Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=HFR%201989,%20440
Timestamp: 2019-06-26 11:57:00
Document Index: 254082934

Matched Legal Cases: ['§ 93', '§ 93', '§ 93', '§ 93', '§ 208', '§ 93', '§ 1', 'Art. 14']

BVerfG, 06.04.1989 - 1 BvR 33/87 - dejure.org
https://dejure.org/1989,2033
BVerfG, 06.04.1989 - 1 BvR 33/87 (https://dejure.org/1989,2033)
BVerfG, Entscheidung vom 06.04.1989 - 1 BvR 33/87 (https://dejure.org/1989,2033)
BVerfG, Entscheidung vom 06. April 1989 - 1 BvR 33/87 (https://dejure.org/1989,2033)
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Auskunft - Informationelle Selbstbestimmung - Steuerfahndung - Presse - Auskunftsverweigerung - Immobilienverkauf - Ausland
NJW 1990, 701
HFR 1989, 440
Diese Rechtsprechung, die sich im Ansatz auf das besondere Ermittlungsinstrument des § 93 Abs. 7 AO übertragen lässt (…vgl. Schuster, in: Hübschmann/Hepp/Spitaler, AO, § 93 Rn. 102), begegnet unter Bestimmtheitsgesichtspunkten keinen verfassungsrechtlichen Bedenken (vgl. auch BVerfG, 1. Kammer des Ersten Senats, Beschluss vom 6. April 1989 - 1 BvR 33/87 -, NJW 1990, S. 701 f.).
Auch wenn danach das Auskunftsrecht der Finanzbehörden nach § 93 Abs. 1 AO grundsätzlich nicht auf diejenigen Fälle beschränkt ist, in denen bereits konkrete Anhaltspunkte für die Annahme vorliegen, dass wahrscheinlich eine Steuerschuld entstanden ist und die betreffenden Steuern verkürzt worden sind (…vgl. BFH-Urteil vom 18. Februar 1997 - VIII R 33/95 -, BFHE 183, 45, BStBl II 1997, S. 499, unter B III 4 a dd m.w.N.; siehe ergänzend Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 6. April 1989 - 1 BvR 33/87 -, HFR 1989, S. 440 ), kann nicht festgestellt werden, dass Auskunftsersuchen wegen Spekulationsgewinnen in den Veranlagungszeiträumen 1997 und 1998 den Regelfall des Besteuerungsverfahrens gekennzeichnet haben.
Insbesondere lässt die Verfassung grundrechtseingreifende Ermittlungen "ins Blaue hinein" nicht zu (vgl. BVerfGE 112, 284 ; BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 6. April 1989 - 1 BvR 33/87 -, NJW 1990, S. 701 ).
Für den nichtredaktionellen Bereich, insbesondere den Anzeigenteil, verbleibt es bei der gemäß § 93 Abs. 1 Satz 1, § 208 Abs. 1 Nr. 3 AO grundsätzlich uneingeschränkten Auskunftspflicht der Presseangehörigen gegenüber der Steuerfahndung (vgl. BVerfG-Kammerbeschluss in HFR 1989, 440).
Eine verfassungsrechtliche Begrenzung der Auskunftspflicht außerhalb der verfahrensrechtlichen Normen des einfachen Rechts kommt allerdings nur äußerst selten, etwa bei der Verfolgung bloßer Bagatelldelikte oder Ordnungswidrigkeiten von geringer Bedeutung, in Betracht (BVerfG-Kammerbeschluss in HFR 1989, 440).
Auch das BVerfG hat die Rechtsprechung verfassungsrechtlich als unbedenklich gebilligt (Beschluss des BVerfG in HFR 1989, 440).
a) Die Beschwerde will dem Kammerbeschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 6. April 1989 - 1 BvR 33/87 - (NJW 1990, 701) sowie dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 17. Juli 1984 - 2 BvE 11/83, 2 BvE 15/83 - (BVerfGE 67, 100 ) den Rechtssatz entnehmen, dass die Übermittlung von Daten gemäß § 93 Abs. 1 AO eine bereichsspezifische Sondervorschrift (Vorrangwirkung) im Sinne des § 1 Abs. 3 BDSG darstellt.
Diese verfassungsrechtlich unbedenklichen (vgl. Senatsurteil vom 29. Oktober 1986 VII R 82/85, BFHE 148, 108, BStBl II 1988, 359; dazu Beschlüsse des Bundesverfassungsgerichts --BVerfG-- vom 6. April 1989 1 BvR 33/87, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung 1989, 440; vom 13. Oktober 1971 1 BvR 280/66, BVerfGE 32, 54) gesetzlichen Regelungen bestimmen Inhalt und Schranken des Eigentums i.S. des Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG.