Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZB%201/05
Timestamp: 2019-10-17 12:00:37
Document Index: 385175573

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 233', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 234', '§ 233', '§ 85', 'BGH', 'BGH', '§ 574', 'BGH', 'BGH']

BGH, 06.02.2006 - II ZB 1/05 - dejure.org
https://dejure.org/2006,957
BGH, 06.02.2006 - II ZB 1/05 (https://dejure.org/2006,957)
BGH, Entscheidung vom 06.02.2006 - II ZB 1/05 (https://dejure.org/2006,957)
BGH, Entscheidung vom 06. Februar 2006 - II ZB 1/05 (https://dejure.org/2006,957)
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Vorliegen eines anwaltlichen Organisationsverschuldens - Widereinsetzung in den vorigen Stand - Streichung einer Frist im Fristenkalender eines Anwalts - Schuldhafte Versäumung einer Frist
Fristenkontrolle in Kanzlei
Anforderungen an die Büroorganisation eines Rechtsanwalts bei der Notierung von Fristen
Fristenkontrolle durch bestimmte Person
So minimieren Sie Ihr Haftungsrisiko wegen Organisationsverschuldens
Fristenkontrolle durch eine bestimmte Person
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brak-mitteilungen.de , S. 24 (Leitsatz und Kurzanmerkung)
LG Koblenz, 23.07.2004 - 10 O 67/00
OLG Koblenz, 26.11.2004 - 12 U 1092/04
NJW 2006, 1520
MDR 2006, 599
FamRZ 2006, 619 (Ls.)
VersR 2007, 1391
BB 2006, 689
AnwBl 2006, 357
a) Ein Rechtsanwalt darf mit der Notierung und Überwachung von Fristen grundsätzlich nur voll ausgebildetes und sorgfältig überwachtes Personal betrauen, nicht dagegen noch auszubildende Kräfte (Festhaltung Senatsbeschluss vom 15. November 2000 - XII ZB 53/00 - FuR 2001, 273 und BGH Beschluss vom 6. Februar 2006 - II ZB 1/05 - NJW 2006, 1520).
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs darf ein Rechtsanwalt jedoch mit der Notierung und Überwachung der Fristen grundsätzlich nur voll ausgebildetes und sorgfältig überwachtes Personal betrauen, keinesfalls hingegen noch auszubildende Kräfte (…Senatsbeschluss vom 8. Juli 1992 - XII ZB 55/92 - BGHR ZPO § 233 Fristenkontrolle 27 und BGH, Beschluss vom 6. Februar 2006 - II ZB 1/05 - NJW 2006, 1520, 1521).
Entgegen der Auffassung der Beklagten hat das Berufungsgericht auch nicht verkannt, dass die Partei das Verschulden einer Bürokraft ihres Prozessbevollmächtigten nicht zu vertreten hat, wenn die einzelnen Schritte der Fristenkontrolle eindeutig zugewiesen sind (vgl. BGH, Beschlüsse vom 6. Februar 2006 - II ZB 1/05 - NJW 2006, 1520, 1521 unter II 2 a Rn. 5;… vom 17. Januar 2007 - XII ZB 166/05 - NJW 2007, 1453 unter II 1 Rn. 12 f).
Die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand kann nicht gewährt werden, wenn die Möglichkeit offen geblieben ist, dass die Einhaltung der Frist schuldhaft versäumt wurde (BGH, Beschlüsse vom 14. Januar 1993 - VII ZB 18/92 - VersR 1993, 772, 773 und vom 6. Februar 2006 - II ZB 1/05 - VersR 2007, 1391).
OLG Düsseldorf, 14.12.2010 - 3 U 7/10
Ein zurechenbares Eigenverschulden des Anwalts kann sich jedoch aus einer mangelhaften Büroorganisation ergeben, namentlich bei einer unterlassenen Abgrenzung von Zuständigkeitsbereichen und einem Fehlen klarer Anweisungen (…BGH NJW 1992, S. 3176; BGH NJW 2006, S. 1520 f.).
LAG München, 26.10.2006 - 4 TaBV 77/06
Das Vorbringen im form- und fristgerecht gestellten Wiedereinsetzungsantrag (§§ 234 Abs. 1 und Abs. 2, 236 Abs. 1 und Abs. 2 ZPO, 87 Abs. 2 i. V. m. 66 Abs. 1 Satz 1 und Satz 2 ArbGG, 520 ZPO) ist geeignet, fehlendes - der Antragstellerin und Beschwerdeführerin allein zurechenbares - Verschulden ihrer Verfahrensbevollmächtigten hinsichtlich der Versäumung der Beschwerdebegründungsfrist (§ 233 ZPO) zu begründen, da sie vorgetragen und ausreichend glaubhaft gemacht hat, dass allein eine langjährig tätige und bewährte - belehrte und kontrollierte - Verwaltungskraft den Ablauf der Beschwerdebegründungsfrist versehentlich falsch notiert hatte - welches Verschulden somit der Beschwerdeführerin nicht mehr zuzurechnen ist (§ 85 Abs. 2 ZPO;… vgl. zuletzt etwa BGH, B. v. 23.05.2006, NJW 2006, S. 2638 f; B. v. 06.02.2006, NJW 2006, S. 1520 f;… B. v. 20.12.2005, VersR 2006, S. 812;… siehe auch Born, NJW 2005, S. 2042 f/2045 f).
BGH, 20.03.2018 - VIII ZB 31/17
Denn die Zulässigkeitsvoraussetzungen des § 574 Abs. 2 ZPO, die auch bei einer Rechtsbeschwerde gegen einen Beschluss, mit dem ein Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand als unzulässig verworfen worden ist, gewahrt sein müssen (BGH, Beschlüsse vom 6. Februar 2006 - II ZB 1/05, NJW 2006, 1520 Rn. 2 ff.;… vom 4. April 2006 - VI ZB 45/04, juris Rn. 2 ff.;… vom 24. Juni 2010 - V ZB 170/09, WuM 2010, 592 Rn. 2 ff.;… vom 27. Januar 2011 - III ZB 55/10, NJW 2011, 859 Rn. 5 ff.), sind nicht erfüllt.
Wiedereinsetzung in den vorigen Stand kann nicht gewährt werden, wenn die Möglichkeit offen geblieben ist, dass die Einhaltung der Frist schuldhaft versäumt worden ist (vgl. BGH, Beschluss vom 6. Februar 2006 - II ZB 1/05 -, NJW 2006, 1520).