Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20R%209/10
Timestamp: 2020-01-25 01:56:07
Document Index: 99332791

Matched Legal Cases: ['EuG', '§ 3', '§ 3', '§ 4', '§ 4', 'Art 56', 'EuG', 'EuG', 'Art. 56', '§ 3', '§ 4', 'Art. 56', 'Art. 135', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 3', '§ 3', '§ 4', 'Art 56', 'Art 135', '§ 3', '§ 4', 'Art. 56', 'Art. 135', '§ 3', 'Art. 56', '§ 4', '§ 15', '§ 3', '§ 4', 'Art. 56', '§ 3', 'EuG', '§ 4']

Rechtsprechung: V R 9/10 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BFH, 11.10.2012
https://dejure.org/2010,991
BFH, 28.10.2010 - V R 9/10 (https://dejure.org/2010,991)
BFH, Entscheidung vom 28.10.2010 - V R 9/10 (https://dejure.org/2010,991)
BFH, Entscheidung vom 28. Januar 2010 - V R 9/10 (https://dejure.org/2010,991)
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Vorabentscheidungsersuchen zur Steuerfreiheit der Portfolioverwaltung - Umsatzsteuerrechtliche Gleichbehandlung von Geldanlage in Investmentfonds und individueller Portfolioverwaltung - Anzahl der Umsätze bei mehreren Tätigkeiten - Bestimmung von Hauptleistung und ...
Vorabentscheidungsersuchen zur Steuerfreiheit der Portfolioverwaltung; Umsatzsteuerrechtliche Gleichbehandlung von Geldanlage in Investmentfonds und individueller Portfolioverwaltung; Anzahl der Umsätze bei mehreren Tätigkeiten; Bestimmung von Hauptleistung und ...
Dem EuGH werden folgende Fragen zur Auslegung der Richtlinie 2006/112/EG vorgelegt :
§ 3a Abs 3 UStG 2005, § 3a Abs 4 Nr 6 Buchst a UStG 2005, § 4 Nr 8 Buchst e UStG 2005, § 4 Nr 8 Buchst h UStG 2005, Art 56 Abs 1 Buchst e EGRL 112/2006
EuGH-Vorlage zur Umsatzsteuerfreiheit der Portfolioverwaltung
EuGH-Vorlage zur Umsatzbesteuerung der Vermögensverwaltung durch Banken
Steuerfreiheit einer Portfolioverwaltung mit dem Zweck des Handelns eines Steuerpflichtigen mit Wertpapieren nach eigenem Ermessen gegen Entgelt als individuelle Portfolioverwaltung für einzelne Anleger; Geltung von Art. 56 Abs. 1 Buchst. e ...
Vorabentscheidungsersuchen zur Steuerfreiheit der Portfolioverwaltung
Umsatzsteuerfreiheit der Portfolioverwaltung
UStG 2005 § 3a Abs. 3, Abs. 4 Nr. 6 Buchst. a, § 4 Nr. 8 Buchst. e und h; RL 2006/112/EG Art. 56 Abs. 1 Buchst. e, Art. 135 Abs. 1 Buchst. f und g
Vorlageersuchen an EuGH
Unterliegen Leistungen aus Portfolio-, Vermögensverwaltungen der Umsatzsteuer?
Vorlage an EuGH wegen Umsatzsteuer auf Portfolioverwaltung
Umsatzbesteuerung der Portfolioverwaltung
Umsatzsteuer bei Vermögensverwaltung mit Wertpapieren
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BFH vom 28.10.2010, Az.: V R 9/10 (EuGH-Vorlage zur Umsatzbesteuerung der Vermögensverwaltung durch Banken)" von StB/Dipl.-Vw. Klaus D. Hahne, LLP, original erschienen in: BB 2011, 615 - 616.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 28.10.2010, Az.: V R 9/10 (Behandlung der Vermögensverwaltung durch Banken)" von Dipl.-Finw. Michael Vellen, original erschienen in: UStB 2011, 103 - 104.
