Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=19.03.2009&Aktenzeichen=V%20R%2048/07
Timestamp: 2019-10-17 14:28:14
Document Index: 41113896

Matched Legal Cases: ['§ 14', '§ 17', '§ 227', '§ 233', 'Art. 3', '§ 102', '§ 233', '§ 14', '§ 233', 'Art. 3', '§ 14', 'Art. 3', '§ 233', '§ 14', '§ 14']

BFH, 19.03.2009 - V R 48/07 - dejure.org
https://dejure.org/2009,1050
BFH, 19.03.2009 - V R 48/07 (https://dejure.org/2009,1050)
BFH, Entscheidung vom 19.03.2009 - V R 48/07 (https://dejure.org/2009,1050)
BFH, Entscheidung vom 19. März 2009 - V R 48/07 (https://dejure.org/2009,1050)
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UStG 1993 § 14 Abs. 1 Satz 6, § ... 14 Abs. 2, § 17 Abs. 1; AO § 227, § 233a; GG Art. 3 Abs. 1; FGO § 102; BMF-Schreiben vom 1. April 1996 (BStBl I 1996, 370, nunmehr Nr. 70. 2. 3 AEAO zu § 233a AO, BStBl I 2008, 26, 181)
Erlass von Nachzahlungszinsen zur Umsatzsteuer bei unrichtigen Endrechnungen; keine Bindung der Gerichte an ermessenslenkende Verwaltungsvorschriften; Fortführung eines gesetzlichen Regelungen nicht entsprechenden Verwaltungshandelns
Erlass von Nachzahlungszinsen zur Umsatzsteuer bei unrichtigen Endrechnungen - keine Bindung der Gerichte an ermessenslenkende Verwaltungsvorschriften - Fortführung eines gesetzlichen Regelungen nicht entsprechenden Verwaltungshandelns
Erlass von Nachzahlungszinsen zur Umsatzsteuer bei unrichtigen Endrechnungen
Rechtliche Ausgestaltung der Verzinsungspflicht einer aufgrund unzutreffenden Steuerausweises nicht entrichteten Steuer; Rechtliche Ausgestaltung der rückwirkenden Berichtigung einer unzutreffend ausgewiesenen Steuer im Lichte des Regelungszwecks gem. § 14 Abs. 2 S. 2 ...
Erlass von Nachzahlungszinsen zur Umsatzsteuer bei unrichtigen Endrechnungen; keine Bindung der Gerichte an ermessenslenkende Verwaltungsvorschriften
Umsatzsteuer bei unrichtigen Endrechnungen: Erlass von Nachzahlungszinsen
Erlass von Nachzahlungszinsen bei unrichtigen Endrechnungen
Kein Erlass von Nachzahlungszinsen bei unberechtigtem Umsatzsteuerausweis
Kurznachricht zu "Anmerkungen zur Entscheidung des BFH vom 19.03.2009, Az.: V R 48/07 (Billigkeitserlass von Nachzahlungszinsen zur Umsatzsteuer)" von Dipl.-Fw. Frank Fritsch, original erschienen in: UStB 2009, 184 - 185.
FG Düsseldorf, 17.05.2006 - 4 K 4757/07
BFHE 225, 215
DB 2009, 2194
BStBl II 2010, 92
Die in den Billigkeitsrichtlinien getroffenen Regelungen halten sich insoweit innerhalb der Grenzen, die das GG und die Gesetze der Ausübung des Ermessens setzen (vgl. BFH-Urteile vom 25. November 1980 VII R 17/78, BFHE 132, 159, BStBl II 1981, 204, unter C.II. 3.a; vom 19. März 2009 V R 48/07, BFHE 225, 215, BStBl II 2010, 92, unter II.4.b).
Dies rechtfertigt grundsätzlich die Festsetzung von Nachzahlungszinsen gemäß § 233a AO (vgl. BFH-Urteil vom 19. März 2009 V R 48/07, BFHE 225, 215, BStBl II 2010, 92, unter II.3.b bb;… in BFH/NV 2014, 5, unter II.2.c), ohne dass es auf den Grund dieser Freistellung ankäme (s.o. III.2.a).
Ermessenslenkende Verwaltungsvorschriften, die unter Beachtung des Gleichbehandlungsgrundsatzes (Art. 3 Abs. 1 GG) zur Selbstbindung der Verwaltung führen, sind daher bei der gerichtlichen Prüfung, ob die Finanzverwaltung ihre Ermessensentscheidung fehlerfrei, insbesondere willkürfrei getroffen hat, von den Finanzgerichten zu beachten (BFH-Urteile vom 13. Januar 2011 V R 43/09, BFHE 233, 58, BStBl II 2011, 610, unter II.2.a; ebenso zuvor vom 19. März 2009 V R 48/07, BFHE 225, 215, BStBl II 2010, 92, unter II.4.b).
Die aufgrund des unrichtigen Steuerausweises entstandene Umsatzsteuer besteht bis zur --ohne Rückwirkung eintretenden-- Berichtigung des Steuerbetrags (§ 14c Abs. 2 Satz 5 UStG; vgl. z.B. BFH-Urteil vom 19. März 2009 V R 48/07, BFHE 225, 215, BStBl II 2010, 92, unter II.3.b bb, Rz 39;… ebenso BFH-Beschluss vom 19. Mai 2015 V B 133/14, BFH/NV 2015, 1116, Rz 6, m.w.N.).
Umstände, die der Gesetzgeber bei der Ausgestaltung des gesetzlichen Tatbestandes einer Vorschrift bewusst in Kauf genommen hat, stehen jedoch dem Erlass entgegen (ständige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteil vom 19. März 2009 V R 48/07, BFHE 225, 215, BStBl II 2010, 92).
Deshalb muss bei einer Billigkeitsrichtlinie die getroffene Regelung Recht und Billigkeit entsprechen (z.B. BFH-Urteil in BFHE 225, 215, BStBl II 2010, 92).
BFH, 13.01.2011 - V R 43/09
Erlass von Vorsteuerberichtigungsbeträgen beim Übergang eines Landwirts von der …
Ermessenslenkende Verwaltungsvorschriften, die unter Beachtung des Gleichbehandlungsgrundsatzes (Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes) zur Selbstbindung der Verwaltung führen, sind bei der gerichtlichen Prüfung, ob die Finanzverwaltung ihre Ermessensentscheidung fehlerfrei, insbesondere willkürfrei getroffen hat, von den Finanzgerichten zu beachten (Senatsurteil vom 19. März 2009 V R 48/07, BFHE 225, 215, BStBl II 2010, 92; BFH-Urteil vom 10. Juni 1992 I R 142/90, BFHE 168, 226, BStBl II 1992, 784).
Nach der Rechtsprechung des BFH ist die Festsetzung von Nachzahlungszinsen gemäß § 233a AO in so einem Fall grundsätzlich rechtmäßig (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 19. März 2009 V R 48/07, BFHE 225, 215, BStBl II 2010, 92, m.w.N.).
a) Der Senat hat bereits mehrfach entschieden, dass die aufgrund unzutreffenden Steuerausweises in einer Rechnung nach § 14 Abs. 2 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) a.F. bzw. § 14c Abs. 2 UStG n.F. entstandene Umsatzsteuerschuld bis zu einer --ohne Rückwirkung eintretenden-- Berichtigung des Steuerbetrags besteht (BFH-Urteile vom 19. Mai 1993 V R 110/88, BFHE 172, 163, BStBl II 1993, 779, unter II.B.2.a; vom 1. Februar 2001 V R 23/00, BFHE 194, 493, BStBl II 2003, 673, Leitsatz 3, sowie vom 19. März 2009 V R 48/07, BFHE 225, 215, BStBl II 2010, 92;… BFH-Beschluss vom 6. April 2005 V B 60/04, BFH/NV 2005, 1976, Leitsatz 2).
Sachlich unbillig ist die Festsetzung einer Steuer, wenn sie zwar äußerlich dem Gesetz entspricht, aber den Wertungen des Gesetzgebers im konkreten Einzelfall derart zuwiderläuft, dass die Steuererhebung als unbillig erscheint, d.h., dass nach dem erklärten oder mutmaßlichen Willen des Gesetzgebers angenommen werden kann, dass der Gesetzgeber die zu entscheidende Frage im Sinne der beabsichtigten Billigkeitsmaßnahme geregelt hätte, wenn er sie geregelt hätte (ständige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteile vom 26. Mai 1994 IV R 51/93, BStBl II 1994, 833; vom 19. März 2009 V R 48/07, BStBl II 2010, 92).
Deshalb muss bei einer Billigkeitsrichtlinie die getroffene Regelung Recht und Billigkeit entsprechen (z.B. BFH-Urteil vom 19. März 2009 V R 48/07, BStBl II 2010, 92).
FG Sachsen-Anhalt, 24.06.2009 - 2 K 535/07
Gerichtliche Nachprüfung einer Erlassentscheidung; Fehlerhafte Steuererklärung …