Source: https://www.hensche.de/urteile-und-kommentare-zum-thema-betriebsrat.html
Timestamp: 2020-08-06 13:06:48
Document Index: 3970803

Matched Legal Cases: ['§ 101', '§ 5', '§ 100', '§ 9', '§ 11', '§ 1', '§ 99', '§ 1', '§ 102', '§ 87', '§ 78', '§ 87', '§ 80', '§ 84', '§ 87', '§ 613', '§ 87', '§ 102', '§ 99', '§ 74', '§ 21', '§ 117', '§ 87', '§ 118', '§ 99', '§ 106']

Urteile und Kommentare: Betriebsrat - HENSCHE Arbeitsrecht
Ur­teil­s­an­mer­kun­gen zum The­ma Be­triebs­rat von 2008 bis heu­te: Hen­sche Rechts­an­wäl­te, Kanz­lei für Ar­beits­recht
Un­ser Rechts­an­walts­team kom­men­tiert seit 2001 lau­fend ak­tu­el­le Ur­tei­le und wich­ti­ge Ge­set­zes­än­de­run­gen zum Ar­beits­recht, un­ter an­de­rem zum The­ma Be­triebs­rat.
Im Fol­gen­den fin­den Sie un­se­re Bei­trä­ge zu die­sem The­ma, ge­ord­net nach Jahr­gän­gen seit 2008, im Über­blick.
24.05.2018. Wer­den kon­zern­an­ge­hö­ri­ge Un­ter­neh­men al­lein von ei­ner Kon­zern­spit­ze mit Sitz im Aus­land ge­lei­tet, d.h. oh­ne in­län­di­sche Teil­kon­zern­spit­ze, ist kein Kon­zern­be­triebs­rat zu er­rich­ten: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 23.05.2018, 7 ABR 60/16 (Pres­se­mel­dung des BAG).
06.04.2018. Kön­nen Be­triebs­rats­mit­glie­der Auf­he­bungs­ver­trä­ge mit „ho­hen“ Ab­fin­dun­gen aus­han­deln, liegt im All­ge­mei­nen kei­ne ver­bo­te­ne Be­güns­ti­gung vor: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom ei­nen 20.03.2018, 7 AZR 590/16 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
18/011 Kein Ein­sichts­recht des Be­triebs­rats in Lohn- und Ge­halts­lis­ten an­de­rer Be­trie­be des­sel­ben Un­ter­neh­mens
12.01.2018. Die Über­wa­chungs­rech­te des Be­triebs­rats sind auf den Be­trieb be­schränkt. Er hat da­her kein Recht zur Ein­sicht in die Lohn- und Ge­halts­lis­ten an­de­rer Be­trie­be: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 26.09.2017, 1 ABR 27/16.
06.12.2017. Der Ver­gü­tungs­an­spruch be­triebs­ex­ter­ner Bei­sit­zer der Ei­ni­gungs­stel­le ist un­ab­hän­gig da­von, ob der Ent­sen­dungs­be­schlus­ses des Be­triebs­rats treu­wid­rig ist: Lan­des­ar­beits­ge­richt Nürn­berg, Be­schluss vom 19.09.2017, 2 TaBV 75/16.
31.05.2017. Zum 01. April die­ses Jah­res sind die neu­en ge­setz­li­chen Re­geln zur Ar­beit­neh­mer­über­las­sung in Kraft ge­tre­ten. Sie er­hö­hen den Steue­rungs­auf­wand für Ar­beit­ge­ber und er­öff­nen Be­triebs­rä­ten Hand­lungs­mög­lich­kei­ten. Ar­beit­neh­mer­über­las­sungs­ge­setz (AÜG), in der Fas­sung des Ge­set­zes vom 21.02.2017 (BGBl. I S.258).
10.04.2017. Hat das Ge­richt den Ar­beit­ge­ber noch rechts­kräf­tig ge­mäß § 101 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG) zur Auf­he­bung ei­ner Ein­stel­lung ver­pflich­tet, kann der Be­triebs­rat noch an­ge­hört wer­den: Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf, Be­schluss vom 20.12.2016, 14 TaBV 57/16.
20.03.2017. Ein be­trieb­li­ches För­der­pro­gramm für Füh­rungs­kräf­te­nach­wuchs nimmt dem Ar­beit­ge­ber nicht oh­ne wei­te­res das Recht, Füh­rungs­kräf­te ein­zu­set­zen, die das För­der­pro­gramm nicht durch­lau­fen ha­ben: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 11.10.2016, 1 ABR 49/14.
19.01.2016. Für Ru­he­zei­ten zwi­schen Ar­beit und Be­triebs­rats­sit­zung gilt § 5 Abs.1 Arb­ZG zwar nicht di­rekt. Trotz­dem steht Be­triebs­rats­mit­glie­dern ei­ne elf­stün­di­ge Er­ho­lungs­zeit zu: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 18.01.2017, 7 AZR 224/15 (BAG-Pres­se­mel­dung).
16/384 Mitbestimmung bei Facebook-Auftritt
17.12.2016. Kön­nen Kun­den Ar­beit­neh­mer auf ei­ner Face­book-Sei­te des Ar­beit­ge­bers be­wer­ten, hat der Be­triebs­rat mit­zu­be­stim­men, wenn die Kun­den­mei­nun­gen un­mit­tel­bar ver­öf­fent­licht wer­den: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 13.12.2016, 1 ABR 7/15 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
16/295 Kurzfristiger Einsatz von Leiharbeit bremst Mitbestimmung aus
19.09.2016. Der Be­triebs­rat kann denn wie­der­hol­ten Kurz-Ein­satz von Leih­ar­beit­neh­mern auf Dau­er­ar­beits­plät­zen nicht un­ter­bin­den, wenn sich der Ar­beit­ge­ber an § 100 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG) hält: Lan­des­ar­beits­ge­richt Schles­wig-Hol­stein, Be­schluss vom 10.05.2016, 1 TaBV 59/15.
16/138 Separater Internet- und Telefonanschluss für den Betriebsrat?
24.04.2016. Be­triebs­rä­te kön­nen vom Ar­beit­ge­ber kei­nen se­pa­ra­ten, d.h. vom Un­ter­neh­mens­netz­werk tech­nisch un­ab­hän­gi­gen Te­le­fon- und In­ter­net­an­schluss ver­lan­gen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 20.04.2016, 7 ABR 50/14.
16/101 Grenzen der Mitbestimmung beim BEM
24.03.2016. Der Be­triebs­rat kann kein dau­er­haf­tes, pa­ri­tä­tisch be­setz­tes Gre­mi­um zur Durch­füh­rung von Maß­nah­men des be­trieb­li­chen Ein­glie­de­rungs­ma­nage­ments (BEM) ver­lan­gen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 22.03.2016, 1 ABR 14/14 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
16.11.2015. Hat ein Un­ter­neh­men ein­schließ­lich der Leih­ar­beit­neh­mer mehr als 8.000 Ar­beit­neh­mer, sind Auf­sichts­rats­wah­len ge­mäß § 9 Mit­be­stim­mungs­ge­setz (Mit­bestG) als De­le­gier­ten­wahl durch­zu­füh­ren: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 04.11.2015, 7 ABR 42/13 (Pres­se­mit­tei­lung).
13.01.2015. Er­öff­net der Ar­beit­ge­ber durch ei­ne Face­book-Sei­te Kun­den die Mög­lich­keit ei­ner Be­wer­tung be­trieb­li­cher Leis­tun­gen, ist dies al­lein noch kei­ne tech­ni­sche Über­wa­chungs­ein­rich­tung: LAG Düs­sel­dorf, Be­schluss vom 12.01.2015 - 9 TaBV 51/14.
