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Timestamp: 2016-10-26 09:20:56
Document Index: 382078006

Matched Legal Cases: ['Art. 25', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 116', 'Art. 117', 'Art. 21', 'Art. 25', 'Art. 20', 'Art. 25', 'Art. 22', 'Art. 22', 'Art. 20', 'Art. 25', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 21', 'Art. 17', 'Art. 12', 'Art. 13', 'Art. 21', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 21', 'Art. 18', 'Art. 21', 'Art. 21', 'Art. 30', 'Art. 30', 'Art. 21', 'Art. 18', 'Art. 30', 'Art. 18', 'Art. 21', 'Art. 18', 'Art. 22', 'Art. 25', 'Art. 25', 'BGE', 'Art. 25', 'BGE', 'Art. 25', 'Art. 25', 'BGE', 'Art. 25', 'Art. 55', 'Art. 25', 'Art. 25', 'BGE', 'Art. 25', 'Art. 101', 'Art. 25', 'Art. 25', 'Art. 25', 'Art. 25', 'Art. 22', 'BGE', 'Art. 21', 'Art. 44', 'BGE', 'BGE', 'Art. 144', 'Art. 144', 'BGE', 'Art. 25', 'Art. 156', 'Art. 159']

4C.148/2001 (06.06.2002)
4C.148/2001 /rnd
Finnair OY, 8001 Z�rich,
Beklagte und Berufungskl�gerin, vertreten durch Rechtsanwalt Michael Epstein, Gr�tlistrasse 96, Postfach 163, 8027 Z�rich,
Winterthur Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft, 8401 Winterthur,
Kl�gerin und Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Roland M�ller, Hauptstrasse 22, 9422 Staad,
Haftung des Luftfrachtf�hrers; Regress
(Berufung gegen das Urteil des Handelsgerichts des Kantons Z�rich vom 15. M�rz 2001)
Im Sommer 1996 beabsichtigte die UBS (damals noch SBG), eine Wertsendung von DEM 1'500'000.-- von Z�rich �ber Helsinki nach Tallin (Estland) an die Eesti Uhispank zu �berweisen. Zu diesem Zweck schloss die UBS mit der Finnair (in Folgenden: die Beklagte) einen Frachtvertrag ab. Die Beklagte transportierte das Bargeld planm�ssig nach Tallin, wo es der Eesti Uhispank indessen nicht �bergeben werden konnte. Auf dem R�cktransport nach Helsinki verschwand die Wertsendung unter ungekl�rten Umst�nden. In der Folge zahlte die Winterthur Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft (im Folgenden: die Kl�gerin) der UBS eine Entsch�digung von CHF 1'237'200.--.
Am 16. November 1998 machte die Kl�gerin beim Handelsgericht Regressanspr�che gegen die Beklagte geltend und beantragte, diese sei zu verpflichten, CHF 1'237'200.-- nebst Zins zu 5% seit dem 13. Dezember 1996 zu bezahlen. Mit Urteil vom 15. M�rz 2001 verpflichtete das Handelsgericht des Kantons Z�rich die Beklagte, der Kl�gerin Fr. 824'800.-- nebst 5% Zins seit dem 13. Dezember 1996 zu bezahlen; im Mehrbetrag wurde die Klage abgewiesen.
Mit Berufung vom 3. Mai 2001 beantragt die Beklagte dem Bundesgericht, das Urteil des Handelsgerichtes des Kantons Z�rich vom 15. M�rz 2001 sei aufzuheben und die Klage abzuweisen; eventuell sei das Urteil aufzuheben und die Klage im Umfang von Fr. 155.85 gutzuheissen und im Mehrbetrag abzuweisen; subeventuell sei das Urteil aufzuheben und zur Neubeurteilung, allenfalls zur Durchf�hrung eines Beweisverfahrens, an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Die Kl�gerin beantragt die Abweisung der Berufung. Das Handelsgericht hat auf eine Stellungnahme verzichtet.
Mit Beschluss vom 13. Oktober 2001 hat das Kassationsgericht des Kantons Z�rich eine gleichzeitig erhobene kantonale Nichtigkeitsbeschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten war.
