Source: https://www.blaek.de/kammerrecht/richtlinie-zur-bewertung-von-fortbildungsmassnahmen/richtlinie-zur-bewertung-von-fortbildungsmassnahmen-vom-10-september-2016-in-der-fassung-der-bekanntmachung-vom-6-maerz-2018
Timestamp: 2020-02-18 18:52:55
Document Index: 115402357

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 95', '§ 136', '§ 95', '§ 32', '§ 10', '§ 6']

2. Hinweise zu Anmeldung/Registrierung von Fortbildungsveranstaltungen, Auskunftspflicht des ärztlichen Leiters
Inkraftgetreten am 01.08.2018 • Veröffentlicht in Internet, www.blaek.de • Dokument als PDF herunterladen…
Auf der Grund­lage des § 6 Abs. 4 der Fort­bil­dungs­ord­nung der Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer vom 13. Okto­ber 2013 hat der Vorstand der Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer die Richt­li­nie zur Bewer­tung von Fort­bil­dungs­maß­nah­men erlas­sen und am 3. März 2018 in 1.4.2 b) geän­dert sowie beschlos­sen, die Richt­li­nie in der geän­der­ten Fassung bekanntz­u­ma­chen:
Das Fort­bil­dungs­zer­ti­fi­kat wird für die bei der Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer (im Folgen­den Kammer genannt) gemel­de­ten Ärztin­nen und Ärzte auf Antrag ausge­stellt, wenn diese in fünf Jahren mindes­tens 250 Fort­bil­dungs­punkte erwor­ben und doku­men­tiert haben gemäß § 95d und § 136b SGB V.
Aus Arti­kel 44 Abs. 2 des Baye­ri­schen Rettungs­dienst­ge­set­zes i. V. m. der Satzung über den Nach­weis zu erfül­len­der Fort­bil­dungs­pflicht vom 25. Okto­ber 2015 (Baye­ri­sches Ärzte­blatt 2015, Seite 670) von Ärzten im öffent­li­chen Rettungs­dienst, resul­tiert die Verpflich­tung zur fach­s­pe­zi­fi­schen Fort­bil­dung von Notärz­tin­nen und Notärz­ten. Hierzu besteht die Möglich­keit einer Selb­st­ein­stu­fung absol­vier­ter fach­s­pe­zi­fi­scher notfall­me­di­zi­ni­scher Fort­bil­dun­gen über das indi­vi­du­elle BLÄK-Fort­bil­dungs­punk­te­konto. Basie­rend auf die in der Fort­bil­dungs­ord­nung und in der Satzung über den Nach­weis zu erfül­len­der Fort­bil­dungs­pflicht genann­ten Rechts­grund­la­gen sind 50 Fort­bil­dungs­punkte in fünf Jahren im Rahmen von 250 Fort­bil­dungs­punk­ten gemäß § 95d SGB V nach­zu­wei­sen.
Der Veran­stal­ter über­mit­telt der Kammer vorab im Rahmen der Online-Anmel­dung zur Prüfung ein aktu­el­les, detail­lier­tes, zutref­fen­den­falls der ärzt­li­chen Öffent­lich­keit zur Verfü­gung gestell­tes Veran­stal­tungs­pro­gramm, aus dem die einzel­nen Fort­bil­dungs­in­halte, Veran­stal­tungs­da­tum, bindende Beginn- und Endzei­ten sowie Pausen­zei­ten, Veran­stal­tungs­ort, ärzt­li­cher Leiter, der Veran­stal­ter sowie gege­be­nen­falls finan­zi­elle Förde­rung Drit­ter (Spon­so­ren) zu erken­nen sind. Auf Nach­frage sind der Kammer weitere Infor­ma­tio­nen zur Verfü­gung zu stel­len. Zudem können Vorträge/Präsen­ta­ti­ons­un­ter­la­gen im Origi­nal ange­for­dert werden. Diese Unter­la­gen werden vertrau­lich behan­delt.
Fort­bil­dun­gen im Sinne dieser Richt­li­nie sind Veran­stal­tun­gen ausschließ­lich mit fach­lich-medi­zi­ni­schen Themen, einschließ­lich ärzt­li­cher Quali­täts­si­che­rung sowie Themen, welche die Grund­vor­aus­set­zun­gen für die ärzt­li­che Berufs­aus­übung betref­fen. Diese können auch den thera­peu­ti­schen Nutzen (unter ande­rem Kosten-/Nutzen­re­la­tion) bein­hal­ten. Medi­zin-ökono­mi­sche Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen zum Thema DRG (Diagno­sis Rela­ted Groups) – mit Aktua­li­sie­rung der ICD- und OPS-Kata­loge wie EBM und GOÄ – können eben­falls eine Zuer­ken­nung von Fort­bil­dungs­punk­ten erhal­ten, solange die Doku­men­ta­tion von Diagno­sen und Leis­tun­gen für Abrech­nungs­be­lange als ärzt­li­che Aufgabe anzu­se­hen ist. Fort­bil­dun­gen, deren Verfah­ren im Rahmen der Weiter­bil­dungs­ord­nung als aner­kannt gelten, sind Fort­bil­dungs­punkte zuzu­er­ken­nen. Unter den Begriff der Fort­bil­dung fallen im Folgen­den alle in der Tabelle genann­ten Veran­stal­tun­gen (Kate­go­rie A bis D, G, H, I und K – Anhang):
Fort­bil­dun­gen wissen­schaft­lich-medi­zi­ni­scher Fach­ge­sell­schaf­ten, ärzt­li­cher Berufs­ver­bände sowie Kassen­ärzt­li­cher Verei­ni­gun­gen, Fort­bil­dun­gen priva­ter Veran­stal­ter in Bayern sind auf Antrag von der Kammer anzu­er­ken­nen, wenn sie die von der Kammer fest­ge­leg­ten Krite­rien erfül­len. Glei­ches gilt für die Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen von Klini­ken, Arzt­pra­xen, Medi­zi­ni­schen Versor­gungs­zen­tren, phar­ma­zeu­ti­schen Unter­neh­men und Ähnli­chen unter ärzt­li­cher Leitung.
