Source: https://www.advocado.de/ratgeber/erbrecht/testament/was-kostet-ein-testament.html
Timestamp: 2019-05-22 04:49:38
Document Index: 259027857

Matched Legal Cases: ['§ 45', '§ 21201', '§ 34', '§ 45', '§ 2221', '§ 23300']

Was kostet ein Testament bei Notar & beim Rechtsanwalt?
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Immer aktuell – letzte Aktualisierung am 18.05.2018
18.05.2018 14:27 von Johanna Metzger (jur. Redaktion)
Möchte man Wertgegenstände, Immobilien oder Geld vererben, bietet sich die Erstellung eines Testaments an. In diesem kann man nach freiem Willen festlegen, wer was erben soll. Oft ist die Erstellung jedoch mit Kosten verbunden, die auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind. Dieser Beitrag beschäftigt sich daher mit der Frage: Was kostet ein Testament? Wie teuer ist die Erstellung, Beglaubigung und Hinterlegung und wie können die Kosten für Erben möglichst geringgehalten werden?
Allgemeines zu den Kosten eines Testaments
Was kostet ein privatschriftliches Testament?
Was kostet ein Testament beim Rechtsanwalt?
Sonstige Kosten für ein Testament
Muster/Vorlagen verwenden, um Kosten zu sparen?
Rechtssicher vererben & Kosten einsparen – so kommt mehr Geld bei Ihren Wunscherben an
In diesem Beitrag erfahren Sie u. a., mit welchen Kosten Sie bei einem Testament rechnen müssen, wie hoch die Kosten für einzelne Testamentsarten sind und warum Sie sich bei einer Testamentserstellung immer rechtlich absichern sollten.
► Darüber hinaus können Sie Ihr Rechtsproblem oder Ihre Fragen zu den Kosten eines Testaments kostenfrei mit unserem Anwalt für Erbrecht besprechen.
1. Allgemeines zu den Kosten eines Testaments
Bei einem Testament handelt es sich um eine letztwillentliche Verfügung. Darin kann schriftlich festgelegt werden, wer nach dem Tod des Erblassers was aus seinem Vermögen erhalten soll. Man unterscheidet
privatschriftliche,
notarielle und
mithilfe eines Rechtsanwalts erstellte Testamente.
Abhängig von der gewählten Testamentsart können unterschiedliche Kosten anfallen – etwa für die Erstellung, die Aufbewahrung oder nachträgliche Änderungen.
2. Was kostet ein privatschriftliches Testament?
Ein privatschriftliches Testament – auch handschriftliches Testament genannt – wird mit Stift und Papier von einem Erblasser verfasst. Welche Kosten bei dieser Testamentsart auf den Erblasser zukommen können, erfahren Sie im Folgenden.
2.1. Erstellung
2.2. Beglaubigung
2.3. Aufbewahrung & Hinterlegung
2.4. Änderungen
Da ein privatschriftliches Testament persönlich vom Erblasser verfasst wird, fallen für die Erstellung keinerlei Kosten an. Erst bei Beglaubigung, Hinterlegung oder Änderung eines hinterlegten Testaments entstehen Kosten.
2.2 Beglaubigung
Eine Beglaubigung bedeutet, dass ein Notar oder eine andere berechtigte Person die Echtheit einer Unterschrift unter einem Dokument bescheinigt, nicht aber den Inhalt prüft. Ein privatschriftliches Testament muss nicht zwingend beglaubigt werden. Möchte man dies dennoch tun, beglaubigt ein Notar das Testament mit seiner Signatur.
Die Kosten für die Beglaubigung ergeben sich aus einer gesetzlich festgelegten Kostenordnung (§ 45 KostO). Nach dieser Ordnung kann für eine Beglaubigung
¼ einer vollen Gebühr,
höchstens jedoch ein Betrag von 130,00 €
erhoben werden. Der Berechnung wird das zum Zeitpunkt der Beglaubigung vorhandene Vermögen zugrunde gelegt.
Beglaubigung beim Notar
(0,25-fache Gebühr)
2.3 Aufbewahrung & Hinterlegung
Das privatschriftliche Testament kann zuhause aufbewahrt werden. Dafür fallen keinerlei Kosten an. Eine öffentliche Verwahrung beim Amtsgericht ist jedoch auch möglich.
Mit einer solchen Verwahrung ist immer eine Registrierung des Testaments im Zentralen Testamentsregister der Bundesnotarkammer verbunden– hier werden sämtliche vom Notar oder Amtsgericht gemeldeten erbfolgerelevanten Unterlagen gesammelt. Für die Hinterlegung wendet man sich entweder an einen Notar oder direkt an das zuständige Amtsgericht vor Ort.
Wird das Testament vom Notar beglaubigt, veranlasst dieser auch die Hinterlegung beim Amtsgericht. Dort kommt es in die sogenannte öffentliche Verwahrung. Mit der Hinterlegung beim Amtsgericht wird das Testament auch automatisch beim Zentralen Testamentsregister registriert – dafür wird eine Anmeldegebühr in Höhe von 15,00 € fällig. Das Amtsgericht berechnet zusätzlich – unabhängig vom Wert des Testaments – eine Pauschalgebühr von 75,00 € für die Hinterlegung. Die Kosten werden über die Notarrechnung abgerechnet.
Wird das Dokument vom Erblasser persönlich beim Amtsgericht eingereicht, fällt auch hier die Gebühr von 75,00 € für die Hinterlegung an. Durch die automatische – und verpflichtende – Registrierung des Testaments beim Zentralen Testamentsregister stellt die Bundesnotarkammer dem Erblasser darüber hinaus eine Gebühr von 18,00 € in Rechnung. Die Gebühr für die Registrierung ist in diesem Fall höher, da sie direkt mit dem Erblasser abgerechnet wird und nicht über den Notar.
Wird das privatschriftliche Testament zuhause verwahrt, können Änderungen schnell und ohne Kosten getätigt werden. Dazu kann der Erblasser das Dokument mit einem handschriftlichen „ungültig“ versehen oder es vernichten und ein neues erstellen. Soll lediglich etwas hinzugefügt werden, müssen die Zusätze mit Ort, Datum und Unterschrift versehen werden.
Wenn das Testament durch einen Notar beglaubigt wurde, kann man keine handschriftlichen Änderungen am Dokument vornehmen, da dieses sonst seine Gültigkeit verlieren würde. Da das beglaubigte Testament öffentlich hinterlegt wurde, muss es aus der Verwahrung zurückverlangt und widerrufen werden. Danach muss
ein neues Testament aufgesetzt,
erneut beglaubigt und
Dafür wird seitens des Amtsgerichts die Hinterlegungsgebühr von 75,00 € erneut erhoben. Ebenso muss ein neuer Vermerk beim Zentralen Testamentsregister getätigt werden, da der vorherige nach der Änderung unwirksam geworden ist – die Gebühr von 18,00 € (über Amtsgericht) bzw. 15,00 € (über Notar) muss somit nochmals entrichtet werden.
3. Was kostet ein Testament beim Notar?
Ein notarielles Testament wird gemeinsam mit einem Notar verfasst. Bei dieser Art des Testaments kommen auf den Erblasser höhere Kosten zu.
3.1. Erstellung
3.2. Beglaubigung
3.3. Aufbewahrung & Hinterlegung
3.4. Änderungen
Die Kosten für ein notariell erstelltes Testament richten sich nach der Höhe des Nachlasswerts – auschlaggebend ist dabei der Zeitpunkt der Erstellung. Was ein Testament genau kostet, richtet sich zudem danach, ob es sich um ein einzelnes oder gemeinschaftliches Testament (oder einen Erbvertrag) handelt – bei Ersterem wird eine 1,0-fache Gebühr fällig, bei Letzterem eine 2,0-fache.
Allgemein gilt: Je größer das Vermögen, desto höher die Kosten für den Notar. Zur Orientierung können Sie der folgenden Tabelle zur Gebührenordnung einige Werte entnehmen:
(1,0-fache Gebühr)
Beispiel 1: Klaus Meier möchte ein notarielles Einzeltestament erstellen. Sein Vermögen beträgt 250.000,00 €. Die Kosten für den Notar betragen laut Gebührenordnung 535,00 €.
Beispiel 2: Das Ehepaar Müller möchte ein notarielles Ehegattentestament erstellen lassen. Sie besitzen zusammen ebenfalls ein Vermögen von 250.000,00 €. Die Notarkosten betragen somit 1.070,00 €.
