Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Hamm&Datum=23.02.2006&Aktenzeichen=28%20U%20217/04
Timestamp: 2019-09-20 21:36:22
Document Index: 170129244

Matched Legal Cases: ['§ 531', '§ 214', '§ 675', '§ 51', '§ 12', 'BGH', 'BGH', '§ 533', 'BGH', '§ 199', '§ 199', '§ 80', 'BGH', 'BGH', '§ 531', 'BGH']

OLG Hamm, 23.02.2006 - 28 U 217/04 - dejure.org
https://dejure.org/2006,5511
OLG Hamm, 23.02.2006 - 28 U 217/04 (https://dejure.org/2006,5511)
OLG Hamm, Entscheidung vom 23.02.2006 - 28 U 217/04 (https://dejure.org/2006,5511)
OLG Hamm, Entscheidung vom 23. Februar 2006 - 28 U 217/04 (https://dejure.org/2006,5511)
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Einrede der Verjährung; neues Verteidigungsmittel; schriftliche Entscheidung des Versicherers
§§ 531 II ZPO, 214 I BGB, 51b BRAO, 12 I, II VVG
Voraussetzungen des Schadensersatzanspruchs aus Anwaltshaftung auf Grund der Verjährung von Ansprüchen auf Berufsunfähigkeitsrente; Anforderungen an das Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit infolge eines Motorradunfalls in der Freizeit; Voraussetzungen der Verwirkung eines ...
BGB § 214 Abs. 1 § 675; BRAO § 51b; VVG § 12
LG Essen, 16.09.2004 - 18 O 19/03
Maßgeblich für das Berufungsgericht ist aber die Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt seiner Entscheidung (vgl. BGHZ 161, 138, 144 unter Hinweis auf BGHZ 158, 295, 307 f. m.w.Nachw.; OLG Hamm, Urteil vom 23. Februar 2006 - 28 U 217/04, juris Tz. 49).
Der X. Zivilsenat hat das in einem Urteil vom 21. Dezember 2005 (X ZR 165/04) unter Hinweis auf § 533 ZPO für unzulässig gehalten, während der III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs in einer Entscheidung vom 19. Januar 2006 (III ZR 105/05, zustimmend OLG Hamm, 28 U 217/04 vom 23. Februar 2006 mit ausführlichen Nachweisen aus der bisherigen Rechtsprechung) die Verjährungseinrede zweiter Instanz auf unstreitiger Tatsachengrundlage für zulässig hält.
Hat also ein Rechtsanwalt einen Anspruch gegen einen Dritten verjähren lassen, so entsteht der Schaden mit der Vollendung der Verjährung und nicht erst mit der Erhebung der Verjährungseinrede (vgl. BGH NJW 1994, 2822; NJW 2000, 2661 f.; NJW 2001, 3543 f.; OLG Stuttgart NJW-RR 2010, 1645 ff.; OLG Hamm, Urteil vom 23. Februar 2006, Az. 28 U 217/04, zitiert nach Juris;… Palandt/Ellenberger, BGB, 71. Auflage, § 199 Rn. 19;… Staudinger/P.s/Jacoby, BGB, Neubearbeitung 2009, § 199 Rn. 34;… Zugehör, Handbuch der Anwaltshaftung, 2. Auflage, Rn. 1345 m.w.N.).
Den Klägern ist darin recht zu geben, dass ein Anwaltsvertrag regelmäßig mit der Anwaltssozietät als solcher zustande kommt (…Zöller/Vollkommer, ZPO , 31. Aufl., § 80 Rn. 6; OLG Hamm, Urteil vom 23.02.2006 - 28 U 217/04 [...]Rn. 36).
Es kommt angesichts dessen nicht darauf an, ob der Sachvortrag der Beklagten zu der Verjährungseinrede in 2. Instanz zuzulassen ist (vgl. dazu Großer Senat des BGH, Beschl. v. 23.06.2008, GSZ 1/08, NJW 2008, 3434; BGH, NJW 2009, 685; WM 2008, 2307; NJW 2005, 291, 292 f.; NJW-RR 2006, 630; OLG Hamm, 28. ZS, Urteil vom 23.2.2006, 28 U 217/04; OLG Celle NJW-RR 2006, 1530;… Zöller/Gummer/Heßler, 26. Auflage, § 531 ZPO, Rn. 8 und 22 m. w. N.).
Die Erhebung der Einrede der Verjährung durch den Beklagten als solche ist ebenso unstreitig wie die für die Bestimmung des Mandatsendes - und damit des Verjährungsbeginns (hierzu s.u.) - grundlegenden Tatsachen nämlich das Schreiben und die Gebührenrechnung des Beklagten vom 06.01.2003 ( zur Zulassung einer erst in zweiter Instanz erhobenen Verjährungseinrede, wenn diese auf der Grundlage unstreitigen Tatsachenvorbringens zu beurteilen ist, vg. schon Senat, Urt. 23.2.2006, 28 U 217/04 = BeckRS 2006 03935; BGH NJW-RR 2006, 630; OLG Celle NJW-RR 2006, 1530, 1531).