Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/sichbereiterklaeren-verbrechen-anstiftung-3124481
Timestamp: 2020-07-03 20:54:19
Document Index: 304713408

Matched Legal Cases: ['§ 30', '§ 26', '§ 25', '§ 26', '§ 30', '§ 26', '§ 26', 'BGH', '§ 25', '§ 52', '§ 26', '§ 30', 'BGH', 'BGH', '§ 30', 'BGH', '§ 30', '§ 30', '§ 30']

Sichbereiterklären zu einem Verbrechen - und die versuchte Anstiftung | Rechtslupe
Sichbereiterklären zu einem Verbrechen - und die versuchte Anstiftung
18. Juli 2017 Rechtslupe
Sich­be­reit­erklä­ren zu einem Ver­bre­chen – und die ver­such­te Anstif­tung
Neben dem Sich­be­reit­erklä­ren zu einem Ver­bre­chen in der Form des Erbie­tens ist für eine Ver­ur­tei­lung wegen ver­such­ter Anstif­tung zur mit­tä­ter­schaft­li­chen Bege­hung der näm­li­chen Tat (§ 30 Abs. 1 Alter­na­ti­ve 1 StGB) kein Raum.
Neben dem Sich­be­reit­erklä­ren zum Ver­bre­chen des Mor­des ist jedoch für eine Ver­ur­tei­lung wegen ver­such­ter Anstif­tung zur mit­tä­ter­schaft­li­chen Bege­hung der näm­li­chen Tat kein Raum. Inso­weit ist für die Taten im Vor­be­rei­tungs­sta­di­um auf die für das Aus­füh­rungs­sta­di­um gel­ten­den Grund­sät­ze zurück­zu­grei­fen, die für das Ver­hält­nis der Anstif­tung (§ 26 StGB) zur Mit­tä­ter­schaft (§ 25 Abs. 2 StGB) maß­ge­bend sind:
Bestimmt ein Tat­be­tei­lig­ter einen ande­ren zu einer rechts­wid­ri­gen Tat, die er selbst (als Mit­tä­ter mit)begeht, so ist er allein wegen der (mit)täterschaftlichen Tat­be­ge­hung zu belan­gen. Dies kann aus dem Wort­laut des § 26 StGB her­ge­lei­tet wer­den, nach dem Bezugs­punkt des Bestim­mens eine frem­de Tat ist ("… einen ande­ren zu des­sen … Tat bestimmt …") [1], so dass eine Anstif­tung zu einer von dem Bestim­men­den als Mit­tä­ter began­ge­nen Tat bereits tat­be­stand­lich aus­ge­schlos­sen wäre. Jeden­falls auf der Ebe­ne der Kon­kur­ren­zen ist die Anstif­tung gegen­über der schwe­re­ren Betei­li­gungs­form der Mit­tä­ter­schaft sub­si­di­är [2].
Über­tra­gen auf die ent­spre­chen­den Betei­li­gungs­for­men im Vor­be­rei­tungs­sta­di­um nach § 30 StGB bedeu­tet dies, dass der­je­ni­ge, der sich selbst zu einem Ver­bre­chen bereit­erklärt, nicht auch wegen ver­such­ter Anstif­tung eines ande­ren zu der­sel­ben Tat zu ver­ur­tei­len ist. Der Bun­des­ge­richts­hof kann dabei offen las­sen, ob die ver­such­te Anstif­tung schon auf der Tat­be­stands­ebe­ne aus­schei­det oder erst auf der Kon­kur­renz­ebe­ne ver­drängt wird [3].
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. März 2017 – 3 StR 260/​16
vgl. Lackner/​Kühl, StGB, 28. Aufl., § 26 Rn. 1; NK-StGB-Schild, 4. Aufl., § 26 Rn. 1[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 07.09.1993 – 1 StR 325/​93, NStZ 1994, 29, 30; S/​S‑Heine/​Weißer, StGB, 29. Aufl., Vor §§ 25 ff. Rn. 47; LK/​Rissingvan Saan, StGB, 12. Aufl., Vor §§ 52 ff. Rn. 137; LK/​Schünemann, aaO § 26 Rn. 106[↩]
zum Zurück­tre­ten hin­ter die tat­nä­he­re oder schwer­wie­gen­de­re Betei­li­gungs­form des § 30 StGB s. BGH, Beschluss vom 22.12 1993 – 5 StR 705/​93, BGHR StGB § 30 Abs. 1 Satz 1 Kon­kur­ren­zen 4; Urteil vom 19.03.1996 – 1 StR 497/​95, NJW 1996, 2239, 2242 [inso­weit in BGHSt 42, 86 nicht abge­dr.]; SK-StGB/Ho­yer, 35. Lfg., § 30 Rn. 58; LK/​Schünemann, aaO § 30 Rn. 79[↩]
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