Source: http://www.muepe.de/2011/08/
Timestamp: 2015-04-25 23:16:34
Document Index: 74921980

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', 'BGH']

August, 2011 | muepe.de | weblog peter müller | Domainrecht, Markenrecht, UDRP und sonstiger gewerblicher Rechtsschutz
29. August 2011 | Kategorien: Domainrecht, Domains | Kein Kommentar
Das Verfahren ist nach § 1 der RES Policy für Fälle gedacht, in denen eine objektiv klare Verletzung von bekannten Marken oder Namen von erheblichem wirtschaftlichen Wert gegeben ist (“The RES is intended to provide a prompt remedy to address a limited class of situations in which there is objectively clear abuse of well-known, distinctive registered trademarks or service marks of significant commercial value, or of personal or professional names of individuals.”). Continue
22. August 2011 | Kategorien: Uncategorized | 1 Kommentar
Beim Aufruf der Webseite der GEMA fand sich bis vor wenigen Minuten der Hinweis, dass diese nicht erreichbar ist:
Leider ist diese Seite (nicht nur) in Deutschland nicht verfügbar, da sie auf ein Unternehmen verweisen könnte, für das Anonymous die erforderlichen Freiheitsrechte nicht eingeräumt hat.
Das Problem wurde mittlerweile offensichtlich behoben.
Die Inhaberin der Gemeinschaftsmarke Nr. 005203005 (Darstellung siehe links) ging im Wege einer Beschwerde nach der Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy (UDRP) gegen den Inhaber des Domainnamens “TrainingChannel.com” vor, der bereits am 21.09.1997 registriert wurde, ein Jahr vor der Gründung der Beschwerdeführerin und neun Jahre vor Anmeldung der Gemeinschaftsmarke.
Das Schiedsgericht kam zunächst zu der richtigen Überzeugung, dass der Domainname mit der Marke der Beschwerdeführerin verwechslungsfähig ähnlich ist. Es ist anerkannt, dass grafische Bestandteile, die nicht in Domainnamen wiedergegeben werden können, bei der Beurteilung der Ähnlichkeit zwischen einem Domainnamen und einer Marke außer Betracht bleiben können (vgl. bspw. X6D Limited v. Telepathy, Inc., WIPO Case No. D2010-1519). Auch spielt es bei der Frage des Vorliegens der Voraussetzungen des § 4(a)(i) der UDRP (“your domain name is identical or confusingly similar to a trademark or service mark in which the complainant has rights”) keine Rolle, ob der Domainname älter oder jünger ist als die Marke, aus der Rechte geltend gemacht werden.
Die Feststellungen des Schiedsgerichts zu den Tatbestandsmerkmalen der § 4(a)(ii) der UDRP (“you have no rights or legitimate interests in respect of the domain name”) und § 4(a)(iii) der UDRP (“your domain name has been registered and is being used in bad faith”) tragen meiner Meinung nach jedoch nicht.
Schon im Bezug auf eigene Rechte oder berechtigte Interessen des Beschwerdegegners hätte man die Beschwerde mit guten Argumenten zurückweisen können. Der Begriff “Training Channel” kann meines Erachtens als beschreibend angesehen werden und wird vielfach beschreibend genutzt, wie eine Google-Suche nach diesem Begriff zeigt. Die Registrierung von beschreibenden Domainnamen ist nach der Rechtsprechung der Schiedsgerichte regelmäßig zulässig, zumindest dann, wenn der Domainname in Verbindung mit seinem beschreibenden Inhalt genutzt wird (vgl. bspw. die Entscheidungen Allocation Network GmbH v. Steve Gregory, WIPO Case No.D2000-0016; Porto Chico Stores, Inc. v. Otavio Zambon, WIPO Case No.D2000-1270; Sweeps Vacuum & Repair Center, Inc. v. Nett Corp., WIPO Case No.D2001-0031). Selbst die Registrierung von Domainnamen mit dem alleinigen Ziel des Weiterverkaufs wurde in einigen Fällen als unproblematisch angesehen.
Spätestens bei der Frage der bösgläubigen Registrierung und Benutzung hätte das Schiedsgericht zu Gunsten des Beschwerdegegners entscheiden müssen. Das Schiedsgericht sah es im vorliegenden Fall als erwiesen an, dass der Domainname registriert wurde, um ihn an den Beschwerdeführer oder einen seiner Wettbewerber zu verkaufen (“the Respondent registered the disputed domain name primarily for the purpose of selling it to the Complainant or to one of its competitors for valuable consideration in excess of the Respondent’s out-of-pocket expenses”). Es ist jedoch schlicht ausgeschlossen, dass der Beschwerdegegner zum Zeitpunkt der Registrierung des Domainnamens mit einer diesbezüglichen Absicht gehandelt haben kann, da es den Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Domainregistrierung noch gar nicht gab.
Heute wurde ein Interview zum Thema “Neue generische Domain-Endungen (new gTLDs)” veröffentlicht, das domain-recht.de in den letzten Tagen mit mir geführt hat.
Die bekannte Band Queen (bzw. deren Produktionsgesellschaften) haben ein Verfahren nach der Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy (UDRP) angestrengt und die Übertragung des Domainnamens “WeWillRockYou.com” beantragt, der bereits im Jahre 1997 durch den Beschwerdegegner registriert wurde (Queen Productions Limited, Duck Productions Limited, Queen Music Limited v. Daniel Stanojevic, WIPO Case No. D2011-1001).
Im vorliegenden Fall konnten die Beschwerdeführer daher nur erfolgreich sein, weil sie sich auf sog. “unregistered trade mark rights” berufen konnten. Voraussetzung für das Entstehen solcher nichteingetragener Markenrechte ist nach der Rechtsprechung der Schiedsgerichte, dass ein Begriff Verkehrsdurchsetzung (“secondary meaning”) hat. Faktoren, die für eine solche Verkehrsdurchsetzung sprechen, sind unter anderem die Dauer der Benutzung des Zeichens, die Umsätze, die mit dem Zeichen erzielt wurden, die Werbeausgaben und das Medienecho. Der Schiedsrichter bejahte das Bestehen nichteingetragener Markenrechte zu Gunsten der Beschwerdeführer, da der Song “We will rock you” sehr bekannt sei und das Zeichen über einen langen Zeitraum intensiv auf Merchandising-Artikeln genutzt wurde.
Das Vorhandensein von Titelrechten ohne Verkehrsdurchsetzung wäre nicht ausreichend gewesen, um Rechte an einer Marke im Sinne von § 4(a)(i) der UDRP (“trademark or service mark”) geltend zu machen. Nach der Rechtsprechung der Schiedsgerichte besteht Einigkeit, dass Namensrechte, Werktitel oder geschäftliche Bezeichnungen als solche nicht vom Begriff “trademark or service mark” im Sinne von § 4(a)(i) der UDRP umfasst sind. Rechte an solchen Bezeichnungen, die nicht auch als Marke eingetragen sind, können daher nur geltend gemacht werden, wenn diese auf Grund erfolgter Benutzung Verkehrsgeltung erlangt haben. Im Hinblick auf Titel wurde dies unter anderem für die Filmtitel “Letters From Iwo Jima”, “Norbit”, “Sweeney Todd”, “How To Lose It All”, “Iron Man”, “Seven Day Itch”, “Things We Lost In The Fire”, “Life and Def” und “A Mighty Heart” (Paramount Pictures Corporation v. Pete Gilchrist, WIPO Case No. D2007-0128), den Buchtitel “1,000 Places To See Before You Die” (Workman Publishing Co., Inc., Patricia Schultz v. ICE, WIPO Case No. D2011-0414) und die Zeitschriftentitel “ANDHRA PRABHA” (Express Publications (Madurai) Limited, Express Network Private Limited v. Vasavi Communications Ltd, Seenu, WIPO Case No. D2011-0150) und “The Economic Times” (Bennett Coleman & Co Ltd v. Steven S Lalwani, WIPO Case No. D2000-0014) bejaht.
Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte in einem Streit zwischen zwei Firmen, die beide das Firmenschlagwort “BCC” verwenden, über die geltend gemachten Unterlassungsansprüche zu entscheiden (Urteil vom 20.01.2011, Az.: I ZR 10/09).
Apple Inc. gewinnt “ipods.com” im UDRP-Verfahren (Apple Inc. v. Private Whois Service, WIPO Case No. D2011-0929)
Apple Inc. hat in einem Schiedsverfahren nach der Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy (UDRP) die Übertragung des Domainnamens “ipods.com” erwirkt. Der Wert des Domainnamens dürfte beträchtlich sein. Apple hatte 2007 die Domain “iphone.com” für einen siebenstelligen Betrag und in diesem Jahr den Domainnamen “icloud.com” für 4,5 Millionen Dollar angekauft.
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