Source: https://www.juraforum.de/lexikon/sorgerecht
Timestamp: 2018-03-19 01:04:33
Document Index: 9465174

Matched Legal Cases: ['§ 1626', '§ 1626', '§ 1631', '§ 1631', 'Art. 6', 'BGH', 'BGH', '§ 1909', '§ 1909']

ᐅ Sorgerecht: Definition, Begriff und Erklärung im JuraForum.de
Der Begriff der elterlichen Sorge ist ein Rechtsbegriff aus dem deutschen Familienrecht. Zusammen mit der Reform der elterlichen Sorge wurde dieser 1980 in Deutschland eingeführt.
Das Gesetz hat zuvor den Begriff der sog. elterlichen Gewalt benutzt. In der Umgangssprache wird der Begriff „Sorgerecht“ verwendet.
Die gesetzliche Ausgestaltung der elterlichen Sorge findet sich in den §§ 1626-1698 b BGB.
Nach § 1626 Abs. 1 Satz 1 BGB haben die Eltern die Pflicht und das Recht, für das minderjährige Kind zu sorgen. Die elterliche Sorge wird daher auch als sog. Pflichtrecht der elterlichen Sorge bezeichnet. Ihre Rechtfertigung findet die elterliche Sorge in dem Bedürfnis des Kindes nach Schutz und Hilfe, um sich zu einer eigenverantwortlichen Persönlichkeit innerhalb der sozialen Gemeinschaft zu entwickeln.
In beiden Fällen besteht die elterliche Sorge aus der tatsächlichen Personen- und Vermögenssorge und dem dazugehörigen Vertretungsrecht. Die Personensorge umfasst gem. § 1631 Abs. 1 BGB insbesondere die Pflicht und das Recht, das Kind zu pflegen, zu erziehen, zu beaufsichtigen und seinen Aufenthalt zu bestimmen. Zur allgemeinen Pflege und Fürsorge zählen dabei neben den Regelungen des Personenstandes – v.a. die Namensbestimmung – insbesondere die Unterbringung, Verpflegung, Bekleidung sowie die Gesundheitsfürsorge. Im Rahmen der Erziehung können Eltern über Schulart, Berufsausbildung sowie die religiöse Erziehung entscheiden, wobei allerdings zu beachten ist, dass vom 13. Lebensjahr an die Religion des Kindes nicht mehr gegen dessen Willen geändert werden kann und vom 15. Lebensjahr an das Kind seine Religion selbst bestimmt.
Seit dem 1. Januar 2001 stellt § 1631 Abs. 1 Satz 1 BGB klar, dass Kinder ein Recht auf gewaltfreie Erziehung haben. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürigende Massnahmen sind unzulässig. Damit ist nunmehr auch keine Ohrfeige oder ein schmerzhafter Klaps auf die Finger oder den Po (mehr) erlaubt – sei es auch in einer zugespitzten Erziehungssituation.
Seine verfassungsrechtliche Verankerung findet das einfachgesetzlich ausgestaltete Recht der elterlichen Sorge in Art. 6 Abs. 2 Satz 1 GG, dem sog. Elternrecht.
Sofern die Eltern miteinander verheiratet sind, haben sie unstreitig das Recht, für ihre Kinder gemeinsam zu sorgen.
