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Timestamp: 2019-09-21 00:58:04
Document Index: 51449594

Matched Legal Cases: ['§ 63', '§ 63', '§ 64', '§ 5', 'Art. 18', 'Art. 16']

Sterbeurkunde - Todesursache geschwärzt - Seite 2 - Ahnenforschung.Net Forum
Sterbeurkunde - Todesursache geschwärzt
Vielleicht wurde da jemand ermordet und bei solchen Fällen gibts andere Fristen?
Also im Personenstandsgesetz habe ich nichts dazu gefunden, dass z.B. bei Sterbe-Urkunden von ermordeten Personen besondere Vorschriften gelten.
Es heißt lediglich:
Benutzung von Einträgen über besondere Personengruppen
Besondere Regeln gelten bei Einträgen über adoptierten Kinder (§ 63 Abs. 1 PStG), Transsexuelle (§ 63 Abs. 2 PStG) sowie Personen, die auf Grund einer besonderen Gefährdung einen Sperrvermerk eintragen lassen können (§ 64 PStG).
Die Person, deren Todesursache geschwärzt wurde, ist aber in einem Krankenhaus gestorben, da gehe ich zumindest von einer "ziemlich normalen" Todesursache aus. Also nicht auf offener Straße erschossen, erstochen oder so
Siehe hier, sorry für Fremdlink:
http://forum.genealogy.net/index.php...121#post269121
Sollte z.B. in einem Eheeintrag von 1922, der für alle frei zugänglich ist, ein Randvermerk: "Eine Tochter - Gisela - geboren d. 05.06.1952 in Musterhausen" vorhanden sein, so ist der Eheeintrag trotzdem für alle frei zugänglich. Der Randvermerk darf bei der Kopie dieses Eintrages nicht verdeckt werden. Laut PStG haben Sie das Recht auf Einsicht in den ganzen Eintrag. Auch wenn darin irgendwelche Randvermerke sind.
Anmerkung: vgl. § 5 PStG
Ich hoffe doch das ist immer noch so ? Stammt übrigens von Daniel der u.a. auch bei "Du Ahnst es nicht.." ZDF dabei war.
ich glaube, das PStG ist hier nicht anwendbar. Es ging doch um eine Kopie aus dem Stadtarchiv. Ausschlaggebend wäre da das Archivgesetz des Bundeslandes, das auch die Sicherung der schutzbedürftigen Belange Betroffener oder Dritter berücksichtigen kann.
die Dame vom Stadtarchiv hat mir folgendes geantwortet:
da Sie die Daten lediglich für Ihre Ahnenforschung brauchen und die Todesursache hierfür nicht relevant ist, bin ich vom Gesetzgeber angehalten solche Informationen unkenntlich zu machen. Hier greift unter anderem das SGB X, DSG-LSA und das ArchG LSA. Auch wenn es sich um bereits Verstorbene handelt unterliegen diese Daten Sperrfristen.
Gibt es also noch andere Sperrfristen???
Aber wie gesagt, hatte ich ja schon mehrere Sterbeeinträge erhalten, wo alles zu lesen war. Z.B. auch einen aus dem Jahr 1955.
Kann es sein, dass hier vielleicht eine ganz besondere Todesursache vorliegt??
Geändert von schnuppex (21.08.2019 um 18:46 Uhr)
z.B. Erbkrankheiten als Todesursache können als schutzwürdiger Belang der Nachkommen betrachtet werden, Selbstmord und Hinrichtungen als postmortaler Persönlichkeitsschutz und Schutz der Nachkommen.
Hier eine Diplomarbeit, die das Thema Datenschutz in Personenstandsregistern behandelt und auch den Unterschied zwischen PStG und ArchG betrachtet.
http://fiz1.fh-potsdam.de/volltext/diplome/12119.pdf
Wobei das Argument der Standesbeamtin, für die Ahnenforschung wäre die Todesursache nicht relevant, nicht richtig ist. Der Ahnenforscher interessiert sich nicht nur für nackte Daten, sondern auch für das Leben, und auch Sterben, der Verwandten. Darum ist alles relevant.
Zitat von schnuppex
Irgendwie bin ich gerade etwas sprachlos, was ja selten vorkommt
Das Zehnte Buch Sozialgesetzbuch regelt als Teil des deutschen Sozialgesetzbuchs das sozialrechtliche Verwaltungsverfahren, den Schutz der Sozialdaten sowie die Zusammenarbeit der Sozialleistungsträger untereinander und ihre Rechtsbeziehungen zu Dritten. Wikipedia
Inkrafttreten der letzten Änderung: 18. Juli 2019; (Art. 18 G vom 11. Juli 2019)
Inkrafttreten am: 1. Januar 1981
Letzte Änderung durch: Art. 16 G vom 11. Juli 2019; (BGBl. I S. 1066, 1077)
DSG-LSA
Gesetz zum Schutz personenbezogener Daten der Bürger
(Datenschutzgesetz Sachsen-Anhalt - DSG LSA)
in der Fassung der Bekanntmachung vom 13. Januar 2016
Ich weiß nicht, ich habe inzwischen sicherlich ein paar hundert Urkunden in meinem Fundus, auch welche aus Sachsen-Anhalt. Zum Glück bin ich noch nie an eine Archiv-Mitarbeiterin, die ihre Aufgaben in dieser Weise betrachtet.
Man muss das mal alles mit Verstand lesen, vielleicht kommt man dann dahinter, in welchem Jahrtausend man in Sachsen-Anhalt mit einer unverfälschten Urkunde rechnen darf. - Wenn das aus den Texten nicht hervorgeht, muss man die Dame mal fragen
.... Der Ahnenforscher interessiert sich nicht nur für nackte Daten, sondern auch für das Leben, und auch Sterben, der Verwandten. Darum ist alles relevant.
Eben!!! - Nochmal zurück zu meiner Frage, bitte: was macht die Dame, wenn ich persönlich in Quedlinburg auflaufe und nach "freien" Urkunden suche?
Gehen die dann erstmal durch ihre Vor-Kontrolle, damit sie beurteilen kann, welche Fakten sie vor mir verbergen muss bzw. was für mich nicht relevant ist?
Erbkrankheiten, wäre ja auch nicht zwingend uninteressant bzw. da macht es wenig "Sinn", ein Geheimnis draus zu machen.
Aber nur wenn du ein Nachkomme bist, sonst geht es dich nichts an!
Lies die oben verlinkte Diplomarbeit. Da herrscht bei den Archiven selbst Uneinigkeit, wie sollen wir als Außenstehende den Durchblick behalten?
Geändert von Basil (21.08.2019 um 19:33 Uhr)
Stimmt, wenn nicht, ist's auch relativ uninteressant. Und Du meinst, die Dame aus dem Archiv/aus diesem Archiv würde dann einen Paragraphen finden wollen, der ihr eine Auskunft ermöglicht? - Derlei Erkrankungen überspringen ja auch gerne mal ein paar Generationen ...
Ich hab noch nicht nachgelesen; sind nur die in Sachsen-Anhalt gelebt habenden Menschen so geschützt, oder ist das in NRW und NDS ebenso?
Frage nebenbei, Schnuppex, was musstest Du denn für diese verhunzte Urkunde berappen?
Geändert von scheuck (21.08.2019 um 19:38 Uhr)
Danke für eure vielen Gedanken und Hinweise.
Vielleicht hat die Verstorbene ja doch Selbstmord begangen oder starb als Folge durch einen Mordanschlag... 1940 war ja auch kein "friedliches" Jahr... wer weiß, wer weiß
@Scheuck: bisher habe ich noch keinen Gebührenbescheid bekommen. Aber ich könnte der Dame ja mitteilen, dass ich nur bezahle, wenn ich die Todesursache erfahre
Jaaaaa, oder wegen Unvollständigkeit ein paar Euronen abziehen
Dann wird sie ausflippen ...
sterbeurkunde , todesursache geschwärzt