Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%2071,%2041
Timestamp: 2019-10-22 15:19:48
Document Index: 243377333

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4']

BFH, 07.04.1960 - V 143/58 U - dejure.org
https://dejure.org/1960,360
BFH, 07.04.1960 - V 143/58 U (https://dejure.org/1960,360)
BFH, Entscheidung vom 07.04.1960 - V 143/58 U (https://dejure.org/1960,360)
BFH, Entscheidung vom 07. April 1960 - V 143/58 U (https://dejure.org/1960,360)
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Annahme einer gewerblichen Betätigung bei der Veranstaltung von Märkten durch Gemeinden
BFHE 71, 41
BStBl III 1960, 261
Rechtmäßigkeit der Annahme des Handelns der Stadt in Ausübung der öffentlichen …
Reichsfinanzhof (RFH) und Bundesfinanzhof (BFH) haben es in ständiger Rechtsprechung abgelehnt, steuerfreie Grundstücksvermietungen gemäß § 4 Nr. 10 UStG 1951 anzunehmen, wenn anläßlich von Volksfesten, Schützenfesten und ähnlichen Veranstaltungen unter bestimmten Auflagen Plätze an Unternehmer des Schau-, Vergnügungs- und Gaststättengewerbes gegen Entgelt überlassen werden (vgl. u.a. die Urteile des RFH V 174/39 S vom 8. November 1940, Sammlung der Entscheidungen des Reichsfinanzhofs Bd. 49 S. 310 - RFH 49, 310 -, RStBl 1941, 95, und des BFH V 125/53 U vom 21. Dezember 1954, Sammlung der Entscheidungen des Bundesfinanzhofs Bd. 60 S. 154 - BFH 60, 154 -, BStBl III 1955, 59 betreffend Schützenfeste; V 143/58 U vom 7. April 1960, BFH 71, 41, BStBl III 1960, 261 betreffend Jahrmärkte und Wochenmärkte; V 283/58 vom 17. November 1960, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung 1960 S. 140 - HFR 1960, 140 - betreffend Veranstaltungen unterschiedlicher Art): Die getroffenen Vereinbarungen deuteten in diesen Fällen darauf hin, daß es dem Unternehmer bei Abschluß der Verträge mit den Platzbeziehern nicht darauf ankomme, den ihm gehörigen Festplatz durch entgeltliche Überlassung von Teilflächen zum Gebrauch zu nutzen, sondern darauf, durch zweckdienliche Auswahl und ansprechende Aufmachung der Art nach verschiedener Unternehmen dem Festplatz als Ganzem für die Dauer der Veranstaltung eine äußere Gestaltung zu geben, die eine ausreichende Anziehungskraft auf die Bevölkerung gewährleiste.
Es ist vielmehr - wesentlich neutraler - nur von "Vergütungen für den überlassenen Raum und den Gebrauch von Buden und Gerätschaften" die Rede (Urteil des BFH V 143/58 U vom 7. April 1960, a.a.O.).
Es ist aus den Akten nicht erkennbar, ob alle Veranstaltungen reine "Volksfeste" waren, denen "Verträge besonderer Art" zugrunde liegen, oder ob es sich zum Teil um "Jahrmärkte" handelte, die unterschiedlich zu beurteilen sind, je nachdem, ob die Beteiligung der Gaststätten-, Vergnügungs- und Schaugewerbe überwiegen (Entgelte regelmäßig zu 100 v. H. umsatzsteuerpflichtig) oder nicht überwiegen (Entgelte regelmäßig zu 50 v. H. umsatzsteuerpflichtig und zu 50 v. H. gemäß § 4 Nr. 10 UStG 1951 umsatzsteuerfrei) - vgl. Urteil des BFH V 143/58 U vom 7. April 1960, a.a.O..
In solchen Fällen ist, sofern das Vertragsverhältnis ein einheitliches, unteilbares Ganzes darstellt, ein atypisches Vertragsverhältnis eigener Art anzunehmen, das - anders als gemischte Verträge - auch nicht teilweise der Regelung des § 4 Nr. 12 Buchst. a UStG 1980 unterfällt und damit insgesamt steuerpflichtig ist (vgl. im einzelnen Urteile des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 7. April 1960 V 143/58 U, BFHE 71, 41, BStBl III 1960, 261; vom 20. Juni 1962 V 303/59, Steuerrechtsprechung in Karteiform - StRK -, Umsatzsteuergesetz, § 4 Ziff. 10, Rechtsspruch 28, jeweils mit weiteren Nachweisen;… List in Sölch/Ringleb/List, a. a. O., § 4 Nr. 12 Rdnrn. 25 ff.; Abschn. 80 Abs. 1 Satz 1 UStR 1988/1992).
aa) Selbst wenn man davon ausginge, dass die getrennt abgeschlossenen Verträge über die Wohnraumüberlassung und die Pflegeleistungen als einheitlicher Vertrag zu würdigen wäre, lägen nicht die Voraussetzungen vor, wonach die Vermietung des Wohnraums gegenüber anderen wesentlicheren Vertragsleistungen gänzlich in den Hintergrund tritt, mit der Folge, dass der einheitliche Vertrag damit insgesamt steuerpflichtig wäre (vgl. im einzelnen Urteile des BFH vom 7. April 1960 V 143/58 U, BFHE 71, 41, BStBl III 1960, 261; vom 20. Juni 1962 V 303/59, StRK, UStG, § 4 Ziff.10, Rechtsspruch 28, jeweils mit weiteren Nachweisen;… List in Sölch/Ringleb/List, a.a.O., § 4 Nr. 12 Rdnr.25 ff.; Abschn. 80 Abs. 1 Satz 1 UStR 1988/1992).
Wenn sich ergeben sollte, daß die Voraussetzungen der Steuerfreiheit nach § 4 Nr. 15b UStG 1951 nicht vorliegen, muß das FG unter Berücksichtigung des § 4 Nr. 10 UStG 1951 (Befreiung der Grundstücksvermietung) prüfen, ob die an die Heiminsassen erbrachten Umsätze nach den Grundsätzen über gemischte Verträge (vgl. BFH-Urteile vom 7. April 1960 V 143/58 U, BFHE 71, 41, BStBl III 1960, 261, und vom 20. Juni 1962 V 303/69, Steuerrechtsprechung in Karteiform, Umsatzsteuergesetz 1951, § 4 Nr. 10, Rechtsspruch 28) in steuerfreie und steuerpflichtige Leistungen aufzuteilen sind.
OVG Sachsen, 16.12.1998 - 2 S 370/96
Einstellung von Wagniszuschlägen; Gebührenkalkulation; Standplätze auf …
BFH, 20.05.1960 - III 440/58 S
Voraussetzung für die Grundsteuerbefreiung eines Campingplatzes wegen Benutzung …