Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bfh/2015-11-25/ii-r-63_14
Timestamp: 2017-09-23 07:57:19
Document Index: 294127031

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 17', '§ 6', '§ 122', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 6', '§ 1', '§ 1', '§ 2', '§ 1']

BFH, 25.11.2015 - II R 63/14 - Aufforderung des BMF zum Beitritt zu einem Revisionsverfahren betreffend die Anwendung des § 6a GrEStG | anwalt24.de
Beschl. v. 25.11.2015, Az.: II R 63/14
Referenz: JurionRS 2015, 33112
Aktenzeichen: II R 63/14
FG Niedersachsen - 09.07.2014 - AZ: 7 K 135/12
BB 2016, 295-296
BFH/NV 2016, 335-337
BFH/PR 2016, 82
BStBl II 2016, 170-172
DB 2016, 93-94
DStR 2016, 56-58
DStZ 2016, 61-63
ErbStB 2016, 39-40
GmbHR 2016, 135-136
HFR 2016, 246-248
Konzern 2016, 103-104
NWB 2016, 14
NWB direkt 2016, 11
NZG 2016, 120
StB 2016, 4
Der Beklagte und Revisionskläger (das Finanzamt —FA—) stellte die Besteuerungsgrundlagen für die Grunderwerbsteuer gemäß § 17 des Grunderwerbsteuergesetzes in der im Jahr 2010 geltenden Fassung (GrEStG) gesondert fest. Die Steuerbegünstigung nach § 6a GrEStG gewährte das FA nicht, da die Stiftung kein Unternehmer im Sinne des Umsatzsteuergesetzes (UStG) sei. Der Einspruch blieb erfolglos.
Die Aufforderung zum Beitritt beruht auf § 122 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung. Das vorliegende Revisionsverfahren betrifft die Auslegung des § 6a GrEStG und damit eine auf Bundesrecht beruhende Abgabe und eine Rechtsstreitigkeit über Bundesrecht. Die Auslegung des § 6a GrEStG weist Schwierigkeiten von solchem Gewicht auf, dass dem Senat die Beitrittsaufforderung als sachgerecht erscheint. Das betrifft den Begriff des herrschenden Unternehmens, die Anwendung der Vor- und Nachbehaltensfristen des § 6a Satz 4 GrEStG in Verschmelzungsfällen sowie unionsrechtliche Fragestellungen.
dd) Aus der zur Auslegung des § 1 Abs. 3 Nr. 1 GrEStG vertretenen Auffassung, wonach herrschendes Unternehmen im Sinne dieser Vorschrift jeder Unternehmer im umsatzsteuerrechtlichen Sinne sein kann und diese Voraussetzung nicht erfüllt ist, wenn die Anteile am erwerbenden Unternehmen zum Privatvermögen einer natürlichen Person gehören (Urteil des Bundesfinanzhofs —BFH— vom 20. März 1974 II R 185/66, BFHE 113, 306, BStBl II 1974, 769 [BFH 20.03.1974 - II R 185/66]; ebenso z.B. Fischer in Boruttau, a.a.O., § 1 Rz 1052; Hofmann, a.a.O., § 1 Rz 176), können keine Rückschlüsse für die Auslegung desselben Begriffs in § 6a GrEStG gezogen werden. Dem BFH-Urteil in BFHE 113, 306, [BFH 20.03.1974 - II R 185/66] BStBl II 1974, 769 [BFH 20.03.1974 - II R 185/66] lag die Fassung des § 1 Abs. 3 Nr. 1 des Grunderwerbsteuergesetzes vom 29. März 1940 —GrEStG 1940— (RGBl I 1940, 585) zugrunde. Von § 1 Abs. 3 Nr. 1 GrEStG 1940 wurden nur "Unternehmen im Sinn des § 2 Abs. 2 des Umsatzsteuergesetzes" erfasst. Auf eine entsprechende gesetzliche Anknüpfung des Unternehmensbegriffs an das UStG in der seit dem 1. Januar 1983 geltenden Neufassung des § 1 Abs. 3 GrEStG hat der Gesetzgeber jedoch ausdrücklich verzichtet (vgl. Gesetzesentwurf zum Grunderwerbsteuergesetz, BTDrucks 9/251, S. 16).