Source: https://www.sarbery.com/schuldscheindarlehen/
Timestamp: 2019-03-22 16:27:50
Document Index: 56074136

Matched Legal Cases: ['§ 488', '§ 781', '§ 398', '§ 266', '§ 266', '§ 266', '§ 250', '§ 266', '§ 488', '§ 793', '§ 488']

Schuldscheindarlehen | Strukturierung durch sarbery.capital
Schuldscheindarlehen für Unternehmen
sarbery.capital / Schuldscheindarlehen für Unternehmen
Wie Sie für Ihr Unternehmen per Schuldscheindarlehen bankenunabhängiges Fremdkapital aufnehmen und Ihr Finanzierungsportfolio diversifizieren.
Schuldscheindarlehen – die Alternative zu einer klassischen Bankfinanzierung
Aufgrund zurückhaltender Kreditvergabe der Banken wollen sich immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen ohne großen Aufwand mit Schuldscheindarlehen alternativ finanzieren. Zudem bieten die Banken diese Finanzierung wegen der restriktiven Eigenkapitalvorschriften nach Basel I – III seit einigen Jahren vermehrt an.
wie ein Schuldscheindarlehen funktioniert.
wie es sich leicht bilanzieren lässt.
für welche Unternehmen es sich eignet.
welche 7 Argumente für diese Finanzierung sprechen.
Haben wir Ihr Interesse geweckt? Lassen Sie sich von uns beraten!
Schuldscheindarlehen durch Investoren der sarbery.capital
sarbery.capital strukturiert im Auftrag der Mandanten Schuldscheinfinanzierungen für mittelständische Unternehmen aus Deutschland, Österreich und Schweiz.
Laufzeit von 3 bis 10 Jahren,
Günstige Zinsen – Bonitätsabhängig,
Keine Stellung von Sicherheiten,
Mittelverwendungsfreie Finanzierung,
Diversifizierung Ihrer Finanzierungsstruktur,
Angemessene Covenant Struktur
Finanzierungsvolumen mind. EUR 5 Mio.,
Konsolidierter Jahresumsatz mind. EUR 30 Mio.,
Unternehmenssitz: DACH – Region
Schuldscheindarlehen – Definition
Arten von Schuldscheindarlehen
Schuldscheindarlehen – Anbieter
Schuldscheindarlehen – Merkmale
Schuldscheindarlehen – Anforderungen
Der Markt für Schuldscheindarlehen
Was regelt der Schuldscheinvertrag?
Schuldscheindarlehen – Covenants
In 4 Schritten zum Schuldscheindarlehen
Schuldscheindarlehen – Bilanzierung
Schuldscheindarlehen – Bilanzierung nach IFRS 9
Schuldscheindarlehen Vor- und Nachteile
7 Argumente für das Schuldscheindarlehen
Das Schuldscheindarlehen (englisch: promissory note bzw. bonded loan, Abkürzung: SSD) ist ein großvolumiger Kredit mit einem Schuldschein als Beweismittel. Es bietet Ihnen als kapitalsuchendes Unternehmen zusätzlich zu Bankkredit oder Unternehmensanleihe eine weitere langfristige Fremdfinanzierungsmöglichkeit.
Kamen früher überwiegend Banken, öffentliche Institutionen oder bekannte Unternehmen bester Bonität in den Genuss eines Schuldscheindarlehens, stammen heute mehr und mehr Kreditnehmer aus dem KMU-Segment.
Das Schuldscheindarlehen gibt es als:
Zwischen Kapitalgeber und Kapitalnehmer direkt geschlossenes Darlehen durch Vermittlung von Banken oder Strukturierer wie sarbery.capital.
Indirektes Schuldscheindarlehen. Der Kreditvertrag wird zunächst zwischen dem Kreditgeber und einem Arrangeur (meistens einer Bank) als Darlehensnehmer geschlossen. Die Investoren müssen anschließend dem Arrangeur den Betrag für ihren Anteil am SSD überweisen. Nach Zahlungseingang erhalten die Investoren ihren Anteil vom Arrangeur übertragen.
