Source: https://de.gowikipedia.org/wiki/%C3%84gyptisch-Hethitischer_Friedensvertrag
Timestamp: 2019-01-22 17:39:25
Document Index: 31464494

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 11', '§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 6', '§ 10', '§ 11', '§ 17', '§ 21', '§ 22', '§ 6', '§ 1', '§ 21', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 4', '§ 4', '§ 6', '§ 2', '§ 5', '§ 5', '§ 6', '§ 11', '§ 17', '§ 3']

Als Ägyptisch-Hethitischer Friedensvertrag wird eine auf den 21. Peret im 21. Regierungsjahr des Ramses II. (ca. 1259 v. Chr.)[1] datierte Übereinkunft zwischen dem ägyptischen Pharao Ramses II. und dem hethitischen Großkönig Ḫattušili III. bezeichnet. Vor allem in der älteren Forschung und deren Rezeption wird sie als ältester paritätischer Staatsvertrag und Friedensvertrag der Menschheitsgeschichte gewertet.[2] Von der jüngeren Forschung wird jedoch einerseits bezweifelt, ob es sich überhaupt um einen Friedensschluss im modernen Sinne handelt. Andererseits geht man davon aus, dass schon früher Friedensverträge geschlossen wurden, auch wenn von diesen kein Text überliefert ist.[3]
Eine ägyptische Version des Textes ist seit dem frühen 19. Jahrhundert bekannt. Eine keilschriftliche Fassung wurde dann kurz nach der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert von deutschen Archäologen in der Türkei entdeckt. Seitdem hat der Vertrag Ägyptologie, Altorientalistik und Rechtsgeschichte immer wieder beschäftigt. Sowohl hinsichtlich der Bedeutung seines Inhalts als auch hinsichtlich seiner historischen Bewertung wurde dabei bis heute keine Einigkeit erzielt.
In der Populärkultur überwiegt die Rezeption der klassischen Auffassung als bahnbrechender Friedensschluss. So wird eine Kopie des Vertragstextes heute im UN-Gebäude in New York ausgestellt.
3.1 Klassisches Narrativ
3.2 Jüngere Ansätze
4 Textträger und Siegelung
5 Textstruktur
6 Vertragsinhalt
6.2 Historischer Prolog
6.3 Verbrüderung
6.4 Militärallianz
6.5 Thronfolgeklausel
6.6 Asylverweigerungspflicht
6.7 Amnestieversprechen
6.8 Götteranrufung, Segnungen und Flüche
7.1 Geltungsgrund
Eine in Hieroglyphen geschriebene ägyptische Version ist durch zwei Inschriften überliefert. Eine derselben fand sich an der westlichen Außenwand des Cachette-Hofes im Tempel des Amun von Karnak.[4] Sie gibt nicht nur den Vertragstext wieder, sondern berichtet auch vom Vertragsschluss selbst und den an der Vertragstafel angebrachten Siegeln. Die andere Inschrift ist nur sehr fragmentarisch erhalten und war am Westturm des äußeren Pylons im Ramesseum in Theben-West eingemeißelt.[4] In der Forschung ist allgemein anerkannt, dass die ägyptische Vertragsversion im Vergleich zum Originaltext einige Ungenauigkeiten aufweist. Einerseits wurden bei der Anfertigung der Inschriften wohl die dritte und vierte Spalte des Vertragstextes vertauscht, weshalb sich die Textzeilen 32 ff. inhaltlich an Zeile 24 anschließen und die Zeilen 25–31 als Einschub erscheinen.[5] Andererseits wurde der Vertragstext auch inhaltlich im Sinne der ägyptischen Herrscherideologie geschönt, indem man dem zum Pharao gleichrangigen Großkönig Ḫattušili III. in den Rang eines Großfürsten zurückstufte.[6]
Eine in Keilschrift geschriebene akkadische Textversion ist durch mindestens zwei nur fragmentarisch erhaltene Tontafeln aus Ḫattuša überliefert. Einer dieser Tontafeln (Textzeuge A) werden heute die Fragmente KBo I 7, XXVIII 115 und KUB III 121 zugerechnet; eine zweite Tontafel (Textzeuge B) besteht mindestens aus dem Fragment KBo I 25.[7] Ob darüber hinaus auch KUB III 11, III 120; XLVIII 73 und VBoT 6 zum Textzeugen B zu rechnen sind oder einer dritten Tontafel (Textzeuge D) angehören, wird unterschiedlich beurteilt. Der Handschrift zufolge stammen diese Fragmente nämlich vom selben Schreiber wie KBo I 25, sind jedoch beidseitig beschrieben.[8]
Diese Überlieferung des Vertragstextes in mehreren, zum Teil inhaltlich divergierenden Versionen hat in der Forschung wiederholt zur Frage nach der Zuverlässigkeit der Textzeugen geführt. Schon seit längerem war bekannt, dass die ägyptische Version die Übersetzung eines ursprünglich in akkadischer Sprache abgefassten Textes sein muss.[9] In einer umfangreichen Untersuchung zeigte Anthony Spalinger in den 1980er Jahren sodann, dass als Vorlage jedoch nicht die bekannte keilschriftliche Version in Betracht kommt. Diese ist ihrerseits vielmehr eine Übersetzung eines ursprünglich ägyptischen Textes.[10] Zum Verhältnis der einzelnen Textzeugen werden in der Forschung daher heute im Wesentlichen drei Ansätze vertreten. Nach dem ältesten Ansatz aus dem Jahre 1997 sei eine Tontafel die Übersetzung des echten von Ramses abgesandten Vertragstextes, der seinerseits auf der anderen Tontafel beruhe, während den ägyptischen Inschriften ein weiterer, bislang unbekannter Entwurf zugrunde lag.[11] Nach einem jüngeren Ansatz sollen beide Tontafeln Vorlagen für die endgültige Vertragsversion gewesen sein, die auf einem unbekannten ägyptischen Entwurf beruhen.[12] Ein jüngerer Ansatz betont, dass zu dieser Frage nur Spekulationen möglich seien. Man könne jedoch davon ausgehen, dass der Vertragstext als solcher in den ägyptischen Inschriften im Wesentlichen richtig wiedergegeben sei, der konkrete Vertragswortlaut aber durch die Tontafeln authentischer überliefert sei.[13]
Die ägyptischen Textzeugen waren seit der Expedition Jean-François Champollions in den 1820er Jahren bekannt. Er autographierte beide Inschriften im 2. Band seiner Notices Descriptives und erwähnte sie in seinen Briefen.[14] Die Bedeutung des Textes erfasste jedoch erst sein Schüler Ippolito Rosellini, der auch den ersten Übersetzungsversuch[15] unternahm.[14] Die Tontafelfragmente mit der akkadischen Vertragsversion wurden 1906/1907 von Hugo Winckler bei seinen Ausgrabungen in der Hethiterhauptstadt Ḫattuša gefunden, allerdings erst während des Ersten Weltkriegs vollständig publiziert.[16] Ebenfalls noch während des Krieges fertigte Bruno Meissner die erste kritische Edition dieser neu zugänglich gewordenen Textversion an.[17] Seitdem entstanden zahlreiche weitere Texteditionen, von welchen heute vor allem die deutschsprachige Bearbeitung beider Textversionen durch Elmar Edel aus dem Jahre 1997 maßgeblich ist.
Die Altertumswissenschaften sowie die Rechtsgeschichte hat der Vertrag wiederholt beschäftigt. Eine besonders autoritative Arbeit legte der slowenische Rechtshistoriker Viktor Korošec im Jahre 1931 vor. Sie bestimmt bis heute maßgeblich den Forschungsstand und wird nach wie vor oft zitiert. Noch 2002 fasste eine zu diesem Thema von Katrin Schmidt verfasste Dissertation im Wesentlichen nur die Erkenntnisse Korošec' zusammen.[18] Dabei zeigen sich gleichwohl bestimmte Konjunkturen in der Forschung und Verschiebungen der Perspektiven. Die heutige Forschung kritisiert vor allem Überhöhungen des Vertrages und anachronistische Vergleiche, die auch die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Vertrag lange Zeit bestimmt haben.[19] Die Tendenz zur Überhöhung des Vertrages wird etwa sinnfällig, wenn Korošec den Vertrag als „Perle im antiken Völkerrecht“[20] bezeichnet und andere Autoren[21] davon ausgehen, er entspreche selbst den Maßstäben des modernen Völkerrechts.[22] Anachronismen sollen sich zeigen, wenn Bruno Meissner 1918 schreibt, der Vertrag stehe am Ende von einem „Weltkrieg“[23] oder Guy Kestemont die beiden Reiche mit NATO und Warschauer Pakt vergleicht.[24] Heute wird der Vertrag daher differenzierter bewertet, während die alten Narrative in der Rezeption insbesondere durch Nachbardisziplinen von Ägyptologie und Assyriologie weiterleben. Seit der Jahrtausendwende sind wieder vermehrt umfangreiche Arbeiten zu dem Vertrag entstanden, zu welchen neben der genannten Dissertation von 2002 auch eine monographische Aufarbeitung des Forschungsstandes durch Horst Klengel aus demselben Jahr zählt, die sich an ein allgemeineres Publikum richtet.
Ägypten und das Hethiterreich konkurrierten etwa ab der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts v. Chr. um ihre Vormachtstellung im syro-kanaanäischen Raum. Dorthin hatte schon Thutmosis III. den ägyptischen Einflussbereich ausgedehnt. Eher wechselvolle Kontakte zwischen den beiden Reichen begannen dann spätestens, als der hethitische Großkönig Šuppiluliuma I. nahezu den gesamten Norden Syriens eroberte. Infolgedessen kam es immer wieder zu Grenzkonflikten, aber auch zu diplomatischen Kontakten, wie sie etwa im Kuruštama-Vertrag, einem Vorläufer des Ägyptisch-Hethitischen Friedensvertrags,[25] oder den sogenannten Amarna-Briefen bezeugt sind. Vor allem in der Regierungszeit Ramses II. brachen die Konflikte jedoch wieder auf und führten neben der berühmten Schlacht bei Kadesch am Orontes (1274 v. Chr.) auch zur Schlacht von Dapur (1271 v. Chr.). Für diese Konflikte markiert der 1259 v. Chr. geschlossene Ägyptisch-Hethitische Friedensvertrag den Schlusspunkt, wobei weitgehend unklar ist, wie er mit diesen Ereignissen in Zusammenhang zu bringen und vor diesem Hintergrund zu verstehen ist.
Klassisches Narrativ
Seine besondere Popularität verdankt der Ägyptisch-Hethitische Friedensvertrag einem gängigen Narrativ, wonach er eine dramatische Wende im Denken von Ramses II. und Ḫattušili III. bezeuge.[26] Anstatt den Konflikt fortzuführen, hätten sich beide auf ein kooperatives Miteinander besonnen, wobei sich hinsichtlich der Details zwischen den Autoren unterschiedliche Nuancen ausmachen lassen. Im Allgemeinen gilt der Vertrag jedenfalls als späte Folge der Schlacht von Kadesch, in welcher sich keiner der Kontrahenten habe auf militärischem Gebiet durchsetzen können.[27] Vor allem das ältere Schrifttum konstatierte vor diesem Hintergrund – und womöglich auch aufgrund eigener Kriegserfahrungen – ein Bedürfnis der Herrscher nach Frieden.[23] Andere Autoren rücken eher das Ziel eines auf auf Frieden aufbauenden Kooperationsverhältnisses, bereits ganz im Sinne der heutigen Charta der Vereinten Nationen, in den Vordergrund.[28] So würden die Vertragstexte den jeweils anderen Herrscher als Friedensstifter präsentieren.[29] Der Friede werde in den Quellen als alleiniges Ziel des vorangegangenen Konflikts dargestellt, der so als bellum iustum erscheinen solle.[30] Vor allem diesem den Vertrag verklärenden Narrativ entspringt letztlich auch die in der Popkultur gängige Bezeichnung dieses Vertrages als ältester Friedensvertrag und ältester paritätischer Staatsvertrag der Menschheitsgeschichte.
Jüngere Ansätze
Eine derart romantisierende Perspektive lehnt das jüngere altertumswissenschaftliche Schrifttum mehrheitlich ab. Stattdessen werden verschiedene Motivationen für den Vertragsschluss diskutiert und bisweilen multikausale Erklärungsmodelle bevorzugt. Als ein wesentlicher Faktor für den Vertragsschluss wird das Erstarken des mittelassyrischen Reichs unter Salmānu-ašarēd I. genannt, das zu einer Verschiebung der Machtverhältnisse im syrischen Raum führte und vor allem die Hethiter bedrohte.[31] Ihm habe man ein handfestes militärisches Bündnis entgegenstellen wollen. Ein Interesse Ramses’ II. an einer Konsolidierung der Nordgrenze Ägyptens zu den Hethitern wird ferner damit begründet, dass er Aufstände im Niltal niederschlagen und Angriffe von Libyern an der Westgrenze seines Reiches abwehren musste.[32] Speziell für Ḫattušili III. kommt in zweierlei Hinsicht auch seine Usurpation des hethitischen Throns als Anlass für den Vertragsschluss in Betracht. Einerseits kann sich daraus ein Interesse an einer Absicherung der Macht auf „internationalem Parkett“ ergeben haben. Dieses hätte seinen konkreten Ausdruck in § 10 des Vertrages gefunden, wonach Ramses II. sich verpflichtete, den Erben Ḫattušilis III. auf dem Thron zu halten.[33] Andererseits war der abgesetzte König und Bruder Ḫattušilis III., Muršili III., ins Exil in die ägyptisch kontrollierten Gebiete Syriens geflohen. Ḫattušili III. bemühte sich wiederholt um seine Auslieferung, was Hintergrund für die in §§ 11–13 des Vertrages getroffenen Bestimmungen zur Auslieferung von Flüchtlingen gewesen sein kann.[34] Zudem soll das Ḫattireich unter Ernteausfällen gelitten und deshalb von Getreidelieferungen aus Ägypten abhängig geworden sein.[35]
Der Abschluss des Vertrages wird vom jüngeren Schrifttum also vorwiegend mit politisch-strategischen Opportunitätserwägungen begründet. Ob der Vertrag vor diesem Hintergrund überhaupt noch als Friedensvertrag[36] im eigentlichen Sinne oder nicht eher als Gründung eines Militärbündnisses[37] eingeordnet wird, hängt von der Gewichtung der genannten Faktoren und dem Verständnis der einzelnen Vertragsteile ab.
Die Wirkungsgeschichte des Vertrages dauerte jedenfalls nur wenige Jahrzehnte, weil das Hethiterreich bald darauf zusammenbrach und Ägypten während des sogenannten Seevölkersturmes ebenfalls erheblich an Macht einbüßte.[38] Bekannt ist jedoch, dass die ägyptisch-hethitischen Beziehungen einige Zeit nach dem Vertragsschluss durch zwei interdynastische Ehen abgesichert wurden.[39] Außerdem belegen mehrere überlieferte Briefe eine rege Korrespondenz zwischen den beiden Herrscherhäusern, wobei wiederholt auf den Vertrag Bezug genommen wird.
Textträger und Siegelung
Ausweislich beider Textversionen waren die Originale der Vertragstexte auf Silbertafeln festgehalten.[40] Diese Angabe wird allgemein für glaubwürdig gehalten, zumal 1986 in Boǧazköy eine Bronzetafel gefunden wurde, auf welcher ein Vertrag zwischen Tudḫaliya IV. und Kurunta von Tarḫuntašša eingraviert war. Auch für weitere hethitische Staatsverträge ist die Verwendung von Metall als Textträger textlich belegt. Was diese außergewöhnliche Materialwahl motivierte, ist noch nicht abschließend geklärt. Der überwiegende Teil des Schrifttums nimmt an, die Haltbarkeit des Materials solle die Bestandskraft des Vertrages symbolisieren.[41] Andere Autoren stellen dagegen mehr auf den Wert des Materials ab, das die Bedeutung des darauf festgehaltenen Vertrages reflektiere.[42] Die Originale waren vor den Bildnissen der Hauptgottheiten niedergelegt.
Einer Angabe der Hieroglypheninschrift von Karnak entnimmt man, dass zumindest die Silbertafel des Ḫattušili III. auch gesiegelt war. Je eine Siegelung habe sich, so die Inschrift, in der Mitte der Vorder- und der Rückseite der Silbertafel befunden,[43] wofür zwei Interpretationsansätze entwickelt wurden. Einer älteren, auf Thomas Beran zurückgehenden Deutung zufolge, soll die Tafel mit Bronze- oder Steinsiegeln geprägt worden sein.[44] Wie dies technisch-handwerklich vonstatten gegangen sein soll, ließ sich nie klären. Eine jüngere Deutung verweist hingegen auf die zwischenzeitlich bekannt gewordene Bronzetafel mit dem Staatsvertrag zwischen Tudḫaliya IV. und Kurunta. An dieser waren Ketten mit Metallkapseln befestigt, in welche ursprünglich Tonbullen mit Siegelabdrücken eingefasst waren.[45] Dasselbe wird daher auch für den Ägyptisch-Hethitischen Friedensvertrag vermutet.
Die Hieroglypheninschrift beschreibt auch die Siegelbilder selbst. Demnach habe die Siegelung der Vorderseite Ḫattušili III., die der Rückseite seine Gemahlin Puduḫepa jeweils in Umarmung durch eine Hauptgottheit dargestellt. Die Randinschriften der Siegels hätten diese Siegelbilder in eben dieser Weise erläutert.[43] Bereits Thomas Beran wies darauf hin, dass diese Darstellungsweise eine Parallele im Relief Nr. 81 in Kammer A von Yazılıkaya hat, wo sich Tudḫaliya IV. in Umarmung des Gottes Šarruma abbilden ließ.[44] Die heutige Forschung geht davon aus, dass dieser Typus sogenannter Umarmungssiegel seit König Muwattalli II. in Gebrauch war.[46] Über die Bedeutung der Umarmungsszene sowie die Funktion solcher Siegelungen generell ist jenseits von Spekulationen jedoch nichts bekannt.
Zur Frage der Binnenstruktur des Ägyptisch-Hethitischen Friedensvertrages sind diverse Ansätze formuliert worden. Sie hängen zum Einen davon ab, ob der jeweilige Autor den Vertragstext überhaupt schematisch zu erfassen sucht[47] oder den Wert eines solchen Schema weitgehend auf eine heuristische Funktion beschränkt sieht.[48] Soweit eine schematische Erfassung versucht wird, ist zum Anderen entscheidend, auf welcher textlichen Grundlage der jeweilige Autor das Schema entwickelt. Die bis heute entstandenen Einteilungen sind im Wesentlichen auf drei Grundmodelle zurückführbar, die bisweilen auch miteinander kombiniert erscheinen:
Die heute maßgebliche funktionelle Gliederung wurde 1931 von Viktor Korošec auf Grundlage einer Untersuchung aller damals bekannten hethitischen Staatsverträge vorgeschlagen: Er unterschied Präambel, Verbrüderung, Vorgeschichte, Vertragsbestimmungen und Götteranrufung.[49] Damit konstatierte er eine geringfügige Abweichung von dem von ihm angenommenen Aufbau der Vasallenverträge, der indes ohnehin von Fall zu Fall variieren konnte,[50] durch horizontale Linien auf den Tafeln der Vasallenverträge selbst aber klar angezeigt war.[51] Im Vergleich zu diesen verfügte der Ägyptisch-Hethitische Friedensvertrag über einen „Verbrüderung“ genannten Abschnitt, jedoch nicht über die sonst üblichen Deponierungs- und Verlesungsklauseln.[52] Hinsichtlich der Vertragsbestimmungen selbst unterschied Korošec zudem zwischen Militärallianz und Thronfolgeregelung, Asylverweigerungspflichten und Amnestieversprechen.[53] Diese Einteilung ist in unveränderter Form auch im jüngeren Schrifttum gebräuchlich.[54] Erst unlängst wurde zwar vorgeschlagen, verschiedene von Korošec identifizierte Absätze zusammenzufassen. Doch auch dieser Vorschlag stellt Korošec’ Einteilung nicht grundlegend in Frage: Verbrüderung und Vorgeschichte seien ein einheitlicher Prolog,[55] die Thronfolgeregelung Teil der Militärallianz[56] und Asylverweigerungspflichten sowie Amnestieversprechen gehörten zu einer Gebiets- und Personalstandssicherung.[57]
Dagegen konnte sich eine 1982 von Guy Kestemont veröffentlichte, alternative funktionelle Gliederung in der Forschung nicht durchsetzen. Er hatte schon zuvor die Formen des internationalen Verkehrs zwischen 1600 und 1200 v. Chr. in der Longue durée untersucht[58] und auf dieser Grundlage eine grundlegende Dreiteilung des Vertragstextes vorgeschlagen: Erstes Element sei das aus den Gepflogenheiten des internationalen Verkehrs stammende Protokoll, bestehend aus dem Titel des Rechtsaktes, Unterschrift und Adressat. Zweites Element sei der Textkörper bestehend aus wiederum vier Elementen: Einleitung, prinzipiellem Bündnisvertrag, grundlegendem Vertrag und Zusatzvereinbarungen, die ihrerseits jeweils eine bestimmte Untergliederung aufweisen. Drittes und letztes Element sei ein Schlussartikel, der aus Zeugnisklausel, Götteranrufung, Götterliste, repressiv-drohenden Klauseln und Ermahnungsklauseln bestehe.[59] Die Forschung hat sich nur selten näher mit der Arbeit Kestemonts auseinander gesetzt und ihm vor allem Überschematisierung vorgeworfen.[60]
Daneben existiert seit langem eine inhaltliche Gliederung des Textes nach Paragraphen, die schon bei Bruno Meißner begegnet.[61] Diese liegt auch der heute gängigen, in der Textedition Elmar Edels von 1997 vorgenommenen Paragrapheneinteilung zugrunde. Edel wies die Paragraphen zugleich den funktionellen Elementen Viktor Korošec’ zu. Daher unterscheidet man heute gemeinhin Präambel (§ 1), Vorgeschichte (§ 2), Verbrüderung mit Nichtangriffspakt (§§ 3–5), Militärallianz (§§ 6–9), Thronfolgeregelung (§ 10), Asylverweigerungspflichten (§§ 11–16), Amnestieversprechen (§§ 17–20), Götteranrufung (§ 21), Flüche und Segnungen (§§ 22–27).
Jenseits dieser Feingliederung des Vertrages wurden immer wieder auch grundlegendere Einteilungen versucht. Einzelne Autoren differenzieren etwa zwischen den normativen und den nicht-normativen Teilen des Vertrages.[62] Als normativer Teil werden dabei die §§ 6–20 angesehen. Andere Autoren haben vorgeschlagen, eine Trennlinie zwischen den §§ 1–20 und den §§ 21–27 zu ziehen.[63] Das entspreche der Unterscheidung zwischen „Bindung“ (isḫiul-) und „Eid“ (lingai-), die sich in der altorientalischen Bezeichnung dieser Textgattung (akk.: riksu u māmītu; heth.: isḫiul- lingai-, dt.: „Bindung und Eid“) widerspiegele. Gegenstand einer eingehenden wissenschaftlichen Debatte waren derartige Ansätze bislang allerdings nicht.
Der Vertrag beginnt mit einer Präambel, die je nach Autor auch Überschrift, Titulatur oder Rubrum genannt wird. Sie benennt die beiden Herrscher und bezeichnet den Vertrag selbst als „Friedens- und Bruderschaftsvertrag“[64]:
– Keilschriftliche Version: Elmar Edel, Der Vertrag zwischen Ramses II. von Ägypten und Hattusili III. von Hatti, Berlin 1997, S. 20 f.[65]
Die Einleitung des Vertragstextes mit dem Vermerk „So (sagt) Absender“ entspricht in formaler Hinsicht der altorientalischen Einleitungsformel von Briefen.[66] Dies wird darauf zurückgeführt, dass die Silbertafeln von einer Gesandtschaft überbracht wurden.
Unmittelbar an die Präambel schließt sich nach der überwiegenden Ansicht in der Literatur ein historischer Prolog an, der im Vergleich zu anderen hethitischen Staatsverträgen jedoch ausgesprochen kurz erscheint.[67] Deshalb sprechen einige Autoren diesem Textelement überhaupt keine eigenständige Funktion zu und bestreiten damit die Existenz eines historischen Prologs im Ägyptisch-Hethitischen Friedensvertrag:[68]
– Karnak-Inschrift: Elmar Edel, Der Vertrag zwischen Ramses II. von Ägypten und Hattusili III. von Hatti, Berlin 1997, S. 20 f.[65]
Die Funktion dieses Textelements ist in der Altorientalistik für Staatsverträge im Allgemeinen und den ägyptisch-hethitischen Friedensvertrag im Speziellen höchst umstritten. Vier grundsätzlich verschiedene Ansätze stehen sich gegenüber:
Immer wieder wurde eine juristische Funktion vermutet. So nahmen Korošec, Kestemont und Neumann für Staatsverträge im Allgemeinen an, dass die im Vertrag niedergelegten Pflichten aus der Vorgeschichte abgeleitet wurden.[69] Speziell mit Blick auf den Ägyptisch-Hethitischen Staatsvertrag leitete Kestemont aus dem nur in der Karnak-Inschrift enthaltenen Verweis auf den vorangegangene Konflikt ab, dass Ḫattušili III. so im Krieg erworbene Rechte geltend gemacht habe.[70] Altman, der sich in einer grundlegenden Arbeit zu den historischen Prologen für deren vorwiegend juristische Funktion ausgesprochen hatte,[71] vertrat hingegen die Ansicht, dass gerade der Prolog des Ägyptisch-Hethitischen Friedensvertrags keine juristische Funktion hatte, sondern nur den Willen zum Vertragsschluss unterstreichen sollte.[72]
Vor allem eine italienische Forschergruppe und Zaccagnini und Liverani ging von einer propagandistischen Funktion aus. Der Prolog habe ein bestimmtes Geschichtsbild konstruiert und seine Beeidigung gemeinsam mit dem Vertragsinhalt den Gegner auf dasselbe festgelegt.[73]
Daneben wird eine theologisch-weltanschauliche Funktion Funktion diskutiert. Schon in den 1970er Jahren diskutierte McCarthy, ob der Verweis auf die Götter nicht eine heilsgeschichtliche Einordnung des Vertrages darstelle, was er jedoch verwarf.[74] Dagegen versteht Jauß den Prolog nur als Teil einer größeren Texteinheit, die auch die sich anschließende Verbrüderung umfassen soll.[75] Diese diene der kosmologischen Einordnung des Vertrages,[76] indem der Prolog im engeren Sinne ein gottgewolltes Ideal skizziere, das mit der Verbrüderung umgesetzt worden sei.[75]
Ungeachtet der Funktion des historischen Prologs wird auch diskutiert, wie er in historiografischer Hinsicht zu bewerten sei. Insbesondere Sürenhagen entnahm ihn den Hinweis auf frühere vertragliche Verbindungen zwischen Ḫatti und Ägypten,[77] wie sie mit dem Kuruštama-Vertrag inzwischen auch belegt sind. Dies war von anderen Autoren zuvor bezweifelt worden.[78] Für eine Behandlung als historiografische Quelle wird insbesondere auch angeführt, dass die Hethiter selbst historische Prologe von Staatsverträgen als Vorlagen für Annalen nutzten.[79]
An den historischen Prolog schließt sich mit der Verbrüderung die wohl eigentlich zentrale Vertragsbestimmung an.[80] Sie beruht auf der Metapher der „Bruderschaft“, die im internationalen Verkehr der späten Bronzezeit für gute Beziehungen stand.[81] Nach Edels Zählung umfasst sie die §§ 3–5:
– Karnak-Inschrift: Elmar Edel, Der Vertrag zwischen Ramses II. von Ägypten und Hattusili III. von Hatti, Berlin 1997, S. 24–29.[65]
Gemeinhin wird diese Passage dahingehend verstanden, dass die dem Willen der Götter entsprechende Verbrüderung als causa efficiens präsentiert werde, aus welcher alle weiteren Bestimmungen folgen.[80] Dies zeige sich auch darin, dass der Topos der Bruderschaft in den folgenden Bestimmungen immer wieder aufgegriffen werde.[82] Diese werde nicht nur auf die Nachfahren und die Länder ausgedehnt (dazu schon oben), sondern in § 4 zu einem Nichtangriffspakt konkretisiert. Einige Diskussionen löste in diesem Zusammenhang aber § 5 aus, weil er anders als § 4[83] keine materielle Regelung zu treffen scheint und damit als Fremdkörper zwischen § 4 und § 6 erscheint.[84] Horst Klengel hielt diese Klausel letztlich für eine Konzession an Ḫattušili III. Jauß übersetzte den von Elmar Edel mit „wiederaufgreifen“ wiedergegebenen akkadischen Begriff ṣabatu(m) stattdessen mit „festhalten“.[85] In seiner Gesamtbetrachtungsweise der §§ 2–5 erschien § 5 damit als abschließende Feststellung, dass die beiden Herrscher mit ihrem Vertragsschluss die als parṣu bezeichnete kosmische Ordnung gewahrt haben.[86] Letztlich konstatierte er damit eine Parallele zur Funktion von Prologen bei altorientalischen Codizes, wie etwa dem Codex Hammurapi.[87]
Hinsichtlich ihrer konkreten Formulierung weichen diese Klauseln gleichwohl voneinander ab, wobei eine Tendenz zu immer knapperen Formulierungen besteht. So setzen in der ägyptischen Vertragsversion nur § 5 und 8 ein Hilfeersuchen Ḫattušilis III. an Ramses II. voraus, während § 6 beider Vertragsversionen für dieses Hilfeersuchen sogar einen konkreten Wortlaut angibt. Inwiefern diesen Unterschieden eine rechtliche Bedeutung zukam, wird unterschiedlich beurteilt. Katrin Schmidt nahm an, dass es sich um eine bewusste Differenzierung handelte, die unterschiedliche Voraussetzungen für die Beistandspflicht schufen.[88] Dagegen hielt Jauß diese Unterschiede für die Folge einer von ihm postulierten Regelungstechnik, bei welcher nachfolgende Regelungen auf vorausgehende Bezug nehmen und deshalb kürzer formuliert werden konnten.[89]
Thronfolgeklausel
Gleichsam als Annex[90] schließt sich an die Bestimmungen zur Militärallianz eine Klausel über die Thronfolge des Ḫattušili III. an, die als einzige Klausel im gesamten Vertrag keine reziproke Entsprechung für die Ramses II. hat:
– Keilschriftliche Version: Elmar Edel, Der Vertrag zwischen Ramses II. von Ägypten und Hattusili III. von Hatti, Berlin 1997, S. 40 f.[65]
Gerade sie trägt einen Teil der jüngeren Ansätze zur historischen Einordnung des Vertrages. Weil es sich um die einzige nicht-paritätische Regelung des Vertrages handelt, folgerte Breyer etwa, dass sich gerade hierin das Hauptmotiv der Hethiter für den Vertragsschluss offenbare.[91] Ḫattušili III. habe seine dynastische Nachfolge vorbereiten wollen, was sich im Übrigen auch aus seiner Korrespondenz ergebe.[92] Diese Sicherung der Thronfolge ist laut Allam notwendig gewesen, weil der von Ḫattušili III. gestürzte Urḫi-Teššup (Muršili III.) von Ramses II. andernfalls hätte als Faustpfand eingesetzt werden können.[93] Die Einseitigkeit der Regelung selbst ist nach Schmidt jedoch damit zu erklären, dass gerade die hethitische Geschichte von Usurpationsversuchen geprägt war, während eine solche Regelung schon in Anbetracht der ägyptischen Herrscherideologie überflüssig erschien.[94] Der Pharao leitete seine Herrschaft nämlich von einer göttlichen Legitimation ab, anstatt sie dem Schutz anderer Herrscherhäuser zu unterstellen. Ob sich der Thronfolger Ḫattušilis III. hätte tatsächlich auf diese Regelung zu seinen Gunsten berufen können, ist allerdings unklar.[95]
Asylverweigerungspflicht
Es schließen sich in der keilschriftlichen Version sechs, in der ägyptischen Version vier Vorschriften über den Umgang mit Flüchtlingen aus dem je anderen Land an, die wiederum chiastisch verkreuzt sind. Die unterschiedliche Anzahl in beiden Textversionen wird mit ihrer Redundanz begründet: Die Begriffe ‚Großer‘ (im Keilschrifttext: LU.GAL) und ‚Vornehmer‘ (im Keilschrifttext: kabtu(m)) seien gleichbedeutend und hätten daher in der Silbertafel des Ḫattušili III. entfallen können, sodass sie auch nicht in die Hieroglypheninschriften übertragen wurden.[96]
Der Sache nach verstand der größte Teil des Schrifttums diese Vorschriften bisher als Asylverweigerungs- und Auslieferungspflicht.[97] Diese habe möglicherweise konkret auf Urḫi-Teššup gezielt, jedenfalls aber das Abwandern von Arbeitskräften verhindern sollen.[98] Auf diese Weise habe man für typische Konfliktsituationen vorab eine Lösung geschaffen, was den Frieden weiter absicherte.[99] Dagegen versteht eine im Vordringen befindliche Ansicht diese Regelung nunmehr als personale und territoriale Besitzstandswahrung. Insbesondere aus den Bestimmungen der §§ 11 und 13, dass keine „Städte“ aufgenommen werden sollen, ergebe sich, dass es nicht um Migrationsbewegungen gehe.[100] Hintergrund dieser Regelungen seien vielmehr die unsicheren Loyalitätsverhältnisse der syrischen Vasallenstaaten, die wie im Falle Amurrus unter König Aziru mehrfach die Seiten wechselten.
Amnestieversprechen
Ihren Abschluss finden die sachlichen Regelungen des Vertrags mit zwei Klauseln in der ägyptischen und vier in der hethitischen Version, die ebenfalls die Auslieferung von Flüchtlingen betreffen. Auch dieser Unterschied in der Klauselzahl wird mit der Redundanz zweier Vorschriften erklärt.[96] Als paradigmatisch für diese Bestimmungen kann § 17 der ägyptischen Version gelten:
– Karnak-Inschrift: Elmar Edel, Der Vertrag zwischen Ramses II. von Ägypten und Hattusili III. von Hatti, Berlin 1997, S. 56 f.[65]
Im Schrifttum ist die Bewertung und das Verständnis dieser Klausel ausgesprochen umstritten. So verstand Korošec sie im Kontext der vorausgehenden Asylverweigerungspflicht als Instrument, die Heimkehrbereitschaft politischer Flüchtlinge zu fördern.[101] Allam hingegen hielt eine Amnestie gerade für politische Flüchtlinge schwer vorstellbar.[102] Diese Auffassung wurde auch von Jauß geteilt, der darauf hinwies, dass sich das Amnestieversprechen von den Asylverweigerungspflichten dadurch unterscheide, dass es nur für einfache Menschen, nicht für ‚Große‘ und Städte oder für Menschen, die sich dem anderen Herrscher für Dienste anbieten, gelte.[103] Deshalb seien auch diese beiden Textelemente eigentlich als Einheit anzusehen. Demgegenüber sah Schmidt in diesen Klauseln die erste humanitär-völkerrechtliche Regelung der Menschheitsgeschichte, die nur mit dem Zusammenspiel von hochstehender ägyptischer Kultur einerseits und der als vergleichsweise modern geltenden hethitischen Rechtsordnung andererseits zu erklären sei.[104] Sie sei auch insofern bemerkenswert, als die Ausnahme von Familienmitgliedern aus der Bestrafung einen Schritt in Richtung der Abkehr von einer Kollektivhaftung bezeuge. Ob im Umkehrschluss mit einer entsprechenden Bestrafung von Flüchtlingen zu rechnen ist, die der Regelung nicht unterfallen, ist unklar.
Götteranrufung, Segnungen und Flüche
Im Anschluss an die inhaltlichen Vertragsbestimmungen werden in der ägyptischen Vertragsversion die Götter beider Reiche zur Zeugenschaft über den Vertrag berufen und die Schwurgötter aufgelistet. In der akkadischen Version ist dieser Abschnitt der Tontafel weggebrochen, ein entsprechendes Element wohl aber zu rekonstruieren.[105] Gegenüber hethitischen Vasallenverträgen ist hieran auffällig, dass gleichermaßen ägyptische wie hethitische Götter aufgeführt werden. Dass dies dem Umstand Rechnung trägt, dass man sich jeweils nur den eigenen Göttern gegenüber verpflichtet fühlte, ist heute allgemein anerkannt.[106]
Auch die sich an die Götteranrufung anschließenden Fluch- und Segenformeln sind in der keilschriftlichen Vertragsversion nur noch sehr fragmentarisch überliefert. Bei den ägyptischen Inschriften fällt hingegen auf, dass die für altorientalische Staatsverträge eigentlich typischen Selbstverfluchungen der Herrscher für den Fall eines Vertragsbruchs fehlen.[107] Da im akkadischen Text zumindest Reste davon erhalten sind, geht die Forschung davon aus, dass sich dieses Element in beiden Silbertafeln wiederfand. Weil aber die Selbstverfluchung eines sich als Gott verstehenden Pharao in einer öffentlichen Inschrift als Sakrileg gegolten hätte, habe man diesen Vertragsteil bei der Anfertigung der Hieroglypheninschriften ausgelassen.[108]
Dass der ägyptisch-hethitische Friedensvertrag schon im Altertum als verbindlich empfunden wurde, ist in der Forschung einhellige Meinung. Gegen Viktor Korošec’ Idee, die peinliche Wahrung der Paritität zwischen den Vertragsparteien beweise, dass diesen bewusst war, „am Abschluss eines […] völkerrechtlichen Vertrages zwischen zwei souveränen Staaten mitzuwirken“,[109] regte sich zwar schon früh Widerstand. Bereits in seiner Rezension zu Korošec’ Arbeit warf Paul Koschaker die Frage auf, ob im 13. Jahrhundert v. Chr. überhaupt von Völkerrecht die Rede sein könne oder nicht eher von einer Art comitas gentium auszugehen sei.[110] Zur Begründung wird heute aber unter anderem angeführt, dass die empfundene Verbindlichkeit durch die Bezugnahme dieses Vertrages, wie anderer Verträge, auf frühere Vereinbarungen mittelbar belegt sei,[111] sich zudem etwa auch in Kollisionsnormen[112] oder daran zeige, dass Ramses II. sich in einem Brief an den König von Mira ausdrücklich auf seine vertragliche Verpflichtung berief.[113] Woher der Vertrag seine Bindungswirkung bezog, wie weit seine Bindungswirkung reichte und wie die Einhaltung des Vertrages abgesichert war, ist jedoch ausgesprochen umstritten.
Wie der Ägyptisch-Hethitische Friedensvertrag seine Geltung erlangte, ist in der Forschung nicht unumstritten. Eine auf Viktor Korošec zurückgehende[114] und lange Zeit unbestrittene[115] Erklärung des Vertragsschlusses wird vom jüngsten Schrifttum als zu romanistisch und wenig quellenbasiert kritisiert.[116] Ausgangspunkt von Korošec’ Überlegungen war seine Rekonstruktion des Abschlusses von Vasallenverträgen. Für diese nahm er an, dass der Herrscher dem Vasallen sog. „Bindungen“ (akk. rikiltu) auferlegte, unter die sich der Vasall dann mit einem Eid (akk. māmītu) unterwarf.[114] Dieser Mechanismus sei beim Ägyptisch-Hethitischen Friedensvertrag dann doppelt angewandt worden: Beide Herrscher hätten sich wechselseitig Bindungen in Form der Silbertafeln auferlegt, unter die sich der jeweils andere mit einem Eid unterwerfen musste.[114] Hieran erschien Korošec problematisch, dass sich Ramses II. und Ḫattušili III. als souveräne Herrscher gegenüber standen, die sich gegenseitig – anders als gegenüber Vasallen – eigentlich keine Pflichten aufzwingen können. Vielmehr hätten sie sich jeweils nur selbst verpflichten können.[114] Dieses Problem habe man gelöst, indem sich die Herrscher durch entsprechende Klauseln jeweils zunächst selbst verpflichteten. So sei auch die Reihenfolge der einzelnen Vertragsbestimmungen zu erklären, die in den ägyptischen Inschriften stets zuerst Ḫattušili III. und dann Ramses II., in den Tontafelfragmenten zuerst Ramses II. und dann Ḫattušili III. verpflichten. Zwar habe sich der Vertragspartner zur Wirksamkeit des Vertrages diesen Bindungen noch in einem Eid unterwerfen müssen, doch lasse sich in diesem Mechanismus schon die frühe Idee eines Realvertrages fassen.[114] Andere Autoren rückten vor allem den in den korrespondierenden Tafeltexten liegenden Konsens in den Vordergrund,[117] während deren Beeidigung mitunter nur noch als großer feierlicher Akt anlässlich des Vertragsschlusses interpretiert wird.[118]
Diesem Erklärungsmuster wird entgegen gehalten, dass es die Bedeutung der Religion im Alten Orient unterschätze.[119] Entscheidendes Momentum des Vertragsschlusses sei gerade die Unterwerfung des jeweiligen Herrschers in einem Eid, die jedoch nicht unter die vom Vertragspartner auferlegte Bindung erfolge.[120] Vielmehr habe jeder Herrscher seine eigene Silbertafel mit dem darauf beurkundeten Vertragstext beeidigt und gesiegelt, bevor die Tafeln ausgetauscht und vor den Göttersymbolen deponiert wurden. Das zeige sich schon in den Präambel, wo der Text als rikiltu gerade desjenigen Herrschers bezeichnet wird, von dem das jeweilige Exemplar stammt.[120] Aus dieser Bindung der Herrscher gegenüber den Göttern habe der Vertrag seine Wirksamkeit bezogen. Auf den Konsens der beiden Herrscher sei es hingegen nicht angekommen.[120] Das von Korošec erörterte Problem, wieso ein souveräner Herrscher einem anderem Pflichten auferlegen konnte, stellte sich demnach überhaupt nicht und sei in den Quellen auch nicht als Problem überliefert.[120]
Seit langem heftig umstritten ist die Frage nach dem personalen Geltungsbereich des Vertrages, das heißt wer genau die Parteien des Vertrages sind und aus ihm berechtigt und verpflichtet werden. Ein Teil des Schrifttums versteht den Friedensvertrag als reinen „Herrschervertrag“, nicht als Staatsvertrag im eigentlichen Sinne. Er sei zwischen den beiden Herrschern als Einzelpersonen geschlossen worden, habe nur die beiden Herrscher persönlich binden und deshalb auch nur solange Geltung beanspruchen können, wie beide herrschten.[121] Zur Begründung weisen diese Autoren im Wesentlichen darauf hin, dass die Hochkulturen des Alten Orients nie ein Konzept „Staat“ hervorgebracht hätten. Bindungen habe man deshalb immer nur persönlich denken können. Dem hält der andere Teil des Schrifttums entgegen, dass im Alten Orient eigene Konzepte von „Staatlichkeit“ entwickelt wurden. Die meisten Vertreter dieser Ansicht betonen, dass internationale Beziehungen im Alten Orient in Analogie zu Familienbeziehungen gedacht wurden:[122] Gleichberechtigte Herrscher würden sich daher als „Brüder“ ansprechen, Herrscher und Vasallen hingegen als „Vater“ bzw. „Sohn“. Einige weitere Autoren gehen zwar offenbar ebenfalls davon aus, dass der Alte Orient Staaten kannte, ohne das angenommene Staatskonzept aber näher zu umreißen.[123] Speziell für den ägyptisch-hethitischen Friedensvertrag wird in diesem Zusammenhang immer wieder eine Passage der Verbrüderung (§ 3) angeführt, wonach auch die „Söhne“ beider Herrscher verbrüdert seien. Soweit dies als Verpflichtung der Nachfahren verstanden wird, habe diese die Lebensspanne der Herrscher selbst überdauern müssen und nicht rein persönlich gedacht sein können.[124] Soweit „Söhne“ entsprechend den an Familienbeziehungen angelehnten internationalen Beziehungen als Begriff für Vasallen verstanden wird, handele es sich schon deshalb um keine rein persönliche Verpflichtung.[125] Nach diesem Verständnis handelte es sich um keinen reinen Herrschervertrag, sondern um einen Staatsvertrag in dem Sinne, dass er über die Personen der Herrscher hinaus die jeweiligen Reiche band.
Im engen Zusammenhang zur Verbindlichkeit des Vertrages steht auch die Frage, wie ein etwaiger Vertragsbruch sanktioniert worden wäre. In der Forschung gilt insbesondere das Fehlen realweltlicher, effektiver Durchsetzungsmechanismen als Problem, was je nach Autor sogar die Rechtlichkeit des Vertrages selbst in Frage stellen soll.[126] Teile des Schrifttums versuchen dies durch die Rekonstruktion solcher Sanktionen zu lösen, wobei im Wesentlichen zwei Ansätze verfolgt werden:
Vor allem Korošec ging davon aus, dass sich der je andere Herrscher im Falle eines Vertragsbruchs durch eine Art Rücktrittsrecht vom Vertrag lösen und so den Kriegszustand auslösen konnte.[127] Dies sei notwendig gewesen, weil anders als bei einem Vasallenvertrag im Fall des paritätischen Staatsvertrags kein Prozess vor dem höherrangigen Herrscher habe stattfinden können. Die gleichberechtigten Parteien hätten daher selbst über die Einhaltung des Vertrages wachen müssen.
Daneben nahmen Korošec und Sürenhagen an, dass der Vertrag öffentlich verlesen werden musste und so politisch sanktioniert war.[128] Der Vertrag verfügt zwar nicht über die sonst in Staatsverträgen übliche Verlesungsklausel. Laut Sürenhagen sei eine solche aber zu rekonstruieren, weil sie in einem Brief Ramses II. an Ḫattušili III. nahezu wörtlich zitiert werde.[129]
Dass der Vertrag darüber hinaus auch sakralen Sanktionen unterworfen war, ist unbestritten. Bereits Korošec nahm in diesem Sinne an, dass nach altorientalischer Vorstellung ein Vertragsbruch den Zorn der Götter heraufbeschworen hätte, deren Rache dann vom Vertragspartner mit militärischen Mitteln ausgeführt wurde.[130] Später revidierte er diese Auffassung aufgrund der Erkenntnis, dass die Hethiter den Krieg im internationalen Verkehr als Ordal einsetzten.[131] Die Auffassung, man habe im Fall eines Vertragsbruch dessen Feststellung durch einen göttlichen Richterspruch im Wege der militärischen Auseinandersetzung gesucht, hat seitdem größeren Anklang gefunden.[132] Daneben war der Vertrag aber auch mit Segnungen und Verfluchungen versehen, die im Alten Orient generell Eide kennzeichnen. Inwiefern man diese Eide im 13. Jahrhundert v. Chr. noch ernst nahm, also tatsächlich mit göttlichen Strafen im Fall eines Eidbruchs rechnete, ist unklar.[133]
Das jüngste Schrifttum kritisiert bereits die Unterscheidung zwischen realweltlichen und sakralen Sanktionen als anachronistisch.[134] Man habe im Alten Orient nämlich überhaupt nicht zwischen Immanenz und Transzendenz unterschieden, die Götter seien vielmehr Bestandteil der realen Lebenswelt gewesen. Die Unterscheidung transportiere daher nur moderne Kategorien in das Altertum und führe dazu, dass all jene Eigenschaften altorientalischen Rechts aus der Betrachtung ausgeblendet werden, die keine Entsprechung in der Moderne haben.[134]
Die moderne Rezeption des Ägyptisch-Hethitischen Friedensvertrages beruht vornehmlich auf dem älteren Narrativ zu seiner historischen Bedeutung. Prominent ist vor allem die Ausstellung einer Kopie des Vertrages am Eingang zum Weltsicherheitsrat im UN-Hauptgebäude in New York. Seitens der Fachwissenschaft wird diese einem überholten Narrativ entsprechende Verklärung des Vertrags kritisiert.[135] Der Hethitologe Trevor R. Bryce verweist etwa darauf, dass der Vertrag einer Welt entstamme, in welcher Krieg der Normalfall war und dass der Vertrag deshalb auch nicht auf der Idee einer Welt in Frieden und Harmonie beruhe, sondern als opportunes und eigennütziges strategisches Bündnis zweier Herrscher anzusehen sei, zu deren Selbstverständnis gehörte, sich auf dem Schlachtfeld hervortun und ihre Völker in den Krieg führen zu müssen.[136] Das könne nicht das Ideal sein, auf welches sich die Vereinten Nationen berufen. In entsprechender Weise wurde der Vertrag wiederholt auch in Folgen der Programmmarke Terra X thematisiert, insbesondere Versunkene Metropolen 2. Brennpunkt Hattuša – Machtzentrale der Hethiter (Erstausstrahlung 1. Juli 2007) und Ägypten 2. Sehnsucht nach Unsterblichkeit (Erstausstrahlung 9. April 2011).
Katrin Schmidt: Friede durch Vertrag. Der Friedensvertrag von Kadesch von 1270 v. Chr. Der Friede des Antalkidas von 386 v. Chr. und der Friedensvertrag zwischen Byzanz und Persien von 562 n. Chr. (= Europäische Hochschulschriften - Reihe 2, Rechtswissenschaft . Band 3437). Lang, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-631-38848-9.
Lanny Bell: Conflict and Reconciliation in the Ancient Middle East. The Clash of Egyptian and Hittite Chariots in Syria, and the World's First Peace Treaty between "Superpowers" . In: Kurt A. Raaflaub (Hrsg.): War and peace in the ancient world (= The ancient world - comparative histories ). Blackwell, Malden (Massachusetts) 2006, ISBN 978-1-4051-4525-1, S. 98–120, doi:10.1002/9780470774083.
↑ Trevor R. Bryce: The Kingdom of the Hittites . Oxford University Press, Oxford 1999, ISBN 0-19-924010-8, S. 256. ; Horst Klengel, Hattuschili und Ramses, Hethiter und Ägypter. Ihr langer Weg zum Frieden, Mainz 2002, S. 52.
↑ Die sogenannte Geierstele reflektiert etwa einen den Lagaš-Umma-Krieges um 2470 v. Chr. beendenden (nicht-paritätischen) Friedensschluss, überliefert dessen Text jedoch nicht.
↑ Steffen Jauß, Zur Konzeption des Vertrages zwischen Pharao Ramses II. und Großkönig Ḫattušili III. (1259 v. Chr.), in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, Romanistische Abteilung, Band 135 (2018), S. 21–75, hier S. 24 Fn. 21.
↑ Lanny Bell, Conflict and Reconciliation in the Ancient Middle East. The Clash of Egyptian and Hittite Chariots in Syria, and the World's First Peace Treaty between "Superpowers", in: Kurt A. Raaflaub (Hrsg.): War and peace in the ancient world, Malden (Massachusetts) 2006, S. 98–120, hier S. 108 f.
↑ so etwa Guy Kestemont: Accords internationaux relatifs aux ligues hittites (1600-1200 av. J.C.) . In: Orientalia Lovaniensia Periodica . Band 12, 1982, ISSN 0085-4522, S. 15–78, hier S. 54 ff. und Viktor Korošec, Hethitische Staatsverträge. Ein Beitrag zu ihrer juristischen Wertung, Leipzig 1931, S. 14 f.
↑ Guy Kestemont, Accords internationaux relatifs aux ligues hittites (1600-1200 av. J.C.), in: Orientalia Lovaniensia Periodica, Band 12 (1982), S. 17–78, hier S. 54 f.
↑ ausdrücklich etwa Dennis J. McCarthy, Treaty and Covenant. A Study in Form in the Ancient Oriental Documents and in the Old Testament, 2. Aufl., Rom 1978, S. 38 zu seiner Dissertation, Guy Kestemont, Diplomatique et Droit International en Asie occidentale (1600–1200 av. J.C.), Louvain-la-Neuve 1974.
↑ Guy Kestemont, Accords internationaux relatifs aux ligues hittites (1600-1200 av. J.C.), in: Orientalia Lovaniensia Periodica, Band 12 (1982), S. 17–78, hier S. 56.
↑ Dennis J. McCarthy, Treaty and Covenant. A Study in Form in the Ancient Oriental Documents and in the Old Testament, 2. Aufl., Rom 1978, S. 146 f.
↑ a b Schafik Allam, Der Vertrag Ramses' II. mit dem Hethiterkönig Ḫattušili III. (nach der hieroglyphischen Inschrift im Karnak-Tempel), in: Martin Lang (Hrsg.): Staatsverträge, Völkerrecht und Diplomatie im Alten Orient und in der griechisch-römischen Antike, Wiesbaden 2010, S. 81–115, hier 91; Trevor Bryce, The 'Eternal Treaty' from the Hittite perspective, in: British Museum Studies in Ancient Egypt and Sudan, Band 6 (2006), S. 1–11, hier S. 6 f.; Viktor Korošec, Hethitische Staatsverträge. Ein Beitrag zu ihrer juristischen Wertung, Leipzig 1931, S. 15; Katrin Schmidt, Friede durch Vertrag. Der Friedensvertrag von Kadesch von 1270 v. Chr. Der Friede des Antalkidas von 386 v. Chr. und der Friedensvertrag zwischen Byzanz und Persien von 562 n. Chr., Frankfurt a. M. 2002, S. 34
↑ Steffen Jauß, Zur Konzeption des Vertrages zwischen Pharao Ramses II. und Großkönig Ḫattušili III. (1259 v. Chr.), in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, Romanistische Abteilung, Band 135 (2018), S. 21–75, hier S. 48 unter Verweis auf Ders.: Kasuistik - Systematik - Reflexion über Recht. Eine diachrone Betrachtung der Rechtstechnik in den hethitischen Rechtssätzen . In: Zeitschrift für Altorientalische und Biblische Rechtsgeschichte . Band 21, 2015, S. 185–206, hier S. 186 f.
↑ Lanny Bell, Conflict and Reconciliation in the Ancient Middle East. The Clash of Egyptian and Hittite Chariots in Syria, and the World's First Peace Treaty between "Superpowers", in: Kurt A. Raaflaub (Hrsg.): War and peace in the ancient world, Malden (Massachusetts) 2006, S. 98–120, hier S. 110; Viktor Korošec, Hethitische Staatsverträge. Ein Beitrag zu ihrer juristischen Wertung, Leipzig 1931, S. 64 f.; Katrin Schmidt, Friede durch Vertrag. Der Friedensvertrag von Kadesch von 1270 v. Chr. Der Friede des Antalkidas von 386 v. Chr. und der Friedensvertrag zwischen Byzanz und Persien von 562 n. Chr., Frankfurt a. M. 2002, S. 46
↑ Schafik Allam: Le Traité égypto-hittite de paix et d'alliance entre les rois Ramsès II. et Khattouchili III (d'après l'inscription hiéroglyphique au temple de Karnak) . In: Journal of Egyptian History . Band 4, 2011, S. 1–39, hier S. 11. ; Steffen Jauß, Zur Konzeption des Vertrages zwischen Pharao Ramses II. und Großkönig Ḫattušili III. (1259 v. Chr.), in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, Romanistische Abteilung, Band 135 (2018), S. 21–75, hier S. 53.
↑ Paul Koschaker: Rez. zu V. Korošec, Hethitische Staatsverträge. Ein Beitrag zu ihrer juristischen Wertung. (Leipziger rechtswissenschaftliche Studien, herausgegeben von der Leipziger Juristenfakultät, Heft 60.) Leipzig, Theodor Weicher, 1931, 118 S. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, Romanistische Abteilung . Band 52, 1932, ISSN 2304-4934, S. 507 f.
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Ägyptisch-Hethitischer_Friedensvertrag&oldid=184973277“