Source: https://dfff-ffa.de/index.php?haeufige-fragen-2
Timestamp: 2019-12-05 22:39:32
Document Index: 193275403

Matched Legal Cases: ['§21', '§22', '§28', '§22', '§22', '§4', '§ 49', '§ 27', '§27', '§27', '§27', '§27', '§27', '§27', '§27', '§49', '§ 26', '§25', '§24', '§27', '§28', '§ 10']

Deutscher Filmförderfonds | Häufige Fragen
An dieser Stelle finden Sie die Antworten auf häufig gestellte Fragen von der Antragstellung bis hin zur Schlussprüfung Ihres Projektes.
Häufige Fragen zur Antragstellung
Sind Sie antragsberechtigt?
Ist Ihr Film oder Teilwerk antragsberechtigt?
Wann muss der Antrag eingereicht werden?
Kann vor dem Bescheid mit den dem Auftrag ausführenden Arbeiten begonnen werden?
Wie hoch darf die Gage des Produktionsdienstleisters sein?
Was ist bei Mehrfachtätigkeit des Produktionsdienstleisters zu beachten?
Wie werden die deutschen Herstellungskosten berechnet?
Wie werden die anerkannten deutschen Herstellungskosten berechnet?
Was sind die tatsächlich in Deutschland ausgegebenen Herstellungskosten bzw. die sog. Mindesthöhe (75%)
Wie hoch sind die Treuhandgebühren?
Was ist beim Auslandsdreh zu beachten?
Was ist bei der Arbeit mit ausländischer Cast & Crew in Deutschland zu beachten?
Was ist im Produktionsdienstleistervertrag zu berücksichtigen?
Welcher Eigenschaftstest muss verwendet werden?
Muss eine deutsche Sprachfassung hergestellt werden?
Muss eine barrierefreie Fassung hergestellt werden?
Gilt die Sperrfristenregelung des FFG`s?
Können Förderungen kombiniert werden?
Können Anträge wiederholt gestellt werden?
Wie wird der Zuschuss steuerrechtlich behandelt?
Antworten zur Antragstellung
1. Sind Sie antragsberechtigt?
§21 Antragsteller
Produktionsdienstleister können für die Herstellung eines programmfüllenden Spiel- oder Animationsfilms oder eines Teilwerks eines solchen Films einen Antrag auf Förderung stellen.
Das antragstellende Unternehmen muss eine Spezialisierung auf und ausreichende Erfahrungen mit Dienstleistungen im audiovisuellen Bereich nachweisen.
Der Nachweis gilt als erbracht, wenn der/die Antragsteller/in als natürliche oder juristische Person oder ein mit ihm gesellschaftsrechtlich verbundenes Unternehmen innerhalb der letzten fünf Jahre vor Antragstellung entweder
zwei programmfüllende Filme von jeweils mind. 1 Mio. € Auftragswert (netto) und Gesamtherstellungskosten des Films von jeweils mind. 10 Mio. € (netto) als Produktionsdienstleister verantwortet hat
einen solchen Film (mind. 10 Mio. € Gesamtherstellungskosten) als Hersteller produziert hat und zum Zeitpunkt der Antragstellung über ausreichend spezialisierte Fachkräfte verfügt.
Der Produktionsdienstleister kann die Dienstleistung selbst durchführen oder durch Dritte durchführen lassen.
​Erfüllen mehrere Produktionsdienstleister die Voraussetzungen für das Teilwerk / den Film kann der Antrag nur von einem Produktionsdienstleister gestellt werden. Über diesen haben sich die beteiligten Produktionsdienstleister zu einigen und gegenüber der FFA eine entsprechende Erklärung (siehe Downloadbereich) abzugeben.
Anträge unterschiedlicher Produktionsdienstleister für verschiedene Teilwerke eines Films sind unabhängig voneinander zulässig.
2. Ist Ihr Film oder Teilwerk förderfähig?
§22 Projektbezogene Voraussetzungen
Förderfähig sind programmfüllende Spiel- und Animationsfilme, die im Kino in Deutschland ausgewertet werden.
Die Gesamtherstellungskosten müssen mindestens 20 Mio. € betragen.
Die deutschen Herstellungskosten des beim Produktionsdienstleister in Auftrag gegebenen Teilwerks / Films müssen mindestens 8 Mio. € betragen.
