Source: https://www.lsvd.de/recht/ratgeber/steuerrecht/lohnsteuerklassen.html
Timestamp: 2018-01-23 16:03:26
Document Index: 363000874

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 39', '§ 39', '§ 38']

2. Zur Wahl der Steuerklassen
... 2.1. Beide Partner beziehen Arbeitslohn
... 2.2. Nur ein Partner bezieht Arbeitslohn
... 2.3. Elterngeld, Arbeitslosengeld I und andere Lohnersatzleistungen
... 2.4. Kinderfreibeträge
3. Änderung und Berichtigung der Lohnsteuerklassen
Die Merkblätter zur Steuerklassenwahl bei Ehegatten oder Lebenspartnern, die beide Arbeitnehmer sind, für das Jahr 2018 (und die Vorjahre) enthalten Tabellen, mit deren Hilfe verheiratete und verpartnerte Arbeitnehmer anhand ihrer monatlichen Arbeitslöhne die Steuerklassenkombination feststellen können, bei der sie die geringste Lohnsteuer entrichten müssen. Soweit beim Lohnsteuerabzug Freibeträge zu berücksichtigen sind, sind diese vor Anwendung der jeweils in Betracht kommenden Tabelle vom monatlichen Bruttoarbeitslohn abzuziehen.
Da die Steuerklassen nur für die Berechnung der Lohnsteuer durch den Arbeitgeber von Bedeutung sind, brauchen nur die Partner eine Steuerklasse, die Arbeitslohn oder eine Pension beziehen (Einkommen aus nichtselbstständiger Arbeit). Partnern ohne Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit (z.B. Freiberufler, Selbständige, Rentner) brauchen keine Steuerklassen. Bei Freiberuflern und Selbständigen pflegen die Finanzämter Einkommensteuervorauszahlungen festzusetzen, es sei denn, ihr Einkommen ist sehr gering.
Wenn nur einer der Partner Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit hat, empfiehlt sich für ihn in der Regel die Steuerklasse III.
Beim Elterngeld ist für die Berechnung des Nettoeinkommens die Steuerklasse maßgebend, die der betreffende Elternteil im letzten Monat vor dem Monat der Geburt des Kindes hatte (§ 2c Abs. 3 Satz 1 i.V.m. § 2b Abs. 1 Satz 1 BEEG). Wenn sich seine Steuerklasse in den letzten 12 Monaten vor dem Monat der Geburt des Kindes geändert hatte, ist die abweichende Steuerklasse maßgeblich, wenn sie in in diesem Zeitraum in der überwiegenden Zahl der Monate gegolten hat (§ 2c Abs. 3 Satz 2 BEEG). Ein Wechsel in eine günstigere Steuerklasse bringt daher nur noch dann etwas, wenn er mindestens sechs Monate vor dem Monat der Geburt des Kindes stattfindet. Denn dann hat die frühere Steuerklasse in den letzten zwölf Monaten vor dem Monat der Geburt des Kindes nicht in der überwiegenden Zahl der Monate gegolten.
Ehegatten und Lebenspartner werden in ELSTAM mit den Steuerklassen IV / IV geführt.
Wenn die Ehegatten oder Lebenspartner beide in einem Dienstverhältnis stehen, können sie einmal im Jahr beantragen, dass ihre Steuerklassen von IV / IV in III / V oder in IV / IV mit Faktor geändert werden. Dafür sollten sie das Formular Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartner verwenden. Das Finanzamt hat die Änderung mit Wirkung vom Beginn des Kalendermonats vorzunehmen, der auf die Antragstellung folgt (§ 39 Abs. 6 Satz 3 und 5 EStG).
Wenn dagegen Ehegatten oder Lebenspartner in ELSTAM unrichtig mit Steuerklassen I geführt werden, ist ihr Antrag auf Änderung ihrer Steuerklassen in IV / IV, in III / V oder in IV / IV mit Faktor ein Antrag auf Berichtigung ihrer falschen Steuerklassen I / I (§ 39 Abs. 6 Satz 1 EStG). Dafür sollten die Lebenspartner das Formular "Antrag auf Korrektur der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM)" verwenden. Das Finanzamt muss die Änderung der Steuerklassen ab dem ersten Tag des Monats vornehmen, in dem erstmals die Voraussetzungen für die Änderung vorlagen.
"Wir bitten Sie, unsere Steuerklassen wie im Jahr ........ von VI / VI in III / V zu ändern. An unseren persönlichen Verhältnissen hat sich nichts geändert."
"Ich bitte Sie, meine Steuerklasse wie im Jahr ......... von IV in III zu ändern. An unseren persönlichen Verhältnissen hat sich nichts geändert."
Ehegatten und Lebenspartner, die nicht möchten, dass ihre Arbeitgeber über die Steuerklassen erfahren, dass sie verheiratet oder verpartnert sind, haben nach § 38b Abs. 3 EStG die Möglichkeit, beim Finanzamt zu beantragen, dass Sie die Steuerklasse I für Ledige behalten. Zwar wissen die Arbeitgeber aufgrund der Änderung der Steuerklasse I in IV nur, dass der betreffende Beschäftigte entweder geheiratet hat oder eine Lebenspartnerschaft eingegangen ist. Aber die Beschäftigten müssen dann damit rechnen, dass sie der Arbeitgeber oder einer seiner Mitarbeiter fragt, ob sie geheiratet haben. Möglicherweise werden die Beschäftigten auf aufgefordert, eine Kopie der Eheurkunde vorzulegen. Dann bleibt ihnen nichts anderes übrig als zu offenbaren, dass sie eine gleichgeschlechtliche Partnerin oder einen gleichgeschlechtlichen Partner geheiratet oder dass sie sich verpartnert haben.