Source: http://www.fischer-zim.ch/text-pcssa/t-ga-H9-System-Swiss-DRG-0003.htm
Timestamp: 2013-05-21 10:28:23
Document Index: 282666869

Matched Legal Cases: ['Art. 49', 'Art. 46', 'Art. 49', 'Art. 49', 'Art. 51', 'Art. 41', 'Art. 39', 'Art. 58', 'Art. 39', 'Art. 58', 'Art. 39', 'Art. 58', 'Art. 22']

Z I M - DRGs und verwandte PCS - H.9:
SwissDRG (Schweiz)
SwissDRG – Swiss Diagnosis Related Groups.
Kapitel H.9
Letzte Ergänzung: 31.10.2012
H.9 aus:
< H.8 SQLape (Schweiz)
> I ANHANG
Querverweise » SwissDRG-Tabellen mit Vorjahresvergleichen
» Von APDRG-CH zu SwissDRG
» Gesucht: Ein DRG-System für die Schweiz
» DRG-System-Eigenschaften
» AP-DRG-Schweiz
» G-DRG (Deutschland)
Zur SwissDRG-Entwicklungsgeschichte
H.9.6.A
H.9.6.B
2012 – SwissDRG-System 1.0: Adaptation von GDRG 2008
H.9.6.C
2013 – SwissDRG-System 2.0: Weitere Lokalisierung und Verselbständigung
H.9.11
H.9.12
Art. 49 Abs. 1 KVG.
Verhandlungspartner für «Tarifverträge»
sind Versicherer und Kranken­häuser oder deren Verbände.
Die Tarifverträge sind durch die Kantone,
bei Bedarf durch den Bundesrat zu genehmigen.
(Art. 46 Abs. 1 und 4 KVG)
Kranken­haus­finan­zierung mit schweizweit einheitlicher Tarifstruktur1
und in Einzelverträgen auszuhandelndem Basispreis.2
Nicht übersetzbare Codes sind im Gruppierungsalgorithmus
mit «XX.CH» eingetragen.
Eine SwissDRG der Version 1.0, die nicht erzeugt wird,
ist z. B. K77Z
(«Komplexbehandlung bei multiresistenten Erregern
bei endokrinen, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten»).
– SwissDRG [SwissDRG 1.0 Band 1, 2011]: 16.
Das SwissDRG-System ist eine helvetisierte Version
des GDRG-Systems mit gut 1000 DRGs.
Es gibt SwissDRGs, welche aufgrund der Codes nicht erzeugt werden
können, da vereinzelte deutsche Proze­duren­codes (aus OPS-301)
keine Entsprechung unter den schweizerischen Proze­duren­codes
(CHOP) haben.3
Es gibt – anders als im GDRG-System –
nur vereinzelte Zusatz­entgelte.
Aus dem GDRG-System
stammende Besonderheiten: Differenziertes DRG-System.
Pro Basis-DRG gibt es bis zu 8 CC-Kategorien
(«A» bis «H»).
Zwar sind Basis-DRGs benennbar;
da das Konzept jedoch nicht konsequent angewandt wird,
sind sie nur beschränkt nutzbar.
Die DRG-Codes widerspiegeln nicht mehr
DRG-Inhalte sind zum Teil komplex und schwer nachvollziehbar.4
Aus dem ARDRG-System
stammende Besonderheiten: Die CC-Einstufung pro Behand­lungs­fall wird aufgrund aller vorhandenen Diagnosen berechnet.
Dazu wird die «Klinische Fallkomplexität»
(PCCL = «Patient Clinical Complexity Level»)
anhand der CCL-Matrix
die CC-Stufe (= CCL = «Complication and Comorbidity Level»)
Tafel 1: Abkürzungen zum SwissDRG-System
Complication and Comorbidity Level
Groupes de patients hospitalisés
HCFA-DRG
Diagnosis Related Groups der Health Care Financing Administration
Vereinigung Schweizerischer Krankenhäuser
Die Helvetisierung ging ursprünglich aus vom GDRG-System 2006;
SwissDRG 1.0 basiert auf dem GDRG-System von 2008.
– SwissDRG [SwissDRG 1.0 Band 1, 2011]: xi.
Die GDRG-Ent­wick­lung begann 2003 auf der Basis des australischen
AR-DRG-Systems.
Adaptation des GDRG-Systems
des GDRG-Systems mit gut 1000 DRGs.5
Ziel dabei war es nicht, ein GDRG-kompatibles System zu schaffen,
sondern ein angepasstes DRG-System, mit dem die Schweizer Akut­behandlungen
abgebildet und gewichtet werden können, möglichst ohne auf landesexterne
Daten zugreifen zu müssen.
