Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20215,%2082
Timestamp: 2019-02-18 01:20:03
Document Index: 91459220

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 3', 'Art. 13', 'Art. 20', 'Art. 4', 'Art. 52', 'Art. 43', '§ 8', '§ 8', '§ 3', '§ 8', 'Art. 43', 'Art. 49', '§ 8', '§ 8', 'Art. 43', 'Art. 49', 'EuG', '§ 8', 'Art. 43', 'Art. 49', '§ 3', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', 'Art. 43', 'Art. 49', 'EuG', '§ 8', 'Art. 43', 'Art. 49', '§ 3', '§ 8', '§ 8', '§ 8', 'EuG', 'Art. 56']

BFH, 13.06.2006 - I R 78/04 - dejure.org
KStG 1999 i. d. F. des StBereinG 1999 § 8b Abs. 7; EStG 1997 § 3c; DBA-Niederlande Art. 13 Abs. 2 und 4, Art. 20 Abs. 2; EWGRL 435/90 Art. 4 Abs. 2; EGV Art. 52, 58 (= EG Art. 43, 48)
Europarechtswidrigkeit des § 8 b Abs. 7 KStG 1999 i. d. F. des StBereinG 1999
Betriebsausgabenpauschale bei Auslandsdividenden
Steuerliche Abzugsfähigkeit des Erwerbs von Beteiligungen an einer Tochtergesellschaft; Abzugsfähigkeit von Beteiligungsaufwendungen bei steuerfreien Einnahmen aus der mittelbaren Beteiligung einer inländischen Kapitalgesellschaft an einer ausländischen Kapitalgesellschaft mit Sitz in einem anderen EU-Mitgliedstaat; Verstoß gegen die gemeinschaftsrechtlich verbürgte Niederlassungsfreiheit; Anwendung des Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) Niederlande
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 13.06.2006, Az.: I R 78/04 (§ 8b Abs. 7 KStG 1999 i. V. m. § 3c EStG 1997 gemeinschaftsrechtswidrig)" von RA/StB Dr. Stephan Salzmann, original erschienen in: IStR 2007, 72 - 73.
Zusammenfassung von "Anmerkung zu den Urteilen des BFH vom 13.06.2006, Az.: I R 78/04 und vom 09.08.2006, Az.: I R 50/05 (Fiktion eines nichtabzugsfähigen Beteiligungsaufwands als Verstoß gegen die Niederlassungsfreiheit)" von WP/StB Dr. Helmut Rehm und RA/StB Jürgen Nagler, original erschienen in: GmbHR 2007, 221 - 223.
BFH, 02.11.2006 - I R 78/04
BFHE 215, 82
BB 2007, 239
DB 2007, 318
BStBl II 2008, 821
Die sog. Schachtelstrafe gemäß § 8b Abs. 7 KStG 1999 (i.d.F. des StBereinG 1999) verstößt gegen die unionsrechtliche Grundfreiheit der freien Wahl der Niederlassung nach Art. 43 EG (jetzt Art. 49 AEUV) und bleibt deswegen innerhalb der Europäischen Union unanwendbar (Bestätigung des Senatsurteils vom 13. Juni 2006 I R 78/04, BFHE 215, 82, BStBl II 2008, 821, und des BMF-Schreibens vom 30. September 2008, BStBl I 2008, 940) . .
Auch über diese Frage, die im Senatsurteil in BFHE 215, 82, BStBl II 2008, 821 noch unbeantwortet geblieben ist, streiten die Beteiligten im Ergebnis denn auch nicht.
der Gründe; vom 13. Juni 2006 I R 78/04, BFHE 215, 82; vom 24. April 2007 I R 39/04, BFHE 218, 89, BStBl II 2008, 95, unter IV.5.b der Gründe).
Der Einspruch ruhte zunächst im Hinblick auf das beim Bundesfinanzhof (BFH) anhängige Verfahren I R 78/04.
Der BFH habe bereits entschieden, dass § 8b Abs. 7 KStG 1999 innerhalb der EU nicht anwendbar sei (BFH-Urt. vom 13. Juni 2006 I R 78/04, BStBl II 2008, 821 ).
Bereits mit Urteil vom 13. Juni 2006 ( I R 78/04, BStBl II 2008, 821 ) hat der BFH entschieden, dass § 8b Abs. 7 KStG 1999 gegen die gemeinschaftsrechtlich verbürgte Grundfreiheit der freien Wahl der Niederlassung nach Art. 43 des Vertrages von Amsterdam zur Änderung des Vertrages über die Europäische Union, der Verträge zur Gründung der Europäischen Gemeinschaften - EG -, sowie einiger damit zusammenhängender Rechtsakte, Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften - AblEG - Nr. C-340, 1), jetzt Art. 49 AEUV , und damit gegen primäres Gemeinschaftsrecht verstößt.
Bereits im Urteil vom 13. Juni 2006 ( I R 78/04, BStBl II 2008, 821 ) hat der BFH unter Berufung auf die Rechtsprechung des EuGH entschieden, dass keine Gründe des Allgemeininteresses eingreifen, die den Verstoß des § 8b Abs. 7 KStG 1999 gegen die Grundfreiheit des Art. 43 EG (Art. 49 AEUV ) rechtfertigen würden.
Denn solche Aufwendungen bleiben unbeschadet der Frage, ob § 3c EStG 1997 i.V.m. § 8 Abs. 1 KStG 1999 bei Nichtanwendung von § 8b Abs. 7 KStG 1999 subsidiär anzuwenden wäre, abziehbar (vgl. BFH-Urt. vom 13. Juni 2006 I R 78/04, BStBl II 2008, 821 , unter II. 4. der Entscheidungsgründe; BMF-Schreiben vom 30. September 2008 BStBl I 2008, 940 unter Nr. 2).
Der BFH habe bereits entschieden, dass § 8b Abs. 7 KStG 1999 innerhalb der EU nicht anwendbar sei (BFH-Urt. vom 13. Juni 2006 I R 78/04, BStBl II 2008, 821).
Die Fiktion ist danach nicht davon abhängig, ob und in welcher Höhe der Obergesellschaft tatsächlich Betriebsausgaben entstanden waren (vgl. BFH-Urteile vom 13. Juni 2006 I R 78/04, BStBl II 2008, 821; vom 29. August 2012 I R 7/12, BStBl II 2013, 89).
Bereits mit Urteil vom 13. Juni 2006 (I R 78/04, BStBl II 2008, 821) hat der BFH entschieden, dass § 8b Abs. 7 KStG 1999 gegen die gemeinschaftsrechtlich verbürgte Grundfreiheit der freien Wahl der Niederlassung nach Art. 43 des Vertrages von Amsterdam zur Änderung des Vertrages über die Europäische Union, der Verträge zur Gründung der Europäischen Gemeinschaften - EG -, sowie einiger damit zusammenhängender Rechtsakte, Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften - AblEG - Nr. C-340, 1), jetzt Art. 49 AEUV, und damit gegen primäres Gemeinschaftsrecht verstößt.
Bereits im Urteil vom 13. Juni 2006 (I R 78/04, BStBl II 2008, 821) hat der BFH unter Berufung auf die Rechtsprechung des EuGH entschieden, dass keine Gründe des Allgemeininteresses eingreifen, die den Verstoß des § 8b Abs. 7 KStG 1999 gegen die Grundfreiheit des Art. 43 EG (Art. 49 AEUV) rechtfertigen würden.
Denn solche Aufwendungen bleiben unbeschadet der Frage, ob § 3c EStG 1997 i. V. m. § 8 Abs. 1 KStG 1999 bei Nichtanwendung von § 8b Abs. 7 KStG 1999 subsidiär anzuwenden wäre, abziehbar (vgl. BFH-Urt. vom 13. Juni 2006 I R 78/04, BStBl II 2008, 821, unter II. 4. der Entscheidungsgründe; BMF-Schreiben vom 30. September 2008 BStBl I 2008, 940 unter Nr. 2).
Die dagegen gerichtete Klage hatte Erfolg (Senatsurteil vom 13. Juni 2006 I R 78/04, BFHE 215, 82, BStBl II 2008, 821).
Dem Gewinn der C-GmbH waren in den ursprünglichen Körperschaftsteuerbescheiden gemäß § 8b Abs. 7 KStG 1999 Beträge hinzugerechnet worden, was in den aufgrund des Senatsurteils in BFHE 215, 82, BStBl II 2008, 821 geänderten Körperschaftsteuerbescheiden rückgängig gemacht wurde.
Denn solche Aufwendungen blieben unbeschadet dieser Frage abziehbar (vgl. Senatsurteil vom 13. Juni 2006 I R 78/04, BFHE 215, 82, BStBl II 2008, 821).
Auch die Gründe hierfür ergeben sich aus dem EuGH-Urteil Keller Holding (EU:C:2006:143, BStBl II 2008, 834; vgl. auch Senatsurteil in BFHE 215, 82, BStBl II 2008, 821).
Die Kläger können sich vor dem erkennenden Gericht unmittelbar auf die Kapitalverkehrsfreiheit gemäß Art. 56 EGV berufen, da das Gemeinschaftsrecht Anwendungsvorrang vor dem nationalen Recht genießt (Finanzgericht Hamburg, Urteil vom 29. April 2004 VI 53/02 EFG 2004, 1639 [1641] m. w. N., Revision anhängig unter dem Aktenzeichen I R 78/04).