Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=SozR%204-2700%20%C2%A7%208%20Nr.%2016
Timestamp: 2019-10-22 07:16:33
Document Index: 28979925

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 548', '§ 8', '§ 8', '§ 55', '§ 551', '§ 2', '§ 2', '§ 8', '§ 2', '§ 8', '§ 55', '§ 551', '§ 2', '§ 8', '§ 8', '§ 5', '§ 8', '§ 548', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 1150', '§ 539', '§ 8', '§ 2', '§ 54', '§ 55', '§ 551', '§ 2', '§ 2', '§ 8', '§ 2']

BSG, 13.12.2005 - B 2 U 29/04 R - dejure.org
https://dejure.org/2005,292
BSG, 13.12.2005 - B 2 U 29/04 R (https://dejure.org/2005,292)
BSG, Entscheidung vom 13.12.2005 - B 2 U 29/04 R (https://dejure.org/2005,292)
BSG, Entscheidung vom 13. Dezember 2005 - B 2 U 29/04 R (https://dejure.org/2005,292)
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Gesetzliche Unfallversicherung - Arbeitsunfall - sachlicher Zusammenhang - Betriebssport - Wettkampfcharakter - Ausgleichscharakter - Teilnehmerkreis - Skiausfahrt
gesetzliche Unfallversicherung - Arbeitsunfall - sachlicher Zusammenhang - Betriebssport - Wettkampcharakter - Ausgleichscharakter - Teilnehmerkreis - Skiausfahrt
Qualifizierung eines Skiunfalls im Rahmen einer von der Betriebssportgemeinschaft des Unternehmens veranstalteten mehrtätigen sog. Skiausfahrt als Arbeitsunfall; Anforderungen an einen Arbeitsunfall i.S.d. § 8 Abs. 1 S. 1 Sozialgesetzbuch Siebtes Buch (SGB VII); Bestehens ...
RVO § 548 Abs. 1 S. 1; SGB VII § 8 Abs. 1
Sind betriebssportliche Wettkämpfe gesetzlich unfallversichert?
Arbeitsrecht - Skiunfall ist kein Arbeitsunfall
Skiausflug ist kein Betriebssport! - Verletzte Betriebswirtin erhält keine Leistungen von der gesetzlichen Unfallversicherung
123recht.net (Pressemeldung, 19.12.2005)
Kein gesetzlicher Unfallschutz beim Skifahren // Auch Fußballturniere künftig nicht mehr versichert
Schutz in der gesetzlichen Unfallversicherung bei Sportunfall
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BSG vom 13.12.2005, Az.: B 2 U 29/04 R (Betriebssport/Skiausfahrt)" von Prof. Dr. Jochem Schmitt, original erschienen in: SGb 2007, 49 - 50.
SG Stuttgart, 16.01.2003 - S 9 U 4573/01
LSG Baden-Württemberg, 02.03.2004 - L 1 U 1054/03
NJW 2007, 399
Eine rechtlich unzutreffende Auffassung von Unternehmen und Beschäftigten, eine bestimmte Verrichtung stehe im sachlichen Zusammenhang mit der versicherten Tätigkeit und damit unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, vermag keinen Versicherungsschutz zu begründen (vgl BSG vom 13.12.2005 - B 2 U 29/04 R - SozR 4-2700 § 8 Nr. 16 RdNr 22 mwN) .
Die auf Anerkennung eines Unfalls als Arbeitsunfall gerichtete Klage ist bei sinnentsprechender Auslegung nicht als Leistungsklage, sondern als Feststellungsklage nach § 55 Abs. 1 Nr. 1 des Sozialgerichtsgesetzes (SGG) aufzufassen, mit der die gerichtliche Feststellung erreicht werden soll, dass der streitige Unfall ein Arbeitsunfall ist (…BSG SozR 2200 § 551 Nr. 35 S 67 f;… SozR 4-2700 § 2 Nr. 2 RdNr 4;… SozR 4-2700 § 2 Nr. 3 RdNr 4-5; SozR 4-2700 § 8 Nr. 16 RdNr 10).
