Source: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10007853
Timestamp: 2019-06-26 10:29:34
Document Index: 224452405

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 3', '§ 5', '§ 6', '§ 6', '§ 28', '§ 7', '§ 10', '§ 11', '§ 13', '§ 14', '§ 8', '§ 28', '§ 29', '§ 15', '§ 8', '§ 14', '§ 8', '§ 8', '§ 16', '§ 17', '§ 17', '§ 17']

RIS - Fußpfleger-Ausbildungsordnung - Bundesrecht konsolidiert, Fassung vom 26.06.2019
Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Fußpfleger-Ausbildungsordnung, Fassung vom 26.06.2019
Verordnung des Bundesministers für wirtschaftliche Angelegenheiten über die Berufsausbildung im Lehrberuf Fußpfleger (Fußpfleger-Ausbildungsordnung)
StF: BGBl. Nr. 637/1996
Auf Grund der §§ 7, 8, 24 und 27 des Berufsausbildungsgesetzes, BGBl. Nr. 142/1969, zuletzt geändert durch das Kompetenzbereinigungsgesetz 1992, BGBl. Nr. 256/1993, wird im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Arbeit und Soziales verordnet:
Einrichtung des Lehrberufes Fußpfleger
§ 1. (1) Es wird der Lehrberuf „Fußpfleger'' mit einer Lehrzeit von zwei Jahren eingerichtet.
(2) In der Lehrberufsliste (Anlage zur Verordnung des Bundesministers für wirtschaftliche Angelegenheiten, mit der die Lehrberufsliste erlassen wird, BGBl. Nr. 268/1975, zuletzt geändert durch die Verordnung BGBl. Nr. 902/1995) lauten die Bestimmungen betreffend den Lehrberuf Fußpfleger nunmehr wie folgt:
Lehrberuf Lehrzeit in Verwandter auf den verwandten
Jahren Lehrberuf Lehrberuf
Lehrjahr Ausmaß
Fußpfleger 2 Masseur ....... 1. voll
Kosmetiker .... 1. voll
Lehrzeitanrechnung von verwandten Lehrberufen
§ 2. (1) Die im verwandten Lehrberuf zurückgelegte Lehrzeit ist auf die Lehrzeit im Lehrberuf „Fußpfleger'' im folgenden Ausmaß anzurechnen:
Anrechnung der
Verwandter Lehrberuf Lehrzeit auf
den Lehrberuf
Kosmetiker ............ 1. voll
Masseur ............... 1. voll
(2) In der Lehrberufsliste (Anlage zur Verordnung des Bundesministers für wirtschaftliche Angelegenheiten, mit der die Lehrberufsliste erlassen wird, BGBl. Nr. 268/1975, zuletzt geändert durch die Verordnung BGBl. Nr. 902/1995) werden daher bei den Lehrberufen Kosmetiker und Masseur die Bestimmungen betreffend die Verwandtschaft gemäß Abs. 1 geändert.
§ 3. Durch die Berufsausbildung im Lehrbetrieb und in der Berufsschule soll der ausgebildete Lehrling befähigt werden, die nachfolgenden Tätigkeiten fachgerecht, selbständig und eigenverantwortlich auszuführen:
Fußmassage, Beinmassage (ausgenommen Massage zu Heilzwecken), Kräuteranwendung, Verabreichen von Fußbädern,
Behandeln und Normalisieren aller Nagelveränderungen und Nageldeformationen an den Zehennägeln,
§ 4. Für den Lehrberuf Fußpfleger wird folgendes Berufsbild festgelegt. Hiebei sind die angeführten Fertigkeiten und Kenntnisse spätestens in dem jeweils angeführten Lehrjahr beginnend derartig zu vermitteln, daß der Lehrling zur Ausübung einer qualifizierten Tätigkeit im Sinne des § 3 befähigt wird.
1. Kenntnis der Arbeitsmaterialien und der Hilfsmittel, ihrer
2. Handhaben und Instandhalten (keine Reparatur) der zu
verwendenden Instrumente, Apparate, Geräte Einrichtungen und
3. Richtige energiesparende und schonende Anwendung der
Apparate, Geräte und Arbeitsbehelfe sowie eine den
Hygienevorschriften entsprechende Reinigung und Pflege der
4. Grundkenntnisse der in der Fußpflege zu verwendenden Mittel,
Wirkstoffe und Hilfsmittel in bezug auf ihre Eigenschaften,
An- und Verwendungsmöglichkeiten
5. Persönliche-, Betriebs- und Kenntnis der Hygiene,
Arbeitshygiene Grundkenntnisse der
6. Kenntnis der in der Fußpflege verwendeten Stoffe sowie
sämtlicher im Betrieb verwendeten Präparate in bezug auf
ihre Eigenschaften, An- und Verwendungsmöglichkeiten
7. Arbeitsablauf und Führung der Kundenkartei
Zeiteinteilung in der Fußpflege
8. Grundkenntnisse der Anatomie (Lehre vom Körperbau),
Somatologie (Lehre vom menschlichen Körper) und der
speziellen Histologie (Lehre von der Haut und vom Gewebe)
sowie Gebiete der Atmung, Ernährung und Stoffwechsel
9. Berufsbezogene Kenntnis der Anatomie und Physiologie der Füße
und Beine sowie Grundkenntnisse über Blut- und Lymphkreislauf,
Ernährung, Diabetes und Stoffwechsel
10. Kenntnis über Beratungs- und Fachkundiges, fallbezogenes
Verkaufsgespräch Umgang mit Beratungs- und
Kunden Verkaufsgespräch mit
Ausdrucksweise und
11. Grundkenntnisse der Bewegungslehre der Füße und Beine
12. Kenntnis und Erkennen der Kenntnis über vorbeugende
Auswirkungen und Folgen bei Maßnahmen zur Gesunderhaltung
Varizen der Gefäße der Füße und Beine
13. Kenntnis der Verwendung von Kenntnis und Erkennen von
Venen- und Stützstrümpfen, Fußdeformationen und ihrer
Einlagen und Gesundheitsschuhen Folgeerscheinungen
14. Kenntnis der Grundsätze der Anwendung der physikalischen
physikalischen Fußpflege Fußpflege (Elektrizität,
(Elektrizität, Wasser, Licht, Wasser, Licht, Wärme und
Wärme und Kälte) Kälte)
15. Beurteilung der Haut des Fußes aus fußpflegerischer Sicht
16. Fußmassage, Beinmassage (ausgenommen Massagen zu Heilzwecken);
Kräuteranwendung; Verabreichen von Fußbädern; Aromen
17. Erkennen der Formen und Kenntnis der Spangentechnik,
Deformation von Zehennägeln; Nagelprothetik und der
Schneiden, Schleifen, Feilen, Orthese, Behandlung und
Fräsen und Lackieren von Normalisierung eingewachsener
Zehennägeln Zehennägel
18. Kenntnis über Haut- und Nagelveränderungen; Behandlungsge- und
-verbote
19. Kenntnis der Ersten Hilfe -
20. Anlegen von Kenntnis über die Behandlung
Druckschutzverbänden und des Alters- und
Kompressen Diabetikerfußes
21. Entfernen von Verhärtungen, Entfernen von Hühneraugen
Hühneraugen auch zB im Nagelfalz,
Schwielen und verhornten Nagelbett und
Hautstellen Hornhautwucherungen
22. Hand- und Nagelpflege Handmassage
(Maniküre); Lackieren der
23. Kenntnis der sich aus dem Lehrvertrag ergebenden
24. Kenntnis der einschlägigen Sicherheitsvorschriften sowie der
sonstigen in Betracht kommenden Vorschriften zum Schutze des
Lebens und der Gesundheit
25. Grundkenntnisse der aushangpflichtigen arbeitsrechtlichen
26. Abfalltrennung, Wertguttrennung und Recycling
§ 5. In Fällen der gleichzeitigen Ausbildung eines Lehrlings in zwei Lehrberufen sind dem Lehrling die Fertigkeiten und Kenntnisse beider Lehrberufe in der in den beiden Berufsbildern festgelegten zeitlichen Reihenfolge unter Bedachtnahme auf die sich gemäß § 6 Abs. 2 des Berufsausbildungsgesetzes ergebende Lehrzeitdauer zu vermitteln.
§ 6. (1) Die Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf Fußpfleger gliedert sich in eine praktische und in eine theoretische Prüfung.
Wirtschaftsrechnen.
(4) Die theoretische Prüfung entfällt, wenn der Prüfungskandidat das Erreichen des Lehrzieles der letzten Klasse der fachlichen Berufsschule für den Lehrberuf Fußpfleger oder den Ersatz der gesamten Lehrzeit auf Grund schulmäßiger Ausbildung gemäß einer Verordnung auf Grund des § 28 des Berufsausbildungsgesetzes nachgewiesen hat.
§ 7. (1) Die Prüfarbeit hat nach Angabe der Prüfungskommission folgende Aufgaben zu umfassen:
Beurteilen der Haut und des Fußes aus fußpflegerischer Sicht,
Anlegen eines Druckschutzverbandes und einer Kompresse,
Behandeln des Fußes mittels Instrumenten, Präparaten und Apparaten,
Fuß- und Beinmassage (manuell und apparativ),
Hand- und Nagelpflege (Maniküre) und Handmassage,
Komplette Fußpflegebehandlung.
(2) Die Prüfungskommission hat unter Bedachtnahme auf den Zweck der Lehrabschlußprüfung und die Anforderungen der Berufspraxis jedem Prüfling eine Prüfarbeit zu stellen, die in der Regel in drei Arbeitsstunden durchgeführt werden kann.
(3) Die Prüfarbeit ist nach vier Arbeitsstunden zu beenden.
(4) Für die Bewertung im Gegenstand „Prüfarbeit'' sind folgende Kriterien maßgebend:
richtige Fuß- und Hautbeurteilung,
Sorgfalt und Arbeitsausführung.
(3) Die Themenstellung hat dem Zweck der Lehrabschlußprüfung und den Anforderungen der Berufspraxis zu entsprechen. Hiebei sind Fragen über Schutzmaßnahmen und Unfallverhütung sowie über einschlägige Hygienevorschriften mit einzubeziehen.
(4) Die Dauer der Prüfung soll je Prüfling 20 Minuten nicht übersteigen. Eine Verlängerung kann im Einzelfall erfolgen, wenn der Prüfungskommission eine zweifelsfreie Beurteilung des Prüflings sonst nicht möglich erscheint.
§ 10. (1) Die Fachkunde hat die stichwortartige Beantwortung je einer Frage aus sämtlichen nachstehenden Bereichen zu umfassen:
Anatomische und dermatologische Grundkenntnisse,
Kenntnisse über Anomalien,
Grundkenntnisse über die Wirkung von Fußmassage und Fußgymnastik,
Instrumenten- und Apparatekunde,
Hilfsstoffe und Hilfsmittel in der Fußpflege.
(2) Die Fachkunde kann auch in programmierter Form mit Fragebögen geprüft werden. In diesem Fall sind aus jedem Bereich fünf Aufgaben zu stellen.
(4) Die Aufgaben sind so zu stellen, daß sie in der Regel in 60 Minuten durchgeführt werden können.
(5) Die Prüfung ist nach 80 Minuten zu beenden.
§ 11. (1) Das Wirtschaftsrechnen hat zwei einfache Kalkulationen von Behandlungen nach Angabe zu umfassen.
(2) Wenn bis zu drei Gegenstände mit „nichtgenügend'' bewertet wurden, ist die Wiederholungsprüfung auf die mit „nichtgenügend'' bewerteten Gegenstände zu beschränken. Die Prüfungskommission hat in diesem Fall unter Berücksichtigung der festgestellten Mängel an Fertigkeiten und Kenntnissen festzulegen, wann innerhalb des Zeitraumes von drei bis sechs Monaten nach der nichtbestandenen Lehrabschlußprüfung frühestens die Wiederholungsprüfung abgelegt werden kann.
(3) Wenn mehr als drei Gegenstände mit „nichtgenügend'' bewertet wurden, ist die gesamte Prüfung zu wiederholen. In diesem Fall kann die Wiederholungsprüfung frühestens sechs Monate nach der nichtbestandenen Lehrabschlußprüfung abgelegt werden.
§ 13. Im übrigen ist auf die Durchführung der Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf Fußpfleger die Allgemeine Lehrabschlußprüfungsordnung, BGBl. Nr. 670/1995, anzuwenden.
§ 14. (1) Für die Ausbildung im Lehrberuf Fußpfleger werden folgende Verhältniszahlen gemäß § 8 Abs. 3 lit. a des Berufsausbildungsgesetzes (fachlich einschlägig ausgebildete Personen - Lehrlinge) festgelegt:
1 bis 2 fachlich einschlägig ausgebildete Personen ..... 2 Lehrlinge
3 fachlich einschlägig ausgebildete Personen ........... 3 Lehrlinge
4 fachlich einschlägig ausgebildete Personen ........... 4 Lehrlinge
ab der 5. fachlich einschlägig ausgebildeten Person auf
je 3 weitere fachlich einschlägig ausgebildete
Personen ....................................... 1 weiterer Lehrling
der Gewerberechtsinhaber,
der gewerberechtliche Geschäftsführer,
Personen, die die Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf „Fußpfleger'' abgelegt haben,
Personen, die die Lehrabschlußprüfung in einem zum Lehrberuf „Fußpfleger'' verwandten Lehrberuf abgelegt haben und zumindest zwei Jahre fachlich einschlägig tätig waren,
(3) Auf die Verhältniszahlen sind Lehrlinge in den letzten vier Monaten ihrer Lehrzeit und Lehrlinge, denen unter Anwendung des § 28 oder/und § 29 des Berufsausbildungsgesetzes mindestens zwei Lehrjahre ersetzt wurden, nicht anzurechnen.
§ 15. (1) Für die Ausbildung im Lehrberuf Fußpfleger werden folgende Verhältniszahlen gemäß § 8 Abs. 3 lit. b des Berufsausbildungsgesetzes (Ausbilder - Lehrlinge) festgelegt:
Auf je drei Lehrlinge zumindest ein Ausbilder, der nicht ausschließlich mit Ausbildungsaufgaben betraut ist,
auf je acht Lehrlinge zumindest ein Ausbilder, der ausschließlich mit Ausbildungsaufgaben betraut ist.
(2) Die Verhältniszahl gemäß § 14 Abs. 1 darf jedoch nicht überschritten werden.
(3) Ein Ausbilder, der mit Ausbildungsaufgaben in mehr als einem Lehrberuf betraut ist, darf unter Beachtung der für die einzelnen in Betracht kommenden Lehrberufe jeweils festgelegten Verhältniszahlen gemäß § 8 Abs. 3 lit. b des Berufsausbildungsgesetzes insgesamt höchstens so viele Lehrlinge ausbilden, wie es der höchsten Lehrlingszahl gemäß § 8 Abs. 3 lit. b des Berufsausbildungsgesetzes der in Betracht kommenden Lehrberufe entspricht.
§ 16. (1) Diese Verordnung tritt mit 1. Jänner 1997 in Kraft.
(2) Die Ausbildungsvorschriften für den Lehrberuf „Fußpfleger'', Verordnung BGBl. Nr. 696/1974 idF BGBl. Nr. 330/1992, treten - unbeschadet § 17 Abs. 1 - mit Ablauf des 31. Dezember 1996 außer Kraft.
(3) Die Prüfungsordnung für die Lehrabschlußprüfung im Lehrberuf „Fußpfleger'', Verordnung BGBl. Nr. 275/1975, tritt - unbeschadet § 17 Abs. 1 - mit Ablauf des 31. Dezember 1996 außer Kraft.
§ 17. (1) Lehrlinge, die am 31. Dezember 1996 im Lehrberuf „Fußpfleger'' entsprechend den Ausbildungsvorschriften für den Lehrberuf „Fußpfleger'', BGBl. Nr. 696/1974 idF BGBl. Nr. 330/1992, ausgebildet werden, sind bis zum Ablauf der im Lehrvertrag vereinbarten Lehrzeit nach den Ausbildungsvorschriften für den Lehrberuf „Fußpfleger'', BGBl. Nr. 696/1974 idF BGBl. Nr. 330/1992, auszubilden. Sie können innerhalb eines Jahres nach Lehrzeitende zur Lehrabschlußprüfung gemäß der Verordnung BGBl. Nr. 275/1975 antreten. Wenn jedoch durch Lehrvertragsänderung ein Übergang zum neuen Lehrberuf „Fußpfleger'' erfolgt, finden die Bestimmungen der „Fußpfleger-Ausbildungsordnung'' Anwendung.
(2) Lehrzeiten, die im Lehrberuf „Fußpfleger'' entsprechend den Ausbildungsvorschriften für den Lehrberuf „Fußpfleger'', BGBl. Nr. 696/1974 idF BGBl. Nr. 330/1992, zurückgelegt wurden, sind zur Gänze anzurechnen.