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Timestamp: 2016-10-21 20:20:49
Document Index: 76575478

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 42', 'Art. 108', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 18', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'BGE', 'in fine', 'BGE', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 19', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 21', 'Art. 21', 'Art. 65', 'Art. 66', 'Art. 68']

Z�rich Versicherungs-Gesellschaft AG, Litigation Hauptbranchen, Postfach, 8085 Z�rich Versicherung,
Unfallversicherung (Invalidit�tsgrad; Invalideneinkommen),
Die 1962 geborene G.________ war unter anderem im Spital X.________ als Bewegungsp�dagogin t�tig und bei der Z�rich Versicherungs-Gesellschaft AG (Z�rich) gegen die Folgen von Unf�llen versichert, als sie sich am 18. Dezember 2003 bei einer Frontalkollision eine Patella-Tr�mmerfraktur, eine undislozierte Fraktur des dritten Mittelfussknochens rechts und eine Abrissfraktur des Processus lateralis tali des linken Fusses zuzog. Die Z�rich anerkannte ihre Leistungspflicht f�r die Folgen dieses Ereignisses und erbrachte Versicherungsleistungen in Form von Heilbehandlung und Taggeld. Gest�tzt auf ein Gutachten des Dr. med. S.________, Orthop�dische Chirurgie FMH/FMCH, vom 9. April 2009 stellte die Unfallversicherung mit Verf�gung vom 18. Februar 2010 ihre vor�bergehenden Leistungen ein, sprach G.________ eine Integrit�tsentsch�digung auf der Basis einer Integrit�tseinbusse von 25 % (10 % f�r das rechte Knie und 15 % f�r das linke Sprunggelenk) zu und verneinte bei einem ermittelten Valideneinkommen von Fr. 66'806.- und einem Invalideneinkommen von Fr. 69'127.- einen Anspruch auf eine Invalidenrente. Auf Einsprache hin, mit welcher neben einer h�heren Integrit�tsentsch�digung auch eine Invalidenrente und weitere Heilbehandlung beantragt wurde, ermittelte die Z�rich das Valideneinkommen neu und setzte dieses auf den Betrag von Fr. 88'067.- fest. Hinsichtlich des Invalideneinkommens gelangte die Unfallversicherung nunmehr zum Schluss, dass dieses auf Fr. 80'945.- zu veranschlagen sei. Die Einsprache wurde, da sich auch so kein rentenbegr�ndender IV-Grad ergab, vollumf�nglich abgewiesen (Entscheid vom 17. August 2010).
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten l�sst G.________ beantragen, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides sei ihr eine Invalidenrente zuzusprechen und weitere Heilbehandlung zu gew�hren.
Die Z�rich schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt f�r Gesundheit l�sst sich nicht vernehmen.
Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen Rechtsverletzung gem�ss Art. 95 f. BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen (vgl. BGE 130 III 136 E. 1.4 S. 140). Gem�ss Art. 42 Abs. 1 BGG ist die Beschwerde hinreichend zu begr�nden, andernfalls wird darauf nicht eingetreten (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG). Das Bundesgericht pr�ft grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen; es ist nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu pr�fen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen wurden (BGE 135 II 384 E. 2.2.1 S. 389).
Das kantonale Gericht hat die massgebenden Bestimmungen und Grunds�tze zum Begriff der Invalidit�t (Art. 8 Abs. 1 ATSG), zum Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung (Art. 18 Abs. 1 UVG) und zur Bemessung der Invalidit�t bei Erwerbst�tigen nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG), namentlich bei Verwendung der Tabellenl�hne gem�ss den vom Bundesamt f�r Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder der DAP-Zahlen (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Streitig ist in erster Linie der Anspruch auf eine Invalidenrente. Die Beschwerdef�hrerin r�gt hierbei lediglich die H�he des von der Vorinstanz auf Fr. 80'945.- bemessenen Invalideneinkommens, demgegen�ber ist das Valideneinkommen (gem�ss Vorinstanz Fr. 88'207.-) nicht streitig. Nicht beanstandet werden sodann die vorinstanzlichen Feststellungen zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsf�higkeit, wonach die Beschwerdef�hrerin in einer leidensangepassten leichten bis mittelschweren (Tragen und Heben von Lasten von maximal 5 kg pro Seite) wechselbelastenden bzw. vorwiegend sitzenden T�tigkeit, ohne Besteigen von Leitern und Ger�sten, ohne Notwendigkeit zu Zwangspositionen wie Kauern oder Knien und ohne Gehen auf unebenem Gel�nde ganztags und vollschichtig arbeitsf�hig ist.
