Source: http://exploredoc.com/doc/5367598/gesch%C3%A4ftsbericht-2014---bio-gate
Timestamp: 2018-08-18 22:14:38
Document Index: 125189102

Matched Legal Cases: ['§ 172', '§ 303', '§ 304', '§ 305', '§ 307', '§ 307', '§ 284', '§ 6', '§ 274', '§ 253', '§ 255', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 314', '§ 317']

Geschäftsbericht 2014 - Bio-Gate
Silber-Technologien
DER BIO-GATE KONZERN AUF EINEN BLICK
2.1452.484
1.4371.703
-997-1.125
-1.332-1.467
-1.474-1.544
1.5171.790
5271.163
2.1142.308
Mitarbeiter im Durchschnitt
06 Investor Relations
08 Bericht des Aufsichtsrates
12Konzernlagebericht
24Konzernbilanz
26Konzern-Eigenkapitalveränderung
28Konzernanhang
› › › 02-05
der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat im Vorfeld des Europäischen Antibiotikatages im November 2014 vor der weltweiten Ausbreitung von
Antibiotika-Resistenzen gewarnt und zu einer schnelleren Umsetzung der bestehenden Regelungen aufgefordert. Denn: Obwohl bereits im Jahr 2008 die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie auf den Weg gebracht wurde, sind bislang
keine spürbaren Verbesserungen bei den Hygienestandards in Krankenhäusern
und Pflegeeinrichtungen festzustellen. Ungeachtet der vom Gesundheitsministerium festgelegten, umfangreichen Maßnahmen sterben noch immer Patienten
an den Folgen von Krankenhausinfektionen. Nach offiziellen Schätzungen des
Ministeriums liegt die Zahl bei 10.000 bis 15.000 Todesopfern in Deutschland –
Für einen führenden Industriestaat wie die Bundesrepublik Deutschland, der sich das
wohl teuerste Gesundheitswesen in Europa leistet, sind diese Zahlen nicht tragbar.
Zudem dürfte die Dunkelziffer noch viel höher liegen. So schätzt die Deutsche Stiftung
Patientenschutz, dass jährlich sogar etwa 40.000 Menschen an Krankenhausinfektionen
sterben. Zuletzt sorgten die Todesfälle im Universitätsklinikum in Kiel für Schlagzeilen.
Wieder war es ein äußerst gefährlicher, gegen verschiedene Antibiotikagruppen resistenter Krankenhauskeim, der Menschenleben forderte. Das hier aufgetretene Bakterium
Acinetobacter baumannii gilt als ein äußerst gefährlicher Keim, der über Körperkontakt,
aber auch über Gegenstände und über die Luft übertragen werden kann. Um diese Probleme endlich in den Griff zu bekommen, müssen die Hygienestandards spürbar – und
zügig – erhöht werden. Das Ziel muss es sein, mit geeigneten, präventiven Maßnahmen
diese gefährlichen Infektionen einzudämmen.
Hervorragende Ergebnisse bei Einzelfallversorgung
Mit unseren innovativen Technologien können wir einen wichtigen Beitrag im Kampf
gegen Bakterien und Keime leisten. Das gilt vorrangig für die hygienesensitiven Bereiche. Wir können bereits in einem sehr frühen Stadium für Keimreduzierung sorgen und
medizintechnische Produkte, darunter verschiedenste Arten von Implantaten, antibakteriell veredeln.
Einen beeindruckenden Beleg für die Leistungsfähigkeit unserer Beschichtungstechnologie bei orthopädischen Implantaten lieferten Ärzte eines Krankenhauses in
Deutschland. Im Rahmen einer Einzelfallversorgung wurde einer Patientin, bei der zuvor bereits zweimal ein Implantat infektionsbedingt wieder entfernt werden musste, ein
mit der HyProtect-Beschichtung von Bio-Gate versehenes Hüftimplantat eingesetzt.
Das Ergebnis war herausragend: Die Patientin blieb bis zum Abschluss des Beobachtungszeitraums von rund 14 Monaten beschwerdefrei und ohne Infektionsanzeichen.
Dabei zeigte das von uns beschichtete Implantat keinerlei Unverträglichkeiten oder
Nebenwirkungen. Bei einer weiteren Infektion hätte der Patientin möglicherweise eine
Amputation gedroht.
Leider treten in der orthopädischen Chirurgie immer wieder Infektionen auf – nicht selten
schon wenige Wochen oder Monate nach dem ersten Eingriff. Dann müssen sogenannte Revisionen vorgenommen werden, bei denen sich das Infektionsrisiko für den Patienten nochmals deutlich erhöht. Das Implantat selbst wird dann zum Besiedlungsraum für
Erreger. Mitunter siedeln sich sogar äußerst gefährliche multiresistente Keime dort an.
Bei Knieimplantaten sind Infektionen eine der häufigsten Ursachen für die Lockerung
des Implantats und damit für Revisionseingriffe. Alle Maßnahmen, die das Implantat
postoperativ gegen solche Verkeimungen absichern, sind daher ungemein hilfreich für
die Patienten. Bei der Primärversorgung mit Hüftimplantaten, von denen in Deutschland
jährlich rund 210.000 implantiert werden, findet man eine Erstinfektionsrate von ca. zwei
bis drei Prozent. Bei Revisionseingriffen steigen diese Infektionsraten sogar auf zehn bis
15 Prozent. In den USA geht man von 20 bis 30 Prozent aus. Die Kosten für einen regulären Revisionseingriff liegen in Deutschland bei rund 160.000 Euro pro Vorfall – wenn
es nicht noch zu Zusatzkomplikationen kommt.
Doch auch im Markt für Dentalimplantate kann es zu infektionsbedingten Entzündungen
im Bereich des Implantat-Betts (Periimplantitis) kommen. Eine antibakterielle Ausrüstung der Dentalimplantat-Oberfläche mit einer HyProtect™-Beschichtung ist somit ebenfalls von großem Interesse. Voraussetzung ist allerdings, dass die Beschichtung das
Einwachsen des Implantats nicht behindert. In einer Tierstudie mit Schweinen wurden
daher die Biokompatibilität und die Osseointegration von mit HyProtect™ beschichteten
Dentalimplantaten untersucht. Nach einer Heilungsdauer von drei Monaten zeigte sich,
dass die von uns beschichteten Implantate bereits sehr gut eingewachsen waren. Auch
die Biokompatibilität der antibakteriell beschichteten Implantate war exzellent. Damit
wurde durch diese Studie nochmals belegt, dass die HyProtect™-Beschichtung sehr
biokompatibel ist und damit beschichtete Implantate sehr gut in Knochen einwachsen.
Hohes Potenzial im Veterinärmarkt
Wenngleich wir von den Resultaten der Einzelfallversorgung einen positiven Impuls
für unser Beschichtungsgeschäft erwarten, muss stets bedacht werden, dass bei den
Projekten in der Medizintechnik teilweise mit langen Entwicklungszeiten zu rechnen ist.
So kann es mitunter mehrere Jahre dauern, bis es zur Zulassung kommt. Anders verhält
es sich bei den medizintechnischen Produkten für den Veterinärmarkt. Hier sind die
Zulassungshürden niedriger und neue Produkte können somit schneller auf den Markt
gebracht werden. Zudem handelt es sich um einen Milliardenmarkt. Das Volumen des
für uns sehr wichtigen Teilsegments Implantate wird alleine in den USA auf rund 270
Millionen US-Dollar geschätzt.
Dieses Potenzial wollen wir zukünftig noch stärker nutzen. Dazu arbeiten wir bereits seit
geraumer Zeit mit dem nordamerikanischen Tierimplantat-Hersteller BioMedtrix zusammen. In der zweiten Jahreshälfte 2014 statteten wir für diesen Kunden Knochenplatten
aus Edelstahl mit unserer Beschichtung aus. Diese wurden dann bei 70 Hunden aus der
täglichen Praxis implantiert. Da die Tiere noch am Tag der Operation wieder nach Hause
entlassen wurden, fand die Heilung unter Alltagsbedingungen statt. Nach dem Eingriff
wurden die Hunde noch drei Monate lang veterinärmedizinisch beobachtet. Die Ergebnisse überzeugten, denn in keinem Fall kam es zu Infektionen, Unverträglichkeiten oder
Implantat-bezogenen Komplikationen. Und das, obwohl die Infektionsrate bei solchen
Eingriffen mehr als 20 Prozent betragen kann.
Bemerkenswert ist zudem, dass unser Kunde die aus diesem Projekt gewonnenen
Daten umgehend auf dem American College of Veterinary Surgeons (ACVS) in San
Diego vorstellte. Hierbei handelt es sich um eine jährlich stattfindende Tagung führender
US-amerikanischer Tierchirurgen. Sehr positive Rückmeldungen erhielten wir darüber
hinaus von allen, an dieser Patientenbeobachtung beteiligten Forschungszentren. Diese
bekundeten auch für künftige Fälle ihr Interesse an einem Einsatz von HyProtectTM –beschichteten Knochenplatten. Neben Implantaten für den Tierbereich vertreibt BioMedtrix
bereits einen Knochenzement und Pflegeprodukte für Tiere, die unser Mikrosilber
enthalten. Ab dem Geschäftsjahr 2015 wird VetBiotek, ein Distributor für den Veterinärmarkt, die Vermarktung unserer Produkte in den USA und Kanada übernehmen. Von
dem im Januar geschlossenen Exklusivvertrag erwarten wir nochmals eine deutlich
erhöhte Marktdurchdringung unserer Produkte.
Erfolge in der Wundpflege – Belastungen im operativen Geschäft
Die operative Geschäftsentwicklung der Bio-Gate AG zeigte im Berichtsjahr ein gemischtes Bild. Während wir beispielsweise bei den Projekten in der Tiermedizin oder bei
der Wundbehandlung und Wundpflege große Fortschritte erzielten, belasteten Umstellungen in der Vertriebsorganisation bei einem Kunden im Bereich der antibakteriellen
Additive das operative Geschäft. Hinzu kam die Reorganisation von Unternehmensbereichen bei Kunden im Beschichtungsgeschäft, so dass Entwicklungsprojekte nicht
fristgerecht gestartet werden konnten. Dies belastete Umsatz und Ertrag im Konzern.
Durch diese Verzögerungen sanken die Erlöse im Berichtsjahr um knapp 14 Prozent auf
2,15 Millionen Euro. Der Jahresfehlbetrag konnte wegen der insgesamt verbesserten
Kostenstruktur dennoch leicht um 4,5 Prozent auf 1,47 Mio. Euro eingegrenzt werden.
Allerdings reichten die verminderten Umsätze nicht aus, um die Vertriebs- und Entwicklungskosten vollständig zu decken.
Tochtergesellschaften mit Betriebsgewinn
Erfreulich entwickelten sich unsere Tochtergesellschaften. Das Kosmetikgeschäft
der BioEpiderm blieb nur leicht unter dem hohen Niveau des Vorjahres und erreichte eine zweistellige Gewinnmarge auf Basis des Betriebsergebnisses. Mittlerweile
entfallen knapp 75 Prozent der Gesamterlöse auf das Geschäft von BioEpiderm. Wir
rechnen jedoch damit, dass die übrigen Geschäftsfelder im Jahr 2015 wieder stärker
zulegen und der Anteil von BioEpiderm am Gesamtumsatz prozentual sinkt. Auch mit
den Messdienstleistungen von QualityLabs erzielten wir im Berichtsjahr ein positives
Betriebsergebnis. Hier zeigt sich abermals, wie wichtig das Tochterunternehmen für
unser Geschäft ist. Wir bieten unseren Kunden eine qualifizierte Unterstützung bei der
Anwendungsentwicklung, die vom ersten Test bis zur Zertifizierung und der Markteinführung reicht. Zudem nutzen wir die gleichen Messverfahren für die Entwicklung unserer
Ausblick: Deutliches Umsatzwachstum angestrebt
Im Rahmen unserer Wachstumsstrategie möchten wir mit bestehenden Kunden weiter
wachsen, neue Kunden und Projekte akquirieren sowie unsere Produkte und Technologien weltweit anbieten. Darüber hinaus ist das Unternehmen dem strategischen Ziel, mit
der Erweiterung der Produkt- und Dienstleistungspalette die Haupterlöse sukzessive mit
antibakteriellen Additiven, Beschichtungsaufträgen und Lizenzeinnahmen zu erzielen,
näher gekommen. Das trifft besonders auf die neuen Projekte in der Veterinärmedizin
sowie bei der Wundbehandlung und der Wundpflege zu. Hier gelangen Fortschritte,
die sich kurzfristig auf die Finanzkennzahlen auswirken werden. So erweiterten wir beispielsweise bei den Produkten für die Wundbehandlung unsere Wertschöpfungskette.
Über die reine Lieferung von Mikrosilber hinaus unterstützen wir Kunden jetzt auch bei
der Entwicklung und Lohnfertigung ihrer Produkte.
