Source: https://www.alle-schuetzenvereine.de/waffenbesitzkarte/
Timestamp: 2018-04-27 06:19:34
Document Index: 93363423

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 5', '§ 8', '§ 7', '§ 1', '§ 13', '§ 14', '§ 17', '§ 18', '§ 19', '§ 19', '§ 19', '§ 5', '§ 5']

Waffenbesitzkarte Deutschland-Voraussetzungen, Kosten, Infos
Bild einer Waffenbesitzkarte
Neben den beiden Waffenscheinen gibt es die sogenannte „Waffenbesitzkarte“, kurz WBK. Sie wird gerne mit dem Waffenschein gleichgestellt, dies ist jedoch falsch, da sie sich in einem ganz wichtigen Punkt voneinander unterscheiden.
Hier möchten wir über die Waffenbesitzkarte informieren. Erfahren Sie hier, welche WBKs es gibt und worin ihre Besonderheiten liegen, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, wie die Beantragung gelingt und der Verfahrensablauf sich verhält. Erhalten Sie außerdem Informationen über Gründe für einen Entzug und welche Ausnahmeregelungen es gibt.
Hinweis: Alle genannten Paragrafen beziehen sich auf das deutsche Waffengesetz.
Der Name gibt schon einen ersten Hinweis auf ihren Sinn und Zweck. Sie ist die erworbene Berechtigung, Schusswaffen und Munition besitzen zu dürfen. Sie berechtigt den Inhaber jedoch nicht zum Führen einer Waffe, aber „tatsächliche Gewalt über die darin eingetragene Waffe auszuüben“. Wichtig hierfür ist, dass Waffe und Munition so transportiert werden, dass sie als nicht zugriffsbereit“ und „nicht schussbereit“ gelten. Dazu gehört auch, dass sie komplett getrennt voneinander transportiert werden.
Beantragt wird sie vor allem von Schusswaffensammlern, Sportschützen, Waffenerben oder Jägern.
Keine WBK wird für SRS-Waffen (Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen), sowie Luftdruck-, Federdruck- und CO2-Waffen benötigt, sofern sie das PTB-Zulassungszeichen besitzen.
Die verschiedenen Arten der Waffenbesitzkarte
Es gibt nicht nur eine Form der WBK, sondern insgesamt vier verschiedene Waffenbesitzkarten.
Die rote WBK
für schießsportliche oder jagdliche Vereine
Die WBK für schießsportliche Vereine oder jagdliche Vereinigungen
Zur letzten Änderung der AWaffV ist diese Karte erschaffen worden. Im Gegensatz zu der vorigen Variante, die grüne für seine Zwecke umzuschreiben, besteht diese nun aus 8 Seiten und ist auf die jeweilige Vereinigung ausgeschrieben. Auf den Seiten 6 und 7 werden die Namen der Berechtigten ein- und ausgetragen.
Somit ist es schießsportlichen Vereinen oder jagdlichen Vereinigung möglich, als juristische Person zu agieren. Dafür müssen folgende Auflagen erfüllt sein:
Nennung einer verantwortlichen Person, die die Voraussetzungen § 4 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 erfüllt
Beim Ausscheiden dieser Person ist die zuständigen Behörde unmittelbar zu benachrichtigen
Innerhalb von zwei Wochen muss eine neue verantwortliche und taugliche Person genannt
Andernfalls wird die WBK entzogen
Ausnahmeregelungen zur WBK
Zu den Ausnahmeregelungen gehören beispielsweise Jäger, welche im Besitz eines Jahresjagdscheines nur so viele Waffen kaufen oder ausleihen können, wie sie auch zur Jagd brauchen. Außerdem dürfen zwei Kurzwaffen mitgenommen werden, die entweder dazu genutzt werden, die Tiere zu erlösen oder um Fallen- und Baue zu bauen.
Sportschützen dürfen mehr als zwei Kurzwaffen bzw. drei halbautomatische Langwaffen besitzen, wenn ein Bedürfnis vorliegt. Dies kann im Wettkampfsport begründet liegen.
Wassersportler können eine WBK für das Kaufen einer Signalpistole Kaliber 4 bekommen, sofern das Bedürfnis nachweisbar ist, was durch den Besitz eines Sportbootes, auch wenn es seetüchtig ist, nicht gegeben ist. Außerdem brauchen sie einen Nachweis über die Sachkunde über Seenotsignalmittel.
In diesem Fall dürfen bis zu zwei Seenotsignalpistolen erworben werden.
