Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=03.01.2002&Aktenzeichen=2%20BvR%201827/01
Timestamp: 2020-08-09 05:20:12
Document Index: 67036918

Matched Legal Cases: ['§ 3', 'Art. 14', '§ 93', '§ 3', '§ 47', '§ 93', '§ 93', '§ 93', 'EuG', '§ 51', '§ 93']

BVerfG, 03.01.2002 - 2 BvR 1827/01 - dejure.org
https://dejure.org/2002,3623
BVerfG, 03.01.2002 - 2 BvR 1827/01 (https://dejure.org/2002,3623)
BVerfG, Entscheidung vom 03.01.2002 - 2 BvR 1827/01 (https://dejure.org/2002,3623)
BVerfG, Entscheidung vom 03. Januar 2002 - 2 BvR 1827/01 (https://dejure.org/2002,3623)
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Unzulässige Verfassungsbeschwerde gegen Vergütungspflicht der Energieunternehmen für Stromeinspeisung nach dem Stromeinspeisungsgesetz wegen nicht fristgerechter Beschwerdeeinlegung
Beschwerde - Stromeinspeisung - Windkraftenergie - Verfassungsbeschwerde - Beschwer - Zulässigkeit - Abnahmepflicht - Offshore-Anlage
StrEsG § 3 Abs. 2
Grundgesetz, Art. 14 ; Bundesverfassungsgerichtsgesetz, § 93 Abs. 3 ; Stromeinspeisungsgesetz, § 3
NVwZ-RR 2002, 321
DVBl 2002, 548
Zwar gilt bei Verfassungsbeschwerden gegen Änderungsgesetze die Jahresfrist grundsätzlich nur für den geänderten Teil (BVerfGE 74, 69, 73; 80, 137, 149; BVerfG NVwZ-RR 2002, 321).
Dabei vermag die durch die Änderung einzelner Bestimmungen veranlasste Bekanntmachung der Neufassung einer Satzung die Antragsfrist hinsichtlich einer inhaltlich unverändert gebliebenen Vorschrift grundsätzlich nicht erneut in Gang zu setzen (…vgl. Ziekow, in: Sodan/Ziekow, VwGO, § 47 RdNr. 251c; st. Rspr. des Bundesverfassungsgerichts zur Frist des § 93 Abs. 3 BVerfGG für die Erhebung der Verfassungsbeschwerde gegen Gesetze, vgl. zuletzt den Beschluss der 1. Kammer des Zweiten Senats vom 03.01.2002 - 2 BvR 1827/01 -, DVBl. 2002, 548 m.w.N.;… vgl. auch Majer, in: Umbach/Clemens, BVerfGG, § 93 RdNr. 32 m.w.N.).
Letzteres ist hier nicht zweifelhaft (vgl. auch BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 3. Januar 2002 - 2 BvR 1827/01 - juris Leitsatz 1, zu § 93 Abs. 3 BVerfGG; BVerwG…, Urteil vom 21. Januar 2004 - 8 CN 1.02 - BVerwGE 120, 82 ff., juris Rn. 27 ).
Hinzu kommt schließlich, dass nach der in der Folgeverfassungsbeschwerde aus dem Jahr 1998 (2 BvR 1827/01, dort S. 33) vertretenen Auffassung die gesetzgeberische Nachbesserungspflicht "mindestens seit 1994" offenkundig bestanden haben soll.
VGH Hessen, 27.01.2010 - 5 C 2723/07
Sie ist grundsätzlich nicht selbstständig angreifbar und vermag auch die Frist für einen Normenkontrollantrag nicht erneut auszulösen (BVerfG, Beschluss vom 3. Januar 2002 - 2 BvR 1827/01 -, NVwZ-RR 2002, 321 = DVBl 2002, 548; BVerwG, Urteil vom 21. Januar 2004 - 8 CN 1/02 -, NVwZ 2004, 620; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 17. Oktober 2002 - 1 S 2114/99 -, Juris mit weiteren Nachweisen).
Es entspricht gefestigter verfassungsgerichtlicher Rechtsprechung, dass allein die Tatsache, dass eine bestehende Bestimmung anlässlich einer gesetzlichen Neuregelung in den Willen des Gesetzgebers aufgenommen und mit identischem Wortlaut bestätigt wurde, die Frist für eine Verfassungsbeschwerde oder Grundrechtsklage nicht erneut in Lauf setzt (vgl. z. B. BVerfG, Beschl. v. 3.1.2002 - 2 BvR 1827/01 -, zitiert nach juris; Beschl. v. 6.6.1989, BVerfGE 80, 137, 149; HessStGH, Beschl. v. 29.1.1993, NVwZ-RR 1993, 654, 655 f.).
Die Vereinbarkeit der Gesetze mit dem Europarecht wurde durch den Europäischen Gerichtshof erst mit Urteil vom 13.01.2001 festgestellt (C-379/98, Slg. I 2001, 242 = EuZW 2001, 242 [EuGH 13.03.2001 - C 379/98] ), die Vereinbarkeit mit deutschem Verfassungsrecht durch das Bundesverfassungsgerichts sogar erst mit Beschluss vom 03.01.2002 ( 2 BvR 1827/01 , NVwZ-RR 2002, 321).
Daß die Regelung jetzt - nochmals - in ein Änderungsgesetz eingeflossen ist, setzt für sich allein die Frist des § 51 Abs. 2 VerfGGBbg nicht erneut in Lauf (vgl. zu § 93 Abs. 3 Bundesverfassungsgerichtsgesetz zuletzt: BVerfG, NVwZ-RR 2002, 321 = DVBl 2002, 548; zuvor etwa BVerfGE 80, 137, 149 = NJW 1989, 2525 m.w.N.).