Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%202004,%20247
Timestamp: 2019-06-26 15:11:38
Document Index: 200031167

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', '§ 373', '§ 138', '§ 373', '§ 138', '§ 164', '§ 373', '§ 138', '§ 164', '§ 373', '§ 37', '§ 138', '§ 164', '§ 242', '§ 286', 'BGH', '§ 164', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', '§ 373', '§ 242', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH']

BGH, 05.11.2003 - VIII ZR 218/01 - dejure.org
https://dejure.org/2003,1281
BGH, 05.11.2003 - VIII ZR 218/01 (https://dejure.org/2003,1281)
BGH, Entscheidung vom 05.11.2003 - VIII ZR 218/01 (https://dejure.org/2003,1281)
BGH, Entscheidung vom 05. November 2003 - VIII ZR 218/01 (https://dejure.org/2003,1281)
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BGB §§ 138 Abs. 1, 164 Abs. 1 Satz 1; ZPO § 373
BGB §§ 138 Abs. 1 Cb, 164 Abs. 1 Satz 1; ZPO § 373
Kollusives Zusammenwirken von Geschäftsführern selbständiger
Erfüllungswirkung von Zahlungen auf Darlehenskonto; Vorliegen einer sittenwidrigen Absprache wegen kollusiven Zusammenwirkens; Missbrauch der Vertretungsmacht; Berücksichtigung eines engen Verwandschaftsverhältnisses; Abtretung von Ansprüchen aus Lebensversicherung an Bank; Verlust einer Forderung
Zum kollusiven Zusammenwirken eng verwandter Geschäftsführer zweier selbständiger Gesellschaften bei der Erfüllung gegenseitiger Vertragspflichten
BGB § 138 Abs. 1 § 164 Abs. 1 S. 1; ZPO § 373
Kollusives Zusammenwirken verwandter Geschäftsführer zweier Gesellschaften; Beweiserhebung über innere Tatsachen
Kreditrecht - Kollusives Zusammenwirken eng verwandter Geschäftsführer
BGB § 138 Abs. 1, § 164 Abs. 1 Satz 1; ZPO § 373
Beweis innere Tatsachen, Darlegungs- und Beweislast, Geschäftsführer, Geschäftsführungsmaßnahme, kollusives Zusammenwirken, Treuepflicht
GmbHG § 37 Abs. 2; BGB § 138 Abs. 1, § 164 Abs. 1 Satz 1, § 242; ZPO § 286
Unzulässige Rechtsausübung bei grob fahrlässiger Unkenntnis vom Missbrauch der Vertretungsmacht durch GmbH-Geschäftsführer
NJW-RR 2004, 247
MDR 2004, 497 (Ls.)
WM 2003, 2456
DB 2004, 181 (Ls.)
NZG 2004, 139
So ist anerkannt, dass Vereinbarungen, die der Vertreter einer Partei im Einverständnis mit dem Vertragsgegner "hinter dem Rücken" des Geschäftsherrn und zu dessen Schaden trifft, gegen die guten Sitten verstoßen und nichtig sind (BGH, Urteil vom 05. November 2003 - VIII ZR 218/01 - NJW-RR 2004, 247 ff., juris Rn. 12;… Gehrlein/Weinland in: Herberger/Martinek/Rüßmann u.a., jurisPK-BGB, 7. Aufl. 2014, § 164 BGB Rn. 49).
Nach diesen Maßstäben unterliegt ein kollusives Zusammenwirken zwischen dem Vertreter und dem "Gegenüber" mit dem Ziel einer Schädigung des Vertretenen als Verstoß gegen die guten Sitten der Nichtigkeitsfolge des § 138 Abs. 1 BGB (BGH, Urteile vom 5. November 2003 - VIII ZR 218/01 - NJW-RR 2004, 247 und vom 28. Januar 2014 - II ZR 371/12 - ZIP 2014, 615 ).
Der Domizilwille stellt eine innere Tatsache dar, die in der Weise bewiesen werden kann, dass Indizien festgestellt werden, die den Schluss darauf zulassen (Senatsurteile vom 5. November 2003 - VIII ZR 218/01, NJW-RR 2004, 247 unter II 2, und vom 4. Mai 1983 - VIII ZR 94/82, NJW 1983, 2034 unter II 3 b, insoweit in BGHZ 87, 227 nicht abgedruckt).
Ein Rechtsgeschäft ist sittenwidrig und daher nichtig, wenn ein Vertreter und sein Geschäftsgegner "hinter dem Rücken" des Vertretenen und zu dessen Schaden gehandelt haben (BGH WM 2003, 2456, 2457;… BGH WM 1988, S. 1380, 1381;… Ellenberger in: Palandt, BGB, 71. Auflage 2012, § 138 Rz. 62).
Dies stellt entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin, die nicht zwischen den Substantiierungsanforderungen hinsichtlich des Tatsachenvortrags und des Beweisantritts unterscheidet, auch einen Verfahrensfehler dar (vgl. BGH, Urteil vom 5. November 2003 - VIII ZR 218/01 - BGHR ZPO § 373 Tatsache, innere 3).
Liegt auf Seiten des Vertreters ein Missbrauch der Vertretungsmacht vor und hat der Geschäftsgegner dies erkannt oder grob fahrlässig die Augen davor verschlossen, steht dem Vertretenen der Einwand aus Treu und Glauben (§ 242 BGB) gegen die Wirksamkeit des Geschäfts zu (BGH NJW-RR 2004, 247, 248; BGH NJW 2002, 1497; BGHZ 113, 315 = NJW 1991, 1812 = BauR 1991, 331; BGH NJW 1990, 384; BGHZ 50, 112 = NJW 1968, 1379).
Bei einem kollusiven Zusammenwirken des Vertreters mit dem Vertragspartner zum Nachteil ("hinter dem Rücken") des Vertretenen nimmt der Bundesgerichtshof Nichtigkeit des Geschäfts gemäß § 138 BGB an (BGH, NJW-RR 2004, 247, 248; NJW 2002, 1497, 1498; NJW 1989, 26; s. auch OLG Hamm NJW-RR 1997, 737, 738).
Dazu müssen jedoch Umstände (Indiztatsachen) festgestellt werden, die einen Schluss auf die innere Tatsache zulassen (BVerfG NJW 1993, 2165; BGH, Urt. v. 5. November 2003 - VIII ZR 218/01, NJW-RR 2004, 247, 248).