Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20R%20191/79
Timestamp: 2019-11-15 13:27:26
Document Index: 6288328

Matched Legal Cases: ['§ 18', 'Art. 4', 'Art. 7', '§ 16', '§ 49', '§ 49', '§ 49', 'Art. 4', '§ 18', '§ 16', '§ 15']

BFH, 28.03.1984 - I R 191/79 - dejure.org
BFH, 28.03.1984 - I R 191/79
https://dejure.org/1984,940
BFH, 28.03.1984 - I R 191/79 (https://dejure.org/1984,940)
BFH, Entscheidung vom 28.03.1984 - I R 191/79 (https://dejure.org/1984,940)
BFH, Entscheidung vom 28. März 1984 - I R 191/79 (https://dejure.org/1984,940)
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EStG §§ 18, 49 Abs. 1 Nr. 3; DBA-Schweiz 1931/59 Art. 4 Abs. 1, Art. 7
Einkünfte aus selbständiger Arbeit - Nachträglich erzielte Einkünfte - Veräußerung eines Patents - Erfinder - Selbständiger Erfinder - Gewährung einer Leibrente
Renteneinnahmen aus der Veräußerung eines Patents bleiben bei späterer Wohnsitzverlegung in die Schweiz im Inland steuerpflichtig
Fiktive Betriebsaufgabe nach § 16 Abs. 3a EStG durch Entzug des Besteuerungsrechts
BFHE 141, 244
BB 1984, 1789
BStBl II 1984, 664
Nach diesen Grundsätzen hat der Senat in der Vergangenheit eine Betriebsverlegung vom Inland in das Ausland als Betriebsaufgabe angesehen, wenn der Gewinn aus dem in das Ausland verlegten Gewerbebetrieb aufgrund eines Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung (DBA) nicht der inländischen Besteuerung unterliegt (sog. Theorie der finalen Betriebsaufgabe, vgl. Senatsurteile vom 28. April 1971 I R 55/66, BFHE 102, 374, BStBl II 1971, 630; vom 13. Oktober 1976 I R 261/70, BFHE 120, 225, BStBl II 1977, 76; vom 28. März 1984 I R 191/79, BFHE 141, 244, BStBl II 1984, 664 - die beiden letztgenannten Urteile betreffen die Verlegung der Wohnsitze von freiberuflichen Erfindern ins Ausland -).
Auch nachträgliche Einkünfte, die auf der im Inland ausgeübten selbständigen Arbeit beruhen, unterliegen der beschränkten Steuerpflicht nach § 49 Abs. 1 Nr. 3 EStG 1990 (vgl. Senatsurteile in BFHE 141, 244, BStBl II 1984, 664; vom 12. Oktober 1978 I R 69/75, BFHE 126, 209, BStBl II 1979, 64; vom 18. Oktober 1989 I R 126/88, BFHE 159, 314, BStBl II 1990, 377;… Gosch in Kirchhof, EStG, 8. Aufl., § 49 Rz 77;… Blümich/Wied, a. a. O., § 49 EStG Rz 144; zu nachträglichen gewerblichen Einkünften aus einer früheren inländischen Betriebsstätte: Senatsurteil vom 15. Juli 1964 I 415/61 U, BFHE 80, 213, BStBl III 1964, 551; BMF-Schreiben vom 27. September 1982, BStBl I 1982, 771; BMF-Schreiben - Betriebsstätten-Verwaltungsgrundsätze - vom 24. Dezember 1999, BStBl I 1999, 1076, Tz. 2.9).
BFH, 24.09.2015 - VI R 69/14
Lohnsteuerpauschalierung bei geldwerten Vorteilen für Fahrten zwischen Wohnung …
Die Ausübung eines Wahlrechts im Revisionsverfahren vor dem BFH kommt ohnehin nicht in Betracht (vgl. z.B. Senatsurteile vom 20. Mai 1976 VI R 207/74, BFHE 119, 70, BStBl II 1976, 548; BFH-Urteile vom 28. März 1984 I R 191/79, BFHE 141, 244, BStBl II 1984, 664; vom 13. Juli 1993 VIII R 85/91, BFHE 172, 416, BStBl II 1994, 243).
Nach diesen Grundsätzen hat der Senat in der Vergangenheit eine Betriebsverlegung vom Inland in das Ausland als Betriebsaufgabe angesehen, wenn der Gewinn aus dem in das Ausland verlegten Gewerbebetrieb aufgrund eines Doppelbesteuerungsabkommens (DBA) nicht der inländischen Besteuerung unterliegt (sog. Theorie der finalen Betriebsaufgabe, vgl. Senatsurteile vom 28. April 1971 I R 55/66, BFHE 102, 374, BStBl II 1971, 630; vom 13. Oktober 1976 I R 261/70, BFHE 120, 225, BStBl II 1977, 76; vom 28. März 1984 I R 191/79, BFHE 141, 244, BStBl II 1984, 664).
BFH, 18.10.1989 - I R 126/88
Leibrente für Veräußerung von Ansprüchen aus einem Lizenzvertrag kann zu …
Verlegt er anschließend an die Veräußerung seinen Wohnsitz in die Schweiz und später nach Italien, so können die laufenden Einnahmen als nachträglich erzielte Einkünfte aus selbständiger Arbeit in der Bundesrepublik steuerpflichtig sein (Bestätigung des BFH-Urteils vom 28. März 1984 I R 191/79, BFHE 141, 244, BStBl II 1984, 664).
Auf das Urteil des Senats vom 28. März 1984 I R 191/79 (BFHE 141, 244, BStBl II 1984, 664) wird verwiesen.
Die streitigen Einkünfte rühren deshalb aus einer in der Bundesrepublik ausgeübten persönlichen Tätigkeit her (vgl. Urteil in BFHE 141, 244, BStBl II 1984, 664 zum im Wortlaut identischen Art. 4 Abs. 1 Satz 1 DBA-Schweiz 1931/59).
Allerdings führt nach der Rechtsprechung des BFH auch die Wohnsitzverlegung eines Freiberuflers ins Ausland zu einer Betriebsaufgabe gem. § 18 Abs. 3 i. V. m. § 16 Abs. 3 EStG, wenn durch die Wohnsitzverlegung nach den Bestimmungen des einschlägigen Doppelbesteuerungsabkommens - dies ist nach den Vorschriften des DBA Belgien unstreitig der Fall - das inländische Besteuerungsrecht entfällt (BFH-Urteile vom 13.10.1976 I R 261/70, BStBl II 1977, 76 und vom 28.3.1984 I R 191/79, BStBl II 1984, 664).
Außerdem lehnt der BFH eine abweichende Ausübung von Wahlrechten erst im Revisionsverfahren in ständiger Rechtsprechung ab (vgl. die Urteile vom 1. Februar 1966 I 275/62, BFHE 85, 307, BStBl III 1966, 321; vom 28. März 1984 I R 191/79, BFHE 141, 244, BStBl II 1984, 664, Ziff. 3 der Gründe, …und vom 8. Oktober 1986 I R 209/82, BFH/NV 1988, 434, Ziff. 1 der Gründe; anderer Ansicht allerdings z. T. das Schrifttum, so Weber-Grellet, DStR 1992, 1417, 1421, m. w. N.).
BFH, 11.04.1990 - I R 82/86
Rechtmäßige Änderung eines Einkommenssteuerbescheids - Berücksichtigung von …
Insbesondere bestand nach dem bestandskräftigen Gewinnfeststellungsbescheid der KG vom 24. September 1980 kein Zusammenhang mit deren gewerblicher Betätigung (…vgl. BFH-Urteile vom 11. Februar 1988 IV R 223/85, BFH/NV 1988, 737, StRK, Einkommensteuergesetz 1975, § 15 Abs. 1 Nr. 1, Rechtsspruch 23; vom 28. März 1984 I R 191/79, BFHE 141, 244, 246, BStBl II 1984, 664, zu 1.).
BFH, 26.03.1987 - IV R 61/85
Zur einkommensteuerrechtlichen Beurteilung einer Leibrente als Gegenleistung für …
Dies gilt insbesondere auch, wenn Freiberufler oder ihre Erben Patente, die zum freiberuflichen Betriebsvermögen gehören, gegen Einräumung einer Leibrente veräußern (BFH-Urteile vom 7. Oktober 1965 IV 346/61 U, BFHE 83, 462, BStBl III 1965, 666, und vom 28. März 1984 I R 191/79, BFHE 141, 244, BStBl II 1984, 664).
Denn es handelt sich um einen Antrag des sachlichen Steuerrechts, der als tatsächliches Vorbringen zu werten ist (vgl. BFH-Urteile vom 3. Mai 1957 VI 48/55 U, BFHE 64, 604, BStBl III 1957, 227; vom 28. März 1984 I R 191/79, BFHE 141, 244, BStBl II 1984, 664).