Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=22.02.1994&Aktenzeichen=1%20C%202.92
Timestamp: 2020-03-31 07:00:10
Document Index: 106864648

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 113', '§ 18', '§ 90', '§ 18', '§ 18', '§ 2', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 19', '§ 19', '§ 19', '§ 13', '§ 13']

BVerwG, 22.02.1994 - 1 C 2.92 - dejure.org
https://dejure.org/1994,2464
BVerwG, 22.02.1994 - 1 C 2.92 (https://dejure.org/1994,2464)
BVerwG, Entscheidung vom 22.02.1994 - 1 C 2.92 (https://dejure.org/1994,2464)
BVerwG, Entscheidung vom 22. Februar 1994 - 1 C 2.92 (https://dejure.org/1994,2464)
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Voraussetzungen für die Zulassung einer Revision - Anforderungen an die Darlegung von Zulassungsgründen - Voraussetzungen für die Eintragung eines Handwerksbetriebs in das Verzeichnis der Inhaber handwerksähnlicher Betriebe
Zwangsmitgliedschaft handwerksähnlicher Nebenbetrieb bei einer Handwerkskammer
VG Neustadt, 14.12.1990 - 7 K 1194/88
NVwZ-RR 1994, 438 (Ls.)
Die handwerksähnlichen Gewerbe sind den Handwerkskammern zugeordnet, weil diese für ihre Betreuung und Beratung nach der Einschätzung des Gesetzgebers fachlich besser geeignet erscheinen als die Industrie- und Handelskammern (vgl. Urteile vom 22. Februar 1994 BVerwG 1 C 2.92 - Buchholz 451.45 § 19 HwO Nr. 1 = GewArch 1994, 248 und vom 26. August 1997 BVerwG 201 C 11.95 - Buchholz 451.45 § 113 HwO Nr. 3 = GewArch 1998, 36;… Musielak/Detterbeck, Das Recht des Handwerks, 3. Aufl., § 18 HwO Rn. 203 ff.).
Gesetzliche Voraussetzung für die hier streitige Eintragung der Klägerin in das Verzeichnis der Inhaber handwerksähnlicher Betriebe - und die damit verbundene Mitgliedschaft und Beitragspflicht bei der Beklagten (vgl. § 90 Abs. 2 HwO) - ist nach §§ 18, 19 HwO ein Gewerbebetrieb in handwerklicher Betriebsform (vgl. § 18 Abs. 2 HwO) und die Aufnahme des Gewerbes in eine der Handwerksordnung als Anlage B Abschnitt 2 beigefügte Liste (zur Entstehungsgeschichte der Regelung vgl. BVerfG, Beschluss vom 13.10.1971, GewArch 1972, 64; OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 13.11.1991, GewArch 1992, 146; BVerwG, Urteil vom 13.03.1973, GewArch 1973, 235, und vom 22.02.1994, GewArch 1994, 248).
Die Beteiligten gehen indes zu Recht übereinstimmend davon aus, dass diese Tätigkeit einen Ausschnitt aus dem Berufsbild des "Kosmetikers" bildet, der unter Ziff. 48 in der Anlage B Abschnitt 2 zur Handwerksordnung als handwerksähnliches Gewerbe benannt ist, und ohne inhaltliche Änderung an die Stelle des Begriffs des "Schönheitspflegers" getreten war, der (unter Ziff. 37) in der Anlage B der Handwerksordnung in der Fassung des Gesetzes vom 28.12.1965 (BGBl. 1966 I, S. 1) aufgeführt war, mit dessen Erlass die Handwerksordnung erstmals eine Regelung bezüglich der handwerksähnlichen Gewerbe aufwies (zur HwO 1965 vgl. OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 13.11.1991, GewArch 1992, 146; BVerwG, Urteil vom 22.02.1994, a.a.O.).
Die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom 22.02.1994 (GewArch 1994, 248), die die Eintragungspflicht eines handwerksähnlichen Nebenbetriebs bei Bestehen eines der Industrie- und Handelskammer zuzuordnenden Hauptbetriebs verneint, betrifft, wie der Beklagten zuzugestehen ist, eine abweichende Fallgestaltung.
