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Timestamp: 2020-02-20 15:21:21
Document Index: 353988187

Matched Legal Cases: ['§ 9', 'EuG', 'BGH', 'EuG', 'BGH', '§ 14', 'BGH']

Oberlandesgericht Köln, Urteil vom 13. September 2013, Az.: 6 U 60/13
a) Die Frage der Verwechslungsgefahr im Sinne von § 9 Abs. 1 Buchst. b) GMV ist unter Heranziehung aller relevanten Umstände des Einzelfalls vorzunehmen. Dabei besteht eine Wechselwirkung zwischen den in Betracht zu ziehenden Faktoren, so der Kennzeichnungskraft der prioritätsälteren Marke sowie der Identität oder der Ähnlichkeit der sich gegenüber stehenden Zeichen und der Identität oder der Ähnlichkeit der mit ihnen gekennzeichneten Waren oder Dienstleistungen, so dass ein geringerer Grad der Ähnlichkeit der Zeichen durch einen höheren Grad der Ähnlichkeit der Waren oder Dienstleistungen oder durch eine gesteigerte Kennzeichnungskraft der älteren Marke ausgeglichen werden kann und umgekehrt (EuGH, Urteil vom 29. 9. 1998 - C-39/97 - GRUR 1998, 922 Tz. 17 f. - Canon; Urteil vom 7. 5. 2009 - C-398/07 - GRUR Int. 2009, 911 Tz. 31 - Waterford Wedgwood; BGH, Urteil vom 24. 2. 2011 - I ZR 154/09 - GRUR 2011, 826 Tz. 11 - Enzymax/Enzymix; Urteil vom 9.€2. 2012 - I ZR 100/10 - GRUR 2012, 1040 Rn. 25 - pjur/pure).
Die Antragstellerin trägt weiter vor, ihre Marke genieße bei den angesprochenen Verbrauchern hohe Wertschätzung, sie habe Umsätze im mehrstelligen Millionenbereich erzielt und "große Investitionen für Werbemaßnahmen" getätigt. Konkrete Angaben zum Marktanteil, zu den Werbeaufwendungen oder der Bekanntheit bei Verbrauchern fehlen dabei (zu diesen Kriterien EuGH, Urteil vom 4. 5. 1999 - C-108 und 109/97 - GRUR 1999, 723 Tz. 51 - Chiemsee; Urteil vom 7. 7. 2005 - C-353/03 - GRUR 2005, 763 Tz. 31- Nestlé/Mars; BGH, Urteil vom 9.€2. 2012 - I ZR 100/10 - GRUR 2012, 1040 Tz. 33 f. - pjur/pure; Ingerl/Rohnke, MarkenG, 3. Aufl. 2010, § 14 Rn. 504). Zugunsten der Antragstellerin unterstellt der Senat aufgrund der glaubhaft gemachten Umsätze gleichwohl, dass die Kennzeichnungskraft der Marke der Antragstellerin aufgrund ihrer Bekanntheit gesteigert und damit im Ergebnis als durchschnittlich anzusehen ist.
Urteil v. 13.09.2013
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