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Timestamp: 2019-02-16 16:15:18
Document Index: 329720865

Matched Legal Cases: ['§3', '§ 5', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 3', '§ 3', '§ 5', '§ 2', '§ 2', '§ 5', '§ 3']

Was bringt der Entwurf für das Bibliotheksgesetz in SH für die Kooperation von Bibliotheken und Schulen? | ZwischenSeiten
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Landesfachtag Schulbibliotheken in Schleswig-Holstein 14.11.2015 →
CC0 by Gerd Altmann http://www.pixabay.com
Der Entwurf für ein Bibliotheksgesetz in Schleswig-Holstein ist gerade vor ein paar Tagen von der Landesregierung in Schleswig-Holstein im Netz bereit gestellt worden. Schon als der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) noch in der Opposition war, hatte die jetzige Ministerin für Justiz, Kultur und Europa Anke Spoorendonk einen weitreichenden Gesetzesentwurf für ein Bibliotheksgesetz eingereicht. Dieser, nach dem dänischen Vorbild gestaltete, Entwurf sah u.a. Bibliotheken als Pflichtaufgabe und stellte deutliche Verbesserungen in Sicht. Leider ist er an den damit verbundenen Kostenstrukturen gescheitert.
Jetzt ist der SSW an der Landesregierung beteiligt und hat in seinem Koalitionsvertrag für diese Legislaturperiode ein Bibliotheksgesetz versprochen. Nun legt Anke Spoorendonk mit dem neuen Entwurf wieder ein Bibliotheksgesetz vor, dass aber in seinen Ambitionen deutlich hinter dem ursprünglichen Ansatz aus Oppositionszeiten zurückbleibt.
Der vollständige Gesetzesentwurf steht HIER zum Download bereit.
Was bringt dieser Gesetzesentwurf nun genau für die Zusammenarbeit von Bibliotheken und Schulen? Und was sagt er über die Schulbibliothekslandschaft in Schleswig-Holstein aus?
Im 2. Abschnitt des Bibliotheksgesetzes „Bibliotheken in Schleswig-Holstein“ wird in §3 näher auf die Aufgaben von öffentlichen Bibliotheken und in § 5 auf die Schulbibliotheken eingegangen.
Einige Auszüge aus diesem Gesetzesentwurf möchte ich hier genauer ansehen. Ich habe hier sowohl den Text des Gesetzesentwurfs, als auch den Text aus der Begründung des Ministeriums hierzu zusammengestellt. Eine kommentierende Bewertung dessen folgt in einem späteren Blogeintrag.
Bibliotheken sollen kooperieren – mit anderen Bibliotheken, mit Einrichtungen aus Bildung (Schulen!), Kultur und Wirtschaft!
Präambel: „Die Bibliotheken im Land sind nach Maßgabe dieses Gesetzes angehalten, untereinander und mit anderen Einrichtungen der Bildung, Kultur und Wissenschaft zu kooperieren.“
Begründung zu § 2: „Sie [Bibliotheken] sollen auch Kultur- und Bildungsträger sein und nicht insulär im gesellschaftlichen Raum stehen, sondern sich aktiv nach außen öffnen und sich im kulturellen Bildungsraum vernetzen.“
Bibliotheken sind wichtige Bildungspartner und Anbieter auf dem Weg in eine digitale Gesellschaft. Die Vermittlung von Medien-, Lese- und Informationskompetenz ist eine zentrale Bildungsaufgabe der Bibliotheken.
Begründung zum Allgemeinen Teil: „[…] die Rolle der Bibliotheken als Orientierungs- und Beratungsgeber in einer zunehmenden digitalisierten Gesellschaft.“
Abschnitt 1, § 2 (2): „Sie [Bibliotheken] stärken die Lese-, Medien und Informationskompetenz ihrer Nutzerinnen und Nutzer durch geeignete Maßnahmen sowie durch Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen der Kultur und Bildung und untereinander.“
Begründung zu § 2 (2): „Bibliotheken in Schleswig-Holstein sollen ihren Nutzern helfen, sich in der digitalen Gesellschaft zurechtzufinden,. Damit hier tatsächlich eine Teilhabe aller möglich wird, sollen Bibliotheken nach Absatz 2 Satz 2 in Kooperation mit anderen Bildungseinrichtungen Lese-, Medien- und Informationskompetenz an ihre Nutzerinnen und Nutzer zielgruppenorientiert vermitteln.“
Abschnitt 2, § 3 (1) „Sie [Bibliotheken] sollen in besonderer Weise der Lese- und Lernförderung von Kindern und Jugendlichen, der Förderung der schulischen, beruflichen und kulturellen Bildung insbesondere in Zusammenarbeit mit Kultur-, und Wissenschafts- und Bildungseinrichtungen dienen. Sie vermitteln Medien- und Informationskompetenz.“
Begründung zu § 3, Absatz 1: „Darüber hinaus wird die besondere Aufgabe der Öffentlichen Bibliotheken hinsichtlich der Lese- und Lernförderung sowie Informationskompetenz umschrieben.“
Abschnitt 2, § 5 (1) „Sie [Bibliotheken] dienen in Zusammenarbeit mit anderen Öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken im besonderen Maße der Lese- und Lernförderung sowie der Vermittlung von Medien- und Informationskompetenz.“
Bibliotheken sollen eng mit den Schulen zusammenarbeiten – sowohl bei der Gestaltung der Schulbibliothekslandschaft, als auch bei der Vermittlung von Medien-, Lese- und Informationskompetenz.
Abschnitt 1, § 2 (4): „Sie [Bibliotheken] sollen mit Schulen zusammenarbeiten und sie gemeinsam mit den zuständigen Fachministerien beim Aufbau lernspezifischer Angebote unterstützen.“
Begründung zu § 2 (4): „Auf die Kooperation mit Schulen geht Absatz 4 Satz 2 ein.“
Begründung zu § 5, Absatz 1: „Absatz 1 betont die besondere Bedeutung von Schulbibliotheken bei der Umsetzung des Bildungsauftrags. Schulbibliotheken leisten einen wichtigen Beitrag bei der Vermittlung von Lese- und Informationskompetenz im Rahmen der Schulbildung. In Satz 2 wird die Kooperation von Schulbibliotheken mit anderen Öffentlichen Bibliotheken und Wissenschaftlichen Bibliotheken festgehalten, um Synergieeffekte zu erzielen. Damit werden Empfehlungen der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages „Kultur in Deutschland“ 2007 sowie der KMK zum Öffentlichen Bibliothekswesen (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 9. September 1994) für eine stärkere Förderung der Zusammenarbeit von Schulbibliotheken mit anderen Bibliotheken, wie z.B. wissenschaftlichen Bibliotheken, umgesetzt. Hier findet sich eine Wiederholung der bereits in § 3 Absatz 1 für Öffentliche Bibliotheken definierten Aufgaben. Damit wird jedoch bekräftigt, dass sich die Schulbibliotheken dieser Aufgabe im Besonderen zuwenden sollen.“
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