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Timestamp: 2018-01-21 00:33:17
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Rechtsanwalt Claude Dawood | Neue Entscheidung des Bundesgerichtshofs macht Mut für Lehman Brothers Geschädigte
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Neue Entscheidung des Bundesgerichtshofs macht Mut für Lehman Brothers Geschädigte
Gute Chancen für Anleger, die im Sommer 2008 ein Zertifikat erworben haben
Mit einem aktuellen Urteil vom 07.10.2008 hat der Bundesgerichtshof eine Rechtsfrage entschieden, die für viele der aktuellen Zertifikatfälle von Lehman Brothers entscheidend sein wird.
Nach der Rechtsprechung des BGH war klar, dass beratende Banken die Wirtschaftspresse auswerten müssen und über negative Presseberichte aufklären muss (BGH Urteil vom 21.3.2006; Aktenzeichen XI ZR 63/05 Rz.17).
Unklar war bislang, welche Zeitungen und Zeitschriften überwacht werden müssen.
Der BGH hat nun in dem Urteil entschieden, dass eine Bank nicht über alle Veröffentlichungen aufklären muss, beispielsweise nicht über Artikel einer brancheninternen Zeitschrift. Allerdings hat der BGH ausgeführt, dass eine beratende Bank die Veröffentlichungen der Wirtschaftspresse auswerten muss. Möglicherweise ein Vorgriff auf die nun anstehenden gerichtlichen Auseinandersetzungen ist der folgende Satz „bei einer privaten Anlage muss danach über zeitnahe und gehäufte negative Berichte in der Börsenzeitung, der Financial Times Deutschland, dem Handelsblatt und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung unterrichtet werden (BGH-Urteil Seite 11 des Urteils Rz. 25).“
Nach dem BGH muss noch eine weitere Voraussetzung für eine Aufklärungspflicht über Presseveröffentlichungen vorliegen. Eine Bank muss demnach dann aufklären, wenn sich Artikel in der Fachpresse häufen, oder wenn ihr durch den Artikel ein aufklärungspflichtiger Umstand bekannt geworden wäre.
Nach diesem Urteil hätten die beratenden Banken demnach jedenfalls dann über Schwierigkeiten bei Lehman Brothers zu dem Zeitpunkt berichten müssen, zu dem wiederholt Warnungen in der Presse über Lehman Brothers veröffentlicht wurden.
Negative Presseberichte über Lehman Brothers haben sich bereits im Juni 2008 gehäuft.
Wir sind daher der Ansicht, dass Anleger, die im Juni 2008 oder später Zertifikate erworben haben, über diese Presseberichte hätten aufgeklärt werden müssen und daher gute Chancen auf eine Rechtsdurchsetzung haben.