Source: https://www.zip-online.de/heft-11-2005/zip-2005-494-keine-vorsatzanfechtung-einer-zwangsvollstreckungshandlung-des-glaeubigers-ohne-rechtshandlung-des-in/
Timestamp: 2019-10-19 18:57:53
Document Index: 363212796

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 129', '§ 826', '§ 84', '§ 129', '§ 133', '§ 826', '§ 823', '§ 84', 'BGH', 'BGH', '§ 133', '§ 133', '§ 133', '§ 130', '§ 131', '§ 826']

Keine Vorsatzanfechtung einer Zwangsvollstreckungshandlung des Gläubigers ohne Rechtshandlung des Insolvenzschuldners (BGH, Urt. v. 10.02.2005 – IX ZR 211/02 +) – ZIP 2005, 494 | ZIP online
ZIP 2005, 494
RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, KölnRWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln0723-9416Zeitschrift für WirtschaftsrechtZIP2005RechtsprechungInsolvenz- und SanierungsrechtInsO §§ 129, 133 Abs. 1; BGB §§ 826, 823 Abs. 2; GmbHG § 84 Abs. 1 Nr. 2Keine Vorsatzanfechtung einer Zwangsvollstreckungshandlung des Gläubigers ohne Rechtshandlung des InsolvenzschuldnersInsO§ 129InsO§ 133BGB§ 826BGB§ 823GmbHG§ 84BGH, Urt. v. 10.02.2005 – IX ZR 211/02 (OLG Dresden) +BGHUrt.10.2.2005IX ZR 211/02OLG Dresden
1. Zwangsvollstreckungshandlungen des Gläubigers sind ohne eine vorsätzliche Rechtshandlung oder eine ihr gleichstehende Unterlassung des Schuldners nicht nach § 133 Abs. 1 InsO anfechtbar.
2. Hat der Schuldner nur noch die Wahl, die geforderte Zahlung sofort zu leisten oder die Vollstreckung zu dulden, ist also jede Möglichkeit eines selbstbestimmten Handelns ausgeschaltet, fehlt es an einer Rechtshandlung des Schuldners i.S.v. § 133 Abs. 1 InsO.
3. Die Anfechtung nach § 133 InsO kann nicht darauf gestützt werden, dass der Schuldner den Insolvenzantrag vorsätzlich verspätet gestellt und dadurch bewirkt hat, dass die Rechtshandlung des Gläubigers nicht in den von §§ 130 bis 132 InsO geschützten zeitlichen Bereich fällt.
4. Veranlasst der Gläubiger den Schuldner, den Insolvenzantrag bewusst hinauszuzögern, um eine Anfechtung der Zwangsvollstreckungsmaßnahme nach § 131 InsO zu vermeiden, kommt eine Haftung gegenüber der Masse nach §§ 826, 823 Abs. 2 BGB in Betracht.