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Timestamp: 2016-09-30 08:20:48
Document Index: 65613155

Matched Legal Cases: ['Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 105', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 13', 'Art. 3', 'Art. 1', 'Art. 13', 'Art. 13', 'Art. 13', 'Art. 3', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 13', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 13', 'Art. 2', 'in casu', 'Art. 49', 'Art. 59', 'Art. 49', 'BGE', 'Art. 13', 'Art. 2', 'Art. 61', 'Art. 66', 'Art. 68', 'BGE', 'Art. 68']

9C_405/2015 (18.01.2016)
9C_405/2015 � � Urteil vom 18. Januar 2016
�SWICA Krankenversicherung AG, Rechtsdienst, R�merstrasse 38, 8400 Winterthur,
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Brauerstrasse 54, 9016 St. Gallen.
Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. April 2015.
A.a.�Die 2005 geborene A.________ leidet an verschiedenen geburtsbedingten Gesundheitssch�digungen (Trisomie 21, beidseitige Klumpf�sse, Herzfehler, Z�liakie). Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen sprach ihr gem�ss Anhang der Verordnung vom 9. Dezember 1985 �ber Geburtsgebrechen (GgV-Anhang; SR 831.232.21) medizinische Massnahmen zur Behandlung der Geburtsgebrechen Ziff. 497 (schwere respiratorische Adaptationsst�rungen), 313 (angeborene Herz- und Gef�ssmissbildungen), 279 (Coeliakie infolge kongenitaler Gliadinintoleranz) und 182 (Pes equinovarus congenitus [angeborener Klumpfuss]) zu. Mit Mitteilung vom 23. April 2010 verl�ngerte sie die Leistungszusprache in Bezug auf das letztgenannte Geburtsgebrechen bis 31. M�rz 2015.
A.b.�Am 24. Januar 2013 unterzog sich A.________ einer beidseitigen Unterschenkeltorsions-Korrektur wegen verminderter tibialer Aussentorsion. Auf Grund der Stellungnahme ihres Regionalen �rztlichen Dienstes (RAD) vom 25. Juli 2013 gelangte die IV-Stelle zum Schluss, dass mangels Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit des Eingriffs kein Leistungsanspruch betreffend das Geburtsgebrechen Ziff. 178 GgV-Anhang (angeborene Tibia-Innen- und Aussentorsion, ab vollendetem vierten Lebensjahr, sofern Operation notwendig ist) bestehe. Vorbescheidweise wurde eine "Kosten�bernahme" f�r die Operation abgelehnt. Nachdem sowohl der obligatorische Krankenversicherer von A.________, die SWICA Krankenversicherung AG (nachfolgend SWICA), als auch deren Eltern dagegen interveniert hatten, letztere unter Bezugnahme auf einen Bericht des Dr. med. B.________, Leitender Arzt, Abteilung Kinderorthop�die, Kinderchirurgische Klinik des Kinderspitals C.________ vom 9. August 2013, konsultierte die IV-Stelle erneut den RAD. Gest�tzt auf dessen Bericht vom 18. Oktober 2013 hielt sie mit Verf�gung vom 20. November 2013 an der angek�ndigten Leistungsablehnung fest, wobei sie auch einen Zusammenhang zwischen der Tibiaosteotomie und Ziff. 182 GgV-Anhang ausschloss.
In Gutheissung der dagegen von der SWICA erhobenen Beschwerde verpflichtete das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die IV-Organe, die mit der Operation vom 24. Januar 2013 zusammenh�ngenden Kosten zu �bernehmen (Entscheid vom 29. April 2015). Dem Gericht lagen dabei u.a. Berichte des Dr. med. B.________ vom 2. Dezember 2013 und des RAD vom 20. M�rz 2014 vor.
Das Bundesamt f�r Sozialversicherungen (BSV) f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten und beantragt, in Aufhebung des angefochtenen Entscheids sei die Verf�gung der IV-Stelle vom 20. November 2013 zu best�tigen.
Die Vorinstanz und die SWICA schliessen auf Abweisung der Beschwerde, w�hrend die IV-Stelle um deren Gutheissung ersucht.��A.________ verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG), und kann deren Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen nur berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG). Es wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG; vgl. dazu BGE 132 II 257 E. 2.5 S. 262; 130 III 136 E. 1.4 S. 140). Immerhin pr�ft es, unter Ber�cksichtigung der allgemeinen Begr�ndungspflicht der Beschwerde (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind. Es ist jedenfalls nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen werden (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254 mit Hinweisen).
