Source: https://www.anwalt.de/gesetze/fev_2010/anlage_7
Timestamp: 2020-02-19 17:40:35
Document Index: 361368501

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§ 17', '§ 16', '§ 17', '§ 30', '§ 17']

Anlage 7 FeV 2010 - (zu § 16 Absatz 2, § 17 Absatz 2 und 3)Fahrerlaubnisprüfung - anwalt.de
Anlage 7 FeV 2010 - (zu § 16 Absatz 2, § 17 Absatz 2 und 3)Fahrerlaubnisprüfung
PrüfungsstoffGegenstand der Prüfung sind Kenntnisse in den Sachgebieten des Anhangs II Abschnitt A Nummer 2 bis 4 der Richtlinie 2006/126/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 über den Führerschein (ABl. L 403 vom 30.12.2006, S. 18) in der Fassung der Richtlinie (EU) 2014/85 der Kommission vom 1. Juli 2014 zur Änderung der Richtlinie 2006/126/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über den Führerschein (ABl. L 194 vom 2.7.2014, S. 10) und in folgenden Sachgebieten:
Lfd. Nr.Sachgebiet
1Gefahrenlehre1.1Grundformen des Verkehrsverhaltens
Defensive Fahrweise, Behinderung, Gefährdung1.2Verhalten gegenüber Fußgängern
Kinder, ältere Menschen, behinderte Menschen, Fußgänger allgemein1.3Fahrbahn- und Witterungsverhältnisse1.4Dunkelheit und schlechte Sicht1.5Geschwindigkeit1.6Überholen1.7Besondere Verkehrssituationen
Anfahrender, fließender und anhaltender Verkehr, Auto und Zweirad, Wild, Tunnelfahrten1.8Autobahn1.9Alkohol, Drogen, Medikamente1.10Ermüdung, Ablenkung1.11Affektiv-emotionales Verhalten im Straßenverkehr2Verhalten im Straßenverkehr2.1Grundregeln über das Verhalten im Straßenverkehr2.2Straßenbenutzung2.3Geschwindigkeit2.4Abstand2.5Überholen2.6Vorbeifahren2.7Benutzung von Fahrstreifen durch Kraftfahrzeuge2.8Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren2.9Einfahren und Anfahren2.10Besondere Verkehrslagen2.11Halten und Parken2.12Einrichtungen zur Überwachung der Parkzeit2.13Sorgfaltspflichten2.14Liegenbleiben und Abschleppen von Fahrzeugen2.15Warnzeichen2.16Beleuchtung2.17Autobahnen und Kraftfahrstraßen2.18Bahnübergänge2.19Öffentliche Verkehrsmittel und Schulbusse2.20Personenbeförderung2.21Ladung2.22Sonstige Pflichten des Fahrzeugführers2.23Verhalten an Fußgängerüberwegen und gegenüber Fußgängern2.24Übermäßige Straßenbenutzung2.25Sonntagsfahrverbot2.26Verkehrshindernisse2.27Unfall2.28Zeichen und Weisungen der Polizeibeamten2.29Wechsellichtzeichen und Dauerlichtzeichen2.30Blaues Blinklicht und gelbes Blinklicht3Vorfahrt, Vorrang4Verkehrszeichen4.1Gefahrzeichen4.2Vorschriftzeichen4.3Richtzeichen4.4Verkehrseinrichtungen5Umweltschutz6Vorschriften über den Betrieb der Fahrzeuge6.1Untersuchung der Fahrzeuge6.2Zulassung zum Straßenverkehr, Fahrzeugpapiere, Fahrerlaubnis6.3Anhängerbetrieb6.4Lenk- und Ruhezeiten6.5Fahrtenschreiber6.6Abmessungen und Gewichte6.7Lesen einer Straßenkarte und Streckenplanung7Technik7.1Fahrbetrieb, Fahrphysik, Fahrtechnik7.2Mängelerkennung, Lokalisierung von Störungen7.3Verbrennungsmaschine, Flüssigkeiten, Kraftstoffsystem, elektrische Anlage, Zündung, Kraftübertragung7.4Schmier- und Frostschutzmittel7.5Verwendung und Wartung von Reifen7.6Bremsanlagen und Geschwindigkeitsregler7.7Anhängerkupplungssysteme7.8Wartung von Kraftfahrzeugen und rechtzeitige Veranlassung von Reparaturen7.9Entgegennahme, Transport und Ablieferung der Güter7.10Ausrüstung von Fahrzeugen8Eignung und Befähigung von Kraftfahrern
AllgemeinesJede Prüfung enthält Fragen aus dem Grundstoff und dem Zusatzstoff des Fragenkatalogs. Der Grundstoff beinhaltet den für alle Klassen geltenden Prüfungsstoff, der Zusatzstoff den Stoff, der sich aus den besonderen Anforderungen der jeweiligen Klasse ergibt. Bei einer Prüfung für mehrere Klassen wird der Grundstoff nur einmal geprüft. Bei der Prüfung zur Erweiterung einer Fahrerlaubnis wird der Grundstoff in reduziertem Umfang erneut mitgeprüft. Nach Abschluss der Prüfung können aus Gründen der Qualitätssicherung und der Weiterentwicklung der theoretischen Fahrerlaubnisprüfung zusätzliche Fragen oder Aufgaben zur Bearbeitung vorgelegt werden. Die Ergebnisse dieser Fragen oder Aufgaben werden bei der Prüfungsbewertung nicht berücksichtigt. Die Teilnahme an dieser Erprobung erfolgt freiwillig und anonym.
Wertigkeit der Fragen und Zusammenstellung der FragenDie Fragen werden entsprechend ihrem Inhalt und dessen Bedeutung für die Verkehrssicherheit, den Umweltschutz und die Energieeinsparung mit zwei bis fünf Punkten bewertet. Die Wertigkeit ist im Fragenkatalog bei jeder Frage angegeben.Die Anzahl der Fragen je Klasse, die Anzahl der Punkte und die zulässige Fehlerpunktzahl ergeben sich aus den folgenden Tabellen:
KlasseZahl der FragenSumme der PunkteZulässige
AM, A1, A2, A, B, L, T3011010Mofa2069 7
AM, A1, A2, A, B, L, T20 72 6C3712810C1, CE3010510D4013810D13512110
Bewertung der PrüfungDie theoretische Prüfung ist nicht bestanden, wenn die unter Nummer 1.2.2 bei den einzelnen Klassen jeweils aufgeführte Zahl der zulässigen Fehlerpunkte überschritten oder zwei Fragen mit Wertigkeit 5 falsch beantwortet worden sind.Eine nicht bestandene theoretische Prüfung ist in vollem Umfang zu wiederholen.
Durchführung der PrüfungDie theoretische Prüfung ist in deutscher Sprache abzulegen und erfolgt anhand von Fragen. Die Bewerber können Audio-Unterstützung in deutscher Sprache über Kopfhörer erhalten. Bei Prüfung von Gehörlosen ist ein Gehörlosen-Dolmetscher zuzulassen.Abweichend von Satz 1 kann die Prüfung auch in folgenden Fremdsprachen abgelegt werden:
PrüfungsstoffDie Prüfung setzt sich wie folgt zusammen:
Abfahrtkontrolle (nur bei den Klassen C, C1, D, D1 und T).Handfertigkeiten (nur bei den Klassen D und D1).
Summe der zu fahrenden Grundfahraufgaben: sechs.Bei stufenweisem Zugang und jeweils zweijährigem Vorbesitz von A1 nach A2 und A2 nach A entfallen die alternativen Aufgaben. Summe der zu fahrenden Grundfahraufgaben: vier.
ObligatorischAbbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung,
Fahren nach rechts rückwärts unter Ausnutzung einer Einmündung, Kreuzung oder EinfahrtoderRückwärtsfahren in eine Parklücke (Längsaufstellung),
UmkehrenoderEinfahren in eine Parklücke (Quer- oder Schrägaufstellung).
Summe der zu fahrenden Grundfahraufgaben bei Klasse C1E: zwei.Summe der zu fahrenden Grundfahraufgaben bei Klassen BE, DE und D1E: eine.
Bei der Klasse TRückwärtsfahren geradeaus.Summe der zu fahrenden Grundfahraufgaben: eine.
PrüfungsfahrtDer Bewerber muss fähig sein, selbständig das Fahrzeug auch in schwierigen Verkehrslagen verkehrsgerecht und sicher zu führen. Seine Fahrweise soll defensiv, rücksichtsvoll, vorausschauend und dem jeweiligen Verkehrsfluss angepasst sein. Daneben soll er auch zeigen, dass er über ausreichende Kenntnisse der für das Führen eines Kraftfahrzeugs maßgebenden gesetzlichen Vorschriften und einer umweltbewussten und energiesparenden Fahrweise verfügt, sie anzuwenden versteht sowie mit den Gefahren des Straßenverkehrs und den zu ihrer Abwehr erforderlichen Verhaltensweisen vertraut ist. Insbesondere ist bei den nachfolgenden Punkten auf richtige Verhaltensweisen, Handhabung bzw. Ausführung zu achten:
PrüfungsfahrzeugeFür die Klassen B, C1, C, D1 und D sind nur linksgelenkte Fahrzeuge zulässig. Nach Beginn der Prüfung sind Änderungen am Prüfungsfahrzeug hinsichtlich Ausstattung und Ladung unzulässig. Ein Fahrzeugwechsel während der Prüfungsfahrt ist nur bei einem unvorhersehbaren Defekt am Prüfungsfahrzeug zulässig.Als Prüfungsfahrzeuge sind zu verwenden:
Für Klasse A:Krafträder ohne Beiwagen der Klasse A
Für Klasse A2:Krafträder ohne Beiwagen
Für Klasse A1:Krafträder der Klasse A1 ohne Beiwagen
Für Klasse B:Personenkraftwagen
Für Klasse BE:Fahrzeugkombinationen bestehend aus einem Prüfungsfahrzeug der Klasse B und einem Anhänger gemäß § 30a Absatz 2 Satz 1 StVZO mit mehr als 4 250 kg, die als Kombination nicht der Klasse B zuzurechnen sind,
Für Klasse C:Fahrzeuge der Klasse C
Für Klasse C1:Fahrzeuge der Klasse C1
Für Klasse C1E:Fahrzeugkombinationen bestehend aus einem Prüfungsfahrzeug der Klasse C1 und einem Anhänger
Für Klasse D:Fahrzeuge der Klasse D
Für Klasse DE:Fahrzeugkombinationen bestehend aus einem Prüfungsfahrzeug der Klasse D und einem Anhänger
Für Klasse D1:Fahrzeuge der Klasse D1
Für Klasse D1E:Fahrzeugkombinationen bestehend aus einem Prüfungsfahrzeug der Klasse D1 und einem Anhänger
Für Klasse AM:Zweirädrige Kleinkrafträder oder Fahrräder mit Hilfsmotor mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von mindestens 40 km/h.
Für Klasse T:Fahrzeugkombinationen bestehend aus einer Zugmaschine der Klasse T und einem Anhänger
Weitere Anforderungen an die Prüfungsfahrzeuge:Unter Länge des Fahrzeugs ist der Abstand zwischen serienmäßiger vorderer Stoßstange und hinterer Begrenzung des Aufbaus zu verstehen. Nicht zur Fahrzeuglänge zählen Anbauten wie Seilwinden, Wasserpumpen, Rangierkupplungen, zusätzlich angebrachte Stoßstangenhörner, Anhängekupplungen, Skiträger oder ähnliche Teile und Einrichtungen.Die Prüfungsfahrzeuge müssen ausreichende Sitzplätze für den amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfer für den Kraftfahrzeugverkehr, den Fahrlehrer und den Bewerber bieten; das gilt nicht bei Fahrzeugen der Klassen A, A1, A2, AM und T. Es muss gewährleistet sein, dass der amtlich anerkannte Sachverständige oder Prüfer alle für den Ablauf der praktischen Prüfung wichtigen Verkehrsvorgänge beobachten kann.Bei der Prüfung auf Prüfungsfahrzeugen der Klassen A, A1, A2, AM und T muss eine Funkanlage zur Verfügung stehen, die es mindestens gestattet, den Bewerber während der Prüfungsfahrt anzusprechen (einseitiger Führungsfunk). Das gilt nicht für Prüfungsfahrzeuge der Klasse T, wenn auf diesen geeignete Plätze für den amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfer und den Fahrlehrer vorhanden sind.Prüfungsfahrzeuge der Klassen B, C, C1, D und D1 müssen mit akustisch oder optisch kontrollierbaren Einrichtungen zur Betätigung der Pedale (Doppelbedienungseinrichtungen) ausgerüstet sein.Prüfungsfahrzeuge der Klasse B müssen ferner mit einem zusätzlichen Innenspiegel sowie mit zwei rechten Außenspiegeln, gegebenenfalls in integrierter Form, oder einem gleichwertigen Außenspiegel ausgerüstet sein.Prüfungsfahrzeuge der Klassen BE, C, C1, D und D1 müssen mit je einem zusätzlichen rechten und linken Außenspiegel ausgestattet sein, soweit die Spiegel für den Fahrer dem Fahrlehrer keine ausreichende Sicht nach hinten ermöglichen.
Prüfungsdauer und MindestfahrzeitDie Prüfungsdauer und die reine Fahrzeit betragen mindestens
beiPrüfungsdauer insgesamtdavon Fahrzeit
Klasse A60 Minuten25 Minuten40 Minuten Aufstieg25 MinutenKlasse A260 Minuten Direkteinstieg25 Minuten40 Minuten Aufstieg25 MinutenKlasse A145 Minuten25 MinutenKlasse B45 Minuten25 MinutenKlasse BE45 Minuten25 MinutenKlasse C75 Minuten45 MinutenKlasse CE75 Minuten45 MinutenKlasse C175 Minuten45 MinutenKlasse C1E75 Minuten45 MinutenKlasse D75 Minuten45 MinutenKlasse DE70 Minuten45 MinutenKlasse D175 Minuten45 MinutenKlasse D1E70 Minuten45 MinutenKlasse AM45 Minuten25 MinutenKlasse T60 Minuten30 Minuten,
sofern der Bewerber nicht schon vorher gezeigt hat, dass er den Anforderungen der Prüfung nicht gewachsen ist.In folgenden Fällen verkürzt sich die Dauer der praktischen Prüfung um ein Drittel:
PrüfungsstreckeEtwa die Hälfte der reinen Fahrzeit soll für Prüfungsstrecken außerhalb geschlossener Ortschaften, möglichst auch unter Einschluss der Autobahnen oder Kraftfahrstraßen mit Fahrbahnen für eine Richtung, die durch Mittelstreifen oder sonstige bauliche Einrichtungen getrennt sind und mindestens zwei Fahrstreifen je Richtung haben, verwendet werden. Abweichend hiervon sind Prüfungen für die Klasse AM überwiegend innerhalb geschlossener Ortschaften durchzuführen. Die Prüfung für die Klasse T kann auch an Orten durchgeführt werden, die nicht Prüforte im Sinn von § 17 Absatz 4 sind.
Verhalten des FahrlehrersVersucht der Fahrlehrer den amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfer zu täuschen oder macht das Verhalten des Fahrlehrers die Beurteilung des Bewerbers bei der Prüfungsfahrt unmöglich, so ist diese als nicht bestanden zu beenden.
Vorzeitige Beendigung der PrüfungsfahrtDie Prüfungsfahrt soll beendet werden, sobald sich herausstellt, dass der Bewerber den Anforderungen der Prüfung nicht gerecht wird.
Nichtbestehen der PrüfungHat der Bewerber die Prüfung nicht bestanden, so hat ihn der Sachverständige oder Prüfer bei Beendigung der Prüfung unter kurzer Benennung der wesentlichen Fehler hiervon zu unterrichten und ihm ein Prüfprotokoll auszuhändigen.