Source: https://www.rechtslupe.de/wirtschaftsrecht/pflichtmitgliedschaft-industrie-handelskammer-3124850
Timestamp: 2020-02-27 17:24:06
Document Index: 67314789

Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'Art. 9', 'Art. 2', '§ 2', '§ 3', '§ 2', '§ 3', '§ 9', '§ 3', '§ 9', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 4', '§ 11', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 12', '§ 1', '§ 4', '§ 4', '§ 5', '§ 2', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 11', '§ 11', '§ 12', '§ 12', '§ 1', '§ 2', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 5', 'Art. 9', '§ 2', '§ 3', 'Art. 2', '§ 5', 'Art. 101', '§ 152', '§ 2', '§ 3', 'Art. 2', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 2', 'Art.19', '§ 2', '§ 3', 'Art. 3', '§ 23', '§ 92', 'Art. 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', 'Art. 5', 'Art. 1', 'Art. 4', 'Art. 101', '§ 2', '§ 3', 'Art. 2', '§ 2', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 2', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', '§ 3', '§ 2', 'Art. 2', 'Art. 74', '§ 2', '§ 3', 'Art. 2', '§ 3', '§ 2', '§ 3', '§ 2', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', 'Art. 9', '§ 1', '§ 1', '§ 8', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 2', '§ 10', '§ 4', '§ 2', '§ 3', '§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 2', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 4', '§ 1', '§ 1', '§ 3', '§ 2', 'Art.20', 'Art.20', '§ 1', '§ 3', '§ 1', '§ 3', '§ 3', '§ 4', '§ 3', '§ 3', '§ 11', '§ 4', 'Art 77', '§ 5', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 11', '§ 5', '§ 93', '§ 5', '§ 1', '§ 1', '§ 2', '§ 146', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 7', '§ 5']

Pflicht­mit­glied­schaft in der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer – und die Bei­trags­pflicht | Rechtslupe
Pflicht­mit­glied­schaft in der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer – und die Bei­trags­pflicht
Die an die Pflicht­mit­glied­schaft in Indus­trie- und Han­dels­kam­mern gebun­de­ne Bei­trags­pflicht ist ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den. Dies hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts jetzt noch­mals bekräf­tigt und die Ver­fas­sungs­be­schwer­den von zwei Kam­mer­mit­glie­dern zurück­ge­wie­sen, die gel­tend gemacht hat­ten, dass die von der jewei­li­gen ört­li­chen Indus­trie- und Han­dels­kam­mer erho­be­nen Bei­trä­ge einer ver­fas­sungs­ge­mä­ßen Grund­la­ge ent­behr­ten, weil die im Gesetz zur vor­läu­fi­gen Rege­lung des Rechts der Indus­trie- und Han­dels­kam­mern vom 18.12 1956 1 nor­mier­te Pflicht­mit­glied­schaft nicht mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar sei.
Das Recht, nicht durch Pflicht­mit­glied­schaft von "unnö­ti­gen" Kör­per­schaf­ten in Anspruch genom­men zu wer­den, ergibt sich aus Art. 2 Abs. 1 GG, nicht aus Art. 9 Abs. 1 GG. Das Grund­recht des Art. 2 Abs. 1 GG schützt auch davor, zu einem Kam­mer­bei­trag her­an­ge­zo­gen zu wer­den, der nicht in der ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Ord­nung begrün­det ist.
In der Orga­ni­sa­ti­on einer Kör­per­schaft der funk­tio­na­len Selbst­ver­wal­tung muss sich die Bin­nen­plu­ra­li­tät der Inter­es­sen nie­der­schla­gen, denen die­se dient.
Funk­tio­na­le Selbst­ver­wal­tung der gewerb­li­chen Wirt­schaft in Deutsch­land
Pflicht­mit­glied­schaft und Bei­trags­pflicht zur IHK
Die Ansicht des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts
Pflicht­mit­glied­schaft in der IHK
Bei­trags­pflicht in der IHK
Ver­hält­nis­mä­ßig­keit der Bei­trags­er­he­bung
Erfor­der­lich­keit der Pflicht­bei­trä­ge
Ein­schät­zungs­spiel­raum des Gesetz­ge­bers
Geeig­net­heit der Bei­trags­pflicht
Zwangs­mit­glied­schaft und Pflicht­bei­trä­ge zur IHK – und das Demo­kra­tie­prin­zip
Funk­tio­na­le Selbst­ver­wal­tung der gewerb­li­chen Wirt­schaft in Deutsch­land[↑]
Die funk­tio­na­le Selbst­ver­wal­tung im Gewer­be hat in Deutsch­land Tra­di­ti­on. Sie bil­de­te sich in Ori­en­tie­rung an den in Frank­reich bereits 1596 durch Gesetz begrün­de­ten Cham­bres oder Con­seils de Com­mer­ce aus; ab 1830 wur­den auf Initia­ti­ve der Wirt­schaft Han­dels­kam­mern zur Selbst­ver­wal­tung ein­ge­rich­tet. Im 18. Jahr­hun­dert ent­wi­ckel­ten sich in der Tra­di­ti­ons­li­nie mit­tel­al­ter­li­cher Gil­den zudem Inter­es­sen­ver­tre­tun­gen der Kauf­leu­te in "Kom­merz­de­pu­ta­tio­nen", "Kom­merz­kol­le­gi­en" und "Hand­lungs­kol­le­gi­en"; sie wur­den 1848 in Preu­ßen durch die König­li­che Ver­ord­nung über die Errich­tung von Han­dels­kam­mern für die öst­li­chen Pro­vin­zen auf eine ein­heit­li­che Grund­la­ge gestellt. Die Han­dels­kam­mern napo­leo­ni­scher Prä­gung waren frei­wil­li­ge Zusam­men­schlüs­se, die preu­ßi­schen Kauf­mann­schaf­ten aus dem Staat aus­ge­glie­der­te Insti­tu­tio­nen zur Erfül­lung öffent­li­cher Auf­ga­ben unter Her­an­zie­hung der betei­lig­ten Krei­se, mit einem star­ken Ele­ment der Selbst­ver­wal­tung 2. In der Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus ver­lo­ren die Kam­mern ihre Selb­stän­dig­keit und gin­gen in den "Gau­wirt­schafts­kam­mern" auf. Nach dem 8.05.1945 wur­den in den Län­dern der west­li­chen Besat­zungs­zo­nen wie­der Indus­trie- und Han­dels­kam­mern errich­tet, in unter­schied­li­cher und teils auch unkla­rer Orga­ni­sa­ti­ons­form 3. Der Wunsch nach bun­des­recht­li­cher Ver­ein­heit­li­chung mün­de­te 1956 – mit einem Gesetz­ent­wurf aus der Mit­te des Bun­des­tags – im Gesetz zur vor­läu­fi­gen Rege­lung des Rechts der Indus­trie- und Han­dels­kam­mern.
Pflicht­mit­glied­schaft und Bei­trags­pflicht zur IHK[↑]
Die bei­den hier ent­schie­de­nen Ver­fas­sungs­be­schwer­den rich­ten sich gegen Beschei­de zur Her­an­zie­hung von Bei­trä­gen, mit­tel­bar gegen § 2 Abs. 1 und § 3 Abs. 2 und 3 IHKG. Die Rege­lun­gen wur­den in dem für die Bei­trags­er­he­bung maß­geb­li­chen Zeit­raum geän­dert. § 2 Abs. 1 IHKG lau­te­te ursprüng­lich:
(1) Zur Indus­trie- und Han­dels­kam­mer gehö­ren, sofern sie zur Gewer­be­steu­er ver­an­lagt sind, natür­li­che Per­so­nen, Han­dels­ge­sell­schaf­ten, ande­re nicht rechts­fä­hi­ge Per­so­nen­mehr­hei­ten und juris­ti­sche Per­so­nen des pri­va­ten und des öffent­li­chen Rechts, wel­che im Bezirk der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer ent­we­der eine gewerb­li­che Nie­der­las­sung oder eine Betriebs­stät­te oder eine Ver­kaufs­stel­le unter­hal­ten (Kam­mer­zu­ge­hö­ri­ge).
Ihre auch heu­te gel­ten­de Fas­sung erhielt die Norm durch das Zwei­te Gesetz zum Abbau büro­kra­ti­scher Hemm­nis­se ins­be­son­de­re in der mit­tel­stän­di­schen Wirt­schaft vom 07.09.2007, BGBl I S. 2246 mit Wir­kung vom 14.09.2007. Sie lau­tet jetzt:
(1) Zur Indus­trie- und Han­dels­kam­mer gehö­ren, sofern sie zur Gewer­be­steu­er ver­an­lagt sind, natür­li­che Per­so­nen, Han­dels­ge­sell­schaf­ten, ande­re Per­so­nen­mehr­hei­ten und juris­ti­sche Per­so­nen des pri­va­ten und des öffent­li­chen Rechts, wel­che im Bezirk der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer eine Betriebs­stät­te unter­hal­ten (Kam­mer­zu­ge­hö­ri­ge).
§ 3 Abs. 2 und Abs. 3 IHKG lau­te­te in sei­ner ab 1.01.2004 gel­ten­den Fas­sung 4:
(2) 1 Die Kos­ten der Errich­tung und Tätig­keit der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer wer­den, soweit sie nicht ander­wei­tig gedeckt sind, nach Maß­ga­be des Haus­halts­plans durch Bei­trä­ge der Kam­mer­zu­ge­hö­ri­gen gemäß einer Bei­trags­ord­nung auf­ge­bracht. 2 Der Haus­halts­plan ist jähr­lich nach den Grund­sät­zen einer spar­sa­men und wirt­schaft­li­chen Finanz­ge­ba­rung unter pfleg­li­cher Behand­lung der Leis­tungs­fä­hig­keit der Kam­mer­zu­ge­hö­ri­gen auf­zu­stel­len und aus­zu­füh­ren.
(3) 1 Als Bei­trä­ge erhebt die Indus­trie- und Han­dels­kam­mer Grund­bei­trä­ge und Umla­gen. 2 Der Grund­bei­trag kann gestaf­felt wer­den; dabei sol­len ins­be­son­de­re Art, Umfang und Leis­tungs­kraft des Gewer­be­be­trie­bes berück­sich­tigt wer­den. 3 Kam­mer­zu­ge­hö­ri­ge, die nicht im Han­dels­re­gis­ter oder im Genos­sen­schafts­re­gis­ter ein­ge­tra­gen sind und deren Gewer­be­er­trag nach dem Gewer­be­steu­er­ge­setz oder, soweit für das Bemes­sungs­jahr ein Gewer­be­steu­er­mess­be­trag nicht fest­ge­setzt wird, deren nach dem Ein­kom­men­steu­er­ge­setz ermit­tel­ter Gewinn aus Gewer­be­be­trieb 5.200 Euro nicht über­steigt, sind vom Bei­trag frei­ge­stellt. 4 Die in Satz 3 genann­ten Kam­mer­zu­ge­hö­ri­gen sind, soweit sie natür­li­che Per­so­nen sind und in den letz­ten fünf Wirt­schafts­jah­ren vor ihrer Betriebs­er­öff­nung weder Ein­künf­te aus Land- und Forst­wirt­schaft, Gewer­be­be­trieb oder selbst­stän­di­ger Arbeit erzielt haben, noch an einer Kapi­tal­ge­sell­schaft mit­tel­bar oder unmit­tel­bar zu mehr als einem Zehn­tel betei­ligt waren, für das Haus­halts­jahr der Betriebs­er­öff­nung und für das dar­auf fol­gen­de Jahr von der Umla­ge; und vom Grund­bei­trag sowie für das drit­te und vier­te Jahr von der Umla­ge befreit, wenn ihr Gewer­be­er­trag oder Gewinn aus Gewer­be­be­trieb 25.000 Euro nicht über­steigt. 5 Wenn nach dem Stand der zum Zeit­punkt der Ver­ab­schie­dung der Haus­halts­sat­zung vor­lie­gen­den Bemes­sungs­grund­la­gen zu besor­gen ist, dass bei einer Indus­trie- und Han­dels­kam­mer die Zahl der Bei­trags­pflich­ti­gen, die einen Bei­trag ent­rich­ten, durch die in den Sät­zen 3 und 4 genann­ten Frei­stel­lungs­re­ge­lun­gen auf weni­ger als 55 vom Hun­dert aller ihr zuge­hö­ri­gen Gewer­be­trei­ben­den sinkt, kann die Voll­ver­samm­lung für das betref­fen­de Haus­halts­jahr eine ent­spre­chen­de Her­ab­set­zung der dort genann­ten Gren­zen für den Gewer­be­er­trag oder den Gewinn aus Gewer­be­be­trieb beschlie­ßen. 6 Wird für das Bemes­sungs­jahr ein Gewer­be­steu­er­meß­be­trag fest­ge­setzt, ist Bemes­sungs­grund­la­ge für die Umla­ge der Gewer­be­er­trag nach dem Gewer­be­steu­er­ge­setz, andern­falls der nach dem Ein­kom­men­steu­er- oder Kör­per­schaft­steu­er­ge­setz ermit­tel­te Gewinn aus Gewer­be­be­trieb. 7 Bei natür­li­chen Per­so­nen und bei Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten ist die Bemes­sungs­grund­la­ge um einen Frei­be­trag in Höhe von 15 340 Euro zu kür­zen. 8 Die Kam­mer­zu­ge­hö­ri­gen sind ver­pflich­tet, der Kam­mer Aus­kunft über die zur Fest­set­zung der Bei­trä­ge erfor­der­li­chen Grund­la­gen zu geben, soweit die­se nicht bereits nach § 9 erho­ben wor­den sind; die Kam­mer ist berech­tigt, die sich hier­auf bezie­hen­den Geschäfts­un­ter­la­gen ein­zu­se­hen. 9 Gewer­be­trei­ben­den, die einer Indus­trie- und Han­dels­kam­mer mehr­fach ange­hö­ren (zum Bei­spiel mit Toch­ter­ge­sell­schaf­ten), kann von die­ser ein ermä­ßig­ter Grund­bei­trag ein­ge­räumt wer­den.
§ 3 Abs. 2 und Abs. 3 IHKG wur­de durch das Zwei­te Gesetz zum Abbau büro­kra­ti­scher Hemm­nis­se ins­be­son­de­re in der mit­tel­stän­di­schen Wirt­schaft vom 07.09.2007, BGBl I S. 2246, mit Wir­kung vom 14.09.2007 und 1.01.2008 wie folgt geän­dert und blieb in die­ser Fas­sung bis 31.07.2013 in Kraft:
(2) 12 Der Wirt­schafts­plan ist jähr­lich nach den Grund­sät­zen einer spar­sa­men und wirt­schaft­li­chen Finanz­ge­ba­rung unter pfleg­li­cher Behand­lung der Leis­tungs­fä­hig­keit der Kam­mer­zu­ge­hö­ri­gen auf­zu­stel­len und aus­zu­füh­ren.
