Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=HRRS%202004%20Nr.%20137
Timestamp: 2019-06-16 03:48:30
Document Index: 180513104

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 212', '§ 261', 'BGH', '§ 212', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 02.12.2003 - 4 StR 385/03 - dejure.org
BGH, 02.12.2003 - 4 StR 385/03
https://dejure.org/2003,5836
BGH, 02.12.2003 - 4 StR 385/03 (https://dejure.org/2003,5836)
BGH, Entscheidung vom 02.12.2003 - 4 StR 385/03 (https://dejure.org/2003,5836)
BGH, Entscheidung vom 02. Dezember 2003 - 4 StR 385/03 (https://dejure.org/2003,5836)
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§ 212 StGB; § 261 StPO
Beweiswürdigung (Tötungsvorsatz: Schluss aus der objektiven Tatausführung unter Einbeziehung der psycho-physischen Verfassung des Angeklagten zur Tatzeit; Totschlag)
Sachrüge; Annahme bedingten Tötungsvorsatzes ; Erörterung der inneren Tatseite des Totschlags ; Tötung im Affekt
Tötungsvorsatz bei Alkoholisierung oder Affekt
NStZ 2004, 329
HRRS 2004 Nr. 137
Bei der Prüfung des Vorliegens eines Tötungsvorsatzes ist daher eine Gesamtwürdigung aller Umstände vorzunehmen, wobei der Schluss auf den Tötungsvorsatz aus der gefährlichen Handlung nur dann fehlerfrei ist, wenn alle nach Sachlage in Betracht kommenden Umstände, die das Ergebnis in Frage stellen könnten, in die Erwägungen einbezogen worden sind (…vgl. BGHR StGB § 212 Abs. 1 Vorsatz, bedingter 30 und 32; BGH NStZ 1994, 76 ff.; NStZ 1992, 587 ff.; NStZ 2004, 329 ff. Randnr. 3).
Auch eine hochgradige Alkoholisierung kann ein Umstand sein, der im Einzelfall gegen einen bedingten Tötungsvorsatz spricht, da durch die Alkoholisierung ggf. schon das intellektuelle Vorsatzelement, nämlich das Erkennen der durch die Handlung ausgelösten Todesgefahr, in Frage gestellt sein kann (vgl. BGH NStZ-RR 2004, 204 ff.; NStZ 2004, 329 ff. Randnr. 3; NStZ 1996, 227 ff.; NStZ 1992, 587 ff.).
Aus der erforderlichen umfassenden Würdigung der vorgetragenen objektiven und subjektiven Tatumstände, namentlich der konkreten Tatsituation, Lage und Abwehrmöglichkeit des Opfers, der psychischen Verfassung des Täters und seiner Motivation (BGH 36, 1, 9 f.; NStZ 1999, 506, 508; 2004, 329, 330), kann vorliegend jedoch allenfalls eine bewusste Fahrlässigkeit, nicht jedoch ein bedingter Vorsatz hergeleitet werden.