Source: http://obk.de/cms200/gesundheit_soziales/soziales/ratbehin/be/
Timestamp: 2018-07-20 16:23:58
Document Index: 41257323

Matched Legal Cases: ['§ 136', '§ 71', '§ 81', '§ 77', '§ 81', '§ 81', '§ 85', '§ 68']

Oberbergischer Kreis: Berufliche Eingliederung
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Der Personenkreis der Jugendlichen mit Behinderungen bedarf während und nach der Beendigung der Schulzeit einer besonderen Begleitung, um auf dem Arbeitsmarkt eingegliedert zu werden und zu bleiben. Schon für den nichtbehinderten Jugendlichen ist es heute schwer, einen seinen Wünschen entsprechenden Ausbildungsplatz zu erhalten. Wesentlich schwieriger ist es dagegen für den Jugendlichen mit Behinderung, einen seinen Wünschen und seiner Behinderung entsprechenden Ausbildungsplatz zu bekommen.
Bei den Agenturen für Arbeit sind daher besonders ausgebildete Berater für Menschen mit Behinderung tätig. Sie führen zum Beispiel in den Förderschulen oder den Agenturen für Arbeit Einzelberatungen mit den Jugendlichen mit Behinderungen und ggf. ihren Eltern durch und sind bei der Vermittlung in leistungsgerechte Ausbildungsstellen behilflich. Bei Bedarf können die Beratungsfachkräfte den ärztlichen, psychologischen und/oder technischen Beratungsdienst einschalten. Den Ausbildungsbetrieben können einzelfallbezogen Zuschüsse für die betriebliche Ausbildung gezahlt werden.
Für Jugendliche mit Behinderung, die durch eine betriebliche Ausbildung nicht gefördert werden können, besteht die Möglichkeit, die Teilnahme an berufsvorbereitenden Maßnahmen, überbetrieblichen Ausbildungen oder Ausbildungen in Berufsbildungswerken zu finanzieren. Eine Anmeldung in diese Einrichtungen erfolgt durch die Beratungsfachkraft der Agentur für Arbeit, sofern die persönlichen Voraussetzungen vorliegen.
Reha/SB-Team 161
Bensberger Straße 85
Telefon 02202 9333-800
Fax 02202 9333-422
E-Mail BergischGladbach.Reha-SB@arbeitsagentur.de
Eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) ist definiert als eine Einrichtung zur Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben und zur Eingliederung in das Arbeitsleben (§ 136 SGB IX). Sie bietet denjenigen behinderten Menschen, die wegen Art oder Schwere der Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können, einen Arbeitsplatz oder Gelegenheit zur Ausübung einer geeigneten Tätigkeit. Auf die Art oder die Ursache der Behinderung kommt es nicht an.
Die in der WfbM beschäftigen behinderten Menschen haben zum großen Teil einen arbeitnehmerähnlichen Rechtsstatus. Sie erhalten ein Arbeitsentgelt, das aus dem Produktionserlös der WfbM gezahlt wird, und sie sind unfall-, kranken-, pflege- und rentenversichert (Sozialversicherung), i. d. R. jedoch nicht in die Arbeitslosenversicherung einbezogen.
Die Menschen mit Behinderung aus dem Oberbergischen Kreis werden in folgenden Einrichtungen betreut:
Behinderten Werkstätten Oberberg GmbH
Faulmerter Straße 21
Telefon 02262 718-0
Fax 02262/718200
E-Mail Info@bwo-wiehl.de
Lebenshilfe-Werkstätten Leverkusen/Rhein Berg gGmbH
Alte Bahnhofstraße 28
Telefon 02267 8864-0
E-Mail werkstatt.wipperfuerth@wfbm-lev.de
Altenhöhe 11
Telefon 02196 9503-0
Fax 02196 4809
E-Mail info@wlh.de
www.wlh.de
RAPS – Gemeinnützige Werkstätten GmbH
Lockenfeld 3
Telefon 02261 9268-0
Fax 02261 9268-50
E-Mail: info@wfbm-raps.de
www.wfbm-raps.de
Behinderte Menschen im Arbeitsleben
Arbeit ist gerade für behinderte Menschen eine wichtige Voraussetzung für eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. Das SGB IX hat hier einen Schwerpunkt gesetzt. Es ist erklärtes Ziel, die Erwerbsfähigkeit behinderter oder von Behinderung bedrohter Menschen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit zu erhalten, zu verbessern, herzustellen oder wiederherzustellen. Dabei soll diese Teilhabe am Arbeitsleben möglichst auf Dauer gesichert werden.
