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Timestamp: 2017-02-26 00:58:05
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Matched Legal Cases: ['§ 2078', '§2247', '§ 2247', '§ 2247', '§2247', '§ 2249', '§ 2252', '§ 2247', '§ 2247']

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Anwalt? Hier lang www.frag-einen-anwalt.de Erbrecht Themen: Erbrecht Anfechtung Nachlassgericht
29.10.2014 17:11 | Preis: ***,00 € |
Erbrecht Beantwortet von Rechtsanwalt Ivo Glemser
Sehr geehrter Herr Bordash
Meine Mutter verstarb in 1999, ihr einziger Bruder, kinderlos und seit ueber 40 Jahren geschieden verstarb amm 22 August dieses Jahres. Meine beiden Brueder und ich wurden vom Amtsgericht Lippstadt angeschrieben, es wurde uns mitgeteilt das: a: der Onkel verstarb (niemand hat es uns wissenlassen).
b: Niederschrift ueber die Eroeffnung der Verfuegungen von Todes wegen.... Josef Heinrich Schmitz.....
Der Lezte Wille war handgeschrieben, und wurde unterschrieben mit dem Namen XXXXX - nicht XXXXX.
Meine Frage waere, warum hat mich das Amtsgericht angeschrieben, wenn das Erbe einer Bekannten hinterlassen wurde?
Kann ich gegen den Willen angehen, da wir die einzigsten ueberlebenden Familien Mitglieder sind.?
Mit freundlichen Gruessen aus Zypern,
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Aufgrund Ihrer Schilderung gehe ich davon aus, dass Sie vom Nachlassgericht angeschrieben wurden, weil Sie gesetzliche (Mit-)Erbin des Verstorbenen sind. Durch das Testament werden Sie von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen, hierüber sollen Sie informiert werden.
Gegen den letzten Willen des Verstorbenen können Sie grundsätzlich nicht vorgehen. Der letzte Wille wird vom Gesetz respektiert und geschützt, sofern es sich wirklich um diesen handelt und der Verstorbene diesen fehlerfrei gebildet hat.
Lediglich falls Sie Anhaltspunkte (und bestenfalls Belege) dafür haben, dass es sich bei dem Testament um eine Fälschung handelt oder falls Ihnen ein gesetzliches Anfechtungsrecht zusteht, könnten Sie gegen das Testament vorgehen. Die Anfechtungsgründe sind in §§ 2078, 2079 BGB geregelt.
Nachfrage vom Fragesteller	29.10.2014 | 18:03
Ein handgeschriebenes Testament ist gültig (§2247 BGB). Ort und Datum sollten angegeben sein (§ 2247 Abs2 BGB) und, ganz wichtig, mit dem vollen Namen unterschrieben sein (§ 2247 Abs3 BGB). Wenn auch nur der Vorname abgekürzt wird kann das Testament unter Umständen als ungültiger Entwurf eines Testaments gewertet werden. Die Datumsangabe ist wichtig, um festzustellen ob es wirklich das letzte Testament ist ( §2247 Abs5 BGB). Die häufigsten Fehler sind, dass das Testament nicht zur Gänze handgeschrieben sondern nur unterschrieben wird oder dass die Unterschrift eben nicht voll ausgeschrieben wird. Es gibt aber auch die wenig bekannten Nottestamente (§§ 2249-2251 BGB). Da reicht die mündliche Erklärung vor Zeugen, diese ist allerdings nur drei Monate gültig (§ 2252 BGB). Der volle Name des verstorbenen ist J.... H....... Sch.... und ist handgeschrieben.
Der lezte Wille wurde aber nur mit dem 2ten Vornamen und Nachnamen unterschrieben, wie legal ist das?
29.10.2014 | 20:10
gem. § 2247 III 1 BGB "soll" die Unterschrift den Vornamen und den Nachnamen des Erblassers enthalten.
"Unterschreibt der Erblasser in anderer Weise und reicht diese Unterzeichnung zur Feststellung der Urheberschaft des Erblassers und der Ernstlichkeit seiner Erklärung aus, so steht eine solche Unterzeichnung der Gültigkeit des Testaments nicht entgegen", § 2247 III 2 BGB.
Insofern lässt sich aus der Art der vorliegenden Unterzeichnung nicht per se auf Unwirksamkeit schließen.
Vielmehr würde ich folgende Differenzierung vornehmen:
Wenn der Erblasser stets in der Vergangenheit auf diese Weise unterzeichnet hat oder aus anderen Gründen davon auszugehen ist, dass er das Testament persönlich geschrieben und unterzeichnet hat, dann dürfte das Testament auch wirksam (unterzeichnet) sein.
Für eine noch detaillierte Überprüfung der Rechtslage müsste das Testament eingesehen und die weiteren Lebensumstände, insbesondere frühere Unterschriften des Erblassers aufgeklärt werden.
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