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Timestamp: 2019-10-24 03:08:02
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Matched Legal Cases: ['§ 212', '§ 212', '§ 22', '§ 25', '§ 212', '§ 22', '§ 25']

HA StrR I Humboldt Berlin 09/10 versuch, mittelb. tätersch.
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müüürüüüüü
Verfasst am: 31 März 2010 - 17:51:19 Titel: HA StrR I Humboldt Berlin 09/10 versuch, mittelb. tätersch.
ich hoffe jemand kann mir helfen: ich habe ein absolutes prob mit dem prüfungsaufbau in meiner hausarbeit. es geht um einen versuchten mord in mittelbarer täterschaft, also §§ 212 I, 211, 22, 23 I, 25 I Alt. 2 StGB. der sv ist so: Altenpflegerin hat Mitleid mit ihren patienten, da unzumutbare zustände in dem heim. hat besonders mitleid mit W, seine schmerzen sind mit medikamenten nicht zu beseitigen. daher will sie w töten weil sie meint, dies sei das beste. sie nimmt gift und tröpfelt es in tödlicher dosis in die abendliche portion pflanzliches eisenmittel des w und stellt es auf dem nachttisch bereit. sie hat dann schluss, w stürzt allerdings auf dem weg zu seinem zimmer und muss in ein anderes zimmer verlegt werden. das glas bleibt unberührt.
das ist nur der erste teil; aber ich weiß absolut nicht, wie ich den mord als qualifikation, die mittelbare täterschaft und den versuch unter einen hut bringe. ich habe es jetzt in etwa so:
A.	Strafbarkeit der A nach §§ 212 I, 211, 22, 23 I, 25 I Alt. 2 StGB
1. Strafbarkeit des Versuchs (nur bezug auf totschlag, nciht auf mord genommen)
2. Fehlen der Deliktsvollendung
1.	Subjektiver Unrechtstatbestand (Tatentschluss gem. § 22)
a)	Tatentschluss hinsichtlich der Tötung des W
b)	Tatentschluss hinsichtlich der mittelbaren Täterschaft gem. § 25 I
(1)	Werkzeugqualität des Tatmittlers
(2)	Täterqualität der A und Tatherrschaft
2.	Objektiver Unrechtstatbestand (unmittelbares Ansetzen)
1. Frage: wo bringe ich die mordmerkmale, bei denen ja nur Heimtücke in Frage kommt
2. Frage: muss ich irgendwie sterbehilfe diskutieren? oder mutmaßliche einwilligung ansprechen?
3. Frage: Wo bringe ich den strafbarkeitsmangel des w? normalerweise prüft man ja zuerst den tatnächsten, hätte ich also erst den w prüfen müssen und seine straffreiheit feststellen?
4. Frage: was ich überhaupt nicht verstehe: wäre es kein versuch, hätte ich im objektiven tb festgestellt, ob a tatherrschaft hat oder nicht. danach stelle ich im subjektiven tb fest, ob sie vorsatz diesbezüglich hat. muss ich jetzt im subjektiven tb feststellen, ob sie tatherrschaft hat? das muss ich ja logischerweise machen bevor ich löse, ob sie auch vorsatz diesbezüglich hatte.
ich bin in strafrecht echt eine totale niete, ich mach aber auch nix jetzt schlottern mir die knie weil ich in einer woche die hausarbeit abgeben muss. ich hoffe, dass ihr mir helfen könnt und bedanke mich vorab schonmal für die mühe!
Verfasst am: 10 Apr 2010 - 20:39:50 Titel:
hmm, keine lust oder weiß es niemand? also falls irgendjemand in zukunft ein derartiges problem haben sollte: ich habe es jetzt folgendermaßen gelöst und hoffe einfach mal das beste:
Tatkomplex I: Das Geschehen am 12.01.2010	1
A.	Strafbarkeit der A nach §§ 212 I, 211, 22, 23 I, 25 I Alt. 2 StGB	1
1. Fehlen der Deliktsvollendung
1.	Subjektiver Tatbestand (Tatentschluss gem. § 22)
a) Tatentschluss hinsichtlich der Tötung des W
b) Tatentschluss hinsichtlich der Tötungshandlung
aa) Mittelbare Täterschaft gemäß § 25 I Alt. 2
(1) Werkzeugeigenschaft des W
(2) Herrschaft der A über das Werkzeug
(a) Tatherrschaftslehre
(b) Subjektive Theorie
bb) Kausalzusammenhang zwischen Tötungshandlung und Tötungserfolg
c) Mordmerkmal „Heimtücke“
aa) Feindliche Willensrichtung
bb) Besonders verwerflicher Vertrauensbruch
2.	Objektiver Tatbestand (unmittelbares Ansetzen)
a) Differenzierende Theorie
b) Einwirkungstheorie
c) Gesamtlösung (Strenge Theorie)
d) Allgemeine Theorie
e) Streitentscheidung
wahrscheinlich etwas zu viele unterpunkte, aber wir werden sehen...
Verfasst am: 11 Apr 2010 - 14:10:22 Titel:
Und du gehst von mittelbarer Täterschaft aus, weil...?
Wenn der Täter dem Opfer Gift hinstellt, dann begeht er mMn durch diese Handlung die Tat selber.
Strittig ist dann, wann bei einem beendeten Versuch (Gift hinstellen und weggehen --> beendeter Versuch) unmittelbares Ansetzen vorliegt.
Verfasst am: 11 Apr 2010 - 14:35:31 Titel:
nee, da bin ich eigentlich sehr sicher. im bekannten apotheker-fall wurde ebenfalls mittelbare täterschaft angenommen. die tathandlung wird nicht vom täter selbst begangen sondern ist noch die mitwirkung des opfers zur tatvollendung unerlässlich. diese konstellationen finden sich in mehreren bgh entscheidungen sowie in kommentaren etc.
das unmittelbare ansetzen ist tatsächlich strittig, allerdings weil das opfer selbst die schädigende handlung vornimmt und dabei tatbestandlos handelt. es ist nicht klar, ob dabei auf den tatmittler oder den hintermann abgestellt werden soll...
also ich muss die arbeit morgen abgeben, jetzt ist es sowieso rum, sie ist schon ausgedruckt inhaltlich hatte ich keine probleme mehr, eher bezüglich des aufbaus. dennoch danke, hab da grad echt nochmal drüber nachgedacht aber es ist wirklich mittelbare täterschaft.