Source: http://m.hensche.de/Hoechstalter_Polizei_Spanien_Einstellung_Diskriminierung_EuGH_C-416-13_Vital_Perez_u.html
Timestamp: 2017-01-21 17:30:49
Document Index: 305847914

Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'Art. 4', 'Art. 6', 'Art. 21', 'Art. 2', 'Art. 4', 'Art. 6', 'Art. 267', 'Art. 2', 'Art. 4', 'Art. 6', 'Art. 21', 'Art. 1', 'Art. 3', 'Art. 4', 'Art. 6', 'Art. 18', 'Art. 32', 'Art. 11', 'Art. 53', 'Art. 6', 'Art. 2', 'Art. 4', 'Art. 6', 'Art. 21', 'Art. 21', 'Art. 21', 'Art. 2', 'Art. 4', 'Art. 6', 'Art. 1', 'Art. 3', 'Art. 32', 'Art. 3', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 1', 'Art. 32', 'Art. 1', 'Art. 4', 'Art. 6', 'Art. 4', 'Art. 4', 'Art. 18', 'Art. 4', 'Art. 4', 'Art. 4', 'Art. 11', 'Art. 4', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 32', 'Art. 6', 'Art. 32', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 36', 'Art. 6', 'Art. 32', 'Art. 6', 'Art. 2', 'Art. 4', 'Art. 6']

HENSCHE Arbeitsrecht: C-416/13
Diskriminierung: Alter, Altersdiskriminierung, Diskriminierung: Einstellung
Art. 2 Abs. 2, Art. 4 Abs. 1 und Art. 6 Abs. 1 Buchst. c der Richt­li­nie 2000/78/EG des Ra­tes vom 27. No­vem­ber 2000 zur Fest­le­gung ei­nes all­ge­mei­nen Rah­mens für die Ver­wirk­li­chung der Gleich­be­hand­lung in Beschäfti­gung und Be­ruf sind da­hin aus­zu­le­gen, dass sie ei­ner na­tio­na­len Re­ge­lung wie der im Aus­gangs­ver­fah­ren frag­li­chen ent­ge­gen­ste­hen, die das Höchst­al­ter für die Ein­stel­lung ört­li­cher Po­li­zei­be­am­ter auf 30 Jah­re fest­legt.
13. No­vem­ber 2014(*)
„Vor­la­ge zur Vor­ab­ent­schei­dung – So­zi­al­po­li­tik - Gleich­be­hand­lung in Beschäfti­gung und Be­ruf - Char­ta der Grund­rech­te der Eu­ropäischen Uni­on - Art. 21 - Richt­li­nie 2000/78/EG ‒ Art. 2 Abs. 2, Art. 4 Abs. 1 und Art. 6 Abs. 1 - Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters - Na­tio­na­le Vor­schrift - Vor­aus­set­zung für die Ein­stel­lung ört­li­cher Po­li­zei­be­am­ter - Fest­set­zung ei­nes Höchst­al­ters von 30 Jah­ren - Recht­fer­ti­gungs­gründe“
In der Rechts­sa­che C-416/13
be­tref­fend ein Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chen nach Art. 267 AEUV, ein­ge­reicht vom Juz­ga­do de lo Con­ten­cio­so-Ad­mi­nis­tra­tivo nº 4 de Ovie­do (Spa­ni­en) mit Ent­schei­dung vom 16. Ju­li 2013, beim Ge­richts­hof ein­ge­gan­gen am 23. Ju­li 2013, in dem Ver­fah­ren
Ma­rio Vi­tal Pérez
Ay­un­ta­mi­en­to de Ovie­do
un­ter Mit­wir­kung der Kam­mer­präsi­den­tin R. Sil­va de La­pu­er­ta, des Vi­ze­präsi­den­ten des Ge­richts­hofs K. Lena­erts in Wahr­neh­mung der Auf­ga­ben ei­nes Rich­ters der Zwei­ten Kam­mer, so­wie der Rich­ter J.‑C. Bo­ni­chot, A. Ara­b­ad­jiev und J. L. da Cruz Vi­laça (Be­richt­er­stat­ter),
- von Herrn Vi­tal Pérez, ver­tre­ten durch M. No­val Pa­to und I. Fernández-Jardón Fernández, aboga­dos,
- der spa­ni­schen Re­gie­rung, ver­tre­ten durch J. García‑Val­de­ca­sas Dor­re­go und L. Ban­ci­el­la Ro­dríguez-Miñon als Be­vollmäch­tig­te,
- der französi­schen Re­gie­rung, ver­tre­ten durch D. Co­las und R. Coe­s­me als Be­vollmäch­tig­te,
- der ita­lie­ni­schen Re­gie­rung, ver­tre­ten durch G. Pal­mie­ri als Be­vollmäch­tig­te im Bei­stand von S. Va­ro­ne, av­vo­ca­to del­lo Sta­to,
- der Eu­ropäischen Kom­mis­si­on, ver­tre­ten durch L. Lo­z­a­no Pa­la­ci­os und D. Mar­tin als Be­vollmäch­tig­te,
Das Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chen be­trifft die Aus­le­gung von Art. 2 Abs. 2, Art. 4 Abs. 1 und Art. 6 Abs. 1 Buchst. c der Richt­li­nie 2000/78/EG des Ra­tes vom 27. No­vem­ber 2000 zur Fest­le­gung ei­nes all­ge­mei­nen Rah­mens für die Ver­wirk­li­chung der Gleich­be­hand­lung in Beschäfti­gung und Be­ruf (ABl. L 303, S. 16) so­wie von Art. 21 Abs. 1 der Char­ta der Grund­rech­te der Eu­ropäischen Uni­on (im Fol­gen­den: Char­ta).
Die­ses Er­su­chen er­geht im Rah­men ei­nes Rechts­streits zwi­schen Herrn Vi­tal Pérez ge­gen das Ay­un­ta­mi­en­to de Ovie­do (Stadt Ovie­do, im Fol­gen­den: Ay­un­ta­mi­en­to) we­gen des­sen Be­schlus­ses, die Be­kannt­ma­chung ei­nes Aus­wahl­ver­fah­rens zu ge­neh­mi­gen, nach der die Be­wer­ber für Stel­len bei der ört­li­chen Po­li­zei nicht älter als 30 Jah­re sein dürfen.
Die Erwägungs­gründe 18, 23 und 25 der Richt­li­nie 2000/78 lau­ten:
„(18) Ins­be­son­de­re darf mit die­ser Richt­li­nie den Streit­kräften so­wie der Po­li­zei, den Haft­an­stal­ten oder den Not­fall­diens­ten un­ter Berück­sich­ti­gung des rechtmäßigen Ziels, die Ein­satz­be­reit­schaft die­ser Diens­te zu wah­ren, nicht zur Auf­la­ge ge­macht wer­den, Per­so­nen ein­zu­stel­len oder wei­ter zu beschäfti­gen, die nicht den je­wei­li­gen An­for­de­run­gen ent­spre­chen, um sämt­li­che Auf­ga­ben zu erfüllen, die ih­nen über­tra­gen wer­den können.
