Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%20245/11
Timestamp: 2019-10-17 16:55:24
Document Index: 318080890

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 134', '§ 2', '§ 3', '§ 50', '§ 2', '§ 3', 'Art. 1', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 1', '§ 1', '§ 2', 'Art. 1', '§ 1', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 5', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'Art. 1', 'BGH', '§ 2', 'BGH', '§ 3']

BGH, 11.06.2013 - II ZR 245/11 - dejure.org
https://dejure.org/2013,18000
BGH, 11.06.2013 - II ZR 245/11 (https://dejure.org/2013,18000)
BGH, Entscheidung vom 11.06.2013 - II ZR 245/11 (https://dejure.org/2013,18000)
BGH, Entscheidung vom 11. Juni 2013 - II ZR 245/11 (https://dejure.org/2013,18000)
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§ 134 BGB, § 2 Abs 2 S 1 Alt 2 RDG, § 3 RDG, § 50 Abs 1 ZPO
Parteifähigkeit einer Gesellschaft mit dem Zweck des eigenständigen Betreibens von Inkassodienstleistungen für ihre Mitglieder
Fehlende Parteifähigkeit einer Gesellschaft bei Unwirksamkeit des Gesellschaftsvertrags wegen Verstoßes des Gesellschaftszwecks gegen ein Gesetz; Rechtmäßigkeit von Inkassodienstleistungen unter dem Blickwinkel des RDG bei Fehlen einer Vollabtretung der Forderungen und ...
Zur fehlenden Parteifähigkeit einer Gesellschaft, deren alleiniger Zweck darin besteht, die zur Einziehung auf fremde Rechnung abgetretenen Forderungen ihrer Gesellschafter geltend zu machen
RDG § 2 Abs. 2 S. 1 Fall 2; RDG § 3
Gesellschaft, Gesellschaftsvertrag, Gesellschaftszweck, Nichtigkeitsgründe, Parteifähigkeit
LG Waldshut-Tiengen, 20.11.2009 - 3 O 39/09
OLG Karlsruhe, 03.11.2011 - 4 U 230/09
WM 2013, 1549
WM 2013, 1559
Dieser Maßstab, der bereits für die Vorgängerregelung des Art. 1 § 1 Rechtsberatungsgesetz (RBerG) Geltung hatte (…siehe BGH, Urteile vom 23. Januar 1980 - VIII ZR 91/79, aaO;… vom 25. November 2008 - XI ZR 413/07, WM 2009, 259 Rn. 16 f.; jeweils mwN), ist auch im Anwendungsbereich des Rechtsdienstleistungsgesetzes anzulegen (BT-Drucks. 16/3655, S. 36, 48 f.;… BGH, Urteile vom 30. Oktober 2012 - XI ZR 324/11, NJW 2013, 59 Rn. 13 f.;… vom 11. Dezember 2013 - IV ZR 46/13, NJW 2014, 847 Rn. 18;… vom 11. Dezember 2013 - IV ZR 137/13, juris Rn. 18;… vom 21. Oktober 2014 - VI ZR 507/13, NJW 2015, 397 Rn. 7, 10; Beschluss vom 11. Juni 2013 - II ZR 245/11, WM 2013, 1559 Rn. 3;… siehe auch BFHE 239, 248 Rn. 41 f.).
Entscheidend ist insoweit, ob die Forderung einerseits endgültig auf den Erwerber übertragen wird und dieser andererseits insbesondere das Bonitätsrisiko, das heißt das volle wirtschaftliche Risiko der Beitreibung der Forderung übernimmt (…vgl. BGH, Urteile vom 30. Oktober 2012 - XI ZR 324/11, NJW 2013, 59 Rn. 13 f., vom 11. Dezember 2013 - IV ZR 46/13, NJW 2014, 847 Rn. 18 …und vom 11. Dezember 2013 - IV ZR 137/13, juris Rn. 18; Beschluss vom 11. Juni 2013 - II ZR 245/11, WM 2013, 1559 Rn. 3; vgl. auch OLG Nürnberg, NJW-RR 2014, 852).
Für diese Abgrenzung kommt es darauf an, ob das wirtschaftliche Ergebnis der Einziehung dem Abtretenden zukommen soll (BGH…, Urteil vom 30. Oktober 2012 - XI ZR 324/11, WM 2012, 2322 Rn. 13 und Beschluss vom 11. Juli 2013 - II ZR 245/11, WM 2013, 1549 Rn. 3;… zu Art. 1 § 1 Abs. 1 RBerG: Urteil vom 25. November 2008 - XI ZR 413/07, WM 2009, 259 Rn. 17; so auch die Gesetzesbegründung zu § 2 Abs. 2 Satz 1 RDG: BT-Drucks. 16/3655, S. 48 f.).
Für die Annahme der Abtretung einer Forderung lediglich zu Einziehungszwecken kommt es bei Art. 1 § 1 Abs. 1 RBerG, ebenso wie bei § 2 Abs. 2 S. 1 RDG, entscheidend darauf an, ob das wirtschaftliche Ergebnis der Einziehung dem Abtretenden zukommen soll, oder ob die Forderung vollständig in das Vermögen des Zessionars überführt worden ist (BGH…, Urteil vom 25.11.2008, XI ZR 413/07, Rn. 17; BGH, Beschluss vom 11.06.2013, II ZR 245/11, Rn.
Im Misserfolgsfall verliert die S. - nicht die Klägerin - die Forderungen, soweit sie bestehen (vgl. BGH, Beschluss vom 11.06.2013, II ZR 245/11, Rn. 4).
Die Forderungseinziehung stellt sich damit nicht nur als Nebenleistung im Zusammenhang mit einer anderen Haupttätigkeit im Sinne von § 5 RDG dar (vgl. BGH, Beschluss vom 11.06.2013, II ZR 245/11, Rn. 5, zitiert nach juris).
Die Beschränkung des Anwendungsbereichs des RDG auf außergerichtliche Rechtsdienstleistungen dient lediglich der Abgrenzung gegenüber der Vertretung von Rechtsuchenden in einem Gerichtsverfahren, deren Zulässigkeit anders als unter Geltung des Rechtsberatungsgesetzes nun jeweils in den einzelnen Verfahrensordnungen besonders geregelt ist (vgl. BGH, Beschluss vom 11.06.2013, II ZR 245/11, Rn. 6, m. w. Nw., zitiert nach juris).
Das ist der Fall, wenn die Gesellschaft zu dem alleinigen Zweck gegründet wurde, als eigenständiges Geschäft fremde oder auf fremde Rechnung abgetretene Forderungen für ihre Gesellschafter einzuziehen, wobei diese weiterhin das volle wirtschaftliche Risiko der Beitreibbarkeit ihrer Forderungen zu tragen haben (vgl. BGH, Beschluss v. 11.06.2013 - II ZR 245/11, WM 2013, 1559; Urteil v. 30.10.2012 - XI 324/11, NJW 2013, 59; Urteil v. 11.12.2013 - IV ZR 137/13, zitiert nach juris).
Entscheidend ist, ob die Forderung einerseits endgültig auf den Erwerber übertragen wird und dieser andererseits insbesondere das Bonitätsrisiko, das heißt das volle wirtschaftliche Risiko der Beitreibung der Forderung übernimmt (vgl. BGH, Beschluss v. 11.06.2013 a.a.O.;… Urteil v. 30.10.2012 a.a.O.;… Urteil v. 11.12.2013 a.a.O.).
a) Eine Forderungseinziehung stellt ein eigenständiges Geschäft i.S.v. § 2 Abs. 2 Satz 1 Alt. 2 RDG dann dar, wenn die Forderungseinziehung innerhalb einer ständigen haupt- oder nebenberuflichen Inkassotätigkeit oder außerhalb einer solchen nicht lediglich als Nebenleistung im Zusammenhang mit einer anderen beruflichen Tätigkeit erfolgt (vgl. BGH, Beschluss v. 11.06.2013 a.a.O.;… Urteil v. 30.10.2012 a.a.O.).
Für diese Abgrenzung kommt es darauf an, ob das wirtschaftliche Ergebnis der Einziehung dem Abtretenden zukommen soll (BGH NJW 2013, 59 Rn. 13 und WM 2013, 1559 Rn. 3;… zu Art. 1 I RBerG BGH NZG 2009, 474 = WM 2009, 559 Rn. 17; so auch die Gesetzesbegründung zu § 2 Abs. 2 S. 1 I RDG, BT-Drs. 16/3655, 48 f.).
Dagegen hat der BGH zwar in zwei weiteren Entscheidungen (Beschluss vom 11.6.2013 - II ZR 245/11 und vom 19.7.2011 - II ZR 86/10) ausdrücklich festgehalten, dass von einem eigenständigen Geschäft und damit einem Verstoß gegen § 3 RDG auch auszugehen sei, wenn die Einziehung der abgetretenen Forderungen der alleinige Zweck einer Rechtsverfolgungsgesellschaft sei.