Source: https://kiosk.freie-fachinformationen.de/dsgvo-die-zehn-wichtigsten-to-dos-fur-steuerkanzleien/60126168/12
Timestamp: 2020-07-08 06:49:48
Document Index: 36197962

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 6', 'Art. 5', 'Art. 7', '§ 26', 'Art. 24', 'Art. 25', 'Art. 25', 'Art. 25']

8. Datenverarbeitung und
8. Datenverarbeitung und Einwilligungen überprüfen DatenschutzDate Die EU - DSGVO Datenverarbeitung und Einwilligungen überprüfen geht alle an Steuerberatungskanzleien müssen des Weiteren prüfen, ob sie alle Daten, die sie bereits bei sich gespeichert haben, weiterhin verarbeiten dürfen und wie dies auch in Zukunft rechtssicher möglich ist. Die Datenverarbeitung ist auch nach der DSGVO weiterhin nur zulässig, wenn es die Verordnung oder ein anderes Gesetz ausdrücklich erlaubt (Verbot mit Erlaubnisvorbehalt). Die praktisch relevantesten Erlaubnistatbestände nach Art. 6 DSGVO sind: • Einwilligung des Betroffenen, die den Anforderungen der Art. 7, 8 DSGVO entspricht; • für die Erfüllung eines Vertrags/zur Durchführung vorvertraglicher Maßnahmen erforderlich; • zur Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung erforderlich; • zur Wahrung der berechtigten Interessen des Verantwortlichen oder eines Dritten erforderlich, wenn keine schutzwürdigen Interessen des Betroffenen überwiegen. Im Hinblick auf die Daten von Mandanten oder anderen Vertragspartnern ist die Verarbeitung nicht selten bereits zur Erfüllung eines Vertrags erforderlich und damit gesetzlich erlaubt (Art. 6 Abs. 1 S. 1 b) DSGVO). Achten Sie jedoch in beiden Fällen auf den Grundsatz der Datenminimierung (Art. 5 Abs. 1 c) DSGVO). Speichern Sie also nur Daten, die wirklich notwendig sind. Es kann jedoch auch Fälle geben, in denen es auf die Einwilligung der Betroffenen, also z. B. Interessenten oder Mandanten, ankommt. Nämlich immer dann, wenn Sie mehr Daten erheben wollen, als für den Standardvertrag erforderlich, oder einfach, weil Sie Rechtssicherheit haben möchten. Ein wichtiger Fall ist das Kanzleimarketing, etwa die Versendung eines Newsletters. Für die Einwilligung gelten folgende Voraussetzungen: Die Einwilligung muss sich auf einen bestimmten Fall und auf einen bestimmten Verarbeitungszweck beziehen. Der Betroffene muss ausreichend über die Reichweite der Einwilligung informiert gewesen sein, insbesondere auch über die Zwecke der Datenverarbeitung. Die Einwilligung muss freiwillig erteilt werden: Der Einwilligende muss also in der Lage sein, die Einwilligung zu verweigern, Datenschutzbeauftragter Als DEKRA zertifizierte Fachkräfte für Datenschutz begleiten wir Ihre Kanzlei ... • mit Musterverträgen • mit digitalen Checklisten • mit professionellen Vorlagen • mit Management-Software Solmecke | DSGVO: Die zehn wichtigsten To-dos für Steuerkanzleien | NWB Verlag 12 wuppit • als externe Datenschutzbeauftragte Wir unterstützen Sie in den Bereichen IT-Sicherheit, Datenschutzhandbuch, Verarbeitungsverzeichnis und Schulung. Jetzt informieren und DSB bestellen 0800 - 271 2000 www.dsgvo-datenschutz.com Frank Chabrié Philipp Jäger
nSchutz Maßnahmen zum Datenschutz und zur Datensicherheit ohne Nachteile zu erleiden. Außerdem müssen Sie hier das neue sog. „Kopplungsverbot“ beachten, Art. 7 Abs. 4 DSGVO: Hier ist zwar juristisch sehr umstritten, wie weit es wirklich greift. Doch um sicher zu gehen, empfehlen wir Ihnen, zukünftig eine Vertragserfüllung, z. B. eine Gratis-Leistung, nicht mehr von einer Einwilligung in die werbliche Datenverarbeitung abhängig zu machen. Der Verantwortliche muss schließlich das Vorliegen einer Einwilligungserklärung nachweisen können. Der Einwilligungstext muss klar formuliert und gut zugänglich sein. Für die Online-Anmeldung zu einem Newsletter sollten Sie hier