Source: https://enphotoblog.com/schwangerschaft-wann-arbeitgeber/
Timestamp: 2020-03-30 05:52:55
Document Index: 60094185

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 19', '§ 15', '§ 10', '§ 10', '§ 18']

Wann muss man arbeitgeber über schwangerschaft informieren?
Ich wollte nicht von meiner Schwangerschaft erzählen
Wieder schwanger? Diesmal mache ich es ganz anders!
SSW 12: Jetzt dürfen es alle wissen
Schwangerschaft: Was werdende Mütter mit dem Arbeitgeber klären sollten
Wie sollte die Mitarbeiterin dem Arbeitgeber mitteilen, dass sie schwanger ist?
Welche Schutzvorschriften legt das Mutterschutzgesetz für Schwangere fest?
Bei Problemen in der Schwangerschaft sind individuelle Beschäftigungsverbote möglich
Dürfen Arbeitgeber einer schwangeren Mitarbeiterin andere Tätigkeiten zuweisen, wenn sie ihren eigentlichen Aufgaben nicht mehr nachkommen kann?
Wann gilt die Mutterschutzzeit und darf man auf sie verzichten?
Werden Mitarbeiterinnen während des Mutterschutzes finanziell unterstützt?
Gilt für Schwangere ein besonderer Kündigungsschutz?
Was passiert, wenn die Schwangere die Kündigung erhält, weil der Arbeitgeber noch nichts von der Schwangerschaft weiß?
Wann müssen junge Mütter dem Arbeitgeber mitteilen, ob und in welchem Rahmen sie nach der Geburt wieder in den Beruf einsteigen wollen?
Welche Rechte haben stillende Mitarbeiterinnen?
Schwangere sind vom Gesetzgeber besonders geschützt
Was Schwangere nicht dürfen
Schwer heben in der Schwangerschaft ist verboten
Werdende Mütter dürfen manche Arbeiten nicht ausführen
Beschäftigungsverbot für bestimmte Berufe
Was wird aus dem Urlaub?
Zuerst der Vorgesetzte, dann die Kollegen
Unterschiede für Kleinbetriebe und große Unternehmen
Vor der Geburt eines Kindes
Noch auf der Suche nach einem schönen Vornamen?
Der Mutterschutz und seine Dauer
Besondere Situation: Mutterschutz nach einer Totgeburt oder dem Tod des Kindes nach der Geburt
Nach dem Mutterschutz: Anspruch auf Elternzeit
Weitere Infos rund um Schwangerschaft & Job
Diese Arbeiten sind während der Schwangerschaft tabu
Sonderpausen für Schwangere
Rechte von Schwangeren in der Ausbildung
Recht von Schwangeren, die selbstständig arbeiten
Mutterschutzgesetz 2020: Das sollten schwangere Frauen wissen
Mutterschaftsgeld und Mutterschutzlohn: finanzielle Sicherung
Mutterschutz als Selbstständige?
Ich war in der SSW 16, als meine erste Schwangerschaft mit einem geplanten Abbruch beendet werden musste. Das Mädchen war nicht lebensfähig. In meiner Firma wusste niemand von meiner Schwangerschaft. Das Problem war allerdings, dass von der ersten vorsichtigen Diagnose meines Frauenarztes bis zum endgültigen Befund und dem Abbruch gut eine Woche verging, in der ich täglich meinen Rechner an meinem Platz aufklappte und so tat, als würde ich konzentriert arbeiten. Zu meinem großen Glück gab es in dieser Zeit keine superwichtigen Kunden zufriedenzustellen, es war recht ruhig und ich konnte mich hinter meinem Bildschirm verstecken. Aber auf dem Weg zur Toilette, in der Mittagspause und auf dem Bahnsteig der S-Bahn fragten sich meine Kollegen sichtlich, was mit mir los war. Ich bin ein recht geselliger Mensch, rede gerne Unsinn, bin meistens gut drauf und lache viel. Die Veränderung meines Verhaltens war offenbar so auffällig, dass andere Mitarbeiter mich darauf ansprachen. Klar ging es mir schlecht, denn in den nächsten Tagen würde sich entscheiden, ob ich mein Baby behalten würde können oder nicht.
Ich war in der Zwickmühle. Mein Chef bemerkte die auffälligen Mängel in meiner Arbeit und die Blicke und Fragen der anderen verfolgten mich. Ich hätte so gerne darüber geredet, aber irgendwie brachte ich es jetzt nicht mehr übers Herz. Also erzählte ich einfach nur von privaten Problemen. Ich muss dazu sagen, dass ich einen ganz großartigen Chef und wunderbare Kollegen hatte. Hätten sie von meinem Problem gewusst, hätten sie mich ganz sicher nach Hause geschickt und mir befohlen die restliche Woche nur an mich zu denken. Aber ich war da und ich war nicht ich selbst und auch den besten Kollegen fällt so eine Situation schwer. Dann bekamen wir die Diagnose, ich musste in die Klinik und war danach zwei Wochen krank geschrieben. Allerdings genügen 14 Tage nicht mal annähernd, um so ein Erlebnis zu verarbeiten. Also ging ich wieder in die Arbeit und erzählte etwas von irgendeiner Bauch-OP. Ich fand, nun war es auch schon zu spät für die Wahrheit.