In tats�chlicher Hinsicht hat die Vorinstanz festgehalten, dass die UBS mit der Beklagten einen Luftfrachtvertrag abgeschlossen und dieser einen 2,3 kg schweren Sack mit DEM 1'500'000.-- in Banknoten zum Transport nach Tallin (Estland) �bergeben habe. Der Sack sei als Wertsendung gekennzeichnet gewesen. Der zugeh�rige Luftfrachtbrief habe folgende Weisung der UBS enthalten: "Valuable cargo - special supervision req." / "Must fly as booked" / "One bag Nr. 863". Am 31. Juli 1996 sei die Wertsendung mit dem zugeh�rigen Frachtbrief von Z�rich nach Helsinki transportiert worden. Am 1. August 1996 sei das Geld mit dem Flug AY 201 nach Tallin weitertransportiert und dort von der Balti Transport Ltd., dem Cargo Handling Agent der Beklagten vor Ort, entgegengenommen worden. In der Folge sei es aber nicht m�glich gewesen, die Fracht der designierten Empf�ngerin, der Eesti Uhispank, zu �bergeben. Ob die �bergabe gescheitert sei, weil die Eesti Uhispank nicht durch eine Kopie des Luftfrachtbriefes �ber die Geldsendung informiert worden sei (Version der Kl�gerin), oder ob die Bank eine falsche Kopie eines anderen Luftfrachtbriefes erhalten habe (Version der Beklagten), sei unklar geblieben. Die Balti Transport Ltd. habe deshalb beschlossen, die Wertsendung gleichentags mit dem Flug AY202 nach Helsinki zur�ckzuschicken. In Helsinki sei die Wertsendung nie angekommen.
In rechtlicher Hinsicht ist das Handelsgericht davon ausgegangen, dass die vorliegende Klage nach dem Warschauer Abkommen, erg�nzend nach schweizerischem Recht zu beurteilen sei. Die Aktivlegitimation der (Regress)Kl�gerin sei zu bejahen. Die Beklagte sowie die von ihr als Hilfsperson beigezogene Balti Transport Ltd. sei in verschiedener Hinsicht verwegen und waghalsig vorgegangen. Da alle Beteiligten sowohl um den Charakter der zu spedierenden Sendung als auch um die unplanm�ssige R�ckbef�rderung nach Helsinki gewusst h�tten, sei ihnen auch bewusst gewesen, dass ihr Verhalten wahrscheinlich den Verlust der Wertsendung bewirken werde. Der nat�rliche wie auch der ad�quate Kausalzusammenhang sei zu bejahen. Insbesondere habe die Beklagte keine Umst�nde dargetan, welche den Verlust der Wertsendung durch ihr nicht zurechenbares Handeln Dritter nahelegen w�rden. Schliesslich sei der Schaden unbestritten. Unter diesen Umst�nden hafte die Beklagte f�r das gravierende Verschulden ihrer Hilfsperson Balti Transport Ltd. im Rahmen von Art. 25 Warschauer Abkommen. Gleichermassen hafte sie auch f�r ihr eigenes schweres Verschulden. Die Kl�gerin - die Versicherung der gesch�digten Bank - k�nne gegen die Beklagte regressieren. Angesichts des Selbstverschuldens der Bank sei der Schadenersatz- bzw. Regressanspruch um einen Drittel zu k�rzen.
Da im vorliegenden Fall ein internationaler Sachverhalt zu beurteilen ist, ist zun�chst das anwendbare Recht nach den Bestimmungen des Bundesgesetzes zum Internationalen Privatrecht (IPRG) zu ermitteln (Art. 1 Abs. 1 IPRG), wobei die v�lkerrechtlichen Vertr�ge vorbehalten sind (Art. 1 Abs. 2 IPRG).
Die Parteien sind sich darin einig, dass prim�r das Warschauer Abkommen zur Vereinheitlichung von Regeln �ber die Bef�rderung im internationalen Luftverkehr in der Fassung des Haager Protokolls vom 28. September 1955 (SR 0.748.410, nachfolgend WA) anwendbar ist. F�r die Fragen, die vom Warschauer Abkommen nicht geregelt werden, richtet sich das anwendbare Recht nach den Bestimmungen des IPRG. Nachdem die Parteien keine anderweitige Rechtswahl getroffen haben (Art. 116 IPRG), ist das Schweizer Recht massgebend, da die Beklagte in der Schweiz eine Zweigniederlassung hat und der Sachverhalt eine engere Beziehung zur Schweiz als zu Finnland als Sitzstaat der Beklagten hat (Art. 117 IPRG, insbes. in Verbindung mit Art. 21 Abs. 3 IPRG). Auch diesbez�glich gehen die Parteien mit der zutreffenden Auffassung des Handelsgerichtes einig, dass subsidi�r Schweizer Recht anzuwenden ist.
Im Folgenden ist zu pr�fen, unter welchen Voraussetzungen und in welchem Umfang der Luftfrachtf�hrer nach dem WA haftet. Dabei ist zun�chst kurz auf das spezielle Haftungssystem des WA einzugehen (E. 4.1). Anschliessend ist die Frage der Aktivlegitimation der Kl�gerin zu pr�fen (E. 4.2). Falls deren Klageberechtigung bejaht werden sollte, ist zu pr�fen, ob die Vorinstanz zu Recht von einer unbeschr�nkten Haftung des Luftfrachtf�hrers nach Art. 25 WA ausgegangen ist (E. 4.3.). Schliesslich wird auf den Kausalzusammenhang (E. 4.4.) und die Schadenersatzbemessung unter Ber�cksichtigung eines allf�lligem Selbstverschuldens der gesch�digten Bank einzugehen sein (E. 4.5).
4.1 Gem�ss 18 Abs. 1 WA hat der Luftfrachtf�hrer den Schaden zu ersetzen, der durch Zerst�rung, Verlust oder Besch�digung von G�tern entsteht, wenn das Ereignis, durch das der Schaden verursacht wurde, w�hrend der Luftbef�rderung eingetreten ist. Art. 20 WA bestimmt, dass die Ersatzpflicht entf�llt, wenn der Luftfrachtf�hrer nachweist, dass er und seine Leute alle erforderlichen Massnahmen zur Verh�tung des Schadens getroffen haben oder dass sie diese Massnahmen nicht treffen konnten (keine Haftung, wenn dem Luftfrachtf�hrer die Exkulpation gelingt). Demgegen�ber ist gem�ss Art. 25 WA von einer unbeschr�nkten Verantwortlichkeit des Luftfrachtf�hrers bei besonders gravierendem Verschulden auszugehen (unbeschr�nkte Haftung, wenn der Gesch�digte dem Luftfrachtf�hrer ein qualifiziertes Verschulden nachweist). Schliesslich ist in Art. 22 WA eine beschr�nkte Haftung des Luftfrachtf�hrers - z.B. maximal 250 Poincar�-Franken pro Kilogramm Gep�ck oder Frachtgut (Art. 22 Abs. 2a WA) - vorgesehen (beschr�nkte Haftung, wenn dem Luftfrachtf�hrer die Exkulpation nach Art. 20 WA und dem Gesch�digten der positive Verschuldensnachweis nach Art. 25 WA misslingt).
4.2 Wie schon im kantonalen Verfahren bestreitet die Beklagte auch im bundesgerichtlichen Verfahren zun�chst die Aktivlegitimation der Kl�gerin. Sie macht geltend, klageberechtigt sei nur, wer �ber das Frachtgut verf�gen k�nne. Im vorliegenden Fall sei nach dem Eintreffen der Sendung in Tallin die Eesti Uehispank verf�gungsberechtigt geworden, so dass die UBS und folglich auch die regressierende Kl�gerin nicht klageberechtigt sei.
4.2.1 Die im vorliegenden Verfahren zu pr�fenden Schadenersatzanspr�che st�tzen sich auf Art. 18 WA. Diese Bestimmung �ussert sich nicht zur Anspruchsberechtigung (Giemulla/Schmid, Frankfurter Kommentar zum Luftverkehrsrecht, Band 3, Warschauer Abkommen, N. 33 zu Art. 18 WA). Demgegen�ber kann dem Schweizer Recht eine ausdr�ckliche Regelung der Klageberechtigung entnommen werden. Art. 21 Abs. 1 des Lufttransportreglementes (LTrR, SR 748.411) sieht vor, dass f�r Anspr�che gegen den Luftfrachtf�hrer aus Verlust nur klageberechtigt ist, wer �ber das Frachtgut verf�gen kann. F�r die Frage der Verf�gungsberechtigung verweist Art. 17 Abs. 1 LTrV auf die Art. 12-15 WA. Gem�ss Art. 13 Abs. 1 WA ist der Empf�nger grunds�tzlich nach Ankunft des Gutes am Bestimmungsort berechtigt, vom Luftfrachtf�hrer die Ablieferung des Gutes zu verlangen. Mit der Ankunft am Bestimmungsort geht somit das Verf�gungsrecht auf den Empf�nger �ber. Im vorliegenden Fall ist das Verf�gungsrecht der absendenden Bank mit der Ankunft der Wertsendung auf dem Flughafen Tallin grunds�tzlich untergegangen, so dass gem�ss Art. 21 Abs. 1 LTrR auch die Klageberechtigung der Kl�gerin zu verneinen w�re.
