Source: https://www.kvhessen.de/genehmigung/dialyse/
Timestamp: 2019-09-21 19:25:13
Document Index: 102750616

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 5', '§ 5', '§ 6', '§ 3', '§ 12', '§ 8', '§ 135', '§ 135']

Dialyse | www.kvhessen.de
In Deutschland darf nicht jeder Vertragsarzt und -psychotherapeut automatisch sämtliche Behandlungen an Patienten durchführen und abrechnen. Für bestimmte Kassenleistungen wie die Dialyse brauchen sie eine Genehmigung. Dies dient der Qualitätssicherung im Sinne der Patienten und Praxen. Hessische Vertragsärzte und -psychotherapeuten beantragen die Genehmigung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH).
Da Nieren ihre Funktion meist schleichend einstellen, fällt oft erst spät auf, dass die Nierenfunktion nachlässt. Dann können die Nieren ihre Hauptaufgaben (Reinigung und Balance des Wasserhaushalts) bereits nicht mehr (ausreichend) erfüllen. Insbesondere das Gleichgewicht der Mineralstoffe Phosphat und Calcium ist gestört. Die Dialyse, auch Nierenersatztherapie genannt, ist ein Blutreinigungsverfahren und übernimmt dann die wichtigsten Aufgaben der Nieren.
Niedergelassene, ermächtigte und angestellte Fachärzte, Sicherstellungsassistenten und Vertreter sowie ärztlich geleitete Einrichtungen oder nicht ärztlich geleitete Einrichtungen im Rahmen einer Institutsermächtigung mit
Facharztbezeichnung Innere Medizin und Nephrologie
Schwerpunkt / Zusatzweiterbildung Kinder-Nephrologie
Gebietsbezeichnung Kinderheilkunde (siehe „Welche zusätzlichen fachlichen Voraussetzungen brauche ich?“)
Ärzte mit Gebietsbezeichnung Kinderheilkunde müssen nachweisen (siehe § 4 Absatz 2 Qualitätssicherungsvereinbarung zu den Blutreinigungsverfahren):
selbstständige Durchführung von mindestens 1000 Dialysen unter Anleitung*, davon mindestens 250 Hämodialysen und mindestens 250 Peritonealdialysen
mindestens 24-monatige** ständige Tätigkeit in der pädiatrischen Nephrologie unter Anleitung*
mindestens zwölfmonatige** ständige Tätigkeit in der Dialyse unter Anleitung*
danach: erfolgreiche Teilnahme an einem Kolloquium
*durch einen nach der Weiterbildungsordnung befugten Arzt für das Gebiet Kinderheilkunde
** während der Tätigkeit in der pädiatrischen Nephrologie möglich
Nachzuweisen sind die apparative Ausstattung und organisatorischen Voraussetzungen sowie die Erfüllung der in §§ 5 und 6 der Qualitätssicherungsvereinbarung zu den Blutreinigungsverfahren genannten Anforderungen.
Organisatorische Voraussetzungen (§ 5 der QS-Vereinbarung zu den Blutreinigungsverfahren)
Dialyseverfahren und Dialyseformen
Kooperation mit einem Transplantationszentrum
Ärztliche Präsenz und pflegerische Bereitschaftsdienst
Bei der Durchführung von Hämodialysen von Erwachsenen als Zentrumsdialyse müssen in einer Praxis/Einrichtung mindestens 10 Behandlungsplätze vorhanden sein und nachgewiesen werden.
Apparative Voraussetzungen (§ 6 der QS-Vereinbarung zu den Blutreinigungsverfahren)
Nachweis der apparativen Voraussetzungen durch Bestätigung der Hersteller-, Liefer- oder Servicefirma und durch eigene Angaben des Antragstellers.
Wenn Sie Dialyse als Leistung für gesetzlich Versicherte anbieten und abrechnen möchten, muss die KVH dies zunächst genehmigen. Mitglieder der KVH stellen dazu einen Antrag bei der KVH und weisen die geforderten Voraussetzungen nach. Bitte beachten Sie, dass Genehmigungen nicht rückwirkend erteilt werden können.
Damit die Krankenkassen die Leistungsvoraussetzungen prüfen können, müssen Ärzte dokumentieren, wenn
sie erstmalig ein Blutreinigungsverfahren einleiten.
sie das Verfahren wechseln.
Diese Dokumentation müssen sie an die Krankenkasse des Versicherten schicken. Dies regelt § 3 Absatz 6 Anlage 9.1 des Bundesmantelvertrags Ärzte (BMV-Ä) und dient zur Indikation des Dialyseverfahrens (Peritonealdialyse, Hämodialyse, IPD) sowie der Dialyseform (Zentrumsdialyse, Heimdialyse, zentralisierte Heimdialyse).
Für die Meldung an die Krankenkassen hat die KVH ihren Mitgliedern ein praktisches Muster sowie eine Liste der Krankenkassen erstellt, die zentrale Ansprechpartner für diese Meldung haben.
Um Ihnen diese Dokumentationspflicht so einfach wie möglich zu gestalten, hat die KV Hessen ein Formular „Meldung an die Krankenkassen“ (Muster 23) entworfen, welches die notwendigen Daten erhält und bequem am Computer von Ihnen ausgefüllt werden kann. Ebenso finden Sie für die Weiterleitung dieses Formulars eine Liste der Krankenkassen, welche eine zentrale Anschrift oder Faxnummer speziell nur für diese Meldung eingeführt haben. Bitte entnehmen Sie aus dieser Liste die betreffende Krankenkasse, bei der Ihr Patient versichert ist.
Ärztliche Dokumentation nach Qualitätssicherungs-Richtlinie Dialyse (QSD-RL):
Die Dokumentationsvorgaben nach Anlage 1 bis 3 der QSD-RL sind maßgebend.
Nachweis zur Beteiligung an einem Rückmeldesystem gemäß § 12 der QSD-RL zur Selbstkontrolle (Benchmarking).
Die Abrechnung einer Dialysebehandlung darf nur erfolgen, wenn auch eine ausreichende Dokumentation nach Maßgabe dieser Richtlinie vorliegt.
Für alle Patienten, die im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung mit Dialyse behandelt werden, ist eine elektronische Dokumentation anzulegen und in elektronischer Form zu übertragen (gilt nicht für Privatpatienten und Versicherte der Besonderen Kostenträger)
Diese Daten sind ausschließlich mit der entsprechenden Verschlüsselungssoftware und als gezipte Datei (mit der Endung DIA.ZIP.XKM und BERST.ZIP.XKM) zu übermitteln. Unverschlüsselte oder nicht gezipte Dateien können wir nicht weiterverarbeiten beziehungsweise nicht an die Vertrauensstelle, den bundesweiten Datenanalysten und Ihren eigenen Berichtersteller weiterleiten.
Die verschlüsselten patientenidentifizierenden Daten und das Einrichtungspseudonym mit den verschlüsselten Qualitätssicherungsdaten werden nach dem Datenflussmodell durch die KVH an die Vertrauensstelle und den bundesweiten Datenanalysten weitergeleitet. Sie können Ihre Patienten mit einem Merkblatt über den Datenfluss und die Verarbeitung der Daten informieren.
Der Quartalsbericht des bundesweiten Datenanalysten wird durch die beratende Qualitätssicherungskommission Dialyse der KVH quartalsweise nach Maßgabe der Qualitätssicherungs-Richtlinie Dialyse überprüft. Bei Überschreitung der Grenzwerte im Rahmen der Hämodialyse und Peritonealdialyse werden die Dialysepraxen und – Einrichtungen in Hessen um Stellungnahme gebeten.
Vierteljährliche Stichprobenprüfung bei auffälligen Werten im Quartalsbericht, bei begründeten Hinweisen auf unzureichende Qualität und durch Zufallsauswahl
Einzelheiten regelt § 8 QSD-Richtlinie.
QS-Vereinbarung zu den Blutreinigungsverfahren § 135 Abs. 2 SGB V
Anlage 9.1 Bundesmantelvertrag (BMV-Ä)
Qualitätssicherungs-Richtlinie Dialyse (QSD-RL) §§ 135b und 136 Abs. 1 Nr. 1 SGB V
Dialysestandard der Deutschen Gesellschaft Nephrologie in Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Nierenzentren e.V. sowie der Gesellschaft für Pädiatrische Nephrologie (Stand 23.03.2016)
zuletzt aktualisiert am: 26.11.2018
Downloads Antrag
Antrag Dialyse | pdf | 383 KB
Anlage 1 (Gewährleistungserklärung) | pdf | 56 KB
Anlage 2 (Kooperation Transplantationszentrum) | pdf | 43 KB
Anlage 3 (Präsenz & Bereitschaftsdienst) | pdf | 56 KB
Nachweis Rückmeldesystem | pdf | 51 KB
Antrag Dialyse Übernahme Versorgungsauftrag | pdf | 414 KB
Antrag Dialyse Übernahme Versorgungsauftrag (Standortwechsel) | pdf | 145 KB
Antrag Dialyse Vertragsarzt & nicht-ärztlicher Partner | pdf | 98 KB
Antrag Dialyse Vertragsarzt & Einrichtung (Kuratorium für Dialyse & Nierentransplantation) | pdf | 46 KB
Antrag Dialyse Vertragsarzt & Einrichtung (Heimversorgung) | pdf | 988 KB
Antrag Dialyse Zweigpraxis | pdf | 86 KB
Anleitung Benchmark | pdf | 537 KB
Online-Zugang Helfer | pdf | 647 KB
Online-Zugang MVZ / Einrichtung | pdf | 715 KB
Auffälligkeiten Katheterzugang | pdf | 214 KB
Hämodialyse | pdf | 103 KB
IPD-Indikation | pdf | 72 KB
Peritonealdialyse | pdf | 106 KB
Peritonealdialyse: Laborwerte | pdf | 272 KB
Kontakt Krankenkassen | pdf | 32 KB
Muster Meldung an Krankenkassen | pdf | 60 KB
Maria Kazantsidou
Tel 069 24741-6522
qs.fb1.3(at)kvhessen(.)de
Tel 069 24741-6586