Source: http://m.hensche.de/Arbeitsrecht_aktuell_Reformpaket_01_01_2004_SR.html
Timestamp: 2018-02-23 22:39:19
Document Index: 271570593

Matched Legal Cases: ['§ 127', '§ 127', '§ 123', '§ 127', '§ 127', '§ 147', '§ 147', '§ 127', '§ 147', '§ 147', '§ 124', '§ 142', '§ 124', '§ 124', '§ 10', '§ 7', '§ 18', '§ 65', '§ 147', '§ 124', '§ 142', '§ 124', '§ 147', '§ 434', '§ 434', '§ 127', '§ 127', '§ 127', '§ 147', '§ 147', '§ 127']

HENSCHE Arbeitsrecht: Agenda 2010: Änderungen im Sozialrecht
Agen­da 2010: Än­de­run­gen im So­zi­al­recht
Agen­da 2010: Zum Jah­res­an­fang 2004 gel­ten ei­ni­ge wich­ti­ge Än­de­run­gen im So­zi­al­recht: Er­heb­li­che Kür­zun­gen der Dau­er des Ar­beits­lo­sen­gel­des in Kraft ge­setzt
05.01.2004. Durch das "Re­form­pa­ket", auf das sich Re­gie­rung und Op­po­si­ti­on am 19.12.2003 im Ver­mitt­lungs­aus­schuss im Rah­men der Agen­da 2010 ge­ei­nigt ha­ben, sind zum Jah­res­an­fang 2004 ei­ni­ge wich­ti­ge Än­de­run­gen im So­zi­al­recht in Kraft ge­tre­ten.
Die Än­de­run­gen be­tref­fen vor al­lem das Recht von Ar­beits­lo­sen auf Ge­wäh­rung von Ar­beits­lo­sen­un­ter­stüt­zung (bis­her: "Ar­beit­lo­sen­geld" und "Ar­beits­lo­sen­hil­fe"). Im End­er­geb­nis wer­den die Leis­tungs­an­sprü­che Ar­beits­lo­ser auf Ge­wäh­rung von Ar­beits­lo­sen­geld er­heb­lich ge­kürzt.
Über die gleich­falls am 01.01.2004 in Kraft tre­ten­den Än­de­run­gen im Ar­beits­recht kön­nen Sie sich hier in­for­mie­ren.
Der An­spruch auf Ar­beits­lo­sen­geld wird künf­tig im all­ge­mei­nen auf höchs­tens 12 Mo­na­te be­grenzt. Ei­ne Aus­nah­me gilt für Ar­beits­lo­se, die 55 Jah­re oder älter sind; sie er­hal­ten Ar­beits­lo­sen­geld bis zur Höchst­dau­er von 18 Mo­na­ten.
Die bis­her gel­ten­de Re­ge­lung des § 127 SGB III (So­zi­al­ge­setz­buch III) lau­tet wie folgt:
"Drit­ter Ti­tel. An­spruchs­dau­er
§ 127 Grund­satz
(1) Die Dau­er des An­spruchs auf Ar­beits­lo­sen­geld rich­tet sich
1. nach der Dau­er der Ver­si­che­rungs­pflicht­verhält­nis­se in­ner­halb der um vier Jah­re er­wei­ter­ten Rah­men­frist und
2. dem Le­bens­al­ter, das der Ar­beits­lo­se bei der Ent­ste­hung des An­spruchs voll­endet hat.
Die Vor­schrif­ten des Ers­ten Ti­tels zum Aus­schluss von Zei­ten bei der Erfüllung der An­wart­schafts­zeit und zur Be­gren­zung der Rah­men­frist durch ei­ne vor­an­ge­gan­ge­ne Rah­men­frist gel­ten ent­spre­chend.
(2) Die Dau­er des An­spruchs auf Ar­beits­lo­sen­geld beträgt
nach Ver­si­che­rungs­pflicht­verhält­nis­sen mit ei­ner Dau­er von ins­ge­samt min­des­tens . . . Mo­na­ten und nach Voll­endung des . . . Le­bens­jah­res .. Mo­na­te
28 45. 14
32 45. 16
36 45. 18
40 47. 20
44 47. 22
48 52. 24
52 52. 26
56 57. 28
60 57. 30
64 57. 32
(2a) Für ei­nen An­spruch, der al­lein auf Zei­ten ei­nes Ver­si­che­rungs­pflicht­verhält­nis­ses als Wehr­dienst­leis­ten­der oder Zi­vil­dienst­leis­ten­der be­ruht (§ 123 Satz 1 Nr. 2), beträgt die Dau­er des An­spruchs min­des­tens sechs Mo­na­te.
