Source: https://www.ebnerstolz.de/de/verlustabzugsbeschraenkung-bei-kapitalgesellschaften-nicht-mit-dem-grundgesetz-vereinbar-118654.html
Timestamp: 2018-05-24 06:04:44
Document Index: 265254570

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 8', 'Art. 3', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8']

Laut Beschluss des BVerfG vom 29.3.2017 (Az. 2BvL 6/11) ist die Rege­lung in § 8c Satz 1 KStG a. F. bzw. in der inhalts­g­lei­chen Vor­gän­ger­re­ge­lung § 8c Abs. 1 Satz 1 KStG nicht mit dem all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz (Art. 3 Abs. 1 GG) ver­ein­bar.
Die Ver­fas­sungs­rich­ter sehen in der antei­li­gen Ver­lu­st­ab­zugs­be­schrän­kung eine Ung­leich­be­hand­lung, für die ein sach­lich ein­leuch­ten­der Grund fehlt. Die Ver­lu­st­ab­zugs­be­schrän­kung halte des­halb bereits der Prü­fung am Maß­stab des Will­kür­ver­bots nicht stand.
Diese ver­fas­sungs­recht­li­che Beur­tei­lung treffe neben der Vor­gän­ger­re­ge­lung in § 8c Satz 1 KStG a. F. auch auf die der­zeit gel­tende Rege­lung in § 8c Abs. 1 Satz 1 KStG zumin­dest bis zum 31.12.2015 zu. Ob sich mit der Ein­füh­rung des fort­füh­rungs­ge­bun­de­nen Ver­lust­vor­trags nach § 8d KStG mit Wir­kung ab 1.1.2016 ein davon abwei­chende Beur­tei­lung erge­ben würde, bedarf laut BVerfG einer geson­der­ten Betrach­tung.
Das BVerfG gibt dem Gesetz­ge­ber auf, bis zum 31.12.2018 rück­wir­kend für die Zeit vom 1.1.2008 bis 31.12.2015 durch eine Neu­re­ge­lung der Ver­lu­st­ab­zugs­be­schrän­kung den fest­ge­s­tell­ten Ver­fas­sungs­ver­stoß zu besei­ti­gen. Sollte der Gesetz­ge­ber die­ser Verpf­lich­tung nicht nach­kom­men, tritt am 1.1.2019 im Umfang der fest­ge­s­tell­ten Unve­r­ein­bar­keit rück­wir­kend auf den Zeit­punkt des Inkraft­t­re­tens der jewei­li­gen Rege­lung die Nich­tig­keit des § 8c Satz 1 KStG a. F. sowie des § 8c Abs. 1 Satz 1 KStG ein.