Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20StR%20520/97
Timestamp: 2019-11-15 07:20:02
Document Index: 294789431

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 211', '§ 265', '§ 273', '§ 274', '§ 265', 'BGH', '§ 265', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 211', '§ 211', '§ 265', 'BGH', 'BGH', '§ 265', '§ 353', 'BGH', 'BGH', '§ 265', 'BGH']

BGH, 18.11.1997 - 1 StR 520/97 - dejure.org
https://dejure.org/1997,2269
BGH, 18.11.1997 - 1 StR 520/97 (https://dejure.org/1997,2269)
BGH, Entscheidung vom 18.11.1997 - 1 StR 520/97 (https://dejure.org/1997,2269)
BGH, Entscheidung vom 18. November 1997 - 1 StR 520/97 (https://dejure.org/1997,2269)
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Voraussetzungen des Mordmerkmals der Heimtücke
StGB § 211; StPO § 265, § 273, § 274
Teilerfolg der Revision einer Krankenschwester gegen die Verurteilung wegen versuchten Mordes
Zusammenfassung von "Bindungsumfang der teilaufhebenden Revisionsentscheidung" von Prof. Dr. Gunter Widmaier, original erschienen in: StraFO 2004, 366 - 369.
StV 1998, 583
Wie die zuvor getroffene verbindliche Absprache war dieser - entsprechend § 265 Abs. 1, 2 StPO - protokollierungspflichtig (BGHSt 43, 195, 206, 210; zur Protokollierungspflicht bei § 265 Abs. 1, 2 StPO vgl. BGHSt 2, 371, 373; 19, 141, 143; 23, 95, 96; BGH StV 1994, 232, 233; 1998, 583).
Am ersten Hauptverhandlungstag erteilte der Vorsitzende des Schwurgerichts daraufhin dem Angeklagten "höchst vorsorglich" den - durch das Protokoll erwiesenen (BGH StV 1998, 583) - rechtlichen Hinweis, "dass unter Umständen auch eine Verurteilung gemäß § 211 StGB in Betracht kommen (könne)".
Wenn die Vorschrift - wie dies bei § 211 Abs. 2 StGB der Fall ist - mehrere gleichwertig nebeneinander stehende Begehungsweisen unter Strafe stellt, erfordert der Hinweis nach § 265 Abs. 1 StPO nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes die Angabe, welche Variante im konkreten Fall in Betracht kommt (BGHSt 2, 371, 373; 25, 287, 288; BGH NStZ 1983, 34 f.; StV 1984, 367; 1991, 501; zuletzt Urteil vom 18. November 1997 - 1 StR 520/97).
Daher können die auf dem Verstoß gegen § 265 Abs. 1 StPO nicht beruhenden und auch im übrigen rechtsfehlerfrei getroffenen Feststellungen zum äußeren Tatgeschehen, soweit sie nicht Mordmerkmale betreffen, gemäß § 353 Abs. 2 StPO bestehen bleiben (vgl. BGH, Urteil vom 18. November 1997 - 1 StR 520/97).
Grundsätzlich muß das Gericht, wenn das Strafgesetz mehrere gleichwertig nebeneinander stehende Begehungsweisen aufführt, angeben, weiche Begehungsform nach seiner Auffassung im gegebenen Fall in Betracht kommt (vgl. BGHR StPO § 265 I Hinweispflicht 14).
Erfolgt der Hinweis, es komme in Abweichung zur zugelassenen Anklage Mord in Betracht, muß für den Angeklagten auch erkennbar sein, welches Mordmerkmal gemeint ist (BGH StV 1998, 583).