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Timestamp: 2020-07-10 02:13:19
Document Index: 273681250

Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 5', 'Art. 6', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 40', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 12', 'Art. 14', 'Art. 15', 'Art. 15', 'Art. 15', 'Art. 15', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 17', 'Art. 17', 'Art. 17', 'Art. 17', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 19', 'Art. 20', 'Art. 21', 'Art. 55', 'Art. 55', 'Art. 55', 'Art. 22', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 25', 'Art. 26', 'Art. 27', 'Art. 28', 'Art. 29', 'Art. 30', 'Art. 31', 'Art. 32', 'Art. 33', 'Art. 34', 'Art. 35', 'Art. 36', 'Art. 38', 'Art. 18', 'Art. 19', 'Art. 22', 'Art. 33', 'Art. 39', 'Art. 19', 'Art. 40', 'Art. 40', 'Art. 40', 'Art. 40', 'Art. 40', 'Art. 40', 'Art. 40', 'Art. 40', 'Art. 40', 'Art. 40', 'Art. 40', 'Art. 42', 'Art. 43', 'Art. 53', 'Art. 44', 'Art. 47', 'Art. 48', 'Art. 48', 'Art. 48', 'Art. 48', 'Art. 48', 'Art. 48', 'Art. 49', 'Art. 50', 'Art. 51', 'Art. 51', 'Art. 51', 'Art. 52', 'Art. 57', 'Art. 58', 'Art. 58', 'Art. 58', 'Art. 58', 'Art. 58', 'Art. 58', 'Art. 60', 'Art. 60', 'Art. 62', 'Art. 63', 'Art. 64', 'Art. 65', 'Art. 67', 'Art. 68', 'Art. 75', 'Art. 79', 'Art. 80', 'Art. 81', 'Art. 82', 'Art. 83', 'Art. 83', 'Art. 84', 'Art. 85', 'Art. 82']

Lawbrary | EBG - Eisenbahngesetz
Infrastrukturbetreiberinnen (5 - 8)
Eisenbahnverkehrsunternehmen (8 - 9)
Aufsicht (10 - 16)
Grundsätze (17 - 17)
Plangenehmigungsverfahren (18 - 18)
Projektierungszonen (18 - 18)
Baulinien (18 - 18)
Entschädigung für Eigentumsbeschränkungen (18 - 18)
Landumlegung (18 - 18)
Sicherheit (18 - 23)
Interoperabilität mit dem europäischen Eisenbahnsystem (23 - 23)
Kreuzungen zwischen öffentlichen Strassen und Bahnen (24 - 32)
Vorhaltekosten der Wehrdienste (32 - 32)
Zusammenarbeit zwischen den Bahnen (33 - 37)
Betriebsunterbruch (38 - 38)
Nebenbetriebe (39 - 39)
Zuständigkeit des BAV bei Streitigkeiten (40 - 40)
Schiedskommission (40 - 40)
Haftung (40 - 40)
Besondere Leistungen für öffentliche Verwaltungen (41 - 48)
Ausbau der Infrastruktur (48 - 48)
Im Allgemeinen (49 - 57)
Finanzierung des Ausbaus der Infrastruktur (58 - 58)
Hilfe bei grossen Naturschäden (59 - 61)
Trennung von Verkehr und Infrastruktur (62 - 65)
Rechnungswesen (66 - 74)
Kaufrecht der Gemeinwesen (75 - 79)
Sicherheitsrelevante Tätigkeiten im Eisenbahnbereich (80 - 85)
Strafbestimmungen und Verwaltungsmassnahmen (86 - 90)
Schlussbestimmungen (91 - 97)
Übergangsbestimmungen der Änderung vom 24. März 1995
Übergangsbestimmungen der Änderung vom 20. März 1998
Schlussbestimmungen zur Änderung vom 18. Juni 1999
Übergangsbestimmung zur Änderung vom 20. März 2009
Übergangsbestimmung zur Änderung vom 16. März 2012
vom 20. Dezember 1957 (Stand am 1. Januar 2018)
gestützt auf die Artikel 81, 87 und 87a der Bundesverfassung2,3 nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 3. Februar 19564,
1Die­ses Ge­setz re­gelt den Bau und Be­trieb von Ei­sen­bah­nen.
2Die Ei­sen­bahn um­fasst die In­fra­struk­tur, auf der kon­zes­si­ons­pflich­ti­ge Per­so­nen­be­för­de­rung be­trie­ben wird oder die für den Netz­zu­gang ge­öff­net ist, so­wie den dar­auf durch­ge­führ­ten Ver­kehr.
3Der Bun­des­rat ent­schei­det über die Un­ter­stel­lung von an­de­ren spur­ge­führ­ten An­la­gen und Fahr­zeu­gen un­ter die­ses Ge­setz.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 4 des BG vom 16. März 2012 über den zwei­ten Schritt der Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2012 5619, 2013 1603; BBl 2011 911).
Art. 2 Eisenbahnunternehmen
Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men sind Un­ter­neh­men, die:
die In­fra­struk­tur bau­en und be­trei­ben (In­fra­struk­tur­be­trei­be­rin­nen);
den Ver­kehr auf der In­fra­struk­tur durch­füh­ren (Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men).
Art. 3 Enteignung
1Den Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men mit ei­ner In­fra­struk­tur­kon­zes­si­on nach Ar­ti­kel 5 steht das Ent­eig­nungs­recht ge­mä­ss der Bun­des­ge­setz­ge­bung dann zu, wenn bei der Er­tei­lung der Kon­zes­si­on das öf­fent­li­che In­ter­es­se nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 1 Buch­sta­be a be­jaht wor­den ist.
2Das Ent­eig­nungs­ver­fah­ren kommt erst zur An­wen­dung, wenn die Be­mü­hun­gen um einen frei­hän­di­gen Er­werb der er­for­der­li­chen Rech­te oder um ei­ne Landum­le­gung nicht zum Ziel füh­ren.
3Rech­te an Bahn­ge­biet kön­nen nicht er­ses­sen wer­den.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 13 des BG vom 20. März 2009 über die Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5597; BBl 2005 2415, 2007 2681).
2 Ge­mä­ss Ziff. II 13 des BG vom 20. März 2009 über die Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Jan. 2010, wur­den die Rand­ti­tel im gan­zen Er­lass in Sach­über­schrif­ten um­ge­wan­delt. Die je­wei­li­gen Ziff. und Bst. wur­den da­bei nicht über­nom­men (AS 2009 5597; BBl 2005 2415, 2007 2681).
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 18 des Ge­richts­stands­ge­set­zes vom 24. März 2000, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2355; BBl 1999 2829).
2. Kapitel: Eisenbahnunternehmen
1. Abschnitt: Infrastrukturbetreiberinnen
Art. 5 Infrastrukturkonzession und Sicherheitsgenehmigung
1Wer ei­ne Ei­sen­bahnin­fra­struk­tur bau­en und be­trei­ben will, be­nö­tigt ei­ne In­fra­struk­tur­kon­zes­si­on (Kon­zes­si­on).2
2Das kon­zes­sio­nier­te Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men3 ist be­rech­tigt und ver­pflich­tet, die Ei­sen­bahnin­fra­struk­tur nach den Vor­schrif­ten der Ei­sen­bahn­ge­setz­ge­bung und der Kon­zes­si­on zu bau­en und zu be­trei­ben.
3Der Be­trieb der Ei­sen­bahnin­fra­struk­tur um­fasst die Ein­rich­tung und den Un­ter­halt der An­la­gen so­wie die Füh­rung der Strom­ver­sor­gungs-, Be­triebs­leit- und Si­cher­heits­sys­te­me.
4Für den Be­trieb der In­fra­struk­tur ist zu­sätz­lich ei­ne Si­cher­heits­ge­neh­mi­gung er­for­der­lich. Der Bun­des­rat kann für re­gio­nal tä­ti­ge Un­ter­neh­men Er­leich­te­run­gen vor­se­hen.4
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 13 des BG vom 20. März 2009 über die Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5597; BBl 2005 2415, 2007 2681).
3 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. II 13 des BG vom 20. März 2009 über die Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5597; BBl 2005 2415, 2007 2681). Die­se Än­de­rung wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 4 des BG vom 16. März 2012 über den zwei­ten Schritt der Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2012 5619, 2013 1603; BBl 2011 911).
Art. 6 Erteilung, Änderung und Erneuerung der Konzession
1Der Bun­des­rat er­teilt die Kon­zes­si­on, wenn:
ein öf­fent­li­ches In­ter­es­se am Bau und Be­trieb der In­fra­struk­tur be­steht; oder
ein ei­gen­wirt­schaft­li­cher Be­trieb er­war­tet wer­den kann.
2Zu­dem wird für die Kon­zes­si­ons­er­tei­lung vor­aus­ge­setzt, dass:
kei­ne we­sent­li­chen öf­fent­li­chen In­ter­es­sen, na­ment­lich der Raum­pla­nung, des Um­welt­schut­zes, des Na­tur- und Hei­mat­schut­zes oder der na­tio­na­len Si­cher­heits­ko­ope­ra­ti­on, ent­ge­gen­ste­hen;
der Be­trieb ei­ner Ei­sen­bahn oh­ne Er­schlies­sungs­funk­ti­on die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 11 des Per­so­nen­be­för­de­rungs­ge­set­zes vom 20. März 20092 er­füllt; und
das Un­ter­neh­men im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen ist.
3Der Bun­des­rat hört die be­trof­fe­nen Kan­to­ne vor der Kon­zes­si­ons­er­tei­lung an.
4Für Stras­sen­bah­nen muss die nach kan­to­na­lem Recht er­for­der­li­che Be­wil­li­gung zur Be­nüt­zung der öf­fent­li­chen Stras­sen er­teilt oder zu­ge­si­chert sein.
5Die Kon­zes­si­on wird für höchs­tens 50 Jah­re er­teilt. Sie kann ge­än­dert und er­neu­ert wer­den.
6Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment für Um­welt, Ver­kehr, Ener­gie und Kom­mu­ni­ka­ti­on (UVEK) ist zu­stän­dig für:
die Än­de­rung der Kon­zes­si­on, mit Aus­nah­me der Aus­deh­nung;
die Er­neue­rung der Kon­zes­si­on.3
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 4 des BG vom 16. März 2012 über den zwei­ten Schritt der Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2012 5619, 2013 1603; BBl 2011 911).
1Auf Ge­such der Kon­zes­si­ons­in­ha­be­rin kann das UVEK die Kon­zes­si­on auf ein an­de­res Un­ter­neh­men über­tra­gen.2 Die be­trof­fe­nen Kan­to­ne sind vor­her an­zu­hö­ren.
2Sol­len nur ein­zel­ne durch Ge­setz oder Kon­zes­si­on be­grün­de­te Rech­te oder Pflich­ten über­tra­gen wer­den, so legt die Kon­zes­si­ons­in­ha­be­rin die dar­über ab­ge­schlos­se­nen Be­triebs­ver­trä­ge dem Bun­des­amt für Ver­kehr (BAV) zur Kennt­nis­nah­me vor. Sie ist dem Bund ge­gen­über wei­ter­hin für die Er­fül­lung der durch Ge­setz und Kon­zes­si­on be­grün­de­ten Pflich­ten ver­ant­wort­lich.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 4 des BG vom 16. März 2012 über den zwei­ten Schritt der Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2012 5619, 2013 1603; BBl 2011 911).
Art. 8 Widerruf und Erlöschen
1Der Bun­des­rat kann die Kon­zes­si­on nach An­hö­ren der be­trof­fe­nen Kan­to­ne wi­der­ru­fen, wenn:
in­nert der in der Kon­zes­si­on fest­ge­setz­ten Frist der Bau nicht be­gon­nen oder vollen­det oder der Be­trieb nicht auf­ge­nom­men wird;
das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men die ihm nach Ge­setz und Kon­zes­si­on auf­er­leg­ten Pflich­ten in schwer­wie­gen­der Wei­se ver­letzt;
we­sent­li­che öf­fent­li­che In­ter­es­sen, na­ment­lich die zweck­mäs­si­ge und wirt­schaft­li­che Be­frie­di­gung der Trans­port­be­dürf­nis­se, dies recht­fer­ti­gen; das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men ist an­ge­mes­sen zu ent­schä­di­gen.
2Die Kon­zes­si­on er­lischt:
mit Ab­lauf der Kon­zes­si­ons­dau­er;
durch Rück­kauf durch den Bund;
durch Ver­zicht, wenn der Bun­des­rat die­sen nach An­hö­ren der be­trof­fe­nen Kan­to­ne ge­neh­migt;
wenn das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men in der Zwangs­li­qui­da­ti­on an ei­ner zwei­ten Stei­ge­rung kei­nem Höchst­bie­ten­den zu­ge­schla­gen wer­den kann.
Art. 8a Erteilung und Erneuerung der Sicherheitsgenehmigung
1Das BAV er­teilt die Si­cher­heits­ge­neh­mi­gung.
2Die Si­cher­heits­ge­neh­mi­gung um­fasst die Zu­las­sung des Si­cher­heits­ma­na­ge­ment­sys­tems der In­fra­struk­tur­be­trei­be­rin und die Zu­las­sung der Vor­keh­run­gen, die die­se ge­trof­fen hat, um einen si­che­ren Be­trieb auf ih­ren Stre­cken zu ge­währ­leis­ten.
3Sie wird für höchs­tens fünf Jah­re er­teilt und kann er­neu­ert wer­den.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 4 des BG vom 16. März 2012 über den zwei­ten Schritt der Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2012 5619, 2013 1603; BBl 2011 911).
Art. 8b Widerruf
Das BAV wi­der­ruft die Si­cher­heits­ge­neh­mi­gung je­der­zeit oh­ne An­spruch auf Ent­schä­di­gung ganz oder teil­wei­se, wenn die Vor­aus­set­zun­gen für die Er­tei­lung nicht mehr er­füllt sind oder wenn die In­fra­struk­tur­be­trei­be­rin wie­der­holt oder in schwe­rer Wei­se ge­gen das Ge­setz oder die Ge­neh­mi­gung ver­stos­sen hat.
2. Abschnitt: Eisenbahnverkehrsunternehmen
Art. 8c Netzzugangsbewilligung und Sicherheitsbescheinigung
1Wer den Ei­sen­bahn­ver­kehr durch­füh­ren will, be­nö­tigt ei­ne Ge­neh­mi­gung als Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men (Netz­zu­gangs­be­wil­li­gung) und ei­ne Si­cher­heits­be­schei­ni­gung. Der Bun­des­rat kann für re­gio­nal tä­ti­ge Un­ter­neh­men Aus­nah­men vor­se­hen.
2Das Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men, das über ei­ne Si­cher­heits­be­schei­ni­gung ver­fügt, ist be­rech­tigt, auf al­len ei­ge­nen Stre­cken so­wie auf den frem­den Stre­cken, für wel­che die Si­cher­heits­be­schei­ni­gung gilt, den Ei­sen­bahn­ver­kehr durch­zu­füh­ren.
3Das Un­ter­neh­men muss die schwei­ze­ri­schen Rechts­vor­schrif­ten ein­hal­ten, ins­be­son­de­re:
die tech­ni­schen und be­trieb­li­chen Vor­schrif­ten;
die Vor­schrif­ten über si­cher­heits­re­le­van­te Tä­tig­kei­ten.
4Vor­be­hal­ten bleibt das Recht, Rei­sen­de re­gel­mäs­sig und ge­werbs­mäs­sig zu be­för­dern, das nach den Ar­ti­keln 6-8 des Per­so­nen­be­för­de­rungs­ge­set­zes vom 20. März 20092 ver­lie­hen wird.
Art. 8d Erteilung und Erneuerung der Netzzugangsbewilligung
1Das BAV er­teilt die Netz­zu­gangs­be­wil­li­gung, wenn das Un­ter­neh­men:
über ei­ne ge­nü­gen­de Or­ga­ni­sa­ti­on und über die er­for­der­li­chen Kennt­nis­se und Er­fah­run­gen ver­fügt, um einen si­che­ren und zu­ver­läs­si­gen Be­trieb zu ge­währ­leis­ten;
fi­nan­zi­ell leis­tungs­fä­hig ist und über einen ge­nü­gen­den Ver­si­che­rungs­schutz ver­fügt;
die An­for­de­run­gen an die Zu­ver­läs­sig­keit der für die Ge­schäfts­füh­rung ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen er­füllt;
die ar­beits­recht­li­chen Vor­schrif­ten und die Ar­beits­be­din­gun­gen der Bran­che ein­hält;
sei­nen Sitz in der Schweiz hat.
2Die Netz­zu­gangs­be­wil­li­gung wird für höchs­tens zehn Jah­re er­teilt. Sie kann er­neu­ert wer­den.
3Be­steht mit an­de­ren Staa­ten ei­ne Ver­ein­ba­rung über die ge­gen­sei­ti­ge An­er­ken­nung, so gel­ten die von die­sen Staa­ten er­teil­ten Ge­neh­mi­gun­gen auch in der Schweiz.
Art. 8e Erteilung und Erneuerung der Sicherheitsbescheinigung
1Das BAV er­teilt die Si­cher­heits­be­schei­ni­gung.
2Die Si­cher­heits­be­schei­ni­gung um­fasst die Zu­las­sung des Si­cher­heits­ma­na­ge­ment­sys­tems des Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­mens und die Zu­las­sung der Vor­keh­run­gen, die es ge­trof­fen hat, um einen si­che­ren Be­trieb auf den zu be­fah­ren­den Stre­cken zu ge­währ­leis­ten. Das Un­ter­neh­men muss da­zu ins­be­son­de­re nach­wei­sen, dass:
die Be­schäf­tig­ten die für einen si­che­ren Be­trieb er­for­der­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on be­sit­zen;
das Roll­ma­te­ri­al den An­for­de­run­gen ei­nes si­che­ren Be­triebs ge­nügt.
3Die Si­cher­heits­be­schei­ni­gung wird für höchs­tens fünf Jah­re er­teilt. Sie kann er­neu­ert wer­den.
4Be­steht mit an­de­ren Staa­ten ei­ne Ver­ein­ba­rung über die ge­gen­sei­ti­ge An­er­ken­nung, so gel­ten die von die­sen Staa­ten er­teil­ten Si­cher­heits­be­schei­ni­gun­gen auch in der Schweiz.
Art. 8f Widerruf
Das BAV wi­der­ruft die Netz­zu­gangs­be­wil­li­gung und die Si­cher­heits­be­schei­ni­gung je­der­zeit oh­ne An­spruch auf Ent­schä­di­gung ganz oder teil­wei­se, wenn die Vor­aus­set­zun­gen für die Er­tei­lung nicht mehr er­füllt sind oder wenn das Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men wie­der­holt oder in schwe­rer Wei­se ge­gen das Ge­setz, die Be­wil­li­gung oder die Be­schei­ni­gung ver­stos­sen hat.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I 4 des BG vom 16. März 2012 über den zwei­ten Schritt der Bahn­re­form 2, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2013 (AS 2012 5619, 2013 1603; BBl 2011 911).
Art. 9a Gewährung des Netzzugangs
1Die In­fra­struk­tur­be­trei­be­rin ge­währt den Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men den dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en Netz­zu­gang.2
2und 3…3
4Der Netz­zu­gang auf ei­nem ört­lich und zeit­lich be­stimm­ten Fahr­weg (Tras­se) kann von je­dem Un­ter­neh­men be­an­tragt wer­den, das an der Durch­füh­rung des Ei­sen­bahn­ver­kehrs in­ter­es­siert ist. Das Un­ter­neh­men muss spä­tes­tens einen Mo­nat vor Be­trieb­s­auf­nah­me ei­ne Netz­zu­gangs­be­wil­li­gung vor­le­gen oder ein Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men mit der Durch­füh­rung des Ei­sen­bahn­ver­kehrs be­auf­tra­gen. Das Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men, das den Ver­kehr durch­führt, muss die Si­cher­heits­be­schei­ni­gung spä­tes­tens bei der Auf­nah­me des Ver­kehrs vor­le­gen.4
5Tras­sen dür­fen we­der ver­kauft noch auf ein an­de­res Un­ter­neh­men über­tra­gen wer­den. Der Auf­trag nach Ab­satz 4 gilt nicht als Ver­kauf oder Über­tra­gung.5
6Der Bun­des­rat legt die wei­te­ren Grund­sät­ze des Netz­zu­gangs fest und re­gelt die Ein­zel­hei­ten. Er kann mit an­de­ren Staa­ten Ab­kom­men ab­sch­lies­sen, wel­che die Ge­wäh­rung des Netz­zu­gangs für aus­län­di­sche Un­ter­neh­men vor­se­hen. Er be­rück­sich­tigt da­bei den Grund­satz der Ge­gen­sei­tig­keit.6
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 1998, in Kraft seit 1. Jan. 1999 (AS 1998 2835; BBl 1997 I 909).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 4 des BG vom 16. März 2012 über den zwei­ten Schritt der Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Dez. 2012 (AS 2012 5619; BBl 2011 911).
3 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 3 des Gü­ter­trans­port­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 1845; BBl 2014 3827).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 4 des BG vom 16. März 2012 über den zwei­ten Schritt der Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Dez. 2012 (AS 2012 5619; BBl 2011 911).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 4 des BG vom 16. März 2012 über den zwei­ten Schritt der Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Dez. 2012 (AS 2012 5619; BBl 2011 911).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 4 des BG vom 16. März 2012 über den zwei­ten Schritt der Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Dez. 2012 (AS 2012 5619; BBl 2011 911).
Art. 9b Netznutzung und Trassenzuteilung
1Der Bun­des­rat legt in ei­nem Netz­nut­zungs­kon­zept die An­zahl Tras­sen fest, die für je­de Ver­kehrs­art min­des­tens zu re­ser­vie­ren sind. Da­bei be­rück­sich­tigt er ins­be­son­de­re:
die Zwe­cke der von Bund, Kan­to­nen und Pri­va­ten ge­tä­tig­ten oder be­schlos­se­nen In­ves­ti­tio­nen für den Ei­sen­bahn­ver­kehr;
die Be­dürf­nis­se nach ab­ge­stimm­ten Trans­port­ket­ten im Per­so­nen­ver­kehr und im Gü­ter­trans­port;
die Ka­pa­zi­tä­ten, die für die Be­frie­di­gung der er­war­te­ten Nach­fra­ge im Per­so­nen­ver­kehr und im Gü­ter­trans­port er­for­der­lich sind;
die Er­mög­li­chung ei­ner wirt­schaft­li­chen Ab­wick­lung des Per­so­nen­ver­kehrs und des Gü­ter­trans­ports auf der Schie­ne.
2Er passt das Kon­zept bei Be­darf den ver­än­der­ten Be­din­gun­gen an.
3Die In­fra­struk­tur­be­trei­be­rin­nen er­stel­len für je­des der sechs Jah­re vor dem je­wei­li­gen Fahr­plan­jahr einen Netz­nut­zungs­plan. Sie kon­kre­ti­sie­ren dar­in das Netz­nut­zungs­kon­zept und hal­ten ins­be­son­de­re die Ver­tei­lung der Tras­sen auf die Ver­kehrs­ar­ten im Ta­ges- und Wo­chen­ver­lauf fest. Sie un­ter­brei­ten ih­re Netz­nut­zungs­plä­ne dem BAV zur Ge­neh­mi­gung.
4Die Tras­sen wer­den nach den Vor­ga­ben der Netz­nut­zungs­plä­ne zu­ge­teilt. So­weit freie Ka­pa­zi­tä­ten be­ste­hen, hat der ver­tak­te­te Per­so­nen­ver­kehr Vor­rang. Der Bun­des­rat kann Aus­nah­men von die­ser Prio­ri­tät un­ter Be­rück­sich­ti­gung volks­wirt­schaft­li­cher und raum­pla­ne­ri­scher An­lie­gen vor­se­hen.
5Das BAV re­gelt das Ver­fah­ren zur Tras­sen­zu­tei­lung und die Ein­zel­hei­ten zu den Netz­nut­zungs­plä­nen.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 3 des Gü­ter­trans­port­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 1845; BBl 2014 3827).
Art. 9c Recht auf Entgelt
1Das kon­zes­sio­nier­te Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men hat An­spruch auf ein Ent­gelt für die Be­nüt­zung sei­ner In­fra­struk­tur.
2Die be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men re­geln die Ein­zel­hei­ten des Zu­gangs­rechts und des Ent­gelts in ei­ner Ver­ein­ba­rung. Kön­nen sich die Be­tei­lig­ten nicht ei­ni­gen, so ent­schei­det die Schieds­kom­mis­si­on (Art. 40a).
3Das Ent­gelt ist dis­kri­mi­nie­rungs­frei fest­zu­le­gen und muss min­des­tens die Grenz­kos­ten de­cken, die auf ei­ner zeit­ge­mä­ss aus­ge­bau­ten Stre­cke nor­ma­ler­wei­se an­fal­len; die­se Grenz­kos­ten wer­den vom BAV für je­de Stre­cken­ka­te­go­rie be­stimmt. Das Ent­gelt trägt ins­be­son­de­re den un­ter­schied­li­chen Kos­ten im Netz, der Um­welt­be­las­tung der Fahr­zeu­ge so­wie der Nach­fra­ge Rech­nung. Beim re­gel­mäs­si­gen Per­so­nen­ver­kehr ent­spricht das Ent­gelt den vom BAV für die Stre­cken­ka­te­go­rie be­stimm­ten Grenz­kos­ten und dem von der Kon­zes­si­ons­be­hör­de fest­ge­leg­ten An­teil an den Er­trä­gen aus dem Ver­kehr.
4Der Bun­des­rat legt die Grund­sät­ze für die Be­mes­sung fest und re­gelt die Ver­öf­fent­li­chung. Bei der Fest­le­gung die­ser Grund­sät­ze sorgt der Bun­des­rat da­für, dass auf ver­gleich­ba­ren Stre­cken gleich ho­he Tras­sen­prei­se fest­ge­legt und die Bahn­ka­pa­zi­tä­ten op­ti­mal aus­genützt wer­den.2
1 Ur­spüng­lich Art. 9b. Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 1998, in Kraft seit 1. Jan. 1999 (AS 1998 2835; BBl 1997 I 909).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 19. Dez. 2008 (Än­de­run­gen des Trans­port­rechts), in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5973; BBl 2007 4377).
Art. 10 Aufsichtsbehörden
1Bau und Be­trieb der Ei­sen­bah­nen un­ter­ste­hen der Auf­sicht des Bun­des­ra­tes. Er kann sie ge­gen­über Bah­nen, die vor­wie­gend dem Orts­ver­kehr die­nen oder die be­son­ders ein­fa­che Ver­hält­nis­se und kei­ne tech­ni­schen An­schlüs­se an an­de­re Bah­nen auf­wei­sen, zweck­dien­lich ein­schrän­ken.1
2Auf­sichts­be­hör­de ist das BAV.2
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 9 des BG vom 18. Ju­ni 1999 über die Ko­or­di­na­ti­on und Ver­ein­fa­chung von Ent­scheid­ver­fah­ren, in Kraft seit 1. Jan. 2000 (AS 1999 3071; BBl 1998 2591).
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 75 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
Art. 12 Besondere Befugnisse des BAV
Das BAV ist be­fugt, Be­schlüs­se und An­ord­nun­gen von Or­ga­nen oder Dienst­stel­len des Ei­sen­bahn­un­ter­neh­mens auf­zu­he­ben oder ih­re Durch­füh­rung zu ver­hin­dern, wenn sie ge­gen die­ses Ge­setz, die Kon­zes­si­on oder in­ter­na­tio­na­le Ver­ein­ba­run­gen ver­stos­sen oder wich­ti­ge Lan­des­in­ter­es­sen ver­let­zen.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1994 (AS 1993 3199; BBl 1993 I 805).
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 13 des BG vom 20. März 2009 über die Bahn­re­form 2, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5597; BBl 2005 2415, 2007 2681).
Art. 14a Melde- und Mitwirkungspflicht
1Die Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men müs­sen Un­fäl­le und schwe­re Vor­fäl­le beim Be­trieb von Ei­sen­bah­nen dem BAV un­ver­züg­lich mel­den.
2Sie müs­sen dem BAV je­der­zeit Aus­kunft er­tei­len und sämt­li­che Do­ku­men­te her­aus­ge­ben. Zu­dem müs­sen sie dem BAV frei­en Zu­tritt zu al­len Tei­len der Ei­sen­bahn­an­la­gen und Fahr­zeu­ge ge­wäh­ren und es bei sei­ner Prüf- und Kon­troll­tä­tig­keit kos­ten­los un­ter­stüt­zen.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang des BG vom 1. Okt. 2010 (AS 2011 1119; BBl 2009 4915). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 26. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 3205; BBl 2013 7185).
Art. 15 Untersuchung von Unfällen und schweren Vorfällen
1Über die Um­stän­de, den Ver­lauf und die Ur­sa­chen von Un­fäl­len und schwe­ren Vor­fäl­len beim Be­trieb von Ei­sen­bah­nen wird ei­ne Un­ter­su­chung durch­ge­führt.
2Die Un­ter­su­chung dient da­zu, ähn­li­che Un­fäl­le zu ver­mei­den. Schuld und Haf­tung sind nicht Ge­gen­stand der Un­ter­su­chung.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang des BG vom 1. Okt. 2010, in Kraft seit 1. Nov. 2011 (AS 2011 1119 4573; BBl 2009 4915).
Art. 15a Untersuchungskommission
1Zur Durch­füh­rung der Un­ter­su­chun­gen setzt der Bun­des­rat ei­ne aus­ser­par­la­men­ta­ri­sche Kom­mis­si­on nach den Ar­ti­keln 57a-57g des Re­gie­rungs- und Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 21. März 19972 ein.
2Die Kom­mis­si­on be­steht aus drei bis fünf un­ab­hän­gi­gen Sach­ver­stän­di­gen.
3Sie ist von den Ver­wal­tungs­be­hör­den un­ab­hän­gig und ver­fügt über ein ei­ge­nes Se­kre­ta­ri­at. Sie ist dem UVEK ad­mi­nis­tra­tiv zu­ge­ord­net.
4Der Bun­des­rat re­gelt die Or­ga­ni­sa­ti­on der Kom­mis­si­on. Er kann sie mit der Kom­mis­si­on nach Ar­ti­kel 25 des Luft­fahrt­ge­set­zes vom 21. De­zem­ber 19483 zu­sam­men­le­gen.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang des BG vom 1. Okt. 2010 (AS 2011 1119 4573; BBl 2009 4915). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 16. Ju­ni 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 5607; BBl 2016 7133).
Art. 15b Verfahren der Untersuchungskommission
1Die Kom­mis­si­on er­stellt über je­de Un­ter­su­chung einen Be­richt. Die­ser ist kei­ne Ver­fü­gung und kann nicht an­ge­foch­ten wer­den.
2Das Se­kre­ta­ri­at kann zur Auf­klä­rung des Sach­ver­halts an­ord­nen:
die Vor­la­dung von Per­so­nen, die sach­dien­li­che Aus­künf­te ge­ben kön­nen;
Haus­durch­su­chun­gen so­wie die Durch­su­chung von Do­ku­men­ten, Auf­zeich­nun­gen, Per­so­nen und Ge­gen­stän­den;
Be­schlag­nah­mun­gen;
me­di­zi­ni­sche Un­ter­su­chun­gen wie Blut- und Urin­pro­ben;
Au­top­si­en;
die Aus­wer­tung der Da­ten von Auf­zeich­nungs­ge­rä­ten;
das Ein­ho­len von Gut­ach­ten.
3Greift das Se­kre­ta­ri­at in Rech­te oder Pflich­ten ein, so er­lässt es Ver­fü­gun­gen. So­weit die­ses Ge­setz kei­ne ab­wei­chen­den Be­stim­mun­gen ent­hält, ist das Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­setz vom 20. De­zem­ber 19682 an­wend­bar.
4Ge­gen die durch das Se­kre­ta­ri­at im Rah­men der Un­ter­su­chung er­las­se­nen Ver­fü­gun­gen kann in­ner­halb von 10 Ta­gen bei der Kom­mis­si­on Ein­spra­che er­ho­ben wer­den.
5Die Kom­mis­si­on be­treibt ein Sys­tem zur Qua­li­täts­si­che­rung. Ins­be­son­de­re sorgt sie da­für, dass die Ein­ga­ben al­ler Be­tei­lig­ten an­ge­mes­sen ge­wür­digt wer­den.
6Der Bun­des­rat re­gelt das Ver­fah­ren, ins­be­son­de­re die Zwangs­mass­nah­men und die Ver­öf­fent­li­chung der Be­rich­te.
Art. 15c Kosten des Untersuchungsverfahrens
1Wird in ei­nem an­de­ren Ver­fah­ren rechts­kräf­tig fest­ge­stellt, dass je­mand das un­ter­such­te Er­eig­nis vor­sätz­lich oder grob­fahr­läs­sig ver­ur­sacht hat, so kann die Kom­mis­si­on ihm einen Teil der Un­ter­su­chungs­kos­ten auf­er­le­gen.
2Der Bun­des­rat re­gelt die Be­mes­sung der auf­er­leg­ten Kos­ten. Er be­rück­sich­tigt da­bei die Schwe­re des Ver­schul­dens.
Art. 16 Datenbearbeitung durch das BAV
1Das BAV ist be­fugt, im Rah­men sei­ner auf­sichts­recht­li­chen Tä­tig­keit die not­wen­di­gen Da­ten bei den Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men zu er­he­ben und auf an­de­re Wei­se zu be­ar­bei­ten. Die Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men müs­sen die für die amt­li­che Ver­kehrs­sta­tis­tik er­for­der­li­chen An­ga­ben ein­rei­chen.2
2Es kann Da­ten, die zur Aus­stel­lung ei­nes Aus­wei­ses die­nen, bei den ent­spre­chen­den Per­so­nen er­he­ben und auf an­de­re Wei­se be­ar­bei­ten.
3Zum Zweck der Ver­kehrs­pla­nung kann es von den Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men ver­lan­gen, dass sie stre­cken­be­zo­ge­ne Da­ten er­he­ben und ein­rei­chen. Es kann die­se Da­ten be­kannt ge­ben, so­weit dies zur Zwecker­rei­chung er­for­der­lich ist und ein über­wie­gen­des öf­fent­li­ches In­ter­es­se be­steht.
4Es kann nach ei­ner Ver­hält­nis­mäs­sig­keits­prü­fung der Öf­fent­lich­keit be­son­ders schüt­zens­wer­te Da­ten be­kannt ge­ben, die Rück­schlüs­se über die Ein­hal­tung von si­cher­heits­re­le­van­ten Be­stim­mun­gen durch das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men er­mög­li­chen. Es kann ins­be­son­de­re in­for­mie­ren über:
den Ent­zug oder Wi­der­ruf von Kon­zes­sio­nen und Be­wil­li­gun­gen;
Ver­stös­se ge­gen Be­stim­mun­gen über den Ar­beits­schutz oder die Ar­beits­be­din­gun­gen.
5Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten, ins­be­son­de­re die Form der Be­kannt­ga­be.
2 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I 4 des BG vom 16. März 2012 über den zwei­ten Schritt der Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2012 5619, 2013 1603; BBl 2011 911).
Art. 16a Datenbearbeitung durch Konzessionsinhaberinnen
1Die Kon­zes­si­ons­in­ha­be­rin­nen un­ter­ste­hen für ih­re kon­zes­sio­nier­ten Tä­tig­kei­ten den Ar­ti­keln 16-25bis des Bun­des­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 19922 über den Da­ten­schutz (DSG).
2Sie kön­nen be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten so­wie Per­sön­lich­keitspro­fi­le be­ar­bei­ten, so­weit dies für die Si­cher­heit der In­fra­struk­tur, ins­be­son­de­re für de­ren Bau und Be­trieb, er­for­der­lich ist. Dies gilt auch für Drit­te, die Auf­ga­ben der Kon­zes­si­ons­in­ha­be­rin­nen wahr­neh­men. Die­se blei­ben für die Ein­hal­tung der Da­ten­schutz­vor­schrif­ten ver­ant­wort­lich.
3Die Auf­sicht rich­tet sich nach Ar­ti­kel 27 DSG.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 13 des BG vom 20. März 2009 über die Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5597; BBl 2005 2415, 2007 2681).
Art. 16b Videoüberwachung
1Die Kon­zes­si­ons­in­ha­be­rin­nen kön­nen zum Schutz der In­fra­struk­tur ei­ne Vi­deo­über­wa­chung ein­rich­ten.
2Sie kön­nen Drit­te, auf die sie Si­cher­heits­auf­ga­ben über­tra­gen ha­ben, mit der Vi­deo­über­wa­chung be­auf­tra­gen. Sie sind für die Ein­hal­tung der Da­ten­schutz­vor­schrif­ten ver­ant­wort­lich.
3Vi­deo­si­gna­le kön­nen auf­ge­zeich­net wer­den. Sie müs­sen grund­sätz­lich am nächs­ten Werk­tag aus­ge­wer­tet wer­den.
4An­sch­lies­send sind die Vi­deo­si­gna­le dieb­stahl­si­cher auf­zu­be­wah­ren. Auf­be­wahr­te Vi­deo­si­gna­le sind vor Miss­brauch zu schüt­zen und spä­tes­tens nach 100 Ta­gen zu ver­nich­ten.
5Auf­zeich­nun­gen dür­fen nur straf­ver­fol­gen­den Be­hör­den oder Be­hör­den, bei de­nen die Un­ter­neh­men An­zei­ge er­stat­ten oder Rechts­an­sprü­che gel­tend ma­chen, be­kannt ge­ge­ben wer­den.
6Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten, na­ment­lich wie Vi­deo­si­gna­le auf­zu­be­wah­ren und vor Miss­brauch zu schüt­zen sind.
4. Kapitel: Planung, Bau und Betrieb
Art. 17 Anforderungen des Verkehrs, des Umweltschutzes und der Sicherheit
1Die Ei­sen­bahn­an­la­gen3 und Fahr­zeu­ge sind nach den An­for­de­run­gen des Ver­kehrs, des Um­welt­schut­zes und ge­mä­ss dem Stan­de der Tech­nik zu er­stel­len, zu be­trei­ben, zu un­ter­hal­ten und zu er­neu­ern. Die Be­dürf­nis­se mo­bi­li­täts­be­hin­der­ter Men­schen sind an­ge­mes­sen zu be­rück­sich­ti­gen.
2Der Bun­des­rat er­lässt Vor­schrif­ten über Bau und Be­trieb so­wie über die tech­ni­sche Ein­heit und Zu­las­sung im Ei­sen­bahn­we­sen un­ter Be­rück­sich­ti­gung der In­te­r­ope­ra­bi­li­tät und ei­nes stre­cken­be­zo­ge­nen Si­cher­heits­stan­dards. Er sorgt da­für, dass die tech­ni­schen Vor­schrif­ten nicht zur Be­hin­de­rung des Wett­be­wer­bes miss­braucht wer­den.
3Das BAV er­lässt Fahr­dienst­vor­schrif­ten.4
4Die Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men sind im Rah­men der Vor­schrif­ten für den si­che­ren Be­trieb der Ei­sen­bahn­an­la­gen und Fahr­zeu­ge ver­ant­wort­lich. Sie ha­ben die für einen si­che­ren Be­trieb er­for­der­li­chen Vor­schrif­ten auf­zu­stel­len und dem BAV vor­zu­le­gen.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 1998, in Kraft seit 1. Jan. 1999 (AS 1998 2835; BBl 1997 I 909).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 13 des BG vom 20. März 2009 über die Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5597; BBl 2005 2415, 2007 2681).
Art. 17a Register der zugelassenen Fahrzeuge
1Das BAV führt ein Re­gis­ter al­ler in der Schweiz nach die­sem Ge­setz zu­ge­las­se­nen Fahr­zeu­ge.
2Die In­ha­ber ei­ner Be­triebs­be­wil­li­gung (Hal­ter) sind ver­pflich­tet, ih­re Fahr­zeu­ge zur Ein­tra­gung beim BAV an­zu­mel­den.
3Das Re­gis­ter ist al­len in- und aus­län­di­schen Si­cher­heits­be­hör­den und Un­fall­un­ter­su­chungs­stel­len so­wie al­len an­de­ren Per­so­nen mit ei­nem be­rech­tig­ten In­ter­es­se zu­gäng­lich.
die Kenn­zeich­nung der Fahr­zeu­ge;
die Ein­zel­hei­ten des Zu­gangs zum Re­gis­ter;
wel­che In­hal­te des Re­gis­ters öf­fent­lich zu­gäng­lich sind.
5Er kann:
das Füh­ren des Re­gis­ters Drit­ten über­tra­gen;
Fahr­zeug­ka­te­go­ri­en be­zeich­nen, die nicht in das Re­gis­ter ein­ge­tra­gen wer­den müs­sen.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 19. Dez. 2008 (Än­de­run­gen des Trans­port­rechts) (AS 2009 5973; BBl 2007 4377). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 4 des BG vom 16. März 2012 über den zwei­ten Schritt der Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2012 5619, 2013 1603; BBl 2011 911).
Art. 17b Instandhaltung von Fahrzeugen
1Zur In­stand­hal­tung ei­nes Fahr­zeugs ver­pflich­tet ist, wer als da­für ver­ant­wort­li­che Per­son im Re­gis­ter der in der Schweiz zu­ge­las­se­nen Fahr­zeu­ge ein­ge­tra­gen ist.
2So­lan­ge das Fahr­zeug nicht re­gis­triert oder im Re­gis­ter kei­ne für die In­stand­hal­tung ver­ant­wort­li­che Per­son ein­ge­tra­gen ist, trifft die­se Pflicht den Hal­ter, er­satz­wei­se die Per­son, die die tat­säch­li­che Ver­fü­gungs­ge­walt be­sitzt.
3Der Bun­des­rat kann An­for­de­run­gen an die für die In­stand­hal­tung ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen und an die mit der In­stand­hal­tung be­trau­ten Per­so­nen fest­le­gen.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 13 des BG vom 20. März 2009 über die Bahn­re­form 2 (AS 2009 5597; BBl 2005 2415, 2007 2681). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 4 des BG vom 16. März 2012 über den zwei­ten Schritt der Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2012 5619, 2013 1603; BBl 2011 911).
Art. 17c Beurteilung der sicherheitsrelevanten Aspekte
1Das BAV be­ur­teilt in den Be­wil­li­gungs­ver­fah­ren die si­cher­heits­re­le­van­ten Aspek­te ri­si­ko­ori­en­tiert auf der Grund­la­ge von Si­cher­heits­gut­ach­ten oder Stich­pro­ben.
2Es legt fest, wo­für die Ge­such­stel­le­rin Si­cher­heits­gut­ach­ten zu er­brin­gen hat.
1Bau­ten und An­la­gen, die ganz oder über­wie­gend dem Bau und Be­trieb ei­ner Ei­sen­bahn die­nen (Ei­sen­bahn­an­la­gen), dür­fen nur mit ei­ner Plan­ge­neh­mi­gung er­stellt oder ge­än­dert wer­den.
2Ge­neh­mi­gungs­be­hör­de ist das BAV.2
3Mit der Plan­ge­neh­mi­gung wer­den sämt­li­che nach Bun­des­recht er­for­der­li­chen Be­wil­li­gun­gen er­teilt.
4Kan­to­na­le Be­wil­li­gun­gen und Plä­ne sind nicht er­for­der­lich. Das kan­to­na­le Recht ist zu be­rück­sich­ti­gen, so­weit es das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men in der Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­ben nicht un­ver­hält­nis­mäs­sig ein­schränkt.
5Die Plan­ge­neh­mi­gung für Vor­ha­ben, die sich er­heb­lich auf Raum und Um­welt aus­wir­ken, setzt grund­sätz­lich einen Sach­plan nach dem Bun­des­ge­setz vom 22. Ju­ni 19793 über die Raum­pla­nung vor­aus.
6Zur Ei­sen­bahn­an­la­ge ge­hö­ren auch die mit dem Bau und dem Be­trieb zu­sam­men­hän­gen­den Er­schlies­sungs­an­la­gen und In­stal­la­ti­ons­plät­ze so­wie die Stand­orte für die Ver­wer­tung und Ab­la­ge­rung von Aus­bruch- und Aus­hub­ma­te­ri­al, die in ei­nem en­gen räum­li­chen und funk­tio­na­len Zu­sam­men­hang mit der ge­plan­ten An­la­ge ste­hen.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 9 des BG vom 18. Ju­ni 1999 über die Ko­or­di­na­ti­on und Ver­ein­fa­chung von Ent­scheid­ver­fah­ren, in Kraft seit 1. Jan. 2000 (AS 1999 3071; BBl 1998 2591).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 26. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 3205; BBl 2013 7185).
Das Plan­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren rich­tet sich nach die­sem Ge­setz und sub­si­di­är nach dem Bun­des­ge­setz vom 20. Ju­ni 19302 über die Ent­eig­nung (EntG).
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 8. Okt. 1982 (AS 1984 1429; BBl 1981 I 325). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 9 des BG vom 18. Ju­ni 1999 über die Ko­or­di­na­ti­on und Ver­ein­fa­chung von Ent­scheid­ver­fah­ren, in Kraft seit 1. Jan. 2000 (AS 1999 3071; BBl 1998 2591).
Art. 18b Einleitung des Verfahrens
Das Plan­ge­neh­mi­gungs­ge­such ist mit den er­for­der­li­chen Un­ter­la­gen bei der Ge­neh­mi­gungs­be­hör­de ein­zu­rei­chen. Die­se prüft die Un­ter­la­gen auf ih­re Voll­stän­dig­keit und ver­langt al­len­falls Er­gän­zun­gen.
Art. 18c Handlungen
1Vor der öf­fent­li­chen Auf­la­ge des Ge­suchs muss das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men die Ver­än­de­run­gen, die das ge­plan­te Werk im Ge­län­de be­wirkt, sicht­bar ma­chen, in­dem es die­se aus­steckt; bei Hoch­bau­ten hat es Pro­fi­le auf­zu­stel­len.
2Ein­wän­de ge­gen die Aus­ste­ckung oder die Auf­stel­lung von Pro­fi­len sind so­fort, je­den­falls aber vor Ab­lauf der Auf­la­ge­frist bei der Ge­neh­mi­gungs­be­hör­de vor­zu­brin­gen.
3Für an­de­re vor­be­rei­ten­de Hand­lun­gen, für die Pro­jekt­be­rei­ni­gung und für die Er­här­tung der Ent­schei­dungs­grund­la­gen gilt das Ver­fah­ren nach Ar­ti­kel 15 EntG2. Die Ge­neh­mi­gungs­be­hör­de ent­schei­det über Ein­wän­de Drit­ter.
Art. 18d Anhörung, Publikation und Auflage
1Die Ge­neh­mi­gungs­be­hör­de über­mit­telt das Ge­such den be­trof­fe­nen Kan­to­nen und for­dert sie auf, in­ner­halb von drei Mo­na­ten da­zu Stel­lung zu neh­men. Sie kann die Frist in be­grün­de­ten Fäl­len aus­nahms­wei­se ver­län­gern.
2Das Ge­such ist in den amt­li­chen Pu­bli­ka­ti­ons­or­ga­nen der be­trof­fe­nen Kan­to­ne und Ge­mein­den zu pu­bli­zie­ren und wäh­rend 30 Ta­gen öf­fent­lich auf­zu­le­gen.
3Die öf­fent­li­che Auf­la­ge hat den Ent­eig­nungs­bann nach den Ar­ti­keln 42-44 EntG2 zur Fol­ge.
Art. 18e Persönliche Anzeige
Spä­tes­tens mit der öf­fent­li­chen Auf­la­ge des Ge­suchs muss das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men den Ent­schä­di­gungs­be­rech­tig­ten nach Ar­ti­kel 31 EntG2 ei­ne per­sön­li­che An­zei­ge über die zu ent­eig­nen­den Rech­te zu­stel­len.
Art. 18f Einsprache
1Wer nach den Vor­schrif­ten des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19682 oder des EntG3 Par­tei ist, kann wäh­rend der Auf­la­ge­frist bei der Ge­neh­mi­gungs­be­hör­de Ein­spra­che er­he­ben. Wer kei­ne Ein­spra­che er­hebt, ist vom wei­te­ren Ver­fah­ren aus­ge­schlos­sen.
2In­ner­halb der Auf­la­ge­frist sind auch sämt­li­che ent­eig­nungs­recht­li­chen Ein­wän­de so­wie Be­geh­ren um Ent­schä­di­gung oder Sach­leis­tung gel­tend zu ma­chen. Nach­träg­li­che Ein­spra­chen und Be­geh­ren nach den Ar­ti­keln 39-41 EntG sind bei der Ge­neh­mi­gungs­be­hör­de ein­zu­rei­chen.
3Die be­trof­fe­nen Ge­mein­den wah­ren ih­re In­ter­es­sen mit Ein­spra­che.
Art. 18g Bereinigungsverfahren
Das Be­rei­ni­gungs­ver­fah­ren in der Bun­des­ver­wal­tung rich­tet sich nach Ar­ti­kel 62b des Re­gie­rungs- und Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 21. März 19973.
3 SR 172.010
Art. 18h Geltungsdauer
1Mit der Plan­ge­neh­mi­gung ent­schei­det die Ge­neh­mi­gungs­be­hör­de gleich­zei­tig auch über die ent­eig­nungs­recht­li­chen Ein­spra­chen.
2Sie kann Pro­jek­te in Etap­pen ge­neh­mi­gen, wenn de­ren ge­trenn­te Be­hand­lung die Be­ur­tei­lung des Ge­samt­pro­jekts nicht prä­ju­di­ziert.
3Die Plan­ge­neh­mi­gung er­lischt, wenn fünf Jah­re nach ih­rer rechts­kräf­ti­gen Er­tei­lung mit der Aus­füh­rung des Bau­vor­ha­bens nicht be­gon­nen wor­den ist.
4Die Ge­neh­mi­gungs­be­hör­de kann die Gel­tungs­dau­er der Plan­ge­neh­mi­gung aus wich­ti­gen Grün­den um höchs­tens drei Jah­re ver­län­gern. Die Ver­län­ge­rung ist aus­ge­schlos­sen, wenn sich die mass­ge­ben­den tat­säch­li­chen oder recht­li­chen Ver­hält­nis­se seit der rechts­kräf­ti­gen Er­tei­lung der Plan­ge­neh­mi­gung we­sent­lich ver­än­dert ha­ben.
3 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 75 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
Art. 18i Vereinfachtes Plangenehmigungsverfahren
1Das ver­ein­fach­te Plan­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren wird an­ge­wen­det bei:
ört­lich be­grenz­ten Vor­ha­ben mit we­ni­gen, ein­deu­tig be­stimm­ba­ren Be­trof­fe­nen;
Ei­sen­bahn­an­la­gen, de­ren Än­de­rung oder Um­nut­zung das äus­se­re Er­schei­nungs­bild nicht we­sent­lich ver­än­dert, kei­ne schutz­wür­di­gen In­ter­es­sen Drit­ter be­rührt und sich nur un­er­heb­lich auf Raum und Um­welt aus­wirkt;
Ei­sen­bahn­an­la­gen, die spä­tes­tens nach drei Jah­ren wie­der ent­fernt wer­den.
2De­tail­plä­ne, die sich auf ein be­reits ge­neh­mig­tes Pro­jekt stüt­zen, wer­den im ver­ein­fach­ten Ver­fah­ren ge­neh­migt.
3Die Ge­neh­mi­gungs­be­hör­de kann die Aus­ste­ckung an­ord­nen. Das Ge­such wird nicht pu­bli­ziert und nicht öf­fent­lich auf­ge­legt. Die Ge­neh­mi­gungs­be­hör­de un­ter­brei­tet die Plan­vor­la­ge den Be­trof­fe­nen, so­weit sie nicht vor­her schrift­lich ih­re Ein­wil­li­gung ge­ge­ben ha­ben; de­ren Ein­spra­che­frist be­trägt 30 Ta­ge. Die Ge­neh­mi­gungs­be­hör­de kann bei Kan­to­nen und Ge­mein­den Stel­lung­nah­men ein­ho­len. Sie setzt da­für ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist.
4Im Üb­ri­gen gel­ten die Be­stim­mun­gen für das or­dent­li­che Ver­fah­ren. Im Zwei­fels­fall wird die­ses durch­ge­führt.
Art. 18k Schätzungsverfahren, vorzeitige Besitzeinweisung
1Nach Ab­schluss des Plan­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­rens wird, so­weit er­for­der­lich, das Schät­zungs­ver­fah­ren vor der Eid­ge­nös­si­schen Schät­zungs­kom­mis­si­on (Schät­zungs­kom­mis­si­on) nach den Be­stim­mun­gen des EntG2 durch­ge­führt. Es wer­den nur an­ge­mel­de­te For­de­run­gen be­han­delt.
2Die Ge­neh­mi­gungs­be­hör­de über­mit­telt dem Prä­si­den­ten der Schät­zungs­kom­mis­si­on die ge­neh­mig­ten Plä­ne, den Ent­eig­nungs­plan, die Grund­er­werb­sta­bel­le und die an­ge­mel­de­ten For­de­run­gen.
3Der Prä­si­dent der Schät­zungs­kom­mis­si­on kann ge­stützt auf einen voll­streck­ba­ren Plan­ge­neh­mi­gungs­ent­scheid die vor­zei­ti­ge Be­sitzein­wei­sung be­wil­li­gen. Da­bei wird ver­mu­tet, dass dem Ent­eig­ner oh­ne die vor­zei­ti­ge Be­sitzein­wei­sung be­deu­ten­de Nach­tei­le ent­stün­den. Im Üb­ri­gen gilt Ar­ti­kel 76 EntG.
Art. 18l Mitwirkung der Kantone
1Fal­len beim Bau von Ei­sen­bahn­an­la­gen, ins­be­son­de­re von Tun­nel­an­la­gen, er­heb­li­che Men­gen von Aus­bruch- oder Aus­hub­ma­te­ri­al an, die nicht in der Nä­he der An­la­ge ver­wer­tet oder ab­ge­la­gert wer­den kön­nen, so be­zeich­nen die be­trof­fe­nen Kan­to­ne die Stand­orte für die Ent­sor­gung des Ma­te­ri­als.
2Liegt im Zeit­punkt der Plan­ge­neh­mi­gung kei­ne rechts­kräf­ti­ge Be­wil­li­gung des be­trof­fe­nen Kan­tons vor, so kann die Ge­neh­mi­gungs­be­hör­de den Stand­ort für ein Zwi­schen­la­ger be­zeich­nen und des­sen Nut­zung mit Be­din­gun­gen und Auf­la­gen ver­bin­den. Es gel­ten die Ver­fah­rens­be­stim­mun­gen für Ei­sen­bahn­an­la­gen. Der Kan­ton be­zeich­net in­ner­halb von fünf Jah­ren die Stand­orte für die Ent­sor­gung des Ma­te­ri­als.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 9 des BG vom 18. Ju­ni 1999 über die Ko­or­di­na­ti­on und Ver­ein­fa­chung von Ent­scheid­ver­fah­ren, in Kraft seit 1. Jan. 2000 (AS 1999 3071; BBl 1998 2591).
Art. 18m Nebenanlagen
1Die Er­stel­lung und Än­de­rung von Bau­ten und An­la­gen, die nicht ganz oder über­wie­gend dem Ei­sen­bahn­be­trieb2 die­nen (Ne­ben­an­la­gen), un­ter­ste­hen dem kan­to­na­len Recht. Sie dür­fen nur mit Zu­stim­mung des Ei­sen­bahn­un­ter­neh­mens be­wil­ligt wer­den, wenn die Ne­ben­an­la­ge:
Bahn­grund­stücke be­an­sprucht oder an sol­che an­grenzt;
die Be­triebs­si­cher­heit be­ein­träch­ti­gen könn­te.
2Die kan­to­na­le Be­hör­de hört das BAV vor der Be­wil­li­gung ei­ner Ne­ben­an­la­ge an:
auf An­trag ei­ner der Par­tei­en, wenn zwi­schen Bau­herr­schaft und Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men kei­ne Ei­ni­gung er­zielt wer­den kann;
wenn die Ne­ben­an­la­ge den künf­ti­gen Aus­bau der Ei­sen­bahn­an­la­ge ver­un­mög­licht oder er­heb­lich er­schwert;
wenn das Bau­grund­stück von ei­ner ei­sen­bahn­recht­li­chen Pro­jek­tie­rungs­zo­ne oder Bau­li­nie er­fasst ist.
3Das BAV ist be­rech­tigt, ge­gen Ver­fü­gun­gen der kan­to­na­len Be­hör­den in An­wen­dung die­ses Ge­set­zes und sei­ner Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen die Rechts­mit­tel des eid­ge­nös­si­schen und des kan­to­na­len Rechts zu er­grei­fen.
2 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. II 13 des BG vom 20. März 2009 über die Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5597; BBl 2005 2415, 2007 2681). Die­se Än­de­rung wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
3. Abschnitt: Projektierungszonen
Art. 18n Festlegung
1Das BAV kann von sich aus oder auf An­trag von Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men, Kan­ton oder Ge­mein­de für ge­nau be­zeich­ne­te Ge­bie­te Pro­jek­tie­rungs­zo­nen fest­le­gen, um Grund­stücke für künf­ti­ge Ei­sen­bahn­bau­ten und -an­la­gen frei­zu­hal­ten. Die be­tei­lig­ten Bun­des­stel­len, Kan­to­ne, Ge­mein­den so­wie die be­trof­fe­nen Grund­ei­gen­tü­mer sind an­zu­hö­ren. Die An­hö­rung der Ge­mein­den und der be­trof­fe­nen Grund­ei­gen­tü­mer ist Sa­che der Kan­to­ne.
2Ver­fü­gun­gen über die Er­rich­tung von Pro­jek­tie­rungs­zo­nen sind un­ter An­ga­be der Be­schwer­de­frist in den be­tref­fen­den Ge­mein­den zu ver­öf­fent­li­chen. Be­schwer­den ha­ben kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung.
1 Ur­sprüng­lich Art. 18b. Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 8. Okt. 1982, in Kraft seit 1. Jan. 1985 (AS 1984 1429; BBl 1981 I 325).
Art. 18o Wirkung
1Es dür­fen kei­ne bau­li­chen Ver­än­de­run­gen in den Pro­jek­tie­rungs­zo­nen vor­ge­nom­men wer­den, die de­ren Zweck wi­der­spre­chen. Aus­ge­nom­men sind Vor­keh­ren, die dem Un­ter­halt oder der Be­sei­ti­gung von Ge­fah­ren und schäd­li­chen Ein­wir­kun­gen die­nen. In Aus­nah­me­fäl­len kön­nen wei­ter­ge­hen­de Vor­keh­ren ge­stat­tet wer­den, wenn der Ei­gen­tü­mer auf je­de spä­te­re Ent­schä­di­gung des ent­stan­de­nen Mehr­wer­tes ver­zich­tet.
2In den fest­ge­leg­ten oder vor­ge­se­he­nen Pro­jek­tie­rungs­zo­nen dür­fen vor­be­rei­ten­de Hand­lun­gen vor­ge­nom­men wer­den. Ar­ti­kel 15 des EntG2 gilt sinn­ge­mä­ss.
1 Ur­sprüng­lich Art. 18c. Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 8. Okt. 1982, in Kraft seit 1. Jan. 1985 (AS 1984 1429; BBl 1981 I 325).
Art. 18p Aufhebung
1Die Pro­jek­tie­rungs­zo­nen fal­len mit der rechts­kräf­ti­gen Fest­le­gung der Bau­li­ni­en, spä­tes­tens aber nach fünf Jah­ren da­hin; sie kön­nen um höchs­tens drei Jah­re ver­län­gert wer­den. Ist ei­ne Pro­jek­tie­rungs­zo­ne hin­fäl­lig ge­wor­den, so kann ei­ne neue Pro­jek­tie­rungs­zo­ne mit ganz oder teil­wei­se glei­chem Pe­ri­me­ter fest­ge­legt wer­den.
2Das BAV hebt ei­ne Pro­jek­tie­rungs­zo­ne von Am­tes we­gen oder auf An­trag von Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men, Kan­ton oder Ge­mein­de auf, wenn fest­steht, dass die ge­plan­te Ei­sen­bahn­an­la­ge nicht aus­ge­führt wird.
3Ver­fü­gun­gen über die Auf­he­bung von Pro­jek­tie­rungs­zo­nen sind un­ter An­ga­be der Be­schwer­de­frist in den be­trof­fe­nen Ge­mein­den zu ver­öf­fent­li­chen.
4. Abschnitt: Baulinien
Art. 18q Festlegung
1Das BAV kann Bau­li­ni­en zur Si­che­rung be­ste­hen­der oder künf­ti­ger Ei­sen­bahn­bau­ten und -an­la­gen fest­le­gen. Die be­tei­lig­ten Bun­des­stel­len, Kan­to­ne und Ge­mein­den so­wie die be­trof­fe­nen Grund­ei­gen­tü­mer sind an­zu­hö­ren. Die An­hö­rung der Ge­mein­den und der be­trof­fe­nen Grund­ei­gen­tü­mer ist Sa­che der Kan­to­ne. Die Bau­li­ni­en müs­sen dem vor­aus­sicht­li­chen End­aus­bau ent­spre­chen und der Raum­pla­nung so­wie dem Um­welt­schutz Rech­nung tra­gen. Sie kön­nen ver­ti­kal be­grenzt wer­den.
2Die Bau­li­ni­en kön­nen erst auf­grund ge­neh­mig­ter Plä­ne fest­ge­legt wer­den.
3Ver­fü­gun­gen über die Fest­le­gung von Bau­li­ni­en sind un­ter An­ga­be der Be­schwer­de­frist in den be­tref­fen­den Ge­mein­den zu ver­öf­fent­li­chen.
1 Ur­sprüng­lich Art. 18e. Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 8. Okt. 1982, in Kraft seit 1. Jan. 1985 (AS 1984 1429; BBl 1981 I 325).
Art. 18r Wirkung
1Zwi­schen Bau­li­ni­en so­wie zwi­schen Bau­li­nie und Ei­sen­bahn­an­la­ge dür­fen kei­ne bau­li­chen Ver­än­de­run­gen oder sons­ti­gen Vor­keh­ren vor­ge­nom­men wer­den, die dem Zweck der Bau­li­nie wi­der­spre­chen. Aus­ge­nom­men sind Vor­keh­ren, die dem Un­ter­halt oder der Be­sei­ti­gung von Ge­fah­ren und schäd­li­chen Ein­wir­kun­gen die­nen. In Aus­nah­me­fäl­len kön­nen wei­ter­ge­hen­de Vor­keh­ren ge­stat­tet wer­den, wenn der Ei­gen­tü­mer auf je­de spä­te­re Ent­schä­di­gung des ent­stan­de­nen Mehr­wer­tes ver­zich­tet.
2In­ner­halb der fest­ge­leg­ten oder vor­ge­se­he­nen Bau­li­ni­en dür­fen vor­be­rei­ten­de Hand­lun­gen vor­ge­nom­men wer­den. Ar­ti­kel 15 des EntG3 gilt sinn­ge­mä­ss.
1 Ur­sprüng­lich Art. 18f. Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 8. Okt. 1982, in Kraft seit 1. Jan. 1985 (AS 1984 1429; BBl 1981 I 325).
Art. 18s Aufhebung
1Das Bun­des­amt hebt ge­gen­stands­los ge­wor­de­ne Bau­li­ni­en von Am­tes we­gen oder auf An­trag von Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men, Kan­ton oder Ge­mein­de auf.
2Ver­fü­gun­gen über die Auf­he­bung von Bau­li­ni­en sind un­ter An­ga­be der Be­schwer­de­frist in den be­tref­fen­den Ge­mein­den zu ver­öf­fent­li­chen.
3Ist ei­ne Ent­schä­di­gung ge­leis­tet wor­den, so gel­ten sinn­ge­mä­ss die Grund­sät­ze über die un­ge­recht­fer­tig­te Be­rei­che­rung. Bei Hand­än­de­run­gen wird der neue Ei­gen­tü­mer rück­er­stat­tungs­pflich­tig. Bei Strei­tig­kei­ten ent­schei­det die Schät­zungs­kom­mis­si­on. …2
1 Ur­sprüng­lich Art. 18g. Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 8. Okt. 1982, in Kraft seit 1. Jan. 1985 (AS 1984 1429; BBl 1981 I 325).
2 Satz auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 75 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
Art. 18t Vorbehalt kantonalen Rechts
Im Ein­ver­neh­men mit dem BAV kön­nen ne­ben Bau­li­ni­en im Sin­ne die­ses Ge­set­zes auch sol­che nach kan­to­na­lem Recht fest­ge­legt wer­den, wenn sie wei­ter­ge­hen­de Rechts­wir­kun­gen ent­fal­ten.
1 Ur­sprüng­lich Art. 18h. Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 8. Okt. 1982, in Kraft seit 1. Jan. 1985 (AS 1984 1429; BBl 1981 I 325).
5. Abschnitt: Entschädigung für Eigentumsbeschränkungen
Art. 18u …
1Kom­men Ei­gen­tums­be­schrän­kun­gen nach den Ar­ti­keln 18n-18t ei­ner Ent­eig­nung gleich, so sind sie voll zu ent­schä­di­gen. Ar­ti­kel 21 bleibt vor­be­hal­ten. Für die Be­mes­sung der Ent­schä­di­gung sind die Ver­hält­nis­se beim In­kraft­tre­ten der Ei­gen­tums­be­schrän­kung mass­ge­bend.
2Ent­schä­di­gungs­pflich­tig ist das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men oder, wenn ein sol­ches fehlt, der­je­ni­ge, der die Ei­gen­tums­be­schrän­kung er­wirkt.
3Der Be­trof­fe­ne hat sei­ne An­sprü­che in­ner­halb von zehn Jah­ren nach Wirk­sam­wer­den der Ei­gen­tums­be­schrän­kung schrift­lich dem Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men an­zu­mel­den. Wer­den die An­sprü­che ganz oder teil­wei­se be­strit­ten, so ist nach den Ar­ti­keln 57-75 EntG3 vor­zu­ge­hen.
4In die­sem Ver­fah­ren wer­den nur an­ge­mel­de­te For­de­run­gen be­han­delt. Nach­träg­li­che Ein­spra­chen ge­gen die Be­schrän­kung des Grund­ei­gen­tums so­wie Be­geh­ren um Än­de­rung von Be­wil­li­gun­gen für Ne­ben­an­la­gen (Art. 18m), von Pro­jek­tie­rungs­zo­nen und von Bau­li­ni­en sind aus­ge­schlos­sen.
5Die Ent­schä­di­gung wird vom Zeit­punkt an ver­zinst, in dem die Ei­gen­tums­be­schrän­kung wirk­sam wird.
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 13 des BG vom 20. März 2009 über die Bahn­re­form 2, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5597; BBl 2005 2415, 2007 2681).
6. Abschnitt: Landumlegung
Art. 18v …
1Be­steht die Mög­lich­keit, die für ein Vor­ha­ben er­for­der­li­chen ding­li­chen Rech­te durch Landum­le­gung zu si­chern, und er­folgt die Landum­le­gung nicht frei­wil­lig, so ist sie auf An­trag der Ge­neh­mi­gungs­be­hör­de in­ner­halb der von ihr be­stimm­ten Frist nach kan­to­na­lem Recht an­zu­ord­nen. Wird die Frist nicht ein­ge­hal­ten, so wird das or­dent­li­che Ver­fah­ren mit Ent­eig­nun­gen durch­ge­führt.
2Für das Landum­le­gungs­ver­fah­ren gilt:
Es kön­nen Grund­stücke des Ei­sen­bahn­un­ter­neh­mens ein­ge­wor­fen wer­den.
Vom Grund­ei­gen­tum, das im Landum­le­gungs­ver­fah­ren er­fasst wird, kön­nen Ab­zü­ge ge­macht wer­den.
Mehr­wer­te aus Bo­den­ver­bes­se­run­gen, die der Ei­sen­bahn­bau be­wirkt, kön­nen an­ge­rech­net wer­den.
Das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men kann vor­zei­tig in den Be­sitz ein­ge­wie­sen wer­den.
Es kön­nen an­de­re Vor­keh­run­gen des kan­to­na­len Rechts ge­trof­fen wer­den.
3Das Land, das durch Ab­zü­ge von Grund­ei­gen­tum für die Be­dürf­nis­se des Ei­sen­bahn­un­ter­neh­mens an die­ses ab­ge­tre­ten wird, ist dem Landum­le­gungs­un­ter­neh­men zum Ver­kehrs­wert zu ver­gü­ten.
4Sieht das kan­to­na­le Recht kein be­son­de­res Ver­fah­ren vor, so gilt das Ver­fah­ren der Bau­landum­le­gung be­zie­hungs­wei­se der Gü­ter- oder Wald­zu­sam­men­le­gung; das Um­le­gungs­ge­biet und der Um­fang kön­nen auf den Zweck der Landum­le­gung für den Ei­sen­bahn­bau be­schränkt wer­den.
5Dem Ei­sen­bahn­bau wer­den die von ihm ver­ur­sach­ten Mehr­kos­ten zu­ge­rech­net. Ist die Landum­le­gung nur we­gen des Ei­sen­bahn­baus nö­tig, so trägt das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men sämt­li­che Kos­ten.
7. Abschnitt: Sicherheit
Art. 18w Betriebsbewilligung
1Für Ei­sen­bahn­an­la­gen und Fahr­zeu­ge ist ei­ne Be­triebs­be­wil­li­gung er­for­der­lich. Das BAV kann Aus­nah­men vor­se­hen.
2Das BAV er­teilt die Be­triebs­be­wil­li­gung, wenn die Ge­such­stel­le­rin den Si­cher­heits­nach­weis er­bracht hat und das Vor­ha­ben den mass­ge­ben­den Vor­schrif­ten ent­spricht.
3Es kann wei­te­re Ab­klä­run­gen vor­neh­men. Das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men stellt da­für das nö­ti­ge Per­so­nal und Ma­te­ri­al so­wie die er­for­der­li­chen Un­ter­la­gen kos­ten­los zur Ver­fü­gung; es er­teilt die not­wen­di­gen Aus­künf­te.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 9 des BG vom 18. Ju­ni 1999 über die Ko­or­di­na­ti­on und Ver­ein­fa­chung von Ent­scheid­ver­fah­ren (AS 1999 3071; BBl 1998 2591). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 13 des BG vom 20. März 2009 über die Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5597; BBl 2005 2415, 2007 2681).
Art. 18x Typenzulassung
Das BAV er­teilt ei­ne Ty­pen­zu­las­sung für Fahr­zeu­ge, Ele­men­te von Fahr­zeu­gen so­wie für Ele­men­te von Ei­sen­bahn­an­la­gen, die in glei­cher Wei­se und Funk­ti­on ver­wen­det wer­den sol­len, wenn die Ge­such­stel­le­rin den Si­cher­heits­nach­weis er­bracht hat und das Vor­ha­ben den mass­ge­ben­den Vor­schrif­ten ent­spricht.
Art. 19 Sicherheitsvorkehren
1Das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men trifft die Vor­keh­ren, die ge­mä­ss den Vor­schrif­ten des Bun­des­ra­tes und den mit den ge­neh­mig­ten Plä­nen ver­bun­de­nen Auf­la­gen zur Si­cher­heit des Bau­es und Be­trie­bes der Ei­sen­bahn so­wie zur Ver­mei­dung der Ge­fahr für Per­so­nen und Sa­chen not­wen­dig sind. Wer­den durch Bau­ar­bei­ten öf­fent­li­che Ein­rich­tun­gen, wie Stras­sen und We­ge, Lei­tun­gen und ähn­li­che An­la­gen be­trof­fen, so sorgt das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men für de­ren Fort­be­nüt­zung, so­weit das öf­fent­li­che In­ter­es­se es er­for­dert.
2Das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men trägt die Kos­ten die­ser Vor­keh­ren. Kos­ten für Vor­keh­ren, wel­che we­gen Bau­vor­ha­ben oder an­de­rer Be­dürf­nis­se Drit­ter nö­tig wer­den, ge­hen zu des­sen Las­ten.
Art. 20 Ersatzpflicht
Das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men hat für schä­di­gen­de Ein­grif­fe in frem­de Rech­te nach Mass­ga­be der Bun­des­ge­setz­ge­bung über die Ent­eig­nung Er­satz zu leis­ten, so­fern der Ein­griff nicht ge­mä­ss Nach­bar­recht oder an­de­ren ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten ge­dul­det wer­den muss und es sich um ei­ne un­ver­meid­li­che oder nicht leicht ab­zu­wen­den­de Fol­ge des Bau­es oder Be­trie­bes der Ei­sen­bahn han­delt.
Art. 21 Beschränkungen im Interesse der Sicherheit der Eisenbahn
1Wird die Si­cher­heit der Ei­sen­bahn durch Ar­bei­ten, An­la­gen, Bäu­me oder Un­ter­neh­men Drit­ter be­ein­träch­tigt, so ist auf Be­geh­ren des Ei­sen­bahn­un­ter­neh­mens Ab­hil­fe zu schaf­fen.1 Ist ei­ne Ver­stän­di­gung dar­über un­ter den Be­tei­lig­ten nicht mög­lich, so be­stimmt auf An­trag des Ei­sen­bahn­un­ter­neh­mens nach An­hö­rung der Be­tei­lig­ten das BAV die zu tref­fen­den Mass­nah­men. In­zwi­schen sind al­le die Si­cher­heit der Ei­sen­bahn be­ein­träch­ti­gen­den Ein­wir­kun­gen zu un­ter­las­sen. In be­son­ders dring­li­chen Fäl­len kann das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men die zur Ab­wen­dung der Ge­fahr not­wen­di­gen Mass­nah­men selbst tref­fen.2
2Be­stan­den die An­la­gen und Un­ter­neh­men Drit­ter schon vor In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes oder vor Er­stel­lung der Ei­sen­bahn­an­la­gen, so rich­tet sich der Ent­schä­di­gungs­an­spruch des Be­trof­fe­nen ge­gen das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men nach der Bun­des­ge­setz­ge­bung über die Ent­eig­nung. Für nach die­sem Zeit­punkt er­stell­te An­la­gen oder er­öff­ne­te Un­ter­neh­men Drit­ter hat der In­ha­ber der An­la­ge oder des Un­ter­neh­mens die Kos­ten der Mass­nah­men nach Ab­satz 1 zu tra­gen; fer­ner steht ihm kein An­spruch auf Ent­schä­di­gung zu. Die Kos­ten für Mass­nah­men nach Ab­satz 1 ge­gen Be­ein­träch­ti­gun­gen durch Bäu­me trägt das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men, so­fern es nicht nach­weist, dass sich der ver­ant­wort­li­che Drit­te schuld­haft ver­hal­ten hat.3
1 Fas­sung ge­mä­ss Art. 55 Ziff. 2 des Wald­ge­set­zes vom 4. Okt. 1991, in Kraft seit 1. Jan. 1993 (AS 1992 2521; BBl 1988 III 173).
2 Letz­ter Satz ein­ge­fügt durch Art. 55 Ziff. 2 des Wald­ge­set­zes vom 4. Okt. 1991, in Kraft seit 1. Jan. 1993 (AS 1992 2521; BBl 1988 III 173).
3 Letz­ter Satz ein­ge­fügt durch Art. 55 Ziff. 2 des Wald­ge­set­zes vom 4. Okt. 1991, in Kraft seit 1. Jan. 1993 (AS 1992 2521; BBl 1988 III 173).
Art. 22 Signal- und Fernmeldeanlagen
Die Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men dür­fen die für ih­ren Dienst not­wen­di­gen elek­tri­schen und ra­dio­elek­tri­schen An­la­gen und Ge­rä­te er­stel­len und be­trei­ben. Das UVEK be­zeich­net sie und ord­net ih­ren Ver­wen­dungs­be­reich. Fern­mel­de­an­la­gen un­ter­lie­gen in al­len Fäl­len der Plan­ge­neh­mi­gung nach den Ar­ti­keln 18-18i.1
1 Fas­sung des Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I 9 des BG vom 18. Ju­ni 1999 über die Ko­or­di­na­ti­on und Ver­ein­fa­chung von Ent­scheid­ver­fah­ren, in Kraft seit 1. Jan. 2000 (AS 1999 3071; BBl 1998 2591).
Art. 23 Benützungsvorschriften
1Die In­fra­struk­tur­be­trei­be­rin­nen kön­nen Vor­schrif­ten über die Be­nüt­zung ih­rer An­la­gen er­las­sen, so­weit die­se Vor­schrif­ten für den si­che­ren und rei­bungs­lo­sen Be­trieb er­for­der­lich sind.
2Sie kön­nen zur Um­set­zung der Be­nüt­zungs­vor­schrif­ten Ver­fü­gun­gen er­las­sen.
3Sie ver­öf­fent­li­chen die Be­nüt­zungs­vor­schrif­ten.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 26. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 3205; BBl 2013 7185).
7a. Abschnitt: Interoperabilität mit dem europäischen Eisenbahnsystem
Art. 23a Grundsatz
Nor­mal­spu­ri­ge Bah­nen müs­sen nach Mass­ga­be der Be­stim­mun­gen die­ses Ab­schnitts die tech­ni­schen und be­trieb­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für den si­che­ren und durch­ge­hen­den Zug­ver­kehr im eu­ro­päi­schen Ei­sen­bahn­sys­tem er­fül­len (In­te­r­ope­ra­bi­li­tät).
Art. 23b Geltungsbereich
1Die Be­stim­mun­gen die­ses Ab­schnitts gel­ten für den Bau und Be­trieb der nor­mal­spu­ri­gen Stre­cken und der Fahr­zeu­ge, die auf die­sen Stre­cken ein­ge­setzt wer­den.
2Der Bun­des­rat kann be­stimm­te Stre­cken und die dar­auf ein­ge­setz­ten Fahr­zeu­ge von den Be­stim­mun­gen die­ses Ab­schnitts ganz oder teil­wei­se aus­neh­men.
Art. 23c Teilsysteme
1Ein Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men darf für den Ein­satz im in­te­r­ope­ra­blen Ver­kehr vor­ge­se­he­ne Teil­sys­te­me nur in Be­trieb neh­men, wenn das BAV ei­ne Be­triebs­be­wil­li­gung er­teilt hat.
2Das BAV er­teilt die Be­triebs­be­wil­li­gung, wenn das Un­ter­neh­men den Si­cher­heits­nach­weis er­bracht hat und das Teil­sys­tem ein­sch­liess­lich sei­ner Schnitt­stel­len den grund­le­gen­den An­for­de­run­gen, den tech­ni­schen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen und den üb­ri­gen mass­ge­ben­den Vor­schrif­ten ent­spricht.
3Es kann wei­te­re Ab­klä­run­gen vor­neh­men. Das Un­ter­neh­men stellt da­für das nö­ti­ge Per­so­nal und Ma­te­ri­al so­wie die er­for­der­li­chen Un­ter­la­gen kos­ten­los zur Ver­fü­gung und er­teilt die not­wen­di­gen Aus­künf­te.
4Der Bun­des­rat legt fest, wel­che Un­ter­la­gen zum Nach­weis der Si­cher­heit er­for­der­lich sind.
1 Sie­he auch die UeB Änd. 16.3. 2012 am Schluss die­ses Tex­tes.
Art. 23d Umrüstung und Erneuerung von Teilsystemen
1Als Um­rüs­tung gel­ten Än­de­rungs­ar­bei­ten an ei­nem Teil­sys­tem, die sei­ne Leis­tung ver­bes­sern. Als Er­neue­rung gel­ten Aus­tausch­ar­bei­ten an ei­nem Teil­sys­tem, die sei­ne Leis­tung nicht ver­än­dern.
2Um­ge­rüs­te­te Teil­sys­te­me dür­fen nur in Be­trieb ge­nom­men wer­den, wenn das BAV ei­ne neue Be­triebs­be­wil­li­gung er­teilt hat.
3Wird ein Teil­sys­tem er­neu­ert, so ent­schei­det das BAV im Ein­zel­fall, ob für die In­be­trieb­nah­me ei­ne neue Be­triebs­be­wil­li­gung er­for­der­lich ist.
Art. 23e Interoperabilitätskomponenten
1Wer ein Bau­teil in Ver­kehr bringt, das in ein Teil­sys­tem ein­ge­baut wer­den soll (In­te­r­ope­ra­bi­li­täts­kom­po­nen­te), muss nach­wei­sen kön­nen, dass die grund­le­gen­den An­for­de­run­gen er­füllt wer­den.
2Der Bun­des­rat legt fest, wel­che Un­ter­la­gen für den Nach­weis er­for­der­lich sind.
Art. 23f Zuständigkeiten
1Der Bun­des­rat legt die grund­le­gen­den An­for­de­run­gen und die tech­ni­schen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen für Teil­sys­te­me und In­te­r­ope­ra­bi­li­täts­kom­po­nen­ten fest; er be­rück­sich­tigt da­bei das in­ter­na­tio­na­le Recht.
2Das BAV be­zeich­net im Ein­ver­neh­men mit dem Staats­se­kre­ta­ri­at für Wirt­schaft die tech­ni­schen Nor­men, wel­che ge­eig­net sind, die grund­le­gen­den An­for­de­run­gen und die tech­ni­schen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen zu kon­kre­ti­sie­ren. So­weit mög­lich, be­zeich­net es in­ter­na­tio­nal har­mo­ni­sier­te Nor­men.
3Das BAV ent­schei­det, wel­che Be­stim­mun­gen in Er­gän­zung der tech­ni­schen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen zur An­wen­dung kom­men so­wie über Aus­nah­men von ih­rer An­wen­dung; es be­rück­sich­tigt da­bei das in­ter­na­tio­na­le Recht.
4Der Bun­des­rat kann mit aus­län­di­schen Staa­ten oder in­ter­na­tio­na­len Ein­rich­tun­gen Ver­ein­ba­run­gen über die Zu­sam­men­ar­beit bei der Er­ar­bei­tung und An­wen­dung in­ter­na­tio­na­ler Vor­schrif­ten und Nor­men ab­sch­lies­sen.
Art. 23g Erfüllung der grundlegenden Anforderungen
1Wer­den Teil­sys­te­me oder In­te­r­ope­ra­bi­li­täts­kom­po­nen­ten ent­spre­chend den tech­ni­schen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen und tech­ni­schen Nor­men er­stellt oder her­ge­stellt, so wird ver­mu­tet, dass die grund­le­gen­den An­for­de­run­gen er­füllt wer­den.
2Wer Teil­sys­te­me in Be­trieb neh­men will oder In­te­r­ope­ra­bi­li­täts­kom­po­nen­ten in Ver­kehr bringt, die den tech­ni­schen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen oder tech­ni­schen Nor­men nicht ent­spre­chen, muss nach­wei­sen kön­nen, dass die grund­le­gen­den An­for­de­run­gen auf an­de­re Wei­se er­füllt wer­den.
Art. 23h Inverkehrbringen
Teil­sys­te­me und In­te­r­ope­ra­bi­li­täts­kom­po­nen­ten dür­fen in Ver­kehr ge­bracht wer­den, wenn sie die grund­le­gen­den An­for­de­run­gen er­fül­len.
Art. 23i Marktüberwachung
1Das BAV über­wacht ri­si­ko­ori­en­tiert, ob in Ver­kehr ge­brach­te Teil­sys­te­me und In­te­r­ope­ra­bi­li­täts­kom­po­nen­ten die grund­le­gen­den An­for­de­run­gen er­fül­len.
2Zu die­sem Zweck kön­nen sei­ne Kon­troll­or­ga­ne:
die er­for­der­li­chen Nach­wei­se und In­for­ma­tio­nen ver­lan­gen;
Mus­ter er­he­ben;
Prü­fun­gen vor­neh­men oder ver­an­las­sen;
wäh­rend der üb­li­chen Ar­beits­zeit die Ge­schäfts­räu­me aus­kunfts­pflich­ti­ger Per­so­nen be­tre­ten und be­sich­ti­gen;
ver­lan­gen, dass Un­ter­la­gen oder Aus­künf­te in ei­ner der Amtss­pra­chen ab­ge­fasst wer­den.
3Das BAV kann von der Zoll­ver­wal­tung für ei­ne fest­ge­setz­te Dau­er Mel­dun­gen über die Ein­fuhr ge­nau be­zeich­ne­ter In­te­r­ope­ra­bi­li­täts­kom­po­nen­ten ver­lan­gen.
4Die üb­ri­gen Be­fug­nis­se des BAV rich­ten sich nach Ar­ti­kel 10 Ab­sät­ze 2-6 des Bun­des­ge­set­zes vom 12. Ju­ni 20091 über die Pro­duk­te­si­cher­heit.
Art. 23j Konformitätsbewertung
1Der Nach­weis, dass ein Teil­sys­tem oder ei­ne In­te­r­ope­ra­bi­li­täts­kom­po­nen­te den grund­le­gen­den An­for­de­run­gen und den tech­ni­schen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen ent­spricht, ist durch die Kon­for­mi­täts­be­schei­ni­gung ei­ner Kon­for­mi­täts­be­wer­tungs­stel­le zu leis­ten.
2Kon­for­mi­täts­be­wer­tungs­stel­len müs­sen:
in der Schweiz ak­kre­di­tiert sein und über ei­ne Haft­pflicht­ver­si­che­rung ver­fü­gen; oder
von ei­nem Mit­glied­staat der Eu­ro­päi­schen Uni­on be­nannt wor­den sein.
3Kon­for­mi­täts­be­schei­ni­gun­gen von aus­län­di­schen Kon­for­mi­täts­be­wer­tungs­stel­len wer­den an­er­kannt, wenn ein völ­ker­recht­li­cher Ver­trag dies vor­sieht.
Art. 23k Konformitätsbewertungsstelle des Bundes
Der Bun­des­rat kann ei­ne vom BAV un­ab­hän­gi­ge Kon­for­mi­täts­be­wer­tungs­stel­le er­rich­ten. Sie muss in der Schweiz ak­kre­di­tiert sein.
Art. 23l Datenbearbeitung
Das BAV ist be­fugt, die für die In­te­r­ope­ra­bi­li­tät er­for­der­li­chen Da­ten bei den Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men zu er­he­ben, die­se Da­ten zu be­ar­bei­ten und sie zu ver­öf­fent­li­chen.
8. Abschnitt: Kreuzungen zwischen öffentlichen Strassen und Bahnen
1Neue Kreu­zun­gen so­wie die Än­de­rung oder Ver­le­gung be­ste­hen­der Kreu­zun­gen zwi­schen Ei­sen­bah­nen und öf­fent­li­chen oder pri­va­ten Stras­sen und We­gen be­dür­fen der Ge­neh­mi­gung des BAV. Die Ar­ti­kel 18-18i und 18m sind an­wend­bar.2
2Kreu­zun­gen mit öf­fent­li­chen, dem Ge­mein­ge­brauch ge­wid­me­ten Stras­sen sind zu ge­neh­mi­gen, wenn wäh­rend und nach ih­rer Er­stel­lung durch die nö­ti­gen Si­cher­heits­vor­keh­ren und -ein­rich­tun­gen der un­be­hin­der­te Be­trieb der Ei­sen­bahn ge­währ­leis­tet bleibt und ein ge­plan­ter Aus­bau der Ei­sen­bahn­an­la­gen nicht be­ein­träch­tigt wird.
3Neue Kreu­zun­gen mit öf­fent­li­chen Stras­sen sind in der Re­gel als Über- oder Un­ter­füh­rung zu er­stel­len. Auf An­trag der be­tei­lig­ten Be­hör­den hat das BAV im Plan­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren Sach­ver­stän­di­ge des Stras­sen­bau­es und -ver­kehrs an­zu­hö­ren.
2 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I 9 des BG vom 18. Ju­ni 1999 über die Ko­or­di­na­ti­on und Ver­ein­fa­chung von Ent­scheid­ver­fah­ren, in Kraft seit 1. Jan. 2000 (AS 1999 3071; BBl 1998 2591).
Art. 25 Kosten
1Muss ein neu­es, dem öf­fent­li­chen Ver­kehr die­nen­des Bahn­ge­lei­se ei­ne öf­fent­li­che Stras­se oder ei­ne neue öf­fent­li­che Stras­se die Ei­sen­bahn kreu­zen, so trägt der Ei­gen­tü­mer des neu­en Ver­kehrs­we­ges die Kos­ten der gan­zen An­la­ge an der Kreu­zungs­stel­le.
2Die Be­nüt­zung von Grund und Bo­den der Stras­se oder der Ei­sen­bahn an der Kreu­zungs­stel­le ist un­ent­gelt­lich.
Art. 26 Änderung bestehender Kreuzungen
1Muss ein Ni­veau­über­gang durch ei­ne Über- oder Un­ter­füh­rung er­setzt oder in­fol­ge Ver­le­gung der Stras­se auf­ge­ho­ben wer­den, so trägt die Kos­ten al­ler Än­de­run­gen an der Bahn- und Stras­sen­an­la­ge:
das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men, wenn die Än­de­rung vor­wie­gend durch die Be­dürf­nis­se des Bahn­ver­kehrs be­dingt ist;
der Stras­se­nei­gen­tü­mer, wenn die Än­de­rung vor­wie­gend durch die Be­dürf­nis­se des Stras­sen­ver­kehrs be­dingt ist.2
2Bei al­len an­dern Än­de­run­gen ei­ner Kreu­zung ein­sch­liess­lich der An­pas­sung und Ver­bes­se­rung von Si­cher­heits­ein­rich­tun­gen ha­ben Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men und Stras­se­nei­gen­tü­mer die Kos­ten al­ler Än­de­run­gen der Bahn- und Stras­sen­an­la­ge in dem Ver­hält­nis zu tra­gen, als die Ent­wick­lung des Ver­kehrs auf ih­ren An­la­gen sie be­dingt.
3Ar­ti­kel 25 Ab­satz 2 fin­det An­wen­dung.
Art. 27 Vorteilsanrechnung
1In al­len Fäl­len hat je­de Par­tei in dem Um­fan­ge an die Kos­ten bei­zu­tra­gen, als ihr aus der Um­ge­stal­tung der An­la­ge Vor­tei­le er­wach­sen.
2Stellt ei­ne Par­tei im In­ter­es­se der dau­ern­den Ver­bes­se­rung oder des künf­ti­gen Aus­bau­es ih­rer ei­ge­nen An­la­ge be­son­de­re Be­geh­ren, so hat sie die dar­aus an der Kreu­zungs­stel­le ent­ste­hen­den Mehr­kos­ten al­lein zu tra­gen.
Art. 28 Neue private Strassen
Ar­ti­kel 25 fin­det ent­spre­chen­de An­wen­dung auf die Kreu­zung ei­ner Ei­sen­bahn durch ei­ne neue pri­va­te Stras­se. Das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men kann für die Kos­ten Vor­aus­zah­lung oder Si­cher­heits­leis­tung und für die Be­nüt­zung von Grund und Bo­den der Ei­sen­bahn ei­ne an­ge­mes­se­ne Ver­gü­tung ver­lan­gen.
Art. 29 Gemeinsame Bestimmung
Die Ar­ti­kel 25-28 fin­den sinn­ge­mä­ss An­wen­dung auf die Kos­ten für Un­ter­halt und Er­neue­rung so­wie für al­le vor­über­ge­hen­den und dau­ern­den Mass­nah­men zur Ver­hü­tung von Un­fäl­len an der Kreu­zungs­stel­le mit Ein­schluss der Be­die­nung der da­zu be­stimm­ten An­la­gen.
Art. 30 Kreuzungen zwischen Eisenbahnlinien
Die Ar­ti­kel 24-27 und 29 fin­den ent­spre­chen­de An­wen­dung auf Kreu­zun­gen zwi­schen Ei­sen­bahn­li­ni­en.
Art. 31 Kreuzungen mit andern Anlagen
1Ar­ti­kel 24 fin­det sinn­ge­mäs­se An­wen­dung auf Kreu­zun­gen zwi­schen der Ei­sen­bahn und öf­fent­li­chen oder pri­va­ten Ge­wäs­sern, Trans­mis­sio­nen, Trans­port­seil­an­la­gen, Lei­tun­gen und ähn­li­che An­la­gen.
2Die durch Er­stel­lung ei­ner neu­en Kreu­zung oder Än­de­rung ei­ner be­ste­hen­den Kreu­zung ent­ste­hen­den Kos­ten für Bau, Un­ter­halt und Er­neue­rung so­wie für al­le vor­über­ge­hen­den und dau­ern­den Mass­nah­men im In­ter­es­se der Ver­hü­tung von Schä­den an der Kreu­zungs­stel­le ge­hen zu Las­ten des je­wei­li­gen Bau­herrn. Für die Be­nüt­zung des Ei­gen­tums der Ei­sen­bahn durch pri­va­te An­la­gen kann das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men ei­ne an­ge­mes­se­ne Ver­gü­tung ver­lan­gen. Auf Kreu­zun­gen mit öf­fent­li­chen An­la­gen fin­den die Ar­ti­kel 25 Ab­satz 2 und 26 Ab­satz 3 sinn­ge­mä­ss An­wen­dung.
3Vor­be­hal­ten blei­ben die Be­stim­mun­gen der Bun­des­ge­setz­ge­bung über das Zu­sam­men­tref­fen elek­tri­scher An­la­gen.
Art. 32 Abweichende Kostenregelung
Die Ar­ti­kel 25-31 fin­den in­so­weit kei­ne An­wen­dung, als zwi­schen den Be­tei­lig­ten ab­wei­chen­de Ver­ein­ba­run­gen über die Kos­ten be­ste­hen oder ge­trof­fen wer­den.
8a. Abschnitt: Vorhaltekosten der Wehrdienste
1Die In­fra­struk­tur­be­trei­be­rin­nen be­tei­li­gen sich an den Vor­hal­te­kos­ten der Wehr­diens­te in dem Mas­se, in dem die Wehr­diens­te Leis­tun­gen für den Ein­satz auf Ei­sen­bahn­an­la­gen er­brin­gen.
2Sie schlies­sen mit den be­trof­fe­nen Kan­to­nen Ver­ein­ba­run­gen über die Leis­tungs­er­brin­gung und Kos­ten­tra­gung.
3Das UVEK legt ins­be­son­de­re fest, wel­che Leis­tun­gen die Vor­be­rei­tung der Wehr­diens­te auf Ein­sät­ze um­fas­sen kann und wie die Vor­hal­te­kos­ten zu be­rech­nen sind.
9. Abschnitt: Zusammenarbeit zwischen den Bahnen
Art. 33 Knotenbahnhöfe
1Tref­fen In­fra­struk­tu­ren glei­cher Spur­wei­te und glei­cher tech­ni­scher Nor­ma­li­en ver­schie­de­ner Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men auf­ein­an­der, so ver­ein­ba­ren die­se, wer den Kno­ten er­stellt und be­treibt.
2Die Ei­gen­tums- und Be­triebs­gren­ze zwi­schen den In­fra­struk­tu­ren der zwei Un­ter­neh­men liegt in der Re­gel aus­ser­halb des ei­gent­li­chen Kno­tens. Die be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men le­gen sie so fest, dass ei­ne ein­deu­ti­ge Ab­gren­zung der Ver­ant­wort­lich­keit mög­lich ist.
3Beim Bau und Be­trieb des Kno­tens darf der Ver­kehr von und nach der frem­den In­fra­struk­tur nicht schlech­ter ge­stellt wer­den als der Ver­kehr von und nach der ei­ge­nen In­fra­struk­tur.
4Die Un­ter­neh­men re­geln die ge­gen­sei­ti­ge Leis­tungs­er­brin­gung beim Be­trieb des Kno­tens und an­sch­lies­sen­der Stre­cken schrift­lich in ei­ner Ver­ein­ba­rung.
Art. 34 Technischer und betrieblicher Anschluss
1Je­des Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men ist ge­hal­ten, den tech­ni­schen und den be­trieb­li­chen An­schluss ei­ner an­de­ren Ei­sen­bahn so zu ge­wäh­ren, dass:
die Rei­sen­den un­ge­hin­dert von den Zü­gen der einen Bahn­li­nie auf die Zü­ge ei­ner an­dern um­stei­gen kön­nen;
Roll­ma­te­ri­al glei­cher Spur­wei­te un­ge­hin­dert von ei­ner Bahn­stre­cke zu ei­ner an­dern wech­seln kann;
bei un­ter­schied­li­cher Spur­wei­te An­schlüs­se zu Um­la­de­an­la­gen oder Roll­bock­gru­ben ge­währt wer­den.
2Die Un­ter­neh­men re­geln die ge­mein­sa­me Be­nüt­zung von Bau­ten, An­la­gen und Ein­rich­tun­gen und die ge­gen­sei­ti­ge Leis­tungs­er­brin­gung, so­weit die­se nicht Ge­gen­stand des Netz­zu­gangs sind, schrift­lich in ei­ner Ver­ein­ba­rung.
Art. 35 Anschluss anderer öffentlicher Transportunternehmen
Ar­ti­kel 34 Ab­satz 1 Buch­sta­be a und Ab­satz 2 gilt sinn­ge­mä­ss für den An­schluss zwi­schen Ei­sen­bah­nen und an­de­ren öf­fent­li­chen Trans­port­un­ter­neh­men.
Art. 36 Wahrnehmung übergeordneter Aufgaben
1Über­nimmt ein Un­ter­neh­men über­ge­ord­ne­te Auf­ga­ben des In­fra­struk­tur­be­triebs oder der In­fra­struk­tur­ent­wick­lung, so re­gelt es mit al­len be­trof­fe­nen Un­ter­neh­men, die ei­ne Ei­sen­bahnin­fra­struk­tur be­trei­ben, schrift­lich die Auf­ga­ben, die Mit­spra­che und die Kos­ten­tei­lung. Kön­nen sich die Un­ter­neh­men nicht ei­ni­gen, so ent­schei­det das BAV.
2Ist bei Ent­wick­lungs­ar­bei­ten ein­sch­liess­lich der Fest­le­gung von Stan­dards der Ein­be­zug von Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men er­for­der­lich, so sind al­le be­trof­fe­nen Un­ter­neh­men dis­kri­mi­nie­rungs­frei ein­zu­be­zie­hen.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. März 1998, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1999 (AS 1998 2835; BBl 1997 I 909).
10. Abschnitt: Betriebsunterbruch
Art. 38 …
1Das Un­ter­neh­men, wel­ches einen Be­triebs­un­ter­bruch ver­ur­sacht oder fest­stellt, ist ver­pflich­tet, al­le an­de­ren be­trof­fe­nen Un­ter­neh­men un­ver­züg­lich zu ori­en­tie­ren und sich mit ih­nen über die zu tref­fen­den Mass­nah­men zu ver­stän­di­gen. Der re­gel­mäs­si­ge Per­so­nen­trans­port ist durch Um­lei­tun­gen oder Ein­satz an­de­rer Ver­kehrs­mit­tel auf­recht zu er­hal­ten, so­weit dies nicht durch hö­he­re Ge­walt ver­hin­dert wird.
1bisDer Ent­zug be­reits zu­ge­teil­ter Tras­sen be­grün­det kei­nen An­spruch auf Scha­den­er­satz, so­fern er im Zu­sam­men­hang mit ei­ner un­vor­her­seh­ba­ren Sper­rung ei­ner Stre­cke er­folgt und der best­mög­li­chen Aus­las­tung der vor­han­de­nen Ka­pa­zi­tät dient.3
2Ei­sen­bah­nen, die aus­sch­liess­lich oder vor­wie­gend der Be­för­de­rung von Per­so­nen im Orts­ver­kehr die­nen oder die nach der Kon­zes­si­on ih­ren Be­trieb nicht ganz­jäh­rig zu füh­ren ha­ben, brau­chen kei­ne Er­satz­be­för­de­rung ein­zu­rich­ten. Das­sel­be gilt wäh­rend der Ein­stel­lung des Be­trie­bes zwecks Durch­füh­rung der vor­ge­schrie­be­nen Re­vi­si­ons­ar­bei­ten an den An­la­gen.
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 3 des Gü­ter­trans­port­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2016 1845; BBl 2014 3827).
11. Abschnitt: Nebenbetriebe
1Das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men, das die In­fra­struk­tur be­treibt, ist be­fugt, auf dem Bahn­hof­ge­biet Ne­ben­be­trie­be zu kom­mer­zi­el­len Zwe­cken ein­zu­rich­ten, so­weit die­se auf die Be­dürf­nis­se der Bahn­kund­schaft aus­ge­rich­tet sind.
2Das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men, das den Ver­kehr durch­führt, ist be­fugt, in den Zü­gen Ne­ben­be­trie­be zu kom­mer­zi­el­len Zwe­cken ein­zu­rich­ten.
3Auf die von den Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men als Ne­ben­be­trie­be de­fi­nier­ten Be­trie­be fin­den die Vor­schrif­ten von Kan­to­nen und Ge­mein­den über die Öff­nungs- und Schlies­sungs­zei­ten kei­ne An­wen­dung. Hin­ge­gen un­ter­ste­hen die­se Be­trie­be den üb­ri­gen Vor­schrif­ten über die Ge­wer­be-, Ge­sund­heits- und Wirt­schafts­po­li­zei so­wie den von den zu­stän­di­gen Be­hör­den für ver­bind­lich er­klär­ten Re­ge­lun­gen über das Ar­beits­ver­hält­nis.
4Strei­tig­kei­ten zwi­schen Mie­tern von Räu­men für Ne­ben­be­trie­be und den Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men be­ur­teilt das Zi­vil­ge­richt.2
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 26. Sept. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 3205; BBl 2013 7185).
12. Abschnitt: Zuständigkeit des BAV bei Streitigkeiten
1Das BAV ent­schei­det nach An­hö­rung der Be­tei­lig­ten über Strei­tig­kei­ten be­tref­fend:3
die Be­dürf­nis­se des Ei­sen­bahn­bau­es und -be­trie­bes (Art. 18 und 18m);
die zur Si­cher­heit des Bau­es und Be­trie­bes der Ei­sen­bahn so­wie zum Schutz von Per­so­nen und Sa­chen zu tref­fen­den Mass­nah­men (Art. 19 Abs. 1, 21 Abs. 1, 24, 30, 31 Abs. 1 und 32a);
die Er­stel­lung und den Be­trieb elek­tri­scher und ra­dio­elek­tri­scher Si­gnal- und Fern­mel­de­an­la­gen (Art. 22);
die Ver­wei­ge­rung oder Er­schwe­rung des An­schlus­ses (Art. 33-35);
das Be­dürf­nis zur Ein­rich­tung von Ne­ben­be­trie­ben und de­ren Öff­nungs- und Schlies­sungs­zei­ten (Art. 39).
2Es ent­schei­det auch über die aus den Be­stim­mun­gen die­ses Ka­pi­tels er­wach­sen­den Strei­tig­kei­ten über Kos­ten und de­ren Ver­tei­lung so­wie über Ver­gü­tun­gen (Art. 19 Abs. 2, 21 Abs. 2 und 25-35).7
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I 4 des BG vom 16. März 2012 über den zwei­ten Schritt der Bahn­re­form 2, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2013 (AS 2012 5619, 2013 1603; BBl 2011 911).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 13 des BG vom 20. März 2009 über die Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5597; BBl 2005 2415, 2007 2681).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 9 des BG vom 18. Ju­ni 1999 über die Ko­or­di­na­ti­on und Ver­ein­fa­chung von Ent­scheid­ver­fah­ren, in Kraft seit 1. Jan. 2000 (AS 1999 3071; BBl 1998 2591).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 4 des BG vom 16. März 2012 über den zwei­ten Schritt der Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2012 5619, 2013 1603; BBl 2011 911).
6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 13 des BG vom 20. März 2009 über die Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5597; BBl 2005 2415, 2007 2681).
7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 13 des BG vom 20. März 2009 über die Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5597; BBl 2005 2415, 2007 2681).
12a. Abschnitt: Schiedskommission
Art. 40a Organisation
1Der Bun­des­rat er­rich­tet ei­ne aus fünf bis sie­ben Mit­glie­dern be­ste­hen­de Schieds­kom­mis­si­on im Ei­sen­bahn­ver­kehr (SKE); er be­zeich­net das Prä­si­di­um und das Vi­ze­prä­si­di­um. Die Mit­glie­der müs­sen un­ab­hän­gi­ge Sach­ver­stän­di­ge sein. Sie dür­fen nicht An­ge­stell­te von Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men sein oder de­ren Or­ga­nen an­ge­hö­ren.
2Die SKE un­ter­steht in ih­ren Ent­schei­den kei­nen Wei­sun­gen des Bun­des­ra­tes und des UVEK. Sie ist von den Ver­wal­tungs­be­hör­den un­ab­hän­gig. Sie ver­fügt über ein ei­ge­nes Se­kre­ta­ri­at.
3Sie er­lässt ein Re­gle­ment über ih­re Or­ga­ni­sa­ti­on und Ge­schäfts­füh­rung, das der Ge­neh­mi­gung des Bun­des­ra­tes be­darf.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 1998 (AS 1998 2835; BBl 1997 I 909). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 4 des BG vom 16. März 2012 über den zwei­ten Schritt der Bahn­re­form 2, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2012 5619, 2013 1603; BBl 2011 911).
Art. 40abis Aufgaben
1Die SKE ent­schei­det über Strei­tig­kei­ten be­tref­fend:
die Ge­wäh­rung des Netz­zu­gangs;
die Netz­zu­gangs­ver­ein­ba­run­gen;
die Be­rech­nung des Ent­gelts für die Be­nüt­zung der In­fra­struk­tur;
den Zu­gang zu Um­schlags­an­la­gen für den kom­bi­nier­ten Ver­kehr (KV-Um­schlags­an­la­gen) und An­schluss­glei­sen, die vom Bund mit­fi­nan­ziert wur­den.2
2Sie kann von Am­tes we­gen Un­ter­su­chun­gen ein­lei­ten, wenn der Ver­dacht be­steht, dass der Netz­zu­gang ver­hin­dert oder nicht dis­kri­mi­nie­rungs­frei ge­währt wird.
3Sie ent­schei­det mit Ver­fü­gung über die zu tref­fen­den Mass­nah­men.
4In­fra­struk­tur­be­trei­be­rin­nen und Un­ter­neh­men mit Netz­zu­gang so­wie am Netz­zu­gang be­tei­lig­te Drit­te müs­sen der SKE al­le für de­ren Ab­klä­run­gen er­for­der­li­chen Aus­künf­te er­tei­len und die not­wen­di­gen Un­ter­la­gen vor­le­gen. Das Recht zur Ver­wei­ge­rung der Aus­kunft rich­tet sich nach Ar­ti­kel 16 des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19683.
5Hat die SKE grund­sätz­li­che Fra­gen zu be­ur­tei­len, die das Kar­tell­ge­setz vom 6. Ok­to­ber 19954 be­rüh­ren, so hört sie die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on an. Sie führt de­ren Stel­lung­nah­me in ih­rem Ent­scheid an.5
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 3 des Gü­ter­trans­port­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2016 1845; BBl 2014 3827).
5 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 3 des Gü­ter­trans­port­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2016 1845; BBl 2014 3827).
Art. 40ater Grundzüge des Klageverfahrens
1Für das Kla­ge­ver­fah­ren vor der SKE gel­ten die Ar­ti­kel 7-43 des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19682 (VwVG) so­wie die in ei­nem ers­tin­stanz­li­chen Kla­ge­ver­fah­ren sinn­ge­mä­ss an­wend­ba­ren Be­stim­mun­gen des VwVG über das Be­schwer­de­ver­fah­ren, ins­be­son­de­re die Ar­ti­kel 52, 56, 57, 60 und 63-71 VwVG.
2Ne­ben­in­ter­ven­ti­on, Kla­ge­häu­fung, Streit­ge­nos­sen­schaft und Wi­der­kla­ge sind zu­läs­sig. In die­sen Fäl­len gel­ten die Ar­ti­kel 15, 24, 26 und 31 des Bun­des­ge­set­zes vom 4. De­zem­ber 19473 über den Bun­des­zi­vil­pro­zess sinn­ge­mä­ss.
3Rechts­schrif­ten und Bei­la­gen sind in je ei­nem Ex­em­plar für die SKE und für je­de Ge­gen­par­tei ein­zu­rei­chen.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 3 des Gü­ter­trans­port­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2016 1845; BBl 2014 3827).
Art. 40aquater Einleitung des Klageverfahrens
1Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent lei­tet das Kla­ge­ver­fah­ren durch die schrift­li­che Be­stä­ti­gung des Emp­fangs der Kla­ge ein.
2Er­ach­tet sie oder er die Kla­ge nicht im Vor­aus als un­zu­läs­sig, so wird die Ge­gen­par­tei zur Ver­nehm­las­sung auf­ge­for­dert.
Art. 40aquinquies Besetzung für den Entscheid
1Die SKE ent­schei­det in der Be­set­zung der ge­sam­ten Kom­mis­si­on. Über Rechts­fra­gen von un­ter­ge­ord­ne­ter Be­deu­tung ent­schei­det sie in der Be­set­zung mit der Prä­si­den­tin oder dem Prä­si­den­ten und zwei wei­te­ren Mit­glie­dern.
2Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent be­fin­det nach Ab­schluss des In­struk­ti­ons­ver­fah­rens, ob drei Mit­glie­der oder die ge­sam­te Kom­mis­si­on über die Kla­ge ent­schei­den, und be­zeich­net die Mit­glie­der, die am Ent­scheid mit­wir­ken.
Art. 40asexies Datenbearbeitung
Die SKE ist be­fugt, im Rah­men der Markt­über­wa­chung die not­wen­di­gen Da­ten bei den Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men zu er­he­ben und auf an­de­re Wei­se zu be­ar­bei­ten. Die Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men müs­sen die er­for­der­li­chen An­ga­ben ein­rei­chen.
13. Abschnitt: Haftung
Art. 40b Grundsätze
1Der In­ha­ber ei­nes Ei­sen­bahn­un­ter­neh­mens haf­tet für den Scha­den, wenn die cha­rak­te­ris­ti­schen Ri­si­ken, die mit dem Be­trieb der Ei­sen­bahn ver­bun­den sind, da­zu füh­ren, dass ein Mensch ge­tö­tet oder ver­letzt wird oder ein Sach­scha­den ent­steht.
2Er haf­tet für Schä­den:
an Sa­chen in der Ob­hut der rei­sen­den Per­son aus­sch­liess­lich nach dem Per­so­nen­be­för­de­rungs­ge­setz vom 20. März 20092;
an be­för­der­ten Sa­chen aus­sch­liess­lich nach dem Ob­li­ga­tio­nen­recht4 und den mass­ge­bli­chen in­ter­na­tio­na­len Ver­ein­ba­run­gen.
3So­weit die Haf­tung nach Ab­satz 2 nicht im Per­so­nen­be­för­de­rungs­ge­setz oder im Gü­ter­trans­port­ge­setz vom 25. Sep­tem­ber 20155 ge­re­gelt ist, gel­ten aus­sch­liess­lich die ver­trags­recht­li­chen Be­stim­mun­gen des Ob­li­ga­tio­nen­rechts.6
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 3 des Gü­ter­trans­port­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2016 1845; BBl 2014 3827).
5 SR 742.41
6 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 3 des Gü­ter­trans­port­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2016 1845; BBl 2014 3827).
Art. 40c Entlastung
1Der In­ha­ber wird von der Haft­pflicht ent­las­tet, wenn ein Sach­ver­halt, der ihm nicht zu­ge­rech­net wer­den kann, so sehr zur Ent­ste­hung des Scha­dens bei­ge­tra­gen hat, dass er als des­sen Haupt­ur­sa­che an­zu­se­hen ist.
2Der­ar­ti­ge Sach­ver­hal­te sind ins­be­son­de­re:
hö­he­re Ge­walt; oder
gro­bes Ver­schul­den der ge­schä­dig­ten oder ei­ner drit­ten Per­son.
Art. 40d Benützung der Infrastruktur
1Der In­ha­ber ei­nes Ei­sen­bahn­un­ter­neh­mens, das die In­fra­struk­tur ei­nes an­de­ren Ei­sen­bahn­un­ter­neh­mens be­nützt, haf­tet den Ge­schä­dig­ten.
2Er kann Rück­griff auf den In­ha­ber des Un­ter­neh­mens neh­men, das die In­fra­struk­tur be­treibt, wenn die­se die Ent­ste­hung des Scha­dens mit­ver­ur­sacht hat.
3Ist das schä­di­gen­de Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men nicht be­stimm­bar, so haf­tet der In­ha­ber des Un­ter­neh­mens, das die In­fra­struk­tur be­treibt.
Art. 40e Vereinbarungen
1Ver­ein­ba­run­gen, wel­che die Haft­pflicht nach die­sem Ge­setz weg­be­din­gen oder be­schrän­ken, sind nich­tig.
2Ver­ein­ba­run­gen, die of­fen­sicht­lich un­zu­läng­li­che Ent­schä­di­gun­gen fest­set­zen, sind in­nert ei­nes Jah­res nach ih­rem Ab­schluss an­fecht­bar.
Art. 40f Anwendbarkeit des Obligationenrechts
So­weit die­ses Ge­setz nichts an­de­res vor­sieht, rich­tet sich die Haf­tung nach den Be­stim­mun­gen des Ob­li­ga­tio­nen­rechts1 über die un­er­laub­ten Hand­lun­gen.
5. Kapitel: Besondere Leistungen für öffentliche Verwaltungen
Be­son­de­re Leis­tun­gen der Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men für Bund, Kan­to­ne, Ge­mein­den und an­de­re öf­fent­li­che Kör­per­schaf­ten und de­ren An­stal­ten und Be­trie­be sind, so­weit die­ses Ge­setz nichts an­de­res be­stimmt oder die Be­tei­lig­ten nichts Ab­wei­chen­des ver­ein­ba­ren, nach den im kauf­män­ni­schen Ver­kehr gel­ten­den Grund­sät­zen zu ver­gü­ten.
Art. 42 Landesverteidigung
1Auf An­ord­nung des Bun­des­ra­tes sind Ei­sen­bahn­an­la­gen und Ein­rich­tun­gen so­wie Fahr­zeu­ge und de­ren Be­stand ent­spre­chend den Be­dürf­nis­sen der mi­li­tä­ri­schen und wirt­schaft­li­chen Lan­des­ver­tei­di­gung zu er­stel­len, zu er­gän­zen und be­reit­zu­hal­ten. Ar­ti­kel 18 fin­det An­wen­dung.
2Der Bund trägt die da­durch be­ding­ten Kos­ten.2
Art. 43 Militärtransporte
1Die Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men sind ent­spre­chend ih­rer Leis­tungs­fä­hig­keit ver­pflich­tet, die von den zu­stän­di­gen mi­li­tä­ri­schen Stel­len an­ge­ord­ne­ten Trans­por­te für die Ar­mee und die Mi­li­tär­ver­wal­tung aus­zu­füh­ren. Vor­be­hal­ten blei­ben die vom Bun­des­rat ver­füg­ten Aus­nah­men und Ein­schrän­kun­gen.
3Müs­sen bei Mi­li­tär­trans­por­ten aus­ser­or­dent­li­che Si­cher­heits­mass­nah­men ge­trof­fen wer­den, so ge­hen de­ren Kos­ten zu Las­ten des Bun­des.
1 Auf­ge­ho­ben durch Art. 53 Ziff. 4 des BG vom 4. Okt. 1985 über den Trans­port im öf­fent­li­chen Ver­kehr, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1987 (AS 1986 1974; BBl 1983 II 167).
Art. 44 Haftung des Bundes
1Der Bund haf­tet den Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men für die ih­nen aus Mi­li­tär­trans­por­ten er­wach­sen­den Schä­den, wenn we­der das Un­ter­neh­men noch sein Per­so­nal ein Ver­schul­den trifft.
2Der Bund haf­tet den Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men nach den Grund­sät­zen des Zi­vil­rechts für die ih­nen aus Er­stel­lung, Be­stand und Be­die­nung mi­li­tä­ri­scher Wer­ke und Ein­rich­tun­gen an und in der Nä­he von Ei­sen­bahn­an­la­gen er­wach­sen­den Schä­den.
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 15 des Zoll­ge­set­zes vom 18. März 2005, mit Wir­kung seit 1. Mai 2007 (AS 2007 1411; BBl 2004 567).
Art. 47 Öffentliches Gesundheitswesen
Die Bun­des­ge­setz­ge­bung über den Schutz der Ge­sund­heit von Men­schen und Tie­ren, die Schäd­lings­be­kämp­fung und den Ver­kehr mit Wa­ren be­stimmt die zu ih­rem Voll­zug not­wen­di­gen Leis­tun­gen der Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men. Die Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men ha­ben da­für An­spruch auf an­ge­mes­se­ne Ver­gü­tung.
1Strei­tig­kei­ten aus die­sem Ab­schnitt ent­schei­det das BAV.
2Ge­gen die Ver­fü­gung des BAV kann nach den all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen über die Bun­des­rechts­pfle­ge Be­schwer­de ge­führt wer­den.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 75 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
5a. Kapitel: Ausbau der Infrastruktur
Art. 48a Ziele
Der Aus­bau der In­fra­struk­tur hat fol­gen­de Zie­le:
Per­so­nen­ver­kehr:
Ver­bes­se­rung der Ver­bin­dun­gen mit eu­ro­päi­schen Me­tro­po­lit­an­räu­men,
Ver­bes­se­rung der Ver­bin­dun­gen zwi­schen den schwei­ze­ri­schen Me­tro­po­lit­an­räu­men und in­ner­halb der­sel­ben,
Ver­bes­se­rung der Ver­bin­dun­gen im schwei­ze­ri­schen Städ­te­netz und mit den Zen­tren der Me­tro­po­lit­an­räu­me,
Aus­bau des Re­gio­nal- und des Ag­glo­me­ra­ti­ons­ver­kehrs,
Ver­bes­se­rung der Er­schlies­sung der Berg­ge­bie­te und der Tou­ris­mus­re­gio­nen;
Gü­ter­ver­kehr:
Ver­la­ge­rung des al­pen­que­ren­den Schwer­ver­kehrs,
Ver­bes­se­run­gen für den Bin­nen-, Im­port- und Ex­port­ver­kehr,
Ver­bes­se­rung der Tras­sen­ver­füg­bar­keit.
Art. 48b Strategisches Entwicklungsprogramm
1Die In­fra­struk­tur wird im Rah­men ei­nes stra­te­gi­schen Ent­wick­lungs­pro­gramms schritt­wei­se aus­ge­baut.
2Das stra­te­gi­sche Ent­wick­lungs­pro­gramm wird vom Bund un­ter Ein­be­zug der Kan­to­ne der je­wei­li­gen Pla­nungs­re­gio­nen und der be­trof­fe­nen Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men pe­ri­odisch nach­ge­führt.
3Der Bun­des­rat legt der Bun­des­ver­samm­lung al­le vier Jah­re einen Be­richt zum Stand des Aus­baus, zu not­wen­di­gen An­pas­sun­gen des stra­te­gi­schen Ent­wick­lungs­pro­gramms und zum nächs­ten ge­plan­ten Aus­bau­schritt vor.
Art. 48c Ausbauschritte
1Die Er­las­se zu den ein­zel­nen Aus­bau­schrit­ten er­ge­hen in der Form des Bun­des­be­schlus­ses. Die Bun­des­be­schlüs­se un­ter­ste­hen dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum.
2Den in den Aus­bau­schrit­ten vor­ge­se­he­nen Mass­nah­men lie­gen ein Be­darfs­nach­weis und ein be­triebs- und volks­wirt­schaft­lich ab­ge­stütz­tes An­ge­bots­kon­zept zu­grun­de.
3Der Bun­des­rat zeigt in den Bot­schaf­ten zu den Aus­bau­schrit­ten ins­be­son­de­re die Fol­ge­kos­ten für das ge­sam­te Ei­sen­bahn­sys­tem auf.
4Je­der Aus­bau­schritt bezweckt auch die Si­cher­stel­lung der Qua­li­tät des An­ge­bots im be­ste­hen­den Fern­ver­kehrs­netz und sieht die da­für er­for­der­li­chen Kre­di­te vor.
Art. 48d Planung der Ausbauschritte
1Das BAV lei­tet und ko­or­di­niert als Pro­zess­füh­rer die für die Aus­bau­schrit­te not­wen­di­gen Pla­nun­gen. Es be­rück­sich­tigt die re­gio­na­len Pla­nun­gen der Kan­to­ne und be­zieht die be­trof­fe­nen Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men mit ein.
2Die Kan­to­ne sind ver­ant­wort­lich für die re­gio­na­le An­ge­bots­pla­nung. Sie or­ga­ni­sie­ren sich in ge­eig­ne­ten Pla­nungs­re­gio­nen. Die be­trof­fe­nen Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men wer­den in ge­eig­ne­ter Wei­se ein­be­zo­gen.
Art. 48e Projektierung und Ausführung der Massnahmen
1Die Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men oder die mit der Rea­li­sie­rung der Mass­nah­men be­trau­ten Drit­ten (Er­steller­ge­sell­schaf­ten) pro­jek­tie­ren die Mass­nah­men für den Aus­bau der In­fra­struk­tur, ko­or­di­nie­ren sie mit den Be­dürf­nis­sen des Sub­stan­zer­halts und füh­ren sie aus.
2Da­bei be­rück­sich­ti­gen sie nach dem Grund­satz ei­ner be­triebs- und volks­wirt­schaft­li­chen Op­ti­mie­rung lau­fend den bahn­tech­no­lo­gi­schen Fort­schritt, or­ga­ni­sa­to­ri­sche Ver­bes­se­run­gen so­wie die Ent­wick­lung im Per­so­nen- und Gü­ter­ver­kehr.
Art. 48f Umsetzungsvereinbarungen
1Der Bund schliesst mit den Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men oder Er­steller­ge­sell­schaf­ten Um­set­zungs­ver­ein­ba­run­gen über die Aus­bau­mass­nah­men ab. Dar­in wer­den die Mass­nah­men für die ein­zel­nen Stre­cken und Kno­ten, die Leis­tun­gen, Kos­ten und Ter­mi­ne, die Ge­wäh­rung der Mit­tel so­wie die Or­ga­ni­sa­ti­on im Ein­zel­nen fest­ge­legt.
2Sind mit den Mass­nah­men zu­sam­men­hän­gen­de un­ter­ge­ord­ne­te Ar­bei­ten für den Sub­stan­zer­halt not­wen­dig, so wer­den die­se eben­falls in den Um­set­zungs­ver­ein­ba­run­gen fest­ge­legt.
3Die Ver­ein­ba­run­gen wer­den durch das UVEK ab­ge­schlos­sen. Ge­ring­fü­gi­ge An­pas­sun­gen, ins­be­son­de­re sol­che tech­ni­scher oder or­ga­ni­sa­to­ri­scher Na­tur, kön­nen vom BAV ver­ein­bart wer­den.
6. Kapitel: Finanzierung der Infrastruktur
Art. 49 Grundsätze
1Der Bund trägt un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 9b die Haupt­last der Fi­nan­zie­rung der In­fra­struk­tur.
2Die Kan­to­ne fi­nan­zie­ren die In­fra­struk­tur mit.
3Kei­ne Bun­des­leis­tun­gen nach die­sem Ge­setz, aus­ge­nom­men Leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 59, wer­den aus­ge­rich­tet für Stre­cken:
für die Fei­ner­schlies­sung;
die kei­ne ganz­jäh­rig be­wohn­ten Ort­schaf­ten er­schlies­sen;
die kei­ne er­heb­li­chen Gü­ter­auf­kom­men er­schlies­sen.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 3 des BG vom 21. Ju­ni 2013 über die Fi­nan­zie­rung und den Aus­bau der Ei­sen­bahnin­fra­struk­tur, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 651; BBl 2012 1577).
Art. 50 Voraussetzungen
1Der Bund rich­tet Ab­gel­tun­gen nur an Un­ter­neh­men aus:
de­ren Rech­nungs­le­gung den Vor­schrif­ten des 9. Ka­pi­tels ge­nügt;
de­ren Rech­nung nach Spar­ten ge­glie­dert ist und die un­ge­deck­ten Kos­ten je­der Spar­te ein­zeln nach­weist;
die min­des­tens den re­gio­na­len Per­so­nen­ver­kehr so­wie die Ei­sen­bahnin­fra­struk­tur, so­weit vor­han­den, je als ei­ge­ne Spar­te füh­ren.
2Der Bund kann Er­leich­te­run­gen ge­wäh­ren für aus­län­di­sche Un­ter­neh­men mit ge­rin­gem Stre­cken­an­teil in der Schweiz.
Art. 51 Leistungsvereinbarungen
1Der Bund, ver­tre­ten durch das BAV, und die Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men schlies­sen für je­weils vier Jah­re Leis­tungs­ver­ein­ba­run­gen ab. Dar­in le­gen sie auf­grund der ver­kehrs­po­li­ti­schen Prio­ri­tä­ten des Bun­des und von Plan­rech­nun­gen der Un­ter­neh­men die von der Spar­te In­fra­struk­tur zu er­brin­gen­den Leis­tun­gen und die da­für vor­ge­se­he­nen Ab­gel­tun­gen und Dar­le­hen im Vor­aus fest.
2Sind mit dem Sub­stan­zer­halt un­ter­ge­ord­ne­te Aus­bau­mass­nah­men not­wen­dig, so wer­den die­se eben­falls in der Leis­tungs­ver­ein­ba­rung fest­ge­legt.
3Die Ab­gel­tun­gen und Dar­le­hen die­nen in ers­ter Li­nie da­zu, die In­fra­struk­tur in gu­tem Zu­stand zu er­hal­ten und sie den Er­for­der­nis­sen des Ver­kehrs und dem Stand der Tech­nik an­zu­pas­sen. Da­bei be­rück­sich­tigt wer­den ins­be­son­de­re:
ei­ne an­ge­mes­se­ne Grunder­schlies­sung;
An­lie­gen der Re­gio­nal­po­li­tik, ins­be­son­de­re die Be­dürf­nis­se der wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung be­nach­tei­lig­ter Lan­des­ge­gen­den;
An­lie­gen der Raum­ord­nungs­po­li­tik und der Ag­glo­me­ra­ti­ons­po­li­tik;
An­lie­gen des Um­welt­schut­zes.
Art. 51a Streitigkeiten über Leistungsvereinbarungen
1Kön­nen sich das BAV und die Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men nicht auf den Ab­schluss oder die An­wen­dung ei­ner Leis­tungs­ver­ein­ba­rung ei­ni­gen, so ent­schei­det das UVEK.
2Ge­gen die Ver­fü­gung des UVEK kann nach den all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen über die Bun­des­rechts­pfle­ge Be­schwer­de ge­führt wer­den. Ge­rügt wer­den kann:
die Ver­let­zung von Bun­des­recht, ein­sch­liess­lich Über­schrei­tung oder Miss­brauch des Er­mes­sens;
die un­rich­ti­ge oder un­voll­stän­di­ge Fest­stel­lung des recht­s­er­heb­li­chen Sach­ver­hal­tes.
3Be­schwer­den ge­gen Ent­schei­de des UVEK ha­ben kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 3 des BG vom 21. Ju­ni 2013 über die Fi­nan­zie­rung und den Aus­bau der Ei­sen­bahnin­fra­struk­tur, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 651; BBl 2012 1577).
Art. 51b Finanzierungsformen für den Betrieb und den Substanzerhalt
1Die ge­plan­ten un­ge­deck­ten Kos­ten für den Be­trieb und den Sub­stan­zer­halt, ein­sch­liess­lich der Ab­schrei­bun­gen und der nicht ak­ti­vier­ba­ren In­ves­ti­ti­ons­kos­ten, wer­den mit Ab­gel­tun­gen fi­nan­ziert.
2In­ves­ti­tio­nen, die die Ab­schrei­bun­gen und Li­qui­di­täts­re­ser­ven über­stei­gen, wer­den mit zins­lo­sen und be­dingt rück­zahl­ba­ren Dar­le­hen fi­nan­ziert. Über­stei­gen die Ab­schrei­bun­gen die In­ves­ti­tio­nen, so sind be­ste­hen­de be­dingt rück­zahl­ba­re Dar­le­hen an den Bahnin­fra­struk­tur­fonds nach dem Bahnin­fra­struk­tur­fonds­ge­setz vom 21. Ju­ni 20132 zu­rück­zu­zah­len oder mit an­de­ren Leis­tun­gen des Fonds zu ver­rech­nen.
3Die be­dingt rück­zahl­ba­ren Dar­le­hen des Bun­des kön­nen un­ter Vor­be­halt der not­wen­di­gen ak­ti­en­recht­li­chen Be­schlüs­se in Ei­gen­ka­pi­tal um­ge­wan­delt wer­den. Der Bund kann über­dies auf die Rück­zah­lung von Dar­le­hen ver­zich­ten, wenn auch der Kan­ton ver­zich­tet oder um sich an not­wen­di­gen Bi­lanz­sa­nie­run­gen zu be­tei­li­gen.
2 SR 742.140
Art. 52 Wirtschaftliches Verhalten
1Die Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men schlies­sen sich den Fach­ver­bän­den und Bran­chen­or­ga­ni­sa­tio­nen an, die ge­eig­net sind, ih­ren Auf­tritt am Markt zu stär­ken.
2Der Bund kann die Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men ver­pflich­ten, grös­se­re Aus­schrei­bun­gen ge­mein­sam durch­zu­füh­ren.
3Ver­hält sich ein Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men un­wirt­schaft­lich, so kann der Bund nach An­hö­ren der Kan­to­ne die von ihm im Be­stell­ver­fah­ren gel­tend ge­mach­te Ab­gel­tung kür­zen.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 3 des BG vom 19. Ju­ni 2015 über das Kon­so­li­die­rungs- und Auf­ga­ben­über­prü­fungs­pa­ket 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4747; BBl 2013 823, 2014 8345).
Auf­ge­ho­ben
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 3 des BG vom 21. Ju­ni 2013 über die Fi­nan­zie­rung und den Aus­bau der Ei­sen­bahnin­fra­struk­tur, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 651; BBl 2012 1577).
Art. 57 Mitfinanzierung durch die Kantone
1Die Kan­to­ne leis­ten ei­ne Ein­la­ge von 500 Mio. Fran­ken pro Jahr an den Bahnin­fra­struk­tur­fonds zur Fi­nan­zie­rung der In­fra­struk­tur­kos­ten.
1bisDie Ein­la­ge ba­siert auf dem Preis­stand von 2016. Sie wird an die Ent­wick­lung des rea­len Brut­to­in­land­pro­dukts an­ge­passt und folgt dem Bahn­bau-Teue­rungs­in­dex. Das Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­de­par­te­ment re­gelt im Ein­ver­neh­men mit dem UVEK die Ein­zel­hei­ten.2
2Der Be­tei­li­gungs­schlüs­sel pro Kan­ton rich­tet sich nach den be­stell­ten Per­so­nen- und Zug­ki­lo­me­tern im Re­gio­nal­ver­kehr ge­mä­ss dem in­ter­kan­to­na­len Ver­tei­ler.
3Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten un­ter An­hö­rung der Kan­to­ne in ei­ner Ver­ord­nung.
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 6 des BG vom 17. März 2017 über das Sta­bi­li­sie­rungs­pro­gramm 2017-2019, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 5205; BBl 2016 4691).
2. Abschnitt: Finanzierung des Ausbaus der Infrastruktur
Art. 58 Verpflichtungskredite
1Die Bun­des­ver­samm­lung be­wil­ligt mit­tels Bun­des­be­schluss die für die Aus­bau­schrit­te nach Ar­ti­kel 48c not­wen­di­gen Ver­pflich­tungs­kre­di­te.
2Kommt es bei ein­zel­nen Mass­nah­men zu Ver­zö­ge­run­gen, so kön­nen die da­für vor­ge­se­he­nen, nicht aus­ge­schöpf­ten Ver­pflich­tungs­kre­di­te für die Rea­li­sie­rung von an­de­ren Mass­nah­men ein­ge­setzt wer­den, de­ren Pro­jek­tie­rung der ent­spre­chen­de Bun­des­be­schluss vor­sieht.
3Der Bun­des­rat legt die nach Ab­satz 2 zu rea­li­sie­ren­den Mass­nah­men fest.
Art. 58a Finanzierungsformen für den Ausbau
1Der Bund stellt über den Bahnin­fra­struk­tur­fonds die be­wil­lig­ten Mit­tel für die Fi­nan­zie­rung der Mass­nah­men in Form von zins­lo­sen, be­dingt rück­zahl­ba­ren Dar­le­hen und A-Fonds-per­du-Bei­trä­gen zur Ver­fü­gung.
2Die Ein­zel­hei­ten wer­den in den Um­set­zungs­ver­ein­ba­run­gen nach Ar­ti­kel 48f ge­re­gelt.
Art. 58b Finanzierung zusätzlicher oder alternativer Massnahmen durch Dritte
1Die Kan­to­ne und wei­te­re Drit­te kön­nen zu­sätz­li­che oder al­ter­na­ti­ve Mass­nah­men fi­nan­zie­ren, wenn de­ren Auf­nah­me in das stra­te­gi­sche Ent­wick­lungs­pro­gramm mög­lich ist.
2Sie tra­gen:
bei zu­sätz­li­chen Mass­nah­men: sämt­li­che Kos­ten;
bei al­ter­na­ti­ven Mass­nah­men: die Kos­ten­dif­fe­renz zwi­schen der vom Bund und der von ih­nen vor­ge­se­he­nen Mass­nah­me.
3Die Be­tei­li­gung Drit­ter darf we­der in der Bau- noch in der Be­trieb­spha­se zu ei­ner Mehr­be­las­tung des Bun­des füh­ren.
4Der Bund schliesst mit den Drit­ten und den Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men Ver­ein­ba­run­gen über die Mass­nah­men ab. Dar­in wer­den die Leis­tun­gen, Kos­ten und Ter­mi­ne, die Ge­wäh­rung der Mit­tel so­wie die Or­ga­ni­sa­ti­on im Ein­zel­nen fest­ge­legt.
Art. 58c Vorfinanzierung
Die Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men kön­nen mit den be­trof­fe­nen Kan­to­nen und Drit­ten Ver­ein­ba­run­gen über die Vor­fi­nan­zie­rung der­je­ni­gen Mass­nah­men ab­sch­lies­sen, de­ren Rea­li­sie­rung oder Pro­jek­tie­rung von der Bun­des­ver­samm­lung be­schlos­sen wor­den ist. Die Ver­ein­ba­run­gen be­dür­fen der Ge­neh­mi­gung des BAV.
Art. 58d Ausführungsvorschriften
Das UVEK er­lässt Aus­füh­rungs­vor­schrif­ten über das Con­trol­ling der Leis­tun­gen, Kos­ten, Fi­nan­zen und Ter­mi­ne der be­wil­lig­ten Mass­nah­men.
Art. 58e Berichterstattung
Der Bun­des­rat er­stat­tet der Bun­des­ver­samm­lung jähr­lich Be­richt über die Fi­nan­zie­rung des Aus­baus der In­fra­struk­tur, na­ment­lich über:
den Stand und den wei­te­ren Ab­lauf der Ar­bei­ten;
die Auf­wen­dun­gen auf­grund der be­wil­lig­ten Ver­pflich­tungs­kre­di­te.
7. Kapitel: Hilfe bei grossen Naturschäden
Der Bund kann den von gros­sen Na­tur­schä­den be­trof­fe­nen Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men Fi­nanz­hil­fen an die Kos­ten der Wie­der­her­stel­lung oder des Er­sat­zes be­schä­dig­ter oder zer­stör­ter An­la­gen so­wie an die Kos­ten der Räu­mungs­ar­bei­ten ge­wäh­ren.
Art. 60 und 61
1 Ur­sprüng­lich Art. 60a. Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 16 des BG vom 5. Okt. 1990 über Fi­nanz­hil­fen und Ab­gel­tun­gen (AS 1991 857; BBl 1987 I 369). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 13 des BG vom 20. März 2009 über die Bahn­re­form 2, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5597; BBl 2005 2415, 2007 2681).
8. Kapitel: Trennung von Verkehr und Infrastruktur
Art. 62 Umfang der Infrastruktur
1Zur In­fra­struk­tur ge­hö­ren al­le Bau­ten, An­la­gen und Ein­rich­tun­gen, die im Rah­men des Netz­zu­gangs ge­mein­sam be­nützt wer­den müs­sen, ins­be­son­de­re:
der Fahr­weg;
die Strom­ver­sor­gungs­an­la­gen, ins­be­son­de­re Un­ter­wer­ke und Gleich­rich­ter;
die Si­che­rungs­an­la­gen;
die Pu­bli­kums­an­la­gen;
die Ran­gier­bahn­hö­fe so­wie An­la­gen zum An­neh­men und For­mie­ren von Zü­gen;
die öf­fent­li­chen Ver­la­de­an­la­gen, be­ste­hend aus Ver­la­de­glei­sen und Ver­la­de­plät­zen, in de­nen selbst­stän­dig und un­ab­hän­gig Gü­ter um­ge­schla­gen wer­den kön­nen (Frei­ver­la­de);
die Ran­gier­trieb­fahr­zeu­ge in Ran­gier­bahn­hö­fen;
die für den Un­ter­halt und Be­trieb der In­fra­struk­tur nach den Buch­sta­ben a-g not­wen­di­gen Dienst­ge­bäu­de und Räu­me.
2Zur In­fra­struk­tur kön­nen auch Bau­ten, An­la­gen und Ein­rich­tun­gen ge­hö­ren, die mit dem Be­trieb der In­fra­struk­tur ver­bun­den sind, je­doch nicht Ge­gen­stand des Netz­zu­gangs sind. Dies sind ins­be­son­de­re:
An­la­gen für den Ta­ges­un­ter­halt des Roll­ma­te­ri­als;
Kraft­wer­ke und Über­tra­gungs­lei­tun­gen;
Ver­kaufs­an­la­gen;
Räu­me für Ne­ben­be­trie­be;
Diensträu­me für Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men;
Dienst­woh­nun­gen;
Krä­ne und an­de­re Um­schlags­ge­rä­te auf Frei­ver­la­den;
Um­schlags­an­la­gen für den Gü­ter­trans­port ein­sch­liess­lich der Kran- und Ver­la­de­glei­se.
3Zu den Ei­sen­bah­nen im Sin­ne die­ses Ge­set­zes, je­doch nicht zur In­fra­struk­tur ge­hö­ren:
Gleis­an­la­gen und Ge­bäu­de für den Roll­ma­te­rial­un­ter­halt (Un­ter­halts­an­la­gen, Werk­stät­ten);
Gleis­an­la­gen und Ge­bäu­de für das län­ger­fris­ti­ge Ab­stel­len von Roll­ma­te­ri­al (Ab­stel­lan­la­gen);
Gleis­an­la­gen auf Ei­sen­bahn­bau­stel­len oder als Zu­fahrt zu sol­chen Bau­stel­len (Werk­glei­se).
4Eben­falls nicht zur In­fra­struk­tur ge­hört die Er­brin­gung von Ver­kehrs­leis­tun­gen im Gü­ter- und Per­so­nen­ver­kehr.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 3 des Gü­ter­trans­port­ge­set­zes vom 25. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2016 1845; BBl 2014 3827).
Art. 63 Betrieb der Infrastruktur
Zur In­fra­struk­tur ge­hö­ren auch Be­trieb und Un­ter­halt der Bau­ten, An­la­gen und Ein­rich­tun­gen nach Ar­ti­kel 62.
Art. 64 Organisation
1Das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men muss den Be­reich In­fra­struk­tur or­ga­ni­sa­to­risch von den üb­ri­gen Un­ter­neh­mens­be­rei­chen tren­nen und ver­selb­stän­di­gen. Das BAV kann Schmal­spur­bah­nen und klei­ne­re Un­ter­neh­men von die­ser Pflicht be­frei­en.
2Die In­fra­struk­tur nach Ar­ti­kel 62 Ab­satz 2 so­wie die da­mit ver­bun­de­nen Dienst­leis­tun­gen kön­nen or­ga­ni­sa­to­risch vom Be­reich In­fra­struk­tur ge­trennt sein. Ih­re vol­len Kos­ten müs­sen den Leis­tungs­be­zü­gern ver­rech­net wer­den.
Art. 65 Steuerbefreiung
Die In­fra­struk­tur nach Ar­ti­kel 62 Ab­sät­ze 1 und 2 ist von kan­to­na­len und kom­mu­na­len Lie­gen­schafts­steu­ern be­freit.
9. Kapitel: Rechnungswesen
1Das Rech­nungs­we­sen der Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men rich­tet sich un­ter Vor­be­halt der Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes nach dem 7. Ab­schnitt des Per­so­nen­be­för­de­rungs­ge­set­zes vom 20. März 20092.
2Das Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men muss in der Bi­lanz und An­la­gen­rech­nung den Be­reich In­fra­struk­tur von an­de­ren Be­rei­chen tren­nen.
3Es muss in der Er­folgs­rech­nung ei­ne Spar­ten­rech­nung In­fra­struk­tur füh­ren.
Art. 67 Gewinnverwendung und Eigenkapitalverzinsung
Ge­win­naus­schüt­tun­gen und die Ver­zin­sung von Ei­gen­ka­pi­tal zu­las­ten der Spar­ten­rech­nung In­fra­struk­tur sind nicht zu­läs­sig. Der Ge­winn ist im­mer voll­stän­dig der Spe­zi­al­re­ser­ve für künf­ti­ge Fehl­be­trä­ge der Spar­te In­fra­struk­tur zu­zu­wei­sen.
Art. 68 und 69
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 24. März 1995, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 3680; BBl 1994 I 497).
10. Kapitel: Kaufrecht der Gemeinwesen
Art. 75 Kaufrecht im Landesinteresse
1Wenn es im In­ter­es­se des Lan­des ge­bo­ten er­scheint, kann der Bund die kon­zes­sio­nier­te In­fra­struk­tur je­des Ei­sen­bahn­un­ter­neh­mens zum Buch­wert er­wer­ben. Dar­le­hen, die der Bund dem Un­ter­neh­men ge­währt hat, wer­den mit dem Kauf­preis ver­rech­net.
2Das Kauf­recht nach Ab­satz 1 steht auch den nach der Kon­zes­si­on da­zu be­rech­tig­ten Kan­to­nen und Ge­mein­den zu. Ha­ben Kan­to­ne oder Ge­mein­den ei­ne Ei­sen­bahnin­fra­struk­tur er­wor­ben, so kann der Bund ver­lan­gen, dass die­se ihm zu den in die­sem Ge­setz ge­nann­ten Be­din­gun­gen ab­ge­tre­ten wird.
Art. 79 Streitigkeiten
Ist die Fest­set­zung des Er­werbs­prei­ses strei­tig, so er­lässt das BAV ei­ne Ver­fü­gung.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 15 der V vom 3. Fe­br. 1993 über Vor­in­stan­zen des Bun­des­ge­richts und des Eid­ge­nös­si­schen Ver­si­che­rungs­ge­richts, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (AS 1993 901).
11. Kapitel: Sicherheitsrelevante Tätigkeiten im Eisenbahnbereich
Art. 80 Fähigkeitsprüfung
Der Bun­des­rat kann vor­schrei­ben, dass:
Per­so­nen, die im Ei­sen­bahn­be­reich ei­ne si­cher­heits­re­le­van­te Tä­tig­keit aus­üben, ei­ne theo­re­ti­sche und prak­ti­sche Fä­hig­keits­prü­fung ab­zu­le­gen ha­ben; er kann die Ab­ga­be ei­nes Aus­wei­ses bei be­stan­de­ner Prü­fung vor­se­hen;
Per­so­nen, die sich für ei­ne Tä­tig­keit nach Buch­sta­be a aus­bil­den las­sen wol­len, ei­nes vom BAV aus­ge­stell­ten Ler­n­aus­wei­ses be­dür­fen;
Per­so­nen, die ei­ne Tä­tig­keit nach Buch­sta­be a aus­üben oder sich da­zu aus­bil­den las­sen wol­len, be­stimm­te per­sön­li­che und fach­li­che An­for­de­run­gen er­fül­len müs­sen; er kann für die Er­mitt­lung der per­sön­li­chen An­for­de­run­gen auch psy­cho­lo­gi­sche und me­di­zi­ni­sche Un­ter­su­chun­gen vor­se­hen.
Art. 81 Dienstunfähigkeit
Wer we­gen Al­ko­hol-, Be­täu­bungs­mit­tel- oder Arz­nei­mit­te­lein­fluss oder aus an­de­ren Grün­den nicht über die er­for­der­li­che kör­per­li­che und geis­ti­ge Leis­tungs­fä­hig­keit ver­fügt, ist dienst­un­fä­hig und darf wäh­rend die­ser Zeit kei­ne si­cher­heits­re­le­van­te Tä­tig­keit im Ei­sen­bahn­be­reich aus­üben.
Art. 82 Feststellung der Dienstunfähigkeit
1Per­so­nen, die im Ei­sen­bahn­be­reich ei­ne si­cher­heits­re­le­van­te Tä­tig­keit aus­üben, kön­nen ei­ner Ate­mal­ko­hol­pro­be un­ter­zo­gen wer­den.
2Weist die be­trof­fe­ne Per­son An­zei­chen von Dienst­un­fä­hig­keit auf und sind die­se nicht oder nicht al­lein auf Al­ko­ho­lein­fluss zu­rück­zu­füh­ren, so kann sie wei­te­ren Vor­un­ter­su­chun­gen, na­ment­lich Urin-, Spei­chel-, Schweiss-, Haar- und Na­gel­pro­ben, un­ter­zo­gen wer­den.
3Ei­ne Blut­pro­be ist an­zu­ord­nen, wenn:
An­zei­chen von Dienst­un­fä­hig­keit vor­lie­gen; oder
die be­trof­fe­ne Per­son sich der Durch­füh­rung der Ate­mal­ko­hol­pro­be wi­der­setzt oder ent­zieht oder den Zweck die­ser Mass­nah­me ver­ei­telt.
4Die Blut­pro­be kann aus wich­ti­gen Grün­den auch ge­gen den Wil­len der der Dienst­un­fä­hig­keit ver­däch­tig­ten Per­son ab­ge­nom­men wer­den. An­de­re Be­weis­mit­tel blei­ben vor­be­hal­ten.
Art. 83 Ausweisentzug
1Be­fin­det sich ei­ne Per­son, die im Ei­sen­bahn­be­reich ei­ne si­cher­heits­re­le­van­te Tä­tig­keit aus­übt, in ei­nem Zu­stand, der die si­che­re Aus­übung ei­ner sol­chen Tä­tig­keit aus­sch­liesst, so ist ihr die Aus­übung die­ser Tä­tig­keit so lan­ge als er­for­der­lich zu un­ter­sa­gen; zu­dem muss ihr der Aus­weis ab­ge­nom­men wer­den.
2Ab­ge­nom­me­ne Aus­wei­se sind so­fort der er­tei­len­den Be­hör­de zu über­mit­teln; die­se ent­schei­det un­ver­züg­lich über den Ent­zug. Bis zu ih­rem Ent­scheid hat die Ab­nah­me ei­nes Aus­wei­ses die Wir­kung des Ent­zu­ges.
Art. 83a Mitteilungen an ausländische Behörden
1Das BAV teilt der zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Be­hör­de mit, wenn es:
ei­ner Per­son ei­nes aus­län­di­schen Un­ter­neh­mens, die im Ei­sen­bahn­be­reich ei­ne si­cher­heits­re­le­van­te Tä­tig­keit aus­übt, die Aus­übung die­ser Tä­tig­keit un­ter­sagt hat;
einen in der Schweiz gül­ti­gen aus­län­di­schen Aus­weis ab­ge­nom­men hat;
die Gül­tig­keit ei­nes aus­län­di­schen Aus­wei­ses für die Schweiz ab­er­kannt hat.
2Ab­ge­nom­me­ne Aus­wei­se sind so­fort der er­tei­len­den aus­län­di­schen Be­hör­de zu über­mit­teln.
Art. 84 Zuständigkeiten
Die An­ord­nung und Durch­füh­rung von Mass­nah­men nach den Ar­ti­keln 82 und 83 ob­liegt:
den von den Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men be­zeich­ne­ten Per­so­nen oder Un­ter­neh­mens­ein­hei­ten;
den von den Kan­to­nen als zu­stän­dig er­klär­ten Be­hör­den;
der Trans­port­po­li­zei, so­fern sie von den zu­stän­di­gen Or­ga­nen nach den Buch­sta­ben a-c be­auf­tragt wird.
Art. 85 Ausführungsvorschriften
1Der Bun­des­rat:
legt fest, bei wel­cher Blut­al­ko­hol­kon­zen­tra­ti­on un­ab­hän­gig von wei­te­ren Be­wei­sen und in­di­vi­du­el­ler Al­ko­hol­ver­träg­lich­keit Dienst­un­fä­hig­keit im Sin­ne von Ar­ti­kel 81 an­ge­nom­men wird (An­ge­trun­ken­heit) und wel­che Blut­al­ko­hol­kon­zen­tra­ti­on als qua­li­fi­ziert gilt;
kann für an­de­re die Dienst­fä­hig­keit her­ab­set­zen­de Sub­stan­zen fest­le­gen, bei wel­chen Kon­zen­tra­tio­nen im Blut un­ab­hän­gig von wei­te­ren Be­wei­sen und in­di­vi­du­el­ler Ver­träg­lich­keit Dienst­un­fä­hig­keit im Sin­ne von Ar­ti­kel 81 an­ge­nom­men wird;
er­lässt Vor­schrif­ten über die Vor­un­ter­su­chun­gen (Art. 82 Abs. 2), das Vor­ge­hen bei der Ate­mal­ko­hol- und der Blut­pro­be, die Aus­wer­tung die­ser Pro­ben und die zu­sätz­li­che ärzt­li­che Un­ter­su­chung der der Dienst­un­fä­hig­keit ver­däch­tig­ten Per­son;
kann vor­schrei­ben, dass zur Fest­stel­lung ei­ner Sucht, wel­che die Dienst­fä­hig­keit ei­ner Per­son her­ab­setzt, die nach Ar­ti­kel 82 Ab­sät­ze 2 und 3 ge­won­nen Pro­ben aus­ge­wer­tet wer­den;
legt die per­sön­li­chen, fach­li­chen und or­ga­ni­sa­to­ri­schen An­for­de­run­gen an die nach Ar­ti­kel 84 Buch­sta­be a be­zeich­ne­ten Per­so­nen und Un­ter­neh­mens­ein­hei­ten fest.
2Er be­zeich­net die si­cher­heits­re­le­van­ten Tä­tig­kei­ten im Ei­sen­bahn­be­reich.