Source: https://www.revision-nachfolge.de/revision/rechnungslegung/stiftungen/
Timestamp: 2020-02-26 16:58:17
Document Index: 163104992

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 238', '§ 63', '§ 51', '§ 62', '§ 55', '§ 266']

R&N - Rechnungslegung von Stiftungen
Als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft aus Schleswig-Holstein informieren wir Sie auf dieser Seite über die Grundlagen der Rechnungslegung von Stiftungen. Wir prüfen und beraten gemeinnützige Stiftungen. Gerne beraten wir auch Ihre Stiftung. Wir freuen uns auf eine Nachricht von Ihnen.
Das Institut der Wirtschaftsprüfer hat in einer Stellungnahme vom 6.12.2013 (IDW RS HFA 5) die wesentlichen Grundlagen zur Rechnungslegung von Stiftungen zusammengefasst. Grundsätzlich ist zwischen nicht rechtsfähigen und rechtsfähigen Stiftungen zu unterscheiden. Im Folgenden stellen wir die wesentlichen Rechnungslegungsthemen von rechtsfähigen Stiftungen dar. Diese haben wir um einzelne Praxishinweise ergänzt.
Mit der geplanten gesetzlichen Stiftungsreform (Ziel: 2020/2021) durch die Bundesregierung wird sich die Bilanzierung des Eigenkapitals/Stiftungsvermögens der Stiftung verändern. Hinweise zur Stiftungsreform mit seinen Auswirkungen auf die Rechnungslegung haben wir auf einer gesonderten Seite dargestellt.
Gesetzliche Vorschriften zur Rechnungslegung von Stiftungen
Der Stiftungsvorstand hat jährlich eine geordnete Zusammenstellung der Einnahmen und Ausgaben enthaltene Rechnung aufzustellen und ein Bestandsverzeichnis zu führen. Ergänzend zu diesen Vorschriften muss die Feststellbarkeit der Zahlungsunfähigkeit oder einer Überschuldung der Stiftung jederzeit gewährleistet sein, um eine ggf. bestehende Insolvenzantragspflicht (§ 17ff InsO) erfüllen zu können.
Fast alle Landesstiftungsgesetze sehen vor, dass Stiftungen nach Ablauf des Geschäftsjahres einen Rechenschaftsbericht, bestehend aus einer Jahresrechnung verbunden mit einer Vermögensübersicht und einem Bericht über die Erfüllung des Stiftungszwecks (Tätigkeitsberichts) aufstellen.
Handelsrecht und Stiftungen
Stiftungen mit Unternehmensbezug unterliegen aufgrund der Kaufmannseigenschaft den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften (§ 238ff HGB). Voraussetzung ist, dass die Verwaltung des Anteilsbesitzes oder die operative Tätigkeit der Stiftung so umfangreich ist, dass die Verwaltung nach Art und Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert. Der handelsrechtliche Jahresabschluss besteht aus einer Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und einem Anhang. Bei größeren Stiftungen ist die Erstellung eines Lageberichts erforderlich.
Unter bestimmten Voraussetzungen sind die Vorschriften des Publizitätsgesetzes zu beachten (große Stiftungen). Stiftungen sind evtl. auch verpflichtet einen Konzernabschluss zu erstellen, wenn die Voraussetzungen für einen Konzern i.S.d. Publizitätsgesetzes vorliegen.
Stiftungen sind nur im Rahmen ihrer gewerblichen Tätigkeit zur handelsrechtlichen Rechnungslegung verpflichtet. Es empfiehlt sich, insgesamt die Rechnungslegung nach handelsrechtlichen Vorschriften zu führen.
Steuerrecht und Stiftungen
Eine gemeinnützige Stiftung hat aufgrund steuerlicher Vorschriften (§ 63 Abs. 3 AO) ordnungsgemäße Aufzeichnungen über die Einnahmen und Ausgaben zu führen, damit der Nachweis einer ausschließlichen und unmittelbaren Erfüllung steuerbegünstigter Zwecke geführt werden kann. Dabei sind zusätzlich die Vorschriften der Abgabenordnung (§ 51ff und 140ff AO) zu beachten. Alternativ kann auch ein handelsrechtlicher Jahresabschluss erstellt werden.
Unabhängig von den Rechnungslegungsvorschriften des BGB und HGB sieht die steuerliche Abgabenordnung bei gemeinnützigen Stiftungen einen gesonderten Ausweis von Rücklagen nach § 62 AO in der steuerlichen Rechnungslegung vor. Des Weiteren ist zum Nachweis der zeitnahen Mittelverwendung nach § 55 Abs. 1 Nr. 1 AO eine Mittelverwendungsrechnung aufzustellen.
Vorschriften der Stiftungssatzung
Rechnungslegungsvorschriften können in der Satzung der Stiftung gesondert festgelegt werden. Bei einer Abschlussprüfung sind zunächst die Grundsätze der Rechnungslegung festzustellen. Ein Blick in die Satzung ist dabei meist sehr wichtig. In vielen Satzungen wird festgelegt, ob ein Anhang und Lagebericht dem Stiftungsvorstand zu erstellen ist.
Grundsätzlich ist zu empfehlen, jährlich einen handelsrechtlichen Jahresabschluss für die Stiftung aufzustellen.
Institut der Wirtschaftsprüfer und Rechnungslegung
Das Institut der Wirtschaftsprüfer e.V. hat Grundsätze der Rechnungslegung für Stiftungen entwickelt, die von Wirtschaftsprüfern bei der Prüfung von Jahresabschlüssen einer Stiftung zu beachten sind. Vorstände von Stiftungen, die gesetzlich verpflichtet sind, einen Jahresabschluss aufzustellen, sollten diese Grundsätze beachten. Die Grundsätze werden nicht im Internet veröffentlicht. Vorstände sollten sich direkt an uns wenden, um weitere Informationen zu erhalten.
Wichtige Informationen zur Bilanz von Stiftungen
Das Handelsrecht sieht für die Bilanz nach § 266 HGB eine bestimmte Gliederung von Vermögensgegenständen (AKTIVA) und Eigenkapital und Schulden (PASSIVA) vor. Für Stiftungen ist diese Gliederung jedoch nicht geeignet.
Ziel jeder Stiftung ist es, aus dem vom Stifter eingebrachten Vermögen (Grundstockvermögen) Erträge zu erwirtschaften und diese Erträge einem bestimmten Personenkreis oder einer Institution zur Verfügung zu stellen. Grundsätzlich ist es nicht möglich, dass Grundstockvermögen Dritten zu übertragen. Die Landesstiftungsgesetze sehen vor, dass das Grundstockvermögen nominal oder real erhalten werden muss. Die Erhaltung des Grundstockvermögens bedeutet für die Bilanzierung, dass auf der Passivseite das Grundstockvermögen im Eigenkapital gesondert ausgewiesen wird. Zusätzlich ist es erforderlich, auf der Aktivseite das Grundstockvermögen ebenfalls durch davon-Vermerk zu vermerken.
Nachfolgend ist eine verkürzte Bilanz einer Stiftung dargestellt.
davon Grundstockvermögen
Steuerliche Vorschriften sehen bei gemeinnützigen Stiftungen vor, dass steuerliche Rücklagen gebildet werden können. Rücklagen können aus Einkünften aus der Vermögensverwaltung, Spendeneinnahmen und Gewinnen aus wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben gebildet werden. Vorteil der Bilanzierung von Rücklagen ist es, dass diese Rücklagen nicht der zeitnahen Mittelverwendung unterliegen. Gemeinnützige Einrichtungen müssen ihre Einnahmen innerhalb von zwei Jahren für Stiftungszwecke verwenden. Durch die Rücklagenbilanzierung besteht die Möglichkeit, dass Stiftungen die Mittelverwendung konstant halten können, auch wenn die Erträge Jahr für Jahr unterschiedlich hoch ausfallen. Steuerliche Vorschriften sind nicht in der Handelsbilanz auszuweisen, sondern in einer Nebenrechnung darzustellen (meist im Anhang).
Einige Landesstiftungsgesetze stehen eine Prüfung der ordnungsmäßigen Verwendung der Stiftungsmittel und die Prüfung der Kapitalerhaltung vor. In diesem Fall werden häufig Wirtschaftsprüfer beauftragt, diese Prüfung durchzuführen. Häufig wird in diesen Fällen der Wirtschaftsprüfer ebenfalls beauftragt, den Jahresabschluss der Stiftung zu prüfen. Melden Sie sich gerne bei uns. Wir führen die Prüfung sachgerecht und wirtschaftlich durch.
In der Stiftungssatzung kann außerdem geregelt sein, dass ein Wirtschaftsprüfer den Jahresabschluss der Stiftung prüfen soll. Die Bestellung des Abschlussprüfers erfolgt vom Vorstand oder vom Kuratorium.Melden Sie sich gerne bei uns. Wir führen diese Prüfung wirtschaftlich und sachgerecht durch.
Als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft aus der Landeshauptstadt Kiel betreuen und beraten wir Stiftungen und Stiftungsvorstände. Die Jahresabschlussprüfung für Stiftungen ist für uns selbstverständlich.
Die Stiftung ist ein sehr interessantes Instrument für Unternehmensnachfolgemodelle. Auch hier beraten wir als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Unternehmer und Privatpersonen. Wir freuen uns auf Ihren Anruf.
Stellungnahme des Institut der Wirtschaftsprüfung 02/2019
Das IDW hat im Februar 2019 eine Stellungnahme zur Neuverfassung des Bestätigungsvermerks bei Abschlussprüfungen von Stiftungen herausgegeben. Bei Prüfungen ab dem Jahr 2018 hat der Gesetzgeber neue Vorgaben für die Erteilung eines Bestätigungsvermerks für Stiftungen vorgegeben. Gerne informieren wir Sie über weitere Details zu diesem Thema. Natürlich übernehmen wir die Jahresabschlussprüfung für Ihre Stiftung.
Sie haben weitere Fragen zur Rechnungslegung von Stiftungen?
Gerne stehen wir Ihnen für Fragen zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihren Anruf oder eine Nachricht.