Source: https://www.bibukurse.de/einkommensteuer/ermittlung-des-einkommens/sonderausgaben/echte-sonderausgaben/uebrige-sonderausgaben/unterhaltsleistungen-an-den-geschiedenen-oder-dauernd-getrennt-lebenden-ehegatten.html
Timestamp: 2017-09-24 10:31:50
Document Index: 212805563

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 33', '§ 22', '§ 22', '§ 9', '§ 10', '§ 10', '§ 10']

Einkommensteuer - Unterhaltsleistungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten
Kursangebot | Einkommensteuer | Unterhaltsleistungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten
Die Unterhaltsleistungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten können sowohl als
Sonderausgaben (Realsplitting) (§ 10 Abs. 1a Nr. 1 EStG) oder
außergewöhnliche Belastungen (§ 33a I EStG)
Beim Realsplitting ist ein Abzug möglich bis zu einer Höhe von 13.805 € im Kalenderjahr. Voraussetzung an den Abzug im Rahmen des Realsplittings ist allerdings, dass
der Unterhaltsberechtigte unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist,
der Zahlungsverpflichtete den Sonderausgabenabzug beantragt hat und zusätzlich
der Empfänger dem Antrag auf Abzug als Sonderausgabe zustimmt.
Dieser Antrag kann jeweils nur für ein Kalenderjahr gestellt werden und darf in dieser Zeit nach Antragstellung nicht zurückgezogen werden. Sollte der Betrag der Unterhaltsleistungen den zulässigen Höchstbetrag von 13.805 € überschreiten, so kommt ein darüber hinausgehender Abzug als Sonderausgabe nicht in Betracht. Ebenfalls als außergewöhnliche Belastung kann ein darüber hinausgehender Betrag nicht abgezogen werden.
Der Steuerpflichtige Eduard Zornig muss an seine geschiedene Ehefrau, welche uneingeschränkt steuerpflichtig ist, im Jahr 2016 pro Monat einen Unterhalt von 1.500 € überweisen. Er beantragt den Sonderausgabenabzug, die Zustimmung seiner geschiedenen Ehefrau liegt vor.
Wir unterscheiden die Konsequenzen für
den Zahlungsverpflichteten
den Zahlungsempfänger
Für den Zahlungsverpflichteten (hier den geschiedenen Ehemann) gilt:
Die Unterhaltsleistungen für das Jahr 2016 betragen insgesamt 12·1.500 = 18.000 €. Hiervon können jedoch wegen des Höchstbetrags lediglich 13.805 € als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Der überschüssige Betrag von 18.000 € - 13.805 € = 4.195 € kann nicht als Sonderausgabe berücksichtigt werden. Die gezahlten Unterhaltsleistungen führen beim Zahlungspflichtigen, also dem Ehemann, zu einem Abzug in Form der Sonderausgabe.
Beim Zahlungsempfänger, also bei der geschiedenen Frau, führen sie zu sonstigen Einkünften im Rahmen des § 22 Nr. 1a EStG. Wichtig ist hierbei, dass nur jener Betrag, der beim Zahlungsverpflichteten als Sonderausgaben abzugsfähig ist, als sonstige Einkunft angesetzt werden darf. Die Ehefrau hat also lediglich 13.805 € als sonstige Einkünfte zu versteuern.
Sollten darüber hinaus auch nicht wiederkehrende Bezüge nach § 22 Nr. 1 EStG erzielt werden, ist von dem Betrag von 13.805 € mindestens der Werbungskostenpauschbetrag in Höhe von 102 € abzugsfähig (§ 9a I Nr. 3 EStG). Damit erzielt die geschiedene Ehefrau sonstige Einkünfte in Höhe von 13.805 € - 102 € = 13.703 €.
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Der Steuerpflichtige Fritz aus Hamburg muss an seine geschiedene Ehefrau, welche uneingeschränkt steuerpflichtig ist, im Jahr 2015 pro Monat einen Unterhalt von 1.400 € überweisen. Er beantragt den Sonderausgabenabzug nach § 10 I Nr. 1 EStG, die Zustimmung seiner geschiedenen Ehefrau liegt vor. Was kann Fritz einkommensteuerlich geltend machen?
Der Steuerpflichtige Fritz aus Hamburg muss an seine geschiedene Ehefrau, die Carla, welche uneingeschränkt steuerpflichtig ist, im Jahr 2015 pro Monat einen Unterhalt von 1.400 € überweisen. Er beantragt den Sonderausgabenabzug nach § 10 I Nr. 1 EStG, die Zustimmung seiner geschiedenen Ehefrau liegt vor. Was sind die sonstigen Einkünfte für Carla?
Der Steuerpflichtige Eduard Zornig muss an seine geschiedene Ehefrau, welche uneingeschränkt steuerpflichtig ist, pro Monat einen Unterhalt von 2.000 € überweisen. Er beantragt den Sonderausgabenabzug nach § 10 I Nr. 1 EStG, die Zustimmung seiner geschiedenen Ehefrau liegt vor.
Der Betrag in Höhe von 10.195 € darf nicht als Sonderausgabe abgezogen werden.
Die Ehefrau hat 13.805 € als sonstige Einkünfte zu versteuern.
Es können für das gesamte Jahr die Unterhaltsleistungen in Höhe von 24.000 € als Sonderausgaben abgezogen werden. (Begründung: Es können für das gesamte Jahr die Unterhaltsleistungen in Höhe von 13.805 € als Sonderausgaben abgezogen werden.)