(23) Un­ter sehr be­grenz­ten Be­din­gun­gen kann ei­ne un­ter­schied­li­che Be­hand­lung ge­recht­fer­tigt sein, wenn ein Merk­mal, das mit … dem Al­ter … zu­sam­menhängt, ei­ne we­sent­li­che und ent­schei­den­de be­ruf­li­che An­for­de­rung dar­stellt, so­fern es sich um ei­nen le­gi­ti­men Zweck und ei­ne an­ge­mes­se­ne An­for­de­rung han­delt …
Die Richt­li­nie 2000/78 hat gemäß ih­rem Art. 1 zum Zweck, ei­nen all­ge­mei­nen Rah­men zu schaf­fen, um ei­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen der Re­li­gi­on oder der Welt­an­schau­ung, ei­ner Be­hin­de­rung, des Al­ters oder der se­xu­el­len Aus­rich­tung in Beschäfti­gung und Be­ruf im Hin­blick auf die Ver­wirk­li­chung des Grund­sat­zes der Gleich­be­hand­lung in den Mit­glied­staa­ten zu bekämp­fen.
„(1) Im Sin­ne die­ser Richt­li­nie be­deu­tet ‚Gleich­be­hand­lungs­grund­satz‘, dass es kei­ne un­mit­tel­ba­re oder mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung we­gen ei­nes der in Ar­ti­kel 1 ge­nann­ten Gründe ge­ben darf. (2) Im Sin­ne des Ab­sat­zes 1
Art. 3 Abs. 1 Buchst. a der Richt­li­nie 2000/78 lau­tet:
a) die Be­din­gun­gen - ein­sch­ließlich Aus­wahl­kri­te­ri­en und Ein­stel­lungs­be­din­gun­gen - für den Zu­gang zu un­selbständi­ger und selbständi­ger Er­werbstätig­keit, un­abhängig von Tätig­keits­feld und be­ruf­li­cher Po­si­ti­on, ein­sch­ließlich des be­ruf­li­chen Auf­stiegs“.
Art. 4 Abs. 1 die­ser Richt­li­nie be­stimmt:
„Un­ge­ach­tet des Ar­ti­kels 2 Absätze 1 und 2 können die Mit­glied­staa­ten vor­se­hen, dass ei­ne Un­gleich­be­hand­lung we­gen ei­nes Merk­mals, das im Zu­sam­men­hang mit ei­nem der in Ar­ti­kel 1 ge­nann­ten Dis­kri­mi­nie­rungs­gründe steht, kei­ne Dis­kri­mi­nie­rung dar­stellt, wenn das be­tref­fen­de Merk­mal auf­grund der Art ei­ner be­stimm­ten be­ruf­li­chen Tätig­keit oder der Be­din­gun­gen ih­rer Ausübung ei­ne we­sent­li­che und ent­schei­den­de be­ruf­li­che An­for­de­rung dar­stellt, so­fern es sich um ei­nen rechtmäßigen Zweck und ei­ne an­ge­mes­se­ne An­for­de­rung han­delt.“
Art. 6 der Richt­li­nie 2000/78 sieht vor:
In Spa­ni­en hat je­de der 17 Au­to­no­men Ge­mein­schaf­ten Ge­set­ze oder Durchführungs­be­stim­mun­gen zum Sta­tut der ört­li­chen Po­li­zei er­las­sen, die im Hin­blick auf das Höchst­al­ter für den Zu­gang zu die­sem Be­ruf un­ter­schied­lich sind. Während nämlich ei­ni­ge Ge­set­ze ein Al­ter von 30 oder mehr Le­bens­jah­ren vor­se­hen, gibt es in an­de­ren Au­to­no­men Ge­mein­schaf­ten kei­ne Al­ters­gren­ze.
In Art. 18 Abs. 6 der Ley del Prin­ci­pa­do de As­tu­ri­as 2/2007 de Co­or­di­n­ación de las Po­licías Lo­ca­les (Ge­setz 2/2007 der Au­to­no­men Ge­mein­schaft As­tu­ri­en zur Ko­or­di­na­ti­on der ört­li­chen Po­li­zei) vom 23. März 2007 (BOE Nr. 169 vom 16. Ju­li 2007) sind die Auf­ga­ben ei­nes ört­li­chen Po­li­zei­be­am­ten fol­gen­der­maßen fest­ge­legt:
„Bei­stand für den Bürger, Schutz von Per­so­nen und Sa­chen, Fest­nah­me und In­ge­wahrs­am­nah­me von Straftätern, präven­ti­ver Strei­fen­dienst, Ver­kehrs­re­ge­lung und sons­ti­ge von sei­nen Vor­ge­setz­ten an­ge­ord­ne­te Maßnah­men.“
Art. 32 Buchst. b die­ses Ge­set­zes schreibt ins­be­son­de­re als all­ge­mei­ne Vor­aus­set­zung für die Auf­nah­me in den ört­li­chen Po­li­zei­dienst vor,
b) min­des­tens 18 und nicht älter als 30 Jah­re alt [zu] sein.“
Das Ge­setz 2/2007 wur­de im Rah­men der Be­fug­nis­se er­las­sen, die die spa­ni­sche Ver­fas­sung den Au­to­no­men Ge­mein­schaf­ten im Rah­men der Ley Orgáni­ca 2/1986 de Fu­erz­as y Cu­er­pos de Se­gu­ri­dad del Esta­do (Ge­setz zur Or­ga­ni­sa­ti­on der Voll­zugs­diens­te der na­tio­na­len Si­cher­heits­behörden) vom 13. März 1986 (BOE Nr. 63 vom 14. März 1986) einräumt.
Die Voll­zugs­diens­te der na­tio­na­len Si­cher­heits­behörden ha­ben gemäß Art. 11 Abs. 1 der Ley Orgáni­ca nº 2/1986 fol­gen­de Auf­ga­ben:
„Die Voll­zugs­diens­te der na­tio­na­len Si­cher­heits­behörden ha­ben zur Auf­ga­be, die freie Ausübung der Rech­te und Frei­hei­ten zu schützen und die Si­cher­heit der Bürger zu gewähr­leis­ten, in­dem sie
a) die Ein­hal­tung der Ge­set­ze und all­ge­mei­nen Vor­schrif­ten über­wa­chen, wo­bei sie die An­wei­sun­gen ausführen, die ih­nen die Behörden im Rah­men ih­rer je­wei­li­gen Zuständig­keit er­tei­len;
b) Per­so­nen Hil­fe leis­ten und sie schützen und Ge­genstände, die aus ir­gend­ei­nem Grund in Ge­fahr sind, be­wa­chen oder in Ge­wahr­sam neh­men;
c) bei Be­darf öffent­li­che Gebäude und Ein­rich­tun­gen be­wa­chen und schützen;
d) für den Schutz und die Si­cher­heit hoch­ge­stell­ter Persönlich­kei­ten sor­gen;
e) ge­ge­be­nen­falls die öffent­li­che Ord­nung und Si­cher­heit er­hal­ten oder wie­der­her­stel­len;
f) Straf­ta­ten ver­hin­dern;
g) Un­ter­su­chun­gen in Be­zug auf Straf­ta­ten durchführen, um die ver­mut­li­chen Täter zu er­mit­teln und zu ver­haf­ten, die Ta­tin­stru­men­te, Erträge und Be­wei­se für Straf­ta­ten si­chern und dem zuständi­gen Rich­ter oder Ge­richt zur Verfügung stel­len so­wie ein­schlägi­ge tech­ni­sche Be­rich­te und Gut­ach­ten er­stel­len;
h) al­le für die öffent­li­che Ord­nung und Si­cher­heit wich­ti­gen In­for­ma­tio­nen er­fas­sen und ana­ly­sie­ren so­wie die Me­tho­den und Tech­ni­ken zur Verhütung von Straf­ta­ten stu­die­ren, pla­nen und an­wen­den; i) mit den Ka­ta­stro­phen­schutz­behörden in Fällen großer Ge­fahr, ei­ner Ka­ta­stro­phe oder ei­nes na­tio­na­len Unglücks gemäß den Be­din­gun­gen zu­sam­men­ar­bei­ten, die in den Rechts­vor­schrif­ten für den Zi­vil­schutz fest­ge­legt sind.“ 14
In Art. 53 Abs. 1 der Ley Orgáni­ca nº 2/1986 sind die Auf­ga­ben der ört­li­chen Po­li­zei fest­ge­legt. Die­se Vor­schrift lau­tet:
„Die ört­li­che Po­li­zei
a) schützt die Behörden der kom­mu­na­len Ge­bietskörper­schaf­ten und be­wacht de­ren Gebäude und Ein­rich­tun­gen;
b) re­gelt und lei­tet gemäß der Ver­kehrs­ord­nung den Ver­kehr und die Si­gnal­an­la­gen im Stadt­zen­trum;
c) nimmt Ver­kehrs­unfälle auf, die sich im Stadt­zen­trum er­eig­net ha­ben;
d) übt ord­nungs­behörd­li­che Tätig­kei­ten im Zu­sam­men­hang mit Ver­ord­nun­gen, Sat­zun­gen und sons­ti­gen kom­mu­na­len Vor­schrif­ten aus, die in ih­ren Zuständig­keits­be­reich fal­len;
e) ar­bei­tet mit der Kri­mi­nal­po­li­zei zu­sam­men …;
f) leis­tet Hil­fe bei Unfällen, Ka­ta­stro­phen und na­tio­na­len Unglücken und wirkt in der ge­setz­lich vor­ge­se­he­nen Form an der Durchführung der Ka­ta­stro­phen­schutz­pläne mit;
g) er­greift präven­ti­ve und sons­ti­ge Maßnah­men zur Ver­hin­de­rung von Straf­ta­ten …;
h) über­wacht die öffent­li­chen Plätze und Straßen und ar­bei­tet auf An­for­de­rung mit den Si­cher­heits­kräften des Staa­tes so­wie mit der Po­li­zei der Au­to­no­men Ge­mein­schaf­ten zum Schutz von De­mons­tra­tio­nen und zur Auf­recht­er­hal­tung der Ord­nung bei großen Men­schen­an­samm­lun­gen zu­sam­men;
i) wirkt auf An­for­de­rung an der Bei­le­gung pri­va­ter Kon­flik­te mit.“
Am 8. April 2013 er­hob Herr Vi­tal Pérez beim vor­le­gen­den Ge­richt Kla­ge ge­gen den Be­schluss des Ay­un­ta­mi­en­to vom 7. März 2013, mit dem die in ei­ner Be­kannt­ma­chung ei­nes Aus­wahl­ver­fah­rens ent­hal­te­nen spe­zi­fi­schen Be­din­gun­gen für die Be­set­zung von 15 Stel­len bei der ört­li­chen Po­li­zei ge­neh­migt wor­den wa­ren.
Herr Vi­tal Pérez hält Nr. 3.2 der ge­nann­ten Aus­schrei­bung für rechts­wid­rig, wo­nach die Be­wer­ber nicht älter als 30 Jah­re sein dürfen. Dies verstößt sei­ner An­sicht nach ge­gen sein in der spa­ni­schen Ver­fas­sung und in der Richt­li­nie 2000/78 ver­an­ker­tes Grund­recht auf Zu­gang zu öffent­li­chen Ämtern und Auf­ga­ben un­ter glei­chen Be­din­gun­gen.
Er be­gehrt die Nich­ti­gerklärung der ge­nann­ten Nr. 3.2, weil sie ei­ne Be­din­gung ent­hal­te, die we­der be­gründet noch be­rech­tigt sei, denn die für die Ausübung der Auf­ga­ben an­ge­mes­se­ne körper­li­che Kon­di­ti­on sei durch die in der Aus­schrei­bung vor­ge­se­he­nen körper­li­chen Eig­nungs­tests gewähr­leis­tet. In Nr. 3.5 der Aus­schrei­bung heißt es, dass der Be­wer­ber „in körper­li­cher und psy­chi­scher Hin­sicht die ent­spre­chen­den Vor­aus­set­zun­gen für die Ausübung der mit dem Amt ver­bun­de­nen Auf­ga­ben und für die Teil­nah­me an den [in der Aus­schrei­bung an­ge­ge­be­nen] körper­li­chen Eig­nungs­tests erfüllen“ müsse.
Die Ge­set­ze und De­kre­te der Au­to­no­men Ge­mein­schaf­ten sähen ent­we­der kei­ne Al­ters­gren­ze vor (An­da­lu­si­en, Aragón, Ba­lea­ren, Ka­na­ri­sche In­seln, Cas­til­la-La Man­cha, Ka­ta­lo­ni­en und Ex­trema­du­ra) oder leg­ten sie auf 35 Jah­re (Bas­ken­land) bzw. 36 Jah­re (Va­len­cia und Ga­li­ci­en) fest.
Das Ay­un­ta­mi­en­to macht gel­tend, dass es sich mit der Fest­le­gung ei­ner sol­chen Al­ters­gren­ze le­dig­lich an das Ge­setz 2/2007 ge­hal­ten ha­be. Im Übri­gen ha­be es die­se Maßnah­me auf Art. 6 der Richt­li­nie 2000/78 gestützt, und je­den­falls ha­be der Ge­richts­hof be­reits im Ur­teil Wolf (C-229/08, EU:C:2010:3) zu­guns­ten ei­ner sol­chen Al­ters­gren­ze ent­schie­den.
Das vor­le­gen­de Ge­richt weist dar­auf hin, dass das Tri­bu­nal Su­pre­mo mit Ur­tei­len vom 21. März 2011 und 17. Ok­to­ber 2011 die Vor­schrift für nich­tig erklärt ha­be, die im Fall ei­nes all­ge­mei­nen Aus­wahl­ver­fah­rens zur Be­set­zung von Stel­len als In­spek­to­ren­anwärter bei der na­tio­na­len Po­li­zei den Aus­schluss von über 30 Jah­re al­ten Be­wer­bern vor­ge­se­hen ha­be, und ver­tritt die An­sicht, dass die im Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­de Al­ters­gren­ze un­verhält­nismäßig sein könn­te. Es ge­be nämlich we­ni­ger ein­schränken­de Maßnah­men als die Fest­le­gung ei­nes Höchst­al­ters, um das Ziel, dass die ört­li­chen Po­li­zis­ten über die be­son­de­re für die Ausübung ih­res Be­rufs not­wen­di­ge körper­li­che Kon­di­ti­on verfügen müss­ten, er­rei­chen zu können. Die Durchführung an­spruchs­vol­ler körper­li­cher Eig­nungs­tests sei ge­ra­de ei­ne spe­zi­fi­sche Vor­aus­set­zung in der Be­kannt­ma­chung des Aus­wahl­ver­fah­rens.
Die körper­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für die Auf­nah­me in den ört­li­chen Po­li­zei­dienst könn­ten nicht mit der „außer­gewöhn­lich ho­hen körper­li­chen Eig­nung“ ver­gli­chen wer­den, die bei der Feu­er­wehr ver­langt wer­de, da die­se an­de­re Auf­ga­ben ha­be, so dass das Ur­teil Wolf (EU:C:2010:3) im vor­lie­gen­den Fall nicht un­mit­tel­bar her­an­ge­zo­gen wer­den könne.
Un­ter die­sen Umständen hat der Juz­ga­do de lo Con­ten­cio­so-Ad­mi­nis­tra­tivo n° 4 de Ovie­do das Ver­fah­ren aus­ge­setzt und dem Ge­richts­hof fol­gen­de Fra­ge zur Vor­ab­ent­schei­dung vor­ge­legt:
Ste­hen Art. 2 Abs. 2, Art. 4 Abs. 1 und Art. 6 Abs. 1 Buchst. c der Richt­li­nie 2000/78 so­wie Art. 21 Abs. 1 der Char­ta, so­weit sie jeg­li­che Dis­kri­mi­nie­rung aus Gründen des Al­ters ver­bie­ten, der in ei­ner städti­schen Aus­schrei­bung in aus­drück­li­cher An­wen­dung ei­nes Re­gio­nal­ge­set­zes ei­nes Mit­glied­staats vor­ge­se­he­nen Fest­le­gung ei­nes Höchst­al­ters von 30 Jah­ren für den Zu­gang zu ei­ner Stel­le bei der ört­li­chen Po­li­zei ent­ge­gen?
Das vor­le­gen­de Ge­richt er­sucht den Ge­richts­hof im Rah­men des vor­lie­gen­den Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chens so­wohl um die Aus­le­gung von Art. 21 der Char­ta als auch um die Aus­le­gung der Be­stim­mun­gen der Richt­li­nie 2000/78.
Der Ge­richts­hof hat an­er­kannt, dass ein Ver­bot der Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters be­steht, das als all­ge­mei­ner Grund­satz des Uni­ons­rechts an­zu­se­hen und durch die Richt­li­nie 2000/78 für den Be­reich von Beschäfti­gung und Be­ruf kon­kre­ti­siert wor­den ist (Ur­tei­le Kücükde­ve­ci, C-555/07, EU:C:2010:21, Rn. 21, so­wie Prig­ge u. a., C-447/09, EU:C:2011:573, Rn. 38).
Wenn der Ge­richts­hof da­her mit ei­ner Vor­ab­ent­schei­dungs­fra­ge be­fasst ist, die sich im Rah­men ei­nes Rechts­streits zwi­schen ei­nem Ein­zel­nen und der öffent­li­chen Ver­wal­tung auf die Aus­le­gung des all­ge­mei­nen Grund­sat­zes des Ver­bots ei­ner Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters, wie es in Art. 21 der Char­ta fest­ge­legt ist, und der Be­stim­mun­gen der Richt­li­nie 2000/78 be­zieht, prüft er die Fra­ge nur im Hin­blick auf die­se Richt­li­nie (vgl. in die­sem Sin­ne Ur­teil Ty­ro­le­an Air­ways Ti­ro­ler Luft­fahrt, C-132/11, EU:C:2012:329, Rn. 21 bis 23).
Das vor­le­gen­de Ge­richt möch­te mit sei­ner Fra­ge wis­sen, ob Art. 2 Abs. 2, Art. 4 Abs. 1 und Art. 6 Abs. 1 Buchst. c der Richt­li­nie 2000/78 da­hin aus­zu­le­gen sind, dass sie ei­ner na­tio­na­len Re­ge­lung wie der im Aus­gangs­ver­fah­ren frag­li­chen ent­ge­gen­ste­hen, die das Höchst­al­ter für die Ein­stel­lung ört­li­cher Po­li­zei­be­am­ter auf 30 Jah­re fest­legt.
Um die­se Fra­ge zu be­ant­wor­ten, ist zu prüfen, ob die im Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­de Re­ge­lung in den Gel­tungs­be­reich der Richt­li­nie 2000/78 fällt und, wenn ja, ob sie ei­ne Un­gleich­be­hand­lung we­gen des Al­ters enthält, die ge­ge­be­nen­falls in An­be­tracht die­ser Richt­li­nie ge­recht­fer­tigt sein könn­te.
Zunächst ist dar­auf hin­zu­wei­sen, dass sich so­wohl aus dem Ti­tel und den Erwägungs­gründen als auch aus dem In­halt und der Ziel­set­zung der Richt­li­nie 2000/78 er­gibt, dass sie ei­nen all­ge­mei­nen Rah­men schaf­fen soll, der gewähr­leis­tet, dass je­der „in Beschäfti­gung und Be­ruf“ gleich be­han­delt wird, in­dem sie dem Be­trof­fe­nen ei­nen wirk­sa­men Schutz vor Dis­kri­mi­nie­run­gen aus ei­nem der in ih­rem Art. 1 ge­nann­ten Gründe - dar­un­ter auch das Al­ter - bie­tet (Ur­tei­le Hütter, C-88/08, EU:C:2009:381, Rn. 33, so­wie Ge­or­giev, C-250/09 und C-268/09, EU:C:2010:699, Rn. 26).
Was im Ein­zel­nen die An­wen­dung die­ser Richt­li­nie im Rah­men des Aus­gangs­ver­fah­rens an­geht, ist fest­zu­stel­len, dass die­se Richt­li­nie gemäß ih­rem Art. 3 Abs. 1 Buchst. a für al­le Per­so­nen in öffent­li­chen und pri­va­ten Be­rei­chen, ein­sch­ließlich öffent­li­cher Stel­len, gilt, ins­be­son­de­re in Be­zug auf die Be­din­gun­gen - ein­sch­ließlich Aus­wahl­kri­te­ri­en und Ein­stel­lungs­be­din­gun­gen - für den Zu­gang zu un­selbständi­ger und selbständi­ger Er­werbstätig­keit, un­abhängig von Tätig­keits­feld und be­ruf­li­cher Po­si­ti­on.
Art. 32 Buchst. b des Ge­set­zes 2/2007 berührt da­durch, dass er vor­sieht, dass Per­so­nen die älter als 30 Jah­re alt sind, nicht in den ört­li­chen Po­li­zei­dienst auf­ge­nom­men wer­den können, die Ein­stel­lungs­be­din­gun­gen die­ser Ar­beit­neh­mer. Ei­ne der­ar­ti­ge Re­ge­lung ist dem­nach als ei­ne Re­ge­lung des Zu­gangs zur Beschäfti­gung im öffent­li­chen Be­reich im Sin­ne von Art. 3 Abs. 1 Buchst. a der Richt­li­nie 2000/78 an­zu­se­hen.
Die­se Richt­li­nie ist da­her auf ei­ne Si­tua­ti­on, wie sie dem beim vor­le­gen­den Ge­richt anhängi­gen Rechts­streit zu­grun­de liegt, an­wend­bar.
Hin­sicht­lich der Fra­ge, ob die im Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­de Re­ge­lung ei­ne Un­gleich­be­hand­lung we­gen des Al­ters be­inhal­tet, ist dar­auf hin­zu­wei­sen, dass nach Art. 2 Abs. 1 der Richt­li­nie 2000/78 „‚Gleich­be­hand­lungs­grund­satz‘ [be­deu­tet], dass es kei­ne un­mit­tel­ba­re oder mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung we­gen ei­nes der in Ar­ti­kel 1 [die­ser Richt­li­nie] ge­nann­ten Gründe ge­ben darf“. Nach Art. 2 Abs. 2 Buchst. a der Richt­li­nie liegt ei­ne un­mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung im Sin­ne des Abs. 1 vor, wenn ei­ne Per­son we­gen ei­nes der in Art. 1 der Richt­li­nie ge­nann­ten Gründe in ei­ner ver­gleich­ba­ren Si­tua­ti­on ei­ne we­ni­ger güns­ti­ge Be­hand­lung erfährt als ei­ne an­de­re Per­son.
Im vor­lie­gen­den Fall hat Art. 32 Buchst. b des Ge­set­zes 2/2007 zur Fol­ge, dass be­stimm­te Per­so­nen al­lein des­halb, weil sie älter als 30 Jah­re sind, ei­ne we­ni­ger güns­ti­ge Be­hand­lung er­fah­ren als an­de­re Per­so­nen in ver­gleich­ba­ren Si­tua­tio­nen. Ei­ne der­ar­ti­ge Re­ge­lung be­gründet ein­deu­tig ei­ne un­mit­tel­bar auf dem Al­ter be­ru­hen­de Un­gleich­be­hand­lung im Sin­ne der Art. 1 und 2 Abs. 2 Buchst. a der Richt­li­nie 2000/78.
Es ist zu prüfen, ob die­se Un­gleich­be­hand­lung nach Art. 4 Abs. 1 und Art. 6 Abs. 1 der Richt­li­nie 2000/78 ge­recht­fer­tigt sein kann.
Was als Ers­tes Art. 4 Abs. 1 der Richt­li­nie 2000/78 an­geht, stellt nach sei­nem Wort­laut „ei­ne Un­gleich­be­hand­lung we­gen ei­nes Merk­mals, das im Zu­sam­men­hang mit ei­nem der in Ar­ti­kel 1 [die­ser Richt­li­nie] ge­nann­ten Dis­kri­mi­nie­rungs­gründe steht, kei­ne Dis­kri­mi­nie­rung [dar], wenn das be­tref­fen­de Merk­mal auf­grund der Art ei­ner be­stimm­ten be­ruf­li­chen Tätig­keit oder der Be­din­gun­gen ih­rer Ausübung ei­ne we­sent­li­che und ent­schei­den­de be­ruf­li­che An­for­de­rung dar­stellt, so­fern es sich um ei­nen rechtmäßigen Zweck und ei­ne an­ge­mes­se­ne An­for­de­rung han­delt“. 36
Der Ge­richts­hof hat in die­sem Zu­sam­men­hang be­reits fest­ge­stellt, dass sich aus Art. 4 Abs. 1 der Richt­li­nie 2000/78 er­gibt, dass nicht der Grund, auf den die Un­gleich­be­hand­lung gestützt ist, son­dern ein mit die­sem Grund im Zu­sam­men­hang ste­hen­des Merk­mal ei­ne we­sent­li­che und ent­schei­den­de be­ruf­li­che An­for­de­rung dar­stel­len muss (vgl. Ur­tei­le Wolf, EU:C:2010:3, Rn. 35, so­wie Prig­ge u. a., EU:C:2011:573, Rn. 66).
Nach ständi­ger Recht­spre­chung steht das Vor­han­den­sein be­son­de­rer körper­li­cher Fähig­kei­ten im Zu­sam­men­hang mit dem Al­ter (Ur­tei­le Wolf, EU:C:2010:3, Rn. 41, so­wie Prig­ge u. a., EU:C:2011:573, Rn. 67).
Im vor­lie­gen­den Fall folgt aus Art. 18 Abs. 6 des Ge­set­zes 2/2007, dass die Auf­ga­ben der Be­am­ten der ört­li­chen Po­li­zei ins­be­son­de­re Bei­stand für den Bürger, Schutz von Per­so­nen und Sa­chen, Fest­nah­me und In­ge­wahrs­am­nah­me von Straftätern, präven­ti­ven Strei­fen­dienst und Ver­kehrs­re­ge­lung um­fas­sen.
Ei­ni­ge die­ser Auf­ga­ben, z. B. Bei­stand für den Bürger und Ver­kehrs­re­ge­lung, er­for­dern zwar of­fen­kun­dig kei­nen ho­hen körper­li­chen Ein­satz, doch können der Schutz von Per­so­nen und Sa­chen, die Fest­nah­me und In­ge­wahrs­am­nah­me von Straftätern so­wie der präven­ti­ve Strei­fen­dienst die An­wen­dung körper­li­cher Ge­walt er­for­dern.
Die Na­tur der letzt­ge­nann­ten Auf­ga­ben macht be­son­de­re körper­li­che Fähig­kei­ten er­for­der­lich, da körper­li­che Schwächen bei der Ausübung der ge­nann­ten Tätig­kei­ten beträcht­li­che Kon­se­quen­zen ha­ben können, und zwar nicht nur für die Po­li­zei­be­am­ten selbst und für Drit­te, son­dern auch für die Auf­recht­er­hal­tung der öffent­li­chen Ord­nung (vgl. in die­sem Sin­ne Ur­teil Prig­ge u. a., EU:C:2011:573, Rn. 67).
Dem­zu­fol­ge kann das Vor­han­den­sein be­son­de­rer körper­li­cher Fähig­kei­ten als ei­ne „we­sent­li­che und ent­schei­den­de be­ruf­li­che An­for­de­rung“ im Sin­ne von Art. 4 Abs. 1 der Richt­li­nie 2000/78 in Be­zug auf die Ausübung des Be­rufs ei­nes ört­li­chen Po­li­zei­be­am­ten an­ge­se­hen wer­den.
Hin­sicht­lich des Ziels, das mit der im Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­den Re­ge­lung an­ge­strebt wird, hat die spa­ni­sche Re­gie­rung vor­ge­tra­gen, das Ge­setz 2/2007 sol­le durch die Fest­le­gung ei­nes Höchst­al­ters von 30 Jah­ren für den Zu­gang zu ei­ner Stel­le bei der ört­li­chen Po­li­zei die Ein­satz­be­reit­schaft und das ord­nungs­gemäße Funk­tio­nie­ren die­ser Po­li­zei­kräfte gewähr­leis­ten, in­dem si­cher­ge­stellt wer­de, dass die neu an­ge­stell­ten Be­am­ten in der La­ge sei­en, die körper­lich an­stren­gen­de­ren Auf­ga­ben über ei­nen re­la­tiv lan­gen Zeit­raum ih­rer be­ruf­li­chen Lauf­bahn aus­zuüben.
Nach ih­rem 18. Erwägungs­grund darf mit der Richt­li­nie 2000/78 der Po­li­zei un­ter Berück­sich­ti­gung des rechtmäßigen Ziels, die Ein­satz­be­reit­schaft die­ses Diens­tes zu wah­ren, nicht zur Auf­la­ge ge­macht wer­den, Per­so­nen ein­zu­stel­len oder wei­ter zu beschäfti­gen, die nicht den je­wei­li­gen An­for­de­run­gen ent­spre­chen, um sämt­li­che Auf­ga­ben zu erfüllen, die ih­nen über­tra­gen wer­den können.
Es zeigt sich da­her, dass das Bemühen, die Ein­satz­be­reit­schaft und das ord­nungs­gemäße Funk­tio­nie­ren der Po­li­zei zu gewähr­leis­ten, ei­nen rechtmäßigen Zweck im Sin­ne von Art. 4 Abs. 1 der Richt­li­nie 2000/78 dar­stellt (vgl. in die­sem Sin­ne Ur­teil Wolf, EU:C:2010:3, Rn. 39).
Es ist al­ler­dings zu prüfen, ob die im Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­de na­tio­na­le Re­ge­lung mit der Fest­le­gung ei­nes der­ar­ti­gen Höchst­al­ters ein verhält­nismäßiges Er­for­der­nis auf­ge­stellt hat, d. h. ob die­se Al­ters­gren­ze ge­eig­net ist, das an­ge­streb­te Ziel zu er­rei­chen, und nicht über das hin­aus­geht, was hier­zu er­for­der­lich ist.
In die­sem Zu­sam­men­hang ist dar­auf hin­zu­wei­sen, dass es im 23. Erwägungs­grund der Richt­li­nie 2000/78 heißt, dass ei­ne un­ter­schied­li­che Be­hand­lung un­ter „sehr be­grenz­ten Be­din­gun­gen“ ge­recht­fer­tigt sein kann, wenn ein Merk­mal, das ins­be­son­de­re mit dem Al­ter zu­sam­menhängt, ei­ne we­sent­li­che und ent­schei­den­de be­ruf­li­che An­for­de­rung dar­stellt.
Darüber hin­aus ist Art. 4 Abs. 1 der ge­nann­ten Richt­li­nie, so­weit er es ermöglicht, vom Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bot ab­zu­wei­chen, eng aus­zu­le­gen (Ur­teil Prig­ge u. a., EU:C:2011:573, Rn. 72). 48
Da­her ist zu prüfen, ob in An­be­tracht der Ausführun­gen in den Rn. 39 bis 41 des vor­lie­gen­den Ur­teils die für die Ausübung der Tätig­keit ei­nes ört­li­chen Po­li­zei­be­am­ten er­for­der­li­che be­son­de­re körper­li­che Eig­nung zwangsläufig ei­ne be­stimm­te Al­ters­grup­pe be­trifft und bei Per­so­nen, die ein be­stimm­tes Al­ter über­schrit­ten ha­ben, nicht ge­ge­ben ist.
Im Rah­men die­ser Prüfung sind fol­gen­de Ge­sichts­punk­te zu berück­sich­ti­gen.
Ers­tens er­gibt sich aus der Vor­la­ge­ent­schei­dung, dass die Rechts­vor­schrif­ten der Au­to­no­men Ge­mein­schaf­ten über ört­li­che Po­li­zei­be­am­te im Hin­blick auf die Fest­le­gung ei­ner Al­ters­gren­ze für den Zu­gang zu die­sem Be­ruf of­fen­sicht­lich von­ein­an­der ab­wei­chen. Während das Höchst­al­ter nämlich in ei­ni­gen Au­to­no­men Ge­mein­schaf­ten auf 30 Jah­re oder mehr (35, 36 oder 40 Jah­re) fest­ge­legt ist, ha­ben sich an­de­re Au­to­no­me Ge­mein­schaf­ten dafür ent­schie­den, kei­ne Al­ters­gren­ze zu be­stim­men.
Zwei­tens hat die spa­ni­sche Re­gie­rung in ih­rer Ant­wort auf ei­ne schrift­li­che Fra­ge des Ge­richts­hofs bestätigt, dass die das Höchst­al­ter von 30 Jah­ren be­tref­fen­de Vor­aus­set­zung für den Zu­gang zum Be­ruf ei­nes Be­am­ten der spa­ni­schen na­tio­na­len Po­li­zei - de­ren Auf­ga­ben in Art. 11 des Ge­set­zes 2/1986 ähn­lich fest­ge­legt sind wie die der ört­li­chen Po­li­zei - auf­ge­ho­ben wor­den ist.
Drit­tens ist dar­auf hin­zu­wei­sen, dass der Ge­richts­hof im Ur­teil Wolf (EU:C:2010:3, Rn. 44) fest­ge­stellt hat, dass ei­ne Maßnah­me, durch die für die Ein­stel­lung in die Lauf­bahn des mitt­le­ren feu­er­wehr­tech­ni­schen Diens­tes das Höchst­al­ter auf 30 Jah­re fest­ge­legt wird, verhält­nismäßig ist, da die­se Gren­ze er­for­der­lich ist, um die Ein­satz­be­reit­schaft und das ord­nungs­gemäße Funk­tio­nie­ren des Diens­tes zu gewähr­leis­ten.
Der Ge­richts­hof ist zu die­sem Er­geb­nis je­doch erst ge­kom­men, nach­dem er an­hand der ihm vor­ge­leg­ten wis­sen­schaft­li­chen Da­ten fest­ge­stellt hat­te, dass ei­ni­ge der den An­gehöri­gen des mitt­le­ren feu­er­wehr­tech­ni­schen Diens­tes über­tra­ge­nen Auf­ga­ben wie die Brand­bekämp­fung ei­ne „außer­gewöhn­lich ho­he“ körper­li­che Eig­nung er­for­dern und dass nur sehr we­ni­ge der Be­am­ten, die älter als 45 Jah­re sind, über die hin­rei­chen­de körper­li­che Eig­nung verfügen, um ei­ne sol­che Tätig­keit aus­zuüben. Der Ge­richts­hof hat dar­auf hin­ge­wie­sen, dass ei­ne Ein­stel­lung im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter zur Fol­ge hätte, dass ei­ne zu große Zahl von Be­am­ten nicht für die körper­lich an­spruchs­volls­ten Auf­ga­ben ver­wen­det wer­den könn­te. Außer­dem würde ei­ne sol­che Ein­stel­lung nicht ermögli­chen, die so ein­ge­stell­ten Be­am­ten über ei­nen hin­rei­chend lan­gen Zeit­raum für die­se Auf­ga­ben zu ver­wen­den. Sch­ließlich muss für ei­ne an­ge­mes­se­ne Or­ga­ni­sa­ti­on der Be­rufs­feu­er­wehr für den mitt­le­ren tech­ni­schen Dienst ei­ne Wech­sel­be­zie­hung zwi­schen den körper­lich an­spruchs­vol­len und für die ältes­ten Be­am­ten un­ge­eig­ne­ten Stel­len und den körper­lich we­ni­ger an­spruchs­vol­len und für die­se Be­am­ten ge­eig­ne­ten Stel­len be­ste­hen (Ur­teil Wolf, EU:C:2010:3, Rn. 41 und 43).
Nach den Fest­stel­lun­gen des vor­le­gen­den Ge­richts ist in An­be­tracht der den Be­am­ten der ört­li­chen Po­li­zei zu­ge­wie­se­nen, in Rn. 38 des vor­lie­gen­den Ur­teils be­schrie­be­nen, Auf­ga­ben die Eig­nung, über die die Be­am­ten für die Erfüllung be­stimm­ter die­ser Auf­ga­ben verfügen müssen, nicht im­mer mit der „außer­gewöhn­lich ho­hen“ körper­li­chen Eig­nung ver­gleich­bar, die der Feu­er­wehr ins­be­son­de­re bei der Brand­bekämp­fung re­gelmäßig ab­ver­langt wird.
In die­sem Zu­sam­men­hang ist her­vor­zu­he­ben, dass, wie in Rn. 17 des vor­lie­gen­den Ur­teils aus­geführt, gemäß Nr. 3.5 der Aus­schrei­bung zur Be­set­zung von Stel­len für Be­am­te der ört­li­chen Po­li­zei des Ay­un­ta­mi­en­tos der Be­wer­ber „in körper­li­cher und psy­chi­scher Hin­sicht die ent­spre­chen­den Vor­aus­set­zun­gen für die Ausübung der mit dem Amt ver­bun­de­nen Auf­ga­ben und für die Teil­nah­me an den [in der Aus­schrei­bung an­ge­ge­be­nen] körper­li­chen Eig­nungs­tests erfüllen muss“. Es han­delt sich um an­spruchs­vol­le körper­li­che Eig­nungs­tests, de­ren Nicht­be­ste­hen zum Aus­schluss führt und durch die dem vor­le­gen­den Ge­richt zu­fol­ge auf ei­ne we­ni­ger ein­schränken­de Art und Wei­se als durch die Fest­le­gung ei­nes Höchst­al­ters er­reicht wer­den kann, dass die ört­li­chen Po­li­zis­ten über die be­son­de­re für die Ausübung ih­res Be­rufs not­wen­di­ge körper­li­che Kon­di­ti­on verfügen.
We­der den beim Ge­richts­hof ein­ge­reich­ten Ak­ten noch den ihm un­ter­brei­te­ten schrift­li­chen Erklärun­gen ist zu ent­neh­men, dass das Ziel, die Ein­satz­be­reit­schaft und das ord­nungs­gemäße Funk­tio­nie­ren der ört­li­chen Po­li­zei zu gewähr­leis­ten, es er­for­dert, ei­ne be­stimm­te Al­ters­struk­tur in ihr zu er­hal­ten, die es ge­bie­ten würde, aus­sch­ließlich Be­am­te un­ter 30 Jah­ren ein­zu­stel­len.
Aus die­sen Erwägun­gen folgt, dass das Ge­setz 2/2007 mit der Fest­le­gung ei­nes der­ar­ti­gen Höchst­al­ters ein un­verhält­nismäßiges Er­for­der­nis auf­ge­stellt hat.
Da­her ist Art. 4 Abs. 1 der Richt­li­nie 2000/78 da­hin aus­zu­le­gen, dass er ei­ner na­tio­na­len Re­ge­lung wie der im Aus­gangs­ver­fah­ren frag­li­chen ent­ge­gen­steht, die das Höchst­al­ter für den Zu­gang zu ei­ner Stel­le bei der ört­li­chen Po­li­zei auf 30 Jah­re fest­legt.
Was als Zwei­tes Art. 6 Abs. 1 der Richt­li­nie 2000/78 an­geht, ist fest­zu­stel­len, dass nach die­ser Vor­schrift ei­ne Un­gleich­be­hand­lung we­gen des Al­ters kei­ne Dis­kri­mi­nie­rung dar­stellt, so­fern sie ob­jek­tiv und an­ge­mes­sen ist und im Rah­men des na­tio­na­len Rechts durch ein le­gi­ti­mes Ziel, wor­un­ter ins­be­son­de­re rechtmäßige Zie­le aus den Be­rei­chen Beschäfti­gungs­po­li­tik, Ar­beits­markt und be­ruf­li­che Bil­dung zu ver­ste­hen sind, ge­recht­fer­tigt ist und die Mit­tel zur Er­rei­chung die­ses Ziels an­ge­mes­sen und er­for­der­lich sind. Der vom vor­le­gen­den Ge­richt in sei­ner Fra­ge aus­drück­lich erwähn­te Art. 6 Abs. 1 Un­terabs. 2 Buchst. c der ge­nann­ten Richt­li­nie sieht vor, dass der­ar­ti­ge Un­gleich­be­hand­lun­gen „die Fest­set­zung ei­nes Höchst­al­ters für die Ein­stel­lung auf­grund der spe­zi­fi­schen Aus­bil­dungs­an­for­de­run­gen ei­nes be­stimm­ten Ar­beits­plat­zes oder auf­grund der Not­wen­dig­keit ei­ner an­ge­mes­se­nen Beschäfti­gungs­zeit vor dem Ein­tritt in den Ru­he­stand“ ein­sch­ließen können.
Da­her ist zu prüfen, ob die das Höchst­al­ter von 30 Jah­ren be­tref­fen­de Vor­aus­set­zung für den Zu­gang zum Be­ruf ei­nes Be­am­ten der ört­li­chen Po­li­zei, wie sie sich aus Art. 32 Buchst. b des Ge­set­zes 2/2007 er­gibt, durch ein le­gi­ti­mes Ziel im Sin­ne von Art. 6 Abs. 1 der Richt­li­nie 2000/78 ge­recht­fer­tigt ist und die Mit­tel zur Er­rei­chung die­ses Ziels an­ge­mes­sen und er­for­der­lich sind.
Im Aus­gangs­ver­fah­ren enthält das Ge­setz 2/2007 kei­nen Hin­weis auf die mit sei­nem Art. 32 Buchst. b an­ge­streb­ten Zie­le.
Der Ge­richts­hof hat al­ler­dings fest­ge­stellt, dass sich Art. 6 Abs. 1 der Richt­li­nie 2000/78 nicht ent­neh­men lässt, dass ei­ne na­tio­na­le Re­ge­lung, die das an­ge­streb­te Ziel nicht ge­nau an­gibt, au­to­ma­tisch von ei­ner Recht­fer­ti­gung nach die­ser Be­stim­mung aus­ge­schlos­sen ist. Fehlt es an ei­ner sol­chen ge­nau­en An­ga­be, müssen an­de­re aus dem all­ge­mei­nen Kon­text der be­tref­fen­den Maßnah­me ab­ge­lei­te­te An­halts­punk­te die Fest­stel­lung des hin­ter die­ser Maßnah­me ste­hen­den Ziels ermögli­chen, da­mit des­sen Rechtmäßig­keit so­wie die An­ge­mes­sen­heit und Er­for­der­lich­keit der zu sei­ner Er­rei­chung ein­ge­setz­ten Mit­tel ge­richt­lich über­prüft wer­den können (Ur­tei­le Pa­la­ci­os de la Vil­la, C-411/05, EU:C:2007:604, Rn. 56 und 57, so­wie Kom­mis­si­on/Un­garn, C-286/12, EU:C:2012:687, Rn. 58).
In die­sem Zu­sam­men­hang ist zunächst fest­zu­stel­len, dass die spa­ni­sche Re­gie­rung zwar die Schaf­fung ei­ner aus­ge­gli­che­nen Al­ters­struk­tur als ei­nes der Zie­le der frag­li­chen Maßnah­me an­geführt hat, dass sich je­doch aus den dem Ge­richts­hof vor­ge­leg­ten Un­ter­la­gen nicht er­gibt, dass die­se Maßnah­me dar­auf ab­zielt, neue Ein­stel­lun­gen zu fördern. Die­se Maßnah­me ist da­her nicht ge­eig­net, beschäfti­gungs­po­li­ti­sche Zie­le im Sin­ne von Art. 6 Abs. 1 der Richt­li­nie 2000/78 zu fördern.
