Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4174.htm
Timestamp: 2018-11-20 22:36:22
Document Index: 350740145

Matched Legal Cases: ['§ 2', 'Art.\n3', '§ 64', '§ 4', '§ 5', '§ 6']

4.174 Spitzberg - Ödenburg
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Spitzberg‑Ödenburg« vom 22. Oktober (GBl. v. 07.12.1990, S. 393).
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf Gemarkung Hirschau und Tübingen, Stadt Tübingen wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Spitzberg‑Ödenburg«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 9,93 ha. Es umfaßt folgende Grundstücke:
· Gemarkung Hirschau:
Flst. Nr. 3515, 3524, 3530, 3532, 3533, 3535 bis 3539, 3541 bis 3560, 3562, 3563, 3564/ 1, 3564/2, 3565, 3566/1, 3566/2, 3567, 3568, 3569/1, 3569/2, 3570 bis 3574.
· Gemarkung Tübingen:
Flst.Nr. 4990 bis 5003, 5004/1, 5004/2, 5004/3, 5005, 5006, 5007/1, 5007/2, 5007/3, 5008 bis 5012, 5014 bis 5017, 5018/1, 5018/2, 5019/1, 5019/2, 5020 bis 5027, 5028/1, 5028/2, 5029, 5031 bis 5034 und jeweils teilweise die Flst. Nrn. 5035, 5036, 5037/1, 5037/2.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 2.Juni 1986 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und rot angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen, beim Landratsamt Tübingen in Tübingen und beim Bürgermeisteramt der Stadt Tübingen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Schutzzweck ist die Erhaltung eines südexponierten, kulturhistorisch bedeutsamen, wissenschaftlich interessanten Steilhangs mit Brachen, Halbtrockenrasen, Gebüschformationen, alten Weinbergmauern und ‑terrassen und Waldrändern, sowie die Erhaltung der extensiv betriebenen Streuobstnutzung. Diese sind Lebensräume für zahlreiche seltene und vom Aussterben bedrohte, insbesondere Wärme und Trockenheit liebende Pflanzen und Tierarten.
10. zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen und bauliche Anlagen zu bewohnen;
12. das Schutzgebiet zu befahren;
16. das Starten und Landen von Fluggeräten jeder Art.
3. für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang. Im Bereich der Obstbaumwiesen ist eine extensive Nutzung mit ein‑ bis zweimaliger Mahd ab Juli eines jeden Jahres zulässig. Die Anwendung von chemischen Dünge‑ und Pflanzenbehandlungsmitteln ist untersagt;
4. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung, insbesondere der noch vorhandenen Trockenmauern;
Schutz‑ und Pflegemaßnahmen werden durch Einzelanordnung oder in einem Pflegeplan ‑ für die Waldbereiche im Einvernehmen mit der Forstverwaltung ‑ von der höheren Naturschutzbehörde festgelegt.
Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 und § 5 Nr. 1 bis 4 verbotenen Handlungen vornimmt oder einer nach § 6 erlassenen Einzelanordnung zuwiderhandelt.
(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des Landratsamtes Tübingen über das Landschaftsschutzgebiet »Spitzberg« im Landkreis Tübingen vom 15. Dezember 1967 (Schwäbisches Tagblatt vom 20. Dezember 1967), soweit sie sich auf den Geltungsbereich dieser Verordnung bezieht, außer Kraft.
TÜBINGEN, den 22. Oktober 1990