Im DRG-Code ist der Schwere­grad aus dem vierten Zeichen,
einem Buchstaben («A», «B», usw.) ersichtlich.
Der Code von SwissDRGs ohne explizit definierte Schwere­grad­kategorien
endet mit einem «Z».
Nicht alle Basis-SwissDRGs sind nach Schwere­grad der Neben­dia­gnosen
unterteilt. Aber wenn dies der Fall ist, dann wird
wie bereits im ARDRG-System nicht nur die
schwerwiegendste, sondern jede Neben­dia­gnose
nach ihrer Ressourcenintensität gewichtet.
Die Aggregation der Gewich­tungen der Neben­dia­gnosen führt
zur DRG-spezifischen Schwere­grad-Kategorie.6
http:// www.sqlape.com /.
Vgl. auch http:// www.fischer-zim.ch / text-pcssa / t-ga-H8-System-SQLape-0003.htm.
http:// www.lpz-um.eu / che / lpz / allgemein /.
Vgl. ANQ Messplan 2011–2015 in:
ANQ [2011]: 25 (Anhang 7).
Parallel zur Einführung der Vergütung nach SwissDRGs
wird die Qualität
von der Organisation ANQ («Nationaler Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken»)
Dabei werden u. a. die potentiell vermeidbaren Zweitoperationen
und die potentiell vermeidbaren Rehospitalisierungen mit
dem System SQLape7 ermittelt.
Ausserdem gibt es eine Prävalenzmessung (der Pflege)
zu Sturz und Dekubitus mit dem niederländischen System
"Landelijke Prevalentiemeting Zorgproblemen" (LPZ)8.
Weitere Themen für das Jahr 2011 sind postoperative Wundinfektionen
und Patientenzufriedenheit.9
Kostendeckung inkl. Investitionskosten
Angestrebt wird eine Kostendeckung von 100 %,
d. h. die Vergütungspauschalen sollen auch die Anlagekosten abdecken.
Infolge unter­schied­licher Kosten­kalkulation und Datenqualität
wird vorerst ein prozentualer Zuschlag zur Deckung der Anlagekosten
Bezahlt wird nach der An­zahl Fälle; eine Defizitgarantie entfällt.
Gemäss Gesetz gehört
zu den gemeinwirtschaftliche Leistungen
nebst Forschung und Lehre
insbesondere auch «die Aufrechterhaltung von Spitalkapazitäten
aus regionalpolitischen Gründen».
Art. 49 Abs. 3 KVG.
. . . exkl.
In der pauschalen Vergütung nicht enthalten sind
Kostenanteile für gemeinwirtschaftliche Leistungen,
u. a. Forschung und Lehre.10
(Art. 49a Abs. 2 KVG).
Bisher lag der minimale Kantonsanteil bei 50 %
der anrechenbaren Betriebskosten,
d. h. die Anlagekosten wurden bisher se­pa­rat finanziert:
bei öffentlichen Krankenhäusern vom Kanton, bei Privatkrankenhäusern
durch sie selbst.
Für Kantone mit Anteilen unter 55 % gilt ab 2012
eine Übergangsfrist von fünf Jahren.
Der Kantonsanteil kann auch als Gesamtbetrag
(z. B. in Form eines Globalbudgets) festgelegt werden.
(Art. 51 Abs. 1 KVG).
Art. 41 Abs. 1bis KVG.
Art. 39 Abs. 1 lit. e KVG; Art. 58e KVV.
Art. 39 Abs. 1 lit. d KVG; Art. 58b KVV.
Art. 39 Abs. 2 KVG; Art. 58d KVV.
Art. 22a KVG.
SwissDRGs als Teil der neuen Spitalfinanzierung
Die Einführung der SwissDRGs sind Teil der Reform der Spitalfinanzierung,
die schrittweise ab 2009 in Kraft trat. Die Finan­zierung ist weiterhin dual, d. h. die Vergütung wird
aufgeteilt zwischen Krankenkassen und Kantonen.
Die Kantone haben mindestens 55 % der Vergütungen
sie können ihren Anteil auch höher ansetzen.11
Der Kantonsanteil wird neu auch bei Behand­lungen in Privatspitälern
Privatversicherungen haben infolgedessen bei Privat- und Halbprivatpatienten
nur die Zusatz­leistungen gegenüber den obligatorisch (gemäss KVG)
versicherten Leistungen zu übernehmen.
