Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=22.10.1974&Aktenzeichen=1%20BvL%2030/73
Timestamp: 2019-12-10 19:22:03
Document Index: 147494720

Matched Legal Cases: ['§ 238', '§ 31', '§ 46', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BVerfG, 22.10.1974 - 1 BvL 30/73 - dejure.org
https://dejure.org/1974,514
BVerfG, 22.10.1974 - 1 BvL 30/73 (https://dejure.org/1974,514)
BVerfG, Entscheidung vom 22.10.1974 - 1 BvL 30/73 (https://dejure.org/1974,514)
BVerfG, Entscheidung vom 22. Januar 1974 - 1 BvL 30/73 (https://dejure.org/1974,514)
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Ausschluß der in "Nichtbeziehungsländern" abgewanderten Verfolgten von Wiedergutmachungsleistungen
LG Darmstadt, 07.11.1973 - 10 O Entsch. 13/70
BVerfGE 38, 128
Wo und wie diese vorzunehmen waren, stand weitgehend im freien Gestaltungsermessen des Gesetzgebers (so ausdrücklich: Gießler, a.a.O., S. 52/53 unter Hinweis auf BVerfG NJW 1970, 799 und RzW 1975, 24 Nr. 22).
Das persönliche Territorialitätsprinzip, das diesen Gesichtspunkten Rechnung trug, beruhte demnach auf sachbezogenen Erwägungen (so wohl auch BVerfG RzW 1975, 24 Nr. 22).
Der Spielraum des Gesetzgebers endet erst dort, wo die ungleiche Behandlung nicht mehr mit einer am Gerechtigkeitsgedanken orientierten Betrachtungsweise vereinbar ist, wo mit anderen Worten ein sich aus der Natur der Sache ergebender oder sonst sachlich einleuchtender Grund für die gesetzliche Differenzierung fehlt (vgl. BVerfGE 9, 334 ; 38, 128 ; 83, 1 ; 102, 254 ; 106, 201 ).
Er konnte bei der Ablösungsregelung im Dritten Teil des Allgemeinen Kriegsfolgengesetzes in Rechnung stellen, daß die Bundesrepublik Deutschland territorial und hinsichtlich der finanziellen Leistungsfähigkeit nur einen Teil des Deutschen Reiches ausmacht (vgl. BVerfGE 38, 128 (133)), und dementsprechend nur solche Ansprüche zur Ablösung vorsehen, die dem sogenannten Westbestand der Ansprüche zuzurechnen waren.
Zur ausnahmslosen Entschädigung aller Personen, die während des "Dritten Reiches" verfolgt wurden, war der Gesetzgeber angesichts der begrenzten finanziellen Leistungsfähigkeit der Bundesrepublik Deutschland bei der Ausgestaltung des innerstaatlichen Entschädigungsrechts nicht verpflichtet (BVerfGE 38, 128, 133 [BVerfG 22.10.1974 - 1 BvL 30/73] = RzW 1975, 24).
Die Vereinbarkeit dieser alle Ansprüche nach dem BEG erfassenden Regelung mit dem Grundgesetz hat das Bundesverfassungsgericht wiederholt festgestellt (Entscheidungen vom 31. Oktober 1973 - 1 BvR 735/66 und 320/66; RzW 1974, 48; BVerfGE 38, 128).
In den Beschlüssen vom 30. September 1976 - 1 BvR 779/75 - und vom 4. Oktober 1976 - 1 BvR 280/75 - hat es aus den in BVerfGE 38, 128 dargelegten Gründen die von der Klägerin geltend gemachte Verletzung von Grundrechten durch § 238 a BEG verneint, auch soweit dessen entsprechende Anwendung gemäß Art. V Nr. 3 Abs. 1 BEG-SchlußG der Gewährung einer Beihilfe entgegensteht.
Es bedarf keiner Entscheidung, ob die Vereinbarkeit dieser Vorschriften mit dem Grundgesetz bereits mit Bindungswirkung gemäß § 31 BVerfGG wegen der zu § 46 Abs. 4 Satz 1 des Soldatengesetzes in der Fassung vom 10.01.1968 (BGBl. I. 56 ) ergangenen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 22.01.1975 (- 2 BvL 51/71 -, BVerfGE 38, 128) feststeht (dafür OVG Berlin-Brandenburg…, Urteil vom 17.12.2015, a.a.O.).
Beide Begriffsmerkmale betreffen nicht den aktuellen Wohnsitz oder den gewöhnlichen Aufenthalt einer Person (vgl. BVerfG vom 22.10.1974 BVerfGE 38, 128/135; vom 30.5.1978 BVerfGE 48, 281/287 f.).
BGH, 24.02.1977 - IX ZR 91/72
BGH, 18.01.1977 - IX ZB 58/76
BGH, 18.02.1975 - IX ZB 421/66
BGH, 18.02.1975 - IX ZB 20/67
BGH, 18.02.1975 - IX ZB 422/66