Source: https://www.rechtstipps.de/kinder-ehe-familie/themen/abc-des-unterhaltsrechts
Timestamp: 2017-01-16 12:48:04
Document Index: 368577529

Matched Legal Cases: ['§ 323', 'BGH', '§ 1585', '§ 1614', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 394', '§ 850', '§ 1605', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1614', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1613', '§ 10', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1586', '§ 1586', 'BGH', 'BGH', '§ 1614', 'BGH', 'BGH']

ABC des Unterhaltsrechts
So können Sie das Unterhalts-ABC für sich nutzen
Informieren Sie sich anhand der Unterhaltsrichtlinien der Gerichte
Da das Unterhaltsrecht zum großen Teil auf Richterrecht beruht, also gesetzlich nicht en détail geregelt ist, sind Sie oft auf weiter gehende Informationen angewiesen. Dreh- und Angelpunkt im Unterhaltsrecht sind die unterhaltsrechtlichen Leitlinien der Familiensenate und aller Oberlandesgerichte, sowie die jeweils geltenden Unteraltstabellen. Mit Hilfe dieser können Sie sich über die Besonderheiten der Rechtsprechung in dem für Sie zuständigen Oberlandesgerichtsbezirk informieren- insbesondere, was die Ermittlung des unterhaltsrechtlich relevanten Einkommens
Informieren Sie sich anhand des Unterhalts- ABCs über Einzelfallentscheidungen
Da bekanntlich kein Fall wie der andere ist, hat sich daneben eine Fülle obergerichtlicher und höchstrichterlicher Entscheidungen zur Berechnung und Höhe angesammelt, die sich wegen ihrer schweren Überschaubarkeit am besten alphabetisch darstellen lässt. Deshalb empfehlen wir Ihnen, sich bei noch offenen Einzelfragen anhand des nachfolgenden Unterhalts-ABCs zu informieren.
Nutzen Sie außerdem das ABC als Checkliste für Ihre individuelle Fallkonstellation, indem Sie die einzelnen Stichworte durchgehen und prüfen, ob Sie bei Ihnen von Bedeutung sind.
So können Sie sowohl als Unterhaltsschuldner wie auch als Unterhaltsberechtigter in vielen Fällen Ihre Zahlungspflicht bzw. Ihren Anspruch in Ihrem Sinn beeinflussen. Denn auch, wenn Sie anwaltlich vertreten sind, was bei Scheidungsverfahren zwangsläufig der Fall ist, sollten Sie Ihren Anwalt unterstützen und kontrollieren können.
Bedenken Sie aber: Jede Unterhaltsentscheidung ist eine so genannte Billigkeitsentscheidung. Weder können Sie sich als Unterhaltsschuldner ohne Not arm rechnen, noch können Sie als Unterhaltsberechtigter Ansprüche durchsetzen, die die Gegenseite finanziell nicht erfüllen kann, ohne zum Sozialfall zu werden.
Unterhaltsprobleme in alphabetischer Reihenfolge
Immer wenn ein rechtskräftiges Unterhaltsurteil, ein gerichtlicher Unterhaltsvergleich, eine notarielle Unterhaltsurkunde mit Unterwerfungsklausel, Jugendamtsurkunden oder für vollstreckbar erklärte Anwaltsvergleiche zum Unterhalt vorliegen, müssen Sie eine Abänderungsklage (§ 323 ZPO) erheben, wenn sich bei Ihnen die Voraussetzungen für die Unterhaltszahlungen geändert haben.
Ein Abänderungsgrund liegt dann vor, wenn sich die äußeren Bedingungen grundlegend geändert haben.
Die bisher wegen Kindesbetreuung unterhaltsberechtigte Ehefrau muss das gemeinsame Kind nicht mehr betreuen, weil es inzwischen 16 Jahre alt geworden ist.
Das bisher unterhaltsberechtigte Kind schließt die Schule ab und beginnt eine Lehre. Hier verringert sich der Anspruch um einen bestimmten Betrag aus der Lehrlingsvergütung.
Aber auch wenn sich beim Unterhaltsschuldner die finanzielle Situation geändert hat, zum Beispiel durch Arbeitslosigkeit, kommt eine Abänderungsklage infrage. Nach der Voraussetzung ist aber eine Änderung der Verhältnisse um 10 % zwischen der ursprünglichen Summe und der neuen Unterhaltshöhe notwendig. Es kann bei beengten Verhältnissen beim Unterhaltsschuldner aber auch einmal weniger sein. Ist aber eine Unterhaltsvereinbarung getroffen worden, sind die Beteiligten normalerweise ein Jahr lang daran gebunden (OLG Koblenz, Urteil v. 27.6.2001, FamRZ 2002, 53).
Wichtig: Einkommenserhöhungen beim Unterhaltspflichtigen spielen normalerweise nur während der Trennungszeit eine Rolle. Nach der Scheidung nicht mehr, da die ehelichen Lebensverhältnisse nicht davon geprägt worden sind.
Einen Rechtsanwalt brauchen Sie für die Abänderungsklage nicht unbedingt. In schwierigen Fällen sollten Sie trotzdem nicht darauf verzichten. Prüfen Sie außerdem, ob Sie beim Kindesunterhalt nicht über das vereinfachte Verfahren leichter zum Ziel kommen. Selbstverständlich können Sie auch versuchen, sich außergerichtlich zu einigen. Das ist für alle Beteiligten billiger.
Lassen Sie beim Kindesunterhalt in den Unterhaltstitel oder in die Vereinbarung die Dynamisierung des Unterhaltsanspruchs mit aufnehmen. Dann ändert sich der Unterhaltsanspruch automatisch mit der Erhöhung der Tabellenunterhaltsbeträge.
Abfindung für Arbeitsplatzaufgabe
Eine Abfindung ist grundsätzlich anzurechnendes Einkommen beim Unterhaltspflichtigen. Das gilt im Verhältnis zum unterhaltsberechtigten (minderjährigen) Kind, sowie beim Ehegattenunterhalt (BGH, Urteil vom 18.4.2012, Az. XII ZR 66/10). Sie wird wie Gehaltszahlungen berücksichtigt. Der Betrag wird auf mehrere Jahre verteilt. Maßstab hierfür ist das bisherige Arbeitseinkommen (OLG Dresden, Urteil v. 15.9.1999, FamRZ 2000, 1433). Das heißt, das Geld muss verwendet werden, um die aktuellen Einkünfte bis zur Höhe seines vorherigen Gehaltes aufzustocken. Es muss aber nicht in vollem Umfang dafür verwendet werden, wenn zum Beispiel die Abfindung über den Ausgleich des Einkommensverlustes hinausgeht.
Wird die Abfindung anderweitig verbraucht, kann sich der Unterhaltspflichtige nur dann auf eine hierdurch entstandene Verschlechterung seiner Leistungsunfähigkeit berufen, wenn er dabei nicht leichtfertig oder verantwortungslos gehandelt hat (OLG München, Urteil v. 16.10.1997, FamRZ 1998, 559). Wer also einen Computer zur Wiedereingliederung ins Berufsleben davon finanziert, wird keine Probleme bekommen. Wird zum Beispiel die Abfindung in riskante Aktiengeschäfte gesteckt, bekommt man unter Umständen fiktive Einkünfte anstelle der Abfindung unterstellt.
Ist die Zeit abgelaufen, auf die die Abfindung verteilt worden ist, muss der Unterhaltsanspruch an die neuen Verhältnisse angepasst werden (→Abänderungsklage).
Abfindung für Unterhaltsansprüche
Als geschiedener Ehegatte können Sie auf laufenden monatlichen Unterhalt verzichten und anstelle dessen eine Kapitalabfindung verlangen. Hierfür muss ein wichtiger Grund vorliegen (§ 1585 Abs. 2 BGB), etwa wenn Sie eine eigene wirtschaftliche Existenz gründen wollten. Das geht natürlich nur, wenn der Unterhaltsverpflichtete dazu finanziell in der Lage ist. Gerechnet wird nach den allgemeinen Grundsätzen über die Kapitalisierung von Renten. Eine spätere Änderung der wirtschaftlichen Verhältnisse ist ebenso unbeachtlich wie eine Wiederheirat oder gar der Tod des Unterhaltsberechtigten.
Auf jeden Fall erlischt mit der Auszahlung der Abfindungssumme der gesetzliche Unterhaltsanspruch, vorausgesetzt ein bestimmter Betrag wird dennoch im Notfall gezahlt.
Unterhaltsansprüche von Kindern können auf keinen Fall für die Zukunft durch eine Abfindungsvereinbarung zwischen den Eltern beseitigt werden. Hier gilt das gesetzliche Verbot des § 1614 Abs. 1 BGB – und zwar selbst dann, wenn eine Abfindung als Gegenleistung vereinbart wurde.
Bedenken Sie als Unterhaltsschuldner außerdem, dass Ihnen steuerliche Nachteile durch eine Abfindungsvereinbarung entstehen können. Sie bekommen künftig den Betrag nicht mehr als außergewöhnliche Belastung anerkannt und das Realsplitting entfällt (→Steuern).
Sind Sie Beamter können Ihnen durch die Abfindung auch besoldungsrechtliche Nachteile entstehen, weil Sie nämlich als geschiedener Beamter ohne Unterhaltsverpflichtung nur noch den Ortszuschlag in Stufe 1 erhalten.
Wer ohne Grund in die Altersteilzeit oder in den Vorruhestand geht, verstößt gegen die unterhaltsrechtliche Erwerbsobliegenheit, wenn das noch erzielbare Arbeitseinkommen höher sein könnte (BGH, Urteil v. 3.2.1999, AZ XII 1 46/97).
Grundsätzlich muss bis zur Erreichung der Altersgrenze von 65 bzw. 60 Jahren gearbeitet werden. Anders sieht es nur aus, wenn der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis kündigen dürfte oder der Unterhaltspflichtige Gründe hätte – wie etwa gesundheitliche Probleme (z.B. OLG Köln, Urteil v. 18.6.2002, FamRZ 2003, 602).
Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung vermindern das unterhaltspflichtige Einkommen. Bei Höherverdienenden und Freiberuflern werden dementsprechend auch die Beiträge zu einer angemessenen und ausreichenden Altersvorsorge vorab abgezogen. Dabei darf grundsätzlich der Betrag bis zur steuerlich anerkannten Grenze genommen werden. Selbst ein Anteil von bis zu 20 % des Bruttoeinkommens allein für die Altersvorsorge wird im Einzelfall noch anerkannt.
