Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XI%20ZR%20221/07
Timestamp: 2020-02-21 06:54:18
Document Index: 18956623

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

https://dejure.org/2008,273
BGH, 29.04.2008 - XI ZR 221/07 (https://dejure.org/2008,273)
BGH, Entscheidung vom 29.04.2008 - XI ZR 221/07 (https://dejure.org/2008,273)
BGH, Entscheidung vom 29. April 2008 - XI ZR 221/07 (https://dejure.org/2008,273)
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Umfang der Aufklärungspflichten einer kreditgebenden Bank gegenüber einem Kreditnehmer im Hinblick auf eine sittenwidrige Überteuerung einer zu finanzierenden Eigentumswohnung; Annahme einer positiven Kenntnis der Bank von der Sittenwirdrigkeit des finanzierten Geschäfts ...
Kurznachricht zu "BB-Kommentar zum Urteil des BGH vom 29.04.2008, Az.: XI ZR 221/07 (Aufklärungspflicht der Bank über sittenwidrige Übersteuerung des zu finanzierenden Anlageobjekts bei Kreditvergabe" von RA Burkhard Schneider, LL.M., original erschienen in: BB 2008, 2593 - ...
Eine derartige Kenntnis von einem möglicherweise bestehenden, objektiv sittenwidrigen Missverhältnis zwischen dem Kaufpreis und dem tatsächlichen Wert einer Immobilie wird auf Seiten einer finanzierenden Bank - anders als auf Seiten des Verkäufers der Immobilie - nicht vermutet (BGH WM 2008, 1121 ff. = juris Rn 17; OLG Frankfurt WM 2006, 2207 = juris Rn 22, Nobbe, WM Sonderbeilage Nr. 1/07, Seite 29).
Etwas anderes kann selbst bei einem institutionalisierten Zusammenwirken der Bank mit dem Verkäufer oder dem Vermittler der Anlage nicht angenommen werden (BGH WM 2008, 1121 ff. = juris Rn 17 m.w.N.).
Dementsprechend kann sich daher auch aus einer - sei es auch fehlerhaften - lediglich zu bankinternen Zwecken erfolgten oder unterlassenen Beleihungswertermittlung grundsätzlich keine Pflichtverletzung gegenüber dem Kreditnehmer und somit auch keine diesbezügliche Aufklärungspflicht ergeben (BGH WM 2008, 1121 ff. = juris Rn 19 m.w.N., st. Rspr.).
Etwas anders gilt nur dann, wenn die mit der Bewilligung des Darlehens befassten Mitarbeiter der Bank vor der Erkenntnis der sittenwidrigen Überteuerung der Wohnung bewusst die Augen verschlossen haben, was einer positiven Kenntnis der Sittenwidrigkeit gleichsteht (BGH WM 2008, 1121 ff. = juris Rn 18 und 20 m.w.N.).
Die Frage, ob sich die sittenwidrige Überteuerung der Wohnung der Beklagten im Sinne der Entscheidung des BGH vom 29. April 2008 - XI ZR 221/07 - = WM 2008, 1121 ff. nach den Umständen aufdrängen musste, betrifft nur die konkrete Würdigung von Tatsachen in dem hier zur Entscheidung stehenden Einzelfall.
LG Kassel, 14.06.2013 - 7 O 1103/09