Source: https://www.wittich-kanzlei.de/einbuergerung
Timestamp: 2020-02-27 16:42:28
Document Index: 235202587

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 26', '§ 8', '§ 37', '§ 10', '§ 37']

Einbürgerung | Wittich Kanzlei
Leben Ausländer dauerhaft in Deutschland, besitzen aber nicht die deutsche Staatsangehörigkeit, besteht für diesen Personenkreis die Möglichkeit unter bestimmten Voraussetzungen die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung zu erlangen.
Durch die Einbürgerung erhalten diese Personen die rechtliche Gleichstellung und die politische Partizipation sowie weitere Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe. Denn durch die Einbürgerung werden diese Personen zu gleichberechtigten Bürgerinnen und Bürgern der Bundesrepublik Deutschland mit allen Rechten und Pflichten als Staatsbürger.
Die Voraussetzungen, unter welchen ein Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben kann regelt das Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG).
So erwirbt ein Kind ausländischer Eltern mit seiner Geburt in Deutschland die deutsche Staatsbürgerschaft gemäß § 4 Abs. 3 StAG, wenn sich zumindest ein Elternteil seit acht Jahren rechtmäßig in Deutschland aufhält und ein unbefristetes Aufenthaltsrecht besitzt. Für den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch das Kind ausländischer Eltern kommt es grundsätzlich nicht darauf an, ob die Eltern diese Rechtsfolge überhaupt wollen, der Erwerb erfolgt von Gesetzes wegen. Es besteht für die ausländischen Eltern die Möglichkeit auf den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch ihr Kind zu verzichten(§ 26 StAG). Die deutsche Rechtsordnung respektiert auch die mögliche doppelte Staatsangehörigkeit des Kindes ausländische Eltern.
Nach Vollendung des 21. Lebensjahres muss das Kind sich zwischen der deutschen und der ausländischen Staatsangehörigkeit entscheiden (Optionspflicht), es sei denn, es ist in Deutschland aufgewachsen oder es besitzt neben der deutschen nur die Staatsangehörigkeit eines anderen EU-Staates oder der Schweiz.
STAATSANGEHÖRIGKEIT FÜR KINDER
Ein erwachsener Ausländer kann gemäß § 8 StAG die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben. Das Gesetz unterscheidet zwischen einer sogenannten Ermessenseinbürgerung und einem Rechtsanspruch auf Einbürgerung.
Ein Ermessensanspruch auf Einbürgerung steht einem Ausländer zu, wenn er seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat und er handlungsfähig nach Maßgabe von § 37 Abs. 1 des AufenthG (also mindestens 16 Jahre alt) oder gesetzlich vertreten ist, und
weder wegen einer rechtswidrigen Tat zu einer Strafe verurteilt noch gegen ihn aufgrund seiner Schuldunfähigkeit eine Maßregel der Besserung und Sicherung angeordnet worden ist,
sich und seine Angehörigen zu ernähren im Stande ist.
Beim Vorliegen dieser Voraussetzungen steht dem Ausländer noch kein Rechtsanspruch auf Einbürgerung, sondern lediglich ein Anspruch auf ermessensfehlerfreie Entscheidung durch die deutsche Behörde zu.
Die Vorschrift des § 10 StAG räumt demgegenüber dem Ausländer einen Rechtsanspruch auf Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft ein. Voraussetzungen dafür liegen vor, wenn
der Ausländer, der seit acht Jahren rechtmäßig seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat und handlungsfähig nach § 37 Absatz 1 Satz 1 StAG oder gesetzlich vertreten ist, und
Beim Vorliegen dieser Voraussetzungen hat der Ausländer einen Rechtsanspruch auf Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft.