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Timestamp: 2016-10-23 01:24:04
Document Index: 360671867

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 28']

I 209/01 (28.02.2002)
I 209/01 Gi
S.________, 1962, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Christian Grand, Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,
A.- Der 1962 geborene S.________ meldete sich am 27. Februar 1995 unter Hinweis auf einen Bandscheibenschaden zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an.
Die IV-Stelle des Kantons Thurgau kl�rte die beruflich-erwerblichen Verh�ltnisse ab. Eine daraufhin begonnene Umschulung zum B�roangestellten beendete S.________ aus gesundheitlichen Gr�nden nicht (Bericht der Berufsberaterin vom 3. M�rz 1999). Hierauf erfolgten weitere Abkl�rungen in medizinischer Hinsicht, namentlich bei Dr. med. H.________, Spezialarzt FMH f�r Innere Medizin, Chefarzt am Spital W.________, (Gutachten vom 7. Juni 1999) und am Medizinischen Zentrum R.________ (MZR) (Expertise vom 4. April 2000). Hierauf sprach die IV-Stelle S.________ r�ckwirkend ab 1. Februar 1999 bei einem Invalidit�tsgrad von 61 % eine halbe Rente samt Zusatzrente f�r Ehefrau und Kinder zu (Verf�gung vom 20. November 2000).
B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde, mit welcher S.________ die Zusprechung einer ganzen Rente ab 1. Februar 1999 beantragen liess, wies die AHV/IV-Rekurskommission des Kantons Thurgau ab (Entscheid vom 6. M�rz 2001).
C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst S.________ das vorinstanzlich gestellte Rechtsbegehren erneuern; eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Zudem seien weitere Abkl�rungen in medizinischer Hinsicht anzuordnen.
1.- Die Vorinstanz hat die gesetzlichen Bestimmungen �ber den Invalidit�tsbegriff (Art. 4 Abs. 1 IVG), die Voraussetzungen und den Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 und 1bis IVG) richtig wiedergegeben. Gleiches gilt f�r die Erw�gungen zur Bedeutung �rztlicher Ausk�nfte im Rahmen der Invalidit�tsbemessung (BGE 125 V 261 Erw. 4 mit Hinweisen) sowie zum Beweiswert eines Arztberichtes (BGE 125 352 Erw. 3a mit Hinweis). Darauf wird verwiesen.
2.- Streitig und zu beurteilen ist die H�he des Invalidit�tsgrades, welchen Rekurskommission und IV-Stelle auf 61,45 % festlegen.
a) Der Beschwerdef�hrer leidet an einer chronischen Hepatitis C, einem rezidivierenden lumbovertebralen Syndrom mit leichten degenerativen Ver�nderungen der Lendenwirbels�ule, einer Funktionseinschr�nkung der Finger II-V links nach traumatischer Amputation und Replantation 1983, einer leichten bis m�ssigen Gonarthrose rechts ohne Reizzustand bei Status nach Kreuzbandplastik, einer Pers�nlichkeitsst�rung (ICD-10: F 60) und einer chronifizierten depressiven Episode (ICD-10: F32) (Gutachten des Dr. med.
H.________ vom 7. Juni 1999 und des MZR vom 4. April 2000).
In Anbetracht dieser gesundheitlichen Beeintr�chtigungen sch�tzten das MZR und Dr. med. H.________ den Versicherten f�r schwere k�rperliche T�tigkeiten als arbeitsunf�hig und f�r leichtere, leidensangepasste Arbeiten als im Umfang von 50 % einsatzf�hig ein, wobei das MZR die verminderte Arbeitsf�higkeit im Wesentlichen auf die psychischen Symptome zur�ckf�hrt, welche es dem Versicherten verunm�glichen w�rden, l�nger als 3-4 Stunden ununterbrochen an einer Arbeit zu verharren. Nach Meinung der Begutachtungsstelle am MZR schr�nkt die als leicht aktiv bezeichnete Hepatitis C-Infektion (mit gering erh�hten Transaminasen) die Arbeitsf�higkeit nur unwesentlich ein, wobei erw�hnt wird, dass die chronische Hepatitis C bekanntermassen zu einer vermehrten M�digkeit f�hren k�nne. Durch den konstant hohen Cannabis-Konsum werde die Arbeitsf�higkeit weiter verringert, was jedoch als invalidit�tsfremde Ursache anzusehen sei (Gutachten vom 4. April 2000).
b) Der Beschwerdef�hrer macht wegen der chronischen Hepatitis C eine h�here Arbeitsunf�higkeit geltend. Er beruft sich dabei auf den Hausarzt Dr. med. X.________, laut dem die Arbeitsf�higkeit "allein" durch die chronische Hepatitis C zu ca. 50 % eingeschr�nkt sei (Zeugnisse vom 23. Juni 2000 und 17. Januar sowie 16. M�rz 2001).
