Source: https://reihengeschaeftrechner.de/U1_versendet/Reihengeschaeft_AT-DE-FR-PL.php
Timestamp: 2020-08-04 00:34:00
Document Index: 213519861

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 6', '§ 4', '§ 6', 'Art. 138', '§ 3']

Reihengeschäftrechner Deutschland / AT-DE-FR-PL U1 versendet
Ein polnischer Unternehmer U4 (=letzter Abnehmer) bestellt bei seinem französischen Lieferanten U3 (=2. Abnehmer) eine Maschine. Dieser wiederum bestellt die Maschine beim deutschen Großhändler U2 (=1. Abnehmer). Da der Großhändler U2 die Maschine nicht auf Lager hat, bestellt er diese beim österreichischen Produzenten U1 (=erster Lieferer) und weist diesen an, die Maschine direkt an den polnischen Unternehmer U4 zu liefern.
Steuerbefreiung gem. § 4 Nr.1 Buchst. b UStG iVm. § 6a UStG (Innergemeinschaftliche Lieferung)
Rechnung ohne Umsatzsteuer mit dem Hinweis auf die Steuerbefreiung (Innergemeinschaftliche Lieferung) gem. § 4 Nr.1 Buchst. b UStG iVm. § 6a UStG (oder alternativ mit Verweis auf Art. 138 der Richtlinie 2006/112/EC) und Angabe der eigenen (österreichischen) USt-IdNr. sowie der polnischen USt-IdNr. des deutschen Unternehmers U2.
Erfassung als (innergemeinschaftliche) Lieferung an die polnische USt-IdNr. des deutschen Unternehmers U2.
Der deutsche Unternehmer U2 muss sich im Bestimmungsland Polen registrieren lassen und gegenüber U1 und U3 mit seiner polnischen USt-IdNr. auftreten. Die nachfolgend angeführten Eintragungen sind dementsprechend in der polnischen UVA und Intrastat einzutragen.
Diese Lieferung ist in Polen (U4) steuerbar. Die Rechnung muss daher mit 23 % polnischer Umsatzsteuer unter Angabe der eigenen polnischen USt-IdNr. ausgestellt werden.
Der französische Unternehmer U3 muss sich im Bestimmungsland Polen registrieren lassen und gegenüber U2 und U4 mit seiner polnischen USt-IdNr. auftreten. Die nachfolgend angeführten Eintragungen sind dementsprechend in der polnischen UVA einzutragen.
Wenn der französische Unternehmer U3 die Versendung (als Abnehmer) vornimmt oder der deutsche Unternehmer U2 als Lieferer auftritt, findet die bewegte Lieferung zwischen U2 und U3 statt. Dadurch wären die Vereinfachungsregeln des Dreiecksgeschäfts (im Rahmen des viergliedrigen Reihengeschäfts) anwendbar.
Wenn der deutsche Unternehmer U2 nicht mit einer polnischen USt-IdNr. auftritt sondern beispielsweise mit seiner eigenen deutschen USt-IdNr., so wird ein zusätzlicher innergemeinschaftlicher Erwerb im UID-Land ohne Recht auf Vorsteuerabzug ausgelöst (§ 3d Satz 2 UStG). Das bedeutet, dass der Unternehmer U2 in Deutschland Erwerbsteuer bezahlen muss, aber nicht wie gewohnt diesen Betrag zugleich als Vorsteuer geltend machen kann. Siehe auch 3.14. Abs. 13 Beispiel a1 UStAE.
Zusätzlich zu den oben angeführten Eintragungen in der UVA sind die in Deutschland nicht steuerbaren Umsätze, deren Leistungsort nicht im Inland liegt und die der Umsatzsteuer unterlägen, wenn sie im Inland ausgeführt worden wären, in der deutschen UVA in Zeile 41/KZ 45 zu erfassen.