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Timestamp: 2016-10-27 06:55:47
Document Index: 389826366

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'Art. 66', 'BGE', 'Art. 68']

Der 1975 geborene Z.________ war ab Oktober 1999 als Lastwagenchauffeur in der Firma G.________ AG t�tig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen Unfallfolgen versichert. Am 12. Dezember 2000 wollte er Ware ausliefern, als ein Hund auf ihn zusprang. Z.________ wich zur�ck, rutschte aus und fiel hin. Dabei zog er sich rechtsseitig eine Kontusion am Handgelenk und eine Scaphoidfraktur zu. Z.________ konnte die Arbeit am 12. M�rz 2001 wieder aufnehmen. Am 25. August 2003 fiel er beim Abladen von der Laderampe des Lastwagens und erlitt nebst Sch�rfungen eine Radiusk�pfchenmeisselfraktur am linken Ellbogen. Ab 5. Januar 2004 bestand wieder eine volle Arbeitsf�higkeit. Die SUVA erbrachte f�r die beiden Unf�lle und f�r mehrere R�ckf�lle die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld), letztmals ab 19. September 2006. Zwischenzeitlich hatte das Anstellungsverh�ltnis bei der Firma G.________ AG durch K�ndigung der Arbeitgeberin am 31. M�rz 2006 geendet. Sodann hatte die IV-Stelle Aargau mit Verf�gung vom 14. Dezember 2004 und Einspracheentscheid vom 17. Januar 2006 einen Anspruch auf eine Umschulung und auf Arbeitsvermittlung der Invalidenversicherung verneint. Mit Verf�gung vom 11. M�rz 2008 sprach die SUVA Z.________ f�r die verbleibenden Folgen der Verletzungen an Hand und Ellbogen ab 1. Februar 2008 eine Invalidenrente auf der Grundlage einer Erwerbsunf�higkeit von 17 % und eine Integrit�tsentsch�digung nach Massgabe einer Integrit�tseinbusse von 10 % zu. Daran hielt sie auf Einsprache des Versicherten hin fest (Entscheid vom 24. Juli 2008).
Z.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit dem Rechtsbegehren, es sei der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und die SUVA zu verpflichten, eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunf�higkeit von 85 % sowie eine Integrit�tsentsch�digung von mindestens 20 % zuzusprechen; eventuell sei der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und die Sache an den Versicherer zur�ckzuweisen, damit dieser nach weiteren medizinischen Abkl�rungen �ber den Anspruch auf eine Invalidenrente und auf eine Integrit�tsentsch�digung neu verf�ge.
Der Beschwerdef�hrer hat aus den Unf�llen vom 12. Dezember 2000 und 25. August 2003 unbestrittenermassen Anspruch auf eine Invalidenrente ab 1. Februar 2008 und auf eine Integrit�tsentsch�digung der obligatorischen Unfallversicherung. Streitig und zu pr�fen ist die H�he der Erwerbsunf�higkeit resp. Integrit�tseinbusse, welche den Leistungen zugrunde zu legen ist.
Die Rechtsgrundlagen f�r die Beurteilung der Streitsache sind im angefochtenen Entscheid zutreffend dargelegt. Das betrifft nebst den massgeblichen Bestimmungen namentlich auch die Grunds�tze �ber die f�r einen Leistungsanspruch aus der obligatorischen Unfallversicherung erforderlichen kausalen Zusammenh�nge und die zu beachtenden beweisrechtlichen Regeln. Darauf wird verwiesen.
Das kantonale Gericht ist zum Ergebnis gelangt, f�r die noch geklagten Beschwerden an rechter Hand und linkem Ellbogen seien nur teilweise organisch objektiv ausgewiesene Folgen der beiden Unf�lle von 2000 und 2003 verantwortlich zu machen. Bez�glich der restlichen Beschwerden k�nne offen gelassen werden, ob sie mit einer psychischen Problematik zu erkl�ren seien und ob diese in einem nat�rlichen Kausalzusammenhang zu den Unf�llen stehe. Denn es fehle jedenfalls am ad�quaten Kausalzusammenhang zu den Ereignissen von 2000 und 2003, weshalb die SUVA diesbez�glich nicht leistungspflichtig sei. Aufgrund der k�rperlichen Unfallfolgen k�nne die angestammte T�tigkeit eines Lastwagenchauffeurs zwar nicht mehr ausge�bt werden. Hingegen seien leichte angepasste Arbeiten zumutbar. Die unfallbedingte Beeintr�chtigung wirke sich erwerblich in einer Invalidit�t von 15 % aus. Die Differenz zum von der SUVA festgesetzten Invalidit�tsgrad von 17 % sei zu gering, um eine Schlechterstellung zu rechtfertigen, weshalb es bei der zugesprochenen Rente bleibe. Die Integrit�tseinbusse aufgrund der Unfallrestfolgen sei auf gesamthaft 10 % anzusetzen.
3.1 Der Versicherte wendet ein, die Beschwerden und Beeintr�chtigungen seien in vollem Ausmass organisch objektivierbar und nat�rlich und ad�quat auf die Unf�lle von 2000 und 2003 zur�ckzuf�hren. Selbst in einer optimal angepassten T�tigkeit bestehe aufgrund dieser Unfallfolgen h�chstens eine Arbeitsf�higkeit von 20 %. Dies f�hre zu einem Invalidit�tsgrad von 85 %. Zudem sei der Integrit�tsschaden auf mindestens 20 % anzusetzen.
3.2 Das kantonale Gericht st�tzte sich in medizinischer Hinsicht auf die Aussagen von Kreisarzt Dr. med. K.________ im �rztlichen Abschlussbericht und in der Stellungnahme zum Integrit�tsschaden, je vom 20. November 2007. Danach liegen Ruhe- und Bewegungsschmerzen im rechten Handgelenk und im linken Ellbogen bei Status nach Scaphoidfraktur rechts vom 12. Dezember 2002 mit konservativer Behandlung und Status nach Radiusk�pfchenmeisselfraktur links, in Fehlstellung konsolidiert, vor. Der Kreisarzt f�hrt weiter aus, beim Patienten best�nden Inkonsistenz, Selbstlimitierung und deutliche Ausweitung der Symptome. Aufgrund der organisch erkl�rbaren Befunde sei die Arbeit als Lastwagenchauffeur schmerzbedingt nicht mehr zumutbar. Hingegen bestehe f�r leichte Arbeiten, bei welchen der Versicherte keine h�heren Gewichte als 6 kg herumtragen und nicht dauernde repetitive Bewegungen mit dem rechten Handgelenk und dem rechten (recte: linken) Ellbogen durchf�hren m�sse, ganzt�gig eine volle Arbeitsf�higkeit. Er k�nne "als �berwacher von Bildschirmen, als Kassier, als Securitas, als Mitarbeiter an einem F�rderband, wo keine gr�sseren Gewichte als 5 kg gehoben werden m�ssen" ganztags voll arbeiten. Auch die Arbeit als Kurier sei ihm ganztags voll zumutbar. Die Ruhe- und Bewegungsschmerzen in Handgelenk und Ellbogen mit entsprechender Einschr�nkung der Beweglichkeit seien funktionell mit m�ssigen Arthrosen zu vergleichen und einem Integrit�tsschaden von gesamthaft 10 % (5 % Hand, 5 % Ellbogen) gleichzusetzen.
Der Beschwerdef�hrer vertritt die Auffassung, die kreis�rztliche Einsch�tzung �berzeuge nicht und stelle keine beweiswertige Grundlage f�r die Beurteilung von unfallbedingter Gesundheitssch�digung und deren Auswirkungen auf die Arbeitsf�higkeit und Integrit�t dar.
3.3 Versicherungstr�ger und Sozialversicherungsrichter haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an f�rmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgem�ss zu w�rdigen. F�r das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass der Sozialversicherungsrichter alle Beweismittel, unabh�ngig davon, von wem sie stammen, objektiv zu pr�fen und danach zu entscheiden hat, ob die verf�gbaren Unterlagen eine zuverl�ssige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf er bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu w�rdigen und die Gr�nde anzugeben, warum er auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht f�r die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden ber�cksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenh�nge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begr�ndet sind. Ausschlaggebend f�r den Beweiswert ist grunds�tzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner �rzte kommt Beweiswert zu, sofern sie als schl�ssig erscheinen, nachvollziehbar begr�ndet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverl�ssigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee S. 353 f.). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweisw�rdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverl�ssigkeit und Schl�ssigkeit der versicherungsinternen �rztlichen - auch kreis�rztlichen - Feststellungen, so sind erg�nzende Abkl�rungen mittels unabh�ngiger Begutachtung vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 in fine S. 470 mit Hinweis; in Pl�doyer 2/2010 S. 54 zusammengefasstes Urteil 8C_439/2009 vom 25. November 2009 E. 4.4).
Eine kritische Auseinandersetzung mit einem streitigen Arztbericht ist erst recht angezeigt, wenn - wie hier bei Kreisarzt Dr. med. K.________ - nicht ersichtlich ist, ob der Verfasser des Berichts �ber eine fach�rztliche Ausbildung verf�gt, und damit nicht beurteilt werden kann, ob er eine spezifische, auf die zu beantwortenden medizinischen Fragen ausgerichtete Sachkunde aufweist.
3.4 Der Versicherte macht zun�chst unter Berufung auf die Aussagen seines Hausarztes geltend, es bestehe aufgrund organischer Unfallfolgen nurmehr eine Restarbeitsf�higkeit von h�chstens 20 %.
In den haus�rztlichen Stellungnahmen vom 20. Februar und 10. Juli 2008 wird die kreis�rztliche Beurteilung der unfallbedingten Beeintr�chtigung in angepassten T�tigkeiten beanstandet und ausgef�hrt, eine Restarbeitsf�higkeit von 20 % sei realistisch. Das kantonale Gericht hat sich mit dieser Einsch�tzung und ihrer Begr�ndung einl�sslich auseinandergesetzt und zutreffend erwogen, dass der Hausarzt in erster Linie auf die subjektiven Schmerzangaben des Versicherten abgestellt und diese nicht mit korrelierenden fach�rztlich schl�ssig feststellbaren Befunden erkl�rt hat. Alleine mit den haus�rztlichen Aussagen sind die kreis�rztlichen Feststellungen daher nicht in Frage gestellt.
3.5 Der Beschwerdef�hrer beruft sich sodann auf das von der SUVA eingeholte Konsilium des Prof. Dr. med. S.________, Facharzt FMH Chirurgie, spez. Handchirurgie, vom 8. M�rz 2007. Daraus gehe hervor, dass die organisch nachweisbaren Unfallfolgen die Beschwerden in einem h�heren Ausmass zu erkl�ren verm�chten, als dies Kreisarzt Dr. med. K.________ im Bericht vom 20. November 2007 angenommen habe.
Der Versicherte nimmt dabei namentlich Bezug auf die �usserung des Prof. Dr. med. S.________, wonach seit der am 5. April 2006 durchgef�hrten CT-Untersuchung eine offensichtliche Zunahme der damals beschriebenen Zystengr�sse im Scaphoid und im Lunatum eingetreten sei. Der Chirurg erachtet u.a. deswegen einen Eingriff zur Verbesserung der Handgelenksbeschwerden f�r medizinisch indiziert. Ob dies sinnvoll sei, m�sse aber aufgrund der Einstellung des Versicherten gegen�ber operativen Massnahmen als zweifelhaft betrachtet werden.
Diese fach�rztlichen Aussagen werfen in der Tat Fragen auf. Kreisarzt Dr. med. K.________ hat n�mlich bereits in einem Untersuchungsbericht vom 2. Mai 2006 im Wesentlichen das gleiche Profil noch zumutbarer T�tigkeiten beschrieben wie in dem von der Vorinstanz f�r massgeblich erachteten Bericht �ber die �rztliche Abschlussuntersuchung vom 20. November 2007. Auch hatte der Kreisarzt schon in einer fr�heren Stellungnahme vom 3. Mai 2005 (recte: 2006) auf den selben Integrit�tsschaden geschlossen wie in der Stellungnahme vom 20. November 2007. Im fr�heren Bericht vom 2. Mai 2006 und in der Stellungnahme vom 3. Mai 2006 st�tzte sich der Kreisarzt ausdr�cklich auch auf das - von Prof. Dr. med. S.________ erw�hnte - CT vom 5. April 2006. Es findet sich nun aber weder in Bericht und Stellungnahme vom 20. November 2007 noch in den fr�heren kreis�rztlichen Aussagen oder in den �brigen medizinischen Akten eine Auseinandersetzung mit der Frage, welchen Einfluss die von Prof. Dr. med. S.________ beschriebene, zwischenzeitlich aufgetretene und immerhin mit einer Operationsindikation verbundene Zystenvergr�sserung auf die Arbeitsf�higkeit und Integrit�t hat. Entsprechendes l�sst sich auch dem Konsilium des Prof. Dr. med. S.________ nicht entnehmen. Dieser �ussert sich nicht zur Restarbeitsf�higkeit und zur Integrit�tseinbusse.
3.6 Nach dem Gesagten bestehen offene Fragen, welche relevant f�r die streitigen Leistungsanspr�che sein k�nnen und sich aufgrund der bestehenden medizinischen Aktenlage nicht verl�sslich beantworten lassen. Dies rechtfertigt unter den gegebenen Umst�nden, eine versicherungsexterne fach�rztliche Begutachtung der Hand- und Ellbogenproblematik, einschliesslich einer Beurteilung der Restarbeitsf�higkeit und des Integrit�tsschadens, anzuordnen. Ausserdem erscheint es angezeigt, die vollst�ndigen Akten der Invalidenversicherung beizuziehen, was soweit ersichtlich bisher nicht geschehen ist. Erst wenn die Frage der somatischen Unfallfolgen gekl�rt ist, wird auch verl�sslich beurteilt werden k�nnen, ob noch bestehende Beschwerden allenfalls mit einer psychischen Unfallfolge zu erkl�ren sind. Die Sache wird f�r die genannten Vorkehren und zur anschliessenden neuen Verf�gung �ber den Anspruch auf eine Invalidenrente und auf eine Integrit�tsentsch�digung an die SUVA zur�ckgewiesen.
Die Kosten des Verfahrens sind von der unterliegenden Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG; BGE 133 V 642), welche �berdies dem Beschwerdef�hrer eine Parteientsch�digung auszurichten hat (Art. 68 Abs. 1 BGG).
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau vom 5. November 2009 und der Einspracheentscheid der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt vom 24. Juli 2008 werden aufgehoben. Die Sache wird an die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt zur�ckgewiesen, damit sie, nach erfolgter Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen, �ber den Anspruch auf eine Invalidenrente und auf eine Integrit�tsentsch�digung neu verf�ge. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen.