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Timestamp: 2019-07-23 23:46:59
Document Index: 186418877

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 295', '§ 83', '§ 295', '§ 295', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 83', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 315', '§ 83', '§ 83', '§ 83', '§ 295', 'BGH', '§ 83', '§ 129', '§ 83', '§ 129', '§ 295', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 295', 'BGH', 'BGH', '§ 2317', '§ 287', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 295', '§ 295', '§ 295', 'BGH', '§ 295', '§ 295', '§ 295', '§ 295', '§ 295', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2075', '§ 2075', '§ 1940', '§ 133', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 35', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2075', '§ 2074', '§ 2074', '§ 2075', '§ 133', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2084', '§ 2084']

Rechtsprechung: FamRZ 2009, 1486 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 24.06.2009
BGH, 25.06.2009 - IX ZB 196/08
https://dejure.org/2009,395
BGH, 25.06.2009 - IX ZB 196/08 (https://dejure.org/2009,395)
BGH, Entscheidung vom 25.06.2009 - IX ZB 196/08 (https://dejure.org/2009,395)
BGH, Entscheidung vom 25. Juni 2009 - IX ZB 196/08 (https://dejure.org/2009,395)
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Notare Bayern , S. 56 (Volltext und Entscheidungsbesprechung)
Verzicht auf Geltendmachung des Pflichtteilsanspruchs in der Wohlverhaltensphase
InsO §§ 295 Abs. 1 Nr. 2, 83
Keine Obliegenheit des Insolvenzschuldners zur Geltendmachung des Pflichtteils in Wohlverhaltensphase
Qualifizierung eines Verzichts auf die Geltendmachung eines Pflichtteilsanspruchs in der Wohlverhaltensphase als Obliegenheitsverletzung des Schuldners
Verzicht auf Geltendmachung des Pflichtteilsanspruchs während der Wohlverhaltensphase keine Obliegenheitsverletzung
Keine Obliegenheitsverletzung durch Verzicht auf die Geltendmachung eines Pflichtteilsanspruchs in der Wohlverhaltensphase
InsO § 83 Abs. 1; InsO § 295 Abs. 1
Verzicht auf Pflichtteilsanspruch = Obliegenheitsverletzung?
Restschuldbefreiung und Pflichtteilsverzicht
Familienrecht - Verzicht auf Geltendmachung eines Pflichtteilsanspruchs und Privatinsolvenz
Verzicht auf die Geltendmachung eines Pflichtteilsanspruchs in der Wohlverhaltensphase als Obliegenheitsverletzung
Verzicht auf Geltendmachung eines Pflichtteilsanspruchs bei Privatinsolvenz
§ 295 Abs. 1 InsO
Privatinsolvenz: Schuldner kann nicht gezwungen werden, Pflichtteil zu verlangen
Insolvenz - Restschuldbefreiung: Verzicht auf Geltendmachung eines Pflichtteilsanspruchs
Keine Verpflichtung des Insolvenzschuldners, seinen Pflichtteil geltend zu machen
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 25.06.2009; Az.: IX ZB 196/08 (Verzicht auf die Geltendmachung eines Pflichtteilsanspruchs in der Wohlverhaltensphase)" von Notarass. Katja Goltzsche, original erschienen in: DNotZ 2009, 865 - 868.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 25.06.2009, Az.: IX ZB 196/08 (Der Verzicht auf die Geltendmachung eines Pflichtteilsanspruchs in der Wohlverhaltensphase stellt keine Obliegenheitsverletzung dar)" von Ri Michael Floeth, original erschienen in: FamRZ 2010, 460 - 463.
Kurznachricht zu "Keine Verpflichtung des Schuldners zur Geltendmachung von Pflichteilsansprüchen" von RiAG Ulrich Schmerbach, original erschienen in: NZI 2009, 552 - 553.
AG Tübingen, 19.11.2007 - II 1 IK 1/00
LG Tübingen, 18.07.2008 - 5 T 20/08
LG Tübingen, 13.03.2011 - 5 T 211/11
LG Tübingen, 27.04.2011 - 5 T 211/11
LG Tübingen, 27.04.2011 - 5 T 212/11
AG Tübingen, 07.09.2011 - II 1 IK 1/00
LG Tübingen, 13.03.2012 - 5 T 211/11
LG Tübingen, 13.03.2012 - 5 T 212/11
LG Tübingen, 27.04.2012 - 5 T 211/11
BGH, 12.09.2012 - IX ZB 70/12
BGH, 12.09.2012 - IX ZB 71/12
BGH, 12.09.2012 - IX ZB 79/12
BGH, 12.09.2012 - IX ZB 80/12
NJW-RR 2010, 121
MDR 2009, 1191
DNotZ 2009, 862
NZI 2009, 563
NJ 2009, 517
FamRZ 2009, 1485
FamRZ 2009, 1486
FamRZ 2010, 460
WM 2009, 1517
Rpfleger 2009, 586
Dies gilt unabhängig davon, dass Gläubiger von einem erbrechtlichen Erwerb des Betroffenen profitieren würden (vgl. zum Insolvenzrecht § 83 Abs. 1 Satz 1 InsO; ferner BGH, Urteil vom 25. Juni 2009 - IX ZB 196/08, FamRZ 2009, 1486 Rn. 13 ff.).
Nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann der Pflichtteilsanspruch bereits vor der vertraglichen Anerkennung oder Rechtshängigkeit als in seiner zwangsweisen Verwertbarkeit aufschiebend bedingter Anspruch gepfändet werden (…BGH, Urt. v. 8. Juli 1993 - IX ZR 116/92, BGHZ 123, 183, 185 ff; v. 6. Mai 1997 - IX ZR 147/96, ZIP 1997, 1302;… Beschl. v. 18. Dezember 2008 - IX ZB 249/07, ZInsO 2009, 299 Rn. 14; vom 25. Juni 2009 - IX ZB 196/08, ZInsO 2009, 1461 Rn. 8).
Maßgeblich für die Zuordnung des Pflichtteilsanspruchs zur Insolvenzmasse oder zum Neuerwerb während der Wohlverhaltensphase ist, ob der Erbfall vor oder nach der Aufhebung des Insolvenzverfahrens stattgefunden hat (…BGH, Beschl. v. 18. Dezember 2008 - IX ZB 249/07, aaO Rn. 15; v. 25. Juni 2009 - IX ZB 196/08, aaO Rn. 9;… vgl. auch BGH, Beschl. v. 16. Juli 2009 - IX ZB 72/09, ZInsO 2009, 1831, Rn. 9;… v. 15. Juli 2010 - IX ZB 229/07, NZI 2010, 741 Rn. 4;… MünchKomm-InsO/Siegmann, 2. Aufl. § 315 Anh. Rn. 27;… HK-InsO/Kayser, 5. Aufl. § 83 Rn. 3;… Jaeger/Windel, InsO § 83 Rn. 15;… HmbKomm-InsO/Kuleisa, 3. Aufl. § 83 Rn. 8).
Auch die Ausschlagung des Vermächtnisses und der Verzicht stellen folgerichtig keine Obliegenheitsverletzung im Sinne von § 295 Abs. 1 Nr. 2 InsO dar (BGH, Beschluss vom 25. Juni 2009 - IX ZB 196/08, NZI 2009, 563 Rn. 13;… vom 10. März 2011, aaO;… Uhlenbruck, aaO, § 83 Rn. 11;… Uhlenbruck/Hirte, aaO, § 129 Rn. 100;… HK-InsO/Kayser, § 83 Rn. 6;… HK-InsO/Kreft, § 129 Rn. 19;… HmbKomm-InsO/ Streck, aaO, § 295 Rn. 10).
Deswegen stellt der Verzicht auf die Geltendmachung eines Pflichtteilsanspruchs in der Wohlverhaltensphase ebenfalls keine Obliegenheitsverletzung des Schuldners dar (BGH, Beschluss vom 25. Juni 2009 - IX ZB 196/08, NZI 2009, 563 Rn. 7;… vom 16. Juli 2009 - IX ZB 72/09, ZInsO 2009, 1831 Rn. 10).
BGH, 10.03.2011 - IX ZB 168/09
Obliegenheiten des Insolvenzschuldners in der Wohlverhaltensphase: Zeitpunkt der …
Tritt der Erbfall in der Wohlverhaltensphase ein, entsteht die Obliegenheit des Schuldners, die Hälfte des Wertes des Vermächtnisses an den Treuhänder abzuführen, erst mit der Annahme des Vermächtnisses (Ergänzung von BGH, 25. Juni 2009, IX ZB 196/08, WM 2009, 1517).
Der persönliche Charakter dieser Entscheidungen ist auch in der Wohlverhaltensperiode zu beachten und darf nicht durch einen mittelbaren Zwang zur Annahme der Erbschaft oder zur Geltendmachung des Pflichtteils unterlaufen werden, der sich ergäbe, wenn man schon die Erbausschlagung selbst oder den Verzicht auf die Geltendmachung des Pflichtteils als Obliegenheitsverletzung im Sinne von § 295 Abs. 1 Nr. 2 InsO ansähe (BGH, Beschluss vom 25. Juni 2009 - IX ZB 196/08, WM 2009, 1517 Rn. 13 bis 15).
Vielmehr kann nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs der Pflichtteilsanspruch bereits vor der vertraglichen Anerkennung oder Rechtshängigkeit als in seiner zwangsweisen Verwertbarkeit aufschiebend bedingter Anspruch gepfändet werden (…BGH aaO;… ferner Beschlüsse vom 2. Dezember 2010 - IX ZB 184/09, ZEV 2011, 87 Rn. 8; vom 25. Juni 2009 - IX ZB 196/08, ZEV 2009, 469 Rn. 8;… vom 26. Februar 2009 - VII ZB 30/08, ZEV 2009, 247 Rn. 7;… MünchKomm-BGB/Lange, 6. Aufl. § 2317 Rn. 25 f.).
So verneint beispielsweise der für das Insolvenzrecht zuständige 9. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (NZI 2009, 563 = FamRZ 2009, 1486) im Falle einer im Insolvenzverfahren beantragten Restschuldbefreiung (§§ 287 ff. InsO) eine Verpflichtung des Schuldners, in der Wohlverhaltensphase Erb- bzw. Pflichtteilsansprüche zu verfolgen.
Dies galt auch für die Klägerin, nachdem die 6-jährige Laufzeit der Abtretungserklärung, die am 23.4.2009 begonnen hatte, im Jahr 2011/2012 noch nicht geendet hatte und von der Obliegenheit auch der Pflichtteilsanspruch erfasst wird (BGH, Beschluss vom 25.6.2009 - IX ZB 196/08 -, ZVI 2009, 424, 425, juris Rn. 13).
OLG München, 19.01.2015 - 31 Wx 370/14
Keine Erbschaftsannahme durch Gläubiger der Erben
Es ist in der alleinigen persönlichen Entscheidungsmacht des Schuldners, ob er eine Erbschaft annimmt oder ausschlägt (vgl. BGH NJW-RR 2010, 121 Tz. 11).
Insbesondere steht ihm - auch in der Wohlverhaltensphase - die Möglichkeit offen, die Erbschaft auszuschlagen (Bundesgerichtshof - BGH - Beschluss vom 25.06.2009 - IX ZB 196/08 = NJW-RR 2010, 121 f. = juris Rn 11 ff. Andres, in: Andres/Leithaus/Dahl, InsO § 295 Rn 5;… Landfermann, in: Heidelberger Kommentar zur Insolvenzordnung, 4. Aufl. 2005, § 295 Rn 13;… Ehricke, in Münchener Kommentar zur Insolvenzordnung, 2. Aufl. 2008, § 295 Rn 49), ohne dass dies nach ganz herrschender Meinung durch Versagung der Restschuldbefreiung insolvenzrechtlich sanktioniert werden könnte (vgl. BGH Beschluss vom 25.06.2009 - IX ZB 196/08 = NJW-RR 2010, 121 f. = juris; LG Mainz Beschluss vom 23.04.2003 - 8 T 79/03 = ZinsO 2003, 525 f. = juris;… Landfermann, in: Heidelberger Kommentar zur Insolvenzordnung, 4. Aufl. 2005, § 295 Rn 13;… Ehricke, in Münchener Kommentar zur Insolvenzordnung, 2. Aufl. 2008, § 295 Rn 49;… Andres, in: Andres/Leithaus/Dahl, InsO § 295 Rn 5, der diese Rechtslage jedoch als "unbefriedigend" ansieht;… Lang, in Braun, Insolvenzordnung, 5. Aufl. 2012, § 295 Rn 14; a.A. Bartels KTS 2003, 41, 64 ff.).
Der Senat hat ferner mit Beschluss vom 25. Juni 2009 (IX ZB 196/08) entschieden, dass ein Verstoß gegen die Obliegenheiten des Schuldners aus § 295 Abs. 1 Nr. 2 InsO nicht vorliegt, wenn der Schuldner es bei einem in der Wohlverhaltensphase eingetretenen Erbfall unterlässt, einen Pflichtteilsanspruch geltend zu machen.
https://dejure.org/2009,1083
BGH, 24.06.2009 - IV ZR 202/07 (https://dejure.org/2009,1083)
BGH, Entscheidung vom 24.06.2009 - IV ZR 202/07 (https://dejure.org/2009,1083)
BGH, Entscheidung vom 24. Juni 2009 - IV ZR 202/07 (https://dejure.org/2009,1083)
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BGB §§ 2075, 1940, 158, 133
BGB §§ 2075, 1940, 158, 133 C
Verknüpfung von auflösender Bedingung und Auflage
Abhängigkeit einer Zuwendung vom Verhalten des Bedachten in Form der auflösenden Bedingung durch Bestehen eines Angriffs oder Zuwiderhandelns gegen letztwillige Anordnungen eines Erblassers - Ermittlung des Erblasserwillens durch Testamentsauslegung aus subjektiver und objektiver Sicht bei Vorliegen sanktionsbewehrten Verhaltens des Bedachten - Voraussetzungen für den Eintritt der auflösenden Bedingung infolge Nichterfüllung der testamentarischen Auflage - Verwirkungsklausel als Stellung einer Zuwendung unter die Bedingung der Befolgung des letzten Willens des Erblassers und bei Missachtung der Festsetzung des Pflichtteils
Zur Auslegung einer Verwirkungsklausel, in der der Erblasser eine Zuwendung unter die Bedingung stellt, dass der Bedachte seinen letzten Willen befolgt und nicht dagegen vorgeht; zur Verknüpfung einer Verwirkungsklausel mit einer Auflage
Rechtsnatur einer letztwilligen Verfügung mit der Auflage des Erwerbs der Rechtstellung als persönlich haftender Gesellschafter des ererbten Unternehmens
Letztwillige Verhaltensauflagen
§§ 1940, 2075, 158 II, 133; 2121, 2127; 723 III BGB; § 133 Abs. 2 HGB
Erblasser kann durch Bedingung Zuwendung mit Auflage verknüpfen
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 24.06.2009, Az.: IV ZR 202/07 (Zur Wirksamkeit der Verknüpfung einer Verwirkungsklausel mit einer Auflage, die die Überlassung der Erbschaft von der andauernden Mitgliedschaft des Erben in einer OHG abhängig macht)" von RA Prof. Dr. Marwan Hamdan, original erschienen in: ZErb 2009, 314 - 315.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 24.6.2009, Az.: IV ZR 202/07 (Auslegung einer Verwirkungsklausel bei möglichem Verlust der (Vor-)Erbenstellung)" von Prof. Dr. Inge Kroppenberg, original erschienen in: ZEV 2009, 463 - 464.
LG München I, 19.12.2006 - 23 O 4804/06
OLG München, 16.07.2007 - 21 U 1836/07
NJW-RR 2009, 1455
MDR 2009, 1044
DNotZ 2010, 201
WM 2009, 1755
NZG 2009, 1145
aa) Bei der Testamentsauslegung ist vor allem der wirkliche Wille des Erblassers zu erforschen und nicht an dem buchstäblichen Sinn des Ausdrucks zu haften (…vgl. Senatsbeschluss vom 10. Dezember 2014 - IV ZR 31/14, ZEV 2015, 343 Rn. 16; Senatsurteil vom 24. Juni 2009 - IV ZR 202/07, FamRZ 2009, 1486 Rn. 25).
