Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=06.07.1995&Aktenzeichen=IX%20ZR%20132/94
Timestamp: 2019-06-26 09:26:39
Document Index: 41392396

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 211', 'BGH', '§ 697', 'BGH', 'BGH', '§ 18', 'BGH', 'BGH', '§ 196', '§ 198', '§ 196', '§ 1', '§ 7', '§ 211', 'BGH', '§ 211', 'BGH', '§ 211', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 211', 'BGH', 'BGH', '§ 204', 'BGH']

BGH, 06.07.1995 - IX ZR 132/94 - dejure.org
https://dejure.org/1995,1114
BGH, 06.07.1995 - IX ZR 132/94 (https://dejure.org/1995,1114)
BGH, Entscheidung vom 06.07.1995 - IX ZR 132/94 (https://dejure.org/1995,1114)
BGH, Entscheidung vom 06. Juli 1995 - IX ZR 132/94 (https://dejure.org/1995,1114)
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Prozeßbetrieb - Verjährungsunterbrechung
BGB § 211 Abs. 2
NJW-RR 1995, 1335
MDR 1995, 1059
WM 1995, 1962
BB 1995, 2135
BGH, 28.01.2010 - VII ZR 174/08
Verfahrensstillstand wegen Nichtbetreibens durch die Parteien: Nochmalige …
Die Aufforderung nach § 697 Abs. 1 Satz 1 ZPO, den Anspruch zu begründen, ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs eine derartige Prozesshandlung (BGH, Urteile vom 20. Februar 1997 - VII ZR 227/96, BGHZ 134, 387 und vom 6. Juli 1995 - IX ZR 132/94, NJW-RR 1995, 1335).
Der Lauf der Verjährungsfrist hängt nicht davon ab, wann der Rechtsanwalt seinem Auftraggeber die Berechnung der Vergütung mitteilt (§ 18 Abs. 1 Satz 2 BRAGO;… BGH, Urt. v. 24. November 1994 - IX ZR 222/93, ZIP 1995, 118; v. 6. Juli 1995 - IX ZR 132/94, WM 1995, 1962).
Die Vorinstanzen haben zu Recht angenommen, daß der Anspruch eines Steuerberaters auf Vergütung nach der Gebührenverordnung für Steuerberater, Steuerbevollmächtigte und Steuerberatungsgesellschaften - StBGebV - vom 17. Dezember 1981 (BGBl I 1442), geändert durch Verordnung vom 20. Juni 1988 (BGBl I 841), - ebenso wie die Honorarforderung eines Rechtsanwalts (…vgl. BGH, Urt. v. 24. November 1994 - IX ZR 222/93, ZIP 1995, 118; v. 6. Juli 1995 IX ZR 132/94, WM 1995, 1962) - gemäß § 196 Abs. 1 Nr. 15 BGB in zwei Jahren verjährt; die Verjährung beginnt mit dem Schluß des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist (§§ 198, 2Ol BGB; KG DStR 1979, 296; OLG Celle BB 1984, 92; OLG Koblenz BB 1989, 20Ol, 2002;… Eggesiecker in: Bonner Handbuch der Steuerberatung - Fach D - 1990 § 196 BGB Rdnr. 200;… Eckert/Böttcher, Steuerberatergebührenverordnung 2. Aufl. Vorbem. 1.3.13 zu § 1 - S. 131 f - Mittelsteiner/Scholz, Steuerberatergebührenverordnung 3. Aufl. S. 63; dieselben, Handbuch zur Steuerberatergebührenverordnung 1982 S. 13; Bittner/Rudek, Steuerberatergebührenverordnung 1983 - in: Der Wirtschafts-Kommentator - § 7 Anm. 3).
Umgekehrt soll § 211 Abs. 2 Satz 1 BGB der Partei aber nicht zum Nachteil gereichen, wenn sie triftige Gründe hat, das Verfahren einstweilen nicht weiter zu betreiben (vgl. BGH Urteil vom 7. Dezember 1978 - VII ZR 278/77 - NJW 1979, 810, 811; vom 21. Februar 1983 - VIII ZR 4/82 - NJW 1983, 2496, 2497 = WM 1983, 533; Urteil vom 1. Juli 1986 - VI ZR 120/85 - NJW 1987, 371, 372; vom 24. September 1987 - VII ZR 187/86 - NJW 1988, 128, 129; vom 20. Oktober 1987 - VI ZR 104/87 - VersR 1988, 389, 390; vom 6. Juli 1995 - IX ZR 132/94 - NJW-RR 1995, 1335, 1336; vom 20. Februar 1997 - VII ZR 227/96 - NJW 1997, 1777 jeweils m.w.N.).
Die unter § 211 Abs. 2 Satz 1 BGB fallenden Sachverhalte werden dadurch gekennzeichnet, daß die Parteien untätig bleiben, dabei ist im Interesse der Rechtssicherheit auf die nach außen erkennbaren Umstände des Verfahrensstillstandes im Verantwortungsbereich der Parteien abzustellen (st. Rspr. des BGH, vgl. Urteil vom 6. Juli 1995 - IX ZR 132/94 - NJW-RR 1995, 1335, 1336 m.w.N.).
Daher wird § 211 Abs. 2 BGB nicht angewandt, wenn das Gericht den Stillstand des Prozesses herbeigeführt hat, das ist etwa der Fall, wenn die Verfahrensleitung ausschließlich beim Gericht lag, dieses aber für den Fortgang des Prozesses nicht gesorgt hat (vgl. BGH, Urteil vom 6. Juli 1995 - IX ZR 132/94 aaO.).
Zurückweisung klägerischen Vorbringens nach Versäumung der Frist zur …
Nach dieser Vorschrift hatte also das Gericht den Rechtsstreit selbst im Amtsbetrieb fortzuführen (vgl. BGH, MDR 1995, 1059 ; Eith, MDR 1996, 1099).
Das ist der Fall, wenn die Verfahrensleitung ausschließlich beim Gericht lag, dieses aber nicht für den Fortgang des Prozesses gesorgt hat (BGH, MDR 1995, 1059, 1060).
§ 211 Abs. 2 BGB aF ist hingegen unanwendbar, wenn die Förderung des Verfahrens Sache des Gerichts ist, weil es von Amts wegen tätig werden muss, um seiner Pflicht zur Verfahrensförderung zu genügen (BGH NJW-RR 1994, 889; BGH NJW-RR 1995, 1335, 1336).
Die unter § 204 Abs. 2 Satz 1 BGB fallenden Sachverhalte werden nämlich dadurch gekennzeichnet, dass die Parteien untätig bleiben; dabei ist im Interesse der Rechtssicherheit auf die nach außen erkennbaren Umstände des Verfahrensstillstandes im Verantwortungsbereich der Parteien abzustellen (st. Rspr. des BGH, vgl.: Urteil vom 6. Juli 1995 - IX ZR 132/94 = NJW-RR 1995, 1335, 1336 m.w.N.).
OLG Düsseldorf, 06.12.2001 - 8 U 77/01
Vereinbarkeit von zwischen einem Zahnarzt und dem Patienten getroffenen …