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Timestamp: 2016-10-26 17:08:17
Document Index: 55871866

Matched Legal Cases: ['Art. 97', 'Art. 90', 'Art. 75', 'Art. 74', 'Art. 42', 'Art. 106', 'Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 106', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 95', 'BGE', 'Art. 99', 'Art. 42', 'Art. 97', 'BGE', 'Art. 42', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 42', 'Art. 42', 'Art. 42', 'Art. 42', 'Art. 42', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 42', 'Art. 13', 'Art. 12', 'Art. 42', 'Art. 42', 'Art. 66', 'Art. 68']

4A_665/2012 (22.03.2013)
4A_665/2012
vertreten durch F�rsprecherin B�atrice Pfister,
des Kantons Bern, Zivilabteilung, 1. Zivilkammer, vom 28. September 2012.
A.________ (Arbeitnehmer) war ab 2001 bei der Pensionskasse X.________ (Arbeitgeberin) im Rahmen eines �ffentlich-rechtlichen Arbeitsverh�ltnisses als Immobilientreuh�nder und facility manager des Immobilienportfolios t�tig. Der monatliche Bruttolohn inkl. Anteil 13. Monatslohn betrug im September 2006 rund Fr. 10'700.--. Am 25. April 2006 unterzeichneten die Parteien die "Vereinbarung betreffend Beendigung des Arbeitsverh�ltnisses im gegenseitigen Einvernehmen gem�ss Artikel 10 Abs. 1 BPG". Ziffer 7 der Vereinbarung lautet:
"Die Pensionskasse X.________ erkl�rt sich bereit, Herrn A.________ ab 1. Juli 2008 bis sp�testens 30. Juni 2013 (Vollendung des 65. Altersjahres) im Rahmen eines externen Mandatsverh�ltnisses Arbeit im Umfang von 6 Arbeitstagen pro Monat zu �bertragen. Die Honorierung erfolgt zu den im Immobilienbereich der Pensionskasse X.________ �blichen Tarifen".
Die Arbeitgeberin �bertrug dem Arbeitnehmer in der Folge keine Arbeiten. Dieser stellte f�r die Zeit ab Juli 2008 bis Dezember 2010 jeweils monatlich ein Honorar von Fr. 9'000.--, total ausmachend Fr. 270'000.--, in Rechnung. Die Arbeitgeberin bezahlte keines dieser Honorare.
B.a Mit Klage vom 25. August 2009 beim Regionalgericht Bern-Mittelland beantragte der Arbeitnehmer (Kl�ger), es sei gerichtlich festzustellen, dass die Arbeitgeberin (Beklagte) ihm seit 1. Juli 2008 bis 30. Juli 2013 Arbeit im Umfang von sechs Arbeitstagen pro Monat zu �bertragen und die Arbeit mit Fr. 1'500.-- pro Arbeitstag zu entsch�digen habe, und es sei die Beklagte zu verurteilen, ihm den Betrag von Fr. 117'000.-- zuz�glich Zins zu 5 % seit wann rechtens zu bezahlen. Die Beklagte ersuchte vorerst um Beschr�nkung des Prozesses auf die Frage der Zust�ndigkeit. Mit prozessleitender Verf�gung vom 9. November 2009 wurde das Gesuch um Verfahrensbeschr�nkung abgewiesen. In der Folge beantragte die Beklagte die R�ckweisung bzw. eventualiter die Abweisung der Klage.
Der Einzelrichter des Regionalgerichts Bern-Mittelland sch�tzte mit Urteil vom 9. Februar 2011 das Feststellungsbegehren teilweise und verpflichtete die Beklagte, dem Kl�ger den Betrag von Fr. 270'000.-- f�r die Zeit vom 1. Juli 2008 bis zum 31. Dezember 2010 nebst Zins auf diesem Betrag von total Fr. 11'237.57 zu bezahlen.
B.b Gegen dieses Urteil reichte die Beklagte am 25. August 2011 Berufung beim Obergericht des Kantons Bern ein mit dem Begehren auf R�ckweisung der Klage, eventuell deren Abweisung. Der Kl�ger trug auf Abweisung der Berufung an.
Mit Entscheid vom 28. September 2012 sch�tzte das Obergericht die Berufung teilweise. Es reduzierte den f�r den Zeitraum vom 1. Juli 2008 bis 31. Dezember 2010 zugesprochenen Betrag auf Fr. 152'000.-- (Ziff. 2) und erh�hte den auf diesem Betrag zugesprochenen Zins auf Fr. 17'197.20 (Ziff. 3). Die Kosten auferlegte es zu 60% der Beklagten und zu 40% dem Kl�ger. Es legte Ziffer 7 der Aufl�sungsvereinbarung in dem Sinne aus, dass die Beklagte dadurch ohne weiteren Vorbehalt verpflichtet wurde, dem Kl�ger bezahlte Arbeit im Rahmen von sechs Arbeitstagen pro Monat zu �bertragen. Da sie dieser Verpflichtung nicht nachgekommen sei, habe der Kl�ger gem�ss Art. 97 Abs. 1 OR Anspruch auf Ersatz der entgangenen Bruttohonorare abz�glich ersparter Aufwendungen. Diese sch�tzte das Obergericht auf einen Drittel des Honorars und k�rzte daher f�r die Monate Juli und August 2008 den Tagesansatz von Fr. 1'500.-- auf Fr. 1'000.--. Ab September 2008 rechnete es statt der Tagespauschale einen Stundenansatz ab, den es von Fr. 180.-- auf Fr. 150.-- k�rzte. Von diesem Betrag zog es einen Drittel f�r ersparte Aufwendungen ab, und sprach somit einen Schadenersatz von Fr. 100.-- pro Stunde zu. Insgesamt errechnete es so einen Betrag von Fr. 152'000.-- (2 Monate � Fr. 6'000.-- [6 Tage � Fr. 1'000.--] + 28 Monate � Fr. 5'000.-- [50 Stunden pro Monat � Fr. 100.--]).
Der Kl�ger (Beschwerdef�hrer) erhebt Beschwerde in Zivilsachen mit den Antr�gen, die Ziffern 2 bis 7 des Entscheids des Obergerichts vom 28. September 2012 aufzuheben und die Beklagte (Beschwerdegegnerin) zu verpflichten, ihm f�r die Zeit vom 1. Juli 2008 bis 31. Dezember 2010 einen Betrag von Fr. 270'000.-- nebst Zins zu 5 % zu bezahlen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Subeventualiter sei Ziffer 3 des Entscheiddispositivs insoweit abzu�ndern, dass die Beschwerdegegnerin verpflichtet wird, ihm Zins von total Fr. 20'709.00 zu bezahlen.
In ihrer Vernehmlassung schliesst die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. In der Begr�ndung f�hrt sie aber aus, die Neuberechnung des Zinses zufolge falsch bezeichneter Daten durch die Vorinstanz werde nicht bestritten.
Die Vorinstanz verzichtet in ihrer Stellungnahme auf einen Antrag, r�umt jedoch ein, mangels Unterlagen k�nne sie die R�ge betreffend Zinsberechnung nicht pr�fen; diese sei allenfalls zu korrigieren.
Die Parteien haben repliziert bzw. dupliziert.
Die Beschwerde richtet sich gegen einen verfahrensabschliessenden Endentscheid (Art. 90 BGG) einer letzten kantonalen Instanz im Sinne von Art. 75 Abs. 1 und 2 BGG. Sodann �bersteigt der Streitwert die Grenze nach Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG. Da auch die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen erf�llt sind, ist - unter Vorbehalt einer hinl�nglichen Begr�ndung (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG) - grunds�tzlich auf die Beschwerde einzutreten.
2.1 Mit Beschwerde in Zivilsachen k�nnen Rechtsverletzungen nach Art. 95 und 96 BGG ger�gt werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen oder eine Beschwerde mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen. Mit Blick auf die Begr�ndungspflicht des Beschwerdef�hrers (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG) behandelt es aber grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind; es ist jedenfalls nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen werden (BGE 135 III 397 E. 1.4 S. 400; 134 III 102 E. 1.1). Eine qualifizierte R�gepflicht gilt hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht. Das Bundesgericht pr�ft eine solche R�ge nur insofern, als sie in der Beschwerde pr�zise vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG).
