Source: https://cannabisrx.de/faq
Timestamp: 2019-07-19 12:23:51
Document Index: 201988785

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 17', '§ 9', '§ 14', '§ 5', '§ 16']

FAQ | cannabisrx.de
Sie haben Fragen zur Behandlung mit medizinischem Cannabis? Unsere FAQs beantworten häufig gestellte Fragen aus den Bereichen Patienten, Mediziner, Apotheker und Forschung zum Thema Hanf als Heilmittel. Über die Suchfunktion oben links in der Navigation kann auf der Wissensplattform Cannabisrx.de tiefergehend zu den einzelnen Themen recherchiert werden. Im Fach- und Patientenforum können Sie zusätzlich Fragen an Betroffene und Experten stellen.
Welche Indikationen gelten für medizinische Cannabis?
Die Indikationen für Medizinalhanf wurden seitens des Gesetzgebers (Cannabis-Gesetz) nicht festgelegt. Grundsätzlich darf cannabinoidhaltige Medizin bei einer schwerwiegenden Erkrankung, für die keine weitere Behandlungsmethode in Frage kommt und bei der die Aussicht auf eine positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome besteht, verschrieben werden. Etabliert haben sich die Anwendungsgebiete Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie und Krebs, Appetitlosigkeit und Karchexie bei Krebs sowie HIV/AIDS Patienten, gegen chronische Schmerzen bei multipler Sklerose sowie bei Spastik bei multipler Sklerose, Eplilepsie und Paraplegie.
Wer darf medizinisches Cannabis verschreiben?
Ärzte aller Fachrichtungen, ausgenommen Tier- und Zahnmediziner, dürfen Cannabismedikamente verordnen.
Wie wird Cannabis flos eingenommen?
Medizinische Cannabisblüten können mit Hilfe eines Verdampfers inhaliert oder in Form eines Teeaufgusses getrunken werden.
Was ist der Unterschied zwischen getrocknetem Cannabis und Cannabis Öl?
Abgesehen von der sich unterscheidenden Einnahmeart werden Cannabisöle und -blüten vom Körper unterschiedlich verwertet. Dies hat Auswirkungen auf die Wirkdauer der Inhaltsstoffe. Cannabisöl hat einen wesentlich längeren Effekt als inhaliertes Cannabis.
Wie sicher und qualitativ hochwertig ist medizinisches Cannabis?
Cannabis wird bisher unter der Aufsicht der Bundesopiumstelle importiert. Eingeführt werden Produkte von Herstellern aus Kanada und den Niederlanden deren Produktionsprozesse über eine GMP-Zertifizierung verfügen. Die weltweit geltenden Richtlinien der GMP (Good Manufacturing Practice) garantieren eine gleichbleibend hohe Qualität in den Produktionsabläufen – von der Verarbeitung über die Verpackung bis hin zur Lagerung des medizinischen Cannabis. Die für den Handel mit Cannabis notwendigen betäubungsmittelrechtlichen und arzneimittelrechtlichen Erlaubnisse und Genehmigungen werden von der BfArM sowie der für die Arzneimittelüberwachung zuständigen Landesbehörde erteilt. Zudem bildet die „Gute Praxis für die Sammlung und den Anbau von Arzneipflanzen“ (Good Agricultural and Collection Practice, GACP) mit ihren Richtlinien die Basis für den Anbau, die Lagerung und Verarbeitung von medizinischem Cannabis.
Werden die Kosten einer Therapie mit medizinischem Cannabis von der Krankenkasse übernommen?
Vor der Verschreibung durch den Arzt muss bei einem kassenärztlichen Rezept die Genehmigung der Cannabistherapie und die Bewilligung der Kostenübernahme bei der zuständigen Krankenkasse beantragt werden. Erfolgt die Verordnung einer Cannabismedikation für einen gesetzlich Versicherten auf Privatrezept, muss keine Genehmigung der GKV beantragt werden, da der Patient die Therapiekosten selbst trägt. Je nach vereinbartem Versicherungsumfang sind die Kosten für medizinische Cannabisprodukte in der privaten Krankenversicherung (PKV) grundsätzlich erstattungsfähig.
Medizinisches Cannabis wird allgemein langfristig sehr gut vertragen. Auftretende Nebenwirkungen sind meist akut und dosierungsabhängig. Sie vergehen ohne eine Behandlung innerhalb von Stunden bis maximal innerhalb von drei Tagen. Mögliche Nebenwirkungen: Bluthochdruck, Herzrasen, Müdigkeit, Schlafstörungen, Benommenheit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Gleichgewichtsstörungen, Schwindel, Euphorie, Halluzinationen, Angst, Durchfall, Verstopfungen, Mundtrockenheit, gesteigerter Appetit, reduzierter Tränenfluss, Orientierungsstörungen, Verwirrtheit und reduzierte psychomotorische Leistungsfähigkeit.
Wie wird Cannabis flos aufbewahrt?
Cannabisblüten müssen bei Raumtemperatur unter Lichtschutz und Sauerstoffausschluss sowie kindersicher und sicher vor dem Zugriff Unbefugter z.B. in einem Tresor oder abschließbaren Medizinschrank gelagert werden. Die Extrakte Nabixinol (Fertigarzneimittel Sativex®) und Extrakte der Firma Tilray werden im Kühlschrank gelagert.
Welche Auswirkung hat Cannabismedizin auf die Fahrtüchtigkeit?
Cannabinoidhaltige Medizin kann aufgrund ihrer Nebenwirkungen die Reaktionsfähigkeit und kognitive Leistung negativ beeinflussen. Grundsätzlich ist vom Führen eines Fahrzeugs (oder Bedienen schwerer Maschinen) während einer Cannabistherapie abzuraten. Ist dies nicht zu vermeiden, sollten Patienten frühestens vier Stunden nach einer Cannabisinhalation bzw. sechs Stunden nach einer oralen Cannabiseinnahme Auto fahren – jedoch niemals bei noch spürbarer Euphorie oder anderen Wirkungen, die die Fahrtauglichkeit einschränken.
Was sind die Wirksubstanzen von Cannabis?
Es gibt hunderte unterschiedliche Cannabinoide und Wirkstoffe im medizinischen Cannabis. Die zwei Hauptwirkstoffkomponenten sind Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Beide finden sich in unterschiedlichen Mengen bzw. Prozentanteilen in den verschiedenen Cannabis flos Sorten wieder. THC ist als psychoaktives Cannabinoid verantwortlich für das Gefühl von Euphorie, CBD ist nicht psychoaktiv.
Wer trägt die Verantwortung für die Therapie mit Cannabis?
Der verschreibende Arzt trägt die Verantwortung für die Cannabistherapie. Bei einer Verordnung von cannabishaltiger Medizin muss er sich an die arzneimittel- und betäubungsmittelrechtlichen Regelungen halten.
Wie wird Medizin auf Cannabisbasis verschrieben?
Arznei auf der Basis von Cannabis darf ausschließlich auf einem BtM-Rezept verordnet werden. Verschrieben werden dürfen getrocknete Blüten und Extrakte sowie Fertigarznei auf der Basis von Dronabinol und Nabilon. In der BtMVV ist die verschreibungsfähige Höchstgrenze festgelegt. Sie liegt bei getrockneten Cannabisblüten pro Patient bis zu 100 g innerhalb von 30 Tagen.
Was muss auf dem BtM-Rezept stehen?
Name, Vorname, Anschrift des Patienten.
Name, Anschrift, Telefonnummer, Berufsbezeichnung oder Facharztbezeichnung des verschreibenden Arztes.
Arzneimittelbezeichnung, Sorte (zuzüglich Bezeichnung und Gewichtsmenge je Packungseinheit).
Menge des verordneten Arzneimittels in Gramm oder Milliliter, Stückzahl.
Gebrauchsanweisung mit Einzel- und Tagesabgabe.
Bei Verordnung im Rahmen der Substitution Reichdauer des Substitutionsmittels.
Über die maximal zulässige Zahl der Betäubungsmittel oder festgesetzte Höchstmenge verordnet, muss dies mit „A“ gekennzeichnet und begründet werden.
Schriftliche Gebrauchsanweisung.
Unterschrift und Arztstempel des verschreibenden Arztes.
Wie lautet die richtige Dosierung von Cannabis flos?
Für die Anfangsdosis und die maximalen Tagesdosen cannabinoidhaltiger Arzneimittel hat die Bundesapothekerkammer eine Dosierempfehlung gegeben.
Cannabisblüten: Anfangsdosis am Tag 0,05 bis 0,1 g; Tagesdosis max. bis 3 g.
Dronabinol: Anfangsdosis am Tag 1,7 bis 2,5 mg; Tagesdosis max. bis 30 mg.
Nabilon (Canemes®): Anfangsdosis am Tag 1 mg; Tagesdosis max. bis 6 mg.
Cannabisextrakt (Sativex®): Anfangsdosis am Tag 1 Sprühstoß (= 2,7 mg THC und 2,5 mg CBD); Tagesdosis max. bis 12 Sprühstöße.
