Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/1/81260000030.htm
Timestamp: 2018-12-13 09:40:24
Document Index: 287662009

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 2', '§ 4', '§ 3', '§ 4', '§ 63']

1.26.030 Jagsttal mit Nebentälern und angrenzenden Gebieten in der Gemeinde Schöntal
Verordnung des Landratsamtes Hohenlohekreis als untere Naturschutzbehörde
über das Landschaftsschutzgebiet "Jagsttal mit Nebentälern und angrenzenden
Gebieten in der Gemeinde Schöntal" vom 20. November 1998
Aufgrund von §§ 22 und 58 Abs. 3 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege
der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft
(Naturschutzgesetz - NatSchG) i.d.F. vom 29.3.1995 (GBl. S. 385) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Schöntal, Hohenlohekreis, werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Jagsttal mit Nebentälern und angrenzenden Gebieten in der Gemeinde Schöntal".
(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von ca 665 ha.
(2) Das Landschaftsschutzgebiet umfaßt im Wesentlichen folgende Landschaftsbestandteile:
- Talaue der Jagst mit Prall- und Gleithängen zwischen Bieringen und Kreisgrenze Landkreis Heilbronn
- Erlenbach zwischen Bieringen und Kreisgrenze Neckar - Odenwald - Kreis
- Klingen und Seitenbäche der Jagst und des Erlenbaches in den o.a. Abschnitten mit angrenzenden Gebieten
(3) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte M 1: 25 000 und in 2 Karten M 1: 5 000 grün umrandet und die Schutzgebietsfläche grün gepunktet eingetragen. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Hohenlohekreis , Allee 17, 74563 Künzelsau und beim Bürgermeisteramt Schöntal, Kloster Schöntal,
74214 Schöntal zur Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.
1. der Schutz vor Beeinträchtigungen der das Schutzgebiet bestimmenden Gewässer Jagst und Erlenbach
2. die Erhaltung einer landschaftlich reizvollen, vielgestaltigen Kulturlandschaft mit vielen naturnahen Bereichen und Kulturdenkmalen
3. die Erhaltung als besonders geeigneter Erholungsraum für die Allgemeinheit
4. der Schutz charakteristischer Landschaftsbestandteile wie Feldgehölze, Streuobstwiesen, Hecken, Gewässer, Trockenmauern und Steinriegel und
5. der Schutz und die Schaffung von Entwicklungsmöglichkeiten von seltenen, gebietstypischen Tier- und Pflanzenarten wie Orchideen ssp, Schlingnatter oder Schmetterlingshaft.
1. bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung zu errichten oder der Errichtung gleich gestellte Maßnahmen durchzuführen;
2. Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen oder zu verändern;
4. Einfriedungen zu errichten oder zu ändern;
6. Flugplätze oder Gelände für das Starten oder Landen von Luftsportgeräten (z.B. Hänge gleiter, Gleitflugzeuge, Gleitfallschirme) sowie Gelände für den Aufstieg von Flugmodellen anzulegen oder zu verändern;
7. die Bodengestalt zu verändern, insbesondere durch Aufschüttungen oder Abgrabungen;
8. fließende oder stehende Gewässer anzulegen, zu beseitigen oder zu verändern sowie Entwässerungs- und andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt verändern;
10. Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen, mit Ausnahme behördlich zugelassener Maßnahmen;
12. die Bodennutzung zu ändern, insbesondere durch Aufforstungen, Christbaum- oder Schmuckreisigkulturen, Vorratspflanzungen von Gehölzen oder Blumen oder durch die Anlage von Kleingärten;
14. landschaftsbestimmende Bestandteile wie Feldgehölze, Hecken, Bäume, Gewässer, Trockenmauern oder Steinriegel, zu beseitigen, zu zerstören oder zu ändern.
(1) Die Verbote und Erlaubnisvorbehalte der §§ 4 und 5 dieser Verordnung gelten nicht für die
1.ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung, die den Boden pflegt, Gewässerrandstreifen und Ufer, oberirdische Gewässer und Grundwasser nicht in ihrer chemi schen, physikalischen und biologischen Beschaffenheit beeinträchtigt. Dies gilt insbesondere mit der Maßgabe, daß
c) wesentliche Landschaftsbestandteile wie Gewässer, Feldgehölze, Hecken, Steinriegel, Trockenmauern, Streuobstbäume nicht beseitigt, zerstört oder geändert werden;
d) eine im Sinne von § 3 dieser Verordnung geschützte Flächennutzung nicht geändert wird.
2. landwirtschaftliche Bewirtschaftung der in den 2 Karten M 1 : 5 000 mit blauer Linie versehenen Gebiete mit folgenden Handlungen:
a) Vornahme von Aufschüttungen, die keiner bau- oder naturschutzrechtlichen Gestat tung bedürfen;
b) Wechsel der Grundstücksnutzung zwischen Grünland (Wiese oder Weide) und Ackerland; im Übrigen gelten die unter Ziffer 1 c und d genannten Maßgaben.
c) Regelungen in Verordnungen über Wasserschutzgebiete und Überschwemmungsgebiete bleiben unberührt.
3. Nutzung des in den 2 Karten M 1: 5000 mit orangeroter Linie umrandeten Kleingartengebiet auf Gemarkung Bieringen mit folgender Handlung:
Erstellung von Gerätehütten, die keiner baurechtlichen Genehmigung bedürfen mit der Maßgabe, daß diese mit Holz verschalt werden und mit einem ziegelgedeckten, in rotbraun gehaltenen Satteldach mit einer Mindestdachneigung von 35° ausgeführt werden.
4. ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Bodennutzung.
5. im Sinne des Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, jagdliche Anlagen landschaftsschonend inGestaltung und Lage zu errichten oder zu unterhalten sowie der Fischerei mit der Maßgabe, an Jagst und Erlenbach Angelplätze landschaftsschonend und unter Schonung von Brutplätzen zu errichten oder zu unterhalten.
(2) Unberührt bleibt auch die Unterhaltung und Instandsetzung rechtmäßigerweise bestehender Einrichtungen
(3) Unberührt bleibt ferner die Nutzung der Grundstücke Nr. 3169 Wehrbereich Berlichingen und Nr. 61/1 und 63/6 Wehrbereich Kloster Schöntal als Badeplätze mit der Maßgabe, daß diese Nutzung nur oberhalb der Wehre stattfindet, sowie Teile des Grundstückes Nr. 462, Gewann Kreuzberg und Teile des Grundstückes Nr. 342, Gewann Hohenhardt als Jugendzeltplätze mit der Maßgabe, daß
- die Personen, ausgenommen Betreuer, nicht über 18 Jahre alt sind und nicht mit eigenen Motorfahrzeugen anreisen;
- max. 3 entsprechend gekennzeichnete Pkw für Notfälle oder Zubringerdienste verwendet werden;
- die Zeltplätze jeweils nur von einer Jugendgruppe benutzt werden.
Schutz- und Pflegemaßnahmen werden durch die untere Naturschutzbehörde in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnung sowie durch den Pflegeplan der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Stuttgart im Rahmen des Pflegeprojektes "Trockenhänge im Kocher- und Jagsttal" festgelegt, soweit sie nicht für Waldflächen im Forsteinrichtungswerk integriert sind. Die §§ 4 und 5 dieser Verordnung sind insoweit nicht anzuwenden.
Von den Vorschriften dieser Verrordnung kann nach § 63 Naturschutzgesetz durch die untere Naturschutzbehörde Befreiung erteilt werden.
1. Verordnung des Landratsamtes Hohenlohekreis vom 17.4.1985 über das Landschaftsschutzgebiet "Jagsttal zwischen Bieringen und der Kreisgrenze unterhalb von Berlichingen mit angrenzenden Gebieten"
2. Verordnung des Landratsamtes Hohenlohekreis vom 5.9.1985 über das Landschaftsschutzgebiet "Unteres Erlenbachtal".
Künzelsau, den 20.November 1998
Lang, Erster Landesbeamter