Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/cancrin_beschreibung_1767?p=217
Timestamp: 2020-02-26 10:25:34
Document Index: 266600112

Matched Legal Cases: ['Art.\n1', 'Art 9', 'Art.\n1', 'Art 9', 'Art 9', 'Art. 1', 'Art 9']

von dieser Arbeit bei den klausthalischen Werken.
Da die Erze mit verschiedenen strengen und in Feuer flüchtigen Mineralien vermischt
sind, wozu man insbesondere Quarz, Schwefel und Arsenik rechnen kan: So
pflegt man auch alle und iede, so wol trokken- als naßgepochte Schliege zu rösten. Es
geschiehet dieses in besonders dazu vorgerichteten Brennöfen auf die izt nachfolgende Art.
1. Man teilet zwei Röste, oder 66 Centner nasse Schliege, die ohngefähr aus 30
Centner Graben-, 18 Centner Untergerinn-, und 18 Centner Schlamschlieg
bestehen, in fünf gleiche Teile.
2. Ein iedes Fünftel dieser Schliege bringt man in einen Brennofen, und ziehet
den Schlieg so dünn aus einander, daß er nur 3 bis 4 Zoll dik auf einan-
der lieget.
3. Jn den auf diese Art mit Schliegen angefülten Brennöfen fängt man vor erst
ganz langsam an zu feuern, bei diesem Feuer aber läst man die Schliege vier
Stunde ohngerührt liegen, damit sich der sehr zarte Schlieg, wann er zu
früh, und ehe er zusammen gebrent ist, gerührt wird, nicht verstäuben, und
in dem Rauch fortgehen möge.
4. Jst diese Zeit vorbei: So rühret man den Schlieg zum erstenmal, und fängt
alsdann an etwas stärker zu feuern.
5. Dieses Rühren der Schliege sezt man alsdann alle zwei Stunde fort, man
verstärkt zugleich aber auch das Feuer immer mehr und mehr, damit die
Schliege recht durchrösten und zusammen bakken, und sich bei dem darauf
folgenden Schmelzen in dem Ofen nicht verstäuben mögen. Wann nun
die Schliege
6. auf diese Art 9 bis 10 Stunde gebrennet worden, da dann der gröbste Schwe-
fel und der Arsenik abgedämpfet ist: So ziehet man sie aus denen Brenn-
öfen, weil sie nunmehr zum Schmelzen geschikt sind, heraus.
Das Brennen der Schliege geschiehet aus einer zwofachen Absicht. Man sucht dadurch ein-
mal die strenge Bergarten milder zu machen, vor das andere aber die feuerflüchtige und schwefe-
von dieſer Arbeit bei den klausthaliſchen Werken.
Da die Erze mit verſchiedenen ſtrengen und in Feuer fluͤchtigen Mineralien vermiſcht
ſind, wozu man insbeſondere Quarz, Schwefel und Arſenik rechnen kan: So
pflegt man auch alle und iede, ſo wol trokken- als naßgepochte Schliege zu roͤſten. Es
geſchiehet dieſes in beſonders dazu vorgerichteten Brennoͤfen auf die izt nachfolgende Art.
1. Man teilet zwei Roͤſte, oder 66 Centner naſſe Schliege, die ohngefaͤhr aus 30
Centner Graben-, 18 Centner Untergerinn-, und 18 Centner Schlamſchlieg
beſtehen, in fuͤnf gleiche Teile.
2. Ein iedes Fuͤnftel dieſer Schliege bringt man in einen Brennofen, und ziehet
den Schlieg ſo duͤnn aus einander, daß er nur 3 bis 4 Zoll dik auf einan-
3. Jn den auf dieſe Art mit Schliegen angefuͤlten Brennoͤfen faͤngt man vor erſt
ganz langſam an zu feuern, bei dieſem Feuer aber laͤſt man die Schliege vier
Stunde ohngeruͤhrt liegen, damit ſich der ſehr zarte Schlieg, wann er zu
fruͤh, und ehe er zuſammen gebrent iſt, geruͤhrt wird, nicht verſtaͤuben, und
in dem Rauch fortgehen moͤge.
4. Jſt dieſe Zeit vorbei: So ruͤhret man den Schlieg zum erſtenmal, und faͤngt
alsdann an etwas ſtaͤrker zu feuern.
5. Dieſes Ruͤhren der Schliege ſezt man alsdann alle zwei Stunde fort, man
verſtaͤrkt zugleich aber auch das Feuer immer mehr und mehr, damit die
Schliege recht durchroͤſten und zuſammen bakken, und ſich bei dem darauf
folgenden Schmelzen in dem Ofen nicht verſtaͤuben moͤgen. Wann nun
6. auf dieſe Art 9 bis 10 Stunde gebrennet worden, da dann der groͤbſte Schwe-
fel und der Arſenik abgedaͤmpfet iſt: So ziehet man ſie aus denen Brenn-
oͤfen, weil ſie nunmehr zum Schmelzen geſchikt ſind, heraus.
Das Brennen der Schliege geſchiehet aus einer zwofachen Abſicht. Man ſucht dadurch ein-
mal die ſtrenge Bergarten milder zu machen, vor das andere aber die feuerfluͤchtige und ſchwefe-
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[197/0217] von den einſeitigen churhannoͤv. Silber-Kupfer- u. Bleibergwerken ꝛc. Das erſte Kapittel von der Roharbeit. Der erſte Tittel von dieſer Arbeit bei den klausthaliſchen Werken. §. 92. Da die Erze mit verſchiedenen ſtrengen und in Feuer fluͤchtigen Mineralien vermiſcht ſind, wozu man insbeſondere Quarz, Schwefel und Arſenik rechnen kan: So pflegt man auch alle und iede, ſo wol trokken- als naßgepochte Schliege zu roͤſten. Es geſchiehet dieſes in beſonders dazu vorgerichteten Brennoͤfen auf die izt nachfolgende Art. 1. Man teilet zwei Roͤſte, oder 66 Centner naſſe Schliege, die ohngefaͤhr aus 30 Centner Graben-, 18 Centner Untergerinn-, und 18 Centner Schlamſchlieg beſtehen, in fuͤnf gleiche Teile. 2. Ein iedes Fuͤnftel dieſer Schliege bringt man in einen Brennofen, und ziehet den Schlieg ſo duͤnn aus einander, daß er nur 3 bis 4 Zoll dik auf einan- der lieget. 3. Jn den auf dieſe Art mit Schliegen angefuͤlten Brennoͤfen faͤngt man vor erſt ganz langſam an zu feuern, bei dieſem Feuer aber laͤſt man die Schliege vier Stunde ohngeruͤhrt liegen, damit ſich der ſehr zarte Schlieg, wann er zu fruͤh, und ehe er zuſammen gebrent iſt, geruͤhrt wird, nicht verſtaͤuben, und in dem Rauch fortgehen moͤge. 4. Jſt dieſe Zeit vorbei: So ruͤhret man den Schlieg zum erſtenmal, und faͤngt alsdann an etwas ſtaͤrker zu feuern. 5. Dieſes Ruͤhren der Schliege ſezt man alsdann alle zwei Stunde fort, man verſtaͤrkt zugleich aber auch das Feuer immer mehr und mehr, damit die Schliege recht durchroͤſten und zuſammen bakken, und ſich bei dem darauf folgenden Schmelzen in dem Ofen nicht verſtaͤuben moͤgen. Wann nun die Schliege 6. auf dieſe Art 9 bis 10 Stunde gebrennet worden, da dann der groͤbſte Schwe- fel und der Arſenik abgedaͤmpfet iſt: So ziehet man ſie aus denen Brenn- oͤfen, weil ſie nunmehr zum Schmelzen geſchikt ſind, heraus. Die 1. Anmerkung. Das Brennen der Schliege geſchiehet aus einer zwofachen Abſicht. Man ſucht dadurch ein- mal die ſtrenge Bergarten milder zu machen, vor das andere aber die feuerfluͤchtige und ſchwefe- lichte B b 3
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Zitationshilfe: Cancrin, Franz Ludwig von: Beschreibung der vorzüglichsten Bergwerke. Frankfurt (Main), 1767, S. 197. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/cancrin_beschreibung_1767/217>, abgerufen am 26.02.2020.