Source: http://docplayer.org/13209718-Gestalten-statt-verwalten-die-schuldenbremse-pros-und-cons-2-problemaufriss.html
Timestamp: 2020-02-25 10:06:42
Document Index: 325479381

Matched Legal Cases: ['Art. 109', 'Art. 115', 'Art. 109', 'Art. 115', 'Art. 109', 'Art. 143']

Gestalten statt verwalten. Die Schuldenbremse Pros und Cons 2) Problemaufriss - PDF Free Download
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1 Gestalten statt verwalten Die Schuldenbremse Pros und Cons 28. Oktober
2 Übersicht 1. Schuldenbegrenzende in aller Kürze 2. Problemaufriss 2.1 Grundsätzliches 2.2 Pro & Contra der Konjunkturkomponente 2.3 Pro & Contra der strukturellen Komponente 2.4 Pro & Contra der Ausnahmetatbestände 2.5 Pro & Contra der Konsolidierungshilfen 2.6 Pro & Contra des Stabilitätsrates 3. Fazit 2
3 Neue gemeinsame Schuldenregel für Bund und Länder (Artikel 109 GG) Haushalte von Bund und Ländern sind ohne Einnahmen aus Krediten auszugleichen Ausnahmen des Aufnahmeverbots sind eingeschränkt zugelassen Aufstellung der Haushalte zur symmetrischen Berücksichtigung einer von der Normallage abweichenden Konjunkturentwicklung (Kreditaufnahmen sind im Abschwung möglich, im Aufschwung aber zurückzuführen) für Bund und Länder in Fällen von Naturkatastrophen oder außergewöhnlichen Notsituationen mit gleichzeitiger Festlegung entsprechender Tilgungsregelungen 3
4 (Fortsetzung) in Konkretisierung der grundsätzlichen Vorgabe des mittelfristig ausgeglichenen Haushaltes ist es für den Haushalt des Bundes gemäß Artikel 109 Absatz 3 Satz 4 Grundgesetz noch zulässig, Einnahmen aus Krediten bis zur Höhe von 0,35 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) jährlich in Anspruch zu nehmen (strukturelle Komponente) eine strukturelle Komponente ist für die Länder nicht vorgesehen 4
5 Konkretisierung für den Bund (Artikel 115 GG) Abweichungen von tatsächlicher und zulässiger Kreditaufnahme sind auf einem Kontrollkonto festzuhalten negativer Saldo des Kontrollkontos soll 1,5 % des BIP nicht überschreiten ab einer Überschreitung von 1 % des BIP ist der Saldo des Kontrollkontos konjunkturgerecht zurückzuführen Inanspruchnahmen von Ausnahmeregelungen bei Naturkatastrophen oder außergewöhnlichen Notsituationen nur durch Mehrheitsbeschluss des Bundestages möglich 5
6 Übergangsregelung (Artikel 143d Abs. 1 GG) Übergangsregelung in Artikel 143d Abs. 1 Grundgesetz sieht die erstmalige Anwendung der Neuregelungen in Artikel 109 und 115 Grundgesetz für das Haushaltsjahr 2011 vor die Einhaltung der Vorgabe des ausgeglichenen Haushalts ist für den Bund ab dem Jahr 2016 zwingend vorgesehen, für die Länder ab dem Jahr
7 Konsolidierungshilfen (Artikel 143d Abs. 2 und 3 GG) 5 Länder erhalten als Hilfe zur Einhaltung der genannten Schuldenregeln für den Zeitraum 2011 bis 2019 finanzielle Unterstützung i. H. v. 800 Mio jährlich, insgesamt also 7,2 Mrd. Bremen (300 Mio) Saarland (260 Mio) Berlin (80 Mio) Sachsen-Anhalt (80 Mio) Schleswig-Holstein (80 Mio) 7
8 Verfahren zur Vermeidung von Haushaltsnotlagen (Artikel 109a GG) Einführung eines sog. kooperativen Frühwarnsystems Stabilitätsrat, dem die Finanzminister von Bund und Ländern sowie der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie angehören, überwacht die Haushaltsführung von Bund und Ländern und die Konsolidierungsfortschritte der genannten fünf Empfängerländer dazu wird jährlich die Finanzlage von Bund und Ländern dargestellt und geprüft im Falle von Haushaltsnotlagen soll der Stabilitätsrat Sanierungsprogramme vereinbaren (Veröffentlichung der Beschlüsse und Beratungsunterlagen) 8
