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Timestamp: 2020-04-03 04:37:34
Document Index: 316532733

Matched Legal Cases: ['Art. 168', 'Art. 178', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 31', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

Die nicht erfüll­ten Vor­steu­er­ab­zugs­vor­aus­set­zun­gen – und der gute Glau­ben | Rechtslupe
Die nicht erfüllten Vorsteuerabzugsvoraussetzungen - und der gute Glauben
28. Februar 2017 Rechtslupe
Die nicht erfüll­ten Vor­steu­er­ab­zugs­vor­aus­set­zun­gen – und der gute Glau­ben
Der Bun­des­fi­nanz­hof hält es nach Erge­hen des Urteils "PPUH Steh­cemp" des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on 1 zwar für zwei­fel­haft, ob Art. 168 Buchst. a i.V.m. Art. 178 Buchst. a der Richt­li­nie 2006/​112/​EG des Rates vom 28.11.2006 über das gemein­sa­me Mehr­wert­steu­er­sys­tem unter Beach­tung des Effek­ti­vi­täts­ge­bots einer natio­na­len Pra­xis ent­ge­gen­steht, die einen guten Glau­ben des Leis­tungs­emp­fän­gers an die Erfül­lung der Vor­steu­er­ab­zugs­vor­aus­set­zun­gen nur außer­halb des Steu­er­fest­set­zungs­ver­fah­rens im Rah­men eines geson­der­ten Bil­lig­keits­ver­fah­rens berück­sich­tigt.
Er hat des­halb den Uni­ons­ge­richts­hof ange­ru­fen 2.
Die­se EuGH-Vor­la­ge des XI. Senats des Bun­des­fi­nanz­hofs –was gleich­falls für die EuGH-Vor­la­ge des V. Senats des BFH 3 gilt– hat jedoch kei­ne Bedeu­tung 4, wenn der Emp­fän­ger das Nicht­vor­lie­gen der Abzugs­vor­aus­set­zun­gen hät­te erken­nen müs­sen.
So ist der gute Glau­be des Leis­tungs­emp­fän­gers an die Erfül­lung der Vor­steu­er­ab­zugs­vor­aus­set­zun­gen jeden­falls dann nicht schutz­wür­dig, wenn die­ser anhand der Gesamt­um­stän­de hät­te erken­nen müs­sen, dass es sich bei dem jeweils ver­meint­li­chen Lie­fe­rer nur um einen vor­ge­scho­be­nen Stroh­mann gehan­delt hat.
Aus glei­chem Grund greift auch der Ein­wand, dass der EuGH in sei­nem Urteil PPUH Steh­cemp 1 den Vor­steu­er­ab­zug sogar aus einer Rech­nung von einem Drit­ten zuge­las­sen habe, nicht durch. Dort war der Leis­tungs­emp­fän­ger hin­sicht­lich der Per­son des leis­ten­den Unter­neh­mers –anders als im hier ent­schie­de­nen Streit­fall– gut­gläu­big 5.
Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 7. Dezem­ber 2016 – XI R 31/​14
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EuGH, Urteil PPUH Steh­cemp, EU:C:2015:719, UR 2015, 917[↩][↩]
vgl. BFH, Beschluss in BFHE 254, 152, DStR 2016, 1532, Leit­satz 2; Az. beim EuGH C‑374/​16[↩]
BFH, Beschluss vom 06.04.2016 – V R 25/​15, BFHE 254, 139, DStR 2016, 1527; Az. beim EuGH C‑375/​16[↩]
zur Ver­sa­gung des in betrü­ge­ri­scher Wei­se oder miss­bräuch­lich gel­tend gemach­ten Rechts auf Vor­steu­er­ab­zug vgl. z.B. EuGH, Urteil PPUH Steh­cemp, EU:C:2015:719, UR 2015, 917, Rz 47 f.[↩]
vgl. EuGH, Urteil PPUH Steh­cemp, EU:C:2015:719, UR 2015, 917, Rz 22 f.[↩]
StrohmannVorsteuerVorsteuerabzug