Source: http://www.juraforum.de/lexikon/wettbewerblicher-dialog
Timestamp: 2016-09-28 23:55:48
Document Index: 228614330

Matched Legal Cases: ['Art 29', '§ 101', '§ 6', '§ 34', '§ 98', '§ 25']

Wettbewerblicher Dialog: Definition, Begriff und Erklärung im JuraForum.de
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Erklärung zum Begriff Wettbewerblicher DialogDer wettbewerbliche Dialog ist eine Methode der Vergabe öffentlicher Aufträge gemäß europäischem Vergaberecht (Art 29 RL 2004/18/EG)[. In Deutschland wurde die europäische Vorgabe in § 101 Abs. 5 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) umgesetzt. Weitere Detailregelungen sind in § 6a der Vergabeverordnung und in den einschlägigen Verdingungsordnungen (VOB/A und VOL/A) zu finden. In Österreich erfolgte die Umsetzung im Bundesvergabegesetz (BVergG). Er ist für besonders komplexe Materien vorgesehen und enthält Elemente des "nichtoffenen Verfahrens" und des "Verhandlungsverfahrens".
2 dreistufige Verfahren
I. Anwendungsgebiete
Der wettbewerbliche Dialog kommt bei der Vergabe besonders komplexer Aufträge zur Anwendung.
spezifische Softwarekonzepte
Die Voraussetzungen für die Wahl des wettbewerblichen Dialogs sind in Österreich in § 34 BVergG 2006 geregelt:
Es muss sich um besonders komplexe Aufträge handeln
die Vergabe im Wege eines offenen oder nicht offenen Verfahrens darf nicht möglich sein
Ein Auftrag gilt als besonders komplex wenn der Auftraggeber objektiv nicht in der Lage ist,
die technischen Spezifikationen gemäß § 98 Abs. 2, mit denen seine Bedürfnisse und Anforderungen erfüllt werden können, oder
die rechtlichen oder finanziellen Konditionen des Vorhabens anzugeben
II. dreistufige Verfahren
Der wettbewerbliche Dialog ist ein dreistufiges Verfahren. In einer ersten Phase wird eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmen öffentlich dazu aufgefordert Teilnahmeanträge zu stellen. Nach der Auswahl geeigneter Bewerber beginnt die zweite Stufe – der Dialog. Ziel dieses Dialogs ist es nun Lösungen zu suchen, die das Problem des Auftraggebers beseitigen, bzw seinen Bedürfnissen und Anforderungen entsprechen. Nach Erarbeitung einer oder mehrerer Lösungen werden dann in der dritten Stufe die Bewerber zur Angebotsabgabe aufgefordert.
Das Besondere bei diesem Verfahren ist, dass Auftraggeber und Bewerber bereits vor der Abgabe von Angeboten über die Leistung sprechen bzw Lösungen erarbeiten, was bei anderen Verfahren zum Ausschluss des Bewerbers aus dem Vergabeverfahren führen kann. So regeln die Allgemeinen Bestimmungen über Bewerber und Bieter , dass Unternehmer, die an den Vorarbeiten zu einer Ausschreibung mitarbeiten, von der Teilnahme am Vergabeverfahren ausgeschlossen sind, sofern durch deren Teilnahme am Verfahren ein fairer und lauterer Wettbewerb ausgeschlossen wäre. Nimmt der Unternehmer trotzdem am Vergabeverfahren teil, so ist sein Angebot zwingend auszuscheiden. Ziel dieser Regelung ist es, dass Unternehmer, die sich an Vorarbeiten beteiligen, keinen Wettbewerbsvorteil durch ihren Informationsvorsprung gegenüber anderen Bewerbern genießen, da dies den fairen und lauteren Wettbewerb unter den Wirtschaftsteilnehmern nicht gewährleisten könnte.
III. Ermachtigungsgrundlagen
Definiert wird der wettbewerbliche Dialog gemäß den Vorgaben des Europarechts in Österreich in § 25 Abs 9 BVergG 2006:
„Beim wettbewerblichen Dialog führt der Auftraggeber, nachdem eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmern öffentlich zur Abgabe von Teilnahmeanträgen aufgefordert wurde, mit ausgewählten Bewerbern einen Dialog über alle Aspekte des Auftrags. Ziel des Dialogs ist es, eine oder mehrere den Bedürfnissen und Anforderungen des Auftraggebers entsprechende Lösung oder Lösungen zu ermitteln, auf deren Grundlage oder Grundlagen die jeweiligen Bewerber zur Angebotsabgabe aufgefordert werden.“
Mitwirkende/Autoren: Wikipedia, isaErstellt von Wikipedia, 01.06.2013 00:00Zuletzt editiert von Wikipedia, 01.06.2013 00:00Dieser Artikel stammt aus der Quelle Wikipedia und unterliegt der GNU FDL. Haben Sie Fragen zu diesem Begriff? Stellen Sie eine Frage zu dem Begriff im Forum.Nachrichten zu Wettbewerblicher DialogJenseits der Krise: Europäische Gespräche an der RUB (28.06.2013, 15:10)Nicht über den anderen schimpfen, sondern miteinander reden: Diese „Therapie“ gegen kulturelle Blockaden nutzen ab dem 2. Juli 15 junge Europäer aus den viel berufenen „Krisenländern“ des Südens. Damit leisten sie zugleich einen Beitrag, um die...Hochschule Darmstadt an hessenweiter Vortragsreihe „Weiter denken-weiter bilden“ beteiligt (28.06.2013, 12:10)Die Hochschule Darmstadt (h_da) ist an der hessenweiten Vortragsreihe „Weiter denken-weiter bilden“ beteiligt. An insgesamt zehn Terminen stellen die Weiterbildungseinrichtungen der hessischen Hochschulen Trends aus verschiedenen Themengebieten...Tagung "Persönlichkeiten für den Arbeitsmarkt wissenschaftlich qualifizieren" am 10.7. in Berlin (27.06.2013, 12:10)Sehr geehrte Damen und Herren,liebe Kolleginnen und Kollegen,sehr herzlich laden wir Sie ein zur Tagung des Projekts nexus der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) „Persönlichkeiten für den Arbeitsmarkt wissenschaftlich qualifizieren“am 10. Juli...Edwin J. Kreuzer ab 1. Juli 2013 neuer Präsident der Akademie der Wissenschaften in Hamburg (27.06.2013, 12:10)Am 1. Juli tritt der Technikwissenschaftler Prof. Dr.-Ing. Prof. E.h. Edwin J. Kreuzer das Amt des Präsidenten der Akademie der Wissenschaften in Hamburg an. Die Mitgliederversammlung der Akademie hatte ihn am 1. Februar 2013 zum Nachfolger des...Imme Scholz in den Rat für Nachhaltige Entwicklung berufen (26.06.2013, 15:10)Bundeskanzlerin Angela Merkel hat heute im Bundeskabinett die turnusgemäße Neuberufung der Mitglieder des Rats für Nachhaltige Entwicklung (RNE) angekündigt. Neu in den Rat berufen wird Imme Scholz, stellvertretende Direktorin des Deutschen...
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