Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20R%2049/17
Timestamp: 2019-10-20 15:35:52
Document Index: 642039

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 13', '§ 17', '§ 14', '§ 68', '§ 126', '§ 164', '§ 218', '§ 226', '§ 13', '§ 15', '§ 27', '§ 27', '§ 27', '§ 176', '§ 27', '§ 27', '§ 313', '§ 14', '§ 17', '§ 135', '§ 13', '§ 13', '§ 27', '§ 13', '§ 17', '§ 27', '§ 13', '§ 13', '§ 15', '§ 13', 'BGH', 'BGH', '§ 13', '§ 4', '§ 13', 'BGH', '§ 17']

BFH, 27.09.2018 - V R 49/17 - dejure.org
https://dejure.org/2018,37121
BFH, 27.09.2018 - V R 49/17 (https://dejure.org/2018,37121)
BFH, Entscheidung vom 27.09.2018 - V R 49/17 (https://dejure.org/2018,37121)
BFH, Entscheidung vom 27. September 2018 - V R 49/17 (https://dejure.org/2018,37121)
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§ 4 Nr. 9 Buchst. a des Umsatzsteuergesetz... es, § 13b UStG, § 17 UStG, § 14c Abs. 1 Satz 2 UStG, §§ 68, 121 der Finanzgerichtsordnung (FGO), § 126 Abs. 2 FGO, § 164 Abs. 3 Satz 2 der Abgabenordnung (AO), § 218 Abs. 1 Satz 1 AO, § 226 AO, § 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a UStG, § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG, § 27 Abs. 19 UStG, § 27 Abs. 19 Satz 1 UStG, § 27 Abs. 19 Satz 2 UStG, § 176 AO, § 27 Abs. 19 Satz 3 UStG, § 27 Abs. 19 Satz 4 UStG, § 313 des Bürgerlichen Gesetzbuchs, § 14c Abs. 1 Satz 2, § 17 Abs. 1 UStG, § 135 Abs. 2 FGO
UStG §§ 13b, 27 Abs. 19
Zur Geltendmachung der rechtswidrigen Besteuerung durch Bauträger bei rechtsirriger Annahme seiner Steuerschuld als Leistungsempfänger
UStG § 13b, § 27 Abs. 19
Umsatzsteuer beim Bauträger - und die Korrektur unzutreffender Rechtsanwendung
Umsatzsteuer in der Baubranche: Ländern drohen Steuerrückzahlungen in Milliardenhöhe
Umsatzsteuer - Korrektur unzutreffender Rechtsanwendung beim Bauträger
Kolossale Wendung in den Bauträgerfällen
Rückabwicklung sogenannter Bauträgerfälle - Update zur aktuellen Entwicklung
Das Spiel mit der Steuerschuldnerschaft - für den Fiskus gefährlich - für Bauträger einträglich
UStG 2005 § 13b, UStG 2005 § 17 Abs 2 Nr 1 S 1, UStG 2005 § 27 Abs 19
Bauträger, Steuerschuldner, Leistungsempfänger, Erstattungsanspruch, Forderung
Kurznachricht zu "Korrektur unzutreffender Rechtsanwendung beim Bauträger - Anmerkung zum Urteil des BFH vom 27.09.2018 - V R 49/17" von Prof. Dr. Jens M. Schmittmann, original erschienen in: NZI 2018, 947 - 950.
Kurznachricht zu "Korrektur unzutreffender Rechtsanwendung in Bauträgerfällen" von Dirk Steiner, original erschienen in: StuB 2019, 118 - 120.
NZI 2018, 947
BB 2018, 2773
DB 2018, 2799
Hat ein Bauträger aufgrund der rechtsirrigen Annahme seiner Steuerschuld als Leistungsempfänger von ihm bezogene Bauleistungen nach § 13b UStG versteuert, kann er das Entfallen dieser rechtswidrigen Besteuerung geltend machen, ohne dass es darauf ankommt, dass er einen gegen ihn gerichteten Nachforderungsanspruch des leistenden Unternehmers erfüllt oder die Möglichkeit für eine Aufrechnung durch das FA besteht (Anschluss an das BFH-Urteil vom 27. September 2018 V R 49/17, BStBl II 2019, 109; entgegen BMF-Schreiben vom 26. Juli 2017, BStBl I 2017, 1001, Rz 15a).
a) Der Senat verweist insoweit zur Vermeidung von Wiederholungen auf das BFH-Urteil vom 27. September 2018 V R 49/17 (BStBl II 2019, 109).
Revisionsverfahren sind bereits anhängig (XI R 21/17, V R 49/17).
Mit Schriftsatz vom 02.09.2019 beruft sich der Kläger ergänzend auf die BFH Urteile V R 49/17 und XI R 21/17.
Zudem hat der BFH später in dem Urteil vom 27.09.2018 V R 49/17, BStBl II 2019, 109 ausdrücklich entschieden, dass auf der Grundlage des für das Umsatzsteuerrecht maßgeblichen Sollprinzips (vgl. zur Steuerentstehung § 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a UStG und beim Vorsteuerabzug § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG) dem materiellen Recht kein allgemeiner Grundsatz entnommen werden könne, dass der Leistungsempfänger eine bei ihm rechtswidrig nach § 13b UStG vorgenommene Besteuerung erst aufgrund einer einen Steueranteil umfassenden Zahlung an den Leistenden rückgängig machen könne.
Die Rechtsausführungen im Urteil vom 27.09.2018 V R 49/17, BStBl II 2019, 109 hat der BFH mit Urteil vom 23.01.2019 XI R 21/17, BStBl II 2019, 354 nochmals ausdrücklich aufrechterhalten.
BGH, 22.03.2019 - V ZR 105/18
Mehrheitsbeschluss über nicht dem WEG unliegender Angelegenheit mangels …
Diese Ausführungen, die in der Literatur auf Zustimmung gestoßen sind (Lehmann-Richter, ZfIR 2018, 836; v. Schledorn, ZWE 2018, 330 f.), halten rechtlicher Nachprüfung stand.
(2) Die Voraussetzungen der ergänzenden Vertragsauslegung, die Vorrang vor den Grundsätzen über die Störung der Geschäftsgrundlage hat (vgl. BGH…, Urteil vom 17. Mai 2018 - VII ZR 157/17 Rn. 36, BauR 2018, 1403 = NZBau 2018, 524; zur Anwendbarkeit der ergänzenden Vertragsauslegung nunmehr auch BFH, Urteil vom 27. September 2018 - V R 49/17 Rn. 19, NZI 2018, 947 = DStR 2018, 2423), sind aufgrund der Vergleichbarkeit der Interessenlage der Parteien des Werkvertrages vorliegend ebenso erfüllt wie in dem dem Senatsurteil vom 17. Mai 2018 (VII ZR 157/17, BauR 2018, 1403 =.
Diese Rechtsprechung gilt auch für die nachfolgenden, im Streitzeitraum anwendbaren Fassungen der Vorschrift (FG München, Urteil vom 10.10.2017 14 K 344/16, EFG 2017, 1842, für 2011, Revision anhängig unter V R 49/17; FG Düsseldorf, Urteil vom 28.04.2017 1 K 2634/15 U, EFG 2017, 1217, für 2010, Revision anhängig unter XI R 21/17; FG Münster, Urteil vom 31.01.2017 15 K 3998/15 U, EFG 2017, 527, für 2013; § 13b Abs. 5 Satz 2 UStG inzwischen geändert durch Gesetz vom 25.07.2014 mit Wirkung ab dem 01.10.2014).
dd) Ein Bauträger, der sein eigenes Grundstück bebauen lässt und es anschließend veräußert, erbringt eine nach § 4 Nr. 9 Buchst. a UStG umsatzsteuerfreie Grundstückslieferung und keine derartige bauwerksbezogenen Werklieferung, die zur Anwendung des § 13b Abs. 2 Satz 2 UStG führt (BFH-Urteil vom 22.08.2013 V R 37/10, BStBl II 2014, 128; FG München, Urteil vom 10.10.2017 14 K 344/16, EFG 2017, 1842, Revision anhängig unter V R 49/17; FG Münster, Urteil vom 31.01.2017 15 K 3998/15 U, EFG 2017, 527).
(2) Die Voraussetzungen der ergänzenden Vertragsauslegung, die Vorrang vor den Grundsätzen über die Störung der Geschäftsgrundlage hat (vgl. BGH…, Urteil vom 17. Mai 2018 - VII ZR 157/17 Rn. 36, BauR 2018, 1403 = NZBau 2018, 524; zur Anwendbarkeit der ergänzenden Vertragsauslegung nunmehr auch BFH, Urteil vom 27. September 2018 - V R 49/17 Rn. 19, NZI 2018, 947 = DStR 2018, 2423), sind aufgrund der Vergleichbarkeit der Interessenlage der Parteien der Werkverträge vorliegend ebenso erfüllt wie in dem dem Senatsurteil vom 17. Mai 2018 (VII ZR 157/17, BauR 2018, 1403 = NZBau 2018, 524) zugrundeliegenden Sachverhalt.
Der Antrag auf Herstellung eines rechtmäßigen Zustands kann der Klägerin nicht vorgeworfen werden (vgl. Finanzgericht -FG- Düsseldorf, Urteil vom 28. April 2017 1 K 2634/15 U, Entscheidungen der Finanzgerichte -EFG- 2017, 1217, Revision BFH XI R 21/17; FG München, Urteil vom 10. Oktober 2017 14 K 344/16, EFG 2017, 1842, Revision BFH V R 49/17).
Auch § 17 UStG (analog) steht dem Änderungsbegehren nicht entgegen (vgl. jeweils FG Münster, Urteil vom 31.01.2017 15 K 3998/15 U, Entscheidungen der Finanzgerichte -EFG- 2017, 527; FG Düsseldorf, Urteil vom 28.04.2017 1 K 2634/15 U, EFG 2017, 1217, Revision anhängig unter dem Az. XI R 21/17; FG München, Urteil vom 10.10.2017 14 K 344/16, EFG 2017, 1842, Revision anhängig unter dem Az. V R 49/17, denen das erkennende Gericht folgt a.A. FG Baden-Württemberg, Urteil vom 19.05.2016 1 K 3504/15, MwStR 2017, 213 m. ablehnender Anmerkung Kessens).
Denn die Umsatzsteuerkorrektur zugunsten des Leistungsempfängers ist ausweislich der rechtlichen Regelungen nicht von der Inanspruchnahme des Leistenden abhängig (so auch FG Münster, Urteil vom 31.01.2017, 15 K 3998/15, EFG 2017, 527 ; FG Düsseldorf, Urteil vom 28.04.2017, 1 K 2634/15 U, EFG 2017, 1217 , Revision eingelegt, Az. des BFH: XI R 21/17; FG München, Urteil vom 10.10.2017, 14 K 344/16, EFG 2017, 1842 , Revision eingelegt, Az. des BFH: V R 49/17; FG Baden-Württemberg, Urteil vom 17.01.2018, 12 K 2323/17, EFG 2018, 596 , Revision eingelegt, Az. des BFH: V R 7/18 ).