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Timestamp: 2016-09-29 06:41:53
Document Index: 312992829

Matched Legal Cases: ['Art. 305', 'Art. 102', 'Art. 78', 'Art. 80', 'Art. 80', 'Art. 18', 'Art. 65', 'Art. 65', 'Art. 305', 'Art. 24', 'Art. 18', 'Art. 248', 'Art. 380', 'Art. 379', 'Art. 393', 'Art. 80', 'Art. 81', 'Art. 16', 'Art. 308', 'Art. 311', 'Art. 9', 'Art. 93', 'BGE', 'BGE', 'Art. 140', 'BGE', 'BGE', 'Art. 263', 'Art. 78', 'Art. 305', 'Art. 102', 'Art. 248', 'Art. 263', 'Art. 141', 'Art. 113', 'Art. 141', 'Art. 248', 'Art. 248', 'BGE', 'Art. 197', 'BGE', 'Art. 197', 'BGE', 'Art. 248', 'Art. 113', 'Art. 158', 'Art. 113', 'Art. 113', 'Art. 265', 'Art. 292', 'Art. 265', 'Art. 265', 'Art. 265', 'Art. 197', 'Art. 197', 'Art. 197', 'BGE', 'Art. 140', 'BGE', 'BGE', 'Art. 197', 'Art. 305', 'Art. 102', 'Art. 42', 'Art. 3', 'Art. 10', 'Art. 8', 'Art. 21', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 17', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 2', 'Art. 7', 'Art. 7', 'Art. 20', 'Art. 17', 'Art. 18', 'Art. 8', 'Art. 21', 'Art. 102', 'Art. 5', 'Art. 17', 'Art. 18', 'Art. 5', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 197', 'Art. 197', 'Art. 265', 'Art. 248', 'Art. 197', 'Art. 113', 'Art. 113', 'BGE', 'Art. 140', 'Art. 140', 'Art. 141', 'Art. 141', 'Art. 14', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'EGMR', 'EGMR', 'BGE', 'EGMR', 'Art. 113', 'Art. 265', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'EGMR', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 1', 'Art. 5', 'Art. 6', 'Art. 29', 'Art. 24', 'Art. 43', 'Art. 30', 'Art. 31', 'Art. 32', 'Art. 33', 'Art. 36', 'Art. 37', 'Art. 48', 'Art. 48', 'Art. 38', 'Art. 38', 'Art. 40', 'Art. 41', 'Art. 12', 'Art. 2', 'Art. 24', 'Art. 305', 'Art. 9', 'Art. 61', 'Art. 198', 'Art. 196', 'Art. 12', 'Art. 18', 'Art. 6', 'Art. 24', 'Art. 43', 'Art. 30', 'Art. 36', 'Art. 29', 'Art. 44', 'Art. 29', 'Art. 48', 'Art. 292', 'BGE', 'Art. 40', 'Art. 29', 'Art. 38', 'Art. 38', 'Art. 40', 'Art. 7', 'Art. 194', 'Art. 194', 'Art. 40', 'Art. 41', 'Art. 113', 'Art. 7', 'Art. 20', 'Art. 17', 'Art. 18', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 113', 'Art. 7', 'BGE', 'Art. 13', 'Art. 248', 'Art. 197', 'Art. 264', 'Art. 263', 'Art. 248', 'Art. 264', 'Art. 264', 'Art. 113', 'Art. 265', 'Art. 265', 'Art. 265', 'Art. 113', 'Art. 113', 'Art. 197', 'Art. 248', 'Art. 263', 'Art. 265', 'Art. 7', 'Art. 264', 'Art. 264', 'Art. 113', 'Art. 113', 'Art. 113', 'Art. 113', 'Art. 248', 'BGE', 'Art. 170', 'Art. 264', 'Art. 102', 'Art. 113', 'Art. 197', 'Art. 264', 'Art. 265', 'Art. 113', 'Art. 7', 'Art. 248', 'Art. 264', 'Art. 102', 'Art. 248', 'Art. 265', 'Art. 265', 'Art. 265', 'Art. 7', 'Art. 20', 'Art. 168', 'Art. 169', 'Art. 265', 'Art. 265', 'Art. 265', 'Art. 197', 'Art. 264', 'EGMR', 'Art. 141', 'BGE', 'Art. 140', 'Art. 47', 'Art. 171', 'Art. 264', 'BGE', 'Art. 171', 'Art. 248', 'Art. 197', 'Art. 264', 'Art. 47', 'Art. 284', 'Art. 265', 'Art. 284', 'Art. 264', 'Art. 264', 'Art. 170', 'Art. 110', 'Art. 264', 'Art. 66', 'Art. 67', 'Art. 68']

1B_249/2015 � � Urteil vom 30. Mai 2016
vertreten durch Rechtsanw�lte Peter Burckhardt und Dr. Roland M. Ryser.
des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Bern, Pr�sident.
Am 29. August 2012 er�ffnete die Bundesanwaltschaft eine Strafuntersuchung gegen die Bank A.________ AG sowie gegen noch unbekannte Personen. Der Vorwurf gegen die beschuldigte Bank st�tzt sich auf Art. 305bis i.V.m. Art. 102 Abs. 2 StGB (Strafbarkeit des Unternehmens, da es nicht alle erforderlichen und zumutbaren organisatorischen Vorkehren getroffen habe, um Geldw�scherei zu verhindern). Die Er�ffnung der Strafuntersuchung erfolgte gest�tzt auf eine Strafanzeige des gemeinn�tzigen Vereins B.________ vom 25. Mai 2012.
Der beschuldigten Bank wird zur Last gelegt, sie habe �ber ihre Konten Bestechungsgelder eines malaysischen Industriellen (im Zusammenhang mit der Vergabe von Holzrodungskonzessionen im malaysischen Bundesstaat Sabah) an einen hohen malaysischen Amtstr�ger fliessen lassen.
Nachdem die beschuldigte Bank einem entsprechenden Editionsbegehren der Bundesanwaltschaft (BA) nicht nachgekommen war, stellte die BA anl�sslich einer Hausdurchsuchung durch die Bundeskriminalpolizei vom 19. November 2014 bei der Beschuldigten ein auf "9. Juli 2012" datiertes "Memorandum" sicher, das die Beschuldigte auf Anfrage der FINMA zum Sachverhalt erstellt hatte, welcher der Strafanzeige des Vereins B.________ zugrunde liegt. Bei der Hausdurchsuchung �bergaben die Vertreter der Beschuldigten diese Unterlage in einem versiegelten Umschlag, nachdem sie bei der BA vorsorglich die Siegelung verlangt hatten. Am 9. Dezember 2014 stellte die BA beim zust�ndigen Zwangsmassnahmengericht das Entsiegelungsgesuch.
Mit Entscheid vom 18. Juni 2015 wies das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Bern, Pr�sident, das Entsiegelungsgesuch ab, soweit es darauf eintrat. Gleichzeitig verf�gte es die R�ckgabe der versiegelten Unterlage an die beschuldigte Bank.
1.1.�Das Bundesgericht beurteilt Beschwerden gegen Entscheide in Strafsachen (Art. 78 Abs. 1 BGG). Die Beschwerde ist zul�ssig gegen Entscheide letzter kantonaler Instanzen und des Bundesstrafgerichts (Art. 80 Abs. 1 BGG). F�r die Beschwerde in Strafsachen gilt grunds�tzlich das Erfordernis des doppelten Instanzenzuges. Davon ausgenommen sind F�lle, bei denen ein kantonales Zwangsmassnahmengericht als einzige Instanz entscheidet (Art. 80 Abs. 2 Satz 3 BGG).
1.2.�Die kantonalen Zwangsmassnahmengerichte am Sitz der Bundesanwaltschaft oder ihrer Zweigstellen entscheiden in F�llen der Bundesgerichtsbarkeit �ber alle Zwangsmassnahmen gem�ss Art. 18 Abs. 1 StPO (Art. 65 Abs. 1 StBOG). Zust�ndig ist das kantonale Zwangsmassnahmengericht am Ort, wo das Verfahren gef�hrt wird (Art. 65 Abs. 2 StBOG). Der Bundesgerichtsbarkeit unterstehen insbesondere Strafuntersuchungen wegen Geldw�scherei (Art. 305bis StGB), wenn die untersuchten Straftaten zu einem wesentlichen Teil im Ausland begangen worden sind (Art. 24 Abs. 1 lit. a StPO).
1.3.�Das kantonale Zwangsmassnahmengericht ist zust�ndig f�r die Anordnung der Untersuchungs- und der Sicherheitshaft und, soweit in der StPO vorgesehen, f�r die Anordnung oder Genehmigung weiterer Zwangsmassnahmen (Art. 18 Abs. 1 StPO). Es entscheidet �ber Entsiegelungsgesuche der verfahrensleitenden Bundesanwaltschaft im Vorverfahren. Sein Entscheid ist endg�ltig (Art. 248 Abs. 3 lit. a StPO). Da die StPO-Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichtes daher von Gesetzes wegen ausgeschlossen ist (Art. 380 i.V.m. Art. 379 und Art. 393 ff. StPO), liegt eine zul�ssige Ausnahme vom Erfordernis des doppelten Instanzenzuges f�r die Beschwerde in Strafsachen an das Bundesgericht vor (Art. 80 Abs. 2 Satz 3 BGG).
1.4.�Die verfahrensleitende Bundesanwaltschaft, welche am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen und das Entsiegelungsgesuch gestellt hat, ist zur Beschwerde in Strafsachen gegen Entscheide �ber streitige Untersuchungsmassnahmen grunds�tzlich berechtigt (Art. 81 lit. a und lit. b Ziff. 7 BGG; Art. 16 StPO i.V.m. Art. 308 Abs. 1 und Art. 311 Abs. 1 StPO bzw. Art. 9 StBOG). Dies gilt nach der Praxis des Bundesgerichtes insbesondere f�r ganz oder teilweise verweigerte Entsiegelungen (Urteile 1B_125/2015 vom 15. Juni 2015 E. 1; 1B_65/2014 vom 22. August 2014 E. 1; 1B_517/2012 vom 27. Februar 2013 E. 4).
Zu pr�fen bleibt, ob die Sachurteilsvoraussetzung des nicht wieder gutzumachenden Rechtsnachteils (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) erf�llt ist (vgl. BGE 135 I 261 E. 1.2 S. 263 mit Hinweisen; f�r�
Entsiegelungen�s. z.B. nicht publ. E. 1 von BGE 140 IV 28; Urteile 1B_125/2015 vom 15. Juni 2015 E. 2; 1B_65/2014 vom 22. August 2014 E. 2; 1B_193/2013 vom 12. Dezember 2013 E. 1.1-1.3; 1B_517/2012 vom 27. Februar 2013 E. 4; f�r�
Aktenentfernungsf�lle�gem�ss Art. 140-141 StPO s.a. BGE 141 IV 284 E. 2.4 S. 287 f. und 289 S. 292 E. 1.4, f�r�
�berwachungsf�lle�BGE 137 IV 340 E. 2.3 S. 344-346).
2.1.�Die Bundesanwaltschaft macht geltend, es drohe ein schwer wiegender Beweisverlust, indem das Zwangsmassnahmengericht die von ihr beantragte Entsiegelung des sichergestellten Memorandums vom 9. Juli 2012 verweigert habe. Anderweitige geeignete Ermittlungsans�tze seien nicht erkennbar. Die Beschuldigte habe keine Hand geboten f�r eine freiwillige Edition der beweisrelevanten Unterlage. Statt dessen habe sie sich auf das (ihr zustehende) Aussage- und Editionsverweigerungsrecht (bzw. das strafprozessuale Selbstbelastungsprivileg) berufen, weshalb das versiegelte Memorandum mittels Beschlagnahmebefehl und Hausdurchsuchung habe erhoben werden m�ssen. Folglich habe die notwendige Freigabe zur Durchsuchung im Entsiegelungsverfahren zu erfolgen. Die Vorinstanz gehe zu Unrecht von einem absoluten Beweisverwertungsverbot aus. Das versiegelte Memorandum strukturiere und res�miere die zahlreichen compliance-relevanten Dokumente und bankinternen Abkl�rungen, die dem untersuchten komplexen und grenz�berschreitenden Sachverhalt zugrunde l�gen. Eine allf�llige separate Sicherstellung, Aussonderung und Auswertung der dem Memorandum zugrunde liegenden zahlreichen Originalunterlagen (als Ersatzmassnahme gegen�ber der Entsiegelung des Memorandums) w�rde die Untersuchung stark komplizieren und erschweren. Ausserdem w�rde dies unn�tigerweise umfangreiche weitere Zwangsmassnahmen zulasten der beschuldigten Bank nach sich ziehen, insbesondere diverse Hausdurchsuchungen in der Schweiz sowie (rechtshilfeweise) bei ihren ausl�ndischen Zweigniederlassungen. Zu untersuchen sei hier ein schwerwiegender Fall von mutmasslicher internationaler Geldw�scherei mit massiver Amtsbestechung als verbrecherische Vortat.
2.2.�Ziel des Entsiegelungsgesuches ist es, die Verdachtsmomente betreffend grenz�berschreitende Geldw�scherei aufgrund der sichergestellten bankinternen Unterlage als Beweismittel (Art. 263 Abs. 1 lit. a StPO) n�her abzukl�ren. Was die beschuldigte Bank einwendet, entkr�ftet den von der Bundesanwaltschaft dargelegten drohenden Beweisverlust bzw. die gravierende Erschwerung und Komplizierung der Strafuntersuchung nicht. Insbesondere legt die private Beschwerdegegnerin nicht �berzeugend dar, inwiefern die gebotenen Abkl�rungen ohne Weiteres �ber andere geeignete Beweismassnahmen getroffen werden k�nnten.
2.3.�Auch die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen von Art. 78 ff. BGG sind erf�llt und geben zu keinen weiteren Vorbemerkungen Anlass.
3.1.�Die beschuldigte Bank habe im Entsiegelungsverfahren geltend gemacht, es fehle an einem hinreichenden Tatverdacht, das sichergestellte und versiegelte Memorandum sei nicht beweistauglich und die streitigen strafprozessualen Zwangsmassnahmen (Hausdurchsuchung, Sicherstellung, Entsiegelung) seien unverh�ltnism�ssig.
3.2.�Die Bank habe sich auf den Standpunkt gestellt, die Strafanzeige bzw. die von der Bundesanwaltschaft vorgebrachten Verdachtsgr�nde seien v�llig unsubstanziiert. Zwar verweise die BA auf edierte Pr�fberichte einer Revisionsgesellschaft sowie auf Berichte des "Group Internal Audit" sowie verschiedener Compliance-Abteilungen der Bank, welche insbesondere Zweigniederlassungen der Bank in Singapur und Hongkong betr�fen. Aus einem Vorabkl�rungsverfahren der FINMA h�tten sich jedoch - nach Ansicht der Bank - keine organisatorischen M�ngel im Zusammenhang mit der Geldw�schereiabwehr ergeben. Die FINMA habe sich denn auch nicht veranlasst gesehen, ein "eingreifendes Aufsichtsverfahren" einzuleiten. Sie habe "keine eigenen aufsichtsrechtlichen Ermittlungen" durchgef�hrt, sondern sich von der Bank lediglich �ber die angezeigten Gesch�fte "routinem�ssig in Kenntnis setzen lassen". Ebenso wenig best�nden (nach Ansicht der beschuldigten Bank) Geldw�scherei-Verdachtsmomente gegen Angestellte der ausl�ndischen Zweigstellen der Bank.
3.3.�Die Vorinstanz erw�gt, dass insbesondere drei von der BA ausf�hrlich dargelegte Gesch�ftsvorg�nge, welche die Zweigstelle der beschuldigten Bank in Singapur betreffen (Checks, wirtschaftlicher Hintergrund und wirtschaftliche Berechtigung an Konten sowie Aufl�sung von Konten), einen hinreichenden Tatverdacht f�r eine Straftat (im Sinne von Art. 305bis i.V.m Art. 102 StGB) begr�ndeten. Es best�nden konkrete Anhaltspunkte, dass beim fraglichen Checkgesch�ft elementare Sorgfaltsregeln verletzt worden seien mit der offensichtlichen Absicht, die deliktische Herkunft der gutgeschriebenen hohen Betr�ge zu verschleiern. Bei der Er�ffnung und Alimentierung von gewissen Konten sei offensichtlich keine einl�ssliche Abkl�rung des wirtschaftlichen Hintergrundes bzw. der wirtschaftlich Berechtigten vorgenommen worden. Aus den konkreten Umst�nden der �berst�rzten Aufl�sung von diversen Konten werde ersichtlich, dass die Aufl�sungen dem Zweck gedient h�tten, die Kontenguthaben einer bevorstehenden strafprozessualen Beschlagnahme zu entziehen und auf ein "unverd�chtiges" Konto zu transferieren Die bisherigen Untersuchungsergebnisse liessen insgesamt darauf schliessen, dass der beschuldigten Bank bei der Auswahl, Instruktion und Beaufsichtigung ihrer Angestellten offensichtlich Fehler unterlaufen seien, die ein Organisationsverschulden begr�nden k�nnten (vgl. angefochtener Entscheid, S. 9-11, E. 3.1.3).
3.4.�Die ebenfalls versiegelte, an die FINMA adressierte Begleit-E-Mail der Bank (zu ihrem "Memorandum" vom 9. Juli 2012) sei der BA bereits am 2. Dezember 2014 in Kopie herausgegeben worden. Die E-Mail bilde insofern nicht mehr Gegenstand des Entsiegelungsverfahrens, bzw. es sei auf das Entsiegelungsgesuch vom 9. Dezember 2014 insofern nicht einzutreten (angefochtener Entscheid, S. 11 E. 3.2).
3.5.�Was das (vor Bundesgericht noch streitige) Memorandum vom 9. Juli 2012 betrifft, habe die beschuldigte Bank zwar geltend gemacht, eine Beweismittelbeschlagnahmung sei unzul�ssig; das Memorandum sei nicht beweisrelevant, da es sich weder zum Beweisthema der Strafuntersuchung �ussere, noch zur Wahrheitsfindung etwas beitrage. Dieser Ansicht sei jedoch nicht zu folgen. Da die FINMA die beschuldigte Bank ausdr�cklich eingeladen habe, in diesem Bericht zu den Vorw�rfen gem�ss Strafanzeige Stellung zu nehmen, k�nne nicht davon ausgegangen werden, dass das Memorandum bloss eine abstrakte juristische Risikoabsch�tzung enthalte, ohne auf den in der Strafanzeige genannten Sachverhalt und die involvierten Personen konkret Bezug zu nehmen (angefochtener Entscheid, S. 12 E. 3.3.2).
3.6.�Sodann stelle sich die beschuldigte Bank auf den Standpunkt, das versiegelte Memorandum stehe unter dem Schutz des "nemo tenetur"-Grundsatzes. Auf die im verwaltungsrechtlichen Aufsichtsverfahren der FINMA erhobenen Erkenntnisse und Beweismittel d�rfe im Strafverfahren (nach Ansicht der beschuldigten Bank) nicht abgestellt werden, da sonst ihr Selbstbelastungsprivileg als beschuldigte Person ausgeh�hlt bzw. unterlaufen w�rde. Die Vorinstanz erw�gt, der Entsiegelungsrichter habe nicht abschliessend �ber die Verwertbarkeit eines strafprozessual sichergestellten Dokumentes zu urteilen. Der Entscheid �ber die Beweisverwertbarkeit sei grunds�tzlich dem Sachgericht vorbehalten, es sei denn, es liege ein Fall der�
offensichtlichen�Unverwertbarkeit vor (angefochtener Entscheid, S. 17 E.3.3.5).
3.7.�Nach einem Exkurs zu �usserungen in der Literatur (angefochtener Entscheid, S. 17-23, E. 3.3.6-3.3.8) gelangt der Entsiegelungsrichter zur Ansicht, das streitige Memorandum sei offensichtlich unverwertbar. Zwar w�rden "Form und Intensit�t" der aufsichtsrechtlichen Aufforderung der FINMA an die beschuldigte Bank zur Berichterstattung�
gegenein strafprozessuales Verwertungsverbot sprechen. Auch k�nne hier "eine Interessenabw�gung zum Ergebnis f�hren", dass "die Erforschung der Wahrheit h�her zu gewichten ist als die Anwendung des nemo-tenetur-Grundsatzes". Die betreffende einschl�gige Rechtsprechung und Literatur erscheine dem Entsiegelungsrichter jedoch "zu wenig konsistent", weshalb zugunsten der beschuldigten Bank "einem strikten L�sungsansatz der Vorzug zu geben" sei. Danach liege es "am Gesetzgeber", sich "der Regelung der Schnittstelle anzunehmen". Und daraus folge, dass "die Unverwertbarkeit des Memorandums derart offensichtlich" sei, "dass das kantonale Zwangsmassnahmengericht die Feststellung der Unverwertbarkeit nicht dem Sachrichter zu �berlassen, sondern selber vorzunehmen" habe (angefochtener Entscheid, S. 23 f., E. 3.3.10).
Die beschwerdef�hrende Bundesanwaltschaft macht geltend, aus dem strafprozessualen Selbstbelastungsprivileg (bzw. Aussage- und Editionsverweigerungsrecht) der beschuldigten juristischen Person folge kein Beschlagnahme- und Entsiegelungsverbot bez�glich des Memorandums vom 9. Juli 2012, welches sich in der Verf�gungsgewalt der Bank befunden habe und versiegelt worden sei. Daran �ndere auch der Umstand nichts, dass die Unterlage zun�chst auf eine (nicht strafbewehrte) aufsichtsrechtliche Auskunftsanfrage der FINMA hin erstellt worden sei. Weder sei ein Entsiegelungshindernis (im Sinne von Art. 248 i.V.m. Art. 263 f. StPO) ersichtlich, noch ein Beweisverwertungsverbot gem�ss Art. 141 StPO. Die Entsiegelungsvoraussetzungen seien erf�llt. Der angefochtene Entscheid verletze insofern namentlich Art. 113, Art. 141 und Art. 248 Abs. 1 StPO.
5.1.�Das Zwangsmassnahmengericht hat im Vorverfahren dar�ber zu entscheiden, ob Geheimnisschutzinteressen, welche von der Inhaberin oder dem Inhaber der versiegelten Aufzeichnungen und Gegenst�nde angerufen werden, einer Durchsuchung und weiteren strafprozessualen Verwendung durch die Strafverfolgungsbeh�rde entgegenstehen (Art. 248 Abs. 1 und Abs. 3 StPO; BGE 141 IV 77 E. 4.1 S. 81; 137 IV 189 E. 4 S. 194 f.; 132 IV 63 E. 4.1-4.6 S. 65 ff.). Strafprozessuale Zwangsmassnahmen setzen auch voraus, dass ein hinreichender Tatverdacht einer Straftat vorliegt (Art. 197 Abs. 1 lit. b StPO; BGE 141 IV 87 E. 1.3.1 S. 90) und der damit verbundene Eingriff verh�ltnism�ssig erscheint (Art. 197 Abs. 1 lit. c-d und Abs. 2 StPO). Insbesondere m�ssen die zu durchsuchenden Unterlagen untersuchungsrelevant sein. Macht deren Inhaberin oder Inhaber fehlende Beweisrelevanz geltend, hat sie oder er zu substanziieren, inwiefern die versiegelten Aufzeichnungen und Gegenst�nde zur Aufkl�rung der untersuchten Straftat offensichtlich untauglich sind (BGE 141 IV 77 E. 4.3 S. 81; 138 IV 225 E. 7.1 S. 229 mit Hinweisen).
