Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201987,%20322
Timestamp: 2019-08-25 06:24:31
Document Index: 263947216

Matched Legal Cases: ['§ 180', '§ 21', '§ 9', '§ 12', '§ 571', '§ 21', '§ 12', '§ 21', '§ 180', '§ 21', '§ 180', '§ 179']

BFH, 07.10.1986 - IX R 167/83 - dejure.org
https://dejure.org/1986,231
BFH, 07.10.1986 - IX R 167/83 (https://dejure.org/1986,231)
BFH, Entscheidung vom 07.10.1986 - IX R 167/83 (https://dejure.org/1986,231)
BFH, Entscheidung vom 07. Januar 1986 - IX R 167/83 (https://dejure.org/1986,231)
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AO 1977 § 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a; EStG § 21 Abs. 1 Nr. 1, § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 7, § 12 Nr. 2; BGB §§ 571, 705, 743, 745, 748, 1008, 1059
Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung - Überschuß von Einnahmen - Ermittlung - Miteigentümer - Hausgemeinschaft - Werbungskosten - Grund im Gemeinschaftsverhältnis
Gesonderte und einheitliche Feststellung der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung; Vereinbarungen der Miteigentümer über die Zurechnung der Einnahmen und Werbungskosten
BFHE 148, 501
BB 1987, 880
BStBl II 1987, 322
Dies ist bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung dann der Fall, wenn mehrere Personen gemeinschaftlich --sei es als Gesamthands- oder als Bruchteilsgemeinschaft (BFH-Urteil vom 7. Oktober 1986 IX R 167/83, BFHE 148, 501, BStBl II 1987, 322, m.w.N.)-- den Tatbestand der Vermietung und Verpachtung verwirklichen und dadurch Einkünfte erzielen (BFH-Urteil vom 23. Juni 1992 IX R 182/97, BFHE 168, 285, BStBl II 1992, 972, m.w.N.).
Sie trifft nicht den Kern der Aussage und berücksichtigt nicht, daß der BFH auch bei anderen Einkunftsarten darauf abstellt, wer den Tatbestand einer Einkunftsart erfüllt, z. B. bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung, wer die rechtliche und tatsächliche Macht hat, die in § 21 Abs. 1 EStG genannten Wirtschaftsgüter anderen entgeltlich auf Zeit zur Nutzung zu überlassen (BFH-Urteile vom 15. April 1986 IX R 52/83, BFHE 146, 415, 417, BStBl II 1986, 605; vom 7. Oktober 1986 IX R 167/83, BFHE 148, 501, 505, BStBl II 1987, 322; vom 7. April 1987 IX R 103/85, BFHE 150, 124, 127, BStBl II 1987, 707).
Bei einer Personengesellschaft mit Einkünften aus Vermietung und Verpachtung sind die Einkünfte zunächst auf der Ebene der Gesellschaft zu ermitteln und sodann auf die Gesellschafter zu verteilen (ständige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteile vom 21. November 2000 IX R 2/96, BFHE 193, 460, BStBl II 2001, 789, m.w.N.), und zwar nach den Vereinbarungen der Gesellschafter, wenn sie ihren Grund im Gesellschaftsverhältnis haben und sich nicht als Einkommensverwendung z.B. durch Zuwendungen i.S. des § 12 Nr. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) darstellen (BFH-Urteile vom 7. Oktober 1986 IX R 167/83, BFHE 148, 501, BStBl II 1987, 322, und vom 7. April 1987 IX R 103/85, BFHE 150, 124, BStBl II 1987, 707).
(1) Nach der bisherigen Rechtsprechung des BFH können Absetzungen für Abnutzung (AfA) und erhöhte Absetzungen nur demjenigen zugerechnet werden, der die Anschaffungs- oder Herstellungskosten getragen hat (BFH-Urteile in BFHE 125, 532, BStBl II 1978, 674, und in BFHE 148, 501, BStBl II 1987, 322).
Treffen Angehörige als Miteigentümer eines Wohngrundstücks eine von dem zivilrechtlichen Beteiligungsverhältnis abweichende, z. B. an der tatsächlichen Nutzung orientierte Vereinbarung hinsichtlich der Verteilung der Einnahmen und Ausgaben, so ist eine solche Vereinbarung nur dann steuerrechtlich zu beachten, wenn sie in Gestaltung und Durchführung dem zwischen fremden Personen Üblichen entspricht (Anschluß an Senatsurteil vom 7. Oktober 1986 IX R 167/83, BFHE 148, 501, BStBl II 1987, 322).
