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Timestamp: 2016-10-26 11:37:01
Document Index: 210043122

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'Art. 694', 'Art. 16', 'BGE', 'Art. 694', 'Art. 694', 'BGE', 'Art. 19', 'BGE', 'BGE', 'Art. 694']

120 II 42377. Auszug aus dem Urteil der II. Zivilabteilung vom 28. Dezember 1994 i.S. I. c. M. (Berufung)
Indemnit� pour droit de passage n�cessaire (art. 694 al. 1 CC). Lorsque le passage n�cessaire se confond avec un acc�s d�j� existant, il est possible, pour le calcul de l'indemnit�, de s'�carter de l'estimation globale de la diff�rence de valeur, et d'exiger du b�n�ficiaire une participation financi�re appropri�e � la valeur v�nale de la surface concr�tement touch�e par le passage n�cessaire. Consid�rants � partir de page 423
Die Stellung des Notwegberechtigten ist derjenigen eines Exproprianten �hnlich (BGE 85 II 392 E. 3 S. 402, BGE 45 II 23 E. 2 S. 26). Diese Parallele ergibt sich einerseits aus dem Wortlaut von Art. 694 Abs. 1 ZGB, wonach eine "volle Entsch�digung" geschuldet ist (so auch Art. 16 EntG; SR 711), andererseits auch aus dem Umstand, dass f�r die Berechnung der Entsch�digung ausschliesslich die Nachteile des Notwegbelasteten BGE 120 II 423 S. 424massgeblich sind, die Vorteile des Notwegberechtigten mithin unber�cksichtigt bleiben (MEIER-HAYOZ, N. 78 zu Art. 694 ZGB). Aus diesen Gr�nden wird zu Recht die Ansicht vertreten, f�r die Berechnung seien die Grunds�tze der Enteignung heranzuziehen mit der Folge, dass der Notwegbelastete schadenersatzrechtlich im Ergebnis gleich gestellt wird, wie wenn das Grundst�ck von keinem Notwegbegehren bedroht w�re (CARONI-RUDOLF, Der Notweg, Diss. Bern 1969, S. 131 und 133 mit Fn. 7 f. und 9; HAAB, N. 22 zu Art. 694 - 696 ZGB; WALDIS, Das Nachbarrecht, 4. Aufl. 1953, S. 176 bei und mit Fn. 25). Demnach entspricht die Entsch�digung der Differenz zwischen dem Verkehrswert des unbelasteten und demjenigen des mit dem Notweg belasteten Grundst�cks (BGE 114 Ib 321 E. 3 S. 323 f. mit Hinweisen; HESS/WEIBEL, Das Enteignungsrecht des Bundes, N. 173 zu Art. 19 EntG).
H�ufig, besonders wenn es sich beim belasteten Grundst�ck wie hier um ein �berbautes handelt, ist die klassische Differenzberechnung auf der Basis der beiden Eckwerte mit Schwierigkeiten behaftet, die der Sch�tzung aleatorische Z�ge verleihen, nicht anders als bei der Schadenermittlung im Vertrags- und im zivilrechtlichen Deliktsrecht, die im Grundsatz ebenfalls auf einer Differenzberechnung beruht (BGE 116 II 441 E. 3a S. 444, BGE 104 II 198 E. a S. 199 mit Hinweisen). Die Sch�tzung bleibt daher in solchen F�llen, gleich wie im Enteignungsverfahren, mit Vorteil auf die Wertdifferenz des vom Notwegrecht konkret beanspruchten Grundst�ckteils allein beschr�nkt. Folglich ist es bundesrechtskonform, wenn der Notwegberechtigte sich am Verkehrswert der von ihm beanspruchten Fl�che durch Einkauf angemessen beteiligt (nicht ver�ffentlichtes Urteil vom 28. April 1992 i.S. H., E. 3; vgl. auch das Urteil des Kantonsgerichts Graub�nden vom 4. Mai 1987, in: Praxis des Kantonsgerichts von Graub�nden, 1987, S. 12 f., Nr. 1 E. 4).
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