Source: http://lexikon.iyotta.de/ehegattentestament/
Timestamp: 2018-06-25 19:17:00
Document Index: 371922172

Matched Legal Cases: ['§ 2265', '§ 2267', '§ 2247', '§ 2267', '§ 2268', '§ 2268', '§ 2270']

Ehegattentestament - Wirtschafts- und Rechtslexikon
Das Ehegattentestament ist eine besondere Form des Testaments, das nur Ehegatten vorbehalten ist. Eine sehr beliebte Form des Ehegattentestaments ist das sog. Berliner Testament.
Gemeinschaftliches Testament von Ehegatten (= Ehegattentestament)
Ein gemeinschaftliches Testament ist die gleichzeitige gemeinschaftliche Errichtung einer letztwilligen Verfügung von Todes in Form eines Testaments. Diese besondere Form des Testaments ist gem. § 2265 BGB nur Ehegatten vorbehalten (= Ehegattentestament).
Das gemeinschaftliche Ehegattentestament kann
völlig selbständige Verfügungen der Ehegatten,
eine gegenseitige Einsetzung als Erben oder
darüber hinaus weitere wechselbezügliche Verfügungen von Todes wegen
Zur Errichtung eines gemeinschaftlichen Testaments genügt es gem. § 2267 BGB, wenn
einer der Ehegatten das Testament in der vorgeschriebenen Form eigenhändig errichtet (§ 2247 BGB) und
der andere Ehegatte die gemeinschaftliche Erklärung eigenhändig mitunterzeichnet.
Nach § 2267 S. 2 BGB soll der mitunterzeichnende Ehegatte hierbei angeben,
zu welcher Zeit (Tag, Monat und Jahr) und
er/sie die Unterschrift beigefügt hat.
Die Wirksamkeit eines Ehegattentestaments ist gem. § 2268 Abs. 1 BGB vom Fortbestand der Ehe abhängig, sofern nicht etwas anderes anzunehmen ist (§ 2268 Abs. 2 BGB).
Das sog. Berliner Testament ist eine besondere Form des gemeinschaftlichen Testaments von Ehegatten, bei dem sich die Ehegatten zunächst gegenseitig zu Alleinerben einsetzen. Weiterhin wird bestimmt, dass der gemeinsame Nachlaß nach dem Tod beider Eheleute dem gemeinsamen Kind oder den gemeinsamen Kindern zufallen soll.
Es gibt verschiedene Varianten des Berliner Testaments mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen.
In jedem Falle ist zu beachten, dass ein Berliner Testament mit dem Tod des Erstversterbenden für den überlebenden Ehegatten regelmäßig Bindungswirkung erlangt. Die Verfügungen der beiden Ehegatten stellen sich insoweit als wechselbezüglich im Sinne des § 2270 Abs. 1 BGB dar, als der eine Ehegatte den anderen nur deshalb zum Alleinerben einsetzt, weil dieser die gemeinsamen Kinder zu Schlusserben bestimmt.
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