3.2 Beglaubigung
Wird ein notarielles Testament erstellt, werden keine zusätzlichen Gebühren für eine Beglaubigung erhoben – sie sind schon in den Kosten für die Erstellung enthalten.
Ein Notar sorgt neben der rechtmäßigen Erstellung eines Testaments auch für die Aufbewahrung und Hinterlegung beim zuständigen Amtsgericht. Zu den Notarkosten kommen dann noch einmal eine Pauschalgebühr von 75,00 € für das Amtsgericht sowie 15,00 € für den Eintrag im Zentralen Testamentsregister hinzu.
3.4 Änderungen
Änderungen am notariellen Testament sind mit weiteren Kosten verbunden. Dafür wird das Testament vom Notar – gebührenfrei – aus der öffentlichen Verwahrung zurückverlangt. Zwei Optionen bieten sich dann:
Die Kosten für den Widerruf eines Testaments ergeben sich aus einer festgelegten Gebührentabelle. Gemäß § 21201 KV GNotKG (Gerichts- und Notarkostengesetz) darf ein Notar für den Widerruf eines Testaments eine 0,5-Gebühr berechnen.
Der folgenden Tabelle können Sie entnehmen, wie hoch die 0,5-Gebühr bei verschiedenen Nachlasswerten ausfällt:
Widerruf eines alten und Erstellung eines neuen Testaments
Bei Widerruf eines alten und Erstellung eines neuen Testaments kann der Notar seine Kosten nach dem höheren Geschäftswert – entweder dem des Widerrufs oder dem der Neuerstellung – berechnen.
Ergeben sich aus der Neuerstellung neue Verfügungen – wird z. B. der ehemalige Vollerbe nur noch als Ersatz-, Vor- oder Nacherbe eingesetzt –, darf der Notar die 1,0-fache – bei einem Ehegattentestament/Berliner Testament die 2,0-fache – Gebühr noch einmal verlangen (siehe Tabelle unter 3.1).
4. Was kostet ein Testament beim Rechtsanwalt?
Ein Rechtsanwalt kann einen Erblasser bei der Erstellung und Aufsetzung eines
Testaments rechtlich beraten. Auch dafür fallen Kosten an, die im Folgenden
4.1. Erstellung
4.2. Beglaubigung
4.3. Aufbewahrung & Hinterlegung
4.4. Änderungen
Die Kosten für die Erstellung eines Testaments sollten immer in einer Honorarvereinbarung zwischen Mandant und Rechtsanwalt festgelegt werden. Dabei beschließen beide zusammen ein Honorar, welches dem Aufwand des Rechtsanwalts angemessen ist. Als Grundlage dient dabei meist die Höhe des Nachlasses. Es kann zwischen zwei Vereinbarungen unterschieden werden:
Bei der Pauschalvergütung wird eine feste Summe vereinbart, die der Anwalt – unabhängig vom Aufwand – mit Abschluss seiner Tätigkeit bekommt. Zusätzlich kann hier vereinbart werden, dass bei einem unvorhergesehenen Mehraufwand die Summe auf Stundensatzbasis erhöht werden darf.
Beispiel: Ein Mandant möchte zusammen mit einem Rechtsanwalt ein Testament erstellen. Der Rechtsanwalt verschafft sich einen Überblick über die Sachlage und vereinbart zusammen mit seinem Mandanten ein Pauschalhonorar von 1.000,00 €. Mit Abschluss des Mandats bekommt der Rechtsanwalt die vereinbarte Summe.
Bei der Zeitvergütung erfolgt – auf Basis eines vorher festgelegten Stundensatzes – die Abrechnung nach dem tatsächlichen Aufwand des Rechtsanwalts. Damit er seinen Anspruch später begründen kann, muss er während des Mandats seinen zeitlichen Aufwand genau dokumentieren.
Beispiel: Auch hier möchte ein Mandant zusammen mit einem Rechtsanwalt ein Testament erstellen. Die beiden schließen eine Honorarvereinbarung ab: Der Rechtsanwalt erhebt – aufgrund der Höhe des Nachlasses – einen Stundenlohn von 200,00 €. Darin enthalten sind alle Leistungen – auch die von Mitarbeitern. Der Rechtsanwalt stellt insgesamt 5 Arbeitsstunden für die Erstellung in Rechnung – somit ergibt sich ein Honorar von 1.000,00 €.
