Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20372/14
Timestamp: 2019-04-21 17:23:24
Document Index: 275906867

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 823', '§ 32', '§ 32', 'Art. 42', 'Art. 41', 'Art. 38', '§ 32', '§ 561', '§ 1', '§ 1', '§ 32', '§ 823', '§ 823', '§ 1', '§ 11', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 823', '§ 1', '§ 1', '§ 32', '§ 32', '§ 32', '§ 32', '§ 1', '§ 32', '§ 32', '§ 823', '§ 32', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 32', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 32', '§ 823', 'BGH', '§ 32', 'BGH']

BGH, 07.07.2015 - VI ZR 372/14 - dejure.org
BGB § 823; KWG § 32
§ 32 Abs. 1 KWG, Art. ... 40 Abs. 1 Satz 1 EGBGB, Art. 42 Satz 1 EGBGB, Art. 41 Abs. 2 Nr. 1 EGBGB, 2001, Art. 38 EGBGB, § 32 Abs. 1 Satz 1 KWG, § 561 ZPO, § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 KWG, § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 KWG, § 32 KWG, § 823 Abs. 2 BGB, § 823 BGB, § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 und 5 KWG, § 11 Abs. 1 KWG, § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 1 KWG, § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 1a KWG, § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 5 KWG
§ 823 Abs 2 BGB, § 1 Abs 1 S 2 Nr 1 KredWG, § 1 Abs 1 S 2 Nr 5 KredWG, § 32 Abs 1 KredWG
Schadensersatz aufgrund des Betreibens inländischer Bankgeschäfte ohne Erlaubnispflicht zur Führung von Einlagengeschäften
Zum Schutzzweck der Erlaubnispflicht von Einlagengeschäften gem. § 32 KWG
Die Erlaubnispflicht nach § 32 Abs. 1 KWG schützt nicht vor verlustbringenden Anlagen mit Dritten
Durch den Bankkunden getätigte verlustbringende Anlagegeschäfte, die nicht in den Verantwortungsbereich des Kreditinstituts fallen, sind nicht vom Schutzzweck der gemäß § 32 Abs. 1 KWG bestehenden Erlaubnispflicht von Einlagengeschäften im Sinne des 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 KWG umfasst
KWG § 1 Abs. 1 S. 2 Nr. 1; KWG § 32 Abs. 1
Zum Zweck der Erlaubnispflicht von Einlagengeschäften
Bankhaftung wegen Betreibens inländischer Bankgeschäfte ohne Erlaubnis kann ausgeschlossen sein
KWG § 32; BGB § 823
Zweck der Erlaubnispflicht von Einlagengeschäften
Frage der Haftung der Bank für betrügerisches Verhalten Dritter (hier: Gebührenreiterei, churning)
LG Waldshut-Tiengen, 28.11.2013 - 2 O 311/12
OLG Karlsruhe, 08.08.2014 - 4 U 3/14
NJW-RR 2015, 1144
ZIP 2015, 1772
ZIP 2015, 63
MDR 2015, 962
VersR 2015, 1385
WM 2015, 1568
BB 2015, 2001
BB 2015, 2257
DB 2015, 2016
NZG 2016, 301
Das Berufungsgericht ist zutreffend davon ausgegangen, dass § 32 Abs. 1 Satz 1 KWG ein Schutzgesetz im Sinne von § 823 Abs. 2 BGB darstellt (…Senat, Urteile vom 19. März 2013 - VI ZR 56/12, BGHZ 197, 1 Rn. 11 mN; vom 7. Juli 2015 - VI ZR 372/14, NJW-RR 2015, 1144 Rn. 25, auch zum Schutzzweck bei Einlagengeschäften).
Demnach besteht eine Schadensersatzpflicht nur, wenn der geltend gemachte Schaden nach Art und Entstehungsweise unter den Schutzzweck der verletzten Norm fällt, mithin muss es sich um Nachteile handeln, die aus dem Bereich der Gefahren stammen, zu deren Abwendung die verletzte Norm erlassen worden ist (jüngst: BGH, Urteil vom 07.07.2015, Az. VI ZR 372/14 - juris; explizit für S 826 BGB: BGH, Urteil vom 11.11.1985, Az. II ZR 109/85 - juris).
§ 32 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 1 KWG ist nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs Schutzgesetz zugunsten des einzelnen Kapitalanlegers (…vgl. nur Senatsurteile vom 19. März 2013 - VI ZR 56/12, BGHZ 197, 1 Rn. 11 mwN und vom 7. Juli 2015 - VI ZR 372/14, VersR 2015, 1385 Rn. 25; BGH, Versäumnisurteil vom 21. April 2005 - III ZR 238/03, VersR 2005, 1394, 1395 mwN).
Hiernach sind Sinn und Tragweite der verletzten Norm beziehungsweise der verletzten vertraglichen oder vorvertraglichen Pflicht zu untersuchen, um zu klären, ob der geltend gemachte Schaden durch die verletzte Bestimmung verhütet werden sollte (st. Rspr.;… s. nur BGH, Urteile vom 26. Februar 2013 - VI ZR 116/12, NJW 2013, 1679 Rn. 12; vom 20. Mai 2014 - VI ZR 381/13, BGHZ 201, 263 Rn.10 und vom 7. Juli 2015 - VI ZR 372/14, NJW-RR 2015, 1144 Rn. 26; jeweils mit zahlr. wN).
Entgegen der Annahme des Berufungsgerichts ist die - auch im Revisionsverfahren von Amts wegen zu prüfende (vgl. etwa Senatsurteil vom 7. Juli 2015 - VI ZR 372/14, VersR 2015, 1385 Rn. 13 und BGH…, Urteil vom 9. Juni 2016 - IX ZR 314/14, WM 2016, 1168 Rn. 32 jeweils mwN) - internationale Zuständigkeit deutscher Gerichte nicht gegeben.
Internationale Zuständigkeit der deutschen Gerichte für Ansprüche gegen einen in …
Zweifel an diesem Schutzzweckzusammenhang könnten sich aus einer Entscheidung des BGH vom 7. Juli 2015 ergeben (BGH, 7.7.2015, VI ZR 372/14, ZIP 2015, 1772 ).
So liegen die Dinge auch hier (anders als im o.a. Fall BGH - Urteil vom 7.7.2015, VI ZR 372/14, ZIP 2015, 1772 ).
Nach einhelliger Meinung (vgl. nur BGH, Urteil vom 21. April 2005 - III ZR 238/03 -, juris; BGH, Urteil vom 07. Juli 2015 - VI ZR 372/14 -, juris, jeweils m.w.N.) ist § 32 Abs. 1 Satz 1 KWG Schutzgesetz i.S. des § 823 Abs. 2 BGB zugunsten des einzelnen Kapitalanlegers.
Eine Haftung besteht nur für diejenigen äquivalenten und adäquaten Schadensfolgen, die aus dem Bereich der Gefahren stammen, zu deren Abwendung die verletzte Norm erlassen wurde (BGH a.a.O. - VI ZR 372/14).
Zwar ist es zutreffend, dass § 32 Abs. 1 KWG allgemein bezweckt, Gläubiger unerlaubt handelnder Betreiber von Bankgeschäften vor Vermögensverlusten zu bewahren, die durch die mangelnde Einhaltung bankaufsichtsrechtlicher Vorgaben verursacht werden (BGH, Urteil vom 07. Juli 2015 - VI ZR 372/14 -, Rn. 27).