Source: http://www.hensche.de/Arbeitsrecht_Urteile_Nichtzulassungsbeschwerde_abweichende_Rechtsgrundsaetze_BAG_2AZN588_12.html
Timestamp: 2018-03-23 18:49:33
Document Index: 197482083

Matched Legal Cases: ['§ 72', '§ 72', '§ 72', '§ 72', '§ 72', '§ 72', '§ 72', '§ 72', '§ 72']

BAG, Beschluss vom 19.07.2012, 2 AZN 588/12 - HENSCHE Arbeitsrecht
BAG, Be­schluss vom 19.07.2012, 2 AZN 588/12
Aktenzeichen: 2 AZN 588/12
Vorinstanzen: Hessisches Landesarbeitsgericht - 8 Sa 1554/10
hat der Zwei­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der Be­ra­tung vom 19. Ju­li 2012 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Kreft, die Rich­te­rin­nen am Bun­des­ar­beits­ge­richt Ber­ger und Dr. Rinck so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Dr. Sieg und Cla­es be­schlos­sen:
1. Die Be­schwer­de des Klägers ge­gen die Nicht­zu­las­sung der Re­vi­si­on in dem Ur­teil des Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts vom 26. Ok­to­ber 2011 - 8 Sa 1554/10 wird auf sei­ne Kos­ten zurück­ge­wie­sen.
Die Be­schwer­de hat kei­nen Er­folg.
I. Die Re­vi­si­on ist nicht we­gen grundsätz­li­cher Be­deu­tung ei­ner ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Rechts­fra­ge (§ 72 Abs. 2 Nr. 1, § 72a Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 ArbGG) zu­zu­las­sen.
2. Die­se Vor­aus­set­zun­gen sind nicht erfüllt.
a) Der Kläger sieht als grundsätz­lich be­deut­sam die Fra­ge an, „in wie­weit [es] bei fal­schen Be­schul­di­gun­gen ge­genüber Straf­ver­fol­gungs­behörden Auf­ga­be des Ar­beit­ge­bers [ist], un­mit­tel­ba­re Tat­sa­chen, die den [sic!] Be­weis für das wis­sent­li­che oder leicht­fer­ti­ge Er­he­ben un­zu­tref­fen­der Be­schul­di­gun­gen zugäng­lich sind, po­si­tiv dar­zu­le­gen,"
b) Da­mit hat der Kläger kei­ne Rechts­fra­ge be­zeich­net, die mit „Ja" oder 6„Nein" be­ant­wor­tet wer­den kann. Im We­sent­li­chen will er geklärt wis­sen, ob sich der Ar­beit­ge­ber für sei­ne Be­haup­tung, der Ar­beit­neh­mer ha­be - nach­weis­lich ¬Kol­le­gen oder Vor­ge­setz­te ge­genüber Straf­ver­fol­gungs­behörden wis­sent­lich oder leicht­fer­tig falsch ei­ner straf­ba­ren Hand­lung be­zich­tigt, auf mit­tel­ba­re Tat­sa­chen (sog. In­di­ztat­sa­chen) stützen darf oder ob in­so­weit nur un­mit­tel­ba­re Tat­sa­chen als be­weis­er­heb­lich an­zu­se­hen sind. „Mit­tel­ba­re Tat­sa­chen" sind
