Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201982,%20631
Timestamp: 2019-11-20 09:12:32
Document Index: 208811366

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 20', '§ 43', '§ 44', '§ 49', 'Art. 3', 'Art. 6', '§ 6']

BFH, 19.05.1982 - I R 102/79 - dejure.org
https://dejure.org/1982,436
BFH, 19.05.1982 - I R 102/79 (https://dejure.org/1982,436)
BFH, Entscheidung vom 19.05.1982 - I R 102/79 (https://dejure.org/1982,436)
BFH, Entscheidung vom 19. Mai 1982 - I R 102/79 (https://dejure.org/1982,436)
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KStG a.F. § 6 Abs. 1 Satz 2; EStG § 20 Abs. 1, § 43 Abs. 1, 3, 4, § 44 Abs. 3, § 49 Abs. 1 Nr. 5; DBA-Schweden Art. 3 Abs. 4, Art. 6, 9
Tochtergesellschaft - Übertragung der Exportabteilung - Kapitalertragsteuerpflicht - Verdeckte Einlage - Ausländische Muttergesellschaft - Verdeckte Gewinnausschüttung - Dividende
BFHE 136, 105
Auf die Folgen, die sich aus diesem Unterschied ergeben, hat die Rechtsprechung wiederholt hingewiesen (Urteile in BFHE 133, 172, BStBl II 1981, 612; in BFHE 136, 105, BStBl II 1982, 631; in BFHE 140, 69).
a) Bestand die Zuwendung in der Übertragung von materiellen Wirtschaftsgütern, wurde darin eine verdeckte Gewinnausschüttung an die Muttergesellschaft (M) und gleichzeitig eine verdeckte Einlage von M bei T 2 gesehen (vgl. dazu BFH-Urteile vom 29. Januar 1964 I 209/62 U, BFHE 81, 77, BStBl III 1965, 27; vom 23. Oktober 1968 I 228/65, BFHE 94, 373, BStBl II 1969, 243; vom 21. Dezember 1972 I R 70/70, BFHE 108, 175, BStBl II 1973, 449; BFHE 136, 105, BStBl II 1982, 631).
Bestand die Zuwendung in der Überlassung von Nutzungen, wurde dagegen angenommen, daß T 1 zwar eine verdeckte Gewinnausschüttung vorgenommen habe, die M aber nicht zugegangen sei, weil Nutzungen nicht eingelegt werden könnten, so daß es bei M nicht zu der erforderlichen Mehrung ihres bilanzmäßigen Vermögens gekommen sei (vgl. hierzu Urteil in BFHE 75, 193, BStBl III 1962, 338; BFHE 101, 501, BStBl II 1971, 408; BFHE 133, 172, BStBl II 1981, 612; BFHE 136, 105, BStBl II 1982, 631).
e) In seinen Urteilen vom 28. Januar 1981 I R 10/77 (BFHE 133, 172, BStBl II 1981, 612) und vom 19. Mai 1982 I R 102/79 (BFHE 136, 105, BStBl II 1982, 631) hat der vorlegende Senat ausgeführt, daß sich aus rechtssystematischen Gründen die Behandlung verdeckter Gewinnausschüttungen und verdeckter Einlagen nicht decke.
In ähnlicher Weise hatte der vorlegende Senat in seinem Urteil in BFHE 136, 105, BStBl II 1982, 631 über eine zinslose Darlehensgewährung an eine schwedische Kapitalgesellschaft zu entscheiden.
Dennoch wird in den Urteilen in BFHE 133, 172, BStBl II 1981, 612; in BFHE 136, 105, BStBl II 1982, 631 und in BFHE 141, 176, BStBl II 1984, 747 ein Vorteilszufluß bei Schwestergesellschaften verneint.