Einzel-Schuldscheindarlehen mit nur einem Kreditgeber.
Teil-Schuldscheindarlehen.
Fristenkongruentes Schuldscheindarlehen mit gleicher Dauer der Kapitalbereitstellung und Kapitalnutzung.
Revolvierendes Schuldscheindarlehen. Die Dauer der Kapitalbereitstellung ist kürzer als die Kapitalnutzungsdauer. Kleinere Darlehen mehrerer Kreditgeber werden zeitlich hintereinander gewährt, um schließlich die gewünschte Dauer der Finanzierung zu erreichen.
Bisher waren im Wesentlichen Versicherungen, Pensionskassen oder Banken im Schuldscheinmarkt aktiv.
Inzwischen gehören zu den Anbietern:
Damit erschließt sich Ihrem Unternehmen ein größerer Investorenkreis.
Das Schuldscheindarlehen ist rechtlich gesehen ein Darlehen nach § 488 BGB mit folgenden Merkmalen:
Der Minimalbetrag für ein solches Darlehen liegt in der Regel bei 5 Mio. €. Die Kreditsumme der meisten Schuldscheindarlehen macht 50 bis 150 Mio. € aus. Vereinzelt gab es 2017 schon SSDs mit weitaus höheren Kreditsummen – z.B. jeweils von einer Mrd. € für die Supermarktkette Kaufland, den Gabelstaplerhersteller Kion und das Medizintechnikunternehmen Fresenius.
Sie orientiert sich an den Zinsen für erstklassige Rentenpapiere. Standard ist ein Viertel- bis halben Prozentpunkt über dem Zinssatz vergleichbarer Anleihen. Schuldscheine sind überwiegend variabel verzinst.
Ihr Unternehmen tilgt das Darlehen gewöhnlich in gleichen Raten oder zum Ende der Laufzeit als Einmalzahlung. Üblich sind auch Vereinbarungen, wonach Sie das Schuldscheindarlehen nach einer tilgungsfreien Zeit in gleichen Monatsraten zurückzahlen können. I.d.R. gibt es weder Sondertilgungen noch vorzeitige Ablösungen.
Schuldscheindarlehen werden in erster Linie erstrangig und unbesichert vergeben. Statt einer Sicherung enthält der Vertrag Financial Covenants (Finanzklauseln), wenn ausländische Investoren mit von der Partie sind.
Inzwischen scheint der Trend zu besicherten Schuldscheindarlehen an Momentum gewinnen. Als Sicherheit dienen am häufigsten Garantien der Mutter- oder Tochtergesellschaft. Seltener sind die Verpfändung oder Sicherungsübereignung von Wertpapieren oder Forderungen sowie Grundschulden.
freie Verwendung des Darlehensbetrages
Das Schuldscheindarlehen ist normalerweise an keinen bestimmten Verwendungszweck gebunden.
Die Laufzeiten liegen meistens bei 3 bis 7 Jahren. Inzwischen steigt die Nachfrage nach 10-jährigen SSDs. 2016 platzierte die BayernLB sogar einen Schuldschein mit einer Laufzeit von 30 Jahren.
Der Schuldschein erfordert keine besonderen Formalien und wird heutzutage nicht mehr in einem eigenen Dokument ausgestellt. Denn der schriftliche Darlehensvertrag dient als Schuldschein. Er hat als Schuldanerkenntnis nach § 781 BGB nur die Funktion als Beweisurkunde für das Bestehen der Rückzahlungsforderung des Kreditgebers. Da er keine Rechte verbrieft, ist er nicht an der Börse handelbar.
Schuldschein verkaufen nur over-the-counter
Infolge der fehlenden Handelbarkeit kann der Kapitalgeber den Schuldschein nur im Interbankenmarkt over-the-counter zu Geld machen. Dazu muss er seine Rückzahlungsforderung gegen den Darlehensnehmer an den Erwerber abtreten. Der Kreditnehmer muss der Abtretung nicht zustimmen, außer der Darlehensvertrag enthält anderslautende Regelungen.
Kaufen Investoren Schuldscheine, erfolgt die Abtretung gem. §§ 398 ff. BGB. In der Regel wird die Übertragung im Vergleich zu herkömmlichen Darlehen bereits im Vertrag vorformuliert.
geringere Kosten im Vergleich zu anderen Finanzierungsformen
Aufgrund der überschaubaren Dokumentations- und Berichtspflichten profitieren Sie von günstigen Transaktionskosten. Sie liegen i.d.R. bei 0,75 % bis 1,5 % der Kreditsumme. Zu den Kosten zählen:
eine Gebühr für den Arrangeur.
laufende Gebühren für die Zahlstelle.
Gebühren der übertragenden Investoren.
Ihr Unternehmen muss insbesondere zwei Schuldschein-Anforderungen erfüllen:
Mindest-Kreditvolumen von 5 Mio. €
Die meisten Investoren akzeptieren das Credit Research des Arrangeurs, so dass externe Ratings entbehrlich sind.
Versicherungen, Pensionskassen, Pensionsfonds oder andere Versorgungseinrichtungen bestehen i.d.R. auf einem externen Rating von mindestens BBB bzw. im Investment-Grade-Bereich.
Bietet Ihr Unternehmen eine überzeugende Wachstumsstory, hat es trotz nicht ganz so exzellenter Bonität ebenso gute Chancen für ein SSD.
Das Schuldscheindarlehen mauserte sich in den letzten Jahren immer mehr zur Alternative zu Bankkrediten oder Unternehmensanleihen.
So wurden in Deutschland 2016 SSDs für 26,7 Mrd. € und 2017 für 27 Mrd. € platziert – eine Verdreifachung des Marktes seit 2013. Die durchschnittliche Darlehenssumme machte 2017 120 Mio. € bis 130 Mio. € aus.
Mittlerweile befinden sich unter den Kreditnehmern Gebietskörperschaften aus Österreich oder Belgien, ausländische Behörden sowie Unternehmen und Geschäftsbanken aus der Schweiz, den Niederlanden oder dem Vereinigten Königreich.
Nach dem Gesetz brauchen Sie für den Schuldscheinvertrag keine spezielle Form. Es empfiehlt sich die Schriftform, da der Darlehensvertrag selbst als Schuldschein dient.
Der Vertragsinhalt enthält zum einen kreditmaterielle Bestimmungen zu:
Zum anderen gibt es noch Regelungen:
für Zusicherungen (representations and warranties)
zur Übertragbarkeit des Schuldscheindarlehens. Dazu findet sich im Anhang üblicherweise eine Musterabtretungsvereinbarung.
über die Anlagefähigkeit des Schuldscheindarlehens – z.B. nach der Anlageverordnung für Versicherungen.
zu Verhaltenspflichten (general undertakings)
Im Anhang befindet sich i.d.R. noch eine sehr kurze Zahlstellenvereinbarung mit Regelungen zur Zahlstelle für den Schuldschein und ggfs. zur Berechnungsstelle.
Durch die Internationalisierung des Schuldscheindarlehens sind auch sog. Covenants (Nebenabreden) gebräuchlich geworden.
Im Wesentlichen beschränken sich diese auf folgende Klauseln:
Negative Pledge (Negativerklärung)
Sie dürfen keine Sicherheiten für andere Kapitalmarkt- oder andere Finanzierungen gewähren.
Change of control (Änderung der Beteiligungsverhältnisse)
Der Kreditgeber hat einen Genehmigungsvorbehalt oder ein Kündigungsrecht, wenn es in Ihrem Unternehmen zu einem vollständigen oder teilweisen Gesellschafterwechsel kommt.
Cross Default-Klausel (Vertragsstörungen)
Nach der Cross-Default-Klausel kann bereits eine Vertragsstörung vorliegen, wenn Sie im Verhältnis zu anderen Gläubigern vertragsbrüchig werden – ohne Verletzung des Vertrages, der die Klausel enthält.
Nach der Pari-passu-Klausel sind gegenwärtige und künftige unbesicherte Forderungen gegen einen Schuldner gleichrangig.
Finanzklauseln (Financial Covenants) kommen vor allem bei internationalen SSDs vor. Sie regeln beispielsweise die Mindesthöhe der Eigenkapitalquote, den maximalen Verschuldungsgrad oder die Einhaltung weiterer Kennzahlen. Bei deren Nichteinhaltung können die Investoren den Schuldschein vorzeitig kündigen oder die Marge erhöhen („margin step-up“).
Die Aufnahme und Platzierung eines Schuldscheindarlehens geschieht in vier Schritten:
In der zwei- bis vierwöchigen Vorbereitungsphase werden die Eckpunkte der Finanzierung erarbeitet und in einen indikativen Term Sheet zusammengefasst.
2.Mandatierung des Arrangeurs
Anschließend mandatieren Sie einen oder mehrere Arrangeure. Sie strukturieren das Schuldscheindarlehen, erstellen ein Credit Research und stellen die Unterlagen zusammen.
Der Arrangeur stellt die in der vorangegangenen Phase erstellten Dokumente und Informationen potentiellen Investoren zur Verfügung.
Diese müssen sich binnen vier bis sechs Wochen entscheiden, ob sie sich am Schuldscheindarlehen beteiligen wollen. Anschließend konkretisiert der Arrangeur in Absprache mit dem Darlehensnehmer den Zielbetrag und die Konditionen.
Der Investor zeichnet einen Teil des Schuldscheindarlehen.
In dieser Phase schließt der Arrangeur das Orderbuch und stellt den Preis final fest. Im Fall der Überzeichnung wird das SSD an die Investoren zugeteilt, die gezeichnet haben. Schließlich wird der Darlehensvertrag unterschrieben und der Betrag ausbezahlt. Bei der indirekten Variante erhalten die Investoren ihre Anteile am Schuldscheindarlehen an die Investoren taggleich übertragen.
Danach fungiert der Arrangeur meistens auch als Zahlstelle, die sich um Aufgaben kümmert wie:
die Kommunikation zwischen Investoren, Banken und Kreditnehmer
das Clearing und Routing der Zahlungströme
Informieren Sie sich jetzt darüber, was wir im Bereich Schuldscheindarlehen für Sie tun können!
Die Bilanzierung erfolgt je nach regionalem Aktionskreis der Parteien nach dem HGB und/oder dem IRFS.
Die Bilanzierung des Schuldscheindarlehens vom Kreditnehmer und -geber regelt sich nach § 266 HGB.
Bilanzierung beim Kreditnehmer
Ihr Unternehmen bilanziert das Schuldscheindarlehen entweder unter dem Punkt „Sonstige Verbindlichkeiten” oder unter „Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten” auf der Passivseite seiner Bilanz.
Ist Ihr Kreditgeber eine Bank, führen Sie es gemäß § 266 Abs. 3 C. 2. HGB auf der Passivseite Ihrer Bilanz unter „Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstitute”.
Bei allen anderen Darlehensgebern läuft das Darlehen gemäß § 266 Abs. 3 C. 8. HGB auf der Passivseite Ihrer Bilanz unter „sonstige Verbindlichkeiten“.
Liegt der Ausgabebetrag unter dem Nennbetrag bzw. Rückzahlungsbetrag, wird der Differenzbetrag (Disagio):
entweder nach § 250 Abs. 3 HGB als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten aktiviert.Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten muss über die Laufzeit des SSD linear oder nach der Zinsstaffelmethode aufwandswirksam aufgelöst werden.
oder unmittelbar als Aufwand verbucht.
Bilanzierung beim Darlehensgeber
Der Kreditgeber führt das Schuldscheindarlehen nach §§ 266 Abs. 2 A.III.6, 341 c HGB auf der Aktivseite der Bilanz zum Nennwert unter dem Bilanzposten „Sonstige Ausleihungen“ im Anlagevermögen unter Finanzanlagen.
Ist der Darlehensnehmer ein verbundenes Unternehmen oder ein Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, erscheint das SSD unter dem Bilanzposten „Ausleihungen an verbundene Unternehmen“ bzw. „Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht“.
Liegt der Ausgabebetrag unter dem Nennbetrag (Rückzahlungsbetrag), ist der Differenzbetrag als Disagio über die Laufzeit des Schuldscheindarlehens ertragswirksam zu vereinnahmen.
Ab 1. Januar 2018 richtet sich die Bilanzierung von SSDs nicht mehr nach IAS 39, sondern künftig nach IFRS 9.
Grob gesagt entscheidet über die Klassifizierung von SSDs der Zweck oder die Zahlungsströme des Schuldscheindarlehens. Je nach Klassifizierung wird es entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum Fair Value bewertet.
Das Schuldscheindarlehen bietet die folgenden Vorteile:
-keine Prospektpflicht -illiquider Sekundärmarkt
-geringe Transaktionskosten von etwa 1-2 % des Darlehensbetrags -kaum vorzeitige Tilgung möglich wegen des illiquiden Sekundärmarkts
-schlanke Dokumentation -hohe Bonität erforderlich
-Nur Berichtspflichten gegenüber den Investoren -gesetzliche Kündigungsrechte des Darlehensnehmers
-kein Rating erforderlich -Übertragung nur mittels Abtretung
-Projektdauer bis zu 3 Monaten
-flexibel aushandelbare Kreditbedingungen -i.d.R. gibt es kein externes Rating
-mehr Finanzierungsmöglichkeiten
-Diversifikation der Kapitalgeberbasis unter Umgehung der organisierten Kapitalmärkte
-Reduzierung der Abhängigkeit von den Hausbanken
-Tranchierung des SSD in mehrere kleine Darlehen unterschiedlicher Fälligkeiten und Zinsen
-vorteilhafte Bilanzierungsvorschriften, Bilanzierung zu Anschaffungskosten (HGB und IFRS)
Für Investoren/Kapitalgeber
-Investmentmöglichkeit in Unternehmen mit guter Bonität außerhalb der Kapitalmärkte -niedrigere Investitionssicherheit aufgrund gesetzliche Kündigungsrechte des Darlehensnehmers
-Anlagemöglichkeit für Auslandsinvestoren im deutschen Mittelstand
-vorteilhafte Bilanzierungsvorschriften -schwierige Restrukturierbarkeit in Krisenzeiten
-kleinste Stückelung des SSD
ab 50.000 Euro -illiquider Sekundärmarkt, Handel nur im OTC-Markt der Banken
-Höhere Verzinsung als bei Staatsanleihen mit hoher Bonität
-Notenbankfähigkeit unter bestimmten Voraussetzungen
Hier finden Sie einen Überblick über den Unterschied der SSDs zu Anleihe und Bankkredit.
Nutzen Sie diese als Orientierungshilfe dafür, welche Finanzierungsform grundsätzlich für Sie in Betracht kommen könnte.
Rechtsgrundlage § 488 ff BGB (Darlehen) § 793 ff BGB (Schuldverschreibung) § 488 ff BGB (Darlehen)
Unternehmen -auch geeignet für nicht-börsennotierte Unternehmen -geeignet börsen- und nichtbörsennotierte Unternehmen -Gewerbetreibende
Volumen -ab 10 Mio. € bis 250 Mio. €,
-vereinzelt auch höhere Beträge
-10 Mio. € bis 150 Mio. € beliebig
Stückelung -50.000 €/100.000 €/500.000 € -1.000 € -n.r.
Prospektpflicht keine - Wertpapierprospekt gemäß EU-Prospekt-Verordnung keine
Dokumentation -erforderlich mit Betrag, Zinssatz, Kupontage, Abtretungsregeln
-Musterabtretungs- und Zahlstellenvereinbarungen als Anhang
-Wertpapierprospekt aufwendige Dokumentation Ihres Unternehmens zu
•	wirtschaftlicher Gesundheit,
•	Erfolgsaussichten Ihres Vorhabens
Informationspflichten bilateral Quartalsberichte -keine
Laufzeit -i.d.R. 2 bis 7 und 10 Jahre
-bis 30 Jahre möglich.
-in Tranchen begebbar mit unterschiedlichen Laufzeiten
-feste Laufzeit
-3 bis 7 Jahre
-meistens 5 Jahre
kurzfristig als Überbrückungskredit
- mittel- bis langfristig als Investitionskredit
Zinsen -variabel auf Euribor-Basis zzgl Marge
-Festzins
-variabel und festverzinslich
-variabel auf Euribor-Basis zzgl Marge
-Effektivzins je nach
•	EZB-Leitzinse,
•	Bonität
•	Kreditsumme
Besicherung -grds. unbesichert
-Üblich Garantien von Mutter- oder Tochtergesellschaft
-möglich Grundpfandrecht
-steigender Trend zu besicherten SSD
-gemäß Marktpraxis -je nach Bonität
-Vermögen, Immobilien, Maschinen
-bankübliche Kreditsicherheiten
Covenants -	Negativverpflichtung
-	vereinzelt Financial Covenants
-	möglich Covenants wie U-Anleihe
-Gleichrangklausel (Pari Passu), Negativverpflichtung, Drittverzugsklausel (Cross Default)
-zur Wertsicherung der Gläubigeransprüche
-Negativverpflichtung
-Non-Financial Covenants: z.B.: Change of
Control, Negative Pledge (Negativklausel),
Cross Default, Rating Tri
Bonität -nur für Kreditnehmer mit guter Bonität -auch für Unternehmen mit schwacher Bonität -eine Kombination aus Bilanznachweisen
-eine gewisse Dauer am Markt.
Rating -i.d.R. nicht erforderlich. -Credit Research reicht
-erforderlich nach spez. Anlagerichtlinien der Investoren, insbesondere Versicherungen
-erforderlich bei Börsenlisting
-nicht erforderlich bei börsennotierten AG
-weniger üblich im allg. Freiverkehr.
-internes Credit Research
Pricing Orientierung an endfälligen Bankkrediten
und anderen Schuldscheinen
Orientierung an vergleichbaren
Unternehmensanleihen und Ratingklassen
Projektdauer inkl. Platzierung -2-3 % der Kreditsumme -4 bis 6 Monate -zeitaufwendiger Prozess bis zu einem Jahr
Investoren -Banken
-Pensionskassen Pensionsfonds
-Fondsgesellschaften
-Institutionelle Investoren wie beim SSD
-Privatinvestoren
-nur die Hausbank oder Konsortialkredit
Vorteile -einfache Dokumentation
-keine Prospektpflicht
-keine mark-to-market Bilanzierung nach IFRS
-erweiterter Investorenkreis
-Handelbarkeit
-breit gestreuter Investorenkreis
-erhöhter Bekanntheitsgrad des Unternehmens
-Positiver Effekt auf Eigenkapitalrentabilität
-Steuerliche Absetzbarkeit der Zinsen
-Kein Mitbestimmungsrecht durch Kapitalgeber
Nachteile -nicht handelbar an der Börse
-höhere Bonitätserfordernisse
-begrenzte Liquidierbarkeit für den Investor
-intensive Investor Relation-Pflege
-Erhöhte Publizitätspflichten
mehr Dokumentationspflichten
-Mark-to-market Bilanzierung
-grds. kein Recht zur ordentlichenKündigung durch Kreditnehmer und Investor
-Blockade der Kreditzusage durch immer strengere gesetzliche und interne Vorgaben.
-Tendenz zu aufwendigen Konsortialkrediten, da eine Finanzierung über eine einzelne Bank immer seltener wird.
-Banken fordern ein Koppelgeschäft als Gegenleistung zur Kreditgewährung.
Gegenüber einer Anleihe oder einem Bankkredit besticht das Schuldscheindarlehen in 7 Punkten:
Hohe Kreditsumme möglich wie bei der Unternehmensanleihe
überschaubare Dokumentationspflicht
fehlende Besicherung
keine Notwendigkeit zur Erstellung eines Prospekts
vergleichsweise kurze Projektdauer von bis zu 12 Wochen
flexible Laufzeiten, Verwendbarkeit und Vertragsbedingungen