Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Maklerprovision-beim-Kauf-einer-Eigentumswohnung--f25615.html
Timestamp: 2019-12-16 03:28:33
Document Index: 394956484

Matched Legal Cases: ['§12', '§ 652', '§ 354', '§ 677', '§ 812', '§ 652']

Maklerprovision beim Kauf einer Eigentumswohnung - frag-einen-anwalt.de
www.frag-einen-anwalt.deKaufrechtBGBMaklerprovision beim Kauf einer Eigentumswoh...
Maklerprovision beim Kauf einer Eigentumswohnung
| 11.05.2007 11:31 |
Als Interessent (Käufer) für eine Eigentumswohnung habe ich mich nach einer geeigneten Wohnung bei \"Immobilienscout24.de\" umgesehen. Eine 2,5 Zimmer Wohnung gefiel mir sehr. Nach genauer Durchsicht des Angebotes bei \"Immobilienscout24.de\" stellte ich fest, dass keine Vermittlerprovision erwähnt ist. Der Kaufpreis beträgt 129.000 Euro. Ich bat den Immobilienmakler um eine Besichtigung der Wohnung, welche wir einige Tage später durchführten. Der Immobilienmakler teilte nichts von einer Vermittlerprovision mit, weder mündlich noch schriftlich habe ich etwas unterzeichnet. Ich entschied mich für die Wohnung. Wir einigten uns auf 120.000 Euro, also 9000 Euro weniger als wie im Immobilienangebot bei \"Immobilienscout24.de\" aufgeführt. Während der intensiven Beratungszeit erfolgte kein Hinweis auf eine eventuelle Maklerprovision. Am 16.05.2007 haben wir nun einen Termin bei einem Notar für die notarielle Beurkundung des Kaufvertrages. Im Kaufvertrag steht unter §12 Vermittlerprovision: \"Die Vertragsschließenden sind sich darüber einig, dass der gegenwärtige Kaufvertrag durch Vermittlung der Firma (...) zustande kam.\"
Sollte der Immobilienmakler nun eine Provision verlangen, ist diese von mir zu zahlen? Wie verhalte ich mich richtig?
BGB BGB Wohnung zahlen Provision
Ein Anspruch des Maklers auf Zahlung des Lohnes könnte sich aus §§ 652 Abs. 1 S. 1, 653 Abs. 1 BGB ergeben, wonach eine Mäklerlohn als stillschweigend vereinbart gilt, wenn die Leistung den Umständen nach nur gegen Vergütung zu erwarten ist. Die Höhe des Lohnes würde sich dann nach Gegend und Art der Tätigkeit richten, bei Grundstücksgeschäften sind 3% aber üblich.
Grundsätzlich ist es also möglich, dass der Makler auch dann einen Vergütungsanspruch, wenn zuvor nicht ausdrücklich über diesen gesprochen worden ist.
Ich rate Ihnen im Hinblick darauf, weitere Überraschungen zu vermeiden, den Vertrag noch vor der notariellen Beurkundung von einem Rechtsanwalt vor Ort überprüfen zu lassen.
Nachfrage vom Fragesteller	11.05.2007 | 14:06
Dann verstehe ich aber folgende Regelung nicht:
Ein Makler kann grundsätzlich Provision (Courtage) verlangen, wenn ein Mieter einen Wohnraummietvertrag abschließt, der durch seine Mithilfe zustande gekommen ist. Voraussetzung dafür ist, dass er einen mündlichen oder schriftlichen Maklervertrag mit dem Mieter abgeschlossen und zum Abschluss des Mietvertrags mitursächlich beigetragen hat. Der Maklervertrag kann in der Weise abgeschlossen werden, dass der Makler den Kunden mündlich oder schriftlich, zum Beispiel im Expose,´ auf seine Provisionsforderung hinweist und der Kunde in Kenntnis dieser Forderderung Maklerleistungen abverlangt oder entgegennimmt.
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.05.2007 | 14:59
die von Ihnen zitierte Regelung bezieht sich auf die Vermittlung von Wohnraummietverträgen, für die durch das WoVermG ohnehin ein eigenständiges Gesetz besteht.
Selbst bei fehlendem Maklervertrag (ob dies der Fall ist, vermag ich mangels Detailkenntnis nicht zu beurteilen, doch spricht einiges dafür, dass zumindest ein Vertragsschluss durch schlüssiges Verhalten (konkludent) vorliegt) kann ein Lohnanspruch des Maklers bestehen, z.B. aus § 354 HGB, wenn der Makler Kaufmann ist, aus den §§ 677 ff. BGB oder aus §§ 812, 818 Abs. 2 BGB (Palandt, BGB, 66. Auflage 2007, § 652 Rn 10).
Bewertung des Fragestellers 27.07.2012 | 08:22
"Da die Sache nun schon lange abgeschlossen ist kann ich nach weiterer rechtlicher Klärung sagen das ich Erfolg hatte und keine Maklerprovision an den Makler zahlen musste. Der Makler hätte nach Auffassung des Gerichts auf eine Provision hinweisen müssen, dies erfolgt weder mündlich noch schriftlich. Der Makler meinte, es sei üblich das eine Provision verlangt wird. Da keine Provision angegeben wurde konnte ich als Interessent auch davon ausgehen das keine verlangt wird. Viele tausende Euro gepart, dank Unterstützung eines anderen Anwaltes welcher mir nach der ersten Beratung sofort sagte dass ich nicht bezahlen muss, er hatte Recht. Danke!"
Es freut mich, dass Sie meinem Rat gefolgt sind und einen Rechtsanwalt vor Ort konsultiert haben. Ich gehe davon aus, dass Sie ihm alle Unterlagen zum Fall vorgelegt haben - erst mit diesen kann eine Beurteilung im einzelnen abschließend vorgenommen werden.
FRAGESTELLER 27.07.2012 3,6/5,0
Maklerprovision bei Kauf einer Eigentumswohnung
Kauf einer Eigentumswohnung, Mängel
Kauf einer Eigentumswohnung durch Ehepartner bei Zugewinngemeinschaft