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Timestamp: 2017-04-28 06:25:54
Document Index: 137113198

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 8', '§ 19', '§ 2', '§ 2', '§ 3', '§ 22']

BMF: Zukunftssicherungsleistungen und 44-Euro-Freigrenze
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BMF: Zukunftssicherungsleistungen und 44-Euro-Freigrenze	Bundesministerium der Finanzen 10. Oktober 2013, IV C 5 - S 2334/13/10001 (DOK 2013/0865652)
Es wurde die Frage aufgeworfen, ob für Beiträge des Arbeitgebers für die Zukunftssicherung des Arbeitnehmers (z.B. private Pflegezusatzversicherung und Krankentagegeldversicherung) die 44-Euro-Freigrenze für Sachbezüge (§ 8 Absatz 2 Satz 9 EStG; ab 2014: § 8 Absatz 2 Satz 11 EStG) anzuwenden ist.
Arbeitslohn sind alle Einnahmen, die dem Arbeitnehmer aus dem Dienstverhältnis zufließen (§ 19 EStG, § 2 Absatz 1 LStDV 1990). Zum Arbeitslohn gehören auch Ausgaben, die ein Arbeitgeber leistet, um einen Arbeitnehmer oder diesem nahestehende Personen für den Fall der Krankheit, des Unfalls, der Invalidität, des Alters oder des Todes abzusichern - Zukunftssicherung - (§ 2 Absatz 2 Nummer 3 Satz 1 LStDV 1990).
Dem Arbeitnehmer fließt Arbeitslohn in Form von Barlohn zu, wenn er Versicherungsnehmer ist und der Arbeitgeber die Beiträge des Arbeitnehmers übernimmt (BFH-Urteile vom 26.11.2002, VI R 161/01, BStBl 2003 II S. 331 = SIS 03 11 62 und vom 13.9.2007, VI R 26/04, BStBl 2008 II S. 204 = SIS 08 04 28).
Der BFH führt in ständiger Rechtsprechung aus, dass die Arbeitslohnqualität von Zukunftssicherungsleistungen, bei denen die Leistung des Arbeitgebers an einen Dritten (Versicherer) erfolgt, davon abhängt, ob sich der Vorgang - wirtschaftlich betrachtet - so darstellt, als ob der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer Mittel zur Verfügung gestellt und der Arbeitnehmer sie zum Zweck seiner Zukunftssicherung verwendet hat (zuletzt BFH-Urteil vom 5.7.2012, VI R 11/11, BStBl 2013 II S. 190 = SIS 12 33 46). Stellt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer - wirtschaftlich betrachtet - die Beiträge zur Verfügung, ist eine Qualifizierung als Barlohn gerechtfertigt.
An der Qualifizierung als Barlohn ändert auch das BFH-Urteil vom 14.4.2011, VI R 24/10 (BStBl 2011 II S. 767 = SIS 11 19 87) nichts. Der BFH hatte entschieden, dass die Gewährung von Krankenversicherungsschutz in Höhe der geleisteten Beiträge Sachlohn ist, wenn der Arbeitnehmer aufgrund des Arbeitsvertrags von seinem Arbeitgeber ausschließlich Versicherungsschutz und nicht auch eine Geldzahlung verlangen kann.
Die Anwendung der 44-Euro-Freigrenze auf Zukunftssicherungsleistungen würde im Übrigen auch zu Wertungswidersprüchen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung führen, in der die Steuerfreistellung der Arbeitgeberbeiträge über § 3 Nummer 56 und 63 EStG in eine nachgelagerte Besteuerung nach § 22 Nummer 5 EStG mündet. Bei Zukunftssicherungsleistungen gilt im Einkommensteuerrecht ein eigenes Freistellungssystem, dem die 44-Euro-Freigrenze wesensfremd ist.
Dieses Schreiben wird im Bundessteuerblatt Teil I veröffentlicht. Zuletzt aktualisiert am Freitag, 08. November 2013 12:32	„Es ist die beste Steuerrechtsdatenbank die ich kenne. Ich bin absolut sehr zufrieden damit.“Ulmer & Ulbricht, Rechtsanwalts- und Steuerberatungs-Kanzlei, 31134 Hildesheim „Sehr gut ist die Steuermail mit den Anlagen und die Internetseite mit den aktuellen Themen!“Karin Pede, IHR-ZIEL.DE GmbH, 91320 Ebermannstadt Alle Infos zur Datenbank: