Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=15.03.2006&Aktenzeichen=IV%20ZB%2038/05
Timestamp: 2019-10-16 18:40:37
Document Index: 376088275

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 84', '§ 84', '§ 74', '§ 84', '§ 84', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 15.03.2006 - IV ZB 38/05 - dejure.org
https://dejure.org/2006,2840
BGH, 15.03.2006 - IV ZB 38/05 (https://dejure.org/2006,2840)
BGH, Entscheidung vom 15.03.2006 - IV ZB 38/05 (https://dejure.org/2006,2840)
BGH, Entscheidung vom 15. März 2006 - IV ZB 38/05 (https://dejure.org/2006,2840)
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Anforderungen an die Eindeutigkeit der Erklärung einer Berufungsrücknahme
Verfahrensrecht - Eindeutigkeit der Erklärung einer Berufungsrücknahme
LG Münster, 28.02.2005 - 11 O 452/02
OLG Hamm, 19.07.2005 - 10 U 43/05
NJW-RR 2006, 862
VersR 2006, 947
Die (Teil-)Rücknahme der Berufung muss nicht ausdrücklich als solche bezeichnet werden, solange sich der entsprechende Wille des Berufungsklägers eindeutig aus seiner Erklärung ergibt (BGH NJW-RR 2006, 862, 863).
Maßgeblich ist, welcher Sinn der Erklärung aus objektiver Sicht beizumessen ist (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 1991 - VIII ZR 231/90, NJW 1991, 2630, 2631 f; Beschluss vom 11. November 1993 - VII ZB 24/93, NJW-RR 1994, 568; Beschluss vom 15. März 2006 - IV ZB 38/05, NJW-RR 2006, 862 Rn. 13).
Denn auch Rücknahmeerklärungen sind als verfahrensrechtliche Erklärungen frei zu würdigen; dabei ist erforderlichenfalls unter Heranziehung aller für das Berufungsgericht erkennbaren Umstände und unter Beachtung der durch die gewählte Formulierung bestehenden Auslegungsgrenzen darauf abzustellen, welcher Sinn ihnen aus objektiver Sicht beizumessen ist (vgl. BGH, Beschluss vom 15. März 2006 ­ IV ZB 38/05 ­ NJW-RR 2006, 862, 863 m.N.).
Dieses hat verfahrensrechtliche Erklärungen frei zu würdigen und dabei unter Heranziehung aller für das Beschwerdegericht erkennbaren Umstände und unter Beachtung der durch die gewählten Bezeichnungen bestehenden Auslegungsgrenzen darauf abzustellen, welcher Sinn ihnen aus objektiver Sicht beizumessen ist (vgl. BGH, Beschluss vom 15. März 2006 ­ IV ZB 38/05 ­ MDR 2006, 1126 m.w.N.).
(1) Die Genehmigung nach § 84 Abs. 1 ZVG ist eine Prozesshandlung (…Hintzen, a.a.O., § 84 Rdn. 9;… Jaeckel/Güthe, a.a.O., § 74 Rdn. 6;… Korintenberg/Wenz, a.a.O., § 84 Anm. 3;… Reinhard/Müller, ZVG, 8. Aufl., § 84 Anm. 2), die das Rechtsbeschwerdegericht anhand des Wortlauts und der für das Vollstreckungsgericht und die Beteiligten erkennbaren Umstände selbst auslegen kann (…vgl. BGH, Urt. v. 18. Juni 1996, VI ZR 325/95, NJW-RR 1996, 1210, 1211; Beschl. v. 15. März 2006, IV ZB 38/05, NJW-RR 2006, 862, 893 - zum Revisionsverfahren).
Sie muss aber klar und eindeutig zum Ausdruck bringen, dass der Rechtsmittelführer das Verfahren nicht mehr fortsetzen und es ohne Entscheidung des Rechtsmittelgerichts beenden will (BGH NJW-RR 2006, 862, 863 Rn. 15).
Maßgebend ist unter Beachtung der durch die gewählte Formulierung gezogenen Auslegungsgrenzen der objektiv zum Ausdruck kommende Wille des Erklärenden (BGH, Beschlüsse vom 15. März 2006 - IV ZB 38/05, NJW-RR 2006, 862 Rn. 13…, vom 30. Mai 2007 - XII ZB 82/06, NJW 2007, 3640 Rn. 26 …und vom 10. November 2009 - XI ZB 15/09, NJW-RR 2010, 275 Rn. 9 mwN).