Source: http://stillgeboren.de/?cat=21
Timestamp: 2018-02-20 13:50:18
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Matched Legal Cases: ['§ 29', '§ 29', '§ 29', '§ 29', '§ 6', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 3', '§ 6', '§ 9', '§ 6', '§ 1', '§ 9', '§ 9', '§ 21', '§ 29', '§ 9']

Information | Stillgeboren
Information, Rechtliche Informationen
Diese rechtlichen Informationen gelten nur für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. In der Schweiz und in Österreich gibt es andere Gesetze, die gerade diesen Bereich anders regeln.
1. Definition der rechtlichen Begriffe
§ 29 PSTGAVO (Ausführungsverordnung zum Personenstandsgesetz)
(1) Eine Lebendgeburt, für die die allgemeinen Bestimmungen über die Anzeige und die Eintragung von Geburten gelten, liegt vor, wenn bei einem Kinde nach der Scheidung vom Mutterleib entweder
(3) Hat sich keines der in Absatz 1 genannten Merkmale des Lebens gezeigt und beträgt das Gewicht der Leibesfrucht weniger als 500 Gramm, so ist die Frucht eine Fehlgeburt. Sie wird in den Personenstandsbüchern nicht beurkundet.
Die Geburt ist gemäß § 29 Abs. 1 AVO-PStG (Ausführungsordnung zum Personenstandsgesetz) eine Lebendgeburt,
Es wird nicht unterschieden, ob das lebend geboren Kind lebensfähig oder lebensunfähig ist, welches Geburtsgewicht oder welche Geburtslänge es und wie lange es gelebt hat.
Bei einer Totgeburt im rechtlichen Sinne handelt es sich, wenn ein Kind totgeboren wurde oder in der Geburt verstorben ist, d.h. sich keines der in § 29 Abs. 1 AVO-PStG (siehe oben unter Lebendgeburt) genannten Merkmale des Lebens gezeigt hat, das Gewicht des Kindes aber mindestens 500g beträgt.
Eine Fehlgeburt liegt vor, wenn das Gewicht des Kindes bei der Geburt weniger als 500g beträgt und sich keines der in § 29 Abs. 1 AVO-PStG (siehe oben unter Lebendgeburt) genannten Merkmale des Lebens gezeigt hat.
Eine Frühgeburt kann auch eine Totgeburt sein, wenn das Gewicht des Kindes mindestens 500g und höchstens 2500 g betragen hat BSG (Bundessozialgericht) 15.5.1974 BSGE 37 S. 216.
§ 6 MuSchG Beschäftigungsverbote nach der Entbindung
Gesetzesänderung seit Juni 2000
(1) Mütter dürfen bis zum Ablauf von acht Wochen, bei Früh- und Mehrlingsgeburten bis zum Ablauf von zwölf Wochen nach der Entbindung nicht beschäftigt werden. Bei Frühgeburten und sonstigen vorzeitigen Entbindungen verlängern sich die Fristen nach Satz 1 zusätzlich um den Zeitraum der Schutzfrist nach § 3 Abs. 2 , der nicht in Anspruch genommen werden konnte. Beim Tod ihres Kindes kann die Mutter auf ihr ausdrückliches Verlangen ausnahmsweise schon vor Ablauf dieser Fristen, aber noch nicht in den ersten zwei Wochen nach der Entbindung, wieder beschäftigt werden, wenn nach ärztlichem Zeugnis nichts dagegen spricht. Sie kann ihre Erklärung jederzeit widerrufen. (1
Altes Recht bis Juni 2000
(1) Wöchnerinnen dürfen bis zum Ablauf von acht Wochen nach der Entbindungnicht beschäftigt werden. Für Mütter nach Früh- und Mehrlingsgeburtenverlängert sich diese Frist auf zwölf Wochen, bei Frühgeburten zusätzlich umden Zeitraum, der nach § 3 Abs. 2 nicht in Anspruch genommen werden konnte. Beim Tode ihres Kindes kann die Mutter auf ihr ausdrückliches Verlangenschon vor Ablauf dieser Fristen wieder beschäftigt werden, wenn nachärztlichem Zeugnis nicht dagegen spricht. Sie kann ihre Erklärung jederzeitwiderrufen.
§ 3 MuSchG Beschäftigungsverbote für werdende Mütter
(2) Werdende Mütter dürfen in den letzten sechs Wochen vor der Entbindungnicht beschäftigt werden, es sei denn, dass sie sich zur Arbeitsleistungausdrücklich bereit erklären; die Erklärung kann jederzeit widerrufen werden.
Mit der Geburt des Kindes beginnt die zweite Mutterschaftsschutzfrist , die bei einer normalen Geburt und einer Totgeburt acht Wochen andauert, bei einer Mehrlingsgeburt oder einer Frühgeburt zwölf Wochen. Für Mütter nach Frühgeburten wird die 12-wöchige Schutzfrist nach der Entbindung und gleichzeitig die Anspruchsdauer auf Mutterschaftsgeld um den Zeitraum verlängert, um den die Schutzfrist vor der Entbindung nicht in Anspruch genommen werden konnte.
Seit einer Gesetzesänderung im Juni 2002 wird auch bei Geburten, die keine Frühgeburten sind, bei denen das Kind aber vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt kommt , die zweite, mit der Geburt des Kindes beginnende Mutterschaftsschutzfrist um den Zeitraum verlängert, um den die Schutzfrist vor der Entbindung nicht in Anspruch genommen werden konnte.
a) Lebendgeburt und Tot des Kindes nach der Geburt
Normalerweise hat jeder Mutter gemäß § 6 MuSchG (Mutterschutzgesetz) nach der Entbindung einen Anspruch auf 8 Wochen Mutterschutz, in dem die Mutter nicht beschäftigt werden darf. Dieser Schutz erhöht sich bei Früh- (siehe dort) und Mehrlingsgeburten auf 12 Wochen. Die Dauer der Schutzfrist von 8 Wochen bei Normalgeburten und von 12 Wochen bei Früh- und Mehrlingsgeburten ist für alle Frauen gleich. Eine Verlängerung oder Verkürzung ist auch nicht in Ausnahmefällen zugelassen.
Wie bereits oben beschrieben, wird hierbei nicht unterschieden, ob das lebend geboren Kind lebensfähig oder lebensunfähig ist, welches Geburtsgewicht oder welche Geburtslänge es und wie lange es gelebt hat. Auch wenn das Kind während des Mutterschutzes stirbt, hat die Mutter Anspruch auf den vollen weiteren Mutterschutz Zmarzlik/Zipper/Viethen, MuSchG, 8. Auflage 1999, § 6 MuSchG Rdz. 18 .
In § 6 Abs. 1 S. 3 MuSchG ist vorgesehen, daß die Mutter beim Tode ihres Kindes auf ihr ausdrückliches Verlangen schon vor Ablauf dieser Fristen wieder beschäftigt werden kann, wenn nach ärztlichem Zeugnis nicht dagegen spricht. Dies Bedeutet, sofern die Mutter es möchte, sie schon vor Ablauf der Schutzfrist wieder arbeiten darf. Der Arbeitgeber muß sie allerdings nicht in dieser Zeit beschäftigen, d.h. die Mutter hat keinen Anspruch auf Beschäftigung. Auf der anderen Seite kann der Arbeitgeber aber auch eine Wiederaufnahme der Arbeit nicht verlangen.
Sie kann ihre Erklärung gemäß § 6 Abs. 1 S. 4 MuSchG Vorzeit wieder arbeiten zu wollen jederzeit widerrufen, wobei dieser Widerruf weder an Fristen noch an eine Form gebunden ist.
Nach einer Frühgeburt erhöht sich der normale Mutterschutz von 8 Wochen auf 12 Wochen. Darüber hinaus steht der Mutter – bereits nach dem altem Recht – zusätzlich der Zeitraum zu, der nach § 3 Abs. 2 MuSchG (6 wöchiges Beschäftigungsverbot vor der Entbindung) nicht in Anspruch genommen werden konnte, so daß einer Mutter bis zu 18 Wochen Mutterschutz zustehen kann.
c) Totgeburt
Das es sich bei einer Totgeburt auch um eine Entbindung im Sinne von § 6 MuSchG handelt, stehen solchen Müttern auch ein entsprechender Mutterschutz zu, d.h. zumindest die normalen 8 Wochen. Da eine Totgeburt auch eine Frühgeburt sein kann, sofern das Gewicht des Kindes mindestens 500g und höchsten 2500g betragen hat, verlängert sich im diesen Fall die Schutzfrist auf 12 Wochen. Nach neuem Recht wird der Mutterschutz unabhängig davon, ob es sich um eine Frühgeburt handelt auch um den Zeitraum verlängert, um den die Schutzfrist vor der Entbindung nicht in Anspruch genommen werden konnte, d.h. bis zu 6 Wochen also insgesamt können der Mutter bis zu 18 Wochen zustehen.
d) Fehlgeburt
Die Fehlgeburt wird rechtlich nicht als Entbindung angesehen mit der Folge, daß einer Mutter kein entsprechender Mutterschutz zusteht BAG (Bundesarbeitsgericht) 16.2.1973, AP Nr. 2 zu § 9 MuSchG 1968. Mit der Fehlgeburt scheidet die Mutter aus dem Geltungsbereich des MuSchG ganz aus. Sie haben lediglich den normalen Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle.
e) Schwangerschaftsabbruch
Bis zum Urteil des BAG (Bundesarbeitsgerichts vom 15.12.2005 2 AZR 462/04) wurde der Schwangerschaftsabbruch ebenfalls nicht einer Entbindung gleichgestellt mit der Folge, das Mutterschutzrecht keine Anwendung fand. Begründet wurde dies damit, daß der Schwangerschaftsabbruch im Gegensatz zur Entbindung nicht auf Leben, sondern auf den Tod des Kindes gerichtet sei (vgl. Zmarzlik/Zipper/Viethen, MuSchG, 8. Auflage 1999, § 6 MuSchG Rdz. 18, ebenso Buchner/Becker, MuSchG, BErzGG, 6. Auflage1998, § 1Rdz. 140.)
Nach dem BAG (Bundesarbeitsgerichts vom 15.12.2005 2 AZR 462/04, BAG MDR 2006 R 15) besteht auch Mutterschutz nach einer medizinisch indizierten Einleitung der Geburt, sofern das Kind ein Gewicht von mindestens 500 g hat. Auszug aus der Pressestelle des BAG hier.
Graphische Übersicht über den Mutterschutz
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Pressemitteilung Nr. 80/05
Die schwangere Klägerin arbeitete seit dem 15. September 2002 in der Rechtsabteilung der Beklagten. Der voraussichtliche Entbindungstermin sollte der 1. Mai 2003 sein. Anlässlich einer Vorsorgeuntersuchung im Dezember 2002 wurde eine Funktionsstörung der Nieren des ungeborenen Kindes festgestellt (sog. Potter-Syndrom), die zum sicheren Tod des Kindes noch während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt geführt hätte. Auf ärztlichen Rat wurden am 26. Dezember die Wehen medikamentös eingeleitet. Am 28. Dezember brachte die Klägerin einen toten Jungen mit einem Gewicht von 600 Gramm zur Welt. In der Todesbescheinigung ist angegeben, dass das Kind in der Geburt verstorben ist. Die Klägerin teilte am 30. Dezember 2002 der Beklagten mit, die Schwangerschaft sei abgebrochen worden und das Kind gestorben. Die Beklagte kündigte mit Schreiben vom 5. März 2003 das Arbeitsverhältnis der Klägerin fristgemäß. Mit ihrer Klage hat sich die Klägerin gegen diese Kündigung mit dem Hinweis gewandt, diese sei nach § 9 Abs. 1 MuSchG unzulässig. Die Beklagte hat die Auffassung vertreten, der Sonderkündigungsschutz für Mütter finde vorliegend keine Anwendung, weil auch ein medizinisch indizierter Schwangerschaftsabbruch keine “Entbindung” im Sinne des Gesetzes sei.
Die Vorinstanzen haben die Klage abgewiesen. Auf die Revision der Klägerin hat das Bundesarbeitsgericht der Klage stattgegeben.
Nach § 9 Abs. 1 Satz 1 MuSchG ist die Kündigung gegenüber einer Frau während einer Schwangerschaft und bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung unzulässig. Eine Entbindung im Sinne der Norm ist ua. in Anlehnung an entsprechende personenstandsrechtliche Bestimmungen (§ 21 Abs. 2 PStG iVm. § 29 Abs. 2 PStV) dann anzunehmen, wenn die Leibesfrucht ein Gewicht von mindestens 500 Gramm hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Kind lebend oder tot geboren wird. Das gilt auch bei einer medizinisch indizierten vorzeitigen Beendigung der Schwangerschaft. Dies entspricht dem Sinn und Zweck von § 9 Abs. 1 MuSchG, ua. einen Schutz für die durch die Schwangerschaft und den Geburtsvorgang entstehenden Belastungen der Frau zu gewähren.
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15. Dezember 2005 – 2 AZR 462/04 -
Vorinstanz: LAG München, Urteil vom 14. Juli 2004 – 5 Sa 241/04
Wir in Hamburg haben Glück, denn die Verwaisten Eltern bieten hier eine – d.h. mittlerweile sogar drei – begleitete reine Babygruppen an. Dort finden sich betroffene Eltern, die alle ein Baby in der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt verloren haben. Gerade der Verlust um ein Baby, das – wie man doch häufig hören muß “ja noch gar nicht gelebt hat”, wird von der Umwelt ganz anderes wahrgenommen bzw. nicht wahrgenommen.
Unsere Gruppe wuchs sehr schnell zusammen, so daß wir uns auch oft privat trafen und jetzt noch treffen (Hierüber möchte ich demnächst mehr schreiben, einen Bericht, der auch über die Gruppe erzählt findet hier). Wir haben die ersten Geburtstage unserer Kinder gefeiert, Bäume für sie gepflanzt und uns immer gegenseitig unterstützt. Dann nach zwei Jahren hieß es, jedenfalls für den offiziellen Teil Abschiednehmen.
Presseartikel in der Ostseezeitung vom September 2001 über die Gründung einer Selbsthilfegruppe „Niemand soll sich mehr so allein fühlen wie ich”Anja Martin gründete Gesprächskreis zur Selbsthilfe.
Gemeinsam sind wir stärker Artikel aus der Tina 16. November 2000, in dem ein Bericht über mich und die Selbsthilfegruppe der Verwaisten Eltern in Hamburg berichtet wird.
An die drei Tage des Trauerseminars der Verwaisten Eltern in Bad Segeberg denke ich gerne zurück. Ich bin immer noch ganz erfüllt von dem Geist, den unsere Gruppe umgeben hat. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so ein wunderbares Wochenende gehabt habe. Noch nie habe ich es erlebt, daß sich in so kurzer Zeit an sich völlig fremde Menschen so vertraut wurden, als hätten sie sich schon lange gekannt. Von diesem Seminar strahlt auf mich immer noch eine Faszination aus, die mir die Kraft gegeben hat, die letzten Tage, meinen Stichtag am Montag und gestern, Heiligabend, gut zu überstehen. Es war einfach unglaublich und wird wahrscheinlich für einen Außenstehenden kaum zu begreifen sein.
Es begann am Freitagabend mit einer Begrüßung durch die Seminarleiterin. Gleich ihre ersten Worte taten gut: ”Liebe Eltern!”. Das hatte bislang noch nie jemand zu uns gesagt. Auf meinen Hinweis, daß ich normaler Weise 8 Wochen Mutterschutz gehabt hätte, hatte ich bislang nur zweifelnde Blicke geerntet. Wieso denn Mutterschutz, wenn doch kein Kind da ist? So fing der Abend gleich gut an.
Es waren ca. 70 bis 80 Personen dort, auch einige Kinder. Nach einer kurzen Begrüßung wurde das Lied von Michael Jackson “Gone too soon” gespielt. Jeder hatte den englischen Text und die deutschen Übersetzung vor sich. Ein wunderbares Lied, dem man ohne die Übersetzung wohl kaum Bedeutung beigemessen hätte. Jede Zeile sprach einem aus dem Herzen.
Dann bekam jedes Elternpaar ein Blatt gelbes Papier, eine Schere und einen Stift in die Hand gedrückt, mit der Aufforderung, einen Stern auszuschneiden und den Name des Kindes darauf zu schreiben und was einem noch wichtig ist. Ich war völlig perplex, als Kai sofort loslegte, die Schere nahm und eifrig anfing, zu schnippeln. Ich hatte erwartet, daß er mir die Sachen in Hand drückt mit den Worten: ”Mach’ du das mal, du kannst das besser.” Nein, tatsächlich er schnippelte und schnippelte und zeigte mir dann stolz seine Sternschnuppe. Ich durfte Tobias darauf schreiben und seinen Geburts- bzw. Todestag. Die Sterne wurden an ein dunkelblaues Tuch geheftet, was über einen Tisch in der Kapelle gelegt wurde. Es war ein wunderschönes Bild, die ganzen Sterne dort zu sehen. Derjenige, der nicht dabei war, würde jetzt denken:” Wie kann man das schön nennen, jeder Stern steht für ein totes Kind. Das ist doch grauenhaft.”. Nein, uns Eltern und Geschwistern tat es gut. Jeder einzelne Stern wurde von allen betrachtet.
Dann wurden die einzelnen Gruppen eingeteilt. Die jeweiligen Betreuer der Gruppen stellte sich kurz vor. Zu jeder Gruppe gehörte auch eine sogenannte Hospitantin, die gerade eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin macht.
Unsere Gruppe bestand aus 15 Personen, darunter sechs Paare. Zu uns gehörten die zwei Birgit(t)s und Elisabeth. Wir blieben in dem großen Tagungsraum. Im Uhrzeigersinn stellten wir uns vor und erzählten, was passiert und sonst noch wichitg war. Wenn derjenige fertig war, zündete er ein Teelicht an, tat es in einen der von Birgit gebastelten Pergamentsterne, beschriftete einen kleinen Stern mit dem Namen seines Kindes und steckte diesen in einen Kranz, der in der Mitte stand. Immer wenn wir den Raum in den nächsten zwei Tage betraten, zündete jeder seinen Stern an. Dies wurde für Kai und mich zu einem Ritual, das wir auch jetzt noch jeden Tag machen. Wir schafften es knapp, bis 22.30 Uhr fertig zu werden.
Zum Abschluß des Abends fand dann eine Meditation zum Tagesausklang in der Kapelle statt. Dort wurde eine Ausstellung einer Mutter, die ihren behinderten Sohn verloren hatte, vorgestellt. Es standen dort fünf Skulpturen, jeweils eine aus den letzten fünf Jahren. Eine der Skulpturen, die den Namen “müde” hatte, sprach mich sofort an. Genauso fühlte ich mich, wenn ich mal wieder in einen meiner Tiefs steckte. Es war für mich faszinierend, wie es dieser Frau gelang, mit etwas Ton auf einfache Weise so viel Gefühl auszudrücken.
Den Rest des Abends verbrachten wir in unserer Gruppe gemeinsam. Wir hatten so viel zu erzählen, wozu wir in der Vorstellungsrunde nicht gekommen waren. Gegen 1.30 Uhr räumten wir dann das Feld.
Nach dem gemeinsamen Frühstück trafen wir uns wieder in unserer Gruppe. Unsere Runde begann mit einem von Birgitt genannte “Blitzlicht”. Jeder sollte kurz seine momentane Verfassung beschreiben. Ich erklärte, daß ich es genieße, heute an einem Sonnabend zusammen mit Kai zu sein, da er sonst immer arbeiten muß und ich es nicht ertrage, allein zu Hause zu bleiben.