BFHE 231, 360
ZIP 2011, 1197
EuZW 2011, 316
BB 2011, 615
DB 2011, 281
BStBl II 2011, 306
a) Nach der Rechtsprechung des EuGH, der sich der BFH angeschlossen hat, gelten für die Frage, ob mehrere Tätigkeiten steuerrechtlich zu nur einem Umsatz oder mehreren eigenständigen Umsätzen führen, folgende Grundsätze (vgl. BFH-Beschluss vom 28. Oktober 2010 V R 9/10, BFHE 231, 360, BStBl II 2011, 360, m.w.N.):.
Der Senat hat mit Beschluss vom 28. Oktober 2010 V R 9/10 (BFHE 231, 360, BStBl II 2011, 306) das Revisionsverfahren ausgesetzt und dem Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) folgende Fragen zur Vorabentscheidung vorgelegt:.
a. Nach der Rechtsprechung des EuGH, der sich der BFH angeschlossen hat, gelten für die Frage, ob mehrere Tätigkeiten steuerrechtlich zu nur einem Umsatz oder mehreren eigenständigen Umsätzen führen, folgende Grundsätze (vgl. BFH-Beschluss vom 28. Oktober 2010 V R 9/10 , BFHE 231, 360 , BStBl II 2011, 360, m.w.N.):.
Gleichwohl können auch dann trotz des einheitlichen Preises zwei gesonderte Dienstleistungen vorliegen, wobei der einheitliche Preis nach der einfachst möglichen Berechnungs- oder Bewertungsmethode aufzuteilen ist (…EuGH-Urteil CPP in Slg. 1999, I-973 Rdnr. 31; BFH, EuGH-Vorlage vom 28. Oktober 2010 V R 9/10, BFHE 231, 360, BStBl II 2011, 306).
a) Zur Beantwortung der Frage, ob mehrere Leistungen steuerrechtlich zu nur einem Umsatz oder zu mehreren eigenständigen Umsätzen führen, gelten nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH), der sich der Bundesfinanzhof (BFH) angeschlossen hat, folgende Grundsätze (vgl. BFH-Urteil vom 10. Januar 2013 V R 31/10, BFHE 240, 380, BStBl II 2013, 352; BFH-Beschluss vom 28. Oktober 2010 V R 9/10, BFHE 231, 360, BStBl II 2011, 360, m.w.N.):.
bb) Für eine Einzelbetrachtung bei der Auslegung des Merkmals "Wirtschaftsgut" spricht, dass nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH) im Rahmen des Leistungsaustauschs bei Vorliegen eines Bündels von Einzelleistungen und Handlungen jede Leistung als eigene selbständige Leistung anzusehen ist (vgl. z.B. EuGH-Urteile vom 25. Februar 1999 C-349/96, Card Protection Plan (CPP), Slg. 1999, I-973 Rdnrn. 29, 30;… vom 27. Oktober 2005 C-41/04, Levob, Slg. 2005, I-9433, BFH/NV Beilage 2006, 38 Rdnrn. 19 bis 22; zum Ganzen BFH-Beschluss vom 28. Oktober 2010 V R 9/10, BFHE 231, 360, BStBl II 2011, 306, unter II.3.a aa, m.w.N.).
Dies ist etwa der Fall, wenn sog. untrennbare Leistungen vorliegen (vgl. im Einzelnen Senatsbeschluss in BFHE 231, 360, BStBl II 2011, 306, unter II.3.a cc (2), m.w.N.).
Zur Beantwortung der Frage, ob mehrere Leistungen steuerrechtlich zu nur einem Umsatz oder zu mehreren eigenständigen Umsätzen führen, gelten nach der Rechtsprechung des EuGH, der sich der BFH angeschlossen hat, folgende Grundsätze (vgl. BFH-Urteil vom 10.01.2013 V R 31/10, BFHE 240, 380, BStBl II 2013, 352; BFH-Beschluss vom 28.10.2010 V R 9/10, BFHE 231, 360, BStBl II 2011, 360, m.w.N.):.
