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Timestamp: 2016-10-22 16:14:43
Document Index: 55259296

Matched Legal Cases: ['Art. 16', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 10', 'BGE']

U 567/06 (13.12.2007)
M.________, 1981, Beschwerdef�hrer,
M.________, geboren 1981, arbeitete seit 1. Januar 2000 zu einem halben Arbeitspensum bei seinem Vater als Hilfsarbeiter im Strassenbau und war dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen versichert. Daneben verfolgte er den Wunsch, Profifussballer zu werden. Am 7. Februar 2000 verunfallte der Minibus der Mannschaft w�hrend eines Trainingslagers im Ausland. Der mitreisende Mannschaftsarzt, Dr. med. B.________, Facharzt f�r Allgemeine Medizin, diagnostizierte in seinem Bericht vom 29. M�rz 2000 multiple Sch�rfungen und Prellungen (Gesicht, Skrotum) sowie eine Kontusion des Nackens und der Halswirbels�ule (HWS) und attestierte eine Arbeitsunf�higkeit von 100 % vom 7. bis 27. Februar 2000 und eine solche von 50 % von 28. Februar bis 31. M�rz 2000. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen. M.________ verhandelte im Sommer 2000 mit dem FC X.________ �ber einen Spielervertrag, der wegen unterschiedlicher finanzieller Vorstellungen jedoch nicht zustande kam. In der Folge spielte M.________ bei verschiedenen Clubs in der 1. und 2. Liga wettkampfm�ssig Fussball. Dabei zog er sich Verletzungen zu (Abbrechen eines Zahns am 14. Mai 2000, Schambeinverletzung am 11. Juni 2001, Verletzung am linken Fuss am 21. Mai 2002 sowie Verletzungen am rechten Fuss am 1. Oktober 2002). Mit Verf�gung vom 6. Mai 2003, best�tigt mit Einspracheentscheid vom 31. Oktober 2003, lehnte die SUVA die Ausrichtung von Taggeldern nach dem 1. April 2000 sowie die �bernahme weiterer Heilbehandlungen nach dem 6. Mai 2003 ab.
M.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Eidgen�ssische Versicherungsgericht (seit 1. Januar 2007: Bundesgericht) f�hren mit den Antr�gen, es seien der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben, ihm die gesetzlichen Leistungen, insbesondere Taggelder und Heilbehandlung, auszurichten, und die Umschulungskosten zum technischen Kaufmann zu �bernehmen. Eventualiter sei ein Gutachten bei Dr. med. O.________ in Auftrag zu geben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Zudem ersucht er um unentgeltliche Verbeist�ndung. Die SUVA schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Mit Eingabe vom 14. Dezember 2006 liess M.________ zus�tzliche Unterlagen nachreichen und das Gesuch um unentgeltliche Verbeist�ndung zur�ckziehen.
Die Vorinstanz hat die Bestimmungen und Grunds�tze �ber den Anspruch auf Taggelder (Art. 16 UVG) und den Begriff der Arbeitsunf�higkeit (Art. 6 Abs. 1 ATSG; BGE 130 V 343 E. 3.1 S. 345, 129 V 51 E. 1.1 S. 53, je mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Anzuf�gen bleibt, dass entgegen der vorinstanzlichen Ausf�hrungen die materiellen Bestimmungen des ATSG nur f�r strittige Leistungen nach dem 1. Januar 2003 zur Anwendung gelangen (BGE 130 V 445 mit Hinweisen).
3.1 Dr. med. B.________ hielt in seinem Bericht vom 29. M�rz 2000 multiple Sch�rfungen und Prellungen, insbesondere im Gesicht und Skrotum, sowie eine schmerzbedingt aufgehobene Beweglichkeit der HWS und des Nackens fest. Ein Schleudertrauma sei m�glich. Der Versicherte sei nach dem Unfall bis zum 27. Februar 2000 voll und danach zu 50 % arbeitsunf�hig. Der Behandlungsabschluss erfolge voraussichtlich in drei Wochen.
3.2 Am 4. Mai 2000 gab der Versicherte an, er sei nach dem Unfall nicht bewusstlos gewesen, kenne aber den genauen Unfallhergang nicht, da er geschlafen habe, und erinnere sich erst wieder, als er nach dem Unfall neben dem Bus am Strassenrand gesessen habe. Bereits auf der Unfallstelle habe er Nackenschmerzen versp�rt. Er leide hin und wieder unter Kopfschmerzen. Die Kopfbeweglichkeit sei nicht optimal. Er k�nne normal durchschlafen. Am Morgen habe er eine steife Nackenpartie. Es bestehe keine Vergesslichkeit. Auch sei die Konzentrationsf�higkeit nicht eingeschr�nkt. In den ersten Tagen nach dem Unfall habe er Ausstrahlungen in die Arme versp�rt. Heute komme dies selten vor.
