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Timestamp: 2016-10-21 22:09:31
Document Index: 269717779

Matched Legal Cases: ['Art. 75', 'Art. 90', 'Art. 72', 'BGE', 'Art. 74', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 105', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 125', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 42', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 64', 'Art. 68']

5A_340/2011 (07.09.2011)
5A_340/2011
vertreten durch Advokatin Zsuzsana Vasvary,
vertreten durch Advokatin Catherine F�rst,
Beschwerde gegen das Urteil des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 28. Januar 2011.
X.________ (geb. 1964) und Y.________ (geb. 1954) heirateten im November 1988. Sie wurden Eltern einer Tochter (geb. 1989). Die Ehefrau ist gelernte kaufm�nnische Angestellte. Nach der Heirat �bernahm sie die Betreuung des Haushalts und die Erziehung der Tochter. Ab dem Jahr 2001 war sie wieder in einem Pensum von 50% erwerbst�tig. Seit August 2009 arbeitet sie haupts�chlich als Serviceangestellte.
Die Parteien leben seit M�rz 2006 getrennt. Die Folgen des Getrenntlebens mussten gerichtlich geregelt werden.
Mit Eingabe vom 15. Juli 2008 leitete der Ehemann beim Zivilgericht Basel-Stadt das Scheidungsverfahren ein. Mit Urteil vom 22. Oktober 2009 schied das Zivilgericht die Ehe und regelte die Scheidungsfolgen. Insbesondere verpflichtete es X.________ zu nachehelichen Unterhaltsbeitr�gen von Fr. 1'600.-- pro Monat bis zum Erreichen des ordentlichen AHV-Alters von Y.________.
Die von X.________ am 30. Oktober 2009 dagegen erhobene Appellation hiess das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt mit Urteil vom 28. Januar 2011 teilweise gut und reduzierte die von X.________ zu leistenden nachehelichen Unterhaltsbeitr�ge auf Fr. 1'250.-- pro Monat bis zum Erreichen des ordentlichen AHV-Alters von Y.________.
Dem Bundesgericht beantragt X.________ (nachfolgend Beschwerdef�hrer) die Aufhebung des Urteils des Appellationsgerichts und die Festsetzung der nachehelichen Unterhaltsbeitr�ge an Y.________ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) auf Fr. 300.-- pro Monat f�r die Dauer von einem Jahr ab Rechtskraft des Scheidungsurteils. Eventualiter sei dieser Unterhaltsbeitrag von monatlich Fr. 300.-- f�r die Dauer von zwei Jahren ab Rechtskraft des Scheidungsurteils zu sprechen.
F�r das bundesgerichtliche Verfahren ersucht der Beschwerdef�hrer zudem um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung.
Das angefochtene Urteil des Appellationsgerichts betrifft einen kantonal letztinstanzlichen Endentscheid (Art. 75 und Art. 90 BGG) in einer Scheidungs- und damit in einer Zivilsache (Art. 72 Abs. 1 BGG). Einzig umstritten ist die Regelung des nachehelichen Unterhalts und damit eine verm�gensrechtliche Angelegenheit (Urteil 5A_311/2010 vom 3. Februar 2011 E. 1.1, nicht publ. in: BGE 137 III 118), wobei der massgebliche Streitwert �berschritten ist (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG). Die Beschwerde in Zivilsachen ist damit grunds�tzlich zul�ssig.
2.1 Die Beschwerde ist zu begr�nden (Art. 42 Abs. 2 BGG). Es ist in gedr�ngter Form durch Auseinandersetzung mit den Erw�gungen des angefochtenen Entscheids darzulegen, welche Vorschriften und warum sie von der Vorinstanz verletzt worden sein sollen. Allgemein gehaltene Einw�nde, die ohne aufgezeigten oder erkennbaren Zusammenhang mit bestimmten Entscheidungsgr�nden vorgebracht werden, gen�gen nicht (BGE 134 V 53 E. 3.3 S. 60). Die Verletzung von Grundrechten pr�ft das Bundesgericht nur insofern, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und geh�rig begr�ndet wird (Art. 106 Abs. 2 BGG). Der Beschwerdef�hrer muss pr�zise angeben, welches verfassungsm�ssige Recht verletzt wurde und substanziiert anhand der Erw�gungen des angefochtenen Entscheides darlegen, worin die Verletzung besteht. Das Bundesgericht pr�ft nur ausdr�cklich vorgebrachte, klar und detailliert erhobene sowie, soweit m�glich, belegte R�gen (BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246).
