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Timestamp: 2017-08-20 00:46:00
Document Index: 391642272

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'Art. 2', 'Art. 4', 'Art. 12', 'Art. 17', 'Art. 19', 'Art. 3', 'Art. 16', 'Art. 2', 'Art. 33', 'Art. 2', 'Art. 28', 'Art. 16', 'Art. 12', 'Art. 28', 'Art. 31']

Kinder. Rechte. haben. Grundschule Sekundarstufe I. Foto: Ralf Krämer - PDF
Kinder. Rechte. haben. Grundschule Sekundarstufe I. Foto: Ralf Krämer
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1 Kinder haben Rechte Foto: Ralf Krämer Unterrichtsmaterialien für Gesellschaftslehre, den Unterricht in Gesellschaftslehre Kunst und Religion. und Religion Grundschule Sekundarstufe I
2 Inhalt Kinder haben Rechte Zum Inhalt Sachinformation Baustein 1: Ich bin ich! 7 Hinweise für den Unterricht 9 Liedblatt Baustein 2: Was sind Kinderrechte? 10 Hinweise für den Unterricht Arbeitsblätter Baustein 3: Die Genossen vom kleinen Markt. 15 Hinweise für den Unterricht Arbeitsblätter und Fotoseiten Baustein 4: Was stört uns? Was können wir tun? Hinweise für den Unterricht Arbeitsblätter Schulservice 2
3 Zum Inhalt Seit 1992 ist das UN-Übereinkommen über die Rechte des Kindes in Deutschland in Kraft und damit auch Artikel 42 des Menschenrechtsdokuments, der die Vertragsstaaten ausdrücklich verpflichtet, auch Kinder über die Konvention und ihre Rechte aufzuklären. In den Lehrplänen der Grundschule und der Sekundarstufe I wird die UN-Kinderrechtskonvention zumeist ausdrücklich genannt und kann in die folgenden Lernbereiche leicht integriert werden: Regeln des Zusammenlebens Kinder in der Einen Welt Beteiligungsmöglichkeiten von Kindern Grundlegend für das Verständnis der UN-Kinderrechtskonvention ist, dass sie Kinder ausdrücklich als Rechtssubjekte auffasst. Sie ist damit Ausdruck eines veränderten Verständnisses von Kindheit, in dem Kinder Subjekte und nicht Objekte sind. Deutlich wird dies vor allem in den Beteiligungsrechten, die neben den Schutz- und Förderrechten den dritten Teil des Menschenrechtsvertrags bilden. Kinder als Handelnde stehen daher im Mittelpunkt der Unterrichtseinheit. In vier Bausteinen werden stark am Erleben und Tun orientierte Zugänge zu den Inhalten der UN-Kinderrechtskonvention geschaffen. Baustein I setzt an der Selbstwahrnehmung an, um eine Idee davon zu bekommen, sich selbst, aber auch alle anderen Kinder als wertvolle und würdevolle Individuen mit gleichen Rechten zu begreifen. Baustein II enthält Übungen, um die UN-Kinderrechtskonvention kennen zu lernen. Baustein III stellt arbeitende Kinder mit ihren Problemen und mit ihren Lösungen auf einem Markt in Cajamarca (Peru) vor. Baustein IV gibt Anregungen, seine eigenen Interessen vor Ort zu vertreten oder sich allgemein für die Verwirklichung der Kinderrechte einzusetzen. Foto: Imke Häusler Aufbau der Unterrichtseinheit Die Unterrichtseinheit besteht aus vier Bausteinen und einer Sachinformation. Zu den Bausteinen gehören jeweils Hinweise für den Unterricht mit vielen praktischen Anregungen sowie Arbeitsmaterialien wie Arbeitsblätter und Fotoseiten. Die Einheit kann in der gegebenen Reihenfolge unterrichtet werden, wobei natürlich auch eine andere Abfolge und eine Auswahl des Materials leicht möglich sind. Zur Orientierung wurden folgende Symbole verwendet: Sachinformation Hinweise für den Unterricht Bildmaterial Baustein Arbeitsblätter Schulservice Zielgruppe Die Unterrichtseinheit eignet sich für den fächerübergreifenden Unterricht und für die Fächer Religion, Sachkunde und Gesellschaftslehre. Viele Elemente können in Verbindung mit dem Kunst- oder Werkunterricht durchgeführt werden. 3
4 Sachinformation Kinderrechte sind Menschenrechte! Von Barbara Dünnweller Am 20. November 1989 wurde die UN-Kinderrechtskonvention von der Vollversammlung der Vereinten Nationen einstimmig verabschiedet. Rekordverdächtig ist die Anzahl der Staaten, die das völkerrechtliche Dokument ratifiziert haben und sich damit verpflichten, es in ihrem Land umzusetzen: 193 Staaten außer USA und Somalia. Vom Objekt zum Subjekt Das Besondere an der Kinderrechtskonvention ist, dass persönliche, politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte aus der Sicht von Minderjährigen in einem internationalen Vertrag in 54 Artikeln zusammengefasst sind. Man kann diese Artikel in drei Gruppen einteilen: Schutzrechte, Förderrechte und Beteiligungsrechte. Bei den Schutzrechten geht es um Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung. Förderrechte sprechen die Themen Gesundheit, Bildung und Freizeit an. Mit der Konvention insgesamt ist eine Änderung der Haltung von Erwachsenen gegenüber Kindern bzw. vom Staat gegenüber jungen Menschen verbunden. Die Konvention enthält in der dritten Gruppe Rechte, die die Subjektstellung des Kindes betonen, wie Mitwirkungs-, Anhörungs- und Beteiligungsrechte. Über allem steht der Grundsatz aus Artikel 3, der das Wohl des Kindes bei allen Maßnahmen, die Kinder betreffen, gleichviel ob sie von öffentlichen oder privaten Einrichtungen der sozialen Fürsorge, Gerichten, Verwaltungsbehörden oder Gesetzgebungsorganen getroffen werden, vorrangig zu berücksichtigen ist. Recht und Realität Alle drei Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen extremer Armut und Unterernährung. Etwa 115 Millionen Kinder zwischen fünf und 17 Jahren arbeiten unter gefährlichen Bedingungen. Schätzungsweise werden als Kindersoldaten missbraucht. Berichte über Kinderrechtsverletzungen sind an der Tagesordnung, überall auf der Welt, auch bei uns. Und das, obwohl sich die Staaten verpflichtet haben, die Rechte der Kinder umzusetzen. Politiker weisen gern darauf hin, dass Kinder die Zukunft eines Landes sind und deshalb besonderer Aufmerksamkeit bedürfen. Miryam Cunduri, ein Mädchen, das in einem Projekt der Kindernothilfe in Ecuador gefördert wurde sieht dies jedoch skeptisch: Politiker lassen sich gerne mit Kindern sehen, aber sie tun nicht wirklich was für uns. Miryam bringt es auf den Punkt: Kinderrechte und ihre Realisierung stehen auf der politischen Agenda national und international nicht an oberster Stelle. Kinderrecht: Staatenpflicht Staaten müssen regelmäßig berichten, ob und wie sie die Kinderrechtskonvention umsetzen. Alle fünf Jahre wird der Bericht fällig und muss dem UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes in Genf vorgelegt werden. Diesem international besetzten Gremium gehören 18 Expertinnen und Experten an. Sie prüfen diese Berichte gründlich, hören Kinder und Jugendliche sowie Vertreterinnen und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen dazu und verfassen nach einem mündlichen Austausch mit den Staatenvertretern eine Stellungnahme. Darin werden kritische Punkte und Defizite aufgegriffen. Der Staat wird ermahnt, schnellstmöglich Handlungsschritte einzuleiten, zum Beispiel neue Gesetze auf den Weg zu bringen. Mehr Spielraum hat das UN-Gremium nicht zur Durchsetzung der Konvention. Das Verfahren ist wie der Ausschuss immer sagt auf einen positiven Dialog angelegt. Die Kindernothilfe, ihre Partner und andere Organisationen haben sich deshalb für ein weiteres Kontrollinstrument eingesetzt und gefordert, dass sich Kinder und Jugendliche direkt bei dem Ausschuss beschweren können, wenn ihre Rechte verletzt werden. Andere Menschenrechtsverträge verfügen bereits über das so genannte Individualbeschwerderecht. Es übt mehr Druck auf die Staaten aus. die Partizipationsrechte von jungen Menschen werden ernst genommen und Kinder als Inhaber von Rechten mehr anerkannt. Fortschritte Seit 1989 wurde die Kinderrechtskonvention in mehrfacher Hinsicht verbessert. Es gibt zwei Zusatzprotokolle. Sie ergänzen Foto: Christoph Engel Schwerste Kinderrechtsverletzungen sind an der Tagesordnung. 4
5 Sachinformation die Konvention und schließen Lücken. So zum Thema Kinder und ihre Beteiligung in bewaffneten Konflikten. Es ist seit 2002 verboten, dass Regierungen und bewaffnete Gruppierungen Kinder unter 18 Jahren in Kriegen einsetzen. Die zweite Ergänzung bezieht sich auf die Themen Kinderhandel, Kinderprostitution und Kinderpornografie. Hier geht es um verstärkte Maßnahmen zur Bekämpfung der Straftaten. Auf UN-Ebene wurden mehrere Sonderberichterstatter eingesetzt, wie zum Beispiel für Kindersoldaten und zum Thema Gewalt gegen Kinder. Ihnen kommt eine wichtige Funktion zu. Sie reisen in betroffene Länder, geben Empfehlungen an die Staaten und tragen durch Öffentlichkeitsarbeit dazu bei, dass auf Kinderrechtsverletzungen aufmerksam gemacht wird. Für die Arbeit des UN-Menschenrechtsrates liefern sie zudem wichtige Informationen. Der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes hat bisher 13 wichtige Interpretationen zu einzelnen Kinderrechten erarbeitet. Sie sind zwar völkerrechtlich nicht verbindlich, haben aber politisches Gewicht. So zum Beispiel zu den Zielen von Bildung, zum Thema HIV/Aids, zum Thema Gesundheit und zum Recht von Kindern, gehört zu werden. In mehr als 100 Staaten wurden Kinderrechts-Netzwerke gegründet, in denen sich Nichtregierungsorganisationen, Jugendverbände und Organisationen zusammenschließen, bei deren Arbeit Kinder und Jugendliche im Zentrum stehen. Sie tragen mit dazu bei, dass die Kinderrechtskonvention bekannt gemacht wird, sie organisieren Fortbildungen, Veranstaltungen und leisten Lobbyarbeit für Kinderrechte. Ein Fortschritt und ein großer Erfolg für die Kindernothilfe ist, dass es einen weiteren völkerrechtlichen Vertrag in Ergänzung zur Kinderrechtskonvention geben wird: Ein drittes Zusatzprotokoll mit Beschwerdeverfahren. Es beinhaltet die Individualbeschwerde und ein Untersuchungsverfahren. Bei schwerwiegenden und systematischen Kinderrechtsverletzungen kann der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes direkt Untersuchungen in dem Land anstellen. Es wird allerdings noch etwas Zeit brauchen, bis der Vertrag in Kraft tritt. Das wird frühestens 2012/2013 der Fall sein. Die Kinderrechtskonvention im Überblick 1924 Geneva Declaration erstes Konzept für die Rechte von Kindern 1959 Deklaration über die Rechte des Kindes von UN- Vollversammlung verabschiedet Eine Arbeitsgruppe der Menschenrechtskommission wird mit der Erarbeitung eines Konventionstextes beauftragt Die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet das Übereinkommen über die Rechte des Kindes, auch Kinderrechtskonvention genannt Die Kinderrechtskonvention tritt in Kraft Kinderrechtskonvention tritt am 5. April 1992 in Deutschland in Kraft, allerdings mit Einschränkungen, die sich bis heute negativ auf die Situation von Flüchtlingskindern, die ohne Eltern nach Deutschland kommen, auswirken Staaten haben die Kinderrechtskonvention ratifiziert und sich zur Umsetzung verpflichtet Deutschland nimmt den Ausländervorbehalt zurück, sieht aber keine Notwendigkeit für gesetzliche Änderungen Der Menschenrechtsrat beschließt den Entwurf für ein drittes Zusatzprotokoll mit Beschwerdeverfahren. Die Kinderrechtskonvention enthält 54 Artikel, die in drei Gruppen eingeteilt werden können: Schutzrechte Förderrechte Beteiligungsrechte Grundlegende Prinzipien der Kinderrechtskonvention sind: das Grundrecht auf Überleben und persönliche Entwicklung (Art. 6); das Prinzip der Gleichbehandlung (Art. 2); die Verwirklichung der Kinderrechte (Art. 4); die Achtung vor der Meinung des Kindes (Art. 12). Übergeordnet steht der Grundsatz aus Artikel 3 zum Wohl des Kindes. In Lota, Chile, erstellen Jugendliche einen Plan ihres Ortes und entwickeln Verbesserungsvorschläge. Foto: Kindernothilfe 5
6 Sachinformation Mehr Beteiligung von Kindern und Jugendlichen Auch wenn sich die Erkenntnis nur langsam durchsetzt, dass Kinder und Jugendliche ein Recht haben, gehört zu werden und sich an den sie betreffenden Angelegenheiten zu beteiligten, gibt es bereits eine Reihe positiver Entwicklungen, bei uns und weltweit. Über junge Menschen zwischen fünf und 18 Jahren beteiligten sich an der Erstellung eines Kinder- und Jugendreports zur UN-Berichterstattung. Dabei ging es darum, aus der Sicht von Kindern Defizite in der Umsetzung der Kinderrechtskonvention in Deutschland aufzuzeigen. Der Bericht wurde dem UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes zugesandt und wird bei den Beratungen zu dem deutschen Staatenbericht eine Rolle spielen. Auch in den von der Kindernothilfe unterstützen Projekten werden Kinder und Jugendliche zunehmend in die Planung und Gestaltung einbezogen. Ziel ist es, die jungen Menschen in ihren Rechten zu stärken und sie zu ermutigen, für sie einzutreten. In einem Projekt in Chile ist dies das Ziel des Kindernothilfe-Partners. Die Jungen und Mädchen treffen sich in lokalen Gruppen und lernen, die eigene Situation zu analysieren, d.h. Stärken, Schwächen, Chancen