Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=11.04.2012&Aktenzeichen=I%20R%2011%2F11
Timestamp: 2019-04-21 05:22:59
Document Index: 148872712

Matched Legal Cases: ['§ 51', '§ 51', '§ 51', '§ 51', '§ 52', '§ 52', '§ 56', '§ 57', '§ 51', '§ 51', '§ 51', '§ 51', '§ 51', '§ 52', '§ 51', '§ 51', '§ 51', '§ 4']

BFH, 11.04.2012 - I R 11/11 - dejure.org
Aberkennung der Gemeinnützigkeit wegen extremistischer Bestrebungen - Beweislast - Zeitlicher Anwendungsbereich von § 51 Abs. 3 Satz 2 AO n. F. - Bindung an die Würdigung des FG - Kostenentscheidung nach Verfahrensbeitritt des BMF
Aberkennung der Gemeinnützigkeit wegen extremistischer Bestrebungen; Beweislast; Zeitlicher Anwendungsbereich von § 51 Abs. 3 Satz 2 AO n.F.; Bindung an die Würdigung des FG; Kostenentscheidung nach Verfahrensbeitritt des BMF
Aberkennung der Gemeinnützigkeit wegen extremistischer Bestrebungen - Beweislast - Zeitlicher Anwendungsbereich von § 51 Abs. 3 Satz 2 AO n.F. - Bindung an die Würdigung des FG - Kostenentscheidung nach Verfahrensbeitritt des BMF
§ 51 AO, § 52 Abs 1 S 1 AO, § 52 Abs 2 S 1 Nr 2 AO, § 56 AO, § 57 AO
Aberkennung der Gemeinnützigkeit wegen extremistischer Bestrebungen – Beweislast – Zeitlicher Anwendungsbereich von § 51 Abs. 3 Satz 2 AO n.F. – Bindung an die Würdigung des FG – Kostenentscheidung nach Verfahrensbeitritt des BMF
Aberkennung der Gemeinnützigkeit wegen extremistischer Bestrebungen
Auswirkungen eines Verfassungsschutzberichtes auf die Gemeinnützigkeit eines islamischen Vereins
Die Gemeinnützigkeit eines islamischen Vereins und seine extremistischen Bestrebungen
Zu Verfassungsschutzberichten - Islamisch-salafistischer Verein als gemeinnützig anerkannt
Islamisch-salafistischer Verein als gemeinnützig anerkannt
Gemeinnützigkeit eines islamischen Vereins
Kurznachricht zu "Schwierigkeiten bei der Feststellung des Vorliegens einer extremistischen Organisation i. S. des § 51 Abs. 3 Satz 2 AO" von Dr. Barbara FrFr. von Lersner, original erschienen in: DStR 2012, 1685 - 1691.
FG Sachsen, 11.01.2011 - 2 K 1429/10
BFHE 237, 22
DB 2012, 2026
BStBl II 2013, 146
Als Förderung der Allgemeinheit sind daher solche Bestrebungen nicht anzuerkennen, die sich gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland --Deutschland-- (BFH-Urteil in BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146, Rz 16) oder gegen verfassungsrechtlich garantierte Freiheiten richten (…BFH-Beschluss in BFH/NV 1992, 505, Rz 7).
BFH, 14.03.2018 - V R 36/16
Keine Gemeinnützigkeit eines im Verfassungsschutzbericht ausdrücklich erwähnten …
Die widerlegbare Vermutung des § 51 Abs. 3 Satz 2 AO setzt voraus, dass die betreffende Körperschaft (hier: ein islamischer Verein) im Verfassungsschutzbericht des Bundes oder eines Landes für den zu beurteilenden Veranlagungszeitraum ausdrücklich als extremistisch eingestuft wird (Anschluss an BFH-Urteil vom 11. April 2012 I R 11/11, BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146).
Das Urteil des FG widerspreche der Leitentscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 11. April 2012 I R 11/11 (BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146).
Im BFH-Urteil in BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146 sei der fragliche Verfassungsschutzbericht, in dem der dortige Kläger im Anhang der als extremistisch eingeschätzten Gruppierungen aufgeführt war, nur deshalb nicht berücksichtigt worden, weil dieser aus dem auf das Streitjahr folgenden Jahr stammte; im Verfassungsschutzbericht des Streitjahres sei der damalige Kläger nur im Fließtext erwähnt worden.
Nach der Rechtsprechung des I. Senats, der sich der erkennende Senat anschließt, ist dies nur dann der Fall, wenn sie dort ausdrücklich als extremistisch bezeichnet wird, nicht aber, wenn die Körperschaft nur als Verdachtsfall oder sonst beiläufig Erwähnung findet (BFH-Urteil in BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146, Rz 20; Anwendungserlass zur Abgabenordnung, Nr. 10 Satz 2, Nr. 11 zu § 51 Abs. 3 AO).
c) Soweit der Kläger behauptet, die Aufzählung von Vereinen und Verbänden im Anhang eines Verfassungsschutzberichts genüge nicht den höchstrichterlichen Anforderungen für das Eingreifen der widerlegbaren Vermutung, entspricht diese Auffassung nicht den Ausführungen des BFH im Urteil in BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146.
b) Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass § 51 Abs. 3 Satz 1 AO deklaratorischen Charakter besitzt (vgl. BTDrucks 16/10189, S. 79) und verdeutlichen soll, dass keine Förderung der Allgemeinheit vorliegt, wenn Bestrebungen verfolgt werden, die sich gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung richten (BFH-Urteil in BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146, Rz 16; vgl. auch Senatsurteil vom 17. Mai 2017 V R 52/15, BFHE 258, 124, Rz 22).
