Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=KG&Datum=2019-01-08&Aktenzeichen=5%20U%2083%2F18
Timestamp: 2019-09-23 10:25:02
Document Index: 250893622

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 5', 'Art. 11', 'Art. 38', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

KG, 08.01.2019 - 5 U 83/18 - dejure.org
https://dejure.org/2019,38
KG, 08.01.2019 - 5 U 83/18 (https://dejure.org/2019,38)
KG, Entscheidung vom 08.01.2019 - 5 U 83/18 (https://dejure.org/2019,38)
KG, Entscheidung vom 08. Januar 2019 - 5 U 83/18 (https://dejure.org/2019,38)
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Beiträge einer Influencerin als Werbung
(K)eine Schleichwerbung bei Vreni Frost-Instagram-Postings
Richtlinien für Blogger: Wettbewerbsrechtliche Kennzeichnungspflicht von Instagram-Posts
Wettbewerbsrecht: #vrenifrost
Blogger und Influencer müssen in den sozialen Medien wettbewerbsrechtliche Grenzen beachten
heise.de (Pressebericht, 24.01.2019)
heise.de (Pressebericht, 08.04.2019)
faz.net (Pressebericht, 10.01.2019)
Teilerfolg für Influencerin: Es ist doch nicht alles Werbung
Unlauterer Wettbewerb auf Instagram: Werbung oder Information?
golem.de (Pressemeldung, 10.01.2019)
Social Media: Weniger #Werbung durch Influencer erlaubt
Nicht jeder Influencer-Post mit Markenbezug ist eine Werbung
#Abmahngate - Is it over now?
Nicht jedes Postings eines Influencers ist kennzeichnungspflichtige Werbung
Zur Kennzeichnungspflicht von Influencern
Influencer-Posts: Ist das Werbung? Oder doch nicht?
MDR 2019, 363
GRUR 2019, 543
MIR 2019, Dok. 003
K&R 2019, 190
afp 2019, 68
Mit anderen Worten dient der Tag der Förderung eines anderen Unternehmens (vgl. KG, Urteil vom 08.01.2019 - 5 U 83/18 -, juris Rn. 57 ff.;… vgl. zur Abgrenzung ebd., Rn. 102 ff.).
Die Beklagte fördert durch ihre Posts außerdem ihr eigenes Unternehmen (vgl. auch KG, Urteil vom 08.01.2019 - 5 U 83/18 -, juris Rn. 54; LG Berlin…, Urteil vom 24.05.2018 - 52 O 101/18 -, juris Rn. 31; Mallick/Weller, WRP 2018, 155, 157 f.).
Denn damit steht er in einem unauflösbaren Kontext mit den bezahlten Werbebeiträgen (vgl. LG Heilbronn…, Urteil vom 08. Mai 2018 - 21 O 14/18 KfH -, juris Rn. 48 ff.; a.A. wohl KG, Urteil vom 08.01.2019 - 5 U 83/18 -, juris Rn. 112 ff.).
Diese Voraussetzung ist ohne weiteres erfüllt (vgl. KG, Urteil vom 08.01.2019 - 5 U 83/18 -, juris Rn. 73;… OLG Celle, MMR 2017, 769 Rn. 19;… KG, MMR 2018, 245 Rn. 14; OLG Braunschweig…, Beschluss vom 08.01.2019 - 2 U 89/18, vorgelegt als Anlage K43, S. 6).
Die Einschränkung der Meinungsäußerungs- und Medienfreiheit der Beklagten auf der Grundlage des in das UWG umgesetzten Unionsrechts wahrt den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit (vgl. KG, Urteil vom 08.01.2019 - 5 U 83/18 -, juris Rn. 82 ff.).
Sie hat die kommerzielle Vermarktung ihres eigenen Images zum Geschäftsmodell gemacht, weshalb sie Unternehmerin im Sinne des § 2 Abs. 1 Nr. 6 UWG ist (vgl. Henning-Bodewig, WRP 2017, 1415, 1417; Mallick/Weller, WRP 2018, 155, 156; KG, Urt. v. 08.01.2019 - 5 U 83/18, WRP 2019, 339, 341).
Die Aufwertung des Images der Beklagten und ihr Bild in den angesprochenen Verkehrskreisen ist gleichbedeutend mit einer Steigerung des Wertes der von ihr angebotenen Werbe-Dienstleistung (KG, Urt. v. 08.01.2019 - 5 U 83/18, WRP 2019, 339, 341, vgl. auch LG Heilbronn, Urt. v. 08.05.2018 - 21 O 14/18 KfH, BeckRS 2018, 18453, Rn. 39 ff.).
Zwar besteht keine generelle Vermutung dafür, dass unternehmerisch tätige Influencer , die Produkte oder Marken in ihren Beiträgen präsentieren, kommerzielle Kommunikation im Sinne von § 5a Abs. 6 UWG betreiben (KG, Urt. v. 08.01.2019 - 5 U 83/18, WRP 2019, 339, 341).
Auf die Frage, ob die streitgegenständlichen Beiträge in ihrer konkreten Gestalt den Absatz von Modeartikeln der verlinkten Unternehmen fördern (…vgl. dazu LG Hagen, Urt. v. 13.09.2017 - 23 O 30/17, MMR 2018, 106) und ob insbesondere die übrigen, von der Beklagten auf den Beiträgen gesetzten Tap Tags dazu bestimmt waren, den Absatz der von den verlinkten Unternehmen angebotenen Waren zu fördern (vgl. dazu auch KG, Urt. v. 08.01.2019 - 5 U 83/18, WRP 2019, 339, 340), kommt es deshalb vorliegend nicht an.
Dort sind sie dann der Werbung dieses Unternehmens bzw. dieser Marke (vorliegend insbesondere der Eigenwerbung der Beklagten) ausgesetzt, die sie veranlassen soll, die eigenen Produkte bzw. Dienstleistungen zu erwerben (KG, Urt. v. 08.01.2019 - 5 U 83/18, WRP 2019, 339, 342).
Im Übrigen kommt die Meinungsfreiheit des Art. 11 Abs. 1 EU-Grundrechtecharta zum Tragen (KG, Urt. v. 08.01.2019 - 5 U 83/18, WRP 2019, 339, 342).
Die Richtlinie folgt damit der Vorgabe des Art. 38 EU-Grundrechtecharta, ein hohes Verbraucherschutzniveau sicherzustellen (KG, Urt. v. 08.01.2019 - 5 U 83/18, WRP 2019, 339, 342).
Die von der Beklagten angegriffene Einschränkung der Medienfreiheit ist auch verhältnismäßig, da nicht der Inhalt der Werbebotschaft betroffen ist, sondern ihr lediglich die Verpflichtung auferlegt wird, Werbebotschaften zu kennzeichnen (vgl. KG, Urt. v. 08.01.2019 - 5 U 83/18, WRP 2019, 339, 343).
Eine prozessuale Erklärungspflicht der Klägerin setzt vor allem auch voraus, dass die Beklagte über bloße Verdachtsmomente hinaus die für Erschöpfung der Rechte der Klägerin bzw. der Markeninhaberin sprechenden Tatsachen vorgetragen und unter Beweis gestellt hat (vgl. BGH GRUR 1997, 229 - Beratungskompetenz; BGH WRP 2000, 724- Space Fidelity Peep-Show; BGH GRUR 2007, 251 - Regenwaldprojekt II, Rn 31; KG WRP 2019, 339).