Source: http://www.riester-rente-ratgeber.de/riester-rente-blog/tipps-tricks/umschuldung-von-vor-2008-angeschafften-immobilien-mit-wohn-riester
Timestamp: 2019-05-24 08:00:47
Document Index: 357681914

Matched Legal Cases: ['§92', '§92', '§ 10', '§92', '§ 10', '§82', '§ 92', '§92']

Wohn Riester - Förderung nun auch für Altobjekte möglich -
Sie besitzen eine selbstgenutzte Wohnimmobilie und haben diese vor dem 01.01.2008 erworben? Dann konnten Sie Wohn Riester bislang nicht nutzen. Seit Jahresbeginn 2014 ist jedoch auch die Riester Förderung für Altobjekte möglich.
Der Gesetzgeber hat die Spielregeln geändert. Seit dem 01.01.2014 kann die Riester Förderung im Rahmen von Wohn-Riester nun auch für Altobjekte verwendet werden.
Bisher waren diese vor 2008 angeschafften Immobilien von der Riester Förderung während der Ansparphase ausgeschlossen.
Eine Entnahme zur Entschuldung war erst mit Rentenbeginn möglich.
Durch die Gesetzesänderung ergeben sich für Riester Sparer folgende Optionen:
Entnahme von Guthaben aus einem bestehenden Riester Vertrag zur Tilgung
Umschuldung einer bestehenden Finanzierung mit Wohn Riester Förderung
Anschlussfinanzierung mit Wohn Riester Förderung
Maßgeblich für diese Überlegung sind zwei Dinge. Zum Einen Höhe und Bedingungen der bestehenden Finanzierung, zum Anderen die Frage auf welche der Optionen Sie zurückgreifen möchten.
Entnahme aus einem bestehenden Riester Vertrag
Wenn Sie einen Riester Banksparplan oder einen Riester Bausparvertrag besitzen, sollte die Entnahme für Wohn Riester kein Problem darstellen und ohne Nachteile möglich sein.
Wer eine Riester Rentenversicherung besitzt, fährt potentiell Verluste ein, sollte binnen der ersten 10 Jahre Vertragslaufzeit Kapital aus der Police entnommen werden. Das ist schlichtweg durch die Verteilung der Abschlusskosten bedingt und auch bei guten Riester Rentenversicherungen der Fall.
Bei Riester Fondssparplänen entscheiden die Börsenkurse, ob eine vorzeitige Entnahme mit Verlusten einhergeht.
Grundsätzlich gilt: Bei fast allen Verträgen fällt für die Entnahme eine Gebühr an. Zudem sind die gesetzlichen Spielregeln zu beachten.
Ob und zu welchen Konditionen eine Umschuldung möglich ist, bleibt vor allem abhängig von den Vertragsbedingungen des alten Darlehens. Eventuell ist eine vorzeitige Ablösung mit einer entsprechenden Vorfälligkeitsentschädigung verbunden. Eine Umschuldung ohne Nachteile ist immer nur im Rahmen der Bedingungen des alten Darlehens möglich.
Eventuell sind aber auch Sondertilgungen eine Alternative, auch das hängt von den Spielregeln des Altdarlehens ab.
Aktuell sind die Zinsen niedrig. Diese kann man sich mit einem Riester Bausparvertrag für die Zukunft sichern. Je nach Zeitpunkt für die Anschlussfinanzierung kommen ein regulärer Riester Bausparvertrag, aber auch ein Riester Bausparkombidarlehen in Frage.
Gesetzliche Grundlagen für die Förderung von Altobjekten
Da selbst offizielle Stellen wie beispielsweise die Deutsche Rentenversicherung Bund ihre Informationen mit Stand Februar 2014 immer noch nicht angepasst haben, herrscht Verwirrung bei Verbrauchern und selbst bei so manchem Kollegen.
Nun bin ich Versicherungsmakler und nicht Steuerberater, eine Herleitung aus dem Steuerrecht ist also nicht gerade meine Kernkompetenz. Ich will es nachfolgend dennoch versuchen.
Es verbleibt der Hinweis: Nachfolgende Ausführen stellen keine Beratung in steuerlichen Dingen dar.
Zunächst wurde das Einkommenssteuergesetz geändert, insbesondere der §92a EStG.
Früher hieß es da im §92a EStG Abs. 1:
„… (1) Der Zulageberechtigte kann das in einem Altersvorsorgevertrag gebildete und nach § 10a oder diesem Abschnitt geförderte Kapital bis zu 75 Prozent oder zu 100 Prozent wie folgt verwenden (Altersvorsorge-Eigenheimbetrag):
2. zu Beginn der Auszahlungsphase zur Entschuldung einer Wohnung oder ….“
Heute sieht der §92a EStG Abs. 1 so aus:
1) 1Der Zulageberechtigte kann das in einem Altersvorsorgevertrag gebildete und nach § 10a oder nach diesem Abschnitt geförderte Kapital in vollem Umfang oder, wenn das verbleibende geförderte Restkapital mindestens 3 000 Euro beträgt, teilweise wie folgt verwenden (Altersvorsorge-Eigenheimbetrag):
1. bis zum Beginn der Auszahlungsphase unmittelbar für die Anschaffung oder Herstellung einer Wohnung oder zur Tilgung eines zu diesem Zweck aufgenommenen Darlehens …“
Allerdings führt der §82 EStG zu einiger Verwirrung, denn dort steht im Abs. 1 Satz 5 aus dem Zusammenhang gerissen:
„… Tilgungsleistungen nach den Sätzen 1 und 3 werden nur berücksichtigt, wenn das zugrunde liegende Darlehen für eine nach dem 31. Dezember 2007 vorgenommene wohnungswirtschaftliche Verwendung im Sinne des § 92a Absatz 1 Satz 1 eingesetzt wurde …“
Aufgelöst wird diese Verwirrung erst durch ein Schreiben des BMF von 13.01.2014. Dort findet man bei Randziffer 244:
„Der Altersvorsorge-Eigenheimbetrag kann auch zur vollständigen oder teilweisen Ablösung eines für die Finanzierung der Anschaffungs- / Herstellungskosten
der selbst genutzten Wohnung oder für den Erwerb von Pflichtgeschäftsanteilen an einer eingetragenen Genossenschaft eingesetzten Darlehens (Entschuldung) verwendet werden. Diese Entschuldung ist eine wohnungswirtschaftliche Verwendung im Sinne des §92a Abs.1 EStG. Auf den Anschaffungs-
/Herstellungszeitpunkt der Wohnung kommt es insoweit nicht an. Von einer Finanzierung von Anschaffungs- und Herstellungskosten einer selbst genutzten Wohnung kann insoweit ausgegangen werden, als das ursprü ngliche Darlehen im zeitlichen Kontext (Zeitraum von drei Jahren vor und nach der Anschaffung bzw. Herstellung) aufgenommen wurde.“
By Torsten Breitag|2016-01-12T23:21:03+00:00Januar 12th, 2016|0 Comments