Source: https://www.secupedia.info/wiki/Sachkundepr%C3%BCfung
Timestamp: 2019-10-23 07:44:49
Document Index: 176132498

Matched Legal Cases: ['§ 34', '§ 7', '§ 34', '§ 34', '§ 53', '§ 5', '§ 7', '§ 7', '§ 1', '§ 28', '§ 34', '§ 19', '§ 7', '§ 34', '§ 34', '§ 34']

Sachkundeprüfung – SecuPedia
Dies ist die am 11. Oktober 2019 geprüfte Version.
Es ist zu unterscheiden zwischen der Waffen-Sachkundeprüfung und der Sachkundeprüfung für in bestimmten Bereichen tätiges gewerbliches Sicherheitspersonal
1 § 34a Gewerbeordnung
1.1 Betroffene Tätigkeiten
1.2 Prüfungsstoff
1.4 Schriftliche Prüfung
1.5 Mündliche Prüfung
1.6 Literatur:
2 § 7 Waffengesetz
2.3 Bedürfnisnachweis bei Bewachern
2.4 Führen der Schusswaffe
2.5 Personenüberprüfung
2.6 Einzelnachweis
Seit 1. Januar 2003 ist nach § 34a Gewerbeordnung (GewO) in Deutschland für gewerbliche Tätigkeiten von Wach- und Sicherheitsunternehmen in folgenden Bereichen eine Sachkundeprüfung erforderlich:
Von Anfang an war die Sachkundeprüfung nach § 34a GewO für drei Arten von gewerblichen Sicherheitstätigkeiten vorgeschrieben
Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum oder in Hausrechtsbereichen mit tatsächlich öffentlichem Verkehr (Citystreifen)
Nach dem am 1. Dezember 2016 in Kraft getretenen "Gesetz zur Änderung bewachungsrechtlicher Vorschriften" müssen weitere Personen vor Aufnahme ihrer Tätigkeit einen Sachkundenachweis erbringen:
Bewachungsunternehmer und leitende Angestellte in Bewachungsunternehmen (dafür ist das bisher vorgeschriebene 80stündige Unterrichtungsverfahren entfallen)
Personen, die in leitender Funktion bei der Bewachung von Flüchtlingsunterkünften (laut Gesetz: Aufnahmeeinrichtungen sowie Gemeinschaftsunterkünften des Asylgesetzes oder anderen Immobilien und Einrichtungen, die der auch vorübergehenden amtlichen Unterbringung von Asylsuchenden oder Flüchtlingen dienen) eingesetzt werden.
Personen, die in leitender Funktion bei der Bewachung von zugangsgeschützten Großveranstaltungen eingesetzt werden. Als Großveranstaltungen gelten organisierte Ereignisse insbesondere sportlicher, kultureller, kirchlicher, wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Art, ohne Versammlung im Sinne des Artikels 8 Grundgesetz zu sein. Von einer zugangsgeschützten Veranstaltung unter freiem Himmel ist in der Regel ab 5.000 Besucher auszugehen.
Zweck der Sachkundeprüfung ist der Nachweis, dass die in den genannten konfliktgeneigten Bereichen tätigen Personen Kenntnisse über die rechtlichen Vorschriften und fachspezifischen Pflichten und Befugnisse sowie deren praktische Anwendung erworben haben, die für die Ausübung dieser Tätigkeiten notwendig sind.
Kaufhausdetektive können ab 2015 eine Zusatzqualifikation als „Sicherheitskraft im Handel (IHK)“ erwerben[1]
Gegenstand der Prüfung sind folgende Sachgebiete[2]:
Straf- und Strafverfahrensrecht, Umgang mit Waffen,
Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Schwerpunkte der mündlichen Prüfung sollen die Sachgebiete 1,2,3 und 5 sein.
