Source: http://www.hensche.de/Diskriminierung_Geschlecht_keine_Diskriminierung_wegen_des_Geschlechts_bei_falscher_Anrede_im_Bewerbungsverfahren_ArbG_Duesseldorf_14Ca908-11-u.html
Timestamp: 2019-09-19 16:51:02
Document Index: 61669741

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 55', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 61', '§ 15', '§ 1', '§ 3', '§ 3', '§ 1', '§ 15', '§ 22', 'EuG', '§ 1', '§ 611', '§ 22', '§ 1', '§ 22', '§ 1', '§ 1', '§ 15', '§ 91', '§ 46', '§ 64', '§ 61', '§ 3', '§ 63']

ArbG Düsseldorf, Urteil vom 09.03.2011, 14 Ca 908/11 - HENSCHE Arbeitsrecht
ArbG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 09.03.2011, 14 Ca 908/11
Schlagworte: Diskriminierung: Geschlecht, Bewerbung
Aktenzeichen: 14 Ca 908/11
14 Ca 908/11
Verkündet am 09. März 2011
Pro­zess­be­vollmäch­tig­te: S.
Pro­zess­be­vollmäch­tig­te: B.
hat die 14. Kam­mer des Ar­beits­ge­richts Düssel­dorf
auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 09.03.2011
durch den Rich­ter am Ar­beits­ge­richt E. als Vor­sit­zen­den
2. Die Kos­ten des Rechts­streits wer­den der Kläge­rin auf­er­legt.
3. Die Be­ru­fung wird nicht ge­son­dert zu­ge­las­sen.
4. Der Streit­wert beträgt 5.000,00 Eu­ro.
Die Par­tei­en strei­ten über die Zah­lung ei­ner Entschädi­gung auf­grund ei­ner an­geb­li­chen Dis­kri­mi­nie­rung der Kläge­rin we­gen ih­rer eth­ni­schen Her­kunft.
Die Kläge­rin be­warb sich mit Schrei­ben vom 17.10.2010 auf ei­ne von der Be­klag­ten aus­ge­schrie­ben Stel­le als le­bens­mit­tel­tech­ni­sche As­sis­ten­tin. Das Be­wer­bungs­schrei­ben, auf das we­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten Be­zug ge­nom­men wird, ent­hielt auf der ers­ten Sei­te ein Fo­to der Kläge­rin. In dem An­schrei­ben be­warb die Kläge­rin sich als „Le­bens­mit­tel­tech­ni­sche As­sis­ten­tin“ und stell­te sich als „Di­plom Öko­tro­pho­lo­gin“ vor. Die Be­klag­te lehn­te die Be­wer­bung der Kläge­rin mit Schrei­ben vom 29.10.2010 ab. In die­sem Schrei­ben hieß es u.a.:
„Sehr ge­ehr­ter Herr E.
wir be­zie­hen uns auf die oben ge­nann­te Be­wer­bung und dan­ken Ih­nen für Ihr In­ter­es­se an ei­ner Mit­ar­beit in un­se­rem Un­ter­neh­men.
Lei­der müssen wir Ih­nen heu­te mit­tei­len, dass wir uns nicht in Ih­rem Sin­ne ent­schie­den ha­ben. …“
Mit Schrei­ben vom 13.12.2010 ver­lang­te die Kläge­rin von der Be­klag­ten ei­ne Entschädi­gung gemäß § 15 Abs. 2 AGG. Die Ge­gen­sei­te lehn­te dies mit Schrei­ben vom 22.12.2010 ab.
Die Kläge­rin ist der An­sicht, aus der männ­li­chen An­re­de in dem Ab­leh­nungs­schrei­ben wer­de deut­lich, dass die Be­klag­te ih­re Be­wer­bungs­un­ter­la­gen nicht ein­mal an­satz­wei­se ei­nes Bli­ckes gewürdigt ha­be. Sie be­haup­tet, of­fen­sicht­lich sei ih­re Be­wer­bung aus­sor­tiert wor­den, weil sich aus ih­rem Na­men ein Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund er­ge­be. Der außer­pro­zes­sua­le Ein­wand der Be­klag­ten, es ha­be
sich im Hin­blick auf 348 Be­wer­bun­gen um ein Ver­se­hen ge­han­delt, sei ei­ne Schutz­be­haup­tung.
Die Kläge­rin be­an­tragt mit der am 15.02.2011 bei Ge­richt ein­ge­gan­ge­nen und am 24.02.2011 zu­ge­stell­ten Kla­ge,
die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an sie 5.000,00 Eu­ro Entschädi­gung zu zah­len.
Die Be­klag­te, wel­che die fal­sche An­re­de be­dau­ert, be­haup­tet, die An­re­de mit „Herr“ in dem Ant­wort­schrei­ben vom 29.10.2010 sei ver­se­hent­lich in ei­nem au­to­ma­ti­sier­ten An­schrei­ben er­folgt. Das Ab­leh­nungs­schrei­ben sei außer­dem nicht von der Per­son ver­fasst wor­den, wel­che die Be­wer­bun­gen in in­halt­li­cher Hin­sicht aus­ge­wer­tet und über­prüft ha­be. Sie be­haup­tet wei­ter, 30 % der der­zeit bei ihr Beschäftig­ten hätten ei­nen Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund. Zu­dem ha­be die Kläge­rin das An­for­de­rungs­pro­fil der Stel­le nicht erfüllt, weil ihr La­bor­er­fah­rung feh­le. Die Stel­le sei schließlich mit ei­ner Be­wer­be­rin be­setzt wor­den, die an­ders als die Kläge­rin über ei­ne 10jähri­ge Be­rufs­er­fah­rung in ver­schie­de­nen Be­trie­ben der Le­bens­mit­tel­wirt­schaft verfüge. Sie äußert zu­dem Zwei­fel an der Ernst­haf­tig­keit der Be­wer­bung der Kläge­rin.
In der münd­li­chen Ver­hand­lung ha­ben die Par­tei­en übe­rein­stim­mend ei­ne Al­lei­n­ent­schei­dung durch den Vor­sit­zen­den be­an­tragt.
We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten wird auf die ge­wech­sel­ten Schriftsätze nebst An­la­gen Be­zug ge­nom­men.
A. Das Ar­beits­ge­richt hat die Sa­che al­lei­ne durch den Vor­sit­zen­den ent­schie­den. Die­ser war hier­zu be­fugt, weil bei­de Par­tei­en übe­rein­stim­mend ei­ne Al­lei­n­ent­schei­dung durch den Vor­sit­zen­den be­an­tragt ha­ben (§ 55 Abs. 3 ArbGG).
B. Die zulässi­ge Kla­ge ist un­be­gründet. Der Kläge­rin steht ge­gen die Be­klag­te kein An­spruch auf ei­ne Entschädi­gung gemäß § 15 Abs. 2 AGG zu.
I. Dies folgt al­ler­dings nicht dar­aus, dass die Kläge­rin den An­spruch ver­spätet gel­tend ge­macht oder die Kla­ge­frist nicht ein­ge­hal­ten hat. Sie hat den Entschädi­gungs­an­spruch nach § 15 Abs. 2 AGG in­ner­halb der Zwei-Mo­nats-Frist des § 15 Abs. 4 AGG schrift­lich gel­tend ge­macht. Die Ab­leh­nung da­tiert vom 29.10.2010, die außer­ge­richt­li­che Gel­tend­ma­chung vom 13.12.2010. Die Kläge­rin hat mit der am 15.02.2011 bei Ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Kla­ge auch die drei­mo­na­ti­ge Kla­ge­frist des § 61b Abs. 1 ArbGG ge­wahrt.
II. Der für ei­nen Entschädi­gungs­an­spruch nach § 15 Abs. 2 AGG er­for­der­li­che Ver­s­toß ge­gen das Be­nach­tei­li­gungs­ver­bot liegt in­des nicht vor. Aus dem Sach­vor­trag der Kläge­rin er­gibt sich nicht, dass sie we­gen ei­nes in § 1 AGG ge­nann­ten Grun­des – zu de­nen auch die Ras­se oder die eth­ni­sche Her­kunft und das Ge­schlecht gehören – un­mit­tel­bar (§ 3 Abs. 1 AGG) oder mit­tel­bar (§ 3 Abs. 2 AGG) be­nach­tei­ligt wor­den ist. Zur Über­zeu­gung des Ge­richts hat die Kläge­rin kei­ne hin­rei­chen­den In­di­ztat­sa­chen vor­ge­tra­gen, die ei­ne ent­spre­chen­de Be­nach­tei­li­gung ver­mu­ten las­sen.
1. Ei­ne we­ni­ger güns­ti­ge Be­hand­lung we­gen ei­nes der in § 1 AGG ge­nann­ten Merk­ma­le ist be­reits dann ge­ge­ben, wenn die Be­nach­tei­li­gung an das verpönte Merk­mal an­knüpft oder durch sie mo­ti­viert ist. Aus­rei­chend ist, dass das verpönte Merk­mal Be­stand­teil ei­nes Mo­tivbündels ist, das die Ent­schei­dung
be­ein­flusst hat. Auf ein schuld­haf­tes Han­deln oder gar ei­ne Be­nach­tei­li­gungs­ab­sicht kommt es nicht an (BAG vom 22.01.2009 – 8 AZR 906/07, AP Nr. 1 zu § 15 AGG Rn. 37; BAG vom 17.03.2010 – 8 AZR 77/09, NZA 2010, 872 Rn. 24; BAG vom 20.05.2010 – 8 AZR 287/08 (A), NZA 2010, 1006 Rn. 14; BAG vom 19.08.2010 – 8 AZR 530/09, NZA 2010, 1412, Rn. 54).
2. Hin­sicht­lich der Kau­sa­lität zwi­schen Nach­teil und dem verpönten Merk­mal ist in § 22 AGG ei­ne Be­weis­last­re­ge­lung ge­trof­fen, die sich auch auf die Dar­le­gungs­last aus­wirkt. Der Beschäftig­te genügt da­nach sei­ner Dar­le­gungs­last, wenn er In­di­zi­en vorträgt, die sei­ne Be­nach­tei­li­gung we­gen ei­nes ver­bo­te­nen Merk­mals ver­mu­ten las­sen (vgl. auch EuGH vom 10.07.2008 – Rs. C-54/07, NZA 2008, 929 Rn. 30 Satz 2). Dies ist der Fall, wenn die vor­ge­tra­ge­nen Tat­sa­chen aus ob­jek­ti­ver Sicht mit über­wie­gen­der Wahr­schein­lich­keit da-rauf schließen las­sen, dass die Be­nach­tei­li­gung we­gen die­ses Merk­mals er­folgt ist. Durch die Ver­wen­dung der Wörter „In­di­zi­en“ und „ver­mu­ten“ bringt das Ge­setz zum Aus­druck, dass es hin­sicht­lich der Kau­sa­lität zwi­schen ei­nem der in § 1 AGG ge­nann­ten Gründe und ei­ner ungüns­ti­ge­ren Be­hand­lung genügt, Hilfs­tat­sa­chen vor­zu­tra­gen, die zwar nicht zwin­gend den Schluss auf die Kau­sa­lität zu­las­sen, die aber die An­nah­me recht­fer­ti­gen, dass die Kau­sa­lität ge­ge­ben ist (BAG vom 20.05.2010 a.a.O. Rn. 16; BAG vom 19.08.2010 a.a.O. Rn. 55). Hier­bei ist kein stren­ger Maßstab an­zu­le­gen. Es ist nicht er­for­der­lich, dass die Tat­sa­chen ei­nen zwin­gen­den In­di­zi­en­schluss für ei­ne Ver­knüpfung der Be­nach­tei­li­gung mit ei­nem Be­nach­tei­li­gungs­merk­mal zu­las­sen. Viel­mehr reicht es aus, wenn nach all­ge­mei­ner Le­bens­er­fah­rung hierfür ei­ne über­wie­gen­de Wahr­schein­lich­keit be­steht (BAG vom 17.12.2009 – 8 AZR 670/08, NZA 2010, 383, Rn. 19; BAG vom 22.07.2010 – 8 AZR 1012/08, NZA 2011, 93 Rn. 65). Wer­den von dem be­nach­tei­lig­ten Ar­beit­neh­mer Hilfs­tat­sa­chen vor­ge­tra­gen, wel­che je­weils für sich al­lein be­trach­tet nicht aus­rei­chen, um die Ver­mu­tungs­wir­kung her­bei­zuführen, ist ei­ne Ge­samt­be­trach­tung vor­zu­neh­men, ob die­se Hilfs­tat­sa­chen im Zu­sam­men­hang ge­se­hen ge­eig­net sind, die Ver­mu­tungs­wir­kung zu be­gründen (BAG vom 24.04.2008 – 8 AZR 257/07, NZA 2008, 1351, Rn. 41 zu § 611a Abs. 1 Satz 3 BGB aF; HWK/An­nuß/Rupp 4. Aufl. 2010 § 22 AGG Rn. 2).
3. Die­sen An­for­de­run­gen genügt be­reits der Sach­vor­trag der Kläge­rin nicht, so dass es auf die Er­wi­de­rung der Be­klag­ten in dem Schrift­satz vom 04.03.2011 nicht an­kam. Es genügt nicht vor­zu­tra­gen, dass ei­nes der verpönten Merk­ma­le des § 1 AGG in der Per­son der Be­wer­be­rin, d.h. hier der Kläge­rin, zu­trifft, weil es kei­nen Er­fah­rungs­satz gibt, dass je­de Un­gleich­be­hand­lung auf dis­kri­mi­nie­ren­den Merk­ma­len be­ruht (ErfK/Schlach­ter 11. Aufl. 2011 § 22 AGG Rn. 4). So hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt z.B. aus­geführt, dass al­lei­ne die Be­ru­fung auf die Merk­ma­le „Frau“, „Le­bens­al­ter über 45“ oder „rus­si­sche Her­kunft“ für sich al­lein kei­ne Ver­mu­tung für ei­ne ungüns­ti­ge­re Be­hand­lung der Be­wer­be­rin we­gen die­ser oder ei­nes die­ser Gründe be­gründen. Es müss­ten viel­mehr von der Be­wer­be­rin wei­te­re Umstände vor­ge­tra­gen wer­den, aus de­nen sich die über­wie­gen­de Wahr­schein­lich­keit er­gibt, dass zu­min­dest ei­ner die­ser Gründe (mit)ursächlich für die nach­tei­li­ge Be­hand­lung war (so BAG vom 20.05.2010 a.a.O. Rn. 20). Dies ist in­des vor­lie­gend nicht der Fall. Auf Nach­fra­ge in der münd­li­chen Ver­hand­lung hat die Kläge­rin an­ge­ge­ben, dass das ein­zi­ge In­diz für ei­ne Be­nach­tei­li­gung in dem Be­wer­bungs­ver­fah­ren die in dem Ab­leh­nungs­schrei­ben ent­hal­te­ne fal­sche männ­li­che An­re­de sei. Auch bei An­le­gung ei­nes nicht stren­gen Maßsta­bes be­steht zur Über­zeu­gung des Ge­richts nach all­ge­mei­ner Le­bens­er­fah­rung kei­ne über­wie­gen­de Wahr­schein­lich­keit dafür, dass aus der fal­schen An­re­de auf ei­ne Be­nach­tei­li­gung ge­schlos­sen wer­den kann. Aus die­sem Feh­ler in dem Ab­leh­nungs­schrei­ben kann ent­ge­gen der An­sicht der Kläge­rin nicht mit der not­wen­di­gen Wahr­schein­lich­keit ge­schlos­sen wer­den, dass ih­re Be­wer­bung auf­grund der Ras­se oder ih­rer ethi­schen Her­kunft oder ih­res Ge­schlechts – wo­bei die Kläge­rin Letz­te­res selbst nicht gel­tend macht -, ab­ge­lehnt wor­den ist; und zwar auch nicht dar­auf, dass ei­ner die­ser Umstände Teil des Mo­tivbündels der Ab­leh­nung war. Die fal­sche An­re­de in dem Ant­wort­schrei­ben kann vie­ler­lei Gründe ha­ben. Es liegt zur Über­zeu­gung des Ge­richts so­gar näher von ei­nem schlich­ten Ver­se­hen oder ei­ner nicht sorgfälti­gen Be­ar­bei­tung des Ab­leh­nungs­schrei­bens aus­zu­ge­hen. Und selbst wenn die fal­sche An­re­de ih­re Ur­sa­che dar­in hat, dass der ausländi­sche Vor­na­me der Kläge­rin dem Ant­wor­ten­den nicht so­fort geläufig war und ihm des­halb ein Feh­ler in der Sach­be­ar­bei­tung der Ant­wort un­ter­lau­fen ist, kann dar­aus nicht mit
