Source: https://www.vorfaelligkeitsentschaedigungsrechner.org/vorfaelligkeitszinsen-berechnen/
Timestamp: 2018-10-17 07:51:45
Document Index: 168641596

Matched Legal Cases: ['§ 502', '§ 489', '§ 502', 'BGH', '§ 489', '§ 489']

Vorfälligkeitszinsen berechnen - Tipps und Tricks
Die Vorfälligkeitszinsen berechnen: Darauf sollten Sie achten
Wie funktioniert die Berechnung von Vorfälligkeitszinsen für ein Darlehen? Lesen Sie unseren Ratgeber.
Wenn Verbraucher vorzeitig, also noch innerhalb der Zinsbindungsfrist aus ihrem Darlehensvertrag aussteigen möchten, verlangt die Bank in den meisten Fällen eine Vorfälligkeitszinen für beispielsweise die Baufinanzierung.
Dies ist eine Entschädigung für die Bank, da dieser durch die vorzeitige Ablöse des Darlehens ein Schaden entsteht und Gewinne verloren gehen. Das Gesetz sieht in diesem Zusammenhang Beschränkungen vor, wenn die Banken die Vorfälligkeitszinsen bei Ratenkredite berechnen. Auf diese Regelungen gehen wir im Folgenden ein. Diese gelten allerdings nicht für Baufinanzierungen.
Darüber hinaus erklären wir, auf welche Komponenten es bei der Vorfälligkeitszinsen-Berechnung ankommt und welche Daten Sie rund um den Kreditvertrag zur Hand haben müssen, um die Vorfälligkeitszinsen zu berechnen. Rechner im Internet geben hierzu einen groben Überblick über die Höhe.
1 Das sagt das BGB: Die Vorfälligkeitszinsen bei Darlehen berechnen
2 Rechner zur Vorfälligkeitsentschädigung geben einen groben Überblick
2.1 Drei Optionen, die eine Berechnung des Vorfälligkeitszins erspart
Das sagt das BGB: Die Vorfälligkeitszinsen bei Darlehen berechnen
Grundsätzlich räumt das Bürgerliche Gesetzbuch den Banken das Recht ein, eine Entschädigung zu verlangen, wenn innerhalb der Sollzinsbindung gekündigt wird (§ 502 BGB).
Allerdings gilt dies nur für Darlehen, die einen Festzinssatz beinhalten. Darlehen mit einem veränderlichen Zinssatz können Sie jederzeit mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten bei der Bank aufkündigen (§ 489 Abs. 2 BGB).
Bei Ratenkrediten hat der Gesetzgeber darüber hinaus eine Deckelung der Vorfälligkeitsentschädigung festgesetzt, welche allerding nicht für Immobilienkredite gilt (§ 502 Abs. 3 Nr. 1 BGB):
Bei Allgemein-Verbraucherdarlehensverträgen darf die Vorfälligkeitsentschädigung folgende Beträge jeweils nicht überschreiten:
Außerdem darf die Entschädigung den Betrag der Sollzinsen, welche noch bis zum vereinbarten Ende des Vertrages zu zahlen gewesen wären, nicht übersteigen.
Um die Vorfälligkeit zu berechnen, kann folgende Formel genutzt werden:
Rechner zur Vorfälligkeitsentschädigung geben einen groben Überblick
Im Internet stehen verschiedene Vorfälligkeitszinsen-Rechner nur Verfügung. Beachten Sie bitte unbedingt, dass diese nur einen groben Anhaltspunkt liefern.
Bemühen Sie einen Vorfälligkeitszinsen-Rechner , um einen ersten Eindruck zu bekommen.
Verlassen Sie sich nie auf diesen, sondern suchen Sie immer einen Experten auf, der die Höhe der Vorfälligkeitszinsen berechnen kann. Insbesondere bei der Errechnung von Vorfälligkeiten bei Immobilienverträgen sollte der Verbraucher Vorsicht walten lassen, da es hierfür keine Gesetzgebungen gibt.
Um die Vorfälligkeitszinsen zu berechen, muss vor allem die Restschuld, der vereinbarten Zinssatz und das aktuelle Zinsniveau bekannt sein. Folgende Daten sind notwendig, um die Vorfälligkeit zu berechnen:
Vertragsbeginn bzw. Zeitpunkt der Auszahlung,
und die Restschuld.
Die meisten Rechner für Vorfälligkeitszinsen beachten allerdings das Sondertilgungsrecht nicht. Der BGH entschied im Januar 2016, dass Sondertilgungen zum Vorteil der Kreditnehmer bei der Vorfälligkeitsentschädigung beachtet werden müssen. Es ist dabei irrelevant, ob Kreditnehmer dieses Recht nutzten oder nicht. Bei der Berechnung muss angenommen werden, dass der Verbraucher dieses Recht voll ausgeschöpft hat.
Drei Optionen, die eine Berechnung des Vorfälligkeitszins erspart
Alle drei Optionen machen es möglich, den Vertrag ohne Vorfälligkeitszinsen aufzulösen. Das Recht eröffnet zwei Möglichkeiten, die Ihnen eventuell die Berechnung erspart. Zum einen darf der Kreditnehmer ordentlich kündigen, wenn die Sollzinsbindung noch vor dem Ende des Vertrages ausläuft und keine neuen Vereinbarungen über den Sollzinssatz getroffen wurden (§ 489 Abs 1. Nr 1. BGB). Hier gilt eine Kündigungsfrist von einem Monat.
Vorfälligkeitszinsen berechnen: Fragen Sie einen Anwalt um Rat.
Die zweite Option besteht, wenn Sie Ihren Vertrag vor zehn Jahren oder mehr abgeschlossen haben und in dieser Zeit keine Änderungen bzw. Anpassungen vorgenommen haben (§ 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB) . Auch dann haben Sie ein ordentliches Kündigungsrecht. Dies greift auch, wenn Sie sich noch in der Sollzinsbindung befinden.
Die dritte Möglichkeit besteht in einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung, welche die Banken in den letzten Jahren herausgegeben haben. Mehr zu diesem Thema lesen Sie in unserem Ratgeber zur fehlerhaften Widerrufsbelehrung.