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Timestamp: 2018-12-11 06:18:44
Document Index: 163249017

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 536', '§ 24', '§ 22', '§ 33', '§ 24', '§ 48', '§ 48', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 31', '§ 31', '§ 19', '§ 136', '§ 45', '§ 41', '§ 41', '§ 41', '§ 43', '§ 21', '§ 7']

Tacheles Rechtsprechungsticker KW 11/2016 | Rechtsanwalt König in Göttingen für Strafrecht Arbeitsrecht Sozialrecht Ausländerrecht Rechtsanwalt in Göttingen für Strafrecht Arbeitsrecht Sozialrecht Ausländerrecht
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1. 1 BSG, Urteil vom 09.03.2016 – B 14 AS 20/15 R
1. 2 BSG, Urteil vom 09.03.2016 – B 14 AS 3/15 R
Grundsicherung für Arbeitsuchende – Rechtmäßigkeit der Aufforderung zur Beantragung einer vorzeitigen Altersrente – abschließende Regelung der UnbilligkeitsV – Ermessensentscheidung des Grundsicherungsträgers – Verfassungsmäßigkeit – durch Rentenbezug nicht hilfebedürftig im Sinne des SGB XII
Leitsatz ( in Anlehnung an BSG Urteil vom 19.8.2015 – B 14 AS 1/15 R )
1. 3 BSG, Urteil vom 09.03.2016 – B 14 KG 1/15 R
2. 1 BSG, Urteil vom 03.12.2015 – B 4 AS 47/14 R
Arbeitslosengeld II – Unterkunft und Heizung – Stromkosten für den Betrieb einer Heizungsanlage – nicht Bestandteil des Regelbedarfs – keine gesonderte Erfassung – Schätzung – Rückgriff auf die zivilrechtliche Rechtsprechung.
So haben die für die Angelegenheiten der Grundsicherung für Arbeitsuchende zuständigen Senate des BSG befunden, dass die Übernahme der Kosten des Betriebsstroms der Heizungsanlage grundsätzlich in die Berechnung der angemessenen Heizkosten einzustellen ist (vgl BSG Urteil vom 7.7.2011 – B 14 AS 51/10 R – RdNr 15; BSG Beschluss vom 26.5.2010 – B 4 AS 7/10 B – RdNr 8; BSG Urteil vom 19.9.2008 – B 14 AS 54/07 R – RdNr 18).
3. 1 LSG NSB, Urteil vom 06.10.2015 – L 6 AS 1349/13 – Revision anhängig beim BSG unter dem Az. : B 14 AS 58/15 R
3. 2 Landessozialgericht Baden-Württemberg, Urteil v. 21.05.2015 – L 7 AS 980/12
Rechtstipp: ebenso LSG Niedersachsen-Bremen, Urteil vom 3. April 2014 – L 7 AS 786/11; rechtskräftig nach Verwerfung der Nichtzulassungsbeschwerde des dortigen Grundsicherungsträgers durch Beschluss des BSG vom 29. Dezember 2014 – B 4 AS 179/14 NZB.
3. 3 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 15.02.2016 – L 7 AS 150/16 B ER – rechtskräftig
2. Wird die Krankenhausunterbringung prognostisch weniger als sechs Monate umfassen, verbleibt es bei dem Leistungssystem des SGB II, bei einer Dauer von mehr als sechs Monaten werden Leistungen nach dem SGB XII gezahlt. Für den Fall, dass eine Therapie zwar prognostisch weniger als sechs Monate dauert, aber eine gleichartige, durch inhaltliche, zielgerichtete Verbundenheit gekennzeichnete Maßnahme unmittelbar zuvor stattfand, werden beide Aufenthaltszeiträume zusammengerechnet (Terminbericht 48/15: BSG, Urteil vom 12.11.2015 – B 14 AS 6/15 R; LSG Hessen, Urteil vom 21.01.2015 – L 6 AS 361/12 ).
4. Anordnungsgrund wurde vom Antragsteller glaubhaft gemacht, denn vom SGB XII Träger gezahlten 39,90 EUR monatlich begründen bezogen auf die Dauer der stationären Maßnahme eine erhebliche Unterdeckung des Existenzminimums des Antragstellers, die ein Abwarten und einen Verweis auf den Ausgang des Hauptsacheverfahrens unzumutbar machen (ebenso LSG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 29.05.2015 – L 19 AS 684/15 B ER – bei einer Bewilligung des Sozialhilfeträgers von 107,73 EUR monatlich; a.A. LSG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 17.12.2015 – L 2 AS 1866/15 B ER).
Rechtstipp: ebenso im Ergebnis: SG Augsburg, Urteil vom 07.12.2015 – S 8 AS 1018/15 und LSG NRW, Beschluss vom 29.05.2015 – L 19 AS 684/15 B ER, n. v.
3. 4 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 15.02.2016 – L 7 AS 1681/15 B – rechtskräftig
1. Es trifft zu,dass das BSG mit Urteil vom 26.05.2011 – B 14 AS 146/10 R entschieden hat, dass die Kosten einer Krankenbehandlung bei gesetzlich krankenversicherten Grundsicherungsberechtigten entweder durch das System des SGB V oder (ergänzend) durch die Regelleistung abgedeckt seien. Aufgrund der Notwendigkeit einer Versorgung mit nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln entstünden hiernach grundsätzlich keine unabweisbaren laufenden Bedarfe.
2. Dieser grundsätzlichen Aussage steht jedoch die (jüngere) Entscheidung des BSG vom 12.12.2013 – B 4 AS 6/13 R entgegen. Hier hat das BSG ausgeführt, dass unabweisbar im Sinne des Grundsicherungsrechts wegen der Subsidiarität dieses Leistungssystems ein medizinischer Bedarf sein könne, wenn nicht die gesetzliche Krankenversicherung oder Dritte zur Leistungserbringung, also zur Bedarfsdeckung, verpflichtet seien.
4. Das LSG Nordrhein-Westfalen hat mit Urteil vom 19.03.2015 – L 6 AS 1926/14 rechtskräftig entschieden, dass es sich bei Fahrkosten im Zusammenhang mit einer Methadonsubstitution unter ärztlicher Aufsicht um einen unabweisbaren besonderen Bedarf iSd § 21 Abs. 6 SGB II handelt (aA LSG Sachsen-Anhalt, Beschluss vom 25.09.2013 – L 7 AS 83/12 NZB).
3. 5 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss v. 01.02.2016 – L 7 AS 2174/15 B – rechtskräftig
Nicht funktionierende Heizung – Beheizung der Wohnung ersatzweise durch Strom – rechtzeitige Mitteilung an das Jobcenter – Schadensersatzanspruch gegen den Vermieter gem. § 536 a BGB – keine bereiten Mittel – Umwandlung eines Darlehens nach § 24 Abs. 1 in einen Zuschuss nach § 22 Abs. 1 SGB II – Übergang von Ansprüchen § 33 SGB II
Rechtsgrundlage für die Übernahme von für die Beheizung einer Wohnung benötigten Stromkosten ist nicht – wie das Jobcenter zu Unrecht meint – § 24 Abs. 1 SGB II, sondern 22 Abs. 1 SGB II.
2. Ein möglicherweise bestehender, erst noch dem Grunde nach geltend zu machender und in der Vollstreckbarkeit unsicherer Schadenersatzanspruch stellt keine bereiten Mittel (hierzu LSG Sachsen-Anhalt, Beschluss vom 27.10.2015 – L 4 AS 652/15 B ER) dar, mit denen der Betroffene seinen Bedarf decken kann.
3. 6 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Urteil v. 18.01.2016 – L 19 AS 411/15
Notwendigkeit gesonderter Aufhebungsentscheidungen – Das BSG hat ausdrücklich klargestellt, dass eine förmliche Änderungsentscheidung gemäß § 48 SGB X erforderlich ist.
2. Vielmehr bedarf es (auch weiterhin) einer formellen Umsetzung der festgestellten Minderung durch eine förmliche Änderung entgegenstehender Bewilligungsbescheide nach § 48 SGB X im Umfang der eingetretenen Minderung (vgl. BSG, Urteile vom 29.04.2015 – B 14 AS 19/14 R und B 14 AS 20/14 R).
3. 7 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss v. 24.02.2016 – L 19 AS 1834/15 B ER – und – L 19 AS 1835/15 B – rechtskräftig
2. Selbst wenn es sich beim Antragsteller um einen Unionsbürger ohne materielles Aufenthaltsrecht handelt, hat er zwar im Hinblick auf die Regelung des § 23 Abs. 3 S. 1 2. Alt. keinen Rechtsanspruch auf Hilfe zum Lebensunterhalt nach § 23 Abs. 1 S. 1 SGB XII, jedoch steht ihm ein Anspruch auf Hilfe zum Lebensunterhalt als Ermessensleistung nach § 23 Abs. 1 S. 3 SGB XII zu (BSG, Urteil vom 03.12.2015 – B 4 AS 44/15 R; a.A. LSG Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 11.02.2016 – L 3 AS 668/15 B ER, SG Dortmund, Beschluss vom 11.02.2016 – S 35 AS 5396/15 ER).
3. 8 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss v. 28.01.2016 – L 7 AS 2055/15 B ER – rechtskräftig
Antragsteller moniert, dass die verhängte Sanktion zu weit greife, soweit sie die Unterkunftskosten erfasse – Vollständiger Wegfall des Leistungsanspruch gem. § 31a Abs. 1 Satz 3 SGB II
3. Der Wegfall gem. § 31a Abs. 1 Satz 3 SGB II erstreckt sich auf das gesamte Arbeitslosengeld II. Dieses umfasst den Regelbedarf, Mehrbedarfe und den Bedarf für Unterkunft und Heizung (§ 19 Abs. 1 Satz 3 SGB II). Verfassungsrechtliche Bedenken hat der Senat nicht, denn der Betroffene hat es selbst in der Hand, seinen Mitwirkungsobliegenheiten nachzukommen und so den Eintritt von Sanktionen zu verhindern. Hält er eine geforderte Mitwirkungshandlung für rechtswidrig, so steht ihm der Rechtsweg – einschließlich des Eilrechtschutzes – offen.
4. 1 Sozialgericht Berlin, Urteil v. 07.09.2015 – S 91 AS 27859/12 – rechtskräftig
4. 2 Sozialgericht Berlin, Urteil vom 30.11.2015 – S 91 AS 1484/15 – rechtskräftig – Berufung war zugelassen
5. 2 Schleswig-Holsteinisches Landessozialgericht, Urteil v. 18.03.2015 – L 9 SO 41/12 – rechtskräftig
Sozialhilfe – Grundsicherung bei Erwerbsminderung – Aufnahme in eine Werkstatt für behinderte Menschen
2. Wegen der abstrakten Möglichkeit, in dem Eingangs- und Berufsbildungsbereich auch einen Übergang zum allgemeinen Arbeitsmarkt gem. § 136 Abs. 1 Satz 3 SGB IX zu erreichen, ist nicht die gesetzliche Wertung des § 45 Satz 3 Nr. 3 SGB XII, der dauerhaften vollen Erwerbsminderung für Werkstattbeschäftigte, zu korrigieren. Sie gelten nach der Stellungnahme des Fachausschusses einer Werkstatt über die Aufnahme als dauerhaft voll erwerbsgemindert (LSG Niedersachsen-Bremen, Urteil vom 26. Februar 2009 – L 8/13 SO 7/07; LSG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 21. August 2008 – L 23 SO 269/06; Schellhorn in Schellhorn/Schellhorn/Hohm, Kommentar zum SGB XII, 18. Auflage 2010, § 41 Rn. 16; Blüggel in jurisPK-SGB XII, 2. Auflage 2014, Stand 30. Januar 2015, Rn. 93; a.A. Wahrendorf in Grube/Wahrendorf, Kommentar zum SGB XII, 4. Auflage 2012, § 41, Rn. 37; Kirchhoff in Hauck/Noftz, SGB XII, § 41, Rn. 69), soweit der Leistungsberechtigte zudem kraft Gesetzes nach § 43 Abs. 2 Satz 3 Nr. 1 SGB VI als voll erwerbsgemindert gilt.
5. 3 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss v. 07.03.2016 – L 12 SO 79/16 B ER – rechtskräftig
1. Allein die Einschätzung der Erwerbsfähigkeit ist das entscheidende Abgrenzungskriterium und entscheidet infolgedessen über Zuständigkeit des jeweiligen Träger. Einen Mechanismus für die Bewältigung weiterer möglicher Abgrenzungsfragen (so z. B. für die nach der neuen Rechtsprechung des BSG erforderliche Klärung, ob neben dem Aufenthaltsrecht zur Arbeitsuche noch ein weiteres Aufenthaltsrecht vorliegt) sieht § 21 SGB XII nicht vor (hierzu ausführlich SG Dortmund, Beschl. v. 11.02.2016 – S 35 AS 5396/15 ER -).
5. Der Gesetzgeber hat mit dem Leistungsausschluss für EU-Ausländer, die ihr Aufenthaltsrecht allein aus dem Zweck der Arbeitsuche ableiten, den Nachrang des deutschen Sozialleistungssystems gegenüber dem des Herkunftslandes normiert. Dies ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden (so im Ergebnis auch: LSG Rheinland-Pfalz, Beschl. v. 05.11.2015 – L 3 AS 479/15 B ER -; v. 11.02.2016 – L 3 AS 668/15 B ER -; SG Dortmund, Beschluss v. 23.11.2015 – S 30 AS 3827/15 ER; Senat, Beschl. v. 20.08.2015 – L 12 AS 1188/15 B ER -).
Quelle: ANA-ZAR, Heft 1/2016, 2 – http://tinyurl.com/zmtalsd (PDF)
5. 4 LSG Baden-Württemberg Urteil vom 25.2.2016 – L 7 SO 3734/15
5. 5 LSG Baden-Württemberg Urteil vom 25.2.2016 – L 7 SO 3588/14
Hinsichtlich der zu treffenden Prognoseentscheidung, wo eine Person ihren gewöhnlichen Aufenthalt begründet hat, gelten für wohnsitzlose Personen keine abweichenden Kriterien (Anschluss an BSG, Urteil vom 24. März 2015 – B 8 SO 20/13 – juris Rdnrn. 13, 17)
5. 6 Landessozialgericht Baden-Württemberg, Urteil v. 25.02.2016 – L 7 SO 262/15
6. 1 Schleswig-Holsteinisches Landessozialgericht, Urteil v. 19.01.2016 – L 7 R 181/15 – Die Revision war zuzulassen
8. Neue Fachliche Hinweise der Bundesagentur für Arbeit zu § 7 SGB II – Beitrag von Claudius Voigt, GGUA