Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=16.09.2009&Aktenzeichen=2%20StR%20259%2F09
Timestamp: 2019-03-26 23:41:09
Document Index: 239586912

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 255', '§ 251', '§ 25', '§ 251', '§ 251', '§ 255', '§ 251', 'BGH', '§ 251', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 16.09.2009 - 2 StR 259/09 - dejure.org
BGH, 16.09.2009 - 2 StR 259/09
§ 255 StGB; § 251 StGB; § 25 Abs. 2 StGB
Räuberische Erpressung mit Todesfolge (erforderlicher Vorsatz oder Leichtfertigkeit bei Mittätern; Exzess)
Voraussetzungen der Haftung eines Beteiligten gem. § 251 Strafgesetzbuch (StGB) als Mittäter bei unmittelbarer Verursachung des Todes durch einen anderen Beteiligten
StGB § 251; StGB § 255
Voraussetzungen der Haftung eines Beteiligten gem. § 251 Strafgesetzbuch ( StGB ) als Mittäter bei unmittelbarer Verursachung des Todes durch einen anderen Beteiligten
Bei Exzess eines anderen Mittäters keine Strafbarkeit aus räuberischer Erpressung mit Todesfolge
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 16.09.2009, Az.: 2 StR 259/09 (Mittäterschaftliche Zurechnung der Todesfolge bei räuberischer Erpressung)" von Prof. Dr. Nikolaus Bosch, original erschienen in: JA 2010, 229 - 231.
NStZ 2010, 33
NStZ 2010, 81
NStZ-RR 2010, 169
StV 2010, 307
Ein Beteiligter haftet gemäß § 251 StGB als Mittäter nur für Folgen derjenigen Handlungen des den Tod des Opfers unmittelbar herbeiführenden Täters, die er in seine Vorstellungen von dem Tatgeschehen einbezogen hatte (BGH, Beschluss vom 16. September 2009 - 2 StR 259/09, NStZ 2010, 81).
Die dem Opfer zugefügten Körperverletzungen dürfen jedoch nicht von wesentlich anderer Art und Beschaffenheit sein, als der Mittäter es wollte und sich vorstellte (vgl. BGH, Beschluss vom 16. September 2009 - 2 StR 259/09, NStZ 2010, 81 f.).
Eine solche Zurechnung scheidet aus, wenn der unmittelbare Täter dem Opfer den weiteren Stich nicht mehr im Rahmen verabredeter Gewaltanwendung beibrachte, der Dritte die (weitere) Gewaltanwendung weder gebilligt noch zu ihr gefahrerhöhend beigetragen hat und er deren Folgen auch nicht dazu ausnutzen wollte, den Besitz von durch die Tat erlangten Vermögenswerten zu erhalten (vgl. BGH, Beschluss vom 16. September 2009 - 2 StR 259/09, NStZ 2010, 33, 34).