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Timestamp: 2016-10-01 13:48:31
Document Index: 214316615

Matched Legal Cases: ['Art. 26', 'Art. 355', 'Art. 356', 'Art. 356', 'Art. 24', 'Art. 74', 'Art. 78', 'Art. 79', 'Art. 80', 'Art. 80', 'Art. 79', 'Art. 1', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 17', 'Art. 2', 'Art. 14', 'Art. 14', 'Art. 12', 'Art. 16', 'Art. 31', 'Art. 31', 'Art. 31', 'Art. 31', 'Art. 31', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 4', 'Art. 4', 'Art. 26', 'Art. 26', 'Art. 26', 'Art. 26', 'Art. 16', 'Art. 26', 'Art. 31', 'Art. 16', 'Art. 26', 'Art. 14', 'Art. 12', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 26', 'Art. 26', 'Art. 16', 'Art. 31', 'Art. 14', 'Art. 12', 'Art. 16', 'Art. 26']

6B_411/2016 � � Urteil vom 7. Juni 2016
Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz, Widerhandlung gegen das bernische Gesetz �ber Jagd und Wildtierschutz,
A.a.�Die Wildhut und Naturschutzaufsicht des Kantons Bern erstattete am 29. M�rz 2013 bei der Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau Strafanzeige gegen X.________ wegen Widerhandlungen gegen das Bundesgesetz �ber Waffen, Waffenzubeh�r und Munition (WG; SR 514.54), gegen das bernische Gesetz �ber Jagd und Wildtierschutz (JWG; BSG 922.11), gegen die bernische Jagdverordnung (JaV; BSG 922.111) und gegen die bernische Direktionsverordnung �ber die Jagd (JaDV; BSG 922.111.1). Diese Widerhandlungen soll X.________ am 22./23. Januar 2013 im Rahmen der Jagd auf F�chse dadurch begangen haben, dass er eine geladene Schusswaffe in einem Fahrzeug mitf�hrte, ohne Waffe und Munition zu trennen; dass er eine zeit- und fachgerechte Nachsuche unterliess; dass er gegen die Weidgerechtigkeit verstiess; dass er den eigenen Standort sowie die Standorte der beschossenen S�ugetiere und deren Fluchtrichtungen nicht kennzeichnete; dass er die Jagd im Umkreis von 100 Metern von st�ndig bewohnten Geb�uden aus�bte und dass er die maximal zul�ssige Schrotschussdistanz �berschritt.
A.b.�Die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Emmental-Oberaargau, sprach X.________ mit Strafbefehl vom 6. Dezember 2013 der beanzeigten Widerhandlungen gegen das Waffengesetz und gegen die bernische Jagdgesetzgebung schuldig. Sie sprach ihn �berdies der Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz (Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG; SR 455) schuldig, begangen durch Vernachl�ssigen eines zuvor angeschossenen Tieres. Sie verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 30 Tagess�tzen zu je CHF 40.--, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von drei Jahren, zu einer Verbindungsbusse von CHF 200.-- und zu einer Busse von CHF 1'500.--.
Die Staatsanwaltschaft hielt am Strafbefehl fest (Art. 355 Abs. 3 lit. a StPO) und �berwies die Akten dem Regionalgericht Emmental-Oberaargau zur Durchf�hrung des Hauptverfahrens (Art. 356 Abs. 1 StPO). Der Strafbefehl gilt damit als Anklageschrift (Art. 356 Abs. 1 StPO).
B.a.�Das Regionalgericht Emmental-Oberaargau sprach X.________ am 1. September 2014 von der Anschuldigung der Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz, angeblich begangen am 22./23. Januar 2013 durch Vernachl�ssigung eines zuvor angeschossenen Tieres, frei. Es sprach ihn auch von der Anschuldigung der Widerhandlung gegen die bernische Jagdverordnung, angeblich begangen am 22. Januar 2013 durch Aus�bung der Jagd im Umkreis von 100 Metern von st�ndig bewohnten Geb�uden und durch �berschreitung der maximal zul�ssigen Schrotschussdistanz, frei.
