Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202006,%202191
Timestamp: 2020-02-21 03:43:23
Document Index: 126090255

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 709', '§ 170', '§ 709', '§ 714', '§ 170', '§ 709', '§ 170', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 7', 'BGH', '§ 714', '§ 14', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 170']

BGH, 06.04.2006 - V ZB 158/05 - dejure.org
https://dejure.org/2006,227
BGH, 06.04.2006 - V ZB 158/05 (https://dejure.org/2006,227)
BGH, Entscheidung vom 06.04.2006 - V ZB 158/05 (https://dejure.org/2006,227)
BGH, Entscheidung vom 06. April 2006 - V ZB 158/05 (https://dejure.org/2006,227)
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Für Zwangsvollstreckung gegen GbR genügt Zustellung des Vollstreckungstitels an den GbR-Geschäftsführer
Anforderungen an den Vollstreckungstitel bei der Zwangsvollstreckung in das Vermögen einer Gesellschaft; Erforderlichkeit der Zustellung des Vollstreckungstitels; Anforderungen an die Wirksamkeit einer Zustellung
Zustellung eines Vollstreckungstitels gegen die GbR an Geschäftsführer
BGB §§ 709, 714; ZPO § 170 Abs. 1, 3
Wirksame Zustellung eines Vollstreckungstitels gegen eine GbR schon mit Zustellung an einen Gesellschafter
Zustellung eines Vollstreckungstitels an GbR an deren Geschäftsführer oder einen Gesellschafter
Zur Frage, an wen ein Vollstreckungstitel, aufgrund dessen die Zwangsvollstreckung in das Vermögen einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts erfolgen soll, zugestellt werden muss
BGB § 709 § 714; ZPO § 170 Abs. 1, 3
Vollstreckungstitelzustellung bei einer GbR
Zwangsvollstreckung in GbR-Grundstück
§§ 709, 714 BGB; § § 170 Abs. 1 u. 3 ZPO
Zustellung eines Titels gegen eine GbR; Gesellschaftsrecht, Zwangsvollstreckungsrecht
Titelzustellung für Zwangsverwaltung des Grundstücks einer BGB-Gesellschaft
Vollstreckung gegen GbR - An wen muss zugestellt werden?
Vollstreckung gegen GbR: Zustellung des Titels an einen Gesellschafter reicht aus! (IMR 2006, 134)
AG Berlin-Charlottenburg, 24.09.2004 - 70 L 254/04
LG Berlin, 14.09.2005 - 81 T 992/04
NJW 2006, 2191
ZIP 2006, 1318
MDR 2006, 1254
DNotZ 2006, 777
NZM 2006, 559
WM 2006, 1221
DB 2006, 2114
Rpfleger 2006, 478
NZG 2006, 500
Wer zur Vertretung einer GbR befugt ist, lässt sich indessen anders als bei registerfähigen rechtsfähigen Personengesellschaften nicht einem öffentlichen Register entnehmen, weil ein solches Register für die GbR nicht vorgesehen ist (Senat, Beschl. v. 6. April 2006, V ZB 158/05, NJW 2006, 2191 f.).
Vielmehr dürfte es sich bei dem in Rede stehenden Gesamtbetrag entweder um Vermögen der Rechtsanwaltssozietät Sch. & S. als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (vgl. BGHZ 146, 341; BGH NJW 2006, 2191) oder - was nahe liegt - um treuhänderisch gebundenes Vermögen der O. handeln, zumal davon 19.560.762,38 EUR an die O. weitergeleitet wurden (UA S. 143).
Die Zustellung an eine GbR hat zwar nicht, wie das Beschwerdegericht meint, stets an alle Gesellschafter zu erfolgen, sondern nur an einen der zur Geschäftsführung befugten Gesellschafter (Senat, Beschluss vom 6. April 2006 - V ZB 158/05, NJW 2006, 2191 f. Rn. 11, 13).
Zu Händen eines nicht zur Geschäftsführung befugten Gesellschafters kann die Zustellung an eine GbR aber nicht wirksam erfolgen (Senat, Beschluss vom 6. April 2006 - V ZB 158/05, NJW 2006, 2191, 2192 Rn. 11, 13).
Klar ist nach der neueren Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs jedenfalls, dass materiell-rechtlich das Eigentum an einer zum Gesellschaftsvermögen gehörenden Liegenschaft nicht den Gesellschaftern, sondern der Gesellschaft selbst zusteht (BGH, Beschl. v. 6. April 2006 - V ZB 158/05, ZIP 2006, 1318 Tz. 11; OVG Nordrhein-Westfalen, DB 2002, 1545; Wiedemann GesR II § 7 III 2 a).
Ihre Rechtsfähigkeit umfasst die Fähigkeit, Eigentümer von Grundstücken zu sein (…BGH, Urt. v. 25. September 2006, II ZR 218/05, DNotZ 2007, 119 f. m. Anmerkung Volmer; Nagel, NJW 2003, 1646, 1647; Häublein, EWiR 2007, 279, 280; ferner Senat, Beschl. v. 6. April 2006, V ZB 158/05; BayObLGZ 2002, 137, 141 f.).
Die vertretungsberechtigten Gesellschafter zu bestimmen, ist deshalb schwierig, weil die Regelung der Geschäftsführung in einer GbR und die daran anknüpfende gesetzliche Vertretungsbefugnis (§ 714 BGB) nicht in einem öffentlichen Register zu publizierende Interna der Gesellschaft sind (vgl. Senat, Beschluss vom 6. April 2006 - V ZB 158/05, DNotZ 2006, 777, 778;… Beschluss vom 7. Dezember 2006 - V ZB 166/05, NJW 2007, 995 Rn. 7 ff.).
Daran hat sich durch die Anerkennung der Gesellschaft bürgerlichen Rechts als rechtsfähig (§ 14 Abs. 2 BGB) nichts geändert (vgl. BGH, Beschl. v. 16. Juli 2004, IXa ZB 288/03, NJW 2004, 3632, 3634 m.w.N.; vgl. auch Senat, Beschl. v. 6. April 2006, V ZB 158/05, NJW 2006, 2191).
Denn dieser Grundsatz verbietet lediglich eine Übertragung der Geschäftsführung und der Vertretung der Gesellschaft auf Dritte unter Ausschluss sämtlicher Gesellschafter (vgl. Senat, Urt. v. 6. April 2006, V ZB 158/05, NJW 2006, 2191, 2192;… BGH, Urt. v. 16. November 1981, II ZR 213/80, NJW 1982, 877;… Urt. v. 20. September 1993, II ZR 204/92, WM 1994, 237, 238; vgl. auch BGHZ 97, 392, 395).
cc) Der Einwand, die Zustellung an sämtliche Gesellschafter sei deshalb erforderlich, weil eine verlässliche Auskunft über die Vertretungsbefugnisse nicht aus einem öffentlichen Register zu erlangen sei, greift schon deshalb nicht durch, weil sich dieselben Schwierigkeiten für den Gläubiger bei der Klärung der Frage ergeben, wer aktuell Gesellschafter ist (vgl. Senat, Beschl. v. 6. April 2006, V ZB 158/05, NJW 2006, 2191, 2192).
Die Zustellung an eine GbR hat zwar nicht, wie das Beschwerdegericht meint, stets an alle Gesellschafter zu erfolgen, sondern nur an einen der zur Geschäftsführung und damit regelmäßig zur Vertretung befugten Gesellschafter (Senat, Beschluss vom 6. April 2006 - V ZB 158/05, NJW 2006, 2191 f. Rn 11, 13).
Infolgedessen genügte gemäß § 170 Abs. 3 ZPO jedenfalls die Zustellung an M. T. (vgl. Senat, Beschluss vom 6. April 2006 - V ZB 158/05, DNotZ 2006, 777, 778).
Die Zustellung an eine GbR hat zwar nicht, wie das Beschwerdegericht meint, stets an alle Gesellschafter zu erfolgen, sondern nur an einen der zur Geschäftsführung und damit regelmäßig auch zur Vertretung befugten Gesellschafter (Senat, Beschluss vom 6. April 2006 - V ZB 158/05, NJW 2006, 2191 f. Rn. 11, 13).
Zu Händen eines nicht zur Geschäftsführung befugten Gesellschafters kann die Zustellung an eine GbR nämlich nicht wirksam erfolgen (Senat, Beschluss vom 6. April 2006 - V ZB 158/05, NJW 2006, 2191, 2192 Rn. 11, 13).
OLG Brandenburg, 13.09.2010 - 1 AR 22/10
Gerichtsstandsbestimmung für eine Klage gegen Streitgenossen wegen fehlerhafter …