Die Versicherten können sich neu auch ausserhalb des Wohnkantons
in einem auf der «Spitalliste» aufgeführten Kranken­häuser
Es werden aber höchstens Kosten in der Höhe des Tarifs des Wohnkantons
übernommen.12
Die kantonalen Spitallisten13 müssen überarbeitet werden.
Die kantonalen Spitalplanungen14 sind zu koordinieren.15
Vom BFS sollen Daten zur
Beurteilung von Wirtschaftlichkeit und Qualität
erhoben werden.16
Für SwissDRG 1.0 werden die für das Jahr 2009 gültigen Versionen
benötigt: ICD-10-GM 2008 und CHOP 11.
Im Jahr 2011 ist ICD-10-GM 2010 und CHOP 2011 anzuwenden.
(Dies ist die erste CHOP-Version,
die mit der neuen Versionsnummeriung bezeichnet ist.)
Diagnosen werden mit der deutschen ICD-10-GM
und Prozeduren mit dem schweizerischen CHOP codiert.17
Die für SwissDRG 1.0 und die Jahre 2009 und 2010 gültige
CHOP Version 11.0
umfasste 3552 vier-, 53 fünf- und 375 sechsstellige Codes.
Um die Gruppierungsalgorithmen aus dem GDRG-System übernehmen zu können,
wurde die ursprünglich vierstellige Schweizerische Operationsklassifikation (CHOP)
wo nötig auf sechs Stellen erweitert.18
Tafel 2: Codie­rungs­systeme im SwissDRG-System
Paccaud et al. [DRG, 1990];
Schweiz. Arbeitsgemeinschaft PCS [PCS-Projekte, 1994].
Fekete et al. [GPH, 1991]
Depelteau [Finan­zierung VD, 1995],
zitiert in: Fischer [PCS, 1997]: 207 f.
Erste DRG-Test in den 80er-Jahren
Bereits in den späten 80er-Jahren wurden in der Schweiz
die ersten DRG-Studien durchgeführt.19
Im Kanton Waadt wurde ein System namens «Groupes de patients hospitalisés» (GPH)
publiziert und getestet.
Es basierte auf den 470 HCFA-DRGs der Version 2.
Weil in kleineren Krankenhäusern viele DRGs schlecht belegt waren,
wurde die An­zahl DRGs zunächst auf 119 reduziert
und später auf 260 gesetzt.20
http:// www.apdrgsuisse.ch /.
Vgl. Krüger [2001];
APDRG-CH [TAR APDRG, 2001].
Verein APDRG-Schweiz
1998 formierte sich
unter dem Namen «Verein APDRG-Schweiz»21
eine privat organisierte Gruppe von Kranken­häusern, Versicherern und Kantonen,
die sich die Einführung des APDRG-Systems
in der Schweiz zum Ziel setzte.
Sie machte Übersetzungen und Anpassungen der APDRG-Version 12.0,
berechnete Kosten­gewichte aufgrund der Daten der Kranken­häuser
und publizierte im Jahr 2001 erstmals auch ein
Handbuch zur (potenziellen) Tarifierung unter APDRG.22
Das APDRG-System verbreitete sich in der Folge und wurde in mehre­ren
Kantonen auch zur Budgetierung oder Finan­zierung verwendet.
Das GDRG-System befand sich nicht direkt
unter den evaluierten Systemen,
da die Schweizer Daten nicht damit gruppiert werden konnten
und da man davon ausging, dass das GDRG-System ein modifiziertes
ARDRG-System war.
Allerdings war das GDRG-System schon damals im Begriff,
sich zu einem eigenständigen System zu entwickeln.
Vgl. Fischer [Relative klinische Homogenität, 2005]: 17 f.
Vgl. zur Systemwahl auch: Schenker [Grouper-Wahl, 2005]. Entscheid für das GDRG-System
Nach einer Evaluation von sechs Patienten­klassifi­kations­systemen
entschieden sich die Schweizer Tarifpartner Ende 2005,
das GDRG-System
als Basis für ein schweizweites Tarifierungssystem
zu verwenden.23
Vgl. SwissDRG [Gründung SwissDRG AG, 2008].
SwissDRG-Pauschalen ab 2012
Anfangs 2008 wurde die gemeinnützige Aktiengesellschaft
«SwissDRG AG»
zur Systemanpassung und -entwicklung
von schweizerischen Krankenhaus-Pauschaltarifen
gegündet.24
Die folgenden Informationen stammen haupt­sächlich aus:
SwissDRG [SwissDRG 1.0 Band 1, 2011] ff;
Hergeth/Schmidt [SwissDRG1-Ent­wick­lung, 2011];
Vuilleumier/Weber [SwissDRG1-Datengrundlagen, 2011].