4.2.2 Eine derart restriktive Regelung der Klagelegitimation, wie sie vom Schweizer Gesetzgeber getroffen wurde, wird in der Literatur mit guten Gr�nden abgelehnt. Einerseits ist zu ber�cksichtigen, dass sich die in Art. 18 WA vorgesehenen Schadenersatzanspr�che auf Bef�rderungen beziehen, denen ein Frachtvertrag zu Grunde liegt. Der Frachtvertrag wird zwischen dem Absender und dem Luftfrachtf�hrer abgeschlossen. Die sich aus dem Frachtvertrag ergebenden Rechte - so u.a. auch diejenigen aus Art. 18 WA - stehen somit in erster Linie dem Absender zu (Giumella/Schmid, a.a.O., N. 33b zu Art. 18 WA). Mit der restriktiven Regelung der Klageberechtigung in Art. 21 LTrR entzieht der schweizerische Gesetzgeber dem Absender das Recht auf Schadenersatz, auf den er gem�ss Art. 18 WA einen v�lkerrechtlich verankerten Anspruch hat. Es steht daher zum Vornherein in Frage, ob Art. 21 LTrR nicht dem Warschauer Abkommen widerspricht (Regula Dettling-Ott, Internationales und schweizerisches Lufttransportrecht, Z�rich 1993, S. 273). Andrerseits sprechen auch systematische �berlegungen gegen die in Art. 21 LTrR vorgesehene restriktive Regelung der Klagelegitimation. Gem�ss Art. 30 Abs. 3 WA hat der Absender bei Sukzessivbef�rderungen - eine von mehreren Frachtf�hrern auszuf�hrende Bef�rderung - neben dem Empf�nger einen Anspruch auf Schadenersatz. Wenn aber bei Sukzessivbef�rderungen die v�lkerrechtliche Regelung der Aktivlegitimation (Art. 30 Abs. 3 WA) dem einschr�nkenderen Landesrecht (Art. 21 LTrR) vorgeht, ist nicht einzusehen, weshalb der Absender bei einer Sukzessivbef�rderung in Bezug auf die Klageberechtigung besser gestellt sein soll als bei einer einfachen Bef�rderung (Dettling-Ott, a.a.O., S. 273 f.; �hnlich Giumella/Schmid, a.a.O., N. 33a zu Art. 18 WA).
4.2.3 Es ist daher davon auszugehen, dass in analoger Anwendung von Art. 30 Abs. 3 WA die Klageberechtigung des Absenders zu bejahen ist. Das Handelsgericht hat zutreffend festgehalten, dass den Bestimmungen des Warschauer Abkommens (Art. 18 und 30 Abs. 3 WA) gegen�ber den landesrechtlichen Normen (Art. 21 LTrR) der Vorrang einzur�umen ist. Unter diesen Umst�nden kann dahin gestellt bleiben, ob die Verf�gungsberechtigung der UBS nach der gescheiterten Ablieferung des Frachtgutes in Tallin wieder aufgelebt ist, wie das Handelsgericht unterstellt hat.
4.3 Im Folgenden ist zu pr�fen, ob und in welchem Umfang die Beklagte f�r den Verlust der Wertsendung haftbar ist. Grunds�tzlich ist festzuhalten, dass der Luftfrachtf�hrer gem�ss Art. 18 WA f�r den Verlust haftbar ist, der w�hrend der Luftbef�rderung eingetreten ist. Eine beschr�nkte Haftbarkeit gem�ss Art. 22 WA wird von der Beklagten - unter Vorbehalt der Aktivlegitimation der Kl�gerin - ausdr�cklich anerkannt. Die Kl�gerin und mit ihr die Vorinstanz gehen demgegen�ber von einer unbeschr�nkten Haftung der Beklagten nach Art. 25 WA aus.
4.3.1 Gem�ss Art. 25 WA gelten Haftungsbeschr�nkungen nicht, wenn nachgewiesen wird, dass der Schaden durch eine Handlung oder Unterlassung des Luftfrachtf�hrers oder seiner Leute verursacht worden ist, die entweder in der Absicht, Schaden herbeizuf�hren, oder leichtfertig und im Bewusstsein begangen wurden, dass ein Schaden mit Wahrscheinlichkeit eintreten werde. Die Rechtsprechung und Literatur gehen davon aus, dass die unbeschr�nkte Haftung nicht schon dann eintritt, wenn der Luftfrachtf�hrer oder seine Leute grob fahrl�ssig handeln. Vielmehr ist f�r die unbeschr�nkte Haftung entweder erforderlich, dass der Schaden mit "Absicht" herbeigef�hrt wird. Als zweite M�glichkeit f�r eine unbeschr�nkte Haftung sieht das Abkommen vor, dass ein Schaden "leichtfertig und im Bewusstsein, dass ein Schaden mit Wahrscheinlichkeit eintreten werde", verursacht wurde. F�r die zweite Variante der unbeschr�nkten Haftung ist somit einerseits ein leichtfertiges Verhalten und andrerseits ein Bewusstsein hinsichtlich des sch�digenden Erfolges erforderlich. Als "leichtfertig" - im franz�sischen Text:: t�m�rairement - gilt ein Verhalten, das "verwegen, waghalsig oder tollk�hn" ist (BGE 98 II 231 E. 4 S. 241 f. m.w.H.; Giemulla/Schmid, a.a.O., N. 33 zu Art. 25 WA m.w.H.; Dettling-Ott, a.a.O., S. 229; Edgar Ruhwedel, Der Luftbef�rderungsvertrag, 3. Auflage, Frankfurt a.M. 1998, S.327 m.w.H.). Hinsichtlich des Bewusstseins der Wahrscheinlichkeit eines Schadenseintritts ist erforderlich, dass dieses Bewusstsein subjektiv tats�chlich gegeben war; ein blosses Erkennenm�ssen nach objektiven Massst�ben reicht nicht (BGE 113 II 359 insbes. E. 3b und c, S. 365 f. m.w.H.; Giemulla/Schmid, a.a.O., N. 37 ff. zu Art. 25 WA, mit Hinweisen auf die nationale Rechtssprechung verschiedener L�nder; Dettling-Ott, a.a.O., S. 233; Ruhwedel, a.a.O., S. 328 f. m.w.H.).
4.3.2 Die Beweislast f�r die Voraussetzungen von Art. 25 WA tr�gt die Gesch�digte. Keine besonderen Beweisschwierigkeiten bestehen in Bezug auf die Umst�nde, die auf ein leichtfertiges - d.h. verwegenes, waghalsiges oder tollk�hnes - Verhalten schliessen lassen. In Bezug auf die subjektive Voraussetzung - das Bewusstsein der Wahrscheinlichkeit eines Schadenseintritts - kann der Gesch�digte demgegen�ber leicht in Beweisnot geraten. Da in Bezug auf innere Tatsachen der direkte Beweis oft nicht m�glich ist, ist in diesem Bereich ein indirekter Beweis - Indizienbeweis - zul�ssig (BGE 98 II 231 E. 5 S. 242 m.w.H.; Dettling-Ott, a.a.O., S. 233 f.; Ruhwedel, a.a.O., S. 330 ff., insbes. Rz. 414, m.w.H.). Allerdings ist der Indizienbeweis nur bei klaren Verh�ltnissen angebracht, weil sonst die Gefahr besteht, dass die mit dem Haager Protokoll eingef�hrten �nderungen zunichte gemacht werden (vgl. Giemulla/Schmid, a.a.O., N. 51 zu Art. 25 WA).
4.3.3 Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz der Beklagten oder ihren Leuten verschiedene leichtfertige (d.h. verwegene, waghalsige oder tollk�hne) Handlungen vorgeworfen (lit. a). Gest�tzt auf Indizien h�lt es das Handelsgericht sodann f�r erwiesen, die Beklagte habe im Bewusstsein gehandelt, dass der Schaden mit Wahrscheinlichkeit eintreten werde (lit. b).
a) In objektiver Hinsicht wirft die Vorinstanz der Beklagten zun�chst vor, dass die Wertsendung im Cargo-Manifest (Liste der Frachtg�ter) nicht als solche ausgewiesen worden sei. Soweit die Beklagte geltend macht, es sei nicht nachgewiesen, dass das Cargo-Manifest nicht korrekt ausgef�llt worden sei, kritisiert sie die tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz. Darauf ist nicht einzutreten (Art. 55 Abs.1 lit. c OG). Sodann f�hrt das Handelsgericht gest�tzt auf ein Fachrichtervotum aus, dass kein Preadvice (Avisierung des Bestimmungsflughafens) ausgestellt worden sei, obwohl bei Valorensendungen immer ein Preadvice der Abgangsstation an die n�chste Empfangsstelle erfolge. Auf die Kritik an dieser Feststellung ist ebenfalls nicht einzutreten, weil die auf einem Fachrichtervotum basierenden Feststellungen verbindlich sind (Imboden/Messmer, Die eidgen�ssischen Rechtsmittel in Zivilsachen, Z�rich 1992, Rz. 94, S. 129). Weiter wirft die Vorinstanz der Beklagten vor, das Loadsheet (Dokumentation der Gewichtskontrolle) sei nicht korrekt ausgef�llt worden. Gest�tzt auf das Fachrichtervotum h�lt die Vorinstanz f�r das Bundesgericht verbindlich fest, dass das Loadsheet zwar in erster Linie der Gewichtskontrolle diene, dass der Loadmaster dem Flugkapit�n aber aussergew�hnliche Fracht h�tte melden m�ssen, damit die n�tigen Sicherheitsmassnahmen h�tten getroffen werden k�nnen. Auch mit der Kritik an dieser Feststellung ist die Beklagte nicht zu h�ren (vgl. oben). Schliesslich beanstandet die Vorinstanz den Transport der Wertsendung im allgemeinen Frachtraum des Flugzeuges. Es mag zwar zutreffen, dass die Wertsendungen im Flugzeug, das zum Einsatz gelangte, im gew�hnlichen Frachtraum transportiert werden musste, weil keine speziellen Sicherheitseinrichtungen vorhanden waren. In diesem Fall w�ren aber besondere Sicherheitsvorkehren am Abflug- und am Bestimmungsort unerl�sslich gewesen. Dass solche Vorkehren getroffen wurden, hat die Beklagte nie behauptet.
Angesichts dieser Verfehlungen, die der Beklagten bzw. ihren Leuten vorzuwerfen sind, ist insgesamt von einem leichtfertigen Verhalten der Beklagten auszugehen. Aufgrund des besonderen Charakters der zu spedierenden Sendung, der allgemein bekannten Sicherheitslage vor Ort und der unplanm�ssigen R�ckbef�rderung der Valorensendung nach Helsinki w�re besondere Sorgfalt bei der Durchf�hrung des Transportes angezeigt gewesen. Statt dessen muss sich die Beklagte wie erw�hnt eine ganze Reihe von Pflichtverletzungen und Unterlassungen vorwerfen lassen. Ein Frachtf�hrer, dem eine derartige H�ufung von grob unvorsichtigem Verhalten beim Transport eines sensiblen Frachtgutes anzulasten ist, handelt waghalsig und verwegen, mithin leichtfertig im Sinn von Art. 25 WA. Zu Recht spricht die Vorinstanz in diesem Zusammenhang auch von einem Organisationsverschulden. Der Einwand der Beklagten, die Vorinstanz habe die internen Richtlinien, Weisungen und Vertr�ge mit Dritten nicht ber�cksichtigt, verf�ngt nicht. Selbst wenn entsprechende Vorkehren getroffen worden sein sollten, behauptet die Beklagte nicht, dass auch f�r deren Befolgung gesorgt worden sei.
b) In subjektiver Hinsicht ist die aufgrund von Indizien getroffene Feststellung der Vorinstanz nicht zu beanstanden, die Beklagte bzw. deren Leute h�tten mit dem Bewusstsein gehandelt, dass ein Schaden mit Wahrscheinlichkeit eintreten werde. Soweit die Beklagte im Indizienbeweis an sich einen grunds�tzlichen Verstoss gegen Art. 25 WA sieht, ist ihr entgegenzuhalten, dass nach der Rechtsprechung bei qualifiziert unsorgf�ltigen Handlungen und Unterlassungen wie im vorliegenden Fall ein Indizienbeweis zul�ssig ist (vgl. E. 4.3.2). Ob die Vorinstanz aufgrund der Indizien auf das Vorliegen des geforderten Bewusstseins schliessen durfte, ist eine Frage der Beweisw�rdigung, die im Berufungsverfahren nicht �berpr�ft werden kann (BGE 122 III 219 E. 3c S. 223 f. m.w.H.).
4.3.4 Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass der Beklagten bzw. ihren Leuten insgesamt ein leichtfertiges Verhalten und das Bewusstsein der Wahrscheinlichkeit des Schadenseintritts vorzuwerfen ist. Der Einwand der Beklagten, f�r jede schadensverursachende Person sei einzeln zu beurteilen, ob ihre individuelle Verfehlung die Voraussetzungen von Art. 25 WA erf�lle, ist nicht �berzeugend. Wer eine Hilfsperson bei der Erf�llung seiner Verpflichtungen beizieht, hat sich dessen Verhalten gem�ss Art. 101 OR anrechnen zu lassen. Auch im Anwendungsbereich von Art. 25 WA, welche Bestimmung sich ausdr�cklich auf die Handlungen oder Unterlassungen des Luftfrachtf�hrers oder "seiner Leute" bezieht, gilt nichts anderes. Wenn eine einzige Person durch mehrere Handlungen und Unterlassungen Verfehlungen begeht, die in ihrer Gesamtheit als leichtfertig im Sinn von Art. 25 WA zu qualifizieren sind, muss das Gleiche auch f�r den Luftfrachtf�hrer gelten, der mehrere verschiedene Personen als Hilfspersonen beizieht. Eine Besserstellung des Luftfrachtf�hrers, der sich zur Erf�llung seiner Verpflichtungen verschiedener Hilfspersonen bedient, l�sst sich weder mit dem Wortlaut noch dem Sinn und Zweck von Art. 25 WA rechtfertigen. Die Vorinstanz ist somit zutreffend davon ausgegangen, dass die Beklagte eine unbeschr�nkte Haftung im Sinn von Art. 25 WA trifft. Die Beklagte macht zu Unrecht geltend, sie treffe h�chstens eine beschr�nkte Haftung im Sinn von Art. 22 WA und sie habe entsprechend dem Gewicht des abhanden gekommenen, 2,3 kg schweren Sackes nur Schadenersatz in der H�he von CHF 155.70 zu bezahlen (vgl. E. 4.1).
4.4 Zu Recht hat die Vorinstanz auch ausgef�hrt, dass zwischen dem Eintritt des Schadens und den der Beklagten anzulastenden Pflichtverletzungen ein Kausalzusammenhang bestehe. Verfehlt ist der Vorwurf der Beklagten, der (nat�rliche) Kausalzusammenhang sei von der Kl�gerin nie nachgewiesen worden, weil die genauen Umst�nde des Verschwindens der Valorensendung bis heute nicht festgestellt worden seien. Die Beklagte verkennt, dass nicht die Frage massgebend ist, aufgrund welcher Umst�nde - Diebstahl, anderweitiger Verlust, Zerst�rung - die Sendung verschwunden ist. Entscheidend ist vielmehr, ob ihre Pflichtverletzungen und Unterlassungen den Verlust der Sendung erst erm�glichten. Entgegen der Darstellung der Beklagten hat das Bundesgericht auch in BGE 98 II 231 ff. nichts anderes entschieden. Vielmehr wurde dort ausdr�cklich festgehalten, dass der Frachtf�hrer auch bei ungekl�rtem Verlust eines Frachtgutes hafte, wenn sein Fehlverhalten ungeachtet der konkreten Umst�nde f�r das Verschwinden kausal gewesen sei (a.a.O., E. 8, S. 246).
