Source: http://www.fachkraefte-toolbox.de/fachkraefte-ausbilden/berufsorientierendes-praktikum/rechtlicher-rahmen/
Timestamp: 2018-02-19 01:54:54
Document Index: 146547893

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 16', '§ 4', '§ 11', '§ 4', '§ 22']

Rechtlicher Rahmen - fachkraefte-toolbox.de
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Zwei Muster-Azubisites
Die folgenden Stichworte fassen die wichtigsten rechtlichen Rahmenbedingungen in Bezug auf Praktika für Sie zusammen.
Sie informieren und nennen evt. die rechtlichen Regelungen zu
versicherungsrechtliche Regelungen
+–Arbeitszeiten
Kinder (bis 14 Jahre): Höchstens sieben Stunden täglich, 35 Stunden wöchentlich
Jugendliche (15 bis 17 Jahre): Nicht mehr als acht Stunden täglich, nicht mehr als 40 Stunden wöchentlich
§ 8 Abs. 1 JArbSchG
Nachtruhe: 20 bis 6 Uhr. Ausnahmen sind möglich
Beschäftigungsdauer: 5 Tage in der Woche
Beschäftigungsverbot: An Samstagen, Sonntagen und an Feiertagen, branchenbezogene Ausnahmen sind möglich. Werden Praktikanten ausnahmsweise an solchen Tagen beschäfigt, so müssen sie an einem anderen Tag in derselben Woche freigestellt werden
§§ 16 ff. JArbSchG
Volljährige Schülerpraktikanten: Das Jugendarbeitsschutzgesetz gilt nicht, Arbeitszeit darf regelmäßig acht Stunden am Tag nicht überschreiten
+–Ruhepausen
Ruhepausen sind nicht in die Arbeitszeit einzuberechnen, müssen im Voraus feststehen und mindestens 15 Minuten betragen. § 4 JArbSchG
Pausenregelungen: 30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als viereinhalb bis zu sechs Stunden, mindestens 60 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden. Die erste Pause muss spätestens nach viereinhalb Stunden Arbeit stattfinden. § 11 JArbSchG
Volljährige Praktikanten:30 Minuten bei mehr als sechs Stunden Arbeitszeit und 45 Minuten bei mehr als neun Stunden Arbeitszeit. § 4 ArbZG
+–Bezahlung
Solange das Praktikum zum Zwecke des Kennenlernens eines Berufes und auf Erkenntnisgewinn für den Praktikanten zielt und nicht zur Erbringung von Arbeitsleistung, besteht keine Verpflichtung zur Vergütung.
Bei freiwilligen Praktikanten kann das Mindestlohngesetzt greifen. Mehr dazu finden Sie unter "Mindestlohn".
+–Urlaub
Es besteht kein Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis, daher hat der Schülerpraktikant keinen Anspruch auf Urlaub.
+–Arbeitsschutz
Praktikanten dürfen keine Arbeiten verrichten, die sie körperlich oder seelisch zu sehr belasten. Ausnahmen existieren, soweit die Arbeit z. B. zum Erreichen des Praktikumsziels erforderlich oder der Schutz durch die Aufsicht eines Fachkundigen gewährleistet ist. Gefahrstoffverordnungen mit speziellen technischen Regeln und einschlägige Unfallverhütungsvorschriften sind zu beachten. Entsprechende Belehrungen des Praktikanten müssen vor Praktikumsbeginn durchgeführt und sollten quittiert werden. §§ 22 ff. JArbSchG
+–Versicherungsrechtliche Regelungen
Das klassische Schülerbetriebspraktikum ist eine Schulveranstaltung.
Haftpflichtversicherung: Schließt der Schulträger ab.
Unfallversicherung: Unfälle, die während des Praktikums oder auf dem Weg zwischen Praktikumsstelle und Wohnung stattfinden, werden durch die Unfallversicherung der Schule abgedeckt.
Sozialversicherungsbeiträge fallen nicht an.
Schülerpraktika ohne schulische Aufsicht:
Für Unfälle ist die Berufsgenossenschaft des Betriebes zuständig. Sofern kein Arbeitsentgelt geleistet wird, sind auch keine Sozialversicherungsbeiträge zu entrichten. Vermögens- und Sachschäden werden einzelfallabhängig von der Haftpflichtversicherung des Betriebs oder des Praktikanten bzw. der Eltern übernommen.
Ausführliche Informationen erhalten Unternehmen von den Krankenkassen und den Berufsgenossenschaften.
+–Praktikumsvertrag
Ein Vertrag ist bei Schülerbetriebspraktika nicht zwingend notwendig, da die Praktikumsvoraussetzungen in den einzelnen Schulordnungen geregelt werden. Jedoch ist eine schriftliche Vereinbarung zu empfehlen, da Praktikumsverträge die Zusammenarbeit von Beginn an auf eine klar definierte Basis stellen und etwaige Missverständnisse vermeiden.
Quelle: In Anlehnung an den „Leitfaden Schülerpraktikum“ der Deutschen Industrie- und Handelskammern, S. 3 und 4. Weitere Informationen können Sie bei allen Krankenkassen und Berufsgenossenschaften erhalten. Hilfreich ist auch der Leitfaden „Praktika – Nutzen für Praktikanten und Unternehmen“ (2011) herausgegeben vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung.