Source: https://www.plauen.de/de/amt24/verfahren/34576.php
Timestamp: 2019-10-14 05:45:01
Document Index: 211808034

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 9', '§ 9', '§ 10', '§ 24', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 35', '§ 39']

Es ist aber möglich, im Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren gegenüber dem Finanzamt bestimmte Ausgaben geltend zu machen und dafür einen Freibetrag zu beantragen. Wird ein Freibetrag als elektronisches Lohnsteuerabzugsmerkmal (ELStAM) gebildet, ermäßigt sich bereits im Laufe des Kalenderjahres die Lohnsteuer, die der Arbeitgeber von Ihrem Arbeitslohn einbehalten muss.
Pflicht zur Einkommensteuererklärung
Wurde für Sie ein Freibetrag als ELStAM gebildet, müssen Sie grundsätzlich nach Ablauf des Kalenderjahres beim Finanzamt unaufgefordert eine Einkommensteuererklärung einreichen. Soweit Sie nicht aus anderen Gründen zur Erklärungsabgabe verpflichtet sind, besteht die Steuererklärungspflicht wegen des Freibetrags nur, wenn Sie (bei Zusammenveranlagung: und Ihr Ehepartner / Lebenspartner) im Kalenderjahr insgesamt einen Arbeitslohn erzielt haben, der bestimmte Betragsgrenzen übersteigt:
2014: EUR 10.700
2015: EUR 10.800
2016: EUR 11.000
2017: EUR 11.200
ab 2018: EUR 11.400
2014: EUR 20.200
2015: EUR 20.500
2016: EUR 20.900
2017: EUR 21.250
ab 2018: EUR 21.650
Hat das Finanzamt lediglich den Pauschbetrag für behinderte Menschen und / oder den Pauschbetrag für Hinterbliebene berücksichtigt, besteht wegen des Freibetrags allein keine Steuererklärungspflicht (gegebenenfalls aber aufgrund anderer Umstände).
Der Freibetrag kommt beispielsweise in Betracht für:
Werbungskosten aus Arbeitnehmertätigkeit (soweit sie den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von EUR 1.000 übersteigen)
sonstige Steuerermäßigungsgründe
Werbungskosten aus Arbeitnehmertätigkeit
(soweit sie den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von EUR 1.000 übersteigen)
Aufwendungen für Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte ("Pendlerpauschale")
Aufwendungen für Arbeitsmittel, wie Fachliteratur, Werkzeuge oder typische Berufsbekleidung
(soweit sie den Sonderausgaben-Pauschbetrag von EUR 36,00 bei Ledigen und EUR 72,00 bei Zusammenveranlagung von Verheirateten und Lebenspartnern in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft übersteigen)
Erhöhungsbetrag beim Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
negative Einkünfte aus Kapitalvermögen (die nicht unter das Verlustausgleichsverbot fallen)
Auch die Steuerermäßigung wegen Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse und für die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen und Handwerkerleistungen können Sie bereits im Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren beantragen.
Wenn sich Ihre Ausgaben schon im Laufe des Kalenderjahres beim Lohnsteuerabzug steuermindernd auswirken sollen, müssen Sie beim Finanzamt einen Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung stellen.
Ein Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung kann für einen Zeitraum von längstens zwei Kalenderjahren gestellt werden.
verwenden Sie den Vordruck "Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung", den Sie beim Finanzamt und online auf Amt24 (Formulare & Online-Dienste) erhalten, mit der Angabe des Kalenderjahres für das Sie den Freibetrag beantragen
soll der Freibetrag auch im zweiten Kalenderjahr (Folgejahr) berücksichtigt werden, kreuzen Sie dies in der dafür vorgesehenen Zeile auf Seite 1 des Vordrucks an; ein gesonderter Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung für das Folgejahr ist dann nicht erforderlich
reichen Sie den ausgefüllten Antrag persönlich oder schriftlich beim Finanzamt ein, bei persönlicher Vorsprache wird Ihr Antrag in der Regel unmittelbar geprüft
Bildung des Freibetrags
Das Finanzamt prüft, ob und in welcher Höhe ein Freibetrag gebildet werden kann.
Es speichert den Freibetrag als Lohnsteuerabzugsmerkmal in der ELStAM-Datenbank, damit dieser Ihrem Arbeitgeber mit zum elektronischen Abruf bereitgestellt werden kann. In bestimmten Fällen trägt es Ihnen den Freibetrag auf der Bescheinigung für den Lohnsteuerabzug ein; legen Sie diese dann Ihrem Arbeitgeber vor.
Änderungsantrag / Änderungsanzeige
Sie können den Freibetrag anpassen lassen, wenn sich die für den Freibetrag maßgebenden Verhältnisse zu Ihren Gunsten ändern (zum Beispiel: Verlängerung des Weges zur ersten Tätigkeitsstätte und infolgedessen höhere Fahrtkosten als Werbungskosten)
ändern sich die für den Freibetrag maßgebenden Verhältnisse zu Ihren Ungunsten (zum Beispiel: Verkürzung des Weges zur ersten Tätigkeitsstätte und infolgedessen geringere Fahrtkosten als Werbungskosten) sind Sie verpflichtet, dies dem Finanzamt umgehend zu melden, damit der Freibetrag korrigiert werden kann.
Einen Freibetrag wegen außergewöhnlicher Belastungen, erhöhter Werbungskosten oder erhöhter Sonderausgaben können Sie nur dann als ELStAM bilden lassen, wenn diese Aufwendungen beziehungsweise die abziehbaren Beträge insgesamt eine Antragsgrenze von EUR 600,00 überschreiten.
Berechnung der Antragsgrenze
Werbungskosten zählen nur mit, soweit sie den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von EUR 1.000 übersteigen
Versicherungsbeiträge (z. B. zu Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung) gehören zwar auch zu den Sonderausgaben, können aber im Ermäßigungsverfahren nicht geltend gemacht werden. Diese Vorsorgeaufwendungen werden bereits beim laufenden Lohnsteuerabzug über die sogenannte Vorsorgepauschale berücksichtigt
Für die Pauschbeträge für behinderte Menschen und Hinterbliebene gilt diese Antragsgrenze nicht.
Antrag auf Bildung eines Freibetrags
ab 01.10. des Vorjahres bis spätestens 30.11. des (ersten) Jahres, für das der Freibetrag gilt
für 2018 oder 2018/2019 vom 01.10.2017 bis 30.11.2018
Hinweis: Nach diesem Zeitraum können Sie die Steuerermäßigungsgründe nur noch im Rahmen der Veranlagung zur Einkommensteuer (Einkommensteuererklärung) nach Ablauf des Kalenderjahres geltend machen.
Änderungsantrag (zu Ihren Gunsten): bis zum 30.11. des Jahres, für das der geänderte Freibetrag berücksichtigt werden soll
Änderungsanzeige (zu Ihren Ungunsten): umgehend
Grundsätzlich müssen Sie die Einkommensteuererklärung eines Jahres jeweils
bis 31.05. des Folgejahres (Einkommensteuererklärung 2017) bzw.
bis 31.07. des Folgejahres (Einkommensteuererklärung 2018)
beim Finanzamt abgeben.
§ 2 Abs. 8 Einkommensteuergesetz (EStG) – eingetragene Lebenspartnerschaft
§ 9 Einkommensteuergesetz (EStG) – Werbungskosten
§ 9a Einkommensteuergesetz (EStG) – Pauschbeträge für Werbungskosten
§ 10 Einkommensteuergesetz (EStG) – Sonderausgaben
§ 24b Einkommensteuergesetz (EStG) – Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
§ 33 Einkommensteuergesetz (EStG) – Außergewöhnliche Belastungen
§ 33a Einkommensteuergesetz (EStG) – Außergewöhnliche Belastungen in besonderen Fällen
§ 33b Einkommensteuergesetz (EStG) – Pauschbeträge für behinderte Menschen, Hinterbliebene und Pflegepersonen
§ 35a Einkommensteuergesetz (EStG) – Steuerermäßigung für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, Dienstleistungen und Handwerkerleistungen
§ 39e Einkommensteuergesetz (EStG) – Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale
Hauptvordruck "Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung" mit Anlagen (Werbungskosten, Kinder, Sonderausgaben / außergewöhnliche Belastungen)