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Timestamp: 2018-07-23 15:47:16
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Matched Legal Cases: ['§19', '§12', '§ 12', '§ 1', '§ 37', '§ 37', '§ 29']

Elterninitiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen (EMGS) e.V. :: Thema anzeigen - Einspruch beim Schulamt
Einspruch beim Schulamt
Verfasst am: 02.04.2006, 22:50 Titel: Einspruch beim Schulamt
kann mir jemand sagen was passiert wenn man gegen den Bescheid vom Schulamt Einspruch erhebt. Unserer Sohn soll auf die Sonderschule "Lernen". Aber inzwischen liegen uns neue Erkenntnisse vor vom HNO-Arzt. Mein Sohn leider unter auditiven Verarbeitungs und Wahrnehmungsstörung (AVWS), wasvor der Überprüfung sooo nicht bekannt war. Es wurde nur im allgemeinen von Wahrnehmungsstörungen gesprochen aber nicht von AVWS.
Wir möchten gerne das er auf die Förderschule "Sprache" kommt. Wenn ich Einspruch erhebe, wird er dann automatisch noch mal Überprüft oder was passiert dann.
Ferner Hat der HNO-Arzt gesagt, das bei solchen Kindern am besten ein "sprachfreier" IQ-Test wäre. Alle anderen Test würden wahrscheinlich das Ergebnis verfälschen. Wo kann man einen solchen Test durchführen =????
Verfasst am: 02.04.2006, 23:04 Titel:
müßte das nicht ein Psychologe oder ein SPZ machen, wenn man gezielt danach fragt?
Mit der AVWS-Diagnostik hast du doch eine Begründung in der Hand, den Einspruch beim Schulamt würde ich auf alle Fälle einlegen um keine Frist zu versäumen.
Seit wann macht ihr denn Warnke und INPP? Was hat sich in der Zwischenzeit getan? Kann man daraus irgendeine Begründung ableiten?
Verfasst am: 03.04.2006, 07:53 Titel: Re: Einspruch beim Schulamt
bibu hat Folgendes geschrieben:
Mir erscheint der folgende Weg am günstigsten:
1. SOFORT den Widerspruch einlegen. Durch die darin angegebene Begründung, darf zum Wohle des Kindes keine andere Umschulung erfolgen, solange das Verfahren nicht geklärt ist, um deinem Kind 2 Schulwechsel in kurzer Zeit zu ersparen.
2. Den IQ Test kannst du direkt und kostenfrei beim Schulpsychologen durchführen lassen. Jeder privat engagierte Psychologe würde mit großer Wahrscheinlichkeit sowieso angezweifelt werden. Wenn die Schulpsychologen den erforderlichen, sprachfreien Test nicht durchführen können, werden sie dir sicher geeignete Stellen benennen.
Liegt bereits ein IQ Test vor?
Welche Klasse besucht dein Sohn, und warum sind seine Besonderheiten im Wahrnehmungsbereich bisher niemandem aufgefallen? Ich meine damit, dass bei der U9, bei der Einschulungsuntersuchung, oder nach dem ersten Schulhalbjahr doch jemand der damit betrauten Fachleute hätte stutzig werden müssen, oder?
Verfasst am: 03.04.2006, 10:49 Titel:
nach Durchlesen der entsprechenden Vorschrift scheint es mir, dass Eltern in NRW kein Einspruchsrecht haben, sondern nur "das Recht, noch einmal angehört zu werden und eine Stellungnahme abzugeben." Ich nehme an, das ist bereits geschehen und das Schulamt ist dabei geblieben: Es besteht sonderpädagogischer Förderbedarf mit dem Förderschwerpunkt "Lernen". Du bist soweit einverstanden, erhoffst dir aber eine bessere Förderung unter dem Förderschwerpunkt "Sprache"? Oder fügst du dich eher widerwillig, wegen des Drucks seitens der Lehrer und möchtest eigentlich, dass dein Sohn in der Klasse bleibt und zusätzliche Förderung erhält?
Wenn du also einen Einspruch machst, muss der gut begründet sein.
Hast du dich schon von einer Förderschule "Sprache" beraten lassen? Würden die ihn nehmen? Ich habe leider die Erfahrung machen müssen, dass diese Schulen sich für Kinder mit auditiver Schwäche, die ja manchmal 'nur' eine Reifeverzögerung in der Verarbeitung von Sprache im Gehirn ist, nicht zuständig fühlen.
Wie schwer ist dein Sohn betroffen, aus deiner Einschätzung, aus der Einschätzung der Lehrer? Wie ist der HAWIK ausgefallen, wie der nonverbale Test? Wie arbeitet dein Sohn zuhause, wie in der Schule? Welche Begabungen und Stärken hat er?
Hier die Links zu den Regelungen von NRW, die du wahrscheinlich kennst, unten aber auch noch ein Link zu einem interessantem Text des Antidiskriminierungs Büro Köln mit einer Beschreibung des Ablaufs, wie er sein sollte.