5.2.�Aufzeichnungen und Gegenst�nde, die nach Angaben der Inhaberin oder des Inhabers wegen eines Aussage- oder Zeugnisverweigerungsrechts oder aus anderen Gr�nden nicht durchsucht oder beschlagnahmt werden d�rfen, sind zu versiegeln und d�rfen von den Strafbeh�rden weder eingesehen noch verwendet werden (Art. 248 Abs. 1 StPO). Die beschuldigte Person muss sich nicht selbst belasten. Sie hat namentlich das Recht, die Aussage und ihre Mitwirkung im Strafverfahren zu verweigern (Art. 113 Abs. 1 S�tze 1-2 StPO; s.a. Art. 158 Abs. 1 lit. b StPO). Sie muss sich aber den gesetzlich vorgesehenen Zwangsmassnahmen unterziehen (Art. 113 Abs. 1 Satz 3 StPO). Verweigert die beschuldigte Person ihre Mitwirkung, so wird das Verfahren gleichwohl fortgef�hrt (Art. 113 Abs. 2 StPO).
5.3.�Die Inhaberin oder der Inhaber ist verpflichtet, Gegenst�nde und Verm�genswerte, die beschlagnahmt werden sollen, herauszugeben (Art. 265 Abs. 1 StPO). Die Strafbeh�rde kann die zur Herausgabe verpflichtete Person zur Edition auffordern, ihr eine Frist setzen und sie f�r den Fall der Nichtbeachtung auf die Strafdrohung von Art. 292 StGB oder die M�glichkeit einer Ordnungsbusse hinweisen (Art. 265 Abs. 3 StPO). Keiner Editionspflicht unterliegt die beschuldigte Person (Art. 265 Abs. 2 lit. a StPO). Zwangsmassnahmen sind nur zul�ssig, wenn die Herausgabe verweigert wurde oder anzunehmen ist, dass die Aufforderung zur Herausgabe den Zweck der Massnahme vereiteln w�rde (Art. 265 Abs. 4 StPO).
5.4.�Gem�ss Art. 197 Abs. 1 StPO k�nnen Zwangsmassnahmen nur ergriffen werden, wenn sie gesetzlich vorgesehen sind, ein hinreichender Tatverdacht vorliegt, die damit angestrebten Ziele nicht durch mildere Massnahmen erreicht werden k�nnen und die Bedeutung der Straftat die Zwangsmassnahme rechtfertigt. Entsiegelungen und Durchsuchungen, welche in die Grundrechte nicht beschuldigter Personen eingreifen, sind besonders zur�ckhaltend einzusetzen (Art. 197 Abs. 2 StPO).
5.5.�Im Gegensatz zum erkennenden Sachrichter hat das Zwangsmassnahmengericht bei der �berpr�fung des hinreichenden Tatverdachtes (Art. 197 Abs. 1 lit. b StPO) keine ersch�pfende Abw�gung s�mtlicher belastender und entlastender Beweisergebnisse vorzunehmen. Bestreitet die beschuldigte Person den Tatverdacht, ist vielmehr zu pr�fen, ob aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse gen�gend konkrete Anhaltspunkte f�r eine Straftat und eine Beteiligung der beschuldigten Person an dieser Tat vorliegen, die Strafbeh�rden somit das Bestehen eines hinreichenden Tatverdachts mit vertretbaren Gr�nden bejahen durften. Hinweise auf eine strafbare Handlung m�ssen erheblich und konkreter Natur sein, um einen hinreichenden Tatverdacht begr�nden zu k�nnen (BGE 141 IV 87 E. 1.3.1 S. 90; 137 IV 122 E. 3.2 S. 126). Auch �ber die gerichtliche Verwertbarkeit von Beweismitteln in Aktenentfernungsf�llen nach Art. 140-141 StPO ist in der Regel noch nicht im Untersuchungsverfahren abschliessend zu entscheiden (BGE 141 IV 284 E. 2. S. 286 f.; 289 E. 1 S. 291 f.). Zur Frage des Tatverdachtes bzw. zur Schuldfrage hat das Zwangsmassnahmengericht weder ein eigentliches Beweisverfahren durchzuf�hren, noch dem erkennenden Strafrichter vorzugreifen (vgl. BGE 137 IV 122 E. 3.2 S. 126 f.).
Der hinreichende Tatverdacht (Art. 197 Abs. 1 lit. b StPO) f�r eine Straftat im Sinne von Art. 305bis i.V.m. Art. 102 StGB (mit aktiver und passiver Bestechung vom Amtstr�gern als mutmasslicher Vortat) wird im angefochtenen Entscheid ausf�hrlich dargelegt. Im Verfahren vor dem Bundesgericht hat die private Beschwerdegegnerin den Tatverdacht nicht mehr substanziiert bestritten (vgl. Art. 42 Abs. 2 Satz 1 BGG).
7.1.�Das sichergestellte "Memorandum" der beschuldigten Bank vom 9. Juli 2012, dessen Entsiegelung die Bundesanwaltschaft beantragt, ist sodann untersuchungsrelevant:
7.1.1.�Es handelt sich um einen internen Bericht, der die diversen Bankdokumente strukturiert und zusammenfasst, welche dem angezeigten mutmasslichen Geldw�schereifall zugrunde liegen. Die fraglichen Dokumente erstrecken sich auf die sorgfaltsrechtlich relevanten (fallbezogenen) Bankformulare, E-Mails, Aktennotizen und internen Pr�fberichte sowie auf Protokolle von bankinternen Privatanh�rungen und Assessments. Die genannten Bankunterlagen und ihre strukturierte Zusammenfassung im versiegelten Memorandum geben Aufschluss �ber das Vorgehen der Organe und Angestellten der Beschwerdegegnerin bei der�
Identifizierung�der (oder des)�
Bankkunden�und bei der Feststellung der an Verm�genswerten�
wirtschaftlich berechtigten Personen. Ebenso dokumentieren sie die gesetzlich gebotenen�
besonderen Abkl�rungen,etwa bei�
ungew�hnlichen�oder mit
erh�hten Risiken�behafteten Transaktionen oder Gesch�ftsbeziehungen, insbesondere Gesch�ftsbeziehungen zu ausl�ndischen "politisch exponierten Personen" und ihnen nahestehenden Personen, oder bei Anzeichen f�r�
verbrecherische Hintergr�nde�von Verm�genswerten und Finanztransaktionen (vgl. Art. 3-6 GwG und Art. 10-19 GwV-FINMA). Auch geben die Dokumente Aufschluss �ber die gesetzlich vorgeschriebenen organisatorischen Massnahmen, welche die Bank zur Verhinderung von Geldw�scherei (und Terrorismusfinanzierung) zu treffen hat (Art. 8 GwG und Art. 21-31 GwV-FINMA; zu diesen Complianceverpflichtungen und ihrer Umsetzung bei diversen Schweizer Banken s. Tamara Taube, Entstehung, Bedeutung und Umfang der Sorgfaltspflichten der Schweizer Banken bei der Geldw�schereipr�vention im Bankenalltag, Diss. SG 2013, S. 140-205 und 212-234).
7.1.2.�Zu den ausl�ndischen "politisch exponierten Personen", deren Gesch�ftsverbindungen zur Bank von Gesetzes wegen zu dokumentieren und zu kontrollieren sind, geh�ren insbesondere hohe Politiker und hohe Verwaltungsfunktion�re auf nationaler Ebene sowie Unternehmen und Personen, die den genannten Personen aus famili�ren, pers�nlichen oder gesch�ftlichen Gr�nden erkennbar nahe stehen (Art. 2a Abs. 1 lit. a und Abs. 2 GwG; Art. 2 Abs. 1 lit. a GwV-FINMA). Die Aufnahme von Gesch�ftsbeziehungen mit erh�hten Risiken bedarf der Zustimmung einer vorgesetzten Person oder Stelle oder der Gesch�ftsf�hrung (Art. 17 GwV-FINMA). Das oberste Gesch�ftsf�hrungsorgan oder mindestens eines seiner Mitglieder entscheidet �ber die Aufnahme von Gesch�ftsbeziehungen mit "politisch exponierten Personen" und allj�hrlich �ber deren Weiterf�hrung (Art. 18 Abs. 1 lit. a GwV-FINMA). Analoges gilt f�r die Anordnung regelm�ssiger Kontrollen aller Gesch�ftsbeziehungen mit erh�hten Risiken und ihrer �berwachung und Auswertung (Art. 18 Abs. 1 lit. b GwV-FINMA).
7.1.3.�Alle Finanzintermedi�re, darunter die gesetzlich zugelassenen Banken (Art. 2 Abs. 2 lit. a GwG), m�ssen �ber die get�tigten Transaktionen und �ber die nach dem GwG gebotenen Abkl�rungen Belege so erstellen, dass fachkundige Dritte sich ein zuverl�ssiges Urteil �ber die Transaktionen und Gesch�ftsbeziehungen sowie �ber die Einhaltung der Bestimmungen des GwG bilden k�nnen (Art. 7 Abs. 1 GwG). Die dokumentationspflichtigen Banken bewahren die Belege so auf, dass sie auch allf�lligen�
Auskunfts-�und�
Beschlagnahmebegehren�der�
Strafverfolgungsbeh�rden�innert angemessener Frist nachkommen k�nnen (Art. 7 Abs. 2 GwG; vgl. Taube, a.a.O., S. 205-211). Diese Dokumentations- und Aufbewahrungspflicht im Hinblick auf allf�llige Strafuntersuchungen erstreckt sich auf "alle n�tigen Dokumente" (Art. 20 Abs. 2 GwV-FINMA i.V.m. Art. 17 und Art. 18 Abs. 1 lit. e GwG).
7.1.4.�Zu dokumentieren sind sodann die organisatorischen Massnahmen, welche die Bank in ihrem Verantwortungsbereich zur Verhinderung von Geldw�scherei (und Terrorismusfinanzierung) zu treffen hat, insbesondere im Rahmen einer gen�genden Ausbildung des Personals und einschl�giger Kontrollen verd�chtiger Gesch�ftsvorg�nge (Art. 8 GwG und Art. 21-31 GwV-FINMA i.V.m. Art. 102 Abs. 2 StGB; vgl. dazu Taube, a.a.O., S. 212-220). Die Bank hat sich auch dar�ber auszuweisen, dass ihre�
Zweigniederlassungen�(oder im Finanz- oder Versicherungsbereich t�tigen Gruppengesellschaften) im�
Ausland�die gesetzlichen Compliance-Vorschriften einhalten (Art. 5 Abs. 1 GwV-FINMA i.V.m. Art. 17 und Art. 18 Abs. 1 lit. e GwG). Besondere Aufmerksamkeit ist dabei Tochtergesellschaften oder Zweigniederlassungen zu widmen, die sich in L�ndern befinden, die auf internationaler Ebene als "mit erh�hten Risiken verbunden" gelten (Art. 5 Abs. 2 GwV-FINMA). Die Bank muss ihre mit Geldw�scherei (und Terrorismusfinanzierung) verbundenen Rechts- und Reputationsrisiken global erfassen, begrenzen und �berwachen (Art. 6 Abs. 1 GwV-FINMA).
7.1.5.�Die private Beschwerdegegnerin legt nicht substanziiert dar, inwiefern das versiegelte Memorandum vom 9. Juli 2012 f�r Untersuchungszwecke offensichtlich untauglich w�re (vgl. BGE 141 IV 77 E. 4.3 S. 81; 138 IV 225 E. 7.1 S. 229). Die Bundesanwaltschaft macht geltend, es drohe diesbez�glich ein schwer wiegender Beweisverlust, der die Wahrheitsfindung gef�hrde. Das Memorandum strukturiere die zahlreichen einschl�gigen Bankformulare, Aktennotizen, E-Mails und Gespr�chsprotokolle und fasse sie im untersuchten komplexen und grenz�berschreitenden Kontext thematisch zusammen. Falls der Bericht nicht entsiegelt w�rde, m�ssten (subsidi�r) zwangsl�ufig s�mtliche ihm zugrunde liegenden Originaldokumente im Rahmen von separaten sehr umfangreichen Hausdurchsuchungen sichergestellt, gesichtet, beschlagnahmt und anschliessend aufw�ndig ausgewertet werden. Ein solches Vorgehen l�ge (im Lichte der Verh�ltnism�ssigkeit und Wirksamkeit von Beweiserhebungen) weder im Interesse der beschuldigten Bank, noch im �ffentlichen Interesse an einer effizienten Strafuntersuchung und Wahrheitsfindung. Auch die Vorinstanz r�umt (mit Recht) ein, dass das versiegelte Memorandum untersuchungsrelevant ist.
7.2.1.�Neben der Untersuchungsrelevanz ist unter dem Gesichtspunkt der Verh�ltnism�ssigkeit weiter zu pr�fen, ob die Bedeutung der untersuchten Straftat die Entsiegelung rechtfertigt (Art. 197 Abs. 1 lit. d StPO). Auch dies ist zu bejahen: Die Beweiserhebung erfolgt zur Aufkl�rung eines schwerwiegenden internationalen Korruptions- und Geldw�schereiverdachtsfalles. Die Strafuntersuchung dient insofern auch der Gew�hrleistung der Sicherheit und Reputation des schweizerischen Finanzplatzes und dem Interesse der Schweizer Wirtschaft und �ffentlichkeit an strafrechtskonformen Abwehrmassnahmen (insbesondere von international t�tigen Banken) gegen Geldw�scherei und Korruption von hohen Amtstr�gern. Eine bankenaufsichtsrechtliche Untersuchung des angezeigten Falles durch die FINMA ist unbestrittenermassen nicht erfolgt. Die FINMA hat sich (vorabkl�rungsweise) auf die Einholung eines Auskunftsberichtes der beschuldigten Bank beschr�nkt. Einem Ersuchen der Bundesanwaltschaft um eine (unter den Bundesbeh�rden koordinierte) Herausgabe des betreffenden Memorandums an die Bundesanwaltschaft hat die FINMA keine Folge geleistet (vgl. dazu unten, E. 8.10-8.17). Die Schweiz hat im vorliegenden Zusammenhang einem von der untersuchten Korruptionsaff�re mitbetroffenen asiatischen Staat am 11. Februar 2011 bereits akzessorische Rechtshilfe gew�hrt und Bankunterlagen �bermittelt, welche ein (im M�rz 2010 aufgel�stes) Schweizer Bankkonto der hauptverd�chtigen Amtsperson betreffen.
7.2.2.�Inwiefern die streitige untersuchungsrelevante Beweiserhebung durch mildere strafprozessuale Massnahmen (Art. 197 Abs. 1 lit. c StPO) h�tte ersetzt werden k�nnen, ist weder ersichtlich, noch von der Beschwerdegegnerin nachvollziehbar dargetan:
Einem auf das fragliche�
Memorandum�beschr�nkten�
Editions�begehren hat sich die Bank widersetzt, weshalb die Bundesanwaltschaft die streitigen Zwangsmassnahmen (Hausdurchsuchung, vorl�ufige Sicherstellung des Memorandums, Entsiegelungsgesuch) verf�gte (vgl. Art. 265 Abs. 4 StPO). Falls anstelle des versiegelten zusammenfassenden Memorandums alle einschl�gigen�
Originaldokumente�noch nachtr�glich
einzelnerhoben und gesichtet werden m�ssten, w�ren in der vorliegenden Konstellation umfangreiche Hausdurchsuchungen bzw. Sicherstellungen und Beschlagnahmungen bei den betroffenen Niederlassungen der beschuldigten Bank im In- und Ausland durchzuf�hren, was im Lichte der Verh�ltnism�ssigkeit von Zwangsmassnahmen keine "mildere Massnahme" darstellen kann. Dar�ber hinaus sind bei der Pr�fung der Verh�ltnism�ssigkeit auch die Interessen der strafprozessualen Wahrheitsfindung mitzuber�cksichtigen: Wie sich aus dem angefochtenen Entscheid und den Akten ergibt, erstreckt sich die Untersuchung auf viele Beteiligte, insbesondere auf diverse Bankkunden mit Dutzenden von Firmen und Konten in verschiedenen L�ndern (darunter einige sogenannte "Offshore"-Destinationen). Die betreffenden Originalunterlagen sind �usserst umfangreich, die untersuchten Finanztransaktionen komplex. Eine separate Erhebung aller Original-Einzeldokumente, auf welche sich das Memorandum bezieht, w�rde die Strafuntersuchung deutlich komplizieren, verteuern und zeitlich nochmals verl�ngern. Die Strafanzeige des Vereins B.________ gegen die beschuldigte Bank und die Er�ffnung der Strafuntersuchung erfolgten bereits vor ca. vier Jahren. Das vorinstanzliche Entsiegelungsverfahren dauerte mehr als sechs Monate (zur einmonatigen gesetzlichen Ordnungsfrist s. Art. 248 Abs. 3 StPO). Das Entsiegelungsgesuch der Bundesanwaltschaft vom 9. Dezember 2014 richtet sich im �brigen gegen die beschuldigte Person selber, so dass Art. 197 Abs. 2 StPO hier nicht zur Anwendung gelangt.
Weiter ist zu pr�fen, ob schutzw�rdige Geheimnisinteressen der privaten Beschwerdegegnerin (oder dritter Personen) der Entsiegelung entgegenstehen. Dabei ist insbesondere dem strafprozessalen Verbot des Selbstbelastungszwangs ("nemo tenetur"-Grundsatz) Rechnung zu tragen. Die beschuldigte Bank und die Vorinstanz stellen sich zun�chst auf den Standpunkt, im vorliegenden Fall habe die Bundesanwaltschaft eine Unterlage aus einem separaten bankenaufsichtsrechtlichen Verwaltungsverfahren der FINMA beigezogen bzw. sichergestellt. Deren Entsiegelung und Verwendung im Strafuntersuchungsverfahren stehe das strafprozessuale Selbstbelastungsprivileg entgegen.
8.1.�Die beschuldigte Person muss sich nicht selbst belasten. Sie hat namentlich das Recht, die Aussage und ihre Mitwirkung im Strafverfahren zu verweigern (Art. 113 Abs. 1 S�tze 1-2 StPO). Sie muss sich aber den gesetzlich vorgesehenen Zwangsmassnahmen unterziehen (Art. 113 Abs. 1 Satz 3 StPO). Diese Regel wurde vor Erlass der StPO bereits sinngem�ss von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aus dem Rechtsgleichheitsgebot der Bundesverfassung abgeleitet (vgl. BGE 131 IV 36 E. 3.1 S. 40; 130 I 126 E. 2.1 S. 128 f.). Im �brigen sind Zwangsmittel, Gewaltanwendung, Drohungen, Versprechungen, T�uschungen und Mittel, welche die Denkf�higkeit oder die Willensfreiheit einer Person beeintr�chtigen k�nnen, bei der Beweiserhebung untersagt (Art. 140 Abs. 1 StPO). Solche Methoden sind auch dann unzul�ssig, wenn die betroffene Person ihrer Anwendung zustimmt (Art. 140 Abs. 2 StPO). Entsprechend erhobene Beweise unterliegen einem absoluten Verwertungsverbot (Art. 141 Abs. 1 StPO). Auch Beweise, die Strafbeh�rden in strafbarer Weise oder unter Verletzung von G�ltigkeitsvorschriften erhoben haben, d�rfen nicht verwertet werden, es sei denn, ihre Verwertung sei zur Aufkl�rung schwerer Straftaten unerl�sslich (Art. 141 Abs. 2 StPO)
8.2.�Das sogenannte strafprozessuale Selbstbelastungsprivileg ("nemo tenetur se ipsum accusare") ist auch grundrechtlich ausdr�cklich verankert: Gem�ss Art. 14 Ziff. 3 lit. g UNO-Pakt II (SR 0.103.2) darf ein "wegen einer strafbaren Handlung Angeklagter nicht gezwungen werden, gegen sich selbst als Zeuge auszusagen oder sich schuldig zu bekennen".
8.3.�Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes, die mit derjenigen des Europ�ischen Gerichtshofes f�r Menschenrechte �bereinstimmt, gew�hrleistet auch Art. 6 Ziff. 1 EMRK (Grundsatz des "fair trial") im Strafprozess ein (ungeschriebenes) Schweigerecht und ein Recht, nicht zu seiner eigenen Verurteilung beitragen zu m�ssen:
8.3.1.�Daraus ergibt sich, dass die Strafbeh�rden nicht auf Beweismittel zur�ckgreifen d�rfen, die durch Druck oder Zwang in Missachtung des Willens der beschuldigten Person erlangt worden sind (BGE 140 II 384 E. 3.3.2 E. S. 390; 138 IV 47 E. 2.6.1 S. 51; 131 IV 36 E. 3.1 S. 40-42; 130 I 126 E. 2.1 S. 128 f.; je mit Hinweisen; zu den Implikationen des Selbstbelastungsprivilegs bei der Aus�bung des Vorschlagsrechtes f�r den Offizialverteidiger s.a. BGE 139 IV 113). Gegen das Verbot des Selbstbelastungszwangs verst�sst z.B. ein�
strafbewehrter Befehl�an die beschuldigte oder an eine andere aussageverweigerungsberechtigte Person, potentiell belastende Beweisunterlagen herauszugeben oder belastende Aussagen gegen sich oder (im Rahmen des Aussageverweigerungsrechts) eine andere Person zu machen (BGE 140 II 384 E. 3.3.2 E. S. 391, E. 3.3.6-3.4 S. 394 f.; 131 IV 36 E. 3.1 S. 40-42; je mit Hinweisen; EGMR�
Funke gegen Frankreich�vom 25. Februar 1993 [Nr. 10588/83], PCourEDH S�rie A Bd. 256A � 44; EGMR�
