Source: https://studentensteuererklaerung.de/ratgeber-steuern/steuererklaerung-7-jahre-rueckwirkend-abgeben
Timestamp: 2017-01-24 06:58:20
Document Index: 54355728

Matched Legal Cases: ['§10', '§ 52', '§172', '§ 172', '§ 173', '§129']

Ist die Steuererklärung wirklich 7 Jahre rückwirkend möglich? | Studentensteuererklärung
Immer wieder lehnen Finanzämter Steuererklärungen von Studierenden aufgrund von angeblichen Fristversäumnissen ab. Dies hat seine Ursache darin, dass viele Behörden davon ausgehen, dass die Abgabe der Steuererklärung nur bis zu vier Jahre rückwirkend möglich ist. Das ist nicht korrekt! Für Studierende gilt aktuell noch eine 7-Jahres-Frist für die Steuererklärung.
Wer eine freiwillige Steuererklärung abgibt, stellt damit einen Antrag zur Einkommensteuerveranlagung oder einen Antrag zur gesonderten Verlustfeststellung. Die Einkommensteuerveranlagung ist bis zu vier Jahre rückwirkend möglich. Ein Verlustvortrag ist bis zu sieben Jahre rückwirkend möglich. Die meisten Studierenden wollen mit einer Steuererklärung ihre Studienkosten als Verluste geltend machen.
Weist das Finanzamt die Steuererklärung aufgrund der Überschreitung der Abgabefrist von vier Jahren zurück, sollte Einspruch eingelegt werden.
Das deutsche Steuerrecht ist nicht nur komplex und für Laien schwer zugänglich, es befindet sich zudem ständig in Bewegung. Gesetzesänderungen und laufende Gerichtsverfahren machen es schwer, den Überblick über die aktuelle Sachlage zu behalten. Das gilt für Steuerzahler ebenso wie für viele Steuerberater und Sachbearbeiter in den Finanzämtern. Natürlich haben auch wir keinen allumfassenden Überblick über die aktuelle Steuersituation. In einem Punkt sind wir uns aber sicher: Die Frist zur rückwirkenden Abgabe einer Steuererklärung für die Studienzeit beträgt sieben Jahre. Antrag auf Einkommensteuerveranlagung
Wer nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, kann trotzdem beim Finanzamt den Antrag auf Einkommensteuerveranlagung stellen. Dies macht für Arbeitnehmer insbesondere dann Sinn, wenn zu viel gezahlte Lohnsteuer zurückgefordert werden soll. Für die freiwillige Einkommensteuerveranlagung gilt eine vierjährige Festsetzungsfrist. Stichtag für die Abgabe ist der 31. Dezember. Antrag auf Verlustfeststellung
Ausbildungskosten werden immer erst dann erstattet, wenn auch Steuern gezahlt werden. Da dies bei den meisten Studierenden während der Studienzeit nicht der Fall ist, ermöglicht das deutsche Steuerrecht einen sogenannten Verlustvortrag. Hierbei werden dem Finanzamt per Steuererklärung alle studienbedingten Ausgaben und die Einnahmen in einem Jahr angezeigt. Übersteigen die Ausgaben die Einnahmen, merkt sich das Finanzamt den Differenzbetrag als Verlust. Die vorgetragenen Verluste aus der gesamten Studienzeit werden nach Berufseinstieg steuerlich verrechnet. Dies führt zu einer Steuererstattung. Wer einen Verlustvortrag machen will, stellt beim Finanzamt den Antrag auf gesonderte Verlustfeststellung. Hierfür kann auf den klassischen Steuerformularen einfach ein Häkchen an entsprechender Stelle auf dem Mantelbogen gemacht werden. Bei studentensteuererklärung.de wird das Häkchen automatisch gesetzt. Verlustvortrag 7 Jahre rückwirkend möglich
Anders als beim Antrag zur Einkommensteuerveranlagung ist der Antrag zur gesonderten Verlustfeststellung aktuell noch sieben Jahre rückwirkend möglich. Da die meisten Studierenden einen Verlustvortrag machen wollen, könnte man auch sagen: Studenten können sieben Jahre rückwirkend eine Steuererklärung abgeben. Leider kommt es immer wieder vor, dass Finanzämter Steuererklärungen ablehnen, weil angeblich die Frist zur Abgabe verpasst wurde. Im Regelfall reicht dann ein Einspruch, um das Finanzamt eines Besseren zu belehren. Einspruch beim Finanzamt einlegen
Wird eine Steuererklärung vom Finanzamt wegen Fristversäumnis abgelehnt, bekommst du ein Schreiben mit etwa diesem Inhalt: “Eine Antragsveranlagung kommt nicht in Betracht, weil die Festsetzungsfrist von 4 Jahren überschritten ist.”
Wolltest du einen Verlustvortrag machen, solltest du innerhalb von 30 Tagen nach Zugang des Schreibens Einspruch beim Finanzamt einlegen. In diesem Einspruch weist du darauf hin, dass du mit deiner Steuererklärung keinen Antrag auf Einkommensteuerveranlagung eingereicht hast, sondern einen Antrag auf gesonderte Verlustfeststellung stellen wolltest. In der Regel akzeptiert das Finanzamt deinen Einspruch anstandslos. Du kannst dir hier einen entsprechenden Muster-Einspruch herunterladen. Auf facebook teilen
Salma 12. Januar, 13:34 Uhr
danke für Deinen Beitrag. In meinem Fall stellt sich mir eine andere Frage: Das Finanzamt hat meinen Verlustvortrag abgelehnt, da "der vorliegende Steuerbescheid für das Verlustentstehungsjahr (2011 am 12.12.2012) nicht mehr geändert werden kann, weil er bereits seit dem 18.01.2013 bestandskräftig ist (§10d Abs. 4 Satz 4 EStG i.V.m. § 52 Abs. 25 Satz 5 EStG)."
Des weiteren werde ich darauf hingewiesen, dass diese Regelung vom Bundesfinanzhof für verfassungsgemäß befunden wurde (BFH-Urteil vom 10.02.2015, AZ.: IX R 6/14).
"Die Änderung bestandskräftiger Steuerbescheide richtet sich grundsätzlich nach den §§172ff AO. Demnach können Steuerbescheide nur geändert werden, soweit der Antrag auf Änderung innerhalb der einmonatigen Einspruchsfrist gestellt wurde (§ 172 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 a AO) oder die besonderen Voraussetzungen der §§ 173 - 175 AO greifen. Änderungsmöglichkeiten nach formeller Bestandskraft von Steuerbescheiden bieten daneben auch die §§129, 164 und 165 AO. Keine dieser Vorschriften ist vorliegend anwendbar."
Leider verstehe ich die Begründung der Ablehnung nicht ganz. Hat das etwas damit zu tun, dass ich bereits eine Steuererklärung für 2011 eingereicht hatte? Neben dem Studium habe ich über Promotion-Jobs Geld dazuverdient. Mit einem Gewerbeschein ist man gezwungen, eine Steuererklärung abzugeben. Dass ich meine Studienkosten geltend machen kann wusste ich nicht.
Habe ich noch eine Chance meine Studienkosten rückwirkend geltend zu machen, so wie ich es geglaubt habe?
Gruß, Salma Studentensteuererklärung-Team
12. Januar, 13:53 Uhr
Hallo Salma, sofern du für ein bestimmtes Jahr bereits eine Steuererklärung eingereicht hast und ein Steuerbescheid erlassen wurde, ist es leider nicht mehr möglich, eine weitere Erklärung für entsprechendes Jahr abzugeben. VG
13. Januar, 14:33 Uhr
gestern habe ich meine Steuererklärung für das Jahr 2010 elektronisch über euer Online-Formular eingereicht. Erst im Anschluss bin ich auf deinen Artikel gestoßen und mir fiel auf, dass die Abgabefrist 31.12.2016 nach deiner Quelle bereits überschritten ist. Besteht deiner Meinung nach noch die Möglichkeit dennoch für die Jahre 2010 - 2012 die Steuererklärung einzureichen, oder sind die Online-Formulare die das Tool aktuell bereitstellt, noch nicht den aktuellen Beschlüssen angepasst?!
13. Januar, 15:14 Uhr
Hallo Jan, laut der Steuerkanzlei Kudraß soll die Frist zur rückwirkenden Geltendmachung von Studienkosten von aktuell 7 auf nur noch 4 Jahre verringert werden. Dies ist bis dato noch nicht geschehen und mir war es auch nicht möglich, in Erfahrung zu bringen, wann die Friständerung vollzogen werden soll. Heißt: Du kannst aktuell weiterhin Verlustvorträge für Studienkosten bis einschließlich 2010 beim Finanzamt einreichen. Sofern sich hier etwas ändert, informieren wir natürlich unsere Nutzer. VG