Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BAG&Datum=2015-12-17&Aktenzeichen=8%20AZR%20421%2F14
Timestamp: 2019-02-23 20:12:28
Document Index: 329729461

Matched Legal Cases: ['§ 561', '§ 563', '§ 253', '§ 15', '§ 15', '§ 1', '§ 15', '§ 61', '§ 22', '§ 7', '§ 15', '§ 3', '§ 7', '§ 7', '§ 286', '§ 286', '§ 6', '§ 6', '§ 61', '§ 3', '§ 67', '§ 67', '§ 1', '§ 3', '§ 6', '§ 6', '§ 7', '§ 15', '§ 7', '§ 15', '§ 15', '§ 1', '§ 15']

BAG, 17.12.2015 - 8 AZR 421/14 - dejure.org
§ 561 ZPO, § ... 562 Abs. 1 ZPO, § 563 Abs. 1 Satz 1 ZPO, § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO, § 15 Abs. 2 Satz 1 AGG, § 15 Abs. 2 AGG, § 1 AGG, § 15 Abs. 4 AGG, § 61b Abs. 1 ArbGG, § 22 AGG, § 7 Abs. 1 AGG, § 15 Abs. 1 Satz 1 AGG, § 3 Abs. 1 Satz 1 AGG, § 7 Abs. 1 Halbs. 1 AGG, § 7 Abs. 1 Halbs. 2 AGG, Richtlinien 2006/54/EG, 2000/78/EG, Richtlinie 2006/54/EG, Richtlinie 2000/78/EG, § 286 Abs. 1 Satz 1 ZPO, § 286 Abs. 1 ZPO, § 6 Abs. 1 Satz 2 Alt. 1 AGG, § 6 Abs. 2 Satz 2 AGG, § 61b ArbGG, § 3 Abs. 1 AGG, § 67 Abs. 2 ArbGG, § 67 Abs. 4 Satz 2 ArbGG
§ 1 AGG, § 3 Abs 1 AGG, § 6 Abs 1 S 2 Alt 1 AGG, § 6 Abs 2 S 2 AGG, § 7 Abs 1 Halbs 1 AGG
Unmittelbare Benachteiligung wegen des Geschlechts bzw. der sexuellen Identität; Transsexualität; Bewerberauswahl; Entschädigung
AGG schützt auch vor Diskriminierung wegen Transsexualität - Geringe Hürden für Beweislastumkehr
Diskriminierung wegen Transsexualität
Ablehnung eines transsexuellen Bewerbers kann Entschädigungsanspruch aufgrund Benachteiligung wegen "Geschlechts" oder "sexueller Identität" begründen - Bewerber muss auf Benachteiligung wegen Transsexualität schließende Indizien vortragen
zeitschrift-jse.de , S. 32 (Fallmäßige Aufbereitung - für Studienzwecke)
Unmittelbare Benachteiligung wegen Transsexualität
Kurznachricht zu "Unmittelbare Benachteiligung wegen der sexuellen Identität - Bewerberauswahl - Anmerkung zum Urteil des BAG vom 17.12.2015" von RA Prof. Dr. Jobst-Hubertus Bauer, original erschienen in: NJW 2016, 2443 - 2446.
NJW 2016, 2443
Die Klägerin hat auch Tatsachen benannt, die das Gericht bei der Bestimmung des Betrags heranziehen soll und die Größenordnung der geltend gemachten Forderung angegeben (vgl. hierzu z. B. BAG, 17.12.2015, 8 AZR 421/14, NZA 2016, 888 m.w.N.).
a) Der Anspruch auf Entschädigung nach § 15 Abs. 2 AGG setzt einen Verstoß gegen das in § 7 Abs. 1 AGG geregelte Benachteiligungsverbot voraus (§ 15 Abs. 2 i.V.m. § 15 Abs. 1 Satz 1 AGG ) und ist verschuldensunabhängig (vgl. z. B. BAG, 17.12.2015, 8 AZR 421/14, NZA 2016, 888 ).
c) Im Hinblick auf eine - insbesondere bei einer Einstellung zu treffende - Auswahlentscheidung des Arbeitgebers befinden sich Personen grundsätzlich bereits dann in einer vergleichbaren Situation, wenn sie sich für dieselbe beworben haben (vgl. z. B. BAG, 17.12.2015, 8 AZR 421/14, NZA 2016, 888 m.w.N.).
Danach genügt eine Person, die sich durch eine Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes für beschwert hält, ihrer Darlegungslast bereits dann, wenn sie Indizien vorträgt, die mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf schließen lassen, dass eine Benachteiligung wegen eines in § 1 AGG genannten Grundes erfolgt ist (BAG, Urteil vom 17. Dezember 2015 - 8 AZR 421/14 -, Rn. 25, juris).
Zudem ist zu berücksichtigen, dass eine wirksame schriftliche Geltendmachung voraussetzt, dass der Entschädigungsanspruch nach dem Lebenssachverhalt individualisiert und der ungefähren Höhe nach angegeben wird (vgl. BAG 17. Dezember 2015 - 8 AZR 421/14 - Rn. 40; 27. Januar 2011 - 8 AZR 580/09 - Rn. 23) .
Eine einmal eingetretene, aber vom Landesarbeitsgericht akzeptierte Verzögerung kann nicht mehr rückgängig gemacht werden (BAG 17. Dezember 2015 - 8 AZR 421/14 - Rn. 44) .
§ 15 Abs. 2 Satz 1 AGG räumt dem Gericht bei der Höhe der Entschädigung einen Beurteilungsspielraum ein, weshalb eine Bezifferung des Zahlungsantrags nicht notwendig ist (BAG, Urt. v. 17.12.2015 - 8 AZR 421/14 - Juris, Rn. 13).