Source: https://www.ewir-online.de/heft-20-2001/ewir-2001-951-qualitative-und-quantitative-zunahme-des-drucks-motivation-des-mobbenden-und-auftreten-psychosomatischer/
Timestamp: 2019-10-24 06:06:23
Document Index: 125268911

Matched Legal Cases: ['§ 1004', '§ 1004', '§ 890', 'Art. 1', '§ 1004', '§ 12', '§ 862', '§ 890', 'Art. 1', 'Art. 2', '§ 273']

Qualitative und quantitative Zunahme des Drucks, Motivation des Mobbenden und Auftreten psychosomatischer Erkrankungen beim Opfer als Indizien für das Vorliegen von Mobbing (LAG Erfurt, Urt. v. 10.04.2001 – 5 Sa 403/00 – Martin Henssler / Beatrice Hartmann) – EWiR 2001, 951 | EWiR online
EWiR 2001, 951
RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln 0177-9303 EWiR - Entscheidungen zum Wirtschaftsrecht, Kurzkommentare EWiR 2001 § 1004 BGB
2/01 Einstweiliges Aussetzen einer Versetzung bei Mobbing Wirtschaftsrecht Arbeits- und Sozialrecht BGB §§ 1004, 12, 862; ZPO § 890; GG Art. 1, 2Qualitative und quantitative Zunahme des Drucks, Motivation des Mobbenden und Auftreten psychosomatischer Erkrankungen beim Opfer als Indizien für das Vorliegen von Mobbing BGB§ 1004 BGB§ 12 BGB§ 862 ZPO§ 890 GGArt. 1 GGArt. 2 LAG Erfurt, Urt. v. 10.04.2001 – 5 Sa 403/00 (rechtskräftig; ArbG Gera)LAG ErfurtUrt.10.4.20015 Sa 403/00rechtskräftigArbG Gera
1. Mobbing im arbeitsrechtlichen Verständnis bedeutet ein anfeindendes, schikanierendes oder diskriminierendes Verhalten, durch das der Arbeitnehmer zu – isoliert betrachtet – kündigungsbegründendem Fehlverhalten oder zur freiwilligen Aufgabe des Arbeitsplatzes provoziert werden soll und so in seinem allgemeinen Persönlichkeitsrecht verletzt wird.
2. Indizien für das Vorliegen von Mobbing sind die Motivation des Mobbenden, die qualitative und quantitative Zunahme des Drucks und das Auftreten psychosomatischer Erkrankungen beim Mobbingopfer.
3. Rechtsfolgen des Mobbing können Unterlassungs-, Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche sein; ferner kann der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung zurückbehalten (§ 273 BGB), da der mobbende Arbeitgeber seine Pflicht zur vertragsgemäßen Beschäftigung nicht erfüllt.
Martin Henssler, Dr. iur., Universitätsprofessor in Köln und Beatrice Hartmann, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität zu Köln