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Timestamp: 2018-05-23 01:33:47
Document Index: 62519797

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 9', '§ 12', '§ 15', '§ 16', '§ 17', '§ 4', '§ 1', '§ 3', '§ 5', '§ 6', '§ 7', '§ 8', '§ 10', '§ 11', '§ 13', '§ 14']

Zweites Kapitel: Rechtsdogmatische Untersuchungen zur römischen tutela : Die Palingenesie der römischen Vormundschaftsgesetze
Zweites Kapitel: Recht...
Die Palingenesie der römischen Vormundschaftsgesetze
Die Möglichkeit, im klassischen römischen Recht Unmündigen und Frauen auf behördlichem Weg einen Vormund zu bestellen, geht auf die lex Atilia und die lex Iulia et Titia zurück. Diese Vormundschaftsgesetze sind der Nachwelt jedoch nicht erhalten. Die Autorin rekonstruiert einzelne Klauseln unter besonderer Berücksichtigung des sie prägenden sozio-kulturellen Rahmens. Als Grundlage dient hierbei das bekannte Phänomen der Verwendung sogenannter Spolien, also die Übernahme von Fragmenten aus älteren Gesetzen bei der Abfassung von neuen Gesetzen. So können aus den überlieferten normativen Quellen zur tutela decretalis einzelne Textteile, deren Ursprung sowohl in der lex Atilia als auch in der lex Iulia et Titia zu vermuten ist, gewonnen werden.
978-3-653-95501-9
https://doi.org/10.3726/978-3-653-06047-8
Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2016. 201 S.
I. Die cura
II. Die tutela
§ 2. Vormundschaft und Pflegschaft in den „deutschen“ Rechten
Exkurs: Die Rezeption des römischen Vormundschaftsrechts
1. Die tutela legitima
2. Die tutela testamentaria
3. Die tutela decretalis
a) Körperliche Gebrechen und geistige Krankheiten
b) Sklaven
c) Filii familias
d) Impuberes und puberes
e) Latini
f) Tutela virile officium est – die Frau als Vormünderin?
g) Das spätklassische und justinianische Recht
1. Die gestio im altrömischen Recht
a) Negotia gerere im Besonderen
b) Einzelne Rechte und Pflichten des Tutors
c) Schranken der Verfügung
3. Die Geschäftsführung bei einer Mehrheit von Tutoren
4. Die Erteilung der auctoritas tutoris
5. Kurzüberblick über die nachklassischen Entwicklungen
a) Die actio rationibus distrahendis
b) Die accusatio suspecti tutoris
c) Die actio tutelae
d) Die actio tutelae utilis
e) Sicherungen des Mündels – insbesondere die satisdatio rem pupilli salvam fore
f) Sonderformen im Rechtsschutz
d) Sicherungen des Mündels
e) Sonderformen im Rechtsschutz
IV. Beendigung der Vormundschaft
I. Die soziale Rechtfertigung der tutela mulierum
1. Berufungsgründe zur tutela mulierum
2. Aufgaben des Vormunds und Rechtsschutz
III. Überblick über die Zurückbildung und Aushöhlung der tutela mulierum
I. Die Ansicht Watsons
II. Die Ansichten von Karlowa, Mitteis und Sachers
III. Die Ansicht Kasers
I. Der Bericht bei Liv. 39, 9, 7
II. Der sozial-historische Hintergrund der Gesetzgebung
I. Die Ansicht von der Duplizität der Gesetze
II. Die Einheitshypothese
§ 9. Zum Verhältnis zwischen der lex Atilia und der lex Claudia
I. Aufbau der lex Atilia
II. Aufbau der lex Iulia et Titia
I. Die Institutionen des Gaius und das Munizipalrecht
II. Die Urkunden aus Herkulaneum, TH PP 4, 228; TH 88
III. Die „kommentierenden“ Notizen zu Ulpians libri ad Sabinum, insbesondere Scholia Sinaitica 17, 45 und 20,
IV. Ulpian im 38. und 39. Buch ad Sabinum
§ 12. C. 29 lex municipi: de tutorum datione
I. Der Gesetzesanfang – oder cui tutor non erit incertusve erit
II. Kompetenzen zur datio tutoris – insbesondere collegae und absentes
III. Die Verfahrensschritte postulare und nominare quem dari volet
IV. Das den Tutor bestellende Dekret – causa cognita und si ei videbitur
V. Zur Vorbehaltsklausel quo ne a iusto tutore tutela abeat
1. Fictio tutoris
2. Fictio civitatis
I. Rekonstruktionsvorschlag zur lex Atilia
II. Rekonstruktionsvorschlag zur lex Iulia et Titia
§ 15. Kompetenzen und Verfahren
§ 16. Wesen der behördlichen Vormundschaft
§ 17. Vormundschaften aus besonderem Anlass oder für begrenzte Zwecke
Zweites Kapitel: Rechtsdogmatische Untersuchungen zur römischen tutela
Obwohl, wie eingangs bereits deutlich gemacht, der Schwerpunkt der vorliegenden Abhandlung nicht in einer umfassenden Darstellung der römischen tutela in all ihren Facetten liegen soll, erscheint es zum besseren Verständnis dennoch geboten, bevor anhand der entsprechenden Quellen eine detaillierte Analyse zu den Vormundschaftsgesetzen erfolgen kann, auf die dogmatischen Grundlagen und Besonderheiten dieses Rechtsinstituts einzugehen. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass sich die bisherigen Abhandlungen zum römischen Vormundschaftsrecht (abgesehen von einigen Kurzlehrbüchern, die sich aber eher für den schnellen Zugriff eignen) häufig im Detail zu verlieren drohen, indem sie sich mit einer Vielzahl von Einzelproblem(ch)en befassen, ohne dabei den Blick für das Wesentliche zu behalten. Zudem sollen im Rahmen dieser Untersuchung einige Fehlanschauungen, die sich auch weiterhin hartnäckig in der einschlägigen Sekundärliteratur erhalten, aufgezeigt und berichtigt werden.
Der römischen tutela unterstanden sowohl Unmündige bis zum Eintritt der Geschlechtsreife als auch Frauen unabhängig von ihrem Alter, vorausgesetzt sie waren sui iuris. Aufgrund einiger grundlegender Unterschiede zwischen der tutela impuberum und der tutela mulierum werden sie im Folgenden getrennt behandelt.
§ 4. Die tutela impuberum
Erstes Kapitel: Überblick über die geschichtliche Entwicklung des Wesens der Vormundschaft und Pflegschaft
§ 1. Vormundschaft und Pflegschaft im römischen Recht
§ 3. Vormundschaft, Pflegschaft und Betreuung im BGB
I. Berufung zur Vormundschaft
4. Fähigkeit zur Vormundschaft und Ausschließungsgründe
II. Die Aufgaben des Vormunds
2. Die gestio im klassischen Recht
III. Der Rechtsschutz des Mündels – prozessuale Klageformen und Rechtsbehelfe als Fundament einer effizienten Vormundschaft
1. Rechtsschutzmöglichkeiten des Mündels im altrömischen Recht
2. Rechtsschutzmöglichkeiten des Mündels im klassischen Recht
3. Überblick über die nachklassischen Entwicklungen
§ 5. Die tutela mulierum
II. Rechtsdogmatische Grundlagen der tutela mulierum
Drittes Kapitel: Palingenetische Überlegungen zu den römischen Vormundschaftsgesetzen
§ 6. Der Rechtszustand vor dem Erlass der Vormundschaftsgesetze
§ 7. Zur Datierung der lex Atilia
§ 8. Lex Iulia, lex Titia oder lex Iulia et Titia?
§ 10. Zur „Grobstruktur“ der Vormundschaftsgesetze
§ 11. Zum „ortsrechtlichen“ Vormundschaftsrecht in der lex Iulia et Titia
§ 13. Zur Rekonstruktion einzelner Klauseln in den Vormundschaftsgesetzen
VI. Zur doppelten Fiktion in c. 29 S. 3 lex municipi
§ 14. Zusammenfassung der Ergebnisse – Palingenetische Vorschläge zu den Vormundschaftsgesetzen
Viertes Kapitel: Die datio tutoris im klassischen römischen Recht