Nach der Rechtsprechung des EuGH, der sich der BFH angeschlossen hat, gelten für die Frage, ob mehrere Tätigkeiten steuerrechtlich zu nur einem Umsatz oder mehreren eigenständigen Umsätzen führen, folgende Grundsätze (vgl. BFH-Beschluss vom 28. Oktober 2010 V R 9/10 , BFHE 231, 360 , BStBl II 2011, 360, m.w.N.):.
Hierfür spricht, dass nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH) im Rahmen des Leistungsaustauschs bei Vorliegen eines Bündels von Einzelleistungen und Handlungen jede Leistung als eigene selbständige Leistung anzusehen ist (vgl. z.B. EuGH-Urteile vom 25. Februar 1999 C-349/96, Card Protection Plan (CPP), Slg. 1999, I-973 Rdnrn. 29, 30;… vom 27. Oktober 2005 C-41/04, Levob, Slg. 2005, I-9433, BFH/NV Beilage 2006, 38 Rdnrn. 19 bis 22; zum Ganzen BFH-Beschluss vom 28. Oktober 2010 V R 9/10, BFHE 231, 360, BStBl II 2011, 306, unter II.3.a aa, m.w.N.).
Dies ist etwa der Fall, wenn sog. untrennbare Leistungen vorliegen (vgl. im Einzelnen BFH-Beschluss in BFHE 231, 360, BStBl II 2011, 306, unter II.3.a cc (2), m.w.N.).
https://dejure.org/2012,34446
BFH, 11.10.2012 - V R 9/10 (https://dejure.org/2012,34446)
BFH, Entscheidung vom 11.10.2012 - V R 9/10 (https://dejure.org/2012,34446)
BFH, Entscheidung vom 11. Januar 2012 - V R 9/10 (https://dejure.org/2012,34446)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2012,34446) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
§ 3a Abs 3 UStG 2005, § 3a Abs 4 Nr 6 Buchst a UStG 2005, § 4 Nr 8 Buchst e UStG 2005, Art 56 Abs 1 Buchst e EGRL 112/2006, Art 135 Abs 1 Buchst f EGRL 112/2006
Umsatzsteuerpflichtigkeit bankmäßiger Vermögensverwaltung mit Wertpapieren im Inland
UStG § 3a Abs. 3, 4 Nr. 6 Buchst. a, § 4 Nr. 8 Buchst. e; RL 2006/112/EG Art. 56 Abs. 1 Buchst. e, Art. 135 Abs. 1
Umsatzsteuerpflicht bankmäßiger Vermögensverwaltung mit Wertpapieren im Inland
Zur Vermögensverwaltung mit Wertpapieren
Vermögensverwaltung mit Wertpapieren
Steuerfreiheit der Portfolioverwaltung
Individuelle Portfolioverwaltung umsatzsteuerpflichtig
UStG §§ 3a, 4; RL 2006/112/EG Art. 56, 135
BFHE 238, 570
BFHE 238, 571
ZIP 2012, 2289
BB 2013, 101
BStBl II 2014, 279
Maßgeblich für die Vorsteueraufteilung ist dann nach nationalem Recht das Verhältnis der steuerfreien zu steuerpflichtigen Leistungen in dieser Geschäftsabteilung, während die Gesamtumsätze der Bank, die in anderen Geschäftsbereichen wie z.B. bei der Portfolioverwaltung ggf. steuerpflichtige Leistungen erbringt (BFH-Urteil vom 11. Oktober 2012 V R 9/10, BFHE 238, 570, Leitsatz), unerheblich sind.
Das UStG knüpft an tatsächlich verwirklichte Sachverhalte an (…vgl. BFH-Urteil vom 25. November 1993 V R 46/91, BFH/NV 1995, 349, unter II.2., Rz 15); Überlegungen zu abweichenden Sachverhaltsgestaltungen in anderen Fällen sind nicht entscheidungserheblich (vgl. BFH-Urteil vom 11. Oktober 2012 V R 9/10, BFHE 238, 570, BStBl II 2014, 279, Rz 21).
In Übereinstimmung hiermit kann sich der Steuerpflichtige nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats insbesondere auf den Anwendungsvorrang des Unionsrechts gegenüber richtlinienwidrigen Regelungen des nationalen Rechts berufen (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 11. Oktober 2012 V R 9/10, BFHE 238, 570, BFH/NV 2013, 170).
Eine unionsrechtkonforme Auslegung ist dann nicht möglich (vgl. zur Maßgeblichkeit der Wortlautgrenze BFH-Urteil vom 11.10.2012 V R 9/10, BFHE 238, 570, BStBl. II 2014, 279).
Dementsprechend hat der erkennende Senat bereits entschieden, dass § 4 Nr. 8 Buchst. h UStG in seiner bis 2003 geltenden Fassung, nach der sich die Steuerfreiheit auf die Verwaltung von Sondervermögen nach dem Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften bezog, nicht Leistungen an Empfänger im Drittlandsgebiet erfasste und somit nicht zu einem Vorsteuerausschluss nach dem damals geltenden § 15 Abs. 2 Nr. 2 UStG führte (BFH-Urteil vom 11. Oktober 2007 V R 22/04, BFHE 219, 257, BStBl II 2008, 993, insoweit nicht aufgehoben durch BFH-Urteil vom 11. Oktober 2012 V R 9/10, BFHE 238, 570, BStBl II 2014, 279).
b) Die nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats nicht richtlinienkonform auslegbare Regelung in § 3a Abs. 4 Nr. 6 Buchst. a i.V.m. § 4 Nr. 8 Buchst. a bis h UStG war aber im Streitjahr unionsrechtswidrig (BFH-Urteil in BFHE 238, 570, BStBl II 2014, 279).
Wurde z.B. die Vermögensverwaltung mit Wertpapieren an im Drittlandsgebiet ansässige Privatanleger erbracht, ist diese nach Art. 56 Abs. 1 Buchst. e MwStSystRL am Empfängerort zu besteuern, da sich der Steuerpflichtige auf den Anwendungsvorrang des Unionsrechts gegenüber der richtlinienwidrigen Regelung in § 3a Abs. 4 Nr. 6 Buchst. a UStG berufen kann (Senatsurteil in BFHE 238, 570, BStBl II 2014, 279, Leitsatz 2).
Im Rahmen ihrer gegen diese Einspruchsentscheidungen fristgerecht erhobenen Klage räumte die Klägerin ein, dass nach den zwischenzeitlich ergangenen Urteilen des EuGH vom 19.07.2012 (C-44/11, "Deutsche Bank", BStBl. II 2012, 945) sowie des BFH vom 11.10.2012 (V R 9/10, BStBl. II 2014, 279) die Steuerbefreiungsvorschrift des § 4 Nr. 8 Buchst. e UStG im Streitfall nicht zur Anwendung gelangen könne.
In Übereinstimmung hiermit kann sich der Steuerpflichtige auch nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs insbesondere auf den Anwendungsvorrang des Unionsrechts gegenüber richtlinienwidrigen Regelungen des innerstaatlichen Rechts berufen (vgl. BFH-Urteile vom 11.10.2012 V R 9/10, BStBl. II 2014, 279 sowie vom 24.10.2013 V R 17/13, BStBl. II 2015, 513).
Ob gesonderte Leistungen vorliegen oder ob eine einheitliche Leistung vorliegt, ist im Rahmen einer Gesamtbetrachtung aller das Wesen des Umsatzes ausmachenden Umstände zu beantworten (…BFH, Urteile vom 03.08.2017 V R 15/17, BFH/NV 2017, 1572;… vom 15.04.2015 V R 44/14, BFH/NV 2015, 1066; vom 11.10.2012 V R 9/10, BFHE 238, 570, BStBl II 2014, 279; vom 10.02.2010 XI R 49/07, BFHE 228, 456, BStBl II 2010, 1109).
In Übereinstimmung hiermit kann sich der Steuerpflichtige nach der Rechtsprechung insbesondere auf den Anwendungsvorrang des Unionsrechts gegenüber richtlinienwidrigen Regelungen des nationalen Rechts berufen (BFH, Urteil vom 11. Oktober 2012 V R 9/10, BFH/NV 2013, 170).