Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=20.02.2013&Aktenzeichen=10%20C%2020.12
Timestamp: 2018-12-10 01:09:27
Document Index: 332676040

Matched Legal Cases: ['§ 60', 'Art. 9', '§ 3', 'EuG', '§ 3', 'EuG', '§ 60', 'EuG']

BVerwG, 20.02.2013 - 10 C 20.12 - dejure.org
Anspruch eines pakistanischen Staatsangehörigen auf Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und Feststellung von Abschiebungsschutz in Bezug auf Pakistan (hier: Ahmadiyya-Glaubensgemeinschaft)
AufenthG § 60 Abs. 1, Art. RL 2004/83/EG Art. 9 Abs. 1,
Pakistan, Punjab, Ahmadiyya, Freiheit der Religionsausübung, religiöse Verfolgung, Verfolgungshandlung, Religionsfreiheit, forum internum, religiöses Existenzminimum, forum externum
Religiöse Verfolgung/Forum externum/ erzwungener Verzicht
19 Nach Fortsetzung des Revisionsverfahrens hat das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 20. Februar 2013 - 10 C 20.12 - das Urteil des Senats vom 13. November 2008 auf die Revision der Beklagten und des Beteiligten aufgehoben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zurückverwiesen.
Hinsichtlich der Grundlagen dieser Gefahrenprognosenimmt der Senat, wie der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in seinem Urteil vom 12. Juni 2013 (a. a. O.), zum Hintergrund der heutigen Situation der Ahmadis in Pakistan Bezug auf den Hessischer Verwaltungsgerichtshof, der bereits in seinem Urteil vom 31. August 1999 (10 UE 864/98.A, juris) das Folgende, von dem auch der Senat unter Berücksichtigung seiner Beobachtungspflicht ausgeht, ausgeführt hat: "Die Ahmadiyya-Gemeinschaft wurde 1889 durch Mirza Ghulam Ahmad (1835 - 1908) in der Stadt Qadian (im heutigen indischen Bundesstaat Punjab) gegründet und versteht sich als eine innerislamische Erneuerungsbewegung.
51 Der Senat schließt sich diesen Ausführungen des Verwaltungsgerichtshofs Baden- Württemberg mit der dort gestellten Gefahrenprognose an, wonach auch die Gesamtgruppe der Ahmadis, für die die öffentlichkeitswirksamen Glaubenspraktiken ein zentrales Element ihrer religiösen Identität darstellen und in diesem Sinne unverzichtbar sind, von den Einschränkungen ihrer Religionsfreiheit in flüchtlingsrechtlich beachtlicher Weise betroffen sind (vgl. BVerwG v. 12. Juni 2013 - 10 C 20.12 -, juris).
Diesem Urteil ist das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 20.02.2013 gefolgt (10 C 20/12 u.a.).
Auch nach der Rechtsprechung (vgl. etwa BVerwG, U.v. 20.2.2013 - 10 C 20.12 - Buchholz 402.25 § 3 AsylVfG Nr. 15; EuGH, U.v. 5.9.2012 - C 71/11 und C 99/11 - ZAR 2012, 433) ist für die Annahme einer Verfolgungsgefahr erforderlich, dass für die Kläger eine öffentliche Glaubensbetätigung als zentrales Element seiner religiösen Identität für ihn unverzichtbar ist.
Auch nach der Rechtsprechung (vgl. etwa BVerwG, U.v. 20.2.2013 - 10 C 20.12 - Buchholz 402.25 § 3 AsylVfG Nr. 15; EuGH, U.v. 5.9.2012 - C 71/11 und C 99/11 - ZAR 2012, 433) ist für die Annahme einer Verfolgungsgefahr erforderlich, dass für den Kläger eine öffentliche Glaubensbetätigung als zentrales Element seiner religiösen Identität für ihn unverzichtbar ist.
Rs. C-71/11 und C-99/11 -, zit. nach juris; BVerwG, Urt. v. 20. Februar 2013 - 10 C 20.12 u.a. - (Nachricht), noch offengelassen bei BVerwG, Urt. v. 5. März 2009 - 10 C 51.07 -, NVwZ 2009, 1167; so aber bereits HessVGH, Urt. v. 2. April 2009 - 8 A 1132/07.A - und inzwischen auch OVG NRW, Urt. v. 14. Dezember 2010 - 19 A 299/06.A -, Urt. v. 7. November 2012 - 13 A 1999/07.A -, jeweils zit nach juris; Göbel-Zimmermann/Masuch, in: Huber, AufenthG, 2010, § 60 AufenthG Rn. 68.
Dass der Antragsteller diese Gefahr durch Verzicht auf bestimmte religiöse Betätigungen vermeiden könnte, ist grundsätzlich irrelevant (…EuGH, a.a.O. Rn. 79), wie nun auch das Bundesverwaltungsgericht in seinem Urteil vom 20.02.2013 (10 C 20.12 - Rn. 26) überzeugend entschieden hat.
VG Ansbach, 14.02.2018 - AN 3 K 16.31836
Von einer Unzumutbarkeit der Rückkehr (so zum Maßstab der "Verfolgungsgefahr" grundlegend BVerwG, U.v. 5.1.1991 - 9 C 118.90 -, juris sowie BVerwG, U.v. 20.3.2013 - 10 C 20.12 - juris; BVerwG, B.v. 15.8.2017 - 1 B 120.17 - juris) ist somit - so die Rechtsauffassung des Gerichts unter Zugrundelegung der verfahrensgegenständlichen Erkenntnisquellen - nicht auszugehen.
VGH Bayern, 01.06.2017 - 6 ZB 17.30519
Antrag auf Zulassung einer Berufung und Bewilligung von Prozesskostenhilfe
VG Ansbach, 19.02.2018 - AN 3 K 17.31501
Beachtliche Wahrscheinlichkeit, Flüchtlingseigenschaft, Befähigung zum …