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Timestamp: 2017-05-26 00:14:25
Document Index: 33621684

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 44', '§ 44', '§ 44', '§ 44', '§ 69', '§ 71', '§ 44', '§ 45', '§ 45', '§ 44', '§ 67', '§ 44', 'Art. 1', '§ 7', '§ 7', '§ 44', 'Art. 2', '§ 4', '§ 69', '§ 16', '§ 1', '§ 33', '§ 67']

Der_Wolf_in_Niedersachsen_-_Grundsaetze_und_Massnahmen_im_Umgang_mit_dem_Wolf_November_2010 by Canis Lupus - issuu
für Umwelt und KlimaschutzDer Wolf in Niedersachsen
im Umgang mit dem WolfInhaltsverzeichnis
SeiteVorwort31. Einleitung52. Rechtliche Situation und Schutzstatus63. Lebensweise des Wolfes74. Bestandssituation und Perspektiven85. Der Wolf in Niedersachsen
5.1 Niedersachsen als Wolfslebensraum
5.2 Ziele und Grundsätze im Umgang mit dem Wolf
5.3 Zuständigkeiten und Strukturen eines Wolfsmanagementes
5.4 Kontinuierliche Bestandserfassung
5.5 Vorbeugende Sicherung von Nutztierbeständen
5.6 Ausgleichszahlungen
5.7 Wölfe und Jagdausübung
5.8 Umgang mit auffälligen Wölfen
5.9 Öffentlichkeitsarbeit
5.10 Lebensraum bezogene Schutzmaßnahmen96. Nationale und internationale Abstimmung15Anhang 1
Anhang 316Anhang 4
Anhang 7Literaturauswahl
Information zur sicheren Haltung von Schafen und Ziegen
(und Rindern) bei Vorkommen von Wölfen
Information zur sicheren Haltung von Gatterwild bei
Vorkommen von Wölfen
Melden von Wolfshinweisen und -nachweisen
Verhalten im Wolfsgebiet; Wölfe und Hunde
Aktuelle Vorkommensgebiete von Wölfen in
Deutschland 2006 - 201012Vorwort
Ausgehend von Sachsen, wo im Jahr 2000 erstmals wieder wild
lebende Wölfe in Deutschland geboren wurden, breiten sich die
Tiere langsam, aber stetig immer weiter nach Westen und Norden
aus und haben inzwischen - wenn auch nur vereinzelt - erste Spuren in Niedersachsen hinterlassen.
Was dem einen frohe Botschaft und Ausdruck natürlicher ökologischer Vielfalt ist, verursacht bei anderen zurückhaltende Skepsis
oder sogar vehemente Ablehnung.
Der Wolf ist eine der größten Herausforderungen im Artenschutz,
nicht nur in Niedersachsen, sondern in ganz Deutschland und darüber hinaus: Er kann durchaus Schäden an Nutztieren verursachen,
was für die Betroffenen oft nicht nur finanziell schmerzlich ist.
Anders als in Gegenden, in denen der Wolf nie ausgestorben war,
sind wir es auch nicht mehr gewohnt, mit dem Wolf zu leben.
Als Umweltminister des Landes Niedersachsen bin ich verantwortlich für den Schutz unserer Natur und besonders natürlich für die
seltenen und gefährdeten Arten. Für den Wolf gilt aber in ganz
besonderem Maße der Leitspruch, den ich meiner Amtsführung
vorangestellt habe: Naturschutz mit den Menschen. Das dauerhafte Überleben des Wolfes in unserer Kulturlandschaft ist nur möglich, wenn die berechtigten Belange der Betroffenen berücksichtigt
und die Sorgen und Fragen der Bürger ernst genommen werden.
Mit dem jetzt vorgelegten Konzept haben wir genau diesen Weg
beschritten. Wir stehen in Niedersachsen noch ganz am Anfang im
Umgang mit dem Wolf. Um möglichst gut vorbereitet zu sein, stehen die niedersächsischen Fachleute in regelmäßigem Austausch
mit den Experten der anderen deutschen „Wolfsgebiete“. Und wir
führen einen kontinuierlichen Dialog mit den betroffenen Nutzergruppen und allen anderen Interessierten.Naturschutz braucht Verbündete. Dies gilt in ganz besonderem
Maße für den Wolf. Deshalb freue ich mich aufrichtig, dass sich
auch die Landesjägerschaft Niedersachsen positiv zur Rückkehr des
Wolfes stellt und mit dem Ministerium für Umwelt und Klimaschutz - ähnlich wie beim Luchs - eine enge Zusammenarbeit zum
Wolf vereinbart hat.
Eine erfolgreiche Rückkehr des Wolfes, eine der seltensten Tierarten Mitteleuropas, wäre nicht nur ein großartiger Beitrag zum
Erhalt der natürlichen biologischen Vielfalt in Deutschland; sie
wäre auch ein Beweis dafür, dass Mensch und Natur auch in einer
hoch zivilisierten Gesellschaft kein Gegensatz sind.
Lassen Sie uns gemeinsam an diesem Ziel arbeiten!Hans-Heinrich Sander
für Umwelt und Klimaschutz341. Einleitung
Der Wolf (Canis lupus) galt in Deutschland lange Zeit als ausgestorben. Insbesondere die direkte Nachstellung durch den Menschen hat zum Erlöschen der letzten wild lebenden Rudel bis zur
Mitte des 19. Jahrhunderts geführt. Seither sind in Deutschland
zwar regelmäßig einzelne Wölfe beobachtet (und geschossen)
worden, aber erst seit dem Jahr 2000 vermehrt sich die Art in der
Bundesrepublik wieder in freier Natur: Aus Polen zugewanderte
Tiere haben in der Lausitz mehrere Rudel auf einem Truppenübungsplatz und in dessen Umland gegründet.
Auch in Niedersachsen gibt es wieder wild lebende Wölfe. Seit
2006 haben sich einzelne Tiere über längere Zeit in der Lüneburger
Heide (Raum Unterlüß), im Wendland und in der Grenzregion zu
Hessen (Raum Solling/ Reinhardswald) aufgehalten. Die Wolfspopulation in Europa wird voraussichtlich auch in den kommenden
Jahren weiter wachsen und durch natürliche Aus-breitung ihr Areal
ausdehnen und zurückgewinnen. Niedersachsen bietet insbesondere in den waldreichen östlichen und südlichen Landesteilen
geeignete Lebensräume für den Wolf. Auch hier besteht daher
grundsätzlich die Möglichkeit, dass sich durch weitere Zuwanderungen Wolfspaare finden, die erstmals seit über 150 Jahren
wieder Junge in Niedersachsen aufziehen könnten.
Die natürliche Wiederansiedlung des Urahns unserer Haushunde
findet in den Medien ein hohes öffentliches Interesse. Die Berichterstattung zeigt, dass das Verhältnis des Menschen zum Wolf
ambivalent ist. Große Teile der Bevölkerung begrüßen die Rückkehr der Wölfe und sind fasziniert von der Tierart. Auf der anderen
Seite haben viele Menschen noch Vorbehalte. Die Gründe hierfür
sind vielfältig: Sorgen um die Sicherheit von Menschen, mögliche
wirtschaftliche Schäden oder Jagdwertminderung durch Wildbretverlust bei dem Jagdrecht unterliegenden Tierarten.
Der Wolf, der in vergangenen Jahrhunderten als „Meister Isegrim“
in der Bevölkerung oftmals einen denkbar schlechten Ruf genoss,
ist heute in Niedersachsen willkommen. Er ist in unseren Breiten
ebenso Teil der natürlichen biologischen Vielfalt wie der von der
Ausrottung bedrohte sibirische Tiger oder die Wale in den Weltmeeren, für deren Schutz wir gerne engagiert eintreten. Der Wolf
ist hierzulande streng geschützt und bedarf unseres Engagements
hier in unserer Natur! Er ist in Deutschland extrem selten und
unterliegt nicht dem Jagdrecht. Dennoch setzt sich die Jägerschaft
in Niedersachsen zusammen mit Förstern und Naturschützern für
den Wolfsschutz in Niedersachsen ein. Dass trotzdem noch erhebliche Überzeugungsarbeit geleistet werden muss, zeigt der illegale
Abschuss eines Wolfes im Wendland im Dezember 2007.
Die mögliche Rückkehr der Wölfe nach Niedersachsen kann in
Teilen der Gesellschaft zu Verunsicherung führen. Dies gilt in
besonderem Maße für Bevölkerungsgruppen, die wirtschaftliche
Einbußen befürchten, z.B. die Nutztierhalter. Ende 2008 sind im
Solling mehrere Schafe durch einen wild lebenden Wolf gerissen
worden. Dieser Fall zeigt, dass trotz der veränderten Einstellung
der Gesellschaft zum Wolf eine Strategie erforderlich ist, um einen
Weg zu einem gedeihlichen Miteinander von Mensch und Wolf in
Niedersachsen zu finden. Finanzielle Zuschüsse des Landes sollen
helfen, Schäden durch Wölfe möglichst vorzubeugen. Entstandene Schäden an Nutztieren sollen finanziell ausgeglichen werden.Foto: B. Pott-DörferDurch eine umfassende und frühzeitige Öffentlichkeitsarbeit wird
die Bevölkerung über die Rückkehr der Wölfe informiert und
aufgeklärt, um den Menschen Ängste vor dem Wolf zu nehmen.
Dieses Maßnahmenbündel hat zum Ziel, die Akzeptanz und Kompromissbereitschaft bei den verschiedenen betroffenen Interessengruppen und in der Bevölkerung zu fördern.
Das Niedersächsische Wolfskonzept bildet die Grundlage für
diese Strategie. Es beschreibt den Handlungsrahmen für effektive
Schutzmaßnahmen und für die Information der Öffentlichkeit. Das
Konzept wurde unter Federführung des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt und Klimaschutz und in Abstimmung mit dem
Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft,
Verbraucherschutz und Landesentwicklung aufgestellt. Im September 2007 wurde ein „Arbeitskreis Wolf“ eingerichtet, in dem auf
breiter Basis mit Förstern, Nutztierhaltern, Jägern und Naturschützern interessen- und ressortübergreifend die Grundlagen für dieses
Konzept erarbeitet und abgestimmt worden sind.
Auch die Erfahrungen und Schutzkonzepte der Bundesländer
Sachsen, Brandenburg, Bayern und Sachsen-Anhalt wurden ausgewertet, um einen weitgehend einheitlichen Umgang mit dem
Wolf in Deutschland zu gewährleisten. Aufgrund unterschiedlicher
rechtlicher, fachlicher und organisatorischer Rahmenbedingungen
muss es im Detail jedoch auf die jeweilige Situation in den Bundesländern zugeschnittene Lösungen geben. Niedersachsen steht
hierbei noch am Anfang des Wolfsschutzes. Das Niedersächsische
Wolfskonzept wird deshalb mit zunehmenden Erfahrungen und
Erkenntnissen bei Bedarf angepasst und fortgeschrieben. Die gemeinsamen Schutzanstrengungen geben Anlass zu der Hoffnung,
dass der Wolf bei uns in freier Natur überleben wird.52. Rechtliche Situation und Schutzstatus
Wild lebende Wölfe unterliegen in Deutschland nationalen und
internationalen Schutzbestimmungen. Im Wesentlichen sind dies:
§FFH-Richtlinie 92/43/EWG1
FFH-Richtlinie 92/43/EWG§Bundesnaturschutzgesetz2§Bundesartenschutzverordnung3- Anhang II (prioritäre Art)
- Anhang IV
(streng geschützte Art)
- Kapitel 5, Abschnitt 3
- Abschnitt 1 (§ 4).Nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) sind für die
in ihrem Anhang II aufgeführten Arten besondere Schutzgebiete,
die so genannten FFH-Gebiete, auszuweisen4. Die Auswahl und
Meldung der FFH-Gebiete erfolgte in Niedersachsen in mehreren
Tranchen in den Jahren 1998-2006. Zu dieser Zeit gab es keine
Wolfsnachweise in Niedersachsen, so dass für die Art kein besonderes Schutzgebiet ausgewiesen wurde. Die Einzelnachweise der
vergangenen Jahre und der Gegenwart begründen ebenfalls keine
Notwendigkeit zur Ausweisung von FFH-Gebieten für den Wolf.
Die Berücksichtigung des Wolfs im Anhang IV der FFH-Richtlinie
verpflichtet die EU-Mitgliedsstaaten, im Rahmen ihrer nationalen
Gesetzgebung die notwendigen Maßnahmen zu treffen, um ein
strenges Schutzsystem in dessen natürlichem Verbreitungsgebiet
einzuführen5. Dies wurde in Deutschland u. a. durch § 44 des Bundesnaturschutzgesetzes umgesetzt. Der Wolf ist eine besonders
geschützte Art6. Es ist gem. § 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG verboten,
wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten, oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder
zu zerstören. Auch ist es danach verboten, Fortpflanzungs- und
Ruhestätten des Wolfes zu beschädigen oder zu zerstören, vgl.
§ 44 Abs. 1 Nr. 3 BNatSchG. Darüber hinaus ist der Wolf streng
geschützt7. Er darf daher u. a. während der Fortpflanzungszeit
und während der Zeit der Jungenaufzucht nicht erheblich gestört
werden8. Dabei zielen die aufgrund der FFH-Richtlinie getroffenen
Maßnahmen darauf ab, einen günstigen Erhaltungszustand der
natürlichen Lebensräume und wildlebenden Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse zu bewahren oder wiederherzustellen9.Nach der Bundesartenschutzverordnung ist es ferner verboten,
wild lebenden Arten der besonders geschützten Arten, die nicht
dem Jagd- oder Fischereirecht unterliegen, wie dem Wolf, mit den
dort bestimmten Mitteln nachzustellen, sie anzulocken, zu fangen
oder zu töten, z.B. unter Benutzung von lebenden Tieren als Lockmittel oder akustischen Geräten10.
Verstöße gegen die im Bundesnaturschutzgesetz und der Bundesartenschutzverordnung normierten Artenschutzvorschriften stellen
grundsätzlich Ordnungswidrigkeiten dar11. In bestimmten Fällen
kann ein Verstoß auch eine Straftat darstellen. So ist die vorsätzliche Tötung eines wild lebenden Wolfes gem. § 44 Abs. 1 Nr. 1
BNatSchG verboten und stellt gem. § 69 Abs. 2 Nr. 1 BNatSchG
i. V. m. § 71 Abs. 2 BNatSchG eine Straftat dar, die mit Geldstrafe
oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren bestraft werden kann.
