Source: https://newslettercollector.com/newsletter/bfg-newsletter-2016-03/
Timestamp: 2018-12-18 21:07:11
Document Index: 157778332

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 28', '§ 28', '§ 82', '§ 82', '§ 1', '§ 82', '§ 201', '§ 82', '§ 1', '§ 82', '§ 82', '§ 201', '§ 1', '§ 79', '§ 82', 'Art. 133', '§ 82', '§ 1', '§ 2', '§ 1', '§ 2', '§ 2', '§ 1', '§ 5', '§ 1', '§ 2', '§ 1', '§ 1', '§ 273', '§ 37', '§ 208', '§ 1', '§ 207', '§ 82', '§ 1', '§ 82', '§ 1', '§ 82', '§ 201', '§ 201', 'Art. 3', 'Art. 3', '§ 3', 'Art. 7', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 7', 'Art 7', 'Art. 7', 'Art. 6', 'Art. 204', 'Art. 6', '§ 12', '§ 2', '§ 12', '§ 20', '§ 12', 'Art. 25', 'Art. 3', 'Art. 25', '§ 12', '§ 8', '§ 12', '§ 6', '§ 3', '§ 3', '§ 10', '§ 11', '§ 16', '§ 12', '§ 11', '§ 12', '§ 3', '§ 4', 'Art. 16', '§ 6', '§ 27', '§ 1', 'EuG', '§ 20', '§ 12', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', 'Art. 59', 'Art. 59', '§ 3', '§ 1', 'Art. 59', '§ 4', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 2', '§ 2', '§ 1', '§ 2', '§ 6', '§ 1', '§ 2', '§ 205', '§ 323', '§ 205', '§ 9', '§ 80', '§ 205', '§ 323', '§ 80', '§ 1', '§ 11', '§ 1', '§ 3', '§ 5', '§ 9', '§ 6', '§ 9', '§ 20', '§ 6', '§ 6', '§ 80', '§ 243', '§ 262', '§ 250', '§ 30', '§ 30', '§ 212', '§ 212', '§ 212', '§ 212', '§ 243', '§ 243', '§ 53', '§ 2', '§ 87', '§ 243', '§ 2', '§ 143', '§ 169', 'Art. 11', 'Art. 67', '§ 5', '§ 85', '§ 174', '§ 250', 'Art. 68', '§ 166', '§ 183', '§ 269', '§ 96', '§ 260', '§ 26', '§ 243', '§ 245', '§ 26', '§ 26', '§ 308', '§ 310', '§ 310', '§ 262', '§ 264', '§ 239', '§ 216', '§ 67', '§ 82', '§ 2', '§ 46', '§ 278', '§ 278', '§ 24', '§ 119', '§ 120', '§ 92', '§ 2', '§ 92', '§ 92', '§ 85', '§ 86', '§ 262', '§ 263']

BFG-Newsletter 2016/03 | bfg.gv.at
Â§ 4 Abs. 1 EStG 1988BFG vom 12.07.2016, RV/4100035/2014
Werden bislang landwirtschaftlich nutzbare FlÃ¤chen gesamtheitlich und dauerhaft einer nichtlandwirtschaftÂ­lichen Verwendung zugefÃ¼hrt, so lÃ¤sst sich aus einem Vergleich vormaliger und nunmehriger landwirtschaftÂ­licher BewirtschaftungsmÃ¶glichkeiten schon dem Grunde nach keine Bodenwertminderung ableiten.
Â§ 28 Abs. 2 EStG 1988BFG vom 01.08.2016, RV/5101253/2014
(Abweisung; Revision nicht zulÃ¤ssig)
Sind Teile der Dachkonstruktion eines Mietobjektes sanierungsbedÃ¼rftig und werden diese durch den Austausch vermorschter Dachlatten und Schalungsbretter sowie die Erneuerung durchgerosteter Dachrinnen und Blechwinkel nicht nur (im bestehenden Zustand) "erhalten", sondern vielmehr saniert bzw. wiederum "instandgesetzt", geht damit eine ErhÃ¶hung des Nutzungswertes des GebÃ¤udes einher. Genau dadurch wird aber der Tatbestand des zu verteilenden Instandsetzungsaufwandes iSd Â§ 28 Abs. 2 EStG 1988 erfÃ¼llt.
1.Â Keine widerrechtliche Verwendung bei monatlichen Ausbringungen bis zum Wirksamwerden der GesetzesÃ¤nderung durch BGBl. I Nr. 26/2014 (Ãnderung des Â§ 82 Abs. 8 KFG 1967)Â Â
2.Â KFZ-Steuerbescheid fÃ¼r ZeitrÃ¤ume Ã¼ber den 24.4.2014Â Â
3.Â Neuerliche NoVA-Festsetzung ab Wirksamwerden des BGBl. I Nr. 26/2014 (Ãnderung des Â§ 82 Abs. 8 KFG 1967) betrifft neue Sache
Â§ 1 Z 3 NoVAG 1991, Â§ 82 Abs. 8 KFG 1967, Â§ 201 BAO, Â§ 82 Abs. 8 KFG 1967, Â§ 1 Abs. 1 Z 3 KfzStG 1992BFG vom 10.06.2016, RV/5100789/2016
(Stattgabe; Revision nicht zulÃ¤ssig)
RechtssatzÂ 1: Bis zum Wirksamwerden des BGBl. I Nr. 26/2014 (Ãnderung des Â§ 82 Abs. 8 KFG 1967) beginnt die Monatsfrist des Â§ 82 Abs. 8 KFG 1967 nach jeder Aus- und Einbringung in das Inland neu zu laufen. Ab 24.4.2014 unterbricht eine vorÃ¼bergehende Verbringung aus dem Bundesgebiet die Frist nicht mehr. Wenn ein Fahrzeug beispielhaft am 18.4.2014 eingebracht und vor dem 24.4.2014 nicht mehr ausÂ­gebracht wurde, beginnt die Monatsfrist mit der Einbringung am 18.4.2014 und ab 18.5.2014 besteht im Regelfall die Zulassungspflicht. Ausbringungen ab 24.4.2014 unterbrechen die Frist nicht mehr.
RechtssatzÂ 2: Ein KFZ-Steuerbescheid fÃ¼r (zB) 1-6/2014 ist ein einheitlich zu beurteilender zusammenÂ­gefasster Bescheid. Wenn fÃ¼r das erste Quartal keine widerrechtliche Verwendung vorlag, bestand keine Selbstberechnungspflicht und somit keine Berechtigung des Finanzamtes zur Festsetzung nach Â§ 201 BAO. Der Bescheid ist aufgrund seiner Einheitlichkeit zur GÃ¤nze ersatzlos aufzuheben. Lag im zweiten Quartal eine die Steuerpflicht auslÃ¶sende widerrechtliche Verwendung vor, steht einer Festsetzung der KFZ-Steuer fÃ¼r diesen Zeitraum keine res iudicata entgegen.
RechtssatzÂ 3: Wurde die NoVA fÃ¼r einen Zeitraum vor dem April 2014 infolge "widerrechtlicher Verwendung" festgesetzt, obwohl es hinsichtlich des strittigen KFZ regelmÃ¤Ãige monatliche Aus- und WiedereinÂ­bringungen gab, ist die NoVA-Festsetzung ersatzlos aufzuheben und darf mangels SachidentitÃ¤t durch das BFG nicht durch eine Festsetzung mit verminderter Bemessungsgrundlage fÃ¼r einen Zeitraum ab April 2014 ersetzt werden. Aufgrund der infolge des BGBl. I Nr. 26/2014 ab 24.4.2014 geltenden neuen Rechtslage und eines daher neu zu ermittelnden Tatsachenkomplexes liegt keine SachidentitÃ¤t vor und das Finanzamt darf, da eben auch keine res iudicata vorliegt, nach DurchfÃ¼hrung erforderlicher Ermittlungen die NoVA fÃ¼r einen Zeitraum ab April 2014 neu festsetzen.
NoVA-Pflicht bei Standortvermutung in Ãsterreich
Â§ 1 Z 3 NoVAG 1991, Â§ 79 KFG 1967, Â§ 82 Abs. 8 KFG 1967, Art. 133 Abs. 4 B-VGBFG vom 23.08.2016, RV/2100527/2015
(teilweise Stattgabe; Revision nicht zulÃ¤ssig)
Wenn der Verwender eines Kraftfahrzeuges (Kfz) mit rumÃ¤nischem Kennzeichen und Hauptwohnsitz in Ãsterreich lediglich behauptet, dass er das Kfz Ã¼berwiegend im Ausland verwendet habe und mindestens einmal im Monat mit dem Kfz ins Ausland gefahren zu sein, muss er dies nachweisen. Die bloÃe Behauptung dieser UmstÃ¤nde ohne Nachweise kann die Standortvermutung des Â§ 82 Abs. 8 KFG in Ãsterreich nicht widerlegen. Dies auch dann nicht, wenn der Bf. GesellschaftergeschÃ¤ftsfÃ¼hrer einer rumÃ¤nischen Gesellschaft war, die sowohl nach den Angaben des Bf. als auch nach den Ermittlungen des Bundesfinanzgerichtes keine TÃ¤tigkeit entwickelt hat. In diesem Fall entsteht die NoVA-Schuld gemÃ¤Ã Â§ 1 Abs. 3 NoVAG.
Ein NachlÃ¤ufer iSd Â§ 2 Abs. 1 Z 26a KFG 1967 ist ein AnhÃ¤nger
Â§ 1 Abs. 2 Z 1 KfzStG 1992, Â§ 2 Abs. 1 Z 26a KFG 1967, Â§ 2 Abs. 1 Z 12 KFG 1967, Â§ 1 Abs. 2 KfzStG 1992, Â§ 5 Abs. 1 Z 2 lit. b KfzStG 1992, Â§ 1 Abs. 1 Z 1 KfzStG 1992BFG vom 28.06.2016, RV/5100146/2013
Ein NachlÃ¤ufer iSd Â§ 2 Abs. 1 Z 26a KFG 1967 ist als AnhÃ¤nger gemÃ¤Ã Â§ 1 Abs. 2 Zi 1 KFZStG zu qualifiÂ­zieren und unterliegt daher bei Vorliegen aller anderen Voraussetzungen der KFZ-Steuerpflicht.
Verwendung von auslÃ¤ndischen Fahrzeugen durch Personen mit Wohnsitz in Ãsterreich
Â§ 1 Abs. 1 Z 2 KfzStG 1992, Â§ 273 Abs. 2 BAO, Â§ 37 KFG 1967, Â§ 208 Abs. 1 lit. a BAO, Â§ 1 Abs. 1 Z 3 KfzStG 1992, Â§ 207 Abs. 2 BAO, Â§ 82 Abs. 8 KFG 1967, Â§ 1 Abs. 1 Z 3 KFZStGBFG vom 24.06.2016, RV/5100678/2015
FÃ¼r die Bestimmung des dauernden Standortes iSd Â§ 82 Abs. 8 KFG ist nicht auf das zeitliche Ãberwiegen (Aufenthaltsdauer), sondern darauf abzustellen, wo das Fahrzeug weitaus Ã¼berwiegend verwendet wird (VerhÃ¤ltnis der Kilometerleistungen).
