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Timestamp: 2016-10-26 00:37:21
Document Index: 92885293

Matched Legal Cases: ['Art. 25', 'Art. 25', 'BGE', 'Art. 2', 'Art. 35', 'Art. 82', 'Art. 71', 'Art. 25', 'Art. 25', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 47', 'Art. 1', 'BGE', 'Art. 57', 'BGE', 'Art. 47', 'Art. 61', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 88', 'BGE', 'Art. 57', 'Art. 60', 'BGE', 'in fine', 'in fine', 'BGE', 'Art. 25', 'BGE', 'Art. 88', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68']

9C_454/2012 � � Urteil vom 18. M�rz 2013
vertreten durch Rechtsanw�ltin Elsbeth Aepli,
Invalidenversicherung (Kinderrenten; R�ckerstattung),
R.________ bezog (bei einem Invalidit�tsgrad von 41 %) seit 1. Juni 2001 eine Viertelsrente der Invalidenversicherung. Die drei mit eingeschlossenen Kinderrenten wurden direkt seiner fr�heren Ehefrau A.________ ausbezahlt, welche die elterliche Sorge �ber die drei gemeinsamen Kinder innehatte. Am 13. August 2010 wurde die IV-Stelle Zug seitens der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) davon in Kenntnis gesetzt, dass R.________ bereits am 17. September 2007 in ein unbefristetes Arbeitsverh�ltnis getreten war und seither ein 100%iges Pensum als Servicetechniker versah. Die IV-Stelle verf�gte darauf am 16. Februar 2011 die - wegen Meldepflichtverletzung - r�ckwirkende Aufhebung der IV-Viertelsrente (einschliesslich akzessorischer Kinderrenten) ab 1. Dezember 2007 und forderte mit separater Verf�gung die unrechtm�ssig bezogenen Betreffnisse der Hauptrente von R.________ zur�ck. Das Verwaltungsgericht des Kantons Zug wies die gegen die r�ckwirkende Rentenaufhebung eingereichte Beschwerde von R.________ ab (unangefochten in Rechtskraft erwachsener Entscheid vom 12. Mai 2011).
Mit Verf�gung vom 18. August 2011 forderte die IV-Stelle Zug die im Zeitraum von Dezember 2007 bis Februar 2011 zu Unrecht ausgerichteten Kinderrenten im Gesamtbetrag von Fr. 23'730.- von A.________ zur�ck.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Zug hiess die dagegen erhobene Beschwerde von A.________ gut und verneinte deren R�ckerstattungspflicht f�r die drei Kinderrenten wegen Verwirkung der entsprechenden Forderung.
Die IV-Stelle Zug f�hrt Beschwerde ans Bundesgericht mit dem Antrag auf Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids.
W�hrend A.________ und das kantonale Gericht auf Abweisung der Beschwerde schliessen, verzichtet das Bundesamt f�r Sozialversicherungen auf eine Vernehmlassung.
Unrechtm�ssig bezogene Leistungen sind zur�ckzuerstatten (Art. 25 Abs. 1 erster Satz ATSG [SR 830.1]). Gem�ss Art. 25 Abs. 2 erster Satz ATSG erlischt der R�ckforderungsanspruch mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, sp�testens aber mit dem Ablauf von f�nf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung. Bei den genannten Fristen handelt es sich um Verwirkungsfristen (BGE 138 V 74 E. 4.1 S. 77 mit Hinweisen).
