Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%202007,%20714
Timestamp: 2020-07-14 08:14:20
Document Index: 339958000

Matched Legal Cases: ['§ 125', '§ 173', '§ 175', '§ 79', '§ 32', '§ 70', '§ 32', '§ 175', '§ 32', '§ 70', '§ 70', '§ 173', '§ 70', '§ 70', '§ 70', '§ 173', '§ 70', '§ 70', '§ 70', '§ 70', '§ 70', '§ 70']

BFH, 28.06.2006 - III R 13/06 - dejure.org
https://dejure.org/2006,150
BFH, 28.06.2006 - III R 13/06 (https://dejure.org/2006,150)
BFH, Entscheidung vom 28.06.2006 - III R 13/06 (https://dejure.org/2006,150)
BFH, Entscheidung vom 28. Juni 2006 - III R 13/06 (https://dejure.org/2006,150)
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AO 1977 § 125, § 173 Abs. 1 Nr. 2, § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2; BVerfGG § 79 Abs. 2 Satz 1; EStG § 32 Abs. 4 Satz 2, § 70 Abs. 2 bis 4
Kindergeld - Überschreitens des Grenzbetrages nach § 32 Abs. 4 Satz 2 EStG
Keine Änderung einer bestandskräftigen Ablehnung des Kindergelds aufgrund geänderter Rechtsauffassung zum Jahresgrenzbetrag
Kindergeld - Bei abgeschlossener Prüfung keine Änderung mehr möglich
Berücksichtigung der gesetzlichen Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung im Rahmen des Jahresgrenzbetrags; Entlastungswirkung der Leistung der gesetzlichen Sozialversicherungsbeiträge durch den Sohn bei den Eltern; Aufhebung oder Änderung eines bestandskräftigen ...
BFHE 214, 287
FamRZ 2006, 1672 (Ls.)
BB 2006, 2290
DB 2007, 1062
BStBl II 2007, 714
Für die Auslegung einer Gesetzesvorschrift ist der in ihr zum Ausdruck kommende objektivierte Wille maßgebend, so wie er sich aus dem Wortlaut der Gesetzesbestimmung und dem Sinnzusammenhang ergibt (BFH-Urteil vom 28. Juni 2006 III R 13/06, BFHE 214, 287, BStBl II 2007, 714).
Eine Gerichtsentscheidung ist daher nur dann ein rückwirkendes Ereignis i.S. des § 175 Abs. 1 Nr. 2 AO, wenn sie den Tatbestand, an den das Steuergesetz anknüpft, rückwirkend verändert (Senatsurteil vom 28. Juni 2006 III R 13/06, BFHE 214, 287, BStBl II 2007, 714, m.w.N.).
aa) Der Beschluss des BVerfG in BVerfGE 112, 164, BFH/NV 2005, Beilage 3, 260 stellt schon deshalb keine nachträglich bekanntgewordene Tatsache dar, weil er lediglich eine geänderte rechtliche Beurteilung der Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen enthält und solche rechtlichen Schlussfolgerungen, insbesondere juristischen Wertungen und Subsumtionen, keine Tatsachen sind (vgl. Senatsurteil in BFHE 214, 287, BStBl II 2007, 714).
Dies gilt analog, wenn das BVerfG --wie im Streitfall-- lediglich die Auslegung einer Norm für unvereinbar mit dem Grundgesetz erklärt hat (Senatsurteil vom 28. Juni 2006 III R 13/06, BFH/NV 2006, 2204, m.w.N.).
Denn ein Bescheid, der auf einer von einer Entscheidung des BVerfG abweichenden Auslegung einer Rechtsnorm beruht, ist zwar rechtswidrig, aber nicht nichtig (Senatsurteil in BFH/NV 2006, 2204, m.w.N.).
Ob die Einkünfte und Bezüge eines Kindes hingegen den Jahresgrenzbetrag des § 32 Abs. 4 Satz 2 EStG überschreiten oder nicht überschreiten, ist in der Regel endgültig erst nach Ablauf des Jahres feststellbar (Senatsurteil in BFH/NV 2006, 2204, m.w.N.).
Eine Korrekturvorschrift für die Änderung der bestandskräftigen Entscheidungen über die Versagung des Kindergelds (zum Erfordernis vgl. z. B. BFH-Urteil vom 23.06.2006 III R 13/06, BStBl II 2007, 714, Rz 15 ff.) ist weder benannt noch sonst ersichtlich.
FG Düsseldorf, 14.06.2007 - 14 K 3364/06
Verstoß gegen Treu und Glauben bei einer Berufung auf die Bestandskraft eines …
Er ist der Auffassung: Ungeachtet der Entscheidungen des BFH vom 28.06.2006 III R 13/06 (Ablehnung der Anwendung des § 70 Abs. 4 EStG für abgeschlossene Zeiträume) undvom 28.11.2006 III R 6/06 (Ablehnung der Anwendung des § 70 Abs. 4 EStG für sog. Prognoseentscheidungen) sei hier eine Änderung der bestandskräftigen Aufhebungsbescheide vom 02.08.2004 nach § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO möglich, da die Beklagte damals keine Kenntnis von den vom Sohn geleisteten Sozialversicherungsbeiträgen gehabt habe.
Eine Änderung nach § 70 Abs. 4 EStG komme nach den Entscheidungen des BFH vom 28.06.2006 III R 13/06 und28.11.2006 III R 6/06 nicht in Betracht.
Dies gilt analog, wenn das Bundesverfassungsgericht - wie im Streitfall - lediglich die Auslegung einer Norm für unvereinbar mit dem Grundgesetz erklärt hat (vgl. BFH-Urteil vom 28.06.2006 III R 13/06, BFH/NV 2006, 2204, m. w. N.).
Denn ein Bescheid, der auf einer von einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts abweichenden Auslegung einer Rechtsnorm beruht, ist zwar rechtswidrig, aber nicht nichtig (BFH-Urteil III R 13/06 a. a.O.).
Die Vorschrift setzt voraus, dass die zu korrigierende Kindergeldfestsetzung vor Beginn oder während eines Kalenderjahres als Prognoseentscheidung über die Höhe der Einkünfte und Bezüge des Kindes im Kalenderjahr ergangen ist (vgl. BFH-Urteil III R 13/06 a. a. O.).
Die Sache hat weder grundsätzliche Bedeutung noch erfordert die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs, weil die anstehenden Rechtsfragen durch die BFH-Urteile III R 13/06, III R 6/06 und III R 57/06 geklärt sind.
FG Düsseldorf, 25.06.2007 - 14 K 3364/06
Kindergeld; Grenzbetragsberechnung; Bindungswirkung Aufhebungsbescheid; …
Er ist der Auffassung: Ungeachtet der Entscheidungen des BFH vom 28.06.2006 III R 13/06 (Ablehnung der Anwendung des § 70 Abs. 4 EStG für abgeschlossene Zeiträume) und vom 28.11.2006 III R 6/06 (Ablehnung der Anwendung des § 70 Abs. 4 EStG für sog. Prognoseentscheidungen) sei hier eine Änderung der bestandskräftigen Aufhebungsbescheide vom 02.08.2004 nach § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO möglich, da die Beklagte damals keine Kenntnis von den vom Sohn geleisteten Sozialversicherungsbeiträgen gehabt habe.
Eine Änderung nach § 70 Abs. 4 EStG komme nach den Entscheidungen des BFH vom 28.06.2006 III R 13/06 und 28.11.2006 III R 6/06 nicht in Betracht.
Mit Beschluss vom 03.04.2006 wurde das Verfahren bis zu einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs im Verfahren III R 13/06 ruhend gestellt.
Der BFH hat in dem Verfahren III R 13/06 am 28.06.2006 eine abschließende Entscheidung getroffen.
Nach den Grundsätzen der bereits zitierten BFH-Urteile vom 28.07.2006 III R 13/06 undvom 28.11.2006 III R 6/06 gilt: Die Korrekturvorschriften des § 70 Abs. 2 und Abs. 3 EStG kommen im Streitfall nicht zur Anwendung, weil sie nicht für Bescheide gelten, mit denen - wie im Streitfall - eine Kindergeldfestsetzung abgelehnt oder aufgehoben wird (…BFH-Urteil vom 21.01.2004 VIII R 15/02, BFH/NV 2004, 910, unter 6. a, m. w. N.).
Der bestandskräftige Bescheid vom 18.04.2005 kann nach den Urteilen des BFH vom 28.07.2006 III R 13/06 undvom 28.11.2006 III R 6/06 auch nicht nach § 70 Abs. 4 EStG geändert werden.
