Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/305723,0.html
Timestamp: 2018-10-17 21:09:10
Document Index: 305301849

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 249', '§249', '§249', '§250', '§250', '§251', '§251', '§251', '§25', '§ 249', '§ 249', '§ 249', '§ 249', '§ 212']

Strafrecht Hausarbeit ?
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Verfasst am: 20 März 2014 - 00:24:40 Titel: Strafrecht Hausarbeit ?
Ich brauche mal kurz einen keinen Denkanstoß...
A und B haben den Plan C Geld abzuziehen und tragen dazu Schusswaffen bei sich. (alle 3 haben Mal eine Bank ausgeraubt, A&B waren im Gefängnis und wollen danach das erbeutete Geld von C,der dabei unentdeckt blieb). A geht in die Wohnung des C und bedroht ihn mit der Waffe, B bleibt vor der Tür stehen (hört alles).C sagt er hat kein Geld, A schießt 2x auf ihn in Tötungsabsicht -> C schwer verletzt. A haut ab (ohne Geld) und sagt ,,hier gibts nix zu holen'' , B geht rein und schießt nochmal aus Wut,nimmt den Tod in Kauf. C tot. (er wäre auch durch A's Schüsse gestorben, durch B's gings schneller)
Beide hatten aber zu Beginn nicht den Plan ihn zu töten.
Ist es ein Mittäterexzess oder eine sukzessive Mittäterschaft?
Ich habe schon einige BGH Urteile dazu gelesen, die mich alle nicht weiterbringen, weil mein Problem ist, dass es evtl kein Exzess ist, weil als T handelt, A seine eigene Handlung schon als abgeschlossen sehen könnte.allerdings tragen ja beide eine Waffe wodurch eventualvorsatz bestehen könnte...
edit: Hier gehts nur um Totschlag/Mord/Täterschaft/Teilnahme undso. Nicht um Raub o.ä.
Zuletzt bearbeitet von Cocoakuma am 24 März 2014 - 21:33:45, insgesamt 5-mal bearbeitet
Verfasst am: 20 März 2014 - 10:39:02 Titel:
A und B nach §§ 249 I, 250, 251 StGB
* bezogen auf §249 StGB?
A und B hatten sich darauf geeinigt, den C abzuziehen und dabei Schußwaffen bei sich zu tragen. So wie der Fall gestrickt ist, liegt es nahe, dass diese Waffen nicht einfach versteckt unter den Mantel getragen, sondern wenigstens als Drohmittel zum Einsatz kommen sollten. Demnach bezieht sich der gemeinsame Tatplan jedenfalls auf die Wegnahme fremder Sachen mit Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben.
A und B's Tatplan bezieht sich auf §249 Alt.2 StGB.
* bezogen auf §250 StGB?
- I Nr 1 a ?
Nach A und B's Vorstellung sollten bei der Tat auch Waffen bei sich geführt werden.
- II Nr. Nr . 1 (bei der Tat eine Waffe [...] verwendet)
Verwenden meint jeder zweckgerichteter Gebrauch der Waffe.
Von A und B's gemeinsamer Vorstellung dürfte auch der Gebrauch der Sache umfaßt sein.
Man wird sogar annehmen können, dass ein Abfeuern der Waffe zur Ermöglichung der Wegnahme vom gemeinsamen Tatplan umfaßt ist.
Allerdings muss sich der gemeinsame Tatplan, um auch den jeweils anderen Mittäter die Handlung zurechnen zu können, grundsätzlich auch auf den konkreten Tatverlauf erstrecken.
Das ist hier fraglich, da die Waffe jedenfalls nicht mehr zu Wegnahme, sondern aus anderen Gründen benutzt wurde.
Eine Zurechnung könnte allenfalls dann erfolgen, wenn sich das Geschehen noch in innerhalb der Grenzen der nach der Lebenserfahrung Vorhersehbaren hält und keine andere Bewertung der Tat rechtfertigt.
Ob nach der Lebenserfahrung damit gerechnet werden mußte, dass die Waffe auch dann eingesetzt wird, wenn ersichtlich nix zu holen ist, erscheint mir schwerer zu vertreten als das Gegenteil. Schließlich sollte durch Drohung mit der Waffe gerade der Gewahrsamsbruch ermöglicht werden. Wo aber keine Sache mehr zu holen ist, geht auch die Drohung
ins Leere. Dass dann trotzdem geschossen werden sollte bzw. eine Handlung durchgeführt werden sollte, die objektiv gar nicht mehr der Umsetzung eines Raubes dienen kann, dürfte jedenfalls nicht mehr als raubcharakteristische Planung anzusehen sein.
Meines Erachtens bezieht sich B's Vorstellung nicht auf einen solchen Ablauf.
