Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=C-346/06
Timestamp: 2019-07-18 20:31:03
Document Index: 171060682

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'Art. 49', 'Art. 49', 'Art. 49', 'Art. 49', 'Art. 49', 'EuG', 'EuG', '§ 3', '§ 4', 'Art. 49', 'Art. 3', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'Art. 3', '§ 3', 'Art. 26', '§ 3', 'Art. 26', 'Art. 56', '§ 3', 'Art. 56', 'Art. 56', 'EuG', 'Art. 49', 'Art. 49', 'EuG', 'EuG', '§ 107', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'Art. 49', 'EuG', 'Art. 234', 'Art. 49', '§ 4', 'EuG', 'EuG', '§ 114', 'EuG', '§ 4', '§ 3', 'Art. 56', 'Art. 3', 'Art. 56', 'EuG', '§ 234', 'Art. 49', 'EuG', 'Art. 267', '§ 4', 'Art. 49', 'Art. 56', 'EuG', 'EuG', '§ 113', 'EuG', '§ 3', 'Art. 49', 'EuG', 'BGH', '§ 3', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'Art. 49', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

Rechtsprechung: C-346/06 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: Generalanwalt beim EuGH, 20.09.2007 | EuGH, 20.09.2006
https://dejure.org/2008,12
EuGH, 03.04.2008 - C-346/06 (https://dejure.org/2008,12)
EuGH, Entscheidung vom 03.04.2008 - C-346/06 (https://dejure.org/2008,12)
EuGH, Entscheidung vom 03. April 2008 - C-346/06 (https://dejure.org/2008,12)
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Art. 49 EG - Freier Dienstleistungsverkehr - Beschränkungen -Richtlinie 96/71/EG - Entsendung von Arbeitnehmern im Rahmen der Erbringung von Dienstleistungen - Verfahren zur Vergabe öffentlicher Bauaufträge - Sozialer Schutz der Arbeitnehmer
Art. 49 EG - Freier Dienstleistungsverkehr - Beschränkungen -Richtlinie 96/71/EG - Entsendung von Arbeitnehmern im Rahmen der Erbringung von Dienstleistungen - Verfahren zur Vergabe öffentlicher Bauaufträge - Sozialer Schutz der Arbeitnehmer“
Pflicht eines öffentlichen Auftraggebers zur Vergabe eines Auftrags an ein sich zur Zahlung des am Ort der Ausführung tarifvertraglich vorgesehenen Entgelts verpflichtendes Unternehmen; Rechtmäßigkeit der EG-Richtlinie 96/71 (RL 96/71/EG) über die Entsendung von Arbeitnehmer i.R.d. Erbringung von Dienstleistungen
Europarechtswidrigkeit von Tariftreueklauseln ("Rüffert")
Freier Dienstleistungsverkehr: Verstoß einer gesetzlichen Tariftreueklausel gegen EU-Recht
"Tariftreueverpflichtung" - Einschränkung der Dienstleistungsfreiheit durch Landesvergabegesetz
Rüffert./Niedersachsen. Tariftreueklausel bei Vergabe öffentlicher Aufträge
EG Art. 49; Richtlinie 96/71/EG
Freier Dienstleistungsverkehr: Art. 49 EG - Freier Dienstleistungsverkehr - Beschränkungen -Richtlinie 96/71/EG - Entsendung von Arbeitnehmern im Rahmen der Erbringung von Dienstleistungen - Verfahren zur Vergabe öffentlicher Bauaufträge - Sozialer Schutz der Arbeitnehmer
Tariftreueverpflichtung unzulässig?