Nach einem umfangreichen «Helvetisierungsprozess»
des deutschen GDRG-Systems
wurde im Mai 2011 das SwissDRG-System der Version 1.0
publiziert.25
Ab dem Jahre 2012 wurde es zur Vergütung eingesetzt.
Zur DRG-üblichen einheitlichen Liste von Kosten­gewichten können
individuelle, Einzelvertrags-bezogene Basispreise ausgehandelt werden.
Es gibt 3 bewertete Zusatz­entgelte für Dialyseleistungen
sowie je ein unbewertetes Zusatz­entgelt
für «Kunstherzen»
für Behand­lungen von Hämophilepatienten mit Blutgerinnungsfaktoren.
Für die total 1052 (1134) DRGs in SwissDRG-Version 1.0 (0.3) wurden
804 (567) Kosten­gewichte aufgrund von Schweizer Kostendaten kalkuliert,
232 (511) deutsche Kosten­gewichte «helvetisiert»
und 16 (56) SwissDRGs unbewertet gelassen.
Die «Helvetisierung» umfasste: Die Verwendung der schweizerischen Operationskataloges CHOP.
Eine Überarbeitung der CCL-Matrix.
Der Aufbau einer schweizerischen Liste von Zusatzentgelten.26
Der Zusammenzug («Kondensation», s. u.) von DRGs mit ähnlichem
Helvetisierte Kosten­gewichte:
Die Verwendung von angepassten deutschen Kosten­gewichten
für schwach und nicht besetzte SwissDRGs.27
Die Zusammenlegung von zwei oder mehre­ren aufwandähnlichen DRGs wurde «Kondensation» genannt.
Beispiele aus SwissDRG 1.0 sind: Die DRGs E36Z, G36Z, H36Z, I26Z, L36Z, R36Z wurden zu­sammen­gefasst
zu A36A («Intensivmedizinische Komplexbehandlung
> 1104 Aufwandspunkte bei bestimmten Krankheiten und Störungen»)
und A36B («Intensivmedizinische Komplexbehandlung
> 552 Aufwandspunkte bei bestimmten Krankheiten und Störungen»).
Es wurde eine neue SwissDRG A93Z eingeführt,
in welcher MDC-übergreifend definiert ist:
«Strahlentherapie, mehr als 8 Bestrahlungen,
ausser bei Krankheiten und Störungen des Nervensystems».
Dies ermöglichte die Aufhebung der DRGs
D19Z, E08B, G17A, G17B, H15Z, I39Z, J17Z, M10A, N15Z, R05Z, R06Z.
BasisGDRG (2008) A13: «Beatmung >&NBSP;95 und <&NBSP;250&NBSP;Stunden».
GDRG (2009) Q02B: «Verschiedene OR-Prozeduren bei Krankheiten
des Blutes, der blutbildenden Organe und des Immunsystems
ohne äußerst schwere CC, Alter < 6 Jahre».
Beispiele von weiteren Anpassungen: Pädiatrie:
Weil die pädiatrischen Behand­lungen in Basis-GDRG A1328
mit einem Split bei «Alter < 16 Jahre» aufgewertet wurden,
wurde der Split «Alter < 6 Jahre» aus GDRG (2008) Q02B29
in SwissDRG (1.0) Q02B zu «Alter < 16 Jahre» verschoben.
Informationen der SwissDRG_AG, notiert anlässlich
der 4. Informationsveranstaltung SwissDRG vom 28.6.2011 in Bern.
Vgl. dazu auch Fischer [Grafiken zur PCS-Beurteilung, 2008].
Vgl. dazu auch Fischer [DRG+Pflege, 2002].
Geplante Entwicklungsschwerpunkte Ins Auge gefasste Entwicklungsschwerpunkte für SwissDRG 2.0 waren:30 Definition «Früh-Rehabilitation»,
die in allen Sprachregionen anerkannt wird.
Pädiatrische DRGs.31
Einbezug von Aussagen der Pflege.32
Verbesserung der Kostendatengrundlage:
evtl. Zertifizierung der Kosten­träger­rechnung in den Kranken­häusern.
SwissDRG [SwissDRG2-Ent­wick­lung, 2012] und
SwissDRG [SwissDRG 2.0 Band 1, 2012] ff.
Von SwissDRG 1.0
zu SwissDRG 2.0
Das SwissDRG-System 2.0 wurde nochmals einen Schritt weiter
vom zu­grunde­liegenden GDRG-System gelöst
und an die schweizerischen Versorgungsstrukturen angepasst.33
um -61 Gruppen
auf 991 SwissDRGs.
