Source: https://www.deutsche-anwaltshotline.de/recht/news/302893-pistole-unter-der-matratze--waffenbesitzkarte-weg
Timestamp: 2018-05-26 04:27:40
Document Index: 340402048

Matched Legal Cases: ['§ 181', '§ 248', '§ 438', '§ 613', '§ 459', '§ 850', '§622']

﻿ Pistole unter der Matratze: Waffenbesitzkarte weg
Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Harald Urban
Für Schusswaffen gelten strenge Aufbewahrungspflichten
Wer seine Waffe unter der Matratze aufbewahrt, ist als unzuverlässig im Sinne des Waffengesetzes einzustufen und verliert damit seine Waffenbesitzkarte. Das hat das Verwaltungsgericht Trier bestätigt, woraufhin ein Mann zusätzlich auch seinen Jagdschein verlor (Az. 5 K 162/13.TR).
Im Landkreis Trier-Saarburg kontrollierten Beamten die Wohnung eines Jägers. Der Waffenbesitzer hatte drei geladene Pistolen nicht ordnungsgemäß gelagert. Zwei davon zwar in einem Tresor, dieser genügte aber nicht den Vorschriften des Waffengesetzes. Eine dritte Pistole wurde unter seiner Matratze gefunden. Daraufhin entzog der Landkreis dem Mann die Waffenbesitzkarte und den Jagdschein. Das wollte er sich nicht gefallen lassen und klagte gegen diese Entscheidung. Die Pistole wäre er nur unter der Matratze gelegen, da er morgens von der Jagd gekommen sei und die Waffe aus Müdigkeit nicht sofort weggeschlossen hatte.
Das Verwaltungsgericht Trier aber sah keinen Zweifel daran, dass der Jäger gegen die normierten Aufbewahrungsbestimmungen des Waffengesetzes verstoßen hat. Damit habe er sich als unzuverlässig erwiesen. Die Begründung, warum er die Waffe unter der Matratze lagerte, wertete das Gericht als Schutzbehauptung.
„Schusswaffen sind grundsätzlich vor unbefugten Zugriff zu schützen, indem sie verschlossen aufbewahrt werden. Je nach Art und Anzahl der Waffen existieren auch bestimmte Anforderungen an Tresore und Waffenschränke“, informiert Rechtsanwalt Harald Urban und fügt hinzu: „Die Waffen dürfen nicht mit der Munition zusammen verwahrt werden – und schon gar nicht geladen.“
Der Widerruf der Erlaubnis zu jagen und die erforderlichen Waffen dafür zu führen und zu besitzen sei daher zu Recht erfolgt. Gegen das noch nicht rechtskräftige Urteil kann der Jäger nun die Berufung beantragen.
Bild: chuybenitez/flickr.com/cc-by
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