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Timestamp: 2016-10-28 12:09:26
Document Index: 103408609

Matched Legal Cases: ['Art. 197', 'Art. 83', 'BGE', 'Art. 42', 'Art. 8', 'Art. 13', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 106', 'Art. 29', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 51', 'Art. 42', 'Art. 63', 'Art. 62', 'Art. 63', 'Art. 62', 'BGE', 'BGE', 'Art. 96', 'Art. 8', 'Art. 13', 'BGE', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 8', 'EGMR', 'Art. 62', 'Art. 62', 'Art. 8', 'Art. 62', 'BGE', 'Art. 197', 'BGE', 'Art. 197', 'Art. 213', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 5', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68']

2C_873/2012 (28.03.2013)
2C_873/2012
Urteil vom 28. M�rz 2013
Rechtsanwalt Dr. Jean-Pierre Menge,
Amt f�r Polizeiwesen und Zivilrecht Graub�nden, Karlihof 4, 7000 Chur,
Departement f�r Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graub�nden, Hofgraben 5, 7001 Chur.
Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graub�nden, 1. Kammer, vom 19. Juni 2012.
A.X.________ (geb. 1964) stammt aus Sri Lanka. Er reiste im Jahr 1984 in die Schweiz ein. 1987 heiratete er die Schweizer B�rgerin Z.________. Aus dieser Ehe gingen die Kinder V.Z.________ (geb. 1988) und W.Z.________ (geb. 1991) hervor. Die Ehe wurde im Jahr 1994 geschieden.
Am 15. Oktober 2000 heiratete A.X.________ in Sri Lanka die Schweizer B�rgerin B.X.________ (geb. 1972). Aus dieser Verbindung sind die drei Kinder hervorgegangen: C.X.________ (geb. 1992), D.X.________ (geb. 2005) und E.X.________ (geb. 2010). A.X.________ war im Besitz der Aufenthaltsbewilligung, welche ihm letztmals bis zum 1. M�rz 2009 verl�ngert wurde.
W�hrend seines Aufenthalts ist A.X.________ wie folgt straff�llig worden:
Mit Strafmandat vom 19. Februar 1993 verurteilte ihn das Kreisamt Chur wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln zu einer Busse in der H�he von Fr. 500.--.
Mit Urteil vom 17. M�rz 1994 verurteilte ihn das Kreisgericht Chur wegen mehrfacher Veruntreuung zu drei Monaten Gef�ngnis bedingt.
Daraufhin verwarnte die Fremdenpolizei des Kantons Graub�nden A.X.________ und teilte ihm mit Verf�gung vom 11. Mai 1994 mit, dass seine Aufenthaltsbewilligung bei einer allf�lligen weiteren strafrechtlichen Verurteilung erl�schen w�rde. Nach der ausl�nderrechtlichen Verwarnung wurde A.X.________ wie folgt straff�llig:
Am 16. Mai 2007 verurteilte ihn das Kreispr�sidium Chur wegen Unterlassens der Buchf�hrung sowie wegen Vergehens gegen das Bundesgesetz �ber die Alters- und Hinterlassenenversicherung (Bundesgesetz vom 20. Dezember 1946 �ber die Alters- und Hinterlassenenversicherung vom 20. Dezember 1946; AHVG [SR 831.10]) zu einer Geldstrafe von 30 Tagess�tzen bei einer Probezeit von zwei Jahren sowie einer Busse von Fr 1'000.--.
Am 26. Februar 2008 verurteilte ihn das Kreispr�sidium Chur wegen Vergehen gegen das AHVG sowie Unterlassens der Buchf�hrung zu einer Geldstrafe zu 20 Tagess�tzen bei einer Probezeit von zwei Jahren sowie einer Busse von Fr. 800.--.
Am 21. Januar 2010 verurteilte ihn das Bezirksgericht Plessur wegen T�tlichkeit, Drohung, mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern, mehrfachen Versuchs der sexuellen Handlungen mit Kindern, mehrfacher Pornografie, Pornografie gem�ss Art. 197 Ziff. 3bis StGB, mehrfachen Inzests zum Nachteil der Tochter C.X.________ und wegen mehrfachen Versuchs des Inzests zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und f�r die T�tlichkeiten zu einer Busse von Fr. 200.--.
Am 4. Februar 2011 verurteilte ihn die Staatsanwaltschaft Graub�nden erneut wegen Unterlassens der Buchf�hrung und Widerhandlung gegen das AHVG. Die bedingt ausgesprochenen Geldstrafen vom 16. Mai 2007 und 26. Februar 2008 wurden widerrufen und f�r vollziehbar erkl�rt.
A.X.________ befand sich vom 24. Januar 2011 bis zum 22. Februar 2012 im Strafvollzug.
Mit Verf�gung vom 12. September 2011 verweigerte das Amt f�r Polizeiwesen und Zivilrecht des Kantons Graub�nden die Verl�ngerung der Jahresaufenthaltsbewilligung von A.X.________ und ordnete an, er habe die Schweiz nach Beendigung des Strafvollzugs zu verlassen. Eine gegen diese Verf�gung erhobene Eingabe von A.X.________ und B.X.________ beim Departement f�r Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graub�nden blieb erfolglos. Die hiergegen gerichtete Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden wies dieses mit Urteil vom 19. Juni 2012 ab.
Mit Eingabe vom 13. September 2012 beantragen A.X.________ und B.X.________ (Beschwerdef�hrende bzw. Beschwerdef�hrer 1 und Beschwerdef�hrerin 2) dem Bundesgericht, das Urteil vom 19. Juni 2012 sei aufzuheben; die Aufenthaltsbewilligung von A.X.________ sei zu verl�ngern. Zudem ersuchen sie um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege f�r die vorinstanzlichen und f�r das vorliegende Verfahren.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden hat innert Frist keine Vernehmlassung eingereicht. Das Bundesamt f�r Migration beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen. Das Departement f�r Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graub�nden hat sich nicht vernehmen lassen.
Mit Verf�gung vom 19. September 2012 hat das pr�sidierende Mitglied der Beschwerde aufschiebende Wirkung zuerkannt.
1.1 Auf dem Gebiet des Ausl�nderrechts ist die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen Entscheide ausgeschlossen, welche Bewilligungen betreffen, auf die weder das Bundesrecht noch das V�lkerrecht einen Anspruch einr�umen (Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG). F�r das Eintreten gen�gt, wenn die ausl�ndische Person dartut, dass potenziell ein Anspruch auf die beantragte Bewilligung besteht; ob die jeweiligen Voraussetzungen erf�llt sind, bildet Gegenstand der materiellen Beurteilung (BGE 136 II 177 E. 1.1 S. 179 f., 497 E. 3.3 S. 500 f.). In der Beschwerde wird in vertretbarer Weise ein Anspruch des Beschwerdef�hrers 1 nach Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetzes �ber die Ausl�nderinnen und Ausl�nder (AuG; SR 142.20) bzw. eine Verletzung von Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV geltend gemacht; auf die Beschwerde ist dementsprechend einzutreten (vgl. BGE 135 II 1 E. 1.1 S. 4 ff.).
1.2 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt zugrunde (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Feststellung des Sachverhalts kann nur ger�gt bzw. vom Bundesgericht von Amtes wegen berichtigt oder erg�nzt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 97 Abs. 1 BGG bzw. Art. 105 Abs. 2 BGG).
1.3 Trotz der Rechtsanwendung von Amtes wegen pr�ft das Bundesgericht, unter Ber�cksichtigung der allgemeinen Begr�ndungspflicht (Art. 42 BGG), grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 135 II 384 E. 2.2.1 S. 389; 134 III 102 E. 1.1 S. 104; 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254). Die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht untersucht es in jedem Fall nur, soweit eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG).
Die Beschwerdef�hrenden machen eine Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV geltend. Indem die Vorinstanz ihnen wie auch weiteren vorgeschlagenen Zeuginnen keine Gelegenheit gegeben habe, sich zur aktuellen Beziehung von C.X.________ zum Beschwerdef�hrer 1 zu �ussern und darzulegen, dass sie ihrem Vater mittlerweile verziehen habe, liege eine Geh�rsverletzung vor.
2.1 Aus dem verfassungsrechtlichen Anspruch auf rechtliches Geh�r gem�ss Art. 29 Abs. 2 BV ergibt sich f�r die Parteien das Recht, Beweisantr�ge zu stellen, und f�r die Beh�rden die Pflicht, rechtzeitig und formg�ltig angebotene Beweisbegehren entgegenzunehmen und zu ber�cksichtigen (vgl. BGE 127 I 54 E. 2b S. 56). Das Gericht kann jedoch Beweisantr�ge ohne Verletzung des rechtlichen Geh�rs ablehnen, wenn es aufgrund bereits abgenommener Beweise seine �berzeugung gebildet hat und ohne Willk�r in vorweggenommener (antizipierter) Beweisw�rdigung annehmen kann, dass seine �berzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht ge�ndert w�rde. Ebenso m�ssen keine Beweise abgenommen werden, wenn die Antr�ge nicht erhebliche Tatsachen betreffen (BGE 134 I 140 E. 5.3 S. 148; 131 I 153 E. 3 S. 157; 130 II 425 E. 2.1 S. 428; 124 I 208 E. 4a S. 211; je mit Hinweisen).
2.2 Eine Geh�rsverletzung ist nicht dargetan: Die Vorinstanz hat sich gest�tzt auf die Aktenlage das f�r die �berpr�fung der Nichtverl�ngerung der Aufenthaltsbewilligung erforderliche Bild �ber die famili�ren Verh�ltnisse des Beschwerdef�hrers 1 machen k�nnen. Den Antrag, Zeuginnen zum aktuellen Verh�ltnis von C.X.________ zu ihrem Vater zu h�ren, musste die Vorinstanz nicht zulassen: Das Verschulden des Beschwerdef�hrers 1 wie auch das �ffentliche Interesse bemisst sich nach der gegen ihn ausgesprochenen Freiheitsstrafe (vgl. unten E 3.1 ff.). Eine angebliche Verzeihung durch das Opfer, die notabene durch Drittpersonen bezeugt werden soll, ist nicht geeignet, das Verschulden des T�ters zu relativieren und ebenso wenig, das �ffentliche Interesse an seiner Fernhaltung abzumildern (vgl. unten E. 4). Die antizipierte Beweisw�rdigung durch die Vorinstanz ist nachvollziehbar und nicht willk�rlich (BGE 134 I 140 E. 5.3 S. 148; 131 I 153 E. 3 S. 157; Urteil 2C_157/2013 vom 22. Februar 2013 E. 3.3).
3.1 Gem�ss Art. 51 Abs. 1 AuG erl�schen die Anspr�che nach Art. 42 AuG (oben E. 1.1), wenn sie rechtsmissbr�uchlich geltend gemacht werden (lit. a) oder Widerrufsgr�nde nach Art. 63 AuG vorliegen (lit. b). Einen derartigen Widerrufsgrund setzt eine ausl�ndische Person unter anderem dann, wenn sie "zu einer l�ngerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde" (Art. 62 lit. b AuG in Verbindung mit Art. 63 lit. a AuG). Als l�ngerfristig im Sinne von Art. 62 lit. b AuG gilt eine Freiheitsstrafe, wenn ihre Dauer ein Jahr �berschreitet (BGE 135 II 377 E. 4.2 und E. 4.5 S. 379 ff.). Wird diese Grenze erreicht, spielt es keine Rolle, ob die Freiheitsstrafe bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde. Verlangt wird aber, dass sich das genannte Strafmass aus einem einzigen Strafurteil ergibt und nicht bloss durch Zusammenrechnung von k�rzeren Freiheitsstrafen aus einer Mehrzahl von Erkenntnissen erreicht wird (BGE 137 II 297 E. 2 S. 299 ff.; Urteil 2C_828/2011 vom 12. Oktober 2012 E. 2.1 [zur Publikation vorgesehen]). Bei gegebenen Voraussetzungen rechtfertigt sich der Widerruf bzw. die Verweigerung der Verl�ngerung der Bewilligung zudem nur, wenn die jeweils im Einzelfall vorzunehmende Interessenabw�gung die entsprechende Massnahme als verh�ltnism�ssig erscheinen l�sst, wobei namentlich die Schwere des Verschuldens, die Dauer der Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu ber�cksichtigen sind (vgl. Art. 96 AuG; Urteil 2C_817/2012 vom 19. Februar 2013, E. 2.1.2 mit Hinweisen). Was das Fernhalteinteresse anbetrifft, so darf bei Ausl�ndern, welche sich nicht auf das Freiz�gigkeitsabkommen (FZA; SR 0.142.112.681) berufen k�nnen, im Rahmen der Interessenabw�gung abgesehen von der aktuellen Gef�hrdung der �ffentlichen Ordnung und Sicherheit, die von der betroffenen Einzelperson ausgeht, namentlich auch generalpr�ventiven Gesichtspunkten Rechnung getragen werden (Urteile 2C_282/2012 vom 31. Juli 2012 E. 2.5 mit Hinweis; 2C_679/2011 vom 21. Februar 2012 E. 3. 1).
3.2 Hat ein Ausl�nder nahe Verwandte mit einem gefestigten Anwesenheitsrecht in der Schweiz und wird die intakte famili�re Beziehung tats�chlich gelebt, kann es Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV verletzen, wenn ihm die Anwesenheit in der Schweiz untersagt und damit sein Familienleben vereitelt wird (BGE 130 II 281 E. 3.1 S. 285 mit Hinweisen). Der betreffende Anspruch gilt indessen nicht absolut. Vielmehr ist nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ein Eingriff in das durch Ziff. 1 gesch�tzte Rechtsgut statthaft, soweit er gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer demokratischen Gesellschaft f�r die nationale Sicherheit, die �ffentliche Ruhe und Ordnung, das wirtschaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnung und zur Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesellschaft und Moral sowie der Rechte und Freiheiten anderer notwendig ist. Die Konvention verlangt insofern eine Abw�gung der sich gegen�berstehenden privaten Interessen an der Bewilligungserteilung und den �ffentlichen Interessen an deren Verweigerung, wobei letztere in dem Sinne �berwiegen m�ssen, dass sich der Eingriff als notwendig erweist (BGE 135 I 143 E. 2.1 S. 147, 153 E. 2.2.1 S. 156; 122 II 1 E. 2 S. 6 mit Hinweisen). Bei der Interessenabw�gung im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK sind die Schwere des begangenen Delikts, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten des Ausl�nders w�hrend dieser Periode, die Auswirkungen auf die betroffene Person sowie deren famili�re Situation zu ber�cksichtigen. Zudem sind die Dauer der ehelichen Beziehung und weitere Gesichtspunkte relevant, welche R�ckschl�sse auf deren Intensit�t zulassen (Geburt und Alter der Kinder; Kenntnis der Tatsache, dass die Beziehung wegen der Straftat unter Umst�nden nicht in der Schweiz gelebt werden kann). Von Bedeutung sind auch die Nachteile, welche dem Ehepartner oder den Kindern erwachsen w�rden, m�ssten sie dem Betroffenen in dessen Heimatstaat folgen (Urteile 2C_793/2008 vom 27. M�rz 2009, E. 2.1; 2A.65/2006 vom 23. Juni 2006, E. 2 mit Hinweis auf das Urteil des Europ�ischen Gerichtshofes f�r Menschenrechte vom 2. August 2001 i.S. Boultif gegen die Schweiz vom 2. August 2001 [Nr. 54273/00] � 46 ff.; vgl. auch das Urteil des EGMR �ner gegen die Niederlande vom 18. Oktober 2006 [Nr. 46410/99], N. 57, sowie Maslov gegen �sterreich vom 23. Juni 2008 [Nr. 1638/03] N. 77 ff.).
Mit der Verurteilung des Beschwerdef�hrers 1 zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren ist vorliegend der Widerrufsgrund von Art. 62 lit. b AuG gegeben. Die Beschwerdef�hrenden bestreiten dies nicht. Strittig bleibt jedoch die behauptete Verletzung des Verh�ltnism�ssigkeitsgrundsatzes bzw. die Abw�gung der auf dem Spiel stehenden privaten und �ffentlichen Interessen.
4.1 Die Beschwerdef�hrenden bringen vor, die Tochter wende sich mittlerweile gegen die Nichtverl�ngerung der Aufenthaltsbewilligung ihres Vaters. Wenn schon das Opfer seiner Straftaten den weiteren Zusammenhalt der Familie w�nsche, so relativiere dies das �ffentliche Interesse an einer dauerhaften Fernhaltung des Beschwerdef�hrers 1 sehr stark. Er selbst werde in seiner Heimat als Angeh�riger der tamilischen Minderheit benachteiligt. Der Beschwerdef�hrerin 2 und den minderj�hrigen Kindern sei eine Ausreise nach Sri Lanka nicht zuzumuten. Diese privaten Interessen wie auch ein geringes R�ckfallrisiko seitens des Beschwerdef�hrers 1 seien von der Vorinstanz ungen�gend ber�cksichtigt worden.
4.2 Entgegen den Vorbringen der Beschwerdef�hrenden hat die Vorinstanz die auf dem Spiel stehenden Interessen im Rahmen von Art. 62 lit. b AuG bzw. Art. 8 Ziff. 2 EMRK in zul�ssiger Weise gegeneinander abgewogen:
4.2.1 Ausgangspunkt und Massstab f�r die Schwere des Verschuldens und die fremdenpolizeiliche Interessenabw�gung im Rahmen eines Bewilligungsentzugs gest�tzt auf Art. 62 lit. b AuG (Verurteilung zu einer l�ngerfristigen Freiheitsstrafe) ist die vom Strafgericht verh�ngte Strafe (BGE 129 II 215 E. 3.1 S. 216). Die Vorinstanz ist aufgrund der mehrj�hrigen Freiheitsstrafe zurecht von einem schweren Verschulden des Beschwerdef�hrers 1 ausgegangen. Dieser war wegen T�tlichkeit, Drohung, mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern, mehrfachen Versuchs der sexuellen Handlungen mit Kindern, mehrfacher Pornografie, Pornografie gem�ss Art. 197 Ziff. 3 bis StGB, mehrfachen Inzests sowie wegen mehrfachen Versuchs des Inzests zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Im Rahmen dieser Delinquenz hatte der Beschwerdef�hrer 1 seine Tochter w�hrend rund vier Jahren missbraucht; nach den Erw�gungen des Strafgerichts n�tzte er seine Rolle als Erziehungsberechtigter auf eine schamlose Art aus, sodass seine Tochter in ihrer Entwicklung nachhaltigen Schaden nahm. Der Beschwerdef�hrer 1 delinquierte vor dieser Tat und auch danach; er befand sich wegen vorhergehender Verurteilungen teils noch in der Probezeit. Das Strafgericht sprach von einem schweren Verschulden und attestierte dem Beschwerdef�hrer 1 eine �berwiegende Uneinsichtigkeit.
4.2.2 Soweit die Beschwerdef�hrenden hiergegen - wenn �berhaupt rechtsgen�glich - vorbringen, dem Beschwerdef�hrer 1 sei vom behandelnden Psychiater keine sexuelle Deviation attestiert worden, sodass von einem geringen R�ckfallrisiko und einem entsprechend geringen �ffentlichen Interesse an seiner Fernhaltung auszugehen sei, kann ihnen nicht gefolgt werden.
Der Beschwerdef�hrer 1 bestreitet nach wie vor, seine Tochter missbraucht zu haben. Er war gem�ss den vorinstanzlichen Feststellungen im Rahmen seiner psychiatrischen Behandlung lediglich bereit, sich allgemein mit der Thematik sexueller �bergriffe zu befassen, nicht jedoch mit seiner eigenen Tat. Es ist daher - wie die Vorinstanz zurecht ausf�hrt - nicht nachvollziehbar, wenn der Beschwerdef�hrer 1 vorbringt, eine R�ckfallwahrscheinlichkeit sei "praktisch ausgeschlossen". Im �brigen m�sste bei Drittstaatsangeh�rigen f�r das Fernhalteinteresse ohnehin nicht allein auf die R�ckfallwahrscheinlichkeit abgestellt werden: Das Bundesgericht verfolgt bei Delikten gegen die k�rperliche und sexuelle Integrit�t eine strenge Praxis (BGE 125 II 521 E. 4.a/aa S. 526 f.; 122 II 433 E. 2.c S. 436 f.; Urteile 2C_481/2012 vom 1. M�rz 2013 E.3.3; 2C_371/2012 vom 20. Dezember 2012 E. 3.2). Selbst ein relativ geringes R�ckfallrisiko m�sste bei den durch den Beschwerdef�hrer 1 begangenen Delikten (Verurteilungen gest�tzt auf Art. 197 Ziff. 1 und 3bis, Art. 213 StGB) nicht hingenommen werden. Die Vorinstanz durfte - auch unter Ber�cksichtigung von generalpr�ventiven Gesichtspunkten (vgl. Urteile 2C_282/2012 vom 31. Juli 2012 E. 2.5; 2C_13/2011 vom 22. M�rz 2011 E. 2.2; 2C_28/2010 vom 25. M�rz 2011 E. 2.3; 2C_466/2009 vom 13. Januar 2010 E. 5.2; 2C_36/2009 vom 20. Oktober 2009 E. 2.1) - davon ausgehen, dass ein wesentliches �ffentliches Interesse besteht, seine Anwesenheit zu beenden.
4.2.3 Die gegenl�ufigen privaten Interessen des Beschwerdef�hrers 1 am Verbleib in der Schweiz fallen demgegen�ber - wie die Vorinstanz zu Recht ausgef�hrt hat - weniger ins Gewicht. Gegen seine Ausweisung spricht zwar der Umstand, dass er seit mehr als 20 Jahren in der Schweiz ist, jedoch liegt trotz der langen Aufenthaltsdauer aufgrund der schweren und wiederholten Straff�lligkeit (sowie der Verschuldung) keine gelungene Integration vor. Der Beschwerdef�hrer 1 bringt zwar vor, er werde als Angeh�riger der tamilischen Minderheit nach dem B�rgerkrieg "nach wie vor benachteiligt", substanziiert jedoch nicht, inwiefern ihm eine R�ckkehr nach Sri Lanka und in die dortigen Verh�ltnisse mit Bezug auf seine konkrete Situation tats�chlich unzumutbar w�re (vgl. Urteil 2C_695/2012 vom 28. Januar 2013 E. 3.2.3). Er hat seine Kindheit und Jugend in Sri Lanka verbracht und ist demnach mit den sozio-kulturellen Gegebenheiten wie auch mit der Sprache seiner Heimat vertraut. Er kehrte gem�ss den vorinstanzlichen Feststellungen auch unl�ngst dorthin zur�ck, sodass ihm eine (Re-)Integration zumutbar sein wird. Dass die wirtschaftlichen Verh�ltnisse in seinem Herkunftsland wie von ihm vorgebracht schwierig sind, kann im Rahmen der �berpr�fung der Nichtverl�ngerung der Aufenthaltsbewilligung nicht entscheidend sein (vgl. Urteile 2C_695/2012 vom 28. Januar 2013 E. 3.2.3; 2C_1029/2011 vom 10. April 2012 E. 3.3.2 mit Hinweisen).
4.2.4 Zu pr�fen bleiben die Auswirkungen des angefochtenen Entscheids auf die famili�ren Beziehungen. Zwar fallen die Beziehungen des Beschwerdef�hrers 1 zu seiner Ehefrau und seinen minderj�hrigen Kindern zweifellos in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK (vgl. E. 3.2). Die Beschwerdef�hrerin 2 hatte ihren Gatten in Sri Lanka geheiratet und sich danach mit ihm in der Schweiz niedergelassen. Ihr musste in der Folge klar werden, dass sie die Beziehung angesichts der wiederholten Verurteilungen ihres Ehegatten allenfalls insk�nftig nicht weiter zusammen mit ihm in der Schweiz w�rde leben k�nnen. Die gemeinsamen minderj�hrigen Kinder teilen in der Regel den Aufenthaltsort ihrer Eltern oder des f�r sie verantwortlichen Elternteils. Sie sind mittlerweile gut sieben bzw. knapp drei Jahre alt und befinden sich noch in einem anpassungsf�higen Alter (vgl. Urteil 2C_656/2012 vom 8. Mai 2012 E. 3.2), sodass es ihnen zumutbar w�re, allenfalls gemeinsam mit den Eltern in das Heimatland des Vaters zur�ckzukehren (vgl. BGE 127 II 60 E. 2a S. 67; 122 II 289 E. 3c S. 298). Der Beschwerdef�hrerin 2 steht es aber auch frei, mit den Kindern in der Schweiz zu verbleiben und den Kontakt mit dem Beschwerdef�hrer im Rahmen von Besuchen, Mitteln der Telekommunikation und Briefen aufrecht zu erhalten (Urteil 2C_679/2011 vom 21. Februar 2012 E. 3.4.3).
4.3 Soweit sich die Beschwerdef�hrenden zus�tzlich auf Art. 5 Abs. 2 BV berufen, kann auf die vorstehenden Erw�gungen betreffend Verh�ltnism�ssigkeitspr�fung verwiesen werden (vgl. BGE 135 V 172 E. 7.3.2 S. 182; 131 I 91 E. 3.3 S. 99; Urteil 2C_1029/2011 vom 10. April 2012 E. 3.3.4). Eine Verletzung der weiteren angerufenen Grundrechte wird nicht rechtsgen�glich dargetan, sodass auf diese R�gen nicht eingegangen werden kann (vgl. oben E. 1.3).
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Infolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde (wiederholte Delinquenz, darunter Verurteilung zu einer dreij�hrigen Freiheitsstrafe aufgrund von Delikten gegen die sexuelle Integrit�t) kann dem Gesuch der Beschwerdef�hrenden um unentgeltliche Rechtspflege auch im bundesgerichtlichen Verfahren nicht entsprochen werden. Dem Verfahrensausgang entsprechend haben sie die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens zu tragen (Art. 66 BGG). Es sind keine Parteientsch�digungen geschuldet (Art. 68 BGG).
2.2 Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden den Beschwerdef�hrenden auferlegt.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden, 1. Kammer, und dem Bundesamt f�r Migration schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 28. M�rz 2013