Source: https://steuerrecht-anwalt.berlin/kleinunternehmerstatus-verloren/
Timestamp: 2020-07-06 11:14:34
Document Index: 359560405

Matched Legal Cases: ['§ 12', '§ 12', '§ 19', '§ 1', '§ 19', '§ 19', '§ 1']

Kleinunternehmerstatus verloren? - Anwaltskanzlei Wudtke Berlin
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Die Umsatzsteuer beträgt grundsätzlich gemäß § 12 I UStG für jeden steuerpflichtigen Umsatz 19 % der Bemessungsgrundlage. Für bestimmte Umsätze jedoch ermäßigt sich die sog. Regelbesteuerung auch gemäß § 12 II UStG auf 7 %. Eine weitere Ausnahme bildet die Kleinunternehmerregelung gemäß § 19 I UStG. Die für Umsätze im Sinne des § 1 I Nr. 1 UStG geschuldete Umsatzsteuer wird hier von Unternehmern, die z.B. im Inland ansässig sind, überhaupt nicht erhoben, wenn der in § 19 I 2 UStG bezeichnete Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr 22.000 Euro (erstmals 2019) nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird.
Kleinunternehmerstatus wirklich verloren?
Kleinunternehmer können wie jeder Vollunternehmer regelmäßig vom Finanzamt im Rahmen einer Umsatzsteuer-Sonderprüfung auf die Einhaltung ihrer steuerlichen Pflichten überprüft werden. Hierbei könnte dann festgestellt werden, dass sich der Status des Kleinunternehmers bereits seit längerer Zeit hin zum Vollunternehmer verändert hat. Dies geschieht nämlich bei Überschreitung der obigen Grenzen automatisch, d.h. ohne zusätzliche Erinnerung durch das Finanzamt. Ob dies jedoch wirklich so ist, sollte man dann nicht ungeprüft hinnehmen, denn Konsequenz des Ganzen kann eine beachtliche Summe an Umsatzsteuer sein, die dann nachgezahlt werden muss. Dabei sollte zunächst das Wort Umsatz und Gesamtumsatz definiert werden. Umsatz im Sinne des § 19 I 1 UStG ist der nach vereinnahmten Entgelten bemessene Gesamtumsatz, gekürzt um die darin enthaltenen Umsätze von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens. Alle Rechnungen, die man z.B. im Dezember versandt hat, aber die erst im Folgejahr bezahlt werden, zählen daher nicht zum Gesamtumsatz. Daneben muss geklärt werden, welche Wirtschaftsgüter eventuell zum Anlagevermögen gehören. Gesamtumsatz ist die Summe der vom Unternehmer ausgeführten steuerbaren Umsätze im Sinne des § 1 I Nr. 1 UStG abzüglich mehr als 26 steuerfreien Umsätzen und steuerfreien Umsätzen, wenn sie Hilfsumsätze sind. Als Hilfsumsätze sind die Umsätze zu betrachten, die zwar zur unternehmerischen Tätigkeit des Unternehmens gehören, aber nicht den eigentlichen Gegenstand des Unternehmens bilden, vgl. Abschnitt 19.3. Absatz 2 Satz 4 und 5 UStAE. Es können auch nicht steuerbare Umsätze vorliegen, die den Gesamtumsatz nicht erhöhen. Auch die Steuerschuldnerschaft kann gewechselt haben.
Kann der Verlust des Kleinunternehmerstatus überprüft werden?
Das Ergebnis der USt-Sonderprüfung wird dem Betroffenen regelmäßig durch Bescheid mitgeteilt. Gegen diesen kann man innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Einspruch einlegen. Dieser ist z.B. schriftlich zu erklären und es sollen die Tatsachen, die zur Begründung dienen, und die Beweismittel angeführt werden. Gleichzeitig sollte die Aussetzung der Vollziehung beantragt werden. Verstreicht die Frist, ist der Bescheid bestandskräftig.