Keine widerrechtliche Verwendung bei regelmÃ¤Ãigen monatlichen Ausbringungen
Â§ 1 Abs. 1 Z 3 KfzStG 1992, Â§ 82 Abs. 8 KFG 1967, Â§ 201 BAOBFG vom 25.05.2016, RV/5101297/2012
Wenn bei regelmÃ¤Ãigen monatlichen Ausbringungen des Fahrzeuges dieses im Inland nicht widerrechtlich ohne die erforderliche Zulassung verwendet wird, entsteht keine Verpflichtung zur Selbstberechnung einer KFZ-Steuer, weshalb auch Festsetzungen durch die BehÃ¶rde gemÃ¤Ã Â§ 201 BAO unzulÃ¤ssig und aufzuheben sind.Â Â
Keine Erwerbsteuer gemÃ¤Ã Art. 3 Abs. 8 UStG 1994, wenn mittlerer Unternehmer in der Reihe die UID des Abgangslandes verwendet
Art. 3 Abs. 8 UStG 1994, Â§ 3 Abs. 7 und 8 UStG 1994, Art. 7 Abs. 1 UStG 1994BFG vom 02.06.2016, RV/2101353/2014
Wenn bei einem ReihengeschÃ¤ft zwischen A in Ãsterreich, B als Ersterwerber aus Deutschland und C als EmpfÃ¤nger in Italien, die Ware von Ãsterreich unmittelbar nach Italien gelangt und B gegenÃ¼ber A seine Ã¶sterreichische UID verwendet, wird der Tatbestand des Art. 3 Abs. 8 UStG 1994 nicht erfÃ¼llt.Â
Es ist schon begrifflich nicht mÃ¶glich, dass ein innergemeinschaftlicher Erwerb im Abgangsland stattfindet.Â
Im Beschwerdefall wurden auÃerdem die Lieferungen nach Italien als innergemeinschaftliche Lieferung erfasst und gemeldet. C unterwarf die Erwerbe der Erwerbsteuer in Italien. In einem solchen Fall ist fÃ¼r die Anwendung der SicherungsmaÃnahme im Sinne des Art. 3 Abs. 8 UStG 1994 daher kein Raum mehr.
Art. 7 Abs. 4 UStG 1994BFG vom 01.08.2016, RV/7102303/2016
Eine Versagung des Vertrauensschutzes schon wegen NichterfÃ¼llung der in Art 7 Abs. 4 letzter Satz UStG normierten besonderen Verpflichtung, die IdentitÃ¤t des Abholenden festzuhalten, kommt nicht in Betracht, wenn die ErfÃ¼llung dieser Verpflichtung zur Durchsetzung des Abgabenanspruches gegen die Abnehmerin nichts beitragen konnte.
Art. 7 Abs. 1 und 2 UStG 1994, Art. 6 Abs. 3 UStG 1994, Art. 204 Abs. 1 ZKBFG vom 06.07.2016, RV/4200163/2012
Kann nicht nachgewiesen werden, welcher Abnehmer im Ã¼brigen Gemeinschaftsgebiet die Waren fÃ¼r sein Unternehmen erworben hat, und liegt somit eine innergemeinschaftliche Lieferung nicht vor, so ist die Voraussetzung fÃ¼r eine Befreiung von der Einfuhrumsatzsteuer gemÃ¤Ã Art. 6 Abs. 3 UStG 1994 nicht gegeben.
Â§ 12 Abs. 2 Z 2 lit. a UStG 1994, Â§ 2 Abs. 1 UStG 1994, Â§ 12 Abs. 1 Z 1 UStG 1994, Â§ 20 Abs. 1 Z 1 EStG 1988BFG vom 05.08.2016, RV/7103437/2011Â
Wird einem Mieter weniger als die HÃ¤lfte der sog. "Renditemiete" als tatsÃ¤chliche Miete verrechnet, kann die Vorsteuer aus den Errichtungskosten auch dann nicht abgezogen werden, wenn diese tatsÃ¤chlich verÂ­rechnete Miete der erzielbaren Marktmiete zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses entspricht. Die Ãberlassung des Mietobjektes zu einem Mietpreis der weniger als die HÃ¤lfte der Renditemiete umfasst, stellt eine Ã¼berwiegende Verwendung des Mietgegenstands zur AusfÃ¼hrung einer verdeckten GewinnÂ­ausschÃ¼ttung dar und fÃ¼hrt daher zum Vorsteuerausschluss gem. Â§ 12 Abs. 2 Z. 2 lit. a UStG.
Keine Sanierung eines missglÃ¼ckten DreiecksgeschÃ¤ftes durch spÃ¤tere Abgabe von zusammenfassenden Meldungen mÃ¶glich
Art. 25 UStG 1994, Art. 3 Abs. 8 UStG 1994BFG vom 02.06.2016, RV/2100095/2015
Folgerechtssatz (wie RV/2101484/2014-RS1): Ein missglÃ¼cktes DreiecksgeschÃ¤ft ist nicht sanierbar. Der Wegfall der BegÃ¼nstigung gemÃ¤Ã Art. 25 Abs. 2 UStG 1994 kann nicht durch die Berichtigung der Rechnungen und der ZM beseitigt werden. Das Wahlrecht von der BegÃ¼nstigung des DreiecksgeschÃ¤ftes Gebrauch zu machen, besteht nur einmal. Entspricht die Rechnung nicht den Voraussetzungen des Abs. 4 und wurde auch der ErklÃ¤rungspflicht im Sinne des Abs. 6 nicht nachgekommen, ist die Steuerfreiheit verwirkt.
Umsatzsteuer und KÃ¶rperschaftsteuer: Vermietung eines WohngebÃ¤udes durch eine Privatstiftung an nahestehende Personen
Â§ 12 Abs. 2 Z 2 lit. a UStG 1994, Â§ 8 Abs. 2 KStG 1988BFG vom 21.06.2016, RV/2100694/2016
(Aufhebung; Revision nicht zulÃ¤ssig)
RechtssatzÂ 1: Voraussetzung fÃ¼r die Beurteilung eines WohngebÃ¤udes als ein (kÃ¶rperschaftÂ­steuerâ)neutrales und zum Ausschluss des Vorsteuerabzuges nach Â§ 12 Abs. 2 Z 2 lit. a UStG 1994 fÃ¼hrendes VermÃ¶gen ist, dass es fÃ¼r das von der KÃ¶rperschaft errichtete Mietobjekt keinen funktionierenden Mietenmarkt gibt und der tatsÃ¤chliche Mietzins â nicht nur moderat â unter einer angemessenen Renditemiete liegt (also zu niedrig ist).
RechtssatzÂ 2: Ein funktionierender Mietenmarkt liegt nach Ansicht des BFG dann nicht vor, wenn unter Zugrundelegung einer fÃ¼r das konkrete WohngebÃ¤ude (anhand der Investitionskosten errechneten) angemessenen Renditemiete als Mietzins die Vermietbarkeit eines solchen Mietobjekts in der gegebenen Lage nahezu ausgeschlossen ist.
