Source: https://steuerberater-verband.de/2020/05/04/die-gmbh-co-kg-beratung-2018-2019-leseprobe/
Timestamp: 2020-07-13 13:19:04
Document Index: 316362498

Matched Legal Cases: ['§ 288', '§ 110', '§ 266', '§ 266', '§ 266', 'BGH', '§ 172', '§ 172']

Die GmbH & Co. KG - Beratung 2018/2019 | Leseprobe - Steuerberaterverband Niedersachsen Sachsen-Anhalt
Die GmbH & Co. KG – Beratung 2018/2019 | Leseprobe
1.1 Die Bilanz der Komplementär-GmbH
• Im Regelfall ist die Kpl-GmbH nicht am Vermögen der KG beteiligt, so dass auf der HBil-Aktivseite keine KG-Beteiligung zu aktivieren ist und demzufolge auch keine Beteiligungserträge in der GuV-Rechnung zu erfassen sind.
• Nahezu regelmäßig besteht ein Darlehensverhältnis zur KG. Die Darlehens-forderung (25.000 €) ist sodann als „sonstige Ausleihungen“ oder ggf. nur als „Finanzanlagen“ abzubilden. Bei einer kleinen GmbH entfällt auch die Ent-wicklung des Darlehens im Anlagegitter (§ 288 Abs. 1 Nr. 1 HGB).
• Sofern die GmbH von der KG auf schuldrechtlicher Basis beruhende „Vergü-tungen“ erhält, können aus Sicht der GmbH zusätzliche Forderungen ge-genüber der KG entstehen, wenn die zahlungspflichtigen Vergütungen nicht an die GmbH gezahlt worden sind. Derartige Forderungen sind dann im Um-laufvermögen der GmbH auszuweisen.
1.2 Gewinn- und Verlustrechnung der Komplementär-GmbH
• Finanziert ein persönlich haftender Gesellschafter in den Angelegenheiten der Gesellschaft Aufwendungen, die er den Umständen nach für erforderlich hal-ten darf, oder erleidet er unmittelbar durch seine Geschäftsführung oder aus Gefahren, die mit ihr unmittelbar verbunden sind, Verluste, so ist ihm die Ge-sellschaft (KG) zum Ersatze verpflichtet (§ 110 Abs. 1 HGB).
• Die (typische) Kpl-GmbH erhält von der KG eine Vergütung für die Übernah-me der persönlichen Haftung und ggf. Ersatz der Aufwendungen im Zusam-
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menhang mit der Geschäftsführung und Vertretung der KG. Diese Vergütun-gen sind in der handelsrechtlichen GuV-Rechnung der GmbH als „Umsatzer-löse“ zu erfassen, weil die Kpl-GmbH regelmäßig umsatzsteuerpflichtig ist.
• Ist die Kpl-GmbH am handelsrechtlichen Jahresüberschuss der KG beteiligt und erhält sie einen „Gewinnanteil“, ist dieser als „Beteiligungsertrag auszu-weisen, wenn der Gewinnanteil der GmbH einem Konto mit Fremdkapitalcha-rakter zuzuführen ist (sog. Darlehenskonto).
1.3 Ausleihung der Stammeinlage an die GmbH & Co. KG
a) Handelsrechtlicher Bilanzausweis bei der GmbH
Bei Ausleihung der Stammeinlage bedarf es der Einordnung in das Bilanzgliede-rungsschema nach § 266 Abs. 2 HGB, wonach der Geschäftsführer die Entscheidung treffen muss, ob das Darlehen dem Anlagevermögen als Finanzanlage (§ 266 Abs. 2 A III HGB) oder dem Umlaufvermögen (§ 266 Abs. 2 B II HGB) zuzuordnen ist. Aktiva Handelsbilanz Kpl-GmbH Passiva
Finanzanlagen: Sonstige Ausleihungen 25.000 € Umlaufvermögen: Zinsforderung gegen KG 1.000 € Gez. Kapital 25.000 € Jahresüberschuss 1.000 €
5.4 Keine Entnahmeverbote bei OHG, KG und GmbH & Co. KG
a) BGH-Urteile v. 12.03.2013 – II ZR 73/11 und II ZR 74/11
• Da es bei der KG keinen im Innenverhältnis wirkenden Kapitalerhaltungs-grundsatz gibt, können die Gesellschafter ihre Rechtsbeziehungen weitge-hend frei gestalten. Das schließt auch die Entscheidung darüber ein, ob freie Liquidität der Gesellschaft an ihre ausgezahlt wird.
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• Gewinnunabhängige Auszahlungen können im Außenverhältnis zwar zum Wiederaufleben der Haftung des Kdt führen (§ 172 Abs. 4 HGB); diese Haf-tung betrifft jedoch nur das Verhältnis zu den Gläubigern der Gesellschaft, so dass zugunsten der Gesellschaft nicht automatisch ein Rückgewähranspruch gegen den Kdt entsteht.
• Sofern bei einer GmbH & Co. KG sog. „gewinnunabhängige Ausschüttungen“ (Entnahmen) nach dem Gesellschaftsvertrag auf „Darlehenskonten“ zu bu-chen sind, besagt diese Vorgehensweise noch nicht, ob sie durch die buch-mäßige Behandlung als rückzahlbare Auszahlungen und somit automatisch als Forderung der Gesellschaft anzusehen sind.
b) IDW HFA RS 7 n.F. vom 28.02.2012
• Aufgrund eines fehlenden Entnahmeverbots bei OHG und KG entstehen durch zulässige Entnahmen keine Ansprüche der Gesamthand gegen die entneh-menden Gesellschafter.
• Dies gilt unabhängig davon, dass die Haftung bei Kommanditisten wiederauf-leben kann (§ 172 Abs. 4 HGB). Die Haftung besteht nur im Außenverhältnis zu den Gesellschaftsgläubigern, begründet aber keine Ansprüche der Gesell-schaft auf Rückgewähr der zulässigen Entnahme gegen den Gesellschafter.
• Da weder die oHG noch die KG ein Entnahmeverbot kennen, entstehen durch zulässige Entnahmen keine Ansprüche der Gesamthand gegen den ent-nehmenden Gesellschafter. Anderes gilt nur, wenn im Einzelfall unter den Ge-sellschaftern gegenteilige Absprachen getroffen worden sind.
• Entnahmen zulasten des Kapitalanteils eines Gesellschafters sind von die-sem abzuschreiben. Übersteigen sie diesen Kapitalanteil, sind sie auf der Ak-tivseite der Bilanz – ggf. neben den ebenfalls dort auszuweisenden Verlusten – als durch Entnahmen entstandenes negatives Kapital der persönlich haften-den Gesellschafter und/oder der Kommanditisten getrennt auszuweisen.
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