Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/180886,0.html
Timestamp: 2019-08-22 20:51:09
Document Index: 219428729

Matched Legal Cases: ['§ 212', '§ 212', '§ 212', '§ 212', '§ 25', '§ 212']

Problem bei Mittäterschaftsprüfung!
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Problem bei Mittäterschaftsprüfung!
Verfasst am: 15 März 2008 - 14:53:57 Titel: Problem bei Mittäterschaftsprüfung!
Hoffe mir kann jemand helfen, wie ich eine Mittäterschaftsprüfung aufbaue... z.b. §§ 212, 211, 25 II
Wird da ein Teil des Tatbestandes von 212 übernommen oder wie läuft das Ganze ab? Ein Schema hab ich zu Hause..aber weiß nicht ganz wie ich das anwenden soll!
Verfasst am: 15 März 2008 - 15:35:55 Titel:
Mittäterschaft wird entweder getrennt oder zusammen geprüft, d.h.:
1) Wenn du mehrere Täter hast, die wie eine Einheit behandelt werden, prüfst du zusammen (z.B. "A und B machen dies und das...").
Zusammen prüfst du auch, wenn die Handlungen erst zusammen den Tatbestand erfüllen, z.B. ("A verlangt von C Geld, B bedroht in mit einer Pistole."):
1. Gemeinsame Verwirklichung
2. Zurechnung der Handlung des anderen
b) Täterqualität aller Beteiligten
2) In allen anderen Fällen prüfst du getrennt (das sind dann häufig die Fälle, in denen nicht so eindeutig ist, ob Mittäterschaft oder eine ander Beteiligungsform vorliegt):
III. RWK
B. Strafbarkeit des "anderen" gem. §§ X, 25 II
1. Verwirklichung des OTB
2. Zurechnung der fremden Tathandlung
b) Täterqualität des anderen
Verfasst am: 15 März 2008 - 15:52:33 Titel:
Ach ja, unter dem Prüfungspunkt "Verwirklichung des OTB" prüfst du ganz normal die Voraussetzungen des obj. TB. Bei 1) I. 1. prüfst du dann noch, wer welches Merkmal erfüllt. Bei 2) B. I. 1. verweist du ggf. auf 2) A. I.
Verfasst am: 15 März 2008 - 16:01:51 Titel:
Vielen Dank erstmal für deine Antwort....
Wenn wir z.B. den Fall annehmen A und B töten zusammen den C aus Rache!
Dann müsste ich ja §§ 212, 211, 25 II prüfen.
Mein Problem ist nun, wie ich da anfange....
A und B könnten sich gem. §§ 212, 211, 25 II durch Abfeuern der Schüsse auf C in Mittäterschaft des Mordes gem. §§ 212, 211, 25 II schuldig gemacht haben.
Muss ich hier jetzt auch noch ansprechen.
Dazu müsste C gestorben sein.
Die Handlung war kausal und objektiv zurechenbar????
sag ich jetzt gleich sie müssten einen gemeinsamen Tatplan gehabt haben....
Vielleicht kannst mir ja weiter helfen,steh grad echt auf dem schlauch, weil ich noch keine richtig ausformulierte Prüfungin bezug auf § 25 II gesehen habe.
Verfasst am: 15 März 2008 - 16:35:46 Titel:
Das geht doch aus dem Prüfungsschema hervor. Du musst zuerst prüfen, ob der objektive Tatbestand erfüllt ist. Wenn das aber unproblematisch der Fall ist, musst du natürlich nicht groß was zu objektiver Zurechnung etc. schreiben, wie im normalen TB ja auch nicht. Und wenn es verschiedene Handlungen sind, sagst du zu jedem Täter etwas: A hat dies und das getan, B hat dies und das getan, dadurch ist C gestorben (als Beispiel). Gilt natürlich nur für die gemeinsame Prüfung.
Hinsichtlich der Mordmerkmale muss man mit dem Aufbau dann nochmal etwas überlegen, je nachdem, bei wem welches Merkmal vorliegt...
Im Anschluss daran prüfst du, ob die Tathandlungen von A und B gegenseitig zurechenbar sind. Darunter fällt dann:
b) Täterqualität
Wenn du noch nie einen solchen Fall ausformuliert gesehen hast, dann schau doch mal in ein Fallbuch zum Strafrecht AT.
Verfasst am: 15 März 2008 - 17:01:10 Titel:
Kannst du mir ein Buch sagen, indem ein ausformulierter fall drin ist...hab nämlich leider noch keinen gesehen!
Verfasst am: 15 März 2008 - 17:11:36 Titel:
Fall 29 in "Die 34 Fälle, Strafrecht AT" von Hemmer. Sind so kleine Fall-Bücher. Aber geh doch einfach mal in die Buchhandlung oder in die Bib und schau da in Fallbüchern zum Strafrecht AT rein. Da findest du 100%ig etwas.
Verfasst am: 15 März 2008 - 17:19:02 Titel:
Also würde ich dass dann ja so machen....
A und B könnten sich durch Abfeuern des Schusses in Mittäterschaft des Mordes gem. §§ 212, 211, 25 II schuldig gemacht haben.
Der Tod des C ist im vorliegenden Fall eingetreten.
Das Abfeuern der Schüsse von A und B kann auch nicht hinweggedacht werden, ohne dass der Erfolg in seiner konkreten Gestalt entfiele. Somit waren die Handlungen von A und B auch kausal.
Der Tod des C ist den beiden auch objektiv zurechenbar, da sie durch abfeuern der schüsse eine rechtlich missbilligte Gefahr geschaffen haben, die vom Schutzzweck der Norm vermieden werden sollte.
Und dann fang ich ja mit der Mittäterschaft an , oder?
In objektiver Hinsicht verlangt die Mittäterschaft einen wesentlichen Tatbeitag, ohne den die Tat zwar nicht unmöglich, aber wesentlich erschwert worden wäre. Dieser muss auf einem gemeinsamen Tatplan beruhen.
A und B hatten den gemeinsamen Tatplan C zu töten......
Fraglich ist jedoch, ob A und B durch ihre Tatbeiträge als Mittäter gehandelt haben.
1) formal- objektive Theorie
2.) Tatherrschaftslehre
3.) subjektive Theorie
Nach der zu folgenden Tatherrschaftslehre sind A und B Mittäter.....( hier muss man natürlich noch argumente bringen, was gegen die anderen Theorien spricht).
2.) Subjektiver TB
--> Es genügt, dass A und B die nach Gegenstand, Ort und Zeit bestimmte Tat in allen wesentlichen Beziehungen in ihre Vortstellung aufgenommen haben.
A und B könnten zudem, dass Mordmmerkmal aus niedrigen Beweggründen verwirklicht haben, indem sie aus Rache handelten...(Ist das richtig, es hier anzusprechen? Ist ja ein subjektives Mordmerkmale)
Dann noch Vorsatz hinsichtlich des Mordmerkmals
Verfasst am: 15 März 2008 - 18:47:54 Titel:
Der Aufbau sieht einigermaßen ok aus, allerdings kann ich inhaltlich dazu nichts sagen, da ich den SV nicht kenne, insbesondere ob das Problem der Tätereigenschaft angesprochen werden muss. Wenn beide gleichzeitig schießen, könnte ggf. auch ein Problem bei der Kausalität liegen.
Aber wie gesagt, dazu kann ich natürlich nichts Genaues sagen.
Hinsichtlich subjektiver Merkmale muss übrigens kein Vorsatz vorliegen, wie soll das denn gehen? Subj. Mordmerkmale begründen doch schon selbst den Beweggrund des Täters.