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Timestamp: 2019-03-19 18:59:19
Document Index: 311851621

Matched Legal Cases: ['Art. 13', 'Art. 14', 'EuG', '§ 661', 'BGH', 'BGH', 'Art. 13', 'EuG', 'BGH', 'BGH']

Oberlandesgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 22. Januar 2003, Az.: 23 U 30/02
Aktenzeichen: 23 U 30/02
Die Berufung der Beklagten gegen das Urteil der 4. Zivilkammer des Landgerichts Limburg an der Lahn vom 08.01.2002 wird zurückgewiesen.
Es wird Bezug genommen auf die tatsächlichen Feststellungen, im angegriffenen Urteil (Bl. 76 80 d.A.), die insoweit keiner Änderung oder Ergänzung bedürfen.
Zum einen ist das Landgericht Limburg international zuständig nach Art. 13 Abs. 1 Nr. 3 Alt. iVm Art. 14 Abs. 1 2. Alt. EuGVÜ. Bei Klagen aus Gewinnzusagen nach § 661 a BGB ist der Gerichtsstand für Verbrauchersachen gegeben, wenn diese Gewinnzusagen wie im vorliegenden Fall auf eine Anbahnung eines Vertrages abzielen, der auf die Lieferung beweglicher Sachen gerichtet ist. (BGH, a.a.O., II 2b bb; OLG Nürnberg, NJW 2002, S. 3637, 3638). So liegt der Streitfall. Einziges Motiv der Beklagten war die Veranlassung der Klägerin zum Abschluss eines Kaufvertrages. Der Gewinnzusage waren "Super Sonderangebote: Weihnachts-Präsent-Set ... Meisterwerke belgischer Confiserie ... Edles Rosendekor ...". beigefügt (vgl. Bl. 61 d.A.), zu deren Bestellung die Klägerin auch im Rahmen des Anschreibens ausdrücklich animiert wurde ("Haben Sie schon gesehen, welche tollen Leckereien unsere Einkäufer heute für Sie zusammengestellt haben €, vgl. Bl. 7 d.A. = K1). Zwar handelt es sich bei der Gewinnzusage selbst (oder einer vergleichbaren Mitteilung) nicht um einen Vertrag, (zur rechtlichen Qualifikation als einseitiges Rechtsgeschäft oder geschäftsähnliche Handlung vgl. BGH, a.a.O., II 2b aa m.w.N.). Die bloße durch die Gewinnzusage vermittelte Anbahnung eines Kaufvertrages genügt aber bereits zur Begründung der Zuständigkeit aus Art. 13 EuGVÜ als Klage aus einem Verbrauchervertrag. Dass die Klägerin hier nur ihren Gewinn anfordert, steht dem nicht entgegen. Denn es kommt weder darauf an, ob der Gewinn an eine Bestellung gekoppelt ist, noch, dass der "Gewinner" tatsächlich etwas bestellt (BGH, a.a.O., II 2b aa und bb,. OLG Nürnberg, NJW 2002, S. 3637, 3638; OLG Dresden, VuR 2002, S. 187, 189).
Urteil v. 22.01.2003
Az: 23 U 30/02
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