Das kantonale Gericht hat zutreffend festgestellt, dass die Beschwerdegegnerin f�r die ab Dezember 2007 zu Unrecht ausbezahlten Kinderrenten grunds�tzlich r�ckerstattungspflichtig ist (Art. 2 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 der Verordnung vom 11. September 2002 �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSV; SR 830.11] in Verbindung mit Art. 35 Abs. 4 IVG sowie Art. 82 Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 �ber die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201] und Art. 71ter�der Verordnung vom 31. Oktober 1947 �ber die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVV; SR 831.101; sowohl in der bis Ende 2010 g�ltig gewesenen als auch in der ab 1. Januar 2011 geltenden Fassung]). Nachfolgend zu pr�fen gilt, ob auch die weitere vorinstanzliche Feststellung rechtens ist, wonach die angef�hrte einj�hrige relative Verwirkungsfrist gem�ss Art. 25 Abs. 2 ATSG bereits abgelaufen und der R�ckforderungsanspruch der Verwaltung g�nzlich verwirkt war, als die IV-Stelle ihre R�ckerstattungsverf�gung vom 18. August 2011 erliess.
Laut bereits angef�hrtem (E. 2 hievor) Art. 25 Abs. 2 erster Satz ATSG verwirkt der R�ckforderungsanspruch mit dem Ablauf eines Jahres, "nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat". Unter dieser Wendung ist der Zeitpunkt zu verstehen, in welchem die Verwaltung bei Beachtung der ihr zumutbaren Aufmerksamkeit h�tte erkennen m�ssen, dass die Voraussetzungen f�r eine R�ckerstattung bestehen (SVR 2011 BVG Nr. 25 S. 93, 9C_611/2010 E. 3; vgl. BGE 124 V 380 E. 1 S. 382; 122 V 270 E. 5a S. 274; je mit Hinweisen).
Dies ist der Fall, wenn alle im konkreten Einzelfall erheblichen Umst�nde zug�nglich sind, aus deren Kenntnis sich der R�ckforderungsanspruch dem Grundsatze nach und in seinem Ausmass gegen�ber einem bestimmten R�ckerstattungspflichtigen ergibt. Es gen�gt nicht, dass bloss Umst�nde bekannt sind, die m�glicherweise zu einem R�ckforderungsanspruch f�hren k�nnen, oder dass der Anspruch nur dem Grundsatze nach, nicht aber in masslicher Hinsicht feststeht; das Gleiche gilt, wenn nicht feststeht, gegen welche Person sich die R�ckforderung zu richten hat. Vor Erlass der R�ckerstattungsverf�gung muss die Gesamtsumme der unrechtm�ssig ausbezahlten Leistungen feststellbar sein (BGE 112 V 180 E. 4a S. 181 f.). Verf�gt die Versicherungseinrichtung �ber hinreichende, aber noch unvollst�ndige Hinweise auf einen m�glichen R�ckforderungsanspruch, hat sie allenfalls noch erforderliche Abkl�rungen innert angemessener Zeit vorzunehmen. Unterl�sst sie dies, ist der Beginn der Verwirkungsfrist auf den Zeitpunkt festzusetzen, in welchem die Verwaltung ihre unvollst�ndige Kenntnis mit dem erforderlichen und zumutbaren Einsatz so zu erg�nzen im Stande war, dass der R�ckforderungsanspruch h�tte geltend gemacht werden k�nnen (BGE 112 V 180 E. 4b S. 182; SVR 2001 IV Nr. 30 S. 93, I 609/98 E. 2e). Ergibt sich jedoch aus den vorliegenden Akten bereits die Unrechtm�ssigkeit der Leistungserbringung, beginnt die einj�hrige Frist, ohne dass Zeit f�r eine weitere Abkl�rung zugestanden w�rde (BGE 119 V 431 E. 3b S. 433 f.;�Ulrich Meyer-Blaser, Die R�ckerstattung von Sozialversicherungsleistungen, ZBJV 131/1995 S. 473 ff., 480; vgl. auch f�r das Privatrecht BGE 127 III 421 E. 4b S. 427 f.; zum Ganzen: Urteil K 70/06 vom 30. Juli 2007 E. 5.1, nicht publ. in: BGE 133 V 579, aber in: SVR 2008 KV Nr. 4 S. 11; Urteile 9C_534/2009 vom 4. Februar 2010 E. 3.2.1 und 9C_1057/2008 vom 4. Mai 2009 E. 4.1.1).
In der an den fr�heren Ehemann der Beschwerdegegnerin gerichteten rentenaufhebenden Verf�gung vom 16. Februar 2011 f�hrte die IV-Stelle aus, "gem�ss Information der SUVA vom 13. August 2010 haben wir Kenntnis erhalten, dass Sie seit dem 17. September 2007 in einem unbefristeten Anstellungsverh�ltnis als Servicetechniker im Pensum von 100 % (41.25 Std. pro Woche) t�tig sind", was den IV-Organen in Missachtung der Meldepflicht nicht mitgeteilt worden sei. Aufgrund dieser Angaben schloss die Vorinstanz, dass die Verwaltung mit zumutbarer Aufmerksamkeit bereits am 13. August 2010 h�tte erkennen m�ssen, dass die Voraussetzungen f�r eine R�ckerstattung bestehen. Folglich habe die einj�hrige relative Verwirkungsfrist am 14. August 2010 zu laufen begonnen und sei am 13. August 2011 abgelaufen. Die erst am 18. August 2011 erlassene R�ckerstattungsverf�gung betreffend die Kinderrenten erweise sich somit als versp�tet.
Der beschwerdef�hrenden IV-Stelle ist insofern beizupflichten, als sich die vorinstanzliche Schlussfolgerung allein gest�tzt auf die angef�hrte (indirekte) Aktenstelle offensichtlich nicht halten l�sst. Zwar geht daraus hervor, dass der fr�here Ehemann der Versicherten (angestammter Beruf: Elektromonteur) bereits seit Jahren wieder als Servicetechniker ein Vollzeitpensum im Rahmen eines unbefristeten Arbeitsverh�ltnisses versah. Aus der Rentenaufhebungsverf�gung vom 16. Februar 2011 l�sst sich jedoch nirgends ableiten, dass die Verwaltung schon am 13. August 2010 auch �ber Angaben zum neuerdings erzielten Erwerbseinkommen verf�gte, welche bereits damals eine zuverl�ssige Bemessung des Invalidit�tsgrades erlaubt h�tten. Es dr�ngt sich indes die Frage auf, warum die Vorinstanz ihre entscheidwesentliche Schlussfolgerung bloss auf eine indirekte Belegstelle statt auf das zugrundeliegende Aktenst�ck st�tzte.
6.1.�In diesem Zusammenhang weckt das Vorgehen von Verwaltung und kantonalem Gericht im Hinblick auf den Untersuchungsgrundsatz und die Beachtung des Akteneinsichtsrechts als einem wesentlichen Teilgehalt des in Art. 29 Abs. 2 BV verankerten Anspruchs auf rechtliches Geh�r in verschiedener Hinsicht Bedenken.
6.1.1.�Der Beschwerdegegnerin wurde am 25. Februar 2011 seitens der rentenauszahlenden Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen ohne weitere Begr�ndung ein mit "Abrechnung: Saldo zu unseren Gunsten" betiteltes Schreiben zugestellt. Aus diesem ging einzig hervor, dass sie f�r den Zeitraum ab Dezember 2007 IV-Rentenbetreffnisse im Gesamtbetrag von Fr. 23'730.- zur�ckzuerstatten habe. Dem Schreiben lag ein Einzahlungsschein bei; �berdies enthielt es die Aufforderung "Bitte �berweisen Sie den Betrag rechtzeitig, damit er bis 27.03.2011 bei uns eingegangen ist". Offenbar erst auf ihre telefonische Nachfrage hin wurde der Beschwerdegegnerin (vorerst ebenfalls bloss m�ndlich) mitgeteilt, dass die Invalidenrente ihres fr�heren Ehemannes wegen Meldepflichtverletzung r�ckwirkend ab 1. Dezember 2007 aufgehoben worden sei und die zu Unrecht bezogenen Rentenbetreffnisse zur�ckgefordert w�rden; und zwar die Hauptrente vom Rentenberechtigten, wogegen sie selber f�r die ihr direkt ausbezahlten Kinderrenten r�ckerstattungspflichtig sei. Schon bevor die IV-Stelle Zug am 18. August 2011 (ohne vorangegangenen Vorbescheid) in diesem Sinne verf�gte, hatte die Beschwerdegegnerin - vergeblich - um Einsichtnahme in die fallbez�glichen Unterlagen ersucht. Kurz nach Erlass der erw�hnten Verf�gung wurde der Beschwerdegegnerin wenigstens die seinerzeitige, an ihren fr�heren Ehemann gerichtete Rentenaufhebungsverf�gung vom 16. Februar 2011 "zur Kenntnisnahme" zugestellt. Das in der Folge von ihrer Rechtsvertreterin erneuerte Gesuch um Akteneinsicht wurde von der IV-Stelle unter Hinweis auf Vorschriften "�ber die Schweigepflicht und die Datenbekanntgabe" wiederum abgelehnt.
