Source: https://lawbrary.ch/en/browser/BPG/172_220_1__1/?plang=de
Timestamp: 2020-07-09 00:40:41
Document Index: 256300416

Matched Legal Cases: ['Art. 3', 'Art. 37', 'Art. 8', 'Art. 5', 'Art. 37', 'Art. 38', 'Art. 8', 'Art. 6', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 12', 'Art. 13', 'Art. 14', 'Art. 15', 'Art. 38', 'Art. 38', 'Art. 17', 'Art. 18', 'Art. 19', 'Art. 20', 'Art. 21', 'Art. 22', 'Art. 23', 'Art. 24', 'Art. 25', 'Art. 27', 'Art. 27', 'Art. 27', 'Art. 28', 'Art. 29', 'Art. 30', 'Art. 31', 'Art. 38', 'Art. 38', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 23', 'Art. 32', 'Art. 23', 'Art. 34', 'Art. 34', 'Art. 34', 'Art. 36', 'Art. 36', 'Art. 36', 'Art. 38', 'Art. 27', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 13', 'Art. 27', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 41']

Lawbrary | BPG - Bundespersonalgesetz
Entstehung, Beendigung und Auflösung des Arbeitsverhältnisses (8 - 14)
Rechte und Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis (15 - 26)
Datenbearbeitung (27 - 28)
Massnahmen zu Gunsten des Personals (29 - 32)
Berufliche Vorsorge (32 - 32)
Mitwirkung und Sozialpartnerschaft (33 - 33)
Verfahren (34 - 36)
Ausführungsbestimmungen (37 - 38)
Schlussbestimmungen (39 - 42)
vom 24. März 2000 (Stand am 1. Januar 2018)
gestützt auf Artikel 173 Absatz 2 der Bundesverfassung1, nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 14. Dezember 19982,
Die­ses Ge­setz re­gelt das Ar­beits­ver­hält­nis des Bun­des­per­so­nals.
1Die­ses Ge­setz gilt für das Per­so­nal:
der Bun­des­ver­wal­tung nach Ar­ti­kel 2 Ab­sät­ze 1 und 2 des Re­gie­rungs- und Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 21. März 19971 (RVOG);
der Par­la­ments­diens­te nach dem Par­la­ments­ge­setz vom 13. De­zem­ber 20023;
der Schwei­ze­ri­schen Bun­des­bah­nen nach dem Bun­des­ge­setz vom 20. März 19985 über die Schwei­ze­ri­schen Bun­des­bah­nen;
der de­zen­tra­li­sier­ten Ver­wal­tungs­ein­hei­ten nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 3 RVOG, so­fern die spe­zi­al­ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen nichts an­de­res vor­se­hen;
des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts, des Bun­dess­traf­ge­richts und des Bun­de­spa­tent­ge­richts, so­weit das Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­setz vom 17. Ju­ni 20057, das Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­setz vom 19. März 20108 und das Pa­tent­ge­richts­ge­setz vom 20. März 20099 nichts an­de­res vor­se­hen;
des Bun­des­ge­richts nach dem Bun­des­ge­richts­ge­setz vom 17. Ju­ni 200511;
des Se­kre­ta­ri­ats der Auf­sichts­be­hör­de über die Bun­des­an­walt­schaft;
der Bun­des­an­walt­schaft nach Ar­ti­kel 22 Ab­satz 2 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010.
2Es gilt nicht:
für die von der Bun­des­ver­samm­lung nach Ar­ti­kel 168 der Bun­des­ver­fas­sung ge­wähl­ten Per­so­nen;
für die Lehr­lin­ge, die dem Be­rufs­bil­dungs­ge­setz vom 13. De­zem­ber 200215 un­ter­ste­hen;
für das im Aus­land re­kru­tier­te und ein­ge­setz­te Per­so­nal;
für das Per­so­nal der Or­ga­ni­sa­tio­nen und Per­so­nen des öf­fent­li­chen oder pri­va­ten Rechts aus­ser­halb der Bun­des­ver­wal­tung, die mit Ver­wal­tungs­auf­ga­ben be­traut wer­den, mit Aus­nah­me der Schwei­ze­ri­schen Bun­des­bah­nen.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1493; BBl 2011 6703).
4 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 1 des Po­st­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 17. Dez. 2010, mit Wir­kung seit 1. Okt. 2012 (AS 2012 5043; BBl 2009 5265).
6 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 4 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
10 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1493; BBl 2011 6703).
12 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 4 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
13 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1493; BBl 2011 6703).
14 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1493; BBl 2011 6703).
16 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1493; BBl 2011 6703).
17 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1493; BBl 2011 6703).
Art. 3 Arbeitgeber
1Ar­beit­ge­ber nach die­sem Ge­setz sind:
der Bun­des­rat als obers­tes Füh­rungs­or­gan der Bun­des­ver­wal­tung;
die Bun­des­ver­samm­lung für die Par­la­ments­diens­te;
die Schwei­ze­ri­schen Bun­des­bah­nen;
die Bun­des­an­walt­schaft;
die Auf­sichts­be­hör­de über die Bun­des­an­walt­schaft.
2Die De­par­te­men­te, die Bun­des­kanz­lei, die Grup­pen und Äm­ter so­wie die de­zen­tra­li­sier­ten Ver­wal­tungs­ein­hei­ten gel­ten als Ar­beit­ge­ber, so­weit ih­nen der Bun­des­rat die ent­spre­chen­den Be­fug­nis­se über­trägt.4
3Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, das Bun­dess­traf­ge­richt und das Bun­de­spa­tent­ge­richt gel­ten als Ar­beit­ge­ber, so­weit ih­nen die ein­schlä­gi­gen Ge­set­ze oder der Bun­des­rat die ent­spre­chen­den Be­fug­nis­se über­tra­gen.5
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 1 des Po­st­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 17. Dez. 2010, mit Wir­kung seit 1. Okt. 2012 (AS 2012 5043; BBl 2009 5265).
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 4 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 4 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
5 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 5 des Straf­ge­richts­ge­set­zes vom 4. Okt. 2002 (AS 2003 2133; BBl 2001 4202). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des Pa­tent­ge­richts­ge­set­zes vom 20. März 2009, in Kraft seit 1. März 2010 (AS 2010 513; BBl 2008 455).
1Die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen (Art. 37 und 38), die Ar­beits­ver­trä­ge (Art. 8) so­wie die Mass­nah­men und Ent­schei­de sind so aus­zu­ge­stal­ten, dass sie zur Kon­kur­renz­fä­hig­keit des Bun­des auf dem Ar­beits­markt und zur Er­rei­chung der in den Ab­sät­zen 2 und 3 ge­nann­ten Zie­le bei­tra­gen.
2Die Ar­beit­ge­ber set­zen ihr Per­so­nal auf zweck­mäs­si­ge, wirt­schaft­li­che und so­zi­al ver­ant­wort­ba­re Wei­se ein; sie tref­fen ge­eig­ne­te Mass­nah­men:
zur Ge­win­nung und Er­hal­tung von ge­eig­ne­tem Per­so­nal;
zur per­sön­li­chen und be­ruf­li­chen Ent­wick­lung, zur Aus- und Wei­ter­bil­dung und zur Mo­ti­vie­rung ih­res Per­so­nals so­wie zu des­sen viel­sei­ti­ger Ein­setz­bar­keit;
zur Ka­der­för­de­rung und Ma­na­ge­ment­ent­wick­lung;
für die Chan­cen­gleich­heit von Frau und Mann und zu de­ren Gleich­stel­lung;
zur Si­cher­stel­lung der Ver­tre­tung der Sprach­ge­mein­schaf­ten im Per­so­nal ent­spre­chend ih­rem An­teil an der Wohn­be­völ­ke­rung;
zur För­de­rung der Sprach­kennt­nis­se der für die Aus­übung der Funk­ti­on er­for­der­li­chen Amtss­pra­chen, ins­be­son­de­re zur För­de­rung der ak­ti­ven Kennt­nis­se ei­ner zwei­ten Amtss­pra­che und der pas­si­ven Kennt­nis­se ei­ner drit­ten Amtss­pra­che beim hö­he­ren Ka­der;
für die Chan­cen­gleich­heit der Be­hin­der­ten so­wie zu de­ren Be­schäf­ti­gung und Ein­glie­de­rung;
zum Schutz der Per­sön­lich­keit und der Ge­sund­heit so­wie zur Ar­beits­si­cher­heit ih­res Per­so­nals;
zur För­de­rung ei­nes um­welt­be­wuss­ten Ver­hal­tens am Ar­beits­platz;
zur Schaf­fung von Ar­beits­be­din­gun­gen, die dem Per­so­nal er­lau­ben, sei­ne Ver­ant­wor­tung in Fa­mi­lie und Ge­sell­schaft wahr­zu­neh­men;
zur Schaf­fung von Lehr­stel­len und Aus­bil­dungs­plät­zen;
zu ei­ner um­fas­sen­den In­for­ma­ti­on ih­res Per­so­nals.
3Sie sor­gen für die Ver­hin­de­rung von Will­kür im Ar­beits­ver­hält­nis und füh­ren ein Be­ur­tei­lungs­sys­tem ein, das auf Mit­ar­bei­ter­ge­sprä­chen auf­baut; die­ses bil­det die Grund­la­ge für ei­ne leis­tungs­ge­rech­te Ent­löh­nung und zie­l­ori­en­tier­te Ent­wick­lung der An­ge­stell­ten.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 20. Ju­ni 2014 über die Wei­ter­bil­dung, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 689; BBl 2013 3729).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1493; BBl 2011 6703).
Art. 5 Koordination und Controlling
1Der Bun­des­rat ko­or­di­niert und steu­ert die Um­set­zung der Per­so­nal­po­li­tik. Er über­prüft pe­ri­odisch, ob die Zie­le die­ses Ge­set­zes er­reicht wer­den; er er­stat­tet der Bun­des­ver­samm­lung dar­über Be­richt und be­an­tragt ihr recht­zei­tig die er­for­der­li­chen Mass­nah­men. Er ver­ein­bart mit den par­la­men­ta­ri­schen Auf­sichts­kom­mis­sio­nen Form und In­halt der Be­richt­er­stat­tung.
2Er sorgt da­für, dass die Ar­beit­ge­ber ein ge­eig­ne­tes Con­trol­ling-Sys­tem an­wen­den.
3und 4…1
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2012, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1493; BBl 2011 6703).
1Das Per­so­nal steht in den von der Bun­des­ver­fas­sung und von der Ge­setz­ge­bung ge­re­gel­ten Rech­ten und Pflich­ten.
2So­weit die­ses Ge­setz und an­de­re Bun­des­ge­set­ze nichts Ab­wei­chen­des be­stim­men, gel­ten für das Ar­beits­ver­hält­nis sinn­ge­mä­ss die ein­schlä­gi­gen Be­stim­mun­gen des Ob­li­ga­tio­nen­rechts1 (OR).2
3Das Ar­beits­ver­hält­nis wird im Rah­men der Be­stim­mun­gen nach Ab­satz 2 durch Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen (Art. 37), ins­be­son­de­re den Ge­samt­ar­beits­ver­trag (Art. 38), und den Ar­beits­ver­trag (Art. 8) nä­her ge­re­gelt.
4Bei Wi­der­sprü­chen zwi­schen den Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen be­zie­hungs­wei­se dem Ge­samt­ar­beits­ver­trag und dem Ar­beits­ver­trag ist die für die an­ge­stell­te Per­son güns­ti­ge­re Be­stim­mung an­wend­bar.
5Der Bun­des­rat kann in be­grün­de­ten Fäl­len be­stimm­te Per­so­nal­ka­te­go­ri­en dem OR un­ter­stel­len, na­ment­lich Aus­hilfs­per­so­nal so­wie Prak­ti­kan­tin­nen und Prak­ti­kan­ten. Er kann Min­dest­vor­schrif­ten für die­se Ar­beits­ver­hält­nis­se er­las­sen.3
6Die Ar­beit­ge­ber kön­nen in be­grün­de­ten Ein­zel­fäl­len An­ge­stell­te dem OR un­ter­stel­len.
7Bei Strei­tig­kei­ten aus dem Ar­beits­ver­hält­nis des dem OR un­ter­stell­ten Per­so­nals sind die zi­vi­len Ge­rich­te zu­stän­dig.
2 Die Be­rich­ti­gung der Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on der BVers vom 18. März 2015, ver­öf­fent­licht am 9. April 2015, be­trifft nur die ita­lie­ni­sche Spra­che (AS 2015 1021).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1493; BBl 2011 6703).
Art. 6a Entlöhnung und weitere Vertragsbedingungen des obersten Kaders und der Mitglieder leitender Organe von Unternehmen und Anstalten des Bundes
1Der Bun­des­rat er­lässt Grund­sät­ze über:
den Lohn (ein­sch­liess­lich Ne­ben­leis­tun­gen) des obers­ten Ka­ders so­wie des­je­ni­gen Per­so­nals, das in ver­gleich­ba­rer Hö­he ent­löhnt wird:
der Schwei­ze­ri­schen Bun­des­bah­nen (SBB),
von an­dern Un­ter­neh­men und An­stal­ten des Bun­des, die als de­zen­tra­li­sier­te Ver­wal­tungs­ein­hei­ten die­sem Ge­setz un­ter­ste­hen;
das Ho­no­rar (ein­sch­liess­lich Ne­ben­leis­tun­gen) der Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes oder ei­nes ver­gleich­ba­ren obers­ten Lei­tungs­or­gans von Un­ter­neh­men und An­stal­ten nach Buch­sta­be a;
die aus­ge­wo­ge­ne Ver­tre­tung der Sprach­ge­mein­schaf­ten im Ver­wal­tungs­rat oder in ei­nem ver­gleich­ba­ren obers­ten Lei­tungs­or­gan von Un­ter­neh­men und An­stal­ten nach Buch­sta­be a.
2Er er­lässt Grund­sät­ze über wei­te­re Ver­trags­be­din­gun­gen, die mit Per­so­nen nach Ab­satz 1 ver­ein­bart wer­den, na­ment­lich über die be­ruf­li­che Vor­sor­ge und über Ab­gangs­ent­schä­di­gun­gen.
3Er er­lässt Grund­sät­ze über Ne­ben­be­schäf­ti­gun­gen von Per­so­nen nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a. Ent­gelt­li­che Ne­ben­be­schäf­ti­gun­gen, wel­che die Leis­tungs­fä­hig­keit im Ar­beits­ver­hält­nis mit dem Un­ter­neh­men oder der An­stalt ver­min­dern oder zu ei­nem Kon­flikt mit de­ren In­ter­es­sen füh­ren kön­nen, be­dür­fen der Zu­stim­mung des Bun­des­ra­tes. Die­ser re­gelt die Pflicht zur Ab­lie­fe­rung der dar­aus re­sul­tie­ren­den Ein­nah­men.
4Die Ge­samt­sum­me der aus­ge­rich­te­ten Löh­ne be­zie­hungs­wei­se Ho­no­ra­re (ein­sch­liess­lich Ne­ben­leis­tun­gen) der Per­so­nen nach Ab­satz 1 so­wie die wei­te­ren mit die­sen Per­so­nen ver­ein­bar­ten Ver­trags­be­din­gun­gen sind öf­fent­lich zu­gäng­lich. Für die vor­sit­zen­de Per­son der Ge­schäfts­lei­tung und des Ver­wal­tungs­ra­tes be­zie­hungs­wei­se die vor­sit­zen­de Per­son ei­nes ver­gleich­ba­ren obers­ten Lei­tungs­or­gans wird der Lohn be­zie­hungs­wei­se das Ho­no­rar (ein­sch­liess­lich Ne­ben­leis­tun­gen) je­weils in­di­vi­du­ell aus­ge­wie­sen.
5Die Grund­sät­ze nach den Ab­sät­zen 1-4 gel­ten auch für Un­ter­neh­men, wel­che von Un­ter­neh­men und An­stal­ten, die die­sem Ge­setz un­ter­stellt sind, ka­pi­tal- und stim­men­mäs­sig be­herrscht wer­den und ih­ren Sitz in der Schweiz ha­ben.
6Der Bun­des­rat sorgt da­für, dass die Grund­sät­ze nach den Ab­sät­zen 1-5 für al­le pri­vat­recht­li­chen Un­ter­neh­men sinn­ge­mä­ss an­ge­wen­det wer­den, die der Bund ka­pi­tal- und stim­men­mäs­sig be­herrscht und die ih­ren Sitz in der Schweiz ha­ben. Aus­ge­nom­men sind Ge­sell­schaf­ten, de­ren Ak­ti­en an ei­ner Bör­se ko­tiert sind. Für die­se gel­ten die Ar­ti­kel 663bbis und 663c Ab­satz 3 OR4.5
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 des BG vom 20. Ju­ni 2003 über die Ent­löh­nung und wei­te­re Ver­trags­be­din­gun­gen des obers­ten Ka­ders und der Mit­glie­der lei­ten­der Or­ga­ne von Un­ter­neh­men und An­stal­ten des Bun­des, in Kraft seit 1. Fe­br. 2004 (AS 2004 297; BBl 2002 7496 7514).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 des Po­st­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 17. Dez. 2010, in Kraft seit 1. Okt. 2012 (AS 2012 5043; BBl 2009 5265).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II des BG vom 7. Okt. 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2629; BBl 2004 4471).
Of­fe­ne Stel­len wer­den öf­fent­lich aus­ge­schrie­ben. Die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen re­geln die Aus­nah­men.
2. Abschnitt: Entstehung, Beendigung und Auflösung des Arbeitsverhältnisses
Art. 8 Entstehung und Anstellungsbedingungen
1Das Ar­beits­ver­hält­nis ent­steht durch den Ab­schluss ei­nes schrift­li­chen öf­fent­lich-recht­li­chen Ar­beits­ver­trags.1
2Die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen re­geln die Dau­er der Pro­be­zeit. Sie kön­nen für Spe­zi­al­funk­tio­nen ei­ne ma­xi­ma­le Dau­er der Pro­be­zeit von sechs Mo­na­ten vor­se­hen.2
3Wenn dies für die Er­fül­lung ho­heit­li­cher Auf­ga­ben not­wen­dig ist, re­gelt der Bun­des­rat durch Ver­ord­nung:
wel­che Ar­beits­ver­hält­nis­se nur Per­so­nen mit Schwei­zer Bür­ger­recht zu­gäng­lich sind;
wel­che Ar­beits­ver­hält­nis­se nur Per­so­nen zu­gäng­lich sind, die aus­sch­liess­lich über das Schwei­zer Bür­ger­recht ver­fü­gen.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1493; BBl 2011 6703).
Art. 9 Dauer
1Ein be­fris­te­tes Ar­beits­ver­hält­nis darf für ei­ne Ver­trags­dau­er von längs­tens drei Jah­ren ge­schlos­sen wer­den; dau­ert es län­ger, so gilt es als un­be­fris­tet. Oh­ne Un­ter­bruch an­ein­an­der­ge­reih­te be­fris­te­te Ar­beits­ver­hält­nis­se gel­ten eben­falls nach drei Jah­ren als un­be­fris­tet.
2Der Bun­des­rat kann für be­stimm­te Be­rufs­ka­te­go­ri­en Aus­nah­men vor­se­hen.
Art. 10 Beendigung
1Das un­be­fris­te­te Ar­beits­ver­hält­nis en­det oh­ne Kün­di­gung beim Er­rei­chen der Al­ters­gren­ze nach Ar­ti­kel 21 des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19462 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung (AHVG).
2Die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen kön­nen:
für be­stimm­te Per­so­nal­ka­te­go­ri­en einen Al­ters­rück­tritt vor dem Er­rei­chen der Al­ters­gren­ze nach Ar­ti­kel 21 AHVG fest­le­gen;
die Be­schäf­ti­gung über das or­dent­li­che Rück­tritts­al­ter hin­aus vor­se­hen.
3Der Ar­beit­ge­ber kann das un­be­fris­te­te Ar­beits­ver­hält­nis aus sach­lich hin­rei­chen­den Grün­den or­dent­lich kün­di­gen, ins­be­son­de­re we­gen:
Ver­let­zung wich­ti­ger ge­setz­li­cher oder ver­trag­li­cher Pflich­ten;
Män­geln in der Leis­tung oder im Ver­hal­ten;
man­geln­der Eig­nung, Taug­lich­keit oder Be­reit­schaft, die im Ar­beits­ver­trag ver­ein­bar­te Ar­beit zu ver­rich­ten;
man­geln­der Be­reit­schaft zur Ver­rich­tung zu­mut­ba­rer an­de­rer Ar­beit;
schwer­wie­gen­den wirt­schaft­li­chen oder be­trieb­li­chen Grün­den, so­fern der Ar­beit­ge­ber der an­ge­stell­ten Per­son kei­ne zu­mut­ba­re an­de­re Ar­beit an­bie­ten kann;
Weg­falls ei­ner ge­setz­li­chen oder ver­trag­li­chen An­stel­lungs­be­din­gung.
4Die Ver­trags­par­tei­en kön­nen be­fris­te­te und un­be­fris­te­te Ar­beits­ver­hält­nis­se aus wich­ti­gen Grün­den frist­los kün­di­gen.
Art. 12 Kündigungsfristen
1Die Frist für die or­dent­li­che Kün­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses be­trägt nach Ab­lauf der Pro­be­zeit höchs­tens sechs Mo­na­te.
2Die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen re­geln die Dau­er der Kün­di­gungs­fris­ten.
Art. 13 Formvorschriften
Die Ver­län­ge­rung, die Be­fris­tung und die Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses so­wie je­de Än­de­rung des Ar­beits­ver­tra­ges be­dür­fen zu ih­rer Gül­tig­keit der schrift­li­chen Form.
Art. 14 Auf Amtsdauer gewählte Personen
1Für Per­so­nen, die auf Amts­dau­er ge­wählt wer­den, gel­ten die spe­zi­al­ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen und die ge­stützt dar­auf er­las­se­nen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen.
2Feh­len spe­zi­al­ge­setz­li­che Re­ge­lun­gen, so gel­ten die Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes un­ter Vor­be­halt der fol­gen­den Ab­wei­chun­gen:
Das Ar­beits­ver­hält­nis wird durch Ver­fü­gung be­grün­det, die der Zu­stim­mung der ge­wähl­ten Per­son be­darf.
Die Vor­schrif­ten die­ses Ge­set­zes und des OR2 über die or­dent­li­che Kün­di­gung sind nicht an­wend­bar.
Die Wahl­be­hör­de kann von ei­ner Wie­der­wahl ab­se­hen, wenn da­für sach­lich hin­rei­chen­de Grün­de vor­lie­gen; ver­fügt sie nicht spä­tes­tens sechs Mo­na­te vor Ab­lauf der Amts­dau­er die Nicht­wie­der­wahl, so gilt die be­tref­fen­de Per­son als wie­der­ge­wählt; im Be­schwer­de­ver­fah­ren sind Ar­ti­kel 34b Ab­satz 1 Buch­sta­be a und 2 so­wie Ar­ti­kel 34c Ab­satz 1 Buch­sta­ben a, b und d und 2 an­wend­bar.
Die ge­wähl­te Per­son kann un­ter Ein­hal­tung ei­ner drei­mo­na­ti­gen Frist auf das En­de je­des Mo­nats um Auf­lö­sung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses nach­su­chen.
3Aus wich­ti­gen Grün­den kann das Ar­beits­ver­hält­nis frist­los ge­kün­digt wer­den.
Art. 15 Lohn
1Der Ar­beit­ge­ber rich­tet den An­ge­stell­ten einen Lohn aus. Die­ser be­misst sich nach Funk­ti­on, Er­fah­rung und Leis­tung.
2Der Bun­des­rat re­gelt Min­dest­löh­ne.
3Die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen re­geln die Grund­sät­ze der Lohn­fest­le­gung.
4Sie kön­nen Zu­schlä­ge zum Lohn vor­se­hen, um die­sen ins­be­son­de­re an die re­gio­na­le Ar­beits­markt­la­ge, an die ört­li­che In­fra­struk­tur oder an bran­chen­spe­zi­fi­sche Be­dürf­nis­se an­zu­pas­sen.1
5Sie kön­nen ein­zel­ne An­tei­le des Loh­nes des im Aus­land ein­ge­setz­ten Per­so­nals an die Kauf­kraft an­pas­sen.
6Die Be­trä­ge der ma­xi­mal aus­zu­rich­ten­den Löh­ne (ein­sch­liess­lich Ne­ben­leis­tun­gen) der obers­ten Ka­der­funk­tio­nen der Bun­des­ver­wal­tung so­wie die wei­te­ren mit die­sen Per­so­nen ver­ein­bar­ten Ver­trags­be­din­gun­gen sind öf­fent­lich zu­gäng­lich.2
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 des BG vom 20. Ju­ni 2003 über die Ent­löh­nung und wei­te­re Ver­trags­be­din­gun­gen des obers­ten Ka­ders und der Mit­glie­der lei­ten­der Or­ga­ne von Un­ter­neh­men und An­stal­ten des Bun­des, in Kraft seit 1. Fe­br. 2004 (AS 2004 297; BBl 2002 7496 7514).
1Der Ar­beit­ge­ber rich­tet den An­ge­stell­ten auf den Lohn oder ein­zel­ne Lohnan­tei­le so­wie auf wei­te­re Leis­tun­gen einen an­ge­mes­se­nen Teue­rungs­aus­gleich aus. Er be­rück­sich­tigt da­bei sei­ne wirt­schaft­li­che und fi­nan­zi­el­le La­ge so­wie die Ver­hält­nis­se auf dem Ar­beits­markt.
2Die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen re­geln die Grund­sät­ze.
3Wo das Ar­beits­ver­hält­nis durch Ge­samt­ar­beits­ver­trag (Art. 38) ge­re­gelt ist, ent­hält die­ser Be­stim­mun­gen über den Teue­rungs­aus­gleich. Kön­nen sich die Ver­trags­par­tei­en nicht über des­sen Um­fang ei­ni­gen, so legt ihn das Schieds­ge­richt (Art. 38 Abs. 3) fest.
Art. 17 Höchstarbeitszeit
Für die wö­chent­li­che Höchst­ar­beits­zeit gel­ten die Be­stim­mun­gen des Ar­beits­ge­set­zes vom 13. März 19642 sinn­ge­mä­ss. Vor­be­hal­ten bleibt das Ar­beits­zeit­ge­setz vom 8. Ok­to­ber 19713.
1Die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen re­geln die Ar­beits­zeit so­wie die Fe­ri­en und den Ur­laub; sie re­geln fer­ner Um­fang und Aus­gleich von Mehr­ar­beit und Über­zeit.
2Mehr­ar­beit und Über­zeit wer­den nur ab­ge­gol­ten, wenn sie an­ge­ord­net oder nach­träg­lich an­er­kannt wur­den.
3Fe­ri­en­ta­ge ver­jäh­ren ge­mä­ss Ar­ti­kel 128 Zif­fer 3 OR2 in­nert fünf Jah­ren.
4Der Bun­des­rat re­gelt die Min­dest­fe­ri­en so­wie den Min­de­st­ur­laub der El­tern bei Ge­burt und Ad­op­ti­on.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1493; BBl 2011 6703).
Art. 18 Weitere Leistungen des Arbeitgebers
1Die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen re­geln die Aus­rüs­tung des Per­so­nals mit den Ge­rä­ten, den Dienst­klei­dern und dem Ma­te­ri­al, die zur Er­fül­lung der Auf­ga­ben er­for­der­lich ist.
2Sie re­geln fer­ner den Er­satz der Aus­la­gen und die Ver­gü­tung für In­kon­ve­ni­en­zen.
Art. 19 Massnahmen bei Auflösung des Arbeitsverhältnisses
1Der Ar­beit­ge­ber schöpft al­le Mög­lich­kei­ten ei­ner zu­mut­ba­ren Wei­ter­be­schäf­ti­gung aus, be­vor er ei­ner an­ge­stell­ten Per­son oh­ne de­ren Ver­schul­den kün­digt.
2Kün­digt der Ar­beit­ge­ber ei­ner an­ge­stell­ten Per­son oh­ne de­ren Ver­schul­den, so un­ter­stützt er ihr be­ruf­li­ches Fort­kom­men.
3Er rich­tet ihr ei­ne Ent­schä­di­gung aus, wenn:
sie in ei­nem Be­ruf ar­bei­tet, nach dem kei­ne oder nur ei­ne schwa­che Nach­fra­ge be­steht;
das Ar­beits­ver­hält­nis lan­ge ge­dau­ert oder die Per­son ein be­stimm­tes Al­ter er­reicht hat.
4Die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen kön­nen für wei­te­res Per­so­nal oder bei Be­en­di­gung im ge­gen­sei­ti­gen Ein­ver­neh­men ei­ne Ent­schä­di­gung vor­se­hen.
5Die Hö­he der Ent­schä­di­gung ent­spricht min­des­tens ei­nem Mo­nats­lohn und höchs­tens ei­nem Jah­res­lohn.
6Die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen:
le­gen den Rah­men für die Ent­schä­di­gun­gen fest;
re­geln die Kür­zung, Auf­he­bung oder Rück­er­stat­tung der Ent­schä­di­gung, wenn die be­trof­fe­ne Per­son ein an­de­res Ar­beits­ver­hält­nis ein­geht.
7Der Ar­beit­ge­ber kann die Ent­schä­di­gung als ein­ma­li­gen Be­trag oder in Ra­ten aus­rich­ten.
Art. 20 Wahrung der Interessen der Arbeitgeber
1Die An­ge­stell­ten ha­ben die ih­nen über­tra­ge­ne Ar­beit mit Sorg­falt aus­zu­füh­ren und die be­rech­tig­ten In­ter­es­sen des Bun­des be­zie­hungs­wei­se ih­res Ar­beit­ge­bers zu wah­ren.
2Wäh­rend der Dau­er des Ar­beits­ver­hält­nis­ses dür­fen die An­ge­stell­ten kei­ne Ar­beit ge­gen Ent­gelt für Drit­te leis­ten, so­weit sie da­durch ih­re Treue­pflicht ver­let­zen.
Art. 21 Verpflichtungen des Personals
1So­weit es für die Auf­ga­ben­er­fül­lung not­wen­dig ist, kön­nen die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen für das Per­so­nal die Ver­pflich­tung vor­se­hen:
an ei­nem be­stimm­ten Ort zu woh­nen und sich an an­de­re Ar­beit­sor­te ver­set­zen zu las­sen;
in der zu­ge­wie­se­nen Woh­nung zu woh­nen; die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen kön­nen das Rechts­ver­hält­nis ab­wei­chend von der Ge­setz­ge­bung über das Miet­recht re­geln;
be­stimm­te Ge­rä­te, Ar­beits­klei­der und Si­cher­heits­vor­rich­tun­gen zu ver­wen­den;
sich in an­de­re Funk­tio­nen be­zie­hungs­wei­se Ar­beits­be­rei­che ver­set­zen zu las­sen, so­fern das Per­so­nal ei­ner Ver­set­zungs­pflicht ge­mä­ss Buch­sta­be a un­ter­steht;
sich an Mass­nah­men zu be­tei­li­gen, die nach ei­ner krank­heits- oder un­fall­be­ding­ten Ab­we­sen­heit die Wie­der­ein­glie­de­rung in den Ar­beitspro­zess zum Ziel ha­ben.
2Die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen kön­nen das Per­so­nal ver­pflich­ten, Ein­kom­men aus Tä­tig­kei­ten zu Guns­ten Drit­ter ganz oder teil­wei­se dem Ar­beit­ge­ber ab­zu­lie­fern, wenn es die­se auf Grund des Ar­beits­ver­hält­nis­ses aus­übt.
3Das Per­so­nal darf we­der für sich noch für an­de­re Ge­schen­ke oder sons­ti­ge Vor­tei­le be­an­spru­chen, an­neh­men oder sich ver­spre­chen las­sen, wenn dies im Rah­men des Ar­beits­ver­hält­nis­ses ge­schieht.
4Dem Per­so­nal ist die Aus­übung ei­ner amt­li­chen Funk­ti­on für einen aus­län­di­schen Staat so­wie die An­nah­me von Ti­teln und Or­den aus­län­di­scher Be­hör­den ver­bo­ten.
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1493; BBl 2011 6703).
Art. 22 Berufs-, Geschäfts- und Amtsgeheimnis
1Die An­ge­stell­ten un­ter­ste­hen dem Be­rufs­ge­heim­nis, dem Ge­schäfts- und dem Amts­ge­heim­nis.
2Die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen re­geln die Schwei­ge­pflicht in Er­gän­zung der Spe­zi­al­ge­setz­ge­bung.
1Die An­ge­stell­ten sind ver­pflich­tet, al­le von Am­tes we­gen zu ver­fol­gen­den Ver­bre­chen oder Ver­ge­hen, die sie bei ih­rer amt­li­chen Tä­tig­keit fest­ge­stellt ha­ben oder die ih­nen ge­mel­det wor­den sind, den Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den, ih­ren Vor­ge­setz­ten oder der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­kon­trol­le (EFK) an­zu­zei­gen.
2Vor­be­hal­ten blei­ben An­zei­ge­pflich­ten aus an­de­ren Bun­des­ge­set­zen.
3Die An­zei­ge­pflicht ent­fällt für Per­so­nen, die nach den Ar­ti­keln 113 Ab­satz 1, 168 und 169 der Straf­pro­zess­ord­nung vom 5. Ok­to­ber 20072 zur Aus­sa­ge- oder Zeug­nis­ver­wei­ge­rung be­rech­tigt sind.
4Die An­ge­stell­ten sind be­rech­tigt, an­de­re Un­re­gel­mäs­sig­kei­ten, die sie bei ih­rer amt­li­chen Tä­tig­keit fest­ge­stellt ha­ben oder die ih­nen ge­mel­det wor­den sind, der EFK zu mel­den. Die EFK klärt den Sach­ver­halt ab und trifft die not­wen­di­gen Mass­nah­men.
5Wer in gu­ten Treu­en ei­ne An­zei­ge oder Mel­dung er­stat­tet oder wer als Zeu­ge oder Zeu­gin aus­ge­sagt hat, darf des­we­gen nicht in sei­ner be­ruf­li­chen Stel­lung be­nach­tei­ligt wer­den.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 4 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
Art. 23 Nebenbeschäftigung
Die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen kön­nen die Aus­übung be­stimm­ter Tä­tig­kei­ten und öf­fent­li­cher Äm­ter von ei­ner Be­wil­li­gung ab­hän­gig ma­chen, so­weit sie die Er­fül­lung der Auf­ga­ben zu be­ein­träch­ti­gen ver­mö­gen.
Art. 24 Einschränkung von Rechten des Personals
1So­weit es für die Staats­si­cher­heit, für die Wah­rung von wich­ti­gen In­ter­es­sen in aus­wär­ti­gen An­ge­le­gen­hei­ten oder für die Si­cher­stel­lung der Lan­des­ver­sor­gung mit le­bens­not­wen­di­gen Gü­tern und Dienst­leis­tun­gen er­for­der­lich ist, kann der Bun­des­rat das Streik­recht für be­stimm­te Ka­te­go­ri­en von An­ge­stell­ten be­schrän­ken oder auf­he­ben.
2Aus den glei­chen Grün­den kann er:
die Nie­der­las­sungs­frei­heit und die Wirt­schafts­frei­heit über die im Ge­setz vor­ge­se­he­nen Ein­schrän­kun­gen hin­aus be­schrän­ken;
dem Per­so­nal über den Ar­beits­ver­trag hin­aus­ge­hen­de Pflich­ten auf­er­le­gen.
Art. 25 Sicherstellung des geordneten Aufgabenvollzugs
1Der Ar­beit­ge­ber trifft die für den ge­ord­ne­ten Voll­zug der Auf­ga­ben nö­ti­gen Mass­nah­men.
2Er kann ins­be­son­de­re fol­gen­de Mass­nah­men tref­fen:
Un­ter­stüt­zungs- und Ent­wick­lungs­mass­nah­men;
Ver­war­nung, Kür­zung des Loh­nes, Bus­se und Frei­stel­lung; so­wie
Än­de­rung des Auf­ga­ben­krei­ses, der Ar­beits­zeit und des Ar­beit­sor­tes.
3So­weit die Mass­nah­men den Ar­beits­ver­trag be­tref­fen, ver­ein­bart er sie schrift­lich mit der an­ge­stell­ten Per­son. Bei Un­ei­nig­keit rich­tet sich das Ver­fah­ren nach den Ar­ti­keln 34 und 36.
3a. Abschnitt: Datenbearbeitung
Art. 27 Personaladministration
1Der Ar­beit­ge­ber be­ar­bei­tet in Pa­pier­form und in ei­nem oder meh­re­ren In­for­ma­ti­ons­sys­te­men Da­ten sei­ner An­ge­stell­ten zur Er­fül­lung der Auf­ga­ben nach die­sem Ge­setz, ins­be­son­de­re für:
die Er­mitt­lung des er­for­der­li­chen Per­so­nal­be­darfs;
die Si­che­rung des er­for­der­li­chen Per­so­nal­be­stands durch Re­kru­tie­rung von Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern;
die Lohn- und Ge­halts­ab­rech­nung, das An­le­gen von Per­so­nal­ak­ten, die Mel­dun­gen an die So­zi­al­ver­si­che­run­gen;
das För­dern so­wie den lang­fris­ti­gen Er­halt von Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern;
die Er­hal­tung und Ver­bes­se­rung der Qua­li­fi­ka­ti­on der Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter;
die Pla­nung, Steue­rung und Kon­trol­le durch Da­ten­ana­ly­sen, Ver­glei­che, Be­richt­er­stat­tung und Mass­nah­men­pla­nung.
2Er kann fol­gen­de für die Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­ben nach Ab­satz 1 not­wen­di­gen Da­ten sei­nes Per­so­nals, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Per­so­nen­da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­le, be­ar­bei­ten:
An­ga­ben zur ge­sund­heit­li­chen Si­tua­ti­on in Be­zug auf die Ar­beits­fä­hig­keit;
An­ga­ben zu Leis­tun­gen und Po­ten­zi­al so­wie zur per­sön­li­chen und be­ruf­li­chen Ent­wick­lung;
Da­ten, die im Rah­men der Mit­wir­kung beim Voll­zug des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts er­for­der­lich sind;
Ver­fah­rens­ak­ten und Ent­schei­de von Be­hör­den in Ver­bin­dung mit der Ar­beit.
3Er ist ver­ant­wort­lich für den Schutz und die Si­cher­heit der Da­ten.
4Er darf Da­ten an Drit­te wei­ter­ge­ben, wenn da­für ei­ne recht­li­che Grund­la­ge be­steht oder die be­trof­fe­ne Per­son der Wei­ter­ga­be schrift­lich zu­ge­stimmt hat.
5Er er­lässt Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen über:
die Ar­chi­tek­tur, die Or­ga­ni­sa­ti­on und den Be­trieb des In­for­ma­ti­ons­sys­tems oder der In­for­ma­ti­ons­sys­te­me;
die Be­ar­bei­tung der Da­ten, ins­be­son­de­re die Be­schaf­fung, Auf­be­wah­rung, Ar­chi­vie­rung und Ver­nich­tung;
die Be­rech­ti­gun­gen zur Da­ten­be­ar­bei­tung;
die Da­ten­ka­te­go­ri­en nach Ab­satz 2;
den Schutz und die Si­cher­heit der Da­ten.
6Er kann die Be­kannt­ga­be von nicht be­son­ders schüt­zens­wer­ten Da­ten im Ab­ruf­ver­fah­ren vor­se­hen. Er er­lässt da­zu Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 2 des Aus­gleichs­fonds­ge­set­zes vom 16. Ju­ni 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7563; BBl 2016 311).
Art. 27a-27c
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 17. Ju­ni 2011 (AS 2011 5583; BBl 2010 7059). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 2 des Aus­gleichs­fonds­ge­set­zes vom 16. Ju­ni 2017, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7563; BBl 2016 311).
Art. 27d Dossier der Personal- und Sozialberatung
1Die Per­so­nal- und So­zi­al­be­ra­tung der Bun­des­ver­wal­tung (PSB) be­ar­bei­tet in Pa­pier­form und in ei­nem In­for­ma­ti­ons­sys­tem die Da­ten der Per­so­nen, die an sie ge­lan­gen (Kli­en­tin­nen und Kli­en­ten), für:
die Be­ra­tung und Un­ter­stüt­zung der Kli­en­tin­nen und Kli­en­ten in den Be­rei­chen Ar­beit, So­zia­les, Ge­sund­heit und Fi­nan­zen;
den Ent­scheid über Leis­tungs­ge­su­che nach der Ver­ord­nung vom 18. De­zem­ber 20022 über den Un­ter­stüt­zungs­fonds für das Bun­des­per­so­nal;
die Mit­tel­zu­tei­lung für die be­ruf­li­che In­te­gra­ti­on von Men­schen mit Be­hin­de­run­gen in die Bun­des­ver­wal­tung;
die Fall­füh­rung (Ca­se Ma­na­ge­ment).
2Die PSB kann die fol­gen­den für die Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben not­wen­di­gen be­son­ders schüt­zens­wer­ten Per­so­nen­da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­le der Kli­en­tin­nen und Kli­en­ten be­ar­bei­ten:
pri­va­te Si­tua­ti­on;
ge­sund­heit­li­che Si­tua­ti­on;
Leis­tungs­fä­hig­keit;
Grund und Grad der In­va­li­di­tät.
3Die An­ge­stell­ten der PSB und die für den tech­ni­schen Sup­port ver­ant­wort­li­chen Dienst­stel­len er­hal­ten Zu­griff auf das In­for­ma­ti­ons­sys­tem, so­weit es für die Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben not­wen­dig ist.
4Die PSB kann den fol­gen­den Per­so­nen und Stel­len die in Ab­satz 2 ge­nann­ten Per­so­nen­da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­le zu­gäng­lich ma­chen, so­fern sie die­se für die Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben be­nö­ti­gen:
den di­rek­ten Vor­ge­set­zen;
den Per­so­nal­diens­ten;
den zu­stän­di­gen Stel­len der IV, der SU­VA und der Mi­li­tär­ver­si­che­rung;
dem ärzt­li­chen Dienst der Bun­des­ver­wal­tung;
dem Eid­ge­nös­si­schen Per­so­nal­amt im Rah­men der Mit­tel­zu­tei­lung für die be­ruf­li­che In­te­gra­ti­on von Men­schen mit Be­hin­de­run­gen;
den Mit­glie­dern des Fonds­ra­tes des Un­ter­stüt­zungs­fonds für das Bun­des­per­so­nal.
5Die PSB ist ver­ant­wort­lich für den Schutz der Da­ten und die Si­cher­heit des In­for­ma­ti­ons­sys­tems.
6Der Bun­des­rat er­lässt Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen über:
die Be­ar­bei­tung der Da­ten, ins­be­son­de­re die Be­schaf­fung, Auf­be­wah­rung, Be­kannt­ga­be, Ar­chi­vie­rung und Ver­nich­tung;
die Da­ten­ka­ta­lo­ge.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2012 (AS 2013 1493; BBl 2011 6703). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 19. Ju­ni 2015 (Op­ti­mie­rung Neu­es Rech­nungs­mo­dell), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4009; BBl 2014 9329).
Art. 28 Gesundheitsdaten
1Der zu­stän­di­ge ärzt­li­che Dienst be­ar­bei­tet die­je­ni­gen be­son­ders schüt­zens­wer­ten Per­so­nen­da­ten über die Ge­sund­heit, die not­wen­dig sind für:
die Eig­nungs­be­ur­tei­lung der Be­wer­be­rin­nen und Be­wer­ber bei der An­stel­lung;
die Eig­nungs­be­ur­tei­lung der An­ge­stell­ten wäh­rend der Dau­er des Ar­beits­ver­hält­nis­ses;
die Be­ur­tei­lung der In­va­li­di­täts- und Mor­bi­di­täts­ri­si­ken der Be­wer­be­rin­nen und Be­wer­ber bei der An­stel­lung für si­cher­heits­re­le­van­te Funk­tio­nen.1
1bisEr kann die­se Da­ten in ei­nem In­for­ma­ti­ons­sys­tem be­ar­bei­ten.2
1terDie An­ge­stell­ten des ärzt­li­chen Diens­tes und die für den tech­ni­schen Sup­port ver­ant­wort­li­chen Dienst­stel­len er­hal­ten Zu­griff auf das In­for­ma­ti­ons­sys­tem, so­weit es für die Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben not­wen­dig ist.3
1qua­terDer Bun­des­rat er­lässt Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen über:
die Da­ten­ka­ta­lo­ge;
die tech­ni­schen und or­ga­ni­sa­to­ri­schen Schutz­mass­nah­men zur Ver­hin­de­rung der Be­ar­bei­tung von Per­so­nen­da­ten durch un­be­rech­tig­te Drit­te.4
2Er darf den in­ter­es­sier­ten Stel­len über die Schluss­fol­ge­run­gen aus ärzt­li­chen Fest­stel­lun­gen nur so weit Aus­kunft er­tei­len, als das für die Be­ur­tei­lung der An­stel­lungs-, Ver­si­che­rungs- oder Ar­beit­staug­lich­keit von Be­wer­be­rin­nen und Be­wer­bern oder für die Stel­lung­nah­me zu An­sprü­chen aus dem Ar­beits­ver­hält­nis er­for­der­lich ist.
3Im Üb­ri­gen darf er Ge­sund­heits­da­ten und me­di­zi­ni­sche Ak­ten nur mit schrift­li­cher Zu­stim­mung der be­trof­fe­nen Per­son wei­ter­ge­ben; wird die Zu­stim­mung ver­wei­gert, so darf die Wei­ter­ga­be nur mit Er­mäch­ti­gung der in den Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen zu be­zeich­nen­den Stel­le er­fol­gen.
4Die Er­mäch­ti­gung nach Ab­satz 3 wird ver­wei­gert, wenn:
die Per­son, über die Aus­kunft ver­langt wird, ein über­wie­gen­des In­ter­es­se an der Ge­heim­hal­tung hat; oder
die­se den Ar­beit­ge­ber in der Durch­füh­rung sei­ner Auf­ga­ben we­sent­lich be­ein­träch­ti­gen wür­de; oder
öf­fent­li­che In­ter­es­sen es ver­lan­gen.
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1493; BBl 2011 6703).
4. Abschnitt: Massnahmen zu Gunsten des Personals
Art. 29 Arbeitsverhinderung und Tod
1Die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen re­geln die Leis­tun­gen der Ar­beit­ge­ber an die An­ge­stell­ten bei Ar­beits­ver­hin­de­rung we­gen Krank­heit, Un­fall, In­va­li­di­tät, Mi­li­tär-, Zi­vil­schutz- und Zi­vil­dienst so­wie bei Mut­ter­schaft.
2Sie re­geln die Leis­tun­gen an die Hin­ter­blie­be­nen beim Tod der an­ge­stell­ten Per­son.
3Sie re­geln fer­ner die An­rech­nung der Leis­tun­gen ob­li­ga­to­ri­scher in- und aus­län­di­scher So­zi­al­ver­si­che­run­gen an den Lohn und wei­te­re Leis­tun­gen.
Art. 30 Eintritt in die Rechte des Personals
1Ge­gen­über Drit­ten, die für die Krank­heit, den Un­fall, die In­va­li­di­tät oder den Tod haf­ten, tritt der Ar­beit­ge­ber im Zeit­punkt des Er­eig­nis­ses bis zur Hö­he sei­ner Leis­tun­gen in die Rech­te der an­ge­stell­ten Per­son und ih­rer Hin­ter­blie­be­nen ein.
2Ein Rück­griffs­recht steht dem Ar­beit­ge­ber ge­gen den Ehe­gat­ten, die ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin oder den ein­ge­tra­ge­nen Part­ner der an­ge­stell­ten Per­son, ih­re Ver­wand­ten in auf- und ab­stei­gen­der Li­nie oder mit ihr in häus­li­cher Ge­mein­schaft le­ben­de Per­so­nen nur zu, wenn sie die Ar­beits­ver­hin­de­rung ab­sicht­lich oder grob­fahr­läs­sig her­bei­ge­führt ha­ben.1
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 6 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).
Art. 31 Sozialmassnahmen und Sozialleistungen
1Der Bun­des­rat re­gelt die Leis­tun­gen, die den An­ge­stell­ten für den Un­ter­halt ih­rer Kin­der in Er­gän­zung zu den Fa­mi­li­en­zu­la­gen nach den Fa­mi­li­en­zu­la­gen­ord­nun­gen der Kan­to­ne aus­ge­rich­tet wer­den.1
2Die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen kön­nen Mass­nah­men vor­se­hen, wel­che die Kin­der­be­treu­ung er­leich­tern. Sie kön­nen zu Guns­ten von An­ge­stell­ten, die ab­hän­gi­ge Er­werbs­be­hin­der­te be­treu­en oder für sol­che auf­kom­men, Mass­nah­men zur Er­leich­te­rung der Be­treu­ung so­wie Leis­tun­gen vor­se­hen.
3Die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen kön­nen Mass­nah­men und Leis­tun­gen zur Mil­de­rung der Fol­gen so­zia­ler Här­ten vor­se­hen.
4Muss in­fol­ge wirt­schaft­li­cher oder be­trieb­li­cher Mass­nah­men grös­se­ren Per­so­nal­be­stän­den ge­kün­digt wer­den, so er­lässt der Ar­beit­ge­ber einen So­zi­al­plan. Wo das Ar­beits­ver­hält­nis durch Ge­samt­ar­beits­ver­trag (Art. 38) ge­re­gelt ist, le­gen die Ver­trags­par­tei­en den So­zi­al­plan ge­samt­ar­beits­ver­trag­lich fest. Kön­nen sie sich nicht ei­ni­gen, so legt das Schieds­ge­richt (Art. 38 Abs. 3) den So­zi­al­plan fest.
5Die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen kön­nen wei­te­re Mass­nah­men und Leis­tun­gen zur so­zia­len Si­che­rung des Per­so­nals vor­se­hen, ins­be­son­de­re die Un­ter­stüt­zung bei be­ruf­li­cher Um­ori­en­tie­rung oder Leis­tun­gen bei vor­zei­ti­ger Pen­sio­nie­rung.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des Fa­mi­li­en­zu­la­gen­ge­set­zes vom 24. März 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 131; BBl 1999 3220, 2000 4784, 2004 6887 6941).
Art. 32 Weitere Massnahmen und Leistungen
Die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen kön­nen zu­sätz­lich vor­se­hen:
Mass­nah­men und Leis­tun­gen zur Ge­win­nung, zur Er­hal­tung und zur Aus­zeich­nung von Per­so­nal;
Treue­prä­mi­en;
Mass­nah­men und Leis­tun­gen zur För­de­rung von Er­fin­dun­gen und zur Aus­zeich­nung von Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­gen;
Mass­nah­men und Leis­tun­gen zu Guns­ten ei­nes öko­lo­gi­schen, ge­sund­heits­be­wuss­ten und si­cher­heits­för­dern­den Ver­hal­tens bei der Ar­beit;
den Be­trieb oder die Un­ter­stüt­zung von Ein­rich­tun­gen zu Guns­ten des Per­so­nals;
die Be­schaf­fung von Un­ter­künf­ten an Ar­beit­sor­ten, an de­nen kein ge­nü­gen­des Wohn­an­ge­bot be­steht oder wo be­son­de­re Ar­beit­sum­stän­de es er­for­dern, so­wie die Un­ter­stüt­zung beim Kauf und bei der Mie­te von Wohn­raum;
Ver­güns­ti­gun­gen auf Leis­tun­gen und Er­zeug­nis­sen des Bun­des.
4b. Abschnitt: Berufliche Vorsorge
Art. 32a Versichertes Personal
1An­ge­stell­te der Ar­beit­ge­ber nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 1 Buch­sta­ben a, b und e-i sind bei PU­BLI­CA ge­gen die wirt­schaft­li­chen Fol­gen von Al­ter, In­va­li­di­tät und Tod ver­si­chert.
2Ver­wal­tungs­ein­hei­ten der de­zen­tra­len Bun­des­ver­wal­tung mit ei­ge­ner Rechts­per­sön­lich­keit und ei­ge­ner Rech­nung, die ge­stützt auf ein Spe­zi­al­ge­setz ein von die­sem Ge­setz ab­wei­chen­des Per­so­nal­sta­tut oder nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2 und 37 Ab­satz 3 ei­ge­ne per­so­nal­recht­li­che Ar­beit­ge­ber­be­fug­nis­se ha­ben, ver­si­chern ih­re An­ge­stell­ten eben­falls bei PU­BLI­CA.
Art. 32b Arbeitgeber
1Der Bun­des­rat gilt als Ar­beit­ge­ber im Sin­ne des PU­BLI­CA-Ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 20061 für die An­ge­stell­ten nach Ar­ti­kel 32a; Ab­satz 2 ist vor­be­hal­ten.
2Die Ver­wal­tungs­ein­hei­ten der de­zen­tra­len Bun­des­ver­wal­tung mit ei­ge­ner Rechts­per­sön­lich­keit und ei­ge­ner Rech­nung sind Ar­beit­ge­ber für ih­re An­ge­stell­ten.
3Der Bun­des­rat be­stimmt die Ar­beit­ge­ber­ver­tre­ter und Ar­beit­ge­ber­ver­tre­te­rin­nen des Vor­sor­ge­werks Bund (Art. 32d Abs. 2) in der Kas­sen­kom­mis­si­on.
Art. 32c Anschluss an PUBLICA
1Der An­schluss der Ar­beit­ge­ber an PU­BLI­CA nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 1 des PU­BLI­CA-Ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 20061 er­folgt über einen öf­fent­lichrecht­li­chen An­schluss­ver­trag. Für den Bun­des­rat er­folgt die Ver­trags­un­ter­zeich­nung durch das EFD.2
2Die Vor­sor­ge­re­gle­men­te bil­den Be­stand­teil des An­schluss­ver­tra­ges.
3Der Ab­schluss und die Än­de­rung des An­schluss­ver­tra­ges be­darf der Mit­wir­kung und der Zu­stim­mung des pa­ri­tä­ti­schen Or­gans. An­schluss­ver­trä­ge von an­de­ren Ar­beit­ge­bern als dem Bun­des­rat be­dür­fen zu ih­rer Rechts­ver­bind­lich­keit zu­dem der Ge­neh­mi­gung durch den Bun­des­rat.
4Än­de­run­gen von An­schluss­ver­trä­gen be­dür­fen der Ge­neh­mi­gung durch den Bun­des­rat, wenn sie fi­nan­zi­el­le Aus­wir­kun­gen für den Ar­beit­ge­ber, die An­ge­stell­ten, die Ren­ten­be­zie­hen­den oder das Vor­sor­ge­werk ha­ben.3
2 Fas­sung des letz­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1493; BBl 2011 6703).
Art. 32d Vorsorgewerke
1Die Ar­beit­ge­ber bil­den zu­sam­men mit ih­ren An­ge­stell­ten und den zu­ge­ord­ne­ten Ren­ten­be­zie­hen­den je ei­ge­ne Vor­sor­ge­wer­ke. Meh­re­re Ar­beit­ge­ber kön­nen mit Zu­stim­mung des Bun­des­rats ein ge­mein­schaft­li­ches Vor­sor­ge­werk bil­den. Der Bun­des­rat kann den Zu­sam­menschluss meh­re­rer Ar­beit­ge­ber zu ei­nem ge­mein­schaft­li­chen Vor­sor­ge­werk vor­schrei­ben.1
2Die Ver­wal­tungs­ein­hei­ten der de­zen­tra­len Bun­des­ver­wal­tung mit ei­ge­ner Rechts­per­sön­lich­keit und mit ei­ge­ner Rech­nung, die oh­ne spe­zi­al­ge­setz­li­che Ab­wei­chun­gen und oh­ne ei­ge­ne per­so­nal­recht­li­che Ar­beit­ge­ber­be­fug­nis­se nach den Ar­ti­keln 3 Ab­satz 2 und 37 Ab­satz 3 die­sem Ge­setz un­ter­stellt sind, bil­den mit dem Ar­beit­ge­ber Bun­des­rat ein ge­mein­schaft­li­ches Vor­sor­ge­werk (Vor­sor­ge­werk Bund), so­fern die spe­zi­al­ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten nichts an­de­res vor­se­hen. Ver­wal­tungs­ein­hei­ten der de­zen­tra­len Bun­des­ver­wal­tung nach Ar­ti­kel 32a Ab­satz 2 kön­nen sich mit Zu­stim­mung des Bun­des­ra­tes eben­falls dem Vor­sor­ge­werk Bund an­sch­lies­sen.2 Je­der Ar­beit­ge­ber des Vor­sor­ge­werks Bund ist Ver­trags­par­tei des ge­mein­schaft­li­chen An­schluss­ver­tra­ges.3
2bisLe­gen ins­be­son­de­re Grös­se, Struk­tur und Auf­ga­ben ei­nes Ar­beit­ge­bers den Zu­sam­menschluss nach Ab­satz 1 oder einen An­schluss an das Vor­sor­ge­werk Bund aus ver­si­che­rungs­tech­ni­schen oder vor­sor­ge­tech­ni­schen Grün­den na­he, so kann der Bun­des­rat den Zu­sam­menschluss an­ord­nen oder ei­nem An­schluss­be­geh­ren zu­stim­men.4
3Die Vor­sor­ge­wer­ke tra­gen die auf sie ent­fal­len­den Kos­ten sel­ber. Bei ge­mein­schaft­li­chen Vor­sor­ge­wer­ken stellt PU­BLI­CA nach Ar­beit­ge­bern ge­trennt Rech­nung.
1 Drit­ter Satz ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 2 des Aus­gleichs­fonds­ge­set­zes vom 16. Ju­ni 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7563; BBl 2016 311).
2 Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 2 des Aus­gleichs­fonds­ge­set­zes vom 16. Ju­ni 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7563; BBl 2016 311).
3 Ur­sprüng­lich: 2. Satz.
4 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 2 des Aus­gleichs­fonds­ge­set­zes vom 16. Ju­ni 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7563; BBl 2016 311).
Art. 32e Paritätisches Organ
1Für je­des Vor­sor­ge­werk be­steht ein pa­ri­tä­ti­sches Or­gan, das aus Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern des Ar­beit­ge­bers und der An­ge­stell­ten zu­sam­men­ge­setzt ist.
2Bil­den meh­re­re Ar­beit­ge­ber ein ge­mein­schaft­li­ches Vor­sor­ge­werk, so rich­tet sich die Ver­tre­tung der Ar­beit­ge­ber und der An­ge­stell­ten im pa­ri­tä­ti­schen Or­gan nach dem An­teil des ein­zel­nen Ar­beit­ge­bers am ge­sam­ten De­ckungs­ka­pi­tal des Vor­sor­ge­werks.
3Der Bun­des­rat re­gelt die Wahl der pa­ri­tä­ti­schen Or­ga­ne der ein­zel­nen Vor­sor­ge­wer­ke in ei­ner Ver­ord­nung. Er kann den nicht zum Vor­sor­ge­werk Bund ge­hö­ren­den Ar­beit­ge­bern die­se Be­fug­nis über­tra­gen.
Art. 32f Auflösung von Anschlussverträgen, Austritt von Verwaltungseinheiten und Statuswechsel
1Tritt ein Ar­beit­ge­ber oder ei­ne Ver­wal­tungs­ein­heit aus PU­BLI­CA oder ei­nem Vor­sor­ge­werk aus oder wech­selt er oder sie den recht­li­chen Sta­tus, so tre­ten die dem Ar­beit­ge­ber oder der Ver­wal­tungs­ein­heit zu­ge­ord­ne­ten ak­ti­ven Ver­si­cher­ten und Ren­ten­be­zie­hen­den in die neue Vor­sor­ge­ein­rich­tung be­zie­hungs­wei­se in das neue Vor­sor­ge­werk über.
2Die Ren­ten­be­zie­hen­den kön­nen bei PU­BLI­CA be­zie­hungs­wei­se beim bis­he­ri­gen Vor­sor­ge­werk zu­rück­ge­las­sen wer­den, wenn die In­ter­es­sen des Bun­des an der Aus­glie­de­rung oder dem Sta­tus­wech­sel dies er­for­dern.
3Der nach dem Aus­tritt oder Sta­tus­wech­sel für die ak­ti­ven Ver­si­cher­ten zu­stän­di­ge Ar­beit­ge­ber ist auch für die Fi­nan­zie­rung der Ar­beit­ge­ber­pflich­ten für die zu­rück­ge­las­se­nen Ren­ten­be­zie­hen­den zu­stän­dig. Er gleicht PU­BLI­CA einen all­fäl­li­gen durch das Zu­rück­las­sen der Ren­ten­be­zie­hen­den ent­ste­hen­den und nicht durch das vor­han­de­ne Ver­mö­gen ge­deck­ten fi­nan­zi­el­len Nach­teil aus.
4Der Bund kann die Fi­nan­zie­rung die­ser Pflich­ten über­neh­men, wenn der Bun­des­rat zu­vor Ar­beit­ge­ber war und ein Ge­setz nicht et­was an­de­res vor­sieht.
1Die Bei­trä­ge der Ar­beit­ge­ber für die Al­ters­vor­sor­ge, Ri­si­ko­ver­si­che­rung und Über­brückungs­ren­te be­tra­gen ge­samt­haft min­des­tens 11 und höchs­tens 13,5 Pro­zent der ver­sicher­ba­ren Lohn­sum­me. Ih­re Hö­he rich­tet sich nach der Ri­si­ko- und Al­ter­ss­truk­tur der Ver­si­cher­ten des Vor­sor­ge­werks, den län­ger­fris­ti­gen Er­trags­aus­sich­ten, der Ver­än­de­rung des tech­ni­schen Zin­ses und der wirt­schaft­li­chen La­ge des Ar­beit­ge­bers.
2Die Ar­beit­ge­ber le­gen ih­re Bei­trä­ge nach An­hö­rung des pa­ri­tä­ti­schen Or­gans der Vor­sor­ge­wer­ke fest.
3Die Ar­beit­ge­ber- und Ar­beit­neh­mer­bei­trä­ge wer­den nach Al­ter der Ver­si­cher­ten gestaf­felt.
4Die Vor­sor­ge­re­gle­men­te kön­nen im Rah­men von Ar­ti­kel 66 Ab­satz 1 des Bun­des­ge­set­zes vom 25. Ju­ni 19821 über die Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge (BVG) und Ar­ti­kel 331 Ab­satz 3 OR2 Ab­wei­chun­gen von der pa­ri­tä­ti­schen Fi­nan­zie­rung der Ri­si­ko­leis­tun­gen und der Al­ters­leis­tun­gen vor­se­hen.3
5Als ver­sicher­ba­rer Lohn gel­ten der AHV-pflich­ti­ge Lohn und die Zu­schlä­ge nach Ar­ti­kel 15. Nicht zum ver­sicher­ba­ren Lohn ge­hö­ren der Er­satz von Aus­la­gen und Ab­gel­tun­gen für Leis­tun­gen wie Mehr­ar­beit und Über­zeit, Pi­kett-, Nacht- oder Schicht­ar­beit.
6Die Fest­le­gung des ko­or­di­nier­ten Loh­nes er­folgt un­ter Be­rück­sich­ti­gung des Be­schäf­ti­gungs­gra­des der an­ge­stell­ten Per­son. Der Ko­or­di­na­ti­ons­be­trag kann als Pro­zent­satz des AHV-pflich­ti­gen Loh­nes fest­ge­legt wer­den.
7Der ver­si­cher­te Ver­dienst ent­spricht dem ver­sicher­ba­ren Jah­res­lohn, ver­min­dert um den Ko­or­di­na­ti­ons­be­trag.
Art. 32h Erhebung der Arbeitgeberbeiträge
Die Ar­beit­ge­ber er­he­ben die PU­BLI­CA ge­schul­de­ten Ar­beit­ge­ber­bei­trä­ge bei ih­ren Ver­wal­tungs­ein­hei­ten in der Form ei­nes vom Al­ter der an­ge­stell­ten Per­so­nen un­ab­hän­gi­gen Bei­trags auf der Sum­me der ver­si­cher­ten Ver­diens­te. Dies gilt nicht für Ar­beit­ge­ber nach Ar­ti­kel 32a Ab­satz 2.
1Die Bei­trags­pflicht für die Al­ters­vor­sor­ge im Bei­trags­pri­mat be­ginnt am 1. Ja­nu­ar nach dem vollen­de­ten 21. Al­ters­jahr und dau­ert bis zum En­de der Bei­trags­pflicht ge­mä­ss AHVG1.
2Die Vor­sor­ge­re­gle­men­te kön­nen be­stim­men, dass die Bei­trä­ge an die Al­ters­vor­sor­ge bis zum 70. Al­ters­jahr ren­ten­bil­dend sind.
3Be­en­det die ver­si­cher­te Per­son zwi­schen dem vollen­de­ten 60. und 70. Al­ters­jahr das Ar­beits­ver­hält­nis oder re­du­ziert sie den Be­schäf­ti­gungs­grad, so kann sie die Aus­rich­tung der ent­spre­chen­den Al­ters­ren­te oder Teilal­ters­ren­te ver­lan­gen.
4Die re­gle­men­ta­ri­sche Al­ters­leis­tung er­gibt sich aus den ge­leis­te­ten Bei­trä­gen und den Ver­mö­gen­ser­trä­gen. Die Um­wand­lungs­sät­ze wer­den ver­si­che­rungs­ma­the­ma­tisch fest­ge­legt. Das Vor­sor­ge­re­gle­ment re­gelt den Be­zug der Al­ters­leis­tung in Form ei­ner Ka­pi­tal­ab­fin­dung und den Be­zug der Al­ters­leis­tung nach dem En­de der Bei­trags­pflicht ge­mä­ss dem AHVG.
Art. 32j Vorsorge für Invalidität und Tod
1Die Bei­trags­pflicht für die Ri­si­ken Tod und In­va­li­di­tät be­ginnt am 1. Ja­nu­ar nach dem vollen­de­ten 17. Al­ters­jahr.
2In­va­li­den­leis­tun­gen wer­den aus­ge­rich­tet, wenn die ver­si­cher­te Per­son nach Ar­ti­kel 23 BVG1 an­spruchs­be­rech­tigt wird und die Lohn­zah­lun­gen des Ar­beit­ge­bers durch Be­en­di­gung des An­stel­lungs­ver­hält­nis­ses be­zie­hungs­wei­se die sie er­set­zen­den Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen auf­hö­ren.2
2bisLiegt kei­ne In­va­li­di­tät nach Ab­satz 2 vor und be­steht nach me­di­zi­ni­scher Un­ter­su­chung durch den zu­stän­di­gen ärzt­li­chen Dienst le­dig­lich ei­ne Be­rufs­in­va­li­di­tät, so kann PU­BLI­CA auf An­trag des Ar­beit­ge­bers In­va­li­den­leis­tun­gen aus­rich­ten, wenn Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men er­folg­los ge­blie­ben sind. Der Ar­beit­ge­ber ver­gü­tet PU­BLI­CA das da­zu not­wen­di­ge De­ckungs­ka­pi­tal.3
3Die Leis­tun­gen bei In­va­li­di­tät und Tod ba­sie­ren auf dem Al­ters­gut­ha­ben, das bis zum En­de der Bei­trags­pflicht ge­mä­ss AHVG4 er­wor­ben wer­den kann. Die Vor­sor­ge­re­gle­men­te kön­nen für die Er­mitt­lung die­ses Gut­ha­bens einen Pro­jek­ti­ons­zins vor­se­hen.5
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1493; BBl 2011 6703).
