Source: https://hartz.info/index.php?topic=113151.15
Timestamp: 2018-05-21 01:20:20
Document Index: 110594027

Matched Legal Cases: ['§31', '§ 24', '§ 67', '§ 31', '§ 24', '§ 24', '§ 67', '§ 24', '§ 20', '§ 19', '§ 24', '§ 19', '§ 24', '§ 24', '§ 24']

Hartz IV Forum - Drohende Obdachlosigkeit und Jobcenter/ProArbeit will nicht helfen
Drohende Obdachlosigkeit und Jobcenter/ProArbeit will nicht helfen (Begonnen von: Sunwalker)
Autor Thema: Drohende Obdachlosigkeit und Jobcenter/ProArbeit will nicht helfen (Gelesen 5053 mal)
Re: Drohende Obdachlosigkeit und Jobcenter/ProArbeit will nicht helfen
« Antwort #15 am: 28. Januar 2018, 12:00:37 »
Zitat von: Sunwalker am 28. Januar 2018, 11:53:54
Kann es sein, dass der §31 SGB XII der selbe ist wie der § 24 SGB II ?
Nein, ersteres Sozialamt, zweiteres Jobcenter. Beim Sozialamt brauchst du nicht unbedingt im Bezug von Leistungen sein.
« Antwort #16 am: 28. Januar 2018, 12:02:36 »
Falls du dich an das Sozialamt wendest, wäre Rechtsgrundlage für die Entscheidung des Leistungsträgers § 67 SGB XII, da in deinem Fall Grundsicherung nach dem Dritten Kapitel (in das § 31 systematisch eingeordnet ist) ausscheidet. Für den entsprechenden Antrag solltest du in jedem Fall deine bisherigen Bemühungen um alternative Lösungen auflisten.
« Antwort #17 am: 28. Januar 2018, 12:07:40 »
Das nenne ich zumindest ein kleinen Lichtblick am rande des sonst so düster wirkenden Horizonts.
Ich Telefoniere gleich morgen mit den Sozialämtern (dachte die seien keinesfalls zuständig bzw. die aufgaben lägen beim JC).
Das ergebnis poste ich aufjedenfall!
« Antwort #18 am: 28. Januar 2018, 12:08:42 »
« Antwort #19 am: 28. Januar 2018, 12:38:18 »
Bevor ich die gewünschte Wohnung sowieso nicht bekomme, weil ich die Kaution nicht vorher habe, kläre ich doch lieber den Vermieter über die Rechtslage auf und bekomme die Wohnung so vielleicht doch.
Sollte alles nicht weiterbringen würde ich erstmal Campingplätze in der Umgebung abfahren und dort meine Notlage vortragen, oft haben die ganz gute alternativen die einem etwas "Luft" bei der Wohnungssuche beschaffen.
Sind oft auch gar nicht so teuer
« Antwort #20 am: 28. Januar 2018, 13:15:42 »
Ich glaube kaum, dass der vemieter sonderlich begeistert sein wird, wenn ich ihm mit irgendwelchen gesetzen und der rechtslage komme.
Ich will was von IHM und nicht umgekehrt. Wenns zu Bunt wird, sagt er einfach ab und ich stehe ganz schön blöd da... Also heißt es erstmal für mich, alle, absolut alle möglichkeiten ausschöpfen um dem Vermieter die gewünschten konditionen zu bieten.
Wenn dieser die Kaution auf einmal haben will, dann will er das eben und ich als Interessent habe diese zu erbringen.
Campingplätze? Huch... ich habe weder Auto noch sonstiges, hätte ich eines, würde ich wohl vorrübergehend in diesem nächtigen, zwar nicht toll, aber besser als in einer Urinverseuchten Gosse. Zelt ist bei der Witterung auch keine wirkliche Alternative zur Straße.
Morgen gehts zum Telefonmarathon bei den Sozialämtern, vielleicht kann ich das Ruder noch irgendwie rumreißen und falls ja, kommt die nächste Hürde:
Die Erstausstattung, aber wie ich bereits las, ist diese eine leistung unabhängig von den Regelleistungen und wird auch an Personen erbracht, die diesen Mehrbedarf nicht selber decken können. Siehe: § 24 SGB II Abweichende Erbringung von Leistungen
« Antwort #21 am: 28. Januar 2018, 13:21:21 »
Zitat von: Sunwalker am 28. Januar 2018, 13:15:42
Siehe: § 24 SGB II Abweichende Erbringung von Leistungen
Vergiss es! Du bist nach SGB II nicht leistungsberechtigt! Auch hier kannst du allenfalls versuchen, vom Sozialamt über § 67 SGB XII Unterstützung zu erhalten. Du solltest allerdings deine Erwartungen hinsichtlich des Umfanges der Unterstützung - sofern sie gewährt wird - in sehr engen Grenzen halten und dich auch mit Übergangslösungen abfinden.
« Antwort #22 am: 28. Januar 2018, 13:25:19 »
Leistungen nach Satz 2 werden auch erbracht, wenn Leistungsberechtigte keine Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts einschließlich der angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung benötigen, den Bedarf nach Satz 1 jedoch aus eigenen Kräften und Mitteln nicht voll decken können.
Somit muss ich für die erbringung der leistung nicht vom Regelbedarf abhängig sein.
« Antwort #23 am: 28. Januar 2018, 13:33:16 »
Wohnungen gibt es nicht nur in deiner Stadt da muß sich was günstiges auserhalb finden lassen und wenn auch nur ein Zimmer vorübergehend, bis du denn unabhängig und ein Neuanfang in einer anderen Stadt ist ja auch nicht schlecht vor allem wenn man wenig Freunde hat.Wenn man sich bemüht findet man auch was.
« Antwort #24 am: 28. Januar 2018, 13:44:35 »
Zitat von: Sunwalker am 28. Januar 2018, 13:25:19
Aber da steht doch ...
Der Bezug in § 24 ist aber in deinem Fall nicht § 20, sondern § 19 SGB II.
"Die Leistungen nach § 24 Abs. 3 Satz 1 SGB II können auch dann beansprucht werden, wenn Hilfebedürftige zwar keine Leistungen nach § 19 Abs. 1 SGB II benötigen, den in § 24 Abs. 3 Satz 1 SGB II beschriebenen Bedarf jedoch nicht aus eigenen Kräften und Mitteln voll decken können. Bei diesen Leistungsberechtigten kann der Träger der Grundsicherung das Einkommen berücksichtigen, dass diese innerhalb eines Zeitraumes von bis zu sechs Monaten nach Ablauf des Monats erwerben, in dem über die Hilfe entschieden worden ist (Entscheidungsmonat und sechs Folgemonate ergeben insgesamt sieben Heranziehungsmonate). Ob und ggf. für welchen Zeitraum der Leistungsträger § 24 Abs. 3 Satz 4 SGB II anwendet, hat er nach pflichtgemäßem Ermessen zu entscheiden." (Behrend in: Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB II, 4. Aufl. 2015, § 24, Rn. 88)
Zitat von: Orakel am 28. Januar 2018, 13:21:21
Du bist nach SGB II nicht leistungsberechtigt!
« Antwort #25 am: 28. Januar 2018, 14:05:54 »
Zitat von: Sunwalker am 28. Januar 2018, 09:26:32
Zurzeit erhalte ich ALG I in der Höhe von knapp 900 €
so nebenbei gerechnet ich bezahle für meine 2 Zimmerwohnung 360.-Warm 50qm+Balkon
Erste Kaution wäre 250.- also bezahlbar danach Hartz4 Antrag.
« Antwort #26 am: 28. Januar 2018, 16:56:22 »
Unsere Gesetzgebung ist nicht umsonst als die komplexeste der Erde verpönt... Schlimm.
Ich versuche mein Glück. Die Dame mit der ich am Telefon sprach, saß im ServiceCenter der ProArbeit.
