Source: https://media.zwp-online.info/archiv/pub/gim/ex/2013/ex0213/index.html
Timestamp: 2019-05-21 19:09:35
Document Index: 244438040

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§4', '§4', '§4', '§23', '§25', '§22']

Editorial: Hygiene schützt, Hygiene nützt
Christin Bunn, Redaktion ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis
Eine Vielzahl hygienischer Anforderungen bestimmt den Alltag aller Praxisinhaber. Schließlich werden im Zweifelsfall genau diese zur Verantwortung gezogen, sodass die Einhaltung und Realisierung der gesetzlichen Normen und Richtlinien Selbstverständlichkeit sein sollte. Denn fest steht, dass durch die Umsetzung einer ordnungsgemäßen Praxishygiene Zahnarzt, Team und Patienten vor potenziellen Infektionen geschützt werden...
Überblick: Hygiene in der Zahnarztpraxis
Die letzten Monate haben entscheidende Veränderungen für die Praxisbetreiber gebracht: im Herbst 2012 wurde die RKI-Empfehlung „Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten“ erneuert, im Mai 2013 erfolgte die Novellierung der Biostoffverordnung und zudem trat Anfang des Jahres das neue Patientenrechtegesetz in Kraft. Das stellt den Patienten im Streitfall auf Augenhöhe mit dem Zahnarzt und stärkt ihn rechtsseitig. Auch im Bereich der Praxishygiene
Empfehlung: Risikobewertung und Einstufung von Medizinprodukten
Die Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) und des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu den Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten (KRINKO-/BfArM-Empfehlung) wurde im Herbst 2012 aktualisiert. Die folgenden Übersichten stellen die Risikobewertung von Medizinprodukten sowie deren Einstufung hinsichtlich ihrer Aufbereitung dar.
Anwenderbeispiel: Korrekte Aufbereitung unter Berücksichtigung neuer RKI--Empfehlungen
In jeder Zahnarztpraxis beginnt und endet die Aufbereitung von Medizinprodukten in einem Raum: dem „Sterilisationsraum“. Dort erfolgt die Desinfektion, Reinigung, Verpackung, Sterilisation und Freigabe zur Lagerung von allen wiederverwendbaren zahnärztlichen Instrumenten. Der korrekte Ablauf dieser Aufbereitung ist von großer Bedeutung für die Infektionsprävention und ein zentraler Bestandteil eines erfolgreichen Hygienemanagements.
Anwenderbeispiel: Aufbereitung von Produkten der Gruppen semikritisch und kritisch B
Die Risikobewertung der aufzubereitenden Medizinprodukte obliegt dem Praxisinhaber. Er muss unter Berücksichtigung der Aufbereitungsinformationen des Medizinprodukteherstellers und der Einsatzrahmenbedingungen die richtige Risikobewertung aufgrund nachvollziehbarer, dokumentierter Sachinformationen durchführen. Im Zweifelsfall ist immer die höhere Risikoklasse zu wählen.
Interview: Neuerungen bei der Aufbereitung von Medizinprodukten
Die gemeinsame Empfehlung zu den „Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten“ der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) und des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) wurde im September 2012 aktualisiert. Im Interview sprach Marc Thanheiser, Wissenschaftlicher Mitarbeiter für angewandte Infektions- und Krankenhaushygiene am Robert Koch-Institut Berlin, über die neue Empfehlung.
Überblick: Praxisabfall – Top 10 der größten Irrtümer
Dipl.-Ing. Tobias Salomon
Die Qualitätsanforderungen in Zahnarztpraxen haben sich innerhalb der letzten Jahren in ihren gesetzlichen Rahmenbedingungen stark verändert. Deshalb ist ein effektives Hygienemanagement auch zentrales Anliegen der Behörden. Dipl.-Ing. Tobias Salomon, tätig im Bereich Zahnärztliche Stellen der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe, ist Teil dieser behördlichen Überprüfungen. Im Interview gab er einen Einblick über den Verlauf einer Begehung und sprach über deren Notwendigkeit.
ZWP e x t r a 1/2013 (cid:129) August (cid:129) 9. Jahrgang wichtige Neuerungen RKI/Hygiene s n o i t c u d o r P a d y S ©
DRUCKLUFT | ABSAUGUNG | BILDGEBUNG | ZAHNERHALTUNG | HYGIENE DAS BESTE ist, wenn Sie von Viren sicher Abschied nehmen L V I R U Z I D p f e h l u g n m K I- E ß R V O L m e g ä Voll viruzide Instrumenten- und Flächen-Desinfektion mit System Wirksam gegen alle Viren, Bakterien und Pilze (cid:116) Sehr gute Materialverträglichkeit (cid:116) Besonders wirtschaftlich durch schnelle Einwirkzeiten und lange Standzeiten (cid:116) NEU: FD 333 wipes Schnelldesinfektions-Tücher. Mehr unter www.duerr.de
Hygiene schützt, Hygiene nützt„ Sehr geehrte Leserinnen und Leser, eine Vielzahl hygienischer Anforderungen bestimmt den Alltag aller Pra- xisinhaber. Schließlich werden im Zweifelsfall genau diese zur Verant- wortung gezogen, sodass die Einhaltung und Realisierung der gesetzlichen Normen und Richtlinien Selbstverständlichkeit sein sollte. Denn fest steht, dass durch die Umsetzung einer ordnungsgemäßen Praxishygiene Zahnarzt, Team und Patienten vor potenziellen Infektionen geschützt werden. Dank der Einführung des Qualitätsmanagement-Systems gehen Soll- und Istzustand mittlerweile nahezu Hand in Hand und ermöglichen trotz relativ starrer Strukturen Fle- xibilität, was die Durchführung der Praxishygiene betrifft. Mehr denn je muss der ideale Hygienekreislauf heute nicht nur etabliert sein, sondern vor allem gelebt werden, da er von den Patienten (zu Recht) erwartet wird. Eingebunden in die Öffentlichkeitsarbeit, lässt sich folglich sogar noch ein positiver Mehrwert im Bereich des Praxismarketings daraus generieren. Dennoch fühlen sich viele Zahnärzte durch die Omnipräsenz des Themas Praxishygiene hin und wieder überfordert. „Mache ich alles richtig? “ – „Erfülle ich alle rechtlichen Vor- schriften? “ – „Bin ich über alle gesetzlichen Neurungen auch ausreichend informiert? “, sind nur einige von vielen Fragen, die sich der pflichtbewusste Zahnarzt in diesem Kon- text stellt. Natürlich haben einwandfreie Sauberkeit und eine gründliche Desinfektion in allen Be- reichen des Behandlungsumfelds höchste Priorität. Dazu zählen aber nicht nur Bohrer und Absauggeräte, sondern auch Einrichtungsgegenstände, Ablageflächen und Fußbö- den. Als besonders anspruchsvoll stellt sich häufig das Feld der Instrumentenhygiene dar, das entsprechend der Empfehlungen des Robert Koch-Instituts differenziert risikobe- wertet wird. Neue Richtlinien im Bereich der Aufbereitung von Medizinprodukten wur- den im Herbst 2012 veröffentlicht. Diese erleichtern die Aufbereitung im Generellen und ermöglichen die Integration in ein zeitgemäßes Dokumentationssystem im Speziellen. Einer Novellierung unterzog sich ebenfalls die Biostoffverordnung. Sie enthält Rege - lungen zur Vermeidung von Verletzungen durch scharfe und spitze Instrumente im Krankenhaus- und Gesundheitssektor und trat am 22.7.2013 in Kraft. Diese Neuerungen und das Wissen um Ihre Zeit, welche Sie – verehrte Leser – lieber Ih- ren Patienten als Gesetzestexte zukommen lassen möchten, sind Anlass für das Ihnen vorliegende ZWP extra. Es beleuchtet das Thema Praxishygiene aus vielen Blickwinkeln und gibt durch zahlreiche Übersichten strukturierte Hilfe - stellung für den Praxisalltag. Christin Bunn Redaktion ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis “ editorial // Christin Bunn Redaktion ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis I 03
Rückverfolgbarkeit per Fingerdruck 09 - 0282 00.15.03.00.00 Lisa 522 Freigegeben von: Fanny Lemoine Zyklus: Zyklen: Datum: UNIVERSAL 134 00175 19/06/12 12:59:06 Ablaufdatum: 19/07/12 C31128A00175 Lisa verfügt über einen Boardrechner, der den gesamten Rückverfolgbarkeits- vorgang nach den derzeit gültigen Richtlinien automatisch verwaltet. Alles wird vom Touch-Screen aus gesteuert: von der Validierung, Speicherung des Zyklus-Berichtes, Passwort geschützte Freigabe der Beladung für den Gebrauch durch den Benutzer bis hin zum Ausdruck einer Barcode-Etikette über einen Drucker. W&H Deutschland, t 08682/8967-0 oder unter wh.com
Inhalt/Impressum // Inhaltsverzeichnis 6 Editorial Hygiene in der Zahnarztpraxis Risikobewertung und Einstufung von Medizinprodukten Korrekte Aufbereitung unter Berücksichtigung neuer RKI-Empfehlungen (kritisch A) Aufbereitung von Produkten der Gruppen semikritisch und kritisch B Neuerungen bei der Aufbereitung von Medizinprodukten „Hygiene sollte als Selbstverständlichkeit gelebt werden“ Praxisabfall – Top 10 der größten Irrtümer Der Amalgamabscheider Wenn der Praxisbegeher vor der Tür steht Produktinformationen Ansprechpartner DÜRR DENTAL AG, enretec GmbH und W&H Deutschland GmbH 03 06 08 12 16 20 22 24 26 28 30 34 12 16 24 28 Ein Supplement von ZWP Z A H N A R Z T WIRTSCHAFT·PRAXIS Impressum 6 In Kooperation mit Verlagsanschrift OEMUS MEDIA AG, Holbeinstraße 29, 04229 Leipzig, Tel.: 034148474-0, Fax: 0341 48474-190, kontakt@oemus-media.de Redaktion Christin Bunn Tel.: 0341 48474-104 c.bunn@oemus-media.de Grafik/Satz Josephine Ritter Tel.: 0341 48474-119 j.ritter@oemus-media.de I 05
// Überblick Hygiene in der Zahnarztpraxis Die letzten Monate haben entscheidende Veränderungen für die Praxisbetreiber gebracht: im Herbst 2012 wurde die RKI-Empfehlung „Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten“ erneuert, im Mai 2013 erfolgte die Novellierung der Biostoffverordnung und zudem trat Anfang des Jahres das neue Patientenrechtegesetz in Kraft. Das stellt den Patienten im Streitfall auf Augenhöhe mit dem Zahnarzt und stärkt ihn rechtsseitig. Auch im Bereich der Praxishygiene. Deshalb gibt es insbesondere in diesem Aufgabenfeld einiges zu be- achten – schließlich betrifft die Praxishygiene nahezu jeden Zenti- meter der Zahnarztpraxis. Angefangen bei der Raumluft- und Fuß- bodenhygiene, über Oberflächendesinfektion, Instrumentenaufbe- reitung, Wasserentkeimung und Entsorgung liegen ihr alle Prozesse und Arbeitsschritte zugrunde, sodass sie im Idealfall fester Bestand- teil eines gut etablierten Qualitätsmanagement-Systems ist. Umso mehr steht der Zahnarzt vor der täglichen Aufgabe, allen hy- gienespezifischen Gesetzen, Normen und Richtlinien gerecht zu werden und die darin liegenden Chancen zu nutzen. Damit leistet er einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung und Weiterentwick- lung von Qualität und Leistung in der Zahnheilkunde für Patienten, Anwender und Dritte. Die Vielzahl der Änderungen im Bereich der Praxishygiene sowie die Wichtigkeit, die ihr zugeschrieben wird, erfordert eine enge Ko- operation aller Beteiligter: Dentalindustrie, Dienstleister, Dental- fachhandel und Praxisbetreiber. Aus diesem Grund haben sich die Unternehmen Dürr Dental, enretec und W&H für dieses ZWP extra zusammengeschlossen, um die aktuelle Situation ganzheitlich ab- zubilden und dem Zahnarzt wertvolle Tipps für deren konsequente Umsetzung an die Hand zu geben. // Infektionserreger in der Zahnmedizin In der Zahnheilkunde bestehen für Patienten sowie das gesamte Behandlungsteam verschiedene Infektionsrisiken. Die Übertragung kann dabei durch direkten oder indirekten Kontakt, durch Tröpf- cheninfektion oder durch luftgetragene Partikel erfolgen (siehe Tabelle). // Gesetze und Anforderungen In der Empfehlung „Infektionsprävention in der Zahnheilkunde – Anforderungen an die Hygiene“, veröffentlicht im Bundesgesund- heitsblatt 49 (2006):375–394, finden sich beispielhaft Hilfen zur Anwendung in der Praxis. Darüber hinaus ist das Infektionsschutz- gesetz (IfSG) maßgebend, da es auf die vorbeugende und frühzei- tige Erkennung sowie Verhinderung der Weiterverbreitung über- tragbarer Krankheiten abzielt. Zuständig für die Regelung des Ver- kehrs mit Medizinprodukten ist das Medizinproduktegesetz (MPG). Dies stellt die Sicherheit, Eignung und Leistung der Medizinprodukte sicher sowie die Gesundheit und den Schutz von Patienten, An - wendern und Dritter. Zudem gibt es eine „Verordnung über das Er- Übertragungsweg endogen endogen/exogen exogen Infektion Parodontitis Herpes labialis Zahnabszess Legionellose Mukoviszidose respiratorische Infektion Rous-Sarkom-Virus Virusgrippe AIDS Hepatitis B Hepatitis C Influenzavirus HIV-Virus HBV-Virus HCV-Virus 06 I Erreger diverse Bakterien Herpes-simplex-Virus Infektionsquelle Mundflora Speichel u. a. Staphylococcus aureus Eiter/Speichel Legionella pneumophila Pseudomonas aeruginosa Spül- und Kühlwasser der Dentaleinheit respiratorische Sekrete Blut
Überblick // Ablagen ausbreiten kann, wird deutlich, wie viele potenzielle Krankheitserreger bei jeder Behandlung das unmittelbare Arbeits- umfeld beeinflussen. Experte im Bereich System-Hygiene für Des - infektions- und Reinigungspräparate ist das Unternehmen Dürr Dental, das ein gezielt aufeinander abgestimmtes Produktsorti- ment anbietet. Dabei setzt der Hersteller bei seinen Produkten auf Konzentrate, Gebrauchslösungen und Desinfektionstücher. Die von Dürr Dental einst in den Markt eingeführte durchgehende Farbcodierung vereinfacht die Anwendung im Praxisalltag: Blau für Instrumente, Grün für Flächen, Rosa für Haut und Hände und Gelb für Spezialbereiche (z.B. Sauganlagen, Mundspülbecken, Ab- drücke, etc.). Im Bereich der Sterilisation und Pflege zahnärztlicher Instrumente bietet der Hersteller W&H Systemlösungskompetenz auf hohem Ni- veau. Schließlich sind zahnärztliche Instrumente Präzisionsgeräte mit regelmäßigem Pflegebedarf. Deshalb steht dem Zahnarzt ein komplettes, sich optimal ergänzendes und sicheres Hygienepro- gramm zur Verfügung, das je nach Praxisbedarf miteinander kombi- niert werden kann. Denn nur gereinigte Instrumente können sicher sterilisiert werden –Schmutz, Ablagerungen, Blut und Speichel wer- den durch die Sterilisation nicht entfernt. Aus diesem Grund müssen die Medizinprodukte bzw. Instrumente dementsprechend gründlich vorbehandelt werden. W&H bietet mit den Lisa 500 Sterilisatoren – zusätzlich zu den bewährten Zyklen der „Klasse B“ – die Möglichkeit zur schnellen Sterilisation von unverpackten Instrumenten. In Kom- bination mit dem Reinigungsgerät Assistina 3x3, das zur Pflege und Reinigung von Turbinen, Hand- und Winkelstücken dient, ist das Praxisteam bestens ausgestattet. Keine Behandlung ohne daraus resultierende Praxisabfälle – daher kommt auch dem Bereich der Entsorgung ein nicht unwesentlicher Stellenwert im Bereich der Praxishygiene zu. Das Entsorgungs- unternehmen enretec GmbH aus Velten ist Spezialist in diesem Be- reich und hat durch die jahrelange und enge Zusammenarbeit mit Zahnarztpraxen ein qualitativ hochwertiges und perfekt auf den Einsatz in der Praxis abgestimmtes Behältersortiment entwickelt. Dieses erlaubt es, sämtliche Reststoffe aus medizinischen Praxen abzuholen und je nach Abfallart einer Verwertung oder Beseitigung zuzuführen. Dabei handelt es sich zumeist um scharfe und spitze Gegenstände, Röntgenabfälle und/oder Amalgamabfälle. Ziel ist es, durch eine sortenreine Sammlung der Abfälle, eine möglichst hohe Verwertungsquote zu erzielen. Praxen können bereits mit wenigen Handgriffen aktiv die Umwelt schützen und zur Ressourcenscho- nung beitragen. Mit dem Entsorgungssystem des deutschen Dental-Fachhandels, welches in Kooperation mit enretec durchgeführt wird, erhalten Praxen eine kostengünstige Lösung zur Sammlung und Entsorgung ihrer Kleinstmengen. Flexibilität und Rechtssicherheit sind dabei nur zwei von vielen Vorteilen des Systems. Die nachfolgenden Seiten geben einen umfangreichen Überblick über die Systematik einer ganzheitlichen Praxishygiene und allen da- mit einhergehenden Einzelbestandteilen. Neben einer Übersicht zur Klassifizierung der Risikogruppen sowie der damit erforderlichen Einstufung von Medizinprodukten finden sich zudem exemplarisch dargestellte Anwendungsbeispiele der Aufbereitung zahnärztlicher Instrumente sowie Experteninterviews. I 07 richten, Betreiben und Anwenden von Medizinprodukten“, die so - genannte Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV). Insbesondere § 4 (Instandhaltung) ist hier maßgebend. Geht es um die Aufbereitung von Medizinprodukten, muss sich an der gemeinsamen Empfehlung der Kommission für Krankenhaushy- giene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) und des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinpro- dukte (BfArM) in Form der Richtlinie „Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten“ orientiert werden, die im September 2012 veröffentlicht wurde. Dabei ersetzt die Neufas- sung der Aufbereitungsempfehlung die frühere Version aus dem Jahr 2001, mehr dazu finden Sie im Interview mit Marc Thanheiser auf den Seiten 20–21 in dieser Ausgabe. Auch die im Juli 2013 in Kraft getretene Novellierung der Biostoff- verordnung bekräftigt den Grundgedanken von Infektionspräven- tion in der Zahnheilkunde. So dürfen scharfe und spitze Gegenstände hinsichtlich der Arbeitssicherheit nicht mehr in beliebigen Kanistern entsorgt oder eingegipst werden. Der Praxisbetreiber wird in die Pflicht genommen, bruch- und stichfeste Behälter anzuschaffen, die das Verletzungsrisiko des Praxisteams auf ein Minimum reduzieren. Verantwortlich für die Einhaltung aller Gesetze und damit einherge- hendem Infektionsschutz ist allein der Zahnarzt, auch wenn er ein- zelne Maßnahmen an Mitarbeiter delegiert. // Praxishygiene benötigt System Ein gut strukturiertes Hygienemanagement hat sich seit der ver- pflichtenden Einführung eines Qualitätsmanagementsystems in den meisten Praxen zur Selbstverständlichkeit entwickelt. Durch die Rahmenhygienepläne sind zwar alle Hygienebestimmungen be- kannt, jedoch besteht oftmals noch Unsicherheit in der Umsetzung oder Beurteilung der Vollständigkeit und Rechtssicherheit des ei- genen Hygienekonzepts. Denn Praxishygiene ist weit mehr, als der Begriff auf den ersten Blick darstellt. Denkt man beispielsweise an das Aerosol aus dem Mund eines Pa- tienten, was sich meterweit auf Fußböden, Mobiliar, Wänden und
// Empfehlung Risikobewertung und Einstufung von Medizinprodukten Die Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) und des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu den Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten (KRINKO-/BfArM-Empfehlung) wurde im Herbst 2012 aktualisiert. Die folgenden Übersichten stellen die Risikobewertung von Medizinprodukten sowie deren Einstufung hinsichtlich ihrer Aufbereitung dar. Einsatzbereich/ Art des Patienten - kontaktes Art des Medizin - produktes Einstufung Beispiele Medizinprodukt Vorbereitung Reini- gung/ Desin- fektion Spez. Kenn - zeichnung Sterili- sation Kritische Verfah- rensschritte, besondere Anfor- derungen Lediglich Kontakt mit intakter Haut Unkritische Me- dizinprodukte Unkritisch extraorale Teile des Gesichts- bogens Kontakt mit Schleim- haut oder krankhaft veränderter Haut Semikritische Medizinprodukte Kontakt mit Schleim- haut oder krankhaft veränderter Haut Semikritische Medizinprodukte Durchdringung von Haut oder Schleimhaut Kritische Medi- zinprodukte Durchdringung von Haut oder Schleimhaut Kritische Medi- zinprodukte Semikritisch A – Ohne beson- dere Anforde- rungen an die Aufbereitung Semikritisch B – Mit erhöhten Anforderungen an die Aufbe - reitung Kritisch A – Ohne beson- dere Anforde- rungen an die Aufbereitung Kritisch B – Mit erhöhten Anforderun- gen an die Aufbereitung in Anlehnung an RKI 1 Vorreinigung auch unmittelbar nach Anwendung 2 In jedem Falle Sicherstellung einer standardisierten und reproduzierbaren Reinigung mit nachgewiesener Wirkung (einschließlich der inneren Ober- flächen) (X) Arbeitsschritt optional (X) X1 (X) X1 Handinstrumente für allge- meine, präventive, restaura- rative oder kieferorthopädi- sche (nichtinvasive) Maß- nahmen. Zusatzinstrumente ohne Austritt von Flüssigkei- ten und/oder Luft oder Parti- keln Rotierende oder oszillierende Instrumente für allgemeine präventive, restaurative oder kieferorthopädische Be- handlung. Übertragungs - instrumente für allgemeine, restaurative oder kieferor- thopädische Behandlung. Zusatzinstrumente mit Austritt von Flüssigkeiten und/oder Luft oder Partikeln Instrumente und Hilfsmittel für chirurgische, parodonto- logische oder endodontische (invasive) Maßnahmen Rotierende oder oszillierende Instrumente für chirurgi- sche, parodontologische oder endodontische Maß- nahmen. Übertragungs - instrumente für chirurgische, parodontologische oder endodontische Behandlung X X X X X (X) (X) (X) X X Desinfektion (Wir- kungsbereich bakteri- zid (einschließlich Mykobakterien) fun- gizid und viruzid) Zusätzlich: Bevorzugt maschinelle Reini- gung und Desinfek- tion Bevorzugt maschi- nelle Reinigung/Des- infektion. Grundsätz- lich: Sterilisation mit feuchter Hitze Zusätzlich: Nachweis einer anerkannten Ausbildung des mit der Aufbereitung Be- trauten. Grundsätz- lich maschinelle Rei- nigung/thermische Desinfektion in Reini- gungs- und Desinfek- tionsgeräten2 08 I
Empfehlung // Medizinprodukt Aufbereitung unter Berücksichtigung der Herstellerangaben (*1) durch nachweislich sachkundiges Personal (*2) Nur Berührung mit intakter Haut? Ja Unkritisches Medizinprodukt Reinigung/Desinfektion Berührung mit Schleimhaut oder krankhaft veränderter Haut- oder Schleimhautdurchdringung? (*3) Haut? Ja Semikritisches Medizinprodukt Sind Hohlräume oder schwer zugängliche Teile vorhanden? (*6) und/oder Sind Funktion und Sicherheit des MP beeinflussende Effekte der Aufbereitung vorhanden? und/oder Ist die Anzahl der Aufbereitungszyklen begrenzt? Nein Ja Ja Kritisches Medizinprodukt Gruppe A, B oder C Siehe Seite 2 Semikritisch A Ohne besondere Anforderungen an die Aufbereitung Nicht fixierende Vorreinigung bei Bedarf (*4) Semikritisch B Mit erhöhten Anforderungen an die Aufbereitung Nicht fixierende Vorreinigung unmittelbar nach der Anwendung (*4) Bevorzugt maschinelle Reinigung (bevorzugt alkalisch) und thermische Desinfektion Chemische Desinfektions mittel/ -verfahren müssen bakterizid, fungizid u. viruzid sein (DVV/RKI Leitlinie) Bevorzugt maschinelle Reinigung (bevorzugt alkalisch) und thermische Desinfektion Prüfung auf Sauberkeit, Unversehrtheit, Pflege Prüfung der technisch-funktionellen Sicherheit (Funktionskontrolle) Soll das MP sterilisiert angewendet werden? Nein Ja Prüfung auf Sauberkeit, Unversehrtheit, Pflege Prüfung der technisch-funktionellen Sicherheit (Funktionskontrolle) Soll das MP sterilisiert angewendet oder in sterilen Körperbereichen eingesetzt werden? Nein Ja Verpackung (Schutz vor Rekontamination/ Staubschutz [*5]) Verpackung (Sterilbarriere - system und ggf. Schutz - verpackung) Verpackung (Schutz vor Rekontamination/ Staubschutz [*5]) Verpackung (Sterilbarriere - system und ggf. Schutz - verpackung) Sterilisation grundsätzlich mit feuchter Hitze Sterilisation grundsätzlich mit feuchter Hitze Kennzeichnung „Desinfiziert“ Kennzeichnung „Steril“ Kennzeichnung „Desinfiziert“ Kennzeichnung „Steril“ Dokumentierte Freigabe zur Anwendung I 09
// Empfehlung Kritisches Medizinprodukt Sind Hohlräume oder schwer zugängliche Teile vorhanden? (*6) und/oder Sind Funktion und Sicherheit des MP beeinflussende Effekte der Aufbereitung vorhanden? Ist die Anzahl der Aufbereitungszyklen begrenzt? und/oder Nein Ja Kritisch A Kritisch B Ohne besondere Anforderungen an die mit erhöhten Anforderungen an die Aufbereitung Aufbereitung Nicht fixierende Vorreinigung bei Bedarf (*4) Dampfsterilisation möglich? Bevorzugt maschinelle Reinigung (bevorzugt alkalisch) und thermische Desinfektion Prüfung auf Sauberkeit, Unversehrtheit, Pflege Nicht fixierende Vorreinigung unmittelbar nach der Anwendung (*4) Grundsätzlich maschinelle Reinigung, bevorzugt alkalisch, thermische Desinfektion (*7) Prüfung der technisch-funktionellen Sicherheit (Funktionskontrolle) Prüfung auf Sauberkeit, Unversehrtheit, Pflege Verpackung (Sterilbarrieresystem und ggf. Schutzverpackung) Sterilisation grundsätzlich mit feuchter Hitze Kennzeichnung „Steril“ Dokumentierte Freigabe zur Anwendung Prüfung der technisch-funktionellen Sicherheit (Funktionskontrolle) Verpackung (Sterilbarrieresystem und ggf. Schutzverpackung) Sterilisation mit feuchter Hitze Kennzeichnung „Steril“ Dokumentierte Freigabe zur Anwendung Auszug aus dem Flussdiagramm der DGSV zur Einstufung von Medizinprodukten 2013; veröffentlicht in Zentralsterilisation 1/2013 10 I
Empfehlung // Ergänzende Informationen zum Flussdiagramm zur Einstufung 2013 Geeignete validierte Verfahren Seite 1265, Anlage 1: „Bei der Aufbereitung eines MP trägt die Summe aller beteiligten maschinellen und manuellen Prozesse (sich ergänzende Einzelschritte der Aufbereitung) zum Erreichen des jeweiligen Aufberei- tungsziels bei. Insoweit wirken sich unzulänglich validierte Einzel- schritte (Prozesse) ebenso qualitätsmindernd auf das Ergebnis der Auf- bereitung aus, wie die Nichtbeachtung von Standardarbeitsanweisun- gen.“ Seite 1250, 1.3 Validierung der Aufbereitungsverfahren/-prozesse: „Bei Reinigungs- und Desinfektionsverfahren sind insbesondere ma- schinelle Verfahren validierbar und vorrangig anzuwenden. Manuelle Reinigungs- und Desinfektionsverfahren, die z. B. im Rahmen der Vorrei- nigung von Medizinprodukten oder bei nicht maschinell zu reinigen- den/desinfizierenden Medizinprodukten (Gruppe B) oder basierend auf einer Risikoanalyse zur Anwendung kommen, mussen stets nach doku- mentierten Standardarbeitsanweisungen und mit auf Wirksamkeit ge- prüften, auf das Medizinprodukt abgestimmten (d. h. geeigneten und materialverträglichen) Mitteln und Verfahren validiert durchgeführt werden.“ Somit sind bei der Validierung des Aufbereitungsverfahrens alle Einzel- schritte einzubeziehen, sowohl manuelle als auch maschinelle Schritte. (*1) Herstellerangaben zur Aufbereitung Seite 1250, 1.2.2 Angaben des Herstellers: „Die Verkehrsfähigkeit eines vom Hersteller als wiederverwendbar eingestuften Medizinproduktes schließt ein, dass der Hersteller Angaben zur Aufbereitung einschließlich Reinigung, Desinfektion, Spülung, Trocknung, ggf. Verpackung und Ste- rilisation, Transport sowie zur sachgerechten Lagerung und ggf. auch über Risiken bei der Aufbereitung zur Verfügung stellen muss.“ … „Sofern von den Angaben des Herstellers zur Aufbereitung abgewichen wird, muss dies begründet und dokumentiert werden; dabei muss sicherge- stellt sein, dass die Funktionsfähigkeit zur Erfüllung der Zweckbestim- mung und die Anwendungssicherheit des aufbereiteten Medizinpro- duktes vollumfänglich gewährleistet ist (s. auch 1.2.1). Es ist eine dem Medizinprodukt und seiner Risikobewertung und Einstufung angemes- sene Prüfung und Validierung der Verfahren hinsichtlich Eignung und Wirksamkeit in Abstimmung mit dem Hygienefachpersonal durch- zuführen.“ Diese Vorgehensweise ist insbesondere bei kritischen Medi- zinprodukten mit umfangreichen Untersuchungen verbunden, die die Möglichkeiten einer Aufbereitungseinheit zumeist übersteigen. An die- ser Stelle ist auch die Entscheidung gegen die Aufbereitung des Medi- zinproduktes sinnvoll und/oder notwendig. (*2) Sachkundiges Personal Seite 1276, Anlage 6, Sachkenntnis des Personals: „Anforderung an die Sachkenntnis des mit der Aufbereitung betrauten Personals in Aufberei- tungseinheiten gemäß der Kategorien A u. B (s. Anlage 5)“ Seite 1275, Anlage 5, Übersicht über Anforderungen an Aufberei- tungseinheiten für Medizinprodukte: Kategorien der Aufbereitungs- einheit A, B und C in Bezug zur Einstufung der aufzubereitenden Medi- zinprodukte Aufbereitungseinheit A = Semikritisch A, kritisch A Aufbereitungseinheit B = Semikritisch B, kritisch B Aufbereitungseinheit C = Kritisch C (schließt A und B ein) (*3) „Blutprodukte“ sind nicht im Flussdiagramm 2012 erwähnt Seite 1247, 1.2.1 Risikobewertung und Einstufung von Medizinpro- dukten vor der Aufbereitung: „Medizinprodukte zur Anwendung von Blut, Blutprodukten oder anderen sterilen Arzneimitteln/sterilen Medi- zinprodukten ...