Source: https://www.akbw.de/service/themen/barrierefreies-bauen/din-18040-2.html
Timestamp: 2020-07-02 13:25:32
Document Index: 208036960

Matched Legal Cases: ['§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 39', '§ 39', '§ 35', '§ 35']

DIN 18040-2 Wohnungen - LBO §§ 35 und 39: AKBW Architektenkammer Baden-Württemberg
DIN 18040-2 Wohnungen - LBO §§ 35 und 39
Elf Monate nach Teil 1 für öffentlich zugängliche Gebäude ist im September 2011 DIN 18040-2 "Barrierefreies Bauen - Planungsgrundlagen - Teil 2: Wohnungen" vom Deutschen Institut für Normung veröffentlicht worden. Dieser Normteil ist in Baden-Württemberg bauordnungsrechtlich für betreffende Wohnungen und wohnungsähnlich genutzte Räume wie beispielsweise Gastzimmer in Beherberungsstätten und Altenwohnheimen von Relevanz.
Der Normteil 2 ist mit seinem Anwendungsbereich dezidiert auf "Wohnungen" ausgerichtet und stellt mit der Berücksichtigung beispielsweise der sensorischen Einschränkungen und Behinderungen erweiterte Anforderungen. Wie Teil 1 war er bereits zum 1. Januar 2015 über die Liste der technischen Baubestimmungen in Baden-Württemberg bauaufsichtlich zur Anwendung für bestimmte Bauaufgaben eingeführt worden.
Mit Inkrafttreten der aktuellen VwV TB vom 20. Dezember 2017 zum 1. Janaur 2018 ist dieser Normteil weiterhin in Baden-Württemberg maßgeblich für die öffentlich-rechtliche Genehmigungsfähigkeit der betreffenden baulichen Anlagen der §§ 35 und 39 Landesbauordnung. Entscheidend für die bauordnungsrechtliche Anwendung ist der gesetzliche Regelungsbereich - unabhängig von einer privatrechtlichen Relevanz!
Die Einführung gilt umfassend für Wohnungen gemäß § 39 Absatz 1 LBO wie zum Beispiel
Altenwohnungen, . Aber auch für wohnungsähnlich genutzte Räume in Einrichtungen nach § 39 LBO wie zum Beispiel in Altenwohnheimen oder Gastzimmer von Beherbergungsstätten ist die Norm - mit einigen Einschränkungen - verbindliche Planungsgrundlage sowie für Wohnungen, die nach § 35 Absatz 1 LBO barrierefrei erreichbar sein müssen; innerhalb dieser Wohnungen allerdings nur auf die in § 35 Absatz 1 LBO explizit genannten Räume.
Hinsichtlich der privatrechtlichen Relevanz bzw. zur Rechtsverbindlichkeit von Normen allgemein verweisen wir auf den Beitrag zu DIN 18040-1.
Teil 2 der Norm DIN 18040
Der zweite Teil der Norm DIN 18040 ersetzt DIN 18025-1:1992-12 und DIN 18025-2:1992-12; diese Normen wurden zeitgleich vom DIN zurückgezogen. Die Inhalte wurden grundlegend überarbeitet und umstrukturiert. Neu aufgenommen wurden sensorische Anforderungen. Es wurden Schutzziele formuliert, wobei in der Regel die einzelnen Abschnitte zunächst jeweils zu erreichende Schutzziele nennen. Danach wird beispielhaft aufgezeigt, wie das Schutzziel erreicht werden kann. Die Anforderungen können aber auch auf andere Weise als in der Norm festgelegt erfüllt werden.
Dieser zweite Teil von DIN 18040 gilt für die barrierefreie Planung, Ausführung und Ausstattung von Wohnungen bzw. Gebäuden mit Wohnungen und deren Außenanlagen, die der Erschließung und wohnbezogenen Nutzung dienen.
Ziel dieser Norm ist es, durch die barrierefreie Gestaltung des gebauten Lebensraums weitgehend allen Menschen seine Benutzung in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zu ermöglichen. Die Norm wurde vom Arbeitsausschuss NA 005-01-11 AA "Barrierefreies Bauen" im NABau erarbeitet. Sie stellt dar, unter welchen technischen Voraussetzungen Gebäude und bauliche Anlagen barrierefrei sind. Die Norm berücksichtigt die Bedürfnisse von Menschen mit Seh- oder Hörbehinderung oder motorischen Einschränkungen sowie von Personen, die Mobilitätshilfen und Rollstühle benutzen. Auch für andere Personengruppen, wie zum Beispiel groß- und kleinwüchsige Personen, Personen mit kognitiven Einschränkungen, ältere Menschen, Kinder sowie Personen mit Kinderwagen oder Gepäck führen einige Anforderungen dieser Norm zu einer Nutzungserleichterung. Auf die Einbeziehung Betroffener und die Umsetzung ihrer Erfahrungen in bauliche Anforderungen wurde besonders Wert gelegt.
Die Anforderungen an die Infrastruktur der Gebäude mit Wohnungen berücksichtigen grundsätzlich auch die uneingeschränkte Nutzung mit dem Rollstuhl. Die Erschließung von der öffentlichen Verkehrsfläche aus bis zum Eingang der barrierefreien Wohnungen einschließlich des Eingangsbereichs, der Aufzüge, Flure und Treppen muss für diese Belange geeignet sein.
Innerhalb von Wohnungen wird unterschieden zwischen
barrierefrei und uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbaren Wohnungen.
So muss beispielsweise in jedem Wohnraum einer barrierefreien Wohnung zum Drehen und Wenden mit Gehhilfen wenigstens eine Bewegungsfläche von mindestens 120 cm x 120 cm vorhanden sein, während die rollstuhlgerechte Wohnung eine Bewegungsfläche von 150 cm x 150 cm benötigt.
Bedienelementen, Kommunikationsanlagen sowie Ausstattungselementen
und konkret an Räume im Teil 5 mit
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