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Timestamp: 2016-10-23 16:27:36
Document Index: 193074724

Matched Legal Cases: ['Art. 75', 'BGE', 'Art. 42', 'Art. 107', 'BGE', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 97', 'BGE', 'Art. 95', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 97', 'BGE', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 97', 'BGE', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 375', 'Art. 375', 'Art. 375', 'BGE', 'Art. 375', 'Art. 375', 'BGE', 'Art. 375', 'BGE', 'BGE', 'Art. 375', 'Art. 66', 'Art. 68']

4A_418/2012 (03.12.2012)
4A_418/2012
Prof. Dr. Hansj�rgen Tuengerthal,
vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Peter,
Beschwerde gegen den Entscheid des Handelsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7./16. M�rz 2012.
A.a Die von A.________ beherrschte X.________ AG (Bestellerin) mit Hauptsitz im F�rstentum Liechtenstein und der Zweigniederlassung Y.________ in der Schweiz wollte f�r die Fischzucht in M.________ warmes Tiefengrundwasser gewinnen. Auf Anfrage der Bestellerin unterbreitete ihr die Z.________ AG, N.________, (Unternehmerin) am 6. Juli 2006 f�r eine Tiefenbohrung eine Offerte, welche die beigef�gten allgemeinen Offertbedingungen als integrierenden Bestandteil erkl�rte. Diese Bedingungen sahen namentlich vor:
"Gefahrtragung und auflaufende Kosten gehen auf den Auftraggeber �ber, wenn Schadenf�lle auftreten:
durch Naturereignisse
durch Antreffen unvorhergesehener, schwieriger Gebirgs- und oder Druckverh�ltnisse, die mit den vertraglich gebotenen technischen Mitteln nicht beherrscht werden k�nnen.
durch pl�tzliche, erhebliche Sp�lungsverluste und ein dadurch bedingtes Aussetzen des Sp�lungsumlaufes.
Weitere Regiearbeiten sind:
die Messungen und andere Untersuchungsarbeiten im Bohrloch einschliesslich des Sp�lens des Bohrlochs vor und nach der Durchf�hrung dieser Arbeiten
das Bek�mpfen von Sp�lverlusten, Wasserzufluss und Gas.
alle in der Offerte nicht aufgef�hrten Arbeiten.
Verz�gerungen, die durch Lieferfristen von Zulieferanten (z.B. Gest�nge, Rohre, Werkzeuge, Ger�tekomponenten etc.) entstehen, werden in Regie (Wartezeit) verrechnet.
Arbeitszeitunterbrechungen und Wartezeiten, die der Unternehmer nicht zu vertreten hat.
Materiallieferungen und Transporte im Zusammenhang mit zuvor aufgef�hrten Arbeiten werden zu den Selbstkosten mit 25 % Zuschlag in Rechnung gestellt."
Das Leistungsverzeichnis der Offerte sah f�r gewisse Positionen eine Pauschalverg�tung und f�r andere eine Verg�tung nach Einheitspreisen vor. So lautete Ziff. 2 mit dem Titel "F�rdertest" im � 5/8" Casing:
"2.1.1 An- und Abtransport der ben�tig-
ten Ausr�stung zur Durchf�hrung
eines F�rdertests pauschal CHF 15'800.--
2.1.2 Installation und Demontage der
Ausr�stung zum F�rdertest pauschal CHF 15'000.--
2.1.3 Betrieb der ganzen Anlage inkl.
Bedienungspersonal 10 h � CHF 580.-- CHF 5'800.--
Total F�rdertest CHF 36'600.--"
Die Addition der Pauschalverg�tungen und Einheitspreise ergab die Summe von Fr. 2'193'426.--. Zudem enthielt die Offerte verschiedene Eventualpositionen (EP), welche summenm�ssig noch nicht bestimmt waren. Als solche Position wurde in Ziff. 1.6.2 angef�hrt:
"Bohranlage in Betrieb inkl. Personal
a) Zementation in Verlustzonen per h � CHF 640.-- CHF EP
b) Aufbohren von Zement per h � CHF 690.-- CHF EP"
Die Bestellerin nahm die Offerte am 13. Juli 2006 grunds�tzlich an, verlangte jedoch einen Rabatt von 5 % zuz�glich 3 % Skonto.
Am 19. Juli 2006 sandte die Unternehmerin der Bestellerin folgendes Schreiben:
"Wie vereinbart best�tigen wir Ihnen gerne den am 13. Juli 2006 erteilten Auftrag auf Basis unserer Offerte vom 6. Juli 2006 inkl. folgende Beilagen:
allgemeine Offertbedingungen, Stand 01.2006;
Bohr- und Verrohungsschema (Richtangaben)
Bohrzeitplan (hat nur informativen Charakter);
Beispiel Bohrplatzinstallation AGBO G-750;
Ausr�stungsliste;
Patentschrift betreffend Verfahren und Vorrichtung zur Entnahme von warmem Tiefenwasser.
Wie mit Ihnen besprochen, liegt das F�ndigkeits- und Temperaturrisiko (also das Risiko, ob �berhaupt Wasser gefunden wird und zu welchen Temperaturen) vollumf�nglich bei der Bauherrschaft.
Der Einfachheit halber gew�hren wir Ihnen anstelle der von Ihnen gew�nschten 5 % Rabatt zuz�glich 3 % Skonto �ber den gesamten Betrag einen einheitlichen Rabatt von 8 %.
Dieses Schreiben wurde durch A.________ f�r die Bestellerin gegengezeichnet. Der Rabatt von 8 % f�hrte zu einer Summe von Fr. 2'017'951.90.
A.b Die Unternehmerin f�hrte ab September 2006 Bohrarbeiten in M.________ aus und stiess am 28. Oktober 2006 in einer Tiefe von 856 Metern auf eine Wasser f�hrende Kluft, die gem�ss Messungen Grundwasser in der gew�nschten Menge aufwies. Trotzdem wurde die Kluft provisorisch abgedichtet und weitergebohrt. Am 16. November 2006 trat in einer Tiefe von 1369 Metern ein Defekt am Kraftdrehkopf der Bohranlage auf, weshalb das Bohrgest�nge zum Teil ausgebaut werden musste. Beim erneuten Einf�gen des Gest�nges wurde eine Instabilit�t des Bohrlochs festgestellt. Die Bohrung wurde daher eingestellt und die provisorisch geschlossene Kluft wieder ge�ffnet. Die ab dem 29. November 2006 durchgef�hrten Pumpversuche f�rderten vorwiegend verschmutztes Sp�lwasser, weshalb das Amt f�r Umwelt und Energie (AFU) am 4. Dezember 2006 insbesondere die Klarsp�lung des Bohrlochs anordnete, welche die Unternehmerin vom 5. bis 20. Dezember 2006 vornahm. Vom 8. bis 22. Januar 2007 f�hrte die Unternehmerin Pumpversuche mit Messungen durch. Aufgrund der Testergebnisse beschloss die Bestellerin den Ausbau und die definitive Nutzung der wasserf�hrenden Kluft. Im Hinblick darauf wurde das Bohrloch unterhalb der Kluft mittels einer Zementbr�cke abgedichtet. Am 16. Februar 2007 teilte die Bestellerin der Unternehmerin mit, sie sei mit dem Einbau von Filterrohren einverstanden. In der Folge wurden diese Rohre hergestellt und am 13./14. M�rz 2007 eingebaut. Danach konnte die Bohranlage am 15./16. M�rz 2007 abgebaut werden.
A.c Die Unternehmerin forderte von der Bestellerin in diversen Teilrechnungen insgesamt Fr. 2'827'617.50. Die Bestellerin bezahlte jedoch nur Fr. 2'116'156.75.
Am 12. April 2007 liess die Unternehmerin der Bestellerin eine Mahnung �ber den Betrag von Fr. 712'777.-- zustellen.
Zur Sicherstellung der offenen Forderung liess die Unternehmerin gem�ss einem Vergleich mit der Bestellerin auf zwei dieser geh�renden Grundst�cken in M.________ ein Bauhandwerkerpfand definitiv eintragen. Die entsprechenden Verfahrenskosten wurden mit Entscheid des Kreisgerichtspr�sidenten Rheintal vom 1. Oktober 2007 der Unternehmerin auferlegt, wobei gem�ss dem Vergleich deren Geltendmachung im Forderungsprozess vorbehalten wurde.
Am 9. April 2008 klagte die Unternehmerin (Kl�gerin) beim Handelsgericht des Kantons St. Gallen gegen die Bestellerin (Beklagte) auf Zahlung von Fr. 711'460.75 nebst Zins zu 5 % seit 13. April 2007 f�r Leistungen, welche die im Werkvertrag angef�hrten Mengen �berstiegen oder als Regiearbeiten erbracht wurden, sowie auf Ersatz der Gerichtsgeb�hr von Fr. 1'000.--, der Parteikosten von Fr. 2'601.75 aus dem Verfahren um Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechts und der Geb�hren des Grundbuchamtes von Fr. 1'170.15.
Die Beklagte wandte ein, da im Werkvertrag ein Fixpreis vereinbart worden sei, habe sie keine Mehrkosten zu bezahlen. Zudem bestritt sie die H�he einzelner Teilforderungen. Schliesslich machte sie verrechnungsweise eine den eingeklagten Betrag �bersteigende Schadenersatzforderung geltend, welche sie daraus ableitete, dass die Kl�gerin nicht bis zu einer Tiefe von 1500 Metern gebohrt hat, weshalb die Erdw�rme in dieser Tiefe nicht habe genutzt werden k�nnen.
Das Handelsgericht verneinte einen Fixpreis, k�rzte einzelne Rechnungspositionen und wies die Schadenersatzforderung der Beklagten ab. Entsprechend hiess es mit Entscheid vom 7./16. M�rz 2012 die Klage im Umfang von Fr. 594'321.25 nebst Zins von 5 % ab dem 5. Mai 2007 gut und wies sie im Mehrbetrag ab.
Die Beklagte (Beschwerdef�hrerin) erhebt Beschwerde in Zivilsachen mit den Rechtsbegehren, den Entscheid des Handelsgerichts vom 7./16. M�rz 2012 aufzuheben und zur Neubeurteilung im Sinne der Erw�gungen an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Das Handelsgericht verzichtet auf eine Vernehmlassung. Die Kl�gerin (Beschwerdegegnerin) schliesst auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Die Beschwerdef�hrerin reichte eine Replik ein.
1.1 Die Beschwerde richtet sich gegen einen Endentscheid eines Fachgerichts f�r handelsrechtliche Streitigkeiten, das als einzige kantonale Instanz entschieden hat. Solche Entscheide k�nnen gem�ss Art. 75 Abs. 2 lit. b BGG direkt beim Bundesgericht angefochten werden (BGE 138 III 471 E. 1.1 S. 475). Da auch die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen erf�llt sind, ist unter Vorbehalt einer hinreichenden Begr�ndung auf die Beschwerde einzutreten.
1.2 Die Beschwerdeschrift hat ein Rechtsbegehren zu enthalten (Art. 42 Abs. 1 BGG). Als solches gen�gt der Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheids wegen der reformatorischen Natur des Rechtsmittels der Beschwerde in Zivilsachen (Art. 107 Abs. 2 BGG) grunds�tzlich nicht. Vielmehr ist anzugeben, welche Punkte des Entscheides angefochten und welche Ab�nderungen beantragt werden, wobei Antr�ge betreffend Geldforderungen zu beziffern sind (BGE 134 III 235 E. 2). Bei der Beurteilung, ob ein gen�gender Antrag vorliegt, stellt das Gericht nicht nur auf die f�rmlich gestellten Antr�ge, sondern auch auf die Begr�ndung ab. Ergibt sich daraus zweifelsfrei, welches Urteil vom Bundesgericht begehrt wird, ist von einem entsprechenden Antrag auszugehen (BGE 133 II 409 E. 1.4.1 S. 414 f.; 135 I 119 E. 4 S. 122; 136 V 131 E. 1.2 S. 135 f.).
1.3 Die Beschwerdef�hrerin ersucht in ihrer Beschwerde um K�rzung des von der Vorinstanz zuerkannten Betrages von Fr. 594'321.25 um Fr. 578'595.32. Damit liegt ein reformatorischer Antrag vor.
2.1 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Feststellung des Sachverhalts kann nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). "Offensichtlich unrichtig" bedeutet dabei "willk�rlich" (BGE 135 III 397 E. 1.5). Die beschwerdef�hrende Partei, welche die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz anfechten will, muss klar und substanziiert aufzeigen, inwiefern die ger�gten Feststellungen bzw. die Unterlassung von Feststellungen offensichtlich unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen (vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4.3; 133 III 350 E. 1.3, 393 E. 7.1, 462 E. 2.4). Wird Willk�r in der Ermittlung des Sachverhalts geltend gemacht, ist zu beachten, dass dem Sachrichter in der Beweisw�rdigung ein breiter Ermessensspielraum zusteht. Die beschwerdef�hrende Partei hat daher darzulegen, inwiefern das kantonale Gericht sein Ermessen missbraucht, insbesondere offensichtlich unhaltbare Schl�sse gezogen, erhebliche Beweise �bersehen oder willk�rlich ausser Acht gelassen habe (vgl. BGE 132 III 209 E. 2.1; 129 I 8 E. 2.1; 120 Ia 31 E. 4b S. 40). Soweit die beschwerdef�hrende Partei den Sachverhalt erg�nzen will, hat sie zudem mit Aktenhinweisen darzulegen, dass sie entsprechende rechtsrelevante Tatsachen und taugliche Beweismittel bereits bei den Vorinstanzen prozesskonform eingebracht hat (Urteile 4A_214/2008 vom 9. Juli 2008 E. 1.2, nicht publ. in: BGE 134 III 570; 4A_470/2009 vom 18. Februar 2010 E. 1.2). �berdies ist in der Beschwerde darzutun, inwiefern die Behebung des ger�gten Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 135 I 19 E. 2.2.2).
2.2 Auf die Beschwerde ist nicht einzutreten, soweit die Beschwerdef�hrerin damit vom vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt abweicht, ohne eine substanziierte Sachverhaltsr�ge zu erheben (BGE 133 II 249 E. 1.4.3, 396 E. 3.1 S. 399). Dies trifft auf die R�ge zu, die Vorinstanz verkenne, dass die eingeklagten Mehrkosten nicht auf die angeblich hohen Sp�lverluste und das angeblich fehlerhafte Geologieprofil zur�ckzuf�hren seien.
2.3 Die Behauptungen der Beschwerdef�hrerin, der f�r 43 Tage in Rechnung gestellte Blowout-Preventer (BOP) sei nur f�r 22 Tage erforderlich gewesen, und die Beschwerdegegnerin habe in ihrer Rechnung vom 27. Dezember 2006 Leistungen, welche nicht Materiallieferungen und Transporte im Sinne der allgemeinen Offertbedingungen betreffen, mit einem Zuschlag von 25 % belegt, finden im angefochtenen Urteil keine St�tze. Da die Beschwerdef�hrerin nicht mit Aktenangaben belegt, diese Behauptungen bereits im vorinstanzlichen Verfahren vorgebracht zu haben, kann sie damit und den darauf aufbauenden R�gen nicht geh�rt werden.
Die Beschwerdef�hrerin r�gt, das Gleichbehandlungsgebot gem�ss Art. 29 BV sei durch das Handelsgericht verletzt worden, indem es ihren Pr�sidenten A.________ - anders als B.________ von der Beschwerdegegnerin - nicht zu streitigen Themen als Partei einvernommen habe.
Die R�ge ist gegenstandslos geworden, da notorisch und von der Beschwerdef�hrerin auch anerkannt ist, dass A.________ zwischenzeitlich verstorben ist und damit nicht mehr einvernommen werden k�nnte. Im �brigen w�re die R�ge ungen�gend begr�ndet, weil die Beschwerdef�hrerin nicht angibt, zu welchen Behauptungen sie die Einvernahme von A.________ beantragt hatte.
Weiter r�gt die Beschwerdef�hrerin, die Feststellung des Handelsgerichts, der zeitliche Umfang der Pumpversuche sei bestritten worden, sei aktenwidrig und damit offensichtlich unrichtig im Sinne von Art. 97 BGG.
Die von der Beschwerdef�hrerin angerufenen Aktenstellen betreffen jedoch nicht Bestreitungen des zeitlichen Umfangs der Pumpversuche, sondern deren Genehmigung bzw. Absprache mit der Bauleitung, weshalb die R�ge unbegr�ndet ist.
Das Handelsgericht kam zum Ergebnis, bez�glich der Frage, ob die Parteien einen Festpreis vereinbart h�tten, habe der wirkliche Wille der Parteien nicht ermittelt werden k�nnen.
Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, aus dem nachtr�glichen Verhalten der Parteien ergebe sich, dass diese einen Festpreis gewollt h�tten. So habe die Beschwerdef�hrerin nach der letzten Zahlung am 30. Januar 2007 den Standpunkt vertreten, sie schulde nichts mehr. Zudem habe sie die ihr vorgelegten Tagesrapporte nicht unterzeichnet und sei dazu seitens der Beschwerdegegnerin auch nicht gedr�ngt worden. Damit zeigt die Beschwerdef�hrerin jedoch nicht rechtsgen�glich auf, inwieweit die Vorinstanz bei der Ermittlung des Willens der Beschwerdegegnerin in Willk�r verfallen sein soll (vgl. E. 2 hiervor).
6.1 Vertragliche Vereinbarungen sind, wenn ein �bereinstimmender wirklicher Parteiwille nicht ermittelt werden kann, aufgrund des Vertrauensprinzips so auszulegen, wie sie nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten Umst�nden, die ihnen vorausgegangen und unter denen sie abgegeben worden sind, verstanden werden durften und mussten (BGE 132 III 24 E. 4 S. 27 f.; 131 III 606 E. 4.1. S. 611). Das Bundesgericht �berpr�ft die objektivierte Auslegung nach dem Vertrauensprinzip als Rechtsfrage, wobei es an die Feststellungen der kantonalen Gerichte �ber die �usseren Umst�nde sowie das Wissen und Wollen der Beteiligten grunds�tzlich gebunden ist (Art. 105 Abs. 1 BGG; BGE 133 III 61 E. 2.2.1 S. 67 mit Hinweisen).
