Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/verurteilung-wegen-steuerhinterziehung-und-die-urteilsgruende-3142495?pk_campaign=feed&pk_kwd=verurteilung-wegen-steuerhinterziehung-und-die-urteilsgruende
Timestamp: 2019-10-19 07:02:48
Document Index: 113387303

Matched Legal Cases: ['§ 14', '§ 15', '§ 14', '§ 13', '§ 13', '§ 370', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Dies erfor­dert ins­be­son­de­re, dass die­je­ni­gen Para­me­ter, die maß­geb­li­che Grund­la­ge für die Steu­er­be­rech­nung sind (Besteue­rungs­grund­la­gen), im Urteil mit­ge­teilt wer­den 1. Bei – wie hier – unbe­rech­tig­tem Steu­er­aus­weis i.S.v. § 14c Abs. 2 UStG bedarf es dabei auch der Anga­be, zu wel­chem Zeit­punkt und in wel­cher Höhe die Steu­er ent­stan­den ist 2.
Dar­an fehl­te es in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall: Das Land­ge­richt teilt ledig­lich mit, in wel­cher Gesamt­hö­he Vor­steu­er­be­trä­ge aus Schein­rech­nun­gen zu Unrecht ent­ge­gen § 15 UStG gel­tend gemacht wor­den sind. Es feh­len jedoch Fest­stel­lun­gen dazu, von wel­chen unbe­rech­tig­ten Steu­er­be­trä­gen i.S.d. § 14c Abs. 2 UStG das Land­ge­richt aus­ge­gan­gen ist und wann die zugrun­de lie­gen­den Schein­rech­nun­gen aus­ge­ge­ben wor­den sind 3, zu wel­chem Zeit­punkt die Steu­er also tat­säch­lich ent­stan­den ist (vgl. § 13 Abs. 1 Nr. 3 UStG bzw. § 13 Abs. 1 Nr. 4 UStG aF). Der Bun­des­ge­richts­hof kann daher bereits nicht nach­prü­fen, ob eine Steu­er­ver­kür­zung ein­ge­tre­ten ist und damit der objek­ti­ve Tat­be­stand der Steu­er­hin­ter­zie­hung (§ 370 AO) erfüllt ist.
Rechts­feh­ler­haft offen bleibt zudem, ob die für einen Schuld­vor­wurf beim Ange­klag­ten erfor­der­li­che Unrechts­ein­sicht im kon­kre­ten Fall vor­han­den war; die Fest­stel­lung einer erheb­li­chen Beein­träch­ti­gung der Ein­sichts­fä­hig­keit genügt inso­weit nicht 4.
vgl. BGH, Beschlüs­se vom 11.10.2018 – 1 StR 538/​17, NStZ-RR 2019, 79 f.; und vom 26.04.2001 – 5 StR 448/​00, wis­tra 2001, 308, jeweils mwN[↩]
vgl. BGH, Beschluss vom 11.10.2018 – 1 StR 538/​17, NStZ-RR 2019, 79 f.[↩]
vgl. dazu BGH, Beschluss vom 07.11.2018 – 5 StR 449/​18, NStZ 2019, 78 f. mwN[↩]