Ihr erklärte ich die Situation und sie sagte mir auch, dass es zwar in meinem falle eine Ermessensentscheidung sei, jedoch die Rechtlichen vorgaben nicht entgegen sprechen würden.
Ich war länger als 6 Monate in Haft und hatte keine ausreichenden Möglichkeiten mein hab und gut unter zu bringen. Das bisschen was gelagert werden konnte, bei meinem Vater ist nach seinem Tod, kaum 8 Wochen nach meiner Inhaftierung ebenfalls nichtmehr vorhanden.
Somit gäbe es durchaus gründe, mir diese mittel bereit zu stellen.
Ich komme aus dem großraum Frankfurt, wie man an der Adresse des Jobcenters sieht, Kreis offenbach. Die mieten sind hier nunmal so hoch.
Weg kann ich nicht, zum einen weil ich eine Psychotherapie durchführe die das Ziel hat meine Depressionen, BPS und suizidalität in den griff zu bekommen.
Was im übrigen angesichts der derzeitigen umstände sehr gefährlich werden kann.
Es freut mich sehr, dass dein Vermieter dir die Kaution in mehreren Schritten gestattet hat. Meiner WILL ES NUNMAL NICHT!
Was glaubst du was passiert wenn ich damit nun ankomme ?
Tja, vielleicht hat ja einer der drölfhundert anderen Bewerber das Geld und zieht da statt mir ein?
« Antwort #27 am: 28. Januar 2018, 17:07:21 »
Zitat von: Sunwalker am 28. Januar 2018, 16:56:22
Wie findest du bei der belastenden Situation ein Bemühen um betreutes Wohnen? Jedenfalls bis sich deine Situation gefestigt hat.
https://www.lwv-hessen.de/soziales-perseh/leistungen-zur-sozialen-teilhabe/betreutes-wohnen.html
« Antwort #28 am: 28. Januar 2018, 17:22:57 »
Ich bin bereits, durch den LWV finanziert, im Betreuten einzelwohnen untergebracht. (Lebensräume)
Im Wohnheim selbst, war einfach kein platz mehr und eine derart Plötzliche anfrage wie meine, steht eh und je erstmal auf der Warteliste sehr sehr weit hinten.
Einen gesetzlichen Betreuer habe ich ebenfalls, allerdings hatte er sowas noch nie.
Er macht das nun seit 25 Jahren und hat in solchen fällen (genug ALG I oder Gehalt zum leben, aber zu wenig für Mietkaution) bisher immer die übernahme der Kaution durchbekommen.
Auch er ist minder begeistert davon wie das abläuft, das ewige schleifen lassen der Anträge durch das JC, die patzige und unfreundliche Arbeitsweise der mitarbeiter und das vollkommene Ignorieren der dringlichkeit des Anliegens...
« Antwort #29 am: 28. Januar 2018, 19:26:40 »
- Am besten wäre es vielleicht, als Untermieter bei Deinem Freund und dessen Lebensgefährtin zu bleiben, bis Deine Situation geregelt ist. Bei vorliegendem berechtigtem Interesse kann der Vermieter die Untervermietung nicht verbieten.
Dazu müßte Dein Freund beim Vermieter offiziell z.B. aus finanziellen oder sonstigen Gründen eine Untervermietung am besten schriftlich beantragen. Abgelehnt werden kann eine Untervermietung nur aus sehr wenigen Gründen.
http://www.finanztip.de/untermiete/
- Hilfe für Wohnung und Kaution könntest Du eventuell finden bei den Helfenden in der Obdachlosenhilfe, Drogenhilfe und bei Streetworkern, da die tagtäglich in ihrer Arbeit mit diesen Themen beschäftigt sind.
Und vielleicht ist Hilfe dort schneller und gezielter. Hier z.B.:
https://www.offenbach.de/vv/produkte/tsabus/obdachlosenhilfe_8967891.php
Oder hier "Landesarbeitsgemeinschaft Streetwork":
http://www.mja-hessen.de/menschen-und-kontakte.html