Als ich nach einem Jahr wieder schwanger wurde, wollte ich es ganz anders machen. Ich wartete den ersten Ultraschall ab und bat dann sofort meinen Chef um ein Gespräch. Ich war erst in der fünften Woche, aber mir war wichtig, dass jemand Bescheid wusste. Ich hatte Angst und ich war nach der Fehlgeburt ein wenig verunsichert. Bei jedem kleinen Ziehen dachte ich: „Ich verliere das Baby.“ Also beschloss ich meinem Vorgesetzten alles zu erzählen. Auch von der ersten Schwangerschaft, von meinen Ängsten und Sorgen. Ich hatte wahrscheinlich Glück, denn er reagierte einfach wunderbar. Er war selbst Papa und bat mich, sofort Bescheid zu sagen, wenn ich mich schlecht fühle. Ich solle mich ausruhen oder sofort nach Hause gehen oder erst gar nicht zur Arbeit kommen. Ich muss zugeben, so einen Chef hat nicht jeder. Verständnisvoll und einfühlsam fragte er mich täglich nach meinem Befinden und als ich mich plötzlich unwohl fühlte und Angst hatte, schickte er mich ohne Umschweife zu meinem Arzt. Ich war sehr froh, es ihm so früh gesagt zu haben. Denn so hatte ich Rückendeckung auf ganzer Linie.
Mal ganz abgesehen von der eigenen persönlichen Erfahrung. Es gibt ganz klare Regeln und Rechte, die dein Arbeitgeber während deiner Schwangerschaft einhalten muss.
Nach dem Ende der zwölften Schwangerschaftswoche fühlte ich mich wunderbar. Meinem Baby ging es gut, ich war total positiv und zuversichtlich. Also erzählte ich beim nächsten Redaktionsmeeting vor versammelter Mannschaft von meiner Schwangerschaft. Die Kollegen waren wunderbar. Sie freuten sich alle, fragten mich wie es mir geht, kümmerten sich um mich und sahen zu, dass ich alles hatte was ich brauchte. Wäre ich bei unserem zweiten Kind nicht noch in Elternzeit gewesen, hätte ich wohl manchen Leuten noch früher als in der SSW 12 davon erzählt. Viel mag aber auch daran liegen, dass wir ein sehr freundschaftliches Verhältnis untereinander pflegten – ich bin sicher, dass das nicht in jedem Betrieb so einfach ist. Für mich war es aber die beste Entscheidung überhaupt, zumindest eine Person sehr schnell von meinem wunderbaren Zustand in Kenntnis zu setzen. Es tat mir einfach gut und ich hatte das Gefühl, jemanden auf meiner Seite zu haben.
Eine besondere Form der Mitteilung ist nicht zwingend, sie kann auch mündlich erfolgen. Markowski empfiehlt aber, den Arbeitgeber schriftlich zu informieren, wenigstens per E-Mail. Als Nachweis kann der Arbeitgeber ein ärztliches Attest oder das einer Hebamme verlangen, dies ist dann vorzulegen.
Dabei ist zu bedenken, dass der Arbeitgeber auch nicht die besonderen Schutzvorschriften für werdende Mütter berücksichtigen kann, solange er von der Schwangerschaft nichts weiß.
Werdende Mütter stehen unter besonderem Schutz und dürfen manche Tätigkeiten nicht ausüben. Dazu zählen schwere körperliche Arbeiten, auch solche, bei denen sie sich regelmäßig bücken müssen, oder solche, bei denen sie schädlichen Umgebungseinflüssen, zum Beispiel Dämpfen, Hitze, Kälte oder großem Lärm, ausgesetzt sind.
„Verboten sind auch Fließband- oder Akkordarbeit und damit alle Entlohnungsarten, die an Arbeitstempo oder Quantität anknüpfen“, sagt Jurist Markowski. Auch Überstunden, Nachtarbeit oder Arbeiten an Sonn- und Feiertagen sind grundsätzlich nicht erlaubt, Letzteres ist aber auf ausdrücklichen Wunsch der Schwangeren gestattet, dann jedoch meldepflichtig.
Auch das Arbeiten bis 22 Uhr kann möglich sein, wenn die werdende Mutter ein Attest über die gesundheitliche Unbedenklichkeit vorlegt und die Nachtarbeit behördlich genehmigt wird.
Kommt es im Verlauf der Schwangerschaft zu Komplikationen, können zudem individuelle Beschäftigungsverbote greifen. Hierüber muss dann ein ärztliches Attest beigebracht werden.
Ja, das darf und muss er. Dies können dann auch Aufgaben sein, die die Mitarbeiterin normalerweise nicht machen müsste. „Hier gelten die normalen Grenzen des Weisungsrechts nicht. Was zumutbar ist, hängt vom Einzelfall ab“, erklärt Experte Markowski.
Sechs Wochen vor der Geburt und acht Wochen nach der Entbindung dürfen Frauen grundsätzlich nicht arbeiten. „Wenn eine werdende Mutter aber ausdrücklich in der Mutterschutzzeit vor der Geburt arbeiten möchte, darf sie dies tun.“
Regelmäßig wird der Arbeitgeber dieses Einverständnis, das jederzeit widerrufen werden kann, schriftlich einfordern. Anders ist es nach der Geburt. Markowski: „Diese Mutterschutzfrist ist zwingend und muss eingehalten werden.“
Während der Mutterschutzzeiten haben werdende und gerade entbundene Mütter keinen Anspruch auf Entgelt vom Arbeitgeber. Stattdessen erhalten gesetzlich versicherte Frauen Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse.
Dies beträgt maximal 13 Euro pro Tag; zusätzlich haben sie Anspruch auf einen Zuschuss zum Mutterschaftsgeld durch den Arbeitgeber: „Dieser zahlt die Differenz zwischen dem kalendertäglichen Nettodurchschnittsentgelt und den 13 Euro von der Krankenkasse“, erläutert Markowski.
Nicht gesetzlich krankenversicherte Frauen erhalten Mutterschaftsgeld vom Bundesversicherungsamt in Bonn. Dies ist auf 210 Euro pro Monat begrenzt und muss dort extra beantragt werden.
Das Mutterschutzgesetz schützt Schwangere nicht nur vor gefährlichen und Mutter und Kind gefährdenden Tätigkeiten, werdende Mütter genießen auch einen besonderen Kündigungsschutz.
Während der Schwangerschaft und bis vier Monate nach der Entbindung darf diesen Frauen nicht gekündigt werden. „Dies betrifft jegliche Art von Kündigung, die ordentliche ebenso wie die außerordentliche, die Änderungskündigung und jene im Rahmen von Massenentlassungen.“
In besonderen Fällen ist allerdings unter behördlicher Genehmigung eine Kündigung möglich, etwa wenn sich die Schwangere ein erhebliches Fehlverhalten hat zuschulden kommen lassen oder wenn beispielsweise der Betrieb aufgegeben wurde.
Erhält eine schwangere Mitarbeiterin eine Kündigung, etwa weil sie den Arbeitgeber noch nicht über die Schwangerschaft informiert hatte, muss sie das Unternehmen innerhalb von zwei Wochen über ihre Schwangerschaft in Kenntnis setzen, sonst ist die Kündigung wirksam.
Mitarbeiterinnen mit einem befristeten Arbeitsvertrag stehen nicht unter diesem Kündigungsschutz. Deren Verträge laufen auch während der Schwangerschaft regulär aus.
Mütter, die in Elternzeit gehen möchten, müssen dies dem Arbeitgeber rechtzeitig mitteilen. Wer die gesamte Elternzeit in den ersten drei Lebensjahren nutzen will, ist verpflichtet, dies spätestens sieben Wochen vor dem beabsichtigten Beginn anzeigen.
Wer die Elternzeit zwischen dem dritten Geburtstag und dem vollendeten achten Lebensjahr das Kindes nehmen möchte, muss sie spätestens 13 Wochen im Voraus anmelden. Markowski: „Dies muss schriftlich geschehen, mit eigenhändiger Unterschrift. Eine E-Mail reicht hier nicht aus.“
Wer in Teilzeit wieder in den Beruf einsteigen möchte, muss auch dies dem Arbeitgeber sieben Wochen vor dem geplanten Start schriftlich mitteilen, und zwar mit dem avisierten Anfangszeitpunkt und dem gewünschten Umfang.
„Zusätzlich empfiehlt sich auch ein Vorschlag zur Verteilung der Arbeitszeit“, rät Markowski. Hier sollte eine einvernehmliche Lösung mit dem Arbeitgeber angestrebt werden. Wer sich gar nicht äußert, muss mit Ablauf der Mutterschutzzeit acht Wochen nach der Geburt wieder im selben Umfang arbeiten wie vor der Entbindung.
Auch wer sein Kind stillt, hat besondere Rechte. So können stillende Mütter verlangen, dass ihnen die hierfür nötige Zeit freigegeben wird, mindestens zweimal eine halbe Stunde täglich oder einmal eine Stunde.
Wer mehr als acht Stunden zusammenhängend arbeitet, hat einen Anspruch auf zweimal täglich wenigstens 45-minütige Stillzeiten oder eineinhalb Stunden am Stück. Hierbei kommt es auf die Zeit an, die objektiv für das Stillen benötigt wird. „Muss die Mitarbeiterin hierfür beispielsweise nach Hause fahren, werden auch Wegezeiten berücksichtigt“, sagt Anwalt Markowski.
Das Mutterschutzgesetz besagt, es bestehe Mitteilungspflicht der Schwangerschaft, sobald sie der Schwangeren bekannt ist. Da dies keine genaue Frist vorschreibt, ist es Ihre persönliche Angelegenheit, wann Sie sich tatsächlich Gewissheit über Ihren Zustand verschafft haben. Damit können Sie selbst entscheiden, wann Sie Chef oder Chefin informieren. Warten Sie jedoch nicht zu lange damit. Ein guter Zeitpunkt ist der vierte Monat, denn dann ist die Gefahr einer Fehlgeburt nicht mehr so groß. Außerdem bleibt Zeit genug für alle Beteiligten, sich auf die neue Situation einzustellen und eventuelle Vorbereitungen zu treffen: Eine Schwangerschaftsvertretung organisieren, Konzepte für ein Teilzeit- oder Job-Sharing-Modell zu entwickeln, etc.
Wenn Sie Ihre Schwangerschaft wesentlich länger für sich behalten, könnte das für Verstimmung sorgen. Es vermittelt den Eindruck, als hätten Sie Angst vor den Folgen und wenig Vertrauen in die Kooperationsbereitschaft des Arbeitgebers. Gehen Sie selbstsicher an die Sache heran. Eine Veränderung in Ihrer Berufsplanung betrifft immer auch Ihr berufliches Umfeld und sollte von verantwortlicher Stelle mit gestaltet werden. Ein rein formaler Tipp: Informieren Sie im Anschluss an dieses Gespräch auch die Personalabteilung, weil von nun ab bestimmte Mutterschutzvorschriften für Sie gelten.
Hierzu noch ein kleiner Ausschnitt aus dem Mutterschutzgesetz § 5 – Mitteilungspflicht, ärztliches Zeugnis
Beitrag erstellt am: 18.04.05 00:00
Beitrag zuletzt aktualisiert am: 22.08.16 12:55
Wenn sich der Teststreifen blau färbt, ist die Freude meist groß. Aber auch andere Gefühle stellen sich ein: Unsicherheit, Zukunftsängste und die Frage, wann der Arbeitgeber informiert über die Schwangerschaft werden muss.
Die meisten Schwangeren wollen warten, bis die ersten kritischen Wochen vorbei sind. Die gesetzliche Empfehlung lautet, es zu sagen, sobald man es weiß, sagt Nathalie Oberthür, Rechtsanwältin in Köln. Es habe jedoch keine Folgen für die Frau, wenn sie dieser Empfehlung nicht folgt. „Es ist ihr deshalb selbst überlassen, wann sie es dem Vorgesetzten sagt.“
Allerdings sollte man fair sein und es nicht zu spät sagen, damit das Unternehmen für die Abwesenheit rechtzeitig planen kann. Dies nutzt auch der Frau, denn Schwangere werden vom Gesetzgeber besonders geschützt. Das Mutterschutzgesetz regelt, welche Rechte sie haben.
Es gibt Situationen im Arbeitsleben, die einer Schwangeren nicht zugemutet werden können. Dazu zählen unter anderem der Umgang mit radioaktiven beziehungsweise giftigen Stoffen oder Krankheitserregern, Akkord- und Fließbandarbeit, ständiges Stehen sowie Nacht- und Sonntagsarbeit.
Schwangere müssen außerdem darauf achten, dass sie nicht mehr als zehn Kilogramm heben. Darauf weist Michael Nasterlack von der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) hin. Es besteht die Gefahr, sich zu überlasten und frühzeitig Wehen auszulösen. Auch das regelmäßige Heben von Gewichten, die mehr als fünf Kilogramm wiegen, ist nicht erlaubt. Im Zweifel sollten Schwangere lieber Kollegen um Hilfe bitten.
Stewardessen, Taxifahrerinnen, U-Bahnfahrerinnen und andere Frauen, die den Großteil ihrer Arbeitszeit auf sogenannten Beförderungsmitteln verbringen, dürfen bereits ab dem dritten Monat nicht mehr an ihrem eigentlichen Arbeitsplatz tätig sein. Für alle gilt, dass die reine Arbeitszeit von 8,5 Stunden täglich nicht überschritten werden darf und dass der Arbeitgeber ihnen die Möglichkeit geben muss, sich bei Bedarf auszuruhen.
Für bestimmte Beschäftigungsbereiche wie Gastronomie oder Landwirtschaft gibt es Ausnahmen. Zusätzlich zu den gesetzlichen Bestimmungen existiert das individuelle Beschäftigungsverbot. Durch ein ärztliches Attest kann die Beschäftigung ganz oder teilweise untersagt werden. Besonders häufig davon betroffen sind zum Beispiel Kita-Erzieherinnen.
Einer schwangeren Frau darf normalerweise bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Geburt nicht gekündigt werden. Selbst in der Probezeit. Das gilt auch, wenn die Frau zum Zeitpunkt der Kündigung zwar bereits schwanger war, dies aber dem Vorgesetzten noch nicht mitgeteilt hat oder es selbst noch nicht wusste. Allerdings muss sie dann innerhalb von zwei Wochen die Schwangerschaft bekannt geben. Sollte die Frau eine Fehlgeburt erleiden, erlischt der Kündigungsschutz übrigens sofort.
Sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beginnt die Mutterschutzzeit spätestens. Schwangere Frauen müssen danach nicht mehr arbeiten, ausgenommen wenn sie sich ausdrücklich dazu bereit erklären. Ihre restlichen Urlaubstage müssen die Frauen nicht vor dem Mutterschutz und ihrer folgenden Elternzeit abbauen. „Den Resturlaub kann man auch ans Ende der Elternzeit hängen“, sagt Anwältin Oberthür.
Je gefährlicher der Job für das werdende Leben sein kann, desto eher sollte die Schwangere mit dem Vorgesetzten reden. Denn nur dann hat dieser die Möglichkeit, der schwangeren Frau – ohne Einkommenseinbußen – einen adäquaten anderen Arbeitsplatz zuzuteilen. Vor allem in größeren Betrieben muss auch die Personalabteilung von der Schwangerschaft unterrichtet werden.
Ein solches Gespräch sollte nicht zwischen Tür und Angel und möglichst auch nicht Montagmorgen oder Freitagnachmittag geführt werden. Es ist sinnvoll, sich einen längeren Termin geben zu lassen, damit in Ruhe über die Situation gesprochen werden kann. Dabei sollte die Frau dem Vorgesetzten signalisieren, wie wichtig ihr der Arbeitsplatz ist und dass sie gerne zurückkehren möchte.
Nach wie vor gibt es Arbeitgeber, die auf eine Schwangerschaft nicht positiv reagieren. Das bringt vor allem Frauen in leitenden Positionen dazu, ihren Zustand erst sehr spät zu offenbaren, um keine Nachteile zu erfahren. Für ein großes Unternehmen sind die Themen Mutterschutz und Elternzeit Alltag, aber gerade für Kleinbetriebe bedeutet der Ausfall oft einschneidende Veränderungen. Hier ist es gut, die Kommunikation aufrechtzuerhalten und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Auch wenn man am liebsten die ganze Abteilung mit den neuesten Ultraschallbildern beglücken möchte und sich von früh bis spät Gedanken darüber macht, ob ein Geburtshaus für die Entbindung in Frage kommt, sollte man diese Themen vom Arbeitsplatz fernhalten. Arzttermine erledigt man am besten außerhalb der Arbeitszeit. Es ist deutlich besser, den Kollegen und Vorgesetzten zu zeigen, dass sich an der Qualität der Arbeit und an der Professionalität nichts geändert hat.
Schwangerschaft als Karrierekiller?: “Gut, dass Sie nicht so blöd sind, schwanger zu werden“
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Die Mutterschutzbestimmungen dienen dem Schutz Ihrer Gesundheit als (werdende) Mutter und dem Schutz der Gesundheit Ihres Kindes. Sie können jedoch erst dann in Kraft treten, wenn Ihre Arbeitgeberin/Ihr Arbeitgeber von Ihrer Schwangerschaft Kenntnis hat.
Die Schutzbestimmungen des Mutterschutzgesetzes gelten für:
Weiters mit Abweichungen auch für:
Hausgehilfinnen und Hausangestellte
Vertragsbedienstete und Beamtinnen des Bundes
Landes- und Gemeindebedienstete, die in Betrieben beschäftigt sind
Das Mutterschutzgesetz gilt nicht für selbstständig erwerbstätige Frauen (in Gewerbe, Land- und Forstwirtschaft).
Sobald die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber von der Schwangerschaft einer Arbeitnehmerin Kenntnis erlangt, hat sie/er die Schutzbestimmungen laut Mutterschutzgesetz (MSchG) einzuhalten.
ACHTUNG Die Arbeitnehmerin steht ab Bestehen der Schwangerschaft unter Kündigungs- und Entlassungsschutz. Während der Schutzfrist – acht Wochen vor der Entbindung und grundsätzlich acht Wochen nach der Entbindung – besteht ein generelles Beschäftigungsverbot für die Arbeitnehmerinnen.
Die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber muss dies sofort dem zuständigen Arbeitsinspektorat melden und Ihnen eine Kopie dieser Meldung aushändigen. Sollten Sie früher als geplant entbinden, melden Sie auch dies rechtzeitig Ihrer Arbeitgeberin/Ihrem Arbeitgeber, damit Sie später bei der Berechnung der Schutzfrist und des Wochengeldes keine Probleme haben.
Im Fall einer Totgeburt (kein Lebenszeichen erkennbar und Geburtsgewicht mindestens 500 Gramm) dauert die Schutzfrist zwischen 8 und 16 Wochen.
Während der Schwangerschaft und bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung
Mündliche Kündigung: Bekanntgabe der Schwangerschaft binnen fünf Arbeitstagen nach Ausspruch der Kündigung
Schriftliche Kündigung: Bekanntgabe der Schwangerschaft binnen fünf Arbeitstagen nach Zustellung der Kündigung
Nachweispflicht der Arbeitnehmerin: Die Schwangerschaft oder deren Vermutung muss durch eine Bestätigung einer Ärztin/eines Arztes bzw. die Entbindung eines Kindes durch dessen Geburtsurkunde (gleichzeitig mit der Bekanntgabe der Schwangerschaft bzw. der Geburt) nachgewiesen werden
(Eltern)Karenz: Bis vier Wochen nach der Inanspruchnahme
Teilzeitbeschäftigung: Bis vier Wochen nach dem Ende der Teilzeitbeschäftigung längstens jedoch bis vier Wochen nach dem Ablauf des vierten Lebensjahres des Kindes
Bis zum Ablauf von 4 Wochen nach einer Fehlgeburt
Während der Schwangerschaft und nach der Entbindung dürfen Mütter nicht mit schwerer körperlicher Arbeit beschäftigt werden.
Wenn Sie eine Arbeit verrichten, die unter das Arbeitsverbot fällt, muss Ihnen Ihre Arbeitgeberin/Ihr Arbeitgeber einen anderen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen. Falls dies nicht möglich ist, ist die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber trotzdem verpflichtet, Ihnen Ihren Lohn weiterzuzahlen (allerdings ohne Berücksichtigung von Überstunden).
Nähere Informationen darüber, welche Arbeitsverbote bei Ihrer Arbeit eventuell zu tragen kommen, erhalten Sie beim Arbeitsinspektorat.
TIPP Bei Unklarheiten über Regelungen, die den Mutterschutz betreffen, wenden Sie sich bitte an die jeweilige Arbeiterkammer bzw. wenn Sie Gewerkschaftsmitglied sind, an Ihre Fachgewerkschaft. Auch in den Elternschulen finden Sie Gelegenheit, mit Rechtsberaterinnen/Rechtsberatern Ihrer Arbeiterkammer persönlich zu sprechen.
Bei einer Schwangerschaft haben sowohl die Arbeitnehmerin als auch die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber bestimmte Mitteilungs- und Nachweispflichten:
Die Arbeitnehmerin hat
ihre Schwangerschaft als auch den voraussichtlichen Geburtstermin der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber unmittelbar nach dem Bekanntwerden mitzuteilen
eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Schwangerschaft und den voraussichtlichen Entbindungszeitpunkt auf Verlangen der Arbeitgeberin/des Arbeitgebers vorzulegen
die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber innerhalb der vierten Woche vor Beginn der Schutzfrist auf diese aufmerksam zu machen
die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber auf eine von einer vorzeitigen Beendigung der Schwangerschaft hinzuweisen zu verständigen
Die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber hat
das Bestehen der Schwangerschaft bei einer Arbeitnehmerin dem zuständigen Arbeitsinspektorat schriftlich unter Anführung folgender Informationen über die werdende Mutter mitzuteilen:
diese Meldung an das Arbeitsinspektorat in Kopie der Arbeitnehmerin zu übergeben
die Leiterin/den Leiter der betriebsärztlichen Betreuung (wenn vorhanden) zu informieren
eine Arbeits- und Entgeltbestätigung für die Inanspruchnahme des Wochengeldes auszustellen
Arbeitskräfteüberlasserinnen/Arbeitskräfteüberlasser sind darüber hinaus verpflichtet, dem zuständigen Arbeitsinspektorat den Wechsel der Beschäftigerin/des Beschäftigers einer schwangeren Arbeitnehmerin oder die Tatsache des häufigen, kurzfristigen Wechsels anzuzeigen.
Hat die Amtsärztin/der Amtsarzt vor Beginn der Schutzfrist oder darüber hinaus ein Beschäftigungsverbot verhängt, wird das Wochengeld für die Dauer des Beschäftigungsverbots gezahlt.
Für unselbstständig erwerbstätige Frauen richtet sich die Höhe des Wochengeldes nach dem Nettobezug der letzten drei Monate. Hinzu kommt auch ein Zuschlag für Sonderzahlungen, wie beispielsweise Urlaubs- und Weihnachtsgeld.
Geringfügig beschäftigte Selbstversicherte (nur bei Selbstversicherung nach § 19a ASVG) erhalten einen Fixbetrag in Höhe von 9,30 Euro pro Tag (Wert für das Jahr 2019).
Bezieherinnen von Kinderbetreuungsgeld bekommen dann Wochengeld für ein weiteres zu erwartendes Kind, wenn sie schon bei der vorherigen Geburt (also für jenes Kind, für das sie gerade Kinderbetreuungsgeld erhalten) Anspruch auf Wochengeld hatten und bei Beginn der Schutzfrist Kinderbetreuungsgeld beziehen.
Tritt man aus dem Bezug von Kinderbetreuungsgeld aus einer Pauschalvariante in die Schutzfrist für ein weiteres Kind ein, wird das Wochengeld in der Höhe von 180 Prozent der rund 436 Euro monatlich (= Auszahlungsvariante 30+6 Monate beim Kinderbetreuungsgeld) berechnet.
Tritt man aus dem Bezug von einkommensabhängigem Kinderbetreuungsgeld in die Schutzfrist für ein weiteres Kind ein, so wird das Wochengeld in der Höhe von 125 Prozent des einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldes berechnet.
bei Bezug von Leistungen nach dem Arbeitslosenversicherungsgesetz (AlVG) – Arbeitslosengeld, Notstandshilfe – bzw. von Kinderbetreuungsgeld vor Beginn der achtwöchigen Schutzfrist: „Mitteilung über den Leistungsanspruch“
ACHTUNG Für den Bezug von Kinderbetreuungsgeld müssen Sie die fünf Untersuchungen während der Schwangerschaft und die fünf Untersuchungen in den ersten 14 Lebensmonaten des Kindes korrekt durchführen lassen und diese auch nachweisen. Achten Sie bitte dringend darauf, die Untersuchungen in den vorgeschriebenen Zeiträumen durchführen lassen. Die Nichtdurchführung einer Untersuchung (oder mehrerer Untersuchungen), verspätete Untersuchungen sowie das Unterlassen des Nachweises der Untersuchungen bei der Krankenkasse führen zu einer Kürzung des Kinderbetreuungsgeldes.
Sobald eine Schwangerschaft festgestellt wurde ist eine regelmäßige ärztliche Betreuung durch eine Gynäkologin/einen Gynäkologen wichtig. Nur dann kann bei dem geringsten Anzeichen einer gesundheitlichen Gefährdung rechtzeitig die entsprechende Behandlung erfolgen. Auch die empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen nach dem Mutter-Kind-Pass sollten zeitgerecht durchgeführt werden. Die Ärztekammern der Bundesländer bieten eine Arztsuche nach Fachgebiet und weiteren Kriterien an.
TIPP Innerhalb der 18. und 22. Schwangerschaftswoche kann im Rahmen des Mutter-Kind-Passes eine kostenlose einstündige Hebammenberatung in Anspruch genommen werden. Hebammen, die Beratungen im Rahmen des Mutter-Kind-Passes durchführen, finden sich auf den Seiten des Österreichischen Hebammen-Gremiums.
Geburtsvorbereitungskurse werden österreichweit beispielsweise von folgenden Institutionen und Personen angeboten:
Geburtenabteilungen von Krankenanstalten
Privaten Vereinigungen wie beispielweise bei der „NANAYA – Zentrum für Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Kindern“ in Wien
Schwangerschaftsgymnastik wird in ganz Österreich in Geburtenabteilungen von Krankenanstalten, von Hebammen und in den Eltern-Kind-Zentren des Amtes für Jugend und Familie angeboten.
Weitere Informationen finden Sie auf den deutschsprachigen Seiten von oesterreich.gv.at.
Bei einer Beschäftigung einer werdenden Mutter muss der Arbeitgeber von sich aus die Vorschriften des Mutterschutzgesetzes – MuSchG einhalten und die erforderlichen Maßnahmen treffen.
Gemäß § 15 Abs.1 Mutterschutzgesetz soll die werdende Mutter dem Arbeitgeber ihre Schwangerschaft und den mutmaßlichen Tag der Entbindung mitteilen, sobald ihr ihr Zustand bekannt ist. Die Mitteilung kann auch mündlich erfolgen.
Im Leitfaden zum Mutterschutz des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wird bzgl. der Bekanntgabe der Schwangerschaft ausgeführt:
„Sie sollten Ihrem Arbeitgeber Ihre Schwangerschaft möglichst früh mitteilen. Im Übrigen müssen Sie grundsätzlich nichts weiter veranlassen. Ihr Arbeitgeber ist zur Einhaltung der Mutterschutzvorgaben und nach Ihrer Mitteilung über Ihre Schwangerschaft bzw. Stillzeit zur Umsetzung der erforderlichen Schutzmaßnahmen gesetzlich verpflichtet. Mutterschutz muss nicht beantragt werden, Ihrer Zustimmung für die Sicherstellung des Mutterschutzes bedarf es nicht.“
Der Arbeitgeber ist verpflichtet, sofort nach Bekanntwerden der Schwangerschaft die zuständige Aufsichtsbehörde zu informieren sowie den Arbeitsplatz und die Arbeitsbedingungen einer werdenden oder stillenden Mutter so zu gestalten, dass Leben und Gesundheit von Mutter und Kind durch die berufliche Tätigkeit nicht gefährdet werden.
Das bedeutet, dass der Arbeitgeber sofort nach Bekanntgabe der Schwangerschaft die erforderlichen Schutzmaßnahmen, die er aus der Gefährdungsbeurteilung gemäß § 10 Abs. 1 MuSchG ermittelt hat, umsetzen muss. Darüber hinaus ist er verpflichtet, der schwangeren Arbeitnehmerin ein Gespräch über die weitere Anpassung von Arbeitsbedingungen anzubieten (§ 10 Abs. 2 MuSchG).
Falls die Arbeitsplatzbeurteilung ergeben hat, dass die Sicherheit oder Gesundheit der werdenden Mutter oder des ungeborenen Kindes gefährdet ist, muss der Arbeitgeber geeignete Schutzmaßnahmen in folgender Rangfolge veranlassen:
3. Freistellung wegen eines Beschäftigungsverbotes unter Fortzahlung des Entgeltes gemäß § 18 MuSchG.
Eine Schwangerschaft ist eine ziemliche Belastung für den Körper. Der werdenden Mutter stehen deswegen im Job einige Vergünstigungen zu, die im Mutterschutzgesetz geregelt werden. Das ist wichtig, damit der Job nicht die Gesundheit von Mutter und Kind gefährdet. Die wichtigsten Punkte haben wir hier für euch zusammengefasst. Und natürlich auch eure Pflichten eurem Arbeitgeber gegenüber, genau wie Infos zur Dauer des Mutterschutzes und zur Elternzeit.
Viele Schwangere interessieren sich besonders für den Mutterschutz und seine Dauer. Sie müssen schließlich planen, ab wann sie nicht mehr arbeiten gehen müssen und auch wie es nach der Geburt weitergeht.
Die Mutterschutzfrist beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und endet acht Wochen nach der Entbindung – bei Früh- und Mehrlingsgeburten zwölf Wochen nach der Entbindung. Während der Schutzfrist nach der Geburt besteht absolutes Beschäftigungsverbot.
Übrigens: Während nach der Geburt ein absolutes Beschäftigungsverbot gilt, kann auf den Mutterschutz vor der Geburt verzichtet werden. Allerdings muss die Frau das ausschließlich selbst entscheiden, der Arbeitgeber darf keinen Einfluss darauf nehmen oder das von seiner Mitarbeiterin verlangen. Die Entscheidung über den Verzicht auf Mutterschutz kann jederzeit widerrufen werden.
Die Dauer des Mutterschutzes nach der Geburt eines behinderten Kindes wurde mit der Neuregelung der Mutterschutzfrist 2018 auf zwölf Wochen verlängert.
Auch nach einer Totgeburt oder dem Tod des Kindes nach der Geburt hat die Mutter ein Recht auf eine Mutterschutzfrist von acht Wochen. Die muss sie aber nicht in Anspruch nehmen, wenn sie das nicht möchte. Allerdings darf sie frühestens zwei Wochen nach der Geburt wieder in den Beruf zurückkehren. Ihre Entscheidung ist jederzeit widerrufbar.
Im Mutterschutz habt ihr Anspruch auf Mutterschaftsgeld (bei Krankenkasse beantragen!) sowie einen Arbeitgeberzuschuss. Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschuss machen meist ungefähr so viel aus wie euer letztes Nettoeinkommen.
Nach der Mutterschutzfrist habt ihr die Möglichkeit, Elternzeit zu nehmen. Diese ist für jedes Elternteil höchstens drei Jahre lang und endet grundsätzlich mit der Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes. Ist der Arbeitgeber einverstanden, kann aber ein Anteil von bis zu einem Jahr auch später noch genommen werden – bis zur Vollendung des achten Lebensjahres des Kindes. Während dieser Zeit habt ihr Anspruch auf Elterngeld.
Weiter Informationen und einen Leitfaden zum Mutterschutz findet ihr auch auf der Seite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Es gibt keinen festen Zeitpunkt, bis zu dem man seinen Arbeitgeber über die Schwangerschaft informiert haben muss. Aber es ist gut, das Gespräch so früh wie möglich zu suchen. Die meisten Schwangeren warten bis zum Ende des ersten Trimesters, also dem Zeitpunkt, ab dem die kritische Phase der Schwangerschaft vorbei und das Risiko für eine Fehlgeburt deutlich gesunken ist.
Übrigens: Der Arbeitgeber kann verlangen, dass ihr die Schwangerschaft per Attest nachweist. Er ist verpflichtet, etwaige Kosten für die Bescheinigung zu übernehmen.
Während der Schwangerschaft dürfen keine Arbeiten verrichtet werden, die die Gesundheit des ungeborenen Kindes gefährden könnten. So darf man zum Beispiel keine Nachtarbeit mehr leisten, nicht mehr mit gefährlichen Stoffen hantieren und nicht am Fließband arbeiten.
Außerdem tabu: Arbeiten, bei denen man Dämpfen, Kälte, Hitze, Nässe, Erschütterungen oder Lärm ausgesetzt ist. Auch dürft ihr keinen Job ausführen, bei dem ihr euch häufig strecken und beugen und regelmäßig mehr als fünf Kilogramm tragen müsst. Mehr als vier Stunden Stehen sind ebenso verboten.
Sonderpausen für Schwangere gibt es nicht, aber ihr solltet während der Arbeit auf ausreichende Erholungspausen achten!
Gut zu wissen: Der Arbeitgeber muss euch für Arztbesuche freistellen. Diese Zeit muss übrigens nicht vor- oder nachgearbeitet werden.
Eine Kündigung wegen Schwangerschaft ist in Deutschland verboten. Während der gesamten Schwangerschaft und auch bis zu vier Monate danach ist eine Kündigung nicht zulässig.
Allerdings muss eine der folgenden Bedingungen erfüllt sein:
Dem Arbeitgeber war zur Zeit der Kündigung die Schwangerschaft oder Entbindung bekannt.
Der Arbeitgeber wurde innerhalb von zwei Wochen nach Zugang der Kündigung über die Schwangerschaft oder die Entbindung informiert.
Wenn der Arbeitgeber von der Schwangerschaft weiß und euch trotzdem kündigt, könnt ihr innerhalb von drei Wochen Klage beim Arbeitsgericht einreichen. Entweder gebt ihr die Klage dazu mündlich vor Gericht zu Protokoll – oder ihr beauftragt einen Rechtsanwalt.
Achtung: Die Kosten für diesen müsst ihr selbst bezahlen, auch wenn ihr den Prozess gegen den Arbeitgeber gewinnt.
Zusatzinfo: Ist abzusehen, dass die Auszubildende durch die Schwangerschaft länger fehlt, sodass sie die Abschlussprüfungen nicht schaffen kann, kann sie bei der Aufsichtsstelle einen Antrag auf Verlängerung der Ausbildungszeit stellen.
Nach der Lehre hat sie keinen Anspruch auf Übernahme – es sei denn, diese war bereits vor der Schwangerschaft mit dem Ausbilder besprochen.
Ohne finanzielle Rücklagen ist es für Selbstständige oft schwierig, lange mit ihrer Arbeit auszusetzen. Deswegen arbeiten viele Selbstständige oft auch während der Mutterschutzfristen. Denn der Mutterschutz gilt nur für Arbeitnehmerinnen – und nicht für Selbstständige.
Bei freiwillig gesetzlich Versicherten ist wichtig, dass sie eine Krankentagegeldversicherung abschließen. Dann erhalten sie in den 14 Wochen der Mutterschutzfristen Mutterschaftsgeld, das der Höhe des Krankengeldes entspricht. Private Versicherungen zahlen oft nur eine Entbindungspauschale.
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Als werdende Mutter dürfen Sie in den letzten 8 Wochen vor dem Ent­bind­ungs­termin nicht arbeiten. Das ist die sogenannte Schutzfrist. Besteht Gefahr für Sie oder Ihr Kind, können Sie bereits früher frei gestellt werden, wenn Ihr Fach­arzt die Freistellung befürwortet und schriftlich begründet. In manchen Fällen stellt auch die Arbeitsinspektionsärztin oder der Amts­arzt ein Freistellungszeugnis aus. Das Freistellungszeugnis müssen Sie dem Dienst­geber, der Dienstgeberin vorzulegen – und Sie dürfen dann ab sofort nicht mehr beschäftigen werden.
Doch keine Sorge – ärztliche Untersuchungen, v.a. die Mutter-Kind-Pass-Unter­such­ungen können Sie auch während der Arbeitszeit machen lassen, wenn es Ihnen nicht möglich oder zumutbar ist, sie sonst durchzuführen. Ihr Arbeit­geber ist verpflichtet, Ihnen während dieser Zeit Ihren Lohn bzw. Ihr Gehalt ganz normal weiter zu bezahlen.
In der Schwangerschaft tragen Frauen nicht nur Verantwortung für die eigene Gesundheit, sondern auch für die des ungeborenen Kindes. Damit beide auch am Arbeitsplatz geschützt sind, gibt es das Mutterschutzgesetz. Hier finden Sie einen Überblick darüber, was dieses regelt.
Mutterschutz – wie lange? Das sind die Fristen im Mutterschutzgesetz
Der Mutterschutz ist für alle Arbeitnehmerinnen gültig, die schwanger sind. Es spielt keine Rolle, ob sie in Betrieben, in der Verwaltung, in Familienhaushalten oder in der Landwirtschaft tätig sind. Zudem gilt das Mutterschutzgesetz auch unabhängig von der Art des Arbeitsverhältnisses. Vollzeitkräfte und hauptberuflich Tätige erhalten gleichermaßen Mutterschutz wie Teilzeitarbeiterinnen, Aushilfen, nebenberufliche Arbeitnehmerinnen und Auszubildende.
Seit der letzten Änderung von 2018 gilt der Mutterschutz zudem auch für Schülerinnen, Studentinnen und Praktikantinnen. Auch für andere Frauen wurde der Mutterschutz 2018 vereinheitlicht – für Beamtinnen, Soldatinnen und Richterinnen etwa.
Unabhängig von der Branche können alle schwangeren Frauen durch die Änderung des Mutterschutzgesetzes von 2018 entscheiden, ob sie sonn- und feiertags arbeiten wollen. Auch zwischen 20 und 22 Uhr ist es dann möglich für sie, zu arbeiten. Das alles geht allerdings nur, wenn sowohl Schwangere als auch Arbeitgeber zustimmen, der Arzt es erlaubt und außerdem die zuständige Aufischtsbehörde zustimmt. An Sonn- und Feiertagen dürfen Schwangere nicht allein arbeiten.
Ein individuelles Beschäftigungsverbot im Mutterschutz ist dann unumgänglich, wenn „Leben oder Gesundheit von Mutter oder Kind“ durch die Arbeit gefährdet sind. Das bezieht sich auf individuelle gesundheitliche Gründe, die in einem ärztlichen Attest bestätigt werden müssen.
Doch neben einem solchen individuellen Beschäftigungsverbot dürfen werdende Mütter darüber hinaus auch – ganz unabhängig von der Art der Beschäftigung – in den letzten sechs Wochen vor dem mutmaßlichen Entbindungstermin und acht Wochen (beziehungsweise bei Früh- und Mehrlingsgeburten zwölf Wochen) danach nicht beschäftigt werden. Mütter von Kindern mit Behinderung können die Schutzfrist von acht auf zwölf Wochen ausdehnen. Diese Ausfallzeiten gelten rechtlich als reguläre Arbeitszeit, weshalb beispielsweise auch Urlaubsansprüche in dieser Phase entstehen.
Allerdings gibt es Unterschiede zwischen der Zeit vor und der Zeit nach der Geburt: Während der letzten sechs Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin ist das Beschäftigungsverbot nur relativ. Das bedeutet, dass Schwangere auf eigenen Wunsch weiter arbeiten dürfen – wenn der Arzt nicht Ruhe verordnet hat. Die Bereitschaft zur Arbeit dürfen Schwangere aber jederzeit widerrufen, mehr als acht Stunden pro Tag sind zudem nicht erlaubt. Nach der Geburt ist das Beschäftigungsverbot dagegen absolut: Arbeitgeber dürfen Mütter in dieser Zeit nicht beschäftigen – selbst wenn diese das wünschen.
Selbstständig erwerbstätige Frauen haben keinen Anspruch auf die gesetzlichen Schutzbestimmungen des Mutterschutzgesetzes. Haben sie eine Krankentagegeldversicherung abgeschlossen, zahlt ihnen der Versicherer etwas für ihren Verdienstausfall während der Schutzfristen. Grundlage dafür ist das im Vertrag festgelegte Krankentagegeld.
Im Mutterschutzgesetz ist ein besonderer Kündigungsschutz für schwangere Arbeitnehmerinnen verankert. Dieser beträgt vier Monate und gilt auch für Frauen, die nach der zwölften Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt hatten. Ausnahmen für den Kündigungsschutz könnten jedoch ein befristeter Arbeitsvertrag oder eine Kündigung mit behördlicher Zustimmung darstellen.
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