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Timestamp: 2017-11-24 03:37:32
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Matched Legal Cases: ['§ 91', '§ 91', '§ 91', 'BGH', 'BGH', '§ 91', '§ 3', '§ 91', '§ 91', '§ 3', '§ 91', '§ 11', '§ 43', '§ 26', '§ 25']

OLG Hamm, Beschluss vom 31. Juli 2002 - Az. 30 W 30/02
Beschluss vom 31. Juli 2002 - Az. 30 W 30/02
OLG Hamm · Beschluss vom 31. Juli 2002 · Az. 30 W 30/02
30 W 30/02
openJur 2011, 20010
2 O 21/02 vorher
Auf die Beschwerde der KlÃ¤gerin wird der Streitwertbeschluss des Ein-zelrichters der 2. Zivilkammer des Landgerichts MÃ¼nster vom 27. Mai 2002 abgeÃ¤ndert.
fÃ¼r die Zeit bis zum 21.12.2001 auf 50.000,00 DM (25.564,59 EUR),
fÃ¼r die Zeit danach auf 3.726,30 DM (1.905,27 EUR) festgesetzt.
Die Frage, welche Auswirkung die einseitige ErledigungserklÃ¤rung auf den Streitwert hat, wird in Rechtsprechung und Lehre unterschiedlich beantwortet. Eine sog. "ganz herrschende Meinung" gibt es entgegen der von dem Einzelrichter des Landgerichts in seinem Nichtabhilfebeschluss vom 10. Juli 2002 wiedergegebenen Auffassung derzeit wohl noch nicht, jedenfalls nicht dahingehend, dass nach ErledigungserklÃ¤rung der unverÃ¤nderte Streitwert zugrunde zu legen ist; schon gar nicht lÃ¤sst sie sich der Kommentierung von Putzo in Thomas/Putzo ZPO 24. Aufl 2002 Â§ 91 Rn. 59-61 entnehmen.
In neueren Entscheidungen hat, soweit ersichtlich, zuletzt das LG MÃ¼nchen (NJW-RR 2001, 429) die Ansicht vertreten, auch nach einseitiger ErledigungserklÃ¤rung sei der Streitwert nach dem vollen Wert der Klageforderung zu bemessen, weil das Gericht weiterhin ZulÃ¤ssigkeit und BegrÃ¼ndetheit der ursprÃ¼nglichen Klage zu prÃ¼fen habe (ebenso: OLG Brandenburg NJW-RR 1996, 1472; OLG MÃ¼nchen [28. ZS] NJW-RR 1996, 956; OLG KÃ¶ln MDR 1995, 163; OLG DÃ¼sseldorf JurBÃ¼ro 1994, 114; OLG Bamberg JurBÃ¼ro 1992, 762; Baumbach/Lauterbach/Hartmann ZPO 60. Aufl. 2002 Anh 3 Rn. 45).
Eine vor allem praktikable LÃ¶sung, nach der ein Bruchteil, 50% - 80%, des bisherigen Streitwertes maÃŸgeblich sein soll, weil das (Feststellungs-)Interesse des KlÃ¤gers nicht mehr seinem vollen Leistungsinteresse entspreche, sich aber auch nicht auf das Kosteninteresse verkÃ¼rze, das zudem eine rechnerisch komplizierte Ermittlung erfordere, haben OLG MÃ¼nchen [11. ZS] JurBÃ¼ro 1995, 644; OLG KÃ¶ln JurBÃ¼ro 1991, 832; OLG Bremen JurBÃ¼ro 1971, 92; OLG Celle NJW 1970, 2113, Stein/Jonas/Bork ZPO 21. Aufl. 1994 Â§ 91a Rn. 47 und AK-ZPO/RÃ¶hl 1. Aufl. 1987, Â§ 91a Rn. 49 favorisiert.
DemgegenÃ¼ber bemisst der BGH (NJW-RR 1996, 1210; 1993, 765; BGHZ 106, 359, 366 = NJW 1989, 2885) - von Ausnahmen abgesehen, falls beim Ehrenschutz die Rechtfertigung im Vordergrund steht (NJW 1982, 768) oder falls die ErledigterklÃ¤rung auf einer Aufrechnung des KlÃ¤gers beruht (WM 1978, 737) - in stÃ¤ndiger Rechtsprechung den Streitwert ab einseitiger ErledigungserklÃ¤rung nach den bis dahin entstandenen Gerichts- und Parteikosten. Dem sind mehrere Obergerichte gefolgt (OLG Dresden NJW-RR 2001, 428; OLG Hamm [23. ZS] MDR 2000, 175 unter Aufgabe von JurBÃ¼ro 1973, 442; KG MDR 1999, 380; OLG Schleswig OLGR 1999, 79; OLG Naumburg OLGR 1998, 32; OLG Hamm [13. FamS] NJW-RR 1995, 959; OLG MÃ¼nchen [29. ZS] NJW 1995, 1086; OLG Karlsruhe NJW-RR 1994, 761). In der Kommentarliteratur vertreten diese Auffassung Musielak/Wolst ZPO 3. Aufl. 2002 Â§ 91a Rn. 47; ZÃ¶ller/Herget ZPO 23. Aufl. 2002 Â§ 3 Rn. 16; ZÃ¶ller/Vollkommer a.a.O. Â§ 91a Rn. 48; MÃ¼nchKomm/Lindacher ZPO 2. Aufl 2000 Â§ 91a Rn. 90, 103. Diese Auffassung von wird Putzo a.a.O. als wohl herrschende Meinung bezeichnet, so auch Protokoll des Einzelrichters vom 18. MÃ¤rz 2002, Bl. 37 d.A.
Der letztgenannten Ansicht ist zuzustimmen. Mit der einseitigen ErledigungserklÃ¤rung beschrÃ¤nkt der KlÃ¤ger sein Klageziel auf ein entsprechendes Feststellungsbegehren, das nach Â§ 3 ZPO zu bewerten ist. Soweit - wie im vorliegenden Fall - kein besonderes, weitergehendes Interesse des KlÃ¤gers erkennbar ist, geht es ihm regelmÃ¤ÃŸig nur darum, die Kostenlast abzuwehren (OLG Hamm [23. ZS] a.a.O.). Es kommt ihm regelmÃ¤ÃŸig nicht auf die aus prozessrechtlichen GrÃ¼nden verlangte Feststellung an, dass die Hauptsache erledigt ist, sondern auf die damit verbundene Kostenentscheidung des Urteils. Auch der Umstand, dass das Gericht bei einer nur einseitigen ErledigungserklÃ¤rung nach wie vor die ursprÃ¼ngliche ZulÃ¤ssigkeit und BegrÃ¼ndetheit der Klage prÃ¼fen muss, rechtfertigt keinen hÃ¶heren Streitwert, zumal auch bei Ã¼bereinstimmenden ErledigungserklÃ¤rungen fÃ¼r die Kostenentscheidung nach Â§ 91a ZPO der bisherige Sach- und Streitstand maÃŸgeblich ist, dessen Beurteilung eine Ã¤hnliche PrÃ¼fung erfordert (OLG Dresden a.a.O.), wenn sie dort auch summarisch erfolgen darf.
Die HÃ¶he der fÃ¼r den Streitwert ab ErledigungserklÃ¤rung maÃŸgeblichen, d.h. der bis dahin entstandenen, Kosten lÃ¤sst sich im Grundsatz mÃ¼helos der auf der Grundlage des ursprÃ¼nglichen Streitwertes von 50.000,00 DM erstellten Kostenberechnung der Mahnabteilung des AG Hagen (Bl. 3 d.A.) entnehmen. Hinzuzurechnen sind lediglich die entsprechenden GebÃ¼hren fÃ¼r die, nach ihrer Darstellung, am 12.05.2001, mithin zum vollem Streitwert, beauftragen RechtsanwÃ¤lte der Beklagten und die Umsatzsteuer:
GerichtsgebÃ¼hr Â§ 11 Nr. 1100 GKGÂ Â Â Â 327,50 DM
RA-GebÃ¼hren
Â§Â§ 43 I Nr. 11,II, 31 I Nr. 1 BRAGOÂ Â 1.425,00 DM
Auslagen Â§ 26 BRAGOÂ Â 40,00 DM
Â Â Â Â Â Â 1.465,00 DM
+ 16% UStÂ Â Â Â 234,40 DM
Â Â 1.699,40 DM
3.398,80 DM
Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â 3.726,30 DM.
Das Verfahren Ã¼ber die Beschwerde ist gebÃ¼hrenfrei; Kosten werden nicht erstattet (Â§ 25 Abs. 4 GKG).
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