Source: https://www.ra-kotz.de/zulage_widerruf_durch_arbeitgeber.htm
Timestamp: 2018-04-25 06:58:08
Document Index: 52335599

Matched Legal Cases: ['§ 305', '§ 308', '§ 308', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 305']

Urteil vom: 20.04.2011
Aktenzeichen: 5 AZR 191/10
In Sachen hat der Fünfte Senat des Bundesarbeitsgerichts aufgrund der Beratung vom 20. April 2011 für Recht erkannt:
1. Da der Verwender bei Abschluss des Arbeitsvertrags die §§ 305 ff. BGB nicht berücksichtigen konnte und die Klausel nur unwirksam ist, weil sie in formeller Hinsicht den neuen Anforderungen nicht genügt, bedarf es zur Schließung der entstandenen Lücke der ergänzenden Vertragsauslegung (grundsätzlich zur Lückenschließung in Allgemeinen Geschäftsbedingungen durch ergänzende Vertragsauslegung: BAG 12. Januar 2005 – 5 AZR 364/04 – BAGE 113, 140; 11. Oktober 2006 – 5 AZR 721/05 – Rn. 33 f., AP BGB § 308 Nr. 6 = EzA BGB 2002 § 308 Nr. 6; BGH 13. November 1997 – IX ZR 289/96 – BGHZ 137, 153; 10. Juni 2008 – XI ZR 211/07 – NJW 2008, 3422; 13. April 2010 – XI ZR 197/09 – BGHZ 185, 166). Andernfalls liefe die Anwendung der Anforderungen an die Vertragsformulierung auf einen vor dem 1. Januar 2002 abgeschlossenen Sachverhalt auf eine echte Rückwirkung des Schuldrechtsmodernisierungsgesetzes hinaus. Es ist deshalb zu fragen, was die Parteien vereinbart hätten, wenn ihnen die gesetzlich angeordnete Unwirksamkeit der Widerrufsklausel bekannt gewesen wäre (BAG 12. Januar 2005 – 5 AZR 364/04 – aaO.; 11. Oktober 2006 – 5 AZR 721/05 – Rn. 33 f., aaO.; ErfK/Preis 11. Aufl. §§ 305 – 310 BGB Rn. 20).