Source: http://lohnzettel.arbeiterkammer.at/print.php
Timestamp: 2017-11-19 10:09:36
Document Index: 85809210

Matched Legal Cases: ['§ 68', '§ 10', '§ 68', '§ 68', 'OGH', 'OGH', 'OGH', '§ 68', '§ 68']

AK - Mein Lohnzettel - Übersicht
Die Monatslohn- oder Gehaltsabrechnung ist eines der wichtigsten Dokumente für einen Arbeitnehmer. Wir haben hier die wesentlichen Positionen in einfacher Form erklärt. Die AK bietet auf ihrer Homepage detaillierter Informationen zu den Themen Arbeits-, Sozial- und Lohnsteuerrecht. Eine weitere wichtige Informationsquelle sind die Kollektivverträge der Gewerkschaften.
Lohnzettel - Bezüge: Gehalt / Lohn
Hier finden Sie das Grundgehalt oder den Grundlohn. Bei den Arbeitern verwendet man den Begriff Lohn und bei den Angestellten den Begriff Gehalt. Ab dem 1.1.2016 muss jeder Arbeitnehmer bei Fälligkeit des Entgelts (in der Regel am Monatsende) eine vollständige Abrechnung erhalten, die
Die Lohnabrechnung wird somit arbeitsrechtlich einklagbar!
Hier finden Sie weiterführende Informationen zu den arbeitsrechtlichen Änderungen ab 2016. Beachten Sie auch die gesetzlichen Änderungen für All In Verträge.
Den Mindestlohn oder Mindestgehalt finden Sie in den Kollektivverträgen, die von den Gewerkschaften ausgehandelt werden. Man kann sagen, je besser eine Berufsgruppe gewerkschaftlich organisiert ist, umso besser auch der Mindestverdienst. Für Interessierte haben wir den Link zum Österreichischen Gewerkschaftsbund eingefügt. Dort finden Sie Kontaktdaten zu den einzelnen Gewerkschaften in den Bundesländern. Zusätzlich zum Grundlohn oder Grundgehalt werden oftmals noch Überstunden, Schmutz- Erschwernis- und Gefahrenzulagen oder Sachbezüge abgerechnet.
Auf den Abrechnungen können sich auch die Kürzel wie A1 oder D1 finden. A1 steht für Arbeiter und D1 steht für Angestellte. Die Gebietskrankenkasse hebt alle Sozialversicherungsbeiträge ein. Sie fungiert quasi als Inkassostelle. Die Kürzel dienen vor allem der Gebietskrankenkasse dazu, das Geld zielgerichtet an die anderen Sozialversicherungsträger weiterzuleiten.
Bezüge - Überstundengrundlohn
Überstundengrundlohn
Die Normalarbeitszeit pro Woche ist in Österreich per Gesetz mit 40 Stunden festgelegt. Manche Kollektivverträge sehen kürzere Wochenarbeitszeiten vor. Informationen zur Arbeitszeit
Der Entlohnungsanspruch bei geleisteten Überstunden setzt sich aus zwei Komponenten zusammen:
dem Überstundengrundlohn
und dem Überstundenzuschlag
Als Überstundengrundlohn gebührt aus gesetzlicher Sicht der Normalstundenlohn.
Wie kann man sich den Überstundengrundlohn selber errechnen?
Über den Monatslohn/Gehalt kommt man mittels Teilung (Teiler) zum Überstundengrundlohn.
Der Teiler bei einer 40 Stunden-Woche ist 173 (das berechnet sich wie folgt: 40 Wochenstunden x 4,33 Wochen = 173 Stunden pro Monat)
Beispiel: Monatslohn 2.000 €: 173 (Teiler) = 11,56 € als Überstundengrundlohn.
Der Teiler bei einer 38,5 Stunden-Woche ist 167 (das berechnet sich wie folgt: 38,5 Stunden x 4,33 Wochen = 167 Stunden pro Monat)
Beispiel: Monatslohn 2.000 €: 167 (Teiler) = 11,98 € als Überstundengrundlohn.
