Source: https://rd.springer.com/chapter/10.1007/978-3-642-99229-2_4
Timestamp: 2018-02-25 06:59:01
Document Index: 353602776

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§ 19', '§ 19', '§ 18', '§ 14', '§14', '§ 23', '§ 20', '§ 831', '§ 824', '§ 823', '§ 21', '§25', '§ 1', '§ 26', '§ 12', '§ 193', '§53', '§ 42', '§ 53', '§ 8']

Viertes Kapitel | Springer for Research & Development
Pressrecht pp 88-105 | Cite as
H. Mannheim
Part of the Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft book series (ENZYKLOPÄDIE, volume 22)
Der Begriff des Verwaltungsstrafrechts, wie ihn vor allem JAMES GOLDSCHMIDT1 herausgearbeitet hat, ist hier nicht zu erörtern, sondern vorauszusetzen. Im Preßrecht hat er eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. Hier wird der Gegensatz zwischen Kriminal- und Administrativdelikt besonders bedeutsam: neben die eigentlichen Preßdelikte, die durch den geistigen Gehalt der Druckschrift begangen werden (§§ 16, 17, 20/1), treten die Preßpolizeidelikte, die sich in der Unterlassung der gesetzlich verlangten Förderung des öffentlichen Wohls erschöpfen2). Der unterscheidende Gesichtspunkt ist nicht etwa die Schwere des Delikts: Verwaltungsstrafrecht bedeutet nicht Bagatellstrafrecht. Andernfalls wäre lediglich der eine Übertretungsstrafe vorsehende § 19 hierher zu zählen. Dagegen führt das oben erörterte sachliche Merkmal dazu, den Kreis der Verwaltungsdelikte über den § 19 hinaus auf die §§ 18 Nr. 1 (soweit durch Zuwiderhandlung gegen § 14 begangen), 18 Nr. 2 und 28 auszudehnen, obwohl diese Tatbestände mit einer Vergehensstrafe bedroht sind. Denn die §§14 und 28 verbieten die Verbreitung bzw. den Wiederabdruck nicht mit Rücksicht auf den — vielleicht harmlosen — Inhalt der Druckschrift, sondern lediglich auf Grund gewisser außerhalb liegender Vorgänge. Das wird besonders deutlich, wenn man berücksichtigt, daß eine Beschlagnahme nach § 23 Nr. 1 aus Gründen erfolgen kann, die mit dem gedanklichen Inhalt der Druckschrift nichts zu tun haben.
Unrichtig Feiedenthal, S. 49 ff., der auch die Möglichkeit strafbarer Teilnahme leugnet. Mißverständlich freilich auch RGSt. 40, S. 360.Google Scholar
Vgl. auch Goldschmidt-Anders, S. 58.Google Scholar
Vgl. Kitzinger, S. 100/1.Google Scholar
So auch Kitzinger, S. 101.Google Scholar
Ebensowenig für Ansprüche wegen unbefugten Nachdrucks (RGSt. 20, S. 430).Google Scholar
Vgl. Conrad 8 zu § 20; Häntzschel, S. 59 u. 61; ZV. 1924, Sp. 194 ff.Google Scholar
Über den Begriff des Geschäftsherrn vgl. Staudinger-Engelmann 2 a zu § 831).Google Scholar
Näheres bei Ebner, Bd. 3, S. 47 ff.Google Scholar
Vgl. Staudinger-Engelmann 4a zu § 824 u. bes. RGZ. 115, S. 74 ff.Google Scholar
Vgl. Reichel, Verh. d. 34. Deutschen Jur.Tags 1926, Bd. I, S. 162.Google Scholar
Staudinger-Engelmann II, A 2, eβ zu § 823; ZV. 1924, Sp. 194.Google Scholar
Vgl. die ausführliche Übersicht bei Häntzschel, S. 267–293.Google Scholar
Berner, S. 324 ff.Google Scholar
Auslegen einer Zeichnungsliste unter einer Glasplatte auf einem Ladentisch genügt RGSt. 57, S. 379).Google Scholar
Bay.ObLG. JW. 1927, S. 1385, Nr. 1.Google Scholar
Vgl. § 21 österr.PG. (recht weitgehend bes. Abs. II, Satz 2 u. 3). Der Vorschlag Kitzingers (ZStW. 46, S. 119), den Verleger bei teueren Werken wenigstens teilweise zu entschädigen, ist hier bereits verwirklicht.Google Scholar
Vgl. Tönnies S. 179.Google Scholar
Vgl. aber auch Adolf Braün, Annalen S. 460 ff.: „Der Gegensatz zwischen Verleger und Redakteur besteht innerhalb der ganzen Presse. Er kann auch in der Parteipresse zu äußerster Schroffheit gedeihen und er kann in der Geschäftspresse nur dem Schärfstblickenden erkennbar sein.“Google Scholar
Gegen die obige Klassifizierung wendet sich J. F. Wollf, (ZV. 1927, Sp. 1518): eine Zeitung, die einer Wirtschaftsgruppe gehöre, brauche deshalb doch nicht einseitig nur deren Interessen zu vertreten. „Es ist nicht entscheidend für eine Zeitung, wer sie besitzt, sondern wie dieser Besitz ausgeübt wird.“Google Scholar
Veröffentlicht z. B. von Freund, Schriften des Ver. f. Soz. Pol. Bd. 152, II, S. 107.Google Scholar
Vollständig nebst dem Muster des Normaldienstvertrages abgedruckt in ZV. 1926, Nr. 3 Sp. 131 ff.Google Scholar
Das Urteil 1. Instanz ist in ZV. 1923, Sp. 245/6 wiedergegeben.Google Scholar
Über sonstiges ausländisches Journalistenrecht vgl. ZW. 1926, S. 80 (Belgien), S. 128 u. 173 (Tschechoslowakei), S. 60 (Chile), Doleschall, S. 180 (Ungarn), Ostrechtl927, S. 154 ff. (Jugoslawien).Google Scholar
Vgl. ZV. 1926, Sp. 135 ff.; Egloff, S. 171.Google Scholar
Bücher, S. 27 u. 405.Google Scholar
Garr, Die Inseratensteuer, Wiener Staatswissenschaftliche Studien 9. Bd., 2. Heft 1909 S. 20. Umgekehrt ist das Verhältnis bei der sozialdemokratischen Presse (Kantorowicz, S. 62).Google Scholar
Jede Nummer des ZV. und der DP. legt Zeugnis hiervon ab.Google Scholar
Prof. J. F. Wollf (l.stellv. Vors. d. Vereins Deutscher Ztgs.-Verleger) in ZV. 1926, Sp. 1527.Google Scholar
Der folgende Text stützt sich auf die Wiedergabe der Urteilsgründe in ZV. 1926, Sp. 1033 und ZW. 1926, S. 79. Vgl. ferner ZV. 1926, Sp. 2103 und 1927, Sp. 127.Google Scholar
Zeitungsanzeigen unterhegen nur der allgemeinen Umsatzsteuer. Die in den §§25 ff. des Ges. vom 24. XII. 19 (RGBl. S. 2157) enthaltene Erhöhung ist jetzt fortgefallen (Ges. vom 10. VIII. 25, Art. IV, § 1, Nr. 13, (RGBl. I S. 241).Google Scholar
Hierüber besonders M. Garr, Inseratensteuer, S. 64. Daher bestimmte § 26 Nr. 1 des Ges. vom 24. XII. 19: „Steuerpflichtig sind auch geschäftliche Empfehlungen, die in den redaktionellen Teil aufgenommen werden.“Hier wird also die Existenz einer versteckten Reklame im red. Teil vom Gesetzgeber ausdrücklich vorausgesetzt.Google Scholar
Vgl. den Überblick bei Bücher, S. 393–416; Garr, S. 16 ff.Google Scholar
Aufzählung bei Stenglein, Anm. 3 zu § 12 Unl.WG.Google Scholar
ZW. 1926, S. 61. Inzwischen ist der Entwurf nach Zeitungsberichten bereits abgeändert worden (Voss. Ztg. vom 3. VIII. 27, Nr. 363).Google Scholar
Die Literatur und Judikatur zu dieser Frage sind unübersehbar. Vgl. besonders Frank III, 2b zu § 193; Kitzinger, S. 145/6; Häntzschel, S. 253 ff.; Ebner, ZV. 1926, Sp. 2055 ff.; Engelhard, Mitt. JKV., Neue Folge, 2. Bd. (1927), S. 159; Löwenstein, daselbst, S. 178; Grünhut, ZStW. 47, S. 79 u. Begriffsbildung u. Rechtsanwendung im Strafrecht 1926, S. 9; Elly Marcuse, JW. 1925, S. 1474; Posse, S. 35; RGSt. 56, S. 380; 59, S. 414; LG. I, Berlin, JW. 1925, 8.83, Nr.l.Google Scholar
Literatur: Keller, S. 34ff.; Ritter, DP. 1925, Nr. 15; Häntzschel, S. 156 ff. und DP. 1926, Nr. 28; Hartung: Das Recht der Untersuchungshaft (1927), S. 26ff.; Rosenberg, JW. 1926, S. 2718; Bretholz, ZV. 1926, Sp. 1617ff. Reiches historisches Material bieten die Geschichten der verschiedenen Zeitungen. Vgl. auch Marianne Weber, Max Weber (1926), S. 435–445.Google Scholar
Vgl.z. B. Kohlrausch, StPO. (21. Aufl.), Anm. 10 zu §53; Frank II, 2 zu § 42 StGB.Google Scholar
Unzutreffend ist übrigens die Ansicht Hartüng’s (Anm. 7b zu § 53), eine zur Zeit der Veröffentlichung bestehende Geisteskrankheit beseitige die Eigenschaft als ver. Red. (vgl. Kitzinger I zu § 8).Google Scholar
Mannheim H. (1927) Viertes Kapitel. In: Pressrecht. Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft, vol 22. Springer, Berlin, Heidelberg
DOI https://doi.org/10.1007/978-3-642-99229-2_4
Print ISBN 978-3-642-98416-7
Online ISBN 978-3-642-99229-2