Hingegen sprach es ihn schuldig der Widerhandlung gegen das bernische Gesetz �ber Jagd und Wildtierschutz, begangen am 22./23. Januar 2013 durch Unterlassen des zeit- und fachgerechten Nachsuchens (Verstoss gegen die Weidgerechtigkeit); der Widerhandlung gegen die bernische Direktionsverordnung �ber die Jagd, begangen durch Unterlassen der Kennzeichnung des eigenen Standorts sowie der Standorte und der Fluchtrichtungen der beschossenen S�ugetiere (sog. "Verbrechen"), und der Widerhandlung gegen das Waffengesetz, begangen am 23. Januar 2013 durch Transport einer Waffe, ohne Waffe und Munition zu trennen. Es verurteilte X.________ zu einer Busse von CHF 1'200.-- beziehungsweise zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von 12 Tagen im Falle der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse.
Das Regionalgericht stellte in seinen Urteilserw�gungen vom 12. Juli 2015 den folgenden Sachverhalt als unbestritten fest.
X.________ gab am Abend des 22. Januar 2013 innerhalb der 100-Meter-Grenze zu einem st�ndig bewohnten Geb�ude vier Sch�sse auf F�chse ab. Der vierte Schuss war ein Schrotschuss. X.________ unterliess es, seinen eigenen Standort sowie die Standorte und die Fluchtrichtungen der beschossenen F�chse zu markieren. Er fuhr mit seinem Auto nach Hause. Das Geschehen war von Wildh�ter A.________ beobachtet worden, der seinen Amtskollegen, Wildh�ter B.________, verst�ndigte und um Unterst�tzung bei den gebotenen ersten Abkl�rungen noch am Abend ersuchte. Die beiden Wildh�ter fanden sich am Morgen des 23. Januar 2013, um 08.00 Uhr, wieder am Ort des Geschehens ein und begannen mit einem Schweisshund die Nachsuche. X.________ erschien (unaufgefordert) um 09.30 Uhr am Ort des Geschehens.
Das Regionalgericht kam �berdies gest�tzt auf die von ihm als �berzeugend qualifizierten Aussagen der beiden Wildh�ter zum Schluss, dass X.________ nicht "verbrochen" d.h. die relevanten Standorte nicht markiert hatte, dass er keine ernsthafte, rechtzeitige Nachsuche vorgenommen beziehungsweise organisiert hatte und dass er am Vormittag des 23. Januar 2013 mit einem geladenen Gewehr im Auto am Ort des Geschehens vorgefahren war.
B.b.�Die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Emmental-Oberaargau, meldete Berufung an. Sie reichte nach Eingang der schriftlichen Urteilsbegr�ndung die Berufungserkl�rung ein mit dem Antrag, X.________ sei (auch) der Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz (Tierqu�lerei) schuldig zu sprechen, mehrfach begangen am 22./23. Januar 2013 durch Vernachl�ssigen von drei zuvor angeschossenen Tieren. Er sei zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 30 Tagess�tzen zu einem im Urteilszeitpunkt zu bestimmenden Tagessatz sowie zu einer im Urteilszeitpunkt zu bestimmenden Verbindungsbusse zu verurteilen.
X.________ beantragte, die Berufung sei abzuweisen und das erstinstanzliche Urteil sei zu best�tigen.
B.c.�Das Obergericht des Kantons Bern stellte im Urteil vom 29. Februar 2016 fest, dass der erstinstanzliche Entscheid in Bezug auf verschiedene Freispr�che und Schuldspr�che in Rechtskraft erwachsen ist. Es sprach X.________ zudem schuldig der Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz, begangen am 22./23. Januar 2013 durch Misshandeln eines zuvor angeschossenen Fuchses durch Unterlassen der zeit- und fachgerechten Nachsuche, sowie der Widerhandlung gegen das bernische Gesetz �ber Jagd und Wildtierschutz, begangen am 22./23. Januar 2013 durch Unterlassen der zeit- und fachgerechten Nachsuche (Verstoss gegen die Weidgerechtigkeit) auf einen zuvor beschossenen Fuchs.
Das Obergericht verurteilte X.________ zu einer Geldstrafe von 40 Tagess�tzen zu je CHF 40.--, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren, zu einer Verbindungsbusse von CHF 400.-- und zu einer �bertretungsbusse von CHF 1'200.--.