ei­ner über­wie­gen­den Wahr­schein­lich­keit ge­schlos­sen wer­den, dass ei­nes der verpönten Merk­ma­le des § 1 AGG Teil des Mo­tivbündels der Ab­leh­nung der Be­wer­bung der Kläge­rin war. Ein schlich­ter Feh­ler in der Sach­be­ar­bei­tung ist dann nach wie vor ge­nau­so wahr­schein­lich. Da­bei hat das Ge­richt berück­sich­tigt, dass aus dem Be­wer­bungs­schrei­ben auf­grund des Fo­tos klar er­kenn­bar war, dass die Kläge­rin weib­lich ist. Auch dies be­legt die er­for­der­li­che Kau­sa­lität zu ei­ner Be­nach­tei­li­gung je­doch nicht. Dies kann ge­nau­so gut dafür spre­chen, dass bei dem Ab­leh­nungs­schrei­ben die Be­wer­bung der Kläge­rin nicht noch ein­mal zur Hand ge­nom­men wor­den ist und so ein Feh­ler un­ter­lau­fen ist. Letzt­lich ist zur Über­zeu­gung des Ge­richts ei­ne schlicht man­geln­de Sorg­falt in der Be­ar­bei­tung der Ant­wort zu­min­dest ge­nau­so wahr­schein­lich wie ei­ne von der Kläge­rin aus der männ­li­chen An­re­de ab­ge­lei­te­te Be­nach­tei­li­gung. Ein sol­ches Ver­se­hen kann zu­dem je­de oder je­den tref­fen, der sich be­wirbt. Auch dem Ge­richt ist es schon pas­siert, dass in ei­nem Ur­teil ver­se­hent­lich von ei­nem Kläger statt ei­ner Kläge­rin ge­spro­chen wor­den ist, oh­ne dass Mo­tivbündel der ge­trof­fe­nen Ent­schei­dung ei­nes der verpönten Merk­ma­le des § 1 AGG ge­we­sen wäre. Das Ge­richt ver­steht al­ler­dings, dass die Kläge­rin über die fal­sche An­re­de verärgert ist. Nicht je­des Ärger­nis und nicht je­der Feh­ler führt je­doch zu der Ver­mu­tung ei­ner Dis­kri­mi­nie­rung und so zu ei­nem Entschädi­gungs­an­spruch.
III. Auf die Fra­ge, ob die sub­jek­ti­ve Ernst­haf­tig­keit der Be­wer­bung Tat­be­stands­vor­aus­set­zung für Ansprüche nach §§ 15, 6 AGG ist, kam es mit­hin nicht an (die­se Fra­ge of­fen las­send BAG vom 19.08.2010 a.a.O. Rn. 32).
C. Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 91 Abs. 1 ZPO i.V.m. § 46 Abs. 2 Satz 1 ArbGG.
D. Gründe, die Be­ru­fung ge­son­dert zu­zu­las­sen (§ 64 Abs. 3 ArbGG), la­gen nicht vor. Hier­von un­berührt bleibt die Möglich­keit der Kläge­rin, nach all­ge­mei­nen Grundsätzen Be­ru­fung ein­zu­le­gen.
E. Die Wert­fest­set­zung be­ruht auf § 61 Abs. 1 ArbGG i.V.m. § 3 ZPO. Sie er­ging auch gemäß § 63 Abs. 2 GKG.
Die Be­ru­fung muss in­ner­halb ei­ner Not­frist* von ei­nem Mo­nat schrift­lich bei
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