Source: http://www.hensche.de/Arbeitsrecht_Urteile_Rentenversicherungspflicht_fuer_Syndikusanwaelte_BSG_B5RE3-14R_u.html
Timestamp: 2020-02-26 18:50:29
Document Index: 15532451

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 103', '§ 6', '§ 28', '§ 6', '§ 7', '§ 14', '§ 157', 'Art 12', 'Art 2', 'Art 14', '§ 1', '§ 164', '§ 164', '§ 2', '§ 164', '§ 103', '§ 157', '§ 117', '§ 153', '§ 128', '§ 128', '§ 81', '§ 128', '§ 63', '§ 7', '§ 163', '§ 611', '§ 1', '§ 5', '§ 8', '§ 170', '§ 12', '§ 34', '§ 35', '§ 32', '§ 12', '§ 12', '§ 60', 'BGH', '§ 35', '§ 43', '§ 32', '§ 5', '§ 10', '§ 5', '§ 6', '§ 4', '§ 1', '§ 3', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 2', '§ 3', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 7', '§ 6', 'BGH', 'EuG', 'EuG', 'Art 267', 'Art 100', '§ 11', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 106', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 59', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 46', '§ 1', '§ 46', '§ 2', '§ 1227', '§ 2', '§ 6', '§ 6', '§ 7', '§ 14', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 6', '§ 7', '§ 14', 'BGH', '§ 46', 'Art 12', '§ 46', '§ 46', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'EuG', '§ 6', '§ 7', '§ 2', '§ 1', '§ 1', '§ 5', '§ 6', '§ 6', '§ 6', 'Art 2', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 1', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 7', 'Art 2', '§ 157', 'Art 14', '§ 2', 'Art 12', 'Art 2', 'Art 2', '§ 7', 'Art 2', 'Art 3', '§ 6', '§ 6', '§ 44']

BSG, Urteil vom 03.04.2014, B 5 RE 3/14 R - HENSCHE Arbeitsrecht
BSG, Ur­teil vom 03.04.2014, B 5 RE 3/14 R
Schlagworte: Rentenversicherung, Syndikusanwälte
Vorinstanzen: Sozialgericht Mannheim, Urteil vom 30.05.2012, S 6 R 2711/11
Landessozialgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 23.01.2013, L 2 R 2671/12
Die Re­vi­si­on wird zurück­ge­wie­sen. Außer­ge­richt­li­che Kos­ten des Rechts­streits sind nicht zu er­stat­ten.
Die Be­tei­lig­ten strei­ten darüber, ob die Be­klag­te den Kläger für sei­ne Beschäfti­gung als an­ge­stell­ter Ju­rist bei der Bei­ge­la­de­nen zu 2., ei­nem Che­mie­un­ter­neh­men, ab dem 5.7.2010 bis zum 4.10.2011 von der Ver­si­che­rungs­pflicht in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung be­frei­en muss.
Der 1983 ge­bo­re­ne Kläger ist Voll­ju­rist und be­warb sich bei der Bei­ge­la­de­nen zu 2. er­folg­reich auf die Stel­le ei­nes "Ju­ris­ten mit ab­ge­schlos­se­nem Stu­di­um der Rechts­wis­sen­schaf­ten mit Prädi­kats­ex­amen und Schwer­punkt Ar­beits­recht". In die­ser Funk­ti­on war er ab dem 1.3.2010 ge­gen Ent­gelt in der Ab­tei­lung "Con­cepts and Co­or­di­na­ti­on Be­ne­fits" (Kon­zep­ti­on und Ko­or­di­na­ti­on be­trieb­li­cher So­zi­al­leis­tun­gen) beschäftigt und hat­te dort ins­be­son­de­re Grund­satz­fra­gen der be­trieb­li­chen So­zi­al­po­li­tik - Schwer­punkt Al­ters­ver­sor­gung - mit na­tio­na­len und in­ter­na­tio­na­len Bezügen zu klären. Die Bei­ge­la­de­ne zu 2. be­schei­nig­te ihm später, die Qua­li­fi­ka­ti­on als Voll­ju­rist sei Ein­stel­lungs­vor­aus­set­zung ge­we­sen, und bestätig­te in ei­ner Frei­stel­lungs­erklärung ihr un­wi­der­ruf­li­ches Ein­verständ­nis, dass der Kläger ne­ben sei­ner Tätig­keit als An­ge­stell­ter den Be­ruf als Rechts­an­walt ausüben könne mit der Er­laub­nis, sich auch während der Dienst­zeit zur Wahr­neh­mung an­walt­li­cher Tätig­kei­ten je­der­zeit von sei­nem Dienst­platz ent­fer­nen zu dürfen.
Am 5.7.2010 wur­de der Kläger als Rechts­an­walt zu­ge­las­sen und in das An­walts­ver­zeich­nis der Rechts­an­walts­kam­mer (RAK) K. ein­ge­tra­gen. Seit­dem war er gemäß § 5 Abs 2 des Ge­set­zes über das Ver­sor­gungs­werk der Rechts­anwälte in Ba­den Würt­tem­berg (Rechts­an­walts­ver­sor­gungs­ge­setz - RAVG vom 10.12.1984) Pflicht­mit­glied der Bei­ge­la­de­nen zu 1., die ein­kom­mens­be­zo­ge­ne Beiträge er­hob. Sei­ne Zu­las­sung als Rechts­an­walt wur­de am 4.10.2011 wi­der­ru­fen; zeit­gleich er­folg­te die Löschung im An­walts­ver­zeich­nis der RAK K ... Am 30.11.2011 be­en­de­te er sei­ne Tätig­keit bei der Bei­ge­la­de­nen zu 2; seit­her ist er als Rich­ter ver­si­che­rungs­frei.
Un­ter dem 23.9.2010 be­an­trag­te der Kläger, ihn für sei­ne Tätig­keit bei der Bei­ge­la­de­nen zu 2. von der Ver­si­che­rungs­pflicht in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung zu be­frei­en, fügte die Frei­stel­lungs­erklärung der Bei­ge­la­de­nen zu 2. bei und leg­te ei­ne Tätig­keits­be­schrei­bung vom 23.9.2010 so­wie ein ergänzen­des Schrei­ben vom 15.12.2010 vor, die der Kauf­mann K. als Vor­ge­setz­ter sei­nes di­rek­ten Vor­ge­set­zen, ei­nes Psy­cho­lo­gen, aus­ge­stellt bzw un­ter­schrie­ben hat­te. Da­nach sei der Kläger als Rechts­an­walt tätig. Die Be­ar­bei­tung und Be­wer­tung von Rechts­fra­gen, die Her­aus­ar­bei­tung von Lösungsmöglich­kei­ten und de­ren Um­set­zung er­fol­ge ei­genständig und un­abhängig. Sei­ne Auf­ga­ben um­fass­ten die un­abhängi­ge und selbständi­ge Be­ra­tung der Un­ter­neh­mens­ein­hei­ten und der Kon­zern­ge­sell­schaf­ten. Da­ne­ben er­stel­le er Gut­ach­ten in ju­ris­ti­schen - ins­be­son­de­re so­zi­al- und ar­beits­recht­li­chen - Fra­gen und ver­tre­te die Bei­ge­la­de­ne zu 2. in die­sem Be­reich so­wohl außer­ge­richt­lich als auch vor Ar­beits- und So­zi­al­ge­rich­ten so­wie or­dent­li­chen Ge­rich­ten. Hin­sicht­lich recht­li­cher Fra­gen ha­be er ei­ne ei­ge­ne Ent­schei­dungs­kom­pe­tenz und ver­tre­te sei­ne An­sicht im Na­men der Bei­ge­la­de­nen zu 2., ins­be­son­de­re ge­genüber Auf­sichts­behörden, nach außen. Da­ne­ben ha­be er we­sent­li­chen Ein­fluss auf die Aus­ge­stal­tung von be­trieb­li­chen Re­ge­lun­gen wie Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen und Sat­zun­gen. Bei der Kon­zep­ti­on und Um­set­zung von per­so­nal­po­li­ti­schen In­stru­men­ten sei er ins­be­son­de­re im Hin­blick auf die ju­ris­ti­sche Prüfung und Be­wer­tung in ei­ge­ner Ver­ant­wor­tung be­tei­ligt. Fer­ner stel­le er recht­li­che Ände­run­gen im Be­reich des So­zi­al­rechts und de­ren Aus­wir­kun­gen auf das Un­ter­neh­men dar und präsen­tie­re Lösungs- und Um­set­zungs­vor­schläge. Darüber hin­aus ver­tre­te er die je­weils recht­lich selbständi­gen VVaG B. Pen­si­ons­kas­se und B. Ster­be­kas­se. Als Be­ra­ter neh­me er da­ne­ben bei recht­li­chen, ins­be­son­de­re da­ten­schutz­recht­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen an den Sit­zun­gen des Vor­stan­des der B. Pen­si­ons­kas­se VVaG teil. In ju­ris­tisch-fach­li­cher Hin­sicht ent­schei­de er un­abhängig und selbständig. Bei Ent­schei­dun­gen mit un­ter­neh­mens­po­li­ti­scher Be­deu­tung er­fol­ge die Be­ra­tung mit sei­nem di­rek­ten Vor­ge­setz­ten oder dem nächsthöhe­ren Vor­ge­setz­ten. Die ju­ris­tisch-fach­li­che Ent­schei­dungs­kom­pe­tenz ver­blei­be aber beim ihm. In sei­ner Ein­heit sei­en der­zeit noch sechs wei­te­re, ihm gleich ge­ord­ne­te Re­fe­ren­ten beschäftigt, von de­nen ei­ner eben­falls als Rechts­an­walt tätig sei.
Die Be­klag­te lehn­te den Be­frei­ungs­an­trag ab, weil die Befähi­gung zum Rich­ter­amt nach der Stel­len­aus­schrei­bung nicht un­ab­ding­ba­re Ein­stel­lungs­vor­aus­set­zung ge­we­sen sei und der Kläger des­halb kei­ne an­walt­li­che Tätig­keit bei der Bei­ge­la­de­nen zu 2. ausübe (Be­scheid vom 21.3.2011 und Wi­der­spruchs­be­scheid vom 6.7.2011).
Das SG Mann­heim hat den Kauf­mann K. als Zeu­gen ver­nom­men und die Be­klag­te un­ter Auf­he­bung des Be­scheids vom 21.3.2011 und des Wi­der­spruchs­be­scheids vom 6.7.2011 ver­ur­teilt, den Kläger für sei­ne Tätig­keit bei der Bei­ge­la­de­nen zu 2. in der Zeit vom 5.7.2010 bis 4.10.2011 von der Ver­si­che­rungs­pflicht zu be­frei­en (Ge­richts­be­scheid vom 30.5.2012). Auf die Be­ru­fung der Be­klag­ten hat das LSG den Ge­richts­be­scheid auf­ge­ho­ben und die Kla­ge ab­ge­wie­sen (Ur­teil vom 23.1.2013): Die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Be­frei­ung von der Ver­si­che­rungs­pflicht in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung lägen für die vom Kläger bei der Bei­ge­la­de­nen zu 2. aus­geübte Tätig­keit nicht vor. Hierfür sei er­for­der­lich, dass die Mit­glied­schaft in ei­ner be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung auf ge­nau je­ner Beschäfti­gung ("we­gen der") be­ru­he, für die ei­ne Be­frei­ung von der Ver­si­che­rungs­pflicht be­gehrt wer­de. Dies setz­te vor­aus, dass ei­ne dem Kam­mer­be­ruf ver­gleich­ba­re be­rufs­spe­zi­fi­sche Tätig­keit in abhängi­ger Beschäfti­gung aus­geübt wer­de. Die Tätig­keit ei­nes Syn­di­kus­an­walts bei ei­nem nicht an­walt­li­chen Ar­beit­ge­ber sei be­rufs­spe­zi­fisch, wenn sie dem ty­pi­schen, durch Hoch­schul­aus­bil­dung und Re­fe­ren­da­ri­at ge­prägten Be­rufs­bild und Tätig­keits­be­reich ent­spre­che, sich al­so im Kern­be­reich der an­walt­li­chen Tätig­keit be­we­ge und nicht nur des­sen Rand­be­rei­che berühre. Folg­lich sei auch die Ab­le­gung des zwei­ten ju­ris­ti­schen Staats­ex­amens er­for­der­lich, weil an­sons­ten we­der ei­ne Mit­glied­schaft in der RAK noch im Ver­sor­gungs­werk der Rechts­anwälte in Fra­ge kom­me.
