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Timestamp: 2017-09-22 12:10:14
Document Index: 355595205

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 6', '§ 19', '§ 12', '§ 90', '§ 10']

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Veröffentlicht von:Annaliese Regehr Geändert vor über 3 Jahren
Präsentation zum Thema: "Univ.-Prof. Dr. Armbrüster"— Präsentation transkript:
1 Univ.-Prof. Dr. Armbrüster
Vortrag auf dem IX. Kölner Verwalterforum Versicherungsrecht versus WEG-Recht 9. Februar 2008
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Themenüberblick Folgen der Rechtsfähigkeit der Wohnungseigentümergemeinschaft für die Versicherungsverhältnisse Auswirkungen der Reform des Versicherungsvertragsgesetzes Selbstbeteiligung und Folgeprobleme
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1. Folgen der Rechtsfähigkeit der Wohnungseigentümergemeinschaft für die Versicherungsverhältnisse WE-Gemeinschaft als Versicherer Versicherungsnehmer = Vertragspartner des Versicherers Wohnungseigentümer 1 Wohnungseigentümer 2 Wohnungseigentümer 3 = Träger der versicherten Risiken (Versicherte)
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Praxisfall: Wohnungseigentümer A lässt Waschmaschine unbeaufsichtigt. Wasser dringt in die Wohnung von Wohnungseigentümer B ein. B verlangt von A Ersatz der Durchfeuchtungsschäden. Die Gemeinschaft unterhält eine Gebäudeversicherung. A ist haftpflichtversichert. A meint, B müsse sich an den Gebäudeversicherer der Gemeinschaft halten. (BGH, Urt. v – V ZR 62/06, ZWE 2007, 32 ff. m. Anm. Armbrüster, ZWE 2007, 30 f.)
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BGH: B muss sich an Gebäudeversicherer der Gemeinschaft halten, Begründung: Treuepflicht der Wohnungseigentümer Versicherungsrechtliche Lage: A ist in der Gebäudeversicherung mitversichert: Gemeinschaft ist Versicherungsnehmerin, Wohnungseigentümer sind Versicherte (eigenes Sacherhaltungsinteresse und zugleich	Haftpflichtinteresse = sog. Sachersatzinteresse) Gemeinschaftseigentum gehört weiterhin den Wohnungseigentümern, nicht der Gemeinschaft Gebäudeversicherer nimmt nach Zahlung an die Gemeinschaft intern (teilweise) Regress gegen den Haftpflichtversicherer des A
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2. Auswirkungen der Reform des Versicherungsvertragsgesetzes Ab für Neuverträge, ab auch für Bestandsverträge: Neues VVG Beratungs- und Informationspflichten des Versicherers (§§ 6, 7 VVG) neben denen von Versicherungsvermittlern, auch bei laufenden Verträgen allgemeines zweiwöchiges Widerrufsrecht des Versicherungsnehmers Wegfall des Alles- oder Nichts – Prinzips bei grob fahrlässigen Vertragsverletzungen (Quotelungsmodell)
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Vorvertragliche Anzeigepflicht nur bei ausdrücklicher Frage (§ 19 Abs. 1 VVG) Verlängerung der Verjährung auf drei Jahre; Wegfall der sechsmonatigen Klagefrist (§ 12 Abs. 3 VVG a.F.) Versicherungsnehmer kann Aufwendungen zur Abwehr eines unmittelbar bevorstehenden Versicherungsfall ersetzt verlangen (§ 90 VVG)
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3. Selbstbeteiligung und Folgeprobleme Praxisfall: Bei einem Wasserrohrbruch entsteht ein Gesamtschaden von €. Davon entfallen € auf das Sondereigentum und € auf das Gemeinschaftseigentum. Der im Versicherungsvertrag der Gemeinschaft vereinbarte Selbstbehalt (Eigenbeteiligung) beträgt €.
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Lösung in zwei Schritten: (1) Vom entstandenen Gesamtschaden ( €) ist der Selbstbehalt (3.000 €) abzuziehen. (2) Die verbleibende Summe (9.000 €) ist im Verhältnis der jeweiligen Schadenshöhe zu verteilen. Also: € Wohnungseigentümer, € Gemeinschaft.
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Abweichende Regelungen - durch Vereinbarung (§ 10 Abs. 2, 3 WEG) - OLG Köln: auch durch Beschluss (Beschl. v – 16 Wx 124/03, ZMR 2004, 298f.) Bedürfnis: Nur für den Fall, dass der Wohnungseigentümer seine Instandhaltungspflicht bzgl. des Sondereigentums nicht schuldhaft verletzt hat Möglicher Regelungsinhalt: Bei Schäden, die von im Sondereigentum stehenden Gebäudeteilen verursacht wurden, hat der betreffende Wohnungseigentümer den Selbstbehalt in der Gebäudeversicherung vorrangig zu tragen.
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Folgeprobleme: - Abgrenzung Sondereigentum – Gemeinschaftseigentum - Beweis der Ursächlichkeit, insbesondere bei mehreren Ursachen - Ordnungsmäßigkeit des Beschlusses zum Selbstbehalt, insbesondere bei unterschiedlich hohen Risiken im Sondereigentum (Beispiel: Risiko eines Rohrbruchs in unrenovierter Altbauetage gegenüber neu ausgebautem Dachgeschoss) - für rein zustandsbezogene, verschuldensunabhängige Zahlungspflicht ist Beschlusskompetenz zweifelhaft Empfehlung: - Geltendmachung des Anspruchs auf ordnungsmäßige Instandhaltung des Sondereigentums
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