Eine Tätigkeit, die mit diesen Wertvorstellungen nicht vereinbar ist, ist keine Förderung der Allgemeinheit (BFH-Urteile vom 17. Mai 2017 V R 52/15, BFHE 258, 124, BStBl II 2018, 218, Rz 21; vom 11. April 2012 I R 11/11, BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146, Rz 16; Seer in Tipke/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, § 52 Rz 3).
BFH, 24.06.2015 - I R 13/13
Wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb erfordert keinen konkreten oder potentiellen …
Die objektive Feststellungslast für die Tatsachen, aus denen sich die Gemeinnützigkeit ergibt, trägt grundsätzlich die Körperschaft (…Senatsbeschluss vom 28. Oktober 2004 I B 95/04, BFH/NV 2005, 160; Senatsurteil vom 11. April 2012 I R 11/11, BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146).
ist, ist keine Förderung der Allgemeinheit (BFH-Urteile vom 11. April 2012 I R 11/11,.
BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146, Rz. 16; vom 13. Dezember 1978 I R 39/78, BFHE 127,.
vom 11. April 2012 I R 11/11, BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146).
Nach der Rechtsprechung des BFH (Urteil in BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146) setzt.
Die fehlende Anwendbarkeit des § 51 Abs. 3 Satz 2 AO ändert nach der Rechtsprechung des BFH in BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146 jedoch nichts daran, dass der betreffende Verfassungsschutzbericht für die Beurteilung der Aktivitäten der Körperschaft.
Eine Tätigkeit, die mit diesen Wertvorstellungen nicht vereinbar ist, ist keine Förderung der Allgemeinheit (BFH-Urteile vom 11. April 2012 I R 11/11, BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146, Rz. 16; vom 13. Dezember 1978 I R 39/78, BFHE 127, 330, BStBl II 1979, 482; vom 29. August 1984 I R 215/81, BFHE 142, 243, BStBl II 1985, 106;… BFH-Beschluss vom 16. Oktober 1991 I B 16/91, BFH/NV 1992, 505).
Dass die Körperschaft im Rahmen ihrer tatsächlichen Geschäftsführung nicht gegen die Wertordnung des Grundgesetzes verstößt, ist allerdings eine negative Tatsache, die von der Körperschaft nur dann darzutun ist, wenn die Finanzbehörde konkrete Anhaltspunkte dafür vorträgt, dass das nicht der Fall ist (BFH-Urteil vom 11. April 2012 I R 11/11, BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146).
Nach der Rechtsprechung des BFH (Urteil in BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146) setzt die (widerlegbare) Vermutung des § 51 Abs. 3 Satz 2 AO voraus, dass die betreffende Körperschaft im Verfassungsschutzbericht des Bundes oder eines Landes für den zu beurteilenden Veranlagungszeitraum ausdrücklich als extremistisch eingestuft wird.
Die fehlende Anwendbarkeit des § 51 Abs. 3 Satz 2 AO ändert nach der Rechtsprechung des BFH in BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146 jedoch nichts daran, dass der betreffende Verfassungsschutzbericht für die Beurteilung der Aktivitäten der Körperschaft ausgewertet und zum Anlass für weitere Ermittlungen genommen werden darf.
FG Baden-Württemberg, 11.08.2014 - 6 K 1449/12
Mittelfehlverwendung - Aberkennung der Gemeinnützigkeit wegen Weiterleitung von …
In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass die objektive Feststellungslast für die Tatsachen, aus denen sich die Gemeinnützigkeit ergibt, nach ständiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) grundsätzlich die Körperschaft - und damit im Streitfall der Kläger - trägt (…BFH-Entscheidungen vom 28. Oktober 2004 - I B 95/04, BFH/NV 2005, 160, und vom 11. April 2012 - I R 11/11, BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146).
Da die Gemeinnützigkeit dem Kläger schon wegen der dem Gebot der Selbstlosigkeit widersprechenden Zahlungen an den Dachverband C zu versagen war, kann dahingestellt bleiben, ob die zwischen den Beteiligten streitig gebliebene Auffassung des Beklagten zutrifft, bei dem Kläger handele es sich um eine extremistische Organisation, die nach ihrer tatsächlichen Geschäftsführung Bestrebungen i. S. des § 4 BVerfSchG fördere (vgl. dazu BFH-Urteil in BFHE 237, 22, BStBl II 2013, 146).