Nach dem Umsatzrückgang 2014 erwartet Bio-Gate für das Geschäftsjahr 2015 deutlich
steigende Erlöse bei einem gleichzeitig deutlich sinkenden Fehlbetrag. Voraussetzung
für diese Prognose ist, dass es bei den derzeitigen Entwicklungsprojekten zu keinen
größeren Verzögerungen kommt und die Planungen hinsichtlich der Vermarktung der
Produkte erfüllt werden.
Wir danken all unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren engagierten Einsatz.
Sie sind ein wichtiger Erfolgsfaktor für eine zukünftig positive Entwicklung der Bio-Gate
AG. Unseren Aktionären, Kunden und Geschäftspartnern danken wir für Ihr Vertrauen.
Aus Nürnberg grüßen Sie herzlich
Marc Lloret-Grau
› › › 06-07
Die Bio-Gate AG pflegt den regelmäßigen Kontakt zu ihren privaten und institutionellen
Anlegern sowie der interessierten Öffentlichkeit. Gemäß den Transparenzrichtlinien im
Entry Standard wird über die aktuelle operative Geschäftsentwicklung berichtet. Neben
dem Halbjahres- und Geschäftsbericht informierten wir unsere Aktionäre im Berichtsjahr 2014 zudem in insgesamt acht Pressemitteilungen über die neuen Entwicklungen
im Bio-Gate Konzern. Im Jahresverlauf führte das Management diverse Gespräche mit
interessierten Anlegern und möglichen institutionellen Investoren. Die Aktie der Bio-Gate
AG wurde im vergangenen Geschäftsjahr von dem unabhängigen Research-Haus SMC
Research beobachtet.
Grundkapital deutlich erhöht
Im Februar wurde von der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 22. August 2013
Gebrauch gemacht und eine Nullkupon-Wandelanleihe erfolgreich platziert. Dabei zeichneten Ankeraktionäre 156.972 Inhaber-Wandelschuldverschreibungen – unter Ausschluss des
Bezugsrechts – zu einem Preis von je 1,50 Euro. Der Brutto-Emissionserlös lag bei rund 0,24
Mio. Euro. Zur weiteren Stärkung der Kapitalkraft erhöhte Bio-Gate das Kapital im Dezember
nochmals, dabei flossen der Gesellschaft rund 0,5 Mio. Euro zu. Gemäß der Ermächtigung der
Hauptversammlung vom 23. Mai 2014 war auch bei dieser Kapitalerhöhung das Bezugsrecht
ausgeschlossen. Insgesamt wurden 376.972 neue Aktien zu einem Preis von 1,40 Euro je
Aktie im Rahmen einer Privatplatzierung begeben. Dadurch erhöhte sich das Grundkapital der
Bio-Gate AG um 376.972,- Euro auf 4.146.701,- Euro. Kurz vor Geschäftsjahresende wurden
alle im Februar ausgegebenen Inhaber-Wandelschuldverschreibungen in Aktien von Bio-Gate
getauscht, so dass sich das Grundkapital weiter auf 4.303.673,- Euro erhöhte.
Bio-Gate Aktie kann Vorjahresniveau nicht halten
Eine schwächere konjunkturelle Entwicklung und anhaltende geopolitische Risiken bremsten die
Kursentwicklung an den führenden Börsen in Europa. Getrieben von der Geldschwemme durch
die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank legte der deutsche Leitindex DAX im Berichtszeitraum 2014 dennoch um knapp drei Prozent zu. Der für die Bio-Gate AG relevante Entry
Standard-Index, der überwiegend geringer kapitalisierte Nebenwerte umfasst, fiel dagegen um
knapp drei Prozent. Die Bio-Gate-Aktie startete zunächst mit Kursabschlägen, erreichte dann
aber im März den Jahreshöchststand von 1,98 Euro. Im Jahresverlauf verlor das Papier jedoch
wieder deutlich an Wert und ging im Berichtsjahr mit einem Minus von rund 29 Prozent bei 1,32
Euro aus dem Handel.
Aktionärsstruktur (Stand 31.12.2014, gemäß freiwilligen Meldungen):
Syntos Beteiligungs GmbH
Mountain Technology AG
RFH Bio Tek Inc.
RFH Ltd.
Veröffentlichung des Geschäftsberichtes 2014
Ordentliche Hauptversammlung in Nürnberg
8./9.Dezember:
Veröffentlichung des Halbjahresberichtes 2015*
Teilnahme an der Münchener Kapitalmarkt Konferenz (MKK)*
Kursverlauf der Bio-Gate-Aktie 2014
Informationen zur Aktie (Stand 31.12.2014)
Marktkapitalisierung an 31.12.2014
4.303.6731
4.303.673,00 €2
Höchstkurs am 06.03.2014
Tiefstkurs am 10.10.2014
ISIN DE000BGAG981
Kürzel BIG
1) Nach Kapitalerhöhung (unter Ausschluss des Bezugsrechts) im Dezember 2014 zunächst gestiegen auf
4.146.701. Durch Wandlung aller ausstehenden Inhaber-Wandelschuldverschreibungen vom Februar 2014 erneuter Anstieg auf 4.303.673 zum Bilanzstichtag 31.12.2014.
2) Analog gemäß Kapitalmaßnahmen
› › › 08-09
die Bio-Gate AG hat im Geschäftsjahr 2014 die Kostenstruktur im Konzern weiter verbessert. Obwohl der Umsatz sank, konnte der Jahresfehlbetrag noch leicht eingegrenzt
werden. Im operativen Geschäft belasteten jedoch Umstellungen in der Vertriebsorganisation bei einem Kunden im Bereich der antibakteriellen Additive, wodurch es zu Verzögerungen kam. Zusätzlich konnten durch die Reorganisation von Unternehmensbereichen bei Kunden im Beschichtungsgeschäft Entwicklungsprojekte nicht fristgerecht
gestartet werden. Diese Verschiebungen lagen nicht im Einflussbereich der Bio-Gate
AG, waren aber ursächlich für den Erlösrückgang im Berichtsjahr.
Deutliche Fortschritte erzielte das Unternehmen dagegen bei den Beschichtungen für die
Veterinärmedizin. Die mit der HyProtectTM-Beschichtung ausgestatteten Knochenplatten aus
Edelstahl lieferten in Patientenbeobachtungen bei Hunden unter echten Praxisbedingungen
sehr erfreuliche Ergebnisse. Der Bio-Gate Kunde BioMedtrix präsentierte diese Daten im
vergangenen Oktober bei einer Tagung US-amerikanischer Tierchirurgen. Wegen der niedrigen Zulassungshürden bei gleichzeitig hohem Marktvolumen bleibt das Veterinärgeschäft ein
wichtiger Zielmarkt von Bio-Gate. Das gilt ebenso für den Bereich der Wundpflege, in dem es
mittlerweile gelungen ist, die Wertschöpfungskette über die reine Zulieferung von Mikrosilber
hinaus zu erweitern und eigene Produkte über Vertriebspartner zu veräußern.
Im Mittelpunkt der Beratungen standen Vorbereitung und Umsetzung der Maßnahmen zur
Stärkung der Kapitalkraft der Gesellschaft. Neben der Platzierung einer unverzinslichen Inhaber-Wandelschuldverschreibung im Februar 2014 wurde im Dezember zudem eine Barkapitalerhöhung erfolgreich platziert. Die Kapitalmaßnahmen erfolgten jeweils unter Ausschluss des
Bezugsrechts für die Altaktionäre. Neben einer raschen Platzierung ersparte dieses Vorgehen
der Gesellschaft zusätzliche Kosten, die für ein öffentliches Angebot angefallen wären. Zum
Ende des Geschäftsjahres 2014 wurden die im Februar platzierten Wandelanleihen bereits
vollständig in Aktien der Bio-Gate AG getauscht, was sich positiv auf das Eigenkapital auswirkte. Weitere Schwerpunkte der Beratungen lagen auf der strategischen Unternehmens- und
Finanzplanung, der Risikolage, dem Projektmanagement, dem Vertrieb, sowie der Vorbereitung und Durchführung der Hauptversammlung im Mai 2014.
Der Aufsichtsrat hat während des gesamten Geschäftsjahres 2014 die Geschäftsführung der
Bio-Gate AG gemäß der gesetzlichen Bestimmungen sowie der Satzung des Unternehmens
regelmäßig und sorgfältig überwacht und beraten. Er war in alle wesentlichen Entscheidungen,
die für die Gesellschaft von strategischer oder grundlegender Bedeutung waren, frühzeitig
eingebunden. Der Vorstandsvorsitzende informierte den Aufsichtsrat auch außerhalb der
Aufsichtsratssitzungen regelmäßig und zeitnah über die aktuelle Entwicklung im operativen
Geschäft und über besondere Ereignisse. Durch den engen Kontakt zum Vorstand konnte sich
der Aufsichtsrat ein umfassendes Bild von den Aktivitäten der Bio-Gate AG machen und das
Unternehmen in seiner Entwicklung intensiv begleiten. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sowie die zustimmungspflichtigen Geschäftsvorfälle wurden stets nach gründlicher Prüfung und
eingehender Beratung gebilligt. Im Geschäftsjahr 2014 traf sich der Aufsichtsrat zu insgesamt
vier Präsenzsitzungen. Diese fanden am 30. Januar, 25. Februar, 23. Mai und am 3. Dezember
statt, wobei alle Mitglieder des Aufsichtsrats bei diesen Sitzungen anwesend waren. Ausschüsse wurden darüber hinaus nicht gebildet.
Der von der Hauptversammlung gewählte und vom Aufsichtsrat beauftragte Abschlussprüfer,
Rödl & Partner GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Steuerberatungsgesellschaft, Nürnberg, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Bio-Gate AG für das Geschäftsjahr 2014 und den Konzernabschluss der Bio-Gate-Gruppe sowie den Konzernlagebericht der
Bio-Gate-Gruppe unter Einbeziehung der Buchführung geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Hinweis zum Bestätigungsvermerk wurde eingehend
diskutiert und vom Aufsichtsrat nochmals geprüft. Der Aufsichtsrat geht nach seiner eigenen
Prüfung vom Grundsatz der Unternehmensfortführung aus.
In seiner Sitzung am 1. April 2015 diskutierte der Aufsichtsrat eingehend die Inhalte und
Ergebnisse der Prüfung. Alle notwendigen Unterlagen sowie die jeweiligen Prüfungsberichte
lagen den Mitgliedern des Aufsichtsrates rechtzeitig vor. Gemeinsam mit dem Abschlussprüfer
haben wir den Prüfbericht erörtert, intern beraten und nach einer eigenständigen Prüfung dem
Ergebnis des Wirtschaftsprüfers zugestimmt. Gegen den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss bestanden keinerlei Einwände. Auch dem Konzernlagebericht wurde zugestimmt. Der
Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss gebilligt, womit der Jahresabschluss ordnungsgemäß nach § 172 AktG festgestellt ist. Der Aufsichtsrat schließt sich dem
Vorschlag des Vorstandes an, den Bilanzverlust auf neue Rechnung vorzutragen.
Ende März 2015 wurde dem Aufsichtsrat der vom Vorstand aufgestellte Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen im Geschäftsjahr 2014 (Abhängigkeitsbericht) fristgerecht vorgelegt. Der Aufsichtsrat hat den Abhängigkeitsbericht des Vorstands abschließend
geprüft. Der Vorstand nahm an der Sitzung des Aufsichtsrats am 1. April 2015 teil, erläuterte
den Abhängigkeitsbericht und beantwortete die Fragen der Aufsichtsratsmitglieder. Hierdurch
konnte sich der Aufsichtsrat von der Ordnungsmäßigkeit des Prüfungsberichts überzeugen.
Er gelangte insbesondere zu der Überzeugung, dass der Prüfungsbericht den gesetzlichen
Anhaltspunkte für Beanstandungen des Abhängigkeitsberichts sind bei dieser Prüfung nicht
ersichtlich geworden. Nach dem abschließenden Ergebnis der vom Aufsichtsrat durchgeführten Prüfung des Abhängigkeitsberichts sind keine Einwendungen gegen die Erklärung des
Vorstands zum Abhängigkeitsbericht zu erheben.
Auch im Geschäftsjahr 2015 wird der Aufsichtsrat weiterhin eng mit dem Vorstand zusammenarbeiten und in strategischen Fragen konstruktiv unterstützen.
Für ihren engagierten Einsatz dankt der Aufsichtsrat dem Vorstand sowie den Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern der Bio-Gate AG und ihrer Tochtergesellschaften. Den Aktionären, Kunden
und Geschäftspartnern danken wir für ihr Vertrauen.
Nürnberg, im April 2015
Dr. Knud Klingler
Konzernlagebericht und
Konzernanhang 2014 der
Bio-Gate AG, Nürnberg
› › › 12-21
KONZERNLAGEBERICHT 2014 DER BIO-GATE AG, NÜRNBERG
1.1. Geschäftsmodell des Konzerns
Gesellschaften, Produkte und Anwendungsbereiche
Die Bio-Gate AG (Bio-Gate), Nürnberg, ist ein technologisch führender Anbieter von antimikrobiellen Produkten
und multifunktionalen Oberflächen für die Medizintechnik.
Darüber hinaus veredelt das Unternehmen mithilfe von
Mikrosilber Kosmetika und stattet nicht-medizinische Produkte mit antimikrobiellen Eigenschaften aus. Bio-Gate
verfügt über verschiedene Technologien, um Materialien
und Oberflächen mit antimikrobiell wirksamem Silber
auszurüsten. Die so behandelten Produkte bieten einen
lang anhaltenden, medizinisch wirksamen Schutz gegen
mikrobiellen Befall. Bakterien, die sich gegen Antibiotika
als resistent erweisen, stellen ein großes Risiko dar und
sind häufig Ursache für die weltweit stark zunehmenden
Erkrankungen durch Krankenhauskeime. Die Bekämpfung solcher oft gefährlichen Verkeimungen ist Basis
des Geschäftsmodells von Bio-Gate. Vor allem in der
Medizintechnik, aber auch in anderen Branchen wie der
Pharma- und Kosmetikindustrie sowie bei Konsum- und
Industrieprodukten werden zunehmend antimikrobielle Eigenschaften nachgefragt. Bio-Gate ist auf diesem Gebiet
einer der wenigen international tätigen Systemlieferanten
und begleitet Kunden von der Entwicklung der Produkte
über die Zulassung bis hin zur Marktreife.
Die Bio-Gate AG mit Sitz in Nürnberg ist die Muttergesellschaft des Bio-Gate-Konzerns. Sie entwickelt,
vertreibt und lizenziert Lösungen für die antimikrobielle
Ausstattung von Materialien und unterstützt die Kunden im gesamten Entwicklungs-, Produktions- und
Vermarktungsprozess. Metallisches Silber wird in Form
von Mikropartikeln direkt in Werkstoffe oder Produkte
eingearbeitet oder mit einem speziellen Plasmabeschichtungsverfahren – HyProtect™ – beschichtet. Die
Verfahren stammen aus der Fraunhofer-Gesellschaft,
der größten Organisation für anwendungsorientierte Forschung in Europa. Sie wurden von Bio-Gate zusammen
mit Spezialisten entscheidend weiterentwickelt und zur
industriellen Reife gebracht. Die Herstellung des Mikrosilbers und die Plasmabeschichtung erfolgen in eigenen
Anlagen. Darüber hinaus stellt das Unternehmen als
einziger Anbieter mikroskaliges Silber auf der Basis von
patentgeschütztem rein porösem Silber in fester Matrix
her und vertreibt dieses.
An der BioEpiderm GmbH (BioEpiderm), Nürnberg, ist
Bio-Gate mit 70 Prozent beteiligt. Das Unternehmen
verwendet mikroskaliges Silber, um Körperpflegeprodukte
mit antimikrobiellen Eigenschaften auszustatten. Diese
Produkte werden im Eigenvertrieb an Partner aus der
kosmetischen Industrie vermarktet. Dazu gehört beispielsweise ein großer deutscher Pharma- und Generika-Hersteller – die Stada AG –, die ihre Produkte überwiegend in
deutschen Apotheken anbietet. BioEpiderm verfügt zudem
über eine Reihe von weiteren Verträgen mit Kosmetikkunden wie etwa LR Health & Beauty Systems. Mit IMPAG,
einem international tätigen Handels- und Dienstleistungsunternehmen mit Spezialisierung auf Rohstoffe und Erzeugnisse für die Kosmetikindustrie, arbeitet BioEpiderm
schon seit vielen Jahren erfolgreich zusammen. Darüber
hinaus verfügt die Tochtergesellschaft über Vertriebspartner für den südeuropäischen Raum. Zusätzlich zum
Ausbau der Vertriebspartnerschaften stärkt BioEpiderm
auch gezielt den Eigenvertrieb.
Die ebenfalls in Nürnberg ansässige QualityLabs BT
GmbH (QualityLabs), eine 100-prozentige Beteiligung
von Bio-Gate, betreibt ein akkreditiertes Testlabor, das
mit einzigartigen Testmethoden sowie mit umfangreichen
Standardtests kunden- und produktspezifische Prüfungen
antimikrobieller Produkte übernimmt. Diese Messtechnologie ist ein wichtiger Baustein im Technologieportfolio von
Bio-Gate und zugleich ein entscheidender Wettbewerbsvorteil in der Produktentwicklung, der Zulassung, der
Produktoptimierung und der Qualitätssicherung. In den
vergangenen Jahren hat QualityLabs das Testportfolio
schrittweise ausgebaut. Neben zusätzlichen Mess- und
Prüfdienstleistungen für die Kunden nimmt das Tochterunternehmen verstärkt auch interne Analysen vor, die zuvor
an externe Dienstleister vergeben werden mussten. Durch
das erweiterte Angebot gewann QualityLabs namhafte
Kunden. Einer der größten Kunden des Tochterunternehmens ist beispielsweise der weltweit führende Gesundheitsversorger B. Braun Melsungen AG.
1.2. Ziele und Strategien
Unser vorrangiges Ziel ist es, möglichst zügig die
Profitabilität auf Konzernebene zu erreichen und den
Unternehmenswert für die Eigenkapitalgeber zu erhöhen.
Um langfristig das Absatzpotenzial zu verbessern und
kurzfristig die Umsatzerlöse zu steigern, wurden wichtige
Kooperationen mit international agierenden Partnern ab-
geschlossen. Im Beschichtungsbereich liegt der Fokus auf
international aufgestellten Großkunden und Mittelständlern. Mit diesen Kunden soll sukzessive die Marktdurchdringung erhöht werden.
Bio-Gate hat zuletzt den Vertrieb und die Branchenorientierung gestärkt. Besonders im Fokus stehen dabei
die Märkte Veterinärmedizin und Wundbehandlung. Im
Rahmen unserer Wachstumsstrategie möchten wir mit
bestehenden Kunden weiter wachsen, neue Kunden
und Projekte akquirieren sowie unsere Produkte und
Technologien weltweit anbieten. Mit der Erweiterung der
Produkt- und Dienstleistungspalette will das Unternehmen
die Haupterlöse zukünftig mit antibakteriellen Additiven,
Beschichtungsaufträgen und Lizenzeinnahmen erzielen.
1.3. Steuerungssystem
Das Steuerungssystem der Bio-Gate AG ist darauf ausgerichtet, einen Beitrag zur Zielerreichung zu leisten. Es
reicht von standardisierten Planungsrechnungen für die
einzelnen Projekte bis hin zu einer integrierten Budgetplanung auf Unternehmensebene für die Ergebnis-, Vermögens- und Cashflow-Planung. Monatliche Soll-Ist-Auswertungen zeigen zeitnah eventuelle Planabweichungen,
anhand derer Handlungsalternativen erarbeitet werden
können. Dazu werden regelmäßige Projektbesprechungen und monatliche Managementmeetings durchgeführt.
Erfolg mit Entwicklungspartnerschaften
Die Bio-Gate AG zielt mit ihren Produkten, Anwendungen
und Technologien auf schnell wachsende Märkte mit
großem Volumen. Um sich im internationalen Wettbewerb
zu behaupten, ist eine effektive und kundengerechte Anwendungstechnik eine der wichtigsten Voraussetzungen.
Obwohl hier in den vergangenen Jahren schon große
Fortschritte erreicht wurden, gibt es noch Verbesserungspotenziale, die wir schrittweise ausschöpfen werden.
Auch im Geschäftsjahr 2014 standen Entwicklungsprojekte für zahlreiche kundenspezifische Produkte im
Vordergrund, die überwiegend im Rahmen von Entwicklungspartnerschaften ausgeführt wurden. Dabei
ist es gelungen, wichtige Projekte abzuschließen oder
entscheidend voranzubringen sowie vielversprechende
neue Projekte zu akquirieren und zu starten. Wegen der
Reorganisation von Unternehmensbereichen bei Kunden
im Beschichtungsgeschäft konnte jedoch nicht mit allen
Entwicklungsprojekten fristgerecht begonnen werden.
Im Medizintechnik-Sektor sichern Patente und Schutzrechte den Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb.
Dieser Schutz gilt nicht nur für Bio-Gate, sondern auch
für unsere Kunden, die auf diese Weise ihre mit BioGate-Silber verbesserten Produkte exklusiv vermarkten
können. Daher hat das Patentmanagement im Bio-GateKonzern einen hohen Stellenwert. Zum Jahresende 2014
hielt Bio-Gate 101 Patente und Länderzulassungen in den
wachstumsstarken Märkten Nordamerika, Europa und
Asien. Das bestehende Patentportfolio wird regelmäßig
daraufhin überprüft, inwieweit sich neue Verwertungsmöglichkeiten ergeben. Darüber hinaus wird der Markt gezielt
nach Wettbewerbsprodukten untersucht, die die Patente
von Bio-Gate verletzen könnten.
Marketing, Vertrieb und Organisation
Die zunehmende Verbreitung von Infektionen durch Keime
und Bakterien ist zu einer globalen Herausforderung
geworden. Um die sich weltweit bietenden Geschäftschancen zu nutzen, adressiert Bio-Gate internationale Märkte
und arbeitet eng mit global aufgestellten Vertriebspartnern
zusammen. Hierbei ist es gelungen, weitere, auf einzelne Märkte und Anwendungen fokussierte Kooperationen
abzuschließen. Darüber hinaus bieten wir unseren Kunden
Halbfertigwaren und Fertigprodukte zur Weiterverarbeitung
an. Dazu gehören beispielsweise antibakteriell ausgestattete Polymer-Compounds und Masterbatches.
Im Kosmetikgeschäft gewinnen Fertigprodukte, die im Kundenauftrag bei einem Lohnfertiger hergestellt werden, immer mehr an Bedeutung. Der Vertrieb erfolgt sowohl über
Partner als auch über eigene Vertriebskanäle. Bio-Gate
arbeitet zudem stets daran, die vorhandenen Technologien
auf zusätzliche Anwendungen und neue Produktgruppen
zu übertragen. Im Geschäftsjahr 2014 ist uns dies vor allem in der Endoprothetik und in der Veterinärmedizin gelungen. Um die gesamten operativen Abläufe von der Akquise
bis zur Lieferung der Produkte an die Kunden noch effizienter zu gestalten, verstärkten wir uns zum Jahresbeginn
2014 mit Dr. Wolfgang Nichtl-Pecher als verantwortlichen
Director für den Bereich Operations. Er besitzt einschlägige
industrielle Erfahrung im Beschichtungsbereich.
2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene
Deutsche Wirtschaft von Binnenkonjunktur beflügelt
Die Wirtschaft in Deutschland ist im Jahresverlauf 2014
so stark gestiegen wie zuletzt im Jahr 2011. Laut dem
Statistischen Bundesamt kletterte das preis- und kalenderbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf Jahressicht
um 1,5 Prozent. Im Vorjahr hatte der Zuwachs bei 0,2
Prozent gelegen. Beflügelt von einer starken Binnenkonjunktur trotzte die heimische Wirtschaft den vielen internationalen Krisen, darunter der Konflikt zwischen Russland
und der Ukraine sowie die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten. Wichtigste Stütze der deutschen
Wirtschaft waren die Ausgaben der privaten und öffentlichen Haushalte. In den USA, die für Bio-Gate unverändert
einen relevanten Zielmarkt darstellen, legte die Konjunktur
sogar noch stärker zu. Gemäß dem Internationalen Währungsfonds (IWF) stieg das Bruttoinlandsprodukt der USA
um 2,4 Prozent, nach 2,2 Prozent im Jahr zuvor.
Durchschnittspreise für Öl und Silber geben 2014 nach
Ein starkes Wachstum der Ölförderung außerhalb der
Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) und
ein verringertes Nachfragewachstum in Europa und Asien
ließen den Ölpreis im Jahresverlauf um 47 Prozent auf
57,80 US-Dollar absacken. Nach Angaben der OPEC
gab die Notierung für Rohöl der Marke Brent im Jahresdurchschnitt um knapp neun Prozent auf 99,08 US-Dollar
je Barrel nach. Im Vorjahr lag der Durchschnittspreis bei
108,62 US-Dollar je Barrel. Ein wichtiger Faktor für das
Geschäft der Bio-Gate AG ist zudem die Entwicklung
beim Silberpreis. In der Berichtsperiode reduzierte sich
der durchschnittliche Silberpreis deutlich um rund 20 Prozent auf 19,09 US-Dollar je Unze. Im Jahr zuvor lag der
Mittelwert noch bei 23,87 US-Dollar je Unze.
Heimische Medizintechnikanbieter profitieren vom Auslandsgeschäft
Der Markt für Medizintechnik in Deutschland ist im Jahr
2014 etwas schwächer als noch im Vorjahr gewachsen.
Laut den Schätzungen des Industrieverbandes SPECTARIS e.V. wird der Gesamtumsatz der inländischen Medizintechnikunternehmen im Berichtsjahr um 1,6 Prozent
zulegen und damit erstmals die Marke von 25 Milliarden
Euro übersteigen. Mit rund 17 Milliarden Euro sollen
dann mehr als zwei Drittel der Erlöse aus dem Auslandsgeschäft der Unternehmen stammen. Rund 8 Milliarden
Euro entfallen auf das Inlandsgeschäft. Für 2015 erwartet
der Branchenverband keine deutliche Verbesserung der
Absätze. Mittelfristig wird durch die positiven Impulse des
Auslandsgeschäfts aber wieder mit einer Rückkehr zu
früheren Wachstumsraten gerechnet. Zu den drei größten
Produktionsschwerpunkten in der Medizintechnik in
Deutschland gehören die von Bio-Gate anvisierten Sparten Orthopädie, Gelenke, Prothetik und Implantate.
Antimikrobielle Beschichtungen weltweit mit zweistelligen
Antimikrobielle Beschichtungen sind eine Kernkompetenz
der Bio-Gate AG, die damit auf wachstumsstarke Märkte
zielt. Gemäß den Schätzungen der Marktforscher von
MarketsandMarkets werden die Erlöse weltweit von 1,5
Milliarden US-Dollar im Jahr 2012 auf rund 2,9 Milliarden
US-Dollar bis 2018 steigen. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 11,8 Prozent.
Markt für Schönheitspflegemittel legt weiter zu
Der Markt für Schönheitspflegemittel ist für den Bio-Gate
Konzern von hoher Bedeutung, da derzeit gut zwei Drittel
der Gesamterlöse im Geschäftsfeld Kosmetik erzielt
werden. Die Schönheitspflegemittelbranche in Deutschland verfügt traditionell über ein hohes Marktvolumen, bei
stetigen, wenngleich überschaubaren Wachstumsraten.
Auf Basis einer Hochrechnung des Industrieverbandes
Körperpflege- und Waschmittel e.V. (IWK) soll der Umsatz
bei Schönheitspflegemitteln im Jahr 2014 in Deutschland
um 1,6 Prozent auf über 13 Milliarden Euro zulegen Im
Vorjahr betrug das Wachstum nur 0,6 Prozent. Bei den
für Bio-Gate wichtigen Teilmärkten Haut- und Gesichtspflegemittel sowie Mund- und Zahnpflegemittel wurden im
Berichtsjahr Wachstumsraten von schätzungsweise 0,9
und 2,4 Prozent erreicht. Das Marktvolumen erhöhte sich
in diesen Segmenten demnach auf gut 2,8 Mrd. Euro bzw.
1,4 Mrd. Euro.
Umsätze im Veterinärmarkt auf hohem Niveau
Die Bio-Gate AG liefert Produkte für den Veterinärmarkt,
die Kunden in Nordamerika und Westeuropa vertreiben.
Darunter befinden sich beispielsweise antibakterielle
Sprays für Wund- und dermatologische Anwendungen
sowie ein antibakterieller Knochenzement. Darüber
hinaus beschichtet Bio-Gate im Kundenauftrag künstliche
Gelenke und Implantate für Tiere. Durch die niedrigen
Zulassungshürden können die Produkte für den Veterinärmarkt ohne aufwendige klinische Studien relativ schnell
vermarktet werden. Die weltweiten Veterinärmärkte
verfügen dabei grundsätzlich über ein hohes Volumen.
Laut Euromonitor International erreichte der Markt für
Heimtierbedarf im Jahr 2013 weltweit ein Gesamtvolumen
von 72,3 Mrd. Euro. Davon entfielen auf die für Bio-Gate
relevanten Zielregionen Nordamerika 24,4 Mrd. Euro
und Westeuropa 22,7 Mrd. Euro. Die interessantesten
Märkte in Europa sind Großbritannien mit einem Volumen
von rund 4,9 Mrd. Euro sowie Frankreich (rund 4,2 Mrd.
Euro) und Italien (rund 2,6 Mrd. Euro). Hinzu kommt unser
Heimatmarkt in Deutschland. Dieser zeigte in den vergangenen Jahren ein stetiges Wachstum. So stiegen die
Umsätze mit Heimtierbedarf von 2006 bis 2013 von rund
3,1 Mrd. Euro auf rund 3,9 Mrd. Euro 2013.
Die operative Geschäftsentwicklung der Bio-Gate AG
zeigte im Berichtsjahr ein gemischtes Bild. Während
beispielsweise bei Projekten in der Tiermedizin oder bei
der Wundbehandlung und Wundpflege große Fortschritte
erzielt werden konnten, belasteten Umstellungen in der
Vertriebsorganisation bei einem Kunden im Bereich der
antibakteriellen Additive das operative Geschäft. Hinzu
kam die Reorganisation von Unternehmensbereichen bei
Kunden im Beschichtungsgeschäft, so dass Entwicklungsprojekte nicht fristgerecht gestartet werden konnten. Dies
belastete Umsatz und Ertrag im Konzern.
Bei einem Projekt mit orthopädischen Implantaten kam
es durch Umstrukturierungen bei einem Kunden zu einer
Verzögerung. Das Projekt läuft mittlerweile wieder planmäßig. Auf Basis der sehr guten Ergebnisse aus Tierstudien wird unser Kunde, ein international tätiges Medizintechnikunternehmen, im Geschäftsjahr 2015 mit Bio-Gate
in die weitere Entwicklung gehen. Unser Ziel ist es, neben
festen Erlösen aus der Lohnbeschichtung der ProthetikImplantate auch vom Markterfolg der Produkte abhängige
Zahlungen zu erhalten. Bei einem weiteren Kunden im
Bereich der Orthopädie schlossen wir die Vorbereitungen
für ein staatlich gefördertes Entwicklungsprojekt erfolgreich ab. Die Unterlagen für die Zuschüsse wurden bereits
eingereicht. Mit der Genehmigung rechnen wir in Kürze.
Als wissenschaftlicher Partner steht uns die Universität
Ulm zur Seite.
Für einen weltweit führenden Anbieter und Hersteller
von orthopädischen und medizintechnischen Produkten
erarbeiteten wir im Bereich traumatologischer Implantate
bereits eine technische Lösung, so dass das Projekt im
Geschäftsjahr 2015 fortgesetzt werden kann. Im Rahmen
der Zusammenarbeit erhielten wir Zahlungen für das Projektmanagement. Allerdings kam es nach der Neustrukturierung des Projekts noch einmal zu einer zeitlichen
Verschiebung. Der Entwicklungsauftrag soll nun aber
mittelfristig abgeschlossen und die Lohnbeschichtung
für weitere Produktlinien übernommen werden. Bio-Gate
erhält dann Meilensteinzahlungen als Beteiligung an den
Entwicklungskosten und nach Einführung der Produkte
Lizenzerlöse.
Unser Projekt mit antibakteriell ausgestatteten Zahn-
spangen kam gut voran. Derzeit laufen Patientenbeobachtungen, die noch bis Mitte 2015 andauern. Bei den
Dentalimplantaten schlossen wir zudem im Juli 2014 ein
Förderprojekt erfolgreich ab. Die Tierversuche sind mittlerweile ausgewertet. Im Rahmen der Studie wurden die
Biokompatibilität und die Osseointegration von mit HyProtect™ beschichteten Dentalimplantaten an Schweinen untersucht. Nach einer Einheilzeit von drei Monaten zeigte
sich, dass die beschichteten Implantate sehr gut eingewachsen waren. Auch die Biokompatibilität der antibakteriell beschichteten Implantate war exzellent. Damit belegt
die Tierstudie, dass die HyProtect™-Beschichtung sehr
biokompatibel ist und mit dieser Technologie beschichtete
Implantate sehr gut in Knochen einwachsen. Das ist eine
wichtige Produkteigenschaft für Implantate.
Im Bereich der Medizintechnikprodukte für den Veterinärmarkt konnte die Beschichtung von Edelstahlimplantaten
für den Tierimplantathersteller BioMedtrix aus Nordamerika gestartet werden. Im Berichtsjahr wurden zunächst nur
kleine Stückzahlen produziert. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass das Volumen mittelfristig deutlich steigen wird.
Unser Kunde investierte bereits in neue Anlagen für weitere gemeinsame Projekte und verstärkte die vertriebsunterstützenden Maßnahmen für die von uns beschichteten
Produkte. In den ersten Monaten 2015 lag das Auftragsvolumen von Biomedtrix für die Lohnbeschichtung schon
deutlich höher als geplant. Außerdem erhielten wir Anfang
2015 von einer großen Tierklinik aus Hong-Kong einen
ersten Auftrag für die Beschichtung von Tierimplantaten.
Dabei handelte es sich um Knochenplatten und Schrauben, die bereits erfolgreich eingesetzt wurden.
Des Weiteren beschichteten wir erfolgreich Knochenplatten aus Edelstahl, die bei der veterinärmedizinischen
Versorgung von Haushunden zum Einsatz kommen. Im
Rahmen einer dreimonatigen, multizentrischen Patientenbeobachtung bei 70 Hunden, erzielten wir sehr gute
Ergebnisse. Die Beschichtung zeigte ungeachtet ihrer
antibakteriellen Wirksamkeit keine nachteilige Wirkung
auf die Knochen aufbauenden Zellsysteme. In keinem Fall
kam es zu Infektionen, Unverträglichkeiten oder Implantat bezogenen Komplikationen. Üblicherweise kann die
Infektionsrate bei solchen Eingriffen mehr als 20 Prozent
Im Berichtsjahr wurden zudem ein Knochenzement
sowie antibakterielle Sprays und Cremes für die Wundbehandlung über Kunden im Veterinärmarkt vertrieben.
Darunter befindet sich auch ein Ohrpflege-System,
das bei chronischen Ohrentzündungen von Haustieren
verwendet wird. Wegen des hohen Marktvolumens und
der niedrigeren Zulassungshürden für medizintechnische
Produkte bleibt der Tiermarkt ein strategisch wichtiges
Ziel für Bio-Gate. Um den Absatz der neu eingeführten
Produkte noch zu erhöhen, schlossen wir zu Jahresbeginn 2015 einen Lizenzvertrag mit einem Unternehmen,
das auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von
dermatologischen und ernährungstechnischen Produkten
spezialisiert ist. Diese Produkte werden exklusiv über ein
Netzwerk ausgewählter lizensierter Tierärzte vertrieben.
Der Vertrag gilt vorrangig für die USA und Kanada. Das
Lizenzabkommen unterstützt die Strategie von Bio-Gate,
eigene antimikrobielle Technologien verstärkt auch in den
Veterinärmarkt zu bringen.
Darüber hinaus befindet sich die Bio-Gate AG permanent
in Gesprächen mit Kooperationspartnern über weitere
Beschichtungsprojekte in der Medizintechnik. Diese
Verhandlungen befinden sich jedoch in einem sehr frühen
Stadium, so dass eine detaillierte Darstellung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich ist.
Im Bereich der antibakteriellen Additive für die Wundbehandlung und Wundpflege kam es durch tiefgreifende
Umstellungen in der Vertriebsorganisation beim italienischen Pharmahersteller Fidia zu Verzögerungen bei der
Abnahme von Mikrosilber. Seit dem Jahreswechsel läuft
die Abnahme wieder planmäßig. Unser Kunde möchte
zudem die Angebotspalette mit Hautpflegeprodukten,
die unser Mikrosilber enthalten, ausweiten. Ein anderer
Kunde brachte zudem im Berichtsjahr ein Wundgel mit
Mikrosilber von Bio-Gate als Medizinprodukt auf den nordamerikanischen Markt. Darüber hinaus arbeitete Bio-Gate
erfolgreich an eigenen Entwicklungen für die Wundbehandlung und die Wundversorgung. Eine Creme für
Inkontinenzpatienten, die auch von Selbsthilfeverbänden
empfohlen wird, ist mittlerweile in Drogerien erhältlich,
eine weitere über den Fachhandel.
Mit der Firma Azelis, einem global aufgestellten Distributor
von Spezialchemikalien für Life Science und industrielle
Anwendungen, schlossen wir eine Vertriebspartnerschaft
im Bereich der antibakteriellen Additive. Der Großhändler wird unser Mikrosilber in Frankreich, den BeneluxStaaten, Irland sowie Großbritannien an Pharma- und
Industrieunternehmen verkaufen. Unser Vertriebspartner
verfügt über ein Netz von rund 20.000 Kunden und besitzt
überdies eine hohe Expertise in den Zielbranchen Pharma
und Industrie. Die Zusammenarbeit ist Teil unserer Strategie, mit Distributoren und Direktkunden in allen für uns
relevanten Märkten global zu wachsen.
Das Geschäft mit eigenentwickelten, auf Mikrosilber
basierenden Kosmetikprodukten bewegte sich erwartungsgemäß auf hohem Niveau. Dabei stieg der Absatz
mit den auf unserem Mikrosilber basierenden Cremes der
Marke „SOS“ und „Das Beste“ deutlich. Diese Produkte
sind in Filialen von führenden Drogerieketten erhältlich. Im
Bereich Kosmetik entwickelte sich die Zusammenarbeit
mit dem führenden deutschen Direktvertrieb LR Health
& Beauty Systems äußerst positiv. Derzeit vertreibt LR in
30 Ländern elf Produkte, die mit Mikrosilber von Bio-Gate
antibakteriell veredelt sind. Für 2015 sind zwei weitere
Produktstarts geplant.
Bei den Zahnpflegeprodukten mit Mikrosilber wurden eine
Mundspül-Lösung und eine Zahnpasta unseres Kunden
Dentognostics zu Beginn des zweiten Quartals 2014 in
den Vertriebskatalog des weltweit agierenden Dentalproduktedistributors Henry Schein aufgenommen. Zudem
baut Dentognostics einen eigenen Vertrieb für Mitteleuropa auf, wovon wir zukünftig steigende Verkäufe erwarten.
Im Segment für antimikrobiell veredelte Konsum- und Industrieprodukte startete der Sanitärausrüster Heinrich Wilke GmbH (Hewi) planmäßig mit der Internationalisierung
des Geschäfts mit von uns veredelten Baubeschlägen
und Griffen im Sanitärbereich. 2015 sollen die gut angelaufenen Auslandsaktivitäten noch ausgebaut werden.
Nach erfolgreicher Entwicklung im Jahr 2013 mit dem führenden europäischen Bürositzmöbelhersteller Friedrich-W.
Dauphin wurde im Berichtsjahr die Vermarktung weiter
forciert. Eine erfolgreiche Entwicklung absolvierten wir
zudem bei der antibakteriellen Veredelung von Industriegriffen für Maschinen. Unser Kunde wird die Produkte
2015 auf den Markt bringen.
Aufgrund bestehender Geheimhaltungsvereinbarungen
mit Kunden und aus Wettbewerbsgründen können keine
weitergehenden Angaben zu Forschungs- und Entwicklungsprojekten veröffentlicht werden.
2.3. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Der Umsatz im Berichtsjahr 2014 fiel durch Verschiebungen im Projektgeschäft, die nicht im Einflussbereich von
Bio-Gate lagen, um 13,6 Prozent auf 2.145 TEUR, nach
2.484 TEUR im Vorjahr. Davon entfielen rund 20 Prozent
(Vorjahr: 23 Prozent) auf das Auslandsgeschäft. Durch
den Erlösrückgang gelang es nicht, die weiter reduzierten
Entwicklungs- und Vertriebsaufwendungen vollständig
zu decken. Diese entfallen wie im Vorjahr überwiegend
auf Personal, Material und die sonstigen betrieblichen
Aufwendungen. Der Personalaufwand sank wegen unterjährig vorgenommenen Personalmaßnahmen und von
Gehaltsverzichten im Vorstand um 15,6 Prozent auf 1.437
TEUR (Vj.: 1.703 TEUR). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verminderten sich um 7,5 Prozent auf 1.341
TEUR (Vj.: 1.449 TEUR). Überwiegend wegen geringerer
Silbereinkäufe für die Herstellung von Fertigprodukten
und den Vertrieb von Silber an Kunden fiel der Materialaufwand um 11,8 Prozent auf 529 TEUR (Vj.: 600 TEUR).
Durch weitere Kostensenkungen im Bio-Gate Konzern
verbesserte sich das EBITDA trotz deutlich verringerter
Erlöse im Jahr 2014 um rund 128 TEUR auf -997 TEUR
(Vj.: -1.125 TEUR).
Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen lagen mit
335 TEUR erneut leicht unter dem Vorjahresniveau von
342 TEUR. Hierin sind planmäßige Abschreibungen auf
den Firmenwert von 121 TEUR enthalten. Beim Betriebsergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) gelang eine Verbesserung um 9,2 Prozent auf -1.332 TEUR (Vj.: -1.467
TEUR). Durch den insgesamt höheren Fremdkapitalanteil
in der Bilanz verschlechterte sich das Zinsergebnis um
18,0 Prozent auf -67 TEUR (Vj.: -57 TEUR). Nach Steuern
und Anteilen anderer Gesellschafter am Gewinn konnte
der Konzernjahresfehlbetrag im Geschäftsjahr 2014 auf
-1.474 (Vj.: -1.544 TEUR) eingegrenzt werden.
Überwiegend durch die liquiditätswirksame Zunahme der
den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen reduzierte sich der Mittelabfluss aus laufender
Geschäftstätigkeit auf -584 TEUR (Vj.: -1.060 TEUR).
Positiv wirkte sich hier zudem das um 122 TEUR erhöhte
Periodenergebnis vor außerordentlichen Posten aus. Der
Cashflow aus Investitionstätigkeit lag bei -62 TEUR (Vj.:
-25 TEUR). Durch zwei erfolgreich platzierte Kapitalmaßnahmen, die unter Ausschluss des Bezugsrechts begeben
wurden und damit auf maximal 10 Prozent des Grundkapitals beschränkt waren, erreichte der Mittelzufluss aus
der Finanzierungstätigkeit 575 TEUR (Vj.: 1.053 TEUR).
Zum Bilanzstichtag 31.12.2014 betrugen die liquiden Mittel – bestehend aus dem Kassenbestand und Guthaben
bei Kreditinstituten – rund 55 TEUR (Vj.: 126 TEUR).
Auf der Aktivseite der Bilanz per 31.12.2014 verminderte
sich das Anlagevermögen überwiegend durch planmäßige
Abschreibungen um 15,2 Prozent auf 1.517 TEUR (Vj.:
1.790 TEUR). Dagegen erhöhte sich das Umlaufvermögen um 16,0 Prozent auf 591 TEUR (Vj.: 509 TEUR).
Der Zuwachs beim Umlaufvermögen ist maßgeblich auf
die um 132 TEUR erhöhten Forderungen und sonstigen
Vermögensgegenständen zurückzuführen. Durch den
Konzernjahresfehlbetrag reduzierte sich das Eigenkapital
auf der Passivseite auf 527 TEUR (Vj.: 1.163 TEUR). Die
Eigenkapitalquote fiel demnach auf 24,9 Prozent (Vj.: 50,3
Prozent). Die Verbindlichkeiten stiegen insgesamt deutlich
auf 1.409 TEUR (Vj.: 937 TEUR). Dabei erhöhten sich die
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stichtagsbezogen um 80 TEUR auf 261 TEUR, die sonstigen
Verbindlichkeiten um 173 TEUR auf 242 TEUR und die
um 406 TEUR auf 406 TEUR. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden dagegen durch planmäßige
Rückführungen um 188 TEUR auf 500 TEUR reduziert.
Unterjährig ausgegebene und vor dem Bilanzstichtag in Aktien getauschte Wandelschuldverschreibungen beeinflussten das Fremdkapital lediglich in der Zwischenbilanz zum
Halbjahr. Zum Bilanzstichtag 31.12.2014 wirkten sich diese
dann positiv auf das Eigenkapital aus. Die Bilanzsumme
fiel um 8,4 Prozent auf 2.114 TEUR (Vj.: 2.308 TEUR).
2.4. Vorjahresvergleich und Gesamtaussage
Die Bio-Gate AG hat ihre Finanzziele – eine starke Steigerung des Umsatzes und eine deutliche Eingrenzung des
Jahresfehlbetrags – im Geschäftsjahr 2014 nicht erreicht.
Im operativen Geschäft belasteten Umstellungen in der
antibakteriellen Additive, wodurch es zu Verzögerungen
kam. Zusätzlich konnten durch die Reorganisation von
Unternehmensbereichen bei Kunden im Beschichtungsgeschäft Entwicklungsprojekte nicht fristgerecht gestartet
werden. In der Summe führte dies zu deutlich unter den
Planungen liegenden Erlösen. Durch die im Berichtsjahr
konzernweit verbesserte Kostenstruktur konnte der Jahresfehlbetrag trotz der gesunkenen Umsätze aber weiter
eingegrenzt werden. Durch zwei erfolgreiche Kapitalmaßnahmen im Februar und Dezember 2014, bei denen
jeweils das Bezugsrecht ausgeschlossen war, flossen
der Bio-Gate AG ausreichende Mittel zur Deckung der
Vertriebs- und Entwicklungskosten zu.
Der Vorstand geht davon aus, dass im Geschäftsjahr
2015 ein überwiegender Teil der verzögerten Entwicklungsprojekte gestartet werden kann. Darüber hinaus
werden deutlich höhere Umsätze mit Kunden aus dem
Veterinärmarkt sowie aus den Bereichen der Wundbehandlung und Wundversorgung erwartet. Die Entwicklung
in den ersten Monaten 2015 belegt die Einschätzung des
Die Bio-Gate AG hat im Geschäftsjahr 2014 – durch externe Faktoren bedingt – nicht alle geplanten Entwicklungsprojekte starten können. Trotz der negativen finanziellen
Auswirkungen hierdurch gelang es dennoch, bestehende
Kunden zu halten und gleichzeitig neue hinzuzugewinnen.
Durch erfolgreiche Projekte im Bereich Veterinär sowie
Wundbehandlung und Wundpflege wurde zudem die
Grundlage für deutliche Umsatzsteigerungen in diesen
zukünftig für Bio-Gate äußerst wichtigen Märkten gelegt.
Die auf Messdienstleistungen spezialisierte Tochtergesellschaft QualityLabs ist für alle Geschäftsfelder der
Muttergesellschaft von hoher strategischer Bedeutung.
Auf Basis eines akkreditierten Testverfahrens können
alle Kunden ab der Anwendungsentwicklung vom ersten
Test und der Rezepturerstellung bis zur Zertifizierung und
Markteinführung der Produkte unterstützt werden.
Nachhaltigkeit im Kampf gegen mikrobiellen Befall
Die Bio-Gate AG will mit antimikrobiell veredelten Produkten Infektionen durch Bakterien und Keime entgegentreten, die mittlerweile zu einer großen Herausforderung
in vielen Lebensbereichen geworden sind. Besonders
in der Medizintechnik, einem äußerst hygienesensitiven
Umfeld, bieten die von uns behandelten Produkte einen
mikrobiellen Befall. Damit leisten wir schon heute einen
wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Infektionen mit
multiresistenten Keimen, die beispielsweise in Krankenhäusern lauern und für die betroffenen Patienten mitunter
lebensbedrohend sind.
Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Rolle in
unserer Geschäftstätigkeit ist die Erfüllung höchster
Gütestandards bei der Bio-Gate AG und ihren Tochtergesellschaften BioEpiderm und QualityLabs. Durch
unsere engagierten und hoch qualifizierten Mitarbeiter,
die ein branchenweit anerkannt hohes Niveau in der
Durchführung komplexer Entwicklungsprojekte besitzen,
gewährleisten wir eine überzeugende Qualität bei unseren
Produkten. Hinzu kommen regelmäßige Prüfungen durch
externe Auditoren. Der verantwortungsvolle und schonende Umgang mit der Natur und den dort vorhandenen
Ressourcen ist ein wesentlicher Aspekt in der öffentlichen
Wahrnehmung. Wir sind uns bewusst, dass wirtschaftlicher Erfolg nur mit dem Schutz der Umwelt und einer
gesellschaftlichen Verantwortung einhergehen kann. Für
uns beginnt der Schutz der Umwelt bei der kontinuierlichen Verbesserung der Produktionsprozesse.
Im Geschäftsjahr 2014 beschäftigte der Bio-Gate-Konzern
inklusive der Vorstandsmitglieder durchschnittlich 22
Mitarbeiter. Darüber hinaus bestehen Vereinbarungen
mit freiberuflichen Mitarbeitern. Der Pro-Kopf-Umsatz je
Mitarbeiter lag 2014 bei 98 TEUR (Vj.: 104 TEUR).
Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des
Geschäftsjahres/Wichtige Ereignisse nach dem Bilanzstichtag (31.12.2014)
Es sind keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag eingetreten, die eine erhebliche Auswirkung auf
die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben.
Um weitere Kosten im Bio-Gate Konzern zu senken,
prüfen Vorstand und Aufsichtsrat, mit der Bio-Gate Aktie
den Entry Standard zu verlassen und stattdessen die
Notierung im Freiverkehr fortzusetzen.
4. Prognose-, Chancen- und Risikobericht
4.1. Risiken der künftigen Entwicklung
Risikomanagement im Bio-Gate Konzern
Das Risikomanagement ist ein wichtiger Bestandteil der
Unternehmensführung. Es unterstützt die Beurteilung
und die Steuerung von Risiken und fördert im Gegenzug,
dass Chancen erkannt und wahrgenommen werden. Der
Erfolg wirtschaftlichen Handelns hängt davon ab, dass der
zu erwartende Ertrag die eingegangenen und möglichen
Risiken übertrifft. Um Chancen und Risiken abwägen zu
können, verfügt Bio-Gate über ein mehrstufiges RisikoManagement-System, das in das bestehende Unternehmenssteuerungssystem integriert ist. Ziel des RisikoManagement-Systems ist es, frühzeitig Entwicklungen,
die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden können,
zu erkennen und diese mit ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit zu bewerten sowie mögliche Gegenmaßnahmen zu
Die finanziellen Risiken werden bis in die Projektebene
über monatliche Soll-Ist-Auswertungen zeitnah erfasst
und analysiert. Gerade bei langen Projektlaufzeiten im
Bereich der medizintechnischen Lösungen können zum
Beispiel im Rahmen von Tierstudien, Zulassungsverfahren und gesetzlichen Neuregelungen zeitliche oder
finanzielle Abweichungen vom ursprünglichen Projektplan auftreten. Durch den permanenten und intensiven
Austausch mit den Projektpartnern soll sichergestellt
werden, dass derartige Abweichungen rechtzeitig erkannt,
diskutiert und Lösungen erarbeitet werden.
Die Bio-Gate AG ist nach den internationalen Qualitätsmanagementnormen ISO 9001 und – speziell für
Medizinprodukte – nach ISO 13485 zertifiziert. Das ReZertifizierungs-Audit im Jahr 2014 führte zu keinerlei Beanstandungen. Das der Zertifizierung zugrunde liegende
Management-Handbuch regelt weitere Maßnahmen der
Risikosteuerung, die auch regelmäßig bei Re-Zertifizierungs-Audits von externen Auditoren überprüft werden.
Folgend sind die derzeit identifizierten Risiken in einer
Rangfolge entsprechend ihrer relativen Bedeutung für
Bio-Gate dargestellt. Es ist nicht auszuschließen, dass
darüber hinaus weitere Risiken existieren, die derzeit vom
Management nicht erkannt sind oder deren Eintrittswahrscheinlichkeit für vernachlässigbar gering eingeschätzt
wird. Für alle identifizierten möglichen Risiken wurde
ausreichend Vorsorge getroffen.
Risiken aus zukünftigen Projektverschiebungen
Verzögerungen bei den Projekten können sich negativ auf
den Geschäftsverlauf der Bio-Gate AG auswirken und in
der Folge Umsatz, Ergebnis und Liquidität unplanmäßig
belasten. Mit einer entsprechenden Vorsorge im Rahmen
des Risiko-Management-Systems gelang es dem Vorstand, durch die Platzierung geeigneter Finanzinstrumente die Liquidität zu sichern. Um zukünftig Abweichungen
noch rechtzeitig während des laufenden Produktionsprozesses zu erkennen, wurde bereits im Jahr 2012 ein neues System zur Überwachung der Abläufe in den Anlagen
von Bio-Gate installiert. Das Überwachungssystem wird
regelmäßig aktualisiert und weiterentwickelt.
Risiken aus regulatorischen Rahmenbedingungen
Bio-Gate ist in erheblichem Umfang von regulatorischen
Rahmenbedingungen in Europa, in den USA und in Japan
abhängig, die das Unternehmen naturgemäß nicht beeinflussen kann. Bedingungen für Produkt- und Verfahrenszulassungen können geändert oder verschärft werden.
Bei hieraus resultierenden Verzögerungen in technischen
oder bevorstehenden klinischen Evaluierungen können
Umsatz- und Ertragseinbußen drohen. Innerhalb eines
Entwicklungsprojekts können zudem Probleme auftreten,
die nicht während eines vernünftigen Zeitrahmens oder
mit vertretbarem finanziellem Aufwand zu lösen sind. Im
Falle des Projektabbruchs wären die bisher aufgewendeten Entwicklungskosten verloren und zukünftige Umsatzerwartungen beeinträchtigt. Die Risiken aus regulatorischen Rahmenbedingungen betreffen überwiegend den
Bereich der Beschichtungen in der Medizintechnik. Durch
eine enge Zusammenarbeit bei Entwicklungsprojekten
mit international tätigen Partnern und Kunden, die über
eine hohe Expertise mit Medizintechnikanwendungen
verfügen, konzentriert sich Bio-Gate nur auf langfristig
aussichtsreiche Projekte.
Risiken aus wesentlichen Kooperationsverträgen
Bei Kooperationen ist Bio-Gate auf den Erfolg und die
Unterstützung der Partner angewiesen. Hieraus können
sich Risiken ergeben, die nicht im Einflussbereich des
Bio-Gate-Konzerns liegen. Sowohl die Umsetzung von
Projekten innerhalb der definierten Zeitpläne als auch
die erfolgreiche Vermarktung der daraus resultierenden
Produkte sind Gemeinschaftsaufgaben. Der Gesellschaft
und dem jeweiligen Projektpartner muss es durch enge
Kooperation und Abstimmung gelingen, die Projekte wie
geplant umzusetzen. Es besteht das Risiko, dass bei Entwicklungsprojekten einer der Partner sein vertraglich vereinbartes Kündigungsrecht wahrnimmt. Meilensteinzahlungen können somit hinfällig werden. Bio-Gate reduziert
die Risiken aus Kooperationen durch eine sehr intensive
Zusammenarbeit mit den Partnern. Dennoch können bei
komplexen Entwicklungsprojekten Verzögerungen auftreten, die dann auch zu verspäteten Meilensteinzahlungen
führen. Darüber hinaus versucht die Gesellschaft durch
die Vereinbarung einer großen Zahl von Kooperationen,
die sich auf die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche
beziehen, die Abhängigkeit von einzelnen Kunden und
Projekten zu verringern.
Risiken aus mangelndem Markterfolg von Produkten
Der anhaltende technologische Wandel und ein sich
ständig änderndes Markt- und Wettbewerbsumfeld erfordern eine kontinuierliche Anpassung der Produktpalette.
Das verursacht Kosten und kann fehlschlagen. Trotz der
innovativen Technologien und der hohen Qualität der BioGate-Produkte ist nicht gewährleistet, dass die zukünftig
geplanten Produkte zum Zeitpunkt der Markteinführung
auch den erwarteten Markterfolg erzielen, was die Kalkulation umsatzabhängiger Lizenzzahlungen erschwert.
Eigene und von global agierenden Partnern permanent
durchgeführte Marktrecherchen sollen die Gefahr von
Fehlschlägen reduzieren.
Risiken aus der Zusammenarbeit mit Vertriebspartnern
Eine weltweit alleinige Markterschließung ist für den BioGate-Konzern isoliert betrachtet nicht wirtschaftlich. Daher
kooperiert das Unternehmen in langjähriger Zusammenarbeit mit Partnern, die über ein international strukturiertes
Vertriebsnetz verfügen. Damit hängt die Umsatzentwick-
lung des Bio-Gate-Konzerns wesentlich vom Markterfolg
der Vertriebs- und Kooperationspartner ab. Zudem liegt
es nicht im Einflussbereich des Unternehmens, wenn
etwa aus Marketinggesichtspunkten geplante Produkteinführungen beim Kunden verzögert werden. Bio-Gate reduziert die Vertriebsrisiken durch eine starke Unterstützung
der Vertriebs- und Kooperationspartner. Damit werden
auch die Vertriebsaktivitäten intensiviert und für das BioGate Management transparent.
Gesellschaft ist hierbei auf volumen- und wachstumsstarke Branchen fokussiert. Dazu gehören beispielsweise die
Medizintechnik, der Veterinärmarkt, der Bereich Kosmetik,
Wundbehandlung und Wundpflege sowie die Konsumund Industriegüterindustrie. Durch die Zusammenarbeit
mit international agierenden Partnern ist Bio-Gate auf
nahezu allen wichtigen Weltmärkten vertreten. In den von
Bio-Gate adressierten Branchen und Märkten besteht ein
Risiken aus der Preisentwicklung bei Rohstoffen
Bei zahlreichen Anwendungen verwendet Bio-Gate den
Rohstoff Silber. Wenngleich die Rohstoffmärkte permanent beobachtet werden, ist das Unternehmen beim
Einkauf von Silber von der aktuellen Preisentwicklung
abhängig. Dabei ist nicht auszuschließen, dass stark
steigende Rohstoffkosten erst mit einem zeitlichen Verzug
an die Kunden weitergegeben werden können. Bio-Gate
minimiert dieses Risiko durch eine flexible Vertragsgestaltung, innerhalb derer sich der Rohstoffpreis jeweils an die
aktuellen Preisentwicklungen anpasst.
101 erteilte Patente und Länderanmeldungen in Bereichen mit großem Marktpotenzial stellen eine solide Basis
für langfristiges Wachstum dar. Ziel der Patentstrategie ist
es, das Portfolio weiter auszubauen, um die Marktstellung
von Bio-Gate zu verbessern und damit einen wichtigen
Grundstein für künftiges Wachstum zu legen.
Zusammenfassung der Risikolage
Die Risikolage im Bio-Gate Konzern hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Risiken
im Zusammenhang mit der Akzeptanz der Produkte, der
Zusammenarbeit mit Partnern und des regulatorischen
Umfelds sind grundsätzlich unverändert geblieben. Zur
Finanzierung der Vertriebs- und Entwicklungskosten
zeichneten Ankeraktionäre Wandelanleihen und Aktien,
die unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben
wurden. Neben den durchgeführten Finanzierungsmaßnahmen ist die Unternehmensgruppe darauf angewiesen,
ausreichende Mittelzuflüsse aus der operativen Tätigkeit
zu erzielen und zudem in 2015 eine Kapitalmaßnahme
umzusetzen. Der Vorstand geht davon aus, dass die
Unternehmensplanung zukünftig erreicht und die erforderliche Kapitalmaßnahme erfolgreich umgesetzt werden
kann. Er ist daher vom Grundsatz der Unternehmensfortführung ausgegangen. Ein deutliches Unterschreiten
der Unternehmensplanung bzw. die nicht erfolgreiche Umsetzung der Kapitalmaßnahme würde die Unternehmung
wesentlich beeinträchtigen.
4.2. Chancen der künftigen Entwicklung
Neben den dargestellten Risiken sieht der Vorstand große
Chancen für den Bio-Gate-Konzern. Mit innovativen
Technologien ist Bio-Gate gut positioniert, um für das
Problem der weltweit zunehmenden Infektionen, antimikrobielle Lösungen zu entwickeln und zu vermarkten. Die
Chancen aus der Erschließung neuer Marktsegmente
Der Bio-Gate-Konzern hat im Berichtsjahr weitere
Machbarkeitsstudien für neue Geschäftsbereiche erstellt.
Hieraus ergibt sich die Möglichkeit, neue Marktsegmente, Kunden und Anwendungsgebiete zu erschließen, die
das Umsatz- und Ertragspotenzial vergrößern und das
Risiko verringern. In der Veterinärmedizin sowie bei der
Wundbehandlung und der Wundpflege konnten bereits
nennenswerte Erfolge erzielt werden. Dazu wurden durch
neue Vertriebspartnerschaften mit global aufgestellten Distributoren weitere Absatzmärkte für Mikrosilber
4.3. Prognosebericht (Ausblick)
Die Bio-Gate AG verfügt über innovative Lösungen und
Technologien für wirtschaftlich attraktive Märkte. Die
Nachfrage nach Produkten und Oberflächen mit antimikrobiellen Eigenschaften zur Verbesserung der Hygienestandards steigt stetig an und hat durch die jüngst
bekannt gewordenen Fälle von Krankenhausinfektionen
sogar noch an Dynamik gewonnen. Der Schutz vor gefährlichen Keimen muss aber zwingend über die hygienesensitiven Bereiche hinaus ausgedehnt werden. Denn die
Gefahren lauern beispielsweise auch in Sanitäranlagen, in
Büros und in öffentlichen Verkehrsmitteln.
Im Geschäftsjahr 2014 verfehlte die Bio-Gate AG ihre
Finanzziele. Wegen der insgesamt verbesserten Kostenstruktur im Konzern gelang es aber, trotz eines Umsatzrückgangs den Jahresfehlbetrag weiter einzugrenzen.
Im Rahmen unserer Wachstumsstrategie möchten wir
mit bestehenden Kunden weiter wachsen, neue Kunden
Technologien weltweit anbieten. Darüber hinaus ist das
Unternehmen dem strategischen Ziel, mit der Erweiterung
der Produkt- und Dienstleistungspalette die Haupterlöse
sukzessive mit antibakteriellen Additiven, Beschichtungsaufträgen und Lizenzeinnahmen zu erzielen, noch näher
gekommen. Das trifft besonders auf die neuen Projekte in
der Veterinärmedizin sowie bei der Wundbehandlung und
der Wundpflege zu. Hier gelangen Fortschritte, die sich
kurzfristig auf die Finanzkennzahlen auswirken werden.
So erweiterten wir beispielsweise bei den Produkten für
die Wundbehandlung unsere Wertschöpfungskette. Über
die reine Lieferung von Mikrosilber hinaus unterstützen
wir Kunden jetzt auch bei der Entwicklung und Lohnfertigung ihrer Produkte.
Nach dem Umsatzrückgang 2014 erwartet Bio-Gate
für das Geschäftsjahr 2015 deutlich steigende Erlöse
bei einem gleichzeitig deutlich sinkenden Fehlbetrag.
Voraussetzung für diese Prognose ist, dass es bei den
derzeitigen Entwicklungsprojekten zu keinen größeren
Verzögerungen kommt und die Planungen hinsichtlich der
Vermarktung der Produkte erfüllt werden.
5. Internes Kontrollsystem und Risikomanagementsystem bezogen auf den Konzernrechnungslegungsprozess
Das interne Kontrollsystem bezogen auf den Konzernrechnungslegungsprozess ist ein wesentlicher Bestandteil
des generellen Unternehmenssteuerungssystems der
Bio-Gate AG. Vorrangiges Ziel der externen Konzernrechnungslegung ist die sach- und termingerechte Informationsbereitstellung für die Adressaten des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Die Steuerung,
Überwachung und Kontrolle der Konzernrechnungslegung
ist in das mehrstufige Risikomanagementsystem von BioGate integriert. Das konzernrechnungslegungsbezogene
Risikomanagement zielt darauf ab, die im Hinblick auf den
Konzernabschluss und den Konzernlagebericht identifizierten und bewerteten Risiken zu reduzieren. Darin miteinbezogen sind die zum Konsolidierungskreis zählenden
Tochterunternehmen BioEpiderm GmbH und QualityLabs
BT GmbH. Die zur Aufstellung des Konzernabschlusses
anzuwendende Vorgehensweise ist in einem Handbuch
schriftlich fixiert und wird fortlaufend aktualisiert.
Nürnberg, den 30. März 2015
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG › › › 22-23
Angaben in EUR Umsatzerlöse
Erhöhung/Verminderung des Bestandes
an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
- davon aus Währungsumrechnung: EUR 22,92
(Vj.: EUR 1.338,51)
und bezogene Waren
01.01.-31.12.201401.01.-31.12.2013
2.145.436,362.483.767,90
25.645,03
-35.621,26
140.386,01
152.502,34
-529.109,66
-600.070,62
-1.436.975,48-1.702.500,95
a. Löhne und Gehälter
-1.218.514,39
-1.443.877,13
b. Soziale Abgaben und Aufwendungen
für Altersversorgung und Unterstützung,
dafür für Altersversorgung: EUR 5.749,31(Vj.: EUR 23.046,00)
-218.461,09
-258.623,82
Abschreibung Anlagevermögen
-334.928,06
-342.310,57
- davon aus Währungsumrechnung: EUR 36,97 (Vj.: EUR 152,59) -1.340.977,08-1.449.196,36
- davon an verbundene Unternehmen:
EUR 6.000,00 (Vj.: EUR 0,00)
Jahresfehlbetrag vor Fremdanteilen
Anteile anderer Geselllschafter am Gewinn/Verlust
-1.330.522,88-1.484.849,52
-66.961,74
-56.761,45
-1.397.484,62
-1.541.610,97
2.371,08
-1.742,00
-1.399.226,62
-1.521.470,98
-75.011,19
-22.839,43
-1.474.237,81-1.544.310,41
Konzernverlustvortrag
-2.604.873,67-1.060.563,26
Konzernbilanzverlust
-4.079.111,48-2.604.873,67
Angaben in TEUR Periodenergebnis vor außerordentlichen Posten
01.01.-31.12.2014 01.01.-31.12.2013
+ Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens
- Abnahme der Rückstellungen
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge
-/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte
-/+ Zunahme/Abnahme der Forderungen aus Lieferungen
-/+ Zunahme/Abnahme der sonstigen Vermögensgegenstände
+ Abnahme der sonstigen aktiven Rechnungsabgrenzungsposten3 7
+/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen sowie Verbund
+ Zunahme der sonstigen Verbindlichkeiten
+/- Zunahme/Abnahme erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0-26
= Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle
= Cashflow aus der Investitionstätigkeit
+ Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen
= Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Auszahlung aus der Tilgung von Finanzkrediten
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode
› › › 24-25
Angaben in EUR 31.12.2014 31.12.2013
48.190,00
72.285,00
A.Anlagevermögen
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte
und ähnliche Rechte und Werte
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte
und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
45.291,0071.136,50
718.606,00
840.060,00
812.587,00
983.481,50
527.600,00
631.276,00
177.142,00
175.072,50
704.742,00806.348,50
1.517.329,00
1.789.830,00
69.677,52
65.861,34
B.Umlaufvermögen
I.Vorräte
2. Unfertige Erzeugnisse
28.845,43
3.294,06
182.266,01
190.987,99
280.788,96260.143,39
238.163,28
121.193,41
16.855,15
1.893,11
255.018,43
123.086,52
54.763,41
125.917,08
590.570,80
509.146,99
6.230,44
2.114.130,242.308.176,99
4.303.673,00
3.769.729,00
2.Kapitalrücklagen
3.Konzernbilanzverlust
4. Ausgleichsposten für Anteile in Fremdbesitz
329.276,00
-4.079.111,48
-2.604.873,67
-27.102,47
-102.113,66
526.735,05
1.162.741,67
B.Rückstellungen
1.Steuerrückstellungen
178.875,00
1.Anleihen
260.545,36
180.513,16
4. Verbindlichkeiten ggü. verbundenen Unternehmen
- davon aus Steuern: EUR 17.878,60 (Vj.: EUR 43.385,23)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 2.863,36
(Vj.: EUR 1.152,49)
241.974,83
69.302,16
1.408.520,19
937.315,32
KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNG
› › › 26-27
Stand am 31.12.12
Agio aus Kapitalerhöhung
Kapitalerhöhung aus Wandelanleihen
1.419.729
Konzern-Jahresfehlbetrag
Stand am 31.12.13
Stand am 31.12.14
4.303.673
vom 01. Januar 2014 bis 31. Dezember 2014
Anschaffungs-, Herstellungskosten Stand
01.01.2014 ZugängeAbgänge
118.330,94
2. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte
und ähnliche Rechte und Werte sowie
Lizenzen an solchen Rechten und Werten
370.185,86
1.817.636,45
2.306.153,25
II.Sachanlagen
1.503.471,60
1.137.999,85
46.743,56
41.632,88
2.641.471,45
60.959,56
4.947.624,70
62.449,56
-1.060.563
Anteile im
-124.953
-107.516
1.272.0001.272.000
-1.544.310
-2.604.873
1.264.856
22.839-1.521.471
1.162.742
376.972376.972
-1.474.238
329.276
-4.079.111
553.838
75.011-1.399.227
Abschreibungen Stand
31.12.2014 01.01.2014
526.735
Zugänge Abgänge 31.12.2014
46.045,94
70.140,94
371.175,86
299.049,36
26.835,50
325.884,86
45.291,00
71.136,50
977.576,45
121.454,00
1.099.030,45
2.307.643,25
1.322.671,75
172.384,50
1.495.056,25
1.517.687,60
872.195,60
117.892,00
990.087,60
1.143.110,53
962.927,35
44.651,56
41.610,38
965.968,53
2.660.798,13
1.835.122,95
162.543,56
1.956.056,13
704.742,00
806.348,50
4.968.441,38
3.157.794,70
334.928,06
3.451.112,38
› › › 28-33
KONZERNANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2014
I. Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss und
Konzernabschlussstichtag
Die Bio-Gate AG hat nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches für Kapitalgesellschaften und des
Aktiengesetzes einen Einzelabschluss und als Mutterunternehmen einen Konzernabschluss aufgestellt.
2. Die Ausweiswahlrechte wurden dahingehend ausgeübt, dass eine Angabe im Konzernanhang erfolgt.
3. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde im Berichtsjahr nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
4. Die Geschäftsjahre für den Konzern, das Mutterunter nehmen und die konsolidierten Unternehmen entspre chen dem Kalenderjahr.
Die Einzelabschlüsse der Mutter- und der Tochtergesellschaften wurden in Euro gebucht und erstellt. Entsprechend wurde auch der Konzernabschluss in Euro erstellt.
II. Angaben zum Konsolidierungskreis
Der zum Vorjahr unveränderte Konsolidierungskreis
besteht neben der Bio-Gate AG, Nürnberg, aus folgenden
Konsolidierungsgrund
GmbH Nürnberg 100,0%Stimmrechte
70,0%Stimmrechte
Weitere Tochterunternehmen existieren zum Konzernabschlussstichtag nicht. Es wurden bis zum Zeitpunkt der
Erstellung des Konzernabschlusses keine weiteren Tochterunternehmen gegründet oder erworben.
III.Angaben zu den Konsolidierungsmethoden
Bei der Kapitalkonsolidierung wurde die Buchwertmethode angewandt (Vollkonsolidierung mit Minderheitenausweis). Dabei erfolgte die Verrechnung mit dem
Eigenkapital auf der Grundlage der Wertansätze zum Zeitpunkt der jeweiligen erstmaligen Einbeziehung der Tochterunternehmen in den Konzernabschluss am
Die Schuldenkonsolidierung erfolgt nach § 303 Abs. 1
HGB durch Eliminierung der Forderungen mit den entsprechenden Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen.
Eine Zwischenergebniseliminierung gemäß § 304 HGB
war nicht notwendig, da im Vorratsvermögen des Konzerns keine aus konzerninternen Lieferungen stammenden Bestandteile enthalten waren. Es sind somit keine
unrealisierten Erfolge in den Konzerngesellschaften zu
verzeichnen und das Vorratsvermögen ist vollständig zu
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet.
Die Aufwands- und Ertragskonsolidierung erfolgt gemäß
§ 305 Abs. 1 HGB durch Verrechnung der Erträge zwischen den Konzernunternehmen mit den auf sie entfallenden Aufwendungen. Die Zinserträge und ähnliche Erträge sind ebenso mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet worden.
Für das Tochterunternehmen BioEpiderm GmbH, an welchem die Muttergesellschaft mit 70% beteiligt ist,
wird aufgrund der Mehrheit der Stimmrechte eine Vollkonsolidierung bei gleichzeitigem Ausweis eines Anteils anderer Gesellschafter gem. § 307 HGB durchgeführt. Danach wird der Ausgleichsposten bilanziell gem. § 307
Abs. 1 HGB in dem entsprechenden Anteil am Kapital
unter der zutreffenden Bezeichnung innerhalb des Eigenkapitals gesondert ausgewiesen. In der Konzern-
Gewinn- und Verlustrechnung wird der auf die anderen
Gesellschafter entfallende Gewinn unterhalb des Jahresfehlbetrages unter der entsprechenden Bezeichnung gesondert ausgewiesen.
IV.Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (§ 284 Abs.
2 HGB) erfolgen im Rahmen der handelsrechtlichen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung, unter Beachtung
ergänzender Vorschriften für Kapitalgesellschaften.
Die Jahresabschlüsse der einbezogenen Tochterunternehmen werden in den Konzernabschluss entsprechend
den gesetzlichen Vorschriften einheitlich nach den bei der
Bio-Gate AG geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt.
Die immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und das Sachanlagevermögen wurden zu
Anschaffungskosten angesetzt und soweit abnutzbar,
um planmäßige Abschreibungen vermindert.
Der im Jahr 2005 durch die Verschmelzung entstandene und aktivierte Firmenwert wird aufgrund der damit
verbundenen, wertbegründenden Vermögensgegenstände und der Entwicklungen/Patente planmäßig über
die geschätzte betriebliche Nutzungsdauer von 15 Jahren abgeschrieben.
Anlagegüter mit einem Wert zwischen EUR 150,00 und
EUR 1.000,00 werden gemäß § 6 Abs. 2a EStG in
einem Sammelposten (Pool) über 5 Jahre abgeschrie ben. Geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Wert EUR
150,00 nicht übersteigt, wurden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.
2. Die Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstel lungskosten unter Berücksichtigung des niedrigeren
beizulegenden Wertes angesetzt. In den Herstellungs kosten der unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind
Fremdkapitalzinsen enthalten.
3. Bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegen ständen ist das strenge Niederstwertprinzip beachtet.
Sie sind zum Nennwert angesetzt.
4. Die liquiden Mittel wurden zu Nennwerten angesetzt.
Soweit Abwertungen notwendig waren, wurden die
liquiden Mittel mit dem niedrigeren beizulegenden Wert
angesetzt. Fremdwährungsguthaben wurden mit dem
Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag bewertet.
5. Hinsichtlich der Abgrenzung latenter Steuern wird vom
Aktivierungswahlrecht nach § 274 Abs. 1 S. 2 HGB kein
Gebrauch gemacht. Der im Rahmen der Verschmel zung entstandene Geschäfts- oder Firmenwert bleibt
bei der steuerlichen Gewinnermittlung außer Ansatz,
wodurch sich passive latente Steuern ergeben. Diesen
stehen jedoch aktive latente Steuern wegen des vor handenen steuerlichen Verlustvortrags gegenüber, der aufgrund der internen Planung teilweise nutzbar ist. Insgesamt ergibt sich ein Überhang an aktiven latenten Steuern, der aufgrund des Aktivierungswahlrechts nicht angesetzt wird.
6. Das Eigenkapital wurde mit dem Nennwert angesetzt.
Die sonstigen Rückstellungen und Steuerrückstellungen
sind mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt (§ 253
Abs. 1 HGB). Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten.
8. Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen
Die Umrechnung von Geschäftsvorfällen in fremder
Währung erfolgte bei den Forderungen mit dem Briefkurs am Entstehungstag bzw. mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag sowie bei den Verbindlichkeiten mit dem Geldkurs am Entstehungstag bzw.
dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag.
V. Angaben zur Konzernbilanz
1. Geschäfts- oder Firmenwert
Für Zwecke der Verschmelzung durch Aufnahme mit der
Bio-Gate Bioinnovative Materials GmbH, Nürnberg, wurde
im Jahr 2005 eine Kapitalerhöhung in Höhe von EUR
2.303.000,00 auf nunmehr EUR 2.940.000,00 vorgenommen. Den Gesellschaftern der übertragenden Gesellschaft
wurden für die Übertragung des Vermögens als Ganzes
mit allen Rechten und Pflichten Aktien der Nano-SilberAG gewährt. Der Unterschiedsbetrag, um den die für die
Übernahme des übertragenden Unternehmens bewirkte
Gegenleistung den Wert der einzelnen Vermögensgegenstände abzüglich der Schulden übersteigt, wurde in
einen Geschäfts- oder Firmenwert eingestellt (§ 255 Abs.
4 Satz 1 HGB). Dieser wird aufgrund der damit verbundenen, wertbegründenden Vermögensgegenstände und der
Entwicklungen/Patente planmäßig über die geschätzte
betriebliche Nutzungsdauer von 15 Jahren abgeschrieben. Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung sind
zurzeit nicht vorhanden.
2.Anlagevermögen
Die Aufgliederung und Entwicklung der in der Konzernbilanz erfassten Anlagegegenstände sowie des oben
erläuterten Firmenwerts ist im beigefügten Konzernanlagespiegel dargestellt.
Sämtliche Abschreibungen werden linear vorgenommen.
Dabei werden Maschinen und maschinelle Anlagen in der
Regel über acht bis zehn, in Ausnahmefällen über fünfzehn
Jahre abgeschrieben. Laboreinrichtungen werden über
drei bis fünf und Büroeinrichtungen über acht bis fünfzehn
Jahre abgeschrieben.
3. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
bestand keine Notwendigkeit für Einzel- oder Pauschalwertberichtigungen.
4. Liquide Mittel
In den liquiden Mitteln werden Fremdwährungskonten in
US-Dollar geführt. Diese wurden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag bewertet.
Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten
in Höhe von TEUR 4 ein die KfW-Darlehen betreffendes
6. Gezeichnetes Kapital
Das Grundkapital beträgt zum 31.12.2014 EUR
4.303.673,00 und ist eingeteilt in 4.303.673 nennwertlose
auf den Inhaber lautenden Stückaktien.
Die Hauptversammlung vom 23. Mai 2014 hat die Änderung des § 4 Ziffer 4.11. (Bedingtes Kapital) der Satzung
beschlossen. Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis
zu EUR 156.972,00 durch Ausgabe von bis zu 156.972
neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt
erhöht (Bedingtes Kapital V).
Darüber hinaus hat die Hauptversammlung vom 23. Mai
2014 beschlossen, ein neues Bedingtes Kapital (Bedingtes
Kapital VI) zu schaffen und eine neue Ziffer 4.12 im § 4 der
Satzung einzufügen. Durch den Beschluss wird der Vorstand ermächtigt, mit der Zustimmung des Aufsichtsrats bis
zum 22. Mai 2019 auf den Inhaber lautende Wandel- und/
oder Optionsschuldverschreibungen oder eine Kombination
dieser Instrumente im Gesamtnennbetrag von bis zu EUR
4.000.000,00 mit einer Laufzeit von längstens 20 Jahren
auszugeben und den Inhabern bzw. Gläubigern dieser
Schuldverschreibungen Wandlungs- bzw. Optionsrechte für
auf den Inhaber lautende Stückaktien der Bio-Gate AG mit
einem anteiligen Betrag am Grundkapital von insgesamt
bis zu EUR 1.350.920,00 zu gewähren.
Desweiteren wurde die Änderung des § 4 Ziffer 4.6.
(Genehmigtes Kapital) der Satzung beschlossen. Durch
den Beschluss wird der Vorstand ermächtigt, mit der
Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 22. Mai 2019 durch
Ausgabe von bis zu 1.884.864 neuen nennwertlosen auf
Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals das Grundkapital um bis zu
insgesamt EUR 1.884.864,00 zu erhöhen (Genehmigtes
Kapital I).
Daneben wurde in der Hauptversammlung vom 23. Mai
2014 das bedingte Kapital 2011/IV zur Gewährung von
Aktienoptionen aufgehoben sowie die Schaffung eines Bedingten Kapitals VII beschlossen (Aktienoptionsprogramm
2014). Der Vorstand wird ermächtigt mit Zustimmung des
Aufsichtsrates bis zum 31. Dezember 2019 die Aktienoptionen auszugeben, die insgesamt zum Bezug von bis zu
348.297 auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem
rechnerischen Anteil am Grundkapital in Höhe von jeweils
EUR 1,00 je Aktie berechtigen. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie die Inhaber der
ausgegebenen Aktienoptionen ihr Bezugsrecht ausüben.
Die Aktienoptionen dürfen erstmals im ersten vollständigen
Ausübungszeitraum nach Ablauf von vier Jahren („Wartezeit“) nach dem Ausgabezeitpunkt ausgeübt werden.
Letztmals können die Aktienoptionen sechs Jahre nach
dem Ausgabetag der jeweiligen Bezugsrechte im folgenden
Jahr ausgeübt werden. Danach verfallen die Aktienoptionen ersatzlos.
Die Ausübung von Aktienoptionen ist nur zulässig, wenn
die Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Ausübung
der Aktienoptionen das Erfolgsziel zum jeweiligen Ausübungszeitraum erreicht haben. Dieses gilt als erreicht,
wenn der Wert der Aktie der Gesellschaft den Ausübungszeitraum um mindestens 20 % übersteigt. Maßgeblicher
Wert ist der volumengewichtete durchschnittliche Schlussauktionskurs der Aktie der Gesellschaft im XETRA-Handel
an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten
10 Börsenhandelstage vor dem Beginn des jeweiligen
Ausübungszeitraums („Vergleichspreis“). Sollte die Aktie
der Gesellschaft nicht mehr im XETRA-Handel gehandelt,
im XETRA-Handel kein Schlusskurs mehr festgestellt oder
der XETRA-Handel eingestellt werden, ist der Vorstand mit
Zustimmung des Aufsichtsrates bzw. – soweit Aktienoptionen von Mitgliedern des Vorstands betroffen sind – der
Aufsichtsrat berechtigt, ein anderes, vergleichbares Nachfolgesystem, an dem die Aktie gehandelt wird bzw. eine
vergleichbare Kursfeststellung als Ersatz festzulegen.
Am 2. Dezember 2014 wurde das genehmigte Kapital I
(2014) teilweise genutzt und durch die Ausgabe von neuen
Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts das Grundkapital erhöht. Insgesamt wurden 376.972 neue Aktien
zu einem Preis von EUR 1,40 je Aktie im Rahmen einer
Privatplatzierung begeben. Das Grundkapital der Gesellschaft erhöht sich im Zuge der Kapitalmaßnahme um EUR
376.972,00 auf EUR 4.146.701,00.
Am 5. Dezember 2014 wurden die Teilschuldverschreibungen der Nullkupon-Wandelanleihen von Bedingtem Kapital V im Verhältnis 1:1 in auf den Inhaber lautende Stückaktien der Bio-Gate AG umgetauscht. Das Grundkapital der
Bio-Gate AG erhöhte sich durch die Wandlung dieser Wandelanleihen um EUR 156.972,00 auf EUR 4.303.673,00.
7.Kapitalrücklage
Durch die Kapitalerhöhung vom 2. Dezember 2014, wurden
376.972 neue Aktien zu einem Preis von EUR 1,40 je Aktie
im Rahmen einer Privatplatzierung begeben.
Darüber hinaus wurden die am 13. Februar 2014 zu einem
Preis von je EUR 1,50 und unter Ausschluss der Bezugsrechte begebenen unverzinslichen Inhaber-Wandelschuldverschreibungen über insgesamt 156.972 gewandelt.
Damit beläuft sich das Agio auf EUR 229.276,00 und die
Kapitalrücklage im Berichtsjahr auf EUR 329.276,00.
8. Ausschüttungsgesperrte Beträge
Jahresüberschüsse in Höhe von TEUR 48 sind für die
Ausschüttung gesperrt, da selbst geschaffene immaterielle
Vermögensgegenstände des Anlagevermögens in diesem
Umfang aktiviert wurden.
9. Ausgleichsposten für Anteile in Fremdbesitz
Der Ausgleichsposten für Anteile in Fremdbesitz wurde
erstmals im Rahmen der Kapitalkonsolidierung zum 01.
Januar 2006 ermittelt und beträgt zum 31. Dezember 2014
EUR -27.102,47.
10.Steuerrückstellungen
Die Steuerrückstellungen enthalten eine Rückstellung
für drohende Umsatzsteuernachzahlung aufgrund von
Betriebsprüfungen in Höhe von TEUR 7.
11.Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen setzen sich im Einzelnen wie
31.12.201431.12.2013
56.190109.435
Rückstellung für Hauptversammlung/Geschäftsbericht 37.50024.500
Rückstellung für Jahresabschlusserstellung und -prüfung
13.68518.685
172.375201.620
12.Verbindlichkeiten
Restlaufzeit mehr als
1-5 J.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 406
- davon i. Rahmen d. sozialen Sicherheit
Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind
TEUR 500 durch Sicherungsübereignung von Inventar
der Betriebstätte Bremen und durch eine Verpflichtungserklärung der Gesellschaft in Bezug auf Patente und
Gebrauchsmuster besichert.
13.Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Es bestehen jährliche finanzielle Verpflichtungen aus Mieten in Höhe von TEUR 242.
Die Leasingverpflichtungen stellen sich, bezogen auf die
Gesamtlaufzeiten wie folgt dar:
TEUR 15
TEUR 14
VI. Angaben zur Konzern-Gewinn- und
Die Abschreibungen des Konzerns setzen sich wie folgt
Abschreibung auf immat.
-50.930,50-34.243,00
Abschreibung auf Geschäftsoder Firmenwert
-121.454,00
-121.455,00
Abschreibungen auf Sachanlagen und GWG
-162.543,56
-186.612,57
-334.928,06-342.310,57
3. Entwicklung des Konzernergebnisses
Die Umsatzerlöse gliedern sich regional wie folgt auf:
Jahresfehlbetrag-1.399.226,62
1.7261.920
am Gewinn/Verlust
Ausland ohne EU
Die Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereichen gliedern sich
wie folgt auf:
Beschichtungsumsätze
Silber & Polymere
Konzernjahresfehlbetrag-1.474.237,81
1. Arbeitnehmerzahl
Die in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften beschäftigten im Zeitraum vom 1. Januar 2014 bis zum
31. Dezember 2014 durchschnittlich 22 Arbeitnehmer.
2. Gesamtbezüge der Mitglieder des Geschäftsführungsorgans und Aufsichtsrat
Vorstandsmitglieder waren
Karl Richter, Geschäftsführer, Nürnberg
Marc Lloret-Grau, Diplom-Betriebswirt, MBA, Nürnberg
Die Vorstandsbezüge betrugen im Zeitraum vom
1. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2014 TEUR 160,5.
Aufsichtsratsmitglieder sind die Herren
Dr. Knud Klingler, Kaufmann, Nürnberg
Volker Rofalski, Diplom-Kaufmann, München (stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender)
Prof. Dr. Dr. Volker Alt, Facharzt für Chirurgie,
Der Aufsichtsrat erhielt in 2014 eine Vergütung in Höhe von
TEUR 22,5 von der Aktiengesellschaft.
3. Honorare für den Abschlussprüfer
Für den Abschlussprüfer des Konzernabschlusses im
Sinne von § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB sind im Geschäftsjahr
2014 folgende Aufwendungen angefallen:
Abschlussprüfung: TEUR 17,5
Sonstige Bestätigungs- oder Bewertungsleistungen: TEUR 0
Steuerberatungsleistungen: TEUR 2,2
sonstige Leistungen: TEUR 58,8
› › › 34
An die Bio-Gate AG, Nürnberg:
Wir haben den von der Bio-Gate AG, Nürnberg aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinnund Verlustrechnung, Anhang, Kapitalflussrechnung und
Eigenkapitalspiegel - und den Konzernlagebericht für
das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2014 bis 31. Dezember
2014 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und
Konzernlagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen
Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstands der
Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der
von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den
Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.
Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung
gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter
Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.
Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von
der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317
HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach
ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass
Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung
des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch
den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit
hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse
über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche
und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der
Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für
die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht
überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die
Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der
in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der
Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten
Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der
wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die
Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung,
dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage
für unsere Beurteilung bildet.
die Ausführungen im Konzernlagebericht hin. Dort ist in
Abschnitt „Risiken der künftigen Entwicklung“ ausgeführt,
dass neben den durchgeführten Finanzierungsmaßnahmen die Unternehmensgruppe darauf angewiesen ist,
umzusetzen. Der Vorstand geht davon aus, dass die Unternehmensplanung zukünftig erreicht und die erforderliche
Kapitalmaßnahme erfolgreich umgesetzt werden kann. Er
ist daher vom Grundsatz der Unternehmensfortführung
ausgegangen. Ein deutliches Unterschreiten der Unternehmensplanung bzw. die nicht erfolgreiche Umsetzung der
Kapitalmaßnahme würde die Unternehmung wesentlich
MorgenrothWagner
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