Source: http://juracrash.de/index.php?thema=tt
Timestamp: 2018-09-18 14:28:33
Document Index: 114364779

Matched Legal Cases: ['§ 25', '§ 26', '§ 26', '§ 27', '§ 12', '§ 25']

Strafrecht Crashkurs Täterschaft und Teilnahme
Der Tä­ter haf­tet für die ei­ge­ne Tat, der Teil­neh­mer (An­stif­ter oder Ge­hil­fe) für die Be­tei­li­gung an ei­ner frem­den Tat. Teil­nah­me setzt ei­ne vor­sätz­li­che und rechts­wid­ri­ge Haupt­tat ei­nes an­de­ren vor­aus.
Nach der ob­jek­ti­ven Theo­rie ist Tä­ter, wer Tat­herr­schaft hat.
Nach der sub­jek­ti­ven Theo­rie ist Tä­ter, wer die Tat als ei­ge­ne will. Teil­neh­mer ist, wer die Tat als frem­de will.
Der mit­tel­ba­re Tä­ter (§ 25 I 2. Alt. StGB) be­dient sich ei­nes an­de­ren ( Werk­zeugs ) als Mit­tel zur Tat­be­stands­ver­wirk­li­chung. Das Werk­zeug (der Tat­mitt­ler) kann fol­gen­de Män­gel auf­wei­sen, die wie­de­rum die beherr­schen­de Stel­lung des mit­tel­ba­ren Tä­ters aus­ma­chen:
tat­be­stands­lo­ses Han­deln
ge­recht­fer­tig­tes Han­deln
schuld­lo­ses Han­deln
(Son­der­fall: Tä­ter hin­ter dem Tä­ter)
Der An­stif­ter (§ 26 StGB) be­stimmt den Tä­ter zur Tat (Her­vor­ru­fen des Tat­ent­schlus­ses). Wegen geis­ti­ger Mit-Ur­he­ber­schaft der Tat wird der An­stif­ter gleich ei­nem Tä­ter be­straft (§ 26 StGB). Wer nur den Ver­such ei­ner Tat will, ist kein An­stif­ter.
Bei­hil­fe (§ 27 I StGB) be­deu­tet die phy­si­sche oder psy­chi­sche För­de­rung ei­ner frem­den Haupt­tat. Der Ge­hil­fe wird mil­der be­straft, weil er die Tat be­reits vor­fin­det.
Ver­such­te Bei­hil­fe ist stets straf­los.
Ver­such­te An­stif­tung ist straf­bar, wenn die Tat ein Ver­bre­chen (§ 12 I StGB) wä­re.
Bei­hil­fe bzw. An­stif­tung zu ei­ner Tat, die le­dig­lich das Ver­suchs­sta­di­um er­reicht, ist straf­bar, wenn der Ver­such der Haupt­tat straf­bar ist und die Voll­en­dung vom Teil­neh­mer ge­wollt war.
Mit­tä­ter­schaft liegt vor, wenn meh­re­re Per­so­nen ei­ne Tat ge­mein­schaft­lich be­ge­hen (§ 25 II StGB). Der ge­mein­sa­me Tat­ent­schluss und die ge­mein­sa­me Aus­füh­rung ver­bin­den die ein­zel­nen Tat­bei­trä­ge zu ei­nem Tat­be­stand.
Pro­ble­ma­tisch sind Fäl­le mit im Hin­ter­grund wir­ken­den, aber für die Tat wich­tige Per­so­nen.
Die Recht­spre­chung be­grün­det die Straf­bar­keit sol­cher Fäl­le mit dem Mit­tä­ter­wil­len (be­schränkt-sub­jek­ti­ve Theo­rie).
Die Li­te­ra­tur be­grün­det Mit­tä­ter­schaft mit funk­tio­na­ler Tat­herr­schaft
[ Täterschaft und Teilnahme ]
[ Mittelbare Täterschaft ]
[ Mittäterschaft, gemeinsame Prüfung ]
[ Mittäterschaft, getrennte Prüfung ]
[ Anstiftung ]
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