Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=26.06.2012&Aktenzeichen=XI%20ZR%20356/11
Timestamp: 2019-07-20 06:19:15
Document Index: 284615327

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 354', '§ 383', '§ 31', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 26.06.2012 - XI ZR 356/11 - dejure.org
https://dejure.org/2012,14538
BGH, 26.06.2012 - XI ZR 356/11 (https://dejure.org/2012,14538)
BGH, Entscheidung vom 26.06.2012 - XI ZR 356/11 (https://dejure.org/2012,14538)
BGH, Entscheidung vom 26. Juni 2012 - XI ZR 356/11 (https://dejure.org/2012,14538)
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HGB § 354; HGB §§ 383 ff.; WpHG § 31
Der Bundesgerichtshof habe die Frage des Bestehens einer Aufklärungspflicht über der Bank zufließende Vergütungen im Urteil vom 26. Juni 2012 - XI ZR 356/11 für den Fall, dass der Kunde bei Vereinbarung eines Kommissionsgeschäfts eine Kommissionsgebühr oder einen ähnlichen Aufschlag an die Bank zahle, unentschieden gelassen.
Das Risiko, dass eine aufgrund anleger- und objektgerechter Beratung getroffene Anlageentscheidung sich im Nachhinein als falsch erweist, trägt der Anleger (vgl. dazu zuletzt BGH, Urteil vom 26.06.2012, XI ZR 356/11 m.w.N.).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist aber eine Bank, die eigene Anlageprodukte empfiehlt, grundsätzlich nicht verpflichtet, ihren Kunden darüber aufzuklären, dass sie mit diesen Produkten Gewinne erzielt (vgl. dazu BGH, Urteil vom 29.06.2012, XI ZR 356/11; Urteil vom 22.03.2011, XI ZR 33/10; Urteil vom 15.04.2010, XIII ZR 196/09 sowie OLG Dresden, BKR 2012, 293).
Veräußert jedoch eine Bank konzerneigene Produkte und sind diese für den Kunden auch ohne weiteres als konzerneigen zu erkennen, so fehlt es an einer Aufklärungsbedürftigkeit des Kunden, da für diesen bei der gebotenen normativ objektiven Betrachtungsweise offensichtlich ist, dass die Bank mit der Empfehlung dieser Produkte eigene Gewinninteressen verfolgt (so zuletzt auch BGH Urteil vom 29.06.2012, XI ZR 356/11).
Hierdurch wird bei dem Anleger zwar keine Fehlvorstellung über die Werthaltigkeit der Anlage entstehen, er kann jedoch das besondere Interesse der beratenden Bank an der Empfehlung gerade dieses Produktes nicht erkennen (…vgl. dazu BGH Beschlüsse vom 20.01.2009, XI ZR 510/07 (WM 2009, 405, Rdnr. 12 f.) sowie vom 09.03.2011, XI ZR 191/10 (WM 2011, 925 Rdnr. 25), jeweils m.w.N. sowie zuletzt BGH Urteil vom 26.06.2012, XI ZR 356/11).
Darüber hinaus blieb die N-GmbH als Empfängerin der offen ausgewiesenen Provision als solche ungenannt (siehe BGH, Urt. v. 26.06.12 - XI ZR 356/11 - BeckRS 2012, 16985, Tz. 50).