Source: https://www.fernuniversitaet-hagen.de/rewi/studium/ejp/studieninhalte.shtml
Timestamp: 2019-07-17 21:05:40
Document Index: 308063980

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 8', '§ 10', '§ 11', '§ 7', '§ 25']

EJP /
Der Studiengang Rechtswissenschaft (Erste Juristische Prüfung) zielt darauf ab, dass die Studierenden die Erste Prüfung (auch genannt: das erste Staatsexamen) ablegen. Die erste Prüfung setzt sich zusammen aus
der staatlichen Pflichtfachprüfung vor einem Justizprüfungsamt und
dem universitären Schwerpunktbereich.
An dieser Grundstruktur orientieren sich die Inhalte des Studiengangs, die auf 28 Module mit insgesamt 240 ECTS verteilt sind.
Studieninhalte - Übersicht
Fremdsprachige rechtswissenschaftliche Veranstaltung
Universitärer Schwerpunktbereich
Auswahl Schwerpunktbereich
Inhaltliche Verschränkung mit dem Bachelor of Laws
Studienverlaufsplan Vollzeit
Curriculum bei paralleler Einschreibung in LL.B.
55100 Propädeutikum unter Einbeziehung einer Einführung in die Wirtschaftswissenschaften (10 ECTS)
31011 Externes Rechnungswesen (BWL I) [WiWi] (10 ECTS)
55101 Allgemeiner Teil des BGB (10 ECTS) 31021 Investition und Finanzierung (BWL II) [WiWi] (10 ECTS)
55103 Schuldrecht Allgemeiner Teil (10 ECTS)
55104 Staats- und Verfassungs­recht sowie Grundlagen des Europarechts (10 ECTS)
55105 Arbeitsvertragsrecht (10 ECTS)
55106 Schuldrecht Besonderer Teil (10 ECTS)
31031 Internes Rechnungswesen (BWL III) [WiWi] (10 ECTS) 55111 Allgemeines Verwaltungsrecht und Grundzüge des Verwaltungsprozessrechts (10 ECTS)
55108 Sachenrecht, Recht der Kreditsicherung und Insolvenzrecht (10 ECTS)
55107 Einführung in das Strafrecht (10 ECTS)
55109 Unternehmensrecht I (10 ECTS)
55113 Zivilprozessrecht (10 ECTS)
55112 Rhetorik, Verhandeln und Mediation (10 ECTS) 55110 Internationales Privat- und Zivilprozessrecht (10 ECTS)
55504 EM* Strafrecht (10 ECTS)
55503 EM* Öffentliches Recht (10 ECTS)
8. Semester (Abschluss als LL.B.)
55501 EM* Grundlagen (5 ECTS)
55502 EM* Familien- und Erbrecht (5 ECTS)
Bachelorseminar (10 ECTS)
Bachelorarbeit [pdf, 110 KB] (10 ECTS) 55505 VM* Zivilrecht (5 ECTS)
55506 VM* Öffentliches Recht (5 ECTS)
55507 VM* Strafrecht (5 ECTS)
Fremdsprachenausbildung (5 ECTS)
Schwerpunktbereich (10 ECTS)
ggf. Freiversuch
55511 EVM* Zivilrecht (12 ECTS)
55512 EVM* Öffentliches Recht (10 ECTS)
55513 EVM* Strafrecht (8 ECTS)
[*EM = Ergänzungsmodul / VM = Vertiefungsmodul / EVM = Examensvorbereitungsmodul]
Studienverlaufsplan Teilzeit
1. Semester Teilzeit
2. Semester Teilzeit
31011 Externes Rechnungswesen (BWL I) [WiWi] (10 ECTS) 55101 Allgemeiner Teil des BGB (10 ECTS)
3. Semester Teilzeit
4. Semester Teilzeit
31021 Investition und Finanzierung (BWL II) [WiWi] (10 ECTS) 55106 Schuldrecht Besonderer Teil (10 ECTS)
5. Semester Teilzeit
6. Semester Teilzeit
55111 Allgemeines Verwaltungsrecht und Grundzüge des Verwaltungsprozessrechts (10 ECTS) 55108 Sachenrecht, Recht der Kreditsicherung und Insolvenzrecht (10 ECTS)
55112 Rhetorik, Verhandeln und Mediation (10 ECTS)
7. Semester Teilzeit
8. Semester Teilzeit
31031 Internes Rechnungswesen (BWL III) [WiWi] (10 ECTS) 55113 Zivilprozessrecht (10 ECTS)
9. Semester Teilzeit
10. Semester Teilzeit
55110 Internationales Privat- und Zivilprozessrecht (10 ECTS) 55501 EM* Grundlagen (5 ECTS)
Modul Seminar (10 ECTS)
Modul Bachelorarbeit (10 ECTS)
11. Semester Teilzeit
12. Semester Teilzeit
55505 VM* Zivilrecht (5 ECTS)
