Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20114,%2087
Timestamp: 2020-05-29 01:37:27
Document Index: 232664051

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 311', '§ 276', '§ 631', 'BGH', '§ 666', '§ 384', 'BGH', 'BGH', '§ 31', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 384', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 25', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 823', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 14.03.1991 - VII ZR 342/89 - dejure.org
https://dejure.org/1991,157
BGH, 14.03.1991 - VII ZR 342/89 (https://dejure.org/1991,157)
BGH, Entscheidung vom 14.03.1991 - VII ZR 342/89 (https://dejure.org/1991,157)
BGH, Entscheidung vom 14. März 1991 - VII ZR 342/89 (https://dejure.org/1991,157)
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Schmiergelder für den Baubetreuer
Cic (nunmehr § 311 Abs. 2 BGB <Fassung seit 1.1.02>), Aufklärungspflicht über 'Provisionsabsprache', Anspruch auf Vertragsanpassung
Culpa in contrahendo - CIC - Vorvertragliche Verhandlung - Aufklärungspflicht - Provisionsabsprache - Baubetreuer - Bauleistung - Schadensersatz
BGB § 276, § 631
Provisionsabrede: Aufklärungspflicht des Auftragnehmers
Müssen Bauunternehmen ihre "Provisionen" offenlegen? (IBR 1991, 261)
BGHZ 114, 87
NJW 1991, 1819
NJW-RR 1991, 1044 (Ls.)
MDR 1991, 764
WM 1991, 1086
BB 1991, 933
DB 1991, 1322
BauR 1991, 478
ZfBR 1991, 152
a) Insoweit hat der Kläger unter Hinweis auf die Rechtsprechung zur auftrags- bzw. kommissionsrechtlichen Auskunfts- und Herausgabepflicht (§§ 666, 667 BGB, § 384 Abs. 2 HGB) in Bezug auf heimlich hinter dem Rücken des Auftraggebers geflossene Zahlungen (vgl. BGHZ 114, 87, 91 ; 146, 235, 239 und BGH, Urteil vom 17. Oktober 1991 - III ZR 352/89, WM 1992, 879, 880 f.) und unter Hinweis auf Ziffer 2.2 Abs. 2 der Richtlinie des Bundesaufsichtsamtes für den Wertpapierhandel (BAWe) zur Konkretisierung der §§ 31 und 32 WpHG für das Kommissions-, Festpreis- und Vermittlungsgeschäft der Kreditinstitute vom 26. Mai 1997 (…BAnz. Nr. 98 vom 3. Juni 1997, S. 6586), nach der eine zivilrechtliche Aufklärungspflicht über die kommissionsrechtliche Verpflichtung zur Herausgabe von Rückvergütungen vorausgesetzt wird, behauptet, die Beklagte habe ihre Herausgabe- und Aufklärungspflicht zwar gekannt, die Rückvergütungen aber behalten wollen und deswegen nicht offenbart.
Schaden ist danach der Betrag, um den die Kläger im Streitfall wegen der fehlenden Mitteilung über das weitere Optionsrecht der Mieterin das Grundstück zu teuer erworben haben (vgl. BGHZ 114, 87, 94;… Senat, Urt. v. 10. Juli 1987, V ZR 236/85, NJW-RR 1988, 10, 11;… Urt. v. 8. Oktober 1993, aaO;… BGH, Urt. v. 1. April 1981, VIII ZR 51/80, NJW 1981, 2050, 2051;… Urt. v. 27. September 1988, XI ZR 4/88, NJW-RR 1989, 150, 151;… Urt. v. 14. Januar 1993, IX ZR 206/91, NJW 1993, 1323, 1325).
Entscheidend ist allein, wie sich der Getäuschte bei Kenntnis der ihm verheimlichten Umstände verhalten hätte; verbleibende Unklarheiten gehen zu Lasten des aufklärungspflichtigen Verkäufers (vgl. BGHZ 114, 87, 94).
Wie das Berufungsgericht zutreffend ausführt, rechnet er damit, dass der Kommissionär seinen gesetzlichen Pflichten nachkommt, insbesondere allein seine Interessen als Kommittent wahrnimmt (§ 384 Abs. 1 Halbsatz 2 HGB) und sich bei seinen Ratschlägen ausschließlich von sachlichen Gesichtspunkten leiten lässt (vgl. BGH, Urteile vom 19. Juni 1985 - IV ZR 196/83, BGHZ 95, 81, 84, vom 14. März 1991 - VII ZR 342/89, BGHZ 114, 87, 91 …und vom 20. September 2011 - II ZR 277/09, WM 2011, 2085 Rn. 14, 16).
Schadensersatzansprüche könnten sich sowohl aus dem Gesichtspunkt der culpa in contrahendo (…vgl. Ingenstau/Korbion, 11. Aufl. VOB/A § 25 Rdn. 27; Schmid ZIP 1963, 652 ff; OLG Celle NJW 1963, 2126; vgl. auch BGH BB 1991, 933 = BGHR BGB vor § 1 Verschulden bei Vertragsschluß - Aufklärungspflicht 43) als auch aus § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit §§ 1, 38 Abs. 1 Nr. 1 GWB ergeben (vgl. auch BGHZ 86, 324, 330).
Dies erfordert - im Unterschied zur Geltendmachung des Erfüllungsinteresses - nicht den Nachweis, daß sich der Vertragsgegner auf einen Vertragsschluß zu einem niedrigeren Preis eingelassen hätte (vgl. BGHZ 69, 53, 58; 114, 87, 94; NJW-RR 1996, 690; 2001, 2875, 2877).
Verbleibende Unklarheiten gehen zu Lasten des aufklärungspflichtigen Verkäufers (vgl. BGHZ 114, 87, 94).
Er kann Herabsetzung seiner Leistung auf ein angemessenes Maß und Ersatz der Mehraufwendungen verlangen, die er infolge der culpa in contrahendo gemacht hat (BGHZ 69, 53, 58; 111, 75, 82 f; 114, 87, 94).
Wirkt jemand bei Vertragsverhandlungen pflichtwidrig und schuldhaft durch unzutreffende Informationen auf die Willensbildung seines Vertragspartners ein und kommt es deshalb zum Abschluss eines wirksamen, aber für den Vertragspartner nachteiligen Vertrages, so verpflichtet dieses Verhalten nach den genannten Grundsätzen des Verschuldens bei Vertragsverhandlungen regelmäßig zum Schadensersatz (vgl. BGH, Urteil vom 14. März 1991 - VII ZR 342/89, BGHZ 114, 87, zitiert juris Rn. 12;… vom 18. Juni 1997 - XII ZR 192/95, BGHZ 136, 102, zitiert juris Rn. 12).
e) Der Anspruch aus culpa in contrahendo ist regelmäßig auf Ersatz des negativen Interesses gerichtet (BGHZ 114, 87, 94; 142, 51, 62; BGH…, Urteil vom 6.6.2000, a.a.O.).
Schaden ist danach der Betrag, um den die Kläger im Streitfall wegen der fehlenden Mitteilung über das weitere Optionsrecht der Mieterin das Grundstück zu teuer erworben haben (vgl. BGHZ 114, 87, 94; Senat, Urteil vom 10.7.1987 ­ V ZR 236/85 ­, NJW-RR 1988, 10, 11;… Ur- teil vom 8.10.1993, a.a.O.; BGH, Urteil vom 1.4.1981 ­ VIII ZR 51/80 ­, NJW 1981, 2050, 2051; Urteil vom 27.9.1988 ­ XI ZR 4/88 ­, NJW-RR 1989, 150, 151; Urteil vom 14.1.1993 ­ IX ZR 206/91 ­, NJW 1993, 1323, 1325).
Dies erfordert ­ im Unterschied zur Geltendmachung des Erfüllungsinteresses (vgl. BGH…, Urteil vom 24.6.1998, a.a.O.) ­ nicht den Nach- weis, dass sich der Vertragsgegner auf einen Vertragsschluss zu einem niedrigeren Preis eingelassen hätte (vgl. BGHZ 69, 53, 58; 114, 87, 94; BGH…, Urteil vom 27.9.1988, a.a.O.; Se- nat, Urteil vom 26.1.1996 ­ V ZR 42/94 ­, NJW-RR 1996, 690).
Entscheidend ist allein, wie sich der Getäuschte bei Kenntnis der ihm verheimlichten Umstände verhalten hätte; verbleibende Unklarheiten gehen zu Lasten des aufklärungs- pflichtigen Verkäufers (vgl. BGHZ 114, 87, 94).