Source: https://bsc-gmbh.com/berufsunfaehigkeits-versicherung/
Timestamp: 2019-08-20 09:39:39
Document Index: 254140263

Matched Legal Cases: ['§ 92', '§ 92', '§ 2', '§ 1', '§ 47', '§ 43', '§ 64', '§ 66', '§ 77', '§ 64', '§ 67', '§ 68', '§ 630']

BSC GmbH - Ihre Experten in der Berufsunfähigkeits-Versicherung
»In der Berufsunfähigkeits-Versicherung geht es in erster Linie darum, wie sich meine Ausgaben in der Zukunft entwickeln und diese individuell abzudecken.«
Was ist in der Berufsunfähigkeits-Versicherung wichtig für mich?
Weil es zu der Berufsunfähigkeits-Versicherung viel Meinungen gibt, sind wir hier immer offen für Neues. Und falls dir was fehlt, was du schon immer wissen wolltest, schreib einfach an philip.wenzel@bsc-gmbh.com. Wir pflegen es dann nach.
Was ist Kräfteverfall in der Berufsunfähigkeits-Versicherung?
Was bedeuten die 50% in der Berufsunfähigkeits-Versicherung?
Was ist ein sinnvolles Arbeitsergebnis?
Was ist die Umorganisation bei Selbständigen in der Berufsunfähigkeits-Versicherung?
Was ist die abstrakte Verweisung in der Berufsunfähigkeits-Versicherung?
Was ist die Lebensstellung in der Berufsunfähigkeits-Versicherung?
Was ist die konkrete Verweisung in der Berufsunfähigkeits-Versicherung?
Kann mein Anspruch auf Rente verjähren?
Welche gesetzlichen Ansprüche habe ich?
Wie genau muss ich die Gesundheitsfragen beantworten?
Ist eine Berufsunfähigkeits-Versicherung für mich wichtig?
Was ist die richtige Höhe und Laufzeit in der Berufsunfähigkeits-Versicherung?
Praxisbeispiel zur Bedarfsermittlung
Wann zahlt die Erwerbsunfähigkeits-Versicherung?
Wann zahlt die Grundfähigkeits-Versicherung?
Wann zahlt die Multi-Risk-Versicherung?
Wann zahlt die Dread Disease?
Was ist bei der Berufsunfähigkeits-Versicherung wirklich wichtig?
Alle sind sich einig, dass jeder eine Berufsunfähigkeits-Versicherung braucht. Diese Einigkeit macht uns als Experten selbstverständlich misstrauisch. Deswegen wollen wir hier klären, was eine Berufsunfähigkeits-Versicherung ist, wann sie leistet, wer sie wann braucht und was in der Berufsunfähigkeits-Versicherung wirklich wichtig ist. Wir möchten Ihnen das notwendige Wissen geben, damit Sie diese Entscheidung für sich selbst treffen können und nicht auf die Einflüsterung eines Vermittlers vertrauen müssen. Wir sind zwar auch Vermittler, aber wir lassen hier mal jede Meinung weg und konzentrieren uns auf die Fakten. Wir versuchen es, so gut es geht. Wir sind vielleicht Experten, aber auch nur Menschen
Das wichtigste gleich zu Beginn: Es ist eine Risiko-Versicherung. Wenn ich nicht berufsunfähig werde, gibt es kein Geld zurück. Auch wenn das ab und an behauptet wird. Aber ich war mein ganzes Leben gesund genug, um zu arbeiten. Jeder, der je Geld aus der Berufsunfähigkeits-Versicherung erhalten hat, will mit ihnen tauschen.
Und so funktioniert sie: Die Berufsunfähigkeits-Versicherung leistet, wenn ich aus gesundheitlichen Gründen nur noch zur Hälfte arbeiten kann. Damit ist ganz grob eigentlich alles gesagt. Wenn Ihnen das reicht, dann dürfen Sie gern einfach weiter unten weiterlesen, wo es darum geht, wer eine Berufsunfähigkeits-Versicherung braucht. Wenn Sie es genau wissen wollen, lesen Sie einfach weiter Und wenn Sie Beamter sind und mehr über die Dienstunfähigkeits-Versicherung wissen möchten, geht es hier lang!
Genau genommen ist berufsunfähig, wer wegen Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall zu mehr als 50% außerstande ist, seinen Beruf in genau den Tätigkeiten, wie er ihn zuletzt in gesunden Tagen ausgeübt hat, nachzugehen.
Da gibt es dann schon wieder etwas mehr Klärungsbedarf, was das alles sein soll. Krankheiten sind grundsätzlich im ICD-10-Katalog aufgeführt. Psychische Erkrankungen sind da mit drin. Das wäre also schon mal definiert.
Körperverletzung ist dann alles, was so dem Körper zustoßen kann. Quasi alles, was von außen kommt und keine Krankheit ist. Wichtig ist hier, dass es nicht der Unfall ist. Denn der Unfallbegriff ist wieder selbst definiert.
Und der mehr als altersentsprechende Kräfteverfall ist eigentlich nur da, damit nix hinten runterfallen kann. Es fällt einem auch bei großer Anstrengung nix ein, was hier nicht mit einer Krankheit oder Körperverletzung zu tun haben würde. Aber es könnte ja sein…
Witzig (oder traurig) ist, dass gerade bei dem Punkt, der an sich nur dazu da ist, damit nix vergessen werden kann, im Moment eine Diskussion geführt wird, ob es nicht besser sei, auf das “mehr als altersentsprechend” zu verzichten.
Hier argumentiert die eine Seite, dass ein Nachweis, was “mehr als altersentsprechend” sei, schwierig zu führen sei. Und das geht zu Ungunsten des Versicherten.
Die andere Seite argumentiert, dass es egal sei, ob es da steht oder nicht. Denn Kräfteverfall könne per se nur “mehr als altersentsprechend” sein. Ansonsten würde ja auch der Eintritt der Berufsunfähigkeit planbar werden. Ab einem bestimmten Alter wären die Kräfte dann ausreichend verfallen, um die Rente zu beantragen. Das erscheint wenig sinnvoll.
Es scheint also ohne Vorteil, die Formulierung wegzulassen, aber es schadet sicherlich nicht.
50% sind erstmal die Hälfte. Wenn ich vorher 8 Stunden gearbeitet hab und wegen meiner gesundheitlichen Einschränkung nur noch 4 Stunden arbeiten kann, dann ist das ein superstarkes Indiz dafür, dass ich berufsunfähig bin.
Um das zu beweisen, muss ich eine Liste meiner beruflichen Tätigkeiten erstellen. Und zwar der Tätigkeiten, die ich ausgeübt habe, als ich noch völlig gesund war. Mal angenommen, mir gehört eine Autowerkstatt mit Tankstelle. Ich arbeite den ganzen Tag in der Werkstatt und repariere Autos. An der Tankstelle arbeiten zwei 450-Euro-Kräfte.
Wegen Rückenproblemen kann ich die Autos nicht mehr reparieren. Das ist aber kein Problem. Ich schließe die Werkstatt und arbeite selber an der Tankstelle.
In der Berufsunfähigkeits-Versicherung geht es um Gerechtigkeit!
Nach ein paar Monaten sind die Rückenschmerzen aber so schlimm, dass auch das Sitzen hinter der Kasse keinen Spaß mehr macht. Ich melde meiner Versicherung, dass ich berufsunfähig bin. Die Versicherung prüft und stellt fest, dass ich in meiner Arbeit an der Kasse nicht zu 50% eingeschränkt bin.
Das ist jetzt aber unfair, weil ich vorher eine viel anstrengendere Arbeit hatte. Und ich hab nur aus gesundheitlichen Gründen gewechselt. Da hat dann ein schlauer Richter gesagt, dass es Aufgabe einer Versicherung sei, für den Kunden da zu sein und nicht, um ihn an der Nase herumzuführen. Es sei selbstverständlich, dass immer der Beruf und die Tätigkeiten zu prüfen ist, der in gesunden Tagen ausgeübt wurde. Also vor der Krankheit.
Und so ist das heute in allen Bedingungen geregelt.
Aber eigentlich geht es nicht um die Zeit, sondern darum, ob ich aus gesundheitlichen Gründen außerstande bin, ein sinnvolles Arbeitsergebnis zu erzielen.
Nur mal angenommen, ich bin Versicherungsmakler. Schwer vorzustellen, ich weiß 😉
Dann fahre ich 10% meiner Arbeitszeit zu meinen Kunden, 30% berate ich und 60% sitze ich im Büro und erstelle Angebote, bearbeite Schäden oder bilde mich fort.
Und nur mal angenommen, ich habe so starke Knieschmerzen, dass ich Tabletten nehmen muss. Mit den Tabletten geht alles wieder wie vorher. Aber ich darf wegen möglicher Nebenwirkungen nicht Auto fahren.
Dann wäre ich zu 10% berufsunfähig und der Versicher zahlt nicht, oder?
Ich schließe nicht aus, dass der Versicherer es versucht, aber richtig ist es nicht. Der Versicherer muss zahlen, weil ein sinnvolles Arbeitsergebnis nicht mehr möglich ist.
Denn wenn ich nicht mehr Autofahren kann, kann ich auch keine Kunden beraten. Und wenn ich keine Kunden berate, muss ich auch keine Angebote erstellen. Die 10% sind also so wichtig, dass der Rest in sich zusammenfällt. Ich bin auf jeden Fall berufsunfähig im Sinne der Bedingungen.
Und der Versicherer darf von mir nur verlangen, dass ich meinen Arbeitsplatz so abändere, dass ich wieder arbeiten kann, wenn ich selbständig bin.
Bei schlechten Bedingungen darf der Versicherer mich auch dann umorganisieren, wenn ich Angestellter mit weisungsbefugt bin. Das ist dann doof. Aber von vorne:
Umorganisation bedeutet, dass der Versicherer von mir verlangen kann, meinen Arbeitsalltag so zu ändern, damit ich wieder arbeiten kann.
In unserem Beispiel des Versicherungsmaklers würde das bedeuten, der Versicherer dürfte verlangen, dass ich zukünftig nur noch online berate. Ob das auch in Ordnung ist, kommt ganz drauf an.
Grundsätzlich darf ich nur dann umorganisiert werden, wenn auch danach noch meine Stellung als Chef gewahrt ist, es zu keinen Umsatzeinbuße kommt und es nicht zu teuer ist.
In unserem Beispiel würde es also daran scheitern, dass mit einer Umsatzeinbuße zu rechnen ist.
Wäre ich Arzt und könnte nicht mehr arbeiten, wäre es in jedem Fall zu teuer, mich umzuorganisieren. Denn ich müsste ja einen Arzt anstellen, der mich vertritt.
Und würde ich mich als Chef an den Empfang setzen, dann wäre meine Stellung als Chef nicht gewahrt. Umorganisation ist also nur in Ausnahmefällen möglich. In der Leistungsfallprüfung versucht der Versicherer es aber vielleicht doch. Dann hilft nur noch ein Anwalt.
Was anderes ist die abstrakte Verweisung. Sie gilt grundsätzlich für Angestellte und Selbständige gleichermaßen. Der Versicherer kann mir sagen, welchen Beruf ich noch ausüben könnte.
Aber keine Angst. Er kann mir nicht einfach sagen, was er will. Es gibt auch hier einen Rahmen.
1. Es darf keine Einkommenseinbuße geben.
2. Meine Lebensstellung muss gewahrt bleiben.
3. Der neue Job darf mich weder unter- noch überfordern.
Und außerdem gibt es keinen Grund, Angst zu haben, weil kaum noch ein Versicherer abstrakt verweist. Aber in bestehenden Verträgen kann das schon sein. Deswegen erkläre ich mal kurz, was passieren kann.
Was ist eine Einkommenseinbuße in der Berufsunfähigkeits-Versicherung?
Eine Einkommenseinbuße ist nach höchstrichterlicher Rechtsprechung dann nicht mehr zumutbar, wenn die Lücke zum vorherigen Gehalt größer als 20% ist. Die guten Versicherer haben diese Formulierung übernommen.
Mal angenommen, ich war vorher Versicherungsmakler und Kaufmann für Versicherungen und Finanzen vong Ausbildung her. Ich verdiene 2.500 Euro. Dann dürfte es nicht möglich sein, mich auf einen Pförtner abstrakt zu verweisen, der 1.800 Euro verdient. Das sind, äh, mehr als 20% weniger. Deshalb ist eine abstrakte Verweisung nicht möglich.
Die Lebensstellung hat nicht nur mit den finanziellen Möglichkeiten zu tun, sondern auch mit dem Ansehen, dem Zeitaufwand, Reisetätigkeit usw.
Arbeite ich vorher Homeoffice, ist eine Verweisung auf einen reisenden Handelsvertreter eher schwierig. Und war ich vorher Meister oder Fachwirt, ist es eben auch eine Frage des Ansehens. Hier wird oft der Müllmann als Beispiel herangezogen, weil Ansehen oft eben auch mit Vorurteilen zu tun hat. Ich denke aber, dass der Versicherungsmakler wahrscheinlich ein geringeres Ansehen hat als der Müllmann und deswegen ein besseres Beispiel wäre…
Wie dem auch sei: Ich kann einen Meister nicht auf einen Job verweisen, der nicht einer ähnlich hohe Ausbildung bedarf. Das hat mit dem Ansehen und der Lebensstellung zu tun. Aber eben auch damit, dass der neue Job mich weder über- noch unterfordern darf.
Ein Biologie-Professor wäre als Gärtner sicherlich teils über- und teils unterfordert. Deswegen wäre hier eine abstrakte Verweisung nicht möglich.
Anders als die abstrakte Verweisung finden wir die konkrete Verweisung in jedem Bedingungswerk. Es gibt zwar Versicherer, die bei bestimmten Berufsgruppen darauf verzichten, aber das ist nicht so richtig wichtig. Denn in einigen Berufsgruppen ist eine konkrete Verweisung einfach nicht praktisch vorstellbar.
Konkrete Verweisung bedeutet, dass ich tatsächlich in einem neuen Job arbeite und ungefähr das gleiche verdiene, die gleiche Lebensstellung genieße und weder über noch unterfordert bin.
Der Versicherer darf mir aber in keiner Weise vorschreiben, was ich tun soll.
Das fasst ein schönes Urteil zusammen. Ein Kunde, der BU-Rente bezog, hat in einem neuen Job angefangen zu arbeiten. Zwar nur halbtags, aber immerhin. Umgerechnet auf den Stundenlohn verdient er jetzt sogar mehr, weshalb der Versicherer die Leistung einstellen wollte. Das begründete er damit, dass die Freizeit ja auch irgendwie Geld wert ist. Freizeit ist tatsächlich ne Menge wert, aber die Begründung hielt nicht stand.
Es wäre ja eine abstrakte Verweisung, wenn der Versicherer argumentiert, jemand KÖNNTE etwas tun. Bei der konkreten Verweisung geht es aber nur darum, was tatsächlich passiert.
Können die Ansprüche aus der Berufsunfähigkeits-Versicherung verjähren?
Eine Berufsunfähigkeit ist oft mal eine langfristige Sache und nicht selten dauert es eine Zeit, bis ich mich an die Umstände gewöhnt habe. Da kann es auch mal passieren, dass ich vergesse, meine BU dem Versicherer zu melden. Was kann mir da im schlimmsten Fall passieren?
Ich könnte Geld verlieren. Und zwar nicht zu knapp.
Denn auch in neueren Bedingungen gibt es sogenannte Meldefristen. Oft liegen diese bei drei Jahren. In älteren Bedingungen sind diese aber auch wesentlich kürzer. In guten Bedingungen kann ich melden, solange ich die Berufsunfähigkeit nachweisen kann.
Wenn ich jetzt aber ältere oder schlechte Bedingungen habe, kann es vorkommen, dass ich die Meldefrist verpasse. Dann bekomme ich nur für die fortdauernde BU meine Rente.
Was sind die Meldefristen und wie funktionieren die?
Angenommen ich habe beide Beine verloren. Bis das heilt und ich mit der Reha durch bin, kann schon mal ein Jahr vergehen. Wenn ich wieder zu Hause bin, bin ich zu sehr damit beschäftigt, wieder eine Arbeit zu finden, dass ich einfach vergesse, dass ich eine Berufsunfähigkeits-Versicherung habe. Irgendwann hab ich einen neuen Job, der mir Spaß macht. Aber ich verdiene nicht so viel wie vorher. Und langsam aber sicher, bekomme ich finanzielle Probleme.
