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Timestamp: 2016-10-27 17:06:08
Document Index: 334040661

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 8', 'Art. 4', 'Art. 16', 'Art. 28', 'Art. 17', 'Art. 88', 'BGE', 'BGE', 'Art. 109', 'Art. 95', 'BGE', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 105', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68', 'Art. 64', 'BGE']

Der 1980 geborene C.________ war seit 10. Juli 2006 als tempor�rer Bauarbeiter/Reiniger bei der Firma Z.________ AG t�tig. Am 16. Juli 2006 verletzte er sich bei einem Sturz an der rechten Hand. Am 16. Januar 2007 meldete er sich bei der IV-Stelle Luzern zum Leistungsbezug an. Am 6. Mai 2007 st�rzte er erneut auf die rechte Hand. Es entwickelte sich eine Scaphoidpseudarthrose, weshalb er am 22. Juni 2007 im Spital X.________ operiert wurde (corticospongi�se Spanplastik nach Marti-Russe rechts, Herbert-Schraube); daselbst erfolgte am 9. Mai 2008 eine weitere Operation (gef�ss-gestielte corticospongi�se Spanplastik vom Radius in Scaphoid [Mathoulin], Osteosynthese mit high compression Scaphoid-Schraube). Mit Verf�gung vom 29. Oktober 2010 sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab 1. Juli 2007 bis 30. November 2008 eine ganze Invalidenrente zu.
Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern in dem Sinne teilweise gut, als es die Verf�gung dahin ab�nderte, dass ihm die IV-Stelle vom 1. Juli 2007 bis 30. April 2009 eine befristete ganze Invalidenrente auszurichten habe. Im �brigen wies es die Beschwerde ab (Entscheid vom 28. Februar 2012).
Mit Beschwerde beantragt der Versicherte, in Aufhebung des kantonalen Entscheides sei die Sache an die Vorinstanz zur�ckzuweisen; die IV-Stelle sei zu verpflichten, weitere medizinische Abkl�rungen (interdisziplin�res MEDAS-Gutachten) anzuordnen; die Vorinstanz sei zu verpflichten, nach erfolgten Abkl�rungen und nach durchgef�hrten Eingliederungsmassnahmen den Rentenanspruch zu pr�fen und auszurichten. Ferner verlangt er die Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege. Bei der Vorinstanz wurden die Akten eingeholt. Ein Schriftenwechsel wurde nicht durchgef�hrt.
Die streitige Verf�gung vom 29. Oktober 2010 betraf nur die Rentenfrage. Soweit der Versicherte Eingliederungsmassnahmen beantragt, ist auf die Beschwerde mangels Anfechtungsgegenstandes nicht einzutreten (BGE 131 V 164 E. 2.1; Urteil 8C_533/2007 vom 9. Januar 2008 E. 2). �ber den Rentenanspruch kann befunden werden, wenn er - wie hier - unabh�ngig von einer allf�lligen Eingliederungsberechtigung mangels eines rentenbegr�ndenden Invalidit�tsgrades abzulehnen ist (Urteil 8C_696/2008 vom 3. Juni 2009 E. 12).
Streitig und zu pr�fen ist, ob der Versicherte ab 1. Mai 2009 bis zum Verf�gungserlass am 29. Oktober 2010 (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 S. 320) weiterhin einen Rentenanspruch hat. Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass die am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen und hier anwendbaren Normen der 5. IV-Revision keine substanziellen �nderungen hinsichtlich der Invalidit�tsbemessung gebracht haben (BGE 130 V 445 und 343; Urteil 8C_607/2011 vom 16. M�rz 2012 E. 2). Weiter hat sie die Grundlagen �ber die Arbeits- und Erwerbsunf�higkeit (Art. 6 f. ATSG), die Invalidit�t (Art. 8 Abs. 1 ATSG; Art. 4 Abs. 1 IVG), den Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG), den Rentenanspruch (Art. 28 IVG), die Rentenrevision (Art. 17 Abs. 1 ATSG; Art. 88a Abs. 1 IVV; BGE 134 V 131 E. 3 S. 132, 133 V 263 E. 6.1), den Beweiswert �rztlicher Berichte und Gutachten (E. 1 hievor) sowie den Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125) richtig dargelegt. Darauf wird verwiesen.
