Source: https://www.haufe.de/steuern/gesetzgebung-politik/neuerungen-zum-spitzenausgleich-durch-effizienzsystemverordnung/entlastungsmoeglichkeiten-stromsteuer-energiesteuer_168_218496.html
Timestamp: 2017-01-19 06:42:33
Document Index: 183926087

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 51', '§ 9', '§ 54', '§ 10', '§ 55', '§ 10', '§ 55']

Entlastungsmöglichkeiten Stromsteuer Energiesteuer | Steuern | Haufe
Für Unternehmen des produzierenden Gewerbes existieren mehrere Entlastungsmöglichkeiten.
Die Entlastungsanträge sind einschl. der entsprechenden Mengennachweise beim zuständigen Hauptzollamt (HZA) zu stellen. Antragsformulare finden Sie unter www.zoll.de. Antragsberechtigter ist derjenige, der die Energieerzeugnisse verwendet hat.
Erlass, Erstattung oder Vergütung der Steuer für bestimmte Prozesse und VerfahrenDie aus unternehmerischer Sicht günstigste Entlastungsmöglichkeit sind Erlass, Erstattung oder Vergütung für bestimmte Prozesse und Verfahren (§ 9a StromStG und § 51 EnergieStG).Nach diesen Vorschriften wird Unternehmen des Produzierenden Gewerbes die Steuer i.S. der ökologischen Steuerreform für nachweislich versteuerten Strom bzw. Energieerzeugnisse vollständig erlassen, erstattet oder vergütet. Dies gilt für
die Herstellung von Glas und Glaswaren, keramischen Erzeugnissen, keramischen Wand- und Bodenfliesen und -platten, Ziegeln und sonstiger Baukeramik, Zement, Kalk und gebranntem Gips, Erzeugnissen aus Beton, Zement und Gips, keramisch gebundenen Schleifkörpern, mineralischen Isoliermaterialien, Asphalt, Waren aus Graphit oder anderen Kohlenstoffen, Erzeugnissen aus Porenbetonerzeugnissen und mineralischen Düngemitteln zum Trocknen, Brennen, Schmelzen, Erwärmen, Warmhalten, Entspannen, Tempern oder Sintern der vorgenannten Erzeugnisse oder der zu ihrer Herstellung verwendeten Vorprodukte,die Metallerzeugung und -bearbeitung sowie im Rahmen der Herstellung von Metallerzeugnissen für die Herstellung von Schmiede-, Press-, Zieh- und Stanzteilen, gewalzten Ringen und pulvermetallurgischen Erzeugnissen und zur Oberflächenveredlung und Wärmebehandlung jeweils zum Schmelzen, Erwärmen, Warmhalten, Entspannen oder sonstigen Wärmebehandlung oderchemische Reduktionsverfahren.Das StromStG entlastet ferner Strom im Rahmen der Elektrolyse, das EnergieStG Energieerzeugnisse bei Verwendung für die thermische Abfall- oder Abluftbehandlung.Steuerentlastung für Unternehmen § 9b StromStG bzw. § 54 EnergieStG enthalten Entlastungsvorschriften von der Strom- bzw. Energiesteuer für Unternehmen des produzierenden Gewerbes.Nachfolgende Tabellen zweigen exemplarisch für Heizöl, Erdgas zum Heizen und Strom neben den Regelsteuersätzen die Nachlässe für produzierende Unternehmen (seinerzeitige DM-Beträge in EUR umgerechnet).Des Weiteren haben wir die Entwicklungen der reduzierten Steuersätze aufgezeigt, um zu verdeutlichen in welchem Umfang die Strom- bzw. Energiesteuer gestiegen sind und wie wesentlich insofern entsprechende Kenntnis über Entlastungsvorschriften ist. Besonders auffällig ist der Anstieg bei der Stromsteuer; der für Stromsteuersatz für Unternehmen des produzierenden Gewerbes ist von eingangs 2,05 EUR auf inzwischen 15,37 EUR pro MWh, also auf das 7,5-fache angestiegen! Energiesteuersätze für leichtes HeizölJahrSteuertarif / MWhNachlass prod. Unternehmen / MWhreduzierter Steuertarif / MWhEntwicklung reduzierter Steuertarifvor 1.4.199940,90 EUR-40,90 EUR100 %ab 1.4.199961,35 EUR16,36 EUR44,99 EUR110 %ab 200361,35 EUR8,18 EUR53,17 EUR130 %ab 200761,35 EUR16,36 EUR44,99 EUR110 %ab 201161,35 EUR15,34 EUR46,01 EUR112 % Energiesteuersätze für Erdgas bei Verwendung zum VerheizenJahrSteuertarif / MWhNachlass prod. Unternehmen / MWhreduzierter Steuertarif / MWhEntwicklung reduzierter Steuertarifvor 1.4.19991,84 EUR-1,84 EUR100 %ab 1.4.19993,476 EUR1,308 EUR2,168 EUR118 %ab 20033,476 EUR1,464 EUR2,012 EUR109 %ab 20075,50 EUR2,20 EUR3,30 EUR179 %ab 20115,50 EUR1,38 EUR4,12 EUR224 % StromsteuersätzeJahrSteuertarif / MWhNachlass prod. Unternehmen / MWhreduzierterSteuertarif / MWhEntwicklung reduzierter Steuertarifvor 1.4.1999- ab 1.4.199910,23 EUR8,18 EUR2,05 EUR100 %200012,78 EUR10,22 EUR2,56 EUR125 %200115,34 EUR12,27 EUR3,07 EUR150 %200217,90 EUR14,30 EUR3,60 EUR175 %ab 200320,50 EUR8,20 EUR12,30 EUR600 %ab 201120,50 EUR5,13 EUR15,37 EUR750 % Erlass, Erstattung oder Vergütung in Sonderfällen Die Vorschrift des § 10 StromStG bzw. § 55 EnergieStG hinsichtlich Erlass, Erstattung oder Vergütung in Sonderfällen, auch als Spitzenausgleich oder Härtefallregelung bezeichnet, ist die komplexeste Entlastungsvorschrift.Sie vergleicht die Belastung durch die ökologische Steuerreform einerseits mit dem Vorteil aus der Absenkung der Rentenversicherung andererseits. Ist das Unternehmen im Rahmen dieser Vergleichsrechnung „unter dem Strich“ noch belastet, erfolgt auf Basis des § 10 StromStG bzw. § 55 EnergieStG eine weitere Entlastung in Höhe von 90% des verbliebenen Saldos, die Nettobelastung liegt damit also nur noch bei 10%.
Referentenentwurf: Neue Regeln zur Energie- und Stromsteuer
Am 7.1.2016 hat BMF einen Referentenentwurf zu einer Verordnung zur Umsetzung von unionsrechtlichen Veröffentlichungs-, Informations- und Transparenzpflichten für das Energiesteuer- und das Stromsteuergesetz – kurz EnSTransV – sowie zur Änderung der Energiesteuer- und der Stromsteuer-Durchführungsverordnung vorgelegt.Weiter