Freier Dienstleistungsverkehr - NACH DER EG-RICHTLINIE ÜBER DIE ENTSENDUNG VON ARBEITNEHMERN KANN ES UNZULÄSSIG SEIN, DIE VERGABE EINES ÖFFENTLICHEN AUFTRAGS VON DER VERPFLICHTUNG ABHÄNGIG ZU MACHEN, DAS AM AUSFÜHRUNGSORT TARIFVERTRAGLICH VORGESEHENE ENTGELT ZU ZAHLEN
Art. 49 EG - Freier Dienstleistungsverkehr - Beschränkungen - Richtlinie 96/71/EG - Entsendung von Arbeitnehmern im Rahmen der Erbringung von Dienstleistungen - Verfahren zur Vergabe öffentlicher Bauaufträge - Sozialer Schutz der Arbeitnehmer
Tariflöhne: EU-Gericht hebelt Tarifbindung bei öffentlichen Aufträgen aus
Tariftreueverpflichtung und Niederlassungsfreiheit
EuGH rügt Tariftreue-Regelung
Tariftreueregelung des Nieder-sächsischen Landesvergabegesetzes gemeinschaftsrechtswidrig
Die Vergabe eines öffentlichen Auftrags mit der Verpflichtung zur Zahlung von Tariflohn ist unzulässig
Vergabe öffentlicher Aufträge darf nicht an Einhaltung des Tariflohns gekoppelt werden
Keine Tarifbindung bei öffentlichen Aufträgen
Vergabe öffentlicher Auftrage: EuGH rügt Tariftreue-Regelung
Eine Kopplung der Vergabe öffentlicher Aufträge an Einhaltung des Tariflohn ist unzulässig!
Tariflohntreue darf keine Bedingung für öffentliche Vergabe sein
Tarifbindung bei öffentlichen Aufträgen ist nicht mit EG-Recht vereinbar - Beschränkung des freien Dienstleistungsverkehrs nicht durch Schutz des Arbeitnehmers gerechtfertigt
Kampf gegen Billiglöhne versetzt Deutschland einen Dämpfer // Europarichter verwerfen niedersächsisches Vergabegesetz
NdsVergabeG § 3 Abs. 1, § 4 Abs. 1; EG Art. 49; RL 96/71/EG Art. 3 Abs. 1
Europarechtswidrigkeit der Vergabe öffentlicher Aufträge nur nach Tariftreueerklärung ("Rüffert")
Kopplung von örtlichem Tariflohn und Auftragsvergabe unzulässig
spdlinke.de (Entscheidungsanmerkung)
Das Rüffert-Urteil des EuGH zum Gebot der "Tariftreue" bei der Vergabe öffentlicher Aufträge (Prof. Dr. Andreas Hänlein; ZESAR 2008, 275)
Niedersächsisches Vergabegesetz und die aktuelle Mindestlohndebatte
Tariftreueklauseln in öffentlichen Ausschreibungen - was ist erlaubt?
Tariftreueverpflichtung unzulässig! (IBR 2008, 285)
Kurznachricht zu "Bezifferte Mindestentgeltvorgaben im Vergaberecht" von Dr. Florian Rödl, original erschienen in: EuZW 2011, 292 - 296.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des EuGH vom 3.4.2008, Rs. C-346/06 (Vergabe von öffentlichen Bauaufträgen nur an tariflohnzahlende Unternehmen verstößt gegen Richtlinie 96/71/EG)" von Dr. Ariane Wiedmann, LL.M., original erschienen in: EuZW 2008, 308 - 310.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des EuGH vom 03.04.2008, Rs. C-346/06 (Vorabentscheidungsersuchen; Tariftreueerklärung; Mindestlohn; freier Dienstleistungsverkehr; Entsenderichtlinie)" von RA Dr. Volker Dobmann, original erschienen in: VergabeR 2008, 484 - 486.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des EuGH v. 03.04.2008, Az.: C-346/06 (Tariftreuegesetze mit europäischem Recht unvereinbar)" von RA Axel Braun, FA ArbR, original erschienen in: ArbRB 2008, 169 - 170.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des EuGH v. 03.04.2008, Az.: Rs. C-346/06 (Vergabe: Der öffentliche Auftraggeber darf von EU-auslandsansässigen Unternehmen keine Tariftreueerklärung verlangen; das LVergabeG...)" von Prof. Dr. Jürgen Keßler und Ann Dahlke, original erschienen in: EWS 2008, 243 - 248.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des EuGH vom 3.4.2008, Rs. C-346/06 - (Dienstleistungsfreiheit und Tariftreuepflicht im öffentlichen Auftragswesen)" von Prof. Dr. Jörg Gundel, original erschienen in: JA 2008, 750 - 752.
Kurznachricht zu "Balance zwischen Dienstleistungsfreiheit und Arbeitnehmerschutz gewahrt? Zugleich Besprechung zum Urteil des EuGH v. 3.4.2008 - Rs. C-346/06 - Rüffert" von MinDir. Wolfgang Koberski und Florian Schierle, original erschienen in: RdA 2008, 233 - 238.
Zusammenfassung von "Besprechung des Urteils des EuGH v. 3.4.2008, AZ. C-346/06 (Dienstleistungsfreiheit versus Tariftreue)" von Dr. Steffen Klumpp, original erschienen in: NJW 2008, 3473 - 3477.
Zusammenfassung von "Konsequenzen aus dem EuGH-Urteil zur Tariftreue" von RA Dr. Jakob Steiff, LL.M, und WissMit. Tobias André, original erschienen in: NZBau 2008, 364 - 367.
Zusammenfassung von "Die Tariftreueerklärung vor dem EuGH" von PD Dr. Eva Kocher, original erschienen in: DB 2008, 1042 - 1045.
Zusammenfassung von ""Tariftreue" zwischen Bundesverfassungsgericht und EuGH - konträres oder komplementäres wirtschaftsverfassungsrechtliches Verständnis?" von PD Dr. Marc Bungenberg, original erschienen in: EuR 2008, 397 - 409.
Kurznachricht zu "Tariftreue nicht überall vor dem Aus" von Prof. Dr. Peter Hanau, original erschienen in: NZA 2008, 751 - 752.
Zusammenfassung von "Tariftreue vor dem EuGH" von Dr. Klaus Bitterich, original erschienen in: ZIP 2008, 1455 - 1463.
Zusammenfassung von "Tariftreueklauseln nach dem "Rüffert"-Urteil des EuGH - Auswirkungen auf Mindestlohndebatte und Vergaberechtsreform -" von Dr. Patrick U. Jaap, original erschienen in: ZTR 2008, 476 - 479.
Zusammenfassung von "Noch einmal: Was folgt aus Rüffert?" von Prof. Dr. Gregor Thüsing, LL.M. und Wiss.Mit. Thomas Granetzny, original erschienen in: NZA 2009, 183 - 186.
Zusammenfassung von "Tariftreue vor dem Aus - Konsequenzen der Rüffert-Entscheidung des EuGH für die Tariflandschaft" von Prof. Dr. Frank Bayreuther, original erschienen in: NZA 2008, 626 - 630.
Kurznachricht zu "Das Rüffert-Urteil des EuGH zum Gebot der "Tariftreue" bei der Vergabe öffentlicher Aufträge" von Prof. Dr. Andreas Hänlein, original erschienen in: ZESAR 2008, 275 - 282.
Kurznachricht zu "Europarechtskonformität von vergabegesetzlichen Mindestlöhnen?" von RA Dr. Alexander Csaki und RAin Anja Freundt, LL.M., original erschienen in: KommJur 2012, 246 - 251.
Kurznachricht zu "Von der Tariftreue zum Landesvergabemindestlohn - Bestandsaufnahme und europarechtliche Bewertung" von Univ.-Prof. Dr. Stefan Greiner, original erschienen in: ZIP 2011, 2129 - 2135.
Kurznachricht zu "Rechtsprobleme des Arbeitnehmerschutzes in den neuen Landesvergabegesetzen" von Prof. Hermann Pünder, LL.M. (Iowa) und Wiss. Mit. Anika Klafki, LL.B., original erschienen in: NJW 2014, 429 - 433.
Kurznachricht zu "Der vergaberechtliche Mindestlohn im Fadenkreuz des EuGH - Auf dem Weg zu Rüffert II?" von Prof. Dr. Wolfgang Däubler, original erschienen in: NZA 2014, 694 - 701.
Entwurf des Niedersächsischen Tariftreue- und Vergabegesetzes: [Der zweite Versuch]
Vorabentscheidungsersuchen des Oberlandesgerichts Celle (Deutschland) - Auslegung von Artikel 49 EG - Nationale Vorschriften, nach denen sich Unternehmen, die sich an einem Verfahren zur Vergabe eines öffentlichen Bauauftrags beteiligen, zu verpflichten haben, die Bestimmungen des am Ort der Leistung geltenden Tarifvertrags über das mindestens zu zahlende Entgelt zu beachten und für die Beachtung dieser Bestimmungen durch von ihnen eingeschaltete Nachunternehmer zu sorgen
LG Hannover - 18 O 47/05
OLG Celle, 03.08.2006 - 13 U 72/06
EuGH, 20.09.2006 - C-346/06
OLG Celle, 09.07.2008 - 13 U 72/06
NJW 2008, 3485
ZIP 2006, 1908
ZIP 2008, 1288
NVwZ 2008, 542 (Ls.)
EuZW 2008, 306
NZBau 2008, 332
NZA 2008, 537
BB 2008, 1236
BB 2008, 834
DB 2008, 1045
DÖV 2008, 552
BauR 2008, 1195
BauR 2008, 1295
VergabeR 2008, 478
Das vorlegende Gericht sieht sich aber auch unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des Gerichtshofs und insbesondere des Urteils Rüffert (C-346/06, EU:C:2008:189) nicht in der Lage, dies zu prüfen.
Das Urteil Rüffert (C-346/06, EU:C:2008:189) werde im deutschen Schrifttum teilweise so verstanden, dass Art. 3 Abs. 1 der Richtlinie 96/71 einer Bestimmung wie § 3 Abs. 1 LTTG, die in einer Rechtsvorschrift einen Mindestlohnsatz festlege, nicht entgegenstehe, auch wenn dieser Satz nur im Rahmen der Ausführung öffentlicher Aufträge einzuhalten sei, da das Erfordernis der Allgemeinverbindlichkeit nur für Tarifverträge und nicht für Rechtsvorschriften gelte.
Insoweit ist, um dem vorlegenden Gericht eine sachdienliche Antwort zu geben, die erste Frage in erster Linie anhand der speziell einschlägigen unionsrechtlichen Bestimmung zu prüfen, nämlich Art. 26 der Richtlinie 2004/18, auf den das vorlegende Gericht im Übrigen im Rahmen seiner zweiten Frage ausdrücklich Bezug nimmt (vgl. entsprechend Urteil Rüffert, C-346/06, EU:C:2008:189, Rn. 18).
Denn zum einen wird, anders als beim Niedersächsischen Landesvergabegesetz, um das es in der Rechtssache ging, in der das Urteil Rüffert (C-346/06, EU:C:2008:189) ergangen ist, dieser Mindestlohnsatz in § 3 LTTG selbst festgelegt.
Diese Auslegung von Art. 26 der Richtlinie 2004/18 - die insbesondere auf die Verwirklichung des freien Dienstleistungsverkehrs abzielt, der eine der vom Vertrag garantierten Grundfreiheiten ist - wird zudem durch eine Betrachtung dieser Bestimmung im Licht von Art. 56 AEUV bestätigt (vgl. entsprechend Urteil Rüffert, C-346/06, EU:C:2008:189, Rn. 36).
Wie das vorlegende Gericht ausgeführt hat, stellt sich jedoch die Frage, ob den Rn. 38 bis 40 des Urteils Rüffert (C-346/06, EU:C:2008:189) zu entnehmen ist, dass von einer solchen Rechtfertigung deshalb nicht ausgegangen werden kann, weil das Mindestentgelt, das § 3 Abs. 1 LTTG vorschreibt, nur für öffentliche Aufträge gilt und nicht für private Aufträge.
Wie sich nämlich aus den Rn. 38 bis 40 des Urteils Rüffert (C-346/06, EU:C:2008:189) ergibt, ist der Gerichtshof im Rahmen der Prüfung der in der Rechtssache, in der dieses Urteil ergangen ist, fraglichen nationalen Maßnahme im Hinblick auf Art. 56 AEUV zwar zu dem Ergebnis gelangt, dass diese Maßnahme nicht durch das Ziel des Arbeitnehmerschutzes gerechtfertigt sein konnte, doch hat er sich dabei auf bestimmte Merkmale der Maßnahme gestützt, durch die sie sich klar von der im Ausgangsverfahren in Rede stehenden nationalen Maßnahme unterscheidet.
So hat der Gerichtshof im Urteil Rüffert (C-346/06, EU:C:2008:189) darauf abgestellt, dass die Rechtssache, in der dieses Urteil ergangen ist, einen nur für die Baubranche geltenden Tarifvertrag betraf, der sich nicht auf private Aufträge erstreckte und nicht für allgemein verbindlich erklärt worden war.
Im vorliegenden Fall sei nämlich den aus dem Urteil Rüffert (C-346/06, EU:C:2008:189) hervorgehenden Anforderungen Genüge getan, da diese Verpflichtung auf einer gesetzlichen Grundlage, d. h. dem TVgG - NRW, beruhe.
Hinsichtlich der Tragweite der Vorlagefrage ist festzustellen, dass die Richtlinie 96/71 - anders als in der Situation, die in anderen Rechtssachen in Rede stand, darunter der, in der das Urteil Rüffert (EU:C:2008:189) erging - im Ausgangsverfahren nicht anwendbar ist.
Eine Maßnahme wie die, um die es im Ausgangsverfahren geht, kann daher eine Beschränkung im Sinne von Art. 56 AEUV darstellen (vgl. in diesem Sinne Urteil Rüffert, EU:C:2008:189, Rn. 37).
Der Gerichtshof hat jedoch bereits entschieden, dass eine solche nationale Maßnahme, soweit sie nur auf öffentliche Aufträge Anwendung findet, nicht geeignet ist, das genannte Ziel zu erreichen, wenn es keine Anhaltspunkte dafür gibt, dass die auf dem privaten Markt tätigen Arbeitnehmer nicht desselben Lohnschutzes bedürfen wie die im Rahmen öffentlicher Aufträge tätigen Arbeitnehmer (vgl. in diesem Sinne Urteil Rüffert, EU:C:2008:189, Rn. 38 bis 40).
Es wurde nämlich nicht vorgetragen und erschiene im Übrigen auch nicht vertretbar, dass die Anwendung dieser Maßnahme auf die betreffenden polnischen Arbeitnehmer erforderlich wäre, um eine erhebliche Gefährdung des Gleichgewichts des deutschen Systems der sozialen Sicherheit zu verhindern (vgl. entsprechend Urteil Rüffert, EU:C:2008:189, Rn. 42).
Sie begründet ihren Nachprüfungsantrag unter Zugrundelegung ihrer Rügeschreiben und führt ferner aus, dass der EuGH mit Urteil vom 03.04.2008, RS C-346/06, entschieden hat, dass die Tariftreueverpflichtung in einem Landesvergabegesetz grundsätzlich nicht mit Art. 49 EG vereinbar ist.
C-346/06, die Tariftreueverpflichtung des Landes Niedersachsen für grundsätzlich für unvereinbar mit Art. 49 EG erklärt hat, vertritt die Antragstellerin die Auffassung, dass die Bremer Tarifbindung ebenfalls europarechtswidrig ist und damit auch die durch Anlage B 2.1 des Verkehrsvertrages auferlegte Verpflichtung zur Einhaltung der Tariftreue.
Im Hinblick auf die vermeintliche Rechtswidrigkeit der Tariftreueregelung hat sie auf die aktuelle Entscheidung des EuGH vom 03.04.2008 in der Rechtssache C-346/06 verwiesen.
Aber auch, soweit sich die Antragstellerin erst nach Stellung des Nachprüfungsantrags und den Reaktionen auf das zwischenzeitlich ergangene Urteil des EuGH vom 03.04.2008 in der Rechtssache C-346/06 erstmalig gegen die Auferlegung einer Tariftreuepflicht ,,an sich" gewendet hat, erfolgte diese Rüge unverzüglich in entsprechender Anwendung des § 107 Abs. 3 Satz 2 GWB.
Vielmehr konnte die Antragstellerin - wie alle anderen Beteiligten des Vergabeverfahrens auch - trotz der Anhängigkeit beim EuGH angesichts der bestätigenden Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 11.07.2006, Az.: 1 BvL 4/00, zur Tariftreueregelung des Berliner Vergabegesetzes (VgG-Be) vom 09.07.1999 und insbesondere auch aufgrund der Schlussanträge des Generalanwalts vom 20. September 2007 in dem der Entscheidung des EuGH zugrunde liegenden Verfahren in der Rechtssache C-346/06 bis zur anders lautenden Entscheidung des EuGH vom 03.04.2008 davon ausgehen, dass die Tariftreueregelungen der Vergabegesetze der Länder eben nicht nur verfassungsgemäß, sondern auch europarechtskonform sind.
