Source: https://wirkungsmonitoring.gv.at/2018-vorhaben-wfa-232.html
Timestamp: 2019-08-25 02:04:16
Document Index: 32972167

Matched Legal Cases: ['§ 30', '§ 8', '§ 30', '§ 8', '§ 58', '§30', '§8', '§30', '§8']

Überbetriebliche Berufsausbildungen nach dem Berufsausbildungsgesetz gem. § 30b und § 8b in Wien
zur Gänze eingetreten: Überbetriebliche Berufsausbildungen nach dem Berufsausbildungsgesetz gem. § 30b und § 8b BMASGK UG 20 2017 2017 -44.156 Vorhaben gemäß § 58 Abs. 2 BHG 2013
AMSG, BAG
Im Bundesland Wien werden sich im Jahr 2017 im Schnitt 18.780 Jugendliche »für eine Lehre interessieren«, d.h. beim AMS als lehrstellensuchend vorgemerkt (und sofort verfügbar) sein oder bereits in dualer Ausbildung stehen. Von den 16.430 jugendlichen Frauen und Männern, die bereits über einen Lehrvertrag verfügen, werden 77% (12.630) ihre Ausbildung in einem regulären Lehrverhältnis (bei einem Lehrbetrieb) absolvieren, während 23% (3.800) (vorerst) auf einem überbetrieblichen Lehrplatz ausgebildet werden. Der Anteil an überbetrieblichen Lehrplätzen an allen Lehrstellen ist mit 23% deutlich höher im Vergleich zu den anderen Bundesländern. Nur im Burgenland hat die überbetriebliche Lehrausbildung ein vergleichbares Niveau (18%). Der jahresdurchschnittliche Bestand an (sofort verfügbaren) Lehrstellensuchenden wird in Wien bei 2.350 liegen, parallel dazu werden 380 (sofort verfügbare) offene Lehrstellen gemeldet sein. Der Anteil der vorerst noch Lehrstellensuchenden an allen Lehrstelleninteressierten (»Suchquote«) wird mit 12,5% mehr als doppelt so hoch liegen wie in Gesamtösterreich. Um diese »Suchquote« auf 5% zu senken wäre – unter der Annahme, dass das betriebliche Lehrstellenangebot unverändert bleibt – die Bereitstellung von (jahresdurchschnittlich) 1.410 zusätzlichen überbetrieblichen Lehrplätzen notwendig.
Die nachhaltige Integration von Jugendlichen im Bereich der Berufsausbildung ist ein maßgebliches Ziel der Arbeitsmarktservice. Nicht zuletzt durch das Ausbildungspflichtgesetz hat die Bundesregierung dem AMS einen klaren Auftrag erteilt, allen Jugendlichen, die sich in keiner Schule befinden oder eine Lehrstelle bei einem Unternehmen gefunden haben, einen Ausbildungsplatz zur Verfügung zu stellen.
Das AMS Wien bietet jährlich für rund 4.500 Jugendlichen Ausbildungen gem. §30b und §8b BAG an.
Unterschieden wird dabei in ÜBA1 (Ausbildung bei einem Kursträger), ÜBA2 (Dauer ein Jahr, Ausbildung bei einem Unternehmen begleitet durch einen Kursträger) und verlängerte Lehrzeit (ehemals IBA). Für Neueintritte gibt es in der ÜBA 1 1100 Plätze, in der ÜBA 2 265 Plätze und in der IBA 1 724.
überplanmäßig eingetreten: 1 1 Integration in den 1. Lehrstellenmarkt über ÜBA 1
teilweise eingetreten: 2 2 ÜBA "Holz / Papier / Glas / Keramik, Land- und Forstwirtschaft / Tiere / Pflanzen, Mode / Textil / Leder, 4. Chemie / Kunststoff"
überplanmäßig eingetreten: 4 4 ÜBA " Maschinen / Fahrzeuge / Metall, Kunst/Kunsthandwerk"
überwiegend eingetreten: 5 5 ÜBA "Büro / Handel / Finanzen, Schwerpunkt Handel und Verkauf, Kultur / Sprachen / Gesellschaft"
überplanmäßig eingetreten: 2 2 Integration in den 1. Lehrstellenmarkt über ÜBA 2
nicht eingetreten: 3 3 Integration in den 1. Lehrstellenmarkt über die verlängerte Lehrzeit (ehemals IBA)
24.928 22.078 -2.850 24.928 22.078 -2.850 0 0 0 0 0 0 0 0 0 49.856 44.156 -5.700
-24.928 -22.078 -24.928 -22.078 0 0 0 0 0 0 -49.856 -44.156
Die Kalkulation für die überbetriebliche Lehrausbildung erfolgt in Wien aufgrund von Tagsätzen mit einer kalkulierten Verweildauer im Projekt. Treten nur weniger Personen ein oder werden sie schneller auf den 1. Lehrstellenarbeitsmarkt hinausvermittelt, so entstehen bei der Abrechnung weniger Verweiltage als ursprüngliche kalkuliert. Daher entstanden über beide Jahre verteilt um 5,7 Mio. € weniger Aufwendungen als geplant.
Personen ohne Berufsausbildung haben ein massiv höheres Risiko arbeitslos zu werden und proportional länger zu bleiben, als Personen mit einer Ausbildung. Alleine in Wien ist die Arbeitslosigkeit bei Personen mit max. Pflichtschule inzwischen bereits bei fast 40%. Die überbetriebliche Lehrausbildung des AMS trägt somit maßgeblich dazu bei, dass Personen ins Erwerbsleben finden und ihr Risiko auf Arbeitslosigkeit minimiert wird.
Die nachhaltige Integration von Jugendlichen im Bereich der Berufsausbildung ist ein maßgebliches Ziel des Arbeitsmarktservice. Nicht zuletzt durch das Ausbildungspflichtgesetz hat die Bundesregierung dem AMS einen klaren Auftrag erteilt, allen Jugendlichen, die sich in keiner Schule befinden oder eine Lehrstelle bei einem Unternehmen gefunden haben, einen Ausbildungsplatz zur Verfügung zu stellen. Im Jahr waren insgesamt 12.634 Personen beim AMS Wien lehrstellensuchend vorgemerkt.
Das AMS Wien bietet jährlich für rund 4.500 Jugendlichen, die keine Lehrplatz bei Betrieben finden, überbetriebliche Ausbildungen gem. §30b und §8b BAG an.
Unterschieden wird dabei in ÜBA1 (Ausbildung bei einem Kursträger), ÜBA2 (Dauer ein Jahr, Ausbildung bei einem Unternehmen begleitet durch einen Kursträger) und verlängerte Lehrzeit (ehemals IBA). Für Neueintritte gab es 2017/2018 in der ÜBA 1 1102 Plätze, in der ÜBA 2 265 Plätze und in der verlängerten Lehre 429.
Die ggst. fünf Maßnahmen stellen somit nur einen Teil der gesamten überbetrieblichen Lehrmöglichkeiten dar. Es werden darüber hinaus auch Projekte mit Projektkosten unter 7,5 Mio. Euro sowie Ausbildungsplätze in Ausbildungszentren (z.B. Jugend am Werk oder Berufsausbildungszentrum des BFI) finanziert.
Die Zielwerte für die ÜBA 1 und ÜBA 2 wurden weit überreicht. Dies liegt primär daran, dass bei der Festsetzung der Zielzustandswerte Auswertungsprobleme im Data-Warehouse des AMS vorlagen, die IST-Werte des Vorjahres nicht korrekt (zu niedrig) waren, und somit zu niedrige Zielwerte festgelegt wurden. Dies zeigt sich insbesondere bei der ÜBA 2 (SOLL 28%, IST 61,3%). Auch die ÜBA 1 wurde mit 40,2% zum Zielwert von 34,0% übererreicht. Die Zielwerte wurden für die neuen darauf folgenden Beauftragungen stark nach oben korrigiert.
Die Zielsetzung bei der verlängerten Lehre konnte nicht in allen Projekten erreicht werden. Hier zeigt sich, dass sich in diesen Projekten Jugendliche mit den größten Lerndefiziten befinden, bei denen sich die Vermittlung auf den 1. Lehrstellenmarkt besonders schwierig gestaltet.
Die Entwicklung zeigt, dass bei der ÜBA 1 von 2016 auf 2017 eine leichte Reduzierung von 41,2% auf 40,2% eingetreten ist. Bei der Beauftragung für 2018, deren Auswertung noch läuft, zeigt sich ein Stagnieren bei etwa 41% an in Lehrstellen am 1. Lehrstellenmarkt beschäftigten Jugendlichen 92 Tage nach Ende der ÜBA.
Sie man sich die Entwicklung bei der ÜBA 2 an, so steigen die Werte von 58,2% 2016, auf 61,3% 2017 und liegen zur Zeit in der Folgebeauftragung bei 63,3%.
Ebenso verbessern sich die Ergebnisse bei der IBA. Lag der Wert 2016 noch bei 10,1%, war er 2017 12,1 und im Folgeprojekt 2018 derzeit bei 24,4%. Hier muss jedoch noch die endgültige Auswertung im Herbst 2019 abgewartet werden.
Sieht man sich die fünf Einzelprojekte an, so war die Berufsobergruppe (BOG) Maschinen/Fahrzeuge/Metall, Kunst/Kunsthandwerk mit 51,5% (über alle drei Ausbildungsarten), gefolgt von der BOG Büro/Handel/Finanzen, Schwerpunkt Bürobereich mit 45,9 % am erfolgreichsten. Am schwierigsten zeigt sich der Bereich der BOG Holz/Papier/Glas/Keramik, Land- und Forstwirtschaft im Bereich der Vermittlung. Hier konnten nur 24,4% vermittelt werden, was primär auf den Lehrstellenmangel in diesem Bereich zurückzuführen ist. Bei der BOG Büro/Handel/Finanzen Schwerpunkt Handel und Verkauf sowie der BOG Informatik/EDV/Kommunikationstechnik, Medien/Druck konnten Werte von 38,5% und 39,6% erreicht werden. Die individuelle Zielerreichung korreliert in erster Linie auch mit dem jeweiligen Lehrstellenangebot in den betroffenen Ausbildungsbereichen.
Der Anteil weiblicher Lehrlinge (ibw Forschungsbericht 190) ist seit 1990 auf einem relativ konstanten Niveau bei rund 34%. Zuletzt weist er allerdings eine leicht sinkende Tendenz auf (2016: 33,3%). Bei den überbetrieblichen Lehrausbildungen lag der Fokus in den letzten Beauftragungen stark auf einer kontinuierlichen Steigerung des Frauenanteils. Vom Ausbildungsjahr 2015/2016 mit einem Frauenanteil von 32,7 % steigerte sich die Quote im Ausbildungsjahr 2016/2017 auf 34,75 % und im Ausbildungsjahr 2017/2018 auf 36,4%.
Folgende Änderungen wurden bei der Folgebeauftragung (Ausbildungsjahr 2018/2019) durchgeführt:
•	Aufgrund der Verbesserung der Arbeitsmarktsituation wurde für die Folgeaufträge verstärkt der Schwerpunkt auf ÜBA2-Plätze gelegt.
•	Vermittlung ist als Ziel vorrangig anzusehen. Jugendliche, die nicht ausbildungsfit sind, werden in entsprechend vorgelagerte Angebote vermittelt und es wird kein ÜBA-Ausbildungsplatz zur Verfügung gestellt.
•	Verlängerte Lehren sollen primär erst nach fundierter Überprüfung im Rahmen eines ÜBA1-Ausbildungsplatzes ins Auge gefasst werden.
•	Schwerpunkt auf verstärkte Vermittlung von ÜBA TeilnehmerInnen bei den Vorbereitungsangeboten (z.B. Jugendwerkstatt, Mädchen-Berufs-Zentrum, ABOJugend).
•	Verstärkte überregionale Vermittlung für Jugendliche ab 18 Jahre.
•	Verstärkte Vermittlung von ÜBA TeilnehmerInnen durch das Service für Unternehmen des AMS Jugendliche bei gemeldeten offenen Lehrstellen.
•	Drop Out Prävention steht nicht mehr im Hauptfokus der Träger.
•	Entwicklung einer einheitlichen Vorgangsweise bei Verstößen – die Trägerseite hat bis dato teilweise unterschiedliche Prozesse für den Umgang bei Fehlverhalten/Verstößen. Dieses einheitliche „Sanktionenregime“ soll ein Verwarnungssystem bis zur Lösung des Lehrverhältnisses bei nicht entschuldigtem Fernbleiben, dem Umgang mit der Weigerung ein angebotenes Praktikum anzutreten bzw. ein passendes angebotenes Lehrverhältnis anzunehmen, umfassen.