Source: http://www.wahlen-in-deutschland.de/wlSaargebiet.htm
Timestamp: 2018-12-10 06:57:24
Document Index: 279096379

Matched Legal Cases: ['Art. 45', 'Art. 48', '§16', 'Art.45', '§17', '§19', '§19', '§23']

Landtagswahlen 1918-1933 - Saargebiet
25.06.1922 7,5 - 1,4 15,1 3,9 47,7 12,8 - 10,4 - - 1,1 54,5 0,4
27.01.1924 15,9 - - 18,4 - 42,8 14,9 1,2 - 4,1 - - 67,6 0,3
25.03.1928 16,7 - - 15,6 1,4 46,4 9,4 3,8 3,3 3,3 - - 66,1 1,6
13.03.1932 23,2 4,0 - 9,9 0,6 43,2 6,7 1,6 3,2 - 6,7 0,9 77,3 1,8
Wahlen zum Landesrat
Nach Teil 3 Abschnitt IV Art. 45, 49 des Vertrags von Versailles (VV) wurde vom Deutschen Reich als Wiedergutmachung für die in Frankreich zerstörten Kohlegruben das Eigentum an den im Saarbecken gelegenen Kohleförderstätten für 15 Jahre abgetreten. Das in Art. 48 VV benannte Gebiet, in dem diese Förderstätten lagen, wurde für diesen Zeitraum nach §16 Anlage zu Art.45-50 VV von einem Ausschuss des Völkerbunds regiert. Nach deren §17 bestand dieser Regierungsausschuss aus fünf Mitgliedern, die vom Rat des Völkerbunds für 1 Jahr mit der Möglichkeit der Wiederernennung ernannt wurden. Von diesen Mitgliedern musste eines Franzose sein, eines nicht-französischer Saareinwohner und die weiteren drei durften weder Franzosen noch Deutsche sein. Einer parlamentarischen Kontrolle durch die Bevölkerung des Saargebiets unterlag der Regierungsausschuss nach §19 Abs. 1, 2 Anlage nicht. Er entschied nach §19 Abs. 3 Anlage mit der Mehrheit seiner Stimmen. Jedoch war der Regierungssausschuss verpflichtet, vor bestimmten Handlungen, die in der Anlage, insbesondere in §§23, 26 Anlage, genannt wurden, gewählte Vertreter der Bevölkerung des Saargebiets anzuhören. Dafür richtete der Regierungssausschuss mit Verordnung Nr. 143 vom 24.3.1922 den in allgemeiner, gleicher, geheimer und unmittelbarer Wahl von allen über 20-Jährigen Saareinwohnern zu wählenden Landesrat ein.
Für die Zeit der Regierung des Saargebiets durch den Regierungsausschuss war das Saargebiet von keinen Maßnahmen der deutschen Reichsregierung betroffen und nahm auch nicht an der Gesetzgebung oder anderen Angelegenheiten des Deutschen Reichs teil.
-DL: 1932 davon Arbeiter- und Bauernpartei Deutschlands (Christlich-radikale Volksfront) (ABDCRV) 1,8%, KPO 1,5%, SAPD 0,7%
-DDP: 1928 Deutsch-demokratische Partei des Saargebiets; 1932 Deutsche Staatspartei
-DVP: 1922 Liberale Volkspartei; 1924-1932 Deutsch-saarländische Volkspartei
-Bürger: 1922 davon Vereinigung von Hausbesitz und Landwirtschaft (VHL) 8,3%, Mieterschutzvereinigung (MiSV) 2,1%; 1924 VHL; 1928 Deutsche Wirtschaftspartei (DWP); 1932 Deutsche Wirtschaftspartei des Mittelstandes (DWPM)
-DR: 1928 Christlich-Soziale Partei des Saargebiets (CSPS)
-NSDAP: 1932 Nationalsozialistische Arbeiterpartei (Hitler)
-Sonstige: 1922 Kriegsopfer; 1924 Saarländische Arbeitsgemeinschaft; 1932 Liste Otto Fried
Mandatsverteilung im Landesrat
KPD SPD DDP Z DVP DNVP Bürger DR NSDAP Insgesamt
25.06.1922 2 5 1 16 4 - 2 - - 30
27.01.1924 5 6 - 14 4 0 1 - - 30
25.03.1928 5 5 0 14 3 1 1 1 - 30
13.03.1932 8 3 0 14 2 0 1 - 2 30
-Bürger: 1922-1924 VHL; 1928 DWP; 1932 DWPM
-DR: 1928 CSPS