Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IX%20ZR%20240/03
Timestamp: 2019-08-19 23:48:40
Document Index: 200049941

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 398', '§ 675', '§ 49', '§ 398', '§ 675', '§ 49', '§ 49', '§ 134', '§ 203', 'BGH', 'Art. 2', 'BGH', 'BGH', '§ 49', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 204', '§ 213', '§ 256', 'BGH', '§ 203', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 203', 'BGH', 'BGH', '§ 49', '§ 49', 'BGH', '§ 203', 'BGH', '§ 134', 'BGH']

BGH, 11.11.2004 - IX ZR 240/03 - dejure.org
https://dejure.org/2004,716
BGH, 11.11.2004 - IX ZR 240/03 (https://dejure.org/2004,716)
BGH, Entscheidung vom 11.11.2004 - IX ZR 240/03 (https://dejure.org/2004,716)
BGH, Entscheidung vom 11. November 2004 - IX ZR 240/03 (https://dejure.org/2004,716)
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BGB § 398, § 675; BRAO § 49b Abs. 4
Wirksamkeit eines Abtretens von Honorarforderungen eines Rechtsanwaltes an einen anderen Rechtsanwalt ohne Zustimmung des Auftraggebers; Folgen einer umfassenden Kenntnisnahme der Angelegenheit des Mandanten durch den Zessionar vor der Abtretung; Auswirkungen einer vor der Abtretung erfolgten außergerichtlichen Vertretung und einer Vertretung im Kostenfestsetzungsverfahren durch den die Honorarforderung erwerbenden Rechtsanwalt; Verschwiegenheitspflicht eines Rechtsanwalts bei dem Erwerb einer Gebührenforderung
Wirksamkeit der Abtretung einer Anwaltshonorarforderung an den anwaltlichen Vertreter des Zedenten auch ohne Zustimmung des Mandanten
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Zur Frage der Wirksamkeit der ohne Zustimmung des Mandanten erfolgten Abtretung der Honorarforderung eines Rechtsanwalts an einen anderen Rechtsanwalt
BGB § 398 § 675; BRAO § 49b Abs. 4
Abtretung von Honorarforderungen
BRAO § 49b Abs. 4; BGB §§ 134, 398; StGB § 203 Abs. 1 Nr. 3
Kurznachricht zu "Anmerkung zur Entscheidung des BGH vom 11.11.2004, AZ: IX ZR 240/03 (Abtretung einer anwaltlichen Vergütungsforderung)" von RA Dr. Markus B. Rick, original erschienen in: AGS 2005, 283 - 283.
NJW 2005, 407
NJW 2005, 507
ZIP 2005, 218
MDR 2005, 357
FamRZ 2005, 206 (Ls.)
WM 2004, 2505
BB 2005, 180
Auf diese Weise wird zugleich dem durch Art. 2 Abs. 1 GG gewährleisteten Recht auf informationelle Selbstbestimmung Rechnung getragen (BGH, Urteil vom 13. Juni 2001 - VIII ZR 176/00, BGHZ 148, 97, 101 f; vom 11. November 2004 - IX ZR 240/03, NJW 2005, 507 f).
b) In welcher Weise unter diesen Umständen § 49b Abs. 4 BRAO auszulegen ist, hat der Bundesgerichtshof bisher offengelassen (vgl. BGH, Urt. v. 11. November 2004 aaO;… v. 9. Juni 2005 aaO).
(2) Schon nach der ursprünglichen Rechtslage war es zulässig, einen anderen Rechtsanwalt mit der Beitreibung der Gebührenforderung zu beauftragen (vgl. BGHZ 122, 115, 120; 148, 97, 102; BGH, Urt. v. 11. November 2004 - IX ZR 240/03, ZIP 2005, 218, 219; v. 10. August 1995 - IX ZR 220/94, ZIP 1995, 1678, 1680).
Für den Fall der hier vereinbarten Endrenovierung hatte er die Möglichkeit, gemäß § 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB die Hemmung der Verjährung - nach § 213 BGB auch für den Schadensersatzanspruch - noch vor Beendigung des Mietverhältnisses durch Erhebung der Feststellungsklage (§ 256 ZPO), dass der Mieter zur Renovierung verpflichtet ist, herbeizuführen (BGH, NJW 2005, 507).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes, von der auch die Kammer ausgeht, verletzt ein Vertrag, in der sich ein Rechtsanwalt ohne die eindeutige Einwilligung des davon betroffenen Mandanten zur Preisgabe von mandantenbezogenen Informationen verpflichtet, das informationelle Selbstbestimmungsrecht des Mandanten und die dem Rechtsanwalt nach § 203 StGB auferlegte Schweigepflicht (vgl. zuletzt: BGH, Urteil vom 11. November 2004, NJW 2005, 507-509 m.w.N.).
Andernfalls wäre der Rechtsanwalt rechtlos gestellt (vgl. BGH, Urteil vom 11. November 2004, NJW 2005, 507-509; BGHZ 122, 115 [120];… Schönke/Schröder/Lenckner, StGB, 24. Aufl., § 203 Rdnr. 33).
Die Parteien und das erstinstanzlich erkennende Gericht gehen zutreffend und in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl. BGH NJW 2005, 507;… BGH a.a.O. S. 821 a.E. - Zulässigkeit einer Anwaltshotline) davon aus, dass das in § 49 b Abs. 4 BRAO normierte Abtretungsverbot ausweislich der Entstehungsgeschichte der Vorschrift die Durchsetzung der anwaltlichen Schweigepflicht bezweckt, die durch eine Abtretung des Gebührenanspruchs gefährdet werden kann.
Der Bundesgerichtshof hat in seinem Urteil vom 11. November 2004 (IX ZR 240/03, WM 2004, 2505 f) die Streitfrage, ob mit der gesetzlichen Neuregelung in § 49b Abs. 4 BRAO nur die "Weitergabe" der Verschwiegenheitspflicht an den Zessionar oder darüber hinaus auch die Zulässigkeit der Abtretung an einen Rechtsanwalt ohne Zustimmung des Mandanten geregelt worden ist (…zum Streitstand vgl. BGH, aaO S. 2506), nicht abschließend geklärt.
Demjenigen, der rechtmäßig eine fremde Angelegenheit umfassend kennengelernt hat, kann diese nicht mehr im Sinne des § 203 Abs. 1 StGB unbefugt offenbart werden (BGH, Urt. v. 11. November 2004 aaO S. 2506).
In diesem Fall verstoße die Abtretung nicht gegen §§ 134 BGB, 203 Abs. 1 Nr. 3 StGB (BGH NJW 2005, 507).