Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20212/87
Timestamp: 2019-10-16 13:12:38
Document Index: 19834788

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 13', '§ 51', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 812', '§ 823', 'BGH', 'BGH', '§ 157', '§ 155', '§ 405', 'BGH', 'BGH', '§ 13', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 23.02.1988 - VI ZR 212/87 - dejure.org
https://dejure.org/1988,109
BGH, 23.02.1988 - VI ZR 212/87 (https://dejure.org/1988,109)
BGH, Entscheidung vom 23.02.1988 - VI ZR 212/87 (https://dejure.org/1988,109)
BGH, Entscheidung vom 23. Februar 1988 - VI ZR 212/87 (https://dejure.org/1988,109)
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Bundesanstalt für Arbeit - Klage - Unterhaltsgeld - Krankenversicherungsbeiträge - Sozialgericht - Zuständigkeit - Klagebegehren - Unerlaubte Handlung - Ungerechtfertigte Bereicherung
Sozialrechtsweg für Klagen der Bundesanstalt für Arbeit auf Erstattung von Krankenversicherungsbeiträgen auch bei zivilrechtlichen Anspruchsgrundlagen
Rechtswegzuständigkeit für Klage der Bundesanstalt für Arbeit auf Erstattung gezahlter Krankenversicherungsbeiträge
BGHZ 103, 255
NJW 1988, 1731
ZIP 1988, 676
MDR 1988, 572
NZA 1989, 322 (Ls.)
VersR 1988, 499
Der Rechtsweg richtet sich allein nach der Natur des Klagebegehrens und nicht danach, ob der eingeklagte Anspruch gerechtfertigt ist (BGH 23. Februar 1988 - VI ZR 212/87 - BGHZ 103, 255, 259).
Soweit diese Zahlungen ganz oder teilweise zu Unrecht erfolgt sind, ist unmittelbar mit der Erfüllung der vermeintlichen Vergütungsverpflichtung ein Rückzahlungsanspruch entstanden, dessen Rechtsnatur durch den Charakter der zugrunde liegenden Leistungsbeziehung bestimmt wird (BGHZ 103, 255, 258).
Es kommt darauf an, ob der zur Klagebegründung vorgetragene Sachverhalt für die aus ihm hergeleitete Rechtsfolge von Rechtssätzen des Zivilrechts geprägt ist (BGHZ 103, 255 [BGH 23.02.1988 - VI ZR 212/87]).
Der auf die Sicherungsabrede bzw. auf positive Vertragsverletzung gestützte Erstattungsanspruch folgt damit den für den öffentlich-rechtlichen Vertrag geltenden Regeln und ist somit öffentlich-rechtlicher Natur (vgl. BGH NJW 1988, 1731/1732; 1994, 2620/2621).
Ausgehend von diesem Grundsatz, der sowohl die Auslegung von § 13 Gerichtsverfassungsgesetz (GVG) als auch von § 51 Sozialgerichtsgesetz (SGG) bestimmt, hat der BGH mit Urteil vom 23. Februar 1988 (BGHZ 103, 255, 256 ff [BGH 23.02.1988 - VI ZR 212/87] = NJW 1988, 1731) entschieden, daß auch für eine auf § 812 BGB und § 823 Abs. 2 BGB gestützte Klage der BA gegen den Empfänger von Uhg auf Erstattung oder Ersatz der für die Krankenversicherung aufgewendeten Kosten der Rechtsweg zu den Sozialgerichten gegeben ist.
Dies steht im Einklang mit der bereits zitierten Entscheidung des BGH vom 23. Februar 1988 (NJW 1988, 1731, 1732).
Demgemäß hat auch bereits der BGH in seiner Entscheidung vom 23.2.1988 (NJW 1988, 1731, 1732) ausgeführt, daß, wenn die Klägerin nach § 157 Abs. 1 iVm § 155 Abs. 2 Satz 3 Arbeitsförderungsgesetz (AFG) gehalten ist, die zugunsten des Beklagten entrichteten Krankenversicherungsbeiträge zu tragen, der Rechtsgrund nicht entfallen und für einen Erstattungsanspruch kein Raum ist (so auch der 7. Senat in BSGE 46, 20, 33).
Ob eine Streitigkeit bürgerlich-rechtlicher oder öffentlich-rechtlicher Art ist, richtet sich nach der Natur des Rechtsverhältnisses, aus dem der Klageanspruch hergeleitet wird (GmS-OGB 4. Juni 1974 - GmS-OGB 2/73 - BSGE 37, 292 = AP RVO § 405 Nr. 3; BGH 23. Februar 1988 - VI ZR 212/87 - BGHZ 103, 255 = ZIP 1988, 676).
Es handelt sich mithin nach der Rechtsnatur der zu beurteilenden Verhältnisse um einen Rechtsstreit im Sinn von § 13 GVG (vgl. BGHZ 92, 339, 340 [BGH 25.10.1984 - IX ZR 110/83]; BGH, Urt. v. 23.2.1988 - VI ZR 212/87, VersR 1988, 499).
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