Besteht die Altersvorsorge aus einer Lebensversicherung, werden die Beiträge dafür ebenfalls vom Einkommen abgezogen, wenn sie schon während der Ehe bezahlt wurden. Dieser Teil des Einkommens hat nicht für den Unterhalt zur Verfügung gestanden und deshalb die ehelichen Lebensverhältnisse nicht geprägt.
Dieser Unterhaltsbetrag ist bis zum allgemeinen Renteneintrittsalter von 65 Jahren zu zahlen (BGH, Urteil v. 20.10.1999, FamRZ 2000, 351), auch wenn der Unterhaltsberechtigte schon selbst eine Rente bezieht.
Gerichts- und Anwaltskosten aus dem Scheidungs- oder Unterhaltsprozess sind in angemessenen Raten zu berücksichtigen.
Machen Sie die Kosten, die im Zusammenhang mit der Scheidung oder einer anderen Familiensache stehen, als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend. Dazu zählen auch die Kosten einer notariellen Scheidungsfolgenvereinbarung. Arbeitnehmer-Sparzulage
Sie erhöht das Einkommen weder beim Unterhaltspflichtigen noch beim Unterhaltsberechtigten (BGH, Urteil v. 25.6.1980, NJW 1980, 2252).
Gemeint ist im Unterhaltsrecht das Nettoeinkommen, das der Pflichtige der Unterhaltsberechnung zugrunde legen lassen muss. Es handelt sich dabei normalerweise um das Bruttoeinkommen abzüglich Steuern und Vorsorgeaufwendungen wie notwendige Kranken- und Pflegeversicherung, Renten- und Arbeitslosenversicherung.
Sonderzuwendungen wie das 13. Monatsgehalt und Urlaubsgeld werden nicht im Monat der Auszahlung berücksichtigt, sondern aufs Jahr umgelegt. Das funktioniert natürlich nur, wenn man vom abgelaufenen Kalenderjahr bei der Berechnung ausgeht. Ausnahme: Das laufende Einkommen hat sich wesentlich und nachhaltig geändert.
Wie in den jeweiligen OLG-Bezirken das Einkommen ermittelt wird, können Sie im Wesentlichen den unterhaltsrechtlichen Leitlinien Ihres zuständigen Bezirks entnehmen. Wenn das Sozialamt Sozialhilfe zahlt und dann bei den unterhaltspflichtigen Angehörigen Rückgriff nimmt, wird das anzurechnende Arbeitseinkommen abweichend von der gerichtlichen Praxis ermittelt.
Arbeitslosengeld wird genauso wie Einkommen behandelt und wird deshalb in voller Höhe angerechnet.
Arbeitslosenhilfe ist wie Sozialhilfe nachrangig und grundsätzlich kein Einkommen, das sich der Unterhaltsberechtigte anrechnen lassen muss. Wenn allerdings der arbeitslose Unterhaltsberechtigte im Endeffekt mehr Geld haben sollte als der Unterhaltsverpflichtete, würden die Familiengerichte sicherlich eine Korrektur vornehmen.
Aufseiten des Unterhaltspflichtigen wird die Arbeitslosenhilfe wie Einkommen behandelt. Sie hat hier Lohnersatzfunktion.
Als Unterhaltsschuldner sind Sie zur Erhaltung Ihrer Leistungsfähigkeit verpflichtet (BGH, Urteil v. 15.11.1995, NJW 1996, 517). Sie müssen, wenn Sie arbeitslos sind, konkret nachweisen, wo und wann Sie sich beworben haben, sich beim Arbeitsamt melden, Annoncen und schriftliche Bewerbungen über den örtlichen Bereich hinaus verschicken usw. Das können unter Umständen bis zu 20 im Monat sein (z.B. OLG Naumburg, Urteil v. 18.9.1996, FamRZ 1997, 317).
In Notfällen muss auch eine Arbeit angenommen werden, die im Verhältnis zu minderjährigen Kindern unterhalb des Ausbildungsniveaus liegt. Wer sich nicht daran hält, bekommt fiktive Einkünfte unterstellt.
Ist der Unterhaltsberechtigte arbeitslos, gelten im Prinzip dieselben Grundsätze wie für den Verpflichteten. Das heißt, auch er muss sich – soweit Erwerbstätigkeit von ihm erwartet werden kann – um Arbeit bemühen. Andernfalls werden auch ihm fiktive Einkünfte angerechnet. Am häufigsten tritt dieses Problem beim Ehegattenunterhalt auf.
Wer freiwillig als Unterhaltspflichtiger seinen Beruf aufgibt, muss zum Beispiel durch Rücklagenbildung Vorsorge treffen. Das gilt auch für denjenigen, der sich selbstständig machen will. Fiktive Einkünfte werden aber nur angerechnet, wenn dem Betreffenden vorgeworfen werden kann, leichtfertig bzw. bewusst fahrlässig gehandelt zu haben (BGH, Urteil v. 10.11.1993, FamRZ 1994, 240). Hier hatte das Gericht Leichtfertigkeit abgelehnt, obwohl der Unterhaltsschuldner seinen Arbeitsplatz verloren hatte, nachdem er mehrfach alkoholisiert am Arbeitsplatz erschienen war. Leichtfertigkeit liegt dagegen vor, wenn jemand wegen eines Konfliktes am Arbeitsplatz ohne konkrete Aussicht auf eine anderweitige Beschäftigung kündigt (OLG Hamm, Urteil v. 9.8.1996, FamRZ 1997, 357).
Dieselben Grundsätze wie bei der Arbeitsplatzaufgabe gelten auch für den unfreiwilligen Arbeitsplatzverlust, wenn der Unterhaltspflichtige leichtfertig gehandelt hat (BGH, Urteil v. 12.4.2000, FamRZ 2000, 815). Der Unterhaltspflichtige handelt aber nicht leichtfertig, wenn er gegen eine nicht offensichtlich unbegründete Kündigung gerichtlich vorgeht (OLG Dresden, Urteil v. 15.9.1999, FamRZ 2000, 1433).
Als Unterhaltspflichtiger dürfen Sie nicht ohne Weiteres Ihr Einkommen vermindern, indem Sie sich beruflich verändern. Zumindest müssen Sie eine gewisse Vorsorge treffen. Umgekehrt wird nicht von Ihnen verlangt, dass Sie eine sichere Arbeit aufgeben, um womöglich eine besser bezahlte Arbeit anzunehmen, zum Beispiel durch einen Wechsel von den neuen in die alten Bundesländer (OLG Naumburg, Urteil v. 12.6.1996, FamRZ 1997, 311).
Unterhalt gibt es erst, wenn der Unterhaltspflichtige in Verzug gesetzt worden ist. Dazu muss ein Aufforderungsschreiben an ihn ergehen, in dem eine der Höhe nach bestimmte und eindeutige Leistungsaufforderung formuliert ist. Dabei ist es nicht schädlich, wenn zunächst zu viel gefordert wird, es sei denn, die Forderung ist unverhältnismäßig und der andere kann nicht den wahren Unterhalt errechnen.
Allein der Wunsch, der Unterhaltspflichtige möge seine Einkommensverhältnisse darlegen, reicht nicht aus, ihn in Verzug zu setzen. Auch der Hinweis zum Beispiel auf den richtigen Tabellensatz genügt nicht (OLG Hamm, Urteil v. 18.8.2000, FamRZ 2001, 1395).
Ein Unterhaltsberechtigter kann mit seiner Unterhaltsforderung gegen Ansprüche des Unterhaltspflichtigen aufrechnen, das heißt verrechnen. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn der Unterhaltsberechtigte dem anderen ein Darlehen zurückzahlen müsste.
Der Unterhaltsschuldner darf dagegen grundsätzlich nicht aufrechnen, auch wenn er in der Vergangenheit zu viel Unterhalt bezahlt hat. Das gilt jedenfalls so lange, wie die Unterhaltsforderung unter der Pfändungsfreigrenze liegt (§ 394 BGB i.V.m. § 850b Abs. 1 Nr. 2 ZPO).
Sie wird wie Arbeitseinkommen behandelt und mindert deshalb den Bedarf des Unterhaltsberechtigten. Von der Ausbildungsvergütung abgezogen werden darf aber eine Pauschale für ausbildungsbedingte Aufwendungen, wie zum Beispiel die nach der Düsseldorfer Tabelle (Stand: 1.1.2013) in Höhe von 90,00 € monatlich. Der Restbetrag wird dann bei Minderjährigen je zur Hälfte auf den Unterhaltsanspruch gegen die Eltern angerechnet.
Als Eltern sollten Sie bei der Höhe der Ausbildungsvergütung darauf achten, dass Ihnen das Kindergeld nicht durch Überschreiten der Einkommensgrenze verloren geht. Wie hoch diese sich ständig ändernde Grenze im Einzelnen ist, können Sie bei Ihrem Finanzamt abfragen.
Sowohl Unterhaltspflichtige wie Unterhaltsberechtigte sind generell zur Auskunft über ihre Einkünfte oder Vermögen verpflichtet (§§ 1605, 1361 Abs. 4 BGB). Die Auskunft kann alle zwei Jahre verlangt werden oder wenn glaubhaft gemacht wird, dass sich die Einkommensverhältnisse des anderen verändert haben. Dieser muss auf Verlangen über die Richtigkeit und Vollständigkeit seiner Angaben eine eidesstattliche Versicherung abgeben.
Die Gerichte verlangen sogar unmittelbar von Dritten Auskünfte, wenn der Betreffende keine oder nur mangelhafte Angaben macht. Befragt werden dürfen
die Sozialversicherungs- und Versorgungsträger,
die Versicherungsunternehmen und
auch die Finanzämter.
Die Auskunft darf vom Gericht aber erst eingeholt werden, wenn die auskunftspflichtige Partei zunächst auf diese Möglichkeit hingewiesen worden ist. Es muss also keiner damit rechnen, dass hintenherum Nachforschungen angestellt werden.
Auslösungen wie sie zum Beispiel für persönliche Unbequemlichkeiten am Arbeitsplatz gezahlt werden, werden üblicherweise mit einem Drittel der Nettobeträge als anrechenbares Einkommen bewertet.
BAföG-Leistungen mindern den Bedarf des Unterhaltsberechtigten, auch wenn sie als Darlehen gewährt werden. Muss der Unterhaltspflichtige Schulden aus der BAföG-Förderung zurückzahlen, mindern sie sein Einkommen.
Aufwendungen hierfür dienen der Vermögensbildung. Sie dürfen deshalb weder beim Unterhaltsberechtigten bedarfssteigernd noch beim Unterhaltsverpflichteten leistungsmindernd berücksichtigt werden (z.B. OLG Hamm, Urteil v. 29.3.2000, FamRZ 2001, 46).
