Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%20276/88
Timestamp: 2019-06-19 22:07:31
Document Index: 222620564

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 312', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: III ZR 276/88 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 31.05.1990
https://dejure.org/1989,835
BGH, 07.12.1989 - III ZR 276/88 (https://dejure.org/1989,835)
BGH, Entscheidung vom 07.12.1989 - III ZR 276/88 (https://dejure.org/1989,835)
BGH, Entscheidung vom 07. Dezember 1989 - III ZR 276/88 (https://dejure.org/1989,835)
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Vorliegen einer "vorherigen Bestellung" - Unterbreiten eines Angebots bei einem verabredeten Hausbesuch durch einen Gewerbetreibenden - Überschreitung des Rahmens einer Bestellung - Vorliegen der Gefahr einer Überrumpelung - Sittenwidrigkeit des Kreditvertrages wegen eines auffälligen Missverhältnisses von Leistung und Gegenleistung
"Vorhergehende Bestellung" zur Vermittlung eines Ratenkredits mit doppelt so hohem effektiven Jahreszins wie angekündigt
BGH, 31.05.1990 - III ZR 276/88
NJW 1990, 1048
ZIP 1990, 148
MDR 1990, 520
WM 1990, 136
BB 1990, 738
DB 1990, 832
Die "vorhergehende Bestellung" des Verbrauchers muss zudem den Gegenstand der Verhandlung hinreichend konkret bezeichnen und sich auf eine bestimmte Art von Leistungen beziehen, damit der Verbraucher in der Lage ist, sich auf das Angebot des Unternehmers vorzubereiten, und nicht der für "Haustürsituationen" typischen "Überrumpelungsgefahr" ausgesetzt wird (Senatsurteil vom 7. Dezember 1989 - III ZR 276/88 - NJW 1990, 1048, 1049; BGHZ 110, 308, 310; BGH…, Urteil vom 10. Juni 2008 aaO).
Weicht das in der "Haustürsituation" unterbreitete, zum Vertragsschluss führende Angebot des Unternehmers von dem Gegenstand der Einladung ("Bestellung") des Verbrauchers nicht unerheblich ab, so bleibt der Verbraucher schutzwürdig, wenn er mit dieser Abweichung nicht gerechnet hat und auch nicht zu rechnen brauchte; in diesem Fall trifft ihn der Vertragsabschluss in der "Haustürsituation" unvorbereitet und findet der Ausschluss des Widerrufsrechts gemäß § 312 Abs. 3 Nr. 1 BGB keine rechtfertigende Grundlage (vgl. BT-Drucks. 10/2876, S. 12; Senatsurteil vom 7. Dezember 1989 aaO; BGH, Urteil vom 26. November 1991 - XI ZR 115/90 - NJW 1992, 425, 426).
Dies entspricht der gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, nach welcher die für die Sittenwidrigkeitsprüfung außer Acht zu lassenden Restschuldversicherungskosten grundsätzlich (vgl. für den Ausnahmefall, in welchem die Kredit- und Bearbeitungsgebühren für die Restschuldversicherung nach einem höheren Prozentsatz als die des Hauptkredits berechnet werden, BGH, Urteil vom 3. Dezember 1987 - III ZR 103/86, WM 1988, 184, 187) nicht nur die Versicherungsprämien, sondern auch die darauf entfallenden Anteile der Kreditgebühren und der Bearbeitungsgebühr umfassen, da sie ohne Abschluss der Restschuldversicherung nicht entstanden wären (BGH, Urteile vom 24. März 1988 - III ZR 24/87, WM 1988, 647, 649, vom 13. Juli 1989 - III ZR 78/88, NJW-RR 1989, 1321, 1322, vom 7. Dezember 1989 - III ZR 276/88, WM 1990, 136 und vom 30. Mai 1990 - IV ZR 22/89, WM 1990, 1236).
Soweit damit - als notwendige Folge der Tilgungsstreckung - eine Verlängerung der Laufzeit und eine Steigerung der Gesamtkreditkosten verbunden war, kann das nicht zu Lasten der Bank gehen (vgl. BGH, Urteil vom 7. Dezember 1989 - III ZR 276/88 = WM 1990, 136, 137 [BGH 07.12.1989 - III ZR 276/88] zu II 2 b).
Ebenso fehlt es insoweit an einer zum Schadensersatz verpflichtenden Aufklärungspflichtverletzung der Bank (vgl. BGH, Urteil vom 7. Dezember 1989 aaO S. 138 zu IV).
Dazu genügt es nicht, daß I. den Ehemann durch ein Zeitungsinserat zur Kontaktaufnahme veranlaßt und ihm danach telefonisch den Hausbesuch vorgeschlagen hatte (BGH, Urteil vom 7. Dezember 1989 - III ZR 276/88 = WM 1990, 136, 137 [BGH 07.12.1989 - III ZR 276/88] zu III. 1.).
Bei Berechnung der marktüblichen Gebühren hätte ein solcher Kredit mit einer Laufzeit von 47 Monaten insgesamt 6.199,22 DM gekostet: Bei einem Schwerpunktzins von 0, 43 % ergaben sich nämlich Kreditgebühren von 27.297,33 DM x 0, 43 % x 47 = 5.516,79 DM; daneben ist die marktübliche Bearbeitungsgebühr - seit dem Frühjahr 1982 - mit 2, 5 % = 682, 43 DM anzusetzen (vgl. BGH, Urteile vom 2. November 1989 - III ZR 144/88 = WM 1990, 391, 392 [BGH 02.11.1989 - III ZR 144/88] zu 2. a und vom 7. Dezember 1989 - III ZR 276/88 = WM 1990, 136 [BGH 07.12.1989 - III ZR 276/88] zu II 1).
cc) Nach der Rechtsprechung kann ein Kreditvertrag auch dann sittenwidrig sein, wenn er auf einem unangemessenen Umschuldungsverlangen der Bank beruht, weil die Umschuldung unter Abwägung der Vor- und Nachteile aus dem Vertragsabschluss zu einer unverhältnismäßig gesteigerten finanziellen Gesamtbelastung des Kreditnehmers führt (vgl. BGH NJW 1988, 818 für den Fall der Ablösung eines von einer anderen Bank gewährten Darlehens; ebenso NJW 1990, 1048, Juris, Rdnr. 17; OLG Stuttgart, 6 U 89/87, NJW-RR 1988, 427).
https://dejure.org/1990,11619
BGH, 31.05.1990 - III ZR 276/88 (https://dejure.org/1990,11619)
BGH, Entscheidung vom 31.05.1990 - III ZR 276/88 (https://dejure.org/1990,11619)
BGH, Entscheidung vom 31. Mai 1990 - III ZR 276/88 (https://dejure.org/1990,11619)
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Antragsteller der Instanz als Kostenschuldner - Anforderung an Haftung für Gebühren und Auslagen der Instanz