3.3 Dr. med. B.________ berichtete der SUVA am 9. Mai 2000, der Versicherte sei ab 1. April 2000 wieder voll arbeitsf�hig geschrieben. Seit diesem Zeitpunkt besuche er auch wieder das Training des FC X.________. Der Vater des Versicherten habe bez�glich der Arbeitsf�higkeit intervenieren wollen. Nach Ansicht des Dr. med. B.________ gehe es nicht an, Versicherungsleistungen zu erwarten, aber auf dem Fussballplatz voll leistungsf�hig zu sein. Es best�nden wohl noch gewisse Restbeschwerden als Folge des Unfalls. Der Versicherte befinde sich weiterhin in physiotherapeutischer Behandlung. In seinem Bericht vom 14. Juni 2000 diagnostizierte Dr. med. B.________ ein posttraumatisches Cervikalsyndrom mit Blockierungen der oberen HWS. Die Beschwerden h�tten sich soweit gebessert, dass eine volle Belastung m�glich sei. Nach st�rkeren Belastungen best�nden noch Schmerzen. Die Behandlung bei ihm sei abgeschlossen. Die Arbeitsunf�higkeit habe vom 7. bis 27. Februar 2000 100 % und vom 28. Februar bis 31. M�rz 2000 50 % betragen.
3.4 Dr. med. M.________, Facharzt f�r Allgemeine Medizin, stellte am 11. Oktober 2000 eine leicht verspannte HWS-Muskulatur fest, hielt angesichts der Funktionsst�rung sowie der noch vorhandenen Beschwerden eine Mobilisation der HWS f�r angezeigt und verschrieb weitere Physiotherapie. Auf Nachfrage hin gab Dr. med. M.________ an, er habe sich bewusst zur Arbeitsf�higkeit nicht ge�ussert, da er sich nicht in diese Angelegenheit einmischen wolle. Weitergehende Abkl�rungen halte er nicht f�r notwendig.
3.5 Dr. med. H.________, Chefarzt Rheumatologie, Medizinisches Zentrum Y.________, attestierte am 28. November 2001 wegen einer Beckenringentz�ndung eine volle Arbeitsunf�higkeit ab 7. November 2001 f�r vier Wochen.
3.6 Dr. med. W.________, Facharzt f�r Radiologie, Medizinisches Zentrum Y.________, hielt in der Normalposition verst�rkte Lordose mit diskretem Retroglissement HWK4 gegen�ber HWK5, einen funktionellen Blockwirbel HWK5/6 mit konsekutiver Hypermotilit�t der oberen Zervikalsegmente, entsprechend diskretem ventralem Gleiten HWK3 gegen�ber HWK4 resp. HWK4 gegen�ber HWK5 in Inklination sowie eine dorsale Spondylophytose HWK4 als m�gliche Voraussetzung f�r eine Beeintr�chtigung des Spinalkanals fest (Bericht vom 29. Januar 2002).
3.7 Am 14. Februar 2002 berichtete Dr. med. H.________, es best�nden nach wie vor Beschwerden im Bereich der HWS, welche er abkl�ren lasse. Im Bericht vom 18. April 2002 hielt er fest, die im Februar 2000 zugezogene HWS-Distorsion habe zu einer Funktionsst�rung gef�hrt, welche nach wie vor Probleme in Beruf und Alltag bereite.
3.8 Am 27. November 2002 bescheinigte Dr. med. H.________ eine Arbeitsunf�higkeit von 50 % seit 17. April 2002; die beschriebene volle Arbeitsunf�higkeit seit 7. November 2001 sei zu 50 % auf den Unfall zur�ckzuf�hren. Die fussballspezifischen krankheitsbedingten Ver�nderungen an Schambein und Leiste seien vollst�ndig verschwunden. Im Vordergrund stehe die mit dem Unfall vom 7. Februar 2000 zusammenh�ngende schmerzbedingt eingeschr�nkte Funktion der mittleren und unteren HWS.
3.9 Dr. med. E.________, Facharzt f�r orthop�dische Chirurgie, Versicherungsmedizin, SUVA, diagnostizierte in seinem Bericht vom 11. April 2003 Nackenbeschwerden ohne klar objektivierbares organisches Substrat, den Zustand nach mehreren Verletzungen des fibulotalaren Bandes am rechten oberen Sprunggelenk ohne derzeitige Symptomatik sowie thorakale und lumbale R�ckenbeschwerden unklarer Genese. Die von Dr. med. H.________ angef�hrte Hypermobilit�t C5/6 sei am ehesten auf eine Wachstumsst�rung (Blockwirbel) zur�ckzuf�hren. Es handle sich dabei um einen vor den R�ntgenaufnahmen vom 24. Januar 2002 als nicht speziell erw�hnenswert eingestuften Nebenbefund. Somit k�nne der von Dr. med. H.________ erw�hnten traumatisch bedingten Instabilit�t C4/5 nicht gefolgt werden. So habe auch Dr. med. W.________ dies ausschliesslich als Folge des funktionellen Blockwirbels C5/6 gesehen. Es sei sehr unwahrscheinlich, dass Verletzungsfolgen in einem Ausmass oder in einer Art vorliegen w�rden, welche noch einer Therapie zug�nglich seien. Medizinisch lasse sich nicht fundiert begr�nden, dass solche Verletzungen noch relevant den Alltag beeintr�chtigen w�rden.
3.10 Auf entsprechende Nachfrage der Vorinstanz teilten Frau Dr. med. A.________, Chef�rztin, Orthop�die Sportmedizin, und Prof. Dr. med. D.________, Chefarzt, Neurologie, Klinik Z.________, am 14. August 2006 mit, ohne Einsicht in die speziellen Akten zu haben d�rfte ein (Hobby-)Sportler, der auf 1. und 2. Liganiveau wettkampfm�ssig Fussball spiele, bez�glich seiner HWS und des Bewegungsapparates im beruflichen Alltag nicht nennenswert eingeschr�nkt sein.
Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass vorliegend nur die T�tigkeit als Strassenbauer und eine damit zusammenh�ngende eingeschr�nkte Arbeitsf�higkeit sowie die �bernahme von Heilbehandlungen f�r die auf den Unfall vom 7. Februar 2000 zur�ckzuf�hrenden Beschwerden streitig sein k�nnen.
4.1 Hinsichtlich des Beweiswertes eines �rztlichen Berichts ist entscheidend, ob der Bericht f�r die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden ber�cksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenh�nge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begr�ndet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
4.2 Dr. med. B.________ attestierte eine volle Arbeitsunf�higkeit nach dem Unfall und eine solche von 50 % von 27. Februar bis 31. M�rz 2000. Der Versicherte besuche auch wieder das Training des FC X.________ (Bericht vom 29. M�rz 2000 und Aussage vom 9. Mai 2000). Im Juni 2000 hielt Dr. med. B.________ fest, die Beschwerden h�tten sich soweit gebessert, dass wieder eine volle Belastung m�glich sei. Dr. med. M.________ enthielt sich explizit einer Einsch�tzung der Arbeitsunf�higkeit, da er sich nicht in die Angelegenheit einmischen wolle. Dr. med. E.________ fand nach eingehender Begutachtung keine unfallbedingte medizinische Begr�ndung f�r eine Einschr�nkung der Leistungsf�higkeit.
Auffallend ist, dass nach dem 1. April 2000 von keinem der behandelnden �rzte eine unfallbedingte Arbeitsunf�higkeit mehr bescheinigt wurde. Nur Dr. med. H.________, welcher den Versicherten seit November 2001 behandelte, attestierte am 27. November 2002 r�ckwirkend eine seit 7. November 2001 bestehende unfallbedingte Arbeitsunf�higkeit von 50 %. Dies vermag nicht zu �berzeugen, zumal sich Dr. med. H.________ nicht - auch nicht in seinem letztinstanzlich erstmals aufgelegten Bericht vom 27. November 2006 - mit der abweichenden Ansicht der �brigen �rzte auseinandersetzt und keine Begr�ndung f�r das Vorliegen einer unfallbedingten Arbeitsunf�higkeit abgibt, welche die Einsch�tzung der �brigen �rzte in Zweifel zu ziehen verm�chte. Soweit der Versicherte im massgebenden Zeitpunkt (BGE 129 V 1 E. 1.2 S. 4 mit Hinweisen) noch �ber Beschwerden klagt, schr�nken diese seine Leistungsf�higkeit als Strassenbauer nicht ein (HWS-Bereich) und sind somit nach dem Gesagten nicht auf den Unfall vom 7. Februar 2000 zur�ckzuf�hren (sportspezifische Beschwerden und vorbestehende R�ckenbeschwerden). Damit ist mit der Vorinstanz die Einstellung der Taggelder per 1. April 2000 durch die SUVA zu best�tigen. Ebenfalls nicht zu beanstanden ist, dass die SUVA die �bernahme weiterer Behandlungskosten ablehnte. Denn auf Grund der �rztlichen Einsch�tzungen und der bereits im Jahr 2000 wiedererlangten vollen Leistungsf�higkeit in der angestammten T�tigkeit (vgl. Bericht des Dr. med. B.________ vom 14. Juni 2000) ist von einer �ber den 6. Mai 2003 hinausgehenden Behandlung keine wesentliche Besserung des Gesundheitszustandes (BGE 116 V 41 E. 2c S. 44) zu erwarten. Die SUVA hat denn auch in ihrem Einspracheentscheid vom 31. Oktober 2003 zu Recht darauf hingewiesen, dass die versicherte Person nur Anspruch auf eine zweckm�ssige Heilbehandlung (vgl. Art. 10 Abs. 1 UVG), nicht aber auf alle denkbaren medizinischen Vorkehren hat. Bei dieser Sachlage er�brigen sich im Rahmen der antizipierten Beweisw�rdigung (SVR 2001 IV Nr. 10 S. 27 E. 4b mit Hinweisen) weitere medizinische Abkl�rungen, zumal die versicherte Person keinen Anspruch auf eine Begutachtung durch einen bestimmten, von ihr gew�nschten Arzt hat (BGE 132 V 93 E. 6.5 S. 109).
Das Verfahren ist nicht kostenpflichtig. Das Gesuch um unentgeltliche Verbeist�ndung wurde zur�ckgezogen.
Das Gesuch um unentgeltliche Verbeist�ndung wird als durch R�ckzug gegenstandslos geworden abgeschrieben.