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Timestamp: 2017-11-24 22:04:25
Document Index: 205137354

Matched Legal Cases: ['§ 398', '§ 2', '§17', '§18', '§ 19', '§286', '§ 779', '§ 286', '§ 288']

Glossar - NPL-Bibliothek
Eine Ablösung ist die Rückführung der kompletten offenen Forderung durch den Darlehensnehmer.
Eine Abtretung oder Zession ist nach § 398 des BGB die Übertragung einer Forderung von dem übertragenden Gläubiger („Zedent“) auf einen Forderungsempfänger („Zessionar“), welcher neuer Gläubiger wird.
Als Annuitätendarlehen wird ein Kredit mit konstanten Rückzahlungsbeträgen (Raten) bezeichnet, wobei sich die Raten aus einem Tilgungs- und einem Zinsanteil zusammensetzen. Verringert sich die Restschuld, steigt der Tilgungsanteil im Rückzahlungsbetrag, während sich der Anteil der Zinszahlung daran verringert.
Auftraggeber (Inkasso)
Einen Gläubiger, welcher dem Inkassounternehmen den Auftrag erteilt, seine offenen Forderungen einzuziehen, bezeichnet man als Auftraggeber. Dieses Auftragsverhältnis wird durch einen Inkassovertrag begründet und geregelt.
Auftragnehmer (Inkasso)
Als Auftragnehmer wird das Inkassounternehmen bezeichnet, welches für den Auftraggeber (den Gläubiger) den Forderungseinzug übernimmt.
Ausbietungsgarantie / Ausbietungsvereinbarung
Als Ausbietungsgarantie/Ausbietungsvereinbarung bezeichnet man einen Vertrag zwischen dem Gläubiger und einem Bietinteressenten, wobei sich der Bietinteressent verpflichtet, ein Gebot in gewisser Mindesthöhe im Versteigerungstermin abzugeben. In der Regel stellt der Gläubiger die Vermarktung des Objektes ein und sichert dem Bietinteressenten den Zuschlag ab der vereinbarten Gebotshöhe zu.
Eine Bad Bank ist eine Zweckgesellschaft zur Bereinigung von Bankbilanzen. Banken können gegen eine Ausgleichszahlung hoch abschreibungsgefährdete Finanzaktiva zeitlich befristet auf eine Bad Bank übertragen. Somit können sie sich vor zusätzlichen Wertberichtigungen und einer darin begründeten weiteren Verschlechterung ihrer Solvenzsituation schützen.
Die Bank Lending Survey ist eine Umfrage zur Kreditvergabepolitik, die das Eurosystem seit Januar 2003 vierteljährlich unter ausgewählten Banken durchführt. Sie enthält vor allem qualitative Fragen zur Entwicklung der Kreditrichtlinien, der Kreditkonditionen und der Kreditnachfrage von Unternehmen und privaten Haushalten.
Die Bonität erlaubt eine Aussage über die Kreditwürdigkeit einer natürlichen oder juristischen Person. Gläubiger sind darauf angewiesen, dass ein Darlehensnehmer/Schuldner seinen Verpflichtungen (auf Rückzahlung des Darlehens inkl. Zinsen) nachkommt. Die Bonität gibt somit Aufschluss über die finanzielle Leistungsfähigkeit des Darlehensnehmers, diese Zahlungen aktuell und auch in der Zukunft erbringen zu können. Hierbei spielt neben der zukünftigen Finanzlage auch das aktuell vorhandene Vermögen bzw. Einkommen eine Rolle.
Das Darlehen beschreibt einen schuldrechtlichen Vertrag. Hierbei verpflichtet sich der Darlehensgeber, dem Darlehensnehmer gegenüber einen Geldbetrag für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung zu stellen. Im Gegenzug verpflichtet sich der Darlehensnehmer dazu, den Geldbetrag in Raten zuzüglich Zinsen zurückzuzahlen.
Der Darlehensgeber Bildet eine Partei des Darlehensvertrags. Er zahlt der zweiten Partei, dem Darlehensnehmer eine Geldsumme aus. Ziel dabei ist es, diese Summe über einen festgelegten Zeitraum verzinslich zurückgezahlt zu bekommen.
