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Timestamp: 2016-10-28 02:48:40
Document Index: 307271853

Matched Legal Cases: ['Art. 64', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 425', 'Art. 398', 'BGE', 'Art. 398', 'Art. 321', 'Art. 398', 'Art. 63', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 398', 'Art. 398', 'BGE', 'Art. 398', 'BGH', 'BGE', 'BGE', 'Art. 398', 'Art. 398', 'Art. 398', 'Art. 398', 'Art. 404', 'BGE', 'Art. 398', 'Art. 398', 'Art. 100', 'Art. 101', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGH', 'BGH', 'BGE', 'Art. 321', 'Art. 101']

124 III 15528. Auszug aus dem Urteil der I. Zivilabteilung vom 7. Oktober 1997 i.S. X. AG gegen Y. (Berufung)
Contrat ayant pour objet des activit�s de conseil, de courtage et de gestion dans le cadre de l'achat et de la vente d'options � terme n�goci�es en bourse. Interpr�tation d'une clause des conditions g�n�rales d'une soci�t� de courtage relative au montant de la commission � payer par le client (consid. 1). Qualification juridique du contrat pass� par le client avec la soci�t� de courtage (consid. 2). Devoir de la soci�t� de courtage d'informer et de conseiller son client; conditions auxquelles ce dernier peut r�clamer des dommages-int�r�ts en cas de violation de ces devoirs (consid. 3). Faits � partir de page 155
Die X. AG (Beklagte) befasst sich mit der Vermittlung von Waren- und B�rsentermingesch�ften. Y. (Kl�ger) ist ein selbst�ndig erwerbst�tiger Handwerker. Seit Oktober 1990 traten Mitarbeiter der Beklagten telefonisch an den Kl�ger heran, um ihn zu Investitionen in Termingesch�ften zu bewegen. Im Januar 1991 fand ein Besuch des Kl�gers in den Gesch�ftsr�umen der Beklagten statt.
Anfangs M�rz 1991 zahlte der Kl�ger Fr. 25'000.-- auf ein erstes Konto bei der Beklagten und am 18. Juni 1991 Fr. 100'000.-- auf ein zweites Konto ein.
Am 7. M�rz 1991 unterschrieb der Kl�ger eine ihm von der Beklagten unterbreitete "Auftragsbest�tigung (f�r Optionen)", in der unter anderem folgendes festgehalten wird:
"Ware/B�rsenplatz: sFr./US$ IMM Chicago
Preis/Pr�mie: sFr. 25'000.--
1. Die X. erteilt ihrem Kunden Beratung und leistet ihm Vermittlung und Verwaltung in Warentermin-Optionen gegen Bezahlung der Kommission. Die Kommission wird mit der Best�tigung des Optionsauftrages durch den Kunden f�llig und ihre Bezahlung ist Bedingung der Beauftragung des Brokers durch die X. zum Optionskauf. Die Kommission der X. betr�gt US$ 300 per Option, exkl. Brokerkommission und wird im vollen Umfang bei Auftragsbest�tigung als Vorschuss bezogen. In diesem Zusammenhang weist die X. darauf hin, dass sich jede Kommission auf die Options-Nettopr�mie gewinnschm�lernd auswirkt, da dadurch der Verlustweg gr�sser wird.
2. Mit der Best�tigung des Optionsauftrages hat der Kunde der X. die Pr�mie, die Brokerkommission und allf�llige B�rsengeb�hren zu bezahlen. Nach Eingang der entsprechenden Zahlung erteilt die X. dem Broker die Kauforder f�r die Option des Kunden.
4. Mit der Unterzeichnung dieser Auftragsbest�tigung erkl�rt der Kunde, dass er sich des Risikos bewusst ist, das bei dem hier in Frage stehenden B�rsengesch�ft besteht.
Sein spekulativer Optionseinsatz in keinem Missverh�ltnis zu seinem sonstigen Verm�gen steht.
Dem Kunden sind die auf der Brosch�re abgedruckten Gesch�ftsbedingungen der X. bekannt. Er best�tigt, diese vor Unterzeichnung dieser Best�tigung gelesen zu haben und erkl�rt sich mit deren Inhalt einverstanden."
