Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/118119,0.html
Timestamp: 2019-09-18 05:52:41
Document Index: 37897438

Matched Legal Cases: ['§268', '§30', '§ 268', '§ 126', '§ 241', '§ 126', '§130', '§241', '§126', '§131', '§ 126', '§ 130', '§ 51', '§ 211', '§ 223']

Strafecht HA: Computerspiel bzw. Killerspiel
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Verfasst am: 28 Feb 2007 - 16:46:20 Titel: Strafecht HA: Computerspiel bzw. Killerspiel
ich schreibe derzeit eine HA in Strafrecht..komme eigentlich gut voran..nur hake ich an einer Passage, in der zwei Jungen auf ihren Computern anhand eines Map Editors (was auch immer das ist) ein Spiel bzw. eine Karte ihrer Schule und üben in dieser virtuellen Welt einen Amoklauf, den sie auch so ausführen möchten...
ich komme einfach nicht auf die Tatbestände!! Ich würde §268 in Betracht ziehen, aber bin mir irgendiwe net sicher..hmm....
wäre nett, wenn ich wenn auch nur eine antwor erhalten könnte
Auch nur für einen Hinweis wäre ich dankbar-...Danke
Verfasst am: 28 Feb 2007 - 16:58:03 Titel:
Bin kein Jurist....§30StGB ?
Verfasst am: 28 Feb 2007 - 17:08:40 Titel:
Also ich seh darin gar keine Strafbarkeit... liegt wahrscheinlich daran, dass ich früher für HL selber maps editiert habe.
Verfasst am: 28 Feb 2007 - 17:14:13 Titel:
Ein paar mehr detailliertere Hinweise zum Sachverhalt wären hilfreich.
§ 268 - Fälschung technischer Aufzeichnungen ??? Wie kommst du denn auf sowas ??? Sehe ich da GAR NICHT!
Mit einem Map Editor kann man Landschaften,Räume etc "bauen" und dann darin auch "spielen" (k.a. wie ichs besser erklären soll ). Die Schüler können sich also ihre Schule mit Klassenräumen etc virtuell nachbauen, diese begehen...! Wenn sie einen Amoklauf "nur" planen (wie geht der Sachverhalt noch weiter ? Planen sie es nur oder machen sie es letzlich auch ?) würde ich an deiner Stelle an § 126 StGB und § 241 StGB denken.
Tip: Guck dir doch mal Urteile zu diesem Thema an. Ist ja leider in der Realität bisher auch nicht nur einmal vorgekommen.
Verfasst am: 28 Feb 2007 - 17:17:30 Titel:
Da siehst du leider falsch.
Das editieren von maps ist nicht strafbar aber die Ankündigung eines Amoklaufs. Auch dann, wenn es gar nicht zur Tat kommt: Nach § 126 Strafgesetzbuch wird mit Geldstrafe oder bis zu drei Jahren Haft bestraft,"wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören", einen Mord oderTotschlag androht. Selbst die Ausrede, die Sache sei nicht ernst gemeint gewesen, würde daran nichts ändern, denn Absatz 2 stellt auch das Vortäuschen unter Strafe. Richtet sich die - vorgetäuschte oder ernst gemeinte - Drohung gegen eine bestimmte Person, etwa einen Lehrer, kommt Paragraf 241 (Bedrohung) hinzu, der ein Jahr als Höchststrafe vorsieht. Deutlich härter fällt die Strafe aus, wenn der Amokläufer bereits einen Schritt weitergegangen ist und versuchter Mord oder Totschlag vorliegt. Weil der Versuch aber erst beim"unmittelbaren Ansetzen" zur Tat beginnt, fällt die bloße Vorbereitung - wie der Kauf einer Waffe - noch nicht darunter.
Verfasst am: 28 Feb 2007 - 17:22:40 Titel:
Es war weder von einer Ankündigung, Drohung noch von einem Waffenerwerb die Rede , oder nicht ?
Verfasst am: 28 Feb 2007 - 17:27:42 Titel: Strafecht HA: Computerspiel bzw. Killerspiel
ja. die beiden jungs vollziehen den amoklauf..sie dringen in die schule ien und schiessen umher, dabei kommt es dazu, dass paar schüler sterben und einige verletzt werden..
genau, was ich noch dazu gefunden habe ist:
§130a, §241, §126 I Nr.2, §131 I Nr.1, 2, 4
als das erstellen mit dem mapeditr ist nicht strafbar???
Verfasst am: 28 Feb 2007 - 17:36:22 Titel:
Ich hab die Problemzusammenfassung auch eher so verstanden, als befinden sich die beiden hier zunächst noch in der (grundsätzlich straflosen) Vorbereitungsphase ihres Amoklaufes. Hieraus kann keine Strafbarkeit, auch nicht aus §§ 126, 241 StGB, abgeleitet werden, da sie ihr Vorhaben ja nicht öffentlich artikulieren. Haben sie aber den Amokplan nicht von Beginn an gemeinsam entwickelt, sondern geht die Motivation nur von einem der Schüler aus, ist u.U. eine Anstiftung desjenigen gegeben. Da sie aber die Tat schlussendlich gemeinschaftlich in die Tat umsetzen, ist ein solcher Rückgriff auf die Teilnahmestrafbarkeit nicht mehr nötig.
Das Erstellen der Karte ist nicht strafbar. Insbesondere greift auch § 130a StGB hier nicht, da mit dem bloßen Erstellen und selber spielen noch keine der genannten Tatmodalitäten erfüllt ist. Auch wird wohl eine Anleitung, Förderung oder Erweckung der Bereitschaft anderer, eine Straftat zu begehen (Teilnahme am Amoklauf) wohl eher fernliegend sein.
Verfasst am: 28 Feb 2007 - 17:40:30 Titel: Re: Strafecht HA: Computerspiel bzw. Killerspiel
Da haben wir den Salat. Poste einfach mal den Sachverhalt, damit man sich nen Gesamtbild machen kann, bevor nach und nach noch mehr Sachen kommen. Es ist nämlich bzgl. der Strafbarkeit ein Riesenunterschied, ob du - wie im ersten Beitrag - nur schreibst, "dass sie den Amoklauf so ausführen möchten..." und nun schreibst "dass, sie den Amoklauf vollzogen haben" (aber wieder mit "..." am Ende - kommt da noch mehr?). Nach dem was du jetzt noch geschrieben hast, denk mal an unerlaubten Waffenbesitz wegen dem rumballern (§ 51 WaffG - oder sollst du nur das StGB verwenden?), einige Schüler sterben (denk mal an Mord (§ 211)), einige werden verletzt (§§ 223,224).
Verfasst am: 28 Feb 2007 - 17:46:20 Titel:
Ich hab die Problemzusammenfassung auch eher so verstanden, als befinden sich die beiden hier zunächst noch in der (grundsätzlich straflosen) Vorbereitungsphase ihres Amoklaufes.
@StR-Tobi: Stimme dir mit deinem Beitrag zu. Da Lailam aber im ersten Beitrag den Sachverhalt am Ende schon mit "..." abgekürzt hat und es zudem eine Hausarbeit ist, bin ich davon ausgegangen, dass in seinen wagen Ausführungen was fehlt und seine Darstellung etwas unvollständig ist. Es wäre daher interessant zu wissen, ob in seiner kurzen Zusammenfassung ein "planen" = gedanklich oder ein "planen" = ankündigen gemeint ist. Ich bin einfach - da HA und sonst nichts zu prüfen wäre - von einem planen = ankündigen ausgegangen.
Wie wir jetzt wissen, haben sie den Amoklauf ja auch vollzogen, was schon wieder ein anderes Licht auf die Sache wirft.