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Timestamp: 2016-10-24 15:51:43
Document Index: 25704054

Matched Legal Cases: ['in dubio', 'Art. 174', 'Art. 9', 'Art. 325', 'Art. 356', 'BGE', 'Art. 385', 'Art. 385', 'Art. 385', 'Art. 385', 'Art. 399', 'Art. 389', 'Art. 345', 'Art. 389', 'BGE', 'BGE', 'Art. 389', 'Art. 389', 'Art. 99', 'Art. 80', 'BGE', 'in dubio', 'Art. 319', 'in dubio', 'Art. 174', 'BGE', 'in dubio', 'Art. 9', 'BGE', 'in dubio', 'BGE', 'Art. 174', 'Art. 174', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 174', 'Art. 174', 'Art. 107', 'Art. 42', 'Art. 66', 'Art. 66', 'Art. 68', 'Art. 68', 'Art. 66', 'Art. 66']

6B_4/2016 (02.05.2016)
6B_4/2016 � � Urteil vom 2. Mai 2016
vertreten durch F�rsprecher Bruno C. Lenz, Privatkl�ger,
Verleumdung; Willk�r, Grundsatz in dubio pro reo,
A.________ reichte am 19. M�rz 2014 gegen X.A.________ Strafanzeige wegen Verleumdung, eventuell �bler Nachrede, ein und konstituierte sich als Privatkl�ger.
Der Anklagesachverhalt (gem�ss Strafbefehl) lautet:
"X.A.________ erz�hlte Frau B.________, der Lehrerin ihrer Schwester C.________, an einem Sonntag Abend im Januar 2014, dass A.________ schon eine Anzeige gehabt habe wegen sexuellem Missbrauch, und verschwieg, dass das Verfahren ohne Verurteilung geendet hatte, obwohl sie dies gem�ss eigenen Angaben aus dem Verhalten der damaligen Anzeigerin D.________ schloss und gem�ss den Aussagen ihrer Mutter und Grossmutter von ihnen wusste."
Das Regionalgericht Bern-Mittelland verurteilte X.A.________ am 13. Oktober 2014 wegen Verleumdung zu einer bedingten Geldstrafe von 50 Tagess�tzen zu Fr. 50.-- (total Fr. 2'500.--) und zu den Verfahrenskosten von Fr. 2'424.-- sowie zur Bezahlung einer Genugtuung von Fr. 500.-- und einer Parteientsch�digung von Fr. 6'395.35 an den Privatkl�ger.
Das Obergericht des Kantons Bern fand X.A.________ am 12. Mai 2015 auf ihre Berufung hin der Verleumdung (Art. 174 Ziff. 1 StGB) schuldig und verurteilte sie zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagess�tzen zu Fr. 50.-- (total Fr. 1'500.--), mit Probezeit von zwei Jahren, sowie zur Bezahlung einer Genugtuung von Fr. 300.-- und einer Parteientsch�digung von insgesamt Fr. 7'032.15 (Fr. 6'395.35 plus Fr. 886.80 f�r das obergerichtliche Verfahren) an den Privatkl�ger, ferner zu den erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 2'424.-- und Fr. 2'000.--.
1.�������das vorinstanzliche Urteil aufzuheben und die Ziffern des Urteilsdispositivs dahingehend abzu�ndern:
2.�������Ziff. 1: das Verfahren einzustellen, eventualiter sie von Schuld und Strafe freizusprechen;
3.�������Ziff. 2: die Zivilklage unter Kostenfolge abzuweisen, eventualiter darauf nicht einzutreten, subeventualiter auf den Zivilweg zu verweisen;
4.�������Ziff. 3: den Privatkl�ger zu einer auf den Zivilpunkt entfallenden Parteientsch�digung von Fr. 3'000.--, eventualiter zu einer Parteientsch�digung nach richterlichem Ermessen, zu verurteilen;
5.�������Ziff. 4: die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 2'424.-- dem Kanton aufzuerlegen;
6.�������Ziff. 5: die vorinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 2'000.-- dem Kanton aufzuerlegen;
7.�������ihr f�r das vorinstanzliche Verfahren zu Lasten des Kantons eine Parteientsch�digung von Fr. 10'818.-- (inkl. Auslagen und MWST) auszurichten, eventualiter die Sache im Sinne der Erw�gungen zu diesem Zweck an die Vorinstanz zur�ckzuweisen;
8.�������eventualiter die Sache an die Vorinstanz zur�ckzuweisen;
9.�������die unentgeltliche Rechtspflege zu gew�hren;
10.�������Rechtsanwalt Oliver L�cke, eventualiter einen anderen Rechtsanwalt, als unentgeltlichen Rechtsbeistand beizuordnen;
[11.]�������unter Kosten- und Entsch�digungsfolge.
Obergericht und Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern verzichteten auf Vernehmlassung. Der Privatkl�ger beantragte, die Beschwerde kostenf�llig abzuweisen. Sie ersch�pfe sich in Wortklaubereien und versuche, in langen rechtstheoretischen Ausf�hrungen die niedertr�chtigen und r�cksichtslosen, seiner Ehre zweifellos abtr�glichen, Aussagen zu legitimieren.
Das Bundesgericht wies mit Verf�gung vom 14. Januar 2016 das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung ab.
