Source: https://www.heckmann.net/pfaendungstabellen/pfaendungstabelle-2014/
Timestamp: 2018-12-18 21:01:07
Document Index: 295881769

Matched Legal Cases: ['§ 850', '§ 850', '§ 32', '§ 850', '§ 850', '§850', '§ 54', '§ 850']

Pfändungstabelle 2014 - Tipps etc. auch zur Privatinsolvenz
Die Pfändungstabelle regelt die Beträge des monatlichen Arbeits- oder Sozialeinkommens des Schuldners, die nicht der Pfändung (insb. Lohn- und Gehaltspfändung, Kontopfändung, Pfändung von Sozialleistungen) unterliegen, also pfändungsfrei sind. Die Pfändungsfreibeträge richten sich dabei nach dem monatlichen Nettoeinkommen des Schuldners und der Anzahl an nahen Angehörigen, denen der Schuldner ggf. zu Unterhaltszahlungen verpflichtet ist (§ 850c ZPO)
Ziel der Pfändungstabelle
Die Pfändungstabelle 2014 war ab Juli 2013 für 2 Jahre bis zum 30.06.2015 gültig
Die Pfändungstabelle für das Jahr 2014 richtete sich nach der am 1. Juli 2013 beschlossenen Pfändungstabelle. Diese war bis zum 30. Juni 2015 wirksam und wurde am 1. Juli 2015 geändert. Die Änderung der Pfändungstabelle im zweijährlichen Takt – jeweils zum 1. Juli – ist gesetzlich vorgeschrieben und richtet sich nach der Entwicklung des steuerrechtlichen Grundfreibetrags (§ 850c Abs. 2a ZPO i.V.m. § 32a Abs. 1 Nr. 1 EStG).
Dieser wurde zum 01. Januar 2013 von bisher 8.004,- € auf 8.130,- € erhöht, sodass eine Anpassung der Pfändungsfreigrenzen zum 01. Juli 2013 erforderlich war. Der Basisfreibetrag vom 01. Juli 2011 bis 30. Juni 2013 von 1.029,99 € monatlich wurde um ca. 1,57% auf den aktuellen Wert von 1.045,04 € erhöht.
Die Höhe des Basisfreibetrags gem. Pfändungstabelle
Der Basisfreibetrag der in 2014 maßgeblichen Pfändungstabelle 2013 lag bei 1.045,04 €. Dies war der Betrag, bis zu welchem grundsätzlich immer Pfändungsfreiheit gilt. Dem Schuldner darf demnach nicht mehr abgezogen werden, als bis zu diesem Satz (§ 850c Abs. 1 ZPO). Dieser kann sich erhöhen, wenn der Schuldner nahen Angehörigen Unterhalt gewährt. Bei der ersten unterhaltspflichtigen Person waren das 390,- € monatlich. Dann standen dem Schuldner also 1.439,99 € monatlich zu. Für jede weitere unterhaltsbrechtigte Person stieg der Satz um jeweils 220,- € monatlich bis auf 2.399,99 € monatlich bei der fünften unterhaltsberechtigten Person. Kamen neben diesen fünf Unterhaltspflichtigen noch weitere unterhaltsbrechtigte Personen hinzu, blieb es trotzdem bei 2.399,99 €, dies war die damalige Höchstfreigrenze.
Wird wegen einer Unterhaltspflichten selbst gepfändet – z.B. wenn jemand seiner gesetzlichen Unterhaltspflicht nicht nachkommt – gelten die gesetzlichen Pfändungsfreigrenzen allerdings nicht. In diesem Fall ist dem Pfändungsschuldner nur das zur Bestreitigung seines Lebensunterhalts erforderliche zu belassen. Der Betrag wird von einem Gericht im Einzelfall bestimmt (§ 850d ZPO).
Ebenfalls mitberücksichtigt werden, kann das eigene Einkommen der Unterhaltsberechtigten. Weist dieses eine angemessene Höhe auf, kann ggf. der Freibetrag des Schuldners sinken, so dass der pfändbare Anteil seines Einkommens steigt.
Das in der Pfändungstabelle maßgebliche Arbeitseinkommen ist grundsätzlich das Nettoeinkommen nach Abzug von Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen (§850e ZPO). Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld bis 500,- € und die Hälfte des Überstundenlohns sind in der Regel unpfändbar.
Bezieht sich die Pfändung auf das Einkommen aus laufenden Sozialleistungen (Renten, Krankengeld, Arbeitslosengeld) ändert das an der Pfändbarkeit grundsätzlich nichts. Diese Bezüge sind wie das Arbeitseinkommen pfändbar (§ 54 SGB l). Ausgeschlossen sind jedoch Bezüge aus der Sozialhilfe. Ferner gilt, dass durch die Pfändung keine Sozialhilfebedürftigkeit eintreten darf.