Die nach Landesrecht zuständigen Behörden können von den
Verboten des § 44 BNatSchG in Verbindung mit § 45 Abs. 7
Nr. 1 - Nr. 5 BNatSchG im Einzelfall Ausnahmen zulassen, z.B.
im Interesse der Gesundheit des Menschen und der öffentlichen
Sicherheit. Darüber hinaus kann in Fällen, die durch § 45 Abs. 7
nicht erfasst werden, von den Verboten des § 44 BNatSchG auf
Antrag gem. § 67 BNatSchG eine Befreiung gewährt werden,
wenn die Durchführung der Vorschrift im Einzelfall zu einer
unzumutbaren Belastung führen würde.
Hybriden, d.h. Kreuzungen zwischen wild lebenden Wölfen und
Haushunden, unterliegen in den ersten vier Generationen dem
gleichen Schutzstatus wie Wölfe12. Ungeachtet dessen muss alles
getan werden, solche Kreuzungen unverzüglich aus der Natur zu
entfernen (s. Kap. 5.8).
Für in Gefangenschaft gehaltene Wölfe, verendete Wölfe und
Wolfspräparate können weitere rechtliche Regelungen, die z.B.
Verbote zum Transport, zum Besitz und zur Vermarktung beinhalten (sog. Washingtoner Artenschutzübereinkommen, Verordnung
EG Nr. 338/97, § 44 Bundesnaturschutzgesetz), Anwendung
Ergänzend zu den Artenschutzvorschriften sind auch die Anforderungen des Tierschutzgesetzes zu beachten, das teilweise auch
auf wild lebende Tiere anzuwenden ist. So darf niemand einem
Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden
zufügen13.
Der Wolf unterliegt nicht dem Jagdrecht.1Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen, zuletzt geänd. durch
Art. 1 ÄndRL 2006/105/EG vom 20.11.2006 (ABl. Nr. L 363, S.368)
Bundesnaturschutzgesetz vom 29. Juli 2009 (BGBl. I S. 2542)
Bundesartenschutzverordnung vom 16. Februar 2005 (BGBl. I S. 258 (896)), geändert durch Artikel 22 G des Gesetzes zur Neuregelung des Rechts des Naturschutzes
und der Landschaftspflege vom 29.Juli 2009 (BGBl. I S. 2542)
Artikel 3 FFH-Richtlinie
Artikel 12 FFH-Richtlinie
§ 7 Abs. 2 Nr. 13 BNatSchG
§ 7 Abs. 2 Nr. 14 BNatSchG
§ 44 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG
Art. 2 Abs. 2 FFH-Richtlinie
§ 4 Abs. 1 BArtSchV
§ 69 BNatSchG, § 16 BArtSchV
Verordnung (EG) Nr. 1497/2003 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 338/97 der Kommission des Rates über den Schutz von Exemplaren wild lebender
Tier- und Pflanzenarten durch Überwachung des Handels.
§ 1 TSchG
263. Lebensweise des Wolfes
Wölfe leben in Mitteleuropa in kleinen Familienverbänden, den
so genannten Rudeln. Diese setzen sich meist aus den beiden Elterntieren, den Jährlingen des Vorjahres und den jüngsten Welpen
zusammen. Die Rudelgröße schwankt damit meist zwischen 4
und 8 Tieren. Nach der Paarung im Spätwinter oder Vorfrühling
werden im April/ Mai im Durchschnitt 4 bis 6 Junge geboren. Die
Geburt findet in einem unterirdischen Bau statt. Dieser wird von
den Wölfen entweder selbst gegraben, oder vorhandene Bauten
von Füchsen oder Dachsen werden erweitert.
Der Bau wird oft im Zentrum des Wolfsreviers angelegt. Die Größe
der Reviere richtet sich nach der Landschaftsstruktur und nach der
zur Verfügung stehenden Nahrungsmenge. Nach Untersuchungen
in Sachsen und Polen schwanken die Reviergrößen zwischen
150 km² und 350 km². Zum Vergleich: Die Stadt Hannover hat
eine Fläche von ca. 204 km² und ist damit kleiner als die Durchschnittsgröße eines Wolfsreviers.In Bezug auf seinen Lebensraum ist der Wolf eine der anpassungsfähigsten Arten überhaupt. Wesentliche Faktoren bei der Wahl
des Territoriums sind ein gutes Nahrungsangebot und störungsarme Räume für die Jungenaufzucht. Dies ist insbesondere in waldreichen Gebieten oder auf Truppenübungsplätzen gegeben. Die
Streifgebiete außerhalb der Ruhezonen bzw. Welpenaufzuchtorte
beziehen jedoch landwirtschaftliche Flächen und Siedlungsränder
mit ein. Das Nahrungsspektrum beinhaltet neben den heimischen
Schalenwildarten (z.B. Reh-, Rot- und Schwarzwild) auch Kleinsäuger und Beeren. Auch Haustiere, insbesondere Schafe und Ziegen,
können zur Beute gehören, wenn sie für den Wolf leicht erreichbar sind. Der Wolf erbeutet nicht nur lebende Tiere, sondern nutzt
auch Aas und Abfälle.
Ein hoher Anteil der Welpen kann bereits im ersten Lebensjahr
aufgrund von Nahrungsmangel und Krankheiten (z.B. Parasitenbefall) sterben. Dieser Anteil kann jedoch stark schwanken. In der
freien Natur werden Wölfe selten älter als 10 Jahre.Spätestens sobald die jungen Wölfe geschlechtsreif werden - dies
ist meist mit ca. 22 Monaten der Fall - verlassen sie in der Regel
das elterliche Rudel oder werden von den Elterntieren aus dem
Rudel verdrängt. Die jungen Wölfe wandern dann einzeln oft
lange Strecken, um einen Geschlechtspartner zu finden und ein
eigenes Rudel zu gründen. Es wurden Tagesstrecken von mehr als
70 Kilometern nachgewiesen, so dass die Tiere innerhalb kurzer
Zeit große Distanzen von mehreren Hundert Kilometern zurücklegen können.Foto: B. Pott-Dörfer7
74. Bestandssituation und Perspektiven
Wölfe besiedelten früher in mehreren Unterarten Europa,
Asien und Nordamerika. Europa war noch im Mittelalter nahezu flächendeckend Wolfsgebiet. Während in größeren, durch
Menschen nur sehr dünn besiedelten Gebieten Asiens und des
nördlichen Nordamerikas Wölfe auch heute noch verbreitet sind,
ist der Wolf in Europa - durch direkte menschliche Nachstellung
- auf wenige Rückzugsgebiete zurückgedrängt worden. Dies
betrifft in besonderem Maße Mittel- und Westeuropa. Hier ist der
Wolf etwa vor 150 Jahren vollständig ausgerottet worden, während sich in den nord-, ost- und südeuropäischen Staaten kleine
Wolfspopulationen - oft in gebirgigen oder waldreichen Regionen
mit geringer Bevölkerungsdichte - halten konnten. In den süd-,
südost- und nordeuropäischen Staaten gilt der Wolf aufgrund der
meist indivi-duenarmen Bestände als gefährdet. Nur in einigen
osteuropäischen Staaten, insbesondere Russland, gibt es auch
heute noch eine stabile Wolfspopulation.
Die Wölfe Mitteleuropas sind dem so genannten Eurasischen
Wolf (Canis lupus lupus) zuzuordnen, der in Europa und Asien
am weitesten verbreiteten Unterart. Da der Wolf hinsichtlich
seines Lebensraumes sehr anpassungsfähig ist und aufgrund der
rechtlichen Vorgaben der FFH-Richtlinie in allen EU-Staaten grundsätzlich geschützt ist, ist zukünftig mit einer weiteren Erholung
der Wolfsbestände in Europa zu rechnen. In Folge dieser positiven
Bestandsentwicklung werden weiterhin Wölfe nach Deutschland
und Niedersachsen zuwandern.
Auch die erfolgreiche Fortpflanzung der bereits in Deutschland
etablierten Lausitzer Rudel führt zu einer zunehmenden Ausbreitung des Wolfs in weitere Regionen Deutschlands. Wolfsrudel mit
Jungenaufzucht sind aktuell nur aus Sachsen und Sachsen-Anhalt
bekannt, Einzeltiere oder Paare sind in den letzten Jahren in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Bayern,
Hessen und Niedersachsen beobachtet worden. Ende 2008 betrug
der Wolfsbestand in Deutschland ca. 50 - 60 Tiere.Foto: Jürgen Borris85. Der Wolf in Niedersachsen
5.1Niedersachsen als WolfslebensraumAufgrund seiner Verbreitungsschwerpunkte in den osteuropäischen Ländern ist mit einer Zuwanderung von Wölfen nach
Niedersachsen vor allem aus östlichen Richtungen zu rechnen.
Dies belegen auch die zunehmenden Wolfsbeobachtungen in den
Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und
Niedersachsens östliche und südliche Landesteile, wie z.B. die
Lüneburger Heide und das Wendland im Nordosten oder der Harz
und das Weserbergland im Südosten und Süden stellen in vielen
Bereichen aufgrund ihres Wald- und Wildreichtums gut geeignete
Wolfslebensräume dar. Besonders gerne werden die großflächig
störungsarmen Truppenübungsplätze angenommen. In diesen
Bereichen nutzen sie natürlich auch die offene Landschaft.
Auch die konkreten Wolfsnachweise der vergangenen Jahre
stammen aus diesen Landesteilen: Über einen längeren Zeitraum
hielt sich seit 2006 ein einzelner Wolf im Umfeld des Schießplatzes
Unterlüß und der Truppenübungsplätze Munster Süd und Nord
auf, wobei nach längerer Pause wieder im Sommer 2009 glaubhafte Hinweise vorlagen. Am 18. Mai 2007 gelang ein Fotonachweis eines Tieres. Im Dezember 2007 wurde ein Wolf bei Gedelitz
im Wendland widerrechtlich geschossen. Wie eine genetische
Untersuchung ergeben hat, kann dieses Tier der westpolnischsächsischen Population zugerechnet werden.
Im Grenzbereich von Niedersachsen zu Hessen ist seit 2008 ein
Wolfsvorkommen belegt. Hier hält sich offenbar ein Einzelwolf
vorzugsweise im hessischen Reinhardswald auf, wechselt aber
auch zeitweilig nach Niedersachsen in die Sollingregion.
Ein weiteres grenznahes Vorkommen ist in nur ca. 12 Kilometer
Entfernung zu Niedersachsen aus der Lübtheener Heide in Mecklenburg-Vorpommern bekannt.
Da Wölfe in Bezug auf ihre Lebensräume sehr anpassungsfähig
und nicht auf natürliche oder naturnahe Landschaften angewiesen
sind, können sie auch in stärker durch den Menschen geprägten
Kulturlandschaften leben.
In allen Regionen Niedersachsens ist ein möglichst konfliktarmes
Verhältnis zwischen Mensch und Wolf das wichtigste Ziel.Lebensräume wie die Heide- und Waldgebiete Nordostniedersachsens bieten gute Lebensbedingungen
für Wölfe (Foto: Wilke)5.2Ziele und Grundsätze im Umgang
mit dem WolfFolgende Ziele und Grundsätze gelten für den Umgang mit wild
lebenden Wölfen in Niedersachsen:
1. Der Wolf ist in Niedersachsen willkommen. Das Land Niedersachsen begrüßt die natürliche Rückkehr des Wolfes als
heimische Wildtierart.
2. In Niedersachsen werden keine Wölfe ausgesetzt oder aktiv
3. Die Sicherheit des Menschen genießt oberste Priorität.
4. Das Land Niedersachsen wirkt aktiv an nationalen und internationalen Schutzbestrebungen für den Wolf mit. Diese beinhalten ein Länder übergreifendes Wolfsmanagement.
5. In Niedersachsen wird der Umgang mit wild lebenden Wölfen
mit den betroffenen Gruppen abgestimmt. Naturschutz, Jagd,
Forst, Tierschutz, Tierhalter und andere Interessengruppen
arbeiten zur Umsetzung des Niedersächsischen Wolfskonzeptes
6. Die Bevölkerung wird über wild lebende Wölfe in Niedersachsen
durch umfassende und gezielte Öffentlichkeitsarbeit informiert.
7. Das Land Niedersachsen sammelt, bewertet und dokumentiert
die Daten über wild lebende Wölfe und wird dabei von interessierten Personen und Verbänden unterstützt.
8. In von Wölfen besiedelten Regionen soll Schäden an Nutztieren durch geeignete Sicherungsmaßnahmen vorgebeugt
werden. Das Land Niedersachsen wird die betroffenen Nutztierhalter nach festgelegten Grundsätzen vorbehaltlich der
zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel finanziell unterstützen.
9. Das Land Niedersachsen gleicht Schäden an Nutztieren auf
der Grundlage einer Billigkeitsrichtlinie vorbehaltlich der zur
Verfügung stehenden Haushaltsmittel grundsätzlich aus.
10. Für Wölfe, die in ihrem Verhalten auffällig geworden sind,
werden bei Bedarf geeignete Maßnahmen zur Vermeidung
von Konflikten ergriffen.
95.3Zuständigkeiten und Strukturen
eines WolfsmanagementsDer Wolf ist streng geschützt und unterliegt nicht dem Jagdrecht, sondern dem Artenschutzrecht. Die Verantwortung für den
Wolfsschutz in Niedersachsen liegt daher im Geschäftsbereich des
Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt und Klimaschutz als
oberste Naturschutzbehörde. Es steuert in enger Zusammenarbeit
mit dem Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung die landesweiten Schutzbemühungen, legt die Grundsätze zum finanziellen
Ausgleich von Schäden und zur finanziellen Unterstützung von
schadensvorbeugenden Maßnahmen fest und entscheidet über
die Verwendung der dafür zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel. Das Ministerium für Umwelt und Klimaschutz wählt die Wolfsberaterinnen und Wolfsberater aus.
Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küstenund Naturschutz (NLWKN) in seiner Funktion als Fachbehörde für
Naturschutz (§ 33 NAGBNatSchG) informiert die Bevölkerung über
wild lebende Wölfe in Niedersachsen und berät die beteiligten
Behörden, sonstigen Stellen, Verbände und Personen in Fragen
des Wolfsschutzes. Die erhobenen Daten über Wölfe werden beim
NLWKN zentral für das gesamte Land Niedersachsen gesammelt,
bewertet und dokumentiert und den zuständigen Behörden und
ggf. anderen Stellen zur Verfügung gestellt. Sie dienen auch der
Erfüllung der FFH-Berichtspflichten. Der NLWKN schlägt in Abstimmung mit der Landesjägerschaft Niedersachsen geeignete Personen als Wolfsberaterinnen und Wolfsberater vor, koordiniert deren
Tätigkeit, schult sie u.a. in Zusammenarbeit mit der Alfred Töpfer
Akademie für Naturschutz für ihre Aufgaben und unterstützt ihren
Erfahrungs- und Informationsaustausch.
