Source: https://www.jura.rw.fau.de/studium/im-studium/studiengaenge/studiengang-rechtswissenschaft/schwerpunktbereichsstudium/
Timestamp: 2019-02-22 08:03:46
Document Index: 187601218

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 2', '§ 1', '§ 370', 'EuG', 'EGMR', '§ 18', 'Art. 9', '§ 7', '§ 18', '§ 1']

Schwerpunktbereichsstudium › Fachbereich Rechtswissenschaft
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Am 11. März 2016 ist eine geänderte Prüfungsordnung für die Juristische Universitätsprüfung veröffentlicht worden. Bitte achten Sie insbesondere auf die Informationen zum Inkrafttreten der Neuregelungen! Weitere Infos....
Die Broschüre mit allen Informationen zum Schwerpunktbereichsstudium erhalten Sie hier:
Broschüre zu den Schwerpunktbereichen (PDF)
Das Schwerpunktbereichsstudium ist ab dem fünften Semester vorgesehen und dauert in der Regel 4 Fachsemester mit insgesamt 16 Semesterwochenstunden, bestehend aus Pflicht- / Wahlpflichtveranstaltungen und einem Seminar. Im Seminar hat der Studierende eine studienbegleitende wissenschaftliche Arbeit anzufertigen. Eine mündliche Prüfung schließt das Schwerpunktbereichsstudium ab. Studienbegleitende wissenschaftliche Arbeit und mündliche Prüfung gehen je zur Hälfte in die Note der Universitätsprüfung ein.
Das Schwerpunktbereichsstudium bietet inhaltlich anspruchsvolle Vertiefungsmöglichkeiten. Daher ist es wichtig, sich frühzeitig über seine Interessen und möglichen späteren Berufsneigungen klar zu werden, da es nicht möglich ist, seinen Schwerpunkt erst kurz vor dem Examen zu wählen. Der Studierende muss seinen Studienverlauf bereits spätestens vier Semester vor seinem geplanten Examenstermin festlegen.
Voraussetzungen für den Beginn mit dem Schwerpunktbereichsstudium
Besondere formale Voraussetzungen für den Besuch der Lehrveranstaltungen im Schwerpunktbereichsstudium bestehen nicht. Allerdings setzt die Ausgabe des Themas für die studienbegleitende wissenschaftliche Arbeit grundsätzlich das Bestehen der vollständigen Zwischenprüfung und die Teilnahme an einem Proseminar voraus.
In den Proseminaren sollen die zur Anfertigung der studienbegleitenden wissenschaftlichen Arbeit erforderlichen Fertigkeiten vermittelt und anhand einer kleineren schriftlichen Proseminararbeit und einem mündlichen Referat mit anschließender Diskussion aller Seminarteilnehmer eingeübt werden. Die Proseminare werden von den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Fachbereichs Rechtswissenschaft abgehalten und sind für Studierende des 3. und 4. Semesters vorgesehen.
Die Teilnahme an einem Proseminar ist nach § 10 Abs. 1 S. 4 der Studienordnung Voraussetzung, um später überhaupt am Seminar im Schwerpunktbereich teilzunehmen zu können, in dem die studienbegleitende wissenschaftliche Arbeit angefertigt wird. Sie wird durch Teilnahmebescheinigungen ausgewiesen. Die Benotung des Proseminars hat keinen Einfluss auf das spätere Seminar. Allerdings sollte jeder Teilnehmer im eigenen Interesse ein möglichst hohes Engagement entfalten, schließlich dient es der Übung auf eine Examensleistung, und kann, wie die Klausurenkurse auch, als Basis für einen späteren Examenserfolg angesehen werden.
Das Thema des Proseminars ist für die Wahl des Schwerpunktbereiches ohne Bedeutung: Auch mit einem strafrechtlichen Proseminar kann man den Schwerpunktbereich Wirtschaftsrecht wählen, etc.
Die Bekanntgabe der Anzahl und Themen der Proseminare erfolgt auf StudOn am Ende des dem Seminar vorangehenden Semesters. Dort erhalten Sie auch Informationen zum Anmeldeverfahren für die einzelnen Proseminare. Die Proseminare können als wöchentlich stattfindende Veranstaltung oder als Blockseminar abgehalten werden.
In der Regel erhalten die Teilnehmer zu Beginn eines Proseminars eine Einführung in die Methodik des wissenschaftlichen Arbeitens, Hinweise zu den Anforderungen der Proseminararbeit sowie Hilfestellungen zu deren Anfertigung. Anschließend erfolgt die Themenvergabe. Danach erstellen die Studierenden Ihre Proseminararbeit innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens (ca. 4 Wochen). Nach Abgabe und Korrektur der schriftlichen Arbeit stellen alle Teilnehmer ihr Thema als Referat vor.
Voraussetzung der Anmeldung zum Seminar im Schwerpunktbereich ist das vollständige Bestehen der Zwischenprüfung.
Die Schwerpunktbereiche dienen der Ergänzung des Studiums, der Vertiefung der mit ihnen zusammenhängenden Pflichtfächer, soweit sie interdisziplinäre und internationale Bezüge aufweisen, deren Vermittlung , und ermöglichen eine frühzeitige Spezialisierung der Studierenden. Mit der Anmeldung zur studienbegleitenden wissenschaftlichen Arbeit legen die Studierenden ihren Schwerpunktbereich verbindlich fest.
Maßgebliche Fassung der Prüfungsordnung für die mündliche Universitätsprüfung:
Die inhaltlichen Änderungen bei den Schwerpunktbereichsveranstaltungen in den Schwerpunkten 1, 4 und 6, die sich aus der Satzung zur Änderung der Prüfungsordnung für die Juristische Universitätsprüfung vom 11. März 2016 ergeben, treten erst (!!!) zum 1. April 2018 in Kraft (§ 2 dieser Satzung), gelten also erst für die mündlichen Universitätsprüfungen ab dem Prüfungstermin 2018/I.
Für die mündlichen Universitätsprüfungen der Prüfungstermine 2017/I und 2017/II gilt unverändert der Zuschnitt der Schwerpunktbereiche, wie er sich aus der Anlage zu § 1 Abs. 3 der Prüfungsordnung in der Fassung vom 10. April 2014 ergibt. Die dort genannten Schwerpunktbereichsveranstaltungen sind daher auch der Anmeldung zur mündlichen Universitätsprüfung im Termin 2017/II zugrunde zu legen
Die Studierenden am Fachbereich Rechtswissenschaft der Friedrich-Alexander-Universität können zwischen folgenden sechs Schwerpunktbereichen wählen:
Der Schwerpunkt 1 richtet sich an wirtschaftsrechtlich interessierte Studentinnen und Studenten. Das Wirtschaftsrecht ist eine gebietsübergreifende Disziplin, die sowohl zivilrechtliche als auch öffentlich-rechtliche und strafrechtliche Elemente aufweist. Es handelt sich um ein europäisch vorgeprägtes und sehr dynamisches Rechtsgebiet, das sich in permanenter Reform befindet. Das Studium soll Kenntnisse zentraler Bereiche des deutschen Wirtschaftsrechts einschließlich seiner europäischen und internationalen Bezüge sowie die Fähigkeit zur Berücksichtigung ökonomischer Aspekte in der Rechtsanwendung vermitteln.
Da eine genaue Kenntnis sämtlicher Materien des Wirtschaftsrechts nicht erwart- und leistbar ist, ist in Wissenschaft und Praxis seit längerem eine zunehmende Spezialisierung zu beobachten, der auch der Schwerpunkt Rechnung trägt. Demgemäß ist den Studierenden eine gewisse fachliche Schwerpunktsetzung möglich, die im Hinblick auf spätere Berufsperspektiven und individuelle Interessen und Fähigkeiten vorgenommen werden sollte. Im Ergebnis ist der Schwerpunkt dreiteilig aufgebaut:
Für sämtliche Studierenden des Wirtschaftsrechts unverzichtbar sind Kenntnisse eines juristischen „Kernbereichs“. Zu diesem zählen das private Organisationsrecht der Kapitalgesellschaften (insbes. der AG und der GmbH und ihrer wichtigsten Sonder- und Unterformen), des eng mit dem Gesellschafts- und Handelsrecht sowie dem allgemeinen Zivil- und Prozessrecht verzahnten Insolvenzrechts sowie des auf sämtliche Bereiche des Wirtschaftslebens und -rechts ausstrahlenden Bilanzrechts.
Darüber hinaus müssen sich die Studierenden für einen von drei „Vertiefungsbereichen“ entscheiden (Schwerpunktbereiche 1a, 1b, 1c). Der Teil-Schwerpunkt 1a ermöglicht eine Spezialisierung in den Bereichen „Bank- und Kapitalmarktrecht“, der Teil-Schwerpunkt 1b eine solche im Steuerrecht, während der Teil-Schwerpunkt 1c dem Wettbewerbsrecht und dem Gewerblicher Rechtsschutz gewidmet ist.
Schließlich haben sämtliche Studierende in dem sog. „Ergänzungsbereich“ zusätzlich frei wählbare Veranstaltungen mit wirtschaftsrechtlichem Bezug im Umfang von insgesamt 4 SWS zu belegen, die aus anderen Teil-Schwerpunkten oder sonstigen Veranstaltungen des privaten oder öffentlichen Wirtschaftsrechts frei gewählt werden können.
B. Die Lehrveranstaltungen
I. Kernbereich
Kapitalgesellschaftsrecht (Übung)
Gegenstand der Vorlesung sind die Grundzüge des Rechts der Aktiengesellschaft sowie der Gesellschaft mit beschränkter Haftung einschließlich ihrer wichtigsten Sonder- und Unterformen (namentlich der UG und der SE). Inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf der Gründung der Gesellschaften, ihrer Organisations- und Kapitalverfassung sowie auf dem gesellschaftsrechtlichen Haftungsregime.
Die Vorlesung vermittelt die Grundlagen des Insolvenzverfahrens sowie der materiellen Auswirkungen der Privat- und Unternehmensinsolvenz. Ausgehend von den Beteiligten eines Insolvenzverfahrens wird dessen Ablauf – unter der Einbeziehung der gesellschafts- und arbeitsrechtlichen Bezüge – von der Eröffnung bis hin zum Ziel der Gläubigerbefriedigung behandelt.
Bilanzrecht (Übung)
Die Übung zum Bilanzrecht legt die Grundlagen der Rechnungslegung nach HGB und internationalen Rechnungslegungsstandards in ihren Bezügen zum Handels-, Gesellschafts- und Insolvenzrecht.
II. Vertiefungsbereich
Lehrveranstaltungen im Umfang von insgesamt 6 SWS:
SPB 1a (Bank- und Kapitalmarktrecht)
Funktionierende Finanzmärkte sind von grundsätzlicher Bedeutung für das Funktionieren moderner Volkswirtschaften und unterliegen daher einer besonders umfangreichen Regulierung, die heutzutage weitgehend unionsrechtlich geprägt ist. Dabei greifen öffentlich-rechtliche Vorgaben und privatrechtliche Regulierung der unterschiedlichen Gesetzgebungsebenen häufig eng ineinander, zudem bestehen zahlreiche wichtige Querverbindungen zum allgemeinen Zivilrecht, zum Gesellschafts- und zum Insolvenzrecht. Der Vertiefungsbereich Bank- und Kapitalmarktrecht behandelt das Privat- und Aufsichtsrecht (einschließlich der strafrechtlichen Bezüge) der Finanzmärkte und der an ihnen tätigen Akteure. Die so vermittelten Kenntnisse
Das Bankrecht befasst sich mit den öffentlich- und privatrechtlichen Anforderungen an die Tätigkeit der Kreditinstitute, die als „Finanzintermediäre“ eine wesentliche Rolle im Wirtschaftsleben einnehmen. Schwerpunkt der Vorlesung sind allgemeine Grundlagen des Bankgeschäfts und -rechts sowie das private Bankrecht. Hierbei erfolgt eine Konzentration auf ausgewählte Tätigkeiten, namentlich auf die allgemeine Bank-Kunde-Beziehung, auf das Einlagen-, das Kredit- und das Zahlungsverkehrsgeschäft. Auch Grundzüge des Effektengeschäfts im Sinne der Beratung über und des Handels mit Wertpapieren im Kundenauftrag werden erläutert.
Das Kapitalmarktrecht regelt die Emission von und den Handel mit Wertpapieren und anderen fungiblen Anlageinstrumenten. Neben dem Individualschutz der Kapitalanleger hat es vor allem den Funktionsschutz des Kapitalmarkts als eines essentiellen Bestandteils des modernen Wirtschaftslebens zum Ziel.
Die Vorlesung führt in die rechtlichen und wirtschaftlichen Grundfragen der Kreditsicherung ein. Sie gibt einen Überblick über die vorhandenen Kreditsicherungsinstrumente und ordnet sie in die Systematik des bürgerlichen Rechts ein. Besonders praxisrelevante Formen der Kreditsicherung werden schwerpunktmäßig aufgegriffen.
SPB 1b (Steuerrecht)
Das Wirtschaftsrecht ist eng verknüpft mit zahlreichen steuerrechtlichen Fragestellungen. Der Vertiefungsbereich Steuerrecht verfolgt das Ziel, demjenigen, der künftig als Unternehmensjurist bzw. -juristin erfolgreich tätig sein möchte, das Mindestmaß an notwendigen Grundkenntnissen im Steuerrecht zu vermitteln. Die (externe wie interne) Beratung eines Unternehmens ohne steuerrechtliche Vorkenntnisse kann nicht seriös erfolgen. Wer darüber hinausgehend eine Laufbahn speziell im Steuerrecht anstrebt, kann das Studium des Vertiefungsbereichs Steuerrecht als Grundlage nutzen, um sich nach dem Abschluss der universitären Ausbildung steuerrechtlich weiterzuqualifizieren. Überdies werden im Ergänzungsbereich weitere steuerrechtliche Vorlesungen am Standort Nürnberg und an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg angeboten. Im Vertiefungsbereich wird also von den Studierenden kein Expertenwissen erwartet, sondern Wert auf die grundlegenden Zusammenhänge zum Bilanz-, Gesellschafts- und Strafrecht gelegt.
Im Rahmen der Vorlesung werden insbesondere die verfassungs-, verwaltungs- und europarechtlichen Querbezüge dargestellt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Beziehung zum Zivilrecht, weil das Steuerrecht zwar als Eingriffsrecht zum Öffentlichen Recht gehört, es aber in der Praxis von zivilrechtlich vorgeprägten Lebenssachverhalten ausgeht.
In der Veranstaltung werden ausgehend von der Unterscheidung zwischen Personengesellschaft und Körperschaft die Prinzipien des Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuerrechts dargestellt. Dabei werden die Querbezüge zum Gesellschaftsrecht besonders betont.
Das Steuerstrafrecht droht strafrechtliche Sanktionen wegen Zuwiderhandlungen gegen die Steuergesetze an. Der Grundtatbestand der Steuerhinterziehung des § 370 Abs. 1 Abgabenordnung (AO) verweist pauschal auf das gesamte materielle Steuerrecht einschließlich des Verfahrensrechts. Eine berufliche Tätigkeit ohne Kenntnis steuerrechtlicher Grundlagen ist aus diesem Grund unmöglich. Daneben wird in der Vorlesung das Wirtschaftsstrafrecht mit seinen Bezügen zum Unternehmensrecht behandelt.
SPB 1c (Wettbewerbsrecht und Gewerblicher Rechtsschutz)
Der Wahlbereich verbindet Lehrveranstaltungen, die sich im weiteren Sinn mit der rechtlichen Ausgestaltung des Wettbewerbsverhältnisses zwischen Gewerbetreibenden befassen, einschließlich der Schutzrechte, die vor einer Nachahmung geistiger Leistungen durch Wettbewerber schützen.
Die Veranstaltung befasst sich mit den Grundlagen des europäischen wie des deutschen Kartellrechts, einschließlich verfahrensrechtlicher Aspekte, der Fusionskontrolle und der privaten Rechtsdurchsetzung.
Die Veranstaltung erläutert das deutsche Lauterkeitsrecht des UWG einschließlich seiner europäischen Grundlagen und geht dabei auf die unterschiedlichen Erscheinungsformen unlauteren Wettbewerbs ein (insbesondere irreführende, vergleichende, belästigende Werbung, Sales Promotion, Herabsetzung, Rechtsbruch, Behinderung).
Die Veranstaltung befasst sich mit den Grundlagen gewerblicher Schutzrechte, insbesondere der rechtlichen Ausgestaltung des Patentschutzes, sowie dem Marken- und Designrecht.
III. Ergänzungsbereich
Eine Veranstaltung im Umfang von 2 SWS (nach Wahl bzw. Verfügbarkeit) aus
einem der anderen Vertiefungsbereiche oder
sonstigen, für den SPB 1 ausgewiesenen Veranstaltungen aus dem privaten oder öffentlichen Wirtschaftsrecht bzw. aus dem Wirtschaftsstrafrecht.
C. Sprecher und Prüfer
Sprecher: Prof. Dr. Robert Freitag, Lehrstuhl für Deutsches, Europäisches und Internationales Privat- und Wirtschaftsrecht
Regelmäßige Prüfer in der Juristischen Universitätsprüfung: Prof. Dr. Michael Fischer, Prof. Dr. Robert Freitag, Prof. Dr. Jochen Hoffmann, Prof. Dr. Klaus Ulrich Schmolke, Prof. Dr. Jürgen Stamm, Prof. Dr. Klaus Vieweg
Im Schwerpunktbereich „Internationales und europäisches Recht“ stehen die Rechtsfragen im Zentrum, die auf grenzüberschreitende Sachverhalte Anwendung finden. Dazu zählt zunächst eine Vertiefung des bereits aus dem Grundstudium bekannten Europarecht. Hinzu treten zwei neue Rechtsgebiete: Das internationale Privat- und Verfahrensrecht und das Völkerrecht.
Internationales Privat- und Verfahrensrecht regelt, welche materiellen und prozessualen Regeln bei internationalen Privatrechtsverhältnissen gelten. Ein Beispiel: Wenn ein deutsches Unternehmen Maschinenteile an ein Unternehmen in China verkauft und sich diese als mangelhaft erweisen, muss geklärt werden, ob deutsches, chinesisches oder gar ein anderes Recht Anwendung findet und vor welchem Gericht der Schadensersatzanspruch geltend gemacht werden kann.
Völkerrecht umfasst die Regeln, die auf die Rechtsverhältnisse zwischen Staaten und internationalen Organisationen Anwendung finden. Auch hierzu ein Beispiel: Nach einem Bürgerkrieg in Staat A erklärt sich das Teilgebiet B dieses Staats für unabhängig. Ob Deutschland mit B einen völkerrechtlichen Vertrag abschließen darf oder diplomatischen Beziehungen aufnehmen kann, hängt davon ab, ob B bereits als Staat im Sinne des Völkerrechts anzusehen ist.
Im Schwerpunktbereich 2 wird zunächst in das Internationales Privat- und Verfahrensrecht sowie das Völkerrecht eingeführt. Danach werden in beiden Bereichen vertiefenden Spezialvorlesungen angeboten. Das Angebot des Schwerpunkts wird durch Veranstaltungen zur Rechtsvergleichung und zu ausländischen Rechtsordnungen abgerundet.
Der Schwerpunktbereich 2 richtet sich an Studierende, die sich für europäische und internationale Zusammenhänge interessieren und in ihrem Schwerpunktstudium auch neue Materien kennenlernen wollen. Ein Teil der Veranstaltungen wird in Englisch angeboten.
Rechtsvergleichung (Übung)
Internationales Privatrecht I (IPR I)
Die Veranstaltung führt in die Grundlagen der Rechtsanwendung bei grenzüberschreitenden privatrechtlichen Sachverhalten ein. Probleme des allgemeinen und des besonderen Teils des IPR werden anhand charakteristischer Fälle aufeinander bezogen behandelt. Diese Vorlesung/Übung und die im kommenden Sommersemester gehaltene Vorlesung/Übung IPR II sind miteinander verbunden. In der Vorlesung IPR I werden im Schwerpunkt Grundfragen grenzüberschreitender Rechtsanwendung und Sachverhalte, Autonomie bei internationaler Rechtsgestaltung und ihre Grenzen sowie gestaltende grenzüberschreitender Wirtschaftstätigkeit behandelt.
Europarecht II (Übung zur Vertiefung im Europarecht)
Die Übung vertieft die Hauptgebiete des Europarechts und orientiert sich dabei vor allem an Präzedenzfällen des BVerfG, des EuGH und des EGMR.
Die Vorlesung führt in das Allgemeine Völkerrecht ein und zeigt dessen Bezüge zum Staats- und Europarecht auf. Inhaltlich werden die Grundlagen der Völkerrechtssubjekte, der Rechtsquellen des Völkerrechts sowie der Streitbeilegung im Völkerrecht behandelt. Anhand des Rechts der internationalen Friedenssicherung im Rahmen der Charta der Vereinten Nationen werden die Grundlagen exemplarisch vertieft.
Lehrveranstaltungen im Umfang von sechs SWS aus folgenden Rechtsgebieten:
Internationales Privatrecht II (Übung)
In der Übung zum IPR (IPR II) werden Probleme des allgemeinen und des besonderen Teils des IPR anhand charakteristischer Fälle aufeinander bezogen behandelt. Diese Vorlesung/Übung und die Vorlesung/Übung IPR I sind miteinander verbunden. In der Vorlesung IPR II werden im Schwerpunkt die Bereiche des internationalen Familien- und Erbrechts sowie praxisrelevante Probleme des internationalen Zivilverfahrensrechts ebenso wie privatrechtsrelevante Aspekte des internationalen öffentlichen Rechts behandelt.
In der Vorlesung werden ausgewählte Materien des Völkerrechts vertieft. Dazu zählen insbesondere das Recht der internationalen Friedenssicherung, einschließlich des humanitären Kriegsrechts und der Rechtsprobleme der Bekämpfung des internationalen Terrorismus, und das Völkerstrafrecht. Daneben werden weitere Bereiche wie z.B. Grundzüge des Umweltvölker- oder des Seerechts besprochen.
Europäischer und internationaler Menschenrechtsschutz / Legal and Institutional Protection of Human Rights – Human Rights Law (in Englisch)
Gegenstand der Vorlesung sind die institutionellen und verfahrensrechtlichen Grundlagen des internationalen Menschenrechtsschutzes, insbesondere die internationalen Menschenrechtsübereinkommen und ihre Durchsetzungsmechanismen.
Zudem: Europäisches Außenwirtschaftsrecht und Wirtschaftsvölkerrecht, Internationales Zivilprozessrecht, Internationales Privatrecht, Europäisches Vertragsrecht, Europäisches Gesellschaftsrecht, Lehrveranstaltung zu einem ausländischen Recht und weitere für den Schwerpunktbereich 2 ausgewiesene Lehrveranstaltungen.
Sprecher: Prof. Dr. Markus Krajewski, Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Völkerrecht
Regelmäßige Prüfer in der Juristischen Universitätsprüfung: Prof. Dr. Markus Krajewski, Prof. Dr. Mathias Rohe, Prof. Dr. Bernhard Wegener, Prof. Dr. Andreas Funke
3. Unternehmens- und Arbeitsordnung
Zur rechtlichen Beurteilung unternehmerischer Sachverhalte müssen meist verschiedene rechtliche Teilgebiete zur Lösung herangezogen werden. Insbesondere sind Kenntnisse im Gesellschafts-, Insolvenz- und Arbeitsrecht notwendig, aber auch die Fähigkeit, Verknüpfungen zwischen einzelnen spezifischen Teilrechtsgebieten herzustellen. Ziel des Schwerpunktbereichsstudiums im SPB 3 ist es deshalb, die rechtlichen Grundstrukturen der Unternehmens- und Arbeitsordnung zu vermitteln und zu vertiefen. Dabei wird – anders als in SPB 1 – das Augenmerk stärker auf die arbeitsrechtlichen Implikationen gelegt.
Die vermittelten Kenntnisse haben einen hohen Praxisbezug. Die Berufsfelder, die eine vertiefte Beschäftigung mit der rechtlichen Unternehmens- und Arbeitsordnung voraussetzen, sind mannigfaltig und finden sich in den beratenden Berufen ebenso wie in der Gerichtsbarkeit. Auch jenseits des klassischen juristischen Tätigkeitsspektrums – wie etwa im Bereich der Unternehmensführung – sind sie unabdingbar. Aus der hohen praktischen Bedeutung des Unternehmens- und insbesondere des Arbeitsrechts folgen auch relativ gute Beschäftigungschancen in diesem Bereich – gerade für Juristen, die zwischen den einzelnen rechtlichen Teilgebieten Verknüpfungen herzustellen vermögen.
Die Veranstaltungen im Kernbereich des Schwerpunktbereichs 3, die die Grundstrukturen des Kapitalgesellschaftsrechts, des kollektiven Arbeitsrechts und des Insolvenzrechts vermitteln sowie das Individualarbeitsrecht vertiefen, knüpfen an die allgemeinen Lehrveranstaltungen zum Bürgerlichen Recht an. Dessen solide Kenntnis ist für die vorzunehmende Einordnung gesellschafts-, arbeits- und insolvenzrechtlicher Fragen in das zivilrechtliche System und damit auch für das erfolgreiche Schwerpunktbereichsstudium unabdingbar.