Ich schau in meinem Finanz-Ordner (Schuhkarton im Keller), welche Versicherungen ich auflösen könnte oder ob ich vielleicht sogar ein Sparbuch übersehen hab. Da fällt mir die BUV wieder ein.
Bei guten Bedingungen kann ich jetzt rückwirkend die Rente beantragen. Und da ich nicht mehr in meinem alten Beruf arbeiten kann und im neuen nicht so viel verdiene, besteht die Möglichkeit, dass ich immer noch berufsunfähig bin.
Wenn es Meldefristen in den Bedingungen gibt und ich diese verpasse, bekomme ich erst Rente ab dem Zeitpunkt der Beantragung. Also, ab jetzt. Nix rückwirkend.
Was passiert, wenn ich meine Berufsunfähigkeits-Rente bekomme?
Wenn du dann deine BU-Rente bekommst, dann zahlst du Steuern und Sozialabgaben 🙂 Nicht unbedingt viel, weil es ja Freibeträge gibt. Aber wenn du freiwillig gesetzlich versichert bist, dann kann da schon was zusammenkommen. Aber ok, so ist das nun mal. Jeder muss was abgeben…
Der Versicherer darf jederzeit mal wieder anrufen oder schreiben und ein sogenannte Nachprüfung verlangen. Das ist nicht so schlimm wie die Erstprüfung, weil jetzt nicht ich beweisen muss, dass ich BU bin, sonder der Versicherer muss beweisen, dass ich es nicht bin.
Und bis er damit fertig ist, gibt es weiterhin Geld. Solange sich bei dir aber nix am Gesundheitszustand geändert hat und du nicht irgendwo zu arbeiten angefangen hast, reicht es normalerweise, wenn du einfach zurückschreibst, dass alles noch so ist, wie bisher.
Und wenn du Glück hast, gibt es auch noch Geld vom Staat 🙂
Das erste Risiko, das mich treffen kann, und für das es Geld vom Staat gibt, ist nach der Definition die Arbeitsunfähigkeit. Der Begriff ist im Sozialgesetzbuch nicht näher bestimmt, allerdings ist im SGB V § 92 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 festgelegt, dass ein Bundesausschuss den Begriff zu definieren hat. In der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Beurteilung der AU und die Maßnahmen zur stufenweisen Wiedereingliederung nach § 92 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 SGB V findet sich im § 2 Abs. 1 die folgende Definition: „Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn Versicherte auf Grund von Krankheit ihre zuletzt vor der Arbeitsunfähigkeit ausgeübte Tätigkeit nicht mehr oder nur unter der Gefahr der Verschlimmerung der Erkrankung ausführen können.”
Das gesetzliche Krankengeld
Diese gesetzliche Definition stellt den Versicherten deutlich besser als die der privaten Krankentagegeld-Versicherer. In den MB/KT 2009 heißt es im § 1 Abs. 3: „Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Bedingungen liegt vor, wenn die versicherte Person ihre berufliche Tätigkeit nach medizinischem Befund vorüber- gehend in keiner Weise ausüben kann und keiner anderweitigen Erwerbstätigkeit nachgeht.” Der Versicherte muss also vollständig zu 100 % arbeitsunfähig sein, was im Zweifel sehr schwer zu erreichen ist.
Der gesetzlich Versicherte erhält kein Krankentagegeld (KTG) sondern Krankengeld und zwar ab dem 43. Tag der Krankschreibung. Das Krankengeld entspricht nach § 47 SGB V dem kleineren Wert von 70 % des Brutto- oder maximal 90 % des Netto-Gehalts. Es ist grundsätzlich steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Das bedeutet, es wird dem zu versteuernden Einkommen hinzugerechnet, was dazu führen kann, dass man in einen höheren Steuersatz fällt.
Die ersten 42 Tage hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber.
Selbständige müssen also schon schneller sehen, wo sie bleiben und dann auch mehr absichern. Denn sie bekommen nix vom Staat.
Was sind meine Ansprüche bei Erwerbsminderung?
Wäre der Zustand voraussichtlich dauerhaft, würde die gesetzliche Rentenversicherung prüfen, ob eine Erwerbsminderung vorliegt. Dabei prüft sie nach § 43 SGB VI:
Die Krankheit muss also nun voraussichtlich dauerhaft sein („auf nicht absehbare Zeit“) und es besteht kein Bezug mehr zu dem vorher ausgeübten Beruf, sondern es wird sich auf die üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes bezogen.
Das Problem der Verweisbarkeit
Könnte jemand also seinen Beruf als Schreiner wegen einer fortgeschrittenen Muskeldystrophie nicht mehr ausüben, dann könnte er vielleicht noch mehr als drei Stunden täglich als Museumswächter, Pförtner, Leuchtturmwärter oder Filmvorführer arbeiten. In diesem Fall wäre jedoch zu prüfen, inwieweit diese Berufe zum allgemeinen Arbeitsmarkt gehören. Kommt immer drauf an, sagt der Fachmann.
Wer noch zwischen drei und sechs Stunden täglich erwerbstätig sein kann, ist teilweise erwerbsgemindert und erhält die halbe Rente.
Sofern er innerhalb eines Jahres keine Anstellung bekommt, in der er drei bis höchstens sechs Stunden arbeiten könnte, spricht man vom verschlossenen Arbeitsmarkt. In diesem Fall würde der teilweise Erwerbsgeminderte dennoch die volle Erwerbsminderungsrente erhalten.