Dieser Aufgabe kann der Richter nur dann voll gerecht werden, wenn er sich nicht auf eine Analyse des Wortlauts beschränkt (Senatsurteile vom 24. Juni 2009 aaO;… vom 27. Februar 1985 - IVa ZR 136/83, BGHZ 94, 36 unter II 1 [juris Rn. 11];… vom 8. Dezember 1982 - IVa ZR 94/81, BGHZ 86, 41 unter II 1 [juris Rn. 16]).
Der Wortsinn der benutzten Ausdrücke muss gewissermaßen "hinterfragt" werden, wenn dem wirklichen Willen des Erblassers Rechnung getragen werden soll (Senatsurteile vom 24. Juni 2009 aaO;… vom 28. Januar 1987 - IVa ZR 191/85, FamRZ 1987, 475 unter 5 [juris Rn. 17]).
bb) Der Erblasserwille geht jedoch nur dann jeder anderen Interpretation, die der Wortlaut zulassen würde, vor, falls er formgerecht erklärt ist (vgl. Senatsurteile vom 24. Juni 2009 - IV ZR 202/07, FamRZ 2009, 1486 Rn. 25;… vom 7. Oktober 1992 - IV ZR 160/91, NJW 1993, 256 unter 2 [juris Rn. 11]).
BGH, 02.06.2016 - V ZB 3/14
Grundbucheintragung der Erben: Erbfolgenachweis bei Verwirkungsklausel im …
Für diese ist allein der sich aus den Gesamtumständen ergebende Wille des Erblassers maßgeblich, der im Testament einen, wenn auch unvollkommenen Ausdruck gefunden haben muss (zum Ganzen BGH, Urteil vom 24. Juni 2009 - IV ZR 202/07, NJW-RR 2009, 1455 Rn. 23).
Deshalb darf das Grundbuchamt von der Unwirksamkeit einer Verwirkungsklausel nur ausgehen, wenn es allein aufgrund der Eintragungsunterlagen zu der gebotenen (BGH, Urteile vom 8. Dezember 1982 - IVa ZR 94/81, BGHZ 86, 41, 45 f. und vom 24. Juni 2009 - IV ZR 202/07, NJW-RR 2009, 1455 Rn. 23, 25) umfassenden Würdigung aller Umstände in der Lage und das Ergebnis der Auslegung eindeutig ist (OLG Zweibrücken, RNotZ 2001, 589, 590;… Demharter, GBO, 30. Aufl., § 35 Rn. 43), jedenfalls keine konkreten Zweifel verbleiben (OLG Schleswig, FGPrax 2006, 248).
Hiernach ist der wirkliche Wille des Erblassers zu erforschen und nicht an dem buchstäblichen Sinn des Ausdrucks zu haften (…Senatsbeschluss vom 17. Juli 2012 - IV ZB 23/11, ZEV 2013, 36 Rn. 14; Senatsurteile vom 24. Juni 2009 - IV ZR 202/07, ZEV 2009, 459 Rn. 25; vom 8. Dezember 1982 - IV ZR 94/81, BGHZ 86, 41, 45).
Dabei müssen nicht nur der gesamte Text der Verfügung, sondern auch alle dem Richter zugänglichen Umstände außerhalb der Urkunde ausgewertet werden, die zur Aufdeckung des Erblasserwillens möglicherweise dienlich sind (Senatsurteil vom 24. Juni 2009 aaO).
BGH, 09.03.2011 - IV ZB 16/10
Anfechtung eines Erbvertrages: Beginn der Anfechtungsfrist; Voraussetzungen eines …
Hiernach ist der wirkliche Wille des Erblassers zu erforschen und nicht an dem buchstäblichen Sinn des Ausdrucks zu haften (Senatsurteile vom 8. Dezember 1982 - IVa ZR 94/81, BGHZ 86, 41, 45; vom 24. Juni 2009 - IV ZR 202/07, NJW-RR 2009, 1455 Rn. 25).
Welches Verhalten im Einzelfall ausreicht, ist mit der Klausel allerdings noch keineswegs eindeutig festgelegt und richtet sich nach dem durch Auslegung zu ermittelnden Willen des Testierenden (BGH NJW-RR 2009, 1455;… Palandt-Weidlich, a.a.O.).
Hierzu muss der gesamte Inhalt der Erklärungen einschließlich aller Nebenumstände, auch solcher, die außerhalb der Testamentsurkunde liegen, gewürdigt werden (allg. Meinung, vgl. u. a. BGH Urteil vom 24.06.2009; Az. IV ZR 202/07 und Beschluss vom 09.04.1981; Az. IVa ZB 6/80, jeweils zitiert nach juris).
OLG Frankfurt, 27.11.2013 - 20 W 138/13
Grundbuch: Amtswiderspruch gegen Eintragung einer Miterbin
Dies hat zur Folge, dass dann im Einzelfall durch Auslegung zu ermitteln ist, welches konkrete Verhalten sanktioniert wird (BGH, Urt. v. 24.06.2009 - IV ZR 202/07 - ZEV 2009, 459, 460 mit Anm. v. Kroppenberg;… Oberlandesgericht Karlsruhe, Urt. v. 06.08.2004 - 14 U 205/02 - ZEV 2005, 256; BayObLG, Beschl. v. 18.03.2004 -1 Z BR 44/03- FamRZ 2005, 65, 66;… Palandt/Weidlich: BGB, 72. Aufl., 2013, § 2075, Rdnr. 7;… Bamberger/Roth: BGB, 3. Aufl., 2012, § 2074, Rdnr. 5;… Leipold in Münchener Kommentar zum BGB, 6. Aufl., 2013, § 2074, Rdnr. 30;… Soergel/Loritz: BGB, 13. Aufl., § 2075, Rdnr. 6,7).
OLG Saarbrücken, 13.02.2019 - 5 U 57/18
Gerade deshalb ordnet § 133 BGB an, den Wortsinn der benutzten Ausdrücke unter Heranziehung aller Umstände zu "hinterfragen": Nur dann kann die Auslegung der Erklärung durch den Richter gerade die Bedeutung auffinden und ihr die rechtliche Wirkung zukommen lassen, die der Erklärende seiner Willenserklärung "wirklich" beilegen wollte (BGH, Urteil vom 24. Juni 2009 - IV ZR 202/07, NJW-RR 2009, 1455).
Hierzu zählen etwa die Vermögens- und Familienverhältnisse des Erblassers, seine Beziehungen zu den Bedachten und seine Zielvorstellungen; auch können weitere Schriftstücke des Erblassers oder die Auffassung der Beteiligten nach dem Erbfall von dem Inhalt des Testaments Anhaltspunkte für den Willen des Erblassers geben (BGH, Urteil vom 24. Juni 2009 - IV ZR 202/07, NJW-RR 2009, 1455).
Der Wortsinn der benutzten Ausdrücke muss gewissermaßen "hinterfragt" werden, wenn dem wirklichen Willen des Erblassers Rechnung getragen werden soll (BGH, FamRZ 2009, 1486 Rn. 25; FamRZ 1987, 475 unter 5; grundlegend BGHZ 86, 41, 45; 94, 36, 38).
Hierzu gehören unter anderem die Vermögens- und Familienverhältnisse des Erblassers, seine Beziehungen zu den Bedachten und seine Zielvorstellungen (…vgl. BGHZ 86, 41, juris-Rn. 16 ff; BGH, NJW-RR 2009, 1455, Rn. 25; OLG Karlsruhe, BeckRS 2010, 30136;… MüKo BGB/Leipold, 6. Auflage, 2013, § 2084, Rn. 6 ff.;… Linnartz in: Herberger/Martinek/Rüßmann u.a., jurisPK-BGB, 7. Auflage, 2014, § 2084, Rn. 6 ff.).
AG Gummersbach, 29.05.2015 - 40 VI 796/14