Neben besonders geschulten Wolfsberaterinnen und -beratern
kann auch der NLWKN die Rissbeurteilung wahrnehmen.
Im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt und
Klimaschutz prüft und entscheidet der NLWKN über Anträge auf
Gewährung von Ausgleichszahlungen bei Tierverlusten und Zahlung von Zuschüssen zu vorbeugenden Sicherungsmaßnahmen.
Die unteren Naturschutzbehörden14 sind auf lokaler Ebene Ansprechpartner für die Bevölkerung und betroffene Nutzergruppen
und zuständig für die sich aus dem Naturschutzrecht ergebenden
Maßnahmen. Zugleich sind die Kommunalen Gebietskörperschaften in ihrer Eigenschaft als Veterinärämter in die Begutachtung
und Bewertung von Nutztierrissen einbezogen.
Im September 2007 ist vom Ministerium für Umwelt und Klimaschutz der „Arbeitskreis Wolf“ eingerichtet worden. Er hat die
Funktion eines Forums, in dem alle relevanten Institutionen und
Gruppen ihre Erfahrungen und Belange einbringen und erörtern.
Im Arbeitskreis Wolf werden der Umgang mit wild lebenden Wölfen in Niedersachsen grundsätzlich abgestimmt und Handlungsempfehlungen erarbeitet. Der Arbeitskreis setzt sich aus Vertretern
folgender gesellschaftlicher Gruppierungen und Institutionen
zusammen:14--Naturschutz (Landesnaturschutzverwaltung, untere Naturschutzbehörden, Naturschutzverbände)
Jagd (Oberste Jagdbehörde und Jagdbehörden, Kreisjägermeister, Landesjägerschaft, Vertreter der Grundeigentümer)
Forst (Bundesforst, Niedersächsische Landesforsten, Klosterforst, besonders betroffene private Forstverwaltungen - z.B.
Forstverwaltung Rheinmetall)
Tierzucht, Tierhaltung (Landwirtschaftskammer Niedersachsen,
Nutztierhalterverbände, insbes. Verbände der Halter von Schafen, Ziegen und Gatterwild)Die Wolfsberaterinnen und Wolfsberater sind vor Ort ehrenamtlich
tätig und nehmen folgende Aufgaben wahr:
- kontinuierliche Datenerhebung zu wild lebenden Wölfen in
Niedersachsen und Weitergabe der Daten an den NLWKN und
- Recherche und Aufnahme, ggf. Überprüfung von Wolfsbeobachtungen, Spurenhinweisen etc.
- Erstsicherung und -begutachtung bei Übergriffen auf Nutztiere
- Beratung und ggf. praktische Unterstützung relevanter Nutzergruppen (Nutztierhalter, Jäger, Förster)
- Information der jeweiligen Interessengruppen sowie der örtlichen Bevölkerung.
Eine Liste der Wolfsberaterinnen und Wolfsberater findet sich in
Anhang 2 dieses Konzepts sowie eine jeweils aktualisierte Fassung
auf der Internetseite des NLWKN unter
www.nlwkn.niedersachsen.de. Aus der Gruppe der Wolfsberaterinnen und Wolfsberater sind einige Personen besonders geschult,
um zu beurteilen, ob Tierrisse durch Wölfe verursacht worden
sind. Diese Rissgutachterinnen und -gutachter erstellen neben
dem NLWKN die Rissprotokolle, die für die Beantragung von
Ausgleichszahlungen benötigt werden.
Bei auffälligen Wölfen tritt zur Planung und Durchführung geeigneter Maßnahmen eine spezielle Arbeitsgruppe zusammen. Diese
setzt sich - je nach Problemlage - zusammen aus Vertretern
- des NLWKN,
- der räumlich betroffenen unteren Naturschutzbehörde(n) und
unteren Jagdbehörde(n),
- der jeweilig zuständigen Gefahrenabwehrbehörde(n) und bei
Bedarf der örtlichen Polizeidienststellen,
- den örtlichen Wolfsberaterinnen und Wolfsberatern
- und/oder ggf. auf die Durchführung der ausgewählten
Maßnahmen spezialisierte Personen.
Die Arbeitsgruppe informiert das Ministerium für Umwelt und
Klimaschutz und das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft,
Verbraucherschutz und Landesentwicklung über die geplanten
Maßnahmen.Landkreise, kreisfreie Städte (mit Ausnahme der Landeshauptstadt Hannover), Region Hannover, die großen selbständigen Städte Celle, Cuxhaven, Hameln, Hildesheim
und Lingen (Ems), Nationalparkverwaltung „Harz“, Biosphärenreservatsverwaltung „Niedersächsische Elbtalaue“ (für den Gebietsteil C).
Geografisch bedingt bleiben hier die Nationalparkverwaltung „Niedersächsisches Wattenmeer“ und der NLWKN als UNB in Teilen des Küstengewässers außer Betracht.105.4Kontinuierliche BestandserfassungDie bisherigen Wolfsbeobachtungen der letzen Jahre in Niedersachsen belegen, dass wild lebende Wölfe meist sehr scheu sind
und sich gerne in waldreichen Regionen mit geringer Bevölkerungsdichte aufhalten. Nur sehr wenigen Personen ist es bisher
gelungen, einen Wolf in Niedersachsen in der freien Natur zu
beobachten. Der Nachweis von Wölfen ist nicht einfach, zumal
die Verwechslungsgefahr mit Hunden sehr groß ist.
Grundlage aller Schutzbemühungen einschließlich der Öffentlichkeitsarbeit ist jedoch die genaue Kenntnis über Anzahl,
Geschlecht, Reviergröße und -abgrenzung bzw. Dynamik von
Streifgebieten der Wölfe. Eine kontinuierliche Bestandserfassung
soll dazu dienen, die notwendigen Daten zu bündeln und zu
bewerten. Vor der gezielten Bestandserfassung werden in den
östlichen und südlichen Regionen Niedersachsens, in denen am
ehesten mit Zuwanderung weiterer Wölfe oder der Ansiedlung
von Wolfsrudeln zu rechnen ist, durch sensible und zielgerichtete
Öffentlichkeitsarbeit insbesondere Förster und Jäger motiviert, auf
mögliche Anzeichen von Wolfsvorkommen zu achten (Spuren,
Losung, Wolfsheulen etc.). Schon bei einer Häufung glaubwürdiger Hinweise ohne konkrete Wolfsnachweise wird die Erfassung
Die kontinuierliche Bestandserfassung beinhaltet die Abklärung
und Bewertung sämtlicher Beobachtungen zu Wolfsvorkommen,
u. a. die Begutachtung von Nutz- und Wildtierrissen. Darüber hinaus wird das Verhalten der Wölfe soweit möglich dokumentiert.
Die vom NLWKN bewerteten Daten bilden die Grundlage, um
letztendlich den Populationsstatus der Wolfsvorkommen zu beurteilen, den Umfang der Streifgebiete oder der Reviere und andere
für den Schutz erforderlichen Parameter einschätzen zu können.
Die kontinuierliche Datenerfassung stützt sich maßgeblich auf die
Wolfsberaterinnen und Wolfsberater vor Ort. Sie fungieren als
zentrale Ansprechpartner und kooperieren mit Kontaktpersonen
aus dem Kreis der Jägerschaften, der Bundes-, Landes-, Kommunal-, Körperschafts- und Privatforsten, der Naturschutz- und
Nutztierhalterverbände sowie mit Wildbiologen.5.5Vorbeugende Sicherung von
NutztierbeständenFür eine hohe Akzeptanz gegenüber wild lebenden Wölfen in Niedersachsen ist es unerlässlich, dass die Schäden an Nutztierbeständen möglichst gering gehalten werden. Für eingestallte Nutztiere
besteht keine Gefahr eines Wolfsübergriffs. Durch verschiedene
Maßnahmen lassen sich Nutztiere auf Weideflächen vorbeugend
gegen Wolfsangriffe sichern. Die Maßnahmenvorschläge orientieren sich im Wesentlichen an den Erfahrungen, die in Sachsen mit
den dort angewandten und international abgestimmten Maßnahmen vorliegen, müssen jedoch zukünftig gegebenenfalls weiter an
niedersächsische Erfordernisse angepasst werden.
Vom Grundsatz her gilt: Vorbeugung hat Vorrang vor der Inanspruchnahme von Ausgleichszahlungen. Wie etwa bei der heute
üblichen mobilen Einzäunung von Äckern zur Vermeidung von
Wildschäden durch Wildschweine sind auch die Halterinnen und
Halter von Nutztieren aufgefordert, in bekannten Wolfsregionen
ihrerseits durch Anpassung der Zäune zur Vermeidung von Tierrissen beizutragen.
Die Anhänge 3 und 4 beinhalten detaillierte Empfehlungen zur
Ausgestaltung wolfssicherer Zäune.
Vorbeugende Sicherungsmaßnahmen werden bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen durch das Land Niedersachsen finanziell gefördert. Hierzu werden spezielle Fördergrundsätze erarbeitet.
In besonderen Einzelfällen kann in begrenztem Umfang Zaunmaterial leihweise auf begrenzte Dauer als Sofortmaßnahme zur
Verfügung gestellt werden. Hierzu hat der NLWKN im Auftrag des
Ministeriums für Umwelt und Klimaschutz so genannte Lappenzäune sowie Euronetze nebst Zubehör in begrenztem Umfang
erworben. Diese können über das Museumsdorf Hösseringen im
Landkreis Uelzen für Nordostniedersachsen und die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Holzminden für Südniedersachsen
ausgeliehen werden.Die Wolfsberaterinnen und Wolfsberater stehen in engem Kontakt
mit dem NLWKN und bilden die Klammer zwischen den behördlichen Strukturen und den Aktivitäten vor Ort.Zur Bestandserfassung gehört auch die Analyse von Spuren
(Foto: Sebastian Koerner)115.6AusgleichszahlungenWölfe wandern auf natürliche Weise wieder in ihre ehemals
besiedelten Areale ein. Rechtlich sind sie als herrenlose Sachen zu
qualifizieren. Für Schäden, die durch wild lebende, herrenlose Tiere
verursacht werden, sieht das Gesetz keine Haftung des Staates
oder einer anderen Stelle vor. Soweit die Schäden nicht durch vorbeugende Maßnahmen vermieden werden können, sind sie vom
Grundsatz her entschädigungslos hinzunehmen.
Beim Wolf ergibt sich jedoch eine besondere Situation: Auf der
einen Seite bestehen besondere rechtliche Verpflichtungen zu
seinem Schutz. In Europa gilt er trotz der erfolgreichen Wiederbesiedlung einiger Gebiete in den letzten Jahren nach wie vor als
gefährdete Tierart. Die lange Abwesenheit des Wolfes in unserer
Landschaft hat dazu geführt, dass auch die Landbevölkerung den
Umgang mit dem Wolf als respektablem Beutegreifer nicht mehr
gewohnt ist. Der Schutz des Wolfes kann jedoch nur erfolgreich
sein, wenn die Gesellschaft bereit ist, dessen Anwesenheit in der
Kulturlandschaft zu akzeptieren. Die finanzielle Unterstützung der
von der Präsenz des Wolfes am meisten betroffenen Nutzergruppen ist deshalb ein wichtiger Beitrag zum Schutz des Wolfes.
Aus Billigkeitsgründen zahlt das Land Niedersachsen daher im Falle
nachgewiesener Schäden an Nutztierbeständen durch wild lebende Wölfe Ausgleichszahlungen an die betroffenen Tierhalterinnen
und Tierhalter. Dazu werden auch ausgebildete Jagdhunde im
jagdlichen Einsatz gerechnet. Die Zahlungsvoraussetzungen und
-modalitäten sind der „Billigkeitsrichtlinie über die Gewährung von
Ausgleichszahlungen bei Rissen, Verletzungen und Aborten verursacht durch Wölfe“ (derzeit noch im Entwurf) zu entnehmen. Die
Höhe der Ausgleichszahlungen orientiert sich dabei maßgeblich an
dem allgemein anerkannten Entschädigungsverfahren nach § 67
des Tierseuchengesetzes.
Von besonderer Bedeutung ist eine schnelle Begutachtung des
Schadensortes und der Schäden durch die örtlich zuständigen
Wolfsberaterinnen und Wolfsberater oder den NLWKN. Diese
informieren die betroffenen Tierhalterinnen und Tierhalter über
die weiteren notwendigen Schritte.125.7Wölfe und JagdausübungDie jagdbaren Schalenwildarten Reh-, Dam-, Rot-, Muffel- und
Schwarzwild stellen eine wichtige Nahrungsgrundlage für wild
lebende Wölfe dar. Aus jagd- und forstpolitischen Gründen ist
es von besonderem Interesse zu klären, in welcher Form und in
welchem Ausmaß sich die Rückkehr von Wölfen nach Niedersachsen auf die Bestände und das Verhalten dieser Schalenwildarten
einerseits und die Entwicklung von Waldbeständen andererseits
Zur Beurteilung dieser Fragen ist eine Kooperation mit den
jeweiligen Jagdausübungsberechtigten, den Grundeigentümern
als Jagdrechtsinhabern, den örtlich zuständigen Försterinnen und
Förstern sowie den entsprechenden behördlichen und Verbandsvertretern unerlässlich, um einen Überblick über die Wildbestände
zu gewährleisten. Die jährlichen Streckenberichte können hierbei
hilfreiche Anhaltspunkte sein.
Auf der Basis der so gewonnenen Erkenntnisse wird mit den
betroffenen Interessenverbänden zu diskutieren sein, ob weiter
gehende Konsequenzen getroffen werden müssen.
Im Rahmen der Jungjägerausbildung wird dem Themengebiet
„Wildtierkunde“ seit einigen Jahren eine erhöhte Priorität eingeräumt. Die Behandlung des Wolfes sollte fester Bestandteil des
Lehrinhaltes werden.
Jeder Jagdherr muss vor Beginn einer Jagd in Gebieten mit Wolfsvorkommen auf die mögliche Anwesenheit von Wölfen und die
damit verbundene rechtliche Situation hinweisen.5.8Umgang mit auffälligen WölfenObwohl wild lebende Wölfe sich gegenüber dem Menschen normalerweise scheu oder neutral verhalten, können Konflikte nicht
vollständig ausgeschlossen werden. In den äußerst seltenen Fällen,
in denen es zu kritischen Situationen mit Wölfen kommen kann,
spielen folgende Faktoren eine Rolle:
-Gewöhnung an menschennahe Nahrung (Abfall, Anfütterung)
und damit an den Menschen („Habituierung“),
Tollwut.Da in unserer Gesellschaft kaum mehr Erfahrungen mit wild
lebenden Wölfen bestehen, ist es notwendig, durch gezielte
Öffentlichkeitsarbeit über ein angemessenes Verhalten gegenüber
dieser Tierart aufzuklären. So soll zum Schutz des Menschen und
des Wolfes insbesondere einer Gewöhnung an menschliche Nähe
oder Menschen, z.B. durch gezielte Anfütterung, entgegengewirkt
Sollten Wölfe dennoch auffällig in ihrem Verhalten gegenüber
Menschen werden oder sich auf Nutztiere beim Nahrungserwerb
spezialisieren, können Gegenmaßnahmen erforderlich werden. Die
Wahl der Maßnahmen hängt von den Umständen des Einzelfalls
ab und muss auch den Populationsstatus des Wolfsvorkommens
(Einzeltier, Junge führende Eltern etc.) berücksichtigen. Im günstigen Fall reichen verbesserte Schutzzäune für Weidetiere, in anderen Fällen Vergrämungsmaßnahmen aus, aber auch der Fang oder
- etwa im Falle von an Tollwut erkrankten Tieren - der Abschuss
von Einzeltieren muss als Option erhalten bleiben.
Da durch jahrelange Impfaktionen die Tollwut in Niedersachsen
als „ausgestorben“ gilt, und sie auch deutschlandweit kaum noch
eine Rolle spielt, ist eine Gefährdung hierdurch als äußerst gering
Auch Wolfshybriden (Mischlinge aus Wolf und Hund) stellen in der
freien Natur ein Problem dar. Eine Ausbreitung von Erbmerkmalen
von Hunden in Populationen wild lebender Wölfe muss im Interesse des Artenschutzes verhindert werden, um Domestikationseffekte bei den Wölfen zu vermeiden und die biologische „Fitness“ der
Art Wolf zu erhalten. Tiere, die zweifelsfrei als Hybriden identifiziert worden sind, müssen daher aus der freien Natur entnommen
werden. Die unteren Naturschutzbehörden sollen in diesen Fällen
unbürokratisch Ausnahmegenehmigungen erteilen.5.9ÖffentlichkeitsarbeitDie Bevölkerung und die besonders betroffenen Interessen- und
Nutzergruppen sollen umfassend über wild lebende Wölfe in Niedersachsen informiert und aufgeklärt werden. Die Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen des Wolfsschutzes soll hierbei insbesondere
- die Menschen auf die Anwesenheit von Wölfen in Niedersachsen vorbereiten, ihre Unsicherheiten, Ängste und Vorurteile
mindern und gleichzeitig eine der Wirklichkeit entsprechende
Vorstellung vom Wolf vermitteln,
- die Menschen über das richtige Verhalten bei einer Begegnung
mit einem Wolf aufklären,
- über geeignete vorbeugende Sicherungsmaßnahmen und
finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten informieren,
- für Akzeptanz und Kooperation werben.
Sie richtet sich vor allem an folgende Zielgruppen:
- allgemeine Öffentlichkeit, Touristen
- Nutztierhalterverbände, Tierhalterinnen und Tierhalter
- Förster, Waldarbeiter
- Naturschutzverbände, ehrenamtliche Naturschützer
- öffentliche Stellen (Tierschutz, Gefahrenabwehr, Polizei etc.).
Um einerseits einen möglichst großen Bevölkerungsanteil über die
nötigen Fakten zur Ökologie und zur Verbreitung von Wölfen zu
informieren und andererseits einzelne Gruppen gezielt anzusprechen, sollen verschiedene Medien eingesetzt werden, u.a.:
- Informationsfaltblätter
- ggf. Einrichtung eines Informationszentrums.
Über die Vermittlung von Daten und Fakten hinaus ist jedoch ein
offener Diskussionsprozess in den von Wölfen besiedelten Regionen erforderlich, damit sich alle Beteiligten mit ihren Belangen
einbringen können. Zum Erfahrungsaustausch und zur Vertiefung
der Diskussion sollen u.a. Vorträge, Exkursionen oder moderierte
Gruppentreffen dienen. Letztlich wird das Thema Wolf zukünftig
verstärkt auch in der Jagdausbildung sowie der Land- und Forstwirtschaftsausbildung zu berücksichtigen sein.Um zu vermeiden, dass sich einzelne Personen strafbar machen
oder Wölfen unnötig Schmerzen oder Leid zugefügt werden, ist
es von besonderer Bedeutung, dass Maßnahmen gegen auffällige
Wölfe nur durch speziell hierzu autorisierte Personen durchgeführt werden. Maßnahmen und Personen sollen je nach Einzelfall
festgelegt werden. Der NLWKN gibt eine fachliche Empfehlung ab
und holt dazu ggf. entsprechenden Expertenrat ein. Über die von
den unteren Naturschutzbehörden zu treffenden Entscheidungen
soll das Niedersächsische Ministerium für Umwelt und Klimaschutz vorab informiert werden. Entsprechende Maßnahmen erfolgen nur in enger Absprache mit den zuständigen Jagdpächtern.13Bereits im Jahre 1997 hat das Land Niedersachsen ein Informationsfaltblatt über den Wolf und seine mögliche Rückkehr nach
Niedersachsen herausgegeben. Eine aktualisierte und erweiterte
Fassung wird derzeit erarbeitet.
Der NLWKN bietet eine an die niedersächsischen Verhältnisse
angepasste und aktualisierte Wanderausstellung des Freundeskreises freilebender Wölfe Deutschland e. V. über den Wolf und seine
Beziehung zum Menschen an, die von interessierten Einrichtungen
Der NLWKN hat im April 2008 zwei Informationsblätter des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft mit
dessen Einverständnis auf niedersächsische Verhältnisse angepasst
und aktualisiert. Sie wenden sich an die Halter von Schafen und
Ziegen sowie Gatterwildhalter und geben ihnen Empfehlungen
und Anleitungen zu vorbeugenden Sicherungsmaßnahmen an die
Hand. Sie sind im Internet unter www.nlwkn.niedersachsen.de abrufbar und können dort auch als Informationsblätter angefordert
werden (s. auch Anhang 3 und 4).Foto: M. Wittmann145.10Lebensraum bezogene SchutzmaßnahmenGroße vergleichsweise ruhige und nahrungsreiche Lebensräume
sind für den Wolf in Niedersachsen in ausreichendem Maß vorhanden. Besondere Maßnahmen zur Entwicklung von Lebensräumen
sind deshalb, abgesehen von der Sicherstellung der notwendigen
Störungsfreiheit, die z.B. auf Truppenübungsplätzen und in bestehenden Schutzgebieten gewährleistet ist, nicht erforderlich.
Von entscheidender Bedeutung für die Rückkehr der Wölfe und
ihre dauerhafte Etablierung in Niedersachsen ist jedoch die Vernetzung von Lebensräumen. Hierzu müssen Wanderkorridore für
Wölfe, aber auch für andere Raum beanspruchende Tierarten wie
Luchs, Wildkatze, Fischotter und Rothirsche, erhalten oder wiederhergestellt werden.
Dieser Aspekt sollte bei der Planung und Umsetzung überörtlicher
Infrastrukturprojekte (vor allem beim Verkehrswegebau) in besonderem Maße berücksichtigt werden. Einer weiteren Zerschneidung
und Verinselung von Lebensräumen sollte durch Erhalt bzw. Schaffung von geeigneten Querungsmöglichkeiten an Verkehrsträgern
entgegengewirkt werden. Beim Ausbau bestehender Verkehrswege sollten Möglichkeiten zur Entschärfung ihrer Barrierewirkung
genutzt werden.6. Nationale und internationale Abstimmung
Naturschutz und damit auch der Schutz von Tierarten in der freien
Natur ist in Deutschland im Bundesnaturschutzgesetz und in den
Naturschutzgesetzen der Länder geregelt. Da die Verbreitung von
Wölfen und ihre Ausbreitung aufgrund der hohen Mobilität und
des großen Aktionsradius der Tiere schnell über Ländergrenzen
hinweg reicht, sollten die Schutzbemühungen sowohl national
wie auch international möglichst ineinandergreifen. Niedersachsen
pflegt deshalb einen engen Informationsaustausch mit den anderen Bundesländern mit bekannten und zu erwartenden Wolfsvorkommen und dem Bund.
Auf Bundesebene werden die Schutzbemühungen durch das
Bundesamt für Naturschutz begleitet. Es hat den Leitfaden „Leben
mit Wölfen“ herausgegeben, an dessen Erstellung Niedersachsen
seit 2005 im Rahmen einer projektbegleitenden Arbeitsgruppe
Ein bis Mitte 2011 vom Bundesamt für Naturschutz gefördertes Forschungsprojekt zur Untersuchung der Ausbreitung der
sächsischen Wölfe in Deutschland und den Nachbarstaaten wird
ebenfalls wieder von einer projektbegleitenden Arbeitsgruppe mit
niedersächsischer Beteiligung begleitet.
Weiterhin arbeitet Niedersachsen im seit Anfang 2009 bestehenden Unterarbeitskreis „Wolfsmanagement“ des Ständigen
Ausschusses Arten- und Biotopschutz der Bund/Länderarbeitsgemeinschaft Naturschutz, Landschaftspflege und Erholung mit.
Über den Bund, der ebenfalls mit einem Vertreter in dem Unterarbeitskreis präsent ist, ist auch der Informationsaustausch bzw. die
Zusammenarbeit auf internationaler Ebene gewährleistet.15Anhang 1 Literaturauswahl
Mech, D. & L. Boitani (2003): Wolves: Behavior, Ecology and Conservation. The University of
Chicago Press, Chicago and London. 448 pp.
Okarma, H. & D. Langwald (2002): Der Wolf. Ökologie, Verhalten, Schutz. Parey Buchverlag,
Berlin, Wien. 167 S.
Musiani, M., L. Boitani & P. Paquet (2009): A New Era for Wolves and People: Wolf Recovery,
Human Attitudes, and Policy. 224 pp. University of Calgary Press
Koerner, S. (2006): Ökologie und Verhalten des Wolfes – Kleine Wolfsspurenkunde. Spreewitz.
Monitoring als Grundlage für das Zusammenleben mit Wölfen
Kaczensky, P., Kluth, G., Rauer, G., Reinhardt, I. & Wotschikowsky, U. (2009): Monitoring von
Großraubtieren in Deutschland, BfN-Skripten 251. URL (Stand:01.06.10):
http://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/service/Skript251.pdf
Leben mit Wölfen und Management
Reinhardt, I. & G. Kluth (2007):Leben mit Wölfen BfN-Skripten 201. URL (Stand:01.06.10):
http://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/service/skript201.pdf
Managementplan für den Wolf in Sachsen (2009). Hrsg. Sächsisches Staatsministerium für
Leitlinie Wolf. Grundsätze zum Umgang mit Wölfen (2009).Handlungsempfehlungen und
Managementmaßnahmen für Sachsen-Anhalt. Hrsg. Ministerium für Landwirtschaft und
Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt.
Positionspapier zur Wiederbesiedlung Schleswig-Holsteins durch den Wolf. Ministerium für
Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein. Kiel 2010
Managementplan. Wölfe in Bayern. Stufe 1. StMUGV (2007).München
Kluth, G. & I. Reinhardt (2005): Mit Wölfen leben. Hrsg. Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz
Stoepel, Beatrix (2004): Wölfe in Deutschland. Hoffmann und Campe. 224 S.
Herdenschutz- Leitfaden für Tierhalterinnen und Tierhalter(2005).WWF Schweiz. Zürich, 20 S.
Linnell, J.D.C., R. Andersen, Z. Andersone, L. Balciauskas, J.C. Blanco, L. Boitani, S. Brainerd,
U. Breitenmoser, I. Kojola, O. Liberg, J. Loe, H. Okarma, H.C. Pedersen, C. Promberger,
H. Sand, E.J. Solberg, H. Valdmann & P. Wabakken (2002). The fear of wolves: A
review of wolf attacks on humans. NINA/NIKU report 731, 65 pp. NINA Norsk institutt for
naturforskning, Trondheim, Norway1Genetik
Oberg, O., Andren, H. Pedersen, H.C., Sand, H., Sejberg, D., Wabakken, P., Akesson, M. & S.
Bensch (2005): Severe Inbreeding depression in a wild wolf (canis lupus) population.
Biology letters, London1:17-20
Liberg,O. (2005): Genetic aspects of viability in small wolf populations: with special emphasis on
the scandinavian wolf population. Report from an international expert workshop at Farna
Herrgard, Sweden 1st-3rd May 2002. Naturvardsverket; Swedish Environmental
Protection Agency. 67 pp.
Kaczensky, P. T. Huber, I. Reinhardt & G. Kluth. 2008 (Neuauflage). Wer War Es? Spuren und
Risse von großen Beutegreifern erkennen und dokumentieren. Bayerischer
Landesjagdverband, 51 S.
Levin, M., J. Karlsson, L. Svensson, M. HansErs & I. Ängsteg (2008): Besiktning av
rovdjursangripna tamdjur 160 S. Viltskadecenter, S-73091 Riddarhyttan
Begutachtung von Raubtierrissen bei Weidetieren und Haustieren (2008). Übersetzung des
Titels Levin, M., J. Karlsson, L. Svensson, M. HansErs & I. Ängsteg (2008) Besiktning av
rovdjursangripna tamdjur. Arbeitshilfe. Hrsg. NLWKN Hannover
Wölfe und Jagd
Wotschikowsky, U. (2006): Wölfe, Jagd und Wald in der Oberlausitz. Endbericht. Vauna. 46 S.