Das BfArM empfiehlt zusätzlich als Informationsquelle für die Dosierung von Cannabis die Internetseite der kanadischen Regierung canada.ca
Cannabisarzneimittel sind:
Cannabis in Form von getrockneten Blüten oder Extrakten in standardisierter Qualität.
Arzneimittel mit den Wirkstoffen Dronabinol oder Nabilon.
Theoretisch kann THC als Induktor des Enzyms CYP1A2 die Serumkonzentration von Haloperidol, Cyclobenzaprine, Olanzapine, Duloxetine, Naproxen, Chlorpomazine und Clozapine verringern (Flockhart 2007, Watanabe 2007). CBD wird wie ein Viertel aller Medikamente über CYP3A4 verstoffwechselt, weshalb die Möglichkeit besteht, dass CBD als CYP3A4 Hemmer die Serum- und Plasmakonzentration von Makroliden, Calciumkanal Blockern, Benzodiazepinen, Cyclosporinen, Sildenafil, Antihistaminen, Haloperidol, antiretroviralen Wirkstoffen und einigen Statinen erhöht.
Was wenn die Krankenkasse die Kosten der Cannabis-Therapie nicht übernimmt?
Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist keine Voraussetzung für die Verschreibung von Cannabismedizin. Cannabis darf nach den geltenden rechtlichen Vorgaben in allen begründeten Fällen verschrieben werden. Dabei können Cannabisblüten und -extrakte grundsätzlich für jede Indikation verschrieben werden. Voraussetzung sind eine positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf, dass keine anderen, dem medizinischen Standard entsprechenden Leistungen zur Verfügung stehen oder deren zu erwartenden Nebenwirkungen dem Patienten unter Berücksichtigung seines Krankheitszustandes nicht zuzumuten sind.
Wie wird eine Begleiterhebung vorgenommen?
Einmal pro Jahr oder bei Abbruch einer Therapie mit cannabishaltiger Medizin oder beim Wechsel des Präparates, muss eine Begleiterhebung seitens des verschreibenden Arztes vorgenommen werden. Die Teilnahme an einer nicht-interventionellen Begleiterhebung ist verpflichtend. Vor Therapiebeginn muss der Arzt den Patienten über die Teilnahme an der Begleiterhebung informieren. Die anonymisierten Daten (Alter, Geschlecht, Diagnose (Erkrankung oder Symptomatik), die Dauer der Behandlung, bisher durchgeführte Therapien, Gründe für deren Erfolglosigkeit, Gründe für einen Therapieabbruch, die Therapiedauer, Nebenwirkungen, Entwicklung der Lebensqualität des Patienten und die vorhandene Ausnahemerlaubnis nach § 3 BMG werden dem BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) übermittelt. Auf der Homepage der Bundesopiumstelle findet sich ein Informationsblatt über die Begleiterhebung sowie das Zugangsportal der Begleitstudie für Ärzte (www.begleiterhebung.de). Die Dauer der Begleitstudie umfasst fünf Jahre und dient als Entscheidungsgrundlage, ob cannabishaltige Medizin als Regelleistung der gesetzlichen Krankenkasse anerkannt wird. Eine Begleiterhebung ist bei der bestimmungsgemäßen Verschreibung von Fertigarzneimitteln wie Sativex® und Canemes® nicht notwendig.
Wie kann die Begleiterhebung abgerechnet werden?
Allgemein werden für das Ausfüllen der Begleiterhebung 15 bis 45 Minuten veranschlagt. Für die Begleiterhebung wird nach der Gebührenordnung für die Aufklärung des Patienten über die verpflichtende Daten­erhebung GOP 01460 (28 Punkte/2,95 Euro) und für die Datenerfassung und deren elektronische Übermittlung an das BfArM 9,70 Euro (GOP 01461/92 Punkte) berechnet. Die Kosten können nach Ablauf eines Jahres, nach Beginn der Therapie oder bei Beendigung der Therapie vor Ablauf eines Jahres zum Zeitpunkt des Therapieendes erhoben werden.
Wie hoch ist die Gefahr einer Cannabis-Sucht durch die Verschreibung als Medizin?
Cannabis ist in der Therapie als Arznei wirksam und nicht als Rauschmittel. Die niedrige Dosierung verhindert die psychotropen Wirkungen überwiegend. Entzugssymptome und Abhängigkeit spielen normalerweise keine große Rolle. Die Möglichkeit abhängig zu werden besteht, wie bei einer Vielzahl von Medikamenten, dennoch. Auftretende Symptome sind einerseits dosisabhängig und andererseits bei THC deutlich geringer, als nach dem Absetzen von Benzodiazepinen oder Opiaten.
Welche Apotheken nehmen BtM-Rezepte über Cannabis flos an?
Durch die ärztliche Verschreibung unterliegen Apotheken dem Kontrahierungszwang nach § 17 Absatz 4 der Apothekenbetriebsordnung. Daher kann Medizinalcannabis in jeder Apotheke bezogen werden.
Worauf muss bei der Annahme eines BtM-Rezeptes über Cannabis geachtet werden?
Plausibilität, Vollständigkeit und BtMVV Konformität: Die Verordnung cannabishaltiger Arzneimittel muss nach den betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften gemäß § 9 Betäubungsmittel Verschreibungsverordnung (BtMVV) erfolgen. Ist die Verschreibung in ihren Angaben nicht vollständig oder plausibel, kann weder ein Rezepturarzneimittel erstellt werden, noch darf die Apotheke beliefern. Werden die Dosierungsangaben auf dem Rezept mit dem Hinweis „gemäß schriftlicher Anweisung“ vermerkt, muss die Anweisung der Apotheke in schriftlicher Form vorgelegt werden.
Was ist die verschreibungsfähige Höchstmenge von Cannabisblüten?
Die Betäubungsmittelverschreibungsverordnung (BtMVV) legt eine monatliche (30 Tage) Höchstmenge von 100 Gramm Cannabisblüten pro Patient fest.
Wie soll die Identität von Cannabisblüten geprüft werden?
Das DAC oder die Arzneibuchmonographie legen fest, dass alle drei Identitätsprüfungsverfahren durchgeführt werden müssen: makroskopisch, mikroskopisch und HTPLC.
Welche Verluste treten bei der Identitätsprüfung und Verarbeitung von Cannbis auf?
Laut NRF-Rezepturvorschriften für Cannabis ist ein Mehrverbrauch von bis zu 10 Prozent bei der Dokumentation nach BtMG als herstellungstechnisch notwendig begründbar.
THC kann als Induktor des Enzyms CYP1A2 die Serumkonzentration von Haloperidol, Cyclobenzaprine, Olanzapine, Duloxetine, Naproxen, Chlorpomazine und Clozapine verringern. CBD erhöht als CYP3A4-Hemmer die Serum- und Plasmakonzentration von Makroliden, Calciumkanal Blockern, Benzodiazepinen, Cyclosporinen, Sildenafil, Antihistaminen, Haloperidol, antiretroviralen Wirkstoffen und einigen Statinen.
Wie werden Cannabisblüten abgerechnet?
Cannabisblüten werden als Rezepturarzneimittel mit der Kennzeichnung gemäß § 14 ApBetrO abgerechnet. Werden die Blüten zu einer Rezeptur weiterverarbeitet, dann gilt die Preisberechnung für Rezepturarzneimittel nach § 5 AMPreisV.
Wie müssen Cannabisblüten entsorgt werden?
Nach § 16 BtMG hat der Apothekenleiter die Betäubungsmittel in Gegenwart von zwei Zeugen so zu entsorgen, dass eine Wiedergewinnung ausgeschlossen ist. Cannabisblütenüberschuss oder nicht mehr verwendbare Cannabsiblüten müssen zur Entsorgung zerkleinert und mit Teeblättern oder Kaffeepulver aus einem benutzten Filter gemischt werden oder durch Veraschung im Abzug oder durch Übergießen von Schwelsäure unbrauchbar gemacht und anschließend in den Restabfall geworfen werden.
Welche Hilfsmittel können für die Einnahme von Cannabis verordnet und abgerechnet werden?
Die Kosten eines Verdampfers werden bei einer vorliegenden Genehmigung der Cannabistherapie durch die Krankenkasse und einem vorhandenem Hilfsmittelrezept von allen großen Krankenkassen getragen. Genutzt werden können als Ausgangsstoffe in den handelsüblichen Vaporisatoren in Alkohol gelöster, alkoholischer Cannabisextrakt sowie zerkleinerte oder granulierte Cannabisblüten.
Wie ist Cannabis flos zu dosieren?
Grundsätzlich gilt, die Dosen zur oralen Einnahme sind höher als die zur Inhalation. Die Dosierung ist individuell, erfolgt einschleichend und wird ganz langsam gesteigert. Anfangsdosis pro Tag liegt bei 0,05–0,1 g und kann bis auf 3,0 g am Tag gesteigert werden.