Für Filme, die den Eigenschaftstest für Animations- und animierte Filme verwenden müssen, gilt abweichend hiervon, dass die deutschen Herstellungskosten mindestens 2 Mio. € betragen müssen.
Der Eigenschaftstest für Animations- und animierte Filme ist zu verwenden, wenn mindestens 50 % der deutschen Herstellungskosten auf Ausgaben im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Eigenschaftstest für Animationsfilme und animierte Filme entfallen.
3. Wann muss der Antrag eingereicht werden?
§28 (2) Antragstellung und Antragsverfahren
Anträge können laufend gestellt werden, jedoch spätestens sechs Wochen vor Beginn der in Auftrag gegebenen Dienstleistung. Diese Frist muss auf jeden Fall eingehalten werden und darf nicht unterschritten werden, da das Projekt ansonsten nicht förderfähig ist.
Die Finanzierung des Projektes muss zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu 75% geschlossen sein, zwischen 50% -75% sind aber ein guter Richtwert.
4. Kann vor dem Bescheid mit den dem Auftrag ausführenden Arbeiten begonnen werden?
§22 (6) Projektbezogene Voraussetzungen
Grundsätzlich kann erst nach Ausstellung des Zuwendungsbescheides mit den Arbeiten begonnen werden. Als Maßnahmenbeginn gilt im Fall eines Realdrehs der erste reale Drehtag – unabhängig davon, in welchem Land dieser stattfindet.
Im Fall eines virtuellen Drehs ist es der erste virtuelle Drehtag oder der Beginn der Herstellung der digitalen Aktivposten (Assets), sofern dies im Vorfeld des virtuellen Drehs erfolgt.
In begründeten Ausnahmefällen kann ein Antrag auf vorzeitigen Drehbeginn bzw. Beginn der Animationsarbeiten gestellt werden. Das Formular dazu finden Sie im Downloadbereich.
Der Antrag muss frühzeitig, spätestens jedoch eine Woche vor Drehbeginn eingereicht werden. Für eine Genehmigung ist es wichtig, dass die 6-Wochenfrist für die Einreichung des Förderantrages eingehalten wurde.
Im Antrag ist zu begründen, welche zwingend inhaltlichen und produktionellen Umstände für den vorzeitigen Maßnahmenbeginn vorliegen und warum der Antragsteller weiterhin auf die Fördermittel des DFFF II angewiesen ist.
Bitte beachten Sie auch, dass dem Antrag auf vorzeitigen Maßnahmenbeginn nur zugestimmt werden kann, wenn die grundsätzlichen Zugangsvoraussetzungen zum DFFF II erfüllt werden, wie z.B. das Bestehen des kulturellen Eigenschaftstest.
5. Wie hoch darf die Gage des Produktionsdienstleisters sein?
§22 (6) Anlage 2 Punkt 8 Produktionsdienstleisterhonorar, Sonderregelungen für eigene Leistungen des Produktionsdienstleisters sowie für Mehrfachbetätigung
Empfänger des Produktionsdienstleisterhonorars ist die natürliche Person welche die Verantwortung für die Durchführung der Produktionsdienstleistung trägt.
Sind die natürliche Person, der die Verantwortung für die Durchführung der Produktionsdienstleistung obliegt, bzw. der Inhaber, Allein- oder Mehrheitsgesellschafter des Produktionsdienstleisters (Einzelunternehmen, Personen- oder Kapitalgesellschaft) und der Hersteller identisch, kann kein zusätzliches Herstellerhonorar geltend gemacht werden.
Der max. Ansatz für das Produktionsdienstleisterhonorar beträgt 2,5% der Herstellungskosten, des vom Produktionsdienstleister zu verantwortenden Projekts (ohne vorherigen Ansatz der Gage), maximal jedoch 125.000 Euro. Betragen die deutschen Herstellungskosten mehr als 5 Mio. €, so erhöht sich das Produktionsdienstleisterhonorar pro 1 Mio. € weiterer deutscher Herstellungskosten um jeweils 25.000 € bis zu max. 250.000 €.
Im folgenden Beispiel wird die Berechnung exemplarisch dargestellt.
Gesamtherstellungskosten: 35.000.000,00 €
Deutsche Herstellungskosten 15.500.000,00 €
Darin enthaltene Produzentengage: 200.000,00 €
Bis 5.000.000 € = 125.000 €, darüber hinaus pro volle 1 Mio. €, jeweils 25.000 € zusätzlich bis insgesamt max. 250.000 €
15.500.000,00 – 200.000,00 € = 15.300.000,00 €
Für 5 Mio. € sind 125.000,00 € ansetzbar
Für die darüberhinausgehenden 10.300.000,00 € ergäben sich rechnerisch zusätzlich 250.000 €, also insgesamt 375. 000 €
Da aber das Produktionsdienstleisterhonorar 200.000 € beträgt, ist keine Kappung erforderlich.
Sollte ihre kalkulierte Dienstleistergage das mögliche Maximum überschreiten, ist diese in den deutschen Herstellungskosten, anerkannten deutschen Herstellungskosten und in den tatsächlichen deutschen Herstellungskosten auf das Maximum von 250.000 € zu kappen.
6. Was ist bei Mehrfachtätigkeit des Produktionsdienstleisters zu beachten?
Erbringt der Produktionsdienstleister oder die natürliche Person, der die Verantwortung für die Durchführung der Produktionsdienstleistung obliegt, bzw. Inhaber, Allein- oder Mehrheitsgesellschafter des herstellenden Produktionsdienstleisters (Einzelunternehmen, Personen- oder Kapitalgesellschaft) eine zusätzliche Leistung und ist somit mehrfach tätig, sind bestimmte Gagenansätze zu berücksichtigen:
Produzentengage: 2,5 % der vom Produktionsdienstleister zu verantwortenden Herstellungskosten (ohne Ansatz der Gage), höchstens jedoch 250.000 € (die Berechnung erfolgt wie bei dem Produktionsdienstleisterhonorar).
In diesem Fall kann kein zusätzliches Produktionsdienstleisterhonorar geltend gemacht werden.
Regiegage: 4% der vom Produktionsdienstleister zu verantwortenden Herstellungskosten (ohne vorherigen Ansatz der Gage)
Herstellungsleiter: 2,7 % der vom Produktionsdienstleister zu verantwortenden Herstellungskosten (ohne vorherigen Ansatz der Gage)
Jede weitere Gage: Kappung um 20% der Gage
Von einer Kappung kann abgesehen werden, wenn der Nachweis erbracht wird, dass die kalkulierte Gage bereits um 20% gekappt wurde (eine Erklärung vom Antragsteller ist nicht ausreichend) oder Vergleichsverträge die zeigen, dass die übliche Gage des Dienstleisters für diese Tätigkeit normaler mindestens 20% über dem angesetzten Betrag liegt.
Sachleistungen: Rabattierung um 25% gegenüber den Listenpreisen
7. Wie werden die deutschen Herstellungskosten berechnet? (Anlage 10 des DFFF II Antrages)
§4 Begriffsbestimmungen sowie § 49 EStG
Deutsche Herstellungskosten sind alle Kosten, welche für das zu verantwortende Projekt in Deutschland ausgegeben werden. Also alle Dienstleistungen und Waren, die auf deutsche Rechnungen oder Verträge erfolgen. Bei internationalen Koproduktionen mit einem deutschen Koproduzenten und einem deutschen Produktionsdienstleister gilt, dass in der Regel die Kosten für die Gagen der deutschen Cast- und Crewmitglieder sowie die Personalkosten ausländischer Cast und Crew für die Zeit der Arbeiten in Deutschland dazugerechnet werden können, sofern diese dem Produktionsdienstleister zugerechnet werden und der Produktionsdienstleister für die organisatorische Abwicklung verantwortlich ist. Diese Zuordnung muss im Produktionsdienstleistervertrag eindeutig geregelt sein.
8. Wie werden die anerkannten deutschen Herstellungskosten berechnet? (Anlage 11 des DFFF II Antrages)
§ 27 Höhe der Zuwendung; zuwendungsfähige Herstellungskosten
Anerkannte deutsche Herstellungskosten sind alle deutschen Kosten abzüglich der in §27 der Richtlinie aufgeführten Positionen. Außerdem dürfen hier die in Deutschland anfallenden Kosten für die Außendreharbeiten im Ausland nur bis zu 20% der vom Produktionsdienstleister zu verantwortenden Auslandsdrehtage angerechnet werden.
Die Bezugsgröße für die Obergrenze von 20 % sind die vom Dienstleister im Ausland zu verantwortenden Drehtage (nicht die vom Dienstleister zu verantwortenden Gesamtdrehtage des Projekts).
Berechnungsweise am Bsp. eines Spielfilms:
Deutsche Herstellungskosten (Summe aus Anlage 11 des DFFF II Antrages)
abzüglich aller Positionen in §27 der Richtlinie
abzüglich der in Deutschland anfallenden Kosten für die vom Produktionsdienstleister zu verantwortenden Außendreharbeiten im Ausland, die über die anerkannten Drehtage hinausgehen
= anerkannte deutsche Herstellungskosten
Die Kosten für das deutsche Team, deutsche Schauspieler, deutsche Technik, Requisiten, Kostüme etc., die für den Auslandsdreh anfallen, können nur für die anerkannten Außendreharbeiten im Ausland bezuschusst werden. Vorbereitungs-, Abwicklungs- und Reisetage im Ausland werden nicht bezuschusst.
Gemäß §27 zählen folgende Kosten nicht zu den anerkennungsfähigen deutschen Herstellungskosten:
Allgemeine Vorkosten (gemäß Anlage 2 Ziffer 5 der Richtlinie)
Kosten für Stoffrechte und Rechte an vorbestehenden Werken (Buchvorlagen, Musikstücke etc.)
Reise- und Transportkosten für Schauspieler (Übernachtungskosten in Deutschland sind aber anerkannt)
Beistellungen und zurückgestellte Gage für Leistungen der an der Filmherstellung Beteiligten
Überschreitungsreserve, sofern sie bis Projektende nicht in anerkannte deutsche Herstellungskosten aufgelöst wird
Kosten für Dreharbeiten und andere Arbeiten im Ausland, soweit diese nicht den Anforderungen §27 Abs. 5 entsprechen (zur Berechnung: siehe hier (und dann Link zum FAQ)
Folgende Kosten können nur bis zu einer gewissen Grenze bei den anerkannten deutschen Herstellungskosten eingestellt werden:
Drehbuch bis 3% der deutschen Herstellungskosten bzw. maximal 150.000 €
Schauspielergagen (Haupt- und Nebendarsteller sowie Tagesrollen) bis 15% der deutschen Herstellungskosten
Bitte beachten Sie, dass Reise- und Transportkosten nur für Crewmitglieder anerkannt werden können, wenn Sie in Deutschland starten oder landen und über ein deutsches Reisebüro gebucht wurden (deutsche Rechnung).
9. Was sind die tatsächlich in Deutschland ausgegebenen Herstellungskosten bzw. die sog. Mindesthöhe (75%)? (Anlage 12 des DFFF II Antrages)
§27 (5) Nr. 2 Höhe der Zuwendung; zuwendungsfähige Herstellungskosten
Mindestens 75% der vom Produktionsdienstleister zu verantwortenden deutschen Herstellungskosten müssen in Deutschland erbracht werden (ohne Berücksichtigung der für die Auslandsdrehtage anfallenden Kosten).
Von den deutschen Kosten müssen alle in Deutschland anfallenden Kosten für die Auslandsdreharbeiten abgezogen werden. Hierunter fallen alle Gagen, das Filmmaterial sowie Equipment, welches in Deutschland angemietet und ins Ausland mitgenommen wurde. Auch Reisekosten zum Dreh im Ausland müssen abgezogen werden, genauso wie Kosten für Reisen ins Ausland während der Vorbereitung und der Postproduktion. Zusätzlich können keine Rück- und Beistellungen zu den tatsächlich in Deutschland ausgegeben Herstellungskosten zählen.
Deutsche Herstellungskosten (Summe aus Anlage 10)
abzüglich aller in Deutschland entstehenden Kosten für Auslandsdreharbeiten und Vorbereitung/Postproduktion
abzüglich aller Rück- und Beistellungen
= tatsächliche Höhe der in Deutschland ausgegebenen HK
10. Wie wird der Zuschuss berechnet?
§27 (1) und (2) Höhe der Zuwendung; zuwendungsfähige Herstellungskosten
Der Zuschuss beträgt 25 Prozent der anerkannten deutschen Herstellungskosten. Allerdings gilt generell eine Obergrenze von 80% des Gesamtbudgets, auf die maximal der Zuschuss berechnet werden kann. Der maximale Zuschuss beträgt 25 Mio. € pro Film. Das bedeutet, die 25 Mio. € könnten auf mehrere Teilwerke aufgeteilt werden.
11. Wie hoch sind die Treuhandgebühren?
Falls neben dem DFFF II eine weitere durch die FFA abgewickelte Produktionsförderung (bspw. FFA Produktionsförderung, Referenzmittel) in der Finanzierung enthalten ist, beträgt die Treuhandgebühr für die Prüfung der Schlusskosten 1,375% des bewilligten Zuschusses. Falls nur der DFFF II und keine weitere der o.g. durch die FFA abgewickelte Produktionsförderungen in der Finanzierung enthalten ist, beträgt die Treuhandgebühr 1,65% des Zuschusses. Bei einer Staffelgrenze ab über 4 Mio. € Zuschuss beträgt die Treuhandgebühr 0,3% auf den 4 Mio. € übersteigenden Betrag. Ab einem Zuschuss über 8 Mio. Euro ist die Treuhandgebühr gedeckelt. Treuhandgebühren zählen zu den anerkannten deutschen Herstellungskosten.
Zuschuss: 10.000.000 €
Treuhandgebühr (Einfachprüfung):
0-4 Mio. Euro * 1,65% = 66.000 €
4-8 Mio. Euro (Deckelung ab 8 Mio. €) * 0,3 = 12.000 €
= 72.000 €
12. Was ist beim Auslandsdreh zu beachten?
§27 (5) Nr. 3 Höhe der Zuwendung; zuwendungsfähige Herstellungskosten
Grundsätzlich ist für einen geplanten Dreh im Ausland ein begründeter Antrag auf Genehmigung der Auslandsdreharbeiten zu stellen. Dieser Antrag kann formlos erfolgen und ist zusammen mit dem Förderantrag einzureichen.
Es sind max. 20% der vom Produktionsdienstleister zu verantwortenden Drehtage im Ausland anerkennungsfähig (nicht der vom Produktionsdienstleister insgesamt zu verantwortenden Drehtage). Nur Außendreharbeiten können in den anerkennungsfähigen deutschen Herstellungskosten zu 20% berücksichtigt werden.
Die deutsche Kamerafrau arbeitet auf einem Spielfilmprojekt mit insgesamt 35 Drehtagen, davon 19 in Deutschland und 16 im Ausland. Der deutsche Dienstleister verantwortet die 19 Drehtage in Deutschland und 10 Drehtage im Ausland.
Von diesen 10 Drehtagen im Ausland sind 8 Drehtage ‚überwiegende‘ Außendrehtage (die Kamera steht überwiegend unter freiem Himmel) und zwei Innendrehtage.
Der DFFF bezuschusst bei Spielfilmen deutsche Kosten für Außendreharbeiten im Ausland nur bis max. 20% der vom Produktionsdienstleister zu verantwortenden Drehtage im Ausland.
In unserem Beispiel gibt es zwar 8 Außendrehtage im Ausland, aber nur 20% von 10 vom Produktionsdienstleister zu verantwortenden Drehtagen im Ausland können anerkannt werden, also maximal 2.
Gagen für Vor- und Nachbereitungstage sowie Reisetage im Ausland sind nicht zuschussfähig.
Die Kamerafrau hat einen Vertrag mit einer Vergütung von 48.380 Euro und insgesamt 82 Tagen, woraus sich eine Tagesgage von 590,- Euro ergibt. Es ergibt sich folgende Aufteilung:
(in) Deutschland (im) Ausland zuschussfähige Auslandsdrehtage
Vorbereitung 30 3 0
Dreh 29 10
davon innen 19 2
davon außen 10 8
max. Obergrenze im Ausland (40% der Gesamtdrehtage) keine 2 2
Abwicklung/Postproduktion 5 1 0
Reisetage 2 2 0
Arbeitstage pro Land 66 16
Anerkannte Tage gesamt
Wie wirkt sich das nun auf die deutschen Kosten, anerkannten deutschen Kosten und Mindesthöhe aus?
Deutsche Kosten: In den deutschen Kosten stehen 100% der Gage, da die Kamerafrau hier in Deutschland versteuert.
Anerkannte deutsche Kosten: In die anerkannten deutschen Kosten werden alle deutschen Tage, also 66 PLUS die anerkannten Außendrehtage im Ausland, also 2 berücksichtigt. Es können folglich insgesamt 68 Tage bezuschusst werden. Multipliziert mit der Tagesgage können also 40.120,00 Euro in die anerkannten deutschen Kosten übertragen werden.
Mindesthöhe: In die Mindesthöhe kommen nur die deutschen Tage, also 66 Tage. Multipliziert mit der Tagesgage können nun daher 38.940,00 Euro in die Mindesthöhe übertragen werden.
Tage in den deutschen Kosten 82
Tage in den anerkannten deutschen Kosten 68
30 Vorbereitungstage in Dtl. + 29 Drehtage in Dtl. + 5 Abwicklungs-/Post Tage in Dtl. + 2 Reisetage in Deutschland + 2 anerkannte Außendrehtage im Ausland
Tage in der Mindesthöhe
30 Vorbereitungstage in Dtl. + 29 Drehtage in Dtl. + 5 Abwicklungs-/Post Tage in Dtl. + 2 Reisetage in Dtl.
Gesamtherstellungskosten Deutsche Herstellungskosten Anerkannte deutsche Herstellungskosten Mindesthöhe
48.380,00 € 48.380,00 € 40.120,00 € 38.940,00 €
13. Was ist bei der Arbeit mit ausländischer Cast & Crew in Deutschland zu beachten?
Ausländische Cast- und Crewmitglieder können für die Zeit, die sie in Deutschland tätig sind, unter bestimmten Voraussetzungen voll anerkannt (Gagen & Lohnnebenkosten) werden, wenn sie gemäß §49EStG in Deutschland beschränkt steuerpflichtig sind.
Bei internationalen Koproduktionen mit einem deutschen Koproduzenten und einem deutschen Produktionsdienstleister gilt, dass in der Regel die Kosten für die Gagen der deutschen Cast- und Crewmitglieder sowie die Personalkosten ausländischer Cast und Crew für die Zeit der Arbeiten in Deutschland dazugerechnet werden können, sofern diese dem Produktionsdienstleister zugerechnet werden und der Produktionsdienstleister für die organisatorische Abwicklung verantwortlich ist. Diese Zuordnung muss im Produktionsdienstleistervertrag eindeutig geregelt sein.
Die französische Kostümbildnerin hat insgesamt 78 Arbeitstage, denn sie bereitet 3 Tage in Deutschland vor und 30 im Ausland, sie dreht 19 Tage in Deutschland und 16 im Ausland, hat einen Tag Abwicklung/Post in Deutschland und 5 Tage im Ausland, sowie 2 Reisetage innerhalb Deutschlands und zwei Tage im/ins Ausland. Bei 78 Arbeitstagen und einer Gage von 30.000 Euro ergibt sich also eine Tagesgage von 384,62 Euro.
(in) Deutschland (im) Ausland
Vorbereitung 3 30
Dreh 19 16
Abwicklung/Postproduktion 1 5
Reisetage 2 2
Arbeitstage pro Land 25 0
Sowohl in den deutschen Kosten, den anerkannten deutschen Kosten und in der Mindesthöhe stehen alle deutschen Tage, also 3 + 19 + 1 + 2 = 25. Multipliziert mit der Tagesgage macht das 9.615,50 Euro.
30.000,00 € 9.615,50 € 9.615,50 € 9.615,50 €
14. Was ist im Produktionsdienstleistervertrag zu berücksichtigen?
Damit sichergestellt ist, dass die Voraussetzungen für eine Förderung ordnungsgemäß erfüllt werden, sind bei der Ausarbeitung des Produktionsdienstleistervertrages einige Punkte zu beachten.
Der Hersteller des Films muss gegenüber dem Produktionsdienstleister (Antragsteller) erklären, dass
die ordnungsgemäße Gesamtfinanzierung des programmfüllenden Spiel- oder Animationsfilms gesichert ist;
die Grenzen für die zulässige Beihilfeintensität nach §§ 26, 27 der Richtlinie nicht überschritten werden;
die ordnungsgemäße Finanzierung des vom Antragsteller zu verantwortenden Projekts (Film oder Teilwerk eines Films) gesichert ist;
der Nachweis zur Fertigstellung der Nullkopie fristgerecht erfolgt
der Hersteller die fristgerechte Kinoauswertung in Deutschland bestätigt
das geförderte Teilwerk im Film verwendet wird
der Hersteller die Einhaltung der Sperrfristen nach dem FFG garantiert
in der Öffentlichkeitsarbeit sowie im Abspann des Films auf die Förderung durch den Deutschen Filmförderfonds hingewiesen wird.
Wir verweisen hier auf Anlage 8.
Für den Fall, dass der ausländische Mithersteller ausländische Crew- und Castmitglieder anstellt, die im beantragten Teilwerk / Film in Deutschland tätig werden und in Deutschland beschränkt steuerpflichtig sind, muss im Produktionsdienstleistervertrag eindeutig geregelt werden, dass die Kosten für die ausländische Cast & Crew dem deutschen Produktionsdienstleister zugrechnet werden und dieser für die organisatorische Abwicklung verantwortlich ist.
15. Welcher Eigenschaftstest muss verwendet werden?
§25 kultureller Eigenschaftstest
Für Projekte, bei denen mindestens 50 % der deutschen Herstellungskosten auf Ausgaben im unmittelbaren Zusammenhang mit Block A und B des Eigenschafstests für Animationsfilme und animierte Filme entfallen, ist der Film Eigenschaftstest für Animationsfilme und animierte Filme zu verwenden (Anlage 5 der Richtlinie).
Für alle anderen Projekte ist der kulturelle Eigenschaftstest für Spielfilme zu verwenden.
Der Punktetest nach dem Europäischen Übereinkommen findet für den DFFF II keine Anwendung.
16. Muss eine deutsche Sprachfassung hergestellt werden?
Wenigstens eine Endfassung des Films muss in deutscher Sprache hergestellt werden. Für die Sprachfassung des Films ist eine für die Kinovorführung taugliche, deutsch untertitelte Fassung ausreichend.
17. Muss eine barrierefreie Fassung hergestellt werden?
Wenigstens eine Endfassung des Films muss in einer Version mit deutschen Untertiteln und mit deutscher Audiodeskription in kinogeeigneter Qualität hergestellt werden.
18. Gilt die Sperrfristenregelung des FFG´s ?
§24 Sperrfristen
Der Antragsteller muss durch eine entsprechende Erklärung des Herstellers nachweisen, dass bei der Auswertung des Films die Sperrfristen des FFG eingehalten werden.
Über Sperrfristenverkürzungen sowie bei Verletzungen der Sperrfristen entscheidet der Vorstand der FFA.
19.Können Förderungen kombiniert werden?
§27 (8) Höhe der Zuwendung, zuwendungsfähige Herstellungskosten
Die Förderung durch den DFFFII kann nicht mit anderen öffentlichen Fördermitteln aus dem Bundeshaushaushalt kombiniert werden.
Eine Kombination mit Fördermitteln aus dem Landeshaushalt (bspw. mit Länderförderungen) ist grundsätzlich zulässig, jedoch nur bis zur europarechtlich zulässigen Grenze von bis zu 50 Prozent bzw. bei einer Koproduktion mit Beteiligung eines Produzenten aus einem weiteren Mitgliedstaat der EU bis zu 60 Prozent.
Schwierige audiovisuelle Werke und Koproduktionen, an denen Länder aus der Liste des Entwicklungsausschusses der OECD beteiligt sind, sind von diesen Grenzen ausgenommen.
Die Beurteilung darüber trifft die höchste am Projekt beteiligte Länderförderung.
20. Können Anträge wiederholt gestellt werden?
§28 (5) Antragstellung und Antragsverfahren
Sollten Sie ihren Förderantrag zurückziehen müssen oder Ihr Projekt wurde formal abgelehnt, so haben Sie die Möglichkeit noch zweimal einen erneuten Antrag für dieses Projekt zu stellen. Wichtig ist dabei, dass mit den Dreharbeiten noch nicht begonnen wurde.
21. Wie wird der Zuschuss steuerrechtlich behandelt?
Zuwendungen des DFFF sind echte Zuschüsse im Sinne der Verwaltungsregelung zur Anwendung des Umsatzsteuergesetzes und unterliegen daher nicht der Umsatzsteuer (Abschnitt 10.2. UStAE zu § 10 UStG).