Der erkennende Senat hat wiederholt entschieden, daß keine verdeckte Einlage anzunehmen ist, wenn ein Gesellschafter seiner Kapitalgesellschaft Nutzungsvorteile ohne Entgelt oder gegen ein unangemessen niedriges Entgelt überläßt (so zunächst in BFHE 101, 501, BStBl II 1971, 408; sodann insbes. in dem Urteil vom 28. Januar 1981 I R 10/77, BFHE 133, 172, BStBl II 1981, 612, sowie zuletzt in dem Urteil vom 19. Mai 1982 I R 102/79, BFHE 136, 105, BStBl II 1982, 631).
Ob die Voraussetzungen der Erhöhung eines Aktivpostens oder der Verminderung eines Passivpostens gegeben sind, bestimmt sich nach Bilanzrecht (Urteile in BFHE 136, 105, BStBl II 1982, 631, und vom 22. November 1983 VIII R 133/82, BFHE 140, 69).
Zwar hat die höchstrichterliche Rechtsprechung bisher nur bilanzierungsfähige Wirtschaftsgüter als einlagefähig angesehen und dabei die Bilanzierungsfähigkeit nach Bilanzrecht beurteilt (vgl. BFH-Urteile vom 26. Februar 1975 I R 72/73, BFHE 115, 243, BStBl II 1976, 13; vom 19. Mai 1982 I R 102/79, BFHE 136, 105, BStBl II 1982, 631; vom 24. Mai 1984 I R 166/78, BFHE 141, 176, BStBl II 1984, 747).
Bei Vorteilszuwendungen zwischen Schwestergesellschaften, die von einer gemeinsamen Muttergesellschaft beherrscht werden, leitet die leistende Tochtergesellschaft den Vorteil über ihre Muttergesellschaft (verdeckte Gewinnausschüttung an die Muttergesellschaft) an eine andere Tochtergesellschaft weiter (BFH-Urteile vom 23. Oktober 1968 I 228/65, BFHE 94, 373, BStBl II 1969, 243; vom 3. Februar 1971 I R 51/66, BFHE 101, 501, BStBl II 1971, 408, und vom 19. Mai 1982 I R 102/79, BFHE 136, 105, BStBl II 1982, 631).
Diese wiederum hat den Vorteil an ihre eigene Tochtergesellschaft E-GmbH (der Enkelgesellschaft der Klägerin) ausgekehrt (vgl. BFH-Urteile vom 23. Oktober 1968 I 228/65, BFHE 94, 373, BStBl II 1969, 243; vom 3. Februar 1971 I R 51/66, BFHE 101, 501, BStBl II 1971, 408, und vom 19. Mai 1982 I R 102/79, BFHE 136, 105, BStBl II 1982, 631).
An dieser Auffassung, der sich der erkennende Senat anschließt, hat der I. Senat des BFH trotz verschiedener Einwendungen im Schrifttum (vgl. Herrmann/Heuer/Raupach, Einkommensteuer- und Körperschaftsteuergesetz mit Nebengesetzen, Kommentar, 19.Aufl., Anm. 826-829 zu § 6 EStG) bis in die jüngste Zeit hinein festgehalten (Urteile vom 26. November 1980 I R 52/77 , BFHE 132, 72, BStBl II 1981, 181; vom 28. Januar 1981 I R 10/77 , BFHE 133, 172, BStBl II 1981, 612, und vom 19. Mai 1982 I R 102/79 , BFHE 136, 105, BStBl II 1982, 631).
Ob nämlich als Voraussetzung für eine verdeckte Einlage das Vermögen der Kapitalgesellschaft durch den Ansatz oder die Erhöhung eines Aktivpostens oder durch den Wegfall oder die Verminderung eines Passivpostens vermehrt ist, bestimmt sich, wie der I. Senat des BFH in dem Urteil in BFHE 136, 105, BStBl II 1982, 631 im Anschluß an das Urteil vom 29. Januar 1975 I R 135/70 (BFHE 115, 107, BStBl II 1975, 553) klargestellt hat, nach Bilanzrecht.