Darf nicht den Charakter einer Visite / eines Konsils unter zwei oder mehr Ärzten haben, sondern den einer Fortbildung
Metho­den der Lerner­folgs­kon­trolle des Beirats der Akade­mie für ärzt­li­che Fort­bil­dung und der Stän­di­gen Konfe­renz „Ärzt­li­che Fort­bil­dung“, soweit diese in einem geeig­ne­ten Verfah­ren defi­niert sind, berück­sich­ti­gen, bei Verwen­dung von Multi­ple-Choice-Tests in Form von zehn Fragen pro Fort­bil­dungs­ein­heit, mit mindes­tens drei (Stan­dard fünf) Antwort­mög­lich­kei­ten, wovon nur eine rich­tig sein sollte. Die Beste­hens­grenze liegt bei mindes­tens 70 Prozent rich­ti­ger Antwor­ten. Kommen andere Lerner­folgs­kon­trol­len zur Anwen­dung, liegt die Beste­hens­grenze mindes­tens eben­falls bei 70 Prozent rich­ti­ger Antwor­ten. Reani­ma­ti­ons­übun­gen am Phan­tom, Beur­tei­lung histo­pa­tho­lo­gi­scher Präpa­rate am Mikro­skop und Trai­ning mit compu­ter­ge­steu­er­ten Pati­en­ten-Simu­la­to­ren können als Sonder­fälle gelten.
frei von wirt­schaft­li­chen und ideo­lo­gi­schen Inter­es­sen sind, wobei die Veran­stal­ter und Refe­ren­ten der Kammer ökono­mi­sche Verbin­dun­gen zur Indus­trie offen legen müssen und die Kammer berech­tigt ist, vom Veran­stal­ter und ärzt­li­chen Kurs­lei­ter eine Konfor­mi­täts­er­klä­rung gemäß § 32 Abs. 3 der BO einzu­for­dern.
Für Fort­bil­dungs­maß­nah­men der Kate­go­rien A bis D, G bis I und K der Tabelle muss ein ärzt­li­cher Leiter als wissen­schaft­lich Verant­wort­li­cher bestellt und bei der Veran­stal­tung anwe­send sein. Bei Strah­len­schutz-Kursen (StrlSch) nach Rönt­gen­ver­ord­nung (RöV) ist auch ein Physi­ker, Medi­zin-Physi­ker als allei­ni­ger Kurs­lei­ter zuläs­sig.
Bei Hospi­ta­tio­nen sind die beson­de­ren Voraus­set­zun­gen (vgl. Kate­go­rie G der Tabelle) zu beach­ten.
Über die gemäß Kate­go­rie E aner­ken­nungs­fä­hi­gen Fort­bil­dungs­punkte hinaus werden für das Studium ärzt­li­cher Fach­zeit­schrif­ten – in Abhän­gig­keit von Inhalt und Umfang des Arti­kels – Fort­bil­dungs­punkte gemäß Kate­go­rie D und I verge­ben. Die Punk­teer­tei­lung gemäß Kate­go­rie D und I setzt eine entspre­chende vertrag­li­che Verein­ba­rung des Verla­ges mit einer Ärzte­kam­mer voraus. Die Zustän­dig­keit einer Ärzte­kam­mer rich­tet sich nach dem Sitz des Anbie­ters. Die Kammer kann gemäß § 10 Abs. 3 der Fort­bil­dungs­ord­nung vom 13. Okto­ber 2013 mit Anbie­tern ärzt­li­cher Fort­bil­dung Koope­ra­ti­ons­ver­träge abschlie­ßen.
Der Nach­weis über die Durch­füh­rung eines Begut­ach­tungs­ver­fah­rens der Quali­tät der Multi­ple-Choice-Fragen zur Wissens­kon­trolle ist vom Antrag­stel­ler zu erbrin­gen.
Bei der Kate­go­rie I erhält der Tutor pro 45-minü­ti­ger tuto­ri­el­ler Beglei­tung einen Fort­bil­dungs­punkt; der ärzt­li­che Leiter der Fort­bil­dungs­maß­nahme hat eine Garan­ten­stel­lung hinsicht­lich der einzel­nen Tuto­ren zuzu­er­ken­nen­den Fort­bil­dungs­punkte.
Hinweis: Tech­nisch reali­sier­bar über beispiels­weise Refe­ren­ten-Voucher, die mit der Fort­bil­dungs­punk­te­be­schei­ni­gung seitens der Kammer über­sandt werden.
Blen­ded-Lear­ning-Fort­bil­dungs­maß­nahme in Form einer inhalt­li­chen und didak­tisch mitein­an­der verzahn­ten Kombi­na­tion aus tuto­ri­ell unter­stütz­ten Online-Lern­mo­du­len und Präsenz­ver­an­stal­tung
Fort­bil­dun­gen mit Themen nicht fach­lich-medi­zi­ni­schen Inhalts wie unter ande­rem Vermark­ten von IGeL-Leis­tun­gen (Indi­vi­du­elle Gesund­heits­leis­tun­gen), Praxis-EDV, klinik-spezi­fi­sche EDV, Suche in medi­zi­ni­schen Daten­ban­ken, Inter­net­re­cher­che außer­halb E-Lear­ning-Fort­bil­dung, Arzt­brief­schrei­bung, Praxis­mar­ke­ting, ausschließ­lich betriebs­wirt­schaft­li­che Themen sowie PKMS (Pfle­ge­kom­plex­maß­nah­mens­core).
bei Einfluss­nahme von finan­zi­el­len Förde­rern / Spon­so­ren auf fach­li­che Inhalte und/oder Gestal­tung der Präsen­ta­tio­nen.
Fort­bil­dungs­in­halte müssen unab­hän­gig von wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen Drit­ter und frei von kommer­zi­el­len Einflüs­sen auf Diagno­s­tik und Thera­pie in Klinik und Praxis sein
Spon­so­ring ist trans­pa­rent zu machen.
Der Spon­sor darf Form und Inhalt der Fort­bil­dungs­maß­nahme nicht beein­flus­sen.
Veran­stal­ter, Refe­ren­ten und wissen­schaft­li­che Leiter müssen in einer Konfor­mi­täts­er­klä­rung ihre Inter­es­sen­kon­flikte gegen­über der Kammer sowie den Teil­neh­mern der Fort­bil­dung offen legen.
Produkt­wer­bung auf Einla­dun­gen, Program­men sowie Flyern zu mono­the­ma­ti­schen Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen ist nicht zuläs­sig; gegen die Bewer­bung mehre­rer Produkte und/oder Verfah­ren durch mehrere Herstel­ler in Program­men von multithe­ma­ti­schen Veran­stal­tun­gen (Kongresse) ist nichts einzu­wen­den. Die nament­li­che Nennung der finan­zi­el­len Förde­rer/Spon­so­ren und die Mittei­lung der Höhe des Förder­be­trags ist erfor­der­lich.
Hinweise zu Anmeldung/Registrierung von Fortbildungsveranstaltungen, Auskunftspflicht des ärztlichen Leiters
Die Anmel­dung/Regis­trie­rung von Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen zur Vergabe von Fort­bil­dungs­punk­ten der Kammer erfolgt ausschließ­lich online unter www.blaek.de -> Fort­bil­dung -> Anmel­den von Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen.
Der ärzt­li­che, wissen­schaft­lich verant­wort­li­che Leiter einer Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tung sowie der Veran­stal­ter haben der Kammer auf Verlan­gen die Einhal­tung dieser Richt­li­nien bei der Konzep­tion, Ankün­di­gung und Durch­füh­rung ihrer Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tung schrift­lich nach­zu­wei­sen und der Kammer Auskunft über die hierzu von ihnen getrof­fe­nen Maßnah­men zu ertei­len. Die Kammer kann eine Lerner­folgs­kon­trolle und/oder Teil­neh­mer­liste sowie das zuletzt gültige Veran­stal­tungs­pro­gramm inner­halb von zurzeit sechs Mona­ten nach Durch­füh­rung der Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tung anfor­dern. Es gibt ein Stich­pro­ben­ver­fah­ren zur Über­prü­fung der Umset­zung dieser Richt­li­nie. Von der Kammer erbe­tene Detail-Infor­ma­tio­nen über den Ablauf einer Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tung hat der ärzt­li­che Leiter der Veran­stal­tung der Kammer unver­züg­lich in geeig­ne­ter Form zu über­mit­teln.
Anhang zur Richtlinie gemäß § 6 der Fortbildungsordnung vom 13. Oktober 2013
tabelle_fortbildungsrichtlinie-2.pdf
Die Richt­li­nie tritt am Ersten des Folge­mo­nats nach Veröf­fent­li­chung im Inter­net-Auftritt der BLÄK in Kraft.*
Gleich­zei­tig tritt die Neufas­sung der Richt­li­nie vom 10. Septem­ber 2016 außer Kraft.
Ausge­fer­tigt, München, den 6. März 2018
*Die Richt­li­nie tritt damit am 1. August 2018 in Kraft