Source: https://auschfrei.wordpress.com/2015/11/24/rechte-1-nacktheit-in-der-oeffentlichkeit/
Timestamp: 2017-10-17 14:51:19
Document Index: 130145264

Matched Legal Cases: ['§183', '§183', '§183', '§183', '§183', '§183', '§183', '§118']

Reaktion auf sichtbare Verletzungen →
Rechte: 1. Nacktheit in der Öffentlichkeit
Veröffentlicht am 24. November 2015 von breakpoint AKA Anne Nühm
Ich musste aber einsehen, dass ich sie in dieser Form nicht weiterführen kann, insbesondere keine Einzelheiten zu gesetzlichen Grundlagen einfügen oder sinnvolle Sortierungen durchführen kann.
Deshalb versuche ich jetzt einen anderen Ansatz.
Ich habe eine neue Kategorie „Rechte“ angelegt, und werde hier in loser Folge für jeden Punkt einen eigenen Eintrag schreiben. Die Reihenfolge bedeutet keine Priorisierung oder Gewichtung, sondern ergibt sich aus der ursprünglich eher zufälligen Reihenfolge, wie ich sie in der Liste aufgeführt habe.
Je nach Zeit und Feedback beabsichtige ich, etwa einen Eintrag pro Woche zu veröffentlichen. Da ich mich selbst nicht mit jedem Thema auskenne, werde ich mich nicht unbedingt an der Diskussion beteiligen. Diese kann nämlich sehr zeitaufwändig werden. Das schaffe ich nicht immer.
1. Nacktheit in der Öffentlichkeit
Nacktheit in der Öffentlichkeit gilt bei Frauen nur als Ordnungswidrigkeit, bei Männern stattdessen als Straftat.
§183, Absatz 1 des Strafgesetzbuches besagt:
In den Kommentaren gab es dazu bereits u.a. folgenden Einzelheiten:
§183 StGB, für Frauen nur der geschlechtsneutrale §183a. Reine Nacktheit nicht strafbar nach §183, Erregungsabsicht muss vorhanden sein (BayObLG, Urteil vom 16. 6. 1998 – 2 St RR 86-98)
Männer können nach §183 StGB für “exhibitionistische Handlungen”, die eine andere Person belästigen, bestraft werden. eH sind dabei definiert als das Vorzeigen des primären Geschlechtsteils zum Zwecke der eigenen sexuellen Erregung. Eine Erektion ist aber zur Erfüllung des Tatbestands nicht erforderlich.
Der subsidiäre §183a StGB (“Erregung öffentlichen Ärgernisses”, mit gleichem Strafmaß) verbietet ohne Geschlechtseinschränkung “sexuelle Handlungen”, die absichtlich oder wissentlich öffentliches Ärgernis erregen. Da der Vorsatz aber auch die wenigstens wissentliche Erregung des Ärgernisses umfassen muß, ist der T/F der Meinung, diese Norm habe keine praktische Bedeutung. Andererseits nennt er als Beispiel für eine unter diese Norm zu subsumierende Tat “Entblößungshandlungen, die nicht unter §183 fallen”, obwohl öffentliche Nacktheit allein nach hM keine sexuelle Handlung darstellt. Aber vermutlich beträfe auch das dann nur Männer. Denn hätte der Gesetzgeber tatsächlich eH von Frauen erfassen wollen, warum dann diese künstliche Trennung zwischen 183 und 183a?
eH von Frauen (wie auch nicht-sexuelle öffentliche Nacktheit geschlechtsneutral) dürften daher höchstens nach §118 OWiG (“Belästigung der Allgemeinheit”) als Ordnungswidrigkeit verfolgt werden können.
Dieser Beitrag wurde unter Rechte abgelegt und mit Frauen, Männer, Nacktheit, Rechte verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.
9 Antworten zu Rechte: 1. Nacktheit in der Öffentlichkeit
„Soll das Ganze denn noch zehn Jahre weitergehen?“, fragte er resigniert. Schon am ersten Tag der Berufungsverhandlung zeichnete sich nach den Stellungnahmen der insgesamt vier Gutachter ab, dass das Landgericht Christel G., die dem katholischen Pfarrer mit unheimlicher Penetranz und Konsequenz seit beinahe fünfzehn Jahren nachstellt, freisprechen würde.
Wenn ich da nichts übersehen habe, hat dieser Fall gar nichts mit Nacktheit oder Exhibitionismus zu tun.
Die Angeklagte stalkt einen Pfarrer, ist aber nicht eindeutig schuldfähig.
Ja, steht nicht in dem Text, aber in diesem:
<i<Splitterfasernackt oder in Reizwäsche vor dem Pfarrhaus
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/seniorin-belaestigt-einen-pfarrer-mit-reizwaesche-13959399.html
tanzte G. auch öfters splitterfasernackt oder in Reizwäsche vor dem Pfarrhaus.
Ein Mann wäre dann vermutlich nicht um eine Gefängnisstrafe herumgekommen. q.e.d.
Ich vermute mal, das liegt daran, dass Männer sich seltener über nackte Frauen beschweren als umgekehrt. Aber das kann dem Gesetzgeber egal sein.
Trotzdem sollte der Gesetzeswortlaut keinen Unterschied machen.