Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=18.02.2015&Aktenzeichen=V%20S%2019/14
Timestamp: 2020-06-03 03:43:36
Document Index: 384864339

Matched Legal Cases: ['§ 69', '§ 69', '§ 69', '§ 4', '§ 6', '§ 69', '§ 15', '§ 155', '§ 294']

BFH, 18.02.2015 - V S 19/14 - dejure.org
https://dejure.org/2015,6350
BFH, 18.02.2015 - V S 19/14 (https://dejure.org/2015,6350)
BFH, Entscheidung vom 18.02.2015 - V S 19/14 (https://dejure.org/2015,6350)
BFH, Entscheidung vom 18. Februar 2015 - V S 19/14 (https://dejure.org/2015,6350)
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Gutglaubensschutz beim Vorsteuerabzug - Vertrauensschutz bei innergemeinschaftlichen Lieferungen
§ 69 Abs 2 FGO, § 69 Abs 3 FGO, § 69 Abs 4 FGO, § 4 Nr 1 Buchst b UStG 2005, § 6a Abs 4 UStG 2005
Gutglaubensschutz beim Vorsteuerabzug bei innergemeinschaftlichen Lieferungen
FGO § 69 Abs. 3; UStG § 15
Vorsteuerabzug bei Vertrauen auf die Rechnungsangaben des Lieferanten (hier: im Verfahren der Aussetzung der Vollziehung); Vertrauensschutz bei innergemeinschaftlichen Lieferungen
Gutglaubensschutz beim Vorsteuerabzug - der Scheinsitz des Lieferanten
Innergemeinschaftliche Lieferung - und der Vertrauensschutz
Kurznachricht zu "Schutz des guten Glaubens und damit Vertrauensschutz beim Vorsteuerabzug?" von StB´in Dr. Heidi Friedrich-Vache, original erschienen in: UR 2015, 889 - 894.
Die Angabe einer Anschrift, an der im Zeitpunkt der Rechnungsausstellung keinerlei geschäftliche Aktivitäten stattfinden, soll als zutreffende Anschrift für eine zum Vorsteuerabzug berechtigende Rechnung (grundsätzlich) nicht ausreichen (…BFH, Beschlüsse vom 26.9.2014 - XI S 14/14, BFH/NV 2015, 158, Rz. 36 und vom 18.2.2015 - V S 19/14, BFH/NV 2015, 866, Rz. 29).
c) Ernstlich zweifelhaft wäre indessen weiterhin (…vgl. dazu BFH-Beschlüsse in BFH/NV 2015, 537, Rz 19; vom 18. Februar 2015 V S 19/14, BFH/NV 2015, 866, Rz 30 ff.), sofern die tatsächlichen Voraussetzungen hierfür vorlägen (…vgl. zur Abgrenzung auch BFH-Beschluss vom 7. Dezember 2016 XI R 31/14, BFH/NV 2017, 487, Rz 8 und 9), ob auch beim Vorsteuerabzug Gutglaubensschutz bereits im Festsetzungsverfahren gewährt werden kann (verneinend BFH-Urteile vom 22. Juli 2015 V R 23/14, BFHE 250, 559, BStBl II 2015, 914, Rz 31 ff.;… vom 10. September 2015 V R 17/14, BFH/NV 2016, 80, Rz 48).
Die Entscheidung hierüber ergeht bei der im AdV-Verfahren gebotenen summarischen Prüfung aufgrund des Sachverhalts, der sich aus dem Vortrag der Beteiligten und der Aktenlage ergibt (BFH-Beschluss vom 18.02.2015 V S 19/14, BFH/NV 2015, 866).
Die Angabe einer Anschrift, an der keinerlei geschäftliche Aktivitäten stattfänden, reiche nicht aus (vgl. BFH-Beschluss vom 18. Februar 2015 V S 19/14, BFH/NV 2015, 866, Rz 29, m.w.N.).
b) Der Kläger macht insoweit zwar unter Berufung auf Rechtsprechung mehrerer Finanzgerichte sinngemäß geltend, es sei klärungsbedürftig, ob beim Vorsteuerabzug der Schutz des guten Glaubens nicht erst im Billigkeitsverfahren, sondern bereits im Festsetzungsverfahren zu erfolgen habe (…vgl. dazu auch die BFH-Beschlüsse vom 16. April 2014 V B 48/13, BFH/NV 2014, 1243;… vom 26. September 2014 XI S 14/14, BFH/NV 2015, 158; in BFH/NV 2015, 866, sowie die Revisionsverfahren V R 17/14, XI R 22/14, V R 23/14, XI R 31/14 und V R 62/14).
Die Entscheidung ergeht bei der im Aussetzungsverfahren gebotenen summarischen Prüfung aufgrund des Sachverhalts, der sich aus dem Vortrag der Beteiligten und der Aktenlage sowie aufgrund von präsenten Beweismitteln (§ 155 FGO i. V. m. § 294 Abs. 2 der Zivilprozessordnung -ZPO-) ergibt (BFH-Beschluss vom 18.02.2015 V S 19/14, BFH/NV 2015, 866).
Derzeit unklar ist, ob sich ein Leistungsempfänger, der auf die Richtigkeit der Angaben in der ihm ausgestellten Rechnung vertraut hat, im Besteuerungsverfahren mit Erfolg auf seinen guten Glauben an die dortigen Angaben berufen kann, oder ob er dies nur in einem nachgelagerten Billigkeitsverfahren geltend machen kann (BFH-Beschluss vom 18.02.2015 V S 19/14, BFH-Beschluss vom 26.09.2014 XI S 14/14, BFH/NV 2015, 158).