Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BayObLGR%202001,%2060
Timestamp: 2019-03-25 12:56:28
Document Index: 43658457

Matched Legal Cases: ['§ 670', '§ 1835', '§ 1836', '§ 1', '§ 9', '§ 1836', '§ 1835', '§ 1908', '§ 1835', '§ 1836', '§ 1836', '§ 1896', '§ 69', '§ 1836', '§ 1836', '§ 1836', '§ 158', '§ 168', '§ 1835', '§ 1836', '§ 1836']

Rechtsprechung: BayObLGR 2001, 60 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: BayObLG, 17.01.2001 | BayObLG, 26.03.2001
Betreuerbestellung; Krankheit; Keine freie Entscheidung
AG Ebersberg, 02.10.2000 - XVII 243/00
LG München II, 08.02.2001 - 6 T 7024/00
FamRZ 2001, 1244
BayObLGR 2001, 60
Ein Betreuer darf nur für die Angelegenheiten bestellt werden, in denen die Betreuung erforderlich ist, d.h. in denen der Betroffene auf entsprechende Hilfen angewiesen ist und weniger einschneidende Maßnahmen nicht in Betracht kommen (BayObLG, FamRZ 2001, 1244 f.).
Für die Bestellung eines Betreuers ist dann kein Raum, wenn sich der angestrebte Zweck durch die vorgesehene Maßnahme nicht erreichen lässt, weil die Bestellung eines Betreuers keinen Erfolg verspricht (BayObLG, FamRZ 2001, S. 1244 f.).
BGB § 670, § 1835, § 1836; ZSEG § 1, § 9
Sofortige weitere Beschwerde ; Betreuerbestellung; Betreuervergütung; Mittelloser Betroffener; Erstgespräch
Betreuungsrecht - Keine Vergütung für einen Betreuer in der Zeit vor seiner Bestellung
AG Weiden/Oberpfalz - XVII 189/00
LG Weiden/Oberpfalz - 2 T 1050/00
NJW-RR 2001, 1160
FamRZ 2001, 575
Eine Betreuerbestellung mit rückwirkender Kraft ist nicht möglich (BayObLG NJW-RR 2001, 1160).
Auch diese Bestimmung stellt nämlich wie § 1836 BGB darauf ab, dass der Betreuer bereits bestellt ist und aufgrund seines Amtes Aufwendungen zum Zwecke der Führung der Betreuung macht (BayObLG NJW-RR 2001, 1160).
OLG Hamm, 16.03.2006 - 15 W 355/05
Daher ist eine Vergütungsfestsetzung nur für den Zeitraum ab der wirksamen Betreuerbestellung möglich (vgl. Schleswig-Holsteinisches OLG, FGPrax 1998, 179; BayObLG FamRZ 2001, 575; OLG Stuttgart BWNotZ 2002, 44; OLG Köln OLGR Köln 2002, 142; OLG Braunschweig FamRZ 2006, 290).
Es ist in der Rechtsprechung inzwischen anerkannt, dass rechtliche Voraussetzung sowohl einer Betreuervergütung als auch einer Aufwandsentschädigung aus der Staatskasse gem. §§ 1835 ff iVm § 1908i BGB die Bestellung zum Betreuer ist und dass die Zeit, die ein vorgesehener Betreuer vor seiner Bestellung aufwendet, mangels gesetzlicher Grundlage nicht vergütungsfähig ist (OLG Schleswig FamRZ 1998, 1536 = RPfl 1998, 470; BayObLGZ 2001, 9 = FamRZ 2001, 575 = BtPrax 2001, 123 = JurBüro 2001, 267;… Palandt / Diederichsen, BGB 63. Aufl., § 1835 Rn 1, § 1836 Rn 9;… Soergel / Zimmermann, BGB 13. Aufl., § 1836a Rn 23;… Erman / Holzhauer, BGB 11. Aufl., § 1896 Rn 23).
Ein Vergütungsanspruch des Berufsbetreuers entsteht frühestens ab dem Zeitpunkt seiner wirksamen Bestellung nebst Feststellung der Berufsmäßigkeit gemäß den §§ 69, 69 a Abs. 3 Satz 1 FGG (OLG Schleswig NJW-RR 1999, Seite 660; BayObLG, NJW-RR 2001, Seite 1160 ff; OLG Stuttgart BWNotZ 2002, 44f; OLG Karlsruhe OLGR 2002, 294f = BtPrax 2002, 124;… Soergel/ Zimmermann 13. Aufl. § 1836 BGB Rn. 43; Wagenitz Münchener Kommentar 4.Aufl. § 1836 BGB Rn.3, 7, § 1836 a BGB Rn.13).
a) Das Gesetz kennt die Rückwirkung einer Bestellung nicht und eine solche Rückwirkung würde auch etwa zu einer Umgehung der gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen an die Bestellung eines Verfahrensbeistandes im Sinne von § 158 FamFG führen (…vgl. etwa Keidel-Engelhardt, FamFG, 18. Aufl., § 168 Rn. 16; BayObLG, Beschl. v. 17.01.2001 - 3 ZBR 393/00, = FamRZ 01, 575 - für Betreuer; OLG Braunschweig, Beschl. v. 12.12.2003 - 2 W 141/03, = FamRZ 06, 290;… weitere Nachweise bei Engelhardt, a. a. O., Fn 47).
OLG Brandenburg, 10.12.2008 - 9 WF 190/08
Erstattungsfähigkeit des Zeitaufwandes des Verfahrenspflegers vor Bekanntmachung …
Die Zeit, die ein Verfahrenspfleger vor seiner Bestellung aufwendet ist mangels gesetzlicher Grundlage nicht vergütungsfähig (…ganz herrschende Meinung, vgl. Palandt-Diederichsen, 67. Aufl., § 1835 Rdnr. 2;… MüKo-Wagenitz, BGB , 4. Aufl., § 1836 Rdnr. 4;… Soergel-Zimmermann, BGB , 13. Aufl., § 1836 Rdnr. 43; Bayerisches Oberstes Landesgericht, Beschluss vom 17. Januar 2001, Az. 3Z BR 393/00; OLG Stuttgart, Beschlüsse vom 22. Oktober 2001, Az. 8 W 503/01, und vom 15. Juni 2004, Az. 8 W 509/03 - zitiert nach juris; OLG Schleswig, Beschluss vom 20. Mai 1998, Az. 2 W 55/98; Brandenburgisches OLG, 2. Familiensenat, Beschluss vom 7. Februar 2008, Az. 10 WF 238/07 - ausdrücklich jeweils für die Betreuervergütung, für die allerdings keine anderen Maßstäbe gelten als für den Verfahrenspfleger).
Dies schließt eine rückwirkende Bestellung ohne Ausnahme aus (vgl. OLG Schleswig, FarnRZ 1998, 1536; BayObLG, FamRZ 2001, 575).