Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F08-08-2011-8C_90-2011
Timestamp: 2016-10-25 21:03:54
Document Index: 318201285

Matched Legal Cases: ['Art. 17', 'BGE', 'BGE', 'Art. 17', 'Art. 17', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'in fine', 'Art. 18', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'in fine', 'Art. 17', 'Art. 31', 'Art. 17', 'Art. 31', 'Art. 86', 'Art. 17', 'Art. 17', 'Art. 88', 'Art. 88', 'Art. 77', 'Art. 88', 'Art. 17', 'BGE', 'Art. 88', 'Art. 88', 'Art. 44', 'BGE', 'Art. 88', 'Art. 65', 'Art. 66', 'Art. 68', 'BGE']

8C_90/2011 (08.08.2011)
8C_90/2011
Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Dezember 2010.
A.a Der 1966 geborene M.________ war bei der Firma G.________ als Zimmerei-Vorarbeiter angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen versichert. Am 22. September 1997 verunfallte er mit dem Motorrad und zog sich dabei eine mehrfragment�re intraartikul�re Fraktur des Os cuneiforme mediale sowie basisnahe Frakturen der Metatarsale II, III und IV zu. Die SUVA kam f�r die Heilbehandlung auf und richtete Taggelder aus. Nach der Wiederaufnahme der Erwerbst�tigkeit am 12. Januar 1998 konnte der Versicherte seine Arbeitsleistung ab 9. M�rz 1998 bis auf 80 Prozent steigern. Aufgrund einer betrieblichen Umstrukturierung wurde das Arbeitsverh�ltnis auf Ende April 1998 aufgel�st. In der Folge verrichtete M.________ als Selbstst�ndigerwerbender Schreiner- und andere Holzarbeiten. Mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verf�gung vom 12. Februar 1999 sprach ihm die SUVA mit Wirkung ab 1. Februar 1999 eine auf einem Invalidit�tsgrad von 20 Prozent basierende Invalidenrente sowie eine Integrit�tsentsch�digung von 10 Prozent zu. Im Rahmen der in den Jahren 2000, 2002 und 2005 von Amtes wegen durchgef�hrten Rentenrevisionen best�tige sie den Leistungsanspruch in unver�nderter H�he.
A.b Als Ergebnis eines weiteren von der SUVA im Jahre 2008 eingeleiteten Revisionsverfahrens hob diese die Rente mit Verf�gung vom 10. Dezember 2009 r�ckwirkend ab 1. Januar 2006 auf. Zur Begr�ndung f�hrte sie aus, die Erwerbsf�higkeit sei nicht mehr in einem ins Gewicht fallenden Ausmass beeintr�chtigt. Der Verf�gung legte sie eine Rechnung betreffend R�ckforderung der in der Zeit vom 1. Januar 2006 bis 31. Dezember 2009 erbrachten Rentenleistungen in H�he von insgesamt Fr. 43'757.40 bei. Mit Einspracheentscheid vom 1. Februar 2010 hielt die SUVA an ihrer Verf�gung fest.
Die dagegen eingereichte Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 9. Dezember 2010 ab (Dispositiv-Ziffer 1). Zudem sprach es dem Rechtsbeistand aufgrund der bewilligten unentgeltlichen Rechtsverbeist�ndung eine Entsch�digung von Fr. 3'200.- zu.
M.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten erheben und beantragen, Dispositiv-Ziffer 1 und 3 des vorinstanzlichen Entscheids seien aufzuheben. Es sei ihm mit Wirkung ab 1. Januar 2006 weiterhin eine Rente von 20 Prozent auszurichten; eventuell sei die Streitsache zur erneuten Beurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. �berdies wird um unentgeltliche Rechtspflege ersucht.
Die SUVA schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Bundesamt f�r Gesundheit und kantonales Gericht verzichten auf eine Stellungnahme.
�ndert sich der Invalidit�tsgrad einer Rentenbez�gerin oder eines Rentenbez�gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin f�r die Zukunft entsprechend erh�ht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG; SR 830.1). Revisionsrechtlich erheblich sind nicht nur die gesundheitlichen, sondern alle wesentlichen �nderungen in den tats�chlichen Verh�ltnissen, die geeignet sind, den Invalidit�tsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Zeitlicher Ausgangspunkt f�r die Beurteilung einer anspruchserheblichen �nderung des Invalidit�tsgrades ist die letzte rechtskr�ftige Verf�gung, welche auf einer materiellen Pr�fung des Rentenanspruchs beruht (BGE 134 V 131 E. 3 S. 132 mit Hinweisen). Am Ende des revisionsrechtlichen Vergleichszeitraumes steht die angefochtene Revisionsverf�gung bzw. der Einspracheentscheid (BGE 130 V 343 E. 3.5.2 S. 351).