Der Darlehensnehmer ist die Partei des Darlehensvertrags, welche von der zweiten Partei, dem Darlehensgeber, eine Geldsumme erhält. Dabei geht er die Verpflichtung ein, diese verzinslich wieder zurückzuzahlen.
Eine Forderung ist ein Anspruch auf eine Leistung, welche einer Person gegenüber einer anderen Person aufgrund eines Schuldverhältnisses zusteht.
Der Gläubiger ist die Partei, welche gegen den Schuldner einen Anspruch auf Erbringung einer Leistung hat.
Eine Grundschuld ist eine Belastung eines Grundstücks, d.h. der Eigentümer einer Immobilie gibt der Bank sein Grundstück als Pfand (Sicherheit) für eine eigene oder fremde Schuld aus einem Darlehensvertrag (Kredit). Im Falle eines Zahlungsverzugs kann der Kreditgeber die Zahlung einer bestimmten Geldsumme aus dem Verkauf des Grundstücks fordern. Die Grundschuld ist im Gegensatz zur Hypothek nicht von einer Forderung abhängig.
Recht an einem Grundstück zugunsten eines Gläubigers. Wird in der Regel im Zusammenhang mit einem Kredit (Hypothekarkredit) eingeräumt. Der Inhaber der Hypothek hat eine persönliche Forderung aus dem Darlehen und ein dingliches Recht an dem Grundstück. Die Hypothek wird in das Grundbuch eingetragen. Zahlt der Schuldner das geliehene Geld nicht vereinbarungsgemäß zurück, so kann der Gläubiger das Grundstück versteigern lassen.
Hypothekarkredit (Realkredit)
Der Hypothekarkredit beschreibt langfristige Darlehen, wobei insebsondere Grundstücke und Gebäude beliehen werden. Gesichert werden die Darlehen durch Eintragung von Grundpfandrechten.
Schuldverschreibung, die von privaten Hypothekenbanken und öffentlich-rechtlichen Kreditanstalten aufgrund besonderer Gesetze ausgegeben wird. Die Hypothekenpfandbriefe werden durch Darlehen gedeckt, die grundpfandrechtlich gesichert sind.
Der Einzug von Forderungen durch Dritte wird als Inkasso bezeichnet. In § 2 Abs. 2 S. 1 des Rechtsdienstleistungsgesetzes (RDG) wird Inkasso als „die Einziehung fremder oder zum Zweck der Einziehung auf fremde Rechnung abgetretener Forderungen, wenn die Forderungseinziehung als eigenständiges Geschäft betrieben wird“ definiert.
Nachdem der Gläubiger das Inkassounternehmen mit einem Forderungseinzug beauftragt, wird eine Inkassovollmacht ausgestellt. Diese berechtigt das Inkassounternehmen zu Maßnahmen, welche zur Beitreibung der offenen Forderungen nötig sind. Die Vollmacht beinhaltet die Befugnis sämtliche Absprachen, Vergleiche oder sonstige Vereinbarungen im Zusammenhang mit der Forderung zu treffen und Zahlungen mit schuldbefreiender Wirkung entgegenzunehmen.
Als Insolvenz wird die Zahlungsunfähigkeit eines Schuldners bezeichnet. Zahlungsunfähigkeit (§17 InsO), drohende Zahlungsunfähigkeit (§18 InsO) oder Überschuldung (§ 19 InsO) können Gründe für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens sein.
Als Kredit bezeichnet man die Ausleihung einer festgelegten Geldsumme unter bestimmten Konditionen. Der Begriff beschreibt das kurz-, mittel- als auch langfristige Überlassung von Geld bzw. Kapital. Kreditarten unterscheiden sich durch verschiedene Merkmale wie unterschiedliche Laufzeiten, Art und Umfang der Besicherung oder der Verwendung.
Der Begriff beschreibt die Zeit zwischen der Hergabe eines Kredits und der festgesetzten Rückzahlung. Bei festverzinslichen Wertpapieren ist es die Zeit zwischen der Ausgabe und der Rückzahlung.
Der Loan-to-Value (auch Beleihungsauslauf) ist der Quotient aus Darlehensbetrag zur Finanzierung einer Immobilie im Verhältnis zum Beleihungswert (Wert der Kreditsicherheit) des Objekts. Während der – am Verkehrs- oder Marktwertorientierte – Beleihungswert die theoretisch maximale Beleihbarkeit einer Kreditsicherheit repräsentiert, wird mit dem Loan-to-Value das gesamte Kreditrisiko im Vergleich zur beliehenen Kreditsicherheit dargestellt. Der Loan-to-Value wird in Prozent des Beleihungswerts angegeben. Je niedriger der errechnete Prozentwert ausfällt, desto geringer ist für den Kreditgeber das Verlustrisiko.
Die Mahnung oder auch Zahlungserinnerung beschreibt die bestimmte und eindeutige Aufforderung eines Gläubigers an einen Schuldner, eine geschuldete Leistung zu erbringen. Nach §286 BG kommt der Schuldner durch die Mahnung in Verzug, wenn er die Leistung trotz eines fälligen Anspruchs des Gläubigers nicht erbringt.
Als Non-Performing-Loan bzw. notleidende Kredite bezeichnet man zahlungsgestörte Kreditforderungen, die entweder bereits gekündigt sind oder für die die Kündigungsvoraussetzungen gegeben sind.
Auch Debenture oder Bond genannt. Eine Obligation ist ein Instrument zur mittel- und langfristigen Kreditfinanzierung (Fremdfinanzierung). Hierunter versteht man ein Schuldverhältnis zwischen zwei oder mehreren Personen, in dem eine Partei Schuldner, die andere Gläubiger ist.
Outsourcing bzw. Auslagerung bezeichnet die Abgabe von Unternehmensaufgaben an Drittunternehmen. Im Inkassobereich lagert der Forderungsinhaber (z.B. die Bank) die Kreditabwicklung an das Inkassounternehmen aus, welches diese Aufgabe vollumfänglich übernimmt.
Bei Performing Loans handelt es sich um regelmäßig durch den Schuldner bediente, vertragskonform laufende Kreditverträge ohne Rückstände.
Auch als Portefeuille bezeichnet. Teil oder Gesamtheit der Anlage in Wertpapieren, die ein Kunde oder ein Unternehmen besitzt (Wertpapierbestand). Ein Portfolio dient primär dem Zweck der Risikostreuung.
Eine Prolongation ist die Verlängerung der Laufzeit eines Vertragsverhältnisses.
Bonitätsmäßige Einstufung von Schuldnern (Unternehmen, Banken oder Staaten) bzw. der von ihnen herausgegebenen Wertpapiere. Die Kreditqualität von Schuldnern oder Wertpapieren mit einem Rating im Bereich von BBB- oder höher wird als vergleichsweise hoch eingestuft. Schuldner oder Wertpapiere mit einem schlechteren Rating werden als spekulativ eingestuft, die Wertpapiere auch als Hochzinspapiere (High Yield Bonds) bezeichnet. Die Einstufung wird von sog. Ratingagenturen vorgenommen. Diese sind Unternehmen, die auf die Erstellung von Ratings spezialisiert sind. Im Herbst 2009 wurde die EU-Rating-Verordnung verabschiedet. Seither unterliegen in der EU tätige Ratingagenturen einer Beaufsichtigung durch die zuständigen Behörden.
Als Schuldner bezeichnet man die Partei, welche einem Gläubiger eine Leistung (in der Regel Geld) schuldet. Im Rahmen der Zwangsvollstreckung wird die Partei, gegen die vollstreckt wird, ebenfalls als Schuldner bezeichnet.
Öffentliche oder private Anleihen, in denen sich der Aussteller zur Zahlung einer bestimmten Geldsumme (oder sonstigen Leistung) an den Gläubiger verpflichtet. Schuldverschreibungen zur Deckung langfristigen Kapitalbedarfs sind Mittel der Fremdfinanzierung. Als Emittenten können auftreten: Regierungen von Staaten, Ländern, Provinzen, Banken (Bankschuldverschreibungen), emissionsfähige Unternehmen (Industrieanleihen, – obligationen). Der Inhaber einer Schuldverschreibung ist Gläubiger einer Forderung. Diese richtet sich gegen den Aussteller der Urkunde. Im allgemeinen handelt es sich um Wertpapiere mit festem Zinssatz und Laufzeiten bis 15 Jahre. Dominierender Emissionstyp ist die gesamtfällige Anleihe, d.h., der gesamte Betrag der Anleihe wird zu einem festgesetzten Fälligkeitstermin geschlossen.
