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Timestamp: 2020-02-20 13:41:21
Document Index: 192174304

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 126', '§ 19', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 6', '§ 8', '§ 118']

10.07.2013 · IWW-Abrufnummer 132162
Bundesfinanzhof: Urteil vom 18.04.2013 – VI R 23/12
1.Über die Frage, ob und welches betriebliche Fahrzeug dem Arbeitnehmer ausdrücklich oder doch zumindest konkludent auch zur privaten Nutzung überlassen ist, entscheidet das FG unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände des Einzelfalls nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen Überzeugung.
2.Steht nicht fest, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer einen Dienstwagen zur privaten Nutzung überlassen hat, kann auch der Beweis des ersten Anscheins diese fehlende Feststellung nicht ersetzen.
3.Dies gilt auch beim angestellten Geschäftsführer eines Familienunternehmens. Auch in einem solchen Fall lässt sich kein allgemeiner Erfahrungssatz des Inhalts feststellen, dass ein Privatnutzungsverbot nur zum Schein ausgesprochen ist oder der (Allein-)Geschäftsführer ein Privatnutzungsverbot generell missachtet.
Datum Fahrzeit Ort Zweck der Fahrt
15.02.2003 9 bis 19 Uhr Frankfurt Messe Ambiente
03. bis 04. 2003 7 bis 23 Uhr Valencia Messe Cersaie
30.05.2003 7 bis 23 Uhr Nürnberg Stone + tec
17.01.2004 9 bis 11:30 Uhr Frankfurt Messe Ambiente
01.10.2004 6 bis 23:45 Uhr Bologna Keramik Messe
Die Überlassung eines Dienstwagens durch den Arbeitgeber an den Arbeitnehmer für dessen Privatnutzung führt damit unabhängig von den tatsächlichen Nutzungsverhältnissen zu einer Bereicherung des Arbeitnehmers (BFH-Urteile vom 21. März 2013 VI R 31/10 und VI R 42/12, zur amtlichen Veröffentlichung bestimmt; Gröpl, in: Kirchhof/Söhn/Mellinghoff, EStG, § 8 Rz C 22; Blümich/Glenk, § 8 EStG Rz 113; Steiner in Lademann, § 8 EStG Rz 107; Pust in Littmann/Bitz/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, § 8 Rz 396; a.A. Kister in Herrmann/ Heuer/Raupach, § 8 EStG Rz 80, 83). Denn der Vorteil aus der Nutzungsüberlassung umfasst das Zurverfügungstellen des Fahrzeugs selbst sowie die Übernahme sämtlicher damit verbundener Kosten wie Steuern, Versicherungsprämien, Reparatur-, Wartungs- und Treibstoffkosten und damit nutzungsabhängige wie -unabhängige Kosten (vgl. Senatsurteile in BFHE 240, 69, BStBl II 2013, 385, [BFH 13.12.2012 - VI R 51/11] sowie in BFHE 72, 376, [BFH 10.02.1961 - VI 89/60 U] BStBl III 1961, 139; in BFHE 77, 191, [BFH 21.06.1963 - VI 306/61 U] BStBl III 1963, 387). Selbst wenn der Arbeitnehmer den hierzu überlassenen PKW tatsächlich nicht privat nutzen sollte, erspart er sich zumindest die (nutzungsunabhängigen) Kosten, die er für das Vorhalten eines betriebsbereiten Kraftfahrzeugs verausgaben müsste (Abgrenzung vom BFH-Urteil in BFHE 215, 256, [BFH 07.11.2006 - VI R 19/05] BStBl II 2007, 116 [BFH 07.11.2006 - VI R 19/05]).
Vorschriften§ 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung, § 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG), EStG, § 8, § 8 EStG, § 8 EStG, § 8 EStG, § 8 Abs. 2 Satz 2 EStG, § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG, § 8 Abs. 1 EStG, § 118 Abs. 2 FGO