Source: https://findok.bmf.gv.at/findok?execution=e100000s1&dokumentId=967b37ea-202f-40d2-85b1-38f8b11e4845
Timestamp: 2020-07-06 18:13:33
Document Index: 263012812

Matched Legal Cases: ['§ 122', 'Art. 168', 'Art. 17', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

Berufungsentscheidung - Steuer (Referent) des UFSL vom 12.06.2009, RV/0427-L/09
VfGH-Beschwerde zur Zl. B 903/09 eingebracht. VwGH-Beschwerde zur Zl. 2009/15/0186 eingebracht. Mit Erk. v. 31.5.2011 als unbegründet abgewiesen.
RV/0427-L/09-RS1 Permalink
Kammerumlage 1, Vorsteuerrückgangigmachung, mehrwertsteuerähnliche Abgabe
Der Unabhängige Finanzsenat hat über die Berufungen der BBG, vertreten durch IWG, vom 23. Dezember 2008 und 26. Februar 2009 gegen die Bescheide des Finanzamtes L vom 17. Dezember 2008 und 19. Februar 2009 betreffend Kammerumlage gemäß § 122 Wirtschaftskammergesetz 1998 für 7-9/2008 und 10-12/2008 entschieden:
1. (a) Die Bw. reichte beim zuständigen Finanzamt am 14. November 2008 (für das dritte Quartal 2008) und am 13. Februar 2009 (für das vierte Quartal 2008) jeweils eine Erklärung ein, mit der die Kammerumlage 1 (für das dritte Quartal eigentlich mit 16.015,62 € und für das vierte Quartal mit 11.498,63 € zu berechnen) für jedes Vierteljahr mit 0,00 € bemessen wurde.
(b) Das zuständige Finanzamt erließ am 17. Dezember 2008 und am 19. Februar 2009 jeweils einen Bescheid über die Festsetzung der Kammerumlage, wobei die Abgabe für 7-9/2008 mit 16.015,62 € und für 10-12/2008 mit 11.498,63 € (also mit den von der Bw. angegebenen Beträgen) festgesetzt wurde.
2. Gegen die Bescheide über die Festsetzung der Kammerumlage wurde mit Schreiben vom 23. Dezember 2008 (drittes Quartal) und 26. Februar 2009 (viertes Quartal) Berufung eingelegt: Man stelle den Antrag, die Kammerumlage mit Null festzusetzen.
Die Bestimmung des Art. 168 MwSt-Systemrichtlinie sei eindeutig, genau und unbedingt und erfülle die Voraussetzungen dafür, dass sich ein Einzelner vor den nationalen Behörden und Gerichten auf diese Bestimmung berufen könne (vgl zur Vorgängerbestimmung Art. 17 der 6. RL des Rates 77/388/EWG; so schon EuGH 11.7.1991, Rs C-97/90, "Lennartz").
Wie der EuGH in ständiger Rspr ausführe, folge aus dem Mehrwertsteuersystem, dass die Steuerpflichtigen das Recht auf Abzug der gesamten Steuerbelastung sofort ausüben dürften, sofern es keine Vorschrift gebe, die den Mitgliedstaaten eine Einschränkung dieses Rechtes gestatte. Da derartige Einschränkungen in allen Mitgliedstaaten in gleicher Weise gelten müssten, seien Ausnahmen nur in den in der Richtlinie ausdrücklich vorgesehenen Fällen zulässig (vgl. EuGH 11.7.1991, Rs C-97/90, "Lennartz", Rz 27 und EuGH 21.9.1988, Rs 50/87, "Kommission/Frankreich", Rz 16 und 17).
3. Die Berufungen wurden am 30. April 2009 dem Unabhängigen Finanzsenat zur Entscheidung vorgelegt.
OÖ-Nachrichten v. 19.1.2010
EuGH 11.07.1991, C-97/90
EuGH 07.05.1992, C-347/90
EuGH 31.03.1992, C-200/90
EuGH 03.03.1988, 252/86
EuGH 13.07.1989, 93/88
EuGH 17.09.1997, C-347/95
EuGH 09.03.2000, C-437/97
EuGH 17.09.1997, C-130/96
EuGH 29.04.2004, C-308/01
EuGH 19.02.1989, C-318/96
EuGH 27.11.2003, C-34/01
EuGH 21.10.2003, C-261/01
EuGH 13.01.2005, C-174/02
Findok-Nr: 41286.1, aufgenommen am: 29.06.2009 15:17:49, zuletzt geändert am: 07.07.2011, Dokument-ID: 967b37ea-202f-40d2-85b1-38f8b11e4845, Segment-ID: b92e1d41-dab2-496a-b884-60ef695628f2