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Timestamp: 2019-12-14 03:48:47
Document Index: 346801148

Matched Legal Cases: ['§ 212', '§ 46', '§ 212', '§ 211', '§ 211', '§ 212', '§ 211']

Definitionen | Strafrecht online
Kategorie / Definitionen
7. September 2018 by Stern
Besonders schwerer Fall des Totschlags im Sinne von § 212 Abs. 2 StGB
In zahlreichen Fällen bildet das Gesetz für denselben Deliktstypus mithilfe von benannten und unbenannten zusätzlichen Merkmalen unterschiedliche „Wertstufen“ (Lackner/Kühl § 46 Rn. 7), um die im Regelfall extrem weiten Strafrahmen wenigstens etwas einzugrenzen. Die benannten Merkmale sind zahlreich, von den unbenannten gibt es zwei: den besonders schweren und den minder schweren Fall.
Ein Beispiel hierfür ist der besonders schwere Fall des Totschlags, der in § 212 Abs. 2 StGB mit lebenslanger Freiheitsstrafe bedroht wird – mithin derselben absoluten Strafe wie der Mord. Gegenüber dem „gewöhnlichen“ Totschlag (Freiheitsstrafe zwischen 5 und 15 Jahren) ist die angedrohte Strafe somit erheblich erhöht, weshalb die Strafzumessungsregel auch restriktiv auszulegen ist. Gefordert wird,
dass in der Tatausführung, in der Tatmotivation oder in den zurechenbaren Tatfolgen ein außergewöhnlich hohes Täterverschulden zum Ausdruck gebracht wird, welches ebenso schwer wiegt wie das eines Mörders.
Insbesondere reicht die bloße Nähe jener Umstände, welche die Tat oder den Täter kennzeichnen, zu einem gesetzlichen Mordmerkmal allein als die Schuld erhöhender Umstand nicht aus. Vielmehr müssen noch (weitere) schulderhöhende Momente hinzukommen, die besonderes Gewicht haben. Wir empfehlen für weitere Details und eine gute Illustration des Problems die Lektüre des Urteils des Bundesgerichtshofs vom 07. August 2001 – 1 StR 174/01, jedoch nicht kurz nach dem Essen.
4. September 2018 6. September 2018 by Stern
Töten im Sinne der §§ 211 ff. StGB
Die Strafvorschriften des 16. Abschnitts des StGB („Straftaten gegen das Leben“), namentlich die §§ 211 (Mord), 212 (Totschlag), 216 (Tötung auf Verlangen) und 222 (Fahrlässige Tötung) verlangen die Tötung bzw. die Verursachung des Todes eines anderen Menschen.
Beispielhaft heißt es in § 212 Abs. 1 StGB:
Da es im allgemeinen Teil des Strafrechts einen ganzen Haufen von Problemen gibt, die häufig im Rahmen der Tötungsdelikte verhandelt werden, lohnt es sich, eine kleine Definition zu lernen, um ein wenig den Blick für diese Probleme zu schärfen. Die Definition für „töten“ lautet daher:
Töten ist das kausale und zurechenbare Herbeiführen des Todes.
Anzumerken ist, dass als „Tod“ in diesem Sinne lange der Herz- und Kreislaufstillstand angesehen worden ist, was aber mittlerweile von der Entwicklung der Intensiv- und Transplantationsmedizin eingeholt wurde. Heute ist mit dem Tod im strafrechtlichen Sinne der Hirntod gemeint ist. Dieser wird als „irreversibles Erloschensein der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstammes bei einer durch kontrollierte Beatmung noch aufrechterhaltenen Herz- und Kreislauffunktion (Fischer Vor §§ 211-217, Rn. 15 m. w. N.) definiert, wobei wir nicht empfehlen, diese (letztgenannte) Definition auswendig zu lernen.
Und um ganz sicher zu gehen: Natürlich ist das Beitragsbild irreführend. Wir empfehlen hier einen Blick ins Tierschutzgesetz.