Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%201999,%201126
Timestamp: 2019-03-23 09:43:28
Document Index: 140578099

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 539', '§ 278', '§ 16', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 538', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: VersR 1999, 1126 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 19.05.1999
Anspruch auf Leistung aus Pferdeversicherung für Zuchthengst wegen Zuchtuntauglichkeit; Fehlerhafte Zurückverweisung des Berufungsgerichts mangels wesentlichem Mangel i.S.v. § 539 Abs. 2 Nr. 1 ZPO a.F.; Kein Verfahrensfehler bei Verzicht auf Anspruchsprüfung dem Grunde nach und bei angenommener Hinweispflicht gem. § 278 Abs. 3 ZPO a.F.; Bewertung der praktischen Deckerfolge und tierärztlichen Zuchttauglichkeitsbescheinigungen als maßgebliche Kriterien für die Zuchttauglichkeit; Zuchttauglichkeit als gefahrerheblicher Umstand für Rücktritt gem. § 16 Abs. 2 S. 1 VVG
NJW-RR 1999, 1289
Dabei bleibt es auch dann, wenn das Landgericht von einem angeblich unrichtigen materiell-rechtlichen Standpunkt aus folgerichtig keinen Anlass gesehen hat, Hinweise zu erteilen und/oder Beweiserhebungen durchzuführen (vgl. BGH NJW-RR 1999, 1289).
Bei der Beurteilung des Verfahrens des Ausgangsgerichts ist von dessen materiellrechtlicher Sicht auszugehen (…st. Rspr., vgl. BGH, Urt. v. 7. Juni 1993, II ZR 141/92, NJW 1993, 2318; v. 19. Mai 1999, IV ZR 209/98, NJW-RR 1999, 1289).
Ob ein Verfahrensmangel anzunehmen ist, beurteilt sich hierbei aus der materiell-rechtlichen Sicht des Erstrichters, ungeachtet dessen, ob das Berufungsgericht sie billigt oder nicht (vgl. BGH, NJW 1997, 1447; NJW-RR 1999, 1289; MDR 2001, 469;… Zöller/Gummer/Heßler, a.a.O.;… Thomas/Putzo/Reichold, a.a.O., § 538 Rn. 7).
Wie das angefochtene Urteil deutlich erkennen lässt, hat das Landgericht aufgrund seiner materiell-rechtlichen Beurteilung des Falles, die hier maßgebend zugrunde zu legen ist (vgl. BGH NJW-RR 1999, 1289; BGH NJW 2001, 1500; BGH NJW 2001, 2550), die Beweisangebote der Beklagten insbesondere auf Vernehmung der Zeugen M. S. und U. R. für erheblich gehalten, ist ihnen aber gleichwohl nicht nachgegangen, weil die Zeugen wegen des Fehlens korrekter ladungsfähiger Anschriften nicht zum Verhandlungstermin vom 21.07.2003 geladen werden konnten.