In Deutschland ist es dies streng geregelt. Die Voraussetzungen hierfür sind:
Zuverlässigkeit nach § 5 WaffG
Sachkundenachweis mit vorausgegangenem Lehrgang
bewiesene waffenrechtliche Bedürftigkeit nach §§ 8 und 14 WaffG
Zur Beantragung sollten folgende persönliche Unterlagen mitgebracht werden:
Ausgefüllter Antragsvordruck für die Waffenrechtliche Erlaubnis
Personalausweis oder Reisepass bzw. Nationalpass bei ausländischen Mitbürgern
Spezielle Unterlagen von:
Sportschützen: Bescheinigung eines anerkannten Schießsportverbandes über Bedürfnis. Die schießsportliche Betätigung nach überörtlichen Regeln und der Sachkundenachweis müssen mindestens 12 Monate bestehen. Für unter 25-Jährige muss außerdem ein medizinisch-fachpsychologisches Zeugnis ausgestellt werden.
Gefährdete: Es muss glaubhaft gemacht werden, dass ein besonderes Risiko für Leib und Leben (mehr als für die Allgemeinheit) besteht und durch das Führen dieses gemindert wird
Zwingend notwendig: Die Prüfung der Sachkunde
Nur mit einer entsprechenden Sachkundeprüfung kann dem Antrag stattgegeben werden. Dies sieht § 7 WaffG, §§ 1 bis 3 AWaffV so vor. Dazu muss eine autorisierte Einrichtung besucht werden, wo die Prüfung abgelegt wird.
Die Ausnahme bilden Jäger, die eine Jägerprüfung abgeschlossen haben. Sie haben in Ihrer Ausbildung bereits die Schießausbildung- und Prüfung absolviert.
Zwingend notwendig: Nachgewiesenes Bedürfnis
Anders als in Amerika gibt es in Deutschland kein Recht auf Waffenbesitz. Ein Bedürfnis besteht in folgenden Fällen:
Jagdausübung (§ 13 WaffG)
Sportschießen (§ 14 WaffG)
Sammeln von Waffen nach kulturhistorisch bedeutsamen Gesichtspunkten (§ 17 WaffG)
Waffensachverständige (§ 18 WaffG)
Selbstschutz (§ 19 WaffG)
Gerade Personen, die sich eine Waffe zum Selbstschutz zulegen möchten, haben es sehr schwer und bekommen häufig keine Erlaubnis. Es muss nachvollziehbar sein, dass ihr Leben mehr als das der restlichen Gesellschaft gefährdet ist und der Besitz einer Waffe dazu beiträgt, dieses zu schützen (§ 19 Abs. 1 WaffG). Hierbei kann es dann auch dazu kommen, dass das Führen in der Öffentlichkeit, also außerhalb des eigenen Geländes, genehmigt wird, allerdings können meist nur Werttransportunternehmen und Bewachungsunternehmer ihr Bedürfnis von des § 19 WaffG geltend machen.
Wo bekommt man die Waffenbesitzkarte?
Möchten Sie eine Waffenbesitzkarte beantragen, so wenden Sie sich an die für Sie zuständige Ordnungsbehörde der Stadtverwaltung oder des Landratsamtes (Waffenbehörde).
Eine Übersicht der Stellen je Bundesland finden Sie hier: Waffenschein beantragen Deutschland
Wie schon erwähnt müssen Sie sich an die zuständige Behörde wenden, um die Beantragung zu beginnen. Dafür erforderliche Unterlagen sowie das ausgefüllte Antragsformular sind mitzubringen. Die Formulare erhalten Sie teilweise auch als Download. Die persönlichen Eignungen müssen Sie ebenfalls selbst mitbringen bzw. nachweisen.
Die Behörde wird sich dann an die Arbeit machen, Ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. Aus diesem Grund wird sie sich diverse Auskünfte geben lassen. Dazu gehören:
Eine Auskunft der zentralen staatsanwaltschaftlichen Verfahrensregister wird angefordert
Die örtlichen Polizeidienststelle wird um Stellungnahme gebeten
Sofern alles für Sie spricht, erhalten Sie Ihre WBK.
Sollte die erforderliche Zuverlässigkeit angezweifelt werden, wird entweder ein amts- oder fachärztliches oder fachpsychologisches Zeugnis verlangt. Für Menschen, die unter 25 Jahre alt sein und das erste Mal eine Erlaubnis zum Erwerb und Besitz einer Schusswaffe beantragen, wird auf jeden Fall ein amts- oder fachärztliches oder fachpsychologisches Zeugnis über die geistige Eignung verlangt.
Die Kosten für die WBK
Welche Kosten entstehen, hängt von der Waffenbesitzkartenart und von der Gebührenordnungen / Sätzen der zuständigen Behörden ab.
Grob sollten zwischen 35 und 80 Euro eingeplant werden.
Zwei Wochen: Erwerb von Waffen mit entsprechender Erlaubnis, Waffe muss innerhalb dieser Frist schriftlich angemeldet und in die WBK eingetragen werden
Ein Jahr: Erlaubnis zum Erwerb von Waffen (Ausnahmen für Jäger und Sportschützen eines anerkannten Verbandes)
Unbefristet: Erlaubnis zum Besitz von Waffen
Unter bestimmten Bedingungen kann es dazu kommen, dass dem Inhaber der WBK diese wieder entzogen wird. Dies ist mit dem Entzug einer Fahrerlaubnis zu vergleichen, wenn sich herausstellt, dass der Fahrer nicht geeignet dazu ist (z.B. wenn ein gewisser Promillewert erreicht wurde).
Für den Entzug der Waffenbesitzkarte kann es auch ausreichen, wenn in die Wohnung eingebrochen wird und die Waffen gestohlen werden. Dies wäre nicht passiert, wären sie ordnungsgemäß aufbewahrt worden, wie es mit einem Tresor oder gesicherten Waffenschrank der Fall wäre.
Werden sie aus den genannten Behältnissen entwendet, muss das keinen Verlust der Besitzkatze bedeuten.
Grundsätzlich gibt es einen Ermessensspielraum bei Widerrufsgründen. Aufgrund dessen wird per Gesetz zwischen absoluten und Regelunzuverlässigkeitsgründen unterschieden.
Absolut unzuverlässig:
begangenes Verbrechen
sonstige vorsätzliche Straftat, die eine mindestens einjährige Freiheitsstrafe zur Folge hat (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 WaffG)
Als Unzuverlässig gelten Personen, die eine Freiheitsstrafe, Jugendstrafe, Geldstrafe von mindestens 60 Tagessätzen erhalten haben oder zwei geringe Geldstrafen zahlen mussten (§ 5 Abs. 2 Nr. 1 WaffG)
fahrlässige Straftat mit Waffen, Munition, Sprengstoff
fahrlässigen gemeingefährlichen Straftat wie Trunkenheit im Straßenverkehr
nach dem Waffengesetz
Sicherungspflichten bei der WBK
Im Zuge einer Waffenbesitzkarte muss sichergestellt werden, dass die Waffen entsprechend verwahrt und transportiert werden. Der wichtigste Grundsatz hierbei ist, dass sie unter keinen Umständen in irgendeiner Art für Dritte zugänglich sind oder gemacht werden können. Doch das ist nicht alles, was die Sicherungspflichten betrifft.
Weiterhin gilt, dass Waffen und Munition getrennt voneinander verwahr werden müssen. Dafür müssen sie in sich in geeigneten Sicherheitsschränken befinden. Wie genau die technischen Anforderungen für diese Sicherheitsbehältnisse aussehen richtet sich nach den Waffen, die in ihnen verwahrt werden sollen. Je nach der von ihnen ausgehenden Gefahr müssen sie unterschiedliche DIN- und VDMA-Normen und Standards erfüllen.
Transportiert dürfen sie nur dann werden, wenn sie ungeladen sind und sich in einem unverschlossenen Behältnis befinden.
Sollte es zu einem Verlust kommen, sind Sie dazu verpflichtet, dies umgehend zu melden. Handelt es sich um einen Diebstahl, so müssen Sie diesen natürlich auch bei der Polizei melden.
In der Regel melden Sie den Verlust beim Ordnungsamt oder der zuständigen Behörde und beantragen eine Neuausstellung, welche eine geringe Gebühr kostet. Wie hoch diese ausfällt, hängt von der Region ab, in der Sie leben.
Wissenswertes zur WBK
Die zuständige Genehmigungsbehörde hat das Recht, jederzeit Auskunft darüber zu erhalten, wie die Waffen aufbewahrt werden. Kommt es dazu, dass ein Verdacht auf eine Unsachgemäße Verwahrung vorliegt, wird es höchstwahrscheinlich zu einer Kontrolle kommen.
Dies wird nur bei einem berechtigten Verdacht getan, Stichprobenkontrollen ohne echte Begründung finden nicht statt.
Fragen und Themen zu dem Thema "Waffenschein Allgemein"
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