und Bedrohungen herauszuarbeiten. Sie überlegen, was sie ändern wollen, welche Ressourcen ihnen zur Verfügung stehen und wie sie ihre Ideen umsetzen können. Dabei geht es um die Verbesserung von schulischen Leistungen, die Nutzung von öffentlichen Plätzen als Spielflächen oder darum, wie man etwas gegen die Müllflut tun kann. Die Kinder und Jugendlichen wenden sich an lokale Politiker und die Öffentlichkeit, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Kindernothilfe: Für die Rechte der Kinder Die Kindernothilfe und ihre Partner orientieren ihr Handeln an den Menschenrechtsverträgen und vor allem an der Kinderrechtskonvention. Sie sehen darin den gemeinsamen Auftrag, Armut zu bekämpfen, Kinder zu schützen, zu fördern und zu beteiligen. Die Projekte und Programme sind vielfältig: In Nairobi/Kenia setzt sich The Cradle für missbrauchte und misshandelte Kinder ein. Sie werden aus der Gefahr befreit, psychologisch betreut und juristisch vertreten. Im Großraum Jakarta/Indoniesien bekommen Straßenkinder eine neue Perspektive. Sie werden in handwerklichen Berufen ausgebildet und dabei entsprechend sozialpädagogisch begleitet, um ihnen die Eingliederung in ein Leben, das nicht auf der Straße stattfindet, zu erleichtern. In Tegucigalpa/Honduras bekommen Kinder, die unter der großen Gewalt in ihrem Umfeld leiden, eine rechtliche und psychologische Beratung. So erlangen sie Selbstbewusstsein, neue Perspektiven und können sich für ihre Rechte einsetzen. Mit Workshops werden Kinder und Jugendliche an verschiedenen Schulen im Umkreis der Hauptstadt Brasília gefördert und motiviert, sich für ihre eigenen Belange einzusetzen und damit einen Beitrag zur Umsetzung ihrer Rechte zu leisten. Wissensvermittlung an weitere Jugendliche ist ebenfalls Bestandteil des Projekts. Die Jugendlichen werden bei der Gründung von Interessenvertretungen und Netzwerkarbeit unterstützt, auch die Eltern werden mit eingebunden. Ein weiteres Ziel ist die Stärkung der Zivilgesellschaft. In Lima/Peru vergibt IFEJANT Kleinkredite an arbeitende Kinder und Jugendliche, damit sie ihre Verkaufsaktivitäten auf der Straße erfolgreicher gestalten können und mehr verdienen. Damit wird erreicht, dass sie weniger Stunden arbeiten und ihr Recht auf Schulbesuch wahrnehmen können. Dies sind nur einige Beispiele. Die Projekte und Programme sind in umfassendere Maßnahmen eingebunden, die die Familien oder ein ganzes Dorf einbeziehen und zur Armutsreduzierung beitragen. Im Rahmen der Bildungs-, Kampagnen- und Lobbyarbeit setzt sich die Kindernothilfe für die Bekanntmachung der Kinderrechtskonvention ein. In Kampagnen und Bündnissen ist sie aktiv gegen Kinderprostitution, den Einsatz von Kindern als Soldaten, für einen weltweiten gerechten Handel, den Schuldenerlass der ärmsten Staaten, für mehr Klimaschutz. Die Kindernothilfe versteht sich als Anwältin für die Rechte des Kindes. Ihr Ziel ist es, diese Rechte zu verwirklichen. Foto: Ralf krämer Kinder setzen sich weltweit für das Recht auf Bildung ein. 6
7 Hinweise für den Unterricht Baustein 1 Baustein 1: Ich bin Ich Hinweise für den Unterricht Der Baustein enthält Übungen, sich selbst als Individuum wahrzunehmen und sich mit seinen Bedürfnissen und Wünschen auseinanderzusetzen. Lernziele sich auf sich selbst konzentrieren können sich selbst beschreiben können eigene Wünsche und Bedürfnisse formulieren den Unterschied zwischen brauchen und wünschen feststellen gemeinsame Bedürfnisse aller Kinder herausfinden Die Blume ein Entspannungsspiel Eignet sich als Einstieg, um die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich selbst zu lenken. Material: Instrumentalmusik Durchführung: Die Kinder verteilen sich im Raum und spielen die folgende Geschichte pantomimisch nach: Du bist ein kleines Samenkorn tief in der Erde. (Die Kinder kauern klein auf dem Boden) Aus dem Samen wächst langsam eine Blume, zuerst guckt eine kleine Knospe aus der Erde. (Kopf heben) Es regnet ganz viel, und du beginnst zu wachsen: erst der Stengel. (Oberkörper aufrichten) Dann kommen die Blätter hervor. (Arme ausstrecken) Die Sonne scheint und du wirst immer größer. (langsam aufstehen) Jetzt ist die Blume schon ganz groß. (auf Zehenspitzen stellen) Es kommt ein leichter Wind auf die Blume schaukelt im Wind. (Arme und Oberkörper bewegen) Und du drehst dich im Wind. (Oberkörper drehen) Langsam wird es Herbst und die Blume welkt. (ganz langsam wieder klein machen und auf den Boden kauern) Fantasiereise Eignet sich als Einstieg, um die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich selbst zu lenken. Durchführung: Idealerweise liegen die Kinder auf einer Unterlage auf dem Boden. Wenn das nicht möglich ist, setzen sie sich möglichst bequem hin und legen den Kopf auf den Tisch mit den Händen unter der Stirn. Die Augen sind geschlossen. Du legst (setzt) dich bequem hin, so dass du dich ganz wohl fühlst. Du atmest ein. Du atmest lange aus und sinkst tief auf deine Unterlage herab. Beobachte deine Körperteile: die Füße, die Beine, der Po, der Rücken, die Schultern, die Arme, die Hände, der Nacken, der Kopf. Welche liegen auf der Unterlage? Werde immer schwerer und sinke noch tiefer auf deine Unterlage (deinen Stuhl). Stell dir jetzt vor, deine Unterlage (dein Stuhl) könne sich vom Boden abheben und du beginnst zu schweben. Da du es so schön findest, fliegst du hinaus aus diesem Raum, auf den Platz vor dem Haus. Dann geht es noch höher und weiter. Du siehst Häuser, Felder und Straßen unter dir. Vielleicht siehst du auch dein Haus von oben. Du genießt das Schweben, das Fliegen und den frischen Wind. Du schwebst immer höher und weiter und gelangst schließlich über das Meer: Unter dir ist dunkelblaues Wasser und weiße Schaumkronen. Dort hinten siehst du eine kleine grüne Insel mit breitem Sandstrand. Du hast Lust, dort zu landen. Weich setzt du auf dem Sand auf. Vielleicht möchtest du die Insel erkunden oder dich einfach in den warmen Sand legen und die Sonne auf deine Haut scheinen lassen.... (Pause)... Du hast genug geschaut und steigst wieder auf deinen Zauberteppich (Zauberstuhl). Mache es dir wieder ganz bequem, entspanne dich und schwebe hier zurück in diesen Raum. Spüre dich wieder schwer und gelöst auf deiner Unterlage aufliegen. Ich zähle jetzt von 1 bis 5 und dann fühlst du dich ganz erholt und erfrischt bewege nun deine Finger und Füße 4 räkele dich und strecke dich, als würdest du morgens aufstehen und 5 jetzt bist du ganz wach und richtest dich auf. 7