(3) 1 Als Bei­trä­ge erhebt die Indus­trie- und Han­dels­kam­mer Grund­bei­trä­ge und Umla­gen. 2 Der Grund­bei­trag kann gestaf­felt wer­den; dabei sol­len ins­be­son­de­re Art, Umfang und Leis­tungs­kraft des Gewer­be­be­trie­bes berück­sich­tigt wer­den. 3 Natür­li­che Per­so­nen und Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten, die nicht in das Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen sind, und ein­ge­tra­ge­ne Ver­ei­ne, wenn nach Art oder Umfang ein in kauf­män­ni­scher Wei­se ein­ge­rich­te­ter Geschäfts­be­trieb nicht erfor­der­lich ist, sind vom Bei­trag frei­ge­stellt, soweit ihr Gewer­be­er­trag nach dem Gewer­be­steu­er­ge­setz oder soweit für das Bemes­sungs­jahr ein Gewer­be­steu­er­mess­be­trag nicht fest­ge­setzt wird, ihr nach dem Ein­kom­men­steu­er­ge­setz ermit­tel­ter Gewinn aus Gewer­be­be­trieb 5 200 Euro nicht über­steigt. 4 Die in Satz 3 genann­ten natür­li­chen Per­so­nen sind, soweit sie in den letz­ten fünf Wirt­schafts­jah­ren vor ihrer Betriebs­er­öff­nung weder Ein­künf­te aus Land- und Forst­wirt­schaft, Gewer­be­be­trieb oder selb­stän­di­ger Arbeit erzielt haben, noch an einer Kapi­tal­ge­sell­schaft mit­tel­bar oder unmit­tel­bar zu mehr als einem Zehn­tel betei­ligt waren, für das Geschäfts­jahr einer Indus­trie- und Han­dels­kam­mer, in dem die Betriebs­er­öff­nung erfolgt, und für das dar­auf fol­gen­de Jahr von der Umla­ge; und vom Grund­bei­trag sowie für das drit­te und vier­te Jahr von der Umla­ge befreit, wenn ihr Gewer­be­er­trag oder Gewinn aus Gewer­be­be­trieb 25 000 Euro nicht über­steigt. 5 Wenn nach dem Stand der zum Zeit­punkt der Ver­ab­schie­dung der Wirt­schafts­sat­zung vor­lie­gen­den Bemes­sungs­grund­la­gen zu besor­gen ist, dass bei einer Indus­trie- und Han­dels­kam­mer die Zahl der Bei­trags­pflich­ti­gen, die einen Bei­trag ent­rich­ten, durch die in den Sät­zen 3 und 4 genann­ten Frei­stel­lungs­re­ge­lun­gen auf weni­ger als 55 vom Hun­dert aller ihr zuge­hö­ri­gen Gewer­be­trei­ben­den sinkt, kann die Voll­ver­samm­lung für das betref­fen­de Geschäfts­jahr eine ent­spre­chen­de Her­ab­set­zung der dort genann­ten Gren­zen für den Gewer­be­er­trag oder den Gewinn aus Gewer­be­be­trieb beschlie­ßen. 6 Wird für das Bemes­sungs­jahr ein Gewer­be­steu­er­meß­be­trag fest­ge­setzt, ist Bemes­sungs­grund­la­ge für die Umla­ge der Gewer­be­er­trag nach dem Gewer­be­steu­er­ge­setz, andern­falls der nach dem Ein­kom­men­steu­er- oder Kör­per­schaft­steu­er­ge­setz ermit­tel­te Gewinn aus Gewer­be­be­trieb. 7 Bei natür­li­chen Per­so­nen und bei Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten ist die Bemes­sungs­grund­la­ge um einen Frei­be­trag in Höhe von 15 340 Euro zu kür­zen. 8 Die Kam­mer­zu­ge­hö­ri­gen sind ver­pflich­tet, der Kam­mer Aus­kunft über die zur Fest­set­zung der Bei­trä­ge erfor­der­li­chen Grund­la­gen zu geben, soweit die­se nicht bereits nach § 9 erho­ben wor­den sind; die Kam­mer ist berech­tigt, die sich hier­auf bezie­hen­den Geschäfts­un­ter­la­gen ein­zu­se­hen. 9 Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten, deren gewerb­li­che Tätig­keit sich in der Funk­ti­on eines per­sön­lich haf­ten­den Gesell­schaf­ters in nicht mehr als einer Per­so­nen­han­dels­ge­sell­schaft erschöpft, kann ein ermä­ßig­ter Grund­bei­trag ein­ge­räumt wer­den, sofern bei­de Gesell­schaf­ten der­sel­ben Kam­mer zuge­hö­ren. 10 Glei­ches gilt für Gesell­schaf­ten mit Sitz im Bezirk einer Kam­mer, deren sämt­li­che Antei­le von einem im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­ge­nen Unter­neh­men mit Sitz in der­sel­ben Kam­mer gehal­ten wer­den.
Die Indus­trie- und Han­dels­kam­mern (IHK) sind nach § 3 Abs. 1 IHKG als Kör­per­schaf­ten des öffent­li­chen Rechts orga­ni­siert, an die Kam­mer­mit­glie­der Bei­trä­ge zah­len müs­sen. Die Bestim­mun­gen über die Bei­trags­be­mes­sung sind im Lau­fe der Jah­re mehr­fach modi­fi­ziert und die Bei­trä­ge in den letz­ten Jah­ren auch abge­senkt wor­den. Der Kam­mer­bei­trag dient der Finan­zie­rung der gesam­ten Kam­mer­tä­tig­keit; er ist ver­wen­dungs­neu­tral, also nicht auf bestimm­te Ein­zel­auf­ga­ben bezo­gen 5.
Rechts­grund­la­ge für die Erhe­bung der Bei­trä­ge ist § 3 Abs. 3 IHKG in Ver­bin­dung mit der nach § 3 Abs. 2 Satz 1 IHKG zu erlas­sen­den Bei­trags­ord­nung. Sie wird nach § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 IHKG von der Voll­ver­samm­lung beschlos­sen und bedarf der Geneh­mi­gung durch die Auf­sichts­be­hör­de nach § 11 Abs. 2 Nr. 3 IHKG. Der Bei­trag setzt sich nach § 3 Abs. 3 Satz 1 IHKG aus einem Grund­bei­trag und einer Umla­ge zusam­men. Dazu ent­hält das Gesetz wei­te­re Maß­ga­ben. So kann der Grund­bei­trag nach § 3 Abs. 3 Satz 2 IHKG gestaf­felt wer­den, was auch regel­mä­ßig geschieht; er rich­tet sich nach der Art, Umfang und Leis­tungs­kraft des Gewer­be­be­trie­bes. Die Umla­ge wird nach § 3 Abs. 3 Satz 6 IHKG pro­zen­tu­al für den jewei­li­gen Gewer­be­er­trag nach dem Gewer­be­steu­er­ge­setz oder den Gewinn aus Gewer­be­be­trieb nach dem Ein­kom­men­steu­er­ge­setz im Ver­an­la­gungs­zeit­raum bestimmt. Wer einen bestimm­ten Ertrag oder Gewinn unter­schrei­tet, ist nach § 3 Abs. 3 Satz 3 und 4 IHKG von der Bei­trags­pflicht frei­ge­stellt oder befreit.
Neben den Bei­trä­gen erge­ben sich Ein­nah­men der Kam­mern aus nach § 3 Abs. 5 IHKG erho­be­nen Son­der­bei­trä­gen und Gebüh­ren sowie aus einem nach § 3 Abs. 6 IHKG ver­lang­ten Aus­la­gen­er­satz. Von Bedeu­tung sind ins­be­son­de­re die Nut­zungs­ge­büh­ren für Ein­rich­tun­gen oder für der Kam­mer zuge­wie­se­ne Auf­ga­ben der Wirt­schafts­ver­wal­tung wie die Abnah­me von Prü­fun­gen und die Ertei­lung von Zeug­nis­sen und Beschei­ni­gun­gen. Dazu kom­men Zins, Betei­li­gungs- und Wert­pa­pie­rer­trä­ge sowie außer­or­dent­li­che Erträ­ge und staat­li­che Mit­tel­zu­wei­sun­gen.
Die Auf­ga­ben der Indus­trie- und Han­dels­kam­mern erge­ben sich zunächst aus § 1 Abs.1 IHKG. Danach ist es Auf­ga­be der Kam­mern,
"das Gesamt­in­ter­es­se der ihnen zuge­hö­ri­gen Gewer­be­trei­ben­den ihres Bezir­kes wahr­zu­neh­men, für die För­de­rung der gewerb­li­chen Wirt­schaft zu wir­ken und dabei die wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen ein­zel­ner Gewer­be­zwei­ge oder Betrie­be abwä­gend und aus­glei­chend zu berück­sich­ti­gen; dabei obliegt es ihnen ins­be­son­de­re, durch Vor­schlä­ge, Gut­ach­ten und Berich­te die Behör­den zu unter­stüt­zen und zu bera­ten sowie für Wah­rung von Anstand und Sit­te des ehr­ba­ren Kauf­manns zu wir­ken."
Neben die­ser all­ge­mei­nen Auf­ga­ben­zu­wei­sung sind in § 1 Abs. 2 und 3 IHKG ein­zel­ne Auf­ga­ben her­vor­ge­ho­ben. In § 1 Abs. 4 IHKG wird die Über­tra­gung wei­te­rer Auf­ga­ben durch Gesetz oder Rechts­ver­ord­nung vor­be­hal­ten; sie fin­den sich unter ande­rem im Berufs­bil­dungs­ge­setz (BBiG), der Gewer­be­ord­nung sowie nach § 1 Abs. 3a und 3b, § 12 IHKG im Lan­des­recht. Nicht zu ihren Auf­ga­ben gehört nach § 1 Abs. 5 IHKG die Wahr­neh­mung sozi­al­po­li­ti­scher und arbeits­recht­li­cher Inter­es­sen.
Die Bin­nen­ver­fas­sung der Indus­trie- und Han­dels­kam­mern rich­tet sich nach den §§ 4 bis 8 IHKG. Höchs­tes Ent­schei­dungs­gre­mi­um ist danach jeweils die Voll­ver­samm­lung; sie beschließt nach § 4 Abs. 1 Satz 2 IHKG ins­be­son­de­re die Ord­nun­gen für die Wah­len sowie für Bei­trä­ge und Gebüh­ren. Die Mit­glie­der der Voll­ver­samm­lung wer­den nach § 5 Abs. 1 IHKG von den Kam­mer­zu­ge­hö­ri­gen gewählt. Wahl­be­rech­tigt für die unmit­tel­ba­re Wahl ist nach § 2 Abs. 1 IHKG das Mit­glied, wobei jedes Mit­glieds­un­ter­neh­men, das eine juris­ti­sche Per­son ist, eine Stim­me hat. Die Wahl ist nach § 5 Abs. 3 Satz 2 IHKG eine Grup­pen­wahl. Dazu wer­den die Kam­mer­zu­ge­hö­ri­gen nach § 5 Abs. 3 Satz 2 IHKG ent­spre­chend der wirt­schaft­li­chen Beson­der­hei­ten des Kam­mer­be­zirks sowie der gesamt­wirt­schaft­li­chen Bedeu­tung der Gewer­be­grup­pen in Wahl­grup­pen ein­ge­teilt und die Zahl der die­sen zuge­ord­ne­ten Sit­ze in der Voll­ver­samm­lung bestimmt. Das Nähe­re über die Aus­übung des akti­ven und pas­si­ven Wahl­rechts, über die Durch­füh­rung der Wahl sowie über Dau­er und vor­zei­ti­ge Been­di­gung der Mit­glied­schaft zur Voll­ver­samm­lung wird nach § 5 Abs. 3 Satz 1 IHKG jeweils in einer Sat­zung bestimmt. Der Dach­ver­band des Deut­schen Indus­trie- und Han­dels­kam­mer­ta­ges (DIHK) stellt dazu eine Mus­ter­wahl­ord­nung zur Ver­fü­gung. In den Wahl­ord­nun­gen wird häu­fig auch eine Zuwahl von Mit­glie­dern der Voll­ver­samm­lung durch die Voll­ver­samm­lung selbst ermög­licht (Kooptati­on). Die­se muss sich nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts an den Anfor­de­run­gen an die Grup­pen­wahl aus § 5 Abs. 3 Satz 2 IHKG ori­en­tie­ren 6. Die Zuwahl wird in eini­gen Sat­zun­gen der Kam­mern zah­len­mä­ßig begrenzt, so in der Wahl­ord­nung der IHK Schwa­ben vom 14.06.2007 auf bis zu zehn von ins­ge­samt bis zu 107 durch die Regio­nal­ver­samm­lung gewähl­ten Mit­glie­dern und in der Wahl­ord­nung der IHK Kas­sel-Mar­burg vom 04.06.2013 auf bis zu zehn Mit­glie­der bei 77 direkt gewähl­ten Mit­glie­dern der Voll­ver­samm­lung.
Die Indus­trie- und Han­dels­kam­mern unter­lie­gen einer nur teil­wei­se bun­des­recht­lich gere­gel­ten Staats­auf­sicht. Nach § 11 Abs. 1 IHKG sind die Kam­mern einer Rechts­auf­sicht unter­wor­fen, die in der Ver­bands­kom­pe­tenz des Lan­des liegt. Ins­be­son­de­re Beschlüs­se der Voll­ver­samm­lung über Bei­trä­ge und die Wahl­ord­nung müs­sen gemäß § 11 Abs. 2 IHKG von der Auf­sichts­be­hör­de geneh­migt wer­den; nach § 12 Abs. 1 Nr. 7 IHKG kön­nen die Län­der ergän­zen­de Vor­schrif­ten über die Prü­fung des Jah­res­ab­schlus­ses und nach § 12 Abs. 1 Nr. 4 IHKG ergän­zen­de Vor­schrif­ten über Auf­sichts­mit­tel ver­ab­schie­den. Die Sitz­län­der der Kam­mern, deren Mit­glie­der hier Ver­fas­sungs­be­schwer­de füh­ren, haben nicht ein­zel­ne Auf­sichts­mit­tel nor­miert. Sie räu­men der Auf­sichts­be­hör­de aller­dings die Mög­lich­keit ein, die Voll­ver­samm­lung auf­zu­lö­sen (§ 1 Abs. 2 des Baye­ri­schen Geset­zes zur Ergän­zung und Aus­füh­rung des Geset­zes zur vor­läu­fi­gen Rege­lung des Rechts der Indus­trie- und Han­dels­kam­mern 7; § 2 Abs. 2 des Hes­si­schen Aus­füh­rungs­ge­set­zes zum Gesetz zur vor­läu­fi­gen Rege­lung des Rechts der Indus­trie- und Han­dels­kam­mern 8). Schließ­lich kön­nen die Kam­mern nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts 9 nach Lan­des­recht der Kon­trol­le der Lan­des­rech­nungs­hö­fe unter­stellt wer­den, was in Bay­ern der Fall ist.
Der­zeit gibt es in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land 79 unter­schied­lich gro­ße Indus­trie- und Han­dels­kam­mern. Die Zahl der Mit­glie­der bewegt sich zwi­schen vier und fünf Mil­lio­nen. Der durch­schnitt­li­che jähr­li­che Bei­trags­satz aller regis­trier­ten Mit­glie­der liegt bei 190 €; aller­dings zah­len bun­des­weit über 40 % der Mit­glieds­be­trie­be kei­nen IHK-Bei­trag 10. Deutsch­land­weit und in den hier betrof­fe­nen Bezir­ken san­ken zudem die Durch­schnitts­bei­trä­ge der im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­ge­nen Unter­neh­men aus­weis­lich der öffent­lich ver­füg­ba­ren Infor­ma­tio­nen in den letz­ten Jah­ren, bei der IHK Schwa­ben von 504 € im Jahr 2007 auf 410 €, bei der IHK Kas­sel-Mar­burg von 647 € im Jahr 2007 auf 520 €. Die Wahl­be­tei­li­gung zu den Voll­ver­samm­lun­gen der IHK lag zuletzt zwi­schen 5 % (IHK Han­no­ver) und 21 % (IHK Bre­mer­ha­ven), bei der IHK Schwa­ben bei 11 % und bei der IHK Kas­sel-Mar­burg bei 10 % (www.ihk.de), bei der Wahl zur Han­dels­kam­mer Ham­burg 2017 lag die Wahl­be­tei­li­gung bei 17, 6 % 11.
Die Beschwer­de­füh­re­rin bei der ers­ten der bei­den hier ent­schie­de­nen Ver­fas­sungs­be­schwer­den 12 ist eine Gesell­schaft mit beschränk­ter Haf­tung und betreibt in Mem­min­gen und damit im Bezirk der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer Schwa­ben (IHK Schwa­ben) einen Ver­trieb von Son­der­auf­bau­ten für Nutz­fahr­zeu­ge. Sie wird zur Gewer­be­steu­er ver­an­lagt.
Mit Bescheid vom 27.02.2009 ver­an­lag­te die IHK Schwa­ben die Beschwer­de­füh­re­rin für das Jahr 2006 zu einem Kam­mer­bei­trag von 0 €, für das Jahr 2007 von 178, 50 € abzüg­lich bereits gezahl­ter 153 € und für das Jahr 2009 von 163, 80 €, ins­ge­samt 189, 30 €. Ihre gegen den Bei­trags­be­scheid erho­be­ne Kla­ge war vor dem Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ge­richt Augs­burg 13 eben­so wie vor dem Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hof der Antrag auf Zulas­sung der Beru­fung 14 und die Anhö­rungs­rü­ge 15 erfolg­los.
Mit der frist­ge­mäß erho­be­nen Ver­fas­sungs­be­schwer­de wen­det sich die Beschwer­de­füh­re­rin unmit­tel­bar gegen die Her­an­zie­hung zu Bei­trä­gen der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer und inso­weit gegen den Bescheid der IHK, gegen das Urteil in ers­ter Instanz und gegen den Beschluss des Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs über die Nicht­zu­las­sung der Beru­fung, sowie mit­tel­bar gegen die Bestim­mun­gen des Geset­zes über die Indus­trie- und Han­dels­kam­mern, wel­che die Beschwer­de­füh­re­rin der Mit­glied­schaft in der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer unter­wer­fen und ihr die Ver­pflich­tung auf­er­le­gen, durch Bei­trä­ge an der Deckung der Kos­ten der Kam­mer­tä­tig­keit mit­zu­wir­ken. Sie rügt eine Ver­let­zung ihrer Grund­rech­te aus Art. 2 Abs. 1, Art. 3 Abs. 1, Art. 5 Abs. 1 und Art. 9 Abs. 1 GG.
Die Beschwer­de­füh­re­rin im zwei­ten hier ent­schie­de­nen Ver­fas­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren 16 ist eine Gesell­schaft mit beschränk­ter Haf­tung mit Sitz in Kas­sel. Sie ist als Rei­se­ver­an­stal­te­rin tätig und betreibt ein Rei­se­bü­ro.
Mit Bescheid vom 12.03.2010 zog die dama­li­ge Indus­trie- und Han­dels­kam­mer Kas­sel (IHK Kas­sel) die Beschwer­de­füh­re­rin zu einem Bei­trag von vor­läu­fig 200 € her­an. Wider­spruch, Kla­ge vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Kas­sel 17 und Antrag auf Zulas­sung der Beru­fung beim Hes­si­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hof 18 waren erfolg­los. Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de wen­det sich gegen den Bei­trags­be­scheid und die dazu ergan­ge­nen ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Ent­schei­dun­gen sowie mit­tel­bar gegen des­sen Rechts­grund­la­gen in § 2 Abs. 1 IHKG und § 3 Abs. 2 und 3 IHKG.
Zu den Ver­fas­sungs­be­schwer­den Stel­lung genom­men haben die Bun­des­re­gie­rung, das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, für die Län­der Bay­ern und Hes­sen die Staats­kanz­lei­en, das Minis­te­ri­um für Finan­zen und Wirt­schaft Baden-Würt­tem­berg und das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um Meck­len­burg-Vor­pom­mern, die Beklag­ten der Aus­gangs­ver­fah­ren, der Deut­sche Indus­trie- und Han­dels­kam­mer­tag, die Bun­des­rechts­an­walts­kam­mer, die Bun­des­ver­ei­ni­gung der Deut­schen Arbeit­ge­ber­ver­bän­de, der Deut­sche Anwalt­ver­ein und das Insti­tut für Kam­mer­recht e.V. Sie hal­ten die Ver­fas­sungs­be­schwer­den bereits für unzu­läs­sig oder jeden­falls für unbe­grün­det. Ein­zig zu prü­fen­des Grund­recht sei das Frei­heits­recht aus Art. 2 Abs. 1 GG. Die Kam­mern genüg­ten den Anfor­de­run­gen des Demo­kra­tie­prin­zips. Dif­fe­ren­zie­rend äußer­ten sich der Bun­des­ver­band der Deut­schen Indus­trie, der Deut­sche Gewerk­schafts­bund und der Bun­des­ver­band der mit­tel­stän­di­schen Wirt­schaft. Allein der Bun­des­ver­band für freie Kam­mern e.V. hält die Ver­fas­sungs­be­schwer­den unein­ge­schränkt für begrün­det.
Die Bun­des­re­gie­rung hält die Ver­fas­sungs­be­schwer­den für unbe­grün­det. Die Ver­let­zung einer Prüf­pflicht füh­re nicht zur Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der Norm. Dazu kom­me es nur, wenn sich die Norm bezo­gen auf Ände­run­gen des zu regeln­den Lebens­sach­ver­hal­tes oder wegen neu­er recht­li­cher Rah­men­be­din­gun­gen als unver­hält­nis­mä­ßig erwei­se. Dazu fehl­ten jedoch plau­si­ble Dar­le­gun­gen. Der Hin­weis auf die Euro­päi­sie­rung des Wirt­schafts­rechts hel­fe nicht, weil sich die Ver­wal­tungs­auf­ga­ben der Kam­mern in ihrem Schwer­punkt nicht auf den Zen­tral­staat oder die Euro­päi­sche Uni­on bezö­gen, son­dern gegen­über jeder Form dezen­tra­li­sier­ter Staats­ge­walt wahr­zu­neh­men sei­en. Die höhe­re Kom­ple­xi­tät einer inter­na­tio­nal aus­ge­rich­te­ten Wirt­schaft kön­ne ein Indiz für eine grö­ße­re Bedeu­tung der Bera­tung durch die Kam­mern für Staat und Wirt­schaft sein. Die Ände­rung des Geset­zes im Jahr 2007 beja­he impli­zit den Fort­be­stand der Legi­ti­ma­ti­ons­grund­la­ge der Wirt­schafts­kam­mern. In letz­ter Zeit sei­en den Kam­mern zudem meh­re­re neue Auf­ga­ben spe­zi­al­ge­setz­lich zuge­wie­sen wor­den; auch das bestä­ti­ge, dass der Gesetz­ge­ber kei­ne Zwei­fel an der Legi­ti­ma­ti­on des Sys­tems der Wirt­schafts­kam­mern gehabt habe. Das Argu­ment, pri­va­te Ver­bän­de sei­en vor­zugs­wür­dig, sei weder neu noch vali­de. Pri­va­te Ver­bän­de sei­en Grund­rechts­sub­jek­te, die Kam­mern bezö­gen ihre Legi­ti­ma­ti­on dem­ge­gen­über aus ihrer öffent­lich-recht­li­chen Ver­fas­sung als Selbst­ver­wal­tungs­kör­per­schaft.
Das Gesetz über die Indus­trie- und Han­dels­kam­mern sei mit dem Demo­kra­tie­prin­zip ver­ein­bar. Die Orga­ne der Kam­mern sei­en per­so­nell nach für die funk­tio­na­le Selbst­ver­wal­tung modi­fi­zier­ten Grund­sät­zen hin­rei­chend legi­ti­miert. Die funk­tio­na­le Selbst­ver­wal­tung sei als orga­ni­sier­te Betei­li­gung der sach­na­hen Betrof­fe­nen ver­fas­sungs­recht­lich aner­kannt. Ins­be­son­de­re sei­en his­to­ri­sche Inpflicht­nah­men von Bür­ger­ver­bän­den für öffent­li­che Auf­ga­ben ver­fas­sungs­recht­lich unbe­denk­lich.
Das Wahl­recht der Kam­mern sei mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar, ins­be­son­de­re die in § 5 Abs. 3 IHKG vor­ge­se­he­ne Grup­pen­wahl. Da die Grup­pen unter­schied­lich groß sei­en, hät­ten die Stim­men der wahl­be­rech­tig­ten Kam­mer­mit­glie­der zwar nicht das­sel­be Gewicht. Doch gel­te hier nicht die Vor­ga­be der Gleich­heit der Wahl. Das sei sach­lich begrün­det, denn in den Wirt­schafts­kam­mern sei­en ver­schie­de­ne Berufs­grup­pen zusam­men­ge­fasst, die zur Wahr­neh­mung des Gesamt­in­ter­es­ses aus­glei­chend berück­sich­tigt wer­den müss­ten, was die Grup­pen­bil­dung ermög­li­che.
Hin­sicht­lich der Rüge einer Ver­let­zung des Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG bestün­den Zwei­fel an der Zuläs­sig­keit. Soweit eine Ver­let­zung des Rechts auf den gesetz­li­chen Rich­ter gel­tend gemacht wer­de, bedür­fe es einer Gehörs­rü­ge in ent­spre­chen­der Anwen­dung von § 152a VwGO. Ohne sie sei der Rechts­weg nicht erschöpft. Jeden­falls sei die Rüge unbe­grün­det.
Die Ansicht des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts[↑]
Der 8. Revi­si­ons­se­nat des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts hat mit­ge­teilt, er sei mehr­fach mit § 2 Abs. 1 und § 3 Abs. 2 und 3 IHKG befasst gewe­sen. Er habe sich an die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts von 1962 gebun­den gese­hen und des­sen Auf­fas­sung geteilt. Die Annah­me, es sei eine legi­ti­me öffent­li­che Auf­ga­be der Indus­trie- und Han­dels­kam­mern, die staat­li­chen Orga­ne und Behör­den in wirt­schaft­li­chen Fra­gen zu unter­stüt­zen und ihnen ver­läss­li­che Grund­la­gen für Ent­schei­dun­gen auf die­sem Gebiet zu lie­fern, tref­fe nach wie vor zu. Soll­ten die Kam­mern über ihnen zuge­wie­se­ne Auf­ga­ben hin­aus tätig wer­den, könn­ten Mit­glie­der auf Unter­las­sung kla­gen. Die Pflicht­mit­glied­schaft sei zumut­bar. Sie eröff­ne für die Mit­glie­der eine Chan­ce zur Mit­wir­kung, ohne sie zu erzwin­gen. Die grund­sätz­li­che Bedeu­tung der Fra­ge der Ver­ein­bar­keit mit Uni­ons­recht sei dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in meh­re­ren Ver­fah­ren nicht pro­zess­ord­nungs­ge­mäß dar­ge­legt wor­den.
Die Ver­fas­sungs­be­schwer­den sind zuläs­sig, soweit sie eine Ver­let­zung von Art. 2 Abs. 1 und Art. 9 Abs. 1 GG rügen.
Die Beschwer­de­füh­re­rin­nen kön­nen sich als juris­ti­sche Per­so­nen des Pri­vat­rechts gegen eine mög­li­che Ver­let­zung in ihren Grund­rech­ten durch eine Bei­trags­be­las­tung, die auf einer Pflicht­mit­glied­schaft beruht, mit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de zur Wehr set­zen. Sie kön­nen eine Ver­let­zung von Grund­rech­ten gel­tend machen, weil sie zu einem Pflicht­mit­glieds­bei­trag her­an­ge­zo­gen wer­den. Das gilt unab­hän­gig davon, ob dies dem Schutz­be­reich der Ver­ei­ni­gungs­frei­heit (Art. 9 Abs. 1 GG) oder der all­ge­mei­nen Hand­lungs­frei­heit (Art. 2 Abs. 1 GG) zuzu­ord­nen ist. Bei­de Grund­rech­te sind ihrem Wesen nach inso­weit auf juris­ti­sche Per­so­nen des Pri­vat­rechts anwend­bar (Art.19 Abs. 3 GG). Hier setzt die Erhe­bung eines Bei­trags, gegen den sich die Beschwer­de­füh­re­rin­nen in den Aus­gangs­ver­fah­ren weh­ren, die Pflicht­mit­glied­schaft in Gestalt der Kam­mer­zu­ge­hö­rig­keit nach § 2 Abs. 1 IHKG vor­aus. Gesetz­lich ange­ord­net ist die Pflicht­mit­glied­schaft der juris­ti­schen Per­son des Pri­vat­rechts als Gewer­be­be­trieb; der Bei­trags­be­scheid stützt sich damit auch auf § 3 Abs. 2 und 3 IHKG in Ver­bin­dung mit der Bei­trags­ord­nung der jewei­li­gen Kam­mer. Die Bei­trags­be­schei­de und die sie bestä­ti­gen­den ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Ent­schei­dun­gen sind daher nur dann mit den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen zu ver­ein­ba­ren, wenn auch die Pflicht­mit­glied­schaft ver­fas­sungs­ge­mäß ist.
Soweit die Ver­fas­sungs­be­schwer­den eine eigen­stän­di­ge Ver­let­zung des Rechts auf Gleich­be­hand­lung aus Art. 3 Abs. 1 GG durch die Erhe­bung eines Kam­mer­bei­trags gel­tend machen, sind sie nicht hin­rei­chend im Sin­ne der § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG sub­stan­ti­iert. Es ist nicht erkenn­bar, zwi­schen wel­chen kon­kre­ten Ver­gleichs­grup­pen eine kon­kret nach­tei­lig wir­ken­de Ungleich­be­hand­lung bestehen soll; dabei wäre auch auf nahe lie­gen­de Grün­de für und gegen die ange­grif­fe­ne Dif­fe­ren­zie­rung ein­zu­ge­hen 19. Des­glei­chen feh­len Aus­füh­run­gen zur Recht­fer­ti­gung des Bei­tra­ges als nicht­steu­er­li­che Abga­be 20.
Zwar bedarf die Erhe­bung von Pflicht­bei­trä­gen als Son­der­last vor Art. 3 GG einer Recht­fer­ti­gung, weil die Kam­mer­mit­glie­der gegen­über der Gesamt­heit der Steu­er­pflich­ti­gen mit beson­de­ren Abga­ben belegt wer­den. Unge­ach­tet der Fra­ge, wie der Kam­mer­bei­trag abga­ben­recht­lich zu qua­li­fi­zie­ren ist, wird die Kam­mer­um­la­ge jeden­falls für einen indi­vi­du­el­len Vor­teil erho­ben. Die­ser besteht aller­dings nicht aus den even­tu­el­len Vor­tei­len, die das jewei­li­ge Kam­mer­mit­glied aus den ein­zel­nen Maß­nah­men, Prü­fun­gen oder Beschei­ni­gun­gen sei­ner Kam­mer erhält – ansons­ten wäre die Umla­ge nur dann und nur inso­weit gerecht­fer­tigt, wie dem ein­zel­nen Kam­mer­mit­glied im lau­fen­den Haus­halts­jahr tat­säch­lich ein von ihm indi­vi­du­ell nutz­ba­rer Vor­teil ange­bo­ten wor­den wäre. Viel­mehr liegt der stets gege­be­ne Vor­teil für ein Pflicht­mit­glied in den Mit­glied­schafts­rech­ten mit der stets gebo­te­nen recht­li­chen Mög­lich­keit, die eige­nen Inter­es­sen in das Kam­mer­ge­sche­hen ein­zu­brin­gen, etwa an Abstim­mun­gen mit­zu­wir­ken oder Anträ­ge zu stel­len. Die­ser Vor­teil aus dem blo­ßen Mit­glied­schafts­recht berech­tigt bereits zur Erhe­bung einer Kam­mer­um­la­ge, die der Finan­zie­rung der gesam­ten Kam­mer­tä­tig­keit im Rah­men ihres gesetz­li­chen Auf­ga­ben­be­reichs dient. Des Nach­wei­ses eines zusätz­li­chen beson­de­ren Vor­teils in jedem Umla­ge­jahr für jedes ein­zel­ne Kam­mer­mit­glied bedarf es nicht. Zudem lässt sich der "Bei­trag" nach § 3 IHKG mit dem Grund­bei­trag (§ 3 Abs. 3 Satz 2 IHKG) und der grund­sätz­lich nach dem Gewer­be­er­trag bemes­se­nen Umla­ge (§ 3 Abs. 3 Satz 6 IHKG) nach der Leis­tungs­fä­hig­keit oder einer abge­stuf­ten Finan­zie­rungs­ver­ant­wort­lich­keit dif­fe­ren­zie­ren 21.
Dazu ver­hal­ten sich die Ver­fas­sungs­be­schwer­den eben­so wenig wie zur Aus­ge­stal­tung der Bei­trags­pflicht dem Grun­de und der Höhe nach. Die pau­scha­le Behaup­tung, jede geset­zes­wid­ri­ge Rück­la­gen­bil­dung sei in jed­we­der Höhe zu bean­stan­den, genügt ohne Aus­ein­an­der­set­zung mit den Rechts­grund­la­gen, dazu ergan­ge­nen fach­ge­richt­li­chen Ent­schei­dun­gen und ohne Aus­ein­an­der­set­zung mit der ange­grif­fe­nen Pra­xis nicht den Anfor­de­run­gen.
