Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BGH_30_11_2009_AnwZ_B_11_08_Zulaessigkeit_des_Oeffentlichen_-d3954335.html
Timestamp: 2016-12-09 19:54:00
Document Index: 381900671

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 43', '§ 223', '§ 26', '§ 138', '§ 26', '§ 26', '§ 138']

BundesgerichtshofBeschl. v. 30.11.2009, Az.: AnwZ (B) 11/08Gericht: BGHEntscheidungsform: BeschlussDatum: 30.11.2009Referenz: JurionRS 2009, 33695Aktenzeichen: AnwZ (B) 11/08 Verfahrensgang:vorgehend:AGH Nordrhein-Westfalen - 02.11.2007 - AZ: 2 ZU 7/07Rechtsgrundlagen:§ 43 S. 2 BRAO§ 223 Abs. 1 BRAO§ 26 Abs. 1 BORA§ 138 Abs. 1 BGBFundstellen:AnwBl 2010, 439-441ArbRB 2010, 178-179BerlAnwBl 2010, 225-226BRAK-Mitt 2010, 132-135DStR 2010, 18FA 2010, 181HRA 2010, 2-3Info M 2010, 250NJW 2010, 1972-1974NJW-Spezial 2010, 286-287NZA 2010, 595-598ZAP 2010, 479ZAP EN-Nr. 337/2010Verfahrensgegenstand:Anfechtung eines belehrenden HinweisesRedaktioneller Leitsatz:1.Die in § 26 BORA statuierte Berufspflicht, Rechtsanwälte nur zu angemessenen Bedingungen zu beschäftigen, wirkt sich bereits im Vorfeld des Vertragsschlusses aus und verbietet es einem Rechtsanwalt, durch allgemein zugängliche Stellenanzeigen den Abschluss von Beschäftigungsverhältnissen mit unangemessenen Bedingungen anzubahnen.2.Für die Angemessenheit arbeitsvertraglicher Bedingungen angestellter Rechtsanwälte ist maßgeblich, ob die Vergütung der Qualifikation, den Leistungen und dem Umfang der Tätigkeit sowie den Vorteilen des beschäftigenden Rechtsanwalts aus dieser Tätigkeit entspricht.3.Unangemessene Beschäftigungsbedingungen gemäß § 26 BORA sind jedenfalls dann anzunehmen, wenn Leistung und Gegenleistung in einem derart auffälligen Missverhältnis zueinander stehen, dass einen objektiven Verstoß gegen die guten Sitten nach § 138 BGB begründet.Der Bundesgerichtshof, Senat für Anwaltssachen, hat durch den Präsidenten des Bundesgerichtshofs Prof. Dr. Tolksdorf, die Richter Dr. Ernemann und Dr. Frellesen, die Richterin Roggenbuck, die Rechtsanwältin Kappelhoff sowie die Rechtsanwälte Dr. Martini und Prof. Dr. Quaas am 30. November 2009 beschlossen:Tenor:Die sofortige Beschwerde des Antragstellers gegen den Beschluss des 2. Senats des Anwaltsgerichtshofs des Landes Nordrhein-Westfalen vom 2. November 2007 wird zurückgewiesen.Der Antragsteller hat die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen und der Antragsgegnerin die im Beschwerdeverfahren entstandenen notwendigen außergerichtlichen Auslagen zu erstatten.Der Geschäftswert für das Beschwerdeverfahren wird auf 5.000 EUR festgesetzt.