X.________ erhebt Beschwerde in Strafsachen. Er beantragt, das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern vom 29. Februar 2016 sei aufzuheben und das Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 1. September 2014 sei zu best�tigen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Zudem stellt er den Antrag, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
Es stellt sich die Frage, ob in einem Fall der vorliegenden Art bei Unterlassen der Nachsuche im Rahmen der Jagd neben den Bestimmungen der kantonalen Jagdgesetzgebung auch die Vorschriften des eidgen�ssischen Tierschutzgesetzes zur Anwendung gelangen k�nnen. Die Staatsanwaltschaft und die Vorinstanz bejahen die Frage, der Beschwerdef�hrer und die erste Instanz verneinen sie.
1.1.1.�Das Bundesgesetz vom 20. Juni 1986 �ber die Jagd und den Schutz wildlebender S�ugetiere und V�gel (Jagdgesetz, JSG; SR 922.0) ist gest�tzt auf Art. 24sexies Abs. 4, 24septies, 25 und 25bis aBV erlassen worden, welchen heute Art. 74 (Umweltschutz), Art. 78 Abs. 4 (Schutz der Tier- und Pflanzenwelt), Art. 79 (Fischerei und Jagd) und Art. 80 BV (Tierschutz) entsprechen. Da sich das Jagdgesetz auch auf Art. 80 BV (Tierschutz) st�tzt, kann es auch Regelungen enthalten, welche tiersch�tzerische Anliegen im Zusammenhang mit der Jagd betreffen (siehe ARNOLD MARTI, Die schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 3. Aufl. 2014, Art. 79 BV N. 11). Daraus folgt jedoch nicht, dass diese Anliegen im Jagdgesetz abschliessend geregelt sind und das Tierschutzgesetz daher auf Handlungen im Zusammenhang mit der Jagd nicht zur Anwendung gelangen kann.
Das Jagdgesetz bezweckt nach seinem Artikel 1 Absatz 1, (a.) die Artenvielfalt und die Lebensr�ume der einheimischen und ziehenden wildlebenden S�ugetiere und V�gel zu erhalten; (b.) bedrohte Tierarten zu sch�tzen; (c.) die von wildlebenden Tieren verursachten Sch�den an Wald und an landwirtschaftlichen Kulturen auf ein tragbares Mass zu begrenzen; (d.) eine angemessene Nutzung der Wildbest�nde durch die Jagd zu gew�hrleisten. Es stellt nach Art. 1 Abs. 2 Grunds�tze auf, nach denen die Kantone die Jagd zu regeln haben. Gem�ss Art. 3 JSG (Grunds�tze) regeln und planen die Kantone die Jagd. Sie ber�cksichtigen dabei die �rtlichen Verh�ltnisse sowie die Anliegen der Landwirtschaft und des Naturschutzes. Die nachhaltige Bewirtschaftung der W�lder und die nat�rliche Verj�ngung mit standortgem�ssen Baumarten sollen sichergestellt sein (Abs. 1). Sie bestimmen die Voraussetzungen f�r die Jagdberechtigung, legen das Jagdsystem und das Jagdgebiet fest und sorgen f�r eine wirkungsvolle Aufsicht (Abs. 2). Sie f�hren nach den Vorschriften des Bundesrates eine Statistik �ber den Abschuss und den Bestand der wichtigsten Arten (Abs. 3). Nach Art. 3 Abs. 4 JSG bestimmt der Bundesrat die f�r die Jagd verbotenen Hilfsmittel. Er l�sst eine eidgen�ssische Jagdstatistik erstellen.
Das Jagdgesetz und die Jagdverordnung des Bundes enthalten vereinzelte Bestimmungen, welche den Schutz des Tieres vor unn�tigen Leiden im Rahmen der Jagd betreffen. Diesem Zweck dienen unter anderen teilweise die Vorschriften betreffend die f�r die Jagd verbotenen Hilfsmittel (Art. 3 Abs. 4 JSG, Art. 17 Abs. 1 lit. i JSG, Art. 2 JSV). Das Jagdgesetz enth�lt im Besonderen aber keine Strafbestimmung, welche demjenigen Strafe androht, der bei Aus�bung der Jagd einem Tier unn�tige Leiden zuf�gt.
1.1.2.�Die bernische Jagdgesetzgebung enth�lt Bestimmungen, welche tiersch�tzerischen Anliegen entsprechen. Es handelt sich dabei unter anderem um die Vorschriften betreffend die sog. Weidgerechtigkeit. Gem�ss Art. 14 Abs. 1 JWG/BE wenden die J�gerinnen und J�ger alle Sorgfalt an, um dem Tier unn�tige Qualen und St�rungen zu ersparen und seine W�rde zu bewahren. Sie tragen nach Art. 14 Abs. 2 JWG/BE insbesondere die Verantwortung f�r eine zeit- und fachgerechte Nachsuche. Nach Art. 12 JaV/BE verst�sst gegen die Weidgerechtigkeit unter anderem, wer (b.) die zeit- und fachgerechte Nachsuche unterl�sst, (c.) Wildtieren unn�tige Qualen zuf�gt. Art. 16 Abs. 1 JaDV/BE wiederholt, dass auf beschossene Wildtiere zeit- und fachgerecht nachzusuchen ist.
Die Bestimmungen betreffend die Nachsuche dienen dem Tierschutz. Ziel der Nachsuche ist es, mit Hilfe eines Nachsuchegespanns, bestehend aus einem qualifizierten Hundef�hrer und einem ausgebildeten Schweisshund, verletztes Wild m�glichst rasch zu finden, bereits verendete St�cke zu bergen und noch lebende Tiere von ihrem Leiden zu befreien. Die Einsch�tzung des J�gers �ber seinen Schuss ("ich habe bestimmt gefehlt") oder �ber den Zustand des von ihm beschossenen Tieres ("es ist gesund weitergezogen") ist f�r die Entscheidung zur Nachsuche nicht relevant. Vielmehr gilt der Grundsatz, dass jedes beschossene und gefl�chtete Wild, unabh�ngig von der Wildart, nachzusuchen ist (zum Ganzen JAGD- UND FISCHEREIVERWALTERKONFERENZ DER SCHWEIZ [Hrsg.], Jagen in der Schweiz, Auf dem Weg zur Jagdpr�fung, 2. Aufl. 2014, S. 233, 235). Die Missachtung der Vorschriften betreffend die Nachsuche wird gem�ss Art. 31 JWG/BE geahndet. Nach Art. 31 Abs. 1 lit. a JWG/BE wird, soweit nicht bundesrechtliche Strafnormen zur Anwendung gelangen, mit Busse bis zu 20'000 Franken bestraft, wer gegen die ausf�hrenden oder erg�nzenden Vorschriften des Regierungsrates oder der Volkswirtschaftsdirektion �ber die Weidgerechtigkeit, die Kontroll- oder die Meldepflichten sowie den Gebrauch von Transportmitteln, Waffen oder Munition verst�sst. Die Missachtung der Vorschriften �ber die Nachsuche erf�llt den Tatbestand von Art. 31 Abs. 1 lit. a JWG/BE unabh�ngig davon, ob das beschossene Wildtier verletzt, tot oder unverletzt ist, mithin unabh�ngig davon, ob es leidet. Das Leiden eines beschossenen Wildtieres, das verletzt worden ist, wird somit vom kantonalrechtlichen �bertretungstatbestand gem�ss Art. 31 Abs. 1 lit. a JWG/BE nicht erfasst. Insoweit finden die in Art. 31 Abs. 1 JWG/BE vorbehaltenen bundesrechtlichen Strafnormen Anwendung.
1.2.�Das Tierschutzgesetz vom 16. Dezember 2005 (TSchG; SR 455), das an die Stelle des Tierschutzgesetzes vom 9. M�rz 1978 getreten ist, bezweckt nach seinem Artikel 1, die W�rde und das Wohlergehen des Tieres zu sch�tzen. Es gilt gem�ss Art. 2 Abs. 1 f�r Wirbeltiere und die vom Bundesrat bezeichneten wirbellosen Tiere in dem vom Bundesrat bestimmten Umfang. Vorbehalten bleiben nach Art. 2 Abs. 2 TSchG das Jagdgesetz, das Bundesgesetz �ber den Natur- und Heimatschutz, das Bundesgesetz �ber die Fischerei, das Berufsbildungsgesetz sowie das Tierseuchengesetz. Mit diesem Vorbehalt wird eine Regelung f�r Situationen geschaffen, in denen die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes mit denjenigen der genannten anderen Gesetze kollidieren. Das Tierschutzgesetz ist aber auch in den in Art. 2 Abs. 2 TSchG vorbehaltenen Bereichen anwendbar, soweit diese, beispielsweise das Jagdgesetz, keine abweichenden Bestimmungen enthalten (BOLLIGER/RICHNER/R�TTIMANN, Schweizer Tierschutzstrafrecht in Theorie und Praxis, 2011, S. 63). Der Vorbehalt gem�ss Art. 2 Abs. 2 TSchG bedeutet mithin nicht, dass auf dem Gebiet der Jagd das Tierschutzgesetz nicht anwendbar ist (BOLLIGER/R�TTIMANN/GERRITSEN, Baujagd unter dem Aspekt des Tierschutz- und Jagdrechts, 2012, S. 26 ff.).
1.3.�Auch im Rahmen und bei Gelegenheit der Jagd d�rfen einem Tier selbstredend nicht unn�tige Leiden zugef�gt werden. Nach Absatz 2 von Artikel 4 TSchG (Grunds�tze) darf niemand ungerechtfertigt einem Tier Schmerzen, Leiden oder Sch�den zuf�gen, es in Angst versetzen oder in anderer Weise seine W�rde missachten und ist das Misshandeln, Vernachl�ssigen oder unn�tige �beranstrengen von Tieren verboten. Dieser Grundsatz gilt f�r alle Tiere, mithin auch f�r Wildtiere. Er gilt nicht nur beim Umgang mit Tieren (siehe dazu Art. 4 Abs. 1 TSchG), sondern ganz allgemein. Er gilt auch bei Gelegenheit der Jagd.
Wer auf ein Wildtier, das er beschossen hat, pflichtwidrig nicht zeit- und fachgerecht nachsucht, verst�sst, wenn er durch das Unterlassen der Nachsuche dem Wildtier, da es verletzt ist, ungerechtfertigt Leiden zuf�gt, auch gegen den in Art. 4 Abs. 2 TSchG festgelegten Grundsatz, was bei Vorsatz gem�ss Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG und bei Fahrl�ssigkeit nach Art. 26 Abs. 2 TSchG strafbar ist. Gem�ss Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer ein Tier misshandelt, vernachl�ssigt, es unn�tig �beranstrengt oder dessen W�rde in anderer Weise missachtet. Handelt der T�ter fahrl�ssig, so wird er gem�ss Art. 26 Abs. 2 TSchG mit Geldstrafe bis zu 180 Tagess�tzen bestraft.
2.1.�Der Beschwerdef�hrer gab am Abend des 22. Januar 2013 vier Sch�sse auf drei F�chse ab. Er unterliess es unstreitig, seinen eigenen Standort sowie die Standorte und die Fluchtrichtungen der beschossenen F�chse zu markieren. Dadurch verstiess er unstreitig gegen Art. 16 Abs. 2 JaDV/BE. Bleiben S�ugetiere nicht im Feuer, so sind nach dieser Bestimmung die jagdberechtigten Personen verpflichtet, sofort nach dem Schuss ihren eigenen Standort sowie denjenigen des beschossenen S�ugetieres und dessen Fluchtrichtung deutlich zu kennzeichnen. Beim Nachtansitz auf Haarraubwild k�nnen diese Massnahmen auch erst mit dem Jagdabbruch getroffen werden. Die diesbez�gliche Verurteilung wegen Unterlassens der Kennzeichnung (sog. "Verbrechen") focht der Beschwerdef�hrer schon im Berufungsverfahren nicht an und ist daher hier nicht zu �berpr�fen.
