Source: https://kanzlei-nickert.de/mandanteninformation/glossare
Timestamp: 2018-04-22 12:40:01
Document Index: 347691635

Matched Legal Cases: ['§ 283', '§ 253', '§ 18', '§ 207', '§ 208', '§ 53', '§ 179', '§ 286', '§ 287', '§ 130', '§ 19', '§ 4', '§ 290', '§ 17', '§ 138']

Glossar - KANZLEI NICKERT
Hierunter fällt die Abbildung der Wertminderung von Vermögensgegenständen des Anlage- und des Umlaufvermögens. Berücksichtigt werden dabei nicht nur die planmäßigen Abschreibungen von abnutzbaren Vermögensgegenständen des Anlagevermögens, sondern auch sonstige Wertminderungen und außerplanmäßige Abschreibungen bei den Gegenständen des Umlauf- aber auch des Anlagevermögens.
Die Ursachen für den Abschreibungsbedarf können dabei von der technischen, der wirtschaftlichen oder der rechtlichen Seite kommen. Zu beachten sind auch die unterschiedlichen Vorgehensweisen bzw. zu berücksichtigende Vorgaben. So ergeben sich teilweise Unterschiede zwischen der handelsrechtlichen und der steuerrechtlichen Rechnungslegung.
Während der Abwicklungsphase setzt der Insolvenzverwalter die Beschlüsse der Gläubigerversammlung um, verwertet das vorhandene Vermögen und bereinigt die Insolvenztabelle. Je nach Verfahrensgröße und den konkreten Umständen kann diese Phase einen Zeitraum von einem halben Jahr bis hin zu mehreren Jahren in Anspruch nehmen. Die Verfahrensdauer hängt insbesondere davon ab, ob
Debitorenforderungen streitig eingezogen werden müsen,
Sonderaktiva und Insolvenzanfechtungen auf gerichtlichem Wege verfolgt werden müssen,
Der Insolvenzverwalter ist verpflichtet, in einem regelmäßigen Turnus von 6 Monaten einen Zwischenbericht über die weiteren Entwicklungen zur Insolvenzankte zu reichen. Als besonderen Service für die Gläubiger, stellen wir diese Berichte im geschützten Bereich zum Download bereit.
Adjusted Present Value Ansatz (APV)
Auch als APV-Modell oder APV-Verfahren bekannt. Die freien Cashflows werden zunächst unter der Annahme der vollständigen Eigenfinanzierung mit der Renditeerwartung der Eigenkapitalgeber abgezinst (diskontiert).
Im Anschluss daran werden die Auswirkungen der Fremdfinanzierungen berücksichtigt. Durch Abzug des Marktwerts des Fremdkapitals ergibt sich der Marktwert des Eigenkapitals. Gegenüber dem DCF-Verfahren handelt es sich hierbei um eine andere Rechentechnik
Im Kreditwesen versteht man unter dem Begriff Akzessorietät die Abhängigkeit einer Sicherheit von der zu sichernden Forderung. Damit erlischt mit der Erledigung der Forderung (Rückführung) auch die verbundene Sicherheit.
Die Beurteilung/Analyse der Anlagendeckung erfolgt im Rahmen der Bilanzanalyse. Dabei gilt, dass das langfristig zur Verfügung stehende Kapital (Eigenkapital + langfristiges Fremdkapital) das Anlagevermögen übersteigen sollte. Ist dies nicht der Fall, sind im Unternehmen Anlagevermögensgegenstände teilweise kurzfristig finanziert. Dadurch ist die Fristenkongruenz nicht eingehalten und es besteht gegenüber einem positiven Verhältnis eine höhere Risikoeinschätzung.
Hierbei bezieht das Unternehmen finanzielle Mittel aus externen Quellen. Dies kann sowohl Fremdkapital als auch Eigenkapital sein. Zur Außenfinanzierung in Form von Fremdkapital zählt z.B. die Kreditfinanzierung und in Form von Eigenkapital die Beteiligungsfinanzierung.
Wahrscheinlichkeit, dass eine (Darlehens-)Forderung innerhalb eines bestimmten Zeitraums ausfällt.
Bei einem Bankenkonsortium schließen sich mehrere Banken zusammen, um bestimmte Bankgeschäfte gemeinsam zu realisieren. Dies erfolgt z.B. dann, wenn das Kreditengagement für eine einzelne Bank zu hoch ist, oder wenn durch dieses Kreditengagement bei der Bank Klumpenrisiken entstehen würden. Durch die Verteilung auf mehrere Banken tritt eine Risikominderung ein.
Teilweise wünschen auch die Kreditnehmer die ausdrückliche Einbeziehung von mehreren Banken in die Unternehmensfinanzierung, um nicht von einem einzelnen Kreditinstitut abhängig zu sein.
Der Ausdruck Bankrott wird umgangssprachlich immer noch als Synonym für die Begriffe Konkurs oder Insolvenz verwendet. Tatsächlich hat dieser Begriff aber eine andere Bedeutung. Bankrott ist ein Straftatbestand (§ 283 StGB). Strafbar macht sich insbesondere derjenige, der zum Zeitpunkt des Bestehens einer Überschuldung, einer drohenden oder bereits eingetretenen Zahlungsunfähigkeit Vermögensbestandteile verheimlicht oder beiseite schaft, oder die handelsrechtlichen Pflichten nicht, oder nicht rechtzeitig erfüllt.
