Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=1983-09-22&Aktenzeichen=I%20ZR%2040%2F81
Timestamp: 2018-12-11 12:35:05
Document Index: 2645461

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 31', '§ 75', '§ 78', '§ 2', '§ 3', '§ 9', '§ 23', '§ 31', '§ 73', 'BGH', '§ 73', '§ 2', '§ 2', 'BGH', '§ 2', '§ 31', 'BGH', '§ 74', '§ 73', '§ 73', 'BGH', '§ 73', 'BGH', 'BGH', '§ 31', 'BGH', 'BGH']

BGH, 22.09.1983 - I ZR 40/81 - dejure.org
UrhG § 31 Abs. 5, § 75 S. 2, § 78; AGBG § 2 Abs. 1, § 3, § 9, § 23 Abs. 1
Möglichkeit durch Unterzeichnung einer Allgemeinen Geschäfts Bedingungs-Klausel unter der Gagenabrechnung das Recht zur Schallplattenvervielfältigung zu übertragen - Möglichkeit der Koppelung der Gagen-Abrechnung mit der Abtretungserklärung - Voraussetzung für das Vorliegen einer Überraschungsklausel
§§ 31 Abs. 5, 75 S. 2, 78 UrhG
Möglichkeit durch Unterzeichnung einer Allgemeinen Geschäfts Bedingungs-Klausel unter der Gagenabrechnung das Recht zur Schallplattenvervielfältigung zu übertragen; Möglichkeit der Koppelung der Gagen-Abrechnung mit der Abtretungserklärung; Voraussetzung für das Vorliegen einer Überraschungsklausel
WM 1984, 238
bb) Das Berufungsgericht ist zutreffend davon ausgegangen, dass es sich bei der vom Kläger für die deutschsprachige Fassung der Filme "Fluch der Karibik II und III" erbrachten Leistung, die in der Synchronisierung der von Johnny Depp dargestellten Rolle des "Jack Sparrow", um eine künstlerische Darbietung im Sinne des § 73 UrhG handelt (vgl. BGH, Urteil vom 22. September 1983 - I ZR 40/81, GRUR 1984, 119, 120 = WRP 1984, 131 - Synchronisationssprecher;… Reich/Schwarz in v. Hartlieb/Schwarz, Handbuch des Film-, Fernseh- und Videorechts, 5. Aufl., Kap. 100 Rn. 6;… Büscher in Wandtke/Bullinger aaO § 73 Rn. 7 und 21).
Dies spricht entscheidend dafür, daß das Einverständnis des Kunden mit der Geltung der AGB der Beklagten nicht nur bei der Begründung des Vertragsverhältnisses - also "bei Vertragsschluß" im Sinne des § 2 Abs. 1 AGBG - entbehrlich ist, sondern auch dann, wenn - wie hier - während der Dauer des Vertrages die Beklagte ihre Geschäftsbedingungen ändert oder neu faßt und die Änderung bzw. Neufassung zum Vertragsbestandteil (auch) der "Altverträge" gemacht werden soll (nach allgemeinen Grundsätzen wäre hier entsprechend § 2 Abs. 1 AGBG ebenfalls das, möglicherweise sogar ausdrückliche, Einverständnis des Kunden mit dieser Vertragsänderung erforderlich, vgl. BGH, Urteil vom 22. September 1983 - I ZR 40/81 - NJW 1984, 1112;… Ulmer, in: Ulmer/Brandner/Hensen, AGB-Gesetz, 8. Aufl., § 2 Rn. 64).
Es entsprach daher allgemeiner Auffassung, daß lediglich die in § 31 Abs. 5 UrhG ausdrücklich normierte, stets aber als Ausdruck eines allgemeinen Rechtsgedankens verstandene Zweckübertragungsregel auch auf die Einwilligung der Inhaber von Leistungsschutzrechten anzuwenden ist (…BGH, Urt. v. 23.2.1979 - I ZR 27/77, GRUR 1979, 637, 638 f. - White Christmas; Urt. v. 22.9.1983 - I ZR 40/81, GRUR 1984, 119, 121 - Synchronisationssprecher;… v. Gamm, Urheberrechtsgesetz, Einf. Rdn. 32;… Büscher in Wandtke/Bullinger, Urheberrecht, § 74 UrhG Rdn. 5;… Krüger in Schricker, Urheberrecht, 2. Aufl., vor §§ 73 ff. UrhG Rdn. 17; anders lediglich Krüger, GRUR 1979, 639, 640 f. und ders., WRP 1980, 30 f.).
b) Der Kläger ist als Synchronschauspieler ausübender Künstler im Sinne des § 73 UrhG (vgl. BGH GRUR 1984, 119/120 - Synchronisationssprecher; Fromm/ Nordemann/ Schaefer, UrhR, 10.Aufl., § 73 Rdn.33; U.Reber/Schwarz in: Handbuch des Film-, Fernseh- und Videorechts, 4.Aufl., Kap.100 Rdn.6).
Danach übertragt der Urheber im Zweifel keine weitergehenden Rechte, als es der Zweck der Verfügung erfordert (BGH GRUR 1984, 119, 121 - Synchronisationssprecher;… BGH GRUR 1966, 121, 122 - Pauschale Rechtseinräumung, Schulze in: Dreier/Schulze, UrhG, 5. Aufl., § 31 Rn. 110 m.w.N.).
Vorliegend kann aber angesichts der fortlaufenden Geschäftsbeziehung der Parteien auf der Grundlage der gleichförmigen Künstlerquittungen auch für diesen Titel von einer stillschweigend - schlüssigen Einverständniserklärung ausgegangen werden (vgl. schon Senat als Vorinstanz zu BGH, GRUR 1984, 119, 120).
Vom Grundsatz abzuweichen, dass Synchronsprecher in Film- und Fernsehwerken als selbstständig Tätige zu behandeln sind (vgl. LSG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 22.10.2003 - L 9 KR 135/00, Rn 23 ff; vgl. auch BGH Urteil vom 22.09.1983 - I ZR 40/81, Rn 16 - zitiert jeweils nach JURIS), besteht vorliegend kein Anlass.
LG Gießen, 24.01.1996 - 1 S 394/95
Voraussetzungen für das Bestehen eines Anspruchs auf Zahlung eines …