Source: http://www.stb-umbach.de/service/faq/
Timestamp: 2020-04-06 11:43:57
Document Index: 27434127

Matched Legal Cases: ['§ 31', '§ 32', '§ 33', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 35', '§ 8']

FAQ - Umbach & Umbach Steuerberater
Bestimmte steuerrechtliche Angelegenheiten rufen immer wieder ähnliche Fragen hervor. Hier finden Sie eine entsprechende Auswahl, die auf einer ausführlichen Zusammenstellung des Bayerischen Landesamtes für Steuern basiert.
Sollten Sie Ihre persönliche Frage hier nicht entdecken, stöbern Sie doch auch mal in unseren informativen Mandanten-Merkblättern - oder melden Sie sich gern bei uns!
Was ist unter „Abgeltungsteuer“ zu verstehen?
Die Abgeltungsteuer ist eine Form der Erhebung der Einkommensteuer durch Abzug an der Quelle. Der Abgeltungsteuer unterliegen alle Kapitalerträge, die nicht in einem Unternehmen anfallen. Inländische Schuldner oder Zahlstellen (z. B. Banken) sind danach verpflichtet, einen Steuerabzug vorzunehmen und an die Finanzverwaltung abzuführen. Mit dem Steuerabzug ist die Einkommensteuer des Gläubigers grundsätzlich abgegolten. Die Angabe der Kapitaleinkünfte in der Einkommensteuererklärung ist nicht mehr erforderlich. Der Steuersatz beträgt einheitlich 25 %. Hinzu kommen Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.
Unter die Regelungen der Abgeltungsteuer fallen grundsätzlich alle Einkünfte aus dem Kapitalvermögen, insbesondere Zinserträge aus Geldeinlagen bei Kreditinstituten, Kapitalerträge aus Forderungs­wertpapieren, Dividenden, Erträge aus Investmentfonds oder Termingeschäfte und auch Zertifikatserträge. Weiterhin erfasst die Abgeltungsteuer Gewinne aus privaten Veräußerungs­geschäften, insbesondere bei Wertpapieren, Investmentanteilen und Beteiligungen an Kapital­gesellschaften, nicht jedoch Immobilien.
Der wichtigste und augenfälligste Vorteil ist die Vereinfachung der persönlichen Einkommensteuererklärung. Wer seine Konten und Depots im Inland unterhält, muss sich nicht mehr um die steuerlichen Folgen seiner Kapitalanlagen kümmern. Dies erledigt sein Kreditinstitut für ihn. Gleichzeitig eröffnet die Veranlagungsoption ggf. eine niedrigere steuerliche Belastung mit dem individuellen Einkommensteuersatz. Die Erklärungsvordrucke sind einfacher und verständlicher gestaltet. Dies bringt auch Erleichterungen für den Steuerpflichtigen, der die Veranlagung wählt.
Können wir die Studiengebühren und Unterhaltszahlungen für unsere Tochter/unseren Sohn von der Steuer absetzen?
Grundsätzlich sind solche Aufwendungen von Eltern durch den Familienleistungsausgleich (§ 31 EStG, § 32 EStG) abgegolten. Danach wird während des Kalenderjahrs ausschließlich das Kindergeld als Steuervergütung gezahlt (im Regelfall an die Mutter). Im Rahmen der persönlichen Einkommensteuerveranlagung der Eltern wird dann durch das Finanzamt von Amts wegen geprüft, ob der Abzug der Freibeträge für Kinder günstiger ist als der Anspruch auf Kindergeld. Ist der Abzug der Freibeträge für Kinder günstiger, so erhöht sich die hierdurch verminderte Einkommensteuer um den (niedrigeren) Anspruch auf Kindergeld.
Seit 2012 ist die Einkünfte- und Bezügegrenze für volljährige Kinder zwischen 18 Jahren und 25 Jahren weggefallen, wodurch sich der Erklärungsaufwand für Eltern sowohl beim Kindergeldantrag gegenüber den Familienkassen als auch bei der Einkommensteuererklärung deutlich vermindert hat.
Zusätzlich kann unter bestimmten Voraussetzungen zur Abgeltung des Sonderbedarfs eines in Berufsausbildung (z. B. auch Studium) befindlichen, auswärtig untergebrachten, volljährigen Kindes, für das Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag besteht, noch ein Freibetrag von 924 EUR je Kalenderjahr vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen werden.
Jedem Elternteil steht grundsätzlich die Hälfte dieses Abzugsbetrags zu (§ 33a Abs. 2 EStG).
Spenden für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke (§ 10b EStG) gehören zu den Sonderausgaben. Für diese wird bei der Ermittlung der Einkommensteuer und der Lohnsteuer pro Jahr ein Sonderausgabenpauschbetrag in Höhe von 36 EUR (Alleinstehende) bzw. 72 EUR (zusammenveranlagte Ehe-/Lebenspartner) berücksichtigt (§ 10c Satz 1 und 2 EStG). Das bedeutet, dass sich Sonderausgaben erst dann und nur insoweit steuermindernd auswirken, als der maßgebliche Sonderausgabenpauschbetrag überschritten ist.
