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Timestamp: 2019-12-05 23:00:33
Document Index: 257969595

Matched Legal Cases: ['§ 1', 'Art. 15', 'Art. 15', 'Art. 15', 'Art. 15', 'Art. 15']

Lohn versteuern in D oder CH (Steuerrecht) - frag-einen-anwalt.de
www.frag-einen-anwalt.deSteuerrechtDeutschlandLohn versteuern in D oder CH
19.06.2014 09:19 |
Zusammenfassung: Befindet sich der Wohnsitz in Deutschland und die Arbeitsstätte in der Schweiz entfällt die Grenzgängereigenschaft, wenn an mehr als 60 Tagen im Jahr keine Rückkehr an den Wohnsitz erfolgt.Dies ist insbesondere der Fall, wenn Wohnsitz und Arbeitsstätte mehr als 110km voneinander entfernt sind.
ich wohne und arbeite aktuell in Zürich.
Nächsten Monat ziehe ich jedoch mit meiner Partnerin nach Freiburg im Breisgau und bin weiterhin in Zürich angestellt.
Da die Strecke Fr – Zürich mehr als 110 km und 1,5 Stunden pro Strecke beträgt, gilt für mich ja die 60 Tage Regel, nach der ich mein Gehalt komplett in der Schweiz versteuern muss (bin Deutscher und Schweizer Staatsbürger).
Ich werde nicht jeden Tag in Zürich übernachten, sondern einfach über das Jahr verteilt mehr als 60 Tage dann bei Freunden in Zürich übernachten.
Laut Finanzamt Deutschland ist das i.O. ich muss einfach die Tage und Adressen wo ich übernachte aufführen, d.h. ich brauche keine Rechnungen/Mietverträge etc.
Laut Finanzamt Schweiz gilt die 60 Tage Regel nicht für mich, sondern ich werde in der Schweiz Quellenversteuert, was meiner Meinung nach nicht zutrifft, da ich schweizer Bürger bin.
Haben Sie mir hierzu Infos/Tipps etc?
Wo muss ich nun wirklich was versteuern, was muss ich nachweisen, wo muss ich das anmelden/genehmigen lassen?
Vielen Dank für ihre Hilfe, habe mittlerweile einfach zu viele verschiedene Varianten gehört.
Deutschland Deutschland Schweiz Wohnsitz Arbeit
Da Sie Ihren Wohnsitz in Deutschland haben, sind Sie grundsätzlich in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig i.S.v. § 1 Abs. 1 S.1 EStG. Zwischen Deutschland und der Schweiz besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA), um eine doppelte Besteuerung zu vermeiden.
Danach erfolgt bei Grenzgängern eine Quellenbesteuerung in der Schweiz in Höhe von 4,5 % des Bruttogehalts, vgl. Art. 15a Abs.1 des DBA zwischen Deutschland und Schweiz. In Deutschland erfolgt eine Anrechnung der in der Schweiz erhobenen Steuer, Art. 15a Abs.3 des DBA.
Sie gelten allerdings nicht mehr als Grenzgänger, wenn Sie bei einer Beschäftigung während des gesamten Kalenderjahres an mehr als 60 Arbeitstagen auf Grund ihrer Arbeitsausübung nicht an ihren Wohnsitz zurückkehren, Art. 15a Abs. 2 des DBA. (sog. 60-Tage-Regelung).
Eine Rückkehr zu Ihrem Wohnsitz ist Ihnen zumutbar, wenn zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nicht mehr als 110km liegen oder wenn die tägliche Fahrzeit für Hin- und Rückfahrt nicht mehr als 3 Stunden beträgt. Da die Distanz zwischen Freiburg und Zürich ca. 160km beträgt, kann von einer täglich Fahrzeit von ca. 4 Stunden ausgegangen werden. Damit ist Ihnen eine tägliche Rückkehr zu Ihrem Wohnsitz in Deutschland nicht zumutbar. Wenn Sie bei Freunden übernachten, kehren Sie ebenfalls nicht zurück. Dies ist unabhängig von einem Mietvertrag. Wie oft Sie bei Freunden nächtigen, ist nur im Rahmen von Art. 15 Abs. 2a des DBA interessant, da es bei der Besteuerung in Deutschland bleibt, wenn Sie nicht mehr als 183 Tage pro Jahr in der Schweiz weilen.
Allerdings ist dies in Ihrem Falle unbedeutend, da Sie aufgrund der großen Distanz zwischen Arbeitsstätte und Wohnsitz nicht mehr als Grenzgänger gelten.
Daran ändert auch Ihre Staatsbürgerschaft nichts.
Dies hat zur Folge, dass Sie der Besteuerung in der Schweiz unterliegen.
Ihr Arbeitgeber muss bis spätestens zum Jahresende das Formular „Gre 3" ausfüllen und beim Finanzamt einreichen. Dieser erhält dann eine Bescheinigung zurück, die er Ihnen aushändigt, so dass Sie beim zuständigen deutschen Finanzamt die Freistellung der betreffenden Erwerbseinkünfte geltend machen können. Wenn bei Ihnen bisher nur die Quellensteuer in Höhe von 4,5% erhoben wurde, erfolgt eine Nachbesteuerung.
Nachfrage vom Fragesteller	19.06.2014 | 11:50
vielen Dank, das macht schon einiges verständlicher.
Für mich bedeutet dies nun, dass
- mein Arbeitgeber Quellensteuersatz in der CH anmeldet
- ich das Formular Gre 3 vom Arbeitgeber ausfüllen lasse und ich damit die Freistellung beim dt. Finanzamt geltend mache.
Sie sprechen Art. 15 Abs. 2a des DBA an. Verstehe ich das richtig: um in der CH Quellensteuerpflichtig zu bleiben muss ich mehr als 183 Tage in der Schweiz übernachten.
Nachweise wo ich wann übernachtet habe muss ich keine erbringen?
Zusammenfassend muss ich 4,5% Quellensteuer in der Schweiz bezahlen und in Deutschland mit dem Formular Gre 3 mich von der Steuer "befreien" lassen. d.h. es bleibt komplett nur bei den 4,5% Quellensteuer in der CH?
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.06.2014 | 12:12
Nein, die 183 Tage beziehen sich auf die Grenzgängereigenschaft. Mit Ihrem deutschen Wohnsitz und Ihrer Tätigkeit in der Schweiz können Sie als Grenzgänger besteuert werden, wenn Sie an nicht mehr als 183 Tagen in der Schweiz weilen. Darauf wird wohl die Aussage des Finanzbeamten abgezielt haben als er Ihnen sagte, Sie bräuchten keinen Mietvertrag.
Für Sie ist dies aber unbedeutend, da Sie nicht mehr als Grenzgänger eingestuft werden wegen der großen Entfernung zwischen Wohnung un Arbeitsstätte.
Für Sie haben die 183 Tage keine Bedeutung, auch nicht in Bezug auf die Besteuerung in der Schweiz.
Ich habe Ihnen dies nur der Vollständigkeit wegen erläutert.
4,5 % Quellenbesteuerung in der Schweiz fällt bei Grenzgängern an. Bei Ihnen ist diese unbedeutend, wenn Sie komplett der Schweizer Besteuerung unterliegen.
Es kommt oftmals vor, dass der Wohnsitz in Deutschland besteht, die Tätigkeit in der Schweiz ausgeübt wird und der Steuerpflichtige davon ausgeht, dass er als Grenzgänger eingestuft wird. Dann füllt er das Formular "Gre 1" aus. Es werden die 4,5% Steuer in der Schweiz erhoben, die dann in Deutschland auf die Steuer angerechnet werden. Später stellt sich dann heraus, dass z.B. wegen zu großer Entfernung zur Arbeitssätte doch keine Grenzgängereigenschaft mehr vorliegt und dann erfolgt eine Nachbesteuerung.
Wenn Sie Ihrem Arbeitgeber von Anfang an mitteilen, dass Sie mehr als 60 Tage von Ihrem Wohnsitz entfernt sind und damit der Schweizer Steuer unterliegen, füllt er gleich "Gre-3" aus und bei Ihnen wird die Steuer gleich in der Schweiz erhoben, so dass für Sie die 4,5 % unbedeutend sind.
Ich habe Ihnen dies nur so ausführlich geschrieben, damit Sie wissen, wie eine Grenzbesteuerung und im Gegensatz dazu die Besteuerung in der Schweiz erfolgt.
Ja, genau, Ihr Arbeitgeber füllt das Forumlar "Gre 3" aus und Sie legen die Bescheinigung dann beim deutschen FA vor.
Sie brauchen lediglich Ihrem Arbeitgeber mitteilen, dass Sie die 60-Tagesgrenze überschreiten und er das Formular "Gre-3" ausfüllen soll. Dann wird die komplette Steuer in der Schweiz erhoben. Um zu vermeiden, dass auch der deutsche Staat noch Steuern erhebt, legen Sie die Bescheinigung, die Sie von Ihrem Arbeitgeber bekommen, bei Ihrem deutschen Finanzamt vor, das für sie zuständig ist.
Bei weiteren Fragen hierzu, klicken Sie auf mein Bild und schreiben mich gerne kostenlos per Email an.