Source: https://bundesblatt.weblaw.ch/?method=dump&bbl_id=1980&format=htm
Timestamp: 2020-05-29 20:43:46
Document Index: 368001090

Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 9', 'Art. 5', 'Art. 7', 'Art. 17', 'Art. 99']

BBL 2008 Band 41 S. 8249
Bundesgesetz über die Zuständigkeiten im Bereich des zivilen Nachrichtendienstes (ZNDG) vom 3. Oktober 2008
Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, gestützt auf die Artikel 54 Absatz 1 und 173 Absatz 2 der Bundesverfassung1, nach Einsicht in den Bericht der Geschäftsprüfungskommission des Ständerates vom 29. Februar 20082 und in die Stellungnahme des Bundesrates vom 23. April 20083, beschliesst: Art. 1
Aufgaben des zivilen Nachrichtendienstes
Der Bundesrat bezeichnet die Dienststellen des Bundes, welche die Aufgaben des zivilen Nachrichtendienstes des Bundes erfüllen. Diese Dienststellen: a.
nehmen nachrichtendienstliche Aufgaben im Bereich der inneren Sicherheit wahr, soweit sich diese Aufgaben aus den Artikeln 2, 5­13 und 14­17 des Bundesgesetzes vom 21. März 19974 über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit (BWIS) ergeben.
Organisation des zivilen Nachrichtendienstes
Zusammenarbeit und Informationsaustausch der Dienststellen des Nachrichtendienstes
Die Dienststellen des zivilen Nachrichtendienstes sorgen für eine gemeinsame und umfassende Beurteilung der Bedrohungslage und informieren einander über alle Vorgänge, die ihre jeweiligen gesetzlichen Aufgabenbereiche betreffen.
SR 101 BBl 2008 4015 BBl 2008 4035 SR 120
Zuständigkeiten im Bereich des zivilen Nachrichtendienstes. BG
Sie informieren den Nachrichtendienst der Armee über alle Vorgänge, welche dessen Aufgaben zugunsten der Armee betreffen können.
Der Nachrichtendienst der Armee ist gegenüber den Dienststellen des zivilen Nachrichtendienstes zur Auskunft verpflichtet und erstattet ihnen unaufgefordert Meldung, wenn er konkrete Gefährdungen der inneren und äusseren Sicherheit feststellt.
Der Bundesrat regelt im Rahmen der jeweiligen gesetzlichen Vorgaben: a.
Die Dienststellen des zivilen Nachrichtendienstes informieren andere Stellen des Bundes und der Kantone über alle Vorgänge, welche die gesetzlichen Aufgaben dieser Stellen bei der Wahrung der inneren und äusseren Sicherheit betreffen.
Der Bundesrat regelt die Zusammenarbeit.
Die Dienststellen des zivilen Nachrichtendienstes sind befugt, Personendaten zu bearbeiten, die sie gestützt auf Artikel 1 Buchstabe a beschafft haben, einschliesslich besonders schützenswerter Personendaten und Persönlichkeitsprofile. Die Bearbeitung darf gegebenenfalls ohne Wissen der betroffenen Personen erfolgen, wenn und solange die Aufgaben des zivilen Nachrichtendienstes es erfordern.
Sie können Informationen über Personen in der Schweiz, die bei Gelegenheit ihrer Tätigkeit nach Artikel 1 Buchstabe a anfallen und die für die Strafverfolgung von Bedeutung sein können, den Strafverfolgungsbehörden des Bundes weiterleiten. Der Bundesrat regelt die Einzelheiten.
Sie können Personendaten, die sie gestützt auf Artikel 1 Buchstabe a beschafft haben, im Einzelfall in Abweichung von den datenschutzrechtlichen Bestimmungen ins Ausland weitergeben.
Der Bundesrat regelt die Bearbeitung und den Schutz der Personendaten, die gestützt auf Artikel 1 Buchstabe a beschafft wurden; er kann dabei Ausnahmen von den Vorschriften über die Registrierung der Datensammlungen festlegen, wenn die Registrierung die Informationsbeschaffung gefährden würde.
Bearbeitung von Personendaten, die gestützt auf das BWIS beschafft wurden
Für die Bearbeitung und für die Weitergabe von Personendaten, welche die Dienststellen des zivilen Nachrichtendienstes bei der Erfüllung ihrer Aufgaben gestützt auf das BWIS5 beschafft haben, sind die Vorschriften des BWIS anwendbar.
Der Bundesrat regelt den Quellenschutz entsprechend den Schutzbedürfnissen der verschiedenen Quellen. Personen, die aufgrund ihrer Informationstätigkeit über das Ausland gefährdet sind, sind in jedem Fall zu schützen.
Die Bestimmungen der Artikel 25 sowie 26 Absätze 1 und 2 BWIS6 sind auf alle zivilen Dienststellen anwendbar, die nachrichtendienstliche Aufgaben erfüllen.
Datum der Veröffentlichung: 14. Oktober 20087 Ablauf der Referendumsfrist: 22. Januar 2009
SR 120 SR 120 BBl 2008 8249
Anhang (Art. 9)
Bundesgesetz vom 21. März 19978 über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit Ersatz eines Ausdrucks In den Artikeln 6 Absatz 1, 7 Absätze 2­4, 10, 11 Absatz 2 Buchstabe a, 12, 13 Absätze 1 und 2, 15 Absätze 3 und 6, 17 Absätze 1 und 3 sowie 18 Absätze 1 und 5 wird der Ausdruck «Bundesamt» mit den notwendigen grammatikalischen Anpassungen durch «zuständige Dienststelle des Bundes» ersetzt.
Art. 5 Abs. 2 und 3 Der Bundesrat bezeichnet durch Verordnung die Departemente und die zuständigen Dienststellen des Bundes, welche Aufgaben nach diesem Gesetz erfüllen. Das vom Bundesrat bezeichnete Bundesamt (Bundesamt) erlässt die Verfügungen nach diesem Gesetz. Der Bundesrat regelt die Aufgabenteilung zwischen den zuständigen zivilen Stellen und den Organen der militärischen Sicherheit während eines Assistenzdienstes oder eines Aktivdienstes.
Art. 7 Abs. 1 Das zuständige Departement (Departement) verkehrt mit den Kantonsregierungen und arbeitet mit den interkantonalen Regierungskonferenzen zusammen.
Art. 17 Abs. 7 Aufgehoben
2. Militärgesetz vom 3. Februar 19959 Art. 99 Abs. 1, 2bis, 3 Bst. c, 4 und 5 Der Nachrichtendienst der Armee (Nachrichtendienst) hat zur Aufgabe, für die Armee bedeutsame Informationen über das Ausland zu beschaffen und auszuwerten, insbesondere im Hinblick auf die Verteidigung des Landes, den Friedensförderungsdienst und den Assistenzdienst im Ausland.
2bis Er kann Informationen über Personen in der Schweiz, die bei Gelegenheit seiner Tätigkeit nach Absatz 1 anfallen und die für die Strafverfolgung von Bedeutung sein können, den Strafverfolgungsbehörden des Bundes weiterleiten. Der Bundesrat regelt die Einzelheiten.
Der Bundesrat regelt: c.
die Zusammenarbeit des Nachrichtendienstes mit interessierten Stellen von Bund und Kantonen sowie mit ausländischen Dienststellen; er genehmigt zwischenstaatliche Verwaltungsvereinbarungen des Nachrichtendienstes und sorgt dafür, dass solche Vereinbarungen erst nach erfolgter Genehmigung vollzogen werden dürfen;
Der Bundesrat regelt die Unterstellung des Nachrichtendienstes. Er sorgt dafür, dass die Tätigkeit des Nachrichtendienstes auf Rechtmässigkeit, Zweckmässigkeit und Wirksamkeit überprüft wird. Das zuständige Departement erlässt jährlich einen Kontrollplan, der mit den parlamentarischen Kontrollen abgestimmt wird.