Source: https://beauftragter-missbrauch.de/recht/strafrecht/was-ist-strafbar/
Timestamp: 2017-03-28 06:15:29
Document Index: 384628954

Matched Legal Cases: ['§ 176', '§ 174', '§ 176', '§ 176', '§ 182', '§ 184', '§ 184']

Was ist strafbar?Welche Taten sind strafbar?Sexueller Missbrauch von Kindern gemäß § 176 StGB ist jede sexuelle Handlung, die an, von oder vor einem Kind vorgenommen wird. Bereits der Versuch eines Sexualkontaktes mit einem Kind ist strafbar. Angebliche Einwilligungen von Kindern, wie sie von Beschuldigten immer wieder vorgebracht werden, sind rechtlich unwirksam.
So macht sich strafbar, wer vor einem Kind an sich selbst oder anderen sexuelle Handlungen vornimmt. Das gilt auch dann, wenn Mädchen oder Jungen solche Sex-Szenen beispielsweise per Videostream verfolgen.Übersicht über strafbare Missbrauchshandlungen nach dem StrafgesetzbuchIm Folgenden finden Sie eine Übersicht über strafbare Handlungen, die sich auf Kinder und/oder Jugendliche beziehen. Mit Verkündung vom 21. Januar 2015 ist die wichtige Reform des Sexualstrafrechts in Kraft getreten.Sexueller Missbrauch von SchutzbefohlenenSexueller Missbrauch von KindernSexueller Missbrauch von JugendlichenBesitz, Erwerb und Verbreitung sogenannter MissbrauchsdarstellungenSexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen (§ 174 StGB)Strafbar ist der sexuelle Missbrauch durch die Eltern oder durch Täter und Täterinnen, denen Kinder und Jugendliche zum Beispiel zur Erziehung, zur Ausbildung oder zur Betreuung in der Lebensführung anvertraut sind. Das umfasst etwa Lehrerinnen und Lehrer oder Heimerzieherinnen und Heimerzieher. Nach der aktuellen Gesetzesänderung werden nun auch zum Beispiel Vertretungslehrerinnen und Vertretungslehrer von der Strafbarkeit erfasst, die vorher ausgeschlossen waren, weil ihnen die Kinder nicht regelmäßig „anvertraut“ waren.
Ebenso wurde der Schutz auf Stiefkinder, Enkel und die Kinder von Partnern ausgeweitet. Diese sind nun ebenso wie zum Beispiel leibliche Kinder bis zum 18. Lebensjahr geschützt.Sexueller Missbrauch von Kindern (§ 176 StGB)Sexuelle Handlungen an oder mit Kindern unter 14 Jahren sind immer strafbar. § 176 StGB benennt ausdrücklich auch die Handlungen, die Kinder an einem Täter oder einer Täterin oder an Dritten vornehmen müssen, als sexuellen Missbrauch. Eine weitere wichtige Tatvariante ist das Einwirken auf Kinder durch Pornografie.
Zum Nachweis der konkreten Gefährdung von Gesundheit und Entwicklung eines Kindes ist in der Regel kinder- und jugendpsychiatrischer Sachverstand gefragt.Sexueller Missbrauch von Jugendlichen (§ 182 StGB)Jeder Täter bzw. jede Täterin – auch Jugendliche (14- bis 18-Jährige) und Heranwachsende (18- bis 21-Jährige) – macht sich des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen strafbar, wenn er oder sie eine Zwangslage des Mädchens oder Jungen ausnutzt oder Geld für die sexuelle Handlung bezahlt. Eine Person über 21 Jahre macht sich durch jede sexuelle Handlung mit einer oder einem Minderjährigen unter 16 Jahren strafbar, wenn das Opfer ihr gegenüber nicht zur sexuellen Selbstbestimmung fähig ist. Notwendig ist dabei nach der letzten Gesetzesänderung nicht mehr eine generelle fehlende Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung, sondern die spezielle – gegenüber dem Täter oder der Täterin – fehlende Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung.Besitz, Erwerb und Verbreitung von MissbrauchsdarstellungenKinderpornografie ist nach § 184b StGB die Darstellung von sexuellem Missbrauch an Mädchen und Jungen unter 14 Jahren. Um zu verdeutlichen, dass es keine erlaubten sexualisierten Darstellungen von Kindern geben kann, ist es geboten, Begriffe wie „Missbrauchsabbildungen“ oder „Missbrauchsfilme“ statt Kinderpornografie zu verwenden. Die verbotenen Darstellungen umfassen Aufnahmen sexueller Handlungen aller Art, die vor oder an Kindern oder die von Kindern durchgeführt werden.Seit der Gesetzesänderung vom 21. Januar 2015 ist nun auch im Gesetz klargestellt, dass Aufnahmen eines ganz oder teilweise unbekleideten Kindes unter 14 Jahren in unnatürlich geschlechtsbetonter Körperhaltung verboten sind. Auch sexuell aufreizende Abbildungen des Genitals oder des unbekleideten Pos eines Kindes sind danach nun ausdrücklich in die Strafbarkeit aufgenommen.
Die Verbreitung von „jugendpornografischen Schriften“ – also entsprechenden Darstellungen von Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren - ist ebenfalls strafbar (§ 184c StGB). Darunter fällt nach der Gesetzesänderung vom 21. Januar 2015 auch die Wiedergabe von ganz oder teilweise unbekleideten Jugendlichen in unnatürlich geschlechtsbetonter Körperhaltung. Davon ausgenommen ist allerdings die Herstellung solcher Bilder zum ausschließlich persönlichen Gebrauch, wenn die dargestellte Person in die Wiedergabe eingewilligt hat.Es folgt ein Info-Kasten
FußnotenInhaltlich basiert dieser Text auf den Darstellungen in folgendem Buch:
Prof. Dr. Jörg M. FegertUlrike HoffmannElisa KönigJohanna NiehuesDr. Hubert Liebhardt
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