Schulgesetz die §§19 und 20:
http://www.sichere-schule-nrw.de/ve....chulrecht/schulgesetz.pdf
Verordnung über Sonderpädagogische Förderung:
http://www.bildungsportal.nrw.de/BP....schriften/APOen/AO_SF.pdf
Unter §12 "Ermittlung des sonderpädagogischen Förderbedarfs" steht:
§ 12Ermittlung des sonderpädagogischen Förderbedarfs
(1) Zur Ermittlung des sonderpädagogischen Förderbedarfs beauftragt die Schulaufsichtsbehörde eine sonderpädagogische Lehrkraft, die in Zusammenarbeit mit einer Lehrkraft der allgemeinen Schule Art und Umfang der notwendigen Förderung unter Berücksichtigung der individuellen Situation der Schülerin oder des Schülers feststellt und in einem Gutachten darstellt. Dabei ist das Ergebnis der schulärztlichen Untersuchung nach Absatz 3 einzubeziehen.
(2) Die beauftragten Lehrkräfte laden die Eltern während der Erstellung des Gutachtens zu einem Gespräch ein.
(3) Vor Abschluss des Gutachtens veranlasst die Schulaufsichtsbehörde eine schulärztliche Untersuchung durch die untere Gesundheitsbehörde. Sie umfasst die Feststellung des körperlichen Entwicklungsstandes und die Beurteilung der allgemeinen gesundheitlich bedingten Leistungsfähigkeit einschließlich der Sinnesorgane sowie die Beeinträchtigungen und Behinderungen aus medizinischer Sicht.
(4) Das Gutachten ist mit allen Unterlagen der Schulaufsichtsbehörde zur Entscheidung über den sonderpädagogischen Förderbedarf vorzulegen. Diese kann, soweit es für die Entscheidung notwendig ist, Gutachten weiterer Fachkräfte oder Fachdienste einholen.
(5) Die Schulaufsichtsbehörde informiert die Eltern über die beabsichtigte Entscheidung und lädt sie zu einem Gespräch ein. Ziel des Gesprächs ist es, die Eltern über die Gründe der beabsichtigten Entscheidung zu informieren und möglichst Einvernehmen über die künftige Förderung der Schülerin oder des Schülers herbeizuführen. Die Eltern können zu dem Gespräch eine Person ihres Vertrauens hinzuziehen. Dabei erläutert die Schulaufsichtsbehörde die Förderschwerpunkte, die für die Schülerin oder den Schüler in Frage kommen, und den voraussichtlichen Bildungsgang (§ 1 Abs. 3). Sie weist die Eltern auf den Gemeinsamen Unterricht (§ 37) hin. Sind die Eltern mit der beabsichtigten Entscheidung einverstanden, kann das Gespräch auch unmittelbar mit der Schulleitung der aufnehmenden Schule geführt werden.
(6) Die Schulaufsichtsbehörde gibt den Eltern auf Wunsch Einsicht in das Gutachten sowie die Unterlagen, auf denen es beruht.
8. AbschnittGemeinsamer Unterricht
§ 37 Gemeinsamer Unterricht, Integrative Lerngruppen
(2) Die Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden auf der Grundlage der Unterrichtsvorgaben des Ministeriums (§ 29 SchulG) für die allgemeine Schule sowie der Richtlinien für ihren Förderschwerpunkt unterrichtet.
Hier eine Stellungsnahme des Antidiskriminierungs Büro Köln, wenn du die Bergriffe "muttersprachlich" durch "verzögerte Reifung der auditiven Wahrnehmung ersetzt" ist der Text hilfreich, hier ein Auszug der beschreibt wie guten Ablauf aussieht::http://www.oegg.de/bilder/oegg2004-bildungschancen.pdf Dieser Text ist keine Vorschrift für NRW, sondern als Argumentationhilfe zu verstehen.
"Grundschule die Sonderschule für Lernbehinderte, die Erziehungsberechtigten, das Gesundheitsamt sowie das Schulamt beteiligt. In der Regel wird von der allgemeinen Schule, die das Kind besucht, ein Antrag auf Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs des Kindes gestellt. Im Rahmen der Antragstellung werden die Eltern des Kindes darüber informiert und über mögliche Folgen eines solchen Antrages aufgeklärt. Ist der Antrag gestellt, wird ein/eine SonderschullehrerIn, unterstützt von der/dem KlassenlehrerIn des Kindes, beauftragt zu überprüfen, ob das Kind einen sonderpädagogischen Förderbedarf hat. Die Erziehungsberechtigten müssen dieser Überprüfung schriftlich zustimmen. Zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs gehört eine ärztliche Überprüfung durch den Amts- oder Schularzt und die sonderpädagogisch-psychologische Untersuchung durch die aufnehmende Sonderschule für Lernbehinderte mittels einer Schulleistungsüberprüfung und zweier wissenschaftlich anerkannter Testverfahren, wovon ein Test sprachfrei sein muss. Vor der Entscheidung über die Zuweisung zur Sonderschule für Lernbehinderte, die das Schulamt auf der Grundlage der vorliegenden Gutachten von Grund- und Sonderschule trifft, haben die Eltern das Recht, noch einmal angehört zu werden und eine Stellungnahme abzugeben."
Ist alles so abgelaufen wie es in den Vorschriften oben beschrieben ist?
Ein wichtiger Punkt: Man kann bemängeln ist, dass bei einer Wahrnehmungsstörung kein sprachfreier Test gemacht wurde. Unter Umständen finden sich noch andere Punkte, in denen nicht "sauber" gearbeitet wurde.
Hattest du "Einsicht in das Gutachten, sowie die Unterlagen auf denen es beruht"? Wenn nicht verlange diese Einsicht.