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Timestamp: 2020-08-14 01:27:56
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Matched Legal Cases: ['§ 55', '§ 55', 'Art. 12', 'Art 5', 'Art. 8', 'Art. 8', '§ 25', '§ 25']

elektronische Kommunikationsmittel - Seite 4 - Forum der Schiedsrichterkommission
Beitrag von Georg Heinze » 19.01.2013, 10:41
Wie anderswo zu lesen ist, soll heute eine Entscheidung im "Fall Falko Bindrich" fallen.
http://www.chess-international.de/?p=13665#more-13665
Beitrag von jesre » 29.01.2013, 10:30
Das Präsidium des DSB hat eine Entscheidung zu den Vorwürfen gegen GM Falko Bindrich getroffen und "eine Funktions- und Spielsperre
gem. § 55 Abs. 2 Nr. 4 und 5 der DSB-Satzung für die Dauer von 2 Jahren" verhängt.
Nachzulesen unter Chessbase Nachrichten http://www.chessbase.de/nachrichten.asp?newsid=13881
und der Homepage des Deutschen Schachbundes http://www.schachbund.de/entry/558
Beitrag von Georg Heinze » 31.01.2013, 11:14
Mittlerwele gibt es auch eine Stellungnahme von GM Bindrich dazu:
http://schach-welt.de/BLOG/Blog/FallBin ... chtbeendet
Auszug aus dem DSB-Präsidiumsbeschluss:
Sehen wir uns den § 55 der DSB-Satzung näher an:
1.	trotz Abmahnung unter Hinweis auf mögliche Sanktionen die ihnen dem Bund gegenüber obliegenden Pflichten nicht erfüllen oder Beschlüsse der Bundesorgane nicht beachten,
3.	sich eines Dopingverstoßes schuldig machen,
Die vom DSB angeführten Begründungen sind also hier unter 2. und 4. aufgeführt.
Die Begründungen dazu ergeben sich aus Ziffer 5.3.4 der Turnierordnung des Schachbundesliga e.V.:
5.3.4 Der Schiedsrichter ist verpflichtet, den Gebrauch von Computern im Turnierareal zum
Zwecke der Berichterstattung (Live-Übertragung, Live-Ticker, etc.) zu gestatten. Die
Spieler dürfen während ihrer laufenden Partie keinen Zugriff auf Mobiltelefone,
Computer und sonstige elektronische Geräte ohne Zustimmung des Schiedsrichters
haben oder sich diesen verschaffen. Die Spieler sind bei begründetem Verdacht auf
Benutzung von Geräten gemäß Satz 2 auf Verlangen des Schiedsrichters verpflichtet,
diese Geräte einzuschalten und zur Überprüfung auszuhändigen. Bei begründetem
Verdacht auf Benutzung von Geräten gemäß Satz 2 ist der Spieler auf Verlangen des
Schiedsrichters verpflichtet, die Überprüfung des Inhalts seiner Kleidung, Taschen
oder Gepäckstücke zuzulassen. Der Schiedsrichter kann gegen den Spieler bei
Verstoß gegen Pflichten aus den Sätzen 2 bis 4 Ordnungsmaßnahmen nach Ziff. 8.1
der Turnierordnung verhängen.
In seiner Entscheidung führt das DSB-Präsidium dazu aus:
Halten wir fest: in der TO steht „kein Zugriff“, in der Begründung „Beisichführen“. Im entsprechenden FIDE-Art. 12. 3 b) ist es übrigens erlaubt, ausgeschaltete Handys in das Turnierareal mitzubringen:
Ohne Genehmigung des Schiedsrichters ist es dem Spieler untersagt, in das Turnierareal ein Mobiltelefon oder andere elektronische Kommunikationsmittel mitzubringen, sofern diese nicht vollkommen ausgeschaltet sind
Was nun die „Mitwirkung bei der Aufklärung“ anbelangt: diese hat FB wissentlich verweigert und auch begründet. Ob man diese Begründung akzeptiert oder nicht, lassen wir dahingestellt. Ebenso bleibt dahingestellt, ob die Verweigerung einer Kontrolle gleichzeitig ein Schuldeingeständnis darstellt.