Der Beschluss des BVerfG in BFH/NV 2005, Beilage 3, 260 ist danach keine neue Tatsache, da er lediglich zu einer von der bisherigen Rechtsprechung des BFH abweichenden rechtlichen Beurteilung der bereits bekannten Tatsache der Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen durch den Sohn des Klägers im Zusammenhang mit der Erzielung von Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit führt (BFH, BFH/NV 2006, 2204).
BFH, 25.07.2019 - III R 34/18
Es liegt auch keine geänderte Rechtsauffassung der Familienkasse vor, die nicht zu einer Änderung der bestandskräftigen Festsetzung gemäß § 70 Abs. 2 EStG berechtigen würde (Senatsurteil vom 28.06.2006 - III R 13/06, BFHE 214, 287, BStBl II 2007, 714).
BFH, 10.05.2007 - III R 103/06
Korrektur eines Kindergeldbescheids nach § 70 Abs. 4 EStG - Abweichen der …
BFH, 24.02.2010 - III R 100/07
Kindergeld: Voraussetzungen für die Korrektur einer bestandskräftigen …
BFH, 15.03.2007 - III R 51/06
BFH, 21.10.2010 - III R 74/09
Keine rückwirkende Aufhebung einer bestandskräftigen Kindergeldfestsetzung bei …
BFH, 21.06.2007 - III R 96/06
BFH, 19.04.2007 - III R 34/06
BFH, 15.03.2007 - III R 37/06
BFH, 19.04.2007 - III R 3/07
BFH, 09.07.2007 - III S 1/07
Änderung eines Kindergeldbescheids gemäß § 70 Abs. 4 EStG; Prozesskostenhilfe nur …
BFH, 19.04.2007 - III R 106/06
BFH, 15.03.2007 - III R 36/06
FG Köln, 03.09.2007 - 1 K 1007/06
Voraussetzungen für einen Kindergeldanspruch; Berücksichtigung eines volljährigen …
FG Baden-Württemberg, 06.12.2007 - 11 K 129/06
Keine nachträgliche Korrektur eines aufgrund fehlerhafter Anrechnung …
BFH, 30.01.2012 - III B 153/11
Änderungen von Kindergeldbescheiden wegen Überschreitung des Grenzbetrags nach § …
FG München, 22.01.2008 - 12 K 1203/07
Wirksamkeit der Ablehnung des Kindergeldantrags wegen Überschreitung des …
BFH, 08.03.2013 - III B 24/12
Divergenz bei mehreren tragenden Urteilsgründen
BFH, 12.08.2011 - III B 57/11
Rechtmäßigkeit des (weiteren) Vollzugs eines bestandskräftigen, erst im …
BFH, 12.02.2009 - III B 89/08
Darlegung der Divergenz; Auslegung eines Schreibens als Einspruch
FG Sachsen-Anhalt, 12.10.2017 - 4 V 215/17
Aussetzung der Vollziehung: Anforderungen an den Nachweis ernsthafter Bemühungen …
BFH, 30.11.2009 - III B 50/08
Kindergeld: Entscheidung des BVerfG keine neue Tatsache
BFH, 13.09.2007 - III B 72/07
BFH, 27.07.2007 - III B 24/07
Keine Korrektur eines Kindergeldbescheides für abgelaufenes Kalenderjahr wegen …
BFH, 28.09.2007 - III B 85/07
Bestandskraft der Ablehnung einer Kindergeldfestsetzung
FG München, 05.12.2006 - 12 K 23/06
FG Rheinland-Pfalz, 19.10.2006 - 6 K 2764/05
Änderung von Kindergeldfestsetzungen
FG Hessen, 22.06.2007 - 9 K 947/07
Änderung eines bestandskräftigen Kindergeldbescheides bei Änderung der …
FG Düsseldorf, 07.11.2006 - 9 K 800/06
Kindergeld; Ablehnungsbescheid; Ermittlung Jahresgrenzbetrag; …
FG Hessen, 23.04.2008 - 3 K 1342/06
Keine Änderung einer bestandskräftigen Ablehnung der Kindergeldfestsetzung …
FG München, 13.03.2007 - 10 K 3214/06
Zulässigkeit der Änderung bzw. der Korrektur eines die Kindergeldfestsetzung …
FG Hamburg, 30.01.2014 - 6 K 209/13
Kindergeld: Fortsetzung des Studiums während des Zivildienstes
FG München, 20.06.2007 - 10 K 2872/06
Zugang und Bestandskraft eines Änderungsbescheides bzw. Aufhebungsbescheides und …