Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%201987,%201381
Timestamp: 2020-07-03 21:23:38
Document Index: 217159820

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 675', '§ 676', '§ 448', 'BGH', '§ 448', '§ 448', 'BGH', 'BGH', '§ 448', 'BGH', '§ 448', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 448', 'BGH', 'BGH', '§ 448', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 448', 'BGH', '§ 448', '§ 448', '§ 448', '§ 448', '§ 448', 'BGH', 'BGH', '§ 448', '§ 675', 'BGH', '§ 448']

BGH, 20.05.1987 - IVa ZR 36/86 - dejure.org
https://dejure.org/1987,476
BGH, 20.05.1987 - IVa ZR 36/86 (https://dejure.org/1987,476)
BGH, Entscheidung vom 20.05.1987 - IVa ZR 36/86 (https://dejure.org/1987,476)
BGH, Entscheidung vom 20. Mai 1987 - IVa ZR 36/86 (https://dejure.org/1987,476)
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Inhalt und Umfang der Pflichten des Steuerberaters - Pflicht des Steuerberaters, seinen Mandanten in umfassender Weise über die Konsequenzen und Risiken des Beitritts zu einem Bauherrenmodell zu beraten - Funktionsweise eines Bauherrenmodells und die Auswirkungen eines ...
Haftung des Steuerberaters gegenüber Mandanten wegen Provisionszahlung durch Dritten (Bauträger) auch bei ansonsten fehlerfreier Anlageberatung
BGB § 675, § 676
NJW-RR 1987, 1381
ZIP 1987, 1054
MDR 1987, 1006
VersR 1987, 1095
WM 1987, 960
Vor diesem Hintergrund brauchte das Oberlandesgericht nicht zu erwägen, die Beklagte als Partei gemäß § 448 ZPO von Amts wegen zu vernehmen, da für die Richtigkeit ihres Tatsachenvortrags nichts sprach und sie sich zudem nicht in Beweisnot befand (vgl. Senatsurteil vom 20. Mai 1987 - IVa ZR 36/86 - BGHR ZPO § 448 Ermessensgrenzen 2).
Andernfalls kann nicht davon ausgegangen werden, daß es von seinem ihm nach § 448 ZPO eingeräumten Ermessen überhaupt Gebrauch gemacht hat (BGH Urt. v. 20. Mai 1987, IVa ZR 36/86, BGHR ZPO § 448 - Ermessensgrenzen 2;… vgl. auch BGH Urt. v. 6. März 1957, IV ZR 303/56, L M ZPO § 448 Nr. 2).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, welcher der Senat folgt, begeht der steuerliche Berater gegenüber seinem Mandanten einen Treubruch und damit eine schwerwiegende Pflichtverletzung im Hinblick auf den geschlossenen Steuerberatervertrag, wenn er seinen Mandanten zu einem Vertragsschluss mit einem Dritten veranlasst, aber nicht offenbart, dass er für einen solchen Vertragsschluss eine Provision erhält (…BGH, Urt. v. 19.06.1985, a.a.O., juris Rn. 16; Urt. v. 20.05.1987, WM 1987, 960 = NJW-RR 1987, 1381 [juris Rn. 4];… Urt. v. 26.09.1990, a.a.O.;… Zugehör, in: Zugehör/G. Fischer/Vill/D. Fischer/Rinkler/Chab, Handbuch der Anwaltshaftung, 3. Aufl. 2011, Rn. 1844).
Eine derartige Pflichtverletzung ist aber dann gegeben, wenn der Steuerberater, ohne die Provision offenzulegen, den Mandanten hinsichtlich eines bestimmten Objekts oder einer bestimmten Anlagemöglichkeit berät und ihm insoweit einen Vertragsschluss nahelegt (BGH, Urt. v. 20.05.1987, a.a.O., juris Rn. 4 a.E.).
Deswegen ist nicht Voraussetzung eines solchen Schadensersatzanspruchs, dass dem Berater ein weiteres Versehen, etwa eine falsche Beratung, anzulasten ist (BGH, Urt. v. 20.05.1987, a.a.O., juris Rn. 4;… Urt. v. 26.09.1990, a.a.O., juris Rn. 24).
Wird - wie hier - der Mandant zu einer Vermögensanlage veranlasst, und wird hierfür in einer dem steuerlichen Berater zuzurechnenden Weise eine Provision gezahlt, kommt es nur darauf an, ob sich die Vermögenslage des Mandanten ohne die Pflichtwidrigkeit des Steuerberaters günstiger gestaltet hätte, als sie sich infolge der Pflichtwidrigkeit darstellt (BGH, Urt. v. 20.05.1987, NJW-RR 1987, 1381 [juris Rn. 4]).
Es muss sich also feststellen lassen, dass der Mandant bei einer Offenbarung der Provisionszahlung die Anlageentscheidung nicht getroffen hätte (BGH, Urt. v. 20.05.1987, a.a.O.;… Urt. v. 26.09.1990, NJW-RR 1991, 145 [juris Rn. 24]), wovon nach der Lebenserfahrung häufig auszugehen sein wird (BGH, Urt. v. 20.05.1987, a.a.O.).
Läge der Fall so, wäre der Steuerberater - auch ohne Beratungsfehler oder unabhängig von ihnen - allein wegen der verheimlichten Provisionsannahme dem Mandanten für einen Verlust der Anlage ersatzpflichtig (Senatsurteil vom 20. Mai 1987 - IVa ZR 36/86 - VersR 1987, 1095) und der Tatbestand des Risikoausschlusses erfüllt.
Danach lagen die Voraussetzungen dafür, den beweispflichtigen Kläger gemäß § 448 ZPO als Partei zu vernehmen, nicht vor (s. auch BGH Urteil vom 20. Mai 1987 - IVa ZR 36/86 - BGHR ZPO § 448 Ermessensgrenzen 2).
Vielmehr gab es seit den achtziger Jahren Rechtsprechung dazu, wonach ein Berater verpflichtet ist, seinem Mandanten offen zu legen, dass er von dritter Seite eine bestimmte Provision dafür erhielt, dass er diesen zu einer bestimmten Vermögensanlage veranlasste (BGH, Urteil vom 19. Juni 1985 - IV a ZR 196/93, NJW 1985, 2523 ff.; Urteil vom 20. Mai 1987 - IV a ZR36/86, NJW-RR 1987, 1381 f.; Urteil vom 26. September 1990 - IV ZR 147/98, NJW-RR 1991, 145 ff.).
Eine solche ist nur dann zulässig und geboten, wenn die Beweisaufnahme nach Ausschöpfung aller Beweismittel nur eine gewisse Wahrscheinlichkeit für die Richtigkeit der umstrittenen Behauptung erbracht hat und das Gericht durch die Parteivernehmung die Ausräumung seiner restlichen Zweifel erwartet (BGH, Urt. v. 20. Mai 1987 - IVa ZR 36/86, BGHR ZPO § 448 - Ermessensgrenzen 2;… Urt. v. 9. März 1990 - V ZR 244/88, BGHR ZPO § 448 - Ermessensgrenzen 4;… Zöller/Greger, ZPO, 18. Aufl., § 448 Rdn. 4, 4 a;… MüKo/Schreiber, ZPO, 1992, § 448 Rdn. 3;… Thomas/Putzo, ZPO, 18. Aufl., § 448 Rdn.. 2;… Baumbach/Lauterbach/Hartmann, ZPO, 51. Aufl., § 448 Rdn. 2.,7).
BGH, 07.12.1988 - IVa ZR 193/87
Hinweis- und Beratungspflichten des Versicherers bei Festsetzung des …
Andernfalls liegt ein Rechtsfehler vor (BGH Urteile vom 1. Februar 1983, VI ZR 152/81, LM ZPO § 448 Nr. 6 = NJW 1983, 2033 und vom 20. Mai 1987, IVa ZR 36/86, LM BGB § 675 Nr. 127 = BGHR ZPO § 448 "Ermessensgrenzen 2").