Source: https://www.elo-forum.org/alg-i/69027-tag-arbeitslosigkeit-selbst-kuendigen.html
Timestamp: 2018-08-16 18:32:34
Document Index: 101584590

Matched Legal Cases: ['§ 121', '§ 37', '§ 122', '§ 118', '§ 38', '§ 122', '§ 131']

Vor Tag X der Arbeitslosigkeit selbst kündigen ? - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
Start > Information > ALG I -> Vor Tag X der Arbeitslosigkeit selbst kündigen ?
Post #777139 (4)
Post #776386 (1)
Post #776360 (1)
Post #776357 (1)
Post #776653 (1)
13.02.2011, 19:07 #1
gutemiene->Emailproblem
Vor Tag X der Arbeitslosigkeit selbst kündigen ?
Hallo, schön das es so ein Forum gibt
Ich habe gestern zum 31.7.2011 meine Kündigung bekommen, ich arbeite bei einem Betreuungsservice als Kinderpflegerin.Im Juni endet ein Langzeitauftrag,den ich dort seit September 2008 ausführe. Meine Chefin hat keine Folgeaufträge, wir sind nur noch zu zweit, die andere Kollegin wurde letztes Jahr entlassen.
Normalerweise müsste ich mit der Kündigung ja sofort zum Arbeitsamt aber was ist bis zum August? Kann mich das Arbeitsamt auch zwingen, VOR dem Termin eine neue Tätigkeit anzunehmen, weil ich ja eh gekündigt bin? Beispiel: es werden zig Kinderpflegerinnen gesucht, alle über zeitarbeit mit weniger Stundenlohn-aber eben ab sofort. Kann die AA sagen ich soll selbst vorher kündigen um bei einer anderen Firma eine sofortige neuanstellung zu bekommen?
das möchte ich natürlich nicht, ich arbeite mit Kindern die einen Bezug zu mir haben:-)
Wäre schön, wenn jemand eine Antwort hätte...
Gruß gutemiene
Mehr Beiträge von gutemiene finden
13.02.2011, 19:17 #2
AW: Vor Tag X der Arbeitslosigkeit selbst kündigen ?
Nein, eher kündigen, dazu kann man dich nicht zwingen.
13.02.2011, 19:17 #3
Du hast doch einen gültigen Arbeitsvertrag, an den Du gebunden bist.
Wenn Deine Noch-Chefin das Gehalt zahlt bis zum Juli, gibt es keine Veranlassung für die BA, Dich zu einer vorzeitigen Auflösung des AV zu zwingen.
13.02.2011, 19:20 #4
Du mußt keinesfalls sofort zur Arbeitsagentur, sondern du mußt deine Kündigung erst drei Monate vor Ende des Arbeitsvertrages dort melden (genauer: dich arbeitssuchend melden). Das wäre in deinem Fall also spätestens am 30. April 2011.
Vorher würde ich an deiner Stelle nicht zur Arbeitsagentur gehen. Das bringt dir keine finanziellen Vorteile, und die Qualität der Arbeitsvermittlung kannst du sowieso vergessen. Das ist leider so, siehe die zahlreichen Beiträge dazu.
In der Zeit von der Arbeitssuchendmeldung (also voraussichtlich Ende April 2011) bis zum 31. Juli 2011 hast du einen gültigen Arbeitsvertrag mit deinem alten Arbeitgeber und darfst deshalb gar keine andere Beschäftigung in diesem Zeitraum annehmen. Du mußt dich zwar um eine zumutbare(!) neue Stelle bemühen, die Erfüllung deines laufenden Arbeitsvertrages hat aber absoluten Vorrang. Dir dürfen nur verbindliche Vorschläge für Stellen gemacht werden, die frühestens ab dem 1. August beginnen. Man kann von dir auch nicht verlangen, vorzeitig zu kündigen.
Lies dir im übrigen den § 121 SGB III zur Zumutbarkeit genau durch. Du mußt keineswegs alle möglichen Vorschläge annehmen. Einen "Berufsschutz" im eigentlichen Sinne gibt es freilich nicht, ebenso kannst du Zeitarbeit nicht grundsätzlich ausschließen. Falls du bislang nur Teilzeit arbeitest, mußt du auch nur im zeitlichen Rahmen deiner bisherigen Tätigkeit zur Verfügung stehen.
13.02.2011, 19:56 #5
Zur Eigenkündigung kann der AG, die Arbeitsagentur, ARGE, Jobcenter Dich nicht zwingen. Auch auf ein Aufhebungsvertrag würde ich mich als AN nicht einlassen, weil dann das Amt dem Kündigenden aktives Mitwirken und Herbeiführen von Arbeitslosigkeit unterstellt und das belohnt das Amt mit einem Sperrzeitbescheid fürs Alg von 12 Wolchen.
Ausnahme: Keine Sperrzeit wegen Aufhebungsvertrag bei drohender Kündigung » Rechtsprechung » arbeitsrecht.de
Auf eine Eigenkündigung sollte man sich nur Einlasssen, wenn man einen beweisbaren wichtigen Entlassungsgrund vorweisen kann bzw. schon einen Anschlußjob sicher in der Tasche hat.
Zu was Dich die Arbeitsagentur, die ARGE oder das Jobcenter dennoch zwingen kann, ist zur frühzeitigen Meldung der Arbeitslosigkeit und Arbeitssuche. Fühestens ab Kenntnis von der Kündigung, das wären 3 Monate davor, spätestens 3 Tage vorm Kündigungstermin.
Neue Meldepflichten beim Arbeitsamt (14/2003) » Archiv - Newsletter arbeitsrecht.de » Newsletter » arbeitsrecht.de
Arbeitslosmeldung 3 Monate vor Eintritt der Arbeitslosigkeit
Die Arbeitslosmeldung kann künftig schon innerhalb von 3 - bisher 2 - Monaten vor Beginn der Arbeitslosigkeit erfolgen. Die Verpflichtung, sich frühzeitig persönlich arbeitssuchend zu melden (§ 37b SGB III) und die eigentliche Arbeitslosmeldung können somit miteinander verbunden werden (§ 122 I SGB III; gilt ab 01.01.2004). In Zukunft kann der Arbeitslose selbst bestimmen, ab welchem Zeitpunkt zwischen Arbeitslosmeldung und Arbeitslosengeldbewilligung der Anspruch auf Arbeitslosengeld entstehen soll (§ 118 II SGB III; gilt ab 01.01.2005).
Quelle: Das neue Leistungsrecht ab 01.01.2004 (04/2004) » Archiv - Newsletter arbeitsrecht.de » Newsletter » arbeitsrecht.de
Aufschub der Arbeitslosmeldung auf späteren Zeitpunkt rechtens » Rechtsprechung » arbeitsrecht.de
Was man im Rahmen einer AG-Kündigung als AN zu beachten hat:
Zur Kündigung im Arbeitsverhältnis (02/2007) » Archiv - Newsletter arbeitsrecht.de » Newsletter » arbeitsrecht.de
13.02.2011, 20:36 #6
Hallo und vielen Dank für eure, wirklich guten, Antworten !!
Ich hatte nämlich schon richtig Bammel:-)
Meine Chefin und ich verstehen uns gut und sie will mir nicht mit der 4 wöchigen Kündigungsfrist vor den Kopf stossen, deshalb schon so frühe Kündigung. Im Gegenzug möchte ich sie nicht von heute auf morgen stehenlassen weil der Auftrag der Berufsgenossenschaft halt noch bis Ende Juni fest ist...
Da ich jetzt viel klarer sehe mache ich mir nicht mehr so viele Gedanken und dafür ein ganz herzliches DANKESCHÖN.
14.02.2011, 09:42 #7
Man kann von dir auch nicht verlangen, vorzeitig zu kündigen.
Ergänzend zu gurkenaugust's Kommentar sei angemerkt,daß man sich derartige Aufforderungen des Vermittlers IMMER schriftlich geben lassen sollte (wird er garantiert nicht machen wollen). Der Grund liegt in der "Vergesslichkeit" der Arbeitsvermittler. Würdest du auf mündliche Aufforderung des Vermittlers zugunsten eines neuen Jobs kündigen und würde diese neue Anstellung aber doch dann nichts werden, wird der Vermittler mit nahezu 100%iger Sicherheit einen plötzlichen Anfall von Amnesie haben. Sprich: Der weiß dann plötzlich von seiner Aufforderung zur vorzeitigen Kündigung nichts mehr,wodurch du mangels schriftlichen Beweisen wegen einer eigenverschuldeten Arbeitslosigkeit sanktionierbar bist. Daß du 2-3 Monate später eh arbeitslos geworden wärst, interessiert in dem Zusammenhang dann niemanden.
14.02.2011, 19:24 #8
also, heute war die Kündigung im Briefkasten und ich bin zum Arbeitsamt gegangen um mich erstmal arbeitsuchend zu melden. Ich hoffe, das ich im zeitraum bis August evtl. noch eine Weiterbildung bekomme aaaaber, ich habe die dunkle Vorahnung, dass das nix wird. Der Termin zum Beratungsgespräch soll am 08.03. stattfinden, man sagte mir am Tresen das dann über eine sog. Eingliederungsvereinbarung geklärt wird was ICH tun muß und was die AA tun muß..und mir wurde das sogenannte Arbeitspaket 3 aufs Auge gedrückt..mir wurde aber auch gesagt, das ich mich erst ( wie ihr ja schon erwähnt habt) Ende April arbeitslos melden muss und es gut sein kann, das am 08.03. ich erstmal wieder " rausgenommen " werde.
Ich arbeite seit 2 Jahren Teilzeit und auf meine Frage, ob ich mich für bis zu 30 Stunden zur Verfügung stellen könnte, sagte man mir-"dann bekommen Sie auch nur ALG für Teilzeit."
Ich dachte, ich bekomme 60 % vom letzten Gehalt ?
Was ja bei teilzeit auch nicht gerade üppig ist-außerdem wurde meine 38 Stunden Woche ja vom Arbeitgeber aus AUftragsmangel so weit gekürzt, das war ja nicht meine Schuld.
ist das so? Ich arbeite jetzt 18 Stunden, würde freiwillig auf bis zu 30 Stunden gehen und bekomme trotzdem von den 60 % noch was abgezogen??
Hilfe ....ich hoffe, das ich gaaaanz schnell was finde.
habe nach dem posten nochmal eure Tipps im Forum zur EGV gelesen und mich spontan entschlossen, NIX zu unterschreiben an dem besagten Termin.
14.02.2011, 20:13 #9
Da hast du gleich mal einen schönen Einblick in die Qualität der "Beratung" erhalten. Diese war gleich mehrfach falsch.
1) Du hättest dich jetzt (nach Erhalt der Kündigung) keineswegs schon arbeitssuchend melden müssen. Diese Meldung - frühzeitige Arbeitssuchendmeldung gemäß § 38 SGB III - ist erst drei Monate vor Ende des Arbeitsvertrages erforderlich, bei kurzfristigerer Kündigung, wenn also die drei Monate nicht mehr da sind, binnen drei Tagen nach Erhalt der Kündigung.
Deine Meldung war aus meiner Sicht ein Fehler, denn nun hast du ohne Notwendigkeit schon den ganzen Ärger am Hals -- nerviges Verhandeln um EGVs und dergleichen. Ansonsten hättest du wenigstens bis Ende April Ruhe gehabt.
2) Arbeitslos mußt du dich erst am ersten Tag der Arbeitslosigkeit melden, bei dir also am 1. August. Siehe § 122 SGB III. Du kannst dich auch bis zu drei Monate vorher arbeitslos melden, mußt dies aber nicht.
3) Für deinen Anspruch auf ALG ist die durchschnittliche vereinbarte Arbeitszeit im Bemessungszeitraum (letzte 12 Monate) maßgebend. Wenn du Teilzeit gearbeitet hast, mußt du dich auch nur im Rahmen dieser Arbeitszeit zur Verfügung stellen und bekommst trotzdem volles ALG. Eine Reduzierung des ALG tritt nur ein, wenn du zeitlich weniger arbeiten willst oder kannst als im Bemessungszeitraum. Eine längere Arbeitszeit ist freiwillig, dich kann keiner dazu zwingen, und mehr ALG bekommst du deshalb auch nicht. Quelle: § 131 Abs. 5 SGB III.
4) Ob du eine Fortbildung finanziert bekommst, die dazu auch noch einigermaßen sinnvoll ist, steht in den Sternen. Du hast jedenfalls keinen Anspruch darauf.
So wie die Sache steht, würde ich dir fast raten, die Arbeitssuchendmeldung zurückzunehmen und dich Ende April erneut arbeitssuchend zu melden. Vorteile von einer Arbeitssuchendmeldung schon jetzt hast du nicht oder kaum (vielleicht Leistungen wie Bewerbungsbeihilfen ohne Rechtsanspruch, eventuell eine Fortbildung, oder auch nicht). Nach einer neuen Stelle suchst du besser in eigener Regie.
15.02.2011, 13:05 #10
hallo gurkenaugust....
Du hast Recht mit Deinem Rat- dass ich doch hingegangen bin hatte folgenden Grund:
ich bin Kinderpflegerin, arbeite aber seit Jahren als Familienpflegerin und seit 20 Jahren nicht im Kindergarten. das bedeutet, ich habe laut Kindergarten keine Berufserfahrung und bin praktisch ungelernt
ich wohne sehr ländlich und dachte, wenn ich evtl. bei der AA eine Weiterbildung bekomme ( z.B. Alltagsbetreuerin für Senioren) dann habe ich mehr Chancen auf dem Markt. Ich habe schon zig Pflegedienste und Heime angerufen-aber alle sagten ohne Basisqualifikation wird das nichts, weil Kinderpflege halt keine Pflege ist...je mehr Beiträge ich aber lese, desto klarer sehe ich. man wird sagen " Kinderpfleger werden gesucht" und das wars.
Meine Chefin rief mich heute morgen an und meinte, vielleicht könnte sie mich 15 Std die Woche zu einem geringeren Lohn behalten ( ich bekomme jetzt mehr als üblich, weil ich ein und den selben Auftrag seit 2,5 Jahren mache, immer pünktlich bin und weil die Berufsgenossenschaften viel besser zahlen als die Krankenkassen ). Zusätzlich müsste ich dann etwas für nachmittags suchen, aber damit würde ich sicher besser fahren als ganz neu anzufangen.Ich bin also noch guter Dinge, das ich am 08.03. nicht hingehen muß. Kann ich den Termin denn einfach absagen , oder soll ich mich gleich wieder rausnehmen lassen mit der Erklärung " Chefin überlegt noch " ? Oder werden die dann argwöhnisch und sagen dass das nicht geht?
P.S. theota, danke für die PN-ich kann aber noch nicht antworten.
15.02.2011, 13:08 #11
Sage den Termin ab mit der Begründung, man hätte dich falsch informiert und du meldest dich 3 Monate vorher noch einmal arbeitssuchend.
arbeitslosigkeit, kündigen
Ich will selbst kündigen!! med789 Allgemeine Fragen 9 21.06.2010 09:48
keine kinderbetreuung mehr kann ich selbst kündigen xxfr3ch3sxx Allgemeine Fragen 12 05.12.2009 13:13
Selbst kündigen Knudel Allgemeine Fragen 2 07.06.2009 15:07
Selbst während der Probezeit kündigen Rabbit Job - Netzwerk 5 04.03.2009 16:54
In der Probezeit selbst kündigen-und dann?? lieschenmüller ALG I 5 22.03.2006 13:15