Source: https://judicialis.de/Bundesgerichtshof_3-StR-119-03_Beschluss_15.05.2003.html
Timestamp: 2020-02-28 14:04:05
Document Index: 126811187

Matched Legal Cases: ['§ 405', '§ 472', '§ 349', '§ 405', 'BGH', '§ 405']

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 15.05.2003 mit dem Az.: 3 StR 119/03	/* Banner Ads */
Aktenzeichen: 3 StR 119/03
StPO § 405 Satz 2
StPO § 472 a Abs. 2
3 StR 119/03
Der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Beschwerdeführers und des Generalbundesanwalts - zu 2. auf dessen Antrag - am 15. Mai 2003 gemäß § 349 Abs. 2 und 4 StPO einstimmig beschlossen:
Von einer Entscheidung über den Adhäsionsantrag ist gemäß § 405 Satz 2 StPO abzusehen. Im Sinne dieser Vorschrift ist ein Antrag zur Erledigung im Strafverfahren auch dann nicht geeignet, wenn schwierige bürgerlich-rechtliche Rechtsfragen entschieden werden müßten (BGH, Beschl. vom 19. November 2002 - 3 StR 395/02; Meyer-Goßner, StPO 46. Aufl. § 405 Rdn. 4). So liegt es hier:
Die zivilrechtlichen Probleme des Falles erfordern die besondere Sachkunde des Zivilrichters. Wegen der schwersten Hirnschädigungen, die beim Adhäsionskläger zum Erlöschen der geistigen Fähigkeiten und weitgehend zum Verlust der Wahrnehmungs- und Empfindungsfähigkeit geführt haben, ist die Bemessung des Schmerzensgeldes, insbesondere die Angemessenheit des Verhältnisses zwischen Kapital- und Rentenbetrag, mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Hinzu kommt, daß sich der Anspruch auf Zahlung von Schmerzensgeld gegen den in sehr engen wirtschaftlichen Verhältnissen lebenden Vater richtet, der den Adhäsionskläger bei der Ausübung der elterlichen Sorge verletzte.