Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202007,%201130
Timestamp: 2019-08-19 11:06:55
Document Index: 200018820

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 134', 'Art. 1', '§ 1', '§ 5', '§ 2', '§ 57', '§ 1', '§ 134', '§ 242', '§ 812', 'Art. 1', '§ 1', '§ 2', '§ 57', '§ 242', '§ 134', 'Art. 1', '§ 1', '§ 2', 'BGH', 'Art. 1', '§ 1', 'BGH', 'BGH', '§ 134', 'Art. 1', '§ 1', 'BGH', 'BGH', '§ 134', 'Art. 1', '§ 1', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 134', 'Art. 1', '§ 5', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 01.02.2007 - III ZR 281/05 - dejure.org
https://dejure.org/2007,408
BGH, 01.02.2007 - III ZR 281/05 (https://dejure.org/2007,408)
BGH, Entscheidung vom 01.02.2007 - III ZR 281/05 (https://dejure.org/2007,408)
BGH, Entscheidung vom 01. Februar 2007 - III ZR 281/05 (https://dejure.org/2007,408)
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BGB §§ 134, 242, 812; RBerG Art. 1 § 1, § 5 Nr. 2; WPO § 2 Abs. 3 Nr. 3; StBerG § 57 Abs. 3 Nr. 3
Kapitalanlagerecht - Treuhandvertrag
RBerG § 1; BGB § 134; BGB § 242; BGB § 812; RBerG Art. 1 § 1; WPO § 2 Abs. 3 Nr. 3; StBerG § 57 Abs. 3 Nr. 3
Trotz Verstoß gegen das Rechtsberatungsgesetz keine Rückzahlung der Treuhändervergütung, wenn der Treuhänder schuldlos von der Wirksamkeit der Verträge ausgehen durfte und die beiderseitigen Leistungen vollständig und beanstandungsfrei erbracht wurden
Verstoß gegen das Rechtsberatungsgesetz (RBerG) durch einen im Rahmen eines Immobilienfonds-Kapitalanlagemodells abgeschlossenen Treuhandvertrag; Erlaubnispflichtigkeit von Geschäftsbesorgungsverträgen und Treuhandverträgen; Geschäftsbesorgung durch eine Steuerberatungsgesellschaft oder durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft; Einwand unzulässiger Rechtsausübung gegen einen Bereicherungsanspruch auf Rückzahlung einer Treuhändervergütung
Nichtigkeit eines Treuhandvertrags im Rahmen einer Immobilienfonds-Anlage wegen RBerG-Verstoßes auch bei Geschäftsbesorgung durch Wirtschaftsprüfer
Rechtsberatung und Treuhandvertrag
Zur Frage, ob ein im Rahmen eines Immobilienfonds-Kapitalanlagemodells mit einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft abgeschlossener Treuhandvertrag gegen das Rechtsberatungsgesetz verstößt; zum Einwand unzulässiger Rechtsausübung gegenüber einem Bereicherungsanspruch auf Rückzahlung einer Treuhändervergütung
Nichtigkeit eines Treuhandvertrages; Einwand unzulässiger Rechtsausübung (§ 242 BGB) gegen einen Bereicherungsanspruch auf Rückzahlung der Treuhändervergütung
Verstoß eines im Rahmen eines Immobilienfonds-Kapitalanlagemodells abgeschlossenen Treuhandvertrages gegen das Rechtsberatungsgesetz; Anspruch des Anlegers auf Rückzahlung der Treuhändervergütung
BGB §§ 134, 242, 812; RBerG Art. 1 §§ 1, 5 Nr. 2; WPO § 2 Abs. 3 Nr. 3
Beitritt zu Immobilienfonds: Umfassende Beauftragung einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft verstößt gegen RBerG
Beitritt zu Immobilienfonds: Umfassende Beauftragung von Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nichtig
Vergütungsanspruch des Treuhänders trotz Nichtigkeit des Treuhandvertrages
Wirksamkeit von umfassenden Treuhändervollmachten bei Anlagemodellen; Berufung auf Treu und Glauben
Kurznachricht zu "BB-Kurzkommentar zum Urteil des BGH vom 01.02.2007, Az.: III ZR 281/05 (Immobilienfonds-Kapitalanlagemodell - Verstoß eines Treuhandvertrags gegen das Rechtsberatungsgesetz)" von RA Dr. Michel Kleine-Cosack, FAVerwR, original erschienen in: BB 3/2007, 518 - 519.
LG Heidelberg, 06.07.2005 - 5 O 43/05
OLG Karlsruhe, 22.11.2005 - 1 U 153/05
NJW 2007, 1130
ZIP 2007, 432
MDR 2007, 702
NZM 2007, 260
WM 2007, 543
BB 2007, 517
DB 2007, 513
NZG 2007, 299
Da der Grundsatz von Treu und Glauben das gesamte Rechtsleben beherrscht, gilt dies auch für die sich aus einem Verstoß gegen Art. 1 § 1 RBerG ergebende Nichtigkeitsfolge (vgl. BGH, Urteil vom 1. Februar 2007 - III ZR 281/05, WM 2007, 543, 545 Rn. 13;… Urteil vom 29. Juli 2008 - XI ZR 387/06, WM 2008, 1782, 1783 Rn. 17;… Urteil vom 28. April 2009 - XI ZR 227/08, WM 2009, 1271, 1273, Rn. 28).
Beide Seiten haben die ihnen obliegenden Leistungen vollständig erbracht und die Vorteile der jeweiligen Gegenleistung genossen (vgl. zu diesem Aspekt: BGH, Urteil vom 1. Februar 2007 - III ZR 281/05, WM 2007, 543, 545 Rn. 16).
Auch der von ihr herausgestellte Schutz des Bereicherungsgläubigers, namentlich beim Abschluss eines gegen das Verbot unbefugter Rechtsberatung verstoßenden und deswegen gemäß § 134 BGB i.V.m. Art. 1 § 1 RBerG nichtigen Vertrags (vgl. dazu nur BGHZ 153, 214, 218 ff.; Senatsurteil vom 1. Februar 2007 - III ZR 281/05 - NJW 2007, 1130, 1131 Rn. 13), rechtfertigt keine andere Beurteilung.
Indessen hat die Rechtsprechung schon mehrfach gegen einen Bereicherungsanspruch dieses Inhalts den Einwand unzulässiger Rechtsausübung durchgreifen lassen (vgl. z.B. RGZ 135, 374; BGH, Urteil vom 23. Januar 1981 - I ZR 40/79 = NJW 1981, 1439, 1440; s. auch Senatsurteile vom 1. Februar 2007 - III ZR 281/05 und 282/05;… zum Ganzen Staudinger/Sack [2003] § 134 Rn. 187 bis 189).
Dies lässt den - objektiv vorliegenden - Verstoß der Beklagten zu 1 gegen die Unterrichtungspflicht in einem milderen Licht erscheinen (vgl. zu einer ähnlichen Problematik bei einem Verstoß gegen Art. 1 § 1 RBerG auch die Senatsurteile vom 1. Februar 2007 aaO).
Dies zeigt, dass den Beklagten ihre Verwalteraufgabe gerade mit Rücksicht auf ihre berufsspezifische Sachkunde und Erfahrung auf betriebswirtschaftlichem Gebiet übertragen worden ist (vgl. zu § 2 Abs. 3 Nr. 3 WPO: BGH NJW 2007, 1130).
a) Von der in dieser Norm geregelten Erlaubnispflicht werden Tätigkeiten erfasst, die darauf gerichtet und geeignet sind, konkrete fremde Rechte zu verwirklichen oder konkrete Rechtsverhältnisse zu gestalten (BGH NJW 2007, 1130; NJW 2003, 3046; MDR 1988, 26; MDR 2000, 178).
Dasselbe gilt, wenn die Rechtsbesorgung selbständiger Gegenstand eines Auftrags ist (BGH NJW 2007, 1130; BGHZ 145, 265, 272 m.w.N.).
Das kann etwa der Fall sein, wenn der geschützte Anleger die geldwerte Leistung des Treuhänders aus einem seit langem ordnungsgemäß abgewickelten nichtigen Treuhandvertrag genossen hat und die Rückforderung der Vergütung durch eine Vielzahl von Anlegern für den gewerbsmäßig handelnden Treuhänder existenzgefährdende Auswirkungen hätte (vgl. dazu BGH, Urteil vom 1. Februar 2007 - III ZR 281/05, WM 2007, 543, 545).
