Source: https://www.gib-acht-im-verkehr.de/verkehrssicherheit/fahrrad-und-trends/verkehrsregeln-fuer-radfahrende/
Timestamp: 2020-07-09 04:53:09
Document Index: 213570724

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 63', '§ 2', '§ 5', '§ 8', '§ 3', '§ 9', '§ 315', '§ 316']

Verkehrsregeln für Radfahrende - Gib acht im Verkehr
Es sichert auf kurzen bis mittleren Distanzen individuelle Bewegungsfreiheit, fördert die Gesundheit, entlastet die Straßen und schont die Umwelt.
Attraktive Elektrofahrräder verstärken den Trend zu diesem Verkehrsmittel.
Radfahrende haben aber keine „Knautschzone“. Deshalb gilt es für alle Verkehrsteilnehmer, Unfälle durch Beachtung der Sicherheitsregeln möglichst zu vermeiden. Durch ein umsichtiges und rücksichtsvolles Miteinander im Straßenverkehr sind auch Radfahrende so sicher wie möglich unterwegs.
Unsere Informationen zu den wichtigsten Vorschriften und besonderen Unfallgefahren sollen helfen, auch mit dem Fahrrad und dem Pedelec möglichst sicher ans Ziel zu kommen.
Pedelecs sind Fahrrädern gleichgestellt
Der Fahrradbegriff ist, analog zum Straßenverkehrsgesetz (§ 1 Abs. 3 StVG), auch in der Straßenverkehrszulassungsordnung (§ 63a StVZO) aufgenommen. Festgelegt ist, was ein Fahrrad und was ein dem Fahrrad gleichgestelltes Pedelec ist.
Alle Infos zu Elektrorädern finden Sie unter E-Bike und Pedelec.
Regeln für alle, die am Straßenverkehr teilnehmen
In der Straßenverkehrsordnung (StVO) sind diese Regeln aufgeführt
Für Radfahrerinnen und Radfahrer (inkl. Pedelecs) gelten grundsätzlich die gleichen Verkehrsregeln wie für Autofahrende, sofern nicht ausdrücklich gesonderte Regeln für Radfahrende, insbesondere durch Verkehrszeichen mit dem Sinnbild Fahrrad, festgelegt sind.
Radwege müssen mit Fahrrädern und Pedelecs benutzt werden, wenn eine Benutzungspflicht mit entsprechenden Verkehrszeichen angeordnet wurde.
Dies gilt auch für sogenannte Rennräder. Sind Radwege durch Schnee, parkende Autos oder andere Hindernisse nicht befahrbar, darf im Einzelfall auf die Fahrbahn ausgewichen werden.
Wenn keine gesonderte Beschilderung vorhanden ist, dürfen Radfahrende die Fahrbahn benutzen und müssen in der Regel hintereinander fahren.
Dabei sollten sie rechts mit ausreichendem Abstand (ca. 80 -100 cm) zum Fahrbahnrand fahren. Um den Radverkehr vom übrigen Verkehr zu trennen, werden Radfahrstreifen oder Schutzstreifen mit oder ohne farbliche Kennzeichnung markiert. In der Regel müssen Radfahrende hintereinander fahren. Nebeneinander dürfen sie nur fahren, wenn sie dabei den Verkehr nicht behindern oder einen Verband von mehr als 15 Personen bilden oder auf Fahrradstraßen unterwegs sind.
Grundregeln zur Straßenbenutzung
Grundregeln (für Radfahrer) aus § 2 StVO (Straßenbenutzung – Auszüge)
Rechte Radwege ohne die Zeichen 237, 240 oder 241 dürfen benutzt werden. Linke Radwege ohne die Zeichen 237, 240 oder 241 dürfen nur benutzt werden, wenn dies durch das allein stehende Zusatzzeichen „Radverkehr frei“ angezeigt ist. Wer mit dem Rad fährt, darf ferner rechte Seitenstreifen benutzen, wenn keine Radwege vorhanden sind und zu Fuß Gehende nicht behindert werden.
Beim Überholen muss ein ausreichender Seitenabstand zu anderen Teilnehmenden im Straßenverkehr, insbesondere zu zu Fuß Gehenden und Radfahrenden, eingehalten werden.
Werden Radfahrende überholt, muss ein Seitenabstand von 1,5 bis 2 Metern und bei Kindern, die eine Bergstrecke befahren, von 2 Metern eingehalten werden. Je unsicherer die Radfahrenden sind oder je unberechenbarer die Situation ist, desto größer muss der Seitenabstand sein.
Auch Radfahrende selbst sollten mit ausreichendem Seitenabstand vorbeifahren
Radfahrende sollten genügend Seitenabstand, insbesondere zu Lkw und Bussen halten, da diese oft unvermittelt ausschwenken. Sie sollten auch an parkenden Fahrzeugen mit ausreichendem Seitenabstand vorbeifahren, um plötzlich aufgehenden Türen ausweichen zu können. Sie können vorher beobachten, ob sich Insassen im parkenden Fahrzeug befinden, bremsbereit sein und mindestens einen Meter Abstand zu parkenden Autos einhalten. Assistenzsysteme, die den Autofahrenden beim Öffnen der Türe vor herannahenden Fahrzeugen warnen, sollen diese Gefahr verringern.
Autofahrende: Schulterblick vor dem Öffnen der Tür
Autofahrende können schon jetzt etwas tun, nämlich die Fahrertür immer mit der rechten Hand öffnen. Somit macht der Fahrende zwangsläufig noch einen Schulterblick und kann herannahende Fahrräder erkennen, die sich im Toten Winkel des Spiegels befinden.
Das passiert, wenn das Fahrrad in die Tür kracht
Beim Vorbeifahren – möglicher Türcrash (UDV – Unfallforschung der Versicherer)
„Wenn das Fahrrad in die Autotür kracht“ – Unfälle sind meist schwer, aber oft vermeidbar
Unfälle, bei denen Radfahrende in eine sich öffnende Autotür fahren, passieren vergleichsweise selten, sind aber häufig sehr schwer. Das hat eine Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) auf Basis der eigenen Unfalldatenbank ergeben. Danach kollidierte bei rund jedem 14. Pkw/Fahrrad-Unfall (7 Prozent) ein Radfahrender mit einer sich öffnenden Autotür, meist der Fahrertür. Rund jeder fünfte dieser Unfälle endete mit einer schweren Verletzung für den Radfahrenden. Meist sind es Kopfverletzungen und Verletzungen der Beine (je 40 Prozent).
Überholen auf einem breiten Radweg
Auf einem breiten Radweg dürfen sich Radfahrende überholen, wenn sie dies möglichst durch Klingeln angezeigt haben und sicher sind, dass die oder der Vorausfahrende das Signal gehört hat. Rechtsüberholen mit mäßiger Geschwindigkeit und besonderer Vorsicht ist dann erlaubt, wenn Fahrzeuge auf dem rechten Fahrstreifen warten und ausreichender Raum vorhanden ist (ca. 1 m zwischen Bordsteinkante und wartendem Fahrzeug).
Grundregeln Überholen
Grundregeln aus § 5 StVO (Überholen – Auszüge)
Überholen darf nur, wer übersehen kann, dass während des ganzen Überholvorgangs jede Behinderung des Gegenverkehrs ausgeschlossen ist. Überholen darf ferner nur, wer mit wesentlich höherer Geschwindigkeit als der zu Überholende fährt.
Das Überholen ist unzulässig: bei unklarer Verkehrslage oder wenn es durch ein angeordnetes Verkehrszeichen (Zeichen 276, 277) untersagt ist.
Vorfahrtsregeln gelten für Fahrzeuge, also auch für Radfahrende, nicht aber für zu Fuß Gehende. Dies bezieht sich nicht nur auf die Fahrbahn, sondern auch auf die parallel zur Fahrbahn verlaufenden Radwege.
Grundregeln Vorfahrt
Grundregeln aus § 8 StVO (Vorfahrt)
An Kreuzungen und Einmündungen hat die Vorfahrt, wer von rechts kommt. Das gilt nicht, wenn die Vorfahrt durch Verkehrszeichen besonders geregelt ist (Zeichen 205, 206, 301, 306) oder für Fahrzeuge, die aus einem Feld- oder Waldweg auf eine andere Straße kommen.
