Source: https://verbraucherschutzforum.berlin/2018-05-02/conrendit-9-gmbh-co-kg-eigentlich-bilanziell-ueberschuldet-186326
Timestamp: 2018-06-18 01:43:20
Document Index: 34076799

Matched Legal Cases: ['§ 264', '§ 267', '§ 288', '§ 264', '§ 264', '§ 246', '§ 285', '§ 252', '§ 256', '§ 256']

ConRendit 9 GmbH & Co. KG - Eigentlich bilanziell überschuldet - Verbraucherschutzforum.berlin
ConRendit 9 GmbH & Co. KG – Eigentlich bilanziell überschuldet
Dem Anlagevermögen von knapp über 200 Euro steht ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag von über 9 Millionen Euro gegenüber. Mit anderen Worten: Die Gesellschaft ist eigentlich bilanziell überschuldet.
A. Anlagevermögen 207,00 506.398,00
I. Sachanlagen 207,00 506.398,00
B. Umlaufvermögen 813.255,86 600.779,57
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 796.506,27 515.802,45
II. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 16.749,59 84.977,12
C. nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 9.338.399,59 11.516.624,09
I. nicht durch Vermögenseinlagen gedeckter Verlustanteil von Kommanditisten 9.338.399,59 11.516.624,09
Bilanzsumme, Summe Aktiva 10.151.862,45 12.623.801,66
A. Rückstellungen 3.080,00 2.800,00
B. Verbindlichkeiten 10.148.782,45 12.621.001,66
davon mit Restlaufzeit bis 1 Jahr 10.148.782,45 12.621.001,66
Bilanzsumme, Summe Passiva 10.151.862,45 12.623.801,66
Die Gesellschaft wurde am 12.05.2007 als Kommanditgesellschaft in das Handelsregister beim Amtsgericht Hamburg unter der Registernummer HRA 105 949 eingetragen.
Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag gem. § 264a Abs. 1 i.V. mit § 267 Abs. 1 HGB die entsprechenden Größenmerkmale einer kleinen Personengesellschaft auf. Die Gesellschaft hat von den größenabhängigen Erleichterungen teilweise Gebrauch gemacht.
Von den ihr eingeräumten Erleichterungen bei der Aufstellung des Anhangs gemäß § 288 HGB macht die Gesellschaft teilweise Gebrauch. Von der Verpflichtung einer Aufstellung eines Lageberichts ist die Gesellschaft gem. § 264 Abs. 1 Satz 3 HGB i. V. mit § 264a HGB befreit.
Die sich im Anlagevermögen der Gesellschaft befindenden Vermögensgegenstände wurden teilweise durch ein bei der GEFA Gesellschaft für Absatzfinanzierung mbH aufgenommenes Darlehen finanziert. Als Sicherheiten der Ansprüche wurden die finanzierten Vermögensgegenstände sicherungsübereignet. Des Weiteren zählt auch die offene und bestätigte Abtretung der Mieterträge zu den bestellten Sicherheiten. Der Gesamtbetrag der gesicherten Verbindlichkeiten beträgt im Sinne § 246 i.V. mit § 285 Satz 1 Nr. 1b HGB USD 21.328.420,46.
Die Bewertung des Sachanlagevermögens erfolgte zu Anschaffungskosten abzüglich aufgelaufener, planmäßig über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer vorgenommener degressiver bzw. linearer Abschreibungen.
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt. Bei dem ausgewiesenen Sachanlagevermögen handelt es sich um Container. Für die planmäßigen Abschreibungen des Anlagevermögens wurde eine Nutzungsdauer von 10 Jahre angesetzt. Die Abschreibungen aller in 2007 angeschafften Vermögensgegenstände erfolgten degressiv. Für die im Geschäftsjahr 2008 und 2011 erworbenen Vermögensgegenstände erfolgten die Abschreibungen linear.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen Euro 786.866,49. Sie waren im Zeitpunkt der Bilanzerstellung nicht ausgeglichen. Sie bestehen vollumfänglich in der Fremdwährung USD.
Das Kommanditkapital der Gesellschaft setzt sich wie folgt zusammen:
Kapitalanteile 11.128.120,00
Gewinn und Verlustkonto – 20.078.341,86
Entnahmekonto – 388.177,73
Stand per 31.12.2017 – 9.338.399,59
Die zum Ende des Geschäftsjahres bestehende bilanzielle Überschuldung der Gesellschaft wird nach Einschätzung der Geschäftsführung nicht durch im Sachanlagevermögen enthaltene und nicht aufgedeckte stille Reserven kompensiert. Die Gläubiger der Gesellschaft wurden von der Geschäftsführung über die bestehende Überschuldung und die drohende Insolvenz unterrichtet.
Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen Aufwendungen zur Erfüllung der Aufbewahrungspflichten sowie die Aufwendungen für die Offenlegung des Jahresabschlusses 2017 im elektronischen Bundesanzeiger.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben in Höhe von Euro 10.138.001,98 eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr, in der Höhe von Euro 0,00 eine Restlaufzeit von mehr als einem und weniger als fünf Jahren und in Höhe von Euro 0,00 eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren. Bei der Erstellung des Jahresabschlusses 2017 wurde die Bewertung des USD-Darlehens unter Beachtung der §§ 252, 253 Absatz 1 sowie § 256a HGB mit dem gültigen Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag vorgenommen. Die Verbindlichkeiten gegenüber den Kreditinstituten sind in Höhe des nominalen Kreditbetrages durch Sicherungsübereignung des Sachanlagevermögens sowie durch Abtretung der Mietansprüche gesichert. Hierzu gehört auch die Abtretung offener und bestätigter Mieterträge aus der Vermietung und Untervermietung der Vermögensgegenstände.
Die Umsatzerlöse werden ausschließlich aus der Vermietung von Containern erzielt. Die Umrechnung der auf USD lautenden Mietforderungen erfolgte zu dem im Zeitpunkt der Fakturierung maßgebenden Umrechnungskurs, welcher regelmäßig vom Umrechnungskurs im Zeitpunkt des Forderungseinganges abweicht.
Die Aufwendungen und Verbindlichkeiten bestehen ebenfalls teilweise in der Fremdwährung USD. Die Umrechnung der auf Fremdwährungen lautenden Verbindlichkeiten erfolgte zu dem im Zeitpunkt der Entstehung maßgebenden Umrechnungskurs, welcher regelmäßig vom Umrechnungskurs im Zeitpunkt des Zahlungsausgangs abweicht.
Ferner werden Kursdifferenzen berücksichtigt, die im Zusammenhang mit den bei der Erstellung des Jahresabschlusses 2017 vorgenommenen Bewertungen des in der Fremdwährung USD geführten Kontokorrentkontos, Forderungen sowie des Darlehens mit dem Devissenkassamittelkurs gemäß § 256a HGB stehen.
Die Gesellschaft realisierte daher im abgelaufenen Geschäftsjahr folgende Erträge bzw. Aufwendungen aus Kursdifferenzen:
Erträge aus Kursdifferenzen 1.487.431,54
Aufwendungen aus Kursdifferenzen 97.565,40
Die Geschäftsführung erfolgt durch die Komplementärin. Sie hat vertragsgemäß keine Einlage geleistet und nimmt am Gewinn und Verlust der Gesellschaft nicht teil. Das Stammkapital der Komplementärin beträgt EUR 25.000,00.
Hamburg, den 21. Februar 2018
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