Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=13.03.2014&Aktenzeichen=IX%20ZR%2023/10
Timestamp: 2020-07-06 06:38:31
Document Index: 181003638

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', '§ 33', '§ 163', '§ 249', '§ 280', '§ 675', '§ 33', '§ 163', '§ 227', '§ 33', '§ 280', '§ 249', '§ 33', '§ 163', '§ 3', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 115', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 13.03.2014 - IX ZR 23/10 - dejure.org
https://dejure.org/2014,6877
BGH, 13.03.2014 - IX ZR 23/10 (https://dejure.org/2014,6877)
BGH, Entscheidung vom 13.03.2014 - IX ZR 23/10 (https://dejure.org/2014,6877)
BGH, Entscheidung vom 13. März 2014 - IX ZR 23/10 (https://dejure.org/2014,6877)
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BGB §§ 249, 280, 675; StBerG § 33; AO §§ 163, 227 in Verbindung mit dem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 27. März 2003 - IV A 6-S 2140-8/03 (BStBl 2003 I S. 240)
§ 249 BGB, § 280 BGB, § 675 BGB, § 33 StBerG, § 163 AO
Steuerberaterhaftungsprozess: Notwendige Feststellung einer mutmaßlichen Ermessensentscheidung der Finanzbehörde und Auslegung einer Verwaltungsvorschrift durch das Regressgericht; Haftungsgrund eines unterlassenen Hinweises auf einen Anspruch auf steuerliche ...
Haftung eines Steuerberaters bei unterlassenem Hinweis auf Anspruch auf eine steuerliche Sonderbehandlung nach dem sogenannten Sanierungserlass
Schutz des Vertrauens auf die Rechtmäßigkeit des Sanierungserlasses - Haftung des Steuerberaters bei unterlassenem Hinweis auf die steuerliche Sonderbehandlung ("Sanierungserlass")
Haftung des Steuerberaters, der es pflichtwidrig unterlässt, seinen Mandanten darauf hinzuweisen, dass dieser Anspruch auf eine steuerliche Sonderbehandlung nach dem sogenannten Sanierungserlass hat, auch dann, wenn der Sanierungserlass sich später als gesetzeswidrig ...
AO § 227; StBerG § 33; BGB § 280 Abs. 1
Haftung eines Steuerberaters bei unterlassenem Hinweis auf einen Sanierungserlass
Steuerberater kann für unterlassenen Hinweis auf Anspruch auf steuerliche Sonderbehandlung nach einem Sanierungserlass haften
BGB §§ 249, 280, 675; StBerG § 33; AO §§ 163, 227; EStG § 3 Nr. 66 a. F.
Zum Sanierungserlass
LG Leipzig, 27.08.2009 - 3 O 3419/06
OLG Dresden, 13.01.2010 - 13 U 1493/09
NJW-RR 2014, 1015
ZIP 2014, 882
MDR 2014, 587
NZI 2014, 665
VersR 2014, 1346
WM 2014, 858
DB 2014, 945
Entgegen der in der mündlichen Verhandlung vom Prozessbevollmächtigten der Klägerin vertretenen Auffassung ist auch das Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 13. März 2014 IX ZR 23/10 (DB 2014, 945) zur haftungsrechtlichen Inanspruchnahme eines Steuerberaters, der es unterlassen hat, seinen Mandanten auf die Möglichkeit der steuerlichen Sonderbehandlung nach dem sog. Sanierungserlass hinzuweisen, nicht geeignet, einen Vertrauenstatbestand im Hinblick auf die Rechtmäßigkeit des sog. Sanierungserlasses zu begründen.
Vielmehr hat der BGH dort die Frage der Gesetzmäßigkeit des sog. Sanierungserlasses ausdrücklich offen gelassen, weil der Berater auch dann hafte, wenn sich der sog. Sanierungserlass nachträglich als gesetzeswidrig herausstelle (BGH-Urteil in DB 2014, 945, Rz 31).
e) Der Bundesgerichtshof hat im Urteil vom 13. März 2014 IX ZR 23/10 (Deutsches Steuerrecht --DStR-- 2014, 895, Rz 31) die Frage offen gelassen, ob der Sanierungserlass gegen den Gesetzesvorbehalt verstößt.
Der Verlust einer tatsächlichen oder rechtlichen Position, auf die er keinen Anspruch hat, ist grundsätzlich kein erstattungsfähiger Nachteil (BGH, Urteil vom 6. Juli 2000 - IX ZR 198/99, WM 2000, 1814, 1816;… vom 15. November 2007 - IX ZR 34/04, WM 2008, 41 Rn. 21;… vom 25. Oktober 2012 - IX ZR 207/11, WM 2012, 2242 Rn. 28; vom 13. März 2014 - IX ZR 23/10, WM 2014, 858 Rn. 32).
Die Beratung ist an einer dem Mandanten günstigen Behördenpraxis auszurichten, sofern diese mit dem Gesetz nicht schlechterdings unvereinbar ist (BGH, Urteil vom 13. März 2014 - IX ZR 23/10, WM 2014, 858 Rn. 32).
Zutreffend stellt das Landgericht insoweit darauf ab, wie die Steuerfestsetzung ohne die behauptete Pflichtverletzung richtigerweise hätte erfolgen müssen (BGH, Urt. v. 13.03.2014, Az. IX ZR 23/10 - Sanierungserlass, MDR 2014, 587 = ZIP 2014, 882 = DStR 2014, 895 = NJW-RR 2014, 1015).
eee) Wenn schon innerhalb der Finanzverwaltung Uneinigkeit besteht, liegt keine allseits für rechtmäßig gehaltene Verwaltungspraxis im Sinne des Urteils des BGH vom 13.03.2014 - IX ZR 23/10 Rz 32 bei Juris (Sanierungserlass) vor.
Im Urteil vom 13.03.2014 - IX ZR 23/10 Rz 24 bei Juris (Sanierungserlass) führt der BGH aus, der Grundsatz der Rechtsprüfung durch das Regressgericht erfahre dann eine Ausnahme, wenn der Verwaltungsbehörde eine Ermessen zugestanden habe oder eine Bindung aufgrund allgemeiner Verwaltungsübung eingetreten sei (…aaO Rz 24 bei Juris).
Nach der Rechtsprechung des BGH kommt es auf die ständige Verwaltungspraxis und nicht isoliert auf Verwaltungsvorschriften an (Urteil vom 28.09.1995 - IX ZR 158/94, NJW 1995, 3248, Rz 19 bei Juris); eine Distanzierung hiervon im Urteil vom 13.03.2014 - IX ZR 23/10 (Sanierungserlass) vermag der Senat nicht zu erkennen (…vgl. BGH aaO Rz 32 bei Juris: "ständige - allseits für rechtmäßig gehaltene - Verwaltungspraxis").
BFH, 24.03.2015 - X B 127/14
Sanierungserlass - Inhaltliche Ausgestaltung des Sanierungskonzepts
Die Revision ist nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (§ 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 der Finanzgerichtsordnung --FGO--) wegen Divergenz zu den Urteilen des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 12. September 1996 IV R 19/95 (BFHE 181, 447, BStBl II 1997, 234), vom 12. Oktober 2005 X R 20/03 (…BFH/NV 2006, 713), vom 17. November 2004 I R 11/04 (…BFH/NV 2005, 1027) oder des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 13. März 2014 IX ZR 23/10 (Der Betrieb --DB-- 2014, 945) zuzulassen.
d) Eine Divergenz zum Urteil des BGH in DB 2014, 945 liegt schon deshalb nicht vor, weil das FG die Frage, ob der sog. Sanierungserlass (Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen --BMF-- vom 27. März 2003 IV A 6-S 2140-8/03, BStBl I 2003, 240, sog. Sanierungserlass) gesetzeswidrig ist oder nicht, ebenso wie der BGH (dort unter B.I.1.b cc 1.ß) ausdrücklich offengelassen hat.
Die Würdigung ist auf der Grundlage der zum Zeitpunkt der hypothetischen Entscheidung im Ausgangsverfahren geltenden höchstrichterlichen Rechtsprechung vorzunehmen (…BGH, Urt. v. 28.09.2000, IX ZR 6/99, NJW 2001, 146; BGH, Urt. v. 13.03.2014, IX ZR 23/10, NZI 2014, 665, Tz 32;… Fahrendorf in Fahrendorf/Mennemeyer/Terbille, Anwaltshaftung, 8. Aufl., Rn 908).
Wesentlich für diese Rechtsprechung ist vor allem die Erwägung, dass es bei wertender Betrachtungsweise nicht als Schaden im Rechtssinne angesehen werden kann, wenn sich im Haftungsprozess herausstellt, dass die Partei im Vorprozess objektiv mit Recht unterlegen war (BGH DStR 2014, 895).
In solchen Fällen ist die mutmaßliche Behördenentscheidung festzustellen (BGH DStR 2014, 895).
Die Fallgestaltung, welche der Entscheidung in BGH DStR 2014, 895 zu Grunde lag, ist jedoch anders als die vorliegende.
Denn die Antragstellerin hat des [DB 2014 S. 945]Weiteren eingeräumt, dass diese Businesspläne den Aktionären jedenfalls nicht vorgelegt oder präsentiert wurden.
vgl. BFH, Urteil vom 25. April 2012 - I R 24/11 -, juris Rn. 10 ff. und Bundesgerichtshof (BGH), Urteil vom 13. März 2014 - IX ZR 23/10 -, juris Rn. 45.