Source: http://www.internationales-steuerrecht.de/urteil_BFH_I_R_49_14.htm
Timestamp: 2020-04-10 06:17:12
Document Index: 196653562

Matched Legal Cases: ['§ 50', 'Art. 3', 'Art. 4', 'Art. 7', 'Art. 10', 'Art. 23', '§ 15', '§ 50', '§ 52', '§ 50', '§ 52', '§ 50', '§ 52', 'Art. 4', 'Art. 6', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 7', 'Art. 10', 'Art. 3', '§ 15', '§ 50', '§ 52', 'Art. 10', 'Art. 4', 'Art. 10']

BFH, Urt. v. 21.1.2016 â€“ I R 49/14
Dividende: Besteuerung von Sonderbetriebseinnahmen (hier Dividenden aus SonderbetriebsvermÃ¶gen II) nach MaÃŸgabe des DBA-Spanien 1966 und der RÃ¼ckfallregelung in Â§ 50d Abs. 9 Satz 1 Nr. 1 EStG 2002 i.d.F. des JStG 2007
DBA-Spanien 1966 Art. 3 Abs. 2, Art. 4 Abs. 4, Art. 7, Art. 10, Art. 23 Abs. 1 Buchst. a Satz 1; EStG 2002 Â§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz 1 Halbs. 2 und Nr. 3 Halbs. 2; EStG 2002 i.d.F. des JStG 2007 Â§ 50d Abs. 9 Satz 1 Nr. 1, Â§ 52 Abs. 59a Satz 6; EStG 2002 i.d.F. des JStG 2009 Â§ 50d Abs. 10 Satz 1 und 2, Â§ 52 Abs. 59a Satz 8; EStG 2009 i.d.F. des AmtshilfeRLUmsG Â§ 50d Abs. 10 Satz 1, 2 und 8, Â§ 52 Abs. 59a Satz 10 und 11
1. Die Besteuerung des in Deutschland ansÃ¤ssigen Gesellschafters einer spanischen, nach dortigem im Gegensatz zum deutschen Recht steuerlich als intransparent behandelten Personengesellschaft ist nach MaÃŸgabe des DBA-Spanien1966 auf der Grundlage des deutschen und nicht des spanischen Steuerrechts vorzunehmen (BestÃ¤tigung des Senatsurteils v. 25.5.2011 [BFH v. 25.5.2011 â€“ I R 95/10, BFHE 234, 63 = BStBl. II 2014, 760= FR 2011, 1175 m. Anm. Kempermann] dort zum DBA-Ungarn).
2. Die AnsÃ¤ssigkeitsfiktion fÃ¼r die Gesellschafter einer Personengesellschaft nach Art. 4 Abs. 4 DBA-Spanien1966 betrifft nur die sog. Verteilungsartikel in Art. 6 bis 22 DBA-Spanien 1966, nicht aber den sog. Methodenartikel in Art. 23 DBA-Spanien1966, und richtet sich deshalb nicht an den AnsÃ¤ssigkeitsstaat der Gesellschafter. Sie erfasst zudem allein EinkÃ¼nfte, die der Gesellschafter von der Personengesellschaft bezieht; GewinnausschÃ¼ttungen einer Kapitalgesellschaft, welche nach deutschem Recht als Sonderbetriebseinnahmen aus SonderbetriebsvermÃ¶genII resultieren, gehÃ¶ren dazu nicht.
3. FÃ¼r EinkÃ¼nfte, die aus deutscher Sicht nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung insgesamt von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer auszunehmen sind (hier fÃ¼r Unternehmensgewinne nach Art. 23 Abs. 1 Buchst. a Satz 1 i.V.m. Art. 7 Abs. 1 Satz 1 und Art. 10 Abs. 5 DBA-Spanien1966 sowie i.V.m. Art. 3 Abs. 2 DBA-Spanien1966, Â§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz 1 Halbs. 2 und Nr. 3 Halbs. 2 EStG2002), wird die Freistellung der EinkÃ¼nfte unbeschadet des in Â§ 50d Abs. 9 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. Â§ 52 Abs. 59a Satz 6 EStG 2002 i.d.F. des JStG 2007 rÃ¼ckwirkend angeordneten BesteuerungsrÃ¼ckfalls auch dann gewÃ¤hrt, wenn der andere Vertragsstaat (hier Spanien) die betreffenden EinkÃ¼nfte in Einklang mit den abkommensrechtlichen Vorschriften nur zu einem Teil (hier als Dividenden nach Art. 10 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 Abs. 4 DBA-Spanien1966) uneingeschrÃ¤nkt besteuert, fÃ¼r einen anderen Teil (hier nach Art. 10 Abs. 1 und 2 DBA-Spanien 1966) die Bestimmungen des Abkommens jedoch so anwendet, dass sie nur mit einem begrenzten Steuersatz besteuert werden kÃ¶nnen. MaÃŸgebend dafÃ¼r, ob es sich um EinkÃ¼nfte jener Einkunftsart handelt, ist erneut das Steuerrecht des jeweiligen Anwenderstaats (hier Deutschlands).
Download BFH, Urt. v. 21.1.2016 â€“ I R 49/14
Verlag Dr. Otto Schmidt vom 21.09.2016 11:47