Source: https://www.deloittetax.at/2016/07/11/aprag-2016-anderungen-fur-den-einzel-und-konzernabschluss/
Timestamp: 2019-05-24 22:05:32
Document Index: 291249476

Matched Legal Cases: ['§ 189', '§ 189', '§ 229', '§ 906', '§ 221', '§ 906', '§ 198', '§ 253', '§ 251', '§ 229', '§ 254', '§ 258']

APRÄG 2016 – Änderungen für den Einzel- und Konzernabschluss | Deloitte Österreich Tax & Legal News
Änderungen betreffend den Einzelabschluss:
Der Anwendungsbereich des § 189 Abs 1 Z 2 UGB wird auf eingetragene Personengesellschaften eingeschränkt; eine kapitalistische GesbR ist somit nicht rechnungslegungspflichtig. Unternehmerisch tätige Personengesellschaften, bei denen als Gesellschafter weder eine Kapitalgesellschaft noch eine natürliche Person unbeschränkt haftet, sind dagegen rechnungslegungspflichtig (zB Verein & Co KG). Diesbezüglich wird klargestellt, dass bei mehrstöckigen Personengesellschaften nur dann Rechnungslegungspflicht nach § 189 Abs 1 Z 2 lit b UGB besteht, wenn unmittelbar oder mittelbar keine natürliche Person unbeschränkt haftet.
Nennkapital.
In der Hauptspalte A. I. der Passiva ist künftig nicht mehr das gezeichnete Kapital, sondern das „eingeforderte Nennkapital“ auszuweisen. Darüber hinaus sind beim eingeforderten Nennkapital gem § 229 Abs 1 UGB der Betrag der übernommenen Einlagen und das eingezahlte Nennkapital anzugeben.
Vorjahresbeträge.
§ 906 Abs 36 UGB wurde mit dem APRÄG 2016 geändert: Demnach hat die Anpassung der Vorjahreszahlen nicht mehr zur „Vorjahresbilanz“, sondern zum „Jahresabschluss des Vorjahres“ zu erfolgen. Damit wird klargestellt, dass die bisher nur für die Bilanz formulierte Darstellung der Auswirkung aufgrund von geänderten Gliederungen auch für die Gewinn- und Verlustrechnung gilt. Die Anpassung der Vorjahreszahlen ist aber nur geboten, soweit die Angaben im Einzelfall zur Herstellung des true and fair view erforderlich und praktikabel sind.
Größenklassen bei kapitalistischen Personengesellschaften.
Nach § 221 Abs 5 UGB hat die Größenklassifizierung anhand der für die Personengesellschaft maßgeblichen Kennzahlen (Umsatzerlöse, Bilanzsumme, Mitarbeiter) zu erfolgen. Irrelevant ist die Größenklasse der unbeschränkt haftenden Gesellschafter (zB bei einer KG jene der Komplementär-GmbH).
Übergangsregelung. Nach § 906 Abs 33 und 34 UGB kann der sich aus der Bewertungsänderung von langfristigen Verpflichtungen (zB Rückstellungen für latente Steuern) ergebende Unterschiedsbetrag über längstens fünf Jahre verteilt werden. Das APRÄG 2016 stellt klar, dass dies der Differenzbetrag zwischen dem sich bei der erstmaligen Anwendung zu Beginn des Geschäftsjahres (bei einem Regelgeschäftsjahr der 1.1.2016) ergebenden Betrag und dem im vorausgegangenen Jahresabschluss (bei einem Regelgeschäftsjahr der 31.12.2016) ausgewiesenen Betrag ist. Weiters sind latente Steuern aus der erstmaligen Anwendung des § 198 Abs 10 Z 2 UGB (Umgründungsvorgänge) nicht über die Gewinn- und Verlustrechnung nachzuerfassen.
Änderungen betreffend den Konzernabschluss:
Erweiterung des Vollständigkeitsgebots um aktive latente Steuern. Unabhängig von ihrer Berücksichtigung in den Einzelabschlüssen der konsolidierungspflichtigen Unternehmen sind aktive latente Steuern gem § 253 Abs 2 UGB im Konzernabschluss zu bilanzieren, soweit nach dem Recht des Mutterunternehmens nicht ein Bilanzierungsverbot oder ein Bilanzierungswahlrecht besteht. Analog zur Bilanzierung eigener Anteile im Einzelabschluss ist der auf eigene Anteile entfallende Nennwert bzw rechnerische Wert offen vom gezeichneten Kapital des Mutterunternehmens abzusetzen (§ 251 Abs 1 iVm § 229 Abs 1a UGB).
Latente Steuern aus der erstmaligen Anwendung des § 254 iVm § 258 UGB sind nicht über die Gewinn- und Verlustrechnung nachzuerfassen.
Die Angabe im Konzernanhang zum Vorschlag der Ergebnisverwendung oder gegebenenfalls die Verwendung des Ergebnisses bezieht sich auf das Ergebnis des Mutterunternehmens.
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