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Timestamp: 2018-03-24 11:43:19
Document Index: 375868121

Matched Legal Cases: ['§ 211', '§ 211', 'BGH', '§ 49', '§ 211', '§ 211', '§ 211', '§ 211', '§ 212', '§ 216', 'BGH', '§ 211', 'BGH', 'BGH', '§ 49']

Schema: Mord, § 211 StGB - Juraeinmaleins.de
23. Dezember 2014 22. Mai 2017 von Van Hoang
Schema: Mord, § 211 StGB im Überblick:
Tathandlung und Taterfolg
Mordmerkmal(e) aus 2. Gruppe (Begehungsweise)
Heimtückisch (formale Definition, restriktive Auslegung!!!)
Arglos- und Wehrlosigkeit
Mordmerkmal(e) aus 1. Gruppe (Beweggrund)
Befriedigung des Sextriebs
Sonstigen niedrigen Beweggründen
Mordmerkmal(e) aus 3. Gruppe (Zweck)
Ermöglichung einer Straftat
Intervall zwischen Vortat und Mord
Bzgl. des Todes: Verdeckungsabsicht und dolus eventualis
BGH: Strafrahmenreduzierung, § 49 Abs. 1 Nr. 1 StGB
Schema: Mord, § 211 StGB im Detail:
Tathandlung und Taterfolg (Tod einer anderen Person)
Von Heimtücke spricht man bei einem Mord, wenn der Täter die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers bewusst in feindlicher Willensrichtung ausnutzt. (Quelle: lexexakt)
Arglos ist, wer mit einem schweren Angriff nicht rechnet und sich daher in Sicherheit wiegt. Wehrlos ist, wer aufgrund seiner Arglosigkeit, in seiner natürlichen Abwehrfähigkeit gegenüber dem konkreten Angriff zumindest stark eingeschränkt ist. (Quelle: lexexakt)
Grausam iSd des § 211 StGB ist eine Tötung, wenn der Täter dem Opfer besonders starke Schmerzen oder Qualen körperlicher oder seelischer Art hinzufügt. (Quelle: lexexakt)
Gemeingefährlich sind Mittel iSd § 211 StGB die in „ihrer Wirkung im allgemeinen nicht mehr beherrschbar und daher geeignet sind, eine größere Zahl von Menschen an Leib oder Leben zu gefährden, also eine allgemeine Gefahr entstehen zu lassen. (Quelle: lexexakt)
Vorsatz (-> objektiver Tatbestand, dolus eventualis ausreichend)
Aus Mordlust tötet derjenige, dem der Tod des Opfers der einzige Zweck der Tat ist, insbesondere der allein aus Freude an der Vernichtung eines Menschenlebens handelt. (Quelle: lexexakt)
Das Mordmerkmal zur Befriedigung des Geschlechtstriebs liegt vor, wenn der Täter das Töten als Mittel zur Befriedigung des Geschlechtstriebes benutzen will. (Quelle: lexexakt)
Aus Habgier tötet, wer in rücksichtsloser Weise mit seiner Tat den Gewinn von Geld oder Geldwert erstrebt. (Quelle: lexexakt)
Von niedrigen Beweggründen iSd § 211 StGB spricht man, wenn eine Tötung aus Gründen erfolgt, die nach allgemeiner sittlicher Anschauung verachtenswert sind und sittlich auf tiefster Stufe stehen. (Quelle: lexexakt)
Nach der Literatur ist Mord eine Qualifizierung zum Totschlag (§ 212 StGB) und Tötung auf Verlangen (§ 216 StGB) eine Privilegierung. Somit wäre der Totschlag ein sogenannter Grundtatbestand. Der BGH sieht den Mord als eigenständigen Tatbestand an.
D.h., nach der Literatur werden beide zusammen geprüft und auch zitiert (§§ 211, 212 StGB). Im Gegensatz dazu werden die Tatbestände bei Ansicht des BGH einzeln geprüft. Die Differenzierung hat einen wesentlichen Aspekt bei der Teilnehmerprüfung. Näheres dazu in einem separaten Beitrag.
Durch die sehr hohe Rechtsfolge (lebenslange Freiheitsstrafe) muss die Strafe mit dem Tatgeschehen im Verhältnis stehen. Im sog. „Haustyrannfall“ (heimtückischer Mord) wird nach BGH durch die Rechtsfolgelösung Mord angenommen, aber die Strafe durch § 49 I Nr. 1 StGB gemildert. Die Literatur folgt dem Wege der Tatbestandslösung (restrikive Auslegung der Tatbestandsmerkmale).
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