Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20R%2025/78
Timestamp: 2019-04-26 08:46:49
Document Index: 285218467

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 8', '§ 8', '§ 15', '§ 155', '§ 157', '§ 157', '§ 155', '§ 155', '§ 119', '§ 157', '§ 155', '§ 155', '§ 155']

BFH, 05.11.1980 - II R 25/78 - dejure.org
BFH, 05.11.1980 - II R 25/78
GrEStG § 15 Nr. 1; GrEStDV § 8 Abs. 2
Einzelsteuerbescheide - Gesamtschuldner - Namen
GrEStDV § 8 Abs. 2; GrEStG § 15 Nr. 1
BFHE 132, 114
NJW 1981, 2775 (Ls.)
DB 1981, 724
BStBl II 1981, 114
BStBl II 1981, 176
Sie muss nicht auf die gesamtschuldnerische Haftung hinweisen, wenn sie jeweils den vollen Betrag in getrennten Bescheiden gegen mehrere Gesamtschuldner geltend macht (BFH, Urteil vom 5. November 1980 - II R 25/78 - BFHE 132, 114 ).
Da der interne zivilrechtliche Ausgleich zwischen Gesamtschuldnern abgabenrechtlich zumindest in aller Regel bedeutungslos ist (vgl. auch § 155 Abs. 2 Satz 2 AO 1977), gehört die Bezeichnung der übrigen Gesamtschuldner regelmäßig nicht zum notwendigen Inhalt eines Abgabenbescheides (vgl. zu § 157 Abs. 1 AO BFH, Urteile vom 5. November 1980 - II R 25/78 - BFHE 132, 114 und vom 28. Juni 1984 - IV R 204-205/82 - BStBl II 1984, 784 ).
Ein Hinweis auf die Inanspruchnahme anderer Gesamtschuldner ist nicht erforderlich (BFH-Urteile vom 5. November 1980 II R 25/78, BFHE 132, 114, BStBl II 1981, 176, und in BFHE 141, 461, BStBl II 1984, 784).
»Nimmt das FA durch einen Einzelsteuerbescheid einen von mehreren Miterben als Gesamtschuldner für die Steuerschuld des Erblassers in Anspruch, so gehört die Erwähnung der übrigen Miterben nicht zu dem nach § 157 Abs. 1 AO 1977 notwendigen Inhalt des Steuerbescheids (Anschluß an das BFH-Urteil vom 05.11.1980 II R 25/78 , BFHE 132, 114, BStBl II 1981, 176).«.
Wurde der Erblasser von mehreren Personen beerbt und sind diese deshalb Gesamtschuldner, so steht es dem FA frei, ob es sämtliche Miterben in einem nach § 155 Abs. 3 AO 1977 zusammengefaßten Bescheid heranziehen will (vgl. BFHE 109, 123, BStBl II 1973, 544; Tipke/Kruse, a.a.O., sowie zur Gesamtschuldnerschaft nach dem Grunderwerbsteuergesetz: BFH-Urteil vom 5. November 1980 II R 25/78 , BFHE 132, 114, BStBl II 1981, 176).
Diese Rechtsprechung ist aber inzwischen aufgegeben worden (vgl. BFHE 132, 114, BStBl II 1981, 176).
Wurde der Erblasser von mehreren Personen beerbt und sind diese deshalb Gesamtschuldner, so steht es dem FA frei, ob es sämtliche Miterben in einem nach § 155 Abs. 3 AO 1977 zusammengefaßten Bescheid heranziehen will (vgl. BFHE 109, 123, BStBl II 1973, 544; Tipke/Kruse, a. a. O., sowie zur Gesamtschuldnerschaft nach dem Grunderwerbsteuergesetz: BFH-Urteil vom 5. November 1980 II R 25/78, BFHE 132, 114, BStBl II 1981, 176).
Denn nach ständiger Rechtsprechung des BFH ist im Falle des Vorliegens einer Gesamtschuldnerschaft die Inanspruchnahme eines Steuerpflichtigen nicht allein deshalb rechtswidrig, weil in dem Bescheid Angaben zu weiteren, von der Finanzbehörde gleichfalls herangezogenen (Gesamt-)Schuldnern fehlen (BFH-Entscheidungen vom 5. November 1980 II R 25/78, BFHE 132, 114, BStBl II 1981, 176; bestätigt u.a. in BFH vom 27. Oktober 1983 V R 104/77, nicht veröffentlicht;… vom 5. November 1992 II B 19/92, BFH/NV 1993, 623; vom 28. Juni 1984 IV R 204-205/82, BFHE 141, 461, BStBl II 1984, 884; vom 24. April 1986 IV R 82/84, BFHE 146, 358, BStBl II 1986, 545).
War wie hier bei Erlaß eines Zusammenveranlagungsbescheides der eine Ehegatte bereits verstorben, so genügt die Adressierung an den überlebenden Ehegatten den Bestimmtheitsanforderungen der §§ 119 Abs. 1, 157 Abs. 1 Satz 2 AO 1977, ohne daß es der Angabe des oder der anderen Gesamtschuldner im Bescheid bedarf (vgl. für die Fälle der Gesamtschuldnerschaft bei Grunderwerbsteuer und bei Miterbengemeinschaften BFH-Urteile vom 5. November 1980 II R 25/78, BFHE 132, 114, BStBl II 1981, 176, und vom 28. Juni 1984 IV R 204-205/82, BFHE 141, 461, BStBl II 1984, 784;… Tipke/Kruse, a.a.O., § 157 AO 1977 Tz. 5 a. E.).
Im Übrigen hat der BFH für den Fall, dass beim Vorliegen einer Gesamtschuld - wie hier im Streitfall - nur ein Steuerpflichtiger in Anspruch genommen wird, nach ständiger Rechtsprechung auch keine rechtlichen Bedenken geäußert, wenn die Finanzbehörde in dem betreffenden Bescheid keine Angaben darüber gemacht hat, aus welchen Gründen die Inanspruchnahme anderer Gesamtschuldner unterblieben ist (vgl. BFH-Urteile vom 05.11.1980 II R 25/78, BStBl II 1981, 176, …und vom 13.10.1998 VIII R 35/95, BFH/NV 1999, 445).
Auch sonstige abgabenrechtliche Vorschriften verlangen die Nennung der übrigen Gesamtschuldner nicht (vgl. BVerwG. Ur v. 22.1.1993 aaO. S. 1668f., BFH. Urt. v. 11.5.1980 - II R 25/78 lnsbesondere folgt kein anderes Ergebnis aus § 155 Abs. 3 AO, denn die Vorschrift erfüllt nur den technischen Zweck, aus Gründen der Zweckmäßigkeit inhaltsgleiche Bescheide erlassen z können (Trzaskalik in: Hübschmann/Hepp/Spitaler, AO und FGO, § 155 AO RdNr. 50).
Dieses Interesse ist aber abgabenrechtlich in der Regel bedeutungslos (BVerwG. Urt. v. 22.1.1993 aaO [1668]; BFH. Urt. v. 11.5.1980 aaO.;… a.A. Trzaskalik aaO, § 155 RdNr. 57), da der Steuerbescheid dem öffentlichen Interesse der Durchsetzung der Steuerschuld dient, nicht aber dem Interesse der Durchsetzung von Ausgleichsansprüchen gegenüber privaten Dritten.
Diese Frage ist durch die Rechtsprechung bereits geklärt (BFH-Urteil vom 28. Juni 1984 II R 204-205/82, BFHE 141, 461, BStBl II 1984, 784; vgl. auch Senatsurteil vom 5. November 1980 II R 25/78, BFHE 132, 114, BStBl II 1981, 176).
BFH, 03.02.1983 - V R 15/79
BFH, 08.09.1983 - V R 114/78