Source: http://aktion-frech.de/teltow/index.php/faq.html
Timestamp: 2020-01-23 00:12:37
Document Index: 154964571

Matched Legal Cases: ['§15', '§ 5', 'Art. 2', '§ 15', '§ 106', '§15', '§ 10', '§ 9']

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Du hast Fragen zu deiner Ausbildung, die dir bisher kein Ansprechpartner beantworten konnte? In dieser Rubrik findest du Antworten zu häufig auftretenden Unklarheiten.
Wenn du weiterhin Fragen hast, kannst du dich an die E-Mail Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wenden und wir bemühen uns, Antworten für dich zu finden.
Wie können Minusstunden anfallen, wenn eine Schulwoche stattfindet?
(sind Betriebe berechtigt, die Pausen einfach herauszurechnen, also nur die reine Unterrichtszeit zu addieren?) Auszubildende (auch Volljährige) sind nach §15 Berufsbildungsgesetz für den Berufsschulunterricht freizustellen. Die Teilnahme am Unterricht geht der betrieblichen Ausbildung vor. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat in seinem Urteil vom 26. März 2001 (Az: 5 AZR 413/99) festgelegt, wie die Berufsschulzeiten auf die Arbeitszeit angerechnet werden müssen: Die Freistellung umfasst demnach nicht nur die reine Unterrichtszeit, sondern auch die Zeiten des notwendigen Verbleibs in der Berufsschule, zum Beispiel unterrichtsfreie Zeiten, Pausen und die Wegzeiten zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb. Ein Herausrechnen der Pausenzeiten ist nicht zulässig. Quelle: Dr. Azubi
Spätschicht am Sonntag, wenn Montag Schule ist? (Beginn um 8 Uhr + Fahrweg)
Arbeitnehmer müssen, gemäß § 5 Arbeitszeitgesetz, nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden haben. Fahrzeiten, von und zur Arbeits- / Ausbildungsstätte gelten dabei im Sinne des Gesetzes nicht als Arbeitszeit. Quelle: Dr. Azubi
Kann der Ausbilder Vorschriften zu Kleidung und Schmuck machen? (Tattoos)
Aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers (Art. 2 Abs. 1 GG) folgt grundsätzlich dessen Freiheit bei der Gestaltung seines Äußeren (z. B. Wahl der Kleidung, Frisur, Accessoires etc.) auch während der Arbeitszeit. Eine Verpflichtung zur Einhaltung einer einheitlichen Arbeitskleidung kann jedoch aus dem Arbeitsschutz resultieren (§ 15 Abs. 1 und 2 ArbSchG). Die Freiheit bei der Gestaltung seines Äußeren kann darüber hinaus eingeschränkt werden, sofern ausnahmsweise berechtigte Arbeitgeberinteressen berührt sind Berechtigte Arbeitgeberinteressen können sich etwa vor dem Hintergrund von Kundenkontakten ergeben. Das beinhaltet unter Umständen auch das Verbergen von Tattoos am Arbeitsplatz. Das Weisungsrecht des Arbeitgebers ergibt sich aus § 106 Gewerbeordnung. Demnach dürfen/können Weisungen unter anderem in folgenden Bereichen erteilt werden: Art und Ort der Arbeit, Arbeitszeit, Überstunden, Aufteilung der Arbeitszeit, Pausenregelungen, Urlaub, Betriebsferien, Ordnungsverhalten (z.B. Rauchverbot oder Art der Kleidung). Quelle: Dr. Azubi
An wen kann man sich wenden, wenn der Arbeitsschutz nicht eingehalten wird?
Zu finden unter dem Reiter „Arbeitsrechtliche Probleme mit dem Ausbildungsbetrieb“
Besteht die Möglichkeit einer fachlichen Vertretung bei Unterrichtsausfall in prüfungsrelevanten Fächern?
Grundsätzlich ist es möglich über das staatliche Schulamt einen Ersatzlehrer zu beantragen. Dies lohnt natürlich nur, wenn vorauszusehen ist, dass der Fachlehrer länger krankheitsbedungt ausfällt. In diesem Fall kann sich die Schulleitung um einen Ersatz bemühen. Nicht immer ist jedoch gleich erkennbar, wie lange ein Fachlehrer ausfällt. Daher bitte den Berufsschullehrer/in oder den Abteilungsleiter/in fragen!
Was muss ich tun, wenn ich länger als 6 Wochen krank bin und der Arbeitgeber nicht mehr zahlt?
Wer mindestens vier Wochen ununterbrochen in einem Betrieb gearbeitet hat und arbeitsunfähig wird, hat Anspruch auf bis zu 6 Wochen Lohnfortzahlung. Ab der siebenten Woche springt die Krankenkasse ein und zahlt meist 70 % des Arbeitslohnes/ Ausbildungsvergütung. Dies geschieht über einen Zeitraum von maximal 78 Wochen innerhalb von drei Jahren bei einer Erkrankung. Quelle: Dr. Azubi
Muss ich die mit Nachhilfe verbrauchten Stunden im Betrieb nacharbeiten?
Sofern die Nachhilfe Teil der, im §15 BBiG geregelten, Ausbildungsmaßnahmen, oder durch den Arbeitgeber veranlasst, ist erfolgt keine Nacharbeit. Bei Unstimmigkeiten in dieser Frage empfiehlt es sich eine Arbeitsrechtsberatung aufzusuchen. Quelle: Dr. Azubi
Wer zahlt bei Arbeitsschutzwidrigen Verhalten?
Je nach Fall können und werden Arbeitgeber wie Arbeitnehmer in die Pflicht genommen. Quelle: Dr. Azubi
Sind Unfälle bei Risikosportarten ein Kündigungsgrund?
Eine Kündi¬gung wegen Krankheit ist nur zulässig, wenn auch in Zukunft mit weiteren oder einer weiter an¬dau¬ern¬den Erkrankung gerechnet werden muss. Daraus muss sich eine erhebliche Beeinträchtigung betrieblicher Interessen ergeben. Zu prüfen ist auch die Möglichkeit einer Änderungskündigung mit Blick auf eine andere Tätigkeit. Dabei ist die vergangene Entwicklung zu berücksichtigen. Aus ihr muss sich ergeben, dass auch zukünftig ent¬weder mit häufigen (Kurz-)Er¬kran¬kungen oder der Fort¬dauer einer Erkrankung zu rechnen ist und sich daraus unzumutbare finanzielle Be¬las¬tungen für den Arbeitgeber erge-ben können. Als zumutbar sind von der Rechtsprechung finanzielle Belas¬tungen in der Größenordnung der sechs¬wöchigen Entgelt¬fort¬zah¬lung an¬ge¬sehen worden. Dabei ist selbst¬ver¬ständlich auch das Interesse des/r ArbeitnehmerIn am Fortbestand des Arbeits¬ver¬hält¬nisses mit in die Ab¬wägung einzubeziehen. Das heißt, ein/e Arbeit¬nehmerIn, der/die lange beim selben Arbeitgeber beschäf¬tigt war und möglicherweise über viele Jahre nicht krank war, kann nicht so leicht gekündigt wer¬den wie ein/e ArbeitnehmerIn, der/die bereits im ersten Jahr seiner/ihrer Be¬schäftigung mehrere Monate krank war. Quelle: Dr. Azubi
Mein Ausbildungsbetrieb und mein OSZ befinden sich im Landkreis Potsdam-Mittelmark, ich wohne aber nicht im Landkreis. Kann ich trotzdem finanzielle Unterstützung beantragen (z.B. für Fahrkostenerstattung)?
Diese und weitere finanzielle Informationen erhältst du unter: Hilfe zur Selbsthilfe > Geld
Darf ich nach meinem Schultag anschließend in meinem Ausbildungsbetrieb arbeiten gehen? Wenn ja, wie lange und wann?
Der Unterricht umfasst mindestens 480 Unterrichtsstunden im Schuljahr³. Das Schuljahr hat 40 Wochen, demzufolge sind es 12 Unterrichtsstunden pro Woche. Da wir Blockunterricht haben sind es somit 36 Unterrichtsstunden pro Woche.
Die Regelung, ob ein Azubi noch in die Praxis bestellt werden kann, erfolgt über das Jugendschutzgesetz. Das ist nach dem Alter des Jugendlichen geregelt.
Älter als 18 Jahre: Die Ausbildungszeit kann vom Ausbilder bestimmt werden. An Tagen, an denen man mindestens für 3 Unterrichtsblöcke in der Schule anwesend ist (270 tatsächliche Unterrichtsminuten), darf ein Auszubildender anschließend nicht mehr im Ausbildungsbetrieb arbeiten.
Jünger als 18 Jahre: Der Arbeitgeber darf einen Jugendlichen nicht arbeiten lassen, nachdem der Jugendliche bereits mindestens 5 Stunden mit je 45 Minuten Unterricht hatte4
³ Berufsschulverordnung des Landes Brandenburg, § 10 Umgang und Organisation des Unterrichts
4 Gem. § 9 Abs. 1 Nr. 2 JArbSchG
Wie habe ich mich bei Unterrichtsversäumnis und Beurlaubung zu verhalten?
Fehlt ein Schüler durch Krankheit oder anderen nicht vorhersehbaren und zwingenden Gründen, ist die Schule spätestens am zweiten Fehltag zu benachrichtigen. Die Auszubildenden lassen ihre schriftlichen Entschuldigungen bzw. Nachweise von der Ausbildungsstelle bestätigen.5
Die Beurlaubung aus besonderen Gründen kann nur auf schriftlichen Antrag spätestens 5 Schultage vor dem Termin erfolgen. Auszubildende dürfen nur im Einvernehmen mit der Ausbildungs- oder Arbeitsstätte beurlaubt werden. Die Anträge sind vorher in der Ausbildungsstätte vorzulegen. Kriterien für die Entscheidung über die Beurlaubung können sein:
der angegebene Grund,
die Unmöglichkeit einer Terminverschiebung,
der Leistungsstand und die Leistungsbereitschaft,
die pädagogische Situation der gesamten Klasse oder Lerngruppe,
bei langfristigen Beurlaubungen die Dauer der beantragten Beurlaubung und
die Folgen für die Fortsetzung des Bildungsganges.
Eine Beurlaubung ist u. a. möglich beim Vorliegen folgender Gründe6:
wichtige persönliche oder familiäre Gründe wie Eheschließung, Todesfall, Wohnungswechsel sowie Arztbesuch oder Behördengang, sofern sich dieser nicht in der unterrichtsfreien Zeit durchführen lässt,
die Mitwirkung an wissenschaftlichen, kulturellen oder sportlichen Wettbewerben,
der Schulbesuch im Ausland,
die Berufsberatung und die Teilnahme an Informations- und Beratungsveranstaltungen der Hochschulen in Abgangsklassen,
die Wahrnehmung von Bewerbungsgesprächen, ärztlich verordnete Heilkuren und Erholungsreisen.
Auszubildende können in der Regel bis zu sechs Unterrichtstage beurlaubt werden, wenn sie nachweislich wegen Betriebsferien ihren betrieblichen Urlaub außerhalb der Berufsschulferien nehmen müssen. Ein vorübergehender außerordentlicher Arbeitsanfall im Ausbildungs- oder Beschäftigungsbetrieb ist kein Grund für eine Beurlaubung.
Mein Ausbildungsverhältnis ist nach Ablauf meiner Probezeit, aber während meiner Ausbildung bei meinem Ausbildungsbetrieb beendet. Was kann ich tun?
Das OSZ gibt aus Kulanz jedem Schüler 6 Wochen Zeit, sich einen neuen Ausbildungsbetrieb zu suchen. Solange kann man dort weiterhin die Schule (OSZ) besuchen. Dafür muss man einen Gastantrag bei seinem OSZ stellen.
Wie viele Überstunden darf ich machen?
Die Höchstgrenze der Arbeitszeit liegt bei Minderjährigen bei 40 Stunden pro Woche. Sie dürfen Überstunden nur in dringenden Notfällen machen und auch nur dann, wenn kein Erwachsener zur Verfügung steht. Die angefallenen Überstunden müssen innerhalb der folgenden drei Wochen ausgeglichen werden. Die Arbeitszeit muss also dementsprechend verkürzt werden.
