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Timestamp: 2018-06-18 02:59:00
Document Index: 300961177

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsdienst. Die aktuelle Restwertrechtsprechung. Stand: April 2015 (aktualisiert) - PDF
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Uwe Günther Vogt
1 Rechtsdienst Sonderausgabe Die aktuelle Restwertrechtsprechung Stand: April 2015 (aktualisiert) autorechtaktuell.de GmbH & Co. KG Menzelstraße Potsdam Tel Fax Geschäftsführer: Elmar Fuchs, Jochen Pamer AG Potsdam HRA 5593 P Geschäftsführer: Elmar Fuchs, Jochen Pamer AG Potsdam HRA 5593 P
2 2 Die aktuelle Restwertrechtsprechung 1. BGH-Urteile Seite BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 35/10 4 BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 232/09 6 BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 316/09 7 BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 318/08 9 BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 205/08 10 BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 217/06 11 BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 120/06 11 BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 174/05 12 BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 132/04 12 BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 119/04 13 BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 219/98 15 BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 181/ OLG-Urteile KG Berlin, Beschluss vom , AZ: 12 U 155/08 18 OLG Celle, Urteil vom , AZ: 16 U 123/05 18 OLG Dresden, Hinweisbeschluss vom , AZ: 1 U 0465/05 20 OLG Düsseldorf, Urteil vom ,AZ: I-1 U 267/06 21 OLG Frankfurt, Urteil vom , AZ: 22 U 49/08 21 OLG Hamm, Urteil vom ,AZ: 9 U 48/08 23 OLG Jena, Urteil vom , AZ: 4 U 770/06 24 OLG Koblenz, Urteil vom , AZ: 12 U 1059/10 26 OLG München, Urteil vom , AZ: 10 U 2304/11 29 OLG Naumburg, Urteil vom , AZ: 4 U 119/ LG-Urteile LG Bamberg, Urteil vom , AZ: 3 S 102/13 31 LG Darmstadt, Urteil vom , AZ: 4 O 417/11 31 LG Dresden, Urteil vom , AZ: 8 O 406/11 32 LG Duisburg, Urteil vom , AZ: 2 O 142/14 33 LG Hannover, Urteil vom , AZ: 11 S 56/10 35 LG Itzehoe, Urteil vom , AZ: 9 S 107/10 36 LG Kaiserslautern, Urteil vom , AZ: 2 O 783/12 36 LG Köln, Urteil vom , AZ: 13 S 31/14 38 LG Limburg, Beschluss vom , AZ: 3 S 85/10 38 LG Stade, Urteil vom , AZ: 1 S 41/12 40 LG Stendal, Urteil vom , AZ: 22 S 98/12 40 LG Wiesbaden, Urteil vom , AZ: 2 O 102/ AG-Urteile AG Aachen, Urteil vom , AZ: 106 C 64/12 42 AG Aschaffenburg, Urteil vom , AZ: 12 C 151/14 42 AG Biberach an der Riß, Urteil vom AZ: 7 C 1102/12 43 AG Buchen, Urteil vom , AZ: 1 C 217/11 44 AG Fürth, Urteil vom , AZ: 310 C 246/14 45 AG Halle, Urteil vom , AZ: 95 C 2907/13 46 AG Hamburg-St. Georg, Urteil vom , AZ: 915 C 397/13 47 AG Hamburg-Wandsbek, Urteil vom , AZ: 716b C 151/14 48 AG Heidenheim, Urteil vom , AZ: 8 C 744/10 49 AG Kaiserslautern, Urteil vom , AZ: 12 C 1759/13 50 AG Koblenz, Urteil vom , AZ:162 C 1147/10 51 AG Kulmbach, Urteil vom , AZ: 70 C 678/13 52 AG Memmingen, Urteil vom , AZ: 12 C 151/14 53 AG München, Urteil vom , AZ: 345 C 26345/13 54
3 3 AG Neuburg an der Donau, Urteil vom , AZ: 3 C 412/13 55 AG Neu-Ulm, Urteil vom , AZ: 3 C 1358/13 56 AG Pfaffenhofen a. d. Ilm, Urteil vom , AZ: 2 C 803/09 57 AG Pforzheim, Urteil vom , AZ: 13 C 21/14 58 AG Pirmasens, Urteil vom , AZ: 2 C 111/14 59 AG Reinbek, Urteil vom , AZ: 12 C 591/14 60 AG Ribnitz-Damgarten, Urteil vom , AZ: 1 C 597/10 61 AG Stuttgart, Urteil vom , AZ: 41 C 4249/11 62 AG Titisee-Neustadt, Urteil vom , AZ: 12 C 109/13 63 AG Ulm, Urteil vom , AZ: 7 C 384/13 64
4 4 1. BGH-Urteile BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 35/10 Leitsätze a) Ein Unfallgeschädigter kann (fiktiv) die vom Sachverständigen geschätzten Reparaturkosten bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswerts in der Regel nur abrechnen, wenn er das Fahrzeug mindestens sechs Monate weiternutzt und es zu diesem Zweck - falls erforderlich - verkehrssicher (teil-)reparieren lässt. b) Vor Ablauf der Sechs-Monats-Frist kann der Geschädigte, der sein Fahrzeug tatsächlich repariert oder reparieren lässt, Reparaturkosten, die den Wiederbeschaffungswert nicht übersteigen, regelmäßig nur ersetzt verlangen, wenn er den konkret angefallenen Reparaturaufwand geltend macht. Hintergrund Das Urteil des BGH, das sich auch mit dem Umstand befasst, dass ein Unfallgeschädigter fiktiv die vom Sachverständigen geschätzten Reparaturkosten bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswertes in der Regel nur abrechnen kann, wenn er das Fahrzeug mindestens sechs Monate weiternutzt und es zu diesem Zweck falls erforderlich verkehrssicher (teil-)reparieren lässt, befasst sich daneben mit einem nicht aus den Leitsätzen ersichtlichen Problem des Restwertabzugs bei Totalschadenabrechnung. Nach einem vom Kläger eingeholten Sachverständigengutachten ergaben sich folgende Werte: Wiederbeschaffungswert brutto = ,00 Restwert = ,00 Geschätzte Reparaturkosten brutto = ,54 Wertminderung = 3.000,00 Der Kläger begehrte zunächst folgenden Schadensersatz: Reparaturkosten netto = ,35 Wertminderung = 3.000,00 Zusammen = ,35 Hierauf bezahlte die beklagte Haftpflichtversicherung lediglich folgende Beträge: Wiederbeschaffungswert netto = ,11./. abzüglich eines in der Restwertbörse ermittelten Restwerts = ,00 Zahlungsbetrag somit = 9.883,11 Den Restwert hatte die beklagte Haftpflichtversicherung aufgrund eines Restwertangebotes aus einer Internet-Restwertbörse ermittelt; der Bieter hielt sich an das Angebot zur Zahlung von ,00 bis zum gebunden. Die beklagte Haftpflichtversicherung legte dieses Angebot dem Kläger auch vor Ablauf der Angebotsfrist vor. Der Kläger führte die Reparatur des Fahrzeugs in Eigenregie durch und veräußerte das Fahrzeug am zu einem Preis von ,00. In einem Teil-Aspekt des Revisionsverfahrens vor dem BGH ging es noch um die Frage, ob der Schadensabrechnung der vom Sachverständigen des Klägers auf dem regionalen Markt ermittelte Restwert von ,00 oder der Wert in Höhe von ,00 zugrunde zu legen ist, den die beklagte Haftpflichtversicherung über eine Internet-Restwertbörse ermittelt hatte. Im Wesentlichen ging es also um den Differenzbetrag von 4.890,00, den die beklagte Haftpflichtversicherung nicht bereit war zu bezahlen. Aussage Der BGH wiederholt hierzu zunächst seine ständige Rechtsprechung, wonach ein Geschädigter grundsätzlich den von einem von ihm beauftragten Sachverständigen auf dem regionalen Markt ermittelten Restwert seiner Schadensberechnung zugrunde legen darf.
5 5 Er führt hierzu wörtlich aus: Nach der ständigen Rechtsprechung des Senats kann der Geschädigte, der ein Sachverständigengutachten einholt, das eine korrekte Wertermittlung erkennen lässt, und im Vertrauen auf den darin genannten, auf dem allgemeinen regionalen Markt ermittelten Restwert und die sich daraus ergebende Schadensersatzleistung des Unfallgegners wirtschaftliche Dispositionen trifft, seiner Schadensabrechnung grundsätzlich diesen Restwertbetrag zugrunde legen (vgl. Senatsurteile vom 6. März VI ZR 120/06, BGHZ 171, 287, 290 f.; vom 10. Juli VI ZR 217/06, VersR 2007, 1243, 1244 und vom 13. Oktober VI ZR 318/08, VersR 2010, 130). Die Revision zieht nicht in Zweifel, dass auf dem regionalen Markt ein Restwerterlös von zu erzielen gewesen wäre. Interessanterweise befasst sich der BGH dann durchaus mit der Frage des zutreffend abzuziehenden Restwertbetrages in den Fällen, in denen ein Geschädigter sein Fahrzeug in Eigenregie repariert und weiterverkauft. Bislang war nur der Fall entschieden, dass der Restwert gemäß dem selbst eingeholten Sachverständigengutachten, der auf dem allgemeinen örtlichen Markt ermittelt wurde, zugrunde zu legen ist und nicht ein Restwertangebot der gegnerischen Haftpflichtversicherung, wenn der Geschädigte sein Fahrzeug unrepariert weiterbenutzt. Auch die der BGH-Entscheidung zugrunde liegende Fallgestaltung entscheidet der BGH mit nachfolgender wörtlicher Begründung zu Gunsten des geschädigten Klägers: Darüber hinaus bezogen sich die von der Beklagten zu 2 übermittelten Restwertangebote auf das unreparierte Fahrzeug und waren zu dem Zeitpunkt, als der Kläger das Fahrzeug in Eigenregie repariert und weiterverkauft hat, längst abgelaufen. In einer solchen Situation muss der Geschädigte - entgegen der Auffassung der Revision - grundsätzlich nicht den Haftpflichtversicherer über den nunmehr beabsichtigten Verkauf seines Fahrzeugs informieren und ihm zur Einholung neuer Angebote Gelegenheit geben, weil andernfalls die dem Geschädigten nach 249 Abs. 2 Satz 1 BGB zustehende Ersetzungsbefugnis unterlaufen würde, die ihm die Möglichkeit der Schadensbehebung in eigener Regie eröffnet und deshalb auf seine individuelle Situation und die konkreten Gegebenheiten des Schadensfalles abstellt (vgl. Senatsurteile vom 12. Juli VI ZR 132/04, VersR 2005, 1448 m.w.n.). Dies entspricht dem gesetzlichen Bild des Schadensersatzes, nach dem der Geschädigte Herr des Restitutionsgeschehens ist und grundsätzlich selbst bestimmen darf, wie er mit der beschädigten Sache verfährt (vgl. Senatsurteile vom 23. März VI ZR 41/74, BGHZ 66, 239, 246 und vom 30. November VI ZR 219/98, BGHZ 143, 189, 194 f.). Praxis Aus dem BGH-Urteil ergibt sich zwar nicht, in welchem Umfang und in welcher Qualität die Eigenreparatur durchgeführt wurde; allerdings lässt sich aus dem Verkaufserlös in Höhe von ,00 im Verhältnis zum tatsächlichen Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs von ,00 abzüglich des Wertminderungsbetrages von 3.000,00 (ergäbe ,00 ) entnehmen, dass das Fahrzeug entweder nicht vollständig oder aber nicht insgesamt fachgerecht repariert wurde. Unabhängig von dieser Frage ließ der BGH im vorliegenden Verkaufsfall nicht das Restwertangebot der beklagten Haftpflichtversicherung gelten, sondern den Restwert laut dem Sachverständigengutachten, der auf dem allgemeinen örtlichen Markt ermittelt wurde. Es stellt sich die Frage, ob dies auch in Fällen von Reparaturmaßnahmen in weitaus geringerem Umfang gilt, also wenn z.b. wertmäßig nicht für ca ,00 Reparatur im Verhältnis zum Wiederbeschaffungswert repariert wird, sondern z.b. nur etwa ausgehend vom Restwert in Höhe von ,00 in Höhe von ca ,00 oder ,00. In diesen Fällen dürfte, nachdem der BGH diesbezüglich keine Unterscheidung trifft, allerdings dasselbe gelten. Hierbei muss allerdings ein Geschädigter achtgeben, dass er nicht durch Abrechnung auf Totalschadenbasis (Wiederbeschaffungsaufwand = Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert) und Erlös eines Kaufpreises nach durchgeführter Reparatur sich schlechter stellt, wenn er seine eigenen Reparaturmaßnahmen gegenrechnet.
6 6 BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 232/09 Leitsätze: a) Der Geschädigte, der sein beschädigtes Fahrzeug nicht reparieren lassen, sondern es veräußern und ein Ersatzfahrzeug anschaffen will, darf seiner Schadensabrechnung im Allgemeinen denjenigen Restwert zugrunde legen, den ein von ihm eingeschalteter Sachverständiger in einem Gutachten, das eine korrekte Wertermittlung erkennen lässt, als Wert auf dem allgemeinen regionalen Markt ermittelt hat. b) Anderes gilt aber dann, wenn der Geschädigte für das Unfallfahrzeug ohne besondere Anstrengungen einen Erlös erzielt hat, der den vom Sachverständigen geschätzten Betrag übersteigt. Erläuterungen: Zwei Wochen vor diesem Urteil entschied der BGH in einer anderen Restwertsache, dass der Geschädigte wegen seiner Pflicht zur Schadengeringhaltung im Einzelfall gehalten sein kann, von einer grundsätzlich zulässigen Verwertung des Unfallfahrzeugs Abstand zu nehmen und im Rahmen des Zumutbaren andere sich ihm darbietende Verwertungsmöglichkeiten zu ergreifen. In jenem Fall hatte die gegnerische KH ein höheres Restwertgebot aus einer Restwertbörse vermittelt, dass der Geschädigte aber zugunsten eines Gebots vom allgemeinen regionalen Markt glaubte ignorieren zu dürfen. Der vorliegende Fall unterscheidet sich insoweit, als das Restwertgebot hier durch den Geschädigten selbst bzw. durch seine Kaskoversicherung gefunden wurde. Der durch den Geschädigten beauftragte Sachverständige hatte den Restwert zunächst korrekt mit 5.200,00 am allgemeinen regionalen Markt bestimmt. Der eigene Kaskoversicherer hatte ihm dann aber geholfen, das Fahrzeug über die Restwertbörse Car TV zu einem Preis von ,00 zu verkaufen. Hiervon hatte die gegnerische KH, die bei Ihrer Abrechnung zunächst einen Restwert von 5.200,00 zugrunde gelegt hatte, Kenntnis erlangt. Im Raum stand letztlich die Frage, ob hier lediglich eigene überobligatorische Anstrengungen des Geschädigten zu dem höheren Restwert geführt haben, sich die gegnerische Versicherung jetzt deshalb nicht darauf berufen dürfe. Der BGH verneint im Ergebnis schon das Vorliegen überobligatorischer Anstrengungen. Letztlich sei dem Geschädigten das Gebot in den Schoß gefallen. Für die Praxis bedeuten die letzten beiden Entscheidungen des BGH lediglich eine Klarstellung der bisherigen Rechtsprechung. Danach ist zu trennen zwischen der korrekten Restwertermittlung durch den Sachverständigen und der korrekten Verwertung durch den Geschädigten. Die korrekte Ermittlung des Restwerts erfolgt immer am allgemeinen regionalen Markt. Der Geschädigte darf sich auf den so ermittelten Restwert grundsätzlich auch verlassen und das Auto zu diesem Preis verkaufen. Hat er das Auto zu dem Zeitpunkt jedoch noch nicht verkauft, in dem er von einem höheren Gebot Kenntnis erlangt (sei dies durch Vermittlung der gegnerischen KH oder eigene, nicht überobligatorische Aktivitäten), muss er sich auf dieses höhere Gebot im Zweifel verweisen lassen. Die korrekte Verwertung erfolgt also nicht immer am allgemeinen regionalen Markt. In Ausnahmefällen muss sich der Geschädigte auf den Sondermarkt verweisen lassen. Aus den Gründen: b) Ohne Rechtsfehler hat das Berufungsgericht den Restwert des Unfallfahrzeugs an dem Preis bemessen, den der Kläger bei der Veräußerung seines Fahrzeugs erzielt hat. aa) Zwar darf der Geschädigte seiner Schadensabrechnung im Allgemeinen denjenigen Restwert zugrunde legen, den ein von ihm eingeschalteter Sachverständiger in einem Gutachten, das eine korrekte Wertermittlung erkennen lässt, als Wert auf dem allgemeinen regionalen Markt ermittelt hat (vgl. Senatsurteile BGHZ 143, 189, 193; 163, 362, 366; 171, 287, 290 f.; vom 21. Januar 1992 VI ZR 142/91 aao, S. 458; vom 6. April 1993 VI ZR 181/92 aao, S. 769 f.; vom 7. Dezember 2004 VI ZR 119/04 aao, S. 382; vom 12. Juli 2005 VI ZR 132/04 VersR 2005, 1448, 1449; vom 10. Juli 2007 VI ZR 217/06 VersR 2007, 1243 f.; vom 13. Oktober 2009 VI ZR 318/08 aao und vom 1. Juni 2010 VI ZR 316/09 z.v.b.). bb) Anderes gilt aber dann, wenn der Geschädigte, was zur Beweislast des Schädigers steht, für das Unfallfahrzeug ohne besondere Anstrengungen einen Erlös erzielt hat, der den vom Sachverständigen geschätzten Betrag übersteigt. In diesem Fall hat er durch die Verwertung seines Fahrzeugs in Höhe des tatsächlich erzielten Erlöses den ihm entstandenen Schaden ausgeglichen. Da nach allgemeinen
7 7 schadensrechtlichen Grundsätzen der Geschädigte zwar vollen Ersatz verlangen kann, an dem Schadensfall aber nicht "verdienen" soll, kann ihn der Schädiger an dem tatsächlich erzielten Erlös festhalten (vgl. Senatsurteil vom 21. Januar 1992 VI ZR 142/91 aao; vom 7. Dezember 2004 VI ZR 119/04 aao). cc) Die Annahme des Berufungsgerichts, die Veräußerung des Unfallfahrzeugs zu einem Preis von sei für den Kläger nicht mit besonderen Anstrengungen verbunden gewesen, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Die Revision wendet sich nicht gegen die tatrichterliche Würdigung, wonach das Veräußerungsgeschäft unter den festgestellten Umständen weder für den Kläger noch für seine Kaskoversicherung, die ihm das Kaufangebot der Fa. F. übermittelt hat, einen nennenswerten Aufwand verursacht hat. Diese Würdigung lässt Rechtsfehler nicht erkennen. Entgegen der Auffassung der Revision hat der Kläger besondere einer vollständigen Anrechnung des erzielten Verkaufserlöses auf den Wiederbeschaffungswert des Unfallfahrzeugs entgegenstehende Anstrengungen auch nicht dadurch entfaltet, dass er eine Fahrzeugversicherung unterhalten und dafür Beiträge geleistet hat. Denn diese Aufwendungen sind weder durch die Veräußerung des Unfallfahrzeugs verursacht worden noch überhaupt im Zusammenhang mit ihr entstanden. Die Entscheidung des Klägers, eine Fahrzeugversicherung abzuschließen und die Versicherungsbeiträge zu zahlen, war in jeder Hinsicht unabhängig von der späteren Verwertung des Unfallfahrzeugs. Die Revision zeigt keinen übergangenen Sachvortrag auf, der die Annahme begründen könnte, der Kläger habe die Versicherung zu dem Zweck abgeschlossen, dass ihm im Schadensfall eine günstige Verwertungsmöglichkeit aufgezeigt werde. Dies wäre auch lebensfremd. Gegenstand der Fahrzeugversicherung ist das Interesse des Eigentümers an der Erhaltung des versicherten Fahrzeugs (vgl. BGHZ 30, 40, 42; Knappmann in Prölss/Martin, VVG, 27. Aufl., 12 AKB Rn. 2). Ihr Sinn besteht darin, Ersatz des unmittelbar am Fahrzeug entstandenen Schadens auch dann erlangen zu können, wenn ein Dritter nicht haftbar gemacht werden kann. Wie das Berufungsgericht zutreffend ausgeführt hat, handelt der Versicherer, wenn er dem Versicherungsnehmer eine günstige Verwertungsmöglichkeit aufzeigt, auch ausschließlich im eigenen Interesse, seine Leistungsverpflichtung gering zu halten. Bei dieser Sachlage ist es revisionsrechtlich nicht zu beanstanden, dass das Berufungsgericht den vom Kläger erzielten Verkaufserlös in Höhe von in vollem Umfang auf den Wiederbeschaffungswert angerechnet hat. BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 316/09 Leitsätze: a) Der Geschädigte leistet dem Gebot zur Wirtschaftlichkeit im Allgemeinen Genüge und bewegt sich in den für die Schadensbehebung durch 249 Abs. 2 Satz 1 BGB gezogenen Grenzen, wenn er die Veräußerung seines beschädigten Kraftfahrzeuges zu demjenigen Preis vornimmt, den ein von ihm eingeschalteter Sachverständiger in einem Gutachten, das eine korrekte Wertermittlung erkennen lässt, als Wert auf dem allgemeinen regionalen Markt ermittelt hat. b) Um seiner sich aus 254 Abs. 2 Satz 1 BGB ergebenden Verpflichtung zur Geringhaltung des Schadens zu genügen, kann der Geschädigte im Einzelfall jedoch gehalten sein, von einer danach grundsätzlich zulässigen Verwertung des Unfallfahrzeugs Abstand zu nehmen und im Rahmen des Zumutbaren andere sich ihm darbietende Verwertungsmöglichkeiten zu ergreifen. Erläuterungen: Der BGH hatte in einem Fall zu entscheiden, in dem einem Geschädigten (Kläger) vor dem Verkauf seines Unfallfahrzeugs durch die Versicherung (Beklagte) ein Restwertgebot in Höhe von 1.730,00 vorgelegt wurde, der Geschädigte dieses Gebot aber ignorierte und den Wagen zu dem durch den beauftragten Sachverständigen ordnungsgemäß am regionalen, allgemeinen Markt ermittelten Restwert von 800,00 verkaufte. Die beklagte Versicherung rechnete auf Grundlage des nicht realisierten Restwerts von 1.730,00 ab, der Kläger klagte auf die Differenz von 930,00. Der BGH wiederholt in diesem Urteil zunächst die Grundsätze seiner Restwertrechtsprechung. Bestätigt wird, dass die richtige Restwertermittlung am regionalen allgemeinen Markt zu erfolgen hat. Daraus folgt unmittelbar, dass der Geschädigte sein Fahrzeug zu dem so ermittelten Preis verkaufen darf, ohne dass er gegen seine Schadenminderungspflicht verstößt. Nochmals betont der BGH, dass der Geschädigte, der sein Auto gerade an eine ihm vertraute Vertragswerkstatt oder als Inzahlunggabe beim Erwerb eines anderen Fahrzeugs an einen Gebrauchtwagenhändler verkaufen
8 8 will, nicht auf bessere Gebote verwiesen werden kann, die durch die Einschaltung spezialisierter Restwertaufkäufer auf einem Sondermarkt erzielt werden können. Allerdings müssen Gründe wie die vorgenannten aus Geschädigtensicht erkennbar sein. Der bloße Verweis auf die Dispositionsfreiheit des Geschädigten reicht nicht. Der BGH spricht in diesem Urteil von besonderen Umständen, wobei enge Grenzen einzuhalten seien. Es geht im Grunde aber um den häufigen Fall, dass dem Geschädigten eigentlich egal ist, an wen das Auto verkauft wird. Wenn in diesem Fall ein höheres Gebot durch die Versicherung rechtzeitig vorgelegt wird und der Geschädigte zu dessen Realisierung nicht mehr als einen Anruf tätigen muss, muss er sich dieses höhere Gebot auch im Falle eines tatsächlichen Verkaufs zu einem niedrigeren Preis entgegenhalten lassen. Im vorliegenden Fall hatte er keinen Anspruch auf die restlichen 930,00. Aus den Gründen: 2. Entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts leistet der Geschädigte dem Gebot zur Wirtschaftlichkeit indessen im Allgemeinen Genüge und bewegt sich in den für die Schadensbehebung durch 249 Abs. 2 Satz 1 BGB gezogenen Grenzen, wenn er die Veräußerung seines beschädigten Kraftfahrzeuges zu demjenigen Preis vornimmt, den ein von ihm eingeschalteter Sachverständiger in einem Gutachten, das eine korrekte Wertermittlung erkennen lässt, als Wert auf dem allgemeinen regionalen Markt ermittelt hat (vgl. Senatsurteile BGHZ 143, 189, 193; 163, 362, 366; 171, 287, 290 f.; vom 21. Januar 1992 VI ZR 142/91 aao, S. 458; vom 6. April 1993 VI ZR 181/92 aao; vom 7. Dezember 2004 VI ZR 119/04 aao; vom 12. Juli 2005 VI ZR 132/04 VersR 2005, 1448, 1449; vom 10. Juli 2007 VI ZR 217/06 VersR 2007, 1243 f. und vom 13. Oktober 2009 VI ZR 318/08 VersR 2010, 130, 131). Anders als das Berufungsgericht meint, ist der Geschädigte insbesondere grundsätzlich nicht verpflichtet, einen Sondermarkt für Restwertaufkäufer im Internet in Anspruch zu nehmen. Will der Geschädigte das Fahrzeug der ihm vertrauten Vertragswerkstatt oder einem Gebrauchtwagenhändler bei dem Erwerb eines Ersatzwagens in Zahlung geben, so kann der Schädiger gegenüber deren Ankaufsangebot grundsätzlich nicht auf ein höheres Angebot verweisen, das vom Geschädigten nur auf einem Sondermarkt, etwa durch Einschaltung spezialisierter Restwertaufkäufer über das Internet, zu erzielen wäre. Andernfalls würde die dem Geschädigten nach 249 Abs. 2 Satz 1 BGB zustehende Ersetzungsbefugnis unterlaufen und dem Geschädigten die vom Schädiger gewünschte Verwertungsmodalität aufgezwungen (vgl. Senatsurteile BGHZ 163, 362, 367; vom 21. Januar 1992 VI ZR 142/91 aao, S. 457; vom 6. April 1993 VI ZR 181/92 aao S. 770; vom 7. Dezember 2004 VI ZR 119/04 aao und vom 13. Januar 2009 VI ZR 205/08 VersR 2009, 413, 414). 3. Auf die unter Ziffer 2 dargestellten Fragen kommt es im Streitfall indes nicht an. Das Berufungsgericht hat ohne Rechtsfehler angenommen, dass der Kläger durch den Verkauf des Unfallfahrzeugs für 800 seine Pflicht zur Geringhaltung des Schadens gemäß 254 Abs. 2 Satz 1 BGB verletzt hat. a) Nach der gefestigten Rechtsprechung des erkennenden Senats können besondere Umstände dem Geschädigten Veranlassung geben, günstigere Verwertungsmöglichkeiten wahrzunehmen, um seiner sich aus 254 Abs. 2 Satz 1 BGB ergebenden Verpflichtung zur Geringhaltung des Schadens zu genügen. Unter diesem Blickpunkt kann er gehalten sein, von einer grundsätzlich zulässigen Verwertung des Unfallfahrzeugs Abstand zu nehmen und im Rahmen des Zumutbaren andere sich ihm darbietende Verwertungsmöglichkeiten zu ergreifen (vgl. Senatsurteile BGHZ 143, 189, 194; 163, 362, 367 und vom 6. März 2007 VI ZR 120/06 VersR 2007, 1145, 1146). Derartige Ausnahmen stehen nach allgemeinen Grundsätzen zur Beweislast des Schädigers (vgl. Senatsurteile BGHZ 143, 189, 194 und vom 22. November 1977 VI ZR 114/76 VersR 1978, 182, 183). Auch müssen sie in engen Grenzen gehalten werden und dürfen insbesondere nicht dazu führen, dass dem Geschädigten bei der Schadensbehebung die von dem Schädiger bzw. dessen Versicherer gewünschten Verwertungsmodalitäten aufgezwungen werden (vgl. Senatsurteile BGHZ 143, 189, 194 f.; 163, 362, 367 und vom 6. März 2007 VI ZR 120/06 aao). b) Unter Zugrundelegung dieser Maßstäbe ist die Beurteilung des Berufungsgerichts, der Kläger habe durch den Verkauf des Unfallfahrzeugs zu dem vom Sachverständigen geschätzten Wert gegen die ihm obliegende Schadensminderungspflicht verstoßen, revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Nach den von der Revision nicht angegriffenen Feststellungen des Berufungsgerichts hatte der Beklagte dem Kläger vor der Veräußerung des Fahrzeugs eine erheblich günstigere Verwertungsmöglichkeit unterbreitet, die dieser ohne weiteres hätte wahrnehmen können und deren Wahrnehmung ihm zumutbar war. Danach hatte der Beklagte dem Kläger mit Schreiben vom 9. April 2008 ein bis 29. April 2008 bindendes Restwertangebot unterbreitet, das eine Abholung des Unfallfahrzeugs gegen
9 9 Barzahlung von garantierte und das der Kläger lediglich telefonisch hätte annehmen müssen. Die Revision zeigt keinen übergangenen Sachvortrag auf, der ein anerkennenswertes Interesse des Klägers daran begründen könnte, das Unfallfahrzeug nicht an den von der Beklagten benannten Interessenten, sondern zu einem wesentlich geringeren Preis an den von ihm ausgewählten Käufer zu veräußern. BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 318/08 Der Bundesgerichtshof hat sich in einer Entscheidung vom , AZ: VI ZR 318/08 erneut mit der Frage des Restwertes befasst. Die Leitsätze der Entscheidung lauten wie folgt: a) Im Falle eines wirtschaftlichen Totalschadens kann der Geschädigte, der ein Sachverständigengutachten einholt, das eine korrekte Wertermittlung erkennen lässt, und im Vertrauen auf den darin genannten Restwert und die sich daraus ergebende Schadensersatzleistung des Unfallgegners sein Fahrzeug reparieren lässt und weiternutzt, seiner Schadensabrechnung grundsätzlich diesen Restwertbetrag zugrunde legen. b) Der vom Geschädigten mit der Schadensschätzung zum Zwecke der Schadensregulierung beauftragte Sachverständige hat als geeignete Schätzgrundlage für den Restwert im Regelfall drei Angebote auf dem maßgeblichen regionalen Markt zu ermitteln und diese in seinem Gutachten konkret zu benennen. Erläuterungen: Zuerst einmal stellt der Bundesgerichtshof demnach klar, dass grundsätzlich der Restwert maßgebend ist, den der Kfz-Sachverständige ermittelt hat, falls der Geschädigte sein Fahrzeug nicht veräußert, sondern weiter nutzt. Der zweite Leitsatz befasst sich dagegen mit den Verpflichtungen des Kfz-Sachverständigen und der Transparenz der Restwertermittlung. Erneut verdeutlicht der Bundesgerichtshof, dass er an seiner Rechtsprechung, dass der Restwert durch den Sachverständigen am regionalen allgemeinen Markt zu ermitteln ist, festhält. Ausdrücklich nimmt der Bundesgerichtshof insoweit Bezug auf seine erste Restwertentscheidung vom , AZ: VI ZR 142/91 sowie auf die weiteren Restwertentscheidungen des Senats. Er macht deutlich, dass der Geschädigte gut beraten ist, bei Veräußerung seines Unfallfahrzeuges ein Gutachten heranzuziehen, da ihm ansonsten nur die Möglichkeit verbliebe, zur Minimierung seines Risikos Kontakt mit dem gegnerischen Versicherer aufzunehmen. Allerdings verlangt der Bundesgerichtshof, dass der Kfz-Sachverständige seine Restwertermittlung nachvollziehbar im Gutachten erkennen lässt. Pauschale Bemerkungen hinsichtlich der Höhe des ermittelten Restwertes lehnt der Bundesgerichtshof ab. Vielmehr nimmt der Bundesgerichtshof ausdrücklich Bezug auf eine Empfehlung des 40. Deutschen Verkehrsgerichtstages, wonach im Regelfall drei Angebote des allgemeinen regionalen Marktes einzuholen sind. Zwar verlangt der Bundesgerichtshof nicht, dass der Sachverständige das Höchstgebot des allgemeinen regionalen Marktes als Restwert berücksichtigt. Weist der Sachverständige jedoch einen anderen Restwert aus, bedarf es sicherlich im Gutachten der Begründung, warum das Höchstgebot des regionalen allgemeinen Marktes nicht herangezogen wurde. Konsequenzen: Es ist davon auszugehen, dass künftig verstärkt Versicherer Gutachten angreifen werden, die nicht dem insoweit neuen Transparenzgebot des Bundesgerichtshofes entsprechen. Der Abrechnung dürfte dann ein höherer Restwert des Sondermarktes zugrunde gelegt werden mit der Begründung, der Geschädigte hätte sich nicht auf das insoweit unkorrekte Gutachten verlassen dürfen. Der Kfz- Sachverständige sollte daher in seinem Gutachten nachfolgenden Textbaustein aufnehmen: ACHTUNG NEUER TEXTBAUSTEIN! Der im Gutachten ausgewiesene Restwert wurde auf der Grundlage der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes auf dem regionalen allgemeinen Markt berücksichtigt. Konkrete
10 10 Restwertangebote des regionalen allgemeinen Marktes wurden eingeholt. Für das Fahrzeug wurden Angebote abgegeben. Die höchsten Gebote wurden abgegeben durch Das Höchstgebot, das als Restwert im Gutachten aufgeführt ist, ist aus Sachverständigensicht nachvollziehbar. Hinweis: Wir bitten um unverzügliche Benachrichtigung, falls unter Bezugnahme auf die genannte Bundesgerichtshofentscheidung veränderte Verhaltensweisen in der Regulierung festzustellen sein sollten. BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 205/08 Leitsatz / Leitsätze: Der vom Geschädigten mit der Schadensschätzung beauftragte Sachverständige hat bei der Ermittlung des Fahrzeugrestwerts grundsätzlich nur solche Angebote einzubeziehen, die auch sein Auftraggeber berücksichtigen müsste. Anmerkung RA Pamer: Der Bundesgerichtshof stellt mit diesem Urteil seine gesamte bisherige Rechtsprechung zur Restwertermittlung nochmals dar. Die Sachverständigen hatten ihrem Auftrag entsprechend denjenigen Restwert zu ermitteln, der auf dem regional zugänglichen allgemeinen Markt für das unfallbeschädigte Kraftfahrzeug zu erzielen war; demgemäß hat der Sachverständige das Gutachten unter Berücksichtigung der geltenden Rechtsprechung zum Schadensersatz bei Kfz-Unfällen zu erstellen. Zu weiteren Erhebungen und Berechnung ist der Sachverständige auch nicht im Interesse des Haftpflichtversicherers des Unfallgegners verpflichtet. Nach gefestigter Rechtsprechung des erkennenden Senats ist bei der Beschädigung eines Fahrzeugs, wenn der Geschädigte gemäß 249 Abs. 2 Satz 1 BGB die Schadensbehebung selbst in die Hand nimmt, der zur (Wieder-)Herstellung erforderliche Aufwand nach der besonderen Situation zu bemessen, in der sich der Geschädigte befindet. Es ist also Rücksicht auf seine individuellen Erkenntnis- und Einflussmöglichkeiten sowie auf die möglicherweise gerade für ihn bestehenden Schwierigkeiten zu nehmen (vgl. Senat, BGHZ 66, 239, 245, 248 f.; 143, 189, 193 ff.; 163, 362, 365 ff.; 171, 287, 290 ff.; Urteile vom 21. Januar 1992, AZ: VI ZR 142/91, VersR 1992, 457; vom 6. April 1993, AZ: VI ZR 181/92, VersR 1993, 769 und vom 10. Juli 2007, AZ: VI ZR 217/06, VersR 2007, 1243 f.). Diese subjektbezogene Schadensbetrachtung gilt auch für die Frage, in welcher Höhe dem Geschädigten im Hinblick auf die ihm in seiner individuellen Lage mögliche und zumutbare Verwertung seines Unfallfahrzeugs ein Schaden entstanden ist. Hat er das Fahrzeug der ihm vertrauten Vertragswerkstatt oder einem angesehenen Gebrauchtwagenhändler bei dem Erwerb eines Ersatzwagens in Zahlung gegeben, so kann der Schädiger gegenüber deren Ankaufsangebot nicht auf ein höheres Angebot verweisen, das vom Geschädigten nur auf einem Sondermarkt, etwa durch Einschaltung spezialisierter Restwertaufkäufer über das Internet, zu erzielen wäre. Andernfalls würde die dem Geschädigten nach 249 Abs. 2 Satz 1 BGB zustehende Ersetzungsbefugnis unterlaufen. Müsste der Sachverständige einen höheren Restwert berücksichtigen, der sich erst nach Recherchen auf dem Sondermarkt über Internet-Restwertbörsen und spezialisierte Restwertaufkäufer ergibt, so könnte der Geschädigte nur auf der Basis eines solchen Gutachtens abrechnen, auch wenn er diesen Preis bei der Inzahlunggabe oder bei einem Verkauf auf dem ihm zugänglichen "allgemeinen" regionalen Markt nicht erzielen kann. Folglich müsste er sich entweder mit einem geringeren Schadensersatz abfinden oder seinerseits zeitaufwändig nach besseren Verwertungsmöglichkeiten suchen, wozu er jedoch nicht verpflichtet ist (vgl. BGHZ 66, 239, 246; 143, 189, 194 f.; 163, 362, 367; 171, aao, 291, 292).
11 11 BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 217/06 Leitsatz/ Leitsätze Benutzt der Geschädigte im Totalschadensfall (hier: Reparaturkosten bis zu 130 % des Wiederbeschaffungswerts) sein unfallbeschädigtes Fahrzeug nach einer (Teil-)Reparatur weiter, ist bei der Abrechnung nach den fiktiven Wiederbeschaffungs-kosten in der Regel der in einem Sachverständigengutachten für den regionalen Markt ermittelte Restwert in Abzug zu bringen (Ergänzung zum Senatsurteil vom 6. März 2007, AZ: VI ZR 120/06, zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt). BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 120/06 Leitsatz/ Leitsätze Benutzt der Geschädigte im Totalschadensfall (hier: Reparaturkosten höher als 130 % des Wiederbeschaffungswerts) sein unfallbeschädigtes, aber fahrtaugliches und verkehrssicheres Fahrzeug weiter, ist bei der Abrechnung nach den fiktiven Wiederbeschaffungskosten in der Regel der in einem Sachverständigengutachten für den regionalen Markt ermittelte Restwert in Abzug zu bringen (Fortführung von Senat, BGHZ 143, 189 ff.). Anmerkung: Mit dieser weiteren Entscheidung zur Restwertthematik hat der Bundesgerichtshof eine seit Jahren offene Frage, die die Ermittlung des Restwertes bei fiktiver Abrechnung betrifft, entschieden. Entschließt sich der Geschädigte, nach einem Totalschaden sein Unfallfahrzeug nicht zu veräußern, sondern weiter zu nutzen, was häufig bei älteren Fahrzeugen vorkam, legte der Versicherer regelmäßig ein Restwertangebot der Restwertbörsen vor, das er dann der Abrechnung zugrunde legte. Der am allgemeinen Markt ermittelte Restwert, der in der Regel deutlich geringer ist, wurde nicht berücksichtigt mit der Begründung, dass das Fahrzeug noch nicht veräußert sei und somit der Versicherer die Möglichkeit habe, ein konkretes höheres Angebot zugrunde zulegen. Nun hat der Bundesgerichtshof in konsequenter Fortführung seiner bisherigen Restwertrechtsprechung klargestellt, dass auch in den Fällen, in denen der Geschädigte sein Unfallfahrzeug nicht veräußerst, sondern unrepariert weiter nutzt, der Restwert maßgebend ist, den der von ihm eingeschaltete Sachverständige als Wert auf dem allgemeinen Markt ermittelt hat. Für Angebote der Restwertbörsen ist demnach auch in diesen Fällen kein Raum. Der Bundesgerichtshof hat also auch mit dieser Entscheidung an der Definition des allgemeinen Marktes festgehalten. Jeder Geschädigte ist berechtigt, bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall einen Sachverständigen seines Vertrauens hinzuzuziehen, der im Totalschadenfall den Restwert ausschließlich auf dem allgemeinen Markt zu ermitteln hat. Wird der Restwert über den so genannten Sondermarkt, d. h. über die Restwertbörsen ermittelt, ist das Gutachten für die Regulierung bereits unbrauchbar. Mit der aktuellen Entscheidung ist klargestellt, dass es nur eine einzige Ausnahme von dem vorgenannten Grundsatz gibt. Lediglich in Fällen, in denen der Geschädigte sein Fahrzeug veräußern will, das Fahrzeug jedoch noch nicht zu dem im Gutachten ausgewiesenen Restwert veräußert wurde, ist der Versicherer berechtigt, ein konkretes höheres Angebot vorzulegen, dass der Geschädigte bei Veräußerung dann auch annehmen muss. In der Praxis bedeutet dies, dass der Geschädigte seinen Pflichten genügt, wenn er sein Unfallfahrzeug beispielsweise an seinen Kfz-Betrieb veräußert. Der Kfz-Betrieb ist berechtigt, das Fahrzeug weiter zu veräußern, nicht zuletzt weil sogar möglich wird, dass der Geschädigte beispielsweise ein günstiges Ersatzfahrzeug erwerben kann. Im nun entschiedenen Fall der aktiven Abrechnung wird es dem Geschädigten ermöglicht, auf der Basis des Restwertes seines Gutachtens abzurechnen, wobei es ihm selbstverständlich freisteht, nach Ablauf des Integritätsinteresses von 6 Monaten das Fahrzeug zu veräußern. Im Übrigen macht die Entscheidung nochmals deutlich, wie wichtig die Einschaltung eines unabhängigen Kfz-Sachverständigen ist, der den Restwert in jeder Beziehung korrekt ermittelt.
12 12 BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 174/05 Leitsatz/ Leitsätze Zur Bedeutung von Kosten einer konkreten Ersatzbeschaffung und eines konkret erzielten Restwerts bei fiktiver Schadensabrechnung auf der Grundlage eines Sachverständigengutachtens. Aus den Gründen:... Wie der Senat in ständiger Rechtsprechung (vgl. Urteil vom 12. Juli 2005, AZ: VI ZR 132/04, aao m.w.n.) ausgesprochen hat, steht eine solche Ersatzbeschaffung als Variante der Naturalrestitution unter dem Gebot der Wirtschaftlichkeit, das auch für die Frage gilt, in welcher Höhe der Restwert des Unfallfahrzeuges bei der Schadensabrechnung berücksichtigt werden muss. Dies bedeutet, dass der Geschädigte bei der Schadensbehebung gemäß 249 Abs. 2 Satz 1 BGB nach der "subjektbezogenen Schadensbetrachtung" im Rahmen des ihm Zumutbaren und unter Berücksichtigung seiner individuellen Erkenntnis- und Einflussmöglichkeiten sowie der gerade für ihn bestehenden Schwierigkeiten den wirtschaftlicheren Weg zu wählen hat. Der Geschädigte leistet dem Gebot zur Wirtschaftlichkeit im Allgemeinen genüge und bewegt sich in den für die Schadensbehebung nach 249 Abs. 2 Satz 1 BGB gezogenen Grenzen, wenn er die Veräußerung seines beschädigten Kraftfahrzeuges zu demjenigen Preis vornimmt, den ein von ihm eingeschalteter Sachverständiger als Wert auf dem allgemeinen regionalen Markt ermittelt hat (vgl. Senatsurteile BGHZ 143, aao; vom 21. Januar 1992, AZ: VI ZR 142/91, aao, 458; vom 6. April 1993, AZ: VI ZR 181/92, aao, 770; vom 7. Dezember 2004, AZ: VI ZR 119/04, aao, 382 und vom 12. Juli 2005, AZ: VI ZR 132/04, aao). Entgegen der Auffassung der Revision muss sich der Geschädigte, der bei der tatsächlichen Veräußerung des unfallbeschädigten Fahrzeuges weniger erzielt, nicht generell auf den von seinem Sachverständigen geschätzten höheren Restwert verweisen lassen. Vielmehr kann er seiner Schadensberechnung grundsätzlich den konkret erzielten Restwertbetrag zugrunde legen (vgl. Senatsurteil vom 12. Juli 2005, AZ: VI ZR 132/04, aao). Dies gilt auch dann, wenn der Fahrzeugschaden wie hier im Übrigen fiktiv auf Gutachtenbasis abgerechnet wird. Die Einstellung des konkret erzielten Restwertbetrages in die Schadensabrechnung stellt dann keine unzulässige Kombination von fiktiver und konkreter Abrechnung (dazu unten 2.), sondern die Behauptung des Klägers zur Höhe des erzielbaren Restwertes dar und kann dann als Grundlage für die gemäß 287 Abs. 1 ZPO vorzunehmende Schadensschätzung dienen.... BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 132/04 Leitsatz / Leitsätze: Realisiert der Geschädigte den Restwert durch den Verkauf seines Fahrzeugs, kann er seiner Schadensberechnung grundsätzlich den erzielten Restwertbetrag zugrunde legen. Macht der Haftpflichtversicherer des Geschädigten demgegenüber geltend, auf dem regionalen Markt hätte ein höherer Restwert erzielt werden müssen, liegt die Darlegungs- und Beweislast bei ihm. Aus den Gründen:... Wie der Senat in ständiger Rechtsprechung ausgesprochen hat, steht eine solche Ersatzbeschaffung als Variante der Naturalrestitution unter dem Gebot der Wirtschaftlichkeit, das auch für die Frage gilt, in welcher Höhe der Restwert des Unfallfahrzeugs bei der Schadensabrechnung berücksichtigt werden muss. Dies bedeutet, dass der Geschädigte bei der Schadensbehebung gemäß 249 Satz 2 BGB a.f. im Rahmen des ihm Zumutbaren und unter Berücksichtigung seiner individuellen Erkenntnis- und Einflussmöglichkeiten sowie der gerade für ihn bestehenden Schwierigkeiten den wirtschaftlichsten Weg zu wählen hat sog. "subjektbezogene Schadensbetrachtung" (vgl. Senatsurteile BGHZ 132, 373, 376 f.; 143, aao; vom 21. Januar 1992, AZ: VI ZR 142/91, aao; vom 6. April 1993, AZ: VI ZR 181/92, aao, 769 f. und vom 7. Dezember 2004, AZ: VI ZR 119/04, aao, 381 f.). Ein Geschädigter ist allerdings grundsätzlich nicht verpflichtet, einen Sondermarkt für Restwertaufkäufer im Internet in Anspruch zu nehmen (vgl. Senatsurteil vom 7. Dezember 2004, AZ: VI ZR 119/04, aao) und kann vom Schädiger auch nicht auf einen höheren Restwerterlös verwiesen werden, der auf einem Sondermarkt durch spezialisierte Restwertaufkäufer erzielt werden könnte (vgl. Senatsurteile BGHZ 143, aao; vom 21. Januar 1992, AZ: VI ZR 142/91, aao; vom 6. April 1993, AZ: VI ZR 181/92, VersR 1993, 769; vom 7. Dezember 2004, AZ: VI ZR 119/04, aao). Nach diesen Grundsätzen leistet der Geschädigte dem Gebot zur Wirtschaftlichkeit im allgemeinen Genüge und bewegt sich in den für die Schadensbehebung nach 249 Satz 2 BGB a.f. gezogenen Grenzen, wenn er die Veräußerung seines beschädigten
13 13 Kraftfahrzeugs zu demjenigen Preis vornimmt, den ein von ihm eingeschalteter Sachverständiger als Wert auf dem allgemeinen regionalen Markt ermittelt hat (vgl. Senatsurteile BGHZ 143, aao; vom 21. Januar 1992, AZ: VI ZR 142/91, aao, 458; vom 6. April 1993, AZ: VI ZR 181/92, aao, 770 und vom 7. Dezember 2004, AZ: VI ZR 119/04, aao, 382). 2. Demgegenüber muss sich im Streitfall der Kläger den von seinem Sachverständigen ermittelten Restwert schon deshalb nicht anrechnen lassen, weil dessen Gutachten nicht den vorstehend dargelegten Grundsätzen entsprach, die insoweit auch für die Restwertermittlung durch einen vom Geschädigten beauftragten Sachverständigen gelten. Der Sachverständige hatte nämlich den Restwert nicht auf dem dem Kläger zugänglichen allgemeinen regionalen Markt, sondern anhand eines über das Internet recherchierten Angebots eines in der Nähe der tschechischen Grenze ansässigen Restwerthändlers ermittelt, auf das sich der Kläger nicht einzulassen brauchte, zumal die konkrete Abwicklung nicht geklärt war (vgl. hierzu Senatsurteil BGHZ 143, 189, 196). Unter diesen Umständen konnte das vom Kläger eingeholte Gutachten entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts keine geeignete Grundlage für die Bestimmung des Restwerts bilden.... Anmerkung: Der Bundesgerichtshof hat sich erneut mit der Anrechnung des Restwertes bei der Totalschadenabrechnung befasst, in konsequenter Fortschreibung der bisherigen Entscheidungen, die sich ebenfalls sämtlich auf das Verhältnis zwischen Geschädigtem und Schädiger bezogen haben. Noch deutlicher als in der Vergangenheit hat der Bundesgerichtshof der Berücksichtigung von Angeboten der Restwertbörsen eine Absage erteilt. Nunmehr ist klargestellt, dass ein Geschädigter nicht verpflichtet ist, sein Fahrzeug zu dem Wert der Restwertbörse zu veräußern, selbst wenn diese im Gutachten angegeben war der Wert jedoch nicht auf dem allgemeinen regionalen Markt erzielbar ist. Insoweit ist diese Entscheidung auch eindeutige Handlungsanweisung für Kfz-Sachverständige, den Restwert auf dem allgemeinen Markt zu ermitteln. Die Angabe von Restwertbörsengeboten im Gutachten ist somit unmissverständlich als unzulässig bewertet worden. Die Entscheidung bestätigt insoweit die Restwertrichtlinie des BVSK, die eindeutig darauf abgestellt hat, dass die Angabe von Restwertbörsengeboten im Gutachten unzulässig ist, sondern der Sachverständige vielmehr verpflichtet ist, den Restwert auf dem vom Bundesgerichtshof klar definierten allgemeinen Markt zu ermitteln. Nach der aktuellen Entscheidung des Bundesgerichtshofes kann kein Zweifel mehr bestehen, dass die ausschließliche Angabe von Geboten der Restwertbörse im Gutachten zur Fehlerhaftigkeit des Gutachtens führt. Nochmals klargestellt wurde auch, dass der, regionale allgemeine Markt ausschließlich aus Vertragshändlern, Kfz-Händlern und angesehenen Gebrauchtwagenhändlern besteht, d.h. dass selbst ein örtlicher, seriöser Verwertungsbetrieb von der Definition des allgemeinen Marktes nicht erfasst wird! Erneut hat der Bundesgerichtshof jedoch auch keine Notwendigkeit gesehen, die Frage zu erörtern, ob und in welcher Art und Weise der Kfz-Sachverständige die Restwertermittlung auf dem allgemeinen Markt vorzunehmen hat. Das einzige Hilfsmittel, das hier bis dato existiert, ist die BVSK- Restwertrichtlinie, die dem Sachverständigen zumindest die Möglichkeit einräumt, die Gebote des allgemeinen Marktes einer Plausibilitätsprüfung zu unterziehen. Insoweit steht die BVSK- Restwertrichtlinie offensichtlich im Einklang mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes, wonach keinem Sachverständigen untersagt werden kann, Restwertangaben einer Prüfung zu unterziehen genauso wie er den gewünschten Reparaturweg oder den Wiederbeschaffungswert sachverständigenseits überprüft. In jedem Fall entscheidend ist jedoch, dass der ermittelte Wert ein Wert sein muss, der auf dem allgemeinen Markt erzielt werden kann. BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 119/04 Leitsatz / Leitsätze: a) Ein überdurchschnittlicher Erlös, den der Geschädigte für seinen Unfallwagen aus Gründen erzielt, die mit dem Zustand des Fahrzeugs nichts zu tun haben, ist dem Schädiger nicht gutzubringen (im Anschluss an Senatsurteile vom 5. März 1985, AZ: VI ZR 204/83, VersR 1985, 593 f. und vom 21. Januar 1992, AZ: VI ZR 142/91, VersR 1992, 457 f.). b) Ein Geschädigter ist grundsätzlich nicht verpflichtet, einen Sondermarkt für Restwertaufkäufer im Internet in Anspruch zu nehmen; er muss er sich jedoch einen höheren Erlös anrechnen lassen, den
14 14 er bei tatsächlicher Inanspruchnahme eines solchen Sondermarktes ohne besondere Anstrengungen erzielt. Aus den Gründen:... Diese "subjektbezogene Schadensbetrachtung" gilt auch für die Frage, in welcher Höhe dem Geschädigten wegen der ihm in seiner individuellen Lage möglichen und zumutbaren Verwertung seines Unfallfahrzeugs kein Schaden entstanden ist. Will er sein Fahrzeug etwa einer ihm vertrauten Vertragswerkstatt oder einem angesehenen Gebrauchtwagenhändler bei dem Erwerb eines Ersatzfahrzeugs in Zahlung geben, dann kann ihn der Schädiger gegenüber deren Ankaufangeboten nicht auf einen höheren Restwerterlös verweisen, der nur auf einem dem Geschädigten erst durch den Schädiger eröffneten Sondermarkt, etwa durch Einschaltung spezialisierter Restwertaufkäufer, zu erzielen wäre (vgl. Senatsurteile vom 21. Januar 1992, AZ: VI ZR 142/91 und vom 6. April 1993, AZ: VI ZR 181/92 -, jeweils aao). Im Streitfall hat der Kläger sein Unfallfahrzeug zwar nicht in Zahlung gegeben, sondern es auf einem solchen Sondermarkt unter Einschaltung des Internets verkauft. Er hat dies aber erst nach Einholung eines Gutachtens (allerdings nicht auf der Grundlage des darin ausgewiesenen Restwerts) getan, das nach den Feststellungen des Berufungsgerichts auf den allgemeinen örtlichen Markt abgestellt war. Mehr als eine Schadensberechnung auf dieser Grundlage kann vom Geschädigten im Rahmen des Wirtschaftlichkeitspostulats grundsätzlich nicht verlangt werden, ohne die ihm nach 249 Satz 2 BGB a.f. zustehende Ersetzungsbefugnis auszuhöhlen. Eine Verpflichtung, über die Einholung eines Sachverständigengutachtens hinaus noch eine eigene Marktforschung zu betreiben und dabei die Angebote auch räumlich entfernter Interessenten einzuholen, traf den Kläger auch im hier zu entscheidenden Fall nicht. Der in dem Gutachten ausgewiesene Wert war daher eine geeignete Grundlage für die Bemessung des Betrages, in dessen Höhe dem Geschädigten durch den Unfall kein Vermögensnachteil entstanden ist. b) Grundsätzlich ist allerdings ein überdurchschnittlicher Erlös, den der Geschädigte für seinen Unfallwagen aus Gründen erzielt, die mit dem Zustand des Fahrzeugs nichts zu tun haben, dem Schädiger nicht gutzubringen (vgl. Senatsurteile vom 5. März 1985, AZ: VI ZR 204/83, VersR 1985, 593, 594; vom 21. Januar 1992, AZ: VI ZR 142/91, aao). Anderes gilt aber dann, wenn der Geschädigte für das Unfallfahrzeug ohne überobligationsmäßige Anstrengungen einen Erlös erzielt hat, der den vom Sachverständigen geschätzten Betrag übersteigt. Dann hat er durch die Verwertung seines Fahrzeugs in Höhe des tatsächlich erzielten Erlöses den ihm entstandenen Schaden ausgeglichen. Da nach allgemeinen schadensrechtlichen Grundsätzen der Geschädigte zwar vollen Ersatz verlangen kann, an dem Schadensfall aber nicht "verdienen" soll, kann ihn der Schädiger an dem tatsächlich erzielten Erlös festhalten (vgl. Senatsurteile BGHZ 154, 395, 398; vom 21. Januar 1992, AZ: VI ZR 142/91, aao, 458). So liegen die Dinge im Streitfall Auch wenn ein Geschädigter grundsätzlich nicht verpflichtet ist, einen Sondermarkt für Restwertaufkäufer im Internet in Anspruch zu nehmen, muss er sich doch einen höheren Erlös anrechnen lassen, den er bei tatsächlicher Inanspruchnahme eines solchen Sondermarktes ohne besondere Anstrengungen erzielt hat (vgl. Senatsurteil aao, 195). Der Schädiger hat freilich keinen Anspruch darauf, dass sich der Geschädigte zu einem Verkauf in dem Sondermarkt der Internet- Restwertaufkäufer entschließt (vgl. Senatsurteile BGHZ 66, 239, 248; vom 5. März 1985, AZ: VI ZR 204/83, aao, 595). dass der Kläger zu der von ihm entwickelten Initiative nicht verpflichtet war, rechtfertigt es jedoch nicht, ihm den daraus resultierenden Erfolg zu Lasten des Schädigers und der Versichertengemeinschaft zu belassen. Auch dass der "Übererlös" für den Unfallwagen aus Gründen erzielt wurde, die mit dem Zustand des Fahrzeugs nichts zu tun hatten (vgl. Senatsurteile vom 5. März 1985, AZ: VI ZR 204/83, aao; vom 21. Januar 1992, AZ: VI ZR 142/91, aao, 457), erfordert das nicht. Ein Verbleib des Übererlöses würde gegen das schadensrechtliche Bereicherungsverbot verstoßen, wonach der Geschädigte zwar vollen Ersatz verlangen kann, an dem Schadensfall aber nicht verdienen soll (vgl. Senatsurteil BGHZ 154, 395, 398).... Anmerkung: Der BGH bekräftigt hier seine Rechtsprechung aus dem Jahr 1993 (BGH- Urteil vom , AZ: VI ZR 181/92) und 1999, wonach beim Restwert bzw. der Ermittlung des Restwerts durch den Sachverständigen allein und ausschließlich auf den allgemeinen örtlichen Markt und nicht auf den Restwerte- Aufkäufer- Sondermarkt abzustellen ist. Nach dem Leitsatz des BGH ist ein Geschädigter grundsätzlich nicht verpflichtet, einen Sondermarkt für Restwertaufkäufe im Internet in Anspruch zu nehmen; er muss sich jedoch einen höheren Erlös
15 15 anrechnen lassen, den er bei tatsächlicher Inanspruchnahme eines solchen Sondermarktes ohne besondere Anstrengungen erzielt. Dieser, aus der subjektbezogenen Schadensbetrachtung hergeleitete Grundsatz gilt auch für die Frage, in welcher Höhe dem Geschädigten wegen der ihm in seiner individuellen Lage möglichen und zumutbaren Verwertung seines Unfallfahrzeugs kein Schaden entstanden ist. Will er sein Fahrzeug etwa einer ihm vertrauten Vertragswerkstatt oder einem angesehenen Gebrauchtwagenhändler bei dem Erwerb eines Ersatzfahrzeugs in Zahlung geben, dann kann ihn der Geschädigte gegenüber deren Ankaufsangeboten nicht auf einen höheren Restwerterlös verweisen, der nur auf einem dem Geschädigten erst durch den Geschädigten eröffneten Sondermarkt, etwa durch Einschaltung spezialisierter Restwertkäufer, zu erzielen wäre (vgl. Senatsurteile vom , AZ: VI ZR 142/91 und , AZ: VI ZR 181/92). Im Streitfall hat der Geschädigte sein Unfallfahrzeug zwar nicht in Zahlung gegeben, sondern es auf einem solchen Sondermarkt unter Einschaltung des Internets verkauft. Er hat dies aber erst nach Einholung eines Gutachtens (allerdings nicht auf der Grundlage des darin ausgewiesenen Restwerts) getan, das nach den Feststellungen der Vorinstanzen auf den allgemeinen örtlichen Markt abgestellt war. Mehr als eine Schadensberechnung auf dieser Grundlage kann vom Geschädigten im Rahmen des Wirtschaftlichkeitspostulats grundsätzlich nicht verlangt werden, ohne die ihm nach 249 Satz 2 BGB a. F. zustehende Ersatzbefugnis auszuhöhlen. Eine Verpflichtung, über die Einholung eines Sachverständigengutachtens hinaus noch eine eigene Marktforschung zu betreiben und dabei die Angebote auch räumlich entfernter Interessenten einzuholen, traf den Geschädigten auch im hier zu entscheidenden Fall nicht. Der in dem Gutachten ausgewiesene Wert war daher eine geeignete Grundlage für die Bemessung des Betrages, in dessen Höhe dem Geschädigten durch den Unfall kein Vermögensnachteil entstanden ist. Allerdings führt der BGH in seinem weiteren Leitsatz aus, dass ein überdurchschnittlicher Erlös, den der Geschädigte für seinen Unfallwagen aus Gründen erzielte, die mit dem Zustand des Fahrzeugs nichts zu tun haben, dem Schädiger nicht gut zu bringen ist (vgl. Urteile des BGH vom , AZ: VI ZR 204/83, u. a. in VersR 1985, 593 und vom , AZ: VI ZR 142/91, u. a. in VersR 1992, 457). Anderes gilt aber nach dem BGH dann, wenn der Geschädigte für das Unfallfahrzeug ohne überobligationsmäßige Anstrengungen einen Erlös erzielt hat, der den vom Sachverständigen geschätzten Betrag übersteigt. Dann hat er durch die Verwertung seines Fahrzeugs in Höhe des tatsächlich erzielten Erlöses den ihm entstandenen Schaden ausgeglichen. Da nach allgemeinen schadensrechtlichen Grundsätzen der Geschädigte zwar vollen Ersatz verlangen kann, an dem Schadensfall aber nicht verdienen soll, kann ihn der Schädiger an dem tatsächlich erzielten Erlös festhalten. Auch wenn ein Geschädigter grundsätzlich nicht verpflichtet ist, einen Sondermarkt für Restwertaufkäufer im Internet in Anspruch zu nehmen, muss er sich doch einen höheren Erlös anrechnen lassen, den er bei tatsächlicher Inanspruchnahme eines solchen Sondermarktes ohne besondere Anstrengungen erzielt hat. Der Schädiger hat freilich keinen Anspruch darauf, dass sich der Geschädigte zu einem Verkauf in dem Sondermarkt der Internet- Restwertaufkäufer entschließt. Dass der Geschädigte zu der von ihm entwickelten Initiative nicht verpflichtet war, rechtfertigt es jedoch nicht, ihm den daraus resultierenden Erfolg zu Lasten des Schädigers und der Versichertengemeinschaft zu belassen. Auch dass der Übererlös für den Unfallwagen aus Gründen erzielt wurde, die mit dem Zustand des Fahrzeugs nichts zu tun hatten, erfordert das nicht. Ein Verbleib des Übererlöses würde gegen das schadensrechtliche Bereicherungsverbot verstoßen, wonach der Geschädigte zwar vollen Ersatz verlangen kann, an dem Schadensfall aber nicht verdienen soll. BBGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 219/98 (u.a. in NJW 2000, 800) Leitsatz / Leitsätze: 1. Bei der Ersatzbeschaffung gem. BGB 249 S 2 genügt der Geschädigte im Allgemeinen dem Gebot der Wirtschaftlichkeit, wenn er im Totalschadensfall das Unfallfahrzeug zu dem in einem Sachverständigengutachten ausgewiesenen Restwert verkauft oder in Zahlung gibt. 2. Weist der Schädiger ihm jedoch eine ohne weiteres zugängliche günstigere Verwertungsmöglichkeit nach, kann der Geschädigte im Interesse der Geringhaltung des Schadens verpflichtet sein, davon Gebrauch zu machen.
16 16 3. Der bloße Hinweis auf eine preisgünstigere Möglichkeit der Verwertung, um deren Realisierung sich der Geschädigte erst noch bemühen muss, genügt indessen nicht, um seine Obliegenheiten zur Schadensminderung auszulösen. 4. Zu den Voraussetzungen der Sachdienlichkeit bei Zulassung einer Klageänderung. Anmerkung: Das Wirtschaftlichkeitspostulat gilt auch für die Frage, in welcher Höhe der Restwert des Unfallfahrzeuges bei der Schadensabrechnung berücksichtigt werden muss, denn auch bei der Verwertung des beschädigten Fahrzeuges muss sich der Geschädigte grundsätzlich im Rahmen der wirtschaftlichen Vernunft halten. Dem Gebot zur Wirtschaftlichkeit leistet der Geschädigte indessen im allgemeinen Genüge und bewegt sich in den für die Schadensbehebung durch 249 Satz 2 BGB gezogenen Grenzen, wenn er das Unfallfahrzeug auf der Grundlage eines von ihm eingeholten Sachverständigengutachtens und des darin ausgewiesenen Restwertes verkauft oder in Zahlung gibt. Denn das Gutachten eines anerkannten Sachverständigen bildet in aller Regel eine geeignete Grundlage für die Bemessung des Restwertes, so dass der Geschädigte den so ermittelten Restwertbetrag grundsätzlich seiner Schadensberechnung zugrunde legen darf. Der Schädiger kann den Geschädigten deshalb insbesondere nicht auf einen höheren Restwerterlös verweisen, den dieser auf einem Sondermarkt durch spezialisierte Restwertaufkäufer erzielen könnte (Senatsurteil vom und zu II 3 jeweils aao; OLG Hamm NJW 1993, 404; OLG Nürnberg NJW 1993, 404, 405; vgl. auch BGHZ 132, 373, 378). Diese Grundsätze, von denen auch das Berufungsgericht ausgegangen ist, schließen es freilich nicht aus, dass besondere Umstände dem Geschädigten Veranlassung geben können, günstigere Verwertungsmöglichkeiten wahrzunehmen, um seiner sich aus 254 Abs. 2 BGB ergebenden Verpflichtung zur Geringhaltung des Schadens zu genügen. Deshalb gilt der Grundsatz, dass der von einem Sachverständigen ermittelte Restwert eine geeignete Grundlage für die Schadensabrechnung bilde, nur in aller Regel. Desgleichen können auch Ausnahmen von dem Grundsatz, dass sich der Geschädigte nicht auf spezialisierte Restwertaufkäufer verweisen zu lassen brauche, nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Doch müssen derartige Ausnahmen, deren Voraussetzungen zur Beweislast des Schädigers stehen, in engen Grenzen gehalten werden, weil andernfalls die dem Geschädigten nach 249 Satz 2 BGB zustehende Ersetzungsbefugnis unterlaufen würde. Diese Stellung darf ihm durch eine zu weite Ausnahmehandhabung nicht genommen werden. Insbesondere dürfen ihm bei der Schadensbehebung die von der Versicherung gewünschten Verwertungsmodalitäten nicht aufgezwungen werden. war kann dem Berufungsgericht im Ansatz durchaus in der Auffassung beigetreten werden, dass der Geschädigte, der mühelos einen höheren Erlös zu erzielen vermag oder wenn der Schädiger ihm eine ohne weiteres zugängliche günstigere Verwertungsmöglichkeit nachweist, sich den höheren, ihm möglichen Erlös im Rahmen des Zumutbaren zurechnen lassen muss. Doch der bloße Hinweis auf eine preisgünstigere Möglichkeit der Verwertung, um deren Realisierung sich die Klägerin erst noch hätte bemühen müssen, genügte nicht, um deren Schadensminderungsobliegenheiten auszulösen. Da ein bindendes Angebot der Firma R. gegenüber der Klägerin bisher nicht vorlag, hätte sich diese erst noch selbst an die Firma R. wenden müssen, um von dieser ein konkretes und verbindliches Angebot einzuholen. Es kann also schon deswegen keine Rede davon sein, dass die Klägerin mühelos einen höheren Erlös hätte erzielen können oder die Beklagte zu 3) ihr eine günstigere Verwertungsmöglichkeit nachgewiesen hätte. Der Klägerin wurde vielmehr erst noch die Entfaltung eigener Initiative zum Verkauf an einen Restwertaufkäufer abverlangt, zu der sie nicht verpflichtet war. Die Revision weist auch zu Recht darauf hin, dass sich die Firma F. in G. in erheblicher Entfernung vom Wohnort der Klägerin befindet und das Berufungsgericht nicht festgestellt hat, dass sich die Firma R. bereitgefunden hätte, das Unfallfahrzeug abzuholen und auf ihre Kosten nach G. zu verbringen. Solange sich der Aufkäufer dazu nicht bereit erklärt, braucht sich der Geschädigte auf derartige Verwertungsmöglichkeiten nicht einzulassen. Vielmehr kann der Geschädigte bei Ausübung seiner Ersetzungsbefugnis zunächst auf den ihm zugänglichen allgemeinen Markt seiner Umgebung zurückgreifen (vgl. BGHZ 132, 373, 380).
17 17 Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Geschädigte im Allgemeinen ein berechtigtes Interesse an einer alsbaldigen Schadensbehebung hat und ihm deshalb ein längeres Zuwarten bei sich bietender Verwertungsmöglichkeit unter Umständen nicht zuzumuten ist. BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 181/92 (u.a. in NJW 1993, 1849) Leitsatz / Leitsätze: Der Geschädigte darf sein beschädigtes Fahrzeug zu dem ermittelten Preis verkaufen, den der von ihm beauftragte Sachverständige ermittelt hat. Auf höhere Angebote spezieller Restwertaufkäufer braucht er sich nicht verweisen zu lassen. Anmerkung: Der Geschädigte darf bei Ausübung der Ersetzungsbefugnis des 249 S. 2 BGB die Veräußerung seines beschädigten Kraftfahrzeugs grundsätzlich zu demjenigen Preis vornehmen, den ein von ihm eingeschalteter Sachverständiger als Wert auf dem allgemeinen Markt ermittelt hat. Auf höhere Ankaufpreise spezieller Restwertaufkäufer braucht er sich in aller Regel nicht verweisen zu lassen. Die Beklagen kommen allein deshalb zu einem höheren Restwertbetrag, weil sie von Werten ausgehen, die auf einem speziellen Restwertmarkt bezahlt werden. Diese Werte hat auch der gerichtliche Sachverständige seinem Gutachten zugrunde gelegt. Auf sie muss sich der Kläger aber nicht verweisen lassen. Der von ihr eingeschaltete Sachverständige hat vielmehr mit Recht auf denjenigen Kaufpreis abgestellt, der auf dem allgemeinen Markt für das unfallbeschädigte Kraftfahrzeug zu erzielen war. Mehr als eine Schadensberechnung auf dieser Grundlage kann vom Geschädigten im Rahmen des Wirtschaftlichkeitspostulats nicht verlangt werden, ohne die ihm nach 249 S. 2 BGB zustehende Ersetzungsbefugnis auszuhöhlen. Eine Verpflichtung, über die Einholung des Sachverständigengutachtens hinaus noch eine eigene Marktforschung zu betreiben und dabei gar, wie das BerGer verlangt, die Angebote auch räumlich entfernter Interessenten einzuholen, traf die Klägerin ebenfalls nicht. Anderes gilt auch nicht deshalb, weil sie als vollkaufmännisches Unternehmen einen Gewerbebetrieb von größerem Umfang unterhält und in ihrem Tätigkeitsbereich auch Verträge mit räumlich entfernten Geschäftspartnern abschließt. Entgegen der Ansicht des BerGer war die Klägerin schließlich auch nicht verpflichtet, vor der Veräußerung des beschädigten Fahrzeugs das von ihr eingeholte Gutachten den Beklagten zur Kenntnis zu bringen. Dass angesichts des von ihr sorgfältig ausgewählten Sachverständigen ein von den Beklagten eingeschalteter Gutachter auf der Basis der Preise des allgemeinen Marktes zu einem wesentlich anderen und insbesondere richtigeren Restwert gelangen würde, war nicht zu erwarten. Die Unterrichtung der Beklagten zu 2 hätte deshalb nur den Zweck haben können, ihr die Möglichkeit zu geben, eine ihr günstigere Schadensberechnung auf der Grundlage der Preise professioneller Restwertaufkäufer aufzumachen. Darauf muss sich aber, wie bereits gesagt, der Geschädigte nicht verweisen lassen.
18 18 2. OLG-Urteile KG Berlin, Beschluss vom , AZ: 12 U 155/08 Der Geschädigte muss sich nicht an einem vom Versicherer über das Internet recherchierten Angebot eines Restwerthändlers festhalten lassen, der außerhalb des dem Geschädigten allgemein zugänglichen regionalen Marktes ansässig ist. Aus den Gründen: 1. Zu Recht hat das Landgericht keinen Verstoß des Klägers gegen seine Pflicht zur Schadensminderung gemäß 254 BGB darin gesehen, dass er weder dem Hinweis der Beklagten zu 2) auf ein Internet-Kaufangebot für das unfallgeschädigte Fahrzeug in Höhe von ,00 nachgegangen ist noch den im Schadensgutachten des Sachverständigen W. S. vom 09. November 2005 ausgewiesenen Restwert von 8.500,00 berücksichtigt hat, sondern lediglich den am 20. April 2006 erzielten Erlös von 7.250,00 von seiner Zahlungsforderung abgezogen hat. Auf das Internet-Kaufangebot musste sich der Kläger nicht verweisen lassen. Das Landgericht bezieht sich zu Recht auf die Entscheidung des BGH, NJW 2007, 1674, in der es heißt: Der Geschädigte muss sich nicht an einem Angebot eines Restwerthändlers außerhalb des ihm zugänglichen allgemeinen Markts festhalten lassen, das vom Versicherer über das Internet recherchiert worden ist (a.a.o., Rn. 10). Eine Auseinandersetzung mit dieser Rechtsprechung ist der Berufungsbegründung nicht zu entnehmen. Ebenso wenig war der Kläger angesichts der konkreten und vom Landgericht im Einzelnen aufgezeigten Umstände des Streitfalls gehalten, den Betrag von 8.500,00 aus dem Schadensgutachten S. von seiner Forderung abzuziehen. Zwar trifft der rechtliche Ausgangspunkt der Berufung zu: Die Schadensminderungspflicht bemisst sich nach dem, was ein ordentlicher und verständiger Mensch zur Schadensabwendung oder -minderung in der konkreten Situation tun würde (vgl. Palandt/Heinrichs, BGB, 68. Aufl. 2009, 254 BGB, Rn. 36 m.w.n.). Auf den Streitfall hin formuliert bedeutet das allerdings: Entscheidend ist, was ein Geschädigter tun würde, der - erstens gegenüber dem Schadensverursacher und dessen Haftpflichtversicherer zu einer ökonomisch günstigen Verwertung des Fahrzeuges in der Pflicht ist, - zweitens an die Bedingungen seiner Vollkaskoversicherung gebunden ist, die nach den Versicherungsbedingungen bei der Verwertung des Altfahrzeuges ein Weisungsrecht hat (vgl. dazu Schriftsatz des Klägers vom 20. September 2006, Seite 3) und - drittens noch keinen verbindlichen Bescheid über die Haftungsübernahme durch den gegnerischen Haftpflichtversicherer hat, also nicht weiß, ob er u.u. (gleichfalls zur Schadensminderung) erst einmal auf die eigene Vollkaskoversicherung zurückgreifen muss. Unter diesen Bedingungen hätte eine ökonomisch vernünftig handelnde Person so gehandelt wie der Kläger, nämlich zunächst bis zur verbindlichen Haftungsübernahme abgewartet, sodann vorsichtshalber dem Versicherer Gelegenheit gegeben, ein besseres regionales Restwertangebot zu unterbreiten und dann selbst das breiteste Angebot angenommen. Das hat das Landgericht zutreffend ausgeführt, und die Berufungsbegründung setzt sich damit nicht weiter auseinander. Die Einholung des von der Beklagten jetzt verlangten weiteren Gutachtens zum Restwert nach Ablauf der beschriebenen Geschehnisse liegt jenseits der durch 254 BGB markierten Opfergrenze für den Kläger. OLG Celle, Urteil vom , AZ: 16 U 123/05 Der vom Unfallbeteiligten beauftragte Sachverständige hat den Restwert des zerstörten Fahrzeuges zu ermitteln und dabei die dem Geschädigten obliegenden Pflichten zu beachten. Er muss dabei grundsätzlich nur Verkaufsmöglichkeiten einbeziehen, die auch vom Fahrzeugeigentümer zumutbar hätten erreicht werden können. Aus den Gründen: Die Klägerin hat eine Pflichtverletzung der Beklagten, die diese zum Schadensersatz verpflichten würde, nicht bewiesen. Die Klage ist daher unbegründet und war abzuweisen.
19 19 1. Dem Landgericht ist zuzustimmen, soweit es annimmt, der zwischen dem Unfallgeschädigten und den Beklagten abgeschlossene Werkvertrag entfalte auch Schutzwirkungen zugunsten der Klägerin als Haftpflichtversicherung. 2. Soweit die Beklagten aber Angebote der Online-Börse nicht mit einbezogen haben, begründet dies keine Pflichtverletzung. Der vom Unfallbeteiligten beauftragte Sachverständige hat den Restwert des zerstörten Fahrzeuges zu ermitteln und dabei die dem Geschädigten obliegenden Pflichten zu beachten. Er muss dabei grundsätzlich nur Verkaufsmöglichkeiten einbeziehen, die auch vom Fahrzeugeigentümer zumutbar hätten erreicht werden können. a) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist auf die besondere Lage des Geschädigten abzustellen (BGH NJW 1993, S ff. sowie BGHZ 163, 263). Grundsätzlich kann dieser nicht auf einen höheren Restwerterlös verwiesen werden, der auf einem Sondermarkt durch spezialisierte Restwertaufkäufer erzielt werden könnte. Ausnahmen von diesem Grundsatz müssen in engen Grenzen gehalten werden (BGHZ 143, ). Grundsätzlich besteht keine Verpflichtung des Unfallgeschädigten, einen Sondermarkt für Restwertaufkäufer im Internet in Anspruch zu nehmen (BGHZ 163, ). b) Wenn der Fahrzeugeigentümer Internetangebote nicht berücksichtigen muss, sind diese auch vom Gutachter nicht einzubeziehen, denn der Sachverständige hat schließlich den Fahrzeugrestwert aus der Position des Geschädigten zu ermitteln (so auch OLG Karlsruhe, VersR 2005, 706). Der vermeintlich über die Online-Börse erzielbare Verkaufspreis ist nur bei besonderen, einem Unfallgeschädigten in der Regel unzumutbaren Verkaufsbemühungen zu realisieren. Nach Darstellung der Klägerin hängt die Höhe des erreichbaren Preises entscheidend von der Genauigkeit der Mitteilung der relevanten Fahrzeugdaten sowie der Übermittlung aussagekräftiger Farblichtbilder ab. Die für den Bieter entscheidenden Daten müssten vollständig und korrekt bekannt gegeben werden. Es sei bereits preismindernd, wenn lediglich Fotos per Faxkopie zur Verfügung gestellt würden. Eine solche Verkaufsaufbereitung kann vom Zeitaufwand her einem Geschädigten nicht zugemutet werden. Er verfügt auch nicht über technische Möglichkeiten, entsprechend aussagekräftige Farbbilder zur Verfügung zu stellen und die für einen Händler relevanten Daten mitzuteilen. c) Im Übrigen kann ein Fahrzeug im sog. Online-Markt nur nach einer gebührenpflichtigen Einschreibung angeboten werden. Da sich für einen Geschädigten die Aufwendungen für den Versuch einer Veräußerung über den Online-Markt bei nur einem zu verkaufenden Fahrzeug technisch nicht immer möglich sind und sich in der Regel nicht amortisieren, kann ihm eine entsprechende Verkaufsbemühung nicht zugemutet werden, zumal die Gefahr, mit Falschgeld hereingelegt zu werden, nicht außer Betracht bleiben kann. d) Es liegen in der Person des Geschädigten keine Besonderheiten vor, die es ausnahmsweise rechtfertigen würden, ihn als verpflichtet anzusehen, Online-Angebote einzuholen. Er ist als Fuhrunternehmer zwar Gewerbetreibender, beschäftigt sich aber nicht mit der Vermarktung von Fahrzeugen. Auch für ihn ist die einmalige Teilnahme am Online-Markt nicht rentabel. e) Die Aufgabe des Sachverständigen ist es ausschließlich, Auskunft über den für den Geschädigten erzielbaren Restwert zu erteilen. Sein Pflichtenkreis erweitert sich nicht dadurch, dass die Versicherung in die Schutzwirkung des Auftrages einbezogen ist. Wenn er sich am Online-Markt registrieren lassen, Angebote einzelner Händler erwirken und dem Geschädigten diese weiterleiten müsste, damit dieser sie umsetzen kann, dann würde der Gutachter zum Verkaufsvermittler. Diese Aufgabe entspricht nicht seinem Tätigkeitsgebiet und dem Inhalt des abgeschlossenen Werkvertrages, sie kann daher von ihm nicht gefordert werden. Der Sachverständige ist grundsätzlich nur verpflichtet, den Restwert zu ermitteln und muss dem Geschädigten keine konkreten Kaufangebote weiterleiten. Soweit dies in der Praxis teilweise erfolgt, handelt es sich um eine über den eigentlichen Auftrag hinausgehende Serviceleistung.
20 20 f) Die durch die höchstrichterliche Rechtsprechung aufgestellten Grundsätze zu den Pflichten des Geschädigten bei der Fahrzeugverwertung würden außer Kraft gesetzt werden, wenn dem Sachverständigen auferlegt würde, Online-Angebote im Interesse der Versicherung einzuholen. Dies hätte zur Folge, dass der Unfallbeteiligte den Sondermarkt des Internet in Anspruch nehmen müsste, da er andernfalls den bezifferten Restwert nicht erzielen könnte. g) Ein subjektives Interesse des Geschädigten, vom Sachverständigen Angebote der Online-Börse übermittelt zu erhalten, erscheint naheliegend, wenn er den Schaden ganz oder teilweise selbst tragen muss, weil er den Unfall (mit)verschuldet hat oder weil er befürchtet, der Unfallgegner sei nicht versichert (Radfahrer) oder möglicherweise nicht zu ermitteln. Der Sachverständige ist als Nichtjurist allerdings nicht verpflichtet, nach solchen Risiken von sich aus zu fragen, denn insoweit handelt es sich um das Aufgabenfeld eines Rechtsanwalts. Lediglich in ganz eindeutigen Fällen, z. B. dann, wenn der Auftraggeber unmissverständlich erklärt, den Unfall selbst verschuldet und keine Vollkaskoversicherung abgeschlossen zu haben, wird es zu den Pflichten des Sachverständigen gehören, Online-Angebote einzuholen, um den Schaden seines Auftraggebers gering zu halten. 3. Die Beklagten haben den Restwert auch nicht aufgrund einer schuldhaften Pflichtwidrigkeit bei der Ermittlung auf dem regionalen Markt zu niedrig angegeben. a)sie haben lediglich die Einholung von zwei Angeboten dargelegt. Zwar wird üblicherweise die Zugrundelegung von drei Angeboten als erforderlich angesehen. Aufgrund der Beweiserhebung sieht es der Senat aber als erwiesen an, dass diese Pflichtverletzung nicht zur Feststellung eines zu niedrigen Restwertes geführt hat. OLG Dresden, Hinweisbeschluss vom , AZ: 1 U 0465/05 Verpflichtung, vor dem Weiterverkauf den Schädiger oder dessen Versicherung zu informieren, damit dieser ein besseres Angebot unterbreiten kann, besteht nicht Der Kläger war nicht verpflichtet, die Beklagte vor der Veräußerung des PKWs von seiner Verkaufsabsicht in Kenntnis zu setzen oder abzuwarten, ob die Beklagte ihm eine günstigere Verwertungsmöglichkeit nachweisen würde (BGHZ 143, 189 ff.; BGH NJW 1993, 1849 ff; vgl. auch Urteil des Senats vom 17. Dezember 2004, AZ: 1 U 1529/04). Zwar ist ein Geschädigter nach dem letztlich auf 242 BGB zu zurückgehenden Rechtsgedanken der Schadenminderungspflicht gemäß 254 BGB gehalten, unter besonderen Umständen von einer zulässigen Verwertung Abstand zu nehmen und andere sich ihm darbietende Möglichkeiten der Verwertung im Interesse der Geringhaltung des Schadens im Rahmen des Zumutbaren zu ergreifen. Derartige Ausnahmen, für deren Voraussetzungen der Schädiger beweisbelastet ist, müssen jedoch in engen Grenzen gehalten werden, weil anderenfalls die dem Geschädigten nach 249 Abs. 2 Satz 1 BGB zustehende Ersetzungsbefugnis unterlaufen würde. Nur dann, wenn der Schädiger dem Geschädigten eine ohne weiteres zugängliche günstigere Verwertungsmöglichkeit nachweist oder der Geschädigte mühelos ohnehin einen höheren Erlös hätte erzielen können, so muss er sich den höheren, ihm möglichen Erlös im Rahmen des Zumutbaren zurechnen lassen. Eine Verpflichtung, vor dem Weiterverkauf den Schädiger oder dessen Versicherung zu informieren, damit dieser ein besseres Angebot unterbreiten kann, besteht nicht (vgl. BGH NJW 1993, 1849 f.). OLG Düsseldorf, Urteil vom ,AZ: I-1 U 267/06 Legt der Versicherer ein umfängliches Internet-Restwertangebot der Berechnung des Wiederbeschaffungsaufwandes zugrunde, kann dieses dann berücksichtigt werden, wenn ein Zugang dieses Angebots dem Geschädigten gegenüber vor der geplanten Veräußerung bzw. der Inzahlungnahme des unfallbeschädigten Fahrzeuges gewährt wurde. Aus den Gründen: Hinsichtlich der Frage, ob dem Geschädigten bei der Abrechnung seines Wiederbeschaffungsaufwands von dem Schädiger eingeholte Restwertangebote entgegengehalten werden können, hat der BGH zuletzt in seiner Entscheidung vom (VI ZR 217/06) NJW 2007, 2918 seine ständige Rechtsprechung wiederholt und zusammengefasst. Danach steht die Ersatzbeschaffung als Variante der Naturalrestitution unter dem Gebot der Wirtschaftlichkeit, welches
BUNDESGERICHTSHOF IM NAMEN DES VOLKES URTEIL. 13. Januar 2009 Böhringer-Mangold, Justizamtsinspektorin als Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle
BUNDESGERICHTSHOF IM NAMEN DES VOLKES VI ZR 205/08 URTEIL in dem Rechtsstreit Verkündet am: 13. Januar 2009 Böhringer-Mangold, Justizamtsinspektorin als Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle Nachschlagewerk:
Juli 2009 E N T W U R F fu-schw II 2803 RL-RW-2009 Richtlinie des BVSK zur Ermittlung des Restwertes Stand: VII/2009 I. Die Restwertermittlung im Haftpflichtschaden 1. Restwertangabe im Gutachten Unter
abgedruckt in DAR 2017, 19
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