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Timestamp: 2016-10-28 10:31:26
Document Index: 200625587

Matched Legal Cases: ['Art. 31', 'de lege ferenda', 'BGE', 'Art. 31', 'Art. 31', 'Art. 31', 'BGE', 'Art. 32', 'Art. 28', 'Art. 31', 'BGE', 'Art. 31', 'Art. 43', 'Art. 18', 'Art. 20', 'Art. 32', 'BGE', 'Art. 31', 'Art. 32', 'Art. 31', 'Art. 20', 'Art. 31', 'BGE', 'BGE', 'Art. 48', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 45', 'Art. 39', 'BGE', 'Art. 48', 'Art. 31', 'BGE', 'Art. 31', 'Art. 31', 'Art. 43', 'Art. 43', 'Art. 31', 'BGE', 'in fine', 'de lege ferenda', 'Art. 31', 'BGE', 'Art. 113', 'Art. 114', 'Art. 43', 'BGE', 'BGE', 'Art. 43', 'BGE', 'Art. 43', 'Art. 32', 'BGE', 'Art. 32', 'Art. 43', 'Art. 32', 'Art. 32', 'BGE', 'BGE', 'Art. 31', 'Art. 43', 'Art. 31', 'Art. 32', 'Art. 48', 'BGE', 'Art. 43']

115 V 26636. Urteil vom 26. Juni 1989 i.S. Schweizerische Unfallversicherungsanstalt gegen Z. und Versicherungsgericht des Kantons Bern
Art. 31 al. 4 et 5 LAA, art. 43 OLAA: Calcul de la rente compl�mentaire de survivant. - En principe, les rentes de l'AVS et de l'AI doivent �tre prises en compte enti�rement dans le calcul des rentes compl�mentaires pour survivants selon l'art. 31 al. 4 LAA (consid. 2a). - L'art. 43 OLAA, pris sur d�l�gation de l'art. 31 al. 5 LAA et qui exprime ce principe pour les rentes compl�mentaires de survivants, sans pr�voir d'exceptions, est conforme � la loi et � la constitution; remarques de lege ferenda (consid. 2b). Faits � partir de page 266
A.- Ernst Z. (geb. 1919) arbeitete nach seiner Pensionierung 1984 noch teilweise in einem der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) unterstellten Betrieb. Bei dieser T�tigkeit erzielte er in der Zeit vom 30. Dezember 1984 bis 29. Dezember 1985 einen Verdienst von insgesamt Fr. 12'129.55.
BGE 115 V 266 S. 267Am 30. Dezember 1985 erlitt er auf der Heimfahrt von der Arbeit einen Verkehrsunfall, an dessen Folgen er noch am Unfallort verstarb.
Die Ausgleichskasse sprach der hinterbliebenen Ehefrau Rosa Z. (geb. 1918) eine einfache Altersrente der AHV von Fr. 1'238.-- im Monat bzw. Fr. 14'856.-- im Jahr zu. Dagegen verneinte die SUVA mit Verf�gung vom 14. M�rz 1986 den Anspruch auf eine Hinterlassenenrente der obligatorischen Unfallversicherung, weil die AHV-Rente 90% des versicherten Verdienstes �bersteige und sich somit aus der Differenzberechnung gem�ss Art. 31 Abs. 4 UVG keine Komplement�rrente ergebe.
Das Versicherungsgericht des Kantons Bern stellte fest, nach dem bei der Frage einer allf�lligen �berversicherung zu ber�cksichtigenden Grundsatz der sachlichen �bereinstimmung von Leistungen k�nne die Auslegung von Art. 31 Abs. 4 UVG nur in der Weise erfolgen, dass die Komplement�rrente der Differenz zwischen 90%, des versicherten Verdienstes und den Renten der AHV oder der IV entspreche, wobei aber lediglich diejenigen Elemente der AHV-Rente anzurechnen seien, welche ihren Rechtsgrund im Unfalltod des Ehemannes h�tten. Hingegen m�sste der Anteil der Rente, welche die Ehefrau origin�r und unabh�ngig vom Unfalltod des Mannes beanspruchen k�nne, ausser Betracht bleiben. Denn nur der Rentenanteil, der als Ausgleich f�r den durch den Tod des Mannes entstandenen Versorgerschaden bestimmt sei, gehe unmittelbar auf den Unfalltod zur�ck und decke den sachlich gleichen Schaden wie die Hinterlassenenrente der obligatorischen Unfallversicherung. Andernfalls w�rde ein Ungleichgewicht in der Berechnung der Komplement�rrente entstehen, was nicht Sinn und Zweck der gesetzlichen Regelung sei. Da der Gesetzgeber offenbar nicht an die M�glichkeit gedacht habe, dass der �berlebenden Ehefrau aus eigenem Recht ein Anspruch auf eine AHV/IV-Rente zustehe, welche in die Berechnung der Komplement�rrente nicht mit einzubeziehen sei, komme nur die erw�hnte Auslegung des Art. 31 Abs. 4 UVG in Frage. In diesem Sinne hiess das Versicherungsgericht die Beschwerde gut, hob die angefochtene BGE 115 V 266 S. 268Verf�gung auf und wies die Akten zur Neuberechnung der Rente an die SUVA zur�ck (Entscheid vom 26. Februar 1987).
C.- Die SUVA f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Antrag, der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Februar 1987 sei aufzuheben. Zur Begr�ndung wird u.a. ausgef�hrt, zwar weise die in der angefochtenen Verf�gung vom 14. M�rz 1986 getroffene L�sung eine gewisse Unbilligkeit auf. Dies sei jedoch eine direkte Folge der gesetzlichen bzw. verordnungsm�ssigen Regelung der Berechnung von Komplement�rrenten f�r Hinterlassene beim Zusammentreffen von Renten der AHV/IV mit solchen der obligatorischen Unfallversicherung. Da der Gesetz- bzw. der Verordnungsgeber die sich aus der neuen L�sung ergebenden Probleme erkannt und sie im Bestreben nach einer einfachen Regelung bewusst in Kauf genommen habe, k�nne es nicht Sache der Gerichte sein, auf dem Wege der Auslegung L�cken zu f�llen. Es w�re vielmehr Sache des Gesetz- oder des Verordnungsgebers, unbefriedigende Ergebnisse durch �nderung der entsprechenden Erlasse einer L�sung zuzuf�hren, welche auch den Gesamtzusammenh�ngen Rechnung tragen w�rde. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass Einzelprobleme herausgegriffen und ohne Ber�cksichtigung der systematischen Zusammenh�nge zu l�sen versucht w�rden, was praktische Schwierigkeiten und neue Ungleichheiten zur Folge h�tte.
Rosa Z. schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesamt f�r Sozialversicherung (BSV) schl�gt eine analoge Anwendung der bei Komplement�rrenten f�r Invalide geltenden Sonderregelung des Art. 32 Abs. 3 UVV auch bei Komplement�rrenten f�r Hinterlassene vor und enth�lt sich im �brigen eines Antrages.
1. a) Stirbt der Versicherte an den Folgen eines Unfalls, so haben der �berlebende Ehegatte und die Kinder Anspruch auf Hinterlassenenrenten (Art. 28 UVG). Diese betragen u.a. f�r Witwen und Witwer 40%, sowie f�r mehrere Hinterlassene zusammen h�chstens 70% des versicherten Verdienstes (Art. 31 Abs. 1 UVG). Stehen den Hinterlassenen auch Renten der AHV oder der IV zu, so wird ihnen gemeinsam eine Komplement�rrente gew�hrt; diese entspricht "der Differenz zwischen 90 Prozent des versicherten Verdienstes und den Renten der AHV oder der IV", BGE 115 V 266 S. 269h�chstens aber dem in Absatz 1 vorgesehenen Betrag (Art. 31 Abs. 4 UVG). Gem�ss Abs. 5 desselben Artikels erl�sst der Bundesrat n�here Vorschriften, namentlich �ber die Berechnung der Komplement�rrenten sowie der Renten f�r Vollwaisen, wenn beide Elternteile versichert waren. Von dieser Rechtssetzungskompetenz hat der Bundesrat Gebrauch gemacht und in Art. 43 UVV zur Komplement�rrente an Hinterlassene folgendes bestimmt:
"1 Bei der Berechnung der Komplement�rrenten f�r Hinterlassene werden die AHV/IV-Renten, einschliesslich der Kinderrenten, voll ber�cksichtigt. Bei der Berechnung der Komplement�rrenten an Vollwaisen wird die Summe der versicherten Verdienste beider Elternteile bis zum H�chstbetrag des versicherten Verdienstes ber�cksichtigt.
2 Die Artikel 32 Absatz 5 und 33 gelten sinngem�ss."
b) Nach Art. 18 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn er infolge des Unfalls invalid wird. Hat er auch Anspruch auf eine Rente der IV oder AHV, so wird ihm gem�ss Art. 20 Abs. 2 UVG eine Komplement�rrente gew�hrt; diese entspricht "der Differenz zwischen 90 Prozent des versicherten Verdienstes und der Rente der IV oder der AHV", h�chstens aber dem f�r Voll- oder Teilinvalidit�t vorgesehenen Betrag. Nach Abs. 3 desselben Artikels erl�sst der Bundesrat n�here Vorschriften, namentlich �ber die Berechnung der Komplement�rrenten in Sonderf�llen. Der Bundesrat hat von dieser an ihn delegierten Befugnis Gebrauch gemacht und in Art. 32 UVV die H�he der Komplement�rrenten in Sonderf�llen wie folgt geregelt:
4 Hat der Rentenberechtigte vor Eintritt der Invalidit�t neben der unselbst�ndigen noch eine selbst�ndige Erwerbst�tigkeit ausge�bt, so wird f�r die Festsetzung der Grenze von 90 Prozent nach Artikel 20 Absatz 2 des Gesetzes neben dem versicherten Verdienst auch das BGE 115 V 266 S. 270Einkommen aus selbst�ndiger Erwerbst�tigkeit bis zum H�chstbetrag des versicherten Verdienstes ber�cksichtigt.
2. Im vorliegenden Fall ist streitig, wie die der Beschwerdegegnerin nach dem Tod ihres Ehemannes zustehende einfache AHV-Altersrente bei der Berechnung der Komplement�rrente der obligatorischen Unfallversicherung zu ber�cksichtigen ist. Nach Auffassung der Vorinstanz und des BSV w�re die AHV-Rente bei der Differenzberechnung gem�ss Art. 31 Abs. 4 UVG nur teilweise anzurechnen, weil - entsprechend dem bei der �berentsch�digung massgebenden Grundsatz der Kongruenz - bloss gleichartige Leistungen miteinander verglichen werden d�rften und daher infolge der der AHV-Rente zukommenden Doppelfunktion (Ausgleich der alters- bzw. invalidit�tsbedingten "Erwerbsunf�higkeit" einerseits und des durch die Verwitwung entstandenen Versorgerschadens anderseits) lediglich der durch den Unfalltod des Ehemannes auszugleichende Versorgerschaden zu ber�cksichtigen sei. Dieser laut Vorinstanz und Bundesamt mit Sinn und Zweck des Gesetzes zu vereinbarenden - und vom Amt in Anlehnung an Art. 32 Abs. 3 UVV bef�rworteten - L�sung h�lt die SUVA in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde entgegen, dass die Altersrente der AHV bei der Berechnung der Komplement�rrente in vollem Umfang angerechnet werden m�sse; hief�r massgebend seien der Wortlaut und die Entstehungsgeschichte der fraglichen Bestimmungen.
a) Bei der Auslegung des Gesetzes ist von Bedeutung, dass in Art. 31 Abs. 4 UVG generell von "den Renten der AHV oder der IV" die Rede ist, ohne deren Anrechenbarkeit in irgendeiner Weise zu beschr�nken. Ebenso spricht Art. 20 Abs. 2 UVG, der die gleiche Frage bei der Komplement�rrente f�r Invalide regelt, generell und uneingeschr�nkt von "der Rente der IV oder der AHV". Die w�rtliche Auslegung dieser Bestimmungen ergibt somit, dass die Renten der AHV oder der IV grunds�tzlich in vollem Umfang anzurechnen sind. Da der Wortlaut von Art. 31 Abs. 4 (und 20 Abs. 2) UVG klar ist, besteht aufgrund dieser Vorschriften kein Raum f�r eine nur teilweise Ber�cksichtigung der genannten Renten (BGE 114 V 135 f. Erw. 2b und 3a, BGE 113 V 77 Erw. 3b und c sowie 109 Erw. 4a mit Hinweisen). Zudem entspricht diese Bedeutung des Wortlautes auch insoweit dem Sinn und Zweck der Bestimmungen, als der Gesetzgeber die fr�here Regelung (Art. 48 BGE 115 V 266 S. 271AHVG bzw. Art. 66quater AHVV; Art. 45 IVG resp. Art. 39bis IVV) mit dem Erfordernis laufender �berpr�fungen und Anpassungen der K�rzungss�tze bewusst vereinfachen und durch die Einf�hrung der Komplement�rrenten ersetzen wollte (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz �ber die Unfallversicherung vom 18. August 1976, BBl 1976 III 171; SCHAER, Grundz�ge des Zusammenwirkens von Schadenausgleichssystemen, Basel 1984, S. 359, Rz. 1045 und N. 3; MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1985, S. 381 und 437 f.; SEILER, Der Entwurf zu einem neuen Unfallversicherungsgesetz, SZS 1977 S. 25 ff.; siehe auch KOHLER, Surindemnisation choquante dans la LAA en cas de salaire r�siduel, SZS 1987 S. 289). Dabei wurde mit der neuen Koordinationsregelung eine einfache und sozial vertretbare Kombination zwischen den Systemen der AHV/IV und der Unfallversicherung angestrebt, bei der sich nach dem ausdr�cklichen Willen des Gesetzgebers eine "eigentliche Systemkongruenz" nicht bewerkstelligen liess (BBl 1976 III 170). Die von Vorinstanz und Bundesamt anhand des Grundsatzes der Kongruenz von Leistungen (bzw. der damit zusammenh�ngenden "Doppelfunktion" der AHV-Rente der Beschwerdegegnerin) vorgetragene Argumentation ist deshalb nicht zul�ssig, weil der Richter den als Ausfluss des Systemwechsels unmittelbar aus dem Gesetz sich u.a. ergebenden Grundsatz der vollen Anrechenbarkeit der AHV-Rente hinzunehmen hat (vgl. zum Grundsatz der Kongruenz SCHAER, a.a.O., S. 158 f., 361 und 391 ff.; VPB 1987 Nr. 2 S. 19 Ziff. 3; BGE 112 V 128 f., je mit weiteren Hinweisen). Entgegen der Meinung der Vorinstanz kann ferner auch nicht davon ausgegangen werden, dass der Gesetzgeber die M�glichkeit einer nur teilweisen Anrechenbarkeit von Altersrenten nicht bedacht habe. Vielmehr lassen die in der genannten Botschaft angef�hrten Berechnungsbeispiele und der Verweis auf die - mit der Inkraftsetzung des UVG aufgehobenen (AS 1982 1715 und 1717) - Art. 48 AHVG und 45 IVG den Schluss zu, dass die grunds�tzlich uneingeschr�nkte Anrechnung der AHV/IV-Renten bewusst gewollt war (BBl 1976 III 171 f.; vgl. auch Protokolle der Kommissionen des Nationalrates vom 18. Januar und 2./3. November 1977 sowie des St�nderates vom 2. November 1979, 28./29. Januar und 24. September 1980; Sten.Bull. NR 1979 S. 141, 181 f. und 185, SR 1980 S. 475 f.). Die durch den kantonalen Richter vorgenommene - und vom Bundesamt im Ergebnis bef�rwortete - Auslegung des Art. 31 Abs. 4 UVG, wonach eine nur teilweise Anrechnung der AHV-Rente BGE 115 V 266 S. 272dem Sinn und Zweck der gesetzlichen Regelung entspreche, erweist sich demzufolge als unzutreffend.
b) Nun hat der Gesetzgeber zu den in Art. 31 Abs. 4 (und 20 Abs. 2) UVG statuierten Grunds�tzen �ber die Berechnung der Komplement�rrenten an Hinterlassene (bzw. Invalide) die M�glichkeit von Abweichungen vorgesehen (BBl 1976 III 172; vgl. dazu MAURER, a.a.O., S. 375 f., N. 941a, und S. 436 f.). In diesem Sinne erm�chtigte er den Bundesrat in Art. 31 Abs. 5 (und 20 Abs. 3) UVG zum Erlass n�herer Vorschriften, von welchen Kompetenzen dieser in Art. 43 (und 31 ff.) UVV Gebrauch gemacht hat (vgl. Erw. 1a und b hievor). Es stellt sich vorliegend die Frage, ob die Ordnung des Art. 43 UVV, die den vom Gesetz vorgegebenen Grundsatz bez�glich der vollen Anrechenbarkeit von AHV/IV-Renten uneingeschr�nkt und ohne abweichende Regelung �bernimmt, gesetz- und verfassungsm�ssig ist.
bb) Die Delegationsbestimmung des Art. 31 Abs. 5 UVG erm�chtigt den Bundesrat - wie bereits dargelegt - insbesondere zum Erlass n�herer Vorschriften "�ber die Berechnung der Komplement�rrenten". Mit dieser Delegationsnorm wurde dem Bundesrat ein sehr weiter Spielraum des Ermessens (vgl. BGE 112 V 42 Erw. 3b in fine) f�r die Regelung auf Verordnungsstufe und namentlich die Kompetenz einger�umt, die Berechnung der Komplement�rrenten unter Beachtung der durch das Willk�rverbot gesetzten Grenzen in einer grunds�tzlich abschliessenden Weise zu ordnen. Aufgrund dieser Befugnis war der Bundesrat frei zu bestimmen, dass bei der Berechnung der Komplement�rrenten f�r Hinterlassene die AHV/IV-Renten, einschliesslich der Kinderrenten, voll zu ber�cksichtigen sind. Zwar w�ren nach den zutreffenden Ausf�hrungen von SUVA und Bundesamt auch mit vertretbaren Gr�nden andere L�sungen - etwa mit einer nur teilweisen Anrechnung oder einem g�nzlichen Verzicht auf Ber�cksichtigung der AHV-Renten bei hinterlassenen Witwen nach dem 62. Altersjahr - m�glich gewesen, was denn auch in der Kommission zur Vorbereitung der UVV dem Sinne nach erwogen, aber schliesslich abgelehnt wurde (vgl. z.B. Protokolle vom 13./14. August und 18. Dezember 1980). Zu solchen - de lege ferenda durchaus berechtigten - �berlegungen hat sich das Eidg. Versicherungsgericht indessen nicht zu �ussern, weil es die Zweckm�ssigkeit der gest�tzt auf Art. 31 Abs. 5 UVG vorgenommenen Regelung nicht zu pr�fen und sein Ermessen nicht an die Stelle desjenigen des BGE 115 V 266 S. 273Bundesrates zu setzen hat. Auch hat das Gericht infolge der verfassungsrechtlichen Beschr�nkung seiner �berpr�fungsbefugnis (Art. 113 Abs. 3/Art. 114bis Abs. 3 BV) zur Frage, ob die erw�hnte gesetzliche Delegation den aus rechtsstaatlichen Gr�nden an eine Delegationsnorm zu stellenden Anforderungen zu gen�gen vermag, ebensowenig Stellung zu nehmen wie zur Angemessenheit des mit der Einf�hrung der Komplement�rrenten vorgenommenen Systemwechsels (vgl. dazu Erw. 2a hievor; zur neuen Komplement�rrentenregelung auch die kritischen Bemerkungen von SCHAER, a.a.O., S. 359, Rz. 1044 f. und N. 6). In Anbetracht des dem Bundesrat zustehenden weiten Auswahlermessens (IMBODEN/RHINOW, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, 6. Aufl., Nr. 66, S. 405) und angesichts der Komplexit�t der sich im vorliegenden Zusammenhang ergebenden Probleme hat sich das Gericht bei der �berpr�fung von Art. 43 UVV Zur�ckhaltung aufzuerlegen (vgl. auch BGE 114 V 304 Erw. 4c, BGE 111 V 396 Erw. 4c; ARV 1986 Nr. 10 S. 45 Erw. 2c). Im Lichte dieser Grunds�tze l�sst sich die Nichtvornahme einer von der gesetzlichen Vorschrift der vollen Anrechenbarkeit der AHV/IV-Renten abweichenden Regelung f�r F�lle wie den vorliegenden nicht als willk�rlich beanstanden. Auch kann nicht gesagt werden, die Verordnung habe es unterlassen, Unterschiede zu treffen, die sie richtigerweise h�tte ber�cksichtigen m�ssen. Bei diesen Gegebenheiten muss es bei der Feststellung sein Bewenden haben, dass sich Art. 43 UVV - dessen Abs. 2 in der gem�ss BGE 112 V 39 korrigierten Weise (vgl. dazu auch nachstehende Erw. cc) - als gesetzes- und verfassungskonform erweist.
cc) Die vom BSV in der Vernehmlassung zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgetragenen Ausf�hrungen �ber eine m�gliche Erg�nzung des Art. 43 UVV durch Art. 32 Abs. 3 UVV verm�gen zu keiner andern Betrachtungsweise zu f�hren. Dem in diesem Zusammenhang angebrachten Vorschlag, in sinngem�sser Fortf�hrung der mit BGE 112 V 39 begonnenen Anwendung von Sonderregeln (Abs. 4 des Art. 32 UVV) im Rahmen von Art. 43 Abs. 2 UVV sollte hier auch Abs. 3 des Art. 32 UVV gelten, kann das Eidg. Versicherungsgericht nicht beipflichten. Nicht nur lag die in jenem Fall erkl�rte parallele Anwendung des Abs. 4 von Art. 32 UVV sowohl bei Komplement�rrenten f�r Invalide als auch bei Komplement�rrenten f�r Hinterlassene praktisch auf der Hand und wurde bereits auch von der Lehre gefordert (MAURER, a.a.O., S. 437, N. 1132b). Vielmehr m�sste bei der hier vom BGE 115 V 266 S. 274Bundesamt vorgeschlagenen L�sung - im Gegensatz zu der in BGE 112 V 39 behandelten Frage - nicht bloss ein Einzelproblem (Modalit�ten bei der Berechnung des versicherten Verdienstes) unter im �brigen unver�nderter Belassung der gesetzlichen Grunds�tze angegangen, sondern unter Ber�cksichtigung verschiedenartigster Problemkreise in die vom Gesetz aufgestellte Grundregelung (vgl. Erw. 2a hievor) f�r eine Vielzahl von F�llen direkt eingegriffen werden. Dies kann umso weniger Sache des Gerichts sein, als damit nach den zutreffenden Ausf�hrungen der SUVA neue Ungleichheiten in anderen F�llen geschaffen werden k�nnten, welche - zufolge der dem Richter nur f�r Einzelf�lle zustehenden Beurteilungskompetenz - schwer �berschaubar sind. Damit obliegt es nicht dem Richter, sondern in erster Linie dem Verordnungs- bzw. allenfalls dem Gesetzgeber, aufgrund einer Analyse der gesamten Problematik befriedigende L�sungen zu erarbeiten und die festgestellten M�ngel der heutigen Regelung zu beseitigen.
c) Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass die SUVA bei der Berechnung der Komplement�rrente gem�ss Art. 31 Abs. 4 UVG und Art. 43 Abs. 1 UVV an sich korrekt vorgegangen ist. Insbesondere steht unstreitig fest, dass die AHV-Rente der Beschwerdegegnerin von j�hrlich Fr. 14'856.-- 90% des versicherten Verdienstes (d.h. Fr. 10'917.--) �bersteigt. Damit ergibt sich aus der Differenzberechnung nach Art. 31 Abs. 4 UVG keine Komplement�rrente. Die Verf�gung der SUVA vom 14. M�rz 1986, mit welcher die Anstalt den streitigen Anspruch der Beschwerdegegnerin verneint hat, erweist sich daher als rechtm�ssig.
114 V 135,
112 V 128 suite... ,
art. 31 al. 4 LAA,
art. 43 OLAA,
art. 31 al. 5 LAA suite... ,
Art. 32 Abs. 3 UVV,
Art. 48 BGE 115 V 266 S. 271,
Art. 43 Abs. 1 UVV