Source: https://www.rechtslupe.de/familienrecht/abaenderung-eines-entscheidung-im-versorgungsausgleich-und-der-zeitpunkt-der-antragstellung-395141
Timestamp: 2019-10-22 09:00:12
Document Index: 263957470

Matched Legal Cases: ['§ 226', '§ 226', '§ 10', '§ 226', '§ 10', '§ 226', '§ 34', '§ 36', '§ 38', '§ 10', '§ 226', '§ 226', '§ 226', '§ 226', 'BGH', '§ 10', '§ 10']

Abän­de­rung eines Ent­schei­dung im Ver­sor­gungs­aus­gleich – und der Zeit­punkt der Antrag­stel­lung | Rechtslupe
Abänderung eines Entscheidung im Versorgungsausgleich - und der Zeitpunkt der Antragstellung
Abän­de­rung eines Ent­schei­dung im Ver­sor­gungs­aus­gleich – und der Zeit­punkt der Antrag­stel­lung
Unter "Antrag­stel­lung" im Sin­ne des § 226 Abs. 4 FamFG ist der Ein­gang des Antrags beim Fami­li­en­ge­richt zu ver­ste­hen; wann der Abän­de­rungs­an­trag dem Antrags­geg­ner bekannt gemacht wur­de, ist uner­heb­lich.
Gemäß § 226 Abs. 4 FamFG wirkt die Abän­de­rung ab dem ers­ten Tag des Monats, der auf den Monat der Antrag­stel­lung folgt. Unter "Antrag­stel­lung" ist dabei der Ein­gang des Antrags beim Fami­li­en­ge­richt zu ver­ste­hen; wann der Abän­de­rungs­an­trag dem Antrags­geg­ner bekannt gemacht wor­den ist, ist uner­heb­lich, da in Ver­fah­ren der frei­wil­li­gen Gerichts­bar­keit wie dem vor­lie­gen­den nicht zwi­schen Anhän­gig­keit und Rechts­hän­gig­keit unter­schie­den wird 1.
Das ent­spricht der bereits zur inhalts­glei­chen Rege­lung des § 10a Abs. 7 Satz 1 VAHRG ver­tre­te­nen herr­schen­den Mei­nung 2. Die Rege­lung des § 226 Abs. 4 FamFG ist der­je­ni­gen des § 10a Abs. 7 Satz 1 VAHRG nach­ge­bil­det wor­den. Der Wir­kungs­zeit­punkt gemäß § 226 Abs. 4 FamFG ent­spricht damit den in § 34 Abs. 3, § 36 Abs. 3 und § 38 Abs. 2 VersAus­glG gere­gel­ten Wir­kungs­zeit­punk­ten für die Anpas­sungs­ver­fah­ren nach Rechts­kraft 3. Die herr­schen­de Mei­nung zum Begriff der "Antrag­stel­lung" im Sin­ne des § 10a Abs. 7 Satz 1 VAHRG war zur Zeit des Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens zu § 226 Abs. 4 FamFG bereits bekannt. Aus den Geset­zes­ma­te­ria­li­en erge­ben sich kei­ne Anhalts­punk­te dafür, dass der Gesetz­ge­ber inso­weit ande­rer Auf­fas­sung gewe­sen wäre.
Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg, Beschluss vom 15. April 2015 – 13 UF 30/​15
vgl. MünchKommFamFG/​Stein, 2. Aufl., § 226 Rn. 14; MünchKommBGB/​Dörr, 6. Aufl., § 226 FamFG Rn. 15; aA Grandel/​Borth in: Musielak/​Borth, 4. Aufl., FamFG § 226 Rn. 9[↩]
BGH, Beschluss vom 19.08.1998 – XII ZB 43/​97, NJW 1998, 3571 = Fam­RZ 1998, 1504 10; OLG Cel­le, Beschluss vom 05.09.2007 – 10 UF 25/​07, NJW-RR 2008, 528 = Fam­RZ 2008, 900 36; MünchKommBGB/​Dörr, 5. Aufl., § 10a VAHRG Rn. 89; Staudinger/​Rehme, BGB [2004], § 10a VAHRG Rn. 108[↩]
BT-Drs. 16/​10144, S. 98[↩]
ÄnderungsantragAnhängigkeitRechtshängigkeitVersorgungsausgleich