55506 VM* Öffentliches Recht (5 ECTS) Fremdsprachenausbildung (5 ECTS)
13. Semester Teilzeit
14. Semester Teilzeit
55511 EVM* Zivilrecht (12 ECTS) Ggf. Wiederholung
Um auf die staatliche Pflichtfachprüfung vorzubereiten, werden sämtliche Inhalte aus dem Zivilrecht, dem Öffentlichen Recht und dem Strafrecht vermittelt, die nach dem Juristenausbildungsgesetz NRW zum Pflichtstoff zählen (§ 11 Abs. 2 JAG NRW). In Kombination mit dem Studiengang Bachelor of Laws gelingt dies dadurch, indem die Studierenden zusätzlich zu den Bachelor-Pflichtmodulen sogenannte Ergänzungs- und Vertiefungsmodule absolvieren. Um darüber hinaus eine optimale Vorbereitung auf die staatliche Pflichtfachprüfung sicherzustellen, bietet die Rechtswissenschaftliche Fakultät Examensvorbereitungsmodule und einen Examensklausurenkurs an. Diese bilden ein „Universitäres Repetitorium“, in dem der Pflichtstoff wiederholt und auf Examensniveau vertieft wird.
Voraussetzung für die Anmeldung zur Ersten Juristischen Prüfung
Die Zwischenprüfung setzt sich in Hagen aus 10 Modulen mit insgesamt 90 ECTS zusammen. Anders als der Name es vermuten lässt, handelt es sich nicht um eine eigenständige Prüfung. Vielmehr wird die Zwischenprüfung studienbegleitend abgelegt, das bedeutet, Studierende, die die 10 Module erfolgreichen absolvieren, haben damit die Zwischenprüfung bestanden.
Folgende Module sind Teil der Zwischenprüfung:
55101 Allgemeiner Teil des BGB (10 ECTS)
55104 Staats- und Verfassungsrecht sowie Grundlagen des Europarechts (10 ECTS)
55111 Allgemeines Verwaltungsrecht und Grundzüge des Verwaltungsprozessrechts (10 ECTS)
55501 Ergänzungsmodul Grundlagen (5 ECTS)
55502 Ergänzungsmodul Familien- und Erbrecht (5 ECTS)
55503 Ergänzungsmodul Öffentliches Recht (10 ECTS)
55504 Ergänzungsmodul Strafrecht (10 ECTS)
Um den sog. „Fremdsprachenschein“ zu absolvieren, bietet die rechtswissenschaftliche Fakultät verschiedene Module an, darunter auch Studienfahrten:
55508 Introduction to the Common Law, 5 ECTS
55209 Summer School in Law, 10 ECTS
55314 Intensivkurs Europarecht, 10 ECTS
55212 Introduction to the US-Legal System, 10 ECTS
Die praktische Studienzeit ist von jedem Studierenden in eigener Verantwortung zu organisieren. Nach § 8 Juristenausbildungsgesetz NRW sollen die Studierenden Einblicke in die Praxis und Gelegenheit zu einer praktischen Mitarbeit erhalten. Die praktische Studienzeit dauert insgesamt drei Monate und findet mindestens sechs Wochen in der Rechtspflege (Rechtsanwältin/Rechtsanwalt, Unternehmen der freien Wirtschaft) und sechs Wochen bei einer Verwaltungsbehörde statt.
Durchzuführen ist die praktische Studienzeit während der vorlesungsfreien Zeit. Diese wird festgelegt durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW und ist auch für die Studierenden im Studiengang Rechtswissenschaft (Erste Juristische Prüfung) maßgeblich.
Vorlesungszeiten (Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW)
Praktische Studienzeit (OLG Hamm)
Insgesamt setzt sich der Schwerpunktbereich in Hagen wie folgt zusammen:
+ Bachelor-Arbeit
= 50 % der Note des Schwerpunktbereichs
Klausur aus Schwerpunktbereichsmodul
+ Hausarbeit aus Schwerpunktbereichsmodul
Im universitären Schwerpunktbereich ergänzen und vertiefen die Studierenden ihre Kenntnisse aus dem Pflichtstoff in einem selbst gewählten Rechtsgebiet. Mit dem Schwerpunktbereich schärfen die Studierenden ihr juristisches Profil und widmen sich noch einmal verstärkt dem wissenschaftlichen Arbeiten.
