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Timestamp: 2016-10-28 10:28:36
Document Index: 192315572

Matched Legal Cases: ['Art. 397', 'Art. 397', 'Art. 397', 'BGE', 'Art. 397', 'Art. 397', 'Art. 397', 'Art. 109', 'Art. 66']

5A_333/2011 (17.05.2011)
5A_333/2011
Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Bern, kantonale Rekurskommission f�r f�rsorgerische Freiheitsentziehungen, vom 20. April 2011.
X.________ (Beschwerdef�hrerin) wurde gest�tzt auf die �rztliche Untersuchung vom 4. April 2011 wegen akuter Selbstgef�hrdung bei Alkoholintoxikation mit 2.61 Promillen und Distraneurineinnahme in das Psychiatriezentrum A.________ eingewiesen. Am 13. April 2011 verf�gte der Regierungsstatthalter von Thun die Zur�ckbehaltung der Beschwerdef�hrerin im Rahmen von Art. 397a Abs. 1 ZGB im A.________. Das Obergericht des Kantons Bern, Rekurskommission f�r f�rsorgerische Freiheitsentziehungen, wies am 20. April 2011 einen Rekurs der Beschwerdef�hrerin gegen die f�rsorgerische Freiheitsentziehung ab. Dagegen gelangt die Beschwerdef�hrerin mit Eingabe vom 6. Mai 2011 "an das Bundesgericht" mit dem Begehren um Entlassung aus der Anstalt.
Eine m�ndige oder entm�ndigte Person darf wegen Geisteskrankheit, Geistesschw�che, Trunksucht, anderen Suchterkrankungen oder schwerer Verwahrlosung in einer geeigneten Anstalt untergebracht oder zur�ckbehalten werden, wenn ihr die n�tige pers�nliche F�rsorge nicht anders erwiesen werden kann (Art. 397a Abs. 1 ZGB). Die f�rsorgerische Freiheitsentziehung ist somit anzuordnen, wenn die betroffene Person an einem der beschriebenen Schw�chezust�nde leidet und deswegen der F�rsorge bedarf, die ihr nur in einer Anstalt zuteil werden kann. Vorausgesetzt ist schliesslich eine f�r die Gew�hrung des F�rsorgebedarfs geeignete Einrichtung. Sobald es ihr Zustand erlaubt, muss die von der f�rsorgerischen Freiheitsentziehung betroffene Person entlassen werden (Art. 397a Abs. 3 ZGB; zum Ganzen: BGE 134 III 289 E. 4).
2.1 Gem�ss der �rztlichen Stellungnahme, welche das Obergericht in seinem Entscheid ber�cksichtigt hat, leidet die Beschwerdef�hrerin an einer anhaltenden Alkoholabh�ngigkeit auf der Basis einer gemischten Pers�nlichkeitsst�rung mit einem Verdacht auf amnestisches Syndrom. Die Beschwerdef�hrerin ist nach Angaben des Arztes kachektisch und es besteht �berdies der Verdacht auf Mangelern�hrung (BMI am 4. M�rz = 15.5). �berdies wurde bei ihr COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung; chronic obstructive pulmonary disease) festgestellt, wobei diese Krankheit den h�chsten Schweregrad (GOLD IV) erreicht hat. Weiter leidet die Beschwerdef�hrerin nach den �rztlichen Angaben an exokriner Pankreasinsuffizienz und Osteoporose im Frakturstadium. Hinzu kommt der Status nach Sepsis bei Pneumonie rechts. Damit leidet die Beschwerdef�hrerin, wie das Obergericht zu Recht erkannt hat, an einem Schw�chezustand im Sinn von Art. 397a Abs. 1 ZGB.
2.2 Nach den Feststellungen des angefochtenen Entscheids, die vorliegend nicht infrage gestellt werden, leidet die Beschwerdef�hrerin zu Hause unter Tremorattacken, Angstzust�nden und trinkt konstant Alkohol. Es fehlt im Weiteren an einer Tagesstruktur; die Beschwerdef�hrerin verbringt die meiste Zeit vor dem Fernseher. Das Obergericht h�lt im Weiteren daf�r, die Beschwerdef�hrerin unterhalte kaum soziale Kontakte, verlasse das Haus nur zum Einkaufen. Ferner habe sie grosse Probleme mit dem Essen, da sie nur Bouillon und Nahrungserg�nzungsprodukte zu sich nehme. Vor der Einweisung habe sie mindestens zwei Flaschen Baileys oder Eierlik�r getrunken. Dem aktuellen Aufnahmebericht des A.________ und dem Austrittsbericht des Spitals Thun vom 6. April 2011 lasse sich entnehmen, dass die Beschwerdef�hrerin am Nachmittag des 4. April 2011 mit 2.6 Promillen Blutalkohol in die Notfallstation eingeliefert werden musste, wobei der Rettungsdienst von einer Kollegin der Beschwerdef�hrerin alarmiert worden war, welche sie in torkelndem Zustand in der Wohnung vorgefunden habe. Bei dieser tats�chlichen Ausgangslage ist das Obergericht zu Recht davon ausgegangen, die Beschwerdef�hrerin bed�rfe der pers�nlichen F�rsorge.
2.3 Nach den weiteren unbestrittenen obergerichtlichen Ausf�hrungen hat die Vorgeschichte gezeigt, dass die Beschwerdef�hrerin dazu neigt, die Behandlung vorzeitig abzubrechen, wenn es ihr besser geht und danach wieder in die fr�heren Verhaltensmuster zur�ckf�llt. Dem ambulanten Setting nach der Entlassung vom 4. M�rz 2011 sei, so das Obergericht weiter, kein Erfolg beschieden gewesen. Aufgrund der unbestrittenen tats�chlichen Vorkommnisse geht auch das Bundesgericht davon aus, dass derzeit der Beschwerdef�hrerin die pers�nliche F�rsorge nur in einer geeigneten Einrichtung gew�hrt werden kann, wobei das A.________ diese Voraussetzung ohne weiteres erf�llt.
2.4 Die Beschwerdef�hrerin, welcher es - wie sich aus ihrer Eingabe an das Bundesgericht ergibt - offenbar zurzeit besser geht, m�chte sofort entlassen werden. Zwar muss die in einer Anstalt zur�ckbehaltene Person entlassen werden, wenn es ihr Zustand erlaubt (Art. 397a Abs. 3 ZGB). Aus den tats�chlichen Ausf�hrungen des Obergerichts ergibt sich indes, dass im Fall der Beschwerdef�hrerin bei einer Entlassung mit einer baldigen Neueinweisung zu rechnen w�re, was insbesondere auch dadurch belegt wird, dass die Beschwerdef�hrerin, welche am 4. M�rz 2011 entlassen worden war, bereits im April 2011 wieder eingewiesen werden musste. Unter diesen Umst�nden ist mit dem Obergericht eine derzeitige Entlassung nicht in Betracht zu ziehen (vgl. die Urteile 5A_47/2009 vom 6. Februar 2009 E. 2; 5A_54/2009 vom 17. Februar 2009 E. 3.4; 5A_146/2009 vom 1. April 2009 E. 2.3; 5A_751/2010 vom 10. November 2010 E. 2.3). Damit erweist sich die f�rsorgerische Freiheitsentziehung als mit Art. 397a Abs. 1 und Absatz 3 ZGB vereinbar.
Die in materieller Hinsicht offensichtlich unbegr�ndete Beschwerde ist folglich im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 BGG abzuweisen. Den Umst�nden des konkreten Falles entsprechend werden keine Kosten erhoben (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Dieses Urteil wird der Beschwerdef�hrerin, dem Regierungsstatthalteramt von Thun und dem Obergericht des Kantons Bern, kantonale Rekurskommission f�r f�rsorgerische Freiheitsentziehungen, schriftlich mitgeteilt.