14.05.2014. Der Be­triebs­rat hat er ei­nen An­spruch dar­auf, dass ihm der Ar­beit­ge­ber "in er­for­der­li­chem Um­fang" Sach­mit­tel und In­for­ma­ti­ons­tech­nik zur Ver­fü­gung stellt. Da­zu ge­hört auch ein Abon­ne­ment ei­ner ju­ris­ti­schen Fach­zeit­schrift: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 19.03.2014, 7 AZN 91/13.
23.04.2014. Ge­mäß § 11 Satz 1 Ar­beits­si­cher­heits­ge­setz (ASiG) sind Ar­beit­ge­ber in Be­trie­ben mit mehr als 20 Be­schäf­tig­ten da­zu ver­pflich­tet, ei­nen Ar­beits­schutz­aus­schuss zu bil­den. In ei­ner ak­tu­el­len Ent­schei­dung hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) klar­ge­stellt, dass der Be­triebs­rat nicht vor das Ar­beits­ge­richt zie­hen und den Ar­beit­ge­ber ge­richt­lich zur Bil­dung ei­nes Ar­beits­schutz­aus­schus­ses ver­pflich­ten las­sen kann: BAG, Be­schluss vom 15.04.2014, 1 ABR 82/12.
24.03.2014. Ob­wohl die Mit­be­stim­mung in Fra­gen des Ar­beits­schut­zes nicht ge­ra­de zu den Top-The­men der Be­triebs­rats­ar­beit ge­hört, kön­nen Maß­nah­men des Ar­beits­schut­zes aus­nahms­wei­se ein­mal der Mit­be­stim­mung in so­zia­len An­ge­le­gen­hei­ten un­ter­lie­gen, wie ei­ne ak­tu­el­le Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) zeigt: BAG, Be­schluss vom 18.03.2014, 1 ABR 73/12.
26.02.2014. Künf­tig kann der Be­triebs­rat in ei­ner Sit­zung un­ter er­leich­ter­ten Vor­aus­set­zun­gen zu ei­nem Ta­ges­ord­nungs­punkt (TOP) ei­nen Be­schluss fas­sen, auch wenn die­ser TOP nicht in der Ein­la­dung zur Be­triebs­rats­sit­zung nicht auf­ge­führt wird: BAG, Be­schluss vom 22.01.2014, 7 AS 6/13.
17.02.2014. Wer lan­ge Jah­re als Mit­glied des Be­triebs­rats von der Ar­beit frei­ge­stellt war und dann aus dem Ar­beits­ver­hält­nis aus­schei­det, muss da­mit le­ben, dass sein Zeug­nis die Frei­stel­lung er­wähnt: Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, Ur­teil vom 06.12.2012, 7 Sa 583/12.
10.01.2014. Auf­grund der letz­ten Än­de­rung des Ar­beit­neh­mer­über­las­sungs­ge­set­zes (AÜG), die seit De­zem­ber 2011 gilt, ist das Ge­setz von al­len Ar­beit­ge­bern zu be­ach­ten, die "im Rah­men ih­rer wirt­schaft­li­chen Tä­tig­keit" (§ 1 Abs.1 Satz 1 AÜG) Ar­beit­neh­mer an an­de­re Ar­beit­ge­ber über­las­sen wol­len. Da­mit gilt das AÜG seit De­zem­ber 2011 auch für öf­fent­li­che Ar­beit­ge­ber, die ih­re Ar­beit­neh­mer im We­ge der sog. Per­so­nal­ge­stel­lung an an­de­re Ar­beit­ge­ber über­las­sen. Vor die­sem Hin­ter­grund ha­ben ei­ni­ge SPD-re­gier­te Bun­des­län­der En­de Ok­to­ber 2013 ei­nen Ent­schlie­ßungs­an­trag in den Bun­des­rat ein­ge­bracht, dem zu­fol­ge die Per­so­nal­ge­stel­lung im öf­fent­li­chen Dienst vom AÜG aus­ge­nom­men wer­den soll.
07.01.2014. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Ham­burg hat ent­schie­den, dass das Ver­bot der dau­er­haf­ten Über­las­sung ei­nes Leih­ar­beit­neh­mers kein Ver­bot be­inhal­tet, den Leih­ar­beit­neh­mer auf ei­nem re­gu­lä­ren Ar­beits­platz ein­zu­set­zen. Wird da­her z.B. ein Leih­ar­beit­neh­mer, der für ein Jahr und da­mit nicht dau­er­haft ent­lie­hen wur­de, auf ei­nem Dau­er­ar­beits­platz ein­ge­setzt, wo er re­gu­lär an­fal­len­de Ar­bei­ten der Stamm­be­leg­schaft ver­rich­tet, ist das recht­lich in Ord­nung: LAG Ham­burg, Be­schluss vom 04.09.2013, 5 TaBV 6/13.
13/364 Dauerhafte Leiharbeit lässt die Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung nicht entfallen
10.12.2013. Wie das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) heu­te klar­ge­stellt hat, führt der ge­set­zes­wid­ri­ge Dau­er­ein­satz von Leih­ar­beit­neh­mern nicht da­zu, dass die be­trof­fe­nen Leih­ar­beit­neh­mer in ei­nem Ar­beits­ver­hält­nis zum Ent­lei­her ste­hen: BAG, Ur­teil vom 10.12.2013, 9 AZR 51/13.
13/273 Ausschluss aus dem Betriebsrat
23.09.2013. Wer als Be­triebs­rat ver­trau­li­che In­for­ma­tio­nen aus Be­wer­bungs­un­ter­la­gen auf ei­ner Be­triebs­ver­samm­lung öf­fent­lich macht und den - mitt­ler­wei­le ein­ge­stell­ten - Be­wer­ber da­durch bloß­stellt, ris­kiert den Aus­schluss aus dem Be­triebs­rat: Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf, Be­schluss vom 09.01.2013, 12 TaBV 93/12.
13/213 Verfahrensfehler beim Betriebsratsbeschluss
28.07.2013. Möch­te der Be­triebs­rat in ei­ner Sit­zung ei­nen Be­schluss zu ei­ner Fra­ge fas­sen, die in der La­dung zu der Sit­zung nicht ge­nannt wird, müs­sen nach bis­he­ri­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) al­le Mit­glie­der des Be­triebs­rats voll­zäh­lig an­we­send sein. An­dern­falls kann die Ta­ges­ord­nung in der Be­triebs­rats­sit­zung nicht er­gänzt wer­den. Die­se stren­gen An­for­de­run­gen an ei­ne wirk­sa­me Er­gän­zung der Ta­ges­ord­nung möch­te der ers­te Se­nat des BAG ger­ne lo­ckern: BAG, Be­schluss vom 09.07.2013, 1 ABR 2/13 (A).
13/210 Betriebsrat kann Dauer-Leiharbeit verhindern
26.07.2013. Be­triebs­rä­te kön­nen den zeit­lich un­be­grenz­ten Ein­satz von Leih­ar­beit­neh­mern auf Dau­er­ar­beits­plät­zen, d.h. an­stel­le von Stamm­kräf­ten, ver­hin­dern, in­dem sie ih­re Zu­stim­mung zur Ein­stel­lung un­ter Be­ru­fung auf § 99 Abs.2 Nr.1 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG) und auf § 1 Abs.1 Satz 2 Ar­beit­neh­mer­über­las­sungs­ge­setz (AÜG) ver­wei­gern: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 10.07.2013, 7 ABR 91/11.