Hier zeigt sich auch erneut die Verschränkung mit dem Bachelor of Laws, denn sowohl das Bachelor-Seminar als auch die Bachelor-Arbeit fließen mit in die Endnote des Schwerpunktbereichs ein.
Auswahl Schwerpunktbereiche
Es müssen zwei Module absolviert werden, wobei das SPB-Modul Wirtschaftsstrafrecht verpflichtend ist:
55520 - SPB-Teilmodul Wirtschaftsstrafrecht (5 ECTS)
55521 - SPB-Teilmodul Jugendstrafrecht und Strafverfahrensrecht (5 ECTS)
55522 - SPB-Teilmodul Kriminologie (5 ECTS)
55523 - SPB-Teilmodul Theoretische und historische Grundlagen des Strafrechts (5 ECTS)
Es müssen zwei Module absolviert werden, wobei das SPB-Modul Allgemeine Staatslehre verpflichtend ist:
55526 - SPB-Teilmodul Allgemeine Staatslehre (5 ECTS)
55527 - SPB-Teilmodul Öffentliches Umweltrecht (5 ECTS)
55528 - SPB-Teilmodul Öffentliches Wirtschaftsrecht (5 ECTS)
Zur Wahl angeboten werden, wobei nur eines der Module gewählt werden muss:
55531 - SPB-Modul Wettbewerbs- und Kartellrecht (10 ECTS)
55532 - SPB-Modul Kapitalgesellschaftsrecht (10 ECTS)
55536 - SPB-Modul Immaterialgüterrecht (10 ECTS)
55537 - SPB-Modul Internationales und supranationales Verfahrensrecht der gewerblichen Schutzrechte (10 ECTS)
Es müssen zwei Module absolviert werden, wobei das SPB-Modul Mitbestimmung in Betrieb und Unternehmen verpflichtend ist:
55541 - SPB-Teilmodul Mitbestimmung in Betrieb und Unternehmen (5 ECTS)
55542 - SPB-Teilmodul Kollektives Arbeitsrecht II / Arbeitsgerichtliches Verfahren (5 ECTS)
55543 - SPB-Teilmodul Kollektives Arbeitsrecht II / Arbeitsvertragsgestaltung (5 ECTS)
55544 - SPB-Teilmodul Kollektives Arbeitsrecht II / Arbeitsrecht in der EU (5 ECTS)
Privatrecht in seiner historischen und internationalen Dimension
Der Schwerpunktbereich „Privatrecht in seiner historischen und internationalen Dimension“ besteht aus einem Grundlagen- und einem internationalrechtlichen Teil. Sowohl aus dem Bereich Grundlagen als auch aus dem Bereich Internationales Recht muss jeweils ein Teilmodul gewählt werden.
Teilmodule aus dem Bereich Grundlagen:
55546 - SPB Teilmodul Dogmengeschichte (5 ECTS)
55547 - SPB-Teilmodul Einführung in die Rechtsvergleichung (5 ECTS)
Teilmodule aus dem Bereich Internationales Recht:
55548 - SPB-Teilmodul Internationales Einheitsrecht (5 ECTS)
55549 - SPB-Teilmodul Vertiefung internationales Privat- und Zivilprozessrecht (5 ECTS)
55550 - SPB-Teilmodul Introduction to US-American Private and Procedural Law (5 ECTS)
Die Examensvorbereitung ist der wohl wichtigste Abschnitt im Studiengang Rechtswissenschaft (Erste Juristische Prüfung). Denn am Ende der Vorbereitungszeit folgt die staatliche Pflichtfachprüfung bei dem Justizprüfungsamt des Oberlandesgerichts, bei welchem Sie sich zur Prüfung melden. Diese besteht aus einem schriftlichen Teil (Aufsichtsarbeiten) und einer mündlichen Prüfung, § 10 Abs. 1 S. 1 JAG NRW.
Die Examensvorbereitung ist eine sehr persönliche Angelegenheit und sollte von jedem Kandidaten/jeder Kandidatin individuell gestaltet und geplant werden. Einen „Königsweg“ gibt es hier nicht. Dauer und Intensität der Examensvorbereitung hängen von vielen Faktoren, wie dem persönlichen Kenntnisstand, der Zeiteinteilung, der Motivation und den persönlichen Lebensumständen wie der Berufstätigkeit oder der familiären Situation ab.
Die Prüfungsinhalte der staatlichen Prüfung finden Sie in den jeweiligen Juristenausbildungsgesetzen. In Nordrhein-Westfalen findet sich dies in § 11 Abs. 2 JAG NRW. Die Auflistung der Rechtsgebiete sollte der Ausgangspunkt Ihrer Examensvorbereitung sein, da Sie dort ablesen können, welche Kenntnisse von Ihnen bei der Prüfung erwartet werden. Auf dieser Grundlage kann dann etwa ein individueller Lernplan erstellt werden.
An der FernUniversität in Hagen gibt es über Moodle zu den einzelnen Rechtsgebieten verschiedene Examensvorbereitungsmodule. Dort finden Sie Online-Vorlesungen, Lesepläne, Karteikarten, Lehrvideos, Skripte, sowie allgemeine Tipps und Hinweise zur Examensvorbereitung und zur Ersten Juristischen Prüfung.
Ein weiterer wichtiger Baustein in der Examensvorbereitung ist der Examensklausurenkurs. Dort werden wöchentlich Klausuren auf Examensniveau angeboten, die Sie zu Übungszwecken schreiben können. Dies ist unbedingt erforderlich, da so die juristische Fallbearbeitung eingeübt und für den „Ernstfall“ trainiert wird.
Auch die Zulassungsvoraussetzungen für die Erste Juristische Prüfung finden Sie in den Juristenausbildungsgesetzen der Bundesländer. In NRW ist dies in § 7 JAG NRW geregelt. Danach muss der Kandidat bei der Anmeldung zur staatlichen Pflichtfachprüfung folgende Voraussetzungen erfüllen:
Mindestens vier Halbjahre an einer Universität im Geltungsbereich des deutschen Richtergesetzes den Studiengang Erste Juristische Prüfung studiert
Bestehen einer Zwischenprüfung
Teilnahme an einer fremdsprachigen rechtswissenschaftlichen Veranstaltung
Teilnahme an einer praktischen Studienzeit
Das Erfüllen der Anmeldevoraussetzungen bedeutet jedoch nicht, dass der/die jeweilige Kandidat/in den Kenntnisstand hat, der für ein erfolgreiches Abschneiden bei der Ersten Juristischen Prüfung erforderlich ist. Die Anmeldung zur staatlichen Pflichtfachprüfung erfolgt erst zum Ende der umfassenden Examensvorbereitung, wenn sich der/die Kandidat/in „fit“ für die Prüfung fühlt.
Wann sollte ich mit der Examensvorbereitung beginnen?
Wenn Sie den Freiversuch wahrnehmen wollen (§ 25 JAG NRW), sollte etwa zu Beginn des sechsten oder siebten Fachsemesters mit der Examensvorbereitung begonnen werden. Ansonsten hängt dies von Ihrer individuellen Studienplanung ab.
Ab wann sollte ich mit dem Examensklausurenkurs beginnen?
Das Schreiben von Klausuren wird unbedingt empfohlen. Idealerweise erfolgt die Teilnahme wöchentlich von Beginn der Examensvorbereitung bis hin zu den schriftlichen Klausuren der staatlichen Pflichtfachprüfung.
Kann ich auch in einem anderen Bundesland als Nordrhein-Westfalen das erste juristische Staatsexamen ablegen?
Hagener Studierende können nicht ohne Weiteres das erste juristische Staatsexamen in einem anderen Bundesland ablegen. Sollten Sie dies in Betracht ziehen, müssen Sie sich vorher bei dem jeweiligen Justizprüfungsamt Ihres Bundeslandes informieren. Auch eine individuelle Beratung bei der Fachstudienberatung ist hierzu erforderlich.
Bekomme ich Hilfe bei der Planung meiner Examensvorbereitung?
Es ist unbedingt zu empfehlen, die Examensvorbereitung strukturiert zu planen. Hierzu sollten Sie einen Termin bei der Fachstudienberatung Rechtswissenschaft vereinbaren.
Durch die Verschränkung mit dem Bachelor of Laws umfasst das Studienprogramm mehr als die „examensrelevanten“ Inhalte. So werden in den drei wirtschaftswissenschaftlichen Pflicht-Modulen
betriebswirtschaftliche Grundlagen gelegt. Dies ermöglicht es den Hagener Juristinnen und Juristen, auch die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen juristischer Entscheidungen beurteilen zu können.
Daneben werden wirtschaftsrechtlich relevante Inhalte (z. B. Steuerstrafrecht, Insolvenzrecht) und Schlüsselqualifikationen (Rhetorik, Verhandeln, Mediation) vermittelt, die ebenfalls nicht zum „klassischen“ Examensstoff zählen, für den berufsqualifizierenden Abschluss als Bachelor of Laws aber nach der Überzeugung der Rechtswissenschaftlichen Fakultät essentiell sind.
Der Hagener Studiengang Rechtswissenschaft (Erste Juristische Prüfung) muss deswegen durchaus als inhaltlich umfangreicher bewertet werden als traditionelle Examensstudiengänge in der Rechtswissenschaft.
Dekanat Rechtswissenschaften | 13.05.2019