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Timestamp: 2020-07-16 16:57:17
Document Index: 182421273

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 44', '§ 3', '§ 2', '§ 5', '§ 2', '§ 7', '§ 7', '§ 15', '§ 1', '§ 8']

Arbeitnehmerrechte - Rechtsanwalt Stephan Greiner
Anspruch auf Pflegezeit (wegen notwendiger Pflege eines Angehörigen)
Anspruch auf Teilzeit (unabhängig von einem Grund)
Um kurzfristig Angehörige zu pflegen, oder ihre Pflege zu organisieren können Arbeitnehmer für einen Zeitraum von bis zu zehn Tagen vom Job zu pausieren. Bei der kurzfristigen Arbeitsverhinderung (§ 2 PflegeZG) besteht keine Pflicht, sich zur Arbeitsleistung bereitzuhalten. Es ist auch keine bestimmte Betriebsgröße erforderlich. Das heißt, auch in Unternehmen mit nur wenigen Mitarbeitern muss diese kurzfristige Auszeit gewährt werden. ein Lohnanspruch besteht in dieser Zeit jedoch grundsätzlich nicht, die pflegenden Arbeitnehmer können jedoch bei der Pflegekasse des Pflegebedürftigen Pflegeunterstützungsgeld beantragen (§ 44a SCB XI).
Bis zu sechs Monate: Freistellung oder Teilzeit durch die "Pflegezeit"
In größeren Betrieben von mehr als 15 Mitarbeitern können Arbeitnehmer, wenn Angehörige länger gepflegt werden müssen, maximal sechs Monate von der Arbeit freigestellt werden, um deren Pflege zu übernehmen. Nach Absprache mit dem Arbeitgeber kann es auch zu einer teilweisen Freistellung kommen (§§ 3 und 4 PflegeZG) . Um den aus Verdienstausfall abzufedern, können vergünstigte Darlehen aufgenommen werden,
Bis zu zwei Jahre: Teilzeit durch die "Familienpflegezeit"
In größeren Betrieben ab 25 Beschäftigen haben Arbeitnehmer einen Anspruch von bis zu 24 Monaten auf teilweise Freistellung. In diesem Zeitraum wird Ihre Arbeitszeit auf bis zu 15 Wochenstunden verringert (§ 2 FPFZG). Um den Verdienstausfall abzufedern, können zinslose Darlehen aufgenommen werden
Während der Pflegezeit und Familienpflegezeit grundsätzlich Kündigungsschutz (§ 5 Pflegezeitgesetz). § 2 Abs. 3 FPfZG). Nur in Ausnahmefällen, wie bei besonders schweren Pflichtverletzungen oder Betriebsstillegungen, kann die für den Arbeitsschutz zuständige oberste Landesbehörde einer Kündigung zustimmen.
Wer ist pflegebedürftiger Angehöriger ?
Angehörige sind n neben dem Ehe- bzw. Lebenspartner auch der Partner einer eheähnlichen Gemeinschaft, Kinder, Eltern, Großeltern, Geschwister, Adoptiv- und Pflegekinder, Enkelkinder, Schwiegereltern sowie Schwiegerkinder(§ 7 III PflegeZG). Die Pflegebedürftigkeit des Angehörigen durch einen vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherungen (MDK) beauftragten Gutachter festgestellt wurde. Wenn es schnell gehen muss, kann aber auch ein Arzt oder ein Krankenhaus eine vorläufige Pflegebescheinigung ausstellen. (§ 7 IV PflegeZG).
weitere Informationen beim Bundesministeriums für Arbeit und Soziales
Wenn ein Arbeitnehmer ein Kinder unter 8 Jahren betreut, das Arbeitsverhältnis länger als 6 Monate besteht und der Betrieb Die in der Regel über 15 Mitarbeiter beschäftigt, kann ein Anspruch auf Elternzeit oder Elternteil Zeit bestehen (§ 15 BEEG). Der Kündigungsschutz für eine Elternzeit beginnt ab der Anmeldung der Elternzeit. Für eine Elternzeit zwischen dem dritten Geburtstag und der Vollendung des achten Lebensjahres des Kindes besteht Kündigungsschutz frühestens 14 Wochen vor Beginn der Elternzeit.
Um den fehlenden Arbeitslohn auszugleichen, kann bei Vorliegen weiterer Voraussetzungen, oft Elterngeld beantragen werden (§ 1 BEEG)
weitere Informationen beim Bundesministerium für Familie, Senioren und Jugend
In Betrieben von mehr als 15 Mitarbeiter kann ein Arbeitnehmer grundsätzlich verlangen, dass die vertragliche Arbeitszeit reduziert wird (§ 8 I TzBfG). Der Arbeitgeber muss dieses Verlangen zumindest mit dem Arbeitnehmer erörtern. Die Reduzierung der Arbeitszeit muss mindestens drei Monate vor deren Beginn angekündigt werden.
In Deutschland gibt es derzeit keinen gesetzlichen Rechtsanspruch auf Home-Office. Sie können Home-Office ist daher nicht gegen den Willen Ihres Arbeitgebers erzwingen. Viele Arbeitgeber erkennen jedoch die Vorteile von Office für das eigene Unternehmen die Produktivität der Mitarbeiter. Doch selbst in Fällen in denen dies nicht der Fall ist, kann in Verhandlungen oft Home- Office erreicht werden, da für den Arbeitgeber die Nachteile von bestehenden Ansprüchen auf die Verringerung von Arbeitszeit, oder das Risiko einer Arbeitnehmerkündigung höher ist.
Es lohnt sich daher Home – Office Anzusprechen und in Verhandlungen hierüber zu treten. Die Ergebnisse können in einer Zusatzvereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zum Arbeitsvertrag festgehalten werden. Ein über Home-Office beruflich genutztes Arbeitszimmer kann Von der Steuer abgesetzt werden.