Der Rahmenplan des DIHK, der ab 01.06.2019 gilt, ist unter https://www.dihk.de/ressourcen/downloads/rahmenplan-skp-bewachung-jun-2019.pdf verfügbar[3]
Prinzipiell ist die Sachkundeprüfung vor Aufnahme der Tätigkeit abzulegen.
Für die Tätigkeit in Flüchtlingsunterkünften und bei Großveranstaltungen gab es eine Übergangsfrist bis 30. November 2017.
Die Sachkundeprüfung für Unternehmer ist nicht erforderlich für Personen, die am 1. Dezember 2016 bereits berechtigt als Bewachungsunternehmer tätig waren.
Vom Sachkundenachweis dauerhaft befreit ist, wer einen für das Bewachungsgewerbe einschlägigen Aus- oder Weiterbildungsabschluss (siehe zum Beispiel §§ 53, 56 Berufsbildungsgesetz) nachweisen kann, zum Beispiel Fachkraft für Schutz und Sicherheit
Geprüfte(r) Meister(in) für Schutz und Sicherheit
Außerdem ist befreit, wer erfolgreich Abschlüsse im Rahmen einer Laufbahnprüfung zumindest für den mittleren Polizeivollzugsdienst, auch im Bundesgrenzschutz, für den mittleren Justizvollzugsdienst, für den mittleren Zolldienst (mit Berechtigung zum Führen einer Waffe) sowie für Feldjäger in der Bundeswehr erworben hat. Der zuständigen Erlaubnisbehörde ist dieser Befreiungstatbestand durch Vorlage der entsprechenden Zeugnisse nachzuweisen. Auch diese Befreiung gilt auf Dauer.
Bei der schriftlichen Prüfung geltend folgende bundeseinheitliche Vorgaben:
Die Prüfung wird nach dem „Multiple-choice-System“ durchgeführt.
Die Aufgaben werden von einem Fachgremium erstellt. Der jeweilige Aufgabensatz wird kurzfristig der prüfenden Industrie- und Handelskammer überstellt.
Die Prüfungsaufgaben sind in neun Sachgebiete aufgeteilt.
Zurzeit besteht ein Aufgabensatz aus 22 Seiten mit 72 Aufgaben sowie zwei Auswertebögen (B1 und B2).
Richtige Lösungen zu den Sachgebieten Recht der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, Bürgerliches Recht sowie Straf- u. Verfahrensrecht werden doppelt bewertet. Alle anderen Lösungen werden einfach bewertet.
Die Antworten sind nur durch Ankreuzen auf den Auswertebögen einzutragen.
Zu jeder Multiple-choice-Frage sind mehrere Antwortmöglichkeiten vorgegeben.
Mindestens eine Antwortmöglichkeit ist richtig, maximal sind zwei Antwortmöglichkeiten richtig.
Die Aufgabe wird nur dann als richtig bewertet, wenn alle richtigen Antworten angekreuzt sind. Ist eine falsche Antwortmöglichkeit angekreuzt oder eine richtige Antwortmöglichkeit nicht angekreuzt, ist die Aufgabe insgesamt falsch beantwortet. Es gibt keine Teilpunkte.
Die Aufgaben sind mit Bezug auf das jeweilige Sachgebiet zu lösen.
Die Bearbeitungszeit beträgt maximal 120 Minuten.[4]
Bei der mündlichen Prüfung gelten folgende bundeseinheitliche Vorgaben:
In der mündlichen Prüfung können gleichzeitig bis zu fünf Teilnehmer geprüft werden; sie soll für jeden Teilnehmer etwa 15 Minuten dauern.
In der mündlichen Prüfung ist ein Schwerpunkt auf die in Ziffer 1 und 5 der oben genannten Sachgebiete zu legen (§ 5a Abs 3 BewachV)..[4]
Lehrbücher für die Vorbereitung auf die Sachkundeprüfung: http://buchshop.secumedia.de Vorbereitungskurse: http://www.sicherheitstermine.de Material für Ausbilder: Lehrpaket Sachkundeprüfung
§ 7 Waffengesetz
Nach § 7 Waffengesetz ist in Deutschland eine bestandene Sachkundeprüfung vor der zuständigen Bezirksregierung oder ein anderer Nachweis der Sachkunde Voraussetzung für die Erteilung einer Waffenbesitzkarte. Die Allgemeine Waffengesetz-Verordnung (AWaffV) regelt in den §§ 1-3 die Einzelheiten.
Danach umfasst die nachzuweisende Sachkunde mindestens ausreichende Kenntnisse
Die Prüfung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Sie kann bei Nichtbestehen auch mehrmals wiederholt werden.
Ohne Prüfung gilt die Sachkunde zum Beispiel dann als nachgewiesen, wenn der Antragsteller die Jägerprüfung oder eine ihr gleichgestellte Prüfung oder die Gesellenprüfung für das Büchsenmacherhandwerk bestanden hat. Auch andere Nachweise (z.B. eine behördlich oder staatlich anerkannte Ausbildung oder Kenntnisnachweis für Sportschützen anerkannter Schießsportverbände) sind möglich.
Bedürfnisnachweis bei Bewachern
Gemäß § 28 WaffG wird ein Bedürfnis zum Erwerb, Besitz und Führen von Schusswaffen bei einem Bewachungsunternehmer (§ 34a der Gewerbeordnung) anerkannt, wenn er glaubhaft macht, dass Bewachungsaufträge wahrgenommen werden oder werden sollen, die aus Gründen der Sicherung einer gefährdeten Person im Sinne des § 19 (Erwerb und Besitz von Schusswaffen und Munition, Führen von Schusswaffen durch gefährdete Personen) oder eines gefährdeten Objektes Schusswaffen erfordern. Satz 1 gilt entsprechend für Wachdienste als Teil wirtschaftlicher Unternehmungen.
Führen der Schusswaffe
Die Schusswaffe darf nur bei der tatsächlichen Durchführung eines konkreten Auftrages nach Absatz 1 geführt werden. Der Unternehmer hat dies auch bei seinem Bewachungspersonal in geeigneter Weise sicherzustellen.
Wachpersonen, die auf Grund eines Arbeitsverhältnisses Schusswaffen des Erlaubnisinhabers nach dessen Weisung besitzen oder führen sollen, sind der zuständigen Behörde zur Prüfung zu benennen; der Unternehmer soll die betreffende Wachperson in geeigneter Weise vorher über die Benennung unter Hinweis auf die Erforderlichkeit der Speicherung und Verarbeitung personenbezogener Daten bei der Behörde unterrichten. Die Überlassung von Schusswaffen oder Munition darf erst erfolgen, wenn die zuständige Behörde zugestimmt hat. Die Zustimmung ist zu versagen, wenn die Wachperson nicht die persönlichen Zuverlässigkeits-Voraussetzungen erfüllt oder die Haftpflichtversicherung des Bewachungsunternehmers das Risiko des Umgangs mit Schusswaffen durch die Wachpersonen nicht umfasst.
↑ SecuPedia Aktuell: Erster Lehrgang Sicherheitskraft im Handel (IHK) startete Anfang 2015
↑ § 7 Bewachungsverordnung
↑ SecuPedia Aktuell: Neuer Rahmenplan für die Sachkundeprüfung
↑ 4,0 4,1 J.M. Weger: Leitfaden Sachkundeprüfung nach § 34a GewO, Rechtliche Grundlagen, S. 11 ff http://buchshop.secumedia.de
§ 34a der Gewerbeordnung (Bewachungsgewerbe)
Liste von Ausbildern, die für die Vorbereitung auf die Sachkundeprüfung nach § 34a GewO das Lehrpaket der ASW Nord anwenden
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Diese Seite wurde zuletzt am 11. Oktober 2019 um 13:58 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Thomas Lowien und Admin.