Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=03.03.1999&Aktenzeichen=B%206%20KA%2010/98%20R
Timestamp: 2019-07-17 08:10:08
Document Index: 378581971

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 85', '§ 34', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 78', '§ 78', '§ 10', '§ 85', '§ 78', '§ 114', '§ 68', '§ 15', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 170', '§ 10', '§ 78', '§ 78', '§ 114', '§ 10', '§ 12', '§ 78', '§ 10', '§ 114', '§ 79', '§ 1538', '§ 368', '§ 10', '§ 78', '§ 4', '§ 78', '§ 54', '§ 4']

BSG, 03.03.1999 - B 6 KA 10/98 R - dejure.org
BSG, 03.03.1999 - B 6 KA 10/98 R
https://dejure.org/1999,1267
BSG, 03.03.1999 - B 6 KA 10/98 R (https://dejure.org/1999,1267)
BSG, Entscheidung vom 03.03.1999 - B 6 KA 10/98 R (https://dejure.org/1999,1267)
BSG, Entscheidung vom 03. März 1999 - B 6 KA 10/98 R (https://dejure.org/1999,1267)
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Psychologischer Psychotherapeut im Delegationsverfahren - Anfechtung - Honorarbescheid - KÄV - Ablehnung - Befassung - Widerspruchsbescheid - Notwendigkeit - Erlaß
Diplom-Psychologin - Psychotherapeutische Leistungen - Delegationsverfahren - Kassenärztliche Vereinigung - Honorarbescheid
Anfechtung von Honorarbescheiden durch psychologische Psychotherapeuten, Widerspruchsbescheid trotz Klageabweisungsantrag notwendig
NJW 1999, 3439 (Ls.)
Diese Praxis war auf die frühere Rechtsprechung des Landessozialgerichts (LSG) Niedersachsen zurückzuführen (s zB Urteil vom 19.11.1997), der das Bundessozialgericht (BSG) mit Urteil vom 3.3.1999 (SozR 3-5540 Anl 1 § 10 Nr. 1) entgegengetreten ist.
Hierfür könne nicht darauf abgestellt werden, dass sie bereits Mitte 1999 von ihrem Berufsverband im Hinblick auf das Urteil des BSG vom 3.3.1999 (SozR 3-5540 Anl 1 § 10 Nr. 1) aufgefordert worden sei, selbst Widerspruch einzulegen.
Die Folgen dieser Rechtsauffassung, die später vom BSG dahin korrigiert worden ist, dass der Delegationspsychotherapeut eigenständig anfechtungsberechtigt ist (BSG, Urteil vom 3.3.1999 - SozR 3-5540 Anl 1 § 10 Nr. 1) , bedürfen einer differenzierenden Lösung: Unsicherheiten über die Person des Anfechtungsberechtigten in der Zeit bis Ende 1998 müssen zu Lasten der Beklagten gehen; haben dagegen die betroffenen Psychotherapeuten und die an sie delegierenden Ärzte es unterlassen, überhaupt einen Rechtsbehelf gegen Honorarbescheide einzulegen, so ist dies dem Verantwortungsbereich der Psychotherapeuten selbst zuzurechnen.
Arglist und Treuwidrigkeit sind schon deshalb zu verneinen, weil die Rechtsansicht der Beklagten auch von Kollegialgerichten vertreten worden ist (s Urteil des LSG Niedersachsen vom 19.11.1997, das später durch das BSG-Urteil vom 3.3.1999 - SozR 3-5540 Anl 1 § 10 Nr. 1 - aufgehoben worden ist) .
Das in ihrem Fall maßgebliche Hindernis, nämlich die von ihr geltend gemachten Unklarheiten darüber, ob der delegierende Arzt oder sie selbst zur Anfechtung von Honorarbescheiden berechtigt war, entfiel mit Bekanntwerden des Urteils des BSG vom 3.3.1999 (SozR 3-5540 Anl 1 § 10 Nr. 1) , das die Rechtslage klargestellt hat.
Die beklagte prozessführende Behörde ist nämlich mit der zur Entscheidung berufenen Widerspruchsbehörde (vgl § 85 Abs. 2 Nr. 2 SGG) nicht identisch (…zur Kritik im Übrigen vgl zB BSGE 97, 47 = SozR 4-2700 § 34 Nr. 1, RdNr 29 mwN; BSG SozR 3-5540 Anl 1 § 10 Nr. 1 S 10 f).
Dazu hat der Senat im Urteil vom 3.3.1999 (BSG SozR 3-5540 Anl 1 § 10 Nr. 1) entschieden, dass der neue Gläubiger eines vertragsärztlichen Honoraranspruchs berechtigt ist, die Rechtmäßigkeit eines Bescheides der Kassenärztliche Vereinigung (KÄV) über das dem abtretenden Vertragsarzt zustehende Honorar unabhängig von diesem und ohne dessen Zustimmung klären zu lassen.
Diese zum bürgerlichen Recht entwickelten Grundsätze gelten uneingeschränkt auch für die Abtretung vertrags(zahn)ärztlicher Honoraransprüche (vgl BSG SozR 3-5540 Anl 1 § 10 Nr. 1 S 5) .
cc) Der Senat hat in seinem oben erwähnten Urteil vom 3.3.1999 (SozR 3-5540 Anl 1 § 10 Nr. 1) bereits dargelegt, dass die Abtretung bestimmter Ansprüche durch Normen des öffentlichen Rechts ausgeschlossen oder an Genehmigungen gebunden werden kann.
Ebenso sind die Instanzgerichte gehalten, in Fällen, in denen die Rechtmäßigkeit und Zweckmäßigkeit eines Verwaltungsakts in einem Vorverfahren nachzuprüfen sind (§ 78 Abs. 1 S 1 SGG) bei fehlendem Vorverfahren durch Aussetzung des gerichtlichen Verfahrens Gelegenheit zur Nachholung des gebotenen Vorverfahrens zu geben (…vgl BSG SozR 1500 § 78 Nr. 8 mwN; BSG SozR 3-5540 Anl 1 § 10 Nr. 1;… BSG SozR 3-5868 § 85 Nr. 8 S 41;… Leitherer in Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer, SGG, 10. Aufl 2012, § 78 RdNr 3 a mwN und Keller, aaO, § 114 RdNr 5;… zur entsprechenden Verpflichtung im verwaltungsgerichtlichen Verfahren vgl Kopp/Schenke, VwGO, 20. Aufl 2014, § 68 RdNr 3 ff) .
Gleichwohl hat der Senat die Vereinbarungen über die Anwendung von Psychotherapie in der kassen-/vertragsärztlichen Versorgung [Psychotherapie-Vereinbarung] vom 20. September 1990 (Anlage 1 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte bzw Arzt-/Ersatzkassenvertrag ) dahingehend ausgelegt, daß sie im Wege des dort näher geregelten Delegationsverfahrens für psychologische Verhaltenstherapeuten bzw tiefenpsychologisch oder psychoanalytisch tätige Psychotheapeuten eine Möglichkeit zur "Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung eröffnen" (…BSGE 72, 227, 236 = SozR 2500 § 15 Nr. 2 S 20; bestätigt durch Urteil vom 3. März 1999, SozR 3-5540 Anl 1 § 10 Nr. 1).
Sie waren gehalten, ihre Leistungen auf normierten Vordrucken abzurechnen (vgl § 10 Abs. 3 Satz 3 der Psychotherapie-Vereinbarungen iVm dem vorgeschriebenen Vordruck "PTV 9") und durften die ihnen vom delegierenden Arzt abgetretenen Honoraransprüche in der Regel unter einer eigenen Abrechnungsnummer gegenüber der KÄV abrechnen (vgl BSG SozR 3-5540 Anl 1 § 10 Nr. 1 S 6).
Das Revisionsgericht kann die Sache zu diesem Zweck nach § 170 Abs. 2 Satz 2 SGG an das Berufungsgericht zurückverweisen (so zB BSG SozR 3-5540 Anl 1 § 10 Nr. 1 S 9;… BSG SozR 1500 § 78 Nr. 8;… Schlegel, aaO, § 78 RdNr 8).
Das Vorverfahren beginnt mit der Einlegung des Widerspruchs und ist erst mit Erlass des Widerspruchsbescheides abgeschlossen (vgl. BSG, Urteil vom 03.03.1999 - B 6 KA 10/98 R - juris).
Es kommt bei dieser Sachlage schließlich auch nicht darauf an und sei nur der Vollständigkeit halber ausgeführt, dass die Kammer die teilweise in der älteren Rechtsprechung vertretene Auffassung, dem Kläger müsse die Möglichkeit gegeben werden, das Vorverfahren nachzuholen, und hierfür müsse das Klageverfahren analog § 114 Abs. 2 SGG ausgesetzt oder vertagt werden (…vgl. hierzu Leitherer a. a. O. Rn. 3a m. w. N.; BSG, Urteil vom 18.02.1964 - 11/1 RA 90/61 - juris; BSG, Urteil vom 22.06.1966 - 3 RK 64/62 - juris; BSG, Urteil vom 03.03.1999 a. a. O.; BSG, Urteil vom 13.12.2000 - B 6 KA 1/00 R - juris; BSG, Urteil vom 11.05.2011 - B 6 KA 13/10 R - juris), ohnehin jedenfalls in solchen Fällen nicht für überzeugend hält, in denen - wie hier - keinerlei Zweifel bzgl. der Erforderlichkeit eines Widerspruchsverfahrens bestehen.
BSG, 12.09.2001 - B 6 KA 58/00 R
Vertragsarzt - psychotherapeutische Leistung - Honorierung der von 1993-1998 …
Das hat der Senat mit Urteil vom 3. März 1999 (BSG SozR 3-5540 Anl 1 § 10 Nr. 1) entschieden und in dem eine im Delegationsverfahren tätige Diplom-Psychologin betreffenden Urteil vom 25. August 1999 (…B 6 KA 17/98 R - teilweise veröffentlicht in BSG SozR 3-1500 § 12 Nr. 13) vorausgesetzt.
BSG, 11.05.2011 - B 6 KA 13/10 R
Wirtschaftlichkeitsprüfung - Ausschluss eines Vorverfahrens vor dem …
Auch der erkennende Senat hat betont, dass eine Überprüfung in einem Vorverfahren, insbesondere der Verwaltung die Gelegenheit bieten soll, Fehlentscheidungen selbst zu korrigieren, und damit zugleich im Sinne einer Filterfunktion dem Interesse der Entlastung der Gerichte dient (BSG SozR 3-1500 § 78 Nr. 5 S 12 unter Hinweis auf BSG SozR 3-5540 Anl 1 § 10 Nr. 1 S 10 f).
BSG, 19.02.2014 - B 6 KA 8/13 R
(Erweiterte Honorarverteilung zur Sicherstellung der Altersversorgung der …
Ob die Aussetzung des Rechtsstreits in entsprechender Anwendung des § 114 Abs. 2 Satz 2 SGG indes nur erfolgen muss, wenn die Klage vor Abschluss des Widerspruchsverfahrens erhoben wurde (…vgl BSGE 20, 199, 200 f = SozR Nr. 11 zu § 79 SGG D a 4;… im Anschluss daran BSGE 25, 66, 68 f = SozR Nr. 4 zu § 1538 RVO A a 5;… vgl auch BSGE 26, 174, 176 f = insoweit in SozR Nr. 7 zu § 368 f RVO nicht abgedruckt; BSG SozR 3-5540 Anl 1 § 10 Nr. 1 S 9 ff;… BSG SozR 3-1500 § 78 Nr. 3 S 5 ff;… BSG SozR 3-3870 § 4 Nr. 13 S 54 f mwN;… BSG SozR 3-1500 § 78 Nr. 5 S 15) oder auch dann erfolgen kann, wenn zum Zeitpunkt der Klageerhebung noch gar kein (Ausgangs-)Verwaltungsakt vorliegt (…so Böttiger in: Breitkreuz/Fichte, SGG, 2. Aufl 2014, § 54 RdNr 21: in diese Richtung auch BSG SozR 3-3870 § 4 Nr. 13 S 54) , kann hier offenbleiben, weil auch eine etwaig fehlerhafte Aussetzung des Verfahrens jedenfalls nicht der Zulässigkeit der Klage entgegen steht.
