Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=01.04.2009&Aktenzeichen=2%20StR%20571%2F08
Timestamp: 2018-01-18 05:45:27
Document Index: 292316666

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 211', '§ 212', '§ 24', '§ 52', '§ 24', '§ 52', '§ 53', '§ 24', '§ 52', '§ 53', 'BGH', 'BGH', '§ 211', 'BGH', 'BGH']

BGH, 01.04.2009 - 2 StR 571/08 - dejure.org
§ 211 Abs. 2 StGB; § 212 StGB; § 24 StGB; § 52 StGB
Rücktritt vom unbeendeten Tötungsversuch (vorübergehendes Innehalten); Mord (Heimtücke: Maßgeblichkeit der Arglosigkeit in der konkreten Tatsituation, latente Angst); Konkurrenzen bei den Tötungsdelikten (Tateinheit bei Taten gegen mehrere Personen)
Strafbefreiender Rücktritt vom unbeendeten Versuch; Arglosigkeit bei auf längere Zeit zurückliegenden Aggressionen und einer feindseligen Atmosphäre beruhenden latenten Angst des Opfers
StGB § 24 Abs. 1, § 52, § 53
StGB § 24 Abs. 1; StGB § 52; StGB § 53
Heimtücke trotz latenter Angst des Stalkingopfers; kein Rücktritt bei nur vorübergehendem Innehalten
NStZ 2009, 501
Für das bewusste Ausnutzen der - durch das Landgericht rechtsfehlerfrei festgestellten - Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers genügt es, wenn der Täter die Arg- und Wehrlosigkeit in ihrer Bedeutung für die hilflose Lage des Angegriffenen und die Ausführung der Tat in dem Sinne erfasst, dass er sich bewusst ist, einen durch seine Ahnungslosigkeit gegenüber einem Angriff schutzlosen Menschen zu überraschen (…BGH BGHR § 211 Abs. 2 Heimtücke 25, 26; NStZ 2005, 688, 689; 2009, 501, 502).
Denn anders als in der Fallkonstellation, die der vom Schwurgericht zitierten Entscheidung des Senats vom 1. April 2009 (2 StR 571/08, NStZ 2009, 501) zugrunde gelegen hat, ist vorliegend kein äußerer Anlass dafür ersichtlich, dass der Angeklagte sich von PK M. ab- und POK P. zuwandte.
Nicht aufgegeben ist die Tat dagegen, solange der Täter mit dem Versuch ihrer Begehung lediglich vorübergehend innehält (BGH, Urteil vom 1. April 2009 - 2 StR 571/08, NStZ 2009, 501).
Rücktritt vom versuchten Mord (Fehlschlag des Versuchs; erforderliche …
Die Überzeugung des Tatrichters, dass der Angeklagte bis zum Erscheinen seiner Ehefrau das Tötungsvorhaben weiterverfolgt habe (vgl. BGH, Urteil vom 1. April 2009 - 2 StR 571/08, NStZ 2009, 501 f.; Beschluss vom 19. Januar 2010 - 4 StR 605/09, NStZ 2010, 384), findet in den Feststellungen und in der Beweiswürdigung keine hinreichende Grundlage.