Source: https://jugend.dgb.de/ausbildung/beratung/dr-azubi?fp.l=t&fp.d=107609
Timestamp: 2018-12-14 01:56:14
Document Index: 357322578

Matched Legal Cases: ['§12', '§78', '§21', '§21', '§37', '§16', '§ 21']

Ausbildungsende--Betrieb wechsel
Ich bin derzeit im 4 Lehrjahr und kurz vor dem Ende meiner Ausbildung. Da mein Betrieb mir nichts festes über eine Übernahme sagen konnte, habe ich mich auf meinen Wunsch anders weitig Beworben.
Nun meine Frage wann sage ich ihm das ich den Betrieb wechsel?
Am besten ware es bestimmt wenn ich woanders eine Zusage hätte und dann erst was sage, da stimmen sie mir bestimmt zu.
Muss ich eine Kündigung einreichen oder ist das nicht erforderlich wenn der Ausbildungsvertrag ausläuft mit bestehen der Prüfung?
Ich hoffe sie können mir eine schnelle Antwort liefern
Thorge: 06.12.2018 10:18:22 |
Ausbildungsende Prüfung und Übernahme
RE: Ausbildungsende--Betrieb wechsel
Natürlich wäre es gut, wenn du bereits eine Zusage von einem anderen Betrieb hättest, da hast du vollkommen Recht.
Die Ausbildung ist ein befristetes Beschäftigungsverhältnis. Daher besteht kein Anspruch auf eine Weiterbeschäftigung, wenn dein Ausbildungsverhältnis durch die bestandene Abschlussprüfung oder durch das Ende des Ausbildungsvertrages endet. Übernahme bedeutet, dass dein Ausbildungsbetrieb dich nach deiner Ausbildung weiterbeschäftigt.
Achtung: Erst sechs Monate vor dem Ende der Berufsausbildung kannst du mit deinem Ausbildungsbetrieb vereinbaren, dass du bei ihm nach der Ausbildung ein Arbeitsverhältnis eingehst (§12 Berufsbildungsgesetz). Vereinbarungen die davor getroffen wurden, sind nichtig!
In etlichen Tarifverträgen haben die Gewerkschaften durchgesetzt, dass Auszubildende, die ausgelernt haben, für einige Zeit in ein Arbeitsverhältnis übernommen werden müssen. Besonderen Schutz genießen Mitglieder der Jugend- und Auszubildendenvertretung. Sie müssen nach Beendigung der Ausbildung im Betrieb weiter beschäftigt werden, wenn sie vor dem Ende der Ausbildung einen Antrag auf Übernahme stellen (§78a Betriebsverfassungsgesetz).
Wenn du die Abschlussprüfung oder den zweiten Teil der Abschlussprüfung bestehst, endet also dein Ausbildungsverhältnis, sobald die Ergebnisse vom Prüfungsausschuss bekannt gegeben wurden (§21 Berufsbildungsgesetz). Wenn du die Abschlussprüfung nicht bestehst, endet deine Ausbildung an dem Datum, das in deinem Ausbildungsvertrag als Ausbildungsende angegeben ist, es sei denn, du stellst einen Antrag auf Verlängerung (§21 Berufsbildungsgesetz).
Du erhältst ein Abschlusszeugnis mit deinen Prüfungsergebnissen. Falls dein Ausbilder es wünscht, werden auch ihm die Ergebnisse deiner Abschlussprüfung mitgeteilt. Wenn du es beantragst, wird deinem Abschlusszeugnis eine Übersetzung in englischer und französischer Sprache beigefügt. Außerdem kannst du beantragen, dass deine Leistungen in der Berufsschule aufgeführt werden (§37 Berufsbildungsgesetz).
Wenn du in deinem Betrieb keine Aussicht auf Übernahme hast, lass dir am besten ein Arbeitszeugnis von deinem Betrieb ausstellen. Ein Arbeitszeugnis ist sehr wichtig für deine Bewerbungen, daher solltest du dich unbedingt dahinter klemmen und es von deinem alten Betrieb geltend machen. Wenn du Hilfe dabei brauchst, kannst du dich wie gesagt an deine Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:
Da kannst du einfach anrufen und nach einem_rJugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....
Es ist sogar gesetzlich festgeschrieben, dass du nach dem Ende der Ausbildung Anspruch auf ein Arbeitszeugnis hast (§16 Berufsbildungsgesetz). Dabei muss dein Ausbilder das Zeugnis eigenhändig unterschreiben, ein vollständig elektronisch hergestelltes Zeugnis mit gescannter Unterschrift ist verboten. Wenn du kein qualifiziertes Zeugnis verlangst, kann dir dein Ausbilder erst einmal ein einfaches Arbeitszeugnis ausstellen. In einem einfachen Arbeitszeugnis stehen keine Bemerkungen über dein Verhalten und deine Leistung. Es enthält nur Angaben über Art, Dauer und Ziel der Berufsausbildung sowie über die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die du dir erworben hast.
Sofern du es verlangst, muss dir dein Ausbildungsbetrieb ein qualifiziertes Arbeitszeugnis ausstellen. Hier wird auch dein Verhalten und deine Leistung bewertet und kommentiert. Du solltest unbedingt auf einem qualifizierten Zeugnis bestehen, da es üblich ist. Das qualifizierte Arbeitszeugnis muss wohlwollend sein, das heißt dein Ausbilder muss dir die bestmögliche Beurteilung geben, ohne zu lügen.
Sicher hast du schon von den Geheimcodes gehört, mit denen die Ausbilder versteckt ihre Meinung zum Besten geben. Diese Geheimcodes sind mittlerweile verboten, was die Sache aber nicht leichter macht, weil niemand genau weiß, wer sich daran hält. Ein Arbeitszeugnis richtig zu lesen, ist deshalb eine Sache für Profis. Bei deiner Gewerkschaft kannst du das Arbeitszeugnis einreichen und es auf solche Codes überprüfen lassen. Wenn welche gefunden werden, kannst du ein neues Arbeitszeugnis verlangen. Bestimmte Informationen wie Krankheitszeiten, etc. haben im Arbeitszeugnis zum Beispiel nichts zu suchen.
Wichtige Informationen rund um das Arbeitszeugnis findest du unter: http:/​/​www.verdi.de/​service/​beratung-unterstuetzung/​++co++cbf7a28c-c420-11e0-77d5-00093d114a​fd
Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monate.
Dr. Azubi: 07.12.2018 08:44:37
Habe ich das nun richtig verstanden dass ich keine Kündigung einreichen muss, da mein Vertrag ja mit Ende der Ausbildung oder bestehen der Prüfung endet?
Ich habe ja vor den Betrieb zu wechseln nach meiner Ausbidung dann würde es ja reichen, sobald ich woanders eine Zusage bekommen habe, meinen Ausbilder zusagen das ich den Betrieb wechsel richtig?
Sprich keine Kündigung bei Betreibswechsel nach der Ausbildung sondern nur Erläutern dass man wechselt?
Mit freundlichen Grüßen Thorge
Thorge: 07.12.2018 08:58:16
Dein Ausbildungsverhältnis endet entweder mit dem Auslaufen deines Ausbildungsvertrags oder mit Bestehen der Abschlussprüfung (§ 21 Berufsbildungsgesetz)
Wenn du nicht bei deinem Ausbildungsbetrieb bleiben möchtest muss du nicht gesondert kündigen. Es reicht einfach deine Ausbildung zu beenden. Und natürlich solltest du deinem Betrieb, deinen Wunsch nicht zu bleiben, erst mitteilen, wenn du es was anderes gefunden hast. Am besten wartest du sogar bis du den Arbeitsvertrag unterschrieben hast. Du musst allerdings gar nichts sagen. Der Vertrag endet und dein Betrieb kann nicht davon ausgehen, dass du darüber hinaus bei ihnen arbeitest. Außer sie teilen dir vorher die Übernahme mit und du unterschreibst in deinem Ausbildungsvertrag einen Arbeitsvertrag, aber natürlich nur wenn du da überhaupt weiterarbeiten möchtest.
IG BCE Büro Brunsbüttel
Dr. Azubi: 07.12.2018 15:35:14