Sorgerecht bei Deutsch-amerikanischen kind Sommersonnenwende schrieb am 04.02.2015, 12:46 Uhr:
Hallo, ich habe eine Frage. Mal angenommen, eine Frau und ein Mann sind geschieden, das gemeinsameKind wurde in der USA geboren und lebte für 2 Jahre in Deutschland. Nach zwei Jahren Aufenthalt in Deutschland zog sie mit deren Mutter wieder in die USA. ( Als 2 jährige) Nur die Mutter hat das Sorgerecht und der Vater besuchsrecht. Wie... » weiter lesen
geteiltes Sorgerecht beantragen nur noch gerichtlich möglich? Benny2209 schrieb am 28.01.2013, 16:55 Uhr:
Hallo, nehmen wir an, eine Mutter hatte das alleinige Sorgerecht. Nun ist der Vater damals dagegen gerichtlich angegangen. Da das Jugendamt nicht mit spielen wollte, hat der Richter beschlossen ein halbes Jahr abzuwarten wie sich die Eltern nun verstehen. Nun ist die Zeit gekommen wo bald dieser Termin wäre. Nehmen wir aber nun an die... » weiter lesen
sorgerecht.. waldhummel schrieb am 12.04.2012, 19:04 Uhr:
mal angenommen eine frau in einem nichtehelichen lebensverhältnis würde das gemeinsame sorgerecht zugunsten ihres lebensgefährten freiwillig abtreten, so daß dieser das alleinige sorgerecht hätte. die frau könnte beispielsweise eine borderlinerin sein. der mann möchte vielleicht sein kind in sicherheit wiegen und nicht riskieren daß... » weiter lesen
gemeinsames Sorgerecht / Gewaltschutz dr_house schrieb am 12.01.2011, 02:53 Uhr:
Hallo, Gemeinsam, entschuldigt wenn ich etwas weit aushole, jedoch denke ich kommt es in diesem wenn auch fiktiven Fall auf die Details an. Person A (Mann) und B (Frau)leben in einer eheähnlichen Lebensgemeinschaft. B wird von A schwanger. Diese trennen sich noch während der Schwangerschaft und Person B wirft A Körperverletzung... » weiter lesen
gemeinsames Sorgerecht werwiewo schrieb am 04.01.2011, 22:25 Uhr:
Hallo, bin zum ersten mal hier und habe folgenden fiktiven Fall: Person K ist 16 und Schwanger, Kindesvater C ist 18, beide wollten das gemeinsame Sorgerecht aber Mutter von Person K sagt nein, weil K noch minderjährig ist. Vater C erkennt Vaterschaft an. Mutter von K übernimmt die Vormundschaft von Baby D. Jetzt haben sich K und C... » weiter lesen
sorgerecht erteilen/entziehen kuschelcmb schrieb am 06.07.2010, 22:18 Uhr:
servus! mich würde mal interessieren ob man, wenn man dem partner das gemeinschaftliche sorgerecht erteilt,es ihm auch genauso schnell wieder entziehen kann! ich danke schon mal im voraus für die antworten! » weiter lesen
Sorgerecht!!!??? nruba schrieb am 01.10.2007, 20:30 Uhr:
Wenn ein Vater sich nicht kümmert, d.h. er holt das KInd nur wann er will, hält sich nicht an ABsprachen, keine Geburtstagsgeschenke, kein besuch wenn KInd operiert wird, meldet scih mal 8 Wochen garnich usw und die Mutter dann das alleinige Sorgerecht beantragen möchte, wie macht sie das am Besten wie stehen die chancen und was gilt... » weiter lesen
gemeinsames sorgerecht und umzug kresse33 schrieb am 16.11.2006, 22:31 Uhr:
Hi, mal angenommen es gibt eheänliche gemeinschaft wo ein Kind da ist. Herr A hat Job Bekommen und möchte mit Frau B und Kind C umziehen.Da ist aber noch der Ex Mann XX.Der Stellt sich der sache quer.Kind C ist 10 und mag bei mama bleiben. Da Herr A bald, sehr bald anfangen muss zu Arbeiten bleibt nicht zu viel zeit um zu streiten.... » weiter lesen
Heutzutage sehen viele Paare keinen Grund dazu, zu heiraten. Sie vertreten die Auffassung, dass man auch sehr gut miteinander leben kann, ohne einen Trauschein zu besitzen. Kompliziert wird die Angelegenheit allerdings in jenen Fällen, in denen Kinder vorhanden sind – zumindest für die Väter. Zwar hat sich im Jahre 2013 bezüglich der Rechte unverheirateter Väter eine Menge zugunsten der betroffenen Männer... » weiter lesen
