Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20ZR%2040/83
Timestamp: 2020-05-28 16:31:04
Document Index: 21172361

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 435', '§ 425', '§ 425', '§ 425', '§ 425', 'Art. 29', 'BGH', 'Art. 17', 'Art. 29', 'BGH', 'BGH', '§ 826', 'BGH', '§ 12', 'Art. 29', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 29', 'Art. 29', 'BGH', 'Art. 29', 'Art. 29', 'BGH', 'BGH', 'OGH', 'Art. 29', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 27.06.1985 - I ZR 40/83 - dejure.org
BGH, 27.06.1985 - I ZR 40/83
https://dejure.org/1985,475
BGH, 27.06.1985 - I ZR 40/83 (https://dejure.org/1985,475)
BGH, Entscheidung vom 27.06.1985 - I ZR 40/83 (https://dejure.org/1985,475)
BGH, Entscheidung vom 27. Juni 1985 - I ZR 40/83 (https://dejure.org/1985,475)
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Schadensersatzansprüche wegen Beschädigung des Gutes und Überschreitens der Lieferfrist - Voraussetzungen der Berufung auf eine Haftungsbegrenzung - Haftung wegen grober Fahrlässigkeit
NJW-RR 1986, 248
MDR 1986, 115
VersR 1985, 1060
Zwar wird die Auffassung vertreten, daß im Falle eines qualifizierten Verschuldens des Frachtführers i.S. des § 435 HGB die Berücksichtigung eines mitwirkenden Schadensbeitrags nach § 425 Abs. 2 HGB ausscheide, weil dann alle Haftungsbefreiungen und -begrenzungen und somit auch diejenigen des § 425 Abs. 2 HGB entfielen (…vgl. Gass aaO § 425 Rdn. 48;… Koller aaO § 425 HGB Rdn. 83, Art. 29 CMR Rdn. 8; vgl. auch BGH, Urt. v. 27.6.1985 - I ZR 40/83, TranspR 1985, 338, 340 = VersR 1985, 1060 zu Art. 17 Abs. 5 u. Art. 29 CMR).
Insoweit kommt die im Haftungsrecht allgemein geltende Regel zur Anwendung, daß sich Vorsatz und Fahrlässigkeit grundsätzlich nur auf den die Haftung begründenden Tatbestand zu erstrecken brauchen, um die Ersatzpflicht für alle daraus folgenden (adäquaten) Schäden auszulösen (BGH, Urt. v. 27.6.1985 - I ZR 40/83, VersR 1985, 1060, 1061 unter Hinweis auf BGHZ 75, 328, 329).
Mit der sittenwidrigen Schädigung nach § 826 BGB, bei der sich der Vorsatz auch auf die eingetretenen Schadensfolgen erstrecken muß (BGH, Urt. v. 27.6.1985 - I ZR 40/83, VersR 1985, 1060, 1061), ist § 12 Abs. 6 PostG a.F. nach Zweck und Funktion nicht vergleichbar.
Es ist zutreffend davon ausgegangen, daß Art. 29 CMR ein qualifiziertes Verschulden nur in bezug auf den die Haftung begründenden Tatbestand voraussetzt (vgl. BGH, Urt. v. 27.6.1985 - I ZR 40/83, TranspR 1985, 338, 340 = VersR 1985, 1060; BGH TranspR 1999, 19, 22).
551, 552; TranspR 1985, 338, 339), der der Senat folgt, "grobe Fahrlässigkeit" ein dem Vorsatz.
Ein Handeln wird nach der Rechtsprechung im allgemeinen dann als grob fahrlässig bewertet, wenn die erforderliche Sorgfalt nach den gesamten Umständen in ungewöhnlich großem Maße verletzt worden ist und dasjenige unbeachtet geblieben ist, was im gegebenen Fall jedem hätte einleuchten müssen (BGHZ 10, 14, 16; 89, 153,161; 119, 147; BGH, TranspR 1985, 338 ff.; BGH, VersR 1984, 281, 283, 551, 552; VersR 1985, 1060, 1061).
Dabei setzt grobe Fahrlässigkeit in der Regel auch das Bewußtsein der Gefährlichkeit voraus (BGH, VersR 1985, 1060, 1061).
Im Hinblick auf diese bekannte gesteigerte Raub- und Diebstahlsgefahr, insbesondere auch für wertvolle Ladungen, ist auch das Maß der von den für die Organisation und Durchführung eines solchen Transports Verantwortlichen zu erwartenden Sorgfalt gesteigert (BGHZ 119, 147; BGH, VersR 1977, 818; 1984, 551, 552; 1985, 1060, 1061; 1993, 1011; Thume, VersR 1993, 930, 933).
Entsprechend der im Haftungsrecht allgemeinen Regel braucht sie sich nur auf den die Haftung begründenden Tatbestand zu beziehen, um die Ersatzpflicht für alle daraus folgenden adäquaten Schäden auszulösen (BGHZ 75, 328, 329; BGH, TranspR 1985, 338, 340).
Bedienstete des (Luft-)Frachtführers handeln in Ausübung ihrer Verrichtung, wenn ein innerer sachlicher Zusammenhang zwischen der übertragenen Verrichtung nach ihrer Art und ihrem Zweck und der schädigenden Handlung besteht; die Handlung muss noch zum allgemeinen Umkreis des zugewiesenen Aufgabenbereichs gehören (vgl. BGH, Urt. v. 27.6.1985 - I ZR 40/83, TranspR 1985, 338 zu Art. 29 Abs. 2 CMR m.w.N.).
Die Klägerin muß im Rahmen von Art. 29 CMR jedoch lediglich dartun und - soweit erforderlich - nachweisen, daß sich das qualifizierte Verschulden auf den haftungsbegründenden Tatbestand erstreckt (vgl. BGH, Urt. v. 27.6.1985 - I ZR 40/83, TranspR 1985, 338, 340 = VersR 1985, 1060;… Herber/Piper aaO, Art. 29 Rdn. 14).
Ein Verschulden, das im Sinne des Art. 29 CMR dem Vorsatz gleichsteht, ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs die grobe Fahrlässigkeit (BGHZ 88, 157; BGH, Urt. v. 27.6.1985 - I ZR 40/83, TranspR 1985, 338, 339 = VersR 1985, 1060, 1061; ebenso OGH Wien TranspR 1990, 235, 239; 1994, 189, 190; zur Rechtsprechung der Courde cassation Paris s. Lutz, TranspR 1989, 139; a.A. der Griechische Oberste Gerichtshof TranspR 1992, 175 m. Anm. Herber).
Die Handlung muss noch zum allgemeinen Umkreis des zugewiesenen Aufgabenbereichs gehören (vgl. zu Art. 29 Abs. 2 CMR BGH, Urt. v. 27.6.1985 - I ZR 40/83, TranspR 1985, 338, 339 m.w.N.).
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes ist grobe Fahrlässigkeit anzunehmen, wenn die im Verkehr erforderliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße verletzt worden und unbeachtet geblieben ist, was im gegebenen Fall jedem einleuchten mußte (vgl. BGHZ 10, 14, 16 f. [BGH 11.05.1953 - IV ZR 170/52] ; 89, 153, 161;… BGH, Urt. v. 16.2.1984 - I ZR 197/81, TranspR 1984, 182, 183 = VersR 1984, 551, 552; Urt. v. 27.6.1985 - I ZR 40/83, TranspR 1985, 338, 339 = VersR 1985, 1060, 1061).
OLG Frankfurt, 30.04.2004 - 24 U 198/02
Unbeschränkte Haftung des Luftfrachtführers: Grobes Organisationsverschulden bei …
BGH, 02.04.2009 - I ZR 61/06
Haftung des Luftfrachtführers für den Verlust von Transportgut
OLG Stuttgart, 28.09.2005 - 3 U 135/05
CMR-Frachtgeschäft: Schadensersatzpflicht des Subunternehmers gegenüber einem …
OLG Stuttgart, 15.09.1993 - 3 U 69/93
Voraussetzungen der Haftung eines Frachtführers wegen Verlustes bzw. wegen …
OLG München, 16.01.1991 - 7 U 2240/90