Den Erwägun­gen des vor­le­gen­den Ge­richts, das für die Aus­le­gung der gel­ten­den na­tio­na­len Rechts­vor­schrif­ten al­lein zuständig ist, ist je­doch hin­sicht­lich der et­wai­gen An­wen­dung von Art. 6 Abs. 1 der Richt­li­nie 2000/78 im Aus­gangs­ver­fah­ren zu ent­neh­men, dass die im Ge­setz 2/2007 vor­ge­se­he­ne Al­ters­gren­ze auf die spe­zi­fi­schen Aus­bil­dungs­an­for­de­run­gen des be­tref­fen­den Ar­beits­plat­zes und auf die Not­wen­dig­keit ei­ner an­ge­mes­se­nen Beschäfti­gungs­zeit vor dem Ein­tritt in den Ru­he­stand gestützt wird.
Da die­se Zie­le in Art. 6 Abs. 1 Un­terabs. 2 Buchst. c der Richt­li­nie 2000/78 auf­geführt sind, sind sie ge­eig­net, wie in Art. 6 Abs. 1 vor­ge­se­hen, ei­ne Un­gleich­be­hand­lung we­gen des Al­ters „im Rah­men des na­tio­na­len Rechts“ „ob­jek­tiv und an­ge­mes­sen“ zu recht­fer­ti­gen.
An­sch­ließend ist zu prüfen, ob die für die Er­rei­chung die­ser Zie­le ver­wen­de­ten Mit­tel an­ge­mes­sen und er­for­der­lich sind.
Hier­zu ist dar­auf hin­zu­wei­sen, dass die Mit­glied­staa­ten bei der Wahl der Maßnah­men zur Er­rei­chung ih­rer Zie­le im Be­reich der Ar­beits- und So­zi­al­po­li­tik über ei­nen wei­ten Wer­tungs­spiel­raum verfügen. Die­ser Wer­tungs­spiel­raum darf je­doch nicht da­zu führen, dass der Grund­satz des Ver­bots der Dis­kri­mi­nie­rung aus Gründen des Al­ters aus­gehöhlt wird (Ur­tei­le Age Con­cern Eng­land, C-388/07, EU:C:2009:128, Rn. 51, und In­ge­niørfo­re­nin­gen i Dan­mark, C-499/08, EU:C:2010:600, Rn. 33).
Was ers­tens das Ziel der spe­zi­fi­schen Aus­bil­dungs­an­for­de­run­gen des Ar­beits­plat­zes ei­nes ört­li­chen Po­li­zei­be­am­ten an­geht, er­gibt sich aus Nr. 7 der vom Ay­un­ta­mi­en­to ge­neh­mig­ten Be­kannt­ma­chung des Aus­wahl­ver­fah­rens, dass die er­folg­rei­chen Teil­neh­mer die­ses Aus­wahl­ver­fah­rens vor Dienst­an­tritt ei­ne „se­lek­ti­ve Aus­bil­dung“ durch­lau­fen müssen, de­ren Dau­er von der Re­gio­na­len Schu­le der ört­li­chen Po­li­zei­en oder vom Ay­un­ta­mi­en­to fest­ge­legt wird.
Art. 36 des Ge­set­zes 2/2007 ist zwar die ein­zi­ge Be­stim­mung die­ses Ge­set­zes, die die Aus­bil­dung der ört­li­chen Po­li­zei­be­am­ten zum Ge­gen­stand hat, doch weist er le­dig­lich dar­auf hin, dass die Es­cue­la de Se­gu­ri­dad Públi­ca del Prin­ci­pa­do de As­tu­ri­as (Schu­le für öffent­li­che Si­cher­heit der Au­to­no­men Ge­mein­schaft As­tu­ri­en) für die „be­ruf­li­che Aus­bil­dung, Förde­rung und Spe­zia­li­sie­rung“ der Mit­glie­der der ört­li­chen Po­li­zei sorgt, oh­ne die Ein­zel­hei­ten der frag­li­chen Aus­bil­dung zu nen­nen.
Kei­ner der dem Ge­richts­hof vor­ge­tra­ge­nen Ge­sichts­punk­te lässt je­doch dar­auf schließen, dass die für ei­ne Ein­stel­lung vor­ge­se­he­ne Al­ters­gren­ze im Hin­blick auf das Ziel, für die Aus­bil­dung der be­tref­fen­den Be­am­ten zu sor­gen, ge­eig­net und er­for­der­lich wäre.
Zwei­tens ist hin­sicht­lich des Ziels, ei­ne an­ge­mes­se­ne Beschäfti­gungs­zeit vor dem Ein­tritt in den Ru­he­stand zu gewähr­leis­ten, vor­ab dar­auf hin­zu­wei­sen, dass nach den An­ga­ben des vor­le­gen­den Ge­richts das Al­ter für den Ein­tritt ört­li­cher Po­li­zei­be­am­ter in den Ru­he­stand auf 65 Jah­re fest­ge­legt ist. Das vor­le­gen­de Ge­richt erwähnt zwar auch den Wech­sel zu ei­ner an­de­ren Tätig­keit im Al­ter von 58 Jah­ren, doch han­delt es sich um ei­ne Möglich­keit, die den ört­li­chen Po­li­zei­be­am­ten auf An­trag gewährt wird und im Übri­gen kei­nen Ein­fluss auf das Ru­he­stands­al­ter hat.
Dem­zu­fol­ge ist ei­ne na­tio­na­le Re­ge­lung wie die im Aus­gangs­ver­fah­ren frag­li­che, die für die Ein­stel­lung ört­li­cher Po­li­zei­be­am­ter ein Höchst­al­ter von 30 Jah­ren vor­schreibt, nicht als er­for­der­lich an­zu­se­hen, um für die ge­nann­ten Be­am­ten gemäß Art. 6 Abs. 1 Buchst. c der Richt­li­nie 2000/78 ei­ne an­ge­mes­se­ne Beschäfti­gungs­zeit vor dem Ein­tritt in den Ru­he­stand zu gewähr­leis­ten. Die Tat­sa­che, dass die Re­gel­al­ters­gren­ze im all­ge­mei­nen Sys­tem der so­zia­len Si­cher­heit auf 67 Jah­re fest­ge­legt ist, ist in die­sem Zu­sam­men­hang un­er­heb­lich.
So­mit kann die sich aus Art. 32 Buchst. b des Ge­set­zes 2/2007 er­ge­ben­de Un­gleich­be­hand­lung nicht gemäß Art. 6 Abs. 1 Buchst. c der Richt­li­nie 2000/78 ge­recht­fer­tigt sein.
Un­ter die­sen Umständen ist auf die Vor­la­ge­fra­ge zu ant­wor­ten, dass Art. 2 Abs. 2, Art. 4 Abs. 1 und Art. 6 Abs. 1 Buchst. c der Richt­li­nie 2000/78 da­hin aus­zu­le­gen sind, dass sie ei­ner na­tio­na­len Re­ge­lung wie der im Aus­gangs­ver­fah­ren frag­li­chen ent­ge­gen­ste­hen, die das Höchst­al­ter für die Ein­stel­lung ört­li­cher Po­li­zei­be­am­ter auf 30 Jah­re fest­legt.
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