Source: https://gesetze-in-app.de/StGB/56
Timestamp: 2019-08-25 03:07:43
Document Index: 146445044

Matched Legal Cases: ['§ 56', '§ 56', '§ 56', 'BGH', 'BGH', '§ 56', 'BGH', '§ 56', 'BGH', 'BGH', '§ 56', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 56', '§56', 'BGH', 'BGH', '§ 56', '§56', '§ 56', '§ 21', '§ 53', '§ 57', '§ 56', '§ 56', '§ 64', '§ 56', 'BGH', 'BGH', '§ 56', 'BGH', '§ 56', '§ 57']

§ 56 StGB: Strafaussetzung
OLG Bamberg, Urteil vom 2.10.2013, Az. 3 Ss 106/13 Leitsatz: 1. Wird für die Sozialprognose im Sinne von § 56 I StGB entscheidend an eine im Zeitpunkt der Urteilsfindung begonnene aber noch andauernde verhaltenstherapeutische Langzeittherapie abgestellt, kann für die Erwartung einer positiven Legalbewährung die bloße Feststellung eines sowohl generell als auch für den Angeklagten konkret geeigneten Behandlungskonzepts und eines derzeit planmäßig verlaufenden Therapieverlaufs jedenfalls dann nicht ausreichend sein, wenn der Eintritt der (erhofften) Behandlungserfolge im maßgeblichen Zeitpunkt des Endes der Hauptverhandlung noch völlig ungewiss ist (u. a. Anschluss BayObLG, Urteil vom 25.05.2000 - 5 St RR 100/00).
OLG Bamberg, Urteil vom 2.10.2013, Az. 3 Ss 106/13 Zwar ist in diesen Fällen eine positive Prognose im Sinne von § 56 I StGB nicht von vorne herein ausgeschlossen (BGH NStZ-RR 2005, 38; BGHR StGB § 56 I Sozialprognose 15 und BGH NStZ-RR 2010, 306 f.; KG VRS 114 [2008], 23 ff.; Senatsurteil vom 24.01.2012 - 3 Ss 126/11 [bei juris]).
OLG Bamberg, Beschluss vom 3.2.2012, Az. 3 Ss 34/12 Dass diese Milderungsgründe der Tat darüber hinaus 'Ausnahmecharakter' verleihen, verlangt § 56 II StGB nicht (u.a. Anschluss an BGH StV 2009, 695 f. ? NSTZ 2010, 147 f. und BGH NStZ 2009, 441 = StraFo 2009, 342).
OLG Bamberg, Beschluss vom 3.2.2012, Az. 3 Ss 34/12 Beide Begründungsvarianten für die mindere „Wertigkeit“ des Geständnisses des Angeklagten laufen im Ergebnis darauf hinaus, die Verneinung besonderer Umstände im Sinne von § 56 Abs. 2 Satz 1 StGB in rechtsfehlerhafter Weise mit Inhalt und Umfang des Tatgeständnisses bzw. dem Fehlen einer von „Schuldeinsicht und Reue“ getragenen Motivation für seine Abgabe und damit letztlich mit einer von dem Angeklagten berechtigt verfolgten Verteidigungsstrategie zu begründen, was auch dann unzulässig wäre, wenn der Angeklagte die ihm zur Last gelegte Tat bestritten hätte (BGH StraFo 2010, 207; BGH NStZ 2009, 441 = StraFo 2009, 342; Beschluss vom 07.02.2007 - 2 StR 17/07 [bei juris] und schon BGH NStZ-RR 2003, 264 = StV 2003, 669 f.; vgl. auch Fischer StGB 59. Aufl. § 56 Rn. 20 und 23, jeweils a. E.).
OLG Bamberg, Beschluss vom 3.2.2012, Az. 3 Ss 34/12 Dass diese Milderungsgründe der Tat darüber hinaus einen ‚Ausnahmecharakter' verleihen, verlangt §56 Abs. 2 StGB nicht (BGH StV 2009, 695 f. = NStZ 2010, 147 f.; BGH NStZ 2009, 441 = StraFo 2009, 342; Schäfer/Sander/van Gemmeren Rn. 158 f.; Schönke/Schröder-Stree/Kinzig § 56 Rn. 28; Fischer §56 Rn. 22).
VGH München, Beschluss vom 3.1.2012, Az. 19 CS 11.2715 Dies gilt namentlich bei einer Strafaussetzung nach § 56 StGB und bei der Strafaussetzung einer Jugendstrafe nach § 21 Abs. 1 oder Abs. 2 JGG (vgl. Discher GK-AufenthG vor §§ 53 ff RdNr. 1250), während die Aussetzung des Strafrests zur Bewährung im Sinne des § 57 StGB ausweisungsrechtlich geringeres Gewicht hat (vgl. BVerfG vom 1.3.2000 2 BVR 2120/99 <juris>; BVerwG vom 2.9.2009 1 C 2/09 a. a. O.).
OLG Bamberg, Urteil vom 2.0.2012, Az. 3 Ss 126/11 Ein sachlich-rechtlicher Mangel liegt vor, wenn sich die tatrichterliche Würdigung als unvollständig erweist, weil sie nicht alle für die Prognoseentscheidung (§ 56 I StGB) bestimmenden Umstände - darunter (ergänzende) Feststellungen zur gegenwärtigen Lebenssituation des Angeklagten - gegeneinander abgewogen und damit die Aussetzungsentscheidung für das Revisionsgericht nicht nachprüfbar dargestellt ist (u. a. Anschluss an BayObLG NStZ-RR 2004, 336 ff.).
OLG Bamberg, Urteil vom 2.0.2012, Az. 3 Ss 126/11 Jedoch scheitert insoweit eine wirksame Beschränkung der Revision auf die Frage der Strafaussetzung hier an der Gefahr innerer Widersprüche eines nach Teilanfechtung entstehenden Gesamturteils (BayObLG a. a. O.), da das LG sowohl seine Strafzu demessung als auch die Entscheidung zu § 56 I StGB wie auch zu § 64 StGB zu demindest teilweise auf dieselben tatsächlichen Feststellungen gestützt hat.
OLG Bamberg, Urteil vom 2.0.2012, Az. 3 Ss 126/11 Zwar ist auch in diesen Fällen - wovon das LG zutreffend ausgegangen ist - eine positive Prognose i.S. v. § 56 I StGB nicht von vorneherein ausgeschlossen (BGH NStZ-RR 2005, 38; BGHR StGB § 56 Abs. 1 Sozialprognose 15 und zuletzt BGH, Urteil vom 22.07.2010 - 5 StR 204/10 = NStZ-RR 2010, 306 f.).
VGH München, Beschluss vom 4.1.2011, Az. 10 ZB 10.243 Zwar ist für die Beurteilung der Wiederholungsgefahr auch eine Strafaussetzung zur Bewährung von Bedeutung, jedoch gilt dies namentlich bei einer Strafaussetzung nach § 56 StGB, während die Aussetzung des Strafrestes zur Bewährung i. S. des § 57 StGB ausweisungsrechtlich ein geringeres Gewicht hat (vgl. BVerfG vom 27.8.2010 NVwZ 2011, 35 RdNr. 36 m. w. N.).