Private und öffentlich-rechtliche Arbeitgeber, die über mindestens 20 Arbeitsplätze verfügen, haben auf wenigstens 5% der Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen (§ 71 Abs. 1 SGB IX, Beschäftigungspflicht). Die Pflichtquote stellt den Mindestanteil fest. Der Arbeitgeber, der seiner Beschäftigungspflicht nachkommt, ist aber deshalb nicht von seiner Verpflichtung befreit zu prüfen, ob freie Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen besetzt werden können (§ 81 Abs. 1 Satz 1 SGB IX). Die Beschäftigungspflicht bezieht sich auf schwerbehinderte und den Schwerbehinderten gleichgestellte Menschen. Solange Arbeitgeber die vorgeschriebene Zahl von schwerbehinderten Menschen nicht beschäftigen, haben sie für jeden unbesetzten Pflichtplatz eine Ausgleichsabgabe zu entrichten (§ 77 Abs. 1 Satz 1 SGB IX). Die Höhe der Ausgleichsabgabe beträgt je unbesetzten Pflichtplatz:
105 Euro bei einer Beschäftigungsquote
ab 3% bis unter 5%
180 Euro bei einer Beschäftigungsquote
ab 2% bis unter 3%
260 Euro bei einer Beschäftigungsquote
unter 2%
Arbeitgeber mit:
weniger als 40 Arbeitsplätzen müssen 1 schwerbehinderten Menschen beschäftigen; sie zahlen je Monat 105 Euro, wenn sie diesen Pflichtplatz nicht besetzen;
weniger als 60 Arbeitsplätzen müssen 2 Pflichtplätze besetzen; sie zahlen 105 Euro, wenn sie nur 1 Pflichtplatz besetzen, und 180 Euro, wenn sie keinen schwerbehinderten Menschen beschäftigen.
Arbeitgeber müssen schwerbehinderte Menschen so beschäftigen, dass diese ihre Fähigkeiten und Kenntnisse möglichst voll verwerten und weiterentwickeln können (§ 81 Abs. 4 SGB IX). Für die Teilhabe des behinderten Menschen am Arbeitsleben ist es entscheidend, dass er auf einem für ihn geeigneten Arbeitsplatz beschäftigt wird. Die Aufgabe besteht darin, für den behinderten Menschen im Betrieb einen Arbeitsplatz zu ermitteln, auf dem die nicht beeinträchtigten Funktionen genutzt werden können. Wenn möglich ist der Arbeitsplatz mit Rücksicht auf die Funktionseinschränkungen so zu gestalten, dass möglichst die geforderte Leistung erzielt werden kann. Die Verpflichtung des Arbeitgebers zur behindertengerechten Gestaltung des Arbeitsplatzes in organisatorischer und technischer Hinsicht ergibt sich aus § 81 Abs. 4 SGB IX. In diesem Zusammenhang kommt auch der Einrichtung von Teilzeitarbeitsplätzen eine wichtige Bedeutung zu. Heimarbeitsplätze oder Telearbeitsplätze sind für behinderte Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, eine gute Alternative. Die behindertengerechte Arbeitsplatzgestaltung verfolgt sowohl das Ziel der Prävention als auch der Rehabilitation und Teilhabe am Arbeitsleben: Es werden Belastungen abgebaut sowie gesundheitliche Schäden - und damit das Entstehen von Behinde-rungen - vermieden.