2.2 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz nur berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG). "Offensichtlich unrichtig" bedeutet dabei "willk�rlich" (BGE 133 II 249 E. 1.2.2). �berdies muss die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein (Art. 97 Abs. 1 BGG). Die beschwerdef�hrende Partei, welche die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz anfechten will, muss klar und substanziiert aufzeigen, inwiefern die ger�gten Feststellungen bzw. die Unterlassung von Feststellungen offensichtlich unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen (vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4.3; 133 III 350 E. 1.3, 393 E. 7.1, 462 E. 2.4).
Zu pr�fen ist als erstes die Reduktion der Entsch�digung um einen Drittel wegen eingesparter Aufwendungen. Das Obergericht erwog dazu, es sei gerichtsnotorisch, dass im Bereich Due Diligence und Controlling gewinnmindernder Aufwand entstehe. Bei Anw�lten entspreche dieser etwa der H�lfte des Umsatzes. Anders als ein Anwalt habe der Beschwerdef�hrer nicht �ber eine umfassende B�roinfrastruktur mit R�umlichkeiten wie B�ro, Besprechungszimmer und Empfang verf�gen m�ssen. Er h�tte auch keine Sekretariats-, Bibliotheks- oder Akquisitionskosten gehabt, aber f�r ein Arbeitszimmer, den Internetanschluss, den Computer, das Schreibmaterial, das Telefon, das Kopier- und Faxger�t sowie die Versicherungen aufkommen m�ssen. Die damit verbundenen Kosten sch�tzte das Obergericht in Anwendung von Art. 99 Abs. 3 OR in Verbindung mit Art. 42 Abs. 2 OR auf einen Drittel des Honorars ein.
3.1 Feststellungen zu Bestand und Umfang eines Schadens sind tats�chlicher Natur und daher grunds�tzlich vom kantonalen Gericht abschliessend zu beurteilen (Art. 97 BGG); dagegen sind die Definition des Schadens und die Art der Schadensberechnung als Rechtsfragen vom Bundesgericht frei zu pr�fen (BGE 130 III 145 E. 6.2 S. 167; 127 III 73 E. 3c S. 75; je mit Hinweisen). Die ermessensweise Schadensch�tzung nach Art. 42 Abs. 2 OR beruht auf Tatbestandsermessen, geh�rt mithin zur Feststellung des Sachverhalts (BGE 131 III 360 E. 5.1 S. 364; 122 III 61 E. 2 c/bb S. 65). Eine Ausnahme gilt nur f�r Schl�sse und hypothetische Annahmen, die sich ausschliesslich auf die allgemeine Lebenserfahrung st�tzen und als abstrakte Erfahrungss�tze nicht nur f�r den konkreten Sachverhalt, sondern allgemein f�r gleich gelagerte F�lle Geltung beanspruchen (BGE 138 III 411 E. 3.4 und E. 3.5 S. 414 f.; Urteil 5A_728/2010 vom 17. Januar 2011 E. 2.2.4; je mit Hinweisen). Soweit in diesem zweiten Sinn von Rechtsanwendung auszugehen ist, liegt aber ein Ermessensentscheid vor. Solche �berpr�ft das Bundesgericht bei Beschwerden in Zivilsachen zwar grunds�tzlich frei. Es �bt dabei aber Zur�ckhaltung und schreitet nur ein, wenn die Vorinstanz grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grunds�tzen abgewichen ist, wenn sie Tatsachen ber�cksichtigt hat, die f�r den Entscheid im Einzelfall keine Rolle h�tten spielen d�rfen, oder wenn sie umgekehrt Umst�nde ausser Betracht gelassen hat, die zwingend h�tten beachtet werden m�ssen. Ausserdem greift das Bundesgericht in Ermessensentscheide ein, falls sich diese als offensichtlich unbillig, als in stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 129 III 380 E. 2 mit weiteren Hinweisen).
3.2.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt, Art. 42 Abs. 2 OR sei entgegen der Meinung der Vorinstanz bez�glich der Sch�tzung des ersparten Aufwands nicht anwendbar, weil diese Bestimmung die Unm�glichkeit oder die Unzumutbarkeit einer zahlenm�ssigen Berechnung voraussetze und eine Beweisnot in diesem Sinne nicht bestanden habe. Das Obergericht habe v�llig unber�cksichtigt gelassen, dass er mit der Aufl�sungsvereinbarung die Sicherung seines Einkommens auf der Basis seines letzten durchschnittlichen Lohnes als Zielsetzung gehabt habe und dies der Beschwerdegegnerin bekannt gewesen sei. Es w�re an der Beschwerdegegnerin gewesen zu beweisen, dass sich sein Schaden um Minderaufwendungen reduziert h�tte. Auch deren betragsm�ssige H�he w�re von der Beschwerdegegnerin zu beweisen gewesen. Da er in der Vergangenheit kaum nennenswerte Aufwandpositionen gehabt habe, h�tte er keinen Anlass gehabt, aus eigener Initiative entsprechenden Beweis zu f�hren. Das Obergericht habe demnach Bundesrecht verletzt, indem es gest�tzt auf Art. 42 Abs. 2 OR ein Ermessen ausge�bt habe, welches ihm nicht zugestanden sei. Ausserdem stelle die vorinstanzliche Vorgehensweise eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs und des Rechts auf Beweis dar, weil er nicht mit der entsprechenden Reduktion rechnen musste, da dieser Punkt von keiner Seite thematisiert worden sei.
3.2.2 Vorerst ist nicht nachvollziehbar, was der Beschwerdef�hrer im Hinblick auf Art. 42 Abs. 2 OR daraus ableiten will, dass er mit der Aufl�sungsvereinbarung die Sicherung seines Einkommens auf der Basis seines letzten durchschnittlichen Lohnes bezweckt habe. Dieses Argument k�nnte zum vorneherein nicht die Zul�ssigkeit der Schadensch�tzung nach Art. 42 Abs. 2 OR betreffen, sondern h�chstenfalls die Frage, ob die Aufhebungsvereinbarung so auszulegen w�re, dass unabh�ngig von den nicht entstanden Aufwendungen die Bruttohonorare geschuldet w�ren. Auch der Beschwerdef�hrer behauptet dies aber nicht. Insbesondere bestreitet er zu Recht nicht, dass es um den Schaden aus Nichterf�llung geht. Grunds�tzlich umfasst dieser Schaden nur den entgangenen Gewinn abz�glich der nicht gehabten Aufwendungen. Dies ergibt sich aus der allgemeinen Definition des Schadens, der in der Differenz zwischen dem aktuellen Stand des Verm�gens und demjenigen besteht, der ohne das sch�digende Verhalten vorhanden w�re (Urteil 4A_288/2008 vom 4. September 2008 E. 2.1 mit Hinweisen).
3.2.3 Ein Vorgehen gest�tzt auf Art. 42 Abs. 2 OR w�re nur dann unzul�ssig, wenn Aufwendungen des Beschwerdef�hrers konkret bewiesen werden k�nnten. Es ist indessen unbestritten, dass dem Beschwerdef�hrer w�hrend des ganzen Zeitraums keine Auftr�ge erteilt wurden und er somit keine nachweisbaren Gestehungskosten im Hinblick auf die Auftragsausf�hrung hatte. Der Aufwand f�r den Fall, dass ihm Arbeiten �bertragen worden w�ren, musste daher gest�tzt auf Art. 42 Abs. 2 OR gesch�tzt werden.
3.2.4 Auch eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs liegt nicht vor. Eine allgemeine Pflicht des Gerichtes, die Parteien auf die anwendbaren Normen hinzuweisen, besteht nicht. Das Gericht kann auch Rechtss�tze anwenden, welche die Parteien nicht erw�hnt haben. Gedenkt das Gericht aber den Entscheid auf rechtliche Begr�ndungen abzust�tzen, die weder im vorangehenden Verfahren erw�hnt, noch von einer der Parteien geltend gemacht wurden und die f�r die Parteien nicht vorhersehbar waren, sind diese darauf hinzuweisen (BGE 130 III 35 E. 5 S. 39 f.; Urteile 4A_35/2013 vom 15. M�rz 2013 E. 4; 4A_165/2008 vom 11. November 2008, E. 7.1). Es trifft zu, dass die Parteien im kantonalen Verfahren die abzuziehenden Aufwendungen nicht thematisierten. Bereits die Erstinstanz ging aber mit der Beschwerdegegnerin davon aus, dass dem Beschwerdef�hrer nicht ein Honoraranspruch, sondern eine Schadenersatzforderung aus Nichterf�llung zustehe. Da sich die Ber�cksichtigung von Gestehungskosten aus dem Schadenbegriff selber ergibt, musste der Beschwerdef�hrer mit ihrem Abzug rechnen. Demnach kann von einer unvorhersehbaren rechtlichen Begr�ndung nicht gesprochen werden. Sind die Voraussetzungen f�r eine Schadensch�tzung nach Art. 42 Abs. 2 OR gegeben, hat sie das Gericht vorzunehmen, auch wenn sich die Partei nicht auf diese Bestimmung beruft (BGE 136 III 322 E. 3.4.5 S. 329).
3.3.1 Der Beschwerdef�hrer ist weiter der Auffassung, selbst wenn ein Vorgehen nach Art. 42 Abs. 2 OR zul�ssig w�re, sei die konkrete Reduktion um einen Drittel willk�rlich und ein Ermessensmissbrauch. Das Obergericht sei wohl aufgrund des m�glichen T�tigkeitsbereiches f�r Due Diligence-Pr�fungen und Controlling vom Verh�ltnis zwischen Gewinn und Aufwand bei Anw�lten ausgegangen und habe angenommen, bei diesen sei ein Verh�ltnis von 1 zu 1 gerichtsnotorisch, was jedoch nicht zutreffe. Zudem habe es zugestanden, dass er abweichend von den Anw�lten "keine umfassende B�roinfrastruktur" unterhalten m�sse. Die vom Obergericht in Anschlag gebrachten Aufwandpositionen w�rden von diesem sodann nicht ansatzweise beziffert. Die einzelnen Aufwandpositionen seien Fixkosten - so der Beschwerdef�hrer weiter -, weshalb sie unabh�ngig vom Honorarvolumen in immer gleicher H�he anfallen w�rden. Dies g�lte namentlich f�r Mietkosten eines B�roanteils, Anschlussgeb�hren f�r Telefon, Fax und Internet sowie Investitionskosten f�r EDV und Kopierger�t. Soweit Aufwandkosten variabel seien, k�nnten diese - was gerichtsnotorisch sei - weiter verrechnet werden. Dass die Feststellungen des Obergerichts qualifiziert falsch seien, zeige auch der Vergleich mit den tats�chlichen Gegebenheiten. Sein B�ro befinde sich heute in seinem Schlafzimmer, das Sitzungszimmer im Esszimmer. Seine Aufw�nde f�r Fixkosten seien minimal. Aufgrund der baldigen Pensionierung m�sse er auch keine R�ckstellungen f�r Neuanschaffungen (d.h. Abschreibungen) mehr machen. Gem�ss seinen tats�chlichen Kosten w�re h�chstens ein Abzug von 7,5 bis 8,5 % gerechtfertigt.
3.3.2 Entgegen der Angabe des Beschwerdef�hrers ist nicht gerichtsnotorisch, dass die variablen Kosten bei entsprechenden Auftragsabwicklungen h�tten separat in Rechnung gestellt werden k�nnen. Aus Art. 13 des ab September 2008 unbestritten anwendbaren Mustervertrages f�r Bautreuhandleistungen ergibt sich vielmehr, dass einzig Fahrkosten und Kosten f�r ausw�rtige Verpflegung und Unterkunft bei Reisen �ber 10 km einfache Wegstrecke sowie ausserordentliche Kosten f�r Druckerzeugnisse (Pl�ne, Brosch�ren etc.) gegen Vorlage entsprechender Drittrechnungen (d.h. bei Ausf�hrung durch Dritte) zus�tzlich zu erstatten waren. Es ist somit davon auszugehen, dass s�mtliche �brigen variablen Kosten mit dem Honorar abgedeckt werden mussten.
Es trifft zu, dass Fixkosten unabh�ngig vom Honorarvolumen immer in gleicher H�he anfallen. Die Vorinstanz hat die von ihr gesch�tzten Fixkosten insgesamt den von der Beschwerdegegnerin geschuldeten Honoraren angerechnet. Das w�re nur zu beanstanden, wenn der Beschwerdef�hrer daneben in gewissem Ausmass von Dritten erteilte Auftr�ge erf�llt h�tte, weil er dann die Fixkosten auch auf solche Auftr�ge h�tte verteilen k�nnen. Er legt aber selber dar, dass er durch eigene Akquisition nur in minimalem Ausmass Einkommen erzielte. Dieses f�llt nicht massgeblich ins Gewicht.
Nicht massgeblich ist sodann die jetzige Kostenstruktur des Beschwerdef�hrers. Wenn die Beschwerdegegnerin ihm wie einem andern externen Berater Auftr�ge erteilen musste, h�tte sie auch Anspruch darauf gehabt, dass diese Mandate in gleichermassen professionellem Rahmen erbracht worden w�ren und der Beschwerdef�hrer beispielsweise �ber eine Berufshaftpflichtversicherung verf�gte. Auch ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Kostenstruktur in einem Anwaltsb�ro zum Vergleich heranzog, nachdem der Beschwerdef�hrer unbestrittenermassen im Bereich Due Diligence und Controlling h�tte beratend t�tig sein sollen. Dass bei Anw�lten das Verh�ltnis zwischen Aufwand und Gewinn etwa 1 zu 1 betr�gt, ist sodann in der Tat gerichtsnotorisch; bei in Einzelpraxen t�tigen Anw�lten ist der Kostenanteil sogar noch etwas h�her (vgl. BRUNO PELLEGRINI, Umfrage bei den Schweizer Anw�ltinnen und Anw�lten zu den Praxiskosten, Anwaltsrevue 2005, S. 313 ff.). Die Vorinstanz hat zu Recht festgestellt, dass der Beschwerdef�hrer keinen Aufwand f�r eine umfangreiche B�roinfrastruktur gehabt h�tte, ihm jedoch Kosten f�r ein Arbeitszimmer, den Internetanschluss, den Computer, das Schreibmaterial, das Telefon, das Kopier- und Faxger�t sowie Versicherungen entstanden w�ren. Auch Abschreibungen w�ren entgegen der Meinung des Beschwerdef�hrers nicht entfallen, denn Ger�te k�nnen auch vor seiner Pensionierung ausfallen. Nachdem bei in Einzelpraxen t�tigen Anw�lten durchschnittliche Kosten von rund Fr. 180'000.-- pro Jahr anfallen (PELLEGRINI, a.a.O., S. 314), hat die Vorinstanz das ihr zustehende Ermessen nicht �berschritten, wenn sie die Kosten auf einen Drittel der Honorareinnahmen sch�tzte, was einem j�hrlichen Betrag von rund Fr. 20'000.-- entspricht.
4.1 Der Beschwerdef�hrer macht in einer zweiten R�ge geltend, die Reduktion des Stundenansatzes von Fr. 180.-- auf Fr. 150.-- sei unzul�ssig. Die Vorinstanz habe den Durchschnittssatz von Fr. 150.-- pro Stunde (Kat. D) gem�ss Art. 12 des Mustervertrages angewendet mit der Begr�ndung, das Abstellen auf den Durchschnittssatz sei umso mehr gerechtfertigt, als nicht die Ausbildung allein massgebend sei, sondern in qualitativer Hinsicht verschiedene Mandate denkbar gewesen w�ren. Demgegen�ber sei nach Auffassung des erstinstanzlichen Richters aufgrund der Ausbildung und Berufserfahrung eine Einstufung mindestens eine Kategorie �ber der mittleren von Fr. 180.-- pro Stunde angemessen gewesen. Auch betreffend der H�he des Honoraransatzes habe - wie hinsichtlich der Bestimmung des Aufwands - keine Beweisnot vorgelegen und sei somit die Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR unzul�ssig. Das Obergericht habe die Reduktion zudem von sich aus vorgenommen, da die Beschwerdegegnerin im kantonalen Verfahren den Satz von Fr. 180.-- nicht beanstandet habe. Darin liege wiederum eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs.
4.2 Die R�ge der Verletzung von Art. 42 Abs. 2 OR st�sst ins Leere, weil die Vorinstanz nicht eine Sch�tzung gem�ss dieser Bestimmung, sondern eine von der Erstinstanz abweichende Qualifikation des Arbeitswerts nach den Kriterien Ausbildung und Schwierigkeitsgrad der Mandate vorgenommen hat. Die Mustervereinbarung sieht eine Bandbreite zwischen Fr. 80.-- und Fr. 220.-- vor. Sie bestimmt nicht, aufgrund welcher Kriterien innerhalb dieser Bandbreite der Tarifansatz im Einzelfall festzusetzen ist. Indem die Vorinstanz Ausbildung und Schwierigkeitsgrad als massgeblich erachtete, stellte sie auf entsprechende Angaben im erstinstanzlichen Beweisverfahren ab. Der Beschwerdef�hrer legt nicht dar, inwiefern diese Sachverhaltsannahmen willk�rlich sein sollen (vgl. E. 2.2). Wie sich die Auftr�ge zusammengesetzt h�tten, wenn im vertraglich vereinbarten Rahmen solche erteilt worden w�ren, ist hypothetisch. Dass die Beschwerdegegnerin zur Erteilung von Auftr�gen mit bestimmtem Schwierigkeitsgrad verpflichtet gewesen w�re, ist nicht ersichtlich und macht der Beschwerdef�hrer auch nicht geltend. Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz im Gegensatz zum erstinstanzlichen Richter, der auf den Schwierigkeitsgrad gar nicht einging, den mittleren Ansatz von Fr. 150.-- zur Anwendung brachte. Daran �ndert nichts, dass die Ausbildung allein allenfalls einen h�heren Wert gerechtfertigt h�tte.
Auch wenn die Beschwerdegegnerin die Honorarverpflichtung nur grunds�tzlich und nicht im Einzelnen quantitativ bestritt, musste der Beschwerdef�hrer damit rechnen, dass die Vorinstanz den Stundenansatz im Rahmen der Bandbreite des anwendbaren Tarifs anders festlegt als die erste Instanz. Eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs liegt daher ebenfalls nicht vor (vgl. E. 3.2.4).
Da es somit beim von der Vorinstanz zugesprochenen Betrag von Fr. 152'000.-- bleibt, ist die Zinsberechnung insoweit nicht zu korrigieren. Die vom Beschwerdef�hrer zudem geltend gemachte Zinsdifferenz von Fr. 3'511.80 zufolge falscher Berechnung durch die Vorinstanz wird von der Beschwerdegegnerin nicht bestritten. Das Subeventualbegehren des Beschwerdef�hrers ist somit zu sch�tzen und Ziffer 3 des angefochtenen Entscheids entsprechend zu �ndern.
Angesichts des nur geringf�gigen Obsiegens hat der Beschwerdef�hrer die Verfahrens- und Parteikosten des bundesgerichtlichen Verfahrens zu tragen (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 2 BGG). Damit ist auch eine andere Kostenverteilung im vorinstanzlichen Verfahren nicht gerechtfertigt.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und die Dispositiv-Ziffer 3 des Entscheids des Obergerichts des Kantons Bern vom 28. September 2012 insoweit abge�ndert, als die Beschwerdegegnerin verpflichtet wird, dem Beschwerdef�hrer Zins von total Fr. 20'709.-- zu bezahlen. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen.