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Timestamp: 2017-10-18 01:49:27
Document Index: 44638492

Matched Legal Cases: ['§7', '§ 12', '§ 3', '§ 12', '§ 11', '§ 10', '§ 1', '§ 4']

Vergewaltigungen und Sexualverbrechen in Schweden
Sexualverbrechen in Schweden ist ein Sammelbegriff für die Verletzung von Artikel 6 des Strafgesetzbuches. Der Artikel behandelt Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, sexuelle Ausbeutung von einer Person in der Position der Abhängigkeit, Vergewaltigung von Kindern, sexuelle Ausbeutung von Kindern, sexueller Missbrauch, Ausbeutung von Kindern zu sexuellem Posieren, Kauf von sexuellen Handlungen von Kindern, sexuelle Belästigung, der Kauf von sexuellen Dienstleistungen, Inzest und Zuhälterei. Vergewaltigung gilt in Schweden als schwere Kriminalität.
Im Jahr 2009 wurden 15.500 Sexualverbrechen in Schweden gemeldet. Die Hälfte der Verbrechen wurde als sexuelle Belästigung oder Befleckung (Unzucht mit der Hand) eingestuft. Auf Vergewaltigung und versuchte Vergewaltigung entfielen fast 40 Prozent aller gemeldeten Sexualstraftaten. Im Jahr 2008 gab es 5446 gemeldete Vergewaltigungen und schwere Vergewaltigungen in Schweden. Sechs Prozent der angezeigten Vergewaltigungen in Schweden waren Vergewaltigungen innerhalb der Ehe.
Inzest (lat. Incestum = Unzucht)
Inzest bedeutet sexuelle Aktivität zwischen nahen Verwandten. Im schwedischen Recht gibt es spezielle Strafgesetze über Inzest in Artikel 6 §7 des Strafgesetzbuches. Wer Sexualverkehr mit seinem Kind oder seinen Nachkommen hat, kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren verurteilt werden. Darüber hinaus können diejenigen, die Geschlechtsverkehr mit ihren Geschwistern haben, zu höchstens einem Jahr verurteilt werden.
Inzest wurde in Schweden früher Blutschande genannt und war ein Verbrechen, dass früher mit dem Tode bestraft wurde. Im Jahr 1439 wurde Inzest durch die katholische Kirche als Ketzerei definiert, das mit dem Verbrennen auf dem Scheiterhaufen bestraft wurde. Im Jahre 1610 wurde ein Mann und zwei Schwestern (die mit dem Mann nicht verwandt waren) lebendig auf dem Scheiterhaufen in Stockholm verbrannt, nachdem der Mann mit beiden Schwestern Geschlechtsverkehr hatte.
Inzest war nicht nur sexuelle Handlungen zwischen biologischen Verwandten, sondern auch zwischen den Generationen, in der Ehe im mosaischen Gesetz verboten ist. Es war somit ein Verstoß gegen das eigene Gesetz Gottes.
Die neuere Gesetzgebung des schwedischen Strafgesetzbuches von 1864 sah für Inzucht Strafarbeit vor. Bei einer Verurteilung von Inzest wird auch nach dem Verwandtschaftsgrad unterschieden. Kam es zum Geschlechtsverkehr zwischen Menschen die verwandt waren oder in der Verwandtschaft auf- und absteigender Linie (Vater und Tochter, Vater und Schwiegertochter), wurden die in aufsteigender Linie höher als in absteigender Linie bestraft, da erstere als Verführer angesehen wurden. In einem Fall von Inzest zwischen Vater und Tochter war die Strafe nach dem damaligen Recht für den Vater mindestens acht und höchstens 10 Jahre Zuchthaus und für die Tochter mindestens 2 Monate bis höchstens 4 Jahre Zwangsarbeit.
Kuppelei (lat. Lenocinium)
Die Kuppelei ist ein juristischer Begriff für das vorsätzliche Vermitteln der sogenannten Unzucht. In Schweden ist die Kuppelei als eine Straftat in Artikel 6, § 12 StGB festgelegt. Handelt es sich um eine Kuppelei in einen größeren Maßstab wie das Geschäft in einem Bordell, ist das Verbrechen etwa gleich dem Artikel 6, 12 § 3 StGB anzusehen und dann ist auch ein Lauschangriff bei Aufklärung erlaubt. Die Strafe für Zuhälterei ist in Artikel 6, § 12 mit mehr als vier Jahren Gefängnis festgelegt.
Kauf von Sex
Das Sex-Kaufrecht, der informelle Name für das Verbot des Kaufs sexueller Dienstleistungen, ist in Artikel 6, § 11 StGB geregelt. Die Regel besagt, dass es eine Straftat ist, sexuelle Dienstleistungen zu kaufen, aber nicht sie zu verkaufen. Das ursprüngliche Sex-Kaufrecht des Europäischen Parlaments vom 29. Mai 1998 sagte: Wer eine Gegenleistung bei gelegentlichen sexuellen Beziehungen erhält, wird mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von höchstens sechs Monaten bestraft. Das Gesetz trat am 1. Januar 1999 in Kraft und endete am 1. April 2005, als die Bestimmung auf das schwedische Strafgesetzbuch übertragen wurde.
Dieser Abschnitt ist in zwei Absätze unterteilt, er enthält im ersten Absatz Kinder unter 15 Jahren, während der zweite Absatz sowohl Erwachsene als auch Kinder enthält.
Ein sexueller Übergriff ist ein Verbrechen, dass nach schwedischem Recht im Strafgesetzbuch Artikel 6, § 10 definiert wird: Wer ein Kind unter fünfzehn Jahren sexuell belästigt, wird mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren verurteilt.
Das gleiche gilt für jeden, der sich auf eine andere Weise an Kinder und Erwachsene heranmacht, welches zu Unbehagen oder anderweitig durch sexistische und geschlechtsbezogene, entwürdigende bzw. beschämende Bemerkungen oder Verhaltensweisen zu einer sexuellen Belästigung einer Person führen kann.
Die am häufigsten vorkommenden sexuellen Übergriffe sind, unsittliche Entblößung oder unerwünschte körperliche Annäherung. Dazu zählt auch Sex-Chat mit einem Kind unter 15 Jahren. Die Strafe für sexuelle Belästigung sind Geldstrafen oder Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren.
Ursprünglich bedeutete Vergewaltigung in rechtlicher Hinsicht, dass eine oder mehrere Menschen durch Gewalt eine Frau zum Geschlechtsverkehr zwang. Durch Änderungen in der Gesetzgebung, wurde das Konzept später erweitert. Heute umfasst die Definition sowohl Männer als auch Frauen. Es muss kein Geschlechtsverkehr stattgefunden haben, es zählt auch das das Eindringen mit Fremdkörpern. Es ist nicht notwendig, dass sich das Opfer wehrt, damit es als Vergewaltigung zählt. Die Erweiterungen bedeuten, dass bestimmte kriminelle Aktivitäten, die zuvor in die Klassifikation, wie sexueller Missbrauch fielen, jetzt unter den Begriff der Vergewaltigung fallen.
Wortlaut im Strafgesetzbuch über Vergewaltigung
Die Vergewaltigung wird in Artikel 6 des Strafgesetzbuches (StGB) abgegrenzt, dass ab dem 1. April 2005 festgeschrieben wurde. Die Änderungen sollen mehr Schutz vor sexuellem Missbrauch und die Stärkung der sexuellen Integrität und Autonomie bewirken. Unter dem Begriff der Vergewaltigung fallen nun auch die besonders schweren Fälle der sexuellen Ausbeutung. Dies bedeutet, dass die Studie von Präzedenzfällen, in denen bestimmte Handlungen, die als sexuelle Ausbeutung berücksichtigt werden, nun als Vergewaltigung angesehen werden.
Artikel 6, § 1 StGB ist in vier Teile unterteilt
Wer durch Misshandlung oder auf andere Weise mit Gewalt oder durch Androhung von Straftaten, eine Person zum Geschlechtsverkehr zwingt oder eine Person zu einer sexuellen Handlung zwingt, die durch die Verletzung und die Umstände mit Geschlechtsverkehr vergleichbar sind, wird wegen Vergewaltigung zu einer Gefängnisstrafe von mindestens zwei und höchstens sechs Jahren verurteilt.
* Nach dem Obersten Gerichtshof im Jahr 1986 (Seite 127) ist eine typische Vergewaltigung, wenn eine Frau mit einem Würgegriff zu Geschlechtsverkehr gezwungen wird.
Der zweite Absatz lautet:
Das gleiche gilt für eine Person die Geschlechtsverkehr oder eine sexuelle Handlung, die gemäß dem ersten Absatz vergleichbar ist, an bewusstlosen, vergifteten oder schlafenden Personen durchführt oder an Personen, die unter Drogen stehen oder eine körperliche oder geistige Störung oder anderweitig in einem hilflosen Zustand sind.
Der dritte Absatz lautet:
Wenn die Straftat, die im ersten oder zweiten Absatz genannt wurde, im Hinblick auf die Umstände des Verbrechens als weniger gravierend ist, wird die Vergewaltigung mit einer Gefängnisstrafe von bis zu vier Jahren verurteilt.
Der vierte Absatz lautet wie folgt:
Wenn ein Verbrechen wie im ersten oder zweiten Absatz als grob angesehen, wird die Vergewaltigung mit einer Gefängnisstrafe von mindestens vier und höchstens zehn Jahren verurteilt. Bei der Beurteilung, ob die Verbrechen als grob eingestuft werden, spielt es eine Rolle, ob die Gewalt oder die Androhung von besonders schwerwiegender Natur war, oder wenn mehr als eine Person das Opfer vergewaltigt haben, oder der Täter sonst besondere Rücksichtslosigkeit oder Brutalität gezeigt hat.
* Wiederholte Vergewaltigung von engen Freunden kann zu einer erhöhten Strafe führen. Das Landgericht in Malmö verurteilte am 3. Februar 2009 einen Mann für eine Reihe von Vergewaltigungen an zwei Frauen zu 12 Jahren Haft und zur Zahlung eines Schadensersatzes in Höhe von insgesamt mehr als einer Million Kronen.
Im Jahr 2005 wurde das Gesetz über die Vergewaltigung verschärft und weiter definiert. Zwischen 2005 und 2007 ist die Zahl der gemeldeten Vergewaltigungen von 3787 auf 4749 angestiegen. Seit 1975 hat sich die Zahl der Menschen pro Jahr erhöht, die wegen Vergewaltigung verurteilt wurden. In den Jahren 1975-80 wurden im Durchschnitt 103 Personen pro Jahr verurteilt. Zwischen 1981 und 2000 waren es durchschnittlich 135 Personen, die verurteilt wurden. In den Jahren 2000-2007 stieg die Zahl der Verurteilungen wegen Vergewaltigung auf durchschnittlich 167 pro Jahr an. Seit 2005 gibt es jedes Jahr rund 220 verurteilte Vergewaltiger.
Wenn jemand Geschlechtsverkehr mit Kindern unter 15 Jahren hatte, wird es in Schweden als Vergewaltigung betrachtet, auch wenn keine Gewalt oder Androhung von Gewalt im Spiel war. Es spielt auch keine Rolle, ob der Täter oder das Kind die Aktion initiierte. Bei der Untersuchung der Vergewaltigung eines Kindes ist der Lauschangriff erlaubt.
Der neue Wortlaut des § 4 über die Vergewaltigung eines Kindes lautet: Wer Geschlechtsverkehr mit einem Kind unter fünfzehn Jahren hat oder mit einem solchen Kind eine sexuelle Handlung durchführt, die vergleichbar mit Geschlechtsverkehr ist, wird wegen Vergewaltigung von Kindern zu Freiheitsstrafen zwischen zwei und sechs Jahren verurteilt.
Das gleiche gilt für jeden, der eine Tat, wie oben beschrieben, an einem Kind im Alter von fünfzehn Jahren, aber noch unter achtzehn Jahren und ein Nachkomme des Täters ist, oder eine ähnliche Beziehung zum Täter hat, oder der Täter für die Pflege oder Betreuung des Kindes verantwortlich ist.
Werden die genannten Straftaten in den ersten beiden Absätzen als grob eingestuft, wird der Täter wegen schwerer Kindesvergewaltigung zu einer Freiheitsstrafe von mindestens vier und höchstens zehn Jahren verurteilt. Bei der Beurteilung, ob die Kriminalität grob war, wird besondere Aufmerksamkeit darauf verwendet, ob der Täter Gewalt oder die Androhung einer Strafe verwendete, oder wenn mehr als eine Person das Kind vergewaltigt, oder die Täter besondere Rücksichtslosigkeit oder Brutalität gezeigt haben.
Basierend auf der bisherigen Forschung und der Kriminalstatistik vom Beirat für Kriminalprävention, ist es wahrscheinlich, dass nur 20 Prozent aller Vergewaltigungen gemeldet werden. Sollte diese Zahl richtig sein, bedeutet dies, dass jedes Jahr 20.000-25.000 Vergewaltigungen in Schweden begangenen werden. Von den gemeldeten Straftaten der Vergewaltigung, sind nur 12 Prozent der Fälle von der Staatsanwaltschaft entschieden worden. Dies gilt insbesondere, wenn der Täter für das Opfer unbekannt ist. Man schätzt, dass fast 60 Prozent aller gemeldeten Vergewaltigungen nie aufgeklärt werden.
Eine Debatte über die Vergewaltigung ist in Schweden viel häufiger als in den meisten anderen Ländern in Europa. Eine Studie vom Brottsförebyggande rådet [2008:23] (Beirat für Kriminalitätsverhütung) über den Anteil der Opfer sexueller Verbrechen hat ein etwas anderes Bild als es im International Crime Survey (2005) der EU steht. Opferbefragungen in den verschiedenen Ländern sind äußerst schwierig, wegen der Verschiebung in der Wahrnehmung dessen, was ein inakzeptables Sexualverhalten ist. Es ist wahrscheinlich, dass Frauen in Ländern, in denen die Gleichstellung untergeordnet ist, in geringerem Maße über sexuelle Vergehen berichten. Sie beeinflussen daher die Statistik von dem Land in einer Weise, dass es so scheint, als ob Sexverbrechen öfter als anderswo passiert. Deshalb sollte man bei der Interpretation von den vorgelegten Statistiken besonders vorsichtig sein. Wahrscheinlich ist Schweden aus den oben genannten Gründen wohl auch das Land mit den meisten Vergewaltigungen auf der Welt. Wie unwahrscheinlich die Anzahl der Vergewaltigungen ist kann man an dem Verhältnis der 4749 gemeldeten Fälle im Jahr 2007 zu den 167 Verurteilungen im gleichen Jahr sehen. Es kam also nur bei 3,5 Prozent der gemeldeten Vergewaltigungen zu einer Verurteilung.
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