Unter dem Hausarzt Dr. med. X.________ und dem Administrativgutachter Dr. med. H.________ ist unbestritten, dass gest�tzt auf den Befund der Hepatitis C von einer 50%igen Arbeitsunf�higkeit auszugehen ist. Obwohl gem�ss Gutachten des MZR die Hepatitis C keinen Einfluss auf die Arbeitsf�higkeit hat, ist darin zu den Stellungnahmen der Dres. med.
X.________ und H.________ kein Widerspruch zu sehen. Denn diese Einsch�tzungen des Arbeitsunf�higkeitsgrades beruhen nicht auf dem Befund der Hepatitis C-Infektion als solcher, sondern vielmehr auf der daraus resultierenden, unbestrittenermassen zum Krankheitsbild geh�renden M�digkeit. Dr.
med. X.________ gab an, dass es sehr schwierig sei, die durch die Hepatitis C beeintr�chtigte Leistungsf�higkeit objektiv einzusch�tzen, sodass man auf die Laborparameter und die subjektiven Angaben des Versicherten angewiesen sei (Zeugnis vom 17. Januar 2001). Auch in seinem Attest vom 16. M�rz 2001 h�lt er zwar die Hepatitis C "allein" f�r die um 50 % eingeschr�nkte Arbeitsf�higkeit verantwortlich, f�gt aber an, dass sich die Symptomatik vor allem in der ausgepr�gten Erm�dbarkeit zeige. Im Gutachten des MZR wird ebenso mehrmals auf die starke M�digkeit hingewiesen. Es wird ausgef�hrt, dass sich aufgrund der diversen somatischen Beschwerden, akzentuiert durch die begleitende M�digkeit der Hepatitis C-Infektion, nebst der Pers�nlichkeitsst�rung eine chronifizierte depressive Episode eingestellt habe. Hiermit r�umen die �rzte am MZR der vermehrten M�digkeit ebenfalls grossen Einfluss auf die Arbeitsf�higkeit ein. Von der beantragten zus�tzlichen fach�rztlichen Begutachtung ist daher abzusehen, da hievon keine zu einem abweichenden Ergebnis f�hrenden Erkenntnisse zu erwarten sind (BGE 122 V 162 Erw. 1d mit Hinweisen), zumal Dr. med.
H.________ zur Frage der Auswirkung der Hepatitis C auf die Arbeitsf�higkeit eine Expertenmeinung bei Prof. Dr.
G.________, FMH Innere Medizin, spez. Gastroenterologie, Vorsteher des Departements f�r Innere Medizin der Universit�t Y.________, einholte. Dieser best�tigte, dass M�digkeit bei chronischer Virushepatitis auch bei laborm�ssig normaler Leberfunktion ein bekanntes Ph�nomen sei und als Auswirkung der chronischen Hepatitis akzeptiert werden m�sse, welche aber eine Arbeitsunf�higkeit von h�chstens 50 % begr�nden k�nne. Somit f�hrt die danebst vom MZR noch festgestellte Pers�nlichkeitsst�rung, auf welche auch Dr. med.
H.________ bereits hinwies und dennoch in Ber�cksichtigung der Summe aller Beschwerden lediglich auf einen Arbeitsunf�higkeitsgrad von 50 % schloss, nicht zu einer wesentlich h�heren Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit.
3.- Zu Recht unbestritten geblieben ist sowohl die Ermittlung des Validen- als auch des Invalideneinkommens.
Ausgehend von einer zumutbaren, leidensangepassten, k�rperlich leichten bis mittelschweren T�tigkeit im Umfang von 50 %, resultiert, basierend auf der Einkommensvergleichsmethode und einem nicht zu beanstandenden leidensbedingten Abzug von 10 %, ein Invalidit�tsgrad von 61,45 %, weshalb lediglich ein Anspruch auf eine halbe Rente besteht (Art. 28 Abs. 1 und 2 IVG).