Source: http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=06.02.2008_4A_440/2007
Timestamp: 2013-05-22 09:13:51
Document Index: 353323660

Matched Legal Cases: ['Art. 3', 'Art. 33', 'Art. 105', 'Art. 160', 'Art. 171', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 93', 'Art. 93', 'Art. 93', 'Art. 87', 'BGE', 'Art. 160', 'Art. 171', 'Art. 74', 'Art. 74', 'Art. 74', 'Art. 51', 'Art. 105', 'Art. 105', 'Art. 105', 'Art. 105', 'Art. 105', 'Art. 160', 'Art. 171', 'Art. 160', 'Art. 89', 'Art. 29', 'Art. 697', 'Art. 14', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 160', 'Art. 14', 'Art. 14', 'Art. 14', 'Art. 14', 'Art. 14', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 105', 'Art. 14', 'Art. 105', 'Art. 105', 'Art. 105', 'Art. 105', 'Art. 8', 'Art. 105', 'Art. 105', 'Art. 105', 'Art. 105', 'Art. 160', 'Art. 171', 'Art. 105', 'Art. 66', 'Art. 105', 'Art. 68', 'BGE', 'Art. 71', 'Art. 69', 'Art. 105', 'BGE']

4A_440/2007 (06.02.2008)
Beweisrecht; Schutz von Gesch�ftsgeheimnissen; FusG,
Die X.________ AG hat die Y.________ AG gem�ss dem von den Verwaltungsr�ten beider Aktiengesellschaften unterzeichneten Fusionsvertrag vom 12. November 2005 sowie den diesbez�glichen Zustimmungsbeschl�ssen ihrer Generalversammlungen vom 16. und 17. Dezember 2005 durch Absorptionsfusion i.S.v. Art. 3 Abs. 1 lit. a FusG �bernommen und wurde gleichzeitig zur V.________ AG (Beschwerdef�hrerin). Gem�ss Ziff. 6.1 des Fusionsvertrags haben die fusionierenden Gesellschaften nach Verhandlungen und unter Ber�cksichtigung von vorg�ngig durchgef�hrten Einzelbewertungen der beiden Bergbahnunternehmungen ein Aktienumtauschverh�ltnis von 1 X.________-Aktie zu 5 Y.________-Aktien bzw. von 1 X.________-Aktie zu 1 Y.________-Aktie nach einem bei der X.________ AG durchzuf�hrenden Aktiensplit von 1:5 festgelegt.
A.________ (Beschwerdegegner) war vor dem Aktiensplitting Eigent�mer von 980 Namenaktien der vormals unter der Firma X.________ AG gef�hrten Beschwerdef�hrerin. Nach dem Aktiensplitting und der Fusion ist er Eigent�mer von 4'900 Namenaktien der Beschwerdef�hrerin.
B.________, C.________ und die W.________ AG (Nebenintervenienten) waren im Zeitpunkt der Fusion ebenfalls Aktion�re der vormals unter der Firma X.________ AG gef�hrten Beschwerdef�hrerin. Sie begehrten mit Eingabe vom 21. September 2006 sich als Nebenintervenienten i.S.v. Art. 33 der Zivilprozessordnung des Kantons Graub�nden vom 1. Dezember 1985 (ZPO/GR) zur Unterst�tzung des Beschwerdegegners am Rechtsstreit zu beteiligen.
B.a Der Beschwerdegegner stellte am 24. Februar 2006 beim Kreispr�sidenten Alvaschein folgendes S�hnebegehren:
1. Die Beschwerdef�hrerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdegegner und allen �brigen Aktion�ren der vormals unter der Firma X.________ AG gef�hrten Beschwerdef�hrerin, die ihre Stellung als Aktion�r dieser Gesellschaft bereits vor der Fusion mit der Y.________ AG erworben und nicht vor dem Vollzug dieser Fusion wieder aufgegeben haben, eine vom Gericht festzulegende angemessene Ausgleichszahlung gem�ss Art. 105 FusG zu zahlen.
2. Eventualiter sei die Beschwerdef�hrerin zu verpflichten, an den Beschwerdegegner f�r 980 alte Aktien der X.________ AG beziehungsweise 4900 neue Aktien der Beschwerdef�hrerin insgesamt eine Ausgleichszahlung von Fr. 29'400.-- zu leisten.
C. Mangels Streitbeilegung setzte der Beschwerdegegner das Verfahren durch Einreichung einer Prozesseingabe an das Bezirksgericht Albula fort. Er machte geltend, mit 1:5 sei zu Lasten der (Alt-)Aktion�re der Beschwerdef�hrerin (Aktion�re der ehemaligen X.________ AG) ein unangemessenes Umtauschverh�ltnis festgesetzt worden. Die X.________ AG als �bernehmende Gesellschaft sei gezielt im Hinblick auf die Fusion erheblich unterbewertet und die Y.________ AG als zu �bernehmende Gesellschaft extrem �berbewertet worden. Zum Beweis seiner Sachdarstellungen verlangte der Beschwerdegegner unter anderem die Edition des sich in den H�nden der Beschwerdef�hrerin befindenden Unternehmensbewertungsgutachtens. Mit Prozessantwort vom 31. August 2006 beantragte die Beschwerdef�hrerin, die Klage abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Zudem reichte sie einen verschlossenen Briefumschlag ein, der das vom Beschwerdegegner zur Edition herausverlangte Bewertungsgutachten der Z.________ AG vom 10. November 2005 enthalten solle, und stellte den Verfahrensantrag, dem Beschwerdegegner von diesem Bewertungsbericht keine direkte Kenntnis zu geben, sondern zum Schutz ihrer Gesch�ftsgeheimnisse die notwendigen Schutzmassnahmen nach Art. 160 Abs. 1 und Art. 171 Abs. 2 ZPO/GR anzuordnen, sofern das Gericht auf die Klage �berhaupt eintrete. Der Beschwerdegegner beantragte die Abweisung des Verfahrensantrags der Beschwerdef�hrerin. Es sei ihm volle Einsicht in den Bewertungsbericht der Z.________ AG zu gew�hren. Eventuell sei durch das Gericht zu pr�fen, inwieweit Geheimhaltungsbedarf bestehe und diesem durch Schw�rzung der betreffenden Stellen vor der Aush�ndigung des Berichts Rechnung zu tragen. F�r den Fall der Ablehnung beider Antr�ge habe das Gericht stattdessen ohne weiteren Schriftverkehr zur Unternehmensbewertung zun�chst die Einholung eines neutralen Gutachtens eines Hochschullehrers der Betriebswirtschaftslehre anzuordnen, das so aufzubereiten sei, dass die rechnerischen Grundlagen f�r alle Prozessbeteiligten nachvollzogen werden k�nnten, ohne dass unter Wettbewerbsgesichtspunkten bedeutsame Gesch�ftsgeheimnisse offenbart w�rden. Mit Verf�gung vom 2. Mai 2007 wies der Bezirksgerichtspr�sident Albula das Gesuch der Beschwerdef�hrerin betreffend die Verweigerung bzw. Einschr�nkung des Einsichtsrechts in den Bewertungsbericht der Z.________ AG ab und ordnete an, den Bericht dem Beschwerdegegner und den Nebenintervenienten zur Einsicht und Stellungnahme zuzustellen.
C.a Mit Beschwerde an den Kantonsgerichtspr�sidenten von Graub�nden beantragte die Beschwerdef�hrerin, die Verf�gung vom 2. Mai 2007 aufzuheben sowie dem Beschwerdegegner und den Nebenintervenienten die Einsicht in den Bewertungsbericht zu verweigern. Eventuell sei die Angelegenheit zur erneuten Entscheidung in der Sache zur�ckzuweisen. Der Beschwerdegegner und die Nebenintervenienten schlossen auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgerichtspr�sidium wies am 16. August 2007 die Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat.
Die Beschwerdef�hrerin begehrt mit Beschwerde in Zivilsachen, das Urteil des Kantonsgerichtspr�sidiums vom 16. August 2007 und den Entscheid des Bezirksgerichtspr�sidenten Albula vom 2. Mai 2007 aufzuheben. Die Vorinstanzen seien anzuweisen, dem Beschwerdegegner und den Nebenintervenienten die Einsicht in den Bewertungsbericht der Z.________ AG zu verweigern. Eventuell sei die Sache an das Bezirksgerichtspr�sidium Albula zur erneuten Entscheidung zur�ckzuweisen.
Der Beschwerdegegner stellt den Antrag, auf die Beschwerde nicht einzutreten. Eventuell sei sie abzuweisen. Die Nebenintervenienten schliessen in ihrer Vernehmlassung auf Abweisung der Beschwerde. Der Kantonsgerichtspr�sident beantragt, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.
Am 29. Dezember 2007 reichte der Beschwerdegegner eine Erg�nzung seiner Vernehmlassung ein. Die Beschwerdef�hrerin nahm dazu unaufgefordert mit Schreiben vom 17. Januar 2008 Stellung.
Der Beschwerde wurde mit Pr�sidialverf�gung vom 15. November 2007 die aufschiebende Wirkung gew�hrt.
1.1 Das Bundesgericht pr�ft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob ein Rechtsmittel zul�ssig ist (BGE 132 III 291 E. 1).
1.1.1 Im vorliegend angefochtenen, selbst�ndig er�ffneten Urteil des Kantonsgerichtspr�sidiums vom 16. August 2007 wurde w�hrend des h�ngigen Klageverfahrens nach Art. 105 FusG (Hauptverfahren) �ber die Edition des sich im Gewahrsam der Beschwerdef�hrerin befindenden Bewertungsberichts der Z.________ AG vom 10. November 2005 entschieden. Demnach handelt es sich bei diesem Urteil um einen Zwischenentscheid i.S.v. Art. 93 BGG, gegen den die Beschwerde in Zivilsachen - abgesehen vom hier nicht gegebenen Ausnahmefall gem�ss Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG - nur zul�ssig ist, wenn er einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG). Dabei muss es sich - entsprechend dem Begriff des Nachteils i.S.v. Art. 87 OG - um einen Nachteil rechtlicher Natur handeln, der auch durch einen f�r die Beschwerde f�hrende Partei g�nstigen Endentscheid nicht mehr behoben werden k�nnte (zur Publikation vorgesehene Urteile 4A_453/2007 vom 9. Januar 2008, E. 2.1; 4A_221/2007 vom 20. November 2007, E. 3.1; BGE 117 Ia 396 E. 1 S. 398, je mit Hinweisen). Diese Voraussetzung ist vorliegend erf�llt. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann es zu einem nicht wieder gutzumachenden Nachteil f�hren, wenn im Rahmen von Beweismassnahmen Gesch�ftsgeheimnisse offen gelegt werden m�ssen (Urteile 4A_232/2007 vom 2. Oktober 2007, E. 1.3.2; 4P.335/2006 vom 27. Februar 2007, E. 1.2.4; 4P.117/1998 vom 26. Oktober 1998, E. 1b/bb/aaa, SJ 1999 I S. 186 ff.). Die Beschwerdef�hrerin k�nnte vorliegend ihre zur Diskussion stehenden Rechte im Zusammenhang mit dem Schutz ihrer Gesch�ftsgeheimnisse nach Art. 160 Abs. 1 und Art. 171 Abs. 2 ZPO/GR selbst bei einem f�r sie positiven Endentscheid in der Hauptsache nicht mehr wahren, da die zu diesem Zeitpunkt allenfalls bereits erfolgte Beeintr�chtigung ihrer Geheimsph�re durch die Freigabe der im Bewertungsbericht enthaltenen Informationen nicht r�ckg�ngig gemacht werden k�nnte.
1.1.2 In verm�gensrechtlichen Angelegenheiten ist die Beschwerde in Zivilsachen - unter Vorbehalt arbeits- und mietrechtlicher F�lle (Art. 74 Abs. 1 lit. a BGG) sowie der Ausnahmen von Art. 74 Abs. 2 BGG - nur zul�ssig, wenn der Streitwert mindestens Fr. 30'000.-- betr�gt (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG).
Der Streitwert bestimmt sich bei Beschwerden gegen Vor- und Zwischenentscheide nach den Begehren, die vor der Instanz streitig sind, wo die Hauptsache h�ngig ist (Art. 51 Abs. 1 lit. c BGG). Das Rechtsbegehren in der Hauptsache lautet vorliegend auf Bezahlung einer gerichtlich festzulegenden angemessenen Ausgleichszahlung gem�ss Art. 105 FusG. Nach Art. 105 Abs. 2 FusG hat das Urteil Wirkung f�r alle Gesellschafter des beteiligten Rechtstr�gers, sofern sie sich in der gleichen Rechtsstellung wie der Kl�ger befinden. Als Folge dieser Erstreckung der Urteilswirkung auf die nicht klagenden Gesellschafter bemisst sich der Streitwert aus Sicht der Gesellschaft, d.h. er richtet sich nach dem Gesamtbetrag, den das Gericht als Ausgleichszahlung festsetzen soll. Als Streitwert gilt somit der Betrag, den die beklagte Gesellschaft im Fall ihres Unterliegens s�mtlichen Gesellschaftern zu bezahlen h�tte (Paul B�rgi/Lukas Glanzmann, St�mpflis Handkommentar, N. 25 zu Art. 105 FusG; Felix C. Meier-Dieterle, Z�rcher Kommentar, N. 52 zu Art. 105 FusG). Als Korrektiv daf�r, dass der Kl�ger auch die Rechte der nicht klagenden Gesellschafter verfolgen muss und sich demzufolge der Streitwert massiv erh�hen kann, findet sich in Art. 105 Abs. 3 FusG eine spezielle Kostenfolge zulasten der �bernehmenden Gesellschaft (vgl. Daniel Emch, System des Rechtsschutzes im Fusionsgesetz, Diss. Bern 2006, S. 163).
Der Beschwerdegegner beantragt in seinem Eventualbegehren, die Beschwerdef�hrerin zu verpflichten, ihm insgesamt eine Ausgleichszahlung von Fr. 29'400.-- zu bezahlen. Da bei einem Obsiegen des Beschwerdegegners mit den drei Nebenintervenienten mindestens drei weitere Gesellschafter in gleicher Rechtsstellung wie der Beschwerdegegner in den Genuss von Ausgleichszahlungen kommen w�rden, bel�uft sich der Streitwert vorliegend auf �ber Fr. 30'000.--.
1.1.1 Auch die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen sind erf�llt. Somit ist auf die Beschwerde grunds�tzlich einzutreten.
1.2 Die vom Beschwerdegegner nach Ablauf der Vernehmlassungsfrist eingereichte Erg�nzung seiner Vernehmlassung vom 29. Dezember 2007 sowie die dazu eingereichte Stellungnahme der Beschwerdef�hrerin vom 17. Januar 2008 sind als unzul�ssige Erg�nzungen unbeachtlich.
2.1 Dies bejahte die Vorinstanz im Wesentlichen mit der Begr�ndung, Art. 160 Abs. 1 ZPO/GR schreibe vor, dass der Gerichtspr�sident die notwendigen Schutzmassnahmen anordne, wenn bei der Erhebung von Beweismitteln schutzw�rdige Interessen oder Gesch�ftsgeheimnisse gef�hrdet w�rden. Nach Art. 171 Abs. 2 ZPO/GR k�nne der Gerichtspr�sident selbst oder ein von ihm bezeichneter Sachverst�ndiger beim Inhaber der Urkunde in diese Einsicht nehmen, wenn durch die Herausgabe von Urkunden an das Gericht Interessen i.S.v. Art. 160 ZPO/GR verletzt w�rden. Grunds�tzlich st�nden alle Prozessakten den Parteien zur Einsicht offen (Art. 89 ZPO/GR). Zur vorzunehmenden Interessenabw�gung zwischen dem Geheimhaltungsinteresse des Urkundeninhabers einerseits und dem Bed�rfnis des Prozessgegners nach Offenbarung andererseits habe die prozessrechtliche Praxis festgehalten, dass die Parteirechte im Zivilprozess und insbesondere das aus Art. 29 BV fliessende Akteneinsichtsrecht nicht leichthin eingeschr�nkt werden sollten. In Bezug auf den materiell-rechtlich verankerten Informationsanspruch des Aktion�rs gem�ss Art. 697 OR habe das Bundesgericht zu den Anforderungen an die Substantiierung und den Beweis eines entgegenstehenden Geheimhaltungsanspruchs der Gesellschaft festgehalten, dass es nicht gen�ge, lediglich zu behaupten, eine bestimmte Information geh�re zur Geheimsph�re der Gesellschaft. W�hrend der Beschwerdegegner dargetan habe, weshalb das Bewertungsgutachten offen zu legen sei, habe die Beschwerdef�hrerin nicht ausgef�hrt, welcher Art und Auspr�gung ihre entgegenstehenden Geheimhaltungsinteressen seien. Sie sei ihrer Pflicht zur Substantiierung und zur Glaubhaftmachung bzw. zum Beweis, dass in der streitgegenst�ndlichen Editionsunterlage sch�tzenswerte Gesch�ftsgeheimnisse vorliegen w�rden, nicht nachgekommen. Demnach lasse sich eine Abw�gung der gegens�tzlichen Interessen von vornherein gar nicht bewerkstelligen. Infolge mangelnder Substantiierung des schutzw�rdigen Geheimhaltungsinteresses er�brige es sich auch, von der M�glichkeit Gebrauch zu machen, vorab vom Inhalt der Urkunde Kenntnis zu nehmen und gest�tzt darauf zu entscheiden, ob sch�tzenswerte Geheimhaltungsinteressen vorliegen w�rden. Die Beschwerdef�hrerin beharre unspezifiziert darauf, dass jede Unternehmensbewertung integral ein nicht zu offenbarendes Gesch�ftsgeheimnis darstellen w�rde. Diese Behauptung k�nne bereits in antizipierter Beweisw�rdigung als falsch abgetan werden, da im Bewertungsgutachten unter anderem die letzten Jahresabschl�sse, das Resultat der Bewertung und andere Angaben st�nden, welche die betroffenen Aktion�re auch dem abgegebenen Fusionsbericht entnehmen k�nnten.
2.2 Die Beschwerdef�hrerin r�gt sinngem�ss eine Verletzung des Fusionsgesetzes, indem sie vorbringt, dieses sehe die Edition einer Unternehmensbewertung nicht mehr von den Aktion�rsinteressen getragen. Die Vorinstanz habe den Streitgegenstand zu Unrecht ausschliesslich aus einem zivilprozessualen Blickwinkel beurteilt und die dienende Rolle des Zivilprozessrechts im Verh�ltnis zum materiellen Recht ausser Acht gelassen. Das Fusionsgesetz verpflichte die Gesellschaft, die f�r den Aktion�r zur Beurteilung der Fusion notwendigen Informationen offen zu legen. Zu diesem Zweck sei unter anderem ein Fusionsbericht zu erstellen (Art. 14 FusG), in dem den Aktion�ren die f�r die Fusion relevanten Informationen aufbereitet w�rden. Das Einsichtsrecht der Gesellschafter der an der Fusion beteiligten Gesellschaften beziehe sich auf die in Art. 16 FusG genannten Unterlagen. Der Bewertungsbericht werde in Art. 16 FusG gerade nicht als Dokument bezeichnet, in das den Aktion�ren Einsicht zu gew�hren sei. Die Herausgabe des Bewertungsberichts sei daher nicht mehr von den Informationsinteressen der Gesellschafter getragen. In einer Unternehmensbewertung st�nden abgesehen von detaillierten Zahlen zu den einzelnen Gesch�ftsbereichen unter anderem Ideen und Konzepte zu neueren technischen Entwicklungen, zu Investitionen und zu der umfassenden strategischen Stossrichtung. Durch die detaillierten Angaben im Fusionsbericht erhalte der Aktion�r alle notwendigen Informationen, um die Fusion zu beurteilen und allenfalls eine �berpr�fungsklage rechtsgen�glich zu substantiieren. Die Einsicht in den Bewertungsbericht sei dazu weder notwendig noch vom Gesetz vorgesehen. Zusammenfassend behandle das Fusionsgesetz ein Bewertungsgutachten als schutzw�rdiges Gesch�ftsgeheimnis. Art. 160 Abs. 1 ZPO/GR besage, dass wenn bei der Erhebung von Beweismitteln schutzw�rdige Interessen oder Gesch�ftsgeheimnisse gef�hrdet werden, der Gerichtspr�sident Schutzmassnahmen anordne, weshalb vorliegend das Bewertungsgutachten dem Beschwerdegegner nicht offen gelegt werden d�rfe.
2.3 Die Bestimmung von Art. 14 FusG zum Fusionsbericht bezweckt in erster Linie, den Gesellschaftern die erforderlichen Informationen als Entscheidgrundlage f�r eine sachgerechte Beschlussfassung �ber die beantragte Fusion zur Verf�gung zu stellen (Botschaft zum Bundesgesetz �ber Fusion, Spaltung, Umwandlung und Verm�gens�bertragung vom 13. Juni 2000, BBl 2000 4337 ff., 4410; Beat K�hni, Basler Kommentar, N. 5 zu Art. 14 FusG). Die obersten Leitungs- oder Verwaltungsorgane der an der Fusion beteiligten Gesellschaften m�ssen einen schriftlichen Bericht �ber die Fusion erstellen, in dem insbesondere das Umtauschverh�ltnis f�r Anteile zu erl�utern und zu begr�nden ist (Art. 14 Abs. 3 lit. c FusG). In der Lehre wird die Meinung vertreten, eine integrale Offenlegung des Bewertungsgutachens im Fusionsbericht zur Erl�uterung der Umtauschverh�ltnisse sei vom Informationsinteresse der Gesellschafter nicht mehr gedeckt und f�r die Plausibilit�tskontrolle der Gesellschafter im Hinblick auf die Beschlussfassung �ber die Fusion auch nicht erforderlich (Albert Comboeuf, St�mpflis Handkommentar, N. 27 zu Art. 14 FusG; Beat K�hni, a.a.O., N. 47e zu Art. 14 FusG).
Art. 16 FusG regelt die gesellschaftsinterne Offenlegung der wesentlichen Unterlagen zur Fusion vor der Beschlussfassung durch die Generalversammlung. Nach dieser Bestimmung muss jede der an der Fusion beteiligten Gesellschaften den Gesellschaftern w�hrend der 30 Tage vor der Beschlussfassung Einsicht in verschiedene Unterlagen (Fusionsvertrag, Fusionsbericht, Pr�fungsbericht, Jahresrechnungen und Jahresberichte der letzten drei Gesch�ftsjahre sowie gegebenenfalls Zwischenbilanz) aller an der Fusion beteiligten Gesellschaften gew�hren. Das Einsichtsrecht nach Art. 16 FusG gew�hrleistet die innergesellschaftliche Transparenz des Fusionsverfahrens und soll der Willensbildung der Gesellschafter im Hinblick auf die Beschlussfassung �ber die Fusion an der Generalversammlung dienen (Botschaft, a.a.O., S. 4415). Art. 16 FusG regelt demnach nicht das Einsichtsrecht im Stadium der �berpr�fungsklage gem�ss Art. 105 FusG nach erfolgter Beschlussfassung �ber die Fusion. Entgegen den Ausf�hrungen der Beschwerdef�hrerin kann aus Art. 14 und 16 FusG auch nicht abgeleitet werden, das Fusionsgesetz behandle ein Bewertungsgutachten generell als schutzw�rdiges Gesch�ftsgeheimnis.
2.4 Nach Art. 105 Abs. 1 FusG kann jeder Gesellschafter innerhalb von zwei Monaten nach der Ver�ffentlichung des Fusionsberichts verlangen, dass das Gericht eine angemessene Ausgleichszahlung festsetzt, wenn bei der Fusion die Anteils- oder Mitgliedschaftsrechte nicht angemessen gewahrt sind oder die Abfindung nicht angemessen ist. In der Literatur wird postuliert, dass an die Substantiierung bei der Klage nach Art. 105 FusG keine zu hohen Anforderungen gestellt werden d�rfen (Felix C. Meier-Dieterle, a.a.O., N. 46 zu Art. 105 FusG; Daniel Emch, a.a.O., S. 153; Karin Eugster, Die �berpr�fung der Anteils- und Mitgliedschaftsrechte nach Art. 105 FusG, Diss. Z�rich 2006, S. 147 Rz. 372). Die klagende Partei tr�gt nach Art. 8 ZGB die Beweislast f�r das Vorliegen der Tatbestandsvoraussetzungen von Art. 105 Abs. 1 FusG (Felix C. Meier-Dieterle, a.a.O., N. 46 zu Art. 105 FusG; Daniel Emch, a.a.O., S. 151; Karin Eugster, a.a.O., S. 146 Rz. 370) und das Beweismass ist jenes der strikten Beweisf�hrung (Daniel Emch, a.a.O., S. 154). Demnach muss es der klagenden Partei m�glich sein, den Beweis mit allen Beweismitteln zu f�hren (vgl. Karin Eugster, a.a.O., S. 148 Rz. 374); grunds�tzlich auch mit dem Bewertungsbericht, muss sich der Aktion�r doch im Klageverfahren nicht mehr mit einer blossen Plausibilit�tspr�fung zufriedengeben.
