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Timestamp: 2017-12-11 11:33:56
Document Index: 340289772

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 7', '§ 7', '§ 8', '§ 9', '§ 10']

Neue GefStoffV: Seit Dezember sind die Schutzstufen für Gefahrstoffe gestrichen - wirtschaftswissen.de
Neue GefStoffV: Seit Dezember sind die Schutzstufen für Gefahrstoffe gestrichen
Von Wolfram von Gagern, 17.02.2011
Frage: Durch die neue Gefahrstoffverordnung entfiel die Kopplung der Schutzmaßnahmen an das GHS-Kennzeichnungssystem. Doch wie soll ich denn nun geeignete Schutzmaßnahmen für unseren Betrieb auswählen?
Was sich durch die neue Gefahrstoffverordnung ändert
Antwort: Keine Panik! Durch die neue GefStoffV brauchen Sie nicht mehr Schutzmaßnahmen als bisher zu ergreifen. Genau an diesem Punkt ist die neue Verordnung für Sie sogar noch übersichtlicher geworden. Während die Anforderungen an die Schutzmaßnahmen bisher in der Verordnung wenig strukturiert auf unterschiedliche Paragrafen verteilt waren, finden Sie jetzt in der Verordnung klar strukturierte und aufeinander aufbauende Maßnahmenpakete. Herzstück der Verordnung sind die §§ 6 bis 10. Dort sind die Anforderungen an die Gefährdungsbeurteilung, Grundpflichten und Schutzmaßnahmen in Abhängigkeit von der Gefährdung beschrieben.
Die Schutzmaßnahmen-Pakete der Gefahrstoffverordnung
Die §§ 7 bis 10 beschreiben konkrete Maßnahmenpakete, die Sie in Abhängigkeit von den auftretenden Gefährdungen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen umsetzen müssen. Die Maßnahmenpakete der GefStoffV 2010 bauen aufeinander auf. Das bedeutet für Sie: Die in § 7 beschriebenen Grundpflichten müssen Sie stets erfüllen. Die Schutzmaßnahmen-Pakete werden mit steigender Gefährdung Schritt für Schritt umfangreicher. Bei geringer und normaler Gefährdung haben Sie neben den Grundpflichten zusätzlich die in § 8 beschriebenen allgemeinen Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Bei erhöhter Gefährdung kommen zusätzliche Maßnahmen nach § 9 hinzu. Bei Tätigkeiten mit bestimmten chronisch schädigenden Stoffen sind außerdem besondere Schutzmaßnahmen nach § 10 erforderlich.
Höhere Flexibilität durch neue Gefahrstoffverordnung
Welche Schutzmaßnahmen in Ihrem Betrieb erforderlich sind, legen Sie auf Grundlage des Ergebnisses Ihrer Gefährdungsbeurteilung fest. Die GefStoffV 2010 ermöglicht Ihnen größere Flexibilität. Nun ist die Formulierung im Hinblick auf die „geringe Gefährdung“ so gewählt, dass grundsätzlich auch bei Gefahrstoffen, die mit dem Totenkopfsymbol zu kennzeichnen sind, eine geringe Gefährdung vorliegen kann. Beispiele für Tätigkeiten mit geringer Gefährdung sind:
Verwendung von Gefahrstoffen, die für den privaten Endverbraucher im Einzelhandel in Selbstbedienung erhältlich sind („Haushaltsprodukte“), wenn sie unter für Haushalte üblichen Bedingungen (geringe Menge und kurze Expositionsdauer) verwendet werden
Ausbesserung kleiner Lackschäden mit Lackstiften
Verwendung und Aufbewahrung haushaltsüblicher Mengen von Klebstoffen
Titration mit Kaliumchromatlösung
Wichtig für Sie: Tätigkeiten mit Gefahrstoffen in engen Räumen und Behältern sind keine Tätigkeiten mit geringer Gefährdung.
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