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Timestamp: 2016-10-24 12:26:55
Document Index: 328623952

Matched Legal Cases: ['Art. 10', 'Art. 46', 'Art. 97', 'Art. 104', 'Art. 105', 'Art. 104', 'Art. 105', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 2', 'Art. 2', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 2', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 1', 'Art. 156', 'Art. 159']

1A.30/2004 (11.08.2004)
Bundesgerichtspr�sident Aemisegger, Pr�sident, Bundesrichter F�raud, Ersatzrichter Bochsler,
X.________, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Rechsteiner,
Departement f�r Bau und Umwelt des Kantons Thurgau, Verwaltungsgeb�ude, 8510 Frauenfeld,
Im Rahmen der �berarbeitung der Zonenplanung der Politischen Gemeinde B�rglen hat das Departement f�r Bau und Umwelt des Kantons Thurgau die Waldfeststellungspl�ne �ffentlich aufgelegt. Der Detailplan Nr. 2 vom 19. Oktober 2001 sieht unter anderem vor, entlang der Grenze zwischen den in der Bauzone gelegenen Parzellen Nrn. 1 und 252 einen Streifen zwischen vier und neun Metern Breite als Wald auszuscheiden. Diese Bestockung schliesst an einen gr�sseren Wald an und wird in den Akten als Waldzunge bezeichnet.
Gegen den Detailplan erhob die X.________ als Eigent�merin der Parzelle Nr. 252 Einsprache, welche das Departement mit Entscheid vom 5. April 2002 abwies. Es erwog, die Waldzunge, die als Ausl�ufer r�umlich und funktional mit einem unbestrittenen, gr�sseren Wald zusammenh�nge, habe als Wald im Sinne der Waldgesetzgebung des Bundes zu gelten.
Auf Beschwerde der X.________ hin entschied das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau am 15. Januar 2003, dass es sich bei der Waldzunge nicht um Waldareal handle. Im Wesentlichen wurde dies damit begr�ndet, dass die Waldzunge weder Schutz- noch Wohlfahrtsfunktion aus�be. Der Eigent�mer habe unter diesen Umst�nden nicht damit rechnen m�ssen, dass die Fl�che als Wald im Rechtssinne deklariert werde, bevor die Mindestanforderungen von � 2 Abs. 1 des kantonalen Waldgesetzes vom 14. September 1994 erf�llt seien.
Gegen dieses Urteil des Verwaltungsgerichts erhob das Bundesamt f�r Umwelt, Wald und Landschaft beim Bundesgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesgericht kam in seinem Urteil 1A.44/2003 vom 19. August 2003 zum Schluss, dass das Verwaltungsgericht in Bezug auf den r�umlichen und funktionellen Zusammenhang der Waldzunge mit dem bestehenden gr�sseren Wald rechtserhebliche Tatsachenfeststellungen unterlassen habe und zudem zu Unrecht davon ausgegangen sei, die umstrittene Bestockung erf�lle �berhaupt keine Waldfunktion. Es hiess daher die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gut, hob den angefochtenen Entscheid auf und wies die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erw�gungen an das Verwaltungsgericht zur�ck.
Das Verwaltungsgericht nahm in der Folge das Verfahren wieder auf und f�hrte am 26. September 2003 im Beisein der Parteien einen zweiten Augenschein durch. Daraufhin wies es die Beschwerde am 10. Dezember 2003 ab. Zur Begr�ndung f�hrte das Verwaltungsgericht im Wesentlichen an, der Wuchszusammenhang zwischen der fraglichen Waldzunge und dem bestehenden, dahinter liegenden Wald m�sse als gegeben angesehen werden. Ein Kronenschluss der �ber 15-j�hrigen B�ume werde in der Zukunft erfolgen. Die vorhandene Bestockung sei grunds�tzlich auch geeignet, Holz zu erzeugen, so dass die Nutzfunktion der Waldzunge bejaht werden m�sse. Sodann sei auch eine Bodenvegetation mit Waldstr�uchern vorhanden. Ob die am Hang gelegene Waldzunge auch eine Schutzfunktion aus�ben k�nne, m�sse offen gelassen werden. Immerhin sei sie geeignet, gewissen Waldtieren einen Schutz zu bieten. Zudem k�nne der Waldzunge auch eine �kologische Vernetzungsfunktion und eine siedlungstrennende Wirkung zugestanden werden. Des Weiteren hielt das Verwaltungsgericht fest, dass die vorhandene Artenkombination gegen eine k�nstlich und bewusst angelegte Hecke spreche. Die Vorgaben des Bundesgerichts und insbesondere die beiden Augenscheine f�hrten somit zum Schluss, dass der dynamische Waldbegriff im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung erf�llt sei.
Gegen diesen Entscheid des Verwaltungsgerichts f�hrt die X.________ Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht. Sie beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, und es sei festzustellen, dass entlang der Grenze zwischen den Grundst�cken Nr. 252 und Nr. 1 auf einer L�nge von gut 30 m von der Wilerstrasse her in Richtung Nordwest (auf dem Situationsplan orange markiert) kein Wald bestehe.
Die Politische Gemeinde B�rglen hat auf eine Vernehmlassung verzichtet. Das Departement f�r Bau und Umwelt und das Verwaltungsgericht schliessen auf Abweisung der Beschwerde; ebenso das Bundesamt f�r Umwelt, Wald und Landschaft.
Beim angefochtenen Entscheid des Verwaltungsgerichts handelt es sich um einen kantonal letztinstanzlichen Entscheid �ber eine Waldfeststellung nach Art. 10 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 1991 �ber den Wald (Waldgesetz, WaG, SR 921.0), gegen den die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht (Art. 46 Abs. 1 WaG in Verbindung mit Art. 97 und 98 lit. g OG). Die Beschwerdef�hrerin ist dazu als Eigent�merin der Parzelle Nr. 252 legitimiert. Auf ihre form- und fristgerecht eingereichte Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist somit einzutreten.
Die Beschwerdef�hrerin wirft dem Verwaltungsgericht in verschiedener Hinsicht eine offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung vor.
Dem Bundesgericht steht im Rahmen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde grunds�tzlich eine umfassende Sachverhaltskontrolle zu (Art. 104 lit. b in Verbindung mit Art. 105 Abs. 1 OG). Hat jedoch - wie hier - als Vorinstanz eine richterliche Beh�rde entschieden, so ist die �berpr�fung eingeschr�nkt: Sie erfasst nur offensichtlich unrichtige, unvollst�ndige oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen getroffene Feststellungen (Art. 104 lit. b in Verbindung mit Art. 105 Abs. 2 OG; BGE 125 II 29 E. 1d S. 33).
2.1 Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, nach den Feststellungen des Departements sei das gesetzliche Alterserfordernis von 15 Jahren gem�ss � 2 Abs. 1 des Waldgesetzes des Kantons Thurgau vom 14. September 1994 (kWaG) lediglich bei vereinzelten B�ume deutlich �berschritten. Damit sei erstellt, dass im beanstandeten Bereich von einer gewachsenen Fl�che mit einem Alter von mindestens 15 Jahren keine Rede sein k�nne.
Gem�ss Ziffer 4 der Erw�gungen im Entscheid des Departements vom 5. April 2002 konnte anl�sslich des Augenscheins festgestellt werden, dass sich im Bereich der Waldgrenze, welche s�dwestlich entlang der Parzellengrenze bis zur westlichen Ecke und von hier aus entlang der nordwestlichen Parzellengrenze verlaufe, zwei B�ume mit deutlich �ber 15 Jahren und zudem Str�nke bedeutend �lterer B�ume sowie Brombeer- und Haselstauden befinden. Entlang der nord�stlichen Grenze st�nden eine etwa 60-j�hrige Ulme, eine 40-j�hrige Esche sowie Str�nke weiterer �lterer B�ume. Auch auf der in das Waldfeststellungsverfahren einzubeziehenden Parzelle Nr. 1 seien weitere B�ume zu sehen, deren Alter deutlich �ber 15 Jahre liege. In der �stlichen Ecke befinde sich schliesslich eine Tannengruppe, welche ein Alter von ca. 30 Jahren aufweise. Die Behauptung der Beschwerdef�hrerin, dass nach den Feststellungen des Departements nur vereinzelte B�ume deutlich �lter als 15 Jahre seien, trifft demnach nicht zu. Im �brigen stimmen die Feststellungen des Departements mit den Ausf�hrungen eines Vertreters des kantonalen Forstamtes am Augenschein �berein. Sodann nahm auch das Verwaltungsgericht zur Feststellung der tats�chlichen Verh�ltnisse am 10. Juli 2002 einen Augenschein vor, dem nach der R�ckweisung der Sache durch das Bundesgericht am 26. September 2003 ein weiterer folgte. Auch an diesen beiden Augenscheinen war nebst der Beschwerdef�hrerin wiederum ein Vertreter des kantonalen Forstamtes zugegen. Dass das Verwaltungsgericht hierbei zu anderen Erkenntnissen als das Departement und das Forstamt gelangte und es insofern seinem Entscheid einen unzutreffenden Sachverhalt zu Grunde legte, macht die Beschwerdef�hrerin zu Recht nicht geltend. Ihr Einwand im Zusammenhang mit der vorhandenen Bestockung und ihr daraus gezogener Schluss bez�glich bewachsener Fl�che sind demnach unbegr�ndet.
2.2 Das Bundesgericht f�hrte im Urteil 1A.44/2003 vom 19. August 2003 aus, die Grundeigent�merin habe im gesamten Verfahren geltend gemacht, dass zwischen der umstrittenen Waldzunge und dem angrenzenden Wald kein Wuchszusammenhang bestehe, weil ein solcher durch eine Elektrizit�tsfreileitung verhindert werde. Der Verlauf und die H�he dieser Freileitung sowie deren Einfluss auf den Wuchszusammenhang sei aus den Akten nicht ersichtlich. Zwar k�nne nicht ohne weiteres auf den - angeblich verunm�glichten - Kronenschluss abgestellt werden, da ein Wuchszusammenhang auch bei Niederwald vorliegen k�nne. Trotzdem sei es nicht von vornherein unm�glich, dass eine Freileitung den Wuchszusammenhang von zwei Waldgrundst�cken unterbrechen k�nne. Das Verwaltungsgericht habe zu dieser Frage keine hinreichend klare Sachverhaltsfeststellung getroffen, obwohl es sich hier um eine rechtlich erhebliche Tatsache handle. Mit der Gutheissung der Beschwerde und R�ckweisung der Angelegenheit zur Weiterf�hrung des Verfahrens war das Verwaltungsgericht unter anderem gehalten, auch in dieser Hinsicht die erforderlichen Abkl�rungen zu treffen.
2.2.1 Anl�sslich des zweiten Augenscheins des Verwaltungsgerichts vom 26. September 2003 stellten die Anwesenden fest, dass die Elektrizit�tsfreileitung zwischenzeitlich abgebrochen worden war. Aufgrund der insofern ver�nderten Verh�ltnisse erwog das Verwaltungsgericht im hier angefochtenen Entscheid, dass diese Leitung den Kronenschluss nicht werde verhindern k�nnen, zumal sie in der Zwischenzeit nicht mehr bestehe. Die Beschwerdef�hrerin wendet dagegen ein, f�r die Beurteilung eines r�umlichen Zusammenhangs seien die tats�chlichen Verh�ltnisse im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Entscheids massgebend, vorliegend also im Oktober 2001, als das Departement den Waldfeststellungsplan aufgelegt habe. Zu diesem Zeitpunkt sei die Freileitung noch nicht entfernt gewesen und es sei zu ihrem Schutz eine L�cke in der Hecke freigehalten worden. Umstritten sind demnach nicht die tats�chlichen Verh�ltnisse an sich, sondern auf welche tats�chlichen Verh�ltnisse vorliegend abzustellen ist.
2.2.2 Die Beschwerdef�hrerin st�tzt sich hinsichtlich des massgeblichen Zeitpunkts f�r die Waldfeststellung auf das vorerw�hnte Urteil des Bundesgerichts ab (vgl. erw�hntes Urteil 1A.44/2003, E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 124 II 85 E. 4d S. 92). Es ist zutreffend, dass danach die tats�chlichen Verh�ltnisse im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Entscheids massgebend sind. Die Beschwerdef�hrerin �bersieht allerdings, dass das Bundesgericht diesen Zeitpunkt stets im Zusammenhang mit der Bestockung (Wuchs, Dichte, Alter, Ausmass und Funktion) als erheblich bezeichnet hat (vgl. BGE 124 II 85 E. 3e S. 89; 113 II 357 E. 2b S. 359). Damit wird unter anderem aus Gr�nden des Waldschutzes sichergestellt, dass nachtr�gliche Eingriffe in die Bestockung w�hrend einer noch nicht rechtskr�ftigen Waldfeststellungsverf�gung an der allf�lligen Waldeigenschaft nichts zu �ndern verm�gen. Vorliegend geht es jedoch nicht um einen nachtr�glichen Eingriff in die Bestockung, sondern um das nachtr�gliche Wegfallen eines zuvor dem nat�rlichen Baumwuchs allenfalls entgegengestandenen Hindernisses. Es w�re unter dem Gesichtspunkt des Waldschutzes nicht sachgerecht, wenn eine solche im Rechtsmittelverfahren neu eingetretene Tatsache bei der Pr�fung der Waldeigenschaft unbeachtet bliebe. Das Verwaltungsgericht hat somit bei seinem Entscheid zu Recht ber�cksichtigt, dass die Elektritzit�tsfreileitung zwischenzeitlich abgebrochen worden war.
2.3 Da der Sachverhalt mit hinreichender Klarheit aus den Akten hervorgeht, er�brigt sich ein Augenschein durch das Bundesgericht.
Gem�ss Ziffer 3.3.4 der Waldfeststellungsrichtlinien des Kantons Thurgau vom 19. Juli 1996 gelten auch Waldzungen unter 12 m Breite als Wald, wenn die Fl�che r�umlich und funktionell zusammenh�ngend mindestens einreihig bestockt ist. Das Vorliegen einer mindestens einreihigen Bestockung bestreitet die Beschwerdef�hrerin nicht. Hingegen macht sie geltend, es liege weder ein r�umlicher noch funktioneller Zusammenhang zwischen der umstrittenen Fl�che und dem angrenzenden Wald vor.
3.1 Nach den vorerw�hnten Richtlinien ist ein r�umlicher Zusammenhang unter anderem zu bejahen, wenn ein Kronenschluss der im Moment mindestens 15-j�hrigen B�ume im ausgewachsenen Zustand m�glich ist. Dazu bedarf es einer Prognose �ber den nat�rlichen Wuchs der B�ume, was spezifisches Fachwissen voraussetzt. Haben die Beh�rden gest�tzt auf die Berichte der Fachinstanzen entschieden, auferlegt sich das Bundesgericht eine gewisse Zur�ckhaltung. In solchen F�llen hat es prim�r zu pr�fen, ob die f�r den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte ber�cksichtigt und die erforderlichen Abkl�rungen sorgf�ltig und umfassend vorgenommen worden sind (BGE 126 II 43 E. 4c S. 47; 121 II 378 E. 1e/bb S. 384).
Anl�sslich des vom Departement am 19. Februar 2002 durchgef�hrten Augenscheins �usserte sich der Vertreter des kantonalen Forstamtes detailliert �ber die vorhandene Bestockung. Dabei kam er entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin zum Schluss, dass selbst die vorhandene Freileitung einen beidseitigen Austausch zwischen den Pflanzen und Tieren nicht verhindere. Die gleiche Meinung vertrat das kantonale Forstamt auch am ersten Augenschein des Verwaltungsgerichts vom 10. Juli 2002. Beim zweiten Augenschein des Verwaltungsgerichts vom 26. September 2003 f�hrte der Vertreter des Forstamtes am Standort 3 aus, man sehe hier ganz deutlich die Nutzungsgrenze: auf der einen Seite die Wiese, weiter hinten den Wald. Die L�cke zwischen der Rottanne und der Esche sei sp�testens in 10 bis 15 Jahren geschlossen. Zum Einwand der Beschwerdef�hrerin, dass noch kein Kronenschluss vorhanden sei, f�hrte der Vertreter des Forstamtes in seiner erg�nzenden Stellungnahme vom 5. November 2003 zum Protokoll aus, dass die B�ume im ausgewachsenen Zustand zweifellos einen vollen Kronenschluss erreichen w�rden. Diese Beurteilung st�tzt sich - wie dargelegt - auf eine eingehende Abkl�rung der Bestockung auf dem Grundst�ck der Beschwerdef�hrerin und seinen angrenzenden Fl�chen. Soweit die Beschwerdef�hrerin dagegen vorbringt, massgebend sei das Jahr 2001 und demzufolge sei die - zwischenzeitlich abgebrochene - Elektrizit�tsfreileitung zu ber�cksichtigen, ist ihr aus den vorstehend dargelegten Gr�nden nicht zu folgen (vgl. E. 2.2.2 hiervor). Dass andere wesentliche Gesichtspunkte unber�cksichtigt geblieben w�ren, ist nicht ersichtlich. Unter diesen Umst�nden ist der fachtechnische Sachverstand der kantonalen Forstbeh�rde zu respektieren und somit ein m�glicher Kronenschluss der B�ume im ausgewachsenen Zustand zu bejahen.
3.2 Die Beschwerdef�hrerin bestreitet des Weiteren einen Wuchszusammenhang zwischen der fraglichen Fl�che und dem angrenzenden Wald. Zur Begr�ndung bringt sie vor, dass zwischen den Eigent�mern der Parzellen Nrn. 252 und 1 im Jahre 1988 in einem Grunddienstbarkeitsvertrag ein N�herbaurecht bis auf zwei Meter an die gemeinsame Grenze vereinbart worden sei. Die Bepflanzung als Grenzstreifen sei somit offensichtlich als Hecke mit dem Zweck des Sichtschutzes zwischen den Geb�uden angelegt und - wenn �berhaupt - naturnah gepflegt worden. Diese Feststellungen liessen sich auch anhand der vom kantonalen Forstamt eingelegten Fotoaufnahme machen. Die fragliche Bestockung sei als Gestaltungselement entlang der Grundst�cksgrenze gesetzt worden und stelle aufgrund ihrer Entstehung und Funktion klarerweise eine Hecke bzw. Gartenanlage im Sinne von Art. 2 Abs. 3 WaG dar. Hierf�r sei es nicht erforderlich, dass typische Parkb�ume und Parkstr�ucher vorhanden seien. Das Verwaltungsgericht habe auch in diesem Zusammenhang den massgeblichen Sachverhalt offensichtlich unrichtig festgestellt.
3.2.1 Gem�ss Art. 2 Abs. 3 WaG gelten isolierte Baum- und Strauchgruppen, Hecken, Alleen, Garten-, Gr�n- und Parkanlagen, Baumkulturen, die auf offenem Land zur kurzfristigen Nutzung angelegt worden sind, sowie B�ume und Str�ucher auf Einrichtungen zur Stauhaltung und in deren unmittelbarem Vorgel�nde nicht als Wald. Ob die umstrittene Bestockung als Hecke bzw. Gartenanlage im Sinne dieser Bestimmung zu qualifizieren ist und sie daher nicht als Wald gilt, ist entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin nicht eine Frage tats�chlicher, sondern rechtlicher Natur.
3.2.2 Das Verwaltungsgericht erwog, dass die vorhandene Artenkombination, die sich im Wesentlichen aus Haselnuss, Esche, Rottanne und Brombeerstauden zusammensetze, f�r eine k�nstlich und bewusst angelegte Hecke atypisch sei. Vielmehr sei davon auszugehen, dass es sich dabei um wild wachsende Str�ucher und B�sche handle. Der dagegen vorgebrachte Einwand der Beschwerdef�hrerin ist grunds�tzlich zutreffend. Gem�ss der mit BGE 113 Ib 353 E. 4c S. 356 neu eingeleiteten Rechtsprechung kann angesichts der Entwicklung des modernen Gartenbaus in Richtung naturnaher Anlagen f�r die Annahme einer Gartenanlage nicht mehr l�nger verlangt werden, dass Parkb�ume und typische bauliche Anlagen kumulativ vorhanden sein m�ssen. Das Bundesgericht hat es aber nicht bei dieser Aussage bewenden lassen, sondern zugleich ausgef�hrt, dass in jedem Einzelfall eine Gesamtw�rdigung der Verh�ltnisse vorzunehmen sei. An dieser Rechtsprechung hat das Bundesgericht in der Folge stets festgehalten (vgl. BGE 113 Ib 357 E. 3 S. 362; 114 Ib 224 E. 9ac S. 232; 118 Ib 614 E. 5b S. 620 f.; 122 II 274 E. 4a S. 282) und sie hat auch heute nach wie vor G�ltigkeit. Sie f�hrt vorliegend zum Schluss, dass der Gesamtcharakter der Bestockung nicht f�r eine Hecke bzw. Gartenanlage spricht. Voraussetzung hierf�r w�re, dass es sich um einen eigens angelegten Bestand handelt, was stets willentliches, gestalterisches Handeln oder zumindest das willentliche Dulden einer aufkommenden Bestockung zu bestimmten Zwecken und mit einem gewissen Bezug zur Umgebung mit einschliesst. Auch wenn nicht bei allen Anlagetypen die gleichen Anforderungen an die einzelnen Merkmale zu stellen sind, m�ssen sie doch stets objektiv erkennbar sein, wenn von einer Anlage gesprochen werden soll (BGE 124 II 85 E. 4d/cc S. 93).
Vorliegend sind keine Anhaltspunkte f�r einen eigens angelegten Bestand als Gartenanlage auszumachen und sie ergeben sich insbesondere auch nicht aus dem von der Beschwerdef�hrerin zum Beweis eingelegten Grunddienstbarkeitsvertrag vom 21. Oktober 1988. Nach den Feststellungen des kantonalen Forstamtes anl�sslich des Augenscheins vom 19. Februar 2002 befinden sich auf der umstrittenen Fl�che B�ume und Str�nke, die deutlich �ber 15 Jahre alt sind und sogar solche, die ein Alter von 30 und mehr Jahren aufweisen (vgl. dazu E. 2.1 hiervor). Daraus erhellt, dass die Bestockung entgegen der Behauptung der Beschwerdef�hrerin offensichtlich nicht auf das im Grunddienstbarkeitsvertrag vereinbarte N�herbaurecht zur�ckzuf�hren ist und sie demzufolge nicht zum Sichtschutz angelegt wurde. Unbehelflich ist auch der weitere Einwand der Beschwerdef�hrerin, dass sie die aufkommende Bestockung zu diesem Zweck willentlich geduldet habe. Davon kann nur die Rede sein, wenn der nat�rliche Waldwuchs in eine Arealplanung einbezogen wurde, welche die hierf�r typischen Gestaltungselemente aufweist (vgl. BGE 124 II 85 E. 4d/cc S. 93). Dazu geh�ren bei Gartenanlagen beispielsweise Wege, M�uerchen, B�nke usw. (BGE 113 Ib 353 E. 5d S. 356; 357 E. 3 S. 362). Dass die hier zur Diskussion stehende Fl�che mit solchen Gestaltungselementen versehen ist und sie zudem im Rahmen einer Arealplanung unter Einbezug des Waldwuchses errichtet worden sind, behauptet die Beschwerdef�hrerin nicht und ergibt sich auch nicht aus den Akten. Insbesondere l�sst sich in dieser Hinsicht auch nichts aus der vom kantonalen Forstamt eingelegten Fotoaufnahme aus dem Jahre 1984 entnehmen. Diese belegt vielmehr, dass schon damals zwischen der Waldzunge und dem dahinter liegenden Wald ein Wuchszusammenhang bestand und die vorhandenen B�ume und Str�ucher demzufolge nicht erst sp�ter im Zusammenhang mit dem Grunddienstbarkeitsvertrag vom 21. Oktober 1988 als Gestaltungselement gesetzt wurden.
Eine Gesamtw�rdigung der fraglichen Bestockung f�hrt somit zum Schluss, dass zwischen ihr und dem angrenzenden Wald sowohl ein r�umlicher als auch funktioneller Zusammenhang im Sinne von Ziffer 3.3.4 der thurgauischen Richtlinien zur Waldfeststellung besteht und insofern die von der Beschwerdef�hrerin vorgebrachten Einw�nde unbegr�ndet sind.
Damit eine Fl�che als Wald gilt, gen�gt es nicht, dass sie mit Waldb�umen oder Waldstr�uchern bestockt ist. Art. 2 Abs. 1 WaG verlangt zudem, dass die solchermassen bestockte Fl�che Waldfunktionen erf�llen kann. Diese Voraussetzung liegt bereits vor, wenn eine der in Art. 1 Abs. 1 lit. c WaG namentlich genannten Waldfunktionen (Schutz-, Wohlfahrts- und Nutzfunktion) zu bejahen ist (Stefan M. Jaissle, Der dynamische Waldbegriff und die Raumplanung, Diss. Z�rich 1994, S. 68). Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, bei der hier zu beurteilenden Bestockung sei �berhaupt keine Waldfunktion gegeben.
4.1 Nach den Erw�gungen des Verwaltungsgerichts steht zweifelsfrei fest, dass die vorhandene Bestockung grunds�tzlich geeignet ist, Holz zu erzeugen. Die Nutzfunktion der Waldzunge m�sse daher bejaht werden. Diese Auffassung stimmt mit den Ausf�hrungen des kantonalen Forstamtes �berein, wonach die ca. 30 Jahre alten Rottannen sicher im Hinblick auf eine sp�tere Nutzung gepflanzt worden seien. Ob das Holz regelm�ssig, in kurzen oder langen Intervallen, oder �berhaupt nicht genutzt wird, ist nicht entscheidend. Vorausgesetzt wird nur, dass eine rechtlich als Wald zu qualifizierende Bestockung an sich geeignet sein muss, Holz zu erzeugen (Urteil des Bundesgerichts 1A.44/2003 vom 19. August 2003, E. 3.4.1). Soweit die Beschwerdef�hrerin dagegen einwendet, dass das im Rahmen eines R�ckschnitts der Hecke anfallende Holz kein Nutzholz sei und sich die fragliche Fl�che daher nicht zur Holzerzeugung eigne, l�sst sie die tats�chlichen Feststellungen des Verwaltungsgerichts und des kantonalen Forstamtes �ber die dort vorhandene Bestockung (vgl. dazu E. 2.1 hiervor) ausser Acht. Gest�tzt darauf ist es offensichtlich, dass sich die Waldzunge f�r die Holznutzung eignet.
4.2 Kommt der Bestockung auf den Parzellen Nr. 252 und 1 aus den dargelegten Gr�nden Nutzfunktion zu, kann offen bleiben, ob sie auch noch andere Waldfunktionen erf�llen kann. Auf den Einwand der Beschwerdef�hrerin, dass die Waldzunge entgegen der Auffassung des Verwaltungsgerichts weder geeignet sei, gewissen Waldtieren einen Schutz zu bieten und dass ihr auch keine �kologische Vernetzungsfunktion und siedlungstrennende Wirkung zugesprochen werden k�nne, ist daher nicht weiter einzugehen.
4.3 Die Beschwerdef�hrerin ist der Auffassung, dass die bestockte Waldzunge die in � 2 Abs. 1 kWaG festgelegten Werte weder hinsichtlich der Fl�che, der Mindestbreite noch des Mindestalters erf�lle. Diese Einw�nde sind unbegr�ndet. Was das Alter der Bestockung betrifft, kann dazu auf die vorstehenden Erw�gungen verwiesen werden (vgl. E. 2.1 hiervor). Hinsichtlich der quantitativen Kriterien verkennt die Beschwerdef�hrerin, dass ihnen nur eine Hilfsfunktion zukommt: wo sie erf�llt sind, ist in der Regel Waldqualit�t zu bejahen. Sind sie nicht erf�llt, so ist eine Bestockung im Lichte der qualitativen Kriterien zu beurteilen. Zu dieser Beurteilung geh�rt bei der gegebenen Sachlage die Pr�fung, ob ein funktionaler Bezug, mithin ein Wuchszusammenhang der Waldzunge mit dem angrenzenden grossen Wald vorliegt und die Untersuchung der Frage, ob die Bestockung Waldfunktionen erf�llt (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 1A.44/2003 vom 19. August 2003, E. 3.2 mit Hinweisen). Wie dargelegt, sind diese qualitativen Kriterien hier gegeben. Der Einwand der Beschwerdef�hrerin �ber die fehlenden quantitativen Kriterien ist daher nicht zu h�ren.
4.4 Die Beschwerdef�hrerin macht schliesslich geltend, die fragliche Fl�che m�sse mangels der quantitativen Waldmerkmale nach der eidgen�ssischen Waldgesetzgebung in besonderem Masse eine Wohlfahrts- oder Schutzfunktion erf�llen. Da es vorliegend nicht nur an dieser erh�hten Voraussetzung fehle, sondern �berhaupt keine solche Funktion vorliege, k�nne der Vegetationsstreifen auch nicht als Wald bezeichnet werden. Die Beschwerdef�hrerin l�sst hierbei unber�cksichtigt, dass der Waldzunge jedenfalls Nutzfunktion zukommt (vgl. E. 4.1 hiervor). Im Gegensatz zu Wohlfahrts- und Schutzfunktionen verlangt die eidgen�ssische Waldgesetzgebung bei Nutzfunktionen nicht, dass diesbez�glich ein besonderes Mass vorliegen muss (vgl. Art. 2 Abs. 4 WaG und Art. 1 Abs. 2 der Verordnung �ber den Wald [Waldverordnung, WaV, SR 921.01]). Die Beschwerde ist daher auch in diesem Punkt unbehelflich.
Bei diesem Ausgang sind die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens der Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 OG). Parteientsch�digungen sind keine auszurichten (Art. 159 Abs. 2 OG).
Dieses Urteil wird der Beschwerdef�hrerin, der Politischen Gemeinde B�rglen, dem Forstamt, dem Departement f�r Bau und Umwelt und dem Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau sowie dem Bundesamt f�r Umwelt, Wald und Landschaft schriftlich mitgeteilt.