Wotschikowsky, U. (2007): Wölfe und Jäger in der Oberlausitz. Hrsg. Freundeskreis Wölfe
freilebender Wölfe e.V., Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz. 52 S.2Anhang 2 Adressen und AnsprechpartnerInstitution / BehördeAnsprechpartner(in)Ministerien
30169 HannoverMeike Hullen
0511/120-3677
Meike.Hullen@mu.niedersachsen.deNiedersächsisches Ministerium für
Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung
30169 HannoverIna Abel
0511/120-2250
Ina.Abel@ml.niedersachsen.deFachbehörden
30453 HannoverBärbel Pott-Dörfer
0511/3034-3201
Baerbel.Pott-Doerfer@nlwkn-h.niedesachsen.deLandwirtschaftskammer Niedersachsen
26121 OldenburgKlaus Gerdes
0441/801-611
klaus.gerdes@lwk-niedersachsen.deDanny Wolff
04131/8545-509
Danny.Wolff@nlwkn-lg.niedersachsen.deMatthias Gutfleisch
0581/8073-121
Matthias.gutfleisch@lwk.niedersachsen.de
38102 BraunschweigKommunen bzw. untere
VerwaltungsbehördenPeter Plagge
0531/298-212
peter.plagge@nlf.niedersachsen.deNaturschutzbehördeAnsprechpartner(in)
VeterinärbehördeJagdbehördeBiosphärenreservatsverwaltung Niedersächsische
ElbtalaueDr. Henning Kaiser
05862/967-328
@elbtalaue.
niedersachsen.devgl. Landkreise
und Lüneburgvgl. Landkreise
und LüneburgStadt Braunschweig
Platz der Deutschen
38100 BraunschweigFrank Köhler
0531/470-6341
frank.koehler
@braunschweig.deDr. Ulrike Schlüter
0531/470-5903
veterinaerwesen
@braunschweig.deWilfried Greb
0531/470-5740
wilfried.greb
@braunschweig.deLandkreis Celle
29201 CelleMichael Ortmann
05141/916-497
michael.ortmann
@lkcelle.deDr. Heiko Wessel
05141/9090-104
heiko.wessel
@lkcelle.deEckhard Ferg
05141/916-211
Eckhard.Ferg
@lkcelle.de
1Kommunen bzw. untere
Helmuth-HörstmannWeg 1
29221 CelleNaturschutzbehörde
Norman Rohrpasser
05141/12-659
Norman.Rohrpasser
@celle.deAnsprechpartner(in)
vgl. Landkreis CelleJagdbehörde
vgl. Landkreis CelleLandkreis Gifhorn
38518 GifhornJoachim Bäter
05371/82-690
joachim.baeter
@gifhorn.deDr. Mario Ruppert
05371/82-390
mario.ruppert@gifhorn.deRalf-Dieter Utta
05371/82-331
ralf-dieter.utta
@gifhorn.deLandkreis Göttingen
37083 GöttingenHermann Schütte
0551/525-341
schuette.hermann@
landkreisgoettingen.deDr. Bernd Sieslack
0551/525-494
sieslack.bernd@
landkreisgoettingen.deHermann Schütte
landkreisgoettingen.deStadt Göttingen
37083 GöttingenMathias Weitemeier
0551/400-3191
m.weitemeier
@goettingen.devgl. Landkreis Göttingenvgl. Landkreis GöttingenLandkreis Goslar
38615 GoslarKlaus Rittmeier
05321/76-616
Klaus.Rittmeier
@landkreis-goslar.deDr. Wolfgang Naumann 05321/76-392
Wolfgang.Naumann
@landkreis-goslar.deHans-Hermann Braun
05321/76-326
Hans-Hermann.Braun
@landkreis-goslar.deLandkreis HamelnPyrmont
31785 HamelnHarald Baumgarten
05151/903-4403
harald.baumgarten
@hameln-pyrmont.deDr. Peter Bolten
05151/903-2500
peter.bolten
@hameln-pyrmont.deRudolf Trampe
05151/903-2509
rudolf.trampe
@hameln-pyrmont.deStadt Hameln
31785 HamelnBernd Mros
05151/202-1821
mros@hameln.devgl. Landkreis Hamelnvgl. Landkreis HamelnRegion Hannover
30169 HannoverTeam West:
0511/616-22610
wolfgang.fiedler
@region-hannover.deDr. Petra Spieler
0511/616-22095
fdvv@
region-hannover.deAndrea Schiwek
0511/616-22947
Jagd.waffen@
region-hannoverTeam Ost:
Günter Wendland
0511/616-22595
guenter.wendland
@region.hannover.de
Stadt Hannovervgl. Region HannoverDr. Christiane Mehl
0511/168-311503221
@hannover-stadt.devgl. Region HannoverLandkreis Harburg
21423 Winsen (Luhe)Hans Brackelmann
04171/693-593
h.brackelmann
@lkharburg.deDr. Astrid Krüger
04171/693-464
astrid.krueger
@lkharburg.deHans-Jürgen Tinkl
04171/693-452
hj.tinkl@lkharburg.deLandkreis Helmstedt
38350 HelmstedtDetlef Rabe
05351/121-3530
detlef.rabe
@landkreishelmstedt.deDr. Jürgen Grötzschel
05351/121-2590
juergen.groetzschel
@landkreishelmstedt.deBernd Rosenmüller
05351/121-1108
bernd.rosenmueller
@landkreishelmstedt.de
2Kommunen bzw. untere
VerwaltungsbehördenNaturschutzbehördeAnsprechpartner(in)
VeterinärbehördeJagdbehördeLandkreis Hildesheim
Bischof-Janssen-Str. 31,
31134 HildesheimMartina Stübe
05121/309-4081
Martina.Stuebe
@landkreishildesheim.
deDr. Bernd Wichern
05121/309-1101
veterinaeramt@
LandkreisHildesheim.deJürgen Schmidt
05121/309-3912
Juergen.Schmidt
deStadt Hildesheim
31134 HildesheimGuido Madsack
05121/301-639
d.madsack
@stadt-hildesheim.devgl. Landkreis Hildesheimvgl. Landkreis HildesheimLandkreis Holzminden
Bürgermeister-SchraderStr. 24
37603 HolzmindenMichael Buschmann
05531/707-225
michael.buschmann
@landkreisholzminden.deDr. Susanne Rauth
05531/707-428
susanne.rauth
@landkreisholzminden.deRainer Blume
05531/707-242
rainer.blume
@landkreisholzminden.deLandkreis LüchowDannenberg
29439 LüchowUwe Meyer
05841/120-512
uwe.meyer@
luechowdannenberg.deDr. Birgit MennerichBunge
05841/120-285
b.mennerich-bunge@
luechowdannenberg.deThorsten Richter
05841/120-308
t.richter@
luechowdannenberg.deLandkreis Lüneburg
21335 LüneburgMathias Holsten
04131/26-1209
mathias.holsten@
landkreis.lueneburg.deDr. Brigitte Vertheim
04131/26-1413
veterinaeramt@ landkreis.lueneburg.deHeinz-Otto Trost
04131/26-1221
Heinz-otto.trost@
landkreis.lueneburg.deNationalparkverwaltung
St. Andreasberg-Oderhaus
37444 Sankt AndreasbergOle Anders
05582/9189-37
ole.anders@
npharz.niedersachsen.
devgl. Landkreise
Goslar und
Osterode am Harz05582/9189-0
deLandkreis Northeim
37154 NortheimFrank Rethemeier
05551/708-136
frethemeier
@landkreisnortheim.deDr. Siegfried Orban
05551/708-485
veterinaeramt
@landkreisnortheim.deHans Himme
05551/708-227
hhimme
@landkreisnortheim.deLandkreis Osterode am
37520 Osterode a. H.Andreas Josch
05522/960-691
andreas.josch
@landkreisosterode.deDr. Thomas Patzelt
05522/951-064
thomas.patzelt
@landkreisosterode.deCorinna Napieralla
05522/960-323
corinna.napieralla
@landkreisosterode.deLandkreis Peine
31224 PeineElke Kentner
05171/401-3103
e.kentner
@landkreis-peine.deSusanne HeuserBallan
05171/401-6001
s.heuser-ballan
@landkreis-peine.deHannelore Kaesler
05171/401-1043
hannelore.kaesler
@landkreis-peine.deStadt Salzgitter
38226 SalzgitterElke Seitz-Hüffmeier
05341/839-3439
elke.seitz-hueffmeier
@stadt.salzgitter.devgl. Landkreis WolfenbüttelAngelika Scheiblich
05341/839-3241
Angelika.Scheiblich
@stadt.salzgitter.de
3Kommunen bzw. untere
VeterinärbehördeJagdbehördeLandkreis Schaumburg
31655 StadthagenAnnett Buchholz
05721/703-529
unb.44
@landkreisschaumburg.deDr. Ulf Güber
05722/9668-13
veterinaer.39
@landkreisschaumburg.deKarl Schmieding
05721/703-160
jagdwesen.32
@landkreisschaumburg.deLandkreis SoltauFallingbostel
29683 FallingbostelMarkus Heine
05162/970-781
f9500@heidekreis.deDr. Thomas Krull
05162/970-224
F08@heidekreis.deUlrich Mindykowski
05162/970-308
F03300@
heidekreis.deLandkreis Uelzen
29525 UelzenHeike Engelhardt
0581/82-235
@landkreis-uelzen.deDr. Katharina Möbius
0581/973523-0
@landkreis-uelzen.deAnke Linne-Müller
0581/82-149
@landkreis-uelzen.deLandkreis Wolfenbüttel
38300 WolfenbüttelDr. Carsten Schütte
05331/84-376
c.schuette@lk-wf.deDr. Eberhardt Kuhnt
05331/9009884
e.kuhnt@lk-wf.deYvonne Höfener
05331/84-406
y.hoefener@lk-wf.deStadt Wolfsburg
38440 WolfsburgHansgeorg Pudack
05361/28-2078
hansgeorg.pudack
@stadt.wolfsburg.deDr. Sabine Jungnickel
05361/28-2142
@stadt.wolfsburg.deDaniela Pflaum
05361/28-2467
Daniela.Pflaum
@stadt.wolfsburg.de4Liste der Wolfsberaterinnen und Wolfsberater in Niedersachsen
(Stand Mai 2010)
Wolfsberater/inZuständigkeitsbereichLandkreis Celle
Herr Helge John
Bundesforstamt Raubkammer
Breloher Str. 44
Mob.: 0170 / 79 28 001
E-Mail: helge.john@bundesimmobilien.degesamter Landkreis Celle (ohne Flächen des
Landes-Forstamtes Unterlüß)Herr Ralf Neumann
Wildpark Müden/Örtze
Tel.: 05053 / 90 30 31
Mob.: 0162 / 10 77 135
E-Mail: ralf-neum@t-online.deGemeinde FaßbergHerr Arne Riedel
NFA Unterlüß
Weyhäuser Str. 15
Tel.: 05827 / 98 72 12
Mob.: 0170 / 76 73 321
E-Mail: arne.riedel@nfa-wolfenb.niedersachsen.deFlächen des Landes-Forstamtes UnterlüßHerr Gert G. von Harling
Tel.: 04131 / 54 902
E-Mail:gesamter LandkreisLandkreis Gifhorn
Frau Dr. Andrea Deeken
In den Heuwiesen 3
Tel.: 05831 / 25 19 260
E-Mail: dr.deeken@t-online.deSamtgemeinde Hankensbüttel, Samtgemeinde
Wesendorf, Stadt WittingenFrau Elke Meier
NABU-Landesverband Niedersachsen
Tel.: 0511 / 91 10 524
E-Mail: elke.meier@nabu-niedersachsen.degesamter Landkreis5Herr Joachim Remitz
Lönsweg 9
Tel.: 05835 / 83 37
Mob.: 0171 / 97 28 303
E-Mail: joachim.remitz@nfawolfenb.niedersachsen.deSamtgemeinde Boldecker Land, Samtgemeinde
Brome, Samtgemeinde Isenbüttel, Samtgemeinde Meinersen, Stadt GifhornHerr Arne Riedel
Daten siehe Landkreis CelleFlächen des Landes-Forstamtes UnterlüßLandkreis Goslar
Herr Ole Anders
Tel.: 05582 / 918 937
Mob.: 0170 / 2061123
E-Mail: ole.anders@npharz.niedersachsen.deNationalpark HarzLandkreis Göttingen
Herr Karsten Dörfer
Sollinger Landstr. 36
Tel.: 05532 / 45 38
E-Mail: karsten-doerfer@t-online.deGemeinde AdelebsenHerr Karsten Hupe
Am Sahlbach 9 a
37170 Fürstenhagen
Tel.: 05574 / 94 48 42
Mob.: 0170 / 55 59 271
E-Mail: karsten.hupe@freenet.deGemeinde AdelebsenHerr Hartmut Kiene-Kroos
Armesündergasse 26
Tel.: 05541 / 95 33 91
E-Mail: hartmut.kiene-kroos@t-online.deStadt Hann. Münden, Samtgemeinde Dransfeld,
Gemeinde StaufenbergFrau Bärbel Pott-Dörfer
NLWKN-Hannover
Tel.: 0511 / 30 34 32 01 oder 05532 / 45 38
Mob.: 0170 / 94 88 161
E-Mail: baerbel.pott-doerfer@nlwknh.niedersachsen.de oder
baerbel.pott-doerfer@t-online.deGemeinde AdelebsenHerr Robert Willeke
Tel.: 05536 / 98 10 94
Mob.: 0171 / 76 83 702
E-Mail: robert.willeke@nfaneuhaus.niedersachsen.deGemeinde Adelebsen6Landkreis Hameln-Pyrmont
Herr Matthias Vogelsang
Litgrund 1
Mob.: 0172 / 99 10 641
E-Mail: matthiasgrnm@web.degesamter LandkreisLandkreis Harburg
Herr Hans Brackelmann
21414 Winsen/Luhe
Tel.: 04172 / 90 08 26
E-Mail: h.brackelmann@lkharburg.degesamter LandkreisHerr Andreas David
Im Bruch 1 A
Tel.: 04172- 98 83 36
Mob.: 0160 / 94 90 10 82
E-Mail: andyfl@t-online.degesamter LandkreisFrau Vanessa Jacob
Tel.: 04133 / 22 24 27
Mob.: 0172 / 43 10 727
E-Mail: vanessa@aj-musik.degesamter LandkreisFrau Dr. Beatrix Stoepel
Neues Land 24
Mob.: 0170 / 31 39 736
E-Mail: stoepel@federfilm.de oder
tracks_007@web.degesamter LandkreisHerr Martin Tripp
Nds. Forstamt Sellhorn
Tel.: 041747 / 26 10
Mob.: 0170 / 33 00 940
E-Mail: martin.tripp@nfa-sellhorn.niedersachsen.deFlächen des Landes-Forstamtes SellhornLandkreis Hildesheim
Daten siehe Landkreis Hameln-Pyrmontgesamter LandkreisLandkreis Holzminden
Daten siehe Landkreis GöttingenGemeinden und Städte Arholzen, Bevern, Boffzen, Deensen, Derental, Fürstenberg, Heinade,
Holzminden, Lauenförde; gemeindefreie Gebiete
Boffzen, Holzminden, Merxhausen
7Herr Karsten Hupe
Boffzen, Holzminden, MerxhausenFrau Bärbel Pott-Dörfer
Boffzen, Holzminden, MerxhausenHerr Robert Willeke