Art. 32k Überbrückungsrenten
1Die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen kön­nen ei­ne Über­brückungs­ren­te vor­se­hen für Fäl­le, in de­nen der Al­ters­rück­tritt vor dem Ren­ten­al­ter nach Ar­ti­kel 21 AHVG2 er­folgt. Die Über­brückungs­ren­te wird grund­sätz­lich durch die An­ge­stell­ten fi­nan­ziert. Die Ar­beit­ge­ber kön­nen sich im Ein­zel­fall mit höchs­tens 50 Pro­zent an der Fi­nan­zie­rung der Über­brückungs­ren­te be­tei­li­gen.
2Die Be­tei­li­gung des Ar­beit­ge­bers an der Fi­nan­zie­rung der Über­brückungs­ren­te kann bei be­son­de­ren Per­so­nal­ka­te­go­ri­en oder aus so­zia­len Grün­den mehr als 50 Pro­zent be­tra­gen.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 des BG vom 17. März 2017 über das Sta­bi­li­sie­rungs­pro­gramm 2017-2019, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 5205; BBl 2016 4691).
Art. 32l Anpassung der Renten an die Teuerung aus Vermögenserträgen von PUBLICA
1Das pa­ri­tä­ti­sche Or­gan des Vor­sor­ge­werks legt die Hö­he der Teue­rungs­an­pas­sung auf den Ren­ten nach dem da­für zur Ver­fü­gung ste­hen­den Ver­mö­gen­ser­trag fest. Ei­ne Teue­rungs­an­pas­sung darf erst nach er­folg­tem Auf­bau ei­ner min­des­tens 15 %igen Schwan­kungs­re­ser­ve er­fol­gen.
2Im Vor­sor­ge­werk Bund gilt der Ent­scheid des pa­ri­tä­ti­schen Or­gans für al­le Ar­beit­ge­ber. Er hat kei­ne Aus­wir­kun­gen auf die ehe­ma­li­gen Bun­des­an­ge­stell­ten, die im Zeit­punkt der An­pas­sung ih­re Ren­te von ei­ner an­de­ren Vor­sor­ge­ein­rich­tung als PU­BLI­CA oder von ei­nem an­de­ren zu PU­BLI­CA ge­hö­ren­den Vor­sor­ge­werk be­zie­hen. Eben­falls kei­ne Aus­wir­kun­gen hat der Ent­scheid auf die Rent­ne­rin­nen und Rent­ner, die ei­nem ge­schlos­se­nen Rent­ner­be­stand an­ge­hö­ren (Art. 23 Abs. 2 zwei­ter Satz PU­BLI­CA-Ge­setz vom 20. Dez. 20061), so­lan­ge die­se Rent­ne­rin­nen und Rent­ner nicht nach Ar­ti­kel 24 Ab­satz 4 des PU­BLI­CA-Ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 2006 in das Vor­sor­ge­werk Bund über­führt wor­den sind.
Art. 32m Ausserordentliche Anpassung der Renten an die Teuerung und einmalige Zulagen durch die Arbeitgeber
1Er­lau­ben die Ver­mö­gen­ser­trä­ge des Vor­sor­ge­werks kei­ne oder nur ei­ne un­ge­nü­gen­de An­pas­sung der Ren­ten an die Teue­rung, so kön­nen die Ar­beit­ge­ber auf den Ren­ten ih­rer ehe­ma­li­gen An­ge­stell­ten ei­ne an­ge­mes­se­ne aus­ser­or­dent­li­che Teue­rungs­an­pas­sung oder die Aus­rich­tung ei­ner ein­ma­li­gen Zu­la­ge be­schlies­sen. Für die zum Vor­sor­ge­werk Bund ge­hö­ren­den Ar­beit­ge­ber ent­schei­det der Bun­des­rat.
2Der Be­schluss der Ar­beit­ge­ber nach Ab­satz 1 hat kei­ne Aus­wir­kun­gen:
auf die ehe­ma­li­gen An­ge­stell­ten, die im Zeit­punkt des Wirk­sam­wer­dens ei­ner Mass­nah­me nach Ab­satz 1 ih­re Ren­te von ei­ner an­de­ren Vor­sor­ge­ein­rich­tung als PU­BLI­CA oder von ei­nem an­de­ren zu PU­BLI­CA ge­hö­ren­den Vor­sor­ge­werk be­zie­hen oder die in­ner­halb ei­nes ge­mein­schaft­li­chen Vor­sor­ge­werks nach Ar­ti­kel 32d Ab­sät­ze 1 und 2 ei­nem an­de­ren PU­BLI­CA an­ge­schlos­se­nen Ar­beit­ge­ber zu­ge­ord­net sind; und
auf die Rent­ne­rin­nen und Rent­ner, die ei­nem ge­schlos­se­nen Rent­ner­be­stand an­ge­hö­ren (Art. 23 Abs. 2 zwei­ter Satz PU­BLI­CA-Ge­setz vom 20. Dez. 20062).
3Die Ar­beit­ge­ber ver­gü­ten PU­BLI­CA das zur Fi­nan­zie­rung der Mass­nah­men nach Ab­satz 1 er­for­der­li­che De­ckungs­ka­pi­tal.
5. Abschnitt: Mitwirkung und Sozialpartnerschaft
1Die Ar­beit­ge­ber in­for­mie­ren das Per­so­nal und sei­ne Or­ga­ni­sa­tio­nen recht­zei­tig und um­fas­send über al­le wich­ti­gen Per­so­nal­an­ge­le­gen­hei­ten.
2Sie kon­sul­tie­ren das Per­so­nal und sei­ne Or­ga­ni­sa­tio­nen ins­be­son­de­re:
vor be­ab­sich­tig­ten Än­de­run­gen die­ses Ge­set­zes;
vor dem Er­lass von Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen zu die­sem Ge­setz;
vor der Schaf­fung oder Än­de­rung von Sys­te­men zur Be­ar­bei­tung von Da­ten, die das Per­so­nal be­tref­fen;
vor der Über­tra­gung von Tei­len der Ver­wal­tung oder ei­nes Be­trie­bes oder Be­triebs­teils auf einen Drit­ten;
im Zu­sam­men­hang mit Fra­gen der Ar­beits­si­cher­heit und der Ge­sund­heits­vor­sor­ge nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 3 des Ar­beits­ge­set­zes vom 13. März 19641.
3Sie füh­ren mit den Or­ga­ni­sa­tio­nen des Per­so­nals Ver­hand­lun­gen.
4Die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen re­geln die Mit­wir­kung des Per­so­nals und sei­ner Or­ga­ni­sa­tio­nen. Sie kön­nen Be­ra­tungs-, Schlich­tungs- und Ent­schei­dungs­or­ga­ne vor­se­hen, die pa­ri­tä­tisch zu­sam­men­ge­setzt sein kön­nen.
Art. 34 Streitigkeiten aus dem Arbeitsverhältnis
1Kommt bei Strei­tig­kei­ten aus dem Ar­beits­ver­hält­nis kei­ne Ei­ni­gung zu Stan­de, so er­lässt der Ar­beit­ge­ber ei­ne Ver­fü­gung.
1bisVer­set­zungs­ent­schei­de oder an­de­re dienst­li­che An­wei­sun­gen an das ei­ner Ver­set­zungs­pflicht un­ter­ste­hen­de Per­so­nal ge­mä­ss Ar­ti­kel 21 Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und cbis stel­len kei­ne be­schwer­de­fä­hi­gen Ver­fü­gun­gen dar.1
2Das ers­tin­stanz­li­che Ver­fah­ren so­wie das Be­schwer­de­ver­fah­ren nach Ar­ti­kel 36 sind kos­ten­los, aus­ser bei Mut­wil­lig­keit.2
3Ab­ge­wie­se­ne Stel­len­be­wer­be­rin­nen und Stel­len­be­wer­ber ha­ben kei­nen An­spruch auf den Er­lass ei­ner an­fecht­ba­ren Ver­fü­gung.3
Art. 34a Aufschiebende Wirkung
Be­schwer­den ha­ben nur auf­schie­ben­de Wir­kung, wenn die Be­schwer­de­in­stanz dies von Am­tes we­gen oder auf An­trag ei­ner Par­tei an­ord­net.
Art. 34b Beschwerdeentscheid bei Kündigungen
1Heisst die Be­schwer­de­in­stanz die Be­schwer­de ge­gen ei­ne Ver­fü­gung über die Kün­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses durch den Ar­beit­ge­ber gut und weist sie die Sa­che nicht aus­nahms­wei­se an die Vor­in­stanz zu­rück, so muss sie:
der Be­schwer­de­füh­re­rin oder dem Be­schwer­de­füh­rer ei­ne Ent­schä­di­gung zu­spre­chen, wenn sach­lich hin­rei­chen­de Grün­de für die or­dent­li­che Kün­di­gung oder wich­ti­ge Grün­de für die frist­lo­se Kün­di­gung feh­len oder Ver­fah­rens­vor­schrif­ten ver­letzt wor­den sind;
die Fort­zah­lung des Loh­nes bis zum Ab­lauf der or­dent­li­chen Kün­di­gungs­frist oder des be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags an­ord­nen, wenn im Fall ei­ner frist­lo­sen Kün­di­gung wich­ti­ge Grün­de feh­len;
das Ar­beits­ver­hält­nis bis zum Ab­lauf der or­dent­li­chen Kün­di­gungs­frist er­stre­cken, wenn Vor­schrif­ten über die Kün­di­gungs­fris­ten ver­letzt wor­den sind.
2Die Ent­schä­di­gung nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a wird von der Be­schwer­de­in­stanz un­ter Wür­di­gung al­ler Um­stän­de fest­ge­legt. Sie be­trägt in der Re­gel min­des­tens sechs Mo­nats­löh­ne und höchs­tens einen Jah­res­lohn.
1Der Ar­beit­ge­ber bie­tet der an­ge­stell­ten Per­son die bis­he­ri­ge oder, wenn dies nicht mög­lich ist, ei­ne zu­mut­ba­re an­de­re Ar­beit an, wenn die Be­schwer­de­in­stanz die Be­schwer­de ge­gen ei­ne Ver­fü­gung über die Kün­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses aus ei­nem der fol­gen­den Grün­de gut­ge­heis­sen hat:
Die Kün­di­gung wur­de aus­ge­spro­chen, weil die an­ge­stell­te Per­son in gu­ten Treu­en ei­ne An­zei­ge nach Ar­ti­kel 22a Ab­satz 1 oder ei­ne Mel­dung nach Ar­ti­kel 22a Ab­satz 4 er­stat­tet oder weil sie als Zeu­ge oder Zeu­gin aus­ge­sagt hat.
Die Kün­di­gung ist miss­bräuch­lich nach Ar­ti­kel 336 OR2.
Die Kün­di­gung ist wäh­rend ei­nes in Ar­ti­kel 336c Ab­satz 1 OR ge­nann­ten Zeit­raums aus­ge­spro­chen wor­den.
Die Kün­di­gung ist dis­kri­mi­nie­rend nach Ar­ti­kel 3 oder 4 des Gleich­stel­lungs­ge­set­zes vom 24. März 19953.
2Die Be­schwer­de­in­stanz spricht der an­ge­stell­ten Per­son bei ei­ner Gut­heis­sung der Be­schwer­de auf de­ren Ge­such hin an­stel­le ei­ner Wei­ter­be­schäf­ti­gung nach Ab­satz 1 ei­ne Ent­schä­di­gung von in der Re­gel min­des­tens sechs Mo­nats­löh­nen und höchs­tens ei­nem Jah­res­lohn zu.
