Source: http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/nsgrestseetroebitz_2016
Timestamp: 2019-10-20 21:06:43
Document Index: 243202854

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 22', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 5', '§ 12', '§ 5', '§ 41', '§ 5', '§ 2', '§ 10']

Anlage - Kartenskizze zur Lage des Naturschutzgebietes "Restsee Tröbitz"
(GVBl.II/16, [Nr. 7], S.ber. GVBl.II/17 [Nr. 13])
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche im Landkreis Elbe-Elster wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Restsee Tröbitz“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 45 Hektar. Es umfasst folgende Flächen:
4, 5, 220;
2/1, 55/12 anteilig, 206.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in insgesamt drei Karten mit ununterbrochener roter Linie eingezeichnet; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Die topografischen Karten mit den Blattnummern 1 und 2 im Maßstab 1 : 10 000, unterzeichnet von der Siegelverwahrerin am 25. November 2015, Siegelnummer 13 des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft, ermöglichen die Verortung im Gelände. Maßgeblich für den Grenzverlauf ist die Einzeichnung in der Luftbildliegenschaftskarte im Maßstab 1 : 2 500 mit der Blattnummer 1, unterzeichnet von der Siegelverwahrerin am 25. November 2015, Siegelnummer 13 des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft.
(3) Innerhalb des Naturschutzgebietes wird gemäß § 22 Absatz 1 Satz 3 des Bundesnaturschutzgesetzes eine Zone 1 mit unterschiedlichen Beschränkungen der Nutzung festgesetzt. Diese Zone umfasst rund 32 Hektar in folgenden Flächen:
4, 5, 220 anteilig;
Die Grenze der Zone 1 ist in den in Absatz 2 genannten topografischen Karten mit den Blattnummern 1 und 2 sowie in der Luftbildliegenschaftskarte mit der Blattnummer 1 mit ununterbrochener roter Linie eingezeichnet. Als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Maßgeblich für den Grenzverlauf ist die Einzeichnung in der Luftbildliegenschaftskarte.
(1) Schutzzweck des Naturschutzgebietes mit seinem oligotrophen Tagebausee sowie Pionier- und Vorwäldern der Kippenflächen als Elemente einer Bergbaufolgelandschaft an der Westgrenze des Niederlausitzer Braunkohlen-Bergbaureviers ist
die Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung der Lebensstätten wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere von Gewässern, Trockenrasen und Heiden (Silbergrasfluren, Calluna-Heiden, Ginsterfluren), naturnahen Kippenvorwäldern und Forsten mit Potenzial für naturnahe Wälder;
die Erhaltung und Entwicklung der Lebensstätten wild lebender Pflanzenarten, darunter im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 13 und 14 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützte Arten, insbesondere Doldenwinterlieb (Chimaphila umbellata), Geflecktes Knabenkraut (Dactylorhiza maculata), Braunroter Sitter (Epipactis atrorubens), Breitblättriger Sitter (Epipactis helleborine), Karthäuser- und Heide-Nelke (Dianthus carthusianorum und Dianthus deltoides), Großes Zweiblatt (Listera ovata), Keulenbärlapp (Lycopodium clavatum), Weiße Seerose (Nymphaea alba), Mondraute (Botrychium lunaria), Ästiger Rautenfarn (B. matricarii-folium) und Wasserschlauch-Arten (Utricularia sp.);
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- und Rückzugsraum sowie potenzielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, insbesondere der Vögel, Reptilien und Insekten, darunter im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 13 und 14 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützte Arten, insbesondere Brachpieper (Anthus campestris), Rohrweihe (Circus aeruginosus), Schwarzspecht (Dryocopus martius), Kranich (Grus grus), Rotmilan (Milvus milvus), Waldwasserläufer (Tringa ochropus), Zauneidechse (Lacerta agilis) und Blauflügelige Sandschrecke (Sphingonotus caerulans);
die Erhaltung des Gebietes als bedeutendes Brutgebiet von Wat- und Wasservögeln, insbesondere von Flussregenpfeifer (Charadrius dubius), Entenvögeln wie Schellente (Bucephala clangula), Rohrsängern wie Teich- (Acrocephalus scirpaceus) und Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus) und Rallen;
die Erhaltung des Gewässers als wichtiges Rast-, Mauser- und Sammelgewässer für den Frühjahrs- und Herbstzug insbesondere von Entenvögeln und Graugänsen und als Nahrungs- und Überwinterungsgebiet insbesondere für Limikolen, Taucher wie Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis) und Haubentaucher (Podiceps cristatus), Rallen wie Blessralle (Fulica atra) und Wasserralle (Rallus aquaticus), Seeadler (Haliaeetus albicilla) und Fischadler (Pandion haliaetus);
die Erhaltung aus wissenschaftlichen Gründen zur Beobachtung der Vegetationsdynamik in Naturwaldzellen und auf Rohbodenflächen der Kippen des Braunkohletagebaus;
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als wesentlicher Teil des überregionalen Biotopverbundes zwischen den Bergbaufolgelandschaften des nordwestlichen und westlichen Teils des Niederlausitzer Braunkohlen-Bergbaureviers.
(2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Restsee Tröbitz“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes) mit seinen Vorkommen von
Oligo- bis mesotrophen stehenden Gewässern mit Vegetation der Littorelleea uniflorae und der Isoeto-Nanojuncetea als natürlichem Lebensraumtyp von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes;
Biber (Castor fiber), Fischotter (Lutra lutra) und Schmalbindigem Breitflügel-Tauchkäfer (Graphoderus bilineatus) als Arten von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 10 des Bundesnaturschutzgesetzes, einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume.
das Gebiet außerhalb der Wege zu betreten; ausgenommen ist das Betreten zum Zweck der Erholung sowie des Sammelns von Pilzen und Wildfrüchten gemäß § 5 Absatz 1 Nummer 10 jeweils nach dem 30. Juni eines jeden Jahres,
außerhalb der dem öffentlichen Verkehr gewidmeten Straßen und Wege sowie außerhalb von Wegen, die von zwei- oder mehrspurigen Fahrzeugen befahren werden können, zu reiten;
mit nicht motorisierten Fahrzeugen außerhalb der Wege sowie mit Kraftfahrzeugen außerhalb der dem öffentlichen Verkehr gewidmeten Straßen und Wege zu fahren oder Fahrzeuge dort abzustellen, zu warten oder zu pflegen;
in der Zone 1 zu baden oder zu tauchen;
in der Zone 1 Luftmatratzen oder andere Schwimmhilfen, Wasserfahrzeuge aller Art oder Surfbretter zu benutzen;
die Durchführung von Maßnahmen auf der Grundlage von Sanierungsplänen nach § 12 des Gesetzes zur Regionalplanung und zur Braunkohlen- und Sanierungsplanung im Land Brandenburg bei sicherheitstechnisch notwendigen Maßnahmen sowie Maßnahmen zur Wiedernutzbarmachung und Oberflächengestaltung im Einvernehmen mit der Fachbehörde für Naturschutz und Landschaftspflege; Maßnahmen zur Aufforstung und Begrünung bleiben unzulässig;
die dem in § 5 Absatz 3 des Bundesnaturschutzgesetzes genannten Ziel entsprechende forstwirtschaftliche Bodennutzung auf den bisher rechtmäßig dafür genutzten Flächen außerhalb der Zone 1 in der Zeit vom 1. August eines Jahres bis zum 31. Januar des Folgejahres mit der Maßgabe, dass
nur Arten der potenziell natürlichen Vegetation in gesellschaftstypischen Anteilen eingebracht werden dürfen, wobei nur heimische Baumarten unter Ausschluss eingebürgerter Arten zu verwenden sind,
Bäume mit Horsten und Höhlen nicht gefällt werden dürfen;
die Jagd auf Wasservögel verboten bleibt,
die Fallenjagd innerhalb der Grenze des Naturschutzgebietes verboten ist. Ausnahmen bedürfen einer Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde,
keine Baujagd innerhalb des Naturschutzgebietes in einem Abstand von bis zu 100 Metern vom Gewässerufer des Restloches vorgenommen wird,
die Aufstellung transportabler und mobiler Ansitzeinrichtungen außerhalb einer 20-Meter-Zone ab Gewässerufer,
Ablenkfütterungen sowie die Anlage von Wildwiesen und Wildäckern sind unzulässig. Im Übrigen bleiben jagdrechtliche Regelungen nach § 41 des Brandenburgischen Jagdgesetzes unberührt;
die den in § 5 Absatz 4 des Bundesnaturschutzgesetzes genannten Anforderungen in Verbindung mit dem Fischereigesetz für das Land Brandenburg entsprechende fischereiwirtschaftliche Flächennutzung mit der Maßgabe, dass
Fangeräte und Fangmittel so einzusetzen und auszustatten sind, dass eine Gefährdung des Fischotters weitgehend ausgeschlossen ist,
die Angelfischerei nur an der in den in § 2 Absatz 2 genannten topografischen Karten dargestellten Angelstelle ausgeübt wird,
die im Sinne des § 10 des Brandenburgischen Straßengesetzes ordnungsgemäße Unterhaltung der dem öffentlichen Verkehr gewidmeten Straßen und Wege sowie die ordnungsgemäße Unterhaltung sonstiger rechtmäßig bestehender Anlagen, sofern sie nicht unter die Nummer 6 fallen, jeweils im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde;
es soll keine Erhöhung des pH-Wertes durch Kalkung erfolgen;
besonnte Uferabschnitte und Flachwasserbereiche sollen erhalten werden.
Potsdam, den 24. Februar 2016
Anlage - Kartenskizze zur Lage des Naturschutzgebietes "Restsee Tröbitz" 635.7 KB