Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2091,%20S.%20316
Timestamp: 2019-04-25 13:02:04
Document Index: 352977362

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 631', '§ 631', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 612', 'BGH', 'BGH', '§ 632', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 670', 'BGH', 'BGH', '§ 9', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 05.06.1984 - X ZR 75/83 - dejure.org
BGH, 05.06.1984 - X ZR 75/83
Allgemeine Geschäftsbedingungen für Wartungsarbeiten an Datenverarbeitungsgeräten - Fahrtzeiten als Arbeitszeiten - Inhaltskontrolle einer Preisnebenabrede in Allgemeinen Geschäftsbedingungen - Fahrtzeiten als Nebenleistung innerhalb eines Werkvertrages - Kosten der Fahrt des Werkunternehmers zu seinem Einsatzort und zurück
Unwirksamkeit der Preisnebenabrede-Klausel "Fahrtzeiten gelten als Arbeitszeiten"
BGHZ 91, 316
NJW 1984, 2160
ZIP 1984, 966
MDR 1984, 840
BB 1984, 1321
(f) Verträge über die "Wartung" oder "Pflege" von Software, EDV-Programmen oder Websites sind als Werkverträge einzuordnen, soweit sie auf die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit und die Beseitigung von Störungen (und somit: auf einen Tätigkeitserfolg) gerichtet sind, wohingegen ihre Qualifizierung als Dienstvertrag nahe liegt, wenn es an einer solchen Erfolgsausrichtung fehlt und die laufende Serviceleistung (Tätigkeit) als solche geschuldet ist (s. dazu BGHZ 91, 316, 317; BGH; Urteil vom 8. April 1997 - X ZR 62/95 - NJW-RR 1997, 942, 943; ferner: OLG München, CR 1989, 283, 284 und CR 1992, 401, 402;… Palandt/Sprau aaO vor § 631 Rn. 22;… Busche aaO § 631 Rn. 284;… Redeker aaO Rn. 648 ff m.w.N.;… Klett/Pohle aaO S. 201).
Abreden über den unmittelbaren Gegenstand der Hauptleistung unterliegen ebensowenig wie Vereinbarungen über das von dem anderen Teil zu erbringende Entgelt der gesetzlichen Inhaltskontrolle, weil das Gesetz den Vertragsparteien grundsätzlich freistellt, Leistung und Gegenleistung im Vertrag frei zu bestimmen (BGHZ 91, 316, 318).
Abreden über den unmittelbaren Gegenstand der Hauptleistung unterliegen ebensowenig wie Vereinbarungen über das von dem anderen Teil zu erbringende Entgelt der gesetzlichen Inhaltskontrolle, weil das Gesetz den Vertragsparteien grundsätzlich freistellt, Leistung und Gegenleistung im Vertrag frei zu bestimmen (BGHZ 91, 316, 318 [BGH 05.06.1984 - X ZR 75/83] und 93, 358, 360, 361 m. w. Nachw.).
Deshalb ist die streitige Vergütungsabrede daraufhin zu überprüfen, ob ihr eine echte (Gegen-)Leistung zugrunde liegt oder ob es sich um eine Abrede handelt, die zwar (mittelbare) Auswirkungen auf Preis und Leistung hat, an deren Stelle aber, wenn eine wirksame vertragliche Regelung fehlt, dispositives Gesetzesrecht - hier: § 612 BGB - treten kann (…BGH, a.a.O.; Urteil vom 5. Juni 1984 - X ZR 75/83, BGHZ 91, 316, zu § 632 BGB).
Da der Begriff der Leistung nicht zur Disposition des Verwenders Allgemeiner Geschäftsbedingungen steht, unterliegen Abreden mit (mittelbaren) Auswirkungen auf Preis und Leistung, an deren Stelle bei Fehlen einer wirksamen vertraglichen Regelung dispositives Gesetzesrecht treten kann, der Inhaltskontrolle (BGHZ 91, 316, 318; 93, 358, 360 f.; 95, 362, 370; 106, 42, 46; 106, 259, 263; 114, 330, 333; 116, 117, 119; 124, 254, 256; 136, 261, 264; 137, 27, 29; 137, 43, 46; Senat, Urteil vom 18. Mai 1999 - XI ZR 219/98, WM 1999, 1271, 1272).
Die langjährige Üblichkeit der Klausel steht der Feststellung ihrer Unangemessenheit nicht entgegen (BGHZ 91, 316, 319 [BGH 05.06.1984 - X ZR 75/83]; Senat NJW 1985, 3016, 3017).
Sie ist, anders als das Berufungsgericht meint, keine preisregelnde Bestimmung oder auch nur eine kontrollfähige Preisnebenabrede (vgl. hierzu BGHZ 91, 316, 318; Senat BGHZ 137, 43, 46; 141, 380, 383, m.w.Nachw.), sondern beinhaltet einen Aufwendungsersatzanspruch (vgl. zur Unterscheidung zwischen Preis- und Aufwendungsersatzklauseln: Senat BGHZ 146, 377, 383), der der Beklagten gemäß §§ 670, 675 Abs. 1 BGB ohnehin zusteht.
Deshalb sei die Fahrtkostenabrede entgegen der Beurteilung des Bundesgerichtshofes (BGHZ 91, 316 [BGH 05.06.1984 - X ZR 75/83] - "Fahrtzeiten gelten als Arbeitszeiten") nicht als Preisnebenabrede zu qualifizieren.
Aus dem Anwendungsbereich der §§ 9-ll AGBG scheiden daher Abreden aus, die Art und Umfang der vertraglichen Hauptleistungspflichten unmittelbar regeln (…st. Rspr. u.a. BGH, Urt. v. 24.11.1988 - III ZR 188/87 - BGH 106, 42, 46 = WM 1988, 1780, 1782; vgl. auch Urt. v. 5.6.1984 - X ZR 75/83 - BGHZ 91, 316, 318 [BGH 05.06.1984 - X ZR 75/83];… Urt. v. 6.2.1985 VIII ZR 61/84 - BGHZ 93, 358, 360 f. [BGH 06.02.1985 - VIII ZR 61/84];… Urt. v. 7.5.1991 XI ZR 244/90 - ZIP 1991, 857, 858).
Der erkennende Senat hat allerdings in seinem Urteil vom 5.6.1984 -X ZR 75/83 (BGHZ 91, 316, 318) [BGH 05.06.1984 - X ZR 75/83] die Fahrtkosten eines Wartungstechnikers zu seinem Einsatzort als vertragliche Nebenleistung im Verhältnis zu der als Hauptleistung geschuldeten Wartung angesehen und die Klausel "Fahrtzeiten gelten als Arbeitszeiten " als typische Preisnebenabrede der richterlichen Inhaltskontrolle unterwafen.
Ob die Klausel üblich ist, kann offen bleiben, weil dies ihre Unangemessenheit nicht ausräumen würde (vgl. BGH Urteil vom 28. Februar 1973 - IV ZR 34/71, WM 1973, 611, 612, insoweit in BGHZ 60, 243 ff. nicht abgedruckt, und vom 23. Februar 1984 - VII ZR 274/82, WM 1984, 1224, 1226; BGHZ 91, 316, 319 [BGH 05.06.1984 - X ZR 75/83]; 100, 157, 172).
OLG Stuttgart, 06.05.1988 - 2 U 157/87
Geräteeinsatzwagen
AG Königstein/Taunus, 12.02.1997 - 21 C 515/96
Nebenkosten auf der Handwerkerrechnung
OLG München, 21.04.2015 - 18 U 18/14
Planung und Lieferung einer technischen Gesamtanlage ist Werkvertrag!