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Timestamp: 2019-07-15 19:15:30
Document Index: 242557791

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 765', '§ 765', '§ 768', '§ 670', '§ 765', '§ 670', '§ 768', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 768', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 768', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 768', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 675', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 10.02.2000 - IX ZR 397/98 - dejure.org
BGH, 10.02.2000 - IX ZR 397/98
https://dejure.org/2000,99
BGH, 10.02.2000 - IX ZR 397/98 (https://dejure.org/2000,99)
BGH, Entscheidung vom 10.02.2000 - IX ZR 397/98 (https://dejure.org/2000,99)
BGH, Entscheidung vom 10. Februar 2000 - IX ZR 397/98 (https://dejure.org/2000,99)
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BGB §§ 765, 768 Abs. 1 S. 1, 670, 675
Innenverhältnis und Einredeerstreckung bei der Bürgschaft - Bürgschaft auf erstes Anfordern
Bürgschaft - Einwendung im Erstprozeß - Sicherungsabrede - Bürgschaft auf erstes Anfordern
Bürgschaft auf erstes Anfordern oder Generalübernehmervertrag (GÜV)
Leistungspflicht aus Bürgschaft auf erstes Anfordern trotz Abweichung von Sicherungsabrede zwischen Hauptschuldner und Gläubiger
Zum Einwand des aus einer Bürgschaft auf erstes Anfordern in Anspruch Genommenen, der Gläubiger habe nach dem Hauptvertrag keinen Anspruch auf eine solche Sicherung; zur Frage der Ansprüche der Bank gegen den Hauptschuldner, wenn sie entgegen der zwischen Gläubiger und Hauptschuldner getroffenen Sicherungsabrede eine Bürgschaft auf erstes Anfordern herausgibt und daraus erfolgreich in Anspruch genommen wird
Zum Akzessorietätsgrundsatz bei der Bürgschaft auf erstes Anfordern
BGB § 765, § 768 Abs. 1 S. 1, §§ 670, 675
Bürgschaft - Inanspruchnahme aus einer Bürgschaft auf erstes Anfordern
BGB §§ 765, 768 Abs. 1 Satz 1, §§ 670, 675
Bürgschaft; Belehrungspflicht einer Bank bei Bürgschaft auf erstes Anfordern
BGB §§ 768, 812
Bürgschaft auf erstes Anfordern; Einwendungen gegen die Inanspruchnahme; Diskrepanz zwischen Bürgschaftsauftrag und Verpflichtungsform
Schuldrecht BT, Bürgschaft, Bürgschaft auf erstes Anfordern entgegen der Sicherungsabrede
Bürgschaft auf erstes Anfordern: Welche Einwendungen hat der Bürge? (IBR 2000, 231)
Bürgschaft auf erstes Anfordern: Welche Belehrungspflichten hat die Bank? (IBR 2000, 230)
Bürgschaft auf erstes Anfordern: Wann kann die Zahlung verweigert werden? (IBR 2000, 269)
LG Köln, 26.01.2001 - 32 O 131/00
OLG Köln, 16.01.2002 - 13 U 52/01
BGHZ 143, 381
NJW 2000, 1563
ZIP 2000, 576
MDR 2000, 1085 (Ls.)
MDR 2000, 654 (Ls.)
WM 2000, 715
BB 2000, 684
BB 2000, 847
DB 2000, 1119
JR 2001, 237
JR 2001, 241
BauR 2000, 887
ZfBR 2000, 260
Das folgt aus dem Sinn und Zweck des Akzessorietätsgedankens, der sicherstellen soll, daß der Bürge grundsätzlich nicht mehr zu leisten hat als der Hauptschuldner (BGH, Urteil vom 20. April 1989 - IX ZR 212/88, BGHZ 107, 210, 214; Urteil vom 10. Februar 2000 - IX ZR 397/98, BGHZ 143, 381, 384; Urteil vom 08.03.2001 - IX ZR 236/00, BGHZ 147, 99, 102).
Soweit der Gläubiger nach der Sicherungsabrede nicht berechtigt ist, die vereinbarte Bürgschaft anzufordern, kann sich der Bürge aus § 768 Abs. 1 Satz 1 BGB auf eine entsprechende Einrede berufen (vgl. BGH, Urteile vom 10. Februar 2000 - IX ZR 397/98, BGHZ 143, 381, 384 f. und vom 8. März 2001 - IX ZR 236/00, BGHZ 147, 99, 102).
Der Einwand, im Verhältnis zwischen Gläubiger und Hauptschuldner gebe es keine Rechtsgrundlage für die Gewährung einer solchen Sicherheit, wie sie der Bürge geleistet hat, bezieht sich allein auf die materielle Begründetheit des vom Gläubiger erhobenen Anforderungsbegehrens und beruht auf dem Akzessorietätsprinzip des § 768 Abs. 1 Satz 1 BGB (BGH, Urt. v. 10. Februar 2000 - IX ZR 397/98, WM 2000, 715, 717, z.V.b. in BGHZ 143, 381).
a) Einwände des Bürgen gegen den Anspruch sind jedoch ausnahmsweise schon im Erstprozeß beachtlich, sofern sich deren Berechtigung aus dem unstreitigen Sachverhalt oder dem Inhalt der Vertragsurkunden ohne weiteres ergibt (BGH, Urt. v. 10. Februar 2000, aaO).
Die Einschränkung der Rechte des Gläubigers durch einen solchen, ebenfalls aus dem Akzessorietätsprinzip hergeleiteten Einwand (vgl. BGHZ 107, 210, 214; BGH, Urt. v. 10. Februar 2000, aaO) ist unter dem Gesichtspunkt eines den Geboten von Treu und Glauben entsprechenden Interessenausgleichs erforderlich.
Ist dieser Auffassung schon nach dem Inhalt der Urkunde sowie dem unstreitigen Sachverhalt ohne weiteres zu folgen und ergibt sich daraus weiterhin, daß die Bürgschaft auf erstes Anfordern allein zur Erfüllung der zwischen der Klägerin und der Streithelferin vereinbarten Sicherungsabrede erteilt wurde, kann die Klägerin Zahlung der geltend gemachten Bürgschaftssumme nicht verlangen; denn sie müßte sie nach Erhalt ohne weiteres an die Bürgin oder - falls der Auftragnehmer die Aufwendungen der Beklagten erstattet hat - an die Streithelferin als unberechtigte Leistung zurückgewähren (so im Ansatz schon BGH, Urt. v. 10. Februar 2000, aaO).
Da der Bürgschaftsvertrag ausschließlich dazu dient, die genannte Vereinbarung des Hauptvertrages zu erfüllen, steht der Beklagten in jedem Falle aus § 768 Abs. 1 Satz 1 BGB der Einwand zu, daß die Sicherungsabrede nicht wirksam geworden ist (vgl. BGHZ 107, 210, 214; Senatsurt. v. 10. Februar 2000, aaO S. 717).
Denn auch dann wäre ein nach außen hervortretendes Verhalten des Empfängers erforderlich gewesen, aus dem der Annahmewille unzweideutig hervorging (BGHZ 74, 352, 356; 111, 97, 101; BGH, Urt. v. 10.2.2000 - IX ZR 397/98, NJW 2000, 1563).
Im übrigen ist er auf den Rückforderungsprozeß verwiesen (BGH, Urteil vom 10. Februar 2000 - IX ZR 397/98, BGHZ 143, 381).
Hat der Bürge bei der Leistung an den Gläubiger die ihm dem Hauptschuldner als Auftraggeber gegenüber obliegenden Pflichten beachtet (vgl. dazu BGHZ 143, 381, 387), hat er also aus rechtlich vertretbaren Gründen angenommen, dem vom Gläubiger erhobenen Anspruch keine schon im Erstprozeß beachtlichen Einwände entgegensetzen zu können, steht ihm ein Aufwendungsersatzanspruch (§§ 675, 670 BGB) gegen den Hauptschuldner auch dann zu, wenn der Gläubiger mit der Anforderung des Bürgschaftsbetrages die ihm gegenüber dem Sicherungsgeber (Hauptschuldner) aufgrund der im Bauvertrag getroffenen Sicherungsabrede obliegenden Pflichten verletzt hat.
Der Freistellungsanspruch entfällt nicht einmal dann, wenn ein Aufwendungsersatzanspruch des Bürgen wegen Verletzung der vertraglichen Schutzpflichten aus dem Avalvertrag (vgl. dazu BGHZ 143, 381, 386 ff) nicht entstanden ist.
Das wäre dann anzunehmen, wenn die Bürgin es schuldhaft versäumt haben sollte, die aus der Bürgschaft auf erstes Anfordern erhobenen Ansprüche mit liquiden Einwendungen abzuwehren und die Leistung auch nach materiellem Bürgschaftsrecht zu Unrecht erbracht worden ist (vgl. BGHZ 143, 381, 384; 147, 99, 102 ff).
Das folgt aus dem Sinn und Zweck des Akzessorietätsgedankens, der sicherstellen soll, dass der Bürge grundsätzlich nicht mehr zu leisten hat als der Hauptschuldner (BGH, Urteil vom 23. Januar 2003 - VII ZR 210/01, BGHZ 153, 311, 316 m.w.N.; Urteil vom 10. Februar 2000 - IX ZR 397/98, BGHZ 143, 381, 384 f.).
Denn es ist für den Bestand der Bürgschaft gleichgültig, ob ein solches Grundverhältnis besteht und welcher Art es ist (BGH, Urteile vom 5. März 1975 - VIII ZR 202/73, WM 1975, 348, 349 f. und vom 10. Februar 2000 - IX ZR 397/98, WM 2000, 715, 717).
BGH, 01.10.2014 - VII ZR 164/12
Formularmäßiger Bauvertrag: Inhaltskontrolle für eine Gewährleistungsbürgschaft …
BGH, 04.07.2002 - IX ZR 97/99
Rechtliche Auswirkungen der Insolvenz des Gläubigers auf eine Bürgschaft auf …
BGH, 28.06.2007 - VII ZR 199/06
Berufung des Bürgen auf erstes Anfordern auf die fehlende Prüfbarkeit der …
OLG Koblenz, 04.05.2004 - 10 U 710/03
Zulässigkeit von Einwendungen aus dem Verhältnis des Gläubigers zum …
Bankrecht: Erstattungsanspruch der Bank bei auftragswidriger Bürgschaft auf …
BGH, 12.09.2002 - IX ZR 497/00
Einwendungen des Bürgen gegen die Inanspruchnahme aus einer Bürgschaft auf erstes …
BGH, 20.09.2007 - IX ZR 155/06
Berufung des Bürgen auf die insolvenzrechtliche Anfechtbarkeit der Gewährung …
OLG Rostock, 26.04.2001 - 1 U 117/98
Haftung der Gemeinde wegen Verschuldens beim Vertragsschluss durch falsche …
OLG Stuttgart, 14.11.2012 - 9 U 134/12
Garantie auf erstes Anfordern: Anspruch des Auftraggebers gegen die Bank auf …
OLG Düsseldorf, 06.04.2006 - 5 U 115/05
Zur Begründetheit des Rückzahlungsanspruchs bei Vertragserfüllungsbürgschaft in …
OLG Frankfurt, 21.04.2010 - 4 U 93/03
Verjährungshemmung der Bürgschaftsforderung durch Klageerhebung bei Ruhen des …
OLG Düsseldorf, 02.07.2004 - 23 U 172/03
Anspruch auf Herausgabe der Bürgschaftsurkunde bei Inanspruchnahme aus der …
LG Hamburg, 31.05.2006 - 404 O 129/05
OLG Hamm, 03.03.2004 - 25 U 68/03
Gewährleistungsbürgschaft unter Bedingung rügefreier Abnahme?
OLG Frankfurt, 07.11.2006 - 14 U 155/05
Bürgschaftsvertrag: Annahme eines Bürgschaftsvertrages durch einen …
OLG Brandenburg, 01.12.2009 - 1 AR 65/09
Zivilprozessrecht: Wirkung einer Gerichtsstandsvereinbarung; Gerichtsstand bei …
OLG Dresden, 22.03.2018 - 6 W 117/18
LG Frankfurt/Main, 16.12.2002 - 1 O 89/02
Ruht Bürgschaftsprozess aus triftigem Grund: Verjährungshemmung