Im Wahlpflichtbereich erfolgt eine weitergehende Vertiefung, insbesondere im Arbeitsrecht, das etwa in seinen europarechtlichen und auch prozessualen Dimensionen dargestellt wird. Außerdem werden in gesonderten Veranstaltungen aktuelle rechtliche Fragen diskutiert. Daneben besteht die Möglichkeit einer weiteren Spezialisierung, etwa im Sozialversicherungsrecht oder im Steuerrecht.
Ziel des Schwerpunktbereichsstudiums ist es insgesamt, die Grundstrukturen dieses hochpraktischen Teilgebiets des Rechts zu vermitteln, zu vertiefen und systematische Verknüpfungen aufzuzeigen. Der Student bzw. die Studentin soll nach Abschluss seines Studiums in der Lage sein, unternehmens- und personalbezogene Sachverhalte rechtlich einordnen zu können.
Übung zum Individualarbeitsrecht
Die Vorlesung im Individualarbeitsrecht, das Pflichtfach nach § 18 Abs. 2 Nr. 3 JAPO ist, wird anhand von Fällen vertieft.
Die Veranstaltung stellt das auf Art. 9 Abs. 3 GG basierende Recht der Koalitionen, das Tarifvertrags- und das Arbeitskampfrecht in seinen Grundstrukturen vor.
Übung zum Kollektiven Arbeitsrecht II
Es wird das mitbestimmungsrechtliche System, bestehend aus Betriebsverfassung und Unternehmensmitbestimmung dargestellt. Für das Betriebsverfassungsrecht erfolgen Querbezüge zum Individualarbeits- und Tarifrecht, für das Recht der Unternehmensmitbestimmung werden die Bezüge zum Kapitalgesellschaftsrecht aufgezeigt.
Gegenstand der Vorlesung sind die Grundzüge des Rechts der Aktiengesellschaft sowie der Gesellschaft mit beschränkter Haftung einschließlich ihrer wichtigsten Sonder- und Unter-formen (namentlich der UG und der SE). Inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf der Gründung der Gesellschaften, ihrer Organisations- und Kapitalverfassung sowie auf dem gesellschafts-rechtlichen Haftungsregime.
Die Vorlesung vermittelt die Grundlagen des Insolvenzverfahrens sowie der materiellen Auswirkungen der Privat- und Unternehmensinsolvenz. Ausgehend von den Beteiligten eines Insolvenzverfahrens wird dessen Ablauf – unter der Einbeziehung der arbeitsrechtlichen Bezüge – von der Eröffnung bis hin zum Ziel der Gläubigerbefriedigung behandelt.
Lehrveranstaltungen im Umfang von insgesamt 4 SWS aus folgenden Rechtsgebieten:
Das deutsche Arbeitsrecht – und hier vor allem das Individualarbeitsrecht – ist ohne seine europarechtlichen Grundlagen nicht zu verstehen. Diese werden zwar in den Pflichtveranstaltungen dargestellt, in einer eigenen Vorlesung gelingt aber ein Gesamtüberblick über das Europäische Arbeitsrecht.
Kolloquium zum Kollektiven Arbeitsrecht
Fälle aus insbesondere aus dem Tarifvertrags- und Betriebsverfassungsrecht werden diskutiert. Ziel ist die Darstellung und Lösung komplexer kollektivarbeitsrechtlicher Sachverhalte.
Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, aber auch zwischen kollektivarbeitsrechtlichen Akteuren sind dem Rechtsweg zu den Gerichten für Arbeitsachen zugeordnet. Die Vorlesung stellt die Grundstrukturen des arbeitsgerichtlichen Verfahrens und dessen Verknüpfungen mit dem Zivilprozessrecht vor.
Das Sozialversicherungsrecht ist die Grundlage für die sozialrechtliche Absicherung der Beschäftigten. In der Vorlesung werden die Grundlagen des Allgemeinen Teils des Sozialversicherungsrechts (SGB IV) sowie der Arbeitslosenversicherung (SGB III) und der Kranken-, Renten-, Unfall- und Pflegeversicherung (SGB V, VI, VII, XI) im Überblick dargestellt. Insbesondere wird auf die Verbindungen sozialversicherungsrechtlicher und arbeitsrechtlicher Fragen eingegangen.
Konzern-, Umwandlungs- und Übernahmerecht
Die Vorlesung beschäftigt sich mit den Fragen der Unternehmensverbindungen.
Die Vorlesung behandelt die unionsrechtlichen Grundlagen des Kapitalgesellschafts-, insbe-sondere des Aktienrechts. Besprochen wird das Zusammenspiel von europäischem Sekun-därrecht und nationalem Gesellschaftsrecht, die supranationalen Gesellschaftsnormen des EU-Rechts sowie Besonderheiten des Gesellschaftsstatus(IPR) in der EU.
Kolloquium zum Gesellschaftsrecht
Die Veranstaltung vertieft aktuelle und grundlegende Fragen des Gesellschaftsrechts.
Zudem: Steuerrecht, Bilanzrecht und weitere für den Schwerpunktbereich 3 ausgewiesene Lehrveranstaltungen.
Sprecher: Prof. Dr. Steffen Klumpp, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Arbeits- und Sozialrecht, Universitätsstraße 16, 91054 Erlangen.
Regelmäßige Prüfer in der Juristischen Universitätsprüfung: Prof. Dr. Georg Caspers, Prof. Dr. Robert Freitag, Prof. Dr. Steffen Klumpp, Prof. Dr. Klaus-Ulrich Schmolke, Prof. Dr. Jürgen Stamm, Prof. Dr. Michael Fischer
Der Schwerpunktbereich „Grundlagen des Rechts“ verfolgt das Ziel, die schon zum Pflichtfachstoff zählende Ausbildung in den Grundlagenfächern (§ 7 Abs. 2 der Zwischenprüfungsordnung, § 18 Abs. 1 Satz 1 JAPO) zu erweitern und zu vertiefen. Gerade in Zeiten einer Ausdehnung und Zersplitterung der Rechtsordnung in immer neuen Spezialgebieten und Teildisziplinen, die sich zudem in einem immer schnelleren Wandel befinden, ist es von besonderer Wichtigkeit, den Überblick über die Grundlagen unserer Rechtsordnung zu behalten. Die vertiefte Ausbildung im Grundlagenbereich soll zu einem besseren Verständnis dieser gemeinsamen Grundlagen, des Entwicklungsganges und der inneren Zusammenhänge unserer Rechtsordnung beitragen und somit eine bessere Orientierung auch im geltenden Recht ermöglichen. Außerdem verhilft die vertiefte Auseinandersetzung mit den Grundlagen unserer Rechtsordnung zu einer kritischen Distanz gegenüber den mitunter schnell vergänglichen Gelegenheitsprodukten einer kurzatmigen und detailversessenen Gesetzgebung und erleichtert es, die Grundstrukturen ins Auge zu fassen, das Wesentliche von weniger Wichtigem zu unterscheiden und neue Problemstellungen erfolgreich zu meistern.
Gemäß der Erlanger Tradition stehen im Kernbereich rechtsgeschichtliche Lehrveranstaltungen im Mittelpunkt; sie werden durch die Rechtsphilosophie ergänzt. Im Wahlpflichtbereich können die Studierenden je nach persönlicher Neigung aus einem breiten Angebot unterschiedlicher Grundlagenfächer wählen. In allen klassischen juristischen Berufsfeldern (Justiz, Verwaltung, Anwaltschaft oder Wirtschaft) profitieren die Absolventinnen und Absolventen von einer vertieften Grundlagenausbildung. Sie sind besser in der Lage, die Rolle des Rechts für Gesellschaft, Politik und Wirtschaft einzuschätzen und dementsprechend die eigene spätere gesellschaftliche Rolle und Verantwortung als Juristin oder Jurist zu reflektieren. Außerdem können mit Hilfe der im Schwerpunktbereich vermittelten Kenntnisse zu den geschichtlichen und philosophischen Hintergründen auch viele Institute des geltenden Rechts besser verstanden werden.
Historische oder philosophische Vorkenntnisse oder besondere Sprachkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Die für das Verständnis der rechtshistorischen sowie rechtsphilosophischen Lehren erforderlichen allgemeinen Grundlagen werden in den Lehrveranstaltungen ebenfalls vermittelt.
Die Lehrveranstaltungen des Schwerpunkts „Grundlagen des Rechts“ decken sich zum Teil mit den Grundlagenfächern im Grundstudium („Grundlagenschein“ als Teil der Zwischenprüfung). Wurde in einem der Fächer des Kern- oder Wahlpflichtbereichs bereits die Zwischenprüfung im Grundlagenfach absolviert, so ist eine weitere Veranstaltung aus dem Kern- oder Wahlpflichtbereich zu belegen.
Rechtsgeschichtlichen Exegese (Übung)
Die Veranstaltung führt in die exegetische Bearbeitung von Quellentexten aus dem Bereich der Rechtsgeschichte ein. Die Teilnehmer erlernen das methodische Handwerkszeug zum Verständnis und zur Auslegung von Quellentexten und üben dies an konkreten Texten.
Eine Lehrveranstaltung zum römischen Recht:
Entweder Römische Rechtsgeschichte
Das römische Recht hat über die Brücke der sog. „Rezeption“ die kontinentaleuropäischen Privatrechtsordnungen und insbesondere das deutsche BGB entscheidend geprägt. Die Vorlesung beschäftigt sich zunächst mit dem Gegenstand dieser Rezeption, dem Gesetzgebungswerk Justinians aus dem 6. nachchristlichen Jahrhundert, sowie dem Vorgang der Wiederentdeckung der justinianischen Quellen im Mittelalter und ihrer wissenschaftlichen Bearbeitung bis ins 19. Jahrhundert hin zu der Form, in der sie schließlich Eingang in das BGB gefunden haben. Nach diesem Ausflug in die neuere Privatrechtsgeschichte wird erörtert, was sich römischen Juristen unter „Recht“ und „Gerechtigkeit“ vorgestellt haben. Weiter soll der verfassungsmäßige Rahmen untersucht werden, innerhalb dessen sich eine so wirkungsmächtige und lange nachwirkende Privatrechtsordnung entwickeln konnte. Dabei wird auch auf die römische Rechtswissenschaft und ihre Protagonisten eingegangen werden. Schließlich wird der römische Zivilprozess dargestellt.
oder Römisches Privatrecht
Das deutsche Bürgerliche Gesetzbuch beruht bekanntermaßen auf dem römischen Recht, vor allem im Schuldrecht, im Mobiliarsachenrecht und Erbrecht. So sind nicht nur die wesentlichen Prinzipien des Privatrechts wie etwa die Grundsätze von Treu und Glauben, der Privatautonomie oder des Vertrauensschutzes und die privatrechtlichen Institute Schöpfungen der römischen Jurisprudenz, sondern es lassen sich auch unzählige Details der gesetzlichen Regelung auf römische Rechtstexte zurückführen. Freilich kodifiziert das BGB das römische Recht in der Form, wie es Ende des 19. Jh. an den Universitäten wissenschaftlich gelehrt wurde. Die Vorlesung beschäftigt sich mit der Herkunft dieser Rechtsfiguren, die anhand von konkreten Falllösungen entwickelt wurden und wegen ihrer Überzeugungskraft gleichsam überzeitliche Gültigkeit besitzen. Hierzu werden ausgewählte römische Rechtstexte – die den Studierenden samt Übersetzung zur Verfügung gestellt werden – interpretiert.
Eine Lehrveranstaltung zur deutschen oder europäischen Rechtsgeschichte:
Entweder Deutsche Rechtsgeschichte
Einführung in die Deutsche Rechtsgeschichte (Zivilrecht und Strafrecht) vom Mittelalter bis zur Gegenwart.
oder Europäische Privatrechtsgeschichte der Neuzeit
Einführung in die europäische Privatrechtsgeschichte der Neuzeit.
Eine Lehrveranstaltung zur Rechtsphilosophie:
Entweder Rechtsphilosophie I (Einführung)
Die Vorlesung stellt drei praktische Fragen in den Mittelpunkt: (1) Warum ist das Recht für die Einzelnen verbindlich, (2) Gelten Gesetze, die ungerecht sind?, (3) Setzen Richter Recht? Um diese Fragen beantworten zu können, werden klassische Theorien des Begriffs und der Legitimität des Rechts vorgestellt und diskutiert. Außerdem werden wichtige Grundbegriffe wie Rechtsnorm, subjektives Recht, Moral und Gerechtigkeit erörtert.
oder Rechtsphilosophie II (Vertiefung)
Ziel ist die vertiefte rechtsphilosophische Auseinandersetzung mit Grundproblemen des Rechts, wie dem Begriff des Rechts, der Rechtsgeltung, dem Verhältnis von Recht und Moral, dem Streit um Rechtspositivismus und Naturrecht, der Struktur von Rechtssystemen und Rechtsnormen, der Abwägung als Methode rationaler Normbegründung und Konfliktentscheidung im Recht, sowie der Begründung und Interpretation von Grundprinzipien des Rechts wie Autonomie, Menschenwürde, Gleichheit und Gerechtigkeit. Die Veranstaltung soll in den Stand der Forschung einführen und offene Fragen aufzeigen. Sie soll auch zeigen, wie die Lösung mancher zentraler juristischer Probleme von rechtsphilosophischen Voraussetzungen abhängt, so dass ihre wissenschaftliche Behandlung eine Auseinandersetzung mit rechtsphilosophischen Theorien erfordert.
Eine Lehrveranstaltung zur Verfassungs- oder Verwaltungsgeschichte:
Entweder Deutsche Verfassungsgeschichte der Neuzeit
Die Vorlesung führt in die historische Entwicklung von Staat und Verfassung in Deutschland seit dem 16. Jahrhundert ein. Schwerpunkte werden bei der Verfassungsgeschichte des konfessionellen Zeitalters und des 19. Jahrhunderts gesetzt.
oder Verwaltungsgeschichte
Die Vorlesung knüpft an die Vorlesung „Deutsche Verfassungsgeschichte der Neuzeit“ an und vertieft diese.
Lehrveranstaltungen im Umfang von mindestens vier SWS aus den im Kernbereich genannten oder den folgenden Gebieten:
Die Vorlesung will die Rechtsordnungen des Altertums, die sich im Umkreis des Mittelmeers entwickelt haben, die Bedingungen und Voraussetzungen ihrer Erforschung darstellen. Beginnend mit den ältesten rechtlichen Schriftdenkmälern, den Keilschriftrechten des Zweistromlandes, soll ein Bogen über Ägypten hin zu den Rechten des archaischen und klassischen Griechenlands sowie zum jüdischen Recht gezogen werden. Einen weiteren Schwerpunkt werden die Wechselwirkungen zwischen dem Recht des römischen Kaiserreichs und den provinzialen Gewohnheiten bilden.
Rechtstheorie und juristische Methodenlehre
Ziel ist die Einführung in Grundbegriffe des Rechts und in die juristische Methodenlehre. In rechtstheoretischer Hinsicht geht es um Rechtsbegriff, Elemente und Struktur des Rechtssystems, Rechtsquellenlehre. In methodischer Hinsicht sollen die Methoden der Gesetzesauslegung sowie der Rechtsfortbildung behandelt werden sowie auf die Fragen der Zulässigkeit und Grenzen von Rechtsfortbildungen eingegangen werden.
Die Vorlesung versteht sich als Einführung in das staatstheoretische Denken. In den staatsrechtlichen Vorlesungen der ersten Semester wird unhinterfragt davon ausgegangen, dass die Verfassung die rechtliche und juristisch handhabbare Grundordnung des Gemeinwesens ist. In der Vorlesung zur Allgemeinen Staatslehre wird diese Annahme zum Problem gemacht. Die Vorlesung behandelt den Begriff und die Idee des Staates. Sie zeigt, warum Verfassungen zur Grundlage von Staatlichkeit wurden und welche Eigenschaften Verfassungen haben. Auch wenn nicht unmittelbar das geltende Verfassungsrecht Gegenstand der Vorlesung sein wird, soll insbesondere das Grundgesetz (und zum Teil das europäische Unionsrecht) zur Veranschaulichung herangezogen werden.
In der Vorlesung wird eine Einführung in das Kirchenrecht vor dem Hintergrund seiner geschichtlichen und theologischen Voraussetzungen gegeben. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem evangelischen Kirchenrecht. Das katholische Kirchenrecht wird zum Vergleich herangezogen. Die Lehrveranstaltung ist besonders auf den Dialog zwischen Juristen und Theologen ausgelegt.
Das Verhältnis des Staates zu den Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften ist in immer neuen Problemfeldern, und -gestaltungen Gegenstand einer breiten öffentlichen Diskussion. In der jüngeren Vergangenheit sollen hier nur die Debatte um die Integration des Islam, das Kopftuch oder den religiösen Bezug der EU-Verfassung als Beispiele genannt werden. Jede staatskirchenrechtliche Ordnung sieht sich vor die Aufgabe gestellt, das Selbstverständnis der Religionsgemeinschaften von ihrem Wesen und ihren Aufgaben mit den Lebensinteressen einer sich zunehmend pluralisierenden Gesellschaft zu einem Ausgleich zu bringen. In der Vorlesung werden verschiedene staatskirchenrechtliche Ordnungsmodelle diskutiert, die historische Entwicklung des Staatskirchenrechts sowie Grundlagen der religionsrechtlichen Ordnung des Grundgesetzes behandelt. Schließlich werden Einzelfragen besprochen, etwa Staat und Kirche/Religionsgemeinschaften im Bildungswesen, Theologische Fakultäten, Auswirkungen der europäischen Integration etc.
Ziel ist die Einführung in Grundprobleme und Grundpositionen der Rechtssoziologie. Rechtssoziologie wird zunächst als empirisch-deskriptive Theorie des Rechts verstanden, die das Recht als soziales Phänomen untersucht. Sie nimmt damit eine andere Perspektive ein als Rechtsdogmatik, Rechtsphilosophie oder Rechtstheorie. Die Rechtssoziologie kann ferner kritische Ansätze zum geltenden Recht oder der herrschenden Rechtswissenschaft entwickeln, sowohl in wissenschaftstheoretischer wie in gesellschaftstheoretischer Richtung. In der Veranstaltung sollen Klassiker der Rechtssoziologie behandelt werden, verschiedene Richtungen der Rechtssoziologie vorgestellt werden und die Relevanz rechtssoziologischer Forschungen für andere Bereiche der Rechtswissenschaft diskutiert werden.
Außerdem Rechtsvergleichung, Vertiefung in einem ausländischen Recht (zum Beispiel Einführung in das französische Recht oder Einführung in das islamische Recht) sowie weitere für den Schwerpunktbereich 4 ausgewiesene Lehrveranstaltungen.
Sprecher: Prof. Dr. Bernd Mertens, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Deutsche und Europäische Rechtsgeschichte
Regelmäßige Prüfer in der Juristischen Universitätsprüfung: Prof. Dr. Andreas Funke, Prof. Dr. Bernd Mertens, Prof. Dr. Jan-Reinard Sieckmann, Prof. Dr. Hans-Dieter Spengler, Prof. Dr. Heinrich de Wall
Im Schwerpunktbereich „Staat und Verwaltung“ werden rechtliche Grundlagen und Praxis staatlichen Handelns behandelt und kritisch reflektiert. Die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen stellen den Staat und seine Behörden vor immer neue Herausforde-rungen, wie sie die Erfordernisse des Gemeinwohls und die berechtigten Interessen der Indi-viduen auf einen Nenner bringen können. Wie ist etwa das Spannungsverhältnis von öffentli-cher Sicherheit und individueller Freiheit zu lösen? Wie können wirtschaftliche Entwicklung gewährleistet und gleichzeitig soziale Mindeststandards und die natürlichen Lebensgrundlagen gesichert werden? Wie können bei begrenzten staatlichen Mitteln und angesichts enormer wissenschaftlicher und technischer Innovationen ein hoher, wettbewerbsfähiger Bil-dungsstand und gleiche Bildungschancen für Alle verwirklicht werden? Wie können die ver-schiedenen nationalen Interessen zum friedlichen Ausgleich gebracht werden? Diese und andere Fragen stellen sich in immer neuen, ganz alltäglichen Zusammenhängen, in denen die staatlichen Behörden ihre Rolle als Hüter des Gemeinwohls im Rahmen des ihre Tätigkeit regelnden Rechts, des Öffentlichen Rechts, erfüllen sollen.
Im Schwerpunktbereich „Staat und Verwaltung“ werden die Pflichtfächer im Öffentlichen Recht einschließlich des Europarechts vertieft und um besonders aktuelle und praxisrelevan-te Rechtsgebiete des Besonderen Verwaltungsrechts (Umweltrecht, Öffentliches Wirtschafts-recht und Recht des Öffentlichen Dienstes) erweitert. Darüber hinaus kann die Ausbildung, je nach Interesse des Studierenden, mit weiteren Rechtsgebieten, beispielsweise im Völker-recht, im internationalen und nationalen öffentlichen Wirtschaftsrecht, im Ausländer- und Migrationsrecht oder im Kulturverwaltungsrecht (Wissenschaftsrecht, Medienrecht, Kirchen-recht) ergänzt werden. Auch die für die reflektierte und kritische Rechtsanwendung beson-ders wichtigen Grundlagenfächer mit öffentlich-rechtlichem Bezug werden angeboten. Der Schwerpunktbereich ist damit für diejenigen besonders interessant, die eine berufliche Tätig-keit in der öffentlichen Verwaltung (europäische und internationale Institutionen, Bundes- und Landesbehörden, Gemeinden etc.) oder in der Verwaltungsgerichtsbarkeit anstreben. Auch auf die Tätigkeit als Rechtsanwalt/Rechtsanwältin auf dem Gebiet des öffentlichen Rechts bereitet der Schwerpunktbereich vor.
Die Lehrveranstaltungen dienen zum Teil der Vertiefung der Pflichtfächer der Staatsprüfung (Übungen zum Recht der Europäischen Union und zum Baurecht), zum Teil der Einführung in besonders wichtige Bereiche des Besonderen Verwaltungsrechts (öffentliches Dienstrecht, öffentliches Wirtschaftsrecht, Umweltrecht). Darüber hinaus werden im Wahlpflichtbereich eine Fülle von Veranstaltungen zu weiteren Rechtsgebieten und zu Grundlagen des öffentlichen Rechts angeboten, von denen mindestens zwei Lehrveranstaltungen ausgewählt werden müssen.
Übung zum öffentlichen Baurecht (Vertiefung)
Anhand von Beispielsfällen aus der Rechtsprechung wird das in der Vorlesung zum öffentlichen Baurecht erworbene Wissen vertieft. Besonderen Wert wird dabei auf die Bezüge zu anderen Rechtsgebieten gelegt (Verwaltungsprozeßrecht, Kommunalrecht). Die Übung kann neben den Studierenden des Schwerpunktbereichs „Staat und Verwaltung“ auch von denjenigen besucht werden, die sich auf das erste Staatsexamen oder den großen Schein im Öffentlichen Recht vorbereiten.
Die Vorlesung behandelt das Recht der Beamtinnen/Beamten und der Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer, die bei Bund, Ländern und Kommunen beschäftigt sind. Thema sind etwa das Besoldungsrecht, die Stellenbesetzung (einschließlich Konkurrentenklage) und die Grundrechte der Beschäftigten.
Ziel ist die vertiefte Behandlung des öffentlichen Wirtschaftsrechts. Dazu gehören die verfassungsrechtlichen Grundlagen, insbesondere die wirtschaftlich relevanten Grundrechte, das Gewerberecht, das Subventionsrecht, das Recht der wirtschaftlichen Betätigung der öffentlichen Hand, die Organisation der Wirtschaftsverwaltung sowie die diese Bereiche berührenden Regelungen des EU-Rechts, insbesondere die EU-Grundfreiheiten.
Die Vorlesung Umweltrecht I behandelt zunächst das Allgemeine Umweltrecht und dabei insbesondere die faktischen Umweltprobleme, die Entwicklung des Umweltrechts und seine Grundprinzipien, das Umweltverfassungsrecht, das Europäische und Internationale Umweltrecht und den Rechtsschutz. Vertieft werden die Kenntnisse des Allgemeinen Umweltrechts anschließend durch eine Darstellung von Kernbereichen des Besonderen Umweltrechts, insbesondere des Naturschutz- und Immissionsschutzrechts.
Lehrveranstaltungen im Umfang von vier SWS aus folgenden Rechtsgebieten:
Umweltrecht II (2 SWS)
Die Vorlesung Umweltrecht II richtet sich an Studenten in fortgeschrittenen Semestern. Sie greift hinsichtlich des Lehrkonzepts teilweise Elemente des US-amerikanischen „Law clinic“-Modells auf. Formale Teilnahmevoraussetzungen bestehen nicht, der vorherige Besuch der Vorlesung Umweltrecht I ist aber zu empfehlen.