Sonderausgaben sind aber nicht nur Spenden, sondern auch die weiteren in § 10c Satz 1 EStG und § 10 Abs. 1 EStG genannten Aufwendungen, etwa die gezahlte Kirchensteuer, § 10 Abs. 1 Nr. 4 EStG (ab dem Veranlagungszeitraum 2009 insoweit nicht abziehbar, als im Wege der Abgeltungsteuer erhoben und bei der Einkommensteuerveranlagung nicht berücksichtigt).
Welche Kosten kann ich bei einer Auswärtstätigkeit (z. B. Dienstreise, Monteurstätigkeit u. ä.) als Werbungskosten geltend machen?
Aufwendungen anlässlich einer Auswärtstätigkeit können als Werbungskosten berücksichtigt werden. Eine Auswärtstätigkeit liegt vor, wenn Sie aus beruflichen Gründen vorübergehend außerhalb Ihrer Wohnung und Ihrer ersten Tätigkeitsstätte (bis 2013: regelmäßigen Arbeitsstätte) beruflich tätig werden.
Zu den Reisekosten gehören Fahrtkosten, Verpflegungs­mehraufwendungen, Übernachtungskosten bei mehrtägiger Auswärtstätigkeit sowie Nebenkosten, z. B. Aufwendungen für die Beförderung und Aufbewahrung des Gepäcks, für Telefon, Telefax, Porto, Garage und Parkplatz. Sie müssen diese Aufwendungen im Einzelnen nachweisen, bis auf zwei Ausnahmen:
1.) Bei Benutzung eines eigenen Fahrzeugs können Sie anstelle der nachgewiesenen Kosten einen Pauschsatz für den gefahrenen Kilometer geltend machen:
beim Pkw 0,30 EUR,
bei einem Motorrad oder einem Motorroller 0,13 EUR,
bei einem Moped oder Mofa 0,08 EUR,
bei einem Fahrrad 0,05 EUR.
Bei Mitnahme eines Arbeitskollegen erhöht sich der Betrag von 0,30 EUR um 0,02 EUR und der Betrag von 0,13 EUR um 0,01 EUR.
2.) Die Verpflegungsmehraufwendungen können nur pauschal geltend gemacht werden, und zwar mit folgenden Beträgen je Kalendertag:
Für Veranlagungszeiträume bis 2013:
mindestens 8 Stunden: 6 EUR
mindestens 14 Stunden: 12 EUR
Für Veranlagungszeiträume ab 2014:
Für Auslandsreisen gelten andere Pauschbeträge. Hat Ihnen der Arbeitgeber Reisekosten steuerfrei erstattet, müssen Sie diese von den Aufwendungen abziehen. Nur den Restbetrag können Sie als Werbungskosten geltend machen.
Ja. Privatpersonen bis zu 20 % des Arbeitslohns aus einer Handwerkerrechnung für Modernisierungs-, Erhaltungs- oder Renovierungsmaßnahmen, die in einem inländischen, einem in der Europäischen Union (EU) oder im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) liegenden Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden, maximal aber 1.200 EUR von der Steuerschuld abziehen (§ 35a Abs. 3 Satz 1 EStG).
Die Aufwendungen mussten bis 2007 durch Vorlage einer Rechnung und die Zahlung auf das Konto des Erbringers durch Beleg des Kreditinstituts nachgewiesen werden.
Ab 2008 reicht es aus, dass der Steuerpflichtige für die Aufwendungen eine Rechnung erhalten hat und die Zahlung auf das Konto des Erbringers erfolgt ist. Auf Aufforderung durch das Finanzamt hat dies der Steuerpflichtige entsprechend nachzuweisen.
Ebenfalls ausgeschlossen sind Aufwendungen für geringfügige Beschäftigungsverhältnisse im Sinne des § 8 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch. (Keine „Doppelbegünstigung“.)
Grundsätzlich ist die Förderung im Rahmen der Einkommensteuererklärung zu beantragen, kann aber auch bereits im Lohnsteuerermäßigungsverfahren berücksichtigt werden.
Bei der Einkommensteuer können maximal die für das betreffende Kalenderjahr geleisteten Einkommen­steuervoraus­zahlungen (vierteljährlich), Lohnsteuer-, Kapitalertragsteuer- und Abgeltung­steuerbeträge, jeweils mit Solidaritäts­zuschlag und ggf. Kirchensteuer (letztere wird vom Kirchensteueramt ausbezahlt) erstattet werden. Denn diese Beträge sind nur Vorausleistungen auf die voraussichtliche Jahressteuerschuld.