Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/erbst/nachweis-fuer-das-vorliegen-eines-muendlichen-vermaechtnisses-318658
Timestamp: 2020-01-22 14:55:18
Document Index: 376531874

Matched Legal Cases: ['§ 2231', '§ 2232', '§ 2247', '§ 125', '§ 41', '§ 2247']

Nach­weis für das Vor­lie­gen eines münd­li­chen Ver­mächt­nis­ses | Rechtslupe
Nachweis für das Vorliegen eines mündlichen Vermächtnisses
Nach­weis für das Vor­lie­gen eines münd­li­chen Ver­mächt­nis­ses
Nach­weis für das Vor­lie­gen eines münd­li­chen Ver­mächt­nis­ses­Die not­wen­di­ge Form eines Tes­ta­ments bestimmt sich nach § 2231 BGB. Danach kann ein Tes­ta­ment in ordent­li­cher Form errich­tet wer­den zur Nie­der­schrift eines Notars (öffent­li­ches Tes­ta­ment; § 2232 BGB) oder durch eine eigen­hän­dig geschrie­be­ne und unter­schrie­be­ne Erklä­rung (§ 2247 Abs. 1 BGB). Wer­den die Form­vor­schrif­ten nicht ein­ge­hal­ten, ist das Tes­ta­ment bür­ger­lich-recht­lich nich­tig (§ 125 S. 1 BGB) 1.
Nach die­ser Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs hat die Besteue­rung nach dem Erb­schaft­steu­er­ge­setz das wirt­schaft­li­che Ergeb­nis des Voll­zugs zu beach­ten, wenn eine Ver­fü­gung des Erb­las­sers von Todes wegen aus­ge­führt wird, obwohl sie unwirk­sam ist, und die Aus­füh­rung der Ver­fü­gung auf der Beach­tung des erb­las­se­ri­schen Wil­lens beruht, den Begüns­tig­ter und Belas­te­ter aner­ken­nen. Nach die­ser auf § 41 Abs. 1 Satz 1 AO gestütz­ten Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hogs (vgl. BFH, Urtei­le vom 15.03.2000 – II R 15/​98, BSt­Bl II 2000, 588; sowie vom 28.03.2007 – II R 25/​05, BSt­Bl II 2007, 461; und vom 14.02.2007 – XI R 18/​06, DStR 2007, 855)) setzt die erb­schaft­steu­er­recht­li­che Beach­tung unwirk­sa­mer Ver­fü­gun­gen von Todes wegen zwei­er­lei vor­aus:
Es muss eine – wenn auch den Wirk­sam­keits­vor­aus­set­zun­gen eines Tes­ta­ments nicht genü­gen­de – Anord­nung des Erb­las­sers vor­lie­gen, die die­ser in Hin­blick auf sei­nen Tod getrof­fen hat.
Die von den an dem Erb­fall Betei­lig­ten getrof­fe­ne Rege­lung muss auf Grund der Anord­nung des Erb­las­sers aus­ge­führt wor­den sein. Nur in die­sem Fall haben die Berei­che­rung des Begüns­tig­ten und die Ver­min­de­rung der Berei­che­rung des Beschwer­ten ihre Wur­zeln im erb­las­se­ri­schen Wil­len.
Finanz­ge­richt Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 25. Juli 2007 – 7 K 160/​04
Palandt/​Edenhofer, BGB, Kom­men­tar, 65. Auf­la­ge, 2006, § 2247 Rn. 2[↩]
ErbschaftsteuerVermächtnis