:1986:284, Rn. 19 bis 21, Bern­i­ni, C-3/90, EU:C:1992:89, Rn. 15 und 16, Kurz, C-188/00, EU:C:2002:694, Rn. 33 und 34, und Kra­ne­mann, C-109/04, EU:C:2005:187, Rn. 13).
51 Zwei­tens er­gibt sich aus der Recht­spre­chung des Ge­richts­hofs auch, dass we­der der recht­li­che Kon­text des Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses im na­tio­na­len Recht, in des­sen Rah­men ei­ne Be­rufs­aus­bil­dung oder ein Prak­ti­kum ab­sol­viert wird, noch die Her­kunft der zur Vergütung des Be­tref­fen­den ein­ge­setz­ten Mit­tel und ins­be­son­de­re im vor­lie­gen­den Fall de­ren Fi­nan­zie­rung aus öffent­li­chen Mit­teln ir­gend­ei­ne Rol­le für die Be­ant­wor­tung der Fra­ge spie­len, ob je­mand als Ar­beit­neh­mer an­zu­se­hen ist oder nicht (vgl. in die­sem Sin­ne ins­be­son­de­re Ur­tei­le Bett­ray, 344/87, EU:C:1989:226, Rn. 15 und 16, Bir­den, C-1/97, EU:C:1998:568, Rn. 28, und Kurz, C-188/00, EU:C:2002:694, Rn. 34).
52 Un­ter die­sen Umständen und in An­be­tracht der Ausführun­gen ins­be­son­de­re in den Rn. 33, 34 und 44 des vor­lie­gen­den Ur­teils ist auf die zwei­te Fra­ge zu ant­wor­ten, dass Art. 1 Abs. 1 Buchst. a der Richt­li­nie 98/59 da­hin aus­zu­le­gen ist, dass ei­ne Per­son wie die im Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­de, die im Rah­men ei­nes Prak­ti­kums oh­ne Vergütung durch ih­ren Ar­beit­ge­ber, je­doch fi­nan­zi­ell gefördert und an­er­kannt durch die für Ar­beitsförde­rung zuständi­gen öffent­li­chen Stel­len, in ei­nem Un­ter­neh­men prak­tisch mit­ar­bei­tet, um Kennt­nis­se zu er­wer­ben oder zu ver­tie­fen oder ei­ne Be­rufs­aus­bil­dung zu ab­sol­vie­ren, als Ar­beit­neh­mer im Sin­ne die­ser Vor­schrift an­zu­se­hen ist.
53 Für die Par­tei­en des Aus­gangs­ver­fah­rens ist das Ver­fah­ren ein Zwi­schen­streit in dem beim vor­le­gen­den Ge­richt anhängi­gen Rechts­streit; die Kos­ten­ent­schei­dung ist da­her Sa­che die­ses Ge­richts. Die Aus­la­gen an­de­rer Be­tei­lig­ter für die Ab­ga­be von Erklärun­gen vor dem Ge­richts­hof sind nicht er­stat­tungsfähig.
1. Art. 1 Abs. 1 Buchst. a der Richt­li­nie 98/59/EG des Ra­tes vom 20. Ju­li 1998 zur An­glei­chung der Rechts­vor­schrif­ten der Mit­glied­staa­ten über Mas­sen­ent­las­sun­gen ist da­hin aus­zu­le­gen, dass er ei­ner na­tio­na­len Re­ge­lung oder Pra­xis ent­ge­gen­steht, die bei der Be­rech­nung der in die­ser Vor­schrift ge­nann­ten Zahl von Ar­beit­neh­mern ein Mit­glied der Un­ter­neh­mens­lei­tung ei­ner Ka­pi­tal­ge­sell­schaft wie das im Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­de un­berück­sich­tigt lässt, das sei­ne Tätig­keit nach Wei­sung und Auf­sicht ei­nes an­de­ren Or­gans die­ser Ge­sell­schaft ausübt, als Ge­gen­leis­tung für sei­ne Tätig­keit ei­ne Vergütung erhält und selbst kei­ne An­tei­le an die­ser Ge­sell­schaft be­sitzt.
2. Art. 1 Abs. 1 Buchst. a der Richt­li­nie 98/59 ist da­hin aus­zu­le­gen, dass ei­ne Per­son wie die im Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­de, die im Rah­men ei­nes Prak­ti­kums oh­ne Vergütung durch ih­ren Ar­beit­ge­ber, je­doch fi­nan­zi­ell gefördert und an­er­kannt durch die für Ar­beitsförde­rung zuständi­gen öffent­li­chen Stel­len, in ei­nem Un­ter­neh­men prak­tisch mit­ar­bei­tet, um Kennt­nis­se zu er­wer­ben oder zu ver­tie­fen oder ei­ne Be­rufs­aus­bil­dung zu ab­sol­vie­ren, als Ar­beit­neh­mer im Sin­ne die­ser Vor­schrift an­zu­se­hen ist.
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