Source: http://www.steuerkanzlei-hagspiel.de/Hinweise%20zum%20Jahreswechsel.htm
Timestamp: 2018-05-26 04:18:41
Document Index: 145108369

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 147', '§ 4', '§ 4', '§ 7', '§ 3', '§ 3', '§ 3']

Im Jahr 2010 für alle Steuerpflichtige zu beachten
Im Jahr 2010 für selbständige Steuerpflichtige zu beachten
Steuerliche Änderungen ab 2011
1. Grundfreibetrag und Eingangssteuersatz: Der Grundfreibetrag wird um 170€ für den Veranlagungs-zeitraum 2010 auf 8.004€ erhöht. Für Ehegatten, die zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden, verdoppelt sich dieser Betrag. Der Eingangssteuersatz beträgt 14 %.
2. Prüfung der Kindergeldgrenze von 8.004€: Kindergeld wird nur gewährt, wenn die Einkünfte des Kindes 8.004€ p.a. (ab 2010) nicht übersteigen. Es ist zu prüfen, ob diese Grenze überschritten wird und ob man nicht durch Werbungskosten des Kindes noch in diesem Jahr diese Grenze unterschreiten kann.
3. Elterngeld und Steuerklassenwahl: Für ab dem 01.01.2007 geborene Kinder wird unter bestimmten Voraussetzungen ein Elterngeld in Höhe von 67 % des in den zwölf Kalendermonaten vor dem Monat der Geburt des Kindes durchschnittlich erzielten Einkommens aus Erwerbstätigkeit gezahlt. Bei Geringverdie-nern erhöht sich dieser Prozentsatz. Das Elterngeld beträgt monatlich mindestens 300€ und höchstens 1.800€ pro Kind. Zur Ermittlung des maßgeblichen Einkommens wird der laufende Arbeitslohn gekürzt um Lohnsteuer, Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung und ein Zwölftel des Arbeitnehmer-Pauschbetrags. Grundlage sind die monatlichen Gehaltsabrechnungen. Bei Arbeitnehmerehegatten ist die Wahl der Steuerklasse ausschlaggebend für die Berechnung des Elterngeldes. Da nach der Geburt des Kin-des häufig die Mutter, die oftmals in die Steuerklasse V eingruppiert ist, ihre Erwerbstätigkeit vorüberge-hend einstellt, kann es günstig sein, rechtzeitig eine andere Steuerklasse zu beantragen, um höhere Net-toeinnahmen im für die Bemessungsgrundlage heranzuziehenden 12-Monats-Zeitraum zu erzielen. Diese Vorgehensweise hat der BFH jüngst für rechtmäßig angesehen.
4. Kinderbetreuungskosten: Für die steuerliche Geltendmachung von Aufwendungen für die Kinder-betreuung im Umfang von 2/3 der Aufwendungen, höchstens aber in Höhe von 4.000€ jährlich, ist es un-bedingt notwendig, dass eine Rechnung vorliegt und die Zahlungen über ein Konto abgewickelt werden. Sind in diesem Jahr Kosten hierfür angefallen, sollten diese noch 2010 über ein Konto bezahlt werden, damit die Kinderbetreuungskosten noch in der Einkommensteuererklärung 2010 geltend gemacht werden können. Im Rahmen der Kinderbetreuungskosten berücksichtigungsfähig sind Aufwendungen für die Unterbringung von Kindern in Kindergärten oder Kinderkrippen sowie bei Tagesmüttern und Ganztages-pflegestellen, für die Beschäftigung von Hilfen im Haushalt, soweit sie ein Kind betreuen und für die Be-aufsichtigung des Kindes bei der Erledigung seiner häuslichen Schulaufgaben. Nicht abzugsfähig sind demgegenüber Aufwendungen für Unterricht (z. B. Schulgeld ggf. abzugsfähig als Sonderausgabe, Nachhilfe, Fremdsprachenunterricht), für die Vermittlung besonderer Fähigkeiten (wie Musikunterricht und Computerkurse) und für sportliche und andere Freizeitbetätigungen (beispielsweise Mitgliedsbeiträge für Sport- und andere Vereine, Tennis- oder Reitunterricht).
5. Häusliches Arbeitszimmer: Mit dem häuslichen Arbeitszimmer können Steuerpflichtige rückwirkend ab 2007 wieder Steuern sparen, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. In diesem Fall wird der Abzug von Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben bis zu einer Höhe von 1.250€ zugelassen - so die Beschlussfassung des Finanzausschusses zum JStG 2010.
6. Beiträge Basisrente z.B. Rüruprente/Versorgungswerk: Seit dem 01. Januar 2010 können 70% der Beiträge (ab 2011 72%, 2012 74% u.s.w.) einer Basisrente (z.B. Rüruprente oder Beiträge zu einem Ver-sorgungswerk) steuermindernd als Sonderausgabe angesetzt werden. Wenn man die Altersvorsorge auf-stocken möchte, kann es aus steuerlicher Sicht sinnvoll sein, noch dieses Jahr Beiträge zu entrichten.Der Sonderausgabenabzug ist ab 01.01.2010 davon abhängig, dass der Steu-erpflichtige dem Anbieter gegenüber schriftlich eingewilligt hat, dass dieser die Höhe der Altersvorsorge-beiträge unter Angabe der Identifikationsnummer an die zentrale Stelle übermitteln darf.
7. Steuerermäßigung bei haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnissen oder Dienstleistungen (z.B. Haushaltshilfe oder Handwerker): Bei der Einkommensteuererklärung kann auf Antrag eine Steuerer-mäßigung für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse oder Dienstleistungen in Anspruch genommen werden. Für ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis (Mini-Job) in einem Privathaushalt im Inland, ei-nem anderen EU-Mitgliedstaat oder EWR -Staat kann ein Abzug von 20 % der Aufwendungen aber von 510€ jährlich von der tariflichen Einkommensteuer erfolgen. Voraussetzung dafür ist, dass die gesetzli-chen Pauschalabgaben an die Minijob-Zentrale bei der Knappschaft BahnSee entrichtet werden und die Zahlungen an die Haushaltshilfe per Überweisung erfolgen. Für sozialversicherungspflichtige Beschäf-tigungsverhältnisse sowie für die Inanspruchnahme von haushaltsnahen Dienstleistungen, die nicht Handwerkerleistungen sind, vermindert sich die tarifliche Einkommensteuer um 20 % der zusammenge-fassten Aufwendungen, höchstens um 4.000€ jährlich. Dieser Steuerabzugsbetrag kann auch für Pflege- und Betreuungsleistungen sowie für Aufwendungen in Anspruch genommen werden, die wegen der Un-terbringung in einem Heim erwachsen, soweit darin Kosten für Dienstleistungen enthalten sind, die mit denen einer Hilfe im Haushalt vergleichbar sind. Handwerkerleistungen sind mit 20 % der Aufwendun-gen, höchstens 1.200€ jährlich abzugsfähig. Für die steuerliche Vergünstigung noch in diesem Jahr ist auch hier Voraussetzung, dass eine Rechnung vorliegt, die Zahlung noch dieses Jahr vom Bankkonto (nicht in bar) erfolgen muss. Begünstigt sind bei Handwerkerleistungen sowie bei haus-haltsnahen Dienstleistungen nur die Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkostenanteile, nicht aber die Ma-terialkostenanteile. Auch Mieter oder Angehörige einer Wohnungseigentümergemeinschaft können die Steuerabzugsbeträge geltend machen, wenn die entsprechenden Arbeiten in der Jahresabrechnung ge-sondert aufgeführt oder durch eine Bescheinigung des Vermieters oder seines Verwalters nachgewiesen werden.
8. Entfernungs- bzw. Pendlerpauschale: Die umstrittene Kürzung der Pendlerpauschale ist ab 2007 ver-fassungswidrig. Seit Anfang 2007 können Aufwendungen von Arbeitnehmern für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ab dem 1. Entfernungskilometer wieder steuermindernd als Werbungskosten abgesetzt werden. Voraussetzung ist allerdings, dass neben weiteren Werbungskosten damit der Wer-bungskostenpauschbetrag in Höhe von 920€ überschritten wird.
9. Unterbringungs- und Bewirtungskosten als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständi-ger Arbeit: Ggf. können Kosten für Bewirtungen, Unterbringung und Geschenke als Werbungskosten ab-zugsfähig sein. Ein variables Gehalt ist lt. BFH nicht zwingend notwendig.
10. Erststudium nach abgeschlossener Berufsausbildung: Die Aufwendungen für ein Erststudium sind steuerlich abzugsfähig, wenn der Steuerpflichtige bereits über eine Berufsausbildung verfügt. In diesen Fällen können die Aufwendungen die z.B. bereits 2006, 2007, 2008 oder 2009 entstanden sind auch in die Folgejahre (2010ff) vorgetragen werden und hier mit positiven Einkünften steuersparend verrechnet werden.
11. Übungsleiterpauschale (2.100€) und "Ehrenamtspauschale" (500€): Es gibt einen weiteren Freibetrag von 500€ für Vereinsmitglieder, die vom Verein eine Aufwandsentschädigung erhalten (Vorstand, Platz-wart etc.) Dieser Freibetrag kann zusätzlich zur sog. Übungsleiterpauschale in Höhe von 2.100€ geltend gemacht werden.
12. Verträge zwischen nahen Angehörigen: Bei Verträgen zwischen nahen Angehörigen (z.B. Miet- oder Arbeitsverträge) ist immer der Fremdvergleich zu beachten. Das vertraglich Geregelte sollte nicht von dem tatsächlich durchgeführten abweichen und der Vertrag sollte so verfasst werden, dass dieser auch so zwischen Fremden üblich ist. Außerdem ist ein schriftlicher Vertrag notwendig.
13. Disagio: Im Voraus geleistete Ausgaben für eine Nutzungsüberlassung von mehr als fünf Jahren sind insgesamt auf den Zeitraum gleichmäßig zu verteilen, für den die Vorauszahlung geleistet wird. Von die-ser Durchbrechung des Abflussprinzips ist ein marktübliches Disagio oder Damnum nicht betroffen. Marktüblich ist Damnum oder Disagio, wenn für ein Darlehen mit einem Zinsfestschreibungszeitraum von mindestens fünf Jahren ein Damnum in Höhe von bis zu 5 % vereinbart worden ist. In diesem Fall ist das Disagio dann direkt als Werbungskosten oder Betriebsausgabe abzugsfähig.
14. Für Spenden bis 200€ reicht ein einfacher Bareinzahlungsbeleg oder eine Buchungsbestätigung als Nachweis.
15. Außergewöhnliche Belastungen (z.B. Krankheitskosten): Zur Überwindung der zumutbaren Eigenbe-lastung bei außergewöhnlichen Belastungen kann es sinnvoll sein, eine Kumulierung von Ausgaben für außergewöhnliche Belastungen aus mehreren Jahren herbeizuführen. Der Zeitpunkt der Ausgabe ist für den Zeitpunkt des Abzugs als außergewöhnliche Belastung maßgeblich. Die Verausgabung ist auch dann für den Zeitpunkt des Abzugs als außergewöhnliche Belastung maßgeblich, wenn die Aufwendungen aus einem Darlehen bestritten werden.
16. Förderung der Gesundheit des Arbeitnehmers: Bis zu 500€ p.a. können zusätzlich zum Arbeitslohn für Kurse zur gesunden Ernährung, Rückengymnastik, Suchtprävention oder Stressbewältigung steuerfrei ausgezahlt werden.
17. Abgeltungssteuer/Kapitaleinkünfte: Die Abgeltungssteuer ist per Gesetz ab 2009 festgelegt. Demnach wird ab 2009 jeder Kapitalertrag (Zinsen, Dividenden etc.), der über den neuen Sparer-Pauschbetrag (801€ bei Alleinstehenden, 1.602€ bei Verheirateten) hinausgeht, pauschal mit 25 % Einkommensteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer besteuert. Alle Anleger werden gleich behandelt. Dies ist ein Vorteil für alle Steuerpflichtigen ab einem Spitzeneinkommensteuersatz von 25 %. Aber auch Anleger mit einem Steuersatz unter 25 % sind nicht benachteiligt, denn für sie wird auf Antrag die Besteuerung mit ihrem individuellen Steuersatz durchgeführt (bei Abgabe der Einkommensteuererklä-rung). Die Spekulationsfrist von einem Jahr wurde abgeschafft, d.h. ab 2009 angeschaffte Aktien, Beteili-gungspapiere, Rentenpapiere und Investmentanteile und alle Veräußerungs-, Kurs- und Einlösungsge-winne sind in voller Höhe (unabhängig von der Behaltensfrist) zu versteuern. Werbungskosten sind nicht mehr abzugsfähig (Ausnahme Teileinkünfteverfahren außerdem ist die Versagung des Werbungskosten-abzuges strittig). Falls Werbungskosten angefallen sind, empfiehlt sich die Prüfung der Anwendung des Teileinkünfteverfahrens (60% der Einnahmen und der Werbungskosten werden dann berücksichtigt). Damit eine steuersparende Günstigerprüfung (Ansatz aller Kapitaleinkünfte oder nicht) bei Erstellung der Einkommensteuererklärung durchgeführt werden kann, ist es unbedingt notwendig, dass bei den Kredit-instituten ein Antrag auf Kirchensteuereinbehalt gestellt wird. Falls die Kirchensteuer nicht von den Kreditinstituten einbehalten wird, müssen die Kapitaleinkünfte in der Einkommensteuererklärung angege-ben werden, auch wenn Ihr Einkommensteuersatz über 25% liegt.
18. Wertpapiere/Aktien Verkauf und Ankauf zur Verlustrealisierung: Es wird steuerlich anerkannt, wenn der Steuerpflichtige Wertpapiere und Aktien zur Verlustrealisierung veräußert und am selben Tag Pa-piere derselben Art und in der gleichen Menge wieder zu veränderten Anschaffungskosten anschafft. Dieser Verlust kann dann mit positiven Einkünften aus derselben Einkunftsart verrechnet werden. Es soll-te allerdings darauf geachtet werden, dass der Verkauf und Widerkauf nicht zu dem gleichen Kurs in Auf-trag gegeben wird.
19. Erstattungszinsen sind steuerpflichtig: Nach Verkündung des Jahressteuergesetzes (vor. noch dieses Jahr) sind Erstattungszinsen aus einem Einkommensteuerguthaben (entgegen dem kürzlich ergangenen BFH-Urteil wieder) zu versteuern.
20. Freistellungsaufträge: Damit Kreditinstitute den Quellensteuerabzug bis zu den Sparerfreibeträgen (801€ bzw. 1.602€ bei Verheirateten) nicht vornehmen, sollte bei den Kreditinstituten ein Freistellungsauf-trag (max. bis zu der vorgenannten Höhe) erteilt werden. Bei neu erteilten Freistellungsaufträgen ist ab 2011 die Angabe der Steueridentifikationsnummer notwendig.
21. Antragsveranlagung: Falls noch keine Einkommensteuererklärung in den letzten Jahren abgegeben wurde, kann die Abgabe geprüft und (ggf. rückwirkend) noch bis zum Jahr 2003 erfolgen.
22. Fortbildungsreisen: Falls aus beruflichen Gründen (Auslands-)Reisen vorgenommen werden und die Reise ebenfalls private Elemente enthält, kann (seit kurzem) eine Aufteilung der Ausgaben erfolgen.
23. Verlustrealisierende Veräußerung von Gegenständen des täglichen Gebrauchs: Letztmalig können bis zum 31.12.2010 Verluste die innerhalb von einem Jahr zwischen Anschaffung und Veräußerung (z.B. privater PKW) entstanden sind steuermindernd geltend gemacht werden.
24. Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge: Die Beiträge zur Basiskrankenversicherung sind in vol-ler Höhe als Sonderausgaben abzugsfähig. Dabei handelt es sich um die Beiträge, die in Art, Umfang und Höhe den gesetzlichen Pflichtleistungen nach SGB V entsprechen. Beiträge zu einer privaten Kranken-versicherung sind in jenem Umfang unbeschränkt abzugsfähig, der durch Versicherungsleistungen vor-gegeben ist, welche in Art, Umfang und Höhe den Leistungen nach dem Dritten Kapitel des SGB V ver-gleichbar sind. Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung sind gem. § 10 Abs. 1 Nr. 3 Satz 1 Buchst. b EStG ab dem Veranlagungszeitraum 2010 in vollem Umfang abzugsfähig. Dies gilt sowohl für die sozia-le Pflegeversicherung wie auch für die private Pflege-Pflichtversicherung. Nicht im Rahmen des Grundtat-bestands abzugsfähig sind die Aufwendungen für Zusatz- oder Komfortleistungen wie Chefarztbehand-lung oder Einzelbettgewähr im Krankenhaus.
25. Kindergeld/Kinderfreibetrag: Die Grenze der Einkünfte und Bezüge des Kindes, bei deren Überschrei-ten das Kindergeld bzw. ein Kinderfreibetrag nicht mehr gewährt wird, wird ab dem Veranlagungszeitraum 2010 von 7.680€ auf 8.004€ heraufgesetzt. Das Kindergeld erhöht sich im Jahr 2010 um 20,00€. Das Gleiche gilt für die Einkunftsgrenze bei Unterhaltsleistungen.
26. Erbschaften/Schenkungen: Für Angehörige der Steuerklasse II - Geschwister, Geschwisterkinder, Stiefeltern, Eltern und Großeltern (bei Schenkungen), Schwiegerkindern und Schwiegereltern sowie den geschiedenen Ehegatten - wird ein gesonderter reduzierter Steuertarif eingeführt, der erstmals auf Er-werbe Anwendung finden soll, für die die Steuer nach dem 31.12.2009 entsteht.
27. Verfassungswidrigkeit der Grundsteuer: Der BFH hat die Grundsteuerbewertung für verfassungswidrig erklärt. Vorsichtshalber sollte gegen neu erlassene Grundsteuerbescheide Einspruch eingelegt werden.
28. Abschreibungen: die degressive AfA ist für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens wieder zugelassen worden bei Anschaffungskosten über 1.000€ netto (sie konnte zuvor letztmals für bewegliche Anlagegüter beansprucht werden, die vor dem 1.1.2008 angeschafft oder hergestellt worden waren), die nach dem 31.12.2008 und vor dem 1.1.2011 angeschafft oder hergestellt werden. Die degressive AfA beträgt das 2,5-fache der linearen AfA, höchstens 25 %. Angeschafft ist ein Wirtschaftsgut, sobald nach dem Willen der Beteiligten Eigenbesitz, Gefahr, Nutzen und Lasten auf den Erwerber übergehen.
29. Aufbewahrungspflichten: Zum Ende des Geschäftsjahres 2010 wird man prüfen, für welche Geschäfts-unterlagen die zehn- bzw. sechsjährigen Aufbewahrungspflichten gem. § 147 AO ablaufen. Zu beach-ten ist, dass die Fristen erst mit Verzögerungen beginnen, z. B. die zehnjährige Aufbewahrungsfrist für "Bücher" mit Ablauf des Jahres, in dem die letzte Eintragung erfolgt ist, bzw. für Bilanzen, Inventare nach dem Jahr der Aufstellung. Auch ist der Fristablauf gehemmt, soweit und solange die Unterlagen noch für nicht verjährte Steuerfestsetzungen von Bedeutung sind.
30. Künstlersozialkasse: Viele Unternehmen (auch Vereine), die Kunst und Publizistik verwerten, indem sie Aufträge an selbständige Künstler oder Publizisten erteilen, müssen die Künstlersozialabgabe entrichten. Abgabepflichtig sind Unternehmen, die regelmäßig zum Beispiel für die Eigenwerbung (Erstellung einer Homepage, Entwurf eines Flyers etc.) Aufträge an selbständige Künstler oder Publizisten erteilen. Eine Regelmäßigkeit liegt auch bei einer einmal jährlichen Auftragserteilung vor oder sogar bei Werbemaß-nahmen die bspw. alle drei oder fünf Jahre stattfinden (Satz 2010: 3,9% 2011 auch 3,9%).
