Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%2052/03
Timestamp: 2019-11-19 07:53:48
Document Index: 104759300

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 558', '§ 2', '§ 558', '§ 558', '§ 2', '§ 558', '§ 558', '§ 558', '§ 2', '§ 2', 'Art. 14', '§ 2', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', '§ 558', '§ 558', '§ 557', '§ 557', 'Art. 14', '§ 2', 'BGH', '§ 558', '§ 558']

BGH, 12.11.2003 - VIII ZR 52/03 - dejure.org
https://dejure.org/2003,871
BGH, 12.11.2003 - VIII ZR 52/03 (https://dejure.org/2003,871)
BGH, Entscheidung vom 12.11.2003 - VIII ZR 52/03 (https://dejure.org/2003,871)
BGH, Entscheidung vom 12. November 2003 - VIII ZR 52/03 (https://dejure.org/2003,871)
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Formelle Wirksamkeit eines Mieterhöhungsverlangens - Richtigkeit der Angabe der vorgesehenen Mietspanne unter zutreffender Einordnung der Wohnung in entsprechende Kategorie des Mietspiegels und Angabe der erhöhten Miete - Unbegründetheit des Mieterhöhungsverlangens ...
Anforderungen an die Form eines Mieterhöhungsverlangens; Überschreitung des im Mietspiegel ausgewiesenen Höchstbetrages
Wann liegt formell wirksames Mieterhöhungsverlangen vor?
Mietrecht - Mieterhöhung gilt bis zur Obergrenze des Mietspiegels
Mieterhöhungsverlangen bis zur Mietspiegelgrenze
123recht.net (Pressemeldung, 26.1.2004)
Mieterhöhung über Mietspiegel hinaus ist unzulässig // Mieter muss gleichwohl maximale Mieterhöhung akzeptieren
NJW 2004, 1379
MDR 2004, 567 (Ls.)
NZM 2004, 219
ZMR 2004, 325
Mit der Begründung des Mieterhöhungsverlangens sollen dem Mieter im Interesse einer außergerichtlichen Einigung die tatsächlichen Angaben zur Verfügung gestellt werden, die er zur Prüfung einer vom Vermieter gemäß § 558 BGB begehrten Mieterhöhung benötigt, also etwa die Angabe der ortsüblichen Vergleichsmiete (Mietspanne) und bei Bezugnahme auf einen Mietspiegel die Einordnung der Wohnung in die betreffende Kategorie des Mietspiegels (vgl. Senatsurteil vom 12. November 2003 - VIII ZR 52/03, NJW 2004, 1379, unter II 2 b).
Inhaltliche Fehler des Mieterhöhungsbegehrens führen demgegenüber nicht zu dessen formeller Unwirksamkeit und zur Unzulässigkeit einer vom Vermieter daraufhin erhobenen Zustimmungsklage, sondern sind im Rahmen der Begründetheit zu prüfen (vgl. Senatsurteile vom 12. November 2003, aaO, unter II 2 b, c, zur Überschreitung der Mietspiegelspanne im Mieterhöhungsverlangen sowie vom 19. Juli 2006 - VIII ZR 212/05, NJW-RR 2006, 1305, unter II 2 a, b, zur Erhöhung einer der Heizkostenverordnung widersprechenden Bruttowarmmiete).
Hierfür ist erforderlich, dass die Begründung dem Mieter "konkrete Hinweise" auf die sachliche Berechtigung des Erhöhungsverlangens gibt (Senatsurteil vom 12. November 2003 - VIII ZR 52/03, NZM 2004, 219, unter II 2 b, zu § 2 Abs. 2 Satz 1 MHG); dabei dürfen jedoch an die Begründung keine überhöhten Anforderungen gestellt werden (Senatsurteil vom 12. November 2003, aaO;… Staudinger/Emmerich, BGB (2006), § 558a Rdnr. 19: "erste Hinweise";… MünchKommBGB/Artz, 4. Aufl., § 558a Rdnr. 14 f.).
Soweit demgegenüber das Senatsurteil vom 12. November 2003 (aaO) zum Begründungserfordernis nach § 2 Abs. 2 Satz 1 MHG - ohne Einschränkung - gefordert hat, dass der Vermieter, der sein Mieterhöhungsverlangen auf einen Mietspiegel stützen will, zur Begründung seines Begehrens die in der entsprechenden Kategorie des Mietspiegels genannten Mietzinsspannen (in jedem Fall) anzugeben hat, hält der Senat daran nicht fest.
Wie das Berufungsgericht zutreffend ausgeführt hat, betrifft die Frage, ob die Aufstellung der Höhe nach zutreffend war, nicht die formelle Ordnungsmäßigkeit des Erhöhungsverlangens, sondern allein dessen materielle Berechtigung (vgl. Senatsurteil vom 12. November 2003, aaO;… MünchKommBGB/Artz, 4. Aufl., § 558 a Rdnr. 14 f. m.w.Nachw.; vgl. auch BVerfGE 53, 352, 361 f.; BT-Drucks. 14/4553 S. 54 zu § 558 a BGB).