Wird keine Honorarvereinbarung getroffen, kann ein Rechtsanwalt die Erstellung eines Testaments auch auf Basis einer Beratungsgebühr erstellen. Dabei darf er für eine Erstberatung 190,00 € und für weitere Beratungstätigkeiten einen Maximalbetrag von 250,00 € zzgl. Umsatzsteuer verlangen (§ 34 RVG).
HINWEIS: Stimmt ein Mandant einer Honorarvereinbarung nicht zu, darf der Anwalt den Mandanten ablehnen. An dieser Stelle sollte ein Erblasser immer abwägen und die richtige Entscheidung treffen. Die Suche nach einem neuen Anwalt kann dauern, zudem sind einem Fähigkeiten und Erfahrungswerte gänzlich unbekannt. Gerade bei einem größeren Vermögen sollte man einem Anwalt mit viel Erfahrung beim Thema Erbrecht vertrauen und dessen Beratung annehmen – auch wenn damit möglicherweise höhere Kosten verbunden sind.
4.2 Beglaubigung
Ein Rechtsanwalt darf ein Testament weder beurkunden noch beglaubigen. Dies kann nur durch einen Notar geschehen. Die Kosten ergeben sich dabei aus der festgelegten Kostenordnung (§ 45 KostO). Für eine Beglaubigung kann demnach ¼ einer vollen Gebühr erhoben werden. Maximal kann ein Notar jedoch 130,00 € verlangen. Ausschlaggebend für die Berechnung ist das zum Zeitpunkt der Beglaubigung vorhandene Vermögen. Weitere Informationen sowie eine Kostentabelle finden Sie in Kapitel 2.2 – Kosten für die notarielle Beglaubigung eines Testaments.
4.3 Aufbewahrung & Hinterlegung
Da es sich bei einem Rechtsanwalt um eine Beratungsinstanz handelt, wird das Testament nicht automatisch – wie beim Notar – beim Amtsgericht hinterlegt. Daher sollte man sich selber oder in Absprache mit dem Anwalt darum kümmern.
Wird das Testament amtlich hinterlegt, fallen
eine Pauschalgebühr von 75,00 € für die Hinterlegung sowie
18,00 € für den Vermerk im Zentralen Testamentsregister an.
4.4 Änderungen
Wenn Änderungen am Testament gewünscht sind, hängen die Kosten vor allem von der Hinterlegungsart ab. Muss das Testament aus der öffentlichen Verwahrung zurückverlangt, geändert und dann wieder hinterlegt werden, müssen die Pauschale für Amtsgericht und Testamentsregister noch einmal entrichtet werden.
Die Kosten für die Änderungen durch den Rechtsanwalt müssen erneut zwischen Mandant und Anwalt festgelegt werden – alternativ erstellt der Anwalt eine Rechnung nach Geschäfts- oder Beratungsgebühr.
► Sie haben Fragen oder benötigen einen anwaltlichen Rat? Hier bieten wir Ihnen die Möglichkeit einer kostenfreien Ersteinschätzung durch unseren Anwalt für Erbrecht.
5. Sonstige Kosten für ein Testament
Zusätzlich zu den schon genannten Kosten fallen auch im Erbfall noch einmal Kosten für ein Testament an – diese sollten bei der Errichtung eines Testaments immer bedacht werden.
Kosten für einen Testamentsvollstrecker
Wurde ein Testamentsvollstrecker im Testament festgelegt, hat dieser auch Anspruch auf eine angemessene Vergütung. Der Anspruch ist zwar in § 2221 BGB geregelt, wie hoch diese Vergütung sein muss jedoch nicht. Diese wird daher entweder vom Erblasser festgelegt oder anhand der „Rheinischen Tabelle“ bzw. der „Empfehlung des Deutschen Notarvereins für die Vergütung des Testamentsvollstreckers“ ermittelt. Die Höhe der Vergütung richtet sich nach dem Nachlasswert.
Beispiel 1: Beträgt der Nachlasswert 100.000,00 € hat der Testamentsvollstrecker einen Anspruch auf 4 % (4.000,00 €) plus Umsatzsteuer.
Beispiel 2: Beträgt der Nachlasswert 3.000.000,00 € liegt der Anspruch bei 2 % und somit 60.000,00 € plus Umsatzsteuer.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Beitrag „Testamentsvollstrecker“.
Kosten für ein Testamentsvollstreckerzeugnis
Wurde ein Testamentsvollstrecker berufen, beantragt dieser in der Regel ein Testamentsvollstreckerzeugnis – damit kann er sich als solcher ausweisen. Die Kosten dafür richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz – dort sind sie in einer Kostentabelle B festgelegt. Für ein erstmalig ausgestelltes Zeugnis wird demnach eine volle – eine 1,0- – Gebühr fällig. Diese richtet sich im Einzelnen nach dem Nachlasswert. Richtwerte können Sie folgender Tabelle entnehmen:
Wert einer 1,0 Gebühr
Wird zu einem späteren Zeitpunkt ein weiteres Testamentsvollstreckerzeugnis beantragt, fallen nur noch 1/3 der Gebühr aus der Kostentabelle B an.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Beitrag „Testamentsvollstreckerzeugnis“.
Kosten für eine Testamentseröffnung
Bei einer Testamentseröffnung erhebt das Gericht Gebühren für den Bearbeitungsaufwand. Diese richten sich dabei nach dem Anlagenverzeichnis 1 des Gerichts- und Notarkostengesetzes (GNotKG). Demnach fallen für die Eröffnung eines privaten und notariellen Testaments Kosten in Höhe von 100,00 € zzgl. Porto, Versand, Papierkosten usw. an. Diese müssen am Ende der Testamentseröffnung von den Erben entrichtet werden.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Beitrag „Testamentseröffnung“.
Für die Beantragung eines Erbscheins muss eine eidesstattliche Versicherung über die Richtigkeit der Angaben abgegeben werden. Diese wird durch einen Notar oder ein Gericht offiziell beglaubigt. Dafür fällt eine – gemäß § 23300 GNotKG – einfache Gebühr an.
Für die Erteilung des Erbscheins muss ebenfalls eine Gebühr entrichtet werden. Die Antrags- und Notarkosten ergeben sich dabei nach dem Nachlasswert – je höher dieser ist, desto höher sind die Gebühren für den Erbscheinsantrag. Aus der folgenden Tabelle können Sie die Kosten für einen Erbschein – bis zu einem Betrag von 200.000,00 € – entnehmen:
RECHTSTIPP: Die Tabelle zeigt, wie hoch die Kosten für einen Erbschein sein können. Um den Erben diese zu ersparen, sollte man sein Testament notariell beglaubigen und hinterlegen lassen. Für die Erstellung des Testaments sollten Sie sich zudem durch einen Anwalt für Erbrecht beraten lassen. Ein Anwalt gewährleistet nicht nur ein fehlerfrei und rechtssicher formulierten letzten Willen, er unterstützt Sie auch bei wichtigen schenkungs- und erbschaftssteuerlichen Fragen.
Hier können Sie eine Anfrage schildern und ein kostenfreies Erstgespräch mit einem unserer spezialisierten Anwälte vereinbaren.
Warum auch bei einem privatschriftlich verfassten Testament nicht immer ein Erbschein nötig ist, erfahren Sie in unserem Beitrag „Handschriftliches Testament – Absatz Erbschein notwendig oder nicht?“.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Beitrag „Erbschein“.
Wurde ein Testament privat erstellt, kann es schnell zu Streitigkeiten zwischen den Erben kommen. Häufig beinhaltet ein solches Testament Formfehler oder einen unklaren Inhalt. Werden die Streitigkeiten vor Gericht ausgefochten, müssen die Beteiligten mit – teils enormen – Kosten rechnen. Die Höhe des Prozesskostenrisikos richtet sich dabei nämlich immer nach dem Streitwert.
Bei einem durch einen Anwalt erstellten und notariell beglaubigten Testament kommt es hingegen viel seltener zu Erbstreitigkeiten – daher sollte man diese bei der Erstellung eines Testaments hinzuziehen.
Möchten Sie Ihr Testament ohne rechtliche Beratung erstellen, können auch Muster und Vorlagen helfen, dieses richtig aufzusetzen. Mehr dazu erfahren Sie im folgenden Kapitel.