2.2 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung kann nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig und damit willk�rlich (BGE 136 III 636 E. 2.2 S. 638) ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 2 BGG; BGE 136 II 508 E. 1.2 S. 511 f.). Auf rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt das Bundesgericht nicht ein (BGE 135 III 608 E. 4.4 S. 611 f.).
3.1 Die 1988 geschlossene Ehe der Parteien hat bis zur tats�chlichen Trennung knapp 18 Jahre und bis zur Scheidung 21 Jahre gedauert und aus ihr ging ein gemeinsames Kind hervor. Es ist unbestrittenermassen von einer lebenspr�genden Ehe mit einem grunds�tzlichen Anspruch beider Ehegatten auf Fortf�hrung der ehelichen Lebenshaltung auszugehen. Das Vertrauen auf den Weiterbestand der bisherigen, frei vereinbarten Aufgabenteilung ist objektiv schutzw�rdig (vgl. BGE 137 III 102 E. 4.1.2 S. 105; 135 III 59 E. 4.1 S. 61). Der geb�hrende Unterhalt im Sinne von Art. 125 ZGB kn�pft an den in der Ehe zuletzt gemeinsam gelebten Standard (zuz�glich scheidungsbedingter Mehrkosten) an, auf dessen Fortf�hrung bei gen�genden Mitteln beide Teile Anspruch haben, der aber gleichzeitig auch die Obergrenze des geb�hrenden Unterhalts bildet (BGE 135 III 158 E. 4.3 S. 160).
3.2 F�r die Berechnung des nachehelichen Unterhalts bei lebenspr�genden Ehen ist in drei Schritten vorzugehen: In einem ersten Schritt ist anhand der Feststellung der zuletzt erreichten und gepflegten gemeinsamen Lebenshaltung der geb�hrende Unterhalt eines jeden Ehegatten zu ermitteln. In einem zweiten Schritt ist zu pr�fen, inwieweit jeder Ehegatte seinen geb�hrenden Unterhalt selbst finanzieren kann. Ist es einem Ehegatten nicht m�glich oder nicht zumutbar, daf�r selbst aufzukommen und ist er auf Unterhaltsleistungen angewiesen, ist schliesslich in einem dritten Schritt die Leistungsf�higkeit des unterhaltsverpflichteten Ehegatten zu ermitteln und ein angemessener Unterhaltsbeitrag festzusetzen (vgl. zum Ganzen: BGE 137 III 102 E. 4.2 S. 106 ff.).
3.3 Das Gesetz schreibt dem Sachrichter keine bestimmte Methode zur Unterhaltsbemessung vor (BGE 128 III 411 E. 3.2.2 S. 414).
Der Richter ist f�r die Unterhaltsfestsetzung in verschiedener Hinsicht auf sein Ermessen verwiesen (Art. 4 ZGB) und das Bundesgericht �bt bei der �berpr�fung solcher Entscheide eine gewisse Zur�ckhaltung aus: Es greift nur ein, wenn die kantonale Instanz von dem ihr zustehenden Ermessen falschen Gebrauch gemacht hat, das heisst, wenn sie grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grunds�tzen abgewichen ist, wenn sie Gesichtspunkte ber�cksichtigt hat, die keine Rolle h�tten spielen d�rfen, oder wenn sie umgekehrt rechtserhebliche Umst�nde ausser Acht gelassen hat. Aufzuheben und zu korrigieren sind ausserdem Ermessensentscheide, die sich als im Ergebnis offensichtlich unbillig, als in stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 127 III 136 E. 3a S. 141).
3.4.1 Das Appellationsgericht hat in einem ersten Schritt zur Bestimmung des geb�hrenden Unterhalts den zuletzt gelebten Lebensstandard festgestellt. Diesen berechnete es in der Weise, als es (jeweils im Trennungszeitpunkt) dem Gesamteinkommen der Ehegatten von Fr. 5'668.-- pro Monat deren Gesamtbedarf von Fr. 4'193.-- pro Monat gegen�berstellte und so zu einem monatlichen �berschuss von Fr. 1'475.-- gelangte. Sodann bezifferte das Appellationsgericht den aktuellen Bedarf der Beschwerdegegnerin unter Verweis auf das zivilgerichtliche Urteil (BGE 123 I 31 E. 2c S. 34) auf Fr. 3'337.-- pro Monat und addierte dazu die H�lfte des erw�hnten �berschusses von Fr. 1'475.--, damit Fr. 737.--. Es schloss auf einen geb�hrenden Unterhalt der Beschwerdegegnerin von monatlich Fr. 4'074.--.
