Source: http://www.kita-brandenburg.de/viewtopic.php?f=33&t=533&p=1119&sid=39b99fa4429bb3b8328ec6f7e2a686eb
Timestamp: 2017-10-19 05:12:15
Document Index: 291739266

Matched Legal Cases: ['§10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 1', '§ 10', '§ 5']

Erzieher-Kind-Relation - Gibt es Mindestvorgaben, die einzuhalten sind? - Foren zur Kindertagesbetreuung - gefördert vom MBJS Brandenburg
Erzieher-Kind-Relation - Gibt es Mindestvorgaben, die einzuhalten sind?
Registriert: 26.06.2017, 22:31
Beitragvon Ronja » 27.06.2017, 09:03
ich wende mich an Sie in der Hoffnung, dass Sie durch Ihre jahrelange Arbeit am und mit dem Kitagesetz Brandenburg vielleicht Licht in mein Dunkel bringen können oder den richtigen Tipp haben, wer zur Klärung der Frage beitragen könnte.
In den vergangenen Monaten gab es trägerintern immer wieder die Situation, dass wir mit hohem krankheitsbedingtem Ausfall von Personal konfrontiert wurden. In Folge dessen, erarbeiten wir nun einen Notfallplan, wie bei akutem Ausfall von Personal zu verfahren ist. Häufig konnten wir durch Vertretung aus anderen Einrichtungen des Trägers kurzfristig Aushilfe organisieren.
Leider kann aber auch über die Mitwirkung von ehrenamtlichen Helfern, die gem. §10 Abs. 3 KitaG ausdrücklich erwünscht sind, in akuten Situationen nicht im notwendigen Rahmen Entlastung herbeigeführt werden.
Bei der Erarbeitung des Notfallplans haben wir bisher vergeblich nach Empfehlungen gesucht, die als Richtlinie dienen können. Insbesondere die Fragestellung der Mindestpersonalaussstattung konnten wir bisher nicht klären. Das Kitagesetz gibt mit dem rechnerischen Schlüssel gem. § 10 KitaG dahingehend keine Empfehlung welche Mindeststandards bei der tatsächlichen Erzieher-Kind-Relation eingehalten werden sollten, um eine ausreichende Aufsichtsführung, die den Schutz der Kinder nicht gefährdet, sicherzustellen.
Sind Ihnen dahingehend Empfehlungen bekannt, die beispielsweise bei der Festlegung des rechnerischen Schlüssels in § 10 KitaG zugrunde gelegt wurden? Von welcher Mindest-Erzieher-Kind-Relation wurde vom Gesetzgeber ausgegangen, bzw. welcher rechnerische Schlüssel darf in der tatsächlichen Betreuung nicht unterschritten werden, um das Wohl der Kinder nicht zu gefährden? Ich gehe davon aus, dass bei Erlass des Kitagesetzes und bei Novellierungen entsprechende Daten bei der Festlegung zu Grunde gelegt wurden. Leider sind diese für mich durch Internetrecherche nicht herauszubekommen, weshalb ich auf Ihre Unterstützung und Auskunft sowie auf Erfahrungen und Beiträge der anderen Forenteilnehmer hoffe. Wie verfahren andere Träger beispielsweise mit der beschriebenen Situation?
Beitragvon Detlef Diskowski » 27.06.2017, 13:08
Ronja hat geschrieben: Bei der Erarbeitung des Notfallplans haben wir bisher vergeblich nach Empfehlungen gesucht, die als Richtlinie dienen können. Insbesondere die Fragestellung der Mindestpersonalaussstattung konnten wir bisher nicht klären. Das Kitagesetz gibt mit dem rechnerischen Schlüssel gem. § 10 KitaG dahingehend keine Empfehlung welche Mindeststandards bei der tatsächlichen Erzieher-Kind-Relation eingehalten werden sollten, um eine ausreichende Aufsichtsführung, die den Schutz der Kinder nicht gefährdet, sicherzustellen.
Sehr geehrte Ronja,
wie Sie richtig feststellen, handelt es sich bei der in § 10 KitaG bestimmten Personalausstattung um eine rechnerische Personalzumessung: Welcher Personalanteil für ein Kind einer bestimmten Altersgruppe (Krippe, Kiga, Hort) und in einem bestimmten Betreuungsumfang <6Std./>6Std. bzw. <4Std,/>4Std.) zur Verfügung stehen muss.
Der Träger ist verpflichtet, dieses notwendige pädagogische Personal zu beschäftigen.
- Diese Personalzumessung entspricht nicht dem "Personal(ressourceneinsatz)schlüssel", mit dem die Personalausstattungen verschiedener Länder miteinander verglichen werden. siehe z.B.: https://www.laendermonitor.de/uebersicht-grafiken/indikator-9a-personalschluessel-in-kitas/indikator/16/indcat/9/indsubcat/50/index.nc.html
- Es handelt sich auch nicht um die sog. "Fachkraft-Kind-Relation" mit der man versucht der vorfindbaren Personalausstattung im Alltag nahe zu kommen, indem Fehlzeiten der Fachkräfte (Krankheit, Urlaub, Vor- und Nachbereitung, Fortbildung, Elterngespräche ..) eingerechnet werden.
Die von Ihnen angesprochene Personalausstattung meint aber die Grenze zu einer unverträglichen Situation. Es gibt hierfür kein allgemeines Maß, weil schon die Grenze Unterschiedliches meint. Sicherlich können auch Kinder eine äußerst knappere Personalausstattung ein oder zwei Tage ertragen; fehlen dauerhaft die Erziehungspersonen wäre diese Ausstattung nicht mehr vertretbar. Ähnlich unterschiedlich wirkt sich das Alter der Kinder, die räumlichen Gegebenheiten und sonstige Faktoren aus. Es gibt also kein allgemeines Maß!
Ungeachtet der rechnerischen Personalausstattung liegt die Verantwortung für die Erfüllung des Erziehungs-, Bildungs-, Betreuungs- und Versorgungsauftrags beim Träger der Einrichtung. Dazu verpflichtet ihn das KitaG und der Betreuungsvertrag, den Eltern mit ihm abschließen. § 1 KitaPersV sagt: "Der Träger der Einrichtung hat für die notwendige Ausstattung mit pädagogischem Personal der Kindertagesstätte sowie für einen effektiven, an den Betreuungsnotwendigkeiten orientierten Personaleinsatz Sorge zu tragen."
Also festzustellen wäre
1. Wird das gem. § 10 KitaG und § 5 KitaPersV notwendige pädagogische Personal beschäftigt?
2. Wird es effektiv eingesetzt? (Hier im Forum wurde auf Webinare zum Thema Personaleinsatzplanung hingewiesen, die jetzt auch noch als Aufzeichnung zu sehen sind. http://www.kita-brandenburg.de/viewtopic.php?f=33&t=521
3. Geht es um das Problem langer Ausfallzeiten, um Ersatzkräfte...?