13/168 Meinungsfreiheit im Betriebsrat hat Grenzen
15.06.2013. Wer ein an­de­res Be­triebs­rats­mit­glied oder den Vor­sit­zen­den des Be­triebs­rats mit Adolf Hit­ler ver­gleicht, kann per Ge­richts­be­schluss aus dem Be­triebs­rat aus­ge­schlos­sen wer­den: Hes­si­sches Lan­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 23.05.2013, 9 TaBV 17/13.
13/155 Anspruch des Betriebsrats auf eigenen Raum
31.05.2013. Be­triebs­rä­te müs­sen re­gel­mä­ßig Sit­zun­gen ab­hal­ten und Sprech­stun­den für ih­re Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen an­bie­ten. Das Ge­setz ver­pflich­tet den Ar­beit­ge­ber zwar da­zu, dem Be­triebs­rat "in er­for­der­li­chem Um­fang Räu­me" zur Ver­fü­gung zu stel­len, doch muss das nicht un­be­dingt ein spe­zi­ell für den Be­triebs­rat re­ser­vier­ter Raum sein. Trotz­dem hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Köln ei­nem sie­ben­köp­fi­gen Be­triebs­rat in ei­ner ak­tu­el­len Ent­schei­dung ei­nen ei­ge­nen Raum zu­ge­spro­chen: LAG Köln, Be­schluss vom 23.01.2013, 5 TaBV 7/12.
13/148 Mitbestimmung des Betriebsrates bei Überwachungseinrichtungen
27.05.2013. Der Be­triebs­rat hat ein Mit­be­stim­mungs­recht, wenn der Ar­beit­ge­ber tech­ni­sche Ein­rich­tun­gen ein­füh­ren oder an­wen­den will, die zur Über­wa­chung des Ver­hal­tens oder der Leis­tung der Ar­beit­neh­mer be­stimmt sind. Nach An­sicht des Ar­beits­ge­richts Ber­lin hat der Be­triebs­rat auch ein "Initia­tiv­recht" bei der Ein­füh­rung sol­cher Über­wa­chungs­ein­rich­tun­gen, d.h. er kann de­ren Ein­füh­rung und/oder An­wen­dung vom Ar­beit­ge­ber ver­lan­gen: Ar­beits­ge­richt Ber­lin, Be­schluss vom 20.03.2013, 28 BV 2178/13.
13/114 Betriebsrat und Anwaltskosten: Vor Gericht sind korrekte Beschlüsse wichtig
25.04.2013. Will der Be­triebs­rat ei­nen An­walt für ei­nen Pro­zess be­auf­tra­gen, muss er dar­über ei­nen kor­rek­ten Be­schluss her­bei­füh­ren. Das gilt auch für die Ent­schei­dung der Fra­ge, ob der Be­triebs­rat den Fall in die nächs­te In­stanz trei­ben will: Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf, Be­schluss vom 16.01.2013, 7 TaBV 31/12.
14.12.2012. Der Be­triebs­rat ist vor je­der ge­plan­ten Kün­di­gung an­zu­hö­ren, sonst ist die spä­ter aus­ge­spro­che­ne Kün­di­gung ge­mäß § 102 Abs.1 Satz 3 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG) un­wirk­sam. Ges­tern hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) Fra­ge be­ant­wor­tet, ob der Be­triebs­rat das Recht hat, ein von ei­nem Ver­tre­ter des Ar­beit­ge­bers er­stell­tes An­hö­rungs­schrei­ben zu­rück­zu­wei­sen, wenn die­sem Schrei­ben kei­ne Voll­machts­ur­kun­de bei­ge­fügt ist. Ein sol­ches Recht hat der Be­triebs­rat nicht: BAG, Ur­teil vom 13.12.2012, 6 AZR 348/11.
11.12.2012. Bei ei­ner ver­bo­te­nen Dis­kri­mi­nie­rung ei­nes Ar­beit­neh­mers we­gen sei­ner Welt­an­schau­ung dro­hen dem Ar­beit­ge­ber Ent­schä­di­gungs­for­de­run­gen. Al­ler­dings ist nicht je­de Mei­nung oder Über­zeu­gung be­reits ei­ne Welt­an­schau­ung. Wer sich als Be­triebs­rat en­ga­giert, hat da­her nicht be­reits des­halb schon ei­ne ge­setz­lich ge­schütz­te Welt­an­schau­ung: Ar­beits­ge­richt Wup­per­tal, Ur­teil vom 01.03.2012, 6 Ca 3382/11.
17.08.2012. Ar­beit­neh­mer des öf­fent­li­chen Diens­tes, die auf der Grund­la­ge ei­ner Per­so­nal­ge­stel­lung bei ei­ner pri­va­ten Toch­ter­ge­sell­schaft ar­bei­ten, kön­nen dort zum Be­triebs­rat ge­wählt wer­den. Ei­nen Ar­beits­ver­trag mit der pri­va­ten Toch­ter­ge­sell­schaft brau­chen sie da­zu nicht: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 15.08.2012, 7 ABR 34/11.
15.08.2012. Der Ar­beit­ge­ber muss dem Be­triebs­rat in ei­nem grö­ße­ren Be­trieb mit mehr als 200 Ar­beit­neh­mern zu­sätz­lich zu ei­nem schon vor­han­de­nen PC auch ei­nen Lap­top zur Ver­fü­gung stel­len: Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, Be­schluss vom 13.12.2011, 11 TaBV 59/11.
14.08.2012. Der Be­triebs­rat kann vom Ar­beit­ge­ber ver­lan­gen, dass er wäh­rend der ge­mein­sam fest­ge­leg­ten Pau­sen­zei­ten we­der Ar­beit an­ord­net noch ent­ge­gen­nimmt. Denn der Ar­beit­ge­ber ver­stößt grob ge­gen sei­ne be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­chen Pflich­ten, wenn er die Ein­hal­tung sol­cher Pau­sen nicht ak­tiv durch­setzt: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 07.02.2012, 1 ABR 77/10.
03.08.2012. Bei der Ver­ga­be von Park­be­rech­ti­gun­gen auf dem Be­triebs­ge­län­de hat der Be­triebs­rat ein Mit­be­stim­mungs­recht ge­mäß § 87 Abs.1 Nr.1 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG), und zwar auch dann, wenn sich die zu ver­ge­ben­den Park­plät­ze im Si­cher­heits­be­reich des Flug­ha­fens be­fin­den: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 07.02.2012, 1 ABR 63/10.
12/247 Arbeitsbefreiung für den Betriebrat
25.06.2012. Die Ar­beits­be­frei­ung für Be­triebs­rat­s­tä­tig­kei­ten, die au­ßer­halb der Ar­beits­zeit ge­leis­tet wur­den, ist kein Wunsch­kon­zert. Die zeit­li­che La­ge die­ser Ar­beits­be­frei­ung legt der Ar­beit­ge­ber nach sei­nem Er­mes­sen fest. An­ders als beim Ur­laub ha­ben die Wün­sche des Be­triebs­rats­mit­glie­des da­her kei­nen Vor­rang: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 15.02.2012, 7 AZR 774/10.
12.06.2012. Der Be­triebs­rat ver­tritt vor Ge­richt al­le Ar­beit­neh­mer und braucht da­her nur ei­nen Rechts­an­walt. Das gilt auch dann, wenn der Ar­beit­ge­ber im Pro­zess um sei­ne ge­setz­lich an­ge­ord­ne­te Pflicht zur Über­nah­me von Aus­zu­bil­den­den, die Mit­glie­der der Ju­gen- und Aus­zu­bil­den­den­ver­tre­tung (JAV) sind, nicht nur mit dem Be­triebs­rat strei­tet, son­dern auch mit der JAV. Die JAV braucht in ei­nem sol­chen Pro­zess kei­ne ei­ge­ne an­walt­li­che Ver­tre­tung, ob­wohl sie ge­mäß § 78a Abs.4 Satz 2 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG) an dem Ge­richts­ver­fah­ren be­tei­ligt ist: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 18.01.2012, 7 ABR 83/10
11.06.2012. Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen zum be­trieb­li­chen Ein­glie­de­rungs­ma­nage­ment (BEM) kön­nen die ge­setz­li­che BEM-Vor­aus­set­zung der "Ar­beits­un­fä­hig­keit" nicht ver­än­dern. Wann ein BEM durch­zu­füh­ren ist und wann nicht, un­ter­liegt da­her nicht der Mit­be­stim­mungs des Be­triebs­rats ge­mäß § 87 Abs. Nr.1 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG): Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 13.03.2012, 1 ABR 78/10.
30.04.2012. Ein ge­kün­dig­tes Be­triebs­rat­mit­glied ist wäh­rend ei­nes lau­fen­den Kün­di­gungs­schutz­pro­zes­ses im All­ge­mei­nen an der Wahr­neh­mung sei­nes Am­tes ver­hin­dert. Das gilt aus­nahms­wei­se nicht, wenn die Kün­di­gung of­fen­sicht­lich un­wirk­sam ist, oder im Kün­di­gungs­schutz­pro­zess ein An­trag auf vor­läu­fi­ge Wei­ter­be­schäf­ti­gung ge­stellt wur­de und Er­folg hat­te: Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, Be­schluss vom 27.07.2011, 9 TaBV­Ga 2/11.
27.03.2012. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat den Son­der­kün­di­gungs­schutz für Wahl­be­wer­ber bei Be­triebs­rats­wah­len weit aus­ge­legt: Der Schutz be­ginnt schon dann, wenn die Be­wer­bung die er­for­der­li­chen Stütz­un­ter­schrif­ten trägt, d.h. beim Wahl­vor­stand muss die Wahl­be­wer­bung nicht un­be­dingt ein­ge­gan­gen sein. Au­ßer­dem muss der Wahl­be­wer­ber zum Zeit­punkt sei­ner Be­wer­bung noch kei­ne sechs Mo­na­te be­schäf­tigt sein: BAG, Ur­teil vom 07.07.2011, 2 AZR 377/10.
12/134 Mitbestimmung des Betriebsrates bei Mitarbeiterjahresgesprächen
26.03.2012. Die Ein­füh­rung von Mit­ar­bei­ter­jah­res­ge­sprä­chen ist ei­ne mit­be­stim­mungs­pflich­ti­ge An­ge­le­gen­heit, da es über sie kei­ne ge­setz­li­chen oder ta­rif­ver­trag­li­chen Re­ge­lun­gen gibt. Ar­beit­ge­ber und Be­triebs­rat dür­fen in ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung zu die­sem The­ma in das Recht der Ar­beit­neh­mer auf Mei­nungs­frei­heit und de­ren all­ge­mei­nes Per­sön­lich­keits­recht ein­grei­fen: Hes­si­sches Lan­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 06.02.2012, 16 Sa 1134/11.
17.03.2012. Be­triebs­rats­mit­glie­der, die nicht dau­er­haft von der Ar­beit frei­ge­stellt sind, kön­nen im Ein­zel­fall ih­re Ar­beit un­ter­bre­chen, wenn dies das für die Er­le­di­gung ih­rer Be­triebs­rats­auf­ga­ben not­wen­dig ist. Ei­ne vor­he­ri­ge Er­laub­nis des Ar­beit­ge­bers ist da­zu nicht nö­tig, son­dern nur ei­ne ent­spre­chen­de Mit­tei­lung an den Ar­beit­ge­ber bzw. Vor­ge­setz­ten. Ar­beit­ge­ber, die ei­ne vor­he­ri­ge Er­laub­nis oder ei­nen Be­triebs­rats­be­schluss ver­lan­gen, be­hin­dern in rechts­wid­ri­ger Wei­se die Be­triebs­rat­s­tä­tig­keit. Das gilt auch für Er­satz­mit­glie­der: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Be­schluss vom 20.10.2011, 10 TaBV 567/11.
09.03.2012. Ein Be­triebs­rat kann nicht kurz vor sei­ner Ab­wahl die Kün­di­gungs­fris­ten für be­ste­hen­de Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen schran­ken­los ver­län­gern und den neu­en Be­triebs­rat da­mit lahm­le­gen: Hes­si­sches Lan­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 03.03.2011, 9 TaBV 168/10.
10.02.2012. Der Be­triebs­rat kann vom Ar­beit­ge­ber Aus­kunft über Na­men und Fehl­zei­ten lang­fris­tig er­krank­ter Ar­beit­neh­mer ver­lan­gen. Dies folgt aus § 80 Abs.2 Satz 1 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG) in Ver­bin­dung mit § 84 Abs.2 Satz 7 Neun­tes Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB IX)., die den Be­triebs­rat da­zu ver­pflich­ten, die Durch­füh­rung des be­trieb­li­chen Ein­glie­de­rungs­ma­nage­ments (BEM) durch den Ar­beit­ge­ber zu über­wa­chen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 07.02.2012, 1 ABR 46/10.
31.01.2012.Ber­li­ner Ar­beits­rich­ter ur­tei­len zu Be­triebs­rats­amt und Zeit­ver­trag: Wird ei­nem Mit­glied des Be­triebs­rats bei Aus­lau­fen ei­nes zeit­lich be­fris­te­ten Ver­trags die Fest­an­stel­lung ver­wei­gert, kann dar­in ei­ne ver­bo­te­ne Be­nach­tei­li­gung we­gen der Be­triebs­rat­s­tä­tig­keit lie­gen. Das Be­triebs­rats­mit­glied muss aber nach­wei­sen, dass ver­gleich­ba­re Ar­beit­neh­mer über­nom­men wur­den: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 04.11.2011, 13 Sa 1549/11.
18.01.2012: Be­triebs­rat ei­nes Groß­be­triebs mit 33 Mit­glie­dern ob­siegt im Streit um 16 Dienst­han­dys für sei­ne Mit­glie­der: Hes­si­sches Lan­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 18.11.2011, 16 TaBV 129/11.
13.01.2012. Ei­ne Be­triebs­rats­wahl darf das Ar­beits­ge­richt nur dann auf An­trag des Ar­beit­ge­bers hin ge­richt­lich stop­pen, wenn die Wahl vor­aus­sicht­lich nich­tig wä­re. Die blo­ße An­fecht­bar­keit der Be­triebs­rats­wahl ge­nügt da­zu nicht: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 27.07.2011, 7 ABR 61/10.
06.11.2011. Der Eu­ro­päi­sche Be­triebs­rat (EBR) kann Be­triebs­schlie­ßun­gun­gen nicht mit ei­nem Un­ter­las­sungs­an­spruch ver­hin­dern, um sei­ne In­for­ma­ti­ons­rech­te und An­hö­rungs­rech­te durch­zu­set­zen: Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, Be­schluss vom 08.09.2011, 13 Ta 267/11.
06.11.2011. Sol­len ein­heit­li­che Ethik-Richt­li­ni­en in al­len Un­ter­neh­men ei­nes Kon­zerns ein­ge­führt wer­den, steht das Mit­be­stim­mungs­recht aus § 87 Abs.1 Nr.1 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG) dem Kon­zern­be­triebs­rat (KBR) zu und nicht dem ört­li­chen Be­triebs­rat. Wehrt sich der KBR nicht ge­gen ei­ne mit­be­stim­mungs­wid­ri­ge Ein­füh­rung der Ethik-Richt­li­ni­en, steht dem ört­li­chen Be­triebs­rat kein Un­ter­las­sungs­an­spruch zu - auch nicht in "sei­nem" Be­trieb vor Ort: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 17.05.2011, 1 ABR 121/09
31.10.2011. Kün­di­gun­gen sind un­wirk­sam, wenn sie oh­ne vor­he­ri­ge ord­nungs­ge­mä­ße An­hö­rung des Be­triebs­ra­tes aus­ge­spro­chen wer­den. Stammt das An­hö­rungs­schrei­ben nicht vom Ar­beit­ge­ber selbst, son­dern von ei­nem Rechts­an­walt, der den Ar­beit­ge­ber bei der An­hö­rung ver­tritt, kann der Be­triebs­rat die An­hö­rung zu­rück­wei­sen, wenn der An­walt dem An­hö­rungs­schrei­ben kei­ne Ori­gi­nal­voll­macht bei­legt. Dies hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg vor kur­zem ent­schie­den (Ur­teil vom 27.05.2011, 8 Sa 132/11).
25.10.2011. Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Nürn­berg: Bei ei­nem Be­triebs­über­gang kön­nen die Ar­beit­neh­mer dem Über­gang ih­rer Ar­beits­ver­hält­nis­se von dem bis­he­ri­gen Ar­beit­ge­ber auf den neu­en In­ha­ber wi­der­spre­chen (§ 613a Abs.5, Abs.6 Bür­ger­li­ches Ge­setz­buch - BGB). Dann ris­kie­ren die wi­der­spre­chen­den Ar­beit­neh­mer aber ei­ne be­triebs­be­ding­te Kün­di­gung, und die ist in den meis­ten Fäl­len recht­lich wirk­sam. Ge­gen die Kün­di­gung kann man meist noch nicht ein­mal ein­wen­den, dass sie we­gen feh­ler­haf­ter An­hö­rung des Be­triebs­rats un­wirk­sam sei: LAG Nürn­berg, Ur­teil vom 09.08.2011, 6 Sa 230/10.
11/197 Betriebsrat - Minderheitenliste kann kein eigenes Büro für sich verlangen
11.10.2011. Nach ei­ner ak­tu­el­len Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Ber­lin-Bran­den­burg kön­nen Min­der­hei­ten­grup­pie­run­gen im Be­triebs­rat kei­ne ei­ge­nen Räu­me für sich als Min­der­hei­ten­grup­pe ver­lan­gen: LAG Ber­lin-Bran­den­burg, Be­schluss vom 19.07.2011, 7 TaBV 764/11.
15.09.2011. Be­triebs­rats­mit­glie­der ha­ben das Recht, im­mer dann der Ar­beit fern­zu­blei­ben, wenn das für ih­re Be­triebs­rats­ar­beit er­for­der­lich ist. Als Ar­beit­neh­mer müs­sen sie sich aber beim Ar­beit­ge­ber ab­mel­den, da­mit die­ser Stö­run­gen in den be­trieb­li­chen Ab­läu­fen z.B. durch Um­or­ga­ni­sa­ti­on ver­hin­dern kann. Die Ab­mel­de­pflicht be­steht auch dann, wenn das Be­triebs­rats­mit­glied sei­ne Be­triebs­rar­beit vom Ar­beits­platz aus er­le­digt: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 29.06.2011, 7 ABR 135/09.
02.09.2011. Glo­be­Ground ist als Dienst­leis­ter auf den Ber­li­ner Flug­hä­fen tä­tig und be­schäf­tigt dort un­ge­fähr 1.650 Ar­beit­neh­mer. Die Wahl des Be­triebs­rats im April 2010 wur­de von 22 Ar­beit­neh­mern ge­richt­lich an­ge­foch­ten. Wie be­reits in der ers­ten In­stanz das Ar­beits­ge­richt Ber­lin, so hat nun­mehr auch das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Ber­lin-Bran­den­burg hat die Wahl für un­wirk­sam er­klärt: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Be­schluss vom 25.08.2011, 25 TaBV 529/11.
18.08.2011. Der Be­triebs­rat hat ein Mit­be­stim­mungs­recht bei der Fest­le­gung der täg­li­chen Ar­beits­zei­ten und bei der Ver­tei­lung der Ar­beits­zeit auf die Wo­chen­ta­ge (§ 87 Abs.1 Nr.2 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz - Be­trVG). Wenn er nun bei der Ein­satz­pla­nung im­mer wie­der "mau­ert", ob­wohl er auf­grund meh­re­rer Ver­fah­ren vor der Ei­ni­gungs­stel­le Grund zu der An­nah­me hat, dass sein Ver­wei­ge­rungs­grund "Per­so­nal­knapp­heit" vom Be­trVG nicht ge­deckt ist: Reicht ei­ne sol­che "Ko­ope­ra­ti­ons­ver­wei­ge­rung" schon, um die ge­richt­li­che Auf­lö­sung des Be­triebs­rats zu ver­lan­gen? Das Ein­zel­han­dels­un­ter­neh­men H & M mein­te "Ja", mach­te aber vor­ges­tern vor dem Ar­beits­ge­richt Ber­lin ei­nen Rück­zie­her: Ar­beits­ge­richt Ber­lin, Pres­se­mit­tei­lung Nr. 33/11 vom 16.08.2011: H & M nimmt Auf­lö­sungs­an­trag ge­gen Be­triebs­rat zu­rück.
09.08.2011. Das Ar­beits­ge­richt Ber­lin hat ent­schie­den, dass für eng­lisch­spra­chi­ge Be­triebs­rats­mit­glie­der, die prak­tisch kaum Deutsch kön­nen, ei­ne Grund­la­gen­schu­lung auf Eng­lisch er­for­der­lich ist: Ar­beits­ge­richt Ber­lin, Be­schluss vom 03.03.2011, 24 BV 15046/10.
03.08.2011. Der Ar­beit­ge­ber muss dem Be­triebs­rat in der Re­gel auf des­sen Wunsch ei­nen Com­pu­ter, d.h. PC samt In­ter­net­zu­gang zur Ver­fü­gung stel­len. Über die Kon­fi­gu­ra­ti­on sei­nes PC ein­schließ­lich der An­mel­de­pro­ze­dur be­stimmt dann der Be­triebs­rat, so das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Ber­lin-Bran­den­burg. Er muss je­doch da­für sor­gen, dass der Ar­beit­neh­mer­da­ten­schutz si­cher­ge­stellt ist: LAG Ber­lin-Bran­den­burg, Be­schluss vom 04.03.2011, 10 TaBV 1984/10.
22.07.2011. Ei­ne Kün­di­gung, die der Ar­beit­ge­ber oh­ne vor­he­ri­ge An­hö­rung des Be­triebs­ra­tes aus­spricht, ist un­wirk­sam (§ 102 Abs. 1 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz - Be­trVG). Kün­digt ein Leih­ar­beits­un­ter­neh­men, muss es im All­ge­mei­nen nur den bei ihm ge­bil­de­ten Be­triebs­rat an­hö­ren und nicht den Be­trie­brs­rat im ent­lei­hen­den Be­trieb. Das gilt je­den­falls dann, wenn der ent­lei­hen­de "Be­trieb" nur auf dem Pa­pier be­steht, d.h. wenn dort gar kei­ne ar­beit­ge­ber­sei­ti­ge Lei­tungs­macht aus­ge­übt wird: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 09.06.2011, 6 AZR 132/10.
24.05.2011. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Mün­chen hat ent­schie­den, dass Ar­beit­ge­ber ver­pflich­tet sind, den Be­triebs­rat über al­le Be­schäf­tig­ten zu in­for­mie­ren, für die ein Be­trieb­li­ches Ein­glie­de­rungs­ma­nage­ment (BRM) durch­zu­füh­ren ist: LAG Mün­chen, Be­schluss vom 24.11.2010, 11 TaBV 48/10.
18.05.2011. Möch­te der Ar­beit­ge­ber ei­nen Ar­beit­neh­mer ein­stel­len, muss er den Be­triebs­rat zu­vor um­fas­send über die ge­plan­te Ein­stel­lung un­ter­rich­ten. Auf die­se Wei­se kann der Be­triebs­rat prü­fen, ob er ein Zu­stim­mungs­ver­wei­ge­rungs­recht ge­mäß § 99 Abs.2 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG) hat und ob er sei­ne Zu­stim­mung ver­wei­gern soll. Frag­lich ist, ob der Ar­beit­ge­ber den Be­triebs­rat bei ei­ner ge­plan­ten be­fris­te­ten Ein­stel­lung auch über den Be­fris­tungs­grund in­for­mie­ren muss: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 27.10.2010, 7 ABR 86/09.
10.05.2011. Ist ein Be­triebs­rats­mit­glied im Rechts­sinn zeit­wei­lig "ver­hin­dert" und stimmt trotz­dem bei ei­nem Be­triebs­rats­be­schluss mit ab, ist die­ser un­wirk­sam. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Hamm hat sich in dem vor­lie­gen­den Be­schluss mit der Fra­ge be­fasst, wann wäh­rend ei­ner El­tern­zeit und Zei­ten des Mut­ter­schut­zes ei­ne Ver­hin­de­rung an­ge­nom­men wer­den kann: LAG Hamm, Be­schluss vom 15.10.2010, 10 TaBV 37/10.
16.03.2011. Das Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz sieht zur Bei­le­gung von Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten zwi­schen Ar­beit­ge­ber und Be­triebs­rat die Bil­dung ei­ner in­ner­be­trieb­li­chen Sch­lich­tungs­stel­le vor, bei der es sich ent­we­der um ei­ne Ei­ni­gungs­stel­le oder um ei­ne auf­grund ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges ge­bil­de­te ta­rif­li­che Sch­lich­tungs­stel­le han­delt. Das Ei­ni­gungs­stel­len­ver­fah­ren selbst ist ge­setz­lich nur in Grund­zü­gen ge­re­gelt. In­so­weit liegt je­doch ei­ne ver­bind­li­che Hand­lungs­an­lei­tung vor. Ver­stö­ße hier­ge­gen kön­nen zur Un­wirk­sam­keit des Ei­ni­gungs­stel­len­spru­ches und da­mit zu ei­ner Fort­set­zung des Kon­flik­tes füh­ren: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 14.09.2010, 1 ABR 30/09.
14.02.2011. Die Bun­des­re­gie­rung hat ei­nem Ent­wurf des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Ar­beit und So­zia­les zu ei­ner Än­de­rung des Ge­set­zes über Eu­ro­päi­sche Be­triebs­rä­te zu­ge­stimmt: Ent­wurf ei­nes Zwei­ten Ge­set­zes zur Än­de­rung des Eu­ro­päi­sche Be­triebs­rä­te-Ge­set­zes - Um­set­zung der Richt­li­nie 2009/38/EG über Eu­ro­päi­sche Be­triebs­rä­te (2. EBRG-ÄndG), BR-Drs. 848/10. Der Ent­wurf soll die Rech­te der eu­ro­päi­schen Be­triebs­rä­te stär­ken.
04.02.2011. Bei der Vor­be­rei­tung und Durch­füh­rung der Wahl ei­nes Be­triebs­ra­tes müs­sen ei­ni­ge recht kom­pli­zier­te Vor­schrif­ten des Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes und der Wahl­ord­nung be­ach­tet wer­den. Bei Feh­lern droht sonst die Ge­fahr, dass der tat­säch­lich ge­wähl­te Be­triebs­rat ent­we­der recht­lich nicht exis­tent ist oder durch ei­ne Wahl­an­fech­tung wie­der auf­ge­löst wer­den kann. Wel­cher Feh­ler sich wie auf die Wirk­sam­keit der Be­triebs­rats­wahl aus­wirkt, ist recht­lich nur in Grund­zü­gen un­um­strit­ten. Da­her kommt kei­ne Wahl­an­fech­tung oh­ne ge­naue Kennt­nis­se der Recht­spre­chung aus: Ar­beits­ge­richt We­sel, Be­schluss vom 29.09.2010, 4 BV 34/10.
02.10.2010. Be­trieb­s­än­de­run­gen kön­nen ein­schnei­den­de Ver­än­de­run­gen für al­le Be­schäf­tig­ten ei­nes Un­ter­neh­mens mit sich brin­gen. Ab ei­ner ge­wis­sen Grö­ße sieht das Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz vor, dass der Ar­beit­ge­ber den Be­triebs­rat in­for­miert und sich mit ihm be­rät, be­vor er sei­ne Pla­nung um­setzt. Da­bei kön­nen un­ter er­leich­ter­ten Be­din­gun­gen ex­ter­ne Be­ra­ter hin­zu­ge­zo­gen wer­den. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Mün­chen hat die­se Mög­lich­keit mit we­nig über­zeu­gen­der Be­grün­dung zeit­lich be­grenzt: Lan­des­ar­beits­ge­richt Mün­chen, Be­schluss vom 24.06.2010, 2 TaBV 121/09.
29.09.2010. Wahl­vor­stän­de ha­ben ei­ne ver­ant­wor­tungs­vol­le und feh­ler­an­fäl­li­ge Auf­ga­be: Sie be­trei­ben und be­glei­ten die Wahl ei­nes neu­en Be­triebs­ra­tes. Wäh­rend klei­ne­re "Schnit­zer" noch ver­ständ­lich sind, kann bei schwer­wie­gen­de­ren Feh­lern schnell die Be­rech­ti­gung des Be­triebs­ra­tes zwei­fel­haft sein. Ihm droht dann nach der Wahl die Ge­fahr, nicht ernst ge­nom­men zu wer­den. Manch­mal kann es da­her sinn­voll sein, ei­ne feh­ler­haft ver­lau­fen­de Be­triebs­rats­wahl ab­zu­bre­chen und ei­nen neu­en, ge­ord­ne­te­ren An­lauf zu un­ter­neh­men: Lan­des­ar­beits­ge­richt Schles­wig-Hol­stein, Be­schluss vom 19.03.2010, 4 TaBV­Ga 5/10.
23.09.2010. Das Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz ver­pflich­tet Ar­beit­ge­ber, die Kos­ten ei­nes bei ihm be­ste­hen­den Be­triebs­ra­tes zu über­neh­men und ihm al­le Mit­tel zur Ver­fü­gung zu stel­len, die er für sei­ne Ar­beit be­nö­tigt. Be­schränkt wird die­ser Grund­satz da­durch, dass die Kos­ten und Mit­tel "er­for­der­lich" sein müs­sen. Was er­for­der­lich ist und was nicht, kann der Be­triebs­rat in be­stimm­ten Um­fang selbst be­stim­men. Al­ler­dings gibt es auch hier Gren­zen, und um de­ren Ein­hal­tung wird im­mer wie­der - durch­aus ver­meid­bar - durch al­le In­stan­zen vor Ge­richt ge­strit­ten: Lan­des­ar­beits­ge­richt Hamm, Be­schluss vom 18.06.2010, 10 TaBV 11/10.
20.09.2010. Mit­glie­der des Be­triebs­ra­tes dür­fen zwar nicht in ih­rer eh­ren­amt­li­chen Funk­ti­on, wohl aber als Pri­vat­leu­te an Streiks und an­de­ren Ar­beits­kampf­maß­nah­men teil­neh­men. Be­triebs­rä­te ha­ben im­mer wie­der Schwie­rig­kei­ten da­mit, die­se bei­den Ebe­nen zu tren­nen. Da das be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­che Ar­beits­kampf­ver­bot je­doch ein wich­ti­ger, von Ge­rich­ten sehr ernst ge­nom­me­ner Grund­satz ist, dro­hen hier nicht nur ver­meid­ba­re Kon­flik­te, son­dern so­gar Un­ter­las­sungs­an­sprü­che: Lan­des­ar­beits­ge­richt Mün­chen, Be­schluss vom 06.05.2010, 3 TaBV­Ga 10/10.
31.08.2010. Be­triebs­rä­te sind zwar das Sprach­rohr der Be­leg­schaft des Be­trie­bes, eben­so wie der Ar­beit­ge­ber ha­ben sie aber nach § 74 Abs.2 Satz 3 Be­trVG je­de par­tei­po­li­ti­sche Be­tä­ti­gung im Be­trieb zu un­ter­las­sen. Er­laubt sind hin­ge­gen all­ge­mein­po­li­ti­sche Äu­ße­run­gen. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat im März 2010 in ei­ner durch­aus über­ra­schen­den Ent­schei­dung die Ab­gren­zung zwi­schen die­sen bei­den po­li­ti­schen Be­tä­ti­gungs­for­men stär­ker zu Guns­ten des Be­triebs­ra­tes be­tont: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 17.03.2010, 7 ABR 95/08
17.08.2010. Ob­wohl Sit­zun­gen und Be­schlüs­se All­tag für Be­triebs­rä­te sind, kommt es im­mer wie­der zu ver­meid­ba­ren Feh­lern. Die­se kön­nen teil­wei­se gra­vie­ren­de Aus­wir­kun­gen ha­ben, da man­che Be­schlüs­se nicht wie­der­holt wer­den kön­nen. Ein ty­pi­sches Bei­spiel ist die Zu­stim­mung (oder Ver­wei­ge­rung der Zu­stim­mung) zu ei­ner Ein­stel­lung: Ar­beits­ge­richt Cott­bus, Ur­teil vom 09.02.2010, 6 BV 46/09
02.07.2010. Die Tä­tig­keit des Be­triebs­rats im Rest­man­dat ist ge­setz­lich ge­re­gelt, näm­lich in § 21b Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG), nicht aber ih­re Be­zah­lung. Nun­mehr hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) über den Fall ent­schie­den, dass zwei pen­sio­nier­te Be­triebs­rats­mit­glie­der nach Be­en­di­gung ih­res Ar­beits­ver­hält­nis­ses Tä­tig­kei­ten im Rest­man­dat ent­fal­te­ten und da­für Ver­gü­tung ver­lang­ten: BAG, Ur­teil vom 05.05.2010, 7 AZR 728/08.
25.06.2010. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Rhein­land-Pfalz hat ent­schie­den, dass die An­mie­tung von Steh­ti­schen für ei­ne Be­triebs­ver­samm­lung noch zu den vom Ar­beit­ge­ber zu tra­gen­den er­for­der­li­chen Kos­ten des Be­triebs­rats zäh­len kann, wenn sie der Be­triebs­rat im Rah­men ei­nes Durch­füh­rungs­kon­zepts für not­wen­dig hält. LAG Rhein­land-Pfalz, Be­schluss vom 23.03.2010, 3 TaBV 48/09.
10.06.2010. Die Ent­schei­dung des Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) be­fasst sich da­mit, ob der Be­triebs­rat das Recht hat, Pu­bli­ka­tio­nen un­zen­siert im un­ter­neh­mens­ei­ge­nen In­tra­net zu ver­öf­fent­li­chen. Hes­si­sches LAG, Be­schluss vom 05.11.2009, 9 TaBV 241/08.
28.04.2010. Aus ei­ner Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Hamm wird deut­lich, dass das Be­geh­ren des Be­triebs­rats, ei­nen Ar­beit­neh­mer zu ent­las­sen, der den Be­triebs­frie­den stört, ho­hen An­for­de­run­gen un­ter­liegt. Er­for­der­lich ist auch, dass die recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für den Aus­spruch ei­ner Kün­di­gung durch den Ar­beit­ge­ber vor­lie­gen. LAG Hamm, Be­schluss vom 23.10.2009, 10 TaBV 39/09
10/064 Pflicht des Arbeitgebers, Kosten von Prozess mit Betriebsrat zu zahlen
01.04.2010. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Hamm hat ent­schie­den, dass ein Ar­beit­ge­ber die Pro­zess­kos­ten für ein Be­schluss­ver­fah­ren nicht tra­gen muss, wenn es der Be­triebs­rat ver­säumt hat, zu­vor ei­ne au­ßer­ge­richt­li­che Klä­rung mit dem Ar­beit­ge­ber zu ver­su­chen. LAG Hamm, Be­schluss vom 02.10.2009, 10 TaBV 189/08
12.03.2010. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Nie­der­sach­sen hat sich da­mit be­fasst, wel­che An­for­de­run­gen an die Ein­rich­tung ei­ner dem Be­triebs­rat vom Ar­beit­ge­ber zur Ver­fü­gung ge­stell­ten Te­le­fon­an­la­ge zu stel­len sind, da­mit die in teil­wei­se weit aus­ein­an­der lie­gen­den Ver­kaufs­fi­lia­len tä­ti­gen Mit­ar­bei­ter auch tat­säch­lich für den Be­triebs­rat er­reich­bar sind. LAG Nie­der­sach­sen, Be­schluss vom 21.09.2009, 9 TaBV 98/08.
10/034: Streik für Betriebsrat
16.02.2010. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Ber­lin-Bran­den­burg hält die Re­ge­lung in § 117 Abs. 2 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz für eu­ro­pa­rechts­kon­form, wo­nach für im Flug­be­trieb be­schäf­tig­te Ar­beit­neh­mer das Recht auf Grün­dung ei­nes Be­triebs­rats nur be­steht, wenn dies ta­rif­lich so ge­re­gelt ist. Die Mit­ar­bei­ter von Ea­sy­Jet, die oh­ne ta­rif­li­che Re­ge­lung ei­nen Be­triebs­rat grün­den woll­ten, un­ter­la­gen des­halb vor dem Land­ge­richt. LAG Ber­lin-Bran­den­burg, Be­schluss vom 30.10.2009, 6 TaBV­Ga 2284/09.
10/026 Wahl zum Betriebsrat: Bestellung eines Wahlvorstands durch Gericht
08.02.2010. In ei­ner ak­tu­el­len Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Hamm geht es um die Fra­ge, wann die Ein­set­zung ei­nes Wahl­vor­stands zur Grün­dung ei­nes Be­triebs­rats ge­schei­tert und da­mit die Be­stel­lung des Wahl­vor­stands durch das Ar­beits­ge­richt zu­läs­sig ist. LAG Hamm, Ur­teil vom 02.10.2009, 10 TaBV 27/09.
19.11.2009. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Hamm hat in zwei Be­schlüs­sen vom 13.03.2009 be­stä­tigt, dass der Be­triebs­rat bei zu­ge­spitz­ten be­trieb­li­chen Kon­flik­ten vom Ar­beit­ge­ber ver­lan­gen kann, dass der Be­triebs­rats­vor­sit­zen­de und sein Stell­ver­tre­ter ei­ne Rhe­to­rik­schu­lung be­su­chen: LAG Hamm, Be­schluss vom 13.03.2009, 13 TaBV 144/08, und Be­schluss vom 13.03.2009, 13 TaBV 181/08.
27.10.2009. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Schles­wig-Hol­stein setzt sich in der vor­lie­gen­den Ent­schei­dung mit den Vor­aus­set­zun­gen ei­ner zu­läs­si­gen Mei­nungs­äu­ße­rung des Be­triebs­rats aus­ein­an­der. LAG Schles­wig-Hol­stein, Be­schluss vom 01.04.2009, 3 TaBV­Ga 2/09
21.10.2009. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Schles­wig-Hol­stein hat ent­schie­den, dass auch stän­di­ge Strei­tig­kei­ten über Be­tei­li­gungs­rech­te zwi­schen Be­triebs­rat und Ar­beit­ge­ber ei­nen In­ter­net­zu­gang für den Be­trie­brat er­for­der­lich ma­chen kann. LAG Schles­wig-Hol­stein, Be­schluss vom 22.07.2009, 6 TaBV 15/09.
09/167 Betriebsrat: Grundlagenschulung zur Mitbestimmung in sozialen Angelegenheiten ist erforderlich.
15.09.2009. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) hat be­stä­tigt, dass die Kos­ten für ei­ne Grund­la­gen­schu­lung zum The­ma Mit­be­stim­mung in so­zia­len An­ge­le­gen­hei­ten ge­mäß § 87 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG) auch dann „er­for­der­li­che“ Kennt­nis­se ver­mit­teln, wenn das zur Schu­lung ent­sand­te Be­triebs­rats­mit­glied be­reits vie­le Jah­re im Amt ist: LAG Schles­wig-Hol­stein, Be­schluss vom 03.06.2009, 6 TaBV 55/08.
12.05.2009. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Düs­sel­dorf hat ei­ne Be­triebs­rats­schu­lung für er­for­der­lich an­ge­se­hen und den Ar­beit­ge­ber zur Kos­ten­tra­gung ver­pflich­tet, ob­wohl zum Zeit­punkt des vom Be­triebs­rat ge­fass­ten Be­schlus­ses, ei­nes sei­ner Mit­glie­der zu der Schu­lung zu schi­cken, der Schu­lungs­be­darf noch nicht be­stand. Maß­geb­lich für das Ge­richt war, dass der Schu­lungs­be­darf spä­ter ent­stand: LAG Düs­sel­dorf, Be­schluss vom 06.02.2009, 9 TaBV 329/08.
11.05.2009. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Düs­sel­dorf hat be­stä­tigt, dass die blo­ße Mit­glied­schaft ei­nes Kran­ken­hau­ses im Dia­ko­ni­schen Werk nicht zum Be­leg der Zu­ge­hö­rig­keit des Kran­ken­hau­ses bzw. sei­nes Trä­gers zur Kir­che und ih­ren Ein­rich­tun­gen aus­reicht. Durch die Mit­glied­schaft als sol­che ist der Ar­beit­ge­ber da­her nicht von der Be­ach­tung des Be­triebs­ver­fas­sun­ge­set­zes (Be­trVG) be­freit, da die Aus­nah­me­vor­schrift des § 118 Be­trVG Abs.2 nicht ein­greift: LAG Düs­sel­dorf, Be­schluss vom 17.03.2009, 8 TaBV 76/08.
11.12.2008. Ver­wei­gert der Be­triebs­rat die Zu­stim­mung zu ei­ner vom Ar­beit­ge­ber ge­plan­ten per­so­nel­len Ein­zel­maß­nah­me, muss er dies ge­mäß § 99 Abs.3 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG) schrift­lich tun. In ei­nem ak­tu­el­len Be­schluss war das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Ba­den-Würt­tem­berg der An­sicht, dass ei­ne E-Mail die Schrift­form nicht wahrt: LAG Ba­den-Würt­tem­berg, Be­schluss vom 01.08.2008, 5 TaBV 8/07.
08/117 Buchbesprechung: Betriebsverfassungsgesetz mit Wahlordnung und EBR-Gesetz
19.11.2008. Buch­be­spre­chung: Wolf­gang Däu­bler, Mi­cha­el Kitt­ner, Tho­mas Kle­be (Hrsg.): Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz mit Wahl­ord­nung und EBR-Ge­setz. Kom­men­tar für die Pra­xis. Bund-Ver­lag; 11. Auf­la­ge 2008 (2458 Sei­ten, 98,00 EUR)
08/098 Neue Unterrichtungspflichten bei Unternehmensübernahmen
22.09.2008. Ge­mäß ei­ner neu in das Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG) ein­ge­füg­ten Vor­schrift ist der Wirt­schafts­aus­schuss künf­tig über die Über­nah­me des Un­ter­neh­mens zu in­for­mie­ren (§ 106 Abs.3 Nr.9a Be­trVG neue Fas­sung), falls mit dem Kauf der "Er­werb der Kon­trol­le" ver­bun­den ist. Die Ge­set­zes­än­de­rung ist Teil ei­nes um­fas­sen­de­ren Ver­suchs, die mit Fi­nanz­in­ves­ti­tio­nen ver­bun­de­nen Ri­si­ken zu be­gren­zen: Ge­setz zur Be­gren­zung der mit Fi­nanz­in­ves­ti­tio­nen ver­bun­de­nen Ri­si­ken (Ri­si­ko­be­gren­zungs­ge­setz), vom 18.08.2008, BGBl. I, S.1666.
08/030 Buchbesprechung: Betriebsratwissen digital
26.02.2008. Buch­be­spre­chung: Mi­cha­el Kitt­ner, Chris­ti­an Schoof, Tho­mas Kle­be, Wolf­gang Däu­bler: Be­triebs­rat­wis­sen di­gi­tal (Ver­si­on 2.0.), Er­schei­nungs­jahr 2008 , Je­wel­box , 2. Auf­la­ge, Bund Ver­lag, 2007; ISBN: 978-3-7663-8132-3 (ca.159,00 EUR)
Wenn Sie Fra­gen im Zu­sam­men­hang mit den Rech­ten und Pflich­ten des Be­triebs­rats ha­ben oder wenn es Pro­ble­me mit der Durch­füh­rung, Än­de­rung oder Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses ei­nes Mit­glieds des Be­triebs­rats gibt, be­ra­ten wir Sie je­der­zeit ger­ne.
Selbst­ver­ständ­lich un­ter­stüt­zen wir ne­ben dem be­trof­fe­nen Be­triebs­rats­mit­glied auch den Be­triebs­rat auf der Grund­la­ge ei­ner ent­spre­chen­den Be­schluss­fas­sung und Kos­ten­über­nah­me­er­klä­rung des Ar­beit­ge­bers.