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Timestamp: 2017-06-24 05:12:05
Document Index: 320725163

Matched Legal Cases: ['§ 12', 'Art 1', 'Art 20', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 15', '§ 48', '§ 35', '§ 41', '§ 15', '§ 15', '§ 21', '§ 15', '§ 15', '§ 18', '§ 44', '§ 144', '§ 44']

Tacheles Rechtsprechungsticker KW 22/2014 | Rechtsanwalt König in Göttingen für Strafrecht Arbeitsrecht Sozialrecht Ausländerrecht
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1.1 BSG, Urteil vom 20.02.2014 – B 14 AS 53/12 R
Grundsicherung für Arbeitsuchende – Einkommensberücksichtigung – Absetzbarkeit von Unterhaltszahlungen auf Rückstände von titulierten Unterhaltsforderungen aus der Vergangenheit
2.1 BSG, Urteil vom 12.12.2013 – B 14 AS 76/12 R
Grundsicherung für Arbeitsuchende – Einkommensberücksichtigung – Erbschaft – Aufteilung der einmaligen Einnahme auf angemessenen Zeitraum – vorzeitiger Verbrauch – Auch verschwenderischer Erbe hat Anspruch auf Hartz IV – Leistungen.
3.1 Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 15.05.2015 – L 31 AS 762/14 B ER – rechtskräftig
"Reichsdeutsche" – Identitätsnachweis beim Antrag auf ALG 2
Anmerkung: ebenso im Ergebnis LSG Bayern, Urteil vom 23.04.2014 – L 11 AS 512/13
3.3 Bayerisches Landessozialgericht, Urteil vom 10.04.2014 – L 7 AS 777/13
Anmerkung: Bay LSG, Beschluss vom 09.08.2013 – L 7 AS 472/13 B ER – Leistungsempfänger nach dem SGB II haben keinen Rechtsanspruch auf einen telefonischen Rückruf.
3.4 Landessozialgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 26.03.2014 – L 2 AS 3878/11 – Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht anhängig unter dem Aktenzeichen 1 BvR 944/14
Wenn ein Konzept nicht mehr schlüssig gemacht werden kann, ist auf die Wohngeldtabelle nach § 12 WoGG plus einem Aufschlag von 10% zurückzugreifen (im Anschluss an BSG Urt. vom 12.12.2013 – B 4 AS 87/12 R).
Anmerkung 2 : Pressemeldung vom 16.05.2014 der Kanzlei " Sozialrecht in Freiburg " zum Thema "Mietobergrenzen" im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald – Deshalb wurde nun gegen eine Entscheidung, betreffend Leistungsempfänger in Gundelfingen bei Freiburg, Verfassungsbeschwerde erhoben. Die Verfassungsbeschwerde ist beim Bundesverfassungsgericht unter dem Aktenzeichen 1 BvR 944/14 anhängig – weiterlesen hier: http://www.sozialrecht-in-freiburg.de/dokumente/upload/17e88_16.05.2014_pressemeldung_srif.pdf
3.5 LSG NSB, Urteil vom 03.04.2014 – L 7 AS 786/11
Arbeitslosengeld II – Angemessenheit der Unterkunfts- und Heizkosten – Vierpersonenhaushalt in Niedersachsen – Wohnflächengrenze – Nichtvorliegen eines schlüssigen Konzepts – Heranziehung der Wohngeldtabelle und des bundesweiten Heizspiegels
Anmerkung: ebenso zum Computerprogramm "Heikos" , welches für die Ermittlung eines Grenzwertes für angemessene Heizkosten ungeeignet ist – SG Stuttgart, Urt. v. 12.12.2011 – S 18 AS 8899/08 und LSG NSB, Beschl. v. 09.07.2012 – L 7 AS 883/11
3.6 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 16.05.2014 – L 12 AS 416/14 B ER – rechtskräftig
Die Anrechnung des Überbrückungsgeldes durfte hier aufgrund des " Verbrauches" – nur für die vier Wochen ab Haftentlassung erfolgen, nicht jedoch darüber hinaus.
Der Zweck des Überbrückungsgeldes liege also darin, für vier Wochen den Lebensunterhalt zu sichern und in dieser Zeit ggf. auch aufgebraucht zu werden. Wenn die einmalige Einnahme, deren Berücksichtigung als Einkommen in Rede stehe, tatsächlich nicht (mehr) uneingeschränkt zur Verfügung stehe, sei ein Leistungsanspruch nicht ausgeschlossen. Die Verweigerung existenzsichernder Leistungen aufgrund einer unwiderleglichen Annahme, dass die Hilfebedürftigkeit bei bestimmtem wirtschaftlichen Verhalten – hier dem Verbrauch der einmaligen Einnahme in bestimmten monatlichen Teilbeträgen – (teilweise) abzuwenden gewesen wäre, sei mit Art 1 Grundgesetz (GG) i. V. m. Art 20 GG nicht vereinbar (BSG, Urteil vom 29.11.2012 – B 14 AS 33/12 R -).
3.7 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 04.03.2014 – L 19 AS 1516/13 B – rechtskräftig
Zur Übernahme von Kosten im Rahmen des § 21 Abs. 6 SGB II für Verbandsmaterial und Medikamenten für die Vergangenheit – Mehrbedarf nach § 21 Abs. 6 SGB II muss nicht gesondert beantragt werden, sondern ist bei Vorliegen von Hilfebedürftigkeit von einem ALG II – Antrag umfasst.
Der Leistungsantrag ist im SGB II jeweils so auszulegen, dass das Begehren des Antragstellers möglichst weitgehend zum Tragen kommt. Als beantragt sind dementsprechend alle Leistungen anzusehen, die nach Lage des Falls ernsthaft in Betracht kommen. Das sind bei einem Antrag auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts regelmäßig alle im ersten und zweiten Unterabschnitt des zweiten Abschnitts des dritten Kapitels SGB II genannten Leistungen. Mit dem Antrag wird mithin ein Hilfebedarf geltend gemacht, der alle Leistungen und somit auch die nach § 21 Abs. 6 SGB II umfasst, die der Sicherung des Lebensunterhalts dienen. Diese Leistungen müssen von daher nicht gesondert beantragt werden (vgl. BSG Urteil vom 06.05.2010 – B 14 AS 3/09 R).
Berücksichtigt man, dass der Hilfebedürftige ( HB) im streitigen Zeitraum nicht krankenversichert war, erscheint es nach der Entscheidung des BSG vom 12.12.2013 – B 4 AS 6/13 R jedenfalls möglich, dass dem HB Leistungen nach dem SGB II zu gewähren sind.
Anmerkung: Anderer Auffassung BayLSG, Beschluss vom 28.03.2012 – L 7 AS 131/12 B ER
3.8 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 15.08.2013 – L 7 AS 1795/12
Anmerkung: Vgl. LSG NRW, Urteil vom 24.02.2014 – L 19 AS 2286/13
3.9 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 08.05.2014 – L 19 AS 678/14 B ER – rechtskräftig
4.1 SG München, Beschluss vom 19.05.2014 – S 54 AS 1155/14 ER
Ersetzung der Eingliederungsvereinbarung durch Verwaltungsakt – Aufschiebende Wirkung des Widerspruchs gegen einen eine Eingliederungsvereinbarung ersetzenden Verwaltungsakt
Der Anhörungsmangel kann zwar im Widerspruchsverfahren geheilt werden (LSG NRW, Beschl. v. 16.11.2012 – L 19 AS 2098/12 B ER). Zum Zeitpunkt der Entscheidung über den Eilantrag war das Widerspruchsverfahren vorliegend jedoch noch nicht abgeschlossen, sodass der Verfahrensmangel noch besteht (BayLSG, Beschl. v. 08.05.2013 – L 7 AS 754/12 B PKH).
lm Übrigen ist der Verwaltungsakt auch deshalb rechtswidrig, weil gegen die Begründungspflicht verstoßen wurde. Die Abänderung eines eine Eingliederungsvereinbarung ersetzenden Verwaltungsaktes während dessen Geltungszeitraum durch einen weiteren Ersetzungsbescheid nach § 15 Abs. 1 Satz 6 SGB II ist nur unter Beachtung der Voraussetzungen des § 48 Abs. 1 SGB X zulässig ( LSG Baden- Württemberg, Beschl. v. 02.08.2011 – L 7 AS 2367/11 ER-B ). Eine solche Änderung der Verhältnisse ist etwa gegeben, wenn bei der leistungsberechtigten Person eine Maßnahme aus organisatorischen Gründen nicht realisiert werden kann. Eine solche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse hat das JC bisher nicht dargelegt. Mithin enthält der Eingliederungsverwaltungsakt keine Begründung im Sinne des § 35 Abs. 1 Satz 2 SGB X. Wird ein Verwaltungsakt nicht bzw. nicht ausreichend begründet, so ist er rechtswidrig. Die entsprechende Begründung kann allerdings noch nachträglich gegeben werden (vgl. § 41 Abs. 1 Nr. 2 SGB X).
Anmerkung: Vgl. dazu SG Mannheim, Beschl. v. 27. Juni 2013 – S 6 AS 1847/13 ER ( unveröffentlicht); LSG Sachsen-Anhalt, Beschl. v. 21.03.2012, – L 5 AS 509/11 B ER; LSG BB, Beschl. v. vom 12. Januar 2012 – L 5 AS 2097/11 B ER; BayLSG, Beschl. v. 25. Mai 2010 – L 11 AS 294/10 B ER und SG Dortmund, Verfahren ( Hinweis d. Gerichts) v. 15.05.2012 – S 62 AS 645/ 11 – und – S 62 AS 1261/11 ( unveröffentlicht): Bereits der Wortlaut des § 15 Abs. 1 Satz 6 SGB II schließt es aus, dass der Grundsicherungsträger nach dem SGB II eine bereits abgeschlossene und weiterhin geltende Eingliederungsvereinbarung durch einen Verwaltungsakt nach § 15 Abs. 1 Satz 6 SGB II einseitig ersetzen darf.
4.3 Sozialgericht Dortmund, Beschluss vom 25.04.2014 – S 35 AS 772/14 ER
Anmerkung: ebenso im Ergebnis LSG NRW, Beschl. v. 14.05.2014 – L 12 AS 2359/13 B ER
4.4 Sozialgericht Berlin, Urteil vom 26.03.2014 – S 205 AS 11970/13 – rechtskräftig – Die Berufung wird zugelassen.
Anmerkung: Vgl. dazu auch Sächsisches LSG, B. v. 11.09.2013 – L 7 AS 1574/12 NZB; SG Berlin, Urt. v. 27.01.2014 – S 206 AS 20884/11, unveröffentlicht – Zur Rechtsfrage, unter welchen Voraussetzung ein von den Pauschalen abweichender Mehrbedarf für die dezentrale Warmwassererzeugung im Sinne des § 21 Abs. 7 S. 2, 2. Halbsatz 1. Alt. SGB II besteht.
4.5 SG Duisburg, Beschluss vom 14.05.2014 – S 27 AS 1041714 ER
Zur Rechtmäßigkeit eines Eingliederungsverwaltungsaktes, wenn dieser nur für vier Monate gelten soll – Bewerbungskosten
Anmerkung: Gleicher Auffassung: SG Chemnitz, Beschluss vom 29. April 2014 – S 29 AS 1636/14 ER (unveröffentlicht); SG Hamburg, Beschluss vom 28.04.2014 – S 58 AS 1238 /14 ER (unveröffentlicht) und LSG NRW, Beschluss vom 17.10.2013 – L 7 AS 836/13 B – Es ist nicht zu bejahen, dass ein Jobcenter die Geltungsdauer eines Verwaltungsakts nach § 15 Abs. 1 Satz 6 SGB II ohne Bindung an die Vorgabe des § 15 Abs. 1 Satz 3 SGB II nach freiem Ermessen festlegt.
4.8 Sozialgericht Stuttgart, Beschluss vom 21.05.2014 – S 18 AS 2698/14 ER
Aufschiebende Wirkung des Widerspruchs gegen einen eine Eingliederungsvereinbarung ersetzenden Verwaltungsakt – Ersetzung der Eingliederungsvereinbarung durch Verwaltungsakt
4.10 SG Hildesheim, Beschluss vom 22.05.2014 – S 43 AS 618/14 ER
Leistungen nach SGB II für EU-Ausländer im Rahmen einer Folgenabwägung – Gewährung vorläufiger Leistungen bis zur Klärung offener Fragen
Bei Leistungen nach dem SGB II handelt es sich um existenzsichernde Leistungen, die das grundrechtlich geschützte Existenzminimum sicherstellen sollen. Derartige Leistungen sind aus verfassungsrechtlichen Gründen im Zweifel vorläufig zu gewähren ( vgl. dazu LSG NSB, Beschl. v. 09.10.2013 – L 7 AS 1055/13 B ER, unveröffentlicht).
Anmerkung: ebenso zur vorläufigen Gewährung von ALG II für EU- Staatsbürger im Rahmen der Folgenabwägung- SG Hildesheim, Beschl. v. 10.02.2014 – S 43 AS 140/14 ER ( unveröffentlicht); LSG NRW, Beschl. v. 12.03.2014 – L 12 AS 108/14 B ER und LSG NSB, Beschluss vom 11. August 2011- L 15 AS 188/11 B ER; anderer Auffassung- LSG NSB, Beschl. v. 15.11.2013 – L 15 AS 365/13 B ER und Beschluss vom 26.03.2014 – L 15 AS 16/14 B ER.
5.1 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 13.05.2014 – L 20 SO 396/13 B – rechtskräftig
Unerheblich ist, dass die Anschaffung des Treppenlifts schon vor Erlass des Ablehnungsbescheides erfolgte (vgl. BSG, Urteil vom 12.12.2013 – B 8 SO 18/12 R – zur Übernahme von Kosten der Anschaffung eines Kfz als Leistung der Eingliederungshilfe vor Erlass des Ablehnungsbescheides ).
War der Treppenlift vor Kenntniserlangung durch den Sozialhilfeträger gar nicht bestellt, erscheint unter Zugrundelegung der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG; vgl. dazu insbesondere Urteile vom 02.02.2012 – B 8 SO 9/10 R sowie vom 20.09.2012 – B 8 SO 15/11 R) ein Anspruch der Sozialhilfeempfängerin auf die geltend gemachte Leistung der Eingliederungshilfe zumindest möglich.
Wird deshalb ein – sei es auch nur formloser – Antrag auf Sozialhilfe gestellt, der den Träger ohne weitere Angaben des Antragstellers noch nicht in die Lage versetzt, die Anspruchsvoraussetzungen zu prüfen, sind gleichwohl bei Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen Leistungen ab Antragstellung zu erbringen; denn durch den Antrag hat der Träger bereits Kenntnis i.S.v. § 18 Abs. 1 SGB XII erlangt.
5.2 LSG Baden-Württemberg Urteil vom 26.3.2014, L 2 SO 3177/13 – Beschwerde anhängig unter dem Az. B 8 SO 44/14 B
Auch wenn im Rahmen einer Überprüfung nach § 44 SGB X rückwirkend Leistungen für einen Zeitraum von mehr als einem Jahr geltend gemacht werden, macht dies die Berufung nicht nach § 144 Abs. 1 Satz 2 statthaft, wenn der Ursprung der (wiederkehrenden und laufenden) Leistungen jeweils entsprechend § 44 Abs.1 Satz 1 SGB XII in eigenständigen Bewilligungsbescheiden für einen Zeitraum von höchstens einem Jahr zu finden ist (Anschluss an LSG Mecklenburg-Vorpommern Urteil vom 05.12.2011 – L 8 B 430/10 NZB – zum SGB II).
Quelle: Tacheles e. V., http://tacheles-sozialhilfe.de/