Art. 36 Richterliche Beschwerdeinstanzen
1Ver­fü­gun­gen des Ar­beit­ge­bers kön­nen mit Be­schwer­de beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt an­ge­foch­ten wer­den.2
2Be­schwer­den ge­gen Ver­fü­gun­gen, die ein Ar­beits­ver­hält­nis beim Bun­des­ge­richt be­tref­fen, be­ur­teilt ei­ne Re­kurs­kom­mis­si­on be­ste­hend aus den Prä­si­den­ten oder Prä­si­den­tin­nen der Ver­wal­tungs­ge­rich­te der Kan­to­ne Waadt, Lu­zern und Tes­sin. Im Ver­hin­de­rungs­fall kom­men die Re­geln zur An­wen­dung, die für das Ver­wal­tungs­ge­richt gel­ten, an dem das be­trof­fe­ne Mit­glied ar­bei­tet. Das Ver­fah­ren rich­tet sich nach dem Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­setz vom 17. Ju­ni 20053. Die Kom­mis­si­on wird vom Mit­glied prä­si­diert, des­sen Ar­beitss­pra­che die Spra­che des Ver­fah­rens ist.
3Be­schwer­den ge­gen Ver­fü­gun­gen, die ein Ar­beits­ver­hält­nis beim Bun­dess­traf­ge­richt be­tref­fen, be­ur­teilt das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt.
4Be­schwer­den ge­gen Ver­fü­gun­gen, die ein Ar­beits­ver­hält­nis beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt be­tref­fen, be­ur­teilt das Bun­dess­traf­ge­richt.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
Art. 36a Streitigkeiten über leistungsabhängige Lohnanteile
In Strei­tig­kei­ten über leis­tungs­ab­hän­gi­ge Lohnan­tei­le ist die Be­schwer­de an ei­ne rich­ter­li­che In­stanz (Art. 36) nur zu­läs­sig, so­weit sie die Gleich­stel­lung der Ge­schlech­ter be­trifft.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 12 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
7. Abschnitt: Ausführungsbestimmungen
1Der Bun­des­rat er­lässt die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen. Er be­ach­tet da­bei, dass sie die Ar­beit­ge­ber in der zur Auf­ga­ben­er­fül­lung not­wen­di­gen Au­to­no­mie nicht ein­schrän­ken.
2Die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen nach Ab­satz 1 gel­ten auch für das Per­so­nal der Par­la­ments­diens­te und des Bun­des­ge­richts, so­weit die Bun­des­ver­samm­lung oder das Bun­des­ge­richt für ihr Per­so­nal nicht er­gän­zen­de oder ab­wei­chen­de Be­stim­mun­gen er­las­sen.
3Die an­de­ren Ar­beit­ge­ber er­las­sen die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen, so­weit die­ses Ge­setz nicht ein­zig den Bun­des­rat da­zu er­mäch­tigt.1
3bisDie Ver­wal­tungs­ein­hei­ten, de­nen der Bun­des­rat Ar­beit­ge­ber­be­fug­nis­se nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2 über­tra­gen hat, er­las­sen die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen un­ter dem Vor­be­halt der Ge­neh­mi­gung durch den Bun­des­rat.2
4So­weit nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 2 sinn­ge­mä­ss das OR3 gilt, kön­nen die Ar­beit­ge­ber in ih­ren Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen ab­wei­chen:
von den nicht zwin­gen­den Be­stim­mun­gen des OR;
von den zwin­gen­den Be­stim­mun­gen des OR nur zu­guns­ten des Per­so­nals.4
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1493; BBl 2011 6703).
Art. 38 Gesamtarbeitsvertrag
1Die Schwei­ze­ri­schen Bun­des­bah­nen so­wie die wei­te­ren vom Bun­des­rat da­zu er­mäch­tig­ten Ar­beit­ge­ber schlies­sen für ih­ren Be­reich mit den Per­so­nal­ver­bän­den Ge­samt­ar­beits­ver­trä­ge (GAV) ab.1
2Der GAV gilt grund­sätz­lich für sämt­li­ches Per­so­nal des be­tref­fen­den Ar­beit­ge­bers.
3Der GAV sieht ein Schieds­ge­richt vor. Die­ses ent­schei­det bei Un­ei­nig­keit der Ver­trags­par­tei­en über den Um­fang des Teue­rungs­aus­gleichs und über die ge­samt­ar­beits­ver­trag­li­che Re­ge­lung des So­zi­al­plans. Die Ver­trags­par­tei­en kön­nen im GAV dem Schieds­ge­richt Ent­scheid­be­fug­nis­se in wei­te­ren Fäl­len von Un­ei­nig­keit über­tra­gen.
4Die Ver­trags­par­tei­en kön­nen im GAV ins­be­son­de­re vor­se­hen:
Or­ga­ne, wel­che an Stel­le der or­dent­li­chen staat­li­chen Or­ga­ne über Strei­tig­kei­ten zwi­schen den Par­tei­en des GAV ent­schei­den; so­weit der GAV kein ver­trag­li­ches Strei­ter­le­di­gungs­or­gan vor­sieht, ent­schei­det das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt über Strei­tig­kei­ten zwi­schen den Par­tei­en des GAV end­gül­tig;2
die Er­he­bung von Bei­trä­gen für den Voll­zug des GAV.
5Kommt zwi­schen den So­zi­al­part­nern kein GAV zu Stan­de, so ru­fen sie be­züg­lich der strit­ti­gen Fra­gen ei­ne Schlich­tungs­kom­mis­si­on an. Die­se un­ter­brei­tet ih­nen Lö­sungs­vor­schlä­ge.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 des Po­st­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 17. Dez. 2010, in Kraft seit 1. Okt. 2012 (AS 2012 5043; BBl 2009 5265).
2 Fas­sung des zwei­ten Teil­sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
1Das Be­am­ten­ge­setz vom 30. Ju­ni 19271 wird auf­ge­ho­ben.
2Ar­ti­kel 48 Ab­sät­ze 1-5ter des Be­am­ten­ge­set­zes vom 30. Ju­ni 1927 bleibt wei­ter­hin in Kraft.
3Der Bun­des­rat kann vor­se­hen, dass wei­te­re Be­stim­mun­gen des Be­am­ten­ge­set­zes vom 30. Ju­ni 1927 für be­schränk­te Zeit wei­ter­hin in Kraft blei­ben.
1 [BS 1 489; AS 1958 1413 Art. 27 Bst. c, 1997 2465 An­hang Ziff. 4, 2000 411 Ziff. II 1853, 2001 2197 Art. 2 3292 Art. 2. AS 2008 3437 Ziff. I 1]
1 Die Än­de­run­gen kön­nen un­ter AS 2001 894 kon­sul­tiert wer­den.
1Bis zum In­kraft­tre­ten der zum Voll­zug die­ses Ge­set­zes er­for­der­li­chen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen nach Ar­ti­kel 37 oder des GAV nach Ar­ti­kel 38 rich­tet sich das Ar­beits­ver­hält­nis:
bei den De­par­te­men­ten, der Bun­des­kanz­lei, den eid­ge­nös­si­schen Schieds- und Re­kurs­kom­mis­sio­nen, beim Bun­des­ge­richt so­wie bei den Par­la­ments­diens­ten nach der An­ge­stell­ten­ord­nung vom 10. No­vem­ber 19591;
bei den Schwei­ze­ri­schen Bun­des­bah­nen nach der An­ge­stell­ten­ord­nung der SBB vom 2. Ju­li 19932;
bei der Schwei­ze­ri­schen Post nach der An­ge­stell­ten­ord­nung Post3.
2Der Bun­des­rat kann wei­te­re Aus­füh­rungs­er­las­se, die sich auf das Be­am­ten­ge­setz vom 30. Ju­ni 19274 stütz­ten, zeit­lich be­grenzt für an­wend­bar er­klä­ren.
3Wur­de zu ei­ner Strei­tig­keit über An­sprü­che aus dem Ar­beits­ver­hält­nis vor dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes ei­ne Ver­fü­gung er­las­sen, so rich­tet sich das Be­schwer­de­ver­fah­ren nach dem al­ten Recht.
4Ar­beits­ver­hält­nis­se, die vor In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes ge­mä­ss dem Be­am­ten­ge­setz vom 30. Ju­ni 1927 be­ste­hen, gel­ten au­to­ma­tisch nach dem neu­en Recht, es sei denn, sie sei­en durch or­dent­li­che Kün­di­gung oder Nicht­wie­der­wahl ge­mä­ss al­tem Recht auf­ge­löst wor­den.
1 [AS 1959 1181, 1962 289 1237, 1968 130 1674, 1971 101, 1972 192, 1973 157, 1976 2713, 1977 1421, 1979 1290, 1982 49 945 1111, 1984 406 743, 1986 197 2097, 1987 974, 1988 31, 1989 30 1223 1498, 1990 105, 1991 1087 1090 1148 1397 1642, 1992 6, 1993 820 An­hang Ziff. 2 1565 Art. 13 Abs. 3 2819 2936, 1994 6 279 366, 1995 9 3867 An­hang Ziff. 10 5099, 1997 237 305 804, 1998 732, 2000 457 An­hang 2958. AS 2001 2197 An­hang Ziff. I 4]
3[AS 1996 2127. AS 2007 4477 Ziff. III 6-22]
4 [BS 1 489; AS 1958 1413 Art. 27 Bst. c, 1997 2465 An­hang Ziff. 4, 2000 411 Ziff. II 1853, 2001 2197 Art. 2 3292 Art. 2. AS 2008 3437 Ziff. I 1]
Art. 41a Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 20. Dezember 2006
1Die Vor­be­rei­tung des Wech­sels zum Bei­trags­pri­mat rich­tet sich nach Ar­ti­kel 26 des PU­BLI­CA-Ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 20062. Das pa­ri­tä­ti­sche Or­gan be­an­tragt dem EFD recht­zei­tig zu Han­den des Bun­des­ra­tes die not­wen­di­gen Mass­nah­men, da­mit der An­schluss­ver­trag ein­sch­liess­lich der Vor­sor­ge­re­gle­men­te auf den Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens die­ses Ge­set­zes wirk­sam wer­den kann.
2So­lan­ge für Frau­en ein tiefe­res AHV-Al­ter als für die Män­ner gilt, se­hen die Vor­sor­ge­re­gle­men­te vor:
dass für Frau­en, die zwi­schen dem vollen­de­ten 64. und 65. Al­ters­jahr in Pen­si­on ge­hen, der für das Al­ter 65 an­ge­wen­de­te Um­wand­lungs­satz gilt;
dass die Pro­jek­ti­on der Al­ters­gut­ha­ben zur Er­mitt­lung der Leis­tun­gen bei In­va­li­di­tät und Tod für Män­ner und Frau­en bis zum vollen­de­ten 65. Al­ters­jahr er­folgt.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang des PU­BLI­CA-Ge­set­zes vom 20. Dez. 2006, in Kraft seit 1. Mai 2007 für Abs. 1 und 1. Ju­li 2008 für die üb­ri­gen Be­stim­mun­gen (AS 2007 22392008 577; BBl 2005 5829).
3 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I 2 des BG vom 17. März 2017 über das Sta­bi­li­sie­rungs­pro­gramm 2017-2019, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 5205; BBl 2016 4691).
2Der Bun­des­rat be­stimmt das In­kraft­tre­ten; er kann das Ge­setz zeit­lich und nach Per­so­nal­ka­te­go­ri­en gestaf­felt in Kraft set­zen.