Kollektivverträge können beim Überstunden-Teiler günstigere Varianten vorsehen. Ausgehend vom Beispiel ist etwa im Kollektivvertrag für das Metallgewerbe der Teiler 143, das bedeutet bei einem Monatslohn von 2.000 € : 143 (Teiler) ergibt das einen Überstundengrundlohn von 13,99 €.
4,33 Wochen für einen Monat ist eine Schnitt-Berechnung über das gesamte Jahr, weil einige Monate kürzer und andere länger sind. Es vereinfacht die Abrechnung.
Weitere Informationen zum Thema Überstunden
Überstundenzuschlag 50% (68/2)
68/2 steht für § 68 Absatz 2 Einkommensteuergesetz.
Neben dem Überstundengrundlohn steht dem Arbeitnehmer auch ein Überstundenzuschlag zu. Dieser beträgt mindestens 50% und wird vom Überstundengrundlohn berechnet (siehe oben). Der Überstundenzuschlag von mindestens 50% ist in § 10 Arbeitszeitgesetz (AZG) gesetzlich geregelt. Ein geringerer Überstundenzuschlag ist keinesfalls zulässig!
Steuerfreiheit für Überstundenzuschläge
Das Einkommensteuergesetz besagt, dass pro Lohnzahlungszeitraum (gemeint ist ein Monat) höchstens 10 Überstundenzuschläge mit 50% jedoch maximal 86 € steuerfrei bleiben dürfen. Die Überstunden-Grundlöhne sind immer voll steuerpflichtig. Die Sozialversicherungsbeiträge und andere Abgaben müssen dafür voll entrichtet werden.
Überstunden-Zuschlag 100% (68/1)
68/1 steht für § 68 Absatz 1 Einkommensteuergesetz
An dieser Stelle des Einkommensteuergesetzes sind nicht die erhöhten Überstundenzuschläge geregelt, sondern auch Normalstundenzuschläge etwa von Bäckerei- oder Schichtarbeitern, die in der Nachtzeit anfallen. Die gesetzliche Nachtzeit ist von 19.00 bis 7.00 Uhr früh und für die Steuerfreiheit wird eine Blockzeit von mindestens 3 Stunden vorausgesetzt.
Gefahrenzulage, Zulagen und Zuschläge (68/1)
68/1 steht für § 68 Absatz 1 Einkommensteuergesetz.
Sonntagsarbeit, Feiertagsarbeit, Schmutz- Erschwernis- und Gefahrenzulagen
Sonntagsarbeit muss nach dem Arbeitsruhegesetz zugelassen sein (z.B. im Gastgewerbe, in Verkehrsbetrieben, in Krankenhäusern, etc.), ansonsten droht eine Anzeige durch das Arbeitsinspektorat. Die Entlohnung betreffend gibt es für die Sonntagsarbeit keine spezielle gesetzliche Regelung. Die Kollektivverträge können Zuschläge für Sonntagsarbeit vorsehen. Für Überstunden an Sonntagen gebühren jedenfalls ein 50%er Zuschlag, Kollektivverträge können auch hier höhere Zuschläge vorsehen. Weitere Informationen
Feiertage: Die gesetzlichen Feiertage sind im Arbeitsruhegesetz genau geregelt.
Während der Wochenend- und Feiertagsruhe dürfen Arbeitnehmer nur bei vorliegen bestimmter Gründe (z.B. Reinigung, Instandhaltung, Bewachung von Betriebsanlagen, Behebung von Betriebsstörungen und dergleichen) beschäftigt werden.
Feiertagsarbeit: Fällt die Arbeit wegen eines gesetzlichen Feiertages aus, so darf der Arbeitnehmer keine Entgelteinbuße daraus erleiden. Es gebührt ihm das Entgelt, das er bekommen hätte, wenn er an diesem Tag gearbeitet hätte (Lohnausfallsprinzip).
Weitere Informationen zum Thema Arbeitszeit und Arbeitsruhe aus gesetzlicher Sicht.
Sachbezüge (PKW)
Sachbezüge sind Entgeltbestanteile, die nicht aus Geld bestehen. Der Sachwert ist in einen Geldwert umzurechnen, da er sozialversicherungs- und lohnsteuerpflichtig ist. Der Gesetzgeber hat die Sachbezüge sehr detailliert in der sogenannten Sachbezugsverordnung geregelt.
Bei dieser Leistung des Arbeitgebers wird also gefragt, was müsste der Arbeitnehmer zahlen, wenn er die „Sache“ bei einem Dritten käuflich erwerben müsste.
Hier einige Beispiele für einzelne Sachbezugsarten:
Privatnutzung des arbeitgebereigenen KFZ: Dadurch, dass man einen Firmen-PKW privat nutzen darf hat man einen Vorteil aus dem Arbeitsverhältnis. Der Sachbezug beträgt 1,5% der Anschaffungskosten des KFZ, maximal 720,- € pro Monat.
Beispiel: KFZ Anschaffungskosten 30.000,- € davon 1,5% ergibt einen Sachbezug pro Monat von 450,- €. Von diesen 450,- € werden somit bei der monatlichen Abrechnung Sozialversicherung und Lohnsteuer berechnet.
Fährt man pro Jahr weniger als 6.000 km privat, so ist nur der halbe Sachbezugswert, also 0,75% zu berechnen (Nachweis über das Fahrtenbuch).
KFZ- oder Garagenabstellplatz: Befindet sich der Arbeitsplatz in einem Gebiet mit flächendeckender Parkraumbewirtschaftung und stellt der Arbeitgeber eine kostenlosen Abstellplatz zur Verfügung so ist das ein Vorteil aus dem Dienstverhältnis, monatlich bewertet mit 14,53,- €.
Personalrabatte, die über den handelsüblichen Rabatt hinausgehen sind als Sachbezug zu werten. Erhalten zum Beispiel Kunden 5% Rabatt und Mitarbeiter 10%, so ist der übersteigende Teil als Sachbezug zu verrechnen.
Netzkarten – Jobticket neu seit 1.1.2013: Zur Förderung der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel kann das Jobticket auch Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmern ohne Anspruch auf Pendlerpauschale von der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber steuerfrei zur Verfügung gestellt werden. Das heißt, die Arbeitnehmerinnen/die Arbeitnehmer haben für diesen Vorteil keinen Sachbezug zu versteuern.
Zinsersparnisse bei Arbeitgeberdarlehen: Gewährt ein Arbeitgeber ein zinsenloses Darlehen an Mitarbeiter, so ist die Zinsersparnis als Vorteil aus dem Dienstverhältnis zu sehen. Bis 10.000,- € ist kein Sachbezug anzusetzen. Für den Betrag über 7.300,- € wird jährlich über die Lohnverrechnung der 12 Monats-Euribor erhöht um 0,75% verrechnet.
Taggeld Inland frei
Taggeld oder auch Diäten sind pauschale Abgeltungen für Verpflegungsmehraufwand, der durch eine Dienstreise verursacht wird. Die Kollektivverträge verwenden dafür verschiedene Begriffe, wie Trennungsgelder, Zehrgelder, Entfernungszulagen, Außerhauszulagen, etc. Liegt eine Dienstreise im Inland vor, und hat der Arbeitnehmer aufgrund eines Kollektivvertrages oder Dienstvertrages Anspruch auf Taggeld, so ist dieses im Ausmaß von maximal 26,40 € steuerfrei. Damit Taggelder steuerfrei ausbezahlt werden können, muss eine Dienstreise vorliegen. Es muss eine berufliche veranlasste Reise mit mehr als 25 km Entfernung und einer Mindestdauer von 3 Stunden vorliegen.