Das erklärt übrigens auch, warum 90% der Neuzugänge in der EMI die halbe EMI erhalten, aber über 90% aller Empfänger die volle Rente beziehen. Ebenso erklärt es, warum in den Bedingungen der Berufsunfähigkeits-Versicherung auch immer steht, dass die volle Erwerbsminderungsrente allein aus gesundheitlichen Gründen bewilligt sein muss, um Leistung aus der BUV zu rechtfertigen.
Die Rente errechnet sich gemäß § 64 SGB VI aus den Entgeltpunkten mal dem Zugangsfaktor mal dem Rentenartfaktor mal dem aktuellen Rentenwert.
Entgeltpunkte nach § 66 SGB VI
Entgeltpunkte erhält man für jedes Jahr, das man gearbeitet hat oder für Anrechungs- oder Ersatzzeiten, wie z. B. Elternzeit. Die Höhe bemisst sich aus dem Verhältnis des Einkommens zum Durchschnittsverdienst aller Versicherten. Verdiene jemand genau im Durchschnitt, erhält er für jedes Jahr, dass er gearbeitet hat, genau einen Punkt. Da die erreichbaren Entgeltpunkte pro Jahr auf die geltende Beitragsbemessungsgrenze begrenzt werden, kann er maximal 2,0743 Entgeltpunkte erhalten.
Im Falle der Erwerbsminderung werden ihm/ihr Entgeltpunkte bis zum 62. Lebensjahr zugeschrieben, die er hätte erreichen können, um vor allem in jungen Jahren eine Unterversorgung zu vermeiden.
Der Zugangsfaktor nach § 77 SGB VI
Die Rentenformel nach § 64 SGB VI gilt ebenso für die Altersrente, weshalb der sogenannte Zugangsfaktor integriert wurde. Durch ihn wird ein frühzeitiger Renteneintritt mit einem Abschlag von 0,3 % pro Monat bestraft. Bei Erwerbsminderung ist dieser auf 10,8 % begrenzt. Der Zugangsfaktor liegt also für alle, die bis zum 62. Lebensjahr erwerbsunfähig werden, bei 0,892.
Rentenartfaktor nach § 67 SGB VI
Der Rentenartfaktor ist für die Rente wegen voller Erwerbsminderung 1 und für die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung 0,5.
Der aktuelle Rentenwert nach § 68 SGB VI
Den aktuellen Rentenwert gibt es hier 🙂
Mal ein Bespiel gerechnet:
Der Einfachheit halber verdient unser Mustermann jedes Jahr seit seinem Berufseintritt durchschnittlich (derzeit ca. 2.917 EUR mtl.) und erhält einen Entgeltpunkt pro Jahr. Er arbeitet seit seinem 20. Lebensjahr und wird mit 45 voll erwerbsgemindert. Mit Zurechnungszeit hat er sich also 42 Entgeltpunkte verdient. Daraus ergibt sich nach der Rentenformel eine Rente von:
42 x 0,892 x 1 x 33,05 EUR = 1.238,19 EUR.
Leider verdienen die wenigsten ihr gesamtes Erwerbsleben so viel. Im Schnitt liegt die EMI-Rente unter 800 Euro. Es ist also nicht viel. Deshalb ist ja auch eine private Ergänzung so wichtig.
Probleme bei der gesetzlichen Absicherung
Es ist aber nicht nur wenig. Ich kann auch schlecht damit planen. Das liegt zum Einen daran, dass die Gesetze, also die Bedingungen und auch die Höhe sich ständig ändern könnten.
Und zum Anderen ist es so, dass die gesetzliche Krankenversicherung für das Krankengeld zuständig ist und die Rentenversicherung für die EMI. Wenn jetzt die GKV sagt, ich bin nicht mehr AU, sondern schon erwerbsgemindert, aber die DRV sagt, dass ich noch nicht EMI sondern noch arbeitsunfähig bin, bekomme ich von beiden nix. Und nix + nix bleibt nix.
Der Vorteil ist aber, dass ich hier keine vorvertragliche Anzeigepflicht verletzen kann. Denn in der gesetzlichen Versicherung gibt es keine Gesundheitsfragen.
Das ist eben eines der Themen der Berufsunfähigkeits-Versicherung. Denn oftmals mache ich Falschangaben oder lasse was weg, ohne es zu wissen.
Bei der Berufsunfähigkeits-Versicherung muss ich jede Krankheit angeben, die nicht sowieso jeder mal hat und die von alleine folgenlos wieder ausheilt. Das dürfte unterm Strich so ziemlich alles sein, weshalb ich mal beim Arzt war. Sobald verschreibungspflichtige Medikamente im Spiel sind oder eine Bandage, muss ich es angeben.
Wenn ich das nicht mache, kann der Versicherer im schlimmsten Fall die Leistung verweigern, indem er den Vertrag wegen Arglist anfechtet. Wenn der Versicherer beweisen kann, dass ich mit Absicht etwas weggelassen, verschwiegen oder verharmlost habe, ist der Vertrag von Beginn an ungültig und der Versicherer behält das Geld. Auch die Beiträge, die ich bezahlt habe, nebenbei.
Muss ich die Arztakte anfordern?
Wenn ich die Akte will, muss der Arzt sie mir geben. Das ist in § 630g BGB so geregelt. Nur wenn das Wissen um meine Krankheit mich noch kränker machen würde, darf der Arzt die Herausgabe verweigern.
