Source: https://www.admody.com/urteilsdatenbank/4cd56faa3a77/BVerfG_Beschluss_vom_8-September-2009_Az_1-BvR-1464-09
Timestamp: 2020-06-02 14:59:39
Document Index: 91712370

Matched Legal Cases: ['Art. 3', 'Art. 20', 'Art. 3', '§ 114', '§ 129', '§ 130', '§ 114', '§ 3', '§ 4', '§ 3', '§ 4', '§ 67', '§ 65', 'Art. 101', 'Art. 103']

Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 8. September 2009, Az.: 1 BvR 1464/09
1. Die angegriffenen Entscheidungen verletzen den Beschwerdeführer nicht in seinem Anspruch auf Rechtsschutzgleichheit nach Art. 3 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 20 Abs. 3 GG.
a) Art. 3 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Rechtsstaatsprinzip gebietet eine weitgehende Angleichung der Situation von Bemittelten und Unbemittelten bei der Verwirklichung des Rechtsschutzes (vgl. BVerfGE 81, 347 <356>; stRspr). Ein Fachgericht, das im Verfahren über die Prozesskostenhilfe eine schwierige, bislang ungeklärte Rechts- oder Tatfrage durchentscheidet, verkennt die Bedeutung des Gebots der Rechtsschutzgleichheit (vgl. zu § 114 ZPO: BVerfGE 81, 347 <359>; BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 19. Februar 2008 - 1 BvR 1807/07 -, NJW 2008, S. 1060 <1061> m.w.N.). Das Entsprechende gilt im Verfahren über die Verfahrenskostenhilfe nach § 129, § 130 Abs. 1 Satz 1 PatG in Verbindung mit §§ 114 bis 116 ZPO.
b) Gemessen hieran liegt in der negativen Beurteilung der Erfolgsaussichten der Rechtsverteidigung des Beschwerdeführers keine Grundrechtsverletzung. Diese Beurteilung hing im Streitfall von der vorläufigen Beantwortung rechtlicher und tatsächlicher Fragen im Zusammenhang mit § 3 und § 4 PatG ab. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es sich um schwierige, ungeklärte Rechtsfragen oder um einer Beweiserhebung bedürftige Tatsachenfragen handelte. Die Kriterien, nach denen sich Neuheit und erfinderische Tätigkeit bestimmen, sind höchstrichterlich geklärt (vgl. nur Melullis, in: Benkard, Patentgesetz, 10. Aufl. 2006, § 3 Rn. 5 ff.; Asendorf/Schmidt, a.a.O., § 4 Rn. 10 ff., je m.w.N.). Die Schwierigkeit einer Rechtsmaterie als solcher führt nicht dazu, dass im Prozess- oder Verfahrenskostenhilfe-Verfahren keine ablehnende Entscheidung getroffen werden kann. Die Besetzung des Nichtigkeitssenats beim Bundespatentgericht mit rechtskundigen und technischen Mitgliedern (vgl. § 67 Abs. 2, § 65 Abs. 2 PatG) erlaubt durchaus eine vorläufige Beurteilung der einschlägigen Tat- und Rechtsfragen.
2. Der Beschwerdeführer ist auch nicht in seinem Anspruch auf den gesetzlichen Richter gemäß Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG und in seinem Anspruch auf rechtliches Gehör gemäß Art. 103 Abs. 1 GG verletzt.
Beschluss v. 08.09.2009
Az: 1 BvR 1464/09
https://www.admody.com/urteilsdatenbank/4cd56faa3a77/BVerfG_Beschluss_vom_8-September-2009_Az_1-BvR-1464-09
<a href="https://www.admody.com/urteilsdatenbank/4cd56faa3a77/BVerfG_Beschluss_vom_8-September-2009_Az_1-BvR-1464-09" title="Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 8. September 2009, Az.: 1 BvR 1464/09">Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 8. September 2009, Az.: 1 BvR 1464/09</a>
[URL=https://www.admody.com/urteilsdatenbank/4cd56faa3a77/BVerfG_Beschluss_vom_8-September-2009_Az_1-BvR-1464-09]Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 8. September 2009, Az.: 1 BvR 1464/09[/URL]
<ref name=2ZOqct>{{cite web|title=Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 8. September 2009, Az.: 1 BvR 1464/09|url=https://www.admody.com/urteilsdatenbank/4cd56faa3a77/BVerfG_Beschluss_vom_8-September-2009_Az_1-BvR-1464-09|publisher=Admody Rechtsanwälte Aktiengesellschaft|accessdate=02. Juni 2020}}</ref>
LG Dortmund, Urteil vom 15. Januar 2016, Az.: 3 O 610/15 - BPatG, Beschluss vom 5. März 2009, Az.: 30 W (pat) 81/06 - OLG Hamm, Beschluss vom 16. Mai 2011, Az.: I-8 AktG 1/11 - BPatG, Beschluss vom 18. Oktober 2000, Az.: 29 W (pat) 242/99 - BPatG, Beschluss vom 23. Oktober 2006, Az.: 11 W (pat) 305/03 - BPatG, Beschluss vom 25. Juli 2005, Az.: 21 W (pat) 20/03 - OLG Düsseldorf, Urteil vom 16. August 2005, Az.: I-20 U 123/05 - BPatG, Beschluss vom 7. Juni 2005, Az.: 6 W (pat) 305/04 - BPatG, Urteil vom 18. März 2004, Az.: 3 Ni 5/03 - VG Potsdam, Beschluss vom 15. Juli 2015, Az.: 9 L 40/15