Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerwGE%2092,%20132
Timestamp: 2020-07-07 12:30:44
Document Index: 214371987

Matched Legal Cases: ['§ 31', 'Art. 12', '§ 15', 'Art. 12', '§ 94', '§ 86']

Effektiver Schutz - Prüfungsverfahren - Bewertung - Prüfungsbehörde - Überdenken - Entscheidungsspielraum - Gerichtliche Rechtmäßigkeitskontrolle - Eingeschränkte Möglichkeit - Verwaltungsgerichte - Verfahren des Überdenkens der Prüfungsentscheidung - Schutz in dem ...
Zu den Anforderungen an die verfassungsgemäße Gestaltung von berufsbezogenen Prüfungen (wie Urteil vom 24.02.1993 BVerwG 6 C 35.92 ) insbesondere zur tatrichterlichen Würdigung fachspezifischer Einwendungen bei juristischen Prüfungen und dem materiellrechtlichen Anspruch des Prüflings auf fehlerfreie Neubewertung seiner Leistungen.
Wie der Senat in seinen weiteren Urteilen vom heutigen Tage (BVerwG 6 C 32.92, Vorinstanz: OVG NW, Urteil vom 18.03.1992 22 A 1342/90 , und BVerwG 6 C 35.92 , Vorinstanz: OVG Rh-Pf, Urteil vom 13.11.1991 2 A 10800/91) näher ausgeführt hat, sind die Prüfungsbehörden und die Verwaltungsgerichte zwar nach § 31 BVerfGG an die Ausführungen des Bundesverfassungsgerichts zu den notwendigen Bestandteilen der Gewährung rechtlichen Gehörs im Verfahren zur Durchführung berufsbezogener Prüfungen aufgrund des Art. 12 Abs. 1 GG gebunden.
Für Prüfungsverfahren, die im Lande Nordrhein-Westfalen vor der gesetzlichen Neuregelung durchgeführt worden sind, ergibt sich jedenfalls für bereits anhängige Verwaltungsstreitverfahren (wegen der übrigen Verfahren vgl. Urteil des Senats vom 24.02.1993 BVerwG 6 C 35.92) nicht die rechtlich zwingende Notwendigkeit, eine verwaltungsinterne Nachprüfung der Bewertung von Prüfungsleistungen vor Ablauf der Klagefrist von einem Monat nach der hier gemäß § 15 Abs. 5 Satz 2 JAG NW i.d.F. von 1979 vorgeschriebenen Zustellung der Prüfungsentscheidung mit Rechtsmittelbelehrung zu ermöglichen und abzuschließen.
zur Mitwirkungspflicht des Prüflings im Prüfungsverfahren und im Prüfungsrechtsstreit: BVerwG, Urteil vom 24.02.1993 6 C 35.92 , Niehues, Stärkere gerichtliche Kontrolle von Prüfungsentscheidungen, NJW 1991, 3001 (3004); ders., Schul- und Prüfungsrecht, Band 2: Prüfungsrecht, 3. Aufl. 1994, Rdnrn. 314, 404.
BVerwG, Urteil vom 09.12.1992 6 C 3.92; Urteil vom 24.02.1993 6 C 35.92 ; Urteil des Senats vom 17.09.1993 22 A 1931/91 , UA S. 12 ff., vom 05.11.1993 22 A 2747/92 , UA S. 10 ff., vom 04.02.1994 22 A 1071/93 , UA S. 10 f. und vom 14.03.1994 22 A 201/93 , UA S. 12.
BVerwG, Urteile vom 24.02.1993 6 C 32.92 , UA S. 9 und 25 f., 6 C 35.92 , DVBl. 1993, 842 (845).
BVerwG, Urteil vom 24.02.1993 6 C 35.92 , a.a.O.
Solange eine gesetzliche Regelung eines solchen Verfahrens fehlt, sind die Verwaltungsgerichte verpflichtet, den verfassungsrechtlichen Anforderungen des Art. 12 Abs. 1 GG dadurch Rechnung zu tragen, daß sie bei substantiierten Einwendungen des Prüflings gegen Bewertungen seiner Prüfungsleistungen auf seinen Antrag das gerichtliche Verfahren unverzüglich gemäß § 94 VwGO aussetzen, damit zunächst die Prüfungsbehörde die Prüfungsentscheidung in eigener Zuständigkeit und Sachverantwortung "überdenken" kann; auf diese Möglichkeit einer Aussetzung des gerichtlichen Verfahrens ist die Klägerin gemäß § 86 Abs. 3 VwGO alsbald hinzuweisen (Urteil vom 24. Februar 1993 - BVerwG 6 C 35.92 - BVerwGE 92, 132 = Buchholz 421.0 Prüfungswesen Nr. 313).
Das gilt insbesondere, wenn es darum geht, die fachliche Richtigkeit oder Vertretbarkeit eigener Ausführungen durch Gegenüberstellung mit anderen ernsthaft vertretenen Meinungen zu belegen ( BVerwG, Urteil vom 24.02.1993, NVwZ 1993, 681; OVG NW, Urteil vom 23.01.1995, NVwZ 1995, 800 ).
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