Source: https://www.haufe.de/oeffentlicher-dienst/tvoed-office-professional/entgelt-34231-einschlaegige-berufserfahrung-entgeltgruppen-9-bis-15-bund_idesk_PI13994_HI3591973.html
Timestamp: 2019-06-24 15:40:10
Document Index: 209388348

Matched Legal Cases: ['§ 12', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16']

Entgelt / 3.4.2.3.1 Einschlägige Berufserfahrung (Bund) | TVöD Office Professional | Öffentlicher Dienst | Haufe
Entgelt / 3.4.2.3.1 Einschlägige Berufserfahrung (Bund)
So können z. B. Zeiten der vorübergehenden Übertragung einer höherwertigen Tätigkeit oder aufgrund einer Abordnung oder Zuweisung bei einem Dritten anzurechnen sein, wenn die in dieser Phase ausgeübte Tätigkeit ihrerseits einschlägige Berufserfahrung im oben dargestellten Sinne vermittelt. Die Prüfung, ob einschlägige Berufserfahrung vorliegt, kann zu dem Ergebnis führen, dass die frühere Tätigkeit nur in Teilen der auszuübenden Tätigkeit entspricht. Deckt diese einschlägige Berufserfahrung den maßgeblichen Tätigkeitsanteil gem. § 12 (Bund) Abs. 2 TVöD in vollem Umfang ab, handelt es sich noch um einschlägige Berufserfahrung i. S. d. § 16 (Bund) Abs. 2 Satz 2 TVöD. Liegt eine entsprechende einschlägige Berufserfahrung vor, so werden Beschäftigte mit einschlägiger Berufserfahrung von mindestens einem Jahr der Stufe 2 zugeordnet (§ 16 [Bund] Abs. 2 Satz 2 TVöD) und bei mindestens 3-jähriger Berufserfahrung der Stufe 3 (§ 16 [Bund] Abs. 2 Satz 2 TVöD) zugeordnet.
Etwas anderes gilt jedoch in den Fällen, in welchen bereits zuvor ein Arbeitsverhältnis zum Bund mit einer vergleichbaren Tätigkeit bestanden hat und die Einstellung im unmittelbaren Anschluss an das vorangegangene Arbeitsverhältnis erfolgt. Aufgrund der Rechtsprechung des BAG vom 21.2.2013 und dem mittlerweile angepassten Wortlaut des § 16 (Bund) Abs. 2 TVöD sind in diesen Fällen die Berufserfahrung, auch wenn sie weniger als 1 Jahr beträgt, und die Restzeiten auf die Stufenlaufzeit nach § 16 (Bund) Abs. 2 Satz 4 TVöD anzurechnen. Dies ist auch im Fall von Wiedereinstellungen nach Befristung zu beachten (siehe hierzu Ziff. 3.4.2.4.2). Bezüglich der Besonderheiten bei Wiedereinstellung mit höherwertigen Tätigkeiten wird ebenfalls auf die Ausführungen unter Ziff. 3.4.2.4.2 verwiesen.
Eine Beschäftigte wird am 1.2.2017 mit Tätigkeiten als Bezügerechnerin in Entgeltgruppe 6 eingestellt. Die Beschäftigte war bereits in der Zeit vom 1.1.2011 bis 31.1.2017 (somit 6 Jahre und 1 Monat) in der Bundesverwaltung als Bezügerechnerin in Entgeltgruppe 6 beschäftigt und hatte bereits 1 Monat in der Stufe 4 erreicht. Die frühere Tätigkeit entspricht der ab 1.2.2017 übertragenen Tätigkeit. Damit sind die Voraussetzungen zur Anerkennung als einschlägige Berufserfahrung erfüllt.
Die einschlägige Vortätigkeit wurde länger als 1 Jahr ausgeübt. Die Beschäftigte wird zum Zeitpunkt ihrer Einstellung am 1.2.2017 unter Anerkennung der Berufserfahrung von mindestens 6 Jahren der Stufe 4 zugeordnet. Eine darüber hinausgehende Berücksichtigung der bereits in Stufe 4 zurückgelegten Stufenlaufzeit von 1 Monat ("Restzeit") erfolgt entsprechend der neu vereinbarten Regelung in § 16 (Bund) Abs. 2 Satz 4 TVöD.