Source: https://www.rechtslupe.de/familienrecht/betreuerwechsel-322724
Timestamp: 2020-02-25 19:20:29
Document Index: 206034067

Matched Legal Cases: ['§ 1908', '§ 1897', '§ 1897', '§ 1908', '§ 1897', '§ 295', '§ 1908', '§ 1897', '§ 1897', '§ 1896', '§ 295', '§ 295', '§ 295', '§ 1897', '§ 1897', '§ 1897', '§ 1897']

Betreu­er­wech­sel | Rechtslupe
Betreu­er­wech­sel
Ist im Zusam­men­hang mit der Ent­schei­dung über die Ver­län­ge­rung einer bereits bestehen­den Betreu­ung über einen Betreu­er­wech­sel zu befin­den, rich­tet sich die Aus­wahl der Per­son des Betreu­ers nicht nach § 1908 b Abs. 3 BGB, son­dern nach der für die Neu­be­stel­lung eines Betreu­ers maß­geb­li­chen Vor­schrift des § 1897 BGB. Eine von dem voll­jäh­ri­gen Betreu­ten als Betreu­er vor­ge­schla­ge­ne Per­son kann des­halb nur dann abge­lehnt wer­den, wenn deren Bestel­lung dem Wohl des Voll­jäh­ri­gen zuwi­der­lau­fen wür­de, § 1897 Abs. 4 Satz 1 BGB.
§ 1908 b Abs. 1 BGB regelt zwar die Vor­aus­set­zun­gen, unter denen die Ent­las­sung eines Betreu­ers erfol­gen kann. Die Vor­schrift bezieht sich jedoch nur auf die­je­ni­gen Fäl­le, in denen bei fort­be­stehen­der Betreu­ung eine iso­lier­te Ent­schei­dung über die Been­di­gung des Amtes des bis­he­ri­gen Betreu­ers getrof­fen wer­den soll. Ist dage­gen im Zusam­men­hang mit der Ent­schei­dung über die Ver­län­ge­rung einer bereits bestehen­den Betreu­ung über einen Betreu­er­wech­sel zu befin­den, rich­tet sich die Aus­wahl der Per­son des Betreu­ers nach der für die Neu­be­stel­lung eines Betreu­ers maß­geb­li­chen Vor­schrift des § 1897 BGB 1. In der Sache han­delt es sich bei einer Ver­län­ge­rungs­ent­schei­dung um die erneu­te Anord­nung einer Betreu­ung ein­schließ­lich der Ent­schei­dung über die Per­son des Betreu­ers, auch wenn der bis­he­ri­ge Betreu­er wie­der bestellt wird 2. Die bis­he­ri­ge Betreu­ung und damit die Bestel­lung des bis­he­ri­gen Betreu­ers enden näm­lich mit der Wirk­sam­keit der Ver­län­ge­rungs­ent­schei­dung und wer­den durch die dar­in getrof­fe­nen Anord­nun­gen abge­löst 3. Dies ergibt sich nun­mehr auch aus § 295 Abs. 1 Satz 1 FamFG, wonach für die Ver­län­ge­rung der Bestel­lung eines Betreu­ers die Ver­fah­rens­vor­schrif­ten über die erst­ma­li­ge Anord­nung die­ser Maß­nah­me ent­spre­chend gel­ten 4.
Nach § 1908 b Abs. 3 BGB steht es grund­sätz­lich im Ermes­sen des Gerichts, ob ein Betreu­er wäh­rend eines lau­fen­den Betreu­ungs­ver­fah­rens ent­las­sen wird, weil der Betreu­te eine gleich geeig­ne­te Per­son, die zur Über­nah­me bereit ist, als neu­en Betreu­er vor­schlägt. § 1897 Abs. 4 Satz 1 BGB räumt dage­gen dem Tatrich­ter bei der Aus­wahl des Betreu­ers kein Ermes­sen ein. Es ist die Per­son zum Betreu­er zu bestel­len, die der Betreu­te wünscht 5. Der Wil­le des Betreu­ten kann nur dann unbe­rück­sich­tigt blei­ben, wenn die Bestel­lung der vor­ge­schla­ge­nen Per­son dem Wohl des Betreu­ten zuwi­der­läuft 6. Dies setzt vor­aus, dass sich auf­grund einer umfas­sen­den Abwä­gung aller rele­van­ten Umstän­de Grün­de von erheb­li­chem Gewicht erge­ben, die gegen die Bestel­lung der vor­ge­schla­ge­nen Per­son spre­chen. Es muss die kon­kre­te Gefahr bestehen, dass der Vor­ge­schla­ge­ne die Betreu­ung des Betrof­fe­nen nicht zu des­sen Wohl füh­ren kann oder will 7, etwa weil die vor­ge­schla­ge­ne Per­son die Über­nah­me der Betreu­ung ablehnt 8 oder durch die Über­nah­me des Amtes in die kon­kre­te Gefahr eines schwer­wie­gen­den Inter­es­sen­kon­flikts gerät 9.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. Sep­tem­ber 2010 – XII ZB 166/​10
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Die Eig­nung als Betreu­er – und ihre Über­prü­fung im… Die vom Tatrich­ter vor­ge­nom­me­ne Beur­tei­lung der Eig­nung einer Per­son als Betreu­er kann im Rechts­be­schwer­de­ver­fah­ren nur auf Rechts­feh­ler über­prüft wer­den. Sie ist recht­lich feh­ler­haft, wenn der…
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OLG Hamm Fam­RZ 2001, 254, 255; BayO­bLG Fam­RZ 2001, 1100 (Ls.) und Fam­RZ 2005, 654, 655; OLG Schles­wig Fam­RZ 2006, 288; OLG Frank­furt Fam­RZ 2006, 1874; MünchKommBGB/​Schwab 5. Aufl. § 1896 Rn. 223[↩]
BayO­bLG Fam­RZ 2001, 1100 (Ls.); OLG Hamm Fam­RZ 2001, 254, 255[↩]
OLG Hamm Fam­RZ 2001, 254, 255[↩]
Keidel/​Budde FamFG 16. Aufl. § 295 Rn. 1; Jürgens/​Kretz Betreu­ungs­recht 4. Aufl. § 295 FamFG Rn. 1; Bumiller/​Harders FamFG 9. Aufl. § 295 Rn. 1[↩]
BayO­bLG Fam­RZ 2001, 1100 (Ls.); MünchKommBGB/​Schwab 5. Aufl. § 1897 Rn. 21[↩]
BayO­bLG aaO; OLG Hamm Fam­RZ 2001, 254, 255[↩]
BayO­bLG aaO; OLG Hamm aaO; MünchKommBGB/​Schwab aaO § 1897 Rn. 21[↩]
MünchKommBGB/​Schwab aaO § 1897 Rn. 28[↩]
OLG Bran­den­burg Fam­RZ 2001, 936; BayO­bLG Fam­RZ 2002, 1589; OLG Zwei­brü­cken Fam­RZ 2005, 832; MünchKommBGB/​Schwab aaO § 1897 Rn. 26[↩]
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