Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ+86,+340
Timestamp: 2018-12-10 21:03:23
Document Index: 172494344

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 31', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1204', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 140', '§ 1204', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 26.01.1983 - VIII ZR 257/81 - dejure.org
Ermittlung des Auseinandersetzungsguthabens - Anfechtung der Pfandrechtsbestellung - Überlassen einer Pfandsache an eine bürgerlich-rechtliche Gesellschaft - Geltendmachung von Rückgewähransprüchen zur Konkursmasse - Konkursanfechtung einer mehraktigen Rechtshandlung
Konkursrechtliche Anfechtung einer Pfandrechtsbestellung für künftige Forderungen
BGHZ 86, 340
NJW 1983, 1123
ZIP 1983, 334
MDR 1983, 484
BauR 1983, 273
Maßgeblicher Zeitpunkt für die Beurteilung der Anfechtbarkeit der Übereignung selbst gemäß § 31 Nr. 1 KO ist somit der 22. Juni 1994 als derjenige Tag, an dem die rechtlichen Wirkungen der angefochtenen Rechtshandlung eintraten (vgl. hierzu BGHZ 86, 340, 346; Senatsurt. v. 30. Januar 1997 - IX ZR 89/96, WM 1997, 545, 546 = ZIP 1997, 513, 514 f).
Als anfechtbare Rechtshandlung kommt in diesen Fällen grundsätzlich nur die Vereinbarung der Lösungsklausel in Betracht, wenn diese anfechtungsrechtlich erheblich ist, weil sie zu einer Gläubigerbenachteiligung führt (…BGH, Urt. v. 9. März 2000 - IX ZR 355/98, ZIP 2000, 757, 759; vgl. ferner BGHZ 86, 349, 355; BGH, Urt. v. 26. Januar 1983 - VIII ZR 257/81, ZIP 1983, 334, 335 f, insoweit in BGHZ 86, 340 ff nicht abgedruckt).
Er meint jedes Handeln, das eine rechtliche Wirkung auslöst (vgl. BGH, Urt. v. 26. Januar 1983 - VIII ZR 257/81, ZIP 1983, 334, 335) und das Vermögen des Schuldners zum Nachteil der Insolvenzgläubiger verändern kann (…Henckel, Kölner Schrift zur InsO 2. Aufl. S. 820 Rn. 19).
Aus den beiden von der Revision angeführten Urteilen des Bundesgerichtshofs vom 3. Februar 1971 (VIII ZR 94/69, WM 1971, 346) und vom 26. Januar 1983 (VIII ZR 257/81, BGHZ 86, 340, 346 ff.), in denen das Pfandrecht für eine künftige Forderung bestellt wurde (§ 1204 Abs. 2 BGB), ergibt sich nichts anderes.
In beiden genannten Konstellationen sind nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, der der Senat folgt, Einzelansprüche der Gesellschafter im Auseinandersetzungsstadium lediglich unselbständige Rechnungsposten in der Auseinandersetzungsrechnung und können deshalb nicht selbständig geltend gemacht werden (vgl. BGH NJW 1995, 188; BGH NJW-RR 1993, 1187; BGH NJW 1983, 1123; BGH ZIP 2003, 757).
Zweck des Anfechtungsrechtes ist jedoch lediglich, eine Gläubigerbenachteiligung rückgängig zu machen, nicht aber eine Gläubigerverbesserung herbeizuführen (vgl. hierzu auch BGH NJW 1983, 1123).
Eine von einem Gesellschafter erklärte Aufrechnung bzw. Verrechnung mit einem Auseinandersetzungsanspruch ist deshalb im Regelfall nicht anfechtbar (siehe hierzu auch bereits BGHZ 86, 340 ff.).
a) Kommt es, wie hier, auf den Zeitpunkt einer angefochtenen Handlung an, so ist maßgeblich, wann ihre rechtlichen Wirkungen eintreten (BGHZ 86, 340, 346; Senatsurt. v. 24. Oktober 1996 - IX ZR 284/95, ZIP 1996, 2080 = WM 1996, 2250, m.w.N.; vgl. auch § 140 Abs. 1 InsO).
Nach § 1204 Abs. 2 BGB kann das Pfandrecht auch für eine künftige oder eine bedingte Forderung bestellt werden, wenn sie zumindest bestimmbar ist (vgl. BGHZ 86, 340, 346 [BGH 26.01.1983 - VIII ZR 257/81] m.w.Nachw.).
Nicht entscheidend ist der Zeitpunkt des Entstehens der gesicherten Forderung, wenn auch eine Verwertung des Pfandes für sie erst mit ihrem Entstehen und ihrer Fälligkeit möglich ist (BGHZ 86, 340, 347) [BGH 26.01.1983 - VIII ZR 257/81].
Für den Zeitpunkt der Benachteiligungsabsicht des Gemeinschuldners und der entsprechenden Kenntnis des Anfechtungsgegners hiervon ist der Akt maßgebend, durch den die Masse endgültig geschmälert worden ist (…vgl. BGH, Urt. v. 15. Januar 1964 - VIII ZR 236/62, NJW 1964, 1277, 1278; BGHZ 86, 340, 346, jeweils m.w.N.).