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Timestamp: 2019-06-17 09:49:55
Document Index: 305887598

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 280', '§ 286', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 286', '§ 286', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 118', 'BGH', '§ 286', '§ 286', '§ 562', '§ 563', 'BGH', '§ 15', 'BGH', '§ 14', '§ 14', '§ 14', 'BGH', '§ 14', 'BGH', '§ 14', 'BGH', '§ 14', '§ 254', '§ 280', '§ 286', '§ 562', '§ 563', '§ 15', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 315']

17.11.2015 · IWW-Abrufnummer 180835
Bundesgerichtshof: Versaeumnisurteil vom 17.09.2015 – IX ZR 280/14
Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 16. Juli 2015 durch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kayser, die Richter Prof. Dr. Gehrlein, Vill, die Richterin Lohmann und den Richter Dr. Pape
Da der Beklagte im Termin zur mündlichen Verhandlung trotz ordnungsgemäßer Ladung nicht vertreten war, ist durch Versäumnisurteil zu entscheiden. Das Urteil beruht aber nicht auf der Säumnis, sondern auf einer umfassenden Sachprüfung (vgl. BGH, Urteil vom 4. April 1962 - V ZR 110/60 , BGHZ 37, 79, 81 ff ; vom 4. Juli 2013 - IX ZR 229/12 , WM 2013, 1615 Rn. 6, insoweit nicht abgedruckt in BGHZ 198, 77 ).
Dies hält rechtlicher Prüfung nicht stand. Der aus abgetretenem Recht der Zedentin geltend gemachte materielle Kostenerstattungsanspruch aus § 280 Abs. 2 , § 286 BGB ist nicht auf die 0,3 Geschäftsgebühr nach Nr. 2302 VV RVG aF (= Nr. 2301 VV RVG ) beschränkt.
1. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs hat der Schädiger nicht schlechthin alle durch das Schadensereignis adäquat verursachten Rechtsanwaltskosten zu ersetzen, sondern nur solche, die aus Sicht des Geschädigten zur Wahrnehmung seiner Rechte erforderlich und zweckmäßig waren ( BGH, Urteil vom 8. November 1994 - VI ZR 3/94 , BGHZ 127, 348, 350 ; vom 23. Oktober 2003 - IX ZR 249/02 , NJW 2004, 444, 446; vom 18. Januar 2005 - VI ZR 73/04 , NJW 2005, 1112; vom 6. Oktober 2010 - VIII ZR 271/09 , WuM 2010, 740; vom 23. Januar 2014 - III ZR 37/13 , BGHZ 200, 20 Rn. 48 ). Maßgeblich ist die ex ante-Sicht einer vernünftigen, wirtschaftlich denkenden Person ( BGH, Beschluss vom 31. Januar 2012 - VIII ZR 277/11 , NZM 2012, 607 Rn. 4). Dabei sind keine überzogenen Anforderungen zu stellen. Es kommt darauf an, wie sich die voraussichtliche Abwicklung des Schadensfalls aus der Sicht des Geschädigten darstellt (BGH, Urteil vom 8. November 1994, aaO S. 351; vom 18. Januar 2005, aaO).
Ein Schadensfall in diesem Sinne liegt auch vor, wenn der Schuldner einer Entgeltforderung (vgl. BGH, Urteil vom 16. Juni 2010 - VIII ZR 259/09 , NJW 2010, 3226 Rn. 12; vom 17. Juli 2013 - VIII ZR 334/12 , NJW 2014, 1171 Rn. 13) in Zahlungsverzug gerät (vgl. BGH, Urteil vom 6. Oktober 2010, aaO; vom 31. Januar 2012, aaO; vom 16. Juli 2015 - IX ZR 197/14 , zVb). Zur Beitreibung einer solchen Forderung ist dann regelmäßig selbst in einfach gelagerten Fällen die Beauftragung eines Rechtsanwalts erforderlich und zweckmäßig (vgl. BGH, Urteil vom 8. November 1994, aaO S. 353). Das seinerseits Erforderliche tut der Gläubiger dadurch, dass er den Schuldner in Verzug setzt. Eine weitere Verzögerung der Erfüllung seiner Forderung muss er nicht hinnehmen. Vielmehr kann er seinem Erfüllungsverlangen durch Einschaltung eines Rechtsanwalts Nachdruck verleihen.
a) Gerät der Schuldner in Verzug, ist er zur Zahlung regelmäßig entweder nicht willens oder nicht in der Lage. Dies kann für den Gläubiger offen zutage treten, wenn der Schuldner Einwendungen gegen die geltend gemachte Forderung erhebt oder auf seine Zahlungsunfähigkeit hinweist. Hingegen bleibt der Grund für die Nichtzahlung für den Gläubiger im Dunkeln, wenn der Schuldner auch auf eine Mahnung nicht reagiert. In jedem Fall darf eine rechtliche Beratung für erforderlich und zweckm