Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20R%2015/86
Timestamp: 2020-01-20 17:54:50
Document Index: 347339526

Matched Legal Cases: ['§ 95', '§ 98', '§ 10', 'Art. 3', 'Art. 12', '§ 95', '§ 10', '§ 95', '§ 10', '§ 5', '§ 95', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10']

BFH, 22.03.1989 - II R 15/86 - dejure.org
BFH, 22.03.1989 - II R 15/86
https://dejure.org/1989,1372
BFH, 22.03.1989 - II R 15/86 (https://dejure.org/1989,1372)
BFH, Entscheidung vom 22.03.1989 - II R 15/86 (https://dejure.org/1989,1372)
BFH, Entscheidung vom 22. März 1989 - II R 15/86 (https://dejure.org/1989,1372)
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BewG § 95 Abs. 1, § 98a; GüKG § 10 Abs. 3, 4; GG Art. 3, Art. 12 Abs. 1
Einheitsbewertung des Betriebsvermögens - Güterfernverkehrsgenehmigung - Entgeltlicher Erwerb - Immaterielles Wirtschaftsgut - Firmenwertähnlicher Charakter - Erwerbskosten
§§ 95, 98a BewG 1965
Bewertung; Ansatz entgeltlich erworbener Güterfernverkehrsgenehmigungen beim Betriebsvermögen
BFHE 157, 211
BB 1989, 2317
DB 1989, 1855
BStBl II 1989, 644
Es reicht aus, dass der Vermögenswert zusammen mit dem Betrieb übertragen werden kann (vgl. BFH-Urteile vom 22. März 1989 II R 15/86, BFHE 157, 211, BStBl II 1989, 644, m.w.N.; vom 10. August 1989 X R 176-177/87, BFHE 158, 53, BStBl II 1990, 15; vom 4. Dezember 1991 I R 148/90, BFHE 166, 472, BStBl II 1992, 383).
Die Rechtsprechung zur Wirtschaftsgutseigenschaft von Güterfernverkehrsgenehmigungen (vgl. BFH-Urteile in BFHE 157, 211, BStBl II 1989, 644; in BFHE 158, 53, BStBl II 1990, 15; in BFHE 166, 472, BStBl II 1992, 383) beruht zudem auf § 10 Abs. 4 des Güterkraftverkehrsgesetzes in der damaligen Fassung, wonach die Güterfernverkehrskonzession in einem vereinfachten Verfahren auf einen etwaigen Betriebserwerber überging, ohne dass ein neues Ausschreibungsverfahren durchgeführt werden musste.
Bei der Veräußerung eines Speditionsunternehmens hing die Höhe des Kaufpreises entscheidend vom Vorhandensein einer oder mehrerer Güterfernverkehrsgenehmigungen ab (vgl. BFH-Urteil in BFHE 157, 211, BStBl II 1989, 644).
Entgeltlich erworbene Güterverkehrsgenehmigungen sind auch nach Inkrafttreten des Zweiten Gesetzes zur Änderung des GüKG vom 9. Juli 1979 (BGBl I 1979, 960) selbständig bewertbare immaterielle Wirtschaftsgüter (Anschluß an BFH-Urteil vom 22. März 1989 II R 15/86, BFHE 157, 211, BStBl II 1989, 644).
c) Der II. Senat hat durch Urteil vom 22. März 1989 II R 15/86 (BFHE 157, 211, BStBl II 1989, 644) zum Begriff des Wirtschaftsguts i. S. des § 95 des Bewertungsgesetzes (BewG) entschieden, daß auch nach dem Ergehen des Beschlusses des BVerfG in BVerfGE 40, 196, 232 und dem Inkrafttreten des Zweiten Gesetzes zur Änderung des GüKG die entgeltlich erworbenen Konzessionen weiterhin selbständig bewertbar waren.
Zu Recht weist der II. Senat in seinem Urteil in BFHE 157, 211, BStBl II 1989, 644 darauf hin, daß nach § 10 Abs. 4 GüKG im Falle der Weiterführung eines Unternehmens oder eines selbständigen abgrenzbaren Unternehmensteils durch den Einzelrechtsnachfolger/Konzessionsbewerber die betreffende Genehmigung für diesen bereitgehalten wird.
Für die Annahme der Verkehrsfähigkeit eines Vorteils reicht zudem die Möglichkeit der "wirtschaftlichen Übertragbarkeit" aus (…BFH-Urteil vom 14. Dezember 2011 I R 108/10, BStBl II 2012, 238 Rn. 19; vgl. weiterhin BFH-Urteile vom 10. Juli 1963 IV 186/60 U, BStBl III 1963, 501; vom 23. Juni 1978 III R 22/76, BStBl II 1978, 521; vom 30. Mai 1974 III R 75/73, BStBl II 1974, 654 und vom 22. März 1989 II R 15/86, BStBl II 1989, 644;… Krumm, in: Blümich, EStG/KStG/GewStG, 135. Aufl. 2017, § 5 EStG Rn. 308 m.w.N.).
Als immaterielles Wirtschaftsgut erfaßt wird demnach nur die von einem anderen Konzessionsinhaber entgeltlich erworbene, derivative, nicht aber die ausschließlich originär von der Genehmigungsbehörde verliehene Konzession" (BFH-Urteil vom 22. März 1989 II R 15/86, BStBl II 1989, 644 [juris-Rn. 13];… vgl. außerdem BFH-Urteil vom 30. Mai 1974 III R 75/73, BStBl II 1974, 654 [juris-Rn. 9]).
Im vorliegenden Fall hat die Sendelizenz durch die Gebühren der LfK weder eine "Wertbestätigung am Markt" (vgl. BFH-Urteile vom 22. März 1989 II R 15/86, BStBl II 1989, 644 und vom 26. August 1992 I R 24/91, BStBl II 1992, 977) gefunden noch stellen die Gebühren nach den Vorstellungen der Beteiligten die synallagmatische Gegenleistung für die von der Klin erlangte Sendelizenz dar (…vgl. BFH-Urteil vom 14. Dezember 2011 I R 108/10 BStBl II 2012, 238 Rn. 36).
Zwar hat die höchstrichterliche Rechtsprechung bspw. Güterfernverkehrskonzessionen auch dann noch als "firmenwertähnliche", also vom Firmenwert abzuspaltende, eigenständige, immaterielle und nicht abschreibbare Wirtschaftsgüter behandelt, nachdem ab dem 9. Juli 1979 durch (in der damaligen Fassung) für neu zu erteilende Genehmigungen ein Vergabeverfahren durch öffentliche Ausschreibung eingeführt worden waren (vgl. BFH-Urteil vom 22. März 1989 - 2 R 15/86, BStBl II 1989, 644, m.w.N.).
Entgeltlich erworbene Güterverkehrsgenehmigungen sind auch nach Inkrafttreten des Zweiten Gesetzes zur Änderung des GüKG vom 9.7.1979 (BGBl. I 1979 S. 960) selbständig bewertbare immaterielle Wirtschaftsgüter (Anschluß an BFH-Urteil vom 22.3.1989 II R 15/86, BStBl. II 1989 S. 644 = DB 1989 S. 1855).
Der II. Senat hat durch Urteil vom 22.3.1989 II R 15/86 (BStBl. II 1989 S. 644 = DB 1989 S. 1855) zum Begriff des Wirtschaftsguts i.S. des § 95 BewG entschieden, daß auch nach dem Ergehen des Beschlusses des BVerfG in BVerfGE 40 S. 196, 232 und dem Inkrafttreten des Zweiten Gesetzes zur Änderung des GüKG die entgeltlich erworbenen Konzessionen weiterhin selbständig bewertbar waren.
Zu Recht weist der II. Senat in seinem Urteil in BStBl. II 1989 S. 644 = DB 1989 S. 1855 darauf hin, daß nach § 10 Abs. 4 GüKG im Fall der Weiterführung eines Unternehmens oder eines selbständigen abgrenzbaren Unternehmensteils durch den Einzelrechtsnachfolger/Konzessionsbewerber die betreffende Genehmigung für diesen bereitgehalten wird.
Er kann als "werthaltige greifbare Einzelheit gegenüber dem Geschäftswert abgegrenzt werden" und wird auch von der Verkehrsanschauung als selbständig bewertbar anerkannt (BFH-Urteile vom 18. Juni 1975 I R 24/73, BFHE 116, 474, 478, BStBl II 1975, 809; vom 22. März 1989 II R 15/86, BFHE 157, 211, BStBl II 1989, 644; in BFHE 158, 53, BStBl II 1990, 15).
Er kann als "werthaltige greifbare Einzelheit gegenüber dem Geschäftswert abgegrenzt werden" und wird auch von der Verkehrsanschauung als selbständig bewertbar anerkannt (BFH-Urteile vom 22. März 1989 II R 15/86, BFHE 157, 211, BStBl II 1989, 644; in BFHE 158, 53, BStBl II 1990, 15).
Unerörtert bleiben kann, ob sich an dieser Rechtslage dadurch etwas geändert hat, daß die Vorschrift über die Genehmigungserteilung (§ 10 GüKG) durch das Zweite Gesetz zur Änderung des Güterkraftverkehrsgesetzes vom 9. Juli 1979 (BGBl 1, 960) um die neuen Absätze 3 bis 5 ergänzt worden ist (vgl. zum Bewertungsrecht BFH-Urteil vom 22. März 1989 II R 15/86, BFHE 157, 211, BStBl II 1989, 644).
Im Rahmen der Veräußerung des klägerischen Transportunternehmens konnte die hier in Rede stehende rote Konzession gemäß § 10 Abs. 4 Güterkraftverkehrsgesetz - GüKG - in der Fassung vom 10. März 1983 (BGBl I. S. 256) auf die Erwerberin "übertragen" werden; sie stellt für diese ein zu aktivierendes "firmenwertähnliches" Wirtschaftsgut dar (ständige höchstrichterliche Rechtsprechung, BFH-Urteile vom 22. Januar 1992 I R 43/91 , BStBl II 1992, 529; vom 4. Dezember 1991 I R 148/90 , BStBl II 1992, 383; vom 10. August 1989 X R 176-;177/87, BStBl. II 1990, 15; zur Bewertung: BFH-Urteil vom 22. März 1989 II R 15/86 , BStBl. II 1989, 644).
Im Regelfall kann der Erwerber eines ganzen Speditionsunternehmens, soweit er die Absicht hat, dieses weiterzuführen, damit rechnen, außerhalb des allgemeinen Vergabeverfahrens nach § 10 Abs. 3 GüKG im vereinfachten Verfahren nach § 10 Abs. 4 GüKG die diesem Unternehmen bislang erteilten Genehmigungen übernehmen zu können (vgl. hierzu auch: BFH-Urteil vom 22. März 1989, a.a.O., Seite 645 re.Sp., 646 li. Sp.); sie werden für den Einzelnachfolger/Konzessionsbewerber "bereitgehalten" (…BFH-Urteil vom 10. August 1989, a.a.O., Seite 17 li.Sp.; auch: Hein/Eichhoff/Pukall/Krien, Güterkraftverkehrsrecht, N § 10 Nr. 4).
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mehrfach entschieden, daß erworbene Güterfernverkehrsgenehmigungen auch nach dem Inkrafttreten des Zweiten Gesetzes zur Änderung des Güterkraftverkehrsgesetzes (GüKG) vom 9. Juli 1979 (BGBl I 1979, 960) immaterielle Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens (firmenwertähnliche Wirtschaftsgüter) sind (BFH-Urteile vom 22. März 1989 II R 15/86, BFHE 157, 211, BStBl II 1989, 644; vom 10. August 1989 X R 176-177/87, BFHE 158, 53, BStBl II 1990 15;… Senatsurteil vom 10. Mai 1990 IV R 41/89, BFH/NV 1991, 585).
BFH, 10.05.1990 - IV R 41/89
Anforderungen an den Erwerb immaterieller Wirtschaftsgüter
BFH, 10.08.1994 - II B 19/93
BFH, 13.03.1991 - X R 81/89
Berücksichtigung der Weiterführung eines Unternehmens als Wirtschaftsgut nach dem …
FG Nürnberg, 24.06.2003 - I 86/98