Die Rüge einer Ver­let­zung der in Art. 5 Abs. 1 GG geschütz­ten Mei­nungs­frei­heit ist unzu­läs­sig. Die Ver­fas­sungs­be­schwer­den rich­ten sich im Aus­gangs­punkt gegen Bei­trags­be­schei­de. Unge­ach­tet der Fra­ge der Zure­chen­bar­keit von Äuße­run­gen, die im Namen einer Kam­mer abge­ge­ben wer­den, wird kein kon­kre­ter Sach­ver­halt geschil­dert, wodurch ein Gewer­be­be­trieb als Mit­glied der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer beein­träch­tigt sein könn­te. Kommt es zu Kon­flik­ten um Äuße­run­gen einer Kam­mer, steht der Rechts­weg zu den Ver­wal­tungs­ge­rich­ten offen; hier kann auch im Eil­rechts­schutz etwai­gen Über­schrei­tun­gen der Kom­pe­ten­zen ein­zel­ner Kam­mer­or­ga­ne ent­ge­gen­ge­tre­ten wer­den.
Eine Beein­träch­ti­gung in Rech­ten aus Art. 1 Abs. 1 und Art. 4 Abs. 1 GG ist eben­falls nicht erkenn­bar.
Die Rüge einer Ver­let­zung von Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG durch eine unter­blie­be­ne Vor­la­ge an den Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on als gesetz­li­chem Rich­ter für Uni­ons­rechts­fra­gen durch die Beschwer­de­füh­re­rin im Ver­fah­ren 1 BvR 1106/​13 ist eben­falls unzu­läs­sig, da der Grund­satz der Sub­si­dia­ri­tät nicht gewahrt ist.
Die Ver­fas­sungs­be­schwer­den sind nicht begrün­det. Die Her­an­zie­hung zu Bei­trä­gen an die Indus­trie- und Han­dels­kam­mern, die in der Pflicht­mit­glied­schaft wur­zelt, beruht mit § 2 Abs. 1 und § 3 Abs. 2 und 3 IHKG auf gesetz­li­chen Grund­la­gen, die mit den Anfor­de­run­gen aus Art. 2 Abs. 1 GG ver­ein­bar sind.
Pflicht­mit­glied­schaft in der IHK[↑]
Im Hin­blick auf die der Bei­trags­pflicht zugrun­de lie­gen­de, durch § 2 Abs. 1 IHKG ange­ord­ne­te Pflicht­mit­glied­schaft ist der Schutz­be­reich des Grund­rechts der Ver­ei­ni­gungs­frei­heit in Art. 9 Abs. 1 GG nicht eröff­net 22. Das spe­zi­el­le Grund­recht des Art. 9 Abs. 1 GG garan­tiert die Frei­heit, sich aus pri­va­ter Initia­ti­ve unab­hän­gig vom Staat mit ande­ren zu Ver­ei­ni­gun­gen zusam­men­zu­schlie­ßen, sie zu grün­den oder ihnen fern­zu­blei­ben 23. Die Ver­ei­ni­gungs­frei­heit des Art. 9 Abs. 1 GG zielt auf frei­wil­li­ge Zusam­men­schlüs­se zu frei gewähl­ten Zwe­cken. Eine gesetz­lich ange­ord­ne­te Ein­glie­de­rung in eine öffent­lich-recht­li­che Kör­per­schaft beruht hin­ge­gen auf einer Ent­schei­dung des Gesetz­ge­bers, bestimm­te öffent­li­che Auf­ga­ben auch unter kol­lek­ti­ver Mit­wir­kung pri­va­ter Akteu­re zu erle­di­gen 24. In Art. 9 GG fin­det dage­gen das Prin­zip frei­er sozia­ler Grup­pen­bil­dung zu selbst defi­nier­ten Zwe­cken sei­nen grund­recht­li­chen Nie­der­schlag 25. Das bei­de Zusam­men­schlüs­se ver­bin­den­de Ele­ment ist zwar das Kol­lek­tiv, doch unter­lie­gen Zweck und Gehalt nach Art. 9 GG der Selbst­be­stim­mung, was die Ver­ei­ni­gung erheb­lich von einer gesetz­lich geschaf­fe­nen Kör­per­schaft unter­schei­det. Art. 9 Abs. 1 GG ent­hält ins­be­son­de­re das Recht, in einer Distanz zum Staat und zu poli­ti­schen Par­tei­en eige­ne Ver­ei­ni­gun­gen zu grün­den oder ihnen fern­zu­blei­ben. Das wei­te­re Recht, nicht durch Pflicht­mit­glied­schaft von "unnö­ti­gen" Kör­per­schaf­ten in Anspruch genom­men zu wer­den, ergibt sich dem­ge­gen­über aus Art. 2 Abs. 1 GG 26.
Die­ses Ver­ständ­nis von Art. 9 Abs. 1 GG wird durch die Ent­ste­hungs­ge­schich­te bestä­tigt. Schon im Ver­fas­sungs­kon­vent von Her­ren­chiem­see wur­de der Vor­schlag abge­lehnt, die grund­recht­li­che Garan­tie der Ver­ei­ni­gungs­frei­heit um eine Rege­lung zu ergän­zen, dass nie­mand gezwun­gen wer­den dür­fe, sich einer Ver­ei­ni­gung anzu­schlie­ßen. Es soll­te ins­be­son­de­re auch künf­tig mög­lich sein, Ange­hö­ri­ge bestimm­ter Beru­fe in öffent­lich-recht­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen ver­pflich­tend zusam­men­zu­fas­sen 27. Der Par­la­men­ta­ri­sche Rat befass­te sich mit der Reich­wei­te von Art. 9 Abs. 1 GG in Kennt­nis der damals schon lan­ge bestehen­den Kam­mern und ähn­li­cher Kör­per­schaf­ten. Er woll­te die­se mit dem Grund­recht der Ver­ei­ni­gungs­frei­heit nicht abschaf­fen. Maß­geb­lich war der Unter­schied zwi­schen der frei­wil­li­gen Bil­dung einer Ver­ei­ni­gung im Unter­schied zur Bin­dung an öffent­lich-recht­li­che Kör­per­schaf­ten: So beton­te das Mit­glied des Par­la­men­ta­ri­schen Rates Zinn, dass sich der Staat in Bil­dung und Orga­ni­sa­ti­on frei­wil­li­ger Zusam­men­schlüs­se nicht ein­mi­schen dür­fe, wäh­rend er durch Gesetz mit öffent­lich-recht­li­chen Ver­ei­ni­gun­gen auch Insti­tu­tio­nen schaf­fen kön­ne, für die der zwangs­wei­se Zusam­men­schluss wesent­lich sei 28. Das Mit­glied des Rates See­bohm führ­te aus­drück­lich aus, der Grund­satz der Frei­wil­lig­keit gel­te "nach altem Brauch" bei Indus­trie- und Han­dels­kam­mern nicht, wes­halb spe­zi­el­le­re Regeln zum Ver­ei­ni­gungs­zwang in Art. 9 GG nicht gefor­dert sei­en; die Fra­ge der Not­wen­dig­keit öffent­lich-recht­li­cher Kör­per­schaf­ten mit Pflicht­mit­glied­schaft blei­be ohne spe­zi­el­le Rege­lung der frei­en Ent­wick­lung über­las­sen 28. Inso­fern unter­schei­det sich Art. 9 Abs. 1 GG von der Ver­ei­ni­gungs­frei­heit in ande­ren Ver­fas­sun­gen 29.
Bei­trags­pflicht in der IHK[↑]
Die Her­an­zie­hung zu Bei­trä­gen an die Indus­trie- und Han­dels­kam­mern als Pflicht­mit­glied in einem öffent­lich-recht­li­chen Ver­band berührt die in Art. 2 Abs. 1 GG grund­recht­lich geschütz­te Frei­heit, ist aber ver­fas­sungs­recht­lich gerecht­fer­tigt.
Aus Art. 2 Abs. 1 GG erwächst das Recht, nicht durch Pflicht­mit­glied­schaft von "unnö­ti­gen" Kör­per­schaf­ten in Anspruch genom­men zu wer­den 30. Die mit einer Pflicht­mit­glied­schaft in einem öffent­lich-recht­li­chen Ver­band ein­her­ge­hen­de Bei­trags­pflicht schränkt die wirt­schaft­li­chen Vor­aus­set­zun­gen indi­vi­du­ell selbst­be­stimm­ter Betä­ti­gungs­frei­heit ein 31. Das Grund­recht des Art. 2 Abs. 1 GG schützt inso­fern auch davor, durch die Staats­ge­walt mit einem finan­zi­el­len Nach­teil belas­tet zu wer­den, der nicht in der ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Ord­nung begrün­det ist 32.
Sowohl die Bei­trags­er­he­bung nach § 3 Abs. 2 und 3 IHKG als auch die Pflicht­mit­glied­schaft nach § 2 Abs. 1 IHKG sind Ein­grif­fe in die nach Art. 2 Abs. 1 GG grund­recht­lich geschütz­te Frei­heit. Bereits die Pflicht­mit­glied­schaft als sol­che ist nicht ledig­lich recht­lich vor­teil­haft oder ein­griffs­neu­tral. Daher ist die Grün­dung einer öffent­lich-recht­li­chen Pflicht­kör­per­schaft, die nicht unmit­tel­bar im Grund­ge­setz bestimmt ist, nur auf gesetz­li­cher Grund­la­ge und durch Orga­ni­sa­ti­ons­ak­te mög­lich, die den Vor­ga­ben des Grund­ge­set­zes genü­gen müs­sen.
Die auf der Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz des Bun­des aus Art. 74 Abs. 1 Nr. 11 GG beru­hen­den Rege­lun­gen der § 2 Abs. 1 und § 3 Abs. 2 und 3 IHKG genü­gen den Anfor­de­run­gen an die Recht­fer­ti­gung die­ses Ein­griffs in Art. 2 Abs. 1 GG.
Soweit die Beschwer­de­füh­re­rin­nen vor­brin­gen, der Gesetz­ge­ber habe die "stän­di­ge Prü­fung" unter­las­sen, ob die Vor­aus­set­zun­gen für eine öffent­lich-recht­li­che Zwangs­kor­po­ra­ti­on noch bestehen, ver­ken­nen sie Inhalt und Reich­wei­te die­ser Aus­sa­ge im Beschluss vom 07.12 2001 33. Eine Beob­ach­tungs­pflicht, die selb­stän­dig gerügt wer­den könn­te, ergibt sich dar­aus nicht.
Hier liegt auch kein Fall vor, in dem in der Ver­gan­gen­heit mit den Anfor­de­run­gen des Grund­ge­set­zes ver­ein­ba­re Nor­men ver­fas­sungs­wid­rig gewor­den wären, weil sich die tat­säch­li­chen Gege­ben­hei­ten geän­dert hät­ten. Dann trifft zwar den Gesetz­ge­ber die Ver­ant­wor­tung, einen ver­fas­sungs­ge­mä­ßen Zustand her­zu­stel­len, was auch rüge­fä­hig sein kann 34. Auch kann es gebo­ten sein, die wei­te­re Ent­wick­lung zu beob­ach­ten, die Norm zu über­prü­fen und sie erfor­der­li­chen­falls zu revi­die­ren, falls die tat­säch­li­chen Vor­aus­set­zun­gen oder die Aus­wir­kun­gen einer Rege­lung bei ihrem Erlass noch nicht aus­rei­chend zuver­läs­sig beur­teilt wer­den kön­nen und die ihr zugrun­de lie­gen­den Annah­men nicht mehr zutref­fen und sich der nun erreich­te Zustand als ver­fas­sungs­wid­rig dar­stellt 35. Das gilt unter ande­rem, wenn kom­ple­xe Gefähr­dungs­la­gen zu beur­tei­len sind, über die ver­läss­li­che wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis­se noch nicht vor­lie­gen 36, oder wenn eine Rege­lung erst im Zusam­men­wir­ken mit ande­ren, für sich genom­men gering­fü­gi­gen Ein­grif­fen in Grund­rech­te in ihrer Gesamt­wir­kung zu einer schwer­wie­gen­den Beein­träch­ti­gung führt, die ver­fas­sungs­recht­lich nicht mehr hin­nehm­bar ist 37. Ver­fas­sungs­wid­rig ist das Aus­blei­ben einer Neu­re­ge­lung dann nur, wenn die Unter­las­sung eine Schutz­pflicht ver­let­zen wür­de 38. Hier sind weder eine der­ar­ti­ge Gefähr­dung noch eine sol­che Schutz­ver­ant­wor­tung erkenn­bar.
Ver­hält­nis­mä­ßig­keit der Bei­trags­er­he­bung[↑]
Die mit der Bei­trags­pflicht nach § 3 Abs. 2 und 3 IHKG sowie der Mit­glied­schaft in der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer nach § 2 Abs. 1 IHKG ver­bun­de­nen Ein­grif­fe in die Hand­lungs­frei­heit der Gewer­be­trei­ben­den sind ver­hält­nis­mä­ßig.
Die Bei­trags­pflicht nach § 3 Abs. 2 und 3 IHKG ist gerecht­fer­tigt, weil die zugrun­de lie­gen­de Pflicht­mit­glied­schaft in den Indus­trie- und Han­dels­kam­mern nach § 2 Abs. 1 IHKG auf einer legi­ti­men Zweck­set­zung beruht. Die Kam­mern erfül­len "legi­ti­me öffent­li­che Auf­ga­ben" 39.
Zu den legi­ti­men öffent­li­chen Auf­ga­ben gehö­ren Auf­ga­ben, an deren Erfül­lung ein gestei­ger­tes Inter­es­se der Gemein­schaft besteht, die aber weder allein im Wege pri­va­ter Initia­ti­ve wirk­sam wahr­ge­nom­men wer­den kön­nen noch zu den im enge­ren Sinn staat­li­chen Auf­ga­ben zäh­len, die der Staat selbst durch sei­ne Behör­den wahr­neh­men muss 40. Dabei kommt dem Gesetz­ge­ber ein wei­tes Ermes­sen zu 41; er ver­fügt bei der Aus­wahl der Auf­ga­ben, die der Selbst­ver­wal­tung über­tra­gen wer­den sol­len, über einen wei­ten Ent­schei­dungs­spiel­raum.
Der Zweck, den der Gesetz­ge­ber mit einer Selbst­ver­wal­tungs­kör­per­schaft ver­folgt, ist aus den gesetz­li­chen Auf­ga­ben­zu­wei­sun­gen zu ermit­teln. Soweit gesetz­lich meh­re­re Auf­ga­ben zuge­wie­sen wer­den, müs­sen die­se nicht nur pau­schal ins­ge­samt, son­dern auch je für sich einem legi­ti­men Zweck die­nen. Inso­fern sind die Auf­ga­ben der Ver­tre­tung der gewerb­li­chen Wirt­schaft gegen­über dem Staat und der Wahr­neh­mung von Ver­wal­tungs­auf­ga­ben auf wirt­schaft­li­chem Gebiet zu unter­schei­den 42. Die Ver­bin­dung zwi­schen unter­schied­li­chen Auf­ga­ben kann aller­dings dazu bei­tra­gen, die jeweils ande­re zu legi­ti­mie­ren, wenn gera­de der Kop­pe­lung eine eige­ne Funk­ti­on zukommt. Die­se kann dar­in lie­gen, Wis­sen eben­so wie wech­sel­sei­ti­ge Unter­stüt­zung zur Ver­fü­gung zu stel­len und damit auch zu ent­las­ten, also eine kos­ten­güns­ti­ge­re Erfül­lung von Auf­ga­ben zu ermög­li­chen.
Die wesent­li­che Zweck­set­zung der Indus­trie- und Han­dels­kam­mern ergibt sich aus § 1 Abs. 1 IHKG. Danach hat die Kam­mer "das Gesamt­in­ter­es­se der ihnen zuge­hö­ri­gen Gewer­be­trei­ben­den ihres Bezir­kes wahr­zu­neh­men, für die För­de­rung der gewerb­li­chen Wirt­schaft zu wir­ken und dabei die wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen ein­zel­ner Gewer­be­zwei­ge oder Betrie­be abwä­gend und aus­glei­chend zu berück­sich­ti­gen". Es obliegt ihr "ins­be­son­de­re, durch Vor­schlä­ge, Gut­ach­ten und Berich­te die Behör­den zu unter­stüt­zen und zu bera­ten sowie für Wah­rung von Anstand und Sit­te des ehr­ba­ren Kauf­manns zu wir­ken." Nach § 1 Abs. 5 IHKG sol­len kei­ne sozi­al­po­li­ti­schen und arbeits­recht­li­chen Inter­es­sen wahr­ge­nom­men wer­den, um einen Kon­flikt mit den Koali­tio­nen von vorn­her­ein zu ver­mei­den 43.
Das in § 1 Abs. 1 IHKG vor­ge­ge­be­ne "Gesamt­in­ter­es­se" der gewerb­li­chen Wirt­schaft im Bezirk ist das unter­neh­me­ri­sche Inter­es­se. Zwar kri­ti­sier­te die Oppo­si­ti­on im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren die hier im Unter­schied zur Hand­werks­ord­nung feh­len­de Arbeit­neh­mer­be­tei­li­gung; es sei "unmög­lich", Unter­neh­mern oder Unter­neh­mens­zu­sam­men­schlüs­sen öffent­lich-recht­li­chen Cha­rak­ter zu geben und die ansons­ten auch an der Wirt­schaft Betei­lig­ten davon aus­zu­schlie­ßen, wes­halb eine Inter­es­sen­ver­tre­tung der Unter­neh­men pri­vat­recht­lich erfol­gen sol­le 44. Eine Mehr­heit ent­schied sich damals aber für das öffent­lich-recht­li­che Modell ohne Betei­li­gung der Beschäf­tig­ten.
Die Indus­trie- und Han­dels­kam­mern sind nach § 1 Abs. 1 IHKG gefor­dert, die "wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen ein­zel­ner Gewer­be­zwei­ge oder Betrie­be abwä­gend und aus­glei­chend zu berück­sich­ti­gen". Der Gesetz­ge­ber ver­langt eine Bün­de­lung unter­schied­li­cher Posi­tio­nen in den Kam­mern, sowohl durch deren Unab­hän­gig­keit als auch durch die Voll­stän­dig­keit der Infor­ma­ti­on, da gera­de mit der Pflicht­mit­glied­schaft die Mög­lich­keit besteht, auf die Auf­fas­sung aller zurück­zu­grei­fen 45. Die Indus­trie- und Han­dels­kam­mer ist damit zwar eine unter­neh­me­ri­sche, aber kei­ne bloß aus­ge­wähl­te oder ein­sei­ti­ge oder gar ande­re aus­schlie­ßen­de Inter­es­sen­ver­tre­tung. Ihre Auf­ga­be ist es, die Inter­es­sen aller Mit­glie­der im Bezirk durch eine selbst­ver­wal­te­te Ver­tre­tung zusam­men­zu­füh­ren und dabei alle in einem Bezirk rele­van­ten Vor­stel­lun­gen zu Gehör zu brin­gen.
Die Zweck­set­zun­gen des § 1 IHKG sto­ßen ver­fas­sungs­recht­lich nicht auf Beden­ken.
Die Indus­trie- und Han­dels­kam­mern sind nach § 1 Abs. 1 IHKG auf die Ver­tre­tung aller im Bezirk vor­han­de­nen wirt­schafts­po­li­ti­schen Per­spek­ti­ven ver­pflich­tet. Soweit die Beschwer­de­füh­re­rin­nen behaup­ten, ein Gesamt­in­ter­es­se las­se sich gar nicht fest­stel­len, da die Unter­neh­men kei­ne homo­ge­ne Grup­pe sei­en, liegt dem ein Miss­ver­ständ­nis zugrun­de. Ziel ist nicht die Arti­ku­la­ti­on einer ein­zi­gen Gesamt­auf­fas­sung einer homo­ge­nen Grup­pe. Der Wort­laut des § 1 Abs. 1 IHKG ver­deut­licht viel­mehr, dass das Gesamt­in­ter­es­se in die­sem Sin­ne durch Abwä­gung und Aus­gleich auch wider­strei­ten­der Inter­es­sen ermit­telt und wei­ter­ge­ge­ben wer­den muss.
Nach § 1 Abs. 1 IHKG ist es wei­te­re Auf­ga­be der Kam­mern, "durch Vor­schlä­ge, Gut­ach­ten und Berich­te die Behör­den zu unter­stüt­zen und zu bera­ten". Auch dies stößt ver­fas­sungs­recht­lich nicht auf Beden­ken. Viel­mehr schließt die­se Auf­ga­be an die Ermitt­lung des Gesamt­in­ter­es­ses der Mit­glie­der an, baut also auf deren Wis­sen auf und über­setzt dies in die für die Mit­glie­der rele­van­ten Berei­che. Das setzt die funk­tio­na­le Selbst­ver­wal­tung als orga­ni­sier­te Betei­li­gung der sach­na­hen Betrof­fe­nen 46 in Unter­stüt­zung und Bera­tung ins­be­son­de­re der Mit­glie­der um. Die Orga­ni­sa­ti­on bestimm­ter Wirt­schafts­sub­jek­te in einer Selbst­ver­wal­tungs­kör­per­schaft soll und kann ver­fas­sungs­recht­lich legi­tim Sach­ver­stand und Inter­es­sen bün­deln und eröff­net die Mög­lich­keit, die­se ins­ge­samt und nicht als Inter­es­sen­ver­band oder Koali­ti­on im Sin­ne des Art. 9 Abs. 3 GG und nicht über­grei­fend als poli­ti­sche Par­tei in den wirt­schafts­po­li­ti­schen Wil­lens­bil­dungs­pro­zess ein­zu­brin­gen 47. Das bedeu­tet kei­ne Pflicht zum Bericht an Behör­den, son­dern eröff­net die Mög­lich­keit der selbst­ver­wal­te­ten Mit­spra­che in wirt­schafts­po­li­ti­schen Ange­le­gen­hei­ten.
Die in § 1 Abs. 1 IHKG des Wei­te­ren vor­ge­ge­be­ne, his­to­risch über­kom­me­ne Auf­ga­be der Wah­rung von "Anstand und Sit­te des ehr­ba­ren Kauf­manns" beschränkt sich heu­te im Wesent­li­chen auf die Bekämp­fung von unlau­te­rem Wett­be­werb und Kor­rup­ti­on. Dazu gehört das in § 1 Abs. 1 IHKG genann­te Auf­klä­rungs- und Infor­ma­ti­ons­han­deln. Nach § 8 Abs. 3 Nr. 4 UWG hat die Indus­trie- und Han­dels­kam­mer auch einen eige­nen Besei­ti­gungs- und Unter­las­sungs­an­spruch gegen wett­be­werbs­wid­ri­ges Ver­hal­ten. Dies ent­las­tet die Mit­glie­der davon, selbst gegen wett­be­werbs­wid­rig han­deln­de Kon­kur­renz­un­ter­neh­men vor­ge­hen zu müs­sen. Die Auf­ga­ben­zu­wei­sung in § 1 Abs. 1 IHKG begeg­net damit ins­ge­samt kei­nen ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken. Dar­über hin­aus bestehen kei­ne öffent­lich-recht­li­chen Ein­griffs­be­fug­nis­se; ins­be­son­de­re fehlt es anders als in den berufs­stän­di­schen Kam­mern an einer Ehren­ge­richts­bar­keit. Not­falls kön­nen sich die Mit­glie­der gegen Auf­ga­ben­über­schrei­tun­gen der Kam­mer vor den Fach­ge­rich­ten weh­ren.
Auch gegen die Auf­ga­ben­zu­wei­sung in § 1 Abs. 2 IHKG bestehen kei­ne ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken. Die Norm beschreibt seit 1969 unver­än­dert Auf­ga­ben der Wirt­schafts­för­de­rung und Berufs­bil­dung, die als sol­che weder allein im Wege pri­va­ter Initia­ti­ve wirk­sam wahr­ge­nom­men wer­den kön­nen noch zu den im enge­ren Sinn staat­li­chen Auf­ga­ben zäh­len, die der Staat selbst durch sei­ne Behör­den wahr­neh­men muss 48.
Aus­ge­hend von § 1 Abs. 3 bis Abs. 4 IHKG wur­den den Indus­trie- und Han­dels­kam­mern dane­ben eine Viel­zahl von Wirt­schafts­ver­wal­tungs­auf­ga­ben spe­zi­al­ge­setz­lich über­tra­gen. Sie ent­stam­men zwar der ord­nungs­recht­li­chen Funk­ti­on des Wirt­schafts­ver­wal­tungs­rechts, sind aber nicht mit gewer­be­auf­sichts­recht­li­chen Ein­griffs­be­fug­nis­sen ver­bun­den: Es han­delt sich ins­be­son­de­re um die Aus­stel­lung von Beschei­ni­gun­gen und die Prü­fung von Sach­kun­de in einer Viel­zahl von Gewer­be­zwei­gen. Die­se Auf­ga­ben sind nicht der unmit­tel­ba­ren Staats­ver­wal­tung vor­be­hal­ten und kön­nen daher den inso­weit sach­na­hen Kam­mern über­tra­gen wer­den. Sie brin­gen dort die Exper­ti­se der Wirt­schaft in die Bewäl­ti­gung sol­cher Auf­ga­ben ein.
Die Auf­ga­ben­stel­lun­gen nach § 1 IHKG ent­spre­chen danach der für wirt­schaft­li­che Selbst­ver­wal­tung typi­schen Ver­bin­dung von Inter­es­sen­ver­tre­tung, För­de­rung und Ver­wal­tungs­auf­ga­ben, die auch vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in das BVerfG-Ent­schei­dung im Jahr 1962 49 und in der Ent­schei­dung der Kam­mer im Jahr 2001 50 als legi­ti­mer Zweck für die Pflicht­mit­glied­schaft ange­se­hen wur­de. Auch gegen die bei Gele­gen­heit über­nom­me­nen Wirt­schafts­ver­wal­tungs­auf­ga­ben ist ver­fas­sungs­recht­lich nichts zu erin­nern.
Die Auf­ga­ben der Indus­trie- und Han­dels­kam­mern nach § 1 IHKG ver­fol­gen auch inso­weit einen legi­ti­men Zweck, als sie in der Form einer Kör­per­schaft wahr­ge­nom­men wer­den, die gera­de mit einer Pflicht­mit­glied­schaft ein­her­geht. Die Arti­ku­la­ti­on der Belan­ge und Inter­es­sen der Wirt­schaft vor Ort, um die­se ins­be­son­de­re gegen­über Poli­tik und Ver­wal­tung zu Gehör zu brin­gen, gelingt zumin­dest bes­ser, wenn die Betrie­be und Unter­neh­men die­se Auf­ga­be selbst in auto­no­mer Ver­ant­wor­tung wahr­neh­men und alle als Mit­glie­der betei­ligt sind. Nur eine Pflicht­mit­glied­schaft sichert, dass alle regio­nal Betrof­fe­nen ihre Inter­es­sen ein­brin­gen und fach­kun­dig ver­tre­ten wer­den. Auch mit Blick auf die über­tra­ge­nen Auf­ga­ben, Prü­fun­gen abzu­neh­men und Beschei­ni­gun­gen zu ertei­len, sind Fach­kun­de und Erfah­rung aller in der Regi­on täti­gen Gewer­be­trei­ben­den gefragt. Auch dies recht­fer­tigt ihre Ein­bin­dung in die Kam­mer im Wege der Pflicht­mit­glied­schaft.
Erfor­der­lich­keit der Pflicht­bei­trä­ge[↑]
Die mit­tel­bar ange­grif­fe­nen Rege­lun­gen zur Pflicht­mit­glied­schaft sind geeig­net, die­se Zwe­cke zu errei­chen und damit eine taug­li­che Grund­la­ge für die Erhe­bung von Bei­trä­gen. Das ist im ver­fas­sungs­recht­li­chen Sin­ne schon dann der Fall, wenn mit ihrer Hil­fe der gewünsch­te Erfolg geför­dert wer­den kann, wobei die Mög­lich­keit der Zweck­er­rei­chung genügt 51. Die hier­zu vor­ge­brach­ten ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken grei­fen nicht durch.
Die Annah­me des Gesetz­ge­bers ist plau­si­bel, dass pri­va­te Ver­bän­de mit frei­wil­li­ger Mit­glied­schaft nicht im glei­chen Maße die Belan­ge und Inter­es­sen aller in einer Regi­on täti­gen Gewer­be­trei­ben­den ermit­teln und ver­tre­ten kön­nen wie eine Kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts mit Pflicht­mit­glied­schaft und Pflicht­bei­trä­gen, die viel­fach gesetz­lich, durch ihre inne­re Orga­ni­sa­ti­on und durch Rechts­auf­sicht gebun­den ist . Zwar könn­te der Gesetz­ge­ber die Pflicht­mit­glied­schaft in der Kam­mer durch ein Kon­zept frei­wil­li­ger Mit­glied­schaft bei Erhalt der Kam­mern im Übri­gen erset­zen. Doch sichert die Pflicht­mit­glied­schaft aller Gewer­be­trei­ben­den eines Bezirks die Vor­aus­set­zun­gen für eine par­ti­zi­pa­ti­ve Ermitt­lung des Gesamt­in­ter­es­ses nach § 1 Abs. 1 IHKG, bei der tat­säch­lich alle Betrie­be und Unter­neh­men jeden­falls berück­sich­tigt wer­den kön­nen. Wäre die Mit­glied­schaft frei­wil­lig, bestün­de zudem ein Anreiz, als "Tritt­brett­fah­rer" von den Leis­tun­gen der Kam­mer zu pro­fi­tie­ren, ohne selbst Bei­trä­ge zu zah­len. Die an die Pflicht­mit­glied­schaft gebun­de­ne Bei­trags­pflicht trägt dazu bei, den Kam­mern die Erfül­lung ihrer Auf­ga­ben – vor­be­halt­lich der Ange­mes­sen­heit ihrer Höhe und der ord­nungs­ge­mä­ßen Ver­wen­dung – zu ermög­li­chen.
Auch gegen die Orga­ni­sa­ti­on in Bezir­ken und damit auf der Ebe­ne regio­na­ler Selbst­ver­wal­tung zur Erfül­lung der benann­ten Auf­ga­ben bestehen hin­sicht­lich ihrer Eig­nung, die legi­ti­men Zie­le des Gesetz­ge­bers zu errei­chen, kei­ne durch­grei­fen­den Beden­ken. Dahin­ter steht die plau­si­ble Ein­schät­zung, dass auch in einer viel­fach euro­päi­sier­ten und glo­ba­li­sier­ten Wirt­schafts­po­li­tik Hand­lungs­im­pul­se von der loka­len oder regio­na­len Ebe­ne kom­men kön­nen und sol­len. Der Ein­wand, dass aus­län­di­sche Gewer­be­trei­ben­de nicht hin­rei­chend als Mit­glie­der betei­ligt wür­den und daher ein Gesamt­in­ter­es­se feh­le, greift nicht. Die Pflicht­mit­glied­schaft in § 2 Abs. 1 IHKG knüpft nicht an die Staats­an­ge­hö­rig­keit an, son­dern an die Nie­der­las­sung; ent­schei­dend ist die ört­li­che Ver­an­ke­rung.
Die Beschwer­de­füh­re­rin­nen schil­dern auch kei­ne Ent­wick­lung, die durch­grei­fen­de Zwei­fel an der Eig­nung der Indus­trie- und Han­dels­kam­mern zur Errei­chung der legi­ti­men Zwe­cke begrün­den wür­de. Was hier vor­ge­tra­gen wird, war letzt­lich auch zur Zeit der letz­ten Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts im Jahr 2001 50 dar­ge­legt und erkenn­bar. Aus dem pau­scha­len Hin­weis auf den euro­päi­schen Inte­gra­ti­ons­pro­zess erge­ben sich kei­ne Zwei­fel, denn Euro­päi­sie­rung bedeu­tet nicht, dass loka­le, regio­na­le oder natio­na­le Wirt­schafts­po­li­tik ihre Bedeu­tung ver­lo­ren hat. Es kann viel­mehr gera­de im Umgang mit Euro­päi­sie­rung und Glo­ba­li­sie­rung beson­ders wich­tig sein, die bezirk­li­chen Per­spek­ti­ven zur Gel­tung zu brin­gen. Das zei­gen auch Ent­schei­dun­gen der Indus­trie- und Han­dels­kam­mern selbst und des Gesetz­ge­bers. So grün­de­ten die Kam­mern bereits im Jahr 1958 den euro­päi­schen Zusam­men­schluss der Euro­cham­bres. Der Gesetz­ge­ber ermög­lich­te im Jahr 2008 die Über­nah­me der Auf­ga­be der Ein­heit­li­chen Stel­le nach der euro­päi­schen Dienst­leis­tungs­richt­li­nie. Mit Blick auf die regio­na­le Auf­ga­ben­er­fül­lung in der Euro­päi­schen Uni­on wur­de die Auf­ga­ben­über­tra­gung und Bil­dung öffent­lich-recht­li­cher Zusam­men­schlüs­se durch die Neu­fas­sung von § 10 IHKG und die Ände­rung von §§ 4, 11 und 12 IHKG ver­än­dert 52. Auch dar­über hin­aus hat der Gesetz­ge­ber die Auf­ga­ben­wahr­neh­mung in Selbst­ver­wal­tung sich ver­än­dern­den Gege­ben­hei­ten ange­passt 53 und zahl­rei­che Vor­schrif­ten des Geset­zes zur vor­läu­fi­gen Rege­lung des Rechts der Indus­trie- und Han­dels­kam­mern mit dem Ziel geän­dert, "die Effi­zi­enz und Trans­pa­renz im Kam­mer­we­sen wei­ter zu erhö­hen, die Moder­ni­sie­rung der Selbst­ver­wal­tung vor­an­zu­brin­gen, die Belas­tun­gen der Mit­glie­der auf einem not­wen­di­gen Maß zu hal­ten und den Kam­mern die Mög­lich­keit ein­zu­räu­men, in bestimm­ten Berei­chen noch ziel­ori­en­tier­ter zu arbei­ten" 54. Dazu wur­den die Vor­aus­set­zun­gen für die Ein­füh­rung der kauf­män­ni­schen Buch­füh­rung geschaf­fen sowie die Befrei­ungs­tat­be­stän­de für inlän­di­sche und aus­län­di­sche Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten und Tat­be­stän­de zur Bei­trags­re­du­zie­rung ver­ein­heit­licht. Auch inso­fern sind kei­ne Anhalts­punk­te für eine feh­len­de Eig­nung zur Ziel­er­rei­chung erkenn­bar.
