Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BGH_08_07_2014_2_StR_144_14_Wiedereinsetzung_in_den_vorigen_-d7136743.html
Timestamp: 2017-01-16 16:00:03
Document Index: 340006776

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 345', '§ 44', '§ 349', '§ 345', '§ 250', '§ 260', '§ 23', '§ 30', '§ 250', 'BGH', '§ 250', '§ 250', '§ 49', '§ 23', '§ 250', 'BGH', '§ 250', '§ 250']

BGH, 08.07.2014 - 2 StR 144/14 - Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nach Versäumung der Revisionsbegründungsfrist bei Ursache allein im Organisationsbereich des beauftragten Verteidigers | Urteile auf anwalt24.de
BGH, 31.07.2014 - IX ZR 216/13 - Berichtigung des Rubrums…BGH, 08.07.2014 - 2 StR 144/14 - Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nach Vers...BGH, 08.07.2014 - 3 StR 240/14 - Erforderlichkeit der Konnexität zwischen der Be...BGH, 08.07.2014 - 2 StR 80/14 - Bewertung der Veränderung der Persönlichkeitsstr...BGH, 08.07.2014 - 1 StR 605/13 - Vorliegen einer Verletzung rechtlichen Gehörs g...BGH, 08.07.2014 - 3 StR 228/14 - Anforderungen an eine Misshandlung oder schwere...BGH, 08.07.2014 - II ZB 17/13 - Pflicht eines Rechtsanwalts zur eigenverantwortl...BGH, 08.07.2014 - 1 StR 240/14 - Pflicht zur Abgabe einer unverzüglichen Steuere...BGH, 07.07.2014 - 2 StR 94/14 - Rechtsfehler bei der Beweiswürdigung in einer Au...BGH, 04.07.2014 - V ZR 298/13 - Zulässigkeit einer nachträglichen Klagehäufung i...BGH, 04.07.2014 - AnwZ (Brfg) 21/14 - Widerruf der Zulassung zur Rechtsanwaltsch...BGH, 04.07.2014 - V ZR 229/13 - Erstattungsfähige Kosten für das Entfernen eines...BGH, 04.07.2014 - V ZR 183/13 - Zurechnung des Wissens des Verwalters an die ein...BGH, 04.07.2014 - AnwZ (Brfg) 23/14 - Widerruf der Zulassung zur Rechtsanwaltsch...BGH, 03.07.2014 - IX ZR 233/12 - Kenntnis von einem Gläubigerbenachteiligungsvor...BGH, 03.07.2014 - III ZR 530/13 - Zahlung von Maklerlohn durch Abschluss des Nac...BGH, 03.07.2014 - IX ZR 285/13 - Rückerstattung von durch einen Schuldner erbrac...BGH, 03.07.2014 - IX ZB 4/14 - Kürzung der festgesetzten Vergütung eines Beteili...BGH, 03.07.2014 - IX ZB 2/14 - Statthaftigkeit einer sofortigen Beschwerde des S...BGH, 03.07.2014 - IX ZR 261/12 - Anmeldung der geprüften und bestrittenen Forder...BGH, 03.07.2014 - III ZR 391/13 - Anspruch des Inhabers eines DSL-Anschlusses au...BGH, 03.07.2014 - III ZR 502/13 - Sinn und Zweck der Pflicht des Jugendamtes zur...…BGH, 01.07.2014 - II ZB 29/12 - Abgrenzung eines Rückversicherungsvertrags von e...
BGH, 08.07.2014 - 2 StR 144/14 - Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nach Versäumung der Revisionsbegründungsfrist bei Ursache allein im Organisationsbereich des beauftragten Verteidigers
BundesgerichtshofBeschl. v. 08.07.2014, Az.: 2 StR 144/14Gericht: BGHEntscheidungsform: BeschlussDatum: 08.07.2014Referenz: JurionRS 2014, 20875Aktenzeichen: 2 StR 144/14 Rechtsgrundlage:§ 345 Abs. 1 StPOFundstellen:NStZ-RR 2015, 37NStZ-RR 2015, 38Verfahrensgegenstand:wegen zu 1.: versuchten besonders schweren Raubes zu 2.: versuchten besonders schweren Raubes u.a. zu 3.: Verabredung zu einem besonders schweren RaubDer 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung der Beschwerdeführer gemäß §§ 44, 46 Abs. 1, 349 Abs. 2 und 4 StPO am 8. Juli 2014 beschlossen:Tenor:1.Dem Angeklagten B. wird auf seinen Antrag nach Versäumung der Frist zur Begründung der Revision gegen das Urteil des Landgerichts Wiesbaden vom 15. November 2013 Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gewährt.Auf die Revision des Angeklagten B. wird das bezeichnete Urteila)im Schuldspruch dahingehend klargestellt, dass der Angeklagte des versuchten besonders schweren Raubes schuldig ist undb)im Strafausspruch aufgehoben, wobei die getroffenen Feststellungen aufrecht erhalten bleiben.2.Auf die Revision des Angeklagten A. wird das vorbezeichnete Urteila)im Schuldspruch dahingehend klargestellt, dass der Angeklagte der Verabredung zum besonders schweren Raub schuldig ist undb)im Strafausspruch aufgehoben, wobei die getroffenen Feststellungen aufrechterhalten bleiben.3.Auf die Revision des Angeklagten S. wird das vorbezeichnete Urteila)im Schuldspruch dahingehend klargestellt, dass der Angeklagte des versuchten besonders schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung schuldig ist undb)im Strafausspruch aufgehoben, wobei die Feststellungen aufrechterhalten bleiben.4.Im Umfang der Aufhebungen wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten der Rechtsmittel, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.5.Die weitergehenden Revisionen der Angeklagten werden als unbegründet verworfen.Gründe1Das Landgericht hat den Angeklagten B. wegen „gemeinschaftlichen“ versuchten schweren Raubes zu einer Freiheitstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten, den Angeklagten S. wegen „gemeinschaftlichen“ versuchten schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitstrafe von zwei Jahren und elf Monaten und den Angeklagten A. wegen Verabredung zu einem „gemeinschaftlichen“ schweren Raub zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt und die Vollstreckung dieser Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt.2Die Revisionen der Angeklagten haben mit der Sachrüge den aus dem Beschlusstenor ersichtlichen Erfolg, im Übrigen sind sie aus den Gründen der Zuschrift des Generalbundesanwalts unbegründet im Sinne von § 349 Abs. 2 StPO.31. Dem Angeklagten B. war auf seinen Antrag nach Versäumung der Revisionsbegründungsfrist des § 345 Abs. 1 StPO Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gewähren, da die Fristversäumung ihre Ursache allein im Organisationsbereich des beauftragten Verteidigers hatte.42. Die Verwirklichung des Qualifikationsmerkmals des § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB war bei allen Angeklagten im Schuldspruch durch die Bezeichnung der Taten als versuchter besonders schwerer Raub zum Ausdruck zu bringen (st.Rspr., Senat, Beschluss vom 15. Mai 2012 – 2 StR 54/12, StV 2013, 38; Beschluss vom 8. August 2012 – 2 StR 279/12, NStZ-RR 2013, 7, 8), die Bezeichnung der Taten als „gemeinschaftlich“ im Urteilstenor hatte zu entfallen (MeyerGoßner/Schmitt StPO 57. Aufl. § 260 Rn. 24 m.w.N.).53. Hinsichtlich aller Angeklagter kann der jeweilige Strafausspruch nicht aufrechterhalten bleiben.6a) Das Landgericht hat bei den Angeklagten B. und A. die verhängten Strafen von zwei Jahren und sechs Monaten (B. ) und ein Jahr (A. ) aus dem gemäß §§ 23 Abs. 2, 46b Abs. 1, 49 Abs. 1 StGB (B. ) bzw. §§ 30 Abs. 1, 2, 46b Abs. 1, 49 Abs. 1 StGB (A. ) zweifach gemilderten Strafrahmen des § 250 Abs. 2 StGB entnommen (sechs Monate bis acht Jahre und fünf Monate). Dabei hat es jedoch rechtsfehlerhaft die vorrangige (vgl. BGH Beschluss vom 19. November 2013 – 2 StR 494/13 m.w.N.) Prüfung unterlassen, ob das Hinzutreten bereits eines der „vertypten“ Milderungsgründe zu den allgemeinen Milderungsgründen zur Annahme eines minderschweren Falles im Sinne von § 250 Abs. 3 StGB ausgereicht hätte. In diesem Fall wäre eine weitere Milderung des Strafrahmens des § 250 Abs. 3 StGB gemäß § 49 Abs. 1 StGB in Betracht gekommen, die zu einem Strafrahmen von drei Monaten bis sieben Jahren und sechs Monaten geführt hätte. Mit Rücksicht auf die zahlreichen Milderungsgründe sowie auf die im unteren Bereich des vom Landgericht gewählten Strafrahmens liegende Strafe kann der Senat nicht ausschließen, dass die Freiheitsstrafen bei den Angeklagten B. und A. niedriger ausgefallen wären, wenn das Landgericht diesen Strafrahmen zugrunde gelegt hätte.7b) Das Landgericht hat bei dem Angeklagten S. die verhängte Freiheitsstrafe von zwei Jahren und elf Monaten aus dem gemäß §§ 23 Abs. 2, 49 Abs. 1 StGB gemilderten Strafrahmen des § 250 Abs. 2 StGB entnommen (zwei Jahre bis elf Jahre und drei Monate Freiheitstrafe). Dabei hat es jedoch rechtsfehlerhaft die vorrangige (vgl. BGH Beschluss vom 19. November 2013 – 2 StR 494/13 m.w.N.) Prüfung unterlassen, ob das Hinzutreten des „vertypten“ Milderungsgrundes zu den allgemeinen Milderungsgründen für die Annahme eines minderschweren Falles nach § 250 Abs. 3 StGB ausgereicht und damit zu einem Strafrahmen von einem Jahr bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe geführt hätte. Mit Rücksicht auf die zahlreichen Milderungsgründe sowie die im unteren Bereich des vom Landgericht gewählten Strafrahmens liegende Freiheitsstrafe kann der Senat nicht ausschließen, dass das Landgericht zu einer niedrigeren Freiheitsstrafe gelangt wäre, wenn es den Strafrahmen des § 250 Abs. 3 StGB zugrunde gelegt hätte.8c) Die dem Strafausspruch zugrundeliegenden Feststellungen können hinsichtlich aller Angeklagter aufrecht erhalten bleiben, da sie rechtsfehlerfrei getroffen sind.Fischer Schmitt EschelbachOtt ZengHinweis: Das Dokument wurde redaktionell aufgearbeitet und unterliegt in dieser Form einem besonderen urheberrechtlichen Schutz. Eine Nutzung über die Vertragsbedingungen der Nutzungsvereinbarung hinaus - insbesondere eine gewerbliche Weiterverarbeitung außerhalb der Grenzen der Vertragsbedingungen - ist nicht gestattet.