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Timestamp: 2017-09-20 19:24:07
Document Index: 51369327

Matched Legal Cases: ['§ 114', '§ 906', 'BGH', '§ 253', '§ 823', 'BGH']

Kein Schmerzensgeld bei bergbaubedingten Erderschütterungen, V ZR 142/09 | anwalt24.de
Kein Schmerzensgeld bei bergbaubedingten Erderschütterungen, V ZR ...
Kein Schmerzensgeld bei bergbaubedingten Erderschütterungen, V ZR 142/09
06.08.2010661 Mal gelesen
Der u. a. für das Nachbarrecht zuständige V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 23.07.2010 über den Schmerzensgeldanspruch des Bewohners eines Grundstücks entschieden, der auf bergbaubedingte Erderschütterungen zurückzuführende Gesundheitsschäden erlitten hat.
Die Revision der Klägerin gegen das Berufungsurteil wurde zurückgewiesen. Ein bergrechtlicher Anspruch besteht nicht, weil die gesundheitlichen Beeinträchtigungen kein Bergschaden im Sinne von § 114 BBergG sind. Der verschuldensunabhängige nachbarrechtliche Ausgleichsanspruch nach § 906 Abs. 2 Satz 2 BGB, der nach der Senatsrechtsprechung (Urteil vom 19. September 2008, V ZR 28/08, <?doclink target_id="5306055" target_evcounter="" target_url=""?>BGHZ 178, 90 ? siehe Pressemitteilung Nr. 177/2008) bei bergbaubedingten Erderschütterungen im Verhältnis zwischen dem beeinträchtigten Grundstückseigentümer und dem Bergbauberechtigten zur Anwendung kommen kann, gewährt kein Schmerzensgeld. Dieses kann nach § 253 Abs. 2 BGB nur aufgrund eines Schadensersatzanspruchs verlangt werden. Der Ausgleichsanspruch ist jedoch kein Schadensersatzanspruch, sondern ein aus dem Grundstückseigentum abgeleiteter Entschädigungsanspruch, mit dem Wertminderungen und Nutzungseinschränkungen eines Grundstücks ausgeglichen werden sollen. Ein verschuldensabhängiger deliktsrechtlicher Schadensersatzanspruch (§ 823 Abs. 1 BGB) besteht ebenfalls nicht, weil die Klägerin in der Berufungsinstanz kein rechtswidriges und schuldhaftes Handeln der Beklagten unter Beweis gestellt hat.
Urteil vom 23. Juli 2010 ? V ZR 142/09
AG Lebach ? Urteil vom 13. November 2007 ? 3A C 175/06
LG Saarbrücken ? Urteil vom 3. Juli 2009 ? 13 S 19/09
Quelle: Pressemitteilung Nr. 156/2010 des BGH vom 23.07.2010
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