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Timestamp: 2017-04-25 20:34:59
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Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 4', 'Art. 5', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 11', 'Art. 12', 'Art. 13', 'Art. 14', 'Art. 15', 'Art. 16', 'Art. 17', 'Art. 18', 'Art. 19', 'Art. 20', 'Art. 21', 'Art. 22', 'Art. 23', 'Art. 24', 'Art. 25', 'Art. 26', 'Art. 27', 'Art. 28', 'Art. 29', 'Art. 30', 'Art. 31', 'Art. 32']

Disability Studies: UN- Behindertenrechtskonvention - ppt herunterladen
Veröffentlicht von:Swanhilde Aerni
Präsentation zum Thema: "Disability Studies: UN- Behindertenrechtskonvention"— Präsentation transkript:
Disability Studies: UN- BehindertenrechtskonventionProf. Dr. Theresia Degener Evangelische Fachhochschule RWL (Bochum) Tag der Menschen mit Behinderungen in Baden Württemberg, 5. Mai 2008
Agenda Disability StudiesDie UN Behindertenrechtskonvention aus DS – Perspektive Ursula Eggli- eine Grande Dame der DS
1. Disability Studies Ist eine interdisziplinäre neue WissenschaftLiteraturwissenschaften, Rechts-, Geschichts-, Kommunikations-, Medienwissenschaften, Soziologie, etc. Architektur, Medizin, Sozialarbeit, Kunst (disability arts!!) etc. Paradigma: soziales statt medizinisches Modell von Behinderung Behinderung als sozial konstruierte Kategorie Angelehnt an gender und critical race studies Wurzeln der DS: emanzipatorische Behindertenbewegung (70 er Jahre ff) Von Forschungsobjekten zu ForscherInnen Von Kunstobjekten zu KünstlerInnen Arbeitsgemeinschaft Disability Studies in Deutschland (AG DS) seit 2002
2. Die UN Behindertenrechtskonvention aus DS - PerspektiveConvention on the Rights of Persons with Disabilities (CRPD) 2006, in Kraft seit ! Behinderung als Menschenrechtsfrage wurde lange ignoriert Bis zu den 80er Jahren: Behinderung als medizinische / soziale Frage im VN System: WHO: Prävention & Rehabilitation & Definition Soziale Entwicklungskommission nicht Menschenrechtskommission
Wandel in den 80er Jahren 1981 Internationales Jahr der Behinderten1983 – 1992 UN Dekade der Behinderten 1986 & 1993 Berichte über Menschenrechts-situation behinderter Menschen in der UN Menschenrechtskom-mission 1993 UN- Rahmen-bestimmungen zur Herstellung der Chancen-gleichheit für Menschen mit Behinderungen
Entstehungshintergrund der CRPDJanuar 2002: Quinn/ Degener Studie für UN Behinderung als Thema innerhalb des Menschenrechtssystems der UN Behinderung als Thema bei der Umsetzung der damals sechs wichtigsten Menschenrechtsverträge Befund: Behinderte sind nicht mehr unsichtbar, aber immer noch reduziert auf medizinische Fragen und als Problem der sozialen Sicherheit 19. Dezember 2001 UN – GV Resolution 56/168: Ad Hoc Ausschuss auf Initiative von Mexiko 13. Dezember 2006 UN – GV Resolution 61/106 Behindertenrechtskonvention
Ad Hoc Commission in New York9 Sitzungen, je 2-3 Wochen in New York (2002 – 2006) 1 AG-Sitzung (2004) Beteiligte: Staaten, NROs, UN-Org., Nat. MRI 2002: 100 Menschen 2006: 900 Menschen
Der Inhalt der CRPD Art. 1 Zweck Art. 2 DefinitionenArt. 3 Allg. Grundsätze Art. 4 Allg. Verpflichtungen Art. 5 Nichtdiskriminierung Art. 6 Frauen mit Behinderung Art. 7 Kinder mit Behinderung Art. 8 Förderung des Bewusstseins Art. 9 Zugänglichkeit Art. 10 Recht auf Leben Art. 11 Gefahrensituationen Art. 12 Rechts-/Geschäftsfähigkeit Art. 13 Zugang zur Justiz Art. 14 Persönliche Freiheit ... Art. 15 Freiheit von Folter ... Art. 16 Freiheit von Ausbeutung ... Art. 17 Schutz der Unversehrtheit.. Art. 18 Freizügigkeit und Staatsangehörigkeit Art. 19 Unabhängiges Leben und Teilhabe an der Gemeinschaft Art. 20 Persönliche Mobilität Art. 21 Meinungsfreiheit ... Art. 22 Schutz der Privatsphäre Art. 23 Achtung von Heim und Familie Art. 24 Bildung Art. 25 Gesundheit Art. 26 Rehabilitation Art. 27 Arbeit und Beschäftigung Art. 28 Angemessener Lebensstandard Art. 29 politische Teilhabe Art. 30 kulturelle Teilhabe Art. 31Statistik und Datensammlung Art. 32 Internationale Zusammenarbeit
Staaten, die die CRPD ratifiziert habenBangladesh - 30 November 2007 Croatia - 15 August 2007 Cuba - 6 September 2007 Ecuador - 3 April 2008 El Salvador - 14 December 2007 Gabon - 1 October 2007 Guinea - 8 February 2008 Hungary - 20 July 2007 India - 1 October 2007 Jamaica - 30 March 2007 Jordan - 31 March 2008 Mexico - 17 December 2007 Namibia - 4 December 2007 Nicaragua - 7 December 2007 Panama - 7 August 2007 Peru - 30 January 2008 San Marino - 22 February 2008 South Africa - 30 November 2007 Spain - 3 December 2007 Tunisia - 2 April 2008
Bedeutung der CRPD für Deutschland aus DS PerspektiveAm 30. März hat Deutschland die Behindertenrechtskonvention zusammen mit über 80 anderen Staaten unterzeichnet Rechtswirkung nach Ratifikation: Gesetzeswirkung (Bundesgesetz) CRPD markiert den rechtlichen Paradigmenwechsel vom medizinischen zum sozialen (menschenrechtlichen) Modell von Behinderung
Die Rolle der BehindertenverbändeMenschenrechtskon-ventionen werden von Staaten unterzeichnet aber von NROs erkämpft Auch die Durch-setzung muss errungen werden.1. Schritt: Ratifikation
3. Ursula Eggli, eine Grande Dame der BehindertenbewegungGeb in Zürich als Älteste von 3 Kindern, 2 davon mit Muskelschwund Begründerin der schweizer Behindertenbewegung Kämpfte ihr Leben lang gegen Menschenrechtsverletzungen an Behinderten, wie z.B. Institutionalisierung in Heimen Autorin der ersten Werke der deutschsprachigen DS z.B.: Herz im Korsett (1977) Freakgeschichten (1983) Die Zärtlichkeit des Sonntagsbratens (1986) ......und viele andere Werke
Ursula Eggli auf der ersten deutschen Sommeruni zu DS Juli 2003 in BremenSchreibwerkstatt für behinderte Menschen: "Behinderung neu denken" hieß das Motto unserer Sommeruniversität in Bremen und "Behinderung neu denken" heißt auch: Behinderung überall hin denken, hinein in Malerei, Literatur, überhaupt jegliche Form von Kultur. Hineindenken in die hintersten Hirnwindungen. Dorthin, wo sich oft das Empfinden unsrer Kontrolle entzieht. Normalerweise haben wir Aktivistinnen und Aktivisten der Behindertenbewegung die theoretischen Erkenntnisse und Schlagworte präsent und versuchen auch, sie zu verinnerlichen, zum Beispiel die Überzeugung: Ich bin ok, so wie ich bin. Ich bin ok mit meinem behinderten Körper. Wir alle wissen aber auch, dass Symbole und Bilder aus unserer Kindheit oder aus der Gesellschaft uns dabei immer wieder einen Streich spielen. Sie haben sich schon vor langer Zeit tief in uns eingeprägt. Wer hat sich noch nie dabei ertappt, dass ihm das Bild einer zarten Prinzessin oder des tatkräftigen Prinzen eine Illusion vorgaukelt, der Illusion, die dem morgendlichen Blick in den Spiegel , dem mühsam humpelnden Überqueren einer Strasse oder dem Erleben einer Cocktailparty aus der Rollstuhlperspektive nie gerecht wird. Frust resultiert aus diesen oft unbewussten Vorbildern, Frust und nochmals Frust. Und sollten wir so weit sein, dass wir mindestens unser Eigenbild als behindertes Individuum akzeptiert haben, so merken wir doch immer wieder unsere Irritation im Blick auf andere behinderte Menschen. Verinnerlichte Bilder, Symbole und auch Clichées gilt es, sich bewusst zu machen, zu hinterfragen und durch andere zu ersetzen. Neu zu programmieren.
Ihr warmes Herz hat aufgehört zu schlagenEinen Tag bevor die UN Behinderten-rechtskonvention in Kraft trat, - am 2. Mai ist eine große Menschenrechtlerin und Schriftstellerin der Disability Studies von uns gegangen.
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