Derartige (abweichende) Vereinbarungen zwischen Angehörigen sind nur dann steuerrechtlich zu beachten, wenn sie in Gestaltung und Durchführung des Vereinbarten dem zwischen fremden Personen Üblichen entsprechen (vgl. Senatsurteil vom 7. Oktober 1986 IX R 167/83, BFHE 148, 501, BStBl II 1987, 322).
Zudem ist bei der Verteilung der Einkünfte auf die Mitglieder einer Miteigentümergemeinschaft zu berücksichtigen, daß Werbungskosten einschließlich AfA nur demjenigen zugerechnet werden können, der auch Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung - sei es durch Selbstnutzung, sei es durch Beteiligung an der Vermietung - erstrebt (Senatsurteil in BFHE 148, 501, BStBl II 1987, 322, mit weiteren Nachweisen).
Dies ist bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung dann zu bejahen, wenn mehrere Personen gemeinschaftlich den Tatbestand der Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG) verwirklichen und dadurch Einkünfte erzielen (Urteile des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 15. April 1986 IX R 69/81, BFHE 147, 134, BStBl II 1986, 792, und vom 7. Oktober 1986 IX R 167/83, BFHE 148, 501).
b) War somit der Beigeladene zu 3 zunächst zusammen mit dem Beigeladenen zu 2 und sodann mit dem inzwischen verstorbenen Ehemann der Beigeladenen zu 1 Gesellschafter der Klägerin und verwirklichten sie mit Hilfe der Klägerin gemeinsam den Tatbestand der Vermietung und Verpachtung, so folgt daraus mit den Urteilen des erkennenden Senats in BFHE 147, 134, BStBl II 1986, 792 und in BFHE 148, 501, daß - entgegen der Auffassung des FG - auch die Einkünfte aus dieser Vermietungstätigkeit ihnen grundsätzlich gemeinsam i. S. von § 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a AO 1977 zuzurechnen sind.
Dies ist bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung dann der Fall, wenn mehrere Personen gemeinschaftlich den Tatbestand der Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG) verwirklichen und dadurch Einkünfte erzielen (Senatsurteil vom 23. Juni 1992 IX R 182/97, BFHE 168, 285, BStBl II 1992, 972, m.w.N.), sei es in Gestalt einer Gesamthands-, sei es in Gestalt einer Bruchteilsgemeinschaft (Senatsurteil vom 7. Oktober 1986 IX R 167/83, BFHE 148, 501, BStBl II 1987, 322, m.w.N.).
Zutreffend hat das FG diese, gemäß § 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a, § 179 Abs. 2 AO 1977 gesondert und einheitlich festzustellenden Einkünfte den Klägern auch entsprechend ihren Miteigentumsanteilen zugerechnet (vgl. Senatsurteil in BFHE 148, 501, BStBl II 1987, 322).
Diese Rechtsauffassung entspricht dem Beschluß des Großen Senats vom 25. Juni 1984 GrS 4/82 (BFHE 141, 405, BStBl II 1984, 751), wonach die Personengesellschaft bzw. die Bruchteilsgemeinschaft (vgl. Urteil des Senats vom 7. Oktober 1986 IX R 167/83, BFHE 148, 501, BStBl II 1987, 322) für die Einkommensteuer insoweit Steuerrechtssubjekt ist, als ihre Gesellschafter bzw. Gemeinschafter gemeinsam Merkmale eines Besteuerungstatbestands verwirklichen, die den Gesellschaftern bzw. Gemeinschaftern für deren Besteuerung zuzurechnen sind.
c) Dieser Erkenntnis steht das BFH-Urteil vom 7. Oktober 1986 IX R 167/83 (BFHE 148, 501, BStBl II 1987, 322) nicht entgegen.
Diese Voraussetzung ist, wie dargelegt, bei einer Bauherrengemeinschaft nicht erfüllt, so daß der erkennende Senat offenlassen kann, ob er den Grundsätzen des Urteils in BFHE 148, 501, BStBl II 1987, 322 in vollem Umfang folgen könnte.
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