Source: https://www.steuba.de/gmbh/unternehmergesellschaft-vorteile-steuerberater-mittelstand/
Timestamp: 2019-12-14 19:16:59
Document Index: 374777461

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 13', '§ 13', '§ 311', '§ 823', '§ 280', '§ 128', '§ 7', '§ 5', '§ 15']

Unternehmergesellschaft: Was sind die Vorteile einer UG?
02 Aug Unternehmergesellschaft: Was sind die Motive fÃ¼r die Wahl der UG?
VerÃ¶ffentlicht um: 17:29Uhr in GmbH	von	Michael Jonas
Was ist eine Unternehmergesellschaft? Was sind die Motive bzw. Vorteile bei der Wahl einer UG?
Was ist eine Unternehmergesellschaft bzw. UG?
Warum grÃ¼ndet man eine Unternehmergesellschaft, UG (haftungsbeschrÃ¤nkt)? Was sind die Motive fÃ¼r die Wahl? Was sind die Vorteile?
HaftungsbeschrÃ¤nkung: Warum wird eine Gesellschaft gegrÃ¼ndet, bei der die Haftung beschrÃ¤nkt ist?
HaftungsbeschrÃ¤nkung: Wann muss der GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer dennoch haften? Gibt es eine Durchgriffshaftung?
HaftungsbeschrÃ¤nkung: Wann muss der Gesellschafter im Sinne einer Existenzvernichtungshaftung haften?
Steuerliche Vorteile: Was sind die steuerlichen Aspekte der GrÃ¼ndung einer Unternehmergesellschaft (HaftungsbeschrÃ¤nkt)?
Stammkapital: Die HÃ¶he des Stammkapitals als Vorteil bei einer GrÃ¼ndung
Bei der Reform des GmbH Rechts stand der Gesetzgeber vor der Herausforderung, fÃ¼r die UnternehmensgrÃ¼nder und start-ups eine Rechtsform zu schaffen, die bei geringer Kapitalbeteiligung fÃ¼r die GrÃ¼nder eine HaftungsbeschrÃ¤nkung bietet.
LÃ¤sst man die Bezeichnung auÃŸer acht ist die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschrÃ¤nkt) gemÃ¤ÃŸ Â§ 5a GmbHG eine Gesellschaft mit beschrÃ¤nkter Haftung, also eine Rechtsformvariante der GmbH. Es gelten alle Vorschriften des GmbHG, ebenso die HaftungsbeschrÃ¤nkung gemÃ¤ÃŸ Â§ 13 Abs. 2 GmbHG.
NatÃ¼rlich ist eine HaftungsbeschrÃ¤nkung mit einer der wichtigsten GrÃ¼nde eine Unternehmergesellschaft (UG) haftungsbeschrÃ¤nkt, zu grÃ¼nden.
Jede unternehmerische TÃ¤tigkeit bietet nicht nur Gewinnchancen sondern birgt auch logischerweise ein unternehmerisches Risiko bzw. Haftungsrisiken. Ein Risiko zeigt sich bspw. im Wesentlichen immer dann, wenn die vom Unternehmer geschuldeten Leistungen monetÃ¤rer Natur nicht rechtzeitig oder gar nicht erbracht ewrden und er eine Reihe von Pflichtverletzungen begeht.
SÃ¤mtliche Kapitalgesellschaften werden aus diesem Grunde oder werden zum grÃ¶ÃŸten Teil aus dem Grunde einer Haftungsfreistellung der Gesellschafter gegrÃ¼ndet. Aufgrund der Eigenschaft der Kapitalgesellschaft als juristische Person wird das VermÃ¶gen der Gesellschaft vom VermÃ¶gen des UnternehmensgrÃ¼nders getrennt.
Dabei haftet die Unternehmergesellschaft fÃ¼r ihre Verbindlichkeiten unbeschrÃ¤nkt mit ihrem GesellschaftsvermÃ¶gen. UnabhÃ¤ngig von der HÃ¶he muss die GmbH oder Unternehmergesellschaft ihr VermÃ¶gen fÃ¼r die ErfÃ¼llung der Verbindlichkeiten bereitstellen. Insofern haftet die GmbH bzw. Unternhemergesellschaft mit ihrem gesamten VermÃ¶gen, dh. nicht nur mit ihrem Stammkapital.
Insofern bedeutet der Begriff beschrÃ¤nkte Haftung im Sinne des Â§ 13 Abs. 2 GmbHG, dass man als Gesellschafter bzw. GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer grundsÃ¤tzlich nicht fÃ¼r die Schulden einer UG haftet.
Ein wirtschaftliches Risiko trÃ¤gt der Gesellschafter dennoch, er ist verpflichtet seinen Teil des Stammkapitals, also seine Stammeinlage, zu erbringen. Insofern wÃ¼rde er diesen bei einer Insolvenz der UG verlieren.
Durch die gerade erwÃ¤hnte HaftungsbeschrÃ¤nkung kann eine natÃ¼rliche Person ihre eigene persÃ¶nliche Haftung beschrÃ¤nken, indem sie die UG handeln lÃ¤sst.
Allerdings wird dieser Grundsatz von Â§ 311 Abs. 3 BGB unterlaufen. Danach kann ein RechtsverhÃ¤ltnis auch zu anderen Personen entstehen, die selbst nicht Vertragspartei werden sollen, wenn sie “in besonderem MaÃŸe Vertrauen fÃ¼r sich in Anspruch” nehmen.
Dieser Fall tritt ein, wenn die ErklÃ¤rung eines Gesellschafters oder GeschÃ¤ftsfÃ¼hrers so weit geht, dass sie als selbststÃ¤ndiges Garantieversprechen aufgefasst werden kann.
PersÃ¶nliche Haftungsgefahren des Unternehmers bestehen vor allem in den TÃ¤tigkeitsgebieten, in denen der Unternehmer selbst tÃ¤tig wird und aufgrund seiner beruflichen AktivitÃ¤ten die Verletzung fremder RechtsgÃ¼ter riskiert. Dies ist vor allem bei Handwerkern oder bspw. Ã„rzten zu erleben. Im Gegensatz hierzu sind rein von ihrer operativen TÃ¤tigkeit Unternehmensgruppen wie AnwÃ¤lte, Steuerberater und HÃ¤ndler priviligiert.
Bei diesen Berufsgruppen wird der Fehler jedoch lediglich auf der Basis einer deliktischen Haftung (Â§ 823 BGB) beurteilt.
Bei einer Haftung gemÃ¤ÃŸ Â§ 280 BGB haftet ausschlielich die GmbH bzw. die UG.
Insbesondere wenn die VermÃ¶gensverhÃ¤ltnisses der UG und der Gesellschafter vermischt sind, das heisst dass GesellschaftsvermÃ¶gen und PrivatvermÃ¶gen in einer unkontrollierbaren Art und Weise buchfÃ¼hrungstechnisch nicht separierbar sind, haftet der Gesellschafter in analoger Weise des Â§ 128 HGB persÃ¶nlich als Gesamtschuldner neben der Gesellschaft.
GrundsÃ¤tzlich schirmt eine Kapitalgesellschaft wie eine Unternehmergesellschaft (haftungsbeschrÃ¤nkt) die Gewinne vor einer finalen Versteuerung auf Privatebene ab. (Thesaurierung).
Die Gewinne einer Unternehmergesellschaft (haftungsbeschrÃ¤nkt) werden in der Bilanz ermittelt. Gewinne werden oft auch als Einkommen einer Gesellschaft bezeichnet. Bei der UGunterliegen sie der KÃ¶rperschaftsteuer (Â§ 7 KstG).Â FÃ¼r eine korrekte Versteuerung muss das zu versteuernde Einkommen ermittelt werden. Als Basis dafÃ¼r dient die Handelsbilanz, denn aus ihr werden die Gewinne mithilfe der Gewinn- und Verlustrechnung berechnet.
