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Timestamp: 2016-10-23 16:19:00
Document Index: 111900828

Matched Legal Cases: ['Art. 292', 'Art. 84', 'Art. 54', 'Art. 82', 'Art. 86', 'Art. 90', 'Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 106', 'Art. 24', 'Art. 28', 'Art. 40', 'Art. 19', 'Art. 12', 'BGE', 'Art. 5', 'Art. 35', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 4', 'BGE', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 18', 'Art. 10', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 4', 'Art. 5', 'BGE', 'BGE', 'Art. 31', 'Art. 31', 'Art. 2', 'Art. 31', 'Art. 17', 'Art. 31', 'e contrario', 'Art. 16', 'Art. 106', 'Art. 110', 'Art. 20', 'Art. 12', 'Art. 16', 'Art. 66', 'Art. 68']

2C_413/2015 � � Urteil vom 10. M�rz 2016
Amt f�r Verbraucherschutz, Lebensmittelkontrolle,
Departement f�r Gesundheit und Soziales
Packungsaufschrift der Zahncr�me Y.________,
Die X.________ SA, U.________, vertreibt in der Schweiz die Zahncr�me "Y.________", die von der Z.________ GmbH, D-V.________, hergestellt wird. Mit Verf�gungen vom 11. M�rz 2013 und vom 30. September 2013 sowie mit Einspracheentscheid vom 3. M�rz 2014 untersagte das Amt f�r Verbraucherschutz des Kantons Aargau (AVS) der X.________ SA unter der Strafandrohung von Art. 292 StGB die Kennzeichnung der Zahncr�me " Y.________" als "medizinisch" und setzte ihr eine Frist zur Wiederherstellung des ordnungsgem�ssen Zustandes an.
Das Departement f�r Gesundheit und Soziales des Kantons Aargau wies eine von der X.________ SA dagegen erhobene Beschwerde am 14. Juli 2014 ab. Es fasste die Dispositivziffer 2 der Verf�gung des AVS vom 30. September 2013 neu wie folgt:
"Sie nehmen die n�tigen Anpassungen der Kennzeichnung 'Y.________ medizinische Zahncr�me' bez�glich 'medizinisch' vor und teilen uns schriftlich bis zum 31. August 2014 mit, ab wann (Datum) die Waren mit gesetzeskonformen Aufmachungen der Konsumentenschaft abgegeben werden."
Das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau wies mit Urteil vom 24. M�rz 2015 die dagegen erhobene Beschwerde der X.________ SA ab, soweit es darauf eintrat, und wies die X.________ SA an, die n�tigen Anpassungen betreffend die Bezeichnung "medizinische Zahncr�me" vorzunehmen und dem AVS bis sp�testens zwei Monate ab Vollstreckbarkeit des Urteils schriftlich mitzuteilen, ab wann die Zahncr�me "Y.________ aktiv" in gesetzeskonformer Aufmachung der Kundschaft abgegeben werde.
Die X.________ SA erhebt mit Eingabe vom 12. Mai 2015 Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht. Sie beantragt, das angefochtene Urteil sei unter Entsch�digungsfolge aufzuheben. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersucht sie um Erteilung der aufschiebenden Wirkung.
Die Vorinstanz verzichtet auf eine Vernehmlassung. Das kantonale Departement schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Das Eidgen�ssische Departement des Innern l�sst sich nicht vernehmen.
Mit Verf�gung des Pr�sidenten der II. �ffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichts vom 8. Juni 2015 wird der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuerkannt.
1.1.�Gegen letztinstanzliche kantonale Entscheide auf dem Gebiet des Gesundheitsrechts steht die Beschwerde an das Bundesgericht offen (Art. 84 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 15. Dezember 2000 �ber Arzneimittel und Medizinprodukte [HMG; SR 812.21]; Art. 54 des Bundesgesetzes vom 9. Oktober 1992 �ber Lebensmittel und Gebrauchsgegenst�nde [LMG; SR 817.0]; Art. 82 lit. a, Art. 86 Abs. 1 lit. d, Art. 90 BGG).
1.3.�Das Bundesgericht pr�ft frei die richtige Anwendung von Bundesrecht (Art. 95 lit. a, Art. 106 Abs. 1 BGG). Die Verletzung von Grundrechten untersucht es in jedem Fall nur insoweit, als eine solche R�ge���in der Beschwerde pr�zise vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 139 I 229 E. 2.2 S. 232; 134 II 244 E. 2.2 S. 246). Es legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz kann von Amtes wegen oder auf R�ge hin berichtigt oder erg�nzt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1, Art. 105 Abs. 2 BGG). Offensichtlich unrichtig festgestellt ist ein Sachverhalt, wenn er willk�rliche Feststellungen beinhaltet (BGE 137 I 58 E. 4.1.2 S. 62); dieses Vorbringen unterliegt der qualifizierten R�gepflicht (Art. 97 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 106 Abs. 2 BGG). Obwohl nicht ausdr�cklich im Gesetz erw�hnt, beruht auch eine unvollst�ndige Sachverhaltsfeststellung auf einer Rechtsverletzung. Was�
Die vorliegende Streitsache betrifft die Beschriftung einer Zahncr�me, die in Deutschland hergestellt, durch die Beschwerdef�hrerin in die Schweiz importiert und auf dem schweizerischen Markt zum Verkauf angeboten wird. Unbestritten ist, dass sowohl die Tube wie auch die Verpackung der Zahncr�me die Aufschrift: "Medizinische Zahncr�me. Strafft Zahnfleisch sp�rbar. Sch�tzt vor Parodontose." und "Medical toothpaste. Tightens and strengthens your gums noticeably. Protects against gum bleeding, periodontosis and caries." tr�gt. Die in Aus�bung der Lebensmittelkontrolle (Art. 24, Art. 28 ff., Art. 40 LMG; zur Markt�berwachung vgl. Art. 19 ff. des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 1995 �ber die technischen Handelshemmnisse [THG; SR 946.51]; Art. 12 ff. der Verordnung vom 19. Mai 2010 �ber das Inverkehrbringen von nach ausl�ndischen technischen Vorschriften hergestellten Produkten und �ber deren �berwachung auf dem Markt [VIPaV; SR 946.513.8]; Botschaft vom 25. Juni 2008 zur Teilrevision des Bundesgesetzes �ber die technischen Handelshemmnisse [Botschaft THG 2008], BBl 2008 7329 ff.; THEODOR B�HLER, Die Markt�berwachung �ber Produkte nach EU- und nach schweizerischem Recht, in: Sicherheit & Recht 3/2013, S. 182) von den kantonalen Vollzugsorganen gegen�ber der Beschwerdef�hrerin angeordneten Anpassungen der Beschriftung wurde von der Vorinstanz dahingehend pr�zisiert, dass diese mit dem angefochtenen Urteilsdispositiv angewiesen wurde,�
"die im Sinne der Erw�gungen notwendigen Anpassungen betreffend die Bezeichnung 'medizinische Zahncr�me' vorzunehmen und dem AVS bis sp�testens zwei Monate ab Vollstreckbarkeit dieses [vorinstanzlichen] Urteils mitzuteilen, ab wann die Zahncr�me in gesetzeskonformer Aufmachung der Konsumentenschaft abgegeben werde".
2.2.�Der Streitgegenstand des bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahrens bestimmt sich nach dem Dispositiv des angefochtenen Entscheids und den Beschwerdeantr�gen (BGE 136 II 165 E. 5 S. 174; Urteile 2C_961/2013 vom 29. April 2014 E. 3.3; 2C_930/2012 vom 10. Januar 2013 E. 1.1). Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens kann demnach nur die Zul�ssigkeit der im vorinstanzlichen Verfahren strittigen Beschriftung "Medizinische Zahncr�me" und, daran ankn�pfend, die entsprechende Anordnung der Anpassung an die Beschwerdef�hrerin sowie deren Mitteilung an das AVS sein.
3.1.�Zahncr�me ist ein in den Anwendungsbereich des Bundesgesetzes vom 9. Oktober 1992 �ber Lebensmittel und Gebrauchsgegenst�nde fallender�
Gebrauchsgegenstand, sofern er�
nicht als Heilmittel angepriesen�wird (Art. 5 lit. b LMG; kosmetisches Mittel im Sinne von Art. 35 Abs. 1 der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenst�ndeverordnung vom 23. November 2005 [SR 817.02; LGV] bzw. Art. 1 der Verordnung des EDI vom 23. November 2005 �ber kosmetische Stoffe [VKos; SR 817.023.31]). Eine Anpreisung (Art. 2 Abs. 1 lit. i LGV; DOMINIC PUGATSCH, Health Claims: Die gesundheitsbezogene Anpreisung von Lebensmitteln in der Schweiz, Diss. Luzern 2012, S. 110) als Produkt, welchem nach Auffassung des Durchschnittspublikums�
�berwiegend�Arzneimittelqualit�t zugeschrieben wird, f�hrt demnach zu dessen Unterstellung als Arzneimittel (Art. 2 Abs. 1 lit. a, Art. 4 Abs. 1 lit. a HMG) unter das HMG (sog.�
Pr�sentationsarzneimittel; BGE 138 IV 57 E. 3.1 S. 60; 127 II 91 E. 3 S. 95 ff.; WILDHABER/ POLEDNA, Zur Grauzone zwischen Arzneimittel und Lebensmitteln, in: ZSR 2010 S. 71 f.; URSULA EGGENBERGER ST�CKLI, in: Fachhandbuch Verwaltungsrecht, 2015, S. 585). Die im innerstaatlichen Recht zur Anwendung gelangende Definition eines Pr�sentationsarzneimittels stimmt in den Grundz�gen mit den europarechtlichen Vorgaben �berein (vgl. Kapitel 15 des Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europ�ischen Gemeinschaft �ber die gegenseitige Anerkennung von Konformit�tsbewegungen [SR 0.946.526.81], unter Verweis insbesondere auf die Richtlinie 2001/83/EG des Europ�ischen Parlaments und des Rates vom 6. November 2011 zur Schaffung eines Gemeinschaftskodexes f�r Humanarzneimittel [ABl. L 311 vom 28. November 2001, S. 67], zuletzt ge�ndert mit Richtlinie 2012/26/EU des Europ�ischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2012 zur �nderung der Richtlinie 2001/83/EG hinsichtlich der Pharmakovigilanz [ABl. L 299 vom 27. Oktober 2012, S. 1]; zur Anwendbarkeit RUCH, Klinische Versuche mit Arzneimitteln: Begriffe und Abgrenzungen, in: ZBl 107/2006 S. 636 f.; WILDHABER/ POLEDNA, a.a.O., S. 60; zum Stand der Harmonisierung des europarechtlichen Arzneimittelbegriffs WOLFGANG A. REHMANN, Kommentar zum Arzneimittelgesetz, 4. Aufl. 2014, N. 2 f. zu � 2 AMG; ROLF GEORG M�LLER, Aktuelle Fragen zum Arzneimittelbegriff, in: EuZW 17/2009 S. 605; ULF DOEPNER, Abgrenzung von Arznei- und Lebensmitteln, in: EuR, Beiheft 2 | 2007: Arzneimittel im Europ�ischen Binnenmarkt, S. 57 f.; WULF HENNING ROTH, M�glichkeiten und Grenzen eines einheitlichen Binnenmarktes, in: EuR, Beiheft 2 | 2007: Arzneimittel im Europ�ischen Binnenmarkt, S. 19; zu den Begriffen des Funktions- und des Pr�sentationsarzneimittels gem�ss Art. 1 Ziff. 2 der zit. RL 2001/83/EG REHMANN, a.a.O., N. 4 zu � 2 AMG; POLEDNA/WILDHABER, a.a.O., S. 60 ff.; STREINZ, Die Europ�isierung des Lebensmittelrechts, in: Lebensmittelrecht, 2006, S. 188 f.). Die Qualifikation von Pr�sentationsarzneimitteln als Heilmittel im Sinne des HMG findet ihre innere Rechtfertigung im Schutz der Konsumentinnen und Konsumenten sowie in der Lauterkeit des Handelsverkehrs (Art. 1 Abs. 2 HMG), sollen doch nicht nur auf Grund ihrer stofflichen Eigenschaften und ihrer Einwirkungszwecksetzung als�
Funktionsarzneimittel�geltende Produkte (Art. 4 Abs. 1 lit. a HMG; BGE 138 IV 57 E. 3.1 S. 59; WILDHABER/POLEDNA, a.a.O., S. 66 f.), sondern (losgel�st vom konkreten Wahrheitsgehalt der Anpreisung) auch solche Produkte den Vorschriften der Heilmittelgesetzgebung unterstehen, die nur vorgeben, ein Heilmittel zu sein (BGE 138 IV 57 E. 3.1 S. 60; Urteil 6B_979/2009 vom 21. Oktober 2010 E. 4.1 und 4.2; PUGATSCH, a.a.O., S. 97 f.).
3.2.�Welchen Eindruck ein Produkt bei den Konsumentinnen und Konsumenten hervorruft (vgl. zur Massgeblichkeit der Verkehrsauffassung BGE 130 II 83 E. 3.2 S. 85 f.; 124 II 398 E. 3b S. 402 f.; Urteile 2C_590/2008 vom 27. Januar 2009 E. 2.2, ver�ffentlicht in sic! 5/2009 S. 365; 2A.213/2006 vom 19. Oktober 2006 E. 3.4; 2A.593/2005 vom 6. September 2006 E. 4.3, ver�ffentlicht in ZBl 107/2006 S. 672; 2A.693/2005 vom 28. August 2006 E. 4.2, ver�ffentlicht in: sic! 12/2006 S. 871), h�ngt von verschiedenen objektiven Faktoren ab: Von Bedeutung sind unter anderem die Art und Weise der Pr�sentation des Produkts, die Aufmachung, die Darreichungsform und die Vertriebskan�le (Urteil 6B_979/2009 vom 21. Oktober 2010 E. 4.2; WILDHABER/POLEDNA, a.a.O., S. 72 f.; REHMANN, a.a.O., N. 5 zu � 2 AMG). Um den Anschein eines Heilmittels zu erwecken und demnach als Pr�sentationsarzneimittel den Vorschriften des HMG unterstellt zu werden, m�ssen die arzneimittelrechtlichen Eigenschaften nach der Verkehrsanschauung�
�berwiegen�(REHMANN, a.a.O., N. 4 f. zu � 2 AMG). Zum Vornherein nicht zu einer Qualifikation als Heilmittel f�hren gesundheitsbezogene Angaben, soweit sie auf vertretbaren Tatsachen beruhen und nicht geeignet sind, das Durchschnittspublikum �ber allf�llige krankheitsheilende, -lindernde oder -verh�tende Wirkungen zu t�uschen (Urteil 2C_590/2008 vom 27. Januar 2009 E. 2.2; zur altrechtlichen Rechtslage BGE 127 II 91 E. 4b S. 101 f.; spezifisch f�r Lebensmittel Art. 18 Abs. 3 LMG; Art. 10 Abs. 2 lit. c LGV; Art. 29f, Art. 29g der Verordnung des EDI vom 23. November 2005 �ber die Kennzeichnung und Anpreisung von Lebensmitteln [LKV; SR 817.022.21] und dazu PUGATSCH, a.a.O., S. 116 ff.). Aber auch dar�ber hinausgehende, einem eigentlichen Werbeverbot unterliegende Anpreisungen f�hren per se noch nicht zu einer Qualifikation als Pr�sentationsarzneimittel (Urteile 2C_590/2008 vom 27. Januar 2009 E. 1.2, 2.1; 2C_565/2000 vom 8. Mai 2001 E. 4b/bb; WILDHABER/POLEDNA, a.a.O., S. 73 f.). Das Kriterium der nach der Verkehrsauffassung�
�berwiegenden Zwecksetzung�grenzt demnach letztlich den sachlichen Anwendungsbereich des HMG von demjenigen des LMG ab (vgl. Art. 4 Abs. 1 lit. a HMG, Art. 5 LMG andererseits ["angepriesen werden"]; BGE 138 IV 57 E. 3.1 S. 59; Urteile 2C_590/2008 vom 27. Januar 2009 E. 2.2, ver�ffentlicht in sic! 5/2009 S. 365; 2A.593/2005 vom 6. September 2006 E. 3.3 und 3.4, ver�ffentlicht in ZBl 107/2006 S. 672; 2A.693/2005 vom 28. August 2006 E. 3.3, ver�ffentlicht in: sic! 12/2006 S. 871; Botschaft des Bundesrates vom 1. M�rz 1999 zu einem Bundesgesetz �ber Arzneimittel und Medizinprodukte [Heilmittelgesetz, HMG], BBl 1999 III 3488 f.; vgl. zur altrechtlichen Lebensmittelverordnung vom 1. M�rz 1995 [AS 2005 5451] BGE 127 II 91 E. 3 S. 95 ff.).
3.3.�Zwecks Unterscheidung der Gebrauchsgegenst�nde von Arzneimitteln (als eine Unterkategorie von Heilmitteln) hat der Verordnungsgeber Hinweise irgendwelcher Art auf eine krankheitsheilende, -lindernde oder -verh�tende Wirkung von Gebrauchsgegenst�nden (z.B. medizinische oder therapeutische Eigenschaften, desinfizierende oder entz�ndungshemmende Wirkungen, �rztliche Empfehlungen) verboten (Art. 31 Abs. 3 LGV). Der bestimmungsgem�sse Gebrauch von Zahn- und Mundpflegemittel (die grunds�tzlich als Gebrauchsgegenst�nde zu qualifizieren sind, vgl. oben, E. 3.1) besteht aber in der Prophylaxe im zahnmedizinischen Bereich (Urteil 2A.213/2006 vom 19. Oktober 2006 E. 4.8). F�r Zahn- und Mundpflegemittel wurde deswegen eine besondere Vorschrift �ber die Anpreisung erlassen: Hinweise auf kariesverh�tende sowie auf andere zahnmedizinisch vorbeugende Eigenschaften sind erlaubt, wenn sie wissenschaftlich belegt werden k�nnen (Art. 31 Abs. 4 LGV). Eine Anpreisung einer Zahncr�me als "zahnmedizinisch vorbeugend" stellt demnach zum Vornherein keine Anpreisung dieses Gebrauchsgegenstandes als Heilmittel dar, sofern keine heilende Wirkung indiziert wird (Urteil 2A.213/2006 vom 19. Oktober 2006 E. 4.8). Zu pr�fen ist, ob dies auch gilt f�r den hier streitigen Ausdruck "medizinische Zahncr�me".
Die Aufschrift auf einer Verpackung oder einer Tube einer Zahncr�me ist eine Anpreisung im Sinne von Art. 2 Abs. 1 lit. i LGV. Zu pr�fen ist, ob die vorliegend strittige Aufschrift "Medizinische Zahncr�me. Strafft Zahnfleisch sp�rbar. Sch�tzt vor Parodontose." als ein Hinweis auf eine prophylaktische oder auf eine krankheitsheilende oder -lindernde Wirkung zu verstehen ist.
4.1.�Die Vorinstanz hat erwogen, die umstrittene Beschriftung stelle die allgemeine Bezeichnung "medizinisch" in den Vordergrund, die sowohl die Vorbeugung als auch die Linderung und Heilung einer Krankheit umfasse. Die Bezeichnung werde auch durch den nachfolgenden Text nur ungen�gend relativiert und k�nne zur falschen Erwartungshaltung f�hren, der Zahncr�me komme auch lindernde und/oder heilende Wirkung zu, was eine untaugliche Selbstmedikation ausl�sen k�nne. Es m�sse gefordert werden, dass unmissverst�ndlich auf die bloss vorbeugende Wirkung hingewiesen werde, was bei der zu beurteilenden Beschriftung nicht der Fall sei.
4.2.�Die Beschwerdef�hrerin r�gt, die Vorinstanz reisse die W�rter "medizinische Zahncr�me" aus dem Zusammenhang. Jeder durchschnittliche Konsument nehme diesen Ausdruck zusammen mit den folgenden S�tzen als Gesamthinweis auf die ausschliesslich vorbeugende Natur war. Es gebe keinen Hinweis auf eine andere (lindernde oder heilende) medizinische Wirkung und kein durchschnittlich aufmerksamer Konsument messe der Zahncr�me eine solche Wirkung zu. Es bestehe auch keine Gefahr einer untauglichen Selbstmedikation. Das BAG (bzw. heute BLV) lasse denn auch bei Zahnpasten die Silbe "med" zu. Sodann sei der Begriff "medizinische Zahncr�me" in Deutschland ohne weiteres erlaubt und werde rechtm�ssig in ganz Europa verwendet, wodurch niemand get�uscht werde.
4.3.�Die von der Beschwerdef�hrerin importierte und in Verkehr gesetzte Zahncr�me wird ausdr�cklich als "medizinische" Zahnpaste bezeichnet. Unter Verweis auf die Wirkstoffe Aluminiumlactat und Aluminiumfluorid wird eine sp�rbare Straffung und Festigung des Zahnfleisches in Aussicht gestellt. Die Zahncr�me soll gem�ss ihrer Aufschrift vor Zahnfleischbluten, Parodontose und Karies sch�tzen. Auf der Verpackung wird ausdr�cklich auf die verschiedenen Stadien der Parodontose hingewiesen; diese beginne mit Zahnfleischbluten. Neben diesem schriftlichen Hinweis findet sich eine bildliche Darstellung eines Zahnes, dessen Wurzeln zunehmend von Zahnfleisch umschlossen werden.
Parodontopathien sind Krankheiten des Zahnapparates, deren zahn�rztliche Behandlung unter bestimmten Voraussetzungen von der Krankenkasse �bernommen wird (Art. 31 Abs. 1 lit. a KVG in Verbindung mit Art. 17 lit. b der Verordnung des EDI vom 29. September 1995 �ber Leistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung [SR 832.112.31; Krankenpflege-Leistungsverordnung, KLV]). W�hrend auf Zahncr�mes zul�ssigerweise - im Sinne einer nicht zu einer Qualifikation als Heilmittel f�hrenden Anpreisung - ein Hinweis auf eine vorbeugende Wirkung gegen Karies oder etwa gegen Parodontitis und Gingivitis angebracht werden kann (Art. 31 Abs. 4 LGV
e contrario;�Urteil 2A.213/2006 vom 19. Oktober 2006 4.8), erweckt die Aufmachung der Y.________-Zahncr�me den Eindruck, mit ihren "medizinischen" Wirkstoffen einer Parodontose entgegentreten oder diese sogar r�ckg�ngig machen zu k�nnen. Eine solche Anpreisung beschr�nkt sich nicht mehr auf eine "zahnmedizinisch vorbeugende" Wirkung, sondern suggeriert in ihrer Gesamtheit neben der mundhygienischen auch eine krankheitslindernde oder -heilende Zwecksetzung, weshalb die Vorinstanz die strittige Aufschrift zutreffenderweise als verbotene Werbung qualifiziert hat.
Die Beschwerdef�hrerin verweist darauf, dass die Bezeichnung "medizinische Zahncr�me" in Deutschland ohne Weiteres erlaubt sei, oft verwendet und in ganz Europa unbeanstandet verkauft werde. Sie beruft sich allerdings nicht ausdr�cklich auf das THG.
Ob die " Y.________" -Zahncr�me mit der vorliegend strittigen Aufschrift in Anwendung der einseitig das Cassis-de-Dijon-Prinzip einf�hrenden Regelung von Art. 16a Abs. 1 THG (OESCH, Fachhandbuch Verwaltungsrecht, 2015, S. 1289; zur altrechtlichen Rechtslage Urteile 2C_590/2008 vom 27. Januar 2009 E. 3.2, in: sic 2009, S. 365; 2A.593/2005 vom 6. September 2006 E. 6) rechtm�ssig h�tte in Verkehr gesetzt werden k�nnen, ist vorliegend nicht zu pr�fen. Die Vorinstanz h�tte zwar, wie auch das Bundesgericht im vorliegenden Verfahren (Art. 106 Abs. 1 BGG), diese bundesrechtliche Bestimmung grunds�tzlich von Amtes wegen anwenden m�ssen (Art. 110 BGG). Das w�rde aber voraussetzen, dass die Beschwerdef�hrerin als Inverkehrsetzerin des Produkts im vorinstanzlichen Verfahren ihren spezialgesetzlichen Mitwirkungspflichten nachgekommen w�re und den Nachweis erbracht h�tte, dass das Produkt den massgebenden gemeinschaftsrechtlichen bzw. mitgliedstaatlichen Vorschriften entspricht, sowie die entsprechenden Rechtsvorschriften und deren amtliche Fundstellen angegeben h�tte (Art. 20 Abs. 1 THG in Verbindung mit Art. 12 Abs. 2 VIPaV). Mangels eines solchen Nachweises ist dem Bundesgericht eine �berpr�fung im Lichte von Art. 16a THG von vornherein nicht m�glich.
Die Beschwerde erweist sich als unbegr�ndet und das angefochtene Urteil, dessen Dispositiv den Streitgegenstand auf die Frage der Anpassung der beanstandeten Aufschrift beschr�nkt (vgl. dazu oben, E. 2.2), ist zu best�tigen. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten der Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Parteientsch�digungen werden nicht gesprochen (Art. 68 Abs. 1 und 4 BGG).
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons Aargau und dem Eidgen�ssischen Departement des Innern schriftlich mitgeteilt.