Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=02.12.1975&Aktenzeichen=VI%20ZR%20249/73
Timestamp: 2019-11-15 07:20:28
Document Index: 49727646

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 249', '§ 287', 'BGH', '§ 249', '§ 287', 'BGH', '§ 287', 'BGH', 'BGH']

BGH, 02.12.1975 - VI ZR 249/73 - dejure.org
https://dejure.org/1975,587
BGH, 02.12.1975 - VI ZR 249/73 (https://dejure.org/1975,587)
BGH, Entscheidung vom 02.12.1975 - VI ZR 249/73 (https://dejure.org/1975,587)
BGH, Entscheidung vom 02. Dezember 1975 - VI ZR 249/73 (https://dejure.org/1975,587)
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Ansprüche gegenüber dem Versicherer aus einer Haftpflichtversicherung - Anforderungen an die versicherungstechnische Valutierung eines Mangelfolgeschadens - Anforderungen an die Beweisaufnahme
BGH entscheidet mit historischem Urteil vom 2.12.1975 - VI ZR 249/73 - zu der Schadensabwicklung nach Verkehrsunfall und zu den Rechten des Geschädigten.
VersR 1976, 389
Denn die Rechtsprechung des Senats dazu (…vgl. Urteile vom 29. Oktober 1974 - VI ZR 42/73, aaO, 185; vom 2. Dezember 1975 - VI ZR 249/73, VersR 1976, 389, 390) beruht auf dem Gedanken, dass bei der Prüfung der Erforderlichkeit im Sinne des § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB zu berücksichtigen ist, dass den Erkenntnis- und Einflussmöglichkeiten des Geschädigten Grenzen gesetzt sind, sobald er den Reparaturauftrag erteilt und die Angelegenheit in die Hände von Fachleuten begeben hat, so dass ihm ein unsachgemäßes oder unwirtschaftliches Arbeiten des Betriebs nicht zur Last gelegt werden kann.
§ 287 ZPO rechtfertigt es nicht, dass das Gericht in für die Streitentscheidung zentralen Fragen auf nach Sachlage unerlässliche fachliche Erkenntnisse verzichtet (vgl. Senatsurteil vom 2. Dezember 1975 - VI ZR 249/73 - VersR 1976, 389, 390).
Der BGH (Urteil - VI ZR 249/73 - 2.12.1975, in DRsp I (123) 192 a = VersR 1976, 389 ) hat die in einem solchen Fall entstandene zusätzliche Kostenbelastung bei der »endgültigen Totalschadensabrechnung« auf den Schädiger abgewälzt; dort heißt es: »War es in der besonderen Lage des Kl. auch für einen verständigen Geschädigten nicht voraussehbar, daß der Instandsetzungsversuch fehlschlagen würde und damit ein alsbaldiges Abstoßen des Wracks wirtschaftlicher sei, dann sind auch die Auswirkungen dieses Entscheidungsrisikos Teil des ... nach § 249 Satz 2 BGB zu ersetzenden Schadens«.
§ 287 ZPO dient danach der Vereinfachung und Beschleunigung des Verfahrens, berechtigt das Gericht aber nicht, in für die Streitentscheidung zentralen Fragen auf nach der Sachlage unerlässliche fachliche Erkenntnisse zu verzichten (vgl. BGH VersR 1976, S. 389 ).
§ 287 ZPO zielt zwar auf eine Vereinfachung und Beschleunigung des Verfahrens ab und nimmt in Kauf, daß die richterliche Schätzung unter Umständen nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmt, rechtfertigt es andererseits aber nicht, in der für die Streitentscheidung zentralen Frage auf nach Sachlage unerläßliche Erkenntnisse zu verzichten (BGH VersR 1976, 389, 390).
Diese auf Vereinfachung und Beschleunigung des Verfahrens zielende Vorschrift rechtfertigt es aber nicht, in für die Streitentscheidung zentralen Fragen auf nach der Sachlage unerläßliche fachliche Erkenntnisse zu verzichten (BGH Urteil vom 2. Dezember 1975 - VI ZR 249/73 = VersR 1976, 389, 390).