Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%20229/88
Timestamp: 2019-11-12 11:21:15
Document Index: 182293514

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 165', '§ 165', '§ 43', '§ 43', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 112', 'BGH', 'BGH', '§ 165', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 08.05.1989 - II ZR 229/88 - dejure.org
BGH, 08.05.1989 - II ZR 229/88
https://dejure.org/1989,1307
BGH, 08.05.1989 - II ZR 229/88 (https://dejure.org/1989,1307)
BGH, Entscheidung vom 08.05.1989 - II ZR 229/88 (https://dejure.org/1989,1307)
BGH, Entscheidung vom 08. Mai 1989 - II ZR 229/88 (https://dejure.org/1989,1307)
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Geltung des Wettbewerbsverbots für einen Kommanditisten - Verletzung der Treuepflicht eines Gesellschafters bei Erwerb eines Grundstücks zu eigenen Zwecken ohne Zustimmung der anderen Gesellschafter - Beweislast für die Ursächlichkeit der Pflichtverletzung des ...
Verletzung der Treuepflicht durch Grundstückskauf eines Kommanditisten bei vorangegangener Verhandlung im Namen der KG
HGB § 165
Erwerb eines Grundstücks der Gesellschaft durch den die Verhandlungen führenden Kommanditisten
§ 165 HGB
Haftung nach § 43 GmbHG, Kommanditist, Pflichtverletzung nach § 43 Abs. 2 GmbHG, Treuepflicht, Während der Amtszeit, Wettbewerbsverbot
NJW 1989, 2687
NJW-RR 1989, 1375 (Ls.)
ZIP 1989, 986
MDR 1989, 974
BB 1989, 1430
DB 1989, 1666
Die Geschäftschancenlehre steht als eigenständiges Rechtsinstitut, entwickelt aus der Treuepflicht, neben einem Wettbewerbsverbot (vgl. BGH, Urteil vom 8. Mai 1989 - II ZR 229/88, ZIP 1989, 986, 987; zustimmend Kübler/Waltermann, ZGR 1991, 162, 173 f.).
Der Geschäftsführer darf Geschäftschancen nicht für sich, sondern nur für die Gesellschaft ausnutzen und hat ihr, wenn er hiergegen verstößt, einen dadurch entstandenen Schaden zu ersetzen (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 21. Februar 1983 - II ZR 183/82, ZIP 1983, 689, 690; Urteil vom 23. September 1985 - II ZR 257/84, ZIP 1985, 1482, 1483; Urteil vom 23. September 1985 - II ZR 246/84, ZIP 1985, 1484, 1485; Urteil vom 8. Mai 1989 - II ZR 229/88, ZIP 1989, 986, 987 f.).
Wann diese Voraussetzung im Einzelnen erfüllt ist, lässt sich nicht allgemein, sondern nur anhand des konkreten Einzelfalls bestimmen (BGH, Urteil vom 8. Mai 1989 - II ZR 229/88, ZIP 1989, 986, 987 f. zur KG).
Grundsätzlich ist ein Geschäft dann der Gesellschaft zugeordnet, wenn die Gesellschaft als erste mit dem Geschäft in Berührung gekommen ist und der Geschäftsführer auf Seiten der Gesellschaft in Vertragsverhandlungen über ein bestimmtes Geschäft eingeschaltet wird (vgl. BGH, Urteil vom 8. Mai 1967 - II ZR 126/65, WM 1967, 679; Urteil vom 8. Mai 1989 - II ZR 229/88, ZIP 1989, 986, 987).
Der erkennende Senat stützt den Anspruch auf Schadensersatz wegen der Aneignung einer Geschäftschance der Gesellschaft nicht auf eine analoge Anwendung des in § 112 HGB normierten Wettbewerbsverbots, sondern auf eine Verletzung der Treuepflicht (vgl. BGH, Urteil vom 8. Mai 1989 - II ZR 229/88, ZIP 1989, 986, 987).
BGH, 05.02.2013 - II ZR 134/11
Auskunftsansprüche von Anlegern von Filmfonds in der Form von …
So darf etwa ein Kommanditist - und folglich auch ein ihm im Innenverhältnis gesellschaftsvertraglich gleichgestellter Treugeber - auch dann, wenn er, wie im Regelfall nach § 165 HGB, keinem Wettbewerbsverbot unterliegt, wegen der ihm als Gesellschafter obliegenden Treuepflicht keine Geschäfte an sich ziehen, die in den Geschäftsbereich der Gesellschaft fallen und dieser aufgrund bestimmter konkreter Umstände bereits zugeordnet sind (BGH, Urteil vom 8. Mai 1989 - II ZR 229/88, ZIP 1989, 986, 987).
BGH, 05.02.2013 - II ZR 136/11
Ein ausgeschiedener Gesellschafter unterliegt einem gesetzlichen Wettbewerbsverbot auch nach den Grundsätzen der so genannten Geschäftschancenlehre nur dann, wenn er Organ der Gesellschaft war oder in einer vergleichbaren Stellung die Geschäftsführung der Gesellschaft beherrscht oder maßgeblich beeinflusst hat (Abgrenzung zu BGH, Urteil vom 08.05.1989, II ZR 229/88, NJW 89, 2687).
a) Der BGH hat ein gesetzliches Wettbewerbsverbot unter bestimmten Voraussetzungen beim Geschäftsführer der GmbH (BGH NJW 86, 585, 586), beim geschäftsführenden Gesellschafter einer OHG (BGH NJW 86, 584) sowie beim geschäftsführenden Kommanditisten einer KG (BGH NJW 89, 2687, 2688) entwickelt.
Auch bei dieser Rechtsprechung des BGH zur so genannten Geschäftschancenlehre geht es immer um die Ausnutzung einer dem Geschäftsführer einer GmbH (z. B. BGH WM 67, 679; BGH WM 77, 361, 362; BGH NJW 86, 585, 586) oder einem die Geschäfte führenden Gesellschafter oder Kommanditisten einer Personenhandelsgesellschaft (z. B. BGH WM 85, 1444; BGH NJW 89, 2687, 2688) in dieser Eigenschaft angetragene Geschäftschance, die dieser, anstelle sie im Rahmen seiner Geschäftsführungskompetenz der Gesellschaft zuzuführen, im eigenen Interesse nutzt und damit seine besondere Treuepflichten verletzt.
Allerdings hat der BGH (NJW 89, 2687) unter Berücksichtigung der Umstände des zu entscheidenden Einzelfalles (…a.a.O. S. 2688) einem Kommanditisten, der keinem Wettbewerbsverbot unterlag, wegen der ihm als Gesellschafter obliegenden Treuepflicht untersagt, ein konkretes Grundstückskaufgeschäft an sich zu ziehen, das in den Geschäftsbereich der Gesellschaft fiel und dieser aufgrund bestimmter konkreter Umstände bereits zugeordnet war.
Auch ein nicht geschäftsführender Gesellschafter soll selbst dann, wenn er keinem Wettbewerbsverbot unterliegt, wegen der ihm als Gesellschafter obliegenden Treuepflicht keine Geschäfte an sich ziehen dürfen, die in den Geschäftsbereich der Gesellschaft fallen und dieser aufgrund bestimmter konkreter Umstände bereits zugeordnet sind (so BGH, Urteil vom 8. Mai 1989 - II ZR 229/88, NJW 1989, 2687 juris Rn. 9 zum Kommanditisten).
bb) Vorliegend ist ferner zu beachten, dass der Bundesgerichtshof die Grundsätze der sog. "Geschäftschancenlehre" zu Einzelgeschäften entwickelt hat, etwa dem Erwerb eines Grundstücks oder dem Erwerb eines Patents (vgl. etwa BGH, Urteil vom 4. Dezember 2012 - II ZR 159/10; Urteil vom 8. Mai 1989 - II ZR 229/88; Urteil vom 23. September 1985 - II ZR 257/84; Urteil vom 10. Februar 1977 - II ZR 79/75; Urteil vom 8. Mai 1967 - II ZR 126/65; Urteil vom 23. September 1985 - II ZR 246/84).
BGH, 10.02.1992 - II ZR 23/91
Gerichtsstand bei fehlerhafter Erfüllung von GmbH-Geschäftsführerpflichten
Die Klage darf deswegen nicht wegen eines lückenhaften Vortrags zur Schadensentstehung abgewiesen werden, solange gewisse gesicherte Grundlagen für die Überzeugungsbildung bestehen (…Sen.Urt. v. 14. April 1969 - II ZR 44/68, WM 1969, 832, 834;… v. 30. Januar 1989 - II ZR 175/88, BGHR ZPO 287, "Kausalität 2"; v. 8. Mai 1989 - II ZR 229/88, BGHR ZPO 287 Abs. 1, "Kausalität 2").
Auch ein nicht geschäftsführender Gesellschafter soll selbst dann, wenn er keinem Wettbewerbsverbot unterliegt, wegen der ihm als Gesellschafter obliegenden Treuepflicht keine Geschäfte an sich ziehen dürfen, die in den Geschäftsbereich der Gesellschaft fallen und dieser aufgrund bestimmter konkreter Umstände bereits zugeordnet sind (so BGH, Urteil vom 8. Mai 1989 - II ZR 229/88, NJW 1989, 2687, zum Kommanditisten).
OLG Koblenz, 05.08.2010 - 5 U 267/10
Umfang der Treuepflicht eines Gesellschafters
Es muss sich also um eine Geschäftschance handeln, die der Gesellschaft aufgrund konkreter Umstände bereits zugeordnet ist (BGH NJW 1989, 2687 ).
Abzustellen ist auf den konkreten Einzelfall (BGH NJW 1989, 2687 ).
KG, 16.03.2010 - 14 U 45/09
Treuepflichten des GmbH-Geschäftsführers
Ein Geschäftsführer darf vor allem keine Geschäfte an sich ziehen oder Dritten zuweisen, die in den Geschäftsbereich der Gesellschaft fallen und dieser aufgrund bestimmter konkreter Umstände bereits zugeordnet sind (BGH v. 8.5.1989 - II ZR 229/88, NJW 1989, 2687 [2688]).
Das ist grundsätzlich der Fall, wenn die Gesellschaft als erste mit dem Geschäft in Berührung gekommen ist und der Geschäftsführer die näheren Umstände erfahren hat (zum Kommanditisten vgl. BGH v. 8.5.1989 - II ZR 229/88, NJW 1989, 2687 [2688]; s.a. Fleischer, WM 2003, 1945 [1054/1055]).
BGH, 07.03.1996 - IX ZR 169/95
Belehrungspflicht des Notars über "hängende Erschließungskosten"?
Voll bewiesen zu werden braucht in derartigen Fällen - außer dem Pflichtverstoß - nur, daß derjenige, demgegenüber die Pflicht verletzt worden ist, in seinen Interessen so betroffen worden ist, daß nachteilige Folgen für ihn eintreten können (vgl. zur entsprechenden Rechtslage bei Vertragsverletzungen BGH, Urt. v. 8. Mai 1989 - II ZR 292/88, ZIP 1989, 986, 988 m.w.N. und v. 15. Juni 1993 - XI ZR 111/92, WM 1993, 1735, 1738).
KG, 30.07.2015 - 19 U 7/11
Wiederaufleben der Kommanditistenhaftung: Einlagenrückgewähr durch Verkauf von …
FG Niedersachsen, 13.01.1998 - VI 117/93
Treupflichten der Gesellschafter einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung …
BGH, 06.06.1991 - IX ZR 191/90
Pflicht zur Durchführung der Versteigerung aus dem Ausbietungsvertrag - Aktive …