Source: https://gesetze-in-app.de/StPO/252
Timestamp: 2019-03-22 11:53:44
Document Index: 274101306

Matched Legal Cases: ['§ 252', '§ 252', '§ 251', '§ 253', 'BGH', '§ 252', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 252', '§ 52', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§252', 'BGH', '§ 252', 'BGH', '§ 252', '§383', '§383', '§ 373', '§ 383', 'BGH', '§ 252', '§ 52', 'BGH', 'BGH', '§ 252', '§ 52', 'BGH', 'BGH', '§ 252', 'BGH', '§ 383', '§ 252', '§ 173', '§ 252', '§ 383', '§ 383', '§ 252', '§ 252', 'BGH', '§ 252', '§ 252', '§ 383', '§ 383', 'BGH', '§ 252']

§ 252 StPO: Verbot der Protokollverlesung nach Zeugnisverweigerung
§ 252 StPO
Verbot der Protokollverlesung nach Zeugnisverweigerung
§ 251 StPO
§ 253 StPO
BGH, BESCHLUSS vom 5.6.2016, Az. § 252 StPO enthält - was hier als Vorfrage der Klärung durch den Großen Senat für Strafsachen obliegt (vgl. etwa BGH, Beschlüsse vom 3. Mai 1994 - GSSt2 und 3/93, BGHSt 40, 138, 145; vom 4. Februar 2003 -GSSt2/02, BGHSt 48, 197, 200)- kein umfassendes Verwertungsverbot, das die Vernehmung eines Richters über den Inhalt der Aussage eines Zeugen ausschließt, den der Richter in dem die konkrete Tat betreffenden Ermittlungsverfahren vor der Hauptverhandlung vernommen hat (hierzu u. 1.).
BGH, BESCHLUSS vom 5.6.2016, Az. Nach verbreiteter Ansicht erweitert § 252 StPO allerdings den durch § 52 StPO gewährten Schutz des Zeugen dadurch, dass die Norm diesem die Möglichkeit sichert, eine einmal gemachte Aussage bis zur Hauptverhandlung folgenlos wieder rückgängig machen zu können, ohne sie durch eine neue Aussage ersetzen zu müssen, bei deren Abgabe der Zeuge wiederum dem Spannungsfeld zwischen Wahrheitspflicht und Näheverhältnis ausgesetzt wäre (vgl. etwa BVerfG, Beschluss vom 25. September 2003 - 2 BvR 1337/03, NStZ-RR 2004, 18, 19).
BGH, BESCHLUSS vom 5.6.2016, Az. -25- wägung der gegenläufigen Belange (vgl. hierzu BVerfG, Beschluss vom 23. Januar 2008 - 2 BvR 2491/07, juris Rn. 4; BGH, Urteile vom 15. Januar 1952 - 1 StR 341/51, BGHSt 2, 99, 105; vom 8. Dezember 1999 -5 StR 32/99, BGHSt 45, 342, 345; vom 3. November 2000 - 2 StR 354/00, BGHSt 46, 189, 195) gebietet §252 StPO es jedenfalls nicht, dem Schutz des Zeugen einen quasi absoluten Vorrang vor dem öffentlichen Interesse an einer effektiven Strafverfolgung einzuräumen.
BGH, BESCHLUSS vom 5.6.2016, Az. 52	ee) Mit Blick auf die vorstehenden Erwägungen trägt das dargelegte Ver- ständnis des § 252 StPO schließlich den verfassungsrechtlichen Vorgaben Rechnung (vgl. BVerfG, Beschluss vom 23. Januar 2008 - 2 BvR 2491/07, juris Rn. 4).
BGH, BESCHLUSS vom 2.11.2012, Az. VI ZB 2/12 Die Zeugnisverweigerung eines Zeugen im Zivilprozess schließt -	anders als im Strafprozess, § 252 StPO - die Verwertung von Niederschriften früherer in Kenntnis des Zeugnisverweigerungsrechts getätigter Aussagen nicht aus (vgl. OLG Köln, VersR 1993, 335 f.; BeckOK ZPO/Scheuch, Stand: Oktober 2012, §383 Rn. 17; MünchKomm-ZPO/Damrau, 4. Aufl., §383 Rn. 43; Zöl-ler/Greger, ZPO, 29. Aufl., § 373 Rn. 9 und § 383 Rn. 6).
BGH, BESCHLUSS vom 1.9.1978, Az. Rdn. 42) • b)	Allerdings bestimmt § 252 StPO für das Strafverfahren, daß die Aussage eines vor der Hauptverhandlung vernommenen Zeugen, der erst in, der HauptVerhandlung von seinem Zeugnisverweigerungsrecht (insbesondere als AngehÖri-ger nach § 52 StPO) Gebrauch macht, nicht verlesen werden darf.Die Vorschrift begründet nicht nur ein Verlesungs-, sondern auch ein Verwertungsverbot (BGHSt 2, 99, 101 ff;
BGH, BESCHLUSS vom 1.9.1978, Az. In diesem Bereich gilt das Verwertungsverbot des § 252 StPO Jedoch nicht, weil das Auskunftverweigerungsrecht - anders als das Zeug-nisverweigerungsrecht nach § 52 StPO - nur dem Schutz des Zeugen und seiner Angehörigen, nicht auch dem des Angeklagten dient (BGHSt 17, 245 f).
BGH, URTEIL vom 4.5.2015, Az. I-ZR 7/14 Die Zeugnisverweigerung eines Zeugen im Zivilprozess schließt - anders als im Strafprozess gemäß § 252 StPO - die Verwertung von Niederschriften früherer in Kenntnis des Zeugnisverweigerungsrechts getätigter Aussagen nicht aus (BGH, Beschluss vom 4. Dezember 2012 -VIZB 2/12, NJW-RR 2013, 159 Rn. 17; Zöller/Greger, ZPO, 30. Aufl., § 383 Rn. 6).
VGH München, Urteil vom 2.5.2013, Az. 10 B 12.1493 Denn ein Verwertungsverbot, wie es § 252 StPO enthält, besteht nach der Zivilprozessordnung, auf die in § 173 Satz 1 VwGO insoweit Bezug genommen wird, nicht; § 252 StPO ist hier auch nicht entsprechend anwendbar (vgl. Greger in Zöller, ZPO, 29. Aufl. 2012, § 383 Rn. 6; Reichhold in Thomas/Putzo, ZPO, 34. Aufl. 2013, § 383 Rn. 1 jeweils m. w. N.).
OLG Bamberg, Beschluss vom 1.1.2011, Az. Ss OWi 40/11 Ob die Zulässigkeit der Rüge einer Verletzung des § 252 StPO auch den Vortrag von Tatsachen erfordert, die geeignet sind, der Rüge den Boden zu entziehen (vgl. LR/Sander/Cirener StPO 26. Aufl. § 252 Rn. 53; BVerfG NJW 2005, 1999/2001- <Verwertung des Inhalts einer in der Hauptverhandlung nicht verlesenen Urkunde>; BGH JR 2007, 209/210), nämlich Vortrag dazu, ob sich die Ehefrau des Betr.
OLG Bamberg, Beschluss vom 1.1.2011, Az. Ss OWi 40/11 Von § 252 StPO nicht erfasst würden lediglich die Bekundungen eines zeugnisverweigerungsberechtigten Zeugen, die er außerhalb einer Vernehmung oder einer für seine Konfliktlage vergleichbaren Situation von sich aus („spontan“), nicht auf Anhörung bzw. Befragung durch ein Staatsorgan in amtlicher Eigenschaft zu dem Gegenstand des nunmehrigen verfahrensbildenden Sachverhalts, oder auch bei anderen Gelegenheiten im Bereich der privaten und geschäftlichen Kommunikation beispielsweise bekundet hat (BayObLG NZV 2005, 492/493; LR a. a. O.
VGH München, Beschluss vom 5.3.2011, Az. 10 ZB 10.1852 Weder die Zivilprozessordnung noch die Verwaltungsgerichtsordnung kennen ein der Bestimmung des § 252 StPO entsprechendes (absolutes) Beweisverwertungsverbot (vgl. Damrau in Münchner Kommentar, ZPO, Bd. 1, 3. Aufl. 2008, RdNr. 43 zu § 383; Greger in Zöller, ZPO, 28. Aufl. 2010, RdNr. 6 zu § 383).
BVerfG, Urteil , Az. 2 BvR 2017/94 Der Bundesgerichtshof (BGHSt 40, 211 ff.) schloss nicht nur die von den Beschwerdeführern befürwortete entsprechende Anwendung des § 252 StPO auf den Fall aus, dass V- Leute gezielt auf Beschuldigte in deren Umfeld eingesetzt werden und damit auch für die Ermittlungsbehörden erkennbar Personen betroffen werden können, die sich später auf ein Zeugnisverweigerungsrecht berufen könnten.