Als Sub Performing Loans bezeichnet man Darlehen, bei welchen Leistungsrückstände bestehen, jedoch die Kündigungsvoraussetzungen noch nicht eingetreten sind.
Der Rückkauf oder die Rückzahlung einer Schuld an den Kreditgeber (Gläubiger) wird als Tilgung bezeichnet. Schuldverschreibungen (festverzinsliche Wertpapiere wie Anleihen, Pfandbriefe oder Obligationen) werden entsprechend der Emissionsbedingungen getilgt. Diese stehen auf jedem Wertpapier.
Als Umschuldung wird die Begründung einer neuen Schuld zur Begleichung einer bestehenden Schuld bezeichnet. In der Regel erfolgt hierbei die Aufnahme eines neuen Darlehens bei einer Drittbank, welche den offenen Saldo bei dem ursprünglichen Kreditausgeber ausgleicht und ggf. die Kreditsicherheiten (z.B. Grundschulden) übertragen bekommt.
Gemäß § 779 I BGB ist ein Vergleich „ein Vertrag, durch den der Streit oder die Ungewißheit der Parteien über ein Rechtsverhältnis im Wege gegenseitigen Nachgebens beseitigt wird.“ Ein Vergleich muss also zwingend ein Entgegenkommen beider Seiten beinhalten.
Verzug bedeutet grundsätzlich schuldhaftes Nichtleisten trotz Fälligkeit. Zahlungsverzug wird grundsätzlich mit einer Mahnung nach der Fälligkeit einer Geldforderung herbeigeführt (vgl. § 286 BGB). Für den Fall des Verzugs ist der Gläubiger berechtigt, Verzugszinsen auf die geschuldete Forderung zu berechnen (vgl. § 288 BGB).
Für die Pfändung von Geldforderungen und anderen Vermögensrechten ist das Vollstreckungsgericht zuständig. Hierbei handelt es sich um das Amtsgericht am jeweiligen Wohnort des Schuldners. In den Zuständigkeitsbereich des Vollstreckungsgerichtes fallen auch die Zwangsversteigerung und die Zwangsverwaltung von Immobilien, welche im Zuständigkeitsbereich des Amtsgerichts liegen.
siehe „Abtretung“.
Die Zustellung ist die in der Regel persönliche Übermittlung eines Schriftstückes in der gesetzlich vorgeschriebenen Form. Für den Fall, dass ein Zustellungsempfänger nicht angetroffen wird, kann die Zustellung auch im Wege einer Ersatzzustellung (beispielsweise an einen Familienangehörigen oder durch Niederlegung im Briefkasten) erfolgen. Die Zustellung von Vollstreckungstiteln oder anderen Urkunden wird in der Regel durch Gerichtsvollzieher vorgenommen, welche sich hierbei der Hilfe der Post bedienen.
Unter Zwangsversteigerung versteht man die Beitreibung eines Gläubigeranspruchs in sogenanntes unbewegliches Vermögen (z.B. Grundstücke und aufstehende Bauwerke oder Eigentumswohnungen). Es handelt sich um eine Vollstreckungsmaßnahme, die im Gesetz über die Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung (ZVG) geregelt wird. In der Regel erfolgt die Anordnung der Versteigerung aus einem sogenannten dinglichen Anspruch, beispielsweise einer Grundschuld – sie kann aber auch wegen persönlichen Forderungen gegen den Eigentümer in die Wege geleitet werden. Zuständig für die Durchführung des Verfahrens ist das jeweilige Amtsgericht in dessen Bezirk das betroffene Grundstück liegt.
Die Zwangsverwaltung ist eine Art der Vollstreckung in unbewegliches Vermögen (z.B. Grundstücke und aufstehende Bauwerke oder Eigentumswohnungen). Im Gegensatz zur Zwangsversteigerung wird hierbei jedoch nicht die Substanz durch „Verkauf“ verwertet, sondern lediglich die regelmäßigen Einnahmen (z.B. Miete oder Pacht) nach Abzug der laufenden Kosten aufgrund eines durch das Gericht aufgestellten Teilungsplans an die Gläubiger verteilt. Vom Amtsgericht wird nach Anordnung des Verfahrens ein Verwalter eingesetzt, welcher die Verfügungsbefugnis über das Grundstück erhält und die Mieten an Stelle des Eigentümers.