Source: https://www.hensche.de/urteile-und-kommentare-zum-thema-massenentlassung.html
Timestamp: 2020-02-18 17:31:52
Document Index: 54837471

Matched Legal Cases: ['EuG', '§ 112', '§ 95', '§ 17', '§ 17', '§ 111', 'EuG', 'EuG', '§ 17', '§ 111', '§ 17']

Urteile und Kommentare: Massenentlassung - HENSCHE Arbeitsrecht
Ur­tei­le und Kom­men­ta­re: Mas­sen­ent­las­sung
Ur­teil­s­an­mer­kun­gen zum The­ma Mas­sen­ent­las­sung von 2006 bis heu­te: Hen­sche Rechts­an­wäl­te, Kanz­lei für Ar­beits­recht
Un­ser Rechts­an­walts­team kom­men­tiert seit 2001 lau­fend ak­tu­el­le Ur­tei­le und wich­ti­ge Ge­set­zes­än­de­run­gen zum Ar­beits­recht, un­ter an­de­rem zum The­ma Mas­sen­ent­las­sung.
Im Fol­gen­den fin­den Sie un­se­re Bei­trä­ge zu die­sem The­ma, ge­ord­net nach Jahr­gän­gen seit 2006, im Über­blick.
Bit­te be­ach­ten Sie, dass die hier wie­der­ge­ge­be­nen ar­beits­recht­li­chen Ein­schät­zun­gen auf­grund der mitt­ler­wei­le ver­stri­che­nen Zeit teil­wei­se über­holt sein kön­nen.
Arbeitsrecht aktuell 2018
18/158 Kündigung während der Schwangerschaft bei Massenentlassung
29.06.2018. Die EU-Staa­ten kön­nen die Kün­di­gung schwan­ge­rer Ar­beit­neh­me­rin­nen bei Mas­sen­ent­las­sun­gen er­lau­ben, doch tref­fen den Ar­beit­ge­ber er­wei­ter­te Be­grün­dungs­pflich­ten: Eu­ro­päi­scher Ge­richts­hof, Ur­teil vom 22.02.2018, C-103/16 (Por­ras Gu­i­sa­do).
Arbeitsrecht aktuell 2017
17/290 Schwellenwerte bei Massenentlassungen und Zeitarbeit
17.11.2017. In ei­ner Ent­schei­dung vom gest­ri­gen Tag hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) dem Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof (EuGH) die Fra­ge vor­ge­legt, ob Leih­ar­beit­neh­mer bei Mas­sen­ent­las­sun­gen mit­zäh­len: BAG, Be­schluss vom 16.11.2017, 2 AZR 90/17 (A).
09.05.2017. Ob ei­ne an­zei­ge­pflich­ti­ge Mas­sen­ent­las­sung vor­liegt, be­ur­teilt sich auf der Ba­sis der Stamm­kräf­te, d.h. Leih­ar­beit­neh­mer zäh­len nicht mit: Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 08.09.2016, 11 Sa 705/15.
17/079 Kündigung wegen beabsichtigter Betriebsschließung
16.03.2017. Kün­di­gun­gen we­gen ei­ner ge­plan­ten Be­triebs­schlie­ßung sind un­wirk­sam, wenn der Be­trieb fort­ge­führt wer­den soll. Rest­ar­bei­ten wi­der­le­gen die Still­le­gungs­ab­sicht aber nicht: Lan­des­ar­beits­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Ur­teil vom 12.01.2017, 5 Sa 51/16.
17/029 Bei Massenentlassung keine Benachteiligung während einer Elternzeit
26.01.2017. Im Ju­ni 2016 for­der­te das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, den Mas­sen­ent­las­sungs­schutz auch in der El­tern­zeit an­zu­wen­den. Jetzt hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt nach­ge­zo­gen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 26.01.2017, 6 AZR 442/16 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
Arbeitsrecht aktuell 2016
16/378 Fehlerhafte Information zum Betriebsübergang und Widerspruchsrecht
12.12.2016. Das Recht zum Wi­der­spruch beim Be­triebs­über­gang ver­wirkt, wenn der Ar­beit­neh­mer gut acht­ein­halb Jah­re für den Er­wer­ber ar­bei­tet und ei­ne räum­li­che Ver­set­zungs­an­wei­sung be­folgt: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ham­burg, Ur­teil vom 07.10.2016, 6 Sa 21/16.
