Source: https://www.senioren-computerkurs24.de/facebook-seiten-loeschen-das-eugh-facebook-urteil/
Timestamp: 2019-01-20 04:22:09
Document Index: 80406868

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

Solltest du deine Facebook-Seiten löschen?
Nein, das solltest du meiner Meinung nach nicht tun. Auch, wenn das Juristin Anja Neubauer in ihrem Artikel empfiehlt. Du hast ja deine Facebook-Seite nicht zum Selbstzweck erstellt, sondern verfolgst damit ein Ziel. Sicher betreibst du deine Facebook-Seite – wie ich -, um mit Nutzern zu kommunizieren, Vertrauen aufzubauen und auf deine Blogbeiträge und deine Leistungen verweisen zu können. Vielleicht möchtest du auch andere Angebote empfehlen, von denen du überzeugt bist. Natürlich liegt die Entscheidung bei dir. Du selbst entscheidest, ob du deine Facebook-Seiten löschst oder sie auf „nicht sichtbar“ schaltest. Oder, ob du deine Facebook-Seiten online lässt.
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die Facebook-Seiten nicht verboten. Auch wenn das einige wieder so darstellen. Diese Panikmache, die schon in Vorbereitung des Inkrafttretens der DSGVO überall verbreitet wurde, findet mit dem jüngsten Richterspruch seine Fortsetzung. Natürlich verunsichert das viele Facebook-Nutzer.
Das Facebook-Urteil des Europäischen Gerichtshofes
Was hat es denn nun mit diesem Urteil des Europäischen Gerichtshofes auf sich?
Der Europäische Gerichtshof hat am 5. Juni 2018 entschieden, dass Betreiber von Facebook-Seiten für die Einhaltung des Datenschutzes im Social Network mitverantwortlich sind. Die Seitenbetreiber haben nach diesem Urteil eine Verantwortung für die Datenerhebung, -verarbeitung und -verbreitung.
Demnach können die Betreiber von Facebook-Seiten für Datenschutz-Verstöße bei der Nutzung des Social Networks haftbar gemacht werden.
Das Urteil des EuGH kannst du hier nachlesen.
Vorausgegangen war ein Vorabentscheidungsersuchen des Deutschen Bundesverwaltungsgerichtes vom 25. Februar 2016 nach einem jahrelangen Rechtsstreit, in dem das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein GmbH untersagt hat, eine Facebook-Seite zu betreiben.
Zur Begründung des Urteils heißt es in einer Mitteilung des EuGH::
“Die Betreiber von Fanpages wie die Wirtschaftsakademie können mit Hilfe der Funktion Facebook Insight, die ihnen Facebook als nicht abdingbaren Teil des Benutzungsverhältnisses kostenfrei zur Verfügung stellt, anonymisierte statistische Daten betreffend die Nutzer dieser Seiten erhalten. Diese Daten werden mit Hilfe sogenannter Cookies gesammelt, die jeweils einen eindeutigen Benutzercode enthalten, der für zwei Jahre aktiv ist und den Facebook auf der Festplatte des Computers oder einem anderen Datenträger der Besucher der Fanpage speichert. Der Benutzercode, der mit den Anmeldungsdaten solcher Nutzer, die bei Facebook registriert sind, verknüpft werden kann, wird beim Aufrufen der Fanpages erhoben und verarbeitet.”
Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes ging verständlicherweise ein Aufschrei durch die Facebook-Gemeinde.
Viele Betreiber von Facebook-Seiten haben aus Angst vor Abmahnung daraufhin ihre Seiten geschlossen. Einige meiner Facebook-Freunde haben mich gefragt, wieso ich meine Facebook-Seiten nicht schließe, obwohl das einige Rechtsanwälte empfohlen hatten.
Zunächst: Ich halte überhaupt nichts von dieser Panikmache und auch nichts von vorauseilendem Gehorsam. Aber natürlich ist auch mir der Schutz von personenbezogenen Daten wichtig und ich komme auch meiner Informationspflicht gemäß DSGVO, Kapitel 3 nach. Lies zu deinen Rechten auch den Gastartikel des Beufsverbandes der Rechtsjournalisten eV. für meinen Blog Datenschutz GVO – Änderungen für Verbraucher.
Ich habe überlegt, inwieweit ich mich von dem neuen Urteil des EuGH verrückt machen lasse und habe mich dagegen entschieden. Ich habe mich umgeschaut, wie andere damit umgehen. Ich denke mal nicht, dass die Datenschutzbehörden jetzt sofort Jagd auf die Betreiber von Facebook-Seiten machen. Ich mache mir da keine Sorgen, zumal die Facebook-Seiten vieler Politiker und Ministerien noch online sind. Außerdem hat für Deutschland das Bundesverwaltungsgericht noch zu entscheiden, ob es dem EuGH-Urteil folgt.
Ich sah mich von einigen Seitenbetreibern bestärkt, die – wie ich – gar nicht daran dachten, ihre Facebook-Seiten zu schließen. Und natürlich habe ich auch bei eRecht24.de* nachgeschaut, deren Agentur-Partner ich bin. Von den vielen Informationen, die ich schließlich zusammengetragen habe, habe ich dann meinen eigenen Datenschutzhinweis für meine Facebook-Seiten erstellt und noch einige Male geändert.
Zuerst hatte ich als Grundlage den von Rechtsanwalt Dr. Schwenke zur Verfügung gestellten Mustertext genommen und ihn in der Seitenleiste meiner wichtigsten Facebook-Seite veröffentlicht. Darüber hinaus habe ich einen Passus daraus noch im Impressum meiner Facebook-Seite untergebracht.
Da ich keinen Einfluss darauf nehmen kann, wie Facebook mit den Daten der Menschen verfährt, die meine Facebook-Seiten geliked und bewertet oder Beiträge geliked, kommentiert oder geteilt haben, mir aber auch die Mühe ersparen will, zu reagieren, wenn mich jemand aufgrund des Trackings anschreibt, habe ich folgenden Hinweis mit hinein geschrieben:
“Falls du durch Facebook auf meinen Seiten nicht getrackt werden willst, musst du mich blockieren. Dann siehst du allerdings keinerlei Informationen mehr von mir, weder meine Seiten, noch meine Gruppe und auch nicht meine private Profilseite.”
So gebe ich jedem Besucher meiner Facebook-Seiten die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, ob er zulässt, dass Facebook seine persönlichen Daten verwertet. Ich habe eh darauf keinen Einfluss.
Inzwischen verwende ich die Mustertexte der Rechtsanwältin Sabrina Keese-Haufs für meine Facebook-Seiten und meine Facebook-Gruppe. Aus meiner Sicht gibt mir diese Form der Datenschutzerklärung für Facebook mehr Rechtssicherheit.
Wie funktioniert der Vorschlag von Sabrina Keese-Haufs?
Der Mustertext von Sabrina Keese-Haufs enthält sowohl eine Datenschutzerklärung für Facebook-Seiten, als auch eine für Facebook-Gruppen. Sie hat in ihrer Vorlage alle Stellen gelb markiert, die du an deine Gegebenheiten anpassen musst. Da das Dokument als PDF vorliegt und du sicher kein Programm hast, in dem das PDF bearbeitet werden kann, musst du es zunächst in ein Word-Dokument konvertieren. Mit der Konvertierung ist gewährleistet, dass du auch die Formatierungen beibehältst. Wenn du in Google nach “PDF in Word” suchst, bekommst du zahlreiche kostenfreie Online-Tools dafür. Mein Lieblings-Tool, das ich immer wieder verwende, ist Smallpdf.
Lade dir hier das PDF mit den Mustertexten kostenfrei herunter und speichere es auf deinem Rechner.
Lade das PDF in eine Online-Konvertierungsseite, wie z. B. Smallpdf
Das Dokument wird blitzschnell automatisch in Word verwandelt. Und du kannst es auf deinen Rechner herunterladen.
Öffne das Dokument mit Word (geht auch mit dem kostenfreien Programm Notepad++)
Ändere die gelb-markierten Stellen mit deinen eigenen Daten.
Markiere mit Strg+a den gesamten Text des Dokumentes.
Klicke auf das Symbol “Texthervorhebungsfarbe” und wähle “Keine Farbe”, um die gelben Hintergründe zu entfernen.
Lass den Copyright-Hinweis von Sabrina Keese-Haufs drin. Ihr Logo darfst du entfernen.
Füge den Link zur Datenrichtlinie von Facebook ein.
Speichere danach das Dokument als PDF auf deinem Rechner unter einem Namen, der das Wort Datenschutz enthält.
Speichere das Dokument im Internet (z. B. in deinem WordPress-Blog, in Google Drive, Dropbox oder anderem Webspace)
Notiere dir den Link zu deinem PDF.
Kürze den Link zu deinem PDF mit dem WordPress-Plugin Pretty Link (alternativ: bit.ly oder tiny.url)
Kopiere den Text deiner Datenschutzerklärung als Story in der Seitenleiste deiner Facebook-Seite oder als Notiz und verlinke zusätzlich in dem Text zu deinem PDF.
Setze den Link zusätzlich im Info-Bereich ins Impressum und unter Datenrichtlinie.
Wenn du eine Facebook-Gruppe hast, empfehle ich dir, Sabrinas Mustertext für Facebook-Gruppen in deiner Gruppenbeschreibung zu verlinken und ein Dokument in der Gruppe mit deinem Text anzulegen. Den Mustertext für Facebook-Gruppen findest du in Sabrinas PDF weiter unten.
So legst du in deiner Gruppe ein Dokument für die Datenschutzerklärung an und verlinkst es:
Klicke im linken Menü auf Dateien.
Klicke auf Dokument erstellen.
Gib als Überschrift Datenschutzerklärung ein.
Kopiere den Text deiner Datenschutzerklärung (für Gruppen) in das Dokument.
Füge den Link zur Datenrichtlinie von Facebook mit ein
Entferne den Haken zur Bearbeitung des Dokumentes, damit niemand den Text ändern kann.
Notiere den Link zu diesem Dokument.
Klicke links im Menü auf Gruppe verwalten.
Klicke im sich öffnenden Menü auf Regeln erstellen.
Füge in deinen Gruppenregeln oben ein: Datenschutzerklärung und darunter den Link zu deinem Dokument.
Zusätzlich kannst du den Link noch in den fixierten Beitrag in deiner Gruppe einsetzen.
Wie kannst du eine Facebook-Seite löschen?
Solltest du tatsächlich deine Facebook-Seite löschen wollen, geht das ganz einfach. Voraussetzung dafür ist, dass du Administrator der Seite bist. Eine Kundin hat mich gebeten, ihre Seite zu löschen. Dazu hat sie mich zunächst nach meiner Anleitung zum Administrator der Seite ernannt. Danach konnte ich die Seite löschen.
Das Löschen deiner Seite bedeutet, dass niemand sie mehr sehen oder finden kann. Sobald du auf „Löschen“ geklickt hast, kannst du die Seite innerhalb von 14 Tagen wiederherstellen (falls du deine Meinung geändert haben solltest). Danach wirst du gefragt, ob du sie dauerhaft löschen möchtest. Wenn du jedoch auswählst, dass deine Seite nicht mehr veröffentlicht werden soll, können nur die Administratoren der Seite sie sehen.
Zum Löschen deiner Facebook-Seite gehst du folgendermaßen vor (wie in der Facebook-Hilfe beschrieben):
Scrolle unter „Allgemein“ ganz nach unten und klicke auf „Seite entfernen“
Klicke auf „[Name deiner Seite] löschen“
Wähle „Seite löschen“ aus und klicke auf „OK“
Mehr Transparenz ist gefordert
Das EuGH-Urteil verlangt von Facebook und von den Betreibern der Faceook-Seiten mehr Transparenz.
Also muss Facebook offenlegen, wofür die Daten genutzt und an wen die Daten weitergegeben werden.
Ein Update von Facebook für Betreiber von Facebook-Seiten
Facebook hat am 15.6.2018 dazu Stellung genommen. Hier ein Auszug:
“Obwohl Facebook-Seiten sich seit 2011 stark verändert haben, sind wir uns bewusst, dass diese Entscheidung bei Betreibern von Facebook-Seiten erhebliche Bedenken hinsichtlich der Einhaltung ihrer Pflichten nach dem europäischem Recht hervorgerufen hat. Wir werden die notwendigen Schritte unternehmen, um es den Seitenbetreibern zu ermöglichen, ihren rechtlichen Verpflichtungen nachzukommen. Unserer Ansicht nach ist es nicht sinnvoll, Seitenbetreibern eine gleichrangige Verantwortung für die von Facebook durchgeführte Datenverarbeitung aufzuerlegen; dies hat auch der EuGH anerkannt. Wir werden unsere Nutzungsbedingungen bzw. Richtlinien für Seiten aktualisieren, um die Verantwortlichkeiten sowohl von Facebook als auch von Seitenbetreibern klarzustellen, und damit auch die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben für die Seitenbetreiber zu erleichtern. Details zu unseren aktualisierten Bedingungen werden wir in Kürze bekanntgeben. In der Zwischenzeit können Facebook-Seiten wie gewohnt genutzt werden.”
Hier kannst du die komplette Stellungnahme von Facebook nachlesen.
Binde eine Datenschutzerklärung in deine Facebook-Seiten ein.
Ich empfehle dir, die Textvorlage von Sabrina Keese-Haufs zu verwenden.
Habe Spaß und Erfolg mit deiner Facebook-Seite.
Alle Links aus dem Artikel:
Begründung des Urteils des EuGH
Informationspflicht gemäß DSGVO, Kapitel 3
Blogartikel Datenschutz GVO – Änderungen für Verbraucher
eRecht24.de*
Meine wichtigste Facebook-Seite
Online-Tool Smallpdf zur Konvertierung von PDF in Word
DSE – Mustertexte kostenfrei von Rechtsanwältin Sabrina Keese-Haufs
WP-Plugin Pretty Link
Mein Pinterest-Kanal
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Ines am 22. Juni 2018 um 07:28
genau so habe ich es auch gemacht! 😉
Bloß nicht in Panik geraten, aber die nötigen Schritte gehen.
Roswitha Uhde am 22. Juni 2018 um 12:40
Vielen Dank für dein Feedback, liebe Ines.
Schön, dass ich dir gestern helfen konnte.
Monika bei 44 Fakten, die du über mich garantiert noch nicht kennst
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