Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NZBau%202002,%20502
Timestamp: 2019-07-24 04:11:24
Document Index: 8824969

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 313', '§ 311', '§ 1908', '§ 313', '§ 311', '§ 313', 'BGH', 'BGH', '§ 311', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 311', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 313', 'BGH', 'BGH', '§ 313', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 13.06.2002 - VII ZR 321/00 - dejure.org
https://dejure.org/2002,415
BGH, 13.06.2002 - VII ZR 321/00 (https://dejure.org/2002,415)
BGH, Entscheidung vom 13.06.2002 - VII ZR 321/00 (https://dejure.org/2002,415)
BGH, Entscheidung vom 13. Juni 2002 - VII ZR 321/00 (https://dejure.org/2002,415)
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BGB § 313 a. F.; BGB § 311b Abs. 1 n. F.
Beurkundungspflicht bei zusammenhängenden Rechtsgeschäften
BGB §§ 1908 d Abs. 1, 1896 Abs. 2 Satz 2, 1904 Abs. 1 und 2, 1906 Abs. 5 Satz 1
Revision - Bauvertrrag - Grundstückskaufvertrag - Abhängigkeit - Beurkundung - Kündigung
Zur Beurkundungsbedürftigkeit eines Bauvertrages
Keine Beurkundungspflicht eines Bauvertrags bei "einseitiger Abhängigkeit" von einem Grundstückskaufvertrag
BGB § 313 (a.F.)
Notarielle Beurkundung des Bauvertrags bei gleichzeitigem Kauf?
BGB § 311b Abs. 1 Satz 1, 2 (= BGB a. F. § 313 Satz 1, 2)
Keine Beurkungspflicht für einen von einem Grundstückskaufvertrag abhängigen Bauvertrag
Neue BGH-Rechtsprechung zur Beurkundung von Bauverträgen! (IBR 2002, 461)
LG Köln, 08.10.1999 - 17 O 155/99
LG Köln, 05.11.1999 - 17 O 155/99
OLG Köln, 29.06.2000 - 12 U 254/99
NJW 2002, 2559
MDR 2002, 1187
DNotZ 2002, 944
NZBau 2002, 502
WM 2003, 32
BauR 2002, 1449 (Ls.)
BauR 2002, 1541
ZfBR 2002, 777
Sind die Verträge nicht wechselseitig voneinander abhängig, ist der Bauvertrag nur dann beurkundungsbedürftig, wenn das Grundstücksgeschäft von ihm abhängt (im Anschluss an BGH, Urteil vom 13. Juni 2002, VII ZR 321/00, BauR 2002, 1541 = NZBau 2002, 502 = ZfBR 2002, 777).
Sind die Verträge allerdings nicht wechselseitig voneinander abhängig, kommt eine Ausdehnung des Formerfordernisses des § 311 b Abs. 1 Satz 1 BGB auf den Bauvertrag nur in Betracht, wenn das Grundstücksgeschäft vom Bauvertrag abhängt (BGH, Urteil vom 13. Juni 2002 - VII ZR 321/00, aaO).
Diese kann auch dann vorliegen, wenn beide Verträge nicht in einer Urkunde enthalten sind, sondern nacheinander geschlossen werden (BGH, Urteil vom 13. Juni 2002 - VII ZR 321/00, aaO) und sogar dann, wenn die Parteien des Bauvertrages nicht identisch sind mit den Parteien des Grundstückskaufvertrages (BGH…, Urteil vom 12. Februar 2009 - VII ZR 230/07, aaO).
Maßgeblich kann in diesem Fall nicht der tatsächliche Wille der Parteien des Grundstückskaufvertrages sein, denn dieser ist in aller Regel vor Abschluss des Bauvertrages nicht feststellbar (missverständlich insoweit möglicherweise BGH, Urteil vom 13. Juni 2002 - VII ZR 321/00, aaO).
Nur diese Abhängigkeit erlaubt den Rückgriff auf § 311 b BGB (BGH, Urteil vom 13. Juni 2002 - VII ZR 321/00, aaO; Urteil vom 26. November 1999 - V ZR 251/98, NJW 2000, 951).
Ein solcher Verknüpfungswille kann nicht schon deshalb angenommen werden, weil der Besteller für die Durchführung eines Bauvertrages ein Grundstück benötigt (BGH, Urteil vom 6. Dezember 1979 - VII ZR 313/78, BGHZ 76, 43, 49; Urteil vom 13. Juni 2002 - VII ZR 321/00, aaO).
Die Frage der Formbedürftigkeit ist von der zeitlichen Abfolge der Verträge nicht abhängig (vgl. BGH, Urteil vom 13. Juni 2002 - VII ZR 321/00, aaO).
Entscheidend ist vielmehr, ob der Kaufvertrag nicht ohne den Abschluss der "Vereinbarung" zustande gekommen wäre (…st. Rspr., vgl. Senat Urt. v. 26. November 1999, V ZR 251/98, NJW 2000, 951;… BGH, Urt. v. 11. Oktober 2000, VIII ZR 321/99, NJW 2001, 226; v. 13. Juni 2002, VII ZR 321/00, NJW 2002, 2559).
Sind die Verträge nicht wechselseitig voneinander abhängig, ist der Bauvertrag nur dann beurkundungsbedürftig, wenn das Grundstücksgeschäft von ihm abhängt (im Anschluss an BGH, Urteil vom 13.06.2002, VII ZR 321/00, BauR 2002, 1541 = NZBau 2002, 502 = ZfBR 2002, 777).
Ein solcher Verknüpfungswille kann nicht schon deshalb angenommen werden, weil der Besteller für die Durchführung eines Bauvertrages ein Grundstück benötigt (BGH, Urteil vom 06.12.1979 - VII ZR 313/78, BGHZ 76, 43, 49; Urteil vom 13.06.2002 - VII ZR 321/00, aaO).
Insoweit genügt auch, dass nur eine der Parteien einen solchen Willen erkennen lässt und ihn die andere Partei anerkennt oder wenigstens hinnimmt (vgl. BGH, NJW 2002, 2559, 2560 m. w. N.; NJW-RR 1991, 1031; BGHZ 89, 41, 43 OLG Brandenburg, Urteil v. 28.06.2007 - 5 U 105/05 - ).
Eine rechtliche Einheit bilden die Verträge nach der Rechtsprechung, wenn sie nach dem Willen der Parteien derart voneinander abhängen, dass sie miteinander stehen und fallen sollen (vgl. BGH NJW 2002, 2559, 2560; NJW 2000, 951 m. w. N.).
Erst bei einer Abhängigkeit des Grundstücksgeschäfts von der weiteren Abrede besteht Anlass, zur Wahrung der Funktionen des § 313 BGB a. F. (Warn- und Schutzfunktion, Gewährsfunktion für richtige, vollständige und rechtswirksame Wiedergabe des Parteiwillens, Beweisfunktion) das Formgebot auf den damit verbundenen Vertrag auszudehnen (vgl. BGH NJW 2002, 2559, 2560).
Ein wirtschaftlicher Zusammenhang liegt vor, wenn das eine Geschäft für das andere bloßer Anlaß war oder dieses erst ermöglicht hat (…BGH, Urt. v. 26. November 1999 - V ZR 251/98, aaO S. 952; v. 13. Juni 2002 - VII ZR 321/00, NJW 2002, 2559, 2560).
Denn erst bei einer Abhängigkeit des Grundstücksgeschäfts vom formfreien Geschäft besteht Anlass, zur Wahrung der Funktionen des § 313 Satz 1 BGB a.F. das Formgebot auf das formfreie Geschäft auszudehnen (vgl. insoweit BGH, DNotZ 2002, 944).
Insoweit genügt auch, dass nur eine der Parteien einen solchen Willen erkennen lässt und ihn die andere Partei anerkennt oder wenigstens hinnimmt (vgl. BGH NJW 2002, 2559, 2560 m. w. N.; NJW-RR 1991, 1031; BGHZ 89, 41, 43).