“ sind kritische Medizinprodukte, und sind entsprechend der Angaben des Flussdiagramms zu klassifizieren und aufzubereiten. (*4) Vorreinigung In Bezug auf die der Anwendung folgende Aufbereitung ist folgender Punkt zu beachten: Seite 1252, 2.2.1 Vorbereitung der Aufbereitung (Vorbehandlung, Sammlung, Vorreinigung, ggf. Zerlegen, Zwischenlagerung und Transport): „Um eine Beeinträchtigung der hygienischen Sicherheit und der Funktionsfähigkeit des aufbereiteten Medizinproduktes aus- zuschließen, muss, insbesondere bei zeitlicher Verzögerung der Reini- gung, Desinfektion, eine in diesen Fällen erforderliche Vorreinigung und gegebenenfalls die Zwischenlagerung folgende Anforderungen erfüllen: – Grobe Verschmutzungen des Medizinproduktes sollen unmittel- bar nach Anwendung entfernt werden. Das Antrocknen von Blut und Gewebe ist durch Festlegung geeigneter Verfahren und Ab- läufe (z. B. Abwischen äußerer Verschmutzungen und Spülung von Arbeitskanälen unmittelbar nach Anwendung; Festlegung von Entsorgungszeiten), insbesondere zur Vermeidung einer Be- einträchtigung der Reinigungsleistung (Antrocknung von Infek- tionserregern in Schutzkolloiden) soweit wie möglich auszu- schließen …“ Im Rahmen des Qualitätsmanagements müssen für diese Prozess- schritte, die außerhalb der Aufbereitungseinheit durchgefuhrt wer- den, Standardarbeitsanweisungen erstellt werden. Diese sind mög- lichst in Zusammenarbeit von Anwender und Aufbereiter zu erarbei- ten. (*5) Schutzverpackung bei desinfizierten Produkten Seite 1256, 2.2.6 Kennzeichnung:„Auch bei Medizinprodukten, bei de- nen die Aufbereitung mit einer Desinfektion endet, muss die erfolgte Durchführung des Prozesses für den Anwender erkennbar sein (QM).“ Seite 1258, 3 Transport und Lagerung: „Keimarme (semikritische) Medizinprodukte müssen so gelagert werden, dass eine Rekontami- nation während der Lagerung vermieden wird“. Eine Verpackung in dafür geeignete Staubschutzverpackung und Kennzeichnung erfolgt ohne Rekontamination im trockenen Zu- stand, mit keimarmen Schutzhandschuhen oder direkt nach durch- geführter Händedesinfektion im reinen Bereich der Aufbereitungs- einheit. (*6) Formulierung „Hohlräume oder schwer zugängliche Teile“ Im Flussdiagramm wurde die Bezeichnung „Hohlräume oder schwer zugängliche Teile“ des einfacheren Verständnisses wegen beibehal- ten. Im Text der KRINKO-/BfArM-Empfehlung wird folgendermaßen formuliert. Seite 1248, 1.2.1 Risikobewertung und Einstufung von Medizinpro- dukten vor der Aufbereitung: Unter der oben genannten Formulie- rung „Hohlräume oder schwer zugängliche Teile“ werden solche MP verstanden, bei denen „die Effektivität der Reinigung nicht durch In- spektion unmittelbar beurteilbar ist (z. B. wegen langer, enger, insbe- sondere endständiger Lumina, Hohlräumen mit nur einer Öffnung [keine Durchspülung, sondern nur Verdünnung möglich], komplexer, rauer oder schlecht zugänglicher und daher schlecht zu reinigender Oberflächen).“ (*7) Desinfektion A0-Wert Seite 1254, 2.2.2 Reinigung, Desinfektion, Spülung und Trocknung: „Den thermischen Verfahren in Reinigungs- und Desinfektionsgerä- ten ist wegen der zuverlässigeren Wirksamkeit (z. B. der geringeren Beeinträchtigung durch Restverschmutzung) der Vorrang vor chemi- schen und chemo-thermischen Desinfektionsverfahren zu geben.“ A0-Wert-Konzept siehe DIN EN ISO 15883-1 und Leitlinie für die Va- lidierung und Routineüberwachung maschineller Reinigungs- und thermischer Desinfektionsprozesse für Medizinprodukte und zu Grundsätzen der Geräteauswahl, Anlage 7: Das A0-Konzept der DIN EN ISO 15883 I 11
// Anwenderbeispiel Korrekte Aufbereitung unter Berücksichtigung neuer RKI- Empfehlungen In jeder Zahnarztpraxis beginnt und endet die Aufbereitung von Medizinprodukten in einem Raum: dem „Sterilisationsraum“. Dort erfolgt die Desinfektion, Reinigung, Verpackung, Sterili- sation und Freigabe zur Lagerung von allen wiederverwendbaren zahnärztlichen Instrumenten. Der korrekte Ablauf dieser Aufbereitung ist von großer Bedeutung für die Infektionsprävention und ein zentraler Bestandteil eines erfolgreichen Hygienemanagements. Doch nicht bei jeder Behandlung ist das Infektionsrisiko gleich hoch. Manchmal können Medizinprodukte in nur wenigen Schritten auf- bereitet werden, in anderen Fällen ist der Aufbereitungsprozess sehr komplex oder es gibt noch kein klar definiertes Verfahren, das Infek- tionsrisiken ausschließt. Die Anforderungen an die Aufbereitung hängen u. a. von der Art der vorangegangenen und der nachfolgen- den Anwendung ab. Je nach Behandlung muss die Assistentin für jedes Instrument die Risikogruppe definieren, nach der es aufberei- tet werden soll. Für die korrekte Risikobewertung der Medizinpro- dukte hat das Robert Koch-Institut (RKI) 2001 und 2006 Empfehlun- gen zur Klassifizierung veröffentlicht, die durchaus Gesetzescharak- ter haben. Die „Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten“ von 2001 sind inzwischen aktualisiert und ergänzt worden und liegen seit September 2012 in verbindlicher Neufassung vor. Gleich geblieben ist die Einstufung von Medizinpro- dukten in die Risikoklassen „unkritisch“, „semikritisch A und B“ sowie „kritisch A, B und C“. Für jedes Medizinprodukt, ggf. für die Produkt- gruppe, ist schriftlich festzulegen, ob, wie oft und mit welchem Ver- fahren die Aufbereitung der Instrumente erfolgen sollte. Neue For- mulierungen gibt es in Bezug auf Aufbereitungsverfahren für semi- kritische und kritische Instrumen te der Kategorie A+B. Dieser Bei- trag geht näher auf Kategorie A ein. // Das A-B-C der Risikoklassifizierung Mit der A-B-C-Klassifizierung von Instrumenten hat das RKI dem Zahnarzt ein Stück Risiko genommen und klare Vorgaben für die Aufbereitung definiert: Die Aufbereitung von Medizinprodukten „semikritisch A“ erfolgt manuell oder maschinell. Medizinprodukte der Klasse „kritisch A“ werden bevorzugt maschinell aufbereitet. In Kategorie „B“ sind die Anforderungen erhöht. Die Aufbereitung von semikritischen Medizinprodukten der Klasse „B“ erfolgt bevorzugt maschinell oder maschinell thermisch bei Medizinprodukten der Kategorie „kritisch B“. Die Anforderungen in „C“ sind besonders hoch, aber für zahnärztliche Anwendungen nicht relevant. Die Risikobewertung der aufzubereitenden Medizinprodukte obliegt dem Medizinproduktebetreiber und Verantwortlichen für die Aufbe- reitung. Er muss unter Berücksichtigung der Aufbereitungsinforma- tionen des Medizinprodukteherstellers und der Rahmenbedingungen die richtige Risikobewertung und Einstufung der aufzubereitenden In- strumente durchführen und dokumentieren. Im Zweifelsfall ist immer die höhere Risikoklasse zu wählen. Was einfach klingt, ist in der Praxis eine Herausforderung, die oftmals zu Unsicherheiten und offenen Fra- gen führt. „Welche Risikoeinstufung muss ich für meine Messsonde zur Taschentiefen-Bestimmung vornehmen, wenn das Zahnfleisch bei Kontakt mit der Sonde blutet? Müssen Instrumente der Kategorie kri- tisch A+B zwingend eingeschweißt werden? Und benötige ich für die Aufbereitung von Hand- und Winkelstücken ein validiertes Verfahren? Ein Blick auf die Einstufung der Risikoklassen bringt mehr Klarheit … „Unkritische“ Medizinprodukte sind in der Zahnarztpraxis vergleichs- weise einfach aufzubereiten. Sie kommen lediglich mit Haut in Berüh- rung, wie beispielsweise der Anmischspatel oder die Instrumenten- greifpinzette. Daher müssen sie auch nicht zwingend steril sein. Das Praxispersonal kann diese Instrumente problemlos manuell desinfi- zieren und reinigen. Ziel ist es aber, sie so zu desinfizieren und zu reini- gen, dass Krankheitserreger zuverlässig abgetötet werden. Zahnärzte und RKI sind sich einig, dass hierfür eine chemische Eintauchdesinfek- tion oder eine maschinelle Aufbereitung gute Varianten sind. Die meisten Instrumente in der Zahnarztpraxis sind der Kategorie „se- mikritisch“ zuzuordnen. Sie haben Kontakt mit Schleimhäuten und krankhaft veränderter Haut. Die Einstufung in „semikritisch A“ bezieht sich auf nicht invasiv genutzte Instrumente für allgemeine, präven- 12 I
Anwenderbeispiel // tive, restaurative und kieferorthopädische Maßnahmen sowie auf Zusatzgeräte ohne Austritt von Flüssigkeiten, Luft und/oder Partikeln. Es handelt sich vorwiegend um glatte, leicht zu reinigende Instru- mente, deren Sauberkeit auch optisch gut zu kontrollieren ist und an deren Aufbereitung keine besonderen Anforderungen gestellt wer- den. Gemäß der novellierten RKI Empfehlung von 2012 muss die Des- infektion mit einem (voll)-viruziden Mittel durchgeführt werden. Desinfektion bedeutet, die Instrumente in einen Zustand zu verset- zen, in dem keine Infektionsgefahr mehr von ihnen ausgeht. Sie kann manuell, im nasschemischen Eintauchverfahren mit abschließender thermischer Desinfektion im Dampfsterilisator oder maschinell im thermischen Reinigungs- und Desinfektionsverfahren in einem RDG (Reinigungs- und Desinfektionsgerät) durchgeführt werden. In der Kategorie „kritisch A“ sind Instrumente und Hilfsmittel für chi - rurgische, parodontologische und endodontologische (invasive) Maßnahmen aufgeführt. Sie durchdringen die Haut und kommen mit Blut und Gewebe in Berührung und müssen daher steril, also keim- frei, zur Anwendung kommen. „Kritisch A“-Medizinprodukte sollten bevorzugt maschinell aufbereitet werden. Die Sterilisation muss grundsätzlich mit feuchter Hitze im Dampfsterilisator erfolgen und insgesamt einem validiertem Verfahren unterliegen. // Stärkere Bedeutung des Wortes „Viruzid“ Bei unkritischen und semikritischen A (+B) Medizinprodukten ist ein manuelles chemisches Verfahren als Desinfektion zulässig. Dies be- dingt aber gemäß der neuen RKI-Empfehlung, dass der Wirkungsbe- reich des Desinfektionsmittels bakterizid (einschließlich Mykobakte- rien), fungizid und vor allem (voll)-viruzid ist. Während das RKI in der Empfehlung aus dem Jahre 2001 noch von dem „Wirkungsbereich A+B“ gemäß Definition der RKI-Liste sprach und das Wort „viruzid“ keine direkte Erwähnung fand, obwohl das Gleiche gemeint war ..., wird nun im Bundesgesundheitsblatt vom Oktober 2012 der Begriff „viruzid“ explizit mehrfach verwendet. Dadurch kommt dem Wort eine neue stärkere Bedeutung zu. Für Prüfungen der Viruzidie von Desinfektionsmittel müssen spezielle Tests und Wirksamkeitsbelege erbracht werden, um in den Desinfek- tionsmittellisten wie z.B. der IHO-Viruzidieliste (Industrieverband Hygiene und Oberflächenschutz) oder der VAH-Liste (Verbund für angewandte Hygiene e.V., ehemals DGHM-Liste) zertifiziert und auf- geführt zu werden. Diese dort gelisteten Desinfektionsmittel ent- sprechen den Standards, die der Gesetzgeber und das RKI fordern. Dürr Dental ist der einzige Hersteller, der für die zentralen Anwen- dungsbereiche wie Instrumenten- und Flächendesinfektion (voll)-vi- ruzide Produkte im Portfolio hat. Insgesamt erfüllen sechs Produkte des Unternehmens alle Anforderungen: das alkoholfreie Konzentrat FD 300 sowie die FD 300 top wipes Tücher zur Flächendesinfektion, die Flächenschnelldesinfektionsmittel FD 333 und die neuen FD 333 wipes sowie das Konzentrat ID 213 zur Instrumentendesinfektion und die Gebrauchslösung ID 220 zur Bohrerdesinfektion. Sie alle sind bakterizid, tuberkulozid, fungizid und wirken voll viruzid gegen- über allen behüllten und unbehüllten Viren. Außerdem wirken sie schnell und gleichzeitig lange, trocknen rasch und schonen Flächen und Instrumente und erfüllen somit die Anforderungen der aktuellen RKI-Empfehlung. Besonders bei der Instrumenten- und Bohrerdes - infektion, aber auch bei der Flächen- und Schnelldesinfektion geben voll viruzide Produkte mehr Sicherheit als andere. // Festgelegte Hygienekette sorgt für mehr Sicherheit Für alle Risikogruppen und die entsprechenden Anforderungen an die Aufbereitung (A, B) gilt eine festgelegte Hygienekette. Diese umfasst je nach Kategorie acht Prozessschritte: 1.) Sachgerechte Vorbereitung 2.) Desinfektion und Reinigung 3.) Spülung und Trocknung 4.) Kennzeichnung (wenn notwendig) 5.) Verpackung (wenn notwendig) 6.) Sterilisation (wenn notwendig) 7.) Dokumentation und Freigabe zur Anwendung 8.) Staubgeschützte Lagerung Für jeden Schritt der Hygienekette hat Dürr Dental spezielle Produkte und Geräte mit detaillierten Arbeits- und Gebrauchsanweisungen entwickelt. ©Dürr Dental Hygienekette I 13
// Anwenderbeispiel Als Tipps für die Praxis empfiehlt Dürr Dental, neue Instrumente IMMER vor der ersten Anwendung aufzubereiten und die Hersteller- angaben zur Aufbereitung genau zu beachten. Auch Dosierung, Ein- wirkzeit und Sterilisationstemperatur müssen eingehalten werden. Es ist außerdem ratsam, verwendete Instrumente zeitnah aufzube- reiten und wenn möglich zu zerlegen. Vor allem Gelenkinstrumente sollten zur Desinfektion und Reinigung geöffnet werden. Für die Aufbereitung sollten die verantwortlichen Mitarbeiter außerdem immer reinigungsgerechtes Zubehör verwenden und die Reini- gungs- und Desinfektionsgeräte oder das Ultraschallgerät nicht überladen, um Spül- und Schallschatten zu vermeiden. // Fazit für die Praxis Die hygienische Instrumentenaufbereitung ist komplex und wird immer eine Herausforderung bleiben. Leitlinien wie die des RKI sowie innovative Produkte und Verfahren unterstützen Zahnärzte bei der Bewältigung aller Hygieneaufgaben und der gesetzlich geforderten korrekten Aufbereitung ihrer Medizin- produkte. Lesen Sie auf den Seiten 16–18 mehr über die Aufbereitung von Instrumenten der Risikoklasse B. Instrumentenaufbereitung am Beispiel einer Zange der Risikoklasse „kritisch A“: Am Beispiel der Aufbereitung einer Extraktionszange, die der Risikogruppe „kritisch A“ zuzuordnen ist, zeigen wir nachfolgend die einzelnen Schritte der Hygienekette auf. 1. Schritt: Nicht fixierende Vorreinigung 2. Schritt: Chemische Reinigung nach Bedarf und Desinfektion Zur Entfernung von groben organischen Verschmutzungen kann das Instrument mit einem (voll)-viruziden Desinfektionstuch (z.B. FD 333 wipes) unter Beachtung von Personalschutzmaßnahmen vorgereinigt werden. Instrumente der Klassen „unkritisch“, „semikritisch“ und auch „kri- tisch A“ können alternativ zur maschinellen Aufbereitung auch durch chemische Verfahren gereinigt und desinfiziert werden. Die verwende- ten Desinfektionsmittel müssen dabei bakterizid, tuberkulozid, fungi- zid sowie (voll)-viruzid sein (z.B. ID 213 Instrumentendesinfektion von Dürr Dental). Besonders schnelle Einwirkzeiten erhält man durch den Einsatz eines Ultraschallgerätes (z.B. Hygosonic von Dürr Dental). 14 I
Anwenderbeispiel // 3. Schritt: Prüfung auf Sauberkeit, 4. Schritt: Verpackung Unversehrtheit, Pflege Nachdem nach Ablauf der Einwirkzeit die Rückstände des Desinfek- tionsmittels mit geeignetem Wasser abgespült und das Instrument ge- trocknet wurde, wird eine Sicht- und Funktionskontrolle durchgeführt. Das desinfizierte Instrument wird nun in ein Sterilgutbarrieresystem (z.B. Hygofol von Dürr Dental) verpackt und sicher versiegelt (z.B. Hygopac Plus System von Dürr Dental). Dabei ist auf eine einwandfreie Siegelnaht zu achten. 5. Schritt: Sterilisation 6. Schritt: Dokumentierte Freigabe zur Anwendung Die Sterilisation ist grundsätzlich mit einem geeigneten Dampfsterili- sator der Klasse B und mit feuchter Hitze durchzuführen. Die Aufberei- tung endet mit der dokumentierten Freigabe zur Lagerung bzw. zur erneuten Anwendung. Für die lückenlose Dokumentation der einwandfreien Instrumenten- aufbereitung sind Daten wie Steri-Nummer, Personalnummer, Char- gennummer und Mindesthaltbarkeitsdatum zu erfassen und aufzu - bewahren (z.B. mit dem Hygoprint Etikettiersystem von Dürr Dental). I 15
// Anwenderbeispiel Aufbereitung von Produkten der Gruppen semikritisch und kritisch B Die Risikobewertung der aufzubereitenden Medizinprodukte obliegt dem Praxisinhaber. Er muss unter Berücksichtigung der Aufbereitungsinformationen des Medizinprodukteherstellers und der Einsatzrahmenbedingungen die richtige Risikobewertung aufgrund nachvollziehbarer, dokumentier- ter Sachinformationen durchführen. Im Zweifelsfall ist immer die höhere Risikoklasse zu wählen. Kritisch B Produkte sind grundsätzlich maschinell validiert aufzu- bereiten, Produkte der Klasse semikritisch B bevorzugt maschinell aufzubereiten. Das nachfolgende Beispiel stellt diese Aufbereitung exemplarisch dar. // Definition der Risikogruppe B Zur Gruppe der semikritischen Medizinprodukte zählen die In- strumente, die mit Schleimhaut oder krankhaft veränderter Haut in Berührung gekommen sind. Unter kritisch werden die Medizin- produkte zusammengefasst, die die Haut oder Schleimhaut durch- dringen und dabei in Kontakt mit Blut, inneren Geweben oder Organen kommen, einschließlich Wunden. Semikritische und kri- tische Medizinprodukte können weiter eingeteilt werden in solche, bei denen die Aufbereitung ohne besondere Anforderungen (Gruppe A) oder mit erhöhten Anforderungen (Gruppe B) durch- geführt werden muss. Medizinprodukte, die erhöhte Anforderungen an die Aufberei- tung stellen, sind solche Medizinprodukte, bei denen die Effekti- vität der Reinigung nicht durch Inspektion unmittelbar beurteil- bar ist, beispielsweise aufgrund von Hohlräumen mit nur einer Öffnung. Ebenfalls spricht man von erhöhten Anforderungen, wenn Anwendungs- oder Funktionssicherheit beeinflussende Ef- fekte der Aufbereitung einschließlich des Transportes auf das Medizinprodukt und seine Materialeigenschaft nicht auszuschlie- ßen sind, beispielsweise in Form von knickempfindlicher Medizin- produkte und empfindlicher Oberflächen, die somit einen erhöh- ten Aufwand bei der technisch-funktionellen Prüfung erfordern. Übertragungsinstrumente wie Turbinen, Hand- und Winkelstücke gehören zur Gruppe B mit erhöhten Anforderungen. Semikritisch B Kritisch B Semikritische Medizinprodukte Medizinprodukte, die mit Schleimhaut oder krankhaft veränderter Haut in Berührung kommen. Medizinprodukte semikritisch B Mit erhöhten Anforderungen an die Aufbereitung: z. B. Übertragungs - instrumente für allgemeine, restaurative oder kieferorthopädische Behandlung. Kritische Medizinprodukte Medizinprodukte zur Anwendung von Blut, Blutprodukten und anderen sterilen Arzneimitteln und Medizinprodukte, die die Haut oder Schleim- haut durchdringen und dabei in Kontakt mit Blut, inneren Geweben oder Organen kommen, einschließlich Wunden. Medizinprodukte kritisch B Mit erhöhten Anforderungen an die Aufbereitung: z. B. Übertragungs - instru mente für chirurgische, parodontologische oder endodontische Behandlung. 16 I
Anwenderbeispiel // VORBEREITEN Semikritisch B Kritisch B ggf. Wischdesinfektion ggf. Wischdesinfektion REINIGEN / DESINFIZIEREN* / TROCKNEN * Nur für RDG Semikritisch B Manuell** Maschinell Innenreinigung mit von W&H freigegebenem Spray möglich Hinweise des RDG-Herstellers beachten! Wischdesinfektion ** Die Anwendung manueller Verfahren setzt in jedem Falle die Sicherstellung einer standarisierten und reproduzierbaren Reinigung mit nachgewiesener Wirkung (bei Gruppe B einschließlich der inneren Oberflächen) voraus. RDG-Adapter von W&H! Kritisch B Grundsätzlich Maschinell Hinweise des RDG-Herstellers beachten! RDG-Adapter von W&H! Zusammengebaute Übertragungsinstru- mente auf entsprechenden Adaptern oder im zerlegten Zustand in den RDG geben. ggf. Wischdesinfektion I 17
// Anwenderbeispiel Sichtkontrolle Sichtkontrolle ÖLPFLEGE Manuell Maschinell*** Wenn RDG validiert, dann Freigabe bereits nach der Ölpflege! Häufigkeit der Pflege: (cid:129) Nach jeder Thermodesinfektion (cid:129) vor jeder Sterilisation (cid:129) nach 30 Min. Einsatz bzw. mindestens 1x täglich *** Bei der neuen Assistina 3x3 ist im Pro- zess die Ölpflege integriert: 1 Tastendruck: 3 Arbeitschritte: Innenreinigung, Außen- reinigung und Ölpflege  THERMISCH DESINFIZIEREN VERPACKT STERILISIEREN Semikritisch B Kritisch B W&H empfiehlt die Sterilisation nach EN 13060, Klasse B, S. Bitte achten Sie darauf, dass das Ladegut nach der Thermo- desinfektion/Sterilisation trocken ist!  FREIGEBEN  LAGERN staubfrei, sauber und trocken Mit diesem Symbol gekennzeichnete Übertragungsinstrumente und Motoren können im RDG (Reinigungs- und Desinfektions - gerät) thermisch gereinigt und desinfiziert werden. Mit diesem Symbol gekennzeichnete Übertragungsinstrumente und Dentalmotoren sind für die Sterilisation zugelassen. 18 I
Entsorgung beginnt mit . enretec Mal wieder gepiekst? Kostenfreie Servicehotline: 0800 100 555 6 www.enretec.de
// Interview Marc Thanheiser Wissenschaftlicher Mitarbeiter für angewandte Infektions- und Krankenhaushygiene am Robert Koch-Institut Berlin Neuerungen bei der Aufbereitung von Medizinprodukten Die gemeinsame Empfehlung zu den „Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten“ der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) und des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizin- produkte (BfArM) wurde im September 2012 aktualisiert. Im Interview sprach Marc Thanheiser, Wissenschaftlicher Mitarbeiter für angewandte Infektions- und Krankenhaushygiene am Robert Koch-Institut Berlin, über die neue Empfehlung. Herr Thanheiser, warum bestand die Notwendigkeit einer Aktualisierung der Empfehlung? Die Empfehlung der KRINKO am Robert Koch-Institut und des (BfArM) zu den „Anforderungen an die Hygiene bei der Aufberei- tung von Medizinprodukten“ stammte bereits aus dem Jahre 2001 und bedurfte daher einer Aktualisierung. So waren zum ei- nen zwischenzeitlich von der KRINKO und dem BfArM weitere Empfehlungen und Kommentare zu speziellen Bereichen der Auf- bereitung veröffentlicht worden. Zum anderen mussten ebenfalls weitere aktuelle Veröffentlichungen berücksichtigt werden, wie z.B. der Erfahrungsbericht zur Aufbereitung von Medizinproduk- ten in Deutschland des Bundesgesundheitsministeriums aus dem Jahre 2008, europäische und nationale Standards bzw. Normen, Originalveröffentlichungen zu Aspekten der Aufbereitung sowie Leitlinien und Empfehlungen von Fachgesellschaften. Wie gestaltete sich die Überarbeitung zeitlich und wie sah die Zusammenarbeit mit der KRINKO und dem BfArM aus? In einer interdisziplinären Arbeitsgruppe wurde auf Grundlage der gerade genannten Dokumente ein neuer Entwurf der KRINKO-BfArM-Empfehlung erstellt und dieser mit der KRINKO abgestimmt. Daraufhin erfolgte das für Empfehlungen der KRINKO vorgesehene Anhörungsverfahren unter Beteiligung der Länder und von Verbänden, darunter auch z.B. der Bundeszahn - ärztekammer, die anschließende Beratung der dabei eingegange- nen Kommentare in der Kommission unter Beteiligung des BfArM und schließlich die Verabschiedung und Veröffentlichung der ak- tualisierten Empfehlung. Der gesamte Vorgang, also von der ers - ten Entscheidung eine Aktualisierung durchzuführen bis zur fi- nalen Veröffentlichung, erstreckte sich aufgrund der Komplexität und des Umfanges auf einen Zeitraum von mehreren Jahren. Wen adressiert die neue Empfehlung und was soll sie bewirken? Der Geltungsbereich dieser Empfehlung ist seit 2001 unverän- dert und liegt begründet im §4 der Medizinprodukte-Betreiber- verordnung (MPBetreibV). In der Einleitung der aktualisierten Empfehlung wurde nun auch explizit aufgeführt, dass die Emp- fehlungen grundsätzlich unabhängig vom Ort der Durchführung der Aufbereitung sowohl im ambulanten und stationären Sektor gelten. Welche Änderungen gegenüber der Empfehlung aus dem Jahr 2001 gab es konkret? Die Überarbeitung der Empfehlung war ein mehrjähriger Prozess, bei dem auch viele Detailänderungen vorgenommen wurden. Neu hinzugekommen sind die insgesamt acht mitgeltenden Anlagen 20 I
und weitere Anhänge zur Konkretisierung von einzelnen Aspek- ten der zentralen Empfehlung. Die Anlagen befassen sich z.B. mit dem Begriff „geeignete validierte Verfahren“, mit der Inbetrieb- nahme und dem Betrieb von Reinigungs-Desinfektionsgeräten und Kleinsterilisatoren, mit den Anforderungen an Aufberei- tungseinheiten für Medizinprodukte und mit der erforderlichen Sachkenntnis des Personals. Einige Beispiele für Ergänzungen bzw. Änderungen in der aktua- lisierten Empfehlung enthält auch die von uns erstellte Muster- präsentation „Anforderungen an die Hygiene bei der Aufberei- tung von Medizinprodukten 2012“ (zu finden unter: www.rki.de Infektionsschutz Infektions- und Kranken- haushygiene Aufbereitung von Medizinprodukten). Diese kann allerdings leider nicht das Studium der gesamten Empfeh- lung ersetzen. Ein zentraler Punkt der neuen Empfehlung ist die Validierung, die ab sofort auch mittels manueller Aufbereitung vollzogen werden kann. Was bedeutet dies für den Praxisbetreiber? Es ist nicht so, dass es diesbezüglich eine Änderung bezüglich der Validierung gegeben hat. Manuelle Verfahrensschritte waren z.B. schon immer ein Bestandteil bei der validierten Aufbereitung von Medizinprodukten. Sei es die Vorreinigung, das Zerlegen oder das Verpacken, welche bei den seit vielen Jahren gesetzlich geforder- ten „geeigneten validierten Verfahren“ ebenfalls wichtige Teil- schritte darstellen. Ergänzt wurden jetzt lediglich konkretisie- rende Angaben zu manuellen Reinigungs- und Desinfektionsver- fahren einschließlich der allgemeinen Anforderungen an die entsprechenden Standardarbeitsanweisungen. Neben Änderungen findet sich in der neuen Empfehlung eine Vielzahl von Präzisierungen. Kann der Zahnarzt alle dem im normalen Berufsalltag zeitlich sowie personell überhaupt nachkommen? Der Gesetzgeber stellt im §4 Abs. 2 der MPBetreibV die Anforde- rung, dass die Aufbereitung von bestimmungsgemäß keimarm oder steril zur Anwendung kommenden Medizinprodukten unter Berücksichtigung der Angaben des Herstellers mit geeigneten va- lidierten Verfahren so durchzuführen ist, dass der Erfolg dieser Verfahren nachvollziehbar gewährleistet ist und die Sicherheit und Gesundheit von Patienten, Anwendern oder Dritten nicht ge- fährdet wird. Um eine Hilfestellung zur Erfüllung dieser Anforde- rungen zu geben, wurde in der KRINKO-BfArM-Empfehlung ver- sucht, durch viele Präzisierungen eine Umsetzung in der Praxis zu erleichtern. So wurden z.B. in den neuen Checklisten zur Inbe- triebnahme und dem Betrieb von Reinigungs-Desinfektionsgerä- ten und Kleinsterilisatoren auf je drei Seiten alle wichtigen Infor- mationen zu diesen komplexen Themen komprimiert dargestellt. Worauf sollte eine Zahnarztpraxis bei der Umsetzung der Richtlinie besonders achten? Bei der Aufbereitung eines Medizinproduktes trägt die Summe aller beteiligten maschinellen und manuellen Prozesse/Einzel- schritte zum Erreichen des jeweiligen Aufbereitungsziels bei. Da- her ist die Empfehlung als Gesamtes zu sehen und es können keine Interview // besonders zu beachtenden Punkte hervorgehoben werden. Si- cherlich dürfte im Bereich der Zahnheilkunde die Anlage 8, die sich umfangreich mit den Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung flexibler Endoskope und endoskopischen Zusatz - instrumentariums befasst, weniger von Interesse sein. Welchen Stellenwert nimmt der Bereich der Medizinproduk- teaufbereitung im Gesamtkontext der Infektionsprävention in der Zahnarztpraxis ein? Die Vermeidung der iatrogenen Übertragung von Infektionserre- gern über Medizinprodukte stellt eine der zentralen Maßnahmen im Bündel der Infektionspräventionsempfehlungen dar. Dies zeigt auch der hohe Umfang des Kapitels zur Medizinprodukte- aufbereitung in der 2006 veröffentlichten KRINKO-Empfehlung „Infektionsprävention in der Zahnheilkunde – Anforderungen an die Hygiene“, in der auch nach wie vor beispielhaft Hilfen zur An- wendung in der Praxis enthalten sind. Geht die KRINKO-BfArM-Empfehlung einher mit absoluter Rechtssicherheit? Gemäß §4 Abs. 2 MPBetreibV wird vom Gesetzgeber eine ord- nungsgemäße Aufbereitung vermutet, wenn die KRINKO-BfArM- Empfehlung beachtet wird. Eine solche Vermutungswirkung wird ebenfalls laut §23 Absatz 3 IfSG für alle veröffentlichten KRINKO- Empfehlungen ausgesprochen. Bei Unklarheiten kann ich aber nur anraten, dies mit Ihrer für die Medizinprodukteüberwachung zuständigen Landesbehörde zu klären. Wo kann man sich Rat und Hilfe holen? Rat und Hilfe zu diesem Thema erhalten Sie in erster Linie, wie ge- rade schon erwähnt, bei den jeweiligen für die Medizinprodukte- überwachung zuständigen Behörden. Diese finden Sie z.B. über das DIMDI: www.dimdi.de und dort unter Medizinprodukte und Adressen. Des Weiteren gibt es auch viele hilfreiche Informationen bei den sonstigen Institutionen (z.B. www.dimdi.de, www.zlg.de, www.named.din.de und natürlich dem www.bfarm.de) sowie den Fachgesellschaften (z.B. www.dgsv-ev.de, www.dgkh.de). Vielen Dank für das Gespräch! I 21
// Interview Martina Schenk Schulungs- und Anwendungsberaterin sowie Medizinprodukteberaterin „Hygiene sollte als Selbstverständ- lichkeit gelebt werden“ Als Schulungs- und Anwendungsberaterin sowie Medizinprodukteberaterin ist Martina Schenk in Baden-Württemberg und Süddeutschland unterwegs. Im Interview sprach die Hygieneexper- tin über die Wichtigkeit einer ganzheitlichen Ausrichtung des Themas Praxishygiene und gab Tipps für eine strukturierte Umsetzung. Frau Schenk, wie sieht der Istzustand im Bereich Hygiene in deutschen Zahnarztpraxen aus? Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern nimmt Deutsch- land bezüglich Anforderungen und Richtlinien für Hygiene in der Zahnarztpraxis sicher eine Spitzenposition ein. Seit der Einführung des Qualitätsmanagements in deutschen Zahnarztpraxen ist Hy- giene mehr denn je zu einem relevanten Bestandteil geworden. Im- mer neue Anforderungen dieser Art fördern das Hygieneniveau in den Zahnarztpraxen, um Prozesse zu verbessern oder zu verändern, um Rechtsvorschriften, Verordnungen und Richtlinien einzuhalten und zu erfüllen. Der Zahnarzt sollte sich also immer wieder über Neuerungen informieren. Aus meiner langjährigen Praxiserfahrung kann ich aber sagen: Wenn man Hygiene lebt, ist das selbstver- ständlich. Sind absolute Sicherheit sowie ein maximaler Schutz vor Infek- tionen überhaupt erreichbar? Diese Frage ist schwierig zu beantworten. Patienten erwarten na- türlich eine grundlegende Hygiene. Für Zahnarztpraxen ist Hygiene damit sowohl der erste Eindruck, der für den Patienten entsteht, als auch ihr Aushängeschild. Eine absolute Sicherheit gibt es aber nicht, schließlich haben wir in der Praxis weder Reinluftverhältnisse noch eine totale Sterilität. Im Vergleich zu anderen Ländern – der aufgrund der unterschiedlichen Standards und Anforderungen nicht leichtfällt - hat Deutschland einen hohen bis sehr hohen Standard. Wo fängt Hygiene an und wo hört sie auf? Hygiene fängt bei mir mit der persönlichen Hygiene an. Dazu gehö- ren ein gepflegtes Aussehen und zum Bespiel auch kurze saubere Nä- gel. Außerdem ist zwischen aktiver und passiver Hygiene zu unter- scheiden. Zur aktiven Hygiene zählen Sterilisation und Desinfektion mit allen Maßnahmen, zur passiven Hygiene zählen das Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung, Schutzimpfungen und natürlich ein hygienebewusstes Verhalten. Hygiene dient vor allem dem Schutz vor Krankheiten und der Erhaltung der Gesundheit. Sie hat somit einen prophylaktischen Charakter. Grundsätzlich untergliedert sich die Hygiene in die Desinfektion der Hände, der Instrumente und Arbeitsflächen und aller Spezialberei- che. Hygiene betrifft alle Instrumente und Arbeitsmittel, die Bereit- stellung, den Gebrauch, den Transport zur Aufbereitung, die Vorbe- reitung und Aufbereitung (Desinfektion/Reinigung, Spülung und Trocknung), Zwischenkontrolle, gegebenenfalls Kennzeichnung oder Verpackung der Instrumente, Sterilisation, dokumentierte Frei- gabe zur Wiederverwendung, richtige Lagerung der Instrumente und schließlich die Entsorgung, die einen weiteren wichtigen Punkt im Hygienekreislauf darstellt. Hygiene ist somit in der Zahnarztpraxis omnipräsent. Dennoch scheint es Schwierigkeiten hinsichtlich der Umsetzbar- keit zu geben. Wie erklären Sie sich diesen Sachverhalt? Es gibt tatsächlich eine Vielzahl von Empfehlungen, Richtlinien und Normen. Die Schwierigkeiten bei deren Umsetzung erkläre ich mir so, 22 I
Interview // dass es beispielsweise zwischen der Auszubildenden und der lang- jährigen Praxismitarbeiterin einen unterschiedlichen Kenntnisstand gibt. Um diesen auf ein einheitliches Niveau zu bringen, würden re- gelmäßige Praxis- und Teamschulungen Sinn machen. Dieser Punkt ist als „Sachkenntnis des Personals“ auch Teil der neuen RKI-Verord- nung. Zudem können sich Schwierigkeiten bei der Umsetzung auch da- durch ergeben, dass man die allgemeinen Vorschriften an die vor- handenen Praxisgegebenheiten anpassen muss. Ein Beispiel: Ein sehr kleiner Aufbereitungs-/Sterilisationsraum, indem die räumliche Trennung reine/unreine Seite eine echte Herausforderung wird. Oft kann auch ein Mangel an Zeit im Praxisalltag eine Schwierigkeit dar- stellen und es fehlte schlichtweg die Zeit, sich ausreichend über die Neuerungen in diesem Bereich zu informieren. Wie sehen die zentralen Eckpfeiler für eine ganzheitliche Praxis- hygiene aus? Die Eckpfeiler für eine umfassende Praxishygiene sind ein Rahmen- hygieneplan, in dem alle Praxisabläufe geregelt sind, ein „ gelebtes “ Qualitätsmanagement, das elementar ist, VAH-/DGHM-gelistete Hygieneprodukte sowie qualifizierte und motivierte Mitarbeiter. Ein weiterer, wichtiger Punkt ist die klare Zuordnung der Verantwort- lichkeiten, zum Beispiel die Benennung der Hygienebeauftragten, die genügend Zeit hat, um diesem umfangreichen Amt gerecht zu werden. Wie gestaltet sich der ideale Hygienekreislauf? Der ideale Hygienekreislauf sieht wie folgt aus: Hygienische Lage- rung der neuen oder aufbereiteten Instrumente als Voraussetzung; Verwenden der Instrumente während der Behandlung; sicherer Transport zur Aufbereitung; Trennung in Produkte, die aufbereitet und in solche, die entsorgt werden müssen; Vorbereitung der Instru- mentenaufbereitung (Auseinanderbauen, Vorreinigung); manuelle oder maschinelle/validierbare Aufbereitung (Reinigung und Desin- fektion, Spülung und Trocknung); Kontrolle (ggf. mit erneuter Auf- bereitung) und Prüfung, unter Beachtung wie häufig ein Instrument aufbereitet werden kann; ggf. Verpackung des Sterilguts und Sterili- sation; Dokumentation der Freigabe zur Wiederverwendung; hygie- nische Lagerung und schließlich die sachgerechte Entsorgung der nicht aufzubereitenden Produkte. Wurde ein Punkt des Kreislaufs nicht erfolgreich abgeschlossen, muss er wiederholt werden. Wie wichtig ist in diesem Zusammenhang ein gut geführtes und etabliertes Qualitätsmanagement? Im Qualitätsmanagement sind alle Praxisabläufe, vor allem der große Teil Hygiene und Aufbereitung, in detaillierten Verfahrens- und Ar- beitsanweisungen sowie in Checklisten für die Mitarbeiter festge- legt. Daher ist ein gut geführtes Qualitätsmanagement elementar für einen idealen Hygienekreislauf. Die Verfahrens- und Arbeitsanwei- sungen sorgen für ein reproduzierbares, gleichbleibendes Ergebnis der Praxisabläufe und dienen somit der Qualitätssicherung. Die Verantwortung liegt beim Leiter der Praxis. Es ist davon auszuge- hen, dass alle Maßnahmen korrekt ausgeführt wurden. Dies sollte jedoch immer durch korrekte und dokumentierte Aufbereitungs- nachweise und validierte Geräte belegt werden. Bei Verstößen kann eine Geldbuße fällig werden. Findet eine Bege- hung mit anschließender Beanstandung statt, muss innerhalb einer vorgegebenen Frist die Umsetzung nachgewiesen werden. Diese wird evtl. mit einer anschließenden Nachkontrolle überprüft. Bei ex- tremer Gefährdung der Patienten und Mitarbeiter könnte der Praxis eventuell gar das Praktizieren vorübergehend untersagt werden. Kaum vorstellbar wäre zum Beispiel eine Praxis, die keinen Sterilisa- tor hat. In der Regel treten in Deutschland aber selten gravierende Mängel auf. Die Anforderungen an die Praxishygiene werden immer um- fangreicher und vielschichtiger. Gleichzeitig steigen dadurch die Hygienesach- sowie die Hygienepersonalkosten. Wie bewerten Sie diese Entwicklung? Aus der Praxiserfahrung weiß ich, dass in vielen Bereichen auf Ein- malartikel umgestellt wird. Zusätzliche Anschaffungen von Instru- menten/Hand- und Winkelstücken und spezielle Geräte für deren Aufbereitung sind notwendig, wodurch natürlich zusätzliche Kosten entstehen. Da der Bereich Hygiene/Aufbereitung/Dokumentation sehr umfangreich ist, wird zum Teil auch mehr Personal benötigt, das die notwendigen Qualifikationen/Kenntnisse besitzt und umsetzen kann. Ein gut etabliertes Praxis- und Hygienemanagement ist zwar zunächst zeit- und arbeitsintensiv, es entstehen dadurch zusätzliche Kosten. Einmal etabliert führt es jedoch zu Effizienzsteigerungen bei gleichzeitig optimaler Hygiene. Inwiefern können die richtigen Produktentscheidungen zu einer Arbeitserleichterung im Bereich der Praxishygiene und Infek- tionsprävention beitragen? Wichtig ist eine optimal aufeinander abgestimmte System-Hygiene. Die Produktentscheidung, egal ob im Hinblick auf Gerätschaften oder Desinfektion, sollte immer individuell auf die Praxis abgestimmt sein. Bei Neuanschaffungen von Praxisinventar sollte man sich vorab beim Hersteller über die Aufbereitungsempfehlungen informieren. Ebenfalls sehr wichtig ist es, VAH-/DGHM-gelistete oder RKI-kon- forme Produkte mit nachgewiesener Wirksamkeit zu verwenden. Die Verwendung vollviruzider Produkte bei der Desinfektion bietet zu- sätzliche Sicherheit. Arbeitserleichternd ist es, wenn Einmalartikel, wie beispielsweise chi rurgische Kanülen, verwendet werden, da bei deren Aufbereitung eingeschränkte Sichtverhältnisse herrschen. Stichverletzungen sind im Praxisablauf nie auszuschließen, selbst wenn noch so viele Sicher- heitsmaßnahmen beachtet werden (z.B. das sichere Abwerfen der Ka- nüle in den Abwurfbehälter). Bei der Wahl eines Einmalhandschuhs sind für mich u. a. Dichtigkeit und Materialeigenschaften entschei- dend. Oft besteht ein großer Unterschied bezüglich der Dichtigkeit, was dazu führen kann, dass der Handschuh für Erreger durchlässig ist. Wer trägt die Verantwortung für eine rechtssichere Praxis - hygiene und was passiert bei Verstößen gegen Hygienevor- schriften? Hygiene ist einfach elementar. Vielen Dank für das Gespräch! I 23
// Überblick Praxisabfall – Top 10 der größten Irrtümer Die Entsorgung und Wiederverwertung von Abfällen aus Zahnarztpraxen ist im Kreislaufwirt- schaftsgesetz (KrWG) gefordert und gesetzlich streng geregelt. Dies kommt dem Schutz von Mensch und Umwelt zugute. Dennoch herrscht oftmals Unwissenheit. Wir haben die Top 10 der größten Irrtümer in puncto Praxisabfälle zusammengestellt. // Spritzenabfälle dürfen in den Hausmüll. Das gilt nicht überall. Ganz im Gegenteil, in immer mehr Kommunen bzw. Städten werden Spritzenabfälle aus Gesundheitseinrichtungen von der Entsorgung über die Hausmülltonne ausgeschlossen. Hintergrund ist, dass der Hausmüll zunehmend sortiert wird, bevor er verbrannt bzw. deponiert wird. Und in einer Sortieranlage hat die- ser Abfall aus Gründen der Arbeitssicherheit und der Infektionsprä- vention nichts zu suchen. Ein weiterer Grund ist der Schutz vor un- befugten Zugriffen, der z.B. bei gemeinschaftlicher Nutzung der Hausmülltonne nicht gewährleistet werden kann. 1 // Filtersiebe aus Absauganlagen bzw. Behandlungs- einheiten können getrost unter fließendem Wasser gereinigt werden. stoß- und stichfesten Behältnissen erwähnt. Hierbei ist jedoch nicht die immer noch gängige Praxis gemeint, bei der die Öffnung eines Behälters (z.B. von destilliertem Wasser) zugegipst wird, sondern der scharfe oder spitze Gegenstand soll in eine feste Masse eingebettet werden, um zu verhindern, dass sich dieser durch die Behälterwand drücken kann. Somit müssen alle im Behälter befindlichen Kanülen, Skalpelle, Klingen usw. von einer festen Masse (z.B. Gips) umgeben sein, und das ist gar nicht so einfach. Stellt man nun Materialeinsatz und vor allem Arbeitszeit für das Eingipsen, der Beschaffung von ge- eigneten stoß- und stichfesten Behältnissen gegenüber, kommt man schnell zu dem Schluss, dass ersteres nicht günstiger sein kann. Aktueller Hinweis: Gem. der novellierten Biostoffverordnung, darf die Sammlung nur noch in Behältnissen erfolgen, die für diesen Ab- fall konzipiert sind (stoß- und stichfest, durch Farbe, Form und Be- schriftung eindeutig erkennbar). 3 Die hier erwähnten Filtersiebe, welche vor dem Amalgamabscheider eingesetzt sind, werden sehr häufig durch das Praxispersonal gerei- nigt und wieder eingesetzt. Von den Herstellern sind sie jedoch nicht ohne Grund als Einwegsiebe deklariert. Hintergrund sind vor allem die gräuliche Schlacke und sich in den Filtern befindlichen Reststoffe. Es handelt sich hier in der Regel um amalgamhaltige Schlacke (daher auch die gräuliche Verfärbung) und Reststoffe, die wegen ihres hohen Quecksilberanteils als gefährlicher Abfall zu entsorgen sind. Werden diese Filtersiebe nun unter fließendem Wasser gespült, so gelangen durch den separaten Wasserkreislauf am Spülbecken doch wieder amalgam- und damit quecksilberhaltige Bestandteile in das öffentli- che Abwassernetz. Möchte die Praxis auf das Reinigen der Siebe nicht verzichten, so muss dies zumindest am Speibecken erfolgen, da die- ses an den Amalgamabscheider angeschlossen ist. 2 // Eingipsen von scharfen und spitzen Gegenständen ist kostengünstiger. // Es reicht, Entsorgungsbelege/Übernahmescheine drei Jahre aufzubewahren. 4 Tatsächlich fordert die sog. Nachweisverordnung gem. §25 Abs. 1 lediglich eine Aufbewahrung der Entsorgungsbelege von drei Jah- ren. Oftmals sind Gesetze bzw. Verordnungen diesbezüglich unter- einander nicht harmonisiert. So ist z.B. gem. Anhang 50 der Ab- wasserverordnung der Amalgamabscheider mind. alle fünf Jahre nach Landesrecht zu überprüfen. In allen Bundesländern schließt diese Prüfung u.a. auch das Vorlegen der Entsorgungsbelege der letzten fünf Jahre ein. Da es noch weitere abweichende Prüffristen gibt, bei denen auch die Entsorgungsbelege abgefragt werden, ist eine Aufbewahrung von mind. fünf Jahren zu empfehlen. // Recycelte Amalgambehälter aus Amalgam - abscheidern sind hygienisch unbedenklich und kostengünstiger. Das Eingipsen von scharfen und spitzen Gegenständen wird in der RKI-Empfehlung „Infektionsprävention in der Zahnheilkunde - An- forderungen an die Hygiene“ als Alternative zum Verwenden von Kostengünstiger sind sie in jedem Fall, da sie in der Regel von einigen Entsorgern kostenfrei der Praxis wieder zur Verfügung gestellt werden. Jedoch muss jeder Praxis klar sein, dass sie 24 I