Taggeld Inland pflichtig
Erhält ein Arbeitnehmer ein Taggeld über der Steuerfreigrenze (2,20 € pro Stunde oder 26,40 € pro Tag), so ist der übersteigende Betrag steuerpflichtig.
Kilometergelder für dienstlich veranlasste Fahrten sind aktuell bis 0,42 € pro km steuerfrei.
Sehr genaue Informationen finden Sie auf der Seite der AK.
Der Bruttobezug stellt jenen Betrag dar, von welchem die Sozialversicherungsbeiträge und die Lohnsteuer und weitere Abgaben berechnet werden.
Diesen Betrag sollte man besonders genau überprüfen, denn beispielsweise hängt die Höhe der Pension, des Krankengeldes oder des Arbeitslosengeldes, davon ab.
Im nächsten Kapitel "Abgaben" erläutern wir die wichtigsten Abzüge, die im Wege der Lohnverrechnung vom Bruttobezug abgezogen werden.
Au dieser Seite der AK finden Sie in der Info-Box unseren Brutto-Netto Rechner.
Lohnzettel - Abgaben: BMGL Solzialversicherung laufend
BMGL SV lfd.
BMGL-SV ldf.: gemeint ist die Grundlage für den Abzug der Sozialversicherungsbeiträge vom laufenden Bezug.
Rechtsgrundlage der Sozialversicherung ist das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz (ASVG). Man ist ab dem ersten Tag der Beschäftigung pflichtversichert. Mit dem Sozialversicherungsbeitrag erwirbt der Arbeitnehmer Versicherungszeiten in der Pensions-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung. Der Arbeitgeber muss aus dem Fürsorgeprinzip heraus auch noch einen Unfallversicherungsbeitrag leisten. Die Dienstnehmerbeiträge werden bei Arbeitnehmern vom Brutto abgezogen.
Angestellte Arbeiter
(die angegebenen Prozentgrößen beziehen sich immer auf den Bruttobezug)
anteil Arbeitgeber-
anteil Arbeitnehmer-
Pensionsversicherung 10,25% 12,55% 10,25% 12,55%
Krankenversicherung 3,87% 3,78% 3,87% 3,78%
Arbeitslosenversicherung 3,00% 3,00% 3,00% 3,00%
Unfallversicherung -- 1,30% -- 1,30%
Summe 17,12% 20,63% 17,12% 20,63%
Beitrag zum Insolvenzfonds -- 0,35% -- 0,35%
Arbeiterkammerumlage 0,5% -- 0,5% --
Wohnbauförderungsbeitrag 0,5% 0,5% 0,5% 0,5%
Gesamtsumme 18,12% 21,48% 18,12% 21,48%
Hier ein Überblick über die aktuellen Sozialversicherungswerte
BMGL SV SZ
BMGL SV SZ = Bemessungsgrundlage Sozialversicherung Sonderzahlung
Für die Sonderzahlungen, also Urlaubs- und Weihnachtsgeld werden auch Sozialversicherungsbeiträge berechnet, allerdings um 1% weniger als beim laufenden Bezug, da die AK-Umlage und der Wohnbauförderungsbeitrag wegfallen. Siehe BMGL SV lfd.
Unter Sonderzahlungen versteht man Zahlungen, die zu bestimmten Zeiten fällig werden und nicht monatlich zustehen, sondern in größeren Zeiträumen. Typische Sonderzahlungen sind der Urlaubszuschuss oder das Weihnachtsgeld. Es gibt aber auch andere Sonderzahlungen wie Bilanzgelder, Jubiläumsgelder oä..
Sonderzahlungen stehen grundsätzlich nicht aufgrund von Gesetzen zu, außer z.B. bei Hausgehilfen und Hausangestellten. Typischerweise regeln die Kollektivverträge der Gewerkschaften die Höhe und auch den Auszahlungszeitpunkt von Sonderzahlungen.
Weiterführende Informationen zum Thema Urlaubsrecht
BMGL Aufrollung SV
Hier sind jene Fälle gemeint, wenn der Arbeitgeber Bezüge aus bereits abgelaufenen Perioden nachzahlt und dafür auch die Abgaben nachentrichtet werden müssen (z.B. rückwirkend gewährte Lohn- und Gehaltserhöhungen).
Abgaben: BMGL LSt lfd.
BMGL LSt lfd.
BMGL LSt lfd: Grundlage für die Berechnung der Lohnsteuer von den laufenden Bezügen, das sind die regelmäßigen monatlichen Bezüge.
Basis für die Berechnung der Lohnsteuer ist die sogenannte Lohnsteuerbemessungsgrundlage (BMGL LSt).
Zur Ermittlung der Bemessungsgrundlage geht man nach folgendem Schema vor:
Bruttobezüge
- steuerfreie Zulagen und Zuschläge
- steuerfreie Reisekosten
- Freibetrag laut Freibetragsbescheid
- Gewerkschaftsbeitrag
- E-Card-Gebühr (jeweils im November)
+ Sachbezüge (Firmen-PKW, KFZ Abstellplatz,…)
Ergibt die Lohnsteuerbemessungsgrundlage
In Österreich berechnet sich diese Steuer nach einem progressiven Steuersystem, das heißt je höher das Einkommen, desto höher die Steuer. Nach dem Einkommensteuergesetz ist für die Steuerberechnung das Jahreseinkommen maßgeblich. Diese Jahreswerte sind in den Lohnverrechnungsprogrammen auf Monatswerte umgelegt.
Hilfreiche Informationen zum Thema Lohnabrechnung und Lohnsteuer.
11.000 € bis 18.000 €
18.000 € bis 31.000 €
31.000 € bis 60.000 €
60.000 € bis 90.000 €
90.000 € bis 1 Million €
Über 1 Million €
Der neue Spitzensteuersatz soll (vorerst) auf 5 Jahre befristet gelten.
BMGL LSt SZ
BMGL LSt SZ = Bemessungsgrundlage Lohnsteuer Sonderzahlung
Die Sonderzahlungen werden im Einkommensteuerrecht als sonstige Bezüge bezeichnet. Im Grundsatz gilt, dass sonstige Bezüge bis zur Höhe eines Jahressechstels (also in etwa bis zur Höhe von 2 Monatsbezügen) lediglich mit 6% besteuert werden. Die ersten 620 € der sonstigen Bezüge sind steuerfrei.
Wer beispielsweise neben Urlaubs- und Weihnachtsgeld eine zusätzliche Sonderzahlung erhält, der wird feststellen, dass alle Bezüge, die über das Jahressechstel hinausgehen, voll mit dem laufenden Steuersatz versteuert werden.
BMGL Aufrollung LSt
Unter Akonto versteht man den gesamten oder auch nur einen Teil eines Betrags, der im Voraus bezahlt wurde. Konkret also ein Lohn/Gehaltvorschuss.
Nettobezug/Auszahlung
Hier befindet sich jener Betrag, von dem die Abgaben bereits abgezogen wurden und der an den Arbeitnehmer ausgezahlt wird. Über den Nettobezug kann der Arbeitnehmer wirtschaftlich verfügen.
Abgaben BMGL BV
BMGL BV
BMGL BV = Bemessungsgrundlage für den Beitrag zur Mitarbeitervorsorgekasse
Mit 1.1. 2003 wurden die Mitarbeitervorsorgekassen eingeführt, allgemein bezeichnet als "Abfertigung Neu". Sie haben das System "Abfertigung alt" abgelöst. Im Gesetz ist geregelt, dass monatlich 1,53% des Bruttolohnes oder -gehalts vom Arbeitgeber zu leisten sind. Die Beiträge werden an die Gebietskrankenkassen überwiesen und von diesen an die jeweilige Mitarbeitervorsorgekasse weitergeleitet. Im Gegensatz zur Sozialversicherung existieren bei der Abfertigung NEU keine Geringfügigkeitsgrenze und keine Höchstbeitragsgrundlage (auch für geringfügig Beschäftigte ist BV-Beitrag zu leisten). Der erste Monat ist beitragsfrei.
Weitere Informationen zum Thema "Abfertigung Alt und Neu".
Beginn der Beitragspflicht eines Nachfolgedienstverhältnisses innerhalb eines Jahres
OGH v. 25.5.2016, 9ObA 30/16a
Das Betriebliche Mitarbeiter- und Selbständigenvorsorgegesetz (BMSVG) regelt Folgendes: Die Beitragspflicht zur Betrieblichen Vorsorgegesetz (BV) setzt mit dem ersten Tag eines Arbeitsverhältnisses ein, wenn es innerhalb eines Zeitraumes von zwölf Monaten ab dem Ende eines Arbeitsverhältnisses mit demselben Arbeitgeber geschlossen wurde.
Bisher ging man in der Verwaltungspraxis davon aus, dass diese gesetzlich geregelte Ausnahme vom „beitragsfreien ersten Monat“ nur dann zur Anwendung kommt, wenn beide Arbeitsverhältnisse dem BMSVG unterliegen und jeweils auch länger als einen Monat dauern.
Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat aber in einer Entscheidung ausgesprochen, das BMSVG sei dahin auszulegen, dass in jenen Fällen, in denen innerhalb von zwölf Monaten ab dem Ende eines Arbeitsverhältnisses demselben Arbeitgeber erneut ein Arbeitsverhältnis geschlossen wird, die Beitragspflicht bereits mit dem ersten Tag dieses nachfolgenden Beschäftigungsverhältnisses einsetzt. Und zwar unabhängig davon, wie lange die beiden Arbeitsverhältnisse gedauert haben.
Die OGH Entscheidung ist für alle jene Dienstverhältnisse umzusetzen, die seit dem 10.6.2016 bestehen, da zu diesem Zeitpunkt die Veröffentlichung des Urteils im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) erfolgt ist.
1. Beschäftigung vom 10.10. bis 28.10.2016: keine BV-Pflicht
2. Beschäftigung vom 1.12. bis 9.12.2016: BV-Pflicht ab 1.12.2016
1. Beschäftigung vom 17.10. bis 30.11.2016: BV-Pflicht ab 17.11.2016
2. Beschäftigung vom 5.12. bis 9.12.2016: BV-Pflicht ab 5.12.2016
ÖGB-Beitrag
Der Österreichische Gewerkschaftsbund ist ein Verein der auf freiwilliger Mitgliedschaft beruht und zählt ca. 1,2 Millionen Mitglieder. Der monatliche Beitrag zum ÖGB beträgt grundsätzlich ein Prozent vom Bruttolohn oder Gehalt. Wird der Beitrag schon bei der monatlichen Lohnabrechnung berücksichtigt, so spart man sicher dadurch einen Teil der Steuer.
Website des Österreichischen Gewerkschaftsbundes
Pendlerpauschale / Pendlereuro
Für Geringverdiener gibt es im Wege der Negativsteuer eine Rückerstattung der Sozialversicherungsbeiträge.
Die Aufwendungen, die einem Arbeitnehmer auf dem Weg von seiner Wohnstätte bis zur Arbeitsstätte entstehen sind grundsätzlich mit dem Verkehrsabsetzbetrag in Höhe von 291 € jährlich abgegolten, welcher bei allen Arbeitnehmern im Zuge der Lohnverrechnung automatisch berücksichtigt wird. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die kleine oder große Pendlerpauschale unter bestimmten Voraussetzungen zu beantragen.
Informationen zur Pendlerpauschale alt und neu
Seit 2014 stellt das Finanzministerium einen Pendlerrechner zur Verfügung. Das Ergebnis ist für den Anspruch ausschlaggebend.
Die Pendlerpauschale wurde mit 1.1.2013 reformiert: hier die wichtigsten Änderungen
Bisher konnten Teilzeitkräfte keine Pendlerpauschale in Anspruch nehmen. Die Neuregelung sieht einen Anspruch auf Pendlerpauschale auch für Teilzeitbeschäftigte vor, die nur an einem oder an zwei Tagen pro Woche zu ihrer Arbeitsstätte fahren. Diese erhalten ein bzw. zwei Drittel der jeweiligen Pendlerpauschale. Fahren Pendler mindestens an drei Tagen pro Woche zur Arbeit, erhalten sie wie bisher das Pendlerpauschale zur Gänze. Auch die bisherige Kilometerstaffel und die Höhe der Pendlerpauschalien bleiben unverändert. Wenn Kosten für Fahrten zwischen dem Wohnsitz am Arbeitsort und dem Familienwohnsitz (= Familienheimfahrten) als Werbungskosten berücksichtigt werden, kann daneben kein Pendlerpauschale für die Wegstrecke vom Familienwohnsitz zur Arbeitsstätte berücksichtigt werden. Weiters steht Arbeitnehmern mit mehreren Arbeitsstätten maximal ein volles Pendlerpauschale (d.h. maximal drei Drittel) im Kalendermonat zu.
Pendlern steht zusätzlich zur Pendlerpauschale der Pendlereuro, der abhängig von der Entfernung zum Arbeitsplatz ist, als steuerlicher Absetz.B.etrag zur Verfügung. Voraussetzung ist der Anspruch auf eine Pendlerpauschale. Der Pendlereuro ist ein Jahresbetrag und wird berechnet, indem die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit "zwei" multipliziert wird. Der Pendlereuro steht Beziehern des sogenannten "großen" und des "kleinen" Pendlerpauschales gleichermaßen zu. Für Teilzeitkräfte wird der Pendlereuro wie das Pendlerpauschale aliquotiert. Die Berücksichtigung des Pendlereuros erfolgt wie beim Verkehrsabsetzbetrag durch den Arbeitgeber.
Zur Förderung der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel kann das Jobticket auch Arbeitnehmern ohne Anspruch auf Pendlerpauschale von dem Arbeitgeber steuerfrei zur Verfügung gestellt werden. Das heißt, die Arbeitnehmer haben für diesen Vorteil keinen Sachbezug zu versteuern. Wird das Jobticket anstatt des bisher gezahlten steuerpflichtigen Arbeitslohns zur Verfügung gestellt, dann liegt eine nicht begünstigte, steuerpflichtige Gehaltsumwandlung vor.
Keine Pendlerpauschale für Arbeitnehmer, die ihren Dienstwagen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nutzen können
Arbeitnehmern, die ein arbeitgebereigenes Kfz auch für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nutzen können, steht künftig kein Pendlerpauschale zu. Diese Änderung tritt abweichend von den übrigen Änderungen erst mit 1. Mai 2013 in Kraft.
Rückerstattung von Sozialversicherungsbeiträgen (alter Begriff Negativsteuer)
Sozialversicherungsbeiträge von Dienstnehmern, die wegen ihres geringen Einkommens keine Lohnsteuer bezahlen, werden teilweise bei der Veranlagung rückerstattet und zwar: 50% der Beiträge, maximal 400 €.
Steht das Pendlerpauschale zu, so erhöht sich der Rückerstattungsbetrag auf maximal 500 €.
Für 2015 wird die Regelung teilweise vorgezogen, dh Dienstnehmer mit geringem Einkommen erhalten 2015 bei der Veranlagung (Lohnsteuerausgleich) max. 220 € rückerstattet.
Freibetrag laut Mitteilung
Sie haben die Möglichkeit, bei der Arbeitnehmerveranlagung (Lohnsteuerausgleich), Sonderausgaben, Werbungskosten und außergewöhnliche Belastungen steuerlich abzusetzen.
