Source: https://mobile.deloitte-tax-news.de/rechnungslegung/fg-muenster-bewertung-von-rueckstellungen-fuer-sachleistungsverpflichtungen-nach-inkrafttreten-des-bilmog.html
Timestamp: 2020-02-24 03:24:36
Document Index: 313878657

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 253', '§ 67', '§ 6', '§ 5', '§ 6', '§ 6']

Entgegenstehende Rechtsprechung: FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 07.12.2016, 1 K 1912/14
Anders als das FG Münster in dem hier besprochenen Urteil hielt es das FG Rheinland-Pfalz in seiner Entscheidung vom 07.12.2016 (1 K 1912/14) für denkbar, die „Deckelung“ des steuerlichen Rückstellungswerts nach § 6 Abs. 1 Nr. 3a Buchst. e S. 2 EStG (keine Abzinsung) auf den niedrigeren handelsbilanziellen Wert (Abzinsung nach § 253 Abs. 2 S. 1 HGB) durch die Ausübung des Beibehaltungswahlrechts nach § 67 Abs. 1 S. 2 EGHGB zu vermeiden. § 6 Abs. 1 Nr. 3a EStG setzt nach Ansicht des FG Rheinland-Pfalz als steuerrechtliche Bewertungsnorm die handelsrechtliche Maßgeblichkeit des § 5 Abs. 1 S. 1 EStG außer Kraft. Hingegen geht das FG Münster – wie bereits dargestellt – davon aus, dass § 6 Abs. 1 Nr. 3a EStG den Grundsatz der Maßgeblichkeit lediglich einschränkt. Nur soweit in der Literatur empfohlen wird, die Obergrenze des § 6 Abs. 1 Nr. 3a EStG durch handelsbilanzielle Spielräume zu erhöhen, ist dies nach Auffassung des FG Münster in den Grenzen zulässig, wie handelsrechtliche Spielräume steuerlich anzuerkennen sind, etwa bei kaufmännischen Ermessensentscheidungen (vgl. BFH-Urteil vom 30.11.2005, I R 26/04).
BFH, Urteil vom 30.11.2005, I R 26/04, BFH/NV 2006, S. 616