Source: https://rd.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-55964-2_6
Timestamp: 2018-07-16 07:41:28
Document Index: 353282469

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 123', '§ 142', '§ 221', 'BGH', 'BGH', '§ 263']

6. Kapitel: Handlungslogische Strukturen | Springer for Research & Development
Logik im Recht pp 257-285 | Cite as
6. Kapitel: Handlungslogische Strukturen
Die Vornahme von Handlungenbezieht sich prima facieauf Veränderungen des Status quo. Nun finden Veränderungen des Status quo allerdings auch statt, ohne dass es dazu der Vornahme einer Handlung bedürfte. Sofern eine Person A dazu fähig ist, eine solche Veränderung zu verhindern, dies aber nicht tut, kann man davon sprechen, dass A diese Veränderung des Status quo durch Unterlassen„bewirkt“ hat. Es kann jedoch auch so sein, dass ohne eine Einflussnahme auf den Status quo dieser bestehen bleibt, eine Person aber die Fähigkeit gehabt hätte, einen Sachverhalt, der im Status quo zunächst existent war (und ist), zum Verschwinden zu bringen. Hier kann man sagen, dass A es unterlassen hat, den Status quo zu verändern. Und es kann andererseits auch so sein, dass der genannte Sachverhalt nicht mehr existent wäre, wenn der A nicht durch die Vornahme einer Handlung dies verhindert hätte. Diese und weitere Konstellationen müssen unterschieden werden, um eine konsistente Beschreibung der Begriffe Handelnund Unterlassenzu generieren. Im 6. Kapitelwird darauf aufbauend gezeigt, wie sich eine so entwickelte Handlungslogikauf rechtliche Probleme anwenden lässt.
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DOI https://doi.org/10.1007/978-3-662-55964-2_6