Portfolio für das strategische Management. Entwickelt durch die Boston Consulting Group. Zeigt den Zusammenhang aus dem Produktlebenszyklus und der Kostenerfahrungskurve. Durch die „einfache“ Abbildung mit dem relativen Marktanteil auf der X-Achse und des Marktwachstums auf der Y-Achse können die eigenen Geschäftsfelder beurteilt werden, um daraus z. B. Schlussfolgerungen für weitere strategische Überlegungen zu ziehen. Welche Geschäftsfelder sollten z.B. zukünftig stärker in den Fokus rücken oder aus welchen Gebieten sollte man sich eher zurückziehen?
Beizulegender Wert, § 253 Abs. 2, 3 HGB
Der Sinn und Zweck des beizulegenden Wertes nach HGB besteht in der Werthaltigkeitskontrolle. Wertminderungen werden dabei nur zum Abschlussstichtag berücksichtigt bzw. erfasst und auch nur dann, wenn sie als voraussichtlich dauerhaft beurteilt werden. Eine detaillierte Wertberechnung wird i.d.R. nur bei begründetem Anlass durchgeführt.
Der einer Beteiligung am Abschlussstichtag beizulegende Wert ist i.d.R. aus dem Ertragswert abzuleiten. Das Ertragswertverfahren ist neben den Discounted-Cash-Flow-Verfahren nach dem IDW S 1 zur Ermittlung des Unternehmenswerts als Zukunftserfolgswert vorgesehen, wobei beide Verfahren auf der gleichen konzeptionellen Grundlage (Kapitalwertkalkül) beruhen und bei gleichen Bewertungsannahmen zu gleichen Unternehmenswerten führen, IDW RS HFA 10 Tz. 3.
Im Falle der Verfahrenseröffnung ist der Berichtstermin (sog. Gläubigerversammlung) entscheidend für den weiteren Fortgang des Verfahrens. Im Berichtstermin hat der Insolvenzverwalter über die wirtschaftliche Lage des Schuldners und ihre Ursachen zu berichten. Er hat darzulegen, ob Aussichten bestehen, das Unternehmen des Schuldners im Ganzen oder in Teilen zu erhalten, welche Möglichkeiten für einen Insolvenzplan bestehen und welche Auswirkungen jeweils für die Befriedigung der Gläubiger eintreten würden.
Berichtstermin (Gläubigerversammlung)
Im Fall der Verfahrenseröffnung ist der Berichtstermin (sog. Gläubigerversammlung) entscheidend für den weiteren Fortgang des Verfahrens. Der Berichtstermin wird bereits zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung bestimmt. Dieser findet regelmäßig 1-3 Monate nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens statt. Der Termin ist nicht öffentlich. Zur Anwesenheit berechtigt ist der Schuldnervertreter sowie Gläubiger, die bereits eine Forderung zur Insolvenztabelle angemeldet haben.
Im Berichtstermin hat der Insolvenzverwalter über die wirtschaftliche Lage des Schuldners und ihre Ursachen zu berichten. Er hat darzulegen, ob Aussichten bestehen, das Unternehmen des Schuldners im Ganzen oder in Teilen zu erhalten, welche Möglichkeiten für einen Insolvenzplan bestehen und welche Auswirkungen jeweils für die Befriedigung der Gläubiger eintreten würden.
Der Beta-Faktor drückt aus, um wie viel eine Aktie gegenüber einem anderen Referenzwert (z.B. DAX) schwankt. Bei einem Beta-Faktor von über 1,0 schwankt daher die Aktie stärker als der DAX, bei einem Betafaktor kleiner 1,0 schwankt der Aktienwert geringer als der DAX.
Kurzfristiger Bankkredit, der in erster Linie zur Finanzierung des laufenden Geschäfts dient. Hierunter fallen vor allem der Kauf von Rohstoffen und Waren sowie der weitere Vorfinanzierungseffekt, bis die Kunden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen begleichen.
Dabei ist zu beachten, dass es von Unternehmen zu Unternehmen Unterschiede gibt. Diese resultieren z.B. aus unterschiedlichenZahlungszielen, saisonalen Schwankungen, Wareneinsatzquoten etc., was bei den Verhandlungen mit den Banken berücksichtigt werden muss.
Die Rückführung erfolgt in der Regel aus dem laufenden Geschäft, also aus den Einzahlungen, die sich aus der Umsatzrealisierung ergeben. I.d.R. wird der Betriebsmittelkredit als Kontokorrent gebucht/geführt.
Die Anlässe für Unternehmensbewertungen können sich im Zusammenhang mit unternehmerischen Initiativen, aus Gründen der externen Rechnungslegung, aus gesellschaftsrechtlichen oder anderen gesetzlichen Vorschriften bzw. vertraglichen Vereinbarungen sowie aus sonstigen Gründen ergeben, IDW S 1 Tz. 8.
Der Bewerter kann als unabhängiger Sachverständiger, als Berater, als Schiedsgutachter oder als Prüfer tätig werden. Je nach Funktion variiert sein Auftrag und damit seine Vorgehensweise. Die Funktion ist im Gutachten bzw. Beratungsbericht kenntlich zu machen.
Festgelegter Stichtag, auf den sich die Bewertung bezieht. Dieser Stichtag kann sowohl in der Vergangenheit als auch in der Zukunft liegen. Der Bewertungsstichtag ist wichtig, weil nur Sachverhalte und Gründe, die zu diesem Stichtag bereits angelegt waren, in die Bewertung einfließen dürfen, sog. Wurzeltheorie.
Bonität/Kreditwürdigkeit: Die Fähigkeit, den notwendigen Kapitaldienst aus Zins- und Tilgungsleistungen erbringen zu können. Durch das Rating, das sich sowohl aus qualitativen als auch quantitativen Faktoren zusammensetzt, wird eine Klassifizierung des Schuldners vorgenommen. Bei einer positiven Einschätzung erhält man normalerweise günstigere Zinskonditionen als Schuldner mit einem schlechten Rating, da die Bank bei schlechten Schuldnern sich das höhere Risiko durch höhere Zinskonditionen ausgleichen lässt.
Diese Finanzierungsform ist eine spezielle Form des Betriebsmittelkredits. Bei dem üblichen Betriebsmittelkredit ist ein Fixbetrag festgelegt. Die Borrowing-Base-Finanzierung ist individuell und ermöglicht eine flexible Kredithöhe. Es handelt sich dabei i.d.R. um eine „atmende Finanzierung", die mit dem Umlaufvermögen besichert ist und sich an dessen Höhe orientiert.
Damit ist eine relativ schnelle Anpassung möglich. Je höher die Sicherheiten, desto höher ist auch die Kreditlinie. Als Sicherheit dient dabei das Umlaufvermögen (UV). Durch die Besicherung durch das UV ist im Gegensatz zu den meist un- oder teilbesicherten Betriebsmittelkrediten häufig mit günstigeren Konditionen zu rechnen. Es handelt sich hierbei um eine relativ moderne Art der Working-Capital-Finanzierung.
Beim Branchenrating wird nicht nur ein Unternehmen, sondern eine gesamte Branche in Ratingkategorien eingeschätzt. Branchenratings werden von speziellen Anbietern durchgeführt. Daneben spielen Branchenratings auch bei der Bonitätsbeurteilung einzelner Unternehmen durch Kreditinstitute eine Rolle.
Bruttoansatz (Entity-Ansatz)
Gegenteil zur Equity-Methode (Eigenkapital-Methode). Im Gegensatz zur Berücksichtigung der reinen Zuflüsse an die Eigenkapitalgeber werden beim Bruttoansatz die kompletten Zahlungsströme an die Eigen- und Fremdkapitalgeber berücksichtigt. Am Ende der Berechnungen wird beim Bruttoansatz vom Gesamtkapital (Marktwerte) der Barwert des Fremdkapitals abgezogen. Dadurch erhält man wie bei der Equity-Methode den Unternehmenswert der Eigentümer.
Werte, wie sie in der Handelsbilanz ausgewiesen werden. Mit den Anschaffungs- und Herstellungskosten bewertete Aktiva und Passiva. Berücksichtigt sind Abschreibungen und Zuschreibungen. In der Praxis kommt es zwischen Buch- und Zeitwerten oftmals zu einer Differenz.
Damnum, Disagio oder Abgeld. Differenz zwischen der Höhe der ausgezahlten Darlehenssumme und der Höhe der Darlehensschuld. Wird in der Regel als Prozentsatz für den Abschlag, als Auszahlungsbetrag oder als Auszahlungskurs angegeben.
Rechtsgeschäft, bei dem ein Kredit- oder Darlehensgeber einem Kredit- oder Darlehensnehmer eine bestimmte Geldsumme zur Verfügung stellt. Der Darlehensnehmer verpflichtet sich, den erhaltenen Betrag zu einem bestimmten Termin oder mehreren Terminen zuzüglich Zinsen zurückzuzahlen.
Als Delkredere bezeichnet man die Garantie für die Zahlungsfähigkeit eines Schuldners. Der Delkrederegeber übernimmt gegenüber dem Gläubiger für den Fall der Zahlungsfähigkeit des Schuldners die Haftung.
Im Rahmen der Unternehmensbewertung wird der gesamte Zukunftserfolg einer Gesellschaft bewertet. Demgegenüber deckt die operative Unternehmensplanung regelmäßig nur eine Detailplanungsphase ab, die nicht mehrere Jahrzehnte bzw. unendlich in die Zukunft reicht. Aus diesem Grund wird im Rahmen der Unternehmensbewertung ein Zwei- oder Mehrphasenmodell gewählt.
In der Detailplanungsphase (1. und gegebenenfalls 2. Phase), in der die Zukunftszahlungsströme greifbar sind, wird detailliert geplant. Am Ende dieser Phase muss das Unternehmen in einem stabilen eingeschwungenen Zustand sein. Daran kann sich dann eine Rentenphase anschließen, in der davon ausgegangen wird, dass sich die Ertragssituation bzw. die Cashflows nicht mehr ändern. Allenfalls eine Korrektur um das prognostizierte Wachstum in der Rentenphase wird noch berücksichtigt.
Anders als das Ertragswertverfahren wird beim Discounted-Cashflow-Verfahren der Cashflow abgezinst und daraus der Unternehmenswert abgeleitet. Es handelt sich beim Discounted-Cashflow-Verfahren um das weltweit gebräuchlichste Verfahren. Die Summe der Barwerte der künftigen Cashflows zuzüglich des nicht betriebsnotwendigen Vermögens bildet den Unternehmensgesamtwert.
