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Timestamp: 2016-10-25 13:55:21
Document Index: 30306753

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 4', 'BGE', 'Art. 28', 'Art. 28', 'BGE', 'Art. 27', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 41', 'Art. 87', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 28', 'Art. 5', 'BGE', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'Art. 73', 'BGE', 'Art. 28', 'BGE', 'Art. 134', 'Art. 159', 'Art. 135']

I 373/02 (02.09.2003)
I 373/02
B.________, 1958, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Kreso Glavas, Haus "zur alten Dorfbank", Dorfstrasse 33, 9313 Muolen,
Die 1958 geborene B.________ ist verheiratet und Mutter dreier T�chter (D.________, geb. 1977, A.________, geb.1985, und O.________, geb. 1991). Von Mai 1984 bis Mai 1986 arbeitete sie als N�herin bei der Firma E.________ AG in Y.________. Ab 4. August 1986 bis 31. Oktober 1987 war sie bei der Firma C.________ AG in X.________ angestellt. Im Juni 1987 musste ihr wegen eines Krebsleidens das linke Auge operativ entfernt werden. Seit April 1988 ist sie w�hrend 4,45 Stunden pro Tag als Fliessbandarbeiterin bei der Firma J.________ t�tig. Mit unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Verf�gungen vom 6. Januar 1992 wies die IV-Stelle des Kantons Aargau ihre Gesuche um Gew�hrung beruflicher Massnahmen und um Ausrichtung einer Invalidenrente ab. Im Rahmen der Verneinung des Rentenanspruchs brachte sie bei der Ermittlung des Invalidit�tsgrades die gemischte Bemessungsmethode zur Anwendung. Auf weitere Rentengesuche wurde mit Schreiben vom 18. Januar 1994 und mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verf�gung vom 19. November 1997 nicht eingetreten.
Am 21. September 1999 meldete sich B.________ bei der Invalidenversicherung erneut zum Rentenbezug an. Der Psychiater Dr. med. V.________, bei dem sie seit 18. Dezember 1998 in Behandlung war, diagnostizierte ein polysymptomatisches Zustandsbild, in dem Ersch�pfung, Weinerlichkeit, Gespanntheit, Reizbarkeit, allgemeine Nervosit�t, Schlafst�rungen, Schwitzen, starke Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten und das Gef�hl des Erstickens im Vordergrund st�nden. Dieses Zustandsbild sei vor allem dem depressiv-�ngstlichen Syndrom zuzurechnen. Die Versicherte sei mindestens zu 50 % arbeitsunf�hig (Berichte vom 16. M�rz 2000 und 19. Oktober 1999). Zur Abkl�rung der Verh�ltnisse zog die IV-Stelle weitere Arztberichte sowie einen Abkl�rungsbericht Haushalt vom 5. September 2000 bei. Mit Bericht vom 27. Juli 2001 stellte Dr. med. V.________ eine m�ssige Zunahme der Intensit�t der Symptome sowie eine Arbeitsunf�higkeit von 60 bis 70 % fest. Gest�tzt auf diese Unterlagen verneinte die IV-Stelle den Anspruch auf eine Invalidenrente. Zur Begr�ndung wurde ausgef�hrt, die Versicherte w�rde als Gesunde zu 54 % ausserh�uslich und zu 46 % im Haushalt t�tig sein. F�r die Erwerbst�tigkeit bestehe keine gesundheitliche Einschr�nkung, f�r die Haushaltst�tigkeit eine solche von 19 %, was zu einem Invalidit�tsgrad von 9 % f�hre (Verf�gung vom 6. August 2001).
Hiegegen erhob B.________ beim Versicherungsgericht des Kantons Aargau Beschwerde und beantragte, in Aufhebung der Verf�gung sei ihr mindestens eine halbe Invalidenrente zuzusprechen; eventuell sei die Sache an die Verwaltung zwecks �berpr�fung des Sachverhalts und Neuverf�gung zur�ckzuweisen. Sie verlangte unter anderem eine Befragung der Berufsberaterin (recte: Haushalts-Abkl�rerin) und der Tochter D.________ zum Erwerbsstatus ohne Gesundheitsschaden. Die IV-Stelle beantragte Abweisung der Beschwerde. Am 3. Dezember 2001 reichte die Versicherte ihren Arbeitsvertrag mit der Firma E.________ AG vom 28. Mai 1984 sowie eine Best�tigung dieser Firma vom 27. November 2001 �ber ihren Arbeitseinsatz ein. Das kantonale Gericht holte am 6. M�rz 2002 bei der Firma C.________ AG einen Bericht �ber das von der Versicherten bis Juni 1987 geleistete Arbeitspensum ein, der am 8. M�rz 2002 erstattet wurde. Am 20. M�rz 2002 verlangte die Versicherte die Einvernahme dreier Mitarbeiterinnen der Firma C.________ AG als Zeuginnen. Mit Entscheid vom 23. April 2002 wies das kantonale Gericht die Beschwerde ab.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt die Versicherte, in Aufhebung des kantonalen Entscheides sei die Sache zwecks Abnahme der beantragten Beweise und zur Neuentscheidung an das kantonale Gericht zur�ckzuweisen. Dieses habe die Berufsberaterin (recte: Haushalts-Abkl�rerin) und die Tochter D.________ �ber den Erwerbsstatus ohne Gesundheitsschaden zu befragen.
Am 1. Januar 2003 ist das Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in Kraft getreten. Mit ihm sind zahlreiche Bestimmungen im Invalidenversicherungsbereich ge�ndert worden. Weil in zeitlicher Hinsicht grunds�tzlich diejenigen Rechtss�tze massgebend sind, die bei der Erf�llung des zu Rechtsfolgen f�hrenden Tatbestandes Geltung haben, und weil ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grunds�tzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verf�gung (hier: 6. August 2001) eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 129 V 4 Erw. 1.2 mit Hinweisen), sind im vorliegenden Fall die bis 31. Dezember 2002 geltenden Bestimmungen anwendbar.
2.1 Das kantonale Gericht hat die gesetzlichen Bestimmungen und die Grunds�tze �ber den Invalidit�tsbegriff (Art. 4 IVG), die Begriffe der Arbeits- und Erwerbsunf�higkeit (BGE 121 V 331 Erw. 3b, 115 V 133 Erw. 2, je mit Hinweisen), die Voraussetzungen und den Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 und 1bis IVG), die Invalidit�tsbemessung bei erwerbst�tigen Versicherten nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 28 Abs. 2 IVG; BGE 128 V 30 Erw. 1, 174), bei Teilerwerbst�tigen nach der gemischten Methode (Art. 27bis Abs. 1 IVV; BGE 125 V 149 Erw. 2a, 150 Erw. 2c, 104 V 136 Erw. 2a) und die Festlegung der Gesamtinvalidit�t bei teilerwerbst�tigen Versicherten (BGE 125 V 149 Erw. 2b mit Hinweisen) richtig wiedergegeben. Beizupflichten ist des Weiteren den vorinstanzlichen Erw�gungen zur Aufgabe des Arztes im Rahmen der Invalidit�tsbemessung (BGE 125 V 261 Erw. 4 mit Hinweisen) und zu dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b mit Hinweisen). Darauf wird verwiesen.
2.2 Zu erg�nzen ist, dass die revisionsrechtlichen Grunds�tze zu Art. 41 IVG sinngem�ss auch im Neuanmeldungsprozess gelten, wenn die Verwaltung auf ein neues Rentengesuch eingetreten ist und es materiell gepr�ft hat (Art. 87 Abs. 4 IVV). Diesfalls hat sich das Gericht mit dem Eintreten durch die Verwaltung nicht mehr zu befassen und nur zu pr�fen, ob seit der letzten rechtskr�ftigen Rentenverweigerung eine f�r den Rentenanspruch relevante �nderung des Invalidit�tsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 Erw. 3a mit Hinweis; vgl. auch SVR 2002 IV Nr. 10 S. 26 Erw. 2).
Ein Rentenanspruch kann neu entstehen nicht nur bei wesentlicher Ver�nderung des Gesundheitszustandes, der erwerblichen Auswirkungen (oder der Auswirkungen in Bezug auf die Bet�tigung im �blichen Aufgabenbereich) und bei Wandlung des Aufgabenbereichs (vgl. BGE 105 V 30 mit Hinweisen und BGE 113 V 275 Erw. 1a), sondern auch dadurch, dass in dem f�r die Methodenwahl massgeblichen hypothetischen Sachverhalt wesentliche �nderungen eingetreten sind. Die in einem bestimmten Zeitpunkt massgebende Methode der Invalidit�tssch�tzung pr�judiziert die k�nftige Rechtsstellung des Versicherten somit nicht. Vielmehr k�nnen die alternativen Kriterien der Erwerbsunf�higkeit (Art. 28 IVG) einerseits und der Unm�glichkeit der Bet�tigung im nicht erwerblichen Aufgabenbereich (Art. 5 Abs. 1 IVG) anderseits einander abl�sen (BGE 117 V 199 Erw. 3b mit Hinweisen).
Streitig und zu pr�fen ist, ob sich der Invalidit�tsgrad zwischen der Ablehnungsverf�gung vom 6. Januar 1992 und der Verf�gung vom 6. August 2001 (AHI 1999 S. 83) in einer f�r den Rentenanspruch erheblichen Weise ge�ndert hat. Umstritten ist in diesem Rahmen, ob anstatt der am 6. Januar 1992 angewandten gemischten Bemessungsmethode nunmehr die Einkommensvergleichsmethode heranzuziehen ist.
3.1 Verwaltung und Vorinstanz erachten weiterhin die f�r Teilerwerbst�tige massgebende gemischte Methode bei einer 54%igen Erwerbst�tigkeit und einer 46%igen Haushaltsarbeit als anwendbar. Die Versicherte habe ihr Arbeitspensum ab Mitte 1985 reduziert und sei seither mit Ausnahme einer kurzen Zeit (August bis November 1986) noch durchschnittlich h�chstens zu rund 63 % besch�ftigt gewesen, wobei die Reduktion nicht auf gesundheitliche, sondern auf famili�re Gr�nde zur�ckzuf�hren gewesen sei. Zudem h�tten sich die Verh�ltnisse durch die Geburt des dritten Kindes ge�ndert, weshalb nicht davon auszugehen sei, dass die Beschwerdef�hrerin mit dieser zus�tzlichen Belastung in einem gr�sseren Umfang ausserh�uslich erwerbst�tig w�re. Im �brigen seien keine finanziellen Verh�ltnisse ersichtlich, die sie zwingen w�rden, einer ganzt�gigen Arbeit nachzugehen, da ihr Ehemann unbestrittenermassen zu 100 % erwerbst�tig sei. Eine reine Aufbesserung der famili�ren Verm�genssituation ins Feld zu f�hren, gen�ge jedenfalls nicht.
3.2 Die Beschwerdef�hrerin r�gt in formeller Hinsicht eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs, der Begr�ndungspflicht, des Untersuchungsgrundsatzes, des Verh�ltnism�ssigkeitsprinzips und der EMRK-Garantien (Rechtsgleichheit, Willk�rverbot, Fairnessgebot etc.). Im Rahmen der Haushaltsabkl�rung sei ihr bzw. ihrer anwesenden Tochter D.________ die Frage, in welchem Umfang sie ohne Gesundheitsschaden erwerbst�tig w�re, gar nicht gestellt worden. Die Vorinstanz habe es trotz ihres Antrags unterlassen, die Berufsberaterin (recte: Haushalts-Abkl�rerin) und die Tochter D.________ zur Statusfrage zu befragen. Diese Einvernahmen habe die Vorinstanz nachzuholen. Weiter macht die Beschwerdef�hrerin geltend, ohne den Gesundheitsschaden w�re sie nunmehr zu 100 % erwerbst�tig, nachdem die j�ngste Tochter zehnj�hrig sei und sie mit zwei Kindern schon zu 100 % bzw. mindestens zu 63 % sowie mit drei Kindern zu 50 % gearbeitet habe.
4.1 Gem�ss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Geh�r. Das rechtliche Geh�r dient einerseits der Sachaufkl�rung, andererseits stellt es ein pers�nlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu geh�rt insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu �ussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisantr�gen geh�rt zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu �ussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 127 I 56 Erw. 2b, 127 III 578 Erw. 2c, 126 V 130 Erw. 2a; zu Art. 4 Abs. 1 aBV ergangene, weiterhin geltende Rechtsprechung: BGE 126 I 16 Erw. 2a/aa, 124 V 181 Erw. 1a, 375 Erw. 3b, je mit Hinweisen).
4.2 Die Ablehnung von Beweisantr�gen oder der Verzicht auf weitere Beweisvorkehren stellt an sich keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh�r oder des Untersuchungsgrundsatzes (BGE 122 V 158 Erw. 1a) dar. Entscheidend ist, ob der rechtserhebliche Sachverhalt mit dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen ist (Erw. 2.1 hievor; Urteil T. vom 13. M�rz 2000 Erw. 1, U 415/99).
5.1 Der bei den Akten liegende Abkl�rungsbericht Haushalt vom 5. September 1990 wurde weder von der Versicherten noch von der Abkl�rungsperson unterzeichnet.
5.2 Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Abkl�rungsberichten f�r die Beurteilung der Leistungsanspr�che zukommt, ist es angezeigt, dass die an Ort und Stelle erfassten Angaben der versicherten Person zur Durchsicht und Best�tigung vorgelegt werden, wie es das Formular "Abkl�rungsbericht Haushalt" denn auch vorsieht. Es geht nicht um die inhaltliche Anerkennung der Aussagen, sondern vielmehr darum, allf�llige Missverst�ndnisse oder Unvollst�ndigkeiten sofort und an Ort und Stelle zu kl�ren, sowie unterschiedliche Auffassungen und Einsch�tzungen festzuhalten. Die Besprechung des Berichts in diesem Sinne verursacht keinen �berm�ssigen Aufwand, sondern schafft im Gegenteil f�r das weitere Verfahren eine klare Grundlage. Gleichzeitig erm�glicht dieses Vorgehen, allenfalls notwendige Erg�nzungen vorzunehmen und tr�gt damit zu einer richtigen und vollst�ndigen Sachverhaltsabkl�rung bei, ganz im Sinne des Anspruchs auf rechtliches Geh�r, der funktionell auch der Sachverhaltsermittlung dient. Allerdings l�sst sich aus dem Anspruch auf rechtliches Geh�r und den Mitwirkungsrechten im Verwaltungsverfahren eine Rechtspflicht auf Vorlage des Abkl�rungsberichtes zur Durchsicht und Unterschrift nicht ableiten. Es gen�gt, wenn der versicherten Person im Rahmen des Anh�rungsverfahrens (Art. 73bis Abs. 1 IVV) das volle Akteneinsichtsrecht gew�hrt und ihr Gelegenheit gegeben wird, sich zu den Ergebnissen der Abkl�rung im Haushalt zu �ussern (BGE 128 V 94 mit Hinweisen; Urteil B. vom 29. November 2002 Erw. 3.2.1, I 572/01).
5.3 Vorliegend hatte die Versicherte im Anh�rungsverfahren volles Akteneinsichtsrecht und konnte zum Abkl�rungsbericht Stellung nehmen. Die fehlende Unterzeichnung des Berichts stellt damit keine Geh�rsverletzung dar.
Die Frage, ob die Beschwerdef�hrerin ohne Behinderung eine Erwerbst�tigkeit aus�ben w�rde, wurde von der Haushalts-Abkl�rerin im Bericht vom 5. September 2000 mit Ja beantwortet. Zur Begr�ndung f�hrte sie aus, die Versicherte arbeite seit 1988 als Fabrikarbeiterin bei der Firma J.________ mit einem Pensum von 22,25 Stunden pro Woche (Vertrag 50%-Anstellung). Gest�tzt hierauf erachtete sie die gemischte Methode als anwendbar.
Aus dem Abkl�rungsbericht geht nicht hervor, ob die Versicherte bzw. ihre zu �bersetzungszwecken anwesende Tochter D.________ von der Abkl�rerin zu diesem Punkt befragt wurden und, bejahendenfalls, welche Angaben sie diesbez�glich machten.
Allerdings hat die Versicherte ihren Standpunkt, sie w�re ohne Gesundheitsschaden nunmehr zu 100 % erwerbst�tig, im Anh�rungsverfahren dargetan, und die Verwaltung hat dazu sowohl im Vorbescheid als auch in der Verf�gung Stellung genommen. Im Weiteren hat sich auch das kantonale Gericht mit diesem Punkt auseinandergesetzt. Ob unter diesen Umst�nden in der vorinstanzlichen Nichteinvernahne der Abkl�rerin und der Tochter D.________ zum Erwerbsstatus der Versicherten eine Verletzung der von dieser angerufenen Verfahrensgrunds�tze (Erw. 3.2 hievor) vorliegt, kann offen gelassen werden, da aus nachfolgenden Gr�nden eine R�ckweisung der Sache an die Verwaltung angezeigt ist.
7.1 Die Versicherte reiste am 25. Januar 1983 in die Schweiz ein. Sie ist verheiratet und Mutter dreier T�chter, geboren 1977, 1985 und 1991. Seit Mai 1984, mithin ab dem siebten Altersjahr der j�ngsten Tochter, bis Mai 1985 arbeitete sie zu 100 % als N�herin bei der Firma E.________ AG. Von Mitte 1985 bis Mai 1986 reduzierte sie die Arbeit bei dieser Firma unbestrittenermassen wegen der weiteren Schwangerschaft und der Geburt der zweiten Tochter im Dezember 1985 auf rund 50 %. Ab August 1986 bis November 1986 war sie zu 100 %, danach bis Juni 1997 durchschnittlich zu 63,18 % bei der Firma C.________ AG t�tig. Im Juni 1987 wurde sie wegen eines Krebsleidens am linken Auge operiert. Danach war sie bis zur Beendigung der Arbeit bei der C.________ AG per Ende Oktober 1987 zu 100 % krank geschrieben. Seit 1. April 1988, also auch seit der Geburt des dritten Kindes im Jahre 1991, arbeitet sie w�hrend 4,45 Stunden pro Tag als Fliessbandarbeiterin bei der Firma J.________.
Die j�ngste Tochter wurde fr�her mehrheitlich durch die �lteste Tochter betreut. Diese war im massgebenden Zeitpunkt des Verf�gungserlasses nunmehr selber als kaufm�nnische Angestellte erwerbst�tig, wohnte aber gegen Abgabe eines Wohn- und Kostgeldes noch bei den Eltern. Der Ehemann der Versicherten arbeitete bei der Firma Z.________ AG in X.________. Die beiden j�ngeren T�chter gingen am Wohnort zu Schule. Die zweit�lteste Tochter war fast sechzehn Jahre alt und damit weitgehend selbstst�ndig. Die j�ngste Tochter war knapp zehnj�hrig. Bei Kindern dieses Alters ist es nicht ungew�hnlich, dass M�tter bereits wieder ganztags erwerbst�tig sind und f�r die Betreuung der Kinder, soweit sie nicht durch den Schulbesuch besch�ftigt sind, allenfalls die Dienste einer Drittperson in Anspruch nehmen (Urteil T. vom 15. M�rz 2001 Erw. 2b, I 135/00). Im vorliegenden Fall kann davon ausgegangen werden, dass anstelle der jetzt erwerbst�tigen �ltesten Tochter die zweit�lteste die Betreuung der j�ngsten �bernimmt, zumal die Versicherte wegen ungen�gender Deutschkenntnisse gar nicht in der Lage w�re, ihr bei der Erledigung der Schulaufgaben behilflich zu sein. Weiter hat die Haushaltsabkl�rung gezeigt, dass der Ehemann und die T�chter durchaus bereit waren, einen Teil der anfallenden Arbeiten zu �bernehmen.
7.2 Vorliegend f�llt entscheidend ins Gewicht, dass die Versicherte im Jahre 1984, als sie nur ein Kind hatte, klar ihre Bereitschaft gezeigt hat, ohne Gesundheitsschaden eine ganzt�gige Erwerbst�tigkeit auszu�ben. Sp�ter arbeitete sie mit zwei Kindern eine zeitlang zu 100 % bzw. zu 63 % und danach trotz dreier Kinder und der gesundheitlichen Beeintr�chtigung jahrelang zu rund 50 %. Diese Umst�nde sprechen daf�r, dass sie als Gesunde im Zeitpunkt des Verf�gungserlasses, als sich die Kinderbetreuung praktisch nur noch auf die zehnj�hrige Tochter beschr�nkte, mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit wieder einer vollen Erwerbst�tigkeit nachgegangen w�re.
Nicht stichhaltig ist das Argument von Verwaltung und Vorinstanz, es seien keine finanziellen Verh�ltnisse ersichtlich, die die Versicherte zwingen w�rden, einer ganzt�gigen Arbeit nachzugehen. Zum einen ist der �konomische Aspekt nur eines von mehreren zu ber�cksichtigenden Kriterien. Zum anderen ist nicht entscheidend, ob und gegebenenfalls inwieweit die Aus�bung einer Erwerbst�tigkeit wirtschaftlich notwendig ist, sondern inwieweit sie bei den gegebenen Verh�ltnissen als �berwiegend wahrscheinlich erscheint. Nachvollziehbar ist zudem der Wunsch der Versicherten nach einem finanziellen Spielraum (vgl. auch Urteile G. vom 19. August 2002 Erw. 2.2, I 160/02, L. vom 15. M�rz 2002 Erw. 2c/bb, I 36/01, und U. vom 13. Dezember 2001 Erw. 3c, I 532/01). Da die pers�nlichen und famili�ren Verh�ltnisse f�r die Annahme einer vollen Erwerbst�tigkeit sprechen, ist die Invalidit�tsbemessung in Anwendung der Methode des Einkommensvergleichs (Art. 28 Abs. 2 IVG) vorzunehmen. Die Sache ist daher an die Verwaltung zur�ckzuweisen, damit sie in diesem Sinne �ber den Rentenanspruch neu verf�ge. Hiermit bleiben den Parteien alle Rechte, insbesondere der doppelte Instanzenzug, gewahrt (BGE 125 V 417 Erw. 2c).
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG). Dem Prozessausgang entsprechend steht der Beschwerdef�hrerin eine Parteientsch�digung zu (Art. 159 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 135 OG). Der Umstand, dass die Sache entgegen ihrem Antrag nicht an die Vorinstanz, sondern an die Verwaltung zur�ckgewiesen wird, rechtfertigt keine K�rzung der Parteientsch�digung.
In teilweiser Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde werden der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau vom 23. April 2002 und die Verf�gung vom 6. August 2001 aufgehoben, und die Sache wird an die IV-Stelle des Kantons Aargau zur�ckgewiesen, damit sie im Sinne der Erw�gungen �ber den Rentenanspruch neu verf�ge.
Die IV-Stelle des Kantons Aargau hat der Beschwerdef�hrerin f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht eine Parteientsch�digung von Fr. 2'500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau wird �ber eine Parteientsch�digung f�r das kantonale Verfahren entsprechend dem Ausgang des letztinstanzlichen Prozesses zu befinden haben.