3.4.2 In einem zweiten Schritt hat das Appellationsgericht die Eigenversorgungskapazit�t der Beschwerdegegnerin bestimmt und ein Monatseinkommen von Fr. 2'798.-- (Pensum von insgesamt 70%) ber�cksichtigt. Eine Erh�hung dieses Pensums erachtete es als nicht zumutbar.
3.4.3 Unter Bejahung der Leistungsf�higkeit des Beschwerdef�hrers legte das Appellationsgericht den monatlichen Unterhaltsanspruch der Beschwerdegegnerin auf abgerundet Fr. 1'250.-- fest (Fr. 4'074.-- abz�glich Fr. 2'798.--).
3.4.4 Sodann bestimmte das Appellationsgericht den Beginn der Beitragspflicht auf den Zeitpunkt der Rechtskraft des Rentenurteils. Da der Beschwerdegegnerin eine Ausdehnung ihrer Erwerbst�tigkeit nicht zumutbar sei, verpflichtete es den Beschwerdef�hrer zur Leistung des nachehelichen Unterhalts bis zum Eintritt der Beschwerdegegnerin in das ordentliche AHV-Alter.
4.1 Der Beschwerdef�hrer beanstandet die vom Appellationsgericht gew�hlte Methode zur Berechnung des nachehelichen Unterhalts nicht. Jedoch wendet er sich in einem ersten Schritt gegen die Berechnung des ehelichen Lebensstandards der Beschwerdegegnerin. Er macht geltend, es sei bei der Berechnung auch die Tochter der Parteien einzubeziehen, die im massgeblichen Trennungszeitpunkt noch bei den Ehegatten gelebt habe. Demzufolge seien zu diesem Zeitpunkt auch das Einkommen der Tochter von monatlich Fr. 380.-- und ein Grundbetrag von Fr. 500.-- pro Monat heranzuziehen. Sodann sei bei der aktuellen Bedarfsberechnung der Beschwerdegegnerin zu beachten, dass die Tochter bei ihr wohne und damit eine Hausgemeinschaft bestehe, weshalb ein reduzierter Grundbetrag und ein Mietanteil der Tochter von monatlich Fr. 500.-- zu ber�cksichtigen seien.
4.2 Das Appellationsgericht hat in tats�chlicher Hinsicht festgestellt, dass die Tochter der Parteien "demn�chst (erneut) ausziehen" soll, da sie bereits heute vor allem bei ihrem Freund lebe. Gegen diese Tatsachenfeststellungen erhebt der Beschwerdef�hrer keine rechtsgen�glich begr�ndeten R�gen, sondern stellt in der Beschwerde den Sachverhalt einzig aus seiner eigenen Sicht dar, indem er darlegt, die Tochter lebe nach wie vor bei der Beschwerdegegnerin. Soweit seine Ausf�hrungen damit von der Sachverhaltsfeststellung im angefochtenen Entscheid abweichen, ist darauf nicht einzutreten (vgl. E. 2.2 oben; BGE 136 II 508 E. 1.2 S. 512).
Dasselbe gilt, soweit der Beschwerdef�hrer bei einzelnen Positionen in seiner Berechnung von anderen Betr�gen als das Appellationsgericht ausgeht (z.B. Krankenversicherungspr�mie, Ausgaben f�r �ffentlichen Verkehr), ohne dies jedoch zu begr�nden.
4.3 Der Unterhaltsanspruch fusst bei der lebenspr�genden Ehe auf dem Gedanken, dass der unterhaltsberechtigte Ehegatte auf den Fortbestand der Ehe und die damit zusammenh�ngende Versorgung bauen durfte. Diesfalls ist auch davon auszugehen, dass die durch das wirtschaftliche Selbstst�ndigwerden der Kinder freigewordenen Mittel f�r beide Ehegatten verwendet worden w�ren (BGE 134 III 577 E. 8 S. 580 f.).
4.4 Lebt die Tochter haupts�chlich bei ihrem Freund und steht ihr Auszug aus der Wohnung der Beschwerdegegnerin kurz bevor, hat das Appellationsgericht sein Ermessen nicht in rechtsfehlerhafter Weise ausge�bt, wenn es bei der Berechnung des aktuellen Bedarfs der Beschwerdegegnerin davon ausgegangen ist, diese wohne bereits alleine.
