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Timestamp: 2020-01-18 20:40:29
Document Index: 41519880

Matched Legal Cases: ['§ 37', '§ 1004', '§ 39', '§ 40', '§ 40', '§ 1004']

Grenzabstand von Hecken in Schleswig-Holstein? - frag-einen-anwalt.de
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| 24.06.2007 19:01 |
Im Frühjahr 2003 hat unser Nachbar die Grenzbepflanzung (Buchenhecke)ohne unser Einverständnis entfernt.
Sie wurde durch einen 1,5 m hohen Sichtschutzzaun ersetzt.Wir haben es stillschweigend geduldet.Unmittelbar hinter diesem Zaun wurde eine Konifärenhecke angepflanzt.Abstand ca.30 cm. Weil die Hecke
im Jahre 2005 eine Höhe von ca.1,80m erreichte haben wir um Rückschnitt gebeten, und zwar bis auf die Höhe der Sichtschutzwand.
Ein Rückschnitt wurde uns schriftlich für den Herbst zugesagt.Es
erfolgte jedoch nur eine Kürzung der Spitzen, Höhe nach dem Schnitt
ca.1,70m.Seitdem ist die Hecke sehr stark gewachsen,(Höhe ca.2,20m)
und ragt ca.30cm auf Unser Grundstück. Der Weg (ca.1m Breite)zwischen Garage und Grenze ist ist durch den Überwuchs kaum noch nutzbar.
Muß der Nachbar die Konifären zurückschneiden, oder hat er Narrenfreiheit?
Standort unseres Grundstückes Schleswig-Holstein
-- Einsatz geändert am 24.06.2007 19:07:01
die Lösung Ihres Problems lässt sich aus § 37 Nachbarrechtsgesetz Schleswig-Holstein ableiten. Hiernach ist ein Grenzabstand von Hecken von über 1,20 m Höhe von mindestens einem Drittel der Höhe einzuhalten.
Will Ihr Nachbar also eine Hecke von 2,20 m Hohe anwachsen lassen, muss er hierfür einen Grenzabstand von ca. 80 cm einhalten.
D. h. in Ihrem Fall: Ihr Nachbar muss die Hecke entweder auf 90 cm herunterschneiden oder diese so umpflanzen, dass ein Abstand in Höhe eines Drittels der angestrebten Größe zu Ihrem Grundstück eingehalten wird. Schneidet Ihr Nachbar die Koniferen auf 90 cm herunter und ragen diese immer noch in Ihr Grundstück, können Sie die Beseitigung auch nach § 1004 BGB verlangen.
Dieser Anspruch ist auch nicht durch § 39 NachbarRG ausgeschlossen, da die Koniferen die Einzäunung überragen und auch nicht auf der Grenzlinie als Einfriedung errichtet worden sind. Bitte beachten Sie dringend die maßgebliche Frist des § 40 NachbarRG von zwei Jahren zur Durchsetzung des Anspruchs.
Ihren Anspruch können Sie außergerichtlich durch Fristsetzung verlangen und bei Verweigerung nach Fristablauf durch Klage beim Amtsgericht durchsetzen.
Nachfrage vom Fragesteller	24.06.2007 | 20:57
vielen Dank für die schnelle Antwort. Gem.§ 40 muß im zweiten
darauffolgenden Jahr Klage auf Rückschnitt erhoben werden, wenn
die Grenzabstände nicht eingehalten werden. Die Konifärenhecke
wurde aber bereits in 2003 mit 30cm Abstand gepflanzt und hat
im Jahre 2004 bereits die gesetzlich vorgeschriebene Höhe überschritten. Wir haben damals keinen Einspruch eingelegt.Gilt
in diesem Fall immer noch die zweijährige Einspruchsfrist und
wir können einen Rückschnitt notfalls einklagen?
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.06.2007 | 21:12
Wenn das so ist, sähe es in der Tat schlecht aus. In diesem Fall können Sie allerdings das Hinüberwuchern auf Ihr Grundstück nach § 1004 BGB unterbinden. Sie müssen unabhängig vom Nachbarrecht jedenfalls keine Beeinträchtigungen Ihres Grundstücks hinnehmen.
Ich würde mich außerdem aber auf den Standpunkt stellen, dass durch den Rückschnitt 2005 durch Ihren Nachbarn wenigstens die Heckenhöhe von 170 cm anerkannt worden ist. Auch insofern könnten Sie den Rückschnitt aus meiner Sicht wenigstens auf diese Höhe verlangen. Wenn ich das richtig verstanden habe, hat Ihr Nachbar das ja wohl auch schriftlich anerkannt.
"Angeblich soll Konfuzius schon behauptet haben:"Wer lesen kann ist
eindeutig im Vorteil". "