Wenn bei Ihnen die Ausgaben jährlich regelmäßig anfallen, dann macht es Sinn, bei der Durchführung der Arbeitnehmerveranlagung einen Freibetragsbescheid zu beantragen. In diesem Fall erhalten Sie gemeinsam mit Ihrem Einkommensteuerbescheid eine Mitteilung über die Höhe Ihrer Freibeträge. Diese Mitteilung können Sie Ihrer Personalverrechnung übergeben und somit wird in der monatlichen Lohnabrechnung der Freibetrag berücksichtigt. Sie sparen monatlich Steuer.
Achtung: In diesem Fall müssen Sie jährlich eine Arbeitnehmerveranlagung durchführen, denn das Finanzamt prüft, wie hoch Ihre Ausgaben pro Jahr tatsächlich waren.
Alleinverdiener / Alleinerzieher
Auf unserem Muster-Lohnzettel findet man bei Alleinverdiener JA/2: Damit wird am Lohnzettel ausgedrückt, dass der Alleinverdienerabsetz.B.etrag (JA) mit 2 Kinderzuschlägen (2) berücksichtigt wurde.
Alleinverdiener ist
wer für mindestens ein Kind mehr als sechs Monate Familienbeihilfe bezogen hat
und mehr als 6 Monate in einer Ehe, eingetragenen Partnerschaft oder eheähnlichen Lebensgemeinschaft lebt
und die Einkünfte des (Ehe-)Partners den Betrag von 6000 € jährlich nicht übersteigen.
Alleinerzieher ist
wer für mindestens ein Kind mehr als 6 Monate Familienbeihilfe bezogen hat
und mehr als 6 Monate im Kalenderjahr nicht in einer Ehe oder Lebensgemeinschaft lebt.
Stehen AVAB oder AEAB zu, verringert sich die Lohnsteuer um:
494 € bei einem Kind
669 € bei zwei Kindern
+ 220 € für das dritte und jedes weitere Kind
Hier detaillierte Informationen zum Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag
Steuerfreier Betrag 68/2
Gemeint ist § 68 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes. Hier werden die 50%igen steuerfreien Überstundenzuschläge berücksichtigt. Lohnsteuerfrei bleiben höchsten 10 Überstundenzuschläge, aber maximal 86 €. Jedoch sind Sozialversicherungsbeiträge voll zu entrichten. (siehe oben bei Überstunden: Zuschläge 68/2)
Steuerfreier Betrag 68/1
Gemeint ist § 68 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes. An dieser Stelle des Einkommensteuergesetztes sind die steuerfreien Zuschläge für Sonn-, Feiertags- und Nacharbeit und die Zuschläge für Schmutz- Erschwernis- und Gefahrenzulagen geregelt. Für diese Art von Zulagen und Zuschlägen und damit zusammenhängende Überstundenzuschläge sind 360 € monatlich steuerfrei. Leistet jemand überwiegend monatlich Nachtarbeit (zwischen 19.00 und 7.00 Uhr, zusammenhängend mindestens 3 Stunden), so erhöht sich der steuerfreie Betrag auf 540 €.
verbrauchter Freibetrag Sonderzahlungen
Unter Sonderzahlungen versteht man Zahlungen, welche nicht monatlich, sondern in größeren Abständen zu bestimmten Zeitpunkten fällig werden. Dazu zählen Urlaubsgeld, Weihnachtsremuneration, Bilanzgelder, jährliche Prämien und Jubiläumsgelder. Für diese Zahlungen gibt es einen Freibetrag von 620 €. Darüber hinaus erfolgt die Besteuerung mit 6% ungefähr bis zur Höhe von durchschnittlich 2 Monatsbezügen (siehe oben bei Abgaben: GL LSt SZ).
In dieser Rubrik wird jener Betrag ausgewiesen, der von den 620 € schon steuerfrei bezogen wurde.