Es gibt Ausnahmen: Der Azubi darf vorarbeiten, wenn dadurch in Verbindung mit einem Feiertag ein ganzer Tag freigenommen werden kann. Dieser muss allerdings innerhalb von fünf Wochen erfolgen. Zudem müssen zwischen zwei Arbeitstagen immer mindestens 12 Stunden liegen.
Die Arbeitszeit bei volljährigen Auszubildenden darf 8 Stunden pro Tag nicht überschreiten, kann aber in Ausnahmefällen auf bis zu 10 Stunden verlängert werden8.
Man kann sich dafür Rat bei der zuständigen Gewerkschaft oder einem Rechtsanwalt holen. Die Gewerkschaft kann den Azubi auch beraten, welche Zuschläge ihm für Überstunden zustehen und bis wann er sie rückwirkend geltend machen kann. Weitere Hilfe bekommst du auch unter http://jugend.dgb.de/.
Wie funktioniert BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz)?
Die Ausbildungsförderung bekommt man, wenn dem Auszubildenden keine anderen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, die er für seinen Lebensunterhalt und seine Ausbildung benötigt (z. B. Schulmaterialien, Wohnungsmiete).
Die Höhe Förderleistungen hängt vom Einkommen der Eltern ab. BAföG-Leistungen erhält man ab dem Monat der Antragstellung; sie erfolgen nicht rückwirkend. Die dafür benötigten Anträge sind bei den Ämtern für Ausbildungsförderung in den Landkreisen und kreisfreien Städten zu stellen.
Unter anderem beim Besuch des einjährigen Bildungsgangs der Berufsfachschule zum Erwerb beruflicher Grundbildung und mit dem Abschluss der 10. Klasse oder für das Fachabitur ist eine Förderung möglich, wenn Auszubildende nicht bei den Eltern wohnen und von der Wohnung der Eltern kein zumutbarer Schul- bzw. Arbeitsweg möglich ist, wenn sie einen eigenen Haushalt führen und verheiratet sind/waren oder mit mindestens einem Kind zusammenleben.
Der Besuch einer Berufsfachschule zur Erlangung eines Berufsschulabschlusses oder zum Erwerb eines Berufsabschlusses wird auch gefördert.
Weitere Infos erhältst du auch unter www.das-neue-bafoeg.de
Habe ich als Auszubildender Kündigungsschutz?
Auszubildende haben während der Probezeit keinen Kündigungsschutz. Sie können währenddessen jederzeit ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist entlassen werden.
Nach der Probezeit muss ein wichtiger Grund vorliegen, um den Auszubildenden kündigen zu können.
Aus welchen Gründen darf man nach Beendigung der Probezeit gekündigt werden bzw. selber kündigen?
Nach der Probezeit kann das Ausbildungsverhältnis nur gekündigt werden, wenn der Ausbilder einen wichtigen Grund dafür hat (z.B. Diebstahl, unentschuldigte Fehltage). Die Auszubildenden können mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen kündigen, wenn sie die Berufsausbildung aufgeben oder sich für einen anderen Beruf entscheiden.
Wie hoch muss meine Ausbildungsvergütung mindestens sein und wer bestimmt das?
Eine Mindesthöhe für Ausbildungsvergütung gibt es grundsätzlich nicht. Sie muss nur angemessen sein. Das ist für jeden Beruf unterschiedlich.
Wenn in dem jeweiligen Ausbildungsberuf ein Tarifvertrag gilt, dann ist die Vergütung dort geregelt. Das ist dann das Mindestentgelt. Höher kann der Arbeitgeber immer zahlen. Sollte kein Tarifvertrag vorhanden sein, dann ist die Vergütung individuell mit dem Arbeitgeber auszuhandeln. Hier gilt: Es ist eine angemessene Vergütung zu zahlen.
Was kann ich tun, wenn der Ausbilder den Rahmenlehrplan nicht einhält?
Berufsausbildung ist zeitlich und sachlich zu gliedern, der Ausbildungsrahmenplan ist die Grundlage für die Erstellung des betrieblichen Ausbildungsrahmenplans.
Der Ausbildende muss dafür sorgen, dass der Auszubildende seine berufliche Handlungsfähigkeit erreicht [...] und die Berufsausbildung in einer durch ihren Zweck gebotenen Form planmäßig, zeitlich und sachlich gliedert so durchzuführen. - Pflicht des Ausbilders,
Praktischer Umgang:
Grundsätzlich sollte man das Gespräch mit dem Ausbilder suchen. Beide sollten ja ein Interesse daran haben, dass das Ausbildungsziel erreicht wird. Denn auch für den Arbeitgeber entstehen Kosten in der Ausbildung und diese möchte er doch nicht umsonst ausgeben. Weiterhin müssen die Ausbildungsabschnitte auch bei der Prüfungsanmeldung nachgewiesen werden.
Sollte das Gespräch nicht zum Erfolg führen, kann sich der Azubi an die Industrie- und Handelskammer Potsdam wenden. Diese sind die zuständige Stelle. Sie haben die Aufsicht über die Eignung der Ausbildungsstelle und den Ausbilder.
Sollte eine JAV (Jugend- und Auszubildendenvertretung) vorhanden sein, ist diese auch einzubeziehen.
Darf mich mein Ausbilder aus dem Urlaub holen?
Jeder Arbeitnehmer, dazu gehören auch Auszubildende, hat jedes Jahr einen Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Sobald der Urlaub genehmigt ist, kann der Ausbilder diesen nicht widerrufen.
Wenn im Arbeitsvertrag vereinbart ist, dass der Auszubildende den Urlaub auf Wunsch des Ausbilders abbrechen soll, dann ist das laut dem Bundesarbeitsgericht unwirksam.
Muss der Arbeitgeber Arbeitskleidung stellen?
Ausbilder müssen den Azubis Ausbildungsmittel stellen, vor allem Werkzeuge und Werkstoffe, die zur Ausbildung und für die Prüfungen helfen. Arbeitskleidung muss gestellt werden, wenn sie dem Arbeits- und Gesundheitsschutz dient. Wenn sie auch für die Freizeit geeignet ist (z.B. schwarze Jeans), muss der Auszubildende die Kosten für die Anschaffung selbst tragen.
Kann ich Nachhilfe für bestimmte Schulfächer beantragen? Wenn ja, wo?
Diese und weitere Informationen zu diesem Thema erhältst du unter: Hilfe zur Selbsthilfe > Nachhilfe
Was passiert mit dem Geld, das von meinem Brutto-Gehalt abgezogen wird?
Damit werden Beiträge zur Sozialversicherung und die Lohnsteuer bezahlt.
Zu den Sozialversicherungsbeiträgen zähle die der Kranken- und Pflegeversicherung, der Rentenversicherung und der Arbeitslosenversicherung. Nicht alle Azubis müssen Sozialabgaben zahlen. Das hängt von dem Bruttogehalt ab.
Verdienst du 325€ und weniger brutto pro Monat, übernimmt der Arbeitgeber die Sozialabgaben.
Verdienst du mehr als 325€, übernimmt der Arbeitgeber die Hälfte der Sozialabgaben.
Welche Versicherungen sind für Auszubildende unbedingt notwendig?
Jeder Azubi hat automatisch eine Krankenversicherung. Man kann hierbei jedoch selbst entscheiden, zu welcher Krankenkasse man geht und kann so die Höhe des Zahlungsbeitrages beeinflussen, denn die Krankenkassen haben unterschiedliche Mitgliedsbeiträge.
Für handwerkliche Berufe ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung ratsam. Wenn man nämlich während der Ausbildung durch einen Unfall o.ä. berufsunfähig wird, wird keine staatliche Rente gezahlt. Weitere Informationen dazu erhältst du bei deiner Versicherung.
Außerdem sollte eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Damit ist man abgesichert, wenn man anderen einen Schaden zufügt (z.B. das Zerstören vom Eigentum anderer Personen). In der Ausbildung sind die meisten Azubis noch über die Eltern versichert. Falls man sich dabei unsicher ist, sollte man die Versicherung der Eltern kontaktieren und gegebenenfalls eine eigene Haftpflichtversicherung abschließen.