(Mit entsprechender Argumentation erscheint mir aber auch eine andere Einschätzung vertretbar).
Demnach bezieht sich der gemeinsame Tatplan von A und B (nur) auf §250 I Nr. 1
- §251 StGB
Im Rahmen des gemeinsamen Tatplanes stellt sich hier nur die Frage, ob A und B's Vorstellung auch einen Raub mit Todesfolge deckt.
Einen gemeinsamen Tatplan wird man annehmen können, wenn dem B die Todesgefährlichkeit der geplanten Raubtat in Kauf genommen hat.
In Bezug auf das geplante Geschehen, die Wegnahme der Sache durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben mit Waffe, bejahen können.
Meines Erachtens hat er aber die Todesgefährlichkeit bei Scheitern des der Wegnahme nicht in seine Überlegungen miteinbezogen.
Für die Zurechnung von A's Handlungen müssen sich A und B's Vorstellungen in diesem Punkt decken. Was sie aber nicht tun.
Jedenfalls B's Vorstellung sieht aber nicht die Todesgefährlichkeit in Bezug auf diese Abweichung vom ursprünglich vorgestellten Tatplan.
Es liegt kein gemeinsamer Tatplan in Bezug auf §251 StGB vor.
(Daran ändert übrigens auch nichts, dass §251 wenigstens Leichtfertigkeit fordert, also Leichtfertigkeit genügen läßt, denn es geht um die Zurechnungsvoraussetzungen im Rahmen des §25 II und für eine Zurechnung muss B (eventual-)vorsatz im Hinblick auf das verwirklichte Geschehen aufweisen)
Demnach liegt ein gemeinsamer Tatplan bezogen auf
§§ 249 Alt. 2, 250 I Nr. 1a zwischen A und B vor.
Die besonderen subjektiven Merkmale (Zueignungsabsicht) liegt bei A und B vor.
Objektiv liegt keine Wegnahme vor. Vollendung scheidet aus,.
§§ 249 Alt. 2, 250 I Nr. 1a, 25 II (-)
A und B nach §§ 249 Alt. 2, 250 I Nr. 1a, 25 II, 22, 23
(Den gemeinsamen Tatplan muss bei der Mittäterschaft immer als
erstes thematisiert werden, da er der Sockel/das Fundament der
Mittäterschaft ist und nur das (nachfolgend diskutierte) Handeln
Mittäterschaft sein kann, was sich in Rahmen des gemeinsamen Tatplanes
Man sollte den "Streit" darüber, ob der gemeinsame Tatplan ein
subjektives oder ein objektives Element ist, daher prakmatisch lösen,
in dem man dafürhält, dass er sowohl subjektive Elemente (der Vorsatz jedes einzelnen) als auch objektive Elemente (Kommunikationsabrede, das Treffen/die Übereinstimmung der einzelnen Vorsätze in einem Punkt) enthält.
Nach der Gesamtlösung setzen alle Mittäter unmittelbar zur Tat an, sobald auch nur einer entsprechend des Tatplanes zur der Verwirklichung des Tatbestandes unmittelbar ansetzt.
Das macht der A hier.
Insofern ist sein Handeln zurechenbar.
A und B haben einen versuchten schweren Raub nach
§§ 249 Alt. 2, 250 I Nr. 1a, 25 II, 22, 23 verwirklicht.
Hinsichtlich A kann man noch diskutieren, inwiefern für ihn eine Strafbarkeit mit versuchter scherer (Todes-) Folge in Betracht kommt.
Klar muss aber sein, dass eine Strafbarkeit wegen Raubes mit tatsächlicher Todesfolge ausscheidet.
Den B (allein) kriegt man meines Erachtens nach §§ 212, 211 II StGB
wegen Verdeckungsabsicht.
(Ich denke mal, dass der vollständige Sachverhalt dahingehend
noch ein paar nähere Ausführungen enthält dazu, warum er
nochmal reingegangen ist und dem C in den Kopf geschossen hat)
Ein gemeinsamer Tatplan liegt dahingehend nicht vor. (Somit ist der Mord Exzesstat)
Man könnte aber vielleicht, sofern A die Absicht des B erkannte, mal andenken, ob eine Unterlassungsstrafbarkeit in Frage kommt.
Verfasst am: 20 März 2014 - 13:39:43 Titel:
Raub ist erst Teil der Vorlesung nächstes Semester, in diesem geht es ausschließlich um Körperverletzung,Mord,Totschlag,Täterschaft undso. Aber trotzdem danke, die Antwort hat mich ein bisschen weitergebracht
Verfasst am: 24 März 2014 - 21:34:16 Titel:
kann mir sonst niemand helfen..?!