Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BGH_28_06_2011_KZR_75_10_Schadensersatzanspruch_eines_indire-d4601334.html
Timestamp: 2016-12-05 15:19:01
Document Index: 368685693

Matched Legal Cases: ['BGH', 'Art. 101', '§ 823', 'BGH', 'Art. 101', '§ 823', '§ 823', 'Art. 101', '§ 830', 'BGH', 'BGH']

BundesgerichtshofUrt. v. 28.06.2011, Az.: KZR 75/10Gericht: BGHEntscheidungsform: UrteilDatum: 28.06.2011Referenz: JurionRS 2011, 28277Aktenzeichen: KZR 75/10 Verfahrensgang:vorgehend:LG Mannheim - 29.04.2005 - AZ: 22 O 74/04OLG Karlsruhe - 11.06.2010 - AZ: 6 U 118/05 (Kart.) (08)Rechtsgrundlagen:Art. 101 Abs. 1 AEUV§ 823 Abs. 2 BGBFundstellen:BGHZ 190, 145 - 172BB 2011, 2945-2946BB 2012, 75-79EuZW 2012, 103EWiR 2012, 97GRUR 2012, 8GRUR 2012, 291-298 "ORWI"GRUR-Prax 2011, 543 "&quot;ORWI&quot;"GuT 2012, 411-412GWR 2012, 19IIC 2012, 487-497IR 2012, 71-72JuS 2012, 847-848JZ 2012, 789-796NJW 2012, 928-935WM 2012, 231-239WRP 2012, 209-217 "tfsd_Stichwort"WRP 2013, 733 "tfsd_Stichwort"WuW 2012, 57-72ZEuP 2013, 147-151ZIP 2012, 390-398ZNER 2012, 172-179Verfahrensgegenstand:ORWI Amtlicher Leitsatz:AEUV Art. 101 Abs. 1; BGB § 823 Abs. 2 Bf, C, I a)Einem indirekten Abnehmer der Kartellteilnehmer steht ein Schadensersatzanspruch nach § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit Art. 101 AEUV zu, wenn er durch das kartellrechtswidrige Verhalten einen Schaden erlitten hat. Die Darlegungs- und Beweislast dafür trägt der indirekte Abnehmer. b)Der Vorteil, der dem Geschädigten aus einer Abwälzung des kartellbedingten Preisaufschlags auf seine Abnehmer erwächst, kann unter dem Aspekt der Vorteilsausgleichung zu berücksichtigen sein. Die Darlegungs- und Beweislast für die tatsächlichen Voraussetzungen der Vorteilsausgleichung liegt beim Schädiger. c)Die Bejahung einer sekundären Darlegungslast des Kartellgeschädigten setzt eine umfassende Prüfung ihrer Erforderlichkeit und Zumutbarkeit voraus, bei der sorgfältig abzuwägen ist, inwieweit dem Geschädigten insbesondere eine Darlegung zu wettbewerblich relevanten Umständen abverlangt werden kann, an deren Geheimhaltung er ein schützenswertes Interesse hat; außerdem darf die Annahme einer sekundären Darlegungslast nicht zu einer unbilligen Entlastung des Schädigers führen. d)Für die durch ein Kartell verursachten Schäden haften alle Kartellteilnehmer nach §§ 830, 840 BGB als Gesamtschuldner. Der Kartellsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 28. Juni 2011 durch den Präsidenten des Bundesgerichtshofs Prof. Dr. Tolksdorf, den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Meier-Beck und die Richter Dr. Kirchhoff, Dr. Bacher und Dr. Löffler für Recht erkannt: Tenor:Auf die Revision der Beklagten und die Anschlussrevision der Klägerin wird das Urteil des 6. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Karlsruhe vom 11. Juni 2010 aufgehoben. Die Sache wird zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten der Revisionen, an das Berufungsgericht zurückverwiesen. BGH, 28.06.2011BGH, 27.06.2011