Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%202002,%20999
Timestamp: 2019-05-23 06:23:13
Document Index: 43027213

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 162', '§ 843', '§ 162', '§ 270', '§ 364', '§ 320', '§ 843', '§ 162', '§ 767', '§ 767', 'BGH', '§ 767', '§ 767', '§ 767', 'BGH', '§ 242', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 397', 'BGH', 'BGH']

BGH, 07.03.2002 - IX ZR 293/00 - dejure.org
https://dejure.org/2002,624
BGH, 07.03.2002 - IX ZR 293/00 (https://dejure.org/2002,624)
BGH, Entscheidung vom 07.03.2002 - IX ZR 293/00 (https://dejure.org/2002,624)
BGH, Entscheidung vom 07. März 2002 - IX ZR 293/00 (https://dejure.org/2002,624)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2002,624) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
BGB §§ 162, 269 Abs. 1, 270 Abs. 4, 320, 364 Abs. 2, 397; ZPO § 843
Gläubiger - Schuldner - Scheck - Frist - Leistungshandlung - Einrede - Pfändungs- und Überweisungsbeschluß - Vollstreckung
Keine Berufung des Gläubigers auf verspätete Leistung bei wahrheitswidrigem Bestreiten einer Scheckzahlung und anschließender Sperrung durch den Schuldner
Einlösung eines Schecks als Erfüllung der Leistung aus Abfindung und Vergleich
BGB §§ 162, 269 Abs. 1, § 270 Abs. 4, § 364 Abs. 2, §§ 320, 397; ZPO § 843
Keine Berufung des Gläubigers auf verspätete Leistung nach Zwangsvollstreckungsvergleich bei wahrheitswidrigem Bestreiten einer Scheckzahlung und anschließender Sperrung durch den Schuldner
Treuwidrige Vereitelung des Leistungserfolgs durch Nichteinlösung des vom Schuldner rechtzeitig übersandten Schecks; Aufhebung des Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses nach entsprechendem Verzicht des Gläubigers
BGB §§ 162, 269, 270, 320, 364, 397; ZPO §§ 767, 843
NJW 2002, 1788
ZIP 2002, 840
MDR 2002, 967 (Ls.)
WM 2002, 999
DB 2002, 1655
Bei der Geltendmachung eines Verstoßes gegen einen vereinbarten Vollstreckungsverzicht ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs eine Klage gemäß § 767 Abs. 1 ZPO statthaft (vgl. BGH…, Urteil vom 19. Mai 1982 - IVb ZR 705/80, NJW 1982, 2072, 2073, juris Rn. 11, zu einer außergerichtlichen Vereinbarung, die in einem Prozessvergleich begründeten Pflichten zu reduzieren;… Urteil vom 2. April 1991 - VI ZR 241/90, NJW 1991, 2295, 2296, juris Rn. 13;… Beschluss vom 26. Juni 2001 - XI ZR 330/00, NJW-RR 2002, 282, 283, juris Rn. 9, zu einer vertraglichen Verpflichtung zur Herausgabe einer vollstreckbaren Urkunde; Urteil vom 7. März 2002 - IX ZR 293/00, NJW 2002, 1788, juris Rn. 9, zum Einwand, die Vollstreckung sei infolge Vergleichs nicht mehr zulässig;… Versäumnisurteil vom 27. März 2015 - V ZR 296/13, NJW-RR 2015, 915 Rn. 16).
(b) § 767 Abs. 1 ZPO ist indes bei vollstreckungsbeschränkenden Vereinbarungen gegenständlicher Art entsprechend anwendbar, weil eine planwidrige Regelungslücke besteht und § 767 Abs. 1 ZPO auf Grund seines Regelungsgehaltes geeignet ist, die Lücke interessengerecht zu schließen (vgl. zur Anwendbarkeit von § 767 ZPO bei anderen vollstreckungsbeschränkenden Vereinbarungen als solchen gegenständlicher Art: BGH…, Urteil vom 11. Dezember 1967 - III ZR 115/67, NJW 1968, 700 f., juris Rn. 13 und 19 f.;… Urteil vom 2. April 1991 - VI ZR 241/90, NJW 1991, 2295, 2296, juris Rn. 13; Urteil vom 7. März 2002 - IX ZR 293/00, NJW 2002, 1788, juris Rn. 9;… Versäumnisurteil vom 27. März 2015 - V ZR 296/13, NJW-RR 2015, 915 Rn. 16).
