Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerwGE%2042,%20198
Timestamp: 2020-04-08 03:44:08
Document Index: 160830997

Matched Legal Cases: ['§ 116', '§ 114', '§ 93', '§ 93', '§ 90', 'BGH', '§ 90', '§ 91', '§ 93', '§ 93', 'BVerG', '§ 116', '§ 114', '§ 93', '§ 91', '§ 90']

BVerwG, 17.05.1973 - V C 108.72 - dejure.org
https://dejure.org/1973,136
BVerwG, 17.05.1973 - V C 108.72 (https://dejure.org/1973,136)
BVerwG, Entscheidung vom 17.05.1973 - V C 108.72 (https://dejure.org/1973,136)
BVerwG, Entscheidung vom 17. Mai 1973 - V C 108.72 (https://dejure.org/1973,136)
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Tuberkulosehilfe nach dem Bundessozialhilfegesetz (BSHG) - Beschränkung eines Klagebegehrens auf die Aufhebung der Überleitungsanzeige - Bei einer Überleitungsanzeige einzuhaltende Förmlichkeiten
BVerwGE 42, 198
Der Umstand, dass die beratende Beteiligung zumindest eines sozial erfahrenen Dritten dennoch erfolgt ist, führt nicht zur formellen Rechtswidrigkeit des Widerspruchsbescheids, denn § 116 Abs. 2 SGB XII verpflichtet nur in bestimmten Konstellationen zur Beteiligung, schließt diese in anderen aber nicht aus (so bereits zur inhaltsgleichen Regelung des § 114 Abs. 2 Bundessozialhilfegesetz BVerwGE 42, 198 RdNr 9) .
(…Wahrendorf in: Grube/Wahrendorf, SGB XII, 5. Auflage 2014, § 93, Rn. 25;… H. Schellhorn in: Schellhorn/Schellhorn/Hohm, SGB XII, 17. Auflage, § 93, Rn. 9; BVerwG v. 17.05.1973 - V C 108.72 - juris, Rn. 12).
Allerdings würde der Wortlaut des § 90 Abs. 1 Satz 1 BSHG auch eine Auslegung dahin gestatten, daß es für die Rechtmäßigkeit der Überleitung u.a. auf die Rechtmäßigkeit der gewährten Hilfe ankommt, wenn sich aus anderen Auslegungskriterien die Notwendigkeit hierfür ergäbe (vgl. BVerwGE 42, 198 ).
Vielmehr war unter der Geltung der Verordnung über die Fürsorgepflicht umstritten, ob die Überleitung voraussetze, daß Hilfe zu Recht geleistet worden ist (BVerwGE 42, 198 mit weiteren Nachweisen).
Das Bedürfnis danach besteht im allgemeinen aber schon dann, wenn die Hilfe als Sozialhilfe gewährt worden ist, unabhängig davon, ob zu Recht oder zu Unrecht (vgl. BVerwGE 42, 198 ).
Es erschiene nämlich unbillig, wenn der Drittverpflichtete aus einem solchen Fehler des Sozialhilfeträgers einen Vorteil in dem Sinne ziehen könnte, daß ein Rechtsübergang nicht stattfindet und er von einer Klage des Sozialhilfeträgers verschont bleibt (vgl. BVerwGE 42, 198 ; 55, 23 ; BGH…, Urteil vom 18. Juni 1986 - IV b ZR 43/85 - <NJW 1986, S. 3082 f.>).
Soweit § 90 Abs. 1 Satz 3 und § 91 BSHG dem Drittverpflichteten besonderen Schutz angedeihen lassen, bleibt dieser auch dann erhalten, wenn die Überleitung wegen solcher Hilfeleistungen erfolgt, die zu Unrecht als Sozialhilfe gewährt worden sind (BVerwGE 42, 198 ).
Eine Bezifferung des übergeleiteten Anspruches ist nicht in jedem Fall erforderlich, vielmehr kann eine Bezifferung auch später durch einen zweiten Verwaltungsakt erfolgen (…Wahrendorf in: Grube/Wahrendorf, SGB XII, 5. Auflage 2014, § 93, Rn. 25;… H. Schellhorn in: Schellhorn/Schellhorn/Hohm, SGB XII, 17. Auflage, § 93, Rn. 9; BVerG v. 17.05.1973 - V C 108.72 - juris, Rn. 12).
Denn § 116 Abs. 2 SGB XII verpflichtet lediglich in den dort näher bezeichneten Fällen zur beratenden Beteiligung sozial erfahrener Personen, verbietet indessen deren Beteiligung in anderen Fällen nicht (so für die entsprechende Vorschrift des § 114 Abs. 2 BSHG bereits BVerwG, Urteil vom 17.05.1973 - V C 108.72).
Die Überleitungsanzeige ist schriftlich abgefaßt und begründet, bezeichnet den überzuleitenden Anspruch und - zusammen mit der Rechtswahrungsanzeige - die Hilfe, wegen der die Überleitung erfolgt (BVerwGE 42, 198, 200).
bb) Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts kann ein Träger der Sozialhilfe die Überleitung als solche und die Realisierung (Inanspruchnahme des Unterhaltsverpflichteten) trennen (BVerwGE 34, 219, 223; 42, 198, 200; 58, 209, 210) [BVerwG 12.07.1979 - 5 C 35/78].
Zumindest muss die Absicht bestehen, an einem bestimmten Ort nicht nur vorübergehend zu verweilen (vgl. z.B. BVerwG, Urteil vom 17. Mai 1973 - V C 107/72 - BVerwGE 42, 198 = FEVS 21, 361; BVerwG, Urteil vom 29. Juni 2002 - 5 C 46/01 = ZfSH/SGB 2003, 229).
Schließlich ist nicht Voraussetzung für § 93 Abs. 1 Satz 1 SGB XII, dass der Anspruch gegen den Dritten, der übergeleitet werden soll - hier: der Beihilfeanspruch gegen das beklagte Land -, zur Zeit der Überleitungsanzeige auch tatsächlich besteht (vgl. BVerwG, Urteil v. 27. Mai 1993 - 5 C 7.91 - juris; Urteil vom 4. Juni 1992 - 5 C 57.88 - juris; Urteil vom 17. Mai 1973 - V C 108.72).
Hiernach muss für den Adressaten einer Überleitungsanzeige insbesondere erkennbar sein, welcher Anspruch übergeleitet wird (BSG…, Urteil vom 24. August 1988 - 7 RAr 74/86 - juris Rn. 31; BVerwG, Urteil vom 17. Mai 1973 - V C 108.72 - BVerwGE 42, 198 ff. - juris), wer Gläubiger und Schuldner des überzuleitenden Anspruchs sind (LSG Baden-Württemberg…, Urteil vom 12. Dezember 2013 - L 7 SO 4209/09 - juris Rn. 33); wer der Sozialhilfeempfänger ist (LSG Baden-Württemberg…, Urteil vom 4. Dezember 2014 - L 7 SO 4268/11 - juris Rn. 23; LSG Hessen…, Urteil vom 25. April 2012 - L 4 SO 207/11 - juris Rn. 17), wegen welcher Sozialhilfeleistungen der Anspruch übergeleitet werden soll (BSG…, Urteil vom 24. August 1988 - 7 RAr 74/86 - juris Rn. 31), in welcher Höhe Ansprüche übergeleitet werden sollen, wobei es genügt, den Anspruch dem Grunde nach zu bezeichnen, wenn er noch nicht bezifferbar ist (BVerwG, Urteil vom 17. Mai 1973 - V C 108.72 - BVerwGE 42, 198 ff., juris Rn. 14) und die Erklärung, dass der Anspruch durch diesen Bescheid auf den Sozialhilfeträger übergeht (vgl. LSG Baden-Württemberg…, Urteil vom 4. Dezember 2014 - L 7 SO 4268/11 - juris Rn. 22).
BVerwG, 03.07.1986 - 5 B 5.86
Sozialhilfe - Überleitungsanzeige - Rechtmäßigkeit der Hilfegewährung
SG Karlsruhe, 29.01.2009 - S 4 SO 971/08
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BSG, 25.08.1981 - 7 RAr 73/80
BAG, 11.03.1981 - 4 AZR 1011/78
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Überleitung eines Unterhaltsanspruches - Sinn der Überleitung - Rüge einer …
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Vorliegen eines Härtefalles im Sinne des § 91 Abs. 3 BSHG …
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