16/304 Dauer der Konsultation bei Massenentlassungen
27.09.2016. Ar­beit­ge­ber kön­nen das bei Mas­sen­ent­las­sun­gen vor­ge­schrie­be­ne Kon­sul­ta­ti­ons­ver­fah­ren ab­bre­chen bzw. als ge­schei­tert an­se­hen, wenn der Be­triebs­rat nicht ver­hand­lungs­be­reit ist: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 22.09.2016, 2 AZR 276/16 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
16/258 Massenentlassung und Elternzeit
12.08.2016. Auch Ar­beit­neh­me­rin­nen, die sich in El­tern­zeit be­fin­den, müs­sen un­ter den be­son­de­ren Kün­di­gungs­schutz ge­stellt wer­den, der bei Mas­sen­ent­las­sun­gen zu be­ach­ten ist: Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Be­schluss vom 08.06.2016, 1 BvR 3634/13.
16/088 Anfechtung eines Sozialplans der Einigungsstelle
15.03.2016. Stellt die Ei­ni­gungs­stel­le per Spruch ei­nen So­zi­al­plan auf, darf sie die Ver­tei­lung der So­zi­al­plan­mit­tel nicht Drit­ten über­las­sen wie z.B. ei­ner Trans­fer­ge­sell­schaft: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Be­schluss vom 01.03.2016, 9 TaBV 1519/15 (Pres­se­mel­dung Nr. 11/16 vom 04.03.2016).
16/086 Massenentlassungsanzeige bei erneuter Kündigung
14.03.2016. Kün­digt der Ar­beit­ge­ber ei­nen Ar­beit­neh­mer im Rah­men ei­ner Mas­sen­ent­las­sung vor­sorg­lich er­neut, muss er vor die­ser Nach­kün­di­gung er­neut Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge er­stat­ten: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 20.01.2016, 6 AZR 601/14.
Arbeitsrecht aktuell 2015
15/369 Massenentlassungsrichtlinie und Arbeitnehmerbegriff
28.12.2015. Auch be­fris­tet be­schäf­tig­te Ar­beit­neh­mer ge­hö­ren zur Be­leg­schaft im Sin­ne der Mas­sen­ent­las­sungs­richt­li­nie und zäh­len da­her bei der Prü­fung der Schwel­len­wer­te mit: Eu­ro­päi­scher Ge­richts­hof, Ur­teil vom 11.11.2015, C-422/14 (Ri­ve­ra).
15/355 Sozialplan und Klageverzicht
15.12.2015. Ent­hält ei­ne Be­triebs­ver­ein­ba­rung Prä­mi­en für den Ver­zicht auf ei­ne Kün­di­gungs­schutz­kla­ge, müs­sen sie auch Ar­beit­neh­mern mit si­che­rer Fol­ge­be­schäf­ti­gung zu­gu­te kom­men: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 08.12.2015, 1 AZR 595/14 (Pres­se­mit­tei­lung des Ge­richts).
15/258 Fehler bei der Anzeige einer Massenentlassung
16.09.2015. Ist der Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge ei­ne Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats bei­ge­fügt, muss der Be­triebs­rat sa­gen, dass er sei­ne Rech­te als ge­wahrt an­sieht, und er muss ei­ne ab­schlie­ßen­de Mei­nung äu­ßern: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 26.02.2015, 2 AZR 371/14.
15/225 Der Begriff des Betriebs bei Massenentlassungen
19.08.2015. Mi­ni-Ver­kaufs­stel­len von Ein­zel­han­dels­ket­ten sind "Be­trie­be" im Sin­ne der Mas­sen­ent­las­sungs­richt­li­nie. Für die Ar­beit­neh­mer greift dann der Schutz der Richt­li­nie nicht: Eu­ro­päi­scher Ge­richts­hof, Ur­teil vom 30.04.2015, C - 80/14.
15/201 Bei Massenentlassungen zählen Geschäftsführer als Arbeitnehmer
30.07.2015. Fremd­ge­schäfts­füh­rer ei­ner GmbH zäh­len bei Prü­fung, ob ei­ne ge­plan­te Ent­las­sungs­wel­le als Mas­sen­ent­las­sung gilt und da­her an­zei­ge­pflich­tig ist, als Ar­beit­neh­mer: Eu­ro­päi­scher Ge­richts­hof, Ur­teil vom 09.07.2015, C-229/14.
15/118 Massenentlassung und Personalstruktur
09.05.2015. Bei ei­ner So­zi­al­aus­wahl nach Al­ters­grup­pen muss je­de Al­ters­grup­pe gleich stark von be­triebs­be­ding­ten Kün­di­gun­gen be­trof­fen sein, da die Al­ters­struk­tur sonst ver­än­dert wird: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 26.03.2015, 2 AZR 478/13.
15/098 Bevorzugung von Gewerkschaftsmitgliedern durch Stichtagsregelungen
20.04.2015. Alt-Ge­werk­schafts­mit­glie­der dür­fen per Ta­rif­so­zi­al­plan hö­he­re Ab­fin­dun­gen er­hal­ten als Ar­beit­neh­mer, die nach ei­nem be­stimm­ten Stich­tag der Ge­werk­schaft bei­ge­tre­ten sind: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 15.04.2015, 4 AZR 796/13 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
Arbeitsrecht aktuell 2014
14/172 Unterrichtung über Betriebsübergang und Sozialplanprivilegierung
12.05.2014. Plant der Ar­beit­ge­ber, sei­nen Be­trieb auf ei­nen Er­wer­ber zu über­tra­gen, müs­sen die Ar­beit­neh­mer über den be­vor­ste­hen­den Be­triebs­über­gang sehr aus­führ­lich in­for­miert wer­den. In ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) die­se Un­ter­rich­tungs­pflicht ver­schärft: Ist das er­wer­ben­de Un­ter­neh­men neu ge­grün­det und da­her von der Pflicht, bei Be­trieb­s­än­de­run­gen ei­nen So­zi­al­plan ab­schlie­ßen zu müs­sen, ge­mäß § 112a Abs.2 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG) be­freit, muss dar­auf im Un­ter­rich­tungs­schrei­ben hin­ge­wie­sen wer­den: BAG, Ur­teil vom 14.11.2013, 8 AZR 824/12.
Arbeitsrecht aktuell 2013
13/376 Interessenausgleich mit Namensliste in der Insolvenz
23.12.2013. Stimmt der Be­triebs­rat bei grö­ße­ren Ent­las­sungs­wel­len ei­nem In­ter­es­sen­aus­gleich mit Na­mens­lis­te zu, ha­ben Kün­di­gungs­schutz­kla­gen der auf der Na­mens­lis­te ge­nann­ten Ar­beit­neh­mer meist nur ge­rin­ge Er­folgs­aus­sich­ten. Denn zie­hen die auf der Lis­te ste­hen­den Ar­beit­neh­mer vor Ge­richt, ist die Be­triebs­be­dingt­heit der Kün­di­gung zu ver­mu­ten und das Ge­richt kann die So­zi­al­aus­wahl nur noch auf "gro­be" Feh­ler hin über­prü­fen. Die­sen Spiel­raum hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) bei Kün­di­gungs­wel­len in der In­sol­venz des Ar­beit­ge­bers vor ei­ni­gen Ta­gen be­grenzt: BAG, Ur­teil vom 19.12.2013, 6 AZR 790/12.
