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Timestamp: 2019-09-22 19:21:14
Document Index: 111139676

Matched Legal Cases: ['§ 58', '§ 117', '§ 124', '§ 58', '§ 124', '§ 58', '§ 55', '§ 58', '§ 58', '§ 58', '§ 58', '§ 58', '§ 58', '§ 58', '§ 58', '§ 58']

BVerwG, 30.04.2009 - 3 C 23.08 - dejure.org
https://dejure.org/2009,4093
BVerwG, 30.04.2009 - 3 C 23.08 (https://dejure.org/2009,4093)
BVerwG, Entscheidung vom 30.04.2009 - 3 C 23.08 (https://dejure.org/2009,4093)
BVerwG, Entscheidung vom 30. April 2009 - 3 C 23.08 (https://dejure.org/2009,4093)
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VwGO § 58 Abs. 1, § 117 Abs. 2, § 124a
Verwaltungsprozess; Rechtsmittel; Berufung; Berufungszulassung; Zulassung der Berufung; Berufungsbegründung; Belehrung; Rechtsmittelbelehrung; Monatsfrist; Frist; Fristlauf; Sitz; Sitz des Gerichts; Berufungsgericht.
Verwaltungsprozess; Rechtsmittel; Berufung; Berufungszulassung; Zulassung der Berufung; Berufungsbegründung; Belehrung; Rechtsmittelbelehrung; Monatsfrist; Frist; Fristlauf; Sitz; Sitz des Gerichts; Berufungsgericht.; Absetzung; Belehrungsfunktion; ...
Belehrung über den Sitz des Gerichts im Beschluss über die Zulassung der Berufung
VwGO § 58 Abs. 1; VwGO § 124a Abs. 6
Verwaltungsprozessrecht: Belehrung über den Sitz des Gerichts im Beschluss über die Zulassung der Berufung
VG Gießen, 25.06.2007 - 10 E 4033/06
VGH Hessen, 28.10.2008 - 10 A 1528/08
BVerwGE 134, 41
NJW 2009, 2322
Das dient der Rechtsmittelklarheit; indem § 58 VwGO seine Rechtsfolgen allein an die objektiv feststellbare Tatsache des Fehlens oder der Unrichtigkeit der Belehrung knüpft, gibt die Vorschrift sämtlichen Verfahrensbeteiligten gleiche und zudem sichere Kriterien für das Bestimmen der formellen Rechtskraft an die Hand (vgl. BVerwG, Urteile vom 30.04.2009 - 3 C 23.08 -, BVerwGE 134, 41, vom 13.12.1978, a.a.O., und vom 13.01.1971 - V C 53.70 -, BVerwGE 37, 85).
Dem Beteiligten soll vor Augen geführt werden, dass er einerseits zwar nicht sofort gegen eine ihn belastende Entscheidung vorgehen muss, dass er aber andererseits auch nicht unbegrenzt Zeit für einen Rechtsbehelf hat (BVerwG, Urteil vom 30. April 2009 - 3 C 23.08 - BVerwGE 134, 41 Rn. 14).
Es genügt, dass der irreführende Zusatz objektiv geeignet ist, die Rechtsmitteleinlegung zu erschweren (vgl. nur BVerwG, Urt. v. 30.04.2009 - 3 C 23/08 -, Rn. 17 mwN, juris).
Weiter überzeugt die Differenzierung nach den potentiellen Adressaten der Belehrung - Wer ist spontan und ohne großen Aufwand in der Lage, den elektronischen Rechtsverkehr auch tatsächlich zu nutzen? - angesichts der vom Bundesverwaltungsgericht vorgenommenen insgesamt sehr formalen Betrachtung der Rechtsbehelfsbelehrungen (BVerwG, Urt. v. 30.04.2009 - 3 C 23/08 -, Rn. 17, juris: "Das Ob und das Wie dieser Belehrung sind jedoch streng formalisiert.") nicht.
Zwar betrifft dann, wenn das Gesetz zwischen der Einlegung und der Begründung eines Rechtsmittels unterscheidet, die Belehrungspflicht beide Stufen (BVerwG, Urteil vom 30. April 2009 - 3 C 23.08 - BVerwGE 134, 41 Rn. 12).
Im Dienste der Rechtsmittelklarheit genügt es vielmehr, dass der irreführende Zusatz objektiv geeignet ist, die Rechtsmitteleinlegung zu erschweren (BVerwG, U.v. 30.4.2009 - 3 C 23.08 - BVerwGE 134, 41 = juris Rn. 17).
In diesem Zusammenhang geben die Ausführungen der Beklagten im Berufungsverfahren Anlass darauf hinzuweisen, dass es nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichtes, wie z.B. in dem Urteil vom 30. April 2009 (NJW 2009, 2322 m.w.N.) ausgeführt wird, nicht darauf ankommt, ob die im Einzelfall von dem jeweiligen Kläger beanstandete Rechtsbehelfs- oder Rechtsmittelbelehrung tatsächlich kausal für die Nichteinhaltung der jeweils geltenden Frist war.
Im Interesse der Rechtsmittelklarheit knüpft § 55 FGO seine Rechtsfolgen allein an die objektiv feststellbare Tatsache des Fehlens oder der Unrichtigkeit der Belehrung und gibt somit sämtlichen Verfahrensbeteiligten gleiche und sichere Kriterien für das Bestimmen der formellen Rechtskraft bzw. Bestandkraft an die Hand (so für die im Wortlaut identische Vorschrift des § 58 Abs. 2 VwGO: BVerwG-Urteil vom 30. April 2009 3 C 23/08, BVerwGE 134, 41, m.w.N.).
vgl. BVerwG, Urteil vom 30. April 2009 - 3 C 23.08 -, BVerwGE 134, 41, Rdn. 17 und juris, m.w.N.
§ 58 VwGO macht den Lauf der Fristen in allen Fällen von der Erteilung einer ordnungsgemäßen Belehrung abhängig, ohne Rücksicht darauf, ob den Betroffenen die Möglichkeit und die Voraussetzungen der in Betracht kommenden Rechtsbehelfe tatsächlich unbekannt waren und ob das Fehlen oder die Unrichtigkeit der Rechtsbehelfsbelehrung kausal für das Unterbleiben oder die Verspätung des Rechtsbehelfs war (BVerwG, U. v. 30.04.2009 - 3 C 23/08 -, juris, Rn. 17).
Damit soll der Betroffene auch allein anhand der vorliegenden Rechtsmittelbelehrung deren Vollständigkeit und Richtigkeit überprüfen und danach die Frage beantworten können, ob ihre Erteilung die Monatsfrist des § 58 Abs. 1 VwGO in Lauf gesetzt hat oder nicht (BVerwG, U. v. 30.04.2009 - 3 C 23/08 -, BVerwGE 134, 41-45, Rn. 18).
Zwar bedarf es nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts - vgl. BVerwG, Urteile vom 26. Oktober 1966 - 5 C 10.65 -, BVerwGE 25, 191 (…juris Rn. 19), vom 15. Dezember 1988 - 5 C 9.85 -, BVerwGE 81, 81 (…juris Rn. 15), sowie vom 30. April 2009 - 3 C 23.08 -, BVerwGE 134, 41, Rn. 17 -, die im Schrifttum einhellig geteilt wird - vgl. Czybulka/Kluckert, in: Sodan/Ziekow, VwGO, 4. Auflage 2014, § 58 Rn. 5; Kimmel, in: Posser/Wolff, VwGO, 2. Auflage 2014, § 58 Rn. 1; Meissner/Schenk, in: Schoch/Schneider/Bier, VwGO, Band I, § 58 Rn. 55 und 64 (Stand: April 2013); M. Redeker, in: Redeker/v.Oertzen, VwGO, 16. Auflage 2014, § 58 Rn. 15a; J. Schmidt, in: Eyermann, VwGO, 13. Auflage 2010, § 58 Rn. 12 -, keines Nachweises im konkreten Einzelfall, dass die Nichteinlegung eines Rechtsbehelfs durch die fehlende oder unrichtige Rechtsbehelfsbelehrung verursacht worden ist.
Der Gedanke der Rechtsmittelklarheit - vgl. BVerwG, Urteil vom 30. April 2009 - 3 C 23.08 -,BVerwGE 134, 41, Rn. 17 - steht einer einschränkenden Auslegung des § 58 Abs. 2 Satz 1 VwGO nicht entgegen.
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