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Timestamp: 2016-09-25 00:16:32
Document Index: 54258779

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 105', 'Art. 8', 'Art. 4', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 95', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

9C_514/2015 (14.01.2016)
9C_514/2015 � � Urteil vom 14. Januar 2016
vertreten durch Dr. B.________, Rechtsberatung & Treuhand GmbH,
Die 1958 geborene A.________, Mutter dreier erwachsener Kinder, zuletzt bis Juli 2012 als Reinigungskraft bei der C.________ AG in einem Teilpensum (15 Stunden pro Woche) erwerbst�tig gewesen, meldete sich am 22. November 2012 bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle des Kantons Aargau (fortan: IV-Stelle) f�hrte erwerbliche und medizinische Abkl�rungen durch, namentlich veranlasste sie eine bidisziplin�re Begutachtung (Expertisen der Dres. med. D.________, Facharzt f�r Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und E.________, Facharzt f�r Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie FMH, vom 26. und 30. Mai 2014). Nach Stellungnahme des Regionalen �rztlichen Dienstes vom 10. Juni 2014 und Durchf�hrung des Vorbescheidverfahrens verneinte die IV-Stelle mit Verf�gung vom 27. August 2014 den Rentenanspruch mangels Invalidit�t.
Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons Aargau mit Entscheid vom 4. Juni 2015 ab.
A.________ f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten und beantragt, es sei der kantonale Gerichtsentscheid aufzuheben und die IV-Stelle zu verpflichten, ihr "auch r�ckwirkend, bis auf Weiteres und/oder befristet" eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei ein neues (psychiatrisches) Gutachten einzuholen.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann u.a. die Verletzung von Bundesrecht ger�gt werden (Art. 95 lit. a BGG), die Feststellung des Sachverhalts nur, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann deren Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG).
Streitig und zu pr�fen ist, ob das kantonale Gericht zu Recht einen rentenrelevanten Gesundheitsschaden verneint hat.
Die Vorinstanz hat die f�r die Beurteilung der Streitsache massgeblichen materiell- und beweisrechtlichen Grundlagen gem�ss Gesetz und Rechtsprechung zutreffend dargelegt, worauf verwiesen wird. Dies betrifft namentlich die Bestimmungen und Grunds�tze zum Begriff der Invalidit�t (Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG), zum nach dem Grad der Invalidit�t abgestuften Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 28 Abs. 2 IVG), zur Aufgabenteilung zwischen Medizin und Recht (BGE 140 V 193 E. 3.1 und 3.2 S. 194 f.; 132 V 93 E. 4 S. 99 f.) sowie zum Beweiswert und zur Beweisw�rdigung medizinischer Berichte und Gutachten (BGE 137 V 210 E. 1.3.4 S. 227; 125 V 351 E. 3a S. 352).
Zu erg�nzen ist, dass das Bundesgericht am 3. Juni 2015 zur invalidisierenden Wirkung psychosomatischer Leiden das Grundsatzurteil 9C_492/2014 (BGE 141 V 281) erlassen hat.
Die Vorinstanz erwog, gem�ss dem voll beweiskr�ftigen Gutachten der Dres. med. D.________ und E.________ vom 26. bzw. 30. Mai 2014 bestehe keine Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsf�higkeit. Der rheumatologische Experte habe in Kenntnis der Vorakten sowie der Magnetresonanztomographie-Untersuchungen der Hals- und Lendenwirbels�ule �berzeugend dargelegt, die festgestellten bildgebend-pathologischen Befunde m�ssten unter Ber�cksichtigung der geschilderten Beschwerden und klinischen Befunde interpretiert werden. Im Rahmen seiner Untersuchungen habe der Gutachter weder ein radikul�res Reiz- noch ein Ausfallsyndrom feststellen k�nnen, auch h�tten sich mittels der zus�tzlich erstellten R�ntgenaufnahmen der ganzen Wirbels�ule die geklagten Beschwerden nicht somatisch abst�tzen lassen. Letztere seien h�chstens partiell mit objektivierbaren Befunden erkl�rbar. Der psychiatrische Sachverst�ndige habe eine anhaltende somatoforme Schmerzst�rung (F45.4) diagnostiziert, dieser aber mangels fehlender psychischer Komorbidit�t und geh�uft erf�llter Foerster-Kriterien keinen Einfluss auf die Arbeitsf�higkeit zuerkannt. Ferner habe er �berzeugend ausgef�hrt, die Ressourcen der Beschwerdef�hrerin seien lediglich subjektiv eingeschr�nkt. Mithin sei keine Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit erstellt, womit die Statusfrage - da so oder anders keine Invalidit�t vorliege - offen bleiben k�nne.
Die Beschwerdef�hrerin bringt im Wesentlichen vor, entgegen dem somatischen Experten seien die Beschwerden und die daraus resultierenden Schmerzen mittels Befunde der Magnetresonanztomographie (v.a. mehrere Diskushernien) sehr wohl medizinisch nachweis- und feststellbar. Dieser Einwand ist unbehelflich. Zu Recht hat die Vorinstanz dem Umstand Rechnung getragen, dass bildgebend nachgewiesene (pathologische) Befunde - entgegen der Ansicht der Beschwerdef�hrerin - in der Regel f�r sich allein nicht den Schluss auf eine Arbeitsunf�higkeit zulassen resp. gerade�
keine Korrelation�zwischen �rztlich gestellter Diagnose (auch bei somatisch dominierten Leiden) und Arbeitsunf�higkeit besteht (BGE 140 V 193 E. 3.1 S. 195 mit Hinweis auf KLIPSTEIN/MICHEL/L�UBLI ET AL., Do MRI findings correlate with mobility tests?, Eur Spine 2007 S. 803-811). Mit Blick darauf, dass der Rheumatologe nach den verbindlichen und unbestritten gebliebenen Feststellungen der Vorinstanz (E. 1 hievor) keine relevanten klinisch-pathologischen Befunde - insbesondere kein radikul�res Reiz- oder Ausfallsyndrom - erheben konnte, hat das kantonale Gericht nicht Bundesrecht verletzt (Art. 95 lit. a BGG), indem es dem somatischen Teilgutachten, welches eine Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit f�r die zuletzt ausge�bten T�tigkeiten sowie Haushaltsarbeiten verneinte, vollen Beweiswert zuerkannt hat.
Was die anhaltende somatoforme Schmerzst�rung betrifft, welcher gutachterlicherseits sowie von der Vorinstanz - noch unter Beachtung der inzwischen aufgegebenen �berwindbarkeitsvermutung - keine Auswirkungen auf die Arbeitsf�higkeit beigemessen wurde, f�hrt auch die �berpr�fung nach BGE 141 V 281 zu keinem anderen Ergebnis: Aus dem psychiatrischen Gutachten, welches seinen Beweiswert nicht per se verliert (BGE 141 V 281 E. 8 S. 309 m.H.a. BGE 137 V 210 E. 6 S. 266) und in concreto eine schl�ssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlaubt, ergibt sich, dass mit Blick auf das doch recht aktive Leben der Beschwerdef�hrerin (u.a. regelm�ssige Tagesgestaltung, k�rperliche und soziale Aktivit�ten [Spazierg�nge, rege Kontakte mit Familienangeh�rigen], regelm�ssige Ferienreisen in den Kosovo mit dem Auto oder Flugzeug) sowie deren Schilderungen eine schwere Auspr�gung der St�rung, welche bisher psychiatrisch nicht behandelt wurde, ausser Betracht f�llt (vgl. Urteil 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 7.1). Ferner fehlt eine psychische oder somatische Komorbidit�t, namentlich sind die Beschwerden der Wirbels�ule nach dem hievor Gesagten nicht invalidisierend (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 301). Des Weiteren bestehen keine Hinweise auf die im Komplex Pers�nlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302) zu pr�fenden Merkmale, welche im Rahmen der umfassenden Ressourcenpr�fung ins Gewicht fallen k�nnten. Gegenteils enth�lt der soziale Lebenskontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303), so die Einbettung in die Familie und die Unterst�tzung durch diese, best�tigende, sich potenziell g�nstig auf die Ressourcen auswirkende Faktoren. Zusammenfassend fehlt es unter Ber�cksichtigung der nicht schwer ausgepr�gten Schmerzst�rung, fehlender Komorbidit�ten und eher g�nstiger pers�nlicher Ressourcen an einem invalidisierenden Gesundheitsschaden. Eine Konsistenzpr�fung (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303 f.) er�brigt sich vor diesem Hintergrund. Weitere Abkl�rungen sind nicht angezeigt. Damit hat es im Ergebnis beim angefochtenen Entscheid sein Bewenden.