Gem�ss den insoweit unbestrittenen Erw�gungen des angefochtenen Gerichtsentscheids lag der Rentenzusprechung im Jahre 1999 der kreis�rztliche Abschlussbericht vom 23. Dezember 1998 zugrunde, welcher eine Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit bez�glich spezifischer Zimmermannsarbeiten wie Besteigen von D�chern und Dachst�hlen sowie aller Arbeiten attestierte, die eine besondere Belastungsf�higkeit des Fusses in Extrempositionen und eine gute Stabilit�t erfordern. Bei den �brigen T�tigkeiten, wie Schreinerarbeiten, hatte der Kreisarzt keine Einschr�nkung der Leistungsf�higkeit festgehalten. Zudem ist der Beschwerdef�hrer laut SUVA auch beim Heben und Tragen schwerer Lasten eingeschr�nkt. Der unfallbedingte Gesundheitszustand hat sich nach den Feststellungen der Vorinstanz seit der Rentenzusprechung im Jahre 1999 nicht ver�ndert. Dies wird von den Parteien auch nicht geltend gemacht.
In erwerblicher Hinsicht ging die SUVA bei der urspr�nglichen Zusprechung der Rente vom effektiven Leistungsverm�gen bei der letzten Arbeitsstelle aus. Sie schloss daraus, dass der Versicherte als Zimmerei-Vorarbeiter im Rahmen der �rztlichen Vorgaben zu 80 Prozent arbeitsf�hig sei und setzte die Erwerbsunf�higkeit aufgrund eines Prozentvergleichs auf 20 Prozent fest. Mit Verf�gung vom 10. Dezember 2009 hob sie die Rente auf, weil sich die erwerblichen Auswirkungen des unfallbedingten Gesundheitsschadens im massgebenden Vergleichszeitraum insofern ge�ndert haben, als dem Versicherten mit der Aus�bung der T�tigkeit als Unterakkordant f�r einen Schreinereibetrieb im Engadin in den Jahren 2006 und 2007 ein Bet�tigungsfeld erschlossen wurde, in welchem er im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren seine Restarbeitsf�higkeit als selbstst�ndiger Handwerker im Bereich Schreiner- und andere Holzarbeiten wirtschaftlich besser verwerten konnte. Das Invalideneinkommen setzte die SUVA auf dem erzielten Durchschnittseinkommen der Jahre 2004 bis 2008 auf Fr. 74'919.- fest, was verglichen mit dem auf der Basis eines angestellten Zimmermann-Vorarbeiters ermittelten Valideneinkommen von Fr. 81'250.- einen Invalidit�tsgrad von 7.792 Prozent ergab. Zum Einwand des Versicherten, er habe seinen Angestellten aus wirtschaftlichen Gr�nden Ende 2009 entlassen m�ssen, hielt die SUVA im Einspracheentscheid fest, ob sich das Einkommen in der Folge reduziert habe, m�sse sich erst noch weisen. Damit liess sie offen, ob in der Folge erneut ein Rentenanspruch entstanden ist.
5.1 Nach den auf den Eintr�gen im IK-Auszug und den Steuererkl�rungen beruhenden - insoweit unbestrittenen - Feststellungen des kantonalen Gerichts erwirtschaftete der Beschwerdef�hrer in den beiden Jahren 2006 und 2007 ein Jahreseinkommen, welches erheblich �ber jenem der Vorjahre lag, w�hrend die Einkommenszahlen f�r die Jahre 2008 und 2009 wiederum bedeutend tiefer ausfielen. Im Gegensatz zur SUVA ging es zu Recht davon aus, dass f�r die Beurteilung des Vorliegens eines Revisionstatbestandes nicht auf das Durchschnittseinkommen der Jahre 2004 bis 2008 abzustellen ist, sondern auf das effektive Jahreseinkommen 2006 und 2007. Die in den Jahren 2006 und 2007 eingetretene Einkommensver�nderung ist laut den vorinstanzlichen Erw�gungen revisionsrechtlich relevant, weil sie nicht konjunkturell bedingt war, sondern auf einer besseren Verwertung der unver�ndert gebliebenen Arbeitskraft des Versicherten beruhte, indem dieser als Selbstst�ndigerwerbender einen lukrativen Auftrag erhielt und dadurch ein h�heres Einkommen erzielen konnte.
5.2 Die Ber�cksichtigung des w�hrend rund zwei Jahren effektiv erzielten h�heren Invalideneinkommens der Jahre 2006/07 als revisionsrechtliche Tatsachen�nderung im Sinne von Art. 17 ATSG ist entgegen den Vorbringen des Beschwerdef�hrers nicht zu beanstanden. Sie ist Ausfluss des Grundsatzes, dass bei der Ermittlung des Invalideneinkommens - auch im Revisionsverfahren nach Art. 17 Abs. 1 ATSG - prim�r von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen ist, in welcher die versicherte Person konkret steht. Erzielt sie nach Eintritt der Invalidit�t tats�chlich Einkommen, ist dieses als Invalidenlohn anzurechnen, sofern - so die konstante, zu den Unselbstst�ndigerwerbenden ergangene Rechtsprechung - (kumulativ) das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen erscheint, mithin keinen Soziallohn darstellt, und es im Rahmen eines besonders stabilen Arbeitsverh�ltnisses sowie unter zumutbarer voller Aussch�pfung der verbleibenden Arbeitsf�higkeit erzielt wird (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301). Analoges gilt auch bei Selbstst�ndigerwerbenden, die aufgrund der in der Sozialversicherung allgemein geltenden Schadenminderungspflicht (BGE 113 V 22 E. 4a S. 28; vgl. auch BGE 134 V 9 E. 7.3.1 S. 12; 129 V 460 E. 4.2 S. 463; 123 V 230 E. 3c S. 233) gleichermassen wie die Unselbstst�ndigerwerbenden gehalten sind, ihre erwerbliche Beeintr�chtigung in zumutbarer Weise selber zu beheben. Erzielen sie nach Eintritt des Gesundheitsschadens ein tats�chliches Einkommen, ist dieses grunds�tzlich anzurechnen (Urteil 9C_155/2009 vom 15. April 2010 E. 4.2.3), sofern es nicht auf einer kurzfristigen Einkommensschwankung beruht (zur Dauerhaftigkeit als Begriffsmerkmal der Invalidit�t vgl. Art. 8 Abs. 1 ATSG; zudem ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 1985, S. 390; ULRICH MEYER, Bundesgesetz �ber die Invalidenversicherung [IVG], 2. Aufl. 2010, S. 295 und S. 325). Letzteres ist mit Bezug auf die w�hrend rund zwei Jahren ausge�bte T�tigkeit nicht der Fall. Der Beschwerdef�hrer selber begr�ndet das h�here Einkommen mit der infolge des Grossauftrages optimalen Auslastung des von ihm angestellten Mitarbeiters. Die daraus resultierende Einkommenssteigerung hat er sich grunds�tzlich entgegenhalten zu lassen.
5.3 Ob dies tats�chlich zur Aufhebung der bisher ausgerichteten Unfallrente f�hrt, h�ngt von der H�he des massgebenden Valideneinkommens ab, welches SUVA und Vorinstanz basierend auf den Lohnangaben f�r einen angestellten Zimmermann-Vorarbeiter auf Fr. 81'250.- festgesetzt haben.
5.3.1 Der Beschwerdef�hrer machte bereits im Einsprache- und anschliessenden kantonalen Beschwerdeverfahren geltend, das auf hohe Arbeitsauslastung, �berdurchschnittliche Arbeitsleistung und die Anstellung eines Mitarbeiters zur�ckzuf�hrende h�here Invalideneinkommen der Jahre 2006/07 m�sse aufgrund der Parallelit�t der Vergleichseinkommen auch beim Valideneinkommen ber�cksichtigt werden. Aufgrund invalidit�tsfremder Faktoren w�re gem�ss dem letztinstanzlich erneut vorgebrachten Einwand des Versicherten das ohne unfallbedingte Beeintr�chtigung aus selbstst�ndiger Erwerbst�tigkeit erzielbare Einkommen ebenfalls entsprechend h�her ausgefallen.
5.3.2 In diesem Zusammenhang gilt es folgendes festzuhalten: Nach der Rechtsprechung ist das Valideneinkommen im Rentenrevisionsverfahren frei �berpr�fbar. Als Bezugsgr�sse bleibt grunds�tzlich der zuletzt erzielte Verdienst bestehen, ausser es finden sich gen�gend konkrete Anhaltspunkte f�r eine berufliche Weiterentwicklung. Indessen kann nicht jede tats�chlich erfolgte Lohnverbesserung als Invalider mit einer gleich verlaufenden Entwicklung des Valideneinkommens gleichgesetzt werden, kann dies doch eine Folge g�nstiger Umst�nde sein, die sich die versicherte Person im Rahmen der Schadenminderungspflicht als neues Invalideneinkommen anrechnen lassen muss, ohne dass deswegen auch zugleich das Valideneinkommen auf der Grundlage neuer Bemessungskriterien zu bestimmen ist. Bei der Beurteilung, was die versicherte Person ohne versicherte Gesundheitssch�digung beruflich-erwerblich erreicht oder wie sich ihr Lohn seit der erstmaligen Rentenfestsetzung entwickelt h�tte, sind die gesamten bis zum Revisionszeitpunkt eingetretenen Umst�nde massgebend (SVR 2010 IV Nr. 49 S. 151, 9C_85/2009 E. 2.2). Hat sich die versicherte Person seit dem erstmaligen Rentenentscheid beruflich etwa durch Weiterbildung, hohen leistungsm�ssigen Einsatz oder eine ausserordentliche berufliche Bew�hrung besonders qualifiziert und hat sich dies bei gleich gebliebenem Gesundheitszustand beim Invalideneinkommen lohnwirksam niedergeschlagen, ist dies zumindest bei einer versicherten Person, welche ihre angestammte T�tigkeit auch nach dem Unfall (in einem reduzierten Pensum) weiterf�hren konnte, ein gewichtiges Indiz daf�r, dass sie als gesunde Person eine �quivalente Entwicklung durchlaufen h�tte. Es handelt sich dabei um einen jener invalidit�tsfremden Gesichtspunkte, die parallel - entweder beidseitig oder nicht - bei den Vergleichseinkommen zu ber�cksichtigen sind (zum Ganzen: RKUV 2005 Nr. U 533 S. 40, U 339/03 E. 3.3; Urteile 8C_255/2010 vom 16. November 2010; 9C_155/2009 vom 15. April 2010 E. 4.2.3 in fine; I 813/05 vom 23. Januar 2006 E. 1.2 und E. 2.2).
5.3.3 Zur mutmasslichen Entwicklung des Valideneinkommens haben sich weder die SUVA im Einspracheentscheid noch die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid ge�ussert. Da keine Sachverhaltsfeststellungen getroffen wurden und die diesbez�glich unvollst�ndige Aktenlage es dem Bundesgericht nicht erlaubt, selber zu entscheiden, ist die Sache an die SUVA zur�ckzuweisen, damit sie zu diesem Punkt erg�nzende Abkl�rungen trifft und anschliessend �ber den Rentenanspruch ab 1. Januar 2006 neu entscheidet.
6.1 Da die SUVA (f�lschlicherweise) auf das durchschnittliche Invalideneinkommen der Jahre 2004 bis 2008 abstellte, welches aufgrund ihrer Berechnung, verglichen mit dem Valideneinkommen, zu einem rentenausschliessenden Invalidit�tsgrad von rund 8 Prozent f�hrte (Art. 18 Abs. 1 UVG), bestand f�r sie kein Anlass zur Pr�fung, ob aufgrund der mit dem Verlust der Erwerbsm�glichkeit im Engadin einhergehenden Verdienstreduktion ab 1. Januar 2008 wieder ein Rentenanspruch bestand. Hinsichtlich dieser Frage hat sie daher auch keine Sachverhaltsabkl�rungen getroffen. Aufgrund der Vorbringen des Beschwerdef�hrers hat das kantonale Gericht das Verfahren auf diesen Streitpunkt ausgedehnt. Dabei hat es erwogen, es sei davon auszugehen, dass es dem Versicherten trotz des erheblich tieferen Einkommens der Jahre 2008 und 2009 zumutbar gewesen w�re, weiterhin ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen. Jedenfalls liessen sich den Akten keine Hinweise darauf entnehmen, dass im Anschluss an die beiden Erwerbsjahre im Engadin gesundheitliche oder erwerbliche Ver�nderungen eingetreten w�ren, welche die Erzielung eines rentenausschliessenden Erwerbseinkommens auch in den nachfolgenden Jahren nicht mehr m�glich gemacht h�tten. Zudem h�tte der Beschwerdef�hrer laut Vorinstanz auch als unselbstst�ndig erwerbender Schreiner ein ebensolches Einkommens erzielen k�nnen (Fr. 77'580.- gem�ss den Tabellenl�hnen der vom Bundesamt f�r Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen 2006 [LSE], Tabelle TA1, Bruttolohn f�r M�nner im Baugewerbe, Anforderungsniveau 2).
6.2 Das vorinstanzliche Vorgehen vermag bereits deshalb nicht zu �berzeugen, weil die Verneinung des Rentenanspruchs f�r die Zeit ab Januar 2008 nicht auf einer konkreten Sachverhaltsermittlung, sondern auf einer diesbez�glich unvollst�ndigen Aktenlage beruht. Nachdem sich die unfallbedingten Zumutbarkeitsanforderungen nicht ver�ndert haben, kann nicht ohne weiteres angenommen werden, der Versicherte sei vollst�ndig arbeitsf�hig. Der Beschwerdef�hrer bestreitet dies n�mlich mit dem Hinweis, das h�here Einkommen habe nur dank der Mithilfe eines Angestellten erwirtschaftet werden k�nnen. Nur wenn die Erzielung eines h�heren Einkommens nicht aus einer unzumutbaren Anstrengung resultiert, kann es der versicherten Person angerechnet werden. Inwieweit dies f�r die Zeit ab Januar 2008 zutrifft, l�sst sich aufgrund der Akten nicht schl�ssig beurteilen. Unklar bleibt auch, ob es sich beim gut entl�hnten Grossauftrag im Engadin nicht um einen einmaligen Gl�cksfall gehandelt hat, der dem Versicherten auf dem ihm offenstehenden allgemeinen Arbeitsmarkt normalerweise nicht angeboten wird. Die Sache ist daher auch in diesem Punkt an die SUVA zur�ckzuweisen, damit sie erg�nzende Abkl�rungen vornimmt und �ber den Rentenanspruch ab 1. Januar 2008 befindet.
Der Verf�gung vom 10. Dezember 2009 legte die SUVA eine Abrechnung samt Einzahlungsschein �ber in der Zeit vom 1. Januar 2006 bis 31. Dezember 2009 geleistete Rentenzahlungen nebst Teuerungszulagen in H�he von insgesamt Fr. 43'757.40 bei. Wie das kantonale Gericht zutreffend festhielt, bildet indessen einzig die Rentenrevision Gegenstand der streitigen Verf�gung vom 10. Dezember 2009 und des diese best�tigenden Einspracheentscheids vom 1. Februar 2010. �ber die R�ckforderung von Leistungen ist keine Verf�gung ergangen. Dar�ber w�re zu entscheiden, wenn sich die bisherige Leistungsausrichtung als unrechtm�ssig erweisen w�rde. Die Verf�gung enth�lt jedoch allgemeine Erw�gungen zum Erlass einer R�ckerstattungsforderung (vgl. Art. 3 und 4 ATSV) mit dem Hinweis, dass der Versicherte nach Rechtskraft der Verf�gung ein entsprechendes Gesuch stellen k�nne. Nach Art. 3 Abs. 2 ATSV ist indessen nicht in der Revisionsverf�gung, sondern erst in der R�ckerstattungsverf�gung auf die M�glichkeit des Erlasses hinzuweisen. Gem�ss Art. 3 Abs. 3 ATSV verf�gt der Versicherer den Verzicht auf die R�ckforderung, wenn offensichtlich ist, dass die Voraussetzungen f�r den Erlass gegeben sind. Aufgrund des Vorgehens der SUVA bleibt unklar, ob sie allenfalls zu viel ausgerichtete Leistungen zur�ckfordern w�rde.
8.1 Stellt ein Unfallversicherer die Rente r�ckwirkend ein und verzichtet er gleichzeitig auf die R�ckforderung der auch danach noch bezahlten Rente, kann der genaue Zeitpunkt der Renteneinstellung unter Umst�nden offen bleiben (vgl. Urteil 8C_959/2008 vom 14. September 2009 E. 4.2 in fine). Falls die noch vorzunehmenden Abkl�rungen im vorliegenden Fall das Vorliegen eines Revisionstatbestandes best�tigen sollten und die SUVA nicht auf eine R�ckforderung verzichtet, w�re die Frage zu beantworten, auf welchen Zeitpunkt hin die Rente einzustellen w�re. Gem�ss SUVA und Vorinstanz hat eine allf�llige Rentenaufhebung auf den Zeitpunkt hin zu erfolgen, ab welchem der Anspruch nicht mehr ausgewiesen ist, mithin ab dem 1. Januar 2006. Sie gehen davon aus, dass sich die Umschreibung der zeitlichen Wirkung der Anpassung gem�ss Art. 17 Abs. 1 ATSG "f�r die Zukunft" auf die �nderung des Invalidit�tsgrades beziehe und damit eine r�ckwirkende Rentenaufhebung nicht ausschliesse.
8.2 Der Beschwerdef�hrer macht im Hinblick auf das Datum der Verf�gung vom 10. Dezember 2009 geltend, die Rente werde in unzul�ssiger Weise r�ckwirkend herabgesetzt. Dies sei nur dann zul�ssig, wenn die Meldepflicht verletzt worden sei (Art. 31 in Verbindung mit Art. 17 Abs. 1 ATSG). Da ihm solches nicht vorgeworfen werden k�nne, d�rfe die Rentenaufhebung fr�hestens auf den 1. M�rz 2010 hin erfolgen.
8.3 Zur Frage einer Meldepflichtverletzung (vgl. Art. 31 ATSG) haben sich weder die SUVA im Einspracheentscheid noch die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid ge�ussert. Mangels entsprechender Sachverhaltsfeststellungen bleibt ungewiss, ob eine r�ckwirkende Rentenaufhebung �berhaupt unter diesem Titel zu pr�fen w�re. Das kantonale Gericht hat es hinsichtlich der Begr�ndung des Zeitpunktes der Rentenaufhebung vielmehr bei einem pauschalen Verweis auf MIRIAM LENDFERS (Die IVV-Revisionsnormen [Art. 86ter - 88bis] und die anderen Sozialversicherungen, in: Sozialversicherungsrechtstagung 2009, 2010, S. 39 ff.) bewenden lassen.
8.4 Der Gesetzgeber hat in Art. 17 Abs. 1 ATSG die zeitliche Wirkung der Anpassung von Rentenleistungen offen umschrieben. Aufgrund des Wortlautes "f�r die Zukunft" ("pour l'avenir", "per il futuro") kommt grunds�tzlich eine Anpassung ab Eintritt der massgebenden Sachverhalts�nderung, auf den f�r die Anpassungspr�fung vorgesehenen Termin, auf den Zeitpunkt des Gesuchs der rentenbeziehenden Person, auf den Zeitpunkt des Entscheids �ber die Anpassung oder ein zeitlich dem Anpassungsentscheid folgender Zeitpunkt in Frage (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, N. 32 zu Art. 17 ATSG).
8.5 F�r den Bereich der Invalidenversicherung hat die IVV spezifische Anpassungsregelungen getroffen, welche die zeitlichen Wirkungen f�r einzelne Sachverhalte festlegt (vgl. Art. 88bis IVV). Gem�ss Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV (in der seit 1. Januar 1983 geltenden Fassung) erfolgt die Herabsetzung oder Aufhebung der Rente - aus Sicht der Revisionsverf�gung - nicht r�ckwirkend, sondern fr�hestens auf den ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verf�gung folgenden Monats. Eine Ausnahme gilt dann, wenn die versicherte Person die Leistungen unrechtm�ssig erwirkt hat oder der ihr gem�ss Art. 77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist. In einem solchen Fall erfolgt die Anpassung r�ckwirkend ab Eintritt der f�r den Anspruch erheblichen �nderung (Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV).
8.6 In einem Bereich der Sozialversicherung, f�r welchen es - wie in der Unfallversicherung - an besonderen Anpassungsregelungen fehlt, erscheint es gem�ss KIESER (a.a.O., N. 33 zu Art. 17 ATSG) zutreffend, bei einer von Amtes wegen erfolgenden Anpassung auf den Zeitpunkt des Entscheids abzustellen (vgl. auch BGE 98 V 103 E. 4 S. 103; kritisch dazu FRANZ SCHLAURI, Sozialversicherungsrechtliche Dauerleistungen, ihre rechtskr�ftige Festlegung und ihre Anpassung, in: Sozialversicherungsrechtstagung 2008, 2009, S. 109 ff.). In Frage komme aber auch eine analoge Anwendung der in Art. 88bis IVV festgelegten Grunds�tze, wobei gegebenenfalls den zweigspezifischen Besonderheiten zus�tzlich Rechnung zu tragen sei. In diesem Sinne hat das ehemalige Eidg. Versicherungsgericht Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV f�r die Milit�rversicherung als analog anwendbar bezeichnet (Urteil M 7/86 vom 22. September 1986; J�RG MAESCHI, Kommentar zum Bundesgesetz �ber die Milit�rversicherung [MVG] vom 19. Juni 1992, 2000, N. 27 zu Art. 44 MVG). In BGE 133 V 67 (E. 4.3.5 S. 70) hat es im Zusammenhang mit einer den Revisionsentscheid der Invalidenversicherung nachvollziehenden revisionsweisen �nderung der BVG-Rente die Regelung von Art. 88bis Abs. 2 IVV ebenfalls als massgebend betrachtet. Dabei hat es erwogen, die versicherte Person m�sse, wenn sie sich pflichtgem�ss verhalten habe, darauf vertrauen k�nnen, dass eine Aufhebung oder Herabsetzung nicht r�ckwirkend, sondern nur f�r die Zukunft erfolge (vgl. in diesem Sinne auch SVR 2011 IV Nr. 33 S. 96, 8C_451/2010 E. 4.2.5).
8.7 F�r den Bereich der Unfallversicherung musste die Frage des Zeitpunktes einer revisionsweisen Rentenaufhebung - soweit ersichtlich - letztinstanzlich bisher nicht ausdr�cklich (im Urteil 8C_301/2011 vom 30. Juni 2011 wurde in E. 3.5 stillschweigend angenommen, eine Meldepflichtverletzung f�hre im UV-Verfahren zu einer r�ckwirkenden Rentenaufhebung) entschieden werden. Da die Sache in verschiedener Hinsicht nicht spruchreif ist und zun�chst insbesondere n�her abzukl�ren ist, ob �berhaupt ein Revisionsgrund vorliegt, ob gegebenenfalls Leistungen zur�ckgefordert werden und ob dem Beschwerdef�hrer allenfalls eine Meldepflichtverletzung vorzuwerfen ist, l�sst sich der Zeitpunkt einer m�glichen Rentenaufhebung im derzeitigen Zeitpunkt ohnehin nicht abschliessend bestimmen. Mit Blick auf die ungekl�rten Fragen ist im vorliegenden Verfahren daher nicht weiter darauf einzugehen. Die Sache ist vielmehr zun�chst an die SUVA zur�ckzuweisen, damit sie gest�tzt auf das Ergebnis der erforderlichen zus�tzlichen Abkl�rungen �ber den Rentenanspruch neu verf�ge.
Das Verfahren ist kostenpflichtig (Art. 65 BGG). Die R�ckweisung der Sache an die SUVA zu neuem Entscheid mit noch offenem Ausgang gilt hinsichtlich der Kosten- und Entsch�digungsfolgen als volles Obsiegen des Beschwerdef�hrers, weshalb die Beschwerdegegnerin als unterliegende Partei die Gerichtskosten zu tragen und dem anwaltlich vertretenen Beschwerdef�hrer eine Parteientsch�digung zu entrichten hat (Art. 66 Abs. 1, Art. 68 Abs. 1 und Abs. 2 BGG; BGE 133 V 642). Das Gesuch des Beschwerdef�hrers um unentgeltliche Rechtspflege ist damit gegenstandslos. Dem im vorinstanzlichen Prozess entstandenen Vertretungsaufwand wird das kantonale Gericht im neuen Kostenentscheid Rechnung tragen.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Dezember 2010 und der Einspracheentscheid der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) vom 1. Februar 2010 aufgehoben werden und die Sache an die SUVA zur�ckgewiesen wird, damit sie, nach erfolgter Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen, �ber den Rentenanspruch ab 1. Januar 2006 neu verf�ge.