Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/einkommensteuer/einkommensteuer-privat/die-grundstuecksveraeusserung-als-privates-veraeusserungsgeschaeft-und-die-tilgung-privater-verbindlichkeiten-3200808?pk_campaign=feed&pk_kwd=die-grundstuecksveraeusserung-als-privates-veraeusserungsgeschaeft-und-die-tilgung-privater-verbindlichkeiten
Timestamp: 2020-04-04 05:47:46
Document Index: 107924266

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 23', '§ 12', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23']

Die Grund­stücks­ver­äu­ße­rung als pri­va­tes Ver­äu­ße­rungs­ge­schäft – und die Til­gung pri­va­ter Ver­bind­lich­kei­ten | Rechtslupe
Die Grundstücksveräußerung als privates Veräußerungsgeschäft - und die Tilgung privater Verbindlichkeiten
Die blo­ße Ver­wen­dung des Ver­äu­ße­rungs­er­lö­ses zur Til­gung pri­va­ter Ver­bind­lich­kei­ten nach der Ver­äu­ße­rung führt nicht zur Ent­ste­hung von Ver­äu­ße­rungs­kos­ten.
Ver­äu­ße­rungs­kos­ten nach § 22 Nr. 2, § 23 Abs. 3 EStG sind alle durch den Ver­äu­ße­rungs­vor­gang ver­an­lass­ten Kos­ten, die nicht zu den nach­träg­li­chen Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten gehö­ren und auch nicht im Rah­men einer steu­er­lich rele­van­ten Zwi­schen­nut­zung Betriebs­aus­ga­ben oder Wer­bungs­kos­ten bei den Ein­künf­ten aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung dar­stel­len oder wegen pri­va­ter Nut­zung nach § 12 EStG nicht abzieh­bar sind.
Abzieh­bar sind danach die durch die Ver­äu­ße­rung des Wirt­schaft­guts ver­an­lass­ten Auf­wen­dun­gen 1.
Die Ablö­sung pri­va­ter Dar­le­hens­ver­bind­lich­kei­ten sind, auch wenn sich durch eine Grund­schuld auf dem ver­äu­ßer­ten Grund­stück gesi­chert sind, nicht durch die Ver­äu­ße­rung ver­an­lasst. Viel­mehr hat die Ver­äu­ße­rung hier­durch pri­va­te Ver­bind­lich­kei­ten mit dem Ver­äu­ße­rungs­er­lös getilgt. Die­se Ver­wen­dung der erlang­ten Mit­tel steht mit der Ver­äu­ße­rung weder unmit­tel­bar noch mit­tel­bar in Zusam­men­hang. Die Zah­lung hat sich zudem zeit­lich (hier: durch Ein­zah­lung auf ein Ander­kon­to) nach der Ver­äu­ße­rung abge­spielt und hat auch kei­nen Nie­der­schlag im Kauf­ver­trag zwi­schen Ver­äu­ße­rer und Erwer­ber gefun­den. Die blo­ße Ver­wen­dung des Ver­äu­ße­rungs­er­lö­ses zur Til­gung pri­va­ter Ver­bind­lich­kei­ten nach der Ver­äu­ße­rung führt nicht zur Ent­ste­hung von Ver­äu­ße­rungs­kos­ten i.S. von § 23 Abs. 3 EStG.
vgl. BFH, Urteil vom 12.12.1996 – X R 65/​95, BFHE 182, 363, BSt­Bl II 1997, 603; Schmid­t/We­ber-Grel­let, a.a.O., § 23 Rz 82; HHR/​Musil, § 23 EStG Rz 288; Kube in Kirch­hof, a.a.O., § 23 Rz 19; KKB/​Bäuml, EStG, 4. Aufl., § 23 Rz 361; Tros­sen in Beck­OK EStG, Kirchhof/​Kulosa/​Ratschow, 4. Edi­ti­on Stand 01.07.2019, § 23 Rz 304[↩]
DarlehensrückzahlungGrundstücksübertragungPrivates Veräußerungsgeschäft