Die Beschwerdef�hrerin r�gt, sie sei wegen eines anderen Sachverhalts verurteilt worden als jenem der Anklage.
2.1.�Die Beschwerdef�hrerin tr�gt vor, nach der Strafanzeige solle sie gegen�ber Frau B.________ (nachfolgend: Lehrerin) gesagt haben, dass der Privatkl�ger "einen sexuellen Missbrauch an einem Kind begangen habe"; nach dem Anklagesachverhalt habe sie dagegen der Lehrerin erz�hlt, dass der Privatkl�ger "schon eine Anzeige gehabt habe wegen sexuellem Missbrauch". Die Erstinstanz sei davon ausgegangen, dass die Beschwerdef�hrerin der Lehrerin mitgeteilt habe, dass gegen den Privatkl�ger "ein Strafverfahren wegen sexueller Handlungen durchgef�hrt worden ist", ohne zu erw�hnen, dass es eingestellt worden sei. Die Vorinstanz schliesslich f�hre dazu aus, in der Strafanzeige werde der Beschwerdef�hrerin entsprechend den Briefen des Rechtsvertreters des Privatkl�gers (unten E. 4.3.2) vorgeworfen, gegen�ber der Lehrerin ge�ussert zu haben, dass der Privatkl�ger "einen sexuellen Missbrauch an einem Kind begangen habe" (Urteil S. 24). Somit sei die Strafverfolgung nicht aufgrund des Sachverhalts im Strafantrag des Privatkl�gers er�ffnet worden, und es habe bez�glich des Sachverhalts, f�r den sie verurteilt worden sei, zu keinem Zeitpunkt ein g�ltiger Strafantrag bestanden.
2.2.�Nach dem Anklagegrundsatz kann eine Straftat nur gerichtlich beurteilt werden, wenn die Staatsanwaltschaft gegen eine bestimmte Person wegen eines genau umschriebenen Sachverhalts beim zust�ndigen Gericht Anklage erhoben hat (Art. 9 StPO). Die Anklageschrift bezeichnet "m�glichst kurz, aber genau: die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten, mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausf�hrung" (Art. 325 Abs. 1 lit. f. StPO).
Die Anklageschrift bestimmt den Gegenstand des Gerichtsverfahrens und bezweckt den Schutz der Verteidigungsrechte. Zu beurteilen ist jeweils die konkrete Anklageschrift. Solange f�r die beschuldigte Person klar ist, welcher Sachverhalt ihr vorgeworfen wird, kann auch eine fehlerhafte und unpr�zise Anklage nicht dazu f�hren, dass es zu keinem Schuldspruch kommen darf; entscheidend ist, dass f�r die beschuldigte Person keine Zweifel dar�ber bestehen, welches Verhalten ihr vorgeworfen wird. Die n�here Begr�ndung der Anklage erfolgt erst an Schranken. Letztlich ist es Sache des Gerichts, den Sachverhalt verbindlich festzustellen (Urteil 6B_716/2014 vom 17. Oktober 2014 E. 2.3 mit Hinweis; Urteile 6B_1079/2015 vom 29. Februar 2016 E. 1.1 sowie 6B_288/2014 vom 22. Januar 2015 E. 1.2 und 1.3).
Wird der Strafbefehl infolge Einsprache zur Anklageschrift (Art. 356 Abs. 1 StPO), muss aus ihm ersichtlich sein, welcher konkrete Lebensvorgang zur Beurteilung steht (BGE 140 IV 188 E. 1.6 S. 192). Diese Voraussetzungen erf�llt die Anklageschrift.
2.3.�Die Beschwerdef�hrerin wurde nicht wegen eines anderen als des ihr in der Anklageschrift vorgeworfenen Sachverhalts verurteilt (vgl. Urteil S. 28; unten E. 4.3.3). Sie war sich bereits aufgrund der Interventionen des Rechtsvertreters des Privatkl�gers (unten E. 4.3.2) im Klaren, worum es bei dem Vorwurf ging. Dass dem Privatkl�ger von der Beschwerdef�hrerin nach der Anklageschrift - anders als nach der Strafanzeige - nicht ein sexueller Missbrauch "an einem Kind" vorgeworfen wird (oben E. 2.1; Urteil S. 24), schadet entgegen der Verteidigung umso weniger, als das der Beschwerdef�hrerin bekannte (angebliche) Opfer D.________ in der Anklageschrift namentlich erw�hnt wird (vgl. unten E. 4.1, 4.4.3). Massgebend ist die Anklageschrift.
Die Beschwerdef�hrerin r�gt die vorinstanzliche Ablehnung eines Beweisantrags als formalistisch und Geh�rsverletzung.
3.1.�Die Beschwerdef�hrerin weist darauf hin, die Vorinstanz habe erwogen, nicht zuletzt deshalb, weil der Privatkl�ger auch ihrem Ehemann X.B.________ unsympathisch war, sei ausserdem "anzunehmen", dass die Verfahrenseinstellung ebenfalls Thema zwischen dem Ehepaar gewesen sei (Urteil S. 27). Die Vorinstanz verletze mit dieser Annahme das rechtliche Geh�r, weil sie die nochmalige Einvernahme des Ehemanns ablehne. Die Erstinstanz habe mitgeteilt, dass eine Berufungserkl�rung am Obergericht zu erfolgen habe; eine Begr�ndung von Beweisantr�gen habe sie nicht verlangt. Die Vorinstanz begehe einen �berspitzen Formalismus und verletze zudem Art. 385 Abs. 1 StPO (Beschwerde S. 16, 17).
