Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20R%203/10
Timestamp: 2019-10-15 08:07:33
Document Index: 341062170

Matched Legal Cases: ['§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 17', '§ 291', '§ 14', '§ 17', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 17', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14']

BFH, 12.01.2011 - I R 3/10 - dejure.org
https://dejure.org/2011,2326
BFH, 12.01.2011 - I R 3/10 (https://dejure.org/2011,2326)
BFH, Entscheidung vom 12.01.2011 - I R 3/10 (https://dejure.org/2011,2326)
BFH, Entscheidung vom 12. Januar 2011 - I R 3/10 (https://dejure.org/2011,2326)
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Mindestlaufzeit des Gewinnabführungsvertrages bei körperschaftsteuerlicher Organschaft - Auslegung des § 14 Abs. 1 Nr. 3 Satz 1 KStG 1999
Mindestlaufzeit des Gewinnabführungsvertrages bei körperschaftsteuerlicher Organschaft; Auslegung des § 14 Abs. 1 Nr. 3 Satz 1 KStG 1999
§ 14 Abs 1 Nr 3 S 1 KStG 1999 vom 20.12.2001, § 17 S 1 KStG 1999, § 291 AktG
KStG § 14 Abs. 1 Nr. 3; KStG § 17
Mindestlaufzeit des Gewinnabführungsvertrages bei körperschaftsteuerlicher Organschaft: Zeitjahre maßgeblich, nicht Wirtschaftsjahre
Mindestlaufzeit des Gewinnabführungsvertrages
Für die Mindestlaufzeit des Gewinnabführungsvertrages sind Zeitjahre relevant
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 12.01.2011, Az.: I R 3/10 (Organschaft: Mindestlaufzeit des Gewinnabführungsvertrags bei körperschaftsteuerlicher Organschaft)" von RA/StB/FASteuerR Dr. Wolfgang Walter, original erschienen in: GmbHR 2011, 546 - 547.
FG Köln, 09.12.2009 - 13 K 4379/07
BFHE 232, 426
BB 2011, 1255
BB 2011, 981
BB 2012, 1127
DB 2011, 914
BStBl II 2011, 727
NZG 2011, 596
Wird ein Gewinnabführungsvertrag auf die gesetzliche Mindestlaufzeit von fünf Zeitjahren nach § 14 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Satz 1 KStG 2002 abgeschlossen, scheitert die steuerrechtliche Anerkennung der Organschaft weder daran, dass der Vertrag aus wichtigem Grund kündbar ist, noch daran, dass die Organgesellschaft nachfolgend ihr Wirtschaftsjahr umstellt und den Gesamtzeitraum von fünf Zeitjahren durch Bildung eines Rumpfwirtschaftsjahres verkürzt (Abgrenzung zum Senatsurteil vom 12. Januar 2011 I R 3/10, BFHE 232, 426, BStBl II 2011, 727).
a) Mit dem Erfordernis der fünfjährigen Mindestdauer des Gewinnabführungsvertrags verfolgt der Gesetzgeber das Ziel, Manipulationen zu verhindern: Die Organschaft soll nicht zum Zweck willkürlicher Beeinflussung der Besteuerung und zu Einkommensverlagerungen von Fall zu Fall abgeschlossen bzw. beendet werden können (Senatsurteil vom 12. Januar 2011 I R 3/10, BFHE 232, 426, BStBl II 2011, 727; s.a. Urteil des FG Berlin-Brandenburg vom 19. Oktober 2011 12 K 12078/08, EFG 2012, 443; Neumann in Gosch, KStG, 2. Aufl., § 14 Rz 212, jeweils m.w.N.).
Daraus folgt eine Vertragslaufzeit von fünf Zeitjahren (s. insoweit allgemein Senatsurteil in BFHE 232, 426, BStBl II 2011, 727; Walter in Ernst & Young, KStG, § 14 Rz 637; Blümich/Danelsing, § 14 KStG Rz 121; Sterner in Herrmann/Heuer/Raupach, § 14 KStG Rz 200).
Der Senat hat zwar in seinem Urteil in BFHE 232, 426, BStBl II 2011, 727 ausgeführt, dass "bei Vorhandensein von Rumpfwirtschaftsjahren letztlich eine längere Mindestlaufzeit als fünf Jahre erforderlich wird" (dort Rz 19).
a) Nach den Feststellungen des FG war der Vertrag ausdrücklich auf die Dauer von fünf Zeitjahren (s. insoweit Senatsurteil in BFHE 232, 426, BStBl II 2011, 727) abgeschlossen worden.
Gemäß § 14 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Satz 1 KStG 2002 setzt die Organschaft einen Gewinnabführungsvertrag voraus, der auf mindestens fünf (Zeit-)Jahre (vgl. insoweit allgemein Senatsurteil vom 12. Januar 2011 I R 3/10, BFHE 232, 426, BStBl II 2011, 727; s.a. z.B. Walter in Ernst & Young, Körperschaftsteuergesetz, § 14 Rz 637; Blümich/Danelsing, § 14 KStG Rz 121; Sterner in Herrmann/ Heuer/Raupach, § 14 KStG Rz 200) abgeschlossen und während seiner gesamten Geltungsdauer durchgeführt wird.
Die steuerliche Anerkennung einer Organschaft erfordert die exakte Befolgung aller formellen und materiellen Voraussetzungen während der gesamten Laufzeit des Gewinnabführungsvertrags (vgl. etwa Senatsurteile vom 12. Januar 2011 I R 3/10, BFHE 232, 426, BStBl II 2011, 727;… vom 3. März 2010 I R 68/09, BFH/NV 2010, 1132).
Auch der BFH sieht den Zweck der - zivilrechtlich nicht vorgeschriebenen - Mindestdauer des GAV in der Verhinderung, dass eine Organschaft zum Zweck willkürlicher Beeinflussung der Besteuerung und zu Einkommensverlagerungen von Fall zu Fall abgeschlossen bzw. beendet wird (BFH-Urteil vom 12.01.2011 I R 3/10, BStBl. II 2011, 727 Rn. 17).
Das Gesetz will verhindern, dass eine Organschaft zum Zweck willkürlicher Beeinflussung der Besteuerung und zu Einkommensverlagerungen von Fall zu Fall abgeschlossen bzw. beendet wird (BFH-Urteil vom 12.01.2011 I R 3/10, BStBl. II 2011, 727 Rn. 17).
61 Da das Gesetz eine willkürliche Beeinflussung der Besteuerung und Einkommensverlagerungen von Fall zu Fall vermeiden will (vgl. BFH-Urteil vom 12.01.2011 I R 3/10, BStBl. II 2011, 727 Rn. 17), kommt ein "wichtiger Grund" i.S.d. § 14 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Satz 2 KStG insbesondere dann in Betracht, wenn gewichtige außersteuerliche Gründe den Anlass für die Beendigung des GAV bilden.
Die fünfjährige Mindestlaufzeit des Gewinnabführungsvertrages bei der körperschaftsteuerlichen Organschaft bemisst sich nach Zeitjahren und nicht nach Wirtschaftsjahren, so dass die Mindestlaufzeit 60 Monate beträgt (BFH vom 12. Januar 2011 I R 3/10, BStBl II 2011, 727).
Der Gesetzgeber hat das Erfordernis eines zeitlichen Moments nur im Zusammenhang mit der Mindestdauer und der tatsächlichen Durchführung des EAV aufgestellt, um Missbräuchen vorzubeugen (vgl. BFH vom 12. Januar 2011 I R 3/10, BStBl II 2011, 727), nicht aber für die anderen Voraussetzungen der Organschaft.
Die fünfjährige Mindestlaufzeit des Gewinnabführungsvertrages bei der körperschaftsteuerlichen Organschaft bemisst sich nach Zeitjahren und nicht nach Wirtschaftsjahren, so dass die Mindestlaufzeit 60 Monate beträgt (BFH-Urteil vom 12.1.2011 I R 3/10, BFHE 232, 426, BStBl II 2011, 727).
FG Berlin-Brandenburg, 19.10.2011 - 12 K 12078/08
Ertragslage der Organgesellschaft kein wichtiger Grund für die vorzeitige …
Die §§ 14 bis 16 KStG gelten gemäß § 17 KStG entsprechend, wenn eine andere als die in § 14 Abs. 1 Satz 1 KStG bezeichnete Kapitalgesellschaft mit Geschäftsleitung und Sitz im Inland, also insbesondere auch eine inländische GmbH, sich wirksam verpflichtet, ihren ganzen Gewinn an ein anderes Unternehmen im Sinne des § 14 KStG abzuführen (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesfinanzhofes [BFH] vom 12. Januar 2011 - I R 3/10, Bundessteuerblatt [BStBl.] II 2011, 727, unter II.1. der Gründe).
Nach dem Sinn und Zweck des § 14 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 KStG , der eine willkürliche Verschiebung von Gewinnen zwischen Organträger und Organgesellschaft verhindern will (BFH in BStBl II 2011, 727, unter II.2.c)bb) der Gründe; Lange aaO. 807; Sterner in Herrmann/Heuer/Raupach, EStG , KStG , Kommentar, § 14 KStG Anm. 212), ist maßgeblich für eine steuerliche unschädliche Beendigungsmöglichkeit eines Gewinnabführungsvertrages das Vorliegen eines wichtigen Grundes, nicht die Form der Beendigung (…Lange aaO. 807 m.w.N.;… Sterner aaO. m.w.N.;… i.Erg. ebenso Danelsing in Blümich, EStG , KStG , GewStG , Kommentar, § 14 KStG Rn. 133).
Die steuerliche Anerkennung einer Organschaft erfordert die exakte Befolgung aller formellen und materiellen Voraussetzungen während der gesamten Laufzeit des Gewinnabführungsvertrags (vgl. etwa Senatsurteile vom 12. Januar 2011 I R 3/10, BFHE 232, 426 , BStBl II 2011, 727 ;… vom 3. März 2010 I R 68/09, BFH/NV 2010, 1132 ).