Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/62212,0.html
Timestamp: 2019-09-20 12:47:42
Document Index: 357670428

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 216', 'BGH', '§ 212', '§ 216', '§ 212', '§ 211', '§ 216', '§ 211', '§ 211', '§ 216', '§ 216', '§ 216', '§ 216', '§223', '§211', '§223', '§212']

StrRII HA versuchte Tötung auf Verlangen
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Verfasst am: 30 März 2006 - 00:09:39 Titel: StrRII HA versuchte Tötung auf Verlangen
Zuletzt bearbeitet von Kaufvertrag am 30 Mai 2012 - 22:40:34, insgesamt 2-mal bearbeitet
Verfasst am: 30 März 2006 - 00:33:03 Titel:
M will sterben, bittet seine Frau F ihn zu toeten, zuerst will sie nicht, dann gibt sie ihm 20 Schlaftabletten, die er aber erbricht. Er stirbt nicht.
Was heißt sie gibt ihm 20 Schlaftabletten? Nimmt er sie bewusst selbst ein oder weiß er nichts von seinem Glück?
Problem Abgrenzung Täterschaft / (straflose) Teilnahme der F.
Ansonsten denke ich, dass 216 StGB lex specialis gegenüber 212 ist, wodurch es mit einem kurzen Hinweis darauf, warum 212 nicht geprüft wird, getan sein sollte. Sicher bin ich mir allerdings nicht ganz. Bin aber der Meinung, dass 216 nicht nur eine Privilegierung (wie bsp. 213), sondern ein selbstständiger Straftatbestand ist.
Mord aus .. Habgier. Auch n.B? Sonstige Mordmerkmale??
N.B. würde ich wohl in jeden Fall bejahen. Für sonstige Mordmerkmale müsstest du den SV etwas ausfüllen, um es beurteilen zu können.
Gehe ich auf die restriktive Auslegung des BGH
Eigentlich solltest du in einer HA immer die Meinung des BGH darlegen, sobald er was anderes vertritt, als der Rest der Welt
sinnerchen.
Verfasst am: 30 März 2006 - 03:02:54 Titel:
also ich sitze ebenfalls an diesem Fall und mich würde mal interessieren, wie man speziell bei der Teilnahmesituation vorgeht.
Die F versucht ja schließlich den M aufgrund des § 216 zu töten, jedoch sind ihre Nebenmotive bzgl. der Habgier ausschlaggebend für ihre Handlung zur Tat.
Muss man jetzt jede mögliche Täterschaftsvariante prüfen und nach Rspr und BGH gegenüberstellen oder verfolgt man direkt die Prüfung, für die man sich entscheidet?
Wird hier nur nach Tötung auf Verlangen und nach Mord eingeteilt?
Oder bezieht man sich noch auf andere Tatbestände die hinzukämen?
Wie seht ihr eigentlich die Situation, dass F in ihrem Tatplan den M zu töten mit einschließt, dass eine Aufforderung durch M zur Tötung, der Beginn ihres Vorhabens darstellen soll?
Verfasst am: 30 März 2006 - 11:03:47 Titel:
Zum Verhältnis von § 212 und § 216 gilt sinngemäß dasselbe wie im Bereich § 212/§ 211, dh nach hL Qualifikation, nach Rspr. selbständiger TB. Die entsprechenden Aufbauvarianten lassen sich also übertragen. § 216 ist aber jedenfalls vor § 211 zu prüfen, da dessen Eingreifen nach beiden Ansichten, wenn auch mit unterschiedlicher Begründung, den Rückgriff auf § 211 sperrt. Abzugrenzen zwischen strafloser Teilnahme am Selbstmord bzw. § 216 wäre dann ggf. im Tatbestand des § 216. Wie üblich, sind verschiedene Lösungsmöglichkeiten, soweit sie für die Lösung des Falles relevant sind, an der "Schnittstelle" gegenüberzustellen und zu diskutieren.
http://www.rewi.hu-berlin.de/jura/ls/hnr/materialien/strafBT/04%20-%20Toetung%20auf%20Verlangen.doc
http://www.rewi.hu-berlin.de/jura/ls/hnr/materialien/exam/TOETUN02BT.doc
Struktur/Aufbauhinweise hier:
http://www.strafrecht-online.org/index.php?dl_init=1&id=2330
Soweit ich mich erinnere, verlangt die ganz hM aber für § 216, daß das Tötungsverlangen des Opfers wirklich handlungsleitend gewesen sein muß (ist aber sicher str.).
Verfasst am: 01 Apr 2006 - 14:53:51 Titel:
Zuletzt bearbeitet von Kaufvertrag am 30 Mai 2012 - 22:39:58, insgesamt einmal bearbeitet
Verfasst am: 01 Apr 2006 - 20:42:39 Titel:
Also schön, dass hier auch weitergearbeitet wird
Inwiefern die KPV im ersten Teil relevant ist, weiss ich noch nicht so genau, denn § 216 hat Sperrwirkung für §223 ff.
Die KPV ist hier ja eigentlich auch tatbestandsmäßig vollendet, bloss tritt der Todeserfolg durch das Fehlschlagen ja nicht ein.
Ich prüfe im zweiten Komplex bei der endgütligen Tötung des M durch seine Frau wahrscheinlich §§211,212, dann §§223 und 224I Nr.1, ob Nr. 5 auch zu trifft ist mir noch nicht so ganz klar.
KPV ist zwar Voraussetzung für §212, aber sicherlich ziemlich wichtig für die Art und Weise für den Todeserfolg bzgl. des Mordes. Sie ist ja hier gerade auch ein Qualifizierungsmerkmal, gerade weil sie die Situation des M ausnutzt und ihn ja heimlich vergiftet
Inwiefern jetzt die Heimtücke bei KPV und der Heimtücke im Mord gehandhabt wird weiss ich auch noch nicht so genau.
F weiss nicht, dass M die Vergiftung durch den bitteren Beigeschmack bemerkt.
An Kaufvertrag: Wie weit bist du eigentlich generell schon mit deinem Fall?
Was sind bei dir eigentlich die Schwerpunkte?
Hoffe ich habe jetzt nichts neues erzählt!