Source: http://formulare.journalismus.com/_talk/showthread.php?p=74387
Timestamp: 2020-01-25 20:12:29
Document Index: 224959635

Matched Legal Cases: ['§ 43', '§ 3', '§ 136', '§ 192', '§ 41', '§ 7', '§ 6']

Berufsgenossenschaft - wie ernst nehmt ihr das? - Journalismus.com Forum
Berufsgenossenschaft - wie ernst nehmt ihr das?
Umfrage: Wie ist das bei Euch? Seid Ihr selbst in einer BG?
Wie ist das bei Euch? Seid Ihr selbst in einer BG?
Nein: Ich arbeite zur Zeit auch nicht journalistisch.
Nein: Ich bin angestellt und so über den Arbeitgeber in der BG.
Nein: Ich bin doch nur nebenberuflich tätig!
Ja: Ich bin als Journalist (allgemein) in der VerwaltungsBG.
Ja: Ich bin als Journalist (Foto) in der VerwaltungsBG.
Ja: Ich bin als Journalist (Foto) in der BG Druck/Papier.
Ja: Ich bin als Journalist in einer anderen BG.
21.03.2005, 09:16 #1
eigentlich alles klar: Wer selbst Pressearbeit macht, sollte in die BG. Wer gar Fotos macht, muss sogar. Selbst Nebenberufler. Wie ernst nehmt Ihr das? Oder habt Ihr noch garnicht darüber nachgedacht? Hat sich die BG selbst bei Euch schon mal gemeldet oder Euch überprüft?
So, dann warte ich mal auf Antworten bzw. Stimmen...
22.03.2005, 17:17 #2
Muss man wirklich rein, wenn man nur neben der Schreiberei auch Fotos zum Beispiel für Lokalzeitungen macht? Oder nur, wenn man ausschließlich als Fotojournalist arbeitet?
Ich habe mich vor einiger Zeit erkundigt, da hieß es, dass man als selbständiger Journalist ohne Angestellte nicht in die Berufsgenossenschaft muss, sondern kann.
23.03.2005, 01:50 #3
Zitat von Satzung der BG Druck und Papier
§ 43 Kreis der Versicherten
(1) Für Unternehmer und ihre im Unternehmen mitarbeitenden Ehegatten, die nicht schon kraft Gesetzes versichert sind, besteht Pflichtversicherung (§ 3 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII).
(2) Unternehmer ist derjenige, dem das Ergebnis des Unternehmens unmittelbar zum Vor- oder Nachteil gereicht (§ 136 Abs. 3 Nr. 1 SGB VII). Für die Unternehmereigenschaft ist unerheblich, ob die Tätigkeit freiberuflich, künstlerisch, nebenberuflich oder nur gelegentlich ausgeübt wird. Der Begriff des Unternehmens setzt nicht voraus, dass Beschäftigte, Maschinen oder Arbeitsgeräte vorhanden sind und eine bestimmte Umsatz- oder Einkommenshöhe erzielt wird.
(3) Für Unternehmer ohne Beschäftigte und ihre im Unternehmen mitarbeitenden Ehegatten beginnt die Versicherung mit dem Tage nach Eingang der Mitteilung gemäß § 192 Abs. 1 SGB VII bei der Berufsgenossenschaft. Ist diese Mitteilung unterblieben, so beginnt die Versicherung mit dem Ersten des Monats, der dem Monat folgt, an dem der Bescheid über die Feststellung der Zuständigkeit zur Post gegeben worden ist.
So, das war ein Ausschnitt aus der Satzung der BG Druck und Papier. Danach sind auch nebenberufliche und selbständige Tätigkeiten versicherungspflichtig. In der Satzung der VerwaltungsBG dagegen besteht eine Möglichkeit der freiwillige Versicherung:
Zitat von Satzung der VerwaltungsBG
§ 41 Kreis der Versicherungsberechtigten
Gegen die Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten (§§ 7 - 12 SGB VII) können sich freiwillig versichern, wenn sie nicht schon aufgrund anderer Vorschriften versichert sind (§ 6 Abs. 1 SGB VII),
1. Unternehmer und ihre im Unternehmen mitarbeitenden Ehegatten,...
Was heist das jetzt? Nach SGB VII sind die jeweiligen BG's für Ihre Branchen zuständig und können dort im einzelnen die Regeln der Pflichtversicherung und der freiwilligen Versicherung definieren. Die BG Druck und Papier, die auch zuständig für alle ist, die irgendwie Fotos machen (analog+digital), will eben mehr als Pflichtversicherte definieren, die dann die Mindestversicherungssumme zahlen dürfen. Die VerwaltungsBG bietet eben nur eine freiwillige Versicherung an.
