Source: http://www.frag-einen-anwalt.de/Vaterschaft--f22338.html
Timestamp: 2016-10-28 14:07:46
Document Index: 222438153

Matched Legal Cases: ['§ 1592', '§ 1593', '§ 1599', '§ 1600', '§ 1600', '§ 1600']

12.02.2007 22:13 | Preis: ***,00 € |
Von April bis September 2003 lebte ich mit einer verheitateten Frau zusammen. Sie wurde von mir im Juli 2003 schwanger und brachte im März 2004 einen Sohn zur Welt.
Ihr Mann starb im November 2003.
Im Jahr 2006 wollte ich die Vaterschaft des Kindes anerkennen, die Frau stimmte zu. Beim Jugendamt stellten wir aber fest, dass ihr Sohn schon einen Vater hat - den verstorbenen Ehemann.
Nun war die Frau nicht mehr einverstanden, dass ich die Vaterschaft für das Kind übernehme.
Habe ich noch irendwie die Möglichkeit rechtlich Vater des Kindas zu werden?
Wenn ja, auf Grundlage welcher §§?
Bitte dringend um Hilfe!!! Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 33 weitere Antworten zum Thema:
es ist zutreffend, dass für das Kind bereits die rechtliche Vaterschaft des verstorbenen Ehemannes der Kindesmutter besteht. Nach § 1592 Nr. 1 BGB ist Vater eines Kindes, der Mann, der zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes mit der Mutter verheiratet ist. Hier ist der Ehemann vor der Geburt verstorben. In diesem Falle gilt die vorgenannte Regelung nach § 1593 BGB ebenfalls, wenn das Kind innerhalb von 300 Tagen nach dem Tod geboren wird. Dies ist hier der Fall, so dass z. Zt. von der rechtlichen Vaterschaft des verstorbenen Ehemannes auszu gehen ist.
Sie haben aber die Möglichkeit, die Vaterschaft des rechtlichen Vaters anzufechten. Die o.g. Vorschriften gelten nämlich nicht, wenn nach § 1599 Abs. 1 BGB die Vaterschaft des Ehemannes wirksam und rechtskräftig angefochten worden ist. Ihre Berechtigung zur Anfechtung der Vaterschaft des verstorbenen Ehemannes ergibt sich aus § 1600 Abs. 1 Nr. 2 BGB. Dazu müssen Sie an Eides Statt versichern, während der Empfängniszeit der Kindesmutter beigewohnt zu haben, also mit ihr Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Außerdem müssen Sie vortragen, dass gemäß § 1600 Abs. 2 BGB zwischen dem Kind und dem rechtlichen Vater im Zeitpunkt seines Todes keine sozial-familiäre Beziehung bestanden hat. Da der Vater noch vor der Geburt des Kindes verstorben ist, ist diese Voraussetzung ebenfalls erfüllt.
Die letzte Voraussetzung für eine erfolgreiche Anfechtung ist außerdem, dass Sie der leibliche Vater sind und dieses nach einer entsprechenden Beweiserhebung im Urteil festzuhalten ist, somit nunmehr auch Ihre Vaterschaft zwangsläufig positiv festgestellt wird. Ich empfehle Ihnen, einen Rechtsanwalt ggf. mit der Anfechtung der Vaterschaft zu beauftragen, wenn Sie Ihre eigene Vaterschaft unbedingt fetsgestellt wissen wollen. damit werden natürlich auch Unterhaltsansprüche ausgelöst, zumal das Kind dann keine Ansprüche auf Halbwaisenrente mehr haben dürfte. Selbstverständlich kann ich gerne diesen Antrag für Sie stellen. In diesem Falle können Sie mich unmittelbar kontaktieren.
Ralf Kunold
Rechtsanwalt Fachanwalt für Familienrecht Nachfrage vom Fragesteller	14.02.2007 | 12:24
Die Vaterschaft für mein Kind wollte ich im April 2006 anerkennen. Ist die Frist für die Vaterschaftsanerkennung nach § 1600b nicht bereits abgelaufen?
Besteht auch die Möglichkeit über einen anderen Weg, z. B. Adoption Vater für mein Kind zu werden???