Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=13.03.1970&Aktenzeichen=VII%20C%2080.67
Timestamp: 2019-11-12 18:12:25
Document Index: 217229877

Matched Legal Cases: ['§ 40', '§ 40', '§ 40', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 29', '§ 17', '§ 40', '§ 40', 'Art. 3', '§ 35', '§ 40', '§ 13', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 40', 'BGH']

BVerwG, 13.03.1970 - VII C 80.67 - dejure.org
https://dejure.org/1970,76
BVerwG, 13.03.1970 - VII C 80.67 (https://dejure.org/1970,76)
BVerwG, Entscheidung vom 13.03.1970 - VII C 80.67 (https://dejure.org/1970,76)
BVerwG, Entscheidung vom 13. März 1970 - VII C 80.67 (https://dejure.org/1970,76)
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Hausverbot in Bezug auf das Betreten der Diensträume des Bundesverteidigungsministeriums und des Bundesamtes für Wehrtechnik und Wehrbeschaffung (BWB) - Rechtsnatur eines Hausverbotes als Verwaltungsakt oder privatrechtliche Erklärung - Versagung der Gewährung des ...
Zusammenfassung von "Von öffentlichen Zwecken und privaten Rechten" von Privatdozent Dr. Christoph Brüning, Bochum, original erschienen in: DÖV 2003, 389 - 399.
BVerwGE 35, 103
MDR 1970, 614
DVBl 1971, 111
DÖV 1970, 173
Diese Rechtsauffassung entspricht der ständigen Rechtsprechung des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtshöfe des Bundes, des Bundesverwaltungsgerichts und des Bundesgerichtshofs, wonach sich die öffentliche Hand bei der Vergabe öffentlicher Aufträge in aller Regel auf dem Boden des Privatrechts bewegt, so dass für Streitigkeiten über die hierbei vorzunehmende Auswahl des Vertragspartners nicht der Verwaltungsrechtsweg, sondern der Rechtsweg zu den ordentlichen Gerichten gegeben ist (GmS-OGB…, Beschluss vom 10. April 1986 - GmS-OGB 1/85 - a.a.O. S. 316 f.; BVerwG, Urteile vom 7. November 1957 - BVerwG 2 C 109.55 - BVerwGE 5, 325 , vom 6. Juni 1958 - BVerwG 7 C 227.57 - BVerwGE 7, 89 , vom 8. März 1962 - BVerwG 8 C 160.60 - BVerwGE 14, 65 = Buchholz 310 § 40 VwGO Nr. 42 S. 76, vom 13. März 1970 - BVerwG 7 C 80.67 - BVerwGE 35, 103 = Buchholz 310 § 40 VwGO Nr. 88 S. 11 f. und vom 10. November 1972 - BVerwG 7 C 37.70 - Buchholz 310 § 40 VwGO Nr. 122 S. 54 f.; BGH, Urteil vom 6. Juni 1967 - VI ZR 214/65 - NJW 1967, 1911).
Die von der öffentlichen Hand abgeschlossenen Werk- und Dienstverträge gehören ausschließlich dem Privatrecht an (…Urteile vom 7. November 1957 a.a.O. S. 326…, vom 8. März 1962 a.a.O. S. 72 bzw. S. 76 und vom 13. März 1970 a.a.O. S. 105 bzw. S. 12;… BGH, Urteile vom 26. Oktober 1961 - KZR 1/61 - BGHZ 36, 91 , vom 6. Juni 1967 a.a.O. und vom 14. Dezember 1976 - VI ZR 251/73 - NJW 1977, 628 ; OVG Lüneburg…, Beschluss vom 14. Juli 2006 a.a.O. S. 844;… Gröning, a.a.O. S. 280;… Gurlit, in: Erichsen/Ehlers, Allgemeines Verwaltungsrecht, 13. Aufl. 2005, § 29 Rn. 6;… Maurer, Allgemeines Verwaltungsrecht, 16. Aufl. 2006, § 17 Rn. 31;… Sodan, in: Sodan/Ziekow, a.a.O., § 40 Rn. 334;… Vygen, in: Ingenstau/Korbion, VOB Teile A und B, 15. Aufl. 2006, Einl. Rn. 10).
Aus der Tatsache, dass staatliche Maßnahmen der Erfüllung öffentlicher Aufgaben dienen, kann nicht ohne Weiteres der Schluss gezogen werden, dass die öffentliche Hand sich auch öffentlich-rechtlicher Mittel zur Erreichung dieser Ziele bedient (Urteile vom 13. März 1970 a.a.O. S. 105 bzw. S. 12 …und vom 19. Mai 1994 a.a.O. S. 74 bzw. S. 4; Beschluss vom 18. Oktober 1993 - BVerwG 5 B 26.93 - BVerwGE 94, 229 = Buchholz 310 § 40 VwGO Nr. 267 S. 53).
