Source: https://www.haufe.de/unternehmensfuehrung/profirma-professional/geringwertige-wirtschaftsgueter-abc_idesk_PI11444_HI2179864.html
Timestamp: 2019-03-19 20:43:56
Document Index: 180720340

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 4', '§ 5', '§ 4', '§ 6', '§ 9', '§ 6']

Geringwertige Wirtschaftsgüter – ABC | ProFirma Professional | Haufe
Geringwertige Wirtschaftsgüter – ABC
Aufwendungen für geringwertige Wirtschaftsgüter können im Rahmen aller Einkunftsarten im Jahr der Anschaffung oder Herstellung in voller Höhe als Betriebsausgaben/Werbungskosten behandelt werden. Geringwertige Wirtschaftsgüter können nur selbstständig nutzungsfähige bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens eines Betriebs und vergleichbare Arbeitsmittel bei den außerbetrieblichen Einkünften sein.
Der Gesetzgeber räumt dem Steuerpflichtigen ab dem Jahr 2010 die Möglichkeit ein, Aufwendungen für Wirtschaftsgüter mit Nettoanschaffungskosten bis zu 410 EUR als Betriebsausgaben zu berücksichtigen oder sie als Anlagegüter im Anlageverzeichnis auszuweisen und deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten auf die Nutzungsdauer zu verteilen. Bei Anschaffung, Herstellung oder Einlage nach dem 31.12.2017 erhöht sich der Betrag von 410 EUR auf 800 EUR.
Welche Wirtschaftsgüter als geringwertig anzusehen sind und welche nicht, wird im Folgenden aufgelistet.
Rechtsgrundlage für die Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter ist § 6 Abs. 2 EStG. Demnach dürfen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten für derartige Wirtschaftsgüter im Rahmen der einkommensteuerrechtlichen Gewinnermittlung sofort als Betriebsausgaben abgesetzt werden, wenn ihre Anschaffungs- oder Herstellungskosten bei Anschaffung, Herstellung oder Einlage nicht mehr als netto 410 EUR betragen, unabhängig davon, ob die Vorsteuer abzugsfähig ist. Ab 2018 gilt ein Grenzwert von 800 EUR.
Es ist gleichgültig, ob der Gewinn durch Betriebsvermögensvergleich gem. § 4 Abs. 1 EStG, § 5 EStG oder durch Einnahmen-Überschussrechnung gem. § 4 Abs. 3 EStG ermittelt wird. Im Bereich der Überschusseinkünfte, z. B. Vermietung und Verpachtung oder nichtselbstständige Arbeit, ist § 6 Abs. 2 EStG in Bezug auf Arbeitsmittel entsprechend anzuwenden (§ 9 Abs. 1 Nr. 7 Satz 2 EStG).
1 Geringwertige Wirtschaftsgüter
Folgende beispielhaft aufgeführten Wirtschaftsgüter können als geringwertige Wirtschaftsgüter behandelt werden, wenn ihre Anschaffungs- oder Herstellungskosten 410 EUR (bzw. 800 EUR ab 2018) nicht übersteigen. Bei Anschaffungs- oder Herstellungskosten von mehr als 150 EUR bis einschließlich 1.000 EUR können diese dem Sammelposten nach § 6 Abs. 2a EStG zugeführt worden. Ab 2018 gilt dies für Anschaffungs- oder Herstellungskosten zwischen 250 EUR und 1000 EUR. Die zugeführten Beträge sind über 5 Jahre gleichmäßig gewinnmindernd aufzulösen.
Automaten, auch wenn sie in einer Vielzahl als Verkaufsautomaten beschafft und aufgestellt werden.
Autotelefone, auch wenn sie nachträglich in die Fahrzeuge eingebaut werden.
Beleuchtungsanlagen in Schaufenstern, wenn sie speziell für diesen Zweck angefertigt wurden.
Bestecke in Hotels, Gaststätten und Kantinen, auch wenn sie als Erstausstattung angeschafft werden.
Bettwäsche in Hotels, Krankenhäusern u. Ä.
Bilder als Teil der Ausstattung von Büros, Gaststätten oder Hotels.
Bücher als Teil der Erstausstattung der Bibliothek eines Rechtsanwalts, als Bestandteile einer Leih- oder Fachbücherei oder als Einzelband einer gebundenen Zeitschriftensammlung, nicht jedoch auch einzeln käufliche Bücher eines mehrbändigen Gesamtwerks.
Bügelpaletten zur Lagerung von Massengütern.
Datenträger jeder Art, z. B. Disketten, Magnetbänder, CD-ROM, DVD, ohne Datenbestände.
Druckwalzen für Tapetendruckmaschinen.
Einbaumöbel, auch Teile eines Typenprogramms, wenn sie gesondert aufgestellt werden können.
Einrichtungsgegenstände, auch Teile einer in einheitlichem Stil gehaltenen Gesamteinrichtung, auch als Erstausstattung, z. B. in Läden, Werkstätten, Büros, Hotels, Gaststätten und Ferienwohnungen und -häusern.
Fässer, auch wenn sie anderen Betrieben zur Nutzung überlassen werden.
Flachpaletten zum Transport und zur Lagerung von Waren.
Flaschen im Mehrwegsystem.
Frisierstühle als Teil der Einrichtung eines Frisiersalons.
Gaststätteneinrichtung s. Einrichtungsgegenstände.
Gemälde als Teil der Ausstattung von Büros, Hotels oder Gaststätten.
Geschirrteile in Hotels und Gaststätten, auch im Rahmen der Erstausstattung.
Hotel- und Gaststätteneinrichtung s. Einrichtungsgegenstände, Bestecke, Bettwäsche und Geschirrteile.
Instrumente eines Arztes, auch als Grundausstattung oder als Einzelteile eines Notfallkoffers.
Kaffee- und Teeautomaten, auch in einer Vielzahl und in Kombination.
Kisten, z. B. Transportkisten, auch wenn sie an andere zur Nutzung überlassen werden.
Küchenanbaumöbel, auch wenn sie zu einem Küchenblock zusammengestellt werden oder Teile einer Musterküche eines Möbelhändlers sind.
Kunstgegenstände als Teil der Ausstattung von Büros, Hotels oder Gaststätten.
Lampen, soweit sie selbstständige Wirtschaftsgüter sind, wie z. B. Steh-, Tisch- und Hängelampen.
Legehennen in einem Eier erzeugenden Betrieb, nicht dagegen Masthennen, die zur Schlachtung oder zum Verkauf bestimmt sind.
Messgeräte, wenn sie nicht fest eingebaut sind.
Möbel s. Einrichtungsgegenstände.
Müllbehälter, auch sog. Systemsammelbehälter eines Müllabfuhrunternehmens.