Source: https://www.ihre-vorsorge.de/expertenforum/archiv/detail/rente-wegen-arbeitslosigkeit-11.html
Timestamp: 2018-09-19 06:08:42
Document Index: 49578608

Matched Legal Cases: ['§ 237', '§ 16', '§ 237', '§ 237', '§ 16', '§ 119', '§ 119', '§ 119', '§ 119', '§ 119']

Ich bin Arbeitslos und möchte in 20 Monaten mit 63 in Rente gehen. Wenn ich jetzt einen 400 Euro Job annehme ist das dann auch noch möglich.
Da ein 400 Euro Job nicht sozialversicherungspflichtig ist und der Arbeitgeber lediglich ein Pauschbetrag abführt und zudem auch Personen, die Rente beziehen erlaubt ist, 400 Euro ohne Anrechnung dazu zu verdienen müsste das eigentlich möglich sein.
Außerdem gilt ein 400 Euro-Job auch beim Arbeitsamt nicht als "vermittelt".
Bei Altersrenten darf man vor der Regelaltersrete immer im 400 € Bereich zuverdienen - das ist kein Problem.
Grdsl. sollte der 400 Euro-Job unschädlich sein.
Sollte allerdings ein Antrag auf Altersrente wegen Arbeitslosigkeit gestellt werden, so müssen die Voraussetzungen für diese Rentenart erfüllt werden. Entscheiden ist u.a. somit, dass für den Anspruch auf Altersrente wegen Arbeitslosigkeit der Versicherte nach Vollendung eines Lebensalters von 58 Jahren und 6 Monaten insgesamt 52 Wochen arbeitslos war.
Der Begriff der Arbeitslosigkeit i. S. d. § 237 Abs. 1 SGB 6 richtet sich nach §§ 16, 119 SGB 3, soweit nicht Besonderheiten der gesetzlichen Rentenversicherung wie beispielsweise § 237 Abs. 2 SGB 6 i. d. F. ab 01.01.2000 eine Abweichung erforderlich machen. Im Wesentlichen kommt es darauf an, dass der Versicherte subjektiv und objektiv der Arbeitsvermittlung zur Verfügung steht. Ist ein Versicherter sowohl objektiv als auch subjektiv arbeitslos, d. h. arbeitsfähig und arbeitsbereit, liegt Arbeitslosigkeit i. S. d. § 237 Abs. 1 SGB 6 vor.
Nach §§ 16 i. V. m. 119 SGB 3 sind Personen arbeitslos, die
1. nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen (Beschäftigungslosigkeit, § 119 Abs. 1 Nr. 1 SGB 3),
2. sich bemühen, ihre Beschäftigungslosigkeit zu beenden (Eigenbemühungen, § 119 Abs. 1 Nr. 2 SGB 3) und
3. eine versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende Beschäftigung suchen und dabei den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung stehen (§ 119 Abs. 1 Nr. 3 i. V. m. Abs. 5 SGB 3).
Beschäftigungslos ist ein Arbeitnehmer, wenn die Arbeits- oder Tätigkeitszeit (Arbeitszeit) weniger als 15 Stunden wöchentlich umfasst (§ 119 Abs. 3 S. 1 SGB 3). Mehrere Beschäftigungen werden dabei zusammengerechnet; überschreiten sie dann die Grenze von 15 Stunden, ist der Arbeitnehmer nicht beschäftigungslos (§ 119 Abs. 3 S. 2 SGB 3).
Anders ausgedrückt, für den Fall, dass Sie die Zeit der Arbeitslosigkeit (noch) erfüllen müssen, kommt es weniger auf die Tatsache an, dass Sie lediglich 400 € verdienen, als vielmehr darauf, dass Sie weniger als 15 Stunden wöchentlich Arbeiten.