5 irgendeinen und nicht genau ihren Behälter vom Entsorger wiederbekommt. Sie weiß also nicht, ob dieser Behälter erst zwei Mal oder 15 Mal zum Einsatz gekommen ist. Da diese Be- hälter aus Kunststoff sind, muss sich die Praxis darauf verlas- sen, dass der Behälter vorab auf Dichtigkeit und Korrosion ge- prüft und vertestet wurde. Das tun die Entsorger jedoch nicht, sodass dieser Test faktisch in der Praxis stattfindet. Diverse Anwen- der berichteten von gefluteten Praxen und defekten Amalgamab- scheidern, weil eben dieser Behälter im Abscheider ausgelaufen bzw. regelrecht explodiert ist. Wer den Schaden hat, trägt die Kos- ten, und schon wäre ein neuer Behälter wesentlich kostengünsti- ger gewesen. Achtung: Recycelte Behälter sind in der Regel stark verkeimt und bakteriell kontaminiert. Es ist schon bei der Entnahme aus der Ver- packung entsprechende Schutzkleidung zu verwenden. // Wenn die Abfälle an den Entsorger übergeben sind, bin ich die Abfallverantwortung los. 6 Das Kreislaufwirtschaftsgesetz regelt im §22, dass Abfallerzeuger bis zur endgültigen Entsorgung ihrer Abfälle verantwortlich bleiben und sie die Zuverlässigkeit des zur Entsorgung beauftragten Unter- nehmens zu prüfen haben. Das ist für Praxen kaum machbar. Er- satzweise kann man hier das Entsorgungsfachbetriebezertifikat anfordern, welches jedes Jahr neu ausgestellt wird, wenn der Ent- sorger alle Anforderungen aus der Entsorgungsfachbetriebever- ordnung erfüllt. In dieser Verordnung sind natürlich alle Kriterien aufgenommen, die einen Entsorgungsbetrieb als zuverlässig ein- stufen. // Der richtige Entsorger ist der, der umsonst entsorgt und/oder die Materialien vergütet. Richtig und umweltschonend zu entsorgen kostet Geld! Das ist ein Fakt, den man spätestens dann nachvollziehen kann, wenn man ei- nen gut organisierten Entsorgungsbetrieb von innen gesehen hat. Natürlich erwirtschaftet ein Entsorgungsbetrieb neben den Ent- sorgungsgebühren von seinen Kunden auch Verwertungserlöse. Das begrenzt sich im dental-medizinischen Bereich jedoch aus- schließlich auf die Amalgamabfälle. Ein Full-Service-Entsorger, also diejenigen, die sämtliche Praxisabfälle entsorgen, arbeiten stets mit einer Mischkalkulation. Das heißt sie beziehen die Verwertungser- löse aus den Amalgamabfällen in ihre Kostenkalkulation mit ein. Ansonsten wären die vom Abfallerzeuger/ Praxisbetreiber zu zah- lenden Entsorgungsgebühren um ein Wesentliches höher. Aus diesem Grund vergüten diese Full-Service-Entsorger in der Regel keine Amalgamabfälle. Bietet ein Entsorger seine Dienst- leistung zum Nulltarif an, muss man sich fragen, wie das geht. Diese Frage haben wir enretec gestellt und fanden die Antwort sehr treffend, sodass wir sie hier zitieren möchten: „Wir können unsere Leistungen nicht für umsonst anbieten. Un- sere Kunden erwarten einen guten Service und vertrauen uns, dass wir mit ihren Abfällen sorgsam umgehen.“ Wer folgende Punkte von einem Entsorger erwartet, kann keine kostenfreie Entsorgung verlangen: 7 Überblick // 1. Freundliches und hochqualifiziertes Personal, das auch ange- messen entlohnt wird. 2. Hoher Arbeitsschutz und neueste Technologien zum Schutz der eigenen Mitarbeiter und der Umwelt. 3. Stabile und transparente Entsorgungsgebühren. 8 // Reinigung und Desinfektion der Abwasserleitungen in der Behandlungseinheit können gleichzeitig erfolgen. Oftmals werden zeitgleich die Absaugschläuche in den Desinfek- tionseimer getaucht, um die Desinfektionslösung durchsaugen zu lassen, und über das Speibecken wird ein Reiniger zugeführt. Ach- tung: bei zeitgleicher Anwendung wird der pH-Wert neutralisiert (sauer vs. basisch) und es wird weder desinfiziert noch gereinigt. Eine wirkungsvolle Anwendung kann also nur nacheinander funk- tionieren. // Die Abfälle können in beliebigen Behältern gesammelt werden. Grundsätzlich gilt das Abfallvermischungsverbot! Das heißt, alle medizinischen Abfälle sind nach Abfallarten getrennt voneinander zu sammeln. Hintergrund sind die unterschiedlichen Beschaffen- heiten (nass trocken; spitz stumpf; emittierend nicht emittierend) und auch die späteren verschiedenen Entsorgungs- wege. Was bei der Sammlung zu beachten ist, kann in der „Voll- zugshilfe zur Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes“ der LAGA anschaulich nachgelesen werden. Darüber hinaus ist der Abfallerzeuger für die ordnungsgemäße Deklaration der Abfälle verantwortlich. Im Falle von Gefahrgütern ist der Abfallerzeuger darüber hinaus für die Kennzeichnung nach Gefahrgutrecht zuständig. All diese Punkte widerlegen die Belie- bigkeit des Sammelbehältnisses. In der Regel stellen die Entsorger bereits vordeklarierte Sammelbehälter zur Verfügung. 9 // Alle Abfälle werden verbrannt. Deshalb ist keine Trennung der Abfälle notwendig. 10 In Deutschland wird immer weniger verbrannt. Viele Verbren- nungsanlagen kämpfen inzwischen mit Auslastungsproblemen, da immer mehr sortiert wird, um der Verwertung den Vorrang zu geben. Und das ist auch gut so. Als rohstoffarmes Land sollten wir unsere teuer eingekauften Rohstoffe, die hier verarbeitet und spä- ter verbraucht werden, nach Möglichkeit auch wieder zurückge- winnen, um sie erneut nutzen zu können. Und das wird auch flei- ßig in Deutschland getan. Sowohl im Bereich der Privathaushalte als auch bei den Gewerbeabfällen. Um alle Beteiligten zu einem nachhaltigen Handeln zu zwingen, gibt es ein stringentes Abfall- recht, wonach Abfallerzeuger verwertbare Abfälle getrennt zu sammeln haben. Die Abfallverbringung, sprich wie der Abfall ge- sammelt und entsorgt wird, ist kommunal geregelt und kann sehr unterschiedlich sein. Nicht jedoch weil unterschiedlich viel recy- celt wird, sondern weil die eingesetzten Techniken regional sehr unterschiedlich sind. I 25
// Praxistipp Der Amalgamabscheider Stehen recycelte Amalgamauffangbehälter und Hygiene in Widerspruch? Und ist es tatsächlich so, dass die Austauschintervalle der Auffangbehälter immer kürzer werden? Der nachfolgende Artikel gibt wichtige Hinweise sowie Tipps und Tricks für die Praxis. Schwester Hilde hat gerade den Telefonhörer aufgelegt. Der Ter- min mit dem Patienten ist eingetragen. Jetzt muss sie dringend den Behälter aus dem Amalgamabscheider wechseln. Schwester Hilde wundert sich, da sie doch den Behälter erst vor zwei Wochen getauscht hat. Früher hielt der Behälter bestimmt vier Monate. Die Pause der Praxis ist gleich vorbei und dann geht der Patientenbetrieb wieder weiter. Solange der Behälter nicht ge- tauscht ist, funktioniert die Absau- gung nicht, und dann kann auch nicht gearbeitet werden. Schnell zieht sie sich ein paar Einweg- handschuhe an und entnimmt den gefüll- ten Behälter aus dem Amalgamabscheider. Den Austauschbehälter hatte sie sich schon bereit- gestellt, bevor das Telefon klingelte. Da hatte sie noch keine Hand- schuhe an. Jetzt setzt sie den leeren Behälter ein. Fertig. Den ge- füllten Behälter verschließt sie, indem sie den Deckel zudrückt. Dann geht sie damit in den Abstellraum und packt ihn ins Regal. Wenn der Entsorger kommt, nimmt er die gefüllten Abscheider- behälter mit und überlässt in gleicher Zahl leere Behälter, die re- cycelt wurden. So oder so ähnlich erfolgt dieser Arbeitsschritt in vielen Zahn- arztpraxen. Doch die Hygienekette ist schon unterbrochen, ohne dass Schwester Hilde sich dessen bewusst ist. Recycelte Amal- gamauffangbehälter kommen nicht selten in einer Praxis zum Einsatz. Die Praxisbetreiber haben erkannt, dass man da den einen oder anderen Euro sparen kann. Warum auch nicht, muss ja nicht immer alles neu sein, oder? Der Einsatz von recycelten Amalgamauffangbehältern birgt im Bezug auf Hygiene, Funktionssicherheit und Gewährleistungsan- spruch einige Risiken, die nachfolgend aufgezeigt werden sollen. // Hygiene Die gefüllten Amalgamauffangbehälter werden von den Entsor- gern entleert und gereinigt. Die Intensität der Reinigung ist von Entsorger zu Entsorger sehr unterschiedlich. Von einer minimalen Reinigung mit Wasser bis zu Reinigungsapparaturen, die mit Hochdruckstrahl arbeiten und im allerbesten Fall die Behälter mit einer Desinfektionslösung aussprühen, ist alles dabei. Mehr darf eine Praxis von einem recycelten Behälter nicht erwarten. Im Er- gebnis sind die Behälter weder sauber noch keimfrei. Wer schon mal solche Behälter in der Hand hatte, sieht das nicht nur, er riecht es auch. Um keine Lücken in der Hygienekette in der Praxis aufzu- reißen, sollte also unbedingt darauf geachtet werden, dass a. die recycelten Behälter nicht neben Sterilgut, Verbrauchsmate- rialien oder sonstigen hygienisch einwandfreien Produkten ge- lagert werden, b. der Umgang mit den Behältern stets und ausschließlich mit Ein- weghandschuhen erfolgt und c. dass der Prozess im Hygieneplan dokumentiert wird, um si- cherzustellen, dass alle Mitarbeiter diese Vorgaben befolgen. // Funktionssicherheit Führende Hersteller von Amalgamabscheidern haben ihre zuge- hörigen Auffangbehälter als Einwegbehälter deklariert. Und das aus gutem Grund. So sind z. B. die Rotoren für den Sirona-Amalgamabscheider aus technischen Gründen nicht recycelbar. Die vier verschiedenen Auffangbehälter des Herstellers Dürr Dental sehen auf dem ersten Blick hinsichtlich ihrer Konstruk- tion schon mal etwas einfacher aus. Doch auch hier birgt die Wiederaufbereitung der Behälter so einige Risiken. Die Behäl- tererkennung funktioniert zum Teil magnetisch. Geht der Mag- net bei der Aufbereitung verloren, so meldet der Amalgam - abscheider trotz eingesetztem Auffangbehälter eine Störung. Saubere und flexible Dichtungsringe sind wichtig, damit die amalgamhaltige Flüssigkeit während des Betriebes und beim späteren Transport nicht auslaufen kann. Und auch der einge- setzte Kunststoff ist inzwischen nicht mehr für eine Mehrfach- verwendung konzipiert. Bei allen drei Punkten kann es beim Re- cyclingprozess zu Schäden am Behälter kommen. Da der recy- celte Behälter keinem Funktionstest unterzogen wird, bevor er an den Kunden ausgeliefert wird, findet dieser quasi in der Pra- xis statt. Der Auffangbehälter von Metasys ist konstruktionstechnisch noch einfacher gestaltet. Hier ist jedoch zu beachten, dass der Abscheider mit einer optischen Füllstandsanzeige arbeitet. 26 I
Praxistipp // Wurde der Behälter in sensiblen Bereichen nicht einwandfrei gereinigt, funktioniert die optische Steuerung nicht. Dies hat zur Folge, dass der Amalgamabscheider ständig signalisiert, er sei voll, obwohl dies gar nicht der Fall ist. Der Kunststoffbehäl- ter wird über die Zeit porös und die Dichtungen am Deckel un- dicht. Auch der Metasys-Behälter ist herstellerseitig nur zur Einmalverwendung vorgesehen und er wird bei den Entsorgern keinem Funktionstest unterzogen. Es gibt keine allgemeingültigen Qualitätsanforderungen zum Recyceln dieser Behälter. Häufig werden die Behälter zig-fach gereinigt und wieder in Verkehr gebracht. Man kann klar zusammenfassen: Wer Behälter aus Amalgam- abscheidern recycelt, obwohl diese seitens des Herstellers als Einwegbehälter deklariert sind, muss auch Einbußen bei der technischen Sicherheit in Kauf nehmen. Die Auswirkung auf Gewährleistungsansprüche wird im Folgenden näher erläutert. // Gewährleistungsansprüche Wer hat eigentlich den Schaden, wenn ein recycelter Behälter zu Funktionsstörungen führt? Hat der Praxisbetreiber Anspruch auf Reparatur bzw. Ersatz und bestehen bei z. B. Wasserschäden Scha- denersatzansprüche? Legt der Hersteller des Amalgamabscheiders bzw. des entspre- chenden Auffangbehälters fest, dass der Behälter ein Einwegar- tikel ist, so bestehen bei einem Schadensfall, der zurückzuführen ist auf einen recycelten Behälter, keine Gewährleistungs- oder gar Schadenersatzansprüche gegenüber dem Hersteller. Nun stellt sich die Frage, ob ggf. Ansprüche gegenüber dem Recyclingbetrieb bestehen. Hier sind zwei Fallkonstellationen zu betrachten. Würde der Praxisbetreiber seinen eigenen Behälter, den er zur Entsorgung abgegeben hat, wiederbekommen, so ist die Durch- setzung von Schadenersatzansprüchen weitestgehend ausge- schlossen. Der Praxisbetreiber hat den Entsorger mit der Entlee- rung und Reinigung des Behälters beauftragt. Der Entsorger kommt seiner Pflicht nach und gibt den Behälter wieder an die Praxis zurück. Während des gesamten Prozesses bleibt der Praxis- betreiber Eigentümer des Behälters. Er handelt auf eigene Verant- wortung und muss bei Schäden selbst dafür aufkommen. In der Realität jedoch erhalten die Praxen eben nicht ihren eige- nen Behälter zurück, sondern irgendeinen anderen Behälter, der recycelt wurde. Hier ist die Rechtslage anders. In diesem Fall er- wirbt die Praxis vom Entsorger einen Behälter (hier recycelt) und damit übernimmt der Entsorger auch sämtliche Pflichten, die mit dem Verkauf eines Medizinproduktes einhergehen. Verursacht der recycelte Behälter nun Störungen, hat der Betreiber alle Rechte, als hätte er einen neuen Behälter gekauft. Ob die Praxis ihren Anspruch gegenüber dem Entsorger durch- setzen kann, ist eine andere Frage. Letzten Endes muss der Praxisbetreiber entscheiden, an welchen Stellen er den Rotstift ansetzt. TIPP Die professionelle Zahnreinigung wird zunehmend durch die Patien- ten in Anspruch genommen. Nicht selten unter Einsatz von Prophyla- xepulvern zum Entfernen von Verfärbungen auf größeren Flächen. Die Reinigungspulver sollten sich eigentlich innerhalb von 1–2 Metern Wasserstrecke auflösen. Dies ist jedoch nicht immer der Fall und so füllen diese ungewollt den Auffangbehälter im Amalgamabscheider. Die Folge sind wesentlich kürzere Austauschintervalle der Behälter. Betroffene Praxen haben nun zwei Möglichkeiten dieses Problem zu lösen. 1. Regelmäßige d. h. mind. wöchentliche Reinigung der Absaugung (hier ist nicht die tägliche Desinfektion der Absaugung gemeint). Das Reinigungsmittel löst die im Behälter des Amalgamabschei- ders angesammelten Pulverkörnchen auf. Dadurch können diese mit dem gefilterten Abwasser ausgespült werden. Dies funktio- niert nicht bei Prophylaxemitteln mit Kunststoffbestandteilen. 2. Ein Behandlungsstuhl, der ausschließlich für die Durchführung von Zahnreinigungen vorgesehen ist, muss nicht an einen Amalgam- abscheider angeschlossen werden. Damit kann das Prophylaxe- pulver ungefiltert in das öffentliche Abwasser abfließen. Es ist jedoch sicherzustellen, dass auf diesem Behandlungsstuhl keine anderen Zahnbehandlungen stattfinden. Wichtiger Hinweis für die zuvor genannten Ausführungen Grundsätzlich ist zwischen zwei Arten von Amalgamabscheidern zu unterscheiden: a) Amalgamabscheider und Auffangbehälter sind zwei separate Komponenten (Bsp.: Sirona, Metasys, Dürr Dental) b) Amalgamabscheider und Auffangbehälter sind in einer Einheit dergestalt zusammengefasst, dass mit der Entsorgung des Auffangbehälters quasi auch der Amalgamabscheider entsorgt wird (SRAB, RASCH, AMALSED) Im Fall b) werden technisch bedingt und vom Hersteller vorgeschrieben, der Behälter und damit der gesamte Amalgamabscheider gereinigt und wieder in Verkehr gebracht bzw. gereinigt und entsorgt. I 27
// Interview Dipl.-Ing. Tobias Salomon Unabhängiger Sachverständiger für Inspektionen nach dem MPG Wenn der Praxisbegeher vor der Tür steht Die Qualitätsanforderungen in Zahnarztpraxen haben sich innerhalb der letzten Jahren in ihren gesetzlichen Rahmenbedingungen stark verändert. Deshalb ist ein effektives Hygienemanage- ment auch zentrales Anliegen der Behörden. Dipl.-Ing. Tobias Salomon, tätig im Bereich Zahn- ärztliche Stellen der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe, ist Teil dieser behördlichen Überprü- fungen. Im Interview gab er einen Einblick über den Verlauf einer Begehung und sprach über deren Notwendigkeit. Viele Zahnärzte fürchten eine behördliche Überprüfung der Praxis. Welchen Sinn, Zweck und Nutzen erfüllt eine Bege- hung grundsätzlich? Der Verordnungsgeber hat durch die Medizinprodukte-Betreiber- verordnung mithilfe eines Verweises auf die KRINKO-Empfehlung zur Aufbereitung von Medizinprodukten einen Standard für die Aufbereitung von Medizinprodukten in Deutschland festgelegt. Wie bei jeder Vorschrift liegt es in der Natur der Sache, dass der Umsetzungsgrad durch die zuständige Behörde überprüft wird und ggf. weiterreichende Maßnahmen eingeleitet werden. Welche gesetzlichen Grundlagen liegen einer Begehung zugrunde? Die gesetzliche Grundlage ist zunächst einmal das Medizinpro- duktegesetz. Auf Basis dieses Gesetzes wurde die Medizinpro- dukte-Betreiberverordnung erlassen. Beide Rechtsvorgaben sind bundesweit gültig. Wer überwacht die Einhaltung dieser Gesetze? Während die Vorgaben auf Bundesebene erlassen werden, liegt die Überwachung der Umsetzung föderalistisch auf Bundeslän- derebene. Jedes Bundesland für sich kann festlegen, welche Be- hörde für Überwachung zuständig ist. In Nordrhein-Westfalen sind die dort ansässigen fünf in Arnsberg, Detmold, Düsseldorf, Köln und Münster für zuständig erklärt worden. Die Vorschriften sind in den Bundesländern uneinheitlich geregelt. Wo kann man die für sich gültigen Richtlinien erfahren? Grundsätzlich sind die Vorschriften in allen Bundesländern gleich. Wie so immer im Leben werden sie vielleicht aber unterschiedlich interpretiert. Gerade dies macht es sehr schwierig, eine generelle Aussage zu treffen. Es bietet sich an, ggf. einmal Kontakt mit den entsprechenden berufsständigen Vertretungen aufzunehmen. In der Regel sind diese gut über die Sachlage informiert. Steht eine anlasslose Prüfung bevor, wird der Termin mehrere Wochen zuvor angekündigt. Wie sieht die optimale Vorberei- tung aus? Bevor eine Praxis ungeplante Aktionen durchführt, sollte sie sich erst einmal ihre Kenntnisse über den aktuellen Stand der Anforderungen aktualisieren. Wie schon gesagt sind die Inter - pretationen teilweise länderspezifisch unterschiedlich. Aus der KRINKO-Empfehlung „Anforderung an die Hygiene bei der Auf- bereitung von Medizinprodukten“ (Bundesgesundheitsblatt 2012 – 55:1244-1310) kann die grundsätzliche Vorgehensweise für eine 28 I
adäquate Aufbereitung abgelesen werden. Wem dies zu theore- tisch ist, könnte versuchen über die eigene berufsständische Ver- tretung entsprechende Hilfestellungen zu bekommen. Teilweise bieten die Kammern Informationsveranstaltungen, Literatur oder auch vor Ort Beratungen an. Erfahrungsgemäß reicht es nicht aus, sich erst bei Ankündigung einer Begehung mit dem Thema zu be- schäftigen. Welche Unterlagen sind vorab einzureichen und welche Dokumente müssen am Tag der Begehung bereit gehalten werden? Dies wird regional sehr unterschiedlich gehandhabt. Einige Be- hörden verlangen detaillierte Vorabinformationen, andere dage- gen möchten die Unterlagen erst vor Ort sichten. Eine pauschale Aussage kann dazu nicht gemacht werden. Sofern es sich (nur) um eine Begehung im Sinne der MPBetreibV handelt, werden alle Dokumente für eine reproduzierbare, valide Aufbereitung einge- sehen. Dies betrifft die detaillierten Arbeits- und Verfahrensan- weisungen, die Chargendokumentationen, die Routinetests, die Validierungsunterlagen, die Unterweisungsdokumentationen, die Schulungsunterlagen, etc. Inwiefern sind diese Unterlagen überhaupt aussagekräftig, was die Qualität einer Praxis betrifft? Die Frage ist für sich stehend nicht positiv oder negativ zu be- antworten. Vorstellbar sind durchaus zwei Extreme: Einerseits eine Praxis, die papiertechnisch perfekt ist, aber leider die Pa- piervorgaben in keiner Weise realisieren. Andererseits ist auch eine Praxis denkbar, die keinerlei Dokumente hat, aber perfekt in der Sache aufbereitet. Fakt ist, dass sowohl die Medizinprodukte- Betreiberverordnung als auch die oben schon genannte KRINKO- Empfehlung eine qualitätsgesicherte, nachvollziehbare Aufbe- reitung fordern. Gerade in der letztgenannten Empfehlung sind viele Detailangaben für eine Dokumentation zu entnehmen. Die Dokumentation sollte aus diesem Grunde die konkret durchge- führte Aufbereitung abbilden. Dies kann man natürlich bis zum allerletzten Detail betreiben. Steht der Nutzen einer Praxisbegehung in Relation zum damit einhergehenden bürokratischen Aufwand? Wenn der bürokratische Aufwand nur für eine Begehung durch- geführt wird, läuft etwas falsch. Sie machen die Dokumentation nicht für die Begeher, sondern zur Dokumentation ihrer korrekten Aufbereitung. Sie wird mit großer Wahrscheinlich in einem Hy- gienestreitfall Gegenstand der Betrachtung sein. Ohne Doku- mentation wird es vermutlich schwierig sein, eine korrekt lau- fende Aufbereitung z.B. vor Gericht darzustellen. Wie lang dauert eine Begehung und wie gestaltet sich diese konkret? Wird die Begehung bei laufendem Praxisbetrieb durchgeführt? Die Dauer einer Begehung hängt von vielen Faktoren ab: Einer- seits von der Größe und Komplexität der zu begehenden Einrich- tung. Sie können sich sicherlich vorstellen, dass ein Krankenhaus mehr Zeit kostet als eine einzelne Zahnarztpraxis. Zweitens hängt Interview // die Begehungsdauer von den Erfahrungswerten und dem Ein- druck der Begeher ab. Werden Unregelmäßigkeiten festgestellt, müssen diese verifiziert und diskutiert werden, was zusätzliche Zeit in Anspruch nimmt. Eine nicht unübliche Dauer für eine Be- gehung einer normalen niedergelassenen Praxis ist ungefähr ein halber Tag. In der Regel kann der Praxisbetrieb aus Sicht der Be- geher weiterlaufen. Der Begeher benötigt nur mindestens einen kompetenten Ansprechpartner. Oft werden die Bereiche Hygiene, Sterilisation, QM und Entsorgung vom Praxisinhaber an Mitarbeiter delegiert. Wer haftet im Zweifelsfall bei Mängeln? Grundsätzlich haftet nach außen immer der Praxisinhaber. Er ist für die Organisation, Zurverfügungstellung von Mitteln und Kon- trollen zuständig. Dies ist übrigens auch der Fall, wenn er die Auf- bereitung extern vergibt. Bei der Überprüfung wurden Mängel festgestellt. Wie geht es danach weiter? Mangel ist nicht gleich Mangel. Abhängig von der Schwere eines Mangels gibt es normalerweise verschiedene Vorgehensweisen: Dies kann reichen von einer einfachen Empfehlung bis hin zu ei- nem kritischen Mangel. Kritische Mängel – also Mängel, bei denen eine konkrete Patientengefährdung nicht auszuschließen sind – können ggf. eine Anordnung des sofortigen Vollzuges durch die Behörde zur Folge haben. Teilweise auch mit Androhung eines Zwangsgeldes. Verstöße gegen die MPBetreibV können je nach Schwere auch als Straftatbestand gewertet werden. In der Regel handelt es sich aber nicht um kritische Mängel, sondern um weni- ger schwere Mängel. Nach Feststellung müssen sie innerhalb an- gemessener Zeit nachweislich behoben sein. Die Form des Nach- weises ist sachgemäß von der Art des Mangels abhängig. Die zugestandene Zeitspanne ebenfalls. Vielen Dank für das Gespräch! I 29
// Produktinformation Höpfigheimer Straße 17 (cid:129) 74321 Bietigheim-Bissingen (cid:129) Tel.: 07142 705-529 info@duerr.de (cid:129) www.duerr.de DÜRR DENTAL AG // Mit voll viruziden Produkten auf der sicheren Seite Die Integration der Praxishygiene in ein gesetzlich gefordertes QM-System ist seit 2011 für jede Zahn- arztpraxis in Deutschland von zentraler Bedeutung. Sie ist sowohl in fachlicher als auch in rechtlicher Hinsicht relevant, zum Beispiel, wenn es um Fragen der Beweislastumkehr geht, etwa bei Haftungspro- blemen gegen den Zahnarzt. Als Grundlage für die Umsetzung der Hygienepläne dienen die Empfehlun- gen des Robert Koch-Instituts (RKI). Darüber hinaus müssen deutsche Praxen weitere komplexe Hygie- nenormen und -standards beachten und in ihrem QM- System abbilden. Nur Desinfektionsmittel, die auf der VAH-Liste (Verbund für angewandte Hygiene e.V., ehemals DGHM-Liste) aufgeführt sind, entsprechen den Hygienestandards, die der Gesetzgeber in Deutschland fordert und tra- gen dazu bei, Haftungsrisiken zu vermeiden. „In der Empfehlung aus dem Jahre 2001 spricht das RKI vom ‚Wirkungsbereich A+B‘, gemäß der Definition der RKI-Liste“, sagt Marc Diederich, Leitung Produktmanage- ment Dentale Hygienepräparate bei der DÜRR DENTAL AG. „Im Bundesgesundheitsblatt vom Oktober 2012 wurde erstmals der Begriff ‚viruzid‘ ver- wendet, was dem Ganzen mehr Nachdruck verleiht.“ Dürr Dental ist der einzige Hersteller, der für zentrale Anwendungsbereiche der Hygienekette auch voll viruzide Produkte anbietet. Komplettiert wurde die- ses Sortiment auf der IDS 2013 mit den neuen FD 333 wipes. Dabei handelt es sich um voll viruzide und schnell wir- kende Desinfektions- und Reini- gungstücher für Oberflächen. Insgesamt erfüllen demnach gleich fünf Produkte des Unternehmens alle Anforderungen des VAH: das al- koholfreie Konzentrat FD 300 zur Flächendesinfek- tion, die Schnelldesinfektionsprodukte FD 333 und die neuen FD 333 wipes sowie das Konzentrat ID 213 zur Instrumentendesinfektion und die Gebrauchslö- sung ID 220 zur Bohrerdesinfektion. Um im Falle des Auftretens von Infektionen eine Haftung ausschließen zu können, ist ein profes- sionelles Hygienemanagement unerlässlich. Ein hohes Maß an Rechtssicherheit erhalten Praxen durch den zielgerichteten Desinfektionsmittel-Einsatz nach den RKI-Empfehlungen, die zudem in ihrer Wirk- weise durch unabhängige Institute bestätigt wurden. Auf diese Weise wird „gute Hygiene“ zwar nicht messbar, aber in jedem Falle dokumentierbar. Und als unverzichtbarer Bestandteil einer gewissenhaften Infek- tionsprävention kommt sie letztendlich allen Beteiligten zugute: den Patienten, dem Praxisteam und dem Zahnarzt. // Steril verpacken und einfach validieren Der neue Hygopac Plus von Dürr Dental Eine Vielzahl von gesetzlich geforderten Auflagen hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass dem Thema Medizinprodukte-Aufbereitung in der Zahn- arztpraxis eine stetig wachsende Bedeutung zu- kommt. Nach der geltenden Medizinprodukte-Be- treiberverordnung ist die Aufbereitung von Medi- zinprodukten mit geeigneten, validierten Verfahren durchzuführen. Die Validierung von Verpackungs- prozessen selbst wird in der DIN-Norm EN ISO 11607-2 beschrieben. Da zahnärztliche Instrumente auch Haut oder Schleim- häute von Patienten berühren oder durchdringen, müs- sen diese vor jeder Behandlung in sterilisierter Form zur Verfügung stehen. Schon seit 2006 sind Praxen ver- pflichtet, zu diesem Zweck gemäß DIN EN ISO 11607-1 ein adäquates Sterilbarrieresystem einzurichten. Umso wichtiger ist es, dass jeder Schritt des Verpa- ckungsvorgangs im Rahmen der Prozesskontrolle über- prüfbar ist – und dies so anwenderfreundlich und ein- fach wie möglich. Das Validierungskonzept des neuen Hygopac Plus Systems von Dürr Dental unterstützt dieses Ziel dadurch, dass der Anwender über das Display auf dem Gerät Schritt für Schritt durch den Validierungspro- zess geführt wird. Siegeltemperatur, Anpressdruck und Siegelgeschwindigkeit lassen sich nachvollziehen und werden ständig erfasst, überprüft und auf SD-Karte oder über das Netzwerk gespeichert. So können die Daten mühelos für die Dokumentation innerhalb eines Quali - tätsmanagement-Systems weiterverarbeitet werden. Das komplette System des neuen Versiegelungssys- tems Hygopac Plus besteht aus dem validierbaren Durchlaufsiegelgerät Hygopac Plus, dem anwender- freundlichen Rollenhalter „Hygofol Station“ zur platz- sparenden Verstauung der Hygofol Rollenware sowie einem Instrumententisch für die bessere Führung der Verpackungen während des Siegelvorgangs. Nach nur drei Minuten Aufheizzeit versiegelt der Hypopac Plus mit einer Temperatur bis 220 °C und einer 12mm breiten Siegelnaht. Mit einer Siegelge- schwindigkeit von zehn Metern pro Minute leistet das neue Produkt auch einen relevanten Beitrag zum effektiven Zeitmanagement. Dabei darf natürlich die Siegelnahtqualität nicht außer Acht gelassen wer- den. Der tägliche Siegelnahttest Hygoseal ermög- licht die regelmäßige, schnelle Kontrolle und bringt zusätzliche Sicherheit. Das System überzeugt nicht nur durch ausgefeilte Technik, auch das Design fällt sofort ins Auge: Mit den Maßen 17 x 37 x 14cm (H x B x T) ist der Hygopac Plus besonders kompakt und findet auch in kleinen Räumen Platz. Zudem ist das innovative neue Produkt „red dot design award winner 2013“. 30 I
