Source: http://www.krefo.de/fachinfo/grundlagen/forderungsmanagement/kreditrisiko-135/
Timestamp: 2018-04-26 03:29:19
Document Index: 268606503

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 14', '§ 9', '§ 10', '§ 11', '§ 269']

KREFO: Kreditrisiko
Kreditrisiko ist ein im Kreditwesen verwendeter Begriff, worunter allgemein die Gefahr verstanden wird, dass ein Kreditnehmer die ihm gewährten Kredite nicht oder nicht vollständig vertragsgemäß zurückzahlen kann oder will. Allgemein ist das Kreditrisiko für Kreditinstitute die bedeutendste Risikoart. Außerhalb des Kreditwesens wird synonym vom Debitor gesprochen.
Bankbetriebliche Perspektive
Der bankbetriebliche Risikobegriff wird wegen der Interdependenzen und Überschneidungen innerhalb einzelner Risikoarten in der Literatur nicht einheitlich verwendet. Büschgen will den Begriff des Kreditrisikos auf das Bonitätsrisiko, also den insolvenzbedingten Ausfall eines Schuldners, eingeengt wissen. Für ihn umfasst das Kreditrisiko erst im weiteren Sinne auch die Eindeckungsrisiken etwa im Bereich der Termingeschäfte. Die Eingrenzung des Kreditrisikos auf Bonitäts- und Besicherungsrisiken des Kreditgeschäfts ist weit verbreitet. Eine herrschende Meinung besteht deshalb nur in Grundfragen der einzelnen Risikobegriffe, deren gegenseitige Abgrenzung ist jedoch bereits umstritten.
Der bankbetriebliche Begriff des Kreditrisikos ist umfassender als bei der bankaufsichtsrechtlichen Sichtweise und beschreibt mögliche Wertverluste, die durch eine Verschlechterung der Bonität des Schuldners oder gar durch dessen Zahlungsunfähigkeit entstehen. In dieser weiten Definition werden auch das Emittenten-, Beteiligungs- und das Besicherungsrisiko hiervon erfasst. Am weitesten ist in der Bankpraxis der Begriffsumfang des Kreditrisikos bei Sal. Oppenheim. Denn hier werden neben dem klassischen Kreditrisiko auch die Kontrahentenrisiken aus Handelsgeschäften sowie das Emittentenrisiko und das Länderrisiko als Adressenausfallrisiko verstanden.
Emittentenrisiko ist die Gefahr von Bonitätsverschlechterungen oder Ausfall eines Emittenten oder eines Referenzschuldners. Es entsteht durch den Kauf von Wertpapieren für den Eigenbestand der Kreditinstitute, bei Wertpapieremissions- und -platzierungsgeschäften (in der Phase der Syndizierung und des Underwritings) sowie bei Kreditderivaten mit einem Emittenten-Underlying (beim Credit Default Swap für den sog. Protection Seller). Betroffen sind neben den klassischen Schuldverschreibungen, Schuldscheindarlehen und Zertifikaten auch Aktienanleihen und Wandelanleihen jeweils mit ihrer Anleihekomponente.
Das Beteiligungsrisiko ähnelt dem Kreditrisiko, weil es aus der Gefahr besteht, dass die von einem Kreditinstitut eingegangenen Beteiligungen zu potenziellen Verlusten (aufgrund von Dividendenausfall, Teilwertabschreibungen, Veräußerungsverlusten oder Verminderung der stillen Reserven) aus bereitgestelltem Eigenkapital, aus Ergebnisabführungsverträgen (Verlustübernahmen) oder aus Haftungsrisiken (z. B. Patronatserklärungen) führen können. Das Beteiligungsrisiko erstreckt sich sowohl auf strategische Beteiligungen (im banknahen Bereich) als auch auf operative Beteiligungen (im Nichtbankensektor).
Das Besicherungsrisiko besteht aus der Gefahr, dass die zur Besicherung eines Kredits hereingenommenen Kreditsicherung während der Kreditlaufzeit teilweise oder ganz an Wert verlieren und deshalb zur Abdeckung der Kredite nicht ausreichen oder sogar überhaupt nicht beitragen können. Zur Verminderung dieses Besicherungsrisikos werden vom Wert der hereingenommenen Kreditsicherheiten durch Verwendung von Beleihungswerten und Beleihungsgrenzen prozentuale Abschläge (Haircuts) vorgenommen, durch die die Höhe der möglichen Kreditgewährung begrenzt wird. Rechtliche Risiken sind nicht Bestandteil des Besicherungsrisikos, sondern gehören zu den operationellen Risiken des allgemeinen Bankbetriebs.
Abgrenzungen zu anderen Risiken
Nicht mehr zum Kreditrisiko im engeren Sinne gehören bankbetrieblich die Länder- und Transferstopprisiken, die Kontrahentenrisiken und die Wiedereindeckungsrisiken. Hiernach wird das Länder- und Transferstopprisiko nicht den Kreditrisiken zugerechnet. Die Risikoarten Länder- und Transferstopprisiko, Kontrahenten- und Wiedereindeckungsrisiko werden in Kreditinstituten organisatorisch ganz anders überwacht und gesteuert als die Kreditrisiken im engeren Sinne. Insbesondere bei diesen Risikoarten werden Begriffsinhalte und –umfang in der Literatur sehr unterschiedlich verwendet. Mit entscheidend für die Abgrenzung und die Zuordnung dieser Teilrisiken ist deren Organisation der Steuerung und Überwachung in Kreditinstituten.
Länder- und Transferstopprisiko
Mit Kontrahentenrisiko wird das Risiko des Ausfalls eines professionellen Marktteilnehmers (Kontrahent; der Begriff dient in diesem Zusammenhang als Gegenbegriff zu Kunde) bezeichnet. Dies umfasst neben dem klassischen Kreditrisiko – beispielsweise aus Geldmarktgeschäften – insbesondere auch die Ausfallrisiken, die aus Derivatepositionen oder bei der Abwicklung von Finanztransaktionen entstehen.
Bei Derivatgeschäften besteht das sog. Wiedereindeckungsrisiko. Damit wird das Risiko bezeichnet, dass ein Geschäftspartner ausfällt, während ein mit ihm abgeschlossenes Derivatgeschäft wirtschaftlich einen positiven Wert hat. Der überlebende Geschäftspartner verliert den wirtschaftlichen Vorteil und muss ein etwaiges Ersatzgeschäfte (die Wiedereindeckung) zu für ihn ungünstigeren Konditionen vornehmen.
Um die Wiedereindeckungsrisiken zu verringern, vereinbaren professionelle Marktakteure Derivatgeschäfte normalerweise unter Rahmenverträgen, die Aufrechnungsvereinbarungen (engl. Netting Agreements) beinhalten. Bei Ausfall eines Partners werden die gegenseitigen Forderungen aus allen unter dem Rahmenvertrag abgeschlossenen Geschäften miteinander verrechnet, sodass das Wiedereindeckungsrisiko nur noch in Höhe des verbleibenden Restbetrages besteht. Darüber hinaus wird z. T. über sogenannte Besicherungsanhänge (engl. Credit Support Annexes) zusätzlich das wechselseitige Stellen von Sicherheiten vereinbart, um das Risiko weiter zu verringern.
Die Erfüllung fälliger Kassa- und Derivatgeschäften führt zu den sogenannten Abwicklungs- oder Settlementrisiken. Deren Charakter unterscheidet sich danach, wie die Abwicklung vorgenommen wird. Zur Risikominderung werden Geschäfte teilweise über eine Clearingstelle geleitet, die als Vertreter beider Parteien operiert und das jeweilige Geschäft erst dann Zug um Zug abwickelt (auch mit engl. „Delivery versus Payment“ bezeichnet), wenn beide Parteien die zur Abwicklung des Geschäfts notwendigen Vermögenswerte zur Verfügung gestellt (angeschafft) haben (sog. „Matching“). So nimmt eine Clearingstelle für Wertpapiere die Vermögensüberträge bei einen Wertpapierkauf erst dann vor, wenn der Käufer den Kaufpreis, der Verkäufer die Papiere bei der Clearingstelle angeschafft haben. Das Abwicklungsrisiko reduziert sich dann auf ein kurzfristiges Wiedereindeckungsrisiko: Fällt ein Kontrahent aus, muss der andere Kontrahent ebenfalls nicht leisten. Sein Risiko reduziert sich darauf, dass er ein Ersatzgeschäft abschließen muss und sich während der Abwicklungsfrist der Kurs zu seinen Ungunsten verändert hat.
Dieses Restrisiko kann praktisch ausgeschaltet werden, wenn zum Clearing ein zentraler Kontrahent tritt. Die Geschäftspartner leisten dann nicht mehr direkt aneinander. Vielmehr tritt der zentrale Kontrahent zwischen sie, der unabhängig vom etwaigen Ausfall eines Geschäftspartners erfüllt.
Wird nicht Zug um Zug abgewickelt, spricht man von einem „Franko-Valuta“- oder „Free-of-Payment“-Geschäft. Beide Kontrahenten initiieren den Erfüllung ihrer Verpflichtung unabhängig voneinander. Fällt währenddessen einer der Kontrahenten aus, kann sein, dass der andere bereits geleistet hat, er dafür aber keine Gegenleistung erhält (Erfüllungsrisiko). Bei Franko-Valuta-Geschäften besteht das Abwicklungsrisiko also im Wesentlichen in Höhe des zu leistenden Betrages, hat also eine viel größere Schadenshöhe als bei einer Zug-um-Zug-Abwicklung. Im Devisenhandel spricht man dabei auch vom Herstatt-Risiko.
Wiedereindeckungsrisiken aus Derivattransaktionen und Abwicklungsrisiken sind Begleiteffekte aus dem Bankgeschäft. Im Gegensatz zu z. B. den klassischen Kreditrisiken aus dem Firmenkundengeschäft werden diese nicht gezielt zur Ertragsgenerierung eingegangen. Vielmehr sind sie ähnlich wie operationelle Risiken eine unvermeidliche Folge aus dem Betreiben bestimmter Geschäftsaktivitäten.
Der Umgang mit Kreditrisiken ist für Kreditinstitute in Deutschland durch das Kreditwesengesetz sowie davon abgeleitete Verordnungen und Rundschreiben (insbesondere die Solvabilitätsverordnung (bzw. der Grundsatz I), die GroMiKV und die Mindestanforderungen an das Risikomanagement MaRisk) bankaufsichtlich geregelt.
Insbesondere befasst sich die Solvabilitätsverordnung (SolvV) eingehend mit Kreditrisiken und ordnet diese als Bestandteil der übergeordneten Adressenausfallrisiken ein. Nach § 4 Abs. 2 Satz 2 SolvV gehört zum Adressenausfallrisiko die Gefahr, dass ein Geschäftspartner nicht oder nicht fristgerecht an das Kreditinstitut leistet oder aufgrund der Nichtleistung eines Dritten eine Leistungsverpflichtung beim Institut ausgelöst wird. Diese weite Definition umfasst sowohl das Kreditrisiko aus Geldkrediten als auch aus der übernommenen Eventualhaftung eines Instituts (Avalkredite). Außerdem werden hierunter die finanziellen Risiken der Institute aus ihren Beteiligungen subsumiert, wie in § 4 Abs. 2 Satz 2 SolvV klargestellt wird.
Adressenausfallrisiken ist ein bankaufsichtsrechtlicher Oberbegriff, der außer dem Kreditrisiko auch das Länder- und Transferrisiko sowie das Kontrahentenrisiko umfasst. Die unter den Adressenausfallrisiken zusammengefassten Risikobestandteile Kreditrisiko, Länder- und Transferrisiko sowie Kontrahentenrisiko sind Begriffe aus der Bankbetriebslehre, die das Bankaufsichtsrecht nur teilweise oder gar nicht übernommen hat.
Unter Abwicklungsrisiken versteht das Gesetz (§ 4 Abs. 2 Satz 4 SolvV) die nach Ablauf eines Erfüllungszeitpunktes beiderseitig nicht erfüllten Geschäfte, aus denen Wertveränderungen der gehandelten Finanzinstrumente resultieren können. Als sog. Vorleistungsrisiko wird in § 14 Abs. 1 SolvV das Erfüllungsrisiko beschrieben, bei dem das Gegengeschäft des anderen leistungspflichtigen Vertragspartners noch nicht erfüllt ist, aber das Institut selbst bereits vertragsgemäß geleistet hat. Der Unterschied zwischen Abwicklungs- und Vorleistungsrisiken besteht also darin, ob beide Vertragspartner (noch) nicht geleistet haben, obwohl sie zur Leistung verpflichtet waren (Abwicklungsrisiko) oder ob lediglich ein Partner seiner Leistungspflicht nicht nachgekommen ist (Vorleistungsrisiko). Außerdem wird das Vorleistungsrisiko gesetzlich auf das Handelsbuch begrenzt, während sich das Abwicklungsrisiko auch auf das Anlagebuch eines Instituts erstreckt.
Schließlich wird unter dem Adressenausfallrisiko auch das Länder- und Transferstopprisiko subsumiert, ohne dass dieser Begriff im Gesetz vorkommt. Hierzu stellt § 9 Abs. 1 Satz 3 SolvV lapidar fest, dass aus einem Geschäft auch mehrere Adressenausfallrisikopositionen entstehen können. Damit ist auch gemeint, dass ein Kredit an einen Kreditnehmer mit Rechtssitz im Ausland zunächst ein Kreditrisiko darstellt, aber darüber hinaus auch Länder- und Transferstopprisiken die Kreditrückzahlung ganz oder teilweise verhindern können. Das ist sowohl isoliert (entweder der Kreditnehmer ist insolvent, obwohl keine Länderrisiken bestehen oder umgekehrt) als auch kumulativ (Kreditnehmer ist insolvent und es besteht ein Transferstopp) denkbar.
Mehrere Adressenausfallrisikopositionen entstehen auch bei Wandelanleihen, wie die BaFin in der Antwort auf eine Anfrage klarstellt. Danach bestehen Wandelanleihen mit Wandlungsrecht des Gläubigers („Convertibles“) aus einer bilanziellen Adressenausfallrisikoposition nach § 10 SolvV im Hinblick auf ihre Anleihenkomponente und einer derivativen Adressenausfallrisikoposition nach § 11 SolvV in Bezug auf die Optionskomponente.
Ein wesentlicher Unterschied zwischen der bankbetrieblichen und bankaufsichtsrechtlichen Systematik besteht beim Besicherungsrisiko. Darunter wird die Gefahr verstanden, dass die zur Besicherung eines Kredits hereingenommenen Kreditsicherheiten während der Kreditlaufzeit im Wert teilweise oder ganz verfallen können und deshalb nicht mehr ausreichen, um damit die Kreditforderung abzudecken. Dieses Besicherungsrisiko wird bankaufsichtlich als Kreditrisikominderungstechnik behandelt, die nicht Bestandteil des Adressenausfallrisikos ist. Etwaige rechtliche Risiken, dass die Kreditsicherheit aus rechtlichen Gründen nicht verwertbar sein könnte, sind auch aufsichtsrechtlich nicht Bestandteil des Besicherungsrisikos, sondern werden den operationellen Risiken nach § 269 Abs. 1 Satz 2 SolvV zugeordnet. Falls sich das Besicherungsrisiko verwirklicht, gehören die nicht durch Verwertungserlöse der Sicherheiten gedeckten Kreditteile zum Kreditrisiko. Ist ein Institut aus rechtlichen Gründen an der Verwertung einer Kreditsicherheit gehindert, so sind die Verluste hieraus den operationellen Risiken zuzuordnen.
Das Kreditrisiko von einzelnen Kreditengagements wird häufig mit drei Kennzahlen charakterisiert, die auch in der Basel II (siehe auch Mindesteigenkapitalanforderungen für Kreditrisiken) eine zentrale Rolle spielen. Dies sind:
Die Ausfallwahrscheinlichkeit (Wahrscheinlichkeit, dass der Schuldner ausfällt), normalerweise mit PD von englisch “Probability of Default” bezeichnet,
die erwartete Höhe der Forderung zum Zeitpunkt des Ausfalls (EaD nach von englisch “Exposure at Default”, im Grundsatz I auch als Kreditäquivalenzbetrag bezeichnet),
Das EaD umfasst aktuelle Außenstände sowie voraussichtliche zukünftige Inanspruchnahme durch den Kreditnehmer. Er ist bei Kreditlinien und Kontokorrentkrediten von besonderer Bedeutung, da die Erfahrung lehrt, dass Kreditlinien bei Ausfall häufig höher ausgelastet als im Normalfall oder gar Überziehung sind.
Der LGD gibt an, welcher Anteil des Forderungsbetrags bei Ausfall voraussichtlich verloren ist. Zentrale Faktoren, welche den LGD beeinflussen, sind die Art und der Grad der Kreditsicherung und die Rangstellung der Forderungen. Ein hoher Besicherungsgrad und eine große Werthaltigkeit der Sicherheit beeinflussen den LGD positiv. Bei nachrangigen Forderungen ist der LGD tendenziell höher.
