Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=LSG%20Bayern&Datum=10.10.2014&Aktenzeichen=L%2015%20SF%20289/13
Timestamp: 2019-05-25 12:27:10
Document Index: 129806595

Matched Legal Cases: ['§ 2', 'Art. 20', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', 'Art. 20']

LSG Bayern, 10.10.2014 - L 15 SF 289/13 - dejure.org
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LSG Bayern, 10.10.2014 - L 15 SF 289/13 (https://dejure.org/2014,36755)
LSG Bayern, Entscheidung vom 10.10.2014 - L 15 SF 289/13 (https://dejure.org/2014,36755)
LSG Bayern, Entscheidung vom 10. Januar 2014 - L 15 SF 289/13 (https://dejure.org/2014,36755)
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JVEG §§ 2 I 1, II 1 u. 2, 24; GG Art. 20 III; § 2 Abs. 2 Satz 1 JVEG; § 2 Abs. 1 Satz 1 JVEG; § 2 Abs. 2 JVEG; § 2 Abs. 1 JVEG
SG München, 05.05.2011 - S 29 SB 300/09
Eine Differenzierung nach dem Bekanntheitsgrad gesetzlicher Regelungen ist dem Grundsatz der formellen Publizität fremd (vgl. Beschluss des Senats vom 10.10.2014, Az.: L 15 SF 289/13).
Dabei ist zu berücksichtigen, dass der vorgenannte Grundsatz unabhängig vom Bekanntheitsgrad der gesetzlichen Regelung ist, was sich aus dem Grundsatz der formellen Publizität ergibt (vgl. Beschluss des Senats vom 10.10.2014, Az.: L 15 SF 289/13).
Dabei ist zu berücksichtigen, dass der vorgenannte Grundsatz unabhängig vom Bekanntheitsgrad der im Raum stehenden gesetzlichen Regelung gilt, was sich aus dem Grundsatz der formellen Publizität ergibt (vgl. Beschluss des Senats vom 10.10.2014, Az.: L 15 SF 289/13).
Dem steht der verfassungsrechtlich begründete Gewaltenteilungsgrundsatz des Art. 20 Abs. 2 Satz 2 Grundgesetzes (GG) entgegen (vgl. Beschluss des Senats vom 18.10.2014, Az.: L 15 SF 289/13).
Zwar kann eine Unkenntnis von einzuhaltenden gesetzlichen Fristen wegen des Grundsatzes der formellen Publizität von Rechtsvorschriften eine Wiedereinsetzung grundsätzlich nicht begründen (vgl. BayLSG, B.v. 10.10.2014 - L 15 SF 289/13 - juris Rn. 39).
Eine Unkenntnis des Rechts und der Befristung seiner Ausübung vermag daher eine Wiedereinsetzung nicht zu rechtfertigen (st.Rspr., z.B. BVerfG, B.v. 22.1.1999 - 2 BvR 729/96 - juris; BayLSG, B.v. 10.10.2014 - L 15 SF 289/13 - juris Rn. 39 m.w.N.).
Dass nach nunmehr geltendem Recht eine Belehrungspflicht über den Fristbeginn vorgesehen ist und für den Fall der unterbliebenen oder fehlerhaften Belehrung das Fehlen eines Verschuldens unwiderleglich vermutet wird, vermag im vorliegenden Falle keinen Wiedereinsetzungsgrund zu rechtfertigen (vgl. BayLSG, B.v. 10.10.2014 - L 15 SF 289/13 - juris Rn. 40 ff.).
Denn dies würde, auch wenn die Unkenntnis gesetzlicher Vorgaben im Rahmen der Geltendmachung der Vergütungsforderung grundsätzlich keine Wiedereinsetzung begründen kann (vgl. Beschluss des Senats vom 10.10.2014, Az.: L 15 SF 289/13), in der hier vorliegenden besonderen Konstellation ausreichen für einen Wiedereinsetzungsgrund.