In diesem Rahmen hat der Tatrichter den Mietzins zu ermitteln, den der Vermieter berechtigterweise verlangen kann (vgl. Senatsurteil vom 12. November 2003 - VIII ZR 52/03, NJW 2004, 1379 unter II 2 c).
Diese kann schon deshalb nicht in jedem Fall mit dem höchsten Wert der Mietspiegelspanne übereinstimmen, weil die Ausweisung von Mietzinsspannen im Mietspiegel sonst jegliche Funktion verlieren würde (vgl. Senatsurteil vom 12. November 2003 - VIII ZR 52/03, NJW 2004, 1379 unter II 2 c;… MünchKommBGB/Artz, 4. Aufl., § 558 b Rdnr. 16;… Sternel, Mietrecht, 3. Aufl., III Rdnr. 561, 755;… zu § 2 MHG a.F.: Barthelmess, Wohnraumkündigungsschutzgesetz und Miethöhegesetz, 5. Aufl., § 2 MHG Rdnr. 173; a.A. Blümmel GE 2003, 1005, 1006).
An das Begründungserfordernis dürfen im Hinblick auf das Grundrecht des Vermieters aus Art. 14 Abs. 1 GG zwar keine überhöhten Anforderungen gestellt werden (vgl. insoweit BVerfGE 49, 244, 249 f.;… Senatsurteile vom 13. November 2013 - VIII ZR 413/12, aaO; vom 12. November 2003 - VIII ZR 52/03, NJW 2004, 1379, 1380 unter II 2 b - noch zu § 2 Abs. 2 MHG).
Mietvertrag: Beginn der Zustimmungsfrist bei einem Mieterhöhungsverlangen
Der BGH zeichnet mit anderen die Linie zwischen den Interessenspolen der Mietparteien vor: Damit der Mieter prüfen kann, ist es notwendig, dass die Begründung dem Mieter "konkrete Hinweise" auf die sachliche Berechtigung des Erhöhungsverlangens gibt (so BGH vom 12. November 2003 - VIII ZR 52/03, NZM 2004, 219, unter II 2 b, zu § 2 Abs. 2 Satz 1 MHG); wobei überhöhte Anforderungen zu vermeiden sind (BGH vom 12. November 2003, aaO;… Emmerich in Staudinger, BGB (2011), § 558a Rn. 19: "erste Hinweise";… Artz in MüKo, BGB, 5. Aufl., § 558a BGB, Rn. 14 f.).
a) Geht man von einer formellen Wirksamkeit des Verlangens aus (vgl. für den Fall der Überschreitung der im Mietspiegel angegebenen Mietzinsspanne Senatsurteil vom 12. November 2003 - VIII ZR 52/03, NJW 2004, 1379) und stimmt der Mieter diesem Verlangen in Unkenntnis der wahren Wohnungsgröße zu, so unterliegen die Parteien einem gemeinsamen Kalkulationsirrtum, der nach den Grundsätzen des Wegfalls der Geschäftsgrundlage zu behandeln ist (Senatsurteil vom 4. April 1973 - VIII ZR 191/72, WM 1973, 677 unter IV 2; LG Hamburg, NZM 2000, 1121;… für die Neufassung des § 557 BGB ebenso Schmidt-Futterer/Börstinghaus, Mietrecht, 8. Aufl., § 557 BGB Rdnr. 68).
Dabei dürfen an das Begründungserfordernis im Hinblick auf das Grundrecht des Vermieters aus Art. 14 Abs. 1 GG keine überhöhten Anforderungen gestellt werden (vgl. insoweit BVerfGE 49, 244, 249 f.;… Senatsurteile vom 13. November 2013 - VIII ZR 413/12, aaO; vom 12. November 2003 - VIII ZR 52/03, NJW 2004, 1379 unter II 2 b - noch zu § 2 Abs. 2 MHG).
Diesen Zweck erfüllt eine Erhöhungserklärung aber nur dann, wenn die Begründung dem Mieter "konkrete Hinweise" auf die sachliche Berechtigung des Erhöhungsverlangens gibt (BGH, Urteil vom 12.11.2003, VIII ZR 52/03, NZM 2004, 219;… Staudinger/Emmerich, BGB (2014) § 558a Rn. 19;… MünchKommBGB/Artz, 6. Aufl., § 558a Rn. 14 f. mwN).
LG Frankfurt/Oder, 27.03.2012 - 6a S 194/11
Mieterhöhung der Wohnraummiete: Sachliche Nichtanwendbarkeit eines Mietspiegels …
LG Berlin, 27.04.2010 - 63 S 410/09
LG Frankfurt/Oder, 07.03.2012 - 6a S 194/11
AG Stuttgart, 20.12.2011 - 32 C 5130/11
AG Köln, 07.09.2011 - 201 C 188/11
Unwirksames Mieterhöhungsverlangen
AG Stuttgart, 20.12.2011 - 32 C 5132/11
AG Flensburg, 26.03.2015 - 62 C 245/13
Wärmecontracting führt zu Abschlag von ortsüblicher Vergleichsmiete!
AG Dortmund, 23.11.2004 - 125 C 11257/04