Source: https://www.komnet.nrw.de/_sitetools/dialog/42333
Timestamp: 2018-11-15 13:04:31
Document Index: 224627249

Matched Legal Cases: ['§ 31', '§ 78', '§ 2', '§ 8', '§ 21', '§ 15']

KomNet Dialog 42333
In einem OP-Saal wird ein C-Bogen eingesetzt. Sind die Mitarbeiter bei der Anwendung eines C-Bogens verpflichtet eine Schutzbrille zu tragen. Wenn ja, wo findet sich die entsprechende Regelung?
Vorbemerkung: Nach der zur Zeit geltenden Röntgenverordnung ist in § 31a Abs. 2 Röntgenverordnung (RöV) ein Teilkörperjahresgrenzwert für die Augenlinse für beruflich strahlenexponierte Personen von 150 mSv festgelegt. Am 31.12.2018 tritt das neue Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) in Kraft. Im Strahlenschutzgesetz wird ein Jahresgrenzwert für die Augenlinse von 20 mSv pro Jahr für die beruflich strahlenexponierte Person festgesetzt ( § 78 StrlSchG).
Zu ihrer Frage : Grundsätzlich besteht die Pflicht zur Minimierung einer Strahlenexposition (§ 2c RöV, § 8 Abs. 1 StrlSchG).
Zu den Aufgaben eines Strahlenschutzbeauftragten gehört es u.a. Schutzmaßnahmen wie z.B. das Tragen von Schutzkleidung festzulegen, die zur Einhaltung eines Grenzwertes oder zur Minimierung einer Strahlenexposition erforderlich sind. Nach § 21 RöV muss die erforderliche Schutzkleidung im Kontrollbereich getragen werden, diese Schutzkleidung muss nach § 15 RöV vom Strahlenschutzverantwortlichen zur Verfügung gestellt werden.
Schutzmaßnahmen können auch die Verwendung von Schutzbrillen bedeuten. Ob eine Schutzbrille getragen werden muss, hängt davon ab, wo sich das betroffenen Personal bei der Anwendung von Röntgenstrahlen am Menschen befindet, welche Tätigkeit gerade ausgeführt wird, die zeitliche Dauer einer Röntgenanwendung und wie oft die jeweilige Person im Kalenderjahr bei einer Röntgenanwendung beteiligt ist.
Weiter ist entscheidend, ob sich die betroffenen Personen im Kontrollbereich aufhalten. Üblicherweise hat der Kontrollbereich bei einem C-Bogen einen Radius um die Röhre
von 3,5 m und 4,5 m. Ob das Tragen von Schutzbrillen erforderlich ist, legt der fachkundige Strahlenschutzbeauftragte unter Kenntnis der beschriebenen Einflussfaktoren fest.