Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F08-02-2012-9C_768-2011
Timestamp: 2016-10-28 19:48:46
Document Index: 272820263

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 61', 'BGE', 'Art. 42', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 61', 'BGE', 'BGE', 'Art. 59', 'BGE', 'BGE', 'Art. 28']

Nachdem im Januar 2006 ein Leistungsbegehren abgewiesen worden war, meldete sich der 1962 geborene A.________ im M�rz 2010 erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Nach Abkl�rungen und Durchf�hrung des Vorbescheidverfahrens verneinte die IV-Stelle Zug mit Verf�gung vom 26. Januar 2011 wiederum einen Anspruch auf eine Invalidenrente.
A.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren und beantragen, unter Aufhebung des Entscheids vom 26. August 2011 sei ihm ab 1. September 2010 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen; eventualiter sei die IV-Stelle zu verpflichten, weitere medizinische Abkl�rungen bzw. eine Evaluation der funktionellen Leistungsf�higkeit (EFL) und allenfalls BEFAS-Abkl�rung vorzunehmen.
2.1 Die Vorinstanz hat gest�tzt auf die Beurteilung des Dr. med. B.________ vom Regionalen �rztlichen Dienst (RAD; Untersuchungsbericht vom 20. Oktober 2010 und Stellungnahme vom 4. Juli 2011) festgestellt, der Beschwerdef�hrer sei in einer k�rperlich angepassten T�tigkeit (vorwiegend im Sitzen mit der M�glichkeit zum spontanen Positionswechsel, mit leichter k�rperlicher Arbeit in Wechselbelastung) zu 100 % arbeitsf�hig. Weiter hat sie die von der Verwaltung festgelegten Vergleichseinkommen best�tigt und bei einem resultierenden Invalidit�tsgrad von 4 % einen Rentenanspruch verneint.
2.2 Bei den vorinstanzlichen Feststellungen zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsf�higkeit der versicherten Person handelt es sich grunds�tzlich um Entscheidungen �ber eine Tatfrage (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 397 ff.), welche das Bundesgericht seiner Urteilsfindung zugrunde zu legen hat (E. 1). Die konkrete Beweisw�rdigung stellt ebenfalls eine Tatfrage dar. Dagegen ist die Beachtung des Untersuchungsgrundsatzes und der Beweisw�rdigungsregeln nach Art. 61 lit. c ATSG Rechtsfrage (BGE 132 V 393 E. 3.2 und 4 S. 397 ff.; Urteil I 865/06 vom 12. Oktober 2007 E. 4 mit Hinweisen), die das Bundesgericht im Rahmen der den Parteien obliegenden Begr�ndungs- bzw. R�gepflicht (Art. 42 Abs. 2 BGG und Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 133 II 249 E. 1.4.1 und 1.4.2 S. 254) frei �berpr�fen kann (Art. 106 Abs. 1 BGG).
2.3 Der Untersuchungsbericht vom 20. Oktober 2010 mit Stellungnahme vom 4. Juli 2011 des Dr. med. B.________, Facharzt Orthop�dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, gen�gt den materiellen bundesrechtlichen Anforderungen an die Beweiskraft (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352 mit Hinweis): Er beruht auf eigener Untersuchung des Beschwerdef�hrers, und der Experte ber�cksichtigte die geklagten Beschwerden sowie die im Zeitpunkt seiner Einsch�tzung bei der Verwaltung vorhandenen medizinischen Unterlagen. In der sp�teren, im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingeholten Stellungnahme wurde einleuchtend dargelegt, dass unter funktioneller Betrachtung die mittels CT-Untersuchung vom 13. Juli 2010 durch das Spital X.________ gestellte Diagnose einer �lteren Abrissfraktur des Trochanter major mit Pseudarthrose die Einsch�tzung der Arbeitsf�higkeit in angepasster T�tigkeit nicht weiter ber�hrt; ausserdem fehlen Anhaltspunkte f�r einen ungen�genden Einbezug der sich aus der genannten Diagnose ergebenden Symptome und Beeintr�chtigungen. Dr. med. B.________ legte insbesondere einleuchtend dar, weshalb er die aktuelle T�tigkeit mit "st�ndig stehendem und gehendem Belastungsprofil" nicht f�r optimal angepasst hielt, indessen f�r leidensadaptierte Arbeiten keine Einschr�nkungen attestierte.
Was die abweichende Einsch�tzung des Dr. med. S.________ vom 24. Januar 2011 anbelangt, hat das kantonale Gericht festgestellt, angesichts der von ihm als "belastungsabh�ngig" erkannten Schmerzen im H�ftbereich habe er keine nachvollziehbare Begr�ndung geliefert f�r die Annahme, dass in s�mtlichen T�tigkeiten eine Arbeitsunf�higkeit von 50 % bestehe. Diese im Rahmen freier Beweisw�rdigung (Art. 61 lit. c ATSG) getroffene Feststellung ist nicht offensichtlich unrichtig und daher f�r das Bundesgericht verbindlich (E. 1). Dass Dr. med. B.________ diesbez�glich im Beschwerdeverfahren nicht Stellung nahm, schm�lert den Beweiswert seines Untersuchungsberichts nicht. Umgekehrt mangelt es dem Gutachten des Dr. med. S.________ vom 24. Januar 2011 seinerseits auch insofern an �berzeugungskraft, als daraus nicht ersichtlich ist, ob es in Kenntnis der Vorakten und somit der Auffassung des Dr. med. B.________ erstellt wurde (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352), zumal eine Auseinandersetzung damit fehlt. Weiter spricht auch die Arbeitsf�higkeitssch�tzung des Dr. med. E.________ (Schreiben vom 14. M�rz 2011) nicht gegen die Beweiskraft des Berichts des Dr. med. B.________: In Bezug auf angepasste T�tigkeiten ist ebenfalls keine Begr�ndung vorhanden; ausserdem ist der Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag Rechnung zu tragen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc S. 353; Urteile 8C_740/2010 vom 29. September 2011 E. 6; 9C_842/2009 vom 17. November 2009 E. 2.2).
Schliesslich steht in Bezug auf die Art der gegenw�rtig ausge�bten (Reinigungs-)Arbeit als Hauswart - auch ohne R�cksprache mit dem Arbeitgeber - fest, dass sie vorwiegend im Gehen oder Stehen auszu�ben ist. Auch wenn sie verschiedentlich als "k�rperlich leicht" und f�r den Versicherten als "angepasst" erachtet wurde, entspricht sie nicht dem durch Dr. med. B.________ nachvollziehbar begr�ndeten medizinischen Anforderungsprofil. Ein solches bildet indessen die notwendige Grundlage f�r die Qualifikation einer T�tigkeit als leidensadaptiert. Im �brigen gingen die Haus�rztin (Bericht vom 23. April 2010) und der Orthop�de Dr. med. W.________ (Bericht vom 28. April 2010) medizinisch-theoretisch ebenfalls von einer nicht resp. kaum eingeschr�nkten Arbeitsf�higkeit in anderen, leidensangepassten Besch�ftigungen aus.
2.4 Ein EFL-Testverfahren (vgl. SVR 2009 IV Nr. 26 S. 73, 8C_547/2008 E. 4.2.1) ist nicht in jedem Fall durchzuf�hren, sondern allenfalls in Betracht zu ziehen, wenn sich die beteiligten Fach�rzte ausser Stande sehen, eine zuverl�ssige Einsch�tzung des leistungsm�ssig Machbaren vorzunehmen, und deshalb eine konkrete leistungsorientierte berufliche Abkl�rung als zweckm�ssigste Massnahme ausdr�cklich empfehlen (Urteil 8C_976/2010 vom 23. Februar 2011 E. 5.5). Es ist indessen nicht bereits dann erforderlich, wenn lediglich �rztliche Einsch�tzungen der gesundheitlich bedingten Einschr�nkung voneinander abweichen. Eine medizinisch-theoretische Beurteilung der Arbeitsf�higkeit gen�gt als Grundlage f�r die Bemessung der Invalidit�t; liegt eine solche vor, darf auf eine Begutachtung durch eine berufliche Abkl�rungsstelle (BEFAS; vgl. Art. 59 Abs. 3 IVG) verzichtet werden (Urteile 9C_466/2010 vom 23. August 2010 E. 3.4.2; 9C_332/2009 vom 28. Mai 2009 E. 3.4).
Bei der im konkreten Fall gegebenen Aktenlage (vgl. E. 2.3) hat das kantonale Gericht in pflichtgem�sser antizipierender Beweisw�rdigung (BGE 137 V 64 E. 5.2 S. 69; 136 I 229 E. 5.3 S. 236) auf weitere Abkl�rungen verzichtet.
2.5 Nach dem Gesagten sind die vorinstanzliche Beweisw�rdigung und Sachverhaltsfeststellung betreffend die Arbeitsf�higkeit (vgl. E. 2.1) nicht offensichtlich unrichtig und beruhen auch nicht auf einer Rechtsverletzung. Sie bleiben daher f�r das Bundesgericht verbindlich (E. 1).
2.6 In Bezug auf dieses Ergebnis werden die �brigen Faktoren der Invalidit�tsbemessung nicht angefochten. Es besteht kein Anlass f�r eine n�here Pr�fung von Amtes wegen (BGE 125 V 413 E. 1b und 2c S. 415 ff.; 110 V 48 E. 4a S. 53). Das kantonale Gericht hat folglich zu Recht einen Rentenanspruch verneint (Art. 28 Abs. 2 IVG).