Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=28.03.1994&Aktenzeichen=2%20BvR%20814/93
Timestamp: 2019-07-20 23:19:06
Document Index: 269983208

Matched Legal Cases: ['§ 184', '§ 184', '§ 184', '§ 184', '§ 233', 'BGH', 'BGH', '§ 233', '§ 233', '§ 233']

BVerfG, 28.03.1994 - 2 BvR 814/93 - dejure.org
https://dejure.org/1994,1822
BVerfG, 28.03.1994 - 2 BvR 814/93 (https://dejure.org/1994,1822)
BVerfG, Entscheidung vom 28.03.1994 - 2 BvR 814/93 (https://dejure.org/1994,1822)
BVerfG, Entscheidung vom 28. März 1994 - 2 BvR 814/93 (https://dejure.org/1994,1822)
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Wiedereinsetzung in den vorigen Stand - Fristversäumung - Verzögerungen der Briefbeförderung - Briefzustellung - Deutsche Bundespost - Übermittlungsmöglichkeiten per Eilboten - Telegramm - Telefax
LG Siegen, 17.03.1993 - 3 S 38/93
NJW 1994, 1854
Teilhabeleistungen waren danach als Krankenbehandlung anzusehen und somit der Leistungspflicht der GKV zuzurechnen, wenn die Leistungserbringung auf ärztlicher Anordnung beruhte und insoweit eine ärztliche Betreuung stattfand (…Urteil vom 12.8.1987 - 8 RK 22/86 -, HV-INFO 1987, 1981 unter Verweis auf BSGE 50, 47 = SozR 2200 § 184a Nr. 3 und BSGE 51, 44 = SozR 2200 § 184a Nr. 4; zusammenfassend zuletzt - nach Verabschiedung des GRG - BSGE 68, 17, 19 = SozR 3-2200 § 184a Nr. 1 S 4 und BSG Urteil vom 3.3.1994 - 1 RK 8/93 -, SozSich 1995, 276).
Jedoch können sie nach der Rechtsprechung des BSG auf ärztliche Verordnung nur tätig werden, soweit ihre Leistungen zwar nicht im Einzelnen, aber doch allgemein ihrer Art nach ärztlich bestimmt werden (…vgl BSGE 68, 17, 18 = SozR 3-2200 § 184a Nr. 1 S 3 und Urteil vom 3.3.1994 - 1 RK 8/93 -, SozSich 1995, 276).
Er darf vielmehr auf eine ordnungsgemäße Briefbeförderung vertrauen (vgl. BVerfG 28. März 1994 - 2 BvR 814/93 - zu B I der Gründe, EzA ZPO § 233 Nr. 20; BGH 18. März 1953 - II ZR 182/52 - BGHZ 9, 118; BAG 5. Mai 1995 - 4 AZR 258/95 (A) - zu B der Gründe mwN, AP ZPO 1977 § 233 Nr. 38 = EzA ZPO § 233 Nr. 30) .
Die Revision verkennt, daß die Anforderungen an die Begründung eines Wiedereinsetzungsgesuchs bei Benutzung eines eigenen Transportdienstes ebenso wie bei Einschaltung eines (Überbringungs-)Boten andere sind als dies bei der Einschaltung der Deutschen Post AG der Fall wäre (vgl. dazu u.a. Beschluß des Bundesverfassungsgerichts vom 28. März 1994 2 BvR 814/93, NJW 1994, 1854).
Die Vorschriften über die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand, die gemäß § 233 ZPO sogar die Möglichkeit der Wiedereinsetzung gegen die unverschuldete Nichteinhaltung der Wiedereinsetzungsfrist vorsehen, stellen damit auch unter Beachtung der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (vgl. BVerfGE 44, 302, 306; 52, 203, 207 f.; 69, 381, 385 ff. und NJW 1994, 1854) bei sachgemäßer Handhabung eine ausreichende Möglichkeit zur Nachholung einer Rechtsmittelbegründung bei unverschuldeter Fristversäumung dar.
Dies gilt auch dann, wenn andere Beförderungsalternativen (zB Telegramm, Telefax) zur Verfügung stehen (s zusammenfassend zB die Kammerbeschlüsse des BVerfG vom 29.12.1994, NJW 1995, 1210, vom 28.3.1994, NJW 1994, 1854 sowie vom 26.11.2008, NZS 2009, 322; jeweils mwN) .
LSG Nordrhein-Westfalen, 11.05.2004 - L 3 B 3/04
BSG, 30.09.1996 - 10 RAr 1/96
BPatG, 11.02.2004 - 14 W (pat) 60/03