Source: https://www.elementare-vielfalt.de/unternehmen/digitalisierung/labor-berufe.html
Timestamp: 2020-06-04 17:14:28
Document Index: 46382170

Matched Legal Cases: ['§4', '§11', '§18', '§5', '§12', '§19', '§ 13', '§ 14']

Chemielaborant - Ausbildung 4.0 und digitale Kompetenzen
in der Laboranten-Ausbildung
Digitale Wahlqualifikationen und optimierte WQ-Auswahlliste
Einfacher, moderner und digitaler: Zum 1. August 2020 tritt bundeseinheitlich eine Änderungsverordnung für Chemie-, Biologie- und Lacklaboranten in Kraft. Zentrale Neuerung sind zwei speziell auf die Ausprägung digitaler Kompetenzen ausgerichtete Wahlqualifikationen. Verbunden wird dies mit einer quantitativen und inhaltlichen Optimierung der übrigen WQs sowie deren Zusammenführung in nur eine Auswahlliste je Beruf. Die Neuerungen können von allen Unternehmen flexibel genutzt werden, die Laborberufe ausbilden. Die Änderungen wurden von Ausbildungsexperten der Chemie-Sozialpartner erarbeitet. Sie basieren auf einem breiten Erfahrungsaustausch innerhalb und außerhalb der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Die bewährte und zukunftsfähige Struktur der Ausbildungsordnung bleibt unverändert erhalten.
Optimierung der WQ-Anzahl sowie deren Zusammenführung in eine Auswahlliste
Inhaltliche Aktualisierung der einzelnen WQ-Profile bietet Betrieben neue Chancen
Ausbau digitaler Kompetenzen wird durch zwei angepasste WQs weiter gestärkt
WQs sind flexibel, d. h. nach Bedarf einsetzbar
keine Erhöhung der Mindestanforderungen für ausbildende KMU
Steigerung der Attraktivität der Laborberufe für Betriebe und Schüler/innen
bereits verfügbar ab August 2020 für alle neuen Ausbildungsverträge
Warum wurden die Laborberufe teilnovelliert?
Für immer mehr Chemie-Unternehmen gewinnt Digitalisierung und Vernetzung der Wertschöpfungsketten an Bedeutung. Hiervon sind auch Forschung, Entwicklung, Analytik und Produktion betroffen.
Vor diesem Hintergrund wurde die Verordnung der Laborberufe von Ausbildungsexperten der Chemie-Sozialpartner auf veränderte Praxis-Anforderungen überprüft. Es wurde festgestellt, dass...
...Aufbau und Struktur der Ausbildungsordnung weiterhin zukunftsfähig sind.
...bei Umfang und Zusammensetzung der Wahlqualifikationen (WQ) eine Aktualisierung vorgenommen werden sollte. Schwerpunkt der Aktivitäten war die Stärkung „digitaler Kompetenzen“ in der Laborantenausbildung, ohne die Mindestanforderungen für Ausbildungsbetriebe zu erhöhen.
Deshalb wurden zwei WQs speziell auf die Ausprägung digitaler Fertigkeiten und Kenntnisse ausgerichtet. Gleichzeitig wurde auch der inhaltliche Zuschnitt der übrigen WQs überprüft. Dies führte neben einer moderaten, inhaltlichen Anpassung auch zu einer Vereinfachung der Ausbildungsordnung (nur noch eine statt zwei Auswahllisten, Entfall der komplizierten Konditionierung bei der Auswahl der WQs).
Wo gibt es die Verordnungstexte zu den Laborberufen?
Die im Bundesgesetzblatt veröffentlichen Verordnungstexte können Sie hier herunterladen:
Ausbildungsordnung für Chemie-, Biologie- und Lacklaboranten (2009)
Änderungsverordnung Biologielaboranten (2016)
Änderungsverordnung für Chemie-, Biologie- und Lacklaboranten (2020)
Eine offizielle Gesamtfassung der Verordnung, in der alle Änderungen eingearbeitet sind, können Sie hier herunterladen.
Um in der Gesamtschau zu sehen, welche Inhalte und Formulierungen sich im Vergleich zu der Verordnung von 2009 verändert haben, laden Sie sich gerne unsere Arbeitshilfe herunter.
Was ändert sich an der Ausbildungsordnung?
