Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Hessen&Datum=16.02.1995&Aktenzeichen=1%20TG%202664/94
Timestamp: 2018-01-24 01:51:10
Document Index: 67649876

Matched Legal Cases: ['§ 139', '§ 139', '§ 4', '§ 21', '§ 21', '§ 139', '§ 139', '§ 102', '§ 21', '§ 139']

VGH Hessen, 16.02.1995 - 1 TG 2664/94 - dejure.org
VG Kassel, 03.08.1994 - 1 G 2018/94
NVwZ-RR 1995, 457 (Ls.)
Entgegen der vom Hessischen Verwaltungsgerichtshof in seinem Beschluß vom 16. Februar 1995 - 1 TG 2664/94 - verlautbarten Rechtsauffassung müsse der Vorsitzende des Flurbereinigungsgerichts auch das statusrechtliche Amt eines Vorsitzenden Richters innehaben.
§ 139 Abs. 1 Satz 2 Halbs. 2 FlurbG, wonach "ein Richter" Vorsitzender des Flurbereinigungsgerichts ist, enthält - entgegen der Auffassung des Flurbereinigungsgerichts, das sich insoweit der vom 1. Senat des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs in seinem Beschluß vom 16. Februar 1995 - 1 TG 2664/94 - (…RiA 1996, 148 = RzF § 139 I S. 23) vertretenen Rechtsauffassung angeschlossen hat - keine von §§ 4, 9 VwGO i.V.m. § 21 f Abs. 1 GVG abweichende Bestimmung.
Daß der 1. Senat des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs in seinem Beschluß vom 16. Februar 1995 (a.a.O.) den Versuch unternommen hat, die Außerachtlassung des § 21 f Abs. 1 GVG mit Besonderheiten in der historischen Entwicklung der Flurbereinigungsgerichte zu rechtfertigen, führt nicht zu einer anderen Einschätzung; denn diese Erwägungen sind angesichts der zur Auslegung des § 139 FlurbG bereits vorliegenden Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts nicht tragfähig.
Nach der vom 1. Senat des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs vertretenen Auffassung im Beschluß vom 16. Februar 1995 - 1 TG 2664/94 - (…RiA 1996, 148 = RzF § 139 I S. 23), der sich das Gericht anschließe, müsse der Vorsitzende des Flurbereinigungsgerichts nicht Vorsitzender Richter am Verwaltungsgerichtshof im statusrechtlichen Sinne sein.
Der Senat hat in seinem Beschluß vom 26. November 1992 - 1 TG 1792/92 - (ESVGH 43, 86, 89 = DRiZ 1994, 180, 182 mit weiteren Nachweisen) auf der Grundlage der Vorschriften der Verwaltungsgerichtsordnung (§§ 102 - 104, 169 VwGO) und des Gerichtsverfassungsgesetzes (§§ 21 g, 176, 194 GVG) die Anforderungen an dieses Amt gekennzeichnet; sie sind durch Gesetz vorgegeben und durch die Rechtsprechung festgelegt (…vgl. ferner Beschlüsse des Senats vom 22. März 1993, a.a.O. sowie vom 16. Februar 1995 - 1 TG 2664/94 -, RiA 1996, 148, 151) und bedürfen hier keiner Wiederholung.
Flurbereinigungsplan: Planvereinbarung mit einem Miterben
Nach der vom 1. Senat des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs vertretenen Auffassung (B. v. 16.02.1995 - 1 TG 2664/94 - RzF § 139 I S. 23) muss der Vorsitzende des Flurbereinigungsgerichts nicht Vorsitzender Richter am Verwaltungsgerichtshof im statusrechtlichen Sinne sein.
Demgegenüber sollen die sich in der Praxis der Beurteilungen von Richterinnen und Richtern einschließlich der dort vergebenen Zwischenstufen herausgebildeten 6 Notenstufen ausreichende Differenzierungsmöglichkeiten eröffnen (vgl. HessVGH, Beschluss vom 16.02.1995 - 1 TG 2664/94 -, RiA 1996, 148).