Source: https://www.rechtslupe.de/verwaltungsrecht/abschiebungshaft-haftantrag-heilung-3134261?pk_campaign=feed&pk_kwd=abschiebungshaft-haftantrag-heilung
Timestamp: 2019-11-20 17:34:25
Document Index: 111559204

Matched Legal Cases: ['§ 417', '§ 426', '§ 420', '§ 420', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Abschie­bungs­haft, der feh­len­de Haft­an­trag – und die nach­träg­li­che Hei­lung im Haft­auf­he­bungs­ver­fah­ren | Rechtslupe
Abschiebungshaft, der fehlende Haftantrag - und die nachträgliche Heilung im Haftaufhebungsverfahren
Abschie­bungs­haft, der feh­len­de Haft­an­trag – und die nach­träg­li­che Hei­lung im Haft­auf­he­bungs­ver­fah­ren
Eine Haft­an­ord­nung darf nicht erge­hen, wenn es an einem zuläs­si­gen Haft­an­trag fehlt. Dies ist auch der Fall, wenn die Anga­ben der betei­lig­ten Behör­den in dem Haft­an­trag vom 05.05.2017 zur erfor­der­li­chen Dau­er der Haft (§ 417 Abs. 2 Satz 2 Nr. 4 FamFG) unzu­rei­chend sind.
Auf die Ein­wän­de gegen die Anord­nung der Haft kann auch ein Haft­auf­he­bungs­an­trag auch gestützt wer­den 1.
Auch im Haft­auf­he­bungs­ver­fah­ren ist zu berück­sich­ti­gen, dass Feh­ler im Haft­an­ord­nungs­ver­fah­ren für die Zukunft heil­bar sind. Des­halb ist eine rechts­kräf­ti­ge, aber man­gels zuläs­si­gen Haft­an­trags rechts­wid­ri­ge (rechts­kräf­tig gewor­de­ne) Haft­an­ord­nung nicht nach § 426 FamFG auf­zu­he­ben, wenn die feh­len­den Anga­ben und Fest­stel­lun­gen im Auf­he­bungs­ver­fah­ren nach­ge­holt wer­den; einer per­sön­li­chen Anhö­rung des Betrof­fe­nen nach § 420 FamFG bedarf es in die­sem Fall nicht 2. Die auf die­ser Grund­la­ge voll­zo­ge­ne Haft ist dann nicht rechts­wid­rig.
Die Hei­lung tritt mit der Ent­schei­dung über die Auf­recht­erhal­tung der Haft ein 3. Der Ein­tritt der Hei­lung ist hier nicht von einer per­sön­li­chen Anhö­rung des Betrof­fe­nen abhän­gig. Einer per­sön­li­chen Anhö­rung nach § 420 FamFG bedarf es im Haft­auf­he­bungs­ver­fah­ren, anders als bei einer Feh­ler­kor­rek­tur im Haft­an­ord­nungs­ver­fah­ren 4, nicht 5.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Juli 2018 – V ZB 184/​17
BGH, Beschluss vom 28.04.2011 – V ZB 292/​10, FGPrax 2011, 200 Rn. 17; Beschluss vom 26.05.2011 – V ZB 318/​10 16; Beschluss vom 15.12 2011 – V ZB 302/​10 13; Beschluss vom 29.11.2012 – V ZB 115/​12, InfAuslR 2013, 158 Rn. 4[↩]
dazu BGH, Beschluss vom 01.06.2017 – V ZB 39/​17 InfAuslR 2017, 347 Rn. 15; Beschluss vom 01.06.2017 – V ZB 42/​17 11[↩]
vgl. BGH, Beschluss vom 25.01.2018 – V ZB 71/​17, InfAusIR 2018, 218 Rn. 9[↩]
dazu: BGH, Beschluss vom 16.07.2014 – V ZB 80/​13, InfAuslR 2014, 384 Rn. 21 ff.; Beschluss vom 11.02.2016 – V ZB 24/​14 9; Beschluss vom 15.09.2016 – V ZB 30/​16 9; Beschluss vom 31.03.2017 – V ZB 74/​17, InfAuslR 2017, 295 Rn. 3[↩]
vgl. BGH, Beschluss vom 01.06.2017 – V ZB 39/​17, InfAuslR 2017, 347 Rn. 15, 18[↩]
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