Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/1/1178.htm
Timestamp: 2018-11-20 22:36:50
Document Index: 168741841

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 64', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 5', '§ 2', '§ 5', '§ 2', '§ 63', '§ 8', '§ 63']

1.178 Wiesen im Rot- und Dachsbachtal bei Finsterrot
Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart über das Natur- und Landschaftsschutzgebiet "Oberstes Rottal mit Seitentälern und Umgebung" vom 16. April 1991 (GBl. v. 12.07.1991, S. 426).
Auf Grund von §§ 21, 22, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch die 3. Anpassungsverordnung des Innenministeriums vom 13. Februar 1989 (GBl. S. 101), wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinden Wüstenrot, Landkreis Heilbronn, Mainhardt, Landkreis Schwäbisch Hall und Großerlach, Rems-Murr-Kreis, werden zum Natur- und Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Oberstes Rottal mit Seitentälern und Umgebung". Es besteht aus:
1. dem Naturschutzgebiet "Wiesen im Rot- und Dachsbachtal bei Finsterrot" mit den in § 2 Abs. 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Wüstenrot, Landkreis Heilbronn;
dem Landschaftsschutzgebiet "Oberstes Rottal mit Seitentälern und Umgebung" mit den in § 2 Abs. 3 näher bezeichneten Flächen auf den Gebieten der Gemeinden Wüstenrot, Landkreis Heilbronn, Mainhardt, Landkreis Schwäbisch Hall und Großerlach, Rems-Murr-Kreis.
(1) Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet "Oberstes Rottal mit Seitentälern und Umgebung" hat als Ganzes eine Größe von ca. 148 ha.
Davon entfallen auf das Naturschutzgebiet "Wiesen im Rot- und Dachsbachtal bei Finsterrot" im Kreis Heilbronn ca. 12,8 ha, auf das Landschaftsschutzgebiet "Oberstes Rottal mit Seitentälern und Umgebung" im Kreis Heilbronn ca. 90,5 ha, im Kreis Schwäbisch Hall ca. 19 ha und im Rems-Murr-Kreis ca. 25,7 ha. Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet umfaßt im wesentlichen das Oberste Rottal zwischen Weihenbronn und dem Wiedhof bei Böhringsweiler mit Seitentälern und Umgebung.
(2) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 12,8 ha.
Es umfaßt nach dem Stand vom 18. Mai 1990 folgende Gewanne und Teile von Gewannen: Rotwiesen und Bauernwiesen.
Auf dem Gebiet der Gemeinde Wüstenrot, Gemarkung Wüstenrot, Flur 0, umfaßt es nach dem Stand vom 18. Mai 1990 die Flurstücke Nrn. 622, 623/1, 623/2, 624, 627, 627/1, 628, 628/1, 629, 630, 631/1, 631/2, 632-634 sowie Teile der Flurstücke Nm. 620 (Weg), 625, 635.
Auf dem Gebiet der Gemeinde Wüstenrot, Gemarkung Finsterrot, umfaßt es nach dem Stand vom 18. Mai 1990 die Flurstücke Nrn. 592/1, 592/2, 593-596, 597/1, 597/2, 598-603, 604/1, 604/2, 605/1, 605/2, 606-608, 609/1, 609/3, 609/4, 610, 611, 612/1-612/6, 612/8, 612/11, 612/13, 612/14, 612/16, 612/17 sowie Teile der Flurstücke Nrn. 609/2, 612/9, 612/10, 612/12, 411/1 (Weg), 421 (Weg).
(3) Das Landschaftsschutzgebiet "Oberstes Rottal mit Seitentälern und Umgebung" hat eine Größe von ca. 135,2 ha.
Es umfaßt nach dem Stand vom 18. Mai 1990 im Kreis Heilbronn das Oberste Rottal mit Hangbereichen von Weihenbronn bachabwärts, im wesentlichen mit den Gewannen Buckeläcker, Dörfle, dem Tiefenbachtal bis zur K 385 mit dem Gewann Tiefenbachwiesen und den Hanglagen des Alten Hau. Es schließt sich dann im wesentlichen mit den Gewannen Abendweide, Aschenbühl, Halde und Mühlsee an die nördliche Grenze des Naturschutzgebietes an. Im Rems-Murr-Kreis folgt es von der Kreisgrenze bachabwärts weiter dem Rottal bis zum Wiedhof bei Böhringsweiler, dabei umfaßt es im wesentlichen den alten Mühlkanal, die Gewanne Hals, Rauhwiesen, Neubruchäcker, Fronwiesen und Schlägle. Im Kreis Schwäbisch Hall umfaßt es Teile des Dachsbachtales mit dem Gewann Neubruch.
Es wird nach dem Stand vom 18. Mai 1990 durch folgende, ganz oder teilweise innerhalb des Landschaftsschutzgebietes liegende Flurstücke, Bachläufe, Straßen und Wege begrenzt:
- Gemeinde Großerlach, Gemarkung Großerlach: 267, 260 (Mühlgraben, teilweise), 518, 517, 516, 515, 514, GV 512 (teilweise), 513, 520, 501 (teilweise), 504, 522, 273 (teilweise), 240 (Rot, teilweise), 234 (teilweise), 442 (teilweise), 432 (teilweise), 431, 230/1 (Weg, außerhalb), 414 (Weg, außerhalb), 470, 488 (teilweise), 438, 486 (teilweise), 485, 484, 482 (Weg, außerhalb), 483.
Landkreis Heilbronn (Teil I)
- Gemeinde Wüstenrot, Gemarkung Wüstenrot:
- Flur 6 (Weihenbronn): 58;
- Flur 0: 809, 808, 807/2, 807/1, 806;
- Flur 6 (Weihenbronn): 75/7 (teilweise), 75/8 (teilweise), 75/9 (teilweise), 75/3 (teilweise);
- Gemeinde Wüstenrot, Gemarkung Finsterrot: 206-209, 212-214, 302 (Weg, außerhalb, teilweise), 500 (teilweise), 499 (teilweise), 498 (teilweise), 497 (teilweise), 496 (teilweise), 495 (teilweise), 494/1 (Weg, außerhalb, teilweise), 478/1 (Weg, außerhalb), 485/1 (Weg, außerhalb, teilweise), 468 (Weg, außerhalb, teilweise), 469 (teilweise), 468/2, 467, 466, 465, 457/2 (teilweise), 457/1 (teilweise), 456/2 (teilweise), 456/1 (teilweise), 455/2, 453/5, 453/4, 451, 450/6 (teilweise), 450/5 (teilweise), 450/4 (teilweise), 450/3 (teilweise), 450/2 (teilweise), 450/1 (teilweise), 447, 446, 411/1 (Weg, teilweise), 443, 442, 441, 420/3-420/7, 418 (Weg, innerhalb, teilweise), 416/1, 411/1 (Gustav-Vogelmann-Straße, außerhalb, teilweise), 638, 635/2, 635 (Bach, teilweise), 635/1, B 39 (außerhalb).
- Gemeinde Mainhardt, Gemarkung Ammertsweiler: B 39 (außerhalb), 652/7, 584/1, 585, 584/3, 602, 603, 610 (Weg teilweise), 604-608, 610 (Weg, außerhalb, teilweise).
Landkreis Heilbronn (Teil 2)
- Gemeinde Wüstenrot, Gemarkung Finsterrot: 614 (Weg), 613, 612/12 (teilweise), 612/15, 612/10 (teilweise), 612/9 (teilweise), 612/7, 421 (Weg, teilweise), 422/1, 609/2 (teilweise), 411/1 (Weg, teilweise), 590/2, 590/1, 589, 588, 587, 586, 585, 584, 583, 582, 581, 580, 579/2, 578/1, 577, 576, 575, 578 (Weg), 574, 573, 570, 569, 568, 567, 566, 565/2, 565/1, 563, 562, 561, 560, 565 (Weg, teilweise), 558, 557, 556/2, 555/2, 555/1, 554/2, 554/1, 553, 552/2, 552/1, 551, 548, 547, 546, 544, 470, 543;
- Flur O: 635 (teilweise), 560-563, 564/2, 565, 566, 567, 564/1, 558, 559, FW 8 (außerhalb, teilweise), 596/6 (teilweise), 603 (teilweise), 1003/8 (teilweise), 1003/7 (teilweise), FW 5 (außerhalb), 65 (K 2101, außerhalb), 447, 448, 440/4, 439, 438/2, 458 (Weg, außerhalb, teilweise), 698, 696/3, 704, 529, 705, 709/1-709/4, 712 (teilweise), Vic.W. 7 (teilweise), 798-805, 810;
- Flur 6 (Weihenbronn): 55, 46/1, 57.
(4) Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet ist in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 18. Mai 1990 im Maßstab 1:25000 schwarz umgrenzt und flächig rot angelegt (Naturschutzgebiet gemäß § 2 Abs. 2) bzw. grün angelegt (Landschaftsschutzgebiet gem. § 2 Abs. 3) sowie in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 18. Mai 1990 im Maßstab 1:5000 schwarz umgrenzt und rot angeschummert (Naturschutzgebiet gemäß § 2 Abs. 2) bzw. grün angeschummert (Landschaftsschutzgebiet gemäß § 2 Abs. 3). Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart in Stuttgart und bei den Landratsämtern Heilbronn in Heilbronn, Rems-Murr-Kreis in Waiblingen und Schwäbisch Hall in Schwäbisch Hall als untere Naturschutzbehörden auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
(1) Wesentlicher Schutzzweck des Naturschutzgebietes (§ 2 Abs. 2) ist die Erhaltung eines landschaftlich reizvollen Wiesentales mit extensiv genutzten Naßwiesen, Hochstaudenfluren, Seggenbeständen und einem naturnahen Bachauenwald als wertvoller Lebensraum einer vielfältigen Flora und Fauna mit zum Teil stark gefährdeten Arten.
· die Sicherung der ökologisch notwendigen Pufferzone zwischen dem Naturschutzgebiet und der Bebauung sowie zwischen dem Naturschutzgebiet und intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen,
· die Erhaltung eines landschaftstypischen, offenen Wiesentales mit Naßwiesen, seinen Wiesenhängen und Randbereichen, die durch zahlreiche Landschaftselemente wie Hohlwege, Gehölzgruppen, Waldteile, Raine und Böschungen gegliedert sind.
5. Abfälle, Erdaushub, landwirtschaftliche Produkte oder sonstige Gegenstände zu lagern;
9. die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern, insbesondere Wiesen umzubrechen, Seggen- und Röhrichtbestände zu düngen oder auf andere Weise zu beeinträchtigen, sowie die Orchideen- und Trollblumenbestände auf Gemarkung Wüstenrot, Flur 0, Parz. Nrn. 622, 623/1, 623/2, 624, 625, 627, 627/1, 628, 628/1 und auf Gemarkung Finsterrot, Parz. Nrn. 592/1, 592/2, 593-596, 597/1, 597/2, 598-604/1, 612/2 zu düngen oder vor dem 1. Juli zu mähen;
13. Luftfahrzeuge, insbesondere Modellflugzeuge und Ultraleichtflugzeuge, zu starten oder zu landen;
16. Hunde außerhalb von Wegen laufen zu lassen;
17. fremdländische Gehölze oder Koniferen zu pflanzen oder Formhecken anzulegen.
5. Ablagerungen oder auch kurzfristige Lagerung von Gegenständen, Erde und Gesteinsaushub, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstückes erforderlich sind;
15. Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsteilen wie Bäume, Hecken, Gebüsche, Feldgehölze, Ufergehölze, Schilf- und Rohrbestände und ähnliche Naturerscheinungen, die zur Zierde und Belebung des Landschaftsbildes und im Interesse der Tierwelt Erhaltung verdienen;
2. für die ordnungsmäßige landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang, mit Ausnahme von § 4 Abs. 2 Ziffern 4 und 9, und mit der Maßgabe, daß die Verbote der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung vom 19. Dezember 1980 (BGBl. 1 S. 2335), zuletzt geändert durch die zweite Verordnung zur Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung vom 21. März 1986 (BGBl. 1 S. 363) zu beachten sind;
3. für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß der Bachauenwald, bestehend aus Erlen, Eschen und Ahorn, zu erhalten ist. Ziel der Naturschutzverordnung ist die Umwandlung von Fichtenaufforstungen in Wiesen; lediglich auf Flurstück Nr. 625 (Teilfläche) kann nach Hieb der Fichten ein Laubwald, bestehend aus Erlen, Eichen und Ahorn, nachgepflanzt werden;
(2) § 4 Abs. 3 und § 5 Abs. 1 und 2 gelten im Landschaftsschutzgebiet (§ 2 Abs. 3) nicht
für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke mit Ausnahme von § 5 Abs. 2 Ziff. 16;
Schutz- und Pflegemaßnahmen werden in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnungen festgelegt. Die Ziele der Schutz- und Pflegemaßnahmen orientieren sich am Schutzzweck.
(1) Für den Bereich des Naturschutzgebietes (§ 2 Abs. 2) kann das Regierungspräsidium als höhere Naturschutzbehörde nach § 63 NatSchG Befreiung von den Vorschriften dieser Verordnung erteilen.
(3) Die Befreiung gemäß § 8 Abs. 2 dieser Verordnung bedarf der Zustimmung des Regierungspräsidiums als höherer Naturschutzbehörde, wenn
ein Flächennutzungsplan oder Bebauungsplan genehmigt werden soll, der dem Schutzzweck der Verordnung zuwiderläuft;
2. ein Vorhaben im Sinne von § 63 Abs. 2 Nr. 2 NatSchG zu einem Eingriff von besonderer Tragweite oder zu einer schwerwiegenden Beeinträchtigung überörtlicher Interessen der erholungssuchenden Bevölkerung führen kann.
Diese Verordnung tritt am Tag nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft.
STUTTGART, den 16. April 1991