3.2.�Wie sich dem Randtitel von Art. 385 StPO ("Begr�ndung und Form") entnehmen l�sst, hat die Partei das Rechtsmittel zu begr�nden, wenn das Gesetz dies verlangt, und zwar gem�ss Abs. 1 let. c auch, "welche Beweismittel sie anruft". Es ist mit MARTIN ZIEGLER/STEFAN KELLER (in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Band II, 2. Aufl. 2014, N. 1 zu Art. 385 StPO) davon auszugehen, dass Rechtsmittel zu begr�nden sind (vgl. Urteil 6B_396/2015 vom 5. Februar 2016 E. 2.1). Eine Nachfrist gem�ss Art. 385 Abs. 2 StPO war jedenfalls vorliegend nicht anzusetzen (unten E. 2.3; vgl. ZIEGLER/KELLER, a.a.O., N. 3). Nach dem Gesetz sind die Beweisantr�ge in der Berufungserkl�rung anzugeben (Art. 399 Abs. 3 lit. c StPO). Weil das Rechtsmittelverfahren auf den im Vor- und Hauptverfahren erhobenen Beweisen beruht (Art. 389 Abs. 1 StPO), hat das Gericht die Parteien nicht nach Art. 345 StPO zur Nennung von Beweisen aufzufordern (Urteil 6B_859/2013 vom 2. Oktober 2014 E. 3.4.3). Beweisabnahmen des erstinstanzlichen Gerichts werden "nur" unter den Voraussetzungen von Art. 389 Abs. 2 StPO wiederholt. Die Beschwerdef�hrerin hatte vor erster Instanz die Einvernahme des Zeugen nicht beantragt. Es h�tte sich daher umso mehr aufgedr�ngt, den Antrag zu begr�nden.
3.3.�Eine formelle Rechtsverweigerung durch �berspitzten Formalismus (BGE 135 I 6 E. 2.1; Urteil 6B_396/2015 vom 5. Februar 2016 E. 2.1) ist zu verneinen. Die Vorinstanz wies den Beweisantrag in antizipierter Beweisw�rdigung (BGE 136 I 229 E. 5.3 und E. 5.5) ab.
Die Vorinstanz h�lt fest, die Beschwerdef�hrerin habe ohne jegliche Begr�ndung die nochmalige Einvernahme des Ehemanns beantragt. Sie gab den Parteien Gelegenheit zur Stellungnahme. Der Privatkl�ger beantragte die Abweisung. Die Vorinstanz weist den Beweisantrag gest�tzt auf Art. 389 Abs. 1 und 2 StPO ab (Urteil S. 2 und 3). In der Beweisverf�gung nimmt sie diese Bestimmungen im Wortlaut auf und h�lt fest, es sei schon mangels Begr�ndung nicht ersichtlich, inwiefern ein Anwendungsfall von Art. 389 Abs. 2 StPO vorliege. Erg�nzend k�nne auf die Stellungnahme des Privatkl�gers verwiesen werden (kantonale Akten, act. 205). Nach dem Privatkl�ger kann nicht nachvollzogen werden, was eine solche Einvernahme bringen soll. Der Ehemann sei von der Staatsanw�ltin am 26. Mai 2014 w�hrend einer vollen Stunde einvernommen und seine Aussagen auf sieben Seiten protokolliert worden. F�r die Hauptverhandlung sei kein Beweisantrag auf nochmalige Befragung gestellt worden (act. 201).
Die Vorinstanz weist den Beweisantrag ohne Bundesrechtsverletzung ab (zur prozessualen Situation vgl. Urteil 6B_288/2015 vom 12. Oktober 2015 E. 1.3.1). Die Aussage des Ehemanns stellt entgegen der Beschwerde (S. 18) keineswegs den einzigen oder wesentlichen Beweis daf�r dar, dass die Verfahrenseinstellung bei Familienbesuchen thematisiert worden war (dazu unten E. 4.2).
3.4.�Ein Beweisantrag l�sst sich nicht nachtr�glich begr�nden. Noven sind gem�ss Art. 99 BGG (Urteile 6B_1207/2014 vom 25. November 2015 E. 1 und 6B_182/2014 vom 27. Januar 2015 E. 1) sowie mangels Ersch�pfens des Instanzenzugs (Art. 80 Abs. 1 BGG; BGE 135 I 91 E. 2.1; Urteil 1B_306/2014 vom 12. Januar 2015 E. 2.5) unzul�ssig.
Die Beschwerdef�hrerin behauptet eine willk�rliche Sachverhaltsfeststellung in Verletzung des Grundsatzes in dubio pro reo.
4.1.�Hintergrund bildet dieser Sachverhalt: Am 19. M�rz 2012 wurde ein Verfahren gegen den Privatkl�ger wegen sexueller Handlungen mit Kindern und Sch�ndung in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO ("kein Tatverdacht erh�rtet ist, der eine Anklage rechtfertigt") eingestellt, und zwar, wie die Vorinstanz weiter ausf�hrt, mit der Begr�ndung, bei der Akten- und Beweislage sei mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, dass der Privatkl�ger in Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo freizusprechen w�re (Urteil S. 11 f.).
Da wegen Verleumdung gem�ss Art. 174 Ziff. 1 StGB strafbar ist, wer jemanden wider besseres Wissen bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu sch�digen, beschuldigt oder verd�chtigt, ist der Nachweis rechtserheblich, was die beschuldigte Person wusste (unten E. 4.2), �usserte (unten E. 4.3-4.5) oder zu sagen (pflichtwidrig) unterliess (unten E. 4.6).
4.2.1.�Die Beschwerdef�hrerin bringt vor, die Verurteilung erfolge aufgrund belastender Zeugenaussagen ihrer Grossmutter E.________ und ihrer Mutter F.________ (Beschwerde S. 10 f.). Sie beruft sich auf die Rechtsprechung zur Methodik der Glaubhaftigkeitsbeurteilung (BGE 128 I 81 E. 2; 133 I 33 E. 4.3 S. 45) und f�hrt aus, es falle auf, dass beide Zeuginnen oft Signalw�rter verwendeten wie "bestimmt", "sicher mitbekommen" oder "also". Sie h�tten keinen konkreten Sachverhalt schildern k�nnen, wo die Einstellung des Strafverfahrens in Anwesenheit der Beschwerdef�hrerin diskutiert worden sei. Dies belege, dass sie Vermutungen, aber keine sichere Kenntnis h�tten (Beschwerde S. 12). Die Vorinstanz erw�ge unhaltbar, dass niemand eine konkrete Situation habe angeben k�nnen, in welcher in Anwesenheit der Beschwerdef�hrerin �ber eine Verfahrenseinstellung gesprochen worden sei, �ndere nichts daran, dass sie davon vernommen haben m�sse. Die Vorinstanz verletze den Grundsatz in dubio pro reo in willk�rlicher Weise, wenn sie ausf�hre, dass kein konkreter Sachverhalt erstellt werden konnte, es jedoch "nicht einzusehen sei, weshalb es anders gewesen sein soll". Es w�rden auch keine Indizien genannt, die f�r eine Verurteilung spr�chen (Beschwerde S. 15).
4.2.2.�Die Sachverhaltsfeststellung bzw. Beweisw�rdigung erweist sich als willk�rlich (Art. 9 BV), wenn das Gericht Sinn und Tragweite eines Beweismittels offensichtlich verkannt hat, wenn es ohne sachlichen Grund ein wichtiges und entscheidwesentliches Beweismittel unber�cksichtigt gelassen oder wenn es auf der Grundlage der festgestellten Tatsachen unhaltbare Schlussfolgerungen gezogen hat (BGE 140 III 264 E. 2.3). Der Indizienbeweis ist vollg�ltiger Beweis (Urteil 6B_697/2014 vom 27. Februar 2015 E. 1.3). Dem Grundsatz in dubio pro reo als Beweisw�rdigungsmaxime kommt keine �ber das Willk�rverbot hinausgehende Bedeutung zu (BGE 138 V 74 E. 7; 127 I 38 E. 2a; 120 Ia 31 E. 2d).
4.2.3.�Die Vorinstanz hat das "pers�nliche und sachliche Umfeld" und das "Rahmengeschehen" (Urteil S. 5) ebenso umfassend analysiert (Urteil S. 5-20) wie die Aussagen der befragten Personen (Urteil S. 2028). Sie kommt zum Ergebnis, das ein Jahr dauernde Verfahren gegen den Privatkl�ger sei "grosses Thema im Hause E.________ und F.________" gewesen: Die Beschwerdef�hrerin war seit dem Jahre 2010 von zu Hause ausgezogen, aber unbestritten mit ihrem Freund und sp�teren Ehemann trotz aller Differenzen, Streitigkeiten und Wiedervers�hnungen immer wieder bei ihrer Mutter und ihrer Schwester zu Besuch, wo sich oft auch die Grossmutter und der Privatkl�ger aufhielten. Sie habe von diesem Verfahren vernommen und sogar mit dem (angeblichen) Opfer dar�ber gesprochen. Die Grossmutter, die Mutter und der Privatkl�ger seien sich sicher gewesen, dass sie wie alle andern auch von der rechtskr�ftigen Einstellung des Strafverfahrens Kenntnis erhalten hatte, und zwar sowohl am gemeinsamen Tisch anl�sslich von Besuchen wie auch vom (angeblichen) Opfer selber, mit dem sie damals, jedenfalls bis im Dezember 2013, noch in Kontakt gewesen sei (Urteil S. 27 sowie S. 22 und 23).
Die Vorinstanz gibt sich �berzeugt, es sei "nicht einzusehen", dass die Beschwerdef�hrerin im langen Zeitraum von fast zwei Jahren zwischen der Verfahrenseinstellung und der (eingeklagten) Tatzeit vom Ausgang des Strafverfahrens "nie Kenntnis erhielt". Es sei kein Grund ersichtlich, weshalb sie von ihrer Mutter und Grossmutter h�tte falsch belastet werden sollen. Der Ehemann der Beschwerdef�hrerin, der in der fraglichen Zeit nie alleine bei der Grossmutter gewesen sei, habe aus deren Mund nicht nur von der Einstellung, sondern sogar den Grund dazu vernommen, n�mlich eine Einstellung mangels Beweisen. So sei auch anzunehmen, dass die Einstellung Thema zwischen dem Ehepaar (vgl. oben E. 3.1) gewesen sei (Urteil S. 27).
