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Timestamp: 2016-10-24 05:14:12
Document Index: 242793894

Matched Legal Cases: ['Art. 82', 'Art. 82', 'Art. 21', 'Art. 82', 'BGE', 'BGE', 'Art. 82', 'Art. 5', 'Art. 12', 'Art. 5', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 12', 'Art. 5', 'Art. 3', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 4', 'Art. 8', 'Art. 5', 'Art. 8', 'Art. 5', 'Art. 5', 'BGE', 'BGE', 'Art. 12', 'BGE', 'BGE', 'Art. 12', 'Art. 5', 'Art. 2', 'BGE', 'Art. 5', 'Art. 12', 'Art. 2', 'Art. 12', 'BGE', 'Art. 12']

Der 1985 geborene B.________ leidet seit 1996 an einer schweren Verhaltensst�rung, welche ab Dezember 1997 psychotherapeutisch behandelt wurde. Vom 28. Oktober bis 27. November 1998 erfolgte eine Hospitalisation im Kinderspital Z.________, wo eine Zwangsst�rung mit Zwangsgedanken und -handlungen, eine schwere depressive Episode, eine stark introvertierte Pers�nlichkeit, ein Analprolaps und ein kachektischer Zustand diagnostiziert wurden. Im Januar 1999 erfolgte die Aufnahme in der kinderpsychiatrischen Therapiestation des Kinderspitals.
Am 27. November 1998 hatten die Eltern B.________ zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung angemeldet. Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen holte den Bericht des Kinderspitals Z.________ vom 21. Dezember 1998 ein und gew�hrte am 4. Februar 1999 f�r die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1999 medizinische Massnahmen in Form von station�rer Psychotherapie mit integrierter Sonderschulung, welche sie am 18. Februar 2000 bis Dezember 2000 verl�ngerte.
Mit Schreiben vom 17. November 2000 teilte Dr. med. M.________ vom Kinderspital Z.________ der IV-Stelle mit, der Versicherte sei am 6. Oktober 2000 aus der Psychotherapiestation ausgetreten. Die ambulante Weiterbehandlung werde von Dr. phil. G.________ durchgef�hrt. Da diese zwingend indiziert sei, werde um Kosten�bernahme ersucht. Nach Einholung des Berichts des Kinderspitals vom 11. Dezember 2000 sprach die IV-Stelle B.________ mit Verf�gung vom 7. Februar 2001 ambulante Psychotherapie f�r die Zeit vom 1. Januar 2001 bis 30. Juni 2002 zu. Mit Verf�gung vom 17. September 2001 erteilte sie auch Kostengutsprache f�r die ambulante Psychotherapie f�r die Dauer vom 6. Oktober bis 31. Dezember 2000.
Da der Versicherte zudem der dauernden medizinischen und pflegerischen Hilfe und �berwachung bedurfte, sprach ihm die IV-Stelle von November 1999 bis Ende Juni 2001 Pflegebeitr�ge f�r Hilflosigkeit schweren Grades und ab Juli 2001 bis 30. Juni 2002 f�r Hilflosigkeit mittleren Grades zu.
Am 30. Juni 2002 stellten die Eltern von B.________ ein Gesuch um Verl�ngerung des Pflegebeitrages f�r Hilflosigkeit mittleren Grades und medizinischer Massnahmen in Form von Psychotherapie. Der Pflegebeitrag wurde am 21. November 2002 f�r die Zeit vom 1. Juli 2002 bis 31. M�rz 2003 verl�ngert. Zur Kl�rung des Anspruchs auf Psychotherapie holte die IV-Stelle die Berichte des Dr. med. R.________ vom 6. Dezember 2002 und des Dr. phil. G.________ vom 1. Februar 2003 ein. Mit Verf�gung vom 25. Februar 2003 verneinte die IV-Stelle den Anspruch auf medizinische Massnahmen, da eine Verbesserung der Eingliederungsf�higkeit nicht gegeben sei. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 7. April 2003 fest.
Die von den Eltern von B.________ hiegegen erhobene Beschwerde hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 16. September 2003 gut, indem es den Einspracheentscheid vom 7. April 2003 aufhob und die Sache an die IV-Stelle zur�ckwies, damit sie �ber den Anspruch auf medizinische Massnahmen ab 1. Juli 2002 im Sinne der Erw�gungen verf�ge.
Die IV-Stelle f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Antrag auf Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids und Best�tigung des Einspracheentscheids vom 7. April 2003.
W�hrend die Eltern von B.________ auf eine Vernehmlassung verzichten, schliesst das Bundesamt f�r Sozialversicherung (BSV) auf Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde.
1.1 Am 1. Januar 2003 sind das Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) und die Verordnung �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV) vom 1. September 2002 in Kraft getreten. Mit ihnen sind u.a. auch im Invalidenversicherungsrecht verschiedene materiellrechtliche Bestimmungen ge�ndert worden.
1.2 Im noch nicht in der Amtlichen Sammlung ver�ffentlichen Urteil L. vom 4. Juni 2004 (H 6/04) hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht erkannt, dass sich aus der �bergangsbestimmung des Art. 82 Abs. 1 ATSG, mit Ausnahme der darin speziell geregelten Sachverhalte, keine allgemein g�ltigen intertemporalrechtlichen Schl�sse ziehen lassen. Art. 82 Abs. 1 ATSG hat nur eine beschr�nkte Tragweite und will lediglich F�lle von der Anwendbarkeit des neuen Gesetzes ausnehmen, in welchen �ber die Rechte und Pflichten vor dem 1. Januar 2003 rechtskr�ftig verf�gt worden ist (" ... bei seinem Inkrafttreten laufenden Leistungen und festgesetzten Forderungen ..." [Satz 1: Regel]); dies vorbeh�ltlich der Anpassung von rechtskr�ftig verf�gten Leistungsk�rzungen an Art. 21 ATSG mit Wirkung ab 1. Januar 2003 (Satz 2: Ausnahme). Insbesondere l�sst sich daraus somit nicht ableiten, dass der Zeitpunkt des Erlasses der Verf�gung oder - bei Durchf�hrung des Einspracheverfahrens - des Einspracheentscheides f�r die Anwendung der materiellen Normen des neuen Gesetzes in Bezug auf Leistungen, welche bei dessen In-Kraft-Treten (1. Januar 2003) noch nicht rechtskr�ftig festgelegt worden sind, massgebend ist. Vielmehr muss diesbez�glich - von den in Art. 82 Abs. 1 ATSG spezifisch normierten Tatbest�nden abgesehen - von den allgemeinen Regeln ausgegangen werden, welche im Bereich des �bergangsrechts entwickelt worden sind. Danach sind in zeitlicher Hinsicht - auch bei einer �nderung der gesetzlichen Grundlage - grunds�tzlich diejenigen Rechtss�tze relevant, die bei der Verwirklichung des zu Rechtsfolgen f�hrenden Sachverhaltes in Geltung standen (BGE 129 V 4 Erw. 1.2, 169 Erw. 1, 356 Erw. 1, je mit Hinweisen). An diesem Ergebnis vermag der Umstand, dass im erw�hnten Urteil L. vom 4. Juni 2004 nicht, wie im vorliegenden Fall, �ber Dauerleistungen, sondern �ber den Anspruch auf Verzugszinsen gest�tzt auf eine im Jahr 2001 f�llig gewordene, aber erst 2003 ausbezahlte einmalige Pauschalentsch�digung zu befinden war, nichts zu �ndern. Die zuvor dargelegte L�sung stellt zufolge ihres allgemein g�ltigen Bedeutungsgehaltes einen f�r alle Rechtsverh�ltnisse - und somit auch f�r Dauerleistungen - geltenden intertemporalrechtlichen Grundsatz auf (noch nicht in der Amtlichen Sammlung ver�ffentlichtes Urteil M. vom 5. Juli 2004 [I 690/03]).
1.3 Zu beurteilen ist, ob der 1985 geborene Versicherte ab 1. Juli 2002 Anspruch auf medizinische Massnahmen in Form von Psychotherapie hat. Dies wurde mit Einspracheentscheid vom 7. April 2003 verneint. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles grunds�tzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheids eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 4 Erw 1.2, 169 Erw. 356 Erw. 1, je mit Hinweisen). Da keine laufenden Leistungen im Sinne der �bergangsrechtlichen Ausnahmebestimmung des Art. 82 Abs. 1 ATSG vorliegen, sondern Dauerleistungen, �ber welche noch nicht rechtskr�ftig verf�gt wurde ist - den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln folgend - f�r die Zeit bis 31. Dezember 2002 aufgrund der bisherigen Rechtslage und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen des ATSG zu entscheiden.
1.3.1 F�r die Zeit bis 31. Dezember 2002 galt folgende gesetzliche Grundlage: Nichterwerbst�tige Personen vor dem vollendeten 20. Altersjahr mit einem k�rperlichen oder geistigen Gesundheitsschaden gelten als invalid, wenn der Gesundheitsschaden wahrscheinlich eine Erwerbsunf�higkeit zur Folge haben wird (Art. 5 Abs. 2 IVG). Der Versicherte hat Anspruch auf medizinische Massnahmen, die nicht auf die Behandlung des Leidens an sich, sondern unmittelbar auf die berufliche Eingliederung gerichtet und geeignet sind, die Erwerbsf�higkeit dauernd und wesentlich zu verbessern oder vor wesentlicher Beeintr�chtigung zu bewahren (Art. 12 Abs. 1 IVG).
1.3.2 Art. 5 Abs. 2 IVG in der ab 1. Januar 2003 g�ltigen Fassung lautet: Bei nicht erwerbst�tigen Personen vor dem vollendeten 20. Altersjahr bestimmt sich die Invalidit�t nach Art. 8 Abs. 2 ATSG. Art. 8 Abs. 2 ATSG hatte in der vom 1. Januar bis 31. Dezember 2003 in Kraft gestandenen Fassung folgenden Wortlaut: Nicht erwerbst�tige Minderj�hrige gelten als invalid, wenn die Beeintr�chtigung ihrer k�rperlichen oder geistigen Gesundheit voraussichtlich eine ganze oder teilweise Erwerbsunf�higkeit zur Folgen haben wird. Art. 12 Abs. 1 IVG hat bis 31. Dezember 2003 keine �nderung erfahren.
1.4 Vorweg ist zu pr�fen, ob die unter der bisherigen Gesetzesordnung ergangene Rechtsprechung auch nach dem In-Kraft-Treten (1. Januar 2003) des ATSG und des revidierten Art. 5 Abs. 2 IVG massgebend bleibt. Bei den in Art. 3-13 ATSG enthaltenen Legaldefinitionen handelt es sich in aller Regel um eine formellgesetzliche Fassung der h�chstrichterlichen Rechtsprechung (noch nicht in der Amtlichen Sammlung ver�ffentlichtes Urteil A. vom 30. April 2004 [I 626/03]). Im Zusammenhang mit Art. 8 Abs. 2 ATSG wird ausdr�cklich betont, diese Bestimmung lehne sich an die in der bisherigen Gesetzgebung der Invalidenversicherung enthaltene Umschreibung der Invalidit�t von Minderj�hrigen an (BBl 1991 II 249; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, Rz 9 zu Art. 8). Im BBl 1991 II 249 heisst es dazu: "Der Begriff der Invalidit�t wird in allen Gesetzen, die Invalidit�tsleistungen vorsehen, ausgehend von einer vollen oder teilweisen Erwerbsunf�higkeit �hnlich, wenn auch mehr oder weniger differenziert umschrieben. Die in der vorliegenden Bestimmung enthaltene Definition lehnt sich an die Art. 4 und 5 IVG an und umschreibt den Begriff der Invalidit�t sowohl f�r Erwerbst�tige (Abs. 1) wie auch f�r nichterwerbst�tige Minderj�hrige (Abs. 2) und Erwachsene (Abs. 3)". Indessen ist der Begriff "voraussichtlich" (vgl. Art. 8 Abs. 2 ATSG in der bis 31. Dezember 2003 g�ltig gewesenen Fassung) an die Stelle von "wahrscheinlich" (vgl. Art. 5 Abs. 2 in der bis 31. Dezember 2002 g�ltig gewesenen Fassung) getreten. Dadurch wird betont, dass die Beeintr�chtigung der k�rperlichen oder geistigen Gesundheit Minderj�hriger aufgrund einer auf die Zukunft ausgerichteten Betrachtungsweise zu beurteilen ist (Ueli Kieser, a.a.O., Rz 10 zu Art. 8). Dies entspricht der zu Art. 5 Abs. 2 IVG in der bis 31. Dezember 2002 g�ltig gewesenen Fassung ergangenen Rechtsprechung, wonach bei Minderj�hrigen die anzunehmende Erwerbsunf�higkeit nicht zeitlich aktuell gegeben sein muss (vgl. Ulrich Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Z�rich 1997, S. 31 f.). Ist demzufolge mit dem In-Kraft-Treten des ATSG und der revidierten, seit 1. Januar 2003 g�ltigen Fassung von Art. 5 Abs. 2 IVG keine �nderung der Invalidit�tsumschreibung Minderj�hriger verbunden, bleibt die bisher - unter der Herrschaft der bis Ende 2002 g�ltig gewesenen Gesetzgebung - ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend.
2.1 Das kantonale Gericht hat erwogen, nach medizinischen Erkenntnissen sei die Prognose bei Zwangsneurosen zwar h�ufig, nicht aber generell ung�nstig. Auch wenn keine Heilung oder dauerhafte und wesentliche Besserung erreicht werde, k�nne durch psychotherapeutische Massnahmen wenigstens eine vor�bergehende Besserung erzielt und ein progredienter Verlauf aufgehalten werden. Mit Bezug auf den Versicherten habe im massgebenden Zeitpunkt des Erlasses der Verf�gung nach Lage der Akten nicht davon ausgegangen werden k�nnen, dass er voraussichtlich auch in Zukunft dauernd psychotherapeutischer Behandlung bed�rfe. Obwohl im Zusammenhang mit dem zu beurteilenden Gesuch um Verl�ngerung der psychotherapeutischen Massnahmen keine �rztliche Stellungnahme zur Prognose der Behandlung abgegeben worden sei, k�nne aufgrund der Ausf�hrungen des Psychotherapeuten angenommen werden, dass die Behandlung Chancen auf Erfolg habe. Der Versicherte habe sich nicht mehr in station�re Behandlung begeben m�ssen und die Medikamentenabh�ngigkeit habe reduziert werden k�nnen. Zudem sei eine Zunahme des K�rpergewichts auf 35 kg zu verzeichnen. Es d�rfe erwartet werden, dass der drohende Defekt mit den negativen Wirkungen auf Berufsausbildung und Erwerbsf�higkeit in erheblichem Mass werde verhindert werden k�nnen.
2.2 Nach Auffassung der IV-Stelle stellt sich die Frage, ob die negativen Wirkungen auf Berufsausbildung und Erwerbst�tigkeit in erheblichem Mass h�tten verhindert werden k�nnen, gar nicht. Da eine hartn�ckige Anorexie ohne g�nstige Prognose vorliege, k�nnten nach Verwaltungspraxis und Rechtsprechung zum Vornherein keine Leistungen der Invalidenversicherung erbracht werden. Abgesehen davon sei eine erfolgreiche Behandlung im Hinblick auf eine berufliche Eingliederung unrealistisch. Der mittlerweile 18-j�hrige Versicherte leide seit sechs Jahren an Verhaltensst�rungen und werde deswegen bereits seit f�nf Jahren behandelt.
3.1 Bei nichterwerbst�tigen Minderj�hrigen k�nnen medizinische Vorkehren schon dann �berwiegend der beruflichen Eingliederung dienen und trotz des einstweilen noch labilen Leidenscharakters von der Invalidenversicherung �bernommen werden, wenn ohne diese Vorkehren eine Heilung mit Defekt oder ein sonst wie stabilisierter Zustand eintr�te, wodurch die Berufsbildung oder die Erwerbsf�higkeit
oder beide beeintr�chtigt w�rden. Es geht demnach um die erwerblich bedeutsame Heilung eines Leidens, das ohne vorbeugende medizinische Vorkehren sich zu einem stabilen pathologischen Zustand entwickeln w�rde. Hier soll der Eintritt eines stabilen Defektes verhindert werden. Handelt es sich aber nur darum, die Entstehung eines solchen Zustandes mit Hilfe von Dauertherapie hinauszuschieben, so liegt keine Heilung vor. Freilich wird auch durch derartige kontinuierliche Behandlung die Erwerbsf�higkeit positiv beeinflusst, aber es besteht eine �hnliche Situation wie beispielsweise beim Diabetiker, dessen Gesundheitszustand durch st�ndige medikament�se Therapie bloss im Gleichgewicht gehalten und dadurch vor wesentlicher, die Leistungsf�higkeit beeintr�chtigender Verschlimmerung mit allenfalls letalem Risiko bewahrt wird; auch hier ist die medizinische Vorkehr nicht auf die Heilung eines Leidens zur Verh�tung eines stabilen pathologischen Defektes gerichtet. In allen derartigen F�llen stellen die Vorkehren nach der Rechtsprechung (dauernde) Behandlung des Leidens an sich dar und es kommt ihnen kein Eingliederungscharakter im Sinne des IVG zu (BGE 100 V 43 Erw. 2a; vgl. auch BGE 105 V 19). Diese Rechtsprechung wurde in ZAK 1981 S. 548 Ew. 3a ausdr�cklich best�tigt. Dabei ist bez�glich der Anspruchsvoraussetzungen von Art. 12 Abs. 1 IVG bei Minderj�hrigen nicht entscheidend, ob eine Sofortmassnahme (z.B. eine Operation) oder eine zeitlich ausgedehntere (aber nicht unbegrenzte) Vorkehr (z.B. Physiotherapie, Ergotherapie) angeordnet wird.
3.2 Daraus ergibt sich f�r minderj�hrige Versicherte mit psychischen Leiden, dass die Invalidenversicherung f�r vorbeugende Psychotherapien aufzukommen hat, wenn das erworbene psychische Leiden mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu einem schwer korrigierbaren, die sp�tere Ausbildung und Erwerbsf�higkeit erheblich behindernden oder gar verunm�glichenden stabilen pathologischen Zustand f�hren w�rde. Umgekehrt kommen prophylaktische Massnahmen der Invalidenversicherung nicht in Betracht, wenn sich diese gegen psychische Krankheiten und Defekte richten, welche nach der heutigen Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft ohne dauernde Behandlung nicht gebessert werden k�nnen. Dies trifft in der Regel u.a. bei Schizophrenien und manisch-depressiven Psychosen zu (BGE 100 V 44 Erw. 2a; vgl. auch BGE 105 V 20). In ZAK 1970 S. 234 Erw. 2 hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht erwogen, Psychosen im engeren Sinn (Schizophrenie und organische Psychosen) k�nnten bei Kindern und Jugendlichen sp�ter oft zu einem relativ stabilisierten Defektzustand f�hren. Bei diesen Krankheiten sei manchmal eine Behandlung m�glich, die - auf den Zeitpunkt des Eintritts ins Erwerbsalter bezogen - zur dauernden und wesentlichen Verbesserung der Erwerbsf�higkeit geeignet sei. Dabei richte sich die Behandlung prim�r auf das Leiden an sich, d.h. spezifisch auf die Grundkrankheit. K�nne diese aufgehalten oder geheilt werden, so bedeute dies die Wiederherstellung oder Verbesserung der Erwerbsf�higkeit. Bei pathologischen Pers�nlichkeitsentwicklungen komme es meistens �berhaupt nicht oder erst viel sp�ter als beim Eintritt ins Erwerbsleben zu relativ stabilisierten Zust�nden. Nach ZAK 1971 S. 604 Erw. 3b bleibt ein psychotischer Zustand - Ausnahmen vorbehalten - bei einem Kind lange fortschreitend. Bei einem an solchen St�rungen leidenden Kind dient die psychotherapeutische Massnahme in der Regel nicht der Verhinderung eines stabilen Defektzustandes, der sich in naher Zukunft einstellen w�rde. Vorbehalten hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht den Fall, dass eine medizinische Massnahme, die an sich der Leidensbehandlung dient, derart eng mit gleichzeitig zur Durchf�hrung gelangenden medizinischen Eingliederungsmassnahmen verbunden ist, dass sie von diesen nicht getrennt werden kann, ohne die Erfolgsaussichten zu gef�hrden. In diesem Falle seien Art und Ziel des gesamten Massnahmenkomplexes ausschlaggebend. Demzufolge k�nne Psychotherapie von der Invalidenversicherung �bernommen werden, wenn sie der Erg�nzung der Sonderschulung oder anderer Massnahmen p�dagogischer Art diene, sofern sie nicht selbst von derartiger Bedeutung sei, dass sie die andern Massnahmen in den Hintergrund verweise (ZAK 1971 S. 604 Erw. 3a).
3.3 Das Kreisschreiben des Bundesamtes f�r Sozialversicherung �ber die medizinischen Eingliederungsmassnahmen in der Invalidenversicherung (KSME) h�lt in Rz 645-647/845-847.4 (Fassung 1/03), auf welche die IV-Stelle verweist, fest: Das Vorliegen von Krankheiten und Defekten, die nach heutiger Erkenntnis der Medizin ohne dauernde Behandlung nicht gebessert werden k�nnen (z.B. Schizophrenien, manisch-depressive Psychosen) schliessen medizinische Massnahmen der Invalidenversicherung auch gegen�ber Jugendlichen aus. Dies gilt auch f�r Leiden, die einer Therapie zumindest �ber l�ngere Zeit hinweg bed�rfen und ohne dass sich eine zuverl�ssige Prognose stellen l�sst (z.B. hyperkinetische St�rungen, Anorexien). In einer Fussnote wird zudem auf die Rechtsprechung verwiesen. Die Verwaltungsweisung ist daher im Sinne der oben dargelegten Rechtsprechung auszulegen.
Zu den im Rahmen von Art. 12 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 5 Abs. 2 IVG zu �bernehmenden medizinischen Massnahmen k�nnen grunds�tzlich auch psychotherapeutische Vorkehren geh�ren (Art. 2 Abs. 1 IVV). Gewisse psychische Leiden (z.B. Schizophrenien, vgl. BGE 100 V 44 Erw. 2b) k�nnen nach medizinischen Erkenntnissen in der Regel ohne dauernde Behandlung nicht gebessert werden. Es ist jedoch im Einzelfall zu beurteilen, ob Anspruch auf psychotherapeutische Vorkehr gegen�ber der Invalidenversicherung besteht. Die Anspruchsvoraussetzungen wurden auch im von der IV-Stelle angef�hrten, in AHI 2000 S. 63 publizierten Entscheid eingehend gepr�ft und als nicht gegeben erachtet. In diesem Urteil ging es um die Beurteilung der Frage, ob die beantragte jugendpsychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung einer schweren Anorexia nervosa von der IV-Stelle als medizinische Massnahme zu �bernehmen sei. Gest�tzt auf die medizinischen Unterlagen hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht dies im konkreten Fall verneint, weil mit oder ohne Psychotherapie auch auf l�ngere Sicht mit einem labilen pathologischen Geschehen zu rechnen war. Der Umstand, dass die Voraussetzungen f�r die Gew�hrung von Psychotherapie durch die Invalidenversicherung nach Art. 5 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 12 Abs. 1 IVG und Art. 2 Abs. 1 IVV in vielen F�llen nicht erf�llt sind, �ndert nichts am Bestehen eines grunds�tzlichen gesetzlichen Anspruchs auf Psychotherapie, welcher im Einzelfall anhand der konkreten Gegebenheiten zu pr�fen ist. Dies gilt auch mit Bezug auf die psychotherapeutische Behandlung bei hyperkinetischen St�rungen (vgl. AHI 2003 S. 103).
5.1 Zum Gesundheitszustand des Versicherten f�hrt das Kinderspital Z.________ im Bericht vom 11. Dezember 2000 aus, dieser leide an einer schweren Zwangsst�rung, wozu eine Ess- und Kommunikationsst�rung komme, welche massivste Auswirkungen auf die Bew�ltigung von allt�glichen Verrichtungen habe. Eine Prognose sei nur sehr schwer zu stellen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit k�nne jedoch von einem protrahierten, zur Chronifizierung neigenden Krankheitsverlauf ausgegangen werden. Im Gesuch um Verl�ngerung der medizinischen Massnahmen vom 30. Juni 2002 gaben die Eltern des Versicherten an, wegen der Magersucht und den schweren Zw�ngen k�nne ihr Sohn keine Schule besuchen. Eine berufliche Eingliederung liege noch in weiter Ferne. Die Kontaktaufnahme mit anderen Personen sei weiterhin stark eingeschr�nkt. Aufgrund der psychotherapeutischen Betreuung habe jedoch die Abh�ngigkeit von Medikamenten deutlich reduziert werden k�nnen. Zudem k�nne der Versicherte vermehrt �ber seine Situation reflektieren. Gem�ss Dr. med. R.________ konnte dank der Psychotherapie eine Gewichtszunahme auf 35 kg verzeichnet werden (Bericht vom 5. Dezember 2002). Der behandelnde Psychotherapeut geht in seinem Bericht vom 1. Februar 2003 von einem chronischen Krankheitsverlauf mit wechselnden Phasen von Essverweigerung, Zwangsverhalten, Bulimie und Depression aus. Der Schweregrad der Hilflosigkeit habe auf ein mittleres Mass reduziert werden k�nnen. Spitalaufenthalte seien nicht mehr n�tig und die Medikamentenabh�ngigkeit sei deutlich geringer. Wegen des komplexen Krankheitsbildes sei weiterhin mit einer langen Therapiedauer zu rechnen. Ein Schulbesuch oder eine berufliche Ausbildung seien derzeit nicht m�glich. Die bisherigen Massnahmen seien indessen f�r eine sp�tere berufliche Eingliederung weiterhin dringend n�tig.
5.2 Aus diesen Darlegungen erhellt, dass ohne psychotherapeutische Behandlung in absehbarer Zeit kein stabilisierter, die sp�tere Erwerbsf�higkeit beeintr�chtigender Defektzustand eintr�te, sondern dass ein auch auf l�ngere Sicht labiles pathologisches Geschehen vorliegt. Die Psychotherapie dient demnach vorwiegend der Behebung eines labilen Krankheitsgeschehens. Es kann daher nicht gesagt werden, sie sei geeignet, die Berufsbildung oder die Erwerbsf�higkeit dauerhaft und wesentlich im Sinne von Art. 12 Abs. 1 IVG zu beeinflussen. Wesentlich im Sinne dieser Bestimmung ist der durch eine Behandlung erzielte Nutzeffekt nur dann, wenn er in einer bestimmten Zeiteinheit einen erheblichen absoluten Grad erreicht (BGE 115 V 199 Erw. 5a). Beim Versicherten geht es jedoch um eine langdauernde Behandlung des Leidens an sich. Fehlt es somit an dem von Art. 12 Abs. 1 IVG geforderten Eingliederungscharakter, geh�rt die Massnahme nicht in den Bereich der Invalidenversicherung.