Source: http://tv-statistik.ch/de/erlaeuterungen/index.php
Timestamp: 2018-03-19 20:27:09
Document Index: 40922542

Matched Legal Cases: ['Art. 18', 'Art. 17', 'Art. 128', 'Art. 132', 'Art. 20', 'Art. 135', 'Art. 144', 'Art. 34', 'Art. 32', 'Art. 40', 'Art. 25']

In der Schweiz ist für sämtliche Eingriffe und Handlungen an Tieren zu Versuchszwecken bei den kantonalen Behörden ein Gesuch einzureichen (vgl. Art. 18 Abs. 1 TSchG ). Tierversuche, die den Tieren Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen, sie in Angst versetzen, ihr Allgemeinbefinden erheblich beeinträchtigen oder ihre Würde in anderer Weise missachten können, sind auf das unerlässliche Mass zu beschränken ( Art. 17 TSchG ). Bewilligungen für Versuche werden wissenschaftlichen Leitern von Instituten und Laboratorien erteilt, wenn ihre Institution über die entsprechenden Infrastrukturen für eine fachgerechte Versuchsdurchführung verfügt, insbesondere geeignete Einrichtungen für die Haltung der betreffenden Tiere ( Art. 128 Tierschutzverordnung ; SR 455.1; TSchV). Die Tierversuche müssen unter der Leitung einer erfahrenen Fachperson durchgeführt werden ( Art. 132 TSchV ). Schmerzen, Leiden oder Schäden dürfen einem Tier nur zugefügt oder es darf nur in Angst versetzt werden, soweit dies für den verfolgten Zweck unvermeidlich ist ( Art. 20 Abs. 1 TSchG ). Die Tiere sind sorgfältig an die Versuchsbedingungen zu gewöhnen, und ihr Befinden muss regelmässig überprüft werden. Falls ein Versuch mehr als geringfügige Schmerzen zur Folge hat, darf er nur unter lokaler oder allgemeiner Betäubung und mit anschliessender ausreichender Schmerzbekämpfung durchgeführt werden. Tiere, die erheblich belastet wurden, dürfen nicht in weiteren Versuchen eingesetzt werden. Dauern bei einem Tier nach einem Eingriff oder einer Massnahme die Schmerzen, Leiden, Schäden oder die Angst an, so muss es getötet werden ( Art. 135 TSchV ). Tierversuche sind schriftlich aufzuzeichnen ( Art. 144 TSchV ). Die kantonalen Behörden überwachen die Versuchstierhaltung und die Durchführung der Tierversuche. Sie erteilen die Bewilligungen auf Antrag einer unabhängigen Tierversuchskommission, in der die Tierschutzorganisationen angemessen vertreten sind ( Art. 34 TSchG ).
Der Vollzug des Gesetzes obliegt den Kantonen ( Art. 32 Abs. 2 TSchG ), das Eidgenössische Departement des Innern hat die Oberaufsicht inne ( Art. 40 TSchG ). Gegen Verfügungen betreffend Tierversuchsbewilligungen hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als zuständige Bundesbehörde das Beschwerderecht ( Art. 25 Abs. 1 TSchG ).
In der vorliegenden Statistik sind alle Wirbeltiere (Säugetiere, Vögel, Amphibien, Reptilien und Fische) sowie Cephalopoden (Kopffüsser) und Reptantia (Panzerkrebse) aufgeführt, welche sich zu irgendeinem Zeitpunkt zwischen 1. Januar und 31. Dezember 2016 in einem Tierversuch befanden.
In der Tierversuchsstatistik sind diese Zahlen nicht separat aufgeführt, sondern in der Gesamtzahl für die jeweilige Tierart enthalten. Für 2016 wurden erfasst:
8006 Foeten von Ratten, Mäusen und Hühnern [2015: 10'085]
680 Larven von Lurchen und Fischen [2015: 4'183]
Im Gegensatz zur Statistik für den Europarat wurden die Tiere, die schon im Vorjahr im Versuch waren, erneut erfasst. Bei Tieren, die 2016 in verschiedenen Tierversuchen eingesetzt wurden, wird jeder Versuchseinsatz gezählt.
Die Bewilligungen für Tierversuche werden im Register <Bewilligungen> behandelt. Im Register <Statistik> ist die Entwicklung im Zeitverlauf von 1983 - 2016 grafisch dargestellt. Ausserdem werden die Tierarten nach Verwendungszweck, nach Schweregrad der Belastung sowie der Tierverbrauch nach Kantonen dargestellt. Im Register < Versuchstierhaltung > werden die 2013 erstmals erhobenen Daten über die in bewilligten Versuchstierhaltungen geborenen und zu Versuchszwecken importierten Tiere dargestellt. Zusätzlich können im Register <Erweiterte Statistik> interaktiv weitere Abfragen gemacht werden (nach Versuchszweck, Schweregrad, Tierarten, Kanton...).