2.2.1.�Die Vorinstanz stellt fest, ein Fuchs sei vom Beschwerdef�hrer verletzt worden. Der Wildh�ter, der das Verhalten des Beschwerdef�hrers beobachtet habe, habe den Fuchs lahmend fl�chten gesehen. Ein anderer Fuchs sei von den Wildh�tern am Morgen des 23. Januar 2013 mit einem Bauchschuss verendet 200 Meter von der Anschussstelle entfernt aufgefunden worden. Der dritte Fuchs sei, wovon im Zweifel zu Gunsten des Beschwerdef�hrers auszugehen sei, unverletzt geblieben. Die Vorinstanz ist der Auffassung, dass der Beschwerdef�hrer noch in der Nacht mit der Nachsuche h�tte beginnen m�ssen. Eine Nachsuche, die mehrere Stunden nach der Schussabgabe erfolge, k�nne nicht mehr als zeitgerecht bezeichnet werden. Ein mehrst�ndiges Zuwarten vereitle den Zweck der Nachsuche, n�mlich das Auffinden und Erl�sen verletzter Tiere. Die Vorinstanz erw�gt, der Beschwerdef�hrer habe in seiner Garantenstellung die Weidgerechtigkeit und die W�rde der Tiere verletzt, indem er es unterlassen habe, eine fach- und zeitgerechte Nachsuche auf die beschossenen und dadurch zumindest teilweise verletzten F�chse vorzunehmen. Der Beschwerdef�hrer habe somit durch das Unterlassen der Nachsuche in Bezug auf zwei der drei beschossenen F�chse den objektiven Tatbestand der Tierqu�lerei im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG erf�llt. Hinsichtlich des dritten, im Zweifel unverletzt gebliebenen Fuchses habe er den Tatbestand von Art. 31 Abs. 1 JWG/BE in Verbindung mit Art. 16 Abs. 1 und 2 JaDV/BE erf�llt. Der Beschwerdef�hrer habe als langj�hriger J�ger um die m�glichen Auswirkungen von fehlerhaften Sch�ssen f�r die Tiere gewusst. Indem er trotz dieses Wissens seine Verantwortung f�r eine zeit- und fachgerechte Nachsuche nicht wahrgenommen habe, habe er in Kauf genommen, dass die F�chse Nr. 2 und Nr. 3 unn�tig gelitten h�tten und - im Fall von Fuchs Nr. 2 - schliesslich verendet seien. Daher sei von vors�tzlicher Tatbegehung auszugehen.
2.2.2.�Die Vorinstanz geht damit zutreffend davon aus, dass durch das Unterlassen der zeit- und fachgerechten Nachsuche auf das beschossene Tier der Tatbestand der Tierqu�lerei im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG erf�llt wird, wenn zufolge des Unterlassens der Nachsuche das Tier unn�tig leidet. Dies setzt voraus, dass das beschossene Tier im Zeitpunkt, als die zeit- und fachgerechte Nachsuche h�tte beginnen m�ssen, verletzt war und noch lebte. War das beschossene Tier in diesem Zeitpunkt bereits tot oder aber unverletzt, konnte das Unterlassen der zeit- und fachgerechten Nachsuche keine unn�tigen Leiden bewirken. Die Vorinstanz geht offenbar davon aus, dass zwei F�chse verletzt waren und noch lebten, als der Beschwerdef�hrer ihres Erachtens noch in der Nacht mit der Nachsuche h�tte beginnen m�ssen.
2.2.3.�Weder aus Art. 14 JWG/BE noch aus Art. 12 JaV/BE noch aus Art. 16 JaDV/BE ergibt sich, was unter einer�
zeitgerechten�Nachsuche zu verstehen ist. Der Auffassung der Vorinstanz, der Beschwerdef�hrer h�tte noch in der Nacht mit der Nachsuche gem�ss Art. 16 Abs. 1 JaDV/BE beginnen m�ssen, kann nicht gefolgt werden. Gem�ss dem Merkblatt "Voraussetzungen f�r eine erfolgreiche Nachsuche" der Arbeitsgemeinschaft f�r das Jagdhundewesen, Technische Kommission ( www.ag-jagdhunde.ch) ist vom Nachsuchen in der Nacht grunds�tzlich abzusehen, ausser es steht zweifelsfrei fest, dass das nachzusuchende St�ck t�dlich getroffen ist und in der N�he des Anschusses liegt. Dieser Ansicht ist zu folgen. Damit er�brigt sich die vom Beschwerdef�hrer beantragte Einholung eines Gutachtens beziehungsweise einer schriftlichen Stellungnahme des Bundesamtes f�r Umwelt, Sektion Wildtiere und Wildbiologie, zur Frage der Nachsuche bei Nacht. Dem Beschwerdef�hrer kann mithin nicht zum Vorwurf gemacht werden, dass er nicht bereits in der Nacht nach den beschossenen F�chsen suchte. Es gen�gt, mit der Nachsuche bei Tagesanbruch zu beginnen. Der Beschwerdef�hrer begann indessen auch bei Tagesanbruch des 23. Januar 2013 nicht mit der Nachsuche, sondern er erschien um 09.30 Uhr - ohne Hund und ohne Hundef�hrer - am Ort des Geschehens.
2.2.4.�Gem�ss den Feststellungen der Vorinstanz blieb einer der vom Beschwerdef�hrer beschossenen drei F�chse unverletzt. Ein anderer Fuchs wurde von den Wildh�tern bei Tagesanbruch des 23. Januar 2013 mit einem Bauchschuss verendet aufgefunden. In Bezug auf diese beiden F�chse kann der Beschwerdef�hrer durch das Unterlassen der Nachsuche, die bei Tagesanbruch des 23. Januar 2013 h�tte beginnen m�ssen, den Tatbestand der Tierqu�lerei im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG nicht erf�llt haben. Den dritten Fuchs hatte der Wildh�ter A.________ am Abend des 22. Januar 2013 lahmend fl�chten gesehen. Ob dieser Fuchs im Zeitpunkt, als der Beschwerdef�hrer bei Tagesanbruch des 23. Januar 2013 mit der Nachsuche h�tte beginnen m�ssen, noch lebte und noch litt, geht aus dem angefochtenen Urteil nicht hervor. Von der Antwort auf diese Frage h�ngt es aber ab, ob der Beschwerdef�hrer in Bezug auf diesen Fuchs den Tatbestand der Tierqu�lerei im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG erf�llte. Sollte sich die Frage nicht beantworten lassen, wird die Vorinstanz im Zweifel zu Gunsten des Beschwerdef�hrers davon ausgehen m�ssen, dass der Fuchs im massgebenden Zeitpunkt, als der Beschwerdef�hrer bei Tagesanbruch des 23. Januar 2013 mit der Nachsuche h�tte beginnen m�ssen, keine Leiden ertragen musste. Die Beschwerde ist im Sinne dieser Erw�gungen gutzuheissen.
2.2.5.�Bei diesem Ergebnis kann dahingestellt bleiben, ob der Beschwerdef�hrer �berhaupt die Absicht hatte, eine Nachsuche durchzuf�hren beziehungsweise zu organisieren, was die Vorinstanz unter anderem mit der Begr�ndung verneint, dass der Beschwerdef�hrer am 23. Januar 2013, um 09.30 Uhr, ohne Schweisshund am Ort des Geschehens erschien. Offenbleiben kann daher auch, welche Schl�sse f�r die Nachsuche auf beschossenes Haarraubwild (z.B. F�chse) aus Art. 16 Abs. 3 JadV/BE zu ziehen sind, wonach bei Feststellung von Verletzungen von beschossenem Schalenwild (z.B. Rehe) die Nachsuche mit einem auf Schweiss gepr�ften Hund ausgef�hrt werden muss.
2.3.�Zwischen dem Unterlassen der Nachsuche und der Tierqu�lerei, begangen durch Unterlassen der Nachsuche, besteht nach der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz unechte Konkurrenz. Denn die Nachsuche dient tiersch�tzerischen Zwecken. Eine Verurteilung wegen des kantonalrechtlichen �bertretungstatbestands des Unterlassens der zeit- und fachgerechten Nachsuche (Art. 31 Abs. 1 lit. a JWG/BE in Verbindung mit Art. 14 Abs. 2 JWG/BE, Art. 12 lit. b JaV/BE und Art. 16 Abs. 1 JaDV/BE) ist somit nur m�glich, soweit ein Schuldspruch wegen Tierqu�lerei im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG aus irgendeinem Grunde ausser Betracht f�llt.
Die Beschwerde ist im Sinne der Erw�gungen gutzuheissen, das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern, 2. Strafkammer, vom 29. Februar 2016 aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben und hat der Kanton Bern dem Beschwerdef�hrer eine Entsch�digung zu zahlen.
Die Beschwerde wird im Sinne der Erw�gungen gutgeheissen, das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern, Strafabteilung, 2. Strafkammer, vom 29. Februar 2016 aufgehoben und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
Der Kanton Bern hat dem Beschwerdef�hrer eine Entsch�digung von Fr. 3'000.-- zu zahlen.