Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VBlBW%201999,%20270
Timestamp: 2019-11-22 12:13:21
Document Index: 242351282

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 22', '§ 31', '§ 6', '§ 58', '§ 22', '§ 6', '§ 58', '§ 5']

VGH Baden-Württemberg, 01.03.1999 - 5 S 49/99 - dejure.org
VGH Baden-Württemberg, 01.03.1999 - 5 S 49/99
https://dejure.org/1999,3537
VGH Baden-Württemberg, 01.03.1999 - 5 S 49/99 (https://dejure.org/1999,3537)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 01.03.1999 - 5 S 49/99 (https://dejure.org/1999,3537)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 01. März 1999 - 5 S 49/99 (https://dejure.org/1999,3537)
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Erdgeschoßanbau Lebensmittelmarkt
Verhältnis von § 6 Abs. 5 LBO zu § 22 BauNVO und § 31 Abs. 2 BauGB;
§ 6 Abs. 5 LBO, Erfordernis einer ausdrücklichen Zulassungsentscheidung auch in planungsrechtlicher Hinsicht (§ 58 Abs. 1 Satz 3 LBO)
Nachbarschützende Wirkung einer Bebauungsplanfestsetzung über offene Bauweise; Zulassung einer Grenzbebauung
§ 22 Abs 2 S 1 BauNVO, § 6 Abs 5 BauO BW, § 58 Abs 1 S 3 BauO BW
Bauplanungsrecht: Grenzen des Nachbarschutzes bei Festsetzung einer offenen Bauweise, Zulassung von Grenzbebauung
VG Karlsruhe, 30.11.1998 - 12 K 3161/98
ESVGH 49, 237 (Ls.)
NVwZ-RR 1999, 492
VBlBW 1999, 270
Sind - wie vorliegend - einzelne Gebäudeteile unterschiedlich hoch, muss die Abstandsflächentiefe für jede einzelne Wand gesondert ermittelt werden (vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschl. v. 01.03.1999 - 5 S 49/99 -, VBlBW 1999, 270;… Sauter, LBO, § 5 Abbildung 4 sowie Rn. 70).
Die Festsetzung einer offenen Bauweise ist grundsätzlich nur insoweit nachbarschützend, als danach die Gebäude mit seitlichem Grenzabstand zu errichten sind (vgl. VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 01.03.1999 - 5 S 49/99 -, juris; Urteil vom 26.02.1992 - 3 S 2947/91 -, juris).
Einstweiliger Rechtsschutz gegen baurechtlichen Befreiungsbescheid; Nachbarlicher …
Nach der Rechtsprechung des VGH Baden-Württemberg (vgl. Beschl.v. 26.09.1991 - 3 S 1413/91 - m.w.N.; Beschl.v. 01.03.1999 - 5 S 49/99 -, VBlBW 1999, 270) kommt zwar der Festsetzung der offenen Bauweise, soweit danach ein seitlicher Grenzabstand einzuhalten ist, in der Regel zugunsten des Eigentümers des an dieser Seite anschließenden Grundstücks nachbarschützende Wirkung zu.
Nachbarschützend ist die Festsetzung offener Bauweise mithin (nur) zugunsten des Eigentümers eines - wie hier - seitlich an das Baugrundstück anschließenden Grundstücks, vgl. Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg, Beschluss vom 01. März 1999 - 5 S 49/99 -, Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht Rechtsprechungs-Report (NVwZ-RR) 1999, 492 f. und Beschluss vom 26. Februar 1992 - 3 S 2947/91 -, NVwZ-RR 1992, 611.
Da der bei offener Bauweise einzuhaltende Grenzabstand regelmäßig auch Interessen des Nachbarn dient (u.a. Belüftung, Belichtung, Besonnung, Brandschutz - wie entsprechend auch das dabei ebenfalls einzuhaltende bauordnungsrechtliche Abstandsflächenrecht), ist er grundsätzlich drittschützend (vgl. u.a. VGH BW, Beschluss vom 01. März 1999 - 5 S 49/99 -, NVwZ-RR 1999, 492; OVG Rheinland-Pfalz, Urteile vom 30. Mai 1968 - 1 A 107/66 -, BRS 20 Nr. 164 und vom 15. Januar 1970 - 1 A 124/68 -, BRS 23 Nr. 182).
Anders als bei der Festsetzung der offenen Bauweise, bei der eine nachbarschützende Intention des Plangebers vielfach nahe liegt, weil sie das nachbarschaftliche Austauschverhältnis durch die Schaffung einer räumlichen Distanz ergänzend zum bauordnungsrechtlichen Abstandsflächenrecht in erheblichem Maße berührt (… VGH Bad.-Württ., Urt. v. 29. Januar 1999 - 3 S 2662/98, Juris; VGH Bad. Bad-Württ., B. v. 1. März 1999 - 5 S 49/99, NVwZ-RR 1999, 492), hat die Festsetzung der geschlossenen Bauweise in aller Regel nur städtebauliche Bedeutung.