Source: http://www.studieren-ohne-abitur.de/web/laender/mecklenburg_vorpommern/
Timestamp: 2017-02-27 11:33:28
Document Index: 380627744

Matched Legal Cases: ['§ 18', '§ 2', '§ 2', '§ 11', '§ 19', '§ 19', '§ 4', '§ 19', '§ 19', '§ 31', '§ 31', '§ 20', '§ 18', '§ 18']

Studieren ohne Abitur: Mecklenburg-Vorpommern
Mecklenburg-Vorpommern zeichnete sich zwischen 2010 und 2012 durch überdurchschnittliche Quoten bei den Studienanfänger(inne)n ohne allgemeine Hochschul- und Fachhochschulreife aus. In den nachfolgenden Jahren zeigte sich jedoch ein Rückwärtstrend, der durch die aktuellen Zahlen nochmals bekräftigt wird. Dennoch kann sich das nördliche Bundesland im Deutschlandvergleich weiterhin im oberen Drittel halten. Bei der Zahl der Absolvent(inn)en, die ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung ein Studium erfolgreich abgeschlossen haben, ist die Entwicklung hingegen positiv. Die rechtlichen Regelungen wurden im Bundesland vor geraumer Zeit angepasst. Insbesondere die Zugangsmöglichkeiten für Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung und mehrjähriger Berufspraxis wurden verbessert.
Berechtigung: Fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung/durch Erweiterungsprüfung allgemeine Hochschulzugangsberechtigung
Voraussetzungen: Fachlich verwandte Berufsausbildung (2 Jahre) Berufserfahrung (3 Jahre)
§ 18 Abs. 1 LHG M-V und § 2 Abs. 2 QualVO M-V: Das Ablegen der Meisterprüfung oder einer gleichgestellten beruflichen Fortbildungsprüfung berechtigt zum Studium an einer Hochschule.
Der Meisterprüfung gleichgestellt sind eine mindestens 400 Stunden umfassende berufliche Fortbildung i. S. des Berufsbildungsgesetzes oder der Handwerksordnung, das Abschlusszeugnis einer Fachschule, eine gleichwertige Qualifikation i. S. des Seemannsgesetzes sowie der Abschluss nach landesrechtlichen Fortbildungsregelungen für Berufe im Gesundheitswesen sowie im Bereich der sozialpflegerischen oder sozialpädagogischen Berufe.
§ 2 Abs. 1 bis 3 QualVO M-V: Darüber hinaus besitzen eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung Personen, die eine Begabtenprüfung erfolgreich abgelegt haben oder einen Abschluss als Steuerberater(in) bzw. Wirtschaftsprüfer(in) besitzen. Auch der Abschluss einer staatlichen oder staatlich anerkannten Berufsakademie eröffnet den allgemeinen Hochschulzugang.
Sonderregelungen für die Zulassung an Fachhochschulen:
Zum Studium an Fachhochschulen gemäß §§ 11 und 12 QualVO M-V berechtigen Abschlusszeugnisse der folgenden Lehrgänge: Aufbaulehrgang Verwaltung einer Bundeswehrfachschule, der Fachhochschulreife gleichwertige Abschlusszeugnisse der Bundeswehrfachschule in den Fachrichtungen Technik, Wirtschaft und Sozialpädagogik, Abschlusszeugnis des Lehrgangs zum Erwerb der Fachhochschulreife an einer Grenzschutzfachschule und das Zeugnis der Fachhochschulreife (schulischer Teil) in Verbindung mit einem Nachweis über eine Berufsausbildung oder ein Praktikum.
§ 19 Abs. 1 und 2 LHG M-V: Personen, die eine mindestens zweijährige Berufsausbildung und eine mindestens dreijährige berufliche Tätigkeit nachweisen können (jeweils mit hinreichenden inhaltlichen Zusammenhängen zum angestrebten Studiengang), werden zur Zugangsprüfung zugelassen. Die Hochschulen regeln die Einzelheiten der Hochschulzugangsprüfung durch Satzung (§ 19 Abs. 3 LHG M-V).
