Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%202012,%201779
Timestamp: 2019-10-19 01:15:36
Document Index: 298701747

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 199', '§ 826', '§ 199', '§ 826', '§ 199', '§ 199', '§ 826', '§ 826', 'BGH', 'BGH', '§ 830', 'BGH', '§ 826', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 199', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 24.07.2012 - II ZR 177/11 - dejure.org
https://dejure.org/2012,25254
BGH, 24.07.2012 - II ZR 177/11 (https://dejure.org/2012,25254)
BGH, Entscheidung vom 24.07.2012 - II ZR 177/11 (https://dejure.org/2012,25254)
BGH, Entscheidung vom 24. Juli 2012 - II ZR 177/11 (https://dejure.org/2012,25254)
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BGB § 199 Abs. 1, § 826
§ 199 Abs 1 BGB, § 826 BGB
Existenzvernichtungshaftung des GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführers: Beginn der Verjährungsfrist
BGB §§ 199, 826
Regelmäßige Verjährung für Eingriff aus Existenzvernichtungshaftung
Beginn der regelmäßigen Verjährung für Ansprüche aus Existenzvernichtungshaftung gegen einen Gesellschafter-Gesellschafter einer GmbH
Zur Verjährung des Anspruchs aus Existenzvernichtungshaftung gegen den Gesellschafter-Gesellschafter
Zum Beginn der Verjährung für den Anspruch aus Existenzvernichtungshaftung
Beginn der Verjährung für den Anspruch aus Existenzvernichtungshaftung gegen den Gesellschafter-Gesellschafter einer GmbH
BGB § 199 Abs. 1 Nr. 2; BGB § 826
Verjährung für den Anspruch aus Existenzvernichtungshaftung
Verjährung für Ansprüche aus Existenzvernichtungshaftung
Einlagenrückgewähr, existenzvernichtende Eingriffe, Gesellschaftsrecht, Haftung, Insolvenz, Kapitalerhaltung, Schadensersatzanspruch, Überschuldung, Verjährung
BGB §§ 826, 195, 199
Anspruch aus Existenzvernichtungshaftung eines GmbH-Gesellschafters verjährt nach den allgemeinen Vorschriften
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 24.07.2012, Az.: II ZR 177/11 (Beginn der Verjährung für Ansprüche aus Existenzvernichtungshaftung" von RA Dr. Stephan Ulrich, original erschienen in: GmbHR 2012, 1070 - 1074.
Kurznachricht zu "Beginn der Verjährung bei Ansprüchen wegen existenzvernichtenden Eingriffs gegen mittelbare GmbH-Gesellschafter" von RA Dr. Jonas Herman und RA Dr. Niclas von Woedtke, original erschienen in: NZG 2012, 1297 - 1299.
LG Koblenz, 06.05.2010 - 1 O 385/09
OLG Koblenz, 21.07.2011 - 6 U 543/10
NJW 2012, 3231
NJW-RR 2012, 1240
ZIP 2012, 1804
MDR 2012, 1173
NZI 2012, 894
WM 2012, 1779
BB 2012, 2591
DB 2012, 2096
NZG 2012, 1069
Als Haftende kommen neben dem unmittelbaren Gesellschafter der GmbH auch mittelbare Gesellschafter (Gesellschafter-Gesellschafter, vgl. BGH…, Urteil vom 16. Juli 2007, aaO Rn. 44) sowie Mittäter, Anstifter und Gehilfen (§ 830 BGB; BGH…, Urteil vom 16. Juli 2007, aaO Rn. 46; vom 24. Juli 2012 - II ZR 177/11, WM 2012, 1779 Rn. 14) in Betracht, im Streitfall somit grundsätzlich sämtliche Beklagte.
Weil sich der Anspruch auf § 826 BGB stützt, richtet sich die Verjährung nicht nach den Sondervorschriften des GmbH-Gesetzes, sondern nach den allgemeinen Regeln (BGH…, Urteil vom 9. Februar 2009 - II ZR 292/07, BGHZ 179, 344 Rn. 33; vom 24. Juli 2012 - II ZR 177/11, WM 2012, 1779 Rn. 14).
Die gesamten im Insolvenzverfahren angemeldeten Forderungen zuzüglich der Kosten des (vorläufigen) Insolvenzverfahrens stellen die Obergrenze dar, die aber nur dann zu ersetzen sind, wenn ohne den existenzvernichtenden Eingriff alle Gläubiger hätten befriedigt werden können (BGH, Urteil vom 24.07.2012 - II ZR 177/11, MDR 2012, 1173-1174, zitiert nach juris, Rn. 29).
Eine Partei genügt ihrer Darlegungslast bereits dann, wenn sie Tatsachen vorträgt, die in Verbindung mit einem Rechtssatz geeignet sind, das geltend gemachte Recht als in ihrer Person entstanden erscheinen zu lassen (st. Rspr.; vgl. BGH…, Urteil vom 2. Februar 2012 - I ZR 81/10, GRUR 2012, 945 Rn. 33 = WRP 2012, 1222 - Tribenuronmethyl; Urteil vom 24. Juli 2012 - II ZR 177/11, NJW-RR 2012, 1240 Rn. 26).
Grob fahrlässige Unkenntnis im Sinne von § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB liegt vor, wenn dem Gläubiger die Kenntnis deshalb fehlt, weil er ganz nahe liegende Überlegungen nicht angestellt oder das nicht beachtet hat, was im gegebenen Fall jedem hätte einleuchten müssen, wie etwa dann, wenn sich dem Gläubiger die den Anspruch begründenden Umstände förmlich aufgedrängt haben und er leicht zugängliche Informationsquellen nicht genutzt hat (BGH 24.07.2012 - II ZR 177/11 - Rn. 17, NJW-RR 2012, 1240).
Die angemeldeten Forderungen können daher als Obergrenze nur zu ersetzen sein, wenn ohne den existenzvernichtenden Eingriff alle Gläubiger hätten befriedigt werden können (vgl. BGH, WM 2012, 1779 [juris Rn. 29]).
Das sind Fälle, in denen dem Gesellschafter vorgeworfen wird, durch seinen Eingriff das Gesellschaftsvermögen kompensationslos, d.h. ohne angemessenen Ausgleich entzogen und durch diesen Eingriff die Insolvenz der Gesellschaft herbeigeführt oder vertieft zu haben (BGHZ 173, 246; BGH, Urteil vom 24. Juli 2012, ZIP 2012, 1804 Rdn. 25).