Das kann sinngemäß selbst dann anzunehmen sein, wenn die Unwirksamkeit vertraglicher Regelungen nicht nur - wie vorliegend - auf einer gesetzlich oder vertraglich eingeräumten und nachträglich wahrgenommenen Beendigungsmöglichkeit durch ein Gestaltungsrecht beruht (Kündigung, Rücktritt, Widerruf, Anfechtung etc.), sondern sogar dann, wenn ein Vertrag anfänglich nichtig und die betreffende Partei insoweit grundsätzlich selbst schutzwürdig war (vgl. BGH, Urteile vom 23.01.1981 - I ZR 40/79, NJW 1981, 1439 und vom 28.04.1986 - II ZR 254/85, NJW 1986, 2944, 2945 zu § 138 BGB und BGH, Urteile vom 12.01.1970 - VII ZR 48/68, BGHZ 53, 152, 158 f., vom 23.09.1982 - VII ZR 183/80, BGHZ 85, 39, 47, vom 22.01.1986 - VIII ZR 10/85, NJW 1986, 2360, 2361, vom 05.05.1992 - X ZR 134/90, BGHZ 118, 182, 191, vom 01.02.2007 - III ZR 281/05, NJW 2007, 1130 …und vom 24.04.2008 - VII ZR 42/07, BGHZ 176, 198 ff. = juris Rn. 12 ff. zu § 134 BGB).
Der Bundesgerichtshof (WM 2007, 543) habe daher den Treuhänder trotz seines Verstoßes gegen das Rechtsberatungsgesetz und der daraus resultierenden Nichtigkeit für schutzwürdiger erachtet als den Auftraggeber, der von den schon viele Jahre zurückliegenden Dienstleistungen profitiert habe.
Dies folgt jedenfalls daraus, dass die von der Streithelferin übernommene, im Schwerpunkt rechtliche Tätigkeit nicht - wie von Art. 1 § 5 Nr. 2 RBerG vorausgesetzt - Hilfs- oder Nebentätigkeit zu einem für die Streithelferin als Wirtschaftsprüfer- und Steuerberatergesellschaft erlaubnisfreien Geschäft war (vgl. zu dieser Voraussetzung: BGH WM 2007, 543, 544), sondern im Vordergrund stand und den Schwerpunkt des Handelns der Streithelferin für den jeweiligen Treugeber darstellte.
Der III. Zivilsenat hat allerdings in seinem Urteil vom 1.2.2007 - III ZR 281/05 (WM 2007, 543, 545) gegenüber einem Bereicherungsanspruch auf Rückzahlung der geleisteten Treuhändervergütung den Einwand unzulässiger Rechtsausübung durchgreifen lassen.
Im rechtlichen Ausgangspunkt ist eine Ausnahme von der unechten Rückwirkung gerichtlicher Entscheidungen nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs dann zuzulassen, wenn eine Änderung der Rechtsprechung oder die Modifizierung der bisherigen Rechtslage für den Prozessgegner zu Folgen führte, die unter dem Gesichtspunkt des Vertrauens auf die Fortdauer der bisherigen Rechtsprechung oder Rechtslage unbillige, ihm nicht zumutbare Härten mit sich bringen würde (BGHZ 132, 119, 130 f.; vgl. auch BGH WM 2007, 543, 545).
Die Ablehnung einer unzulässigen Rechtsausübung/Verwirkung beruht auf einer einzelfallbezogenen Argumentation und weicht nicht vom Urteil des Bundesgerichthofs vom 1.2.2007 - III ZR 281/05 (WM 2007, 543 ff.) ab.
VG Bayreuth, 20.05.2011 - B 5 K 09.909
(Kein) Schadensersatzanspruch einer Gemeinde gegen ihre Erste Bürgermeisterin
OLG München, 02.10.2013 - 7 U 647/13
Prozessführungsbefugnis hinsichtlich eines abgetretenen Anspruchs auf …