2.5 Aus dem Fusionsgesetz l�sst sich demnach nicht herleiten, dass die Edition des Bewertungsberichts im Klageverfahren nach Art. 105 FusG grunds�tzlich unzul�ssig w�re und es sich bei der Unternehmensbewertung um ein integral nicht zu offenbarendes Gesch�ftsgeheimnis handeln w�rde. Dies bedeutet indes nicht, dass die Beschwerdef�hrerin im Bewertungsbericht enthaltene Gesch�ftsgeheimnisse im Verfahren nach Art. 105 FusG nicht sch�tzen lassen k�nnte. Wie die Vorinstanz zu Recht ausgef�hrt hat, ist bei einem Editionsbegehren eine Interessenabw�gung vorzunehmen, wenn sich die herausgabepflichtige Partei auf Geheimhaltungsinteressen beruft. Diese hat jedoch hinreichend zu substantiieren, inwiefern solche geheimzuhaltende Informationen vorliegen. Dieser Pflicht ist die Beschwerdef�hrerin gem�ss den vorinstanzlichen Ausf�hrungen nicht nachgekommen. Sie macht vor Bundesgericht zudem nicht geltend, die Vorinstanz w�re zu Unrecht davon ausgegangen, sie habe nicht substantiiert dargelegt, dass der Bewertungsbericht der Z.________ AG sch�tzenswerte Gesch�ftsgeheimnisse enthalte. Auch r�gt sie keine willk�rliche Anwendung von Art. 160 Abs. 1 i.V.m. Art. 171 ZPO/GR.
Die Beschwerdef�hrerin hat somit den Bewertungsbericht der Z.________ AG vom 10. November 2005 dem Beschwerdegegner und den Nebenintervenienten im Klageverfahren nach Art. 105 FusG zur Einsicht offenzulegen.
Aus diesen Gr�nden ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang wird die Beschwerdef�hrerin kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Ob die Sonderregel von Art. 105 Abs. 3 FusG, wonach der �bernehmende Rechtstr�ger die Kosten des Verfahrens tr�gt, auch im bundesgerichtlichen Verfahren gilt, kann demnach offen bleiben (vgl. Peter B�ckli, Schweizer Aktienrecht, 3. Aufl., Z�rich 2004, � 3 N. 264, S. 356 f.; Daniel Emch, a.a.O., S. 167). Der Beschwerdegegner ist nicht anwaltlich vertreten, weshalb ihm gem�ss der bundesgerichtlichen Praxis keine Parteientsch�digung zuzusprechen ist (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG; BGE 133 III 439 E. 4 S. 446 mit Hinweis).
Die Nebenintervenienten, welche die Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entsch�digungsfolgen beantragten, obsiegen mit dem Beschwerdegegner. Das Bundesgericht befindet nach seinem Ermessen �ber die Ber�cksichtigung der Nebenintervenienten im Kosten- und Entsch�digungspunkt (Art. 71 BGG i.V.m. Art. 69 Abs. 2 BZP). Da das Urteil in der Hauptsache nach Art. 105 Abs. 2 FusG auch Wirkung f�r die Nebenintervenienten als Gesellschafter des beteiligten Rechtstr�gers in der gleichen Rechtsstellung wie der Beschwerdegegner entfaltet, nehmen sie mit ihrer Teilnahme am Prozess Interessen wahr, die im Rechtsverh�ltnis zwischen ihnen und der Beschwerdef�hrerin begr�ndet sind. Es rechtfertigt sich daher, ihnen einen Anspruch gegen�ber der Beschwerdef�hrerin auf Ersatz ihrer Parteikosten einzur�umen (vgl. BGE 130 III 571 E. 6 S. 578, in dem auf die Zusprechung von Parteikosten an die Nebenintervenientin verzichtet wurde).
Die Beschwerdef�hrerin hat die Nebenintervenienten f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit insgesamt Fr. 2'500.-- zu entsch�digen.
Dieses Urteil wird den Parteien, den Nebenintervenienten und dem Kantonsgericht von Graub�nden, Kantonsgerichtspr�sidium, schriftlich mitgeteilt.