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Timestamp: 2020-07-10 03:22:54
Document Index: 214448200

Matched Legal Cases: ['Art. 16', 'Art. 90', 'Art. 6', 'Art. 115', 'Art. 60', 'Art. 18', 'Art. 103', 'Art. 4', 'Art. 55', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 92', 'Art. 70', 'Art. 61', 'Art. 53', 'Art. 1', 'Art. 3', 'Art. 115', 'Art. 2', 'Art. 60', 'Art. 11', 'Art. 89']

Lawbrary | VVG - Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag
I. Allgemeine Bestimmungen (1 - 47)
II. Besondere Bestimmungen über die Schadensversicherung (48 - 72)
III. Besondere Bestimmungen über die Personenversicherung (73 - 96)
IV. Zwingende Bestimmungen (97 - 99)
V. Schlussbestimmungen (100 - 104)
vom 2. April 1908 (Stand am 1. Januar 2011)
in Vollziehung des Artikels 64 der Bundesverfassung2,3 nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 2. Februar 19044,
Ver­si­che­rungs­an­trag
1Wer dem Ver­si­che­rer den An­trag zum Ab­schlus­se ei­nes Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges ge­stellt und für die An­nah­me kei­ne kür­ze­re Frist ge­setzt hat, bleibt 14 Ta­ge ge­bun­den.
2Er­for­dert die Ver­si­che­rung ei­ne ärzt­li­che Un­ter­su­chung, so bleibt der An­trag­stel­ler vier Wo­chen ge­bun­den.
3Die Frist be­ginnt mit der Über­ga­be oder Ab­sen­dung des An­trags an den Ver­si­che­rer oder des­sen Agen­ten zu lau­fen.
4Der An­trag­stel­ler wird frei, wenn die An­nah­me­er­klä­rung des Ver­si­che­rers nicht vor Ab­lauf der Frist bei ihm ein­ge­trof­fen ist.
Be­son­de­re An­trags­ver­hält­nis­se
1Wird der An­trag, einen be­ste­hen­den Ver­trag zu ver­län­gern oder ab­zuän­dern oder einen sus­pen­dier­ten Ver­trag wie­der in Kraft zu set­zen, vom Ver­si­che­rer nicht bin­nen 14 Ta­gen, vom Emp­fan­ge an ge­rech­net, ab­ge­lehnt, so gilt er als an­ge­nom­men.
2Ist nach Mass­ga­be der all­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen ei­ne ärzt­li­che Un­ter­su­chung er­for­der­lich, so gilt der An­trag als an­ge­nom­men, wenn er vom Ver­si­che­rer nicht bin­nen vier Wo­chen, vom Emp­fan­ge an ge­rech­net, ab­ge­lehnt wird.
3Der An­trag, die Ver­si­che­rungs­s­um­me zu er­hö­hen, fällt nicht un­ter die­se Be­stim­mun­gen.
In­for­ma­ti­ons- pflicht des Ver­si­che­rers
1Der Ver­si­che­rer muss den Ver­si­che­rungs­neh­mer vor Ab­schluss des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges ver­ständ­lich über die Iden­ti­tät des Ver­si­che­rers und den we­sent­li­chen In­halt des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges in­for­mie­ren. Er muss in­for­mie­ren über:
die ver­si­cher­ten Ri­si­ken;
den Um­fang des Ver­si­che­rungs­schut­zes;
die ge­schul­de­ten Prä­mi­en und wei­te­re Pflich­ten des Ver­si­che­rungs­neh­mers;
Lauf­zeit und Be­en­di­gung des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges;
die für die Über­schus­ser­mitt­lung und die Über­schuss­be­tei­li­gung gel­ten­den Be­rech­nungs­grund­la­gen und Ver­tei­lungs­grund­sät­ze und -me­tho­den;
die Rück­kaufs- und Um­wand­lungs­wer­te;
die Be­ar­bei­tung der Per­so­nen­da­ten ein­sch­liess­lich Zweck und Art der Da­ten­samm­lung so­wie Emp­fän­ger und Auf­be­wah­rung der Da­ten.
2Die­se An­ga­ben sind dem Ver­si­che­rungs­neh­mer so zu über­ge­ben, dass er sie ken­nen kann, wenn er den Ver­si­che­rungs­ver­trag be­an­tragt oder an­nimmt. In je­dem Fall muss er zu die­sem Zeit­punkt im Be­sitz der All­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen und der In­for­ma­ti­on nach Ab­satz 1 Buch­sta­be g sein.
3Bei Kol­lek­tiv­ver­trä­gen, die an­de­ren Per­so­nen als dem Ver­si­che­rungs­neh­mer einen di­rek­ten Leis­tungs­an­spruch ver­lei­hen, ist der Ver­si­che­rungs­neh­mer ver­pflich­tet, die­se Per­so­nen über den we­sent­li­chen In­halt des Ver­tra­ges so­wie des­sen Än­de­run­gen und Auf­lö­sung zu un­ter­rich­ten. Der Ver­si­che­rer stellt dem Ver­si­che­rungs­neh­mer die zur In­for­ma­ti­on er­for­der­li­chen Un­ter­la­gen zur Ver­fü­gung.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).
Ver­let­zung der In­for­ma­ti­ons­pflicht
1Hat der Ver­si­che­rer die In­for­ma­ti­ons­pflicht nach Ar­ti­kel 3 ver­letzt, so ist der Ver­si­che­rungs­neh­mer be­rech­tigt, den Ver­si­che­rungs­ver­trag durch schrift­li­che Er­klä­rung zu kün­di­gen. Die Kün­di­gung wird mit Zu­gang beim Ver­si­che­rer wirk­sam.
2Das Kün­di­gungs­recht er­lischt vier Wo­chen, nach­dem der Ver­si­che­rungs­neh­mer von der Pflicht­ver­let­zung und den In­for­ma­tio­nen nach Ar­ti­kel 3 Kennt­nis er­hal­ten hat, je­den­falls spä­tes­tens ein Jahr nach der Pflicht­ver­let­zung.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).
An­zei­ge­pflicht beim Ver­trags­ab­schlus­se
1Der An­trag­stel­ler hat dem Ver­si­che­rer an Hand ei­nes Fra­ge­bo­gens oder auf sons­ti­ges schrift­li­ches Be­fra­gen al­le für die Be­ur­tei­lung der Ge­fahr er­heb­li­chen Tat­sa­chen, so­weit und so wie sie ihm beim Ver­trags­ab­schlus­se be­kannt sind oder be­kannt sein müs­sen, schrift­lich mit­zu­tei­len.
2Er­heb­lich sind die­je­ni­gen Ge­fahr­stat­sa­chen, die ge­eig­net sind, auf den Ent­schluss des Ver­si­che­rers, den Ver­trag über­haupt oder zu den ver­ein­bar­ten Be­din­gun­gen ab­zu­sch­lies­sen, einen Ein­fluss aus­zuü­ben.
3Die Ge­fahr­stat­sa­chen, auf wel­che die schrift­li­chen Fra­gen des Ver­si­che­rers in be­stimm­ter, un­zwei­deu­ti­ger Fas­sung ge­rich­tet sind, wer­den als er­heb­lich ver­mu­tet.
b. Beim Ver­trags­ab­schlus­se durch Stell­ver­tre­ter
c. Bei der Ver­si­che­rung für frem­de Rech­nung
1Wird der Ver­trag durch einen Stell­ver­tre­ter ab­ge­schlos­sen, so sind so­wohl die er­heb­li­chen Ge­fahr­stat­sa­chen an­zu­zei­gen, die dem Ver­tre­te­nen, als auch die­je­ni­gen, die dem Ver­tre­ter be­kannt sind oder be­kannt sein müs­sen.
2Bei der Ver­si­che­rung für frem­de Rech­nung (Art. 16) sind auch die­je­ni­gen er­heb­li­chen Ge­fahr­stat­sa­chen an­zu­zei­gen, die dem ver­si­cher­ten Drit­ten selbst oder sei­nem Zwi­schen­be­auf­trag­ten be­kannt sind oder be­kannt sein müs­sen, es sei denn, dass der Ver­trag oh­ne Wis­sen die­ser Per­so­nen ab­ge­schlos­sen wird, oder dass die recht­zei­ti­ge Be­nach­rich­ti­gung des An­trag­stel­lers nicht mög­lich ist.
Fol­gen der ver­letz­ten An­zei­ge­pflicht
1Hat der An­zei­ge­pflich­ti­ge beim Ab­schluss der Ver­si­che­rung ei­ne er­heb­li­che Ge­fahr­stat­sa­che, die er kann­te oder ken­nen muss­te und über die er schrift­lich be­fragt wor­den ist, un­rich­tig mit­ge­teilt oder ver­schwie­gen, so ist der Ver­si­che­rer be­rech­tigt, den Ver­trag durch schrift­li­che Er­klä­rung zu kün­di­gen. Die Kün­di­gung wird mit Zu­gang beim Ver­si­che­rungs­neh­mer wirk­sam.
2Das Kün­di­gungs­recht er­lischt vier Wo­chen, nach­dem der Ver­si­che­rer von der Ver­let­zung der An­zei­ge­pflicht Kennt­nis er­hal­ten hat.
3Wird der Ver­trag durch Kün­di­gung nach Ab­satz 1 auf­ge­löst, so er­lischt auch die Leis­tungs­pflicht des Ver­si­che­rers für be­reits ein­ge­tre­te­ne Schä­den, de­ren Ein­tritt oder Um­fang durch die nicht oder un­rich­tig an­ge­zeig­te er­heb­li­che Ge­fahr­stat­sa­che be­ein­flusst wor­den ist. So­weit die Leis­tungs­pflicht schon er­füllt wur­de, hat der Ver­si­che­rer An­spruch auf Rück­er­stat­tung.
4Wird ein Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­trag, der nach Mass­ga­be die­ses Ge­set­zes rück­kauf­fä­hig ist (Art. 90 Abs. 2) auf­ge­löst, so hat der Ver­si­che­rer die für den Rück­kauf fest­ge­stell­te Leis­tung zu ge­wäh­ren.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).
b. Beim Kol­lek­tiv­ver­si­che­rungs­ver­tra­ge
Um­fasst der Ver­trag meh­re­re Ge­gen­stän­de oder Per­so­nen und ist die An­zei­ge­pflicht nur be­züg­lich ei­nes Tei­les die­ser Ge­gen­stän­de oder Per­so­nen ver­letzt, so bleibt die Ver­si­che­rung für den üb­ri­gen Teil wirk­sam, wenn sich aus den Um­stän­den er­gibt, dass der Ver­si­che­rer die­sen Teil al­lein zu den näm­li­chen Be­din­gun­gen ver­si­chert hät­te.
Nicht­ein­tritt der Fol­gen der ver­letz­ten An­zei­ge­pflicht
Trotz der An­zei­ge­pflicht­ver­let­zung (Art. 6) kann der Ver­si­che­rer den Ver­trag nicht kün­di­gen:1
wenn die ver­schwie­ge­ne oder un­rich­tig an­ge­zeig­te Tat­sa­che vor Ein­tritt des be­fürch­te­ten Er­eig­nis­ses weg­ge­fal­len ist;
wenn der Ver­si­che­rer die Ver­schwei­gung oder un­rich­ti­ge An­ga­be ver­an­lasst hat;
wenn der Ver­si­che­rer die ver­schwie­ge­ne Tat­sa­che ge­kannt hat oder ge­kannt ha­ben muss;
wenn der Ver­si­che­rer die un­rich­tig an­ge­zeig­te Tat­sa­che rich­tig ge­kannt hat oder ge­kannt ha­ben muss;
wenn der Ver­si­che­rer auf das Kün­di­gungs­recht ver­zich­tet hat;
wenn der An­zei­ge­pflich­ti­ge auf ei­ne ihm vor­ge­leg­te Fra­ge ei­ne Ant­wort nicht er­teilt, und der Ver­si­che­rer den Ver­trag gleich­wohl ab­ge­schlos­sen hat. Die­se Be­stim­mung fin­det kei­ne An­wen­dung, wenn die Fra­ge, auf Grund der üb­ri­gen Mit­tei­lun­gen des An­zei­ge­pflich­ti­gen, als in ei­nem be­stimm­ten Sin­ne be­ant­wor­tet an­ge­se­hen wer­den muss und wenn die­se Ant­wort sich als Ver­schwei­gen oder un­rich­ti­ge Mit­tei­lung ei­ner er­heb­li­chen Ge­fahr­stat­sa­che dar­stellt, die der An­zei­ge­pflich­ti­ge kann­te oder ken­nen muss­te.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).
Nich­tig­keit des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges
Der Ver­si­che­rungs­ver­trag ist un­ter Vor­be­halt der Fäl­le nach Ar­ti­kel 100 Ab­satz 2 nich­tig, wenn im Zeit­punkt des Ab­schlus­ses der Ver­si­che­rung die Ge­fahr be­reits weg­ge­fal­len oder das be­fürch­te­te Er­eig­nis schon ein­ge­tre­ten war.
1 Fas­sung ge­mä­ss Art. 115 des Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rungs­ge­set­zes vom 25. Ju­ni 1982, in Kraft seit 1. Jan. 1984 (AS 1982 2184, 1983 1204; BBl 1980 III 489).
Son­der­stel­lung der Feu­er­ver­si­che­rung und der Trans­port­ver­si­che­rung
1Die Vor­schrift des Ar­ti­kels 9 die­ses Ge­set­zes fin­det auf die Feu­er­ver­si­che­rung hin­sicht­lich sol­cher Ge­gen­stän­de, die im Aus­lan­de ge­le­gen sind, und auf die Trans­port­ver­si­che­rung nur dann An­wen­dung, wenn bei­de Par­tei­en beim Ver­trags­ab­schlus­se wuss­ten, dass die Ge­fahr be­reits weg­ge­fal­len oder das be­fürch­te­te Er­eig­nis schon ein­ge­tre­ten war.
2Wuss­te beim Ver­trags­ab­schlus­se nur der Ver­si­che­rer, dass die Ge­fahr be­reits weg­ge­fal­len war, so ist der Ver­si­che­rungs­neh­mer an den Ver­trag nicht ge­bun­den. Der Ver­si­che­rer hat we­der auf die Prä­mie noch auf Er­satz der Ge­schäfts­un­kos­ten An­spruch.
3Wuss­te beim Ver­trags­ab­schlus­se nur der Ver­si­che­rungs­neh­mer, dass das be­fürch­te­te Er­eig­nis be­reits ein­ge­tre­ten war, so ist der Ver­si­che­rer an den Ver­trag nicht ge­bun­den. Der Ver­si­che­rer hat auf Er­satz der Ge­schäfts­un­kos­ten An­spruch.
a. In­halt
1Der Ver­si­che­rer ist ge­hal­ten, dem Ver­si­che­rungs­neh­mer ei­ne Po­li­ce aus­zu­hän­di­gen, wel­che die Rech­te und Pflich­ten der Par­tei­en fest­stellt. Der Ver­si­che­rer ist be­rech­tigt, vom Ver­si­che­rungs­neh­mer aus­ser Por­to und Stem­pel­kos­ten ei­ne Ge­bühr für Aus­fer­ti­gung der Po­li­ce so­wie für Ab­än­de­run­gen der­sel­ben zu er­he­ben. Die Hö­he die­ser Ge­bühr kann durch Ver­ord­nung des Bun­des­ra­tes be­grenzt wer­den.
2Der Ver­si­che­rer muss über­dies dem Ver­si­che­rungs­neh­mer auf Ver­lan­gen ei­ne Ab­schrift der in den An­trags­pa­pie­ren ent­hal­te­nen oder an­der­wei­tig ab­ge­ge­be­nen Er­klä­run­gen des An­trag­stel­lers, auf Grund de­ren die Ver­si­che­rung ab­ge­schlos­sen wur­de, ge­gen Er­satz der Aus­la­gen aus­hän­di­gen.
b. Vor­be­halt­lo­se An­nah­me
1Stimmt der In­halt der Po­li­ce oder der Nach­trä­ge zu der­sel­ben mit den ge­trof­fe­nen Ver­ein­ba­run­gen nicht über­ein, so hat der Ver­si­che­rungs­neh­mer bin­nen vier Wo­chen nach Emp­fang der Ur­kun­de de­ren Be­rich­ti­gung zu ver­lan­gen, wid­ri­gen­falls ihr In­halt als von ihm ge­neh­migt gilt.
2Die­se Be­stim­mung ist in ih­rem Wort­lau­te in je­de Po­li­ce auf­zu­neh­men.
c. Kraft­los­er­klä­rung
2Für die Kraft­los­er­klä­rung von Po­li­cen kom­men die für die Kraft­los­er­klä­rung von In­ha­ber­pa­pie­ren gel­ten­den Be­stim­mun­gen des Bun­des­ge­set­zes vom 14. Ju­ni 18812 über das Ob­li­ga­tio­nen­recht sinn­ge­mä­ss zur An­wen­dung, mit der Ab­än­de­rung, dass die An­mel­dungs­frist höchs­tens ein Jahr be­trägt.
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang 1 Ziff. II 8 der Zi­vil­pro­zess­ord­nung vom 19. Dez. 2008, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1739; BBl 2006 7221).
2 [AS 5 635, 11 490; BS 2 3. SchlT Art. 60 Abs. 2 199 am Schluss, Art. 18 Schl- und UeB zu den Tit. XXIV-XX­XIII 784 Art. 103 Abs. 1]. Heu­te: die Be­stim­mun­gen des OR (SR 220).
Schuld­haf­te Her­bei­füh­rung des be­fürch­te­ten Er­eig­nis­ses
1Der Ver­si­che­rer haf­tet nicht, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer oder der An­spruchs­be­rech­tig­te das be­fürch­te­te Er­eig­nis ab­sicht­lich her­bei­ge­führt hat.
2Hat der Ver­si­che­rungs­neh­mer oder der An­spruchs­be­rech­tig­te das Er­eig­nis grob­fahr­läs­sig her­bei­ge­führt, so ist der Ver­si­che­rer be­rech­tigt, sei­ne Leis­tung in ei­nem dem Gra­de des Ver­schul­dens ent­spre­chen­den Ver­hält­nis­se zu kür­zen.
3Ist das Er­eig­nis ab­sicht­lich oder grob­fahr­läs­sig von ei­ner Per­son her­bei­ge­führt wor­den, die mit dem Ver­si­che­rungs­neh­mer oder dem An­spruchs­be­rech­tig­ten in häus­li­cher Ge­mein­schaft lebt, oder für de­ren Hand­lun­gen der Ver­si­che­rungs­neh­mer oder der An­spruchs­be­rech­tig­te ein­ste­hen muss, und hat er sich in der Be­auf­sich­ti­gung, durch die An­stel­lung oder durch die Auf­nah­me je­ner Per­son ei­ner gro­ben Fahr­läs­sig­keit schul­dig ge­macht, so kann der Ver­si­che­rer sei­ne Leis­tung in ei­nem Ver­hält­nis­se kür­zen, das dem Gra­de des Ver­schul­dens des Ver­si­che­rungs­neh­mers oder des An­spruchs­be­rech­tig­ten ent­spricht.
4Hat der Ver­si­che­rungs­neh­mer oder der An­spruchs­be­rech­tig­te das Er­eig­nis leicht­fahr­läs­sig her­bei­ge­führt oder sich ei­ner leich­ten Fahr­läs­sig­keit im Sin­ne des vor­her­ge­hen­den Ab­sat­zes schul­dig ge­macht, oder hat ei­ne der üb­ri­gen dort auf­ge­führ­ten Per­so­nen das Er­eig­nis leicht­fahr­läs­sig her­bei­ge­führt, so haf­tet der Ver­si­che­rer in vol­lem Um­fan­ge.
Ge­bo­te der Mensch­lich­keit
Hat ei­ne der in Ar­ti­kel 14 die­ses Ge­set­zes ge­nann­ten Per­so­nen ge­mä­ss ei­nem Ge­bo­te der Mensch­lich­keit ge­han­delt und da­durch das be­fürch­te­te Er­eig­nis her­bei­ge­führt, so haf­tet der Ver­si­che­rer in vol­lem Um­fan­ge.
Ver­si­che­rung für frem­de Rech­nung
1Die Ver­si­che­rung kann für ei­ge­ne oder frem­de Rech­nung, mit oder oh­ne Be­zeich­nung der Per­son des ver­si­cher­ten Drit­ten, ab­ge­schlos­sen wer­den.
2Im Zwei­fel wird an­ge­nom­men, dass der Ver­si­che­rungs­neh­mer den Ver­trag für ei­ge­ne Rech­nung ab­ge­schlos­sen hat.
Be­son­der­hei­ten der Ver­si­che­rung für frem­de Rech­nung
1Die Ver­si­che­rung für frem­de Rech­nung ist für den Ver­si­che­rer auch dann ver­bind­lich, wenn der ver­si­cher­te Drit­te den Ver­trag erst nach Ein­tritt des be­fürch­te­ten Er­eig­nis­ses ge­neh­migt.
2Der Ver­si­che­rungs­neh­mer ist be­fugt, oh­ne Zu­stim­mung des Ver­si­cher­ten den Er­satz­an­spruch ge­gen den Ver­si­che­rer gel­tend zu ma­chen, wenn der Ver­si­cher­te den Ver­si­che­rungs­neh­mer vor­be­halt­los zum Ab­schlus­se des Ver­tra­ges be­auf­tragt hat oder wenn dem Ver­si­che­rungs­neh­mer ei­ne ge­setz­li­che Ver­si­che­rungs­pflicht ob­ge­le­gen hat.
3Der Ver­si­che­rer ist nicht be­rech­tigt, For­de­run­gen, die ihm ge­gen den Ver­si­che­rungs­neh­mer zu­ste­hen, mit der dem Ver­si­cher­ten ge­schul­de­ten Ent­schä­di­gung zu ver­rech­nen. Die Be­stim­mung des Ar­ti­kels 18 Ab­satz 2 die­ses Ge­set­zes bleibt vor­be­hal­ten.
Prä­mie
a. Trä­ger der Ver­pflich­tung
1Zur Be­zah­lung der Prä­mie ist der Ver­si­che­rungs­neh­mer ver­pflich­tet.
2Bei der Ver­si­che­rung für frem­de Rech­nung ist der Ver­si­che­rer be­rech­tigt, die Be­zah­lung der Prä­mie auch vom Ver­si­cher­ten zu for­dern, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer zah­lungs­un­fä­hig ge­wor­den ist und die Prä­mie vom Ver­si­cher­ten noch nicht er­hal­ten hat.
3Bei der Ver­si­che­rung zu­guns­ten Drit­ter steht dem Ver­si­che­rer das Recht zu, die Prä­mi­en­for­de­rung mit der dem Be­güns­tig­ten ge­schul­de­ten Leis­tung zu ver­rech­nen.
b. Fäl­lig­keit
1Wenn der Ver­trag nicht an­ders be­stimmt, ist die Prä­mie für die ers­te Ver­si­che­rungs­pe­ri­ode mit dem Ab­schlus­se der Ver­si­che­rung fäl­lig. Un­ter Ver­si­che­rungs­pe­ri­ode wird der Zeit­ab­schnitt, nach dem die Prä­mi­enein­heit be­rech­net wird, ver­stan­den. Die Ver­si­che­rungs­pe­ri­ode um­fasst im Zwei­fel den Zeit­raum ei­nes Jah­res.
2Auf die Be­stim­mung der Po­li­ce, dass die Ver­si­che­rung erst mit Be­zah­lung der ers­ten Prä­mie in Kraft tritt, kann sich der Ver­si­che­rer nicht be­ru­fen, wenn er die Po­li­ce vor Be­zah­lung die­ser Prä­mie aus­ge­hän­digt hat.
3Die fol­gen­den Prä­mi­en sind im Zwei­fel je­wei­len mit Be­ginn ei­ner neu­en Ver­si­che­rungs­pe­ri­ode fäl­lig.
c. Mahn­pflicht des Ver­si­che­rers; Ver­zugs­fol­gen
1Wird die Prä­mie zur Ver­fall­zeit oder wäh­rend der im Ver­tra­ge ein­ge­räum­ten Nach­frist nicht ent­rich­tet, so ist der Schuld­ner un­ter An­dro­hung der Säum­nis­fol­gen auf sei­ne Kos­ten schrift­lich auf­zu­for­dern, bin­nen 14 Ta­gen, von der Ab­sen­dung der Mah­nung an ge­rech­net, Zah­lung zu leis­ten.
2Wird die Prä­mie beim Schuld­ner ab­ge­holt, so kann der Ver­si­che­rer die schrift­li­che Mah­nung durch ei­ne münd­li­che er­set­zen.
3Bleibt die Mah­nung oh­ne Er­folg, so ruht die Leis­tungs­pflicht des Ver­si­che­rers vom Ab­lau­fe der Mahn­frist an.
4Die Vor­schrift des Ar­ti­kels 93 die­ses Ge­set­zes wird vor­be­hal­ten.
d. Ver­trags­ver­hält­nis nach ein­ge­tre­te­nem Ver­zu­ge
1Wird die rück­stän­di­ge Prä­mie nicht bin­nen zwei Mo­na­ten nach Ab­lauf der in Ar­ti­kel 20 die­ses Ge­set­zes fest­ge­setz­ten Frist recht­lich ein­ge­for­dert, so wird an­ge­nom­men, dass der Ver­si­che­rer, un­ter Ver­zicht auf die Be­zah­lung der rück­stän­di­gen Prä­mie, vom Ver­tra­ge zu­rück­tritt.
2Wird die Prä­mie vom Ver­si­che­rer ein­ge­for­dert oder nach­träg­lich an­ge­nom­men, so lebt sei­ne Haf­tung mit dem Zeit­punk­te, in dem die rück­stän­di­ge Prä­mie samt Zin­sen und Kos­ten be­zahlt wird, wie­der auf.
e. Zah­lungs­ort; Bring­schuld und Hol­schuld
1Die Prä­mie ist dem in­län­di­schen Ver­si­che­rer an sei­nem Sitz, dem aus­län­di­schen Ver­si­che­rer am Ort der Ge­schäfts­stel­le für das ge­sam­te schwei­ze­ri­sche Ge­schäft zu be­zah­len, wenn der Ver­si­che­rer dem Ver­si­che­rungs­neh­mer nicht ei­ne an­de­re in­län­di­sche Zahl­stel­le be­zeich­net hat.
2Hat der Ver­si­che­rer, oh­ne hier­zu ver­pflich­tet zu sein, die Prä­mie re­gel­mäs­sig beim Schuld­ner ein­zie­hen las­sen, so ist die Prä­mie ab­zu­ho­len, so­lan­ge die­se Übung vom Ver­si­che­rer nicht aus­drück­lich wi­der­ru­fen wird.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. 3 des An­hangs zum Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­setz vom 23. Ju­ni 1978, in Kraft seit 1. Jan. 1979 (AS 1978 1836; BBl 1976 II 873).
f. Prä­mi­en­re­duk­ti­on
Ist die Prä­mie un­ter Be­rück­sich­ti­gung be­stimm­ter ge­fahrer­hö­hen­der Um­stän­de ver­ein­bart wor­den, so kann der Ver­si­che­rungs­neh­mer, wenn die­se Um­stän­de im Lau­fe der Ver­si­che­rung weg­fal­len oder ih­re Be­deu­tung ver­lie­ren, für die künf­ti­gen Ver­si­che­rungs­pe­ri­oden die ta­rif­ge­mäs­se Her­ab­set­zung der Prä­mie ver­lan­gen.
g. Teil­bar­keit
1Bei vor­zei­ti­ger Auf­lö­sung oder Be­en­di­gung des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges ist die Prä­mie nur für die Zeit bis zur Ver­trags­auf­lö­sung ge­schul­det. Ar­ti­kel 42 Ab­satz 3 bleibt vor­be­hal­ten.
2Die auf die lau­fen­de Ver­si­che­rungs­pe­ri­ode ent­fal­le­ne Prä­mie ist ganz ge­schul­det, wenn der Ver­si­che­rer zu­fol­ge des Weg­falls des Ri­si­kos die Ver­si­che­rungs­leis­tung er­bracht hat.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).
Ge­fahr­s­er­hö­hung mit Zu­tun des Ver­si­che­rungs­neh­mers
1Wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer im Lau­fe der Ver­si­che­rung ei­ne we­sent­li­che Ge­fahr­s­er­hö­hung her­bei­ge­führt hat, so ist der Ver­si­che­rer für die Fol­ge­zeit an den Ver­trag nicht ge­bun­den.
2Die Ge­fahr­s­er­hö­hung ist we­sent­lich, wenn sie auf der Än­de­rung ei­ner für die Be­ur­tei­lung der Ge­fahr er­heb­li­chen Tat­sa­che (Art. 4) be­ruht, de­ren Um­fang die Par­tei­en beim Ver­trags­ab­schlus­se fest­ge­stellt ha­ben.
3Der Ver­trag kann be­stim­men, ob, in wel­chem Um­fan­ge und in wel­chen Fris­ten der Ver­si­che­rungs­neh­mer dem Ver­si­che­rer von sol­chen Ge­fahr­s­er­hö­hun­gen Mit­tei­lung zu ma­chen hat.
Vor­be­halt be­son­de­rer Ver­ein­ba­run­gen
1Ver­trags­a­b­re­den, wo­nach der Ver­si­che­rungs­neh­mer be­stimm­te Ob­lie­gen­hei­ten über­nimmt, um die Ge­fahr zu ver­min­dern oder ei­ne Ge­fahr­s­er­hö­hung zu ver­hü­ten, wer­den durch die Be­stim­mun­gen des Ar­ti­kels 28 die­ses Ge­set­zes nicht be­rührt.
2Auf die Ver­trags­be­stim­mung, dass der Ver­si­che­rer, wenn ei­ne sol­che Ob­lie­gen­heit ver­letzt wird, an den Ver­trag nicht ge­bun­den ist, kann sich der Ver­si­che­rer nicht be­ru­fen, so­fern die Ver­let­zung kei­nen Ein­fluss auf den Ein­tritt des be­fürch­te­ten Er­eig­nis­ses und auf den Um­fang der dem Ver­si­che­rer ob­lie­gen­den Leis­tung ge­habt hat.
Ge­fahr­s­er­hö­hung oh­ne Zu­tun des Ver­si­che­rungs­neh­mers
1Ist die we­sent­li­che Ge­fahr­s­er­hö­hung oh­ne Zu­tun des Ver­si­che­rungs­neh­mers her­bei­ge­führt wor­den, so tre­ten die in Ar­ti­kel 28 die­ses Ge­set­zes fest­ge­stell­ten Fol­gen nur dann ein, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer es un­ter­las­sen hat, die ihm be­kannt ge­wor­de­ne Ge­fahr­s­er­hö­hung oh­ne Ver­zug dem Ver­si­che­rer schrift­lich mit­zu­tei­len.
2Ist die­se An­zei­ge­pflicht nicht ver­letzt und hat sich der Ver­si­che­rer das Recht vor­be­hal­ten, we­gen we­sent­li­cher Ge­fahr­s­er­hö­hung den Ver­trag auf­zu­he­ben, so er­lischt die Haf­tung des Ver­si­che­rers mit dem Ab­lau­fe von 14 Ta­gen, nach­dem er dem Ver­si­che­rungs­neh­mer den Rück­tritt vom Ver­tra­ge mit­ge­teilt hat.
Ge­fahr­s­er­hö­hung beim Kol­lek­tiv­ver­si­che­rungs­ver­tra­ge
Um­fasst der Ver­trag meh­re­re Ge­gen­stän­de oder Per­so­nen, und trifft die Ge­fahr­s­er­hö­hung nur einen Teil die­ser Ge­gen­stän­de oder Per­so­nen, so bleibt die Ver­si­che­rung für den üb­ri­gen Teil wirk­sam, so­fern der Ver­si­che­rungs­neh­mer die auf die­sen Teil et­wa ent­fal­len­de hö­he­re Prä­mie auf ers­tes Be­geh­ren des Ver­si­che­rers be­zahlt.
Nicht­ein­tritt der Fol­gen der Ge­fahr­s­er­hö­hung
Die an die Ge­fahr­s­er­hö­hung ge­knüpf­ten Rechts­fol­gen tre­ten nicht ein:
wenn die Ge­fahr­s­er­hö­hung auf den Ein­tritt des be­fürch­te­ten Er­eig­nis­ses und auf den Um­fang der dem Ver­si­che­rer ob­lie­gen­den Leis­tung kei­nen Ein­fluss aus­ge­übt hat;
wenn die Ge­fahr­s­er­hö­hung in der Ab­sicht, das In­ter­es­se des Ver­si­che­rers zu wah­ren, vor­ge­nom­men wor­den ist;
wenn die Ge­fahr­s­er­hö­hung durch ein Ge­bot der Mensch­lich­keit ver­an­lasst wor­den ist.
wenn der Ver­si­che­rer aus­drück­lich oder still­schwei­gend auf den Rück­tritt ver­zich­tet hat, ins­be­son­de­re wenn er, nach­dem ihm die Ge­fahr­s­er­hö­hung durch schrift­li­che An­zei­ge des Ver­si­che­rungs­neh­mers zur Kennt­nis ge­bracht wor­den ist, nicht bin­nen 14 Ta­gen dem Ver­si­che­rungs­neh­mer den Rück­tritt vom Ver­tra­ge an­ge­zeigt hat.
Um­fang der Ge­fahr
So­weit die­ses Ge­setz nicht an­ders be­stimmt, haf­tet der Ver­si­che­rer für al­le Er­eig­nis­se, wel­che die Merk­ma­le der Ge­fahr, ge­gen de­ren Fol­gen Ver­si­che­rung ge­nom­men wur­de, an sich tra­gen, es sei denn, dass der Ver­trag ein­zel­ne Er­eig­nis­se in be­stimm­ter, un­zwei­deu­ti­ger Fas­sung von der Ver­si­che­rung aus­sch­liesst.
Ver­ant­wort­lich­keit des Ver­si­che­rers für sei­ne Ver­mitt­ler
Ge­gen­über dem Ver­si­che­rungs­neh­mer hat der Ver­si­che­rer für das Ver­hal­ten sei­nes Ver­mitt­lers wie für sein ei­ge­nes ein­zu­ste­hen.
Re­vi­si­on der all­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen
Wer­den im Lau­fe der Ver­si­che­rung die all­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen der­sel­ben Ver­si­che­rungs­art ab­ge­än­dert, so kann der Ver­si­che­rungs­neh­mer ver­lan­gen, dass der Ver­trag zu den neu­en Be­din­gun­gen fort­ge­setzt wer­de. Er muss je­doch, wenn für die Ver­si­che­rung zu den neu­en Be­din­gun­gen ei­ne hö­he­re Ge­gen­leis­tung er­for­der­lich ist, das ent­spre­chen­de Ent­gelt ge­wäh­ren.
Ent­zug der Be­wil­li­gung zum Ge­schäfts­be­trieb; pri­vat­recht­li­che Fol­gen1
1Der Ver­si­che­rungs­neh­mer ist be­rech­tigt, vom Ver­trag zu­rück­zu­tre­ten, wenn dem Ver­si­che­rer die Be­wil­li­gung zum Ge­schäfts­be­trieb nach Ar­ti­kel 61 des Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­set­zes vom 17. De­zem­ber 20042 (VAG) ent­zo­gen wor­den ist.3
2Tritt der Ver­si­che­rungs­neh­mer vom Ver­tra­ge zu­rück, so kann er die be­zahl­te Prä­mie für die noch nicht ab­ge­lau­fe­ne Ver­si­che­rungs­zeit zu­rück­for­dern.
3Tritt der Ver­si­che­rungs­neh­mer von ei­nem Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­tra­ge zu­rück, so kann er das De­ckungs­ka­pi­tal zu­rück­for­dern.
4Dem Ver­si­che­rungs­neh­mer bleibt über­dies der An­spruch auf Scha­den­er­satz ge­wahrt.
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).
Kon­kurs des Ver­si­che­rers
1Wird über den Ver­si­che­rer der Kon­kurs er­öff­net, so er­lischt der Ver­trag mit dem Ab­lau­fe von vier Wo­chen, von dem Ta­ge an ge­rech­net, da die Kon­kurser­öff­nung be­kannt ge­macht wor­den ist.1
2Der Ver­si­che­rungs­neh­mer kann die in Ar­ti­kel 36 Ab­sät­ze 2 und 3 die­ses Ge­set­zes fest­ge­stell­te For­de­rung gel­tend ma­chen.
3Steht ihm aus der lau­fen­den Ver­si­che­rungs­pe­ri­ode ein Er­satz­an­spruch ge­gen den Ver­si­che­rer zu, so kann er nach sei­ner Wahl ent­we­der die­sen Er­satz­an­spruch oder je­ne For­de­rung gel­tend ma­chen.
4Über­dies blei­ben ihm Scha­den­er­satz­an­sprü­che vor­be­hal­ten.
1 Durch die Kon­kurser­öff­nung wer­den die zum Si­che­rungs­fonds bzw. zum schwei­ze­ri­schen Ver­si­che­rungs­be­stand ge­hö­ren­den Ver­si­che­run­gen nicht auf­ge­löst (Art. 55 VAG; SR 961.01).
An­zei­ge­pflicht nach Ein­tritt des be­fürch­te­ten Er­eig­nis­ses
1Ist das be­fürch­te­te Er­eig­nis ein­ge­tre­ten, so muss der An­spruchs­be­rech­tig­te, so­bald er von die­sem Er­eig­nis­se und sei­nem An­spru­che aus der Ver­si­che­rung Kennt­nis er­langt, den Ver­si­che­rer be­nach­rich­ti­gen. Der Ver­trag kann ver­fü­gen, dass die An­zei­ge schrift­lich er­stat­tet wer­den muss.
2Hat der An­spruchs­be­rech­tig­te die An­zei­ge­pflicht schuld­haf­ter­wei­se ver­letzt, so ist der Ver­si­che­rer be­fugt, die Ent­schä­di­gung um den Be­trag zu kür­zen, um den sie sich bei recht­zei­ti­ger An­zei­ge ge­min­dert ha­ben wür­de.
3Der Ver­si­che­rer ist an den Ver­trag nicht ge­bun­den, wenn der An­spruchs­be­rech­tig­te die un­ver­züg­li­che An­zei­ge in der Ab­sicht un­ter­las­sen hat, den Ver­si­che­rer an der recht­zei­ti­gen Fest­stel­lung der Um­stän­de, un­ter de­nen das be­fürch­te­te Er­eig­nis ein­ge­tre­ten ist, zu hin­dern.
Be­grün­dung des Ver­si­che­rungs­an­spru­ches
1Der An­spruchs­be­rech­tig­te muss auf Be­geh­ren des Ver­si­che­rers je­de Aus­kunft über sol­che ihm be­kann­te Tat­sa­chen er­tei­len, die zur Er­mitt­lung der Um­stän­de, un­ter de­nen das be­fürch­te­te Er­eig­nis ein­ge­tre­ten ist, oder zur Fest­stel­lung der Fol­gen des Er­eig­nis­ses dien­lich sind.
2Der Ver­trag kann ver­fü­gen:
dass der An­spruchs­be­rech­tig­te be­stimm­te Be­le­ge, de­ren Be­schaf­fung ihm oh­ne er­heb­li­che Kos­ten mög­lich ist, ins­be­son­de­re auch ärzt­li­che Be­schei­ni­gun­gen, bei­zu­brin­gen hat;
dass die in Ab­satz 1 und Ab­satz 2 Zif­fer 1 die­ses Ar­ti­kels vor­ge­se­he­nen Mit­tei­lun­gen, bei Ver­lust des Ver­si­che­rungs­an­spru­ches, bin­nen be­stimm­ter, an­ge­mes­se­ner Frist ge­macht wer­den müs­sen. Die Frist läuft von dem Ta­ge an, an dem der Ver­si­che­rer den An­spruchs­be­rech­tig­ten, un­ter An­dro­hung der Säum­nis­fol­gen, schrift­lich auf­ge­for­dert hat, die­se Mit­tei­lun­gen zu ma­chen.
Frü­her­fas­sung
1So­fern kein über­wie­gen­des Pri­vat­in­ter­es­se ent­ge­gen­steht, dür­fen zur Frü­her­fas­sung Da­ten an die zu­stän­di­ge IV-Stel­le be­kannt ge­ge­ben wer­den nach Ar­ti­kel 3b des Bun­des­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 19592 über die In­va­li­den­ver­si­che­rung (IVG).
2Es dür­fen nur die Da­ten be­kannt ge­ge­ben wer­den, wel­che für den in Fra­ge ste­hen­den Zweck er­for­der­lich sind. Un­ter die­ser Vor­aus­set­zung ist die Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung von ih­rer Schwei­ge­pflicht ent­bun­den.
3Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 6. Okt. 2006 (5. IV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5129; BBl 2005 4459).
In­ter- in­sti­tu­tio­nel­le Zu­sam­men­ar­beit
1So­fern kein über­wie­gen­des Pri­vat­in­ter­es­se ent­ge­gen­steht, dür­fen im Rah­men der in­ter­in­sti­tu­tio­nel­len Zu­sam­men­ar­beit nach Ar­ti­kel 68bis IVG2 Da­ten be­kannt ge­ge­ben wer­den an:
die IV-Stel­len;
die pri­va­ten Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen nach Ar­ti­kel 68bis Ab­satz 1 Buch­sta­be b IVG;
die Ein­rich­tun­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge nach Ar­ti­kel 68bis Ab­satz 1 Buch­sta­be c IVG.
3Die be­trof­fe­ne Per­son ist über die Da­ten­be­kannt­ga­be zu in­for­mie­ren.
Be­trü­ge­ri­sche Be­grün­dung des Ver­si­che­rungs­an­spru­ches
Hat der An­spruchs­be­rech­tig­te oder sein Ver­tre­ter Tat­sa­chen, wel­che die Leis­tungs­pflicht des Ver­si­che­rers aus­sch­lies­sen oder min­dern wür­den, zum Zwe­cke der Täu­schung un­rich­tig mit­ge­teilt oder ver­schwie­gen oder hat er die ihm nach Mass­ga­be des Ar­ti­kels 39 die­ses Ge­set­zes ob­lie­gen­den Mit­tei­lun­gen zum Zwe­cke der Täu­schung zu spät oder gar nicht ge­macht, so ist der Ver­si­che­rer ge­gen­über dem An­spruchs­be­rech­tig­ten an den Ver­trag nicht ge­bun­den.
Fäl­lig­keit des Ver­si­che­rungs­an­spru­ches
1Die For­de­rung aus dem Ver­si­che­rungs­ver­tra­ge wird mit dem Ab­lau­fe von vier Wo­chen, von dem Zeit­punk­te an ge­rech­net, fäl­lig, in dem der Ver­si­che­rer An­ga­ben er­hal­ten hat, aus de­nen er sich von der Rich­tig­keit des An­spru­ches über­zeu­gen kann.
2Die Ver­trags­a­b­re­de, dass der Ver­si­che­rungs­an­spruch erst nach An­er­ken­nung durch den Ver­si­che­rer oder nach rechts­kräf­ti­ger Ver­ur­tei­lung des Ver­si­che­rers fäl­lig wer­de, ist un­gül­tig.
Teil­scha­den
1Ist nur ein Teil­scha­den ein­ge­tre­ten und wird da­für Er­satz be­an­sprucht, so ist der Ver­si­che­rer wie der Ver­si­che­rungs­neh­mer be­rech­tigt, spä­tes­tens bei der Aus­zah­lung der Ent­schä­di­gung vom Ver­tra­ge zu­rück­zu­tre­ten.
