Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=20.05.1988&Aktenzeichen=1%20BvR%20273/88
Timestamp: 2020-01-25 10:56:18
Document Index: 52964837

Matched Legal Cases: ['EuG', '§ 5', '§ 5', 'EuG', '§ 5', 'Art. 19', '§ 5']

BVerfG, 20.05.1988 - 1 BvR 273/88 - dejure.org
https://dejure.org/1988,1406
BVerfG, 20.05.1988 - 1 BvR 273/88 (https://dejure.org/1988,1406)
BVerfG, Entscheidung vom 20.05.1988 - 1 BvR 273/88 (https://dejure.org/1988,1406)
BVerfG, Entscheidung vom 20. Mai 1988 - 1 BvR 273/88 (https://dejure.org/1988,1406)
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FG Baden-Württemberg, 19.11.1985 - VIII 180/77
BFH, 15.12.1987 - VIII B 22/86
BB 1988, 1716
Dazu hat das BVerfG mehrfach ausgesprochen, daß der damit gewährleistete Rechtsschutz zumal auch einen verfassungsrechtlich geschützten Anspruch auf Rechtsschutz in angemessener Zeit bedeute (vgl. Beschlüsse vom 28. Oktober 1975 2 BvR 883/73 und 379, 497, 526/74, BVerfGE 40, 237 ff., 256 f.; vom 16. Dezember 1980 2 BvR 419/80, BVerfGE 55, 349 ff., 369; vom 29. April 1981 2 BvR 348/81, EuGRZ 1982, 75; vom 22. Januar 1987 1 BvR 103/85, Der Betrieb - DB - 1987, 1722; vom 20. Mai 1988 1 BvR 273/88, unter 5. a, Steuerrechtsprechung in Karteiform - StRK -, Einkommensteuergesetz 1975, § 5, Rücklagen, Rechtsspruch 2).
Zu berücksichtigen sind insbesondere die Rechtsmaterie, die Schwierigkeiten des jeweiligen Falles, das Alter der Beteiligten, die tatsächlichen Verzögerungen, die Bedeutung des Verfahrens für den Betroffenen, aber auch inwieweit dessen Verhalten, das Verhalten der Gegenseite und das Verhalten des Gerichts zu den Verzögerungen beigetragen haben (vgl. BVerfG-Beschlüsse in HFR 1993, 37; vom 22. Januar 1987 1 BvR 103/85, DB 1987, 1722; vom 20. Mai 1988 1 BvR 273/88, Steuerrechtsprechung in Karteiform, Einkommensteuergesetz 1975, § 5 Rückl. Rechtsspruch 2;… BFH-Beschluß vom 29. Juli 1996 V B 56/96, BFH/NV 1996, 924).
Die Einbeziehung der Wirksamkeit des Rechtsschutzes in die Garantie gebietet, daß der Rechtsschutz innerhalb angemessener Zeit zu gewähren ist (vgl. Beschlüsse des Bundesverfassungsgerichts - BVerfG - vom 28. Oktober 1975 2 BvR 883/73 und 379, 497, 526/74, BVerfGE 40, 237 ff., 256 f.; vom 16. Dezember 1980 2 BvR 419/80, BVerfGE 55, 349 ff., 369; vom 29. April 1981 2 BvR 348/81, EuGRZ 1982, 75; vom 22. Januar 1987 1 BvR 103/85, Der Betrieb - DB - 1987, 1722; vom 20. Mai 1988 1 BvR 273/88, unter 5 a, Steuerrechtsprechung in Karteiform - StRK -, Einkommensteuergesetz 1975, § 5 Rücklage Rechtsspruch 2;… siehe auch: Kirchhof, a.a.O., S. 448 ff. und in DStZ 1989, 55 ff., 57 f.;… Maunz/Dürig/Herzog/Scholtz, Grundgesetz, Art. 19 IV Rdnr. 262 f.).
Eine allgemeine Begünstigung der Ersatzbeschaffung hat die Rechtsprechung aber stets abgelehnt (z.B. BFH-Urteile vom 12. März 1969 I 97/65, BFHE 95, 178, BStBl II 1969, 381, und in BFHE 143, 46, BStBl II 1985, 250; s. auch Beschluß des Bundesverfassungsgerichts vom 20. Mai 1988 1 BvR 273/88, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung 1989, 317; Steuerrechtsprechung in Karteiform, Einkommensteuergesetz 1975, § 5 Rückl. R. 2).
Die Verwendung unbestimmter Rechtsbegriffe und ihre Auslegungsbedürftigkeit können nur ausnahmsweise zur Feststellung mangelnder Bestimmtheit führen, vgl. BVerfG, Kammerbeschluss vom 20. Mai 1988 - 1 BvR 273/88 -, juris, Rn. 3.
BFH, 11.02.2004 - II R 5/02
Der Betroffene kann Rechtsschutz nur dann effektiv in Anspruch nehmen, wenn er weiß, wie die Behörde ihren Verwaltungsakt rechtfertigt und auf welche Rechtsgrundlagen sie ihn stützt; dem Bürger wird damit nicht angelastet, überhaupt erst eine geeignete Rechtsgrundlage seinerseits zu suchen (BVerfG-Beschluss vom 20. Mai 1988 1 BvR 273/88, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung --HFR-- 1989, 317).
Trotz Aufhebung der grundrechtsverletzenden Maßnahme oder nach Beendigung der Grundrechtsverletzung besteht ein Rechtsschutzbedürfnis nur unter besonderen Umständen, etwa dann, wenn die Beeinträchtigung sich auf eine Zeitspanne beschränkt, in der nach regelmäßigem Geschäftsgang eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts kaum erlangt werden kann (vgl. BVerfGE 34, 165 ; 74, 163 ; 81, 138 ), wenn die beeinträchtigenden Wirkungen andauern (vgl. BVerfGE 15, 226 ; 84, 212 ; 85, 36 ), wenn eine Wiederholung der angegriffenen Maßnahme zu besorgen ist (vgl. BVerfGE 52, 42 ; 56, 99 ; 83, 341 ; Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 20. Mai 1988 - 1 BvR 273/88 -, BB 1988, S. 1716) oder wenn z.B. der Beschwerdeführer im Vertrauen auf eine baldige Entscheidung Investitionen getätigt hat (so Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 20. Mai 1988 - 1 BvR 273/88 -, BB 1988, S. 1716).
FG Hamburg, 11.11.2004 - V 251/00