Um in der Gesamtschau zu sehen, welche Inhalte und Formulierungen sich im Vergleich zu der Verordnung von 2009 verändert haben, laden Sie sich gerne unsere Arbeitshilfe herunter. Weitere Informationen und Hintergründe zur Änderungsverordnung finden Sie nachfolgend:
Die bestehende Ausbildungsordnung der Laborberufe bleibt in Aufbau und Struktur erhalten. So ändert sich nichts bei
dem Ablauf der Ausbildung
dem zeitlichen Umfang von Pflicht- und Wahlqualifikationen
der Prüfung (Ausnahme: AP II der Biologielaboranten).
Die Änderungen konzentrieren sich auf
die Anzahl und den inhaltlichen Zuschnitt der verfügbaren WQs
die Reduzierung auf nur eine Auswahlliste für WQs
die Anpassung der AP II der Biologielaboranten hinsichtlich zeitlichem Umfang und Gewichtung an die Regelungen des Chemielaboranten.
Die Anpassungen wurden mit Bedacht und sehr zielgerichtet vorgenommen. Sie sind in ihrem Gesamtumfang überschaubar und basieren auf einem breiten Austausch mit Ausbildungsexperten innerhalb und außerhalb der Chemie-Branche. Sie ermöglichen es, die Laborantenausbildung einfacher und moderner zu gestalten, ohne wesentlich an inhaltlicher Flexibiltät einzubüßen.
Mit der Änderungsverordnung 2020 wurden alle Ausbildungsrahmenpläne vollständig neu veröffentlicht, um eine gute Lesbarkeit und Übersichtlichkeit zu gewährleisten. Die Änderungsverordnung umfasst damit auch Berufsbildpositionen, die durch die Chemie-Sozialpartner nicht verändert wurden. Vor jeder Veröffentlichung wird eine Verordnung vom Bundesjustizministerium (BMJV) auf sogenannte „Rechtsförmigkeit“ geprüft. Diese Prüfung umfasst immer den kompletten Text, der (neu) publiziert werden soll, ganz gleich, ob dieser inhaltliche Änderungen enthält oder nicht.
Bei der Rechtsförmigkeitsprüfung wird darauf geachtet, dass
rechtliche Vorgaben und Formalia eingehalten werden.
aktuell gültige Verordnungsstandards angewendet werden, z. B. Formulierungen aus der Musterausbildungsverordnung.
Formulierungen eindeutig und für außenstehende Dritte verständlich sind. Es erfolgen sprachliche und stilistische Anpassungen, z. B. Austausch und Ergänzung von Verben, Veränderung des Satzbaues, Korrektur von Zeichensetzung und Groß-/Kleinschreibung, Reduzierung auf zwingend notwendige Anglizismen, Prüfung von Fachbegriffen und Abkürzungen.
So wurden im Fall der der Änderungsverordnung 2020 beispielsweise folgende Anpassungen auf Grund aktueller, rechtlicher Vorgaben und Verordnungsstandards vorgenommen:
§4 (1) sowie §11 (1) und §18 (1) werden aktualisiert durch: „Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die im Ausbildungsrahmenplan (Anlage x) aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten. Von der Organisation der Berufsausbildung, wie sie im Ausbildungsrahmenplan vorgegeben ist, darf abgewichen werden, wenn und soweit betriebspraktische Besonderheiten oder Gründe, die in der Person des oder der Auszubildenden liegen, die Abweichung erfordern.“
§5 (3) sowie §12 (3) und §19 (3) werden gestrichen. Grund: Dies ist bereits im Berufsbildungsgesetz in § 13 Satz 2 Nummer 7 sowie § 14 ausreichend geregelt.
Sternchenvermerke/Fußnoten im Ausbildungsrahmenplan entfallen.
Die Rechtsförmigkeitsprüfung erfolgte in enger Abstimmung mit dem Verordnungsgeber (BMWi) sowie den Chemie-Sozialpartnern, damit durch die Anpassungen keine inhaltlichen Verzerrungen entstehen. In bestimmten Fällen mussten aber Kompromisse getroffen werden. Diese gestalten sich im Fall der Änderungsverordnung 2020 z. B. wie folgt:
Abkürzungen werden zusätzlich ausgeschrieben, z. B. Gute Laborpraxis (GLP), Guter Herstellungspraxis (GMP), Polymerase-Kettenreaktion (PCR).