Es sind nur wenige Szenarien vorstellbar, in denen du keine Berufsunfähigkeits-Versicherung brauchst oder sie kündigen solltest.
Wenn du mit deinem Arbeits-Einkommen deine Ausgaben bezahlst, musst du irgendwie sicherstellen, dass du und deine Familie auch dann Geld bekommen, wenn du nicht mehr arbeiten kannst. Walter White aus Breaking Bad wurde deswegen zum Drogenbaron, als er von seiner Krebserkrankung erfahren hat. Eine Berufsunfähigkeits-Versicherung hätte hier auch geholfen. Oder eine Risikolebens-Versicherung. In der letzten Staffel.
Du brauchst also dann KEINE Berufsunfähigkeits-Versicherung, wenn du so viel Geld hast, dass du von den ZInsen leben kannst. Oder aus Mieteinnahmen.
Aber auch dann, wenn du so wenig Geld hast, dass Hartz IV für dich kein Problem ist, wäre es Quatsch, eine BUV abzuschließen.
Daraus lässt sich im Übrigen auch was für die abzusichernde Rentenhöhe lernen.
Je bescheidener du lebst, desto weniger musst du versichern. Angenommen, du lebst so gut wie autark aus deinem Garten, das Haus ist abbezahlt, dann musst du nur eine niedrige Rente absichern. Es ist sehr stark vereinfacht, wenn ich einfach mein Gehalt absichern würde.
Besser ist es die Ausgaben abzusichern. Denn die Ausgaben sind mir unterschiedlich wichtig. Und ich habe sie unterschiedlich lang.
Meine Kinder sind mir zum Beispiel sehr, sehr wichtig. Deswegen will ich sie so gut wie nur möglich absichern. Allerdings werden meine Kinder irgendwann selbst Geld verdienen. Deswegen muss ich diese Ausgaben nicht bis zu meinem Renteneintritt absichern, sondern nur, bis meine Kinder mit der Ausbildung oder dem Studium fertig sind.
Um sicher zu gehen, geh ich mal davon aus, dass sie studieren. Und selbst mit einem Puffer, bin ich maximal 60 Jahre alt, wenn meine Kinder ihr eigenes Geld verdienen.
Schließe ich dann meine Versicherung nur bis 60 ab statt bis 67, spare ich etwa die Hälfte der Beiträge.
Und sollte sich unterwegs was ändern, gibt es noch die Möglichkeit, über sogenannte Nachversicherungsgarantien, die Rentenhöhe anzupassen.
Ein Praxis-Beispiel zur richtigen Höhe und Laufzeit
Nehmen wir einen Mann, der 35 Jahre alt ist. Er hat nen Hund, 2 Kinder, eine Frau und ein Haus. Das Haus ist nach Plan in 15 Jahren abbezahlt, die Kinder sind 5 und 7 Jahre alt, der Hund ist 3, die Frau ist auch 35.
Daraus ergeben sich 3-4 Ausgabenfelder. Das erste ist der Hund. Diese Kosten muss ich aber für gewöhnlich nicht absichern. So teuer ist das ja nicht, oder? Also weiter zum nächsten Feld.
Die Ausgaben, die ich für die Kinder habe, muss ich unbedingt absichern. Weil mir die Kinder so wichtig sind. Und weil die Ausgaben in der Höhe mich finanziell ruinieren könnten, wenn ich kein Einkommen verliere. Die Kinder kosten monatlich 1.000 Euro. Also muss ich 1.000 Euro absichern. Wie gut er die Ausgaben absichern will, ist Sache des Kunden. Ich erkläre halt, was eine Berufsunfähigkeits-Versicherung ist, was eine Erwerbsunfähigkeits-Versicherung, eine Grundfähigkeits-Versicherung, eine Dread Disease und eine Multi-Risk-Versicherung ist. Mehr dazu beim Umfang der Absicherung 🙂
Entscheiden darf der Kunde, wie wichtig ihm seine Kinder sind. Meistens sind die Kinder aber wichtig 🙂
In der Laufzeit kommt es jetzt darauf an, wie schlau die Kinder sind. Wenn sie nach der Schule eine Ausbildung anfangen, hab ich die Ausgaben nur bis sie 16 sind. Der Mann aus dem Beispiel wäre dann 46. Aber kurioserweise sind alle Kinder schlau und studieren. Dann dauert es schon mal bis 25 mit dem Geldverdienen. Der Mann aus dem Beispiel wäre dann 55.
Die Lösung hier wäre also eine Berufsunfähigkeits-Versicherung mit 1.000 Euro bis 55 für die Ausgaben der Kinder.
Die Ausgaben für eine Immobilie über eine Berufsunfähigkeits-Versicherung abdecken
Als nächster Ausgaben-Block kommt das Haus.
Die Finanzierung läuft noch 15 Jahre und beläuft sich auf 1.250 Euro im Monat.
In der Höhe ist das ein Risiko, das ich versichern muss.
Im Umfang kann ich entweder das Risiko als Summe oder als monatliche Finanzierung sehen. Generell wäre es hier durchaus möglich, eine Dread Disease zu nehmen. So lässt sich die gesamte Finanzierungssumme gegen schwere Krankheiten absichern.
Sinnvoller ist es allerdings, wenn ich die monatlichen Raten absichere. Da eignet sich die Berufsunfähigkeits-Versicherung, die Erwerbsunfähigkeits-Versicherung oder die Grundfähigkeits-Versicherung.
Meine Ausgaben absichern
Wenn der 35-jährige Mann mal seine Ausgaben betrachtet, fällt ihm sicherlich auf, dass er die auch noch mit Eintritt in die Rente hat. Eine Berufsunfähigkeits-Versicherung ist hier also nur ein Teil der Lösung. Zusätzlich kommt hier die Altersversorgung ins Spiel.
Die Laufzeit ist hier wenig zu diskutieren. Es sei denn, der Mann verdient so gut, dass er mit 60 oder so von seinen Immobilien oder Aktien leben kann. Wenn er nicht mehr auf sein Einkommen angewiesen ist, ist eine Absicherung überflüssig.
Im Umfang kann ich mir überlegen, ob ich nicht bereit wäre umzuschulen. Dann würde eine Erwerbsunfähigkeits-Versicherung ausreichen. Selbstverständlich brauch ich dann Rücklagen für die Zeit der Umschulung. Aber da zahlt ja auch die Agentur für Arbeit dazu.
Die Frau braucht idealerweise eine eigene Versicherung. Nicht nur, weil eine Scheidung heutzutage fast normal ist. Sondern auch, weil man dann flexibler ist, wenn einer oder beide halbtags arbeiten. Oder eine macht Karriere, der andere nicht. Da wäre es blöd, wenn der Karriere macht, der keine BUV hat.
Wie oben schon mal angesprochen, gibt es verschiedene Versicherungen, um meine Ausgaben abzusichern. Die Berufsunfähigkeits-Versicherung leistet schon, wenn ich aus gesundheitlichen Gründen in meinem Beruf nur noch zur Hälfte arbeiten kann. Die Versicherung erklär ich nicht weiter. Wer bis hierher gelesen hat, dürfte schon mehr zur BUV wissen, als so mancher Vermittler.
Die Erwerbsunfähigkeits-Versicherung ist der Berufsunfähigkeits-Versicherung am ähnlichsten. Das liegt daran, dass sie auch eine Rente zahlt und es einen Bezug zu meiner Fertigkeit, ein Einkommen zu erzielen, gibt. Dabei ist die Art der gesundheitlichen Einschränkung vollkommen egal. Psychische Erkrankungen sind genauso versichert, wie psychosomatische oder rein körperliche Gebrechen.
Der Unterschied besteht darin, dass nicht mehr mein Beruf in der Leistungsprüfung zugrunde gelegt wird, sondern der allgemeine Arbeitsmarkt. Zum allgemeinen Arbeitsmarkt gehört alles, was kein behindertengerechter, kein Schon- oder kein Nischenarbeitsplatz ist.
Bei der Erwerbsunfähigkeits-Versicherung gibt es in den einzelnen Tarifen teils starke Abweichungen des Auslösers in der Zeit. Marktstandard ist ein Restleistungsvermögen von 3 Stunden am Tag. Aber es gibt auch Versicherer, die 2 Stunden am Tag oder 7 Stunden in der Woche verlangen. Da muss der Vermittler drauf achten. Oder der Kunde halt selbst die Bedingungen anschauen.
Dieser Punkt ist zwar wichtig, aber vor allem bei psychischen Erkrankungen ist davon auszugehen, dass in der Regel eine Restleistung von unter einer Stunde am Tag übrig bleibt.
Auch der Prognosezeitraum kann variieren. Marktstandard sind 6 Monate. Aber es gibt auch Anbieter mit 18 Monaten. Das ist schon problematischer. Denn in die Zukunft werde ich die 18 Monate bei fast keiner gesundheitlichen Einschränkung beweisen können. Also muss ich mindestens 18 Monate auf mein Geld warten.
Für wen ist die Erwerbsunfähigkeits-Versicherung eine Alternative?
Alle, die keine Angst vor Umschulungen haben und auch genügend Geld auf der Seite, um die Umschulung zu überbrücken, dürfen gern laut über eine Erwerbsunfähigkeits-Versicherung nachdenken. Akademiker sind hier meist teurer als in der Berufsunfähigkeits-Versicherung. Das liegt nicht daran, dass der Schutz besser wäre. Das liegt nur daran, dass die Kollektive in der EUV noch deutlich größer sind als in der BUV. Deswegen subventionieren die Berufsgruppen 1++ die Gruppen 1+ bis 2.
Viel günstiger ist der Schutz für Handwerker, die aber gerade aus körperlichen Gründen viel eher berufs- statt erwerbsunfähig sind. Wer aber die finanziellen Einbußen während einer Umschulung verkraften kann, sollte sich die EUV mal ansehen. Die Einbußen fallen übrigens nicht besonders hoch aus, weil die Agentur für Arbeit solche Umschulungen bezuschusst.
Wann leistet die Grundfähigkeits-Versicherung?
Die Grundfähigkeits-Versicherung ist die nächstbeste Absicherung meiner Ausgaben. Und das schreibe ich, obwohl ich weiß, dass es einigermaßen sinnlos ist, diese Versicherungen untereinander zu vergleichen. Sie sind zu unterschiedlich. Auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick entdecke ich einige Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten.
Der auffälligste Unterschied besteht darin, dass die GFV keinerlei Bezug zu meinem Beruf hat. Ob ich mit dem Verlust einer Grundfähigkeit noch arbeiten kann, ist rein zufällig.
Ich kann über eine ausführliche Tätigkeitsbeschreibung dem Zufall ein bisschen auf die Sprünge helfen. Denn die versicherten Grundfähigkeiten, wie z.B. Knien und Bücken oder Gebrauch der Hände, haben einen unterschiedlich großen Einfluss auf meine Fertigkeit, meinen Beruf auszuüben. So wird der Bäcker sich weniger Knien und Bücken als der Fliesenleger, aber dafür mehr mit den Händen arbeiten.
