Source: https://www.aussenwirtschaftslupe.de/dividendenzahlungen-der-deutschen-tochter-einer-franzoesischen-s-a-s-1866
Timestamp: 2019-12-11 22:57:45
Document Index: 183491576

Matched Legal Cases: ['Art. 2', '§ 43', '§ 43', '§ 20', '§ 43', '§ 31', '§ 32', 'Art. 56', '§ 50', '§ 50', '§ 50', '§ 1', '§ 9', '§ 19', '§ 49', 'EuG', 'EuG']

Dividendenzahlungen der deutschen Tochter einer französischen S.A.S. | Außenwirtschaftslupe
Dividendenzahlungen der deutschen Tochter einer französischen S.A.S.
Eine fran­zö­si­sche Kapi­tal­ge­sell­schaft in der Rechts­form einer „socie­te par actions sim­pli­fiee” (S.A.S.) war bis zum 15. Dezem­ber 2004 nicht als „Gesell­schaft eines Mit­glied­staats” i.S. von Art. 2 Buchst. a i.V.m. Buchst. f des Anhangs der Richt­li­nie 90/​435/​EWG anzu­se­hen. Divi­den­den­zah­lun­gen an eine sol­che Gesell­schaft durch ihre deut­sche Toch­ter­ge­sell­schaft erfüll­ten damit weder unmit­tel­bar noch ana­log die Vor­aus­set­zun­gen des § 43b Abs. 2 Satz 1 EStG 2002 i.V.m. Anla­ge 2 Nr. 1 zu § 43b EStG 20021.
Die Kör­per­schaft­steu­er für Kapi­tal­erträ­ge i.S. von § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG 2002, die nach § 43 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG 2002 i.V.m. § 31 Abs. 1 Satz 1 KStG 2002 dem Steu­er­ab­zug unter­lie­gen, ist bei einer beschränkt steu­er­pflich­ti­gen Kapi­tal­ge­sell­schaft als Bezie­he­rin der Ein­künf­te nach § 32 Abs. 1 Nr. 2 KStG 2002 durch den Steu­er­ab­zug abge­gol­ten. Divi­den­den, die an Gesell­schaf­ten mit Sitz in ande­ren Mit­glied­staa­ten aus­ge­schüt­tet wer­den, wer­den infol­ge­des­sen wirt­schaft­lich einer höhe­ren Besteue­rung unter­wor­fen als Divi­den­den, die an Gesell­schaf­ten mit Sitz in Deutsch­land aus­ge­schüt­tet wer­den. Dar­in liegt ein Ver­stoß gegen die Kapi­tal­ver­kehrs­frei­heit des Art. 56 Abs. 1 EG2.
Die nach­träg­li­che Erstat­tung ein­be­hal­te­ner und abge­führ­ter Kapi­tal­ertrag­steu­er kann, wenn die Vor­aus­set­zun­gen des § 50d Abs. 1 EStG 2002 nicht erfüllt sind, die Ein­be­hal­tung und Abfüh­rung aber gegen uni­ons­recht­li­che Grund­frei­hei­ten ver­stößt, auf eine ana­lo­ge Anwen­dung von § 50d Abs. 1 EStG 2002 gestützt wer­den. Zustän­dig für die Ent­schei­dung über ein sol­ches Erstat­tungs­be­geh­ren ist das Finanz­amt, nicht das Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern (BZSt). Eine vor­he­ri­ge Frei­stel­lung von der Pflicht zur Ein­be­hal­tung und Abfüh­rung von Kapi­tal­ertrag­steu­er nach § 50d Abs. 2 EStG 2002 ist unter die­sen Umstän­den hin­ge­gen aus­ge­schlos­sen.
Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 11. Janu­ar 2012 — I R 25⁄10
Zusam­men­ver­an­la­gung von Ehe­part­nern in ver­schie­de­nen EU-Staa­ten Die nach § 1 Abs. 3 Satz 4 EStG 2002 zum Nach­weis der Höhe der nicht der deut­schen Steu­er unter­lie­gen­den Ein­künf­te erfor­der­li­che Beschei­ni­gung der zustän­di­gen aus­län­di­schen Steu­er­be­hör­de ist — als sog. Null­be­schei­ni­gung — auch dann…
Grenz­über­schrei­ten­de Arbeit­neh­mer­er­fin­dun­gen Eine Erfin­der­ver­gü­tung für eine sog. Dienst­er­fin­dung (§ 9 Arb­nErfG) ist grund­sätz­lich steu­er­pflich­ti­ger Arbeits­lohn (§ 19 EStG 2002) und unter­fällt der beschränk­ten Steu­er­pflicht gemäß § 49 Abs. 1 Nr. 4 Buchst. a EStG 2002. Dies gilt…
Anschluss an EuGH, Urteil vom 01.10.2009 — C‑247/​08, Slg. 2009, I‑9225 [↩]
Anschluss an EuGH, Urteil vom 20.10.2011 — C‑284/​09 [Kom­mis­si­on ./​. Deutsch­land], DStR 2011, 2038; sowie an BFH, Urteil vom 22.04.2009 — I R 53⁄07, BFHE 224, 556 [↩]
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