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Timestamp: 2016-10-25 22:50:19
Document Index: 267520485

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'Art. 80', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

8C_903/2009 (28.04.2010)
Die 1953 geborene G.________ war als K�chin der Genossenschaft A.________ bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen versichert, als sie sich am 24. Dezember 1974 bei einem Autounfall eine Kniekontusion zuzog. F�r die verbliebenen Restfolgen dieses Ereignisses sprach die SUVA der Versicherten mit Verf�gung vom 1. September 1976 ab 9. M�rz 1976 eine Rente bei einem Invalidit�tsgrad von 10 % zu.
G.________ war nunmehr als Mitarbeiterin der B.________ AG bei der SUVA gegen die Folgen von Unf�llen versichert, als sie am 22. Juni 2004 als Fahrradfahrerin von einem Personenwagen angefahren wurde und st�rzte. Die Versicherte wurde noch am Unfalltag im Spital X.________ hospitalisiert; die �rzte dieses Spitales diagnostizierten eine Commotio cerebri, eine H�ftkontusion und eine Handgelenkskontusion links. Die SUVA anerkannte auch f�r dieses zweite Ereignis ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Mit Verf�gung vom 2. April 2007 und Einspracheentscheid vom 5. M�rz 2008 sprach die Anstalt der Versicherten f�r die Restfolgen beider Unf�lle ab 1. Mai 2007 eine Invalidenrente bei einem Invalidit�tsgrad von 14 % zu.
Mit Beschwerde beantragt G.________ sinngem�ss, die SUVA sei unter Aufhebung des Einsprache- und des kantonalen Gerichtsentscheides zu zu verpflichten, zus�tzliche medizinische Abkl�rungen vorzunehmen und ab 1. Mai 2007 h�here Leistungen auszurichten.
Im kantonalen Entscheid werden die nach der Rechtsprechung f�r den Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 UVG [SR 832.20]) geltenden Voraussetzungen des nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181), insbesondere bei psychischen Unfallfolgesch�den (BGE 115 V 133), zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Zu erg�nzen ist Folgendes: Erleidet eine invalide Person, deren Rente gem�ss Art. 80 Abs. 2 KUVG nicht mehr revidiert werden kann, einen weiteren Unfall, der zu einer h�heren Invalidit�t f�hrt, und ist f�r beide Unf�lle der gleiche Versicherer zust�ndig, so hat dieser in der Folge eine Rente aus beiden Unf�llen zuzusprechen (RKUV 2002 Nr. U 458 S. 224, U 452/00 E. 2).
Streitig und zu pr�fen ist die Leistungspflicht der SUVA ab 1. Mai 2007. Die Beschwerdegegnerin sprach der Versicherten ab diesem Datum f�r die k�rperlichen Restfolgen der Unf�lle vom 24. Dezember 1974 und vom 22. Juni 2004 eine Invalidenrente bei einem Invalidit�tsgrad von 14 % zu. Die Beschwerdef�hrerin macht demgegen�ber sinngem�ss geltend, es sei auch �ber den 1. Mai 2007 hinaus von der Fortsetzung der �rztlichen Behandlung noch eine Besserung des durch den Unfall vom 22. Juni 2004 gesch�digten Gesundheitszustandes zu erwarten gewesen. Zudem seien auch die im Sinne der Rechtsprechung organisch nicht hinreichend nachweisbaren Unfallfolgen ad�quat kausal durch das Ereignis verursacht. Zu deren Auswirkungen auf die Erwerbsf�higkeit brauche es weitere Abkl�rungen, so dass noch nicht �ber die H�he der Invalidenrente entschieden werden k�nne.
4.1 Die Beschwerdef�hrerin begr�ndet ihre Ansicht, auch �ber den 1. Mai 2007 hinaus sei von der Fortsetzung der �rztlichen Behandlung noch eine Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten gewesen mit einem Hinweis auf das Gutachten der MEDAS vom 22. Januar 2007. Darin f�hren die Gutachter aus, das Sulcus ulnaris Problem w�rde sich mit einer erneuten Operation beheben lassen. Wie die Vorinstanz jedoch �berzeugend erwogen hat und von der Versicherten nicht substantiiert bestritten wurde, ist zweifelhaft, ob dieses Problem eine Unfallfolge darstellt; doch selbst bei gegebener Unfallkausalit�t w�rde die Behebung der Problematik lediglich einen vernachl�ssigbar kleinen Einfluss auf die Erwerbsf�higkeit haben. Somit ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen auf den 1. Mai 2007 einstellte.
4.2 Die SUVA sprach der Versicherten ab dem 1. Mai 2007 f�r die Folgen der beiden versicherten Unf�lle vom 24. Dezember 1974 und vom 22. Juni 2004 eine Invalidenrente bei einem Invalidit�tsgrad von 14 % zu. Die Beschwerdef�hrerin macht dagegen geltend, durch die Folgen der beiden Unf�llen weitergehend in ihrer Erwerbsf�higkeit eingeschr�nkt zu sein und verlangt weitere diesbez�gliche Abkl�rungen. Diese weitergehenden Einschr�nkungen w�rden durch die massiven Schmerzen im Bereich der linken H�fte und im linken Bein verursacht. Wie das kantonale Gericht jedoch nachvollziehbar erwogen hat, ist die Unfallkausalit�t des Labrumrisses nicht mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen und sind von diesbez�glichen weiteren Abkl�rungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. Gem�ss dem Gutachten der MEDAS vom 22. Januar 2007 sind die medizinisch nachvollziehbaren Einschr�nkungen in der H�fte gering. Geht man demgegen�ber im Einklang mit dem Bericht des Spitals Y.________, Psychosomatik, vom 10. Juli 2007 von H�ftbeschwerden aufgrund sekund�rer Insertionstendiopathien im Bereich der glutealen Muskulatur aus, so handelt es sich hierbei um einen im Sinne der Rechtsprechung organisch nicht hinreichend nachweisbaren Gesundheitsschaden. Folgerichtig anerkennt die Versicherte, dass die Ad�quanz des nach ihrer Ansicht bestehenden Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und den weitergehenden Beschwerden nach der Rechtsprechung, welche f�r psychische Unfallfolgen entwickelt wurde (BGE 115 V 133) speziell zu pr�fen ist. Dabei bringt die Versicherte vor, eine Pr�fung dieser Kriterien f�hre zu einer Bejahung der Ad�quanz.
