Source: https://hausarbeiten.club/organtransplantation-organ-und-gewebehandel.html
Timestamp: 2018-10-21 03:25:47
Document Index: 29005142

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 8', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 18', '§ 18', '§ 20', '§ 8', '§ 16']

1.475 Words / ~8 pages
• Kein Weg zurück .
Informationen zum Hirntod - Broschüre
Die Organspende erfüllt schwerkranken Menschen eine lebensrettende Aufgabe.
Einige Menschen haben unheilbar beschädigte Organe in ihrem Körper, die ersetzt werden müssen. Es besteht die Möglichkeit, dass Ärzte z.B. bei hirntoten aber auch bei lebenden Menschen gesunde Organe entnehmen können. Damit ein Schwerkranker nicht Sterben muss, können Herz, Lunge, Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse, Darm und Teile der Haut sowie Hornhaut der Augen, Herzklappen, Teile des Knochengewebes und Knorpelgewebes entnommen und übertragen werden.
Die Spender müssen damit einverstanden sein, dass die Ärzte deren Organe nach dem Tod entnehmen dürfen. Dies ist auf einem Organspendeausweis vorzuweisen.
Die erste Verpflanzung war im Jahre 1883 vom Chirurg Theodor Kocher.
Er entfernte die Schilddrüse eines jungen Mannes und transplantierte sein eigenes Schilddrüsengewebe dem jungen Mann. Dadurch konnten die Wachstums- und Entwicklungsstörungen gelindert werden. Nach 100 weiteren Jahren wurden Nierentransplantationen an Tieren sowie erfolgreiche Leber und Herz-Lungen Transplantationen von Chirurgen durchgeführt. Im Jahre 1983 wurde die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) durch das KfH für Dialyse und Nierentransplantation gegründet.
Obwohl die Organ- und Gewerbetransplantation gesetzlich geregelt ist, geschehen immer wieder Skandale wie z.B. im Fall des Göttinger Uniklinikums.
Die Medien berichteten im Sommer 2012 über den dringenden Tatverdacht, dass ein Transplantationsmediziner des Göttinger Uniklinikums die Krankenakten, Laborwerte und sogar die Dialyseprotokolle gefälscht bzw. manipuliert habe. Somit erschien der Zustand des Patienten ohne eine schnelle Organspende als deutlich lebensbedrohlicher, so dass die Patienten auf der Liste der Vergabe von Spendeorganen vorrückten.
Die Göttinger Staatsanwaltschaft erklärte weiter, dass sich wegen der Bevorzugung bestimmter Patienten bei der Transplantation wahrscheinlich andere Patienten die lebensbedrohlicher erkrankt waren keine Spende erhalten konnten und möglicherweise aus diesem Grund gestorben sind.
Im Londoner Harefield Hospital wurde einer 27- jährigen Britin eine Spenderlunge eines Rauchers transplantiert. 16 Monaten nach der Lungentransplantation starb sie an Lungenkrebs.
Die junge Frau wurde für eine Lungentransplantation in das Krankenhaus eingewiesen, ohne sie darüber zu informieren, dass es sich bei dieser Spende um eine Raucherlunge handelt. Das Londoner Harefield Hospital entschuldigte sich für diesen Vorfall und erklärte, dass es sehr ungewöhnlich sei, das lebensbedrohlich erkrankte Patienten ein Spenderorgan eines Rauchers von vornherein ablehnen.
Schließlich vermindern sich damit die Chancen auf ein weiteres Spenderorgan. Außerdem seien bei der Transplantation der Lunge keine Krebszellen erkennbar gewesen. Auch die medizinischen Berater der britischen Lungenstiftung erklärten, dass es sehr schwer zu sagen sei, wie sich der Krebs im Körper der Britin entwickeln konnte.
Die Organspende ist in der Öffentlichkeit immer noch mit vielen Risiken und Ängsten verbunden.
In Deutschland sowie in den westeuropäischen Ländern werden illegale Entnahmen von Gewebe verkauft. Diese kriminellen Taten sind bei den Fällen des Gewebehandels höher als beim Organhandel, da die Gewebe z.B. die Hornhaut trotz langer Lagerungszeiten noch verwendet werden können.
Der größte Anteil der Empfänger kommt aus den arabischen Staaten, weil es dort keine Organspender gibt. In den letzten Jahren sind Patienten aus Deutschland mit Einverständnis ihrer behandelnden Ärzte nach Indien verreist, um sich eine Niere zu kaufen. Die Unkenntnis darüber, welche Gefahren und Risiken diese gekauften Nieren mit sich bringen können, werden nicht in Betracht gezogen.
In Indien ist der Organhandel durch ein Gesetz verboten, trotzdem werden jährlich ca. 3000 Nieren entnommen und verkauft.
Für den Organspender gibt es keine Sicherheit darüber, ob dieser nach der Entnahme des Organs trotzdem noch ein problemloses Leben führen kann. Zumeist erfolgt nach einer entnommenen Niere keine Nachsorge eines Arztes, sodass sich die Gesundheit dieser Menschen verschlechtern kann. Der Organhandel ist im deutschen Transplantationsgesetz unter Strafe gestellt. Besonders dringlich ist, dass der Organhandel auch im Ausland bestraft werden muss.
Das Transplantationsgesetz (TPG) wurde über die Spende, Entnahme und Übertragung von Organen am 25. Juni 1997 in der Bundesrepublik Deutschland beschlossen.
Das Gesetz regelt die Rechtssicherheit der Ärzte und Patienten, die Transplantation von lebenswichtigen Organen oder Geweben durchzuführen.
So ist beispielsweise im § 3 TPG festgehalten, dass die Entnahme von Organen oder Geweben von toten Spendern nur zulässig ist, wenn
§ 8 TPG bestimmt die Entnahme von Organen und Geweben von lebenden Spendern.
Hiernach ist eine Spende nur zulässig, wenn
Des Weiteren bestimmt der § 17 TPG ein Verbot des Organ- und Gewebehandels.
Wer trotz § 17 Abs. 1 Satz 1 mit einem Organ oder Gewebe handel treibt oder gegen § 17 Abs. 2 ein Organ oder Gewebe entnimmt, überträgt oder sich übertragen lässt, wird gemäß § 18 Abs. 1 TPG mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. § 18 Abs. 3 TPG besagt sogar, dass der Versuch strafbar ist.
Der § 20 TPG besagt u.a. folgende Busgeldvorschriften, wer vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 8d Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 in Verbindung mit einer Rechtsverordnung nach § 16a Satz 2 Nr. 3 nicht versichert, dass eine Laboruntersuchung durchgeführt wird.