9 Übersicht 1. Schuldenbegrenzende in aller Kürze 2. Problemaufriss 2.1 Grundsätzliches 2.2 Pro & Contra der Konjunkturkomponente 2.3 Pro & Contra der strukturellen Komponente 2.4 Pro & Contra der Ausnahmetatbestände 2.5 Pro & Contra der Konsolidierungshilfen 2.6 Pro & Contra des Stabilitätsrates 3. Fazit 9
10 2.1 Grundsätzliches Art. 109 GG erheblich ausgebaute Regelungstiefe Formulierung von Rahmenbedingungen und Einzelausprägungen des Schuldenrechts striktere Vorgaben für Länderhaushalte unterschiedliche Behandlung von Bund und Ländern Ursprünglicher Zweck der Verfassung: Höchstrangige normative Aussage über die Grundprinzipien der Herrschafts- und Wertordnung im Staat. normative, rechtliche Grundordnung Bedingung der Ordnungs- und Stabilisierungsfunktion: Beschränkung auf Aufnahme des Verfassungswürdigen Kennzeichen der Sprache im GG: Nüchternheit Knappheit Zeitlosigkeit und Allgemeinverständlichkeit 10
11 Übersicht 1. Schuldenbegrenzende in aller Kürze 2. Problemaufriss 2.1 Grundsätzliches 2.2 Pro & Contra der Konjunkturkomponente 2.3 Pro & Contra der strukturellen Komponente 2.4 Pro & Contra der Ausnahmetatbestände 2.5 Pro & Contra der Konsolidierungshilfen 2.6 Pro & Contra des Stabilitätsrates 3. Fazit 11
12 2.2 Pro & Contra der Konjunkturkomponente V O R T E I L Ökonomischer Ansatz Schuldenaufnahme vor dem Hintergrund der Finanzierbarkeit laufender Ausgaben in konjunkturellen Schwächephasen keynesianischer Ansatz zunehmende Bedeutung der Staatsverschuldung hinsichtlich ihrer Überbrückungsfunktion zur Vermeidung von kurzfristigen Steuer- und Abgabenerhöhungen Rechtfertigung vorübergehender Haushaltsdefizite, um das Wirken der automatischen Stabilisatoren nicht zu blockieren erzielte Stabilisierung des Bruttoinlandsprodukts überwiegt die Nachteile, die zukünftigen Generationen aus dem gestiegenen Schuldenstand entstehen Korrekte Durchführung notwendig 12
13 2.2 Pro & Contra der Konjunkturkomponente Zweifel bzgl. Praxistauglichkeit und politisches Unvermögen bei bisheriger Anwendung der keynesianisch geprägten Verschuldungsmethode: Nichtbefolgung des 5 StabWG (Bildung von Ausgleichsrücklagen) politische Tendenz zur ausufernden Nutzung der Kreditaufnahme N A C H T E I L 13
14 Entwicklung der Verschuldung Große Finanzreform Deutsche Vereinigung Öffentlicher Gesamthaushalt Bund Länder Gemeinden Prof. Prof. Dr. Dr. Thomas Thomas Lenk Lenk 14
15 2.2 Pro & Contra der Konjunkturkomponente N A C H T E I L Zweifel bzgl. Praxistauglichkeit und politisches Unvermögen bei bisheriger Anwendung der keynesianisch geprägten Verschuldungsmethode: Nichtbefolgung des 5 StabWG (Bildung von Ausgleichsrücklagen) politische Tendenz zur ausufernden Nutzung der Kreditaufnahme Trennung zwischen konjunktur- und strukturbedingter Verschuldung setzt eine mögliche Zuordnung des Ausmaßes der jeweiligen Ursachen voraus Prognoseprobleme einzelner Konjunkturphasen im Vorfeld bzgl.: Einnahmen (Problematik der ex post festzustellenden Abweichungen bei den kurz- und mittelfristigen Steuerschätzungen) konjunkturelle Mehrausgaben Zeitpunkt, Zeitraum und Volumen erhöhter Kreditaufnahmen Wahrscheinlichkeit der Unter- bzw. Überdeckung Bewertungs- und Gestaltungsspielraum der Finanzpolitik Änderung institutioneller Rahmenbedingungen zur Vermeidung diskretionären Politikversagens 15
16 2.2 Pro & Contra der Konjunkturkomponente N A C H T E I L Zentrale haushalterische Steuerungsinstrumente (Kompendium zur Verschuldungsregelung des Bundesfinanzministers gemäß Art. 115 GG): Budgetintensität symmetrische Berücksichtigung der konjunkturellen Situation Rückführung der Nettokreditaufnahme in konjunkturell guten Zeiten Verschuldung insgesamt Beispiel: Budgetintensität Herunterrechnen von Wirtschaftswachstum auf einzelne Länder Bund überlässt einzelne erforderliche den Ländern Länder scheinen bei ihren eigenen Bemühungen zur Harmonisierung im Stabilitätsrat alleingelassen zu sein Folge in Landesgesetzgebung: Vorfestlegungen ohne einzelgesetzliche Ausformulierungen und Auswirkungen (insb. Konjunkturkomponente) nach komplizierten Maßstäben, die für den Haushaltsgesetzgeber gelten sollen, kaum zumutbar 16
17 Übersicht 1. Schuldenbegrenzende in aller Kürze 2. Problemaufriss 2.1 Grundsätzliches 2.2 Pro & Contra der Konjunkturkomponente 2.3 Pro & Contra der strukturellen Komponente 2.4 Pro & Contra der Ausnahmetatbestände 2.5 Pro & Contra der Konsolidierungshilfen 2.6 Pro & Contra des Stabilitätsrates 3. Fazit 17
18 2.3 Pro & Contra der strukturellen Komponente Art. 109 Abs. 3 GG Verpflichtung für Bund und Länder, deren Haushalte grundsätzlich ohne Einnahmen aus Krediten auszugleichen : Bundesebene: Einnahmen aus Krediten ab 2016 dürfen 0,35% des BIP nicht überschreiten Länderebene: ab 2020 keine Möglichkeit sich aus strukturellen Gründen der Nettokreditaufnahme zu bedienen 18
19 2.3 Pro & Contra der strukturellen Komponente V O R T E I L Rechtfertigung von Kreditaufnahmen angesichts wachstumspolitischer Aspekte Möglichkeit der Kreditfinanzierung öffentlicher Investitionen führt zur Erhöhung des gesamtwirtschaftlichen Produktionspotentials struktureller Verschuldungsspielraum als Chance zur dauerhaften Stärkung von Wachstum und nachhaltiger Entwicklung für künftige Generationen (Kompendium, Bundesfinanzminister) Aber: ungleiche Behandlung von Bund und Ländern 19
20 2.3 Pro & Contra der strukturellen Komponente N A C H T E I L Möglichkeit kreditärer Finanzierung konsumtiver Ausgaben Abgrenzungsproblem von konjunktureller zu struktureller Verschuldung Problem auf Länderebene: Sicherstellung von Einnahmen zur Finanzierung von Ausgaben ohne Verschuldung Vollzugskausalität: umfassende Verpflichtung der Länder einschl. Kommunen zur Erfüllung bundesgesetzlich vorgegebener Aufgaben Erhöhung des Drucks auf andere Einnahmemöglichkeiten und Haushaltskonsolidierungen Kompensationen der Länder durch neue Einnahmebestimmungsoder Steuerertragsrechte blieben aus (Ausnahme: Übertragung der Kfz-Steuer auf den Bund seit 07/2009) Möglichkeiten zur Verbesserung der Einnahmen mittels umfangreicher Auslegung der konjunkturellen Verschuldungsmöglichkeit Konkretisierung der zulässigen Kreditaufnahme auf Ebene der Landesgesetzgebung keine faktischen selbstbestimmten Einnahmemöglichkeiten 20
21 2.3 Pro & Contra der strukturellen Komponente N A C H T E I L Lösungssuche i. R. d. Föderalismusreform II finanzstarke Länder plädieren für eine begrenzte Steuerautonomie Problem: finanzschwache Länder befürchten Nachteile im Steuerwettbewerb und Verluste im Länderfinanzausgleich Brisanz einer Bundessteuerverwaltung Problem: Eigenstaatlichkeit von Bund und Ländern sowie 2/3- Mehrheit in Bundestag und Bundesrat Möglichkeit zur Veräußerung von Landes- und kommunalem Eigentum zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen Problem: Eigentum ist eine endliche Ressource und kommunaler Auftrag zur Sicherstellung einer flächendeckenden Daseinsvorsorge (Gewährleistungsstaatmodell) langfristig wegfallende Beiträge und fehlender Einfluss der öffentlichen Hand bei der Aufgabenwahrnehmung 21
22 Übersicht 1. Schuldenbegrenzende in aller Kürze 2. Problemaufriss 2.1 Grundsätzliches 2.2 Pro & Contra der Konjunkturkomponente 2.3 Pro & Contra der strukturellen Komponente 2.4 Pro & Contra der Ausnahmetatbestände 2.5 Pro & Contra der Konsolidierungshilfen 2.6 Pro & Contra des Stabilitätsrates 3. Fazit 22
23 2.4 Pro & Contra der Ausnahmetatbestände N A C H T E I L V O R T E I L Inter-Generation-Equity Kreditfinanzierung von Ausgaben infolge von Ausnahmesituationen, deren Ausgabenlast auf mehrere Generationen verteilt werden soll Problem: hinreichend präzise Abgrenzung der Ausnahmetatbestände Art. 115 GG: entgegen der Regelung im Europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakt keine kasuistischen Aufzählungen mit Angabe bestimmter Kriterien bessere Sicherstellung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts im Sinne der gesamtgesellschaftlichen Wohlfahrt durch Erweiterung des finanziellen Spielraums kein ökonomisches Konzept, da ohne Zweckbindung und ohne begrenzende Kredithöhe unkonkrete Formulierung der Tilgungsverpflichtung: binnen eines angemessenen Zeitraumes Gefahr der Häufung von Staatsschulden 23
24 Übersicht 1. Schuldenbegrenzende in aller Kürze 2. Problemaufriss 2.1 Grundsätzliches 2.2 Pro & Contra der Konjunkturkomponente 2.3 Pro & Contra der strukturellen Komponente 2.4 Pro & Contra der Ausnahmetatbestände 2.5 Pro & Contra der Konsolidierungshilfen 2.6 Pro & Contra des Stabilitätsrates 3. Fazit 24
25 2.5 Pro & Contra der Konsolidierungshilfen N A C H T E I L V O R T E I L durch Zahlen der Konsolidierungshilfen sollte den Ländern, mit den höchsten Pro-Kopf-Schuldenständen ermöglicht werden, dem Art. 109 Abs. 3 GG zuzustimmen Bedingung zur Gewährung der Konsolidierungshilfen: Rücknahme der beim Bundesverfassungsgericht bereits vom Saarland und Bremen 2005 und 2006 eingereichten Normenkontrollanträge mit der Zahlung von Konsolidierungshilfen gemäß Art. 143d Abs. 2 und 3 GG handelt es sich aus rechtstechnischer Perspektive um eine eigenständige Ermächtigung für vertikale Zuweisungen des Bundes außerhalb des bundesdeutschen Finanzausgleiches fehlender Einklang mit dem vierstufigen System der Finanzverteilung Problematik in der vertikalen Umsatzsteuerverteilung und bei der Finanzkraftbemessung im Länderfinanzausgleich 25
26 2.5 Pro & Contra der Konsolidierungshilfen N A C H T E I L Vorteil für Empfängerländer: Maßgabe zur Einhaltung jährlich definierter Obergrenzen des Finanzierungsdefizits bzw. des Aufrechterhaltens eines ausgeglichenen Finanzierungssaldos, die bei Nicht-Einhaltung zum Wegfall der Konsolidierungshilfen im jeweiligen Jahr führt Aber: fehlende Konkretisierung der Zahlungsmodalitäten und Zweckbindung der Mittel fehlende Definition und Höhe des Finanzierungssaldos des Jahres 2010 Unklarheiten bzgl. Abbaupfad eines 2010 bestehenden Finanzierungsdefizits mangelnde Einzelheiten der Überwachung des Abbaus des Finanzierungsdefizits durch den Stabilitätsrat fehlendes Verfahren bei Nichteinhaltung der Abbauschritte 26
27 Übersicht 1. Schuldenbegrenzende in aller Kürze 2. Problemaufriss 2.1 Grundsätzliches 2.2 Pro & Contra der Konjunkturkomponente 2.3 Pro & Contra der strukturellen Komponente 2.4 Pro & Contra der Ausnahmetatbestände 2.5 Pro & Contra der Konsolidierungshilfen 2.6 Pro & Contra des Stabilitätsrates 3. Fazit 27
28 2.6 Pro & Contra des Stabilitätsrates N A C H T E I L V O R T E I L harmonisierte Verfahrensregelungen Bewertung und Überwachung der Haushaltswirtschaft von Bund und Ländern, um finanziellen Schieflagen rechtzeitig entgegen zu wirken Ziele folgen dem Anspruch des Bundesverfassungsgerichtes (1992) wenig konkrete Formulierungen der Aufgaben und Befugnisse allgemein geltende Kennziffern für die regelmäßige Haushaltsüberwachung sind bei der Auseinanderentwicklung des Haushaltsrechtes und der Haushaltstechniken der einzelnen Gliedstaaten problematisch Vergleichbarkeit der Haushaltslagen wird auf diese Weise zu einer ganz eigenen und notwendigen Voraussetzung, damit der Stabilitätsrat seine Aufgabe wahrnehmen kann kein Durchgriffsrecht des Stabilitätsrates bei Sanierungsverfahren, weil Haushaltsautonomie der Länder von außen nicht beschränkt werden darf fehlende Sanktionen bei Nichteinhaltung der Konsolidierungsschritte 28
29 Übersicht 1. Schuldenbegrenzende in aller Kürze 2. Problemaufriss 2.1 Grundsätzliches 2.2 Pro & Contra der Konjunkturkomponente 2.3 Pro & Contra der strukturellen Komponente 2.4 Pro & Contra der Ausnahmetatbestände 2.5 Pro & Contra der Konsolidierungshilfen 2.6 Pro & Contra des Stabilitätsrates 3. Fazit 29
30 allokative, distributive und stabilitätsorientierte Aspekte sprechen gegen ein Neuverschuldungsverbot dauerhaft zur Finanzierung von Zuwächsen des öffentlichen Vermögens vorübergehend zur Glättung eines über die Zeit schwankenden, im Mittel aber ausgeglichenen Finanzierungsbedarfs 30
31 Fokus künftiger Debatten bei Aufgaben- und Ausgabenverantwortung: Föderalismusreform I lieferte eine weitgehende Entflechtung der Aufgabenverantwortung sowie Festlegung der Gesetzgebungskompetenz bei der ehemals konkurrierenden Gesetzgebung maßgeblich beim Bund Aber: Ausführung bundesgesetzlich vorgegebener Aufgaben und Finanzierung im Sinne der Vollzugskausalität obliegt den Ländern (Konnexitätsprinzip) drastische Bestimmung kommunaler und Länderausgaben durch die Leistungsgesetze des Bundes inhärenter Rechtsanspruch der Bürger bietet kaum Gestaltungsspielräume im Gesetzesvollzug Druck auf Bundesebene: Gewährleistung finanzieller Handlungsfähigkeit der Länder durch Zuweisungen Begrenzung der Leistungsgesetze Übernahme höherer Finanzierungsanteile durch den Bund konkrete Neuregelung der Schuldenbegrenzung bisher nur für den Bund 31
32 Vielen Dank. Institut für Öffentliche Finanzen Kompetenzzentrum für Öffentliche Wirtschaft und Daseinsvorsorge Städtisches Kaufhaus Universitätsstraße