Source: http://www.ichimnetz.de/2011/01/internet-und-recht/mash-up-videos-urheberrechtsverletzungen-auf-youtube-und-co-4856/
Timestamp: 2013-05-19 02:38:33
Document Index: 209677812

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§ 19', '§ 23', '§ 24', '§ 24', '§ 14', '§ 97', '§ 106']

Mash-Up Videos – Urheberrechtsverletzungen auf YouTube und Co. | ichimnetz.de
Folge uns!	Internet & Recht Mashup-Videos – Urheberrechtsverletzungen auf YouTube und Co.
6. Januar 2011 / Katharina Fuchs
YouTube und andere Videoplattformen gehören bei Kindern und Jugendlichen wohl zu den am meisten aufgerufenen Internetseiten. Vielfach werden die sich dort befindenden Videoclips von ihnen aber nicht nur angesehen, sondern sogar von ihnen produziert. Meist handelt es sich bei den selbst geschaffenen Videoclips um sog. Mashups, bei denen Inhalte des Webs wie Text, Daten, Bilder, Töne oder Ausschnitte von Videos neu kombiniert werden. Programmierkenntnisse sind für die Herstellung solcher Mashups nur in geringem Umfang erforderlich, weshalb mittlerweile Millionen derartiger „Remixes“ im Umlauf sind. Meistens dienen die neu erstellten Videos parodistischen Zwecken, nehmen also bekannte Werke oder prominente Personen aufs Korn, indem sie zwar deren Form bzw. Verhaltensweisen beibehalten, aber ein anderer, nicht dazu passender Inhalt unterlegt wird.
Doch so witzig diese Clips auch sein mögen – rechtlich bewegen sich ihre Produzenten mit deren Veröffentlichung auf dünnem Eis. Soweit nämlich ohne entsprechende Einräumung von Nutzungsrechten urheberrechtlich geschützte Elemente wie Ausschnitte aus Filmen oder Teile von Liedern für die Erstellung eines Mashups verwendet werden, liegt in der Veröffentlichung des Clips eine Verletzung des ausschließlichen Rechts zur Vervielfältigung (§ 16 UrhG) und zur öffentlichen Zugänglichmachung eines Werkes (§ 19a UrhG) nahe. Auch kommt eine unzulässige Bearbeitung i.S.d. § 23 UrhG in Betracht. Zwar sieht § 24 Abs. 1 UrhG vor, dass es dann keiner Zustimmung zur Veröffentlichung und Verwertung bedarf, wenn ein selbstständiges Werk in „freier Benutzung“ eines anderen Werks geschaffen wird. Dies setzt jedoch voraus, dass das fremde Werk nicht in identischer oder umgestalteter Form übernommen wird, sondern lediglich als Anregung dient. Bei Mashups werden aber gerade Originalpassagen von Liedern oder Videos verwendet. Die Ausnahme des § 24 Abs. 1 UrhG liegt also nicht vor.
Probleme ergeben sich auch, wenn selbst gedrehte Privatclips mit urheberrechtlich geschützter Musik hinterlegt werden. Müssen hierzu sich auf einem analogen Medium (z.B. einer Vinylschallplatte) befindende Lieder digitalisiert werden, kann bereits hierin ein Verstoß gegen das Urheberrecht liegen.
Schließlich kann auch die Einbettung von auf YouTube und Co. veröffentlichten Videos in die eigene Webseite (sog. „Embedded Links“) gegen das Urheberrecht verstoßen. So zum Beispiel, wenn hierdurch ein urheberrechtlich geschütztes Werk, also etwa ein Lied oder ein Filmausschnitt, in einen diskreditierenden Zusammenhang gebracht wird. Hierin kann eine Entstellung oder andere Beeinträchtigung des Werks i.S.d. § 14 UrhG liegen. Wird ein Video also etwa unter der unzutreffenden Rubrik „Rechtes Filmgut“ gepostet, kann der Urheber hiergegen vorgehen.
In erster Linie werden sich Urheber, die ihre Rechte durch Videos bei Plattformen wie YouTube verletzt sehen, zwar direkt an den Plattformbetreiber halten. Ein Risiko, in Anspruch genommen werden, trifft zweifelsfrei aber auch denjenigen, der die Videos herstellt oder in die eigene Webseite einbindet. Neben zivilrechtlichen Ansprüchen auf Beseitigung bzw. Unterlassung und gegebenenfalls auch Schadensersatz (§ 97 UrhG) drohen dabei auch strafrechtliche Konsequenzen (§§ 106 ff. UrhG). Sollte man also nicht ausschließlich eigens produzierte Inhalte auf Videoplattformen veröffentlichen wollen, erscheint es deshalb ratsam, in der Rolle des „passiven Konsumenten“ zu verbleiben.	Tweet
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