BSG, 05.09.2006 - B 2 U 8/05 R
Sozialrechtliches Verwaltungsverfahren - Zulassung zum H-Arzt-Verfahren - …
LSG Niedersachsen-Bremen, 08.11.2006 - L 3 KA 199/03
Vertragspsychotherapeutin - Honorarnachzahlung nach einem Punktwert von 10 Dpf …
SG Stuttgart, 09.05.2011 - S 20 SO 1922/11
Sozialgerichtliches Verfahren - Abweisung der Klage als unzulässig bei fehlendem …
SG Mannheim, 04.04.2012 - S 10 AS 627/12
Sozialgerichtliches Verfahren - Unzulässigkeit der Klage wegen fehlender …
LSG Bayern, 23.09.2014 - L 15 VK 9/13
Klage ohne vorheriges Widerspruchsverfahren
LSG Bayern, 12.08.2013 - L 7 AS 455/13
Die Abweisung einer verfrühten Klage (Klage vor Abschluss eines notwendigen …
LSG Berlin-Brandenburg, 14.09.2006 - L 11 SB 24/05
Unzulässige Klage - fehlende Prozessvoraussetzung - kein Verwaltungsverfahren bzw …
BSG, 02.09.2009 - B 6 KA 1/09 B
Voraussetzungen für die Teilnahme an der vertragspsychotherapeutischen …
LSG Baden-Württemberg, 07.11.2001 - L 5 KA 2233/01
Teilnahme eines Psychologischen Psychotherapeuten an der …
LSG Nordrhein-Westfalen, 30.09.2016 - L 14 R 573/16
Altersrente; Fehlendes Vorverfahren; Unzulässigkeit einer Klage; Konkludente …
LSG Baden-Württemberg, 01.09.2004 - L 5 KA 1529/03
Kassenzahnärztliche Vereinigung - Pfändung des Honoraranspruchs - Erhebung - …
LSG Hessen, 05.06.2013 - L 8 KR 127/13
Sozialgerichtliches Verfahren - Aussetzung zur Ermöglichung eines Vorverfahrens - …
LSG Berlin-Brandenburg, 19.01.2017 - L 11 SB 295/16
Prozessrecht - Nachholung des Vorverfahrens - Aussetzung des Verfahrens - …
LSG Niedersachsen-Bremen, 26.03.2015 - L 3 KA 2/15
Sozialgerichtliches Verfahren - Aussetzung bei unterbliebenem Vorverfahren - …
BSG, 21.07.2016 - B 1 KR 127/15 B
BSG, 17.03.2015 - B 6 KA 44/14 B
Gepfändete kassenzahnärztliche Honorarforderung
LSG Bayern, 24.10.2006 - L 18 V 20/05
Anerkennung und Entschädigung von Schädigungsfolgen nach dem …
LSG Berlin-Brandenburg, 30.08.2010 - L 18 AS 1472/10
Prozesskostenhilfe; Erfolgsaussicht einer Untätigkeitsklage; Bescheidung eines …
SG Mainz, 12.11.2013 - S 17 SO 133/13
Sozialgerichtliches Verfahren - Unzulässigkeit - Anfechtungsklage - nicht …