Source: https://www.architektenconsult.de/vorsorge/altersvorsorge/unterstuetzungskasse
Timestamp: 2020-07-16 14:32:43
Document Index: 302575230

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 19', '§ 34', '§ 10']

Unterstützungskasse für Architekten & Ingenieure
Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, für den Ruhestand vorzusorgen - von einer privaten Rentenversicherung über Riester-Rente und Rürup-Rente o. ä. Eine für Arbeitnehmer gut geeignete Variante der zusätzlichen Vorsorge ist die betriebliche Altersvorsorge. Sie bietet sowohl Arbeitnehmern als auch Arbeitgebern einige Vorteile. Man unterscheidet dabei verschiedene Durchführungswege. Neben der sog. Direktversicherung gibt es z.B. Pensionsfonds, Pensionszusagen und Pensions- und Unterstützungskassen. Die Entscheidung, welcher Weg für einen Betrieb in Frage kommt, hängt insbesondere von der Größe und den Kapazitäten im Personalbereich ab.
Man kann zwei Arten von Unterstützungskassen unterscheiden. Zum einen gibt es firmeneigene Unterstützungskassen. Diese Form ist eher für Großunternehmen geeignet. Zum anderen gibt es eine Reihe von Gruppenunterstützungskassen. Letztere stehen als überbetriebliche Versorgungseinrichtungen grundsätzlich jedem Unternehmen offen und sind somit auch für kleine und mittelständische Betriebe gut geeignet.
Die Altersvorsorge über eine Unterstützungskasse kann arbeitgeber- oder arbeitnehmerfinanziert erfolgen.
Übernehmen Sie als Arbeitgeber die Finanzierung, zahlen Sie einen bestimmten monatlichen Beitrag (Zuwendungen) in die Unterstützungskasse ein. Auf Grund von steuerrechtlichen Anforderungen müssen diese bis zum Rentenbeginn fortlaufend, gleich bleibend oder steigend vorgesehen werden. Einmalige oder variable Zuwendungen sind nicht möglich.
Der Arbeitnehmer erhält von der Unterstützungskasse eine schriftliche Zusage über die betriebliche Altersversorgung. Prinzipiell gibt es keine steuerliche Begrenzung über die Höhe der Zuwendungen. Allerdings ist in der Körperschaftsteuer-Durchführungsverordnung eine maximale Leistung an Versorgungsberechtigte geregelt (§ 2 KStDV).
Die Zuwendungen an die Unterstützungskasse können als Betriebsausgaben abgesetzt werden und wirken somit steuermindernd für Ihr Unternehmen.
Die spätere Auszahlung an die Mitarbeiter ist als Kapitalleistung oder monatliche Rentenzahlung möglich. Sie erfolgt entweder über Ihr Unternehmen oder wird ebenfalls direkt von der Unterstützungskasse übernommen.
Je nach Unterstützungskasse fallen unterschiedliche Verwaltungsgebühren an. Zudem sind Beiträge an den Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) zu entrichten. Der PSVaG stellt sicher, dass die (unverfallbaren) Leistungen an ihre Mitarbeiter auch dann erfüllt werden können, wenn das Unternehmen insolvent werden sollte. Diese Kosten können ebenfalls abgesetzt werden.
Bei laufenden Renten besteht eine Anpassungsprüfungspflicht im Abstand von drei Jahren. Das bedeutet, dass die zugesagten Renten regelmäßig hinsichtlich der Wertstabilität zu prüfen sind. Diese Pflicht entfällt, wenn eine jährliche Anpassung der Leistungen um wenigstens 1% vereinbart ist. Bei Kapitalleistungen besteht keine Anpassungsprüfungspflicht.
Arbeitgeberfinanzierte Unterstützungskasse mit Rückdeckungsversicherung
Arbeitnehmer haben zudem die Möglichkeit, die Beiträge an die Unterstützungskasse aus eigenem Einkommen zu finanzieren (Entgeltumwandlung). Auch hier ist der Arbeitgeber Vertragspartner der Unterstützungskasse. Im Rahmen der sog. Entgeltumwandlungsvereinbarung wird schriftlich festgelegt, welchen Betrag der Mitarbeiter monatlich einzahlen will. Die gewünschte Summe wird direkt vom Bruttogehalt abgezogen und vom Arbeitgeber an die Unterstützungskasse überwiesen. Der Arbeitnehmer spart sich somit die entsprechenden Sozialversicherungsbeiträge und die auf den Betrag anfallenden Steuern.
Arbeitnehmerfinanzierte Unterstützungskasse mit Rückdeckungsversicherung
Selbstverständlich ist auch eine Kombination aus einer Arbeitgeber- und Arbeitnehmerfinanzierung möglich. Übrigens können auch Gesellschafter-Geschäftsführer ihre Versorgung unter bestimmten Bedingungen über eine Unterstützungskasse gestalten.
Für die zugesagten Versorgungsleistungen sind keine Pensionsrückstellungen zu bilden.
Zahlungen des Arbeitgebers an die Unterstützungskasse sind Betriebsausgaben (§ 4d Abs. 1 Satz 1 Nr. 1c EStG).
Verwaltungskosten, die an die Unterstützungskasse gezahlt werden, und Beiträge an den PSV sind ebenfalls Betriebsausgaben (§ 4 Abs. 4 EStG).
Steuerliche Behandlung beim Arbeitnehmer im Überblick
Bei Arbeitgeberfinanzierung:
Die Zuwendungen des Arbeitgebers an die Unterstützungskasse haben für den Arbeitnehmer keine lohnsteuerlichen Auswirkungen.