Der SR vor Ort hat die Verweigerung der Kontrolle nach Art 5.3.4 mit einer Ordnungsmaßnahme nach Art. 8.1 bestraft:
Nach Punkt 8.1 f) hat er auf Verlust der Partie entschieden, was auch vom Turnierleiter bestätigt wurde.
In Betracht käme weiterhin Art. 8.2:
8.2 Darüber hinaus können Turnierleiter und Vorstand des Schachbundesliga e.V. Strafen nach Maßgabe des § 25 der Satzung verhängen (siehe Anhang).
Sieht man sich diesen § 25 an, trifft keiner der aufgeführten Sachverhalte hier zu.
Für den SR und den Turnierleiter ist damit der Fall abgeschlossen.
Das schließt allerdings nicht aus, dass der DSB weitere Maßnahmen entsprechend der Satzung durchführen kann, was nun der Fall ist.
Ich habe versucht, die Sachverhalte unter Nennung der Quellen so objektiv darzustellen, wie es mir möglich ist und mich jeglicher Kommentierung enthalten.
Beitrag von Georg Heinze » 02.02.2013, 17:04
Ich hatte heute mal nach "Bindrich" gesucht, um die exakte DWZ seines Vaters zu erfahren und siehe da - Falko Bindrich gibt es nicht mehr.
Weiß da jemand Näheres? Ist er nicht mehr Mitglied im DSB oder wird jemand automatisch aus den Datenbanken gelöscht, wenn er eine Spielsperre erhält?
Ich habe nach "Natsidis" gesucht, der erscheint auch nicht, aber da ist die Sperre ja rechtskräftig, während bei Falko Bindrich ja noch das Verfahren läuft.
Beitrag von dfuchs » 03.02.2013, 12:41
Laut E-Mail vom 31.01.13 von Joachim Fleischer an alle DWZ-Referenten werden die Daten von Falko Bindrich auf Anordnung des DSB nicht mehr veröffentlicht.
Beitrag von Werner » 03.02.2013, 20:50
Gibt es dafür auch eine Rechtsgrundlage ???
Oder handelt es sich um einen Willkürakt ???
Beitrag von dfuchs » 03.02.2013, 21:20
Wenn ich raten müsste, würde ich wetten, dass das mit der Sperre zusammenhängt. Wer von der FIDE gesperrt wird, fliegt auf jeden Fall auch aus der ELO-Liste. Siehe Sebastian Feller.
Das wäre meiner Meinung nach auch nur konsequent. Da er ja im Moment "nur" in Deutschland gesperrt ist, kann er im Ausland immer noch an Turnieren teilnehmen. Diese können auch DWZ gewertet werden und vielleicht dadurch Probleme verursachen.
Beitrag von Chlodwig » 03.02.2013, 22:45
Werner hat geschrieben: Oder handelt es sich um einen Willkürakt ???
Ich denke, der DSB darf diesen Willen haben und auch aussprechen, ohne dass man dahinter einen Willkürakt entdeckt. Den worin soll dieser bestehen? Die angefragte Rechtsgrundlage ist so klar wie stilles Mineralwasser.
Beitrag von Werner » 03.02.2013, 23:30
dfuchs hat geschrieben: Wenn ich raten müsste, würde ich wetten, dass das mit der Sperre zusammenhängt. Wer von der FIDE gesperrt wird, fliegt auf jeden Fall auch aus der ELO-Liste. Siehe Sebastian Feller.
Viel geredet, nichts gesagt. Ein Zusammenhang zu meiner Frage ist nicht erkennbar.
Es liegt ein Willkürakt vor, wenn die Nichtveröffentlichung der DWZ ohne Rechtsgrundlage erfolgt. Die Vorposter haben dazu nichts Erhellendes beigetragen.
Wo steht denn, dass eine Spielsperre zur Nichtveröffentlichung der DWZ führt?
Bindrich wurde ja nicht ausgeschlossen, sein Verein hat für ihn den Mitgliedsbeitrag für 2013 abgeführt usw.
Selbstverständlich kann und darf Bindich weiterhin DWZ-ausgewertete Turniere mitspielen, soweit diese von der Spielsperre nicht erfasst werden.
Beitrag von Georg Heinze » 04.02.2013, 08:54
Danke, dfuchs, hatte ich überlesen.
Was nun die Herausnahme aus der DWZ-Veröffentlicung anbelangt: der DSB kann sich sicherlich das Recht herausnehmen, die Veröffentlichung zu unterbinden. Soweit ich es lese, ist das ja wohl Bestandteil des Präsidiumsbeschlusses (nicht veröffentlicht) oder diese "Sanktion" wurde nachträglich von einem Mitglied des Präsidiums angeordnet.
Sicherlich steht die Maßnahme im Zusammenhang mit der ausgesprochenen Spielsperre.
Ich persönlich halte sie für überzogen, da sie außer vielleicht einer Verärgerung bei Falko Bindrich nichts bringt.
Beitrag von dfuchs » 04.02.2013, 11:03
@werner: Geht's noch? Ich habe versucht aus dem was ich an Informationen zur Verfügung habe, das Bestmögliche raus zu ziehen um deine Frage zu beantworten. Das ich das nicht abschließend kann, weil ich weder an der Entscheidung beteiligt bin, noch außerhalb der Veröffentlichungen zu dem Fall weitere Informationen habe, könnte sich dir vielleicht aus meiner vagen Antwort erschlossen haben.
Wenn dir das nicht reicht, dann frag gefälligst an einer Stelle nach, die mehr weiß.
Beitrag von Chlodwig » 04.02.2013, 11:32
dfuchs hat geschrieben: @werner: Geht's noch? ... Wenn dir das nicht reicht, dann frag gefälligst an einer Stelle nach, die mehr weiß.
Lass dich doch nicht so provozieren. Wenn "Werner" bestimmte Zusammenhänge nicht erkennt oder erkennen will, ist das gänzlich sein Problem.
Beitrag von Georg Heinze » 04.02.2013, 20:52
Nanana, Werner hat doch nur eine Frage gestellt, die ihm nicht beantwortet wurde.
Eine Handhabe nach der DWZ-Wertungsordnung besteht m.E. nicht.
Allerdings wird ein Joachim Fleischer natürlich einer Anordnung des DSB-Präsidenten oder Vizepräsidenten nachkommen.
Beitrag von Chlodwig » 05.02.2013, 11:47
Mal etwas weiter ausgeholt und generell betrachtet: Bei allem Respekt vor der Meinung Andersdenkender, aber bei so viel Verständnis, das für Täter zuweilen beim Schach (aber nicht nur dort), gezeigt wird, indem man peinlich genau auf die Einhaltung aller Rechte und Abwehr jeglicher Schuldzuweisungen gegen dieselben achtet, als sei man höchstselbst deren Verteidiger, finde ich das doch recht merkwürdig und ziemlich krude. Langfristig fällt das doch ziemlich auf und stößt auf. - Das nur so am Rande bemerkt.
Beitrag von Georg Heinze » 05.02.2013, 12:26
@Chlodwig: nein, ich will gewiss nicht Falko Bindrich in irgendeiner Weise verteidigen, das macht er selbst (bzw. sein Anwalt) besser, als ich es könnte.
Ich meine nur, dass man sich bei Entscheidungen - und das gilt für alle Entscheidungen des DSB - möglichst auf Rechtsgrundlagen berufen können sollte.
Eine DWZ ist wie eine ELO ein Gradmesser der schachlichen Leistung. Diese Leistung wird auch künftig gemessen werden, unabhängig davon, ob die Zahl nun veröffentlicht wird oder nicht.
Ob Falko Bindrich nun das Recht auf eine Veröffentlichung zusteht, vermag ich nicht zu sagen.