4.3 Die Schwere des Unfalles ist aufgrund des augenf�lligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kr�ften zu beurteilen (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, U 2/07 E. 5.3.1). Die Vorinstanz qualifizierte den Fahrradsturz vom 22. Juni 2004 als mittelschweren Unfall, wobei kein Grenzfall zu den schweren, sondern eher ein solcher zu den leichten Unf�llen anzunehmen sei. Diese Qualifikation ist - nach Lage der Akten zu Recht - unbestritten geblieben. Die Ad�quanz eines Kausalzusammenhanges w�re somit nur dann zu bejahen, wenn eines der relevanten Ad�quanzkriterien in besonders ausgepr�gter oder mehrere dieser Kriterien in geh�ufter Weise erf�llt w�ren.
4.4 Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen und letztinstanzlich unbestritten geblieben ist, sind die beiden Kriterien der besonders dramatischen Begleitumst�nde oder besonderen Eindr�cklichkeit des Unfalles und der �rztlichen Fehlbehandlung nicht erf�llt.
4.5 Im Spital X.________ wurde bei der Beschwerdef�hrerin noch am Unfalltag eine Commotio cerebri, eine H�ftkontusion und eine Handgelenkskontusion diagnostiziert; die Versicherte wurde am darauffolgenden Tag wieder aus der station�ren Behandlung entlassen. Nachtr�glich wurde von Dr. med. dent. E.________ zudem noch eine Wurzelfraktur am Zahn 36 diagnostiziert. Damit erlitt die Beschwerdef�hrerin entgegen ihren Ausf�hrungen beim Fahrradsturz keine Verletzungen von besonderer Schwere oder besonderer Art; auf solche kann auch aus den angeblichen vom letzten Arbeitgeber festgestellten Wesensver�nderungen nicht geschlossen werden. Das Kriterium ist demnach ebenfalls zu verneinen.
4.6 Bei der Pr�fung der Ad�quanzkriterien nach BGE 115 V 133 sind die Folgen der organisch nicht ausgewiesenen Beschwerden nicht in die Beurteilung miteinzubeziehen; dies gilt auch f�r das Kriterium der ungew�hnlich langen Dauer der �rztlichen Behandlung (vgl. SVR 2009 UV Nr. 20 S. 75, 8C_533/2008 E. 5.2). Somit verm�gen die Ausf�hrungen der Beschwerdef�hrerin keine Zweifel an der vorinstanzlichen Betrachtungsweise, wonach das Kriterium nicht gegeben ist, zu begr�nden.
4.7 Die beiden Teilaspekte des Kriteriums des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen m�ssen nicht kumulativ erf�llt sein (BGE 117 V 359 E. 7b S. 369). Aus der �rztlichen Behandlung und den erheblichen Beschwerden darf nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf und/oder erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hiezu besonderer Gr�nde, welche die Heilung beeintr�chtigt haben. Die Durchf�hrung verschiedener Therapien gen�gt nicht zur Bejahung dieses Kriteriums. Gleiches gilt f�r den Umstand, dass trotz regelm�ssiger Therapien keine Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte (vgl. Urteil 8C_349/2009 vom 17. August 2009 E. 5.3). Das Kriterium ist vorliegend nicht erf�llt.
4.8 Was schliesslich die beiden Kriterien der k�rperlichen Dauerschmerzen und Grades und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunf�higkeit betrifft, gilt es - wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat - festzustellen, dass selbst wenn diese bejaht werden k�nnten, sie jedenfalls nicht in ausgepr�gter Weise gegeben sind.
4.9 Da mithin keines der massgeblichen Kriterien besonders ausgepr�gt vorliegt und selbst dann, wenn man zugunsten der Versicherten die beiden Kriterien der k�rperlichen Dauerschmerzen und Grades und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunf�higkeit als erf�llt erachten w�rde, die Kriterien nicht in geh�ufter Weise gegeben w�ren, ist die Ad�quanz eines Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfallereignis vom 22. Juni 2004 und den �ber den 1. Mai 2007 hinaus anhaltend geklagten, organisch nicht im Sinne der Rechtsprechung hinreichend nachweisbaren Beschwerden, zu verneinen. Somit k�nnen weitere Abkl�rungen zu deren Bestand und nat�rlichen Unfallkausalit�t unterbleiben. Ist die SUVA nur f�r die organisch hinreichend nachweisbaren Gesundheitssch�den leistungspflichtig, so ist die von Vorinstanz und Verwaltung aufgrund eines Invalidit�tsgrades von 14 % zugesprochene Rente unbestrittenermassen nicht zu beanstanden; die Beschwerde ist somit abzuweisen.
F�rsprecher Daniel Hoffe wird als unentgeltlicher Anwalt der Beschwerdef�hrerin bestellt, und es wird ihm f�r das bundesgerichtliche Verfahren aus der Gerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 2'800.- ausgerichtet.