Bei Bezug der Leistungen (Rente oder Kapital) sind diese mit dem dann gültigen persönlichen Steuersatz zu versteuern (§ 19 Abs. 1 Nr. 2 EStG).
Die erhaltenen Leistungen werden auch auf die Gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung angerechnet und erhöhen ggf. deren Beitrag (privat Vollversicherte sind davon nicht betroffen).
Für Kapitalleistungen besteht die Fünftelungsmöglichkeit (§ 34 EStG).
Bei Arbeitnehmerfinanzierung / Entgeltumwandlung:
Es fallen keine Steuern auf die umgewandelten Gehaltsbestandteile an, egal wie hoch der Umwandlungsbetrag ist.
Die umgewandelten Beiträge sind zudem bis zu 4% der BBG GRV (West) sozialversicherungsfrei (2017: 254 € mtl. bzw. 3.048 € p. a.)
Beispiel für eine Entgeltumwandlung in eine Unterstützungskasse
Beispiel: lediger Arbeitnehmer, Steuerklasse 1, Bruttojahreseinkommen von 30.000 €, Steuer- und Sozialversicherungswerte aus 2015
Das Beispiel verdeutlicht: Obwohl jeden Monat 100 € in die Altersvorsorge fließen, muss der Arbeitnehmer lediglich auf 51,62 € verzichten, die restlichen 48,38 € erhält er über den Steuerspareffekt vom Staat als Zuschuss.
Engagierte Mitarbeiter verdienen Anerkennung und eine gesicherte Zukunft
Durch die Einrichtung einer arbeitgeberfinanzierten Unterstützungskassezeigen Sie nicht nur soziale Verantwortung gegenüber Ihren Mitarbeitern. Sie erhöhen auch die Attraktivität Ihres Unternehmens. Vor allem bei qualifizierten Arbeitskräften sind es neben der Vergütung immer mehr die freiwilligen Sozialleistungen, die bei der Wahl des Arbeitgebers den Ausschlag geben. Zudem binden Sie Arbeitskräfte damit stärker an Ihr Unternehmen.
Im Vergleich zu einer Gehaltserhöhung ist eine freiwillige und zusätzlich zum Gehalt gewährte Unterstützungskassenzusage
nicht nur günstiger, sondern auch deutlich effektiver.
Beispiel: Altersvorsorge statt Gehaltserhöhung: Ersparnis an Lohnnebenkosten
Statt 200 € pro Monat Lohnerhöhung fließt dieser Betrag in eine Unterstützungskasse:
Vorteil für den Arbeitgeber: 463,80 € im Jahr an Sozialabgaben allein für diesen Mitarbeiter gespart.
Vorteil für den Mitarbeiter: Durch die Einzahlung der Gehaltserhöhung in die Unterstützungskasse fließen die gesamten 200 € direkt in die Altersvorsorge. Erhält der Mitarbeiter die 200 € als Gehaltserhöhung, kommen netto nur ca. 90 € bei ihm an, um damit fürs Alter vorzusorgen.
Für den Fall der Insolvenz des Trägerunternehmens (Arbeitgeber) besteht für gesetzlich unverfallbare Anwartschaften und laufende Versorgungsleistungen eine Absicherung durch den Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG).
Arbeitnehmerfinanzierte Zusagen ab dem 01.01.2001 sind sofort gesetzlich unverfallbar. Arbeitgeberfinanzierte Anwartschaften sind nach 5 Jahren Firmenzugehörigkeit seit Erteilung der Zusage unverfallbar, wenn der Arbeitnehmer mind. 25 Jahre alt ist. Für die Absicherung von Gesellschafter-Geschäftsführern greift der gesetzliche Insolvenzschutz nicht. Hier ist eine Verpfändung mit Gesellschafterbeschluss erforderlich.
Besonderheiten bei der Versorgung von Gesellschafter-Geschäftsführern über eine Unterstützungskasse
Bei Zusagen an einen GGF sind aus steuerlichen Gründen folgende Voraussetzungen zusätzlich zu erfüllen:
Der Arbeitsvertrag muss steuerlich anerkannt sein
Der Erdienbarkeitszeitraum (10 Jahre) muss eingehalten werden
Die Höhe der Versorgung muss angemessen sein (75% der Jahresbruttobezüge möglich)
Maximales Pensionsalter 70 Jahre
Bei einem beherrschenden GGF ist der Höchstbetrag für Vorsorgeaufwendungen nach § 10 Abs. 3 EStG (z.B. Beiträge für eine Rürup-Rente) um einen fiktiven Gesamtbeitrag zur GRV (BBG Ost) zu kürzen.
Die Unterstützungskasse übernimmt die komplette Verwaltung
Beiträge und Verwaltungskosten können als Betriebsausgaben steuerwirksam geltend gemacht werden
Die Lohnkosten sinken durch die Sozialversicherungsersparnis
Die von der Unterstützungskasse übernommenen Leistungsversprechen sind bilanzneutral; es sind keine Rückstellungen zu bilden
Ihr Unternehmen wird als Arbeitgeber attraktiver (Mitarbeitergewinnung, /-bindung und Motivation)
Höheres Versorgungsniveau als bei anderen Durchführungswegen absicherbar
Während der Ansparphase sind die eingezahlten Beiträge Pfändungs- und Hartz-IV-sicher
Mit anderen Vorsorgeformen gut kombinierbar (z.B. Direktversicherung)