Source: https://www.ausbildung.info/pflichten-in-der-ausbildung
Timestamp: 2020-05-29 09:35:23
Document Index: 141786895

Matched Legal Cases: ['§15', '§9', '§13', '§9', '§9', '§13']

Pflichten von Auszubildenden | www.ausbildung.info
Hier findest du wichtige Infos und Tipps rund um deine Pflichten, denen du während deiner Ausbildung nachkommen musst. Teilweise gelten diese Regeln auch im späteren Berufsleben.
Gleich vorneweg ein Überblick der wichtigsten Verträge und Gesetze für Auszubildende:
dein eigener Ausbildungsvertrag
Ein Berichtsheft zu führen ist Vorschrift und zählt zu deiner Ausbildungszeit. Du lieferst dadurch wöchentlich einen Ausbildungsnachweis, der alle vermittelten Inhalte sowohl in der praktischen Ausbildung als auch in der Berufsschule ganz genau festhält.
Wichtig ist auch, dass die für deinen Beruf vorgeschriebene Arbeitszeit eingehalten wird. Deine tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden gehören also ebenso ins Berichtsheft wie die Anzahl ausgefallener Unterrichtsstunden.
Am Schluss musst du dein Berichtsheft noch von deinem_r Ausbilder_in und auch von deinem_r Lehrer_in durchsehen und unterschreiben lassen.
Wichtig: Prüfungszulassung!
Diese Ausbildungsnachweise musst du zur Abschlussprüfung lückenlos vorlegen, anderenfalls wirst du nicht zugelassen!
Außerdem ist dein vollständiges Berichtsheft der einzige Nachweis über deine tatsächlich absolvierten Ausbildungsabschnitte, falls es zu einem Streitfall kommen sollte. Denkbar ist das, wenn du z.B. die Abschlussprüfung nicht bestanden hast. Es ist also wirklich wichtig, dass du alles sehr genau dokumentierst!
Infos zur Verlängerung der Ausbildung findest du im Menü zu deinen Rechten.
Jedes Berichtsheft bekommt ein Deckblatt und enthält das Datum, die genaue Tätigkeitsbeschreibung und deine Unterschrift. Du darfst es handschriftlich führen, elektronisch (dafür gibt es spezielle Software) oder mit einer Kombination aus beidem.
Der jeweilige Aufbau hängt von deiner Fachrichtung ab: In technischen Berufen werden zur Dokumentation des Lernfortschritts manchmal Zeichnungen gefordert, andere Auszubildende müssen mitunter Tages- oder Monatsberichte erfassen.
Unterrichtszeit ist Arbeitszeit! Während der Ausbildung bist du berufsschulpflichtig und dein Betrieb muss dich für deinen Unterricht von der Arbeitszeit befreien.
Diese Freistellung gilt für alle Schulstunden inklusive Pausen, für alle dazugehörigen Veranstaltungen (z. B. für eine Betriebsbesichtigung) und für die Wegstrecke zwischen deinem Betrieb und der Berufsschule. Falls die Schule vor 9 Uhr beginnt, musst du vorher nicht zur Arbeit.
Wenn du noch keine 18 Jahre alt bist bzw. wenn ein entsprechender Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung existiert, musst du nach der Schule nicht mehr zum Betrieb:
falls der Unterricht länger als fünf Unterrichtsstunden dauert (also 5x45 Minuten)
falls du Blockunterricht hast und dabei an fünf Tagen in der Woche mindestens 25 Unterrichtsstunden stattfinden (also 25x45 Minuten)
Achtung: „Nachsitzen“ gibt’s nicht!
Mancher Arbeitgeber versucht womöglich, dich mit falschen Arbeitszeitforderungen „durch die Hintertür“ zu bewegen, deine Berufsschulstunden nachzuarbeiten – das ist selbstredend unzulässig!
Falls dein_e Ausbilder_in also plötzlich eine wöchentliche Arbeitszeit von 48 Stunden erwartet oder dir etwas anderes komisch vorkommt, lies genau im Tarifvertrag oder in deinem Ausbildungsvertrag nach. Nur die darin angegebene betriebliche Arbeitszeit gilt!
Wenn du irgendwelche Probleme mit deiner Freistellung bekommst, hol dir sofort Unterstützung von deiner Interessenvertretung.
Gesetzestexte zur Freistellung / Berufsschulpflicht
Freistellung für Berufsschule und außerbetriebliche Ausbildungsmaßnahmen:
§15 BBiG
§§9 und 10 JArbSchG
§13 Nr. 2 BBiG - Teilnahme am Unterricht
§9 Abs. 1 JArbschG - Beschäftigungsverbot vor und nach dem Unterricht
§9 Abs. 2 JArbSchG - Anrechnung des Unterrichts auf die Arbeitszeit
Mit deiner Ausbildung verpflichtest du dich, das Betriebsgeheimnis einzuhalten – und zwar auch dann noch, wenn du nicht mehr in diesem Betrieb arbeitest!
Das bedeutet, dass du keine vertraulichen Informationen aus deinem Betrieb "an Dritte" weitergeben darfst – d. h. an Personen, die nicht zum Betrieb gehören.
Zu diesen sensiblen Daten zählen beispielsweise Informationen über Lagerbestände, Patente oder Rezepte, Kunden oder Preiskalkulationen.
Wenn du gegen das Betriebsgeheimnis verstößt und sich daraus Schäden für den Betrieb ergeben, kann der Betrieb mit einer Abmahnung, einer Kündigung oder sogar mit einer Schadenersatzklage gegen dich vorgehen!
Vorgaben nach Berufsbildungsgesetz
Nach §13 im Berufsbildungsgesetz (kurz BBiG, PDF-Download) musst du die dort beschriebene „Grundlinie für dein Verhalten im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule einhalten.
Diese Grundlinie umschreibt einige Verpflichtungen, die du mit Beginn deiner Berufsausbildung eingehst:
Verhalten am Ausbildungsplatz
Führe jede Aufgabe mit höchster Sorgfalt aus!
Folge genau den Anweisungen deiner Vorgesetzten!
Beachte die Regeln deines Ausbildungsbetriebs!
Behandle alle Gegenstände mit Sorgfalt!
Für alle Auszubildenden besteht Berufsschulpflicht (siehe oben "Berufsschulpflicht"), besuche also all deine Unterrichtstunden!