Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%2024/82
Timestamp: 2019-06-19 20:05:55
Document Index: 302029418

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', '§ 3', '§ 8', '§ 427', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', '§ 823', '§ 12', '§ 3', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 286', 'BGH']

BGH, 25.01.1983 - VI ZR 24/82 - dejure.org
https://dejure.org/1983,923
BGH, 25.01.1983 - VI ZR 24/82 (https://dejure.org/1983,923)
BGH, Entscheidung vom 25.01.1983 - VI ZR 24/82 (https://dejure.org/1983,923)
BGH, Entscheidung vom 25. Januar 1983 - VI ZR 24/82 (https://dejure.org/1983,923)
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BGB § 823; TrinkwasserVO § 3 § 8
Schutzgesetz - Wasserversorgungsanlage - Untersuchung - Schadstoffe - Grenzwerte - Beweislast
NJW 1983, 2935
VersR 1983, 441
Im Einzelfall mag sogar eine Beweislastumkehr in Betracht zu ziehen sein (vgl. hierzu Senatsurteil vom 25. Januar 1983 - VI ZR 24/82 - VersR 1983, 441, 442).
Nicht nur denjenigen, der gerade im Hinblick auf einen zu erwartenden oder bereits laufenden Prozeß die Benutzung von Beweismitteln vereitelt, treffen deshalb Beweisnachteile, wie das aus den gesetzlichen Regelungen in §§ 427, 444, 446 ZPO mit unterschiedlicher Begründung und mit unterschiedlichen Folgerungen hergeleitet wird: Dasselbe muß gelten, wenn eine Pflicht verletzt wird, durch Vornahme von ärztlichen Untersuchungen einen Zustand zu klären, der nachträglich nicht mehr ermittelt werden kann, sofern diese Pflicht wenigstens auch zum Schutze einer in einem späteren Prozeß beweisbelasteten Partei besteht (so schon für das Unterlassen gesetzlich angeordneter Untersuchungen von Trinkwasser Senatsurteil vom 25. Januar 1983 - VI ZR 24/82 - NJW 1983, 2935 = VersR 1983, 441).
Tritt eine solche schadstoffbedingte Schädigung ein, muß sich der Untersuchungspflichtige davon entlasten, daß die unterlassene Untersuchung die Grenzwertüberschreitung und damit die konkrete Schädigungsgefahr an den Tag gebracht hätte (BGH, Urt. v. 25. Januar 1983 - VI ZR 24/82, NJW 1983, 2935, 2936 f unter II. 2. b, cc).
Hier mag Beweisschwierigkeiten des Geschädigten durch die Annahme eines Anscheinsbeweises entgegengetreten werden (vgl. BGH Urteil vom 4. Oktober 1983 - VI ZR 98/82 = NJW 1984, 432, 433 ;… BGB-RGRK § 823 Rn. 517, 564 m.w.Nachw.) oder, in engen Grenzen, auch durch eine Beweislastumkehr, wenn Wesen und Inhalt der materiellen Schutznorm und der in ihr enthaltenen Verhaltensanweisung es gebieten, dem Schädiger aufgrund einer von ihm geschaffenen unklaren Beweislage die Sachverhaltsaufklärung und ihre Risiken aufzuerlegen (vgl. BGHZ 85, 212, 215 ff. [BGH 21.09.1982 - VI ZR 302/80]; BGH Urteil vom 25. Januar 1983 - VI ZR 24/82 = LM BGB § 823 Bf Nr. 83 = NJW 1983, 2935, 2936 f ;… BGB-RGRK § 823 Rn. 526, 564).
Aus den gleichen Erwägungen hat der erkennende Senat auch die Schutzgesetzeigenschaft von § 12 Abs. 1 Nr. 5 des Pflanzenschutzgesetzes von 1968 und der §§ 3 und 8 der Trinkwasserverordnung von 1975 bejaht (Senatsurteile vom 17. März 1981 - VI ZR 286/78 - VersR 1981, 636, 638 f, insoweit nicht in BGHZ 80, 199 und vom 25. Januar 1983 - VI ZR 24/82 - VersR 1983, 441).
Im Übrigen sind die Voraussetzungen, unter denen ein durch öffentliche Versorgungsleistungen geschädigter Abnehmer sich auf eine Beweislastumkehr berufen kann, weil der Wasserversorger seinen Untersuchungs- und Dokumentationspflichten nicht nachgekommen ist, in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs geklärt (BGH, Urt. v. 25. Januar 1983 - VI ZR 24/82, NJW 1983, 2935).
Dies gilt nicht nur bei Vernichtung eines vorhandenen Beweismittels, sondern auch in Fällen, in denen eine Partei die Aufklärung eines Schadensereignisses nach dessen Eintritt erschwert oder vereitelt hat (BGH, Urteile vom 13. Dezember 1977 - VI ZR 206/75 - NJW 1978, 2154, 2156, insoweit in BGHZ 71, 329 nicht abgedruckt; vom 25. Januar 1983 - VI ZR 24/82 - NJW 1983, 2935, 2936 f.;… Prütting in MünchKomm ZPO § 286 Rdn. 77, 78).
LG Mainz, 04.06.2002 - 4 O 33/00
Schadenersatz wegen Pflichtverletzung bei einem Ausbildungsvertrag für ein …
Dieser Rechtsgedanke wird auch in Fällen angewendet, in denen eine Partei die Aufklärung eines Schadensereignisses nach dessen Eintritt erschwert oder vereitelt (BGH VersR 1983, 441).