Source: https://www.bauprofessor.de/Vergabeunterlagen/9dcc4e12-466b-4e02-9ceb-649eb82a5ee7
Timestamp: 2018-02-26 03:51:33
Document Index: 327156878

Matched Legal Cases: ['§ 29', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 7', '§ 8']

Vergabeunterlagen - Normen und Richtlinien, Baunachrichten, Begriffs-Erläuterungen
Die Anforderungen zu den Vergabeunterlagen leiten sich aus § 29 in der Vergabeverordnung (VgV) ab. Sie haben alle Angaben zu umfassen, um dem Bieter oder Bewerber zu einer Baumaßnahme die Entscheidung zur Teilnahme am Vergabeverfahren zu ermöglichen. Sie bestehen bei der Vergabe nach der VOB im Unterschwellenbereich nach § 8 Abs. 1 im Abschnitt 1 (Basisparagrafen) sowie analog in § 8 EU Abs. 1 im Abschnitt 2 für Bauaufträge bei Erreichen der Schwellenwerte und § 8 VS Abs. 1 im Abschnitt 3 der VOB/A für verteidigungs- und sicherheitsspezifische Baumaßnahmen aus:
dem Anschreiben (Aufforderung zur Angebotsabgabe),
ggf. den Teilnahmebedingungen und
den Vertragsunterlagen.
Die Vergabeunterlagen sind von besonderer Bedeutung für das Vergabeverfahren nach den einzelnen Vergabearten. Der Auftraggeber richtet sich unmittelbar an die Bieter und teilt ihnen die maßgebenden Bedingungen für die auszuführenden Leistungen mit. Vom Auftraggeber ist beispielsweise anzugeben bzw. vorzuschreiben, dass:
alle für den Bewerber zur Abgabe des Angebots relevanten Bedingungen zusammengefasst im Anschreiben angeführt werden,
er Nebenangebote nicht zulässt oder zulässt oder ggf. nur in Verbindung mit einem Hauptangebot zulässt,
die Bestimmungen in der VOB, Teile B und C Bestandteile des Vertrages werden, ggf. auch die Zusätzlichen Vertragsbedingungen (ZVB) und Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen (ZTV),
der Bieter in seinem Angebot die Leistungen angibt, die er beabsichtigt, an Nachunternehmer zu vergeben,
für die Bearbeitung des Angebots keine Entschädigung gewährt wird.
Die Vergabeunterlagen müssen eindeutige und klare Aussagen treffen. Sollte noch während der Ausschreibung eine Änderung erfolgen, beispielsweise eine Präzisierung im Leistungsverzeichnis (LV) erfolgen, dann sind alle potenziellen Bieter darüber durch den Auftraggeber zu informieren, damit alle Bieter für die Angebotskalkulation die gleichen Voraussetzungen kennen. Bestehen Unklarheiten, so gehen sie zulasten des Auftraggebers.
Sendet beispielsweise der Auftraggeber Nachsendungen zu den ursprünglich versandten Vergabeunterlagen per E- Mail, dann besteht die Gefahr, dass der Bieter diese nicht erhalten haben könnte. Dazu hat die Vergabekammer Bund in einem Beschluss vom 3.2.2014 (Az. VK 2-1/14 (IBR Werkstatt-Beitrag vom 11.4.2014) entschieden, dass
eine E-Mail dann dem Empfänger zugegangen ist, wenn sie abrufbereit in seinem elektronischen Postfach bzw. im Postfach des Providers eingegangen ist,
der beweisbelastete Verfahrensbeteiligte hat den Nachteil der Nichterweislichkeit des Zugangs zu tragen,
bei E-Mail-Übermittlungen durch den Versender die Option im E-Mail-Programm zu nutzen ist, eine Lesebestätigung vom Empfänger anzufordern.
Letztere Aussage entspricht auch der Handhabung bei Telefaxübermittlungen. Dabei kommt dem Absender die Pflicht zu, anhand des Sendeprotokolls zu prüfen, dass die Übermittlung vollständig und an den richten Empfänger vorgenommen wurde.
Nach Kenntnisnahme und Durchsicht der Vergabeunterlagen kann sich der Bieter entscheiden, ob er zu den vorgegebenen Bedingungen ein Angebot unterbreiten bzw. am Vergabeverfahren teilnehmen wird.
Die Vergabeunterlagen sind von den Auftraggebern zu Beginn des Vergabeverfahrens den Bewerbern in geeigneter Weise zur Verfügung zu stellen. Bei Vergaben bei Erreichen der Schwellenwerte sind grundsätzlich Geräte und Programme der elektronischen Datenübermittlung (elektronische Vergabe) zu nutzen, die eine unentgeltliche, uneingeschränkte und vollständige Übermittlung gewährleisten. Vom Auftraggeber ist zu sichern, dass beim Versand der Vergabeunterlagen mit Bezug auf § 12 a Abs. 3 sowie § 12 a EU Abs. 2 und § 12 a VS Abs. 3 in der VOB/A die Namen der Bewerber, die Vergabeunterlagen erhalten oder eingesehen haben, geheim zu halten sind.
Bei Öffentlicher Ausschreibung im Unterschwellenbereich kann durch den Auftraggeber vom Bieter die Erstattung der Kosten für die Vergabeunterlagen (Vervielfältigung der Leistungsbeschreibung und der anderen Unterlagen) sowie der Kosten für die ggf. postalische Versendung mit Bezug auf Tz. 3 in der Richtlinie zu den Formblättern 121/122 im VHB-Bund (Ausgabe 2017) gefordert werden, wenn die Kosten den Betrag von 5 € übersteigen. Von der Fachaufsicht führenden Stelle können hierfür Richtsätze bestimmt werden, die dann im notwendigen Umfang der Preisentwicklung anzupassen sind.
Normen und Richtlinien zu Vergabeunterlagen
Versand der Vergabeunterlagen - VOB/A-EU
DIN 1960 [2016-09](1) 1. Die Vergabeunterlagen werden ab dem Tag der Veröffentlichung einer Auftragsbekanntmachung gemäß § 12 EU Absatz 3 oder dem Tag der Aufforderung zur Interessensbestätigung gem...
DIN 1960 [2016-09](1) Soweit die Vergabeunterlagen nicht elektronisch im Sinne vonAbsatz 2 und 3 zur Verfügung gestellt werden, sind sie 1. den Unternehmen unverzüglich in geeigneter Weise zu über...
Vergabeunterlagen - VOB/A
DIN 1960 [2016-09](1) Die Vergabeunterlagen bestehen aus 1. dem Anschreiben (Aufforderung zur Angebotsabgabe), gegebenenfalls Teilnahmebedingungen (Absatz 2) und 2. den Vertragsunterlagen (§§ 7 bis ...
Vergabeunterlagen - VOB/A-EU
DIN 1960 [2016-09](1) Die Vergabeunterlagen bestehen aus 1. dem Anschreiben (Aufforderung zur Angebotsabgabe), gegebenenfalls Teilnahmebedingungen (Absatz 2) und 2. den Vertragsunterlagen (§ 8a EU u...
Grundsätze der Informationsübermittlung - VOB/A
DIN 1960 [2016-09](1) Der Auftraggeber gibt in der Bekanntmachung oder den Vergabeunterlagen an, auf welchem Weg die Kommunikation erfolgen soll. Für den Fall der elektronischen Kommunikation gelten...
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Baunachrichten zu Vergabeunterlagen
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Begriffs-Erläuterungen zu Vergabeunterlagen
Die für Ausschreibungen maßgeblichen Vergabeunterlagen sind von den Auftraggebern den Bewerbern unverzüglich in geeigneter Weise zu übermitteln. Zu beachten sind hierbei unterschiedliche Anforderunge ...
Vergabeunterlagen sind von besonderer Bedeutung im Ausschreibungs- und Vergabeverfahren, besonders für die Vergabe öffentlichen Bauaufträgen nach nationaler Ausschreibung im Unterschwellenbereich gem ...
Vergabeunterlagen sind Bewerbern zu Öffentlichen Ausschreibungen in geeigneter Form unverzüglich zu übermitteln. Unterschiede bestehen zu den Anforderungen bei öffentlichen Baumaßnahmen in der VOB Te ...
Von den Auftraggebern sind die Vergabeunterlagen Bewerbern bzw. Bietern zu Beginn des Vergabeverfahrens in geeigneter Weise zur Verfügung zu stellen. Für die Bereitstellung von Vergabeunterlagen fall ...
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Verwandte Suchbegriffe zu Vergabeunterlagen
Vergabeordnung, VOB A, VOB Teil A, VOBA, VOB-A, VOB/A, Vergabe, Bauleistung, Angebotsform