Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=08.03.2012&Aktenzeichen=VII%20ZR%20202/09
Timestamp: 2020-04-04 08:48:35
Document Index: 270943629

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 133', '§ 157', '§ 2', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 08.03.2012 - VII ZR 202/09 - dejure.org
https://dejure.org/2012,8812
BGH, 08.03.2012 - VII ZR 202/09 (https://dejure.org/2012,8812)
BGH, Entscheidung vom 08.03.2012 - VII ZR 202/09 (https://dejure.org/2012,8812)
BGH, Entscheidung vom 08. März 2012 - VII ZR 202/09 (https://dejure.org/2012,8812)
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BGB § 133, § 157; VOB/B § 2 Nr. 5
Bauvertrag mit einem öffentlichen Auftraggeber: Mehrvergütungsanspruch wegen Bauzeitverschiebung durch verzögerte Vergabe
Mehrvergütungsanspruch wegen verzögerter Vergabe; Bauzeitverschiebung; Mehrkosten
Zu den Voraussetzungen und zur Berechnung eines Mehrvergütungsanspruchs wegen Vergabeverzögerung und Verschiebung der Ausführungsfristen
Vergabeverfahrensrisiko: Wie sind NU-Mehrkosten zu berechnen?
Verzögerte Zuschlagserteilung: BGH stellt Methodik zur Berechnung von Nachunternehmer-Mehrkosten klar
Vergabeverfahrensrisiko: BGH stellt Methodik zur Berechnung von NU-Mehrkosten klar! (IBR 2012, 247)
LG Berlin, 13.06.2007 - 23 O 152/06
NJW 2012, 1436
MDR 2012, 577
NZBau 2012, 287
WM 2012, 2203
BauR 2012, 939
VergabeR 2012, 611
ZfBR 2012, 441
Zugleich ist der vertragliche Vergütungsanspruch in Anlehnung an die Grundsätze des § 2 Abs. 5 VOB/B anzupassen (BGH, Urteil vom 8. März 2012 - VII ZR 202/09, BauR 2012, 939 Rn. 20 = NZBau 2012, 287;… Urteil vom 26. November 2009 - VII ZR 131/08, BauR 2010, 455 Rn. 13 = NZBau 2010, 102;… Urteil vom 10. September 2009 - VII ZR 152/08, aaO Rn. 28;… Urteil vom 11. Mai 2009 - VII ZR 11/08, aaO Rn. 49).
Sie ergeben sich aus der Differenz zwischen den Kosten, die tatsächlich angefallen sind, und den Kosten, die bei Erbringung der Bauleistung in dem angebotenen Zeitraum hätten aufgewendet werden müssen (BGH…, Urteil vom 10. September 2009 - VII ZR 152/08, BauR 2009, 1901 Rn. 42 = NZBau 2009, 771; Urteil vom 8. März 2012 - VII ZR 202/09, BauR 2012, 939 Rn. 16 = NZBau 2012, 287).
Zugleich ist der vertragliche Vergütungsanspruch in Anlehnung an die Grundsätze des § 2 Abs. 5 VOB/B anzupassen (BGH, Urteil vom 8. März 2012, VII ZR 202/09, BauR 2012, 939 Rn. 20).
Anzumerken bleibt, dass die Beschwerdeführerin selbst dann, wenn infolge einer Vergabeverzögerung die Bauausführung erst in der "kalten" Jahreszeit erfolgen würde, den Ersatz dadurch entstehender Mehrkosten analog § 2 Abs. 5 VOB/B geltend machen könnte (vgl. BGH, Urt. v. 08.03.2012, VII ZR 202/09, NJW 2012, 1436).
Eine Bauzeitverschiebung kann sich in diesen Fällen dadurch ergeben, dass ein ( frühester oder spätester) Baubeginn vertraglich in Abhängigkeit von der (ursprünglich) vorgesehenen Zuschlagserteilung vorgesehen war, der durch die Verzögerung des Zuschlags nicht mehr gehalten werden kann, weil der Zuschlag erst nach Ablauf der ursprünglich vorgesehenen Frist für den Zuschlag liegt (BGH MDR 2012, 577).
Hiernach können nach der vom Senat geteilten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nur diejenigen Mehrkosten Berücksichtigung finden, die ursächlich auf eine Verschiebung der Bauzeit zurückzuführen sind; es wäre also die Differenz zwischen den tatsächlich für die Ausführung der Bauleistung angefallenen Kosten und den bei Erbringung der Bauleistung in dem in der Ausschreibung vorgesehenen Zeitraum angefallenen Kosten darzulegen (vgl. BGH NJW 2012, 1436 ff, iuris Rdnr. 14), was hier nicht geschehen ist.
Denn das Risiko solcher Mehraufwendungen trägt nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung (zuletzt BGH, Urteil vom 08.03.2012 - VII ZR 202/09 = NZBau 2012, 287 m.w.N.) eben der Bieter.
Hiernach können nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nur diejenigen Mehrkosten Berücksichtigung finden, die ursächlich auf eine Verschiebung der Bauzeit zurückzuführen sind; es wäre also die Differenz zwischen den tatsächlich für die Ausführung der Bauleistung angefallenen Kosten und den bei Erbringung der Bauleistung in dem in der Ausschreibung vorgesehenen Zeitraum angefallenen Kosten darzulegen (vgl. BGH NJW 2012, 1436 ff, Rn. 14; Schleswig-Holsteinisches Oberlandesgericht, Urteil vom 11. Februar 2015 - 4 U 16/05 -), was hier nicht geschehen ist.