Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20R%2074/99
Timestamp: 2020-02-20 23:16:55
Document Index: 231188740

Matched Legal Cases: ['§ 37', '§ 32', '§ 175', '§ 11', '§ 1615', '§ 11', '§ 11', '§ 32', '§ 32']

BFH, 22.05.2002 - VIII R 74/99 - dejure.org
https://dejure.org/2002,2360
BFH, 22.05.2002 - VIII R 74/99 (https://dejure.org/2002,2360)
BFH, Entscheidung vom 22.05.2002 - VIII R 74/99 (https://dejure.org/2002,2360)
BFH, Entscheidung vom 22. Mai 2002 - VIII R 74/99 (https://dejure.org/2002,2360)
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Einkommensteuer - Kindergeld - Jahresgrenzbetrag - Überschreitung - Rückforderung - Ausbildung - Buchungsfehler - Arbeitgeber - Einnahme
AO § 37 Abs. 2; EStG § 32 Abs. 4 S. 2
Zu Unrecht ausbezahlter Arbeitslohn als Bezug
FG Brandenburg, 29.06.1999 - 5 K 2818/98
BFHE NV 2002, 1430
Ein Zufluss liegt daher auch dann vor, wenn der Empfänger den Betrag später wieder zurückzahlen muss (vgl. BFH-Urteil vom 22. Mai 2002 VIII R 74/99, BFH/NV 2002, 1430).
Diese tatsächlichen Vorgänge können nicht durch später bewirkte tatsächliche Rückzahlungen und erst recht nicht durch später geltend gemachte Forderungen ungeschehen gemacht werden (vgl. BFH-Urteil in BFH/NV 2002, 1430 mit Hinweis auf BFH-Beschlüsse vom 26. März 1991 VIII R 55/86, BFHE 166, 21, BStBl II 1992, 479, unter B. III. 4. b bb der Gründe, und vom 19. Juli 1993 GrS 2/92, BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897, unter C. II. 1. d der Gründe).
Ob Zahlungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer bei diesem verbleiben können, ist für die Frage des Zuflusses von Arbeitslohn unerheblich (BFH-Urteil vom 22. Mai 2002 VIII R 74/99, BFH/NV 2002, 1430).
Entgegen der Auffassung des FG ist die Rückerstattung des überzahlten Betrags kein rückwirkendes Ereignis i.S. von § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO 1977 (BFH-Urteil in BFH/NV 2002, 1430, m.w.N.).
Denn es entspricht der langjährigen Rechtsprechung des BFH, dass zum Arbeitslohn auch versehentliche Überweisungen des Arbeitgebers gehören, die er zurückfordern kann (BFH-Urteile vom 22. Mai 2002 VIII R 74/99, BFH/NV 2002, 1430, und vom 4. Mai 2006 VI R 17/03, BFHE 213, 383, BStBl II 2006, 830, m.w.N.).
Veruntreute Beträge kein Arbeitslohn; Änderung von Steueranmeldungen nach …
Unerheblich ist auch, ob Zahlungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer bei diesem verbleiben können (BFH-Urteil vom 22. Mai 2002 VIII R 74/99, BFH/NV 2002, 1430).
Diese tatsächlichen Vorgänge können nicht durch später bewirkte tatsächliche Rückzahlungen ungeschehen gemacht werden (vgl. BFH-Urteil vom 22. Mai 2002 VIII R 74/99, BFH/NV 2002, 1430 mit Hinweis auf BFH-Beschlüsse vom 26. März 1991 VIII R 55/86, BFHE 166, 21, BStBl II 1992, 479, unter B. III. 4. b bb der Gründe, und vom 19. Juli 1993 GrS 2/92, BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897, unter C. II. 1. d der Gründe).
Zuflüsse und Abflüsse in anderen Jahren bleiben außer Betracht (BFH-Urteile vom 22. Mai 2002 VIII R 74/99, BFH/NV 2002, 1430; vom 11. Dezember 2001 VI R 5/00, BStBl 2002, 205).
Dies entspricht bei den Überschusseinkünften ständiger Rechtsprechung des BFH (vgl. Urteile in BFH/NV 2002, 1430;… vom 30. Juli 1997 I R 11/96, BFH/NV 1998, 308 ; vom 14. Dezember 1999 IX R 69/98, BStBl II 2000, 197 unter 1.a der Gründe;… Seiler in Kirchhof/Söhn, EStG , 2. Auflage, § 11 Rz. 18 m.w.N.).
Zufluss und Abfluss von Einnahmen und Ausgaben können als tatsächliche Vorgänge nicht ungeschehen gemacht werden (BFH-Urteil in BFH/NV 2002, 1430; BFH-Beschlüsse vom 26. März 1991 VIII R 55/86, BStBl II 1992, 479 , unter B. III. 4. b., bb., der Gründe; vom 19. Juli 1993 GrS 2/92, BStBl II 1993, 897 , unter C. II. 1. d. der Gründe; BFH-Urteile vom 30. Januar 1975 IV 190/71, BStBl II 1975, 777).
Danach sind Unterhaltsleistungen des Kindsvaters an die Mutter des nichtehelichen Kindes, die dieser z.B. freiwillig oder aufgrund einer vermeintlichen Rechtspflicht nach § 1615l BGB erbringt, ebenso als Bezüge der Mutter zu berücksichtigen, wie Bar- oder Sachleistungen der gegenüber der Kindsmutter nicht zum Unterhalt verpflichteten Eltern des Kindsvaters (vgl. z.B. für zu Unrecht ausbezahlten Arbeitslohn BFH-Urteil vom 22. Mai 2002 VIII R 74/99, BFH/NV 2002, 1430).
Das bedeutet, dass nur diejenigen Einkünfte und Bezüge des Kindes zu erfassen sind, die ihm im Kalenderjahr zufließen (§ 11 Abs. 1 EStG, und dazu die Senatsurteile vom 16. April 2002 VIII R 76/01, BFHE 199, 116, BStBl II 2002, 525; vom 14. Mai 2002 VIII R 57/00, BFHE 199, 194, BStBl II 2002, 746; vom 22. Mai 2002 VIII R 74/99, BFH/NV 2002, 1430).
Zu Recht ist das FG davon ausgegangen, dass die Rückzahlung überzahlter Einnahmen erst im Zeitpunkt des Abflusses (§ 11 Abs. 2 EStG) steuermindernd zu berücksichtigen ist (ständige Rechtsprechung, vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 4. Mai 2006 VI R 19/03, BFHE 213, 381, BStBl II 2006, 832; vom 22. Mai 2002 VIII R 74/99, BFH/NV 2002, 1430; vom 26. Januar 2000 IX R 87/95, BFHE 191, 274, BStBl II 2000, 396).
FG Düsseldorf, 12.01.2006 - 14 K 1856/05
Kindergeld; Einkommensgrenze; Erbschaft als Bezug; Mehraufwendungen; auswärtige …
FG Niedersachsen, 04.03.2010 - 10 K 128/08
Kindergeld - Erbschaft als Bezug i.S.d. § 32 Abs. 4 Satz 2 EStG
BFH, 02.04.2004 - VIII B 219/03
Zuordnung von Einkünften und Bezügen
BFH, 15.10.2002 - VIII B 137/02
Grenzbetrag des § 32 Abs. 4 Satz 2 EStG; zu Unrecht ausgezahlter Arbeitslohn; …