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Timestamp: 2017-10-22 06:10:48
Document Index: 386170161

Matched Legal Cases: ['§ 28', '§ 1', '§ 2', '§ 7', '§ 2', '§ 4']

Hamburgs Rechte an der Alster | Die Alster
Hamburgs Rechte an der Alster
Geschichte eines Meinungsstreits
Die Alster war für Hamburg im Mittelalter von elementarer Bedeutung. Die Anfänge der Stadt, ihre Gründung, ihre Besiedlung und ihr Aufbau sind aufs engste mit der Alster verbunden. Hamburg war bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts eine reine Alsterstadt. Die Alster beherbergte den Hafen, lieferte das Trinkwasser, die Wasserkraft für die Mühlen und ermöglichte das Flößen von unverbundenem Holz. Das obere Alstertal war sehr holzreich und ein Reservoir für die Beschaffung von Bauholz. Es lag im Interesse der Stadt, zu verhindern, dass der Fluss durch einen gewaltsamen Eingriff von holsteinischer Seite abgeleitet oder abgedämmt wird. Die Alster war überdies für die Verteidigung der Stadt von strategischer Bedeutung, sodass ein vitales Interesse an dem Erwerb der Alster bestand. Die folgende Betrachtung befasst sich mit dem Erwerb von Hamburgs Rechten an der Alster, mit den damit verbundenen Streitigkeiten zwischen der Stadt und raublustigen Rittern, mit den Auseinandersetzungen um den Alster-Beste-Kanal sowie mit den unterschiedlichen Auffassungen Hamburgs, Dänemarks und Preußens über Inhalt und Umfang der Rechte der Stadt an der Alster.
Erwerb der Rechte an der Alster durch die Stadt Hamburg
Im Jahr 1111 hatte der Sachsenherzog Lothar von Supplinburg, der spätere deutsche Kaiser Lothar III., seinen Lehnsmann Adolf I. von Schauenburg zum Grafen von Holstein ernannt. Mit dieser Ernennung begann in der Grafschaft Holstein eine fast 350 Jahre dauernde Herrschaftszeit des Adelsgeschlechts der Schauenburger. 1130 starb Graf Adolf I., ihm folgte Graf Adolf II. und danach weitere Schauenburger. Nach der Belehnung der Schauenburger mit Holstein war die Alster Teil der gräflichen Rechte an der Stadt Hamburg geworden. Hamburg hat die gesamte Alster in zwei Schritten von den holsteinischen Grafen erworben, und zwar zunächst die Alster in und vor der Stadt und anschließend die obere Alster.
1. Erwerb der Alster in und vor der Stadt
Dem Erwerb der Alster in und vor der Stadt gingen zwei Ereignisse voraus, die für die spätere Entwicklung der Stadt von grundlegender Bedeutung sein sollten: die beiden Staus der Alster. Die Errichtung des Niederdamms um 1195 zum Schutz des Flusses gegen die Sturmfluten der Elbe und zum Betrieb einer Mühle zwischen dem heutigen Graskeller und dem Großen Burstah hatte den ersten Stau der Alster zur Folge, durch den ein Mühlenteich entstand, der sich etwa bis zur heutigen Auguststraße/Alte Rabenstraße erstreckte. Nachdem Hamburg seit 1230 einen starken Bevölkerungszuwachs verzeichnete, veranlasste Graf Adolf IV. von Schauenburg und Holstein 1235 den Bau des Oberdamms, um eine zweite Stauung zu erreichen. Zuvor war die sogenannte Obermühle gebaut worden. Sie wurde dort errichtet, wo heute der Ballindamm an den Jungfernstieg anschließt. Die zweite Stauung war in ihrer Wirkung weitaus nachhaltiger als die erste[1]. Sie zerlegte den damaligen Mühlenteich in zwei Teile, die Kleine Alster im Süden und die in einen seeartigen Mühlenteich aufgestaute große Alster im Norden. Die damaligen Wasserbauer haben vermutlich die Menge des zu stauenden Wassers unzureichend berechnet. Daher hat Kurt Grobecker recht, wenn er feststellte: „Hamburgs größter Glücksfall ist eigentlich ein Unglücksfall“[2]. Durch die zweite Stauung wandelte sich das Bild der Alster zu einem großen Stausee, der die Ländereien bis Eppendorf unter Wasser setzte.
Die Grafen Johann I. und Gerhard I. von Holstein übertrugen 1246 der Stadt zu ihrer Erweiterung und Befestigung den Alsterarm zwischen dem Kirchhof des Marien -Magdalenenklosters und dem damals noch am Ende des Großen Burstahs gegenüber dem Deichstraßenfleet östlich vom Rödingsmarkt gelegenen Millerntor[3]. Im Jahre 1256 gewährten die beiden Grafen der Stadt zugleich mit der Überlassung ausgedehnter Weideländereien an der Alster die Gerichtsbarkeit von der Mündung der Alster in die Elbe bis zum alten Mühlendamm, dem Niederdamm[4]. Zwei Jahre später erweiterten sie das hamburgische Stadtrecht auf der Alster bis zu einer Linie zwischen der Mündung des damaligen Heimhuder Baches am rechten Alsterufer und dem damaligen Bach Schürbeck am linken Alsterufer[5]. Es ist möglich, dass diese Linie die nördliche Begrenzung bildete, die das gestaute Alsterbecken damals gehabt hatte. Nach dem Todes seines Bruders Johann I. hat Gerhard I. 1264 die Übertragung der Rechte an die Stadt noch einmal bestätigt[6]. Durch die vorgenannten Verträge war die Alster somit in und vor der Stadt in das Eigentum Hamburgs gekommen.
2. Erwerb der oberen Alster durch die Stadt
Im Rahmen der holsteinischen Landesteilung im Jahre 1272 erhielt die Kieler Linie, der die Grafen Johann II., Adolf V. und der spätere Hamburger Dompropst Albrecht von Holstein angehörten, die obere Alster zur Hälfte. Die Grafen Johann II. und Adolf V. übertrugen ihre Rechte an Propst Albrecht, dem damit bis zu seinem Tod 1300 die Hälfte der Alster gehörte. In einer Urkunde vom 1. Januar 1292[7] erklärte Dompropst Albrecht von Holstein, die Grafen Gerhard II., Adolf VI. und Heinrich I. von Holstein, seine Vettern aus der Itzehoer Linie, die über die andere ideelle Hälfte der oberen Alster verfügten, hätten ihm die Befugnis erteilt, die Alster für 655 Mark in Silbermünzen zurückzukaufen oder an Dritte zu veräußern unter der Bedingung, dass das Rückkaufsrecht der Grafen aufrechterhalten blieb. Aus der Urkunde erschließt sich nicht, was Albrecht zu seiner Erklärung veranlasst hat, insbesondere, ob er die Absicht gehabt hatte, die gesamten Rechte an der Alster in seiner Person zu vereinigen, um sie anschließend an die Stadt Hamburg zu verkaufen, in der er seit 1283 als Dompropst tätig war. Nach dem Tod von Dompropst Albrecht im Jahre 1300 fielen dessen Rechte wieder an seine Brüder, die Grafen Johann II. und Adolf V. zurück. Damit gehörte ihnen die Alster seit 1300 je zu einem ideellen Viertel.
Die andere ideelle Hälfte der Alster hatte nach der holsteinischen Landesteilung die Itzehoer Linie der Schauenburger erhalten, die zunächst aus Graf Gerhard I. und nach dessen Tod 1290 aus den Grafen Gerhard II., Adolf VI. und Heinrich I. bestand, die in der Urkunde vom 1. Januar 1292 erwähnt sind. Die Grafen Gerhard II. und Heinrich I. übertrugen 1297 ihre beiden Sechstel an der Alster an den Grafen Adolf VI., der nunmehr die ganze Itzehoer Hälfte in seinen Händen vereinte. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts gehörte also die obere Alster den Grafen Johann II. und Adolf V. je zu einem Viertel und dem Grafen Adolf VI. zur Hälfte. Von diesen drei Grafen, die die damaligen gesamten holsteinischen Teil-Grafschaften innehatten, erwarb die Stadt Hamburg die Rechte an der oberen Alster stückweise durch drei Verträge in vier Jahren, und zwar zwischen 1306 und 1310.
Graf Adolf V. übertrug am 1. Januar 1306 das ihm gehörende Viertel des Flusses mit jeglichen Rechten, Freiheiten, Nutzungen und Eigentum (cum omni iure, libertate, utilitate ac proprietate) der Stadt gegen eine Zahlung von 250 Mark[8]. Er verzichtete für sechs Jahre auf ein Rückkaufsrecht, es wurde aber gegen Erstattung des Kaufpreises von 250 Mark ein Rückkaufsrecht für ihn und seine Erben für die folgenden fünfzig Jahre vereinbart, also bis 1362. Ferner wurde vereinbart, dass die Eigentumsübertragung das Rechtsverhältnis zwischen dem Grafen und der Stadt bezüglich der Alsternebenflüsse Eilbek und Barmbek (jetzt Osterbek) unberührt ließ. Solange die Stadt Eigentümerin sei, könne sie unbeschadet des Rechts beider Parteien beide Nebenflüsse nutzen.
Am 22. Februar 1309 übertrug Graf Johann II. von Holstein das ihm gehörende Viertel der Alster der Stadt für 200 Mark[9]. Er durfte bis 1315 ein Rückkaufsrecht nicht ausüben. Ihm und seinen Erben war für die Zeit danach ein Rückkaufsrecht von fünfzig Jahren eingeräumt, also bis 1365. Wurde es nicht ausgeübt, sollten die veräußerten Rechte für immer bei der Stadt verbleiben.
Am 1. Januar 1310 übertrug Graf Adolf VI. schließlich den ihm gehörenden halben Anteil an der Alster für 600 Mark an die Stadt[10]. Der Anteil war nicht rückkaufbar für zwei Jahre. Für die Zeit danach wurde dem Grafen und seinen Erben ein Rückkaufsrecht von 36 Jahren eingeräumt, also bis 1348.
3. Einwendungen gegen die Wirksamkeit der Verträge
Das Rückkaufsrecht des von Graf Adolf VI. verkauften halben Anteils an der Alster wurde nicht ausgeübt. Graf Adolf IX. besaß das Rückkaufsrecht für die zwei Viertel der Alster, die ihm von den Grafen Adolf V. und Johann II. übertragen worden waren. Er erhob im Jahre 1356 bei Kaiser Karl IV. Klage gegen die Stadt, der den Herzog Albrecht von Mecklenburg zum Richter bestellte[11]. Gegenstand der Klage, über die am 26. Mai 1363 im Rathaus zu Lübeck verhandelt wurde, war seine Behauptung, die Stadt habe ihn seiner Landeshoheit und aller der ihm zustehenden Rechte beraubt.
Am 18. März 1364 kam es zu einem Vergleich. In ihm bestätigte Graf Adolf IX. die der Stadt seinerzeit gewährten Rechte an der Alster. Die Stadt bestätigte sein Rückkaufsrecht in Bezug auf das zweite Viertel. Der Vergleich entsprach inhaltlich der ursprünglichen Vertragslage. Ebenso wenig wie Graf Adolf IX. in der Lage gewesen war, im Jahre 1362 das erste Viertel zurückzukaufen, war er im Jahre 1365 imstande, das zweite Viertel zurückzukaufen. Nachdem die Frist für das Rückkaufsrecht abgelaufen war, war die Alster damit endgültig im Jahre 1365 in das dauerhafte Eigentum Hamburgs übergegangen.
Die Eigentumsübertragungen der Alster auf die Stadt verstießen nicht gegen das kaiserliche Stromregal. Es war eines der wichtigsten Regalien und betraf die allein dem Kaiser zustehenden Rechte an schiffbaren Strömen und den Nebenflüssen. Im Gegensatz zur Elbe und Bille unterlag die Alster nicht dem kaiserlichen Stromregal, weil sie zur damaligen Zeit nicht schiffbar, sondern nur flößbar war. Nicht schiffbare Flüsse fielen nicht unter das Stromregal. Soweit ein Fluss nicht dem Stromregal unterliegt, wird das Eigentum an einem Fluss dem Eigentümer seines Ufers zuerkannt. Daher gehörte die Alster zum Territorium der Grafschaft Holstein und konnte wirksam von den Grafen an die Stadt veräußert werden. Die Stadt hatte die Rechte an der Alster somit in wirksamer Form erlangt. Damit verfügte Hamburg über den Wasserschatz der Alster und hatte das Recht, jede Ableitung zu verhindern. Die Stadt hatte die gesamte Polizeigewalt auf der vollen Länge des Flusses.
4. Der Wert des Erwerbs der Alster
Die Gesamtsumme, die die Stadt für den Erwerb der ganzen Alster ausgab, betrug 1050 Mark. Deren Wert kann man ermessen, wenn man ihn mit dem Kaufpreis vergleicht, den die Stadt für den Erwerb der großen Dörfer Fuhlsbüttel, Langenhorn, Eimsbüttel und Eppendorf ausgegeben hat, nämlich insgesamt 984 Mark, also 66 Mark weniger als für den Erwerb der ganzen Alster. Aus dem Vergleich der Kaufpreise und Kaufgegenstände geht hervor, dass die Stadt an dem Erwerb der ganzen Alster ein erhebliches Interesse hatte. Die Höhe der Summe, die die Stadt für den Erwerb der Alster und der Rechte an ihr aufgewendet hat, lässt sich auch an dem Vergleich mit dem Kaufpreis ermessen, den die Stadt 1395 für den Erwerb der Gebiete Ochsenwerder und Moorwerder an den Grafen Bernhard von Holstein gezahlt hatte, nämlich 1000 Mark. Diese Gebiete waren beim Kampf um die Süderelbe sehr wertvoll, auf der die Stadt ihr Stapelrecht gegen die Lüneburger Herzöge durchsetzen wollte. Durch das Stapelrecht wurden durchziehende Kaufleute gezwungen, ihre Waren in der Stadt für einen bestimmten Zeitpunkt abzuladen (zu „stapeln“) und zum Verkauf anzubieten.
Entwässerungsgebiet der Alster
Der Streit mit Johann von Hummelsbüttel
Beutehungrige Ritter lebten an der Alster und waren eine ständige Plage für die Handel treibenden Kaufleute. Einer der mächtigsten Ritter von ihnen war Johann von Hummelsbüttel. Er baute in Stegen eine Burg mit Wall und Graben, für den er Wasser aus der Alster entnahm. Dadurch machte er sich beim Rat der Stadt unbeliebt, die das Wasser für die Mühlen und das Trinkwasser benötigte: Man belagerte die Burg des Ritters Johann von Hummelsbüttel, zunächst ohne Erfolg. Am 24. August 1347 schlossen sich Hamburg und die Grafen von Holstein mit Zustimmung des dänischen Königs in einem Bündnisvertrag mit der Absicht zusammen, die Schlösser von Johann von Hummelsbüttel und seinen Gefolgsleuten sowie den Damm zu zerstören, der über die Alster aufgeworfen worden war. Ferner wurde vereinbart, dass es niemandem erlaubt sein durfte, einen Damm über die Alster zu errichten oder den freien Flusslauf hemmende Baumaßnahmen auszuführen. Darauf beugte sich Johann von Hummelsbüttel dem Willen der Stadt und der Grafen und verzichtete auf weiter störende Aktivtäten. Der Ritter begab sich nach Dänemark. Heute kann man zwischen Kayhude und Bargfeld-Stegen noch einige Steine der Burg besichtigen.
Der Streit um den Alster-Beste-Kanal
Im Mittelalter gab es zwischen Hamburg und Lübeck einen intensiven Warenverkehr auf dem Lande. Der Gütertransport war zeitraubend, teuer und gefährlich. Der Hamburger Bürgermeister Detlev Bremer (1403-1464) kam auf die Idee, eine Schifffahrtsstraße zwischen Alster und Trave und damit zwischen Hamburg und Lübeck herzustellen. Nach der Vorstellung des Bürgermeisters sollte die bisher nur flößbare obere Alster in einen schiffbaren Fluss umgewandelt und dieser durch einen Kanal mit der Norderbeste verbunden werden. Der neue Wasserweg nach Lübeck sollte zunächst dem natürlichen Lauf der Alster von Hamburg bis Stegen und anschließend dem Quellfluss der Alten Alster folgen. Hier sollte ein künstlicher Kanal anschließen, der quer durch das Nienwohlder Moor verlaufen und bei Sülfeld das um neun Meter niedrigere Tal der Norderbeste erreichen sollte, die bei Oldesloe in die Trave mündet. Die Trave war damals von Lübeck bis Oldesloe schiffbar. Der Idee des Alster-Beste-Kanals war ein ähnliches Projekt vorausgegangen, der Bau des Stecknitz-Kanals. Er wurde 1391-1398 nach einer Vereinbarung zwischen Vertretern der aufstrebenden Hansestadt Lübeck und dem Herzog Erich IV. von Sachsen – Lauenburg (1368-1412) gebaut und die Elbe mit der Trave verband.
Verträge von 1448 und 1525
Obwohl Hamburg über alle Rechte an der Alster verfügte, konnte das Bauvorhaben des Alster-Beste-Kanals nur mit Zustimmung des Grafen Adolf VIII. von Holstein (1401-1459), des letzten Schauenburgers, verwirklicht werden. In seinem Besitz befanden sich die Norderbeste und das Land, durch das der Kanal gebaut werden sollte. Am 19. März 1448 schloss die Stadt Hamburg einen Vertrag mit Graf Adolf VIII., in dem sich Hamburg seine Eigentums- und Hoheitsrechte an der Alster aus den drei Verträgen von 1306, 1309 und 1310 noch einmal bestätigen ließ[12].
Beide Seiten rechneten damit, dass der Herzog von Sachsen-Lauenburg den für den Kanalbau Verantwortlichen Schwierigkeiten bereiten würde, weil der neue Schiffsweg einen Teil des Warenverkehrs von dem Stecknitz-Kanal auf sich ziehen würde. Dies hätte einen Ausfall von Zolleinnahmen bedeutet. Graf Adolf VIII. und Hamburg verpflichteten sich daher zu gegenseitiger Hilfeleistung und Unterstützung. Lübeck ist später dem Vertrag beigetreten. Es wurde eine Drittelung der Baukosten vereinbart. Das 1448 begonnene Wasserbauprojekt scheiterte jedoch. Obwohl die Alte Alster ein wasserreicher Quellfluss war, wurde dem Kanal nicht ausreichend Wasser zugeführt, zumal es das Problem gab, dass das hochgewölbte Nienwohlder Moor eine Wasserscheide bildete, die Norderbeste neun Meter tiefer als die Alster lag und alle Bäche und Flüsse in dieser Gegend entweder in östlicher Richtung zur Trave oder in westlicher Richtung zur Alster hinabfließen. 1452 wurden die Arbeiten abgebrochen, nachdem Hamburg mit 12.224 Lübische Mark fast das Gesamtvolumen seines städtischen Jahreshaushalts für die Baumaßnahmen aufgewendet hatte[13].
Hamburg ließ sich durch das Misslingen der Wasserverbindung nicht entmutigen. Die Idee, die Alster mit der Trave zu verbinden, geriet nicht vollends in Vergessenheit. Etwas mehr als 75 Jahre nach dem ersten Versuch gab es einen zweiten Anlauf zur Realisierung des Projekts. Hamburg gelang es, die Stadt Lübeck erneut für den Plan zu interessieren. Es gelang beiden Städten, von König Friedrich I. von Dänemark die Zustimmung zu dem Projekt zu erhalten. Am 14. März 1525 wurde eine Verständigung erzielt[14]. Diesmal gehörte neben Hamburg und Lübeck auch Dänemark, dessen König Landesherr von Holstein war, zu den Vertragsparteien.
Hamburg, Lübeck und der dänische König mussten verschiedene Einwendungen von dritter Seite überwinden. Der Kanal sollte durch die Marquard von Buchwald gehörenden Güter Jersbek-Stegen und Borstel geführt werden, worüber keine Verständigung erzielt werden konnte. Als Herzog Magnus I. von Sachsen-Lauenburg vom Projekt der Wasserstraße Kenntnis bekam, erhob er ebenfalls Einwendungen. In beiden Fällen kam es zu langen rechtlichen Auseinandersetzungen. Über die Einwendungen von Marquard von Buchwald entschied am 11. Januar 1531 ein Schiedsgericht auf dem Kieler Umschlag, das Buchwald 1.700 Lübische Mark als einmalige und endgültige Entschädigung zusprach. Der Adel hatte den Kieler Umschlag zu einem zentralen Markt für Geldgeschäfte gemacht, der immer im Januar stattfand.
Besonders schwierig war die Behandlung der von Magnus I. von Sachsen-Lauenburg (1470-1543) erhobenen Einwände. Nachdem er von dem Wasserstraßenprojekt erfahren hatte, bemühte er sich umgehend, den Bau des Kanals zu verhindern. Er fürchtete um den Rückgang seiner Zolleinnahmen auf dem Stecknitz-Kanal und auf der Elbe sowie um die Verletzung der ihm vom dänischen König eingeräumten Rechte am Amt Tremsbüttel. Da die Verhandlungen mit Vertretern der Stadt Hamburg erfolglos blieben, erhob Magnus am 8. September 1525 Klage vor dem Reichskammergericht in Esslingen am Neckar gegen die Städte Hamburg und Lübeck. Magnus erwirkte vor dem Reichskammergericht am 12. September 1525 ein „Poenalmandat“ – eine Art einstweiliger Verfügung – gegen Hamburg und Lübeck, durch das sie verurteilt wurden, das Kanalprojekt „genzlich“ zu unterlassen, weil dadurch Magnus` Rechte verletzt würden. Ferner wurden beide Städte zu einer Strafzahlung von je 200 Goldmark verurteilt.
In dem Rechtsstreit vertraten Hamburg und Lübeck den Standpunkt, das Reichskammergericht sei für die Entscheidung gar nicht zuständig, weil der „neue Graben“ weder das Herzogtum Lauenburg berühre, noch ein Zufluss zur Elbe hergestellt werden solle, sondern nur eine Verbindung zwischen Alster und Trave über die Norderbeste. Am 18. Mai 1525 erweiterte Magnus seine Klage gegen den dänischen König Friedrich I. Am 18. Februar 1527 erließ das Reichskammergericht eine einstweilige Verfügung gegen Friedrich I. und verurteilte ihn zur Zahlung von 200 Goldmark. Am 6. Juli 1528 verhängte das Reichskammergericht, welches jetzt seinen Sitz in Speyer hatte, ein „Executorialmandat“ gegen Hamburg und Lübeck. Daraufhin erklärten beide Hansestädte, sie würden die Arbeiten am Bau des Kanals aufgeben. Gleichzeitig übergaben sie das Projekt dem dänischen König, der danach bestätigte, dass alle am Bau beteiligten Personen seiner Obrigkeit unterstünden. Die Hansestädte blieben Parteien im Prozess. Um den Nachweis zu erbringen, dass der „neue Graben“ das Herzogtum Lauenburg gar nicht berührte, legten die Hamburger am 21. Oktober 1528 eine Karte als Prozessanlage vor.