Eine flüchtige Bettbekanntschaft kann unter Umständen weitreichende Konsequenzen haben. Wenn neun Monate später die Frau an der Tür klingelt und um Unterhaltszahlung bittet, steht zunächst im Raum, ob der Betroffene tatsächlich Vater des Kindes ist. Unklarheiten beseitigen kann hier ein Vaterschaftstest. Doch nicht jeder vermeintliche Vater ist hierzu bereit. Deshalb lautet unsere heutige Frage: Kann der Mann... » weiter lesen
Die Impfempfehlungen zählen im Zweifelsfall
Karlsruhe (jur). Sind sich beide sorgeberechtigten Eltern nicht einig, ob ihr Kind geimpft werden soll, zählen im Zweifel die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Familiengerichte dürfen demjenigen Elternteil hier das alleinige Sorgerecht zusprechen, der seine Impfwünsche an diesen Empfehlungen ausrichtet, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe in einem am Dienstag, 23. Mai 2017, veröffentlichten Beschluss entschied (Az.:... » weiter lesen
28.02.2017 | Familie & Erben
Karlsruhe (jur). Ein getrennt lebender Vater kann bei ständigen Streitigkeiten mit seiner Ex kaum die hälftige Betreuung des gemeinsamen Kindes durchsetzen. Zwar sieht das Gesetz ein solches „Wechselmodell“ gleichberechtigt vor, heißt es in einem am Montag, 27. Februar 2017, veröffentlichten Beschluss (Az.: XII ZB 601/15) des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe. Die Familiengerichte dürften dies aber nur anordnen, wenn es dem Kindeswohl... » weiter lesen
Sorgerecht Urteile und Entscheidungen
Es liegt in der Natur kindschaftsrechtlicher Verfahren, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse, insbesondere auch die den Maßstab des Kindeswohls beeinflussenden Faktoren, mit Zeitablauf und damit während des Verfahrens verändern. Diesem Gesichtspunkt kann und muss durch die Ausgestaltung des Verfahrens, insbesondere mit Blick auf...
» OLG-FRANKFURT, 28.07.2006, 1 UF 119/05
Hauptwohnsitz, Sorgerecht, Eltern, Kind
» VG-FRANKFURT-AM-MAIN, 29.07.2011, 5 K 156/11.F
Leitsatz Ist es in der Vergangenheit in Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung (1628 Abs. 1 BGB) wiederholt zu keiner Einigung der Eltern gekommen und kann daraus geschlossen werden, daß der erforderliche Grundkonsens zwischen ihnen zerstört ist, kann ihre gemeinsame Sorge aufgehoben werden (1671 Abs. 2 Nr. 2 BGB)....
» OLG-KARLSRUHE, 09.08.1999, 2 UF 63/99
Sicherheitsfrage 49 - Sec.;hs =
Sorgerecht – Weitere Begriffe im Umkreis
Der Begriff elterliche Gewalt war bis 1980 in Deutschland die Bezeichnung für die Zusammenfassung der elterlichen Pflichten und Rechte (Sorgerecht). Durch Gesetz wurde im Rahmen der Sorgerechtsreform der Begriff durch „elterliche Sorge“ ersetzt....
Bei einem Ergänzungspfleger handelt es sich um eine Person, die seitens des Gerichts bestellt wird, um einen Teil der elterlichen Sorge für ein minderjähriges Kind zu übernehmen. Die Ergänzungspflegschaft, welche gemäß § 1909 BGB gesetzlich...
Bei der "elterlichen Sorge" (Sorgerecht) handelt es sich um einen Begirff aus dem Familienrecht, welcher im Jahre 1980 eingeführt worden ist und die "elterliche Gewalt" ersetzt. Zu der elterlichen Sorge gehören zum einen die Personensorge, also...
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat seinen Sitz im französischen Straßburg. Hier werden juristische Akte der Rechtsprechung, Verwaltung und Gesetzgebung in Hinblick auf die Einhaltung der in der Europäischen Menschenrechtskonvention...
Die Übertragung des Sorgerechts der Eltern, eines Elternteils oder eines Vormunds für ein unmündiges Kind auf eine dritte Person durch das zuständige Familiengericht (§ 1909 BGB) wird als Ergänzungspflegschaft bezeichnet. Die sachliche...