Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/wiedereinsetzung-anwaltliche-versicherung-oder-eiderstattliche-versicherung-394559
Timestamp: 2020-08-08 21:21:19
Document Index: 246728742

Matched Legal Cases: ['§ 236', '§ 294', 'BGH', 'BGH', '§ 236', '§ 294', 'BGH', 'BGH']

Wiedereinsetzung - anwaltliche Versicherung oder eiderstattliche Versicherung? | Rechtslupe
Wiedereinsetzung - anwaltliche Versicherung oder eiderstattliche Versicherung?
Die Fra­ge, ob die eine Wie­der­ein­set­zung begrün­den­den Tat­sa­chen im Sin­ne von § 236 Abs. 2 Satz 1 ZPO glaub­haft gemacht sind, bestimmt sich nach den zu § 294 ZPO ent­wi­ckel­ten Grund­sät­zen. Danach genügt ein gerin­ge­rer Grad der rich­ter­li­chen Über­zeu­gungs­bil­dung; die Behaup­tung ist glaub­haft gemacht, sofern eine über­wie­gen­de Wahr­schein­lich­keit dafür besteht, dass sie zutrifft.
Die Fest­stel­lung der über­wie­gen­den Wahr­schein­lich­keit unter­liegt dem Grund­satz der frei­en Wür­di­gung des gesam­ten Vor­brin­gens [1].
Eine anwalt­li­che Ver­si­che­rung ist grund­sätz­lich ein für die Glaub­haft­ma­chung taug­li­ches Mit­tel [2].
Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs besteht regel­mä­ßig kein Anlass, eine durch eine anwalt­li­che Ver­si­che­rung bekräf­tig­te Dar­stel­lung kri­ti­scher zu wür­di­gen, als dies bei eides­statt­lich ver­si­cher­ten Anga­ben erfor­der­lich ist. Von dem als rich­tig ver­si­cher­ten Vor­trag darf aus­ge­gan­gen wer­den, solan­ge nicht kon­kre­te Anhalts­punk­te es aus­schlie­ßen, den geschil­der­ten Sach­ver­halt mit über­wie­gen­der Wahr­schein­lich­keit für zutref­fend zu erach­ten [3].
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 27. Novem­ber 2014 – I ZB 37/​14
vgl. BGH, Beschluss vom 21.12 2006 – IX ZB 60/​06, NJW-RR 2007, 357 Rn. 11 f.[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 02.11.1988 IVb ZR 109/​87, FamRZ 1989, 373, 374; Beschluss vom 18.05.2011 – IV ZB 6/​10, NJOZ 2011, 1809 Rn. 11; Musielak/​Grandel aaO § 236 Rn. 5; Zöller/​Greger, ZPO aaO § 294 Rn. 5[↩]
BGH, Beschluss vom 18.01.1984 IVb ZB 212/​83, VersR 1984, 861; BGH, FamRZ 1989, 373, 374 mwN[↩]
Fris­t­wah­rung per Tele­fax Mit der Glaub­haft­ma­chung des recht­zei­ti­gen Beginns der Über­tra­gung einer Rechts­mit­tel­be­grün­dung mit­tels Tele­fax hat­te sich aktu­ell der Bun­des­ge­richts­hof zu befas­sen. Anlass hier­für war der Fall einer…
Wie­der­ein­set­zung – und der unter­las­se­ne gericht­li­che… Macht der Beschwer­de­füh­rer gel­tend, sein Anspruch auf recht­li­ches Gehör sei durch gericht­li­che Ver­säum­nis­se im Zusam­men­hang mit der rich­ter­li­chen Hin­weis­pflicht ver­letzt wor­den, hat er dar­zu­stel­len, wie…
Anwaltliche Versicherungeidesstattliche VersicherungGlaubhaftmachungWiedereinsetzung