4.1 Zur Bemessung des Invalideneinkommens stellte die Vorinstanz auf die Zahlen der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes f�r Statistik (LSE) 2008 ab. Dabei ging sie vom monatlichen Bruttolohn (inkl. 13. Monatslohn, basierend auf einer w�chentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden) f�r weibliche Arbeitskr�fte an Arbeitspl�tzen im Gesundheits- und Sozialwesen auf dem h�chsten Anforderungsniveau 1 + 2 (Verrichtung h�chst anspruchsvoller und schwierigster Arbeiten sowie selbstst�ndiger und qualifizierter Arbeiten) von Fr. 6'486.- aus (Tabelle TA1 der LSE 2008). Aufgerechnet auf die durchschnittliche betriebs�bliche Arbeitszeit von 41,6 Stunden pro Woche im Jahre 2008 (Die Volkswirtschaft 12/2010 S. 90 Tabelle B 9.2) ergab dies ein Bruttoeinkommen von Fr. 80'945.-. Dass die Unfallversicherung davon keinen Abzug vorgenommen hat, sei nicht unangemessen, weshalb dieser Betrag dem Invalideneinkommen entspreche.
Die Beschwerdef�hrerin beanstandet zum einen die Anwendung des h�chsten Anforderungsniveaus, zum andern verlangt sie einen Abzug von 15 - 25 % von einem mit Anforderungsniveau 3 berechneten Bruttolohn, da sie in ihrer Arbeit als Bewegungsp�dagogin aufgrund ihrer beidseitigen K�rpersch�digung am Knie- beziehungsweise Fussgelenk eingeschr�nkt sei und ihr dadurch im Vergleich zu einer gesunden Person nicht mehr die selben und weniger T�tigkeiten zur Verf�gung st�nden.
4.2 Die Vorinstanz hat vorerst erwogen, dass f�r die Ermittlung des Invalideneinkommens auf das Anforderungsniveau 2 abzustellen sei. Ohne dies zu begr�nden hat sie bei der konkreten Berechnung aber auf den die Niveaus 1 + 2 zusammenfassenden Lohn abgestellt. Dies obwohl im Bereiche des Wirtschaftszweiges "Gesundheits- und Sozialwesen" auf diesem Niveau auch die L�hne von �rzten mitenthalten sind. Vorliegend ist darauf nicht weiter einzugehen, da, wie die Beschwerdef�hrerin �berzeugend darlegt, die ihr noch zumutbare T�tigkeit gesamthaft eher dem Niveau 3 entspricht. Die Ausbildung zur Bewegungsp�dagogin ist mit einer dreij�hrigen Lehre vergleichbar. Entsprechende T�tigkeiten werden praxisgem�ss in Niveau 3 eingestuft. Es liegen keine Anhaltspunkte daf�r vor, dass die von der Versicherten konkret ausge�bte oder die ihr zumutbare T�tigkeit h�her zu qualifizieren oder diese mit F�hrungsaufgaben verbunden w�re. Davon ging in der Verf�gung vom 18. Februar 2010 auch die Z�rich aus, hatte sie damals doch ein Invalideneinkommen von Fr. 69'127.- in Anwendung der Tabelle TA1, Gesundheitswesen, Anforderungsniveau 3, ermittelt. Nachdem sich die Beschwerdef�hrerin in der Einsprache erfolgreich gegen das von der Unfallversicherung ermittelte Valideneinkommen gewehrt hatte, ging die Z�rich, nunmehr auch von einem h�heren Invalideneinkommen aus. Das �berzeugt nicht. Vielmehr ist dabei das standartisierte Einkommen f�r Frauen im Gesundheitswesen auf Niveau 3 (Fr. 69'127.-) einzusetzen.
Zu pr�fen bleibt, ob von diesem Betrag ein Abzug wegen sogenannten leidenbedingten Einschr�nkungen im Sinne von BGE 126 V 75 vorzunehmen ist.
5.1 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu k�rzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass pers�nliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalit�t oder Aufenthaltskategorie und Besch�ftigungsgrad (vgl. LSE 94 S. 51) Auswirkungen auf die Lohnh�he haben k�nnen (BGE 124 V 321 E. 3b/aa S. 323) und je nach Auspr�gung die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsf�higkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 75 E. 5b/aa in fine S. 80). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter W�rdigung der Umst�nde im Einzelfall nach pflichtgem�ssem Ermessen gesamthaft zu sch�tzen und darf 25 % nicht �bersteigen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327 f.; 126 V 75 E. 5b/bb-cc S. 80; Urteil 9C_368/2009 vom 17. Juli 2009 E. 2.1).
5.2 Ob ein (behinderungsbedingt oder anderweitig begr�ndeter) Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen ist, stellt eine vom Bundesgericht frei �berpr�fbare Rechtsfrage dar (Urteil 8C_652/2008 vom 8. Mai 2009 E. 4 in fine, nicht publiziert in: BGE 135 V 297). Die Frage nach der H�he des (im konkreten Fall grunds�tzlich angezeigten) Abzuges vom Tabellenlohn dagegen ist eine Ermessensfrage. Deren Beantwortung ist letztinstanzlicher Korrektur nur mehr dort zug�nglich, wo das kantonale Gericht das Ermessen rechtsfehlerhaft ausge�bt hat, also bei Ermessens�berschreitung, -missbrauch oder -unterschreitung (vgl. zu diesen Rechtsbegriffen: BGE 132 V 393 E. 3.3 S. 399).
5.3 Vorliegend haben weder die Vorinstanz noch die Unfallversicherung einen Abzug vorgenommen. Im angefochtenen Entscheid wurde dies damit begr�ndet, dass die Beschwerdef�hrerin bei einer erfolgten zumutbaren Belastungsanpassung innerhalb der Branche Gesundheits- und Sozialwesen leidensbedingt nicht eingeschr�nkt und voll arbeitsf�hig sei. Ihre gesundheitlichen Einschr�nkungen h�tten damit keinen Einfluss auf die Lohnh�he. Auch die weiteren sich gem�ss der angef�hrten Rechtsprechung potenziell lohnmindernd auswirkenden Kriterien wie, Nationalit�t/Aufenthaltskategorie, Alter, Dienstjahre und Besch�ftigungsgrad liessen bei der gegebenen Sachlage keinen Abzug rechtfertigen. Diesen zutreffenden Ausf�hrungen ist nichts hinzuzuf�gen. Damit bleibt es beim Invalideneinkommen von Fr. 69'127.- was verglichen mit dem vorinstanzlich ermittelten und letztinstanzlich unbestrittenen Valideneinkommen von Fr. 88'207.- einem Invalidit�tsgrad von 21.6 % oder - gerundet - 22 % entspricht.
Schliesslich beantragt die Beschwerdef�hrerin, dass ihr weiterhin Heilbehandlung zu gew�hren sei.
6.1.1 Gem�ss Art. 10 UVG hat der Versicherte Anspruch auf die zweckm�ssige Behandlung seiner Unfallfolgen. Bis zu welchem Zeitpunkt Heilbehandlung durch den Unfallversicherer zu gew�hren ist, kann Art. 10 UVG nicht entnommen werden. Dieser Zeitpunkt ergibt sich indessen aus Art. 19 UVG des zweiten Kapitels �ber Beginn und Ende der Invalidenrente, die, sofern die Voraussetzungen f�r deren Ausrichtung erf�llt sind, den vor�bergehenden Leistungen folgt. Danach entsteht der Rentenanspruch, wenn von der Fortsetzung der �rztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten mehr erwartet werden kann und allf�llige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Abs. 1 erster Satz). Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Abs. 1 zweiter Satz). Nach konstanter Rechtsprechung heisst dies, der Versicherer hat - sofern allf�llige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind - die Heilbehandlung (und das Taggeld) nur solange zu gew�hren, als von der Fortsetzung der �rztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vor�bergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Pr�fung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integrit�tsentsch�digung abzuschliessen (BGE 134 V 109 E. 4.1 S. 114 mit zahlreichen Hinweisen).
6.1.2 Da nach der unbestrittenen Feststellung der Vorinstanz nach dem 14. April 2009 von einer Fortsetzung der �rztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten war, ist der Anspruch auf �bernahme der Heilbehandlung nach Art. 10 UVG dahingefallen.
6.2 In Anwendung von Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG werden nach der Festsetzung der Rente dem Bez�ger die Pflegeleistungen und Kostenverg�tungen gew�hrt, wenn er zur Erhaltung seiner verbleibenden Erwerbsf�higkeit dauernd der Behandlung und Pflege bedarf. Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, hat Dr. med. S.________ im Gutachten vom 18. Dezember 2008 einen Therapiebedarf im Sinne eines Krafttrainings bis Ende Juni 2009 empfohlen, was der Beschwerdef�hrerin auch gew�hrt wurde. Dr. med. T.________ hat in seinem Gutachten vom 22. November 2010 lediglich die regelm�ssige Durchf�hrung eines Krafttrainings zur Stabilisierung der Gelenkfunktion angeregt. Dieses Krafttraining kann die Beschwerdef�hrerin gem�ss Dr. med. T.________ selbstst�ndig im Sinne eines Heim�bungsprogrammes durchf�hren. Das ist indessen nicht als notwendige Heilbehandlung zur Aufrechterhaltung der Erwerbsf�higkeit gem�ss Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG zu werten.
Bei diesem Verfahrensausgang rechtfertigt es sich, die Gerichtskosten (Art. 65 Abs. 1 und Abs. 4 lit. a BGG) der Beschwerdef�hrerin zu einem, und der Z�rich zu zwei Dritteln aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Der Beschwerdef�hrerin steht gegen�ber der Z�rich eine entsprechend reduzierte Parteientsch�digung zu (Art. 68 Abs. 2 BGG).
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug, Sozialversicherungsrechtliche Kammer, vom 21. Juli 2011 und der Einspracheentscheid der Z�rich Versicherungs-Gesellschaft AG vom 17. August 2010 werden aufgehoben und es wird festgestellt, dass die Beschwerdef�hrerin Anspruch auf eine Invalidenrente auf Grund eines Invalidit�tsgrades von 22 % hat. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen.
Von den Gerichtskosten von Fr. 750.- werden der Beschwerdef�hrerin Fr. 250.- und der Beschwerdegegnerin Fr. 500.- auferlegt.
Die Sache wird zur Neuverlegung der Parteientsch�digung des vorangegangenen Verfahrens an das Verwaltungsgericht des Kantons Zug, Sozialversicherungsrechtliche Kammer zur�ckgewiesen.