6.1.2.�In der daraufhin erhobenen Beschwerde ans kantonale Gericht wie auch in der Replik liess die heutige Beschwerdegegnerin erneut vergeblich um Beizug und Zustellung s�mtlicher Akten zur Einsichtnahme ersuchen. Zwar forderte die Vorinstanz die IV-Stelle auf, die "vollst�ndigen, nummerierten Akten in dieser Angelegenheit" einzureichen. Als indessen daraufhin seitens der Verwaltung lediglich vier Aktenst�cke ins Recht gelegt wurden (n�mlich die hier streitige R�ckerstattungsverf�gung vom 18. August 2011, das Gesuch der Rechtsvertreterin um Akteneinsicht, die diesbez�gliche abschl�gige Antwort der IV-Stelle sowie die bereits erw�hnte rentenaufhebende Verf�gung an den fr�heren Ehemann vom 16. Februar 2011), unterliess das kantonale Gericht jegliches Nachfassen. Im angefochtenen Entscheid findet sich die Begr�ndung, dass die Verwaltung die verlangte Akteneinsicht zu Recht verweigert habe, gehe es doch im vorliegenden Verfahren nur noch um die Frage, ob die (damalige) Beschwerdef�hrerin (und heutige Beschwerdegegnerin) die Kinderrenten zur�ckzuerstatten habe; folglich sei sie nicht auf Dokumente aus den IV-Akten ihres fr�heren Ehemannes angewiesen, um ihre Rechte zu wahren. "Selbstverst�ndlich h�tte (sie) aber mit Zustimmung (des Rentenberechtigten) ein Akteneinsichtsrecht" gehabt. Nachdem die IV-Stelle letztinstanzlich einzelne Aktenst�cke aus dem Dossier des fr�heren Ehemannes nachgereicht hat, scheint das kantonale Gericht nunmehr eine andere Sichtweise einzunehmen. Jedenfalls beanstandet es in seiner Vernehmlassung ans Bundesgericht, dass ihm die fraglichen Akten nicht vorgelegen h�tten, "obschon die IV-Stelle zur Einreichung der vollst�ndigen, nummerierten Akten aufgefordert" worden sei.
6.2.1.�Im hier zu beurteilenden Fall braucht nicht abschliessend beantwortet zu werden, wie weit der Beschwerdegegnerin die IV-Akten ihres fr�heren Ehemannes h�tten zug�nglich gemacht werden m�ssen. Und g�nzlich offen zu lassen ist, ob und inwiefern sie in dessen Verfahren betreffend r�ckwirkende Rentenaufhebung miteinzubeziehen gewesen w�re. Klar ist jedenfalls, dass ihr diejenigen Akten aus dem IV-Dossier des Rentenberechtigten nicht h�tten vorenthalten werden d�rfen, welche sie als Partei ben�tigte, um ein Rechtsmittel gegen die R�ckerstattungsverf�gung betreffend Kinderrenten geltend zu machen (Art. 47 Abs. 1 lit. b ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 IVG). Hiezu sind namentlich die Aktenst�cke zu z�hlen, die (mit Blick auf die Verwirkungsfrage) Auskunft dar�ber zu geben verm�gen, in welchem Zeitpunkt die Verwaltung bei Beachtung der ihr zumutbaren Aufmerksamkeit h�tte erkennen m�ssen, dass s�mtliche Erfordernisse f�r eine R�ckerstattung bestehen (vgl. E. 4 hievor). Gilt es den Umfang des Akteneinsichtsrechts zu bestimmen, kommt es auf die im konkreten Fall objektive Bedeutung eines Aktenst�cks f�r die verf�gungswesentliche Sachverhaltsfeststellung an. Die Vorlegungspflicht hat sich nach der jeweiligen Relevanz der umstrittenen Papiere zu richten (BGE 115 V 297 E. 2g/bb S. 303; SVR 2010 IV Nr. 14 S. 44, 8C_576/2009 E. 2.2.1).
6.2.2.�Im Lichte dieser Rechtslage h�tte der letztinstanzlich nachgereichte Bericht der SUVA vom 4. August 2010 �ber eine Besprechung mit dem fr�heren Ehemann (bei der IV-Stelle eingegangen am 13. August 2010) der Beschwerdegegnerin schon vor Erlass der hier streitigen R�ckerstattungsverf�gung betreffend Kinderrenten vorgelegt werden m�ssen. Dabei kann im vorliegenden Fall offen bleiben, ob dies im Rahmen eines Vorbescheidverfahrens gem�ss Art. 57a IVG oder in anderweitiger Gew�hrung des rechtlichen Geh�rs h�tte erfolgen sollen (vgl. BGE 134 V 97). �berwiegende Privatinteressen des Rentenberechtigten, wie sie gem�ss Art. 47 Abs. 1 Ingress ATSG einer Akteneinsicht entgegenstehen k�nnen, sind keine auszumachen, zumal er vom Zivilrichter ohnehin verpflichtet worden war, seiner fr�heren Ehefrau bei einem monatlichen Nettoeinkommen ab Fr. 3000.- unaufgefordert innert 10 Tagen nach Erhalt der Lohnabrechnung alle notwendigen Belege, Ausk�nfte und Erkl�rungen mit Bezug auf sein Einkommen abzugeben (Entscheid des Kantonsgerichts des Kantons Zug vom 15. Dezember 2004 betreffend �nderung des Scheidungsurteils). Indem auch das kantonale Gericht vom unabdingbaren Beizug des SUVA-Berichts absah bzw. bei der IV-Stelle nicht entsprechend nachhakte, obschon es seinen Entscheid - indirekt (vgl. E. 5 hievor) - auf dieses Aktenst�ck st�tzte, verletzte die Vorinstanz in augenf�lliger Weise die Untersuchungspflicht (Art. 61 lit. c ATSG) und das rechtliche Geh�r der Beschwerdegegnerin.
6.3.�Eine Aufhebung des angefochtenen Entscheids aus formellen Gr�nden kommt dennoch nicht in Frage: Wie bereits erw�hnt, wurde u.a. der streitige SUVA-Bericht von der beschwerdef�hrenden IV-Stelle letztinstanzlich nachgereicht. Das Bundesgericht kann eine vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung, die auf einer Rechtsverletzung beruht, von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen (Art. 105 Abs. 2 BGG). �berdies sind die unterschiedlichen Standpunkte der Parteien zur Frage der Verwirkung des R�ckforderungsanspruchs ebenso bekannt wie die diesbez�gliche Auffassung des kantonalen Gerichts. Es ist zudem offensichtlich allen Verfahrensbeteiligten daran gelegen, rasch Klarheit dar�ber zu gewinnen, ob die Beschwerdegegnerin die unrechtm�ssig ausgerichteten Kinderrenten zur�ckzuerstatten hat oder nicht. W�rde der angefochtene Entscheid aufgehoben und die Sache an das kantonale Gericht zur�ckgewiesen, k�me dies unter den gegebenen Umst�nden einem formalistischen Leerlauf gleich, welcher dem Gebot der Prozess�konomie zuwiderliefe (vgl. Urteil 9C_727/2010 vom 27. Januar 2012 E. 2.3, nicht publ. in: BGE 138 V 23, aber in: SVR 2012 EL Nr. 13 S. 40).
7.1.�Aus dem der IV-Stelle weitergeleiteten Bericht der SUVA �ber die Besprechung vom 4. August 2010 ergibt sich ohne weiteres, dass der fr�here Ehemann der Beschwerdegegnerin gegen�ber dem zust�ndigen Aussendienstmitarbeiter auch klare Angaben zu seinem (marktkonformen) Erwerbseinkommen als Servicetechniker machte. Es handelte sich um einen Leistungslohn ohne jegliche Soziallohnkomponente. Des Weitern l�sst sich dem Bericht entnehmen, dass der unfallbedingte Gesundheitszustand des linken Knies seit Mai 2007 stabil geblieben sei; eine �rztliche Behandlung habe diesbez�glich nicht mehr stattgefunden. Ebenso wenig ergab die Besprechung irgendwelche Hinweise auf vorangegangene Perioden l�ngerer Arbeitsunf�higkeit seit Stellenantritt im September 2007. Unter Mitber�cksichtigung der Ausf�hrungen in E. 5 hievor waren demnach der Verwaltung bei Eingang des SUVA-Berichts (am 13. August 2010) alle im konkreten Fall erheblichen Umst�nde zug�nglich (namentlich die jahrelange Erzielung eines deutlich rentenausschliessenden Erwerbseinkommens). Aus deren Kenntnis ergab sich unmittelbar der R�ckforderungsanspruch (auch gegen�ber der Beschwerdegegnerin: nachfolgende E. 7.2), ohne dass Zeit f�r weitere Abkl�rungen zuzugestehen w�re (in E. 4 hievor dargelegte Rechtsprechung). Entgegen den Vorbringen der IV-Stelle f�hrte denn auch keine ihrer in der Folge get�tigten Abkl�rungmassnahmen zu neuen Erkenntnissen mit Bezug auf die hier relevante Frage nach der Ausl�sung der einj�hrigen Verwirkungsfrist. Der eingeholte Arbeitsvertrag enthielt lediglich die bereits von der SUVA erhobenen und der IV-Stelle am 13. August 2010 zugegangenen erwerblichen Parameter. Wenn der fr�here Ehemann der Beschwerdegegnerin anl�sslich der Besprechung mit dem IV-Sachbearbeiter vom 31. August 2010 nunmehr ausf�hrte, dass er aktuell durch seinen Hausarzt vollst�ndig arbeitsunf�hig geschrieben sei und es um sein Arbeitsverh�ltnis "nicht sehr gut" stehe (ebenfalls letztinstanzlich nachgereichtes Aktenst�ck), scheinen diese Angaben durch den drohenden Rentenentzug zumindest mitbestimmt worden zu sein. Auf jeden Fall haben diese neuen Umst�nde (und erst recht die daraufhin eingeleiteten medizinischen Abkl�rungen) mit der Frage der vorausgehend gebotenen r�ckwirkenden Rentenaufhebung (und der entsprechenden R�ckforderung) klarerweise nichts zu tun, ist doch eine Verbesserung der Erwerbsf�higkeit gem�ss Art. 88a Abs. 1 letzter Satz IVV sp�testens zu ber�cksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird, welche Voraussetzungen hier l�ngst erf�llt waren (vgl. BGE 118 V 214 E. 3b S. 214).
7.2.�Die IV-Stelle wendet weiter ein, auch die Abkl�rungen der zust�ndigen Ausgleichskasse (hier die Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen) w�rden eine gewisse Zeit beanspruchen, m�sse doch in Erfahrung gebracht werden, "wem Leistungen ausbezahlt worden" seien "und in welchem Umfang".
7.2.1.�Im Zusammenhang mit der Zusprechung von Invalidenrenten sind die Aufgaben nach dem Gesetz zwischen IV-Stellen und Ausgleichskassen aufgeteilt: Die IV-Stellen kl�ren die versicherungsm�ssigen Voraussetzungen ab, bemessen die Invalidit�t und verf�gen �ber die Leistungen der Invalidenversicherung (Art. 57 Abs. 1 lit. c, f und g IVG). Die Ausgleichskassen wirken bei der Abkl�rung der versicherungsm�ssigen Voraussetzungen mit, berechnen die Renten und zahlen diese aus (Art. 60 Abs. 1 lit. a, b und c IVG). Ist f�r die Leistungsfestsetzung (oder die R�ckforderung) das Zusammenwirken mehrerer mit der Durchf�hrung der Versicherung betrauter Beh�rden notwendig, gen�gt es f�r den Beginn des Fristenlaufs, dass die nach der Rechtsprechung erforderliche Kenntnis (E. 4 hievor) wenigstens bei einer der zust�ndigen Verwaltungsstellen vorhanden ist (BGE 119 V 431 E. 3a S. 433; 112 V 180 E. 4c S. 182; Urteil 9C_276/2012 vom 14. Dezember 2012 E. 4.1, zur Publikation vorgesehen; ZAK 1989 S. 558, H 212/88 E. 4b in fine; Urteile 9C_534/2009 vom 4. Februar 2010 E. 3.2.2 und 9C_1057/2008 vom 4. Mai 2009 E. 4.1.2).
7.2.2.�Von eigentlichen "Abkl�rungen", wie sie die beschwerdef�hrende IV-Stelle geltend macht, kann im R�ckerstattungsfall in aller Regel keine Rede sein: Die rentenauszahlende Ausgleichskasse hat aus den bei ihr gef�hrten Rentendaten lediglich die unrechtm�ssig ausgerichteten Rentenbetr�ge abzurufen, die auf die jeweiligen Auszahlungsadressaten entfallen. Mit Blick auf die hievor zitierte Rechtsprechung muss deshalb bei der R�ckforderung zu Unrecht bezogener Invalidenrenten f�r die Ausl�sung der einj�hrigen Verwirkungsfrist gen�gen, wenn sich die Unrechtm�ssigkeit der Leistungserbringung aus den bei der IV-Stelle vorhandenen Akten ergibt (vgl. E. 4 hievor in fine) und sich gleichzeitig die r�ckerstattungspflichtigen Personen und die entsprechenden R�ckerstattungsbetr�ge anhand der bei der zust�ndigen Ausgleichskasse gef�hrten Rentendaten unmittelbar eruieren lassen. Der mit dem blossen Datenaustausch zwischen IV-Stelle und Ausgleichskasse verbundene (geringf�gige) zeitliche Aufwand f�hrt demnach nicht zu einem Aufschub des Fristbeginns. Diese L�sung dr�ngt sich schon deshalb auf, weil die IV-Stellen oftmals im gleichen Geb�ude untergebracht sind wie die kantonalen Ausgleichskassen. Es liegt auf der Hand, dass diesfalls der Austausch zwischen den beiden involvierten Beh�rden rascher vonstatten geht, wenn sich die IV-Stelle an die Ausgleichskasse ihres eigenen Kantons als rentenauszahlende Kasse wenden kann, als wenn sie an die Ausgleichskasse eines andern Kantons (wie hier) oder an eine Verbandsausgleichskasse gelangen muss. Derartige rein zufallsbedingte Unterschiede bei der gemeinsamen Bearbeitung von R�ckerstattungsf�llen sollten sich auf die Frage nach dem Zeitpunkt der Fristausl�sung nicht auswirken, was mit der dargelegten Ausserachtlassung von reinem Koordinationsaufwand gew�hrleistet wird.
Eine andere Betrachtungsweise ist nach dem Gesagten nur in jenen Ausnahmef�llen einzunehmen, in denen die zust�ndige Ausgleichskasse tats�chlich erg�nzende Abkl�rungsmassnahmen ergreifen muss. Etwa weil aufgrund der gegebenen Aktenlage nicht klar ist, ob es sich bei einem Auszahlungsadressaten um einen tats�chlich R�ckerstattungspflichtigen oder aber um eine blosse Inkassostelle handelt, von welcher die zu Unrecht ausbezahlten Rentenbetreffnisse nicht zur�ckgefordert werden k�nnen (BGE 118 V 214 E. 4 S. 221).
7.3.�Im hier zu beurteilenden Fall musste die Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen keine Abkl�rungen im Sinne des vorerw�hnten Ausnahmetatbestands vornehmen. Waren der IV-Stelle somit am 13. August 2010, als der bereits mehrfach genannte SUVA-Bericht bei ihr einging, alle f�r den R�ckforderungsanspruch erheblichen Umst�nde zug�nglich (E. 7.1 hievor) und konnte gleichzeitig die zust�ndige Ausgleichskasse die r�ckerstattungspflichtigen Personen und die entsprechenden R�ckerstattungsbetr�ge unmittelbar aus den von ihr gef�hrten Dateien abrufen (vorstehende E. 7.2.2), begann die einj�hrige relative Verwirkungsfrist gem�ss Art. 25 Abs. 2 erster Satz ATSG am 14. August 2010 und war am 18. August 2011 bereits abgelaufen, als die IV-Stelle ihre R�ckerstattungsverf�gung gegen�ber der Beschwerdegegnerin erliess. Der R�ckerstattungsanspruch der Verwaltung hinsichtlich der ab Dezember 2007 unrechtm�ssig bezogenen Kinderrenten ist demnach verwirkt. Dies gilt zumindest f�r die bis und mit August 2010 ausgerichteten Rentenbetreffnisse. Was die sp�ter (bis Februar 2011) zur Ausrichtung gelangten Kinderrenten betrifft, stellt sich zun�chst die Frage nach der Ber�cksichtigung von BGE 122 V 270 E. 5b/bb S. 276. Danach kann der R�ckforderungsanspruch auf eine unrechtm�ssig ausgerichtete monatliche Rentenleistung solange nicht verwirken, als diese einzelne Leistung im Rahmen der gesamten Anspruchsberechtigung tats�chlich noch gar nicht ausbezahlt war. Aufgrund der vorliegenden Umst�nde entf�llt jedoch eine R�ckerstattungspflicht der Beschwerdegegnerin auch f�r die von September 2010 bis Februar 2011 unrechtm�ssig bezogenen Kinderrenten. Art. 88bis�Abs. 2 lit. b IVV setzt n�mlich f�r die r�ckwirkende Aufhebung oder Herabsetzung von Renten eine Kausalit�t zwischen der Meldepflichtverletzung und dem eingetretenen Schaden ("unrichtige Ausrichtung" der Rentenleistung) voraus. Wenn sich im hier zu beurteilenden Fall die IV-Stelle trotz Eingangs des SUVA-Berichts �ber die Besprechung vom 4. August 2010 dazu entschloss, die bisherige Rente zun�chst weiter auszurichten, kann dies nach den vorstehenden Ausf�hrungen (E. 7.1) nicht mehr auf die Meldepflichtverletzung des fr�heren Ehemannes zur�ckgef�hrt werden (BGE 118 V 214 E. 3b S. 219). Eine r�ckwirkende Aufhebung der Rente schied daher f�r die Zeit nach August 2010 von vornherein aus.
Die Gerichtskosten werden der beschwerdef�hrenden IV-Stelle als unterliegender Partei auferlegt (Art. 66 Abs. 1 BGG). �berdies hat sie der Beschwerdegegnerin eine Parteientsch�digung zu entrichten (Art. 68 Abs. 2 BGG).
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Zug, Sozialversicherungsrechtliche Kammer, dem Bundesamt f�r Sozialversicherungen und der Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen schriftlich mitgeteilt.