Chambaz gegen Schweiz�vom 5. April 2012 [Nr. 11663/04] � 39, 54;�
J. B. gegen Schweiz�vom 3. Mai 2001 [Nr. 31827/96]).
8.3.2.�Zul�ssig ist hingegen die aufgrund gesetzlicher Zwangsmassnahmen (auch gegen den Willen des Beschuldigten) erfolgte Erhebung von Beweismitteln, die bereits vorliegen, bevor strafprozessualer Zwang ausge�bt wird. Dies gilt namentlich f�r Beweisunterlagen, die im Rahmen einer Hausdurchsuchung beschlagnahmt werden (BGE 140 II 384 E. 3.3.2 E. S. 390; 138 IV 47 E. 2.6.1 S. 52; Urteile 1B_347/2015 vom 29. M�rz 2016 E. 4.3; 1B_125/2015 vom 15. Juni 2015 E. 3.4-3.7; 1P.519/2006 vom 19. Dezember 2006 E. 3.2; EGMR�
Saunders gegen�
Vereinigtes K�nigreich�vom 17. Dezember 1996, Recueil CourEDH 1996-VI S. 2044 � 69 [Nr. 19187/91]; vgl. Art. 113 Abs. 1 Satz 3 und Abs. 2 i.V.m. Art. 265 Abs. 4 StPO). Nicht gegen Art. 6 Ziff. 1 EMRK verstossen auch blosse Aufforderungen, in einem Verwaltungs- oder Strafverfahren Dokumente einzureichen, die�
nicht�mit einer�
Strafdrohung�wegen Ungehorsams verbunden sind. In einem�
aufsichtsrechtlichen Verwaltungsverfahren�gilt dies insbesondere, wenn f�r den Editionsadressaten eine verwaltungsgesetzliche Pflicht besteht, entsprechende Dokumente zu erstellen, aufzubewahren und den zust�ndigen Beh�rden zur Verf�gung zu stellen (BGE 140 II 384 E. 3.3.4 S. 392; s. zu dieser Rechtsprechung z.B. Christopher Geth, Aufsichtsrechtliche Mitwirkungspflichten und nemo tenetur, in: Banken zwischen Strafrecht und Aufsichtsrecht, Basel 2014, S. 141 ff.; Sabine Gless, Nemo tenetur se ipsum accusare und verwaltungsrechtliche Auskunftspflichten, in: Fahl/M�ller/Satzger/Swoboda [Hrsg.], Festschrift f�r Werner Beulke zum 70. Geburtstag, Heidelberg 2015, S. 723 ff.; Dominique Ott, Der Grundsatz "nemo tenetur se ipsum accusare" - unter besonderer Ber�cksichtigung der strassenverkehrsrechtlichen Pflichten, Diss. Z�rich 2012, S. 180 ff.; Simon Roth, Das Verh�ltnis zwischen verwaltungsrechtlichen Mitwirkungspflichten und dem Grundsatz nemo tenetur se ipsum accusare - Zusammenfassung und W�rdigung der Rechtsprechung des Europ�ischen Gerichtshofs f�r Menschenrechte, ZStrR 129 [2011] 296 ff., 321 f.;�
ders.,�Die Geltung von nemo tenetur im Verwaltungsverfahren, Jusletter vom 17. Februar 2014).
8.3.3.�Zwar gilt das strafprozessuale Verbot des Selbstbelastungszwangs grunds�tzlich auch f�r beschuldigte�
juristische�Personen. Der "nemo tenetur"-Grundsatz ist jedoch in dem Sinne�
restriktiv�zu handhaben, dass der aufsichtsrechtliche und strafprozessuale Zugriff auf Unterlagen, welche das beschuldigte Unternehmen aufgrund verwaltungsrechtlicher (insbesondere konzessionsrechtlicher) Gesetzesvorschriften erstellen, aufbewahren und dokumentieren muss, nicht unterlaufen werden kann (BGE 140 II 384 E. 3.3.4 S. 392 f. mit Hinweisen). Zu diesen Vorschriften geh�ren auch die Dokumentationspflichten von Banken nach der Geldw�schereigesetzgebung (BGE 140 II 384 E. 3.3.4 S. 393).
8.4.�Nach der Praxis des EGMR und des Bundesgerichtes gilt das Selbstbelastungsprivileg von Art. 6 EMRK als ungeschriebenes Grundrecht nicht "absolut": Das Strafprozessrecht dient dazu, auf eine faire Weise die Wahrheitsfindung zu erm�glichen. Gerade bei beschuldigten juristischen Personen bzw. Unternehmen ist eine differenzierte Abw�gung vorzunehmen zwischen ihren grundrechtlich garantierten Verfahrensrechten und dem �ffentlichen Interesse (sowie gegebenenfalls demjenigen von gesch�digten Personen) an einer effizienten strafprozessualen Wahrheitserforschung. Dabei ist ein angemessener Ausgleich der divergierenden Interessen anzustreben, was sachgerechte Anpassungen der "nemo tenetur"-Regeln an die jeweiligen konkreten Verh�ltnisse des Falles zul�sst bzw. sogar gebietet (BGE 140 II 384 E. 3.3.5 S. 393 f. mit Hinweisen). Diese Rechtsprechung wurde in der Literatur zum bankenspezifischen Aufsichts- und Strafprozessrecht zum Teil als zu restriktiv kritisiert (vgl. Paolo Bernasconi, Nemo tenetur - erosione di principi procedurali a scapito di banche e di imprese nel labirinto di procedure giudiziarie e amministrative, Rivista ticinese di diritto 2012, S. 531 ff.; Jeremias fellmann, "nemo tenetur light" bei straf�hnlichen Verwaltungssanktionen? - Bemerkungen zu BGE 140 II 384, Forum poenale 2015 S. 43 ff.; Gless, a.a.O., S. 723 ff.). Andere Autoren bef�rworten hingegen eine noch zur�ckhaltendere Handhabung des strafprozessualen "nemo tenetur"-Grundsatzes (vgl. Hansj�rg Seiler, Das [Miss-]verh�ltnis zwischen strafprozessualem Schweigerecht und verwaltungsrechtlicher Mitwirkungs- und Auskunftspflicht, recht 23 [2005] 11 ff., S. 18).
8.5.�Der Aufsicht durch die FINMA unterstehen nach dem Bundesgesetz �ber die Eidgen�ssische Finanzmarktaufsicht vom 22. Juni 2007 (SR 956.1, FINMAG) die Personen, die nach den Finanzmarktgesetzen (darunter das BankG und das GwG) eine Bewilligung, eine Anerkennung, eine Zulassung oder eine Registrierung der Finanzmarktaufsichtsbeh�rde ben�tigen (Art. 3 lit. a i.V.m. Art. 1 Abs. 1 lit. d und lit. f FINMAG). Die Finanzmarktaufsicht bezweckt unter anderem den Schutz der Funktionsf�higkeit der Finanzm�rkte. Sie tr�gt damit zur St�rkung des Ansehens und der Wettbewerbsf�higkeit des Finanzplatzes Schweiz bei (Art. 5 FINMAG). Die FINMA �bt die Aufsicht nach den Finanzmarktgesetzen und nach dem FINMAG aus (Art. 6 Abs. 1 FINMAG).
8.6.�Die beaufsichtigten Banken m�ssen der FINMA alle�
Ausk�nfteerteilen und Unterlagen herausgeben, die sie zur Erf�llung ihrer Aufgaben ben�tigt (Art. 29 Abs. 1 FINMAG). Dar�ber hinaus kann die FINMA eine�
Pr�fung�der beaufsichtigten Bank (nach Art. 24-28 a FINMAG) selbst ausf�hren oder ausf�hren lassen. Sie kann zum Vollzug der Finanzmarktgesetze auch (grenz�berschreitende) direkte Pr�fungen bei beaufsichtigten Banken�
im Ausland�selber vornehmen oder durch Pr�fgesellschaften bzw. beigezogene Pr�fbeauftragte vornehmen lassen (Art. 43 Abs. 1 FINMAG).
8.7.�Ergeben sich Anhaltspunkte f�r Verletzungen aufsichtsrechtlicher Bestimmungen, er�ffnet die FINMA ein f�rmliches�
aufsichtsrechtliches Verfahren�(Art. 30 FINMAG). Verletzt eine beaufsichtigte Bank die Bestimmungen des FINMAG oder eines Finanzmarktgesetzes oder bestehen sonstige Missst�nde, so sorgt die FINMA f�r die Wiederherstellung des ordnungsgem�ssen Zustandes (Art. 31 FINMAG). Ergibt das Verfahren, dass die beaufsichtigte Bank aufsichtsrechtliche Bestimmungen schwer verletzt hat, und m�ssen keine Massnahmen zur Wiederherstellung des ordnungsgem�ssen Zustandes mehr angeordnet werden, so kann die FINMA eine Feststellungsverf�gung erlassen (Art. 32 FINMAG). Stellt die FINMA eine schwere Verletzung aufsichtsrechtlicher Bestimmungen fest, so kann sie der verantwortlichen Person die T�tigkeit in leitender Stellung bei einer von ihr beaufsichtigten Bank f�r die Dauer von bis zu f�nf Jahren untersagen (Art. 33 FINMAG). Die FINMA kann eine unabh�ngige und fachkundige Person damit beauftragen, bei einer beaufsichtigten Bank einen aufsichtsrechtlich relevanten Sachverhalt abzukl�ren (Untersuchungsauftrag) oder von ihr angeordnete aufsichtsrechtliche Massnahmen umzusetzen (Art. 36 Abs. 1 FINMAG). Die FINMA entzieht einer beaufsichtigten Bank die Zulassung, wenn sie die Voraussetzungen f�r die Finanzmarktt�tigkeit nicht mehr erf�llt oder aufsichtsrechtliche Bestimmungen schwer verletzt (Art. 37 Abs. 1 FINMAG). Mit Busse bis zu Fr. 100'000.-- wird bestraft, wer einer von der FINMA unter Hinweis auf die Strafdrohung von Art. 48 FINMAG ergangenen rechtskr�ftigen Verf�gung vors�tzlich nicht Folge leistet (Art. 48 FINMAG).
8.8.�Die FINMA und die zust�ndige Strafverfolgungsbeh�rde tauschen die im Rahmen der Zusammenarbeit und zur Erf�llung ihrer Aufgaben notwendigen Informationen aus. Sie verwenden die erhaltenen Informationen ausschliesslich zur Erf�llung ihrer jeweiligen Aufgaben (Art. 38 Abs. 1 FINMAG). Sie koordinieren ihre Untersuchungen, soweit m�glich und erforderlich (Art. 38 Abs. 2 FINMAG). Gem�ss Art. 40 FINMAG kann die FINMA die Bekanntgabe von nicht �ffentlich zug�nglichen Informationen und die Herausgabe von Akten gegen�ber Strafverfolgungsbeh�rden und anderen inl�ndischen Beh�rden verweigern, soweit die Informationen und die Akten ausschliesslich der internen Meinungsbildung dienen (lit. a), deren Bekannt- oder Herausgabe ein laufendes Verfahren gef�hrden oder die Erf�llung ihrer Aufsichtst�tigkeit beeintr�chtigen w�rde (lit. b), oder sie mit den Zielen der Finanzmarktaufsicht oder mit deren Zweck nicht vereinbar ist (lit. c). �ber Meinungsverschiedenheiten in der Zusammenarbeit zwischen der FINMA einerseits und Strafverfolgungsbeh�rden anderseits entscheidet das Bundesverwaltungsgericht auf Ersuchen einer der betroffenen Beh�rden (Art. 41 FINMAG).
8.9.�Bei der FINMA handelt es sich nicht um eine Strafbeh�rde im Sinne von Art. 12-14 StPO und Art. 2 StBOG. Die Bundesanwaltschaft ist im vorliegenden Fall f�r die Strafuntersuchung zust�ndig (Art. 24 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. Art. 305bis StGB und Art. 9 Abs. 2 lit. a StBOG). Sie leitet das Vorverfahren und kann strafprozessuale Zwangsmassnahmen anordnen (Art. 61 lit. a und Art. 198 Abs. 1 lit. a StPO). Die Zul�ssigkeit von Zwangsmassnahmen (gem�ss dem 5. Titel der StPO) richtet sich nach Art. 196-298 StPO.
8.10.�Wie sich aus den Akten ergibt, hat der Verein B.________ eine Kopie seiner am 25. Mai 2012 bei der BA erhobenen Strafanzeige auch bei der FINMA (als Aufsichtsbeh�rde �ber die angezeigte Bank) eingereicht. Die BA hat die Bank mit Schreiben vom 21. Juni 2012 auf die Strafanzeige aufmerksam gemacht und ihr mitgeteilt, dass ein Entscheid �ber die Er�ffnung einer Strafuntersuchung noch ausstehe. Mit E-Mail vom 3. Juli 2012 hat die FINMA die angezeigte Bank als Aufsichtsbeh�rde (Art. 12 lit. a und Art. 18 Abs. 1 lit. b GwG, Art. 6 Abs. 1 FINMAG) und mit ausdr�cklichem Hinweis auf die Strafanzeige des Vereins B.________ eingeladen, eine "Stellungnahme" bzw. ein "Risk Assessment" zu den fallbezogenen Compliance-Abl�ufen und Personen einzureichen. Die beschuldigte Bank hat sich schon im vorinstanzlichen Entsiegelungsverfahren auf den Standpunkt gestellt, die FINMA habe im Rahmen dieses Vorabkl�rungsverfahrens "keine eigenen aufsichtsrechtlichen Ermittlungen" durchgef�hrt, sondern sich lediglich �ber die angezeigten Gesch�fte "routinem�ssig in Kenntnis setzen lassen". Dies ergebe sich auch daraus, dass die Aufforderung der FINMA zur Berichterstattung von deren "Gesch�ftsbereich Banken" gekommen sei und nicht von ihrem "Gesch�ftsbereich Enforcement".
8.11.�Die FINMA hat nach der Strafanzeige und Er�ffnung der Strafuntersuchung weder eine aktualisierte Pr�fung der beschuldigten Bank (nach Art. 24-28 a FINMAG) oder einer ihrer ausl�ndischen Zweigniederlassungen (Art. 43 FINMAG) angeordnet, noch ein f�rmliches Aufsichtsverfahren (nach Art. 30-37 FINMAG) eingeleitet. Auch eine aufsichtsrechtliche Untersuchung des angezeigten Sachverhaltes (nach Art. 36 FINMAG) erfolgte nicht. Nach den vorliegenden Akten beschr�nkte sich die FINMA (vorabkl�rungsweise) auf die aufsichtsrechtliche Einholung einer�
Auskunft�bei der beschuldigten Bank nach Art. 29 Abs. 1 FINMAG. Die Aufforderung zur Auskunftserteilung war nicht strafbewehrt. Das Gesetz sieht (in Art. 44-47 FINMAG) keine Straffolgen f�r verweigerte Ausk�nfte nach Art. 29 FINMAG vor. Ebenso wenig erfolgte verf�gungsweise eine Strafandrohung nach Art. 48 FINMAG oder Art. 292 StGB (vgl. BGE 140 II 384 E. 3.3.4 S. 392 f.). Die angezeigte Bank erstellte ein auf 9. Juli 2012 datiertes entsprechendes Memorandum zuhanden der FINMA.
8.12.�Am 29. August 2012 er�ffnete die BA im angezeigten Zusammenhang eine Strafuntersuchung gegen die Bank und weitere (noch unbekannte) Personen. Mit Schreiben vom 7. M�rz 2013 ersuchte die BA die FINMA um Informationen und Unterlagen aus dem aufsichtsrechtlichen Verfahren zur untersuchungsgegenst�ndlichen Geldw�scherei-Compliance der beschuldigten Bank. Am 12. April 2013 teilte die FINMA der BA mit, dass ein Bericht einer Pr�fgesellschaft vorliege. Dieser Pr�fbericht beziehe sich auf das "Gesch�ftsjahr 2011" der beschuldigten Bank. Die Pr�fgesellschaft habe damals eine allgemeine "pr�ferische Durchsicht" der Einhaltung von GwG-Pflichten bei der Bank vorgenommen. Bei einer "pr�ferischen Durchsicht" gebe die Pr�fgesellschaft "eine Zusicherung weniger hohen Grades ab". Die erfolgte "Moderate Assurance" bedeute, dass sich die Pr�fgesellschaft "nicht ein umfassendes Bild �ber den zu pr�fenden Sachverhalt verschafft", sondern "nur einen angemessenen �berblick" vorgenommen habe. Sie, die FINMA, verf�ge (�ber den genannten Pr�fbericht f�r das Gesch�ftsjahr 2011 hinaus) �ber keine sachbezogenen Unterlagen. Entsprechende Dokumente habe die BA direkt bei der Bank zu erheben. Die FINMA habe (nach Eingang der Strafanzeige) "bislang keine Bankunterlagen" zu den angezeigten Kundenbeziehungen erhoben. Sie habe sich aber "von der Bank �ber die im Zuge der Anzeigen getroffenen Abkl�rungen und ihre Risikoeinsch�tzung informieren lassen". Diese Abkl�rungen habe die beschuldigte Bank im fraglichen Memorandum festgehalten.
8.13.�Gem�ss den vorliegenden Akten hat die FINMA weder eine Untersuchung der angezeigten Transaktionen angeordnet, noch einen (aktualisierten) Pr�fbericht �ber die massgeblichen Gesch�ftsjahre (2006-2010) und die betroffenen Zweigniederlassungen der Bank eingeholt.
8.14.�Dem Ersuchen der BA auf Herausgabe des Memorandums leistete die FINMA mit Schreiben vom 12. April und 19. Juli 2013 (gest�tzt auf Art. 40 FINMAG) keine Folge. Die FINMA begr�ndete dies mit der "sehr hohen Kooperationsbereitschaft", welche sie (als Aufsichtsbeh�rde) von der beschuldigten Bank erwarte. Eine Herausgabe des Memorandums durch die FINMA w�rde deren Aufsichtst�tigkeit "auf Dauer nachhaltig beeintr�chtigen". Die BA verzichtete in der Folge auf eine�
beh�rdlich koordinierte�Herausgabe des Memorandums durch die FINMA und verf�gte am 25. August 2014 statt dessen die�
strafprozessuale Editioneiner Kopie dieser Unterlage bei der beschuldigten Bank. Nachdem diese die Edition (mit Schreiben vom 30. September 2014) verweigert hatte, liess die BA am 19. November 2014 eine versiegelte Kopie des Memorandums bei der Bank sicherstellen. Am 2. Dezember 2014 liess die FINMA der BA noch eine Kopie der Begleit-E-Mail der Bank (zum Memorandum) zukommen.
8.15.�Aufgrund der Strafanzeige vom 25. Mai 2012, die sowohl an die BA als auch (in Kopie) an die FINMA gerichtet war, hatte die FINMA ihre aufsichtsrechtliche T�tigkeit (ab 3. Juli 2012) mit der BA soweit m�glich zu�
koordinieren�(Art. 29 Abs. 4 GwG, Art. 38 Abs. 2 FINMAG). Dies gilt umso mehr, als die BA die f�rmliche Er�ffnung einer Strafuntersuchung wegen Geldw�scherei auch noch (mit Schreiben vom 21. Juni 2012) ausdr�cklich in Aussicht gestellt hatte. Art. 38 Abs. 1 FINMAG schreibt ausserdem vor, dass die FINMA und die zust�ndige Strafverfolgungsbeh�rde (hier die BA) die im Rahmen ihrer Zusammenarbeit und zur Erf�llung ihrer Aufgaben notwendigen�
austauschen�(Satz 1). Sie verwenden die erhaltenen Informationen zur Erf�llung ihrer jeweiligen Aufgaben (Satz 2). Eine Verweigerung der Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbeh�rden ist der FINMA nur unter den spezifischen Voraussetzungen von Art. 40 FINMAG erlaubt. Die angezeigte Bank war ausserdem gesetzlich verpflichtet, die untersuchungsrelevanten internen Unterlagen so aufzubewahren, dass sie allf�lligen strafprozessualen Auskunfts- und Beschlagnahmebegehren der BA innert angemessener Frist nachkommen konnte (Art. 7 Abs. 2 GwG).
8.16.�Nachdem die FINMA im Anschluss an die Auskunftseinholung per E-Mail (am 3. Juli 2012) keine weiteren aufsichtsrechtlichen Massnahmen gegen die angezeigte Bank ergriffen oder in Aussicht gestellt hatte, er�ffnete die BA am 29. August 2012 f�rmlich die Strafuntersuchung gegen die private Beschwerdegegnerin. Auch das in der Folge an die beschuldigte Bank adressierte Editionsbegehren der BA vom 25. August 2014 (betreffend das Memorandum vom 9. Juli 2012) war�
nicht strafbewehrt.�Das Gleiche gilt f�r die von der BA gew�hrte Fristverl�ngerung betreffend Edition vom 10. September 2014. Nachdem die Bank dem Editionsbegehren nicht nachgekommen war, ordnete die BA die Beschlagnahmung der Unterlage zu Beweiszwecken an. Anl�sslich der Hausdurchsuchung bei der Beschuldigten vom 19. November 2014 stellte die BA eine Kopie des versiegelten Memorandums vom 9. Juli 2012 zwangsweise sicher. Die BA beantragt (auch im Verfahren vor Bundesgericht) die Entsiegelung der Unterlage.
8.17.�Im vorliegenden Fall ist (im Verfahren nach Art. 194 StPO) kein Aktenbeizug unter Beh�rden aus einem separaten Verwaltungsverfahren erfolgt. Die FINMA hat sich geweigert, der BA das gew�nschte Memorandum aus dem bankenaufsichtsrechtlichen Vorpr�fungsverfahren f�r die Zwecke der Strafuntersuchung herauszugeben. Angefochten ist weder ein Entscheid des Bundesstrafgerichtes �ber ein zwischen Bundesbeh�rden streitiges Aktenbeizugsgesuch (Art. 194 Abs. 3 StPO), noch ein Entscheid des Bundesverwaltungsgerichtes �ber Meinungsverschiedenheiten in der Zusammenarbeit zwischen der FINMA und einer Strafverfolgungsbeh�rde (Art. 40 FINMAG). Weder die FINMA noch die BA haben ein entsprechendes Ersuchen (nach Art. 41 FINMAG) an das Bundesverwaltungsgericht gestellt. Vielmehr hat die BA eine Kopie der fragliche Unterlage direkt bei der beschuldigten Bank mittels strafprozessualen Zwangsmassnahmen (Hausdurchsuchung, vorl�ufige Sicherstellung, Siegelung) erhoben. Angefochten ist der Entscheid des Zwangsmassnahmengerichtes �ber das Entsiegelungsgesuch der BA.
8.18.�Nach der oben dargelegten gesetzlichen Regelung und der Praxis des Bundesgerichtes f�hrt der blosse Umstand, dass die strafprozessual sichergestellte Unterlage Gegenstand eines bankenaufsichtsrechtlichen Vorabkl�rungs- bzw. Auskunftsverfahrens gebildet hat, nicht automatisch zu einem Entsiegelungs- und Beschlagnahmeverbot:
8.18.1.�Sowohl in Art. 113 Abs. 1 Satz 3 StPO als auch in Art. 7 Abs. 2 GwG wird die�
strafprozessuale Beschlagnahmung�aller gesetzlich vorgeschriebenen Bankbelege bzw. entsprechender Dokumentationen ausdr�cklich vorbehalten. Die Dokumentations- und Aufbewahrungspflicht der Bank im Hinblick auf strafprozessuale Beweiserhebungen erstreckt sich auf "alle n�tigen Dokumente" (Art. 20 Abs. 2 GwV-FINMA i.V.m. Art. 17 und Art. 18 Abs. 1 lit. e GwG; vgl. dazu oben, E. 7.1.1-7.1.5). Weder die aufsichtsrechtliche Einladung (durch die FINMA) zur Auskunftserteilung vom 3. Juli 2012 noch das Editionsbegehren der BA vom 25. August 2014 erfolgten unter Androhung von Strafe (oder unzul�ssigem Zwang) im Weigerungsfall. Das streitige Memorandum vom 9. Juli 2012 lag ausserdem bereits seit l�ngerer Zeit und im Zugriffsbereich der Bank vor, bevor die BA am 19. November 2014 diesbez�glich (in Form einer Hausdurchsuchung und Sicherstellung) gesetzeskonformen und subsidi�ren strafprozessualen Zwang aus�bte. Auch aus der dargelegten grundrechtlichen Praxis zu Art. 6 Ziff. 1 EMRK (vgl. oben, E. 8.3) ergibt sich hier folglich kein absolutes Beweiserhebungsverbot.
8.18.2.��ber das Dargelegte hinaus kann offen bleiben, ob f�r eine strafprozessuale Verwertbarkeit beh�rdlicher Befragungen aus einem Verwaltungsverfahren�
zus�tzlich�noch zu verlangen w�re, dass die verwaltungsprozessualen Befragungen streng nach den�
strafprozessualen Formvorschriften�durchgef�hrt worden w�ren: Im vorliegenden Fall haben �berhaupt keine verwaltungsprozessualen Befragungen (von Organen und Personal der beschuldigten Bank) durch eine Verwaltungsbeh�rde stattgefunden. Die FINMA hat gar kein f�rmliches Aufsichtsverfahren er�ffnet, geschweige denn eine Untersuchung mit Befragungen durchgef�hrt oder durchf�hren lassen. Der von der beschuldigten Bank erbetene interne Bericht st�tzt sich (neben Bankdokumenten) ausschliesslich auf�
interne Privatanh�rungen�durch die Bank selbst. Diese privaten Hearings und Assessments unterstanden nicht dem �ffentlichen Verfahrensrecht und schon gar nicht dem Strafprozessrecht.
8.18.3.�Bei strafrechtlich beschuldigten juristischen Personen, insbesondere bei Banken, welche den dargelegten Gesetzesvorschriften des GwG unterliegen, ist das Selbstbelastungsprivileg (im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK) im �brigen differenziert und restriktiv anzuwenden: Die Berufung auf dieses Grundrecht darf nicht dazu f�hren, dass der (in Art. 113 Abs. 1 Satz 3 StPO und Art. 7 Abs. 2 GwG) gesetzlich vorgesehene strafprozessuale Zugriff auf Unterlagen, welche die beschuldigte Bank aufgrund der Geldw�schereigesetzgebung erstellen, aufbewahren und ausreichend dokumentieren muss,�
faktisch unterlaufen�werden kann (BGE 140 II 384 E. 3.3.4 S. 392 f.; vgl. auch GUNTHER ARZT, Schutz juristischer Personen gegen Selbstbelastung, JZ 2003, S. 457 ff.; G�NTER HEINE, Das kommende Unternehmensstrafrecht, ZStrR 121 [2003] 24 ff., S. 43;�
derselbe, Praktische Probleme des Unternehmensstrafrechts, SZW 2005 S. 17 ff., 21 f.; PATRICK KRAUSKOPF/KATRIN EMMENEGGER, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl., Z�rich 2016, Art. 13 N. 70; NADINE QUECK, Die Geltung des nemo-tenetur-Grundsatzes zugunsten von Unternehmen, Berlin 2005, S. 271 ff.).
8.18.4.�F�r die Frage der Zul�ssigkeit einer strafprozessualen Entsiegelung sind die einschl�gigen gesetzlichen Regeln von Art. 248 i.V.m. Art. 197 und Art. 264 StPO anwendbar. Zu pr�fen bleibt, ob die von der beschuldigten Bank angerufenen�
Geheimnisschutzinteressen�(Aussage-, Editions- und und Zeugnisverweigerungsrechte der Bank bzw. ihrer Organe und Angestellen, Bankkundengeheimnis, allf�llige Gesch�ftsgeheimnisse, Amtsgeheimnis usw.) im Lichte des Selbstbelastungsprivilegs zu einem Entsiegelungs- und Beschlagnahmehindernis f�hren. Dabei ist sowohl den schutzw�rdigen Interessen von Betroffenen als auch dem Interesse an der strafprozessualen Wahrheitsfindung angemessen Rechnung zu tragen (zu sog. "Aussagedilemmatas" von Befragten in parallelen Verfahren vgl. auch Gilles Benedick, Die Aussagedilemma in parallelen Verfahren, AJP 20 [2011] 169 ff.; Gless, a.a.O., S. 723 ff.; Roth, Jusletter, Rz. 35 ff.; Seiler, a.a.O., S. 11 ff.).
Die private Beschwerdegegnerin macht weiter geltend, ihr Aussage- und Editionsverweigerungsrecht als beschuldigte juristische Person bzw. das Aussage-, Editions- und Zeugnisverweigerungsrecht ihrer Organe und Angestellten st�nden (auch im Lichte des Selbstbelastungsprivilegs) einer Entsiegelung der sichergestellten Unterlage entgegen.
9.1.�Gegenst�nde und Verm�genswerte einer beschuldigten Person oder einer Drittperson k�nnen beschlagnahmt (oder vorl�ufig sichergestellt) werden, wenn sie voraussichtlich als Beweismittel gebraucht werden (Art. 263 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 StPO). Macht eine berechtigte Person geltend, eine Beschlagnahme von Gegenst�nden und Verm�genswerten sei wegen eines Aussage- oder Zeugnisverweigerungsrechts oder aus anderen Gr�nden nicht zul�ssig, so gehen die Strafbeh�rden nach den Vorschriften �ber die Siegelung (Art. 248 StPO) vor (Art. 264 Abs. 3 StPO). Nicht zu Beweiszwecken entsiegelt und beschlagnahmt werden d�rfen Aufzeichnungen und Gegenst�nde in den F�llen von Art. 264 Abs. 1 StPO. Darunter fallen Unterlagen, die aus dem Verkehr der beschuldigten Person mit ihrer Verteidigung stammen (lit. a), pers�nliche Aufzeichnungen und Korrespondenz der beschuldigten Person, wenn ihr Interesse am Schutz der Pers�nlichkeit das Strafverfolgungsinteresse �berwiegt (lit. b), Gegenst�nde und Unterlagen aus dem Verkehr der beschuldigten Person mit Personen, die nach den Artikeln 170-173 StPO das Zeugnis verweigern k�nnen und im gleichen Sachzusammenhang nicht selber beschuldigt sind (lit. c), sowie Gegenst�nde und Unterlagen aus dem Verkehr einer anderen Person mit ihrer Anw�ltin oder ihrem Anwalt, sofern die Anw�ltin oder der Anwalt vor schweizerischen Gerichten zugelassen und im gleichen Sachzusammenhang nicht selber beschuldigt ist (lit. d).
9.2.�Zwar k�nnen�
beschuldigte�Personen weder zu einer Aussage (Art. 113 Abs. 1 S�tze 1-2 StPO) noch zur Edition von Beweisunterlagen unter Strafandrohung (Art. 265 Abs. 2 lit. a und Abs. 3 StPO) verpflichtet werden (Selbstbelastungsprivileg). Keiner strafbewehrten Pflicht zur (eigenh�ndigen) Herausgabe unterliegen auch�
andere�Personen, die zur Aussage- und Zeugnisverweigerung berechtigt sind (Art. 265 Abs. 2 lit. b StPO) sowie (auch noch nicht beschuldigte)�
Unternehmen,�wenn sie sich durch eine Edition selbst derart belasten w�rden, dass sie strafrechtlich oder zivilrechtlich verantwortlich gemacht werden k�nnten (vgl. Art. 265 Abs. 2 lit. c StPO). Dies bedeutet jedoch nicht, dass die genannten Personen und Unternehmen eine�
Duldung�der gesetzlich vorgesehenen�
Zwangsmassnahmen�abwenden k�nnten, die zur Aufkl�rung von Straftaten notwendig erscheinen (Art. 113 Abs. 1 Satz 3 und Abs. 2 StPO; vgl. Botschaft StPO, BBl 2006 1085 ff., 1245 Ziff. 2.5.7). Insbesondere kann die Staatsanwaltschaft n�tigenfalls (anstelle einer Edition) die zwangsweise Sicherstellung, Entsiegelung und f�rmliche Beschlagnahmung von Beweisunterlagen anordnen (Art. 113 i.V.m. Art. 197, Art. 248, Art. 263 f. und Art. 265 Abs. 4 StPO; vgl. auch Art. 7 Abs. 2 GwG).
9.3.�Bei Beschuldigten besteht �ber die oben er�rterten F�lle (von Art. 264 Abs. 1 StPO) hinaus kein (absolutes) Beschlagnahme- und Entsiegelungsverbot (Urteile des Bundesgerichtes 1B_125/2015 vom 15. Juni 2015 E. 3.4-3.7; 1B_347/2015 vom 29. M�rz 2016 E. 4.3; vgl. Felix Bommer/Peter Goldschmid, in: Basler Kommentar StPO, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 264 N. 19; Marc Engler, ebenda, Art. 113 N. 8; Viktor Lieber, in: Z�rcher Kommentar StPO, 2. Aufl., Z�rich 2014, Art. 113 N. 42 f.; Alain Macaluso, in: Commentaire Romand CPP, Basel 2011, Art. 113 N. 16 f.; Niklaus Schmid, Praxiskommentar StPO, 2. Aufl., Z�rich 2013, Art. 113 N. 2 f.; Olivier Thormann/Beat Brechb�hl, in: Basler Kommentar StPO, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 248 N. 55; s.a. BGE 140 II 393 E. 3.3.4 S. 392 f.). Sogar bei Personen, die sich auf ein Amts- oder ein Berufsgeheimnis (Art. 170 f. StPO) berufen k�nnten, best�nde im �brigen kein Entsiegelungshindernis, wenn sie im untersuchten Sachzusammenhang selber beschuldigt sind (Art. 264 Abs. 1 lit. c StPO).
9.4.�Es kann offen bleiben, in welcher Weise eine beschuldigte juristische Person (vgl. Art. 102 Abs. 4 lit. a StGB) ihr eigenes Aussageverweigerungsrecht konkret aus�ben k�nnte (allenfalls �ber eine Aussageverweigerung ihrer Organe und Angestellten) : Nach den Bestimmungen der StPO und der dargelegten Praxis haben beschuldigte Personen zwar ein Aussage- und Editionsverweigerungsrecht, weshalb sie (und grunds�tzlich auch ihre Organe und Angestellten) nicht zu Beweisaussagen oder zur Edition von Beweisunterlagen (strafbewehrt) gezwungen werden d�rfen. Gesetzlich zul�ssige Zwangsmassnahmen, namentlich Beweismittelbeschlagnahmungen und Entsiegelungen, haben beschuldigte Personen jedoch in den Schranken der Rechtsordnung zu erdulden (Art. 113 Abs. 1 Satz 3 i.V.m Art. 197 und Art. 264 Abs. 1 lit. a-d StPO).
9.5.�Im vorliegenden Fall hat die Beschuldigte (gest�tzt auf ihr Selbstbelastungsprivileg) die Edition der fraglichen Unterlage (Memorandum vom 9. Juli 2012) verweigert. Daraufhin hat die Bundesanwaltschaft (in �bereinstimmung mit Art. 265 Abs. 4 StPO, Art. 113 Abs. 1 Satz 3 und Abs. 2 StPO sowie Art. 7 Abs. 2 GwG) die Beweisunterlage mittels Beschlagnahmebefehl und Hausdurchsuchung zwangsweise sichergestellt. Das von der Beschuldigten im Entsiegelungsverfahren angerufene Aussage- und Editionsverweigerungsrecht bzw. das strafprozessuale Verbot des Selbstbelastungszwangs bilden nach dem Gesagten kein Entsiegelungshindernis im Sinne von Art. 248 Abs. 1 i.V.m. Art. 264 Abs. 1 und Abs. 3 StPO. Es braucht nicht zus�tzlich gepr�ft zu werden, ob und inwiefern das strafprozessuale Selbstbelastungsprivileg (bzw. der "nemo tenetur"-Grundsatz) bei beschuldigten�
juristischen�Personen, denen ein sogenanntes "Organisationsverschulden" (gem�ss Art. 102 Abs. 2 StGB) vorgeworfen wird, im Vergleich zu beschuldigten�
nat�rlichen�Personen noch weiteren Einschr�nkungen zu unterwerfen w�re (Selbstbelastungsprivileg als Ausfluss der Menschenw�rde bzw. der Unschuldsvermutung).
9.6.�Unbehelflich ist angesichts der oben dargelegten gesetzlichen Regelung auch die Argumentation, allf�llige Aussage- oder Zeugnisverweigerungsrechte von�
Organen�und�
Angestellten�der beschuldigten Bank bildeten hier ein gesetzliches Entsiegelungs- und Beschlagnahmehindernis:
Es kann offen bleiben, ob und inwiefern die Beschwerdegegnerin im Lichte von Art. 248 StPO �berhaupt legitimiert w�re, Aussage- oder Zeugnisverweigerungsrechte von Dritten als Entsiegelungshindernis anzurufen. Zwar geniessen auch�
andere�(nicht selber beschuldigte) zeugnis- oder aussageverweigerungsberechtigte Personen ein�
Aussage�- und�
Editions�privileg im Umfang ihres Verweigerungsrechts (Art. 265 Abs. 2 lit. b StPO). Ihre Rechtsstellung stimmt in diesem Punkt mit derjenigen von�
beschuldigten�Personen und Unternehmen �berein (Art. 265 Abs. 2 lit. a StPO), ebenso wie mit der Rechtsstellung von�
nicht�beschuldigten Unternehmen, die sich durch eine Edition selbst derart belasten w�rden, dass sie strafrechtlich oder zivilrechtlich verantwortlich gemacht werden k�nnten (Art. 265 Abs. 2 lit. c StPO). Im vorliegenden Fall wurden jedoch keine zeugnis- oder aussageverweigerungsberechtigten Dritten zu strafprozessualen Beweisaussagen oder Editionen beh�rdlich gezwungen. Vielmehr erfolgte die Sicherstellung und Siegelung eines�
unternehmensinternen�
Berichts,�der sich unter anderem auf�
bankinterne informelle Privatbefragungen�st�tzt. Diesbez�glich besteht kein strafprozessuales Beweiserhebungs- oder -verwertungsverbot:
Die fraglichen internen Bankunterlagen sowie ihre strukturierte Zusammenfassung im Memorandum vom 9. Juli 2012 sind untersuchungsrelevant (vgl. oben, E. 7.1.1-7.1.5). Zudem unterliegen sie von Gesetzes wegen der Dokumentations- und Aufbewahrungspflicht der Beschwerdegegnerin und dem strafprozessualen Zugriff der Strafbeh�rden (Art. 7 Abs. 1 und 2 GwG; Art. 20 Abs. 2 GwV-FINMA). Dar�ber hinaus kennt die StPO auch kein absolutes Entsiegelungs- oder Beschlagnahmeverbot von Unterlagen aus dem Verkehr der beschuldigten Person mit Personen, die allenfalls nach den Artikeln 168-169 StPO das Zeugnis verweigern k�nnten, also mit Zeugnisverweigerungsberechtigten aufgrund pers�nlicher Beziehungen (Art. 168 StPO) oder mit Personen, die ein Zeugnisverweigerungsrecht zum eigenen Schutz (bzw. zum Schutz ihnen nahe stehender Personen, Art. 169 StPO) geltend machen. Auch solche Personen geniessen lediglich ein Aussage- und Editionsprivileg (im Umfang ihres Verweigerungsrechts) nach Art. 265 Abs. 2 lit. b StPO. Sie d�rfen daher zu�
strafprozessualen�Beweisaussagen als�
Zeugen�nicht gezwungen werden (Urteil des Bundesgerichtes 1B_125/2015 vom 15. Juni 2015 E. 3.4-3.7; vgl. Benedick, a.a.O., S. 179; Bommer/Goldschmid, a.a.O., Art. 265 N. 9-12; Saverio Lembo/Anne Val�rie Julen Berthod, in: Commentaire Romand CPP, Basel 2011, Art. 265 N. 10-18). Im vorliegenden Fall wurde niemand zu einer strafprozessualen Edition gezwungen oder zu Beweisaussagen als beschuldigte Person, Auskunftsperson oder Zeuge.
9.7.�Eine allf�llige Einschr�nkung der streitigen Entsiegelung und Beschlagnahmung ist hier somit nach Massgabe der gesetzlich vorgesehenen Verbots- und Einschr�nkungsgr�nde (Art. 197 und Art. 264 Abs. 1 lit. a-d StPO) zu pr�fen. Ein absolutes Zwangsmassnahmenhindernis besteht hier nicht. Ein solches w�re auch der dargelegten Praxis des EGMR und des Bundesgerichtes fremd (vgl. oben, E. 8.3-8.4).
9.8.�Entgegen der Ansicht des kantonalen Entsiegelungsrichters hatte dieser auch nicht abschliessend �ber ein allf�lliges Verwertungsverbot (im Sinne von Art. 141 StPO) zu befinden. Der Entscheid �ber Beweisverwertungsverbote ist nach der Praxis des Bundesgerichtes grunds�tzlich der Verfahrensleitung bzw. dem erkennenden Sachrichter vorbehalten. Eine gesetzliche Ausnahme, bei der schon im Vorverfahren eine allf�llige offensichtliche Unverwertbarkeit zu pr�fen bzw. eine Aktenentfernung anzuordnen gewesen w�re, liegt hier nicht vor (vgl. BGE 141 IV 289 E. 1 S. 291 f. mit Hinweisen). Noch viel weniger w�re materiell ein Verwertungsverbot nach Art. 140-141 StPO ersichtlich.
Auch das�
Bankkundengeheimnis�(Art. 47 BankG) f�hrt im vorliegenden Fall zu keinem Entsiegelungs- und Durchsuchungshindernis: Es kann offen bleiben, ob eine betroffene Bank sich selber (im eigenen Namen) �berhaupt auf das Bankkundengeheimnis berufen k�nnte: Im vorliegenden Fall wird die Bank im untersuchten Sachzusammenhang selber einer Geldw�schereistraftat beschuldigt. Selbst auf ein allf�lliges Berufsgeheimnis (Art. 171 StPO) k�nnte sie sich daher nicht st�tzen (vgl. Art. 264 Abs. 1 lit. c StPO; BGE 141 IV 77 E. 5.2 S. 83; 140 IV 108 E. 6.5 S. 112; 138 IV 225 E. 6.1.-6.2 S. 227 f.). Im �brigen fallen Diskretionsvorschriften f�r Banken und Bankangestellte nicht unter die Berufsgeheimnisse von Art. 171 StPO und kann das Bankkundengeheimnis, soweit keine gesetzlichen Entsiegelungshindernisse (Art. 248 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 197 und Art. 264 Abs. 1 StPO) bestehen, rechtm�ssigen strafprozessualen Untersuchungshandlungen (s.a. Art. 47 Abs. 5 BankG) nicht entgegen gehalten werden (Urteile des Bundesgerichtes 1B_273/2015 vom 21. Januar 2016 E. 5.8; 1B_303/2013 vom 21. M�rz 2014 E. 6; 1B_567/2012 vom 26. Februar 2013 E. 6; 1B_547/2012 vom 26. Februar 2013 E. 7; vgl. f�r viele z.B. Gerhard Fiolka, in: Basler Kommentar StPO, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 284 N. 1; Lembo/Julen Berthod, a.a.O., Art. 265 N. 12; Schmid, a.a.O., Art. 284 N. 1).
Die beschuldigte Bank hat weder im Entsiegelungsverfahren noch im Verfahren vor Bundesgericht substanziiert geltend gemacht, dass ihre eigenen�
privaten Gesch�ftsgeheimnisse�oder allenfalls schutzw�rdige�
Privatgeheimnisse�von�
Dritteneiner Entsiegelung entgegenst�nden bzw. dass das versiegelte Memorandum insofern geheime Privataufzeichnungen (im Sinne von Art. 264 Abs. 1 lit. b StPO) enthielte. Sie legt insbesondere nicht dar, dass (infolge der Entsiegelung) die Personalien von v�llig unbeteiligten Bankkunden bekannt w�rden, welche in die untersuchten verd�chtigen Transaktionen (und die mutmasslichen verschleierten Straftaten) in keiner Weise verwickelt w�ren. Somit braucht auch nicht gepr�ft zu werden, ob das bankinterne Memorandum �berhaupt unter die Kategorie der "pers�nlichen Aufzeichnungen und Korrespondenz" (Art. 264 Abs. 1 lit. b StPO) eingestuft werden k�nnte, ob insofern der "Schutz der Pers�nlichkeit" tangiert w�re und ob allf�llige private Gesch�ftsinteressen der Bank (oder schutzw�rdige Privatgeheimnisse von Dritten) das Strafverfolgungsinteresse �berwiegen w�rden.
Das blosse�
Parteiinteresseeiner beschuldigten juristischen Person, dass m�glichst keine f�r sie (oder ihre verantwortlichen Organe und Angestellten) nachteiligen untersuchungsrelevanten Beweisunterlagen erhoben werden, begr�ndet (�ber das Dargelegte hinaus) kein gesetzliches Beschlagnahmehindernis.
Die private Beschwerdegegnerin ruft schliesslich noch das�
Amtsgeheimnis�als Entsiegelungshindernis an. Weder die beschuldigte Bank noch ihre Organe und Angestellten k�nnen sich im vorliegenden Fall auf ein Amtsgeheimnis als Entsiegelungshindernis berufen. Sie sind weder Beamtinnen oder Beamte, noch Mitglieder einer Beh�rde (im Sinne von Art. 170 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 110 Abs. 3 StGB und Art. 264 Abs. 1 lit. c StPO). Dar�ber hinaus w�re die Bank ohnehin selber beschuldigt und w�rde sich die Untersuchung auch gegen ihre (teilweise noch nicht pers�nlich bekannten) verantwortlichen Organe und Angestellten richten.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend, sind die vorinstanzlichen Verfahrenskosten und die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens der privaten Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 und Art. 67 BGG). Parteientsch�digungen sind nicht zuzusprechen (Art. 68 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene Entscheid vom 18. Juni 2015 des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Bern, Pr�sident, aufgehoben.
Die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens in der H�he von Fr. 8'000.-- werden der privaten Beschwerdegegnerin auferlegt.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und dem Zwangsmassnahmengericht des Kantons Bern, Pr�sident, schriftlich mitgeteilt.