6.2 Bei Werkvertr�gen wird von Einheitspreisen gesprochen, wenn die Verg�tung f�r eine Einzelleistung nach der Menge der vom Unternehmer geleisteten Einheit, multipliziert mit dem dazugeh�rigen Preis, bestimmt wird. Die Menge der Einheiten wird dabei je nach dem Inhalt des Werkvertrages nach dem tats�chlich erbrachten oder dem plangem�ssen theoretischen Ausmass ermittelt (Urteil 4C.385/2005 vom 31. Januar 2006 E. 6 mit Hinweis). Sind in einem Werkvertrag f�r alle Leistungen oder zumindest einen Teil davon Einheitspreise vereinbart, wird er als "Einheitspreisvertrag" bezeichnet. Solche Vertr�ge enthalten in der Regel ein in den Vertrag integriertes Leistungsverzeichnis, in dem die Leistungspositionen mit der voraussichtlichen Menge der Leistungseinheiten multipliziert werden, welche allenfalls zusammen mit Pauschalpreisen zu einer Gesamt- bzw. Hauptsumme addiert werden (PETER GAUCH, Der Werkvertrag, 5. Aufl. 2011, S. 383 Rz. 931; vgl. auch Urteil 4C.385/2005 vom 31. Januar 2006 E. 6).
6.3 Zur Auslegung des Werkvertrags nach dem Vertrauensprinzip f�hrte das Handelsgericht aus, da der Vertrag zwischen Pauschalpreisen, Einheitspreisen nach Ausmass sowie Regiearbeiten nach Aufwand unterscheide, k�nne die Hauptsumme kein Festpreis sein. Die Offerte der Beschwerdegegnerin habe auf der von der Beschwerdef�hrerin in Auftrag gegebenen geologischen Prognose basiert, welche aufgrund fehlender Vergleichsbohrungen in der n�heren Umgebung mit erheblichen Unsicherheiten behaftet gewesen sei. Die Beschwerdef�hrerin habe daher nicht davon ausgehen d�rfen, die gest�tzt auf diese Prognose ermittelten Mengenangaben seien verbindlich, zumal die von ihr gegengezeichnete Auftragsbest�tigung festhalte, dass das entsprechende Bohr- und Verrohrungsschema lediglich Richtangaben enthalte. Gegen einen Festpreis spreche auch, dass die Beschwerdef�hrerin auf zus�tzliche Kosten f�r die Abdichtung der Kluft und die entsprechenden Folgekosten hingewiesen worden sei. Zus�tzliche Arbeiten seien immer erst nach Freigabe durch die Beschwerdef�hrerin vorgenommen worden.
6.4 Die Beschwerdef�hrerin wendet ein, die Vorinstanz habe nicht ber�cksichtigt, dass der Passus in der Auftragsbest�tigung vom 19. Juli 2006, wonach das Bohr- und Verrohrungsschema nur Richtangaben enthalte, eine einseitige nachtr�gliche �nderung des urspr�nglichen Werkvertrages vom 6./13. Juli 2006 darstelle, in welchem sich keine derartige Einschr�nkung finde.
Damit �bersieht die Beschwerdef�hrerin, dass sie unterschriftlich best�tigte, mit der "Auftragsbest�tigung" vom 19. Juli 2006 einverstanden zu sein und sie diese damit zum Bestandteil des Vertrages erhob.
6.5 Weiter bringt die Beschwerdef�hrerin vor, sie habe eine klare Kostengrenze gebraucht, da unsicher gewesen sei, ob �berhaupt Wasser gefunden w�rde. In der Offerte seien s�mtliche Zwischensummen mit dem Begriff "Total" versehen, was ein Indiz f�r einen Festpreis darstelle. Die Beschwerdef�hrerin habe auch deshalb auf einen solchen Preis vertraut, weil sie davon ausgegangen sei, die Beschwerdegegnerin habe aufgrund ihrer Erfahrung und Fachkunde und des Beizugs eines Ingenieurs und eines Geologen die Kosten genau absch�tzen k�nnen. Sodann sei aus der Angabe in der Best�tigung vom 19. Juli 2007, das F�ndigkeits- und Temperaturrisiko liege vollumf�nglich bei der Bauherrschaft, der Umkehrschluss zu ziehen, dass s�mtliche anderen Kostenrisiken bei der Beschwerdegegnerin l�gen. Daran k�nne der Hinweis des Handelsgerichts auf die von der Beschwerdef�hrerin gem�ss den allgemeinen Gesch�ftsbedingungen zu tragenden Risiken nichts �ndern, weil diese durch die Regelung zum "F�ndigkeits-und Temperaturrisiko" abbedungen worden seien.