8 Baustein 1 Hinweise für den Unterricht Ich bin ich! eine Umrisszeichnung Material: Idealerweise große Papierrollen, Farben, Stifte Durchführung: Jedes Kind kann sich selbst in Körpergröße malen. Dafür wird zunächst der Umriss jedes Kindes auf Packpapier gezeichnet, indem sich ein Kind auf das Packpapier legt und ein anderes Foto: Globale Bildungskampagne den Umriss zieht. In der Gestaltung der Bilder sind die Kinder frei, können aber darauf achten, solche Körperteile zu betonen, die sie besonders gern mögen oder die bestimmte Fähigkeiten symbolisieren (wer gut rennen kann, betont die Beine; wer gerne zuhört, die Ohren usw.). Auf das Bild schreiben die Kinder ihren Namen und eine Liste: Ich brauche zum Leben und eine Liste Ich wünsche mir. Auswertung: Die Kinder stellen ihre Bilder vor. Nach jeder Präsentation wird Beifall geklatscht. Dann reden die Kinder darüber, was ihnen beim Vergleich aller Plakate auffällt. Welche Wünsche, welche Bedürfnisse haben viele/alle Kinder? Was ist der Unterschied zwischen wünschen und brauchen? Vielleicht müssen nun einige Korrekturen durchgeführt werden und Begriffe, die unter brauchen standen, zu wünschen und umgekehrt geschrieben werden. Was sind die wichtigsten Bedürfnisse? Gibt es solche, die alle Kinder auf der Welt haben? Je nach Verlauf des Gesprächs empfiehlt es sich, die Kinder ein Ranking der Bedürfnisse durchführen zu lassen oder eine neue Liste zu erstellen mit dem Titel Alle Kinder der Erde brauchen: Lieder Lieder, die Kindern Mut machen und ihre Einzigartigkeit betonen, können diesen Baustein sehr gut abschließen, aber auch die gesamte Einheit begleiten und immer wieder gesungen werden. Ein schönes Beispiel ist das Lied Du bist du von Jürgen Werth (siehe Arbeitsblatt 1, S.9) Gedankenspeicher Der Gedankenspeicher kann die ganze Unterrichtseinheit begleiten. Er besteht aus einer Wandzeitung (z.b. in Form eines Kopfes), auf der jedes Kind aufkommende Fragen und Gedanken aufschreiben kann, damit sie später geklärt bzw. auf keinen Fall vergessen werden. Freiarbeit Die Kinder-Kinder Hefte der Kindernothilfe eignen sich hervorragend für die Freiarbeit oder als Zusatzaufgaben für Kinder, die schneller als die anderen arbeiten. Die Hefte haben unterschiedliche Länder und Kinderrechtsprobleme zum Schwerpunkt. Neben einer spannenden Geschichte finden sich hier Informationen zum Land und Thema sowie vielfältige Quiz- und Malaufgaben. Die Hefte können kostenlos bei der Kindernothilfe bestellt und in der Bücherecke der Klasse ausgelegt werden. 8
9 Arbeitsblatt 1 Baustein 1 Du bist du Text und Melodie: Paul Janz Deutsch: Jürgen Werth 2. Ver - giss es nie, nie - mand denkt und fühlt und han - delt so wie du, und nie - mand lä - chelt, so wie du s grad tust. Ver - giss es nie, nie - mand sieht den Him - mel ganz ge - nau wie du, und nie - mand hat je, was du weißt, ge - wusst. Refrain: Du bist ge - wollt, kein Kind des Zu - falls, kei - ne Lau - ne der Na - tur, ganz e - gal ob du dein Le - bens - lied in Moll singst o - der Dur. Du bist ein Ge - dan - ke Got - tes, ein genia - ler noch da - zu. Du bist du, das ist der Clou, du bist du. Ja, du bist du. 1. Vergiss es nie: dass du lebst, war keine eigene Idee, und dass du atmest, kein Entschluss von dir. Vergiss es nie, dass du lebst war eines anderen Idee, und dass du atmest, sein Geschenk an dich. 2. Vergiss es nie, niemand denkt und fühlt und handelt so wie du, und niemand lächelt, so wie du s grad tust. Vergiss es nie, niemand sieht den Himmel ganz genau wie du, und niemand hat je, was du weißt, gewusst. 3. Vergiss es nie, dein Gesicht hat niemand sonst auf dieser Welt, und solche Augen hast alleine du. Vergiss es nie, du bist reich, egal ob mit, ob ohne Geld, denn du kannst leben, niemand lebt wie du. Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Hänssler Verlag, Holzgerlingen 9
10 Baustein 2 Hinweise für den Unterricht Baustein 2: Was sind Kinderrechte Hinweise für den Unterricht In diesem Baustein werden Übungen zum Kennenlernen der UN-Kinderrechtskonvention vorgestellt. Lernziele die UN-Kinderrechtskonvention kennen lernen, 10 Artikel kennen und verstehen Die Maus schützen ein Kooperationsspiel In diesem Spiel versucht die Gruppe die Maus vor der Katze zu schützen. Spielerisch wird so erfahren, wie das Zusammenwirken einer Gruppe den einzelnen schützen kann. Durchführung: Die Kinder fassen sich an den Händen und bilden einen Kreis. Kinderrechte ein Malquiz Material Für jedes Kind ein Arbeitsblatt (S. 12), ein Satz Kinderrechte- Karten, die aus derselben Vorlage gebastelt wurden (das Arbeitsblatt auf Pappe kleben und auseinanderschneiden) Einstieg Die Kinder erhalten die Information, dass sich fast alle Staaten der Erde auf eine Liste von Kinderrechten geeinigt haben: Sie heißt die UN-Kinderrechtskonvention und besteht aus 54 Abschnitten, in denen die Rechte erläutert werden. Die Staaten verpflichten sich, diese Rechte der Kinder zu achten und zu schützen. Durchführung Jedes Kind erhält das Arbeitsblatt (S. 12). Die Rechte werden gemeinsam gelesen und kurz erläutert. Die Gruppe wird in zwei gegeneinander spielende Teams aufgeteilt. Ein Mitglied der Pflastermalerei für Kinderrechte Material Straßenmalkreide, ein Stück Isomatte, ein Stück Filzteppich, einen Lappen, Hautcreme, Getränke Durchführung Im Anschluss an das Malquiz dürfen sich die Kinder allein oder in Gruppen je ein Recht aussuchen und ein Pflastermalerbild Die Katze und die Maus werden bestimmt. Die Katze ist außerhalb des Kreises, die Maus innerhalb des Kreises. Die Katze versucht die Maus zu fangen, die aber durch den Kreis geschützt wird. ersten Gruppe zieht eine der vorbereiteten Kinderrechte-Karten und malt das Recht an die Tafel, ohne die Karte jemand anderem zu zeigen. Alle anderen Kinder müssen raten. Welche Gruppe zuerst das richtige Recht erraten hat, bekommt einen Punkt. Es gewinnt das Team, das die meisten Rechte erraten hat. Im Anschluss kann über folgende Fragen gesprochen werden: Welche Rechte waren einfacher, welche schwieriger zu zeichnen? Welche Rechte waren einfacher, welche schwieriger zu erraten? Hattest du ähnliche Ideen im Kopf wie der Zeichner? Haben dich manche Zeichnungen überrascht? Welche? Wie hättest du dieses Recht gezeichnet? Welche Rechte findest du am wichtigsten? entwerfen. Die Bilder werden später auf den Schulhof gemalt, um die anderen Kinder über die Kinderrechte zu informieren. Die Pflastermalerei kann auch Teil einer Kinderrechte-Aktion sein, um Passanten im eigenen Ort auf die Kinderrechte aufmerksam zu machen. Illustrationen: J.R. Dünnweller Artikel 38: Kinder müssen in Kriegen geschützt und dürfen nicht als Soldaten eingesetzt werden Artikel 42: Kinder müssen über ihre Rechte informiert werden 10
11 Hinweise für den Unterricht Baustein 2 Tipps zur Pflastermalerei (Quelle: Material: Straßenmalkreide (gibt es z.t. günstig in eher schlechter Qualität zu kaufen, im Internet findet man auch Anleitungen zur Selbstherstellung), eine Unterlage für die Knie (ein Stück alte Isomatte), Filzteppichreste (um die Kreide auf größeren Flächen zu verteilen), Lappen und Creme (um die Hände zu reinigen), viel zu trinken, ein Zollstock Erstellen der Vorlage: Die Kinder sehen sich verschiedene Pflastermalereien an und überlegen, welche Motive warum gut wirken. Großflächige, bunte Motive eignen sich gut fürs Pflaster. Sie erstellen eine Vorlage auf einer DIN A4 -Seite. Sie führen Vorübungen mit Kreide durch: Farbübergänge, Übereinandermalen von Farben, verwischen der Kreide usw. Übertragung der Vorlage auf die Straße bzw. das Pflaster: Geeignet ist ein nicht zu glatter Untergrund, damit die Kreide haften bleibt. Als erstes überlegen sich die Kinder, wie groß ihr Bild werden soll, und messen die Fläche ab. Dann wird um die abgemessene Fläche mit einer leuchtenden Farbe ein ca. 10 cm breiter Rahmen gezogen. Das schafft Aufmerksamkeit. Die Malvorlage steckt in einer Plastikhülle und ist vor dem Wegfliegen geschützt. Das Motiv kann entweder frei oder durch Ausmessen auf den Boden übertragen werden. Für letzteres benötigen jüngere Kinder Unterstützung. Ratsam ist, zumindest einige Fixpunkte (Nase, Augen, Mund etc.) festzulegen und von da aus loszulegen. Zuerst werden die Umrisse vorgezeichnet und dann ausgemalt. Wie würdest du entscheiden? Material Arbeitsblatt (Seite 13) Einstieg Einen Fall vom Arbeitsblatt (S. 13) gemeinsam besprechen Durchführung Die Schülerinnen und Schüler erhalten das Arbeitsblatt (S. 13). Sie sollen in Partnerarbeit mindestens drei Fälle diskutieren und zu einer Entscheidung gelangen. Außerdem sollen sie aufschreiben, welches Kinderrecht in dem jeweilige Fall betroffen ist. Am Ende werden die Entscheidungen kurz in der Gesamtgruppe besprochen. Mögliche Fragen für das Auswertungsgespräch: Bei welchen Fällen wart ihr einer Meinung, bei welchen Fällen musstet ihr diskutieren? War eine Entscheidung nach den UN-Kinderrechten immer eindeutig? Warum nicht? Fallen euch Vorkommnisse in eurer Schule ein, in denen die UN-Kinderrechte betroffen waren? Lösungen für die Fälle auf dem Arbeitsblatt (S.13): 1. Leo hat zwar das Recht, sich Informationen zu beschaffen (Art. 17), aber es gibt Berichte, Bilder und Geschichten in den Medien, die ihn seelisch verletzen (Art. 19), von denen er Alpträume bekommt und die ihm Angst machen. Deshalb muss der Staat dafür sorgen, dass Kinder vor solchen Darstellungen geschützt werden. Dafür gibt es Altersbeschränkungen zum Beispiel für Kinofilme. Leos Eltern entscheiden also für sein Wohl (Art. 3), wenn sie den Filter einbauen. 2. Hannah und Rebecca verletzen eindeutig Lisas Recht auf Privatsphäre (Art. 16). Die anderen Kinder diskriminieren Lisa (Art. 2). Auch Kinder können Kinderrechte verletzen! Der Staat ist hier nur insofern beteiligt, dass Lehrerinnen und Lehrer in der Pflicht stehen, in einem solchen Fall im Einklang mit den Kinderrechten erzieherisch auf die beteiligten Kinder einzuwirken. 3. Betroffen ist das Recht auf Schutz vor Drogenmissbrauch (Art. 33). Frau Lemke darf das Angebot auf keinen Fall annehmen, wenn damit Werbung für Zigaretten verbunden ist ob sie das Angebot ansonsten annehmen darf, ist eine Ermessensfrage bzw. in den Schulrichtlinien der Länder geregelt. 4. Das Recht von Jans Bruder auf Gleichbehandlung (Art. 2) und Bildung (Art. 28) ist eindeutig verletzt. Die Schule muss den Jungen aufnehmen. Natürlich können sich die Beteiligten auch auf eine andere Schule einigen. 5. So schwer es auch fällt, Frau Sommer muss das Recht auf Schutz der Privatsphäre ihrer Tochter achten (Art. 16). 6. Das Recht der Kinder auf Meinungsäußerung und Beteiligung (Art. 12) ist verletzt. Die Schulleitung muss die Meinung der Kinder vor ihrer Entscheidung anhören und berücksichtigen. 7. Marias Recht auf Bildung (Art. 28) und Freizeit (Art. 31) ist verletzt. Deshalb ist ihre Arbeit für sie schädlich. Die Polizei muss ihr die Arbeit verbieten, vor allem aber ihren Arbeitgeber dafür bestrafen, dass er Kinder einstellt. Allerdings kann der Staat überlegen, unter welchen Bedingungen Arbeit für Kinder nicht schädlich ist und er sie erlauben kann. In Deutschland gibt es dafür das Jugendarbeitsschutzgesetz. 11
12 Baustein 2 Arbeitsblatt 1 Einige Rechte aus der UN-Kinderrechtskonvention Kein Kind darf benachteiligt werden. Die Erwachsenen sollten immer tun, was am besten für dich ist. Du hast das Recht zu leben. Du hast das Recht zu lernen. (Artikel 2) (Artikel 3) (Artikel 6) (Artikel 28) Du hast das Recht zu denken und zu glauben, was du möchtest. Deine Eltern sollen dir dabei helfen, Gut und Böse unterscheiden zu lernen. Du hast das Recht, dir Informationen zu beschaffen, zum Beispiel aus dem Radio, aus Zeitungen, aus dem Fernsehen usw. Du hast das Recht vor schädlicher Kinderarbeit geschützt zu werden. Niemand darf dir körperlich oder seelisch wehtun. (Artikel 14) (Artikel 17) (Artikel 32) (Artikel 19) Du hast das Recht auf Essen, Kleidung und Wohnung. Du hast das Recht, so gesund wie möglich zu bleiben und zum Arzt zu gehen. Du hast das Recht zu spielen und dich zu erholen. Niemand darf dich entführen und/ oder verkaufen. (Artikel 27) (Artikel 24) (Artikel 31) (Artikel 35) Im Krieg oder auf der Flucht hast du das Recht auf besonderen Schutz und Hilfe. Du hast das Recht, vor Drogenmissbrauch geschützt zu werden. Du darfst nicht Soldat werden, bevor du 18 Jahre alt bist. Wenn du eine Behinderung hast, hast du das Recht auf Unterstützung. (Artikel 22) (Artikel 33) (Artikel 38 mit Zusatz) (Artikel 23) Ohne, dass du es erlaubst, darf niemand deine Briefe und Tagebücher lesen. Du hast ein Recht darauf, bei Angelegenheiten, die dich betreffen, deine Meinung zu äußern und angehört zu werden. Du hast das Recht, bis auf wenige Ausnahmen mit deinen Eltern zusammen zu wohnen. Du hast das Recht auf einen Namen. (Artikel 16) (Artikel 12) (Artikel 9) (Artikel 7) 12
13 Wie würdest du entscheiden? 1. Leo surft gerne im Internet. Seine Eltern wollen auf seinem Rechner ein Programm installieren, damit er sich keine jugendgefährdenden Seiten angucken kann. Leo findet das nicht richtig. Er sagt, er habe ein Recht darauf, sich Informationen zu beschaffen. Arbeitsblatt 2 Baustein 2 2. Lisa hat einen Brief bekommen und aus Versehen auf ihrem Tisch in der Schule liegen gelassen. Hannah und Rebecca finden den Brief, machen ihn auf und lesen ihn. Er ist von ihrem Vater, der im Gefängnis ist. Da die beiden Lisa nicht mögen, erzählen sie es weiter. Daraufhin wollen viele Kinder mit Lisa nichts mehr zu tun haben. 3. Frau Lemke ist Schulleiterin und hat ein großartiges Angebot bekommen: Eine Firma bietet an, die Kosten für die Renovierung der alten Turnhalle zu übernehmen. Der Haken ist: Es ist eine Zigarettenfirma. Soll sie annehmen? Kein Kind darf benachteiligt werden. (Artikel 2) 4. Jan gilt als ein schwieriger Junge. Schon mehrmals hat er Mitschüler verprügelt und erpresst. Seine Lehrer beschimpft er. Er klaut auch. Nun soll sein jüngerer Bruder zur Schule angemeldet werden. Die Schule nimmt den Bruder nicht auf, weil sie befürchtet, dass der Bruder genauso schwierig ist wie Jan. Findest du die Entscheidung der Schule richtig? 5. Frau Sommer macht sich Sorgen um ihre Tochter. Seit einigen Tagen spricht sie kaum, trifft sich nicht mit ihren Freundinnen und ist die meiste Zeit in ihrem Zimmer. Frau Sommer würde ihr gerne helfen, kriegt aber nichts aus ihr heraus. Soll sie einen Blick in das Tagebuch der Tochter werfen? 6. Die Pestalozzi-Grundschule hat ein Problem. Es gibt nicht genügend Parkplätze für die Lehrerinnen. Deshalb beschließt die Schulleitung, dass die Lehrerinnen nun auch auf dem Schulhof parken dürfen. Einige Schüler sind darüber sauer, weil sie den Platz zum Spielen haben möchten und beim Ballspielen jetzt immer aufpassen müssen, dass sie die Autos nicht beschädigen. Sie möchten sich beschweren, aber der Schulleiter sagt, an dem Beschluss sei nicht zu rütteln. 7. Maria ist 9 Jahre alt und arbeitet den ganzen Tag auf dem Markt. Das Geld, das sie verdient, hilft der ganzen Familie, die sehr arm ist. Maria ist stolz auf ihre Arbeit. Leider geht sie nicht regelmäßig zur Schule und ist oft viel zu müde, um aufzupassen. Soll die Polizei Maria verbieten, weiter zu arbeiten? Aufgaben: Wie würdest du entscheiden? Schreibe auf, welche UN-Kinderrechte in den Beispielen betroffen sind. Niemand darf dir körperlich oder seelisch weh tun. (Artikel 19) Du hast das Recht zu lernen. (Artikel 28) Illustrationen: J.R. Dünnweller 13
14 Baustein 2 Arbeitsblatt 3 Lexikon UN-KinderrechtsKonvention UN oder UNO Menschenrechte UNO ist die Abkürzung für United Nations Organization, auf deutsch die Vereinten Nationen. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet, um solche Kriege in Zukunft zu verhindern. Heute sind fast alle Staaten der Erde Mitglied der UNO. Die Idee ist, dass alle Staaten (wie in einem Parlament) darüber diskutieren und entscheiden, wie das Zusammenleben der Staaten und der Menschen auf der Erde gut und friedlich geregelt werden kann. Die Ziele der UNO sind die Erhaltung des Weltfriedens, die freundschaftliche Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten und der Schutz der Menschenrechte. Jeder Mensch ist einzigartig und wertvoll. Er besitzt seine eigene Würde. Menschenrechte schützen die Würde des Menschen. Jeder Mensch besitzt sie von Geburt an, egal wo er geboren ist, wie reich er ist, welche Religion er hat, ob er ein Mann oder eine Frau ist oder welche Taten er begeht hat die UNO die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet, eine Liste grundlegender Menschenrechte. Hierzu zählt zum Beispiel das Recht auf Leben und das Recht, seine Meinung äußern zu dürfen. Bis heute wurden über 60 Abkommen geschlossen, die weitere Menschenrechte enthalten und erläutern. Dazu gehört auch die UN-Kinderrechtskonvention. UN Logo Kinderrechte Konvention Verstöße gegen die Kinderrechte Kinderrechte sind Menschenrechte. Das heißt, jedes Kind dieser Erde besitzt sie von Geburt an. Warum gibt es Extra-Rechte für Kinder? Kinder leben anders als Erwachsene: Sie brauchen Erwachsene, die für sie sorgen. Ihr Körper wächst noch und sie stehen am Anfang von vielen Erfahrungen. Gegen Unrecht können sie sich meist schlechter wehren als Erwachsene hat die UN deshalb das Übereinkommen über die Rechte des Kindes (die UN-Kinderrechtskonvention) geschlossen. In 54 Abschnitten ( Artikel genannt) werden die Kinderrechte erläutert. Das Übereinkommen legt fest, wovor Kinder geschützt werden müssen. Es schreibt vor, dass Meinungen und Ansichten von Kindern berücksichtigt werden müssen, und es bestimmt, dass Kinder all das bekommen, was sie zum Leben brauchen. Konvention heißt Übereinkommen. Eine Konvention ist ein Vertrag zwischen Staaten. Leider gibt es sehr viele Verstöße gegen die Kinderrechte. Allein 72 Millionen Kinder können nicht zur Schule gehen, obwohl sie das Recht dazu haben! Mit der Unterschrift unter die UN-Kinderrechtskonvention hat sich aber ein Staat verpflichtet, die Kinderrechte im eigenen Land durchzusetzen. Ob er das macht oder nicht, wird alle fünf Jahre mit einem langen Bericht überprüft. Bei Verstößen wird der Staat von der UNO gerügt. Das ist den Staaten peinlich, und vielleicht bemühen sie sich dann mehr, die Kinderrechte einzuhalten. Alle Staaten, die die UN-Kinderrechtskonvention unterschrieben haben, haben sich auch verpflichtet, darauf zu achten, dass in den anderen Staaten die Kinderrechte verwirklicht werden. Das heißt zum Beispiel, dass das Geld, das reiche Staaten armen Staaten leihen, den Kindern des armen Staates zu Gute kommen muss. Leider achten darauf zu wenig reiche Staaten. 14
15 Hinweise für den Unterricht Baustein 3 Baustein 3: Die Genossen vom kleinen Markt Hinweise für den Unterricht In diesem Baustein werden die Situation, die Probleme und die Lösungen von arbeitenden Kindern auf einem Markt in Cajamarca, Peru, vorgestellt. Lernziele: die Situation von arbeitenden Kindern auf einem Markt in Cajamarca, Peru, kennen lernen ihre Probleme nachvollziehen können erfahren, wie sich die Kinder für ihre Rechte einsetzen sich dadurch für eigene Aktionen motivieren lassen Fünf Stationen: Die Genossen vom kleinen Markt Für die Arbeit an den Stationen benötigen die Kinder Minuten, die Auswertung dauert mindestens eine halbe Stunde, so dass das Gesamtprojekt in drei Schulstunden durchführbar ist. Material: Die Materialien für die einzelnen Stationen müssen besorgt, Fotos farbig kopiert und laminiert werden. Welche Materialien zu welcher Station gehören, steht jeweils auf den Arbeitsblättern. Je nach Gruppengröße, müssen einzelne Stationen doppelt vorhanden sein. Dafür bieten sich insbesondere Station 1 und 2 an, da sie länger dauern als die anderen Stationen. Einstieg: Nach einer kurzen Einführung ins Thema Arbeitende Kinder auf einem Markt in Cajamarca (Peru) werden den Kindern Arbeitsweise und Regeln bei der Stationenarbeit erklärt: Die Themen der einzelnen Stationen werden genannt. Alle Stationen sollen bearbeitet werden, die Reihenfolge ist egal. Es empfiehlt sich jedoch auf dem Laufzettel die Anfangsstation zu markieren, damit sich die Kinder gleichmäßig verteilen. An jeder Station sollen nicht mehr als vier Kinder gleichzeitig arbeiten. Die Kinder sollen sich bei der Arbeit nicht gegenseitig behindern und möglichst leise sein. Zu einer bestimmten Zeit sollen sich die Kinder wieder versammeln. Auswertung: Im Anschluss an die Stationenarbeit folgt ein Gespräch über die Probleme der Kinder von Cajamarca und mögliche Lösungsansätze. Im Lehrervortrag oder durch gemeinsames Lesen werden die Lösungen der Kinder von Cajamarca (siehe Arbeitsblatt 7, S. 23) erarbeitet. Hinweis: Alle Fotos können unter im Bereich Service Material Unterrichtsmaterial heruntergeladen werden! Arbeitsblatt 2 Baustein 3 Baustein 3 Arbeitsblatt 1 Laufzettel von Peru Baustein 3 Arbeitsblatt 4 Arbeit als Lastenträger 1 Station Peru Bearbeitet am /Kommentar Material: Eine große alte Schubkarre, schwere Säcke, eine Waage, Stoppuhr, einige Stühle Aufbau: Mit den Stühlen wird eine Slalomstrecke abgesteckt. Sie soll den verwinkelten Weg darstellen, den die Lastenträger durch die Marktstände und durch das Gedränge nehmen müssen. Im Armenviertel von Cajamarca Viele Jungen aus den Armenvierteln von Cajamarca arbeiten als Lastenträger auf dem Markt. Mit ihren Schubkarren folgen sie ihren Kunden von Stand zu Stand und bringen dann die vollbeladene Karre zu den Kunden nach Hause. Die Gänge zwischen den Marktständen sind eng und immer voller Menschen. So ist das ganze ein richtiger Hindernislauf! 2 Arbeit als Lastenträger Arbeit als Bauchladenverkäufer und verkäuferin Arbeit als Schuhputzer oder Schuhputzerin Wenn du alle Stationen bearbeitet hast, bearbeite folgende Aufgabe: 6. Was können die Kinder von Cajamarca tun? Schreibe vier Probleme auf, die die Kinder von Cajamarca haben! Überlege, wie man die Probleme lösen könnte! Peru Peru liegt an der Westküste Südamerikas. Von Deutschland aus fliegt man ungefähr 14 Stunden bis Peru. Die Hauptstadt von Peru heißt Lima. Durchquert man das Land von West nach Ost, also vom Meer aus ins Landesinnere, kommt man nach dem flachen Küstenstreifen in ein hohes Gebirge. Das sind die Anden. Der höchste Berg Perus ist Meter hoch und heißt Huascaràn. Damit ist er mehr als doppelt so hoch wie die Zugspitze (2.962 m), der höchste Berg Deutschlands. Hinter den Anden, weiter Richtung Osten, beginnt der undurchdringliche Regenwald. Hier wohnen nur sehr wenige Menschen, obwohl der Wald die größte Fläche Perus bedeckt (65%). Deshalb wohnen in Peru viel weniger Menschen als in Deutschland, nämlich nur 26 Millionen (in Deutschland: über 82 Millionen). Dabei ist das Land dreimal so groß wie Deutschland! Die meisten Peruaner bieten Dienstleistungen an. Sie sind zum Beispiel Frisöre, Schneider, Schlosser, Tischler, Fahrer, Dienstmädchen, Schuhputzer, oder sie verkaufen Waren. Auch viele Kinder müssen arbeiten. Über die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut. Das bedeutet, dass diese Menschen weniger verdienen als sie zum Leben brauchen. Charlie beschreibt seine Arbeit als Lastenträger so: Am schwierigsten ist es zwischen den Marktständen, im Gewusel, die Auftraggeberin nicht aus den Augen Materialien: zu verlieren. Wenn du nicht nachkommst, unterstellt sie dir, dass du die Kartoffeln klaust und sie rufen die Atlas, Kinderlexikon, Globus und Internetzugang Polizei. Aufgaben: Aufgaben: 1. Wo liegt Peru? Suche und trage das Land auf der Weltkarte ein! 1. Bitte einen Mitschüler mit der Stoppuhr die Zeit zu nehmen. Fahre mit der Schubkarre so schnell wie möglich die Slalomstrecke ab. 2. Wie lange fliegt ein Flugzeug von Deutschland Notiere: nach Peru? 1. Zeit: 3. Was sind die Anden? Trage sie auf der Karte ein! 2. Wie oft hast du ein Hindernis angerempelt?: 4. Wie hoch ist der höchste Berg Perus? Wie hoch der höchste Berg Deutschlands? 3. Welche Probleme sind beim Laufen mit der Schubkarre aufgetreten?: 5. Wie heißt die Hauptstadt Perus? 6. Wie viele Menschen leben in Peru? Wie viele in Deutschland? 7. Was arbeiten die Menschen in Peru? 2. Belade die Schubkarre mit den Säcken und wiege sie! Die Säcke sind so schwer wie ein größerer Einkauf auf dem Markt. Zusatzaufgaben: Notiere: 1. Finde den Namen von einigen Tieren heraus, die Gewicht in beladene Schubkarre: Peru vorkommen, nicht aber in Deutschland! Charlie berichtet weiter: Aufgabe: 2. Was weißt du über die Inkas? Informiere dich und Da lieferst du deinen Sack ab schreibe eine Seite darüber, was du herausgefunden Zähle die Schwierigkeiten der Lastenträger auf? und wartest auf die Bezahlung. hast! Aber statt des Sols (= 25 Cent), der als Lohn ausgemacht war, Frage nach spanischer Kolonialzeit/Bodenschätze??? drücken sie dir einen halbverfaulten Apfel in die Hand und Was ist eine Küstenwüste? sagen du warst viel zu langsam gewesen Foto: Jürgen Schübelin
16 Baustein 3 Arbeitsblatt 1 Laufzettel von Station Bearbeitet am /Kommentar Peru Im Armenviertel von Cajamarca Arbeit als Lastenträger Arbeit als Bauchladenverkäufer und verkäuferin Arbeit als Schuhputzer oder Schuhputzerin Wenn du alle Stationen bearbeitet hast, bearbeite folgende Aufgabe: Was können die Kinder von Cajamarca tun? Schreibe vier Probleme auf, die die Kinder von Cajamarca haben! Überlege, wie man die Probleme lösen könnte! 16
17 Arbeitsblatt 2 Baustein 3 Peru Peru Peru liegt an der Westküste Südamerikas. Von Deutschland aus fliegt man ungefähr 14 Stunden nach Peru. Die Hauptstadt von Peru heißt Lima. Durchquert man das Land von West nach Ost, also vom Meer aus ins Landesinnere, kommt man nach dem flachen Küstenstreifen in ein hohes Gebirge. Das sind die Anden. Der höchste Berg Perus ist Meter hoch und heißt Huascaràn. Damit ist er mehr als doppelt so hoch wie die Zugspitze (2.962 m), der höchste Berg Deutschlands. Hinter den Anden, weiter Richtung Osten, beginnt der undurchdringliche Regenwald. Hier wohnen nur sehr wenige Menschen, obwohl der Wald die größte Fläche Perus bedeckt (65%). Deshalb leben in Peru viel weniger Menschen als in Deutschland, nämlich nur 28 Millionen (in Deutschland: rund 83 Millionen). Dabei ist das Land dreimal so groß wie Deutschland! Die meisten Peruaner bieten Dienstleistungen an. Sie sind zum Beispiel Frisöre, Schneider, Schlosser, Tischler, Fahrer, Dienstmädchen, Schuhputzer oder sie verkaufen Waren. Auch viele Kinder müssen arbeiten. Über die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut. Das bedeutet, dass diese Menschen weniger verdienen, als sie zum Leben brauchen. Materialien: Atlas, Kinderlexikon, Globus und Internetzugang Aufgaben: 1. Wo liegt Peru? Suche und trage das Land auf der Weltkarte ein! 2. Wie lange fliegt ein Flugzeug von Deutschland nach Peru? 3. Was sind die Anden? Trage sie auf der Karte ein! 4. Wie hoch ist der höchste Berg Perus? Wie hoch der höchste Berg Deutschlands? 5. Wie heißt die Hauptstadt Perus? 6. Wie viele Menschen leben in Peru? Wie viele in Deutschland? 7. Was arbeiten die Menschen in Peru? Zusatzaufgaben: 1. Finde den Namen von einigen Tieren heraus, die in Peru vorkommen, nicht aber in Deutschland! 2. Was weißt du über die Inkas? Informiere dich und schreibe eine Seite darüber, was du herausgefunden hast! 17
18 Baustein 3 Fotoseite Im Armenviertel von Cajamarca Fotos: Jürgen Schübelin
19 Arbeitsblatt 3 Baustein 3 Im Armenviertel von Cajamarca Material: Fotos aus Cajamarca Aufgaben: (benutze eventuell ein Extrablatt) 1. Was siehst du auf dem Foto? 2. Schreibe Fragen und Kommentare auf, die dir beim Betrachten der Fotos kommen! Foto 1: Foto 2: Foto 3: Wie leben die Familien in den Armenvierteln? Warum arbeiten die Kinder? Cajamarca ist eine mittelgroße Stadt und liegt im Anden-Gebirge auf Metern. Viele Touristen kommen hierher, weil die Stadt prächtige alte Gebäude hat. Doch gibt es immer mehr Armenviertel. Nélida berichtet: Wir sind zu fünft: meine Mutter, meine behinderte Tante Giovana, meine Schwester Dora, mein Bruder Alberto und ich. Ich bin elf Jahre und die Jüngste. Alberto ist 13 und Dora 16 Jahre alt. Wir leben in einem Haus mit zwei Räumen. Einer davon dient uns als Küche und Esszimmer, in dem anderen schlafen wir alle. Eigentlich gibt es elektrisches Licht, aber wir schalten den Strom nie ein, denn wir könnten die Rechnung nicht bezahlen. Es gibt am Tag für eine Stunde fließendes Wasser. Dann füllen wir alle Töpfe und Gefäße, die wir haben, denn das Wasser muss bis zum nächsten Tag reichen. Im Haus gibt es kein Abwasser in der Toilette, deshalb wird Mama immer wütend, wenn einer von uns vergisst, die Tür zum Plumpsklo zu schließen, denn der Gestank zieht dann durch das ganze Haus. Ich arbeite fünf Stunden am Tag auf dem Markt und verkaufe Obst. Dabei verdiene ich 80 Soles (= 21 Euro) im Monat. Meine Schwester Dora und meine Mutter haben einen Marktstand. Sie verdienen zusammen 220 Soles (= 56 Euro) im Monat. Mein Bruder Alberto bringt den Leuten ihre Einkäufe auf einer Karre nach Hause. Er bekommt 100 Soles (= 26 Euro) im Monat. Unseren Verdienst geben wir Mama, die das Geld verwaltet und alles bezahlt. Die Miete für unser Haus kostet 150 Soles (= 39 Euro), 200 Soles (= 51,10 Euro) benötigen wir für Lebensmittel und 50 Soles (=13 Euro) können wir für alles andere ausgeben. Aufgaben: 1. Lies den Text Wie leben die Familien? Nèlida berichtet 2. Rechne aus, wie viel Geld die Familie von Nèlida im Monat verdient: Verdienst von... Nèlida: Euro Dora u. Mama: + Euro Alberto: + Euro 3. Berechne, wie viel Geld, die Familie von Nelida im Monat ausgibt: Miete: Euro Lebensmittel: + Euro Sonstiges: + Euro (Schulhefte, Kleidung) Gesamt: Euro Gesamt: Euro 4. Was passiert, wenn Nélida nicht mehr arbeitet? 5. Warum müssen Kinder wie Nélida arbeiten? 19
20 Baustein 3 Arbeitsblatt 4 Arbeit als Lastenträger Material: Eine große alte Schubkarre, schwere Säcke, eine Waage, Stoppuhr, einige Stühle Aufbau: Mit den Stühlen wird eine Slalomstrecke abgesteckt. Sie soll den verwinkelten Weg darstellen, den die Lastenträger durch die Marktstände und durch das Gedränge nehmen müssen. Viele Jungen aus den Armenvierteln von Cajamarca arbeiten als Lastenträger auf dem Markt. Mit ihren Schubkarren folgen sie ihren Kunden von Stand zu Stand und bringen dann die vollbeladene Karre zu den Kunden nach Hause. Die Gänge zwischen den Marktständen sind eng und immer voller Menschen. So ist das Ganze ein richtiger Hindernislauf! Charlie beschreibt seine Arbeit als Lastenträger so: Am schwierigsten ist es, zwischen den Marktständen, im Gewusel, die Auftraggeberin nicht aus den Augen zu verlieren. Wenn du nicht nachkommst, unterstellt sie dir, dass du die Kartoffeln klaust und sie rufen die Polizei. Aufgaben: 1. Bitte einen Mitschüler mit der Stoppuhr die Zeit zu nehmen. Fahre mit der Schubkarre so schnell wie möglich die Slalomstrecke ab. Notiere: 1. Zeit: Foto: Jürgen Schübelin 2. Wie oft hast du ein Hindernis angerempelt? 3. Welche Probleme sind beim Laufen mit der Schubkarre aufgetreten? 2. Belade die Schubkarre mit den Säcken und wiege sie! Die Säcke sind so schwer wie ein größerer Einkauf auf dem Markt. Notiere: Gewicht beladene Schubkarre: Charlie berichtet weiter: Da lieferst du deinen Sack ab und wartest auf die Bezahlung. Aber statt des Sols (= 25 Cent), der als Lohn ausgemacht war, drücken sie dir einen halbverfaulten Apfel in die Hand und sagen, du seist viel zu langsam gewesen. Aufgabe: Zähle die Schwierigkeiten der Lastenträger auf
Unterrichtsbeispiel zur Situation arbeitender Kinder in Ayacucho
Kinderhilfe Unterrichtsbeispiel zur Situation arbeitender Kinder in Ayacucho Informationen und Anregungen zur Arbeit mit dem Unterrichtsbeispiel Zeit: Für die Durchführung und Auswertung des Unterrichtsbeispiels