Die hier interessierende Frage nach der Zugehörigkeit eines handwerksähnlichen Betriebs im Sinne des § 2 Abs. 1 HwO zur Beklagten wurde dort ausdrücklich ausgeklammert (vgl. Urteil vom 22.02.1994, a.a.O., Rdnr. 14 a.E.).
Namentlich handelt es sich bei der nach § 11 der Handwerksordnung - HwO - i. d. F. vom 28. Dezember 1965 (BGBl. 1966 I S. 1), zuletzt geändert durch das Gesetz vom 20. Dezember 1993 (BGBl. I S. 2256), ergangenen Mitteilung über die beabsichtigte Eintragung der Klägerin in die Handwerksrolle um einen Verwaltungsakt, gegen den sich der betroffene Gewerbetreibende mit dem Widerspruch und der Anfechtungsklage wenden kann (Urteil vom 22. Februar 1994 - BVerwG 1 C 2.92 - GewArch 1994, 248 m. w. N.).
Wie die Entstehungsgeschichte der das handwerksähnliche Gewerbe betreffenden Vorschriften zeigt (vgl. BVerfG, Beschl. v. 13.10.1971, BVerfGE 32, 54; BVerwG, Urt. v. 22.02.1994, GewArch 1994, 248), bezweckt die Einbeziehung der handwerksähnlichen Gewerbe in die Handwerksordnung allein deren Betreuung durch die Handwerkskammern anstelle der Industrie- und Handelskammern, ohne dass damit die Gewerbefreiheit eingeschränkt wird.
Sie bildet den Rechtsgrund der nachfolgenden Eintragung und stellt sich folglich als Verwaltungsakt mit Dauerwirkung dar (vgl. BVerwG, Urt. v. 22. Februar 1994 - 1 C 2/92 -, juris Rn. 8;… Urt. v. 17. Februar 1961, BVerwGE 12, 75;… zur Mitteilung über die beabsichtigte Löschung der Eintragung aus der Handwerksrolle: BVerwG, Beschl. v. 26. November 1982 - 5 B 9/81 -, juris Rn. 3;… Taubert, in: Schwannecke, Die Deutsche Handwerksordnung, Stand: 50. EL März 2016, § 11 Rn. 11;… Detterbeck, Handwerksordnung, 4. Aufl. 2008, § 11 Rn. 7).
vgl. BVerwG, Urteil vom 29. September 1993 - 7 C 13.93 -, NVwZ-RR 1994, 438 = juris Rn. 9, mit weiteren Nachweisen.
Wie der erkennende Senat im Urteil vom 22. Februar 1994 - BVerwG 1 C 2.92 - (Buchholz 451.45 § 19 HwO Nr. 1 = GewArch 1994, 248) im einzelnen ausgeführt hat, wäre aufgrund von Rechtsänderungen im Jahr 1961 eine größere Zahl von kleinen Gewerbebetrieben, die traditionell dem Handwerk nahestanden und zum Teil auch von den Handwerkskammern beraten worden waren, zu Mitgliedern der Industrie- und Handelskammern geworden.
BVerwG, 06.08.1996 - 1 B 38.96
Klage gegen die Nichtzulassung einer Revision - Zulassungsgrund der …
Ferner wird eine gewisse Selbständigkeit vorausgesetzt (Urteil vom 22. Februar 1994 - BVerwG 1 C 2.92 - Buchholz 451.45 § 19 HwO Nr. 1).
Die zulässige und insbesondere als Anfechtungsklage statthafte (vgl. zur Verwaltungsaktsqualität der Mitteilung der beabsichtigten Löschung: BVerwG, Urteil vom 22. Februar 1994 - BVerwG 1 C 2.92 -, Buchholz 451.45 § 19 HwO Nr. 1, juris Rn. 8; BVerwG…, Urteil vom 16. April 1991 - BVerwG 1 C 50.88 -, BVerwGE 88, 122, juris Rn. 8; BVerwG…, Beschluss vom 26. November 1982 - BVerwG 5 B 9.81 -, Buchholz 451.45 § 13 HwO Nr. 1, juris Rn. 3;… Taubert in Schwannecke, HwO, Stand: März 2014, § 13 Rn. 17) Klage ist unbegründet.