Source: http://www.jurablogs.com/2013/07/25/telefonueberwachung-auslaendischen-konsulatspersonals
Timestamp: 2017-01-19 15:16:51
Document Index: 151321745

Matched Legal Cases: ['§ 99', '§ 19', 'Art. 1', 'Art.19', 'Art. 43', 'Art. 43', 'Art. 5', 'Art. 5', 'BGH']

BlogsRechtslupeJuli 2013Telefonüberwachung ausländischen KonsulatspersonalsDer Telefonüberwachung eines Ausländers, der als Mitglied des Verwaltungspersonals eines Konsulats seines Heimatstaates in Deutschland gemeldet ist (hier: wegen des Verdachts einer geheimdienstlichen Agententätigkeit, § 99 StGB) steht ein Verfahrens- sowie Verfolgungshindernis nach § 19 GVG entgegen.Der Beschuldigte ist als Bediensteter des Verwaltungspersonals (Art. 1 Abs. 1 Buchst. e, Art.19 WÜK) vom persönlichen Anwendungsbereich des Art. 43 Abs. 1 WÜK erfasst.Die ihm zur Last gelegten Handlungen unterfallen dem sachlichen Anwendungsbereich der Vorschrift.Die konsularische Immunität nach Art. 43 Abs. 1 WÜK erstreckt sich ausschließlich auf Handlungen, die in Wahrnehmung konsularischer Aufgaben (“in the exercise of consular functions”) vorgenommen worden sind. Die Abgrenzung zwischen einer konsularischen Aufgabenwahrnehmung im Sinne des Art. 5 WÜK und einer sonstigen Tätigkeit kann im Einzelnen schwierig sein. Im Zweifelsfall kommt es darauf an, ob das Handeln des Konsuls oder seiner Beamten mit ihrer dienstlichen Betätigung noch irgendwie in einem inneren Zusammenhang steht. Ein solcher Zusammenhang ist hier gegeben.Der Generalbundesanwalt verdächtigt den Beschuldigten, gezielt Informationen über Angehörige des eigenen Staates, insbesondere zu solchen, die mit einer bestimmten (möglicherweise terroristischen) Organisation zusammenarbeiteten, besorgt zu haben. Eine solche Informationsgewinnung kann zur Wahrnehmung der Interessen des Entsendestaates sowie seiner Angehörigen im Empfangsstaat erforderlich sein, die zu den konsularischen Aufgaben gehört (Art. 5 Buchst. a WÜK). Eine nähere Kenntnis über die Aktivitäten etwaiger terroristischer Organisationen, die sich gegen den Entsendestaat wenden, liegt möglicherweise nicht allein im Interesse des Entsendestaates selbst, sondern auch im Interesse seiner Angehörigen im Empfangsstaat, falls diese etwa als Angriffsziele terroristischer Handlungen in Betracht kommen ...Zum vollständigen Artikel3 verwandte ArtikelBGH: Folgen einer verspätet erteilten Belehrung eines ausländischen Beschuldigten über sein Recht auf Unterrichtung der konsularischen
VertretungKindergeld für Mitarbeiter einer Deutschen BotschaftBotschaftsangestellte – internationale Zuständigkeit deutscher Arbeitsgerichte und die StaatenimmunitätÜber den ArtikelVeröffentlicht July 25, 2013 4:49am im Blog Rechtslupe.KategorienStrafrechtThemenStrafrecht, Staatenimmunität, Konsulat, Anwendungsbereich, Diplomatische Immunität, Wiener übereinkommenTäglich juristische Top-MeldundenMehr Informationen zum NewsletterTop-MeldungenWeiteresVon Vorschußzahlungen und Amputationenvon Carsten R. Hoenig / kanzlei-hoenig.deSport-Studienteilnehmer gesuchtvon Carsten R. Hoenig / kanzlei-hoenig.de„Schumi“ verliert gegen „Superillu“von Thorsten Blaufelder / Kanzlei BlaufelderProzessbeobachtervon Fachanwalt für IT-RechtOhne Strafantrag geht es nichtvon Rechtsanwalt Kujus / Rechtsanwalt KujusAls nächstes lesen - bislang 140 Leser:Von Vorschußzahlungen und Amputationen