Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20ZR%20127/74
Timestamp: 2019-05-23 19:56:44
Document Index: 395115181

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 580', '§ 415', '§ 415', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 810', '§ 810', '§ 810', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 580', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 415', 'BGH', '§ 415', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 415', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 28.11.1975 - V ZR 127/74 - dejure.org
https://dejure.org/1975,129
BGH, 28.11.1975 - V ZR 127/74 (https://dejure.org/1975,129)
BGH, Entscheidung vom 28.11.1975 - V ZR 127/74 (https://dejure.org/1975,129)
BGH, Entscheidung vom 28. November 1975 - V ZR 127/74 (https://dejure.org/1975,129)
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§ 580 Nr. 7 b ZPO, Fotografie ist keine Urkunde, §§ 415 ff ZPO
Urkunde - Gedankenäußerung - Fotografie - Augenscheinsobjekt - Gegenständliche Beweiszeichen
ZPO §§ 415 ff.
BGHZ 65, 300
NJW 1976, 294
MDR 1976, 304
DB 1976, 386
Urkunden sind danach durch Niederschrift verkörperte Gedankenerklärungen, die Aussagen über Rechtsgeschäfte oder Rechtsverhältnisse zum Inhalt haben, gleichgültig, in welcher Weise die Niederschrift erfolgt (BGH, Urteil vom 28. November 1975 - V ZR 127/74, BGHZ 65, 300, 301;… Staudinger/Marburger, BGB, Neubearb. 2009, § 810 Rn. 6;… MünchKommBGB/Habersack, 6. Aufl., § 810 Rn. 3;… Soergel/Hadding, BGB, 13. Aufl., § 810 Rn. 3).
Auch dieser setzt nach allgemeinem Verständnis nicht mehr voraus als eine schriftlich verkörperte und vom Aussteller unterzeichnete Gedankenerklärung (vgl. BGHZ 65, 300, 301) [BGH 28.11.1975 - V ZR 127/74].
Anders als das Berufungsgericht meint, beruht die Privilegierung des Beweismittels der Urkunde gerade auch auf "der Prima-facie-Liquidität des urkundlichen Anspruchs" (…Hahn, aaO, S. 387), also der besonderen Beweiskraft, die sie vor anderen Beweismitteln wie dem Zeugen- oder Sachverständigenbeweis auszeichnet (BGHZ 1, 218, 220; BGHZ 65, 300, 302; OLG Frankfurt WM 1975, 87, 88; KG JW 1922, 498 Nr. 5; Stürner NJW 1972, 1257, 1258).
Daß das Gesetz ihm im Falle des § 580 Nr. 7 Buchst. b ZPO nicht ansinnt, das rechtskräftige Urteil ohne erneute Überprüfung hinzunehmen, beruht auf dem besonderen Beweiswert, der Urkunden typischerweise zukommt und der daher den Mangel der Urteilsgrundlage besonders augenfällig macht (BGHZ 65, 300, 302 unter Hinweis auf die Gesetzesmaterialien).
Da die in Frage stehenden Verdienstbescheinigungen von vornherein als Restitutionsgrund ungeeignet sind, kommt es nicht mehr entscheidend darauf an, daß sie auch deshalb eine Wiederaufnahmeklage nicht stützen könnten, weil sie nach dem vom Berufungsgericht in, Bezug genommenen Vortrag des Antragsgegners erst nach der Abgabe der Anerkenntnisse und nach dem Erlaß des Anerkenntnisurteils errichtet worden sind (vgl. BGHZ 65, 300, 303; BGHNJW 1980, 1000, 1001).
Auch kann eine Restitutionsklage nicht auf eine Inaugenscheinnahme gestützt werden (BGH NJW 1976, 294).
Sie ist aber nicht auf den Bereich der formellen Beweiskraft beschränkt, sondern meint auch Urkunden, die für die zu beweisende Tatsache lediglich einen frei zu würdigenden Beweiswert haben (BGH NJW-RR 1991, 380; BGH NJW 1980, 1000; BGH NJW 1976, 294).
Die Ablichtung einer Urkunde ist als solche keine Urkunde im Sinne der §§ 415 ff. ZPO (BGH, Urteil vom 16. November 1979 - V ZR 93/77 = NJW 1980, 1047, 1048;… Stephan in Zöller, 17. Aufl. ZPO vor § 415 Rdn. 2; a.M. unter unzutreffendem Hinweis auf BGH MDR 1976, 304 - - BGHZ 65, 300 [BGH 28.11.1975 - V ZR 127/74] Hartmann aaO. Übers. § 415 Anm. 1).
Es liegt eine Gesetzeslücke vor, weil eine der Anlage 5 Nr. 4a der "Vereinbarung 1989" entsprechende Regelung fehlt (vgl Larenz, Methodenlehre, 6. Aufl 1991 S 370 ff; BGHZ 65, 300, 302).
Danach sind Urkunden alle durch Niederschrift verkörperten Gedankenerklärungen, die geeignet sind, im Rechtsverkehr Beweis zu erbringen (vgl BGHZ 65, 300, 301 ff).
aa) Unter einer Urkunde im Sinne der Zivilprozessordnung ist eine schriftlich verkörperte Gedankenerklärung zu verstehen (BGHZ 65, 300 = NJW 1976, 294).
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