Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=20.10.1992&Aktenzeichen=GSSt%201%2F92
Timestamp: 2019-03-18 18:29:31
Document Index: 78937900

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 251', '§ 18', '§ 251', '§ 52', '§ 251', '§ 211', '§ 18', '§ 52', '§ 211', '§ 251', '§ 52', '§ 211', '§ 251', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 18', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 223', '§ 226', '§ 223', '§ 223', '§ 223', '§ 223', '§ 223', '§ 226', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 20.10.1992 - GSSt 1/92 - dejure.org
§ 251 StGB aF, § 18 StGB erfassen auch vorsätzliche Herbeiführung der Todesfolge (Auffangfunktion des Begriffs der Fahrlässigkeit) (Hinweis: nun im Wortlaut von § 251 StGB klargestellt: "wenigstens leichtfertig" statt früher "leichtfertig");
§ 52 StGB, Tateinheit (nicht Gesetzeseinheit) zwischen § 251 StGB und § 211 StGB
§ 18 StGB; § 52 StGB; § 211 StGB; § 251 StGB
Anwendbarkeit des Straftatbestandes des Raubes mit Todesfolge bei vorsätzlicher Herbeiführung des Todes; Konkurrenzverhältnis zwischen Mord und Raub mit Todesfolge
Tateinheit; Todesfolge ; Strafzumessung; Leichtfertigkeit; Raub mit Todesfolge; Grobe Fahrlässigkeit ; Vorsatz
StGB § 52 Abs. 1, § 211, § 251
BGH, 06.05.1993 - 1 StR 593/91
BGHSt 39, 100
NJW 1993, 1662
NStZ 1993, 338
a) Gesetzeseinheit liegt, wie der Große Senat für Strafsachen des Bundesgerichtshofs in der Entscheidung BGHSt 39, 100, 108 herausgestellt hat, nur vor, wenn der Unrechtsgehalt einer Handlung durch einen von mehreren, dem Wortlaut nach anwendbaren Straftatbeständen erschöpfend erfaßt wird.
Jedenfalls in anderen Regelungszusammenhängen findet der Gedanke Verwendung, daß Vorsatz die Fahrlässigkeit und die Leichtfertigkeit als mindere Verschuldensformen einschließt (vgl. BGHSt 39, 100;… Tröndle/Fischer, StGB 50. Aufl. § 18 Rdn. 5).
Auch der Große Senat für Strafsachen ist hiervon in der Entscheidung BGHSt 39, 100, 109 als selbstverständlich ausgegangen (klarstellende Tateinheit).
Die Verletzung des durch einen Straftatbestand geschützten Rechtsguts muß eine - wenn auch nicht immer notwendige, so doch regelmäßige - Erscheinungsform des anderen Tatbestandes sein (vgl. BGHSt 39, 100, 108 m.w.N.).
Der Klarstellungsfunktion des Schuldspruchs, der das gesamte tatbestandsmäßig erfaßte Unrecht einer Tat zum Ausdruck bringen soll (BGHSt 31, 380; 39, 100, 108), wird hier nur durch die Annahme einer zwischen § 223 b StGB und § 226 StGB bestehenden Tateinheit hinreichend Rechnung getragen (…ebenso Hirsch in LK 10. Aufl. § 223 b Rdn. 23;… Stree in Schönke/Schröder StGB 24. Aufl. § 223 b Rdn. 17;… Vogler in Festschrift für Bockelmann S. 722;… a.A. Dreher/Tröndle StGB 47. Aufl. § 223 b Rdn. 15;… Lackner StGB 20. Aufl. § 223 b Rdn. 10).
Den Urteilsgründen kann nicht entnommen werden, daß die Strafkammer die Körperverletzung, die Tatbestandsmerkmal sowohl des § 223 b StGB als auch des § 226 StGB ist, der Angeklagten doppelt angelastet hätte (vgl. hierzu BGHSt 39, 100, 109).
Die Annahme von Tateinheit zwischen vollendetem Raub mit Todesfolge und Körperverletzung mit Todesfolge ist auch nicht als Konsequenz aus der Entscheidung des Großen Senats BGHSt 39, 100, 108 ff. geboten.
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