Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/maklerhaftung-bei-fehleinschaetzung-des-verkehrswerts-3105000
Timestamp: 2020-01-29 10:59:57
Document Index: 317246142

Matched Legal Cases: ['§ 839', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Mak­ler­haf­tung – bei Fehl­ein­schät­zung des Ver­kehrs­werts | Rechtslupe
Maklerhaftung - bei Fehleinschätzung des Verkehrswerts
Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs soll der zu leis­ten­de Scha­dens­er­satz die Ver­mö­gens­la­ge her­stel­len, die bei pflicht­ge­mä­ßem Ver­hal­ten, das heißt bei kor­rek­ter Ermitt­lung des Grund­stücks­werts ein­ge­tre­ten wäre.
Der Scha­dens­er­satz kann dabei ent­we­der dar­auf gerich­tet sein, den Geschä­dig­ten so zu stel­len, als hät­te er den Grund­stücks­kauf­ver­trag nicht geschlos­sen, oder dar­auf gestützt wer­den, dass der Geschä­dig­te den bewer­te­ten Gegen­stand bei kor­rek­ter Wert­fest­set­zung zu einem für ihn güns­ti­ge­ren Preis ver­äu­ßert hät­te 1.
Wenn der Geschä­dig­te sei­nen Scha­den nach der zwei­ten Metho­de berech­net, ist auf die Dif­fe­renz zwi­schen dem feh­ler­haft ange­ge­be­nen und dem tat­säch­li­chen Ver­kehrs­wert abzu­stel­len, der bei ord­nungs­ge­mä­ßer Schät­zung als Kauf­preis bezahlt wor­den wäre. Dabei ist der Betrag maß­geb­lich, um den der geschä­dig­te Käu­fer den Gegen­stand im Ver­trau­en auf die Rich­tig­keit der Schät­zung zu teu­er erwor­ben oder umge­kehrt der geschä­dig­te Ver­käu­fer den Gegen­stand in die­sem Ver­trau­en zu bil­lig abge­ge­ben hat 2.
Der Umstand, dass die vor­ste­hend ange­führ­ten Urtei­le des Bun­des­ge­richts­hofs jeweils zur Haf­tung eines Sach­ver­stän­di­gen gemäß § 839a BGB für eine unrich­ti­ge Grund­stücks­be­wer­tung ergan­gen sind, ist uner­heb­lich. Es geht inso­weit nicht um eine Beson­der­heit der nach die­ser Bestim­mung bestehen­den Haf­tung, son­dern um all­ge­mein gel­ten­de Grund­sät­ze des Scha­dens­rechts 3. Die Haf­tung recht­fer­tigt sich in allen Fäl­len aus der Über­le­gung, dass eine Fehl­ein­schät­zung des objek­ti­ven Ver­kehrs­werts, die sich unter­halb der bei Schät­zun­gen hin­zu­neh­men­den Tole­ranz­schwel­le bewegt, kein recht­mä­ßi­ges Alter­na­tiv­ver­hal­ten zu der noch grö­be­ren Fehl­ein­schät­zung dar­stellt, die die­sen Rah­men ver­lässt.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 2. Dezem­ber 2015 – I ZR 47/​15
vgl. BGH, Urteil vom 09.03.2006 – III ZR 143/​05, BGHZ 166, 313 Rn. 13; Urteil vom 10.10.2013 – III ZR 245/​12, BGHZ 198, 265 Rn. 36[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 14.01.1993 – IX ZR 206/​91, NJW 1993, 1323 unter – II 2 b aa mwN[↩]
vgl. noch­mals BGH, NJW 1993, 1323 unter – II 2 b aa mwN[↩]
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