31. Schuldzinsen für kurzfristige Verbindlichkeiten: Bei Einzelunternehmen und Mitunternehmerschaften (z.B. GbR) wird der Abzug betrieblich veranlasster kurzfristiger Schuldzinsen über 2.050€ (z.B. Kontokor-rent- bzw. Überziehungszinsen) eingeschränkt, wenn sich zum Bilanzstichtag Überentnahmen (Summe aus Gewinn zuzüglich Einlagen abzüglich Entnahmen ist negativ) ergeben. Zwecks etwaiger Gegenmaß-nahmen kann angeraten sein zu prüfen, ob zum 31.12.2010 eine Überentnahme droht (Folge: Betriebli-che kurzfristige Schuldzinsen über 2.050€ sind bis zur Höhe von 6 % der Überentnahme nicht absetzbar). Zur Beseitigung drohender Überentnahmen kommen etwa folgende Maßnahmen in Betracht: Entnahme-stopp für 2010 sowie Bar- oder Sacheinlagen (bei Mitunternehmerschaften auch in das Sonderbetriebs-vermögen) vor dem 31.12.2010 oder gewinnverlagernde Maßnahmen (Vorziehung der Einnahmen).
32. Inventur zum 31.12.2010: Eine Inventur und damit die ordnungsgemäße Erfassung des Warenbestands ist Voraussetzung für die Ordnungsmäßigkeit der Buchführung. Wenn eine Bilanz erstellt wird, ist man verpflichtet eine Inventur aufzustellen. Die Inventurarbeiten sind zum 31.12.2010 durchzuführen, mit Da-tum und Unterschrift zu versehen und zusammen mit Unterlagen, Notizzetteln und sonstigen Originalun-terlagen aufzubewahren.
33. Vorziehung von Betriebsausgaben: Der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG (Einnahmen- Ausga-ben Überschussrechnung) liegt grundsätzlich das Zufluss-/Abflussprinzip zugrunde, so dass Einkünfte-verlagerungen zur Jahreswende - ebenso wie bei nichtbetrieblichen Einkunftsarten - durch vorgezogene oder verzögerte Vereinnahmung von Betriebseinnahmen und Bezahlung von Betriebsausgaben leicht er-reichbar sind. Es ist zu prüfen, welche ohnehin geplanten Investitionen/Betriebsausgaben vorgezogen werden können, falls im Jahr 2010 mit einem guten Betriebsergebnis zu rechnen ist. Eine Minderung des Gewinns im laufenden Jahr lässt sich insbesondere durch das Vorziehen von Investitionen in das Anla-gevermögen (bis 410€), durch die Vornahme von Erhaltungs-, Instandsetzungs-, Beratungs- oder Wer-bemaßnahmen noch in diesem Jahr erreichen. Grundsätzlich ist ein auf die Jahre gesehener gleichmä-ßiger Gewinn aufgrund der unterschiedlichen Steuerprogression anzustreben. Dies ist insbesondere auch wichtig bei Investitionen bis 410€ netto, da diese in voller Höhe als Betriebsausgaben abzugsfähig sind. Bei Investitionen in bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens über 410 € kann es sinnvoll sein, diese aufgrund des Investitionsabzugsbetrages (s.u.) erst in den nächsten Jahren zu tätigen, damit die 40%-Sonderabschreibung noch dieses Jahr angesetzt werden kann.
34. Betriebseinnahmen: Bei einem schlechteren Ergebnis 2010 als in den Vorjahren ist es evtl. sinnvoll Be-triebseinnahmen vorzuziehen: Es ist bei einer Einnahmen-Überschussrechnung nach § 4 Abs. 3 EStG auf einen Zahlungseingang noch dieses Jahr hinzuwirken bzw. bei einer Bilanzerstellung sind die Rechnun-gen noch dieses Jahr zu erstellen (hier muss die Leistung aber auch dieses Jahr erbracht werden). Erträ-ge können bei gutem Ergebnis 2010 in das kommende Jahr verlagert werden, indem mit Kunden verein-bart wird, die Zahlung erst 2011 zu leisten (bei einer Einnahmen-Überschussrechnung) bzw. Lieferungen oder Leistungen erst im folgenden Jahr auszuführen (Rechnungserstellung und Leistungserbringung erst 2011 bei Bilanzerstellung). Grundsätzlich ist ein auf die Jahre gesehener gleichmäßiger Gewinn aufgrund der unterschiedlichen Steuerprogression anzustreben.
35. Im Wirtschaftsjahr 2007 gebildete Investitionsabzugsbeträge (nach § 7g EStG neue Fassung) müssen mit Zinszuschlag in Höhe von 6% p.a. rückwirkend auf das Jahr der Bildung des Investitionsabzugsbetrag aufgelöst werden, wenn bis zum 31.12. 2010 keine entsprechende Investition erfolgt.
36. Investitionsabzugsbetrag: Die Möglichkeit zur steuermindernden Bildung eines Investitionsabzugsbe-trags von bis zu 40 % der Anschaffungs- oder Herstellungskosten (der beabsichtigten Anschaffungen/ Herstellungen fast ausschließlich eigenbetrieblich genutzter abnutzbarer beweglicher Wirtschaftsgüter) in den nächsten drei Jahren (nach Bilanzstichtag) besteht für bilanzierende Unternehmen, wenn ihr Eigen-kapital am Ende des Wirtschaftsjahres 2010, in dem der Investitionsabzugsbetrag beansprucht werden soll, nicht mehr als 335.000€ beträgt. Im Falle der Gewinnermittlung durch Einnahmenüberschussrech-nung darf der Gewinn im betreffenden Jahr (2010) nicht mehr als 200.000€ ausmachen. Für Personenge-sellschaften und Gemeinschaften sind die Grenzbeträge gesellschaftsbezogen anzuwenden. Die vorge-nannten Grenzen gelten nur für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2008 und vor dem 1.1.2011 enden - bei kalenderjahrgleichem Wirtschaftsjahr mithin für 2009 und 2010. Ab 2011 gelten wieder die ursprüng-lichen Grenzbeträge: 235.000€ Eigenkapital, 100.000€ Gewinn. Bei diesen Wirtschaftsgütern des Anlage-vermögens können unter den o.g. Voraussetzungen im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in den vier folgenden Jahren neben der gewöhnlichen Abschreibung Sonderabschreibungen bis zu insgesamt 20% der Anschaffungs- oder Herstellungskosten in Anspruch genommen werden. Es kann steuerlich vor-teilhafter sein, die anstehenden Investitionen erst im Wirtschaftsjahr 2011 vorzunehmen, weil durch Bil-dung eines Investitionsabzugsbetrags eine Gewinnminderung von 40% im Jahr 2010 erreichbar ist und im Jahr 2011 zusätzlich die Sonderabschreibung möglich ist
37. Investitionsabzugsbetrag für einen neuen PKW: Die steuermindernde Bildung eines Investitionsab-zugsbetrags von bis zu 40% der Anschaffungs- oder Herstellungskosten für einen betrieblich genutzten PKW ist dann möglich, wenn die betriebliche Nutzung über 90% liegt (d.h. die private Nutzung nicht mehr als 10% ausmacht). Den Umfang der betrieblichen Nutzung hat der Unternehmer durch ein Fahrtenbuch nachzuweisen. Ein Investitionsabzugsbetrag für einen Betriebs-Pkw macht deshalb nur dann Sinn, wenn dieser voraussichtlich zu mindestens 90% betrieblich genutzt wird (Fahrten zwischen Wohnung und Be-trieb zählen zur betrieblichen Nutzung).
38. Leistungsort bei Dienstleistungen im Umsatzsteuergesetz: Mit Wirkung ab 2010 haben sich nach Vorgaben der EU die Vorschriften zur Bestimmung des Leistungsorts für sonstige Leistungen (im Sprachgebrauch der EU-Richtlinie "Dienstleistungen") grundlegend geändert. Während nach § 3a UStG a. F. Regelleistungsort - allerdings von Ausnahmen durchsetzt - der Ort ist, von dem aus "der Unterneh-mer sein Unternehmen betreibt", sieht das neue Recht eine Zweiteilung vor: Empfängt die Leistung ein Unternehmer für sein Unternehmen oder eine juristische Person mit USt-IdNr., gilt nach § 3a Abs. 2 UStG n. F. die sonstige Leistung als an dem Ort ausgeführt, von dem aus der Leistungsempfänger sein Unter-nehmen betreibt (Empfängerortprinzip). Für sämtliche anderen Fälle (im Folgenden vereinfachend als Leistungen Nichtunternehmer bezeichnet) bleibt es nach § 3a Abs. 1 UStG n. F. bei dem bisherigen Sitz-ortprinzip, d. h. es ist der Ort maßgeblich, von dem aus der Unternehmer sein Unternehmen betreibt. Die neuen Regeln werden jedoch unverändert durch eine Vielzahl von Ausnahmen verdrängt, die weitgehend dem bisherigen Ausnahmenkatalog entsprechen, dem aber einige weitere Sonderregelungen angefügt wurden. Unternehmer, die sonstige Leistungen an Ausländer bzw. im Ausland erbringen oder Empfänger sonstiger Leistungen ausländischer Unternehmer sind, müssen prüfen, ob sie von den Gesetzesände-rungen betroffen sind. Handlungsbedarf besteht insbesondere aber auch dergestalt, dass die Unter-nehmer prüfen müssen, ob ihre sonstigen Leistungen an andere Unternehmer für deren Unternehmen oder an juristische Personen mit USt-IdNr. erbracht werden.
39. Bei innergemeinschaftlichen Warenlieferungen ist eine Zusammenfassende Meldung monatlich spä-testens zum 25. des Nachfolgemonats abzugeben. Bei Umsätzen bis 100T€ (ab 2012 50T€) bleibt es bei der quartalsweisen Übermittlung. Bei sonstigen innergemeinschaftlichen Leistungen gilt ab dem 01.07.2010 die vierteljährliche Übermittlung der Zusammenfassenden Meldung.
1. Lohnsteuerkarte: Ab dem Veranlagungszeitraum 2011 haben die Lohnsteuerkarten des Jahres 2010 bis zur Einführung von ElsterLohn II zum 01.01.1012 weiterhin Gültigkeit. Freibeträge oder Faktoren gelten weiterhin. Weicht die Eintragung der Steuerklasse oder die Zahl der Kinder auf der Lohnsteuerkarte 2010 von den tatsächlichen Verhältnissen zu Beginn des Jahres 2011 ab, hat der Arbeitnehmer gegenüber dem Finanzamt eine Anzeigepflicht. Wurde 2010 keine Lohnsteuerkarte ausgestellt, wird aber für 2011 eine benötigt, dann erstellen die Finanzämter auf Antrag eine Ersatzbescheinigung. Auch für die Begrün-dung weiterer Dienstverhältnisse im Jahr 2011 ist diese Ersatzbescheinigung notwendig. Für Auszubil-dende, die erstmals in 2011 ein Beschäftigungsverhältnis begründen, kann ohne Steuerkarte die Lohnsteuerklasse 1 angewandt werden.
2. Reform der gesetzlichen Krankenversicherung: Die Beitragssätze erhöhen sich ab dem 01.01.2011 auf 15,5% (Arbeitgeber-Anteil 7,3%). Zudem kann es der Höhe nach unbegrenzte Zusatzbeiträge geben, die der Versicherte alleine tragen muss.
3. Elterngeld: Absenkung der Ersatzquote bei einem zu berücksichtigen Einkommen von 1.200 € von 67% auf 65% und Wegfall des Elterngeldes bei einem steuerpflichtigen Einkommen von über 250.000 € (Ver-heiratete 500.000€).
4. Ab dem Veranlagungszeitraum 2011 besteht die Pflicht zur elektronischen Übermittlung von Steuererklärungen (Körper-schaftsteuer-, Feststellungs- und Gewerbesteuererklärungen) nebst Bilanzen/Gewinnermittlungen. Für Einkommensteuerpflichtige gilt dies ebenfalls, sofern Gewinneinkünfte erzielt werden.
Die o.g. ausgewählten Hinweise wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Es besteht allerdings kein Anspruch auf Vollständigkeit und die Haftung muss ausgeschlossen werden.
Für Rückfragen und weitergehende Information stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.