4.1 Die Vorinstanz hat in W�rdigung der medizinischen Aktenlage mit einl�sslicher Begr�ndung richtig erkannt, dass in somatischer Hinsicht auf die Beurteilung des Dr. med. O.________, Facharzt FMH f�r Orthop�dische Chirurgie, Kreisarzt der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA), abzustellen sei, die er gest�tzt auf seine Abschlussuntersuchung vom 10. Dezember 2008 und die im Spital X.________ am 6. Januar 2009 durchgef�hrte Navikulareserie des rechten Handgelenks erstattet habe; gest�tzt hierauf sei der Versicherte ab 1. Februar 2009 in einer angepassten T�tigkeit (sehr starke, auf das rechte Handgelenk wirkende Schl�ge und Vibrationen seien zu vermeiden, 5-10 kg k�nnten gehandhabt werden, ein Ganztageseinsatz sei m�glich) zu 100 % arbeitsf�hig. Psychischerseits sei dem Gutachten der Dres. med. F.________, Facharzt f�r Psychiatrie und Psychotherapie FMH, sowie N.________, Eidg. Facharzt f�r Psychiatrie und Psychotherapie, Institutsleiter, Institut Q.________, vom 4. Januar 2010 zu folgen; danach bestehe keine krankheitswertige psychische St�rung mit Auswirkung auf die Arbeitsf�higkeit, weshalb der Versicherte in jeglicher T�tigkeit zu 100 % arbeitsf�hig sei. Auf die Erw�gungen der Vorinstanz wird verwiesen (Art. 109 Abs. 3 BGG).
Der Beschwerdef�hrer erhebt keine R�gen, welche diese Sachverhaltsfeststellungen zu seinem Gesundheitszustand und seiner Arbeitsf�higkeit als offensichtlich unrichtig oder als Ergebnis willk�rlicher Beweisw�rdigung oder als rechtsfehlerhaft nach Art. 95 BGG erscheinen lassen. Von weiteren medizinischen Abkl�rungen ist abzusehen, da hievon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 137 V 64 E. 5.2 S. 69, 136 I 229 E. 5.3 S. 236; Urteil 8C_109/2012 vom 9. M�rz 2012 E. 4.1). Festzuhalten ist insbesondere Folgendes:
4.2 Somatischerseits wendet der Versicherte ein, die Vorinstanz habe sich mit den von ihm bei ihr aufgelegten Berichten des Instituts f�r An�sthesie Schmerzsprechstunde, Spital X.________, vom 6. und 29. September 2011 sowie des Dr. theol. U.________, Ombudsstelle f�r Patienten und Angeh�rige, Spital X.________, vom 16. Januar 2012 mit keinem Wort auseinandergesetzt, weshalb sie die Begr�ndungspflicht verletzt habe. Diesem Einwand kann nicht gefolgt werden. Die Vorinstanz legte im angefochtenen Entscheid dar, aus diesen Unterlagen erg�ben sich keine neuen Erkenntnisse und Befunde; zudem stammten diese Arztberichte aus der Zeit lange nach Verf�gungserlass. Damit erf�llte sie die Anforderungen an die aus Art. 29 Abs. 2 BV fliessende Begr�ndungspflicht (vgl. BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88). Selbst wenn dies nicht zutr�fe, kann das Bundesgericht die entsprechenden Aktenst�cke selber w�rdigen und beurteilen, ob die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung zu korrigieren ist (Art. 105 Abs. 2 BGG; 8C_528/2011 vom 7. M�rz 2012 E. 7.2.2). Abgesehen davon, dass die Berichte des Spitals X.________ vom 6. und 29. September 2011 lange nach der Verf�gung vom 29. Oktober 2010 erstellt wurden, enth�lt der Erstgenannte keine Angaben zur Arbeitsf�higkeit; im Zweitgenannten wurde immerhin von einer anamnestisch aktuell g�ltigen 100%igen Arbeitsf�higkeit mit einer Trageinschr�nkung bis 15 kg gesprochen. Der nicht�rztliche Bericht des Spitals X.________-Bericht vom 16. Januar 2012 ist ohnehin nicht einschl�gig. In diesem Lichte kann der Versicherte hieraus nichts zu seinen Gunsten ableiten (vgl. auch Urteil 8C_180/2011 vom 7. Dezember 2011 E. 6.2.3).
Nicht stichhaltig ist auch seine Berufung auf das Gutachten des Dr. med. H.________, Leitender Arzt Orthop�die/Handchirurgie, Klinik Y.________, vom 26. M�rz 2009. Denn dieses betraf die Frage, ob hinsichtlich der Handgelenksverletzung rechts eine �rztliche Fehlbehandlung oder Sorgfaltspflichtverletzung vorlag (was verneint wurde), und enthielt keine Angaben zum Grad der Arbeitsf�higkeit; immerhin legte Dr. med. H.________ aber dar, die fehlende Ausbildung des Versicherten blockiere ihn f�r viele T�tigkeiten, die er trotz der nachgewiesenen Handgelenkseinschr�nkung durchf�hren k�nnte.
Der Beschwerdef�hrer f�hrt weiter die Akten-Stellungnahme des Dr. med. G.________, Allgemeinmedizin FMH, Regional�rztlicher Dienst der IV-Stelle, vom 18. Mai 2010 ins Feld. Dieser legte dar, sie h�tten sich bei der Befristung der Rente auf die Angaben der Handchirurgen des Spitals X.________ gest�tzt; die vagen �usserungen des Dr. med. O.________ zur Arbeitsf�higkeit vom Dezember 2008 machten eine andere Beurteilung nicht n�tig. Hierzu ist festzuhalten, dass Dr. med. G.________ in der Akten-Stellungnahme vom 6. Januar 2010 unter Hinweis auf die Berichte der Chirurgen des Spitals X.________ bereits ab September 2008 von einer 100%igen Arbeitsf�higkeit in einer leidensangepassten T�tigkeit, wie sie sp�ter auch Dr. med. O.________ beschrieb, ausging. Die Berufung des Versicherten auf Dr. med. G.________ ist somit unbehelflich.
4.3.1 Bez�glich des psychiatrischen Gutachtens des Instituts A.________ vom 4. Januar 2010 wendet der Versicherte ein, die von der IV-Stelle beauftragten Gutachter seien von ihr finanziell abh�ngig und daran interessiert, m�glichst viele IV-Auftr�ge zu erhalten. Hierzu ist festzuhalten, dass das Bundesgericht im Urteil BGE 137 V 210 vom 28. Juni 2011 entschied, die Beschaffung medizinischer Gutachten durch die IV-Stellen bei den MEDAS sowie deren Verwendung auch im Gerichtsverfahren sei verfassungs- und konventionskonform, wobei diverse verfahrensrechtliche Korrektive notwendig seien. Es kann offenbleiben, ob diese Korrektive auch auf nicht von den MEDAS erstellte Gutachten anwendbar sind. Denn nach altem Verfahrensstand eingeholte Gutachten verlieren ihren Beweiswert nicht, sofern das abschliessende Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standh�lt (BGE 137 V 210 E. 6 S. 266; Urteil 8C_830/2011 vom 9. M�rz 2012 E. 4.2.1); dies trifft hier zu.
4.3.2 Das Gutachten des Instituts A.________ vom 4. Januar 2010 erf�llt die in den Leitlinien der Schweizerischen Gesellschaft f�r Versicherungspsychiatrie f�r die Begutachtung psychischer St�rungen (vgl. Schweizerische �rztezeitung 2004, S. 1048 ff., insbesondere S. 1051 Ziff. IV/8) und von der Rechtsprechung aufgestellten Anforderungen an ein Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; Urteil 8C_639/2011 vom 5. Januar 2012 E. 4.3.1).
4.3.3 Der Versicherte beruft sich auf die Berichte der Dres. med. R.________, FMH Innere Medizin und Psychiatrie, vom 16. Juni 2008, 24. Januar 2010 und 7. Dezember 2012, W.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, SUVA-Kreisarzt, vom 26. Juni 2008 sowie K.________, FMH Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie vom 6. Mai 2009. Die Dres. med. R.________ und K.________ h�tten ein Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivit�ts-Syndrom (ADHS) und eine Pers�nlichkeitsst�rung diagnostiziert, was bei Dr. med. W.________ auf Zustimmung gestossen sei.
