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Timestamp: 2018-02-19 20:51:26
Document Index: 21628017

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Contentrecht. Was ist bei den Inhalten für die Internetseite zu beachten? - PDF
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1 Contentrecht Was ist bei den Inhalten für die Internetseite zu beachten?
2 Inhaltsübersicht Urheberrecht und Inhalte, Design Haftungsfragen und Verantwortlichkeit Verfahren bei Rechtsverstößen
3 Urheberrecht Schutzobjekt des Urheberrechts ist das Werk Werkarten (nicht abschließend): 1. Sprachwerke, wie Schriftwerke, Reden und Computerprogramme; 2. Werke der Musik; 3. pantomimische Werke einschließlich der Werke der Tanzkunst; 4. Werke der bildenden Künste einschließlich der Werke der Baukunst und der angewandten Kunst und Entwürfe solcher Werke; 5. Lichtbildwerke einschließlich der Werke, die ähnlich wie Lichtbildwerke geschaffen werden; 6. Filmwerke einschließlich der Werke, die ähnlich wie Filmwerke geschaffen werden; 7. Darstellungen wissenschaftlicher oder technischer Art, wie Zeichnungen, Pläne, Karten, Skizzen, Tabellen und plastische Darstellungen.
4 Persönliche geistige Schöpfung Es sind nur Werke geschützt, die eine persönliche geistige Schöpfung darstellen BGH (für Werke der Kunst): Eine persönliche geistige Schöpfung ist eine Schöpfung individueller Prägung, deren ästhetischer Gehalt einen solchen Grad erreicht hat, dass nach Auffassung der für Kunst empfänglichen und mit Kunstanschauungen einigermaßen vertrauten Kreise von einer künstlerischen Leistung gesprochen werden kann. Für fast alle Werkarten setzt der BGH dabei eine relativ niedrige Grenze an, so dass in der Regel schon Werke mit geringer Gestaltungshöhe (die sogenannte Kleine Münze) urheberrechtlichen Schutz genießen.
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8 Angewandte und zweckfreie Kunst Kleine Münze galt nach der Judikatur des Bundesgerichtshofs hingegen nicht im Bereich der angewandten Kunst, also bei Gebrauchsgegenständen mit künstlerischer Formgebung, die nicht nur zur Betrachtung bestimmt sind, sondern zugleich einem Gebrauchszweck dienen. Hier stellte die Rechtsprechung höhere Anforderungen an die Gestaltungshöhe und verlangt für die Werkqualität und damit für den Urheberrechtsschutz ein deutliches Überragen der Durchschnittsgestaltung.
9 BGH Geburtstagszug, Urteil vom Es ist nicht gerechtfertigt, an den Urheberrechtsschutz von Werken der angewandten Kunst höhere Anforderungen zu stellen als an den Urheberrechtsschutz von Werken der zweckfreien. Bei Gebrauchsgegenständen, die durch den Gebrauchszweck bedingte Gestaltungsmerkmale aufweisen müssen, ist der Spielraum für eine künstlerische Gestaltung regelmäßig eingeschränkt. Deshalb stellt sich bei ihnen in besonderem Maß die Frage, ob sie über ihre von der Funktion vorgegebene Form hinaus künstlerisch gestaltet sind und diese Gestaltung eine Gestaltungshöhe erreicht, die Urheberrechtsschutz rechtfertigt.
10 Urheberrecht Nur die wahrnehmbare Formgestaltung ist geschützt, regelmäßig nicht die Idee Entstehung mit Schaffung des Werkes Rechteinhaber ist der Urheber Leistungsschutzrechte (z.b. Fotos)
11 Wichtige Rechte des Urhebers Recht auf Namensnennung (oder auch Nichtnennung) Verwertungsrechte, insbesondere Vervielfältigungsrecht und Recht der öffentlichen Zugänglichmachung
12 Schutz von Design früher Geschmacksmuster Design ist die zweidimensionale oder dreidimensionale Erscheinungsform eines ganzen Erzeugnisses oder eines Teils davon, die sich insbesondere aus den Merkmalen der Linien, Konturen, Farben, der Gestalt, Oberflächenstruktur oder der Werkstoffe des Erzeugnisses selbst oder seiner Verzierung ergibt. ( 1 Nr. 1 DesignG)
13 Schutzvoraussetzungen (1) Als eingetragenes Design wird ein Design geschützt, das neu ist und Eigenart hat. (2) Ein Design gilt als neu, wenn vor dem Anmeldetag kein identisches Design offenbart worden ist. Designs gelten als identisch, wenn sich ihre Merkmale nur in unwesentlichen Einzelheiten unterscheiden. (3) Ein Design hat Eigenart, wenn sich der Gesamteindruck, den es beim informierten Benutzer hervorruft, von dem Gesamteindruck unterscheidet, den ein anderes Design bei diesem Benutzer hervorruft, das vor dem Anmeldetag offenbart worden ist. Bei der Beurteilung der Eigenart wird der Grad der Gestaltungsfreiheit des Entwerfers bei der Entwicklung des Designs berücksichtigt.
14 Schutzentstehung und -dauer 1. Schutz entsteht mit Eintragung beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) oder Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (HABM). 2. Ein Design ist ein sogenanntes ungeprüftes Recht, das bedeutet, dass die Voraussetzungen der Neuheit und Eigenart im Eintragungsverfahren vom DPMA oder HABM nicht überprüft werden. Im Verletzungsverfahren kann daher der Einwand fehlender Neuheit oder Eigenart erhoben werden. 3. Die Schutzdauer beträgt maximal 25 Jahre, gerechnet am Anmeldung und ist ab dem 5. bzw. 6. Jahr abhängig von der Zahlung fortlaufender Gebühren. 4. Sonderfall - Nicht eingetragenes EU-Geschmacksmuster: Ein Geschmacksmuster, das die im 1. Abschnitt genannten Voraussetzungen erfüllt, wird als ein nicht eingetragenes Gemeinschaftsgeschmacksmuster für eine Frist von drei Jahren geschützt, beginnend mit dem Tag, an dem es der Öffentlichkeit innerhalb der Gemeinschaft erstmals zugänglich gemacht wurde.
15 Schutzumfang aus dem Design Das eingetragene Design gewährt seinem Rechtsinhaber das ausschließliche Recht, es zu benutzen und Dritten zu verbieten, es ohne seine Zustimmung zu benutzen. Eine Benutzung schließt insbesondere die Herstellung, das Anbieten, das Inverkehrbringen, die Einfuhr, die Ausfuhr, den Gebrauch eines Erzeugnisses, in das das eingetragene Design aufgenommen oder bei dem es verwendet wird, und den Besitz eines solchen Erzeugnisses zu den genannten Zwecken ein. Der Schutz aus einem eingetragenen Design erstreckt sich auf jedes Design, das beim informierten Benutzer keinen anderen Gesamteindruck erweckt. Fabian Laucken - Ihde & Partner Rechtsanwälte
16 Geschütze Inhalte einer Website Fotos Software, z.b. CMS Filme Website Datenbanken, z.b. Linklisten Texte Anfahrtsskizze, Stadtplan
17 Wie bekomme ich die Rechte für die Inhalte? Ausgangspunkt: Urheber hat ausschließliches Recht auf körperliche Verwertung und öffentliche Wiedergabe des Werkes ( 15 UrhG) Lizenzvertrag Urheber Lizenznehmer Verwertungsrechte Nutzungsrechte (u.u. Räumlich, zeitlich und inhaltlich beschränkt) Unbeschränkte Nutzungsrechte Nutzungsrechte einfach oder ausschließlich, übertragbar oder nicht übertragbar
18 Worauf muss ich bei der Lizenzierung von Inhalten achten? Ist der Umfang der eingeräumten Rechte ausreichend und angemessen (z.b. bei Auftragsarbeit)? Beispiel: Agentur wurde mit Website beauftragt. Habe ich auch die Rechte für Print? Wenn keine Regelung: Zweckübertragungslehre Verfügt meine Lizenzgeber über die erforderlichen Rechte? Beispiel: Bildagentur Sonderfall Arbeitnehmer
19 Haftung Grundlagen Verantwortlichkeit für eigene Inhalte grds. beim Diensteanbieter ( 7 Abs. 1 TMG) Haftung nach den allg. Gesetzen (UWG, Urheberrecht usw.) Abgrenzung eigene und fremde Inhalte (Links) eingeschränkte Haftung für fremde Inhalte 8 bis 10 TMG (gelten jedoch nach BGH nur für Schadensersatzansprüche, nicht für Unterlassung) In jedem Fall: schnelle Reaktionspflicht bei Hinweisen Urteil: BGH, Urteil vom (VI ZR 101/06): Die Verantwortlichkeit des Betreibers eines Internetforums für dort eingestellte Beiträge entfällt nicht deshalb, weil dem Verletzten die Identität des Autors bekannt ist. Gegen den Forumsbetreiber kann vielmehr ab Kenntniserlangung ein Unterlassungsanspruch des Verletzten bestehen, unabhängig von dessen Ansprüchen gegen den Autor des beanstandeten Beitrags.
20 Störerhaftung - Unterlassung Als Störer für eine Schutzrechtsverletzung kann jeder haften, der ohne selbst Täter oder Teilnehmer zu sein in irgendeiner Weise willentlich und adäquat kausal an der rechtswidrigen Beeinträchtigung mitgewirkt hat. Um eine solche Haftung nicht über Gebühr auf Dritte zu erstrecken, die nicht selbst die rechtswidrige Beeinträchtigung vorgenommen haben, setzt die Haftung des Störers die Verletzung von Prüfungspflichten voraus. Deren Umfang bestimmt sich danach, ob und inwieweit dem als Störer in Anspruch Genommenen nach den Umständen eine Prüfung zuzumuten ist. Urteil: BGH Urteil vom 19. April 2007 I ZR 35/04: Die Beklagte (ebay) muss wenn sie von einem Markeninhaber auf eine klar erkennbare Rechtsverletzung hingewiesen wird nicht nur das konkrete Angebot unverzüglich sperren, sondern grundsätzlich auch Vorsorge dafür treffen, dass es nicht zu weiteren entsprechenden Markenverletzungen kommt (z.b. durch Filterfunktionen). Tut sie dies nicht, kommt eine Haftung als Störer in Betracht.
21 Disclaimer -Disclaimer Beispiele: GEHEIMHALTUNGSPFLICHT: Diese und alle damit verbundenen Anlagen sind vertraulich und dürfen nur bestimmten Personen zugänglich gemacht werden. Sofern Sie nicht zu den angegebenen Empfängern gehören, benachrichtigen Sie bitte unverzüglich den Absender. Der Inhalt darf weder an Dritte weitergegeben noch zu anderen Zwecken verwendet werden. Die Informationen dürfen auch nicht auf einem Datenträger gespeichert oder auf einen Datenträger kopiert werden. Rechtlich ähnlich wirkungsvoll: Hiermit distanziere ich mich ausdrücklich von der StVO und allen unter dem Scheibenwischer angebrachten Gegenständen. Wenn Sie sich diesem Fahrzeug nähern, stimmen sie damit diesem Haftungsausschluss automatisch zu. Aber: Kann wegen faktischer Wirkung sinnvoll sein, Besonderheiten in anderen Rechtsordnungen, LG Saarbrücken (Urteil vom , 4 O 287/11) Website-Disclaimer Haftungsausschlüsse für Links ( Das Landgericht Hamburg hat in seinem Urteil vom 12. Mai 1998 (Az.:312 O 85/98) entschieden ) sind unnötig Weitere Hinweise können (vor allem klarstellend) sinnvoll sein
22 Was ist ein Unterlassungsanspruch? Mit dem Unterlassungsanspruch kann eine künftige Beeinträchtigung oder drohende Störung rechtlich abgewehrt werden. Beispiele: Urheberrechtsverletzung, Persönlichkeitsrechtverletzung Voraussetzung: Wiederholungsgefahr (wird bei bereits erfolgtem Rechtsverstoß vermutet) oder Erstbegehungsgefahr (erfordert konkrete Anhaltspunkte) Wiederholungsgefahr kann ausgeräumt werden durch: Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung oder gerichtliche Entscheidung lebt bei neuerlichem Verstoß wieder auf
23 Was ist eine Abmahnung? Eine Abmahnung ist die formale Aufforderung einer Person an eine andere Person, ein bestimmtes Verhalten künftig zu unterlassen. Die Abmahnung muss eine Schilderung des beanstandeten Sachverhalts, einen damit verbundenen Hinweis auf einen Rechtsverstoß, eine Aufforderung zur Unterlassung (Abgabe einer Unterlassungserklärung) innerhalb angemessener Frist und die Androhung rechtlicher Schritte enthalten.
24 Berechtigte Abmahnung Geschädigter Verletzer Spricht aus: Reagiert: Abmahnung Aufforderung zur Unterlassungserklärung Fristsetzung Beseitigt Verstoß Gibt Unterlassungserklärung ab Muss die Kosten tragen
25 Verletzer reagiert nicht oder unzureichend auf berechtigte Abmahnung Geschädigter Verletzer Beantragt bei Gericht Erlass einer einstweiligen Verfügung Vorläufiges Verbot des beanstandeten Verhaltens Entscheidung ohne mündliche Verhandlung bei Dringlichkeit Zustellung Abschlusserklärung oder Widerspruch Urteil, ggf. Berufung
26 Unberechtigte Abmahnung Abmahner Opfer Abmahnung Reagiert: Gegenabmahnung? Kostenerstattung? Negative Feststellungsklage? Schutzschrift?
27 Abmahnung berechtigt, aber Kostenansatz zu hoch Abmahner Verletzer und Opfer Abmahnung Reagiert: Muss ggf. noch Kosten einklagen, geringeres Prozesskostenrisiko für den Abgemahnten Unterlassungserklärung Ohne Anerkennung der Kostenlast Ggf. Zahlung der angemessenen Gebühren
28 Noch Fragen? Rechtsanwalt Fabian Laucken Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz und Fachanwalt für Informationstechnologierecht IHDE & Partner Rechtsanwälte Adresse: Schönhauser Allee 10-11, Berlin Tel: (+49) (0) , Fax:(+49) (0)
Praxishinweis Urheberrecht des Architekten Allgemeiner Werkbegriff Urheberrechte des Architekten werden durch das Urheberrechtsgesetz (UrhG) geregelt. 1 UrhG lautet: "Die Urheber von Werken der Literatur,
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