Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=10%20U%204976/06
Timestamp: 2019-08-17 18:18:55
Document Index: 103482257

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 7', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 7', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 7', '§ 17', '§ 17', '§ 7', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 2', '§ 9', '§ 5', '§ 17', '§ 17']

OLG München, 02.02.2007 - 10 U 4976/06 - dejure.org
https://dejure.org/2007,14171
OLG München, 02.02.2007 - 10 U 4976/06 (https://dejure.org/2007,14171)
OLG München, Entscheidung vom 02.02.2007 - 10 U 4976/06 (https://dejure.org/2007,14171)
OLG München, Entscheidung vom 02. Februar 2007 - 10 U 4976/06 (https://dejure.org/2007,14171)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2007,14171) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Zur Mithaftung des schuldlos an dem Unfall Beteiligten bei Überschreitung der Richtgeschwindigkeit
Keine Mithaftung wegen geringfügiger Überschreitung der Richtgeschwindigkeit
Volle Haftung bei Spurwechsel auf der BAB
Mithaftung bei Überschreiten der Richtgeschwindigkeit auf Autobahnen
LG Ingolstadt, 26.09.2006 - 3 O 902/06
Bei § 17 III StVG handelt es sich um einen neben § 7 II StVG tretenden Ausschlusstatbestand, welcher nur aus praktischen Gründen als Grenze der nach § 17 I und II StVG möglichen Abwägung behandelt werden soll (Senat DAR 2007, 465 f.; zur systematischen Stellung des § 17 III StVG ferner eingehend Ady VersR 2003, 1101 [1103 unter III 3]).
Die Fragen der Unabwendbarkeit und der Haftungsverteilung sind insofern aber streng voneinander zu trennen (OLG Hamm, NZV 2002, Seite 373; OLG München, DAR 2007, Seiten 465 f.).
a) Bei der Regelung des § 17 Abs. 3 StVG, nach der die Ersatzverpflichtung nach § 17 Abs. 1 und 2 StVG ausgeschlossen ist, wenn der Unfall durch ein unabwendbares Ereignis verursacht wird, das weder auf einem Fehler in der Beschaffenheit des Fahrzeuges noch auf einem Versagen seiner Vorrichtungen beruht, und sowohl der Halter als auch der Führer des Fahrzeuges jede nach den Umständen des Falles gebotene Sorgfalt beobachtet hat, handelt es sich um einen neben § 7 Abs. 2 StVG tretenden Ausschlusstatbestand (…König in: Hentschel/König/Dauer, Straßenverkehrsrecht, 43. Auflage 2015, § 17 Rn. 22;… Heß in: Burmann/Heß/Jahnke/Janker, Straßenverkehrsrecht,0 21. Auflage 2014, § 17 Rn. 7; OLG München, Urteil vom 02.02.2007, 10 U 4976/06 - Rz. 27 zitiert nach Juris; vgl. auch OLG Koblenz…, Urteil vom 09.09.2013, 12 U 95/12 - Rz. 24 f. zitiert nach Juris und OLG Celle…, Urteil vom 28.03.2012, 14 U 156/11 - Rz. 10 zitiert nach Juris).
Bei § 17 III StVG handelt es sich um einen neben § 7 II StVG tretenden Ausschlußtatbestand, welcher nur aus praktischen Gründen als Grenze der nach § 17 I und II StVG möglichen Abwägung behandelt werden soll (Senat DAR 2007, 465 f.; zur systematischen Stellung des § 17 III StVG ferner eingehend Ady VersR 2003, 1101 [1103 unter III 3]).
Die Fragen der Unabwendbarkeit und der Haftungsverteilung sind deshalb streng voneinander zu trennen (OLG Hamm NZV 2002, 373 zu § 7 II StVG a.F.; KG NZV 2004, 579 = VRS 107 [2004] 23 = KGR 2004, 459 [die Frage der Haftungsverteilung ist logisch nachrangig]; Senat DAR 2007, 465 f).
2007, 82 (83) = MDR 2007, 884 = NJW-RR 2007, 1077; OLG Frankfurt a.M. 1995, 400 [401]; Senat, Urt. v. 24.11.2006 - 10 U 2555/06 [Juris]; v. 01.12.2006 - 10 U 4707/06 [Juris]; DAR 2007, 465 f.; Kirchhoff MDR 1998, 12 [14]; Brögelmann JA 2003, 872 [878]; Garbe/Hagedorn JuS 2004, 287 [292]; Hentschel/König a.a.O. § 17 StVG Rz. 31).
Dies führt bei Unaufklärbarkeit des Unfallgeschehens hinsichtlich derselben Tatsache bei § 17 II StVG und § 17 III StVG zu wechselnden Beweislastentscheidungen (Kirchhoff MDR 1998, 12 [14];… Senat, Urt. v. 24.11.2006 - 10 U 2555/06 [Juris]; v. 01.12.2006 - 10 U 4707/06 [Juris]; DAR 2007, 465 f.).
Falsch wäre es, aus dem Umstand, daß sich eine Partei nicht entlasten kann, das Gegenteil als bewiesen anzusehen (…Senat, Urt. v. 24.11.2006 - 10 U 2555/06 [Juris]; v. 01.12.2006 - 10 U 4707/06 [Juris]; DAR 2007, 465 f.; Kirchhoff MDR 1998, 12 [14]).
1981 Nr. 86 = NJW 1981, 2301 = MDR 1982, 47 zu § 2 II StVO; OLG Düsseldorf NZV 1991, 392 = DAR 1991, 426 zu § 9 V StVO; Kirchhoff MDR 1998, 12 [14 f.]; Senat, Urt. v. 24.11.2006 - 10 U 2555/06; v. 01.12.2006 - 10 U 4707/06 (Juris); v. 02.02.2007 -10 U 4976/06 = DAR 2007, 465 f.).
Die Fragen zur Unabwendbarkeit und zur Haftungsverteilung sind insofern aber streng voneinander zu trennen ( OLG München , Urteil vom 28.02.2014, Az.: 10 U 3878/13, u.a. in: r + s 2014, Seiten 471 f.; OLG München , Urteil vom 02.02.2007, Az.: 10 U 4976/06, u.a. in: DAR 2007, Seiten 465 f.; OLG Hamm , Urteil vom 15.03.2002, Az.: 9 U 188/01, u.a. in: NZV 2002, Seiten 373 f.; AG Brandenburg an der Havel , Urteil vom 13.01.2017, Az.: 31 C 71/16, u.a. in: DAR 2017, Seiten 322 ff. ).
Hierbei gilt der Grundsatz, dass jede Partei diejenigen haftungserhöhenden Umstände beweisen muss, die zuungunsten des jeweiligen Unfallgegners berücksichtigt werden sollen, wobei es falsch wäre, aus dem Umstand, dass sich der jeweilige Unfallgegner nicht entlasten kann, dass Gegenteil als bewiesen anzusehen (siehe dazu mit weiteren Nachweisen OLG München, Urteil vom 02.02.2007, Aktenzeichen 10 U 4976/06, Randzeichen 34 - zitiert nach Juris).
Im Übrigen unterscheidet sich die hiesige Unfallkonstellation von den obergerichtlichen Entscheidungen, die eine Vernachlässigung der Betriebsgefahr des mit mehr als 130 km/h geführten Fahrzeuges hinter dem Verschulden des einen verkehrsgefährdenden Fahrstreifenwechsel durchführenden Verkehrsteilnehmers annahmen, dahingehend, dass diesen Entscheidungen zum Teil ein weiterer Verkehrsverstoß des Spurwechsels gegen § 5 Abs. 4 a StVO - nicht rechtzeitige Betätigung des Fahrtrichtungsanzeiger - zugrunde lag (siehe OLG München, Urteil v. 02.02.2007, Az. 10 U 4976/06, Randnummern 18, 31 und 35 - zitiert nach Juris), sowie zum Teil die von vorneherein erhöhte allgemeine Betriebsgefahr des Spurwechslers in Gestalt eines Sattelzuges mit Sondertransport bzw. eines Kraftomnibusses gegenüber der geringeren einfachen Betriebsgefahr eines Pkws abzuwägen war (vergleiche hierzu OLG Hamm, Urteil vom 15.03.2002, Aktenzeichen 9 O 188/01 Randnummer 17 - zitiert nach Juris, OLG Düsseldorf, Urteil vom 16.12.1996, Aktenzeichen 1 U 42/96 Randnummer 37 - zitiert nach Juris).
2007, 82 (83) = MDR 2007, 884 = NJW-RR 2007, 1077; OLG Frankfurt a.M. 1995, 400 [401]; Senat, Urt. v. 24.11.2006 - 10 U 2555/06 [Juris]; v. 01.12.2006 - 10 U 4707/06 [Juris]; DAR 2007, 465 f.).
Dies führt bei Unaufklärbarkeit des Unfallgeschehens hinsichtlich derselben Tatsache bei § 17 II StVG und § 17 III StVG zu wechselnden Beweislastentscheidungen (…Senat, Urt. v. 24.11.2006 - 10 U 2555/06 [Juris]; v. 01.12.2006 - 10 U 4707/06 [Juris]; DAR 2007, 465 f.).