Die Auferlegung der Tariftreuepflicht ist vergaberechtswidrig, da sie unter Berücksichtigung des zwischenzeitig ergangenen Urteils des EuGH vom 03.04.2008 in der Rechtssache C-346/06 nicht mit der durch Art. 49 EG-Vertrag (EGV) gewährleisteten Dienstleistungsfreiheit vereinbar ist.
Der EuGH hat zwischenzeitig mit Urteil vom 03.04.2008 - RS.C-346/06 - auf Grund einer Vorlage des Oberlandesgerichtes Celle zur Vorabentscheidung gem. Art. 234 EG-Vertrag (dortiger Beschluss vom 03.08.2006, Az.: 13 U 72/06;… VergabeR 2006, S. 756;… NZBau 2006, S. 660) entschieden, dass die im niedersächsischen Landesvergabegesetz (LVergabeG) festgelegten Regelungen zur Auferlegung und Einhaltung von Tariftreuepflichten im Rahmen von öffentlichen Aufträgen nicht mit den Bestimmungen der Gemeinschaftsrichtlinie über die Entsendung von Arbeitnehmern - 96/71/EG - und damit auch nicht mit dem durch Art. 49 EG-Vertrag geregelten Verbot der Beschränkung des freien Dienstleistungsverkehrs vereinbar sind.
Die im vorliegenden Fall maßgebliche Regelung zur Abgabe einer Tariftreueerklärung gem. § 4 des Vergabegesetzes für das Land Bremen vom 17.12.2002 sowie alle weiteren, die Tariftreueregelung sanktionierenden Vorschriften des Vergabegesetzes verstoßen daher nach Maßgabe des Urteils des EuGH vom 03.04.2008, Rs. C-346/06, gegen die durch Artikel 49 EG-Vertrag gewährleistete Dienstleistungsfreiheit und sind daher vergaberechtswidrig.
Dies gilt um so mehr, als auch dem Urteil des EuGH vom 03.04.2008 in der Rs. C-346/06 und der entsprechenden Vorlage zur Vorabentscheidung durch das OLG Celle mit Beschluss vom 03.08.2006 ­ 13 U 72/06 ­ ein Sachverhalt zu Grunde lag, in dem die strittige Tariftreueregelung deshalb zum Zuge kam, weil ein an sich tarifgebundenes inländisches Unternehmen ein Unternehmen aus einem anderen Mitgliedsstaat als Nachunternehmen einsetzte, das wiederum seine Mitarbeiter unter Tarif entlohnte.
Die Entscheidung der Vergabekammer, die Auftraggeber gemäß § 114 Abs. 1 GWB zu verpflichten, das Vergabeverfahren aufzuheben, ist somit allein durch die oben unter II. 2. a erörterte, unter Berücksichtigung des aktuellen Urteils des EuGH vom 03.04.2008 in der RS.C 346/06 als gemeinschaftsrechtswidrig einzustufenden Tariftreueregelungen auf der Grundlage des § 4 des Vergabegesetzes für das Land Bremen veranlasst.
Das vorlegende Gericht hält sich aber auch angesichts des Urteils Rüffert (C-346/06, EU:C:2008:189) für nicht in der Lage, diese Vereinbarkeit selbst zu prüfen.
In diesem Zusammenhang weist das vorlegende Gericht darauf hin, dass die Anwendung des Urteils Rüffert (C-346/06, EU:C:2008:189) in einem Fall wie dem im Ausgangsverfahren in Rede stehenden in Deutschland umstritten sei.
Dies verneinen sowohl RegioPost als auch die Kommission unter Bezugnahme auf die Rn. 29 und 39 des Urteils Rüffert (C-346/06, EU:C:2008:189), da der von § 3 Abs. 1 LTTG gewährte Schutz sich nicht auf Arbeitnehmer erstrecke, die für die Ausführung privater Aufträge eingesetzt würden.
Angesichts der Auslegung der Richtlinie 96/71, die nach den Erwägungen des Gerichtshofs im Urteil Rüffert (C-346/06, EU:C:2008:189) auch für die Auslegung von Art. 56 AEUV erheblich ist, stellte sich die Frage, ob der in dieser Rechtssache in Rede stehende Tarifvertrag gemäß Art. 3 Abs. 1 dieser Richtlinie für allgemeinverbindlich erklärt worden war.
Über dieses Problem etwas hinausgehend(19) und bei der Untersuchung der allgemeinverbindlichen Wirkung eines Tarifvertrags wie des in dieser Rechtssache fraglichen stellte der Gerichtshof in Rn. 29 des Urteils Rüffert (C-346/06, EU:C:2008:189) fest, dass eine solche Wirkung nicht konstatiert werden könne, da insbesondere die "Rechtsvorschriften" des betreffenden Bundeslandes, die auf die Einhaltung des in diesem Tarifvertrag vorgesehenen Lohnsatzes verwiesen, "nur auf die Vergabe öffentlicher Aufträge anwendbar sind und nicht für die Vergabe privater Aufträge gelten".
In Rn. 39 des Urteils Rüffert (C-346/06, EU:C:2008:189), die Teil der "bestätigenden Erwägungen" des Gerichtshofs zu Art. 56 AEUV ist, wiederholte dieser wortwörtlich die oben zitierte, in Rn. 29 dieses Urteils enthaltene Würdigung.
18 - Vgl. Urteil Rüffert (C-346/06, EU:C:2008:189, Rn. 37).
10 - Urteil Rüffert, C-346/06, EU:C:2008:189.
und Urteil Rüffert, EU:C:2008:189, Rn. 34.
Dementsprechend hat diese Verpflichtung auch Eingang in das sekundäre Gemeinschaftsrecht gefunden, soweit es Fälle der Arbeitnehmerentsendung betrifft, zielt doch die Entsenderichtlinie mit der Verpflichtung der Mitgliedstaaten zur Garantie von Mindestarbeitsbedingungen einschließlich der Mindestlohnsätze nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (Urteil vom 3. April 2008 - C-346/06 - "Rüffert", Slg.2008, I-1989) gerade darauf ab, den freien Dienstleistungsverkehr zu verwirklichen.
Der EuGH hat mit Urteil vom 03.04.2008 - Rs. C-346/06 - aufgrund einer Vorlage des Oberlandesgerichts Celle zur Vorabentscheidung gemäß § 234 EG-Vertrag (dortiger Beschluss vom 03.08.2006, Az.: 13 U 72/06;… VergabeR 2006, S. 756 = NZBau 2006, S. 660) entschieden, dass die im seinerzeitigen Niedersächsischen Landesvergabegesetz (LVergabeG) festgelegten Regelungen zur Auferlegung und Einhaltung von Tariftreuepflichten im Rahmen von öffentlichen Aufträgen nicht mit den Bestimmungen der Gemeinschaftsrichtlinie über die Entsendung von Arbeitnehmern - 96/71/EG - und damit auch nicht mit dem durch Art. 49 EG-Vertrag geregelten Verbot der Beschränkung des freien Dienstleistungsverkehrs vereinbar sind.
Die Vergabekammer hält daher vorliegend eine erneute Vorlage an den EuGH im Wege eines Vorabentscheidungersuchens gemäß Art. 267 AEUV über die Vereinbarkeit der Regelung des § 4 Abs. 3 Satz 2 NTVergG mit der durch Art. 49 EG-Vertrag (EGV) und Art. 56, 57 AEUV gewährleisteten Dienstleistungsfreiheit und der Entsenderichtlinie angesichts der eindeutigen Rechtsprechung des EuGH in der "Rüffert-Entscheidung" vom 03.04.2008 - Rs. C-346/06 -, die der EuGH auch in folgenden Entscheidungen in keiner Weise geändert oder "abgemildert" hat, für nicht vereinbar mit dem vergaberechtlichen Beschleunigungsgrundsatz des § 113 GWB.
Die von der Klägerin ebenfalls angeführte Entscheidung des EuGH in der Rechtssache Rüffert (Urteil vom 3. April 2008 - C-346/06, ECLI:EU:C:2008:189) trifft zu der hier entscheidungserheblichen Frage, ob das MiLoG bei nur kurzzeitiger Tätigkeit im Inland unionsrechtskonform einschränkend auszulegen ist, überhaupt keine Aussage.
Allerdings hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass eine Tariftreueregelung, wie sie im niedersächsischen Landesrecht enthalten ist (vgl. § 3 Abs. 1 LVergabeG: Aufträge für Bauleistungen dürfen nur an solche Unternehmen vergeben werden, die sich ... verpflichten, ... mindestens das am Ort der Ausführung tarifvertraglich vorgesehene Entgelt ... zu bezahlen.), mit der Richtlinie 96/71/EG über die Entsendung von Arbeitnehmern im Rahmen der Erbringung von Dienstleistungen (Entsenderichtlinie) in Verbindung mit der durch Art. 49 EG gewährleisteten Dienstleistungsfreiheit unvereinbar ist (EuGH vom 3.4.2008 Rs. C-346/06).
Die gemeinschaftsrechtliche Zulässigkeit derartiger Tariftreueregelungen war vor der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs umstritten und noch vor kurzem vom Generalanwalt beim Europäischen Gerichtshof bejaht worden (vgl. Schlussanträge des Generalanwalts vom 20.9.2007 im Verfahren Rs. C-346/06; vgl. auch BGH vom 18.1.2000 = DVBl 2000, 1056; OLG Celle vom 3.8.2006 = VergabeR 2006, 756 m. w. N.).
Der Vergabesenat hat erhebliche Bedenken gegen die Vereinbarkeit des § 3 Abs. 1 LTTG mit dem Unionsrecht, sieht sich aber auch angesichts des Urteils des Gerichtshofes vom 3. April 2008 (C- 346/06 "Rüffert") nicht in der Lage, dies selbst festzustellen.
OLG Jena, 05.06.2009 - 9 Verg 5/09
Keine Berücksichtigung sicher erwarteter Gesetzesänderungen im Angebot
VK Bund, 10.12.2009 - VK 3-211/09
Unterhalts-, Glas- und Fassadenreinigung
https://dejure.org/2007,14569
Generalanwalt beim EuGH, 20.09.2007 - C-346/06 (https://dejure.org/2007,14569)
Generalanwalt beim EuGH, Entscheidung vom 20.09.2007 - C-346/06 (https://dejure.org/2007,14569)
Generalanwalt beim EuGH, Entscheidung vom 20. September 2007 - C-346/06 (https://dejure.org/2007,14569)
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Richtlinie 96/71/EG - Entsendung von Arbeitnehmern im Rahmen der Erbringung von Dienstleistungen - Tarifverträge - Mindestlohn - Art. 49 EG - Beschränkung der Dienstleistungsfreiheit - Verfahren zur Vergabe öffentlicher Bauaufträge - Arbeitnehmerschutz und Verhinderung von Sozialdumping
Dirk Rüffert
Gesetzliche Pflicht zur Tariftreueerklärung zulässig?
Generalanwalt zum Tariftreuegesetz
123recht.net (Pressemeldung, 20.9.2007)
Lohn-Dumping bei öffentlichen Aufträgen könnte verboten werden // niedersächsisches Vergabegesetz unterstützt
Europarechtswidrigkeit des niedersächsischen Tariftreuegesetzes
Tariftreueverpflichtung europarechtskonform? (IBR 2007, 633)
Kurznachricht zu "Anmerkung zu den Schlussanträgen des Generalanwalts Bot beim EuGH v. 20.9.2007, Rs. C-346/06 (Tariftreuerklärung)" von RA Dr. Volker Dobmann, original erschienen in: EuZW 2007, 685 - 686.
https://dejure.org/2006,38045
EuGH, 20.09.2006 - C-346/06 (https://dejure.org/2006,38045)
EuGH, Entscheidung vom 20.09.2006 - C-346/06 (https://dejure.org/2006,38045)
EuGH, Entscheidung vom 20. September 2006 - C-346/06 (https://dejure.org/2006,38045)
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