Ausnahme Ehegattenunterhalt: Hier kommt es grundsätzlich darauf an, ob sich beide darüber einig waren, stets einen bestimmten Betrag zur Vermögensbildung zurückzulegen. Dann waren die ehelichen Lebensverhältnisse, auf die es ankommt, entsprechend bescheidener. Was dann aus dem angesparten Guthaben wird, ist eine Frage der Vermögensauseinandersetzung.
Beim Ehegattenunterhalt wird die gesamte Beamtenversorgung, also die familienneutralen und familienbezogenen Bestandteile der Bezüge, bei der Einkommensermittlung zugrunde gelegt. Das sind Grundgehalt, Grundbetrag des Ortszuschlages, jährliche Sonderzuwendungen und Urlaubsgeld, ehe- und kinderbezogene Steigerung des Ortszuschlages bzw. die dem Ruhestandsbeamten stattdessen gewährten so genannten Unterschiedsbeträge. Sogar der kindbezogene Teil des Ortszuschlages ist beim Ehegattenunterhalt einkommenserhöhend beim Unterhaltspflichtigen zu berücksichtigen, wenn die Kinder aus zweiter Ehe stammen (OLG Koblenz, Urteil v. 24.6.1996, FamRZ 1997, 368).
Der kindbezogene Anteil im Ortszuschlag für Kinder aus der zweiten Ehe erhöht sogar im Verhältnis zum geschiedenen Ehepartner das Einkommen (OLG Celle, Urteil v. 19.1.2005, Az. 15 UF139/04).
Ein behindertes Kind bekommt keinen Unterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle. Vielmehr geht man davon aus, dass sein Mehrbedarf zunächst einmal durch die Pflegeversicherung abgedeckt ist, das wie Einkommen behandelt wird. Nur der konkrete Restbedarf ist von den Eltern zu tragen. Bei der Lastverteilung wird aber eine erhöhte Betreuungsleistung durch den betreuenden Elternteil berücksichtigt. Der angemessene Selbstbehalt beim Barunterhaltspflichtigen darf auf keinen Fall unterschritten werden. (→Selbstbehalt)
Grundsätzlich müssen Eltern eines behinderten Kindes zwar bis zum 27. Lebensjahr Unterhalt zahlen. Nach Vollendung des 21. Lebensjahres springt aber normalerweise der Sozialhilfeträger ein. Das kann sogar dann der Fall sein, wenn Eltern in sehr guten wirtschaftlichen Verhältnissen leben, sich aber seit der Geburt intensivst um das schwerbehinderte Kind gekümmert haben (OLG Köln, Urteil v. 18.11.2000, FamRZ 2000, 1242).
Wichtig: Schwerbehinderte volljährige Kinder dürfen zur Altersvorsorge in einem gewissen Rahmen Vermögen bilden, ohne den Vermögensstamm im Verhältnis zu den unterhaltspflichtigen Eltern antasten zu müssen (OLG Karlsruhe, Urteil v. 10.11.1999, FamRZ 2001, 47).
Beiträge zu Berufsverbänden wie Gewerkschaften, Beamtenbund, Richterbund, Ärztekammer sind in der Regel von der Pauschale für berufsbedingte Aufwendungen erfasst und werden deshalb nicht gesondert berücksichtigt.
Anerkannt werden allgemein bei einem Nichtselbstständigen 5 % pauschal vom Einkommen (vgl. BGH, Urteil v. 19.7.2000, FamRZ 2000, 1492). Die Pauschale kann aber entfallen, wenn zum Beispiel die Fahrtkosten vom Arbeitgeber ersetzt werden oder der Arbeitgeber überwiegend zu Hause arbeitet. Es bleibt ihm unbenommen, seinen Aufwand konkret zu berechnen. Höher als 150,00 € darf die Pauschale aber nicht sein. Bei Einzelnachweis geht auch mehr.
Bei Selbstständigen werden sie nicht berücksichtigt, wenn sie schon als Betriebsausgaben berücksichtigt worden sind.
Wer durch die berufsbedingten Aufwendungen unter die Selbstbehaltsgrenzen fällt (→Selbstbehalt), sodass er nicht in der Lage ist, wenigstens die Regelbeträge zu leisten, kann sie nicht in voller Höhe geltend machen. Er muss wenigstens die Regelbeträge zahlen (OLG Dresden, Urteil v. 9.2.2000, FamRZ 2000,47).
Die Beitragszahlungen hierfür dürfen als Vorsorgeaufwendungen vom Bruttoeinkommen abgezogen werden, aber nur wenn sie eine angemessene Versorgung darstellen und nicht primär der Vermögensbildung dienen.
Diese mindern das Einkommen. Arbeitslose Unterhaltsschuldner, deren Einkommen ohnehin schon an der Selbstbehaltsgrenze liegt, sollten versuchen, nachgewiesene Bewerbungskosten dem Selbstbehalt hinzuzurechnen.
Bei ehegemeinschaftlichen Schulden werden die Rückzahlungen im Rahmen eines vernünftigen Tilgungsplans berücksichtigt. Dasselbe gilt für Kredite für notwendige Anschaffungen. Dabei werden die Interessen der Beteiligten gegeneinander abgewogen. Wer ein Darlehen gegeben hat, muss es zurückfordern, wenn dies rechtlich mögich ist, also zum Beispiel fällig wird.
Sie wird als zu einem Drittel dem Einkommen hinzugerechnet (vgl. OLG Bamberg, Urteil v. 16.1.1996, FamRZ 1999, 1082).
Sie sind als Erträge aus Vermögen Einkommen und werden in Höhe der Nettoerträge dem Einkommen hinzugerechnet.
Das Zusammenleben mit einem anderen Lebenspartner bedeutet oft, dass geldwerte Leistungen erbracht werden, indem zum Beispiel der Haushalt geführt wird. Das beeinflusst den Unterhaltsanspruch.
Beim Ehegattenunterhalt kann deswegen sogar der gesamte Anspruch versagt werden.
Bleibt der Unterhaltsanspruch grundsätzlich bestehen, können hier fiktive Einkünfte angerechnet werden. Konkret: Der Bedarf des Unterhaltsberechtigten verringert sich. Auch wenn der unterhaltsberechtigte Expartner berufstätig ist, bleibt es bei einer gewissen Anrechnung für die Haushaltsführung (BGH, Urteil v. 11.1.1995, FamRZ 1995, 343). Das geht natürlich nur, wenn der neue Partner überhaupt seinerseits leistungsfähig ist. Denn nur dann wäre er ja in der Lage, die ihm erbrachten Versorgungsleistungen zu bezahlen.
Wenn Kinder aus der geschiedenen Ehe vom neuen Partner mitfinanziert werden, verringert sich deren Unterhaltsbedarf nicht. Es handelt sich um freiwillige Leistungen eines Dritten.
Die Höhe der fiktiven Einkünfte liegt bei ca. 250,00 € bis 550,00 € für die Haushaltsführung durch einen Nichterwerbstätigen (vgl. z.B. die Süddeutschen Leitlinien zum Ehegattenunterhalt). Drei- bis viermaliges Übernachten in der Woche des neuen Partners bei der unterhaltsberechtigten Ehefrau inklusive Abendbrot bewertete zum Beispiel das Oberlandesgericht Hamm mit 100,00 € (OLG Hamm, Urteil v. 12.5.2000, FamRZ 2000, 1220). In einer reinen Haushaltsgemeinschaft wird ebenfalls billiger gewirtschaftet. Hierfür können Sie ca. 200,00 € im Monat ansetzen.
Beachten Sie beim Ehegattenunterhalt, dass in allen Fällen, in denen der unterhaltsberechtigte Partner über eigenes Einkommen verfügt, die Unterhaltshöhe nach der so genannten Differenzmethode ermittelt wird (BGH, Urteil v. 13.6.2001, FamRZ 2001, 986).
Bei der Berechnung des Ehegattenunterhalts kommt es auf die so genannten ehelichen Lebensverhältnisse an. Das heißt, es wird nur das Einkommen zugrunde gelegt, das die Ehepartner tatsächlich verlebt haben.
Das Elterngeld hat Lohnersatzfunktion und wird deshalb als Einkommen berücksichtigt. Das gilt sowohl auf Seite des Unterhaltsberechtigten als auch auf Seite des Unterhaltsverpflichteten. Lediglich in Höhe von 300,00 € bleibt das Elterngeld unberücksichtigt, in Anlehnung an das frühere Erziehungsgeld.
Eltern, deren Altersversorgung nicht zum eigenen Unterhalt ausreicht, haben gegen ihre erwachsenen Kinder grundsätzlich Anspruch auf Unterhalt – insbesondere gilt das, wenn die Eltern in einem Pflegeheim untergebracht sind.
Diese staatliche Leistung wird normalerweise weder beim Unterhaltspflichtigen noch beim Unterhaltsberechtigten als Einkommen berücksichtigt. Eine Ausnahme wird nur im Verhältnis zu Minderjährigen gemacht (OLG Dresden, Urteil v. 15.6.2000, FamRZ 2000, 1432), soweit der notwendige Selbstbehalt (→Selbstbehalt) beim Unterhaltspflichtigen nicht unterschritten wird.
Diese Kosten werden als berufsbedingte Aufwendungen berücksichtigt. Es besteht allerdings die Pflicht, die billigeren öffentlichen Verkehrsmittel zu benützen, soweit dies möglich ist. Wer behauptet, nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren zu können, muss dies konkret - zum Beispiel mit einem Fahrplanauszug – nachweisen können (OLG Dresden, Urteil v. 9.2.2000, FamRZ 2001, 47).
Anerkannt ist hier eine Kilometerpauschale in Höhe von 0,30 €. Ansonsten dürfen nur die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel zugrunde gelegt werden. Bei größeren Entfernungen (über 30 km einfache Strecke) gibt es auch nur noch 0,20 € Kilometergeld.
Fahrtkosten dürfen selbstverständlich nur dann abgezogen werden, soweit sie nicht vom Arbeitgeber erstattet werden. Statt der berufsbedingten Fahrtkosten können beim Ehegattenunterhalt eheprägende Kosten geltend gemacht werden - allerdings nicht in voller Höhe der Kreditkosten (OLG Hamm, Urteil v. 24.9.2004, 11 UF 49/04, NJW-RR 2005, 515).
Diese werden ebenso wie Schichtzuschläge als Einkommen behandelt, soweit sie berufstypisch sind und das übliche Maß nicht übersteigen. Andernfalls werden sie nur zu einem Drittel angerechnet.
Diese werden häufig Unterhaltspflichtigen unterstellt, wenn sie ihren Pflichten – wie zum Beispiel Erwerbsobliegenheit - nicht nachkommen oder einem neuen Lebenspartner den Haushalt führen. Das hat allerdings seine Grenzen. So wird zum Beispiel im Verhältnis zu minderjährigen Kindern bei lediglich fiktiven Einkünften nur der gesetzliche Mindestunterhalt zugesprochen (OLG Nürnberg, Urteil v. 2.11.1998, FamRZ 1999, 1453).
Wie fiktive Einkünfte konkret ermittelt werden, hängt vom Einzelfall ab. Bei einem Arbeitslosen zum Beispiel wird der Betrag ermittelt, den er theoretisch verdienen könnte.
Hierbei handelt es sich um einen vermögenswerten Vorteil, der geschätzt werden muss. Dabei kann man sich an der steuerlichen Bewertung orientieren. Die liegt bei monatlich 1 % des inländischen Listenpreises.
Eltern können sich im Verhältnis zueinander über die Unterhaltsbeiträge, auch die Kinderunterhaltsbeiträge, einigen, die sie leisten wollen, und einander von der Unterhaltsleistung völlig freistellen. Dadurch wird allerdings der Unterhaltsanspruch des Kindes nicht betroffen. Die Vereinbarung wirkt nämlich nur zwischen den Eltern. Beinhaltet die Vereinbarung einen Verzicht des Kindes auf Unterhalt, ist diese Vereinbarung nach § 1614 Abs. 1 BGB unwirksam. Wird der freigestellte Elternteil also doch vom Kind auf Unterhalt in Anspruch genommen, kann er sich an den anderen Ehegatten halten.
Der Unterhaltsanspruch eines volljährigen Kindes besteht auch während eines freiwilligen sozialen Jahres. Das gilt auch, wenn dieses nicht zwingend Voraussetzung für den weiteren Bildungsweg ist (OLG Celle, Beschluss vom 6.10.2011, 10 WF 200/11). Gewerkschaftsbeiträge
Auf keinen Fall sind sie abziehbar, wenn ein Mangelfall vorliegt, also das Einkommen zur Befriedigung der Unterhaltsansprüche nicht reicht (OLG Düsseldorf, Urteil v. 25.4.2005, Az. 2 UF 225/04). →Beiträge; berufsbedingte Aufwendungen.
Sie gilt als Einkommen. Das heißt, sie wird auf das Jahr umgelegt und voll mit den Nettobezügen angerechnet. Bei Einkünften aus Kapitalvermögen gibt es Einkommensschwankungen, die aufgefangen werden, indem man einen Durchschnittswert (i.d.R. drei Jahre) zugrunde legt. Aber auch künftige Entwicklungen spielen eine Rolle.
Sie werden dem unterhaltspflichtigen Einkommen voll zugerechnet, indem sie anteilig auf das durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen im Zuwendungsjahr umgelegt werden. Einmalige Zahlungen sind auf einen längeren Zeitraum zu verteilen. Das können mehrere Jahre sein.
Erhält eine unterhaltsberechtigte Person nach dem Grundsicherungsgesetz Leistungen (Mindestrente), wird der Expartner dadurch nicht entlastet. Diese Leistungen sind hier nicht anrechenbar (OLG Zweibrücken, Urteil v. 27.6.2003, Az. 2 UF 151/02).
Anders sieht es dagegen zum Beispiel beim Elternunterhalt aus. Hier muss der Unterhaltsberechtigte zunächst alle Geldquellen ausschöpfen, bevor er Unterhalt verlangen kann. Wer nicht genug Rente hat, muss also erst die Mindestrente nach dem Grundsicherungsgesetz ausschöpfen (OLG Oldenburg, Urteil v. 18.11.2003, NJW-RR 2004, 364).
Die Beiträge hierzu werden nicht einkommensmindernd berücksichtigt. Es handelt sich um allgemeine Lebenskosten, die vom normalen Unterhalt zu bestreiten sind.
→. Mieteinnahmen; Wohnwertanrechnung
Hat der Ehepartner eines kranken Unterhaltspflichtigen vor der Trennung den Haushalt geführt, darf der hilfsbedürftige Ehepartner Kosten für eine Haushaltshilfe vom Einkommen absetzen. Das gilt auch, wenn Angehörige diese Aufgabe übernehmen. Ansonsten mindern diese Kosten als normale Lebenshaltungskosten das Einkommen nicht (OLG Bamberg, Urteil v. 16.1.1996, FamRZ 1999, 1082).
Braucht ein Schwerbehinderter eine Haushaltshilfe, muss er zunächst versuchen, die Kosten hierfür von der Pflegeversicherung erstattet zu bekommen (OLG Hamm, Urteil v. 21.8.1998, FamRZ 1999, 1349).
Wer als unterhaltspflichtiger Exehemann und Vater in einer neuen Ehe den Haushalt führt und Kinder betreut, also kein Erwerbseinkommen hat, bleibt dennoch gegenüber der alten Familie unterhaltspflichtig. Er muss hier eine Nebenbeschäftigung aufnehmen und neben dem Verdienst auch das ihm vom neuen Ehegatten zustehende Taschengeld für den Unterhalt verwenden. Er muss sich so behandeln lassen, als hätte er seinen Arbeitsplatz nicht aufgegeben (BGH, Urteil v. 13.3.1996, FamRZ 1996, 796). Allerdings wird jetzt die Unterhaltspflicht gegenüber weiteren minderjährigen Kindern genauso berücksichtigt wie gegenüber Kindern aus erster Ehe. Diese Rechtsprechung gilt auch, wenn die zweite Beziehung eine nichteheliche Lebensgemeinschaft ist (BGH, Urteil v. 21.2.2001, FamRZ 2001, 614).
Bei der fiktiven Einkommenszurechnung darf aber nicht vergessen werden, dass dem Unterhaltspflichtigen der jeweilige Selbstbehalt (→Selbstbehalt)zusteht. Dieser verringert sich aber um ca. 25 %, wenn der neue Partner über eigenes Einkommen verfügt.
Im Verhältnis zu volljährigen Kindern gilt die Hausmann-Rechtsprechung nur eingeschränkt. Hier muss er nur zahlen, wenn er von seinem verdienenden Ehegatten selbst gut versorgt wird.
Wichtig für Hausfrauen: Im Verhältnis zu Volljährigen besteht auch nach Wiederverheiratung eine generelle Erwerbsobliegenheit, um sich am Ausbildungsunterhalt finanziell zu beteiligen (OLG Hamm, Urteil v. 19.7.1996, FamRZ 1997, 835). Betreut die wieder verheiratete Mutter allerdings ein noch minderjähriges Kind aus der neuen Ehe, kann ihr nur eine Teilzeitbeschäftigung zugemutet werden (BGH, Urteil v. 5.11.1997, FamRZ 1998, 367).
Hausratsanschaffungen
Häufig muss nach einer Trennung einer der Partner notwendigen neuen Hausrat erwerben. Die Kosten werden in angemessenen Raten bedarfserhöhend bzw. einkommensmindernd berücksichtigt. Selbstverständlich gilt das nur für Hausratsgegenstände, die wirklich notwendig sind. Was darüber hinausgeht, kann nur als trennungsbedingter Mehrbedarf
bei der Unterhaltsberechnung berücksichtigt werden.
Die Beiträge hierfür werden nicht berücksichtigt. Sie zählen zum normalen Lebensbedarf.
Diese zählen als Wohnnebenkosten zu den allgemeinen Lebenshaltungskosten und sind weder bedarfserhöhend noch einkommensmindernd.
Sie mindern das Einkommen aus Vermietung und Verpachtung, (→Vermietung und Verpachtung) soweit die Hypothek der Hausfinanzierung dient. Tilgungsbeiträge werden dagegen nicht berücksichtigt, weil sie der Vermögensbildung dienen.
Sie werden angerechnet, indem man sie anteilig auf das ganze Jahr, in dem sie ausgezahlt wurden, umlegt oder je nach Oberlandesgerichtsbezirk auf mehrere Jahre verteilt.
Zinseinkünfte aus Bank- und Sparguthaben, Darlehen, Hypotheken, festverzinslichen Wertpapieren und Gewinnanteilen sind voll anrechnungsfähiges Einkommen. Abgezogen werden allerdings Kapitalertragsteuer, Depotgebühren, Bankspesen, Auslagen für die Teilnahme an Gesellschafterversammlungen etc.
Sie dürfen als berufsbedingte Aufwendungen abgezogen werden, wenn wegen der Berufstätigkeit eine entgeltliche Betreuung durch andere Personen (z.B. Tagesmutter) erforderlich wird. Wer trotz voller Berufstätigkeit das Kind betreut, kann außerdem gegenüber dem unterhaltsberechtigten Expartner einen Betreuungsbonus abziehen, dessen Höhe vom Einzelfall abhängt (z.B. OLG Köln, Beschluss v. 9.8.2001, Az. 14 WF 107/01, NJW 2001, 3710).
Leistungen nach dem Kindererziehungsleistungsgesetz werden auf den Bedarf angerechnet.
Die Kosten hierfür sind Mehrbedarf aufseiten der unterhaltsberechtigten Personen, soweit sie zu den berufsbedingten Aufwendungen zählen (→Kinderbetreuungskosten). Andernfalls gelten die Kosten als allgemeine Erziehungskosten und werden nicht berücksichtigt, wenn zum Beispiel die betreuende Mutter nicht arbeitet.
Zahlt der nicht sorgeberechtigte Elternteil den Kindergartenbeitrag, darf er diesen Betrag von seinem Einkommen im Verhältnis zum unterhaltsberechtigten Ehegatten abziehen.
Das Kindergeld erhöht bei keinem Elternteil das Einkommen. Es wird mit dem Kindesunterhalt verrechnet.
Hat der Unterhaltsschuldner in einem älteren Vergleich auf die anteilige Kindergeldverrechnung verzichtet, kann er, nachdem das Kindergeld inzwischen erheblich erhöht worden ist, eine Abänderung des Vergleichs verlangen (OLG München, Urteil v. 23.3.1996, FamRZ 1997, 312); (→Abänderungsklage).
Das Kindergeld darf im Verhältnis zum unterhaltsberechtigten Ehegatten auch nicht angerechnet werden, wenn dessen eigene Ansprüche nicht erfüllt werden können (OLG Bamberg, Beschluss v. 19.10.2000, FamRZ 2001, 765).
Es wird wie Einkommen behandelt. Besteht allerdings ein erhöhter Bedarf wegen der Krankheit, darf ein angemessener Betrag dafür einkommensmindernd abgesetzt werden. Dasselbe gilt für Krankentagegeld aus einer privaten Krankenversicherung, soweit es Lohnersatzfunktion hat. Selbstverständlich muss dem Unterhaltsschuldner der jeweilige Selbstbehaltsbetrag (→Selbstbehalt) erhalten bleiben (OLG Karlsruhe, Urteil v. 9.7.1999, FamRZ 2000, 1091).
Die Kosten hierfür gelten normalerweise als allgemeine Lebenshaltungskosten und dürfen deshalb nicht einkommensmindernd berücksichtigt werden. Ausnahme: Die Beiträge haben die ehelichen Lebensverhältnisse nachhaltig geprägt.
Beiträge zur gesetzlichen oder angemessenen privaten Krankenversicherung sind als notwendige Vorsorgeaufwendungen einkommensmindernd absetzbar in Höhe des Arbeitnehmeranteils der Beiträge bei Nichtselbstständigen.
Bei Beamten, Freiberuflern oder Höherverdienenden sind die Krankenversicherungsbeiträge – soweit angemessen – voll absetzbar. Das gilt selbstverständlich aufseiten des Unterhaltspflichtigen wie aufseiten des Unterhaltsberechtigten. Wer aber einen Krankenversicherungszuschuss bekommt, muss sich diesen wiederum als Einkommen anrechnen lassen (OLG Hamm, Urteil v. 25.8.1999, FamRZ 2001, 370).
Besteht beim Unterhaltsberechtigten selbst keine Versicherungspflicht, weil er zum Beispiel nicht arbeitet, schuldet der unterhaltspflichtige Expartner Unterhalt für eine angemessene Krankenversicherung
Wenn Sie sich für das begrenzte Realsplitting entschieden haben, muss der Unterhaltsschuldner dem anderen die Nachteile ersetzen, die durch das begrenzte Realsplitting entstehen. Dazu gehören auch die anfallenden Krankenkassenbeträge, wenn durch diese steuerliche Konstellation der Unterhaltsberechtigte krankenversicherungspflichtig wird (→Steuern).
→Schulden; Darlehen.
Die Beiträge hierfür mindern, soweit sie der Altersvorsorge dienen, das Einkommen. Das gilt zumindest so lange, wie die gesamte Altersvorsorge nicht mehr als 20 % des gesamten Bruttoeinkommens ausmacht (z.B. OLG München, Urteil v. 8.3.1999, FamRZ 2000, 26). Darüber hinaus gelten die Beiträge als Vermögensbildung und werden beim Unterhaltspflichtigen nur dann einkommensmindernd berücksichtigt, wenn sie in einem angemessenen Verhältnis zum Einkommen stehen. Beim Minderjährigenunterhalt gilt dies allerdings nicht.
Kommt es zur Auszahlung einer Kapitallebensversicherung, wird sie auf die voraussichtliche Lebensdauer umgerechnet. Auf keinen Fall muss ein Unterhaltsberechtigter Zahlungen aus einer Lebensversicherung, die er seinerzeit mitfinanziert hat, für seinen täglichen Lebensbedarf aufbrauchen (OLG Hamm, Urteil v. 25.2.2000, FamRZ 2000, 1286). Diese Entlastung des Unterhaltsschuldners fand das Gericht unbillig.
Lebensversicherungen zur Kreditsicherung dienen normalerweise nur der Vermögensbildung und werden deshalb beim Unterhalt nicht berücksichtigt. Dasselbe gilt für nur auf den Tod abgeschlossene Lebensversicherungen oder für die zusätzliche Alters- und Lebensversicherung der Post.
Leistungsprämie bzw. -zulage
Regelmäßige Zahlungen sind Einkommensbestandteil und deshalb voll anzurechnen. Ausnahmsweise gezahlte Leistungsprämien werden normalerweise wie Überstunden angerechnet. (→Überstunden)
Teilweise decken die pauschalen Unterhaltssätze nicht den gesamten Lebensbedarf ab. Im Gegensatz zum Sonderbedarf ist der Mehrbedarf ein regelmäßiger und vorhersehbarer Zusatzbedarf. Dieser muss bei Gericht dargelegt und substantiiert begründet werden.
Kindergartenbeiträge oder vergleichbare Aufwendungen zur Betreuung eines Kindes
Kosten für ein Internat oder eine Privatschule, wenn dazu ein Bedürfnis besteht
Behinderungsbedingte private Sonderschule und sonstige Mehraufwendungen bei behinderten Kindern
Förderung eines außergewöhnlichen künstlerischen Talents
Mietkosten werden grundsätzlich als allgemeine Lebenshaltungskosten nicht berücksichtigt und sind deshalb im jeweiligen Unterhaltsanspruch schon enthalten. Bedarfserhöhend kann die Miete nur dann teilweise sein, wenn zum Beispiel keine günstigere Wohnung zu haben ist.
Aber: Für die alte Ehewohnung gilt, dass der Ausgezogene, der weiterhin für die Wohnung ganz oder teilweise zahlt, diesen Betrag von seinem Einkommen absetzen darf. Zahlt derjenige, der in der Wohnung geblieben ist, die Miete allein, darf er vor Ablauf des Trennungsjahres bzw. vor Einreichung des Scheidungsantrages einen Teil der Miete von seinem Einkommen abziehen, wenn die Wohnung jetzt für ihn zu groß geworden ist. Danach kann nichts mehr abgezogen werden, er muss die Wohnung kündigen, wenn Sie ihm zu teuer geworden ist (→mietfreies Wohnen).
Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sind nach Abzug der notwendigen Ausgaben voll anrechenbares Einkommen. Es besteht sogar die Verpflichtung sowohl für den Unterhaltsberechtigten als auch den Unterhaltspflichtigen, zu vermieten, soweit es zumutbar ist. Andernfalls wird ein fiktives Einkommen wegen unterlassener Vermietung angerechnet. Das gilt auch für große selbst genutzte Häuser ab Scheidung und sogar dann, wenn der Wohnraum einem volljährigen Kind mit eigenem Einkommen überlassen wird.
Wer mietfrei wohnt, muss sich diesen Vorteil anrechnen lassen, soweit dieser Vorteil nicht durch die damit verbundenen Belastungen und Unkosten aufgezehrt wird.
Kostenloses Wohnen beim neuen Partner wird aber nicht angerechnet. Hier handelt es sich um eine freiwillige Leistung Dritter (OLG Hamm, Beschluss v. 16.4.1999, FamRZ 2000, 1285).
→Sonderbedarf
Beim Ehegattenunterhalt gilt: Ist der Mindestunterhaltsbedarf schon durch die vollschichtige Tätigkeit des Unterhaltsschuldners gesichert, wirkt sich die Nebentätigkeit normalerweise nicht einkommenserhöhend aus (OLG Hamm, Urteil v. 9.1.1998, FamRZ 1999, 43). Die Nebentätigkeit ist hier überobligatorisch (OLG Hamm, Urteil v. 9.6.2000, FamRZ 2001, 102, in einem Fall, in dem der Unterhaltspflichtige Einkünfte als Hobbymusiker hatte).
Ausnahme: Einkommen aus Nebentätigkeit ist aber anzurechnen, wenn sie mit dem Hauptberuf in einem gewissen fachlichen Zusammenhang steht und keinen erheblichen zusätzlichen Zeitaufwand erfordert (vgl. OLG Zweibrücken, Urteil v. 10.8.2000, FamRZ 2001,103, in einem Fall, in dem ein Universitätsprofessor nebenher Gutachten erstattet hatte). Das gilt wiederum nicht, wenn das Rentenalter überschritten ist.
Im Verhältnis zu minderjährigen Kindern müssen unter Umständen zumutbare Nebenbeschäftigungen aufgenommen werden, um der Unterhaltspflicht gerecht zu werden.
Nettoeinkommen, bereinigtes
Das bereinigte Nettoeinkommen ist die Berechnungsgrundlage für Unterhaltsansprüche sowohl aufseiten des Unterhaltsberechtigten, was seine Bedürftigkeit anbetrifft, als auch aufseiten des Unterhaltspflichtigen bezüglich seiner Leistungsfähigkeit. Wichtig: Das unterhaltsrechtliche Einkommen ist nicht unbedingt dasselbe wie das steuerrechtliche.
Allgemein gesprochen versteht man darunter sämtliche (Brutto-)Einkünfte aus
selbstständiger oder unselbstständiger Erwerbstätigkeit,
abzüglich der gesetzlichen Abzüge, der tatsächlich gezahlten Steuern und sämtlicher anderer unterhaltsrechtlich anerkannter Abzugsposten. Was darunter im Einzelnen fällt, können Sie sowohl den unterhaltsrechtlichen Tabellen und Leitlinien der Oberlandesgerichte als auch dem vorliegenden ABC entnehmen.
Seit 1.7.1998 sind aufgrund der gesetzlichen Gleichstellung ehelicher und nicht ehelicher Kinder die Unterhaltsansprüche identisch.
Der Unterhaltsanspruch der Mutter eines nichtehelichen Kindes richtet sich nicht nach dem Einkommen des Kindesvaters, sondern nach ihren eigenen Einkommens- und Vermögensverhältnissen (OLG Naumburg, Beschluss v. 17.7.2000, FamRZ 2001, 1321). Die Mutter soll finanziell so gestellt sein, wie sie ohne die Geburt des Kindes dastehen würde. Es gibt daher keinen festen Mindestbedarfssatz (OLG Köln, Beschluss v. 15.11.2000, FamRZ 2001, 1322)
→Beamtenversorgung.
Beiträge zur Pflegeversicherung sind wie alle anderen Sozialversicherungsbeiträge einkommensmindernd.
Wer Leistungen aus der Pflegeversicherung empfängt, braucht sich diese normalerweise nicht auf den Unterhaltsanspruch anrechnen zu lassen. Ausnahme: Der Leistungsempfänger verbraucht das Geld nicht ganz. Das wäre zum Beispiel denkbar, wenn das Geld nicht voll für die Betreuung durch eine dritte Person eingesetzt wird.
Ist die pflegende Person unterhaltsberechtigt, bleibt das Pflegegeld oder eine ähnliche Leistung unberücksichtigt. Sonst ginge der Sinn dieser Leistung, eine materielle Anerkennung für die Pflege durch Angehörige, verloren. Anders sieht es dagegen aus, wenn jemand professionelle Pflegehilfe leistet. Dann sind die Leistungen an diese Person als Einkommen anzurechnen.
Wer Schwerstbeschädigtenzulage und Pflegezulage bekommt, braucht das Geld in der Regel für seine Mehraufwendungen. Es wird daher normalerweise nicht angerechnet.
Grundsätzlich muss er geltend gemacht werden, wenn dies zumutbar ist. Das ist aber nicht der Fall, wenn man sich aufgrund einer Pflichtteilsklausel von der Einsetzung zum Schlusserben ausschließen würde, oder wenn die Pflichtteilsforderung zu einem familiären Zerwürfnis führen würde, weil zum Beispiel die Tochter Ansprüche gegen die eigene Mutter, die testamentarisch zur Alleinerbin eingesetzt war, geltend machen müsste.
Der unterhaltsberechtigte, noch nicht getrennt lebende oder inzwischen getrennt lebende Ehegatte hat gegen den anderen für notwendige Prozesse einen Anspruch auf Prozesskostenvorschuss – auch für den Fall, dass er sich scheiden lassen will.
Geschiedene Ehegatten sind dagegen nicht verpflichtet, einander die Prozesskosten vorzuschießen.
Volljährige Kinder haben normalerweise gegen ihre Eltern keinen Anspruch mehr auf Prozesskostenvorschuss. Das soll nach Ansicht des OLG Hamm sogar gelten, wenn sich das Kind noch in der Ausbildung befindet und von den Eltern abhängig ist (Urteil v. 4.1.1995, FamRZ 1995, 1008 und auch KG, Urteil v. 13.6.1996, FamRZ 1997, 694). Eine Ausnahme wird aber gemacht, wenn es um wichtige persönliche Angelegenheiten des Kindes, wie zum Beispiel eine Klage auf Schmerzensgeld, geht.
Minderjährige, unverheiratete Kinder haben einen Anspruch auf Prozesskostenvorschuss gegen ihre Eltern – und zwar gegen den barunterhaltspflichtigen Elternteil und den Elternteil, der das Kind betreut. Dasselbe gilt auch bei nicht verheirateten Eltern (OLG Koblenz, Urteil v. 12.6.1996, FamRZ 1996, 44) und gegenüber Großeltern (OLG Koblenz, Urteil v. 9.9.1996, FamRZ 1997, 681).
Wer einen Anspruch auf Prozesskostenvorschuss hat, bekommt keine Prozesskostenhilfe. Deshalb müssen Sie als Unterhaltsberechtigter zunächst versuchen, Prozesskostenvorschuss zu erlangen.
Sind mehrere Unterhaltsberechtigte vorhanden, werden diese der Rangfolge nach vom Unterhaltsverpflichteten bedient. Reicht das Einkommen des Unterhaltsverpflichteten nicht für alle, werden zuerst die Ansprüche der in der Rangfolge vorgehenden Unterhaltsberechtigten bedient:
Minderjährige unverheiratete Kinder und volljährige unverheiratete Kinder bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres. Das gilt, solange sie im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils leben und sich in der allgemeinen Schulausbildung befinden.
Eltern, die ein Kind betreuen und Ehegatten bei Ehen, die mindestens 15 Jahre gehalten haben
Andere Ehegatten, die nicht bereits unter Nr. 2 fallen
Volljährige, nicht privilegierte Kinder
Weitere Verwandte der aufsteigenden Linie, z.B. Großeltern und Urgroßeltern
→Steuern.
Dieser gilt in der Regel als Einkommen, aber nicht in voller Höhe. So sehen zum Beispiel die Leitlinien des OLG Hamm nur eine Anrechnung in Höhe von einem Drittel der Nettobeträge für die häusliche Ersparnis als anrechenbar an.
Rentenzahlungen jeder Art gelten als anzurechnendes Einkommen. Berufsbedingte Aufwendungen dürfen allerdings nicht abgezogen werden. Ausnahme: Schmerzensgeldrenten. Sie werden als höchst persönliche Zuwendung nicht angerechnet.
Sie sind grundsätzlich anzurechnen, soweit sie eine Eigenersparnis mit sich bringen. Hierbei wird normalerweise geschätzt. Einen guten Anhalt bieten allerdings die Bewertungsrichtlinien des Steuer- und Sozialversicherungsrechts, wie zum Beispiel die Sachbezugsverordnung für freie oder verbilligte Kost und Wohnung.
Soweit sie berufstypisch sind und das übliche Maß im konkreten Fall nicht übersteigen, werden sie als Arbeitseinkommen voll angerechnet. Gehen sie über das Übliche hinaus, bleibt ein Drittel anrechnungsfrei – im Mangelfall aber nicht.
Hier kommt es auf den Einzelfall an. Im Verhältnis zum unterhaltsberechtigten Expartner werden Verbindlichkeiten in der Regel berücksichtigt, wenn sie während intakter Ehe begründet worden sind (z.B. ein Kredit für Einrichtungsgegenstände). Dann muss die Schuldentilgung in angemessenen Raten erfolgen, die das Einkommen jeweils mindern. Das wird oft den monatlichen Raten entsprechen. Es spielt keine Rolle, ob beide Ehegatten für die Schulden haften müssen oder nur einer den Kredit aufgenommen hat.
Berücksichtigt werden auch Schulden, die nach der Trennung eingegangen werden mussten, zum Beispiel für einen Kredit für notwendige Neueinrichtungen, soweit sie kein Luxus sind. Auch hier erfolgt die Anrechnung in angemessenen Raten.
Auch im Verhältnis zu Minderjährigen finden Schulden der Eltern bereits bei der Bedarfsermittlung Berücksichtigung. Der Lebensstandard des Kindes richtet sich schließlich nach den tatsächlich vorhandenen Einkommensverhältnissen und dem Konsumverhalten der Eltern (BGH, Urteil vom 6.2.2002, Az. XII ZR 20/00, FamRZ 2002 S. 536).
Jedoch darf der Mindestunterhalt für minderjährige Kinder (also der oberste Tabellenbetrag) nicht unterschritten werden. Andererseits soll eine weitere Verschuldung des unterhaltspflichtigen Elternteils vermieden werden. Deshalb werden in krassen Fällen die Kreditzinsen, aber nicht die Tilgung berücksichtigt (OLG Hamm, Urteil vom 30.7.2002, Az. 3 UF 106/02, FamRZ 2003 S. 1214).
Der BGH hat vor einigen Jahren entschieden, dass den Unterhaltsschuldner eine Obliegenheit zur Durchführung eines Privatinsolvenzverfahrens mit anschließender Restschuldbefreiung trifft, wenn dies den Unterhaltsanspruch des minderjährigen Kindes sicherstellt (BGH, Urteil vom 23.2.2005,XII ZR 114/03, FamRZ 2005, 608).
Jedem Unterhaltsschuldner ist zur Sicherung seines eigenen Unterhaltes ein gewisser Betrag als Selbstbehalt zu belassen. Dieser Betrag ist unterschiedlich hoch, je nachdem, ob im Verhältnis zum Unterhaltsberechtigten eine gesteigerte Unterhaltspflicht besteht oder nicht. Dementsprechend wird unterschieden zwischen dem so genannten notwendigen Selbstbehalt und dem angemessenen Selbstbehalt. Wie hoch dieser jeweils ist, können Sie den jeweiligen unterhaltsrechtlichen Leitlinien der Oberlandesgerichte entnehmen.
Der Selbstbehalt kann gegenüber einem volljährigen Kind aber auch mal höher sein, wenn zum Beispiel die Eltern in einem selbst genutzten angemessenen Einfamilienhaus wohnen und dadurch finanziell stark belastet sind (OLG Düsseldorf, Urteil v. 20.12.2000, AZ 5 UF 188/99).
Das anrechenbare Einkommen wird hier anhand des Durchschnittseinkommens in den vergangenen drei Jahren ermittelt. Hier hilft normalerweise die Einkommen-Überschuss-Rechnung. Es kann im Einzelfall aber auch anders gerechnet werden. So ist zum Beispiel das Einkommen eines selbstständigen Arztes des letzten Jahres heranzuziehen, wenn nach einer Anlaufphase eine stabile Einkommensentwicklung eingetreten ist (OLG Hamm, Urteil v. 10.10.1996, FamRZ 1997, 310).
Auf alle Fälle muss ein Selbstständiger von sich aus seine Einkünfte so darlegen, dass sich sein Einkommen ohne Weiteres ermitteln lässt (OLG Koblenz, Urteil v. 11.6.1999, NJW-RR 1999, 1597). Dennoch wird man häufig einen Sachverständigen brauchen. Und wenn es gar nicht mehr anders geht, schätzt das Gericht anhand der Unterlagen das Einkommen. Hier empfiehlt es sich für den Unterhaltsberechtigten, den konkreten Lebensstandard während der Ehe darzulegen.
Sonderbedarf (§ 1613 Abs. 2 Nr. 1 BGB) ist ein unregelmäßiger außergewöhnlich hoher Bedarf, der nicht auf Dauer besteht. Er kann daher zu einem einmaligen, jedenfalls aber zeitlich begrenzten Ausgleich neben dem regelmäßig geschuldeten Barunterhalt führen. Er liegt nur dann vor, wenn der Bedarf nicht mit Wahrscheinlichkeit vorauszusehen war und deshalb bei der Bemessung der laufenden Unterhaltsrente nicht berücksichtigt werden konnte. Im Übrigen muss die Notwendigkeit begründet werden. Sonderbedarf kann natürlich nur dann beansprucht werden, wenn der Unterhaltsverpflichtete leistungsfähig ist. Das Oberlandesgericht Schleswig hat in einem Verfahren entschieden, dass kieferorthopädische Behandlungskosten wie auch Kosten einer Schülersprachreise zum Sonderbedarf gehören und vom Unterhaltspflichtigen geleistet werden müssen (OLG Schleswig, Beschluss vom 24.11.11, Az. 10 UF 2201/10). Sozialhilfe
Sozialhilfe ist immer nachrangig und verkürzt deshalb nicht den Anspruch gegen einen Unterhaltsschuldner. Vielmehr gehen die zivilrechtlichen Unterhaltsansprüche von Gesetzes wegen auf den Sozialhilfeträger über – allerdings mit Einschränkungen. So kann zum Beispiel das Sozialamt sich nicht an die Großeltern eines Sozialhilfeempfängers wenden.
Am häufigsten werden von den Sozialhilfeträgern zivilrechtliche Unterhaltsansprüche geltend gemacht, wenn Eltern erwachsener Kinder ins Pflegeheim kommen und die Rente zur Bedarfsdeckung nicht ausreicht.
Sie werden normalerweise mit einem Drittel der Nettobeträge als Einkommen angerechnet.
Grundsätzlich werden die Steuern in der tatsächlich gezahlten Höhe vom Einkommen abgezogen. Dabei ist der Unterhaltsschuldner verpflichtet, steuerliche Vorteile zu nutzen und gegebenenfalls durch Eintrag auf der Steuerkarte geltend zu machen.
Wenn der Unterhaltsschuldner wieder heiratet:
Der hierdurch entstehende Steuervorteil braucht nicht dem alten Ehepartner zufließen. Deshalb wird der Unterhaltsanspruch ohne den Splittingvorteil berechnet. Dennoch kommt es auch hier auf den Einzelfall an. Wählt zum Beispiel der Unterhaltspflichtige für sich die Steuerklasse V und sein neuer Ehegatte die Steuerklasse III, ginge die Einkommensverringerung zulasten der Altehe. Damit es hier nicht zu Ungerechtigkeiten kommt, entscheiden die Gerichte nach Billigkeit.
Konkret heißt dies, dass der unterhaltspflichtige Exgatte nicht die ungünstige Steuerklasse V wählen darf. Normalerweise ist für ihn die Steuerklasse IV angemessen. Das gilt insbesondere, wenn der neue Ehegatte selbst ein erhebliches Einkommen hat und andernfalls nach Steuerklasse III beurteilt würde (vgl. OLG Hamm, Urteil v. 9.6.2000, FamRZ 2001, 102).
Im Verhältnis zu minderjährigen Kindern darf der unterhaltspflichtige, wieder verheiratete Elternteil überhaupt keine ungünstige Steuerklasse wählen bzw. darf die ungünstige Steuerbelastung nicht zulasten der Kinder gehen (OLG Hamm, Urteil v. 26.5.1999, FamRZ 2000, 311).
Eine steuerliche Zusammenveranlagung ist im Jahr der Trennung noch möglich, aber nur ratsam, wenn sicher ist, dass der Unterhaltspflichtige wirklich seiner Zahlungspflicht nachkommt. Andernfalls ist zum Steuerklassenwechsel zu raten, was wiederum nur geht, wenn der andere Ehegatte zustimmt. Das macht natürlich derjenige, der bisher Steuerklasse III hatte, nicht gerne. Deshalb gibt es eine Verpflichtung zur Zustimmung zur Zusammenveranlagung – soweit dem Unterhaltsberechtigten dadurch keine steuerlichen Nachteile entstehen. Wer gegen seine Mitwirkungspflicht verstößt, macht sich schadensersatzpflichtig wegen der entstehenden Steuernachteile (OLG Hamm, Urteil v. 22.8.1989, NJW-RR 1990, 709).
Steuernachzahlungen vermindern beim Steuerschuldner das Einkommen in dem Jahr, in dem die Nachzahlung erbracht werden musste.
Bei der Steuererstattung gilt, dass bei Zusammenveranlagung geteilt werden muss, und zwar im Verhältnis der jeweiligen Steuerbelastung. Auf jeden Fall erhöht sich durch die Steuererstattung das jeweilige Einkommen in dem Jahr, in dem sie erfolgt. Wird die Steuererklärung zu spät abgegeben, kann unter Umständen die Steuerrückzahlung schon vorher fingiert werden (vgl. OLG Hamm, Urteil v. 15.8.2000, FamRZ 2001, 482).
Wer Steuervorauszahlungen zu leisten hat, muss dafür sorgen, dass diese nicht unnötig hoch sind.
Steuerschulden aus früheren Zeiten, für die noch keine Unterhaltsverpflichtung bestanden hat, werden wie Schulden behandelt. (→Schulden)
Eine weitere Steuersparmöglichkeit und Verpflichtung beim Unterhaltspflichtigen bringt das so genannte begrenzte Realsplitting.
Das heißt, lebt der unterhaltsberechtigte Ehegatte in Deutschland, kann der Unterhaltsschuldner die gezahlten Unterhaltsbeträge bis zu einem Höchstbetrag von 12.000,00 € als Sonderausgaben gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 1 EStG steuerlich geltend machen. Der unterhaltsberechtigte Ehegatte muss dem allerdings zustimmen (Anlage U zur Steuererklärung). Schließlich muss er die Unterhaltszahlungen seinerseits versteuern. Deshalb ist der Unterhaltspflichtige verpflichtet, den anderen durch eine verbindliche Erklärung von eventuellen Nachteilen des Realsplittings freizustellen. Dazu gehören unter anderem auch die Kosten für einen Steuerberater. Aber: Das Realsplitting kann nicht in Anspruch genommen werden, wenn der Unterhaltsschuldner nach Steuerklasse III besteuert wird (OLG Hamm, Urteil v. 12.5.2000, FamRZ 2000, 1220).
Diese sind - wie andere Ausbildungsförderungsmaßnahmen – grundsätzlich als Einkommen anzurechnen.
Das Taschengeld ist der Geldbetrag, über den jeder frei verfügen können sollte, ohne jemandem dafür Rechenschaft abzulegen. Bei Eheleuten liegt der Betrag hierfür bei 5 % bis 7 % des bereinigten Nettoeinkommens (BGH, Urteil v. 21.1.1998, FamRZ 1998, 608). Bei einem hinzuverdienenden Ehegatten besteht der Anspruch allerdings nur in der Höhe, in der der Taschengeldanspruch das Eigeneinkommen übersteigt (BGH, a.a.O.) Der Anspruch besteht allerdings nur, wenn der andere seinen eigenen notwendigen Bedarf decken kann (→Selbstbehalt).
Wenn Sie wieder verheiratet sind und einen Taschengeldanspruch haben, wird dieser Anspruch im Verhältnis zu minderjährigen Kindern als Ihr Einkommen angerechnet.
Beim Elternunterhalt kann der Taschengeldanspruch zum Teil für den Unterhalt herangezogen werden. Teilzeitbeschäftigung
Wer als Unterhaltsgläubiger oder Unterhaltsschuldner nur einer Teilzeitbeschäftigung nachgeht, obwohl er eine Vollzeitbeschäftigung nachgehen müsste, braucht die Tätigkeit nicht aufzugeben. Es wird aber erwartet bzw. fiktiv angerechnet, was derjenige durch eine zusätzliche Nebenbeschäftigung verdienen könnte (z.B. OLG Frankfurt, Urteil v. 2.12.1998, FamRZ 2000, 25).
Ein teilzeitbeschäftigter Ehegatte muss sich aber grundsätzlich um eine Ausweitung seiner Tätigkeit bei seinem bisherigen Arbeitgeber oder um eine vollschichtige Tätigkeit bei einem anderen Arbeitgeber bemühen. Verlaufen seine Bemühungen erfolglos, kann verlangt werden, dass er zur Sicherung seines Lebensunterhalts eine weitere Teilzeitbeschäftigung aufnimmt (BGH, Urteil vom 11.7.2012, Az. XII ZR 72/10). Anderenfalls wird fiktiv angerechnet, was durch eine zusätzliche Nebenbeschäftigung verdient werden könnte (z.B. OLG Frankfurt/Main, Urteil vom 2.12.1998, FamRZ 2000 S. 25).
Mit dem Tod des Unterhaltspflichtigen endet die Unterhaltspflicht. Der Anspruch des geschiedenen Ehepartners auf nachehelichen Unterhalt geht ausnahmsweise auf die Erben als Nachlassverbindlichkeit über (§ 1586 Abs. 1 Satz 1 BGB). Er beträgt dann so viel, wie der Pflichtteil ausgemacht hätte, wenn die Ehe nicht geschieden worden wäre (§ 1586b Abs. 1 Satz 3 BGB).
Sie zählt normalerweise als voll anzurechnendes Einkommen, soweit nicht tatsächlich ein Mehrbedarf nachgewiesen werden kann.
Sie wird voll als Einkommen angerechnet – allerdings auf einen angemessenen Zeitraum von ein paar Jahren verteilt.
Sie sind nach Abzug der Steuer voll anrechenbar. Wer weniger behauptet, als es der Erfahrung entspricht, ist dafür nachweispflichtig.
Sie werden dem Einkommen normalerweise nicht hinzugerechnet. Ausnahme: Es werden pauschale Beträge gewährt, die nicht den tatsächlichen Aufwendungen entsprechen. In der Praxis wird ein Drittel als Einkommen angesetzt.
Überstundenvergütungen werden in voller Höhe angerechnet, wenn sie das übliche Maß nicht übersteigen. Bei außergewöhnlich vielen Überstunden kann davon abgesehen werden. Dann rechnet man in der Regel ein Drittel bis die Hälfte der Einnahmen. Das gilt selbst beim Elternunterhalt (BGH, Urteil v. 25.6.2003, Az. XII ZR 63/00).
Es besteht aber keine Verpflichtung, Überstundenvergütung statt Freizeitabgeltung zu wählen. Ausnahme: Sie sind gesteigert unterhaltspflichtig,
wie zum Beispiel gegenüber minderjährigen Kindern.
Umschüler werden beim Selbstbehalt (→Selbstbehalt) behandelt wie Erwerbstätige (OLG Hamm, Urteil v. 28.10.1998, FamRZ 1999, 1015). Denn sie haben denselben Mehraufwand wie Berufstätige. Anderer Ansicht ist das OLG Dresden (Urteil v. 20.1.1999, FamRZ 1999, 1015). Argumentieren Sie in Ihrem Fall so, wie es Ihnen günstig erscheint.
Auch während der Umschulung müssen Sie sich um einen neuen Arbeitsplatz bemühen (BGH, Urteil v. 17.3.1999, FamRZ 1999, 843).
Die Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung werden vom Bruttoeinkommen als berufsbedingte Aufwendungen abgezogen. Freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung oder zur privaten Unfallversicherung mindern ebenfalls als notwendige Vorsorgeaufwendungen das Einkommen.
Anders sieht es dagegen mit der freiwilligen Unfallversicherung aus. Sie wird nicht einkommensmindernd berücksichtigt.
Unterhaltsvereinbarungen sind unerlässlicher Bestandteil einer einvernehmlichen Scheidung. Beachten Sie aber, dass ein Verzicht unwirksam ist, wenn eine Sozialhilfeabhängigkeit zu erwarten ist.
Soweit eine Unterhaltsvereinbarung minderjährige Kinder betrifft, gilt dasselbe wie für eine Abfindungsvereinbarung zulasten des Kindes (→Abfindung). § 1614 Abs. 1 BGB verbietet ausdrücklich den Verzicht. Ein Teilverzicht ist dagegen zulässig (z.B. OLG Düsseldorf, Beschluss v. 19.6.2000, FamRZ 2001, hier 20 %; a. A. OLG Hamm, Urteil v. 1.12.1999, FamRZ 2001, 1023).
Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz werden für Kinder bis zur Vollendung des 12. Lebensjahrs für die Dauer von höchstens sechs Jahren in Höhe des Regelbetrages erbracht, wenn der Unterhaltspflichtige den Regelbetrag nicht zahlt. Der Unterhaltsanspruch geht hier auf den Sozialleistungsträger über, er kann direkt gegen den Unterhaltsschuldner durchgesetzt werden.
Die Unterhaltsvorschussleistungen haben keinen Einfluss auf einen laufenden Unterhaltsprozess oder künftige Unterhaltsansprüche des Kindes.
Dies ist voll als Einkommen anzurechnen. Das heißt, der Betrag wird abzüglich Steuern auf das ganze Jahr umgelegt. Wird eine Urlaubsabgeltung gezahlt, weil der Unterhaltspflichtige seinen Urlaub nicht nehmen kann, wird dieser Betrag zur Hälfte als unterhaltsrelevantes Einkommen berücksichtigt (BGH, Urteil v. 8.7.1992, NJW-RR 1992, 1282).
Negativeinkünfte aus Vermietung und Verpachtung werden unterhaltsrechtlich nicht berücksichtigt. Sie dienen der Vermögensbildung. Der Steuervorteil soll dagegen dem Unterhaltspflichtigen erhalten bleiben.
Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung gelten als Vermögenserträgnisse, das heißt als anrechenbares Einkommen nach Abzug der notwendigen Ausgaben. Anerkannte Ausgaben sind die Grundsteuern, die Beiträge für die das Grundstück betreffende Sach-, Haftpflicht- und Schadensversicherung, öffentliche Abgaben, die nicht auf Mieter umgelegt werden können, Beiträge zum Haus- und Grundbesitzerverein, Steuerberatungs- und ähnliche Werbungskosten, soweit nötig, und sogar Hypothekenzinsen, soweit damit ein notwendiger Reparaturaufwand finanziert wird. Reparaturkosten sind voll absetzbar - allerdings auf einen längeren Zeitraum verteilt.
Da es sich bei den Einnahmen um Vermögenseinkünfte handelt, müssen die tatsächlich gezahlten Steuern abgezogen werden.
Grundsätzlich besteht die Verpflichtung, Vermögen gewinnbringend zu nutzen. Deshalb müssen auch Räume, die vermietet werden können, vermietet werden. Das gilt aber nicht zum Beispiel für die Vermietung oder Teilvermietung des Familienheimes während der Trennungszeit.
Wenn ein volljähriges Kind, das schon Einkommen hat, im Haus des Unterhaltsberechtigten wohnt, darf der Wohnraum nicht kostenlos überlassen werden. Andernfalls werden ihm fiktive Einkünfte dafür angerechnet.
Vermögen wird in der Regel beim Unterhaltspflichtigen oder Unterhaltsbedürftigen nur dann herangezogen, wenn die Verwertung nicht unwirtschaftlich oder angesichts der beiderseitigen wirtschaftlichen Verhältnisse unbillig
Anders sieht es im Verhältnis zu minderjährigen Kindern bzw. gleichgestellten volljährigen Schülern aus. Hier müssen Unterhaltspflichtige alle verfügbaren Mittel heranziehen, soweit nicht dadurch der eigene notwendige Unterhalt (→Selbstbehalt) gefährdet wird (z.B. OLG Bamberg, Urteil v. 12.1.1999, FamRZ 1999, 1019). Und das gilt auch für den künftigen Unterhalt, wenn zum Beispiel der Vermögensstamm der Alterssicherung dienen muss.
Sowohl der Unterhaltspflichtige wie der Unterhaltsbedürftige müssen vorhandenes Vermögen optimal anlegen. Wer dies nicht macht, muss sich stattdessen diese Einkünfte anrechnen lassen. Woher das Vermögen stammt, ist gleich. Es kann auch durch den Zugewinnausgleich erworben worden sein.
Die monatlichen Sparbeträge können nicht vom Einkommen abgesetzt werden. Dafür wird aber auch die staatliche Sparprämie von der Rechtsprechung nicht als Einkommen angerechnet. Anders dagegen ein monatlicher Zuschuss des Arbeitgebers zur Vermögensbildung – er wird als Einkommen angerechnet, soweit er Bestandteil des zu versteuernden Bruttoeinkommens ist (OLG Hamburg, Urteil v. 15.11.1996, FamRZ 1997, 574).
Beiträge zur notwendigen Versicherung – wie Krankenversicherung, Pflege- und Rentenversicherung sowie Arbeitslosenversicherung - werden als Vorsorgeaufwendungen vom Bruttoeinkommen stets abgezogen. Bei anderen Versicherungsarten kommt es auf den Einzelfall an. Zum Beispiel wird eine Zusatzversicherung zu einer freiwilligen Krankenversicherung berücksichtigt, wenn die eigentliche Krankenversicherung nicht ausreichend ist - wie bei Beamten.
Das Renteneinkommen, das auf dem Versorgungsausgleich beruht, wird auf den Unterhaltsanspruch angerechnet. Sinkt beim Unterhaltsschuldner die Rente infolge des Versorgungsausgleichs, hat dies auf den Unterhaltsbedarf des anderen keinen Einfluss (vgl. OLG Hamm, Urteil v. 15.2.1995, FamRZ 1995, 1151).
Wer als Unterhaltspflichtiger wegen Vereinbarung von Altersteilzeit oder Vorruhestand weniger verdient, kann sich in der Regel nicht auf ein verringertes Einkommen berufen (OLG Hamm, Urteil v. 3.11.1998, FamRZ 1999, 1078). Er muss sich vielmehr daran festhalten lassen, was vorher an Einkünften die ehelichen Lebensverhältnisse geprägt hat. Abfindungen sind ebenfalls unterhaltsrechtlich zu berücksichtigen (→Abfindung).
Ist ein Elternteil verstorben und wird das Kind zum Beispiel von den Großeltern betreut, beträgt sein Unterhaltsbedarf den doppelten Tabellenunterhalt (OLG Hamm, Urteil v. 1.12.1999, FamRZ 2001, 1023). Allerdings werden Renten auf diesen Anspruch angerechnet.
Weihnachtsgeld ist voll als Einkommen sowohl beim Unterhaltspflichtigen wie auch beim Unterhaltsberechtigten anzurechnen - und zwar anteilig pro Monat.
Sie wird - wie alle anderen Renten auch – als Einkommen berücksichtigt.
Ist eine Witwenrente wegen Heirat weggefallen, kann sie wieder aufleben, wenn die neue Ehe geschieden wird. Unterhalts- und Versorgungsansprüche, die aus der neuen Ehe entstehen, werden allerdings auf die wieder aufgelebte Witwenrente angerechnet. Das heißt, der Unterhaltsanspruch wird so berechnet, als existiere die Rente nicht. Vielmehr wird die Rente um den rechtskräftig festgestellten Unterhaltsanspruch vom Versorgungsträger gekürzt. Ausnahme: Dem Unterhaltspflichtigen aus der Zweitehe bleibt weniger als der angemessene Bedarf (OLG Düsseldorf, Urteil v. 12.12.1995, FamRZ 1996, 947).
Wohngeld wird sowohl beim Unterhaltspflichtigen wie auch beim Unterhaltsberechtigten grundsätzlich als Einkommen berücksichtigt. Ausnahme: Sie haben unvermeidbar hohe Wohnkosten, weil Sie zum Beispiel in einem Ballungsgebiet keine billigere Wohnung bekommen können.
→Miete
Wohnt der Unterhaltspflichtige oder Unterhaltsberechtigte im eigenen Heim oder im gemeinsamen Eigenheim, wirkt sich das auf den Unterhaltsanspruch auf beiden Seiten aus.
Sie sind als Einkünfte aus Vermögen sowohl beim Unterhaltsgläubiger wie auch beim Unterhaltspflichtigen als Einkommen zu berücksichtigen (→Vermögen). Beim Ehegattenunterhalt gilt das aufseiten des Unterhaltspflichtigen aber nur, wenn sie die ehelichen Lebensverhältnisse (→eheliche Lebensverhältnisse)geprägt haben.
Wer einen Kredit aufnimmt, um die Zugewinnausgleichsforderungen begleichen zu können, kann diese finanzielle Belastung nicht einkommensmindernd geltend machen (BGH, Urteil v. 5.4.2000, 950). Auch bei der Bedarfsermittlung sind solche Aufwendungen nicht zu berücksichtigen. Schließlich sind die ehelichen Lebensverhältnisse - und somit der Unterhaltsanspruch - nicht zu Zeiten intakter Ehe durch diese Aufwendungen geprägt worden (→eheliche Lebensverhältnisse).
Hat ein Ehegatte im Rahmen des Zugewinnausgleichs Vermögen erworben, muss er das Vermögen zwar nicht für seinen Unterhalt verwerten (→Vermögen). Zinseinkünfte aus diesem Vermögen werden aber beim Unterhaltsberechtigten angerechnet. Der unterhaltsverpflichtete Ehepartner bleibt davon verschont, weil dieses Vermögen die ehelichen Lebensverhältnisse nicht geprägt hat (→eheliche Lebensverhältnisse).
Kosten hierfür dürfen einkommensmindernd berücksichtigt werden, soweit sie notwendig sind und vom Arbeitgeber nicht ersetzt werden. Eine etwaige Eigenersparnis wird allerdings berücksichtigt.
Sie ist normalerweise überobligatorisch, sodass das Einkommen hieraus die ehelichen Lebensverhältnisse nicht geprägt hat (OLG München, Urteil v. 20.10.1997, FamRZ 1998, 623). Das heißt, der Bedarf des unterhaltsberechtigten Ehegatten richtet sich nur nach dem normalen Einkommen (→eheliche Lebensverhältnisse). Aufseiten des Unterhaltspflichtigen werden aber Einkünfte aus einer solchen Nebentätigkeit berücksichtigt, wenn es um seine Leistungsfähigkeit geht. Das kann eine Rolle spielen, wenn sein normales Einkommen nicht ausreichen würde, eine Vielzahl von Unterhaltsansprüchen zu befriedigen - in einem so genannten Mangelfall.
Einzelkapitel: 1. So können Sie das Unterhalts-ABC für sich nutzen