Was beide aber verstehen müssen: Der Versicherer leistet erst, wenn ich die Grundfähigkeit verloren habe, so wie sie in den Bedingungen beschrieben ist. Nicht schon dann, wenn ich berufsunfähig bin, weil ich mich nicht mehr hinknien kann. Das ist ein Unterschied.
Wann ist die Grundfähigkeits-Versicherung eine Alternative zur BUV?
Im Leistungsfall gibt es eine Rente. Genau wie bei der BUV. Und ich muss eine gesundheitliche Erkrankung nachweisen. Auch wie bei der BUV. Aber psychische Erkrankungen spielen nur dann eine Rolle, wenn ich der Betreuung bedarf, oder ein Baustein vereinbart wurde, der unter bestimmten Voraussetzungen oder bei bestimmten psychischen Erkrankungen schon leistet.
Und ich muss keine Tätigkeitsbeschreibung erstellen. Die Tätigkeitsbeschreibung ist quasi die definierte Grundfähigkeit. Also, wie eine Berufsunfähigkeits-Versicherung, wenn mein Beruf daraus bestünde, 400m zu gehen oder 12 Stufen zu steigen.
Da der Bezug zum Beruf nur zufällig ist, ist die Grundfähigkeits-Versicherung vor allem für alle handwerklichen Berufe sehr günstig. Und deswegen auch sehr attraktiv.
Ich muss aber verstehen, dass ich unter Umständen schon lange kein Geld mehr verdiene und umschulen muss, bevor die GFV bedingungsgemäß leisten muss.
Schwierige Kiste, aber wenn ich verstanden habe, wann die GFV leistet, kann ich auch einschätzen, ob mir das die Ersparnis wert ist.
Wann leistet eine Multi-Risk-Versicherung?
Auf dem Papier leistet die Multi-Risk-Versicherung eine Rente. Wenn ich will, sogar ein Leben lang. Und das bei Unfall, Pflegebedürftigkeit, Verlust von drei oder vier Grundfähigkeiten, Krebs oder Organschäden. Das sieht nach viel aus. Die statistische Überlebensdauer eines Leistungsfalls liegt aber bei etwa 7 Jahren. Ich muss also ziemlich kaputt sein.
Außerdem sind wir hier nicht mehr in der Lebensversicherung, sondern in der Unfall-Versicherung. Und da gibt es einige Möglichkeiten der Anpassung oder sogar der Kündigung.
Nur wenige Anbieter verzichten komplett auf das Kündigungsrecht. Viele können einen Bestand kündigen, wenn er nicht mehr gut läuft. Wer darauf verzichtet, kann die Beiträge praktisch nach Belieben anpassen. Also, bis zu der Höhe, was ein neuer Vertrag kosten würde. Und da kann der Versicherer ja neu kalkulieren.
Dieses Produkt ist bei den Gesundheitsfragen sehr kulant, weshalb die Multi-Risk-Versicherung eine gute Notlösung ist, wenn nichts mehr geht.
Wann leistet die Dread Disease?
Die Dread Disease oder Schwere Krankheiten Absicherung leistet, wenn eine der versicherten schweren Krankheiten eintritt. Auch hier möchte ich lieber kein Geld bekommen und gesund bleiben. Aber grundsätzlich ist diese Versicherung sinnvoller als eine Multi-Risk. Allerdings ist sie nicht geeignet, laufende Ausgaben abzusichern. Denn sie zahlt mir nur einmal einen Haufen Geld aus. Keine Rente.
Der Legende nach gab es mal Zeiten, wo ich von den Zinsen leben konnte. Aber heute muss ich halt einfach sauviel Geld saulange absichern. Und dadurch ist die Dread Disease dann meist deutlich teurer als ein Berufsunfähigkeits-Versicherung.
Die Versicherung eignet sich aber hervorragend, um Finanzierungen abzusichern. Wer seine Immobilie für 15 Jahre gegen schwere Krankheiten absichern will, kann sich das in der Regel auch leisten.
Doch damit genug zu möglichen und sogenannten Alternativen der Berufsunfähigkeits-Versicherung. Klären wir noch kurz, was bei der BUV überhaupt wichtig ist.
Ganz ehrlich? Viel wichtiger als alle Bedingungen ist eine Beratung und Begleitung durch einen Experten. Worauf es im Leistungsfall bedingungsseitig ankommt, ist der fiktive Prognosezeitraum von 6 Monaten. Das bedeutet, dass du nicht mehr beweisen musst, dass du zukünftig berufsunfähig sein wirst, wenn du tatsächlich schon 6 Monate BU warst.
Außerdem ist der Verzicht auf Meldefristen und abstrakte Verweisung wichtig.
Und dann kommt es nur noch darauf an, dass du weißt, wie du den BU-Grad von 50% nachweisen kannst. Und da ist Unterstützung wichtig. Alles andere ist nur im Einzelfall wichtig. Aber genau deswegen ist auch wieder die Beratung durch einen Fachmann wichtig.
Beratung muss immer individuell sein…
Aber ich könnte hier noch stundenlang Modell-Fälle beschreiben und keiner passt so richtig zu dir… Melde dich einfach über das Kontaktformular an der Seite bei uns und wir helfen dir, deine persönliche Lösung zu basteln 🙂 Unser Experte ist hierzu Philip Wenzel, der in ganz Deutschland als einer der größten Experten zur Berufsunfähigkeits-Versicherung gilt. Du kannst ihm unter philip.wenzel@bsc-gmbh.com gern eine E-Mail schreiben.