enretec GmbH Kanalstraße 17 (cid:129) 16727 Velten (cid:129) Tel.: 0800 1005556 info@enretec.de (cid:129) www.enretec.de Produktinformation // // Veränderter Entsorgungsbedarf in Zahnarztpraxen Das Abfallaufkommen in einer Zahnarztpraxis hat fig nicht mehr in das Konzept einer mo- sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Mit dernen Zahnarztpraxis. Bei vielen wird der dem Einzug des digitalen Röntgen und dem Verzicht Ruf nach bedarfsgerechter Entsorgung zu auf den Einsatz von Amalgam als Füllungsmaterial fairen Konditionen laut. fallen in vielen Zahnarztpraxen nur noch verhältnis- mäßig wenige Abfälle zur Entsorgung an. Die Antwort auf die rückläufige Entwicklung Lediglich die Entsorgung der scharfen und spitzen von Praxisabfällen ist die Entsorgungslösung Gegenstände sowie mit Blut und Sekreten kontami- der Dental-Depots. Viele Fachhändler bieten ge- günstigste Entsorgungspauscha le gewählt. Bei der nierten Stoffe werden zunehmend über speziali- meinsam mit enretec bereits seit mehreren Jahren Abgabe von Kleinstmengen wird sogar eine Abrech- sierte Entsorgungsbetriebe beauftragt. Die bis heute die Rücknahme von Praxisabfällen an. nung nach Aufwand angeboten. weitverbreitete Entsorgung über die graue Haus- mülltonne ist stark rückläufig, da die Kommunen bzw. Aus einem breit gefächerten Behältersortiment kön- Weitere überzeugende Vorteile dieser Entsorgungs- die sogenannten öffentlich-rechtlichen Entsorgungs - nen die Praxen ihre Abfallsammelbehälter indivi- lösung sind: keine Vertragsbindung, keine Mindest- träger diesen Abfall von der Entsorgung über den duell zusammenstellen. Die Lie- laufzeit sowie absolute Rechtssicherheit, da es sich Hausmüll zunehmend ausschließen. Da stellt sich ferung und der Austausch der Be- um ein behördlich angezeigtes und fortlaufend kon- die Frage, inwieweit klas- sische Entsorgungsverträ - ge heutzutage noch sinnvoll sind. Mit vertraglich verein- barten Laufzeiten, teilweise unflexiblen Pauschalprei- sen und festen Entsorgungs- rhythmen passen diese häu- hälter erfolgt i. d. R. innerhalb von trolliertes Rücknahmesystem handelt. 24 Stunden nach Beauftragung. Wenn Sie Interesse an der schnellen, unkomplizierten Zwar bieten die Depots auch ver- und kostengünstigen Entsorgung Ihrer Praxisabfälle schiedene Entsorgungspauschalen haben, setzen Sie sich mit enretec in Verbindung. Als an, doch wird Flexibilität garantiert. zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb und Partner des Auf Basis der tatsächlich entsorgten Dental-Fachhandels steht enretec den Praxen bei allen Abfälle wird die passende und damit abfallrelevanten Themen zur Seite. // Kostenfreies Aufklärungsprogramm Alles Wissenswerte zum neuen Umgang mit scharfen und spitzen Gegenständen. Noch immer kommt es im gesamten Gesundheits - wesen zu rund 500.000 Stichverletzungen im Jahr. Ein nicht unwesentlicher Teil entfällt dabei auf den dental-medizinischen Bereich. Um mehr Sensibilität für dieses Thema zu schaffen, gibt enretec unter an- derem in Kooperation mit Zahnärztekammern Schu- lungen zur Entsorgung von Praxisabfällen im Allge- meinen und den Umgang mit scharfen und spitzen Gegenständen im Besonderen. enretec engagiert sich seit über zwei Jahren bei den einschlägigen Fachme- dien für die redaktionelle Aufnahme dieser Thematik. Da rüber hinaus stellt enretec im Rahmen einer bun - desweiten Aufklärungskampagne kostenfreie Informa- minimieren, den Inhalt sicher umschließen, d.h. bruch- und stichfest sind, und eine aussagekräftige Beschrei- bung des Inhaltes tragen. In einigen Regionen ist eine gemeinsame Entsorgung mit dem Hausmüll auch weiterhin zulässig. Dies gilt es jedoch beim örtlichen Entsorger in Erfahrung zu bringen. Um Zahnarztpraxen zu unterstützen, den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden, bietet enretec inte - ressierten Kunden die Möglichkeit, ein umfangreiches und kostenloses Informationspaket anzufordern. Die- ses beinhaltet eine illustrierte Broschüre mit Hinwei- sen zur sicheren Anwendung, korrekten Sammlung und tionen mit „Probiereffekt“ zur Verfügung (Heft Seite 19). verantwortlich und müssen künftig neue Maßnahmen ordnungsgemäßen Entsorgung von scharfen und spit- zum Arbeitsschutz ergreifen. So dürfen beispielsweise zen Gegenständen sowie einen Testbehälter, welcher Fortlaufend werden Gesetze, Richtlinien und Empfeh- scharfe und spitze Gegenstände nicht mehr in beliebi- den künftigen Anforderungen gerecht wird. Eine Be- lungen auf neue und relevante Inhalte geprüft. Ganz gen Behältern, wie Kanister für Desinfektion o.ä., ge- hälterbefestigung für einen festen und sicheren Stand aktuell hat sich enretec mit der im Juli 2013 in Kraft ge- sammelt werden. Auch das bis zu dem Zeitpunkt zuläs- des Behälters ist ebenfalls enthalten. tretenen Neufassung der Biostoffverordnung ausein- sige Einbetten in eine feste Masse, häufig durch die Ver- andergesetzt. Diese bringt für viele Zahnarztpraxen wendung von Gips, wird künftig verboten sein. Praxis- Zur Anforderung Ihres persönlichen Testpaketes finden wichtige Neuerungen mit sich. Mehr denn je steht hier betreiber müssen für den Arbeits- und Infektionsschutz Sie in diesem Heft auf Seite 19 eine Antwortkarte. Ein- die Sicherheit von Angestellten im Mittelpunkt. Arbeit- ihrer Mitarbeiter Behälter anschaffen, welche die Ge- fach ausfüllen und an die angegebene kostenfreie Num- geber sind für die Arbeitssicherheit ihrer Mitarbeiter fahr einer Stich- und Schnittverletzung verhindern oder mer faxen. Das Angebot ist gültig bis zum 31.10.2013. I 31
// Produktinformation Raiffeisenstraße 3b (cid:129) 83410 Laufen/Obb. (cid:129) Tel.: 08682 8967-0 office.de@wh.com (cid:129) www.wh.com W&H Deutschland GmbH // Innen rein – außen rein – Assistina 3x3 Reinigungslösung W&H Activefluid gereinigt. Um Reste des Reinigers zu beseitigen, werden Spray - kanäle und Getriebeteile durchgeblasen. Die gründ- liche Reinigung unterstützt die volle Funktionsfä- higkeit der Instrumente während ihrer Lebens- dauer. matischer Ölmengendosierung wird nur so viel Öl eingebracht, wie für die optimale Schmierung der Instrumente notwendig ist. Das W&H Service Oil F1 ist ein Produkt aus der W&H Forschung und ge- währleistet optimale Pflege für sämtliche W&H Instrumente. Automatische Außenreinigung Die Reinigungslösung W&H Activefluid wird punkt- genau, Instrument für Instrument, aufgesprüht. Nach einer kurzen Einwirkdauer des Reinigers wer- den die Instrumente abge- blasen, ehe die Getriebe - teile präzise und au to ma - tisch geschmiert werden. Die Beseitigung organischer Ablagerungen dient der Sicherheit der Patienten und Praxismitarbeiter und gewährleistet mit der nachfolgenden Sterilisation eine perfekte Aufberei- tung. Perfekte Schmierung der Instrumente Die präzise Schmierung aller Getriebeteile mit dem W&H Service Oil F1 verlängert die Lebensdauer zahnmedizini- scher Präzisionsinstrumen te. Gleichzeitig werden die Ser - vicekosten gesenkt. Dank auto- Gepflegte Instrumente in Rekordzeit Pro Zyklus können ein bis drei Instrumente gereinigt und gepflegt werden. Der kurze Reinigungsprozess von rund sechs Minuten verkürzt die gesamte her- kömmliche Aufbereitungszeit der Instrumente.Bei einer anschließenden Sterilisation im Lisa Auto- klav mittels Schnellzyklus stehen die Instru- mente nach insgesamt nur 20 Minuten wieder zur Verfügung. Validierter Pro- zess: Gereinigt, gepflegt und sterili- siert. Hygiene und Pflege auf Knopfdruck Die Assistina funktioniert selbster- klärend, die Aufbereitung erfolgt auf Knopfdruck. Ein Schulungsauf- wand ist nicht notwendig. *Das Gerät ist sowohl mit als auch ohne Außenreinigung erhältlich. Assistina 3x3: 3 Instrumente x 3 Aufbereitungsschritte (In- nen-, Außenreinigung, Ölpflege); Assistina 3x2: 3 Instrumente x 2 Aufbereitungs- schritte (Innenreinigung, Ölpflege) **Turbinen, Hand- und Winkelstücke, Luftmotoren und luft - betriebene Zahnsteinentfernungs-Instrumente W&H positioniert mit der neuen Assistina ein voll- automatisches Reinigungs- und Pflegegerät für zahnärztliche Übertragungsinstrumente auf dem Dentalmarkt. Damit setzt das Unternehmen neue Standards in der Hygiene und Pflege und bietet ein optimales Gerät zur Innen- und Außenreinigung* sowie zur Ölpflege von Turbinen, Hand- und Win- kelstücken** an. Ab sofort können sich Zahnarzt- praxen wieder auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist: ihre Patienten. Denn die zeitaufwendige Vorbereitung von Turbinen, Hand- und Winkelstü- cken auf die Sterilisation übernimmt die Assistina 3x3 automatisch. Automatische Innenreinigung Bei der Innenreinigung werden Spraykanäle und Getriebeteile des Instruments mit der speziellen // Lisa Autoklav auch mit Schnellzyklus W&H bietet mit den Lisa 500 Sterilisatoren ab so- fort die Möglichkeit zur schnellen Sterilisation von unverpackten Instrumenten. Zusätzlich zu den bewährten Zyklen der „Klasse B“ und der für das Instrumentarium schonenden ECO B-Funk- tion ist der Lisa Autoklav jetzt auch mit dem Schnellzyklus ausgestattet. Das Verfahren Um den strengen normativen Anforderungen an die Sterilisation gerecht zu werden, wird die Luft aus der Sterilisationskammer sowie den Hohlräumen der Turbinen, Hand- und Winkelstücke vollständig ent- fernt. Lisa Sterilisatoren von W&H erreichen dies durch ein für Hand- und Winkelstücke optimiertes fraktioniertes Vorvakuum und eine Trocknung. 32 I Assistina 3x3 + Lisa 500 =20 Minuten Sterilisieren in Rekordzeit Unverpackte massive Instrumente sowie Turbinen, Hand- und Winkelstücke können im Schnellpro- gramm bereits nach 14 Minuten im trockenen Zu- stand dem Lisa Autoklaven entnommen werden. Das bedeutet für jede zahnärztliche Praxis eine enorme Zeitersparnis. Übrigens: Der Reinigungsprozess der neuen Assistina 3x3 – ein vollautomatisches Reini- gungs- und Pflegegerät für zahnärztliche Übertragungsinstrumente – in Kombination mit dem Lisa Schnellzyklus verkürzt die ge- samte Aufbereitungszeit der Instrumente. Nach nur 20 Minuten stehen die Instrumente wieder zur Verfügung: Gereinigt, gepflegt und sterilisiert.
DRUCKLUFT | ABSAUGUNG | BILDGEBUNG | ZAHNERHALTUNG | HYGIENE DAS BESTE ist, wenn die Validierung zum Kinderspiel wird Der neue Hygopac Plus Validierbares Durchlaufsiegelgerät für Klarsichtsterilisierverpackungen (cid:116) Schnelles, sicheres Versiegeln (cid:116) Intelligentes und einfaches Validierungskonzept (cid:116) Datenspeiche- rung auf SD-Karte oder über Netzwerk. Mehr unter www.duerr.de Animation
// Ihre Ansprechpartner Ansprechpartner DÜRR DENTAL AG Gudrun Stüper Nord: Niedersachsen, Bremen Tel.: +49 172 1479308 Elena Lutz Nord: Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen Tel.: +49 172 7418891 E-Mail: stueper.g@duerr.de E-Mail: lutz.e@duerr.de Kerstin Krüger Nord-Ost: Berlin/Brandenburg, Sach- sen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern Tel.: +49 172 7330690 Melanie Kraus Nord-West: Nordrhein-Westfalen Tel.: +49 172 7244145 E-Mail: krueger.k@duerr.de E-Mail: kraus.m@duerr.de Melanie Ast Sonia Martinig Ost: Sachsen, Thüringen, Brandenburg (Cottbus), Sachsen-Anhalt (südlich von Magdeburg) Tel.: +49 172 7216814 E-Mail: ast.m@duerr.de Sylvia Mularczyk Süd-Ost: Bayern Tel.: +49 172 7300778 West: Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland Tel.: +49 172 1412572 E-Mail: martinig.s@duerr.de Martina Schenk Süd-West: Baden-Württemberg Tel.: +49 170 5281182 E-Mail: mularczyk.s@duerr.de E-Mail: schenk.m@duerr.de Silke Enzinger Süd: Oberbayern, z. T. Baden-Württemberg Tel.: +49 172 7385125 E-Mail: enzinger.s@duerr.de 34 I
Ihre Ansprechpartner // Ansprechpartner enretec GmbH Wenn Sie Fragen zur Entsorgung von dental-medizinischen Abfällen haben, auf der Suche nach einem neuen Entsorger sind oder sich ein unverbindliches Angebot zur Entsorgung Ihrer Praxisabfälle unterbreiten lassen möchten, kontaktieren Sie das Team der enretec unter: Tel.: 0800 100555-6 Fax: 0800 100555-7 (beides gebührenfrei aus dem dt. Fest- und Mobilfunknetz) info@enretec.de enretec GmbH Kanalstraße 17 16727 Velten www.enretec.de Verena Rauscher Ines Urbanowitz Stephanie Lange Birgit Berg Ansprechpartner W&H Deutschland GmbH Claudia Martin Esch Betreuung für: Nordrhein-Westfalen, südl. Teil von Niedersachsen Mobil: +49 172 8996049 E-Mail: claudia.martin-esch@wh.com Robert Nemeth Betreuung für: Bayern, Baden-Würt- temberg, Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen PLZ 61-64 Mobil: + 49 172 8996044 E-Mail: robert.nemeth@wh.com Anja Katharina Lux Betreuung für: Niedersachsen, Schles- wig-Holstein, sw-Teil von Mecklenburg- Vorpommern, nördl. Teil von Hessen Mobil: + 49 172 8996043 E-Mail: anja-katharina.lux@wh.com Stefan Rippel Rico Zschoche Leitung Vertrieb Betreuung für: München, Regensburg, Passau, Augsburg Mobil: + 49 172 8996042 E-Mail: stefan.rippel@wh.com Betreuung für: Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern Mobil: + 49 172 8996046 E-Mail: rico.zschoche@wh.com I 35
Reinigen, pflegen und sterilisieren in Rekordzeit NEU Der Reinigungsprozess der Assistina 3x3 in Kombination mit dem Lisa Schnellzyklus verkürzt die gesamte Aufbereitungszeit der Instrumente. Nach nur 20 Minuten stehen die Instrumente wieder zur Verfügung. Gereinigt, gepflegt und sterilisiert. W&H Deutschland, t 08682/8967-0 wh.com