Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=05.10.1993&Aktenzeichen=VI%20ZR%20237/92
Timestamp: 2020-02-28 17:35:26
Document Index: 98096678

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 13', 'BGH', 'BGH', '§ 98', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 15', 'BGH', '§ 3', '§ 19', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 05.10.1993 - VI ZR 237/92 - dejure.org
BGH, 05.10.1993 - VI ZR 237/92
https://dejure.org/1993,699
BGH, 05.10.1993 - VI ZR 237/92 (https://dejure.org/1993,699)
BGH, Entscheidung vom 05.10.1993 - VI ZR 237/92 (https://dejure.org/1993,699)
BGH, Entscheidung vom 05. Januar 1993 - VI ZR 237/92 (https://dejure.org/1993,699)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1993,699) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Überweisender Arzt - Verpflichtung zur Information - Arztbrief - Geplante Maßnahmen - Nichterscheinen des Patienten
LG Saarbrücken, 19.06.1991 - 16 O 4916/88
OLG Saarbrücken, 12.08.1992 - 1 U 132/91
BGH, 07.12.1993 - VI ZR 237/92
NJW 1994, 797
NJW-RR 1994, 607 (Ls.)
MDR 1994, 993
VersR 1994, 102
Eine gegenseitige Überwachungspflicht besteht insoweit nicht (vgl. nur BGH, Urteile vom 26. Februar 1991 - VI ZR 344/89 - NJW 1991, 1539; 5. Oktober 1993 - VI ZR 237/92 - NJW 1994, 797, 798, und 26. Januar 1999 - VI ZR 376/97 - NJW 1999, 1779, 1780; siehe auch OLG Düsseldorf, VersR 1984, 643, 644 f; OLG Oldenburg, VersR 1999, 452, 453; OLG Jena, OLGR 2004, 140;… Quaas/Zuck, Medizinrecht, 2. Aufl., § 13, Rn. 126).
b) Mit der Inanspruchnahme des Arztes, an den der Patient überwiesen worden ist (Überweisungsempfänger), kommt nach allgemeiner Meinung vielmehr ein neuer Behandlungsvertrag zwischen diesem und dem Patienten zustande (BGHZ 100, 363, 367; Senatsurteil vom 20. Juni 1989 - VI ZR 320/88 - VersR 1989, 1051, 1052; vom 5. Oktober 1993 - VI ZR 237/92 - VersR 1994, 102, 103; BGH, Urteil vom 12. März 1987 - III ZR 31/86 - VersR 1987, 1191, 1192;… Laufs/Uhlenbruck aaO § 98 Rdn. 15).
Dies gilt nicht nur im Falle der vollständigen Übernahme der Behandlung des Patienten durch den zugezogenen Arzt, sondern auch dann, wenn dieser lediglich "Zwischenleistungen" erbringt und der Patient im übrigen in der Behandlung des überweisenden Arztes (Vertragsarzt) verbleibt, wie dies etwa beim Röntgenarzt der Fall ist (Senatsurteil vom 5. Oktober 1993 aaO).
Keinesfalls darf ein Arzt, der an der Richtigkeit einer ihm übermittelten Diagnose oder Indikationsstellung Zweifel hat oder haben muss, diese auf sich beruhen lassen (BGH NJW 1994, 797-799; OLG Celle NJW-RR 2002, 314 -315; OLG Köln NJW-RR 2003, 1031-1032).
Denn die ärztlichen Pflichten hängen nicht von den jeweiligen Gebührenregelungen ab, sondern ergeben sich aus dem ärztlichen Selbstverständnis und den Schutzinteressen des Patienten (vgl. BGH NJW 1994, 797-799).
Zur strafrechtlichen Haftung eines Strahlentherapeuten
Dieser ist zwar in der Rechtsprechung auch für den Fall der Zusammenarbeit von Ärzten der gleichen Fachrichtung bei sogenannter horizontaler Arbeitsteilung (also nicht in einem Über- und Unterordnungsverhältnis) grundsätzlich anerkannt (…vgl. BGHR StGB § 15 Fahrlässigkeit 1; BGH - VI. Zivilsenat - NJW 1989, 1536, 1538; 1994, 797, 798).
cc) Der erkennende Senat hat bereits im Urteil vom 5. Oktober 1993 - VI ZR 237/92 - VersR 1994, 102 in Zusammenhang mit der Verpflichtung des hinzugezogenen Arztes, dem behandelnden Arzt über das Ergebnis des Überweisungsauftrags zu berichten, unter Hinweis auf das ärztliche Berufsrecht (§§ 3 Abs. 3 und 16 Abs. 5 Musterberufsordnung, § 19 Abs. 2 Bundesmantelvertrag/Ärzte) ausgeführt, daß bei Beteiligung mehrerer Ärzte eine gegenseitige Informationspflicht zu den Schutzpflichten gegenüber dem Patienten gehöre.
OLG Jena, 18.05.2005 - 4 U 641/04
Zur Aufklärung bei arbeitsteiliger Hinzuziehung von Physiotherapeuten
(st. Rspr. des BGH; vgl. z.B. BGH NJW 1994, 797 ff; st. Rspr. des 4. ZS, vgl. zuletzt Beschl v. 15.01.2004 - 4 U 836/03; so auch OLG Oldenburg VersR 1999, 452, 453; OLG Celle VersR 1990, 1012; OLG Düsseldorf VersR 1984, 643).
Der Beauftrage ist aber im Interesse des Patienten verpflichtet, den Überweisenden auf die Bedenken bezüglich der Diagnose hinzuweisen; will er angebrachte weitere Untersuchungen selbst vornehmen, muss er das Einverständnis des Überweisenden einholen (BGH NJW 1994, 797).
Zu den Pflichten eines hinzugezogenen Arztes gehört es dabei, den behandelnden und überweisenden Arzt in einem Arztbrief über das Ergebnis des Überweisungsauftrages zu unterrichten (BGH VersR 1994, 102, 104; Steffen/Treffler, Arzthaftungsrecht S. 91).
OLG Jena, 15.01.2004 - 4 U 836/03
Horizontale Arbeitsteilung
Vielmehr kann er sich im Regelfall darauf verlassen, dass dies in der gebotenen Form bereits durch den erstbehandelnden Arzt geschehen ist (horizontale Arbeitsteilung; st. Rechtsprechung des BGH, vgl. z.B. in NJW 1994, 797 f.).
Denn er war als Arzt, an den der Kläger zur Durchführung eines konkret bestimmten Eingriffs überwiesen worden war ("horizontale Arbeitsteilung"), nicht zur umfassenden Beratung und Behandlung des Klägers verpflichtet; er war nicht einmal berechtigt, über den ihm konkret erteilten Auftrag hinauszugehen (ständige Rechtsprechung: BGH, NJW 1994, 797, 798; OLG Oldenburg, VersR 1999, 452, 453; OLG Celle, VersR 1990, 1012, 1013; OLG Düsseldorf, VersR 1984, 643, 645).
OLG Naumburg, 18.01.2008 - 1 U 77/07
Erforderlicher Behandlungsumfang bei einer Überweisung eines Patienten zu einer …
Er darf ohne Einwilligung des überweisenden Arztes eigenmächtig gar keine weitergehenden Untersuchungen durchführen, weil er damit in die Behandlung des vom Patienten gewählten Arztes eingreifen würde (vgl. BGH, Urteil v. 5. Oktober 1993, VI ZR 237/92 - NJW 1994, 797, 798; OLG Karlsruhe, Urteil v. 13. Juni 2001, 7 U 123/97 - VersR 2002, 717; OLG Stuttgart, Urteil v. 20. Juni 2000, 14 U 73/98 - VersR 2002, 98, 99 f. bzw. Thüringer OLG, Beschluss v. 15. Januar 2004, 4 U 836/03 - OLGR 2004, 140 m.w.N.).
OLG Jena, 15.10.2008 - 4 U 990/06
Fehlbefundung einer Mammographie im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung und ihre …
OLG Hamm, 21.05.2013 - 26 U 140/12
Nicht erkanntes Darmkarzinom muss kein ärztlicher Behandlungsfehler eine …
OLG Celle, 26.03.2001 - 1 U 63/99
Arzthaftung: Pflicht zum Hinweis auf fehlende Verläßlichkeit einer …
LG Köln, 22.10.2008 - 20 O 186/08
Verstoß gegen die Kostenminderungsobliegenheit durch die getrennte …
OLG Stuttgart, 20.06.2000 - 14 U 73/98
Untersuchungspflicht des Facharztes - Überweisung durch Hausarzt ohne …
OLG Stuttgart, 04.04.2000 - 14 U 31/99
Abklärung eines Thromboseverdachts durch Duplexsonographie - Untersuchungspflicht …
OLG Oldenburg, 23.12.1997 - 5 U 75/97
Behandlungsfehler, Arbeitsteilung, horizontale, Überweisung, Voruntersuchung, …
LG Göttingen, 28.11.1996 - 2 O 63/96
Mitteilungspflicht eines Arztes über alle erforderlichen ärztlichen Maßnahmen; …
OLG Hamm, 04.08.2003 - 3 U 19/03
Übernahme eigener Pflichten von einem durch eine Überweisung hinzugezogenen Arzt …
LG Hamburg, 07.03.2013 - 323 O 323/10