Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=RiZ(R)%202/95
Timestamp: 2019-12-05 14:58:46
Document Index: 111526083

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 26', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 12.10.1995 - RiZ(R) 2/95 - dejure.org
https://dejure.org/1995,6043
BGH, 12.10.1995 - RiZ(R) 2/95 (https://dejure.org/1995,6043)
BGH, Entscheidung vom 12.10.1995 - RiZ(R) 2/95 (https://dejure.org/1995,6043)
BGH, Entscheidung vom 12. Januar 1995 - RiZ(R) 2/95 (https://dejure.org/1995,6043)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1995,6043) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Untätigkeit eines Richters in mehreren Haftbefehlsantragsverfahren - Dienstaufsichtliche Maßnahmen gegenüber einem Richter
DRiG § 26 Abs. 2, Abs. 3
DG Berlin, 04.07.1994 - DG 1/94
DGH Berlin, 10.03.1995 - DGH 2/94
Das etwa ist dann der Fall, wenn der Richter eine abwegige, schlechterdings nicht mehr vertretbare und weder von der Rechtsprechung noch in der veröffentlichen Fachliteratur vertretene Rechtsauffassung seiner Entscheidung zugrunde legt (zum "offenkundigen Fehlgriff" s. BGH, Urteil vom 12.10.1995 - RiZ (R) 2/95 - hierzu auch Dienstgericht Bremen, Beschluss vom 17.06.2005 - DG 1/04, DG 1/04 - vertiefend zu Evidenzverstößen Hillgruber, in Maunz-Dürig, GG, 74. Lieferung, Mai 2015.
In diesem Bereich sind Maßnahmen der Dienstaufsicht selbst dann nicht zulässig, wenn die Rechtsanwendung für fehlerhaft gehalten oder das Verfahren als nicht im Einklang mit dem Gesetz stehend angesehen wird; nur wenn es sich um einen offensichtlichen, jedem Zweifel entrückten Fehlgriff handelt, kann etwas anderes gelten (st. Rspr., vgl. etwa BGH, Urteile vom 27. September 1976 - RiZ(R) 3/75, BGHZ 67, 184, 187, vom 1. Dezember 1983 - RiZ(R) 5/83, DRiZ 1984, 194, 195, vom 12. Oktober 1995 - RiZ(R) 2/95, DRiZ 1996, 371, 372, vom 5. Juli 2000 - RiZ(R) 6/99, NJW-RR 2001, 498, 499 und vom 3. November 2004 - RiZ(R) 4/03, NJW-RR 2005, 433, 435 m.w.Nachw.).
DG Bremen, 17.06.2005 - DG 1/04
Sie beruft sich insoweit auf die Entscheidung des Bundesgerichtshofs - BGH, Urt. v. 12.10.1995, DRiZ 1996, 371 f.
Zu diesem Kernbereich richterlicher Tätigkeit zählen neben der eigentlichen Spruchtätigkeit alle vorbereitenden oder nachfolgenden Verfahrensentscheidungen, die der Rechtsfindung dienen und den Prozess oder den Richterspruch fördern sollen (vgl. BGH, DRiZ 1996, 371; Haberland, DRiZ 2002, 301, 305 m.w.N.; Achterberg, NJW 1985, 3041, 3045).
In diesem Bereich sind indessen Maßnahmen der Dienstaufsicht grundsätzlich unzulässig (BGH, BGHZ 76, 288, 291; BGH, DRiZ 1996, 371;… Haberland, aaO;… Achterberg, aaO).
Damit ist nicht nur die eigentliche Rechtsfindung der Dienstaufsicht entzogen, sondern zugleich alle ihr auch nur mittelbar dienenden - sie vorbereitenden oder ihr nachfolgenden - Sach- und Verfahrensentscheidungen, welche im Interesse eines wirksamen Schutzes der richterlichen Unabhängigkeit ebenfalls dem Kernbereich richterlicher Tätigkeit zuzurechnen sind (vgl. BGHZ 42, 163, 169; 71, 9, 11; 90, 41, 45; BGH, Urteile vom 10. Januar 1985 - RiZ (R) 7/84, NJW 1985, 1471, 1472 und vom 12. Oktober 1995 - RiZ (R) 2/95, DRiZ 1996, 371).