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Timestamp: 2017-10-23 06:36:03
Document Index: 21653066

Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 20', 'Art. 33', 'Art. 38', 'Art. 101', 'Art. 103', 'Art. 104', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 9', 'Art. 16', 'Art. 13', 'Art. 142', 'Art. 31', 'Art. 4', 'Art. 6', 'Art. 2', 'Art. 104', 'Art. 33', 'Art. 6', 'Art. 2', 'Art. 19', 'Art. 14', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 6', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 8', 'Art. 13', 'Art. 17', 'Art. 5']

GRUNDRECHTE Funktion Gewährleistungen Beschränkungen - PDF
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1 GRUNDRECHTE Funktion Gewährleistungen Beschränkungen Einführung in das Verfassungsrecht der Bundesrepublik Deutschland (Diritto dei Paesi di Lingua Tedesca) Prof. Dr. Clemens Arzt / Berlin
2 Überblick Grundrechtekatalog in Art. 1 bis 19 GG Grundrechtsgleiche Recht und Justizgrundrechte: o Art. 20 IV o Art. 33 o Art. 38 o Art. 101 o Art. 103 o Art. 104 GG Neue Grundrechte aus Rechtsprechung des BVerfG o Recht auf informationelle Selbstbestimmung (Art. 2 I i.v.m. 1 I GG) o Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme (Art. 2 I i.v.m. 1 I GG) Prof. Clemens Arzt - Grundrechte 2
3 Erweiterungen und Beschränkungen Erweiterungen bestehender Grundrechte durch Verfassungsänderung o Art. 3 II 2 und III 2 GG o Art. 9 III 3 GG Beschränkungen bestehender Grundrechte durch Verfassungsänderung o Art. 16a II V GG (Asyl) o Art. 13 III VI GG (Schutz der Wohnung, großer Lauschangriff ) Prof. Clemens Arzt - Grundrechte
4 GG und Landesverfassungen Landesverfassungen haben regelmäßig eigenen Grundrechtekatalog Diese gelten trotz Grundgesetz, soweit sie mit GG übereinstimmen (Art. 142 GG) Beschränkungen, die über GG hinausgehen, sind nichtig (Art. 31 GG) Über GG hinausgehende Landesgrundrechte sind zulässig, können aber nicht vor BVerfG geltend gemacht werden Prof. Clemens Arzt - Grundrechte 4
5 Grundrechte: Subjektive Rechte Subjektive Rechte der Individuen im Verhältnis zum Staat: o Status negativus: Klassische Freiheits-/ Abwehrrechte (z.b. Art. 4 I GG) o Status positivus: - Leistungs-/Teilhaberechte - Sozialstaatliche Ausprägung (z.b. Art. 6 IV GG) - Schutzpflichten (z.b. Art. 2 II 1 GG) - Verfahrensrechte (z.b. Art. 104 IV GG) o Status activus Aktivbürgerrechte (z.b. Art. 33 I III) Prof. Clemens Arzt - Grundrechte 5
6 Grundrechte: Objektive Komponente Einrichtungs-/Institutsgarantien o Abwehrrechte und o entziehen zugleich privatrechtliche oder öffentlich-rechtliche Einrichtungen der freien Disposition des Gesetzgebers (z.b. Art. 6 I, 14 I GG) (Mittelbare) Drittwirkung von Grundrechten o Bürgerlich-rechtliche Generalklauseln (z.b. 242 BGB) müssen im Lichte der Grundrechte (objektive Wertordnung) ausgelegt werden o Damit (limitierte) Ausstrahlung in das Bürger-Bürger-Verhältnis [BVerfGE 7, Lüth] Prof. Clemens Arzt - Grundrechte
7 Gewährleistungen Persönlicher Geltungsbereich o Staatsbürger ( Deutschengrundrecht ) o Ausländer soweit Jedermannrecht (z.b. Art. 2 I, 5 GG) o Inländische juristische Personen soweit gem. Art. 19 III GG anwendbar (z.b. Art. 14 GG) Grundrechte schützen unterschiedliche Lebensbereiche vor Eingriffen = Schutzbereich / Normbereich o Positive Merkmale (z.b. Art. 8 I GG: sich versammeln ) o Negative Merkmale (z.b. Art. 8 I GG ( friedlich und ohne Waffen ) Manche Grundrechte bedürfen der Konkretisierung/Ausgestaltung in der Rechtsordnung (z.b. Art. 6 I, 14 I GG) Prof. Clemens Arzt - Grundrechte 7
8 Beschränkungen / Schranken Grundrechts-Eingriff: o jede Beeinträchtigung des Schutzbereichs eines Grundrechts durch die Staatsgewalt o Grundrechts-Verletzung = unzulässiger Eingriff Eingriff möglich: o Individuell (seitens Exekutive oder Judikative) o Generell (Gesetz, Verordnung, Satzung) Schranken-Schranken = absolute Begrenzungen zulässiger Beschränkungen der Grundrechte, insbesondere: o Grundsatz der Verhältnismäßigkeit o Wesensgehaltsgarantie (Art. 19 II GG) o Verbot des Einzelfallgesetzes (Art. 19 I 1 GG) Prof. Clemens Arzt - Grundrechte 8
9 Gesetzesvorbehalte Vorbehaltlose Grundrechte = Keine Eingriffe durch Gesetz oder aufgrund eines Gesetzes im GG vorgesehen (z.b. Art. 1 III, 5 III 1 GG) Einfacher Gesetzesvorbehalt = Für Eingriff genügt Gesetz oder gesetzliche Grundlage (z.b. Art. 2 II 3, 10 II 1, 14 I 2 GG) Qualifizierter Gesetzesvorbehalt = Eingriff nur durch oder aufgrund Gesetz, für das GG besondere Anforderungen beinhaltet (z.b. Art. 8 II, Art. 13 III 1, 3 und 4, Art. 17a I, 137 I GG) Mit Blick auf Gesetzesvorbehalt sind Wesentlichkeitstheorie (Parlamentsvorbehalt), Grundsatz der Verhältnismäßigkeit (= Übermaßverbot), Bestimmtheitsgebot, Vertrauensschutz u.a. als Schranken-Schranken für Grundrechtsbeschränkungen zu beachten Prof. Clemens Arzt - Grundrechte 9
10 Grundrechtskollisionen Jede Grundrechtsbetätigung kann zu Konflikten mit Grundrechtsbetätigung anderer oder mit Verfassungsgütern führen Gesetzesvorbehalt erlaubt Beschränkungen Für Grundrechten ohne Gesetzesvorbehalt verschiedene Lösungsansätze zur Lösung von Konflikten: o Übertragung von Schranken, z.b. von Art. 5 II GG auf 5 III GG o Enge systematische Interpretation, ob Schutzbereich der Norm wirklich Betätigung schützt. Grundrechtsbetätigung nur in praktischer Konkordanz (Konrad Hesse) mit anderen Grundrechten oder Verfassungsgütern möglich. o Kollidierendes Verfassungsrecht ist immanente Schranke, die Eingriffe in Schutzbereich rechtfertigt, um Kollisionen im Sinne praktischer Konkordanz auszugleichen (Einheit der Verfassung) (umstritten) [vgl. etwa BVerfGE 81, 278, 293] Prof. Clemens Arzt - Grundrechte 10
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