Source: https://rat.reichenbach-vogtland.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=5093
Timestamp: 2020-01-20 19:59:25
Document Index: 259303610

Matched Legal Cases: ['Art. 101', '§47', '§1', '§8', '§3', 'Art. 12']

Vorlage - VII/2019/0073/SR
Betreff: Beschluss zur Etablierung einer Jugendbeteiligung in Reichenbach im Vogtland
Öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Stadtrates ungeändert beschlossen (2019/03/VII/035)
1. Bildung eines Netzwerks mit allen Akteuren, die mit Jugendlichen zusammenarbeiten, unter Vorsitz der Stadtverwaltung.
2. Bildung einer „Steuer- und Entwicklungsgruppe: Jugendbeteiligung“ mit interessierten Akteuren aus dem Netzwerk zur Entwicklung kommunaler Jugendbeteiligung.
3. Bei Bedarf kann eine „AG Jugend“ gebildet werden zur Information, Abstimmung und Findung von mehrheitsfähigen Lösungen im Stadtrat.
4. Durchführung eines jährlichen Netzwerktreffens mit allen Akteuren, die mit Jugendlichen zusammenarbeiten, zur Optimierung der Jugendbeteiligung.
Es wird damit der gesellschaftliche Auftrag aus der Sächsischen Verfassung (Art. 101), der Sächsischen Gemeindeordnung (§47a), dem Schulgesetz für den Freistaat Sachsen (§1), des Sozialgesetzbuch VIII (§8), des Baugesetzbuchs (§3) sowie der UN-Kinderrechtskonvention (Art. 12) umgesetzt.
Jugendbeteiligung ist ein Thema mit Potenzial. Es stärkt die Bürgergesellschaft, ermöglicht Generationengerechtigkeit und fördert Bildung. Beteiligung ist ein Standortfaktor im interkommunalen Wettbewerb und kann helfen, den demografischen Wandel positiver zu gestalten. Beteiligung bzw. Teilhabemöglichkeiten stärken Vertrauen und Kooperation zwischen den Akteuren. Beteiligung stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und fördert die Integration benachteiligter junger Menschen. Beteiligung wirkt präventiv: durch eine gesteigerte Wertschätzung der „eigenen Idee“ sinkt die Wahrscheinlichkeit von Vandalismus und Verschmutzung. Durch die Steigerung der Fähigkeit sich gegenüber Erwachsenen zu artikulieren und zu verteidigen, wächst der Schutz vor Missbrauch. Beteiligung ermutigt zu eigenem Engagement und fördert den Erwerb sozialer Kompetenzen. Beteiligung effektiviert Planungsvorhaben. Erste positive Erfahrungen wurden bei der Beteiligung von Kindern im Zuge der Umgestaltung des Multifunktionsplatzes an der Dittes-Grundschule gesammelt.
Um eine professionelle Entwicklung einer für Reichenbach passenden Form von Jugendbeteiligung zu erarbeiten hat sich die Stadtverwaltung für eine Prozessbegleitung durch den Kinder- und Jugendring Sachsen e.V. (KJRS) im Rahmen des Programms "Jugendgerechtigkeit als Standortfaktor" beworben und den Zuschlag erhalten.
Zur Entwicklung einer zur Situation vor Ort passenden Form der Jugendbeteiligung wird ein Netzwerk mit allen Akteuren, die mit Jugendlichen zusammen arbeiten, unter Vorsitz der Stadtverwaltung gebildet.
Die praktische Entwicklung findet in der „Steuer- und Entwicklungsgruppe: Jugendbeteiligung“ mit interessierten Akteuren aus dem Netzwerk statt. In der Steuer- und Entwicklungsgruppe sind die vor Ort relevanten Perspektiven aus Schule (z.B. Schulleitung, Vertrauenslehrer/innen, Schulsozialarbeiter/innen, etc.), Jugendarbeit (z.B. Jugendtreffs, Mobile Jugendarbeit, etc.), Jugendverbänden/Vereinen (z.B. Sportvereine, etc.) u.ä. vertreten. Während der Projektphase soll eine Abstimmung der Partner erfolgen und ein konkretes Projekt der Jugendbeteiligung umgesetzt werden.
Zur Information, Abstimmung und Findung von mehrheitsfähigen Lösungen im Stadtrat kann bei Bedarf eine „AG Jugend“ gebildet werden. Diese soll zu 50% aus Mitgliedern, die aus der Entwicklungs- und Steuergruppe entsandt werden, sowie zu 50% aus Mitgliedern des Stadtrates bestehen. Die Mitglieder der „AG Jugend“ sollen die Vielfalt der Mitglieder in Entwicklungs- und Steuergruppe und Stadtrat abbilden. Die AG Jugend wird je nach Bedarf der Mitglieder einberufen. Zur langfristigen Optimierung von Jugendbeteiligung wird die jeweils aktuelle Form der Jugendbeteiligung einmal pro Jahr mit dem Netzwerk aller Akteure, die mit Jugendlichen zusammen arbeiten, auf den Prüfstand gestellt und ggf. an die neue Situation angepasst und erneuert.
Für die Prozessbegleitung ist in den Jahren 2019 und 2020 eine Kostenbeteiligung in Höhe von 1.000 EUR / Jahr notwendig. Die Mittel wurden im Haushalt des Fachbereich 1 eingeplant.