Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/136602,0.html
Timestamp: 2019-08-25 21:04:15
Document Index: 269017570

Matched Legal Cases: ['§ 929', '§ 433', '§ 271', '§ 323', '§ 346', '§ 286']

brauche ratschlag wegen rückgabe einer sache
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Verfasst am: 30 Mai 2007 - 00:37:57 Titel: brauche ratschlag wegen rückgabe einer sache
ich hätte eine Frage an euch und wäre erfreut wenn ihr mir ein wenig weiterhelfen könntet
Ich habe vor ca.3 Wochen jemanden aus meinem Studiumkreis ein Buch verkauft"eigentlich".
Ich befinde mich im ersten Semester(wiwiHabe direkt paar Leute kennengelernt und einer wollte mein gebrauchtes Buch kaufen.
nun sind 3 wochen um.Er meinte zu mir vor paar Tagen,er möchte es nicht mehr kaufen doch er drückt sich immer mir das Buch wiederzugeben(mit Absicht). spreche ihn fast jeden tag darauf an mir das buch zurückzugeben weil er es sich anders überlegt hat(er ist 24 jahre alt-da kann man wohl erwarten,dass er sich wie ein erwachsener Mensch verhält!)
was würdet ihr an meiner Stelle machen?Soll ich es richtig laut ansprechen z.b. vor den anderen Kommilitonen damit jeder mitbekommt was für ein betrüger er ist?
oder z.b. während einer Wirtschaftsprivatrechtvorlesung den Prof bitten herrn kommilitonen (
dabei den Typen mit Finger anzeigen) über seine Pflichten aufzuklären?
p.s. eigentlich könnte ich zur Polizei gehen,doch das Buch ist nicht so viel Wert.
Meine Gedanken sagen mir immer wieder"lass dir das nicht bieten"
Verfasst am: 30 Mai 2007 - 01:00:08 Titel:
hmm... das ist eine sehr blöde Situation, aber soweit ich sehen kann jetzt mehr eine "halb-rechtliche" Frage, als eine psychologische.
Ich persönlich denke, dass es nicht unbedingt Sinn macht, ihn vor allen Kommilitonen darauf anzusprechen - jemand der so dreist ist, auf so eine Art und Weise jemandes Eigentum zu unterschlagen, entgegnet Dir womöglich dann vor versammeltem Hörsaal noch irgendetwas Unverschämtes, anstatt einzusehen, dass er etwas falschgemacht hat.
vielleicht haben die Juristen ja einen guten Tipp hierfür - sowas fällt ja noch nicht wirklich unter Rechtsberatung, oder...?
Ich verschiebe das Thema mal ins Jura-Forum
Verfasst am: 30 Mai 2007 - 02:56:45 Titel: Re: brauche ratschlag wegen rückgabe einer sache
maloww hat folgendes geschrieben:
ZUr Polizei oder Juristich kannste nur,wenn er dir etwas unterschrieben hat,einen Kaufvertrag.
Dann sollte aber im Kaufvertrag auch stehen
2.) Übergabe des Buches
3.) Wann das Geld übergeben werden sollte
Wenn Du das nicht hast,kannste dort nichts ausrichten.
Sage ihm klipp und klar,da er das Buch mitbringen soll,oder das Geld dafür.Weigert er sich weiterhin,haste wohl Lehrgeld bezahlt,und verkaufst in Zukunft nichts mehr ohne Kaufvertrag,oder auf Bump.
Verfasst am: 30 Mai 2007 - 09:09:20 Titel:
Unterschriebener Kaufvertrag ist doch kompletter Unsinn.
Ein Kaufvertrag kann auch mündlich geschlossen werden und wenn die beiden sich mündlich geeinigt haben sind die Formalia für einen wirksamen Kaufvertrag auf jeden Fall gegeben.
Mit der Beweislast sieht es da schon schwieriger aus.
Fakt ist: Du kannst auf die Herausgabe des Buches pochen, ganz egal ob geliehen oder "verkauft", da es dein Eigentum ist.
Was du natürlich "riskieren" könntest ist ein gerichtliches Mahnverfahren. Das geht heutzutage schon ganz schnell (ich habs selbst schon min. 3 mal gemacht). Einfach einen Mahnbescheid beantragen, da er sich ja laut eurem mündlichen Kaufvertrag in Verzug befindet und danach zahlt er schon. Diese offiziellen Briefe vom Gericht haben auf säumige Schuldner immer eine abschreckende Wirkung Ich glaube nicht, dass er es auf einen Rechtsstreit ankommen lässt. Allerdings muss er für Gerichtskosten etc. schon finanziell ein wenig "bluten" und er wird sich fragen, ob er sowas nochmal tut.
Verfasst am: 30 Mai 2007 - 09:58:20 Titel:
Eigentlich ist ja der Kommilitone Eigentümer geworden, denn der Übergang des Eigentums hängt ja nicht von der Zahlung des Kaufpreises ab (es sei denn es wurde etwas anderes vereinbart). Oder verstehe ich da als juristischer Anfänger was falsch?
Verfasst am: 31 Mai 2007 - 23:26:59 Titel:
Ohne etwas schriftliches kann er doch gar nichts beweisen
Verfasst am: 31 Mai 2007 - 23:28:40 Titel:
Selbst beim Leihen,muss man es sich unterschreiben lassen.Kennen wir von jeder Bücherrei oder Videothek
Klar kannste zum gericht,aber die Aussicht auf Erfolg dürfte ohne etwas schriftliches sehr sehr gering sein
Verfasst am: 01 Jun 2007 - 00:27:19 Titel:
Glueckwunsch. Du hast das Trennungsprinzip verstanden.
A ist Eigentuemer durch Einigung und Uebergabe geworden, § 929 S. 1
B hat gegen A einen Anspruch auf Kaufpreiszahlung aus § 433 II. Sofern dieser faellig ist, § 271 kann A nach Mahnung vom Vertrag nach § 323 zuruecktreten. Nach § 346 I muss B dann dem A Eigentum und Besitz an dem Buch verschaffen.
Ob A seinen Anspruch gegen B erfolgreich gerichtlich geltend machen kann muss an dieser Stelle dahingestellt bleiben. Es wird wohl darauf an kommen, ob er durch Hinzuziehung von Zeugen das Gericht ueberzeugen kann, dazu § 286 ZPO
Verfasst am: 01 Jun 2007 - 01:56:25 Titel:
Ist doch mein Reden gewesen.
Verfasst am: 01 Jun 2007 - 10:32:39 Titel:
Wenn ein Kaufvertrag zutande gekommen ist, kannst de denjenigen anmahnen ínnerhalb einer angemessenen Frist (zB 3 Wochen) den Kaufpreis zu zahlen und androhen den Anspruch danach einzuklagen.
Die Beweissituation sieht allerdings schlecht aus. Du müßtest vor Gericht beweisen, daß ein Kaufvertrag zustande gekommen ist. Der Beklagte bräuchte eigentlich nichts mehr zu tun als dies zu bestreiten.
Vielleicht könntest de Glück haben, daß er im Prozess Äußerungen macht, die auf Vertragsverhandlungen schließen lassen bzw. irgendeine Art der Widersprüchlichkeit erkennen lassen oder dass er das besagte Buch kennt. Vielleicht hast de ja irgendeine permanente Markierung ins Buch hineingeschrieben und man könnte beantragen, daß er das Buch mal dem Gericht zeigt. Wenn er das Buch nicht vorzeigen will, spricht das nicht für ihn. Aber an sich steht die Beweisführung schon auf wankligen Beinen bei dir.
Ein Ding wäre vielleicht noch, wenn derjenige alleine lebt und gerne zu den Semesterferien in den Urlaub fährt, ein Mahnverfahren gegen ihn einzuleiten. Vielleicht meldet er sich ja nicht rechtzeitig und du bekommst nen Vollstreckungsbescheid gegen ihn durchgesetzt.
Ansonsten, reg' dich da nicht so drüber auf. Dann hat er halt das Buch. Du weist wenigstens jetzt wo du dran bist. Wer es tatsächlich so nötig hat jemand anderem ein Buch bzw. den Kaufpreis vorzuenthalten und denkt damit weis gott wie gewieft zu sein, hat wesentlich größere Probleme als du dir vorstellen kannst.