Entgegen der Auffassung des Klägers stehen Urlaubs- und Freizeitaktivitäten wie auch sportliche Betätigungen nach der Rechtsprechung des BSG auch dann nicht unter Versicherungsschutz, wenn das Unternehmen sie finanziert (oder organisiert), denn das Unternehmen hat es nicht in der Hand zu bestimmen, welche Verrichtungen in sachlichem Zusammenhang mit der versicherten Tätigkeit stehen, ein solcher muss vielmehr objektiv vorliegen (BSG vom 13. Dezember 2005 - B 2 U 29/04 R).
Die Annahme von Betriebssport setzt u. a. voraus, dass sich Angehörige eines Unternehmens zu einer Betriebssportgemeinschaft zusammengeschlossen haben, der Ausgleichssport regelmäßig stattfindet und in einem dem Ausgleichszweck entsprechendem Zusammenhang mit der betrieblichen Tätigkeit stehen muss (vgl. nur BSG vom 13. Dezember 2005 - B 2 U 29/04 R).
Schließlich folgt auch nichts anderes daraus, dass bei Beschäftigten iS des § 2 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII die Teilnahme an einer mehrtägigen Skiausfahrt nach Italien nicht als versicherter Betriebssport unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung steht, weil es an einem zeitlichen und örtlichen Bezug zu der regulären versicherten Tätigkeit fehlt (vgl BSG vom 13.12.2005 - B 2 U 29/04 R - SozR 4-2700 § 8 Nr. 16) .
Er verkennt jedoch, dass die gesetzliche Unfallversicherung seit jeher über die Haftpflichtersetzung hinaus auch auf dem sozialen Schutzprinzip beruht (vgl schon Begründung zum Entwurf des späteren Unfallversicherungsgesetzes vom 6. Juli 1884, abgedruckt in Stenographische Berichte über die Verhandlungen des Reichstages, 5. Legislaturperiode, IV. Session 1884, Anlage Nr. 4, S 50, 65; vgl aktuell BSG vom 13. Dezember 2005 - B 2 U 29/04 R - RdNr 21 des Umdrucks mwN).
Ihre Klage ist ungeachtet der Fassung der Anträge nicht als Leistungsklage, sondern als Feststellungsklage gemäß § 55 Abs. 1 des Sozialgerichtsgesetzes (SGG) aufzufassen, denn es geht ihr bei sinnentsprechender Auslegung ihres Begehrens um die gerichtliche Feststellung, dass ihr Unfall am 7. Mai 2004 ein Arbeitsunfall ist (…BSG SozR 2200 § 551 Nr. 35 S 67 f;… SozR 4-2700 § 2 Nr. 2 RdNr 4 und Nr. 3 RdNr 4-5; SozR 4-2700 § 8 Nr. 16 RdNr 10).
Dieses ist seit dem Unfallversicherungsgesetz vom 6. Juli 1884 (RGBl 69) bis zum heutigen SGB VII geprägt durch die Haftungsersetzung - an die Stelle des von der Haftung gegenüber dem Arbeitnehmer freigestellten Unternehmers tritt der öffentlich-rechtliche Unfallversicherungsträger, der seinerseits alleine von den Unternehmern finanziert wird - sowie das soziale Schutzprinzip im Verhältnis zwischen Unternehmer und Arbeitnehmer (vgl zuletzt BSG SozR 4-2700 § 8 Nr. 16 RdNr 21; Gitter/von Nuntius in Handbuch des Sozialversicherungsrechts, Band II, Unfallversicherung, 1996, § 5 RdNr 28 ff).
Der erforderliche innere bzw. sachliche Zusammenhang ist wertend zu ermitteln, indem untersucht wird, ob die jeweilige Verrichtung innerhalb der Grenze liegt, bis zu welcher nach den gesetzlichen Vorgaben der Versicherungsschutz in der gesetzlichen Unfallversicherung reicht (vgl. BSG Urteil vom 13. Dezember 2005 - B 2 U 29/04 R -, a. a. O., Urteil vom 09. Dezember 2003 - B 2 U 52/02 R -, in SozR 4-2700 § 8 Nr. 2;… BSG in SozR 3-2200 § 548 Nr. 84, SozR 3-2700 § 8 Nr. 10).