(3) Für ei­nen An­spruch auf Grund ei­ner Beschäfti­gung als Sai­son­ar­beit­neh­mer beträgt die Dau­er des An­spruchs
1. nach Ver­si­che­rungs­pflicht­verhält­nis­sen mit ei­ner Dau­er von ins­ge­samt min­des­tens sechs Mo­na­ten drei Mo­na­te und
2. nach Ver­si­che­rungs­pflicht­verhält­nis­sen mit ei­ner Dau­er von ins­ge­samt min­des­tens acht Mo­na­ten vier Mo­na­te.
(4) Die Dau­er des An­spruchs verlängert sich um die Rest­dau­er des we­gen Ent­ste­hung ei­nes neu­en An­spruchs er­lo­sche­nen An­spruchs, wenn nach der Ent­ste­hung des er­lo­sche­nen An­spruchs noch nicht sie­ben Jah­re ver­stri­chen sind; sie verlängert sich längs­tens bis zu der dem Le­bens­al­ter des Ar­beits­lo­sen zu­ge­ord­ne­ten Höchst­dau­er."
Die neue Re­ge­lung des § 127 SGB III lau­tet wie folgt (Ände­run­gen sind un­ter­stri­chen):
1. nach der Dau­er der Ver­si­che­rungs­pflicht­verhält­nis­se in­ner­halb der um ein Jahr er­wei­ter­ten Rah­men­frist und
(4) Die Dau­er des An­spruchs verlängert sich um die Rest­dau­er des we­gen Ent­ste­hung ei­nes neu­en An­spruchs er­lo­sche­nen An­spruchs, wenn nach der Ent­ste­hung des er­lo­sche­nen An­spruchs noch nicht vier Jah­re ver­stri­chen sind; sie verlängert sich längs­tens bis zu der dem Le­bens­al­ter des Ar­beits­lo­sen zu­ge­ord­ne­ten Höchst­dau­er."
(Ach­tung: Der § 127 SGB III neue Fas­sung wur­de zwi­schen­zeit­lich zu­guns­ten der Ar­beits­lo­sen "entschärft" und fin­det sich heu­te im Ge­setz als § 147 SGB III.)
Was ändert sich bei der Erstattungspflicht des Arbeitgebers?
Nach § 147a SGB III muß der Ar­beit­ge­ber dem Ar­beits­amt die Leis­tun­gen, die das Ar­beits­amt ge­genüber älte­ren Ar­beits­lo­sen er­bringt, in be­stimm­ter Höhe er­stat­ten, falls der älte­re Ar­beits­lo­se zu­letzt bei dem be­tref­fen­den Ar­beit­ge­ber beschäftigt war. Die Grund­re­gel lau­tet, daß das vom Ar­beits­amt ge­zahl­te Ar­beits­lo­sen­geld zu er­stat­ten ist, wenn der Ar­beit­neh­mer bei sei­ner Ent­las­sung be­reits 56 Jah­re oder älter war und wenn er bei Be­zug von Ar­beits­lo­sen­geld 58 Jah­re oder älter ist.
Von die­ser Re­gel gibt es - natürlich - vie­le Aus­nah­men, so zum Bei­spiel für Be­trie­be mit in der Re­gel nicht mehr als 20 Ar­beit­neh­mern oder für den Fall, daß der Ar­beit­ge­ber zum Aus­spruch ei­ner außer­or­dent­li­chen Kündi­gung be­rech­tigt war. Da die Neu­re­ge­lung des § 127 SGB III zu ei­ner geänder­ten Be­zugs­dau­er beim Ar­beits­lo­sen­geld führt, wur­de auch die Er­satt­tungs­pflicht des Ar­beit­ge­bers - al­ler­dings nur ge­ringfügig - geändert.
Die bis­her gel­ten­de Re­ge­lung des § 147a SGB III lau­tet wie folgt:
"Sieb­ter Ti­tel Er­stat­tungs­pflich­ten für Ar­beit­ge­ber
§ 147a Er­stat­tungs­pflicht des Ar­beit­ge­bers
(1) Der Ar­beit­ge­ber, bei dem der Ar­beits­lo­se in­ner­halb der letz­ten vier Jah­re vor dem Tag der Ar­beits­lo­sig­keit, durch den nach § 124 Abs. 1 die Rah­men­frist be­stimmt wird, min­des­tens 24 Mo­na­te in ei­nem Ver­si­che­rungs­pflicht­verhält­nis ge­stan­den hat, er­stat­tet der Bun­des­an­stalt vier­teljähr­lich das Ar­beits­lo­sen­geld für die Zeit nach Voll­endung des 58. Le­bens­jah­res des Ar­beits­lo­sen, längs­tens für 24 Mo­na­te. Die Er­stat­tungs­pflicht tritt nicht ein, wenn das Ar­beits­verhält­nis vor Voll­endung des 56. Le­bens­jah­res des Ar­beits­lo­sen be­en­det wor­den ist, der Ar­beits­lo­se auch die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne der in § 142 Abs. 1 Nr. 2 bis 4 ge­nann­ten Leis­tun­gen oder für ei­ne Ren­te we­gen Be­rufs­unfähig­keit erfüllt oder der Ar­beit­ge­ber dar­legt und nach­weist, daß
1. a) bei Ar­beits­lo­sen, de­ren Ar­beits­verhält­nis vor Voll­endung des 57. Le­bens­jah­res be­en­det wor­den ist: der Ar­beits­lo­se in­ner­halb der letz­ten 18 Jah­re vor dem Tag der Ar­beits­lo­sig­keit, durch den nach § 124 Abs. 1 die Rah­men­frist be­stimmt wird, ins­ge­samt we­ni­ger als 15 Jah­re
b) bei den übri­gen Ar­beits­lo­sen: der Ar­beits­lo­se in­ner­halb der letz­ten zwölf Jah­re vor dem Tag der Ar­beits­lo­sig­keit, durch den nach § 124 Abs. 1 die Rah­men­frist be­stimmt wird, ins­ge­samt we­ni­ger als zehn Jah­re zu ihm in ei­nem Ar­beits­verhält­nis ge­stan­den hat; Zei­ten vor dem 3. Ok­to­ber 1990 bei Ar­beit­ge­bern in dem in Ar­ti­kel 3 des Ei­ni­gungs­ver­tra­ges ge­nann­ten Ge­biet blei­ben un­berück­sich­tigt,
2. er in der Re­gel nicht mehr als 20 Ar­beit­neh­mer aus­sch­ließlich der zu ih­rer Be­rufs­aus­bil­dung Beschäftig­ten beschäftigt; § 10 Abs. 2 Satz 2 bis 6 des Lohn­fort­zah­lungs­ge­set­zes gilt ent­spre­chend mit der Maßga­be, daß das Ka­len­der­jahr maßge­bend ist, das dem Ka­len­der­jahr vor­aus­geht, in dem die Vor­aus­set­zun­gen des Sat­zes 1 für die Er­stat­tungs­pflicht erfüllt sind,
3. der Ar­beits­lo­se das Ar­beits­verhält­nis durch Kündi­gung be­en­det und we­der ei­ne Ab­fin­dung noch ei­ne Entschädi­gung oder ähn­li­che Leis­tung we­gen der Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses er­hal­ten oder zu be­an­spru­chen hat,
4. er das Ar­beits­verhält­nis durch so­zi­al ge­recht­fer­tig­te Kündi­gung be­en­det hat; § 7 des Kündi­gungs­schutz­ge­set­zes fin­det kei­ne An­wen­dung; das Ar­beits­amt ist an ei­ne rechts­kräfti­ge Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts über die so­zia­le Recht­fer­ti­gung ei­ner Kündi­gung ge­bun­den,
5. er bei Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses be­rech­tigt war, das Ar­beits­verhält­nis aus wich­ti­gem Grund oh­ne Ein­hal­tung ei­ner Kündi­gungs­frist oder mit so­zia­ler Aus­lauf­frist zu kündi­gen,
