Source: https://urteile-gesetze.de/rechtsprechung/4-str-552-15
Timestamp: 2019-02-23 17:54:38
Document Index: 54743896

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 125', '§ 125', '§ 303', 'BGH', 'BGH', '§ 349', '§ 354']

4 StR 552/15 - Urteil BGH vom 23.06.2016
4 StR 552/15
BGH 23.06.2016 - 4 StR 552/15
Landfriedensbruch: Gesetzeskonkurrenz bei Zusammentreffen mit Sachbeschädigung
ECLI:DE:BGH:2016:230616B4STR552.15.0
vorgehend LG Dortmund, 30. April 2014, Az: 31 KLs 33/12
§ 125 Abs 1 Nr 1 StGB
1. Der Schuldspruch wegen Sachbeschädigung – tateinheitlich neben Landfriedensbruch gemäß § 125 Abs. 1 Nr. 1 StGB – begegnet durchgreifenden rechtlichen Bedenken. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs tritt § 303 StGB hinter die auch hier verwirklichte Variante der "Gewalttätigkeiten gegen Sachen" in Gesetzeskonkurrenz zurück (vgl. BGH, Urteil vom 7. Mai 1968 – 5 StR 699/67, bei Dallinger, MDR 1968, 727; Beschluss vom 9. September 1997 – 1 StR 730/96, BGHSt 43, 237, 238; ebenso OLG Karlsruhe, NJW 1979, 2415, 2416). Der Senat hat den Schuldspruch entsprechend geändert (§ 349 Abs. 4, § 354 Abs. 1 StPO). Er schließt aus, dass das Landgericht bei zutreffender Beurteilung des Konkurrenzverhältnisses eine mildere Strafe gegen den Angeklagten verhängt hätte. Es hat zwar die Verwirklichung des Tatbestands der Sachbeschädigung als Strafschärfungsgrund angeführt. Dies trifft aber auch auf ein gesetzeskonkurrierendes Delikt zu; im Übrigen darf auch ein solches Delikt strafschärfend herangezogen werden.