Wenn Du also Fotograf, Fotojournalist bist, dann ist die BG D+P zuständig, die dann auch Dich als Pflichtmitglied will. Du zahlst also auch den Mindetsbeitrag, wenn Du ein Bild machst und abrechnen willst. Der Mindestbeitrag liegt bei übver 200 EUR (271 EUR???) pro Jahr.
Und wie kommt man davon weg?
Billiger geht's so: Du sagst, Du würdest Pressearbeit insgesamt machen und dabei auch u.a. Fotos, so ist der Schwerpunkt eben nicht das Erstellen von Bildern, sondern die von Pressearbeit allgemein. Und Presseagenturen, Journalisten, etc sind im Bereich der VerwaltungsBG anzusiedeln. Versicherst Du Dich dort freiwillig (Mindestbeitrag 81 EUR/Jahr), dann kann keine andere BG kommen und sich für Dich als "zuständig" erklären. An sich musst Du Dich dort nicht versichern, machst Du aber auch nur ein Bild, könnte sich die BG P+D als zuständig erachten und zur Kasse bitten.
Empfehlenswert ist dazu auch Goetz Buchholz: "Ratgeber Freie" (bei ver.di erhältlich, für Mitglieder 3,- EUR; Nichtmitglieder irgendwas um die 15,-). Dort dann S. 387ff. Da steht das nochmal mit anderen Worten. Und da ist auch mehr über die Gefahrenklassen zu finden, die auch noch die Auswahl zwischen BG P+D und VBG zu Gunsten der lezteren beeinflusst.
Hinzuweisen ist natürlich auf die Vorzüge einer Versicherung: Kommt man mal vom Auslöser ab und stürzt dabei, so dass man ins Krankenhaus muss, so übernimmt die BG dabei Kosten - auch für den Verdienstausfall berechnet nach der Versicherungssumme (proportional zum Beitrag).
PS: Wenn Du nicht auf eigene Rechnung arbeitest, sondern angestellt bist, dann muss der AG die Beiträge für Dich zahlen. Doch meist rechnet man ja bei gelegentlicher Arbeit für Zeitungen sleber ab und ist nicht richtig angestellt.
23.03.2005, 14:12 #4
Oh je, da wäre ich ja fast in eine böse Falle getappst ... Woran man alles denken muss! Da kann ich nur sagen: Vielen Dank, dass Du mir das so ausführlich erklärt hast. Werde gleich mal bei der Verwaltungs-BG anrufen!
06.04.2005, 15:12 #5
Was man beim Stichwort "BG" übrigens nie vergessen sollte:
die gesetzliche Krankenversicherung zahlt nicht für die Behandlung usw. von Arbeitsunfällen... Darf sie nicht, qua Gesetz. (Denn für Arbeitsunfälle ist nunmal die BG zuständig.) Sobald die also mitbekommen, daß ein Arbeitsunfall vorliegt, kann mit in echte Schwierigkeiten kommen. Und die Chance ist relativ groß, denn bei Unfällen wird in der Arztpraxis oder im Krankenhaus routinemäßig gefragt "War das ein Arbeitsunfall?" - weil die das natürlich für ihre Abrechnung eben auch wissen müssen...
Hinzu kommt: die Leistungen der BG sind erheblich besser und umfangreicher als die der gesetzlichen Krankenversicherung. Dazu kommt: Rehamaßnahmen, notfalls Umschulung, etc.pp. - die BGs haben (wenn man sie dazu bringt, zu leisten; manchmal sind sie schon etwas "zäh") einen sehr ordentlichen Leistungskatalog - zumal im Verhältnis zu ihren Beiträgen.
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06.04.2005, 16:10 #6
Also ich kann nun berichten, dass ich seit dem 31. März bei der Verwaltungs-BG versichert bin. Ich bin wirklich dankbar, dass das Thema hier im Forum angesprochen wurde! Gute Leistungen, nette Beratung, zivile Preise (ich werde voraussichtlich zwischen 80 und 90 Euro im Jahr zahlen) und das Beste: Die Beiträge werden erst nach einem Jahr Mitgliedschaft abgebucht und nicht im Voraus!
26.06.2009, 13:23 #7
AW: Berufsgenossenschaft - wie ernst nehmt ihr das?
Gute Leistungen, zivile Preise
Das ist wohl war. Einen besseren Unfallschutz bekommst du sonst nirgendwo auf der Welt. Und im Gegensatz zum System der GKV und dem Ableger der KV via KSK ist das BG System Kerngesund.
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