Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BAG&Datum=04.11.1992&Aktenzeichen=5%20AZR%2075/92
Timestamp: 2019-08-23 06:03:48
Document Index: 149474746

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 4', '§ 45', '§ 51', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BAG, 04.11.1992 - 5 AZR 75/92 - dejure.org
https://dejure.org/1992,5843
BAG, 04.11.1992 - 5 AZR 75/92 (https://dejure.org/1992,5843)
BAG, Entscheidung vom 04.11.1992 - 5 AZR 75/92 (https://dejure.org/1992,5843)
BAG, Entscheidung vom 04. November 1992 - 5 AZR 75/92 (https://dejure.org/1992,5843)
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Verjährung eines Anspruchs auf höhere Vergütung - Gleichbehandlung von Arbeitnehmern - Verletzung der Fürsorgepflicht bei Verjährungseinrede - Kenntnisnahme von Hausmitteilung über Höhergruppierung - Geltung einer Musterprozessvereinbarung
ArbG Bonn, 15.05.1991 - 3 Ca 640/91
LAG Köln, 07.11.1991 - 6 Sa 636/91
Die Untätigkeit des Gläubigers muss gerade auf das Verhalten des Schuldners zurückzuführen sein (BAG vom 4.11.1992 - 5 AZR 75/92 - Juris RdNr 23) .
Die Berufung auf Verjährung wird daher grundsätzlich nur als unzulässige Rechtsausübung angesehen, wenn der Verpflichtete den Berechtigten, wenn auch unabsichtlich, durch sein Verhalten von der rechtzeitigen Geltendmachung des Anspruchs abgehalten hat (BGH NJW 1988, 2245, 2247; BGHZ 93, 64, 66; BAG vom 4. November 1992 - 5 AZR 75/92 - mwN, unveröffentlicht; BAG AP Nr. 12 zu § 4 BAT Bl 373).
Wie durch die oberstgerichtliche Rechtsprechung bereits geklärt ist (…BSG vom 22.10.1996, 13 RJ 17/96, BSGE 79, 177, 179 f = SozR 3-1200 § 45 Nr. 6; vgl entsprechend zur unzulässigen Rechtsausübung im Arbeitsrecht, wenn die Untätigkeit des Gläubigers gerade auf das Verhalten des Schuldners zurückzuführen ist und dieser durch positives Tun oder durch pflichtwidriges Unterlassen einen bestimmten Irrtum erregt hat, BAG, Urteil vom 4.11.1992, 5 AZR 75/92, juris RdNr 23 mwN, zum Einwand der unzulässigen Rechtsausübung gegenüber der Verjährungseinrede aus § 51 BRAO vgl BGH vom 21.1.1988, IX ZR 65/87, juris RdNr 39), sind unter diesem Gesichtspunkt auch etwaige Behördenfehler (zB unrichtige Beratung) zu berücksichtigen, die zu einer verzögerten Geltendmachung des Leistungsanspruchs geführt haben.
Die Berufung auf die Verjährung wird daher grundsätzlich nur dann als unzulässige Rechtsausübung angesehen, wenn der Verpflichtete den Berechtigten durch sein Verhalten von der gesetzlichen Geltendmachung des Anspruches abgehalten hat (BGH, Urteil v. 21.1.1988, IX ZR 65/87, NJW 1988, 2245, 2247; BGH, Urteil v. 28.11.1984, VIII ZR 140/83, BGHZ 93, 64, 66; BAG, Urteil v. 4.11.1992, 5 AZR 75/92, juris).
Das gilt insbesondere für Verfahren der Arbeitsgerichtsbarkeit (s. BAG Urteil v. 4. November 1992, 5 AZR 75/92, nur in juris; BAG Urteil v. 18. Februar 1992, 9 AZR 611/90, DB 1992, 2249 ff.; LAG Baden-Württemberg Urteil v. 15. Oktober 2001, 15 Sa 47/01, in juris; LAG Hamm, Urteil v. 19. November 1999, 5 Sa 105/99, in juris ), aber auch für Verfahren der ordentlichen Gerichtsbarkeit (s. BGH Urteil v. 23. April 1998, III ZR 7/97, NJW 1998, 2274 ff.).