Um zu be­ur­tei­len, ob die Tätig­keit be­rufs­spe­zi­fisch sei, müsse auf das An­for­de­rungs­pro­fil ab­ge­stellt wer­den, das sich aus An­stel­lungs­ver­trag und Stel­len­aus­schrei­bung er­ge­be. Dar­aus sei ab­zu­lei­ten, dass für die Beschäfti­gung des Klägers nur ein ab­ge­schlos­se­nes Stu­di­um der Rechts­wis­sen­schaf­ten mit Prädi­kats­ex­amen, Schwer­punkt Ar­beits­recht, nicht je­doch die Ab­le­gung des zwei­ten ju­ris­ti­schen Staats­ex­amens Ein­gangs­vor­aus­set­zung ge­we­sen sei. Dem­zu­fol­ge sei er auch nicht als Rechts­an­walt, wie bei ei­nem Syn­di­kus­an­walt üblich, son­dern le­dig­lich als Ju­rist ein­ge­stellt wor­den. Ob die Bei­ge­la­de­ne zu 2. gleich­wohl ei­nen Voll­ju­ris­ten zwin­gend ha­be beschäfti­gen wol­len, wie das SG auf der Grund­la­ge der Zeu­gen­aus­sa­ge an­ge­nom­men ha­be, könne da­hin­ste­hen. Denn sie ha­be je­den­falls kei­nen Rechts­an­walt ge­sucht und ein­ge­stellt, wie be­reits aus dem Um­stand fol­ge, dass der Kläger sei­ne be­ruf­li­che Tätig­keit be­reits am 1.3.2010 auf­ge­nom­men ha­be, ob­wohl er erst am 5.7.2010 als Rechts­an­walt zu­ge­las­sen wor­den sei. Da­mit kor­re­spon­die­re, dass die Bei­ge­la­de­ne zu 2. auf die­ser Stel­le auch Ju­ris­ten oh­ne An­walts­zu­las­sung wei­ter­beschäfti­ge. Ei­ne An­walts­zu­las­sung sei zwar erwünscht, aber nicht Vor­aus­set­zung für die Tätig­keit als Ju­rist ge­we­sen, die nicht da­durch zu ei­nem ty­pi­schen Kam­mer­be­ruf mit Pflicht­mit­glied­schaft wer­de, weil sie ein Rechts­an­walt ausübe. Wen­de man un­ge­ach­tet des­sen die "Vier-Kri­te­ri­en-Theo­rie" an, so sei der Kläger zwar rechts­be­ra­tend und -ver­mit­telnd, nicht je­doch rechts­ent­schei­dend und -ge­stal­tend tätig ge­we­sen. Denn er sei in die Un­ter­neh­mens­hier­ar­chie be­ste­hend aus ei­ner Ar­beits­grup­pe, Grup­pen­lei­ter und wei­te­ren Vor­ge­setz­ten ein­ge­bun­den ge­we­sen und ha­be we­der an rich­tungs­wei­sen­den in­ter­nen Ent­schei­dungs­vorgängen gleich­be­rech­tigt teil­ge­nom­men noch die von ihm er­ar­bei­te­te Po­si­ti­on nach außen na­ment­lich ver­tre­ten. Un­ter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dun­gen hätten sei­ne Vor­ge­setz­ten ge­trof­fen; als Be­rufs­anfänger ha­be sei­ne Stel­lung der ei­nes Jus­ti­zi­ars oder Re­fe­ren­ten, nicht je­doch der ei­nes Syn­di­kus­an­walts geähnelt.
Da­ge­gen hat der Kläger die vom LSG zu­ge­las­se­ne Re­vi­si­on ein­ge­legt. Er rügt die Ver­let­zung for­mel­len (§§ 103, 157 SGG) und ma­te­ri­el­len Rechts (§ 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI): Das LSG sei von der Aus­sa­ge des Zeu­gen K. , die Qua­li­fi­ka­ti­on als Voll­ju­rist sei zwin­gen­de Ein­stel­lungs­vor­aus­set­zung ge­we­sen, ver­fah­rens­feh­ler­haft ab­ge­wi­chen, weil es des­sen Zeu­gen­ver­neh­mung im Be­ru­fungs­ver­fah­ren nicht wie­der­holt und die außer­ta­rif­li­che Ent­loh­nung des Klägers nicht berück­sich­tigt ha­be. Die Zeu­gen­aus­sa­ge, wo­nach die Stel­len­aus­schrei­bung mit den Wörtern "Ju­rist" und "er­folg­reich ab­ge­schlos­se­nes Stu­di­um" un­be­dacht for­mu­liert sei, wi­sche das LSG zu Un­recht mit der durch nichts be­leg­ten Be­gründung bei­sei­te, dies sei in ei­nem Großkon­zern mit spe­zia­li­sier­ter Per­so­nal­ab­tei­lung nur schwer vor­stell­bar. So­weit das LSG die Zeu­gen­aus­sa­ge im Lich­te der Ar­beit­ge­ber­haf­tung für den Ge­samt­so­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trag (§ 28e SGB IV) würdi­ge, sei dar­auf hin­zu­wei­sen, dass der Zeu­ge K. Rent­ner und die ge­schul­de­ten So­zi­al­ver­si­che­rungs­beiträge in vol­ler Höhe ab­geführt wor­den sei­en. Ent­ge­gen der An­sicht des LSG set­ze die Be­frei­ung von der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht nicht vor­aus, dass die Zu­las­sung zur Rechts­an­walt­schaft zwin­gen­de Vor­aus­set­zung für die aus­geübte Tätig­keit sei. § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI sei ver­fas­sungs­kon­form weit aus­zu­le­gen und der Be­frei­ungs­an­spruch schon dann ge­ge­ben, wenn die je­wei­li­ge Beschäfti­gung we­der die Ver­sa­gung oder Rück­nah­me der Rechts­an­walts­zu­las­sung noch ih­ren Wi­der­ruf recht­fer­ti­ge (§ 7 Nr 8 BRAO, § 14 Abs 1 und Abs 2 Nr 8 BRAO). Je­den­falls müss­ten die "vier Kri­te­ri­en" nicht ku­mu­la­tiv erfüllt sein. So­weit das LSG in die­sem Zu­sam­men­hang for­de­re, der Syn­di­kus­an­walt müsse in wirt­schaft­li­chen, po­li­ti­schen und un­ter­neh­me­ri­schen Fra­gen ent­schei­dungs­be­fugt sein so­wie Ver­trags- und Ei­ni­gungs­ver­hand­lun­gen ei­genständig führen, stel­le es für die Merk­ma­le der Rechts­ent­schei­dung und -ge­stal­tung über­zo­ge­ne An­for­de­run­gen auf. Mit Schrift­satz vom 21.3.2014 hat der Kläger sei­ne Ausführun­gen ergänzt und ver­tieft.
das Ur­teil des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Ba­den-Würt­tem­berg vom 23. Ja­nu­ar 2013 auf­zu­he­ben und die Be­ru­fung der Be­klag­ten ge­gen den Ge­richts­be­scheid des So­zi­al­ge­richts Mann­heim vom 30. Mai 2012 zurück­zu­wei­sen.
Sie meint, das an­ge­foch­te­ne Ur­teil sei nicht zu be­an­stan­den. So­weit der Kläger man­geln­de Sach­ver­halts­er­mitt­lung und ei­ne Ver­let­zung von § 157 SGG gel­tend ma­che, rüge er im Kern die Be­weiswürdi­gung des LSG, oh­ne je­doch Verstöße ge­gen all­ge­mei­ne Er­fah­rungssätze oder Denk­ge­set­ze auf­zu­zei­gen. Da der Kläger nach den Fest­stel­lun­gen des LSG für die Ausübung sei­ner Beschäfti­gung bei der Bei­ge­la­de­nen zu 2. noch nicht ein­mal die Befähi­gung zum Rich­ter­amt benötigt ha­be, sei von vorn­her­ein aus­ge­schlos­sen, dass er we­gen die­ser Beschäfti­gung Pflicht­mit­glied der RAK und der Bei­ge­la­de­nen zu 1. ge­we­sen sei. Ob die kon­kre­te Beschäfti­gung in­halt­lich als an­walt­li­che zu be­ur­tei­len sei, rich­te sich nach der "Vier-Kri­te­ri­en-Theo­rie", die auch bei ku­mu­la­ti­ver Um­set­zung we­der den Schutz­be­reich von Art 12 GG berühre noch die all­ge­mei­ne Hand­lungs­frei­heit (Art 2 Abs 1 GG) oder gar die Ei­gen­tums­ga­ran­tie (Art 14 GG) ver­let­ze. Zu Recht ha­be das LSG ei­ne dem Be­rufs­bild des Rechts­an­walts ent­spre­chen­de Rechts­ent­schei­dungs­kom­pe­tenz des Klägers ver­neint, weil er we­der nach außen ei­ne ei­genständi­ge recht­li­che Ent­schei­dungs­kom­pe­tenz be­ses­sen noch nach in­nen ei­ne we­sent­li­che Teil­ha­be an den ent­spre­chen­den in­ner­be­trieb­li­chen Ent­schei­dungs­pro­zes­sen ge­habt ha­be. Auch das Kri­te­ri­um der Rechts­ge­stal­tung sei nicht erfüllt, weil dem Kläger beim Führen von Ver­trags- und Ei­ni­gungs­ver­hand­lun­gen die er­for­der­li­che Ei­genständig­keit ge­fehlt ha­be.
Die Bei­ge­la­de­ne zu 1., die kei­nen An­trag stellt, trägt vor, das Tat­be­stands­merk­mal "we­gen" sol­le zum Aus­druck brin­gen, dass die ins Au­ge ge­fass­te Beschäfti­gung in ei­nem sach­li­chen Zu­sam­men­hang mit ei­ner be­rufs­spe­zi­fi­schen An­waltstätig­keit ste­hen müsse, die durch Kam­mer­mit­glied­schaft der be­son­de­ren be­rufs­recht­li­chen Über­wa­chung und Qua­litäts­si­che­rung un­ter­lie­ge. Es sei da­her nach ei­ner Kri­te­ri­en­for­mel zu su­chen, mit de­ren Hil­fe zwi­schen an­walts­spe­zi­fi­scher und -un­spe­zi­fi­scher, an­walt­li­cher und nicht­an­walt­li­cher Tätig­keit un­ter­schie­den wer­den könne. Dies leis­te die sog "Vier-Kri­te­ri­en-Theo­rie", die die Frie­dens­gren­ze zwi­schen ge­setz­li­cher Ren­ten­ver­si­che­rung und be­rufsständi­scher Ver­sor­gung zie­he, sich in langjähri­ger Ver­wal­tungs­pra­xis bewährt ha­be und in­halt­lich be­schrei­be, was das Be­rufs­bild des An­walts iS der §§ 1 bis 3 BRAO aus­ma­che. Selbst die Be­klag­te wen­de die "Vier-Kri­te­ri­en-For­mel" an; sie sei we­der durch ei­ne zwi­schen­zeit­li­che Ände­rung in den tatsächli­chen Verhält­nis­sen über­holt noch sei der "Syn­di­kus­an­walt" ein neu­er Be­rufs­stand. Wen­de man die "Vier-Kri­te­ri­en-Theo­rie" an, so könn­ten die Merk­ma­le "Rechts­ge­stal­tung" und "Rechts­ent­schei­dung" vor­lie­gend nicht ver­neint wer­den. Denn Un­ter­neh­mens­ent­schei­dun­gen tref­fe im­mer nur der Un­ter­neh­mer und nicht sein An­walt. So­weit das LSG ei­ne rechts­ge­stal­ten­de Tätig­keit un­ter Hin­weis auf die "ar­beits­or­ga­ni­sa­to­ri­sche Hier­ar­chie" ver­nei­ne, in die der Kläger ein­ge­bun­den ge­we­sen sei, ver­ken­ne es, dass dies bei al­len abhängig Beschäftig­ten der Fall sei und des­halb als Dif­fe­ren­zie­rungs­kri­te­ri­um aus­schei­de.
Die Bei­ge­la­de­ne zu 2. ist im Re­vi­si­ons­ver­fah­ren nicht ver­tre­ten ge­we­sen.
Die zulässi­ge Re­vi­si­on des Klägers ist un­be­gründet. Im Er­geb­nis zu­tref­fend hat das LSG auf die Be­ru­fung der Be­klag­ten den Ge­richts­be­scheid des So­zi­al­ge­richts Mann­heim vom 30.5.2012 auf­ge­ho­ben und die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Der Kläger hat für den strei­ti­gen Zeit­raum ab dem 5.7.2010 bis zum 4.10.2011 ge­gen die Be­klag­te kein Recht auf Be­frei­ung von der Ver­si­che­rungs­pflicht in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung auf­grund sei­ner Beschäfti­gung bei der Bei­ge­la­de­nen zu 2.
1. Al­ler­dings hat der Kläger die von ihm gel­tend ge­mach­ten Ver­fah­rens­feh­ler nicht aus­rei­chend be­gründet (vgl § 164 Abs 2 SGG). Gemäß § 164 Abs 2 S 3 SGG müssen bei Ver­fah­rensrügen die Tat­sa­chen be­zeich­net wer­den, die den Man­gel er­ge­ben. Die maßgeb­li­chen Vorgänge müssen so ge­nau an­ge­ge­ben sein, dass das Re­vi­si­ons­ge­richt sie, die Rich­tig­keit des Vor­brin­gens un­ter­stellt, oh­ne wei­te­re Er­mitt­lun­gen be­ur­tei­len kann (BSG Ur­teil vom 29.8.2012 - B 10 EG 20/11 R - SozR 4-7837 § 2 Nr 18 Rd­Nr 15; Leit­he­rer in Mey­er-La­de­wig/Kel­ler/Leit­he­rer, SGG, 10. Aufl 2012, § 164 Rd­Nr 12 mwN).
a) Bei ei­ner be­haup­te­ten Ver­let­zung der Amts­er­mitt­lungs­pflicht (§ 103 SGG) ist dar­zu­le­gen, war­um sich das LSG von sei­ner Rechts­auf­fas­sung her zu wei­te­ren Er­mitt­lun­gen hätte ge­drängt fühlen müssen und ggf zu wel­chen (Leit­he­rer aaO Rd­Nr 12a). Das er­for­dert ne­ben der Be­nen­nung des nach Auf­fas­sung des Re­vi­si­onsführers un­ge­nutzt ge­blie­be­nen Be­weis­mit­tels die kon­kre­te Dar­le­gung der Rechts­auf­fas­sung des Be­ru­fungs­ge­richts, in de­ren Licht der Be­weis­ge­gen­stand recht­li­che Be­deu­tung er­langt hätte und re­gelmäßig die An­ga­be, zu wel­chem Er­geb­nis die un­ter­las­se­ne Be­weis­auf­nah­me geführt hätte. Der Kläger versäumt es be­reits dar­zu­le­gen, war­um sich das LSG im Hin­blick auf das an­geb­li­che Er­for­der­nis der "Qua­li­fi­ka­ti­on als Voll­ju­rist" zu wei­te­rer Sach­aufklärung ge­drängt fühlen muss­te, ob­wohl die Re­vi­si­ons­be­gründung selbst einräumt, dass die­se Fra­ge nach der in­so­weit al­lein maßgeb­li­chen Rechts­auf­fas­sung des Be­ru­fungs­ge­richts "im Er­geb­nis da­hin­ste­hen könne" bzw "es hier­auf oh­ne­hin nicht an­kom­me". Das­sel­be gilt, so­weit der Kläger in die­sem Zu­sam­men­hang aus­drück­lich die Ver­let­zung von § 157 SGG und der Sa­che nach ei­nen Ver­s­toß ge­gen den Grund­satz der Un­mit­tel­bar­keit der Be­weis­auf­nah­me (§ 117 iVm § 153 Abs 1 SGG) rügt, weil das LSG die Glaubwürdig­keit des Zeu­gen K. und die Glaub­haf­tig­keit sei­ner Aus­sa­ge an­ders als das SG be­wer­te, oh­ne die Zeu­gen­ver­neh­mung im Be­ru­fungs­ver­fah­ren wie­der­holt zu ha­ben. So­weit die Re­vi­si­ons­be­gründung schließlich gel­tend macht, das LSG schei­ne "im Hin­blick auf die tatsächli­che Tätig­keit des Klägers ei­ner Fehl­vor­stel­lung zu un­ter­lie­gen", be­nennt sie be­reits kein Be­weis­mit­tel, das in­so­fern un­ge­nutzt ge­blie­ben sein könn­te und die ver­meint­li­chen Fehl­vor­stel­lun­gen des Be­ru­fungs­ge­richts im Sin­ne des Kla­ge­vor­brin­gens hätte kor­ri­gie­ren können.
b) Im Kern greift die Re­vi­si­on - oh­ne § 128 Abs 1 S 1 SGG aus­drück­lich zu be­nen­nen - die "Be­weiswürdi­gung" des LSG an. Ei­ne zulässi­ge Ver­fah­rensrüge hat der Kläger auch in­so­weit nicht er­ho­ben. Das Tat­sa­chen­ge­richt ent­schei­det nach sei­ner frei­en, aus dem Ge­samt­er­geb­nis des Ver­fah­rens ge­won­ne­nen Über­zeu­gung; es ist in sei­ner Be­weiswürdi­gung frei und le­dig­lich an die Re­geln der Lo­gik und der Er­fah­rung ge­bun­den. § 128 Abs 1 S 1 SGG ist erst ver­letzt, wenn die Be­weiswürdi­gung ge­gen all­ge­mei­ne Er­fah­rungssätze oder Denk­ge­set­ze verstößt. Von ei­nem Ver­s­toß ge­gen Denk­ge­set­ze kann nur ge­spro­chen wer­den, wenn der fest­ge­stell­te Sach­ver­halt nur ei­ne Fol­ge­rung er­laubt, je­de an­de­re nicht denk­bar ist und das Ge­richt ge­ra­de die ein­zig denk­ba­re Schluss­fol­ge­rung nicht ge­zo­gen hat. Ge­gen all­ge­mei­ne Er­fah­rungssätze verstößt das Ge­richt, wenn es ei­nen be­ste­hen­den Er­fah­rungs­satz nicht berück­sich­tigt oder ei­nen tatsächlich nicht exis­tie­ren­den Er­fah­rungs­satz an­wen­det (BS­GE 94, 133 Rd­Nr 18 = SozR 4-3200 § 81 Nr 2). Das Vor­lie­gen der­ar­ti­ger Verstöße ge­gen die Grundsätze der frei­en rich­ter­li­chen Be­weiswürdi­gung muss im Ein­zel­nen von dem Be­tei­lig­ten dar­ge­legt wer­den, der sich dar­auf be­ruft. Der Kläger hat in­des mit sei­nem Re­vi­si­ons­vor­brin­gen we­der ein Denk­ge­setz noch ei­nen Er­fah­rungs­satz be­zeich­net, ge­gen den das Ge­richt ver­s­toßen ha­ben soll, noch nennt er ei­ne nicht aus­rei­chen­de Berück­sich­ti­gung des Ge­samt­er­geb­nis­ses des Ver­fah­rens (§ 128 Abs 1 S 1 SGG). Er setzt le­dig­lich sei­ne Be­weiswürdi­gung an die Stel­le der­je­ni­gen des LSG bzw hält die ei­ge­ne Be­weiswürdi­gung ge­genüber der vom LSG vor­ge­nom­me­nen für vor­zugswürdig. Dies reicht für ei­ne form­ge­rech­te Rüge der Ver­let­zung des Rechts der frei­en rich­ter­li­chen Be­weiswürdi­gung nicht aus (Se­nats­be­schluss vom 11.9.2012 - B 5 RS 4/11 R - Beck­RS 2012, 74406; BSG Ur­teil vom 7.12.2004 - B 1 KR 10/03 R - Ju­ris Rd­Nr 18; BSG SozR 4-2700 § 63 Nr 3 Rd­Nr 24). So­weit der Kläger nach Ab­lauf der Re­vi­si­ons­be­gründungs­frist am 4.4.2013 mit Schrift­satz vom 21.3.2014 ei­nen Er­fah­rungs­satz her­aus­ge­ar­bei­tet hat, konn­te die­ser nach­ge­scho­be­ne Vor­trag auf­grund des Frist­ab­laufs nicht mehr berück­sich­tigt wer­den.
3. Der Kläger war im streit­be­fan­ge­nen Zeit­raum abhängig beschäftigt, weil die kon­sti­tu­ie­ren­den Merk­ma­le des ent­spre­chen­den so­zi­al­recht­li­chen An­knüpfungs­sach­ver­halts (§ 7 Abs 1 S 1 SGB IV) nach den un­an­ge­foch­te­nen und da­mit bin­den­den tatsächli­chen Fest­stel­lun­gen des LSG (§ 163 SGG) vor­lie­gen. Hier­nach er­brach­te der Kläger
bei der Bei­ge­la­de­nen zu 2. als an­ge­stell­ter Ju­rist nicht­selbständi­ge Ar­beit in ei­nem Ar­beits­verhält­nis (§§ 611 ff BGB). Ob er auf­grund sei­ner ent­gelt­li­chen Beschäfti­gung auch (ren­ten-)ver­si­che­rungs­pflich­tig war (§ 1 S 1 Nr 1 Halbs 1 Alt 1 SGB VI), kann auf der Grund­la­ge der tatrich­ter­li­chen Fest­stel­lun­gen nicht ab­sch­ließend be­ur­teilt wer­den, weil ins­be­son­de­re Fest­stel­lun­gen des Be­ru­fungs­ge­richts zu den tatsächli­chen Vor­aus­set­zun­gen ei­ner Ver­si­che­rungs­frei­heit we­gen Ge­ringfügig­keit (§ 5 Abs 2 S 1 Nr 1 SGB VI iVm § 8 Abs 1 SGB IV) feh­len.
Des­sen un­ge­ach­tet war ei­ne Auf­he­bung des an­ge­foch­te­nen Ur­teils und ei­ne Zurück­ver­wei­sung der Sa­che zur wei­te­ren Sach­aufklärung (§ 170 Abs 2 S 2 SGG) nicht ge­bo­ten. Für das Er­geb­nis des Ver­fah­rens ist un­er­heb­lich, ob die be­gehr­te Be­frei­ung be­reits des­halb zu ver­sa­gen ist, weil der Kläger mögli­cher­wei­se nicht ver­si­che­rungs­pflich­tig war und es da­mit schon am not­wen­di­gen In­ter­es­se für die Stel­lung ei­nes zulässi­gen Be­frei­ungs­an­trags fehl­te. Die Fest­stel­lun­gen des Be­ru­fungs­ge­richts genügen je­den­falls zur ab­sch­ließen­den Ent­schei­dung über das Feh­len sons­ti­ger not­wen­di­ger Tat­be­stands­vor­aus­set­zun­gen des Be­frei­ungs­rechts.
4. Der Kläger war nach den für den Se­nat bin­den­den Fest­stel­lun­gen des Be­ru­fungs­ge­richts vom 5.7.2010 bis zum 4.10.2011 durch die RAK K. zur Rechts­an­walt­schaft zu­ge­las­sen. Noch hin­rei­chend deut­lich ist da­mit vor dem Hin­ter­grund von § 12 Abs 1, § 34 BRAO gleich­zei­tig fest­ge­stellt, dass am 5.7.2010 der ent­spre­chen­de (begüns­ti­gen­de) Ver­wal­tungs­akt (§ 35 S 1 VwVfG iVm § 32 Abs 1 S 1 BRAO), verkörpert in ei­ner von der RAK aus­ge­stell­ten Ur­kun­de, durch Aushändi­gung wirk­sam ge­wor­den ist (§ 12 Abs 1 BRAO). Gemäß § 12 Abs 3 BRAO wur­de der Kläger da­mit kraft ge­setz­li­cher Ver­pflich­tung (eo ip­so) ob­li­ga­to­ri­sches Pflicht­mit­glied der zu­las­sen­den RAK K. (§ 60 Abs 1 S 2 BRAO). Feh­ler im Zu­las­sungs­ver­fah­ren oder et­wai­ge Verstöße ge­gen be­rufs­recht­li­che Pflich­ten las­sen die­se Pflicht­mit­glied­schaft un­berührt. Der ua für die Zu­las­sung zur Rechts­an­walt­schaft als Hand­lungs­form vor­ge­schrie­be­ne Ver­wal­tungs­akt (vgl BGH - Se­nat für An­walts­sa­chen - Be­schluss vom 15.10.2012 - An­wZ (BrfG) 45/12 - NJW-RR 2013, 303, 304 Rd­Nr 7) bleibt nach den da­mit ein­schlägi­gen all­ge­mei­nen Vor­schrif­ten des je­wei­li­gen Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes (§§ 35 ff VwVfG) wirk­sam, so­lan­ge und so­weit er nicht zurück­ge­nom­men, wi­der­ru­fen, an­der­wei­tig auf­ge­ho­ben oder durch Zeit­ab­lauf oder auf an­de­re Wei­se er­le­digt ist (§ 43 Abs 2 VwVfG iVm § 32 Abs 1 S 1 BRAO). Das LSG hat fest­ge­stellt, dass der Zu­las­sungs­ver­wal­tungs­akt am 4.10.2011 wi­der­ru­fen wor­den ist. Die rechts­ge­stal­ten­den Wir­kun­gen des Zu­las­sungs­ver­wal­tungs­akts und sei­nes Wi­der­rufs sind da­mit auch von den mit der Durchführung der So­zi­al­ver­si­che­rung be­trau­ten Behörden und den Ge­rich­ten der So­zi­al­ge­richts­bar­keit in der Wei­se zu be­ach­ten, dass die dort ge­trof­fe­nen Re­ge­lun­gen auch ih­nen ge­genüber als ver­bind­lich an­zu­se­hen sind (sog Tat­be­stands­wir­kung).
5. Das LSG hat zu­dem fest­ge­stellt, dass der Kläger zu­gleich "auf­grund ei­ner durch Ge­setz an­ge­ord­ne­ten oder auf Ge­setz be­ru­hen­den Ver­pflich­tung Mit­glied ei­ner öffent­lich-recht­li­chen Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung oder Ver­sor­gungs­ein­rich­tung sei­ner Be­rufs­grup­pe (be­rufsständi­sche Ver­sor­gungs­ein­rich­tung)" ge­wor­den ist. Die Bei­ge­la­de­ne zu 1. ist als Ver­sor­gungs­werk der Rechts­anwälte in Ba­den-Würt­tem­berg ei­ne be­rufsständi­sche Ver­sor­gungs­ein­rich­tung. Mit der Zu­las­sung durch die RAK wur­de der Kläger, der da­mals das 45. Le­bens­jahr noch nicht voll­endet hat­te, auf der Grund­la­ge der ein­schlägi­gen ver­sor­gungs- und kam­mer­recht­li­chen Nor­men des nicht­re­vi­si­blen Lan­des­rechts in § 5 Abs 2 des Ge­set­zes über das Ver­sor­gungs­werk der Rechts­anwälte in Ba­den-Würt­tem­berg (Rechts­an­walts­ver­sor­gungs­ge­setz - RAVG) vom 10.12.1984 iVm § 10 Abs 1 S 1, § 5 Abs 2 der Sat­zung der Bei­ge­la­de­nen zu 1. ip­so iu­re (oh­ne Er­lass ei­nes wei­te­ren Ver­wal­tungs- oder ei­nes an­de­ren kon­sti­tu­ti­ven Rechts­akts) zeit­gleich ob­li­ga­to­ri­sches Pflicht­mit­glied der Bei­ge­la­de­nen zu 1. und zu­gleich kraft ge­setz­li­cher Ver­pflich­tung Mit­glied der RAK K ...
6. § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI gibt in­des­sen ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäftig­ten, die gleich­zei­tig ver­kam­mer­te Mit­glie­der ei­ner be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung sind, ei­nen An­spruch auf Be­frei­ung von der Ver­si­che­rungs­pflicht nur für die "Beschäfti­gung, we­gen der" sie auf Grund ei­ner durch Ge­setz an­ge­ord­ne­ten oder auf Ge­setz be­ru­hen­den Ver­pflich­tung Mit­glied ei­ner öffent­lich-recht­li­chen Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung oder Ver­sor­gungs­ein­rich­tung ih­rer Be­rufs­grup­pe (be­rufsständi­sche Ver­sor­gungs­ein­rich­tung) und zu­gleich kraft ge­setz­li­cher Ver­pflich­tung Mit­glied ei­ner be­rufsständi­schen Kam­mer sind. Die Zu­las­sung zur Rechts­an­walt­schaft er­folgt al­ler­dings we­der im Blick auf ei­ne "Beschäfti­gung" noch auf ei­nen be­stimm­ten Kreis an­walt­li­cher Betäti­gun­gen. Viel­mehr ist mit der sta­tus­be­gründen­den Zu­las­sung stets der vol­le Um­fang an­walt­li­cher Be­rufs­ausübung eröff­net, der da­mit auch zur Mit­glied­schaft in der be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung führt. Die Zu­las­sung zur Rechts­an­walt­schaft wird nämlich un­ter den tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen ins­be­son­de­re der §§ 4 ff BRAO un­abhängig von ei­ner be­stimm­ten Tätig­keit im We­sent­li­chen per­so­nen­be­zo­gen und oh­ne zusätz­li­che Be­schränkung für al­le Betäti­gun­gen er­teilt, die mit dem Be­ruf des Rechts­an­walts als un­abhängi­ges Or­gan der Rechts­pfle­ge (§ 1 BRAO) und als be­ru­fe­ner un­abhängi­ger Be­ra­ter und Ver­tre­ter in al­len Rechts­an­ge­le­gen­hei­ten (§ 3 Abs 1 BRAO) ver­bun­den sind. Im Blick hier­auf könn­ten bei ei­nem strikt Wort­laut ge­treu­en Norm­verständ­nis die tat­be­stand­li­chen Be­frei­ungs­vor­aus­set­zun­gen bei Rechts­anwälten zu­min­dest grundsätz­lich nicht erfüllt wer­den, wor­auf auch das LSG hin­weist. Die ren­ten­recht­li­che Funk­ti­on des § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI er­laubt und for­dert des­halb zwin­gend ein den Ge­ge­ben­hei­ten des an­walt­li­chen Be­rufs- und Ver­sor­gungs­rechts an­ge­pass­tes Verständ­nis des Tat­be­stands­ele­ments der­sel­ben Beschäfti­gung (" für die Beschäfti­gung, we­gen der "), wenn und so­weit es ge­ra­de in die­sem Kon­text An­wen­dung fin­det. Die­se auch in der Li­te­ra­tur erörter­ten Schwie­rig­kei­ten schließen in­des­sen die An­wend­bar­keit nicht grundsätz­lich aus. Im vor­lie­gen­den Zu­sam­men­hang kann un­ter "der­sel­ben Beschäfti­gung" iS der Norm die "von der Beschäfti­gung er­fass­te Er­werbstätig­keit" ver­stan­den wer­den.
§ 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI be­trifft die Ko­exis­tenz von je­weils auf­grund öffent­lich-recht­li­chen Zwangs an­ge­ord­ne­ten Ver­sor­gun­gen für die Fälle von ver­min­der­ter Er­werbsfähig­keit, Al­ter und Tod (sog "dop­pel­te Pflicht­mit­glied­schaft", Pross­li­ner, NZA 2013, 1384, 1389). Er überlässt es dem hier­nach ge­setz­lich Ermäch­tig­ten, es nach je­weils ei­ge­ner Wil­lens­ent­schei­dung ent­we­der durch Untätig­keit bei der Par­al­le­lität als ge­setz­lich still­schwei­gend an­ge­leg­tem Re­gel­fall zu be­las­sen oder un­ter den ge­setz­lich im Ein­zel­nen be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen durch ei­nen hier­auf ge­rich­te­ten ma­te­ri­ell-recht­li­chen An­trag (§ 6 Abs 2 SGB VI) sein Recht auf Be­frei­ung von der Ver­si­che­rungs­pflicht in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung un­ter Ver­bleib in der be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung gel­tend zu ma­chen. Mit ei­nem Ge­brauch­ma­chen von der ge­setz­lich eröff­ne­ten po­si­ti­ven Ge­stal­tungsmöglich­keit kann im Er­geb­nis ei­ne Dop­pel­be­las­tung mit Beiträgen und ei­ne mehr­fa­che Ab­si­che­rung ver­gleich­ba­rer Ri­si­ken ver­mie­den wer­den. Das Verständ­nis von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI hat sich an die­ser sys­temüberg­rei­fen­den Ko­or­di­nie­rungs­funk­ti­on zu ori­en­tie­ren und darf da­her nicht be­reits die Schnitt­men­ge bei­der Be­rei­che al­lein nach Kri­te­ri­en der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ("Beschäfti­gung") be­stim­men, die für die Zu­gehörig­keit zu den be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen grundsätz­lich oh­ne Be­deu­tung sind.
7. Der Kläger erfüllt in­des­sen auch die Vor­aus­set­zun­gen der in die­ser Wei­se mo­di­fi­ziert ver­stan­de­nen Norm nicht. Sei­ne Er­werbstätig­keit bei der Bei­ge­la­de­nen zu 2. kann dem Be­rufs­feld der Rechts­anwältin/des Rechts­an­walts von vorn­her­ein nicht zu­ge­ord­net wer­den. Denn die an­walt­li­che Be­rufs­ausübung ist in der äußeren Form der Beschäfti­gung nicht möglich. Um­ge­kehrt be­darf es man­gels Tätig­keit in ei­ner kon­kre­ten frem­den An­ge­le­gen­heit für die Er­brin­gung von Rechts­dienst­leis­tun­gen ge­genüber ei­nem Ar­beit­ge­ber kei­ner Zu­las­sung zur Rechts­an­walt­schaft (§ 2 Abs 1, § 3 des Ge­set­zes über außer­ge­richt­li­che Rechts­dienst­leis­tun­gen - RDG). Die im Rah­men der Beschäfti­gung er­brach­te Er­werbstätig­keit ist da­mit für sei­ne Mit­glied­schaft bei der Bei­ge­la­de­nen zu 1. und die hier­durch par­al­lel zur ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung be­gründe­te öffent­lich-recht­li­che Si­che­rung oh­ne Be­deu­tung, so­dass es be­reits des­halb an der Grund­vor­aus­set­zung von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI fehlt und sich ei­ne wei­ter­ge­hen­de in­halt­li­che Prüfung erübrigt. Der er­ken­nen­de Se­nat kann dies un­ge­ach­tet der Tat­be­stands­wir­kung der Zu­las­sung des Klägers zur Rechts­an­walt­schaft auf der Grund­la­ge der Fest­stel­lun­gen des Be­ru­fungs­ge­richts nach dem ein­schlägi­gen Bun­des­recht selbst ab­sch­ließend be­ur­tei­len. Ent­spre­chen­de sta­tus­be­gründen­de Ver­wal­tungs­ak­te um­fas­sen ih­rem Re­ge­lungs­ge­halt nach nicht die Zu­ord­nung ein­zel­ner Tätig­kei­ten und sind in­so­fern im kon­kre­ten Zu­sam­men­hang not­wen­dig der ei­genständi­gen Aus­le­gung und An­wen­dung bedürf­tig.
Die an­ge­grif­fe­nen Ver­wal­tungs­ak­te sind be­reits des­halb rechtmäßig und ver­let­zen den Kläger nicht in sei­nen Rech­ten. Auf das Feh­len von Fest­stel­lun­gen des LSG zu den Vor­aus­set­zun­gen von § 6 Abs 3 Nr 1 SGB VI und auf die recht­li­che Be­deu­tung der dort als Vor­aus­set­zung ei­ner Ent­schei­dung der Be­klag­ten über die Be­frei­ung ge­for­der­ten Bestäti­gung des "Vor­lie­gens der Vor­aus­set­zun­gen" kommt es un­ter die­sen Umständen vor­lie­gend nicht an (vgl hier­zu BSG vom 31.10.2012 - B 12 R 3/11 R - BS­GE 112, 108 = SozR 4-2600 § 6 Nr 9, Rd­Nr 36).
Die schein­ba­re Un­ver­ein­bar­keit von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI mit "kam­mer­recht­li­chen Nor­men" er­laubt es nicht, sei­nen Wort­laut wei­ter­ge­hend hint­an­zu­stel­len. Ei­nes sys­temüberg­rei­fen­den Verständ­nis­ses der Vor­schrift be­darf es al­lein, wenn und so­weit das Ge­setz not­wen­dig ei­nen iden­ti­schen Aus­gangs­sach­ver­halt ("die­sel­be Beschäfti­gung" im Sin­ne ei­ner po­ten­zi­ell dop­pel­re­le­van­ten Er­werbstätig­keit) er­for­dert. Kommt es da­ge­gen auf die Vor­aus­set­zun­gen der sich aus die­ser Er­werbstätig­keit er­ge­ben­den Ver­si­che­rungs­pflicht nach dem spe­zi­fi­schen Bin­nen­recht der je­wei­li­gen Si­che­rungs­form an, be­ruht die An­wend­bar­keit von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI nicht et­wa auf der Erfüllung ei­nes ein­zi­gen, son­dern auf dem ku­mu­la­ti­ven Vor­lie­gen meh­re­rer ein­schlägi­ger und ge­son­dert zu prüfen­der Tat­bestände. Aus der Sicht der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung kann da­her ua nicht dar­auf ver­zich­tet wer­den, dass die kon­kret in Fra­ge ste­hen­de Er­werbstätig­keit ge­ra­de in der äußeren Form ei­ner Beschäfti­gung (§ 7 Abs 1 S 1 SGB IV) aus­geübt wer­den kann und an­de­rer­seits gleich­zei­tig zur Mit­glied­schaft in ei­ner
be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung führt. Ei­ne le­dig­lich in­halt­li­che Über­schnei­dung der in den zu ko­or­di­nie­ren­den Sys­te­men er­fass­ten Er­werbstätig­keit genügt da­her nicht. Sie ist zwar stets not­wen­dig, doch ist sie ggf recht­lich - wie in Fällen der vor­lie­gen­den Art - nicht hin­rei­chend. An­dern­falls würde im We­ge der "Aus­le­gung" das funk­tio­nell un­ver­zicht­ba­re Er­for­der­nis der Dop­pel­re­le­vanz ei­ner Er­werbstätig­keit auf­ge­ge­ben und da­mit der tat­be­stand­li­che An­wen­dungs­be­reich von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI über­haupt ver­las­sen. Prüfungs­tech­nisch erübrigt sich je­des Ein­ge­hen auf in­halt­li­che As­pek­te ei­ner in Fra­ge ste­hen­den Er­werbstätig­keit, wenn be­reits auf­grund ih­rer äußeren Form aus­schei­det, dass sie mehr­fach Ver­si­che­rungs­pflicht be­gründen könn­te.
Der Se­nat legt - an­ders als das LSG - sei­ner Be­ur­tei­lung der so­zi­al­recht­li­chen (Vor-)Fra­ge, ob ei­ne Er­werbstätig­keit dem Be­reich an­walt­li­cher Be­rufstätig­keit zu­ge­ord­net wer­den kann, ob­wohl sie im Rah­men ei­ner Beschäfti­gung ei­nem nicht­an­walt­li­chen Ar­beit­ge­ber ge­schul­det ist, die ständi­ge übe­rein­stim­men­de Recht­spre­chung des für das Be­rufs­recht der Rechts­anwälte zuständi­gen BGH, des BVerfG und des EuGH zu­grun­de. Er sieht auch nach ei­ge­ner Prüfung kei­nen Rechts­grund, hier­von ab­zu­wei­chen, was grundsätz­lich oh­ne­hin erst nach Vor­la­ge an den EuGH (Art 267 des Ver­tra­ges über die Ar­beits­wei­se der Eu­ropäischen Uni­on - AEUV), das BVerfG (Art 100 Abs 1 GG) und/oder durch Vor­la­ge an den Ge­mein­sa­men Se­nat der obers­ten Ge­richtshöfe des Bun­des (§ 11 des Ge­set­zes zur Wah­rung der Ein­heit­lich­keit der Recht­spre­chung der obers­ten Ge­richtshöfe des Bun­des - RsprEinhG) möglich ge­we­sen wäre. Es fällt auf, dass sich die Re­vi­si­on des an­walt­lich ver­tre­te­nen und ehe­mals zur Rechts­an­walt­schaft zu­ge­las­se­nen Klägers mit die­sem über­kom­me­nen und ge­fes­tig­ten Be­stand des an­walt­li­chen Be­rufs­rechts al­len­falls am Ran­de be­fasst. Dies gilt ins­be­son­de­re hin­sicht­lich der Recht­spre­chung des BGH, des­sen Se­nat für An­walts­sa­chen ne­ben dem Präsi­den­ten des BGH so­wie zwei Mit­glie­dern des BGH ge­ra­de aus Gründen der be­rufs­spe­zi­fi­schen Sach­kun­de mit zwei Rechts­anwälten als Bei­sit­zern be­setzt ist (§ 106 Abs 2 S 1 BRAO).
Un­ge­ach­tet des Feh­lens ei­ner aus­drück­li­chen ge­setz­li­chen Um­schrei­bung ist zunächst der recht­li­che Sprach­ge­brauch in der ständi­gen Recht­spre­chung ins­be­son­de­re des Se­nats für An­walts­sa­chen des BGH, dem sich der er­ken­nen­de Se­nat auch in­so­fern an­sch­ließt, geklärt. Hier­nach ist un­ter ei­nem "Syn­di­kus" der­je­ni­ge zu ver­ste­hen, der als ständi­ger Rechts­be­ra­ter in ei­nem fes­ten Dienst- oder An­stel­lungs­verhält­nis bei ei­nem be­stimm­ten Ar­beit­ge­ber steht. Der "Syn­di­kus­an­walt" ist gleich­zei­tig als Rechts­an­walt zu­ge­las­sen (vgl ex­em­pla­risch BGH Ur­teil vom 25.2.1999 - IX ZR 384/97 - BGHZ 141, 69, 71 mit Hin­weis auf BT-Drucks III/120 S 77 und Be­schluss vom 7.2.2011 - An­wZ (B) 20/10 - NJW 2011, 1517, 1518 Rd­Nr 6).