Entgegen der Auffassung der Revision kann dem Senatsurteil vom 7. März 2002 (IX ZR 293/00, ZIP 2002, 840, 842) nichts anderes entnommen werden.
Der Einwand eigener Vertragsuntreue ("tu quoque") aus § 242 BGB wird als Anwendungsfall der unzulässigen Rechtsausübung behandelt (vgl. BGH 7. März 2002 - IX ZR 293/00 - WM 2002, 999; 13. November 1998 - V ZR 386/97 - WM 1999, 551; 15. Oktober 1993 - V ZR 141/92 - WM 1994, 215).
Insoweit hat das Berufungsgericht nämlich verkannt, dass ein Verzicht auf Rechte im Allgemeinen nicht zu vermuten ist, so dass deren Aufgabe nur unter strengen Voraussetzungen, nämlich bei einem dahingehenden unzweideutigen Verhalten oder sonst eindeutigen Anhaltspunkten, angenommen werden kann (BGH, Urteile vom 7. März 2002 - IX ZR 293/00, WM 2002, 999 unter III 2 a;… vom 18. November 2015 - VIII ZR 266/14, BGHZ 208, 18 Rn. 19; jeweils mwN).
An die Feststellung eines Verzichtswillens sind grundsätzlich strenge Anforderungen zu stellen (st. Rspr.; vgl. BGH, Urt. v. 7.3.2002 - IX ZR 293/00, NJW 2002, 1788, 1790;… Urt. v. 7.3.2006 - VI ZR 54/05, NJW 2006, 1511 Tz. 10;… Urt. v. 21.11.2006 - VI ZR 76/06, NJW 2007, 368 Tz. 9, jeweils m.w.N.).
An die Feststellung eines Erlasswillens sind grundsätzlich strenge Anforderungen zu stellen ( BGH, Urt. v. 7.3.2002 - IX ZR 293/00, NJW 2002, 1788, 1790;… Urt. v. 21.11.2006 - VI ZR 76/06, NJW 2007, 368 Tz. 9;… Urt. v. 13.9.2007 - I ZR 155/04, TranspR 2007, 466 Tz. 17).
Beim Verzicht auf Forderungen, der nur im Wege des Erlassvertrages wirksam erfolgen kann, stellt die höchstrichterlicher Rechtsprechung an die Annahme einer konkludent erklärten Vereinbarung strenge Anforderungen (vgl. BGH, Urteil vom 7. März 2002, Az.: IX ZR 293/00, zitiert nach juris, Rn. 30;… Grüneberg, in: Palandt, BGB, 75. Auflage, § 397 Rn. 6 mit weiteren Nachweisen).
Da ein Verzicht auf Rechte im Allgemeinen nicht zu vermuten ist, muss sich deren Aufgabe aus einem unzweideutigen Verhalten ergeben (vgl. BGH, Urteil vom 7. März 2002, Az.: IX ZR 293/00, zitiert nach juris, Rn. 30; Urteil vom 16. November 1993, Az.: XI ZR 70/93, NJW 1994, 379 - 380; Urteil vom 22. Juni 1995, Az.: VII ZR 118/94, WM 1995, 1677 - 1678).
Die Gründe, die dafür sprechen, nur unter engen Voraussetzungen einen konkludenten Verzicht zu bejahen, gelten hier jedoch in gleicher Weise; denn auch insoweit trifft es zu, dass sich der Inhaber seiner Rechte ohne einen nach außen deutlich hervorgetretenen Anlass in der Regel nicht begeben will (vgl. BGH, Urteil vom 7. März 2002, Az.: IX ZR 293/00, zitiert nach juris, Rn. 30).
OLG Düsseldorf, 03.04.2003 - 10 U 70/02
LG Koblenz, 07.01.2005 - 2 T 34/05
LG Braunschweig, 07.04.2011 - 5 T 220/11
Jede Änderung der Person des Gläubigers oder Schuldners ist nach Erlass eines …