Source: https://www.easydividend.net/topic/de-steuererklaerung/page/4/
Timestamp: 2019-06-20 04:53:41
Document Index: 90411331

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 4', '§ 27', '§ 27', '§ 27', '§ 16', '§ 24']

April 13, 2018 um 14:08 #3332
Zur Behandlung von REITs kann ich aktuell leider nicht viel sagen. Ich habe selber mitbekommen, dass es bei vielen Anlegern Überraschungen gab, weil die Banken plötzlich zum 31.12.17 auch für diverse REITs eine fiktive Veräußerung (wie für Fonds vorgeschrieben) vorgenommen haben. Wovon diese Einstufung abhängt und welche Auswirkungen das hat, kann ich aktuell nicht überblicken; da müsste ich mich intensivst einarbeiten.
Ich persönlich würde mir aber nicht antun wollen, da irgendeine eigenständige Ermittlung vorzunehmen. Vielleicht ist man in ein paar Monaten klüger, wenn sich erste Erfahrungen mit der neuen Gesetzgebung ergeben haben, aber aktuell kann ich nicht dazu raten derartige Positionen bei einem ausländischen Broker zu halten.
Ich würde in der Tat davon ausgehen, dass sich nicht viele Berater mit dem Thema auf Anhieb auskennen. Das ist grundsätzlich kein Problem, weil es zum Berufsfeld eines Steuerberaters gehört, sich schnell in unbekannte Bereiche einzuarbeiten.
Das Problem liegt dann eher darin, dass der Berater sich zusätzlich noch in die Activity Statements einarbeiten muss (und dafür gibt es keine Fachliteratur zum Nachschlagen) ;-) Ich denke schon, dass Du jemanden finden wirst, der dir die Erklärung macht. Es bleibt dann immer noch das Risiko, dass der Berater es auch falsch macht, aber dann kannst Du deine Hände zumindest in Unschuld waschen.
Dann eine kurzer Ausflug zu den Gebühren, die ein Steuerberater verlangen kann:
Die Vergütung ist allgemein geregelt in der Steuerberatervergütungsverordnung (StbVV).
§ 1 Abs. 1 Satz 2 StBVV gibt allerdings direkt einen wichtigen Hinweis: die StbVV gilt „soweit nicht etwas anderes vereinbart wird“. Heißt konkret: die StbVV gibt zwar einen Rahmen vor, aber es darf auch vertraglich etwas anderes vereinbart werden; dann allerdings zwingend vorab schriftlich (§ 4 StbVV).
Das heißt, es kann grundsätzlich auch auf Stundenbasis abgerechnet werden (Zeitgebühr), was viele Steuerberater auch machen. Die StbVV gibt einen Stundensatz zwischen 60 und 140 Euro vor, dieser kann aber wie gesagt auch abweichend vereinbart werden.
Ist mit dem Steuerberater keine gesonderte Vereinbarung getroffen, sieht die StbVV für Kapitalerträge eine sog. Wertgebühr vor. Das heißt, die Vergütung richtet sich grundsätzlich nach der Höhe der erzielten Erträge; aber auch hier hat der Berater einen Ermessensspielraum.
Soll wie hier gewünscht eine Ermittlung des Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten für Kapitalvermögen erfolgen, richtet sich die Gebühr nach § 27 StbVV.
Erst muss der sog. Gegenstandswert ermittelt werden. Dieser bestimmt sich als Summe der Einnahmen oder Summe der Werbungskosten, je nachdem was höher ist; mindestens aber 8.000 Euro. Mit dem so ermittelten Wert schaut man in Tabelle A der StbVV (dort als Anlage 1 zu finden). Da steht dann, dass bspw. bei einem Gegenstandswert von 8.000 Euro eine volle Gebühr 433 Euro beträgt.
§ 27 StbVV bestimmt nun, dass der Steuerberater zwischen 1/20 und 12/20 dieser vollen Gebühr abrechnen darf. Das macht also einen Gebührenrahmen zwischen 21,65 Euro und 259,80 Euro. Wenn keine Besonderheiten vorliegen, wird der Steuerberater die sog. „Mittelgebühr“ ansetzen. Das sind hier 6,5/20 also 140,73 Euro.