13/307 Auswahlrichtlinie und Interessenausgleich mit Namensliste
26.10.2013. Bei ei­ner grö­ße­ren be­triebs­be­ding­ten Kün­di­gungs­wel­le muss der Ar­beit­ge­ber das Punk­te­sche­ma für die So­zi­al­aus­wahl mit dem Be­triebs­rat ge­mein­sam fest­le­gen. Denn ein Punk­te­sche­ma ist ei­ne Aus­wahl­richt­li­nie im Sin­ne von § 95 Abs.1 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG), und hier hat der Be­triebs­rat ein Mit­be­stim­mungs­recht. Weicht ein In­ter­es­sen­aus­gleich mit Na­mens­lis­te al­ler­dings von die­sem Punk­te­sche­ma ab, wird ein Ar­beit­neh­mer, der auf der Na­mens­lis­te steht, be­triebs­be­dingt ge­kün­digt, ob­wohl er nach dem Punk­te­sche­ma, d.h. der Aus­wahl­richt­li­nie ei­gent­lich blei­ben müss­te. In ei­nem vor­ges­tern er­gan­ge­nen Ur­teil hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ent­schie­den, dass die Na­mens­lis­te in ei­nem sol­chen Fall vor­geht: BAG, Ur­teil vom 24.10.2013, 6 AZR 854/11.
Arbeitsrecht aktuell 2012
12/314 Massenentlassung und Unterrichtung des Betriebsrats
21.09.2012. Plant der Ar­beit­ge­ber ei­ne Mas­sen­ent­las­sung, d.h. ei­ne grö­ße­re An­zahl be­triebs­be­ding­ter Kün­di­gun­gen, muss er den Be­triebs­rat nach dem Ge­setz zu­vor, d.h. vor Aus­spruch der Kün­di­gun­gen de­tail­liert über die ge­plan­te Mas­sen­ent­las­sung in­for­mie­ren, und zwar schrift­lich (§ 17 Abs.2 Kün­di­gungs­schutz­ge­setz - KSchG). Ein Ver­stoß ge­gen die ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­ne Schrift­form macht die nach­fol­gen­den Kün­di­gun­gen aber nicht in je­dem Fall un­wirk­sam: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 20.09.2012, 6 AZR 155/11.
12/252 Fehlerhafte Massenentlassungsanzeige
29.06.2012. Wenn der Ar­beit­ge­ber ei­nen Feh­ler bei der Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge be­geht, in­dem er der An­zei­ge we­der ei­ne Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats zu der Mas­sen­ent­las­sung noch ei­nen In­ter­es­sen­aus­gleich mit Na­mens­lis­te bei­fügt, ist die Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge feh­ler­haft und spä­ter aus­ge­spro­che­ne Kün­di­gun­gen sind un­wirk­sam. Das gilt auch dann, wenn die Ar­beits­agen­tur es dem Ar­beit­ge­ber auf der Grund­la­ge ei­ner sol­chen Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge per Be­scheid er­laubt, noch vor Ab­lauf von ei­nem Mo­nat nach Ein­gang der Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge ("Sperr­frist") Kün­di­gun­gen aus­zu­spre­chen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 28.06.2012, 6 AZR 780/10
12/129 Massenentlassung und Stellungnahme des Betriebsrats
22.03.2012. Die Stel­lung­nah­me des Be­triebs­ra­tes zu ei­ner ge­plan­ten Mas­sen­ent­las­sung ge­mäß § 17 Abs.3 KSchG kann auch durch ei­nen In­ter­es­sen­aus­gleich oh­ne Na­mens­lis­te er­setzt wer­den. Dies hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ges­tern ent­schie­den: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 21.03.2012, 6 AZR 596/10.
Arbeitsrecht aktuell 2011
11/204 Interessenausgleich und Sozialplan: Leiharbeitnehmer zählen mit
20.10.2011. Nach ei­ner vor­ges­tern er­gan­ge­nen Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) zäh­len auch Leih­ar­beit­neh­mer zu den "wahl­be­rech­tig­ten Ar­beit­neh­mer" im Sin­ne von § 111 Satz 1 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG): BAG, Ur­teil vom 18.10.2011, 1 AZR 335/10.
Arbeitsrecht aktuell; 11/028 Betriebsbedingte Kündigung nach fehlerhafter Massenentlassungsanzeige
09.02.2011. Ar­beit­ge­ber müs­sen ab ei­ner Be­triebs­grö­ße von mehr als 20 Ar­beit­neh­mern vor ei­nem grö­ße­ren Per­so­nal­ab­bau der Ar­beits­agen­tur ei­ne sog. Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge ab­ge­ben. Es ist um­strit­ten, ob feh­ler­haf­te An­ga­ben in ei­ner sol­chen An­zei­ge Aus­wir­kun­gen auf die Wirk­sam­keit ei­ner da­nach aus­ge­spro­che­nen be­triebs­be­ding­ten Kün­di­gung ha­ben kön­nen. Bei über­höh­ten An­ga­ben spricht ei­ni­ges da­für, die Kün­di­gung gleich­wohl für wirk­sam zu hal­ten: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ba­den-Würt­tem­berg, Ur­teil vom 16.09.2010, 11 Sa 35/10.
Arbeitsrecht aktuell 2010
10/098 Kündigung: Namensliste mit Änderungsvorbehalt
25.05.2010. Das Ar­beits­ge­richt (ArbG) Stutt­gart hat ent­schie­den, dass ei­ne Na­mens­lis­te nicht die für den Ar­beit­neh­mer nach­tei­li­gen Fol­gen hat, wenn sich die Be­triebs­part­ner die nach­träg­li­che Än­de­rung der Lis­te vor­be­hal­ten ha­ben: ArbG Stutt­gart, Ur­teil vom 25.02.2010, 9 Ca 416/09.
10/001 Konsultation der Arbeitnehmervertreter bei geplanter Massenentlassung
04.01.2010. Der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) hat vor kur­zem über die Fra­ge ent­schie­den, wann die vom Un­ter­neh­mer an die be­trieb­li­che Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tung zu ge­ben­den In­for­ma­tio­nen über ei­ne ge­plan­te Mas­sen­ent­las­sung im Kon­zern als recht­zei­tig an­zu­se­hen sind: EuGH, Ur­teil vom 10.09.2009, Rs. C‑44/08 (AEK ./. Fu­jit­su Sie­mens Com­pu­ters Oy). Grund­la­ge des Ur­teils ist die Richt­li­nie 98/59/EG des Ra­tes vom 20.07.1998 zur An­glei­chung der Rechts­vor­schrif­ten der Mit­glied­staa­ten über Mas­sen­ent­las­sun­gen, die auch für die Aus­le­gung von § 17 Kün­di­gungs­schutz­ge­setz (KSchG) be­deut­sam ist.
Arbeitsrecht aktuell 2009
09/212 Interessenausgleich und Sozialplan im Kleinbetrieb
17.11.2009. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Nürn­berg hat ent­schie­den, dass bei ei­nem Be­trieb mit we­ni­ger als 21 Ar­beit­neh­mern ei­ne mit­be­stim­mungs­pflich­ti­ge Be­trieb­s­än­de­rung in Form ei­ner Teil­schlie­ßung ge­mäß § 111 Satz 3 Nr.1 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG) vor­liegt, wenn die Schlie­ßung ei­ner Ab­tei­lung da­zu führt, dass vier Ar­beit­neh­mer (von 13) und so­mit über 30 Pro­zent der Be­leg­schaft ge­kün­digt wer­den. LAG Nürn­berg, Ur­teil vom 21.09.2009, 6 Sa 808/08.
09/123 Kein betrieblicher Sonderkündigungsschutz im Austausch gegen Lohnverzicht
15.07.2009. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Nie­der­sach­sen hat ent­schie­den, dass ei­ne So­zi­al­aus­wahl im Rah­men von be­triebs­be­ding­ten Kün­di­gun­gen grob feh­ler­haft ist, wenn al­len Ar­beit­neh­mern, die mit ei­ner er­heb­li­chen Lohn­sen­kung ein­ver­stan­den wa­ren, Son­der­kün­di­gungs­schutz ge­währt wird, so dass die So­zi­al­aus­wahl für die be­triebs­be­ding­te Kün­di­gung nur noch zwi­schen den "Nein-Sa­gern" statt­fin­det. LAG Nie­der­sach­sen, Ur­teil vom 17.04.2009, 12 Sa 1553/08.
09/114 Einigungsstelle bei Betriebsänderungen auch ohne Nachweis drohender Nachteile für die Arbeitnehmer
02.07.2009. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Nie­der­sach­sen hat im Ein­klang mit der stän­di­gen Recht­spre­chung ent­schie­den, dass es für die Ein­set­zung ei­ner Ei­ni­gungs­stel­le bei Be­trieb­s­än­de­run­gen kei­nes Nach­wei­ses dro­hen­der Nach­tei­le für die Be­leg­schaft be­darf. LAG Nie­der­sach­sen, Be­schluss vom 05.05.2009, 1 TaBV 28/09.
09/035 Sozialpläne dürfen niedrigere Abfindungen für rentennahe Arbeitnehmer vorsehen
06.03.2009. En­de letz­ten Jah­res in­for­mier­ten wir über ein Ur­teil des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG), des­sen In­halt zu­nächst nur über ei­ne ge­richt­li­che Pres­se­mel­dung be­kannt war (Ar­beits­recht ak­tu­ell: 08/134 Dis­kri­mi­nie­rung: Ab­fin­dungs­kür­zung für Ar­beit­neh­mer im ren­ten­na­hen Al­ter). Ge­strit­ten wur­de in die­sem Fall dar­über, ob es ei­ne ver­bo­te­ne Al­ter­si­dis­kri­mi­nie­rung ist, wenn sog. ren­ten­na­he Ar­beit­neh­mer bei der Fest­set­zung von So­zi­al­plan­ab­fin­dun­gen schlech­ter ge­stellt wer­den als Kol­le­gen, die ei­ni­ge Jah­re jün­ger sind. Nach An­sicht des BAG liegt ei­ne Dis­kri­mi­nie­rung hier nicht vor. In­zwi­schen hat das BAG sei­ne Ent­schei­dungs­grün­de pu­bli­ziert (BAG, Ur­teil vom 11.11.2008, 1 AZR 475/07). Sie wer­den hier kurz be­spro­chen.
Arbeitsrecht aktuell 2008
08/134 Abfindungskürzung für Arbeitnehmer im rentennahen Alter ist keine Diskriminierung
16.12.2008. Wie ein ak­tu­el­les Ur­teil des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) be­stä­tigt hat, kön­nen die Be­triebs­part­ner bei So­zi­al­plä­nen auch künf­tig Ab­fin­dungs­an­sprü­che von Ar­beit­neh­mern in "ren­ten­na­hem" Al­ter sehr weit­ge­hen­dem Um­fang nach ih­rem Er­mes­sen kür­zen. Hier­in liegt kei­ne ver­bo­te­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters: BAG, Ur­teil vom 11.11.2008, 1 AZR 475/07.
Arbeitsrecht aktuell 2007
28.04.2007. Nach ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) kön­nen Ge­werk­schaf­ten bei Be­triebs­schlie­ßun­gen und Mas­sen­ent­las­sun­gen ak­tiv wer­den und ta­rif­li­che Re­ge­lun­gen (sog. Ta­rif­so­zi­al­plä­ne) er­strei­ken. Dass in sol­chen Fäl­len zu­gleich auch ei­ne Be­trieb­s­än­de­rung vor­liegt und dass da­her der Be­triebs­rat ei­nen So­zi­al­plan aus­han­deln kann, än­dert nichts an der recht­li­chen Zu­läs­sig­keit von ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen - und dem­ent­spre­chend nichts an der Zu­läs­sig­keit von Streiks um Ta­rif­so­zi­al­plä­ne: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 24.04.2007, 1 AZR 252/06.
Arbeitsrecht aktuell 2006
06/19 Bundesarbeitsgericht lockert Sozialauswahl bei Kündigungen
27.11.2006. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat vor kur­zem sei­ne Recht­spre­chung zum The­ma So­zi­al­aus­wahl ge­än­dert. Künf­tig führt die feh­ler­haf­te Be­ur­tei­lung der so­zia­len Schutz­be­dürf­tig­keit ein­zel­ner Ar­beit­neh­mer nicht mehr zur Un­wirk­sam­keit al­ler Kün­di­gun­gen ei­ner be­triebs­be­ding­ten Kün­di­gungs­wel­le: BAG, Ur­teil vom 09.11.2006, 2 AZR 812/05.
06/03 BAG urteilt zur Massenentlassungsanzeige.
02.04.2006. §§ 17 und 18 KSchG sind auf­grund eu­ro­pa­recht­li­cher Vor­ga­ben so zu aus­zu­le­gen, daß Ar­beit­ge­ber künf­tig die Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge be­reits vor Aus­spruch der Kün­di­gun­gen (und nicht erst vor Aus­lau­fen der Kün­di­gungs­frist) bei der Ar­beits­agen­tur ab­ge­ben müs­sen, BAG, Ur­teil vom 23.03.2006, 2 AZR 343/05.
Letzte Überarbeitung: 15. August 2018
Wenn Sie von ei­ner Mas­sen­ent­las­sung, ei­ner Be­triebs­schlie­ßung oder ei­ner an­de­ren Form der Be­trieb­s­än­de­rung be­trof­fen sind, be­ra­ten wir Sie je­der­zeit ger­ne.
Wir un­ter­stüt­zen auch Be­triebs­rä­te bei der Ge­stal­tung von Be­trieb­s­än­de­run­gen, ins­be­son­de­re bei Ver­hand­lun­gen über ei­nen In­ter­es­sen­aus­gleich und bei der Er­rich­tung ei­nes So­zi­al­plans.
Bit­te be­ach­ten Sie, dass die Be­auf­tra­gung ei­ner Rechts­an­walts­kanz­lei mit Be­ra­tungs­leis­tun­gen oder mit der Ver­tre­tung des Be­triebs­rats in der Ei­ni­gungs­stel­le oder vor Ge­richt ei­ne ord­nungs­ge­mä­ße Be­schluss­fas­sung des Gre­mi­ums vor­aus­setzt und dass die­se im Streit­fall ar­beit­ge­ber­sei­tig oft sehr ge­nau über­prüft wird. Bit­te spre­chen Sie uns mög­lichst früh­zei­tig an, um ei­ne kor­rek­te Be­schluss­fas­sung si­cher­zu­stel­len.
Mit­tei­lun­gen des Ar­bei­ge­bers über be­vor­ste­hen­de Än­de­run­gen (falls vor­han­den)
In­ter­es­sen­aus­gleich, So­zi­al­plan (falls vor­han­den)
www.hensche.de > Handbuch Arbeitsrecht > Arbeitsrecht - M
Mas­sen­ent­las­sung
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16/258 Mas­sen­ent­las­sung und El­tern­zeit
12.08.2016. Auch Ar­beit­neh­me­rin­nen, die sich in El­tern­zeit be­fin­den, müs­sen un­ter den be­son­de­ren Kün­di­gungs­schutz ge­stellt wer­den, der bei Mas­sen­ent­las­sun­gen zu be­ach­ten ist: ...
16/086 Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge bei er­neu­ter Kün­di­gung
14.03.2016. Kün­digt der Ar­beit­ge­ber ei­nen Ar­beit­neh­mer im Rah­men ei­ner Mas­sen­ent­las­sung vor­sorg­lich er­neut, muss er vor die­ser Nach­kün­di­gung er­neut Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge er­stat­ten: ...