Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Unterhalt-f-Ehefrau-noch-nach-Wiederverheiratung-der-Ehefrau--f272306.html
Timestamp: 2020-01-18 06:08:17
Document Index: 208385101

Matched Legal Cases: ['§ 238', '§ 1579', '§ 238', '§ 1579', '§ 238', '§ 1579']

www.frag-einen-anwalt.deFamilienrechtUnterhaltUnterhalt f. Ehefrau noch nach Wie...
| 20.03.2015 15:42 |
Zusammenfassung: FRagen zur Abänderung von nachehelichen Unterhalt, bei Neuverheiratung des UNterhaltsgläubigers.
Ich habe 12/2009 mit der Scheidung vereinbart , das meine Frau 400,-- Euro mtl an Unterhalt erhält bis längstens zu meinem 65. Lebensjahr. Wir haben wechselseitig auf alle Recht aus §§ 238 ff FamFG verzichtet. Gänzlich neu ermittelt werden soll der Unterhalt unter der dann gültigen Rechtslage bei Wiederverheiratung der Ehefrau. Ich erfuhr hinten herum , das sie schon seit 11/2012 wieder verheiratet ist und auch Eigentum mit ihrem neuen Mann erworben hat. Das hat sie über zwei Jahre verschwiegen, selbst die Kinder wussten nichts davon. Nun geht es wohl vor Gericht, sie will sich noch verteidigen lassen. Habe ich Aussicht auf Erfolg?, auch auf Rückzahlung des gezahlten Unterhalts.?
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Aufgrund der Vereinbarung, dass bei Heirat der Unterhalt nach den gesetzlichen Vorschriften anzupassen ist, sehe ich Erfolgsaussichten dahingehend, dass Sie zukünftig keinen Unterhalt mehr leisten müssen. Sie können sich hier auf § 1579 Ziff. 2 BGB berufen, welcher folgendes sagt: „Ein Unterhaltsanspruch ist zu versagen, herabzusetzen oder zeitlich zu begrenzen, soweit die Inanspruchnahme des Verpflichteten auch unter Wahrung der Belange eines dem Berechtigten zur Pflege oder Erziehung anvertrauten gemeinschaftlichen Kindes grob unbillig wäre, weil ….
Eine Ehe stellt in jedem Fall eine verfestigte Lebensgemeinschaft dar. Hinzu kommt das Verschweigen der Ehe.
Ob Sie jedoch den zu viele gezahlten Unterhalt zurückbekommen, hängt von den einzelnen Regelung im ursprünglichen Vertrag ab und ob bei der geschiedenen Frau Einkommen Vermögen vorhanden ist, aus welchen die Rückzahlung erfolgen könnte.
Sofern die geschiedene Frau nicht freiwillig auf den laufenden Unterhalt bzw. auf dessen Vollstreckung bis zu einer gerichtlichen Entscheidung verzichtet, dann sollten Sie beim Gericht einen Antrag auf Einstellung der Zwangsvollstreckung stellen, damit Sie nicht bis zum Abschluss des gerichtlichen Verfahrens zahlen müssen und dies dann ebenso nicht zurückbekommen.
Nachfrage vom Fragesteller	23.03.2015 | 09:50
Danke für Ihre Auskunft. Aber nochmals eine Nachfrage, der § 238 ff. FamFG, der ja von uns beiden ausgeschlossen wurde, wird der durch die Heirat meiner Exfrau durch den § 1579 Ziff. 2 außer Kraft gesetzt, d.h. grundsätzlich doch, das ich doch nicht mehr unterhaltspflichtig wäre, sondern der jetzige neue Ehemann, obwohl ich bis 65 zahlen sollte. Aber es steht ja auch in der Scheidungsurkunde, das ein Unterhalt neu ermittelt werden muß, wenn ich unter 1000,-- Euro bereinigtes Gesamteinkommen komme und bei Wiederverheiratung der Ehefrau. Damit hättte doch schon der Unterhalt vor über zwei Jahren wegfallen müssen.
Vielen Dank f. Ihre Bemühungen.
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.03.2015 | 17:20
Nach der Schilderung des Inhaltes der Urkunde gehe ich davon aus, dass der Ausschluss der Abänderung nach §§ 238 FamFg für alle anderen Fälle gilt (z.B. anderes Einkommen etc.). Denn ansonsten wäre der Punkt der Eheschlißung nicht separat erwähnt wurden. Daher findet § 1579 Ziff. 2 BGB Anwendung, da dieser die geltende gesetzliche Regelung darstellt und unter Beachtung dieser soll der Unterhalt gem. Vereinbarung neu berechnet werden, was zum Wegfall führen wird.
Bewertung des Fragestellers 24.03.2015 | 09:54
"Danke für Ihre Bemühungen, sie haben wir weiter geholfen."