Source: http://dr-schmelzer.com/unfallregulierung-die-fiktive-abrechnung-und-die-freie-werkstatt/
Timestamp: 2018-05-20 13:31:27
Document Index: 26443032

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 254', 'BGH']

Unfallregulierung: die fiktive Abrechnung und die „freie Werkstatt“ – Anwaltskanzlei Dr. Schmelzer – Ahlen
Posted By RA_Schmelzer on 20. Januar 2016
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat im Urt. v. 29.04.2008, Az.: VI ZR 220/07 folgendes entschieden (amtl. Leitsatz): „Ein Unfallgeschädigter kann (fiktiv) die vom Sachverständigen geschätzten Reparaturkosten bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswerts in der Regel nur abrechnen, wenn er das Fahrzeug mindestens sechs Monate weiternutzt und zu diesem Zweck -falls erforderlich – verkehrssicher (teil-) reparieren lässt (im Anschluss an Senat, BGHZ 154, 395 ff.; 168, 43 ff.).“
In einer überwiegenden Anzahl der Fälle verweist die Versichrung im Rahmen der fiktiven Abrechnung auf kostengünstigere Möglichkeiten der Reparatur, meist auf sog. „freie Werkstätte“. In diesen Fällen muss die Versicherung jedoch nachweisen, dass die Qualität der dortigen Reparatur der Qualität einer markengebundenen Werkstatt entspricht. Der BGH hat hier grundlegendes Urteil getroffen, BGH Urt. v. 13.07.2010, Az.: VI ZR 259/09: “ Der Schädiger kann den Geschädigten unter dem Gesichtspunkt der Schadensminderungspflicht gemäß § 254 Abs. 2 BGB auf eine günstigere Reparaturmöglichkeit in einer mühelos und ohne Weiteres zugänglichen „freien Fachwerkstatt“ verweisen, wenn er darlegt und gegebenenfalls beweist, dass eine Reparatur in dieser Werkstatt vom Qualitätsstandard her der Reparatur in einer markengebundenen Fachwerkstatt entspricht, und wenn er gegebenenfalls vom Geschädigten aufgezeigte Umstände widerlegt, die diesem eine Reparatur außerhalb der markengebundenen Fachwerkstatt unzumutbar machen würden (vgl. Senatsurteile vom 20. Oktober 2009 -VI ZR 53/09 -VersR 2010, 225, zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen; vom 23. Februar 2010 – VI ZR 91/09 – VersR 2010, 923; vom 22. Juni 2010 – VI ZR 337/09 – und – VI ZR 302/08 – jeweils z.V.b.).“.
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