(973 davon sind mit Kosten­gewichten bewertet.)
Diese deutliche Reduktion entstand insbesondere
deshalb, weil eine Reihe von aufwandsähnlichen DRGs zu einzelnen DRGs
zusammengelegt («kondensiert») wurden.
Einzelne DRGs wurden auch – wegen zu geringer Fallzahlen,
zu kleinen Kostenunterschieden bei Splits
oder zu undeutlichen Splitbedingungen (z. B. «PCCL > 2»)
– entfernt. –
Es sind 5 Zusatzentgelten definiert.
(3 davon sind bewertet.)
Diagnosen nach ICD-10-GM 2008,
Prozeduren nach CHOP 11.
Für SwissDRG 1.0 (Datenjahr 2009) lieferten 42 Kranken­häuser
Kosten- und Leistungsdaten,
für SwissDRG 0.3 (Datenjahr 2008) 34 Krankenhaüser.
Die medizi­nischen Daten34
standen von allen 161 Schweizer Akutkrankenhäusern zur Verfügung.
Kosten- und Leistungsdaten zum Datenjahr 2010
hatten 50 Kranken­häuser geliefert.35
Die Bezugs­grösse für SwissDRG 2.0 beträgt SFr. 8'953.
Für SwissDRG 1.0 betrug sie SFr. 8'860.
Der Verwaltungsrat der SwissDRG AG hat am 7.9.2012 beschlossen,
einen «Normkostenzuschlag»
zur Abgeltung der Anlagenutzungskosten von 11 %
für 2013 (und 12 % für 2014)
«des jeweiligen Basispreises»
beim Bundesrat zu beantragen.
http:// www.swissdrg.org / de / 07 _ casemix _ office / Beschluesse _ des _ VR.asp [2012-09].
Vgl. SwissDRG [SwissDRG2-Ent­wick­lung, 2012]: 33. –
Problematisch ist die Kalkulation allein auf der Basis von Schweizer
Daten insbesondere bei komplexen SwissDRGs,
denn sie sind aus klinischer Sicht oft recht inhomogen,
und für DRGs, die in Deutschland zwar ordentlich,
in der Schweiz aber völlig ungenügend belegt sind.
Der «Helvetisierungsfaktor» lag für das
SwissDRG-System 2.0 bei 2.08.
Für das SwissDRG-System 1.0 lag er bei 1.86.
Wesentliche Änderungen von SwissDRG-System 1.0
zu SwissDRG-System 2.0 waren: Die von den DRG-Zusammenlegungen haupt­sächlich betroffenen Haupt­kate­gorien
waren die Prä-MDCs (-17 DRGs),
Neu­gebo­rene (-11 DRGs)
sowie Hämatologische und solide Neubildungen (-10 DRGs).
Als Bezugs­grösse für die Berechnung der Kosten­gewichte
(= Kosten für Kosten­gewicht 1.0)
wurden nicht mehr wie bei SwissDRG 1.0
die durch­schnitt­lichen kalkulierten Kosten
aller Behand­lungs­fälle (ohne Ausreisser) verwendet.
Die neue Bezugs­grösse wurde so gewählt, dass die Gesamtcasemix für
die Daten aus dem Jahr 2010, gruppiert mit SwissDRG 2.0 gleich hoch wird
wie bei einer Gruppierung nach SwissDRG 1.0.36
Anlagenutzungskosten wurden zwar erhoben,
der Anteil an den Gesamt­kosten variierte aber so stark,
dass entschieden wurde,
einen Normkostenzuschlag von 11 % vorzuschlagen.37
Um die (m. E. problematische) Vorgabe des Bundesrates, dass die
Kosten­gewichte schnellstmöglich allein aufgrund von Schweizer Daten
kalkuliert werden sollen,38
umzusetzen, wurde die An­zahl «helvetisierter» Kosten­gewichte
von 232 auf 161 reduziert.39
SwissDRG (2.0) A01A: Lebertransplantation mit Beatmung > 59 Stunden oder mit Transplantatabstossung oder mit bestimmter anderer Organtransplantation.
Dazu wurden die Codes für «Totale Resektion von Karpalia
und Metakarpalia» aus der Basis-DRG I20
(«Eingriffe am Fuss»)
In SwissDRG 1.0 sind die GDRGs der Version 2008 übernommen worden;
ab GDRG 2009 gab es dann F03A bis F03F.
Eine weitere Umcodierung erfolgte u. a.
bei den Herzschrittmacher-Implantationen:
F12Z, F24A, F24B, F25Z, F40Z wurden zu F12A bis F12E umcodiert.
(In GDRG 2008 war auch F25 noch gesplittet;
in GDRG 2009 gab es F12A bis F12H;
in GDRG 2012 gibt es F12A bis F12I.)
Beispiele von weiteren Änderungen: Multiviszeraltransplantationen zusammen mit einer Lebertransplantation
sind neu explizit definiert (A01A).40
Unlogische Zuord­nungen wurden korrigiert.
Zum Beispiel wurden Eingriffe an der Hand nicht mehr Fuss-DRGs zugeordnet.41
Es erfolgten einige sachlogische Zusammen­fassungen von Basis-DRGs.
(Dies geschah oft in Anlehnung an die GDRG-Systeme 2009 und 2010.)
Zum Beispiel wurden die Herzklappeneingriffe mit Herz-Lungen-Maschine, die als
F03Z, F04Z, F07Z, F11A, F11B und F22Z definiert waren,
in F03A bis F03E42
zusammengezogen.43
Nebst Kosten für universitäre Lehre und Forschung sowie Anlagenutzungskosten
wurde nun auch der Mehraufwand der
Honorarkosten für die privaten und halbprivaten Fälle
aus den anrechenbaren Kosten ausgeschieden.
Vgl. SwissDRG [SwissDRG2-Ent­wick­lung, 2012]: 27+71.
Geplante Entwicklungsschwerpunkte
Ins Auge gefasste Entwicklungsschwerpunkte für SwissDRG 3.0 sind:44 Einbezug der Kosten- und Leistungsdaten aller Akutkrankenhäuser.
(Bisher waren nur die vom BFS erhobenen
medizi­nischen Falldaten von allen Akutkrankenhäuser verfügbar.)
Obligatorische Statistik zu teuren Medikamenten und Blutprodukten.
Unter­schei­dung der Kostenstellen «Operationssaal»
und «Anästhesie».
Möglichst eigenständige Weiter­entwick­lung.
(Ab 2014 voraussichtlich
ohne Unterstützung der GDRG-Entwickler des InEK.)
Anregungen zum CHOP:
Unter­schei­dung zwischen offenen und interventionellen chirur­gischen
Unter­schei­dung von Prozeduren mit und ohne Operationssaalbenutzung.
Tafel 3: Haupt­kate­gorien (MDCs) im SwissDRG-System
Tafel 4: An­zahl SwissDRGs
An­zahl Basis-Swiss-DRGs
An­zahl SwissDRGs
Anteil gemein­samer SwissDRG-Codes mit Vorjahr
Bewertete Swiss-DRGs
Helvetisierte Kosten­gewichte
Bewertete Zusatz-Entgelte
An­zahl kalk. Spitäler
An­zahl Fälle für Grouper-Ent­wick­lung
510'939
499'564
Australischer Algorithmus
Wie bereits im ARDRG-System wird die Schwere­grad­kategorie
aufgrund aller vorhandenen Neben­dia­gnosen berechnet.
Details zum Ablauf dieser Zuord­nung
sind in der ARDRG-Beschreibung
Tafel 5: An­zahl SwissDRGs nach Schwere­grad­kategorien
An­zahl Basis-SwissDRGs
Bei die MDCs 05 und 08 kann die Partition nicht aus dem DRG-Code
Das Numme­rie­rungs­system der SwissDRGs
ist aus dem GDRG-System be­kannt
und wurde ursprünglich für das ARDRG-System entwickelt: Das erste Zeichen steht für die Haupt­kate­gorie
(MDC = Major Diagnostic Category): Codes A bis Z, sowie 9 (für nicht klassierbare Behand­lungs­fälle).
Die nächsten zwei Zeichen stehen für die Basis-SwissDRG
(«Adjacent DRG»).
Daraus kann oft auch abgelesen werden,
in welcher Sub-MDC («Partition») sich eine SwissDRG befindet.
– Die Codes
01-39 bezeichnen normalerweise45chirur­gische SwissDRGs.
Die Nummern 40-59 werden für SwissDRGs zu Fällen
mit nicht operativen Prozeduren
verwendet (z. B. für Endoskopien an Verdauungsorganen).
Unter den Codes 60-99 sind die medizi­nischen SwissDRGs zu finden.
Mit dem vierten Zeichen werden die Ver­feine­rungen nach CC und/oder Alter bezeichnet. Die Codes «A» bis «H» stehen (in den meisten Fällen)
für die Rangfolge bezüglich der Ressourcenintensität.
«Z» wurde verwendet, wenn die Basis-SwissDRG nicht
weiter unterteilt wurde.
Tafel 6: Erstes SwissDRG-Beispiel: E66A (SwissDRG 1.0 und 2.0)
Schweres Thoraxtrauma mit komplizierender Diagnose
Haupt­kate­gorie E
Medizi­nische Basis-SwissDRG «E66»
Schwere­grad­kategorie «A»
hier: mit komplizierender Diagnose
Basis-DRGs wurden auch «Adjacent DRGs» genannt.
– Vgl. Fischer [DRG+Pflege, 2002]: 31+199.
Verwässerte Basis-DRGs:
Bereits im Verlaufe der Ent­wick­lung des GDRG-Systems
ist das Konzept der Basis-DRGs verwässert worden.
Ursprünglich wurde unter einer Basis-DRG eine diagnose­bezogene Fall­gruppe
ohne Angabe von Begleit­erkran­kungen oder Komplikationen («CCs»)
und/oder ohne Angabe von Alters­stufen verstanden.46
Dies war eine Strukturierungshilfe, die sowohl das Verständnis des Systems
wie auch die Analyse der nach dem System kategorisierten Daten erleicherte.
Im GDRG-System und demzufolge auch im SwissDRG-System finden sich
nun aber Angaben zu «CCs» teil­weise bereits in der Bezeich­nung
einzelner Basis-DRGs.
Darüberhinaus gibt es DRGs mit einem «Z»-Code
(d. h. eigentlich DRGs ohne weitere Unter­teilung nach Schwere­graden),
welche ebenfalls CC-Angaben beinhalten.
Tafel 7: Zweites SwissDRG-Beispiel: G07B (SwissDRG 1.0)
Append­ektomie bei Peritonitis (und) mit äusserst schweren oder schweren CC oder kleine Eingriffe an Dünn­ und Dickdarm ohne äusserst schwere CC,
Haupt­kate­gorie G
Chirurgische Basis-SwissDRG «G07»
Append­ektomie bei Peritonitis (und) mit äusserst schweren oder schweren CC oder kleine Eingriffe an Dünn­ und Dickdarm ohne äusserst schwere CC
Schwere­grad­kategorie «B»
hier: Alter > 9 Jahre
Tafel 8: Drittes SwissDRG-Beispiel: G07Z (SwissDRG 2.0)
Schwere­grad­kategorie «Z»
(= keine Unter­teilung nach Schwere­grad­kategorien)
Append­ektomie (SwissDRG 1.0):
– bei Peritonitis (und) mit äusserst schweren oder schweren CC oder kleine Eingriffe an Dünn­ und Dickdarm ohne äusserst schwere CC:
G07A Alter < 10 Jahre.
G07B Alter > 9 Jahre.
– bei Peritonitis oder mit äusserst schweren oder schweren CC:
G22A Alter < 10 Jahre.
G22B Alter > 9 Jahre und Alter < 16 Jahre.
G22C Alter > 15 Jahre.
– ausser bei Peritonitis, ohne äusserst schweren oder schweren CC:
G23A Alter < 10 Jahre.
G23B Alter > 9 Jahre und Alter < 14 Jahre.
G23C Alter > 13 Jahre.
Die Liste dieser SwissDRGs in Version 2.0 unterscheidet sich
nur durch die Zusammenlegung von G07A und G07B zu G07Z.
– Basis-DRGs mit CC
Ein Beispiel von CC-Angaben in der Basis-DRG-Bezeich­nung ist die
oben aufgeführte Basis-SwissDRG G07
(«Append­ektomie bei Peritonitis (und) mit äusserst schweren oder schweren CC oder kleine Eingriffe an Dünn­ und Dickdarm ohne äusserst schwere CC»;
der Text zur Schwere­grad­kategorie «B» lautete
im SwissDRG-System 1.0:
«Alter > 9 Jahre»).
Zu den Append­ektomien gibt es noch zwei weitere Basis-DRGs: G22 und G23.
Sie tragen die Bezeich­nungen
«Append­ektomie bei Peritonitis oder mit äusserst schweren oder schweren CC» und
«Append­ektomie ausser bei Peritonitis, ohne äusserst schweren oder schweren CC».
Sie waren in den SwissDRG-Systemen 1.0 und 2.0
in je drei Einzel-DRGs unterteilt,
die nach 5 Alterskategorien definiert wurden. (Es ist fraglich,
ob die zum Teil nur leicht unter­schied­lichen Alters­splits
[einmal bei 16, einmal bei 14 Jahren] medizi­nisch begründbar sind.)47
– Z-DRGs mit CC
Im SwissDRG-System 1.0 gab es 46 SwissDRGs, die einen Z-Code trugen
und bei denen die Bezeich­nung trotzdem Angaben zu CCs enthielten.