6. sich die Zahl der Ar­beit­neh­mer in dem Be­trieb, in dem der Ar­beits­lo­se zu­letzt min­des­tens zwei Jah­re beschäftigt war, um mehr als drei Pro­zent in­ner­halb ei­nes Jah­res ver­min­dert und un­ter den in die­sem Zeit­raum aus­schei­den­den Ar­beit­neh­mern der An­teil der Ar­beit­neh­mer, die das 56. Le­bens­jahr voll­endet ha­ben, nicht höher ist als es ih­rem An­teil an der Ge­samt­zahl der im Be­trieb Beschäftig­ten zu Be­ginn des Jah­res­zeit­rau­mes ent­spricht. Ver­min­dert sich die Zahl der Beschäftig­ten im glei­chen Zeit­raum um min­des­tens zehn Pro­zent, ver­dop­pelt sich der An­teil der älte­ren Ar­beit­neh­mer, der bei der Ver­min­de­rung der Zahl der Ar­beit­neh­mer nicht über­schrit­ten wer­den darf. Rech­ne­ri­sche Bruch­tei­le wer­den auf­ge­run­det. Wird der ge­run­de­te An­teil über­schrit­ten, ist in al­len Fällen ei­ne Ein­zel­fall­ent­schei­dung er­for­der­lich,
7. der Ar­beit­neh­mer im Rah­men ei­nes kurz­fris­ti­gen dras­ti­schen Per­so­nal­ab­baus von min­des­tens 20 Pro­zent aus dem Be­trieb, in dem er zu­letzt min­des­tens zwei Jah­re beschäftigt war, aus­ge­schie­den ist und die­ser Per­so­nal­ab­bau für den ört­li­chen Ar­beits­markt von er­heb­li­cher Be­deu­tung ist.
(2) Die Er­stat­tungs­pflicht entfällt, wenn der Ar­beit­ge­ber dar­legt und nach­weist, daß
1. in dem Ka­len­der­jahr, das dem Ka­len­der­jahr vor­aus­geht, für das der Weg­fall gel­tend ge­macht wird, die Vor­aus­set­zun­gen für den Nicht­ein­tritt der Er­stat­tungs­pflicht nach Ab­satz 1 Satz 2 Nr. 2 erfüllt sind, oder
2. die Er­stat­tung für ihn ei­ne un­zu­mut­ba­re Be­las­tung be­deu­ten würde, weil durch die Er­stat­tung der Fort­be­stand des Un­ter­neh­mens oder die nach Durchführung des Per­so­nal­ab­baus ver­blei­ben­den Ar­beitsplätze gefähr­det wären. In­so­weit ist zum Nach­weis die Vor­la­ge ei­ner Stel­lung­nah­me ei­ner fach­kun­di­gen Stel­le er­for­der­lich.
(3) Die Er­stat­tungs­for­de­rung min­dert sich, wenn der Ar­beit­ge­ber dar­legt und nach­weist, daß er
1. nicht mehr als 40 Ar­beit­neh­mer oder
2. nicht mehr als 60 Ar­beit­neh­mer im Sin­ne des Ab­sat­zes 1 Satz 2 Nr. 2 beschäftigt,
um zwei Drit­tel im Fal­le der Num­mer 1 und um ein Drit­tel im Fal­le der Num­mer 2. Für ei­ne nachträgli­che Min­de­rung der Er­stat­tungs­for­de­rung gilt Ab­satz 2 Nr. 1 ent­spre­chend.
(4) Die Ver­pflich­tung zur Er­stat­tung des Ar­beits­lo­sen­gel­des schließt die auf die­se Leis­tung ent­fal­len­den Beiträge zur Kran­ken-, Pfle­ge- und Ren­ten­ver­si­che­rung ein.
(5) Kon­zern­un­ter­neh­men im Sin­ne des § 18 des Ak­ti­en­ge­set­zes gel­ten bei der Er­mitt­lung der Beschäfti­gungs­zei­ten als ein Ar­beit­ge­ber. Die Er­stat­tungs­pflicht rich­tet sich ge­gen den Ar­beit­ge­ber, bei dem der Ar­beit­neh­mer zu­letzt in ei­nem Ar­beits­verhält­nis ge­stan­den hat.
(6) Das Ar­beits­amt berät den Ar­beit­ge­ber auf Ver­lan­gen über Vor­aus­set­zun­gen und Um­fang der Er­stat­tungs­re­ge­lung. Auf An­trag des Ar­beit­ge­bers ent­schei­det das Ar­beits­amt im vor­aus, ob die Vor­aus­set­zun­gen des Ab­sat­zes 1 Satz 2 Nr. 6 oder 7 erfüllt sind.
(7) Der Ar­beits­lo­se ist auf Ver­lan­gen des Ar­beits­am­tes ver­pflich­tet, Auskünf­te zu er­tei­len, sich beim Ar­beits­amt persönlich zu mel­den oder sich ei­ner ärzt­li­chen oder psy­cho­lo­gi­schen Un­ter­su­chung zu un­ter­zie­hen, so­weit das Ent­ste­hen oder der Weg­fall des Er­stat­tungs­an­spruchs von die­ser Mit­wir­kung abhängt. Vor­aus­set­zung für das Ver­lan­gen des Ar­beits­am­tes ist, daß dem Ar­beits­amt Umstände in der Per­son des Ar­beits­lo­sen be­kannt sind, die für das Ent­ste­hen oder den Weg­fall der Er­stat­tungs­pflicht von Be­deu­tung sind. Die §§ 65 und 65a des Ers­ten Bu­ches gel­ten ent­spre­chend."
Die neue Re­ge­lung des § 147a SGB III lau­tet wie folgt (nicht geänder­te Absätze wer­den nicht erwähnt; Ände­run­gen sind un­ter­stri­chen):
(1) Der Ar­beit­ge­ber, bei dem der Ar­beits­lo­se in­ner­halb der letz­ten vier Jah­re vor dem Tag der Ar­beits­lo­sig­keit, durch den nach § 124 Abs. 1 die Rah­men­frist be­stimmt wird, min­des­tens 24 Mo­na­te in ei­nem Ver­si­che­rungs­pflicht­verhält­nis ge­stan­den hat, er­stat­tet der Bun­des­an­stalt vier­teljähr­lich das Ar­beits­lo­sen­geld für die Zeit nach Voll­endung des 57. Le­bens­jah­res des Ar­beits­lo­sen, längs­tens für 32 Mo­na­te. Die Er­stat­tungs­pflicht tritt nicht ein, wenn das Ar­beits­verhält­nis vor Voll­endung des 55. Le­bens­jah­res des Ar­beits­lo­sen be­en­det wor­den ist, der Ar­beits­lo­se auch die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne der in § 142 Abs. 1 Nr. 2 bis 4 ge­nann­ten Leis­tun­gen oder für ei­ne Ren­te we­gen Be­rufs­unfähig­keit erfüllt oder der Ar­beit­ge­ber dar­legt und nach­weist, daß
1. der Ar­beits­lo­se in­ner­halb der letz­ten zwölf Jah­re vor dem Tag der Ar­beits­lo­sig­keit, durch den nach § 124 Abs. 1 die Rah­men­frist be­stimmt wird, we­ni­ger als zehn Jah­re zu ihm in ei­nem Ar­beits­verhält­nis ge­stan­den hat,
6. sich die Zahl der Ar­beit­neh­mer in dem Be­trieb, in dem der Ar­beits­lo­se zu­letzt min­des­tens zwei Jah­re beschäftigt war, um mehr als drei Pro­zent in­ner­halb ei­nes Jah­res ver­min­dert und un­ter den in die­sem Zeit­raum aus­schei­den­den Ar­beit­neh­mern der An­teil der Ar­beit­neh­mer, die das 55. Le­bens­jahr voll­endet ha­ben, nicht höher ist als es ih­rem An­teil an der Ge­samt­zahl der im Be­trieb Beschäftig­ten zu Be­ginn des Jah­res­zeit­rau­mes ent­spricht. Ver­min­dert sich die Zahl der Beschäftig­ten im glei­chen Zeit­raum um min­des­tens zehn Pro­zent, ver­dop­pelt sich der An­teil der älte­ren Ar­beit­neh­mer, der bei der Ver­min­de­rung der Zahl der Ar­beit­neh­mer nicht über­schrit­ten wer­den darf. Rech­ne­ri­sche Bruch­tei­le wer­den auf­ge­run­det. Wird der ge­run­de­te An­teil über­schrit­ten, ist in al­len Fällen ei­ne Ein­zel­fall­ent­schei­dung er­for­der­lich,
(Ach­tung: Der § 147a SGB III neue Fas­sung ist zwi­schen­zeit­lich, nämlich zum 01.01.2006, vollständig weg­ge­fal­len. Seit­dem gibt es kei­ne Pflicht von Ar­beit­ge­bern mehr, der Ar­beits­ver­wal­tung das älte­ren Ar­beits­lo­sen­ge gewähr­te Ar­beits­lo­sen­geld zu er­stat­ten.)
Ab wann gelten die geänderten Regelungen über das Arbeitslosengeld?
Da der Ge­setz­ge­ber mit der Verkürzung der Be­zugs­dau­er von Ar­beits­lo­sen­geld in be­ste­hen­de An­wart­schaf­ten von ver­si­cher­ten Ar­beit­neh­mern ein­greift, d.h. die­se An­wart­schaf­ten verkürzt, ist es aus Gründen des Ver­trau­ens­schut­zes er­for­der­lich, daß die Neu­re­ge­lung erst nach ei­ner an­ge­mes­se­nen Über­g­angs­zeit ein­greift. Die­se Über­g­angs­zeit bzw. das zeit­lich hin­aus­ge­scho­be­ne In­kraft­tre­ten der Neu­re­ge­lung ist in § 434l SGB III ge­re­gelt. Die­se Vor­schrift lau­tet:
"§ 434l
(1) § 127 in der bis zum 31. De­zem­ber 2003 gel­ten­den Fas­sung ist wei­ter­hin an­zu­wen­den für Per­so­nen, de­ren An­spruch auf Ar­beits­lo­sen­geld bis zum 31. Ja­nu­ar 2006 ent­stan­den ist. In­so­weit ist § 127 in der vom 01. Ja­nu­ar 2004 an gel­ten­den Fas­sung nicht an­zu­wen­den.
(2) § 127 Abs.4 in der vom 01. Ja­nu­ar 2004 an gel­ten­den Fas­sung ist bis zum 31. Ja­nu­ar 2010 mit der Maßga­be an­zu­wen­den, daß als Höchst­dau­er des An­spruchs min­des­tens die Rest­dau­er des er­lo­sche­nen An­spruchs zu­grun­de zu le­gen ist.
(3) § 147a in der am 31. De­zem­ber 2003 gel­ten­den Fas­sung ist wei­ter­hin an­zu­wen­den, wenn der An­spruch auf Ar­beits­lo­sen­geld bis zu die­sem Tag ent­stan­den ist oder wenn der Ar­beit­ge­ber das Ar­beits­verhält­nis bis zum 26. Sep­tem­ber 2003 be­en­det hat.
(4) § 147a ist nicht an­zu­wen­den für Ansprüche auf Ar­beits­lo­sen­geld, de­ren Dau­er sich nach § 127 Abs.2 in der vom 01. Ja­nu­ar 2004 an gel­ten­den Fas­sung rich­tet."
Durch die­se Über­g­angs­re­ge­lung wird er­reicht, daß das verkürz­te Ar­beits­lo­sen­geld erst für Ansprüche ein­greift, die ab dem 01.02.2006 en­ste­hen. Für die Zeit bis zum 31.01.2006 bleibt da­her vor­erst al­les beim Al­ten.
Was ändert sich bei der Arbeitslosenhilfe?
Die Ar­beits­lo­sen­hil­fe heißt ab 2005 "Ar­beits­lo­sen­geld II". Die­ses wird wie bis­her nach dem Aus­lau­fen des An­spruchs auf Ar­beits­lo­sen­geld ge­zahlt. Ar­beits­lo­sen­geld II er­hal­ten al­ler­dings nur er­werbsfähi­ge Ar­beits­lo­se; die­se Leis­tung wird vom Bund fi­nan­ziert.
Zuständig für die er­werbsfähi­gen Ar­beits­lo­sen ist künf­tig die Ar­beits­ver­wal­tung, d.h. die Bun­des­agen­tur für Ar­beit. Die Agen­tu­ren für Ar­beit (früher: "Ar­beitsämter") sind im Rah­men der Be­treu­ung er­werbsfähi­ger Ar­beits­lo­ser zuständig für die Aus­zah­lung der Un­terstützung, für die Ar­beits­ver­mitt­lung, für die Ein­glie­de­rung von Schwer­be­hin­der­ten so­wie für die Ent­schei­dung über ge­meinnützi­ge Beschäfti­gung.
Nicht er­werbsfähi­ge Ar­beits­lo­se wer­den wei­ter­hin von den Ge­mein­den im Rah­men der So­zi­al­hil­fe be­treut.