Wer die Vorfahrt zu beachten hat, muss rechtzeitig durch sein Fahrverhalten, insbesondere durch mäßige Geschwindigkeit, erkennen lassen, dass gewartet wird. Es darf nur weitergefahren werden, wenn übersehen werden kann, dass wer die Vorfahrt hat, weder gefährdet noch wesentlich behindert wird.
Kann das nicht übersehen werden, weil die Straßenstelle unübersichtlich ist, so darf sich vorsichtig in die Kreuzung oder Einmündung hineingetastet werden, bis die Übersicht gegeben ist. Wer die Vorfahrt hat, darf auch beim Abbiegen in die andere Straße nicht wesentlich durch den Wartepflichtigen behindert werden.
Radfahrende müssen ihr Rad ständig beherrschen und die Geschwindigkeit der jeweiligen Situation anpassen.
Auf freigegebenen Gehwegen oder in verkehrsberuhigten Bereichen (Spielstraße) gilt Schrittgeschwindigkeit. Eine mit Verkehrszeichen angeordnete Höchstgeschwindigkeit gilt auch für Radfahrende. Die allgemeinen Geschwindigkeitsregeln, wie z.B. 50 km/h innerhalb geschlossener Ortschaften, gelten nur für Kraftfahrzeuge, also nicht für Fahrräder.
Grundregeln aus § 3 StVO (Geschwindigkeit – Auszüge)
Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt auch unter günstigsten Umständen innerhalb geschlossener Ortschaften für alle Kraftfahrzeuge 50 km/h, …
Durch nachlässiges Verhalten beim Abbiegen bringen sich viele auf dem Fahrrad in Gefahr: Sie verzichten auf das Handzeichen.
Doch so wie motorisierte Verkehrsteilnehmende beim Spurwechsel oder Abbiegen blinken müssen, ist der rechtzeitige und unmissverständliche Wink mit der Hand für Radfahrenden Pflicht. Wer abbiegen will, muss dies rechtzeitig und deutlich ankündigen; dabei sind die Fahrtrichtungsanzeiger zu benutzen. Auf dem Fahrrad sind dies die Hände – Blinker am Fahrrad sind verboten.
Grundregeln aus § 9 StVO (Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren – Auszüge)
Wer abbiegen will, muss dies rechtzeitig und deutlich ankündigen; dabei sind die Fahrtrichtungsanzeiger zu benutzen. Wer nach rechts abbiegen will, hat sein Fahrzeug möglichst weit rechts, wer nach links abbiegen will, bis zur Mitte, auf Fahrbahnen für eine Richtung möglichst weit links, einzuordnen, und zwar rechtzeitig. Wer nach links abbiegen will, darf sich auf längs verlegten Schienen nur einordnen, wenn kein Schienenfahrzeug behindert wird. Vor dem Einordnen und nochmals vor dem Abbiegen ist auf den nachfolgenden Verkehr zu achten; vor dem Abbiegen ist es dann nicht nötig, wenn eine Gefährdung nachfolgenden Verkehrs ausgeschlossen ist.
Abbiegen durch Radfahrende
Abbiegen nach links
Das Abbiegen ist rechtzeitig und deutlich anzukündigen. Vor dem Einordnen und nochmals vor dem Abbiegen ist auf den nachfolgenden Verkehr zu achten (doppelte Rückschaupflicht). Radfahrende, die links abbiegen wollen, müssen den entgegenkommenden und den nachfolgenden Verkehr im Auge behalten. Dabei können sie sich zwischen zwei Alternativen entscheiden:
Beim „direkten Abbiegen“ können die Radfahrenden auf direktem Wege links abbiegen und sich, falls ausreichend Platz vorhanden ist, rechts von anderen Linksabbiegern einordnen. Sofern eine Radverkehrsführung vorliegt, müssen sie dieser an Kreuzungen und Einmündungen folgen.
Beim „indirekten Abbiegen“ können die Radfahrenden auch zum Linksabbiegen zuerst geradeaus über die Kreuzung oder Einmündung fahren und sie dann vom rechten Fahrbahnrand aus überqueren. Dabei muss der Fahrverkehr aus beiden Richtungen beachtet werden.
Abbiegen mit dem Pkw oder dem Lkw
Wer rechts abbiegen will, muss Fahrräder, die auf oder neben der Fahrbahn in die gleiche Richtung fahren, durchfahren lassen. Dies gilt auch für zu Fuß Gehende.
Wichtig für Auto- und Lkw-Fahrende ist vor und beim Abbiegen der „Schulterblick“, um etwa Radfahrende oder zu Fuß Gehende zu sehen. Vor dem Abbiegen hat man Radfahrende oder zu Fuß Gehende rechts daneben dann bereits „im Auge“, sofern sie nicht durch parkende Fahrzeuge usw. verdeckt werden.
Radfahrende: Blickkontakt mit dem Fahrer oder der Fahrerin aufnehmen
Radfahrende oder zu Fuß Gehende, die nicht sicher sind, ob sie gesehen werden oder sich gar im „toten Winkel“ des abbiegenden Fahrzeugs befinden, verhalten sich defensiv und nehmen möglichst Blickkontakt mit dem Fahrer oder der Fahrerin auf. Sie müssen unbedingt auf die Blinkzeichen des Fahrzeugs achten, notfalls anhalten für den Fall, dass sie vom Lenkenden des abbiegenden Fahrzeuges nicht gesehen werden.
Bereiche, die von Fahrenden nicht einzusehen sind, befinden sich im TOTEN WINKEL.
Dieses Phänomen ist zwar den meisten Lkw- oder Bus Fahrenden, häufig aber nicht den zu Fuß Gehenden und Radfahrenden bekannt. Da man im Lkw durch das Führerhaus noch größere Schwierigkeiten hat, rechtsfahrende Fahrräder rechtzeitig zu erkennen, bieten erste Hersteller sog. „Tote-Winkel-Assistenten“ an.
Abbiegeunfälle LKW mit Radfahrenden
Besonders schwer und tragisch verlaufen Unfälle zwischen rechtsabbiegenden Lkw und Radfahrenden, die meist innerorts und an Kreuzungen oder Einmündungen passieren – und das trotz Ampel oder Radfahrerfurt. Häufig werden die Radfahrenden vom Lkw überrollt. Deshalb ist auch der Anteil der getöteten Radfahrenden bei diesen Unfällen sehr hoch.
Der Unfallverband der Versicherer (UDV) fordert deshalb einen wirksamen elektronischen Abbiegeassistenten für Lkw, der den Fahrenden bei Anwesenheit eines Fahrrads neben dem Lkw warnt. Als Übergangslösung für bestehende Fahrzeuge können Kamera-Monitor-Systeme den Lenkenden des Lkw unterstützen. Radwege müssen im Einmündungsbereich direkt an der Fahrbahn geführt werden.
UDV-Video zu Abbiegeunfällen LKW mit Radfahrenden
Erklär-Video des ADAC
„Gefahren im Verkehr – der TOTE WINKEL“
Sehen und gesehen werden – wohl nirgendwo sonst ist diese Devise wichtiger als beim Aufeinandertreffen von Lkw mit Radfahrenden und zu Fuß Gehenden in Kreuzungsbereichen. Übersehen die Lenkenden eines Trucks beim Abbiegen die schwächeren Verkehrsteilnehmenden im toten Winkel, können die Folgen katastrophal sein.
Ablenkung – sonstige Pflichten
Für Radfahrende gelten die gleichen Pflichten wie für den übrigen Fahrverkehr.
Die Sicht und das Gehör dürfen nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand beeinträchtigt sein. Kopfhörer mit lauter Musik oder Handynutzung sind tabu, denn Geräusche können nicht mehr richtig wahrgenommen werden und die Ablenkung ist so intensiv, dass bei veränderten Verkehrssituation gar nicht oder nur verspätet reagiert werden kann.
Das Anhängen an Fahrzeuge oder freihändiges Fahren ist nicht erlaubt. Die Füße dürfen vom Pedal oder den Fußrasten nur genommen werden, wenn es der Straßenzustand (z. B. Glätte) erfordert.
Auf Fahrrädern dürfen nur Kinder bis zum vollendeten siebten Lebensjahr von mindestens 16 Jahre alten Personen mitgenommen werden, wenn für die Kinder besondere Sitze vorhanden sind und durch Radverkleidungen oder gleich wirksame Vorrichtungen dafür gesorgt ist, dass die Füße der Kinder nicht in die Speichen geraten können.
Siehe auch: Kinderanhänger/Kindersitze
Wenn Hunde auf Straßen mit mäßigem Verkehr nicht an der Leine, sondern durch Zuruf und Zeichen geführt werden und gehorchen, ist das in der Regel nicht zu beanstanden. Eine Einwirkungsmöglichkeit setzt aber voraus, dass sich der Hund noch im Blickfeld der Person befindet. Größere, schnell laufende Hunde dürfen von Fahrrädern aus geführt werden, soweit es mit dem Tierschutzgesetz vereinbar ist. Tierquälerei ist zwingend auszuschließen.
Halten – Parken – Abstellen
Kraftfahrzeuge dürfen nicht auf Radwegen halten oder parken.
Das gilt auch für nicht benutzungspflichtige Radwege, Radfahrstreifen und Gehwege, die für den Radverkehr freigegeben sind. Auch auf Schutzstreifen darf nicht geparkt werden. Schutzstreifen dürfen von anderen Verkehrsteilnehmenden nur noch bei Bedarf, also z. B. zum Erreichen von Parkflächen oder zum Ausweichen bei Gegenverkehr, über- bzw. befahren werden.
Fahrräder dürfen auf fast allen Nebenanlagen abgestellt werden, sofern dadurch niemand behindert wird. Sollte das Rad am rechten Fahrbahnrand abgestellt werden, ist es nachts zu beleuchten.
Bei den Straftaten nach § 315 c (Gefährdung des Straßenverkehrs) und § 316 StGB (Trunkenheit im Verkehr) sind die Führenden von Fahrzeugen, also auch von Fahrrädern, angesprochen.
Ab 0,3 ‰ Straftat bei Fahrauffälligkeiten oder Unfall
Ab einem Blutalkoholwert von 0,3 Promille begeht also auch ein Radfahrender bereits eine Straftat, wenn bei ihm Fahrauffälligkeiten festgestellt werden oder infolge des Alkoholgenusses gar ein Unfall passiert.
Ab 1,6 ‰ Absolute Fahruntüchtigkeit
Ab einem Promillewert von 1,6 (beim Führen eines Kraftfahrzeuges ab 1,1 Promille) wird auch ein Radfahrender grundsätzlich als absolut fahruntüchtig eingestuft. Dem Radfahrenden kann der Führerschein entzogen werden, wenn die Behörde der Ansicht ist, dass er nicht mehr geeignet ist, ein führerscheinpflichtiges Kraftfahrzeug zu lenken. Zur Wiedererteilung der Fahrerlaubnis kann eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet werden.
Für Fahrerinnen und Fahrern von S-Pedelecs (Kraftfahrzeuge) gelten die gleichen Grenzwerte wie bei anderen, die ein Kraftfahrzeug lenken. Hier kann ein Verstoß bereits bei einem Blutalkoholwert von 0,5 Promille oder einem Atemalkoholwert von 0,25 mg/l vorliegen.
Siehe auch: Alkohol Siehe auch: Drogen
Bei Fahrunsicherheit durch Drogenkonsum wird analog zum Alkoholkonsum verfahren. Es gibt jedoch keine Grenzwerte.
Bußgelder bei Verstößen als Radfahrerin oder Radfahrer
Für Radfahrende gilt auch die Straßenverkehrsordnung Verstöße werden mit Bußgeldern und Punkten geahndet.
Hier ein Auszug aus dem Bußgeldkatalog (jeweils für Radfahrende geltend):
Missachtung Rechtsfahrgebot ohne Benutzung des markierten Schutzstreifens
Nebeneinander fahren und mindestens andere behindert
Fahren auf dem Seitenstreifen, obwohl Radweg vorhanden
Überqueren der Fahrbahn an einer Kreuzung oder Einmündung ohne auf den Fahrverkehr zu achten
Unsere Tipps für Fahrerinnen und Fahrer von Fahrrädern & Pedelecs
Fahren Sie immer mit Helm und tragen Sie helle, reflektierende Kleidung!
Überlegen Sie vorher, auf welchen Straßen Sie fahren! Meist sind Nebenstraßen sicherer, da sie weniger befahren sind. Doch manche sind unübersichtlich, kurvig und schmal. Wenn sehr wenig Verkehr herrscht wird umso weniger mit anderen Verkehrsteilnehmern gerechnet. An Hauptstraßen befinden sich immer mehr Radverkehrsführungen. Diese sind meist sicherer als manche Nebenstraße.
Halten Sie sich an die Verkehrsregeln! Seien Sie Vorbild für andere!
Im Auto verhält man sich weitestgehend verkehrsgerecht. Als Radfahrender wird das (leider) häufig weit „lockerer“ gesehen. Eigene Regelverstöße werden dann unterschwellig als weniger relevant betrachtet. Mit dem Fahrrad sind Sie beweglicher, wendiger und flexibler als mit Autos. Der eigentliche Vorteil kann zum Risiko werden bei einer Fahrweise, die für andere nicht berechenbar ist. Missachtung des Rotlichts, Radwegebenutzung in der falschen Richtung, Gehwegbenutzung oder Alkoholgenuss sind dabei die gängigsten „Kavaliersdelikte“.
Informieren Sie sich über aktuelle Regeländerungen!
Neu ist z. B., dass Sie Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr als Aufsichtsperson auf dem Gehweg mit dem Rad begleiten können.
Fahren Sie nur mit einem Rad, welches technisch in Ordnung ist!
Verhalten Sie sich eindeutig!
Zeigen Sie Richtungsänderungen an und schauen Sie sich vor dem Abbiegen nach hinten um. Geben Sie rechtzeitig und eindeutig Handzeichen, wenn Sie abbiegen oder die Spur wechseln möchten.
Beanspruchen Sie nur den Platz, den Sie brauchen!
Auch auf dem Fahrrad gilt das Rechtsfahrgebot. Um Unfälle zu vermeiden, etwa durch sich öffnende Autotüren, steht Ihnen ein ausreichender Abstand zum Fahrbahnrand zu. Je eindeutiger sie sich verhalten, desto sicherer wird die Situation für Sie und alle anderen.
Beachten Sie das veränderte Fahrgefühl bei Pedelecs! Vermeiden Sie Fehleinschätzungen!
Pedelecs sind leistungsstärker als Fahrräder. Bedenken Sie deshalb, dass andere Verkehrsteilnehmer Ihre Geschwindigkeit eventuell unterschätzen und nicht mit Ihrem schnellen Herankommen rechnen. Pedelecs sind im Gesamtgewicht meist schwerer als normale Fahrräder. Man muss mit ihnen deshalb früher bremsen. Auch das Anfahren und Fahren in Kurven ist zu Beginn ungewohnt. Wer zum ersten Mal auf ein Pedelec steigt, sollte sich vorher vom Fachhandel beraten lassen und sich mit den Eigenschaften vertraut machen. Fahrtrainings können gegebenenfalls hilfreich sein.
Ein Handy darf auch beim Radfahren nur mit einer Freisprecheinrichtung benutzt werden. Sie dürfen also nur telefonieren, wenn dabei Ihre Hände frei sind. Musikhören ist grundsätzlich erlaubt, solange Sie den Straßenverkehr und mögliche Warnsignale ausreichend wahrnehmen. Ihrer Sicherheit zuliebe sollten Sie jedoch darauf verzichten, da es die Wahrnehmung deutlich beeinträchtigt und Sie auch ablenken kann.
Fahren Sie vorausschauend!
Kreuzungen und Einmündungen bergen Gefahren, auch wenn Sie selbst alles richtig machen. Fahren Sie defensiv, achten Sie auf das Verhalten anderer und suchen Sie möglichst den Blickkontakt mit ihnen.
Vor allem auf Gehwegen und in Fußgängerzonen, an Zebrastreifen und beim Überqueren von Kreuzungen gilt: Achten Sie auf Fußgängerinnen und Fußgänger, Kinder und Ältere.
Wir wünschen Ihnen möglichst unfallfreie Fahrten mit Ihrem Fahrrad oder Pedelec!