Danach las Birgitt das Märchen von der Steinpalme vor. Es handelte von einer Palme, in deren Krone ein großer Stein eingeschlossen war. Mit diesem Stein hatte vor vielen Jahren ein Mann, der kurz vor dem Verdursten war, versucht, die vor Saft strotzende Palme zu zertrümmern, da er darauf neidisch war, daß ihre Wurzeln Wasser haben und er verdursten muß. In dem Märchen wurde dann beschrieben, wie es der Palme gelingt, sich wieder aufzuraffen, um schließlich, den Stein in sich aufnehmend wieder stark zu werden.
Wir sollten dann jeder auf ein großes weißes Papier unsere Palme malen. Gedanken zu diesem Märchen strömten viele auf mich ein, aber keine optischen, die ich hätte malen können. Die Tränen kullerten. Mit einem der vielen Klienextücher bewaffnet, nahm ich das Papier und einen Stift und machte das, was ich seit etwa einem Monat angefangen hatte, ich schrieb meine Gedanken in Form eines Gedichts auf.
Er schlug ein
er zersplitterte es
es blieb nichts übrig
nur Schmerz und Leere
da war kein Platz
außer für Dich
noch nicht einmal für Deinen Vati
aus meinem Herz zu stoßen
doch ich war zu schwach
jetzt bin ich froh
wie könnte ich Dich hinauswerfen
Als ich kurz vor unserer gemeinsamen Runde es noch einmal las, war ich ganz erstaunt über meinen Satz “Noch nicht einmal für Deinen Vati”. Ja, es war richtig, in den ersten schlimmen acht Wochen hatte ich mich völlig – auch vor Kai – verschlossen. Ich war viel zu sehr mit mir und den Verlust unseres Sohnes beschäftigt. Mir wurde auf einmal klar, daß ich Kai dahingehend keine Vorwürfe machen darf. Aus seiner Perspektive hatte ich das noch gar nicht gesehen. Ich hatte mich auch von ihm so allein gelassen gefühlt. Als ich von meinen Gedanken in der Runde erzählte, fing Kai an, neben mir zu nicken. Birgit fragte dann, wen ich denn mit “ihn” im nächsten Satz gemeint hätte: “ich versuchte ihn, aus meinem Herzen zu stoßen.”, den Vater oder den Stein. Ja, das war mir beim späteren Lesen auch aufgefallen, daß “ihn” sich sprachlich auf den “Vati” bezog, doch ich hatte den “Stein” gemeint. Sie berichtet dann, daß sie nach dem Tod ihres Sohnes sich genauso verschlossen hätte, aber auch ihren Mann richtig weggestoßen habe. Es war für mich faszinierend und machte mich glücklich, daß mein kleines Gedicht auch andere ansprach.
Nach der Mittagspause ging es dann weiter. Jeder sollte sich ein Schwung von Knöpfen aus einem großen Teller heraussuchen. Die Knöpfe sollte stellvertretend für die wichtigsten Personen in unserem Umfeld stehen. Dann sollte jeder zunächst alleine auf einem Blatt Papier die Entwicklungen der einzelnen Beziehungen vor, während und nach dem Verlust durchspielen. Wir taten uns jeweils in Dreier- Gruppen zusammen. Es war faszinierend, die Ähnlichkeiten festzustellen. Nach dem Tod des Kindes fand als erstes eine Explosion statt und alle um einen herum verschwanden zunächst. Erst allmählich kamen die einen oder anderen zurück, und zwar sehr oft Personen, die vorher eher weiter weg gestanden hatten. Demgegenüber machte die engere Familie in den meisten Fällen die schlechteste Figur. Einige Knöpfe verschwanden sogar ganz vom Papier.
Zum Abschluß dieser Einheit, stellte Birgit uns einen sogenannten Lichtertanz vor, den wir zusammen tanzten. Wir stellten uns im Kreis auf und jeder bekam ein Teelicht in die Hand. Dann wurde das Licht im Raum gelöscht. Wir bewegten uns jeweils im Kreis bzw. in die Mitte zu, wo die von uns angezündeten Teelichter und der Kranz mit den Namenssternchen stand. Die erste Runde schafften wir auch ganz gut. In der zweiten Runde gab es dann bereits die ersten “Tränenausfälle” und spätestens nach der zweiten Runde blieb kein Auge trocken. Wenn wir in die Mitte kamen, dann bückten sich immer einige von uns, um nach den Klienextüchern zu greifen. Wir heulten gemeinsam, was das Zeug hielt.
Da ich nicht gleich in die laute helle Halle wollte, blieb ich noch eine ganze Weile in der Mitte auf dem Fußboden sitzen und genoß den Schein der leuchtenden Sterne. Es war eine ganz wunderbare Stimmung. Schon während des Tanzes hatte ich das Gefühl gehabt, die Kinder wären auf einmal ganz nahe bei uns gewesen. Als sehr wohltuend empfand ich es, daß ich in unserem Raum die Möglichkeit hatte, etwas Abstand zu gewinnen und die Ruhe zu genießen, aber zunächst Birgit kam, den Arm um meine Schultern legte und ganz lieb fragte, ob alles in Ordnung sei und dann Brigitt etwas später auch noch einmal danach fragte. Ich hatte nie das Gefühl, alleine zu sein.
Als wir uns dann 1 ½ Stunden später nach dem Abendbrotessen in der Halle trafen, um gemeinsam jeweils eine Kerze zu gestalten, war es faszinierend wie gut drauf wir alle waren. Für jedes Kind gab es eine Kerze und buntes Wachsmaterial mit der diese gestaltet werden konnte. Wir setzten uns alle zusammen an einen Tisch und fingen an, wie die kleinen Kinder zu basteln und dabei zu albern. Zunächst wurden Ingo und Bettina “bemitleidet”: “Warum habt ihr euch auch so einen langen Namen ausgewählt wie Konstantin. Selber schuld.” “Sieh mal, Ingo, wir sind mit “Sofie” schon fertig.”. Heiko lachte sich über das Auto von Stefan schlapp und fragte, was denn das sein solle. Stefan antwortete: “Das sieht man doch, daß das die A-Klasse ist! Mit den Vorderrädern besteht der nie den Elchtest”. An unserem Tisch war ein Lachen und keiner hätte geglaubt, daß wir noch vor 1 ½ Stunden gemeinsam um die Wette geheult hatten.
In der Abendeinheit machten wir dann einen gemeinsame Übung, von der ich fast glaubte, daß Brigitt, die von Kais und meinen Partnerschaftsproblemen wußte, sie so ein bißchen für mich vorgeschlagen hatte. Alle Frauen sollten sich auf den Fußboden in die Mitte des Kreises setzen und so tun, als wären die Männer nicht dabei und von ihren Erfahrungen über gemeinsame bzw. die andere Trauer der Männer sprechen. Bei uns entstand sogleich ein reges Gespräch und mit Ausnahme von Anja, trauerten bei allen die Männer anders und konnten oft nicht über die Trauer sprechen bzw. sie sich ihr eingestehen. Als dann die Männer dran waren, dauerte es erst ein bißchen, bis das Gespräch in Gang kam, aber dann war es für uns Frauen sehr interessant. So erzählte zum Beispiel Stefan, daß es für ihn schwierig sei, zusammen mit Vera zum Friedhof zu gehen und er dafür lieber ab und zu alleine gehen würde. Ein anderer Vater forderte ihn dann auf, Vera doch zumindest dann davon zu erzählen. Dies hatte er offenbar bislang nicht gemacht. Kai hielt sich zwar zurück – hatte er Birgitt auch durchschaut? – aber ich glaube, beide Kreise brachten uns auch so einander wieder näher.
Als letzte Übung forderte uns Birgit auf, an eine von uns ausgesuchte Person eine Art Wunschzettel zu schreiben auf dem stehen sollte, für was wir der Person dankbar sind und was wir uns von ihr wünschen. Auch wenn ich an so viele Personen eine Menge Wünsche hatte, so wußte ich doch sofort, daß mein Wunschzettel an Kai adressiert sein würde. Als wir alle fertig waren und uns Birgit aufforderte, vorzulesen, wollte zunächst keiner. Das war das erste Mal, daß sich zunächst keiner traute. Dann begann Jens seinen Wunschzettel vorzulesen, adressiert an Gott. Wir waren alle sehr bewegt, insbesondere darüber, welche tiefen Gefühle Jens nach 20 Jahren noch für seine Tochter Julia empfand. Dann beschloß ich, auch meinen Wunschzettel vorzulesen. Nachdem inzwischen fast alle gemerkt hatten, daß unsere Beziehung einige Schrammen abbekommen hatte, und diese aber u.a. durch das Seminar, insbesondere auch durch verschiedene Gespräche am Rande des Seminars der anderen mit Kai, anfingen zu heilen, fürchtete ich mich nicht, meinen persönlichen Wunschzettel an Kai vorzulesen:
ich bin Dir dankbar,
daß Du mich am 22.08.1997 nicht alleine gelassen hast,
daß Du mich hast weinen lassen,
daß Du noch bei mir bist,
ich wünsche mir von Dir,
daß wir einen Weg finden, ein Stück gemeinsam zu trauern,
daß wir daraus Kraft schöpfen und diese für einen Neubeginn nutzen
daß wir die Tür, die uns unser Sohn geöffnet hat, nicht zuschlagen
Kai wurde danach gefragt, an wen er denn seinen Wunschzettel adressiert habe. “Natürlich an Pirko”, war seine Antwort. Aber vorlesen wollte er ihn leider nicht. Er gab ihn mir dann aber. Als ich ihn las, war ich glücklich, denn er paßte sehr gut auf meinen Wunschzettel. Vielleicht haben wir doch noch mehr Gemeinsamkeiten, als ich zwischenzeitlich dachte.
Am Sonntag hatten wir für unsere Gruppe leider nur eine Stunde Zeit. Wir blickten mit Birgitt gemeinsam auf die letzen Tage zurück. Da nach dieser Abschlußstunde in der Kapelle die gebastelten Kerzen angezündet werden sollten, sammelte ich etwas Mut und las mein Lieblingsgedicht für Tobias vor.
der Schein strahlt durch die Herzen
der Raum leuchtet warm
Deine Augen durfte ich niemals leuchten sehen
dafür mußten sie auch nie weinen
ich weine für uns beide
Du sahst so friedlich aus
als ich Dich in meinen Armen hielt
so lange Du lebtest waren wir nie getrennt
ich hatte Dich ganz für mich allein
vielleicht vermisse ich Dich deshalb so sehr
Das animierte Reinhard und er las ein Gedicht von Goethe vor, das auf der Beerdigung von seiner Tochter Eva vorgelesen worden war.
Zum Abschluß verteilte Anja von ihr während des Seminars gebastelten 1 cm kleine Sternschnuppen, deren Schweif sie jeweils mit dem Namen des Kindes beschriftet hatte. Wir waren alle völlig sprachlos und jeder hütete seine Sternschnuppe wie ein kostbaren Schatz. Sodann wurde der “offizielle” Gruppenteil beendet, doch von uns wollte so richtig keiner gehen. Ich glaube, Anja war die erste, die ein Bild von Sofie herausholte und fragte, ob jemand mal Sofie sehen möchte. Klar wollten wir das. Plötzlich zog jeder ein Bild von seinem Kind hervor und es begann eine richtige “Fotosession”. Außenstehende hätten sich jetzt sicherlich abgewandt: Eltern, die stolz die Fotos ihrer toten Kinder zeigten. Auch Julia, die drei Fehlgeburten im frühen Stadium hatte und daher über keine Fotos verfügte, guckte etwas ängstlich. Erst als ich sie direkt aufforderte, sie solle sich die Fotos ruhig angucken, es seien schöne Bilder, sagte ganz erleichtert: “Die sehen ja alle ganz friedlich aus.”
Nachdem wir die Bilder ausführlich betrachtet hatten und alle wieder getröstet waren, gingen wir gemeinsam in die Kapelle zum Abschlußgottesdienst. Er wurde von Mechthild Voss-Eiser sehr besinnlich und schön gestaltet. Der Höhepunkt war natürlich das Anzünden der Kerzen, die dann in die Mitte auf den Tisch gestellt wurden. Es war ein traumhafter Anblick.
Besonders schön, insbesondere für unsere Gruppe, die alle ein Kind in der Schwangerschaft oder kurz danach verloren hatten, war, daß an jedes Kind mit seinem vollständigen Namen gedacht wurde. Ich war schon immer glücklich, wenn jemand unseren Sohn mit seinen Namen Tobias nannte, aber Tobias Lehmitz, das hatte noch niemand gesagt. Jeder von uns in der Gruppe, achtete auf jeden Namen unserer Kinder.
Ich war fast die letzte in der Kapelle.
Ihr wart die ganze Zeit bei uns
Ihr wart uns so vertraut
als hätten wir jeden einzelnen gekannt
so vertraut wie wir uns geworden sind
Ihr gabt uns
Licht Wärme und Geborgenheit
Geborgenheit die wir Euch geben wollten
und die wir Euch nicht mehr geben können
Wir haben Euer Lachen gespürt
Euer Lachen
das wir nie oder nie wieder hören werden
ein Lachen das uns einlädt
mit Euch zu lachen
Ich konnte mich einfach nicht von dem Lichtermeer und unseren Kindern trennen. Dieser Anblick und der Lichtertanz am letzten Abend animierten mich zu einem Gedicht für unsere Kinder, das ich noch vor dem Mittagessen aufschreiben mußte.
Der Abschied fiel uns allen unendlich schwer. Wir waren von den Tagen zwar völlig geschafft, aber trennen wollte sich so recht keiner. Auch den Hinweis von Heiko: “Wir müssen jetzt auch aufhören, da mir die Taschentücher ausgegangen sind”, ließen wir nicht gelten und zeigten ihm die duzenden Kartons von Klienextüchern, die auf dem Tisch standen.
Wir verabschiedeten uns alle von einander, als würden wir uns schon immer kennen. Es war ein unglaubliche Atmosphäre und Wärme, die unsere Gruppe umgeben hat.
Es war ein wirklich gelungenes Seminar und ich bin für die professionelle Organisation und liebevolle Begleitung des gesamten Teams dankbar. Mir fällt nicht ein einziger Kritikpunkt ein, oder doch einer, das nächste Seminar ist erst in einem Jahr.
© Pirko Lehmitz, www.Stillgeboren.de Dezember 1997
Büchertipps, Information
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Themenschwerpunkt Trauer und Glaube
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Weihnachsfest steht vor de r Tür. Für viele bedeutet dieser Satz Vorfreude auf ein schönes Fest, auf ein Familienfest, er bedeutet Hoffnung, Verheißung. Für Eltern und Geschwister, die ihr Kind oder ihre Brüder und Schwestern verloren haben, ist es oft schwer, diese weihnachtliche Freude zu empfinden.
Trauernde fragen sich vielmehr, wie sie etwas von dem Licht, der Wärme und der Liebe dieses Festes spüren sollen, wo sie doch einen so schweren Verlust erlitten haben. Wie geht man mit einem Fest um, das so viel mit Geburt, Neuanfang und Leben zu tun hat, während in einem selber Schmerz, Wut und Verzweiflung herrschen? Wie soll ich die Feiertage überstehen? Wie kann ich mein Kind, meinen Bruder, meine Schwester in das Weihnachtsfest einbeziehen? Und was hat Gott mit all dem zu tun, wie verhält es sich mit meinem Glauben in der Trauer?
Der Weihnachtsrundbrief geht diesen Fragen nach. Theologische Texte beschäftigen sich mit der religiösen Seite der Trauer, mit der Frage nach dem Warum, die sich immer wieder stellt und mit der Diskussion darüber, warum Gott zuläßt, daß Kinder sterben.
Jahresheft der Verwaisten Eltern Hamburg e.V. 8/1996 mit dem Schwerpunkt: Tod am Anfang des Lebens
Herausgegeben von den Verwaisten Eltern Hamburg e.V. und kann dort bestellt werden.
Dieses Heft hatte ich mir damals telefonisch bei den Verwaisten Eltern bestellt. Als es ein paar Tage später bei mir per Post ankam, habe ich es in wenigen Tagen durchgelesen, um sodann wieder von vorne anzufangen. Auch jetzt lese ich noch ab und zu darin.
Besonders beeindruckend fand ich, daß in dem Buch viele betroffene Mütter und Väter zu Wort kamen, die gerade über den Verlust ihrer Babys schreiben. Es kommen in dem Buch aber auch Ärzte, Hebammen und Trauerbegleiter zu Wort.
“Nach einem Weihnachtsabend, der der Familie der kranken Cecilie nicht so recht gelingen wollte, tritt Ariel an Cecilies Bett. Er behauptet, ein Engel zu sein und zieht sie in ein tiefgründiges Gespräch. So sieht sich Cecilie zum ersten Mal in ihrem Leben herausgefordert, ihre Existenz in der Welt zu durchdenken und mit ihrer Vorstellungskraft hinter das vorzudringen, was der Sp iegel uns als vertraute Fassade zeigt. Gaardes neuer Roman ist eine ungewöhnlich Begegnung mit dem Mysterium der Schöpfung”. (Beschreibung des Verlages)
Ein einfach wunderbares Buch, daß ich nicht mehr aus der Hand gelegt habe, bis ich es noch am selben Tag durchgelesen hatte. Die kleine Cecilie nimmt langsam von dieser Welt Abschied, doch der Übergang ist so fließend und schön, daß man es gar nicht merkt.
Insel Taschenbuch (leider nicht mehr erhältlich, aber vielleicht noch in Bücherhallen entleihbar)Leseprobe
Um die Jahreswende 1833/34 starben Friedrich Rückert seine beiden Kinder Luise und Ernst, drei und fünf Jahre alt, an Scharlach, und er hat bis zum Sommer unter Aufbietung aller erworbenen dichterischen Kraft versucht, seine Trauer und Untröstlichkeit über den Verlust schreibend zu bewältigen.Gedichte, Gedichte und Gedichte, die von Trauer, Schmerz, Sehnsucht und allen Gefühlen der Trauer erzählen. Ich habe in diesem Buch immer in der S-Bahn gelesen und dabei viele Tränen geweint. Die Gedichte haben mich immer so umfangen, daß ich es einmal erst 20 Minuten später gemerkt habe, daß ich in die falsche S-Bahn gestiegen war. Eines meiner Lieblingsgedichte.
von Diana Beate Hellmann,
“Vom Himmel droben und de r Hölle, die sich manche Menschen auf Erden bereiten — aus Dummheit, aus Gleichgültigkeit, aus Mangel an Liebe und Verständnis – erzählt Diana Beate Hellmann in ihrer Geschichte, die allen Kindern dieser Welt gewidmet ist.
Natürlich gibt es in diesem Himmel einen lieben Gott, als klugen alten Herrn, und es gibt auch das große Buch, in das alles eingetragen wird, was man auf Erden getan hat. Doch es ist nicht alles so, wie es scheint. Die Kinder des Himmels sind keine blondgelockten Rauschgoldengel, sondern freche, vorwitzige Bengel, und die Weisheiten, die sich durch ihre Beobachtungen des irischen Lebens lerne, sind nicht unbedingt solche, wie sie ein frommer Pastor unterschreiben würde. Und selbst Gott weiß mehr von dieser wellte, als wir ihm zutrauen. Einhintergründiges, bisweilen ketzerisches und dennoch von einer tiefen Gläubigkeit erfülltes Buch, das Mut zum Leben macht: Es schenkt uns die Gewißheit, daß wir es schaffen könne, unsere Probleme aus eigener Kraft zu lösen und so ein Stückchen Himmel auf die Erde zu holen”.(Beschreibung des Verlages)
Ich habe selten ein Buch gelesen, bei dem ich soviel gelacht und soviel geweint habe.
von Hannah Lothrop, Kösel Verlag
Ein Begleitbuch für Eltern, die ihr Baby verlieren und alle, die sie unterstüzen wollen. Wenn eine Schwangerschaft glücklos endet, fühlen sich Eltern hilflos udn isoliert. In diesem Buch wird ihnen anhand vieler persönlicher Aussagen Betroffenern vermittlet, daß ihre Trauerreaktionen normal sind. Einfühlsam begleitet Hannah Lothrop durch die verschiedenen Phasen des Trauerprozesses und bietet praktis che Hilfen zur Verarbeitung der Trauer an.
Der umfangreiche Anhang enthält u.a. weiterführende Literatur, viele Adressen von Selbsterfahrungs- und Stützgruppen für trauernde Eltern, sowie die wichtigsten gesetzlichen Bestimmungen.
Allen, die trauernde Eltern begleiten -Fachpersonal, Familienangehörige, FreudInnen – zeigt dieses einzigartige Buch, wie sie mit der eingenen Hilfosigkeit angesichts des Todes umgehen und Eltern beistehen können.(Beschreibung des Verlages)
Diese Buch ist einfach gesagt die “Bibel” für alle, die ein Baby verloren haben.
Einfühlsam und verständnisvoll erläutert die Autorin den Trauerprozess nach dem frühen Tod eines Kindes, zeigt die heilsame Wirkung von Abschiedsritualen auf und macht deutlich, daß Trauern seine Zeit braucht.
Als Grundlage für diese Buch dienen Gespr äche mit betroffenen Müttern. Die bewegenden Beispiele machen trauernden Eltern Mut, ihre eigenen Abschiedsrituale zu gestalten, sei es in der akuten Verlustsituation oder Jahre danach.
Professionelle BegleiterInnen erhalten einen tiefgehenden Einblick in die Erfahrungswelten verwaister Eltern. Außerdem wird eine wissenschaftlich Basis geschaffen ,die in diesem Bereich der Trauerforschung bisher weitgehend gefehlt hat. Mit zahlreichen Anregungen und konkreten Vorschlägen für die Begleitung Betroffener ist dieses Buch eine hilfreich Unterstützung für die Praxis.
Ich habe in diesem Buch viel über Rituale, ihre Bedeutung und Wirkung gelernt sowie viele Anregungen erhalten.
Engel George wiegt nur a nderthalb Pfund, als er im Auftrag seines himmlischen Vaters in Menschengestalt auf die Erde kommt. auf der Frühgeborenenintensivstation lehrt er die Menschen die Sprache des Herzens.
Ein wunderschönes Buch, auch wenn man nach dem Lesen rot verweinte Augen hat.
Heft herausgegeben von der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands
Es kann bestellt werden direkt über die Verwaisten Eltern
Eine “Erste Hilfe” für Eltern,die ihr Baby verlieren, und alle, die sie unterstützen wollen ( ca. 80 seitiges Heft). Der kleine Bruder des obigen gleichnamigen Buches von Hannah Lothrop. Kurz und knapp wird das Wesentliche rund um das Thema Totgeburt beschrieben. Genau das richtige Heft für den Einstieg und für Freunde und Familie von Betroffenen, die ein größeres Buch beiseite legen würden. In einem Gedicht “Die Dämme brechen” konnte ich mich sogleich wiederfinden.
Julie Fritsch/Sherokee Ilse
In diesen Buch sind 20 Photografien der Skuplturen von Julie Fritsch mit entsprechenen Gedichten abgebildet.
Julie Fritsch hat in ihren Skulpturen ihrem Schmerz über den Tod ihres neugeborenen Sohnes Ausdruck gegeben. Wunderbare Bilder, deren Kraft sich auch Nichtbetroffene nicht entziehen können.
Wenn Mütter trauern
Ursula Goldmann-Posch, Knauer
Beschreibt sehr sachlich die Welt der Trauer, insbesondere die der Mütter, die auch selbst zur Wort kommunen und über ihre Schicksalsschläge berichten. In diesem Buch wird sehr detailliert über die verschiedenen Facetten der Trauer berichtet, wobei auch wissenschaftliche Studien einbezogen werden. Es gibt dort ein gesondertes Kapitel über den Tod am Anfang.
An diesem Buch gefiel mir besonders, daß dort nicht nur die Erfahrungsberichte von anderen Betroffenen abgedruckt wurden, sondern alles rum um das Thema Trauer und Trauerverarbeitung sehr sachlich durchleuchtet wird.
Totgeburt weiblich
Sehr leise und sehr ehrlich erzählt die Autorin, wie sie ihr zweites Kind erwartet und zur Welt bringt. Als nach problemloser Schwangerschaft in der 32. Woche plötzlich die Diagnose “Herztöne Null” gestellt wird, beginnt eine Geburt für den Tod. Wie Angela Körner-Armbruster ihre widersprüchlich Hilflosigkeit und die Verzweiflung diese Märztages und den langen Weg aus der Depression der darauffolgenden Trauermonate beschreibt, das hat etwas ungemein Anrührendes. Eine dunkl e Poesie, die nichts beschönigt und deshalb auch der Gefahr entgeht, in Kitsch mit Trauerrand abzugleiten.(Beschreibung des Verlages)
Es war für mich das erste Buch, das ich zu diesem Thema gelesen habe. Am Nachmittag angefangen und in der Nacht beendet.
Die meisten von Euch werden es bestimmt kenne, so daß ich nicht viel darüber schreiben muß.
Eine Freundin schenke es mir zu meinem ersten Muttertag, den ich ja ohne meinen Sohn Tobias “feiern” mußte.
Auch ich habe jetzt Sterne, die lachen.
Verlag “Die Silberschnur”
Die Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross schreibt in sehr anschaulicher Weise über das Sterben.
“Der Tod ist ein Hinübergehen in einen neuen Bewußtseinszustand, in welchem man fortfährt, zu fühlen, zu sehen, zu hören, zu verstehen, zu lachen und wo man befähigt ist, weiterhin (seelisch und geistig) zu wachsen.” Das sind die Kerngedanken, die die heute in den USA lebende Schweizer Ärztin Dr. Elisabeth Kübler-Ross in ihrem vielgelesenen Buch “Über den Tod und das Leben danach” ausspricht.
Renate Salzbrenner “Auf einen Regenbogen”
Wunderbare Gedichte einer betroffenen Mutter, deren Sohn Christian sich mit 27 Jahren das Leben nahm. Nach dem Tod ihres Sohnes fand Renate Salzbrenner Hilfe in eine Selbsthilfegruppe, für Eltern, die ihr Kind durch Suizid verloren. Seit 1995 hat sie mehrere Bücher, sowohl Gedichte als auch Berichte veröffentlicht, darunter auch “Auf einen Regenbogen” Gedichte zur Trauer und Hoffnung, woraus diese Gedichte stammen.
Botschaften von Kindern an der Grenze des Lebens
von Rainer Krockauer
In diesem Buch werden Kinder und Jugendliche vorgestellt, die nach schwerem Leiden an die Grenze ihres Lebens kommen. Diese Kinder entdecken Lichtspuren im Dunkel ihrer Erkrankung. Sie besitzen ein intuitives Wissen von der jenseitigen und göttlichen Dimension in uns. Für ihre Angehörigen und Begleiter erschließt sich dadurch geheimnisvoll ein befreiender Horizont. Denn die Signale und Botschaften der Kinder und Jugendlichen ermöglichen – oft unerwartet – einen hoffnungsvollen Blick. Eine tröstlich Perspektiven für Eltern und Angehörige, für Menschen in der ärztlichen, seelsorglichen und Pflegenden Begleitung und für alle, die nach einem tieferen Sinn im Leben suchen.
Ein Buch, das sehr unter die Haut geht, aber auch unglaubliche Einblicke schenkt.
Mit Menschen der Bibel Lebenskrisen überwinden.
zum Beispiel: Hiob
Wolfgang Hohensee ist Pastor in meiner Gemeinde, hat meinen ersten Folgesohn Pascal getauft. Diese Buch hat mich sehr fasziniert, weil es Fragen zum Thema Glauben und Lebenskrisen beantwortet, die nach dem Tod von Tobias ganz aktuell waren und heute im anderen Zusammenhängen immer noch sind.
Aus einer Buchbeschreibung:
“Die Bibel ist ein Buch mit lauter alten Geschichten, die aber auch heute noch passieren.« Gerhard von Rad
Wolfgang Hohensee lädt ein, einzelne Menschen der Bibel näher zu betrachten und zu sehen, wie sie Krisen, bedrohliche Situationen und Schwierigkeiten überwunden haben. Dabei macht er deutlich, wieviel wir von ihnen lernen können und dass sie uns in vielen Lebenssituationen ein Beispiel sein können. “
Broschiert – 143 Seiten – Gütersloher Verlagshaus
Einige Texte für diese Seite stammen aus diesem Buch. Ich habe es erst jetzt gefunden und es in nur drei Tagen durchgelesen. Nicht nur die Märchen darin sind wunderschön, sondern auch die Interpretationen und die sonstigen Beschreibungen zum Thema Trauer und Abschied haben mich beeindruckt.
Märchen – das sind keineswegs nur nette Gutenachtgeschichten für Kinder. In Märchen liegt ein enormes Heilpotential verborgen, was Therapeuten, die mit imaginativen Therapieformen arbeiten, schon lange wissen. Märchen sind Bilder aus dem “kollektiven Unbewussten”: Sie zeigen unsere Wünsche und Hoffnungen, helfen Ängste und Traumata zu verarbeiten und weisen Wege aus Abhängigkeiten. Um die tiefere Bedeutung von Märchen zu verstehen, müssen wir sie entschlüsseln – gerade darin liegt ihre Heilkraft. Schritt für Schritt müssen wir uns dem Inhalt eines Märchens nähern, um die in ihm verborgene Konfliktlösung zu entdecken und zu nutzen. In der Symbolwelt der Märchen können wir all das gefahrlos erleben, was uns im wirklichen Leben bedrohlich erscheint. Die Ratgeber-Reihe “Märchen zum Gelingen des Lebens” bietet Anleitungen, wie mit Hilfe von Märchen Probleme, Krisen oder Konflikte bewältigt werden können. Angeline Bauer hat Märchen ausgewählt, die verschiedene Aspekte von Tod, Trauer und Abschiednehmen behandeln. Dazu bietet sie Interpretationen und Beispiele für den praktischen Umgang.
Ein wunderschönes Buch mit kurzen Gedanken zu verschiedenen Aspekten der Trauer. Einige der Texte habe ich auch auf dieser Seite veröffentlicht.
Der Abschied von einem geliebten Menschen schein auch für den Trauernden das Ende des eigenen Lebens zu sein. Die Zeit danach ist schwer. Pater Anselm kennt diesen Schmerz. Er schreibt aus der Erfahrung eines Anteil nehmenden Seelsorgers. In Verbindung mit den ausgesuchten schönen Fotografien eine wichtige Begegnung.
Edition Lebensfragen
Ein ganz besonderes Buch, das insbesondere denjenigen viele Anregungen für ihre Arbeit gibt, die Selbsthilfegruppen begleiten. Aber Trauernde selbst finden hier vielleicht ihr ganz persönliches Ritual für z.B. besondere Tage wie Geburtstag oder Feiertage. Zwei Leseproben gibt es auch auf dieser Seite und es werden wohl noch einige dazu kommen.
Rituale sind als Begleiter in der Trauer von unschätzbarem Wert. Die Autoren stellen ihre Ritualarbeit mit Trauernden in einem von ihnen entwickelten ganzheitlichen Ansatz vor und geben Einblick in die in ihrer Form einzigartige Auseinandersetzung mit trauernden Menschen: Die Segeberger Trauerseminare” werden von Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet und dem angrenzenden deutschsprachigen Ausland besucht. Trauernden und Personen, die Trauernde begleiten, bietet das Buch wertvolle Hilfe und vielfältige Anregung.
Viele kleine kurze Texte zum meditieren, die mich gerade in der ersten Zeit sehr angesprochen haben.
Deine Trauer wird ein langer Weg sein. Aber ich möchte gerne dann und wann ein paar Schritte mit dir gehen, wenn dein Weg besonders unwegsam vor dir liegt. Ich kann deine Einsamkeit nicht von dir nehmen. Aber du sollst wissen, daß ich dir in deiner Trauer nahe bin, soweit das ein Mensch kann. Bis du wieder Licht siehst und dein Tag einen neuen Sinn findet.
Elisabeth Kübler-Ross und David Kessler
In ihrem neuesten Buch zeigt die bekannte Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross, wie wir jeden Augenblick unseres Lebens in seiner ganzen Fülle erleben können. Denn die Tragik des Lebens liegt nicht in seiner Kürze, sondern darin, dass wir oft erst zu spät erkennen, was uns wirklich wichtig ist. Von der Übung der Liebe bis hin zur Übung des Glücks werden dem Leser Wege eröffnet, seine Ängste und Hoffnungen zu ergründen und der Frage nachzugehen, wer man in Wirklichkeit ist.
Als ich etwas 7 oder 8 Jahre alt war, habe ich diese Geschichte als Hörspiel im Radio gehört und war total fasziniert. Nach Tobias Tod habe ich mich daran wieder erinnert und sie mir gekauft. Gleich in der Buchhandlung fing ich zu lesen und dann zu weinen an. Eines der wunderbarsten Kinderbücher – auch für Erwachsene -.
von Hans Chr. Andersen, Anastassija Archipowa
Ein wunderschönes Buch, insbesondere auch durch die Illustrationen. Es enthält die Märchen “Der Schweinehirt”, “Die Schneekönigin”, “Der standhafte Zinssoldat” und “Das Mädchen mit den Schwefelhölzern”
von Pirkko Vainio
Als letzten Advent sich unser Folgesohn Pascal gewünscht hatte, daß ich diese Geschichte abends vorlese, habe ich es kaum geschafft, denn ohne Tränen geht es bei dieser wunderschönen Geschichte nicht.
Als Marja und Großmutter zusammen die alte Musikdose anschauen, entdeckt Marja darauf einen Engel ohne Flügel. Und Großmutter erzählt dem Mädchen, wie Engel zu Flügeln kommen. Mit einem Mal werden für Marja alle Engel wichtig, selbst Pfefferkuchen, die wie Engel ausschauen. Die aber fehlen, als Mutter den Christbaum schmecken will.
von Linde Keyserlingk
Eine Oma erzählt ihrer Enkelin über einen Engel, der gerne ein Mensch werden wollte, aber auch wieder nicht.
Die besten Beerdigungen der Welt (Gebundene Ausgabe)
von Ulf Nilsson und Eva Eriksson
Ein wunderschönes Buch, nicht nur für Kinder, sondern viellei cht sogar mehr für Eltern. Für alle Eltern, die Hemmungen haben mit ihren Kindern über Sterben, Tod und Beerdigung zu sprechen. Das Buch zeig auf amüsante Weise, wie leicht Kinder mit dem Thema umgehen und macht auch Erwachsenen Mut.
Mit einer toten Hummel fängt alles an. Ester will sie begraben. Auf einer Lichtung, zu der nur der geheime Pfad der Kinder führt. Ester ist fürs Schaufeln zuständig, »ich« für ein Gedicht am Grab und der kleine Putte soll dazu weinen. Aber e i n e Beerdigung ist natürlich nicht genug. Jetzt werden noch mehr tote Tiere gebraucht. Ester greift zum Telefon … Ulf Nilssons Geschichte über dieses ganz ernsthafte Spiel zu Leben und Tod ist so präzise wie humorvoll. Jeder wird sich darin selbst entdecken und dabei unsentimental an den befreienden Umgang mit dem Tod zu Kinderzeiten erinnert. Auf wunderbar subtile Weise vervollständigen Eva Erikssons atmosphärische Bilder dabei die Geschichte. Ein Bilderbuch, das der schwedische Originalverlag bereits als »Klassiker von morgen« bezeichnet. »Das Buch ist leicht wie eine Feder und zugleich bezaubernd in seiner Nähe zum Spiel der Kinder.« Hans-Joachim Gelberg
Information, Presse, Sammlungen, Weltgedenktag
Narben bleiben ein Leben lang
SCHWABACHER TAGBLATT 12/2001
Gedenken an viel zu früh verstorbene Kinder bei Gottesdienst im Eichwasen
Cornelia Hübschmann und Katja Böttner haben den Gottesdienst am zweiten Adventssonntag mit vorbereitet.
SCHWABACH (ukb) – Es ist wohl das Schlimmste, was einer Frau widerfahren kann, wenn sie ihr Kind verliert. Die Narben bleiben bei ihr ein Leben lang. Deshalb haben sich Frauen rund um den Globus über das Internet zusammengetan und veranstalten immer am Abend des zweiten Adventssontags, um 19 Uhr, einen Gedenkgottesdienst für alle Kinder, die während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder in jungen Jahren verstorben sind.
Auch in Schwabach findet ein solcher Gottesdienst in der evangelischen Kirche Sankt Matthäus im Eichwasen statt. Unter der einladenden Überschrift „Ich zünde eine Kerze für dich an!“ bereitet ihn Pfarrer Werner Strekies zusammen mit Cornelia Hübschmann und Katja Böttner.
Beide Frauen sind selbst betroffen. Ihre Kinder starben bereits während der Schwangerschaft. Für beide war dies ein so nachhaltiges Erleben, das sie nur durch die Hilfe der „Sternenkinder-Eltern im Netz“ (www.schmetterlingskinder.de) verarbeiten konnten. „Wenn man sich an den Chatroom dieser Internetadresse wendet, erhält man umgehend Antwort. Gleichgültig zu welcher Tages- und Nachtzeit, immer reagiert eine Frau, die Vergleichbares durchgemacht hat“, beschreibt Cornelia Hübschmann ihre Erfahrungen. Ihr haben die stundenlangen Telefonate, die sie in den Nächten des Krankenhaus-Aufenthaltes geführt hatte, geholfen, Trost zu finden, als ihr Sohn Florian nach einem vorzeitigen Blasensprung in der 19. Woche gestorben war. Zwar war es Cornelia Hübschmann schon klar, dass ihr Sohn keine Überlebenschancen besaß, aber nachdem dies schon der zweite Abschied von einem ungeborenen Kind war, waren die Trauer, das Leid und die quälende Belastung über die anscheinende Unfähigkeit, Kinder zu bekommen, riesengroß. „Ich habe mich so getragen gefühlt, einfach angenommen in meiner Trauer“, umreißt die junge Frau. Doch man spürt sehr wohl, dass die Narben noch frisch und die Spuren nur durch die Alltäglichkeit überdeckt sind.
Auch Katja Böttner fand im Internet Trost und seelischen Beistand, als in ihr ungeborenes Leben starb. Diese Augenblicke bleiben ein ganzes Leben im Gedächtnis haften, sie war vor allem über die Kälte von Medizinern und auch von ihrer Umgebung entsetzt. „Es wird einem einfach das Recht zu trauern genommen“, klagt sie an. Sicher ahnte sie, dass jenes Kind nicht zur Welt kommen würde, doch habe sie sich mit dem Kind verbunden gefühlt, auch wenn es für die Behörden nur „eine Sache“ sei.
Viele Frauen müssen eine solche Erfahrung durchleben. Für all jene wollen die beiden Frauen Ansprechpartnerinnen sein, weil sie wissen, wie wichtig die Zuwendung, das verständnisvolle Gespräch sind. Außerdem sind sie gerne bereit ,ihr Wissen, ihre Erfahrungen im Umgang mit Ärzten, Kliniken und Behörden weiterzugeben. Was sie Gutes in ihrem Leid erfahren durften, wollen sie nun gerne weitergeben. Gelegenheit dazu bietet der Gottesdienst am Sonntag, 9. Dezember, der musikalisch von den beiden Harfenistinnen Angela Glückert-Hammer und Angela Hammer musikalisch untermalt wird.
Nachdem es sich bewährt hat, dem verstorbenen Kind einen Namen zu geben – sofern es nicht sowieso schon einen erhalten hatte -, wird gebeten, wenn möglich eine selbst gestaltete Kerze mit dem Namen des Kindes mitzubringen. Dass diese große Internet-Gemeinschaft viel Segen bringt, zeigt sich sicher auch darin, dass beide Initiatorinnen Mut fassen konnten und sich entweder auf ein weiteres Kind freuen oder schon freuen konnten.
Jedes Jahr sterben allein in Deutschland 20.000 Kinder und junge Erwachsene, weltweit sind es um ein Vielfaches mehr. Und überall bleiben trauernde Eltern, Geschwister, Großeltern und Freunde zurück. Täglich wird in den einzelnen Familien dieser Kinder gedacht. Doch einmal im Jahr wollen weltweit Betroffene nicht nur ihrer eigenen Töchter, Söhne, Schwestern, Brüder, Enkel und Enkelinnen gedenken.
Jedes Licht im Fenster steht für das Wissen, dass diese Kinder das Leben erhellt haben und dass sie nie vergessen werden. Das Licht steht auch für die Hoffnung, dass die Trauer das Leben der Angehörigen nicht für immer dunkel bleiben lässt. Das Licht schlägt Brücken von einem betroffenen Menschen zum anderen, von einer Familie zur anderen, von einem Haus zum anderen, von einer Stadt zur anderen, von einem Land zum anderen. Es versichert Betroffene der Solidarität untereinander. Es wärmt ein wenig das kalt gewordenen Leben und wird sich ausbreiten, wie es ein erster Sonnenstrahl am Morgen tut.
Um den Weltgedenktag auch in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, habe ich in den letzten Jahren für Interviews zur Verfügung gestanden.
“Tobias ist tot – und doch immer da” (Hamburger Abendblatt vom 09.12.2000)
Der silberne Stern bewegt sich sachte, immer wenn ein Luftzug durch das Wohnzimmer strömt. “Tobias, 22. 8 1997″ steht darauf. Es ist sein Geburts- und Sterbedatum. Der Junge kam in der 24. Schwangerschaftswoche mit 530 Gramm zur Welt. Er starb während der Geburt. Mehr
Jede Kerze leuchtet für ein totes Kind (Bild am Sonntag 8.12.2002)
Tausende von Kerzen leuchten heute in Deutschlands Fenstern, um an alle Kinder zu erinnern, die der Tod aus ihren Familien riss. In Deutschland sterben jährlich 20 000 Kinder: “Die Eltern und Verwandten werden mit ihrer Trauer total allein gelassen. Deshalb entzünden deutschland- und europaweit sowie in Amerika Angehörige Kerzen, um öffentlich zu trauern”. Mehr
Artikel aus dem Schwabacher Tageblatt vom Dezember 2001 anläßlich eines Gottesdienstes im Eichwasen an viel zu früh verstorbene Kinder. Bericht über Conny (Cidy). Mehr
Inzwischen versuche ich fast jede Möglichkeit zu nutzten, auf den Weltgedenktag hinzuweisen. Auch in meiner Gemeinde habe ich letztes Jahr (2002) und die nächsten Jahre (2003,2004,2005) erfolgreich auf den Weltgedenktag im Gottesdienst hinweisen dürfen. Ich schrieb einfach an unseren „diensthabenden“ Pastor mit der entsprechenden Brief. Er meldete sich daraufhin prompt per Telefon und einen Tag später besuchte ich ihn und wir besprachen alles. Dieses Jahr ist es mir gelungen, schon vorher im Gemeindeblatt einen Hinweis mit einem eigenem Text unterzubringen. Mehr
Tips für Gedenkgottesdienste
Für diejenigen, die vielleicht zum ersten Mal einen Gedenkgottesdienst organisieren wollen oder als Anregung habe ich hier einige Tips für Gedenkgottesdienste zusammengestellt.
Martina Freitag aus Schmalkalden hat mir einen Bericht, Ablaufplan und sämtliche dazugehörige Texte und Lieder ihres Gedenkgottedienst 2001 zur Verfügung gestellt.Mehr
Gedenkgottesdienst in Bad Tölz
Susanne Brandl aus Tölz hat mir einen Bericht, Ablaufplan und sämtliche dazugehörige Texte ihres Gedenkgottesdienst 2004 zur Verfügung gestellt. Mehr
Predigt im Gedenkgottesdienst
Predigt aus einem Gedenkgottesdienst von Christiane Voll und eine Ansprache zum Krichentag, als Beispiel für eine Predigt.
Besonders schön empfinde ich es immer, wenn der Gottesdienst unter einem Motte oder einem Thema steht wie z.B. der von Martina aus Schmalkalden das Thema „Schmetterlinge“ hatte. Auf meinen Kalenderblättern habe ich auch immer versucht, ein Thema in den Vordergrund zu stellen, wie z.B. Thema Taube, Strand und Meer, Wüste. Wer mag kann sich hier einige Anregungen holen. Mehr
Hell leuchtet die Kerze, die Heidrun Eisenberg (39) neben dem Foto von Christian (6) entzündet. “Für mich ist er noch immer hier”, sagt sie und streichelt das Bild. Es steht auf der Fensterbank in der Küche, zeigt einen lachenden kleinen Jungen. Es ist das letzte Foto von Christian. “Er starb eine Woche nach seinem sechsten Geburtstag.” Drei Jahre ist das jetzt her, und Mutter Heidrun hat Tränen in den Augen, wenn sie daran denkt.
Gottesdienste, Information, Sammlungen, Weltgedenktag
Gedenkgottesdienst für verstorbene Kinder in Bad Tölz
Der Gottesdienst war übrigens ein voller Erfolg.
Dazu muss ich sagen, als ich (im November) nach meiner FG Trost bei der Kirche suchte, gerne einen solchen Gottesdienst für verstorbene Kinder besucht hätte. Ich habe den Diakon damals gefragt, warum es (weit und breit) keinen Gottesdienst gibt? Er meinte: ” Sie hätten sich dazu schon mal Gedanken gemacht, aber es sei ein Thema was die Gemeinde abschreckt, ….es sei abstößig!” Das tat mir sehr, sehr weh.
Am 3. Adventsonntag haben wir nach einem Familiengottesdienst von unserem Kaplan eine Kerze für unsere kleine Angela weihen lassen. Wir sind ein bisschen ins Gespräch gekommen. Er hat mir erlaubt, meinen Abschiedsbrief (habe ja kein Grab) in die leere Krippe ( es war ja kurz vor Weihnachten) zu legen. Das war für mich sehr wichtig, denn so konnte ich Abschied nehmen. Ich möchte gerne als Seelsorgerin für Betroffene arbeiten (wenn das Baby da ist, und ich die Kraft dafür habe) und aus diesem Grund wollte ich wissen, wie ein Seelsorger, der ja sehr viel Leid mittragen hilft, damit umgeht. Es war damals ein sehr gutes Gespräch. Bei dieser Gelegenheit habe ich nochmals auf einen Gottesdienst angesprochen. Er war sofort dafür, wollte es noch mit dem Stadtpfarrer abklären und wir hatten freie Hand. Na also, manchmal muss man nur an die richtigen Leute geraten.
Es war mir also sehr wichtig, dass ich an diesem Gottesdienst nicht alleine bin. Insgesamt waren es ca. 60 Personen. Muss sagen, ich habe ziemlich viel Werbung gemacht. Den unten angehängten Flyer habe ich bei Frauen – und Kinderärzte, Kindergärten ausgehängt und an umliegende Gemeinden, Hebammen, Kinderkliniken geschickt.
Ich besuche eine Selbsthilfegruppe und auch die Leiterin hat “Werbung” gemacht. Einen Hinweis in der Zeitung haben wir auch erreicht. Mir hat die Gottesdienstgestaltung sehr geholfen. Es war richtig gute Trauerarbeit.(Sonst wäre ich sicherlich auch nicht schwanger geworden) Ich habe eigentlich alles selber zusammen gesucht, erarbeitet. Das alles hat mir eine Kraft gegeben, die ich meinte, gar nicht mehr zu haben.
Ich war echt verwundert, wieviel Eltern für ihre verstorbenen Kinder selbst gebastelte und verzierte Kerzen haben. Es war so ein schönes, buntes Bild. Eigentlich wollte ich es fotografieren. Mein Mann hatte den Auftrag. Aber er war am Schluss auch so mit sich selber beschäftigt, dass er es vergessen hat.
Ich hoffe, Du kannst mit dem Ganzen was anfangen! Wenn Du irgend etwas davon brauchen kannst, darfst du es gerne veröffentlichen. Wir haben dann jedem eine Rose (die noch geschlossen war) und eine selbstgemachte Karte mit dem Gedicht mit auf den Weg gegeben. Eine große Hilfe war auch das Buch: Wenn Eltern um ihr Baby trauern aus dem Herderverlag. Dort sind auch Trauergottesdienstmodelle drin.
Manchmal reicht wirklich nur ein kleiner Stein, und der zieht große Kreise. Der Gottesdienst ist in unserer Gemeinde immer noch Thema. Und von vielen habe ich gehört, dass sie die Rose und die Karte immer noch besitzen.
Und nun bin ich wieder am vorbereiten für den nächsten Trauergottesdienst. Geplant ist, wieder 2 Wochen nach Ostern. Das Thema, das ich gerne nehmen würde, ist die Wüste. Denn am Anfang der Trauer steht man ja, wie in der Wüste. Dabei möchte ich eine Rose von Jericho aufblühen lassen.
Gedenkgottesdienst für verstorbene Kinder am 24.April um 16.30 hin der Mühlfeldkirche in Bad Tölz
Eröffnungslied: Meine engen GrenzenEingang: (Mechthild)
Psalm 77, 1-13In der Zeit meiner Not suche ich den Herrn; denn meine Seele will sich nicht trösten lassen. Ich denke an Gott – und bin betrübt; ich sinne nach – und mein Herz ist in Ängsten. Meine Augen hältst Du, dass sie wachen müssen; ich bin so voll Unruhe, dass ich nicht reden kann. Ich denke und sinne des Nachts und rede mit meinem Herzen, mein Geist muss forschen. Hat Gott vergessen, gnädig zu sein, oder sein Erbarmen im Zorn verschlossen?
Ich sprach: Darunter leide ich, dass die rechte Hand des Höchsten sich so ändern kann. Ich rufe zu Gott und schreie um Hilfe, zu Gott rufe ich, und er erhört mich.
Begrüßung und Überleitung
Anzünden der mitgebrachten Kerzen (oder Teelichter) dazu Meditationsmusik
Text: Das Geschenk (Kaplan )
Meditationsgedanken: (Susanne)
Evangelium: Mt 18, 1-4 (Kaplan )
In jener Stunde kamen die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist im Himmelreich der Größte? Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte und sagte: Amen, das sage ich euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte.
Gebet: (Susanne)
Gott wir verstehen die Wege nicht, die wir geführt werden .Wir sind betrübt und traurig und können uns unserer Tränen nicht wehren. Wir müssen annehmen, was uns unannehmbar ist.Wir müssen abgeben, was wir festhalten wollen.Wir müssen Unabänderliches hinnehmen.Barmherziger Gott, lass uns Hilfe finden, Menschen, die uns auf dem Weg begleiten.Lass uns wieder ein Ziel finden, dem entgegen wir unsere Schritte lenken können.Lass uns wieder zu uns selbst und zu dir finden.
(Kathrin Ellhaus)
Lied: Selig seid ihrFürbitten : (Mechthild)Gebet: Vater unser Segensspruch : Gesegnet die TrauerndenLied: Von guten Mächten
Alle erhalten beim Verlassen ein Rose und eine Karte
wir erfahren Dunkelheit und Leid,
unsere Herzen sind erfüllt von Trauer.
Mit leeren Händen stehen wir vor Dir.
Wir bleiben durch den Tod unserer Kinder zurück
voller Fragen, voller Schmerz,
voller Traurigkeit, voller Sehnsucht.
Lass unsere Kinder bei Dir geborgen sein und umschließe sie mit Deiner Liebe und Deinem Licht.
Stehe den Eltern, Geschwistern und Verwandten bei, damit sie nicht verzweifeln an dem, was geschehen ist und bewahre die Liebe der Eltern zueinander
Stelle allen Trauernden Menschen zur Seite, die den Schmerz mittragen und ihnen beistehen, damit sich die Trauer in Hoffnung und neue Lebensfreude verwandeln kann.
Gib den Seelsorgern die Kraft, einfach dazusein, keine vorschnellen Trostworte, sondern tröstende Worte zu finden, dass sie die Schwäche mit aushalten und die eigene Hilf- und Machtlosigkeit eingestehen können. Lass sie ein guter Zuhörer sein, ohne Gefühle zu be- oder verurteilen.
Wir bitten für die Schwestern und Pfleger, für die Ärzte und Hebammen, denen das Leid und der Tod öfters begegnen. Lasse sie immer wieder Kraft finden und lass sie ihre Fähigkeit zu trauern nicht verlieren. Hilf den Ärzten und Hebammen, in schwierigen Situationen, richtig zu handeln.
Wir bitten für alle Eltern, die durch dieses Schicksal den Glauben an Gott und an sich selber verloren haben, dass sie wieder zurück finden.
Herr, erbarme Dich, ……
Manch einem von Ihnen mag der Weg hierher nicht leicht gefallen sein.
Schwere Gefühle, traurige Momente, erschreckende, aber auch kostbare Erinnerungen wurden vielleicht wach.
Heute und hier haben wir die Möglichkeit, die Maske, die wir uns zum Teil selber aufsetzen und zum Teil
on unseren Mitmenschen aufgesetzt bekommen, abzunehmen.
Heute nehmen wir uns Zeit, um in uns selber zu horchen, auch wenn es schon länger her ist, dürfen wir traurig sein.
Wir alle lieben unsere Kinder. Und kein Kind ist so unbedeutend, als das Gott es nicht beachtet. Egal, wie kurz sein Leben war. Selbst wenn es noch nicht sichtbar war, ist es ein Kind Gottes. Deshalb sind wir heute hier.
Wir haben nun für unsere Kinder Kerzen angezündet. Diese sollen uns zeigen, dass unsere Kinder in Gedanken immer da sein werden.
Vielleicht fühlt sich der eine oder andere auch nicht mehr so einsam und verlassen, wenn eine Kerze brennt.
Vielleicht fühlen wir uns jetzt gerade unseren Kindern ganz nahe.
Das Licht der Kerzen symbolisiert aber auch Wärme in der Dunkelheit. Wer trauert, verkriecht sich oft ins Dunkel.
Und doch, irgendwann können wir das Licht wieder sehen. Am Anfang vielleicht nur ganz kurz, aber es wächst von Tag zu Tag.
Immer wieder gibt es Rückschläge, wir haben das Gefühl, wieder ganz am Anfang zu stehen. Wie groß ist da oft die Freude, wenn wir merken, es wird wieder heller, es geht wieder Berg auf.
Manchmal ist es auch die Freude an einem Licht, dass wir vielleicht gar nicht selber anzünden müssen.
Das kann eine Hand sein, die ein Freund auf unsere Schulter gelegt hat, ein Gespräch, vielleicht der Sonnenschein, oder auch die Sterne in der Nacht. Vielleicht hat so mancher erst jetzt bemerkt, dass die Nacht voller Sterne ist.
In der größten Dunkelheit und in der aussichtslosesten Finsternis, gibt es Licht.
Viele sagen: Ich habe mein Kind verloren. Aber stimmt das eigentlich?
Verloren haben wir die gemeinsame Zukunft mit ihnen. Die Pläne und Vorstellungen, die wir schon hatten.
Was uns bleibt ist die Liebe und die vielen Gedanken an sie. Und was man nie vergisst, kann auch nicht verloren gehen.
Obwohl wir keinen Geburtstag, keinen Muttertag und kein Weihnachtsfest mit ihnen feiern können, werden sie gerade an solchen Tagen, in unseren Gedanken weiterleben.
Wir dürfen hoffen, dass unsere Kinder bei Gott sind. Er schenkt ihnen nun bei sich ein Leben, dass ihnen hier nicht möglich war. Er lässt unsere Kinder bei sich und seinen Engeln sein.
So manche Eltern sagen auch, sie hätten jetzt einen ganz besonderen Schutzengel.
Die Trauer lässt uns auch wachsen.
Wir müssen lernen, einen neuen Lebensweg, eine andere Richtung zu gehen.
Unwichtiges wird vielleicht wichtig. Wir können uns wieder an Kleinigkeiten freuen und sind in vielen Dingen dankbarer als früher. Augen und Herz werden offen für Neues.
Am Anfang der Trauer passt das Bild der Pusteblume, wie auf der Vorderseite des Gesangsblatt. Unsere Kinder haben sich vielleicht ganz leise und unbemerkt von uns verabschiedet. Wie vom Winde verweht –ganz heimlich und unbemerkt hat ihr Herz aufgehört zu schlagen.
Mit der Zeit wandelt sich die Trauer und die Wut in tiefe Liebe.
Und was gibt es da symbolisch edleres, als eine Rose.
Es braucht sicherlich Zeit, bis wir uns an einer aufgehenden Knospe wieder freuen können. Und für so manchen kommt der Frühling zu früh. Da ist noch tiefster Winter, alles verschlossen.
Und die anderen unter uns, sehnen sich bereits nach dem aufgehen und wachsen.
Unsere Kinder waren wie Rosenknospen.
Geheimnisvoll und noch so zart. Bevor sie wachsen und aufgehen konnten, mussten wir sie wieder zurück geben.
Manche Eltern und Geschwister durften für kurze Zeit das Heranwachsen erleben, aber unendlich vieles blieb verborgen. Einzigartig und unendlich wertvoll war das Leben ihres Kindes, unabhängig davon, wie groß oder klein, wie zerbrechlich, wie krank, wie behindert es war!
Wie die Knospenblätter die Knospe schützen und wie ein Gärtner diese Knospe umsorgt, so haben Sie ihre Kinder behütet.
So mancher fühlt sich nun wie ein „blumenlos“ gewordener Gärtner“.
Und doch sollten wir für die kurze Zeit, die wir mit unseren Kindern hatten, danke sagen. Für die schönen Erinnerungen, die uns niemand mehr nehmen kann.
Wir können bei einer Rosenknospe aber auch an uns und unser Weiterleben denken. Wer weiss schon im voraus, wie eine Rose aussieht, wenn sie aufblüht?
Wie sie duftet und welche Farbe sie mal hat?
Da ist etwas Geheimnisvolles und wir brauchen ein bisschen Phantasie, um uns dies vorzustellen.
Niemand sollte auf die Idee kommen, eine Rosenknospe gewaltsam aufzumachen, um nachzusehen, was sich darin verbirgt. Es braucht Zeit und Geduld, bis sie sich von ganz alleine entfaltet.
Mit unseren Rosenknospen im Herzen wünsche ich allen, dass sie ausreichend Licht, Wärme und Nahrung bekommen. Damit wir alle zur rechten Zeit wieder aufblühen und unseren Lebensweg gehen können.
Aus“ Das Geschenk“ von Daniella Steel
„..vielleicht ist es manchen Menschen nicht bestimmt, lange hier bei uns auf der Erde zu sein. Vielleicht sind manche nur auf der Durchreise…. oder sie leben ihr Leben einfach schneller als wir anderen,….sie brauchen gar nicht hundert Jahre hier unten zu bleiben, um alles zu erledigen, sie schaffen es in ihrer Zeit, manche Menschen kommen in unserem Leben nur kurz vorbei, um uns etwas zu bringen, ein Geschenk, eine Hilfe, eine Lektion, die wir gerade brauchen, irgendetwas, und das ist der Grund, warum sie zu uns kommen, nur auf einen Sprung sozusagen.
Es hat dir etwas beigebracht,….über die Liebe, über das Geben, darüber, wie wichtig jemand sein kann, … das war sein Geschenk für Dich.
Es hat dir alles beigebracht und dann ist es wieder gegangen. Vielleicht musste es nicht länger bleiben, denn es hat sein Geschenk abgegeben, und dann war es frei weiterzureisen, … weil es eine ganz besondere Seele war…. aber das Geschenk bleibt für immer.“