Source: https://www.duncker-humblot.de/en/buch/respondeat-superior-9783428101399/?page_id=0
Timestamp: 2019-07-16 01:01:42
Document Index: 43049309

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 7']

Respondeat Superior | Duncker & Humblot
Schriften zur Europäischen Rechts- und Verfassungsgeschichte (ERV), Volume 32
2000. 483 S.
ISBN 978-3-428-10139-9
ISBN 978-3-428-50139-7
ISBN 978-3-428-80139-8
Vor dem Hintergrund der Europäisierung des Privatrechts untersucht Hartmut Wicke die Problematik der außervertraglichen Gehilfenhaftung auf historischer und rechtsvergleichender Grundlage.
Seit alters her gibt es neben einer Einstandspflicht für eigenes Fehlverhalten auch eine Verantwortlichkeit für Delikte anderer Personen. Während im römischen Recht der pater familias grundsätzlich für sämtliche Delikte seiner Sklaven und Hauskinder aufkommen mußte (sich aber durch Auslieferung des Schädigers von seiner Haftung befreien konnte), findet sich in den modernen europäischen Rechtsordnungen die Figur einer funktional begrenzten Gehilfenhaftung als charakteristisches Strukturprinzip: Danach müssen Geschäftsherren für ihre Angestellten einstehen, wenn diese "in Ausführung der Verrichtung", "in the course of employment" oder "dans les fonctions auxquelles ils les ont employés" gehandelt haben. Dieser Ansatz wurde auf der Schwelle zum 18. Jahrhundert in einem europaweiten Prozeß kollektiver Rechtsfindung durch Generalisierung einiger römischer Sondertatbestände gewonnen. Hierin war auch das englische Recht eingebunden, das sich insoweit daher nicht in "nobler Isolation" befunden hat.
Die Untersuchung der Mischrechtsordnung Südafrikas (die als Folge historischer Zufälligkeiten aus einer Synthese von kontinentaleuropäischem ius commune, in seiner römisch-holländischen Gestalt, und englischem common law entstanden ist) zeigt Aspekte auf, die bei einem Zusammenwachsen der römischen und englischen Rechtsfamilie in einer künftigen europäischen Rechtsordnung für die Gehilfenhaftung relevant werden könnten.
Inhaltsübersicht: § 1 Einführung - § 2 Haftung für Hilfspersonen im klassischen römischen Recht - Die antiken Grundlagen - § 3 Haftung für Verrichtungsgehilfen im römisch-holländischen Recht - Rechtsfortbildung durch Generalisierung - § 4 Haftung für Verrichtungsgehilfen in der englischen Rechtsgeschichte - Geburt eines fest etablierten common law Prinzips - § 5 Vicarious liability im modernen englischen Recht - Bild einer strikten Haftung für Verrichtungsgehilfen - § 6 Vicarious liability (middellike aanspreeklikheid) im südafrikanischen Recht - Begegnung zweier Rechtsfamilien - § 7 Zusammenfassung - Literaturverzeichnis - Entscheidungsregister - Sachwortverzeichnis
Südafrika /Recht Verrichtungsgehilfe Haftung /Rechtsvergleichung Römisches Recht Niederlande /Recht Grossbritannien /Recht Legal and constitutional history Comparative law