Source: https://oeroko.innsbruck.gv.at/page.cfm?vpath=microsites/oeroko/entwurf-oeroko-20/ziele
Timestamp: 2019-12-06 13:55:43
Document Index: 141048610

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 9', '§ 4', '§ 5', '§ 10', '§ 12', '§ 13']

Ziele und Inhalt - Stadt Innsbruck
Bestandteile Dokumente
Home ÖROKO 2.0 ZIELE UND INHALT
Grundsätze der Siedlungsentwicklung
Freihalteflächen, innerstädtische Freiräume
Schwerpunkte der räumlichen Entwicklung (BE-Gebiete)
Wesentliche räumliche Festlegungen und Maßnahmen
Im ÖROKO 2.0 werden folgende Leitziele für die Entwicklung der Landeshauptstadt Innsbruck festgelegt (vgl. Verordnungstext § 2):
Leitziele für die funktionelle Entwicklung der Landeshauptstadt Innsbruck sind:
Sicherung und Ausbau als Standort für zentralörtliche Einrichtungen im Range einer Landeshauptstadt, als Wirtschaftsstandort, als touristisches Ziel, als Bildungs- und Kulturzentrum sowie als Sportstadt,
gleichzeitige Erhaltung, Stärkung und Entwicklung der Wohnfunktion unter der Herausforderung eines starken Bevölkerungswachstums und des räumlich begrenzten Siedlungsraums,
regionale Zusammenarbeit mit den Umlandgemeinden im Rahmen des Planungsverbandes Innsbruck und Umgebung und
eine nachhaltige Entwicklung durch das gleichzeitige und gleichberechtigte Umsetzen von umweltbezogenen, wirtschaftlichen und sozialen Zielen, um die ökologische, ökonomische und soziale Leistungsfähigkeit der Landeshauptstadt Innsbruck sicher zu stellen und zu verbessern.
Leitziele für die räumliche Entwicklung der Landeshauptstadt Innsbruck sind:
sparsamer Umgang mit Grund und Boden,
Siedlungsinnenentwicklung bei mäßigem Randwachstum,
gleichzeitiger Erhalt und Entwicklung eines funktionstüchtigen Freiflächen- und Grünflächensystems innerhalb des bebauten Gebietes und
regionale Abstimmung der Siedlungs-, Verkehrs- und Freiraumentwicklung mit den unmittelbaren Umlandgemeinden.
Die Grundsätze der Siedlungsentwicklung bauen auf den oben angeführten Leitzielen sowie den gesetzlichen Vorgaben des Tiroler Raumordnungsgesetzes auf und werden wesentlich durch den knappen Siedlungsraum Innsbrucks bestimmt (vgl. Verordnungstext § 9 Abs. 1):
Erhaltung und Weiterentwicklung bestehender Siedlungs-, Freiflächen- und Nutzungsstrukturen zur Sicherung einer geordneten und nachhaltigen räumlichen Entwicklung, zur Wahrung der historisch gewachsenen Originalität sowie zur Sicherung und Entwicklung des vorhandenen und vernetzten Natur- und Freiraums der Stadt,
Weiterentwicklung einer kompakten und durchmischten Stadt unter Vermeidung von Zersiedelung,
Gliederung des Baulandes in strukturell zusammenhängende und funktional ausgewogene Siedlungseinheiten, welche für die Bevölkerung die Grundfunktionen Wohnen, Arbeiten, Versorgung, Bildung und Erholung in einer zumutbaren Weg-Zeit-Entfernung einander zuordnen,
Sicherung einer möglichst hohen Wohn-, Versorgungs- und Lebensraumqualität für die Bevölkerung, insbesondere durch die Schaffung von Gemeinbedarfseinrichtungen, Nahversorgung, Erschließung im öffentlichen Verkehr, Grünflächen,
Vermeidung bzw. Verminderung von Nutzungskonflikten und wechselseitigen Beeinträchtigungen beim Zusammentreffen verschiedener Festlegungen insbesondere durch Lärm, Luftverunreinigungen, Licht, Beschattung, Geruch oder Erschütterungen.
Freihalteflächen, Innerstädtischer Freiraum
Im ÖROKO 2002 gehörte die Ausweisung von „Freihalteflächen“ zu den wesentlichen raumordnungsgesetzlichen Neuerungen. Für die Erstellung des ÖROKO 2.0 erfolgte eine vertiefende Befassung mit dem Thema Freiflächen. Basis ist der naturkundliche Fachbeitrag, im Rahmen dessen die Lebensraumtypen-Kartierung, der Landschaftsbild-Erholungswerteplan und der Naturwerteplan aktualisiert wurden, um die künftigen Entwicklungen auf dieser Grundlage beurteilen zu können. Wesentlich ist die mit der Siedlungsverdichtung zunehmende Bedeutung der nördlichen Wald- und Wiesenhänge als ökologisch und landschaftlich wertvolle Flächen. Viele andere Freiflächen mit primärer Funktion für Land- und Forstwirtschaft oder Erholung sichern weiterhin die stadtgliedernden und vernetzenden Funktionen.
Aufbauend auf diesen Vorarbeiten erfolgen die Festlegungen im ÖROKO 2.0 (siehe Erläuterungsbericht Kapitel 3, Verordnungstext § 4 und Anhang 1). Wesentliche Festlegung im ÖROKO 2.0 zu innerstädtischen Freiräumen und zur Grün- und Sportflächenentwicklung sind (siehe auch Erläuterungsbericht Kapitel 7, Verordnungstext § 5 und Anhang 2):
Aufwertung Promenadenbereiche / Uferbegleitwege: Weiterführung der bereits im ÖROKO 2002 festgelegten Öffnung der Ufer von Inn und Sill und Schaffung von attraktiven, durchgehenden Promenaden bzw. Uferbegleitwegen, neue Maßnahme im Bereich des orographisch rechten Sillufers zwischen Südring und Trientinerbrücke
Grünanlagen und –verbindungen: Vernetzung bestehender und zukünftiger innerstädtischer Grün- und Sportflächen und der freien Landschaft durch Grünverbindungen mit Rad- und Fußwegen sowie durch Baumreihen und qualitätsvolles Begleitgrün im öffentlichen Straßenraum. Weiterführung der im ÖROKO 2002 festgelegten Maßnahmen und Neufestlegung von Grünanlagen.
Schaffung von neuen Sportanlagen in Bereichen mit (zunehmender) Bevölkerungsdichte (u.a. Hötting-West, Fennerareal (als Ersatz für den bestehenden Sportplatz) und Umstrukturierung und Erneuerung der Sportanlagen am ehemaligen Campagnereiterareal (teilweise Aussiedlung, Zusammenlegung, Neubau bestehender Einrichtungen).
Langfristige Sicherung von Friedhofserweiterungsflächen (u.a. Erweiterung Ostfriedhof Pradl, Arzl, Igls), Schaffung von Urnenfriedhöfen (z.B. Hötting-West, Igls, Mühlau, Hungerburg) und alternativen Bestattungsformen (Waldfriedhof Arzl).
Schwerpunkte der räumlichen Entwicklung (BE-Gebiete - Besondere städtebauliche Verdichtungs- Umstrukturierungs- und Entwicklungsgebiete)
Im ÖROKO wird für das gesamte Siedlungsgebiet die vorwiegende Nutzung des Baulandes (z.B. Wohnen, innerstädtische Kernzone mit Wohnen, gewerbliche Mischgebiete, Sondernutzung) festgelegt.
Zusätzlich dazu erfolgt im ÖROKO 2.0 – wie bereits im ÖROKO 2002 – auch die Festlegung von besonderen städtebaulichen Verdichtungs-, Umstrukturierungs- und Erweiterungsgebieten (BE-Gebieten). Die Ausweisung dieser zumeist größeren, gesamthaft zu planenden und zu entwickelnden und allenfalls in Etappen umzusetzenden Siedlungsgebiete hat sich planungsstrategisch besonders bewährt. Insbesondere Siedlungserweiterungen werden als (vom rechtskräftigen ÖROKO 2002 fortgeschriebene) BE-Gebiete festgelegt oder sie sind nur im Erläuterungsbericht als längerfristig strategische „Zielgebiete“ beschrieben, um eine gezielte, maßvolle und kompakte, nachhaltige Gebietsentwicklung steuern zu können.
Den BE-Gebieten sind im Verordnungsplan so genannte „Entwicklungsstempel“ zugeordnet, die die angestrebte vorwiegende Nutzung, die Baudichte sowie den Zeithorizont für die Umsetzung enthalten. Im Verordnungstext Anhang 3 wird die Nutzung näher ausgeführt (z.B. Wohnen, Anteil geförderter Wohnbau, Infrastruktureinrichtungen, öffentliches Grün). Weiters sind dort auch Sonderanforderungen bzw. Begleitmaßnahmen beschrieben, die bei der Gebietsentwicklung besonders zu beachten sind bzw. die Voraussetzungen für eine Entwicklung darstellen. Dazu gehören neben verpflichtenden Bebauungsplänen und teilweise Grundstücksneuordnung auch entsprechende Anforderungen an die Verkehrserschließung und Grün- und Freiflächenplanung, an den Schutz vor Naturgefahren, den Lärmschutz, die erforderlichen sozialen Infrastruktureinrichtungen und wenn möglich auch Ausgleichsmaßnahmen bei zu erwartenden Beeinträchtigungen der Umwelt.
Im ÖROKO 2.0 werden insgesamt 43 BE-Gebiete (besondere städtebauliche Verdichtungs-, Umstrukturierungs- und Erweiterungsgebiete) festgelegt. Davon werden 23 BE-Gebiete neu festgelegt sowie 20 BE-Gebiete aus dem ÖROKO 2002 fortgeschrieben, welche noch nicht oder bisher nur teilweise umgesetzt wurden. Die detaillierte Beschreibung der einzelnen neuen BE-Gebiete erfolgt im Erläuterungsbericht Kapitel 9 und im Umweltbericht.
Zahlreiche räumliche Festlegungen im ÖROKO 2.0 (neben oben angeführten BE-Gebieten) betreffen das bereits bestehende Siedlungsgebiet. Dabei handelt es sich in erster Linie um konkretisierende Maßnahmen, wie beispielsweise:
Gebiete mit erhaltenswerten Orts- und Straßenbildern: Diese Festlegung des ÖROKO 2002 wurde überarbeitet und ergänzt (siehe Erläuterungsbericht Kapitel 4.4.6 und Verordnungstext Anhang 7).
Dichtefestlegungen: Die Festlegung der Dichtekategorien (D1-D4) wurden an die bestehenden städtebaulichen Dichten angepasst oder teilweise entsprechend bestehender Verdichtungspotentiale und –ziele (z.B. bestehende Bebauungsplanfestlegungen) überarbeitet. Die Festlegung der Bebauungsdichte stellt die anzustrebende Leitdichte dar und ist im nachfolgenden Bebauungsplan weiter zu präzisieren. Dabei ist insbesondere auf bestehende Baustrukturen, eine dem Verwendungszweck entsprechende bodensparende Bebauung sowie auf die Lagefaktoren Erreichbarkeit und Erschließung (v.a. öffentlicher Verkehr, ausreichende Kapazität des Straßennetzes), lokale Versorgung, Angebot an Grün- und Freiflächen sowie Umweltbeeinträchtigungen Rücksicht zu nehmen (siehe Verordnungstext § 10).
Soziale Infrastruktur (siehe Erläuterungsbericht Kapitel 6, Verordnungstext § 12 und Anhang 4): Erforderliche Erweiterungen und Anpassungen der sozialen Infrastruktureinrichtungen werden im ÖROKO 2.0 als Sonderanforderungen bei BE-Gebieten festgelegt (z.B. zusätzliche Wohnungen führen zu einem erhöhten Bedarf). Bestehende Bildungs- und Betreuungseinrichtungen werden im Bestand inklusive der Entwicklungsoptionen gesichert (langfristige Flächensicherung und Freihaltung von Entwicklungsmöglichkeiten). Ergänzend werden neue Standorte festgelegt, z.B. Kinderbetreuung im Bereich Campagne und im Bereich Pradl Gumppstraße.
Mobilität, Energie und technische Infrastruktur (siehe Erläuterungsbericht Kapitel 8, Verordnungstext §§ 13, 14 und Anhang 5 und 6): Zielsetzungen basieren auf dem gemeindeübergreifenden Mobilitätskonzept mobil21 und dem Energieplan Innsbruck 2050. Wesentliche Festlegungen im ÖROKO 2.0 sind vor allem Trassenfreihaltungen bzw. –festlegungen für den öffentlichen Verkehr (z.B. Straßen-/Regionalbahntrasse) und für den Fuß- und Radverkehr (zahlreiche Lückenschlüsse und Querverbindungen).