Beispiele (identisch in SwissDRG-System 1.0 und 2.0):
B64Z: Delirium ohne äusserst schwere CC.
G66Z: Abdominalschmerz oder mesenteriale Lymphadenitis, Alter > 55 Jahre und mit CC.
L03Z: Nieren-, Ureter- und grosse Harnblaseneingriffe bei Neubildung, Alter < 19 Jahre oder mit äusserst schweren CC oder ausser bei Neubildung, mit äusserst schweren CC oder Kombinationseingriff.
Unterschiedliche Inhalte bei gleichen
SwissDRG- und GDRG-Codes
Die SwissDRG-Codes lehnen sich an das deutsche System an,
sind aber nicht durchgehend identisch.
Beispielsweise gab es im deutschen System
G07A, G07B und G07C, im SwissDRG-System 1.0 jedoch nur G07A und G07B
(und im SwissDRG-System 2.0 nur noch G07Z).
Oder: Es gab zwar im deutschen wie im schweizerischen System
sechs DRGs zur Basis-DRG F49.
Die Schwere­grad­kategorien sind jedoch im SwissDRG-System
anders definiert als im GDRG-System.
Ein weiteres Beispiel mit einem inhaltlichen Unterschied ist G38Z,
wo die DRG selbst leicht unter­schied­lich definiert ist.
Tafel 9: Schwere­grade zu Basis-DRG G07: «Append­ektomie bei Peritonitis (und) mit äusserst schweren oder schweren CC oder kleine Eingriffe an Dünn­ und Dickdarm ohne äusserst schwere CC»
Schwere­grad GDRG 2008
Schwere­grad SwissDRG 1.0
SwissDRG 2.0
Alter > 2 Jahre und Alter < 10 Jahre
Tafel 10: Schwere­grade zu Basis-DRG F49:
«Invasive kardiologische Diagnostik
ausser bei akutem Myokardinfarkt»
Schwere­grad GDRG 2009
Schwere­grad SwissDRG 1.0 und 2.0
mehr als 2 Belegungstage, mit komplexem Eingriff, mit äusserst schweren CC
mehr als 2 Belegungstage, mit komplexem Eingriff, mit äußerst schweren CC
mehr als 2 Belegungstage, ohne komplexen Eingriff, mit äusserst schweren CC
weniger als 3 Belegungstage oder mehr als 2 Belegungstage ohne äusserst schwere CC, Alter < 15 Jahre
mehr als 2 Belegungstage, mit komplexem Eingriff, ohne äußerst schwere CC
mehr als 2 Belegungstage, ohne äusserst schwere CC, Alter > 14 Jahre, ohne kardiales Mapping, mit komplexem Eingriff
mehr als 2 Belegungstage, ohne komplexem Eingriff, ohne äußerst schwere CC
mehr als 2 Belegungstage, Alter > 14 Jahre, ohne komplexen Eingriff, ohne äusserst schwere CC
weniger als 3 Belegungstage
weniger als 3 Belegungstage, Alter > 14 Jahre
Tafel 11: Unterschiedliche Bedingungen in DRG G38Z
GDRG 2008
GDRG 2009
SwissDRG 1.0 und 2.0
Komplizierende Konstellation mit bestimmtem operativen Eingriff bei Krankheiten und Störungen der Verdauungsorgane
Komplizierende Prozeduren mit bestimmtem operativen Eingriff bei Krankheiten und Störungen der Verdauungsorgane
Tafel 12: Varianz­reduktion der Kosten
Tafel 13: Internetadressen zum SwissDRG-System
http:// www.swissdrg.org / de / 06 _ swissdrg _ ag / SwissDRG _ AG.asp ? navid = 1
http:// www.swissdrg.org /
Medizinische_Statistik CH
http:// www.bfs.admin.ch / bfs / portal / de / index / themen / 14 / 04 / 01 / data / 01 / 05.html
Fallkostenstatistik CH
Statistik der diagnosebezogenen Fallkosten
SwissDRG-Grouper
http:// webgrouper.swissdrg.org /
ANQ2011ANQ – Nationaler Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken. Nationaler Qualitätsvertrag. Version 3.1 vom 9.3.11. Bern 2011: 25 S. Internet:
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SQLape (Schweiz)
© Z I M Fundstelle = http://www.fischer-zim.ch/text-pcssa/t-ga-H9-System-Swiss-DRG-0003.htm