1. Ãbertragung einer AufschlieÃungsstraÃe in das Ã¶ffentliche Gut; Â Â
2. Errichtung einer AufschlieÃungsstraÃe durch die Ã¶ffentliche Hand
Â§ 6 Abs. 2 UStG 1994, Â§ 3 Abs. 2 UStG 1994, Â§ 3a Z 1 UStG 1994, Â§ 10 Abs. 2 UStG 1994, Â§ 11 Abs. 12 UStG 1994, Â§ 16 BewG 1955, Â§ 12 Abs. 1 Z 1 UStG 1994, Â§ 11 UStG 1994, Â§ 12 Abs. 2 UStG 1994, Â§ 3 Abs. 1 UStG 1994, Â§ 4 Abs. 2 Z 2 UStG 1994, Art. 16 RL 2006/112/EGBFG vom 26.08.2016, RV/5100185/2010
Bei Ãbertragung einer AnbindungsstraÃe in das Ã¶ffentliche Gut liegt selbst fÃ¼r den Fall, dass keine GegenÂ­leistung (siehe nachfolgend) vorliegt, weder eine Entnahme noch eine unentgeltliche Zuwendung (und damit keine fiktive Lieferung) vor, noch stellen Zahlungen von GrundstÃ¼ckskÃ¤ufern an den Errichter der AnbindungsstraÃe Entgelte von dritter Seite dar.
Nimmt die Ã¶ffentliche Hand die Erhaltung und Wartung der AnbindungsstraÃe vor (oder lÃ¤sst sie dies auf ihre Kosten von Dritten durchfÃ¼hren) und muss der davon profitierende Gewerbetreibende dafÃ¼r nicht zahlen, ist dies die Gegenleistung fÃ¼r eine Ãbertragung der AnbindungsstraÃe in das Ã¶ffentliche Gut (weshalb keine unentgeltliche Zuwendung vorliegt). Wurde die AnbindungsstraÃe von der Ã¶ffentlichen Hand errichtet, ist die Erhaltung und Wartung die Gegenleistung fÃ¼r die Leistung des Gewerbetreibenden, die darin besteht, dass er das offensichtliche Interesse der Ã¶ffentlichen Hand an der Ansiedlung befriedigt. Die Erhaltungs- und Wartungsleistung ist zu bewerten und weil sie bis auf Weiteres erbracht wird, zu kapitaliÂ­sieren. Die Versteuerung hat fÃ¼r das Jahr zu erfolgen, in dem die AnbindungsstraÃe fertiggestellt, also benutzbar ist.
Kleinunternehmerregelung, Sitz in Ãsterreich?
Â§ 6 Abs. 1 Z 27 UStG 1994, Â§ 27 BAO, Â§Â§ 1 bis 2 UStG 1994BFG vom 28.09.2016, RV/6100542/2015
Sitz der wirtschaftlichen TÃ¤tigkeit ist jener Ort, von dem aus die VermietungstÃ¤tigkeit verwaltet und die gemeinsame âUnternehmensstrukturâ der Personenvereinigung bestimmt wird, der Ort, an dem die Verwaltungsunterlagen erstellt und die BÃ¼cher gefÃ¼hrt und aufbewahrt, die BankgeschÃ¤fte wahrgenommen und die wesentlichen Entscheidungen zur allgemeinen Leitung getroffen werden (siehe dazu auch Urteil des EuGH vom 28.07.2007, C-73/06, Planzer Luxembourg SÃ rl).
Keine Vorsteuererstattung fÃ¼r Incentives
Â§ 20 Abs. 1 Z 1 EStG 1988, Â§ 12 UStG 1994, Â§ 3 Abs. 1 Z 14 EStG 1988, Â§ 3a Abs. 1a UStG 1994, Â§ 3a UStG 1994BFG vom 05.07.2016, RV/2100960/2015
Werden im Zuge eines Incentive Trips die Grenzen des Â§ 3 Abs. 1 Z 9 EStG pro Teilnehmer bei weitem Ã¼berschritten, dann dienen die Aufwendungen von vorne herein dem Bedarf der Dienstnehmer. Ein Vorsteuerabzug bzw. das Recht auf Erstattung der Vorsteuern steht nicht zu.Â
Die Versagung der Erstattung wÃ¼rde aber auch im Falle der Eigenverbrauchbesteuerung eintreten, da durch den Eigenverbrauch das verkÃ¼rzte Erstattungsverfahren nicht zur Anwendung kommen kann.
Besteuerung von Telekomleistungen an drittlÃ¤ndische Mobilfunknetzteilnehmer (RoaminggebÃ¼hren)
Verlagerung des Ortes der sonstigen Leistung bei Telekommunikationsdiensten sowie Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen, BGBl. II Nr. 383/2003; RL 2006/112/EG, Â§ 3a Abs.Â 14 Z 12 UStG 1994, Â§ 3a Abs. 5 Z 3 UStG 1994, Â§ 3a Abs. 16 UStG 1994BFG vom 28.06.2016, RV/2101653/2014
Die Inanspruchnahme inlÃ¤ndischer Telekommunikationsleistungen durch drittlÃ¤ndische Kunden unter Zuhilfenahme des Ã¶sterreichischen Mobilfunknetzes, fÃ¼r das vom Ã¶sterreichischen Telefonprovider sog. RoaminggebÃ¼hren verrechnet werden, stellt keine im Inland steuerpflichtige Leistung dar, weil sich die AnsÃ¤ssigkeit des LeistungsempfÃ¤ngers nach dem LÃ¤ndercode der SIM-Karte bestimmt. Eine OrtsverÂ­lagerung vom Drittland ins Inland durch die Verordnung des BMF (BGBl. II Nr. 383/2003, BGBl. II Nr. 221/2009) ist durch das Unionsrecht nicht gedeckt.
