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Matched Legal Cases: ['§3', '§66', '§66', 'BGH', '§ 184', '§ 132', '§ 56', '§ 15', '§ 184']

Domains Archives - DVMag.de - der Domain-News-Blog vom Domainvermarkter-Magazin zu Domains und DomainnamenDVMag.de – der Domain-News-Blog vom Domainvermarkter-Magazin zu Domains und Domainnamen
Geschrieben am 24 Januar 2012 von von Domainvermarkter03
Tags: DENIC, Domain, Domains, Domainvermarkter-Magazin-4
Geschichte, Struktur und rechtliche Grundlagen der DENIC
Geschrieben am 01 Januar 2011 von von Domainvermarkter-Magazin
Zuerst veröffentlicht im Domainvermarkter-Magazin Ausgabe Nr. 04
Die Fehlinterpretation einer Aussage von Innenminister Thomas de Mazière in einem Online-Medium hatte viel Aufsehen erregt: Angeblich sollte die DENIC unter staatliche Kontrolle gebracht werden. Die Online-Redaktion stellte wenig später klar, dass dies nicht den Aussagen entspricht. In dieser Ausgabe des Domainvermarktermagazins soll daher die Geschichte der DENIC, die rechtlichen Grundlagen ihrer Tätigkeit und ihrer Struktur erläutert werden.
Die Geschichte der Top-Level-Domain .de beginnt im Jahr 1986. Am 5. November trug die IANA .de als länderbezogene Top-Level-Domain in die Rootzone ein. Zunächst übernahm das US-amerikanische „Computer Science Network“ (CSNET) die Verwaltung von .de, bis im März 1988 die Rechnerbetriebsgruppe der Universität Dortmund bat, diese Aufgabe übernehmen zu dürfen. Die Betriebsgruppe richtete dann auch den ersten Nameserver-Dienst für die noch kleine deutsche Internet-Community ein. Finanziert wurde dieses Projekt, das bereits den Namen DENIC trug, durch Drittmittel. Diese kamen aus dem Projekt EUnet, das IP-Dienste anbot. 1991 wurde das Projekt DENIC aus dem EUnet-Projekt ausgegliedert. Die Finanzierung erfolgte zunächst durch Mittel des DFN-Vereins (Deutsches Forschungsnetzwerk), dann wieder durch das EUnet. Am 6. Dezember 1991 gründeten Firmen, Hochschulen und andere Interessierte die „Deutsche Interessengemeinschaft Internet e.V“. Zu den Zielen dieses Vereins gehörte unter anderem die Sicherstellung der erforderlichen Verwaltung des deutschen Teils des Internets. 1993 vereinbarten die drei deutschen Internetprovider DFN-Verein, Eunet und XLink, dass das Projekt DENIC fortgeführt werden sollte. Im August 1993 gründeten diese drei Provider daher die „Interessenvereinigung Deutsches Network Information Center (IV-DENIC)“. Ende 1993 erhält die Universität Karlsruhe den Auftrag, das DENIC-Projekt zu betreiben. 1996 läuft der Vertrag zwischen dem IV-DENIC und der Universität Karlsruhe aus. Beide Partner einigten sich auf die Verlängerung um zwei weitere Jahre. Allerdings mussten die Verwaltungsaufgaben ausgegliedert werden. Zu diesem Zweck gründeten die Teilnehmer des IV-DENIC am 17. Dezember 1996 die DENIC eG als eingetragene Genossenschaft mit Sitz in Frankfurt. Der technische Betrieb verblieb noch bis Januar 1999 in Karlsruhe und wurde dann ebenfalls von der Genossenschaft in Frankfurt übernommen.
Die DENIC aus Sicht der Politik
Die DENIC vertritt die Auffassung, dass die Domainverwaltung am besten in Form der privatwirtschaftlichen Selbstverwaltung erfolgen sollte. „Die Entwicklung von DENIC ist eine Er­folgsgeschichte, welche die Entwicklung des deutschen Internets begleitete und beförderte. Als größte ccTLD mit gewachsenen Strukturen arbeitet DENIC auf der Basis schlanker Prozesse unvergleichlich effizient und effektiv mit einem minimalen Anteil von Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Domain-Registrierungen unter .de.“, sagte Stefanie Welters, Pressereferentin der DENIC auf Anfrage. Dies sahen auch der Bundesrat und die Bundesregierung ähnlich, als sie sich in den Jahren 2003 bis 2004 anlässlich der Überarbeitung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) mit der Domainverwaltung durch die DENIC beschäftigten.
Der Bundesrat äußerte sich damals so: „Der Bundesrat hat Zweifel, ob Domainadressen als Nummern im Sinne des Telekommunikationsrechts anzusehen sind und damit grundsätzlich in den Zuständigkeitsbereich der Regulierungsbehörde fallen. Der Bundesrat spricht sich dafür aus, dass die Verwaltung dieser Adressen im Sinne der bisherigen bewährten Selbstregulierung weiterhin durch die DENIC eG als Einrichtung der Internetwirtschaft erfolgen sollte.“ In ihrer Gegenäußerung stimmte die Bundesregierung zu: Sie sei „wie der Bundesrat der Auffassung, die bisherige bewährte Selbstregulierung durch die DENIC eG als Einrichtung der Internetwirtschaft beizubehalten und auch auf künftige Domains anzuwenden“.
Aufgrund dieser Einschätzungen sind Domainnamen zwar grundsätzlich dem TKG unterworfen, weil sie unter den Nummernbegriff des §3 Nr. 13, TKG fallen, der Nummern als „Zeichenfolgen, die in Telekommunikationsnetzen Zwecken der Adressierung dienen“ definiert. Dass es für Domains dennoch keine gesetzliche Regelung gibt, begründet §66, Abs. 1 TKG. Dieser entzieht der Bundesnetzagentur die Zuständigkeit für „die Verwaltung von Domänennamen oberster und nachgeordneter Stufen“.
Sonderfall ENUM
Für die ENUM-Domains gilt dies alles jedoch nicht. Denn so die Gegenäußerung der Bundesregierung: „Wenn allerdings spezielle Adressierungsfragen, also nicht die Vergabe von Namen und Adressen, sondern die Adressierung bzw. die Verknüpfung mit nationalen Nummernplänen im Vordergrund stehen, sieht die Bundesregierung die Regulierungsbehörde als zuständige Stelle, die über das erforderliche Instrumentarium verfügen muss.“
Daher war die DENIC, als sie die Verwaltung der deutschen ENUM-Domains beim Reseau Europeen IP beantragte, auf die Zustimmung der Regierung angewiesen. Denn nach den Verfahrensanweisungen konnte RIPE die Delegation erst durchführen, nachdem das Bundeswirtschaftsministerium seine Zustimmung dem Telecommunication Standardization Bureau der ITU mitgeteilt hatte. Diese staatliche Zustimmung begründe jedoch kein exklusives Recht und schließe auch zukünftige Anpassungen aufgrund neuer Entwicklungen oder rechtlicher Erfordernisse nicht aus, so das Wirtschaftsministerium in seinem Schreiben. In einem Vertrag regelten die DENIC und die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP, die spätere Bundesnetzagentur) ihre Aufgaben im Hinblick auf den ENUM-Feldversuch. Dieser Vertrag ist die einzige Vereinbarung mit staatlichen Stellen, die die DENIC bislang geschlossen hat.
Nach Abschluss des Feldversuchs empfahl die Regulierungsbehörde, die Zustimmung zum Feldversuch auch für den Wirkbetrieb aufrecht zu erhalten. „Grundlage der Empfehlung waren der stabile und störungsfreie Verlauf der Feldversuchsphase ebenso, wie die langjährige Erfahrung und verfügbare Technik von DENIC im Massendomainbetrieb, die für einen erfolgreichen Public-ENUM-Wirkbetrieb sprachen“, erklärte Stefanie Welters.
Struktur der DENIC
Die DENIC untersteht, so das „Handbuch des Domainrechts“, im Gegensatz zu vielen anderen länderbezogenen Registrierungsstellen keiner direkten staatlichen Aufsicht. Als Genossenschaft verfügt sie über die Organe: Generalversammlung (bestehend aus allen Mitgliedern), Aufsichtsrat und Vorstand. Darüber hinaus gibt es einen technischen Beirat und einen juristischen Beirat. Der technische Beirat besteht aus Vertretern der DENIC-Mitglieder und berät die Genossenschaft in technischen Fragen. Der juristische Beirat berät die DENIC bei Fragen zur Registrierungspolitik. Im juristischen Beirat sind Wirtschaftsexperten, Wissenschaftler und Anwälte vertreten. Als Beobachter nehmen Mitarbeiter des Wirtschafts- sowie des Justizministeriums an den Sitzungen des Gremiums teil.
Nur eine Änderung des TKG, insbesondere §66, Abs. 1, könnte der Regulierungsbehörde die Zuständigkeit für die Domains übertragen. Dann hätte die Regulierungsbehörde direkten Einfluss auf die Registrierungspolitik der DENIC und könnte beispielsweise die Einführung eines außergerichtlichen Schiedsverfahrens verlangen. „Deutschland ist eines der wenigen europäischen Länder, in denen kein außergerichtliches Schiedsverfahren existiert“, erklärt Dr. Torsten Bettinger, Fachanwalt für Internetrecht und Herausgeber des Domainrecht-Handbuchs. „Und das, obwohl unter .de im Vergleich mit allen anderen europäischen ccTLDs die meisten Domains registriert sind.“ Eine solche Regelung würde die Domainregistrierung in Deutschland sowohl für Domain- als auch für Rechteinhaber auf eine bessere juristische Grundlage stellen, so Bettinger.
Tags: Admin-c, Domains, Domainvermarkter, Domainvermarkter-Magazin-4
Admin-C – Bald nicht mehr für Lebensmüde
Bald nicht mehr für Lebensmüde
Das Anlass zur vorliegenden Anmerkung gebende Problem dürfte allseits bekannt sein. Eine .de-Domain, deren Admin-C in Deutschland wohnt (wohnen muss), wird von einer natürlichen oder juristischen Person mit Sitz oder Wohnsitz im Ausland registriert und gehalten.
Nicht selten bietet der über eine Domain zugängliche und fast nie vom Admin-C zu verantwortende Inhalt oder die Registrierung an sich einem Anderen Anlass zu Beanstandungen. Es war bisher übliche Praxis, nicht den unmittelbar für die Rechtsverletzung Verantwortlichen wie z.B. den ausländischen Domaininhaber abzumahnen und gerichtlich in Anspruch zu nehmen. Denn in Deutschland gibt es die sogenannte Störerhaftung, welche vom Grundsatz her die Inanspruchnahme eines jeden ermöglicht, der irgendwie für eine Rechtsverletzung kausal geworden ist. Unter Rückgriff auf diese Störergrundsätze griff und greift man sich den Admin-C, da klar ist: ohne Admin-C keine Domain, ohne Domain keine Rechtsverletzung. Den in Deutschland wohnenden Admin-C kann man in Deutschland, nach deutschem Recht in Anspruch nehmen. Das ist einfacher, kostengünstiger und schneller als die Inanspruchnahme eines Domaininhabers, der auf einer Karibik- oder Pazifikinsel, in Panama oder Togo sitzt. Das dortige Prozessrecht kennt man nicht, die Inanspruchnahme eines Anwalts vor Ort ist in der Regel teuer, die Verfahren dauern länger, ihr Ausgang und der Wert des Titels sind ungewiss. Selbst wenn ein Tatort in Deutschland und damit ein deutscher Gerichtsstand gegeben ist, muss im Ausland immerhin noch die Klage zugestellt werden.
Die Störerhaftung hat eine große Streubreite. Immerhin kann man mit ihr auch die DENIC (ohne DENIC keine Domain, ohne Domain keine Rechtsverletzung) oder den Hostprovider (ohne Host kein Inhalt, ohne Inhalt keine Rechtsverletzung) für einen Verstoß haftbar machen. Diese Streubreite ging in den letzten Jahren immer mehr Gerichten zu weit. Und zwar für die DENIC in Sachen ambiente.de zunächst dem BGH, für die Admin-Cs den OLGs:
Dresden z.B. in Sachen 14 U 521/07, Koblenz z.B. in Sachen 6 U 730/08, Stuttgart z.B. in Sachen 2 U 16/09, Düsseldorf z.B. in Sachen 20 U 1/08, Hamburg z.B. in Sachen 7 U 137/06, München z.B. in Sachen 6 U 3008/08, Köln z.B. in Sachen 6 U 51/08
und schließlich dem Kammergericht in Sachen 10 W 27/05.
In diesen Gerichtssprengeln wird der Admin-C nur noch ausnahmsweise in Anspruch genommen werden können.
Der Umstand, dass die Gerichte mit ihrer Rechtsprechung den einfachen Rückgriff auf den Admin-C vereiteln und damit die unmittelbare Inanspruchnahme des Eigentümers erforderlich machen, stellt die Rechteinhaber oder solche, die es vorgeben, zu sein, vor ein ernsthaftes Problem. Nunmehr müssen sie entweder tat sächlich ins Ausland gehen und vor dortigen Gerichten ihre Rechte verfolgen oder sie klagen in Deutschland, wenn in Deutschland ein Gerichtsstand gegeben ist. Dann bleibt die Zustellung im Ausland als Hürde.
Bei der zuletzt genannten Möglichkeit streckt die DENIC mit ihren Domainbedingungen und -richtlinien den Rechteinhabern vermeintlich die helfende Hand entgegen. In jenen wird gleichermaßen bestimmt, dass der Admin-C “[des Inhabers] Zustellungsbevollmächtigter i. S. v. § 184 der Zivilprozessordnung, § 132 der Strafprozessordnung, § 56 Absatz 3 der Verwaltungsgerichtsordnung sowie § 15 des Verwaltungsverfahrensgesetzes und der entsprechenden Vorschriften der Verwaltungsverfahrensgesetze der Länder [ist]”.
Nach dieser Hand griffen und greifen die Rechteinhaber, denn sie vereinfacht und verbilligt oberflächlich betrachtet die Verfahrenseinleitung und -führung ungemein.
Diese Bestimmungen sind jedoch unwirksam, wie in der juristischen Literatur zu Recht hervorgehoben wird. Als Gründe für die Unwirksamkeit können Kartellrechtswidrigkeit der Bestimmung, Unwirksamkeit als AGB und vor allem Verstöße gegen elementare Grundsätze der ZPO und von Völkervertragsrecht aufgeführt werden. OLG-Entscheidungen, welche die zitierte Bestimmung und damit die Wirksamkeit der Zustellung der Klage an den Domaininhaber durch Zustellen an den Admin-C zum Hauptgegenstand haben, sind bisher nicht ergangen.
Für die Domainvermarkter dürfte in diesem Zusammenhang jedoch interessant sein, dass das LG Frankfurt in einem aktuell laufenden Verfahren offenbar nicht von der Wirksamkeit dieser Bestimmungen ausgeht. Nachdem dem Admin-C als Zustellungsbevollmächtigten der Domaineigentümerin die Klage zugestellt wurde, dieser jedoch darauf hinwies, dass er zur Entgegennahme von gerichtlichen Schreiben nicht ermächtigt sei, fragte das Gericht bei der Klägerin an, ob nunmehr im Ausland zugestellt werden solle. Ein solches Verhalten des Gerichts impliziert, dass das Gericht den zitierten Bestimmungen in den Domainrichtlinien und – bedingungen keine rechtliche Relevanz beimisst. Denn andernfalls hätte es die Zustellung an den Admin-C als ordentliche Verfahrenseinleitung gelten und ein Versäumnisurteil gegen die Beklagte Domaininhaberin, welche sich mangels Kenntnis nicht auf das Verfahren einlassen konnte, ergehen lassen können.
Dass das OLG Frankfurt in seiner einen Tag später in Sachen 16 U 239/09 getroffenen Entscheidung mehr beiläufig konstatiert, dass eine Zustellung der Klage an den Admin-C als Zustellungsbevollmächtigten der Inhaberin im Sinne vom § 184 ZPO möglich sei, entwertet die Indizien des landgerichtlichen Vorgehens für zukünftige Fälle nicht. Der vom OLG behandelte Streit bot in keiner Weise Anlass zur Vertiefung der Zustellungsproblematik. Deshalb blieben die Feststellung des OLG gänzlich ohne Begründung und Auseinandersetzung mit den zum Thema bestehenden Auffassungen. Um so weniger Grund gab es für das OLG, sich mit dem Problem auseinander zu setzen, weil die im Verfahren beklagte DENIC sich andernfalls auf die Unwirksamkeit ihrer eigenen, die Zustellung betreffenden Bedingungen hätte berufen müssen.
Als Fazit lässt sich die Feststellung ziehen, dass der Admin-C von Gerichten langsam aus der Schusslinie der Rechteinhaber genommen wird. Nachdem zunächst die Störerhaftung immer mehr eingeschränkt wurde und der Admin-C nicht mehr automatisch seinen Kopf für jede Rechtsverletzung Anderer hinhalten muss, besteht darüber hinaus nunmehr berechtigte Hoffnung darauf, dass er nicht mehr zivilprozessual als Zustellungsbevollmächtigter der Domaininhaber in deren Streite herein gezogen wird. Noch gilt dies nicht für alle Gerichte und nicht für alle Konstellationen. Aber das Geschäft, als Admin-C zur Verfügung zu stehen, ist nicht mehr das finanzielle Selbstmordkommando, welches es noch vor ein paar Jahren war. Es wird langsam plan- und kalkulierbar.
Ra Tilo Wendt,
Hoeller Rechtsanwälte, Bonn
Tags: Domain, Domain Tasting, Domains, Domainvermarkter-Magazin-2
Domain Tasting – leben Totgesagte länger?
Spekulieren in Zukunft nur noch die Registrare?
Probieren geht über studieren, sagt ein deutsches Sprichwort. In vielen Bereichen des täglichen Lebens bieten Unternehmen daher Proben ihrer Produkte an. Die Kunden sollen sich so von der Qualität überzeugen und zu Käufern werden. Auch bei Domains konnten die „Käufer“ lange Jahre erst einmal „probieren“, ob das Produkt (die registrierte Domain) die Erwartungen in Bezug auf Type-in-Traffic und den damit verbundenen möglichen Werbeerlösen erfüllt. „Anstatt 0,01 Prozent behielten die Registranten signifikant mehr Domains. Der höhere Type-in-Traffic steigerte den potenziellen Gewinn und erlaubte es mehr Registranten und Registraren, an diesem Spiel teilzunehmen und damit die Zahl der dauerhaft registrierten Domains bei den Registrierungsstellen Verisign und PIR (.org) in die Höhe zu treiben. „Dieser überraschende Anstieg der Registrierungen und Gewinne veranlasste die Registrierungsstellen, diese zweite Welle des Domain Tasting insgeheim zu unterstützen“, schrieb Internet-Investor Tom Schilling in seiner Analyse des Phänomens Domain Tasting Ende 2006 auf circleid.com. Schilling vermutete bereits damals, dass die Entwicklung Registrierungsstellen wie Verisign wohl dazu verleiten würde, Schritte gegen das Domain Tasting einzuleiten.
Tatsächlich dauerte es aber noch eine ganze Weile, bis die ICANN gemeinsam mit den Registrierungsstellen die Rahmenbedingungen für die großen generischen Top Level Domains wie Verisign, PIR oder Afilias änderte. Erst im Juli 2008 setzte sie den Rahmen des Möglichen innerhalb der fünftägigen Add-Grace-Period auf entweder 50 Domains oder zehn Prozent der monatlichen Netto-Neuregistrierungen des Registrars. Welches dieser beiden Limits angewendet wurde, hing davon ab, welches für den Registrar mehr Vorteile bot. Zusätzlich schrieb ICANN den Registrierungsstellen vor, ihren Registraren für jede über das gesetzte Limit hinausgehende gelöschte Domain 20 US-Cents zu berechnen. Diese Übergangsregel wurde durch die im April 2009 in Kraft getretene AGP Limits Policy abgelöst. Seither erhält der Registrar für die Löschungen, die über sein individuelles Limit hinausgehen, keine Erstattung der regulären Jahresgebühren vor der Registrierungsstelle. Mitte Dezember 2009 gab die ICANN bekannt, dass die Zahl der innerhalb der Add-Grace-Period gelöschten Domains seit der Einführung der AGP Limits Policy um rund 99,7 Prozent gesunken sei.
Altes Spiel mit neuen Spielern?
Bereits einen Tag, nachdem die ICANN den Erfolg der AGP Limits Policy bekannt gab, meldete das von Andrew Allemann betriebene US-Blog domainnamewire.com, dass eine Wiederauflage des Domain Tastings zu erwarten sei. In seinem Blogeintrag von 17. Dezember 2009 schrieb Allemann, dass sich lediglich die Regeln des Spiels geändert hätten. „Jetzt sind Registrare bei der Zahl der Domains begrenzt, die sich zurückgeben können, also brauchen sie für ihre Erstregistrierungen eine höhere Treffergenauigkeit. Und die bekommen sie dank Daten aus einer ganzen Reihe von Quellen“, so Allemann. Auf Nachfrage teilte Allemann mit, dass diese Daten hauptsächlich von Internetservice-Providern gesammelt werden. Auf Grundlage dieser Daten könne ziemlich genau bestimmt werden, welche Domains den höchsten Type-in-Traffic aufweisen, so der Blogger.
Die ICANN-akkreditierten Registrare sind jedoch nicht auf diese von anderen Providern gesammelten Daten angewiesen. Denn selbst die Registrierungsstelle Versign bietet ihren Registraren einen so genannten „Domain Name Intelligence“-Dienst an. Der „VeriSign Internet Profile Service for Registrars“ soll den Registraren gute Unterstützung bieten, so die englische Webseite des Unternehmens. Er bietet Informationen über Millionen von Domains, die mit existierenden Zonendateien abgeglichen wurden, und er soll dazu beitragen, bestehenden und auch potenziellen Kunden rechtzeitig zum Ende der Registrierungsperiode passende Angebote zu unterbreiten. Im Rahmen des „Internet Profile Service“ bietet Versign den Registraren verschiedene Berichte an. So können sich die Marketing-Abteilungen der Registrare etwa eine Liste ihrer .com- und .net-Domains erstellen lassen, die dreißig bis fünfundvierzig Tage nach der Registrierung nicht auf Webseiten verweisen. Im Beta-Stadium befindet sich gegenwärtig der Bericht mit dem Titel „Pending Delete Domain Evaluation“. Dieser Bericht soll Registraren Daten liefern, mit deren Hilfe sie den Wert von Domains bestimmen, die in Kürze gelöscht werden. Zu diesen Domains gehören beispielsweise die, deren Inhaber die Auto-renew Grace Period oder die Redemption Grace Period verstreichen ließen. Zusätzlich zu diesen Informationsdiensten bietet Versign auch einen so genannten „Domain Name Suggestion Service“ an. Mit diesem Dienst sollen Registrare ihre Kunden auf weitere Domains aufmerksam machen, die für den Webauftritt der Kunden genutzt werden könnten. Die Registrare werden die Einstellung des Dienstes, beispielsweise was die Nutzung verwandter Begriffe angeht, selbst bestimmen können. So steht es zumindest auf der englischen Webseite von Verisign.
Angesichts der Fülle an Informationen, die den Registraren zur Verfügung steht, und angesichts der beendeten zweiten Welle des Domain Tastings, sieht Blogger Allemann die Chancen der Domainer schwinden, zukünftig noch Domains mit einem hohem Potenzial für Type-in-Traffic zu registrieren. Er erwartet stattdessen, dass sich in den nächsten Jahren vor allem die akkreditierten Registrare viel versprechende Domains sichern, um deren wirtschaftlichen Wert zu testen. Dass die Registrare diese neue Variante des Domain Tastings im Auftrag ihrer Kunden betreiben, hält Allemann für unwahrscheinlich. Auch die Einführung der neuen Top-Level-Domains wird das bislang bekannte Domain Tasting nicht wiederbeleben. Die Add-Grace-Policy gilt für alle Betreiber von generischen Top-Level-Domains, sofern diese eine derartige Regelung implementiert haben, so die Auskunft des Brüsseler Büros von ICANN.
Tags: Domain, Domainmarkt, Domains, Domainvermarkter-Magazin-3
Domainmarkt — steht der nächste große „Goldrausch“ bevor?
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DomainVermarkter MAGAZIN: Dritte Ausgabe
Nach der positiven Resonanz auf das letzte Domainvermarkter MAGAZIN ist nun die dritte Ausgabe erschienen. Aktuelle Themen, Humor, Rückblicke auf Veranstaltungen – das alles erwartet Domainer in dieser 42-seitigen Ausgabe!
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Tags: Domains, Domainvermarkter
DomainvermarkterForum 2010 – München
Geschrieben am 01 Januar 2011 von von Domainvermarkter
Vom 2.9. – 3.9.2010 findet im im SofitelMünchen Bayerpost das mittlerweile sechste DomainvermarkterForum statt. Auf der grössten und bedeutendsten deutschen Veranstaltung für „Domainer“ werden über 120 Teilnehmer mit weit über 500.000 Domainnamen erwartet. Ebenfalls erwarten wir wieder die Vertreter der wichtigsten deutschen Registrare und Parking-Programme.
Die Ergebnisse der Domain-Auktion 2009 im Rückblick:
50.000,00 € designer.de
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5.500,00 € promi.de
5.500,00 € mitbewohner.de