2Wird der Ver­trag ge­kün­digt, so er­lischt die Haf­tung des Ver­si­che­rers 14 Ta­ge, nach­dem der an­de­ren Par­tei die Kün­di­gung mit­ge­teilt wur­de.1
3Dem Ver­si­che­rer bleibt der An­spruch auf die Prä­mie für die lau­fen­de Ver­si­che­rungs­pe­ri­ode ge­wahrt, falls der Ver­si­che­rungs­neh­mer den Ver­trag wäh­rend des auf den Ver­trags­ab­schluss fol­gen­den Jah­res kün­digt.2
4Tritt we­der der Ver­si­che­rer noch der Ver­si­che­rungs­neh­mer vom Ver­tra­ge zu­rück, so haf­tet der Ver­si­che­rer für die Fol­ge­zeit, wenn nichts an­de­res ver­ein­bart ist, mit dem Rest­be­tra­ge der Ver­si­che­rungs­s­um­me.
Mit­tei­lun­gen des Ver­si­che­rers
Die Mit­tei­lun­gen, die der Ver­si­che­rer nach Mass­ga­be die­ses Ge­set­zes dem Ver­si­che­rungs­neh­mer oder dem An­spruchs­be­rech­tig­ten zu ma­chen hat, er­fol­gen gül­tig an die dem Ver­si­che­rer be­kann­te letz­te Adres­se.
Mit­tei­lun­gen des Ver­si­che­rungs­neh­mers oder An­spruchs­be­rech­tig­ten; Mel­de­stel­len
1Der Ver­si­che­rer ist ver­pflich­tet, für al­le Mit­tei­lun­gen, die ihm nach Mass­ga­be des Ver­tra­ges oder die­ses Ge­set­zes ge­macht wer­den müs­sen, min­des­tens ei­ne in­län­di­sche Mel­de­stel­le zu be­zeich­nen und dem Ver­si­che­rungs­neh­mer, so­wie dem An­spruchs­be­rech­tig­ten, der sei­ne Rech­te beim Ver­si­che­rer schrift­lich an­ge­mel­det hat, zur Kennt­nis zu brin­gen.
2Kommt der Ver­si­che­rer die­sen Ver­pflich­tun­gen nicht nach, so tre­ten die Fol­gen nicht ein, die nach Mass­ga­be des Ver­tra­ges oder die­ses Ge­set­zes für den Fall vor­ge­se­hen sind, dass ei­ne Mit­tei­lung gar nicht oder ver­spä­tet er­stat­tet wird.
3Der Ver­si­che­rungs­neh­mer oder der An­spruchs­be­rech­tig­te kann die ihm ob­lie­gen­den Mit­tei­lun­gen, nach sei­ner Wahl, ent­we­der der be­zeich­ne­ten Mel­de­stel­le oder dem Ver­si­che­rer di­rekt oder je­dem Agen­ten des Ver­si­che­rers er­stat­ten. Durch Ver­ein­ba­rung der Par­tei­en kann die Be­fug­nis des Agen­ten, für den Ver­si­che­rer Mit­tei­lun­gen ent­ge­gen­zu­neh­men, aus­ge­schlos­sen wer­den.
Un­ver­schul­de­te Ver­trags­ver­let­zung
1Ist ver­ein­bart wor­den, dass der Ver­si­che­rungs­neh­mer oder der An­spruchs­be­rech­tig­te we­gen Ver­let­zung ei­ner Ob­lie­gen­heit von ei­nem Rechts­nach­teil be­trof­fen wird, so tritt die­ser Nach­teil nicht ein, wenn die Ver­let­zung den Um­stän­den nach als ei­ne un­ver­schul­de­te an­zu­se­hen ist.
2Die we­gen Zah­lungs­un­fä­hig­keit des Prä­mi­en­schuld­ners ver­säum­te Prä­mi­en­zah­lung gilt nicht als un­ver­schul­det.
3Wo der Ver­trag oder die­ses Ge­setz den Be­stand ei­nes Rech­tes aus der Ver­si­che­rung an die Be­ob­ach­tung ei­ner Frist knüpft, ist der Ver­si­che­rungs­neh­mer oder der An­spruchs­be­rech­tig­te be­fugt, die oh­ne Ver­schul­den ver­säum­te Hand­lung so­fort nach Be­sei­ti­gung des Hin­der­nis­ses nach­zu­ho­len.
Ver­jäh­rung und Be­fris­tung
1Die For­de­run­gen aus dem Ver­si­che­rungs­ver­tra­ge ver­jäh­ren in zwei Jah­ren nach Ein­tritt der Tat­sa­che, wel­che die Leis­tungs­pflicht be­grün­det. Ar­ti­kel 41 des Bun­des­ge­set­zes vom 25. Ju­ni 19821 über die be­ruf­li­che Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge bleibt vor­be­hal­ten.2
2Ver­trags­a­b­re­den, die den An­spruch ge­gen den Ver­si­che­rer ei­ner kür­zern Ver­jäh­rung oder ei­ner zeit­lich kür­zern Be­schrän­kung un­ter­wer­fen, sind un­gül­tig. Vor­be­hal­ten bleibt die Be­stim­mung des Ar­ti­kels 39 Ab­satz 2 Zif­fer 2 die­ses Ge­set­zes.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. 3 des An­hangs zum BG vom 25. Ju­ni 1982 über die be­ruf­li­che Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge, in Kraft seit 1. Jan. 1985 (AS 1983 797 827 Art. 1 Abs. 1; BBl 1976 I 149).
Er­fül­lungs­ort
Die Ver­si­che­rer müs­sen ih­re Ver­pflich­tun­gen aus Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen am schwei­ze­ri­schen Wohn­sitz des Ver­si­cher­ten oder Ver­si­che­rungs­neh­mers er­fül­len. Der Ge­richts­stand rich­tet sich nach dem Ge­richts­stands­ge­setz vom 24. März 20002.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. 3 des An­hangs zum Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­setz vom 23. Ju­ni 1978 (AS 1978 1836; BBl 1976 II 873). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).
2 [AS 2000 2355, 2004 2617 An­hang Ziff. 3, 2005 5685 An­hang Ziff. 14, 2006 5379 An­hang Ziff. II 2. AS 2010 1739 An­hang 1 Ziff. 1]. Sie­he heu­te: die Zi­vil­pro­zess­ord­nung (SR 272).
Still­schwei­gen­de Ver­trags­er­neue­rung
Die Ab­re­de, dass der Ver­si­che­rungs­ver­trag man­gels Kün­di­gung als er­neu­ert gel­ten soll, ist in­so­weit nich­tig, als die Er­neue­rung für mehr als je ein Jahr aus­be­dun­gen wird.
Ver­si­cher­ten­num­mer der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung (AHV)
Dem VAG2 un­ter­ste­hen­de pri­va­te Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men sind nur be­rech­tigt, die Ver­si­cher­ten­num­mer der AHV nach den Be­stim­mun­gen des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19463 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung für die Durch­füh­rung der pri­va­ten Zu­satz­ver­si­che­run­gen im Rah­men der Kran­ken­ver­si­che­rung oder der Un­fall­ver­si­che­rung sys­te­ma­tisch zu ver­wen­den, wenn sie:
die in Ar­ti­kel 12 Ab­satz 2 des Bun­des­ge­set­zes vom 18. März 19944 über die Kran­ken­ver­si­che­rung (KVG) vor­ge­se­he­nen Zu­satz­ver­si­che­run­gen zur so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung an­bie­ten;
nach Ar­ti­kel 68 Ab­satz 2 des Bun­des­ge­set­zes vom 20. März 19815 über die Un­fall­ver­si­che­rung (UVG) im Re­gis­ter der UVG-Ver­si­che­rer ein­ge­tra­gen sind und die Zu­satz­ver­si­che­run­gen zum UVG an­bie­ten.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 23. Ju­ni 2006 (Neue AHV-Ver­si­cher­ten­num­mer), in Kraft seit 1. Dez. 2007 (AS 2007 5259; BBl 2006 501).
4 SR 832.10. Die­ser Art. ist heu­te auf­ge­ho­ben. Sie­he seit dem 1. Jan. 2016: Art. 2 Abs. 2 des Kran­ken­ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­set­zes vom 26. Sept. 2014 (SR 832.12).
II. Besondere Bestimmungen über die Schadensversicherung
Ge­gen­stand der Ver­si­che­rung
Ge­gen­stand der Scha­dens­ver­si­che­rung kann je­des wirt­schaft­li­che In­ter­es­se sein, das je­mand am Aus­blei­ben ei­nes be­fürch­te­ten Er­eig­nis­ses hat.
Ver­si­che­rungs­wert
1Der Wert, den das ver­si­cher­te In­ter­es­se zur Zeit des Ver­trags­ab­schlus­ses hat, ist der Ver­si­che­rungs­wert.
2Be­steht das ver­si­cher­te In­ter­es­se dar­in, dass ei­ne Sa­che nicht be­schä­digt oder ver­nich­tet wird, so gilt im Zwei­fel das­je­ni­ge In­ter­es­se als ver­si­chert, das ein Ei­gen­tü­mer der Sa­che an de­ren Er­hal­tung hat.
Ver­min­de­rung des Ver­si­che­rungs­wer­tes
1Hat sich im Lau­fe der Ver­si­che­rung der Ver­si­che­rungs­wert we­sent­lich ver­min­dert, so kann so­wohl der Ver­si­che­rer wie der Ver­si­che­rungs­neh­mer die ver­hält­nis­mäs­si­ge Her­ab­set­zung der Ver­si­che­rungs­s­um­me ver­lan­gen.
2Die Prä­mie ist für die künf­ti­gen Ver­si­che­rungs­pe­ri­oden ent­spre­chend zu er­mäs­si­gen.
Über­ver­si­che­rung
Über­steigt die Ver­si­che­rungs­s­um­me den Ver­si­che­rungs­wert (Über­ver­si­che­rung), so ist der Ver­si­che­rer ge­gen­über dem Ver­si­che­rungs­neh­mer an den Ver­trag nicht ge­bun­den, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer den Ver­trag in der Ab­sicht ab­ge­schlos­sen hat, sich aus der Über­ver­si­che­rung einen rechts­wid­ri­gen Ver­mö­gens­vor­teil zu ver­schaf­fen. Der Ver­si­che­rer hat auf die gan­ze ver­ein­bar­te Ge­gen­leis­tung An­spruch.
Kon­troll­mass­nah­men
Ist ei­ne Über­ver­si­che­rung ge­gen Feu­ers­ge­fahr ab­ge­schlos­sen wor­den, so ist die nach kan­to­na­lem Rech­te zu­stän­di­ge Be­hör­de be­fugt, die Ver­si­che­rungs­s­um­me auf Grund ei­ner amt­li­chen Schät­zung auf den Be­trag des Ver­si­che­rungs­wer­tes her­ab­zu­set­zen, wenn die Über­ver­si­che­rung nicht als ge­recht­fer­tigt er­scheint.
Dop­pel­ver­si­che­rung
1Wird das­sel­be In­ter­es­se ge­gen die­sel­be Ge­fahr und für die­sel­be Zeit bei mehr als ei­nem Ver­si­che­rer der­ge­stalt ver­si­chert, dass die Ver­si­che­rungs­s­um­men zu­sam­men den Ver­si­che­rungs­wert über­stei­gen (Dop­pel­ver­si­che­rung), so ist der Ver­si­che­rungs­neh­mer ver­pflich­tet, hier­von al­len Ver­si­che­rern oh­ne Ver­zug schrift­lich Kennt­nis zu ge­ben.
2Hat der Ver­si­che­rungs­neh­mer die­se An­zei­ge ab­sicht­lich un­ter­las­sen oder die Dop­pel­ver­si­che­rung in der Ab­sicht ab­ge­schlos­sen, sich dar­aus einen rechts­wid­ri­gen Ver­mö­gens­vor­teil zu ver­schaf­fen, so sind die Ver­si­che­rer ge­gen­über dem Ver­si­che­rungs­neh­mer an den Ver­trag nicht ge­bun­den.
3Je­der Ver­si­che­rer hat auf die gan­ze ver­ein­bar­te Ge­gen­leis­tung An­spruch.
Hand­än­de­rung
1Wech­selt der Ge­gen­stand des Ver­tra­ges den Ei­gen­tü­mer, so ge­hen die Rech­te und Pflich­ten aus dem Ver­si­che­rungs­ver­trag auf den neu­en Ei­gen­tü­mer über.
2Der neue Ei­gen­tü­mer kann den Über­gang des Ver­tra­ges durch ei­ne schrift­li­che Er­klä­rung bis spä­tes­tens 30 Ta­ge nach der Hand­än­de­rung ab­leh­nen.
3Das Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men kann den Ver­trag in­nert 14 Ta­gen nach Kennt­nis des neu­en Ei­gen­tü­mers kün­di­gen. Der Ver­trag en­det frühs­tens 30 Ta­ge nach der Kün­di­gung.
4Ist mit der Hand­än­de­rung ei­ne Ge­fahr­s­er­hö­hung ver­bun­den, so gel­ten die Ar­ti­kel 28-32 sinn­ge­mä­ss.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Dez. 2008, in Kraft seit 1. Ju­li 2009 (AS 2009 2799; BBl 2008 7693 7703).
Kon­kurs des Ver­si­che­rungs­neh­mers
1Fällt der Ver­si­che­rungs­neh­mer in Kon­kurs, so en­det der Ver­trag mit der Kon­kurser­öff­nung.1
2Be­fin­den sich un­ter den ver­si­cher­ten Sa­chen un­pfänd­ba­re Ver­mö­gens­stücke (Art. 92 des BG vom 11. April 18892 über Schuld­be­trei­bung und Kon­kurs), so ver­bleibt der für die­se Ver­mö­gens­stücke be­grün­de­te Ver­si­che­rungs­an­spruch dem Ge­mein­schuld­ner und sei­ner Fa­mi­lie.
Pfän­dung und Ar­rest
Ist ei­ne ver­si­cher­te Sa­che auf dem We­ge der Schuld­be­trei­bung ge­pfän­det oder mit Ar­rest be­legt wor­den, so kann der Ver­si­che­rer, wenn er hier­von recht­zei­tig be­nach­rich­tigt wird, die Er­satz­leis­tung gül­tig nur an das Be­trei­bungs­amt aus­rich­ten.
Pfand­recht an der ver­si­cher­ten Sa­che
1Ist ei­ne ver­pfän­de­te Sa­che ver­si­chert, so er­streckt sich das Pfand­recht des Gläu­bi­gers so­wohl auf den Ver­si­che­rungs­an­spruch des Ver­pfän­ders als auch auf die aus der Ent­schä­di­gung an­ge­schaff­ten Er­satz­stücke.
2Ist das Pfand­recht beim Ver­si­che­rer an­ge­mel­det wor­den, so darf der Ver­si­che­rer die Ent­schä­di­gung nur mit Zu­stim­mung des Pfand­gläu­bi­gers oder ge­gen Si­cher­stel­lung des­sel­ben an den Ver­si­cher­ten aus­rich­ten.
Vor­be­halt zu­guns­ten des kan­to­na­len Rech­tes
Die Vor­schrif­ten der kan­to­na­len Ge­set­ze, wo­nach das ding­li­che Recht, das an der ver­si­cher­ten Sa­che be­steht, auf den Ver­si­che­rungs­an­spruch und die Ver­si­che­rungs­s­um­me aus­ge­dehnt wird, so­wie die Be­stim­mun­gen, durch die der An­spruch des Be­rech­tig­ten ge­si­chert wird, blei­ben vor­be­hal­ten.
a. Um­fang
Hat sich der Ver­si­che­rungs­neh­mer ge­gen die Fol­gen der mit ei­nem ge­werb­li­chen Be­trie­be ver­bun­de­nen ge­setz­li­chen Haft­pflicht ver­si­chert, so er­streckt sich die Ver­si­che­rung auch auf die Haft­pflicht der Ver­tre­ter des Ver­si­che­rungs­neh­mers so­wie auf die Haft­pflicht der mit der Lei­tung oder Be­auf­sich­ti­gung des Be­trie­bes be­trau­ten Per­so­nen.
b. Ge­setz­li­ches Pfand­recht des ge­schä­dig­ten Drit­ten
1An dem Er­satz­an­spru­che, der dem Ver­si­che­rungs­neh­mer aus der Ver­si­che­rung ge­gen die Fol­gen ge­setz­li­cher Haft­pflicht zu­steht, be­sitzt der ge­schä­dig­te Drit­te im Um­fan­ge sei­ner Scha­den­er­satz­for­de­rung Pfand­recht. Der Ver­si­che­rer ist be­rech­tigt, die Er­satz­leis­tung di­rekt an den ge­schä­dig­ten Drit­ten aus­zu­rich­ten.
2Der Ver­si­che­rer ist für je­de Hand­lung, durch die er den Drit­ten in sei­nem Rech­te ver­kürzt, ver­ant­wort­lich.
Ret­tungs­pflicht
1Der An­spruchs­be­rech­tig­te ist ver­pflich­tet, nach Ein­tritt des be­fürch­te­ten Er­eig­nis­ses tun­lichst für Min­de­rung des Scha­dens zu sor­gen. Er muss, wenn nicht Ge­fahr im Ver­zu­ge liegt, über die zu er­grei­fen­den Mass­re­geln die Wei­sung des Ver­si­che­rers ein­ho­len und be­fol­gen.
2Hat der An­spruchs­be­rech­tig­te die­se Pflich­ten in nicht zu ent­schul­di­gen­der Wei­se ver­letzt, so ist der Ver­si­che­rer be­rech­tigt, die Ent­schä­di­gung um den Be­trag zu kür­zen, um den sie sich bei Er­fül­lung je­ner Ob­lie­gen­hei­ten ver­min­dert hät­te.
Er­satz­wert
Der Er­satz­wert ist auf Grund­la­ge des Wer­tes zu be­mes­sen, den das ver­si­cher­te In­ter­es­se zur Zeit des Ein­trit­tes des be­fürch­te­ten Er­eig­nis­ses ge­habt hat.
b. Feu­er­ver­si­che­rung
1In der Feu­er­ver­si­che­rung ist der Er­satz­wert:
bei Wa­ren und Na­tur­er­zeug­nis­sen der Markt­preis;
bei Ge­bäu­den der orts­üb­li­che Bau­wert, nach Ab­zug der seit der Er­bau­ung ein­ge­tre­te­nen bau­li­chen Wert­ver­min­de­rung. Wird das Ge­bäu­de nicht wie­der auf­ge­baut, so darf der Er­satz­wert den Ver­kehrs­wert nicht über­stei­gen;
bei Mo­bi­li­ar, Ge­brauchs­ge­gen­stän­den, Ar­beits­ge­rät­schaf­ten und Ma­schi­nen der­je­ni­ge Be­trag, den die Neu­an­schaf­fung er­for­dern wür­de. Ha­ben in­des­sen die ver­si­cher­ten Ge­gen­stän­de durch Ab­nut­zung oder aus an­dern Grün­den ei­ne Wert­ver­min­de­rung er­lit­ten, so ist die­se bei Er­mitt­lung des Er­satz­wer­tes in bil­li­ge Be­rück­sich­ti­gung zu zie­hen.
2Als Feu­er­scha­den ist auch der­je­ni­ge Scha­den an­zu­se­hen, der durch Lö­schen des Feu­ers oder durch not­wen­di­ges Aus­räu­men ein­tritt und in der Ver­nich­tung, Be­schä­di­gung oder in dem Ab­han­den­kom­men der Sa­che be­steht.
c. An­de­re Ver­si­che­rungs­ar­ten
1Bei der Wa­ren­trans­port­ver­si­che­rung ist der Wert der Sa­che am Be­stim­mungs­or­te mass­ge­bend.
2Bei der Vieh­ver­si­che­rung ist der Wert zur Zeit der Er­kran­kung oder des Un­falls des Tie­res mass­ge­bend.
3Ist ein künf­ti­ger Ge­winn ver­si­chert wor­den, so ist der Fest­stel­lung des Scha­dens der Ge­winn zu­grun­de zu le­gen, der bei Ge­lin­gen des Un­ter­neh­mens er­zielt wor­den wä­re.
4Ist ein künf­ti­ger Er­trag ver­si­chert wor­den, so ist der Fest­stel­lung des Scha­dens der Er­trag zu­grun­de zu le­gen, der sich bei Aus­blei­ben des be­fürch­te­ten Er­eig­nis­ses er­ge­ben hät­te.
5Von dem Er­satz­wer­te sind all­fäl­li­ge durch den Ein­tritt des be­fürch­te­ten Er­eig­nis­ses er­spar­te Un­kos­ten in Ab­zug zu brin­gen.
d. Ver­ein­ba­rung über den Er­satz­wert
1Ha­ben die Par­tei­en den Ver­si­che­rungs­wert durch be­son­de­re Ver­ein­ba­rung fest­ge­stellt, so gilt der ver­ein­bar­te Wert auch als Er­satz­wert, so­fern der Ver­si­che­rer nicht be­weist, dass der Er­satz­wert nach Mass­ga­be der Vor­schrif­ten der Ar­ti­kel 62-64 und 66 die­ses Ge­set­zes ge­rin­ger ist als der Ver­si­che­rungs­wert.
2Ei­ne sol­che Ver­ein­ba­rung ist un­gül­tig, wenn ein künf­ti­ger Er­trag oder Ge­winn ge­gen Feu­ers­ge­fahr ver­si­chert wird.
Gat­tungs­sa­chen
Ist die ver­si­cher­te Sa­che der Gat­tung nach be­stimmt, so fal­len al­le zur Zeit des Ein­trit­tes des be­fürch­te­ten Er­eig­nis­ses zur Gat­tung ge­hö­ren­den Ge­gen­stän­de un­ter die Ver­si­che­rung.
Scha­den­ser­mitt­lung
1Der Ver­si­che­rer so­wohl als der An­spruchs­be­rech­tig­te kann ver­lan­gen, dass der Scha­den von den Par­tei­en oh­ne Ver­zug fest­ge­stellt wer­de. Sind land­wirt­schaft­li­che Er­zeug­nis­se nur teil­wei­se ver­nich­tet wor­den, ins­be­son­de­re durch Ha­gel­schlag, so ist auf Be­geh­ren der einen oder an­dern Par­tei die Ab­schät­zung des Scha­dens bis zur Ern­te auf­zu­schie­ben.
2Wei­gert sich ei­ne Par­tei, bei der Fest­stel­lung des Scha­dens mit­zu­wir­ken, oder kön­nen sich die Par­tei­en über die Grös­se des ent­stan­de­nen Scha­dens nicht ei­ni­gen, so ist, vor­be­hält­lich be­son­de­rer Ver­ein­ba­run­gen, der Scha­den durch ge­richt­lich be­stell­te Sach­ver­stän­di­ge zu er­mit­teln.
3Der Ver­si­che­rer geht da­durch, dass er bei der Fest­stel­lung des Scha­dens mit­wirkt, der Ein­re­den, die ihm ge­gen die Ent­schä­di­gungs­for­de­rung des An­spruchs­be­rech­tig­ten zu­ste­hen, nicht ver­lus­tig.
4Die Ver­ein­ba­rung, dass der An­spruchs­be­rech­tig­te bei den Ver­hand­lun­gen zur Fest­stel­lung des Scha­dens sich nicht ver­bei­stän­den las­sen darf, ist un­gül­tig.
5Die Kos­ten der Scha­den­ser­mitt­lung tra­gen die Par­tei­en zu glei­chen Tei­len.
Ver­än­de­rungs­ver­bot
1Be­vor der Scha­den er­mit­telt ist, darf der An­spruchs­be­rech­tig­te oh­ne Zu­stim­mung des Ver­si­che­rers an den be­schä­dig­ten Ge­gen­stän­den kei­ne Ver­än­de­rung vor­neh­men, wel­che die Fest­stel­lung der Scha­den­s­ur­sa­che oder des Scha­dens er­schwe­ren oder ver­ei­teln könn­te, es sei denn, dass die Ver­än­de­rung zum Zwe­cke der Scha­dens­min­de­rung oder im öf­fent­li­chen In­ter­es­se als ge­bo­ten er­scheint.
2Han­delt der An­spruchs­be­rech­tig­te die­ser Pflicht in be­trü­ge­ri­scher Ab­sicht zu­wi­der, so ist der Ver­si­che­rer an den Ver­trag nicht ge­bun­den.
Ver­si­che­rungs­s­um­me; Er­satz­pflicht bei Un­ter­ver­si­che­rung
1So­weit der Ver­trag oder die­ses Ge­setz (Art. 70) nicht an­ders be­stimmt, haf­tet der Ver­si­che­rer für den Scha­den nur bis auf die Hö­he der Ver­si­che­rungs­s­um­me.
2Er­reicht die Ver­si­che­rungs­s­um­me den Er­satz­wert nicht (Un­ter­ver­si­che­rung), so ist der Scha­den, wenn nichts an­de­res ver­ein­bart ist, in dem Ver­hält­nis­se zu er­set­zen, in dem die Ver­si­che­rungs­s­um­me zum Er­satz­wer­te steht.
Ret­tungs­kos­ten
1Der Ver­si­che­rer ist ge­hal­ten, dem An­spruchs­be­rech­tig­ten die zum Zwe­cke der Scha­dens­min­de­rung (Art. 61) nicht of­fen­bar un­zweck­mäs­sig auf­ge­wende­ten Kos­ten auch dann zu ver­gü­ten, wenn die ge­trof­fe­nen Mass­nah­men oh­ne Er­folg ge­blie­ben sind, oder wenn die­se Kos­ten und der Scha­den­er­satz zu­sam­men den Be­trag der Ver­si­che­rungs­s­um­me über­stei­gen.
2Er­reicht die Ver­si­che­rungs­s­um­me den Er­satz­wert nicht, so trägt der Ver­si­che­rer die Kos­ten in dem Ver­hält­nis­se, in dem die Ver­si­che­rungs­s­um­me zum Er­satz­wer­te steht.
Er­satz­pflicht bei Dop­pel­ver­si­che­rung
1Bei Dop­pel­ver­si­che­rung (Art. 53) haf­tet je­der Ver­si­che­rer für den Scha­den in dem Ver­hält­nis­se, in dem sei­ne Ver­si­che­rungs­s­um­me zum Ge­samt­be­tra­ge der Ver­si­che­rungs­s­um­men steht.
2Ist ei­ner der Ver­si­che­rer zah­lungs­un­fä­hig ge­wor­den, so haf­ten, un­ter Vor­be­halt der Be­stim­mung des Ar­ti­kels 70 Ab­satz 2 die­ses Ge­set­zes, die üb­ri­gen Ver­si­che­rer in dem Ver­hält­nis­se, in dem die von ih­nen ver­si­cher­ten Sum­men zu­ein­an­der ste­hen, bis auf die Hö­he ih­rer Ver­si­che­rungs­s­um­me für den An­teil des zah­lungs­un­fä­hi­gen Ver­si­che­rers. Die For­de­rung, die dem An­spruchs­be­rech­tig­ten ge­gen die­sen Ver­si­che­rer zu­steht, geht auf die Ver­si­che­rer, die Er­satz ge­leis­tet ha­ben, über.
3Ist das be­fürch­te­te Er­eig­nis ein­ge­tre­ten, so darf der An­spruchs­be­rech­tig­te kei­ne Ver­si­che­rung zu­un­guns­ten der üb­ri­gen Ver­si­che­rer auf­he­ben oder ab­än­dern.
Re­gress­recht des Ver­si­che­rers
1Auf den Ver­si­che­rer geht in­so­weit, als er Ent­schä­di­gung ge­leis­tet hat, der Er­satz­an­spruch über, der dem An­spruchs­be­rech­tig­ten ge­gen­über Drit­ten aus un­er­laub­ter Hand­lung zu­steht.
2Der An­spruchs­be­rech­tig­te ist für je­de Hand­lung, durch die er die­ses Recht des Ver­si­che­rers ver­kürzt, ver­ant­wort­lich.
3Die Be­stim­mung des ers­ten Ab­sat­zes fin­det kei­ne An­wen­dung, wenn der Scha­den durch ei­ne Per­son leicht­fahr­läs­sig her­bei­ge­führt wor­den ist, die mit dem An­spruchs­be­rech­tig­ten in häus­li­cher Ge­mein­schaft lebt oder für de­ren Hand­lun­gen der An­spruchs­be­rech­tig­te ein­ste­hen muss.
III. Besondere Bestimmungen über die Personenversicherung
Recht­li­che Na­tur der Po­li­ce; Ab­tre­tung und Ver­pfän­dung
1Der An­spruch aus ei­nem Per­so­nen­ver­si­che­rungs­ver­tra­ge kann we­der durch In­dos­sie­rung noch durch ein­fa­che Über­ga­be der Po­li­ce ab­ge­tre­ten oder ver­pfän­det wer­den. Ab­tre­tung und Ver­pfän­dung be­dür­fen zu ih­rer Gül­tig­keit der schrift­li­chen Form und der Über­ga­be der Po­li­ce so­wie der schrift­li­chen An­zei­ge an den Ver­si­che­rer.
2Be­stimmt die Po­li­ce, dass der Ver­si­che­rer an den In­ha­ber leis­ten darf, so ist der gut­gläu­bi­ge Ver­si­che­rer be­fugt, je­den In­ha­ber als an­spruchs­be­rech­tigt zu be­trach­ten.
Ver­si­che­rung auf frem­des Le­ben
1Die Ver­si­che­rung auf frem­des Le­ben ist un­gül­tig, wenn nicht der­je­ni­ge, auf des­sen Tod die Ver­si­che­rung ge­stellt ist, vor Ab­schluss des Ver­tra­ges schrift­lich sei­ne Zu­stim­mung er­teilt hat. Ist die Ver­si­che­rung auf den Tod ei­ner hand­lungs­un­fä­hi­gen Per­son ge­stellt, so ist die schrift­li­che Zu­stim­mung des ge­setz­li­chen Ver­tre­ters er­for­der­lich.
2Der Ver­si­che­rungs­an­spruch kann da­ge­gen oh­ne Zu­stim­mung des Drit­ten ab­ge­tre­ten wer­den.
3Der Ver­trag kann ver­fü­gen, dass die Be­stim­mun­gen der Ar­ti­kel 6 und 28 die­ses Ge­set­zes auch dann zur An­wen­dung kom­men, wenn der­je­ni­ge, auf des­sen Tod die Ver­si­che­rung ge­stellt ist, die An­zei­ge­pflicht ver­letzt oder die Ge­fahr­s­er­hö­hung her­bei­ge­führt hat.
Un­rich­ti­ge Al­ter­s­an­ga­be
1We­gen un­rich­ti­ger An­ga­be des Al­ters kann der Ver­si­che­rer nur dann vom Ver­tra­ge zu­rück­tre­ten, wenn das wirk­li­che Al­ter beim Ein­trit­te aus­ser­halb der von ihm fest­ge­stell­ten Auf­nah­me­gren­zen liegt.
2Liegt da­ge­gen das Ein­tritts­al­ter in­ner­halb die­ser Gren­zen, so gel­ten fol­gen­de Be­stim­mun­gen:
Ist in­fol­ge un­rich­ti­ger An­ga­be des Al­ters ei­ne nied­ri­ge­re Prä­mie ent­rich­tet wor­den, als auf Grund des rich­ti­gen Ein­tritts­al­ters hät­te be­zahlt wer­den müs­sen, so ist die Ge­gen­leis­tung des Ver­si­che­rers im Ver­hält­nis­se der ver­ein­bar­ten Prä­mie zu der Ta­rif­prä­mie des rich­ti­gen Ein­tritts­al­ters her­ab­zu­set­zen. Hat der Ver­si­che­rer be­reits er­füllt, so ist er be­rech­tigt, den Be­trag, den er nach die­ser Be­rech­nungs­wei­se zu viel be­zahlt hat, samt Zins zu­rück­zu­for­dern.
Ist in­fol­ge un­rich­ti­ger An­ga­be des Al­ters ei­ne hö­he­re Prä­mie ent­rich­tet wor­den, als auf Grund des rich­ti­gen Ein­tritts­al­ters hät­te be­zahlt wer­den müs­sen, so ist der Ver­si­che­rer ver­pflich­tet, die Dif­fe­renz zwi­schen dem vor­han­de­nen und dem für das rich­ti­ge Ein­tritts­al­ter not­wen­di­gen De­ckungs­ka­pi­tal zu­rück­zu­er­stat­ten. Künf­ti­ge Prä­mi­en sind nach Mass­ga­be des rich­ti­gen Ein­tritts­al­ters her­ab­zu­set­zen.
Den in den Zif­fern 1 und 2 die­ses Ar­ti­kels vor­ge­se­he­nen Be­rech­nun­gen sind die Ta­ri­fe zu­grun­de zu le­gen, die zur Zeit des Ver­trags­ab­schlus­ses ge­gol­ten ha­ben.
Ver­si­che­rung zu­guns­ten Drit­ter
a. Grund­la­ge. Um­fang der Be­güns­ti­gung
1Der Ver­si­che­rungs­neh­mer ist be­fugt, oh­ne Zu­stim­mung des Ver­si­che­rers einen Drit­ten als Be­güns­tig­ten zu be­zeich­nen.1
2Die Be­güns­ti­gung kann sich auf den ge­sam­ten Ver­si­che­rungs­an­spruch oder nur auf einen Teil des­sel­ben be­zie­hen.
1 Sie­he je­doch Art. 1 der V vom 1. März 1966 über die Auf­he­bung von Be­schrän­kun­gen der Ver­trags­frei­heit in Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen (SR 221.229.11).
b. Ver­fü­gungs­be­fug­nis des Ver­si­che­rungs­neh­mers
1Der Ver­si­che­rungs­neh­mer kann auch dann, wenn ein Drit­ter als Be­güns­tig­ter be­zeich­net ist, über den An­spruch aus der Ver­si­che­rung un­ter Le­ben­den und von To­des we­gen frei ver­fü­gen.1
2Das Recht, die Be­güns­ti­gung zu wi­der­ru­fen, fällt nur dann da­hin, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer in der Po­li­ce auf den Wi­der­ruf un­ter­schrift­lich ver­zich­tet und die Po­li­ce dem Be­güns­tig­ten über­ge­ben hat.
c. Na­tur des dem Be­güns­tig­ten zu­ste­hen­den Rech­tes
Die Be­güns­ti­gung be­grün­det, un­ter Vor­be­halt von Ver­fü­gun­gen nach Ar­ti­kel 77 Ab­satz 1 die­ses Ge­set­zes, für den Be­güns­tig­ten ein ei­ge­nes Recht auf den ihm zu­ge­wie­se­nen Ver­si­che­rungs­an­spruch.
d. Ge­setz­li­che Er­lö­schungs­grün­de
1Die Be­güns­ti­gung er­lischt mit der Pfän­dung des Ver­si­che­rungs­an­spru­ches und mit der Kon­kurser­öff­nung, über den Ver­si­che­rungs­neh­mer. Sie lebt wie­der auf, wenn die Pfän­dung da­hin­fällt oder der Kon­kurs wi­der­ru­fen wird.
2Hat der Ver­si­che­rungs­neh­mer auf das Recht, die Be­güns­ti­gung zu wi­der­ru­fen, ver­zich­tet, so un­ter­liegt der durch die Be­güns­ti­gung be­grün­de­te Ver­si­che­rungs­an­spruch nicht der Zwangs­voll­stre­ckung zu­guns­ten der Gläu­bi­ger des Ver­si­che­rungs­neh­mers.
e. Aus­schluss der be­trei­bungs- und kon­kurs­recht­li­chen Ver­wer­tung des Ver­si­che­rungs­an­spruchs
Sind der Ehe­gat­te, die ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin, der ein­ge­tra­ge­ne Part­ner oder Nach­kom­men des Ver­si­che­rungs­neh­mers Be­güns­tig­te, so un­ter­liegt, vor­be­hält­lich all­fäl­li­ger Pfand­rech­te, we­der der Ver­si­che­rungs­an­spruch des Be­güns­tig­ten noch der­je­ni­ge des Ver­si­che­rungs­neh­mers der Zwangs­voll­stre­ckung zu­guns­ten der Gläu­bi­ger des Ver­si­che­rungs­neh­mers.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 13 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).
f. Ein­tritts­recht1
1Sind der Ehe­gat­te, die ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin, der ein­ge­tra­ge­ne Part­ner oder Nach­kom­men des Ver­si­che­rungs­neh­mers Be­güns­tig­te aus ei­nem Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­trag, so tre­ten sie, so­fern sie es nicht aus­drück­lich ab­leh­nen, im Zeit­punkt, in dem ge­gen den Ver­si­che­rungs­neh­mer ein Ver­lust­schein vor­liegt oder über ihn der Kon­kurs er­öff­net wird, an sei­ner Stel­le in die Rech­te und Pflich­ten aus dem Ver­si­che­rungs­ver­trag ein.2
2Die Be­güns­tig­ten sind ver­pflich­tet, den Über­gang der Ver­si­che­rung durch Vor­la­ge ei­ner Be­schei­ni­gung des Be­trei­bungs­am­tes oder der Kon­kurs­ver­wal­tung dem Ver­si­che­rer an­zu­zei­gen. Sind meh­re­re Be­güns­tig­te vor­han­den, so müs­sen sie einen Ver­tre­ter be­zeich­nen, der die dem Ver­si­che­rer ob­lie­gen­den Mit­tei­lun­gen ent­ge­gen­zu­neh­men hat.
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 13 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).
g. Vor­be­halt der An­fech­tungs­kla­ge
Ge­gen­über den Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes über die Ver­si­che­rung zu­guns­ten Drit­ter wer­den die Vor­schrif­ten der Ar­ti­kel 285 ff. des Bun­des­ge­set­zes vom 11. April 18891 über Schuld­be­trei­bung und Kon­kurs vor­be­hal­ten.
h. Aus­le­gung der Be­güns­ti­gungs­klau­seln
aa. Hin­sicht­lich der be­güns­tig­ten Per­so­nen
1Sind als Be­güns­tig­te die Kin­der ei­ner be­stimm­ten Per­son be­zeich­net, so wer­den dar­un­ter die erb­be­rech­tig­ten Nach­kom­men der­sel­ben ver­stan­den.
2Un­ter dem Ehe­gat­ten ist der über­le­ben­de Ehe­gat­te zu ver­ste­hen.
2bisUn­ter der ein­ge­tra­ge­nen Part­ne­rin oder dem ein­ge­tra­ge­nen Part­ner ist die über­le­ben­de ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin oder der über­le­ben­de ein­ge­tra­ge­ne Part­ner zu ver­ste­hen.1
3Un­ter den Hin­ter­las­se­nen, Er­ben oder Rechts­nach­fol­gern sind die erb­be­rech­tig­ten Nach­kom­men und der über­le­ben­de Ehe­gat­te oder die über­le­ben­de ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin be­zie­hungs­wei­se der über­le­ben­de ein­ge­tra­ge­ne Part­ner zu ver­ste­hen; sind kei­ne die­ser Per­so­nen vor­han­den, so sind dar­un­ter die an­de­ren Per­so­nen zu ver­ste­hen, de­nen ein Erbrecht am Nach­lass zu­steht.2
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 13 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).
bb. Hin­sicht­lich der An­tei­le
1Fällt der Ver­si­che­rungs­an­spruch den erb­be­rech­tig­ten Nach­kom­men und dem über­le­ben­den Ehe­gat­ten oder der über­le­ben­den ein­ge­tra­ge­nen Part­ne­rin oder dem über­le­ben­den ein­ge­tra­ge­nen Part­ner als Be­güns­tig­ten zu, so er­hal­ten der Ehe­gat­te, die Part­ne­rin oder der Part­ner die Hälf­te der Ver­si­che­rungs­s­um­me und die Nach­kom­men nach Mass­ga­be ih­rer Erb­be­rech­ti­gung die an­de­re Hälf­te.1
2Sind an­de­re Er­ben als Be­güns­tig­te be­zeich­net, so fällt ih­nen der Ver­si­che­rungs­an­spruch nach Mass­ga­be ih­rer Erb­be­rech­ti­gung zu.
3Sind meh­re­re nicht erb­be­rech­tig­te Per­so­nen oh­ne nä­he­re Be­stim­mung ih­rer Tei­le als Be­güns­ti­ge be­zeich­net, so fällt ih­nen der Ver­si­che­rungs­an­spruch zu glei­chen Tei­len zu.
4Fällt ein Be­güns­tig­ter weg, so wächst sein An­teil den üb­ri­gen Be­güns­tig­ten zu glei­chen Tei­len an.
i. Aus­schla­gung der Erb­schaft
Sind erb­be­rech­tig­te Nach­kom­men, ein Ehe­gat­te, ei­ne ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin, ein ein­ge­tra­ge­ner Part­ner, El­tern, Gros­s­el­tern oder Ge­schwis­ter die Be­güns­tig­ten, so fällt ih­nen der Ver­si­che­rungs­an­spruch zu, auch wenn sie die Erb­schaft nicht an­tre­ten.
Be­trei­bungs- und kon­kurs­recht­li­che Ver­wer­tung des Ver­si­che­rungs­an­spruchs
1Un­ter­liegt der An­spruch aus ei­nem Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­trag, den der Schuld­ner auf sein ei­ge­nes Le­ben ab­ge­schlos­sen hat, der be­trei­bungs- oder kon­kurs­recht­li­chen Ver­wer­tung, so kön­nen der Ehe­gat­te, die ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin, der ein­ge­tra­ge­ne Part­ner oder die Nach­kom­men des Schuld­ners mit des­sen Zu­stim­mung ver­lan­gen, dass der Ver­si­che­rungs­an­spruch ih­nen ge­gen Er­stat­tung des Rück­kaufs­prei­ses über­tra­gen wird.
2Ist ein sol­cher Ver­si­che­rungs­an­spruch ver­pfän­det und soll er be­trei­bungs- oder kon­kurs­recht­lich ver­wer­tet wer­den, so kön­nen der Ehe­gat­te, die ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin, der ein­ge­tra­ge­ne Part­ner oder die Nach­kom­men des Schuld­ners mit des­sen Zu­stim­mung ver­lan­gen, dass der Ver­si­che­rungs­an­spruch ih­nen ge­gen Be­zah­lung der pfand­ver­si­cher­ten For­de­rung oder, wenn die­se klei­ner ist als der Rück­kaufs­preis, ge­gen Be­zah­lung die­ses Prei­ses über­tra­gen wird.
3Der Ehe­gat­te, die ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin, der ein­ge­tra­ge­ne Part­ner oder die Nach­kom­men müs­sen ihr Be­geh­ren vor der Ver­wer­tung der For­de­rung bei dem Be­trei­bungs­amt oder der Kon­kurs­ver­wal­tung gel­tend ma­chen.
Kol­lek­ti­v­un­fall­ver­si­che­rung; For­de­rungs­recht des Be­güns­tig­ten
Aus der kol­lek­ti­ven Un­fall- oder Kran­ken­ver­si­che­rung steht demje­ni­gen, zu des­sen Guns­ten die Ver­si­che­rung ab­ge­schlos­sen wor­den ist, mit dem Ein­tritt des Un­falls oder der Krank­heit ein selb­stän­di­ges For­de­rungs­recht ge­gen den Ver­si­che­rer zu.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II Art. 3 des BG vom 25. Ju­ni 1971 über die Re­vi­si­on des Zehn­ten Ti­tels und des Zehn­ten Ti­telsbis des Ob­li­ga­tio­nen­rechts (Der Ar­beits­ver­trag), in Kraft seit 1. Jan. 1972 (AS 1971 1465; BBl 1967 II 241).
Un­fall­ver­si­che­rung; In­va­li­di­täts­ent­schä­di­gung
1Wird in­fol­ge ei­nes Un­fal­les die Er­werbs­fä­hig­keit des Ver­si­cher­ten vor­aus­sicht­lich blei­bend be­ein­träch­tigt, so ist die Ent­schä­di­gung, so­bald die vor­aus­sicht­lich dau­ern­den Un­fall­fol­gen fest­ste­hen, auf Grund­la­ge der für den Fall der In­va­li­di­tät ver­si­cher­ten Sum­me in Form der Ka­pi­tal­ab­fin­dung aus­zu­rich­ten. Die­se Be­stim­mung fin­det kei­ne An­wen­dung, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer die Ent­schä­di­gung aus­drück­lich in Form der Ren­ten­ab­fin­dung be­an­tragt hat.
2Der Ver­trag kann be­stim­men, dass Zwi­schen­ren­ten ge­währt und von der Ent­schä­di­gung in Ab­zug ge­bracht wer­den.
Rück­tritts­recht des Ver­si­che­rungs­neh­mers
1Hat der Ver­si­che­rungs­neh­mer die Prä­mie für ein Jahr ent­rich­tet, so kann er vom Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­tra­ge zu­rück­tre­ten und die Be­zah­lung wei­te­rer Prä­mi­en ab­leh­nen.
2Die Rück­tritts­er­klä­rung ist dem Ver­si­che­rer vor Be­ginn ei­ner neu­en Ver­si­che­rungs­pe­ri­ode schrift­lich ab­zu­ge­ben.
Rück­tritts­recht des Ver­si­che­rungs­neh­mers im Rah­men des grenz­über­schrei­ten­den Dienst­leis­tungs­ver­kehrs
Auf Ein­zel-Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­trä­ge, die im Rah­men des grenz­über­schrei­ten­den Dienst­leis­tungs­ver­kehrs mit Ver­si­che­rern ab­ge­schlos­sen wer­den, de­ren Sitz sich in ei­nem Staat be­fin­det, mit dem die Schweiz auf der Grund­la­ge der Ge­gen­sei­tig­keit ein völ­ker­recht­li­ches Ab­kom­men ab­ge­schlos­sen hat, das die An­er­ken­nung auf­sichts­recht­li­cher An­for­de­run­gen und Mass­nah­men vor­sieht und si­cher­stellt, dass im be­tref­fen­den Staat gleich­wer­ti­ge Re­ge­lun­gen wie in der Schweiz zur An­wen­dung kom­men (Ver­trags­staat), sind fol­gen­de Be­stim­mun­gen an­wend­bar, so­lan­ge die­ses Ab­kom­men in Kraft ist:2
Schliesst der Ver­si­che­rungs­neh­mer einen Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­trag ab, des­sen Lauf­zeit sechs Mo­na­te über­steigt, so kann er von die­sem Ver­trag in­ner­halb von 14 Ta­gen seit Kennt­nis des Ver­trags­ab­schlus­ses zu­rück­tre­ten. Die Rück­tritts­er­klä­rung ist dem Ver­si­che­rer schrift­lich ab­zu­ge­ben. Die Rück­tritts­frist ist ein­ge­hal­ten, wenn die Rück­tritts­er­klä­rung am vier­zehn­ten Tag der Post über­ge­ben wird.
Als Zeit­punkt, da der Ver­si­che­rungs­neh­mer vom Ver­trags­ab­schluss Kennt­nis hat, gilt der Tag des Ein­tref­fens der An­nah­me­er­klä­rung des Ver­si­che­rers beim Ver­si­che­rungs­neh­mer oder der Tag der An­nah­me­er­klä­rung des Ver­si­che­rungs­neh­mers.
Die Mit­tei­lung des Ver­si­che­rungs­neh­mers, dass er vom Ver­trag zu­rück­tritt, be­freit ihn für die Zu­kunft von al­len aus die­sem Ver­trag ent­ste­hen­den Ver­pflich­tun­gen. Hat der Ver­si­che­rungs­neh­mer be­reits Prä­mi­en oder Ein­mal­ein­la­gen ein­be­zahlt, so sind ihm die­se vom Ver­si­che­rer zu­rück­zu­er­stat­ten.
Der Ver­si­che­rer muss in dem von ihm aus­ge­ge­be­nen An­trag­schein so­wie in den all­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen den An­trag­stel­ler über Rück­tritts­recht, Frist und Form des Rück­tritts­rechts so­wie über die Adres­se sei­ner Nie­der­las­sung, mit wel­cher der Ver­trag ab­ge­schlos­sen wird, un­ter­rich­ten. Wird kein An­trag­schein aus­ge­ge­ben, so sind die­se An­ga­ben in die Po­li­ce so­wie in die all­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen auf­zu­neh­men. Wird die­se Vor­schrift nicht ein­ge­hal­ten, so kann der Kun­de je­der­zeit vom Ver­trag zu­rück­tre­ten.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (AS 1993 3175; BBl 1993 I 805).
Um­wand­lung und Rück­kauf
1Der Ver­si­che­rer ist ver­pflich­tet, je­de Le­bens­ver­si­che­rung, für wel­che die Prä­mi­en we­nigs­tens für drei Jah­re ent­rich­tet wor­den sind, auf Be­geh­ren des An­spruchs­be­rech­tig­ten ganz oder teil­wei­se in ei­ne bei­trags­freie Ver­si­che­rung um­zu­wan­deln.
2Der Ver­si­che­rer muss über­dies die­je­ni­ge Le­bens­ver­si­che­rung, bei wel­cher der Ein­tritt des ver­si­cher­ten Er­eig­nis­ses ge­wiss ist, auf Ver­lan­gen des An­spruchs­be­rech­tig­ten ganz oder teil­wei­se zu­rück­kau­fen, so­fern die Prä­mi­en we­nigs­tens für drei Jah­re ent­rich­tet wor­den sind.1
b. Fest­stel­lung der Ab­fin­dungs­wer­te
1Der Ver­si­che­rer hat die Grund­la­gen zur Er­mitt­lung des Um­wand­lungs­wer­tes und des Rück­kaufs­wer­tes der Ver­si­che­rung fest­zu­stel­len.
2Die Be­stim­mun­gen über Um­wand­lung und Rück­kauf sind in die all­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen auf­zu­neh­men.
3Die Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­mark­tauf­sicht (FIN­MA) ent­schei­det, ob die vor­ge­se­he­nen Ab­fin­dungs­wer­te an­ge­mes­sen sind.1
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 7 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5207; BBl 2006 2829).
c. Ob­lie­gen­hei­ten des Ver­si­che­rers; Nach­prü­fung durch die FIN­MA; Fäl-lig­keit der Rück­kaufs­for­de­rung1
1Der Ver­si­che­rer ist ver­pflich­tet, auf An­fra­ge des An­spruchs­be­rech­tig­ten bin­nen vier Wo­chen den Um­wand­lungs­wert oder den Rück­kaufs­wert der Ver­si­che­rung zu be­rech­nen und dem An­spruchs­be­rech­tig­ten mit­zu­tei­len. Der Ver­si­che­rer muss, wenn der An­spruchs­be­rech­tig­te es ver­langt, über­dies die­je­ni­gen An­ga­ben ma­chen, die zur Er­mitt­lung des Um­wand­lungs­wer­tes oder des Rück­kaufs­wer­tes für Sach­ver­stän­di­ge er­for­der­lich sind.
2Die FIN­MA hat auf Er­su­chen des An­spruchs­be­rech­tig­ten die vom Ver­si­che­rer fest­ge­stell­ten Wer­te un­ent­gelt­lich auf ih­re Rich­tig­keit hin zu prü­fen.2
3Stellt der An­spruchs­be­rech­tig­te das Rück­kaufs­be­geh­ren, so wird die Rück­kaufs­for­de­rung nach drei Mo­na­ten, vom Ein­tref­fen des Be­geh­rens an ge­rech­net, fäl­lig.
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 7 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5207; BBl 2006 2829).
d. Un­ver­fall­bar­keit
1Un­ter­bleibt die Prä­mi­en­zah­lung, nach­dem die Ver­si­che­rung min­des­tens drei Jah­re in Kraft be­stan­den hat, so wird der Um­wand­lungs­wert der Ver­si­che­rung ge­schul­det. Der Ver­si­che­rer hat den Um­wand­lungs­wert und, wenn die Ver­si­che­rung rück­kaufs­fä­hig ist, auch den Rück­kaufs­wert nach Mass­ga­be die­ses Ge­set­zes fest­zu­stel­len und dem An­spruchs­be­rech­tig­ten auf des­sen Be­geh­ren mit­zu­tei­len.
2Ist die Ver­si­che­rung rück­kaufs­fä­hig, so kann der An­spruchs­be­rech­tig­te bin­nen sechs Wo­chen, vom Emp­fan­ge die­ser Mit­tei­lung an ge­rech­net, an Stel­le der Um­wand­lung den Rück­kaufs­wert der Ver­si­che­rung ver­lan­gen.
e. Um­wand­lung und Rück­kauf von An­tei­len am Ge­schäfts­er­geb­nis
Die Vor­schrif­ten die­ses Ge­set­zes über die Um­wand­lung und den Rück­kauf der Le­bens­ver­si­che­rung gel­ten auch für sol­che Leis­tun­gen, die der Ver­si­che­rer aus an­ge­fal­le­nen An­tei­len am Ge­schäfts­er­geb­nis dem An­spruchs­be­rech­tig­ten in Form der Er­hö­hung der Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen ge­währt hat.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993 (AS 1993 3175; BBl 1993 I 805). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).
Pfand­recht des Ver­si­che­rers; Li­qui­da­ti­on
Hat der An­spruchs­be­rech­tig­te den An­spruch aus dem Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­tra­ge dem Ver­si­che­rer ver­pfän­det, so ist der Ver­si­che­rer be­rech­tigt, sei­ne For­de­rung mit dem Rück­kaufs­wert der Ver­si­che­rung zu ver­rech­nen, nach­dem er un­ter An­dro­hung der Säum­nis­fol­gen den Schuld­ner oh­ne Er­folg schrift­lich auf­ge­for­dert hat, bin­nen sechs Mo­na­ten, vom Emp­fan­ge der Auf­for­de­rung an ge­rech­net, die Schuld zu be­zah­len.
Aus­schluss des Re­gress­rech­tes des Ver­si­che­rers
In der Per­so­nen­ver­si­che­rung ge­hen die An­sprü­che, die dem An­spruchs­be­rech­tig­ten in­fol­ge Ein­trit­tes des be­fürch­te­ten Er­eig­nis­ses ge­gen­über Drit­ten zu­ste­hen, nicht auf den Ver­si­che­rer über.
IV. Zwingende Bestimmungen
Vor­schrif­ten, die nicht ab­ge­än­dert wer­den dür­fen
1Fol­gen­de Vor­schrif­ten die­ses Ge­set­zes dür­fen durch Ver­trags­a­b­re­de nicht ge­än­dert wer­den: Ar­ti­kel 9, 10, 13, 24, 41 Ab­satz 2, 46a, 47, 51, 53, 62, 63, 65 Ab­satz 2, 67 Ab­satz 4, 71 Ab­satz 1, 73, so­wie 74 Ab­satz 1.1
2Die­se Be­stim­mung fin­det, so­weit die Vor­schrif­ten der Ar­ti­kel 47 und 71 Ab­satz 1 in Be­tracht kom­men, auf die Trans­port­ver­si­che­rung kei­ne An­wen­dung.
Vor­schrif­ten, die nicht zu­un­guns­ten des Ver­si­che­rungs­neh­mers oder des An­spruchs­be­rech­tig­ten ab­ge­än­dert wer­den dür­fen
1Die fol­gen­den Vor­schrif­ten die­ses Ge­set­zes dür­fen durch Ver­trags­a­b­re­de nicht zu­un­guns­ten des Ver­si­che­rungs­neh­mers oder des An­spruchs­be­rech­tig­ten ge­än­dert wer­den: Ar­ti­kel 1, 2, 3 Ab­sät­ze 1-3, 3a, 6, 11, 12, 14 Ab­satz 4, 15, 19 Ab­satz 2, 20-22, 28, 29 Ab­satz 2, 30, 32, 34, 39 Ab­satz 2 Zif­fer 2 Satz 2, 42 Ab­sät­ze 1-3, 44-46, 54-57, 59, 60, 72 Ab­satz 3, 76 Ab­satz 1, 77 Ab­satz 1, 87, 88 Ab­satz 1, 89, 89a, 90-94, 95 und 96.1
2Die­se Be­stim­mung fin­det auf die Trans­port­ver­si­che­rung kei­ne An­wen­dung.
Ver­ord­nungs­recht des Bun­des­ra­tes
Der Bun­des­rat kann durch Ver­ord­nung ver­fü­gen, dass die in Ar­ti­kel 98 die­ses Ge­set­zes fest­ge­stell­ten Be­schrän­kun­gen der Ver­trags­frei­heit bei ein­zel­nen Ver­si­che­rungs­ar­ten so­weit aus­ser Kraft tre­ten, als die Ei­gen­art oder die be­son­dern Ver­hält­nis­se ei­ner Ver­si­che­rungs­art es er­for­dern.
Ver­hält­nis zum Ob­li­ga­tio­nen­rech­te
1So­weit die­ses Ge­setz kei­ne Vor­schrif­ten ent­hält, fin­den auf den Ver­si­che­rungs­ver­trag die Be­stim­mun­gen des Ob­li­ga­tio­nen­rech­tes An­wen­dung.
2Für Ver­si­che­rungs­neh­mer und Ver­si­cher­te, die nach Ar­ti­kel 10 des Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rungs­ge­set­zes vom 25. Ju­ni 19821 als ar­beits­los gel­ten, sind über­dies die Ar­ti­kel 71 Ab­sät­ze 1 und 2 und 73 KVG2 sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.3
3 Ein­ge­fügt durch Art. 115 des Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rungs­ge­set­zes (AS 1982 2184, 1983 1204; BBl 1980 III 489). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).
Nicht un­ter das Ge­setz fal­len­de Rechts­ver­hält­nis­se
1Die­ses Ge­setz fin­det kei­ne An­wen­dung:
auf Rück­ver­si­che­rungs­ver­trä­ge;
auf die pri­va­ten Rechts­ver­hält­nis­se zwi­schen den der Ver­si­che­rungs­auf­sicht nicht un­ter­stell­ten Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men (Art. 2 Abs. 2 VAG3) und ih­ren Ver­si­cher­ten, mit Aus­nah­me der Rechts­ver­hält­nis­se, für de­ren Durch­füh­rung die­se Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men der Ver­si­che­rungs­auf­sicht un­ter­stellt sind.
2Für die­se Rechts­ver­hält­nis­se gilt das Ob­li­ga­tio­nen­recht4.
Son­der­be­stim­mung für die Rechts­an­wen­dung mit Ver­trags­staa­ten
Die Ar­ti­kel 101bund 101cgel­ten, so­lan­ge ein völ­ker­recht­li­ches Ab­kom­men in Kraft ist, das die An­er­ken­nung auf­sichts­recht­li­cher An­for­de­run­gen und Mass­nah­men vor­sieht so­wie si­cher­stellt, dass im be­tref­fen­den Staat gleich­wer­ti­ge Re­ge­lun­gen wie in der Schweiz zur An­wen­dung kom­men.
Rechts­an­wen­dung im Be­reich Di­rekt­ver­si­che­rung mit Aus­nah­me der Le­bens­ver­si­che­rung
1Auf Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge in den nach Ar­ti­kel 6 VAG2 vom Bun­des­rat be­stimm­ten Zwei­gen der Di­rekt­ver­si­che­rung mit Aus­nah­me der Le­bens­ver­si­che­rung sind, wenn sie Ri­si­ken de­cken, die im Sin­ne von Ab­satz 5 in ei­nem Ver­trags­staat ge­le­gen sind, die fol­gen­den Vor­schrif­ten an­wend­bar:3
Hat der Ver­si­che­rungs­neh­mer sei­nen ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt oder sei­ne Haupt­ver­wal­tung im Ver­trags­staat, in dem das Ri­si­ko ge­le­gen ist, so ist das auf den Ver­si­che­rungs­ver­trag an­wend­ba­re Recht das Recht die­ses Ver­trags­staats. Die Par­tei­en kön­nen je­doch das Recht ei­nes an­de­ren Staa­tes wäh­len, so­fern dies nach dem Recht die­ses Ver­trags­staats zu­läs­sig ist.
Hat der Ver­si­che­rungs­neh­mer sei­nen ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt oder sei­ne Haupt­ver­wal­tung nicht in dem Ver­trags­staat, in dem das Ri­si­ko ge­le­gen ist, so kön­nen die Par­tei­en des Ver­si­che­rungs­ver­trags wäh­len, ob das Recht die­ses Ver­trags­staats oder das Recht je­nes Staa­tes, in dem der Ver­si­che­rungs­neh­mer sei­nen ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt oder sei­ne Haupt­ver­wal­tung hat, auf den Ver­trag an­wend­bar sein soll.
Übt der Ver­si­che­rungs­neh­mer ei­ne Tä­tig­keit im in­dus­tri­el­len oder ge­werb­li­chen Sek­tor oder ei­ne frei­be­ruf­li­che Tä­tig­keit aus und deckt der Ver­trag zwei oder meh­re­re in ver­schie­de­nen Ver­trags­staa­ten ge­le­ge­ne Ri­si­ken in Ver­bin­dung mit die­sen Tä­tig­kei­ten, so um­fasst die freie Wahl des auf den Ver­trag an­wend­ba­ren Rechts das Recht die­ser Ver­trags­staa­ten und des Staa­tes, in dem der Ver­si­che­rungs­neh­mer sei­nen ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt oder sei­ne Haupt­ver­wal­tung hat.
Las­sen die nach den Buch­sta­ben b und c wähl­ba­ren Rech­te ei­ne wei­ter­ge­hen­de Rechts­wahl zu, so kön­nen die Par­tei­en da­von Ge­brauch ma­chen.
Be­schrän­ken sich die durch den Ver­trag ge­deck­ten Ri­si­ken auf Scha­den­fäl­le, die in ei­nem an­de­ren Ver­trags­staat ein­tre­ten kön­nen als demje­ni­gen, in dem das Ri­si­ko ge­le­gen ist, so kön­nen die Par­tei­en das Recht des an­de­ren Staa­tes wäh­len.
Bei der Ver­si­che­rung von Gross­ri­si­ken ge­mä­ss Ab­satz 6 kön­nen die Par­tei­en je­des be­lie­bi­ge Recht wäh­len.
Be­fin­den sich die we­sent­li­chen Sach­ver­halts­ele­men­te (Ver­si­che­rungs­neh­mer, Ort des ge­le­ge­nen Ri­si­kos) im sel­ben Ver­trags­staat, so darf die Wahl ei­nes Rechts in den un­ter den Buch­sta­ben a und f ge­nann­ten Fäl­len durch die Par­tei­en die zwin­gen­den Be­stim­mun­gen die­ses Ver­trags­staats nicht be­rüh­ren.
Die un­ter den Buch­sta­ben a-g ge­nann­te Rechts­wahl muss aus­drück­lich er­folgt sein oder sich mit hin­rei­chen­der Si­cher­heit aus den Ver­trags­klau­seln oder aus den Um­stän­den des Falls er­ge­ben. Ist dies nicht der Fall oder ist kei­ne Rechts­wahl ge­trof­fen wor­den, so gilt für den Ver­trag das Recht des­je­ni­gen nach den Buch­sta­ben a-g in Be­tracht kom­men­den Staa­tes, zu dem er in der engs­ten Be­zie­hung steht. Je­doch kann auf einen selb­stän­di­gen Teil des Ver­tra­ges, der zu ei­nem an­de­ren nach den Buch­sta­ben a-g in Be­tracht kom­men­den Staat in en­ge­rer Be­zie­hung steht, aus­nahms­wei­se das Recht die­ses an­de­ren Staa­tes an­wend­bar sein. Es wird ver­mu­tet, dass der Ver­trag die engs­ten Be­zie­hun­gen zu dem Ver­trags­staat auf­weist, in dem das Ri­si­ko ge­le­gen ist.
2Vor­be­hal­ten blei­ben die Be­stim­mun­gen des schwei­ze­ri­schen Rechts, die im Sin­ne von Ar­ti­kel 18 des Bun­des­ge­set­zes vom 18. De­zem­ber 19875über das In­ter­na­tio­na­le Pri­vat­recht (IPRG) oh­ne Rück­sicht auf das auf den Ver­trag an­zu­wen­den­de Recht den Sach­ver­halt zwin­gend re­geln.
3Im Sin­ne von Ar­ti­kel 19 IPRG blei­ben fer­ner vor­be­hal­ten die zwin­gen­den Vor­schrif­ten des Rechts des Ver­trags­staats, in dem das Ri­si­ko ge­le­gen ist, oder ei­nes Ver­trags­staats, der die Ver­si­che­rungs­pflicht vor­schreibt.
4Deckt der Ver­trag in mehr als ei­nem Ver­trags­staat ge­le­ge­ne Ri­si­ken, so wird für die An­wen­dung der Ab­sät­ze 2 und 3 da­von aus­ge­gan­gen, dass er meh­re­ren Ver­trä­gen ent­spricht, von de­nen sich je­der auf je­weils einen Ver­trags­staat be­zieht.
5Ein Ri­si­ko gilt als in dem Staat ge­le­gen, in dem:
sich die ver­si­cher­ten Ge­gen­stän­de be­fin­den, wenn Ge­bäu­de oder Ge­bäu­de ein­sch­liess­lich dar­in be­find­li­che Sa­chen ver­si­chert wer­den;
die ver­si­cher­ten Fahr­zeu­ge, un­ge­ach­tet wel­cher Art, zu­ge­las­sen sind;
der Ver­si­che­rungs­neh­mer einen Ver­trag von höchs­tens vier Mo­na­ten Dau­er zur Ver­si­che­rung von Rei­se- und Fe­ri­en­ri­si­ken ab­ge­schlos­sen hat, un­ge­ach­tet des be­tref­fen­den Ver­si­che­rungs­zwei­ges;
der Ver­si­che­rungs­neh­mer sei­nen ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt oder, im Fal­le ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son, ei­ne Nie­der­las­sung hat, auf die sich der Ver­trag be­zieht.6
6Ein Gross­ri­si­ko liegt vor, wenn:
die un­ter den Ver­si­che­rungs­zwei­gen Schie­nen­fahr­zeug-Kas­ko, Luft­fahr­zeug-Kas­ko, See-, Bin­nen­see- und Fluss­schiff­fahrts-Kas­ko, Trans­port­gü­ter, Luft­fahr­zeug­haft­pflicht und See-, Bin­nen­see- und Fluss­schiff­fahrts­haft­pflicht ein­ge­stuf­ten Ri­si­ken be­trof­fen sind;
die un­ter den Zwei­gen Kre­dit und Kau­ti­on ein­ge­stuf­ten Ri­si­ken be­trof­fen sind, so­fern der Ver­si­che­rungs­neh­mer ei­ne Er­werbs­tä­tig­keit im in­dus­tri­el­len oder ge­werb­li­chen Sek­tor oder ei­ne frei­be­ruf­li­che Tä­tig­keit aus­übt und das Ri­si­ko da­mit im Zu­sam­men­hang steht;
die un­ter den Zwei­gen Land­fahr­zeug-Kas­ko, Feu­er- und Ele­men­tar­schä­den, Sons­ti­ge Sach­schä­den, Haft­pflicht für Land­fahr­zeu­ge mit ei­ge­nem An­trieb, All­ge­mei­ne Haft­pflicht und Ver­schie­de­ne fi­nan­zi­el­le Ver­lus­te ein­ge­stuf­ten Ri­si­ken be­trof­fen sind, so­fern der Ver­si­che­rungs­neh­mer bei min­des­tens zwei der drei fol­gen­den Kri­te­ri­en die Ober­gren­zen über­schrei­tet:
Bi­lanz­sum­me: 6,2 Mil­lio­nen Eu­ro;
Net­toum­satz: 12,8 Mil­lio­nen Eu­ro;
250 Voll­zeit­stel­len im Jah­res­durch­schnitt.7
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).
7 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).
Rechts­an­wen­dung im Be­reich Le­bens­ver­si­che­rung
1Das Recht, das auf die Le­bens­ver­si­che­rungs­ver­trä­ge in den nach Ar­ti­kel 6 VAG2 vom Bun­des­rat be­stimm­ten Ver­si­che­rungs­zwei­gen an­wend­bar ist, ist das Recht des Ver­trags­staats, in dem der Ver­si­che­rungs­neh­mer sei­nen ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt oder, im Fal­le ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son, ei­ne Nie­der­las­sung hat, auf die sich der Ver­trag be­zieht. Die Par­tei­en kön­nen je­doch das Recht ei­nes an­dern Staa­tes wäh­len, so­fern dies nach dem Recht die­ses Ver­trags­staats zu­läs­sig ist.3
2Han­delt es sich bei dem Ver­si­che­rungs­neh­mer um ei­ne na­tür­li­che Per­son und hat die­se ih­ren ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt in ei­nem an­de­ren Ver­trags­staat als dem, des­sen Staats­an­ge­hö­ri­ge sie ist, so kön­nen die Par­tei­en das Recht des Ver­trags­staats wäh­len, des­sen Staats­an­ge­hö­ri­ge sie ist.
4Vor­be­hal­ten blei­ben die Be­stim­mun­gen des schwei­ze­ri­schen Rechts, die im Sin­ne von Ar­ti­kel 18 IPRG5oh­ne Rück­sicht auf das auf den Ver­trag an­zu­wen­den­de Recht den Sach­ver­halt zwin­gend re­geln.
5Im Sin­ne von Ar­ti­kel 19 IPRG blei­ben fer­ner vor­be­hal­ten die zwin­gen­den Vor­schrif­ten des Rechts des Ver­trags­staats der Ver­pflich­tung.
4 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Dez. 2004, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5245; BBl 2003 3789).
Ver­hält­nis des neu­en Rech­tes zum al­ten Rech­te
1Auf die zur Zeit des In­kraft­tre­tens die­ses Ge­set­zes be­ste­hen­den Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge kom­men von die­sem Zeit­punk­te an zur An­wen­dung die Be­stim­mun­gen der Ar­ti­kel 11 Ab­satz 2, 13, 20, 21, 22 Ab­sät­ze 2-4, 29 Ab­satz 2, 34-37, 43-45, 54-57, 60, 65 Ab­satz 2, 66, 67 Ab­satz 4, 73 Ab­satz 2, 76, 77, 79, 80-87, 93 Ab­satz 1 Satz 1, 95 und 96.
2Die Be­stim­mung des Ar­ti­kels 44 Ab­satz 3, dass der Ver­si­che­rungs­neh­mer oder der An­spruchs­be­rech­tig­te die ihm ob­lie­gen­den Mit­tei­lun­gen auch je­dem Agen­ten des Ver­si­che­rers er­stat­ten kann, fin­det in­des­sen auf die­se Ver­trä­ge nur dann An­wen­dung, wenn der Ver­si­che­rer es un­ter­lässt, dem Ver­si­che­rungs­neh­mer oder dem An­spruchs­be­rech­tig­ten ei­ne in­län­di­sche Mel­de­stel­le zur Kennt­nis zu brin­gen.
3Ver­trä­ge, die vor In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes ab­ge­schlos­sen wor­den sind, aber nach In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes durch ver­trags­mäs­si­ge Kün­di­gung be­en­digt wer­den kön­nen, sind von dem Zeit­punk­te an, auf den sie hät­ten be­en­digt wer­den kön­nen, über­dies den in den Ar­ti­keln 97 und 98 die­ses Ge­set­zes auf­ge­führ­ten Vor­schrif­ten un­ter­wor­fen.
4Im üb­ri­gen kom­men die Ar­ti­kel 882 und 883 des Bun­des­ge­set­zes vom 14. Ju­ni 18811 über das Ob­li­ga­tio­nen­recht sinn­ge­mä­ss zur An­wen­dung.
1 [AS 5 635, 11 490. BS 2 3 SchlT Art. 60 Abs. 2]
Auf­he­bung be­ste­hen­der Vor­schrif­ten
1Mit dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes wer­den, vor­be­hält­lich der Vor­schrift des Ar­ti­kels 102 Ab­satz 4 die­ses Ge­set­zes, die Be­stim­mung des Ar­ti­kels 896 des Ob­li­ga­tio­nen­rech­tes vom 14. Ju­ni 18811 so­wie al­le ent­ge­gen­ste­hen­den Vor­schrif­ten der kan­to­na­len Ge­set­ze und Ver­ord­nun­gen auf­ge­ho­ben.
2In­des­sen wer­den durch die­ses Ge­setz die kan­to­na­len Vor­schrif­ten über Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis­se, die bei den von den Kan­to­nen or­ga­ni­sier­ten Ver­si­che­rungs­an­stal­ten ent­ste­hen, nicht be­rührt.
In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes
Der Bun­des­rat wird be­auf­tragt, auf Grund­la­ge der Be­stim­mun­gen des Bun­des­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 18741 be­tref­fend Volks­ab­stim­mung über Bun­des­ge­set­ze und Bun­des­be­schlüs­se, die­ses Ge­setz be­kannt zu ma­chen und den Be­ginn sei­ner Wirk­sam­keit fest­zu­set­zen.
1 [BS 1 173; AS 1962 789 Art. 11 Abs. 3. AS 1978 688 Art. 89 Bst. b]