Source: http://nks-kmu.de/teilnahme-verflechtungen-unternehmen.php
Timestamp: 2017-09-21 05:06:59
Document Index: 281668567

Matched Legal Cases: ['Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 6', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3']

﻿ NKS-KMU - Verflechtungen mit Unternehmen
Verflechtungen mit Unternehmen (ausgewählter Menüpunkt)
Die Schwellenwerte für die KMU-Definition beziehen sich auch auf die Kennzahlen zu anderen Unternehmen, mit denen sie in Verbindung stehen. Entsprechend unterscheidet die Definition zwischen eigenständigen, verbundenen und Partnerunternehmen.
Eigenständiges Unternehmen (Art. 3)
Ein eigenständiges Unternehmen liegt vor, wenn das Unternehmen weder Partner eines anderen Unternehmens ist, noch mit einem anderen Unternehmen verbunden ist (Art. 3 Abs. 1, Handbuch). D. h. das Unternehmen ist völlig unabhängig und nicht an anderen Unternehmen beteiligt beziehungsweise andere Unternehmen sind nicht am eigenen Unternehmen beteiligt.
Eigenständigkeit liegt jedoch auch dann noch vor, wenn weniger als 25 % des Kapitals oder der Stimmrechte von einem oder mehreren anderen Unternehmen gehalten werden und/oder Außenstehende weniger als 25 % des Kapitals oder der Stimmrechte am Unternehmen halten.
Ausnahmen gelten für folgende Kategorien von Investoren: staatliche Beteiligungsgesellschaften, Risikokapitalgesellschaften, "Business Angels", Universitäten und Forschungszentren ohne Gewinnzweck, institutionelle Anleger, einschließlich regionaler Entwicklungsfonds, und autonome Gebietskörperschaften mit einem Jahreshaushalt von weniger als 10 Millionen Euro und weniger als 5.000 Einwohnern, sofern diese über ihre normalen Rechte als Anteilseigner hinaus keinen Einfluss auf die Leitung des Unternehmens nehmen (siehe Art. 3 Abs.3 der KMU-Definition der Europäischen Kommission). In diesen Fällen kann ein Unternehmen auch bei einer Beteiligung der genannten Einrichtungen von 25 - 50 % eigenständig bleiben.
Eigenständige Unternehmen prüfen die Einhaltung der Schwellenwerte anhand der Beschäftigungszahlen und der in ihrem Jahresabschluss enthaltenen Finanzangaben.
Für weitere Informationen: Handbuch, Art. 6 Abs. 1 ff.
Partnerunternehmen (Art. 3 Abs. 2)
Ein Partnerunternehmen ist weder eigenständig, noch ist es mit einem anderen Unternehmen verbunden.
Ein Partnerunternehmen liegt vor, wenn das eigene Unternehmen mindestens 25 %,; jedoch nicht mehr als 50 %, an einem anderen Unternehmen hält und/oder ein anderes Unternehmen hält mindestens 25 %, jedoch nicht mehr als 50 % am eigenen Unternehmen. Eine unmittelbare oder mittelbare, tatsächlich ausgeübte Kontrolle muss dafür nicht vorliegen.
Liegt ein Partnerunternehmen vor, müssen zur Berechnung des KMU-Status die Zahlen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Finanzangaben anteilmäßig mit eingerechnet werden. Der Anteil bemisst sich nach den gehaltenen Aktien oder Stimmrechten. Liegt eine Beteiligung von 40 % an einem Unternehmen vor, müssen 40 % der Daten hinzugerechnet werden.
Beispiel: Verfahren zur Berechnung der Daten für Partnerunternehmen:
Das eigene Unternehmen A hält 40 % an Unternehmen B und 35 % an Unternehmen C. Unternehmen D hält jedoch wiederum 25 % am eigenen Unternehmen A.
Zur Berechnung der Mitarbeiterzahl und der Finanzangaben werden die entsprechenden Prozentsätze zu den eigenen Daten addiert.
Gesamtergebnis: 100 % von A (dem eigenen Unternehmen) + 25 % von D + 40 % von B + 35 % von C
Ausnahme: Öffentliche Stellen oder Körperschaften des öffentlichen Rechts
Gemäß Art. 3 Abs. 4 ist ein Unternehmen kein KMU, wenn mindestens 25 % des Kapitals oder Stimmrechte unmittelbar oder mittelbar von einer oder mehreren öffentlichen Stellen oder Körperschaften des öffentlichen Rechts einzeln oder gemeinsam kontrolliert werden, da dem Unternehmen durch die Beteiligung durch öffentliche Stellen bereits Vorteile zukommen (mehr dazu im Handbuch).
Ausnahmen gibt es für bestimmte Arten von Investoren, beispielsweise Universitäten und Forschungseinrichtungen ohne Gewinnzweck, die nach nationalem Recht den Status einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft haben. Diese Investoren können Anteile zwischen 25 % und 50 % an einem Unternehmen halten, ohne dass dieses den KMU-Status verliert.
Verbundene Unternehmen (Art. 3 Abs. 3)
Bei der Bewertung, ob ein verbundenes Unternehmen vorliegt, wird unter anderem auf die unmittelbare oder mittelbare Kontrolle der Mehrheit des Kapitals beziehungsweise der Stimmrechte eines Unternehmens und die Fähigkeit, einen beherrschenden Einfluss auf ein anderes Unternehmen auszuüben, abgestellt.
Unternehmen gelten im Folgenden als miteinander verbunden, wenn Sie folgende wirtschaftliche Beziehungen eingehen:
Ein Unternehmen hält die Mehrheit der Stimmrechte eines anderen Unternehmens.
Ein Unternehmen ist berechtigt, die Mehrheit der Mitglieder des Verwaltungs-, Leitungs- oder Aufsichtsgremiums eines anderen Unternehmens zu bestellen oder abzuberufen.
Aufgrund eines zwischen den Unternehmen geschlossenen Vertrags oder Klauseln in der Satzung kann ein beherrschender Einfluss auf das andere Unternehmen ausgeübt werden.
Ein Unternehmen kann durch eine Vereinbarung die alleinige Kontrolle über die Mehrheit der Stimmrechte im anderen Unternehmen ausüben.
Ein verbundenes Unternehmen liegt beispielsweise vor, wenn eine Tochtergesellschaft zu 100 % von der Muttergesellschaft gehalten wird.
Ist das Unternehmen nach nationalen Vorschriften zum Abschluss eines konsolidierten Abschlusses gesetzlich verpflichtet, liegt ein verbundenes Unternehmen vor. Dann werden 100 % der Daten von sämtlichen verbundenen Unternehmen zu den Daten addiert.
Beispiel: Verfahren zur Berechnung der Daten für verbundene Unternehmen:
Für die Berechnung der Mitarbeiteranzahl und des Jahresumsatzes beziehungsweise der Jahresbilanzsumme müssen 100 % der Daten des verbundenen Unternehmens zu den eigenen Daten addiert werden.
Das eigene Unternehmen A hält 67 % an B und 100 % an C, während D einen Anteil von 57 % an meinem eigenen Unternehmen hält.
Gesamtergebnis: 100 % von A (dem eigenen Unternehmen) + 100 % von B + 100 % von C + 100 % von D
Sollte sich während der Projektlaufzeit der Status ändern, bleiben die mit der Europäischen Kommission als KMU abgeschlossenen Verträge im 7. Forschungsrahmenprogramm (Grant Agreement) aufgrund GA Annex II Artikel 16 Nr. 1 auch bei Statusverlust mit den ursprünglichen Konditionen bestehen. In Horizont 2020 ist diese Unterscheidung lediglich für das KMU-Instrument relevant. Hier ist der Zeitpunkt der Unterzeichnung maßgeblich, da die Projektlaufzeit in der Regel zwei Berichtszeiträume nicht überdauert.
Nähere Informationen zur KMU-Definition finden Sie im Handbuch der Europäischen Kommission zur KMU-Definition, einschließlich Mitteilung der Europäischen Kommission.