"Der Syn­di­kus­an­walt hat ei­ne Dop­pel­stel­lung in­ne: Er ist ei­ner­seits An­ge­stell­ter und an­de­rer­seits Rechts­an­walt. So­weit es um das An­stel­lungs­verhält­nis geht, kann er al­ler­dings sei­ne Ei­gen­schaft als Rechts­an­walt nicht ab­strei­fen, aber die­se Ei­gen­schaft ändert nichts dar­an, daß das Ar­beits­verhält­nis von dem Prin­zip der Über- und Un­ter­ord­nung be­herrscht wird. Die Bun­des­rechts­an­walts­ord­nung ver­moch­te nicht in be­ste­hen­de Ar­beits­verträge ein­zu­grei­fen und schreibt auch für nach ih­rem Er­laß ab­ge­schlos­se­ne Verträge kei­nen neu­en Ar­beits­ver­trags­ty­pus vor, der den Syn­di­kus­an­walt und sei­nen Dienst­herrn et­wa gleich­ge­ord­net stellt. Wenn man, wie das die Bun­des­rechts­an­walts­ord­nung ge­tan hat, die In­sti­tu­ti­on des Syn­di­kus­an­walts be­jaht, muß man auch dem ge­recht wer­den, daß der Syn­di­kus­an­walt zwei Ar­beits­be­rei­che hat, nämlich ei­nen ar­beits­ver­trag­lich ge­bun­de­nen und ei­nen als frei­er An­walt. Die Amt­li­che Be­gründung (zu § 59 S. 77) sagt ganz mit Recht: ‘Der Syn­di­kus­an­walt ent­spricht bei sei­ner Tätig­keit als Syn­di­kus für sei­nen Dienst­herrn nicht dem all­ge­mei­nen an­walt­li­chen Be­rufs­bild, wie es in der Vor­stel­lung der All­ge­mein­heit be­steht. In das Be­rufs­bild des An­walts, das sich von ihm als ei­nem un­abhängi­gen Or­gan der Rechts­pfle­ge ge­formt hat, läßt sich nur die Tätig­keit einfügen, die der Syn­di­kus als An­walt außer­halb sei­nes Dienst­verhält­nis­ses ausübt. Da­ge­gen sind bei der Tätig­keit, die er als Syn­di­kus für sei­nen Dienst­herrn leis­tet, die ty­pi­schen We­sens­merk­ma­le der frei­en Be­rufs­ausübung, die das Bild des An­walts be­stim­men, nicht ge­ge­ben´."
Hier­an wird im Rah­men ei­ner kon­ti­nu­ier­li­chen Ver­wei­sungs­ket­te bis heu­te fest­ge­hal­ten (vgl ex­em­pla­risch BGH Be­schluss vom 25.4.1988 - An­wZ (B) 2/88 - BRAK-Mitt 1988, 271 f; Ur­teil vom 25.2.1999 - IX ZR 384/97 - BGHZ 141, 69, 71; Be­schluss vom 13.3.2000 - An­wZ (B) 25/99 - NJW 2000, 1645; Be­schluss vom 18.6.2001 - An­wZ (B) 41/00 - NJW 2001, 3130; Be­schluss vom 4.11.2009 - An­wZ (B) 16/09 \226 NJW 2010, 377, 379 Rd­Nr 17, in­so­fern in BGHZ 183, 73 ff nicht ab­ge­druckt; Be­schluss vom 7.2.2011 - An­wZ (B) 20/10 - NJW 2011, 1517, 1518 Rd­Nr 6; eben­so BAG Be­schluss vom 19.3.1996 - 2 AZB 36/95 - BA­GE 82, 239, 241). Im ge­nann­ten Be­schluss vom 7.2.2011 for­mu­liert der BGH - un­ter aus­drück­li­cher Er­wei­te­rung die­ser Recht­spre­chung auf das Be­rufs­bild des eu­ropäischen Rechts­an­walts (§ 2 Abs 1 Eu­RAG) - ak­tu­ell wie folgt:
"Nach ge­fes­tig­ter Recht­spre­chung zu dem Tätig­keits­bild des Rechts­an­walts nach der Bun­des­rechts­an­walts­ord­nung wird der­je­ni­ge, der als ständi­ger Rechts­be­ra­ter in ei­nem fes­ten Dienst- oder An­stel­lungs­verhält­nis zu ei­nem
be­stimm­ten Ar­beit­ge­ber steht (Syn­di­kus), in die­ser Ei­gen­schaft nicht als Rechts­an­walt tätig (BVerfGE 87, 287; BGH, Be­schluss vom 18. Ju­ni 2001 - An­wZ (B) 41/00, NJW 2001, 3130; Be­schluss vom 4. No­vem­ber 2009 - An­wZ (B) 16/09, NJW 2010, 377 Rn. 17). Die mit dem Dienst- oder An­stel­lungs­verhält­nis ver­bun­de­nen Bin­dun­gen und Abhängig­kei­ten ste­hen nicht im Ein­klang mit dem in §§ 1 bis 3 BRAO nor­mier­ten Be­rufs­bild des Rechts­an­walts als frei­em und un­abhängi­gem Be­ra­ter und Ver­tre­ter al­ler Recht­su­chen­den. "
"Bei der Prüfung im Ein­zel­fall wird der Maßstab an­zu­le­gen sein, der sich aus dem all­ge­mei­nen Be­rufs­bild des Rechts­an­walts er­gibt. Der Rechts­an­walt muß als sol­cher in der Be­ra­tung und Ver­tre­tung un­abhängig und ob­jek­tiv sein. Will der Be­wer­ber z.B. ei­ne Tätig­keit bei­be­hal­ten, die sei­ne gan­ze Ar­beits­kraft in An­spruch nimmt und in der er streng an frem­de Wei­sun­gen ge­bun­den ist, so bleibt für ei­ne Ausübung des Be­ru­fes als An­walt, an den sich je­der Recht­su­chen­de wen­den könn­te, kein Raum mehr. Die Be­rufs­be­zeich­nung Rechts­an­walt würde in ei­nem sol­chem Fall zu ei­nem in­halts­lee­ren Ti­tel wer­den. - Un­ter ähn­li­chen Ge­sichts­punk­ten las­sen sich die Gren­zen für den so­gen. Syn­di­kus­an­walt be­stim­men, der in ei­nem Dienst- oder An­stel­lungs­verhält­nis zu ei­nem be­stimm­ten Ar­beit­ge­ber steht. Zwar wird ein Be­wer­ber, der Syn­di­kus und Rechts­an­walt zu­gleich sein will, in sei­ner Ei­gen­schaft als S y n d i k u s ei­ne ju­ris­ti­sche Tätig­keit ausüben, wenn er sei­nem Ar­beit­ge­ber in Rechts­an­ge­le­gen­hei­ten Rat und Bei­stand gewährt; die­se Tätig­keit kann, rein fach­lich be­trach­tet, der be­ra­ten­den Tätig­keit ei­nes Rechts­an­walts durch­aus ent­spre­chen; sei­ne Stel­lung als Syn­di­kus mag auch so be­deu­tend sein, daß er sei­nem Ar­beit­ge­ber ge­genüber selbständig und ei­gen­ver­ant­wort­lich zu han­deln ver­mag. Je­doch würde ei­ne aus­sch­ließli­che Tätig­keit für ein Un­ter­neh­men nicht dem Bild ent­spre­chen, das bei dem Be­ruf des Rechts­an­walts, von der All­ge­mein­heit der Recht­su­chen­den her ge­se­hen, in sei­ner Stel­lung in­ner­halb der Rechts­pfle­ge ge­ge­ben sein muß. Das Be­rufs­bild des Rechts­an­walts kann nur dann vor­han­den sein, wenn der Syn­di­kus recht­lich und tatsächlich in der La­ge ist, ne­ben sei­ner Tätig­keit in dem Un­ter­neh­men Recht­su­chen­de als frei­er An­walt zu be­ra­ten und zu ver­tre­ten. Sind die­se Vor­aus­set­zun­gen nicht ge­ge­ben, so wäre ei­nem Be­wer­ber die Zu­las­sung zur Rechts­an­walt­schaft zu ver­sa­gen. "
Da­mit ist ins­be­son­de­re geklärt, dass un­ge­ach­tet im Ein­zel­fall ar­beits­recht­lich eröff­ne­ter Möglich­kei­ten, auch ge­genüber dem Ar­beit­ge­ber sach­lich selbständig und ei­gen­ver­ant­wort­lich zu han­deln, al­lein die Ein­glie­de­rung in die von die­sem vor­ge­ge­be­ne Ar­beits­or­ga­ni­sa­ti­on mit dem Be­rufs­bild des Rechts­an­walts un­ver­ein­bar ist. Das für die Zu­las­sung un­ver­zicht­ba­re Be­rufs­bild des Rechts­an­walts kann sich da­mit nur dar­aus er­ge­ben, dass der Syn­di­kus recht­lich und tatsächlich in der La­ge ist, ne­ben (!) sei­ner Tätig­keit im Un­ter­neh­men Recht­su­chen­de als frei­er An­walt zu be­ra­ten und zu ver­tre­ten. Der Syn­di­kus­an­walt ist Rechts­an­walt, nicht weil er Syn­di­kus ist, son­dern weil er sich auf­grund ei­ner nur des­halb zu er­tei­len­den Zu­las­sung un­abhängig hier­von und da­ne­ben ge­son­dert als Rechts­an­walt betätigt. Bei­de Tätig­kei­ten sind grundsätz­lich ge­trennt zu be­trach­ten (vgl BGH Be­schluss vom 22.3.1999 - Pa­t­An­wZ 10/98 - EBE/BGH 1999, 150 f, zum Er­for­der­nis ei­ner min­des­tens halbjähri­gen Tätig­keit "bei ei­nem Pa­tent­an­walt", das nur dann erfüllt ist, wenn der An­trag­stel­ler auf dem Ge­biet ei­nes Pa­tent­an­walts tätig ge­wor­den ist und nicht le­dig­lich im Rah­men ei­nes "Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses in ei­nem Un­ter­neh­men" bei ei­nem dort eben­falls an­ge­stell­ten Syn­di­kus­an­walt). So­weit der BGH hin­sicht­lich der Vor­aus­set­zun­gen für den Er­werb von Fach­an­walts­be­zeich­nun­gen in be­grenz­tem Um­fang Aus­nah­men zulässt (vgl BGH Be­schluss vom 4.11.2009 - An­wZ (B) 16/09 - NJW 2010, 377, 379 Rd­Nr 17 mwN in­so­fern in BGHZ 183, 73 nicht ab­ge­druckt; vgl zur Ver­fas­sungsmäßig­keit des Vor­ge­hens der Fach­ge­rich­te, wenn sie Nach­wei­se des Be­wer­bers über die in sei­ner Ei­gen­schaft als Syn­di­kus­an­walt be­treu­ten Fälle als nicht aus­rei­chend be­wer­ten, BVerfG Be­schluss vom 20.3.2007 - 1 BvR 142/07 - NJW 2007, 1945), ist dies für den vor­lie­gen­den Zu­sam­men­hang er­kenn­bar oh­ne Be­deu­tung; im Übri­gen sieht der BGH hier­durch sei­ne sons­ti­ge Recht­spre­chung aus­drück­lich als nicht be­trof­fen an.
" Nicht auf­ge­grif­fen hat der Aus­schuß den in der Anhörung am 1. De­zem­ber 1993 von Ver­tre­tern der Syn­di­kus­anwälte im Deut­schen An­walt­ver­ein vor­ge­brach­ten Vor­schlag, durch ei­ne Ände­rung des § 46 BRAO dem Syn­di­kus­an­walt ein­zuräum­en, daß er auch im An­ge­stell­ten­verhält­nis als An­walt tätig wird.
Ei­ne sol­che Ände­rung hätte zur Fol­ge ge­habt, daß der Syn­di­kus­an­walt, der jetzt im Ne­ben­be­ruf Rechts­an­walt ist und
im Haupt­be­ruf als An­ge­stell­ter sei­nen Ar­beit­ge­ber in recht­li­chen An­ge­le­gen­hei­ten berät, auch in sei­ner Ei­gen­schaft als recht­li­cher Be­ra­ter sei­nes Ar­beit­ge­bers Rechts­an­walt mit al­len Rech­ten und Pflich­ten ist. Der Aus­schuß ist in sei­nen Be­ra­tun­gen zu dem Er­geb­nis ge­kom­men, daß das in den §§ 1 bis 3 BRAO nor­mier­te Be­rufs­bild des Rechts­an­walts, wie es sich auch in der All­ge­mein­heit von ihm als un­abhängi­gem Or­gan der Rechts­pfle­ge ge­bil­det hat, mit der Tätig­keit un­ver­ein­bar ist, wenn der Syn­di­kus im Rah­men sei­nes Dienst­verhält­nis­ses als An­walt auf­tritt. Bei der Tätig­keit, die der Syn­di­kus für sei­nen Dienst­herrn leis­tet, sind dann, wenn der Syn­di­kus persönlich mit der Ma­te­rie des Ein­zel­falls be­faßt ge­we­sen ist, die durch das Ge­setz der frei­en
Ad­vo­ka­tur ge­kenn­zeich­ne­ten ty­pi­schen We­sens­merk­ma­le der frei­en Be­rufs­ausübung, die das Bild des Rechts­an­walts be­stim­men, nicht ge­ge­ben. Sei­ne freie und un­re­gle­men­tier­te Selbst­be­stim­mung wäre im Rah­men sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses, in dem er grundsätz­lich dem Prin­zip der Über- und Un­ter­ord­nung un­ter­liegt, nicht gewähr­leis­tet. Die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 4. No­vem­ber 1992 zum an­walt­li­chen Zweit­be­ruf (1 BvR 79/85 u. a.) spricht zwar ei­ner­seits für ei­ne weit­ge­hen­de Öff­nung zum Zweit­be­ruf, wenn durch Be­rufs­ausübungs­re­ge­lun­gen die Ge­fahr von In­ter­es­sen­kol­li­sio­nen ver­mie­den wird. Das Ge­richt hat in die­sem Zu­sam­men­hang aber auch er­neut die Ge­mein­schaftsgüter der Stel­lung des Rechts­an­walts als un­abhängi­ges Rechts­pfle­ge­or­gan und der Funk­ti­onsfähig­keit der Rechts­pfle­ge an­er­kannt. Bei­des steht nach der ein­hel­li­gen Auf­fas­sung des Aus­schus­ses ei­ner Ände­rung des § 46 BRAO in dem gewünsch­ten Sinn ent­ge­gen."