Keine Ortsverlagerung von Telekommunikationsdienstleistungen an im Drittland ansÃ¤ssige LeistungsempfÃ¤nger
Â§ 3a Abs. 10 UStG 1994, Â§ 3a Abs. 16 UStG 1994, Art. 59 RL 2006/112/EG, Art. 59b RLÂ 2006/112/EG, Â§ 3a Abs. 14 UStG 1994, Verlagerung des Ortes der sonstigen Leistung bei Telekommunikationsdiensten sowie Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen, BGBl.Â II Nr.Â 383/2003BFG vom 20.06.2016, RV/2100462/2015
Folgerechtssatz (wie RV/2100255/2015-RS1): Die Ortsverlagerung von Telekommunikationsdienstleistungen gemÃ¤Ã Â§ 1 der VO BGBl II Nr 383/2009 idF VO BGBl II Nr 221/2009 (Telekomverordnung) findet keine StÃ¼tze im Unionsrecht, soweit die Ortsverlagerung generell gilt, also auch dann, wenn die LeistungsempfÃ¤nger im Drittland ansÃ¤ssig sind. Die Ortsverlagerung im Sinne des Art. 59b MehrwertsteuerÂ­systemrichtlinie kommt nur zum Tragen, wenn die LeistungsempfÃ¤nger im Gemeinschaftsgebiet ansÃ¤ssig sind.Â
Wenn ein Mobilfunkbetreiber aus dem Drittland seinen im Drittland ansÃ¤ssigen Kunden RoaminggebÃ¼hren fÃ¼r das Telefonieren oder die Nutzung des Internets im Inland weiterverrechnet, liegen keine Leistungen im Inland vor.Â
Abzug von Verteidigungskosten im Zusammenhang mit EU-WettbewerbsverstÃ¶Ãen bei Kapitalgesellschaften
Â§ 4 Abs. 4 EStG 1988, Â§ 12 Abs. 1 Z 4 KStG 1988, Â§ 12 Abs. 1 UStG 1994BFG vom 19.09.2016, RV/5100764/2015
Der Vorsteuerabzug aus Verteidigungskosten betreffend EU-BuÃgelder ist zulÃ¤ssig, da bei WettbewerbsÂ­verstÃ¶Ãen weder eine "klassische Privatnutzung" gegeben ist, noch eine "nichtwirtschaftliche ZweckÂ­verwendung" vorliegt.
Vorsteuer aus EingangsumsÃ¤tzen (DepotgebÃ¼hren) fÃ¼r das Halten und Verwahren von Wertpapieren
Â§ 12 Abs. 3 Z 2 UStG 1994, Â§ 12 UStG 1994, RL 2006/112/EG, 6. Mehrwertsteuer-Richtlinie, RL 77/388/EWGBFG vom 17.06.2016, RV/5100336/2014
Die Vorsteuer aus DepotgebÃ¼hrenverrechnungen ist abzugsfÃ¤hig, da der Eingangsumsatz nicht dem Zweck der AusfÃ¼hrung bestimmter AusgangsumsÃ¤tze dient und der objektive Entstehungsgrund der EingangsÂ­umsÃ¤tze (Veranlagung von LiquiditÃ¤tsÃ¼berschÃ¼ssen; Pfandbestellung gegenÃ¼ber Banken zur Besicherung unternehmerisch veranlasster KreditgewÃ¤hrung) auf einen direkten Zusammenhang mit der wirtschaftlichen GesamttÃ¤tigkeit hinweist. Die AbzugsfÃ¤higkeit besteht auch zur GÃ¤nze, da die FinanzgeschÃ¤fte zu den HilfsumsÃ¤tzen zÃ¤hlen und Ausnahmen davon nicht vorliegen.
Â§ 2 Abs. 3 EStG 1988, Â§ 2 Abs. 1 UStG 1994, Â§ 1 Abs. 1 und 2 Liebhabereiverordnung, Â§ 2 Abs. 1 Liebhabereiverordnung, Â§ 6 LiebhabereiverordnungBFG vom 09.08.2016, RV/1100321/2014
Ein durch eine Kunstgalerie betriebener Kunsthandel ist in typisierender Betrachtungsweise eine TÃ¤tigkeit, die durch die Absicht veranlasst ist, einen Gesamtgewinn zu erzielen (Â§ 1 Abs. 1 LVO). In den ersten drei Jahren ab Beginn dieser TÃ¤tigkeit ist gemÃ¤Ã Â§ 2 Abs. 2 LVO in jedem Fall von einer Einkunftsquelle auszugehen und sind damit in Zusammenhang stehende Verluste anzuerkennen. Nach Ablauf dieser drei Jahre ist anhand einer KriterienprÃ¼fung zu untersuchen, ob weiterhin von einer Einkunftsquelle auszugehen ist.
Keine Beschwerdezinsen bei nachtrÃ¤glicher Zuerkennung von Umsatzsteuergutschriften
Â§ 205a Abs. 1 bis 4 BAO, Â§ 323 Abs. 29 BAOBFG vom 07.07.2016, RV/7102970/2016
Die gesetzliche Bestimmung des Â§ 205a BAO bietet keine Handhabe zur Ausdehnung der Zuerkennung von Beschwerdezinsen auf Sachverhalte, in denen erst im Rechtsmittelweg Umsatzsteuergutschriften zuerkannt werden, da diesfalls mangels Zahllast keine Abgabenschuldigkeit, die hÃ¤tte entrichtet werden kÃ¶nnen, vorliegt.
Beachte: Revision eingebracht. Beim VwGH anhÃ¤ngig zur Zahl Ra 2016/13/0034.
Vertreterhaftung bei unzureichendem Nachweis fÃ¼r die Steuerfreiheit von ReisekostenÂ­vergÃ¼tungen
Â§ 9 Abs. 1 BAO, Â§ 80 Abs. 1 BAOBFG vom 13.05.2016, RV/3100146/2016
Zu den abgabenrechtlichen Pflichten eines Vertreters gehÃ¶rt auch die FÃ¼hrung gesetzmÃ¤Ãiger AufÂ­zeichnungen, wozu auch solche Aufzeichnungen zÃ¤hlen, die fÃ¼r die NachprÃ¼fbarkeit von in Anspruch genommenen SteuerbegÃ¼nstigungen fÃ¼r ReisekostenvergÃ¼tungen unabdingbar sind. Wird mit der LohnÂ­verrechnung ein externes LohnverrechnungsbÃ¼ro betraut, haftet der Vertreter fÃ¼r AufzeichnungsmÃ¤ngel und daraus resultierende Nachforderungen, wenn er seinen Informations- und Ãberwachungspflichten gegenÃ¼ber dem LohnverrechnungsbÃ¼ro nicht ordnungsgemÃ¤Ã nachgekommen ist.
1. Beschwerdezinsen bei unsubstantiiertem ParteienanbringenÂ Â
2. Bemessungsgrundlage der Beschwerdezinsen bei nachtrÃ¤glicher Ãnderung des zugrunde liegenden Bescheides
Â§ 205a BAO, Â§ 323 Abs. 29 BAOBFG vom 27.06.2016, RV/7103249/2014
Anbringen, die recte keinen substantiellen Antrag darÃ¼ber enthalten, wie der dem Finanzamt offengelegte Sachverhalt abgabenrechtlich zu beurteilen sei, kÃ¶nnen nur so ausgelegt werden, dass der AbgabenÂ­pflichtige mit dieser Offenlegung eine rechtsrichtige Abgabenfestsetzung herbeifÃ¼hren will. Wenn der auf Grund dieses Anbringens erlassene Bescheid sich sohin als ganz oder teilweise rechtswidrig erweist, weicht er insofern vom Anbringen des Abgabepflichtigen ab, woraus sich die Verpflichtung zur Festsetzung von Beschwerdezinsen dem Grunde nach ergibt.
Haftung fÃ¼r Kommunalsteuer und Dienstgeberabgabe
Â§Â§ 80ff BAO, Â§ 1 KommStG 1993, Â§ 11 Abs. 1 KommStG 1993, Â§ 1 Wiener DienstgeberÂ­abgabe, Â§ 3 Abs. 1 BAO, Â§ 5 Wiener Dienstgeberabgabe, Â§ 9 Abs. 2 BAO, Â§ 6a Wiener Dienstgeberabgabe, Â§ 9 Abs. 1 BAO, Â§ 20 BAO, Â§ 6 Abs. 1 Wiener Dienstgeberabgabe, Â§ 6a KommStG 1993BFG vom 30.06.2016, RV/7400099/2014
Es besteht fÃ¼r einen Vertreter gemÃ¤Ã Â§ 80 BAO nicht die Verpflichtung, bei Ãbernahme der Vertreterfunktion die gesamte Buchhaltung und das gesamte Rechenwerk sowie die Aufzeichnungen nachzuprÃ¼fen, wenn keine Hinweise vorliegen, dass die Selbstberechnung der zu entrichtenden Abgaben nicht oder nicht ordnungsgemÃ¤Ã vorgenommen wurde.
Â§ 243 BAO, Â§Â§ 262 bis 266 BAO, Â§ 250 BAOBFG vom 12.07.2016, RV/7103175/2016
(Einstellung; Revision nicht zulÃ¤ssig)
Allein mit der Formulierung in einer Beschwerde, das Bundesfinanzgericht mÃ¶ge eine bestimmte Entscheidung Ã¼ber die Beschwerde vornehmen, wird kein Antrag auf Unterbleiben einer BeschwerdeÂ­vorentscheidung gestellt.
Zusatztext: Wird eine derartige Beschwerde dem Bundesfinanzgericht vorgelegt, ohne dass das Finanzamt eine Beschwerdevorentscheidung erlassen hat ("Direktvorlage"), ist das Bundesfinanzgericht zur Entscheidung (vorerst) nicht zustÃ¤ndig.
Â§ 30 Abs. 2 VwGGBFG vom 16.06.2016, AW/5100001/2016
RechtssatzÂ 1: Die Zuerkennung der aufschiebenden Wirkung ist gemÃ¤Ã Â§ 30 Abs. 2 VwGG u.a. davon abhÃ¤ngig, dass nach AbwÃ¤gung aller berÃ¼hrten Interessen mit dem Vollzug des Erkenntnisses fÃ¼r den Revisionswerber ein unverhÃ¤ltnismÃ¤Ãiger Nachteil verbunden wÃ¤re. Die UnverhÃ¤ltnismÃ¤Ãigkeit des Nachteils aus einer Verpflichtung zu einer Geldleistung ist vom Antragsteller durch bestimmte Angaben Ã¼ber seine gesamten WirtschaftsverhÃ¤ltnisse zu konkretisieren (vgl. nÃ¤her VwGH verstSen 25.2.1981, Slg 10.381/A). Erst eine derartige Konkretisierung, die glaubhaft darzutun ist, erlaubt die durch das Gesetz gebotene AbwÃ¤gung (vgl. VwGH 28.5.2015, Ra 2015/13/0019).
RechtssatzÂ 2: Die Notwendigkeit, die Zahlung eines mit dem angefochtenen Erkenntnis vorgeschriebenen Geldbetrages Ã¼ber Kredite zu finanzieren, ist fÃ¼r sich allein kein hinreichender Grund fÃ¼r die Zuerkennung der aufschiebenden Wirkung (vgl. VwGH 28.5.2015, Ra 2015/13/0019).
Â§ 212a Abs. 1 BAO, Â§ 212a Abs. 2 lit. a BAOBFG vom 27.07.2016, RV/5101656/2014
RechtssatzÂ 1: Eine Aussetzung ist nach Â§ 212a Abs. 2 lit. a BAO nicht zu bewilligen, soweit die BescheidÂ­beschwerde nach Lage des Falles wenig erfolgversprechend erscheint. Der VwGH fÃ¼hrte im Erkenntnis vom 17.5.2001, 2000/16/0383 aus, dass eine Abweisung nur dann in Betracht kommt, wenn die Erfolglosigkeit eines Rechtsmittels offenkundig ist, wenn also die Aussichtslosigkeit des Rechtsmittels fÃ¼r jede mit der Sache vertraut gemachte urteilsfÃ¤hige und objektiv urteilende Person erkennbar ist (ebenso VwGH 9.8.2001, 2000/16/0393).
RechtssatzÂ 2: Bei der PrÃ¼fung, ob die Beschwerde wenig erfolgversprechend iSd Â§ 212a Abs. 2 lit. a BAO ist, ist im Aussetzungsverfahren die Entscheidung Ã¼ber die Beschwerde nicht vorwegzunehmen. Vielmehr sind die Erfolgsaussichten der Beschwerde anhand des Beschwerdevorbringens zu beurteilen (vgl. VwGH 15.3.2012, 2011/17/0175). Lediglich dann, wenn die Beschwerde einen Standpunkt vertritt, welcher mit zwingenden Bestimmungen ganz eindeutig und ohne jeden Zweifel unvereinbar ist oder mit der stÃ¤ndigen Rechtsprechung in Widerspruch steht, kÃ¶nnte von einer wenig erfolgversprechenden Beschwerde die Rede sein (VwGH 31.7.2003, 2002/17/0212).
SchÃ¤tzung Paketzusteller mit Arbeitnehmern/Subunternehmern
Â§ 243 BAOBFG vom 29.07.2016, RV/7100234/2016
Ein als "Vorlageantrag" bezeichnetes Rechtsmittel gegen einen Bescheid, der keine BVE ist, kann als (Bescheid-)Beschwerde iSd Â§ 243 BAO aufgefasst werden, wenn die Verwendung der Begriffe "VorlageÂ­antrag" und "Vorlage an das BFG" nur ein Vergreifen in der Wortwahl darstellt.
BloÃe Urkundenvorlage ist keine Bescheidbeschwerde
Â§ 53 Abs. 1 FLAG 1967, Â§ 2 Abs. 8 FLAG 1967, Â§ 87 BAO, Â§ 243 BAO, Â§ 2 Abs. 1 FLAG 1967, Â§ 143 BAO, Â§ 169 BAO, Art. 11 VO 883/2004, Art. 67 VO 883/2004, Â§ 5 Abs. 3 FLAG 1967, Â§ 85 BAO, Â§ 174 BAO, Â§ 250 BAO, Art. 68 VO 883/2004, Â§ 166 BAO, Â§ 183 BAO, Â§ 269 Abs. 20 BAOBFG vom 21.07.2016, RV/7104714/2015
Es besteht keine Befugnis oder Pflicht der BehÃ¶rde, von der Partei tatsÃ¤chlich nicht erstattete ErklÃ¤rungen aus der ErwÃ¤gung als erstattet zu fingieren, dass der Kontext des Parteienvorbringens die Erstattung der nicht erstatteten ErklÃ¤rung nach behÃ¶rdlicher Beurteilung als notwendig, ratsam oder empfehlenswert erscheinen lÃ¤sst.
BescheidqualitÃ¤t von hÃ¤ndisch korrigierten Ausfertigungen
Â§ 96 BAO, Â§ 260 Abs. 1 BAOBFG vom 27.07.2016, RV/5100858/2016
(ZurÃ¼ckweisung; Revision nicht zulÃ¤ssig)
Mittels automationsunterstÃ¼tzter Datenverarbeitung erstellt sind maschinelle Ausdrucke, jedoch nicht handschriftlich korrigierte Ausfertigungen (vgl. dazu auch VwGH 1.12.1986, 85/15/0149).
Die gesetzliche Vermutung gemÃ¤Ã Â§ 26 Abs. 2 ZustellG ist widerlegbar
Â§ 243 BAO, Â§ 245 Abs. 1 BAO, Â§ 26 Abs. 1 und 2 ZustGBFG vom 08.08.2016, RV/2100736/2015
Hat die BehÃ¶rde keinen Zustellnachweis, dann kommt die gesetzliche Vermutung des Â§ 26 Abs. 2 ZustellG zum Tragen. Danach gilt der Bescheid oder ein anderes SchriftstÃ¼ck innerhalb von drei Werktagen ab Ãbergabe an den Zusteller als zugestellt.
Diese Vermutung ist aber widerlegbar. Gerade dann, wenn der BescheidempfÃ¤nger im Ausland ansÃ¤ssig ist, ist die Ãberschreitung der Dreitagesfrist durchaus glaubwÃ¼rdig.
1. Wiedereinsetzung wegen VersÃ¤umung der Frist zur Erbringung einer VorhaltsÂ­beantwortung nach Erlassung des ErkenntnissesÂ Â
2. Entscheidung Ã¼ber Wiederaufnahme trotz Ergehens eines Erkenntnisses durch das Finanzamt
Â§ 308 Abs. 1 und 3 BAO, Â§ 310 Abs. 1 und 3 BAOBFG vom 12.09.2016, RV/7104154/2016
(Stattgabe bzw. ZurÃ¼ckweisung; Revision nicht zulÃ¤ssig)
Im Falle einer Stattgabe des Antrages auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bei VersÃ¤umung einer Frist zur Erbringung einer Vorhaltsbeantwortung und eines daraufhin bereits ergangenen Erkenntnisses, tritt dieses von Gesetzes wegen auÃer Kraft, ohne dass es einer ausdrÃ¼cklichen Aufhebung bedarf, da gemÃ¤Ã Â§ 310 Abs. 3 BAO das Verfahren in die Lage zurÃ¼cktritt, in der es sich vor dem Eintritt der VersÃ¤umung befunden hat.
ZurÃ¼ckweisung eines unzulÃ¤ssigen Vorlageantrages
Â§ 262 Abs. 1 BAO, Â§ 264 Abs. 5 BAOBFG vom 03.10.2016, RV/7104105/2016
Ein Vorlageantrag ist als unzulÃ¤ssig zurÃ¼ckzuweisen, wenn Ã¼ber eine Bescheidbeschwerde nicht von der den angefochtenen Bescheid erlassenden AbgabenbehÃ¶rde, sondern von einer unzustÃ¤ndigen AbgabenÂ­behÃ¶rde, welche den klaren und unmissverstÃ¤ndlichen Inhalt der Beschwerde negiert und demzufolge auf einen falschen Beschwerdegegenstand, sprich auf einen von nÃ¤mlichem Finanzamt erlassenen, in realiter jedoch nicht bekÃ¤mpften Bescheid bezieht, mittels Beschwerdevorentscheidung (BVE) abgesprochen wird.
AusfÃ¼hrliche Besprechung mit Praxishinweisen in BFGjournal 2016, 374
DÃ¼rfen Zahlungen aus der Auftraggeberhaftung nach InsolvenzerÃ¶ffnung nur mit MasseÂ­forderungen oder auch mit Insolvenzforderungen verrechnet werden?
Â§ 239 Abs. 1 BAO, Â§ 216 BAO, Â§ 67a ASVG, Â§ 82a EStG 1988BFG vom 19.09.2016, RV/5101330/2014
Nach InsolvenzerÃ¶ffnung geleistete Auftraggeberhaftungszahlungen fÃ¼r Bauleistungen, die bis zum Tag der InsolvenzerÃ¶ffnung erbracht worden sind, dÃ¼rfen auf als Insolvenzforderungen zu wertende AbgabenÂ­rÃ¼ckstÃ¤nde verrechnet werden. Wird die Bauleistung ab dem der InsolvenzerÃ¶ffnung folgenden Tag (Â§ 2 Abs. 1 Insolvenzordnung) erbracht, sind die Auftraggeberhaftungszahlungen der Masse zu Gute zu halten.
Zur Abgrenzung von Insolvenz- und Masseforderungen ist auf die Â§Â§ 46 Z 2 und 51 Insolvenzordnung abzustellen, wonach Steuern Masseforderungen sind, wenn der die Abgabepflicht auslÃ¶sende Sachverhalt wÃ¤hrend des Insolvenzverfahrens verwirklicht wird.
Verdeckte AusschÃ¼ttung aus Scheinrechnungen oder fehlende EmpfÃ¤ngerbenennung
Â§ 278 Abs. 3 BAOBFG vom 28.09.2016, RV/7101279/2016
Eine Bindungswirkung besteht im Rahmen einer ZurÃ¼ckverweisung nach Â§ 278 Abs. 3 BAO nur hinsichtlich der Rechtsanschauung, nicht hingegen an den vom Bundesfinanzgericht angenommenen Sachverhalt. Sind im fortgesetzten Verfahren weitere Vorbringen erstattet und Beweismittel vorgelegt worden, die geeignet waren, die bisherigen Sachverhaltsannahmen zu widerlegen, kann dies zu einem anderen Sachverhalt fÃ¼hren.
1. Ãbergang von von einer GmbH herrÃ¼hrenden Verlusten im Rahmen einer verschmelzenÂ­den Umwandlung auf den Rechtsnachfolger (Bf.) â Verlustabzug (Sonderausgaben)?Â Â
Â§ 24 Abs. 1 BAO, Â§ 119 Abs. 1 BAO, Â§ 120 BAOBFG vom 19.09.2016, RV/1100324/2015
Die Frage der zeitgerechten Offenlegung einer Vereinbarung (hier: einer Treuhandvereinbarung) hat â analog zu den Regeln Ã¼ber die steuerliche Anerkennung von Vereinbarungen zwischen nahen AngehÃ¶rigen (eine solche Vereinbarung muss nach auÃen ausreichend zum Ausdruck kommen, einen eindeutigen, klaren und jeden Zweifel ausschlieÃenden Inhalt haben und zwischen Fremden unter den gleichen Bedingungen abgeschlossen werden) â lediglich ihre Bedeutung im Rahmen der BeweiswÃ¼rdigung (kein Tatbestandscharakter).
Dem PublizitÃ¤tserfordernis kann im Ãbrigen nicht nur durch rechtzeitige Bekanntgabe an das Finanzamt, sondern auch durch zeitnah errichtete Ã¶ffentliche Urkunden oder Anzeigen an (andere) BehÃ¶rden entsprochen werden.
Â§ 92 Abs. 1 BAO, Â§ 2 Abs. 2 Z 2 UStG 1994BFG vom 28.09.2016, RV/7104699/2016
GemÃ¤Ã dem in Â§ 92 Abs. 1 BAO normierten Grundsatz der SubsidiaritÃ¤t von Feststellungsbescheiden ist kein Feststellungsbescheid zu erlassen, wenn die Frage in einem Abgabenverfahren mittels AbgabenÂ­bescheid geklÃ¤rt werden kann (vgl. VwGH 14.8.1991, Zl. 89/17/0174).
Ãber den Bestand oder Nichtbestand eines OrganschaftsverhÃ¤ltnisses im umsatzsteuerlichen Sinn ist daher im jeweiligen Abgabenbescheid des OrgantrÃ¤gers und der Organgesellschaft abzusprechen. Ein vorÂ­gelagertes Feststellungsverfahren iSd Â§ 92 BAO ist im Rahmen der Organschaft demnach nicht vorgesehen und rechtlich auch nicht mÃ¶glich.
UnzustÃ¤ndigkeit des Bundesfinanzgerichtes zur Entscheidung Ã¼ber eine per E-Mail eingebrachte Beschwerde
Â§ 85 Abs. 1 u. 2 BAO, Â§ 86a Abs. 1 BAO, Â§ 262 Abs. 1 BAO, Â§ 263 Abs. 3 BAO, Â§Â 291 Abs. 1 BAOBFG vom 13.10.2016, RV/7103438/2016
Ein mit einem E-Mail eingebrachter Vorlageantrag lÃ¶st weder eine Entscheidungspflicht des Bundesfinanzgerichtes aus, noch berechtigt es das Verwaltungsgericht, eine Entscheidung in der Sache zu treffen. Das Bundesfinanzgericht ist nicht einmal befugt, den "Vorlageantrag" als unzulÃ¤ssig zurÃ¼ckzuweisen, weil es sich bei einer solchen E-Mail eben nicht um einen rechtswirksam eingebrachten Vorlageantrag handelt (vgl. VwGH 27.9.2012, 2012/16/0082).