In der Zeit zwischen dem 12. M�rz und dem 23. August 1991 kaufte und verkaufte die Beklagte f�r den Kl�ger �ber eine Londoner Brokergesellschaft zahlreiche Put- und Call-Optionen. F�r die einzelnen Kaufgesch�fte stellte sie regelm�ssig eine Kommission von US$ 300.-- pro Kontrakt in Rechnung. Da die meisten Gesch�fte mehrere Kontrakte umfassten, f�hrte dies je nach H�he des Preises zu teilweise auffallend hohen Kommissionen. So betrug die Kommission f�r den am 12. M�rz 1991 abgerechneten Optionskauf US$ 1'500.-- bei einem Preis ("value") von US$ 3'787.50. Ein �hnliches Verh�ltnis zwischen Kommission (US$ 1'500.--) und Preis (US$ 3'475.--) bestand auch beim Gesch�ftsabschluss, der am folgenden Tag abgerechnet wurde. Der Gesamtbetrag der verrechneten Kommissionen betrug US$ 35'700.--.
Am 8. August 1991 wurde das Konto, auf das der Kl�ger Fr. 25'000.-- eingezahlt hatte, auf dessen Dr�ngen hin aufgel�st und ihm der Restbetrag von Fr. 15'183.20 von der Beklagten ausbezahlt. Mit Schreiben vom 23. August 1991 wurde die Beklagte angewiesen, auch das zweite Konto zu liquidieren. Am 26. August 1991 �berwies sie dem Kl�ger den nach der Liquidation verbleibenden Betrag von Fr. 1'337.80.--.
Am 31. Juli 1992 reichte der Kl�ger beim Handelsgericht des Kantons Z�rich Klage ein mit dem Rechtsbegehren, die Beklagte zur Zahlung von Fr. 111'441.60, eventuell von Fr. 46'332.00, subeventuell von Fr. 34'034.-- zu verpflichten, je nebst 5% Zins seit 1. August 1991. Mit Urteil vom 3. Juli 1995 verpflichtete das Handelsgericht die Beklagte, dem Kl�ger Fr. 108'479.-- zu bezahlen, nebst 5% Zins seit 31. Juli 1994 sowie 5% Zins auf Fr. 98'662.20 seit 9. Juli 1992 bis 30. Juli 1994. Im �brigen Umfang wies es die Klage ab.
Die Beklagte focht das Urteil des Handelsgericht mit Nichtigkeitsbeschwerde beim Kassationsgericht des Kantons Z�rich an. Dieses ordnete mit Beschluss vom 16. Dezember 1996 an, dass in teilweiser Gutheissung der Nichtigkeitsbeschwerde ein Teil der Begr�ndung des Urteils des Handelsgerichts in dem Sinne gestrichen werde, als keine gerichtliche Feststellung dar�ber getroffen sei, ob der Kl�ger die Allgemeinen Gesch�ftsbedingungen der Beklagten erhalten habe; im �brigen wurde die Nichtigkeitsbeschwerde vom Kassationsgericht abgewiesen, soweit es auf sie eintrat.
1. Das Handelsgericht ist zum Ergebnis gelangt, der Kl�ger habe auf der Gesamtsumme der get�tigten Investitionen von Fr. 125'000.-- unter Ber�cksichtigung der R�ckzahlungen von insgesamt Fr. 16'521.-- einen ihm von der Beklagten zu ersetzenden Verlust von Fr. 108'479.-- erlitten. Es unterscheidet dabei zwischen vertragswidrig verrechneten Kommissionen in der H�he von Fr. 48'924.-- und dem Restschaden von Fr. 59'555.--. Mit der Berufung r�gt die Beklagte, die vom Handelsgericht vorgenommene Berechnung der Kommissionen beruhe auf falscher Vertragsauslegung; zudem sei dessen Beurteilung auch insoweit rechtswidrig, als es ihr im Ergebnis ein Recht auf den Bezug von Kommissionen g�nzlich abgesprochen habe.
a) Das Handelsgericht hat auf den Text der in der Auftragsbest�tigung vom 7. M�rz 1991 erw�hnten Brosch�re und der darin wiedergegebenen Allgemeinen Gesch�ftsbedingungen abgestellt. In der Brosch�re wird am Ende der zweitletzten Seite in Fettdruck festgehalten: "Die Kommissionen betragen f�r Optionen maximal 300 US$ und f�r Futures (Roundturn) h�chstens 180 US$." In den auf der folgenden Seite abgedruckten Allgemeinen Gesch�ftsbedingungen heisst es: "Die X. AG ber�t ihre Kunden, vermittelt und verwaltet ihren Warentermin-Kontrakt gegen Bezahlung der Kommission. Die Kommission betr�gt max. 300 US$ f�r Optionen und max. 180 US$ f�r Futures (Roundturn) per Kontrakt".
Das Abstellen auf die Gesch�ftsbedingungen und die Brosch�re steht im Widerspruch zu der - an anderer Stelle des angefochtenen Urteils getroffenen - Feststellung des Handelsgerichts, dass die Beklagte die Zustellung der Brosch�re an den Kl�ger nicht habe beweisen k�nnen. Insoweit ist indes die Entscheidbegr�ndung des Handelsgerichts durch den Beschluss des Kassationsgerichts vom 16. Dezember 1996 gestrichen worden, wobei das Kassationsgericht darauf hinwies, dass die Beweisfrage nach der Rechtsauffassung des Handelsgerichts nicht entscheiderheblich sei, und bemerkte, das Bundesgericht werde zu entscheiden haben, ob der vom Handelsgericht festgestellte Sachverhalt nunmehr, das heisst nach der Streichung, im Sinne von Art. 64 OG erg�nzungsbed�rftig sei. Das ist nicht der Fall. Es wird sich vielmehr zeigen, dass der Rechtsauffassung des Handelsgerichts unabh�ngig vom Entscheid �ber die Beweisfrage im Ergebnis zugestimmt werden kann. Im folgenden wird deshalb davon ausgegangen, dass der Kl�ger die Brosch�re samt den auf der letzten Seite abgedruckten Allgemeinen Gesch�ftsbedingungen zugestellt erhalten hat.
b) Nach der vom Handelsgericht angewendeten Unklarheitsregel sind mehrdeutige Wendungen in vorformulierten Vertragsbedingungen im Zweifel zu Lasten jener Partei auszulegen, die sie verfasst hat (BGE 122 III 118 E. 2a und BGE 122 V 142 E. 4c, je mit Hinweisen). Dass die Gesch�ftsbedingungen der Beklagten hinsichtlich der Berechnung und H�he der Kommission mehrdeutig sind, hat das Handelsgericht zu Recht bejaht. Dabei ist massgebend, wie die Bedingungen vom Kl�ger nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten Umst�nden in guten Treuen verstanden werden durften und mussten (BGE 119 II 449 E. 3a mit Hinweisen). Nun ist dem Handelsgericht zuzustimmen, dass der �ber keine einschl�gige Fachkenntnisse verf�gende Kl�ger nicht erkennen konnte, BGE 124 III 155 S. 159welcher Sinn dem in den Allgemeinen Gesch�ftsbedingungen verwendeten Fachbegriff "Kontrakt" zukommen sollte. Dieser Begriff steht im Zusammenhang mit dem Umstand, dass die b�rsenm�ssig gehandelten Optionen hinsichtlich Art und Anzahl der Basisobjekte standardisiert sind; der Begriff des Kontrakts bezeichnet die Handelseinheit im Optionsgesch�ft (EMCH/RENZ/B�SCH, Das Schweizerische Bankgesch�ft, 4. Auflage, S. 454; vgl. auch ALBISETTI et al., Handbuch des Geld-, Bank- und B�rsenwesens der Schweiz, 4. Auflage, Stichworte: Optionenm�rkte und Optionsgesch�ft; DIETER C. HAUSER, Spekulative Warentermingesch�fte, Diss. Z�rich 1986, S. 7). Was der Fachbegriff in diesem Zusammenhang bedeuten sollte, war f�r den Kl�ger weder mit Hilfe der Erl�uterungen in der Brosch�re noch aus der Auftragsbest�tigung vom 7. M�rz 1991 klar zu erschliessen. Die dortigen Formulierungen, welche das Wort "Kontrakt" nicht verwenden, waren vielmehr geeignet, bei einem Laien wie dem Kl�ger den Eindruck zu erwekken, dass jedes Gesch�ft eine einzige "Option" umfasse, das heisst die beiden Begriffe "Gesch�ft" und "Option" gleichbedeutend verwendet w�rden. Zum Mangel an Klarheit trug zudem bei, dass in den Gesch�ftsbedingungen und der Brosch�re angegeben wird, die Kommission betrage f�r Optionen "maximal" 300 US$. Damit wird die M�glichkeit einer Unterschreitung des Betrages angedeutet, ohne dass erkl�rt w�rde, von welchen Faktoren dies abh�ngig sein soll. Daraus ergab sich f�r den Kl�ger eine zus�tzliche Unsicherheit dar�ber, auf welcher Grundlage die Kommission abgerechnet werden sollte. Z usammenfassend kann somit festgehalten werden, dass der Kl�ger darauf vertrauen durfte, die Beklagte berechne ihm eine Kommission von h�chstens 300 US$ f�r jedes f�r ihn get�tigte Gesch�ft, also unabh�ngig davon, ob es nur einen einzelnen oder mehrere Kontrakte umfasste.
c) Es trifft zu, dass das Handelsgericht der Beklagten im Ergebnis jeden Kommissionsanspruch verweigert hat, indem es sie zum vollen Ersatz der vom Kl�ger geleisteten Betr�ge verpflichtet hat, soweit ein Teil davon nicht bereits nach der Liquidation der beiden Konten zur�ckerstattet worden war. Entgegen der R�ge der Beklagten liegt indes keine Verletzung von Bundesrecht vor, wie noch zu zeigen sein wird (E. 3d).
2. Das Handelsgericht hat unter Hinweis auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 115 II 62 E. 1) offen gelassen, ob es sich bei dem Auftrag f�r Optionen um einen gemischten Vertrag mit Elementen des Auftrags und der Kommission handle, da die BGE 124 III 155 S. 160massgebenden Fragen der Weisungsgebundenheit, der Sorgfaltspflicht und der Haftung f�r getreue und sorgf�ltige Gesch�ftsf�hrung sich aufgrund des Verweises in Art. 425 Abs. 2 OR jedenfalls nach Auftragsrecht richteten. Mit der Berufung wird ger�gt, das Handelsgericht habe verkannt, dass es sich beim Vertrag mit einem Intermediate-Broker wie der Beklagten um einen Vertragstypus sui generis handle, der Elemente des Auftrags und des Kommissionsvertrags sowie des Kaufvertrags enthalte, wobei das Kaufselement �berwiege, weshalb ein eigenn�tziger Vertrag vorliege (dazu FELLMANN, Berner Kommentar, N. 145 zu Art. 398 OR). Die Beklagte sei keine Bank, keine Anlage- und Verm�gensberaterin, sondern blosse Optionsverk�uferin, wie die Auftragsbest�tigung vom 7. M�rz 1991 deutlich zeige.
a) Aus dem angefochtenen Urteil ergibt sich, dass die Beklagte die einzelnen Gesch�fte �ber Erwerb und Ver�usserung von Optionen selbst�ndig, ohne R�cksprache mit dem Kl�ger vorgenommen hat. Sie entschied allein dar�ber, mit welcher Art von Optionen, an welchem B�rsenplatz und zu welchem Zeitpunkt spekuliert wurde. So stammen denn auch die Angaben betreffend "Ware/B�rsenplatz" und "Termin" in der Auftragsbest�tigung vom 7. M�rz 1991 nicht vom Kl�ger, sondern von der Beklagten. Der Kl�ger hat ihr in dieser Hinsicht w�hrend der Dauer der Gesch�ftsbeziehung keine Weisungen erteilt und erst am Ende mit der Aufforderung eingegriffen, die beiden Konten zu liquidieren. Er w�re zur Erteilung von solchen Weisungen selbst auch gar nicht f�hig gewesen, weil er nach seiner - vom Handelsgericht allerdings nicht verifizierten - Darstellung nichts vom b�rsenm�ssigen Handel mit Optionen verstand; zudem will er davon ausgegangen sein, er habe mit der Beklagten vereinbart, dass diese direkt mit Devisen (Schweizerfranken/US-Dollar) und nicht mit Optionen auf Devisen oder Waren spekulieren werde. Letzteres widerspricht freilich der vom Kl�ger unterschriebenen Auftragsbet�tigung vom 7. M�rz 1991, in der wiederholt darauf hingewiesen wird, dass sich der erteilte Auftrag auf b�rsenm�ssig gehandelte Optionen beziehe. Anderseits ist aber auch der Beklagten entgegenzuhalten, dass sie in der Auftragsbest�tigung ausdr�cklich zusicherte, sie erteile ihrem Kunden Beratung (Ziffer 1; ebenso Allgemeine Gesch�ftsbedingungen: "Die X. AG ber�t ihre Kunden, vermittelt und verwaltet ihren Warentermin-Kontrakt gegen Bezahlung der Kommission."), was im Widerspruch zu ihrer jetzigen Behauptung steht, sie sei keine Anlage- und Verm�gensberaterin.