Das Discounted-Cashflow-Verfahren unterteilt sich in 3 verschiedene Modelle: das Bruttoverfahren (Entity Ansatz), das Nettoverfahren (Equity Ansatz) und den Adjusted Present Value (APV) Ansatz.
Einer der 3 Eröffnungsgründe. Aber nur dann, wenn der Schuldner den Antrag stellt. Die Zahlungsunfähigkeit droht, wenn der Schuldner voraussichtlich nicht in der Lage sein wird, die bestehenden Zahlungspflichten im Zeitpunkt der Fälligkeit zu erfüllen (s. § 18 Abs. 2 InsO). Der Prognosezeitraum beläuft sich dabei auf 12 – 24 Monate.
Unter einer Due Diligence versteht man die gründliche und detaillierte Beschaffung, Prüfung und Bewertung von Daten/Informationen eines Übernahmekandidaten. Man möchte sich als Interessent ein möglichst genaues Bild über die Situation beim Zielobjekt (Unternehmen) machen. Z. B. auch, um den im Raum stehenden Verkaufspreis rechtfertigen bzw. anzweifeln zu können.
Eine oberflächliche Begutachtung reicht dafür nicht aus. In die Analyse fließen unter anderem die gesellschaftsrechtlichen Gegebenheiten, die steuerlichen Rahmenbedingungen, die Analyse der Unternehmensergebnisse usw. ein.
Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Assetmangement. Die DVFA hat eine Kommission eingerichtet, die Standards zur Beurteilung der Qualität von Ratingverfahren entwickelt hat, die DVFA-Rating-Standards.
Teilweise als Klausel in Unternehmenskaufverträgen enthalten. Hierbei handelt es sich um eine erfolgsabhängige Klausel. Falls der bzw. die neuen Eigentümer mit dem Unternehmen die vereinbarten Größen wie z. B. Ergebnisvereinbarungen, Absatzvolumen, etc. erreicht, erhält der Verkäufer nachträglich eine Kaufpreiszahlung.
Findet die Klausel Anwendung, teilt sich der Kaufpreis in den Basiskaufpreis und den Zusatzkaufpreis auf. Trotz der teilweisen schwierigen Überwachung kann die Vereinbarung Sinn machen – gerade in Fällen, in denen die Erwartungen über die zukünftige Ertragskraft des Unternehmens zwischen Käufer und Verkäufer stark auseinander gehen oder wenn sich das Unternehmen aktuell noch in einer Krisensituation befindet und die Zukunft mehr als ungewiss ist.
Das EBITDA „earnings before interest, taxes, depreciation an amortization" beschreibt den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Depreciation ist die Abschreibung von Sachanlagen, Amortization die Abschreibung von immateriellen Vermögensgegenständen). Das EBITDA stellt das Betriebsergebnis ohne Verzerrungen dar.
Die Eigenkapitalquote beschreibt das Verhältnis zwischen Eigenkapital und Gesamtkapital. Sie dient im Rahmen der Bilanz-/Finanzierungsanalyse zur Beurteilung der finanziellen Stabilität eines Unternehmens. Durch eine hohe Eigenkapitalquote wird die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens verbessert und somit die Möglichkeit, zusätzliches Fremdkapital aufnehmen zu können, erhöht.
Die Eigenkapitalquote kann jedoch nicht isoliert betrachtet werden, um eine Aussage treffen zu können. Es müssen neben weiteren Kennzahlen, die eine Beurteilung der Ertragskraft und der Liquiditätssituation zulassen, z.B. auch Branchendurschnitte hinzugezogen werden.
Die Eigenkapitalrentabilität ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl. Sie beschreibt das Verhältnis von Gewinn zum Eigenkapital. Grundsätzlich gilt, dass diese Kennzahl so positiv wie möglich sein sollte. Jedoch muss bei der Beurteilung auch der Leverage-Effekt beachtet werden.
Eine hohe Eigenkapitalrendite kann z.B. auch durch eine relativ niedrige Eigenkapitalbasis bei hohen Gewinnen erzielt werden. In schlechteren Jahren (Verlustjahren) ist man dann aber u.U. stärker gefährdet, da das vorhandene Eigenkapital schneller aufgezehrt wird.
Wenn sich während des eröffneten Verfahrens herausstellt, dass die Insolvenzmasse nicht ausreicht, die Kosten des Verfahrens zu decken, stellt das Insolvenzgericht das Verfahren ein (s. § 207 bs. 1 Satz 1 InsO). Diese Massedürftigkeit im Laufe des Verfahrens festzustellen, gehört zu den Pflichten des Insolvenzverwalters.
Alle Vermögensgegenstände im Unternehmen werden aufgezeichnet und addiert. Es werden die einzelnen Bestandteile des Unternehmens bewertet und nicht das Unternehmen als Ganzes. Unterschieden wird noch zwischen Substanzwert mit Reproduktionswerten (Wiederherstellungswert) oder mit Liquidationswerten.
Ertragsschwaches Unternehmen, financial distress, distressed valuation
Von einem ertragsschwachen Unternehmen spricht man, wenn es die angemessene Eigenkapitalverzinsung zu Marktwerten nicht mehr erwirtschaftet. Die Bewertung eines ertragsschwachen Unternehmens weist Besonderheiten auf, da zunächst einmal die Fortführungsprämisse (going concern) zu prüfen ist. D.h. auch die Bewertungsmethodik steht auf dem Prüfstand.
Im Übrigen ist ein besonderes Augenmerk auf das Erreichen des eingeschwungenen Zustands (terminal value, Rentenphase) zu legen. Nicht selten kommen mehrphasige Modelle zur Anwendung. Auch stellt sich die Frage, ob bei ertragsschwachen Unternehmen unsystematische Risiken aufgrund der Sondersituation zu berücksichtigen sind.
Beim Ertragswertverfahren wird der Zukunftserfolgswert aus den künftig geplanten Erträgen (Gewinnen) abgeleitet. Dabei handelt es sich um das in Deutschland gebräuchlichste Verfahren. Problematisch ist dabei, dass der Ertrag durch die Auswahl von Bewertungswahlrechten beeinflusst werden kann und die Größe Ertrag zunächst nichts darüber aussagt, welche finanziellen Mittel an die Anteileigner ausgeschüttet werden können.
NICKERT-Whitepaper ESUG: Anforderungen an den Nachweis der Sanierungsmöglichkeiten beim Schutzschirmverfahren
ESUG - Lessons Learned
Am 1.3.2012 hat der Gesetzgeber das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen eingeführt. Neben zahlreichen Befürwortern wurden die Neuregelungen auch heftig kritisiert. Nach 3 Jahren sind die Neuerungen in der Praxis angekommen. Zeit, ein Zwischenfazit zu ziehen.
EURIBOR ist die Abkürzung für European Interbank Offered Rate. Es handelt sich um den Zinssatz für Termingelder im Interbankengeschäft, d.h. zu diesem Zinssatz borgen sich die Banken der EU untereinander Geld.
Höhe der Forderung des Kreditgebers gegenüber dem Kreditnehmer zum Zeitpunkt des Forderungsausfalls. Hiervon zu unterscheiden ist der Loss Given Default.
Halbjahreskorrekturfaktor
In der Unternehmensbewertung werden von Anteileignern ausschüttbare Zahlungsströme bzw. Erträge bewertet. Da diese regelmäßig erst im Nachhinein, nämlich nach Aufstellung und Feststellung des Jahresabschlusses entziehbar sind, wird also unterstellt, dass die Zahlungsströme des Jahres 1 erst Mitte des Jahres 2 entziehbar sind. Aus diesem Grund wird gelegentlich der Unternehmenswert um dieses halbe Jahr durch den Halbjahreskorrekturfaktor gemindert.
Die L-Bank ist die Staatsbank von Baden-Württemberg. Sie bietet Förderprogramme für Unternehmen, Wohnungsbau, Familien und Kommunen an. Ihren Sitz hat sie in Karlsruhe.
Unter Leasing versteht man die mittel- bis langfristige Überlassung von Anlagengegenständen gegen Zahlung eines Nutzungsentgeltes. Der benötigte Anlagengegenstand wird also nicht gekauft, sondern gemietet. Man unterscheidet 2 Leasingarten:
Operate-Leasing: Hierbei handelt es sich um normale Mietverträge, kurzfristig vom Leasingnehmer kündbar. Kündigt der Leasingnehmer bereits nach kurzer Zeit, reichen die bezahlten Leasingraten nicht aus, um die Anschaffungs- und Finanzierungskosten beim Leasinggeber zu decken. In diesem Zusammenhang spricht man von Teilamortisierungsverträgen. Das Investitionsrisiko liegt allein beim Leasinggeber.
Financial-Leasing: Hier gibt es eine feste Grundmietzeit, in der nicht gekündigt werden kann. Die vereinbarten Leasingraten reichen aus, um Anschaffungskosten, Finanzierungskosten und Verwaltungskosten zu decken. In diesem Fall spricht man von Vollamortisierungsverträgen. Das Investitionsrisiko liegt voll beim Leasingnehmer.
Hebelwirkung im Finanzierungsbereich. Ein positiver Leverage-Effekt liegt vor, wenn die Gesamtkapitalrentabilität über den Zinssätzen im Fremdfinanzierungsbereich liegt. Dies bedeutet, dass durch die weitere Aufnahme von Fremdkapital ein höherer Gewinn erwirtschaftet werden kann. Eine Gefahr besteht in Zeiten, in denen die Gesamtkapitalrentabilität unter den Fremdkapitalzinsen liegt, da sich dann der positive Leverage-Effekt ins Negative dreht.
Die Liquidität 2. Grades gibt das Verhältnis von flüssigen Mitteln zzgl. den kurzfristigen Forderungen zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten wieder. Diese Kennzahl sollte über 100 % liegen, da damit eine relativ sichere Einstufung einhergeht. Jedoch bleibt zu beachten, dass es sich auch bei der Liquidität 2. Grades lediglich um eine Stichtagsbetrachtung handelt. Somit bleibt auch hier der Unsicherheitsfaktor bestehen.
Die Liquidität 3. Grades gibt das Verhältnis von flüssigen Mitteln zzgl. den kurzfristigen Forderungen zzgl. der Vorratspositionen zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten wieder. Diese Kennzahl sollte wie die Liquidität 2. Grades über 100 % bzw. noch höher liegen. Jedoch bleibt zu beachten, dass es sich auch bei der Liquidität 3. Grades lediglich um eine Stichtagsbetrachtung handelt. Somit bleibt auch hier der Unsicherheitsfaktor bestehen.
Die Marktrisikoprämie ist derjenige Prozentsatz, den ein Eigenkapitalgeber zusätzlich zum Zinssatz einer sicheren langfristigen Wertpapieranlage verlangt, um das Risiko einer Unternehmensbeteiligung abzudecken. Sie wird aus empirischen Daten abgeleitet, indem von typischen Aktienrenditen die Zinsen für sichere und langfristige Anlagen abgezogen werden.
Masseunzulänglichkeit liegt vor, wenn zwar die Kosten des Insolvenzverfahrens gedeckt sind, die Insolvenzmasse aber nicht ausreicht, die fälligen sonstigen Masseverbindlichkeiten zu erfüllen (s. § 208 Abs. ! Satz 1 InsO). Auch das muss der Insolvenzverwalter dem Gericht anzeigen.
Masseverbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten, die der Insolvenzverwalter nach Verfahrenseröffnung begründet hat. Solche Verbindlichkeiten sind vorweg (s. § 53 InsO), also vor den Insolvenzverbindlichkeiten aber nach den Verfahrenskosten, zu befriedigen. Inhaber von Masseverbindlichkeiten können also nicht „nur“ auf die Quote verwiesen werden.
Die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg GmbH (mbg) beteiligt sich in der Regel als typisch stiller Gesellschafter mit unternehmensfreundlichen Konditionen an kleinen und mittelständischen Unternehmen in Baden-Württemberg. Durch die Förderung der Übergabe und des Erhalts bestehender Unternehmen werden Vielzahl und Vielfalt der KMU erhalten und somit die Anpassung des Wirtschaftsstandorts Baden-Württemberg an den fortschreitenden Strukturwandel langfristig und zielgerichtet unterstützt. Die mbg bietet mittlerweile viele verschiedene Programme zur Unterstützung der Unternehmen an.
Beim Multiplikatorenverfahren wird der Unternehmenswert aus Bezugsgrößen abgeleitet, die mit einem Multiplikator vervielfacht werden. Dabei wird zwischen Entity Multiples und Equity Multiples unterschieden.
Die Entity Multiples zeigen den Wert des Gesamtkapitals auf. Von diesem Gesamtwert müssen noch die Verbindlichkeiten abgezogen werden, um auf den Wert des Eigenkapitals (Unternehmenswert) zu gelangen. Demgegenüber führen Equity Multiples direkt zu dem Wert des Eigenkapitals.
Der objektivierte Unternehmenswert berücksichtigt anlassbezogene Typisierungen, indem die persönlichen Steuern auf der Ebene der Anteilseigner je nach Bewertungsanlass berücksichtigt werden. Er ist aber von den persönlichen Vorstellungen der Betroffenen (subjektiver Wert) abstrahiert. Es erfolgt also eine Typisierung je nach unternehmerischer Initiative.
Nicht real entstandene Kosten, die sich durch eine entgangene Nutzungsmöglichkeit knapper Ressourcen, z. B. einem entgangenen Gewinn oder einer entgangenen Zahlung aufgrund einer alternativen Verwendung ergeben, Ottmar Schneck Lexikon Wirtschaft „Opportunitätskosten".
Gleichrangerklärung („im gleichen Schritt"), dabei handelt es sich um eine Vereinbarung in internationalen Anleihebedingungen oder in Kreditverträgen, die die Gleichrangigkeit gegenwärtiger und künftiger unbesicherter Forderungen gegenüber einem Schuldner anstrebt.
Plausible Unmöglichkeiten sollten unplausiblen Möglichkeiten vorgezogen werden, Aristoteles. Eine Unternehmensplanung kann ex ante nie absolut richtig oder falsch ein. Es handelt sich immer um eine Schätzung der Zukunftsentwicklung. Allerdings gibt es Grundsätze und Regeln, die für eine Planung berücksichtigt werden müssen. Werden diese Regeln und Grundsätze eingehalten ist die Planung nachvollziehbar, begreifbar, überzeugend und damit eben plausibel. Im Rahmen einer Unternehmensbewertung darf eine vorliegende Unternehmensplanung nur auf diese Plausibilität untersucht werden.
Im Prüfungstermin gibt der Insolvenzverwalter die Tabellenerklärungen zu den angemeldeten Forderungen gegenüber dem Gericht ab. Wenn Sie als Gläubiger nach einer rechtzeitigen Forderungsanmeldung nichts vom Insolvenzverwalter hören, ist die Forderung zur Insolvenztabelle festgestellt, § 179 Abs. 3 Satz 3 InsO. Es gilt hier also der Grundsatz: „No news are good news."
Im Prüfungstermin werden die angemeldeten Forderungen ihrem Betrag und ihrem Rang nach geprüft. Der Termin wird bereits zum Zeitpunkt der Eröffnung durch das Insolvenzgericht festgelegt und öffentlich bekannt gemacht.
In kleineren und mittleren Verfahren findet der Prüfungstermin in vielen Fällen mit dem Berichtstermin statt. In größeren Insolvenzverfahren wird regelmäßig ein gesonderter Prüfungstermin bestimmt. Eine Anwesenheitspflicht für Gläubiger besteht nicht.
In der Regel erscheint kein Gläubiger, da die Gläubiger ohnehin über das Ergebnis der Forderungsprüfung informiert werden. Hierbei gilt die Besonderheit, dass bei Feststellung der Forderung in der Regel keine besondere Benachrichtigung erfolgt. Für verspätete Forderungsanmeldungen wird ein gesonderter Prüfungstermin bestimmt. Dieser kann auch mit dem Schlusstermin durchgeführt werden.
Beurteilung der zukünftigen Fähigkeit eines Unternehmens, seine Zins- und Tilgungsverpflichtungen termingerecht und vollständig erfüllen zu können. Durch das Rating nimmt der Kreditgeber eine Einschätzung des Risikos, das er mit dem Kreditnehmer eingeht, vor. Es ist eine Einstufung der Unternehmen nach Risikoklassen. Fällt ein Darlehensnehmer in eine höhere Risikoklasse, wird er i.d.R. mit einer höheren Zinsbelastung als bei der Einstufung in einer niedrigeren Klasse rechnen müssen.
Rentenphase, terminal value
Unter dem terminal value versteht man den Wertbeitrag zum Gesamtunternehmenswert, der nach Beendigung der Detailplanungsphase anfallen wird. Bei der Rentenphase wird das letzte Planjahr in die weitere Zukunft fortgeschrieben.
Eventuell ist für die Rentenphase ein Wachstumsabschlag zu berücksichtigen. Dieser Wachstumsabschlag ist für zukünftige Preis- und/oder Mengenänderungen zu berücksichtigen. Der Anteil am Unternehmenswert, der aus der Rentenphase resultiert, nimmt in der Regel einen erheblichen Anteil am Gesamtwert des Unternehmens ein.
Die Restschuldbefreiung kann nur dann erteilt werden, wenn es vorher zu einem Insolvenzverfahren gekommen ist, das eröffnet und nicht wieder mangels Masse eingestellt worden ist. Die Restschuldbefreiung kommt nur bei einer natürlichen Person (s. § 286 InsO) in Betracht, die selbst Insolvenzschuldner ist. Weitere Voraussetzung ist ein Antrag des Schuldners sowie ein erfolgreicher Verlauf der 6-jährigen Wohlverhaltensphase des Schuldners (s. § 287 InsO).
Während der Laufzeit der Restschuldbefreiung muss der Schuldner einer angemessenen Erwerbstätigkeit nachgehen und falls er ohne eine solche ist, sich in zumutbarer Weise um eine Beschäftigung kümmern. Die aus der Beschäftigung erzielten Entgelte muss er nach den Vorschriften über die Lohnpfändung an den Treuhänder abführen. Den Rest darf der Schuldner behalten und ist in der Verwendung vollkommen frei.
Dabei handelt es sich um das im Unternehmen innewohnende Risiko, z. B. durch Managementfehler. Das unsystematische Risiko bezieht sich in der Regel speziell auf die durchzuführende Investition. Dieses Risiko kann z. B. durch die Beimischung weiterer Investitionen „wegdiversifiziert" bzw. so gut wie irgendwie möglich verringert werden (Portfolio-Optimierung).
Einer der 3 Eröffnungsgründe. Aber nur dann, wenn Schuldner eine juristische Person (z. B. GmbH, AG, Genossenschaft, Verein) oder eine Personenhandelsgesellschaft ist, bei der keine natürliche Person voll haftet, §§ 130a, 177a HGB. Überschuldung liegt vor, wenn das Vermögen des Schuldners die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt § 19 Abs. 2 InsO. Die Überschuldung kann aber ausgeschlossen werden durch eine positive Fortbestehensprognose (going concern). Eine solche liegt vor, wenn die Unternehmensfortführung nach den Umständen überwiegend wahrscheinlich und gewollt ist.
Das Umlaufvermögen (UV) beinhaltet im Gegensatz zum Anlagevermögen die Vermögensgegenstände, die im Unternehmen eine kurzfristige Verweildauer haben. Das UV gliedert sich in folgende 4 Hauptgruppen: Vorräte, Forderungen, Wertpapiere und flüssige Mittel.
Unternehmensplanung / Budget / Financial Modeling
Heutzutage werden Unternehmen nach den zu erwartenden Erträgen oder Cashflows bewertet. Für das Gewesene zahlt der Kaufmann nichts. Dementsprechend muss eine Unternehmensplanung erstellt werden, um einen Unternehmenswert abzuleiten.
Üblich ist heutzutage eine integrierte Planung. In dieser wird neben den Erträgen auch die Bilanzentwicklung geplant. Aus diesen beiden Rechenwerken, die miteinander verknüpft sind, leitet sich unter Zuhilfenahme von weiteren Planungsprämissen die Liquiditätsplanung ab.
Blogbeitrag "Unternehmensplanung"
Whitepaper "Grundsätze einer ordnungsgemäßen Unternehmensplanungsrechung"
Blogbeitrag "Wer nicht plant, der nicht gewinnt"
Mit dem vereinfachten Ertragswertverfahren soll für steuerliche Zwecke ein Unternehmen einfach und kostengünstig bewertet werden. Hierzu werden die Vergangenheitsergebnisse mit einem Diskontierungsfaktor multipliziert.
Der Diskontierungsfaktor wird aus einem vom BMF veröffentlichten Basiszins und einem gesetzlich festgelegten Risikozuschlag von 4,5 % berechnet. Vgl. hierzu auch unseren Blog-Beitrag "Unternehmensbewertung nach dem BewG vs. objektiver Unternehmenswert gem. IDW S 1"
Eine Stundung der Verfahrenskosten kommt nach § 4 InsO nur für natürliche Personen in Betracht. Voraussetzung ist zum einen, dass die Person einen Antrag auf Restschuldbefreiung gestellt hat. Weitere Voraussetzung ist, dass das Vermögen der betreffenden Person voraussichtlich nicht ausreicht, um die Kosten des Insolvenzverfahrens zu decken.
Die Folge ist dann, dass diese Kosten bis zur Erteilung der Restschuldbefreiung gestundet werden. Die Stundung ist ausgeschlossen, wenn einer der Versagungsgründe des § 290 Abs. 1 Nr. 1 und 3 InsO vorliegt.
Wenn der Schuldner nach Erteilung der Restschuldbefreiung den gestundeten Betrag nicht zurückzahlen kann, kann das Gericht die Stundung verlängern.
Vergleichsgruppe, Peer Group
Unternehmen bewerten bedeutet Unternehmen vergleichen. Aus dem Vergleich mit anderen Unternehmen lassen sich Werte ableiten.
Bei der Bestimmung einer adäquaten Peer Group sollte eine weitestgehende Übereinstimmung der operativen Geschäftstätigkeit sowie der Unternehmensgröße angestrebt werden.
Neben diesen grundsätzlichen Anforderungen ist bei der Bewertung immaterieller Vermögenswerte auch darauf zu achten, dass nur solche Unternehmen in die Peer Group einbezogen werden, die zum zu bewertenden Vermögenswert gleichwertige Vermögenswerte bei der Leistungserstellung oder zur Positionierung auf dem Absatzmarkt einsetzen.
Gegebenenfalls können als Peer Group auch solche Unternehmen herangezogen werden, deren Geschäftszweck in unmittelbarem Zusammenhang mit dem zu bewertenden immateriellen Vermögenswert steht. Sind in diesem Sinne vergleichbare börsennotierte Unternehmen nicht verfügbar, kann der vermögenswertspezifische Risikozuschlag hilfsweise auf Basis von Unternehmen der vergleichbaren Branche abgeleitet werden.
Sofern der Vermögenswert eine von der Peer Group abweichende Risikostruktur aufweist, sind Zu- oder Abschläge beim Risikozuschlag vorzunehmen, IDW S 5 Tz. 43.
Nach dem Schlusstermin bewilligt das Insolvenzgericht die Schlussverteilung nach dem eingereichten Verteilungsverzeichnis, soweit keine Einwendungen hiergegen erhoben werden.
Einer der 3 Eröffnungsgründe. Der Schuldner ist zahlungsunfähig, wenn er nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen. Das ist in der Regel dann anzunehmen, wenn der Schuldner seine Zahlungen eingestellt hat (s. § 17 Abs. 2 InsO), im Übrigen, wenn er nicht wenigstens 90 % seiner fälligen Verbindlichkeiten in 3 Wochen und 100 % innerhalb eines überschaubaren Zeitraums (3-6 Monate) erfüllen kann.
Beseitigung der Zahlungsunfähigkeit durch eine sog. harte Patronatserklärung?
Sofortmaßnahmen zur Vermeidung einer möglichen Illiquidität
Der Steuerberater ist nur in Ausnahmefällen nahestehende Person i. S. d. § 138 InsO
Der Zinsdeckungsgrad ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl. Dem EBIT oder dem Cashflow werden die Zinsaufwendungen entgegengesetzt. Durch die Kennzahl können Aussagen zur Schuldentragfähigkeit des Schuldners getroffen werden. Somit kann eine Risikobeurteilung durchgeführt werden.
Zinsswaps gehören zu den Derivaten. Es handelt sich dabei um eine vertragliche Vereinbarung zwischen dem Kunden und der Bank. Eine solche vertragliche Vereinbarung wird z.B. abgeschlossen, um sich gegen die Gefahr aus eventuell steigenden Zinsen aus einer variablen Finanzierung zu schützen.
Durch das Swap-Geschäft erhält man eine Festzinsvereinbarung und damit Kalkulationssicherheit. Bleiben die Zinsen auf einem niedrigeren Niveau, zahlt das Unternehmen mehr. Es muss jedoch in diesem Fall den übersteigenden Zinsbetrag als zu zahlende Versicherungsprämie sehen.
Im umgekehrten Fall und bei steigenden Zinsen über die Festzinsvereinbarung hinweg profitiert das Unternehmen und zahlt weniger Zinsen. Den übersteigenden Part muss der Vertragspartner übernehmen.
In den meisten Fällen ist das Ziel im Rahmen der Unternehmensbewertung die Berechnung des Eigenkapitals zu Marktwerten. Im Rahmen der Wertermittlung werden dafür die gewichteten Kapitalkosten (WACC) unter Berücksichtigung des Eigen- und Fremdkapitalanteils gebraucht. Für die Ermittlung der Kapitalkosten benötigt man den zukünftigen Wert des Eigenkapitals jedoch im Vorfeld. Mathematisch lässt sich dieses Problem nur durch Iteration lösen.
Für die Lösung des Problems wird in der Praxis oftmals auf die Zielkapitalstruktur zurückgegriffen. Es wird prognostiziert, welches betriebsnotwendige Kapitel (Capital Employed) benötigt wird und welche Kapitalstruktur (Eigen-/Fremdkapital) vorliegen soll bzw. auch realisiert werden kann. Durch diese Herangehensweise wird das Zirkularitätsproblem umgangen.