Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Baden-W%C3%BCrttemberg&Datum=10.05.1995&Aktenzeichen=A%2013%20S%201796/93
Timestamp: 2020-02-21 19:46:36
Document Index: 92354519

Matched Legal Cases: ['Art 16', '§ 51', '§ 15', '§ 98', '§ 108', '§ 438']

VGH Baden-Württemberg, 10.05.1995 - A 13 S 1796/93 - dejure.org
https://dejure.org/1995,3131
VGH Baden-Württemberg, 10.05.1995 - A 13 S 1796/93 (https://dejure.org/1995,3131)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 10.05.1995 - A 13 S 1796/93 (https://dejure.org/1995,3131)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 10. Mai 1995 - A 13 S 1796/93 (https://dejure.org/1995,3131)
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Keine Gruppenverfolgung der Christen aus dem Nordsudan; zur Sippenhaft; keine beachtliche Verfolgungswahrscheinlichkeit allein wegen Auslandsaufenthalt oder Asylbeantragung; Beweiswürdigung: begründete Zweifel an der Echtheit einer Urkunde
Art 16a Abs 1 GG, § 51 Abs 1 AuslG 1990, § 15 Abs 1 AsylVfG 1992, § 98 VwGO, § 108 Abs 1 VwGO, § 438 ZPO
VG Karlsruhe, 10.08.1993 - A 9 K 16572/91
BVerwG, 04.09.1995 - 9 B 550.95
VBlBW 1995, 280 (Ls.)
Dies beruht auf den regional unterschiedlichen ethnisch-religiösen Verhältnissen, dem vornehmlich die südlichen Provinzen betreffenden Bürgerkrieg sowie den damit einhergehenden verschiedenen politischen Machtbereichen (ebenso VGH Baden- Württemberg, Urteil vom 10. Mai 1995 - A 13 S 1796/93 -, zitiert in juris, dort S. 8).
Der Senat befindet sich damit in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg (vgl. Urteile vom 10. Mai 1995 - A 13 S 1796/93 - und - A 13 S 2943/92 -, jeweils zitiert nach juris) und des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (vgl. Urteil vom 23. Juli 1996 - 25 BA 96.32298 -).
Der VGH Baden-Württemberg und der Bayerische Verwaltungsgerichtshof sind bereits diesen Annahmen in ihren Urteilen von 1995 und 1996 entgegengetreten (vgl. VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 10. Mai 1995 - A 13 S 1796/93 - zitiert nach juris; BayVGH, Urteil vom 23. Juli 1996 - 25 BA 96.32298 -, S. 19 ff. des Urteilsabdrucks).
Bereits dies muss angesichts der heutigen Fotokopiertechnik und der sich hieraus ergebenden Manipulationsmöglichkeiten begründete Zweifel an der Echtheit des lediglich in unbeglaubigter Kopie vorgelegten Registerauszuges hervorrufen (vgl. VGH Bad.-Württ., Urt. v. 10.5.1995 - A 13 S 1796/93 -, VBlBW 1995, Beil. 8/1995, B 3, Ls 280/1995).
Soweit die Beklagte es für nicht "nicht nachvollziehbar" bzw. "unrealistisch" hält, dass der Kläger einerseits von Ordnungs- und Sicherheitskräften verfolgt, insbesondere mehrmals festgenommen worden sei, er andererseits sein Heimatland ungehindert-zudem mit einem Schlepper- habe verlassen können, lassen sich hieraus Bedenken gegen die Glaubhaftigkeit der Sachdarstellung in deren Kern nicht zwingend ableiten, zumal dies Einflussnahmemöglichkeiten - etwa bei entsprechender Bestechung - im Sudan nicht berücksichtigt (vgl. hierzu IfA vom 27. November 1991 an VG Ansbach zu AN 13 K 91.41125 u. a.; AA vom 9. November 1994 an VGH Baden-Württemberg zu A 13 S 1796/93; Dt. Orient-Inst. vom 14. März 1998 an VG Mainz zu 8 K 2823/97.MZ).
Zu derselben Einschätzung kommt auch der VGH Baden-Württemberg in seinem Urteil vom 10. Mai 1995 - A 13 S 1796/93 - (vgl. S. 41 des Urteilsabdrucks zur Frage der Beeinträchtigung der Religionsfreiheit, n. v.).