6.6 Daraus, dass die Beschwerdef�hrerin das Risiko zu tragen hatte, dass kein oder nur kaltes Grundwasser gefunden wird, kann indessen nicht abgeleitet werden, die Beschwerdegegnerin trage alle �brigen Risiken einer Tiefenbohrung. So hatte die Beschwerdef�hrerin gem�ss Ziff. 1.6.2 des Werkvertrages die Zementation in Verlustzonen zu bezahlen und damit das entsprechende Risiko zu tragen. Dies war f�r die Beschwerdef�hrerin auch ohne Ber�cksichtigung der allgemeinen Offertbedingungen erkennbar, weshalb unerheblich ist, ob sie insoweit �ber ein Fachwissen verf�gte. Einer Entsch�digung nach plangem�ssem Ausmass stand sodann entgegen, dass das Bohr- und Verrohrungsschema nur Richtangaben enthielt. Zudem widerlegt die Beschwerdef�hrerin die vorinstanzliche Feststellung nicht, dass die geologische Prognose mit erheblichen Unsicherheiten verbunden war. Die Beschwerdef�hrerin musste daher davon ausgehen, die Leistungen, f�r welche der Werkvertrag Einheitspreise vorsah, seien entsprechend den tats�chlich geleisteten Mengen zu bezahlen. Daran vermag nichts zu �ndern, dass im Werkvertrag die einzelnen Einheitspreise addiert wurden, wie dies bei Einheitspreisvertr�gen h�ufig vorkommt. Unerheblich ist schliesslich, ob sich die Beschwerdegegnerin bei der Erstellung der Offerte verkalkuliert hat, wie dies die Beschwerdef�hrerin behauptet.
Aus dem Gesagten folgt, dass das Handelsgericht das Vertrauensprinzip nicht verletzte, wenn es annahm, die Beschwerdef�hrerin habe nach Treu und Glauben nicht von einem Festpreis ausgehen d�rfen.
7.1 Die Vorinstanz erwog, da im vorliegenden Werkvertrag die angegebenen Mengen nicht verbindlich seien und aufgrund der vom Unternehmer tats�chlich geleisteten Einheiten abgerechnet werde, komme der errechneten Gesamtsumme nicht einmal die Bedeutung eines ungef�hren Kostenansatzes zu.
7.2 Die Beschwerdef�hrerin macht demgegen�ber geltend, da der Werkvertrag vom 13. Juli 2006 eine detaillierte und pr�zise Kostenkalkulation aufweise, liege ein ungef�hrer Kostenansatz im Sinne von Art. 375 OR vor. Davon d�rfe nur im Umfang von 10 - 20 % abgewichen werden, wobei der Richter nach seinem Ermessen unter Ber�cksichtigung der Umst�nde des Einzelfalls zu entscheiden habe.
7.3 Art. 375 OR mit der Marginalie "R�cktritt wegen �berschreitung des Kostenansatzes" lautet:
"1 Wird ein mit dem Unternehmer verabredeter ungef�hrer Ansatz ohne Zutun des Bestellers unverh�ltnism�ssig �berschritten, so hat dieser sowohl w�hrend als nach der Ausf�hrung des Werkes das Recht, vom Vertrag zur�ckzutreten.
2 Bei Bauten, die auf Grund und Boden des Bestellers errichtet werden, kann dieser eine angemessene Herabsetzung des Lohnes verlangen oder, wenn die Baute noch nicht vollendet ist, gegen billigen Ersatz der bereits ausgef�hrten Arbeiten dem Unternehmer die Fortf�hrung entziehen und vom Vertrage zur�cktreten."
Ein ungef�hrer Kostenansatz gem�ss Art. 375 Abs. 1 OR liegt vor, wenn der Unternehmer dem Besteller eine Kostensch�tzung im Sinne eines Richtpreises abgegeben hat und dieser Kostenvoranschlag bei Vertragsschluss als Gesch�ftsgrundlage diente (BGE 132 III 24 E. 5.1.2 S. 29; 115 II 460 E. 3; je mit Hinweisen). Sind die Einzelleistungen des Unternehmers zu einem Einheitspreis zu entsch�digen und die Mengeneinheiten gesch�tzt worden, so kann die daraus folgende Gesamt- bzw. Hauptsumme je nach den konkreten Umst�nden einen ungef�hren Kostenansatz darstellen (ZINDEL/PULVER, in: Basler Kommentar, OR I, 5. Aufl. 2011, N. 6 zu Art. 375; THOMAS TWERENBOLD, Der "unverbindliche" Kostenvoranschlag beim Werkvertrag - zur rechtlichen Tragweite von Art. 375 OR, 2001, S. 56 f. Rz. 114; BERNARD CORBOZ, Werkvertrag, IV, Werklohn, in: SJK Nr. 461, 1981, S. 6 f.; vgl. auch BGE 29 II 538 E. 4 S. 543 f.; a.M. GAUCH, a.a.O., S. 383 Rz. 931 und S. 406 Rz. 1000). Im Zweifelsfall ist mittels Auslegung zu ermitteln, ob die Gesamtsumme eine Kostensch�tzung darstellt, auf die der Besteller vertrauen durfte (ZINDEL/PULVER, a.a.O., N. 7 zu Art. 375 OR; TWERENBOLD, S. 62 Rz. 126; vgl. auch BGE 132 III 24 E. 5.1.2 S. 30). Dabei ist zu ber�cksichtigen, inwieweit der Besteller die Ungenauigkeit der Sch�tzung erkennen konnte (vgl. BGE 115 II 460 E. 3b und c S. 462 f.).
7.4 Im vorliegenden Fall beruhte die Offerte der Beschwerdegegnerin auf einer von der Beschwerdef�hrerin in Auftrag gegebenen geologischen Prognose, welche mit erheblichen Unsicherheiten verbunden war. Dieses Risikopotenzial musste der Beschwerdef�hrerin klar sein, zumal sie wusste, dass sogar unsicher war, ob an der Bohrstelle �berhaupt Grundwasser vorhanden war. Zudem ist allgemein bekannt, dass Bohrungen im Erdinneren aufgrund der unterschiedlichen geologischen Gegebenheiten mit schwer vorhersehbaren Risiken verbunden sind und deshalb Tunnelbauten h�ufig wesentlich teurer zu stehen kommen, als urspr�nglich geplant. Unter diesen Umst�nden musste die Beschwerdef�hrerin aufgrund der ihr bekannten Risiken einer Tiefenbohrung mangels anderslautenden Zusicherungen seitens der Beschwerdegegnerin damit rechnen, dass beim Auftauchen von Schwierigkeiten sowohl die vorgesehene Dauer als auch das erforderliche Material im Vergleich zur Offerte erheblich �berschritten werden k�nnten. Die Offerte sah denn auch Bohrlochtests f�r Fr. 550.-- pro Sunde und den Stillstand der Bohranlage gem�ss Absprache mit der Bauleitung f�r Fr. 550.-- pro Stunde als unbestimmte Eventualpositionen vor, was auf m�gliche erhebliche Mehrkosten schliessen l�sst. Unter diesen Umst�nden konnte die in der Offerte bestimmte Gesamtsumme nicht in guten Treuen als Gesch�ftsgrundlage betrachtet werden, weshalb das Handelsgericht kein Bundesrecht verletzte, wenn es einen ungef�hren Kostenansatz gem�ss Art. 375 Abs. 1 OR verneinte.
Die wegen der �berschreitung eines solchen Ansatzes von der Beschwerdef�hrerin verlangte Reduktion einzelner Rechnungsposten ist daher abzulehnen.
8.1 Die Vorinstanz erwog, bei den Kurztests von Ende Oktober und Ende November 2006 mittels Lufthebeverfahren zur Ermittlung des approximativen Zuflusses habe es sich gem�ss dem hydrogeologischen Bericht nicht um F�rdertests im Sinne von Ziff. 2 des Werkvertrags gehandelt. Da im Leistungsverzeichnis das Lufthebeverfahren nicht enthalten gewesen seien, habe die Beschwerdegegnerin die Kosten f�r die daf�r notwendige Miete des Hochdruckkompressors und dessen An- und Abtransport separat als Regiearbeit mit einem Zuschlag von 25 % gem�ss den allgemeinen Offert-Bedingungen in Rechnung stellen d�rfen (kl�g. act. 26 Beleg 2).
8.2 Die Beschwerdef�hrerin macht auch vor Bundesgericht geltend, die in Rechnung gestellten Kosten f�r den Transport und die Miete des Kompressors und Hochdruckkompressors seien in der Pauschale zum F�rdertest inbegriffen.
8.3 Die Beschwerdef�hrerin begr�ndet jedoch nicht, weshalb sie entgegen der Meinung der Vorinstanz davon ausgehen durfte, die in Ziff. 2 des Werkvertrages genannten F�rdertest umfassten auch Kurztests im Lufthebeverfahren, was auch nicht ersichtlich ist.
Die Vorinstanz erl�uterte, weshalb die Bohranlage f�r die Vorbereitung von F�rdertests, w�hrend der Reparatur der Unterwasserpumpe, zur Entw�sserungs- und Frostsicherheitsarbeiten und f�r den Ausbau der Unterwasserpumpe im Januar 2007 zu gewissen Zeiten im Betrieb oder Stand-by-Betrieb war.
Die Beschwerdef�hrerin r�gt, diese Ausf�hrungen gingen an der Sache vorbei, weil die Bohranlage sp�testens ab dem 16. November 2006 nicht mehr n�tig gewesen sei.
Damit �bt die Beschwerdef�hrerin appellatorische Kritik am angefochtenen Urteil, zumal sie an anderer Stelle einr�umt, dass die Bohranlage allenfalls bis zur Fertigstellung der Zementbr�cke am 2. Februar 2007 erforderlich war und sie nicht darlegt, weshalb ein nachtr�glicher Einsatz der Bohranlage namentlich beim Einbau der Filterrohre ausgeschlossen werden konnte.
Nach dem angefochtenen Urteil hat die Beschwerdef�hrerin nicht ausreichend substanziiert dargelegt, inwiefern die Kosten f�r die Vorbereitung des F�rdertests, die Entw�sserungs- und Sicherheitsarbeiten sowie den Ausbau der Unterwasserpumpe bereits pauschal abgegolten sein sollten, bzw. die Beschwerdegegnerin die entsprechenden Risiken selbst zu tragen habe. Jedoch gehe die Arbeitsunterbrechung aufgrund des Pumpendefekts vom 11./12. Januar 2007 zulasten der Beschwerdegegnerin, da dieser Defekt in ihre Risikosph�re falle.
Die Beschwerdef�hrerin wendet ein, Arbeiten an einer Bohranlage l�gen im Risikobereich des Unternehmers, der diese Anlage bediene. Es sei nicht ersichtlich, was bei der klaren gesetzlichen Risikoverteilung substanziiert dargelegt werden m�sse.
Mit diesen allgemeinen Ausf�hrungen zeigt die Beschwerdef�hrerin nicht auf, welche Pauschale des Werkvertrages die von der Vorinstanz genannten Leistungen erfassen soll.
Die Vorinstanz wies die von der Beschwerdegegnerin verrechnungsweise erhobene Schadenersatzforderung wegen Nichterreichung der Bohrtiefe von 1500 Metern ab, weil eine solche Tiefe vertraglich nicht vereinbart worden sei. Im �brigen habe die Beschwerdef�hrerin selbst den Abbruch der Bohrung auf einer Tiefe von 1369 Metern angeordnet oder ihm zumindest konkludent zugestimmt, da ein Weiterbohren nur bei einer definitiven Schliessung der bereits gefundenen Kluft m�glich gewesen w�re. Damit habe die Beschwerdef�hrerin die Nichterreichung der Bohrtiefe von 1500 selbst zu verantworten.
Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, sie habe die Nutzung der Kluft bei Horizont 856 erst genehmigt, nachdem ihr die Beschwerdegegnerin mitgeteilt habe, ein Weiterbohren sei unter den gegebenen Umst�nden nicht m�glich.
Mit dieser Behauptung weicht die Beschwerdef�hrerin jedoch ohne eine substanziierte Sachverhaltsr�ge von den vorinstanzlichen tats�chlichen Feststellungen ab, weshalb auf die darauf aufbauende R�ge nicht eingetreten werden kann (vgl. E. 2 hiervor). Damit bleibt die Eventualbegr�ndung, welche auf der Zustimmung zum Abbruch der Bohrungen beruht, unangefochten, weshalb auf die Kritik der Beschwerdef�hrerin an der Hauptbegr�ndung mangels Entscheiderheblichkeit nicht einzutreten ist.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Ausgang des bundesgerichtlichen Verfahrens wird die Beschwerdef�hrerin daf�r kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 2 BGG).
Die Gerichtskosten von Fr. 8'500.-- werden der Beschwerdef�hrerin auferlegt.
Die Beschwerdef�hrerin hat die Beschwerdegegnerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 9'500.-- zu entsch�digen.