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Timestamp: 2019-08-23 02:55:48
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Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 14', '§13', '§ 11', '§ 20', '§ 14', '§13', '§ 15']

Berufsausbildungsvertrag • Definition | Gabler Wirtschaftslexikon
Presse- und Medienrecht, Bildungsrecht
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Der Berufsausbildungsvertrag ist in Deutschland ein Vertrag zwischen einer oder einem Auszubildenden (früher: Lehrling) und einem Ausbildenden (Ausbildungsbetrieb) in einem anerkannten Ausbildungsberuf. Durch den Berufsausbildungsvertrag kommt ein Berufsausbildungsverhältnis zustande. In Österreich und der Schweiz wird stattdessen ein Lehrvertrag abgeschlossen. Der Berufsausbildungsvertrag ist in § 10 Berufsbildungsgesetz (BBiG) geregelt, in dem der Gesetzgeber die Mindestangaben vorschreibt. Das BBiG gilt nicht für die Berufsausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger, zum Gesundheits- und Krankenpflegehelfer und zum Altenpfleger. Hierfür sind die eigenen Bundesgesetze Krankenpflegegesetz (KrPflG) beziehungsweise Altenpflegegesetz (AltPflG) zuständig.
Bei minderjährigen Auszubildenden müssen die Erziehungsberechtigten zustimmen. Der Vertrag ist Voraussetzung für die betriebliche Berufsausbildung und kann zunächst mündlich abgeschlossen werden, muss dann aber spätestens bis Ausbildungsbeginn schriftlich abgeschlossen werden. Die elektronische Form ist ausgeschlossen.
Bestandteil des Berufsausbildungsvertrages ist die Ausbildungsordnung des jeweiligen Berufes.
1 Vorgaben nach dem BBiG
1.1 Inhalt des Berufsausbildungsvertrages
1.2 Pflichten
1.2.1 Pflichten der Ausbildenden (Unterabschnitt 3. § 14 f.f.BBIG)
1.2.2 Pflichten der Auszubildenden (Unterabschnitt 2. §13 BBIG)
Vorgaben nach dem BBiG
Inhalt des Berufsausbildungsvertrages
Der Mindestinhalt der Niederschrift des Berufsausbildungsvertrages ist in § 11 BBiG verbindlich festgelegt:
Ziel der Ausbildung, sowie sachliche und zeitliche Gliederung der Ausbildung
Dauer der Probezeit (mindestens einen Monat und maximal vier Monate gemäß § 20 BBiG)
Ausbildungsmaßnahmen außerhalb des Betriebes
Dauer der regelmäßigen Arbeitszeit
Voraussetzungen, unter denen der Vertrag gekündigt werden kann
Unterschriften aller Vertragspartner
Mit Abschluss des Ausbildungsvertrages übernehmen die Vertragsparteien Verpflichtungen.
Pflichten der Ausbildenden (Unterabschnitt 3. § 14 f.f.BBIG)
Ausbildende haben
dafür zu sorgen, dass dem Auszubildenden die Fertigkeiten und Kenntnisse vermittelt werden, die zum Erreichen des Ausbildungszieles erforderlich sind
dem Auszubildenden kostenlos die Ausbildungsmittel, insbesondere Werkzeuge und Werkstoffe zur Verfügung zu stellen
den Auszubildenden zum Besuch der Berufsschule sowie zum Führen von Berichtsheften anzuhalten
dafür zu sorgen, dass der Auszubildende charakterlich gefördert sowie sittlich und körperlich nicht gefährdet wird.
dafür zu sorgen, dass dem Auszubildenden nur Verrichtungen übertragen werden, die dem Ausbildungszweck dienen
den Auszubildenden für die Teilnahme am Berufsschulunterricht und an Prüfungen freizustellen
dem Auszubildenden bei Beendigung des Berufsausbildungsverhältnisses ein Zeugnis auszustellen
den Auszubildenden eine angemessene Vergütung zu gewähren
zustehenden Urlaub zu gewähren
dafür zu sorgen, dass der Auszubildende seine rechtlichen Pausen und Arbeitszeiten einhalten kann
Pflichten der Auszubildenden (Unterabschnitt 2. §13 BBIG)
Auszubildende haben
die Fertigkeiten und Kenntnisse zu erwerben, die zum Erreichen des Ausbildungszieles erforderlich sind,
mit den ihm überlassenen Werkzeugen pfleglich umzugehen,
regelmäßig die Berufsschule zu besuchen,
die betriebliche Ordnung einzuhalten,
den Weisungen des Ausbildenden bzw. des Ausbilders Folge zu leisten und
an den ärztlichen Untersuchungen laut Jugendarbeitsschutzgesetz teilzunehmen
ein Berichtsheft zu führen,
an Maßnahmen, für die er nach § 15 BBiG freigestellt wird, teilzunehmen.
über Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse Stillschweigen zu wahren
Erholungspflicht
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4207130-6 (OGND, AKS)