Source: https://de.slideshare.net/Netzpiloten/1x1-desurheberrechts
Timestamp: 2017-10-24 04:46:31
Document Index: 22506876

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 12', '§ 19', '§ 13', '§ 21', '§ 14', '§ 22', '§ 25', '§ 16', '§ 15', '§ 17', '§ 16', '§ 20', '§ 17', '§ 18', '§ 19', '§ 14', '§ 19', '§ 16', '§ 27']

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In der zweiten BrainBurger*-Folge sprach Netzpiloten-Projektleiter Tobias Schwarz über das Thema Urheberrecht im redaktionellen Alltag.
Podcast: https://soundcloud.com/netzpiloten/brainburger-002-einmaleins-urheberrecht
*BrainBurger ist die wöchentliche Podcast-Reihe der Netzpiloten, indem sich die Redaktion gegenseitig über für die Arbeit relevante Themen informiert. Im Anschluss wird die Präsentation auf Slideshare und eine Aufnahme des Vortrags auf Soundcloud veröffentlicht. Aus Liebe zur Community. <3
1. 1x1 DES URHEBERRECHTS /by Tobias Schwarz @isarmatrose Die juristischen Hinweise sind allgemeiner Art und stellen keine Rechtsberatung dar. Alle Auskünfte sind unverbindlich. Individuelle rechtliche Fragen können nicht beant- wortet werden, da dies einen Verstoß gegen das Rechtsberatungsgesetz darstellt. Die Darstellung des Status Quo kann sich von unseren Vorstellungen eines alternativen Urheberrechts zum Teil dratisch unterscheiden. Diese Präsentation ist kein Statement.
2. 01 COPYRIGHT ≠ URHEBERRECHT  Das US-amerikanische Copyright-Law (Kopierrecht) ist dem deutschen Urheberrecht ähnlich, unter- scheidet sich jedoch in seinem Ansatz, den ökono- mischen Aspekt mehr als die ideelle Beziehung des Urhebers zu seinem Werk zu betonen.  Teil des angloamerikanischen Rechtssystem  Ziel: Möglichkeit der gewinnbringenden Verwer- tung eines Werkes  Copyright kann im Ganzen verkauft werden  Das Urheberrecht bezeichnet das subjektive und absolute Recht auf den Schutz des vermeintlichen "geistigen Eigentums" in ideeller und materieller Hinsicht.  Teil des europäischen Urheberrechtsregime  Ziel: Schutz des Urhebers und dessen ideelle Verbindung zum Werk  Urheberpersönlichkeitsrechte sind nicht über- tragbar; dafür aber Nutzungsrechte Aus der Wikipedia: "Im Copyright des amerikanischen Rechtssystems werden im Gegensatz zum kontinentaleuropäischen Urheberrecht die Entscheidungs- und Verwertungsrechte über ein Werk oft nicht dem Urheber (beispielsweise dem Künstler) zugestanden, sondern den wirtschaftlichen Rechteverwertern, zum Beispiel dem Verlag. Der Urheber behält dann eingeschränkte Veto-Rechte, die den Missbrauch des Copyrights seitens der Rechteverwerter verhindern sollen."
3. 02 RECHTE VON URHEBERN  Mit der sogenannten Schöpfung eines Werkes treten hierzulande bereits Urheber und Leistungsschutzrechte‐ auch ohne Anmeldung oder Registrierung in Kraft.  Die zugestandenen Schutzrechte werden nur Urhebern gewährt, die wiederum anderen Nutzungsrechte ein- räumen, aber Dritten nicht die eigenen Urheberpersön- lichkeitsrecht übertragen können.  Das Bearbeitungsrecht ist ein originäres Urheberrecht und kann ausschließlich vom Urheber übertragen werden.  Die Verwertung der Bearbeitung ist daher nur mit Zustim- mung des Urhebers des bearbeiteten Werkes möglich. Dauer des Urheberechtsschutz:  70 Jahre für Werke post mortem auctoris  50 Jahre für Leistungen  25 Jahre für den Erstheraus- geber nachgelassener Werke  20 Jahre für gewerbliche Schutzrechte  15 Jahre für Datenbank- hersteller
4. 03 RECHTE VON URHEBERN  Das Urheberpersönlichkeitsrecht schützt das Verhältnis des Urhebers zu seinem Werk (ideelle Gegenstück zu den wirtschaftlich ausgerichteten Verwertungsrechten).  Recht auf Erstveröffentlichung (§ 8 A; § 12 D)  Recht auf Schutz der Urheberschaft und Namensnennung (§ 19, 20 A; § 13 D)  Recht auf Werkschutz (§ 21 A; § 14 D)  Recht auf Zugang zum Werkstück (§ 22 A; § 25 D)  Das Verwertungsrecht bestimmt, dass nur Urheber das Recht haben, ihre Werke alleine und ausschließlich zu verwerten.  Vervielfältigungsrecht (§ 16 D; § 15 A)  Verbreitungsrecht (§ 17 D; § 16 A)  Senderecht (§ 20 D; § 17 A)  Vortrags , Aufführungs und Vorführungsrecht‐ ‐ (§ 18 A; § 19 D  Zurverfügungsstellungsrecht im Internet (§§ 14 bis 18a A; § 19a D  Folgerecht (§ 16b A; § 27 D) Linktipp: "Urheberpersönlichkeits-, Verwertungs- & Nutzungsrechte"
5. 04 ZITATE  Ein Zitat muss fünf Kriterien erfüllen: 1. Ein Zitat ist nur eine "Stelle eines Werkes", die in einem erheblichen Maße durch eigene Gedanken ergänzt ist. 2. Ein Zitat ist in einen eigenen Beitrag eingebunden, der selbst eine schutzfähige Schöpfungshöhe erreicht hat. 3. Ein Zitat muss als solches auch nach außen gekennzeich- net sein. Dies kann durch Formatierungen wie kursive Schrift und Anführungszeichen erfolgen. 4. Ein Zitat sollte nicht verändert werden, jedoch ist es je nach Zitatzweck möglich, Zitate zu kürzen, zu erweitern oder zu übersetzen. 5. Der Urheber des Zitates muss genannt werden und zu- sammen mit der Quelle der Aussage angegeben werden. Legende vom Bildzitat: Ein Bildzitat unterliegt der Auf- lage, dass es sich direkt mit dem Ursprünglichen Bild beschäftigt, was sehr selten der Fall ist. Das Zitarecht deckt diesen Fall des- Halb auch nicht an. tl;dr: Es gibt kein Bildzitat. Linktipp: "Was muss ich bei Zitaten beachten" von RA Nina Diercks.
6. Creative Commons (CC) ist ein im Jahr 2001 vom Juristen, maßgeblich unter der Leitung des Juraprofessors Lawrence Lessig, entwickeltes Konzept, das Autoren die Möglichkeit bietet, gewisse Nutzungsrechte für eigene Werke einzuräu- men. Dies ermöglicht Urhebern auch ohne Rechtskenntnisse vom Urheberrecht, ihre Werke anderen öffentlich zur Verfü- gung zu stellen. Dadurch, dass nicht "alle Rechte vorbehalten" werden, steht bei CC-Lizenzen oft der Slogan, dass nur "einige Rechte vorbehalten" ("some rights reserved") sind. 05 CREATIVE COMMONS Beweggründe für CC-Lizenzen:  Statement für Open Access (freier Zugang zu Inhalten)  Interesse an ungehindeter Bearbeitung von Inhalten  Vermehrung des Material- pools (Geben und Nehmen)  Steigerung der Verbreitung eigener Werke ohne Barrieren Netzpiloten und Creative Commons: Nehmen:  Fotos und Grafiken für Artikel  Texte von theconversation.com und politik-digital.de Geben:  eigene Fotos auf netzpiloten.tumblr.com  eigene Podcasts auf Soundcloud  eigene Präsentationen auf Slideshare
7. 06 MODULE VON CC-LIZENZEN Creative-Commons-Lizenzen: BY – Attribution (Namensnennung) NC – Non-commercial (Nicht kommerziell) ND – No Derivatives (Keine Bearbeitung) SA – Share Alike (gleiche Weitergabe) Die angegebene Lizenz sollte einem Link zum jeweiligen Lizenzvertrag besitzen, der eine Kurzfassung der Lizenz ("License Deed") in verschiedenen Sprachen beinhaltet. Nutzer können auf diese Art schnell nachvollziehen, unter welchen Bedingungen der Autor eine Nutzung erlaubt. Mögliche CC-Kombinationen (am Bsp. Version 4.0): CC BY-NC-ND 4.0 CC BY-NC 4.0 CC BY 4.0 CC BY-SA 4.0 CC BY-ND 4.0 CC BY-NC-SA 4.0
8. 07 ZWEITVERWERTUNG  Haben Journalisten keine vertragliche Einigung mit einem Medium über die Nutzung ihrer Werke, gilt das Gesetz:  Im ersten Jahr darf das Medium das Werk exklusiv verwerten, erst danach darf der Journalist das Werk zweitverwerten – aber auch nur, soweit er nicht die Rechte des ersten Mediums verletzt.  Dies gilt seit dem 01.04.2014 sowohl für die Nutzung in Print als auch Online. Journalisten dürfen dann also, sollte es keine andere Abmachung geben, ihre eigenen Werke während des ersten Jahres auch nicht in eigener Sache online verwenden. Verzicht aus Verantwortung: Die von CDU/CSU und FDP ein- gebrachte Gesetzesänderung des Zweitverwertungsrecht lehnen wir ab. Deshalb behalten Netzpiloten-Autoren auch sämt- liche Zweitverwertungsrechte. Wir zahlen "nur" für das Recht auf Erstveröffentlichung. Linktipp: "Neue Abmahnfalle für Journalisten" Videotipp: "Auf ein Bier mit Tobias Schwarz"
9. 08 LEISTUNGSSCHUTZRECHT  Durch unsere beliebten morgenlichen Lesetipps auf Netzpiloten.de, sind wir jeden Morgen den Gefahren des Leistungsschutzrecht für Presseverleger ausgesetzt.  Da es der Gesetzgeber versäumt hat, genaue Regelungen zu formulieren, und die das Gesetz bestellte Verlagslobby öffentlich die Position vertritt, dass auch einzelne Wörter oder kleinste Textausschnitte vergütungspflichtig sind, ist die Übernahme dieser schon gefährlich.  Bei kuratierten Link- und Artikelsammlungen sollte deshalb vollkommen auf die Übernahme von Textausschnitten ver- zichtet werden.  Aus Unverständnis über das Leistungsschutzrecht für Presse- verleger verzichten wir Netzpiloten aber auf die Anwendung. Was ist Kuration von Inhalten? Kuration bedeutet das Sammeln relevanter und hochwertiger Inhalte, diese zu organisieren und so aufzubereiten, dass die Darstellung einen Mehrwert für seine Leserschaft bietet.
10. LAST BUT NOT LEAST…  Titelbilder:  Copyright: Masur [Public Domain], via Wikimedia Commons  Creative Commons [CC BY 4.0], via Wikimedia Commons  Copyleft: Zscout370 [Public domain], via Wikimedia Commons  Slide 06: Creative Commons [CC BY 4.0], via Wikimedia Commons  Slide 09: Creative Commons [CC BY 4.0], via Wikimedia Commons 09 … Bildquellen:
11. KONTAKT Ende  Tobias Schwarz, Netzpiloten Magazin GmbH Mail: tobias@netzpiloten.de Twitter: @isarmatrose Website: isarmatrose.media Blog: isarmatrose.com Tumblr: isarmatrose.tumblr.com Die Präsentation "1x1 des Urheberrechts" steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY 4.0. Die einzelnen Lizenzen von Bildern und Grafiken sind davon unberührt.