Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/berufung-per-computerfax-3133553?pk_campaign=feed&pk_kwd=berufung-per-computerfax
Timestamp: 2019-11-18 01:51:07
Document Index: 241583013

Matched Legal Cases: ['§ 519', '§ 130', '§ 130', '§ 130', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Beru­fung per Com­pu­ter­fax | Rechtslupe
Durch ein Com­pu­ter­fax kann die Beru­fung in der gesetz­li­chen Form nach § 519 Abs. 4 ZPO in Ver­bin­dung mit § 130 Nr. 6 ZPO ein­ge­legt wer­den.
Wird ein bestim­men­der Schrift­satz mit Com­pu­ter­fax über­sandt, kann die gesetz­lich erfor­der­li­che Schrift­form nach § 130 Nr. 6 ZPO ent­we­der dadurch gewahrt wer­den, dass die­ser mit ein­ge­scann­ter Unter­schrift des Erklä­ren­den über­mit­telt wird, oder dadurch, dass auf dem Schrift­satz der Hin­weis ange­bracht wird, dass der benann­te Urhe­ber wegen der gewähl­ten Über­tra­gungs­form nicht unter­zeich­nen kann 1.
Danach hat­te der Beklag­te in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall inner­halb der Beru­fungs­frist mit der per Tele­fax ein­ge­gan­ge­nen Beru­fungs­schrift form­wirk­sam Beru­fung ein­ge­legt. Da vor­lie­gend der bestim­men­de Schrift­satz als Com­pu­ter­fax über­sandt wor­den ist, ist die nach § 130 Nr. 6 ZPO erfor­der­li­che Schrift­form durch die Bei­fü­gung der ein­ge­scann­ten Unter­schrift des Pro­zess­ver­tre­ters gewahrt wor­den. Ent­ge­gen der Ansicht des Ober­lan­des­ge­richts Nürn­berg 2 bedarf es nicht der nach­fol­gen­den Über­sen­dung einer vom Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten eigen­hän­dig unter­zeich­ne­ten Beru­fungs­schrift. Viel­mehr erfüllt das im Übri­gen den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen genü­gen­de Schrift­stück, das mit Com­pu­ter­fax über­sandt wor­den ist, für sich die Anfor­de­run­gen an einen bestim­men­den Schrift­satz, wenn ihm eine ein­ge­scann­te Unter­schrift des Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten ange­fügt ist.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. April 2018 – XI ZB 4/​17
GmS-OBG, Beschluss vom 05.04.2000 – GmS-OGB 1/​98, BGHZ 144, 160, 164 f.; BGH, Urteil vom 10.05.2005 – XI ZR 128/​04, NJW 2005, 2086, 2087; BGH, Beschlüs­se vom 10.10.2006 – XI ZB 40/​05, WM 2006, 2331 Rn. 8; und vom 14.10.2015 – XI ZB 13/​13, NJW-RR 2015, 624 Rn. 10; vgl. auch BVerfG, NJW 2007, 3117, 3118[↩]
OLG Nürn­berg, Beschluss vom 21.12.2016 – 12 U 2117/​16[↩]