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Timestamp: 2019-01-20 08:01:56
Document Index: 394833449

Matched Legal Cases: ['§ 63', '§ 62', '§ 66', '§ 68', '§ 370', '§ 6']

Zählkinder beim Kindergeld? Anwalt für Steuerrecht in Berlin
Anwalt für Steuerrecht in Berlin - Zählkinder beim Kindergeld?
Für Kinder im Sinne des § 63 EStG hat gemäß § 62 EStG zum Beispiel einen Anspruch auf Kindergeld, wer im Inland einen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Das Kindergeld beträgt gemäß § 66 EStG für das Jahr 2018 monatlich für erste und zweite Kinder jeweils 194 Euro, für dritte Kinder 200 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 225 Euro. Das Kindergeld wird dabei monatlich vom Beginn des Monats an gezahlt, in dem die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, bis zum Ende des Monats, in dem dieselben wegfallen. Die Höhe des Kindergeldes bemisst sich somit nach der Ordnungszahl der Kinder.
Anwalt für Steuerrecht in Berlin - Was sind Zählkinder?
Als Zählkinder werden Kinder bezeichnet, die aus einer anderen Beziehung stammen und bei dem Elternteil zu berücksichtigen sind, der für sie keinen Anspruch auf Kindergeld hat. Zählkinder haben daher besondere Bedeutung in sog. Patchwork Familien. Bei der Berechnung des Kindergeldes gilt das älteste Kind immer als das erste Kind. Trennt sich somit ein Paar, was bereits zwei Kinder hat, die bei der Mutter verbleiben und zeugt der Vater ein Kind mit seiner neuen Partnerin, so werden die zwei Kinder aus der ersten Beziehung, für die der Vater kein Kindergeld erhält, zumindest bei der Berechnung des Kindergeldes für das Kind in der zweiten Beziehung berücksichtigt, d.h. es erhält sofort einen höheren Kindergeldbetrag als normal. Dieser Vorteil hält jedoch nur solange an, wie das Kindergeld der ersten beiden Kinder nicht wegfällt. In diesem Fall treffen den Berechtigten besondere Mitwirkungspflichten. Wer nämlich Kindergeld beantragt oder erhält, hat gemäß § 68 EStG Änderungen in den Verhältnissen, die für die Leistung erheblich sind oder über die im Zusammenhang mit der Leistung Erklärungen abgegeben worden sind, unverzüglich, d.h. ohne schuldhaftes Zögern, der zuständigen Familienkasse mitzuteilen. Da Kindergeld eine steuerfreie Vorauszahlung auf die Kinderfreibeträge darstellt, ist ein Unterlassen der Mitteilung zumindest ein Steuervergehen, was steuerstrafrechtliche Folgen nach sich zieht.
Anwalt für Steuerrecht in Berlin - Welche Folgen sind dies?
Die Verletzung von Mitwirkungspflichten im Bereich der Kindergeldzahlungen durch Tun oder Unterlassen kann sowohl eine Steuerhinterziehung als auch eine leichtfertige Steuerverkürzung darstellen. Gemäß § 370 AO wird im Falle der Steuerhinterziehung mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer z.B. die Finanzbehörden pflichtwidrig über steuerlich erhebliche Tatsachen in Unkenntnis lässt und dadurch Steuern verkürzt oder für sich oder einen anderen nicht gerechtfertigte Steuervorteile erlangt. Finanzbehörden im Sinne dieses Gesetzes, d.h. also der Abgabenordnung, sind aber z.B. nicht nur die Hauptzollämter, sondern gemäß § 6 Absatz 2 Nr. 6 AO auch die Familienkassen. War die Handlung dagegen nicht vorsätzlich, sondern nur leichtfertig, so kann die Tat auch als Ordnungswidrigkeit mit einer beachtlichen Geldbuße geahndet werden.