Werden aber zwischen Rechtssubjekten Verhandlungen geführt, die die Abgabe zweiseitiger rechtlich verbindlicher Willenserklärungen zum Gegenstand haben, sind die während der Vorverhandlungen abgegebenen Erklärungen in gleicher Weise zu qualifizieren wie die Willenserklärungen, auf die die Verhandlungen abzielen (vgl. BVerwG, 13.3.1970 - VII C 80.67 -, BVerwGE 35, 103 ).
Mit dem Zuschlag kommt der zivilrechtliche Vertrag zwischen dem öffentlichen Auftraggeber und dem Bieter zustande (vgl. BVerwG, 13.3.1970 - VII C 80.67 -, BVerwGE 35, 103 ; Tomerius/Kiser, VergabeR 2005, 551 ; Irmer, VergabeR 2006, 159 ; im Ergebnis ebenso VG Gelsenkirchen, Beschl. v. 15.10.2004 - 12 L 2120/04 -, NWVBl 2005, 40 f.).
Mithin liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass sich die Antragsgegnerin bei der Auftragsvergabe der Rechtsform des öffentlich-rechtlichen Vertrages bedient oder durch einseitige hoheitliche Willenserklärung Rechtsverhältnisse begründet (vgl. dazu BVerwG, Urt. v. 13.3.1970 - VII C 80.67 -, BVerwGE 35, 103 ).
Denn selbst als öffentlich-rechtliche Verwaltungsvorschrift verpflichtet die VOB/A den öffentlichen Auftraggeber nicht in seiner Eigenschaft als Träger öffentlicher Gewalt, sondern binden ihn in seiner Eigenschaft als (zukünftigen) Partner eines zivilrechtlichen Vertrages und somit als Privatrechtssubjekt (vgl. auch BVerwG, Urt. v. 13.3.1970 - VII C 80.67 -, BVerwGE 35, 103 ).
Denn die über Art. 3 Abs. 1 GG erzeugte Selbstbindung der Verwaltung ist für den Rechtsweg nicht ausschlaggebend (vgl. BVerwG, Urt. v. 13.3.1970 - VII C 80.67 -, BVerwGE 35, 103 ; Tomerius/Kiser, VergabeR 2005, 551 m. w. N.).
Vielmehr kann sich der Staat in seiner Eigenschaft als Subjekt des Privatrechts auf dem Boden des Zivilrechts bewegen, und zwar grundsätzlich auch zur Erreichung öffentlicher Zwecke (so zutreffend BVerwG, Urt. v. 13.3.1970 - VII C 80.67 -, BVerwGE 35, 103 ; Ruthig, NZBau 2005, 497 ).
vgl. OVG NRW, Urteil vom 14. Oktober 1988 15 A 188/86 , juris, Rdnr. 4 (= NWVBl. 1989, 91); Bay. VGH, Beschluss vom 9. Juli 1980 9 CS 80 A.268 , NJW 1980, 2722; Hess. VGH, Beschluss vom 29. November 1989 6 TH 2982/89 , juris, Rdnr. 3 (= NJW 1990, 1250); Kopp/Ramsauer, VwVfG, 11. Aufl. 2010, § 35 Rdnr. 74; Sodan, in: Sodan/ Ziekow, VwGO, 3. Aufl. 2010, § 40 Rdnr. 389; differenzierend nach dem Rechtsverhältnis zum Besucher: BVerwG, Urteil vom 13. März 1970 VII C 80.67 , juris, Rdnr. 36 f. (= BVerwGE 35, 103).
Werden aber zwischen Rechtssubjekten Verhandlungen geführt, die die Abgabe zweiseitiger rechtlich verbindlicher Willenserklärungen zum Gegenstand haben, sind die während der Vorverhandlungen abgegebenen Erklärungen in gleicher Weise zu qualifizieren wie die Willenserklärungen, auf die die Verhandlungen abzielen (vgl. BVerwG, 13.3.1970 - VII C 80, 67 -, BVerwGE 35, 103 ).
Mit dem Zuschlag kommt der zivilrechtliche Vertrag zwischen dem öffentlichen Auftraggeber und dem Bieter zustande (vgl. BVerwG, 13.3.1970- VII C 80.67 -, BVerwGE 35, 103 ; Tomerius/Kiser, VergabeR 2005, 551 ; Irmer, VergabeR 2006, 159 ; im Ergebnis ebenso VG Gelsenkirchen, Beschl. v. 15.102004 - 12 L 2120/04 -, NWVBl 2005, 40 f.).
Vielmehr kann sich der Staat in seiner Eigenschaft als Subjekt des Privatrechts auf dem Boden des Zivilrechts bewegen, und zwar grundsätzlich auch zu der Erreichung öffentlicher Zwecke (so zutreffend BVerwG, Urt. v. 13.3.1970 - VII C 80.67 -, BVerwGE 35, 103 ; Ruthig, NZBau 2005, 497 ).
Das Bundesverwaltungsgericht beantwortete die Frage, ob das an einen Bürger gerichtete Verbot, ein Dienstgebäude zu betreten, eine öffentlich-rechtliche oder eine privatrechtliche Willenserklärung ist, im Einzelfall unter Berücksichtigung der besonderen Umstände und des Zwecks des Hausverbots (vgl. BVerwG, Urteil vom 13. März 1970 - VII C 80.67 - BVerwGE 35, 103 [106] = JZ 1971, 96 = juris Rdnr. 36, m. w. N.).
Dabei ist zu berücksichtigen, daß die öffentliche Verwaltung die ihr anvertrauten öffentlichen Aufgaben auch in der Form und mit Mitteln des Privatrechts erfüllen kann, wenn und soweit keine öffentlich-rechtlichen Normen oder Rechtsgrundsätze entgegenstehen und deshalb nicht ohne weiteres von der öffentlichen Aufgabe auf den öffentlich-rechtlichen Charakter ihrer Ausführung geschlossen werden darf (BVerwG, Urt. v. 13.03.1970 - VII C 80.67 -, E 35, 103, 105).
So haben etwa Fertigungs- und Forschungsaufträge (des Bundesministeriums für Verteidigung) nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zivilrechtlichen Charakter (BVerwG, Urt. v. 13.03.1970, aaO.).
Aus dieser öffentlichen Zielsetzung kann indes nicht ohne weiteres darauf geschlossen werden, daß der Antragsgegner sich öffentlich-rechtlicher Mittel zur Erreichung des Ziels bedienen wollte (vgl. BVerwG, Urt. v. 13.03.1970, aaO.).
Auch der Umstand der grundgesetzlichen Bindung des Antragsgegners bei der Entscheidung über den Abschluß des Mietvertrages ändert nicht den zivilrechtlichen Charakter des Mietvertrages (vgl. BVerwG, Urt. v. 13.03.1970, aaO.).
Doch wird, wenn der Staat sich zur Erfüllung seiner Aufgaben privatrechtlicher Gestaltungsformen bedient, lediglich die Privatrechtsordnung in einzelnen Punkten durch öffentlich-rechtliche Bindungen ergänzt, modifiziert oder überlagert, ohne daß darum das Verwaltungshandeln selbst dem öffentlichen Recht zuzuordnen wäre (sog. Verwaltungsprivatrecht); infolgedessen haben über derartige öffentlich-rechtliche Bindungen des privatrechtlichen Verwaltungshandelns die ordentlichen Gerichte im Rahmen ihrer Zuständigkeit nach § 13 GVG mitzuentscheiden (vgl. BVerwGE 35, 103 [BVerwG 13.03.1970 - VII C 80/67]; BGHZ 65, 284 [BGH 26.11.1975 - VIII ZR 164/74]; 91, 84 ; BGH, DVBl. 1985, 793 ).
OVG Nordrhein-Westfalen, 08.10.1997 - 25 B 2208/97
Hausverbot für Doktorand - § 40 VwGO
vgl. BVerwG, Urteil vom 13. März 1970 - VII C 80.67 -, BVerwGE 35, 103, 106; Beschluß vom 10. Juli 1986 - 7 B 27.86 -, NVwZ 1987, 677; BGH, Urteil vom 6. Juni 1967 - VI ZR 214/65 -, DVBl. 1968, 145, 146; VGH Baden-Württemberg, Beschluß vom 31. Mai 1994 - 9 S 1126/94 -, NJW 1994, 2500 f.; Beschlüsse des Senats vom 4. Januar 1995 - 25 E 1298/94 -, NJW 1995, 1273, und vom 31. Oktober 1996 - 25 B 2078/96 -.
OVG Sachsen-Anhalt, 29.08.2017 - 3 O 161/17
Zum Rechtsweg bei Hausverbot für eine Fachhochschule der Polizei
LSG Nordrhein-Westfalen, 05.03.2007 - L 16 B 3/07
VGH Hessen, 29.11.1989 - 6 TH 2982/89
BVerwG, 10.11.1972 - VII. C 37.70
VGH Bayern, 23.02.1981 - 7 B 80 A.1522