Wird das Guthaben auf einem Girokonto im Zuge einer Kontopfändung gepfändet, kann sich der Schuldner mit einem Pfändungsschutzkonto (P-Konto) teilweise schützen. Liegt ein solches Konto vor, wird der Pfändungsfreibetrag automatisch nicht von der Pfändung erfasst und steht dem Schuldner weiterhin zur Verfügung (Basispfändungsschutz). Dieser Betrag kann dann bis zum Ende des Monats genutzt werden, um die monatlich laufenden Ausgaben wie Miete, Strom, Krankenkassenbeiträge zu decken (§ 850k Abs. 1 ZPO). Zu dem Basisfreibetrag werden Sozialleistungen oder Kindergeld hinzugerechnet.
Die für das Jahr 2014 und bis zum 30. Juni 2015 gültige Pfändungstabelle vom 01. Juli 2013
Ab 1.050,00 € monatlichen Nettoarbeitslohn waren 3,47 € pfändbar, standen also dem Gläubiger zu und wurden dem Schuldner abgezogen. Von monatlich 1.050,00 € Einkommen bis zu einem Betrag von 1.439,99 € wurde dem Schuldner bei einer unterhaltsberechtigten Person kein Einkommen abgezogen. Ab einem monatlichen Einkommen von 1.440,00 € konnte dem Schuldner jedoch ein Betrag von 0,83 € monatlich abgezogen werden. Dieser Betrag war laut Gesetz pfändbar. Besaß der Schuldner dieses monatliche Einkommen, musste aber keiner Unterhaltspflicht nachkommen, so waren 276,47 € pfändbar, da er monatlich mehr Geld entbehren konnte. Besaß er dieses Einkommen, muss aber der Unterhaltspflicht bei zwei Personen nachkommen, war kein Anteil seines monatlichen Einkommens pfändbar, da er dieses zur Existenzwahrung für sich und seine Angehörigen zwingend benötigte.
Einem Schuldner, der über ein monatliches Einkommen von 3.203,67 € verfügt und für fünf Personen unterhaltspflichtig ist, wurden 88,52 € gepfändet. Gleiches galt auch wenn dieser Schuldner beispielsweise sieben unterhaltsberechtigte Personen besitzt. Ab diesem Betrag ist die Pfändungsfreigrenze limitiert.
Jeglicher Betrag der über der Pfändungsfreigrenze von monatlich 3203,67 € Nettoarbeitslohn lag, war voll pfändbar und wurde dem Gläubiger komplett zugeführt.
Zur Tilgung seiner Schulden gegenüber B, soll der Lohn des A gepfändet werden. A verdient monatlich 1.904,86 € netto ist verheiratet, hat ein Kind und ist zudem alleinig für die Pflege seiner an Demenz erkrankten Mutter zuständig.
Wie hoch war der vom 01. Juli 2013 – 30. Juni 2015 monatlich zu verpfändende Betrag?
Zunächst schaut man in der Pfändungstabelle nach der zutreffenden Zeile, die den monatlichen Nettoarbeitslohn angibt. Bei A liegt dieser bei 1.904,86 €, ist also in die Zeile mit den Werten von 1.900,00 € bis 1.909,99 € einzuordnen.
Nun sucht man die entsprechende Spalte für die Anzahl der von A zum Unterhalt berechtigten Personen. In diesem Fall sind das seine Frau, sein Kind und seine Mutter, für dessen Pflege er zuständig ist. Insgesamt ist A demnach verpflichtet für den Unterhalt von drei Personen aufzukommen.
Man setzt folglich in der Spalte “Pfändbarer Betrag bei Unterhaltspflicht für 3 Personen” an. Geht man nun von der Zeile mit den Beträgen 1.900,00 € bis 1.909,99 € und der Spalte der 3 unterhaltsberechtigten Personen aus, so kommt man in der Tabelle auf einen Betrag von 7,03 €. Dies ist der monatlich zu verpfändende Betrag, der dem A vom Lohn abgezogen werden konnte.
Haben Sie Fragen zur Berechnung mit der Pfändungstabelle? Können wir Ihnen persönlich weiterhelfen?
Egal, ob Sie selbst betroffen sind oder einfach nur weiterführende Fragen haben, das Team der Anwaltskanzlei Heckmann und Rechtsanwalt Jan Heckmann persönlich helfen Ihnen gerne weiter – deutschlandweit – gleichgültig, ob Sie in Berlin wohnhaft sind oder z.B. eine Schuldnerberatung in München oder Bremen wünschen. Rufen Sie uns einfach unverbindlich an (Tel.: (030) 4050 4030) oder nehmen Sie bequem online Kontakt zu uns über das Kontaktformular auf. Gemeinsam finden wir eine Lösung für Ihr Problem!