das Double-Opt-in-Verfahren nutzen, bei dem Nutzer aktiv ein Häkchen betätigen und die Einwilligung anschließend per Mail bestätigen müssen. Zusätzlich müssen Sie deutlich auf die Widerrufsmöglichkeit hingewiesen haben. Bestehende Einwilligungen müssen Sie i. d. R. nicht neu einholen, sofern diese den Anforderungen der neuen DSGVO gerecht werden. Die Daten Ihrer Mitarbeiter dürfen Sie speichern, sofern dies für die Begründung, Durchführung oder Beendigung des Arbeitsverhältnisses erforderlich ist, § 26 Abs. 1 S. 1 BDSG n. F. Wann dies der Fall ist, muss aber letztlich immer anhand der Umstände des Einzelfalls bestimmt werden, wobei eine Abwägung zwischen den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerinteressen stattzufinden hat. Dieser gesetzliche Erlaubnistatbestand bringt durchaus Rechtsunsicherheit mit sich. Doch stattdessen eine Einwilligung des Arbeitnehmers einzuholen, wird in den meisten Fällen vor Gericht keinen Bestand haben. Solange es nämlich um das konkrete Arbeitsverhältnis geht, besteht eine Abhängigkeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sodass eine erteilte Einwilligung im Zweifel nicht als freiwillig gilt. Lediglich bei gewissen Vereinbarungen betreffend Zusatzleistungen – z. B. Nutzung eines Diensthandys oder Aufnahme in die Geburtstagsliste – dürften Einwilligungen wirksam sein. Daher gilt: Erheben Sie nur so wenige Daten Ihrer Mitarbeiter wie absolut notwendig. 9. Maßnahmen zum Datenschutz und zur Datensicherheit, Datenschutz-Folgeabschätzung Die DSGVO stellt auch Anforderungen an die Technik und die interne Organisation eines Unternehmens. Sie müssen nach Art. 24, 25 DSGVO konkret geeignete technische und organisatorische Maßnahmen (TOM) treffen, um: 1. Die Einhaltung der Datenschutzgrundsätze, insbesondere die Datenminimierung und die Datensicherheit zu gewährleisten, den Vorgaben der DSGVO zu genügen und die Betroffenenrechte zu schützen (Datenschutz durch Technik, Art. 25 Abs. 1 DSGVO, auch „privacy by design“ genannt). Welche Maßnahmen konkret erforderlich sind, hängt u. a. vom Stand der Technik, der Eintrittswahrscheinlichkeit und Schwere der Risiken für die persönlichen Rechte und Freiheiten sowie den jeweiligen Implementierungskosten ab (Art. 25, 32 DSGVO). Dabei müssen die Maßnahmen in einem wirtschaftlich angemessenen Verhältnis zum Schutzbedarf der verarbeiteten personenbezogenen Daten stehen. Das Gesetz nennt als wichtige, aber nicht abschließende Vorgaben: • die Pseudonymisierung und Verschlüsselung personenbezogener Daten; • die Fähigkeit, die Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Belastbarkeit der Systeme und Dienste im Zusammenhang mit der Verarbeitung auf Dauer sicherzustellen; • die Fähigkeit, die Verfügbarkeit der personenbezogenen Daten und den Zugang zu ihnen bei einem physischen oder technischen Zwischenfall rasch wiederherzustellen; • ein Verfahren zur regelmäßigen Überprüfung, Bewertung und Evaluierung der Wirksamkeit der technischen und organisatorischen Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit der Verarbeitung zu etablieren. 2. Des Weiteren müssen alle technischen Geräte und vor allem IT-Anwendungen zukünftig so voreingestellt werden, dass nur solche Daten erhoben werden, die für den Zweck der Verarbeitung notwendig sind (Datenschutz durch datenschutzfreundliche Voreinstellungen, Art. 25 Abs. 2 DSGVO, auch „privacy by default“ genannt). Zudem müssen Sie Meldemechanismen etablieren, um im Fall eines Datenlecks sofort reagieren zu können. Im Hinblick auf die praxisrelevante Problematik von Datenlecks, deren Dokumentation und diesbezüglichen Solmecke | DSGVO: Die zehn wichtigsten To-dos für Steuerkanzleien | NWB Verlag 13
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