Da die Ermittlung der Kapitalerträge bei Optionsgeschäften nicht „Standard“ ist, würde ich mit einer höheren Gebühr als der Mittelgebühr rechnen; auch behält sich § 27 Abs. 3 StbVV ausdrücklich vor, dass bei umfangreichen Vorarbeiten zusätzlich eine Zeitgebühr berechnet werden darf.
Hinzu kommt in der Regel noch 19 % Umsatzsteuer und ggfs. 20 Euro Auslagenpauschale (§ 16 StbVV), dann sind wir in Summe bei mindestens 191,27 Euro, wenn man doch erst einmal von o.g. Mittelgebühr ausgeht.
Das ist dann nur für die Ermittlung. Soll auch noch die Steuererklärung an sich angefertigt werden, kommt schnell noch mal die gleiche Summe oben drauf (§ 24 Abs. 1 Nr. 1 StbVV).
Klingt auf den ersten Blick vielleicht nicht sonderlich attraktiv. Ihr erhaltet dafür jedoch einen Ansprechpartner an eure Seite, der bei Fragen immer parat steht. Außerdem ist nicht zu vergessen, dass der Steuerberater sich ggfs. mit in die Haftung begibt.
Ich hoffe, das gibt euch eine grobe erste Orientierung .
April 20, 2018 um 16:23 #3347
Und jetzt ganz wichtig: Der Betrag wird in Anlage SO eingetragen, vollkommen unabhängig von irgendwelchen Freigrenzen!
Ob eine Steuer anfällt, ermittelt das Finanzamt. Im Formular steht nichts davon, dass Beträge nur anzugeben sind, soweit sie die Freigrenze überschreiten. Das Finanzamt wird die Freigrenze berücksichtigen und zum Ergebnis kommen, dass keine Steuer anfällt.
Read more: //www.easydividend.net/topic/de-steuererklaerung/#ixzz5DE6DQ2SS
Habe eben gerade mal das kleine Elster-Programm gestartet und dort nach “Private Veräußerungsgeschäfte” gesucht. Sinngemäß steht dann dort drin:
Die Abgabe einer Anlage SO ist insoweit entbehrlich, als Sie im Kalenderjahr 2017 keine privaten Veräußerungsgeschäfte getätigt haben oder die Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften insgesamt weniger als 600 €, im Fall der Zusammenveranlagung bei jedem Ehegatten / Lebenspartner weniger als 600 € betragen haben. Haben Sie innerhalb der o. g. Fristen Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften realisiert, geben Sie bitte die Anlage SO ab.
Sprich bei meinen zarten 57,xx € Forexgewinn brauche ich die SO offensichtlich nicht.
April 22, 2018 um 13:31 #3349
versuche mich aktuell unseren “Steuerproblemen” zu widmen, will hier einfach mehr Durchblick haben:-)
Bei meiner Recherche irritiert mich grad dieser Auszug au einem Artikel, der mir generell doch recht fundiert vorkommt. Könntest du diese bitte kommentieren?!
Glattstellung der Option durch den Optionsgeber
Schließt der Optionsgeber ein Glattstellungsgeschäft ab, das bedeutet der Optionsgeber kauft eine Option der gleichen Serie unter Closing-Vermerk aus der er zuvor verkauft hat, mindern die durch das Glattstellungsgeschäft gezahlten Prämien die ursprünglich vereinnahmte Stillhalterprämie. Sofern die Aufwendungen für die Glattstellung die vereinnahmte Stillhalterprämie übersteigen, entsteht ein Verlust, der im Rahmen der Einkünfte aus Kapitalvermögen dem allgemeinen Verlustverrechnungstopf zugeführt wird und mit anderen positiven Einkünften aus Kapitalvermögen verrechnet werden kann.
Hier halt speziell der fett gedruckte Text.
Würde nach meinem Verständnis bedeuten……..wäre mit Aktientopf verrechenbar.
Würde mich jetzt aber grad etwas verwirren bzgl. zwei getrennte Töpfe Aktien/Optionen.
April 22, 2018 um 14:26 #3350
die Aussage ist richtig so und du hast sie richtig verstanden.
Es gibt einen speziellen Verlustverrechnungstopf für Aktien. Heißt: Verluste aus Aktien sind nur mit Gewinnen aus Aktien zu verrechnen.
Diese Einschränkung gilt für andere Finanzprodukte so nicht. Also dürfen Verluste aus Optionen nicht nur mit Gewinnen aus Optionen, sondern auch mit Gewinnen aus Aktien verrechnet werden.
April 22, 2018 um 17:25 #3351
Bei ner Zigarette auf der Terrasse hab ich es dann auch gemerkt🙄👍
Stand, durch das ganze Stöbern über die Steuer, voll auf dem Schlauch🙄
…Kopf braucht jetzt ne Pause😉
April 27, 2018 um 16:49 #3375
Danke für Dein super ausführliche Erklärung. Ich denke soweit habe ich alles verstanden. Aber zu Sicherheit nochmal die Frage bzgl. der Zeile 15: Ich trage dort also die Summe der Gewinne und Verluste ein. Natürlich nur, was verrechnet werden kann. Also z.B.
Aktiengewinn = 1000
Aktienverlust = 200
Optionengewinn = 300
Optionenverlust = 400
Zeile 15: 1000-200+300-400 (gesamtes steuerpflichtiges Einkommen)
Zeile 16: 1000 (Gewinne aus Aktien)
Zeile 17: 400 (Verluste aus Nicht-Aktien)
Zeile 18: 200 (Verluste aus Aktien)
Zeile 51: ggf einbehaltene Quellensteuer
Zeile 52 und 53 verstehe ich nicht, kann wohl aber ignoriert werden?
April 27, 2018 um 19:31 #3376
Also auch nicht ganz klar ist mir das “FX Income Worksheet”. So wie ich Dich @elmar verstanden habe und soweit ich die IB-Hilfe dazu verstehe werden da die Währungsberechnungen gemäß FIFI vorgenommen.
Die “Functional Currency” ist EUR. Bedeutet das, dass die Beträge – bis auf 1. Spalte – in EUR sind? Also insbesondere die maßgebliche Income/Loss – Spalte? Am Ende ist dann alles aufsummiert. Da steht aber “for USD”? Oder bedeutet das die errechnete Summe in EUR für Transaktionen in USD?
d.h. der Summierte Wert wäre dann der Wert für die Zeile 48 in Anlage SO, wenn der Betrag > 600€?
April 27, 2018 um 19:33 #3377
Funktioniert bei Euch unter dem Menüpunkt “Steuern” Die Auswertung für Dividenden? Die gibt es nur als HTML. Aber da kommt nix. Es geht kurz ein weiterer Tab auf, der sich dann aber gleich wieder schließt. Das war es!?
April 28, 2018 um 08:34 #3378
bzgl. Menüpunkt Steuern und Auswertung Dividende. Ja, das funktioniert. Vermutlich hast du einen Autodownload im Browser.
Es wird auf der Festplatte (dort wo dein Speicherort ist) einen Ordner Namens “Uxxxxxx Dividend Report Tax Year 2017-Dateien” angelegt und eine HTML Datei mit gleichem Namen.
Schau mal in deinem Browser unter Downloads nachdem du geklickt hast.
Die Dividenden und die einbehaltene Quellsteuer wird auch im Activity Statement ausgewiesen.
Der Rest sieht auf den ersten Blick gut aus, schaue ich mir übers WE genauer an und melde mich.
Mai 1, 2018 um 11:06 #3387
Hmm – bzgl. dem Download ist nichts da. Aber ist vielleicht auch nicht so wichtig, da die Dividenden im Activity-Statement sind, wie Du schreibst. Kann ich aber ggf. auch mit CapTrader klären.
Ansonsten bin ich dabei mir so eine Tabelle zu erstellen wie vom @dividenden-jaeger. Seine Vorlagen funktionieren bei mir leider nicht. Weder in meinem Planmaker, noch im LibreOffice, das ich mir aktuell runtergeladen habe. Auch fehlt ein Teil für Futureoptionen. Wobei die vermutlich genauso zu handhaben sind wie die normalen Equity- und Indexoptionen !?
Bin auch am überlegen, ob man da nicht ein Programm schreiben könnte, welches die Daten aus dem Activity-Statment übernimmt und dann die Beträge für die Zeilen ausspukt. Gibt es da ev. Mitstreiter? Man braucht das jedes Jahr, da würde es sich vielleicht lohnen.
Mai 1, 2018 um 20:14 #3389
ich habe mich letzten Monat durch “Elmar’s Steuerhinweise” (danke dafür) und meinem “Activity-Statement” gewühlt und meine Steuererklärung fertig gemacht und abgegeben. Gestern kam ein Schreiben, dass ich bitte Ihnen die “Steuerbescheinigungen im Orginal zu den Einkünften aus Kapitalvermögen” zu senden soll. Da ich direkt bei “Interactive Brokers” bin, habe ich “keine”. Was soll ich nun hin schicken?
1) das Activity Statement
2) das US-Steuerblatt (da steht aber nur die abgeführten Quellensteuer bei der Dividende drin)
3) mein berechneten Zahlen (gegliedert nach den Einträge im Steuerformular)
Mai 1, 2018 um 21:18 #3390
Hi, alle Drei😉
Wie Elmar auch schon empfohlen hat,
das komplette Activity Statement und eine „selbstgebastelte“ Steuerbescheinigung mit den relevanten Zahlen
Mai 24, 2018 um 20:15 #3419
@elmar, Du hast an anderer Stelle bei einer Frage mit mit Kauf und Verkauf einer Option davon gesprochen die Absicherung nicht als Verlust zu deklarieren, sondern als Ausgabe.
Dies bringt mich auf die Idee einer Vereinfachung. Kann man das Ganze nicht einfach als Ein-/Ausgabenrechnung machen. So wie bei einer gewerblichen, oder freiberuflichen Tätigkeit. Nur mit dem Unterschied der Unterteilung in die diversen Steuerkonten.
Erträge/USD	Aktien/USD	Optionen/USD	TAX/USD
Dividende Zinsen Ausgabe Einnahme Ausgabe Einnahme Steuer
Bei Aktien geht dies vermutlich nicht, da erst eine Steuerschuld entsteht, wenn ein Verkauf stattgefunden hat und ein Gewinn/Verlust angefallen ist.
Aber bei den Optionen müßte das möglich sein, da Du geschrieben hast, dass Prämien z.B. sofort als Einnahme zu verbuchen sind. Und wenn ich eine shor Option zurückkaufe, sind dies Ausgaben.
Richtig?? Das würde zumindest die Sache bei den Optionen doch erheblich vereinfachen?
Mai 25, 2018 um 09:19 #3420
… Und nochmal zu den Forex GuV:
Das Ergebis gehört doch in die Anlage SO Zeile 48? Auch wenn der Betrag negativ ist? Gibt es da auch einen Verlustvortrag. Kann dazu nichts finden.
Und zum Verständnis: In der Auflistung der Trades unter Realisiertes P/L ist dann das P/L ohne Währungsberücksichtigung. Also P/L in USD umgerechnet in EUR?
Mai 28, 2018 um 10:13 #3421
Meine Steuererklärung für 2017 ist fertig und beim Finanzamt. Ich möchte hier mal kurz beschreiben wie ich die Kapitalerträge ermittelt habe.
Zuerst habe ich das “Statement of Funds (Cash Bewegungen)” aus der Kontoverwaltung als CSV exportiert, und in der Tabellenkalkulation eingelesen. Für die weitere Verarbeitung habe ich nur den Bereich Basiswährung Übersicht benutzt, da dort alles schon in Euro umgerechnet ist.
Die unnötigen Spalten habe ich gelöscht. Dann habe ich jeder einzelne Zeile das Steuerjahr und einen der folgenden Typen zugewiesen.
0	Für Kapitalerträge nicht relevant
1	Optionsprämien
2	Aktien
3	Anschaffungskosten Aktien
11	US Dividende/Steuer
12	DE Dividende/Steuer
Die Zuordnung habe ich nach der Anleitung von Elmar in diesem Thread gemacht. Nochmal vielen Dank dafür.
Die Werte wurden dann nach Einnahmen und Ausgaben bzw. Dividende und Steuer getrennt und addiert. Die Ergebnisse habe ich im Steuerformular eingetragen. Währungsgewinn bzw. in meinem Fall Verluste habe ich direkt vom Activity Statement übernommen. Die Steuererklärung habe ich elektronisch ans Finanzamt geschickt, die Aufstellung per Briefpost hinterher. Das komplette Activity Statement habe ich per E-Mail als PDF Datei ans Finanzamt geschickt.
Das Ergebnis habe ich mal in Docs hoch geladen. Ihr könnt es euch unter folgendem Link anschauen.
Sobald ich vom Finanzamt was höre, werde ich es hier posten.