4.5 Auch die Kritik an der K�rzung des Schadenersatzanspruchs wegen Selbstverschuldens der UBS ist unbegr�ndet. Gem�ss Art. 21 WA ist f�r die Schadenersatzreduktion bei Selbstverschulden des Kl�gers die lex fori anwendbar. Art. 44 Abs. 1 OR bestimmt, dass der Richter bei Selbstverschulden des Gesch�digten die Ersatzpflicht erm�ssigen oder ganz von ihr entbinden kann. Bei der Bemessung der K�rzung steht dem Richter ein weites Ermessen zu (BGE 117 II 156 E. 3a S. 159). Solche Ermessensentscheide �berpr�ft das Bundesgericht zwar an sich frei. Es �bt dabei aber Zur�ckhaltung und schreitet nur ein, wenn die Vorinstanz grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grunds�tzen abgegangen ist, wenn sie Tatsachen ber�cksichtigt hat, die f�r den Entscheid im Einzelfall keine Rolle h�tten spielen d�rfen, oder wenn sie umgekehrt Umst�nde ausser Betracht gelassen hat, die h�tten beachtet werden m�ssen. Es greift ausserdem in Ermessensentscheide ein, wenn sich diese als offensichtlich unbillig, als in stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 126 III 266 E. 2b S. 273 m.w.H.). Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz der UBS vorgeworfen, die �bermittlung eines Avis f�r den Geldtransport von DEM 1'500'000.-- ohne Grund unterlassen zu haben. Das Verschulden der UBS sei insofern als "noch leicht bis h�chstens mittel" zu bezeichnen. Unter Ber�cksichtigung des schweren Verschuldens der Beklagten rechtfertige sich eine Reduktion der Schadenersatzpflicht um 1/3. Entgegen der Darstellung der Beklagten wurde im angefochtenen Urteil nicht festgehalten, dass die Zustellung der Geldsendung wegen dem fehlenden Avis gescheitert sei. Vielmehr wurde ausgef�hrt, dass eine Auslieferung der Sendung "unm�glich" gewesen sei, ohne dass auf die unterschiedlichen Begr�ndungen der Parteien f�r das Scheitern der �bergabe eingegangen worden w�re. Die Auffassung des Handelsgerichtes, der UBS sei ein "noch leichtes bis h�chstens mittleres" Verschulden anzulassen, ist daher nicht zu beanstanden. Unter Ber�cksichtigung des Verschuldens der Beklagten, das wie ausf�hrlich dargelegt als schwer einzustufen ist, hat die Vorinstanz das ihr zustehende Ermessen nicht missbraucht, indem sie die Schadenersatzpflicht um 1/3 reduziert hat.
Umstritten ist schliesslich auch, ob die Vorinstanz das Regressrecht der Kl�gerin im Umfang von Fr. 824'800.-- - entsprechend 2/3 der von der Kl�gerin ausbezahlten Versicherungsleistung von CHF 1'237'200.-- - zu Recht bejaht hat.
5.1 Zun�chst ist festzuhalten, dass die Vorinstanz in Bezug auf das Regressverh�ltnis zutreffend und unangefochten Schweizer Recht angewendet hat. Da der Bef�rderungsvertrag, aus dem die Schuld der Beklagten abgeleitet wird, prim�r dem Warschauer Abkommen und subsidi�r dem Schweizer Recht untersteht, und da das Warschauer Abkommen keine Regelung des Regressrechts des Versicherers kennt, gelangt insoweit Schweizer Recht zur Anwendung (Art. 144 Abs. 2 Satz 1 IPRG). Schweizer Recht ist im �brigen auch insoweit anwendbar, als der Versicherungsvertrag betroffen ist, weil diesbez�glich gar kein internationales Verh�ltnis vorliegt (Art. 144 Abs. 2 Satz 2 IPRG).
5.2 Nach der Rechtsprechung kann ein Privatversicherer R�ckgriff auf einen aus Vertrag haftbaren Sch�diger nehmen, wenn diesen - bzw. dessen Hilfsperson - nicht bloss ein leichtes Verschulden trifft (BGE 80 II 247 E. 5 S. 255, 90 II 345 E. 6 S. 353). Im vorliegenden Fall wurde ausf�hrlich dargelegt, dass der Beklagten bzw. ihren Hilfspersonen verschiedene "leichtfertige" Verhaltensweisen bzw. Unterlassungen im Sinn von Art. 25 WA - mithin schwere Fehlverhalten - vorzuwerfen sind (vgl. E. 4.3.3). Wenn aber der aus Vertrag haftbaren Partei ein schweres Verschulden vorzuwerfen ist, ist nach der erw�hnten Rechtsprechung ein Regressrecht der in Anspruch genommenen Privatversicherung zu bejahen.
5.3 Entgegen der Meinung der Beklagten ist die Auffassung der Vorinstanz, die Kl�gerin k�nne in Bezug auf die von ihr ausbezahlte Versicherungsleistung auf die Beklagte regressieren, nicht zu beanstanden.
Insgesamt kann somit festgehalten werden, dass die Berufung abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist, und dass das Urteil des Handelsgerichtes des Kantons Z�rich vom 15. M�rz 2001 zu best�tigen ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beklagten kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 156 Abs. 1 und Art. 159 Abs. 2 OG).
Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist, und das Urteil des Handelsgerichtes des Kantons Z�rich vom 15. M�rz 2001 wird best�tigt.