Source: https://www.nordzucker.com/landwirte/aktionaere/corporate-governance/cg-bericht.html
Timestamp: 2019-04-18 16:58:37
Document Index: 9024325

Matched Legal Cases: ['§ 111', '§ 76', '§ 111', '§ 161', '§ 161', '§ 161']

Corporate Governance-Bericht des Geschäftsjahres 2016/17
Corporate Governance umfasst das System der Leitung und Überwachung eines Unternehmens, einschließlich seiner Organisation, seiner geschäftspolitischen Grundsätze und Leitlinien sowie der internen und externen Kontroll- und Überwachungsmechanismen. Eine klar strukturierte und gelebte Corporate Governance hat für die Nordzucker AG eine hohe Bedeutung und gewährleistet eine verantwortliche, auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung. Sie fördert das Vertrauen der Aktionäre, der Finanzmärkte, der Geschäftspartner und der Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit in die Leitung und Überwachung des Nordzucker Konzerns.
Corporate Governance ist die Grundlage der Entscheidungs-und Kontrollprozesse im Nordzucker Konzern. Das Handeln der Nordzucker wird an klar definierten Leitlinien ausgerichtet. Diese Leitlinien beinhalten eine konsequente Orientierung an den Bedürfnissen und Erwartungen der Aktionäre, Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter.
Die Erzielung eines angemessenen und dauerhaften Gewinns, die kontinuierliche Generierung von Wachstum und die Erhöhung der Marktanteile leiten die Tätigkeit jedes einzelnen Mitarbeiters. Dabei stellt die beständige Verbesserung aller Geschäftsprozesse durch kompetente, zielorientiert geführte und leistungsorientiert entlohnte Mitarbeiter die Existenz und die langfristige, systematische Fortentwicklung des Unternehmens in einem sich wandelnden Wettbewerbsumfeld sicher.
Die Nordzucker AG mit Sitz in Braunschweig unterliegt den Vorschriften des deutschen Aktienrechts. Darin ist als Grundprinzip das duale Führungssystemverankert, welches dem Vorstand die Leitung des Unternehmens und dem Aufsichtsrat die Beratung und Überwachung des Vorstandes zuordnet. Beide Gremien sind im Hinblick auf ihre Mitglieder mit eigenen Kompetenzen ausgestattet und arbeiten im Unternehmensinteresse eng und vertrauensvoll zusammen.
Der Vorstand der Nordzucker AG besteht derzeit aus vier Mitgliedern.
Der Vorstand der Nordzucker AG legt als Leitungsorgan die Unternehmenspolitik fest. Er ist für die strategische Ausrichtung des Unternehmens, die Planung und Festlegung des Unternehmensbudgets, die Ressourcenallokation sowie die Kontrolle der Geschäftsentwicklung in der Gesellschaft und dem Konzern verantwortlich. Ferner ist er zuständig für die Aufstellung der Jahresabschlüsse und Zwischenberichte der Nordzucker AG und des Konzerns. Die Führung der Geschäfte der Nordzucker AG obliegt dem Vorstand als Kollegialorgan.
Im Hinblick auf die Zusammensetzung des Vorstands hat der Aufsichtsrat gemäß § 111 Abs. 5 Aktiengesetz (nachfolgend: „AktG“) am 16. Juli 2015 beschlossen, die Zielgröße für den Anteil der Frauen im Vorstand auf 0 Prozent mit einer Umsetzungsfrist bis zum 30. Juni 2017 festzulegen. Derzeit gehört dem Vorstand keine Frau an. Der Aufsichtsrat der Nordzucker AG hat in seiner Sitzung am 9. März 2017 die Zielgrößen für die künftige Besetzung von Frauen in Vorstand wie folgt festgelegt: Bis zum 30. Juni 2022 liegt die Zielgröße für den Anteil an Frauen im Vorstand bei 0 Prozent.
Für die erste Ebene unter dem Vorstand soll bis zum 30. Juni 2017 ein Frauenanteil von 10 Prozent erreicht werden. Derzeit hat Nordzucker in der ersten Ebene unter dem Vorstand einen Frauenanteil von 10,7 Prozent konzernweit sowie 14,3 Prozent deutschlandweit.
Auf der zweiten Ebene unter dem Vorstand – soweit die Mitarbeiter Führungsverantwortung haben – wurde ein Frauenanteil von 20 Prozent festgelegt. Der Frauenanteil liegt zum Ende des Geschäftsjahres 2016/2017 bei 20,79 Prozent konzernweit und deutschlandweit bei 18,18 Prozent.
Der Vorstand der Nordzucker AG hat am 20. März 2017 folgende Zielgrößen gemäß § 76 Abs. 4 AktG für die Zukunft beschlossen:
Für die erste Ebene unter dem Vorstand soll bis zum 30. Juni 2022 ein Frauenanteil von 15 Prozent erreicht werden, in der zweiten Ebene ein Anteil von 21 Prozent.
Der Vorstand hat sich mit Zustimmung des Aufsichtsrats zur internen Organisation eine Geschäftsordnung gegeben.
Der Aufsichtsrat der Nordzucker AG hat derzeit 21 Mitglieder. Mit Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung des Geschäftsjahres 2016/2017 beschließt, besteht der Aufsichtsrat aus 15 Mitgliedern. Zwei Drittel der Aufsichtsräte sind Vertreter der Anteilseigner, ein Drittel Vertreter der Arbeitnehmer. Der Aufsichtsrat überwacht und berät den Vorstand bei der Führung der Geschäfte. Der Aufsichtsrat erörtert regelmäßig die Geschäftsentwicklung und Planung sowie die Strategie des Unternehmens und deren Umsetzung. Er prüft und verabschiedet den Jahresabschluss der Nordzucker AG und des Konzerns unter Berücksichtigung der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers und der Ergebnisse der Prüfung durch den Prüfungs- und Finanzausschuss. Wesentliche Vorstandsentscheidungen sind an seine Zustimmung gebunden.
Im Hinblick auf seine Zusammensetzung hat der Aufsichtsrat in Anlehnung an die Empfehlung gemäß Ziffer
5.4.1 des Kodex sowie gemäß § 111 Abs. 5 AktG am 9. März 2017 sowie im Hinblick auf die Verkleinerung des Gremiums beschlossen, bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrats insbesondere die folgenden Elemente zu berücksichtigen:
• mindestens drei Aufsichtsratssitze für Personen, die im besonderen Maße das Kriterium der Internationalität verkörpern (etwa durch Auslandserfahrung oder ausländische Staatsangehörigkeit);
• mindestens drei Aufsichtsratssitze für Personen, die keine Funktion bei Kunden, Anbauerverbänden oder sonstigen Geschäftspartnern wahrnehmen;
• mindestens drei Aufsichtsratssitze für Frauen. Die Zielgröße für den Anteil von Frauen im Aufsichtsrat beträgt 19 Prozent mit einer Umsetzungsfrist bis zum 30. Juni 2017; derzeit gehören dem Aufsichtsrat fünf Frauen an, was einem Anteil von 23,8 Prozent entspricht;
• in seiner Sitzung am 9. März 2017 hat der Aufsichtsrat eine Zielgröße für den Anteil von Frauen im Aufsichtsrat von 25 Prozent beschlossen;
• die Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder beträgt grundsätzlich 65 Jahre und
• die Grenze für die Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat beträgt grundsätzlich 25 Jahre.
Derzeit sind diese Ziele erfüllt.
Der Aufsichtsrat hat sich zur internen Organisation eine Geschäftsordnung gegeben und zur optimalen Wahrnehmung seiner Aufgaben einen Präsidialausschuss, einen Prüfungs- und Finanzausschuss, einen Personalausschuss sowie einen Nominierungsausschuss gebildet.
Neben den Corporate-Governance-Grundsätzen sind zudem die folgenden Prinzipien wesentliche Grundlagen der nachhaltigen und verantwortungsvollen Unternehmensführung des Nordzucker Konzerns:
• Die vier Unternehmenswerte Verantwortung, Engagement, Courage und Wertschätzung bilden die Basis der Kultur im Nordzucker Konzern.
• Darauf aufbauend enthält der Verhaltenskodex Leitsätze für das Verhalten der Mitarbeiter des Nordzucker Konzerns sowie der im Namen von Nordzucker tätigen Handelsvertreter, Berater oder anderen Geschäftspartner.
• Interne Grundsätze, Richtlinien, Verfahrensbeschreibungen sowie Arbeitsanweisungen und Handbücher konkretisieren diese Leitsätze.
• Die sechs Schlüsselbotschaften geben die Leitlinien des Unternehmens insbesondere im Hinblick auf den Veränderungsprozess wegen des Auslaufens der Europäischen Zuckermarktordnungam 30. September 2017 vor.
• Die Business Principles bilden die Grundlage für die Zusammenarbeit in einer funktionalen Organisationsstruktur.
Die Grundsätze guter Unternehmensführung sind für börsennotierte Aktiengesellschaften im Deutschen Corporate Governance Kodex (nachfolgend: „Kodex“) geregelt. Der Kodex enthält Empfehlungen und Anregungen zur guten Unternehmensführung und beschreibt außerdem gesetzliche Pflichten börsennotierter Aktiengesellschaften. Aufgrund der Vorschrift des § 161 AktG haben sich börsennotierte Aktiengesellschaften jährlich zur Einhaltung von Empfehlungen des Kodex zu erklären. Diese Erklärung erfolgt sowohl vergangenheitsbezogen als auch zukunftsbezogen. Die Nordzucker AG ist kein börsennotiertes Unternehmen im Sinne von § 161 Abs. 1 AktG. Sie unterliegt daher nicht der Verpflichtung, jährlich zu erklären, inwieweit das Unternehmen den von der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ erlassenen Empfehlungen folgt und aus welchen Gründen gegebenenfalls nicht. Die Prinzipien guter und transparenter Unternehmensführung sind jedoch fester Bestandteil der Unternehmenskultur der Nordzucker AG. Vorstand und Aufsichtsrat der Nordzucker AG haben daher (wie in den Vorjahren) beschlossen, freiwillig eine Erklärung nach § 161 Abs. 1 Akt Gab zugeben (siehe Seite 41 des Geschäftsberichts). Die Entsprechenserklärungen der letzten fünf Jahre sind auf der Homepage der Nordzucker AG abrufbar. Sofern der Kodex gesetzliche Pflichten börsennotierter Aktiengesellschaften außerhalb von Empfehlungen regelt, sind diese auf die Nordzucker AG nicht anwendbar. Die Gesellschaft geht auch keine freiwillige Verpflichtung ein, diese zu befolgen.
Unter Compliance versteht man die Gesamtheit der konzernweiten Maßnahmen im Hinblick auf die Einhaltung von gesetzlichen und unternehmensinternen Ge- und Verboten durch das Unternehmen, die Leitungsorgane und Mitarbeiter. Verstöße, insbesondere Kartell- und Korruptionsverstöße, werden von Aufsichtsrat und Vorstand der Nordzucker AG nicht geduldet. Entsprechenden Hinweisen auf Fehlverstöße wird unverzüglich nachgegangen. Mittels interner Maßnahmen soll Gesetzesverstößen durch die Mitarbeiter und das Unternehmen vorgebeugt werden bzw. es soll unterstützt werden, die Gesetze und unternehmensinternen Richtlinien korrekt anzuwenden. Dazu erfolgen regelmäßig Schulungen. Seit 2. März 2017 gibt es ein „Speak Up!“-System, das Mitarbeitern und Externer ermöglicht, anonyme Hinweise zu ethischem Fehlverhalten zu melden. Zu einer sorgfältigen Unternehmensleitung und guten Corporate-Governance-Praxis gehört auch der verantwortungsbewusste Umgang des Unternehmens mit Risiken. Das Interne Kontrollsystem des Nordzucker Konzerns stellt sicher, dass Risiken dort, wo sie entstehen, bewertet und entsprechende Maßnahmen getroffen werden. Darüber hinaus verfügt der Nordzucker Konzern über ein konzernweites Risikomanagementsystem, in dem Entwicklungen, die erhebliche Nachteile auslösen können, identifiziert und bewertet werden. Das Risikomanagementsystem dient auch der Vermeidung von Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden würden. Zudem werden regelmäßig interne Revisionsprüfungen durchgeführt, die durch eine unabhängige Überwachung des Internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems zur guten Unternehmensführung beitragen.
Die Nordzucker AG erstellt den Jahresabschluss nach den Rechnungslegungsvorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB). Für die Rechnungslegung des Nordzucker Konzerns sind die International Financial Reporting Standards (IFRS) maßgeblich, wie sie in der Europäischen Union(EU) anzuwenden sind.
Nachhaltigkeit ist für den Nordzucker Konzern und viele seiner Kunden ein Thema höchster Priorität. Als Lebensmittelhersteller sind ökologische und soziale Themen natürlicher Bestandteil der täglichen Arbeit. Für den Nordzucker Konzern ist es entscheidend, gemeinsam mit Lieferanten, Dienstleistern, Mitarbeitern und Kunden eine nachhaltige Wertschöpfungskette zu entwickeln. Ganz oben auf der Agenda stehen Rückverfolgbarkeit, Qualität und Zuverlässigkeit. Der von der Nordzucker AG erstellte Nachhaltigkeitsbericht ist unter nachhaltigkeit.nordzucker.com abrufbar.
Zudem sind die Einhaltung hoher Ansprüche an die Lebensmittel- und Futtermittelqualität und -sicherheit, die Ressourcenschonung, die kontinuierliche Minimierung und Vermeidung von Umweltbelastungen sowie Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz integraler Bestandteil aller Tätigkeiten des Nordzucker Konzerns. Fehlervermeidung und Vorbeugung haben dabei einen besonderen Stellenwert.
Braunschweig, im Mai 2017