Um den zu versteuernden Gewinn zu mindern, darf die GmbH Verluste aus den Vorjahren bis zu einer bestimmten Summe nachtragen. Wenn also im Vorjahr ein Verlust entstanden ist und im aktuellen Jahr ein Gewinn, ist dieser Verlust somit steuermindernd verrechenbar. In die Kalkulation werden auch Gewinne und Verluste mit einbezogen, die noch nicht ein- oder ausgegangen sind, wie zum Beispiel offene Rechnungen. Risiken wie noch nicht ausgezahlte Ãœberstunden oder UrlaubsansprÃ¼che werden in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) berÃ¼cksichtigt.
Der Vorgang der Gewinnthesaurierung vollzieht sich durch Einbehaltung des in derÂ PeriodeÂ erzielten Gewinns (Gewinn nachÂ Steuern,Â Abschreibung,Â AusschÃ¼ttung). Die Gewinnthesaurierung ist fÃ¼r vieleÂ Unternehmungen von besonderer Bedeutung, weil oftmals externe Kapitalquellen nicht oder nur sehr schwer zu erschlieÃŸen sind.
Sofern die Gewinne thesauriert werden, sind diese “nur” mit Gewerbesteuer sowie KÃ¶rperschaftsteuer zu besteuern. Dies fÃ¼hrt dazu, dass zunÃ¤chst nur rund 30% besteuert werden, so dass die restlichen 70% vorgetragen werden kÃ¶nnen um weiter investiert zu werden.
Sobald die Gewinne ausgeschÃ¼ttet werden, steigt die insgesamte Steuerbelastung auf rund 50%. Insofern fehlen dann die 20 % bei dem laufenden Betrieb.
Insofern ist der griechische BegriffÂ Î¸Î·ÏƒÎ±Ï…Ï�ÏŒÏ‚ [thesauros], “Schatzhaus” nicht ganz so falsch, da die Gesellschaft als Schatztruhe dient.
DasÂ Mindestkapital einer UGÂ betrÃ¤gtÂ bei ihrer GrÃ¼ndungÂ EUR 1 (Â§ 5a GmbHG). EsÂ kann aber auch theoretisch bis EUR 24.999 ,steigen.Â Ab EUR 25.000Â Stammkapital kann keine UG mehr, sondern nur eine GmbH gegrÃ¼ndet werden. Das Stammkapital setzt sich aus denÂ Stammeinlagen der GesellschafterÂ zusammen. Diese kÃ¶nnen sich in der HÃ¶he unterscheiden.
Auch wenn dasÂ kleinstmÃ¶gliche Stammkapital nur einen Euro betrÃ¤gt, sollte man lieber mit einem hÃ¶heren Kapital starten. So vermeidet man Unterkapitalisierung. Denn der GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer einer UG ist verpflichtet, einen Antrag auf ErÃ¶ffnung des Insolvenzverfahrens zu stellen, falls das VermÃ¶gen der Gesellschaft die Verbindlichkeiten nicht mehr deckt (rechnerische Ãœberschuldung) und er nicht darlegen kann, dass die Gesellschaft in den nÃ¤chsten zwei Jahren noch fortgefÃ¼hrt werden kann (Â§ 15a Abs. 4 InsO). Eine solche Prognose kann gerade bei Start-Ups nicht so leicht aufgestellt werden.
Oftmals ist die HÃ¶he des Stammkapitals ein wichtiges bzw. ausschlaggebendes Kriterium bei einer UnternehmensgrÃ¼ndung sein. Aus diesem Grunde wurden oft englische Limiteds als Alternative fÃ¼r eine GmbH gegrÃ¼ndet.
Letztendlich ist die deutsche Unternehmergesellschaft nichts anderes als eine Alternative zur englischen Limited.
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