Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/209103,0.html
Timestamp: 2019-09-17 09:18:41
Document Index: 360263106

Matched Legal Cases: ['§ 935', '§ 935', '§ 935', '§ 935', '§ 935', '§ 935', '§ 935', '§ 935']

Veranlassungsprinzip vs. § 935, 2 BGB
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Verfasst am: 30 Okt 2008 - 17:24:10 Titel: Veranlassungsprinzip vs. § 935, 2 BGB
ich dachte immer, dass eine Sache wegen des Veranlassungsprinzips nicht nach § 935, 1 abhanden gekommen ist, wenn der (frühere) Eigentümer selbst veranlasst hat, dass er den unmittelbaren Besitz verliert (Wenn er sie verleiht etc). Aber wie lässt sich das mit § 935, 2 vereinbaren? Der mittelbare Besitzer hat ja immer veranlasst, dass ein anderer unmittelbarer Besitzer ist.
Kommt es vielleicht einfach nur darauf an, dass wer die Sache weggenommen hat? Also ob das derjenige war, dem ich den Besitz anvertraut habe oder ein Dritter? Anders kann ich mir das nicht erklären...
Vielleicht könnte ihr mir ja helfen...vielen Dank schon mal,
Verfasst am: 30 Okt 2008 - 18:50:11 Titel:
§ 935 I S. 2 BGB sagt:
Das Gleiche gilt, falls der Eigentümer nur mittelbarer Besitzer war, dann, wenn die Sache dem Besitzer abhanden gekommen war.
Es geht also nicht darum, dass der mittelbare Besitzer dem unmittelbaren Besitzer die Sache gegeben hat, sondern dass dem mittelbaren Besitzer die Sache abhanden gekommen ist, z.B. durch Diebstahl eines Dritten.
Beispiel: A leiht dem B eine Uhr. C stiehlt dem B die Uhr und verkauft sie an D weiter.
Hier kann D das Eigentum an der Uhr nach § 935 I S. 2 BGB nicht gutgläubig erwerben, weil die Uhr dem Besitzer gestohlen wurde, also abhanden gekommen ist, während der Eigentümer nur mittelbarer Besitzer war.
Verfasst am: 01 Nov 2008 - 12:16:34 Titel:
ja das hatte ich mir auch so ungefähr gedacht. Aber was ist dann mit dem Veranlassungsprinzip? Also unser Prof. sagte, dass eine Sache eben nicht abhandengekommen ist, wenn man sie jemand anderem gibt, weil man dann ja veranlasst hat, dass man nicht mehr Besitzer ist....
Verfasst am: 01 Nov 2008 - 12:22:38 Titel:
Ja, aber hier steht doch eindeutig im Gesetz, dass es im Fall des mittelbaren Besitzes auf das Abhandenkommen vom unmittelbaren Besitzer ankommt! Und nicht auf das Abhandenkommen des mittelbaren Besitzers. Lies dir doch mal den § 935 I BGB in Ruhe durch und versuche, das zu verstehen.