Source: https://judicialis.de/Bundesverfassungsgericht_1-BvR-2005-98_Beschluss_01.12.1999.html
Timestamp: 2019-09-17 23:52:54
Document Index: 282600277

Matched Legal Cases: ['§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 23', '§ 6', '§ 8', '§ 307', 'Art. 14', 'Art. 3', '§ 307']

Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 01.12.1999 mit dem Az.: 1 BvR 2005/98	/* Banner Ads */
Aktenzeichen: 1 BvR 2005/98
SGB VI § 307 b Absatz 1
- 1 BvR 2005/98 -
der Frau M. ,
a) den Beschluß des Bundessozialgerichts vom 24. September 1998 - B 4 RA 163/97 B -,
b) das Urteil des Landessozialgerichts Mecklenburg-Vorpommern vom 26. August 1997 - L 4 An 12/96 -,
c) das Urteil des Sozialgerichts Stralsund vom 31. Januar 1996 - S 4 An 47/93 -,
d) die Bescheide der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte - 42 160724 R 501 BKZ 5932, 6401 SG -,
1. Das Urteil des Landessozialgerichts Mecklenburg-Vorpommern vom 26. August 1997 - L 4 An 12/96 - und der Bescheid der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte vom 25. September 1996 verletzen die Beschwerdeführerin in ihren Grundrechten aus Artikel 14 und Artikel 3 Absatz 1 des Grundgesetzes. Das Urteil des Landessozialgerichts wird aufgehoben, soweit in dem Bescheid vom 25. September 1996 die Rente nach Maßgabe des § 307 b Absatz 1 des Sozialgesetzbuches Sechstes Buch berechnet und der durch den Einigungsvertrag geschützte Zahlbetrag nicht ab 1. Januar 1992 an die Lohn- und Einkommensentwicklung angepaßt ist. Die Sache wird an das Landessozialgericht zurückverwiesen.
Der Beschluß des Bundessozialgerichts vom 24. September 1998 - B 4 RA 163/97 B - ist damit gegenstandslos.
2. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat der Beschwerdeführerin die Hälfte ihrer notwendigen Auslagen zu erstatten.
In der Sache greift die Beschwerdeführerin die Höhe der Rente an, die in Abänderung früherer Bescheide auf der Grundlage von § 307 b Abs. 1 SGB VI mit Bescheid der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte vom 25. September 1996 festgesetzt worden ist; er umfaßt auch den Anspruch auf Zusatzversorgung. Daneben werden die Bescheide angegriffen, die aufgrund der Übergangsbestimmungen des § 23 Abs. 1 des Gesetzes zur Angleichung der Bestandsrenten an das Nettorentenniveau der Bundesrepublik Deutschland und zu weiteren rentenrechtlichen Regelungen (Rentenangleichungsgesetz - RAnglG) vom 28. Juni 1990 (GBl I S. 495), des § 6 der Ersten Verordnung zur Anpassung der Renten in dem in Artikel 3 des Einigungsvertrages genannten Gebiet (1. Rentenanpassungsverordnung - 1. RAV) vom 14. Dezember 1990 (BGBl I S. 2867), des § 8 der Zweiten Verordnung zur Anpassung der Renten und zu den maßgeblichen Rechengrößen in dem in Artikel 3 des Einigungsvertrages genannten Gebiet (2. Rentenanpassungsverordnung - 2. RAV) vom 19. Juni 1991 (BGBl I S. 1300) sowie des § 307 b Abs. 5 SGB VI für die Übergangszeit ab 1. Juli 1990 bis zur Neuberechnung erlassen wurden.
b) Nach dieser Rechtsprechung verletzen das Urteil des Landessozialgerichts und der Bescheid vom 25. September 1996 die Beschwerdeführerin in ihren Grundrechten aus Art. 14 und Art. 3 Abs. 1 GG. Aus der verfassungsrechtlich gebotenen Anpassung des Zahlbetrags an die Lohn- und Einkommensentwicklung ab 1. Januar 1992 kann sich für die Beschwerdeführerin eine Erhöhung des Zahlbetrags ihrer Rente ergeben. Auch ist nicht auszuschließen, daß das Berechnungsverfahren des § 307 b Abs. 1 SGB VI für sie nachteilig ist.