Source: http://www.kostenlose-urteile.de/AG-Brandenburg-a-d-Havel_32-C-52000_Maeuseplage-in-der-Stadtwohnung-berechtigt-zur-Mietminderung-um-100-Prozent.news13209.htm
Timestamp: 2016-10-21 16:48:24
Document Index: 184021369

Matched Legal Cases: ['§ 544', '§ 537', '§ 536', '§ 537', 'BGH', '§ 476']

Urteil > 32 C 520/00 | AG Brandenburg a. d. Havel - Mäuseplage in der Stadtwohnung berechtigt zur Mietminderung um 100 Prozent < kostenlose-urteile.de wichtiger technischer Hinweis:
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Werbung3.9/0/5(9) Hier beginnt die eigentliche Meldung:Amtsgericht Brandenburg a. d. Havel, Urteil vom 06.08.2001 - 32 C 520/00 - Mäuseplage in der Stadtwohnung berechtigt zur Mietminderung um 100 ProzentBefall durch eine erhebliche Anzahl an Mäusen reduziert den Wohnwert auf NullWer sich als Mieter einer Wohnung mit unliebsamen "Hausgenossen" herumärgert, der kann den Mietzins mindern. Bei der Berechnung des Minderungsanspruches muss jedoch berücksichtigt werden, welchen Umfang der Mäusebefall hat. In Stadtwohnungen muss sich der Mieter gegenüber Mäusen weniger tolerant zeigen als der Mieter einer Wohnung auf dem Lande, da Mäuse in der Stadt leichter vermieden werden können. Dies geht aus einer Entscheidung des Amtsgerichts Brandenburg an der Havel hervor.
Die Beklagten im vorliegenden Fall waren Mieter einer Stadtwohnung, für die sie einen monatlichen Mietzins in Höhe von 1.000 DM zahlten. Mitte Juni 2000 kündigten sie das Mietverhältnis zum 30. des Monats fristlos, da es ihnen aus gesundheitlichen Gründen infolge einer intensiven Mäuseplage unmöglich gewesen war, in der Wohnung länger zu leben. Mit der Kündigung stellten die Mieter auch umgehend die Mietzahlung ein. Dagegen klagte der Vermieter, der keinen Grund für eine fristlose Kündigung sah.Vermieter bestreitet Vorliegen einer "Mäuseplage"Hinsichtlich der angeführten Mäuseplage als außerordentlichen Kündigungsgrund behauptete der Kläger, er habe sofort alles getan, um den Mäusen entgegen zu wirken. Er habe umgehend seinen Hausmeister und einen Kammerjäger mit der Beseitigung des Problems beauftragt. Dabei hätten die Beklagten selbst die Bekämpfung der Mäuse durch fehlende Mitarbeit verzögert. So habe der Hausmeister nicht in erforderlichem Umfang und regelmäßig die Wohnung der Beklagten betreten können. Zudem bestand nach seiner Auffassung kein Recht auf außerordentliche Kündigung, da hierzu gemäß § 544 BGB eine erhebliche und dauernde Gesundheitsgefährdung hätte vorliegen müssen. Der Mäusebefall sei jedoch kein dauerhafter Zustand gewesen. Die Mieter entgegneten den Behauptungen ihres Vermieters und sprachen von einer regelrechten "Mäuseplage", da sie unter anderem bis zu 10 der Tiere in ihrem Wohnzimmer sichtbar zählen konnten. Der Hausmeister sei krankheitsbedingt für drei Wochen nicht mit der Bekämpfung der Tiere befasst gewesen und Kammerjäger hätten die Wohnung zu keiner Zeit betreten.Vermieter muss vertragsgemäßen Gebrauch der Wohnung ohne "Hausgenossen" gewährleistenDas Amtsgericht Brandenburg an der Havel entschied, dass der Mieter schuldhaft die außerordentliche Kündigung des Mietverhältnisses veranlasst habe. Der Hausmeister bestätigte die Aussagen der Mieter, nach denen während der Zeit seiner Krankheit von drei Wochen nichts hinsichtlich der Mäusebekämpfung geschehen sei. Zudem habe er in der übrigen Zeit ungehinderten Zugang zu der Wohnung gehabt, da ihm der Mieter einen Wohnungsschlüssel ausgehändigt hatte. Dass der Befall einer Wohnung mit Ungeziefer, hier Mäusen, ein Fehler im Sinne des § 537 Abs. 1 BGB darstelle, der die Tauglichkeit der Mietwohnung zum vertragsgemäßen Gebrauch aufhebe, bedürfe wohl nicht erst einer weiteren Vertiefung (Amtsgericht Bremen, NJW 1998, Seite 3282 f.; AG Berlin-Tiergarten, MM-Mieter-Magazin des Berliner Mieterverein e.V.-1997, Seite 243). Mit Recht dürfe allgemein erwartet werden, dass ein Vermieter in Erfüllung der ihn treffenden Pflicht unverzüglich tätig werde, dem Mieter insoweit den vertragsgemäßen Gebrauch der Mietwohnung gemäß § 536 BGB ohne "Hausgenossen" zu gewährleisten (vgl. Amtsgericht Bonn, Urteil v. 08.02.1985 - 6 C 277/84 - = WuM 1986, Seiten 113 f; AG Berlin-Tiergarten, 30.01.1997 - 6 C 177/96 = MM 1997, Seite 243; Amtsgericht Rendsburg, Urteil v. 17.02.1988 - 3 C 551/87 - = WuM 1989, Seite 284).Erhebliche Anzahl von Mäusen beeinträchtigt vertragsgemäßen Gebrauch der MietsacheDie Auffassung des Klägers, dass die durch den Ungezieferbefall gekennzeichneten Verhältnisse in seinem Haus in diesem Zeitraum als nicht "erhebliche und dauernde Gesundheitsgefährdung" anzusehen seien und deshalb bereits eine Minderung des Mietzinses nicht rechtfertigen würden, sei hier nach Überzeugung des erkennenden Gerichts nicht haltbar (vgl. Amtsgericht Bonn, Urteil v. 08.02.1985 - 6 C 277/84 - = WuM 1986, Seiten 113 f). Da im vorliegenden Fall nicht das einmalige Auftreten einer Hausmaus, die auch der städtische Mieter als unvermeidlich hinnehmen müsse, zu beanstanden sei, sondern von einer erheblichen Anzahl an Tieren zu sprechen sei, liege es insofern auf der Hand, dass das gehäufte Auftreten von Ungeziefer zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Wohnqualität und damit des vertragsgemäßen Gebrauchs der Mietsache führe (Amtsgericht Bonn, WuM 1986, Seiten 113 f.; Amtsgericht Berlin-Tiergarten, MM 1997, Seite 243).Wohnwert liegt bei Null - Mietminderung um 100 Prozent gerechtfertigtDie Mäuseplage stelle somit einen Mangel der Mietsache im Sinne von § 537 BGB dar und berechtige die Beklagten zur Mietzinsminderung (Amtsgericht Rendsburg, WuM 1989, Seite 284). Die Höhe der Minderung bemesse sich auf 100 Prozent. Die Stadt-Wohnung habe wegen des Befalls einer erheblichen Zahl an Mäusen keinerlei Wohnwert mehr gehabt. Eine niedrigere Mietminderung käme hier nicht in Betracht, da das Mietobjekt in der Stadt liege. Eine Mäuseplage im vorliegenden Umfang in einer Stadtwohnung sei anders als in einer ländlichen Wohnung als vermeidbar anzusehen (Amtsgericht Rendsburg, Urteil v. 17.02.1988 - 3 C 551/87 - = WuM 1989, Seite 284; Amtsgericht Berlin-Tiergarten, MM 1997, Seite 243).WerbungViele weitere Urteile rund um das Thema Mietminderung finden Sie auf der DAWR-Mietminderungstabelle ».
© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 04.05.2012
Quelle: ra-online, Amtsgericht Brandenburg an der Havel (vt/st) Dokument-Nr. 13209 Weitere Entscheidungen zu diesem Thema:Mäuseplage und Ausfall der Warmwasserversorgung rechtfertigen eine Mietminderung in Höhe von 10 und 15 Prozent(Amtsgericht Rendsburg, Urteil vom 17.02.1988[Aktenzeichen: 3 C 551/87])Mietminderung bei Mäuse- und Kakerlakenbefall(Amtsgericht Bonn, Urteil vom 08.02.1985[Aktenzeichen: 6 C 277/84])Mietminderung: Erheblicher Mottenbefall in der Wohnung(Amtsgericht Bremen, Urteil vom 05.12.2001[Aktenzeichen: 25 C 0118/01])Fundierte Fachartikel zum diesem Thema beim Deutschen Anwaltsregister:Bei der Mietminderung entscheidet der Einzelfall » Aktuelle Urteile aus dem Mietrecht Urteile zu den Schlagwörtern: fristlose | außerordentliche Kündigung | Kündigung | Kündigungsgrund | Maus | Mäuse | Mietmangel | Mietmängel | Mietminderung | Miete mindern | Mietvertrag (Wohnung) | Wohnungsmietvertrag | Mietverhältnis | Miete | Mietzins | Miete | Reduzierung | Stadtwohnung | Ungeziefer | Wohnwert Fundstellen in der Fachliteratur: Zeitschrift: Wohnungswirtschaft und Mietrecht (WuM)Jahrgang: 2001, Seite: 605 WuM 2001, 605 Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: http://www.kostenlose-urteile.de/Urteil13209Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.Bewertung: 3.9 (max. 5) - 9 Abstimmungsergebnisse Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0 Sie brauchen Hilfe vom Profi?Postleitzahl, Ort ... Startseite die neuesten Urteile gern gelesen Kommentare (0) NameE-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) Ihr Kommentar MusterkommentarRechtsanwalt Michael MusterMuster Rechtsanwältepräsentiert vom Deutschen Anwaltsregisterschrieb neulichMusterallee 27a, 08151 Musterdorfwww.anwaltsregister.defacebookGoogle+XINGTwitterSeien Sie als Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt mit Ihrer Kompentenz da präsent, wo potentielle Mandanten ihre Probleme diskutieren!Werbung
DruckenVerwenden Sie diese Kurz-URL für Ihre Verlinkungenhttp://www.kostenlose-urteile.de/Beschluss23011Sie haben eine Meinung zu diesem Urteil? Geben Sie jetzt den ersten Kommentar ab!0zuletzt wurde kommentiert...vor einer Stunde von :Schadenersatz in Höhe von 70.000 Euro wegen Verletzung des Persönlich­keits­rechts einer Minderjährigen durch Sendung TV Total von Stefan Raab "hier: Lisa Loch"vor 3 Stunden von :Kein Werbungskostenabzug für Computer­zeit­schriftenvor 15 Stunden von :Keine Befreiung von der Rundfunk­beitrags­pflicht aus religiösen GründenGern gelesen Hartz IV: Zu großes Haus muss als verwertbares Vermögen verkauft werden »BGH erweitert Anwendungsbereich der Beweislastumkehr nach § 476 BGB zugunsten des Verbrauchers »Einsatz von Trocknungsgeräten rechtfertigt Mietminderung von 100 % »VW-Abgasskandal: Autohändler zur Rückabwicklung des Kaufvertrags verpflichtet »Zweitwohnungssteuer für Mobilheime zulässig »Ge­schwindig­keits­begrenzung aufgrund von Bauarbeiten wird mit Abschluss der Arbeiten rechtswidrig »Behinderten­testament auch bei großem Nachlasswert wirksam »Arbeitsunfall oder (erneuter) Suizid: Arbeitnehmer trägt Beweislast »neue Urteile Keine Änderung der Grunderwerbsteuer bei Insolvenz des Käufers »Lehrerin hat nach abgelehnter Verbeamtung trotz verfassungswidriger