Das Strafverfahren war im Familienkreis Dauerthema (Urteil S. 27). Die Vorinstanz kann willk�rfrei annehmen, dass die Beschwerdef�hrerin "Kenntnis" von Inhalt und Einstellung des Strafverfahrens hatte.
4.3.1.�Die Beschwerdef�hrerin bringt vor, selbst wenn sich der Sachverhalt, wie von der Vorinstanz festgestellt, ereignet h�tte, lasse sich dieser nicht unter den Tatbestand von Art. 174 Ziff. 1 StGB subsumieren. Wenn zum objektiven Tatbestand die unwahre Aussage geh�re, sei dieser nicht erf�llt, wenn jemand eine wahre Aussage t�tige (Beschwerde S. 19).
4.3.2.�Die Vorinstanz f�hrt zun�chst aus, mit Schreiben seines Rechtsvertreters vom 26. Februar 2014 sei der Beschwerdef�hrerin eine Vereinbarung zur Unterschrift unterbreitet worden, gegen Verzicht auf eine Strafanzeige die unwahren �usserungen unter �bernahme der Kosten zur�ckzunehmen. Allerdings sei im Schreiben f�lschlicherweise festgehalten worden, die Beschwerdef�hrerin habe den Privatkl�ger bezichtigt, er habe sich sexuell an einem Kind vergangen. Der Rechtsvertreter habe dies auf Intervention des Privatkl�gers mit Schreiben vom 27. Februar 2014 korrigiert und ausgef�hrt, sie habe gesagt, dass er "bereits einmal ein Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs an einem Kind [...] durchmachen musste", und zwar "offenbar" unter Verschweigung der vollst�ndigen Entlastung. Der Vorwurf sei aber derselbe, dass sie n�mlich den Privatkl�ger "wahrheitswidrig und wissentlich eines sexuellen �bergriffs gegen�ber einem Kind bezichtigt" habe. Die Beschwerdef�hrerin habe auf das Angebot zur g�tlichen Einigung nicht reagiert (Urteil S. 18 f.).
4.3.3.�Die Vorinstanz erachtet es als erwiesen, dass die Beschwerdef�hrerin bei einem anfangs Januar 2014 zuf�llig zustande gekommenen Gespr�ch in der Institution in Anwesenheit ihres Ehemanns X.B.________ und ihrer Schwester gegen�ber der Lehrerin hinsichtlich des im Sommer 2014 bevorstehenden Austritts der Schwester aus der Institution �usserte, dass der Privatkl�ger bereits einmal eine Anzeige bzw. ein Verfahren wegen eines sexuellen Missbrauchs und damit wegen eines Sexualdelikts am Hals hatte; sie habe dabei jedoch die ihr bekannte Einstellung des Verfahrens, mithin dass der Privatkl�ger nicht verurteilt worden war, verschwiegen. Diese �usserung verbunden mit ihrer Verheimlichung habe sie in der aus ihrer Sicht berechtigten Besorgnis um ihre Schwester gemacht um zu verhindern, dass diese aus der Institution austrete und zu Hause wieder in den Einflussbereich des Privatkl�gers gelange. Sinn und Zweck sei damit gleichsam gewesen, den ihr offenbar verhassten Privatkl�ger in schlechtes Licht zu r�cken (Urteil S. 28).
4.4.�Die Vorinstanz st�tzt sich auf die folgenden Einvernahmen:
4.4.1.�Die Beschwerdef�hrerin habe ausgesagt, sie habe der Lehrerin erkl�rt, sie habe nicht gewollt, dass ihre Schwester nach Hause k�nne, sowie auf erneute Frage, "dass er [der Privatkl�ger] eine Anzeige gehabt habe, wegen sexueller Handlungen mit einem Kind", und dass sie auch angedeutet habe, dass sie nicht wisse, wie dieses Verfahren ausgegangen sei. In der Hauptverhandlung habe sie ausgesagt, es stimme nicht, was sie gesagt haben solle (gemeint sei gem�ss Anzeige bzw. Anklage); sie habe gegen�ber der Lehrerin angedeutet, dass es ein Strafverfahren gegen den Privatkl�ger gegeben habe, aber keinen Namen gesagt und auch nicht, "dass es um ein Kind gegangen ist" (Urteil S. 20).
Die Beschwerdef�hrerin relativierte damit ihre erste Aussage (Anzeige "wegen sexueller Handlungen mit einem Kind") an der Hauptverhandlung dahingehend, dass sie ein Strafverfahren angedeutet hatte.
4.4.2.�Der beim Gespr�ch anwesende Zeuge X.B.________, der Ehemann der Beschwerdef�hrerin, habe ausgesagt, diese habe im Zusammenhang mit anderen Dingen Bedenken betreffend den Austritt ihrer Schwester aus der Institution ge�ussert und nebenbei auf R�ckfrage der Lehrerin gesagt, dass sie selber schon genug und nicht nur sch�ne Sachen mit dem Privatkl�ger erlebt habe und nicht wolle, dass die Schwester dasselbe wie sie durchmachen m�sse. Weiter habe sie gesagt, dass der Privatkl�ger "eben auch schon ein Verfahren wegen Vergewaltigung am Hals hatte", und zwar glaublich zum Nachteil eines Kindes. Sie habe durchscheinen lassen, dass es auch "in sexueller Hinsicht Sachen gab, die unsch�n waren", zwar "nicht gerade eine Vergewaltigung, aber im Sinne von Grenz�berschreitungen oder im Sinne eines sexuellen Missbrauchs, dass er in dieser Richtung schon einmal ein Anzeige am Hals gehabt habe" (Urteil S. 21).
Somit erw�hnte der Zeuge erst eine �usserung "wegen Vergewaltigung", verneint anschliessend "eine Vergewaltigung" und spricht von einer �usserung "im Sinne von Grenz�berschreitungen oder im Sinne eines sexuellen Missbrauchs". Er relativiert die angebliche �usserung bis hin zu einer Aussage "in dieser Richtung". Es verbleibt die Interpretation, dass der Privatkl�ger "in dieser Richtung schon einmal ein Anzeige am Hals gehabt habe".
4.4.3.�Die Lehrerin habe ausgesagt, dass die Beschwerdef�hrerin ihre Besorgnis �usserte, unter anderem dass sich der Privatkl�ger gegen�ber der Schwester "nicht korrekt verhalten" habe. Auf den Vorhalt des Missbrauchsvorwurfs habe die Lehrerin erkl�rt, dass sie von einem "Kind" nichts geh�rt habe; das Wort "unkorrekt" sei ihr (synonymer) Begriff, sie habe die �usserungen als "unabgegrenztes Verhalten im Sinne von �bergriffen", und zwar von �bergriffen "in sexueller Form" gedeutet bzw. interpretiert (Urteil S. 21).
Zur R�ge der Verteidigung, dass in der Anklageschrift ein "Kind" nicht erw�hnt werde (vgl. oben E. 2.3), f�hrt die Vorinstanz aus, die Lehrerin wolle beim Gespr�ch von einem "Kind" nichts geh�rt haben, habe aber letzten Endes eindeutig best�tigt, dass die Beschwerdef�hrerin sagte, gegen den Privatkl�ger habe es einmal eine Anzeige gegeben, ohne etwas vom Ausgang des Verfahrens zu erw�hnen, und dass sie (die Lehrerin) es so verstanden habe, dass es um �bergriffe sexueller Art gegangen sei. Die Vorinstanz geht davon aus, dass die Beschwerdef�hrerin gegen�ber der Lehrerin nicht ein Sexualdelikt gegen�ber einem Kind erw�hnt hatte (Urteil S. 26).
Die Lehrerin hatte somit die �usserung als "�bergriffe" "in sexueller Form" "gedeutet oder interpretiert". Sie best�tigte nur, die Beschwerdef�hrerin habe gesagt, gegen den Privatkl�ger habe es einmal eine Anzeige gegeben, ohne aber etwas vom Ausgang des Verfahrens zu erw�hnen, sowie dass sie (n�mlich die Lehrerin) es so verstand, dass es um �bergriffe sexueller Art gegangen sei. Sie gab demnach keine �usserung der Beschwerdef�hrerin des Wortlauts wieder, der Privatkl�ger habe einen sexuellen �bergriff begangen. Sie deutete oder interpretierte deren �usserungen bloss in diesem Sinn.
4.4.4.�Die beim Gespr�ch nicht anwesende F.________, die Mutter der Beschwerdef�hrerin, habe auf entsprechenden Vorhalt (das dies die Tochter ihr gegen�ber erz�hlt habe) best�tigt, dass die Beschwerdef�hrerin entweder gesagt habe, das Verfahren sei wegen "Kindsmissbrauchs" gelaufen, oder aber, es sei wegen "Kindsmisshandlung" gewesen (Urteil S. 21).
Die n�chste Person, die vom Gespr�ch erfahren habe, sei E.________, die Grossmutter der Beschwerdef�hrerin gewesen. Sie habe dies aber nicht von der Beschwerdef�hrerin, ihrer Enkelin, erfahren, sondern von ihrer Tochter F.________, der Mutter der Beschwerdef�hrerin. E.________ habe zu Protokoll gegeben, dass die Beschwerdef�hrerin gem�ss ihrer Tochter auf der Institution gesagt haben soll, dass der Privatkl�ger "bereits ein Verfahren wegen Kindsmissbrauchs am Hals gehabt" und sie Angst um die Schwester habe. E.________ habe sinngem�ss diese rabiate �usserung als typisch f�r die Beschwerdef�hrerin erkl�rt, die mit ihrem POS viel erz�hle und oft nicht alles verstehe (Urteil S. 21 f.).
Nach Aussage des Privatkl�gers erz�hlte ihm seine Lebenspartnerin E.________, dass die Beschwerdef�hrerin gegen�ber der Lehrerin sinngem�ss ge�ussert hatte, dass er "einen sexuellen Missbrauch an einem Kind begangen habe". Als Privatkl�ger habe er best�tigt, dass seine Anzeige auf den Angaben seiner Lebenspartnerin beruhe, wonach die Beschwerdef�hrerin auf der Institution erz�hlt hatte, er habe "ein Verfahren am Hals gehabt wegen der D.________" (Urteil S. 22).
Die Erkl�rungen der drei beim fraglichen Gespr�ch nicht anwesenden Zeugen F.________, E.________ sowie des Privatkl�gers sind Aussagen vom H�rensagen aus dem Familienkreis und nicht geeignet, eine tats�chliche �usserung im Wortlaut nachzuweisen.
4.5.�Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdef�hrerin �ber Inhalt und Einstellung des Strafverfahrens (oben E. 4.1) zumindest in laienhafter Weise im Bild war (oben E. 4.2.3).
Soweit die Vorinstanz es dagegen als erwiesen erachtet, die Beschwerdef�hrerin habe gegen�ber der Lehrerin ge�ussert, "dass der Privatkl�ger bereits einmal eine Anzeige bzw. ein Verfahren wegen eines sexuellen Missbrauchs und damit wegen eines Sexualdeliktes am Hals hatte" (oben E. 4.3.3), kann sie sich f�r den zweiten Satzteil ("bzw.") lediglich auf eine bis zur Verneinung relativierende Aussage der Beschwerdef�hrerin, eine diffuse Aussage von X.B.________, eine eigene Interpretation der Lehrerin sowie auf Erkl�rungen vom H�rensagen aus dem Familienkreis st�tzen.
Nach der Aussage des am fraglichen Gespr�ch anwesenden X.B.________ ergibt sich eine �usserung der Beschwerdef�hrerin "im Sinne" von Grenz�berschreitungen oder "im Sinne" eines sexuellen Missbrauchs, und zwar konkret: "dass [der Privatkl�ger] in dieser Richtung schon einmal ein Anzeige am Hals gehabt habe" (oben E. 4.4.2). Die Lehrerin als massgebliche Adressatin gem�ss Art. 174 StGB "deutete oder interpretierte" das fragliche Gespr�ch im Sinne von �bergriffen in sexueller Form. Sie best�tigte nur, aber in gewisser �bereinstimmung mit X.B.________, dass die Beschwerdef�hrerin sagte, gegen den Privatkl�ger habe es einmal eine Anzeige gegeben, ohne etwas vom Ausgang des Verfahrens zu erw�hnen (oben E. 4.4.3). Das Ergebnis entspricht weitgehend der relativierenden Aussage der Beschwerdef�hrerin (oben E. 4.4.1). Alle Personen erz�hlen abweichende Versionen des Gespr�chs. Ein tats�chlicher Wortlaut der fraglichen �usserung l�sst sich nicht feststellen.
4.6.1.�Die Vorinstanz st�tzt den Schuldspruch letztlich nicht auf eine angebliche �usserung der Beschwerdef�hrerin, sondern auf eine Verschweigung der Verfahrenseinstellung gegen�ber der Lehrerin.
4.6.2.�Denn unmittelbar vor der oben (in E. 4.3.3) zitierten, zusammenfassenden vorinstanzlichen Feststellung des als erwiesen erachteten Sachverhalts f�hrt die Vorinstanz aus, dass die Beschwerdef�hrerin im Zeitpunkt des Gespr�chs wusste, dass das Verfahren gegen den Privatkl�ger in Sachen D.________ eingestellt worden war. Die Vorinstanz f�hrt anschliessend aus: "Damit ist gleichzeitig festgestellt, dass [die Beschwerdef�hrerin] angesichts ihrer Zielsetzung anl�sslich des Gespr�chs mit [der Lehrerin], n�mlich [den Privatkl�ger] anzuschw�rzen und von [der Schwester] fernzuhalten bzw. dies zu versuchen, verschwieg und somit bewusst und gewollt nicht sagte, dass das von ihr erw�hnte Verfahren gegen [den Privatkl�ger] wegen eines sexuellen Missbrauchs bzw. wegen eines Sexualdelikts eingestellt worden war, [der Privatkl�ger] somit unschuldig war und nicht verurteilt wurde" (Urteil S. 28).
Die Vorinstanz folgert somit das "Anschw�rzen" sowie "bewusste und gewollte" Verschweigen der Verfahrenseinstellung daraus, dass die Beschwerdef�hrerin etwas "nicht sagte". Nach den festgestellten Aussagen l�sst sich unmittelbar nur das Motiv der Beschwerdef�hrerin feststellen, dass sie sich in "Besorgnis", aus "Bedenken" oder aus "Angst um die Schwester" gegen�ber der Lehrerin ge�ussert hatte.
Dagegen l�sst sich nicht erstellen, dass die Beschwerdef�hrerin in der "Zielsetzung", den Privatkl�ger anzuschw�rzen, die Verfahrenseinstellung der Lehrerin bewusst und gewollt verschwiegen h�tte. Vielmehr hatte sich die Beschwerdef�hrerin nach eigener Aussage auf "erneute Frage" (oben E. 4.4.1) bzw. nach der Aussage des anwesenden Zeugen X.B.________ "nebenbei auf R�ckfrage der Lehrerin" in der fraglichen Weise ge�ussert (oben E. 4.4.2). Mit der Erw�gung, "Sinn und Zweck war damit gleichsam gewesen, den ihr offenbar verhassten [Privatkl�ger] in schlechtes Licht zu r�cken" (oben E. 4.3.3), setzt sich die Vorinstanz in Widerspruch zu ihrer Feststellung, dass sich die Beschwerdef�hrerin "in aus ihrer Sicht berechtigter Besorgnis" um ihre Schwester ge�ussert hatte.
Es ergibt sich, dass die Beschwerdef�hrerin in berechtigter Besorgnis um ihre Schwester gegen�ber der Lehrerin �usserte, dass der Privatkl�ger "in dieser Richtung schon einmal ein Anzeige am Hals gehabt habe" (oben E. 4.5). Das war eine wahrheitsgem�sse �usserung (oben E. 4.1). Das Urteil fusst im �brigen auf Er�rterungen des "pers�nlichen und sachlichen Umfelds" und des "Rahmengeschehens" (oben E. 4.2.3). Das ist f�r den rechtserheblichen Sachverhalt weitgehend unerheblich und im Ergebnis irref�hrend.
4.6.3.�Zu pr�fen bleibt, ob die Beschwerdef�hrerin durch "Nichtsagen" und damit durch Unterlassung im Sinne von Art. 11 Abs. 2 StGB eine Verleumdung begangen haben k�nnte. Eine pflichtwidrige Unt�tigkeit l�sst sich jedoch kaum annehmen. Es kann der Beschwerdef�hrerin "nach den Umst�nden der Tat" auch nicht derselbe Vorwurf gemacht werden, "wie wenn sie die Tat durch ein aktives Tun begangen h�tte" (Art. 11 Abs. 3 StGB).
Thema des nach der Vorinstanz zuf�llig zustande gekommenen Gespr�chs in der Institution (oben E. 4.3.3) war der Austritt der betreuten Schwester aus dieser Institution.
Adressatin war die "Lehrerin", d.h. die mit der "Therapie" (Urteil S. 21) der Schwester betraute P�dagogin. Das Gespr�ch fand in einem Rahmen statt, in welchem naturgem�ss h�chstpers�nliche Gesichtspunkte zur Sprache kommen und Gef�hle, �ngste, Sorgen und auch Mutmassungen artikuliert werden k�nnen m�ssen. Die Adressatin der fraglichen �usserungen war als "Lehrerin" zust�ndige Vertrauensperson, die als solche berufsm�ssig mit vertraulichen Mitteilungen umzugehen und diese zu bewerten weiss. Die Vorinstanz stellt denn auch fest, beim Aussageverhalten der Lehrerin falle auf, dass sie offenbar Bedenken wegen des Berufsgeheimnisses hatte und dar�ber belehrt worden sei, dass die Beschwerdef�hrerin und nicht die Schwester Beschuldigte sei "und sich das Berufsgeheimnis auf die Therapie [der Schwester] beschr�nke" (Urteil S. 21).
Ohne diese Frage hier vertiefen zu m�ssen, ist darauf hinzuweisen, dass das von der Beschwerdef�hrerin angesprochene Thema f�r die Therapiearbeit und die Austrittspr�fung wesentlich sein konnte und die Lehrerin einzig und ausschliesslich im vertraulichen Rahmen ihrer beruflichen T�tigkeit als Therapeutin der Schwester Adressatin der fraglichen �usserungen der Beschwerdef�hrerin war, d.h. als Berufsgeheimnistr�gerin.
4.7.�Zusammenfassend ist festzustellen, dass erstens keine eindeutige �usserung der Beschwerdef�hrerin nachgewiesen ist. Insbesondere l�sst sich dieser Nachweis aufgrund der Aussage der massgeblichen Adressatin nicht erbringen (X.B.________ kannte den Sachverhalt bereits aus famili�ren Diskussionen). Zweitens l�sst sich der vom Tatbestand des Art. 174 StGB vorausgesetzte subjektive Sachverhalt nicht zweifelsfrei erstellen. Drittens �usserte sich die Beschwerdef�hrerin in einem Rahmen, in welchem sie ihre �ngste um die Schwester offen darlegen durfte. Es fehlt damit an einer Tatsachengrundlage im Sinne von Art. 174 StGB.
Die Rechtsbegehren sind im �brigen sinngem�ss f�r den Fall einer reformatorischen bundesgerichtlichen Entscheidung bei Gutheissung der Beschwerde gestellt (Art. 107 Abs. 2 BGG) und nicht weiter begr�ndet. Darauf ist ausgangsgem�ss sowie angesichts von Art. 42 Abs. 2 BGG nicht einzutreten.
Die Beschwerde ist teilweise gutzuheissen, soweit darauf eingetreten werden kann und sie nicht abzuweisen ist. Das Urteil ist aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Dem in der Hauptsache unterliegenden Privatkl�ger sind die bundesgerichtlichen Verfahrenskosten (teilweise) aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Dem Kanton Bern sind keine Gerichtskosten aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 4 BGG). Der Kanton Bern und der Privatkl�ger sind zu gleichen Teilen solidarisch zu verpflichten, der Beschwerdef�hrerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine (herabgesetzte) Parteientsch�digung auszurichten (Art. 68 Abs. 2 sowie Art. 68 Abs. 4 i.V.m. Art. 66 Abs. 5 BGG). Der teilweise unterliegenden Beschwerdef�hrerin (oben E. 1, 2 und 3) sind herabgesetzte Gerichtskosten aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2015 aufgehoben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
Der Beschwerdef�hrerin werden Gerichtskosten von Fr. 500.-- auferlegt.
Dem Privatkl�ger werden Gerichtskosten von Fr. 1'500.-- auferlegt.
Der Privatkl�ger und der Kanton Bern haben die Beschwerdef�hrerin mit je Fr. 1'000.-- (insgesamt Fr. 2'000.--) zu entsch�digen.