Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=11.11.1969&Aktenzeichen=VI%20ZR%2091/68
Timestamp: 2018-10-20 14:05:16
Document Index: 193602889

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 249', '§ 254', '§ 843', 'BGH', '§ 249', 'BGH', '§ 116', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 11.11.1969 - VI ZR 91/68 - dejure.org
BGH, 11.11.1969 - VI ZR 91/68
Ersatzfähige Heilungskosten nach einer Unfallverletzung - Inanspruchnahme der 2. Pflegeklasse des Krankenhauses - Erfassung der Nebenkosten (z.B. Telefon und Porto) - Beanspruchung der Kosten der häuslichen Krankenpflege - Mitverschulden wegen Kenntnis von der Mangelhaftigkeit einer Kellertreppenbeleuchtung
BGB § 249, § 254 Abs. 2, § 843
VersR 1970, 129
Die Erstattungsfähigkeit von privatärztlichen Behandlungskosten bei einem gesetzlich krankenversicherten Verletzten hängt von den Umständen des Einzelfalls ab (vgl. Senatsurteile vom 11. November 1969 - VI ZR 91/68 - VersR 1970, 129, 130; vom 18. Oktober 1988 - VI ZR 223/87 - VersR 1989, 54, 56;… vom 19. Februar 1991 - VI ZR 171/90 - BGHR BGB § 249 "Heilbehandlungskosten" 4).
Die Erstattungsfähigkeit von privatärztlichen Behandlungskosten bei einem gesetzlich krankenversicherten Verletzten hängt von den Umständen des Einzelfalls ab (vgl. Senatsurteile vom 11. November 1969 - VI ZR 91/68 = VersR 1970, 129, 130 und vom 18. Oktober 1988 - VI ZR 223/87 = VersR 1989, 54, 56).
Doch läßt das Berufungsgericht außer acht, daß die Umstände des Einzelfalles die Inanspruchnahme privatärztlicher Leistungen rechtfertigen können und deshalb bei der Frage, welche Aufwendungen für eine gebotene Heilbehandlung erforderlich sind, berücksichtigt werden müssen (vgl. Senatsurteile vom 23. September 1969 - VI ZR 69/68 - VersR 1969, 1040 und vom 11. November 1969 - VI ZR 91/68 - aaO; BGH, Urteil vom 16. Dezember 1963 - III ZR 219/62 - VersR 1964, 257 m.w.N.; OLG München, VersR 1981, 169, 170; OLG Oldenburg, VersR 1984, 765; OLG Hamm, NJW 1995, 786, 787; OLG Hamm, NZV 2002, 370, 371; OLG Karlsruhe, OLG-Report 2002, 20;… Geigel/Rixecker, Der Haftpflichtprozeß 24. Aufl., Kap. 2 Rdn. 44).
a) Fraglich ist in einem solchen Fall schon die Aktivlegitimation des Geschädigten, soweit der Schadensersatzanspruch nach § 116 Abs. 1 SGB X im Zeitpunkt des schädigenden Ereignisses auf den Sozialversicherungsträger übergeht, weil seine Inanspruchnahme in Betracht kommt (vgl. Senatsurteile vom 11. November 1969 -VI ZR 91/68 -VersR 1970, 129, 130 und vom 20. März 1973 -VI ZR 19/72 -VersR 1973, 566 f., m.w.N.).
Doch läßt das Berufungsgericht außer acht, dass die Umstände des Einzelfalles die Inanspruchnahme privatärztlicher Leistungen rechtfertigen können und deshalb bei der Frage, welche Aufwendungen für eine gebotene Heilbehandlung erforderlich sind, berücksichtigt werden müssen (vgl. Senatsurteile vom 23. September 1969 -VI ZR 69/68 - VersR 1969, 1040 und vom 11. November 1969 -VI ZR 91/68 -aaO; BGH, Urteil vom 16. Dezember 1963 -III ZR 219/62 -VersR 1964, 257 m.w.N.; OLG München, VersR 1981, 169, 170; OLG Oldenburg, VersR 1984, 765; OLG Hamm, NJW 1995, 786, 787; OLG Hamm, NZV 2002, 370, 371; OLG Karlsruhe, OLG-Report 2002, 20;… Geigel/ Rixecker, Der Haftpflichtprozeß 24. Aufl., Kap. 2 Rdn. 44).
Der Schädiger hat dem Geschädigten alle Aufwendungen zu ersetzen, die vom Standpunkt eines verständigen Menschen aus, gemessen an objektiven Maßstäben, bei der gegebenen Sachlage zweckmäßig und angemessen erscheinen (BGH VersR 1969, 1040, 1041 f.; VersR 1970, 129, 130; RGZ 99, 183).
Bei der Prüfung, welche Aufwendungen für die Heilbehandlung angemessen sind, sind neben der Art der Verletzungen auch die gesamten sonstigen Umstände des Falles zu berücksichtigen (BGH VersR 1970, 129, 130).
BSG, 28.06.2000 - B 9 VG 4/99 R
Kostenerstattungsanspruch für Gewaltopfer bei selbstbeschaffter …
Anders als im Zivilrecht, wo es dem Geschädigten nicht zugemutet wird, nur zur Schonung des Schädigers auf sonst übliche wahlärztliche Leistungen zu verzichten (BGH VersR 1970, 129, 130), kann das Gewaltopfer nach dem OEG nicht verlangen, daß ihm die nach seinen persönlichen Verhältnissen üblichen Kosten einer gehobenen medizinischen Behandlung aus staatlichen Mitteln erstattet werden.
Der Mehrbedarf des Klägers bemisst sich nach den Dispositionen, die ein verständiger Geschädigter bei der von ihm - bzw. hier durch seine gesetzlichen Vertreter - in zumutbarer Weise gewählten Lebensgestaltung getroffen hätte (BGHZ 54, 82; BGH VersR 70, 129, und 78, 149).
Richtig ist auch der Ausgangspunkt des Berufungsgerichts, daß sich der Pflegebedarf des W. nach den Dispositionen bestimmt, die ein verständiger Geschädigter in seiner besonderen Lage getroffen hätte (vgl. BGHZ 54, 82, 85 [BGH 26.05.1970 - VI ZR 168/68]; Senatsurt.v. 11. November 1969 - VI ZR 91/68 = VersR 1970, 129, 130).
Anspruch des sozialversicherten Verletzten auf Ersatz der Kosten der zweiten …
OLG Celle, 17.06.2002 - 1 U 82/01
Zahnarzthaftung: Umfang des Ersatzanspruchs des Patienten bei einer fehlerhaften …
OLG München, 29.07.2004 - 24 U 827/03
OLG Düsseldorf, 05.05.2003 - 1 U 186/02
Ersatz von Arztrechnungen sowie Ersatz wegen einer kosmetischen Nasenoperation …
OLG Karlsruhe, 14.06.1984 - 9 U 126/82
Zerrung; Prellung; Schmerzensgeld; Nackenmuskulatur; HWS-Syndrom; …