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Timestamp: 2016-10-22 21:35:26
Document Index: 7777693

Matched Legal Cases: ['Art. 42', 'Art. 42', 'Art. 42', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 42']

Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten wirft X.________ vor, Batterien, Staubsauger, Dekormaterial und sogenannte Tierabwehrprodukte wie Katzenschrecks, die sein Bruder bei der A.________ AG in Bremgarten zwischen dem 1. M�rz und dem 15. April 2010 erbeutet hatte, im Internet auf der Online-B�rse "ricardo.ch" verkauft zu haben. Zwischen dem 1. Mai und dem 30. Juni 2010 schlich er zusammen mit seinem Bruder an vier verschiedenen Tagen in die A.________ AG ein, um dort neues Diebesgut zu entwenden. Dieses verkaufte X.________ wiederum im Internet. Er erzielte aus dem Verkauf des gesamten Deliktsguts einen Gewinn von Fr. 38'107.--.
Das Bezirksgericht Bremgarten verurteilte X.________ am 30. Juni 2011 wegen bandenm�ssigen Diebstahls, mehrfacher Hehlerei und mehrfachen Hausfriedensbruchs zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Es widerrief die vom Milit�rappellationsgericht 2 am 26. August 2009 bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 20 Tagess�tzen zu Fr. 100.--.
X.________ erhebt Beschwerde in Strafsachen. Er beantragt, das angefochtene Urteil sei aufzuheben, und ihm sei der bedingte Strafvollzug, bei einer Probezeit von drei Jahren, zu gew�hren. Er stellt ausserdem das Begehren um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung.
1.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung von Art. 42 Abs. 2 StGB. Die Vorinstanz verneine in ihrer Prognose zu Unrecht besonders g�nstige Umst�nde. Seine einschl�gige Vorstrafe spreche zwar nicht f�r ihn. Allerdings stehe die Rechtm�ssigkeit dieser Verurteilung in der Schwebe, da eine Klage beim Europ�ischen Gerichtshof f�r Menschenrechte h�ngig sei. Bei einer Prognose gehe es um eine zukunftsbezogene Betrachtungsweise, weshalb nicht allein das Vorleben betrachtet werden d�rfe. Sein k�nftiges Verhalten sei als besonders g�nstig einzustufen. Er habe die Taten zumindest zu Beginn nur ver�bt, um seinem Bruder finanziell zu helfen. Zudem m�ssten seine Reue und sein tadelloses Verhalten w�hrend der Untersuchung ber�cksichtigt werden. Dass er den Widerruf des Urteils des Milit�rappellationsgerichts akzeptiert habe, sei ihm genauso positiv zugutezuhalten wie die Verb�ssung des unbedingten Teils der einschl�gigen Vorstrafe. Er habe neun Monate in Halbgefangenschaft verb�sst, was ihn beeindruckt habe. Er habe seine Lebensf�hrung nicht unerheblich einschr�nken m�ssen und als junger Vater seinen Sohn nurmehr sehr begrenzt gesehen. Sein aktuelles Verhalten deute auf einen massiven Verhaltens- und Gesinnungswandel hin. Er lebe seit �ber zwei Jahren deliktsfrei. Seine Familie und seine tadellose Arbeitst�tigkeit tr�gen zu seiner stabilen Situation bei. Es sei im �brigen rechtsstaatlich nicht zu verantworten, ihn f�r Taten, die mehr als zwei Jahre zur�ckl�gen, in Gefangenschaft zu nehmen (Beschwerde, S. 8 ff.).
1.2 Die Vorinstanz verneint besonders g�nstige Umst�nde beim Beschwerdef�hrer. Dieser sei einschl�gig vorbestraft. Auch die Tatumst�nde spr�chen gegen eine g�nstige Prognose. Er habe aus reiner Geldgier gehandelt. Es zeuge von R�cksichtslosigkeit, einem hohen Mass an krimineller Energie, Dreistigkeit und Unbelehrbarkeit, indem er innert Monatsfrist nach seiner Verurteilung durch das Bezirksgericht Baden am 21. Januar 2010 weiter delinquiert habe. Sein Verschulden sei erheblich. Dass er den Widerruf der bedingten Geldstrafe des Milit�rappellationsgerichts akzeptiert und den unbedingten Teil der Sanktion des Bezirksgerichts Baden verb�sst habe, verm�ge die schlechte Prognose ebenso wenig in Frage zu stellen wie seine verbalen Beteuerungen, sich gebessert zu haben. An seiner schlechten Prognose �nderten auch seine geordneten famili�ren und beruflichen Verh�ltnisse nichts. Er sei zwar seit seiner letzten Delinquenz Vater geworden, habe jedoch zuvor trotz stabiler pers�nlicher Situation und regelm�ssigen Lohneinkommens Verm�gensdelikte begangen (Urteil, S. 11 ff.).
1.3 Nach Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den T�ter von der Begehung weiterer Verbrechen und Vergehen abzuhalten. Wurde der T�ter innerhalb der letzten f�nf Jahre zu einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten oder zu einer Geldstrafe von mindestens 180 Tagess�tzen verurteilt, so ist der Aufschub nur zul�ssig, wenn besonders g�nstige Umst�nde vorliegen (Art. 42 Abs. 2 StGB). Der fr�heren Verurteilung kommt mithin die Bedeutung eines Indizes f�r die Bef�rchtung zu, dass der T�ter weitere Straftaten begehen k�nnte. Die Gew�hrung des bedingten Strafvollzuges ist daher nur m�glich, wenn eine Gesamtw�rdigung aller massgebenden Faktoren den Schluss zul�sst, dass trotz der Vortat eine begr�ndete Aussicht auf Bew�hrung besteht. Das trifft etwa zu bei einer besonders positiven Ver�nderung in den Lebensumst�nden des T�ters (BGE 134 IV 1 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
Fehlt es an besonders g�nstigen Umst�nden, so muss der Richter die neue Strafe als vollziehbar erkl�ren (BGE 134 IV 140 E. 4.5 mit Hinweisen). Dem Richter steht bei der Pr�fung der Prognose des k�nftigen Legalverhaltens ein Ermessensspielraum zu. Das Bundesgericht greift nur ein, wenn das Ermessen �ber- bzw. unterschritten oder missbraucht und damit Bundesrecht verletzt wird (BGE 134 IV 140 E. 4.2 S. 143; BGE 134 IV 1 E. 4.2.1; 128 IV 193 E. 3a; je mit Hinweisen).
1.4 Der Beschwerdef�hrer behauptet, sein k�nftiges Verhalten sei als besonders g�nstig einzustufen. Seine Begr�ndung beschr�nkt sich auf Selbstverst�ndlichkeiten wie die Akzeptanz der widerrufenen Geldstrafe oder die Verb�ssung des unbedingten Teils einer Freiheitsstrafe. Er macht nicht geltend, dass die zu beurteilenden Delikte im Vergleich zur fr�heren Tat nicht demselben Verhaltensmuster entspr�chen oder zwischenzeitlich eine deutlich positive Wandlung der Lebensumst�nde eingetreten w�re (zu diesen Kriterien ROLAND M. SCHNEIDER/ROY GARR�, Basler Kommentar, Strafrecht I, 2. Aufl. 2007, Art. 42 N 91). Der Beschwerdef�hrer zeigt auch nicht auf, inwiefern die Vorinstanz von ihrem Ermessen unrichtig Gebrauch gemacht h�tte.