2.1.�Nach Art. 13 Abs. 1 IVG haben Versicherte bis zum vollendeten 20. Altersjahr Anspruch auf die zur Behandlung von Geburtsgebrechen notwendigen medizinischen Massnahmen. Als Geburtsgebrechen gelten Gebrechen, die bei vollendeter Geburt bestehen (Art. 3 Abs. 2 ATSG und Art. 1 Abs. 1 Satz 1 GgV). Der Bundesrat bezeichnet die Gebrechen, f�r welche diese Massnahmen gew�hrt werden (Art. 13 Abs. 2 Satz 1 IVG). Er kann die Leistung ausschliessen, wenn das Gebrechen von geringf�giger Bedeutung ist (Art. 13 Abs. 2 Satz 2 IVG). Die Liste der Geburtsgebrechen im Sinne von Art. 13 IVG bildet Gegenstand einer besonderen Verordnung (Art. 3 IVV). Sie ist im Anhang zur GgV aufgef�hrt (Art. 1 Abs. 2 Satz 1 GgV).
Gem�ss GgV-Anhang Ziff. 178 wird die angeborene Tibia-Innen- und Aussentorsion ab vollendetem vierten Lebensjahr als Geburtsgebrechen angesehen, sofern eine Operation notwendig ist. Ebenso handelt es sich bei der Fussfehlstellung in Form des Klumpfusses (Pes equinovarus congenitus) um ein zu Lasten der Invalidenversicherung zu behandelndes Geburtsgebrechen (GgV-Anhang Ziff. 182).
2.2.�Als medizinische Massnahmen, die f�r die Behandlung eines Geburtsgebrechens notwendig sind, gelten s�mtliche Vorkehren, die nach bew�hrter Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft angezeigt sind und den therapeutischen Erfolg in einfacher und zweckm�ssiger Weise anstreben (Art. 2 Abs. 3 GgV).
Streitig und zu pr�fen ist, ob die Operation vom 24. Januar 2013 eine zur Behandlung eines Geburtsgebrechens notwendige medizinische Massnahme im Sinne von Art. 13 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 2 Abs. 3 GgV darstellt.
3.1.�GgV-Anhang f�hrt zahlreiche Gebrechen auf, bei denen ein Leistungsanspruch davon abh�ngt, ob eine Operation oder eine andere n�her umschriebene Behandlung notwendig ist (vgl. Ziff. 101, 112, 124 f., 161, 163 f., 166 f., 170 f., 177 f., 180, 188, 193 ff., 280, 325, 331, 355 f., 495 ff. GgV-Anhang). Diese Kriterien dienen der Umschreibung eines bestimmten Schweregrades, indem nur bei einer bestimmten Behandlungsform ein zu Lasten der Invalidenversicherung gehendes Geburtsgebrechen vorliegt (vgl. Art. 2 Abs. 2 GgV; Urteile [des Eidg. Versicherungsgerichts] I 693/02 vom 10. Februar 2003 E. 3.1.1 und I 93/02 vom 22. Juli 2002 E. 2a, je mit Hinweis).
3.2.�Im Urteil I 93/02 vom 22. Juli 2002 hielt das Eidg. Versicherungsgericht in Bezug auf Ziff. 125 GgV-Anhang (angeborene Hemihypertrophien und andere K�rperasymmetrien, sofern Operation notwendig ist) am Urteil I 12/88 vom 21. Juni 1988 fest. Danach klammert das Kriterium der Operationsnotwendigkeit nicht nur (negativ formuliert) Geburtsgebrechen von geringf�giger Bedeutung von der Leistungspflicht aus, sondern es bringt in positiver Deutung zum Ausdruck, dass die Behandlung der betreffenden Geburtsgebrechen, wenn sie in schwerer Form auftreten, von der Invalidenversicherung zu �bernehmen sind, und zwar im Einzelfall - bei ausgewiesener Schwere des Geburtsgebrechens - unter Umst�nden schon ab einem fr�heren Zeitpunkt, bevor eine Operation indiziert ist (vgl. Urteil [des Eidg. Versicherungsgerichts] I 693/02 vom 10. Februar 2003 E. 3.1.3). Im erw�hnten Urteil I 693/02 erwog das Eidg. Versicherungsgericht, gerade bei dem das Skelett betreffenden Geburtsgebrechen der Trichterbrust (Ziff. 163 GgV-Anhang) leuchte mit Blick auf die Materialien ein, dass das Erfordernis der Operationsnotwendigkeit im Sinne einer qualifizierten Umschreibung eines besonderen Schweregrades des Geburtsgebrechens als leistungsbegr�ndende Voraussetzung nicht aus geisteswissenschaftlich-psychologischer Fachrichtung, sondern aus naturwissenschaftlich-medizinischer Sicht eines f�r die betreffende Operation bef�higten Spezialarztes zu beurteilen sei. Dies gelte umso mehr, als der gegebenenfalls notwendige invasive Eingriff nach bew�hrter Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft angezeigt sein und den therapeutischen Erfolg in einfacher und zweckm�ssiger Weise anstreben m�sse (Art. 2 Abs. 3 GgV).
3.3.�Der zitierten Rechtsprechung kommt ein allgemeing�ltiger, �ber das in den jeweiligen Urteilen konkret betroffene Geburtsgebrechen hinausgehender Aussagegehalt zu. Daraus ist zu schliessen, dass mit der Einschr�nkung, nach welcher die angeborene Tibia-Innen- und Aussentorsion gem�ss Ziff. 178 GgV-Anhang nur als leistungsausl�sendes Geburtsgebrechen anerkannt wird, sofern eine Operation notwendig ist, nach dem Willen des Verordnungsgebers geringf�gigere Auspr�gungen des Leidens im Sinne von Art. 13 Abs. 2 Satz 2 IVG von der Leistungspflicht der Invalidenversicherung ausgenommen werden sollen. Leidet eine versicherte Person zwar an einem derartigen Gebrechen, ist aber nach bew�hrter Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft keine Operation angezeigt oder w�rde eine solche den therapeutischen Erfolg nicht in der geforderten einfachen und zweckm�ssigen Weise anstreben, handelt es sich um ein Geburtsgebrechen, f�r das die Invalidenversicherung zufolge Geringf�gigkeit keine Leistungspflicht trifft. Anders als etwa bei den Geburtsgebrechen Ziff. 209 (Mordex apertus congenitus [Kieferfehlstellung "Offener Biss"]) und 210 GgV-Anhang (Prognathia inferior congenita [Kieferfehlstellung "Hechtgebiss"]) nennt die Verordnung bez�glich Ziff. 178 keine Grade, ab welchen eine Schienbein-Rotation als operationsindiziert - und damit nicht mehr "geringf�gig" - anzusehen ist. Ebenso wenig enth�lt das Kreisschreiben des BSV �ber die medizinischen Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (KSME) hierzu n�here Ausf�hrungen, wohingegen das Element der Nicht-Geringf�gigkeit beispielsweise im Zusammenhang mit dem Geburtsgebrechen Ziff. 171 GgV-Anhang (Coxa antetorta aut retrotorta congenita, sofern Operation notwendig ist) mittels detaillierter Vorgaben definiert wird (vgl. Rz. 171 KSME).
4.1.�Die Vorinstanz ist im angefochtenen Entscheid zum Ergebnis gelangt, dass Ziff. 178 GgV-Anhang exklusiv anwendbar sei und s�mtliche tibialen Drehfehler beschlage. Auch ein im Zusammenhang mit einem angeborenen Klumpfuss auftretender tibialer Drehfehler k�nne deshalb nur im Falle der in Ziff. 178 GgV-Anhang erw�hnten Operationsbed�rftigkeit einen Leistungsanspruch begr�nden. Allein gest�tzt auf Ziff. 182 GgV-Anhang, also aus der Behandlung des Klumpfusses an sich, lasse sich keine �bernahme der Operation durch die IV rechtfertigen. Da jedoch entgegen der Betrachtungsweise der IV-Beh�rde die Operationsnotwendigkeit aus den von Dr. med. B.________ mit Berichten vom 9. August und 2. Dezember 2013 angef�hrten Gr�nden zu bejahen sei und der Eingriff eine zweckm�ssige und angemessene Behandlungsmassnahme darstelle, erf�lle der vorliegende Sachverhalt den Tatbestand von Ziff. 178 GgV-Anhang. Die IV-Stelle habe die �bernahme der Operation vom 24. Januar 2013 sowie der dazugeh�rigen pr�- und postoperativen Behandlung folglich zu Unrecht verweigert.
4.2.�Das BSV h�lt den vorinstanzlichen Ausf�hrungen in seiner Beschwerde im Wesentlichen entgegen, hinsichtlich der Evidenzlage von Torsions-Korrekturen sei auf Grund der durchgef�hrten Literaturrecherche die in den Stellungnahmen vom 25. Juli und 18. Oktober 2013 sowie 20. M�rz 2014 wiedergegebene Auffassung des RAD-Arztes, welcher sich gegen die Operationsnotwendigkeit ausspreche, zu best�tigen. Laut den einschl�gigen wissenschaftlichen Studien beeintr�chtige eine Tibia-Innentorsion die Bewegungsf�higkeit der Betroffenen in der Regel nicht. Ebenso wenig erh�he sie das Risiko einer k�nftigen Arthritis. Erst wenn eine konservativ behandelte Fehltorsion persistiere und funktionelle Folgen habe, k�nne eine Derotationsosteotomie allenfalls indiziert sein. Wie u.a. die Untersuchung der Versicherten vom 13. Juli 2012 belege ("A.________ zeigt ein sicheres und hinkfreies Gangbild..."), scheine dies hier nicht der Fall zu sein. Eine chirurgische Behandlung bei unilateraler Fehltorsion, wie sie bei der Versicherten bestehe, sei statistisch denn auch nur in weniger als einem Prozent der F�lle ausgewiesen. Daraus lasse sich folgern, dass der gem�ss Ziff. 178 GgV-Anhang geforderte Schweregrad im Sinne der Operationsbed�rftigkeit des Leidens nicht vorliege. Die Einsch�tzung des Dr. med. B.________ (gem�ss dessen Berichten vom 9. August und 2. Dezember 2013) verm�ge keine wissenschaftliche Evidenz zu begr�nden. Er verf�ge zwar �ber eine grosse Erfahrung, seine Aussagen f�nden jedoch keine St�tze in der Lehre. So g�be es keine Hinweise in der massgebenden Literatur, die aufzeigten, dass eine Derotationsosteotomie bei mutmasslich verminderter Aussenrotation erforderlich sei und im Vergleich zu einem therapielosen Zustand bessere Langzeitergebnisse erbr�chte. Dem Argument der Vorinstanz, fehlende Langzeiterfahrung allein spr�che nicht gegen eine Operationsindikation, sei zu entgegnen, dass die Aufgabe der Invalidenversicherung nicht darin liege, medizinische Forschung zu betreiben und zu finanzieren. Es sei vielmehr an der behandelnden �rzteschaft, die Wissenschaftlichkeit und Evidenz einer Methode verl�sslich nachzuweisen. So fordere Art. 2 Abs. 3 GgV denn auch, dass die medizinische Massnahme nach bew�hrter Erkenntnis der Wissenschaft angezeigt sei und den therapeutischen Erfolg in einfacher und zweckm�ssiger Weise anstrebe. Dies treffe in casu indessen, wie aufgezeigt, nicht zu. Vielmehr sei die beschwerdefreie Versicherte ohne Zustimmung der Invalidenversicherung operiert und dieser so eine vorg�ngige Abkl�rung beispielsweise durch Einholung eines orthop�dischen Gutachtens verunm�glicht worden.
Letztinstanzlich wird die kantonalgerichtliche Erkenntnis, wonach es sich beim fraglichen Eingriff vom 24. Januar 2013 nicht um eine Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 182 GgV-Anhang handle, von keiner Seite in Frage gestellt. Weiterungen dazu er�brigen sich somit (vgl. E. 1 am Ende hievor). Zu beurteilen ist - unter sachverhaltlich eingeschr�nktem Blickwinkel - einzig, ob die Operation eine notwendige, einfache und zweckm�ssige Vorkehr mit Blick auf die Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 178 GgV-Anhang darstellt.
5.1.�Beschwerdef�hrer und IV-Stelle lehnen eine �bernahme der Operation vom 24. Januar 2013 haupts�chlich gest�tzt auf die Angaben des RAD vom 25. Juli und 18. Oktober 2013 sowie 20. M�rz 2014 ab. Dieser wiederum - wie auch das BSV in seiner Beschwerde - begr�ndet seine Schlussfolgerung prim�r auf der Basis von medizinischen Studien, Fachpublikationen und Lehrb�chern zur Thematik. Eine pers�nliche Untersuchung von A.________ durch den RAD hat unbestrittenermassen weder vor noch nach dem operativen Eingriff stattgefunden. Seine Einsch�tzung beruht demnach auf einer Beurteilung der Aktenlage und einer vertieften Literaturrecherche. Bei den entsprechenden Ausf�hrungen handelt es sich mangels selber durchgef�hrter Untersuchungen mithin nicht um Stellungnahmen im Sinne von Art. 49 Abs. 2 IVV. Es sind damit keine medizinischen Befunde erhoben worden, sondern die vorhandenen Befunde wurden von einem praktischen Arzt ohne fach�rztliche Spezialisierung gew�rdigt. Es liegt folglich eine Empfehlung zur weiteren Bearbeitung des Leistungsbegehrens aus medizinischer Sicht im Sinne von Art. 59 Abs. 2bis IVG und Art. 49 Abs. 1 IVV vor (Urteil 8C_724/2011 vom 24. Juli 2012 E. 5.3.3). Die RAD-Berichte verm�gen daher lediglich dazu Stellung zu nehmen, ob der einen oder anderen Ansicht zu folgen oder aber eine zus�tzliche Untersuchung vorzunehmen sei (Urteil 8C_756/2008 vom 4. Juni 2009 E. 4.4, in: SVR 2009 IV Nr. 50 S. 153). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweisw�rdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverl�ssigkeit und Schl�ssigkeit der versicherungsinternen �rztlichen Feststellungen, sind erg�nzende Abkl�rungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 am Ende S. 470 mit Hinweis; Urteil 9C_999/2010 vom 14. Februar 2011 E. 5.1.2).
5.2.1.�Der RAD-Arzt med. pract. D.________ vertritt in seiner Beurteilung vom 25. Juli 2013 die Auffassung, dass das Kinderspital C.________ die bei der - beschwerdefreien - Versicherten vorgenommene Derotationsosteotomie haupts�chlich mit der fehlerbehafteten CT-Torsionsmessung und der Ganglaboranalyse begr�ndet habe. Gem�ss einem dem RAD vorliegenden orthop�dischen Gutachten seien pr�operative Ganglaboranalysen indessen nicht zielf�hrend und verm�chten (allenfalls im Gegensatz zu neuromuskul�ren Erkrankungen) keine Indikatoren f�r orthop�dische Eingriffe zu rechtfertigen. Es w�rden demnach sogenannte nicht der Norm entsprechende Untersuchungsbefunde biomechanisch korrigiert, ohne dass ein Wirkungsnachweis bestehe. Die Relevanz der gemessenen Winkelwerte sei unklar. Damit entspreche die vom Spital empfohlene Therapie lediglich einer Hypothese bzw. einem nicht nachweisbar wirksamen Therapieversuch. Die Kriterien der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Massnahme seien unter diesen Umst�nden nicht erstellt. Auch handle es sich nicht um ein in der Medizin und an anderen Zentren verbreitetes Prozedere. Bei fehlender Evidenz m�sse ein Leistungsanspruch im Sinne von Ziff. 178 GgV-Anhang aus versicherungsmedizinischer Sicht deshalb verneint werden. In seinen Stellungnahmen vom 18. Oktober 2013 und 20. M�rz 2014 bekr�ftigte med. pract. D.________ seine Einsch�tzung.
5.2.2.�Dr. med. B.________ begr�ndete die Notwendigkeit des operativen Eingriffs vom 24. Januar 2013 in seinen Berichten vom 9. August und 2. Dezember 2013 im Wesentlichen damit, dass tibiale Drehfehler regelhaft vork�men, bei operativen Fusskorrekturen ebenfalls regelhaft mitkorrigiert w�rden und einen wesentlichen Bestandteil der Fusskorrekturen darstellten. In der Kinderchirurgischen Klinik des Spitals w�rden j�hrlich etwa zehn Kinder mit angeborenen Klumpf�ssen behandelt und es werde ca. einmal pro Jahr eine operative Korrektur mit Osteotomien durchgef�hrt. Das regelhafte Vorkommen von Tibiatorsionsfehlern werde denn auch von vielen Autoren beschrieben. Zusammenfassend verwundere ihn die Vorgehensweise der IV-Stelle doch sehr, Operationsindikationen, welche Kollegen mit �ber zwanzigj�hriger kinderorthop�discher Erfahrung unter Ber�cksichtigung des jeweils aktuellen Wissenschaftsstands als gegeben ans�hen, selbst nach ausf�hrlicher schriftlicher Erkl�rung einzig gest�tzt auf die Einsch�tzung eines fachfremden RAD-Arztes in Frage zu stellen.
5.3.�Die aufgef�hrten internen Stellungnahmen des RAD verm�gen, wie hievor dargelegt, allenfalls Zweifel an der Richtigkeit der Beurteilung des Dr. med. B.________ zu erwecken. Sie allein gen�gen jedoch nicht, zumal es sich bei med. pract. D.________ nicht um einen f�r die betreffende Operation bef�higten Spezialarzt handelt (vgl. E. 3.2 hievor), die Feststellungen des behandelnden Facharztes schl�ssig zu entkr�ften, welcher zur Untermauerung seines Standpunktes �berdies seinerseits auf einschl�gige Studien und Lehrb�cher verweist. Da indes Dr. med. B.________ die Notwendigkeit des fraglichen Eingriffs prim�r im Zusammenhang mit dem Geburtsgebrechen gem�ss Ziff. 182 GgV-Anhang bejaht, dessen Behandlung zu Lasten der Invalidenversicherung vorliegend jedoch unstreitig ausser Betracht f�llt (vgl. E. 5 hievor), erweisen sich seine Ausf�hrungen ebenfalls als nicht in allen Teilen entscheidwesentlich und es kann nicht unbesehen darauf abgestellt werden. Die verbleibenden Unklarheiten sind aber nicht allein durch eine Aktenbeurteilung des RAD behebbar. Vielmehr sind zur Kl�rung der Operationsindikation erg�nzende gutachtliche Abkl�rungen erforderlich.
Auf Grund der vorstehenden Erw�gungen steht fest, dass die vorhandenen medizinischen Akten keine zuverl�ssige Grundlage bieten, um dar�ber befinden zu k�nnen, ob die am 24. Januar 2013 durchgef�hrte Operation eine zur Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 178 GgV-Anhang notwendige medizinische Massnahme im Sinne von Art. 13 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 2 Abs. 3 GgV darstellt. Diesem Umstand hat die Vorinstanz in Verletzung des ihr obliegenden Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61 lit. c ATSG) nicht Rechnung getragen. Infolge unvollst�ndig erhobenen rechtserheblichen Sachverhalts entfalten die entsprechenden Feststellungen im angefochtenen Entscheid f�r das Bundesgericht keine Bindungswirkung. Die Angelegenheit ist vielmehr an die IV-Stelle zur�ckzuweisen, damit sie eine gutachtliche kinderorthop�dische Abkl�rung in die Wege leite. Hernach wird sie erneut �ber den Leistungsanspruch von A.________ zu befinden haben.
6.1.�Die R�ckweisung der Sache an die Verwaltung oder an die Vorinstanz zu erneuter Abkl�rung (mit noch offenem Ausgang) gilt f�r die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Parteientsch�digung als vollst�ndiges Obsiegen im Sinne von Art. 66 Abs. 1 Satz 1 sowie Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG, unabh�ngig davon, ob sie beantragt oder ob das entsprechende Begehren im Haupt- oder im Eventualantrag gestellt wird (BGE 132 V 215 E. 6.1 S. 235; Urteil 8C_671/2007 vom 13. Juni 2008 E. 4.1).
6.2.�Demgem�ss sind die Prozesskosten der Beschwerdegegnerin zu �berbinden. Ein Anspruch des durch das BSV handelnden Bundes auf Parteientsch�digung besteht nicht (Art. 68 Abs. 3 BGG).
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. April 2015 und die Verf�gung der IV-Stelle des Kantons St. Gallen vom 20. November 2013 werden aufgehoben. Die Sache wird zu neuer Verf�gung an die IV-Stelle des Kantons St. Gallen zur�ckgewiesen. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen.
Die Sache wird zur Neuverlegung der Kosten des vorangegangenen Verfahrens an das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen zur�ckgewiesen.
Dieses Urteil wird den Parteien, der IV-Stelle des Kantons St. Gallen, dem Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen und A.________, schriftlich mitgeteilt.