Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20206,%20219
Timestamp: 2019-04-22 17:07:23
Document Index: 36561788

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 278', '§ 162', '§ 159', '§ 162', '§ 166', '§ 119', '§ 119', '§ 123', '§ 166', '§ 779', '§ 313', '§ 278', '§ 160', '§ 160', '§ 163', '§ 269', '§ 160', '§ 295', '§ 242', '§ 278', '§ 85', '§ 97', '§ 278', '§ 278', '§ 278', '§ 278', '§ 278', '§ 278', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 278', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 278', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 278', 'BGH', 'BGH']

BGH, 14.07.2015 - VI ZR 326/14 - dejure.org
§ 278 Abs. 6 Satz 1 Fall 2 ZPO, § ... 160 Abs. 3 Nr. 1, § 162 Abs. 1 Satz 2 ZPO, §§ 159, 160 Abs. 3 Nr. 1, § 162 Abs. 1 ZPO, § 166 BGB, § 119 Abs. 1 BGB, § 119 Abs. 2 BGB, § 123 Abs. 1 BGB, § 166 Abs. 1 BGB, § 779 Abs. 1 BGB, § 313 Abs. 1 BGB, § 278 Abs. 6 ZPO, § 160a Abs. 1 ZPO, § 160a Abs. 2, § 163 Abs. 1 ZPO, § 269 Abs. 2 Satz 2 ZPO, § 160 Abs. 3 Nr. 8 ZPO, § 295 ZPO, § 242 BGB, § 278 Abs. 6 Satz 2 ZPO, § 85 ZPO, § 97 Abs. 1 ZPO
§ 278 Abs 6 S 1 Alt 2 ZPO
Gütliche Streitbeilegung: Voraussetzungen eines wirksamen Abschlusses eines Vergleichs auf Vorschlag des Gerichts
Zu den Voraussetzungen eines wirksamen Vergleichsabschlusses nach § 278 Abs. 6 Satz 1 Fall 2 ZPO
Schriftlicher Vergleichsvorschlag des Gerichts muss schriftsätzlich angenommen werden!
Formerfordernis beim Prozessvergleich - Unsicherheiten mit der Rechtssicherheit
Wann ist ein schriftlicher Vergleichsvorschlag des Gerichtes wirksam geschlossen?
Ein Prozessvergleich nach § 278 ZPO kann nur durch Annahme des schriftlichen Vergleichsvorschlags des Gerichts mit Schriftsatz der Parteien wirksam geschlossen werden
Zustandekommen eines gerichtlichen Vergleichs nur durch Annahme des schriftlichen Vergleichsvorschlags mit Schriftsatz der Parteien
Abschluss eines wirksamen Vergleichs nach § 278 Abs. 6 S. 1 Fall 2 ZPO
Erklärung zu Protokoll genügt Form des § 278 Abs. 6 ZPO nicht
Formerfordernis beim Prozessvergleich
Formerfordernisse und Rechtswirkungen des Beschlussvergleichs
§ 278 VI ZPO
Schriftlicher Vergleichsvorschlag des Gerichts muss schriftsätzlich angenommen werden! (IBR 2015, 646)
Kurznachricht zu "Vergleich im schriftlichen Verfahren - Formverstoß und Rechtsmissbrauch - Anmerkung zum Urteil des BGH vom 14.07.2015" von Dr. Frank Skamel, original erschienen in: NJW 2015, 2965 - 2968.
LG Itzehoe, 27.09.2012 - 4 O 86/07
OLG Schleswig, 11.07.2014 - 4 U 141/12
BGHZ 206, 219
ZIP 2015, 2196 (Ls.)
NJ 2015, 525
VersR 2016, 548
WM 2015, 2340
Rpfleger 2016, 43
BauR 2015, 2047
Fehlt es an einer dieser Voraussetzungen, liegt ein wirksamer Prozessvergleich nicht vor; die prozessbeendigende Wirkung tritt nicht ein (BGH, Urteil vom 14. Juli 2015 - VI ZR 326/14, BGHZ 206, 219 Rn. 12 mwN).
Die Frage, ob eine Partei schon vor der Unterbreitung eines gerichtlichen Vergleichsvorschlags dessen Annahme erklären kann, ist höchstrichterlich nicht geklärt (offengelassen von BGH 14. Juli 2015 - VI ZR 326/14 - Rn. 21, BGHZ 206, 219; verneinend OLG Hamm 13. Januar 2012 - 9 U 45/11 -; Nungeßer NZA 2005, 1027, 1031) .
OLG Schleswig, 27.02.2017 - 4 U 19/16
Rücknahme oder Widerruf der Annahmeerklärung eines gerichtlich vorgeschlagenen …
Das gilt auch für den Prozessvergleich im Sinne des § 278 Abs. 6 ZPO (vgl. BGH, Urteil vom 14.07.2015 - VI ZR 326/14, BGHZ 206, 219 = NJW 2015, 2965 mw.N.).
Der Grundsatz von Treu und Glauben findet auch im Prozessrecht Anwendung (vgl. BGH, Urteil vom 14.07.2015 - VI ZR 326/14, BGHZ 206, 219 = NJW 2015, 2965 mw.N.).
Generell gilt, dass einem Prozessvergleich, wie dessen Abschluss hier vom Gericht vorgeschlagen wurde, eine Doppelnatur zukommt, die neben der nach verfahrensrechtlichen Regeln zu beurteilenden Prozesshandlung zur Verfahrensbeendigung auch ein nach den Vorschriften des materiellen Rechts zu beurteilendes privates Rechtsgeschäft der Parteien zur Regelung ihrer Ansprüche und Verbindlichkeiten beinhaltet (siehe BGH…, Urteil vom 24.10.1984 - IVb ZR 35/83, juris Rn. 16, NJW 1985, 1962; Urteil vom 14.07.2015 - VI ZR 326/14, juris Rn. 12, BGHZ 206, 219).
Nach dem objektiven Empfängerhorizont musste dies aber jedenfalls zugleich auch als ein Angebot verstanden werden können, eine Bindung entsprechend dem Inhalt des gerichtlichen Vergleichsvorschlags einzugehen, zumal die Erklärung der Annahme des gerichtlichen Vergleichsvorschlags selbst nach § 278 Abs. 6 ZPO schriftsätzlich hätte erfolgen müssen (siehe BGH, Urteil vom 14.07.2015 - VI ZR 326/14, juris Rn. 16, BGHZ 206, 219).
Zwar besteht bei der rechtlichen Doppelnatur des Prozessvergleichs eine Abhängigkeit der prozessualen Wirkungen und der materiell-rechtlichen Vereinbarungen voneinander dahingehend, dass der Prozessvergleich nur wirksam ist, wenn sowohl die materiellrechtlichen Voraussetzungen für einen Vergleich als auch die prozessualen Anforderungen erfüllt sind, die an eine wirksame Prozesshandlung zu stellen sind (siehe BGH, Urteil vom 14.07.2015 - VI ZR 326/14, juris Rn. 12, BGHZ 206, 219).
Nach ständiger Rechtsprechung des BGH kann eine Rechtsausübung etwa dann unzulässig sein, wenn sich objektiv das Gesamtbild eines widersprüchlichen Verhaltens ergibt, weil das frühere Verhalten mit dem späteren sachlich unvereinbar ist und die Interessen der Gegenpartei im Hinblick darauf vorrangig schutzwürdig erscheinen (vgl. BGH, Urteil vom 14.07.2015, VI ZR 326/14 Rn. 26 = MDR 2015, 1198, 1199).
Beim Abschluss eines Prozessvergleichs ist im Interesse der Sicherheit des Rechtsverkehres und der Beteiligten grundsätzlich Formstrenge geboten (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 14.07.2015 - VI ZR 326/14).
Indessen ist widersprüchliches Verhalten rechtsmissbräuchlich, wenn das frühere Verhalten mit dem späteren sachlich unvereinbar ist (…vgl. BGH, Urteile vom 12.07.2016, Az.: XI ZR 501/15, Rn. 20 m.w.N. und vom 14.07.2015, Az.: VI ZR 326/14, Rn. 26).
Indessen ist widersprüchliches Verhalten rechtsmissbräuchlich, wenn das frühere Verhalten mit dem späteren sachlich unvereinbar ist (…vgl. BGH, Urteile vom 12. Juli 2016 - XI ZR 501/15, Rn. 20 m.w.N. und vom 14.07.2015, VI ZR 326/14 Rn. 26 = MDR 2015, 1198, 1199).
Dazu ist er ein privates Rechtsgeschäft, für das die Vorschriften des materiellen Rechts gelten und mit dem die Parteien Ansprüche und Verbindlichkeiten regeln (BGH NJW 2015, 2965 Rz. 12;… BGH NJW 2014, 394 ff., Rz. 12, beide zitiert nach juris).
Das gilt auch für den Prozessvergleich im Sinne des § 278 Abs. 6 ZPO (BGH NJW 2015, 2965 Rz. 12; zitiert nach juris).
OLG Köln, 22.02.2016 - 5 U 68/15
Feststellung eines Vergleichs; Widerruf einer auf den Abschluss eines …
Vielmehr sind die prozessualen Wirkungen und die materiell-rechtlichen Vereinbarungen voneinander abhängig (BGH, Urteil vom 14.7.2015 - VI ZR 326/14, iuris Rdn. 12 m.w.Nachw., abgedruckt in NJW 2015, 2965 ff.).