8. Die ge­gen die­ses Er­geb­nis vor­ge­brach­ten Einwände grei­fen nicht durch.
a) Un­ge­ach­tet mögli­cher in­halt­li­cher Übe­rein­stim­mun­gen kommt für das De­ckungs­verhält­nis der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung nicht in Be­tracht, abhängi­ge Beschäfti­gung und ei­ne da­ne­ben aus­geübte selbständi­ge Tätig­keit als Rechts­an­walt iS ei­ner ein­heit­li­chen Be­trach­tung "zu­sam­men­zu­zie­hen". Die iso­lier­te Fra­ge­stel­lung, ob ei­ne an­walt­li­che Tätig­keit in Ge­stalt ei­ner abhängi­gen Beschäfti­gung aus­geübt wer­den kann und da­mit grundsätz­lich ei­ne Be­frei­ungsmöglich­keit eröff­net ist, würde da­mit ge­ra­de ver­las­sen. Die bei­den (ein­zi­gen) For­men der Ausübung ei­ner Er­werbstätig­keit, die selbständi­ge Tätig­keit und die abhängi­ge Beschäfti­gung, schließen sich im Übri­gen wech­sel­sei­tig aus. Wo - wie vor­lie­gend - die Be­frei­ung von der Ver­si­che­rungs­pflicht auf­grund ei­ner abhängi­gen Beschäfti­gung in Fra­ge steht, können Ge­sichts­punk­te der selbständi­gen Er­werbstätig­keit kei­ne Rol­le spie­len. Es ent­spricht da­her ständi­ger Recht­spre­chung des BSG im Ren­ten­ver­si­che­rungs­recht, dass, wenn ne­ben­ein­an­der ver­schie­de­ne ren­ten­ver­si­che­rungs­recht­lich be­deut­sa­me Sach­ver­hal­te vor­lie­gen, das Be­ste­hen von Ver­si­che­rungs­pflicht (oder Ver­si­che­rungs­frei­heit bzw Ver­si­che­rungs­be­frei­ung) hin­sicht­lich des ei­nen Sach­ver­halts grundsätz­lich kei­ne Wir­kung für den an­de­ren Sach­ver­halt hat, je­der Sach­ver­halt mit­hin, wenn ge­setz­lich nichts an­de­res be­stimmt ist, selbständig zu be­ur­tei­len ist und es des­halb zulässi­ger­wei­se zu Mehr­fach­ver­si­che­run­gen und mehr­fa­cher Bei­trags­pflicht kom­men kann (vgl BSG Ur­tei­le vom 4.11.2009 - B 12 R 7/08 R - SozR 4-2600 § 2 Nr 13 Rd­Nr 19 mit Hin­weis auf die Rechts­la­ge be­reits vor In­kraft­tre­ten des SGB VI, vom 13.9.1979 - 12 RK 26/77 - BS­GE 49, 38, 39 f = SozR 2200 § 1227 Nr 29 S 67, 68 f, mwN und vom 2.6.1982 - 12 RK 66/80 - SozR 5800 § 2 Nr 3; s auch - hier­an an­knüpfend - die Be­gründung zum Ent­wurf ei­nes Ren­ten­re­form­ge­set­zes 1992, BT-Drucks 11/4124 S 148).
Die tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI können auch nicht da­durch um­gan­gen wer­den, dass ein in­ne­rer (sach­li­cher) Zu­sam­men­hang der be­haup­te­ten Art "theo­rie-"gestützt be­gründet wird. Was für den in­ne­ren Zu­sam­men­hang als sol­chen gilt, be­trifft not­wen­dig auch al­le zum Be­leg sei­nes Vor­lie­gens be­nann­ten Ein­zel­kri­te­ri­en und "Kri­te­ri­en­for­meln", da­mit auch die sog Vier-Kri­te­ri­en-Theo­rie ("rechts­be­ra­tend, rechts­ver­mit­telnd, rechts­ent­schei­dend, rechts­ge­stal­tend") und je­des ih­rer Ele­men­te. Erst recht fehlt es an je­der Rechts­grund­la­ge, die "Vier-Kri­te­ri­en-Theo­rie" an Stel­le des ge­setz­li­chen Tat­be­stands der Rechts­an­wen­dung zu­grun­de zu le­gen und da­mit die Rechts­fol­ge des § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI mit der vor­lie­gend in Fra­ge ste­hen­den Fall­grup­pe zu ver­bin­den, für die sie der hier­zu ein­zig be­ru­fe­ne Ge­setz­ge­ber ge­ra­de nicht vor­ge­se­hen hat. Un­ter­schied­li­che Ab­si­che­run­gen in un­ter­schied­li­chen Sys­te­men sind Kon­se­quenz des Um­stan­des, dass syn­chron und di­a­chron ei­ne Viel­zahl von Er­werbstätig­kei­ten be­trie­ben wer­den kann, und de­ren hier­an an­knüpfen­de Ab­si­che­rung nicht ih­rer­seits im Sin­ne ei­nes ein­heit­li­chen Ge­samt­kon­zepts durch zwin­gen­des Recht ko­or­di­niert ist. Es gibt des­halb auch kei­nen Rechts­satz des In­halts, dass stets nur die Zu­gehörig­keit zu ei­nem ein­zi­gen Si­che­rungs­sys­tem in Be­tracht kom­men könn­te oder es un­ge­ach­tet ei­ner Ände­rung der hierfür recht­lich maßgeb­li­chen Umstände stets bei der ein­mal be­gründe­ten Zuständig­keit ei­nes Sys­tems zu ver­blei­ben ha­be. Nur
so­weit der Ge­setz­ge­ber hierfür im Ein­zel­fall An­lass ge­se­hen hat und im An­wen­dungs­be­reich der je­wei­li­gen Ko­or­di­nie­rungs­re­ge­lung, kann hier­von aus­nahms­wei­se ab­ge­se­hen wer­den. Auch in­so­fern be­darf es schließlich kei­nes nähe­ren Ein­ge­hens auf den Theo­rie-Cha­rak­ter der "Vier-Kri­te­ri­en-Theo­rie" im Sin­ne der Wis­sen­schafts­theo­rie bzw ei­ner wis­sen­schaft­lich be­trie­be­nen Ju­ris­pru­denz.
c) Die ge­setz­lich ge­for­der­te po­si­ti­ve Fest­stel­lung, dass die­sel­be Er­werbstätig­keit, die die Mit­glied­schaft in der be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung be­gründet hat, we­gen ih­rer Ausübung in der Form der Beschäfti­gung zu­gleich Ver­si­che­rungs­pflicht in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung be­gründet, kann nicht durch die­je­ni­ge er­setzt wer­den, dass die in der Form der Beschäfti­gung aus­geübte Er­werbstätig­keit der Zu­las­sung zur Rechts­an­walt­schaft nicht ursprüng­lich oder nachträglich ent­ge­gen­steht. Zwar stellt sich aus der Sicht der al­lein auf ei­ner ar­beits­recht­li­chen Ne­bentätig­keit gründen­den Zu­las­sung zur Rechts­an­walt­schaft um­ge­kehrt die Fra­ge, ob ei­ne da­ne­ben aus­geübte Tätig­keit mit dem An­walts­be­ruf ver­ein­bar ist und da­her ih­rer Er­tei­lung nicht ent­ge­gen­steht (§ 7 Nr 8 BRAO) bzw ih­ren Wi­der­ruf nicht for­dert (§ 14 Abs 2 Nr 8 BRAO). In­des­sen ist die hier­zu vor­lie­gend um­fang­rei­che - und seit dem Be­schluss des BVerfG vom 4.11.1992 (1 BvR 79/85 ua - BVerfGE 87, 287) im Sin­ne der Li­be­ra­li­sie­rung nach­hal­tig geänder­te - Recht­spre­chung so­weit er­sicht­lich zu kei­nem Zeit­punkt - selbst­wi­dersprüchlich - auf den Ge­dan­ken ge­kom­men, dass ei­ne Un­ver­ein­bar­keit schon des­halb nicht vor­lie­gen könn­te, weil es sich bei der im Rah­men ei­ner Beschäfti­gung aus­geübten Tätig­keit um ei­nen ge­nui­nen Teil des an­walt­li­chen Be­rufs­bil­des han­deln könn­te. Die oft zi­tier­te Beschäfti­gung als Ta­xi-Fah­rer steht der an­walt­li­chen Be­rufs­ausübung nicht ent­ge­gen, gehört ihr aber evi­dent nicht zu. Das­sel­be gilt ins­be­son­de­re für den In­halt sol­cher Beschäfti­gun­gen, die Rechts­be­ra­tung ge­genüber drit­ten Per­so­nen (vgl BGH Be­schlüsse vom 3.3.1986 - An­wZ (B) 1/86 - BGHZ 97, 204, 206 und vom 19.6.1995 - An­wZ (B) 4/95 - NJW-RR 1995, 1083, 1084 und die Nach­wei­se bei BGH Be­schluss vom 27.5.1991 - An­wZ (B) 4/91 - NJW 1991, 2289) oder die ju­ris­ti­sche Sach­be­ar­bei­tung bei ei­ner Rechts­schutz­ver­si­che­rung (BGH Be­schluss vom 21.11.1994 - An­wZ (B) 44/94 - NJW 1995, 1031) zum In­halt ha­ben. Die Ver­ein­bar­keit von An­walts­be­ruf und da­ne­ben aus­geübter Tätig­keit ist da­mit zwar not­wen­dig, weil an­dern­falls ei­ne Zu­las­sung zur An­walt­schaft nicht er­fol­gen könn­te, zur Be­gründung der für die An­wen­dung von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI not­wen­dig er­for­der­li­chen Dop­pel­re­le­vanz aber nicht hin­rei­chend. Auch al­le sonst von § 7 Nr 8, § 14 Abs 1, Abs 2 Nr 8 BRAO er­fass­ten Tätig­kei­ten sind ge­ra­de sol­che außer­halb des an­walt­li­chen Be­rufs­felds in ei­nem Zweit­be­ruf (vgl ex­em­pla­risch BGH vom 19.6.1995 - An­wZ (B) 4/95 - NJW-RR 1995, 1083, 1084).
d) Hin­wei­se für ei­ne feh­len­de An­wend­bar­keit von § 46 BRAO auf Fälle der vor­lie­gen­den Art feh­len vollständig. Die Vor­schrift gehört zu den Be­rufs­ausübungs­re­ge­lun­gen, die als ge­genüber Be­rufs­zu­gangs­re­ge­lun­gen (Art 12 Abs 1 GG) der vor­ste­hend erörter­ten Art we­ni­ger schwer wie­gen­der Ein­griff das Verhält­nis der durch Zu­las­sung eröff­ne­ten an­walt­li­chen Be­rufstätig­keit zu ei­ner da­ne­ben aus­geübten Beschäfti­gung be­tref­fen. In­so­fern be­gründet § 46 BRAO be­son­de­re Be­rufs­pflich­ten der Syn­di­kus­anwälte und bestätigt im Rück­schluss gleich­zei­tig, dass die Ausübung ei­ner abhängi­gen Beschäfti­gung der Rechts­stel­lung ei­nes un­abhängi­gen Or­gans der Rechts­pfle­ge selbst dann nicht von vorn­her­ein ent­ge­gen­steht, wenn sie an­walt­li­chen Stan­des­pflich­ten nicht un­ter­wor­fen und die Ar­beits­zeit und Ar­beits­kraft über­wie­gend in An­spruch nimmt (vgl BVerfG Be­schluss vom 4.11.1992 - 1 BvR 79/85 ua - BVerfGE 87, 287, 297; zur feh­len­den An­wend­bar­keit von § 46 BRAO bei ei­nem an­ge­stell­ten Rechts­an­walt, der un­abhängig und wei­sungs­frei Man­da­te be­ar­bei­tet, die sein Ar­beit­ge­ber oder Dienst­herr über­nom­men hat s im Übri­gen BGH Be­schluss vom 6.3.2006 - An­wZ (B) 37/05 - BGHZ 166, 299 und BGH Be­schluss vom 4.11.2009 - An­wZ (B) 16/09 - NJW 2010, 377, 379 Rd­Nr 17 in­so­fern in BGHZ 183, 73 nicht ab­ge­druckt). Auch in­so­fern geht es je­doch stets um die Ab­gren­zung ver­schie­de­ner rechts­be­ra­ten­der und -be­sor­gen­der Tätig­kei­ten (vgl BGH Be­schluss vom 19.6.1995 - An­wZ (B) 4/95 - NJW-RR 1995, 1083, 1084) und ins­be­son­de­re um die Un­ter­schei­dung zwi­schen dem wei­sungs­frei­en, un­abhängi­gen Rechts­an­walt und dem Syn­di­kus­an­walt, der im Rah­men ei­nes ständi­gen Dienst- oder ähn­li­chen Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses sei­ne Ar­beits­zeit und Ar­beits­kraft zur Verfügung stel­len muss (BGH Ur­teil vom 25.2.1999 - IX ZR 384/97 - BGHZ 141, 69; BGH Be­schlüsse vom 18.6.2001 - An­wZ (B) 41/00 - NJW 2001, 3130 und vom 7.2.2011 - An­wZ (B) 20/10 - NJW 2011, 1517, 1520 Rd­Nr 27; An­walts­ge­richts­hof Ham­burg Be­schluss vom 3.9.2002 - II ZU 11/01 - BRAK-Mitt 2002, 283).
e) Der mit der ver­brei­te­ten Be­zeich­nung "Dop­pel­be­rufs­theo­rie" be­zeich­ne­te recht­li­che Um­stand gibt un­ter die­sen Umständen der Sa­che nach die von BGH, BAG, BVerfG und EuGH übe­rein­stim­mend ge­ge­be­ne und fort­lau­fend bestätig­te ne­ga­ti­ve Ant­wort auf die Rechts­fra­ge wie­der, ob der Syn­di­kus­an­walt auch in sei­ner abhängi­gen Beschäfti­gung als Rechts­an­walt an­zu­se­hen ist. So­weit mit der Wort­wahl ei­ne ge­rin­ge­re Ver­bind­lich­keit im Sin­ne ei­ner in­ter­pre­ta­ti­ven "Klein­theo­rie" (vgl zur Klas­si­fi­ka­ti­on in An­leh­nung an Ralf Drei­er Röhl/Röhl, All­ge­mei­ne Rechts­leh­re, 3. Aufl, Köln/München 2008, S 163, 165) be­haup­tet wer­den soll, steht dem "die fun­da­men­ta­le ob­jek­ti­ve Be­deu­tung der seit ei­nem Jahr­hun­dert durch­ge­setz­ten frei­en Ad­vo­ka­tur" (BVerfG Be­schluss vom 8.3.1983 - 1 BvR 1078/80 - BVerfGE 63, 266, 282) und das Ge­wicht ei­ner über Jahr­zehn­te fort­geführ­ten ein­hel­li­gen Auf­fas­sung der Recht­spre­chung und von de­ren Bin­dungs­wir­kung ent­ge­gen, die ein form­lo­ses Ab­wei­chen zu­guns­ten ei­nes an­de­ren ge­dank­li­chen Kon­strukts zu­min­dest nicht oh­ne Wei­te­res er­lau­ben. We­der wird mit ei­nem der­ar­ti­gen Verständ­nis der BRAO ein "ein­heit­li­cher Be­ruf künst­lich auf­ge­spal­ten" noch exis­tie­ren nach­voll­zieh­ba­re Hin­wei­se auf ei­ne "Auf­wei­chung" oder "Auf­he­bung" des mit der Be­zeich­nung "Dop­pel­be­rufs- oder Zweit­be­rufs­theo­rie" be­nann­ten recht­li­chen Sach­ver­halts.
f) § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI ist als ab­sch­ließen­de Aus­nah­me­re­ge­lung ei­ner wei­ten, er­wei­tern­den oder ana­lo­gen An­wen­dung we­der bedürf­tig noch fähig. Der Kläger gehört als abhängig Beschäftig­ter iS von § 7 Abs 1 S 1 SGB IV zum Kern­be­reich der ty­pi­siert Schutz­bedürf­ti­gen und des­halb grundsätz­lich in al­len Zwei­gen der So­zi­al­ver­si­che­rung (vgl § 2 Abs 2 Nr 1 SGB IV) und ins­be­son­de­re in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung (§ 1 S 1 Nr 1 Halbs 1 SGB VI) Zwangs­ver­si­cher­ten. Die­se ein­fach­ge­setz­li­che Lei­tent­schei­dung wird für den Per­so­nen­kreis, dem der Kläger zu­gehört, auch nicht un­mit­tel­bar spe­zi­al­ge­setz­lich mo­di­fi­ziert oder re­vo­ziert. Umstände, die - ih­rer­seits ty­pi­sie­rend - trotz Ausübung ei­ner Beschäfti­gung der An­nah­me der Schutz­bedürf­tig­keit ent­ge­gen­ste­hen und da­her An­lass zu ei­ner Tat­be­stands­re­duk­ti­on ge­ben könn­ten, sind ge­setz­lich nicht um­schrie­ben. Die ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen ei­ner Tat­be­stands­re­duk­ti­on, die An­lass ge­ge­ben hätten, von vorn­her­ein von der An­ord­nung der Rechts­fol­ge Ver­si­che­rungs­pflicht ab­zu­se­hen (zB § 1 S 3 SGB VI) oder trotz Eröff­nung des An­wen­dungs­be­reichs der Beschäftig­ten­ver­si­che­rung aus­nahms­wei­se un­mit­tel­bar kraft Ge­set­zes Ver­si­che­rungs­frei­heit an­zu­ord­nen (§ 5 Abs 1 S 1 Nr 1 - Nr 3 SGB VI), sind er­kenn­bar nicht erfüllt. Die vor­lie­gend al­lein in Fra­ge ste­hen­de Re­ge­lung des § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI gehört zu ei­nem Kreis von Be­stim­mun­gen, die den be­trof­fe­nen Pflicht­ver­si­cher­ten un­ter den im Ge­setz je­weils im Ein­zel­nen um­schrie­be­nen Vor­aus­set­zun­gen nach ei­ge­nem "Ent­schließungs­er­mes­sen" ei­nen An­spruch auf ei­ne kon­sti­tu­ti­ve Be­frei­ung von der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht durch ei­nen ge­bun­de­nen Ver­wal­tungs­akt des Ren­ten­ver­si­che­rungs­trägers mit grundsätz­lich auf die in Fra­ge ste­hen­de Beschäfti­gung be­grenz­ter Wir­kung (§ 6 Abs 5 SGB VI) gewähren, um nach­fol­gend al­lein im be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­werk mit güns­ti­ge­ren Be­din­gun­gen zu ver­blei­ben. Ei­ne vollständi­ge Ent­las­sung aus der öffent­li­chen So­zi­al­ver­si­che­rung ist da­ge­gen nicht möglich (vgl BVerfG Be­schluss vom 5.5.2008 - 1 BvR 1060/05 ua - SozR 4-2600 § 6 Nr 7 Rd­Nr 16).
Nur aus­nahms­wei­se ge­win­nen da­her die von bei­den Sys­te­men Er­fass­ten ih­re Vor­sor­ge­frei­heit (Art 2 Abs 1 GG) durch Be­frei­ungs­re­ge­lun­gen be­grenzt zurück. Bei § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI han­delt es sich dem Kon­zept der ab­ge­stuf­ten Schutz­bedürf­tig­keit fol­gend be­reits in­ner­halb der Beschäftig­ten­ver­si­che­rung um ei­ne ab­sch­ließen­de Aus­nah­me­re­ge­lung, die ei­ner er­wei­tern­den oder ent­spre­chen­den An­wen­dung nicht zugäng­lich ist (vgl BSG Ur­teil vom 30.4.1997 - 12 RK 20/96 - USK 9733). Sein Aus­nah­me­cha­rak­ter wird zu­dem da­durch wei­ter bestätigt, dass er auch in­ner­halb sei­nes An­wen­dungs­be­reichs ein Be­frei­ungs­recht kei­nes­wegs für al­le Fälle der Dop­pel­zu­gehörig­keit vor­sieht. Et­was an­de­res er­gibt sich auch nicht et­wa des­halb, weil es sich bei ihm um ei­ne "Kol­li­si­ons­norm" han­de­le, de­ren Auf­ga­be dar­in lie­ge, zu­guns­ten der be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen die An­wend­bar­keit je­weils nur ei­ner (ein­zi­gen) Rechts­mas­se si­cher­zu­stel­len.
Kol­li­si­ons­nor­men be­tref­fen die Fra­ge, wel­ches Recht als sog Sach­norm zur An­wen­dung kommt, wenn der Re­ge­lungs­ge­gen­stand gleich­zei­tig von meh­re­ren Rechts­mas­sen er­fasst ist. Sie be­stim­men ent­we­der be­schränkt auf die Bin­nen­sicht nur ei­ner Men­ge von Rechtssätzen, ob die­se An­wend­bar­keit be­an­spru­chen, ob­wohl gleich­zei­tig an­de­re Norm­bestände als ein­schlägig in Be­tracht kom­men (ein­sei­ti­ge Kol­li­si­ons­norm) oder le­gen für die Ge­samt­heit der ein­schlägi­gen Rechts­mas­sen um­fas­send fest, nach wel­cher von ih­nen sich die recht­li­che Be­ur­tei­lung des Re­ge­lungs­ge­gen­stan­des rich­tet (mehr­sei­ti­ge Kol­li­si­ons­norm). Nur so­weit um­fas­send für al­le Fälle des Zu­sam­men­tref­fens ein­schlägi­ger Rechtssätze die An­wend­bar­keit we­nigs­tens ei­ner der in Fra­ge ste­hen­den Rechts­mas­sen ab­sch­ließend abs­trakt-ge­ne­rell be­stimmt wird, kann oh­ne Wei­te­res von ei­ner Kol­li­si­ons­norm in die­sem Sin­ne ge­spro­chen wer­den. Im Blick hier­auf han­delt es sich bei § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI im um­fas­sen­den Sin­ne um ei­ne Ko­or­di­na­ti­ons­re­ge­lung und al­len­falls in ei­nem sehr be­schränk­ten Sin­ne um den Son­der­fall ei­ner Ko­or­di­nie­rung von Sys­te­men durch ei­ne Kol­li­si­ons­norm mit Aus­schluss­wir­kung zu­guns­ten der be­rufsständi­schen Ver­sor­gung. Bei­des schließt sich nicht aus. Nur wenn nämlich ku­mu­la­tiv al­le ob­jek­ti­ven Ele­men­te des um­fang­rei­chen mehr­glied­ri­gen Tat­be­stan­des erfüllt sind, ins­be­son­de­re al­len An­for­de­run­gen an die Art der be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen, an die Gleich­ar­tig­keit der Bei­trags­er­he­bung so­wie an die Gleich­wer­tig­keit des Ver­si­che­rungs­schut­zes genügt ist, und die hier­nach Be­rech­tig­ten po­si­tiv von dem ih­nen ein­geräum­ten "Ent­schließungs­er­mes­sen" Ge­brauch ge­macht ha­ben, kommt es (mit­tel­bar) zum Aus­schluss der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht. Das Ge­setz be­schränkt sich in­so­fern ty­pi­sie­rend auf Fall­kon­stel­la­tio­nen, bei de­nen ins­be­son­de­re glei­cher­maßen das Be­stands­in­ter­es­se und die Leis­tungsfähig­keit der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung wie der Ge­sichts­punkt der Gewähr­leis­tung ei­nes aus­rei­chen­den Schut­zes der Be­trof­fe­nen durch die be­rufsständi­sche Ver­sor­gungs­ein­rich­tung berück­sich­tigt und ge­gen­ein­an­der ab­ge­wo­gen sind. Han­delt es sich dem­ge­genüber um Sach­ver­hal­te außer­halb des ob­jek­ti­ven An­wen­dungs­be­reichs oder betätigt ein Be­rech­tig­ter sein "Ent­schließungs­er­mes­sen" nicht, fehlt es vollständig an ei­ner kol­li­si­ons­recht­li­chen Rechts­fol­ge­na­n­ord­nung und belässt es das Ge­setz mit der Fol­ge der Dop­pel­ver­si­che­rung bei der par­al­le­len An­wend­bar­keit der je­weils ein­schlägi­gen Rechtssätze. Kei­nes­wegs be­steht da­mit nach dem zu­grun­de lie­gen­den Re­ge­lungs­kon­zept für je­den Kol­li­si­ons­fall auch Be­darf nach ei­ner ein­deu­ti­gen (Nicht-)An­wen­dungs­re­ge­lung und da­mit ggf ei­nem wei­ten Verständ­nis des ge­setz­li­chen Tat­be­stands.
g) Darüber hin­aus ist § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI we­der be­vor­zugt da­zu be­stimmt, den In­ter­es­sen von Frei­be­ruf­lern zu die­nen, noch be­zweckt er in be­son­de­rer Wei­se den Be­stands­schutz be­rufsständi­scher Ver­sor­gungs­wer­ke. Im Rah­men sei­nes po­si­ti­ven An­wen­dungs­be­reichs be­stimmt § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI aus der Bin­nen­per­spek­ti­ve der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ein­sei­tig, ob es bei der nor­ma­ti­ven An­ord­nung von Ver­si­che­rungs­pflicht aus § 1 S 1 Nr 1 SGB VI ver­bleibt oder ob hier­von aus­nahms­wei­se we­gen ei­ner aus ih­rer Sicht aus­rei­chen­den
an­der­wei­ti­gen Ab­si­che­rung ab­ge­se­hen wer­den kann (vgl BT-Drucks 13/2590, S 18; Fich­te in: Hauck/Noftz, SGB VI, K § 6 Rd­Nr 22; Horn/Jung, AnwBl 2013, 420, 421; Horn, NJW 2012, 966, 971; Gürt­ner in Kas­se­ler Kom­men­tar, SGB VI, § 6 Rd­Nr 4; Kil­ger/Pross­li­ner, NJW 2004, 821, 823; Of­fer­mann-Burck­art, MDR 2013, 1197; Rid, BB-Spe­cial 3/2008, 10, 14). Er kann schon des­halb kei­ne "ma­gna char­ta" der be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen re­präsen­tie­ren, die al­len­falls im Sin­ne ei­nes Rechts­re­fle­xes be­trof­fen sind.
So­weit die Ma­te­ria­li­en zum Ge­setz zur Ände­rung des Sechs­ten Bu­ches So­zi­al­ge­setz­buch vom 15.12.1995 (BGBl I 1824) in ih­rem "All­ge­mei­nen Teil" me­ta­pho­risch von ei­ner "Frie­dens­gren­ze" (BT-Drucks 13/2590 S 1) un­ter "Berück­sich­ti­gung der be­rech­tig­ten In­ter­es­sen bei­der Sys­te­me" (BT-Drucks 13/2590 S 18) spre­chen, ge­schieht dies al­lein im Kon­text der be­ab­sich­tig­ten Verschärfung der ren­ten­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Be­frei­ungs­re­ge­lung und zur Ver­mei­dung der befürch­te­ten Ero­si­on der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung. Be­lan­ge der Ver­sor­gungs­träger fin­den dem­ge­genüber nur in­so­fern Erwähnung, als mit der vor­ge­se­he­nen Be­schränkung des Be­frei­ungs­rechts "im Er­geb­nis die seit lan­gem ak­zep­tier­te Ab­gren­zung zwi­schen be­rufsständi­scher Ver­sor­gung und ge­setz­li­cher Ren­ten­ver­si­che­rung in ih­rer bis­he­ri­gen Aus­prägung ge­fes­tigt wird." Ins­be­son­de­re er­gibt sich aus den in BT-Drucks 13/2590 nie­der­ge­leg­ten Erwägun­gen nicht an­deu­tungs­wei­se, dass mit der Schaf­fung der der­zeit gel­ten­den Fas­sung von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI für be­stimm­te Per­so­nen­grup­pen von der Dop­pel­re­le­vanz ei­ner im Rah­men der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung als Beschäfti­gung aus­geübten Er­werbstätig­keit ab­ge­se­hen bzw die Al­ters­si­che­rung für ei­ne le­dig­lich par­al­lel hier­zu aus­geübte frei­be­ruf­li­che Tätig­keit als ei­genständi­ger Be­frei­ungs­grund aus­ge­stal­tet wer­den soll­te. Viel­mehr hat der Ge­setz­ge­ber nach neu­em (in­so­fern seit 1.1.1996 gel­ten­dem) Recht er­fol­gen­de Be­frei­un­gen für al­le er­fass­ten Be­rufs­grup­pen in glei­cher Wei­se aus­ge­stal­tet. Die "Klar­stel­lung", auf wel­che Tätig­keit oder Beschäfti­gung sich das Be­frei­ungs­recht be­schränkt (BT-Drucks 13/2590 S 22), er­fasst da­her die Ge­samt­heit der Norm­be­trof­fe­nen und da­mit selbst­verständ­lich auch den vom Kläger re­präsen­tier­ten Per­so­nen­kreis. Ob das bis da­hin gel­ten­de Recht mögli­cher­wei­se an­ders ver­stan­den wer­den konn­te und da­her die seit dem 1.1.1996 gel­ten­de Neu­fas­sung über ei­ne bloße Klar­stel­lung hin­aus die Set­zung neu­en Rechts verkörpert, ist für die vor­lie­gen­de Ent­schei­dung oh­ne Be­deu­tung (vgl zur Be­deu­tung ei­ner ge­setz­ge­be­ri­schen "Klar­stel­lung" für die Ver­gan­gen­heit zu­letzt BVerfG Be­schluss vom 17.12.2013 - 1 BvL 5/08 - DB 2014, 634 = NVwZ 2014, 577).
h) Das ge­fun­de­ne Er­geb­nis verstößt auch nicht ge­gen Ver­fas­sungs­recht. Die ein­schlägi­gen Fra­gen sind durch die Recht­spre­chung des BVerfG geklärt. Der Ge­setz­ge­ber darf zur Be­stim­mung der Schutz­bedürf­ti­gen ty­pi­sie­rend an den Sach­ver­halt der Beschäfti­gung an­knüpfen und in Ver­bin­dung hier­mit Ver­si­che­rungs­zwang an­ord­nen. Hier­ge­gen be­ste­hen nach der ständi­gen Recht­spre­chung des BVerfG kei­ne ver­fas­sungs­recht­li­chen Be­den­ken (BVerfG Be­schlüsse vom 20.5.1996 - 1 BvR 21/96 - SozR 3-2400 § 7 Nr 11 S 27 f und vom 14.10.1970 - 1 BvR 753/68 ua - SozR Nr 8 zu Art 2 GG; vgl im Übri­gen die Nach­wei­se bei BSG Ur­teil vom 5.7.2006 - B 12 KR 20/04 R - SozR 4-2600 § 157 Nr 1 Rd­Nr 29). Die Ver­si­che­rungs­pflicht in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ver­letzt die Be­trof­fe­nen ins­be­son­de­re nicht in ih­rem Grund­recht aus Art 14 Abs 1 GG (vgl BVerfG Be­schluss vom 26.6.2007 - 1 BvR 2204/00, 1 BvR 1355/03 - SozR 4-2600 § 2 Nr 10 Rd­Nr 25) und berührt man­gels ei­nes un­mit­tel­bar be­rufs­re­geln­den Cha­rak­ters nicht den Schutz­be­reich des Art 12 Abs 1 GG (BVerfG vom 26.6.2007 aaO Rd­Nr 27). Ein - vom Kläger im Übri­gen auch nicht gerügter - Ein­griff in sein Grund­recht aus Art 2 Abs 1 GG schei­det schon des­halb aus, weil der Ge­setz­ge­ber ins­be­son­de­re mit der Einführung ei­ner grundsätz­li­chen Ver­si­che­rungs­pflicht für Beschäftig­te von sei­nem wei­ten Ge­stal­tungs­spiel­raum im Span­nungs­verhält­nis zwi­schen der in­di­vi­du­el­len Frei­heit und den An­for­de­run­gen ei­ner so­zi­al­staat­li­chen Ord­nung (BVerfG vom 26.6.2007 aaO Rd­Nr 28) in ver­fas­sungs­gemäßer Wei­se Ge­brauch ge­macht hat. Ins­be­son­de­re ver­let­zen die Pflicht­mit­glied­schaft und die da­mit ggf ein­her­ge­hen­de Pflicht zur Bei­trags­tra­gung in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung grundsätz­lich auch bei Höher­ver­die­nen­den, die an­der­wei­tig für ih­re Al­ters­si­che­rung Sor­ge tra­gen könn­ten, nicht Art 2 Abs 1 GG. Es ist ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu be­an­stan­den, dass die Ver­si­che­rungs­pflicht in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung nicht die in­di­vi­du­el­le so­zia­le Schutz­bedürf­tig­keit ei­nes Ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen, son­dern le­dig­lich den Tat­be­stand der Beschäfti­gung vor­aus­setzt. Der Ge­setz­ge­ber durf­te da­von aus­ge­hen, dass die­je­ni­gen Per­so­nen, die ih­re Ar­beits­kraft in den Dienst an­de­rer stel­len, im All­ge­mei­nen auf die­se Beschäfti­gung zur Er­lan­gung ih­res Le­bens­un­ter­halts an­ge­wie­sen und da­her - auch im Hin­blick auf die Al­ters­si­che­rung - so­zi­al schutz­bedürf­tig sind (vgl BVerfG Be­schluss vom 31.8.2004 - 1 BvR 945/95 - SozR 4-2600 § 7 Nr 2 Rd­Nr 13 mwN).
Bei der aus­nahms­wei­sen Eröff­nung von Be­frei­ungsmöglich­kei­ten zur Be­sei­ti­gung ei­nes un­mit­tel­bar ge­setz­lich an­ge­ord­ne­ten Ver­si­che­rungs­zwangs darf der Ge­setz­ge­ber, der die Vor­sor­ge­frei­heit Beschäftig­ter aus Art 2 Abs 1 GG ver­fas­sungs­recht­lich be­den­ken­frei be­grenzt hat, erst recht die Leis­tungsfähig­keit der ver­blei­ben­den Ver­si­cher­ten­ge­mein­schaft in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung berück­sich­ti­gen und ins­be­son­de­re dem An­lie­gen, Ver­si­cher­te mit ty­pi­scher­wei­se güns­ti­gen Ri­si­ken in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung zu hal­ten, vor dem all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz (Art 3 Abs 1 GG) er­heb­li­che Be­deu­tung bei­mes­sen; in­so­fern kommt es auf die mögli­cher­wei­se ge­rin­ge Zahl der Be­trof­fe­nen nicht an (vgl BVerfG Be­schluss vom 5.5.2008 - 1 BvR 1060/05 ua - SozR 4-2600 § 6 Nr 7 Rd­Nr 16 ff, 19). Die ge­setz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung kennt un­ter Berück­sich­ti­gung die­ser Vor­ga­ben we­der ein all­ge­mei­nes Be­frei­ungs­recht noch im Blick auf die gleich­zei­ti­ge Ab­si­che­rung in an­de­ren Sys­te­men ei­nen all­ge­mei­nen Grund­satz der Ver­mei­dung von "Dop­pel­ver­si­che­run­gen". Auch gibt es von Ver­fas­sung we­gen kein Wahl­recht zu­guns­ten der je­weils güns­tigs­ten Ver­sor­gungsmöglich­keit (vgl ins­ge­samt die Nach­wei­se bei BSG Ur­teil vom 9.3.2005 - B 12 RA 8/03 R - SozR 4-2600 § 6 Nr 3 Rd­Nr 6). Um­ge­kehrt ist für das be­rufsständi­sche Ver­sor­gungs­recht geklärt, dass es nicht ge­gen höher­ran­gi­ges Recht verstößt, wenn sich die Mit­glied­schaft in ei­nem be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­werk auch auf in der ge­setz­li­chen An­ge­stell­ten­ver­si­che­rung pflicht­ver­si­cher­te Be­rufs­an­gehöri­ge er­streckt (vgl BVerwG Be­schluss vom 23.3.2000 - 1 B 15/00 - Buch­holz 430.4 Ver­sor­gungs­recht Nr 42 und die dor­ti­gen Nach­wei­se).
i) Auf ei­ne vom Ge­setz ab­wei­chen­de rechts­wid­ri­ge Ver­wal­tungs­pra­xis der Be­klag­ten kann sich der vom Kläger re­präsen­tier­te Per­so­nen­kreis nicht be­ru­fen (vgl BVerfG Be­schluss vom 17.6.2004 - 2 BvR 383/03 - BVerfGE 111, 54). Außer­halb der vor­lie­gend zur Ent­schei­dung ste­hen­den Fälle, bei de­nen es je­weils um die erst­ma­li­ge Be­frei­ung für ei­nen be­stimm­ten Zeit­raum geht, weist der Se­nat hin­sicht­lich der der­zei­ti­gen In­ha­ber ei­ner begüns­ti­gen­den Be­frei­ungs­ent­schei­dung auf Fol­gen­des hin: Sie ha­ben - be­zo­gen auf die je­wei­li­ge Beschäfti­gung, für die die Be­frei­ung aus­ge­spro­chen wur­de - ein recht­lich geschütz­tes Ver­trau­en in den Be­stand die­ser Ent­schei­dun­gen, das über den Schutz durch die §§ 44 ff SGB X hin­aus­ge­hen dürf­te. Ins­be­son­de­re ha­ben die Träger der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung (wenn auch oh­ne ge­setz­li­che Grund­la­ge) die "Vier-Kri­te­ri­en-Theo­rie" selbst mit befördert und an­ge­wandt. Schon weil da­mit bei der ge­bo­te­nen ty­pi­sie­ren­den Be­trach­tung Le­bens­ent­schei­dun­gen über die persönli­che Vor­sor­ge nach­hal­tig mit be­ein­flusst wur­den, kann ei­ner Ände­rung der Rechts­auf­fas­sung hin­sicht­lich er­gan­ge­ner Be­frei­ungs­ent­schei­dun­gen grundsätz­lich kei­ne Be­deu­tung zu­kom­men. Dem­ge­genüber ist vor­lie­gend nicht näher dar­auf ein­zu­ge­hen, dass der 12. Se­nat des BSG be­reits in sei­ner Sit­zung vom 9.3.2005 ei­ne der vor­lie­gen­den Ent­schei­dung ent­spre­chen­de Rechts­auf­fas­sung an­ge­deu­tet hat­te. Da­mals war es in den Ver­fah­ren B 12 RA 3/04 R, B 12 RA 4/04 R und B 12 RA 11/04 R (Pres­se-Vor­be­richt Nr 12/05 vom 23.2.2005) je­weils um die Fra­ge ge­gan­gen, ob die Kläger, die je­weils als Rechts­anwälte in Schles­wig-Hol­stein zu­ge­las­sen wa­ren und bei un­ter­schied­li­chen in Ham­burg re­si­die­ren­den Un­ter­neh­men beschäftigt wa­ren, für ih­re Beschäfti­gung von der Ver­si­che­rungs­pflicht zu be­frei­en wa­ren. Die Re­vi­sio­nen wur­den da­mals in al­len drei Ver­fah­ren zurück­ge­nom­men (vgl Pres­se-Mit­tei­lung Nr 12/05 vom 10.3.2005).
zur Übersicht B 5 RE 3/14 R