II. Die Be­schwer­de ist un­zulässig, so­weit der Kläger ei­ne Di­ver­genz rügt.
1. Nach § 72a Abs. 1 iVm. § 72 Abs. 2 Nr. 2 ArbGG ist die Re­vi­si­on auf die Be­schwer­de der un­ter­le­ge­nen Par­tei zu­zu­las­sen, wenn das an­zu­fech­ten­de Ur­teil von ei­ner Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts oder ei­nes an­de­ren der in § 72 Abs. 2 Nr. 2 ArbGG ge­nann­ten Ge­rich­te ab­weicht und auf die­ser Ab­wei­chung be­ruht. Da­zu ist aus­zuführen, wel­che di­ver­gie­ren­den abs­trak­ten, dh. fallüberg­rei­fen­den Rechtssätze das an­zu­fech­ten­de und das her­an­ge­zo­ge­ne Ur­teil auf­ge­stellt ha­ben. Die bei­den aus Sicht des Be­schwer­deführers di­ver­gie­ren­den Rechtssätze müssen be­zeich­net wer­den (§ 72a Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 ArbGG). Da­ne­ben ist auf­zu­zei­gen, dass das an­zu­fech­ten­de Ur­teil auf dem ab­wei­chen­den Rechts­satz be­ruht (st. Rspr., vgl. BAG 15. Sep­tem­ber 2004 - 4 AZN 281/04 - zu 112.1 der Gründe, BA­GE 112, 35). Wird die Be­schwer­de dar­auf gestützt, dass den schein­bar nur fall­be­zo­ge­nen Ausführun­gen ein abs­trak­ter fallüberg­rei­fen­der Rechts­satz zwin­gend zu ent­neh­men ist, ob­liegt es dem Be­schwer­deführer - so­fern das nicht of­fen­sicht­lich ist -, dies kon­kret zu be­gründen. Die schlich­te Ge­genüber­stel­lung der fall­be­zo­ge­nen Ausführun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts und des vom Be­schwer­deführer dar­aus ab­ge­le­se­nen abs­trak­ten Rechts­sat­zes ist re­gelmäßig nicht aus­rei­chend (BAG 6. De­zem­ber
2. Die­sen An­for­de­run­gen wird die Be­schwer­de­be­gründung nicht ge­recht.
Der Kläger meint, das Lan­des­ar­beits­ge­richt ha­be in dem an­zu­fech­ten­den Ur­teil fol­gen­de - von Rechtssätzen aus der Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 10. De­zem­ber 2009 (- 2 AZR 534/08) ab­wei­chen­de -„Rechts­grundsätze" auf­ge­stellt:
3. So­weit der Kläger (auf Sei­ten 7, 10 der Be­schwer­de­be­gründung) gel­tend macht, das Lan­des­ar­beits­ge­richt ha­be ge­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts „ver­s­toßen", ei­ne feh­ler­haf­te Be­weiswürdi­gung vor­ge­nom­men und im Rah­men der In­ter­es­sen­abwägung die Länge der be­an­stan­dungs­frei­en Be­triebs­zu­gehörig­keit nicht hin­rei­chend gewürdigt, ist dies nicht ge­eig­net, die Re­vi­si­ons­in­stanz zu eröff­nen. Ob das an­zu­fech­ten­de Ur­teil auf ei­nem Rechts­an­wen­dungs­de­fi­zit und/oder ei­nem Ver­s­toß ge­gen ein­fach­ge­setz­li­che Ver­fah­rens­vor­schrif­ten be­ruht, könn­te erst im Rah­men ei­ner zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on über­prüft wer­den (vgl. BAG 17. Ja­nu­ar 2012 - 5 AZN 1358/11 - Rn. 4, NZA 2012, 411; 14. April 2005 - 1 AZN 840/04 - zu 1 a der Gründe,
BA­GE 114, 200). Ent­spre­chen­des gilt für die (auf Sei­ten 5 und 7 der Be­schwer­de­be­gründung) er­ho­be­ne Rüge, die Würdi­gung des Lan­des­ar­beits­ge­richts wer­de den Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 2. Ju­li 2001 (- 1 BM 2049/00 - NJW 2001, 3474) und vom 11. De­zem­ber 1990 (- 2 ByR 1892/89 - NJW 1991, 1285) nicht ge­recht. Auch da­mit legt der Kläger kei­nen ge­setz­li­chen Zu­las­sungs­grund iSv. § 72 Abs. 2, § 72a Abs. 3 Satz 2 ArbGG dar.
IV. Von ei­ner wei­te­ren Be­gründung wird gemäß § 72a Abs. 5 Satz 5 ArbGG ab­ge­se­hen.
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