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Timestamp: 2016-10-28 19:44:13
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Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

U 290/02 (07.08.2003)
Bundesrichterin Widmer, Bundesrichter Lustenberger und Ursprung; Gerichtsschreiber Fl�ckiger
P.________, 1952, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch F�rsprecherin und Notarin Sabine Steiger-Sackmann, Dornacherstrasse 10, 4603 Olten,
Winterthur-Versicherungen, General Guisan-Strasse 40, 8400 Winterthur, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanw�ltin Marianne I. Sieger-Giger, c/o Giger & Partner, Kuttelgasse 8, 8001 Z�rich
Die 1952 geborene P.________ war seit 1994 bei B.________ angestellt und auf Grund dieses Arbeitsverh�ltnisses bei den Winterthur Versicherungen (nachfolgend: Winterthur) obligatorisch gegen die Folgen von Unfall und Berufskrankheit versichert. Daneben arbeitete sie ab November 1995 bei der Organisation W.________. Am 19. Mai 1997 wurde sie von einem Hund (Rasse Labrador) in den rechten Oberschenkel gebissen. Die anl�sslich der gleichentags erfolgten notfallm�ssigen Behandlung im Spital O.________ durchgef�hrten Untersuchungen ergaben drei kleine, blutende Bisswunden am rechten Oberschenkel und dazwischen eine handtellergrosse livide, stark druckdolente Schwellung (Bericht vom 16. Juni 1997). In der Folge stand die Versicherte in Behandlung bei Dr. med. A.________, Allgemeine Medizin FMH, der ihr f�r die Zeit bis 11. Juli 1997 eine Arbeitsunf�higkeit von 100 % attestierte und eine psychiatrische Behandlung durch F.________, Arzt f�r Psychiatrie und Psychotherapie, veranlasste (Schreiben vom 2. Juni 1997). Die Winterthur zog verschiedene Berichte und Zeugnisse des Dr. med. A.________ sowie des Psychotherapeuten F.________ bei und holte eine Stellungnahme ihres beratenden Psychiaters Dr. med. C.________ vom 26. November 1997 ein. Ausserdem gab sie bei Dr. med. I.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ein Gutachten in Auftrag, welches am 27. Juni 1999 erstattet wurde. Im weiteren Verlauf des Verfahrens wurden Berichte des Dr. med. D.________, Neurologie FMH, vom 22. M�rz (mit EEG-Bericht gleichen Datums) und 16. Mai 2000, der Klinik S.________ vom 6. M�rz 2000 sowie des Dr. med. A.________ und des Psychotherapeuten F.________ beigezogen. Anschliessend verneinte die Winterthur - nach vorg�ngiger Gew�hrung des rechtlichen Geh�rs - mit Verf�gung vom 16. November 2000 einen Anspruch auf Taggelder f�r die Zeit ab 11. Juli 1997 sowie auf �bernahme von Heilbehandlungskosten f�r die Zeit ab 14. Juni 2000 und lehnte es ab, der Versicherten eine Rente oder eine Integrit�tsentsch�digung auszurichten. Daran hielt der Versicherer auf Einsprache hin mit Entscheid vom 23. April 2001 fest. Im Einspracheverfahren reichte die Versicherte einen Bericht von Frau lic. phil. L.________, Klinik X.________ vom 16. November 2000 ein, w�hrend die Winterthur eine zus�tzliche Stellungnahme des Dr. med. C.________ vom 7. M�rz 2001 einholte.
Die gegen den Einspracheentscheid erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons Solothurn ab (Entscheid vom 30. August 2002). Im Verlauf des Rechtsmittelverfahrens hatte die Versicherte unter anderem Berichte des Dr. med. R.________, Innere Medizin FMH, vom 15. M�rz 2001, des Dr. med. H.________, Leitender Arzt der Klinik X.________, vom 7. Mai 2001, ein Schreiben des Prof. Dr. T.________ vom 22. Mai 2002 sowie einen Austrittsbericht der Klinik Y.________ vom 23. Mai 2002 auflegen lassen. Das kantonale Gericht f�hrte am 28. Mai 2002 eine Instruktionsverhandlung durch.
P.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Rechtsbegehren, es sei die Winterthur zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen ab dem Unfalldatum vom 19. Mai 1997 zu erbringen; ausserdem sei ein fach�rztliches Gutachten einzuholen. Ferner wird um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung ersucht. Mit Schreiben vom 25. Oktober 2002 reicht die Beschwerdef�hrerin ein Gutachten des Dr. med. K.________, Klinik Z.________, vom 27. September 2002 nach.
Die Winterthur schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesamt f�r Sozialversicherung verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Am 17. M�rz 2003 l�sst die Beschwerdef�hrerin eine erg�nzende Stellungnahme einreichen, in welcher sie an ihrem Standpunkt festh�lt. Mit Schreiben vom 27. Juni 2003 wird ausserdem ein Bericht des Dr. med. K.________ vom 25. April 2003 (Erg�nzung des Gutachtens vom 27. September 2002) aufgelegt.
Am 1. Januar 2003 ist das Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in Kraft getreten. Mit ihm sind zahlreiche Bestimmungen im Unfallversicherungsbereich ge�ndert worden. Weil in zeitlicher Hinsicht grunds�tzlich diejenigen Rechtss�tze massgebend sind, die bei der Erf�llung des zu Rechtsfolgen f�hrenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 467 Erw. 1), und weil ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grunds�tzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheids (hier: 23. April 2001) eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 121 V 366 Erw. 1b), sind im vorliegenden Fall die bis zum 31. Dezember 2002 geltenden Bestimmungen anwendbar.
Streitig und zu pr�fen ist der Anspruch der Beschwerdef�hrerin auf Versicherungsleistungen der Beschwerdegegnerin und in diesem Rahmen die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom 19. Mai 1997 und dem entstandenen psychischen Gesundheitsschaden bzw. der sich daraus ergebenden Arbeitsunf�higkeit.
Die Beschwerdef�hrerin l�sst geltend machen, es verstosse gegen Treu und Glauben, wenn die Beschwerdegegnerin zun�chst Leistungen in Form von Taggeldern (vom 22. Mai bis 11. Juli 1997) und der �bernahme von Heilbehandlungskosten (bis 14. Juni 2000) erbringe und dann ihre Leistungen einstelle. Der Versicherer sei auf der Anerkennung seiner Leistungspflicht bzw. der Ad�quanz des Kausalzusammenhangs als eines die Leistungspflicht mitbegr�ndenden Teilelements zu behaften. Dieser Einwand verf�ngt, wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat, nicht. Zum einen hat das Gericht (nur) zu entscheiden, ob (unter anderem) der ad�quate Kausalzusammenhang im Zeitpunkt der Einstellung der Leistungen gegeben war. Dar�ber, ob die Anspruchsvoraussetzungen in einem fr�heren Zeitpunkt vorlagen und verneinendenfalls �ber die allf�llige R�ckforderung von Leistungen - welche wohl in den meisten F�llen an der Voraussetzung der zweifellosen Unrichtigkeit scheitern w�rde - hat es sich nicht auszusprechen. Zum anderen ist in der Regel erst nach Abschluss des normalen, unfallbedingt notwendigen Heilungsprozesses zu pr�fen, ob die geklagten Beschwerden zum Unfallereignis ad�quat kausal sind (Urteile K. vom 6. Mai 2003, U 6/03, Erw. 4.2.1, R. vom 9. September 2002, U 412/01, Erw. 3.4, und A. vom 6. November 2001, U 8/00, Erw. 3).
4.1 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als ad�quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuf�hren, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als beg�nstigt erscheint (BGE 125 V 461 Erw. 5a mit Hinweisen). Mit der Theorie des ad�quaten Kausalzusammenhangs wird dem rechtlich bestehenden Bed�rfnis nach Eingrenzung und Auswahl von Tatsachen aus der nat�rlichen Kausalkette Rechnung getragen. Es geht darum, im Einzelfall unter Wertung von Indizien, die f�r oder gegen die - rechtliche - Zuordnung bestimmter Funktionsausf�lle zum Unfall sprechen, im Rahmen einer Gesamtw�rdigung zu einer versicherungsm�ssig vern�nftigen und gerechten Abgrenzung haftungsbegr�ndender und haftungsausschliessender Unf�lle zu gelangen, wobei der jeweilige Stand der medizinischen Wissenschaft eine untergeordnete Rolle spielt (BGE 123 V 102 f. Erw. 3b mit Hinweisen).
F�r die Beurteilung des ad�quaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psychischen Fehlentwicklung mit Krankheitswert hat die Rechtsprechung die allgemeine Ad�quanzformel dahingehend konkretisiert, dass eine Katalogisierung der Unf�lle vorzunehmen ist, wobei leichte, mittelschwere und schwere Unf�lle unterschieden werden. Massgebend f�r die Einteilung eines konkreten Unfalls ist dabei nicht das subjektive Unfallerlebnis, sondern das objektiv erfassbare Unfallereignis (BGE 115 V 139 Erw. 6). Liegt ein schwerer Unfall vor, ist die Ad�quanz regelm�ssig zu bejahen (BGE 115 V 140 Erw. 6b). Bei einem leichten oder banalen Unfall ist sie ohne weitere Pr�fung zu verneinen (BGE 115 V 139 Erw. 6a), sofern nicht besondere Umst�nde (RKUV 1998 Nr. U 297 S. 244 Erw. 3b) gegeben sind. Handelt es sich um einen Umfall im mittleren Bereich, sind f�r die Ad�quanzbeurteilung weitere unfallbezogene Kriterien heranzuziehen (BGE 115 V 140 Erw. 6c).
4.2 Die Beschwerdef�hrerin verlangt eine �nderung der Rechtsprechung in dem Sinne, dass f�r die Ad�quanzbeurteilung nicht in erster Linie vom objektiv fassbaren Unfallereignis, sondern vom subjektiven Unfallerlebnis auszugehen sei. Sie bezieht sich dabei auf Stellungnahmen in der neueren Lehre (Murer, Die UV- und IV-rechtliche Auseinandersetzung mit psychischen St�rungen - eine Zwischenbilanz, in: Murer [Hrsg.], Freiburger Sozialrechtstag 2002, Psychische St�rungen und die Sozialversicherung - Schwerpunkt Unfallversicherung, Bern 2002, S. 1 ff., 36 f.; Mosimann, Rechtsprechung, externe [medizinische] Beurteilung und Ad�quanz, ebenda, S. 159 ff., 210, 222), welche sich ihrerseits auf Ergebnisse der psychiatrischen Forschung st�tzen, wonach psychogene Unfallfolgen auf psychischem Stress beruhen, der seinerseits nicht durch das Unfallereignis als solches, sondern das Erlebnis des Geschehens und seiner Folgen ausgel�st werde (Murer/Kind/Binder, Kriterien zur Beurteilung des ad�quaten Kausalzusammenhanges bei erlebnisreaktiven [psychogenen] St�rungen nach Unf�llen, SZS 1993 S. 121 ff., 130 f.; vgl. auch die Beitr�ge von Leonhardt [S. 57 ff., insbesondere S. 67 f.], Schnyder [S. 99 ff., insbesondere S. 102] und Foerster [S. 117 ff., insbesondere S. 124] in: Murer [Hrsg.], Freiburger Sozialrechtstag 2002, Psychische St�rungen und die Sozialversicherung - Schwerpunkt Unfallversicherung, Bern 2002).
4.3 Das Abstellen auf das objektiv feststellbare Unfallereignis und nicht das Unfallerlebnis als Ankn�pfungspunkt f�r die Einteilung der Unf�lle basiert auf der �berlegung, unter anderem im Hinblick auf die Gebote der Rechtssicherheit und der rechtsgleichen Behandlung der Versicherten die Frage, ob sich der Unfall und eine psychisch bedingte Erwerbsunf�higkeit im Sinne eines ad�quaten Verh�ltnisses von Ursache und Wirkung entsprechen, auf Grund einer objektivierten Betrachtungsweise zu pr�fen (BGE 115 V 139 Erw. 6 mit Hinweisen). Dieser Grundsatz wurde in der Zwischenzeit verschiedentlich best�tigt. So wiederholte ihn das Eidgen�ssische Versicherungsgericht in BGE 124 V 44 Erw. 5c/aa unter Bezugnahme auf den zitierten Artikel von Murer/ Kind/Binder (SZS 1993 S. 121 ff.). Sodann verwarf das Gericht im Urteil R. vom 11. November 1998 (U 67/97, publiziert in SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31) die vom Versicherungsgericht des Kantons Basel-Stadt vertretene Auffassung, der ad�quate Kausalzusammenhang sei unter Ber�cksichtigung der Pers�nlichkeitsstruktur des Versicherten, insbesondere seines k�rperlichen und seelischen Zustandes, zu beurteilen, wobei sich die Ad�quanz danach entscheide, ob der Unfall in Ber�cksichtigung dieses Zustandes nach der Lebenserfahrung geeignet gewesen sei, zu der gesundheitlichen Sch�digung zu f�hren. Das Eidgen�ssische Versicherungsgericht erwog, die im kantonalen Entscheid vertretene These, wonach die Ad�quanz lediglich noch dazu dienen solle, krass unbillige Rechtsfolgen, die sich aus dem nat�rlichen Kausalzusammenhang ergeben, zu korrigieren, liefe auf eine weitgehende Preisgabe der steuernden oder begrenzenden Funktion des Ad�quanzbegriffs hinaus. Der Theorie des ad�quaten Kausalzusammenhangs komme jedoch gerade auf dem Gebiet der sozialen Unfallversicherung eine zentrale Bedeutung zu, indem sie dem rechtlich bestehenden Bed�rfnis nach Eingrenzung und Auswahl von Tatsachen aus der nat�rlichen Kausalkette Rechnung trage (SVR 1999 UV Nr. 10 S. 32 f. Erw. 3b). In RKUV 2000 Nr. U 394 S. 313 lehnte das Eidgen�ssische Versicherungsgericht auch die von der damaligen Vorinstanz (deren Entscheid ist publiziert in SVR 1998 UV Nr. 23 S. 83 ff.) postulierte Konzeption ab, wonach bei der Beurteilung psychogener Unfallfolgen das jeweilige Pers�nlichkeitsprofil zu beachten sei, namentlich wenn bei der versicherten Person psychische Pr�dispositionen vorliegen. Zur Begr�ndung f�hrte das Gericht aus, die Ansicht der Vorinstanz, wonach bei pers�nlichen pr�dispositionellen Schw�chen der versicherten Person das subjektive Unfallerlebnis massgebend sein solle, weil bei einer Objektivierung die schadenbeg�nstigende Veranlagung ausser Acht gelassen werde, was zu Unbilligkeiten f�hre, verm�ge nicht zu �berzeugen. Unter anderem im Hinblick auf die Gebote der Rechtssicherheit und der rechtsgleichen Behandlung der Versicherten habe eine objektivierte Betrachtungsweise Platz zu greifen. Weiter wurde erwogen, die Anerkennung einer psychischen Pr�disposition als mitversicherter Zustand h�tte nicht nur eine weitgehende Preisgabe der haftungsbegrenzenden Funktion der Ad�quanz zur Folge, sondern f�hrte letztlich dazu, dass die Unfallversicherung bei fehlendem ad�quatem Kausalzusammenhang f�r die Schadenverursachung durch unfallfremde Faktoren haften m�sste; denn der Unfall w�re diesfalls nicht mehr eine nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignete Ursache f�r den Eintritt der psychischen Fehlentwicklung.
4.4 Die nunmehr mit teilweise neuer oder erg�nzter Begr�ndung verlangte �nderung der Rechtsprechung ist aus mehreren Gr�nden ebenfalls abzulehnen.
4.4.1 Zun�chst ist die Beurteilung auf Grund des subjektiven Unfallerlebnisses schwer mit der allgemeinen Definition der Ad�quanz zu vereinbaren. Die Ad�quanz stellt auf die Erfahrungen des Lebens ab, wonach ein bestimmter Sachverhalt an sich geeignet ist, bestimmte Folgen zu zeitigen. Vorliegend steht als ausl�sender Faktor der Unfall zur Diskussion, der in Art. 9 Abs. 1 UVV ereignisbezogen definiert wird, w�hrend es sich bei der dadurch bewirkten Folge um einen psychischen Gesundheitsschaden handelt. Damit sich eine allgemeine Lebenserfahrung entwickeln kann, ist vorausgesetzt, dass die Tatsache, welche den Ausgangspunkt darstellt, als solche erkennbar und erfahrbar ist. Das objektiv fassbare Unfallereignis weist diese Eigenschaft auf, kann sich doch auf Grund einer Vielzahl von Schilderungen die allgemeine Erfahrung herausbilden, dass Ereignisse von einer bestimmten (objektiven) Schwere geeignet sind, Gesundheitssch�digungen - auch solche psychischer Art - hervorzurufen. Das konkrete Ereignis kann anschliessend im Lichte dieser Lebenserfahrung beurteilt werden. Demgegen�ber ist das subjektive pers�nliche Unfallerlebnis einer auch nur relativ gesicherten Erkenntnis nicht zug�nglich. Weil das individuelle Erleben durch zahlreiche in der Person liegende Umst�nde und Eigenschaften beeinflusst wird, ist die Herausbildung einer allgemeinen Lebenserfahrung, wonach bestimmte Erlebnisse bestimmte Gesundheitssch�digungen allgemein beg�nstigen, jedenfalls nach derzeitigem Wissensstand nicht m�glich. Soweit das Unfallerlebnis demgegen�ber auf Grund objektiver Kriterien beschrieben werden soll (vgl. die Liste der entsprechenden Merkmale bei Murer/Kind/ Binder, a.a.O., SZS 1993 S. 141 f. und 142 f.: Besondere, f�r die meisten Menschen allgemeine emotionale Eindr�cklichkeit des objektiven Geschehensablaufs; Eignung des Geschehensablaufs, Todes�ngste auszul�sen; schwere, lebensbedrohliche k�rperliche Verletzung oder gar T�tung von nahen Bezugspersonen durch das Ereignis; Zerst�rung der materiellen Lebensgrundlagen des Betroffenen durch das Ereignis; Zerst�rung der sozialen Struktur, in die der Betroffene eingebettet war; Verletzung von besonderen Organen, denen erfahrungsgem�ss von den meisten Menschen eine hervorragende Bedeutung zugeschrieben wird), begegnet es seinerseits demselben Einwand, der gegen das Abstellen auf das Unfallereignis erhoben wird: Ob und inwieweit derartige Umst�nde zu psychischem Stress f�hren, der geeignet ist, eine psychische St�rung hervorzurufen, h�ngt wiederum von der Verfasstheit der betroffenen Person ab. Die Angleichung der Rechtsprechung an die zitierte psychiatrische Lehrmeinung w�re daher auf diese Weise h�chstens in beschr�nktem Umfang m�glich. Im �brigen kann den genannten objektiven Gesichtspunkten bereits auf der Grundlage der geltenden Rechtsprechung weitgehend Rechnung getragen werden, sei es bei der Qualifikation des Unfallereignisses oder - falls ein mittelschwerer Unfall vorliegt - im Rahmen der Kriterien der besonderen Eindr�cklichkeit und der besonders dramatischen Begleitumst�nde oder der besonderen Art der Verletzung.
4.4.2 Die bei Vornahme der verlangten Rechtsprechungs�nderung notwendige Feststellung des subjektiven Unfallerlebnisses st�sst auf erhebliche Schwierigkeiten. F�r die Bed�rfnisse der Rechtsanwendung w�re diesfalls eine psychiatrische Abkl�rung in jedem Fall unumg�nglich; auch diese f�hrt jedoch oftmals nicht zu hinreichend gesicherten Erkenntnissen, m�ssen sich doch der Psychiater oder die Psychiaterin ihrerseits auf die Angaben der versicherten Person verlassen. Zus�tzlich akzentuiert wird die Problematik, wenn entsprechende Abkl�rungen erst lange nach dem Unfall get�tigt werden. So wird das Unfallerlebnis im vorliegenden Fall erstmals im �rztlichen Zeugnis des Psychotherapeuten F.________ vom 30. Dezember 1997 beschrieben, also rund sieben Monate nach dem Unfall. Eine in derartiger zeitlicher Distanz vorgenommene Wiedergabe und W�rdigung von Angaben der versicherten Person zum subjektiven Unfallerlebnis bildet aber regelm�ssig keine taugliche Grundlage f�r die Ad�quanzpr�fung.
4.4.3 Schliesslich ist nicht zu �bersehen, dass die geforderte Massgeblichkeit des Unfallerlebnisses - auch wenn, was angesichts der ereignisbezogenen Definition des Unfalls durch Art. 9 Abs. 1 UVV bzw. nunmehr Art. 4 ATSG wohl unumg�nglich ist, zus�tzlich am Erfordernis eines �usseren Ereignisses festgehalten wird - im Ergebnis �hnliche Auswirkungen zeitigt wie die in den Urteilen SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31 ff. und RKUV 2000 Nr. U 394 S. 313 abgelehnten Konzeptionen, wonach die Pers�nlichkeitsstruktur der versicherten Person mitzuber�cksichtigen bzw. jedenfalls bei ausgepr�gter psychischer Pr�disposition eine besondere Ad�quanzpr�fung vorzunehmen w�re. Die haftungsbegrenzende Funktion der Ad�quanz (BGE 123 V 104 Erw. 3e, 122 V 417 Erw. 2c mit Hinweisen) wird im Ergebnis ausgeh�hlt, wenn das objektiv feststellbare Unfallereignis als Ankn�pfungskriterium weitgehend durch das subjektive Unfallerlebnis ersetzt wird, welches seinerseits nur teilweise vom Unfallgeschehen abh�ngt, dar�ber hinaus aber wesentlich durch andere Umst�nde wie insbesondere die psychische Pers�nlichkeitsstruktur des oder der Versicherten gepr�gt wird. Letztlich w�re die Konsequenz, dass der Unfallversicherer auch f�r Folgen eines versicherten Ereignisses zu haften h�tte, welche nach allgemeiner Lebenserfahrung nicht auftreten. Dies ist abzulehnen.
Nach dem Gesagten ist die Ad�quanzbeurteilung im Sinne der bisherigen Rechtsprechung vorzunehmen.
5.1 �ber den Hergang des Unfallereignisses vom 19. Mai 1997 ist den Akten zu entnehmen, dass sich die Versicherte in einem Wohnquartier zu Fuss auf dem Weg zu ihrer Arbeit bei B.________ befand, als sie von einem 4-j�hrigen Hund der Rasse Labrador, der aus dem offenen Auto seiner Besitzerin gesprungen war, angefallen, in den rechten Oberschenkel gebissen und gegen einen Gartenzaun gestossen wurde. Gem�ss den Angaben der Versicherten biss sich der Hund im Oberschenkel fest und konnte durch den erst nach einiger Zeit hinzugekommenen Ehemann der Besitzerin nur mit M�he und nach einigen Versuchen wieder entfernt werden. Bei der Erstbehandlung im Spital O.________ fanden sich drei kleine blutende Bisswunden (offenbar von Eckz�hnen) am proximalen lateralen rechten Oberschenkel mit einer dazwischen liegenden handtellergrossen lividen, stark druckdolenten Schwellung.
5.2 Im Rahmen der f�r die Belange der Ad�quanzbeurteilung vorzunehmenden Katalogisierung (BGE 115 V 138 Erw. 6) ist das geschilderte Ereignis auf Grund des augenf�lligen Geschehensablaufs und der erlittenen Verletzungen den mittelschweren Unf�llen zuzuordnen. Es handelt sich nicht um einen Vorfall, der im Grenzbereich zu den schweren Unf�llen anzusiedeln w�re (vgl. zur diesbez�glichen Rechtsprechung die �bersicht in RKUV 1999 Nr. U 330 S. 122 ff. Erw. 4b/bb). Insbesondere verlief das Ereignis wesentlich weniger gravierend als der dem Urteil J. vom 16. Juli 2001 (U146/01) zu Grunde liegende Sachverhalt, welcher innerhalb der mittelschweren Ereignisse dem Grenzbereich zu den schweren Unf�llen zugeordnet wurde. Die dortige Versicherte wurde von zwei Hunden der als aggressiv geltenden Rasse Dobermann angegriffen und zu Fall gebracht, wodurch sie mit den empfindlichen K�rperstellen an Hals und Kopf den Angriffen ausgesetzt war, und zog sich eine frontale Rissquetschwunde, mehrere, zum Teil klaffende Fleischwunden, ausgedehnte H�matome sowie Sch�rfwunden zu. Sowohl der augenf�llige Geschehensablauf als auch die erlittenen Verletzungen waren demnach deutlich gravierender als im vorliegenden Fall.
5.3 Da ein mittelschwerer, nicht den Grenzbereich zu den schweren Ereignissen beschlagender Unfall vorliegt, ist die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs zu bejahen, falls ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden unfallbezogenen Kriterien (besonders dramatische Begleitumst�nde oder besondere Eindr�cklichkeit des Unfalls; Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung; ungew�hnlich lange Dauer der �rztlichen Behandlung; Dauerbeschwerden; �rztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunf�higkeit; BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa) in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt ist oder die zu ber�cksichtigenden Kriterien insgesamt in geh�ufter oder auffallender Weise gegeben sind (BGE 115 V 140 Erw. 6c/bb).
5.3.1 Dem unerwarteten, pl�tzlichen Angriff eines unbegleiteten Hundes dieser Gr�sse (4-j�hriger Labrador), der sich im Oberschenkel des Opfers festbeisst, dieses gegen einen Gartenzaun st�sst und erst nach einiger Zeit durch eine inzwischen eingetroffene Bezugsperson entfernt werden kann, kommt eine erhebliche Dramatik und Intensit�t zu. Die Gef�hrdung durch einen angreifenden gr�sseren Hund, welcher es nicht bei Drohgeb�rden bewenden l�sst, sondern physisch zubeisst, wird von vielen Menschen - im Vergleich etwa zu einem Verkehrsunfall - als besonders urspr�nglich empfunden, und der Umstand, dass sich die Versicherte w�hrend einiger Zeit in der bedrohlichen Situation befand, war geeignet, sie diese erkennen und f�hlen zu lassen. Das Kriterium der besonderen Eindr�cklichkeit ist deshalb als erf�llt anzusehen. Dagegen hat das kantonale Gericht zutreffend dargelegt, dass und warum die �brigen Kriterien nicht gegeben sind. So handelt es sich bei den dokumentierten Bisswunden und H�matomen nicht um Verletzungen, welche auf Grund ihrer Schwere oder besonderen Art erfahrungsgem�ss geeignet sind, psychische Fehlentwicklungen auszul�sen. Die �rztliche Behandlung der somatischen Unfallverletzungen konnte trotz der Serombildung und des Hautinfektes per 13. August 1997 abgeschlossen werden (Zwischenbericht des Dr. med. A.________ vom 14. August 1997) und erreichte damit keine ungew�hnlich lange Dauer. Ebenso wenig kann von einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen gesprochen werden. Hinweise auf eine �rztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert h�tte, bestehen mit Bezug auf die im vorliegenden Zusammenhang einzig relevanten somatischen Beschwerden nicht. Gleiches gilt hinsichtlich k�rperlicher Dauerschmerzen. Eine physisch bedingte Arbeitsunf�higkeit ist f�r die Zeit bis 11. Juli 1997 ausgewiesen (Zwischenbericht des Dr. med. A.________ vom 14. August 1997; Zeugnis dieses Arztes vom 28. September 1997), dauerte also knapp zwei Monate, und erreichte damit das von der Rechtsprechung im Rahmen des entsprechenden Kriteriums vorausgesetzte Ausmass (vgl. RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff.) ebenfalls nicht.
5.3.2 Die Erf�llung des Kriteriums der besonderen Eindr�cklichkeit oder der dramatischen Begleitumst�nde gen�gt f�r sich allein nicht zur Bejahung der Ad�quanz. Die Vorinstanz hat daher das Bestehen eines ad�quaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom 19. Mai 1997 und einer psychisch bedingten Arbeits- und Erwerbsunf�higkeit zu Recht verneint.
Zufolge Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung wird Rechtsanw�ltin Sabine Steiger-Sackmann, Olten, f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht aus der Gerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 2500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) ausgerichtet.