Source: https://www.anwalt.de/rechtstipps/entziehung-der-fahrerlaubnis-bei-drogentransport_070005.html
Timestamp: 2019-03-18 13:55:03
Document Index: 245392821

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 69', 'BGH', '§ 69', '§ 69', 'BGH']

Mit seinem Urteil vom 4. November 2014 hat der BGH entschieden, dass allein die Tätigkeit als Drogenkurier nicht ausreicht, einen Führerscheinentzug gem. § 69 StGB zu rechtfertigen.
Der BGH hat der Revision des Betroffenen stattgegeben und verneint, dass alleine die Tätigkeit als Drogenkurier mit Kraftfahrzeug eine Ungeeignetheit im Sinne des § 69 StGB darstellt.
Der Betroffene wurde zuvor vom Landgericht Augsburg (12. Dezember 2013) wegen Beihilfe zum unerlaubten bandenmäßigen Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in sechzehn Fällen zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten verurteilt. Zudem wurde dem Angeklagten die Fahrerlaubnis entzogen sowie eine Sperrfrist von zwei Jahren zur Neuerteilung festgesetzt.
Der maßgebliche Tatbeitrag des Angeklagten bestand in Drogenkurierfahrten. Der Angeklagte lieferte hierbei Drogen an die Endabnehmer aus, wobei er sich eines PKW bediente.
Aus diesem Grunde stellte das Landgericht Augsburg fest, dass der Angeklagte ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen im Sinne des § 69 Abs. 1 StGB sei und entzog hierauf gestützt die Fahrerlaubnis. Die Revision des Angeklagten richtete sich sowohl gegen die Strafzumessung (Höhe der Haftstrafe) als auch gegen die Anordnung der Maßregel (=Entziehung der Fahrerlaubnis).
Bezüglich des Entzuges der Fahrerlaubnis hatte die Revision des Angeklagten erfolgt.
Die Ungeeignetheit zum Führen von Kraftfahrzeugen müsse sich gerade aus der abgeurteilten Tat ergeben. Sie liegt vor, wenn eine Würdigung der körperlichen, geistigen oder charakterlichen Voraussetzungen sowie der objektiven und subjektiven Umstände ergibt, dass die Teilnahme des Tatbeteiligten am Straßenverkehr zu einer nicht hinnehmbaren Gefährdung der Verkehrssicherheit führen würde.
Im vorliegenden Fall kam ausschließlich eine charakterliche Ungeeignetheit in Betracht. Hierbei müsse jedoch positiv festgestellt werden, dass der Angeklagte die Sicherheit des Straßenverkehrs seinen eigenen kriminellen Zielen unterordnete und hierdurch beeinträchtigte. Alleine die Tätigkeit als Drogenkurier reiche gerade nicht aus, die Belange der Verkehrssicherheit zu beeinträchtigen. Vgl. BGH 1 StR 233/14 vom 4. November 2014
Der Autor Sven Skana ist Fachanwalt für Verkehrsrecht, Spezialist für Verkehrs-Unfallrecht sowie Spezialist für Führerscheinangelegenheiten im Betäubungsmittelrecht. Er ist Partner in der Kanzlei Johlige, Skana & Partner.
Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Fachanwalt für Verkehrsrecht Skana, ich wende mich an Sie, da ich Ihren Rechtstipp "Entziehung der Fahrerlaubnis bei Drogentransport?" gelesen habe. (Bitte beschreiben Sie dazu kurz Ihre Situation mit relevanten Details, damit Sie eine konkrete Antwort erhalten.)