Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=3%20StR%20315/14
Timestamp: 2019-07-20 19:19:10
Document Index: 355641808

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 344', '§ 349', '§ 260', '§ 176', '§ 46', '§ 46', '§ 176', 'BGH', '§ 46', '§ 176', '§ 176', 'BGH']

BGH, 20.08.2014 - 3 StR 315/14 - dejure.org
https://dejure.org/2014,30265
BGH, 20.08.2014 - 3 StR 315/14 (https://dejure.org/2014,30265)
BGH, Entscheidung vom 20.08.2014 - 3 StR 315/14 (https://dejure.org/2014,30265)
BGH, Entscheidung vom 20. August 2014 - 3 StR 315/14 (https://dejure.org/2014,30265)
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Strafzumessung (unzulässige strafschärfende Berücksichtigung nicht abgeurteilter Taten ohne deren prozessordnungsgemäße Feststellung)
§ 344 Abs. 2 Satz 2 StPO, § 349 Abs. 2 StPO, § 260 Abs. 4 Satz 1 und 2 StPO, § 176a Abs. 2 Nr. 1 StGB, § 46 Abs. 3 StGB
§ 46 Abs 2 StGB, § 176a StGB
Strafzumessung: Strafschärfende Berücksichtigung weiterer nicht abgeurteilter Straftaten des Angeklagten
Pauschale Feststellungen einer Vielzahl von weiteren Missbrauchstaten im Tatzeitraum i.R.d. Strafzumessung
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 20.08.2014 - 3 StR 315/14" von RA Wolfgang Staudinger, original erschienen in: StV 2015, 552 - 555.
StV 2015, 552
Auf die Revision des Angeklagten hatte der Senat mit Beschluss vom 20. August 2014 (3 StR 315/14) das Urteil im Rechtsfolgenausspruch mit den zugehörigen Feststellungen aufgehoben, weil das Landgericht bei der Bemessung der Strafen zu Lasten des Angeklagten weitere nicht abgeurteilte Straftaten zum Nachteil des Geschädigten berücksichtigt hatte, die nicht ausreichend bestimmt festgestellt waren.
Dem Strafausspruch stehen in Ansehung von § 46 Abs. 3 StGB allerdings insoweit Rechtsbedenken entgegen, als das Landgericht in den Fällen des schweren sexuellen Kindesmissbrauchs (§ 176a Abs. 1 Nr. 1 StGB aF bzw. § 176a Abs. 2 Nr. 1 StGB n.F.) die Ausübung des Oral- oder Analverkehrs bzw. des ungeschützten Geschlechtsverkehrs als "ein besonders hohes Maß an Missachtung des Rechts seiner Tochter auf sexuelle Selbstbestimmung" jeweils strafschärfend berücksichtigt und damit Umstände zum Nachteil des Angeklagten verwertet hat, die bereits Merkmale der Qualifikation sind (vgl. BGH…, Beschluss vom 6. Mai 2014 - 4 StR 88/14, juris Rn. 7; Beschluss vom 20. August 2014 - 3 StR 315/14, bei Pfister NStZ-RR 2014, 361, 367 (Nr. 40)).