Source: https://keyed.de/blog/datenschutzbeauftragter-aufgaben/
Timestamp: 2020-07-08 07:39:44
Document Index: 209230658

Matched Legal Cases: ['Art. 37', 'Art. 37', 'Art. 36', 'Art. 37', 'Art. 38', 'Art. 38', 'Art. 38', 'Art. 37', 'Art. 39', 'Art. 46', 'Art. 26', 'Art. 5', 'Art. 30', 'Art. 32', 'Art. 35', 'Art. 30', 'Art. 7', 'Art. 12', 'Art. 15', 'Art. 82']

Datenschutzbeauftragter: Was sind die Aufgaben & Pflichten?
Datenschutz Verstehen – Datenschutzbeauftragter Aufgaben gem. DSGVO
Verantwortliche Unternehmen sind in vielen Konstellationen verpflichtet, einen Datenschutzbeauftragten zu bestellen. Hierfür existieren spezielle gesetzliche Regelungen in der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG-neu). Datenschutzbeauftragte übernehmen die gesamte Koordination von datenschutzrechtlichen Aufgaben im Unternehmen und entlasten auf diese Weise die Geschäftsführung und das Management eines Unternehmens, da grundsätzlich die höchste Management-Ebene für die Umsetzung des Datenschutzes verantwortlich ist. In unserem Blogbeitrag erfahren Sie, welche zentralen Aufgaben ein Datenschutzbeauftragter nach den Vorgaben der europäischen DSGVO hat und welche Rolle Datenschutzbeauftragte in Unternehmen übernehmen.
Aufgaben des Datenschutzbeauftragten gemäß DSGVO
Liste der Aufgaben eines Datenschutzbeauftragten
Ablauf der Aufgaben eines Datenschutzbeauftragten
Welche Aufgaben eines Datenschutzbeauftragten fallen regelmäßig im Unternehmen an?
Der Datenschutzbeauftragte unterrichtet und berät verantwortliche Unternehmen, überwacht die Einhaltung der DSGVO und anderer Datenschutzvorschriften und ist darüber hinaus auch für die Zusammenarbeit mit Aufsichtsbehörden der zuständige Ansprechpartner, vgl. Art. 37 Abs. 1 DSGVO. Auch die Strategien von Unternehmen hinsichtlich des Schutzes personenbezogener Daten müssen von dem Datenschutzbeauftragten nach den Vorgaben des Art. 37 Abs. 1 DSGVO überwacht werden. Zusätzlich gehört auch die Beratung bei Datenschutz-Folgenabschätzungen und in diesem Zusammenhang die vorherige Konsultation gem. Art. 36 DSGVO zu den Aufgaben des Datenschutzbeauftragten. Essentiell ist auch die Überwachung der Zuweisung von Zuständigkeiten, der Sensibilisierung und Schulung der an den Verarbeitungsvorgängen beteiligten Mitarbeiter und der diesbezüglichen Überprüfungen durch den Datenschutzbeauftragten.
Art. 37 Abs. 1 DSGVO stellt ferner klar, dass der Datenschutzbeauftragte ordnungsgemäß und frühzeitig in alle mit dem Schutz personenbezogener Daten zusammenhängenden Fragen eingebunden werden muss. Die Management-Ebene eines Unternehmen müssen zudem den Datenschutzbeauftragten nach Art. 38 Abs. 2 DSGVO unterstützen und erforderliche Ressourcen zur Verfügung stellen. Darüber hinaus ist der Datenschutzbeauftragte an Weisungen nicht gebunden, vgl. Art. 38 Abs. 3 DSGVO. Für Fragen von betroffenen Personen zu Verarbeitungen von personenbezogenen Daten ist der Datenschutzbeauftragte nach Art. 38 Abs. 4 DSGVO der geeignete Ansprechpartner. Weitere Aufgaben eines Datenschutzbeauftragten sind in Art. 37 bis Art. 39 DSGVO geregelt.
Zusätzlich kann der Datenschutzbeauftragte u.a. folgende Aufgaben übernehmen:
Kommunikation mit Auftragsverarbeitern und Dienstleistern
Koordination der Abschlüsse von Auftragsverarbeitungsverträgen
Prüfung und Erstellung von Datenschutzerklärungen
Erstellung und Prüfung von Verzeichnissen von Verarbeitungstätigkeiten
Entwurf von Unternehmensrichtlinien, z.B. für die IT– und Internet-Nutzung
Entwicklung eines Verfahrens für die Bearbeitung von Betroffenenrechten
Prüfung von technisch-organisatorischen Maßnahmen
Empfehlungen für gesetzlich erforderliche technisch-organisatorische Maßnahmen
Entwurf von Berechtigungs– und Löschkonzepten
Prüfung und Niederschrift von Informationsschreiben für betroffene Personen
Erstellung von Vertragswerken, wie z.B. EU-Standard-Datenschutzklauseln gem. Art. 46 Abs. 2 lit. c) DSGVO für den Transfer von personenbezogenen Daten in Drittländer oder der Entwurf eines Vertrages zur gemeinsamen Verantwortlichkeit gem. Art. 26 DSGVO
Schwerpunkt der Tätigkeit eines Datenschutzbeauftragten ist die Beratung. Dies betrifft alle Fragen rund um das Thema Datenschutz. Die Beratung erfolgt dabei vor Ort, telefonisch und per E-Mail. Daneben ist gerade die Erstellung von gesetzlich erforderlichen Dokumentationen essentiell: In der DSGVO wurde nämlich erst eine sog. Beweislastumkehr in Art. 5 Abs. 2 DSGVO geregelt. Das bedeutet, dass Unternehmen den Nachweis für die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Vorgaben erbringen müssen. Das ist einer der Gründe, warum nahezu alle datenschutzrechtlichen Aufgaben dokumentiert werden müssen. Um Unternehmen von dieser zeitaufwendigen Dokumentationspflicht zu entlasten, übernimmt der Datenschutzbeauftragte die Anfertigung der Dokumentationen. Dies gilt insbesondere für das Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten (VVT) nach Art. 30 DSGVO oder für die Niederschrift von eingerichteten technisch-organisatorischen Maßnahmen i.S.v. Art. 32 DSGVO. Die Schulung der Mitarbeiter und die Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden sind ebenfalls ein wichtiger Aufgabenbereich des Datenschutzbeauftragten. Die beratende und teilweise auch federführende Tätigkeit im Bereich von Datenschutz-Folgenabschätzungen gem. Art. 35 DSGVO, ist eine weitere Tätigkeit des Datenschutzbeauftragten, durch welche verantwortliche Unternehmen ungemein entlastet werden.
Datenschutzbeauftragte befolgen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben in der Regel einen bestimmten idealtypischen Ablauf: Zunächst werden im Rahmen einer Prozessanalyse bzw. Bestandsaufnahme alle derzeit stattfindenden Verarbeitungen von personenbezogenen Daten und der aktuelle Stand im Datenschutz aufgenommen, anschließend werden gesetzlich erforderliche Dokumentationen angefertigt. Datenschutzrechtlich erforderliche Maßnahmen werden im nächsten Schritt in Absprache mit dem verantwortlichen Unternehmen umgesetzt und weitere erforderliche Handlungsbedarfe festgehalten. Gleichzeitig wird von Beginn an ein Datenschutz-Management-System etabliert, um die komplexen Aufgaben im Datenschutz übersichtlich, agil und dynamisch zu lösen.
Datenschutzbeauftragte fertigen in der Regel im ersten Schritt nach der Auditierung bzw. Bestandsaufnahme die gesetzlich erforderlichen Dokumentationen an. Hierzu gehören beispielsweise das Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten (VVT) nach Art. 30 DSGVO, Einwilligungserklärungen nach Art. 7, 8 DSGVO, Informationsschreiben gem. Art. 12 ff. DSGVO oder die Erstellung von Berichten, beispielsweise im Anschluss an eine Auditierung.
Die erforderlichen Schulungen von Mitarbeitern im Datenschutz können persönlich von dem Datenschutzbeauftragten durchgeführt werden oder mittels einer E-Learning-Plattform koordiniert werden. Die Beratung von verantwortlichen Unternehmen in allen datenschutzrechtlichen Fragen beansprucht den größten Teil im Aufgabenbereich eines Datenschutzbeauftragten. Auch die Bearbeitung von Betroffenenrechten, wie z.B. im Fall der Geltendmachung eines Auskunftsrechts gem. Art. 15 DSGVO, kann an den Datenschutzbeauftragten delegiert werden.
Mehr zu den Kosten von Datenschutzbeauftragten erfahren Sie hier.
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