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Timestamp: 2020-05-30 22:01:07
Document Index: 114014010

Matched Legal Cases: ['§ 196', '§ 193', '§ 5', '§ 118', '§ 5', '§ 361', '§ 361', '§ 69', '§ 361', '§ 171', '§ 173']

OFD Hannover v. 04.05.2005 - S 1400 - 8 - StO 121 - NWB Datenbank
OFD Hannover v. 04.05.2005 - S 1400 - 8 - StO 121
Anwendungserlass zur AO;
Zu § 196 – Prüfungsanordnung
1. Zur Begründung einer Anordnung einer Außenprüfung nach § 193 Abs. 1 genügt der Hinweis auf diese Rechtsgrundlage. Die Prüfungsanordnung (§ 5 Abs. 2 Satz 1 BpO), die Festlegung des Prüfungsbeginns ( BFH-Urteil vom 18. Dezember 1986 – I R 49/83 , BStBl 1987 II S. 408) und des Prüfungsorts ( BFH-Urteil vom 24. Februar 1989 – III R 36/88 , BStBl 1989 II S. 445) sind selbstständig anfechtbare Verwaltungsakte i. S. des § 118 ( BFH-Urteil vom 25. Januar 1989 – X R 158/87 , BStBl 1989 II S. 483). Darüber hinaus können mit der Prüfungsanordnung weitere nicht selbstständig anfechtbare prüfungsleitende Bestimmungen (§ 5 Abs. 3 BpO) verbunden werden. Ein Einspruch gegen die Prüfungsanordnung hat keine aufschiebende Wirkung (§ 361 Abs. 1 Satz 1); vorläufiger Rechtsschutz kann erst durch Aussetzung der Vollziehung (AdV) nach § 361, § 69 FGO gewährt werden ( BFH-Beschluss vom 17. September 1974 – VII B 122/73 , BStBl 1975 II S. 197). Über Anträge auf AdV ist unverzüglich zu entscheiden; Nr. 3 zu § 361 gilt sinngemäß.
2. Rechtswidrig erlangte Außenprüfungsergebnisse dürfen nur dann nicht verwertet werden, wenn der Steuerpflichtige (Stpfl.) erfolgreich gegen die Prüfungsanordnung der betreffenden Prüfungsmaßnahme vorgegangen ist ( BFH-Urteil vom 27. Juli 1983 – I R 210/79 , BStBl 1984 II S. 285). Wenn die Prüfungsfeststellungen bereits Eingang in Steuerbescheide gefunden haben, muss der Stpfl. auch diese Bescheide anfechten, um ein steuerliches Verwertungsverbot zu erlangen ( BFH-Urteil vom 16. Dezember 1986 – VIII R 123/86 , BStBl 1987 II S. 248). Feststellungen, deren Anordnung rechtskräftig für rechtswidrig erklärt wurden, unterliegen einem Verwertungsverbot ( BFH-Urteil vom 14. August 1985 – I R 188/82 , BStBl 1986 II S. 2). Dies gilt nicht, wenn die bei der Prüfung ermittelten Tatsachen bei einer erstmaligen oder einer unter dem Vorbehalt der Nachprüfung stehenden Steuerfestsetzung verwertet wurden und lediglich formelle Rechtsfehler vorliegen ( BFH-Urteil vom 10. Mai 1991 – V R 51/90 , BStBl 1991 II S. 825 und BFH-Urteil vom 25. November 1997 – VIII R 4/94 , BStBl 1998 II S. 461).
3. Ist eine Prüfungsanordnung aus formellen Gründen durch das Gericht oder die Finanzbehörde aufgehoben oder für nichtig erklärt worden, so kann eine erneute Prüfungsanordnung (Wiederholungsprüfung) unter Vermeidung des Verfahrensfehlers erlassen werden ( BFH-Urteil vom 20. Oktober 1988 – IV R 104/86 , BStBl 1989 II S. 180 und BFH-Urteil vom 24. August 1989 – IV R 65/88 , BStBl 1990 II S. 2). Für die Durchführung der Wiederholungsprüfung ist es regelmäßig geboten, einen anderen Prüfer mit der Prüfung zu beauftragen, der in eigener Verantwortung bei Durchführung der Prüfung ein selbstständiges Urteil über die Erfüllung der steuerlichen Pflichten durch den Stpfl. gewinnt ( BFH-Urteil vom 20. Oktober 1988 – IV R 104/86 , BStBl 1989 II S. 180).
4. Die Anordnung einer Außenprüfung für einen bereits geprüften Zeitraum (Zweitprüfung) ist grundsätzlich zulässig ( BFH-Urteil vom 24. Januar 1989 – VII R 35/86 , BStBl 1989 II S. 440).
5. Der Umfang der Ablaufhemmung nach § 171 Abs. 4 und der Sperrwirkung nach § 173 Abs. 2 bestimmt sich nach dem in der Prüfungsanordnung festgelegten Prüfungsumfang ( BFH-Urteil vom 18. Juli 1991 – V R 54/87 , BStBl 1991 II S. 824 und BFH-Urteil vom 25. Januar 1996 – V R 42/95 , BStBl 1996 II S. 338).
Es bedarf keiner neuen Prüfungsanordnung, wenn die Prüfung unmittelbar nach Beginn für mehr als sechs Monate unterbrochen und vor Ablauf der Festsetzungsfrist zügig beendet wird ( BFH-Urteil vom 13. Februar 2003 – IV R 31/01 , BStBl 2003 II S. 552).
OAAAB-55588
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