Source: https://www.rechtslupe.de/allgmeines/ot-mitgliedschaft-im-arbeitgeberverband-2-374041
Timestamp: 2020-07-10 23:47:28
Document Index: 95709539

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 10', '§ 3', '§ 3', '§ 2', '§ 26', '§ 5']

OT-Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband | Rechtslupe
Die Sat­zung des Ein­zel­han­dels­ver­ban­des Lüne­bur­ger Hei­de e.V. (EHV-LH) genügt den Anfor­de­run­gen, mit der ein Sta­tus als OT-Mit­glied [1] wirk­sam begrün­det wer­den kann. Sie sieht eine kla­re und ein­deu­ti­ge Tren­nung der Befug­nis­se von Mit­glie­dern mit und sol­chen ohne Tarif­ge­bun­den­heit vor [2].
§ 3 Nr. 2 Satz 1 der Sat­zung des EHV-LH regelt sowohl eine Mit­glied­schaft mit "Tarif­bin­dung" als auch eine ohne "Tarif­bin­dung", indem er die Mög­lich­keit der Erklä­rung eines "Aus­schlus­ses der Tarif­bin­dung ins­ge­samt" für nicht für all­ge­mein­ver­bind­lich erklär­te Tarif­ver­trä­ge vor­sieht. § 3 Nr. 2 Satz 3 der Sat­zung regelt den Wech­sel von einer die­ser For­men zur ande­ren. Die Sat­zungs­re­ge­lung in § 3 Nr. 2 Satz 3 iVm. Satz 1 kann nach Sinn, Zweck und tarif­li­chem Gesamt­zu­sam­men­hang nur als Hin­weis auf die sich aus § 3 Abs. 3 TVG ohne­hin erge­ben­de Rechts­la­ge begrif­fen wer­den. Das hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt anhand einer gleich­lau­ten­den Sat­zungs­re­ge­lung bereits aus­führ­lich begrün­det [3].
Im Gesamt­ge­fü­ge der Sat­zungs­re­ge­lun­gen des EHV-LH wird vor allem durch die Rege­lung in § 3 Nr. 2 Satz 6, die bei Beschluss­fas­sung über Tarif­fra­gen und Arbeits­kampf­maß­nah­men für "Mit­glie­der ohne Tarif­bin­dung" das Stimm­recht aus­schließt, die erfor­der­li­che Kon­gru­enz von Mit­ent­schei­dungs­recht und Bin­dung an die Tarif­ab­schlüs­se hin­rei­chend klar und deut­lich sowie ein­schrän­kungs­los her­ge­stellt. Geschäfts­füh­rung und jeg­li­ches Han­deln des EHV-LH müs­sen die­sen Vor­ga­ben genü­gen. Dies zeigt für das geschäfts­füh­ren­de Prä­si­di­um dar­über hin­aus § 10 Nr. 4 der Sat­zung, der die Rege­lung des § 3 Nr. 2 Satz 6 in Bezug nimmt [4].
Es ist wei­ter nicht erfor­der­lich, dass der Aus­schluss der Rech­te von OT-Mit­glie­dern in Tarif­an­ge­le­gen­hei­ten in jeder ein­zel­nen Norm der Sat­zung aus­drück­lich wie­der­holt wird. § 3 Nr. 2 Satz 6 der Sat­zung des EHV-LH gilt ein­schrän­kungs­los und damit für alle in der Sat­zung gere­gel­ten Berei­che und Befug­nis­se. Des­halb bedurf­te es zur Wirk­sam­keit der in der Sat­zung vor­ge­se­he­nen OT-Mit­glied­schaft kei­ner wei­te­ren Rege­lun­gen für die in § 2 Nr. 1 Satz 2 Buchst. c der Sat­zung genann­te Ver­bands­auf­ga­be des "Abschlus­ses von Tarif­ver­trä­gen", für eine – in der Sat­zung ohne­hin nicht vor­ge­se­he­ne – Tarif­kom­mis­si­on oder für die Ein­rich­tung oder Ver­wal­tung eines Streik- und Aus­sper­rungs­fonds sowie zur Ver­tre­tungs­be­fug­nis nach außen iSv. § 26 BGB für den – hypo­the­ti­schen – Fall, dass alle Prä­si­di­ums­mit­glie­der zugleich OT-Mit­glie­der sind. Das hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt bereits aus­führ­lich begrün­det. Hier­auf wird zur Ver­mei­dung von Wie­der­ho­lun­gen ver­wie­sen [5].
Dem durch die Sat­zung wirk­sa­men begrün­de­ten Sta­tus als OT-Mit­glied steht schließ­lich nicht die beim UVE-NS gebil­de­te Tarif­kom­mis­si­on ent­ge­gen. § 5 der Sat­zung des UVE-NS dif­fe­ren­ziert eben­falls klar und ein­deu­tig zwi­schen Mit­glie­dern mit und ohne Tarif­ge­bun­den­heit. Die­se Bestim­mung ver­hin­dert, dass OT-Mit­glie­der des EHV-LH in der Tarif­kom­mis­si­on stimm­be­rech­tigt mit­wir­ken kön­nen. Die­ser in der Sat­zung vor­ge­se­he­ne Aus­schluss des Stimm­rechts gilt zugleich für die Tarif­kom­mis­si­on des UVE-NS, der in Nr. 1.03. der Geschäfts­ord­nung der Kom­mis­si­on noch­mals inhalt­lich auf­ge­grif­fen wird.
Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 12. Febru­ar 2014 – 4 AZR 450/​12
zur Zuläs­sig­keit einer sog. OT-Mit­glied­schaft im sog. Stu­fen­mo­dell BAG 22.04.2009 – 4 AZR 111/​08, Rn. 27, BAGE 130, 264; 4.06.2008 – 4 AZR 419/​07, Rn. 25 ff., BAGE 127, 27[↩]
zu den Anfor­de­run­gen an eine Ver­bands­sat­zung ausf. BAG 21.11.2012 – 4 AZR 27/​11, Rn. 14 mwN zur Rspr.[↩]
BAG 15.12 2010 – 4 AZR 256/​09, Rn. 34[↩]
s. auch BAG 21.11.2012 – 4 AZR 27/​11, Rn. 18[↩]
BAG 21.11.2012 – 4 AZR 27/​11, Rn. 18 bis 25; wei­ter­hin 15.12 2010 – 4 AZR 256/​09, Rn. 31 bis 33; 20.05.2009 – 4 AZR 230/​08, Rn. 80[↩]
BTM-Han­­del – und die Über­schrei­tung der "nicht gerin­gen Men­ge" Beim Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge darf nur die Tat­be­ge­hung mit einer "nicht gerin­gen Men­ge" für sich genom­men nicht bei der Straf­zu­mes­sung berück­sich­tigt…
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