Da zudem die durch das wirtschaftliche Selbstst�ndigwerden der Kinder freigewordenen Mittel ohnehin f�r beide Ehegatten verwendet worden w�ren, ist es auch nicht zu beanstanden, wenn das Appellationsgericht bereits im Trennungszeitpunkt die Tochter in die Berechnung nicht mehr miteinbezog (vgl. E. 4.3 oben), zumal der Beschwerdef�hrer nicht bestreitet, dass die Tochter bereits heute wirtschaftlich selbstst�ndig ist.
5.1 Der Beschwerdef�hrer wendet sich sodann gegen die appellationsgerichtlichen Ausf�hrungen zur Eigenversorgungskapazit�t der Beschwerdegegnerin, wonach ihr eine Ausdehnung ihres aktuellen Arbeitspensums von 70% nicht zumutbar sei.
5.2.1 Bei der Festsetzung von Unterhaltsbeitr�gen darf vom tats�chlichen Leistungsverm�gen der Unterhaltsberechtigten (wie auch des Unterhaltsverpflichteten) abgewichen und stattdessen von einem hypothetischen Einkommen ausgegangen werden, sofern dieses zu erreichen zumutbar und m�glich ist. Dabei handelt es sich um zwei Voraussetzungen, die kumulativ erf�llt sein m�ssen. Damit ein Einkommen �berhaupt oder ein h�heres Einkommen als das tats�chlich erzielte angerechnet werden kann, gen�gt es nicht, dass der betroffenen Partei weitere Anstrengungen zugemutet werden k�nnen. Vielmehr muss es auch m�glich sein, aufgrund dieser Anstrengungen ein h�heres Einkommen zu erzielen.
Mit Bezug auf das hypothetische Einkommen ist Rechtsfrage, welche T�tigkeit aufzunehmen oder auszudehnen als zumutbar erscheint. Ob die als zumutbar erkannte T�tigkeit m�glich und das angenommene Einkommen effektiv erzielbar ist, bildet hingegen Tatfrage, die durch entsprechende Feststellungen oder durch die allgemeine Lebenserfahrung beantwortet wird. Auch im letzteren Fall m�ssen aber jene Tatsachen als vorhanden festgestellt sein, die eine Anwendung von Erfahrungss�tzen �berhaupt erst erm�glichen (vgl. zum Ganzen: BGE 137 III 118 E. 2.3 S. 121; 137 III 102 E. 4.2.2.2 S. 108; 128 III 4 E. 4c/bb S. 7).
5.2.2 Das Bundesgericht hat festgehalten, dass einem haushaltsf�hrenden Ehegatten die Wiederaufnahme einer Erwerbst�tigkeit dann nicht mehr zuzumuten ist, wenn er im Zeitpunkt der Trennung das 45. Altersjahr erreicht hat. Diese Alterslimite ist jedoch nicht als starre Regel anzusehen. Es handelt sich um eine Vermutung, die durch andere Anhaltspunkte, die f�r die Wiederaufnahme sprechen, umgestossen werden kann. Die Tendenz geht zudem dahin, die Alterslimite auf 50 Jahre anzuheben (vgl. zum Ganzen: BGE 137 III 102 E. 4.2.2.2 S. 108 f. mit Hinweisen; zur beschr�nkten Anwendbarkeit der Alterslimite, wenn es nicht um die Wiederaufnahme, sondern um die Frage der Ausdehnung der Erwerbst�tigkeit geht: Urteil 5A_206/2010 vom 21. Juni 2010 E. 5.3.4, in: FamPra.ch 2010 S. 913).
5.3 Das Appellationsgericht hat die aktuellen Einkommen der Beschwerdegegnerin aus ihrer Haupterwerbst�tigkeit (Pensum von 50%) als Serviceangestellte in der H�he von Fr. 1'983.-- pro Monat und aus ihrer Nebenerwerbst�tigkeit (Pensum von ungef�hr 20%) im Reinigungsdienst von Fr. 815.-- pro Monat, insgesamt damit ein Monatseinkommen von Fr. 2'798.--, ber�cksichtigt.
Es pr�fte sodann, ob der Beschwerdegegnerin eine Ausdehnung ihrer Erwerbst�tigkeit zumutbar und m�glich w�re. Es stellte fest, dass die Beschwerdegegnerin aus gesundheitlicher Sicht nicht voll leistungsf�hig sei. Jedoch liess es die Frage offen, welches Ausmass diese krankheitsbedingten Einschr�nkungen erreichten und eine Ausdehnung der Erwerbst�tigkeit bereits unzumutbar machten, weshalb auf die vom Beschwerdef�hrer beantragte Einholung eines aktuellen Arztzeugnisses verzichtet werden k�nne.
Im Zeitpunkt der Trennung (2006) sei die Beschwerdegegnerin 52 Jahre und im Zeitpunkt der Scheidung (2009) 55 Jahre alt gewesen. In diesem Alter sei der Ausbau einer teilzeitlichen Erwerbst�tigkeit "gerichtsnotorisch schwierig", was insbesondere f�r eine Person gelte, die belegtermassen aus gesundheitlichen Gr�nden nicht voll leistungsf�hig sei.
Im Ergebnis sei deshalb der Beschwerdegegnerin eine Erh�hung des aktuellen Pensums von insgesamt 70% aufgrund ihrer "beruflichen Biografie", ihres Alters und ihres Gesundheitszustandes nicht zumutbar. Zudem sei nicht anzunehmen, dass die Beschwerdegegnerin in ihrem zuvor ausge�bten Beruf als Datentypistin (mit dem gleichen Pensum) ein h�heres Einkommen erzielen k�nne.
5.4.1 Der Beschwerdef�hrer wendet sich gegen die appellationsgerichtliche Feststellung zur gesundheitlichen Einschr�nkung der Leistungsf�higkeit der Beschwerdegegnerin. Diese herabgesetzte Leistungsf�higkeit habe unber�cksichtigt zu bleiben, zumal sein Beweisantrag auf Einholung eines �rztlichen Gutachtens abgewiesen worden sei.
5.4.2 Entgegen der Ansicht des Beschwerdef�hrers hat das Appellationsgericht festgestellt, dass die Beschwerdegegnerin "belegtermassen gesundheitlich nicht voll leistungsf�hig war und weiterhin" sei. Offen gelassen hat es jedoch mangels Rechtserheblichkeit nur die Frage, welches Ausmass diese Beeintr�chtigung (mit Bezug auf die Arbeitsunf�higkeit) erreicht. Deshalb hat es den Beweisantrag des Beschwerdef�hrers auf Einholung eines aktuellen Arztzeugnisses abgewiesen.
Der Beschwerdef�hrer weicht damit von der appellationsgerichtlichen Feststellung einer allgemeinen gesundheitlichen Einschr�nkung der Beschwerdegegnerin ab, ohne jedoch diese Feststellung �berhaupt zu beanstanden (Art. 97 Abs. 1 BGG; vgl. E. 2.2 oben). Darauf ist nicht einzutreten.
5.4.3 Auch wenn das Gericht eine Behauptung weder als erwiesen noch als widerlegt erachtet, ist es nach Art. 8 ZGB nur verpflichtet, weitere Beweisantr�ge abzunehmen, wenn diese rechtserhebliche Tatsachen betreffen (BGE 133 III 189 E. 5.2.2 S. 195; 132 III 222 E. 2.3 S. 226).
Der Beschwerdef�hrer geht in seiner Beschwerde auf die appellationsgerichtliche Erw�gung, wonach eine genaue Abkl�rung des Ausmasses der gesundheitlichen Einschr�nkung der Beschwerdegegnerin (mangels Rechtserheblichkeit) unterbleiben k�nne, gar nicht ein und begr�ndet die Verletzung von Art. 8 ZGB nicht weiter. Darauf ist nicht einzutreten (Art. 42 Abs. 2 BGG; vgl. E. 2.1 oben).
5.5.1 Der Beschwerdef�hrer wendet sich weiter gegen die appellationsgerichtliche Feststellung, wonach nicht davon auszugehen sei, dass die Beschwerdegegnerin in ihrem zuvor ausge�bten Beruf als Datentypistin ein h�heres Einkommen erzielen k�nne als nun als Serviceangestellte und Reinigungskraft.
Der Beschwerdef�hrer wendet ein, die Beschwerdegegnerin k�nne in ihrem angestammten Beruf im kaufm�nnischen Bereich arbeiten und w�rde dort als Datentypistin ein h�heres Einkommen erzielen. Zur Begr�ndung seiner R�ge verweist er auf die Gerichtsnotoriet�t.