Ein sachlicher Zusammenhang mit der Beschäftigung liegt auch vor, wenn der Versicherte an einer betrieblichen Gemeinschaftsveranstaltung (BSGE 1, 179, 181 ff.;… zuletzt BSG Urteile vom 22. September 2009 - B 2 U 27/08 R -, in Juris, 07. Dezember 2004 - B 2 U 47/03 R -, in SozR 4-2700 § 8 Nr. 11, und 09. Dezember 2003 - B 2 U 52/02 R -, in SozR 4-2700 § 8 Nr. 2) oder an Betriebssport (BSG Urteil vom 13. Dezember 2005 - B 2 U 29/04 R -, in SozR 4-2700 § 8 Nr. 16; Urteil vom 26. Oktober 2004 - B 2 U 38/03 R -, in Juris) teilnimmt.
Denn eine sportliche Betätigung kann als Ausübung von Betriebssport unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung nur stehen, wenn der Sport einen Ausgleichs- und nicht einen Wettkampfscharakter hat, er regelmäßig stattfindet, der Teilnehmerkreis sich im Wesentlichen auf Angehörige des Unternehmens bzw. der Unternehmen beschränkt, die sich zu einer Betriebssportgemeinschaft zusammengeschlossen haben, die Übungszeit und die Übungsdauer in einem dem Ausgleichszweck entsprechenden Zusammenhang mit der betrieblichen Tätigkeit stehen und die Übungen im Rahmen einer unternehmensbezogenen Organisation stattfinden (vgl. BSG Urteile vom 26. Oktober 2004 - B 2 U 38/03 R - und 13. Dezember 2005 - B 2 U 29/04 R -, jeweils a. a. O.).
Kerngedanke der Einbeziehung des Betriebssports in den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung ist die Erkenntnis, dass eine solche sportliche Betätigung mit dem Ziel der körperlichen Schulung und Ausbildung nicht nur dem Sporttreibenden, sondern durch die günstige Beeinflussung der Gesunderhaltung des Arbeitnehmers letztlich auch dem Unternehmerinteresse durch eine Reduzierung des Krankenstandes sowie Steigerung der Motivation der Mitarbeiter zugutekommt (vgl BSG Urteil vom 13.12.2005 - B 2 U 29/04 R - SozR 4-2700 § 8 Nr. 16; BSG Urteil vom 22.9.2009 - B 2 U 27/08 R - UV-Recht Aktuell 2010, 275; vom 27.10.2009 - B 2 U 29/08 R - UV-Recht Aktuell 2010, 279;… zuletzt BSG vom 4.7.2013 - B 2 U 5/12 R - SozR 4-2200 § 1150 Nr. 2, SozR 4-2200 § 539 Nr. 3 …sowie vom 13.11.2012 - B 2 U 27/11 R - SozR 4-2700 § 8 Nr. 45, SozR 4-2700 § 2 Nr. 23; s auch Bieresborn, SGb 2007, 472 ff) .
Die auf Anerkennung des Unfalls vom 22. März 2002 als Arbeitsunfall gerichtete Klage ist bei sinnorientierter Auslegung als Anfechtungs- und Feststellungsklage (§ 54 Abs. 1 Satz 1 iVm § 55 Abs. 1 Nr. 1 des Sozialgerichtsgesetzes ) aufzufassen, mit der unter Aufhebung der angefochtenen Bescheide die gerichtliche Feststellung erreicht werden soll, dass der streitige Unfall ein Arbeitsunfall ist (…vgl BSG SozR 2200 § 551 Nr. 35;… SozR 4-2700 § 2 Nr. 2 RdNr 4;… SozR 4-2700 § 2 Nr. 3 RdNr 4-5; SozR 4-2700 § 8 Nr. 16 RdNr 10).
LSG Bayern, 06.03.2019 - L 2 U 148/17
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SG Detmold, 21.10.2010 - S 14 U 152/08
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LSG Saarland, 18.01.2006 - L 2 U 139/04
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LSG Rheinland-Pfalz, 20.06.2013 - L 5 U 115/12
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SG Augsburg, 30.01.2012 - S 8 U 296/11
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Der Gang zur Bank durch eine Pflegeperson um Geld für den Einkauf abzuholen …
SG München, 04.04.2017 - S 23 U 668/15
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Skiunfall bei einer Tagung von Vermögensberatern nicht versichert.
SG Augsburg, 29.03.2011 - S 8 U 28/11
BSG, 05.07.2007 - B 2 U 87/07 B