Karte des Verlaufs des Alster-Beste-Kanals von 1528
Die Karte ist eine im Schleswig-Holsteinischen Landesarchiv aufbewahrte kolorierte Darstellung. Sie ist die älteste Karte von Schleswig-Holstein, das Original hat einen Durchmesser von 28 Zentimeter. Sie ist Ost-West-orientiert, das heißt oben ist Osten und unten Westen. Der seitlich links liegende Norden ist durch das Wort „Denmarck“ gekennzeichnet. Durch die Karte verläuft eine Linie, die sie in zwei Teile teilt. Der größere hellgrüne Teil stellt das holsteinische und der dunkelgrüne das lauenburgische Gebiet dar. Die Kugelgestalt der Karte war im Mittelalter typisch für Weltkarten. Nach der Karte führt der Alster-Beste-Kanal weit von der lauenburgischen Grenze entfernt an Sülfeld bei Stegen und an Oldesloe vorbei bis Lübeck, befindet sich also ausschließlich auf holsteinischem Gebiet. Die Karte berücksichtigt nicht, dass die Lauenburger Herzöge seit dem Jahre 1475 Besitzer des Amtes Tremsbüttel waren, das mit einigen Dörfern direkt an den Kanal grenzte.
Schließlich erklärte Magnus I. von Sachsen-Lauenburg, dass das „Executorialmandat“ gegen die Hansestädte wohl nicht gerechtfertigt gewesen sei, da der dänische König als Herzog von Holstein die treibende Kraft beim Kanalbauprojekt gewesen sei. Da ein Vorgehen gegen König Friedrich I. politisch nicht opportun erschien, wurde der Prozess am 31. Januar 1531 ohne Urteil in gegenseitigem Einvernehmen geschlossen. Zu diesem Zeitpunkt war der Kanal schon in Betrieb, wurde aber 1550 bereits wieder eingestellt. Ausschlaggebend dafür war, dass es mit den geringen Mitteln der damaligen Wasserbauarchitektur nicht möglich war, dem Kanal die nötige Tiefe sowie den Schleusen die nötige Widerstandskraft gegen Bodenverschiebungen zu geben. Der Kanal zog dem Moor das Wasser ab, und führte es der Alster und der Norderbeste zu. Nach einem großen Dammrutsch im Jahre 1549 hat man die Versuche aufgegeben, die Kanalstrecke in einem befahrbaren Zustand zu erhalten. Das war das Ende der Wasserstraße zwischen Lübeck und Hamburg. Sie wurde von 1550 an nur noch auf der Alster von Stegen bis Hamburg genutzt, bald danach nur noch auf der Strecke zwischen Fuhlsbüttel und Hamburg.
Der Streit mit Dänemark
Zwischen Dänemark und Hamburg gab es nach dem Versiegen der Alten Alster jahrhundertelang einen Streit über die Rechte der Stadt an dem neuen Quellfluss der Alster, der Timhagener oder Henstedter Alster
Die Alte Alster hatte nach dem am Ende misslungenen Bau des Alster-Beste-Kanals zwischen 1448 und 1525 ihre Funktion als Quellfluss verloren, weil sie nahezu ausgetrocknet war. Die Stadt konnte ihr Eigentums- und Hoheitsrecht an dem ursprünglichen Quellfluss Alte Alster nicht mehr ausüben, da er nicht mehr existierte. An der im Henstedter Moor bei Henstedt-Rhen entspringenden Timhagener oder Henstedter Alster hatte Hamburg nie Rechte erworben, da sie in der von Dänemark verwalteten Grafschaft Holstein lag. Man war daher darauf angewiesen, sich für diesen Teil der Alster mit den notwendigen Rechten zu versehen. Es kam zu Verhandlungen zwischen Hamburg und Dänemark, die sich über Jahrhunderte hinzogen. Der Streit hatte seinen Höhepunkt in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Der dänische Gesandte in der Stadt gab sich alle Mühe, die Verhandlungen zu verzögern und die Probleme Hamburgs für sein Land auszunutzen. Die Verhandlungen waren durch die Auffassung Dänemarks erheblich belastet, dass Hamburg nach dem Tode des Grafen und Herzogs Adolf VIII. und der Wahl Königs Christian I. von Dänemark 1460 zum Herzog von Schleswig und Grafen von Holstein als Teil von Stormarn dem dänischen Herrschaftsbereich unterlag. Hamburg war nie bereit, diese Ansicht zu teilen.
Nachdem der Streit durch den Gottorper Vertrag vom 27. Mai 1768 beigelegt und Hamburgs unmittelbare Reichsstandschaft und Unabhängigkeit von Dänemark anerkannt worden war, konnten die Verhandlungen über Hamburgs Rechte an der Henstedter Alster zum Abschluss gebracht werden. In der Hamburgischen Versicherungsakte vom 18./29. Juli 1768[15] kamen der Rat der Stadt Hamburg, König Christian VII. von Dänemark und die Kaiserin Katharina II. von Russland als Vormund ihres Sohnes Herzog Paul von Schleswig-Holstein-Gottorf überein, dass Hamburg berechtigt sei, die verstopfte Alster von Stegen aufwärts auf seine Kosten zu säubern. Die auszuführenden Arbeiten werden in der Vereinbarung im Einzelnen bezeichnet. Zur Verhinderung neuer Verstopfungen verpflichtete sich die Stadt zum Bau einer großen Brücke und zweier kleiner Brücken. Der Rat der Stadt genehmigte die Unterzeichnung des Vertrages am 14. Juli 1768, am selben Tag, an dem der Gottorper Vertrag ratifiziert wurde. Dies sollte die enge Verbindung beider Verträge miteinander dokumentieren. Die Versicherungsakte wurde für die russische Kaiserin am 18. Juli und für den König von Dänemark am 29. Juli 1768 ausgefertigt.
Der Streit mit Preußen
In der Folge des deutsch-dänischen Krieges von 1864 kam es ebenfalls über längere Zeit zu einem politischen Streit zwischen Hamburg und Preußen über den Umfang der Rechte an der Alster. Die gegensätzlichen Standpunkte wurden im 19. und 20. Jahrhundert in umfangreichen Gutachten dargelegt.
1. Übereinkommen vom 1. November 1885/19. August 1886
Nach Abschluss der Versicherungsakte mit Dänemark fand regelmäßig auch nach der Umwandlung Schleswig-Holsteins in eine preußische Provinz eine gründliche und kostspielige Reinigung der Alster statt. Trotz der Reinigung und Aufräumung des Flusslaufs kam es an der oberen Alster immer wieder zu Überschwemmungen. Der Grund hierfür war außer starken Regenfällen im Sommer, dass die feuchten Moorwiesen entlang der Alster durch die ständige Entwässerung zusammengeschrumpft und abgesackt waren. Bei den Uferanliegern verfestigte sich indessen die Ansicht, die ständigen Überflutungen seien darauf zurückzuführen, dass die Reinigung und Räumung der Wasserläufe nicht mehr in ausreichendem Maße erfolge. Daraufhin trat die Preußische Regierung 1884 mit der Stadt in Verhandlungen, die in einem Übereinkommen vom 1. November 1885 ihren Abschluss fanden, welches beide Regierungen am 19. August 1886 ratifizierten[16]. Darin verpflichtete Hamburg sich zu einer Gefälleregulierung der oberen Alster und Rönne, wodurch die Alstersohle bei Naherfurt um einen Meter tiefer gelegt wurde. Auch auf Hamburger Gebiet wurden später weitere Vertiefungen der Sohle der Alster vorgenommen. Dadurch wurden weitere Wiesen trockengelegt. Sie hatten aber auch zur Folge, dass das Niederschlagwasser bei andauerndem Regen und bei der Schneeschmelze in größerem Umfang und wesentlich schneller abfloss.
2. Streitigkeiten um den räumlichen Umfang von Hamburgs Rechten
In den Urkunden über den Erwerb der Rechte an der Alster in und vor der Stadt wird der räumliche Umfang der Rechte der Stadt an der Alster genau umrissen. Nach der im Jahre 1258 ausgestellten Urkunde erstreckte sich der Geltungsbereich des hamburgischen Eigentumsrechts an der Alster von deren Mündung in die Elbe bis zu einer Linie zwischen der Mündung der Schürbek am linken und des Heimhuder Baches am rechten Alsterufer in die Alster[17]. Derart präzise ist der räumliche Umfang der Rechte an der oberen Alster in den drei Verträgen von 1306, 1309 und 1310 nicht umrissen. Bis zur Schaffung Großhamburgs im Jahre 1937 bestand über den räumlichen Umfang der Rechte an der Alster ein politischer Streit zwischen Hamburg und Preußen.
a) Die Auftragsarbeit von Johann Martin Lappenberg
Die erste Gesamtuntersuchung vom 10. August 1859 unterbreitete Johann Martin Lappenberg[18] im Auftrag des Hamburger Senats. Sein „Historischer Bericht über Hamburgs Rechte an der Alster“ überschreitet die Grenzen eines amtlichen Berichts, um den der Senat ihn gebeten hatte. Nach Ansicht Lappenbergs müsse angesichts des hohen Kaufpreises das Interesse der Stadt an dem Erwerb der Alster erheblich gewesen sein. Lappenberg weist darauf hin, dass aus den Verträgen von 1306, 1309 und 1310 nicht hervorgeht, wie sich die Zerstückelung der Rechte an der Alster in zwei Viertel und eine Hälfte erklärt. Er stellt fest, dass die drei Verträge inhaltlich nahezu identisch sind. Auffallend sei, dass in allen Verträgen das Nutzungsrecht an den Alsternebenflüssen Eilbek und Barmbek aufgeführt sei, obgleich sie nur durch Stormarner Gebiet eines Grafen flössen.
Wesentlicher Grund für den Erwerb der Alster war nach Ansicht Lappenbergs, in Hamburg eine gehörige Strömung für den Betrieb der Wassermühlen sicherzustellen[19]. Die Stadt habe gewollt, dass der Strom nicht abgeleitet, die Quellen nicht verstopft und dass kein Damm angelegt werden dürfe, durch den der Wasserfluss behindert würde. Das Interesse der Stadt an der Alster werde dokumentiert in einem Vertrag zwischen der Stadt und den Grafen Johann III., Heinrich II. und Gerhard V. vom 24. August 1347[20]. Gegenstand des Vertrages war die Zerstörung von zwei Burgen in Stegen an der Alster und in Wohldorf an der Aue sowie eines Dammes, der bei Stegen über die Alster geführt worden war. In dem Vertrag wurde vereinbart, dass es verboten sei, einen Damm über der Alster zu errichten und ihren freien Wasserlauf zu stören[21]. Burgen sollten zukünftig im Bereich der Alster nicht mehr errichtet werden dürfen.
Lappenberg erwähnt auch das im 15. und 16. Jahrhundert verfolgte kostspielige Projekt eines Kanalbaus, der die Alster mit der Trave verbinden sollte. Ferner weist er darauf hin, dass Hamburg schon Anfang des 14. Jahrhunderts eine sorgfältige Aufsicht über die Alster führte[22]. Der Fluss habe unter anderem auch der militärische Sicherheit der Stadt gedient. Der Historische Bericht von Lappenberg stellt nicht ausdrücklich fest, dass die Stadt die Rechte an der Alster bis zu ihrer Quelle erworben hatte; man wird ihn aber wohl so verstehen müssen.
b) Die Denkschrift von Anton Hagedorn
Der damalige Vorstand des hamburgischen Staatsarchivs Dr. Anton Hagedorn hat sich in seiner „Denkschrift über Hamburgs Eigentums- und Hoheitsrechte an der Alster von 1912“ im Auftrage des Senats unter anderem mit dem räumlichen Umfang der Rechte an der Alster befasst[23]. Die erhebliche Kaufsumme von 1050 Mark ist nach seiner Ansicht ein Beweis dafür, dass der Erwerb nicht nur einen bestimmten Teil des Flusses, sondern die ganze Alster bis zu ihrer Quelle hinauf zum Gegenstand hatte, soweit sie noch nicht im Eigentum der Stadt stand. Die Stadt habe die Alster durch die Verträge mit den Grafen von Holstein zwischen Hamburg und Stegen und mit ihrer Fortsetzung in der Alten Alster erworben[24]. Hagedorn kritisiert mehrere Autoren[25], die die als jetzigen Quellfluss geltende Timhagener Alster und ihre Zuflüsse als ursprüngliche Quellflüsse angesehen haben. Die Alsterquelle habe ursprünglich im Nienwohlder Moor vor Sülfeld gelegen und nicht bei Timhagen im Henstedter Moor. Die Alte Alster sei der erste Quellfluss gewesen und sei bei dem Bau des Alster-Beste-Kanals als Teil des Wasserlaufs verwendet worden und später als selbständiger Wasserlauf verschwunden.
Hagedorn verweist darauf, dass Hamburg seit dem Erwerb der Alster bis zum Ende des 16. Jahrhunderts und auch während der Zeit danach eine besondere Verwaltung für die Alster eingerichtet und unterhalten habe. Bei den Verhandlungen mit den holsteinischen Grafen über den Bau des Alster-Beste-Kanals, durch deren Gebiet zwischen dem Oberlauf der Alster und der Trave der neue Schifffahrtsweg zu führen war, habe Hamburg die Zustimmung zum Bau unter der ausdrücklichen Zusicherung erlangt, dass die Rechte an der Alster unverkürzt bleiben sollten[26]. Die Stadt habe die Schiffbarkeit der Alster hergestellt, für die Unterhaltung der Fahrrinne und der Schleusen gesorgt, die mit einem rotweißen Anstrich und dem Hamburger Wappen versehen worden seien. Die Stadt habe die Gerichtsbarkeit und die Polizeigewalt auf dem Fluss und an den Ufern besessen, soweit sich der Treidelweg erstreckt habe[27]. Hamburg habe alle Lasten, die die Unterhaltung des Flusses im Interesse der städtischen Mühlenbetriebe und für die Zwecke der Schifffahrt erforderte, allein getragen[28].
Hagedorn vertritt den Standpunkt, dass Hamburg nach der Einstellung des Schiffsverkehrs auf dem Alster-Beste-Kanal seine Staatsgewalt auf der Alster im 17. und 18. Jahrhundert nur bis Stegen und nicht mehr darüber hinaus erstreckt habe. Oberhalb von Stegen habe Hamburg die dortigen Schleusenanlagen verfallen lassen. Die Stadt habe oberhalb Stegens an der Alten Alster keine Rechte mehr geltend gemacht[29]. Das Eigentums- und das Hoheitsrecht an der Alster könne Hamburg daher nur noch bis zur Brücke bei Stegen für sich in Anspruch nehmen[30].
Hagedorn befasst sich in der Denkschrift schließlich mit den Rechten Hamburgs an den oberen Alsterzuflüssen, insbesondere der Henstedter Alster und der ihr aus dem Norden zufließenden Rönne. Nachdem die Alte Alster als selbständiger Wasserlauf verschwunden sei, sei es immer wieder zu einem erheblichen Wassermangel zu Lasten der Mühlen der Stadt gekommen. Um einen ständigen Wasserfluss für die Mühlen zu gewährleisten, sei es das vitale Interesse der Stadt gewesen, die verstopften Alsterzuflüsse oberhalb von Stegen zu reinigen. Hagedorn berichtet über die sich mehrere Jahrhunderte hinziehenden Verhandlungen zwischen der Stadt und Holstein mit dem Ziel der Sicherstellung einer ausreichenden Wasserführung der Alsterzuflüsse. Das Ergebnis der Verhandlungen sei schließlich die Unterzeichnung eines neuen Vertrages über Hamburgs Rechte an den Alsterzuflüssen gewesen. Ein gesonderter Vertrag sei deswegen notwendig gewesen, weil die Alsterzuflüsse bei dem Verkauf der Alster an Hamburg durch die drei Verträge zu Beginn des 14. Jahrhunderts nicht mit veräußert worden seien. Dieser neue Vertrag sei die sogenannte Hamburgische Versicherungsakte über die Unterhaltung der oberen Alsterzuflüsse vom 18./29. Juli 1768[31] gewesen. Erst durch sie habe Hamburg vertraglich das Recht erhalten, zugleich aber auch die Verpflichtung übernommen, auf eigene Kosten die verstopften Alsterzuflüsse regelmäßig zu säubern und zu unterhalten.
Das Recht Hamburgs an den oberen Alsterflüssen stellt sich nach Hagedorn als ein von Holstein eingeräumtes Staatsservitut[32] dar. An der Henstedter Alster und ihren Zuflüssen, insbesondere der Rönne, hat Hamburg nach Ansicht Hagedorns weder ein Eigentums- noch ein Hoheitsrecht erworben.
c) Der Bericht von Walther Stephan
Der ehemalige Kieler Staatsarchivdirektor Dr. Walter Stephan verfasste im Jahre 1930 im Auftrag des preußischen Innenministeriums ein umfangreiches Gutachten unter dem Titel „Historischer Bericht über die Eigentums- und Hoheitsrechte Holsteins und Hamburgs an der Alster“[33]. Dieses Gutachten blieb zunächst unter Verschluss. Die schleswig-holsteinische Landesregierung hat es erst im Jahre 1952 zur Veröffentlichung freigegeben[34].
Stephan stimmt Hagedorn darin zu, dass die Alster in der Stadt und in ihrer nächsten Umgebung in städtisches Eigentum übergegangen war und dass eine von der Mündung des damaligen Heimhuder Baches bis zur Mündung des gegenüberliegenden damaligen Schürbeks verlaufenden Linie 1258 die Grenze bildete.
Stephan widerspricht der Ansicht Hagedorns, dass Hamburg durch die drei Verträge mit den holsteinischen Grafen von 1306, 1309 und 1310 das Eigentum an der ganzen Alster bis zu ihrer Quelle im Nienwohlder Moor erworben habe. Eine solche Auslegung ermögliche der Text nicht, weil es in allen drei Urkunden an einer örtlichen Begrenzung fehle[35]. Stephan vermutet, dass die in lateinischer Sprache verfassten Urkunden nach damaligem Brauch vom Hamburger Senat konzipiert und den Grafen nur zur Besiegelung vorgelegt worden seien. Die Urkunden seien mit Absicht so formuliert worden, dass später eine weitgehende Auslegung möglich sei.
Die Höhe des Kaufpreises sei verglichen mit anderen Erwerbungen der Stadt nicht hoch. Der Hauptwert der Alster habe zur fraglichen Zeit in ihrem Unterlauf gelegen, der die Mühlen gespeist habe und für die Befestigung der Stadt von größter Bedeutung gewesen sei. Daher umfasse die Erwerbung aller Wahrscheinlichkeit nach nur den Unterlauf der Alster zwischen Fuhlsbüttel und dem Alsterbecken[36] .
Aus den Verträgen über den Alster-Beste-Kanal vom 19. März 1448 und vom 14. März 1525 ergebe sich, dass die obere Alster der Landeshoheit der holsteinischen Landesherren unterstand. Hamburg habe aus beiden Verträgen die Zusicherung freien Schiffsverkehrs auf der Alster erlangt, wofür die Stadt als Gegenleistung die Erbauung der auf der Oberalster erforderlichen Schleusenbauten und des Verbindungsgrabens zur Beste übernommen habe. Die Rechte Hamburgs an der Oberalster seien nur privatrechtlicher Natur gewesen. Hoheitsrechte habe Hamburg nicht besessen. An der Henstedter Alster und der Rönne als Quellflüssen habe Hamburg niemals Hoheitsrechte besessen, sondern nur die Verpflichtung zur Aufräumung der Quellflüsse übernommen[37].
Stephans Bericht befasst sich eingehend mit der Korrespondenz zwischen Hamburg und Holstein über die Eigentums- und Hoheitsrechte an der Alster, in der die unterschiedlichen Standpunkte immer wieder vorgetragen wurden. Er erwähnt ein Reskript der Deutschen Kanzlei in Kopenhagen vom 19. Februar 1839, von wo aus Schleswig und Holstein regiert wurden, in dem die Landesregierung angewiesen wurde, die von Hamburg aufgestellte Behauptung von Hoheitsrechten an der Alster zurückzuweisen[38].
d) Heinrich Reinckes Kommentar zur „Alsterfrage“
Kurz nach der Veröffentlichung des Berichts von Stephan verfasste der Hamburger Archivar und Historiker Heinrich Reincke einen Artikel unter dem Titel „Grundsätzliches zur ´Alsterfrage´“[39], in dem er zu den Gutachten von Hagedorn und Stephan Stellung nahm. Bei aller Sorgfalt der wissenschaftlichen Fundierung seien beide Arbeiten Parteischriften. Hinsichtlich des qualitativen wie des räumlichen Umfangs der hamburgischen Alsterrechte sei es der Stadt im Wesentlichen auf den Besitzstand angekommen. Holstein könne nicht in Abrede stellen, dass Hamburg allein die Schiffbarkeit der Alster hergestellt, die Schleusen unterhalten und mit seinem Hoheitszeichen versehen habe. Die Stadt habe die Schleusenmeister angestellt, vereidigt und besoldet sowie Schleusen- und Schifffahrtsordnungen erlassen und die Wasser- und Schifffahrtspolizei unangefochten wahrgenommen. Sie habe insbesondere die öffentliche Leichenschau, das sogenannte Gassenrecht, ausgeübt. Als ausführendes Organ habe die Stadt den „Alstervogt“ eingestellt. All diese Rechte habe die Stadt seit einem halben Jahrtausend Tag für Tag wahrgenommen[40].
Gegen diese kontinuierlich praktizierten Hoheitsrechte habe Holstein – außer „papierenen Rechtsverwahrungen“ - tatsächlich nichts unternommen. Lediglich im Gebiet der Buchwaldschen Güter Borstel, Jersbek-Stegen und Wulksfelde sei man hamburgischen Ansprüchen entgegengetreten, was zur Folge gehabt habe, dass auf den fünf Schleusen auf dem Buchwaldschen Besitz das hamburgische Hoheitszeichen wieder beseitigt worden sei. Reincke kommt zu dem Ergebnis, dass sich die hamburgischen Hoheitsansprüche für die untere und mittlere Alster bis Wohldorf voll durchgesetzt hätten, nicht dagegen für die obere Alster[41].
e) Die Auffassung Matthias Rademachers
Mit den Rechtsverhältnissen Hamburgs an der Alster hat sich 1997 Matthias Rademacher als Autor eines Werkes über die Geschichte des Hafen- und Schifffahrtsrechts in Hamburg eingehend befasst. Bei seinen Ausführungen fällt auf, dass er sich nur mit der Ansicht Hagedorns auseinandersetzt, nicht aber mit den Auffassungen Lappenbergs, Stephans und Reinckes zu dem Thema.
Rademacher[42] verweist auf § 28 Abs. 4 des Sachsenspiegels, in dem die Freiheit des Gemeingebrauchs an fließenden Gewässern, insbesondere die freie Nutzung durch Schifffahrt, Flößerei und Fischerei geregelt wird[43]. Da Hamburg bis auf wenige öffentlich-rechtliche Ausnahmen kein lokales privates Wasserrecht besessen habe, seien die Bestimmungen des Sachsenspiegels unmittelbar anwendbares Recht. Im Mittelalter habe in Bezug auf das Recht an schiffbaren Flüssen ein zerfließender Eigentumsbegriff bestanden, der nur eine unscharfe Grenzziehung zwischen vollem Eigentum im heutigen Sinne und ausgedehnten Nutzungsrechten der Nichteigentümer erlaubt habe. Der zur Nutzung Berechtigte werde in Urkunden häufig als Eigentümer bezeichnet, obwohl ihm kein Verfügungsrecht über den von ihm genutzten Gegenstand zustehe[44]. Dem zur Nutzung Berechtigten habe nach mittelalterlichem Rechtsverständnis nur ein sog. Untereigentum zugestanden, das von dem Obereigentum des Herrschers verschieden gewesen und von diesem überlagert worden sei. Die Flüsse seien im Hinblick auf den Sachsenspiegel öffentliche Gewässer, die auch nicht als Obereigentum in Privateigentum gestanden haben könnten[45]. Die im Mittelalter von Hamburg erworbenen Rechte an der Alster müsse man unter dieser Einschränkung sehen. Weder Territorialbesitz noch Wasserregal des Landesherrn habe daher Staatseigentum an der Alster begründen können. Rademacher kritisiert Hagedorn, der nicht bedacht habe, dass die Alster ein öffentlicher Fluss und daher eigentumsunfähig sei[46].
Rademacher verweist ferner auf den Wortlaut der Urkunden, mit denen die drei holsteinischen Grafen die Rechte an der Alster an Hamburg übertrugen. Sie ließen nur eine Interpretation im Sinne des vorgenannten mittelalterlichen Eigentumsbegriffs zu. Wenn es in den Urkunden heiße, dass mit der Zahlung der im Vertrag genannten Summe der gräfliche Anteil an der Alster „… cum omni iure, libertate, utilitate ac proprietate…“ (mit allen Rechten, Freiheiten, Nutzungs- und Eigentumsrechten) auf Hamburg übergingen, so könne von einem vollen Eigentumsrecht keine Rede sein, da dann die Erwähnung der besonderen Nutzungen überflüssig gewesen sei. Denn Nutzungen würden den wesentlichen Bestandteil des vollen Eigentumsrechts ausmachen. Die Worte „utilitate ac proprietate” seien nicht kumulativ zu verstehen. Sie seien ein sich ergänzendes Begriffspaar, welches das umfängliche und ausschließliche Nutzungsrechts Hamburgs an der Alster verdeutlichen solle[47].
Das aufgrund der Errichtung des Stauwehrs zum Betrieb der Obermühle entstandene aufgestaute Alsterbecken war nach Ansicht Rademachers ein stehendes Gewässer, für das die generelle Nutzungsfreiheit wie für fließende Gewässer nach dem Sachsenspiegel nicht gegolten habe. Im Ergebnis bejaht Rademacher trotz der vorstehenden Ausführungen, dass Hamburg Hoheits- und Eigentumsrechte an der Alster erworben habe. Ab wann genau das der Fall war, kann man seinen Ausführungen nicht entnehmen. Hamburg habe im späteren Mittelalter auf der Alster eine derartige Machtfülle entfaltet, ohne auf gräfliche Privilegien angewiesen zu sein, dass man davon ausgehen müsse, dass Hamburg Hoheits- und Eigentumsrechte an der Alster besessen habe. Die Stadt habe die Alster für die Mühlen und die Schifffahrt nutzbar gemacht und mehrere Schleusen angelegt. Auch durch den Erwerb eines großen Teils der Ländereien beiderseits der Alster als Privateigentum habe Hamburg die dazu gehörigen Anliegerrechte vollständig erhalten[48].
Das Interesse der Stadt bei Abschluss der Verträge über den Erwerb der Alster in und vor der Stadt und der oberen Alster mit den holsteinischen Grafen bestand ausschließlich darin, durch den Ankauf den gesamten Lauf des Flusses bis zur Quelle in ihre Verfügungsgewalt zu bekommen, damit der ungehinderte Wasserfluss für die Mühlen der Stadt sichergestellt war, die zur Herstellung von Brot und Bier für die Bevölkerung von elementarer Bedeutung waren. Der Stadt war an einer umfänglichen Rechtssicherheit gelegen, durch die Kontrolle des Flusslaufes die Wasserversorgung der Stadt langfristig zu gewährleisten. Ableitungs- und Stauungsmöglichkeiten sowie eine Verstopfung der Quelle sollten ausgeschlossen werden[49]. Daher ist davon auszugehen, dass Hamburgs Eigentums- und Hoheitsinteresse mit Abschluss der drei Verträge bis zur ursprünglichen Alsterquelle bei Sülfeld reichte.
Die Eigentums- und Hoheitsrechte der Stadt an der gesamten Alster konnten später aber nicht mehr ausgeübt werden, nachdem die Alte Alster ihre Funktion als Quellfluss nach dem misslungenen Bau des Alster-Beste-Kanals verloren hatte, weil sie nahezu ausgetrocknet war. Der Stadt war gleichsam der Gegenstand abhandengekommen, an dem ihre Eigentums- und Hoheitsrechte bestanden. Hagedorn kritisiert zu Unrecht die Verfasser der Artikel, die als neuen Quellfluss die Henstedter Alster und ihre Zuflüsse angesehen haben. Sie haben geographische und topologische Stellungnahmen abgegeben und sich jeder rechtlichen Äußerung enthalten, inwieweit Hamburg an der Henstedter Alster und ihren Zuflüssen Eigentums- und Hoheitsrechte besaß.
Der Verlust dieser Rechte wurde durch die Hamburgische Versicherungsakte vom 18./29. Juli 1768 kompensiert, die es der Stadt ermöglichte, die verstopfte Henstedter Alster und ihre Zuflüsse zu säubern und zu unterhalten, damit der Wasserfluss für die Mühlen der Stadt sichergestellt blieb. Danach hatte Hamburg Eigentums- und Hoheitsrechte an der Alster bis Stegen und von dort ab bis zur „neuen“ Quelle Nutzungsrechte an der Henstedter Alster aus einer der Stadt durch die Versicherungsakte im Jahr 1768 gewährten Staatsdienstbarkeit.
Mittelalterliche Juristen hatten die Lehre vom sogenannten geteilten Eigentum entwickelt. Sie machten einen Unterschied zwischen einem „dominium utile“ (utilitas) und einem „dominium directum“ (proprietas). Den Bauern wies man das Nutzungsrecht zu, das Verfügungsrecht besaß der Grundherr. Das lateinische Wort „proprietas“ ist mit „Eigentum“ zu übersetzen, welches ein Herrschaftsrecht über ein Grundstück zum Ausdruck bringt[50]. Für diese Auslegung spricht das Interesse der Stadt, die Möglichkeit zu haben, Stau- und Ableitungsmaßnahmen sowie die Verstopfung der Quelle durch Dritte notfalls mit Gewalt verhindern zu können. Angesichts des klaren Bedeutungsgehalts des Wortes „proprietas“ ist es nicht neben „utilitas“ als einheitliches Begriffspaar zu verstehen, sondern kumulativ und damit verstärkend im Sinne eines Eigentumsrechts, welches ein Herrschaftsrecht und volle Verfügungsgewalt zum Ausdruck bringt.
Die spätere Herstellung der Schiffbarkeit der Alster sowie der Bau und die Unterhaltung der Schleusen dokumentieren keine Eigentums- und Hoheitsrechte der Stadt an der Alster. Sie sind lediglich das Resultat bereits bestehender Hoheitsrechte und der Beweis eines erweiterten Interesses der Stadt an einer Nutzung der Alster als Schifffahrtsweg.
Die nationalsozialistische Reichsregierung hat auf Grund des Gesetzes über Groß-Hamburg und andere Gebietsbereinigungen vom 16. Januar 1937[51] durch Artikel I § 1 der Siebenten Durchführungsverordnung vom 24. Mai 1939[52] (Eigentumsverhältnisse und Unterhaltung der Alster und Rönne) verordnet, dass die Hansestadt Hamburg mit Wirkung vom 1. April 1937 außerhalb ihrer durch das Groß-Hamburg-Gesetz festgelegten Grenzen keine Rechte und keine Pflichten an der Alster und ihren Zuflüssen hat. Vom gleichen Zeitpunkt ab treten die Versicherungsakte von 1768 über die Unterhaltung der oberen Alsterzuflüsse und das Übereinkommen zwischen der Preußischen Regierung und dem hamburgischen Senat von 1885/1886 außer Kraft. Durch § 2 der vorgenannten Verordnung wurde geregelt, dass sich die Eigentumsverhältnisse der Alster und ihrer Zuflüssen sich auf preußischem Gebiet nach den §§ 7ff. des preußischen Wassergesetzes vom 7. April 1913[53] bestimmen. Durch § 2 der Achten Durchführungsverordnung zum Gesetz über Groß-Hamburg und andere Gebietsbereinigungen vom 4. August 1939 in der Fassung des Beschlusses vom 31. Dezember 1971[54] hat die schleswig-holsteinische Regierung verordnet, dass die Eigentumsverhältnisse der Alster und ihrer Zuflüsse sich auf schleswig-holsteinischem Gebiet nach den §§ 4 f. des Wassergesetzes des Landes Schleswig-Holstein vom 25. Februar 1960[55] bestimmen.