Ein­schät­zungs­spiel­raum des Gesetz­ge­bers[↑]
Der Ein­griff in die all­ge­mei­ne Hand­lungs­frei­heit der Beschwer­de­füh­re­rin­nen durch die Her­an­zie­hung zu Bei­trä­gen an die Indus­trie- und Han­dels­kam­mern als Pflicht­mit­glied nach §§ 2 und 3 IHKG erscheint unter Berück­sich­ti­gung des wei­ten Ein­schät­zungs­spiel­raums des Gesetz­ge­bers auch erfor­der­lich. Dar­an fehlt es nur, wenn das Ziel der staat­li­chen Maß­nah­me durch ein ande­res, gleich wirk­sa­mes Mit­tel erreicht wer­den kann, mit dem das betref­fen­de Grund­recht nicht oder weni­ger fühl­bar ein­ge­schränkt wird, wobei die sach­li­che Gleich­wer­tig­keit bei Alter­na­ti­ven in jeder Hin­sicht ein­deu­tig fest­ste­hen muss 55. Dafür, dass der Kam­mer – den Ein­schät­zungs­spiel­raum des Gesetz­ge­bers über­schrei­tend – Auf­ga­ben zuge­wie­sen wur­den, die unnö­ti­ge Kos­ten nach sich zie­hen, oder dass finan­zi­el­le Mit­tel auf ande­re Wei­se mit gerin­ge­rer Ein­griffs­wir­kung glei­cher­ma­ßen ver­läss­lich von den Betrof­fe­nen erho­ben wer­den könn­ten, ist nichts ersicht­lich. Die Fra­ge danach wur­de viel­mehr in der rechts­po­li­ti­schen Dis­kus­si­on aus­drück­lich gestellt und ver­neint. So zei­gen der Bericht der Bun­des­re­gie­rung gegen­über dem Deut­schen Bun­des­tag über Bei­trä­ge, Auf­ga­ben und Effi­zi­enz der Indus­trie- und Han­dels­kam­mern vom 29.05.2002 56 oder auch die Bera­tung der Peti­ti­on 24793 zur Reform des Geset­zes über die Indus­trie- und Han­dels­kam­mern am 3.07.2014 im Deut­schen Bun­des­tag, dass die Erfor­der­lich­keit der Auf­ga­ben­zu­wei­sung wie­der­holt dis­ku­tiert wor­den ist. Auch wur­den in einer gemein­sa­men Stu­die von Bun­des­re­gie­rung, DIHK, natio­na­lem Nor­men­kon­troll­rat und Sta­tis­ti­schem Bun­des­amt aus dem Jahr 2011 die Büro­kra­tie­kos­ten der hoheit­li­chen Auf­ga­ben der Kam­mern unter­sucht, um Belas­tun­gen für ihre Mit­glie­der mög­lichst gering hal­ten zu kön­nen 57. Da die Indus­trie- und Han­dels­kam­mer das Inter­es­se der Mit­glie­der wahr­nimmt und ihre wirt­schaft­li­che Tätig­keit för­dert, ist nicht ersicht­lich, wel­ches mil­de­re Mit­tel zur Kos­ten­tra­gung als die in § 3 Abs. 2 Satz 1 IHKG gere­gel­te all­ge­mei­ne, nach der Leis­tungs­fä­hig­keit gestaf­fel­te Bei­trags­last ein­ge­setzt wer­den könn­te, unab­hän­gig von der Fra­ge der Zumut­bar­keit in der Höhe, der recht­fer­ti­gungs­be­dürf­ti­gen Staf­fe­lung und der Ver­wen­dung.
Die eben­falls im Deut­schen Bun­des­tag auf­grund ent­spre­chen­der Geset­zes­in­itia­ti­ven dis­ku­tier­te Alter­na­ti­ve einer frei­wil­li­gen Mit­glied­schaft in den Indus­trie- und Han­dels­kam­mern ist ver­fas­sungs­recht­lich nicht die ein­deu­tig weni­ger belas­ten­de Alter­na­ti­ve zur gel­ten­den Rege­lung. Nach wie vor lässt sich aus dem auf­grund der Pflicht­mit­glied­schaft alle Bran­chen und Betriebs­grö­ßen umfas­sen­den Mit­glie­der­be­stand das legi­ti­me gesetz­ge­be­ri­sche Ziel erken­nen, in den Kam­mern die Teil­ha­be aller gro­ßen, mitt­le­ren und klei­nen Unter­neh­men und Betrie­be zu sichern. Der Wert der Arbeit der Kam­mern beruht inso­fern nicht nur auf der Unab­hän­gig­keit vom Staat, son­dern auch auf der Voll­stän­dig­keit der Infor­ma­tio­nen, die den Kam­mern im Bereich der zu beur­tei­len­den Ver­hält­nis­se zugäng­lich sind 45. Eine frei­wil­li­ge Mit­glied­schaft erreicht dies nicht. Die Ziel­set­zung der Wahr­neh­mung des Gesamt­in­ter­es­ses ist not­wen­dig mit einer mög­lichst voll­stän­di­gen Erfas­sung der Gewer­be­trei­ben­den und ihrer Inter­es­sen ver­bun­den, die "abwä­gend und aus­glei­chend" zu berück­sich­ti­gen sind (§ 1 Abs. 1 IHKG). In der all­ge­mei­nen Mit­glied­schaft zeigt sich der Unter­schied zwi­schen selek­ti­ver Inter­es­sen­ver­tre­tung und Wahr­neh­mung des Gesamt­in­ter­es­ses. Eine frei­wil­li­ge Orga­ni­sa­ti­on und die von den Beschwer­de­füh­re­rin­nen ange­führ­te Auf­ga­ben­wahr­neh­mung der Inter­es­sen­ver­bän­de ver­fol­gen ande­re Zie­le.
Geeig­net­heit der Bei­trags­pflicht[↑]
Die Pflicht­mit­glied­schaft in § 2 Abs. 1 IHKG ist ange­mes­sen, um die ange­streb­ten legi­ti­men Zwe­cke zu errei­chen, und kann auch die dar­aus abge­lei­te­te Bei­trags­pflicht nach § 3 Abs. 2 und 3 IHKG und nach der Bei­trags­ord­nung tra­gen. Die Gesamt­ab­wä­gung zwi­schen der Schwe­re des Ein­griffs einer­seits und dem Gewicht und der Dring­lich­keit der ihn recht­fer­ti­gen­den Grün­de ande­rer­seits zeigt, dass die Gren­ze der Zumut­bar­keit gewahrt ist, da die Rege­lun­gen die Betrof­fe­nen nicht über­mä­ßig belas­ten 58.
Die Belas­tung der beschwer­de­füh­ren­den Betrie­be durch die nach dem Gewer­be­er­trag gestaf­fel­te Bei­trags­pflicht sowie die sie begrün­den­de Pflicht­mit­glied­schaft in der regio­na­len Indus­trie- und Han­dels­kam­mer wie­gen nicht sehr schwer. Bun­des­weit hat sich die Bei­trags­pflicht in den letz­ten Jah­ren eher ver­rin­gert als erhöht. So stell­te die Bun­des­re­gie­rung für den Zeit­raum von 1998 bis 2001 einen Rück­gang der durch­schnitt­li­chen Bei­trags­last um 10, 3 % fest 59; der durch­schnitt­li­che bun­des­deut­sche Zahl­be­trag liegt bei 190 €. Ent­spre­chend san­ken, wie sich aus öffent­lich ver­füg­ba­ren Daten ergibt 60, auch in den Bezir­ken der Beklag­ten der hie­si­gen Aus­gangs­ver­fah­ren die Durch­schnitts­bei­trä­ge der im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­ge­nen Unter­neh­men, bei der IHK Schwa­ben von 504 € im Jahr 2007 auf 410 €, bei der IHK Kas­sel-Mar­burg von 647 € im Jahr 2007 auf 520 €. Weder all­ge­mein noch indi­vi­du­ell tra­gen die Beschwer­de­füh­re­rin­nen über­zeu­gend vor, dass die Bei­trags­last abso­lut oder im Ver­hält­nis von Leis­tung und Gegen­leis­tung unzu­mut­bar sei.
Das gilt sowohl für die Mit­glied­schaft als auch soweit Mit­glie­der mit dem Han­deln "ihrer" Indus­trie- und Han­dels­kam­mer als Selbst­ver­wal­tungs­kör­per­schaft in Ver­bin­dung gebracht wer­den. Der Gesetz­ge­ber zwingt mit § 2 Abs. 1 IHKG zwar auch jene in die Kam­mer, die sich nicht ein­brin­gen wol­len. Aller­dings eröff­net die Pflicht­mit­glied­schaft den Kam­mer­zu­ge­hö­ri­gen auch die Mög­lich­keit der Betei­li­gung und Mit­wir­kung an Ent­schei­dungs­pro­zes­sen, ein­schließ­lich der Mög­lich­keit, sich nicht aktiv zu betä­ti­gen 61. Die Pflicht­mit­glied­schaft zwingt außer­dem nicht dazu, es hin­neh­men zu müs­sen, wenn der Pflicht­ver­band und sei­ne Orga­ne die ihm gesetz­lich zuge­wie­se­nen Auf­ga­ben über­schrei­ten. Dage­gen kann jedes Mit­glied fach­ge­richt­lich vor­ge­hen, wie dies auch tat­säch­lich prak­ti­ziert wird 62. Vor­lie­gend stel­len sich dies­be­züg­li­che Fra­gen aber nicht. Die Beschwer­de­füh­re­rin­nen zie­len viel­mehr grund­sätz­lich dar­auf, dass die Indus­trie- und Han­dels­kam­mern struk­tu­rell nicht oder nicht mehr in der Lage sei­en, auch ihr Inter­es­se in einer Wei­se abzu­bil­den, in denen sie sich als Gewer­be­trei­ben­de wie­der­fin­den könn­ten. Die in der Stel­lung­nah­me des Bun­des­ver­ban­des für freie Kam­mern e.V. ange­führ­ten Bei­spie­le wecken dar­an jeden­falls in Ein­zel­fäl­len von Unter­neh­men der Neu­en Ener­gie­wirt­schaft, der Alter­na­tiv­wirt­schaft, Gemein­wirt­schaft und der christ­li­chen oder "Eine-Welt"-Wirtschaft Zwei­fel. Inso­weit kön­nen sich in einem Kam­mer­be­zirk durch­aus Fra­gen stel­len, auf die Gewer­be­trei­ben­de der­art unter­schied­li­che Ant­wor­ten geben, dass sich die­se schwer in eine Gesamt­ab­wä­gung inte­grie­ren las­sen. Ver­mit­telt die Indus­trie- und Han­dels­kam­mer dann allein das Mehr­heits­in­ter­es­se als Gesamt­in­ter­es­se, führt dies zur dau­er­haf­ten Beein­träch­ti­gung der Min­der­heits­in­ter­es­sen.
Eine Pflicht­mit­glied­schaft zur Bün­de­lung regio­na­ler wirt­schaft­li­cher Inter­es­sen ist vor die­sem Hin­ter­grund nur dann nicht zumut­bar, wenn die nach § 1 Abs. 1 IHKG gebo­te­ne Wahr­neh­mung des Gesamt­in­ter­es­ses die­sen Inter­es­sen tat­säch­lich nicht Rech­nung trägt. Die Auf­ga­ben­norm des § 1 IHKG stößt inso­fern nicht auf ver­fas­sungs­recht­li­che Beden­ken. § 1 Abs. 1 IHKG ent­hält ein Abwä­gungs­ge­bot und nicht die Auf­ga­be der rei­nen Inter­es­sen­ver­tre­tung 63. Dar­aus erge­ben sich Anfor­de­run­gen an die Argu­men­ta­ti­on und die Dar­stel­lung des Gesamt­in­ter­es­ses, die eine Pflicht­mit­glied­schaft zumut­bar machen. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts ver­langt die not­wen­di­ge Objek­ti­vi­tät eine Argu­men­ta­ti­on mit sach­be­zo­ge­nen Kri­te­ri­en. Das zwingt dazu, bei der Wahr­neh­mung des Gesamt­in­ter­es­ses gege­be­nen­falls auch eine Min­der­hei­ten­po­si­ti­on dar­zu­stel­len; eine Äuße­rung der Kam­mer zu beson­ders umstrit­te­nen The­men muss die gefor­der­te Abwä­gung auch inso­weit erken­nen las­sen 64. Dazu kom­men die Vor­ga­ben zur Ent­schei­dungs­fin­dung in den Kam­mern, denn nach § 4 IHKG müs­sen grund­sätz­li­che Fest­le­gun­gen auf jeden Fall durch die Voll­ver­samm­lung erfol­gen 65.
Die Zumut­bar­keit der die Bei­trags­pflicht begrün­den­den Pflicht­mit­glied­schaft ist durch eine sol­che Inter­pre­ta­ti­on des § 1 Abs. 1 IHKG zu sichern. Die gebo­te­ne Wahr­neh­mung des Gesamt­in­ter­es­ses gelingt nur, wenn abwei­chen­de Inter­es­sen ein­zel­ner Mit­glie­der oder grund­le­gen­de Inter­es­sen­kon­flik­te, die für ein­zel­ne Mit­glie­der von erheb­li­cher Bedeu­tung sind, berück­sich­tigt wer­den. Eine der­ar­ti­ge Belas­tung der unter­le­ge­nen Pflicht­mit­glie­der wäre schon vom legi­ti­men Zweck der alle Belan­ge ver­mit­teln­den Kam­mer­mit­glied­schaft nicht gedeckt, jeden­falls aber unzu­mut­bar. Aus dem Abwä­gungs­ge­bot in § 1 Abs. 1 IHKG folgt inso­weit ein Min­der­hei­ten­schutz. Es hängt vom Ein­zel­fall ab, wel­che Dar­stel­lung jeweils gebo­ten ist, um die­sen zu ver­wirk­li­chen. Das kann von der stich­wort­ar­ti­gen Benen­nung einer Posi­ti­on in der Dar­stel­lung des Abwä­gungs­ma­te­ri­als über eine aus­führ­li­che Aus­wei­sung der Min­der­hei­ten­po­si­ti­on bis hin zum ech­ten Min­der­hei­ten­vo­tum rei­chen, das unver­än­dert der mehr­heit­lich getra­ge­nen Erklä­rung hin­zu­zu­fü­gen sein kann.
Zwangs­mit­glied­schaft und Pflicht­bei­trä­ge zur IHK – und das Demo­kra­tie­prin­zip[↑]
Die Bei­trags­pflicht nach § 3 IHKG auf der Grund­la­ge der Pflicht­mit­glied­schaft in den Kam­mern nach § 2 Abs. 1 IHKG ist mit den Anfor­de­run­gen des Demo­kra­tie­prin­zips (Art.20 Abs. 1 und 2 GG) ver­ein­bar.
Nach dem Demo­kra­tie­prin­zip des Art.20 Abs. 2 GG bedarf alles amt­li­che Han­deln mit Ent­schei­dungs­cha­rak­ter, gleich ob unmit­tel­bar außen­wirk­sam oder nicht, der demo­kra­ti­schen Legi­ti­ma­ti­on. Es muss sich auf den Wil­len des Vol­kes als der Gesamt­heit der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger zurück­füh­ren las­sen und, sofern nicht das Volk selbst ent­schei­det, ihm gegen­über ver­ant­wor­tet wer­den. Der not­wen­di­ge Zurech­nungs­zu­sam­men­hang zwi­schen Volk und staat­li­cher Herr­schaft wird vor allem durch die Wahl des Par­la­ments, durch die von ihm beschlos­se­nen Geset­ze als Maß­stab der voll­zie­hen­den Gewalt, durch den par­la­men­ta­ri­schen Ein­fluss auf die Poli­tik der Regie­rung sowie durch die grund­sätz­li­che Wei­sungs­ge­bun­den­heit der Ver­wal­tung gegen­über der Regie­rung her­ge­stellt. Für die demo­kra­ti­sche Legi­ti­ma­ti­on staat­li­chen Han­delns ist nicht deren Form ent­schei­dend, son­dern deren Effek­ti­vi­tät; not­wen­dig ist ein bestimm­tes Legi­ti­ma­ti­ons­ni­veau 66. Inso­weit haben die per­so­nel­le und die sach­lich-inhalt­li­che, über die gesetz­li­che Steue­rung und die staat­li­che Auf­sicht ver­mit­tel­te Legi­ti­ma­ti­on nicht je für sich Bedeu­tung, son­dern nur in ihrem Zusam­men­wir­ken 67. Je inten­si­ver die in Betracht kom­men­den Ent­schei­dun­gen etwa Grund­rech­te berüh­ren, des­to höher muss das Legi­ti­ma­ti­ons­ni­veau sein 68.
Außer­halb der unmit­tel­ba­ren Staats­ver­wal­tung und der sach­lich-gegen­ständ­lich nicht beschränk­ten gemeind­li­chen Selbst­ver­wal­tung ist das Demo­kra­tie­ge­bot grund­sätz­lich offen für ande­re, ins­be­son­de­re vom Erfor­der­nis lücken­lo­ser per­so­nel­ler demo­kra­ti­scher Legi­ti­ma­ti­on aller Ent­schei­dungs­be­fug­ten abwei­chen­de For­men der Orga­ni­sa­ti­on und Aus­übung von Staats­ge­walt. Demo­kra­ti­sches Prin­zip und Selbst­ver­wal­tung ste­hen unter dem Grund­ge­setz nicht im Gegen­satz zuein­an­der 69. Dem­entspre­chend sind für den Bereich der funk­tio­na­len Selbst­ver­wal­tung von dem Erfor­der­nis lücken­lo­ser per­so­nel­ler Legi­ti­ma­ti­on abwei­chen­de For­men der Betei­li­gung von Betrof­fe­nen an der Wahr­neh­mung öffent­li­cher Auf­ga­ben gebil­ligt wor­den, wenn dies aus­ge­gli­chen wur­de durch eine stär­ke­re Gel­tung der gleich­falls im Gedan­ken der Selbst­be­stim­mung und damit im demo­kra­ti­schen Prin­zip wur­zeln­den Grund­sät­ze der Selbst­ver­wal­tung und der Auto­no­mie 70. Auch außer­halb der funk­tio­na­len Selbst­ver­wal­tung kön­nen im Inter­es­se sach­ge­rech­ter, effek­ti­ver Auf­ga­ben­wahr­neh­mung begrenz­te Abwei­chun­gen von der Regel­an­for­de­rung unein­ge­schränk­ter per­so­nel­ler Legi­ti­ma­ti­on zuläs­sig sein. Ob und inwie­weit Locke­run­gen einer per­so­nel­len Legi­ti­ma­ti­on mit dem Demo­kra­tie­prin­zip ver­ein­bar sind, hängt auch davon ab, ob die insti­tu­tio­nel­len Vor­keh­run­gen eine nicht Ein­zel­in­ter­es­sen gleich­heits­wid­rig begüns­ti­gen­de, son­dern gemein­wohl­ori­en­tier­te und von Gleich­ach­tung der Betrof­fe­nen gepräg­te Auf­ga­ben­wahr­neh­mung ermög­li­chen und gewähr­leis­ten. Die Rege­lun­gen über die Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur der Selbst­ver­wal­tungs­ein­hei­ten müs­sen inso­weit auch aus­rei­chen­de insti­tu­tio­nel­le Vor­keh­run­gen dafür ent­hal­ten, dass die betrof­fe­nen Inter­es­sen ange­mes­sen berück­sich­tigt und nicht ein­zel­ne Inter­es­sen bevor­zugt wer­den 71. Wo der Gesetz­ge­ber sol­che Locke­run­gen vor­sieht, müs­sen zudem die Mög­lich­kei­ten par­la­men­ta­ri­scher Beob­ach­tung und Kon­trol­le der Auf­ga­ben­wahr­neh­mung unbe­ein­träch­tigt blei­ben 72.
Soweit die Beschwer­de­füh­re­rin­nen rügen, dass die Auf­ga­ben­wahr­neh­mung und Orga­ni­sa­ti­on der Indus­trie- und Han­dels­kam­mern schon grund­sätz­lich den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen des Demo­kra­tie­prin­zips nicht genü­gen, haben sie kei­nen Erfolg.
Für die Wahr­neh­mung der Auf­ga­ben der Indus­trie- und Han­dels­kam­mern gibt es ein hin­rei­chen­des Legi­ti­ma­ti­ons­ni­veau. Sie haben nach § 1 Abs. 1 IHKG die Auf­ga­be, "das Gesamt­in­ter­es­se der ihnen zuge­hö­ri­gen Gewer­be­trei­ben­den ihres Bezir­kes wahr­zu­neh­men, für die För­de­rung der gewerb­li­chen Wirt­schaft zu wir­ken und dabei die wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen ein­zel­ner Gewer­be­zwei­ge oder Betrie­be abwä­gend und aus­glei­chend zu berück­sich­ti­gen". Es obliegt ihnen ins­be­son­de­re, "durch Vor­schlä­ge, Gut­ach­ten und Berich­te die Behör­den zu unter­stüt­zen und zu bera­ten", sowie "für Wah­rung von Anstand und Sit­te des ehr­ba­ren Kauf­manns zu wir­ken." Damit ver­deut­licht der Gesetz­ge­ber, dass die Kam­mern in einem abge­grenz­ten Bereich eigen­ver­ant­wort­lich öffent­li­che Auf­ga­ben wahr­neh­men sol­len, indem sie pri­va­te Inter­es­sen gebün­delt zur Gel­tung brin­gen 46. Die­se Auf­ga­ben zie­len aber nicht auf Ein­grif­fe in Rech­te Drit­ter und mit Aus­nah­me der Befug­nis zur Erhe­bung von Bei­trä­gen der Mit­glie­der nach § 3 IHKG und der jewei­li­gen Bei­trags­ord­nung auch nicht auf Ein­griffs­be­fug­nis­se zu Las­ten der Mit­glie­der. Viel­mehr neh­men die Indus­trie- und Han­dels­kam­mern nach § 1 Abs. 1 IHKG Selbst­ver­wal­tungs­auf­ga­ben wahr.
Die Rege­lun­gen genü­gen ins­be­son­de­re in der fach­recht­li­chen Aus­le­gung 73 den Anfor­de­run­gen an eine hin­rei­chen­de sach­lich-inhalt­li­che Legi­ti­ma­ti­on die­ser Form der Selbst­ver­wal­tung in einer öffent­lich-recht­li­chen Kör­per­schaft. Zur Ermitt­lung und Wahr­neh­mung des Gesamt­in­ter­es­ses der Gewer­be­trei­ben­den im Bezirk ist die Kam­mer nach dem Selbst­ver­wal­tungs­ge­dan­ken nicht zuletzt durch Kom­mu­ni­ka­ti­on und durch Dis­kus­si­on der wesent­li­chen Ent­schei­dun­gen in der Voll­ver­samm­lung gehal­ten, alle Posi­tio­nen ange­mes­sen zu berück­sich­ti­gen und erfor­der­li­chen­falls auch zu kom­mu­ni­zie­ren.
Zwar begrün­det die Befug­nis zur Erhe­bung von Bei­trä­gen nach § 3 IHKG und nach der Bei­trags­ord­nung Ein­griffs­be­fug­nis­se zu Las­ten der Mit­glie­der. Die Aus­ge­stal­tung der Bei­trags­pflicht genügt jedoch den inso­weit höhe­ren Legi­ti­ma­ti­ons­an­for­de­run­gen an eine grund­rechts­re­le­van­te Befug­nis einer Selbst­ver­wal­tungs­kör­per­schaft 74.
Die wesent­li­chen Vor­ent­schei­dun­gen über Grund und Höhe der Bei­trags­er­he­bung erge­ben sich aus § 3 Abs. 2 bis 8, § 4 Satz 2 Nr. 2 IHKG, also inso­weit sach­lich-inhalt­lich legi­ti­miert. So ent­hal­ten § 3 Abs. 3 und Abs. 4 IHKG Vor­ga­ben zur Auf­tei­lung in Grund­bei­trag und Umla­ge, zum Bei­trags­maß­stab und zum Per­so­nen­kreis, der für Befrei­ungs­tat­be­stän­de und Ermä­ßi­gun­gen in Betracht kommt, sowie zu den unter­schied­li­chen Bemes­sungs­grund­la­gen. Zudem ver­langt § 3 Abs. 7 Satz 2 IHKG, dass in der Bei­trags­ord­nung der Erlass und die Nie­der­schla­gung von Bei­trä­gen zu regeln sind. Die Ent­schei­dung über die Bei­trags­tat­be­stän­de ist damit der Bei­trags­ord­nung und mit­hin der Sat­zungs­ge­walt der Voll­ver­samm­lung vor­be­hal­ten. Durch die Ent­schei­dung der Voll­ver­samm­lung ist die Bei­trags­ord­nung folg­lich durch die Betrof­fe­nen selbst jeden­falls wesent­lich mit­be­stimmt. Die Sat­zungs­au­to­no­mie fin­det ihren Sinn dar­in, die Mit­glie­der zu akti­vie­ren und ihnen gemein­sam die Rege­lung sol­cher Ange­le­gen­hei­ten eigen­ver­ant­wort­lich zu über­las­sen, die sie selbst betref­fen und die sie in über­schau­ba­ren Berei­chen am Sach­kun­digs­ten beur­tei­len kön­nen 75. Dar­über hin­aus unter­liegt der Erlass der Bei­trags­ord­nung eben­so wie die Bei­trags­er­he­bung nach dem Klam­mer­zu­satz in § 11 Abs. 1 Satz 1 IHKG der Rechts­auf­sicht. Somit ergibt sich aus den gesetz­ge­be­ri­schen Vor­ga­ben ein hin­rei­chen­des Legi­ti­ma­ti­ons­ni­veau für den mit den Bei­trä­gen für Pflicht­mit­glie­der ein­her­ge­hen­den Grund­rechts­ein­griff.
Dar­über hin­aus erge­ben sich aus den Anfor­de­run­gen des Demo­kra­tie­prin­zips kei­ne der auf der Pflicht­mit­glied­schaft beru­hen­den Bei­trags­er­he­bung durch die Indus­trie- und Han­dels­kam­mern ent­ge­gen­ste­hen­den ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken im Hin­blick auf deren Bin­nen­ver­fas­sung. Die Fest­set­zung des Maß­stabs für die Bei­trä­ge und Son­der­bei­trä­ge erfolgt nach § 4 Satz 2 Nr. 4 IHKG durch die Voll­ver­samm­lung. Die gegen die Wahl der Voll­ver­samm­lung vor­ge­brach­ten Beden­ken grei­fen nicht durch.
Außer­halb demo­kra­ti­scher Wah­len poli­tisch-par­la­men­ta­ri­scher Art kann der Grund­satz, dass akti­ves und pas­si­ves Wahl­recht in for­mal mög­lichst glei­cher Wei­se aus­ge­übt wer­den kön­nen soll, Ein­schrän­kun­gen erfah­ren 76. Das Grund­ge­setz erzwingt kei­ne for­mal glei­che Art der Wah­len aller Art 77. Ent­schei­dend ist, dass gesetz­li­che Vor­ga­ben für eine auto­no­me Ent­schei­dungs­fin­dung die ange­mes­se­ne Par­ti­zi­pa­ti­on aller Betrof­fe­nen an der Wil­lens­bil­dung gewähr­leis­ten 78. Die Aus­ge­stal­tung des Wahl­rechts wird daher nur dadurch begrenzt, dass die­se mit dem Grund­ge­dan­ken auto­no­mer inter­es­sen­ge­rech­ter Selbst­ver­wal­tung einer­seits und effek­ti­ver öffent­li­cher Auf­ga­ben­wahr­neh­mung ande­rer­seits ver­ein­bar sein muss 79. Die Orga­ne müs­sen nach demo­kra­ti­schen Grund­sät­zen gebil­det wer­den 80. Es bedarf aus­rei­chen­der insti­tu­tio­nel­ler Vor­keh­run­gen dafür, dass die betrof­fe­nen Inter­es­sen ange­mes­sen berück­sich­tigt und nicht ein­zel­ne Inter­es­sen bevor­zugt wer­den 81.
Die­sen Anfor­de­run­gen wer­den die Rege­lun­gen zu den Wah­len zur Voll­ver­samm­lung der Indus­trie- und Han­dels­kam­mern gerecht. Die Voll­ver­samm­lung wird nach § 5 Abs. 1 IHKG gewählt. Wahl­be­rech­tigt ist das der Kam­mer zuge­hö­ri­ge Mit­glied nach § 2 Abs. 1 IHKG, wobei jedes Mit­glieds­un­ter­neh­men – wie nach § 2 Abs. 2 der Wahl­ord­nung der IHK Kas­sel-Mar­burg – eine Stim­me hat. Sind in Kon­zern­struk­tu­ren die Teil­un­ter­neh­men als juris­ti­sche Per­so­nen des Pri­vat­rechts jeweils selbst Mit­glie­der nach § 2 Abs. 1 IHKG, kann der Kon­zern daher auch meh­re­re Stim­men auf sich ver­ei­nen. Das folgt dar­aus, dass die Mit­glied­schaft nach § 2 Abs. 1 IHKG und im Gewer­be­steu­er­recht nach § 5 GewStG an die natür­li­che oder juris­ti­sche Per­son anknüpft; inso­fern wer­den alle Betrie­be for­mal gleich­be­han­delt. Die damit aber auch mög­li­che mehr­fa­che Prä­senz eines Kon­zerns ist zu recht­fer­ti­gen, da der Gesetz­ge­ber mit der Anknüp­fung an gewer­be­steu­er­pflich­ti­ge natür­li­che und juris­ti­sche Per­so­nen auf die wirt­schaft­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit abstellt, die für die Auf­ga­ben­stel­lung der Kam­mern von erheb­li­cher Bedeu­tung ist.
Gegen die Wahl zur Voll­ver­samm­lung der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer nach § 5 Abs. 3 IHKG als Grup­pen­wahl bestehen eben­falls kei­ne durch­grei­fen­den ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken. Durch die Zuord­nung der Mit­glie­der zu Wahl­grup­pen wird zwar die Gleich­heit des Zähl­werts der Stim­me modi­fi­ziert; für ein Man­dat müs­sen unter­schied­lich vie­le Stim­men gewon­nen wer­den. Doch ist auch die­se Abwei­chung von der Wahl­rechts­gleich­heit zu recht­fer­ti­gen. Die Grup­pen­wahl dient dem Ziel, eine Bevor­zu­gung von Par­ti­ku­lar­in­ter­es­sen oder eine Behin­de­rung der ange­mes­se­nen Inter­es­sen­wahr­neh­mung bei­trags­zah­len­der Betrof­fe­nen­grup­pen zu ver­hin­dern 82, indem sie ver­hin­dert, dass die gewerb­li­che Tätig­keit völ­lig unab­hän­gig von der wirt­schaft­li­chen Bedeu­tung im Kam­mer­be­zirk berück­sich­tigt wird. Damit beugt sie einer Zusam­men­set­zung vor, mit der ein Kon­zern, der eine Bran­che domi­niert, zu gro­ße Bedeu­tung erhält, und kann ande­rer­seits ver­mei­den, dass die Voll­ver­samm­lung von zahl­rei­chen Ein­zel­in­ter­es­sen ohne Berück­sich­ti­gung wirt­schaft­lich bedeu­ten­der Unter­neh­men geprägt wird. Inso­weit kann sie auch dazu bei­tra­gen, kon­stan­te Mehr­hei­ten zu ver­mei­den 83. Jeden­falls ist es im Lich­te der Auf­ga­ben­stel­lung der Kam­mern vom poli­ti­schen Gestal­tungs­spiel­raum des Gesetz­ge­bers gedeckt, die Grup­pen­wahl zur Spie­ge­lung der Wirt­schafts­struk­tur des Kam­mer­be­zirks vor­zu­ge­ben.
Der Gesetz­ge­ber hat sich sei­ner Recht­set­zungs­be­fug­nis hier auch nicht völ­lig ent­äu­ßert, son­dern regelt die grund­recht­lich wesent­li­chen Fra­gen in § 5 IHKG in hin­rei­chen­dem Maße selbst 84. Ins­be­son­de­re hat er im Jahr 2007 die Zuord­nung von Sit­zen in der Voll­ver­samm­lung zu den jewei­li­gen Wahl­grup­pen mit § 5 Abs. 3 Satz 2 IHKG genau­er gefasst. Danach hat der Sat­zungs­ge­ber die Mög­lich­keit, Bran­chen­grup­pen nach der jewei­li­gen Wirt­schafts­struk­tur zu bil­den und zu gewich­ten. Dazu kommt die Rechts­auf­sicht nach § 11 IHKG, mit der ein hin­rei­chen­der staat­li­cher Ein­fluss auf den Inhalt der von den Orga­nen der Indus­trie- und Han­dels­kam­mern zu erlas­sen­den Nor­men, zu denen die Wahl­ord­nung gehört, gewähr­leis­tet ist.
Es kann dahin­ge­stellt blei­ben, nach wel­chen Maß­stä­ben im Ein­zel­nen die Zuwahl von Mit­glie­dern der Voll­ver­samm­lung in den Indus­trie- und Han­dels­kam­mern den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen genügt. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts lässt § 5 IHKG, der anders als § 93 Abs. 4 HwO kei­ne aus­drück­li­che Rege­lung zur Kooptati­on ent­hält, die­se den­noch zu 85, wenn die­se den für die Grup­pen­wahl in § 5 Abs. 3 IHKG vor­ge­ge­be­nen Prin­zi­pi­en folgt 86. Den Ver­fas­sungs­be­schwer­den und den Stel­lung­nah­men ist nicht zu ent­neh­men, inwie­weit unter die­sen Umstän­den damit kon­kret im vor­lie­gen­den Fall rele­van­te Legi­ti­ma­ti­ons­de­fi­zi­te der Kam­mern ver­bun­den wären.
Im Übri­gen gilt für die Indus­trie- und Han­dels­kam­mern auch im Lich­te des Demo­kra­tie­prin­zips das Gebot, schutz­wür­di­ge Inter­es­sen der Ver­bands­mit­glie­der nicht will­kür­lich zu ver­nach­läs­si­gen 87; es darf kei­ne Grup­pe "insti­tu­tio­nell majo­ri­siert" wer­den 88. Die Kon­kre­ti­sie­rung die­ser Anfor­de­run­gen an die Orga­ni­sa­ti­ons­form der Selbst­ver­wal­tung muss sowohl den Grund­ge­dan­ken auto­no­mer inter­es­sen­ge­rech­ter Selbst­ver­wal­tung als auch die öffent­li­che Auf­ga­ben­wahr­neh­mung effek­tu­ie­ren 79. Daher muss sich ins­be­son­de­re die Bin­nen­plu­ra­li­tät der wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen in einem Bezirk nie­der­schla­gen. Dies sichert der Gesetz­ge­ber über § 1 Abs. 1 IHKG mit der Vor­ga­be der Auf­ga­be der Wahr­neh­mung des Gesamt­in­ter­es­ses, denn § 1 Abs. 1 IHKG ver­pflich­tet dazu, auch rele­van­te Min­der­heits­be­lan­ge zu ermit­teln und dar­zu­stel­len, gege­be­nen­falls in einem Min­der­heits­vo­tum 63.
Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 12. Juli 2017 – 1 BvR 2222/​12, 1 BvR 1106/​13
IHK-Pflich­t­­mit­­glie­d­­schaft – auch für berufs­mä­ßi­ge Heh­ler Die Mit­glied­schaft in der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer erfasst auch Per­so­nen, die gewerb­li­che Ein­künf­te aus rechts­wid­ri­gem Han­deln erzie­len. Das folgt aus einem Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin.…
BGBl I S. 920, IHKG[↩]
vgl. Hend­ler, in: Kluth, Hand­buch des Kam­mer­rechts, 2. Aufl.2011, § 2 Rn. 10; Mann, in: HStR VI, 3. Aufl.2008, § 146 Rn. 4 m.w.N.[↩]
vgl. BVerfGE 15, 235 f.[↩]
Drit­tes Gesetz zur Ände­rung der Hand­werks­ord­nung und ande­rer hand­werks­recht­li­cher Vor­schrif­ten vom 24.12 2003, BGBl I S. 2934[↩]
vgl. BVerwG, Urteil vom 09.12 2015 – 10 C 6.15 15[↩]
BVerw­GE 152, 204, 209 f. Rn. 28[↩]
vom 25.03.1958, GVBl 1958, S. 40[↩]
vom 06.11.1957, GVBl 1957, S.147[↩]
BVerw­GE 135, 100[↩]
vgl. Deut­scher Bun­des­tag, Abschluss­be­grün­dung der Peti­ti­on 24793; Pet 1 – 17-09 – 7001-037837[↩]
Pres­se­mit­tei­lung der Han­dels­kam­mer Ham­burg vom 17.02.2017[↩]
BVerfG – 1 BvR 2222/​12[↩]
VG Augs­burg, Urteil vom 05.05.2011 – Au 2 K 09.743[↩]
BayVGH, Beschluss vom 20.07.2012 – 22 ZB 11.1518[↩]
BayVGH, Beschluss vom 11.09.2012 – 22 ZB 12.1843[↩]
BVerfG – 1 BvR 1106/​13[↩]
VG Kas­sel, Urteil vom 20.04.2012 – 3 K 1741/​10.BVerfG[↩]
Hess­VGH, Beschluss vom 05.02.2013 – 8 A 1190/​12.Z[↩]
vgl. zuletzt BVerfGE 137, 1, 20 ff. Rn. 47 ff.; zu den Bei­trä­gen der Indus­trie- und Han­dels­kam­mern BVerwG, Urteil vom 26.06.1990 – 1 C 45.87, Rn. 16 ff.; GewArch 1990, S. 398, 399 f.[↩]
vgl. BVerfGE 97, 332, 344 f.[↩]
anders Hes­se, Grund­zü­ge des Ver­fas­sungs­rechts, 20. Aufl.1999, Rn. 414; Scholz, Koali­ti­ons­frei­heit als Ver­fas­sungs­pro­blem, 1971, S. 270 ff. und in: Maunz/​Dürig, GG, Art. 9 Rn. 88 ff. (Dezem­ber 2015); Bau­er, in: Drei­er, Bd. 1, 3. Aufl.2013, Art. 9 Rn. 47; Höf­ling, in: Sachs, GG, 7. Aufl.2014, Art. 9 Rn. 22 ff.; Rin­ken, in: Was­ser­mann, AK-GG, 2. Aufl.1989, Art. 9 Rn. 57 f.; Klei­ne-Cosack, Berufs­stän­di­sche Auto­no­mie und Grund­ge­setz, 1986, S. 143 ff.; Schö­be­ner, Ver­wArch 91 (2000), S. 374, 385 ff.[↩]
vgl. BVerfGE 38, 281, 297 f.[↩]
vgl. BVerfGE 10, 89, 102; 38, 281, 297 f.; vgl. BVerfG, Beschluss vom 07.12 2001 – 1 BvR 1806/​98 Rn. 29[↩]
vgl. BVerfGE 38, 281, 303; 50, 290, 353; zur Koali­ti­ons­frei­heit BVerfG, Urteil vom 11.07.2017 – 1 BvR 1571/​15 u.a. Rn. 132[↩]
BVerfGE 38, 281, 298[↩]
vgl. Deut­scher Bundestag/​Bundesarchiv, Hrsg., Der Par­la­men­ta­ri­sche Rat.1948 – 1949. Akten und Pro­to­kol­le, Bd. 2: Der Ver­fas­sungs­kon­vent auf Her­ren­chiem­see, bear­bei­tet von Peter Bucher, 1981, Dok. Nr. 14, S. 514 f., sowie bereits BVerfG, Beschluss vom 07.12 2001 – 1 BvR 1806/​98 Rn. 31[↩]
Par­la­men­ta­ri­scher Rat, Ver­hand­lun­gen des Haupt­aus­schus­ses, 1948/​49, S. 570[↩][↩]
vgl. StGH Liech­ten­stein, Urteil vom 29.11.2004 – StGH 2003/​48, S. 48 ff.[↩]
vgl. BVerfGE 10, 89, 102; 38, 281, 298[↩]
für die Bei­trags­pflicht in der Sozi­al­ver­si­che­rung vgl. BVerfGE 97, 271, 286; 115, 25, 42[↩]
vgl. BVerfGE 19, 206, 215 f.; 97, 332, 340; stRspr[↩]
BVerfG, Beschluss vom 07.12 2001 – 1 BvR 1806/​98 Rn. 38[↩]
für die Siche­rung des Exis­tenz­mi­ni­mums vgl. BVerfGE 125, 175, 224 f.; 132, 134, 164 ff. Rn. 74, 79 m.w.N.; für die Besol­dung zwecks Ali­men­ta­ti­on vgl. BVerfGE 114, 258, 296 f.; 117, 330, 355; 130, 263, 302; zuletzt BVerfG, Beschluss vom 22.11.2016 – 1 BvL 6/​14 Rn. 71[↩]
vgl. BVerfGE 25, 1, 12 f.; 49, 89, 130; 95, 267, 314[↩]
vgl. BVerfGE 110, 141, 158[↩]
vgl. BVerfGE 123, 186, 265 f. m.w.N.[↩]
vgl. BVerfGE 49, 89, 130; 88, 203, 309 ff.; für die Fol­gen einer Pri­va­ti­sie­rung BVerfGE 130, 76, 123 f.[↩]
vgl. dazu BVerfGE 10, 89, 102; 15, 235, 241; 38, 281, 299; 78, 320, 329; stRspr[↩]
vgl. BVerfGE 38, 281, 299[↩]
so auch BVerfG, Beschluss vom 07.12 2001 – 1 BvR 1806/​98 Rn. 37[↩]
vgl. BVerfGE 15, 235, 241[↩]
vgl. BT-Drs. 2/​2380, S. 2[↩]
vgl. BT, Ste­no­gra­phi­sche Pro­to­kol­le, 2. Deut­scher Bun­des­tag, 167. Sit­zung, 26.10.1956, S. 9221, C, 9237, A[↩]
vgl. BVerfGE 15, 235, 242 f.[↩][↩]
vgl. BVerfGE 107, 59, 92[↩][↩]
vgl. BVerfGE 15, 235, 240 ff.; BVerfG, Beschluss vom 07.12 2001 – 1 BvR 1806/​98 Rn. 39[↩]
vgl. auch die Bewer­tung in BVerfG, Beschluss vom 07.12 2001 – 1 BvR 1806/​98 Rn. 39[↩]
BVerfGE 15, 235[↩]
BVerfG, Beschluss vom 07.12 2001 – 1 BvR 1806/​98, www.bverfg.de[↩][↩]
vgl. BVerfGE 63, 88, 115; 67, 157, 175; 96, 10, 23; stRspr[↩]
vgl. das Vier­te Gesetz zur Ände­rung ver­wal­tungs­ver­fah­rens­recht­li­cher Vor­schrif­ten vom 11.12 2008, BGBl I S. 2418; ins­be­son­de­re Art. 7[↩]
vgl. das Zwei­te Gesetz zum Abbau büro­kra­ti­scher Hemm­nis­se ins­be­son­de­re in der mit­tel­stän­di­schen Wirt­schaft vom 07.09.2007, BGBl I S. 2246[↩]
BT-Drs. 16/​4391, S. 30[↩]
vgl. BVerfGE 81, 70, 90 m.w.N.; stRspr[↩]
BT-Drs. 14/​9175[↩]
ver­füg­bar unter www.destatis.de[↩]
zum Maß­stab vgl. BVerfGE 83, 1, 19; 126, 112, 152 f.; stRspr[↩]
BT-Drs. 14/​9175, S. 2[↩]
jeweils aktua­li­siert unter www.ihk.de[↩]
so bereits BVerfG, Beschluss vom 07.12 2001 – 1 BvR 1806/​98 Rn. 50[↩]
aus jün­ge­rer Zeit: VG Düs­sel­dorf, Urteil vom 11.05.2016 – 20 K 3417/​15 VG Ham­burg, Urteil vom 25.11.2015 – 17 K 4043/​14, juris; VG Sig­ma­rin­gen, Urteil vom 12.10.2011 – 1 K 3870/​10 vgl. auch BVerw­GE 137, 171; 154, 296[↩]
vgl. BVerw­GE 137, 171, 176 Rn. 32 ff.[↩][↩]
vgl. BVerw­GE 137, 171, 176 Rn. 33[↩]
vgl. BVerw­GE 137, 171, 176 f. Rn. 35[↩]
vgl. BVerfGE 136, 194, 261 Rn. 168 m.w.N.[↩]
vgl. BVerfGE 107, 59, 87; 130, 76, 124, 128; 136, 194, 261 Rn. 168[↩]
vgl. BVerfGE 93, 37, 72 f.; 130, 76, 124; 135, 155, 221 f. Rn. 157; 136, 194, 261 Rn. 168[↩]
BVerfGE 107, 59, 92 m.w.N.[↩]
vgl. BVerfGE 135, 155, 222 f. Rn. 158; 136, 194, 262 f. Rn. 169[↩]
vgl. BVerfGE 37, 1, 27 f.; 107, 59, 93[↩]
vgl. BVerfGE 135, 155, 222 f. Rn. 158; 136, 194, 262 f. Rn. 169, m.w.N.[↩]
vgl. BVerw­GE 137, 171, 176 f. Rn. 32 ff.[↩]
vgl. BVerfGE 111, 191, 218; zu Abga­ben­be­schei­den in der Film­för­de­rung BVerfGE 135, 155, 225 f. Rn. 164 f.[↩]
vgl. BVerfGE 33, 125, 156; 111, 191, 216[↩]
vgl. BVerfGE 39, 247, 254 für Selbst­ver­wal­tungs­or­ga­ne der Hoch­schu­len[↩]
vgl. BVerfGE 41, 1, 11 f.[↩]
vgl. BVerfGE 76, 171, 186; 107, 59, 99 f.[↩]
vgl. BVerfGE 107, 59, 93[↩][↩]
vgl. BVerfGE 33, 125, 157; 111, 191, 217[↩]
vgl. BVerfGE 37, 1, 27 f.; 107, 59, 93; 135, 155, 222 f. Rn. 158; 136, 194, 263 Rn. 169 m.w.N.[↩]
vgl. zu die­ser Anfor­de­rung BVerfGE 107, 59, 100 f.[↩]
vgl. zu die­ser Anfor­de­rung BVerfGE 10, 89, 106 f.[↩]
zu den Anfor­de­run­gen vgl. BVerfGE 141, 143, 170 Rn. 59 m.w.N.[↩]
so BVerw­GE 16, 312; anders noch Bre­mer, Kam­mer­recht der Wirt­schaft, 1960, S. 112; Frentzel/​Jäkel, IHKG, 2. Aufl.1961, § 5 Bem. 2, S. 182 m.w.N. zur unver­öf­fent­lich­ten Recht­spre­chung[↩]
vgl. BVerw­GE 152, 204, 208 ff.[↩]
vgl. BVerfGE 107, 59, 100 f.[↩]
BVerfGE 10, 89, 106 f.[↩]
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