Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=09.10.2013&Aktenzeichen=XII%20ZB%20667%2F12
Timestamp: 2019-03-19 22:06:50
Document Index: 281181599

Matched Legal Cases: ['BGH', 'Art. 12', '§ 158', 'Art 12', '§ 158', '§ 158', '§ 277', '§ 1', 'BGH', '§ 158', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 09.10.2013 - XII ZB 667/12 - dejure.org
GG Art. 12 Abs. 1; FamFG § 158 Abs. 7
Art 12 Abs 1 GG, § 158 Abs 7 S 2 FamFG, § 158 Abs 7 S 3 FamFG
Vergütung des Verfahrensbeistands: Abgeltung durch die gesetzlich vorgesehene Fallpauschale; Abrechnung nach Stundenaufwand; Berufsfreiheit
Rechtmäßigkeit einer Pauschalvergütung für den Verfahrensbeistand von Kindern
Vergütung des Verfahrensbeistands - Fallpauschalen statt Stundensatz
Keine Abrechnung eines Verfahrensbeistands nach Stundenaufwand
AG Hamburg-Barmbek, 29.06.2012 - 892 F 7/10
OLG Hamburg, 06.11.2012 - 2 WF 94/12
NJW 2013, 3724
MDR 2014, 307
FGPrax 2013, 263 (Ls.)
FamRZ 2013, 1966
FamRZ 2013, 1967
FamRZ 2014, 109
Rpfleger 2014, 81
Durch die Schaffung der Fallpauschalen als eigenständige und abschließende Regelung für Vergütung und Aufwendungsersatz des berufsmäßigen Verfahrensbeistands (vgl. Senatsbeschluss vom 9. Oktober 2013 - XII ZB 667/12 - FamRZ 2013, 1967 Rn. 7) war ein Verweis auf § 277 Abs. 1 FamFG entbehrlich geworden.
Es genügt jedoch, dass der Verfahrensbeistand in irgendeiner Weise im Kindesinteresse tätig geworden ist (Senatsbeschlüsse vom 9. Oktober 2013 - XII ZB 667/12 - juris Rn. 18;… vom 1. August 2012 - XII ZB 456/11 - FamRZ 2012, 1630 Rn. 18;… vom 19. Januar 2011 - XII ZB 400/10 - FamRZ 2011, 558 Rn. 7 …und vom 15. September 2010 - XII ZB 268/10 - FamRZ 2010, 1896 Rn. 30).
Darüber hinaus hat der Gesetzgeber sich auch deshalb für die Abrechnung nach Fallpauschalen entschieden, weil sie eine unaufwändige und unbürokratische Handhabung ermögliche und sowohl dem Verfahrensbeistand als auch der Justiz einen erheblichen Abrechnungs- und Kontrollaufwand erspare (Senatsbeschluss vom 9. Oktober 2013 - XII ZB 667/12 - juris Rn. 9; BT-Drucks. 16/9733 S. 294).
Bei Berufsbetreuern, die regelmäßig mehr als zehn Betreuungen führen (§ 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 VBVG), werden diese Fälle durch solche ausgeglichen, bei denen die Pauschale den erbrachten Leistungs- und Aufwendungsumfang übersteigt (vgl. auch Senatsbeschluss vom 9. Oktober 2013 - XII ZB 667/12 - FamRZ 2013, 1967 Rn. 15).
Dies gilt auch bei im Einzelfall erheblichen Fahrtkosten (im Anschluss an Senatsbeschluss vom 9. Oktober 2013, XII ZB 667/12, NJW 2013, 3724;… Fortführung von Senatsbeschluss vom 15. September 2010, XII ZB 209/10, BGHZ 187, 40, 49 f. = FamRZ 2010, 1893 Rn. 32 f.).
Die Abrechnung nach Fallpauschalen trifft in Anbetracht der Senatsrechtsprechung zur Auslegung von § 158 Abs. 7 Satz 2 und 3 auch nicht auf verfassungsrechtliche Bedenken (vgl. zum Ganzen Senatsbeschluss vom 9. Oktober 2013 - XII ZB 667/12 - zur Veröffentlichung bestimmt).
In den genannten Fällen liegen Synergieeffekte nahe, da bestimmte Tätigkeiten (Fertigung von Berichten, Terminswahrnehmungen, Gespräche mit Beteiligten) gerade nicht in vollem Umfang mehrfach anfallen (BGH, Beschluss vom 09.10.2013 - XII ZB 667/12 = NJW 2013, 3724).
Außerdem bewirkt die Fallpauschale eine wünschenswerte Annäherung der Vergütung von Verfahrensbeistand an die gebührenorientierte Vergütung der Rechtsanwälte (vgl. BT-Drucks. 16/9733 S. 294; BGH FamRZ 2013, 1967; OLG Saarbrücken FamRZ 2013, 1330).
Dies kann - wie vorliegend - auch bei einer Verfahrensbeendigung in einem frühen Stadium der Instanz und damit ohne erheblichen Arbeitsaufwand des Verfahrensbeistands der Fall sein (vgl. BGH, Beschl. v. 09.10.2013 - XII ZB 667/12, FamRZ 2013, 1967), wenn er jedenfalls durch Aktenstudium, Anlage eines eigenen Vorgangs und Vorbereitung von Schriftverkehr bereits tätig geworden ist.