Wie gehe ich vor, wenn ich Probleme in der Ausbildung habe und an wen kann ich mich wenden?
Erstkontakt: Simone Kühn
Tel.: 033841 91-637 oder mobil: 0160 4717 122
Bekomme ich Hilfe, wenn ich meinen Ausbildungsbetrieb wechseln möchte?
Wenn du Probleme in deinem Ausbildungsbetrieb hast, solltest du dich zuerst an deinen Klassenlehrer/ deine Klassenlehrerin wenden. Du hast auch die Möglichkeit, Simone Kühn zu kontaktieren.
Weitere Informationen erhältst du unter: Hilfe zur Selbsthilfe > Arbeitsrechtliche Probleme mit dem Ausbildungsbetrieb
Was ist FRECh?
Drei Oberstufenzentren des Landes Brandenburg wurden für das Modellprojekt „Ausbildungserfolg durch Lernkompetenz ausgewählt. Das OSZ Werder war eines davon. Ziel dieses Projektes war es, die Abbrecherquote und unentschuldigten Fehlzeiten von Auszubildenden zu senken.
Unter dem Titel: „FRECh – Finde Deine Richtung. Entdecke Deine Chancen.“ startete im Jahr 2013 das OSZ Werder mit dem Modellprojekt und erprobte verschiedene Methoden (siehe unter Methoden) bis zum Projektende am 31.12.2014 ausschließlich mit dem 1. Ausbildungsjahr und den Fachabteilungen mit einer erhöhten Abbrecherquote. Die Entwicklung von Konfliktbewältigungsstrategien, Teambildungsprozesse, Herausbildung besonderer Lernstrategien für ein lebenslanges berufliches Lernen, rechtzeitige Aktivierung oder Stärkung der persönlichen Selbsthilfekräfte in der schulischen und praktischen Berufsausbildung sind und waren u.a. Hauptanliegen des Projektes. Aufgrund des großen Erfolges hat der Landkreis Potsdam- Mittelmark, als Schulträger der OSZ, die Methoden in die Regelarbeit übernommen, trägt das Projekt seit dem 1.1.2015 finanziell weiter und hat den Projektansatz nun auch auf das OSZ Teltow und grundsätzlich auch auf alle Ausbildungsjahre und Abteilungen erweitert. Es wird unter dem Titel: „Aktion FRECH“ weitergeführt.
Durch den engen Kontakt von Lehrkräften, Ausbildungsbetrieben, beauftragten Dritten, Mentoren und der Schulsozialarbeit (am OSZ Werder) sowie das ständige Bemühen um eine aufgeschlossene Kommunikation und bedarfsorientierte Information der Auszubildenden gelang es ein spezifisches System interdisziplinär aufeinander abgestimmter Informations- und Hilfsangebote im Bereich der theoretischen Ausbildungszeiten zu etablieren, um Auszubildende mit besonderen Defiziten im Lern- und Sozialverhalten frühzeitig vor einem Ausbildungsabbruch bewahren zu können.
Mit dem beteiligungsorientierten Zugang auf die Azubis, die Arbeitgeber vor Ort, die Lehrkräfte des OSZ und ehrenamtlicher Unterstützer hat sich immer besser eine Dialogkultur entwickelt, die neue Formen zuverlässiger Zusammenarbeit vor Ort nachhaltig ermöglicht, um die richtige Lösung für den Einzelfall zu suchen. Hierzu zählen das inzwischen etablierte Frühwarn- und Abbruchsystem sowie die kollegiale Fallbesprechung und der „Erste-Hilfe-Koffer“ (siehe unter Methoden/Instrumente).
Nach wie vor bleibt die Einbeziehung der Ausbildungsbetriebe die größte Herausforderung. Sobald sich jedoch der Auszubildende in der praktischen Ausbildung gut macht, ihn jedoch ansonsten verschiedene Probleme daran hindern seine Ausbildung weiterzumachen, ist auch der Ausbildungsbetrieb bereit für eine Zusammenarbeit, um seinen Azubi zu halten. Es muss für beide Seiten eine Win-win-Situation entstehen. Logisch!