Source: https://www.juraforum.de/lexikon/testamentsanfechtung
Timestamp: 2018-03-17 22:24:41
Document Index: 314873025

Matched Legal Cases: ['§ 2078', '§ 2078', '§ 2080', '§ 1937', '§ 2082', '§ 2078', '§ 2079', '§ 2080', '§ 2081']

ᐅ Testamentsanfechtung: Definition, Begriff und Erklärung im JuraForum.de
Erklärung zum Begriff Testamentsanfechtung
Die Anfechtung eines Testaments ist der Testamentsauslegung nachrangig. Dieser Rechtsgrundsatz gilt aus dem Grunde, den Willen des Erblassers als Grundgedanken der Verteilung der Erbmasse beizubehalten. Geregelt ist die Testamentsanfechtung in Paragraph 2078 des BGB (§ 2078 BGB). Hier wird das Erbrecht angewandt, welches eine solche Anfechtung erst nach dem Tod des Erblassers zulässt, ganz einfach weil es nicht notwendig ist, das Anfechtungsrecht anzuwenden, weil der Testierende sein Testament jederzeit ändern kann. Die Gründe für eine Testamentsanfechtung können die Vermutung eines Erklärungsirrtums sein. Auch kommt ein Irrtum inhaltlicher Art in Frage. Ebenso können Drohung oder Täuschung bei der Abfassung des Testaments eine Rolle gespielt haben.
Eine Besonderheit des Erbrechtes ist es, dass es auch einen Motivirrtum als Anfechtungsgrund gelten lässt. Bei herkömmlichen Rechtsgeschäften ist dies nicht möglich. Ein Motivirrtum könnte bestehen, wenn der Erblasser von einem Pflichtteilberechtigen nichts wusste, oder der erst nach der Errichtung des Testaments entstanden ist. Dies ist im Paragraphen 2078 Absatz 2 BGB (§ 2078 Abs. 2 BGB) geregelt. Die Anfechtung des Testaments auf diesem Weg verändert die Gemeinschaft der Anfechtungsberechtigten so, dass nicht die Erklärung des Erblassers angefochten wird, sondern vielmehr diejenigen, die die Möglichkeit hätten, die letztwillige Verfügung aufzuheben. Das sind in aller Regel die gesetzlichen Erben oder Dritte, die in dem Testament bedacht wurden. Geregelt ist dies in dem Paragraphen 2080 des BGB (§ 2080 BGB).
Hat ein Erblasser ein nach Paragraph 1937 BGB (§ 1937 BGB) gültiges Testament errichtet, kann es beispielsweise binnen der geltenden Frist von einem Jahr nach Paragraph 2082 BGB (§ 2082 BGB) bei Ausnützung der Anfechtungsgründe nach Paragraph 2078 BGB (§ 2078 BGB) oder Paragraph 2079 BGB (§ 2079 BGB) durch einen Anfechtungsberechtigten nach Paragraph 2080 BGB (§ 2080 BGB) mit einer Anfechtungserklärung gemäß dem Paragraphen 2081 (§ 2081 BGB) angefochten werden. Hinterlässt der Erblasser lediglich eine mündliche Verfügung, muss diese zwingend notwendig sein, außerdem müssen zwei Zeugen vorhanden sein, die das Testament niederschreiben, datieren und auf schnellstem Wege den Behörden übergeben. Dies muss innerhalb einer Frist von 14 Tagen passieren.
Pflichtteil 2. Ehefrau Kinneret schrieb am 30.10.2017, 14:52 Uhr:
Hallo,Person A, Ehemann, setzt in der Trennungszeit von Ehefrau 1 seinen alleinigen Sohn per Testament als Alleinerben ein.10 Jahre später heiratet A erneut. Das Testament bleibt bestehen, also ist der Sohn immer noch Alleinerbe.30 Jahre später stirbt A. Es sind Immobilien, Aktien und Bargeld vorhanden. Immobilien gehören zum Teil dem... » weiter lesen
Fragen zum Berliner Testament ussi79 schrieb am 18.11.2016, 18:50 Uhr:
Hallo, kurz zur Orientierung eine Geschichte bezüglich der Frage ob eine Testamentsanfechtung Sinn machen würde.Enkel M war der Lieblingsenkel des Opas A. Dieser hat sehr gut verdient, bekam eine sehr gute Rente und hat zu Lebzeiten viel Geld für für Enkel M angespart.In zweiter Ehe wurde mit der neuen Ehefrau E ein Berliner Testament... » weiter lesen
Berliner Testament mit nachrangiger Begünstigung des Kindes: Wie sichert man die zweite Ehefrau ab? cbetz100 schrieb am 26.01.2016, 12:53 Uhr:
Hallo.Ich würde gerne ein aktuelles Beispiel beisteuern:Ein Ehepaar mit einem minderjährigen Kind baut ein Haus, bei dem beide Ehepartner gemeinsam im Grundbuch stehen. Die Frau verstirbt. Es existiert ein Berliner Testament, in dem das Kind als Erbe des Längstlebenden eingetragen wurde, ferner, dass der Bruder des Mannes die... » weiter lesen
Testamentsanfechtung scheitert (vor Gericht) - dann nur Pflichtteil? 71Ramses schrieb am 15.01.2016, 21:31 Uhr:
Eine verwitwete Dame verstirbt und hinterlässt zwei Kinder, A und B.Laut Testament soll A Alleinerbe sein, B soll ein Vermächtnis in Höhe von einem Drittel des Wertes des gesamten Nachlasses erhalten.Kurz vor ihrem Tod schenkt die Dame Kind A den Betrag X, Kind B den Betrag Y. (Diese Schenkungen bewirken keinen... » weiter lesen
Gesetzlicher Erbe bekommt durch ein Testamentsvollstrecker vorgesetzt gertrud9129 schrieb am 26.10.2014, 13:07 Uhr:
Ich habe folgende Frage. Angenommen folgender Sachverhalt: Erblasserin hat einnotarielles Testament erstellt mit folgenden Auflagen an die einzigste gesetzliche Erbin (Tochter). Die Tochter soll ein Wohnungsrecht für beide Wohnungen erhalten.Als Auflage wird der Tochter gemacht, falls die Tochter eine der beiden Wohnungenbewohnen will,... » weiter lesen
Testamentsanfechtung - lebtägliches Wohnungsrecht gertrud9129 schrieb am 20.08.2014, 12:30 Uhr:
Hallo, mal folgender Fall angenommen:Eltern haben ein Testament erstellt, es ist eine Tochter vorhanden und haben folgendes verfasst im Testament:Sind beide Eheleute versterben so wird für die Tochter ein lebtägliches Wohnungsrecht ohne Zustimmungdes Eigentümers im Grundbuch eingetragen. Das Testament würde die Tochter, die... » weiter lesen
Aufrechnung nach Erbstreitsende melanie1982 schrieb am 10.10.2013, 14:47 Uhr:
Hallo, A und B sind seit Jahren in einem Erbstreit. A gewinnt und wird Alleinerbin. Im Testament der Erblasserin C wird B ein Erbe von 5000€ zugesprochen. B will nun die 5000€ von der Alleinerbin A. A hatte aufgrund der ursprünglichen Testamentsanfechtung von B hohe Ausgaben. Anwaltskosten, Gutachterkosten, Gerichtskosten und... » weiter lesen
Testamentsanfechtung Urteile und Entscheidungen
» OLG-FRANKFURT, 13.03.2003, 20 W 339/01
Zur Frage der Kostentragung, wenn der beklagte Erbe nach Klagezustellung wirksam die Erbschaft ausschlägt.
» LG-BONN, 21.08.2009, 6 T 201/09
Zur Auslegung eines Ehegattentestaments, wenn der überlebende Ehegatte die Erbschaft ausschlägt
» OLG-HAMM, 14.03.2014, 15 W 136/13
Sicherheitsfrage 52 + Se c,hs =