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Timestamp: 2019-07-16 10:50:16
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Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 4', '§ 13', '§ 307', '§ 28', 'BGH', '§ 28', '§ 13']

Urteil > VIII ZR 210/08 | BGH - BGH: Schönheitsreparaturklausel mit Verpflichtung des Mieters zur Vornahme des Außenanstrichs von Türen und Fenstern sowie des Anstrichs einer Loggia ist unwirksam < kostenlose-urteile.de
Vermieter will Schadensersatz wegen unterlassener Schönheitsreparaturen
BGH: Vermieter kann keinen Schadensersatz verlangen - Klausel über Schönheitsreparaturen ist unwirksam
Der Bundesgerichtshof hat zur Begründung seiner Entscheidung ausgeführt, dass dem Kläger Schadensersatz wegen unterlassener Schönheitsreparaturen nicht zusteht, weil die Pflicht zur Durchführung von Schönheitsreparaturen nicht wirksam auf die Beklagte übertragen worden ist. Die Formularklauseln in § 4 und § 13 des Mietvertrags sind gemäß § 307 BGB unwirksam, weil sie dem Mieter als Schönheitsreparaturen auch den Außenanstrich der Fenster sowie der Wohnungseingangstür und der Balkontür und darüber hinaus den Anstrich der Loggia auferlegen. Darin liegt eine unangemessene Benachteiligung des Mieters, weil diese Arbeiten nicht unter den Begriff der Schönheitsreparaturen fallen, der in § 28 Abs. 4 Satz 3 der Zweiten Berechnungsverordnung definiert ist.
BGH: Außenanstrich und Anstrich der Loggia gehört nicht zu den Schönheitsreparaturen
Soweit es um Türen und Fenster geht, gehört zu den Schönheitsreparaturen im Sinne dieser Bestimmung, die den Maßstab dafür bildet, welche Arbeiten dem Mieter in einer Formularklausel auferlegt werden dürfen, nur das Streichen der Innentüren sowie der Fenster und Außentüren von innen, nicht aber der Außenanstrich von Türen und Fenstern. Ebenso wenig gehört der Anstrich einer Loggia zu den Schönheitsreparaturen. Die Unwirksamkeit der Verpflichtung des Mieters zum Außenanstrich von Türen und Fenstern sowie zum Anstrich der Loggia führt - anders als das Berufungsgericht angenommen hat - zur Unwirksamkeit der gesamten Klausel über die Vornahme von Schönheitsreparaturen durch den Mieter. Die bloße Streichung der Textbestandteile, mit denen der in § 28 Abs. 4 Satz 3 der Zweiten Berechnungsverordnung geregelte Gegenstandsbereich von Schönheitsreparaturen überschritten wird, liefe der Sache nach auf eine - nach dem Gesetz unzulässige - geltungserhaltende Reduktion hinaus.
"Schönheitsreparaturen trägt der Mieter (vgl. § 13) einschließlich Streichen von Außenfenstern, Balkontür und Loggia."
"Trägt der Mieter die Schönheitsreparaturen, hat er folgende Arbeiten fachgerecht auszuführen: Tapezieren, Anstreichen der Wände und Decken, das Streichen der Fußböden, Reinigen und Abziehen und Wiederherstellung der Versiegelung von Parkett, das Streichen der Heizkörper einschließlich der Heizrohre sowie der Türen und Fenster."
ist wegen unangemessener Benachteiligung des Mieters insgesamt unwirksam. Die Unwirksamkeit ist nicht auf die Textbestandteile "einschließlich Streichen von Außenfenstern, Balkontür und Loggia" und "sowie der Türen und Fenster" beschränkt.
Amtsgericht Wedding, Urteil vom 14.11.2007
[Aktenzeichen: 20 C 202/07]
Landgericht Berlin, Urteil vom 09.06.2008
[Aktenzeichen: 67 S 7/08]
Bundesgerichtshof, Entscheidung vom 18.02.2009 [Aktenzeichen: VIII ZR 210/08]
Urteile zu den Schlagwörtern: Außenanstrich | Farbe | farbig | Farbton | Lackfarbe | Fensteranstrich | Fenster streichen | Formularmietvertrag | Mietvertrag (Wohnung) | Wohnungsmietvertrag | Mietverhältnis | Miete | Schönheitsreparaturen | unangemessene Benachteiligung
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Dokument-Nr. 7469
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