Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=FamRZ%202011,%20957
Timestamp: 2020-01-29 03:01:53
Document Index: 265064328

Matched Legal Cases: ['§ 89', 'Art 20', 'Art 2', '§ 151', '§ 156', '§ 86', '§ 89', '§ 156', '§ 89', '§ 89', '§ 58', 'BGH', '§ 6', '§ 89', '§ 35', '§ 86', 'BGH', '§ 89', 'BGH', '§ 35', '§ 86', 'BGH']

Rechtsprechung: FamRZ 2011, 957 - dejure.org
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BVerfG, 09.03.2011 - 1 BvR 752/10 (https://dejure.org/2011,6615)
BVerfG, Entscheidung vom 09.03.2011 - 1 BvR 752/10 (https://dejure.org/2011,6615)
BVerfG, Entscheidung vom 09. März 2011 - 1 BvR 752/10 (https://dejure.org/2011,6615)
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Unterlassen einer Belehrung gem § 89 Abs 2 FamFG in Umgangsvereinbarung verletzt den Anspruchsinhaber nicht in Anspruch auf effektiven Rechtsschutz - Möglichkeit der Nachholung der Belehrung in einem gesonderten Verfahren
Art 20 Abs 3 GG, Art 2 Abs 1 GG, § 151 Nr 2 FamFG, § 156 Abs 2 S 1 FamFG, § 86 Abs 1 S 2 FamFG
Nichtannahmebeschluss: Unterlassen einer Belehrung gem § 89 Abs 2 FamFG in Umgangsvereinbarung verletzt den Anspruchsinhaber nicht in Anspruch auf effektiven Rechtsschutz 20 Abs 3 GG> - Möglichkeit der Nachholung der Belehrung in einem gesonderten Verfahren
AG Frankfurt/Main, 16.10.2009 - 460 F 9274/09
AG Frankfurt/Main, 22.10.2009 - 460 F 9274/09
NJW 2011, 2347
Der Beschluss im Ausgangsverfahren vom 19. Mai 2010 genügt diesen Voraussetzungen, weil auf der Grundlage des neuen Rechts bereits auf die geänderte Vollstreckungsmöglichkeit durch Festsetzung eines Ordnungsgeldes hingewiesen wurde (vgl. Senatsbeschluss vom 17. August 2011 - XII ZB 621/10 - FamRZ 2011, 1729 Rn. 8 ff. und BVerfG FamRZ 2011, 957).
Schließlich ist eine Beschwerde gegen den Billigungsbeschluss nach § 156 Abs. 2 FamFG schon dann zulässig, wenn ihm der Hinweis auf die Zuwiderhandlung gegen den Vollstreckungstitel nach § 89 Abs. 2 FamFG fehlt (BVerfG FamRZ 2011, 957 Rn. 10).
Dafür, dass die gerichtliche Billigung eine rechtsmittelfähige Endentscheidung ist, spricht schließlich auch, dass in ihr zur Regelung des Umgangs, wie er vorliegend geschlossen wurde, eine Belehrung gemäß § 89 Abs. 2 FamFG aufzunehmen ist, deren Unterlassen mit der Beschwerde nach §§ 58 ff. FamFG anfechtbar ist (so BVerfG FamRZ 2011, 957).
Der Gesetzgeber hat eine effektivere Vollstreckung von Umgangsentscheidungen durch das FamFG ausdrücklich erstrebt (BT-Drucks. 16/6308, S. 218; BVerfG FamRZ 2011, 957; BGH FamRZ 2012, 533; 2011, 1729;… Völker/Clausius, FamRMandat - Sorge- und Umgangsrecht, 7. Aufl., § 6, Rz. 43 m.w.N.).
Schließlich spricht auch die separate Anfechtbarkeit des Unterlassens einer Belehrung gemäß § 89 Abs. 2 FamFG im Billigungsbeschluss (vgl. BVerfG FamRZ 2011, 957) dafür, dass es sich bei der gerichtlichen Billigung selbst erst recht um eine rechtsmittelfähige Endentscheidung handelt (…OLG Hamm aaO.).
Das Familiengericht hat im rechtlichen Ausgangspunkt grundlegend verkannt, dass die Vollstreckung aus Umgangstiteln - wie dem Umgangsbeschluss vom 26. März 2013 - nicht gemäß § 35 FamFG, sondern nach Maßgabe der §§ 86 ff. FamFG zu erfolgen hat (BVerfG FamRZ 2011, 957; BGH FamRZ 2012, 533; 2011, 1729).
Denn diese Belehrung kann in einem gesonderten Beschluss nachgeholt werden (BVerfG FamRZ 2011, 957 ).
Es ist daher möglichst eine Entscheidung zu treffen, bevor sich die Sache durch Zeitablauf erledigt und irreversible Tatsachen und Rechtsnachteile eintreten (in diesem Sinne BVerfG, Beschlüsse vom 9. März 2011 - 1 BvR 752/10 -, NJW 2011, 2347 und vom 15. August 2002, - 1 BvR 1790/00 -, NJW 2002, 3691).
Das Familiengericht hat durch Beschluss vom 14. April 2011 - 20 F 99/11 UG - die nach § 89 Abs. 2 FamFG für die Festsetzung von Ordnungsmitteln erforderliche Folgenankündigung wirksam nachgeholt (dazu BVerfG FamRZ 2011, 957; BGH FamRZ 2011, 1729; Senatsbeschluss vom 8. November 2011 - 6 UF 140/11 -, ZKJ 2012, 118).
Das Familiengericht hat im rechtlichen Ausgangspunkt grundlegend verkannt, dass die Vollstreckung aus Umgangstiteln - wie dem Umgangsbeschluss vom 22.12.2014 - nicht gemäß § 35 FamFG, sondern nach Maßgabe der § 86 ff. FamFG zu erfolgen hat (BVerfG, FamRZ 2011, 957; BGH, FamRZ 2012, 533; 2011, 1729).