Bei der Messung, Steuerung und Überwachung des Kreditrisikos werden die bankbetriebliche und aufsichtsrechtliche Perspektive weitgehend zusammengeführt. Insbesondere die SolvV und die MaRisk geben konkret die Anforderungen, Instrumente und Ziele vor, die eine einheitliche Steuerung der Kreditrisiken bei den Kreditinstituten ermöglichen sollen. Ziel der Kreditrisikosteuerung ist die jederzeitige Erfüllung der aufsichtsrechtlich geforderten Risikotragfähigkeit eines Kreditinstituts. Die Risikotragfähigkeit eines Kreditinstituts wird maßgeblich von seiner Fähigkeit bestimmt, Vermögens- oder Ergebniseinbußen aufgrund von Risikoeintritten ohne Bestandsgefährdung und ohne schwerwiegende negative Auswirkungen auf seine Geschäftsmöglichkeiten (Entwicklungsbeeinträchtigung) auszugleichen.
In diesem Sinne können unter Kreditrisikomanagement sämtliche Vorkehrungen zur Erfassung, Zusammenführung und Bewirtschaftung der mit Kreditgeschäften verbundenen Risiken verstanden werden. Die Abbildung der Auswirkungen von Risikoeintritten, der daraus resultierenden Verluste, der für die Risikoübernahme erhaltenen Entgelte sowie der Bewertungsgewinne und –verluste erfolgt dann im Jahresabschluss (Rechnungslegung).
Ermittlung der Kreditrisiken
Das Kreditrisiko eines Instituts wird zunächst durch adäquaten Einsatz von geeigneten Ausleseverfahren aus dem gesamten Datenbestand identifiziert und dann durch Zusammenfassung der einzelnen Risikobeiträge quantifiziert, damit es als Teil des Gesamtrisikos die Grundlage für die Ermittlung der Risikotragfähigkeit bilden kann. Das Kreditrisiko wird mit Hilfe von Kennzahlen in Kredit-Ratings gemessen: Je schlechter das Rating ausfällt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls. Bei einer risiko-orientierten Bepreisung müssen Kreditnehmer mit schlechtem Rating Aufschläge auf den Kreditzins als Risikoprämie bezahlen.
Die Risikosteuerung umfasst alle geplanten oder ergriffenen Maßnahmen zum Umgang mit den identifizierten und analysierten Risiken. Eine der wichtigsten – impliziten – Anforderungen der SolvV ist die einheitliche Bezugsgröße „Kreditnehmer“, auf die der Steuerungsprozess zu fokussieren ist. Ausdrücklich und ausführlich geregelt sind dann indes die Ratingverfahren und –prozesse, die eine Klassifizierung der Kreditnehmer in bestimmte Risikokategorien vorschreiben. Diese Risikoklassen werden sodann mit abgestuften Ausfallwahrscheinlichkeiten versehen. Anhand der ermittelten Ausfallwahrscheinlichkeiten lassen sich dann die gesamten Kreditrisiken aufteilen in verschiedene Ratingstufen, wobei die Institute im Rahmen der Steuerung auch darauf abzielen, die Anteile der schlechter bewerteten Risiken am Gesamtportfolio zu vermindern.
''Limitsteuerung'':
''ökonomisches Kapital (Economic Capital)'':
''erwarteter Verlust (Expected Loss)'':
''Stresstests'':
Die Messung und Bewertung der Kreditrisiken kann um Stresstests erweitert werden. Hiermit kann der Einfluss von hypothetischen Änderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf das gesamte oder einen Teil des Kreditportfolios simuliert werden. Dadurch werden auch die sich hieraus ergebenden Änderungen im Hinblick auf die Ratingveränderungen des Kreditportfolios und somit auf die Kernkapitalquote eines Kreditinstituts sichtbar.
Auswirkungen auf die Kreditgewährung
Bröder, Thorsten M.: ''Risiko-Management im internationalen Bankgeschäft. Eine holistische Analyse unter besonderer Berücksichtigung der Steuerung und Kontrolle'', Reihe "Bank- und finanzwirtschaftliche Forschungen", Band 375, ISBN 3-258-07078-4 , Bern/Stuttgart/Wien: 2006, Haupt Verlag AG.
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