Danach endeten die Eigentumsrechte Hamburgs an der Alster mit Wirkung vom 1. April 1937 an der Stadtgrenze. Zum gleichen Zeitpunkt endeten die Rechte Hamburgs aus der Versicherungsakte und dem Übereinkommen zwischen der Preußischen Regierung und dem hamburgischen Senat über die Unterhaltung der oberen Alsterzuflüsse vom 1. November 1885/19. August 1886. Danach waren Preußen bzw. Schleswig-Holstein und Hamburg jeweils für ihren Hoheitsbereich für die Unterhaltung der Alster und ihrer Zuflüsse verantwortlich.
[1] Volker Looks, Die Alster, Neumünster 2012, S. 50.
[2] Kurt Grobecker, Alstergeschichten, Bremen 2011, S. 13.
[3] Hamburger Urkundenbuch I. = HUB I. Nr. 535; Anton Hagedorn, Denkschrift über Hamburgs Eigentums- und Hoheitsrechte an der Alster, Hamburg 1912, S. 6; Wilhelm Melhop, Die Alster, Hamburg 1932, S. 39.
[4] HUB I. Nr. 606; Hagedorn (wie Anm. 3), S. 6; Melhop (wie Anm. 3), S. 39.
[5] HUB I. Nr. 631; Hagedorn (wie Anm. 3), S. 6; Melhop (wie Anm. 3), S. 40.
[6] HUB I. Nr. 680; Hagedorn (wie Anm. 3), S. 6; Melhop (wie Anm. 3), S. 39.
[7] Hagedorn (wie Anm. 3), Urkundenanhang I, S. 144.
[8] Ebd., Urkundenanhang II, S. 144.
[9] Ebd., Urkundenanhang III, S. 145.
[10] Ebd., Urkundenanhang IV, S. 146.
[11] Melhop (wie Anm. 3), S. 42.
[12] Hagedorn, Urkundenanhang VII.
[13] Melhop, (wie Anm. 3), S. 39
[14] Hagedorn, Urkundenanhang IX.
[15] Hagedorn (wie Anm. 3), Urkundenanhang XXVII., S. 190.
[16] Ebd., S. 107.
[17] wie Rdnr. 5.
[18] Johann Martin Lappenberg (1794-1865) studierte Medizin und Recht. Er wurde 1819 als Ministerresident von Hamburg an den preußischen Hof gesandt. 1823 wurde er Archivar des Senatsarchivs des Hamburger Senats. Er war der erste Vorsitzende des Vereins für Hamburgische Geschichte. Die größten Probleme hatte er 1842 zu meistern, als beim Großen Brand viele Archivalien für immer vernichtet wurden.
[19] Johann Martin Lappenberg, Historischer Bericht über Hamburgs Rechte an der Alster, Hamburg 1859, S. 17.
[20] Ebd., S. 18; Anlage E, S. 39 f.
[21] Ebd., S. 18; Anlage E, S. 39 f.
[23] Hagedorn (wie Anm. 3).
[24] Ebd., S. 17-19, Melhop (wie Anm. 3), S. 41.
[25] Caspar Danckwerth, Die Landkarten von Johannes Mejer, Husum, aus der neuen Landesbeschreibung der zwei Herzogtümer Schleswig und Holstein 1652, Faksimile-Druck der Ausgabe von 1952, Hamburg-Bergedorf 1963, S. 242; Jonas Ludwig von Heß, Beschreibung von Hamburg, Teil 1: Topographie mit einem Plan, Hamburg 1810, S. 73; Georg Nikolaus Bärmann, Topographie von Hamburg: Mit Kupferstichen und einer großen topographischen Karte, Hamburg 1820 S. 8; Johannes von Schröder/ Hermann Biernatzki, Topographie der Herzogtümer Holstein und Lauenburg, des Fürstenthums Lübeck und des Gebiets der freien und Hansestädte Hamburg und Lübeck, Oldenburg in Holstein 1855, S. 160; Cipriano Francisko Gaedechens, Historische Topographie der Freien und Hansestadt Hamburg und ihrer nächsten Umgebung von der Entstehung bis auf die Gegenwart, Hamburg 1880, S. 5; Henning Oldekop, Topographie des Herzogtums Holstein, Kiel 1908, S. 42; Melhop (wie Anm. 3), S. 90.
[26] Hagedorn (wie Anm. 3), S. 55.
[27] Ebd., S. 84.
[30] Ebd., S. 143.
[31] Ebd., Urkundenanhang XXVII, S. 190; die Versicherungsakte war als Zusatzabkommen zu dem Gottorfer Vertrag vom 27. Mai 1768 geschlossen worden. Durch diesen Vertrag wurde der Streit zwischen Dänemark und Hamburg insbesondere hinsichtlich der Reichsunmittelbarkeit Hamburgs geklärt. Das Haus Holstein anerkannte die unmittelbare Reichsstandschaft der Stadt Hamburg.
[32] oder Staatsdienstbarkeit: vertragliche Verpflichtung eines Hoheitsträgers gegenüber einem anderen, die eigene Staatsgewalt in bestimmter Richtung nicht auszuüben und/oder fremde hoheitliche Tätigkeit auf eigenem Hoheitsgebiet zu dulden.
[33] Walther Stephan, Historischer Bericht über die Eigentums- und Hoheitsrechte Holsteins und Hamburgs an der Alster. In: Zeitschrift für Schleswig-Holsteinische Geschichte 76 (1952), S. 82-140.
[34] Heinrich Reincke, Grundsätzliches zur Alsterfrage. In: Zeitschrift für Hamburgische Geschichte 42 (1953), S. 198.
[35] Stephan (wie Anm. 30), S. 87.
[36] Ebd., S. 88.
[37] Ebd., S. 138.
[39] Reincke (wie Anm. 33), S. 198.
[40] Ebd., S. 202.
[41] Ebd., S. 204.
[42] Matthias Rademacher, Das Wasserstraßen- und Bundesschiffahrtsrecht, Hamburg 1997, Bd. III, S. 10.
[43] Ebd., S. 10: „Jedes Gewässer, das wie ein Strom fließt, ist allgemein zugänglich. Es darf darauf gefahren und gefischt werde. Auch darf der Fischer das Erdreich soweit benutzen, wie er einmal aus dem Schiff auf das rechte Ufer ausschreiten kann.“
[45] Ebd., S. 11.
[46] Ebd., S. 16.
[48] Ebd., S. 19.
[49] Jörg Hillmann, Die Auseinandersetzungen um den Bau des Alster-Beste-Kanals vor dem Reichskammergericht 1525-1531, Jahrbuch des Alstervereins 1997, S. 24.
[50] Dietmar Willoweit, Zur Entwicklung des Eigentumsbegriffs in der mittelalterlichen und neuzeitlichen Rechtswissenschaft, Historisches Jahrbuch, Bd.94 (1974), S. 143.
[51] Reichsgesetzblatt 1937 I S. 91.
[52] Ebd., S. 1347.
[53] Preußische Gesetzessammlung 1913 S. 53.
[54] Gesetz- und Verordnungsblatt Schleswig-Holstein 1971 S. 182.
[55] Ebd., 1960 S. 36.