b) Der vom Handelsgericht festgestellte Sachverhalt und die vertraglichen Abmachungen schliessen somit die Annahme aus, das zwischen den Parteien geltende Vertragsverh�ltnis sei massgeblich von kaufvertraglichen oder kaufvertrags�hnlichen Elementen gepr�gt gewesen. Vielmehr standen die auftragsrechtlichen Elemente im Vordergrund, weil die Beklagte vom Kl�ger lediglich die Anweisung erhielt, mit dem anvertrauten Geld m�glichst gewinnbringend an der B�rse zu spekulieren, und es Aufgabe der Beklagten war, sowohl �ber die allgemeine Anlagestrategie als auch �ber die Vornahme des einzelnen Optionsgesch�ftes zu entscheiden (vgl. dazu EMCH/RENZ/B�SCH, a.a.O., S. 481; THALMANN, Die Sorgfaltspflicht der Bank im Privatrecht, insbesondere im Anlagegesch�ft, ZSR 113/1994, II, S. 113 ff, S. 186 f.). Es handelt sich zur Hauptsache um Verm�gensverwaltung, auf die nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 115 II 62 E. 1) die auftragsrechtlichen Regeln betreffend Sorgfalts- und Treuepflicht (Art. 398 Abs. 2 OR) zur Anwendung kommen. Im �brigen wird in der Lehre zutreffend darauf hingewiesen, dass auch im Fall des "beratenden Vermittlers", der gegen�ber dem Broker nicht in eigenem Namen auftritt, das auftragsrechtliche Element �berwiegt (HAUSER, a.a.O., S. 15).
3. Nach dem angefochtenen Urteil haftet der Vermittler von Optionsgesch�ften dem Kunden sowohl f�r absichtlich als auch f�r fahrl�ssig zugef�gten Schaden (Art. 321e Abs. 1 OR in Verbindung mit Art. 398 OR). Das Mass der Sorgfalt bestimme sich aber nach objektiven Kriterien: Es sei auf das einzelne Auftragsverh�ltnis unter Ber�cksichtigung des Berufsrisikos, des Bildungsgrades und insbesondere der Fachkenntnisse, die f�r eine solche Gesch�ftsbesorgung verlangt werden d�rfen, abzustellen. Das Handelsgericht h�lt sodann fest, das Optionsgesch�ft habe, wie auch der sonstige B�rsenhandel, einen gewissen spekulativen Charakter, der oft zu einem Verlust f�hren k�nne. An die Fachkenntnisse des Vermittlers seien deshalb hohe Anforderungen zu stellen, weil der Kunde auf diesen angewiesen sei, wenn er an der B�rse handeln wolle, und weil er sich dessen besondere Fachkenntnisse auch zunutze machen wolle. Den Anforderungen gen�ge nur derjenige Kundenberater, der eine der Brokerausbildung entsprechende Ausbildung - sei es durch Schulung oder l�ngere Erfahrung - nachweisen k�nne. Das Handelsgericht stellt in diesem Zusammenhang verbindlich fest (Art. 63 Abs. 2 OG), dass das Personal der Beklagten, insbesondere die f�r den Kl�ger zust�ndige Mitarbeiterin, fachlich sehr schlecht qualifiziert gewesen sei; BGE 124 III 155 S. 162aus diesem Grund habe die Beklagte den Kl�ger gar nicht fachgerecht und kompetent beraten k�nnen. Das Handelsgericht ist zum Ergebnis gekommen, die Beklagte sei ihrer Sorgfaltspflicht, n�mlich zum einen f�r eine den Gepflogenheiten des Finanzmarktes entsprechende Organisation sowie zum anderen f�r kompetente und fachbezogene Beratung ihrer Kundschaft besorgt zu sein, in keiner Art und Weise nachgekommen, was als Missorganisationsverschulden im Finanzbereich bezeichnet werden d�rfe. Unter diesen Umst�nden treffe die Beklagte auch ein massives �bernahmeverschulden, was beides zusammen rechtfertige, die Beklagte den dem Kl�ger entstandenen Schaden tragen zu lassen.
Mit der Berufung wird geltend gemacht, entgegen der Beurteilung des Handelsgerichts fehlten die Haftungsvoraussetzungen der Vertragsverletzung, des Verschuldens und des Kausalzusammenhangs zwischen Vertragsverletzung und Schaden; zudem treffe den Kl�ger ein schweres Mitverschulden, das den Kausalzusammenhang unterbrochen habe oder jedenfalls zu einer bedeutenden Reduktion der Schadenersatzpflicht f�hren m�sse.
a) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts unterstehen Personen und Unternehmen, die sich berufsm�ssig mit dem Anlagegesch�ft befassen, bei der Anbahnung und Abwicklung von Vertr�gen �ber die Verm�gensverwaltung einer besonderen Aufkl�rungspflicht (BGE 119 II 333 E. 5a; BGE 115 II 62 E. 3a). Das gilt auch f�r Anlageberater und -vermittler, die im Gebiet des b�rsenm�ssigen Handels mit Terminoptionen spezialisiert sind (dazu HAUSER, a.a.O., S. 64 f.; PULVER, B�rsenm�ssige Optionsgesch�fte, Auftrag und Abwicklung, Diss. Z�rich 1986, S. 122 ff.).
