Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4316.htm
Timestamp: 2018-12-15 21:25:42
Document Index: 353592659

Matched Legal Cases: ['§ 26', '§ 28', '§ 2', '§ 4', '§ 40', '§ 4', '§ 5']

4.316 Schönmoos
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet "Schönmoos" vom 18. Mai 2007
Aufgrund der §§ 26 und 73 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 13. Dezember 2005 (GBI. S. 745) sowie § 28 Abs. 2 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 1. Juni 1996, GBI. S. 369, zuletzt geändert durch Gesetz vom 7. März 2006, GBI. S. 52, wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen im Landkreis Bodenseekreis auf dem Gebiet der Gemeinde Kressbronn am Bodensee, Gemarkung Kressbronn, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Schönmoos".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rd.10 ha.
(2) Es liegt etwa 3 km nordöstlich von Kressbronn bei Nitzenweiler und umfasst nach näherer Maßgabe der Flurkarte in den Gewannen "Schönmoos", "Brühl" und "Küchenacker" folgende Flurstücke ganz oder teilweise:
7885/1,7886,7886/1 (Wassergraben), 7887 (Weg), 7892 (Betznauer Bach), 7893, 8260/1 , 8262/1 .
(3) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen im Maßstab 1 :2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1 :25 000, vom 4. Juli 2006 mit durchgezogener roter Linie eingetragen. Die rote Bandierung ist Teil der Schutzgebietsfläche. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Im Falle des Widerspruchs zwischen den in der Flurkarte eingetragenen Grundstücksflächen des Naturschutzgebiets mit der textlichen Beschreibung gelten die in der Karte getroffenen Festlegungen. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Tübingen und beim Landratsamt Bodenseekreis in Friedrichshafen auf die Dauer von 2 Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung und Aufwertung eines gut ausgeprägten Flachmoorkomplexes mit einem Mosaik verschiedener naturnaher, seltener Biotoptypen mit hervorragender Artenzusammensetzung als
- Landschaftsteil von besonderer landschaftlicher Schönheit
- für die nährstoffarmen Bereiche mit Übergangsmoorcharakter die Stabilisierung des Wasserhaushalts als Voraussetzung für die Erhaltung der Moorböden und für die Bestandssicherung ihrer charakteristischen, aber gefährdeten faunistischen und floristischen Lebensgemeinschaften,
- für die Pfeifengras-Streuwiesen die Erhaltung des floristischen Artenreichtums als Voraussetzung für nur dort beheimatete Tagfalter und Widderchen,
- für die Fettwiesen die Extensivierung und Optimierung als potentieller Nahrungs- und Brutbiotop für gefährdete Wiesenbrüterarten,
(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Han~lungen verboten, die zu einer Zerstörung, Veränderung oder nachhaltigen Störungen im Schutzgebiet oder seines Naturhaus­halts oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen oder führen können. Insbesondere sind die in den Absätzen 2 bis 6 genannten Handlun­gen verboten.
3. fließende oder stehende Gewässer anzulegen sowie Entwässerungs- oder ande­re Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt entgegen dem Schutz­zweck verändern können;
3. aufzuforsten, Christbaum- und Schmuckreisigkulturen oder Vorratspflanzungen von Sträuchern und Bäumen anzulegen sowie auf andere Weise nicht-standortheimische Gehölze oder Pflanzen einzubringen;
5. Pflanzenschutzmittel nicht angewendet werden;
6. Düngemittel, außer auf Flurstück 7886, nicht verwendet werden; auf diesem Flurstück darf außerhalb des 7 m- Ufer- und Pflanzstreifens an der südlichen Grundstücksgrenze wirtschaftseigener Dünger (Festmist und Gülle) ausgebracht werden.
2. keine Wildäcker und keine Futterstellen, Ablenkungsfütterungen und Kirrungenangelegt werden;
(5) Für die Benutzung von Verkehrswegen für die öffentlichen Zwecken dienenden Telekommunikationslinien gelten die Verbote des § 4 nicht, soweit die untere Naturschutzbehörde beteiligt wird.
(6) Unberührt bleibt auch die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke und Gewässer sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung. Bezüglich der Gewässerunterhaltung wird auf die Regelung oben Abs. 1 Nm. 2 und 3 verwiesen.
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 40 Abs. 2 Nr. 7 des LJagdG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 oder § 5 die Jagd ausübt
(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des Landratsamts Bodenseekreis vom 19. Juni 1986 über das Landschaftsschutzgebiet "Seenplatte und Hügelland südlich der Argen und Nonnenbachtal" für den Geltungsbereich dieser Verordnung außer Kraft