Altersgrenze keinen Anspruch auf Schadensersatz »Haft­pflicht­versicherung haftet für durch Verkehrsunfall beschädigte persönliche Sachen eines Lkw-Fahrers »Öffentliche Beleidigung des Papsttums sowie der Christenverehrung durch Aufkleber am Pkw begründet Strafbarkeit »Wohnungseigentümer hat Anspruch auf ordnungsgemäße Instandhaltung eines Spielplatzes im Gemeinschafts­eigentum »Kein Anspruch auf Zugang zu dienstlichen Telefonlisten von Jobcentern » Anwaltsgebühren Prozesskostenrechner Anwaltssuche Pfändungstabelle Pfändungsrechner IBAN-Rechner (D/A/CH) Hartz IV Regelsätze 2014 Hartz IV Regelsätze 2015 MietminderungstabelleDas könnte Sie auch interessieren ...Das ging in die Hose: Polizei­beamte nach verweigertem Toiletten­besuch wegen Körper­verletzung verurteiltZwei Polizisten müssen sich vor Gericht verantworten, weil sie einen Mann bei einer Kontrolle nicht zur Toilette gelassen haben. Ist das Willkür oder ... hart? ... »Ratgeber Miet­erhöhung: Rechte von Mietern und Grenzen für VermieterDie Mietpreise steigen kontinuierlich an. Doch Mieter müssen längst nicht alle Mieterhöhungen hinnehmen. Welche Rechte sie haben und welche ... müssen. ... »Die Rechte des Mieters: Die 10 wichtigsten Mieter­rechteZeiten angespannter Immobilien­märkte sind Zeiten einer starken Vermieter­position. Umso wichtiger, dass sich Mieter ihrer Rechte ... Vermieter. ... »Darf die Wohnungs­eigentümer­gemeinschaft die Vermietung an Flüchtlinge untersagen?Mancher Wohnungs­eigentümer stellt seine Wohnung für die Unter­bringung von Flüchtlingen bereit. Dies mag dem einen oder anderen ... untersagen? ... »Landgericht Berlin ordnet Räumung von Theater und Komödie am Kurfürstendamm anKündigung aufgrund von Zahlungsrückständen gerechtfertigt »Einbau­küche: Eigentümer der Küche ist auch für den Erhalt zuständigKauft der Mieter die vorhandene Einbau­küche von seinem Vormieter, wird er Eigentümer der Küche. Er ist dann selber für Instand­haltung, ... kann. ... »Kleinreparaturklausel im Mietvertrag: Was ist eine Kleinreparatur und wie viel müssen Mieter bei Kleinreparaturen zahlen?Als Kleinreparatur wird die Behebung von kleineren Schäden an den Einrichtungen oder Vorrichtungen einer Mietwohnung bezeichnet. Ein Mieter kann im ... beachten? ... »Wenn Sie einen Anwalt suchen, kann Ihnen unser Partnerportal, das Deutsche Anwaltsregister, sicher helfen:Sie suchen einen Anwalt?Das Deutsche Anwaltsregister hilft ...Name, Schwerpunkt, Ort, Postleitzahl alle Urteile vom ...Freitag, der 21.10.2016 »Donnerstag, der 20.10.2016 »Mittwoch, der 19.10.2016 »Dienstag, der 18.10.2016 »Montag, der 17.10.2016 »Freitag, der 14.10.2016 »Donnerstag, der 13.10.2016 »Mittwoch, der 12.10.2016 »Dienstag, der 11.10.2016 »Montag, der 10.10.2016 »Freitag, der 07.10.2016 »Donnerstag, der 06.10.2016 »Mittwoch, der 05.10.2016 »Dienstag, der 04.10.2016 »Montag, der 03.10.2016 »Freitag, der 30.09.2016 »Donnerstag, der 29.09.2016 »Mittwoch, der 28.09.2016 »Dienstag, der 27.09.2016 »Montag, der 26.09.2016 »Freitag, der 23.09.2016 »Donnerstag, der 22.09.2016 »kostenlose-urteile.de - kostenlos Urteile recherchieren, ohne Abo - kostenlos Urteile lesen, ohne Zeitbeschränkungeinige wichtige Links:Startseite | Datenschutzerklärung | Impressum | Kontakt | über uns kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbHWerbung