Source: http://de.slideshare.net/eteaching/lms-und-rechtsfragen-folien-dr-tobias-thelen
Timestamp: 2016-10-21 00:41:35
Document Index: 151717186

Matched Legal Cases: ['§ 52', '§ 52', '§ 52', '§ 52', 'BGH', '§52', '§ 52', '§ 52', '§52', '§ 52', '§52']

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Online-Events organisieren und durc...
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Learning-Management-Systeme (LMS) bieten eine Fülle von Möglichkeiten, die Hochschullehre zu organisieren und Lerninhalte bereitzustellen. Jedoch ist nicht alles technisch Mögliche auch erlaubt. Im Online-Event auf e-teaching.org, zu dem diese Folien gehören, wurden zentrale Fragen zu den Bereichen Datenschutz und Urheberrecht thematisiert. Das Webinar lieferte außerdem interessante Ergebnisse aus einem Pilotprojekt, in dem die für den 01.01.2017 geplante Einzelerfassung von in ‪LMS‬ genutzten Werken bzw. Werksteilen für die VGWort‬ einem Praxistest unterzogen wurde.
LMS und Rechtsfragen - Folien Dr. Tobias Thelen 1.
s. http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/
Autoren: Tobias Thelen, Anne Fuhrmann, Universität Osnabrück
Einzelerfassung der Nutzung
von Sprachwerken nach § 52a UrhG
1. § 52a UrhG
2. Pilotversuch im WS 2014/2015
4. Alternative Workflows
Schranken des Urheberrechts: § 52a UrhG
§ 52a UrhG erlaubt
Zugänglichmachung veröffentlichter Werke
(Buchauszüge < 100 Seiten / < 12 %)
zur Veranschaulichung im Unterricht
für die Unterrichtsteilnehmenden
(4) Für die öffentliche Zugänglichmachung nach Absatz 1 ist eine
angemessene Vergütung zu zahlen. Der Anspruch kann nur durch eine
Frage Position VG Wort Position Länder /
(BGH, Urteil vom 20. 3. 2013 – I ZR 84/11 –
Gesamtvertrag Hochschul-Intranet)
Was sind „kleine Teile
eines Werkes“?
10% (max. 100 Seiten)
15% (ohne
Seitenbegrenzung)
12,5 ct / Seite /
Stufenmodell (z.B. 4 €
bei 51-100
Teilnehmern), oder
712.500€/Jahr
Analog Rahmenvertrag
zur Kopiervergütung:
0,08 ct / Seite /
Vorrangklausel Angemessenes
Verlagsangebot hat
Keine Vorrangklausel Angemessenes
Einzelerfassung über
Eingabemaske der VG
Pauschalzahlung Einzelerfassung über
12% (max. 100 Seiten)
Rahmenvertrag zur
Kopiervergütung:
• Für alle Werkarten außer Sprachwerke gibt es einen Rahmenvertrag
zur Pauschalvergütung (Bildwerke, Filmwerke, Musikwerke, …)
• Akteure bei Aushandlung zukünftiger Lösung:
• VG Wort (für Sprachwerke zuständige Verwertungsgesellschaft)
• Kommission Bibliothekstantieme der KMK (für die Länder)
• Pauschalabrechnung bis einschließlich 2016 vereinbart
• vorauss. Veränderungen für alle (staatlichen) Hochschulen ab
• Gesamtvertrag VG Wort und Länder/KMK (derzeit in Aushandlung)
• Einzelmeldung von Sprachwerknutzungen gem. §52a UrhG
• Vorrangige Verlagsangebote müssen berücksichtigt werden
2. Pilotversuch im
Evaluation eines technischen und organisatorischen Workflows,
der von der VG Wort und der KMK vorgeschlagen wurde:
• Integration in das LMS der Hochschule (geringerer Aufwand für Lehrende,
Authentifizierung der Hochschule, Datenschutz durch Pseudonymisierung)
• Meldungen der Einzelnutzung durch Bereitsteller der Dateien
(i.d.R. Lehrende oder von Ihnen Beauftragte)
• Rückmeldung seitens der VG Wort bei Vorliegen von vorrangigen
ca. 13.000 Studierende
ca. 1.300 Lehrende
Lehrerbildung (30%),
BWL, Jura
Keine Ingenieurwiss.,
Lern- und Kursmanagement Stud.IP
• seit September 2003 flächendeckend im Einsatz
• Während des Semesters:
• 12.000 Nutzer / Woche (bis 10.000/Tag)
• ca. 70.000 Kursanmeldungen / Semester
• ca. 3.500 Dateien / Woche
ca. 50.000 Dateien / Semester
• alle Lehrveranstaltungen abgebildet
Lizenzauswahldialog in Stud.IP
Infos über Melder und Kurs sind
verschlüsselt. Geschätzte
Teilnehmerzahl kann geändert
Werkeingabe
Suche im VLB.
Alternativ: manuelle Eingabe
der Werksdaten.
Meldung erfolgreich:
Fenster / Tab kann geschlossen
Erfolgsbestätigung in Stud.IP
Erst nach erfolgreicher Meldung
kann die Datei von Studierenden
Vorrangiges Verlagsangebot
Vorrangiges Verlagsangebot:
Melder muss abwarten, ob er
innerhalb von 3-Tages-Frist ein
angemessenes Angebot von Verlag
gar keine sehr große
Eine wie große Rolle spielte die Bereitstellung von Literatur
zum Download über Stud.IP in Ihrem Studium bislang?
(n= 393 Studierende der UOS)
Ein wie große Rolle spielt die Bereitstellung von Literatur
zum Download über Stud.IP für Ihre Lehre?
(n= 176 Lehrende der UOS)
mit Lizenzangabe
5.58% 1.53%
37843 Dokumente insgesamt
Eigene Werke: 80,39%
Lizenz liegt vor: 6,05%
freie Lizenz: 6,46%
meldepflichtige Sprachwerke § 52a
UrhG: 5,58%
§ 52a UrhG (Abbildungen, Musik
etc.) 1, 53%
Studierende Lehrende Studierende Lehrende Studierende Lehrende Studierende Lehrende Studierende Lehrende
WS 2010/11 WS 2011/12 WS 2012/13 WS 2013/14 WS 2014/15
Gemeldete Werkstypen
(n = 1.029 Meldungen)
Teile aus Büchern
Einzelne Beiträge aus Büchern
FB 1: Sozialwissenschaften
FB 2: Kultur-& Geowissenschaften
FB 3: Erziehungs-& Kulturwiss.
FB 4: Physik
FB 6: Mathematik/Informatik
FB 7: Sprach-& Literaturwiss.
FB 8: Humanwissenschaften
FB 9: Wirtschaftswissenschaften
FB 10: Rechtswissenschaften
Nutzung §52a
(Eigene Werke,
Internetquellen)
Aufwand für Studierende deutlich erhöht
sehr viel höherer
Wie hat sich Ihr Aufwand für
Literaturbeschaffung geändert?
(n=393 Studierende)
Entwicklungsaufwand LMS
• Programmier- und Test-
Aufwand ca. 3 PM
• Schwierige Frage: Wie kommt
das in die Release-Versionen?
• Campuslizenzen
(Gefahr der Doppelbezahlung)
• Vorrangige Verlagsangebote
inkl. 3-Tage-Regelung
Aufwände Meldungen
Abrechnung in der Hochschule
• Meldungen verursachen Kosten
• Durchschnittliche Meldung: ca. 3 €
• Denkbare Extremfälle liegen bei 500-1.000€ pro Meldung (100 Seiten über
~1.000 Teilnehmer)
• Wie wird das abgerechnet?
• Modell 1: Hochschule zahlt Rechnung der VG Wort zentral
• Modell 2: Informationen über Melder liegen auch intern vor -> Aufteilen der
Rechnung auf Fakultäten / Fächer / Institute / Lehrstühle / Personen
• Modell 3: Einsatz von Prepaid-Guthaben
• Werkunabhängige
• Wichtigster
• LMS muss
VG-Wort-Portal
über verwaltete
Accounts oder
Metadaten nur
z.T. vorhanden
• Kein technischer
Metadaten z.T.
• Evtl. einfachere
Zentralstelle, z.B.
• Prüfung von
• Meldepflicht bleibt grundsätzlich erhalten.
• Meldevorgang soll deutlich vereinfacht werden.
Was passiert, wenn eine Hochschule die Einzelmeldungen nicht umsetzt?
 § 52a UrhG kann für Buchauszüge nicht mehr genutzt werden
 Bereitstellung von Buchauszügen über LMS / Intranet nur aufgrund
anderer ggf. zu erwerbender Lizenzen möglich
• §52a UrhG erlaubt Nutzung urheberrechtlich geschützten Materials für den
Unterricht in begrenztem Umfang
• Ab 1.1.2017 wird die Vergütung für Sprachwerknutzungen an (staatlichen)
Hochschulen nicht mehr pauschal erfolgen, sondern auf Einzelmeldungen
• Ein Pilotversuch mit Einzelmeldungen hat ergeben:
• Technisch machbar, im Detail aber auch aufwendige Workflows
• Geringe Akzeptanz bei Lehrenden
• Konsequenz für Studierende: Aufwand für Literaturbeschaffung steigt
• Erfassungs- und Verwaltungsaufwand für Hochschulen höher als anfallende Kosten
• Ein Vereinfachungsvorschlag soll die Akzeptanz- und Aufwandsprobleme
• Meldevorgang wird vereinfacht
• Alle andere Probleme/Aufwände bleiben unberührt
http://www.virtuos.uni-osnabrueck.de/Projekte/Pilot52a
(Detaillierter Abschlussbericht abrufbar)
tobias.thelen@uni-osnabrueck.de | Tel. +49 541 969-6502
ELAN e.V. – Technische, didaktische und rechtliche Fragen des E-Learnings
… Diskussion und Fragen
http://www.flickr.com/photos/snejb/4484330071 CC-BY-SA