Boffzen, Holzminden, MerxhausenLandkreis Lüchow-Dannenberg
Herr Jens-Peter Burkhardt
E-Mail: falken-moor@web.degesamter LandkreisHerr Jörn Grabau
Gut Gamehlen 1
Tel.: 05846 / 20 16
E-Mail: gut-gamehlen@t-online.deSamtgemeinde Clenze, Gemeinde Göhrde, Gemeinde Karwitz, Gemeinde Zernien, Samtgemeinde HitzackerHerr Hans-Jürgen Kelm
Dannenbergerstr. 7
E-Mail: hans-juergen.kelm@nfagoehrde.niedersachsen.deFlächen des Landes-Forstamtes GöhrdeHerr Siegfried Kenner
Tel.: 05855 / 97 93 00
E-Mail: info@kenners-landlust.de oder
kenners-landlust@t-online.degesamter LandkreisHerr Dr. Günther Nemetschek
E-Mail: Nemetschek4185@freenet.deSamtgemeinde Lüchow8Herr Peter Pabel
König-Georg-Allee 13
Tel.: 05855 / 97 87 13 oder 05855 / 550
Mob.: 0170 / 86 27 976
E-Mail: Peter.Pabel@nfa-goehrde.niedersachsen. deGemeinde Neu-Darchau; gemeindefreies Gebiet
GöhrdeHerr Marcel Pommerencke
Tel.: 0421 / 43 31 00 60 (AB)
Mob.: 0174 / 89 97 901
E-Mail: marcel.pommerencke@gmx.netgesamter LandkreisHerr Manfred Rösch
Bremsenberg 2
29451 Dannenberg, OT Quickborn
E-Mail:Samtgemeinde DannenbergFrau Mungla Sieck
Tel.: 05846 / 21 99
E-Mail: munglasieck@hotmail.comgesamter LandkreisLandkreis Lüneburg
Herr Wolfgang Baumgärtner
Im Rehmen 3
21395 Tespe-Bütlingen
Tel.: 05055 / 17 20 25 oder 04133 / 8164
E-Mail: skadis@t-online.degesamter LandkreisHerr Volker Einhorn
NFA Oerrel, Rfö. Lintzel
Tel.: 05829 / 216
Mob.: 0170 / 85 27 818
E-Mail: volker.einhorn@nfa-oerrel.niedersachsen.deFlächen des Landes-Forstamtes OerrelHerr Mathias Holsten
Landkreis Lüneburg, Fachdienst Umwelt
Tel.: 04131 / 26 12 09
Mob.: 0172 / 45 65 170
E-Mail: mathias.holsten@landkreis.lueneburg.degesamter LandkreisFrau Vanessa Jacob
Daten siehe Landkreis Harburggesamter LandkreisHerr Hans-Jürgen Kelm
Daten siehe Landkreis Lüchow-DannenbergFlächen des Landes-Forstamtes Göhrde9Herr Uwe Martens
Tel.: 04134 / 6501
Mob.: 0151 / 15 21 35 22
E-Mail: wolf@hv-martens.de oder
treppenmoebel@t-online.degesamter LandkreisHerr Peter Pabel
Daten siehe Landkreis Lüchow-DannenbergStadt BleckedeHerr Marcel Pommerencke
Daten siehe Landkreis Lüchow-DannenbergGemeinde Amt NeuhausFrau Dr. Beatrix Stoepel
Daten siehe Landkreis Harburggesamter LandkreisHerr Gert G. von Harling
Daten siehe Landkreis Celle
Herr Dr. Michael Barkhoff
Tel. 05021 / 91 21 10
E-Mail: info@tierklinik-barkhoff.degesamter LandkreisLandkreis Northeim
Daten siehe Landkreis GöttingenGemeinden Bodenfelde, Dassel, Hardegsen,
Moringen, Uslar; gemeindefreies Gebiet SollingHerr Karsten Hupe
Moringen, Uslar; gemeindefreies Gebiet SollingHerr Winfried Müller
Hajestr. 35
Tel.: 05573 / 93 82 18Stadt Uslar, Gemeinde Bodenfelde, gemeindefreies Gebiet SollingHerr Dieter Petri
Tel.: 05564 / 91 97 13
E-Mail: dieterpetri@gmx.deGemeinden Dassel, Einbeck, gemeindefreies
Gebiet SollingFrau Bärbel Pott-Dörfer
Moringen, Uslar; gemeindefreies Gebiet SollingHerr Jörg Ackenhausen
Kriegerweg 8
Tel.: 05382 / 8302
E-Mail:info@ackenhausen.deStadt Bad Gandersheim, Gemeinden Kreiensen,
Kalefeld10Herr Robert Willeke
Moringen, Uslar; gemeindefreies Gebiet SollingHerr Hans Martin Wittmann
Taubenbreite 6
Tel.: 05503 / 799
E-Mail: w-schweisshund@web.deStadt Northeim, Gemeinden Hardegsen, Katlenburg-Lindau, Moringen, Nörten-HardenbergLandkreis Osterode am Harz
Daten siehe Landkreis Goslar
Herr Volker Einhorn
Daten siehe Landkreis LüneburgNationalpark HarzFlächen des Landes-Forstamtes OerrelHerr Werner Heggemann
Hartemer Weg 5
Tel.: 05162 / 90 22 97
Mob.: 0170 / 79 28 075
E-Mail: werner.heggemann@bundesimmobilien.deSamtgemeinden Ahlden, Rethem, Schwarmstedt, Stadt Bad Fallingbostel, Stadt Walsrode,
Gemeinde BomlitzHerr Helge John
Daten siehe Landkreis CelleTruppenübungsplätze Bergen-Hohne, MunsterNord und Munster SüdHerr Marcel Pommerencke
Daten siehe Landkreis Lüchow-Dannenberggesamter LandkreisHerr Martin Tripp
Daten siehe Landkreis HarburgGemeinden und Städte Bispingen, Munster,
Neuenkirchen, Schneverdingen, Soltau, WietzendorfLandkreis Uelzen
Herr Seeben Arjes
Westerholzer Str. 16
Tel.: 05167 / 232
Mob.: 0171 / 74 10 125
E-Mail: arjes@t-online.degesamter LandkreisHerr Klaus Bullerjahn
Jägerschaft Uelzen
Augarten 1
29549 Medingen
Tel.: 05821 / 42 29 3
Mob.: 0171 / 22 00 510
E-Mail: k.bullerjahn@t-online.degesamter LandkreisHerr Andreas David
Daten siehe Landkreis Harburggesamter LandkreisHerr Volker Einhorn
Daten siehe Landkreis LüneburgFlächen des Landes-Forstamtes Oerrel
11Herr Theo Grüntjens
Am Räberspringweg 8
Mob.: 0172 / 84 73 853
E-Mail: gruentjens-theo@t-online.degesamter LandkreisHerr Hans-Jürgen Kelm
Daten siehe Landkreis Lüchow-DannenbergFlächen des Landes-Forstamtes GöhrdeHerr Arne Riedel
Daten siehe Landkreis CelleFlächen des Landes-Forstamtes UnterlüßLandkreis Verden
Herr Frank Faß
Veilchenweg 36
Tel.: 04235 / 26 85
Mob.: 0172 / 43 67 554
E-Mail: frank.fass@freenet.degesamter LandkreisIm Arbeitskreis „Wolf“ vertretene Einrichtungen und Organisationen
Bundesforstbetrieb Lüneburger Heide und Bundesforstbetrieb Niedersachsen
Klosterforstamt Soltau
Forstverwaltung Rheinmetall W&M GmbH
Landkreis Gifhorn (+ Kreisjägermeister)
Landkreis Lüchow-Dannenberg (+ Kreisjägermeister)
Landkreis Lüneburg (+ Kreisjägermeister)
Landkreis Uelzen (+ Kreisjägermeister)
Landkreis Celle (+ Kreisjägermeister)
Landkreis Soltau-Fallingbostel (+ Kreisjägermeister)
Landkreis Göttingen (+ Kreisjägermeister)
Landkreis Northeim (+ Kreisjägermeister)
Landkreis Holzminden (+ Kreisjägermeister)
Naturschutzbund Deutschland - Landesverband Niedersachsen e.V.
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland – Landesverband Niedersachsen e.V.
Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden Niedersachsen e.V.
Landesschafzuchtverband Niedersachsen e.V.
Dr. Michael Böer
Die Zusammensetzung des Arbeitskreises „Wolf“ ist nicht abschließend und kann entsprechend den Erfordernissen, die eine weitere Zuwanderung von Wölfen mit sich bringen würden, angepasst werden.1Bisher nicht im AK vertreten, wegen des zeitweise aus Hessen einwechselnden Wolfes künftig aber einzubeziehen2Bisher nur in Unterarbeitsgruppen hinzugezogen, künftig Mitglied des AK12Anhang 3
Information zur sicheren Haltung von Schafen und Ziegen (und
Rindern) bei Vorkommen von Wölfen
Seit 2000 gibt es in Deutschland wieder reproduzierende Wölfe, die streng geschützt sind.
Ausgehend von Sachsen, wo derzeit ihre Hauptvorkommen sind, breiten sie sich zunehmend
nach Westen aus. Seit September 2006 hält sich zumindest zeitweilig ein Wolf im Gebiet der
Lüneburger Heide und Wendland auf. Seit 2008 ist ein weiterer Wolf wiederholt im Solling
nachweisbar. Es ist jederzeit möglich, dass weitere Einzelwölfe insbesondere in die östlichen
und südlichen Landesteile Niedersachsens zuwandern.
Wölfe leben überwiegend von wildlebenden Huftieren (Rehen, Rothirschen, Wildschweinen
u.a.), können aber auch Nutztiere – vor allem Schafe - oder Gatterwild töten, wenn diese
leicht zugänglich sind. Vor diesem Hintergrund ist es geboten, in Gebieten mit Wolfsvorkommen Nutztiere, wie Schafe und Ziegen so zu sichern, dass Wölfe möglichst keine Schäden verursachen können.
Rinder sind aufgrund ihres Herdenverhaltens eher nicht betroffen. Nach über 10 Jahren
Wolfsanwesenheit wurde 2010 das erste Kalb in Sachsen gerissen und dies auch nur deshalb, weil es sich kurzzeitig außerhalb des Zaunes befand und die Mutterkuhherde sich nicht
schützend vor das Kalb stellen konnte. Daher wird empfohlen, 5 Zaundrähte/ Stromlitzen zu
spannen. Der unterste sollte maximal 20-25 cm vom Boden entfernt sein, damit sich ein Kalb
nicht darunter hindurch schieben kann und sich dem Schutz der Herde entzieht.
In Niedersachsen werden die meisten Schafe durch Haupt- bzw. Nebenerwerbslandwirte
gehalten, viele aber auch im Rahmen einer Hobbyhaltung. Schafe und Ziegen, die besonders nachts nicht in Ställen oder hinter geeigneten Zäunen geschützt werden, sind Beutegreifern schutzlos ausgeliefert. Besonders gilt dies für im Freien angekettete Tiere, für die
allerdings nach den „Empfehlungen für ganzjährige Weidehaltung von Schafen“ des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung“ sichergestellt sein muss, dass „fremde Hunde“ (entsprechend auch Wölfe) keinen Zugang zu angebundenen Schafen haben.
In Sachsen liegen inzwischen umfangreiche Erfahrungen in der Sicherung von Nutztierbeständen vor. Die im Folgenden vorgestellten Sicherungsmaßnahmen basieren auf dort gewonnenen Erkenntnissen sowie Erfahrungen in europäischen Ländern mit Wolfsvorkommen.
Die Grundlagen dieses Informationsblattes sind freundlicherweise durch das Land Sachsen
über das Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz bereitgestellt worden. Sie wurden durch Projektergebnisse des F+E-Vorhabens „Rahmenplan Wolf“ des BfN aktualisiert.1Da die meisten Schaf- und Ziegenherden in Sachsen ausreichend geschützt werden, gab es
in den letzten 10 Jahren vergleichsweise wenige Übergriffe von Wölfen auf Schafe – aber
auch diese wären in der Regel vermeidbar gewesen. In mehreren Fällen standen die Tiere
völlig ungeschützt an einem Fluss bzw. Graben, der nicht mit gezäunt war, oder waren am
Waldrand angekettet. In weiteren Fällen hatte der verwendete Elektrozaun einen zu großen
Bodenabstand, so dass der Wolf darunter durchkriechen konnte. Erst in letzter Zeit hatte
offenbar ein Rudel gelernt auch E-Zäune zu überspringen. Dieses Verhalten ist jedoch eng
begrenzt auf das Territorium dieser Wolfsfamilie. Seit Anwendung verschiedener Zäunungstypen sind keine Vorfälle mehr bekannt geworden.
Die unten dargestellten und sorgfältig ausgeführten Sicherungsmaßnahmen gelten nach
heutigem Kenntnisstand in aller Regel als ausreichender Schutz vor Wolfsübergriffen und
sind auch mit international angewendeten Methoden abgeglichen.
Der Tierbestand und der Zaun sollten möglichst täglich kontrolliert werden.
Schaf- und Ziegenzäune müssen möglichst großräumig abgesteckt werden, so dass bei einer spontanen Fluchtreaktion nicht die Gefahr des Überlaufens bzw. Durchbrechens durch
den Zaun erfolgen kann.
Die Höhe der Euronetze sollte mindestens 0,90 m, besser 1,10 m betragen.
Die Vegetation entlang des Zaunes muss kurz gehalten werden, um Spannungsverluste so
Je nach den Umständen der Haltung der Tiere sind unterschiedliche Maßnahmen sinnvoll.
Schafe und Ziegen lassen sich sehr gut hinter geeigneten Zäunen schützen. Gräben und
Flüsse sind für Wölfe, aber auch für Hunde, kein Hindernis und müssen daher ausgekoppelt
werden. Für Elektrozäune werden mindestens 4000 bis 5000 Volt bei hoher Impulsenergie
empfohlen. Der Wolf sollte bereits beim ersten Kontakt mit dem Zaun einen so starken
Schlag erhalten, dass der Abschreckungseffekt lange anhält. Stehen keine geeigneten Zäune zur Verfügung, sollten die Tiere über Nacht eingestallt werden.
Bei einer größeren Zahl von Schafen kann der Einsatz von speziellen Herdenschutzhunden
(mindestens zwei Hunde bei einer Herde ab 500 Tiere) sinnvoll sein.2Die Maßnahmen im Einzelnen:
In Niedersachsen ist das Koppeln der Schafe mit Elektronetzen weit verbreitet. Korrekt angewendet, sind diese stromführenden Netzzäune eine gut sichtbare und bei Berührung
schmerzhafte Barriere. Vorausgesetzt, sie sind lückenlos, straff und mit ausreichend Strom
versehen aufgestellt. Sie sollten mindestens eine Höhe von 0,90 m aufweisen, besser
1,10 m. Elektronetze, wie z.B. Flexinetze mit verstärkten Vertikalstreben sind noch besser
geeignet, da besser sichtbar. Nutz- wie Wildtiere haben ein geringeres Risiko, sich darin zu
verfangen. Bei der Erstanschaffung von Elektronetzen sollten daher diejenigen mit verstärkten Vertikalstreben bevorzugt werden.
Darüber hinaus hat sich für besonders gefährdete Weiden eine Kombination aus Elektronetzen und Breitbandlitze („Flatterband“, Stromführung nicht erforderlich) bewährt. Die Litze
wird als zusätzliche optische Barriere ca. 30 cm über dem Netz gespannt und hat sich bisher
als sehr wirksam erwiesen.
Mobiler Litzenzaun
Es sollten 5 Litzen in etwa den Höhen 20, 40, 60, 90 und 120 cm übereinander gespannt
werden. Bei Litzenzäunen ist besonders darauf zu achten, dass die unterste Litze nicht mehr
als 20 cm Bodenabstand hat, da Wölfe eher versuchen, unter einem Hindernis hindurch zu
schlüpfen, als darüber zu springen. Die Litzen sollten deutlich sichtbar sein. Durch den hohen Aufwand beim Aufbau lohnt sich ein solcher Zaun nur für besonders große Flächen, die
auch lange genutzt werden.
Empfohlen wird eine Zaunhöhe von mind. 120 cm, besser 1,40 m und das Einlassen des
Zaunes ca. 20 cm in den Boden, um zu verhindern, dass Wölfe, aber auch Füchse oder
Wildschweine, sich darunter durchgraben. Alternativ kann eine Elektrolitze, die mit max.
20 cm Bodenabstand vor dem Zaun gespannt wird, ein Untergraben verhindern. Bei einer
Zaunhöhe von weniger als 120 cm sollte die Zaunhöhe optisch durch eine im Abstand von
20 – 30 cm darüber angebrachte Breitbandlitze erhöht werden.
Diese Hunderassen sind eigens dafür gezüchtet worden, Viehherden vor Raubtieren zu
schützen. Die Welpen wachsen von Anfang an bei den Nutztieren auf, die sie beschützen
sollen und entwickeln eine enge soziale Bindung an diese. Wenn die Hunde erwachsen sind,
schützen sie „ihre“ Herde gegen Bedrohungen von außen. Natürlich erfüllt nicht jeder einzelne Hund seine Aufgabe gleich gut und es kostet den Halter Zeit und Mühe, die Entwicklung
des Hundes zu begleiten und zu steuern. Ein gut funktionierender Herdenschutzhund ist
dann aber ein sehr zuverlässiger Schutz. Um eine Herde von 500 Tieren und mehr zu schützen, sind mindestens zwei Hunde erforderlich.
Schäfer sollten sich jedoch nur nach eingehender Beratung durch erfahrene Herdenschutzhund-Fachleute zum Kauf eines Hundes entschließen. Die Erfahrungen zeigen, dass kennt3nisreiche Ansprechpersonen ständig erreichbar sein müssen, um unerwünschtes Verhalten
der Hunde während der Ausbildung zu vermeiden bzw. zu korrigieren. Vom Land Sachsen
ist geplant, ein Herdenschutzhundzentrum aufzubauen, wo sich auch Interessierte anderer
Bundesländer informieren können.
Lappenzäune
Lappenzäune dienen als Sofortmaßnahme, insbesondere nach einem Wolfsangriff, bis ein
effektiverer Schutz gefunden ist oder sie können für kleine, häufig wechselnde Koppeln genutzt werden. Korrekt angebracht können sie einen Tierbestand für begrenzte Zeit (nicht
länger als 2-3 Wochen) schützen, da die Wölfe lernen, sie zu ignorieren. Dazu wird in etwa
1 m Abstand vom Weidezaun eine Leine mit daran befestigten Lappenstreifen an Stützpfeilern straff aufgehängt. Die Lappenenden dürfen nicht mehr als 20 cm über dem Boden hängen. Die Lappen irritieren Wölfe und halten sie für eine begrenzte Zeit vom Tierbestand fern.Unterstützung durch das Land Niedersachsen bei vorbeugenden Maßnahmen
Für Niedersachsen ist eine Regelung für die Förderung von zusätzlich erforderlichem Zaunmaterial zum Schutz vor Wolfsübergriffen in betroffenen Gebieten in Bearbeitung.
Als Soforthilfe beim Auftreten eines Wolfes im Umfeld von Schafherden können im Museumsdorf Hösseringen im Landkreis Uelzen (Nordostniedersachsen) und in der Unteren Naturschutzbehörde im Landkreis Holzminden (Südniedersachsen) leihweise Elektronetze mit
Trafogeräten, Breitbandlitzen und Lappenzäune in begrenztem Umfang für begrenzte Zeit
kostenlos entliehen werden.
Unterstützung durch das Land Niedersachsen bei Schadensfällen (Rissen)
Für Niedersachsen ist eine Regelung zur finanziellen Unterstützung bei Schadensfällen (Rissen) in Bearbeitung.
Sollte es zu einem Schaden kommen, bei dem ein Wolf als Verursacher vermutet wird, muss
der Schadensort möglichst unverändert bleiben. Getötete Tiere dürfen nicht in ihrer Lage
verändert werden und der Vorfall muss innerhalb von 24 Stunden an die zuständige Naturschutzbehörde des betroffenen Landkreises bzw. der Stadt und die Fachbehörde für Naturschutz (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
(NLKWN) in Hannover) gemeldet werden, die auch eine Rissbegutachtung veranlassen bzw.
in dieser Zeit durchführen kann. Eine zeitnahe Begutachtung ist erforderlich, um vorhandene
Spuren noch auswerten zu können. Betroffene Tierhalter werden dann auch ggf. über Antragstellung und weiteren Schutz ihrer Tiere informiert. Zur Zeit erfolgt dies durch den
NLWKN Hannover (Frau Bärbel Pott-Dörfer, Tel. 0511/3034-3201 oder 05532/4538,
und/oder zuständige Wolfsberater).4Für Rückfragen bezüglich des Schutzes von Nutztieren vor Wolfsübergriffen wenden
Frau Bärbel Pott-Dörfer
Tel. 0511/3034-3201 oder 05532/4538
Email: baerbel.pott-doerfer@nlwkn-h.niedersachsen.de
Herr Danny Wolff
Tel. 04131/8545-509
Email: danny.wolff@nlwkn-lg.niedersachsen.de
Die Wolfsberater in der jeweiligen Region (Kontaktdaten über die Naturschutzbhörden der
Landkreise oder über die Homepage des NLWKN Hannover www.nlwkn.niedersachsen.de)
Informationen zu Herdenschutzhunden erhalten Sie bei der Gesellschaft zum Schutz der
Wölfe e.V., Tel.: 08139-1666 oder 08139-8166
Email: Peter.Blanche@gzsdw.de5Anhang 4
Information zur sicheren Haltung von Gatterwild bei Vorkommen
nach Westen aus. Seit September 2006 hält sich mindestens zeitweise ein Wolf im Gebiet
der Lüneburger Heide und im Wendland auf. Seit 2008 ist ein weiterer Wolf wiederholt im
Solling nachzuweisen. Es ist jederzeit möglich, dass weitere Einzelwölfe insbesondere in die
östlichen und südlichen Landesteile Niedersachsens zuwandern.
u.a.), können aber auch Nutztiere - vor allem Schafe - oder Gatterwild töten, wenn diese
leicht zugänglich sind. Vor diesem Hintergrund ist es geboten, in Gebieten mit Wolfsvorkommen auch Gatterwild so zu sichern, dass Wölfe möglichst keine Schäden verursachen
Die Haltung von Gatterwild erfolgt in Niedersachsen meist als Nebenerwerb oder Hobbyhaltung. Die Gatterung von „zahmen“ Wildtieren wie Damwild oder Rotwild erfolgt in der Regel
mit hohen Wildschutzzäunen. Sicherungsmaßnahmen müssen daher auf diesen Zauntyp
abgestimmt sein und unterscheiden sich demzufolge von denen zur Sicherung von z.B.
Schafen und Ziegen.
In Sachsen liegen inzwischen umfangreiche Erfahrungen im Umgang mit Wölfen und in der
Sicherung von Gatterwild vor. Die im Folgenden vorgestellten Sicherungsmaßnahmen basieren auf in Sachsen gewonnenen Erkenntnissen sowie Erfahrungen in europäischen Ländern
mit Wolfsvorkommen.
Die Grundlage dieser Informationsblätter wurde freundlicherweise durch das Land Sachsen
über das Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz bereitgestellt. Sie wurden durch Projektergebnisse
des F+E-Vorhabens „Rahmenplan Wolf“ des BfN aktualisiert.
Wölfe überspringen bei dem Versuch, Nutztiere zu erbeuten, nur sehr ungern Zäune. Sie
untergraben normalerweise die Wildschutzzäune, um in das Gatter zu gelangen. Auch vorhandene Fuchslöcher können dazu erweitert werden.
Aus diesem Grund kommt dem Untergrabeschutz eine besondere Bedeutung zu.1Grundsätzlich gilt:
Der Tierbestand und der Zaun sollten täglich kontrolliert werden.
Die Höhe des Wildzaunes sollte mindestens 1,80 m betragen.
Folgende Maßnahmen sind besonders zu empfehlen, um ein Untergraben des Zaunes zu
Wildschutzzaun plus Elektrolitze
Eine Elektrolitze (oder ein stromführender Glattdraht) wird mit max. 20 cm Bodenabstand
und in 15 cm Abstand vor dem Zaun außen um den gesamten Zaun gezogen. Es reichen
Isolatoren mit einem verlängerten Stiel (ca. 15 cm) für die Installation aus.
Knotengitter auslegen
Ein Knotengitter wird außen am Fuß des Zauns ausgelegt. Es wird in ca. 20-30 cm Höhe fest
mit dem Zaun verbunden und am Fuß des Zaunes mit Erdankern am Boden befestigt. Die
restlichen 100 cm werden auf dem Boden ausgebreitet und am äußeren Ende mit Erdankern
fixiert. Die Erdanker am Fuß des Zauns und die am äußeren Ende des Knotengitters sollten
jeweils nicht mehr als 4 m Abstand zueinander haben und versetzt platziert sein – so dass
der Zaun insgesamt alle 2 m fixiert ist. Um zu verhindern, dass sich Wildtiere mit den Läufen
in den Maschen verfangen, sollten die Fächermaße des verwendeten Zaunes nicht zu klein
sein. Bei der Auslegung von Knotengitter außerhalb des Zaunes müssen die Eigentumsrechte am Boden beachtet werden. Dies ist bereits bei der Planung zu berücksichtigen.
Beide oben genannten Optionen können auch miteinander kombiniert werden.
In Gebieten, in denen auch mit dem Luchs zu rechnen ist, sollte der Wildschutzzaun 2 m
Höhe betragen. Am oberen Ende des Zaunes sollten mindestens 50 cm lange, schräg nach
außen weisende Stahlträger und daran ca. 2 - 3 stromführende Drähte von mindestens 5000
V angebracht werden.
Zaun in Boden einlassen
Der Zaun wird je nach Bodenbeschaffenheit ca. 20 cm tief in den Boden eingelassen. Diese
Schutzmaßnahme ist besonders beim Neubau von Gehegen zu empfehlen.
Unterstützung durch das Land Niedersachsen bei vorbeugenden Maßnahmen
Für Niedersachsen ist eine Regelung für die Förderung von zusätzlich erforderlichem Zaunmaterial zum Schutz vor Wolfsübergriffen in betroffenen Gebieten in Bearbeitung. Als Soforthilfe bei Auftreten eines Wolfes im Umfeld von Wildgattern können im Museumsdorf Hösseringen im Landkreis Uelzen (Nordniedersachsen) und in der Unteren Naturschutzbehörde im
Landkreis Holzminden (Südniedersachsen) leihweise Breitbandlitzen und Pfähle, E-Zäune
2mit Trafogeräten und Lappenzäune in begrenztem Umfang für begrenzte Zeit kostenlos entliehen werden.
Da Wölfe nur äußerst ungern Zäune überspringen, sind selbst die nur 1,10 cm hohen Euronetze ein guter Schutz gegen das Eindringen von Wölfen.
Zur korrekten Installation der ausleihbaren Zäune:
Elektrolitze (Breitbandlitze) siehe oben
Stromführenden Netzzäune sind eine deutlich sichtbare und bei Berührung schmerzhafte
Barriere. Dazu müssen sie lückenlos, straff und mit ausreichend Strom versehen aufgestellt
werden, 5000 V bei 1,5 Joule Impulsenergie.
Lappenzäune als Sofortmaßnahme
Lappenzäune irritieren Wölfe und halten sie für eine gewisse Zeit vom Zaun und Tierbestand
fern. Korrekt angebrachte Lappenzäune können daher einen ungeschützten Tierbestand für
begrenzte Zeit (nicht länger als 2 –3 Wochen einsetzten) schützen. Dazu wird außen in 1 m
Abstand vom Weidezaun/Wildgatter eine Leine mit daran befestigten Lappen an Stützpfählen straff aufgehängt. Die Lappen dürfen nicht mehr als 20 cm vom Boden entfernt sein und
müssen frei flattern können. Sie sind auch einsetzbar, wenn zuvor bereits ein Wolf in eine
Weide oder ein Gatter eingedrungen ist.
verändert werden, und der Vorfall muss innerhalb von 24 Stunden an die zuständige Naturschutzbehörde des betroffenen Landkreises bzw. der Stadt und die Fachbehörde für Naturschutz (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz in
Hannover) gemeldet werden, die auch eine Rissbegutachtung veranlassen bzw. in dieser
Zeit durchführen kann. Eine zeitnahe Begutachtung ist erforderlich, um vorhandene Spuren
noch auswerten zu können. Betroffene Tierhalter werden dann auch ggf. über Antragstellung
und weiteren Schutz ihrer Tiere informiert. Zur Zeit erfolgt dies durch den NLWKN Hannover
(Frau Bärbel Pott-Dörfer, Tel. 0511/3034-3201 oder 05532/4538) und/ oder zuständige
Wolfsberater.3Für Rückfragen bezüglich des Schutzes von Nutztieren vor Wolfsübergriffen wenden
Tel. 0511/3034-3201
Die Wolfsberater in der jeweiligen Region (Kontaktdaten über die Naturschutzbehörden der
Landkreise oder über die Homepage des NLWKN Hannover www.nlwkn.niedersachsen.de)4Anhang 5
Melden von Wolfshinweisen und –nachweisen
- Sichtungen, Spuren, Losung, Risse Als Grundlage für effektive Maßnahmen zum Schutz von und zum Zusammenleben mit Wölfen sind z.B. die Kenntnis über ein tatsächliches Vorkommen eines Wolfes, über die Anzahl
mehrerer Tiere, ihr Status und die Abgrenzung ihrer Territorien von grundlegender Bedeutung. Ergänzend zu gezielten Erfassungen ist daher jeder Hinweis zu Wolfsvorkommen, egal
ob Sichtung, Spur oder Losung wichtig. Nicht nur belegte Nachweise, z. B. Fotos, sondern
auch Hinweise wie Sichtbeobachtungen, auch wenn sie noch so unwahrscheinlich erscheinen, sind bedeutsam, da eine Häufung solcher Beobachtungen auf ein tatsächliches Wolfvorkommen hinweisen kann und aufzeigt, wo man gezielter und genauer nachschauen
Es gilt der Grundsatz: Unsichere Hinweise melden statt verschweigen.
Was tun bei Wolfsverdacht?
Wenn eine vermutete Wolfsbeobachtung in Niedersachsen vorliegt, sollte die Meldung an
einen Wolfsberater/eine Wolfsberaterin oder direkt an den NLWKN Hannover weitergegeben
werden. (Kontaktadressen über die Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise oder die
Homepage des NLWKN Hannover www.nlwkn.niedersachsen.de).
Wolfs- oder Hundesichtung? Lassen sich für Laien Wölfe von Hunden unterscheiden?
Bei der Meldung von Sichtbeobachtungen werden immer wieder auch Verwechslungen mit
Hunden vorkommen.
In Deutschland kann man für das Jahr 2010 von einem Wolfsbestand von deutlich unter 100
Tieren ausgehen. Dem stehen mehrere Millionen Hunde gegenüber. Einige Hunderassen
weisen große Ähnlichkeit mit Wölfen auf, z.B. manche Huskies und Malamutes, Saarloos
und Tschechoslowakische Wolfshunde, so dass hier eine sichere Unterscheidung für den
Laien und oft innerhalb der wenigen Sekunden Sichtkontakt auch für einen Wolfskenner
kaum möglich ist. Wichtig ist bei einer Beobachtung daher, besonders gezielt die Merkmale
zu betrachten, die auf einen Wolf hindeuten können:
Helle untere Schnauzenpartie und Kehle,
helle Wangen,
Ohren kleiner als bei Schäferhunden,
der Schwanz wird nicht über den Rücken „geringelt“,
relativ lange Beine
und ein oft deutlicher, dunkel gesäumter Sattelfleck (Schulterfleck).1A 4 Monate alter Jungwolf: junge Wölfe wirken durch ihre großen Ohren eher hundeartig.
B Saarloos-Wolfshund: Diese Hunderasse ist aus Wölfen und Schäferhunden gezüchtet
worden und kann Wölfen extrem ähnlich sehen.
C Im Winterfell wirken Wölfe recht kompakt und trotzdem hochbeinig.
D Ein einjähriger Wolf im Sommerfell wirkt durch seine schlanke Statur eher hundeartig
(Fotos: A und C Koerner, B LUPUS, D Anders.)
Spuren, Losung
Häufig wird man nicht das Tier selbst beobachten können, sondern nur seine Spuren finden.
Hier gilt es zu beachten, dass Wölfe und Hunde von der Größe eines Wolfes nahezu baugleiche Pfoten besitzen. (Die Länge der Vorderpfote ohne Krallen beträgt ca. 8,5 bis 9,5 (10)
cm.) Aus einem einzelnen Pfotenabdruck lässt sich daher nicht darauf schließen, ob er von
einem Hund oder einem Wolf stammt. Von wirklicher Bedeutung für die Unterscheidung von
Wolfs- und Hundespuren ist daher der Verlauf auf längerer Strecke.
Wolfsspuren sind durch eine energiesparende Fortbewegung gekennzeichnet. Sie sind daher meist geradliniger und vermitteln den Eindruck, dass das Tier ein ganz bestimmtes Ziel
im Auge hat. Die Pfoten werden oft so gesetzt, dass der Hinterfuß in den Abdruck des Vorderfußes tritt. Diese Art der Fortbewegung wird „Schnüren“ genannt, bzw. als „geschnürter
Trab“ bezeichnet.
Mehrere Tiere laufen oftmals in derselben Spur.
Demgegenüber wechseln Hunde häufiger die Spur und die Gangart. Ihre Spuren verlaufen
nicht so geradlinig im Gelände, sondern pendeln hin und her.
Zum Bestätigen von Wolfsspuren sind Fachleute gefragt.
Wolfslosung ist ebenfalls nur mit Erfahrung zu erkennen. Typische Merkmale sind viele Haare, große Knochensplitter, Schalen und Zähne der Beutetiere. Dies trifft jedoch nicht immer
2Gut dokumentierte Spuren (Fotos von Trittsiegelgröße, Schrittlänge, Spurverlauf) und Losungsfunde (Dicke, Länge, Fundort; Fotos; Losung einsammeln) sind daher wichtig, damit
ein Wolfsberater oder eine Wolfsberaterin sie identifizieren und weiterleiten kann.
Wenn es um das Erkennen von Wolfsrissen geht, sind Fachleute mit Erfahrung besonders
gefragt. Sie müssen beurteilen können, ob eventuell auch ein Luchs, ein Fuchs oder auch
Hunde das Tier gerissen haben – oder auch, ob es schon tot war (Verkehrsunfall, Krankheit,
Totgeburt), bevor davon gefressen wurde.
Nur dann, wenn sich ein fachkundiger Wolfsberater/eine fachkundige Wolfsberaterin möglichst schnell den unberührten „Tatort“ ansehen kann, um alle möglichen Spuren und Hinweise zu finden und auszuwerten, besteht die Chance, einen „Riss“ einem Verursacher zuzuordnen.
Kontaktdaten der Wolfsberater sind über die Naturschutzbehörde des jeweiligen Landkreises
bzw. der Stadt zu erfragen oder auf der Homepage des NLWKN zu ermitteln. Sie finden sich
darüber hinaus in Anhang 2 des vorliegenden Konzepts.3Anhang 6
Koerner, S., Ökologie und Verhalten des Wolfes – Kleine Spurenkunde; 2006, Selbstverlag;
Merkblatt: Wölfe in Deutschland - Wenn Sie einem Wolf begegnen- , Wildbiologisches Büro
LUPUS, 2006)
Es ist äußerst selten, einem Wolf in der freien Wildbahn zu begegnen. Wölfe meiden in der
Regel den Kontakt mit Menschen, jedoch nutzen sie durchaus die vom Menschen gestaltete
Wenn man dennoch einem Wolf begegnet, sollte man:
Respekt vor dem Tier haben
nicht weglaufen, sondern sich langsam zurückziehen, wenn man mehr Abstand zu dem
Tier möchte
falls man einen Hund dabei hat, diesen in jedem Fall anleinen und nahe bei sich behalten
wenn einem der Wolf zu nahe erscheint, auf sich aufmerksam machen: laut sprechen,
gestikulieren oder sich anderweitig bemerkbar machen; der Wolf wird sich daraufhin in
der Regel entfernen
nicht hinterherlaufen – Wölfe sind keine KuscheltiereMan sollte Wölfe auch niemals füttern. Die Tiere lernen sonst sehr schnell, Menschen mit
Futter in Verbindung zu bringen und suchen eventuell aktiv die Nähe des Menschen auf.
Dann sind problematische Zwischenfälle nicht auszuschließen.Besteht für Hunde eine Gefahr durch Wölfe?
Der Spaziergang mit dem Hund
In Gebieten mit Wolfsvorkommen sollten Hunde grundsätzlich an der Leine geführt werden.
Es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass sich ein Wolf, insbesondere ein unerfahrener, junger
Wolf, für einen Hund interessiert und sich ihm nähert. Die Nähe des Besitzers ist dann der
beste Schutz für den Hund. Der Wolf sollte dann angesprochen werden oder man kann mit
den Armen wedeln, um ihn abzulenken.
Falls das den Wolf nicht bereits auf Abstand hält, sollte man langsam rückwärts gehen und
laut sprechen, den Hund nahe bei sich. Es sollte sichergestellt werden, dass der Hund nicht
von sich aus versucht, den Wolf anzugreifen.1Wölfe in der Ranz
Wölfe sind in Mitteleuropa von Januar bis März auf „Brautschau“. Wenn sie keinen Wolfspartner finden, können sie sich für einen Hund als Partner entscheiden.
Leicht erreichbar für einen Wolf sind frei umherlaufende Hunde. Sie können aber auch mit
sehr viel Erfindungsgeist zu Zwingerhunden eindringen, besonders, wenn der Zwinger an
einem Haus in Waldnähe liegt. So wird z.B. ein Zaun untergraben, Gitterdraht von Pfosten
weggezerrt oder es werden auch Holzverschlüsse angeknabbert, um zur /zum Auserwählten
Daher sollte besonders in den Wintermonaten intensiv auf den eigenen Vierbeiner aufgepasst werden. Am besten wird der Hund jeweils abends ins Haus geholt.
Hat sich eine Haushündin mit einem Wolf gepaart, sind die Nachkommen als Wolf-HundHybriden gesetzlich geschützt, und es bedarf einer behördlichen Genehmigung, sie zu behalten. Diese wird in der Regel nicht erteilt, da u. a. das Gefahrenpotenzial ausgewachsener,
menschengeprägter Hybriden für den Menschen ungleich höher ist als von Wölfen!
Die in 2002 in Freiheit geborenen Hybriden in Sachsen (Mutter Wolf, Vater Hund) verhielten
sich so scheu wie ein reiner Wolf, und waren für Menschen offenbar ungefährlich. Gefährlich
wird ein Hybride dann, wenn er auf Menschen geprägt ist.
Da Haushundgene in einer Wolfspopulation die Fitness des freien Wolfsbestandes gefährden, müssen wildlebende Hybriden aus Artenschutzgründen möglichst der Natur entnommen
Jagdhunde und Wölfe
Aus den bisherigen Erfahrungen in Sachsen, wo Wölfe heimisch sind, kann nicht auf ein erhöhtes Risiko für Jagdhunde geschlossen werden. Trotzdem sollten zur Vermeidung jeden
Risikos bei der Anwesenheit von Wölfen die im Folgenden dargelegten Hinweise beachtet
In den sächsischen Wolfsgebieten gab es trotz regelmäßiger umfangreicher Jagden bisher
nur einen Fall, in dem ein Wolf einen Jagdhund angegriffen hat. Dabei hat der Hund aktiv die
Fährte des Wolfes verfolgt und ihn gestellt. Er war über 600 m von seinem Hundeführer entfernt.
Verfolgen Jagdhunde aktiv eine Wolfsspur und versuchen sogar den Wolf zu stellen, kann
der Wolf dies als Eindringen in sein Territorium werten und den Hund angreifen. Daher könnten sehr raubwildscharfe Hunde, die bei einer Jagd im Wolfsgebiet eingesetzt werden, durch
den Wolf gefährdet sein. Dies ist die Hauptursache der Übergriffe von Wölfen auf Jagdhunde
in Schweden. Allerdings jagen die Hunde in Schweden (bei der Elchjagd) anders als in
Deutschland, sehr weiträumig und allein, so dass sie sich weit vom Hundeführer entfernen.
Es wird empfohlen, keine stark raubwildscharfen Hunde in Gebieten mit Wolfsvorkommen
zum Stöbern einzusetzen.2Außerdem kann es von Vorteil sein, Hunde erst eine halbe Stunde nach Jagdbeginn zu
schnallen (wie bereits ohnehin häufig praktiziert), so dass der Wolf Gelegenheit hat, sich auf
das Geschehen (Unruhe im Revier, fremde Witterungen) einzustellen und eventuell auch das
Treiben vorher zu verlassen.
Die Wölfe in Sachsen blieben während der Jagd nicht selten die ganze Zeit über im Treiben,
ohne dass es zu irgendwelchen Zwischenfällen zwischen Wolf und Hunden gekommen
Wird ein Wolf, der sich an einem erlegten Stück/getöteten Beutetier aufhält, von dem Nachsuchengespann überrascht, ist nicht zu erwarten, dass er auf Menschen aggressiv reagiert.
Man sollte sich langsam zurückziehen, den Hund eng bei sich.
Auf jeden Fall sollte sichergestellt sein, dass der Hund den Wolf nicht angreift. Andernfalls
kann der Hund vom Wolf getötet werden.
Nach Möglichkeit sollte bei einer Nachsuche der Hund so spät wie irgend möglich geschnallt
werden.3Anhang 7
Aktuelle Vorkommensgebiete von Wölfen in Deutschland
2006 – 2010Zusammenstellung nach Daten des Wildbiologischen Büros LUPUS und des NLWKNHerausgeber:
Die Erarbeitung des Niedersächsischen Wolfskonzeptes erfolgte in enger
Zusammenarbeit mit bzw. unter Beteiligung folgender Einrichtungen:
-Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft,
Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft,
Arbeitskreis Wolf (Mitglieder s. Anhang 2)Fachliche Endbearbeitung: Juni 2010
DTP-Gestaltung: Monika Runge
Titelbild: Jürgen Borris
poststelle@mu.niedersachsen.de
www.umwelt.niedersachsen.deAll pages:24678910111213141516171819202122232425262728293031323334353637383940414243444547InfoSaveLikeShareDownloadMoreDer_Wolf_in_Niedersachsen_-_Grundsaetze_und_Massnahmen_im_Umgang_mit_dem_Wolf_November_2010 Published on Dec 11, 2012 http://niedersachsenwolf.jimdo.com/app/download/5707086763/50c72a6f/57484c9f7158dd1fcbba766d9a73c9d3129d919e/Der_Wolf_in_Niedersachsen_-_Gru...See MoreniedersachsenwolfFollowRead moreRead moreSimilar toPopular nowJust for youGo explore