Source: http://www.judicialis.de/Bundesverfassungsgericht_1-BvR-2314-96-1_Beschluss_09.12.1997.html
Timestamp: 2017-03-23 23:58:09
Document Index: 54396833

Matched Legal Cases: ['§ 32', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 5', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 11', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 5', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 11', '§ 32']

Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 09.12.1997 mit dem Az.: 1 BvR 2314/96 1	/* Banner Ads */
Aktenzeichen: 1 BvR 2314/96 1
BVerfGG § 32 Abs. 6 Satz 2 Diese Entscheidung enthält keinen zur Veröffentlichung bestimmten Leitsatz.
1.	des Herrn Dr. F...
- Bevollmächtigte:	Rechtsanwälte Christine Roth
und Rainer Roth,
Aufseßplatz 1, Nürnberg -
gegen	Art. 2, Art. 3, Art. 5 Abs. 2 bis 4, Art. 6, Art. 7, Art. 8, Art. 9, Art. 10 und Art. 11 Nr. 1 Buchstabe a des bayerischen Gesetzes über ergänzende Regelungen zum Schwangerschaftskonfliktgesetz und zur Ausführung des Gesetzes zur Hilfe für Frauen bei Schwanger-	schaftsabbrüchen in besonderen Fällen (Bayerisches Schwangerenhilfeergänzungsgesetz - BaySchwHEG)
vom 9. August 1996 (BayGVBl S. 328),
- 1 BvR 2306/96 -,
2.	des Herrn S...
- Bevollmächtigte:	1.	Prof. Dr. Monika Frommel,
Institut für Sanktionenrecht und Kriminologie der Christian-Albrechts-Universität,
Leibnizstraße 6, Kiel,
2.	Prof. Dr. Sibylle Raasch,
Hochschule für Wirtschaft und Politik,
FB Rechtswissenschaft,
gegen	Art. 2, Art. 3 Abs. 1 Satz 3 Nr. 2, Art. 5 Abs. 1 bis 4, Art. 6, Art. 7, Art. 8, Art. 9, Art. 10 Abs. 1 Nr. 2 und Art. 11 Nr. 1 Buchstabe a des bayerischen Gesetzes über ergänzende Regelungen zum Schwangerschaftskonfliktgesetz und zur Ausführung des Gesetzes zur Hilfe für Frauen bei Schwangerschafts-
abbrüchen in besonderen Fällen (Bayerisches Schwan-
gerenhilfeergänzungsgesetz - BaySchwHEG)
- 1 BvR 2314/96 -,
Beteiligte: Bayerische Staatsregierung, vertreten durch den Ministerpräsidenten,
- Bevollmächtigter:	Prof. Dr. Peter Lerche,
Junkersstraße 13, Gauting -
hat das Bundesverfassungsgericht - Erster Senat - unter Mitwirkung des Vizepräsidenten	Seidl,
der Richterin	Graßhof,
der Richter	Grimm,
der Richterinnen	Seibert,
und des Richters	Hömig
am 9. Dezember 1997 beschlossen:
Die Nummern 1 und 2 der einstweiligen Anordnung vom 24. Juni 1997 werden gemäß § 32 Abs. 6 Satz 2 BVerfGG wiederholt.
Die Folgenabwägung, die auch angestellt werden muß, wenn über die Wiederholung einer einstweiligen Anordnung zu entscheiden ist, führt nicht zu einem anderen Ergebnis als in dem Urteil vom 24. Juni 1997. Allerdings ist die Zahl der den Ärzten in Bayern erteilten Erlaubnisse inzwischen erheblich gestiegen, und es kann nicht mehr mit gleicher Sicherheit wie zur Zeit des erstmaligen Erlasses der einstweiligen Anordnung festgestellt werden, daß der bayerische Gesetzgeber sein Lebensschutzkonzept auch bei uneingeschränktem Inkrafttreten des Gesetzes nicht verwirklichen könnte. Im Hinblick darauf, daß diese einstweilige Anordnung durch unzureichende Verwirklichung des bundesrechtlichen Lebensschutzkonzepts veranlaßt war und zur Erteilung uneingeschränkter Erlaubnisse zugunsten der Beschwerdeführer geführt hat, sowie unter Berücksichtigung des Umstandes, daß der Senat bemüht sein wird, die Hauptsache alsbald zu entscheiden, sind etwaige Beeinträchtigungen einer nunmehr nähergerückten Verwirklichung des Schutzkonzepts des bayerischen Gesetzgebers für die Zeit bis zur Entscheidung in der Hauptsache jedoch nicht so schwerwiegend, daß sie die Nachteile einer Nichtverlängerung der einstweiligen Anordnung überwiegen.
Die Entscheidungsformel ist im Bundesgesetzblatt zu veröffentlichen.
Seidl Graßhof Grimm
Kühling Seibert Jaeger