Die Vorlesung baut auf den Grundvorlesungen „Allgemeines Verwaltungsrecht“ und „Baurecht“ auf. Sie erläutert den Sinn und Zweck staatlicher Raumplanung. Neben der Erläuterung der wichtigsten Rechtsinstitute (Grundsätze, Zeile, Raumpläne etc.) und den unterschiedlichen Bindungswirkungen für die nachgeordneten Stellen wird die Organisation der Planungsbehörden dargestellt und die verschiedenen Querverbindungen zu benachbarten Rechtsgebieten einschließlich der statthaften Rechtsschutzmöglichkeiten aufgezeigt. Anhand von ausführlichem Kartenmaterial erhalten die Studierenden auch einen visuellen Eindruck über die Materie. Einige Fallstudien setzen das erworbene Wissen in die praktische Anwendung um. Außerdem wird eine Einführung in ausgewählte Gebiete des Fachplanungsrechts gegeben.
Zudem: Verwaltungsgeschichte, Allgemeine Staatslehre, Rechts- und Staatsphilosophie, Rechtstheorie, Methodenlehre, Kirchenrecht / Staatskirchenrecht, Völkerrecht I, Völkerrecht II, Europäisches Außenwirtschaftsrecht und Wirtschaftsvölkerrecht, Europäischer und internationaler Menschenrechtsschutz, Steuerrecht und weitere für den Schwerpunktbereich 5 ausgewiesene Lehrveranstaltungen.
Sprecher: Prof. Dr. Heinrich de Wall, Lehrstuhl für Kirchenrecht, Staats- und Verwaltungsrecht
Regelmäßige Prüfer in der Juristischen Universitätsprüfung: Prof. Dr. Andreas Funke, Prof. Dr. Max-Emanuel Geis, Prof. Dr. Markus Krajewski, Prof. Dr. Jan-Reinard Sieckmann, Prof. Dr. Heinrich de Wall, Prof. Dr. Bernhard Wegener
Der Schwerpunktbereich „Kriminalwissenschaften“ erweitert und vertieft die – rechtsdogmatischen und rechtstatsächlichen – Fragestellungen, die im Pflichtstudium in den strafrechtlichen Lehrveranstaltungen behandelt werden. Er eignet sich damit für alle Studierenden, die im Grundstudium besonderes Gefallen am Strafrecht gefunden haben und/oder sich später einmal die Tätigkeit in einem der klassischen Juristenberufe „Anwaltschaft“ oder „Justiz“ vorstellen könnten, in denen zwar nicht notwendig immer, aber doch sehr häufig auch strafrechtliche Fragestellungen eine Rolle spielen. Aber auch ein allgemeines Interesse an dem für jede Gesellschaft wichtigen Phänomen der Kriminalität und ihre Bekämpfung kann Motivation sein, diesen Schwerpunkt zu belegen.
Die Studienmöglichkeiten entsprechen dabei einem Y-Modell: Aufbauend auf allgemeinen strafrechtlichen und kriminalwissenschaftlichen Grundlagen (sog. Kernbereich: Vertiefung im Strafprozessrecht, Sanktionenrecht, Kriminologie, Jugendstrafrecht und Strafvollzugsrecht) besteht die Möglichkeit einer Spezialisierung entweder in dem Bereich Medizin- und Wirtschaftsstrafrecht oder aber im Feld Internationales Strafrecht. Die erste Spezialisierungsmöglichkeit spiegelt insbesondere die Eigenschaft von Erlangen als wichtigem Wirtschaftsstandort und insbesondere als „Medizinstadt“ wider; die zweite Spezialisierungsmöglichkeit greift die Nähe zur Stadt Nürnberg als dem Geburtsort des modernen Völkerstrafrechts und die auch in der Forschung bestehende Zusammenarbeit mit der dort angesiedelten „Internationalen Akademie Nürnberger Prinzipien“ auf. Außerdem ist die Teilnahme an einer zwei Semesterwochenstunden umfassenden Lehrveranstaltung zur interdisziplinären Ergänzung der Schwerpunktausbildung vorgesehen.
Nach gegenwärtigem Stand unterliegt der Schwerpunktbereich 6 (als einziger Schwerpunktbereich) aufgrund der großen Nachfrage einem internen Zulassungsverfahren. Zulassungskriterium ist die Durchschnittsnote aus der besten Abschlussklausur im Fach Strafrecht und der Anfängerhausarbeit (gleichgültig, in welchem Fach sie geschrieben worden ist). Zwar konnten in den letzten Semestern durch zusätzliche Seminarangebote meistens alle Bewerber letztlich zugelassen werden; gleichwohl lohnt es sich, dieses Zulassungsverfahren (welches im Zusammenhang mit der Anmeldung zu einem Schwerpunktseminar durchgeführt wird) im Blick zu haben und sich bei entsprechendem Interesse an den Kriminalwissenschaften insbesondere um gute Ergebnisse in den strafrechtlichen Abschlussklausuren zu bemühen.
Die Lehrveranstaltungen des Schwerpunkts „Kriminalwissenschaften“ ergänzen und vertiefen das strafrechtliche Lehrprogramm im Pflichtstoffbereich in verschiedene Richtungen.
Übung zum Strafprozessrecht
Diese Veranstaltung baut auf die Pflichtvorlesung Strafprozessrecht auf und vertieft diese ausgewählt, z.B. anhand von Fallbearbeitungen, Befassung mit der aktuellen Rechtsprechung, Praktikerveranstaltungen etc.
Übung zum Sanktionenrecht
Die Rechtsfolgen der Straftat (die den Verurteilten üblicherweise mehr interessieren dürften als die genaue Subsumtion unter die Tatbestände) bleiben im Pflichtstudium im Wesentlichen ausgespart. Aus diesem Grund werden in dieser Veranstaltung die Grundsätze der Strafzumessung sowie auch das System der alternativ zu den Strafen möglichen Maßregeln der Besserung und Sicherung dargestellt. Insoweit dient die Veranstaltung auch der Vorbereitung auf das spätere Referendariat, in dem die Strafzumessung ein wesentlicher Teil der Strafrechtsausbildung ist.
Vorlesung Kriminologie
Die Kriminologie ist die empirische Wissenschaft vom Phänomen „Kriminalität“. Behandelt werden hier etwa Theorien zur Entstehung von Kriminalität, empirische Befunde zur Kriminalitätslage und zu den Kriminalitätsursachen, die Kriminalprognose, schließlich auch die Situation des Deliktsopfers und die Möglichkeiten der Kriminalitätsverhinderung. Stets besteht ein vorrangiger Bezug zu den Sozial- und Humanwissenschaften.
Vorlesung Jugendstrafrecht
Das Jugendstrafrecht ist ein Sonderstrafrecht für junge Täter, d.h. für Jugendliche (14 bis 18 Jahre) sowie partiell auch für Heranwachsende (18 bis 21 Jahre). Für diese gelten zwar die identischen Tatbestände des Besonderen Teils und auch die Lehren des Allgemeinen Teils (z.B. Notwehr, Beihilfe etc.). Allerdings ist für diese jungen Täter ein gesondertes Rechtsfolgensystem vorgesehen, das dem stärker auf Erziehung ausgelegten Charakter des Jugendstrafrechts gerecht werden soll. Ferner gelten auch im Jugendstrafverfahren zahlreiche Besonderheiten.
Lehrveranstaltung zum Strafvollzugsrecht
Ist es zu einer Verurteilung zu einer vollziehbaren Freiheitsstrafe gekommen, kommt der Verurteilte in den Strafvollzug. Hier trifft ihn eine Reihe von Einschränkungen und Pflichten; allerdings hat er natürlich auch Rechte. Die Vorlesung Strafvollzugsrecht befasst sich mit dem Regelungskomplex dieses besonders grundrechtssensiblen Bereichs, gibt aber auch Einblicke in rechtstatsächliche Fragen und Probleme des Strafvollzugs.
Lehrveranstaltungen im Umfang von vier SWS aus einem der beiden Vertiefungsbereiche:
Medizin- und Wirtschaftsstrafrecht (SPB 6a)
In der ersten Variante des Vertiefungsbereichs können Lehrveranstaltungen zum Medizin- sowie zum Wirtschafts- und Steuerstrafrecht belegt werden. Diese knüpfen unmittelbar an die materiell rechtlichen Vorlesungen des Studiums an und vertiefen die entsprechenden Bereiche. Neben den beiden regelmäßig angebotenen Grundvorlegungen „Medizinstrafrecht“ und „Wirtschafts- und Steuerstrafrecht“ werden unregelmäßig auch weitere Lehrveranstaltungen zu diesem Bereich angeboten.
Internationales Strafrecht (SPB 6b)
In der zweiten Wahlmöglichkeit des Vertiefungsbereichs werden regelmäßig eine Vorlesung zum Internationalen Strafrecht (im Überblick) sowie eine vertiefende Vorlesung zum Völkerstrafrecht angeboten. Weitere ergänzende Lehrveranstaltungen aus diesem Feld sind möglich.
III. Interdisziplinärer Ergänzungsbereich
Zur interdisziplinären Ergänzung der Schwerpunktausbildung müssen die Studierenden zusätzlich eine zwei Semesterwochenstunden umfassende Lehrveranstaltung aus Nachbarbereichen wählen. Regelmäßig angeboten werden hier Rechtsmedizin, Forensische Psychiatrie und Prognose der Gefährlichkeit. Die Teilnahme an einer solchen Veranstaltung muss durch einen Schein nachgewiesen werden.
Sprecher: Prof. Dr. Hans Kudlich, Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsphilosophie
Regelmäßige Prüfer in der Juristischen Universitätsprüfung: Prof. Dr. Christian Jäger, Prof. Dr. Gabriele Kett-Straub, Prof. Dr. Hans Kudlich, Prof. Dr. Christoph Safferling, Prof. Dr. Franz Streng
Die Festlegung auf einen Schwerpunktbereich erfolgt durch die Anmeldung zur studienbegleitenden wissenschaftlichen Arbeit.
Veranstaltungen des Schwerpunktbereichs
Die für ein ordnungsgemäßes Schwerpunkbereichsstudium verpflichtenden Lehrveranstaltungen sind in der Prüfungsordnung der Friedrich Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg für die Juristische Universitätsprüfung im Einzelnen aufgeführt.
Welche Veranstaltungen im Rahmen des gewählten Schwerpunktbereiches zu belegen sind, können Sie der Anlage zu § 1 Abs. 3 der Prüfungsordnung entnehmen. Beachten Sie, dass die Prüfungsordnung mit Wirkung ab 01.04.2018 geändert wurde und sich zu diesem Zeitpunkt auch die Inhalte der Schwerpunktbereiche 1, 4 und 6 ändern. Achten Sie also darauf, die für Sie gültige Version der Prüfungsordnung zu konsultieren.
Der Nachweis über den Besuch der Lehrveranstaltungen im Schwerpunktbereich wird mit dem Eintrag im Studienbuch geführt. Eine besondere Bescheinigung wird nur für die studienbegleitende wissenschaftliche Arbeit im Seminar ausgestellt.
Anmeldung zu den Veranstaltungen des Schwerpunktbereichs
Eine Anmeldung zu den einzelnen Lehrveranstaltungen des Schwerpunktbereichsstudiums ist mit einer Ausnahme nicht erforderlich. Die Ausnahme bildet das Seminar, zu dem sich der Studierende anmelden muss (siehe hierzu den nächsten Abschnitt). Der Besuch anderer Veranstaltungen im Schwerpunktbereich ist auch vor dem Besuch eines Seminars im Schwerpunktbereich und ohne Anmeldung möglich.
Seminar und studienbegleitende wissenschaftliche Arbeit
Im gewählten Schwerpunktbereich hat der Studierende ein Seminar zu besuchen, in dem er die studienbegleitende wissenschaftliche Arbeit anfertigt. Im Seminar soll der Studierende über seine Arbeit dann auch mündlich referieren und diese zur Diskussion stellen.
Die Bearbeitungszeit beträgt vier Wochen und beginnt mit der Ausgabe des Themas durch den Seminarleiter. Wird die Arbeit nicht innerhalb der Bearbeitungszeit beim Prüfungsamt eingereicht, so gilt sie als angefertigt und mit der Note „ungenügend“ (0 Punkte) bewertet. Die Bearbeitungszeit kann nur ausnahmsweise verlängert werden, wenn deren Einhaltung aus vom Bearbeiter nicht zu vertretenden Gründen unmöglich ist.
Im Sommersemester 2019 gibt es folgende Seminare:
Schwerpunktbereichsseminare im SS 2019
Bitte beachten Sie das Merkblatt für die Anfertigung von studienbegleitenden wissenschaftlichen Arbeiten:
Merkblatt für die Anfertigung von studienbegleitenden wissenschaftlichen Arbeiten
Vorankündigungen und Vorstellungen der einzelnen Seminare finden Sie auf den Internetauftritten der jeweiligen Lehrstühle
Anmeldung zum Seminar im Schwerpunktbereich
Die Festlegung des Schwerpunktbereiches erfolgt dadurch, dass sich der Studierende für ein dem gewünschten Schwerpunktbereich zugeordnetes Seminar anmeldet, in dem die studienbegleitende wissenschaftliche Arbeit angefertigt wird. Die Wahl des Seminars hat keine Auswirkungen auf die Wahl des Vertiefungsbereiches innerhalb des Schwerpunktbereichs. Die Festlegung auf einen Vertiefungsbereich erfolgt erst anlässlich der Anmeldung zur Mündlichen Universitätsprüfung.
Man kann sich nur zu einem Seminar anmelden. Ein Wechsel des Seminars und damit des Schwerpunktbereichs ist nur vor der Ausgabe des Themas der studienbegleitenden wissenschaftlichen Arbeit und bei gleichzeitiger Anmeldung zu einem anderen Seminar zulässig und ist u. U. mit erheblichem Zeitverlust verbunden. Es ist also nicht möglich, bei einem unliebsamen Seminarthema einfach zu wechseln. Die Seminaranmeldung und gleichzeitige Festlegung des Schwerpunktbereiches soll am Ende des vierten bzw. im fünften Fachsemester für ein Seminar im sechsten Fachsemester oder am Ende des fünften bzw. im sechsten Fachsemester für ein Seminar im siebenten Fachsemester erfolgen. Das Seminar zum Schwerpunktbereich sollte also im 6. oder 7. Semester absolviert werden.
Ende der nächsten Anmeldefrist für das SoSe 2019: 30. November 2018!
Die Anmeldung zum Schwerpunktbereichsseminar muss spätestens zum jeweiligen Abgabetermin im Briefkasten „Prüfungsausschuss für die Juristische Universitätsprüfung“ im Juridicum eingehen.
Bitte füllen Sie das nachstehende Formular direkt am PC und nicht handschriftlich aus!
Anmeldeformular Seminar_SS_2019
Vergabe der Plätze im Seminar
Nach Eingang der Anmeldung wird vom Prüfungsamt die Zuordnung der Studierenden zu den Schwerpunktbereichsseminaren vorgenommen. Grundsätzlich kann der Studierende mit der Berücksichtigung im gewünschten Schwerpunktbereich rechnen. Allerdings kann nicht garantiert werden, dass ein Platz im gewünschten Seminar zur Verfügung steht. Sollten einzelne Seminare überfüllt sein, wird den Bewerbern ein Platz in einem anderen Seminar des gleichen Schwerpunktbereichs angeboten.
Im Schwerpunktbereich 6 (Kriminalwissenschaften) ist die Gesamtzahl der Studienplätze beschränkt. Sollten sich mehr Bewerber zu Seminaren des Schwerpunktbereiches 6 anmelden, als Plätze zur Verfügung stehen, findet unter allen Bewerbern ein Auswahlverfahren statt, das sich nach dem Durchschnitt der Bewertung der besten Abschlussklausur im Strafrecht sowie der Abschlusshausarbeit (egal aus welchem Fach), richtet. Eine Kopie der Scheine über die Abschlusshausarbeit und die beste Abschlussklausur im Strafrecht ist der Anmeldung zu einem Seminar im Schwerpunktbereich 6 beizufügen. Bewerber, die im Auswahlverfahren keinen Erfolg haben, können sich zu einem Seminar in einem anderen Schwerpunktbereich anmelden oder es zu einem späteren Termin (mit ggf. verbesserten Klausuren/Hausarbeiten) noch einmal versuchen.
Auf dem Anmeldeformular können Alternativvorschläge für andere Seminare des selben oder eines anderen Schwerpunktbereiches angegeben werden (im letzteren Falle ist damit allerdings ein Wechsel des Schwerpunktbereiches verbunden). Diese Angabe hat keine negative Auswirkung auf die Chance, im zuerst gewählten Seminar einen Platz zu bekommen. Die Zuteilung der Studierenden zu den jeweiligen Seminaren wird rechtzeitig durch Aushang am Schwarzen Brett im Juridicum bekanntgegeben.
Über die Inhalte des Schwerpunktstudiums wird eine mündliche Prüfung abgehalten. Nähere Hinweise zur das Schwerpunktbereichsstudium abschließenden mündlichen Prüfung erhalten Sie im Kapitel „Juristische Universitätsprüfung„.