Source: https://www.ra-kotz.de/skiunfall.htm
Timestamp: 2018-04-23 09:50:44
Document Index: 1625517

Matched Legal Cases: ['Art. 40', 'Art. 40', 'OGH', '§ 18', '§ 18', '§ 18']

Auf das Rechtsverhältnis zwischen den Parteien ist gem. Art. 40 Abs. 2 Satz 1 EGBGB deutsches Recht anwendbar, denn beide Parteien sind deutsche Staatsangehörige. Allerdings sind die konkreten Verhaltensregeln des Rechts am Unfallort zu berücksichtigen (OLG Düsseldorf, VersR 1990, 111; Palandt/Heldrich, Art. 40 EGBGB Rn. 8). Daher ist für die konkreten Verhaltensregeln auf das Recht der Republik Österreich, Bundesland Tirol, abzustellen, in dem sich das Skigebiet von Y befindet. Nach österreichischem Recht ist für das Verhalten von Ski-Fahrern insoweit auf die Regeln des Internationalen Ski-Verbandes (FIS) abzustellen, sog. FIS-Regeln 1 – 10 (so auch OLG Düsseldorf, SpuRt 1997, 31 = VersR 1997, 193; vergleiche auch ÖstOGH, SpuRt 2004, 17; OLG Graz, SpuRt 1994, 139; OLG Innsbruck, VersR 1987, 294).
Diese lauten FIS-Regel 1:
Jeder Ski-Fahrer muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt.
FIS-Regel 2:
Jeder Ski-Fahrer muss auf Sicht fahren. Er muss seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte anpassen.
FIS-Regel 3:
Der von hinten kommende Ski-Fahrer muss seine Fahrspur so wählen, dass er vor ihm fahrende Skifahrer nicht gefährdet.
FIS-Regel 4:
FIS-Regel 5:
FIS-Regel 6:
Jeder Skifahrer muss es vermeiden, sich ohne Not an engen oder unübersichtlichen Stellen aufzuhalten. Ein gestürzter Skifahrer muss eine solche Stelle so schnell wie möglich frei machen.
FIS-Regel 7:
FIS-Regel 8:
Jeder Skifahrer muss die Markierungen und die Signalisation beachten.
FIS-Regel 9:
FIS-Regel 10:
Spätestens durch die endgültige Erfüllungsverweigerung im Laufe des 06.07.2004 befand sich der Beklagte seit dem 07.07.2004 im Verzug. Dabei war allerdings bzgl. der Anwaltskosten in Höhe von 334,08 € zu berücksichtigen, dass Verzug nicht vor Übersendung einer Berechnung i. S. d. § 18 BRAGO eintreten kann (Madert, in: Gerold u. a., BRAGO, 15. Aufl., § 18 Rn. 11). Eine Berechnung im Sinne des § 18 ist jedoch erstmals erst in der Klageschrift ersichtlich, die dem Beklagten am 11.11.2004 zugestellt worden ist.