Source: http://www.jurablogs.com/2012/09/19/bgh-teilnahmehandlung-besonders-schweren-fall-darstellen
Timestamp: 2017-08-22 22:40:15
Document Index: 35688712

Matched Legal Cases: ['§ 263', '§ 263', '§ 27', '§ 49', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Soll ein Gehilfe nach dem Strafrahmen eines besonders schweren Falles bestraft werden, reicht es nicht aus, wenn die Haupttat ein besonders schwerer Fall darstellt
Der Angeklagte wurde vom Landgericht Leipzig wegen Beihilfe zum Betrug in drei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die Strafverteidigung wehrte sich mittels Revision gegen das Urteil. Der Haupttäter handelte gewerbsmäßig und wurde deswegen nach § 263 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 StGB wegen besonders schweren Betrugs verurteilt. Beim Gehilfen nahm das Landgericht den Strafrahmen des § 263 Abs. 3 StGB und milderte ihn nach § 27 Abs. 2 i.V.m. § 49 Abs. 1 StGB. Der BGH stellt dazu jedoch fest, dass auch der Gehilfe gewerbsmäßig hätte handeln müssen:
“Beim Gehilfen ist ein Regelbeispiel eines besonders schweren Falls nur dann verwirklicht, wenn sich die Teilnahmehandlung selbst als besonders schwerer Fall darstellt (BGH, Beschluss vom 21. September 1995 – 1 StR 316/95, StV 1996, 87). Dies muss anhand des konkreten Regelbeispiels in einer Gesamtwürdigung festgestellt werden (BGH, Beschluss vom 13 ...
Veröffentlicht September 19, 2012 8:30am im Blog RA Dr. Böttner.
Strafrecht, Aktuelles, Rechtsanwalt, Wirtschaftsstrafrecht, Bgh, Stgb, Betrug, Revision, Strafverteidigung, Strafrahmen, Hamburg, Landgericht Leipzig, Gehilfe, Gewerbsmässig, Haupttat, Besonders Schwerer Fall, Regelbeispiel, Teilnahmehandlung