Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=4%20B%2014.02
Timestamp: 2019-12-07 20:06:44
Document Index: 42660549

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 11']

BVerwG, 09.07.2002 - 4 B 14.02 - dejure.org
https://dejure.org/2002,3000
BVerwG, 09.07.2002 - 4 B 14.02 (https://dejure.org/2002,3000)
BVerwG, Entscheidung vom 09.07.2002 - 4 B 14.02 (https://dejure.org/2002,3000)
BVerwG, Entscheidung vom 09. Juli 2002 - 4 B 14.02 (https://dejure.org/2002,3000)
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Atypischer Betrieb; Baumarkt; Beweisaufnahme; Geschossfläche; Gewerbegebiet; großflächiger Einzelhandelsbetrieb; Kerngebiet; Regelvermutung; Sondergebiet; Vermutungsregel
Zurückweisung einer Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision; Anforderungen an die Geltendmachung einer Rechtssache grundsätzlicher Bedeutung; Übertragung der Grundsätze zur Abgrenzung des Innenbereichs vom Außenbereich auf die Abgrenzung der näheren Umgebung
BauNVO § 11 Abs. 3 S. 3
Baugenehmigung für Einzelhandelsgroßbetriebe
Einzelhandelsgroßprojekte: Ist eine Beweisaufnahme über mögliche Auswirkungen zulässig? (IBR 2003, 161)
VG Weimar, 14.05.1996 - 6 K 706/93
BauR 2002, 1825
ZfBR 2002, 805
Erst wenn die Vermutungsregel wegen einer atypischen Fallgestaltung nicht greift, ist im Hinblick auf die tatsächlichen Umstände des Einzelfalls - ggf. auch im Wege richterlicher Beweisaufnahme - aufzuklären, ob der zur Genehmigung gestellte großflächige Einzelhandelsbetrieb mit Auswirkungen der in § 11 Abs. 3 Satz 2 BauNVO genannten Art verbunden sein wird oder kann (Beschluss vom 9. Juli 2002 - BVerwG 4 B 14.02 Buchholz 406.12 § 11 BauNVO Nr. 26).
In ihrem Anwendungsbereich stellt die Vermutungsregel somit eine Zulässigkeitsschranke auf, die für Genehmigungsbehörden und Gerichte gleichermaßen verbindlich ist (…BVerwG, Urt. v. 13.12.2007 - 4 C 9.07 - BVerwGE 130, 113 = juris Rn. 19; Beschl. v. 9.7.2002 - 4 B 14.02 -BauR 2002, 1825 = juris Rn. 11).
Anhaltspunkte im Sinne von § 11 Abs. 3 Satz 4 BauNVO für eine vom Regelfall abweichende Atypik (vgl. dazu BVerwG, Beschluss vom 09.07.2002 - 4 B 14.02 -, BauR 2002, 1825 = juris Rn. 7 f.) können auf der betrieblichen Seite darin bestehen, dass zum Beispiel die Verkaufsfläche eher gering ist, oder dass der Betrieb beschränkt ist auf ein schmales Warensortiment (z.B. Gartenbedarf), auf Artikel, die üblicherweise in Verbindung mit handwerklichen Dienstleistungen (z.B. Kraftfahrzeughandel mit Werkstatt) angeboten werden, oder auf solche, die in einer gewissen Beziehung zu gewerblichen Nutzungen stehen (Baustoffhandel, Büromöbelhandel) (…vgl. BVerwG, Urteile vom 03.02.1984 - 4 C 54.80 -, BVerwGE 68, 342 = juris Rn. 11, zur BauNVO 1977, …und vom 24.11.2005, a.a.O., Rn. 26).
Zur Widerlegung der Vermutungsregel des § 11 Abs. 3 Sätze 3 und 4 BauNVO 1990 (im Anschluss an BVerwG, B. v. 9.7.2002 - 4 B 14.02 -).
Wie die Vermutensregel des § 11 Abs. 3 Satz 3 BauNVO 1990 zu handhaben ist, hat das Bundesverwaltungsgericht erst kürzlich in seinem Beschluss vom 9. Juli 2002 (- 4 B 14.02 -, Juris, sonstige V.n.b.) dargelegt.
Das steht nicht im Widerspruch zu den obigen Ausführungen, es sei nicht im Wege des Sachverständigenbeweises zu klären, ob ein großflächiger Einzelhandelsbetrieb wirklich die bei Überschreitung einer Geschossfläche von 1.200 m² vermuteten Wirkungen auslöst (vgl. dazu nochmals BVerwG, Beschl. v. 9.7.2002 - 4 B 14.02 -).
"Prägen" können grundsätzlich nur solche Bauwerke, die dem ständigen Aufenthalt von Menschen dienen (BVerwG vom 9.7.2002 ZfBR 2002, 805).
Ansonsten würde die Regelvermutung des § 11 Abs. 3 Satz 3 BauNVO unzulässigerweise "ausgehebelt" (vgl. BVerwG, Beschl. v. 09.07.2002 - 4 B 14.02 - BauR 2002, 1825).
vgl. BVerwG, Beschluss vom 9. Juli 2002 - 4 B 14.02 -, juris, Rn. 11.
Darüber hinaus stellt die Vermutungsregel eine Zulässigkeitsschranke auf, die für Genehmigungsbehörden und Gerichte gleichermaßen verbindlich ist (BVerwG, Beschl. v. 09.07.2002 - 4 B 14/02 -, BauR 2002, 1825).
Erst wenn die Behörde bzw. die Gemeinde atypische Umstände, d.h. eine erhebliche Abweichung des zugrunde liegenden Sachverhalts von der vom Gesetzgeber vorausgesetzten Normallage darlegt, ist das Gericht befugt, die tatsächlichen Auswirkungen des - großflächigen - Einzelhandelsbetriebs weiter - etwa durch eine richterliche Beweisaufnahme - aufzuklären (BVerwG, Beschl. v. 09.07.2002, aaO. und Beschl. v. 28.07.1989 - 4 B 18/89 -, BauR 1989, 704).
Die Regelvermutung in § 11 Abs. 3 Satz 3 BauNVO kann nicht in der Weise "ausgehebelt" werden, dass die tatsächlichen Auswirkungen eines großflächigen Einzelhandelsbetriebs, deren Vorliegen oder Nichtvorliegen kraft rechtlicher Anordnung vermutet wird, zum Gegenstand einer richterlichen Beweisaufnahme gemacht werden (BVerwG, Beschl. v. 09.07.2002, aaO.).
vgl. BVerwG, Beschluss vom 9. Juli 2002 - 4 B 14.02 -, BauR 2002, 1825 = juris, Rn. 7, 11.
vgl. BVerwG, Beschluss vom 9. Juli 2002 - 4 B 14.02 -, BauR 2002, 1825 = juris, Rn. 7 f.
vgl. BVerwG, Beschluss vom 9. Juli 2002 - 4 B 14.02 -, BauR 2002, 1825 = juris, Rn. 7.
VG Ansbach, 26.07.2018 - AN 3 K 17.00430
Großflächige Einzelhandelsbetriebe, Atypische Fallgestaltung, Verbrauchernahe …