Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/verzinsung-bei-beantragter-aussetzung-der-vollziehung-398071
Timestamp: 2020-08-14 23:54:18
Document Index: 332395455

Matched Legal Cases: ['§ 237', '§ 237', '§ 238', '§ 238', '§ 237', 'Art. 100', '§ 237', '§ 238']

Verzinsung bei beantragter Aussetzung der Vollziehung | Rechtslupe
Ver­zin­sung bei bean­trag­ter Aus­set­zung der Voll­zie­hung
Nach § 237 Abs. 1 Satz 1 AO ist, soweit ein Ein­spruch oder eine Anfech­tungs­kla­ge gegen einen Steu­er­be­scheid, eine Steu­er­an­mel­dung oder einen Ver­wal­tungs­akt, der einen Steu­er­ver­gü­tungs­be­scheid auf­hebt oder ändert, oder gegen eine Ein­spruchs­ent­schei­dung über einen die­ser Ver­wal­tungs­ak­te end­gül­tig kei­nen Erfolg gehabt hat, der geschul­de­te Betrag, hin­sicht­lich des­sen die Voll­zie­hung des ange­foch­te­nen Ver­wal­tungs­akts aus­ge­setzt wur­de, zu ver­zin­sen.
Zin­sen wer­den erho­ben vom Tag des Ein­gangs des außer­ge­richt­li­chen Rechts­be­helfs bei der Behör­de, deren Ver­wal­tungs­akt ange­foch­ten wird, oder vom Tag der Rechts­hän­gig­keit beim Gericht an bis zum Tag, an dem die AdV endet (§ 237 Abs. 2 Satz 1 AO). Die Zin­sen betra­gen für jeden Monat ein­halb Pro­zent (§ 238 Abs. 1 Satz 1 AO). Sie sind von dem Tag an, an dem der Zins­lauf beginnt, nur für vol­le Mona­te zu zah­len; ange­fan­ge­ne Mona­te blei­ben außer Ansatz (§ 238 Abs. 1 Satz 2 AO).
Sinn und Zweck der in § 237 AO ent­hal­te­nen gesetz­li­chen Rege­lung der Ver­zin­sungs­pflicht ist es, den Nut­zungs­vor­teil abzu­schöp­fen, den der Steu­er­pflich­ti­ge dadurch erhält, dass er wäh­rend der Dau­er der Aus­set­zung über eine Geld­sum­me ver­fü­gen kann, die nach dem im ange­foch­te­nen Steu­er­be­scheid kon­kre­ti­sier­ten mate­ri­el­len Recht „an sich“ dem Steu­er­gläu­bi­ger zusteht [1].
Der Bun­des­fi­nanz­hof hält auch die Höhe der Aus­set­zungs­zin­sen – zumin­dest für den hier ent­schie­de­nen Streit­zeit­raum von 2008 bis 2011 – nicht für ver­fas­sungs­wid­rig:
Ein Gericht kann die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts über die Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit einer Norm nach Art. 100 Abs. 1 GG nur ein­ho­len, wenn es von der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der zur Prü­fung gestell­ten Rege­lung über­zeugt ist [2]. Eine sol­che Über­zeu­gung ver­moch­te sich der Bun­des­fi­nanz­hof im Streit­fall hin­sicht­lich der gesetz­lich fest­ge­leg­ten Zins­hö­he nicht zu bil­den. Dies hat der Bun­des­fi­nanz­hof bereits für den Ver­zin­sungs­zeit­raum 11.11.2004 bis 21.03.2011 ent­schie­den [3]. Auch für den vor­lie­gend strei­ti­gen Ver­zin­sungs­zeit­raum 03.06.2008 bis 5.12 2011 haben sich die das Zins­ni­veau bestim­men­den Ver­hält­nis­se nicht in einer Wei­se geän­dert, dass Anlass bestün­de, hier­von abzu­wei­chen.
Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 14. April 2015 – IX R 5/​14
stän­di­ge Recht­spre­chung, BFH, Urteil vom 01.07.2014 – IX R 31/​13, BFHE 246, 193, BStBl II 2014, 925, m.w.N.[↩]
vgl. z.B. BVerfG, Urteil vom 20.03.1984 – 1 BvL 23/​83, BVerfGE 66, 265, unter B.2.; BVerfG, Beschlüs­se vom 06.04.1989 – 2 BvL 8/​87, BVerfGE 80, 59, unter B.1.; und vom 22.09.2009 – 2 BvL 3/​02, BVerfGE 124, 251, unter B.2.a[↩]
BFH, Urteil in BFHE 246, 193, BStBl II 2014, 925, unter II. 1.[↩]
Wenn der Prä­si­dent des OVG auch Prä­si­dent des Finanz­ge­richts… Ist der Prä­si­dent eines Finanz­ge­richts zugleich Gerichts­prä­si­dent in einer ande­ren Gerichts­bar­keit, muss der Geschäfts­ver­tei­lungs­plan erken­nen las­sen, mit wel­chem Bruch­teil sei­ner Arbeits­kraft der Prä­si­dent sei­nem Senat…
Aus­set­zun­gen­zin­sen – 6% fürs Finanz­amt Der Bun­des­fi­nanz­hof hält hält die Höhe des gesetz­li­chen Zins­sat­zes von 0,5% pro Monat (6% pro Jahr) für Zeit­räu­me bis März 2011 nicht für ver­fas­sungs­wid­rig. Dem­ge­mäß…
Ein­spruchs­rück­nah­me – und die Fest­set­zung von… Gemäß § 237 Abs. 1 Satz 1 AO ist, soweit ein Ein­spruch gegen einen Steu­er­be­scheid end­gül­tig kei­nen Erfolg gehabt hat, der geschul­de­te Betrag, hin­sicht­lich des­sen…
Ver­zicht auf Aus­set­zungs­zin­sen Soweit ein Ein­spruch oder eine Anfech­tungs­kla­ge gegen einen Steu­er­be­scheid, eine Steu­er­an­mel­dung oder einen Ver­wal­tungs­akt, der einen Steu­er­ver­gü­tungs­be­scheid auf­hebt oder ändert, oder gegen eine Ein­spruchs­ent­schei­dung über…
Der unge­eig­ne­te WEG-Ver­­­wal­­ter Ein Ver­wal­ter­kan­di­dat ist nicht allein des­halb unge­eig­net, weil er kei­ne Aus­bil­dung in der Immo­bi­li­en­ver­wal­tung absol­vier­te und noch nie selbst­stän­di­ge Erfah­run­gen als WEG-Ver­wal­ter gesam­melt hat ((ent­ge­gen…
Ver­zin­sung im Steu­er­recht Jeden­falls für einen Zins­lauf bis Janu­ar 2012 bestehen kei­ne Zwei­fel an der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit des § 238 Abs. 1 AO. Im Hin­blick auf die Fest­set­zung von…
Aus­set­zungs­zin­sen – erst­ma­li­ge Fest­set­zung und die… Bei erst­ma­li­ger Fest­set­zung von Aus­set­zungs­zin­sen ist eine zwi­schen­zeit­li­che Ände­rung des Steu­er­be­scheids zu berück­sich­ti­gen. Soweit ein Ein­spruch oder eine Anfech­tungs­kla­ge gegen einen Steu­er­be­scheid, eine Steu­er­an­mel­dung oder…
Bil­lig­keits­er­lass bei Aus­set­zungs­zin­sen Der Steu­er­pflich­ti­ge kann die Aus­set­zung der Voll­zie­hung (AdV) durch Til­gung der Steu­er­schuld been­den. Ein Anspruch auf Frei­ga­be einer Sicher­heit zur Til­gung der Steu­er­schuld besteht nur,…
AdVAussetzungAussetzungszinsen