C-C-Verknüpfungen werden in „Kohlenstoff-Kohlenstoff-Verknüpfungen“ umbenannt.
Der Zusatz ­„Responsible Care“ entfällt. Da es sich um eine freiwillige Selbstverpflichtung der chemischen Industrie handelt, kann der Begriff leider nicht Bestandteil einer Rechtsverordnung sein.
Weitere redaktionelle Anpassungen finden Sie auch in unserer Arbeitshilfe.
Was ändert sich bei der Prüfung?
Bei der Prüfung ändert sich für Chemie- und Lacklaboranten nichts. Bei den Biologielaboranten werden die Regelungen der AP II vom Chemielaboranten übernommen.
Biologielaboranten – Neuerung bei der Abschlussprüfung Teil II
Auf Wunsch des Verordnungsgebers erfolgt eine Anpassung der Abschlussprüfung Teil II (AP II) bei den Biologielaboranten: Bisher wurden in der AP II im Teil „Prozessorientiertes Arbeiten“ eine Pflichtqualifikations (PQ)-Aufgabe und zwei WQ-Aufgaben geprüft. Mit der Änderungsverordnung 2020 wird dies nun an die Regelungen des Chemielaboranten angeglichen d. h.
in der AP II wird jetzt nur eine PQ-Aufgabe (=Arbeitsaufgabe I) und eine WQ-Aufgabe (=Arbeitsaufgabe II) geprüft.
Prüfungszeit und Gewichtung werden angepasst. Bisher betrug die Prüfungszeit 780 Minuten. Diese reduziert sich nun auf 660 Minuten. Die Arbeitsaufgabe I wird mit 40 Prozent und die Arbeitsaufgabe II mit 60 Prozent gewichtet.
Die Anpassungen bei der AP II gelten für alle ab dem 1. August 2020 neu beginnenden Ausbildungsverhältnisse.
Auswahl schriftlich zu prüfender WQs
Für alle Laborberufe wird klargestellt, dass die Auswahl schriftlich zu prüfender WQs durch den Prüfungsausschuss erfolgt. Dies entspricht dem üblichen Vorgehen in der Praxis und sichert einen einheitlichen Standard.
„(...) hierfür ist vom Prüfungsausschuss aus folgenden Gebieten und Tätigkeiten auszuwählen (...)“
Warum werden digitale Kompetenzen bei allen Laborberufen gestärkt?
Die Vernetzung von IT- und Labor-Management-Systemen, Smart-Labs, der Einsatz mobiler Endgeräte und Roboter, intelligenter Software und Apps, die Nutzung umfangreicher Datenanalysen (Big-Data) und Simulationen, aber auch der Einsatz künstlicher Intelligenz, schafft neue Möglichkeiten der Automatisierung und Prozessoptimierung. Gleichzeitig bilden diese Technologien die Grundlage für ganz neue, digitale Geschäftsmodelle.
Beispiele für Zukunftstrends
Das vernetzte, digitale Labor
Der Weg in das Labor der Zukunft
Das Smart-Lab
Einsatz eines Bioreaktors im vernetzten Labor
Smart Glasses im Labor
Augmented Reality in Forschung und Produktion
Dieser technologische Fortschritt hat Auswirkungen auf die Arbeitsweise der Mitarbeiter/innen und führt zu veränderten Qualifikationsanforderungen an den Facharbeiterberuf der Chemie-, Biologie- und Lacklaboranten.
Wie sehen die Inhalte der neuen, digitalen WQs aus?
Die digitalen WQs sind für alle Laborberufe verfügbar und basieren auf bereits bestehenden WQs. So wird die bisherige WQ „Laborbezogene Informationstechnik“ umbenannt in „Digitalisierung in Forschung, Entwicklung, Analytik und Produktion“ und inhaltlich wie folgt aktualisiert:
selbstorganisiert arbeiten, digitale Kommunikationsmittel einsetzen sowie in virtuellen Teams mitwirken
Daten digital erfassen, prüfen, auswerten, dokumentieren und sichern
Plausibilität beim Datenaustausch zwischen digitalen Systemen prüfen und Maßnahmen zur Beseitigung von Fehlern einleiten
Daten in digitalen Netzen recherchieren, Datenanalysen oder Simulationen durchführen und zur Optimierung von Prozessen nutzen
rechtliche und betriebliche Vorgaben zum Schutz und zur Sicherheit digitaler Daten einhalten
Die bisherige WQ „Arbeiten mit automatisierten Systemen im Labor“ wird umbenannt in „Arbeiten mit vernetzten und automatisierten Systemen“ und inhaltlich wie folgt aktualisiert:
Systeme einrichten, nutzen, überprüfen und optimieren
Labor-Informations- und Labor-Management-Systeme einsetzen
Daten über digitale Netze austauschen
Software- und Hardwarestörungen an Systemen erkennen und Maßnahmen zur Beseitigung der Störung einleiten.
Wie sind die Berufsbildpositionen der digitalen WQs zu interpretieren?
Was ist mit den einzelnen Berufsbildpositionen gemeint, aber auch nicht gemeint ist – hierzu finden Sie in unserer Arbeitshilfe eine „Interpretationshilfe“ sowie nähere Informationen.
Warum soll unser Ausbildungsbetrieb die neuen, digitalen WQs nutzen?
Die WQs bieten Ihnen als Ausbildungsbetrieb mehrere Vorteile. Einerseits können Sie vorausschauend auf digitale Veränderungsprozesse in Ihrem Unternehmen reagieren. Sie haben die Chance, die Ausbildungsabteilung als Innovationsmotor zu präsentieren, indem Sie frühzeitig Nachwuchskräfte mit digitalen Kompetenzen zur Verfügung stellen können.
Anderseits steigern Sie die Attraktivität Ihres Ausbildungsbetriebes und des Berufes Chemie-, Biologie- und Lacklaborant/in gegenüber Schülerinnen und Schülern, wenn Sie auf digitale Technologien und Inhalte setzen. Dies kann ein Vorteil im Wettbewerb um junge Nachwuchskräfte sein.
Wie erfolgt die Umsetzung der digitalen WQs in der Berufsschule?
Für die neuen, digitalen WQs gibt es kein eigenes Lernfeld in der Berufsschule. Sie werden im Rahmen der bestehenden Lernfelder vermittelt. Die Zuordnung könnte sich wie folgt gestalten:
WQ Digitalisierung in Forschung, Entwicklung, Analytik und Produktion
Chemielaborant/in: Lernfelder 1 bis 5, 8, 12 (alle Schuljahre)
Biologielaborant/in: Lernfelder 1 bis 4, 6 bis 8, 10, 13 (alle Schuljahre)
Lacklaborant/in: Lernfelder 1 bis 4 (Schuljahr 1)
WQ Arbeiten mit vernetzten und automatisierten Systemen
Chemielaborant/in: Lernfeld 10 (Schuljahr 3 und 4)
Biologielaborant/in: Lernfeld 12 (Schuljahr 3 und 4)
Lacklaborant/in: Lernfelder 2, 4 bis 8 (Schuljahr 1 und 2).
Die finale Zuordnung sowie weitere Details zur Umsetzung der digitalen WQs in der Berufsschule können Sie im Rahmenlehrplan der Kultusministerkonferenz (KMK) einsehen.
Gibt es schon erste Praxisbeispiele für die neuen, digitalen WQs?
Für die digitalen WQs haben die Ausbildungsexperten der Chemie-Sozialpartner erste Praxisbeispiele und
-ideen erarbeitet. Diese werden gerade aufbereitet und schnellstmöglich auf dieser Seite zur Verfügung gestellt. Die Beispiele sind nicht abschließend, sondern als Anregung zu verstehen, wie ein Ausbildungsbetrieb digitale Kompetenzen vermitteln könnte.
Wenn Sie auch Beispiele und Anregungen für uns haben, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie uns diese zur Verfügung stellen. Denn die digitale Arbeitswelt lebt auch von digitaler Kollaboration und dem Teilen von Good-Practices. Nutzen Sie dazu unser Online-Formular und reichen Sie Ihr Umsetzungsbeispiel ein!
In der Ausbildungsordnung „Laborberufe“ sind Wahlqualifikationen vorgesehen. Diese bieten jedem Betrieb die Möglichkeit, abhängig von seinem Bedarf bestimmte Inhalte im Rahmen der Ausbildung weiter zu vertiefen.
Mit der Änderungsverordnung 2020 stehen für...
...Chemielaboranten: 20 WQs
...Biologielaboranten: 16 WQs
...Lacklaboranten: 20 WQs
zur Verfügung, von denen sechs vom Ausbildungsbetrieb zu wählen sind. All das erfolgt im Rahmen der Regelungen und Vorgaben der Ausbildungsordnung.
Bei Zusatzqualifikationen (bundeseinheitlich oder kammerspezifisch) handelt es sich hingegen um zusätzliche Inhalte, die der Betrieb über den Rahmen der Ausbildungsordnung hinaus vermitteln kann. Zusatzqualifikationen kommen meist für besonders leistungsstarke Auszubildende in Betracht und werden von der zuständigen Kammer gesondert geprüft. Hierdurch entsteht weiterer Prüfungsaufwand.
Wann treten die Neuerungen der Änderungsverordnung 2020 in Kraft?
Die Änderungsverordnung tritt zum 1. August 2020 in Kraft und gilt für alle ab 1. August 2020 neu beginnenden Ausbildungsverhältnisse. Für bereits bestehende Berufsausbildungsverhältnisse sind weiterhin die geltenden Regelungen aus 2009 und 2016 anzuwenden.
Sofern für bereits geschlossene Ausbildungsverträge mit dem Beginn 1. August 2020 oder 1. September 2020 Wahlqualifikationen schriftlich fixiert wurden, können diese bis zur Abschlussprüfung Teil I noch angepasst werden. Es bleiben damit gut 1,5 Jahre Zeit, um entsprechende Vorkehrungen/Vorbereitungen im Ausbildungsbetrieb zu treffen. Nehmen Sie hierzu gerne Kontakt mit der für Sie zuständigen IHK vor Ort auf.
Chemielaboranten (CL)
So sieht die neue WQ-Auswahlliste für CL aus
In unserer Arbeitshilfe finden Sie eine Übersicht, welche Wahlqualifikationen für neue Ausbildungsverhältnisse ab dem 1. August 2020 verfügbar sind. Diese zeigt Ihnen die Inhalte der WQs auch in einer Gegenüberstellung zwischen alter (2009, 2016) und neuer Verordnung (2020). So können Sie gut erkennen, was sich verändert hat. Hierbei werden Sie feststellen, dass Modifikationen zielgerichtet und in überschaubarem Umfang vorgenommen wurden. Insgesamt reduziert sich die Anzahl der WQs von 28 auf 20.
Hier die neue WQ-Auswahl für CL im Überblick:
Durchführen farbmetrischer Arbeiten.
Diese WQs sind für CL nicht mehr verfügbar
Folgende WQs sind für neu beginnende Ausbildungsverhältnisse ab dem 1. August 2020 nicht mehr verfügbar. Ihre Inhalte können in anderen bzw. neu-zugeschnittenen WQs vermittelt werden oder sind heute Stand der Technik.
Weitere Erläuterungen, warum die WQs entfallen sind, finden Sie nachfolgend.
heute Stand der Technik; kann auch in den PQs „Spektroskopie“ und „Chromatografie“ vermittelt werden; in den WQs „Anwenden chromatografischer Verfahren“ und „Anwenden spektroskopischer Verfahren“ enthalten, da viele technische Systeme auf diese Kombination setzen. So ist beispielsweise heute der massenspektrometische Detektor ein Standarddektor in der Gaschromatographie (als Teil der Vermittlung in der WQ „chromatografische Verfahren“) und umgekehrt.Eine ausführliche Darstellung, welche PQs/WQs zur alternativen Umsetzung geeignet sind, finden Sie hier zum herunterladen.
bestimmen thermodynamischer Größen
kann auch in PQs abgedeckt werden, z. B. „Umgehen mit Arbeitsstoffen“, „Chemische und physikalische Methoden“; bei höherer Vermittlungstiefe auch in der WQ „Prozessbezogene Arbeitstechnik“ abbildbar. Eine ausführliche Darstellung, welche PQs/WQs zur alternativen Umsetzung geeignet sind, finden Sie hier zum herunterladen.
Es sind sowohl biochemisch/immunologische als auch molekularbiologische Inhalte beschrieben, die als Themengebiete aber nicht zwangsläufig zusammenpassen müssen. Die Themen sind deshalb den passenden WQs zugeordnet worden. Bioschemische Themen werden durch die überarbeitete WQ „Durchführen immunologischer und biochemischer Arbeiten“ abgedeckt. Molekularbiologische Themen werden durch die aktualisierte WQ „Durchführen gentechnischer und molekularbiologischer Arbeiten“ abgedeckt.
Durchführen elektrotechnischer und elektronischer Arbeiten
ein Sonderthema, das im betrieblichen Einsatz aus rechtlichen Gründen kaum praktische Anwendung findet (es handelt sich nicht um eine Elektrofachkraft!). Sollte hier Bedarf bestehen, können die Inhalte über die verordnete Weiterbildung zur „Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten“ vermittelt werden. Damit ist auch die Einweisung durch die zuständige Elektrofachkraft des Betriebes verbunden.
Biotechnologie ist eine fächerübergreifende Wissenschaft (Mikrobiologie, Zellkultur, Molekularbiologie, Gentechnik, Biochemie, Immunologie, Chromatografie, Analytik). Diese Themen können in den jeweiligen WQs vermittelt werden. Zudem wurde das Thema in der aktualisierten WQ „Durchführen mikrobiologischer Arbeiten“ verankert.
eine Vermittlungstiefe in der dort beschriebenen Ausprägung ist bei Chemielaboranten nicht unbedingt notwendig, relevante Aspekte können bei Bedarf mit der überarbeiteten WQ „Durchführen mikrobiologischer Arbeiten“ abdeckt werden.
Durchführen diagnostischer Arbeiten
eine Vermittlungstiefe in der dort beschriebenen Ausprägung ist bei Chemielaboranten nicht unbedingt notwendig. Biochemische und immunologische Themen können durch die überarbeitete WQ „Durchführen immunologischer und biochemischer Arbeiten“ abgedeckt werden. Molekularbiologische Aspekte können in der aktualisierten WQ „Durchführen gentechnischer und molekularbiologische Arbeiten“ berücksichtigt werden.
Untersuchungen von Beschichtungen
kann in der WQ „Herstellen, Applizieren und Prüfen von Beschichtungsstoffen und -systemen“ abgedeckt werden; kann zusätzlich in den WQs „Formulieren, Herstellen und Prüfen von Bindemitteln“, „Anwenden spektroskopischer Verfahren“, „Anwenden probenahmetechnischer und analytischer Verfahren“ Berücksichtigung finden.
Neue und modifizierte WQs in der Berufsschule
Für neue oder modifizierte WQs gibt es kein eigenes Lernfeld in der Berufsschule. Sie werden im Rahmen der bestehenden Lernfelder vermittelt. Die Zuordnung könnte sich für CL wie folgt gestalten:
Lernfelder 14 und 18, (Schuljahre 3 und 4)
Lernfelder 4, 8, 14 und 17 (alle Schuljahre)
Lernfelder 8, 14, 18 (Schuljahre 2 bis 4)
Lernfelder 1 bis 5, 8, 12 (alle Schuljahre)
Lernfeld 10 (Schuljahre 3 und 4).
Biologielaboranten (BL)
Neuerungen bei der Abschlussprüfung Teil II
Auf Wunsch des Verordnungsgebers erfolgt eine Anpassung der Abschlussprüfung Teil II (AP II) bei den BL: Bisher wurden in der AP II im Teil „Prozessorientiertes Arbeiten“ eine Pflichtqualifikations (PQ)-Aufgabe und zwei WQ-Aufgaben geprüft. Mit der Änderungsverordnung – gültig für neu beginnende Ausbildungsverhältnisse ab dem 1. August 2020 – wird dies nun an die Regelungen des Chemielaboranten angeglichen d. h.
So sieht die neue WQ-Auswahlliste für BL aus
In unserer Arbeitshilfe finden Sie eine Übersicht, welche Wahlqualifikationen für neue Ausbildungsverhältnisse ab dem 1. August 2020 verfügbar sind. Diese zeigt Ihnen die Inhalte der WQs auch in einer Gegenüberstellung zwischen alter (2009, 2016) und neuer Verordnung (2020). So können Sie gut erkennen, was sich verändert hat.
Hier werden Sie feststellen, dass Modifikationen zielgerichtet und in überschaubarem Umfang vorgenommen wurden. Insgesamt reduziert sich die Anzahl der WQs von 21 auf 16, darin enthalten auch die Inhalte der Änderungsverordnung aus dem Jahr 2016. Diese wurde zum Erhalt der Sachkunde von Biologielaboranten zur Begleitung von Tierversuchen anlässlich der Novellierung der Tierschutzversuchstierverordnung notwendig.
Hier die neue WQ-Auswahl für BL im Überblick:
Anwenden spektroskopischer Verfahren.
Diese WQs sind für BL nicht mehr verfügbar
Durchführen parasitologischer Arbeiten
Die Parasitologie ist eine multidisziplinäre Wissenschaft, die Aspekte der Mikrobiologie, Hämatologie, Biochemie/Immunologie sowie der Molekularbiologie/Gentechnik in sich vereint. Die WQ „Durchführen parasitologischer Arbeiten" ist ein Sonderthema, das kaum von den Biologielaboranten ausbildenden Betrieben gewählt wird. Im Rahmenlehrplan ist kein Lernfeld für die WQ „Durchführen parasitologischer Arbeiten" vorgesehen. Manche Themen der „Parasitologie“ tauchen im Lernfeld 12 „Immunologische, biochemische und diagnostische Arbeiten durchführen“ auf. Somit ist eine flächendeckende, grundlegende Vermittlung der theoretischen Inhalte für die Biologielaboranten gewährleistet. Die im Lernfeld 12 aufgeführten praxisbezogenen Inhalte sind allesamt biochemisch/immunologische Methoden. Die Themen aus der WQ „Durchführen parasitologischer Arbeiten“ werden in folgenden Pflichtqualifikationen abgedeckt bzw. können bei Bedarf bzgl. der betrieblichen Praxis durch die Wahl folgender WQs vertieft vermittelt werden:
Mikrobiologische Themen
PQ: Durchführen mikrobiologischer Arbeiten I
WQ: Durchführen mikrobiologischer Arbeiten II
Hämatologische Themen
PQ: Durchführen hämatologischer Arbeiten
Biochemische / immunologische Themen
PQ: Durchführen biochemischer Arbeiten
WQ: Durchführen immunologischer und biochemischer Arbeiten
Molekularbiologische / gentechnische Themen:
PQ: Durchführen molekularbiologischer Arbeiten
WQ: Durchführen gentechnischer und molekularbiologischer Arbeiten.
Durchführen diagnostischer Arbeiten II
Die aufgeführten Themen sind größtenteils schon in den PQ-Teilen „Diagnostik I“ und „Biochemie“ abgedeckt; in der WQ waren vor allem biochemisch und immunologische sowie molekularbiologische Methoden zusammengefasst. Diese Themen werden besser durch die Wahl der jeweils passenden WQ abgedeckt („Durchführen immunologischer und biochemischer Arbeiten“ oder „Durchführen gentechnischer und molekularbiologischer Arbeiten“)
Die WQ „Durchführen diagnostischer Arbeiten II“ ist eine multidisziplinäre Themensammlung, die Aspekte der Probenahme-Techniken, Hämatologie, Biochemie/Immunologie und Molekularbiologie/Gentechnik in sich vereint. Die WQ „Durchführen diagnostischer Arbeiten II" ist ein Thema, das eher selten von den ausbildenden Betrieben gewählt wird. Im Rahmenlehrplan ist für die WQ „Durchführen diagnostischer Arbeiten II" das Lernfeld 12 vorgesehen. Die aufgeführten Inhalte sind jedoch allesamt biochemische/immunologische Methoden. Die Themen aus der WQ „Durchführen diagnostischer Arbeiten II" werden in folgenden Pflichtqualifikationen abgedeckt bzw. können bei Bedarf bzgl. der betrieblichen Praxis durch die Wahl folgender WQs vertieft vermittelt werden:
Probenahme-Techniken
PQ: Probenahme und Probenvorbereitung
WQ: Durchführen pharmakokinetischer Arbeiten
Molekularbiologische / gentechnische Themen
Anwenden probennahmetechnischer und analytischer Verfahren
Die Probevorbereitung ist Teil der spektroskopischen und chromatografischen Verfahren; kann in den PQs „Probenahme und Probenvorbereitung“ und „Analyseverfahren“ abgedeckt werden. Die Praxis hat gezeigt, dass die in der WQ beschriebene Vermittlungstiefe für BL nicht unbedingt notwendig ist.
Kann bei Bedarf mit der WQ „Durchführen biotechnologischer Arbeiten“ aufgegriffen oder in der betrieblichen Praxis vermittelt werden.
Für neue oder modifizierte WQs gibt es kein eigenes Lernfeld in der Berufsschule. Sie werden im Rahmen der bestehenden Lernfelder vermittelt. Die Zuordnung könnte sich für BL wie folgt gestalten:
Durchführen botanischer und phytomedizinischer Arbeiten
Lernfeld 9, (Schuljahre 3 und 4)
Lernfelder 1 bis 4 und 6 bis 8, 10, 13 (alle Schuljahre)
Lernfeld 12 (Schuljahre 3 und 4).
Lacklaboranten (LL)
So sieht die neue WQ-Auswahlliste für LL aus
In unserer Arbeitshilfe finden Sie eine Übersicht, welche Wahlqualifikationen für neue Ausbildungsverhältnisse ab dem 1. August 2020 verfügbar sind. Diese zeigt Ihnen die Inhalte der WQs auch in einer Gegenüberstellung zwischen alter (2009, 2016) und neuer Verordnung (2020).
So können Sie gut erkennen, was sich verändert hat. Hier werden Sie feststellen, dass Modifikationen zielgerichtet und in überschaubarem Umfang vorgenommen wurden. Insgesamt erhöht sich die Anzahl der WQs von 18 auf 20.
Hier die neue WQ-Auswahl für LL im Überblick:
Diese WQs sind für LL nicht mehr verfügbar
Das Thema ist bereits in der überarbeiteten WQ „Untersuchen von Beschichtungen und Beschichtungsstoffen“ enthalten.
Für neue oder modifizierte WQs gibt es kein eigenes Lernfeld in der Berufsschule. Sie werden im Rahmen der bestehenden Lernfelder vermittelt. Die Zuordnung könnte sich für Lacklaboranten wie folgt gestalten:
Untersuchen von Beschichtungen und Beschichtungsstoffen
Lernfelder 4 und 8, (Schuljahre 1 und 2)
Formulieren, Herstellen, Applizieren und Prüfen von Druckfarben
Lernfelder 6 bis 9 (Schuljahre 2 bis 4)
Lernfelder 5 bis 8 (Schuljahre 1 bis 2)
Lernfelder 1 bis 4 (Schuljahr 1)
Lernfelder 2, 4 bis 8 (Schuljahre 1 und 2).
Vermittlung digitaler Kompetenzen in der Laboranten-Ausbildung
Die Textbeispiele beziehen sich inhaltlich auf den Ausbildungsberuf „Chemikant/in“. Sie dienen lediglich der Orientierung zur Art und Weise der Textformulierung bzw. –gestaltung.
7. Zuordnung Wahlqualifikationen
Welchen Berufsbildpositionen der WQs „Digitalisierung in Forschung, Entwicklung, Analytik und Produktion“ und / oder „Arbeiten mit vernetzten und automatisieren Systemen“ kann Ihr Umsetzungsbeispiel zugeordnet werden?
Digitale Kommunikation und Selbstorganisation selbstorganisiert arbeiten, digitale Kommunikationsmittel einsetzen sowie in virtuellen Teams mitwirken
Datenerfassung und -verarbeitung Daten digital erfassen, prüfen, auswerten, dokumentieren und sichern
Plausibilität beim Datenaustausch Plausibilität beim Datenaustausch zwischen digitalen Systemen prüfen und Maßnahmen zur Beseitigung von Fehlern einleiten
Datenrecherche und -analyse, Simulationen Daten in digitalen Netzen recherchieren, Datenanalysen oder Simulationen durchführen und zur Optimierung von Prozessen nutzen
Digitale Medien und selbstgesteuertes Lernen Digitale Medien für das Lernen im betrieblichen Alltag selbsttätig nutzen
Datenschutz rechtliche und betriebliche Vorgaben zum Schutz und zur Sicherheit digitaler Daten einhalten
Einrichtung und Betrieb Systeme einrichten, nutzen, überprüfen und optimieren
LMS-Systeme Labor-Informations- und Labor-Management-Systeme einsetzen
Digitale Netze Daten über digitale Netze austauschen
Software und Hardwarestörungen Soft- und Hardwarestörungen an Systemen erkennen und Maßnahmen zur Beseitigung der Störung einleiten
Vernetztes, digitales Labor
Einblick in ein SmartLab
SmartGlasses im Labor
Mobile Roboter im Labor
Bioreaktor im vernetzten Labor