Source: https://www.rechtslupe.de/familienrecht/familiengerichtliche-billigung-einer-umgangsregelung-und-die-anhoerung-des-kindes-3173751?pk_campaign=feed&pk_kwd=familiengerichtliche-billigung-einer-umgangsregelung-und-die-anhoerung-des-kindes
Timestamp: 2019-11-11 20:46:26
Document Index: 50250559

Matched Legal Cases: ['§ 156', '§ 156', '§ 156', '§ 159', '§ 156', '§ 1697', '§ 159', '§ 68', 'BGH', '§ 159', '§ 156', '§ 156', '§ 165']

Fami­li­en­ge­richt­li­che Bil­li­gung einer Umgangs­re­ge­lung – und die Anhö­rung des Kin­des | Rechtslupe
Familiengerichtliche Billigung einer Umgangsregelung - und die Anhörung des Kindes
Eine durch das Amts­ge­richt aus­ge­spro­che­ne Bil­li­gung einer Umgangs­re­ge­lung nach § 156 Abs. 2 BGB ist ver­fah­rens­feh­ler­haft erfolgt sei, wenn das Gericht das Kind nicht ange­hört hat. Das Beschwer­de­ge­richt kann die Anhö­rung selbst nach­ho­len.
Zwar soll nach dem Wort­laut des § 156 Abs. 3 Satz 3 FamFG das 30 Kind vor dem Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung vom Gericht per­sön­lich ange­hört wer­den. Das bedeu­tet indes nicht, dass von einer per­sön­li­chen Anhö­rung des Kin­des vor der gericht­li­chen Bil­li­gung einer Ver­ein­ba­rung zum Umgang gemäß § 156 Abs. 2 FamFG abge­se­hen wer­den könn­te. Denn § 159 FamFG, der die Kin­des­an­hö­rung regelt, ver­pflich­tet das Gericht vor einer Ent­schei­dung in einer Kind­schafts­sa­che, also ins­be­son­de­re in allen die Per­son des Kin­des betref­fen­den Ange­le­gen­hei­ten, das Kind grund­sätz­lich per­sön­lich anzu­hö­ren 1. Hier­zu zählt auch das Ver­fah­ren nach § 156 Abs. 2 FamFG, weil die gericht­li­che Bil­li­gung einer Umgangs­re­ge­lung eine – wenn auch gegen­über § 1697 a BGB ein­ge­schränk­te – Kin­des­wohl­prü­fung erfor­dert und in sei­nen Wir­kun­gen einer (strei­ti­gen) gericht­li­chen Ent­schei­dung zum Umgangs­recht gleich­steht 2.
Gemes­sen an den Anfor­de­run­gen des § 159 FamFG hät­te bereits das Amts­ge­richt das Kind anhö­ren müs­sen. Dar­auf, dass dies hier unter­blie­ben ist, beruht die Ent­schei­dung des Ober­lan­des­ge­richts indes­sen nicht, weil es das im Zeit­punkt sei­ner Ent­schei­dung fünf­jäh­ri­ge Kind gemäß § 68 Abs. 3 FamFG selbst ange­hört hat.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. Juli 2019 – XII ZB 507/​18
grund­le­gend hier­zu BGH, Beschluss vom 31.10.2018 XII ZB 411/​18 Fam­RZ 2019, 115 Rn. 11 ff. mwN; Keidel/​Engelhardt FamFG 19. Aufl. § 159 Rn. 1; SchulteBunert/​Weinreich/​Ziegler FamFG 5. Aufl. § 156 Rn. 6[↩]
vgl. auch Münch­Komm-FamFG/­Schu­mann 3. Aufl. § 156 Rn.19 mwN; Ham­mer Fam­RZ 2011, 1268, 1269 ff.; aA – jeden­falls bei einem vor­ge­schal­te­ten Ver­mitt­lungs­ver­fah­ren nach § 165 FamFG – OLG Hamm Fam­RZ 2015, 273, 274[↩]
AnhörungBilligungsbeschlussUmgangsrechtUmgangsregelung