5.5.2 Der Beschwerdef�hrer unterl�sst es erneut, die Feststellung des Appellationsgerichts im beschriebenen Sinn (vgl. E. 2.2 oben) als fehlerhaft zu r�gen. Fehlt es an einer Sachverhaltsr�ge, ist darauf von vornherein nicht einzutreten (BGE 136 II 508 E. 1.2 S. 512).
5.5.3 Steht damit in tats�chlicher Hinsicht fest, dass die Beschwerdegegnerin als Datentypistin nicht mehr verdienen k�nnte, braucht auf die vom Beschwerdef�hrer ebenfalls erhobenen Einw�nde, der Beschwerdegegnerin sei aus fachlicher Sicht ohne Weiteres eine Stelle im kaufm�nnischen Bereich m�glich, nicht weiter eingegangen zu werden.
5.6.1 Schliesslich wendet sich der Beschwerdef�hrer ebenfalls gegen die appellationsgerichtliche Erw�gung, wonach sich eine Ausdehnung der aktuellen Erwerbst�tigkeit angesichts des Alters der Beschwerdegegnerin (im Zeitpunkt der Trennung 52 Jahre und im Zeitpunkt der Scheidung 55 Jahre) als schwierig erweise, was gerichtsnotorisch sei und insbesondere f�r eine Person gelte, die nachgewiesenermassen gesundheitlich nicht voll leistungsf�hig sei.
5.6.2 Der Beschwerdef�hrer h�lt dem entgegen, dass gem�ss den Ergebnissen der Schweizerischen Arbeitskr�fteerhebung und der Lohnstrukturerhebung "Erwerbst�tigkeit der Personen ab 50 Jahren" der Anteil der �ber 50 Jahre alten Erwerbspersonen deutlich zunehmen werde. Deshalb sei es auch f�r die Beschwerdegegnerin durchaus zumutbar, sich im Alter von 52 Jahren noch um eine Erh�hung ihrer Eigenversorgungskapazit�t zu bem�hen.
5.6.3 Es kann offen bleiben, ob sich das Appellationsgericht zurecht auf die Gerichtsnotoriet�t beruft oder im Ergebnis auf die Lebenserfahrung abstellt, um aus den Gesamtumst�nden des konkreten Falles beziehungsweise den bewiesenen Indizien auf diesen Sachverhalt zu schliessen (vgl. zur allgemeinen Lebenserfahrung als Rechts- oder Tatfrage: BGE 122 III 61 E. 2c/bb S. 65; Urteil 8C_776/2008 vom 18. Juni 2009 E. 5.2; BERGER-STEINER, Das Beweismass im Privatrecht, 2008, N. 02.17 ff.).
Der Beschwerdef�hrer unterl�sst es wiederum, eine R�ge gegen die appellationsgerichtliche Sachverhaltsfeststellung zu erheben und begn�gt sich mit appellatorischer Kritik. Darauf ist nicht einzutreten (vgl. E. 2.2 oben; BGE 136 II 508 E. 1.2 S. 512).
5.7 Nachdem die appellationsgerichtlichen Erw�gungen zur Zumutbarkeit und M�glichkeit der Ausdehnung der Erwerbst�tigkeit nicht zu beanstanden sind, braucht auf die Frage der Dauer der Unterhaltsbeitr�ge nicht weiter eingegangen zu werden, da der Beschwerdef�hrer die beantragte Beschr�nkung auf eine Dauer von ein beziehungsweise zwei Jahren einzig damit begr�ndet, dass der Beschwerdegegnerin ab diesem Zeitpunkt eine Ausdehnung ihrer Erwerbst�tigkeit entgegen dem Gesagten zumutbar und m�glich sei.
Aus den dargelegten Gr�nden ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Der Beschwerdef�hrer wird kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Seinem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung f�r das bundesgerichtliche Verfahren kann nicht entsprochen werden, zeigen doch die vorstehenden Erw�gungen auf, dass seine Beschwerde von Beginn an keine Aussicht auf Erfolg haben konnte (Art. 64 BGG). Der Beschwerdegegnerin ist kein entsch�digungspflichtiger Aufwand entstanden (Art. 68 Abs. 2 BGG).
Das Gesuch des Beschwerdef�hrers um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung f�r das bundesgerichtliche Verfahren wird abgewiesen.