Source: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2016/10/18/schicksalstag-fuer-deutsche-apotheken/chapter:3
Timestamp: 2020-02-27 12:36:04
Document Index: 44480125

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'BGH', 'EuG', 'EuG']

Hintergrund zum EuGH-Urteil: Schicksalstag für deutsche Apotheken
Schicksalstag für ...
Schicksalstag für deutsche Apotheken
Berlin - 18.10.2016, 17:10 Uhr
Die deutschen Apotheker blicken gespannt nach Luxemburg: Hier verkündet der EuGH am Mittwoch sein Urteil zu den Rx-Boni. (Foto: Fessy)
Die möglichen Folgen der EuGH-Entscheidung für die deutsche Apotheke
Seitdem sind über vier Monate vergangen – Zeit genug für die Luxemburger Richter, sich Gedanken zu machen, ob sie Szpunar folgen wollen oder nicht. Wenn sie es nicht tun, dürften die Apotheker in Deutschland aufatmen. Es bliebe dabei, dass ein Preiswettbewerb auf Rx-Ebene ausgeschlossen ist. Die ABDA, die sich in den vergangenen Monaten zurückgehalten hat, einen Plan B öffentich zu kommunizieren, wird sich bestätigt fühlen.
Entscheidet die Erste Kammer hingegen zugunsten der DPV und damit von DocMorris, müssen sich die Apotheken hierzulande darauf einstellen, dass DocMorris seine Boni reaktiviert und verschärft um Rezepte, vor allem von Chronikern, werben wird. Und vermutlich wird DocMorris nicht die einzige Versandapotheke sein, die mit geldwerten Vorteilen bei der Rezepteinreichung wirbt. Zugleich ändert sich für die deutschen Apotheker nichts am geltenden Recht. Das ist zwar „Inländerdiskriminierung“ – aber gegen die lässt sich so schnell nichts machen. Wer dennoch Boni gewährt, muss mit Abmahnungen rechnen. Um etwas zu ändern, müsste der Gesetzgeber aktiv werden. Eine immer wieder ins Gespräch gebrachte Möglichkeit ist, den Rx-Versandhandel wieder zu verbieten. Das hatte der EuGH immerhin 2003 für zulässig erachtet. Ob er heute nochmals so entscheiden würde, steht allerdings auf einem anderen Blatt.
Nun kann man der Auffassung sein, dass die Apotheker in Deutschland sich nicht auf Streitereien mit ihrer Landesapothekerkammer oder Mitbewerbern einlassen wollen. Der Freiburger Rechtsanwalt Dr. Morton Douglas glaubt jedoch nicht, dass sie stillhalten werden. Selbst wenn sich an ihrer Rechtslage nichts ändert, würden zahlreiche deutsche Apotheken binnen kürzester Zeit Boni anbieten. Wenn dann die Kammern gegen sie vorgehen, erwartet Douglas ein Wiederaufleben des Vorteil24-Modells, nur auf sichereren rechtlichen Füßen. Zur Erinnerung: In diesem Modell boten deutsche Vor-Ort-Apotheken ihren Kunden an, Arzneimittel mit Preisvorteil bei einer kooperierenden EU-ausländischen Versandapotheke zu bestellen, die dann in der deutschen Apotheke abgegeben werden – samt Beratung an Ort und Stelle. Douglas ist überzeugt: Entscheidet der EuGH im Sinne des Generalanwalts, steht das gesamte Arzneimittelpreisgefüge auf dem Spiel.
Für die meisten deutschen Apotheken dürfte es jetzt heißen: Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Seite 1: Schicksalstag für deutsche Apotheken »
Seite 2: DocMorris-Bonus-Modell? Ein langer und steiniger Rechtsweg »
Seite 3: Die möglichen Folgen der EuGH-Entscheidung für die deutsche Apotheke »
DocMorris-Bonus-Modell? Ein langer und steiniger Rechtsweg
EuGH-Entscheid – welche Prognose stimmt?
Es geht nur um Wettbewerbsvorteile
DocMorris vor dem EuGH
Das Rx-Boni-Verbot steht auf der Kippe
Entscheidung des EuGH über Preisbindung für EU-ausländische Versandapotheken
Rx-Boni-Urteil am 19. Oktober
EuGH-Urteil – was wäre wenn...
Die Preisbindung wäre in Deutschland nicht zu halten
Die letzten Rechtsstreitigkeiten sind beendet: Rx-Rabatte bleiben tabu
Holland-Boni: BGH zieht Schlussstrich
Ist das Verbot von Rx-Boni gerechtfertigt?
EuGH? Egal!
Rx-Boni-Verbot bleibt für deutsche Apotheken bestehen
Was genau hat der EuGH entschieden?
Benachteiligung auch deutscher Internetapotheken
von Edmund Roßmann am 08.03.2017 um 16:26 Uhr
Da schreit die Lobby gegen den EUGH.
Im Raum München dauert es oft 1 bis 2 Tage bis das Medikament da ist. (2x Apotheke laufen!). Bei Bestellung über Internet sind die Medikamente am übernächsten Tag be dem Besteller im Haus! Der Preisunterschied - besonders bei Medikamenten für chronisch Kranke - ist enorm! Das Ganze riecht nach Dobrinth-Maut für chronisch Kranke. Die Politiker sollten bei ihren Entscheidungen weniger der Lobby folgen als dem Wähler!
Zusammenhang EUGH Urteil und Mehrwersteuer
von Dr.Keckeisen am 20.10.2016 um 18:37 Uhr
Zahlt Doc Morris 19% Mehrwertsteuer oder 6% wie Belgien und Niederlande ? Bekommte er als Exporteur die 6% bei der Aus womöglich zurück.Das würde die angebotene Rabatte und Boni erklären!Wer kennt sich damit aus ?
von Frank Ebert am 19.10.2016 um 14:42 Uhr
Sie lesen heute aber schon die Reaktionen ?
von Frank ebert am 18.10.2016 um 15:04 Uhr
Glaubt wirklich einer das Boniverbot bleibt? Schließlich geht es gegen Deutschland und da haben wir Dank Merkel ganz schlechte Karten. Ab Morgen wird der Zusammenbruch des Apothekensystems in Deutschland beginnen.
AW: Urteil
von Felix Maertin am 19.10.2016 um 7:35 Uhr
Wandern Sie doch bitte aus oder geben Sie Ihren Dünnpfiff Montag Abends in Dreseden von sich.
Wie oft schon überall der Untergang gepredigt wurde...