Einen Anlageberater oder Anlagevermittler, der im Hinblick auf die Verm�gensverwaltung oder in deren Rahmen t�tig wird, treffen neben der erw�hnten Aufkl�rungspflicht auch Beratungs- und Warnpflichten, deren gemeinsame Wurzel in der auftragsrechtlichen Sorgfalts- und Treuepflicht (Art. 398 Abs. 2 OR) liegt. Der Kunde ist hinsichtlich der Risiken der beabsichtigten Investitionen aufzukl�ren, nach Bedarf in bezug auf die einzelnen Anlagem�glichkeiten sachgerecht zu beraten und vor �bereilten Entschl�ssen zu warnen, wobei diese Pflichten inhaltlich durch den Wissensstand des Kunden einerseits und die Art des in Frage stehenden Anlagegesch�fts anderseits bestimmt werden. Dabei obliegt dem Beauftragten namentlich auch, sich durch Befragung einl�sslich �ber den Wissensstand und die Risikobereitschaft des Kunden zu informieren (vgl. zum Ganzen FELLMANN, a.a.O., N. 433 f. zu Art. 398 OR; HOPT, Rechtsprobleme BGE 124 III 155 S. 163der Anlageberatung und der Verm�gensverwaltung der Schweizer Banken, in: Beitr�ge zum schweizerischen Bankenrecht, S. 135 ff., S. 155; WEBER, in: Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, Obligationenrecht I, 2. Auflage, N. 26 und 29 zu Art. 398 OR; ROTH, Aufkl�rungspflichten im Verm�gensanlagegesch�ft der Banken, in: Banken und Bankenrecht im Wandel, Festschrift f�r Beat Kleiner, S. 1 ff., S. 13; f�r das deutsche Recht: HORN, Die Aufkl�rungs- und Beratungspflichten der Banken, Zeitschrift f�r Bankrecht und Bankwirtschaft, ZBB, 1997, S. 139 ff., S. 140 f.; STAUB/CANARIS, Bankvertragsrecht, 4. Auflage, Rz. 100 ff.; HEYMANN/HORN, HGB, � 347 Rdn. 75 ff.).
Besonders ausgepr�gt sind diese im Dienste des Kundenschutzes und der Markttransparenz stehenden Pflichten bei der Empfehlung und Vermittlung von erfahrungsgem�ss hoch spekulativen und damit risikobehafteten Terminoptionsgesch�ften. Der in solchen Gesch�ften unerfahrene Kunde ist klar auf das Verlustrisiko sowie die Minderung der Gewinnchancen je nach H�he der vom Vermittler gleichzeitig mit der Vornahme des Gesch�ftes verrechneten Provision aufzukl�ren und mit der Gefahr vertraut zu machen, dass er das eingesetzte Geld in kurzer Zeit verlieren kann (vgl. PULVER, a.a.O., S. 131 ff.; BGHZ 124, 151, 154 f.). Dabei gen�gt es nicht, dieses Verlustrisiko bloss zu erw�hnen und dazu formell die Einwilligung des Anlegers einzuholen, wenn ihm gleichzeitig unrealistische Gewinnaussichten vorgespiegelt werden. Mit entsprechend abgefassten Informationen und Behauptungen, wie sie auch in der Brosch�re der Beklagten enthalten sind, vermag der Beauftragte seiner Aufkl�rungspflicht nicht zu gen�gen. Dazu kommt im vorliegenden Fall, dass die Angaben �ber die H�he der zur Verrechnung gebrachten Kommissionen unklar formuliert waren und von der Beklagten anders gehandhabt wurden, als vom Kl�ger erwartet werden durfte (vgl. vorne E. 1b), weshalb allein durch die schriftlichen Unterlagen keine ausreichende Information �ber den Einfluss der Kommissionen auf die Gewinnchancen gew�hrleistet war. Die M�glichkeit, diesen Mangel durch m�ndliche, fachlich qualifizierte Beratung und Aufkl�rung von seiten der Beklagten zu beseitigen, bestand zudem nicht, da jedenfalls die f�r den Kl�ger direkt zust�ndige Angestellte der Beklagten, Frau Z., nach den Feststellungen des Handelsgerichts dazu nicht f�hig war.
Damit ist eine Vertragsverletzung, n�mlich ein Verstoss gegen die der Beklagten obliegenden Beratungs- und Aufkl�rungspflicht zu bejahen.BGE 124 III 155 S. 164
b) Das Handelsgericht wirft der Beklagten sodann zu Recht ein �bernahmeverschulden vor, weil sie wegen ungen�gender fachlicher Qualifikation der f�r den Kl�ger zust�ndigen Angestellten nicht in der Lage war, die eingegangenen Verpflichtungen - Beratung und Aufkl�rung des Kl�gers - mit der n�tigen Sorgfalt zu erf�llen (vgl. dazu URS BERTSCHINGER, Sorgfaltspflichten der Bank bei Anlageberatung und Verwaltungsauftr�gen, Diss. St. Gallen 1991, S. 54 ff.; THALMANN, a.a.O., S. 223 Fn. 374; PULVER, a.a.O., S. 128 f.) Dass ein solches Verschulden haftungsbegr�ndend sein kann, ist in Lehre und Rechtsprechung anerkannt (BGE 93 II 317 E. 2e/bb; FELLMANN, a.a.O., N. 358 zu Art. 398 OR; WEBER, a.a.O., N. 28 zu Art. 398 OR; GAUCH/SCHLUEP, Schweizerisches Obligationenrecht Allgemeiner Teil, Bd. II, 6. Auflage, Rz. 2757). Ob ein �bernahmeverschulden bloss f�r die Verschuldensfrage erheblich ist oder darin zus�tzlich eine Sorgfaltspflicht- und damit Vertragsverletzung liegt (vgl. dazu WEBER, a.a.O., N. 28 zu Art. 398 OR; FELLMANN, a.a.O., N. 358 zu Art. 398 OR), ist f�r die Beurteilung des vorliegenden Falls nicht entscheidend und braucht deshalb nicht weiter er�rtert zu werden. Die Bedeutung des �bernahmeverschuldens liegt hier vielmehr darin, dass nach dem objektivierten Verschuldensbegriff des schweizerischen Rechts der Beklagten der Einwand verwehrt ist, sie sei aufgrund des Ausbildungs- und Wissensstandes ihrer Angestellten gar nicht in der Lage gewesen, sachgerecht zu beraten und aufzukl�ren, und k�nne sich damit exkulpieren (vgl. GAUCH/SCHLUEP, a.a.O., Rz. 2757).
Dieses �bernahmeverschulden schliesst auch den Einwand aus, der Kl�ger habe sich mit dem Ungen�gen der f�r ihn zust�ndigen Beraterin abgefunden, �berdies nicht nach Aufkl�rung oder Beratung verlangt und auch den Vertrag nicht rechtzeitig durch einseitige Erkl�rung aufgel�st (Art. 404 OR), weshalb ihn ein Selbstverschulden treffe. Wer sich als Spezialist anbietet, kann sich grunds�tzlich nicht mit der Begr�ndung entlasten, der Vertragspartner h�tte das Fehlen von Spezialkenntnissen erkennen m�ssen. Damit w�re er bloss zu h�ren, wenn der Partner den Mangel an Fachwissen und fachlichen F�higkeiten tats�chlich gekannt und die daraus resultierenden Risiken bewusst in Kauf genommen h�tte. Daf�r fehlen im vorliegenden Fall indes jede Anhaltspunkte.
c) In den Gesch�ftsbedingungen der Beklagten wird einleitend festgehalten, diese �bernehme in keiner Weise Verantwortung f�r irgendwelche Verluste in Warenterminm�rkten und gebe ebensowenig irgendeine Garantie f�r Gewinne in Warenterminm�rkten. An BGE 124 III 155 S. 165anderer Stelle steht geschrieben, die Beklagte �bernehme keinerlei Haftung aus ihrer Beratert�tigkeit und sie hafte auch nicht f�r Kursschwankungen.
Die Haftungsausschl�sse sind gem�ss dem angefochtenen Urteil bereits dem Grundsatz nach unwirksam, weil sie der im Gesetz statuierten Haftung des Beauftragten f�r getreue und sorgf�ltige Ausf�hrung des ihm �bertragenen Gesch�ftes (Art. 398 Abs. 2 OR) widersprechen. Ob diese in der Lehre umstrittene Auffassung zutrifft, braucht hier nicht entschieden zu werden (vgl. dazu FELLMANN, a.a.O., N. 513 ff.; WEBER, a.a.O., N. 34 zu Art. 398 OR; GAUCH/SCHLUEP, a.a.O., Rz. 2820; BERTSCHINGER, a.a.O., S. 39 f.; THALMANN, a.a.O., S. 142 ff.), da sich die Beklagte bereits aus anderem Grund nicht auf die zum voraus erkl�rten Haftungsausschl�sse berufen kann. Zum einen f�llt eine Freizeichnung nach Art. 100 Abs. 1 OR ausser Betracht, da der Beklagten eine grobe Fahrl�ssigkeit im Sinne dieser Vorschrift vorzuwerfen ist. Zum andern liegt auch kein g�ltiger Haftungsausschluss f�r Hilfspersonen im Sinne von Art. 101 Abs. 2 OR vor, weil die zitierten S�tze der Allgemeinen Gesch�ftsbedingungen insoweit unklar sind. Es werden vor allem allgemein formulierte Banalit�ten festgehalten (keine Haftung f�r Kursschwankungen, keine Garantie f�r Gewinne in Warenterminm�rkten), ohne dass klar gesagt w�rde, die Beklagte schliesse die Haftung f�r Hilfspersonen aus, die sie zur Erf�llung ihrer vertraglichen Verpflichtungen beiziehe (vgl. dazu BJM 1978, S. 306 f.; GAUCH/SCHLUEP, a.a.O., Rz. 2881 f.).
d) Bei der Vertragsverletzung, welche sich die Beklagte hat zuschulde kommen lassen, handelt es sich um eine Unterlassung: die Beklagte hat den Kl�ger nicht in ausreichendem Masse �ber das Verlustrisiko und den Einfluss der Kommissionen auf die Gewinnchancen aufgekl�rt. Im Fall einer Unterlassung bestimmt sich der Kausalzusammenhang danach, ob der Schaden auch bei Vornahme der unterlassenen Handlung eingetreten w�re. Es geht um einen hypothetischen Kausalverlauf, f�r den nach den Erfahrungen des Lebens und dem gew�hnlichen Lauf der Dinge eine �berwiegende Wahrscheinlichkeit sprechen muss (BGE 121 III 358 E. 5 mit Hinweis). Diese Voraussetzungen sind im vorliegenden Fall gegeben, da nach allgemeiner Lebenserfahrung anzunehmen ist, dass sich der Kl�ger nicht auf die Spekulationsgesch�fte mit der Beklagten eingelassen h�tte, wenn er von ihr ausreichend aufgekl�rt worden w�re. Auf eine entsprechende �berlegung hat das Bundesgericht in zwei neueren Entscheiden abgestellt, in denen es einerseits um die BGE 124 III 155 S. 166Aufkl�rungspflicht des Arztes aus Vertrag und anderseits um jene der Konzern-Muttergesellschaft aus dem Vertrauen in das Konzernverhalten ging (BGE 119 II 456 E. 4; 120 II 331 E. 6). Die deutsche Rechtsprechung, auf die in der schweizerischen Literatur zum Teil Bezug genommen wird, geht vom Grundsatz aus, dass derjenige, der vertragliche oder vorvertragliche Aufkl�rungspflichten verletzt, daf�r beweispflichtig ist, dass der Schaden auch eingetreten w�re, wenn er sich pflichtgem�ss verhalten h�tte (BGHZ 124, 151, 159; BGH, NJW 1994, 998). Ob eine solche Beweislastverteilung bzw. Beweislastumkehr auch f�r das schweizerische Recht in Betracht zu ziehen ist (dazu Sandro Abegglen, Die Aufkl�rungspflichten in Dienstleistungsbeziehungen, insbesondere im Bankgesch�ft, Diss. Bern 1995, S. 107 ff.), braucht hier nicht gepr�ft zu werden, da keine Umst�nde festgestellt oder geltend gemacht sind, welche darauf hindeuten w�rden, dass der Kl�ger die Geldbetr�ge der Beklagten auch dann zur Verf�gung gestellt h�tte, wenn sie ihrer Aufkl�rungspflicht nachgekommen w�re.
Entsprechend den Ausf�hrungen zur Kausalit�t ist der Kl�ger schadenersatzm�ssig so zu stellen, als ob er sich nicht auf die Optionsgesch�fte mit der Beklagten eingelassen h�tte (vgl. BGE 47 II 272 E. 5 S. 293 f.; ABEGGLEN, a.a.O., S. 84 ff. und S. 137; PULVER, a.a.O., S. 134; HEYMANN/HORN, HGB, � 347 Rdn. 70). Der Kl�ger hat deshalb Anspruch auf Ersatz des gesamten Anlagebetrages, wie die Vorinstanz im Ergebnis zu Recht angenommen hat, wozu auch die von der Beklagten verrechneten Kommissionen geh�ren (vgl. auch WIEGAND, Die Aufkl�rungspflicht und die Folgen ihrer Verletzung, in: Honsell [Hrsg.], Handbuch des Arztrechts, S. 119 ff., S. 189 f.).
119 II 456,
Art. 321e Abs. 1 OR,
Art. 101 Abs. 2 OR