Telefon 02202 9333-0
Singerbrinkstraße 43
Telefon 02261304-0
Dienststelle Wipperfürth
Telefon 02267 8833-0
Dienststelle Waldbröl
Vennstraße 13a
Telefon 02291 9212-0
sowie die Fürsorgestelle des Oberbergischen Kreises (siehe Kündigungsschutz).
Der besondere Kündigungsschutz nach den §§ 85 – 92 SGB IX ist ein wichtiger Bestandteil des Schwerbehindertenrechts. Er gilt für schwerbehinderte Arbeitnehmer und den Schwerbehinderten gleichgestellte Arbeitnehmer. Dieser Kündigungsschutz besteht sowohl bei ordentlichen als auch bei außerordentlichen Kündigungen (auch Änderungskündigungen). Ohne vorherige Zustimmung des Integrationsamtes, der eine entsprechende Sachverhaltsermittlung der Fürsorgestelle vorausgeht, kann das Arbeitsverhältnis eines schwerbehinderten Arbeitnehmers nicht wirksam gekündigt werden. In jeder Lage dieses Verwaltungsverfahrens soll eine gütliche Einigung angestrebt werden.
Die Kündigung eines schwerbehinderten Menschen innerhalb von 6 Monaten seit Bestehen des Arbeitsverhältnisses ist jedoch zustimmungsfrei; ebenso wie unter bestimmten Voraussetzungen Kündigungen von schwerbehinderten Menschen, die sozial abgesichert sind (Stichwort: Sozialplan).
Weitere Informationen zum Kündigungsschutz schwerbehinderter Arbeitnehmer erteilt die Fürsorgestelle des Oberbergischen Kreises unter:
Fax 02261 88-5024
Telefon 02261 88-5037
Fax 02261 88972-5037
E-Mail frank.klein@obk.de
Telefon 02261 88-5027
Fax 02261 88972-5027
E-Mail ulrike.stahl@obk.de
Behinderte Menschen haben es im Arbeitsleben in der Regel schwerer als nichtbehinderte Menschen. Hier setzt die persönliche Hilfe durch die örtliche Fürsorgestelle ein. Durch Beratung und Betreuung in allen Fragen des Arbeitslebens, insbesondere bei persönlichen Schwierigkeiten, Arbeitsplatzproblemen bei Umsetzungen, bei Fragen im Zusammenhang mit der Schwerbehinderung, bei Konflikten mit Kollegen, Vorgesetzten und dem Arbeitgeber, bei Gefährdung des Arbeitsplatzes bis hin zur psychosozialen Betreuung sind die Mitarbeiter der Fürsorgestelle behilflich.
Finanzielle Hilfe an behinderte Menschen
Soweit berufstätige Menschen mit Behinderung zur Erhaltung oder Erreichung ihres Arbeitsplatzes finanzieller Hilfe bedürfen, können Hilfen durch die Fürsorgestelle oder das Integrationsamt gewährt werden. Teilweise müssen die persönlichen, finanziellen Verhältnisse berücksichtigt werden.
Hierbei kann es sich zum Beispiel handeln um:
persönliche, berufsspezifische Hilfsmittel
Hilfen zum Erreichen des Arbeitsplatzes (Kfz)
Hilfen zur behindertengerechten Zuwegung zur Wohnung / zum Haus
Finanzielle Hilfe an Arbeitgeber
Die heutige Technik bietet viele Möglichkeiten, durch entsprechende Herrichtung der Arbeitsplätze, behinderten Menschen die Ausübung einer Tätigkeit zu erleichtern oder überhaupt erst zu ermöglichen. Grundsätzlich sind diese Kosten vom Arbeitgeber zu tragen. Soweit die behindertengerechte Ausstattung des Arbeitsplatzes mit unverhältnismäßig hohen Aufwendungen verbunden ist, können dem Arbeitgeber finanzielle Hilfen gewährt werden.
Bei den finanziellen Hilfen an Menschen mit Behinderung und an Arbeitgeber kann es im Einzelfall zweifelhaft sein, ob das Integrationsamt, die Fürsorgestelle oder ein Rehabilitationsträger zuständig ist. Auskünfte hierzu und zu weiteren Voraussetzungen für die finanziellen Hilfsangebote gibt die Fürsorgestelle des Oberbergischen Kreises unter den zuvor genannten Telefonnummern.
Aus den bisherigen psychosozialen und berufsbegleitenden Diensten haben sich im Zuge der Novellierung des (seinerzeit noch gültigen) Schwerbehindertengesetzes im Jahre 2000 die Integrationsfachdienste entwickelt. Integrationsfachdienste sind im Auftrag der Rehabilitationsträger, der Integrationsämter und der Fürsorgestellen bei Maßnahmen zur Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben beteiligt. Sie sind zuständig für schwerbehinderte Menschen mit einem besonderen Bedarf an arbeitsbegleitender Betreuung. Die nachfolgenden Fachdienste stehen für Beratung und Unterstützung zur Verfügung. Die Integrationsfachdienste helfen auch bei der Vermittlung von Arbeitsstellen.
Einrichtung Kontakt
Koordination bei:
Paffrather Straße. 70
Claudia Seydholdt
Telefon 02202 2561261
Fax 02202 2561220
E-Mail c.seydholdt@die-kette.de
www.die-kettede
IFD für seelisch behinderte Menschen
(Betreuung und begleitende Hilfe im Arbeitsleben)
Vollmerhauserstraße 34
Bettina Heymel
Telefon 02261 4780121
Fax 02261 9693549
E-Mail b.heymel@ifd-gl.de
IFD für geistig und körperlich behinderte Menschen
Peter Ditscheid
Telefon 02261 4780120
Fax 02261 9478595
E-Mail p.ditscheid@ifd-gl.de
IFD (REHA Vermittlung von Menschen mit seelischen, geistigen und körperlichen Behinderungen)
Babette Engels
Telefon 02261 4780122
E-Mail b.engels@ifd-gl.de
IFD für hörgeschädigte Menschen
Lupusstraße 22
50670 Köln Peter Lubenow
Telefon 0221 2943104
(auch Schreibtelefon)
Fax 0221 2943500
E-Mail p.lubenow@ifd-koeln.de
www.ifd-koeln.de
IFD für blinde und sehbehinderte Menschen Lupusstraße 22
Birgit Morgen
Telefon 0221 2943401
Fax 0221 2943365
E-Mail b.morgen@ifd-koeln.de
Berufsförderungswerk Düren für Blinde und sehbehinderte Menschen
Herr Geipel
Telefon 02421 598106
Fax 02421 598190
E-Mail geipel@bfw-dueren.de
Schwerbehinderte Menschen haben Anspruch auf einen bezahlten zusätzlichen Urlaub von 5 Arbeitstagen im Urlaubsjahr. Verteilt sich die regelmäßige Arbeitszeit des schwerbehinderten Menschen auf mehr oder weniger als fünf Arbeitstage in der Kalenderwoche, erhöht oder vermindert sich der Zusatzurlaub entsprechend. Soweit tarifliche oder betriebliche Regelungen günstiger sind, gelten diese natürlich.
Den Schwerbehinderten gleichgestellte Menschen haben keinen Anspruch auf diesen Zusatzurlaub (§ 68 SGB IX).
Schwerbehinderte Menschen und ihnen gleichgestellte Menschen werden auf ihr Verlangen von Mehrarbeit freigestellt. Mehrarbeit ist diejenige Arbeit, die über die normale, gesetzliche Arbeitszeit hinausgeht. Die gesetzliche, werktägliche Arbeitszeit beträgt 8 Stunden. Zu beachten ist hierbei, dass bei 6 Werktagen also 48 Stunden die Woche maßgebend sind. Zu unterscheiden hiervon sind Überstunden, die auch innerhalb der 8-Stunden-Regelung anfallen können; zum Beispiel bei einer tariflichen Arbeitszeit von 7 Stunden arbeitstäglich.