Massgebend ist, ob und in welchem Ausmass eine Beeintr�chtigung der Arbeits- bzw. Erwerbsf�higkeit - und zwar unabh�ngig von der Diagnose und grunds�tzlich unbesehen der �tiologie - ausgewiesen ist (BGE 127 V 294 E. 4c S. 298; Urteil 8C_180/2011 vom 7. Dezember 2011 E. 6.2.2). Dr. med. K.________ machte am 6. Mai 2009 keine hinreichenden Angaben zur Arbeitsf�higkeit. Dr. med. W.________ f�hrte am 26. Juni 2008 aus, die Symptome einer Anpassungsst�rung f�hrten f�r sich allein genommen aufgrund der Auspr�gung nicht zu einer wesentlichen Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit. Dr. med. R.________ �usserte sich am 24. Januar 2010 zur Arbeitsf�higkeit und legte dar, in der zuletzt ausge�bten T�tigkeit sei der Versicherte zu 100 % arbeitsunf�hig; Angaben zum Grad der Arbeits(un)f�higkeit in einer leidensangepassten T�tigkeit machte er nicht. Im Schreiben an die Ehefrau des Versicherten vom 7. Februar 2012 gab er an, seines Erachtens sei der Versicherte wegen den erw�hnten St�rungen nicht arbeitsf�hig. Diese Aussage �berzeugt aus zwei Gr�nden nicht: zum einen bezog sie sich nicht nur auf die angegebenen psychischen Beschwerden, sondern auch auf die somatischen Handschmerzen rechts; zum anderen ist unklar, ob sich die pauschal attestierte Arbeitsunf�higkeit auf die angestammte oder auf jegliche T�tigkeit bezieht. In diesem Licht verm�gen diese Arztberichte das Gutachten des Instituts A.________ vom 4. Januar 2010 nicht zu entkr�ften.
4.3.4 Der Versicherte macht geltend, das Gutachten des Instituts A.________ enthalte bez�glich der m�glicherweise vorhandenen ADHS-Problematik keine spezifischen Abkl�rungen. Diese schwierige Diagnose k�nne nur von Fachleuten zuverl�ssig gestellt werden. Dr. med. K.________ habe am 6. Mai 2009 gut begr�ndet, weshalb er nicht alle Tests habe durchf�hren k�nnen. Im Gutachten des Instituts A.________ heisse es lediglich, die ADHS-Diagnose sei aus der Beschreibung der ausserberuflichen Aktivit�ten des Versicherten nicht nachvollziehbar. Es fehle aber jegliche Fremdanamnese zu diesen Aktivit�ten.
Entscheidend ist im Rahmen einer psychiatrischen Begutachtung die klinische Untersuchung in Kenntnis der Anamnese (Urteil 8C_639/2011 E. 4.3.1 mit Hinweis). Eine Fremdanamnese und (schriftliche oder m�ndliche) Ausk�nfte des behandelnden Arztes bzw. Therapeuten sind h�ufig w�nschenswert, aber nicht zwingend erforderlich (Urteil 8C_768/2011 vom 7. Februar 2012 E. 5.3.3). Das Institut A.________ st�tzte sich bei seiner Begutachtung schl�ssig und nachvollziehbar auf die Anamnese, die klinische Untersuchung und die Angaben des Versicherten. Es sind keine Gr�nde ersichtlich, die eine spezifische ADHS-Testung und eine Fremdanamnese nahe legen.
4.3.5 Die lange zur�ckliegenden psychiatrischen Berichte des Spitals X.________ vom 21. August und 22. November 2001 sowie die nicht-psychiatrischen Berichte des Instituts f�r An�sthesie Schmerzsprechstunde, Spital X.________, vom 6. und 29. September 2011 und des Dr. theol. U.________, Ombudsstelle f�r Patienten und Angeh�rige, Spital X.________, vom 16. Januar 2012 verm�gen das Gutachten des Instituts A.________ vom 4. Januar 2010 nicht in Zweifel zu ziehen. Gleiches gilt f�r das aufgrund einer notfallm�ssigen ambulanten Behandlung des Versicherten vom 11. Februar 2012 erstellte Kurzzeugnis des Dr. med. L.________, medizinisches Zentrum M.________, vom 14. Februar 2012.
Gegen den vorinstanzlichen Einkommensvergleich, der ab 1. Mai 2009 zur revisionsweisen Rentenaufhebung f�hrt, bringt der Versicherte keine Einwendungen vor, weshalb es damit sein Bewenden hat (Urteil 8C_829/2011 vom 9. M�rz 2012 E. 10).
Der unterliegende Versicherte tr�gt die Verfahrenskosten (Art. 66 Abs. 1, Art. 68 Abs. 2 BGG). Die unentgeltliche Rechtspflege kann ihm wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerde nicht gew�hrt werden (Art. 64 BGG; BGE 129 I 129 E. 2.3.1 S. 135 f.).