Source: https://www.weisba.ch/aktuelles/aeltere-artikel/das-recht-am-eigenen-bild.html
Timestamp: 2020-01-18 19:18:40
Document Index: 147745998

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 23', '§ 22', '§ 23', '§ 22', '§ 1004', '§ 823', '§ 37']

weisba.ch - webdesign / webhosting Sindelfingen - Das Recht am eigenen Bild
Im Zusammenhang mit der Bestückung der Website mit Bildmaterial wird immer wieder die Frage nach dem "Recht am eigenen Bild" an mich herangetragen. Eigentlich ist das mit dem Recht am eigenen Bild eine ganz einfache Sache.
Relevant sind zunächst mal § 22 und § 23 Kunsturhebergesetz. Im § 22 heisst es: "Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. (...)". Der § 23 beschreibt die Ausnahmen hiervon: "Ohne die nach § 22 erforderliche Einwilligung dürfen verbreitet und zur Schau gestellt werden: 1. Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte; 2. Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen; 3. Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben; 4. Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient.".
Wenn sich also jemand bewusst ins Rampenlicht stellt, beispielsweise als Politiker, Prominenter oder Redner bei einer öffentlichen Veranstaltung ist es sicherlich in Ordnung diese Person abzulichten. Aber die Annahme, man müsse nur genug Personen fotografieren, weil man bei einer Gruppe dann keine Einwilligung für die Veröffentlichung des Fotos benötigt, ist falsch. Nur weil jemand mit mehreren anderen Personen fotografiert wird, bedeutet das nicht, dass derjenige sein „Recht am eigenen Bild“ verloren hat. Jeder aus einer fotografierten Gruppe kann die Herausgabe des Bildmaterials (§§ 1004 Abs. 1 S. 2 BGB analog iVm. §§ 823 Abs. 1, 249 S. 1 BGB) oder die Vernichtung der Fotos nach §§ 37, 38 KUG fordern. Im Ernstfall kann sogar auf Schadensersatz geklagt werden.
Es ist also immer empfehlenswert, auch bei einer Veranstaltung, die Einwilligung der Personen, die man fotografieren möchte einzuholen. Und das grundsätzlich die Intim- und Privatsphäre anderer Menschen gewahrt bleiben sollte, das sagt einem ja eigentlich auch der gesunde Menschenverstand.