6. Muster/Vorlagen verwenden, um Kosten zu sparen?
Bei einem handschriftlichen Testament können Kosten gespart werden, wenn man vorhandene Muster oder Vorlagen verwendet. Allerdings kann man nur durch ein fehlerfreies und eindeutiges Testament sichergehen, dass der letzte Wille auch wirklich erfüllt wird – andernfalls greift die gesetzliche Erbfolge.
Ein klar definiertes und inhaltlich eindeutiges Testament kann den Erben mitunter
einen Erbschein,
einen Nachlassverwalter oder -pfleger,
einen Testamentsvollstrecker und
mögliche Auseinandersetzungen vor Gericht
ersparen. Mögliche Vorlagen und Formulierungshilfen finden Sie in unserem Beitrag „Handschriftliches Testament“.
WICHTIGER HINWEIS: Muster und Vorlagen für die Testamentsgestaltung können im Einzelfall Kosten einsparen. Auf der sicheren Seite ist man jedoch nur, sofern man sich rechtliche Unterstützung einholt – diese bekommen Sie beispielsweise bei einem auf Erbrecht & Nachlassplanung spezialisierten Rechtsanwalt.
Wünschen Sie eine anwaltliche Beratung durch einen unserer Spezialisten, können Sie hier Ihre Anfrage schildern und ein kostenfreies Erstgespräch vereinbaren.
7. Rechtssicher vererben und Kosten einsparen – so kommt mehr Geld bei Ihren Wunscherben an
Eine anwaltliche Beratung ist zur Einsparung von Kosten für Erblasser und Erben unabdingbar. Aber nicht nur dafür, sondern auch für die Vermeidung von Familienfehden und gerichtlichen Auseinandersetzungen ist die Beratung wichtig. Nur so können Sie als Erblasser sicherstellen, dass ihr letzter Wille auch nach ihren Wünschen ausgeführt wird und ihr Nachlass an die von ihnen vorgesehenen Personen geht.
Welche Steueroptimierungen durch anwaltliche Beratung möglich sind, welche Fallstricke vermieden werden können und warum Sie den Pflichtteil bedenken sollten, erfahren Sie in diesem abschließenden Kapitel.
7.1. Fallstricke vermeiden
7.2. Pflichtteil bedenken
7.3. Pflichtteil mindern & umgehen
7.4. Pflichtteilsergänzungsanspruch
7.5. Steueroptimierungen
Ein Testament bietet bei einer undeutlichen Formulierung oder einem zweifelhaften Inhalt schnell Probleme – so können z. B. Erklärungs-, Inhalts- oder Motivirrtümer schnell zu Fallstricken werden. Doch was genau kann alles schiefgehen?
Testamente anfechten, dürfen Personen – meist Erb- oder Pflichtteilsberechtigte sowie Ersatz- oder Vorerben –, die einen unmittelbaren Vorteil dadurch hätten. Meist geschieht dies aufgrund von undeutlichen oder rechtswidrigen Inhalten. Um ein Testament anzufechten, muss eine Anfechtungserklärung beim zuständigen Nachlassgericht abgegeben werden. Dieses informiert dann die Erben, die darauf reagieren können. Kommt es zu keiner außergerichtlichen Einigung, kann eine Anfechtung auch gerichtlich ausgetragen werden – immer verbunden mit hohen Kosten.
Weitere Informationen sowie 15 Gründe für eine Anfechtung finden Sie in unserem Beitrag: „Testament anfechten“.
Testamente können auch für ungültig erklärt werden. Schuld daran sind häufig veraltete Formulierungen sowie formale und inhaltliche Fehler. Sobald ein Testament für ungültig erklärt wird, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Das bedeutet, dass Personen als Erben eingesetzt werden, die gesetzlich dafür vorgesehen sind. Der letzte Wille eines Erblassers bleibt dadurch unberücksichtigt.
Enterbung von Kindern
Die Enterbung von Kindern geht vor allem bei einem Berliner Testament schnell schief. Die Ehepartner setzen sich dabei gegenseitig als Alleinerben ein. Dadurch werden Kinder im ersten Erbfall enterbt, im zweiten jedoch als Schlusserben eingesetzt. Durch die Enterbung im ersten Erbfall können Kinder ihren Pflichtteil einfordern. Dies kann zu enormen finanziellen Schwierigkeiten für den Alleinerben und sogar zum Verkauf von Nachlassgegenständen – z. B. ein Haus oder wertvoller Schmuck – führen.
Um dies zu verhindern, kann man eine sogenannte Pflichtteilsstrafklausel in das Testament einbringen. Diese enterbt die Person, die nach dem ersten Todesfall den Pflichtteil einfordert, sodass ihr auch im zweiten Todesfall nur noch der Pflichtteil zusteht. Um Streitigkeiten diesbezüglich zu verhindern, sollte man schon zu Lebzeiten mit seinen Angehörigen über diese Maßnahmen sprechen und Erben darauf vorbereiten. So kommt es im Erbfall nicht zu bösen Überraschungen.
Weitere Informationen finden Sie in unseren Beiträgen zum Thema „Enterbung“ und „Kinder enterben“.
Anordnung einer Erbengemeinschaft
Setzt ein Erblasser mehrere Personen als Erben ein, bildet sich automatisch eine Erbengemeinschaft. Diese erbt den Nachlass zu gleichen Teilen und muss gemeinschaftlich darüber bestimmen. Häufig kommt es dabei zu Auseinandersetzungen – z. B. wenn ein Miterbe dem Verkauf eines Grundstücks nicht zustimmt.
Ist eine Einigung nicht mehr möglich, kommt es zur Erbauseinandersetzung. Wird diese einvernehmlich getroffen, wird der Nachlass aufgelöst und jeder Miterbe erhält den auf ihn anfallenden Anteil. Ist eine einvernehmliche Regelung nicht möglich, können ein Notar oder das Nachlassgericht als Vermittler eingesetzt werden. Scheitert auch der Vermittlungsversuch, bleibt in letzter Instanz nur die Unterstützung eines Rechtsanwalts. Durch eine Erbauseinandersetzungsklage wird die Erbengemeinschaft dann aufgelöst.
Die Anordnung einer Erbengemeinschaft sollte also immer gut überlegt sein – möglicherweise können einige Personen auch anders (z. B. durch ein Vermächtnis) im Testament bedacht werden.
RECHTSTIPP: Diese Auflistung ist nur ein kleiner Ausschnitt der vielen Fallstricke, die ein Testament mit sich bringen kann. Damit Sie dieses Risiko ausschließen können, unterstützt Sie einer unserer Anwälte für Erbrecht gerne bei der Aufsetzung eines Testaments. Hier können Sie Ihre Anfrage stellen.
Neben den vielen Fallstricken können Rechtanwälte auch beim Thema Pflichtteil unterstützen. Werden Angehörige enterbt, bietet sich immer die Möglichkeit, einen Pflichtteil am Erbe einzufordern. Dies kann – in schwierigen Fällen – zu gerichtlichen Auseinandersetzungen und hohen Kosten führen. Welche Möglichkeiten der Vermeidung es für Sie gibt und wie Sie beim Pflichtteilsanspruch sowie beim Pflichtteilsergänzungsanspruch vorgehen können, lesen Sie in den folgenden Kapiteln.
Der Pflichtteil ist eine Mindestbeteiligung am Erbe, welcher nahen Verwandten zusteht, die die enterbt wurden oder weniger als die Hälfte ihres gesetzlichen Erbanspruchs erhalten haben. Dazu müssen die Angehörigen
pflichtteilsberechtigt sein und
einen gültigen Pflichtteilsanspruch.
Die Pflichtteilsberechtigten können sich an die testamentarisch bestimmten Erben wenden und die Herausgabe des Pflichtteils verlangen. Sind die Erben nicht kooperationsbereit, kann es sogar zu einer Pflichtteilsklage und somit einer Auseinandersetzung vor Gericht kommen – die kostet Geld und Nerven.
Ausführliche Informationen finden Sie in unserem umfassenden Beitrag zum Pflichtteil am Erbe.
Wenn enterbte Angehörige ihren Pflichtteil einfordern, kann es für die Erben teuer werden. Diese sind nämlich zur Auszahlung des Pflichtteils gesetzlich verpflichtet.
Durch frühzeitige und gut durchdachte Nachlassplanung können Pflichtteilsforderungen vermindert oder gänzlich umgangen werden, z. B. durch:
einen Pflichtteilsentzug – sollte ein schuldhaftes Vergehen gegenüber dem Erblasser vorliegen –,
Schenkungen zu Lebzeiten – hier muss jedoch die 10-jährige Frist beachtet werden (siehe nächstes Kapitel) –,
Verkauf von Vermögengegenständen – z. B. Immobilien – an Verwandte gegen eine Leibrente oder
Aushandlung eines Pflichtteilverzichts und Veranlassung einer Abfindungszahlung.
Viele weitere Wege, wie ein Pflichtteil umgangen oder vermindert werden kann, lesen Sie in unserem Beitrag „Pflichtteil umgehen“.
Ein Pflichtteilsergänzungsanspruch kann von pflichtteilsberechtigten Personen geltend gemacht werden, wenn ein Erblasser sein Vermögen zu Lebzeiten durch Schenkungen geschmälert hat. Dabei haben Pflichtteilsberechtigte ein Recht auf Ausgleichszahlungen – diese werden auf den Pflichtteil addiert.
Ausführlichere Informationen sowie einen praktischen Rechner zur Ermittlung & Verjährung des Anspruchs finden Sie in unserem Beitrag zum Pflichtteilsergänzungsanspruch.
RECHTSTIPP: Gerade um Pflichtteils- und Pflichtteilsergänzungsansprüche zu vermeiden, sollte auch zu Lebzeiten eine Regelung der Erbfolge mithilfe einer anwaltlichen Beratung nicht vernachlässigt werden. So können schon vor dem Erbfall viele Streitpunkte ausgeräumt, Unsicherheiten aus der Welt geschafft und Kosten für Erben vermieden werden. Zudem kann Ihnen ein Anwalt auch bei steuerlichen Fragen beratend zur Seite stehen. Welche Optionen der steuerlichen Vorteile es bei der Testamentserstellung gibt, lesen Sie in den folgenden Abschnitten.
Die Erbschaftssteuer wird durch das Erbschaftssteuer- und Schenkungsgesetz (ErbStG) geregelt und fällt bei allen Erbschaften und Schenkungen an. Durch verschiedene Gestaltungsspielräume kann diese reduziert bzw. komplett umgangen werden. Beispiele dafür sind z. B.
die Ausnutzung und Vervielfachung von Freibeträgen,
Einsetzung einer Güterstandsschaukel sowie
eine Änderung der Familienkonstellationen – z. B. durch Heirat, Eintragung einer Lebenspartnerschaft oder Adoption.
Des Weiteren bieten z. B. Vermächtnis oder Nießbrauch steuerliche Vorteile. Anstatt sich bei einem Ehegatten- oder Berliner Testament gegenseitig als Alleinerben einzusetzen, können Kinder direkt als Erben und der überlebende Ehepartner als Vermächtnisnehmer eingesetzt oder mit einem Nießbrauchrecht bedacht werden. So ist der Ehepartner weiterhin abgesichert, eine Erbschaftssteuer muss jedoch nur einmalig von den Erben – also den Kindern – entrichtet werden.
RECHTSBERATUNG-TIPP: Die aufgezählten Beispiele zeigen, wieviel man bei der Erstellung eines Testaments beachten muss – und dabei handelt es sich lediglich um eine kleine Auswahl. Wenn Sie ein Testament aufsetzen möchten, sollten Sie Ihre Möglichkeiten unbedingt mit einem Anwalt für Erbrecht besprechen – nur so können Sie Ihren Wunscherben zu einem möglichst kostengünstigen Erbe verhelfen.
Dazu bieten wir Ihnen ein kostenfreies und unverbindliches Erstgespräch mit einem unserer Spezialisten aus dem Erbrecht. Schildern Sie hier Ihr Anliegen.
Eine ausführliche Auflistung, wie die Erbschaftssteuer umgangen werden kann, lesen Sie in unserem Beitrag „Erbschaftssteuer umgehen“.
Ein Testament birgt sowohl bei der Erstellung als auch bei Eintritt des Erbfalls immer wieder ein hohes Streit- und Kostenrisiko. Diese können mit anwaltlicher Hilfe vermieden werden. Einer unserer Anwälte für Erbrecht hilft Ihnen daher nicht nur bei allen Fragen zum Testament, sondern auch bei seiner Formulierung und der Ausschöpfung von Steuerersparnissen.
► Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Nachlassplanung und Testamentserstellung kostenfrei mit unserem Anwalt für Erbrecht zu besprechen.