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Timestamp: 2018-12-19 14:06:26
Document Index: 139348450

Matched Legal Cases: ['§ 147', 'BGH', 'BGH', '§ 147', '§ 147', '§ 147']

BVerfG 2 BvR 449/11 - 14. September 2011 (AG Gladbeck) · hrr-strafrecht.de
BVerfG 2 BvR 449/11 - 14. September 2011 (AG Gladbeck) [= HRRS 2011 Nr. 1127]
BVerfG 2 BvR 449/11:
HRRS-Nummer: HRRS 2011 Nr. 1127
Zitiervorschlag: BVerfG, 2 BvR 449/11, Beschluss v. 14.09.2011, HRRS 2011 Nr. 1127
BVerfG 2 BvR 449/11 (1. Kammer des Zweiten Senats) - Beschluss vom 14. September 2011 (AG Gladbeck)
(a) Gemäß § 147 Abs. 4 Satz 1 StPO sollen dem Verteidiger auf Antrag, soweit nicht wichtige Gründe entgegenstehen, die Akten mit Ausnahme der Beweisstücke zur Einsichtnahme in seine Geschäftsräume oder in seine Wohnung mitgegeben werden. Es wird unterschiedlich beurteilt, ob und unter welchen Voraussetzungen ein Verteidiger Anspruch auf Überlassung der Akten hat und ob das Gericht in diesem Fall verpflichtet ist, sie ihm zu übersenden oder über ein Gerichtsfach zuzuleiten. Die Fachgerichte gehen davon aus, dass kein Anspruch auf Akteneinsicht in der Kanzlei und kein Anspruch auf Überlassung oder Übersendung der Akten besteht (vgl. BGH, Beschluss vom 24. August 1999 - 1 StR 672/98 -, NStZ 2000, S. 46; BGH, Beschluss vom 12. September 2007 - 1 StR 337/07 -, juris; KG, Beschluss vom 19. Dezember 2001 - 1 AR 1546/01 u.a. -, VRS 102, S. 205; ebenso Meyer-Goßner, StPO, 54. Aufl. 2011, § 147 Rn. 28 m.w.N.). In der Literatur wird dagegen angenommen, dass ein (auswärtiger) Verteidiger - sofern keine wichtigen Gründe entgegenstehen - einen Rechtsanspruch auf Überlassung und Übersendung hat (vgl. Lüderssen/Jahn, in: Löwe-Rosenberg, StPO, 26. Aufl., § 147 Rn. 141 <2007>; Wohlers, in: Systematischer Kommentar zur StPO, § 147 Rn. 70 f. <April 2004>; Rieß, Festgabe für Karl Peters <1984>, S. 113 <127>; vgl. zur Erhebung einer Auslagenpauschale bei Versendung BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 6. März 1996 - 2 BvR 386/96 -, NJW 1996, S. 2222 <2222 f.>).
Externe Fundstellen: NJW 2012, 141