§ 4 QualVO M-V: Eine bestandene Diplom-Vorprüfung an einer Fachhochschule berechtigt zum Weiterstudium im gleichen oder verwandten Studiengang an den Universitäten des Landes. Eine fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung besitzen auch Personen, die eine Laufbahnprüfung für den gehobenen nichttechnischen Dienst bestanden haben (nach einem Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege des Landes Mecklenburg-Vorpommern) und Absolvent(inn)en von Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien in Mecklenburg-Vorpommern, die eine abgeschlossene Berufsausbildung nachweisen können. § 19 Abs. 4 LHG M-V: Bewerber(innen) mit fachgebundener Hochschulzugangsberechtigung, die mindestens die Hälfte aller Leistungen in einem Studiengang erfolgreich erbringen oder eine Zwischenprüfung in einem Studiengang erfolgreich bestehen, können eine Erweiterungsprüfung ablegen und das Studium in einem fachlich nicht verwandten Studiengang fortsetzen. Bei Personen, die ein Aufstiegsstipendium des Bundes erhalten, genügt eine zweijährige fachlich verwandte Tätigkeit. Erziehungs- und Pflegezeiten können mit bis zu einem Jahr auf die berufliche Tätigkeit angerechnet werden (§ 19 Abs. 2 LHG M-V).
Zulassung in weiterbildende Studiengänge
§ 31 Abs. 1 bis 3 LHG M-V: Weiterbildende Studien stehen auch Bewerber(inne)n offen, die die für eine Teilnahme erforderliche Eignung im Beruf erworben haben. „Die Hochschule regelt die Voraussetzungen und das Verfahren der Zulassung zu einzelnen Veranstaltungen, soweit dies erforderlich ist, durch Satzung. Wird das Weiterbildungsstudium mit einer Prüfung beendet, so wird grundsätzlich ein Zertifikat über die erfolgreiche Absolvierung des Weiterbildungsstudiums angeboten. Soll ein akademischer Grad vergeben werden, so ist eine Prüfungsordnung als Satzung zu erlassen.“ Berufspraktische Erfahrungen sollen für die Lehre nutzbar gemacht werden. Das Weiterbildungsangebot soll aus in sich geschlossenen Abschnitten bestehen und die besonderen Bedürfnisse der Teilnehmer(innen) berücksichtigen. Die Hochschulen sollen für die Weiterbildungsmaßnahmen eine Studienberatung durchführen. Weiterbildende Studien oder Fernstudiengänge können auch in Kooperation mit einer Einrichtung außerhalb des Hochschulbereichs durchgeführt werden. Dabei zu berücksichtigende Aspekte sind unter § 31 Abs. 3 zu finden.
§ 20 Abs. 2 und 3 LHG M-V: Außerhalb des Hochschulwesens erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten können bis zu 50 % auf das Hochschulstudium angerechnet werden. Einzelheiten werden durch die Hochschule in einer Einstufungsprüfungsordnung geregelt. Grundlage für die Einstufung in ein höheres Fachsemester können sein: eine Einstufungsprüfung oder Unterlagen der Bewerber(innen). Aufgrund von Kooperationsabkommen mit der Hochschule ist auch eine pauschale Anrechnung für homogene Bewerbergruppen möglich. Voraussetzungen für die Einstufung in ein höheres Fachsemester sind eine Qualifikation für das gewählte Studium nach §§ 18 und 19 und eine einschlägige Berufsausbildung oder -tätigkeit von mindestens drei Jahren.
§ 18 Abs. 1 LHG M-V: Nach einem erfolgreich absolvierten Studienjahr in einem anderen Bundesland ist ein Weiterstudium in dem gleichen oder in einem verwandten Studiengang in Mecklenburg-Vorpommern möglich.
Der Anteil der Studienanfänger(innen) ohne Abitur in Mecklenburg-Vorpommern bewegte sich die letzten Jahre auf einem überdurchschnittlichen bis durchschnittlichen bundesweiten Niveau. Die aktuellen Zahlen für 2014 zeigen jedoch mit 2,22 Prozent zum ersten Mal unterdurchschnittliche Werte im Vergleich zum Bundesdurchschnitt. Damit sinkt die Quote der Studienanfänger(innen) ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung in Mecklenburg-Vorpommern wie bereits in den Vorjahren weiter. Dennoch kann sich das Land in dieser Kategorie im Bundesländervergleich auf einem guten fünften Platz behaupten. Ähnlich sehen die Entwicklungen bei den Studierendenanteilen aus. Nach einem kontinuierlichen Wachstum der Studierendenquoten von 1997 bis 2013, verzeichnet das Land in den aktuellen Daten von 2014 einen leichten Rückgang und liegt damit zum ersten Mal knapp unter dem bundesweiten Durchschnitt. Hingegen entwickelt sich die Zahl der Absolvent(inn)en ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung weiterhin positiv. 2014 verzeichnen die Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern ein weiteres Plus in dieser Kategorie und erreichen mit einem Anteil von 1,58 Prozent einen guten Platz im oberen Mittelfeld im Bundesländervergleich.
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