Source: http://www.inklusion-gelingt.de/ausbildung.html
Timestamp: 2018-02-23 01:59:55
Document Index: 296673408

Matched Legal Cases: ['§ 66', '§ 42', '§ 66', '§ 42', '§66', '§ 42', '§ 117']

Ausbildung - Inklusion gelingt
Grundsätzlich kommen alle betrieblichen, außerbetrieblichen und schulischen Berufsausbildungen auch für Menschen mit Behinderung in Betracht. Ziel ist es, dass möglichst viele Jugendliche mit Handicap eine betriebliche Ausbildung absolvieren. Dies kann allerdings nur gelingen, wenn Sie als ausbildendes Unternehmen eine angemessene Unterstützung erhalten. Unterstützung bieten die Agenturen für Arbeit, Integrationsämter, Integrationsfachdienste und Bildungseinrichtungen wie Bildungswerke der Wirtschaft oder Berufsbildungswerke. Die individuellen Voraussetzungen, die die Jugendlichen mitbringen, sind ausschlaggebend wie die Ausbildung durchgeführt werden kann.
Ausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen
Ausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen unter Anwendung des Nachteilsausgleichs (zeitliche und sachliche Gliederung der Ausbildung, Dauer von Prüfungszeiten, Zulassung von Hilfsmitteln und die Inanspruchnahme von Hilfeleistungen Dritter, wie Gebärdendolmetscher für hörbehinderte Menschen)
Ausbildung in Ausbildungsregelungen für behinderte Menschen ("Fachpraktikerausbildung"):
Wenn wegen der Art und Schwere einer Behinderung (noch) keine Ausbildung in einem der anerkannten Ausbildungsberufe möglich ist, können die zuständigen Stellen (z. B. die IHK und HWK vor Ort) spezielle Ausbildungsregelungen erlassen. Diese Fachpraktiker-Regelungen nach § 66 Berufsbildungsgesetz bzw. § 42 m Handwerksordnung lehnen sich an die Inhalte der anerkannten Ausbildungsberufe an, entsprechen dabei aber besser den individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten der Betroffenen. Diese Form der Ausbildung richtet sich überwiegend an lernbehinderte Jugendliche. Der Durchstieg von einer Fachpraktiker-Ausbildung zum anerkannten Ausbildungsberuf ist möglich.
Zum Thema „Fachpraktikerausbildung“ können Sie sich ausführlich auf folgenden Seiten informieren:
REHADAT-Bildung: Fachpraktiker
Bundesagentur für Arbeit: Ausbildungsregelungen nach § 66 BBiG und § 42m Hwo für behinderte Menschen
Bundesinstitut für Berufsbildung: Good Practice Center
Weitere Informationen zum Thema Ausbildung finden Sie z.B. unter:
REHADAT-talentplus: Gängige Berufsausbildung
REHADAT-Bildung: Informationen für Arbeitgeber
Bundesagentur für Arbeit: Menschen mit Behinderung - Aus- und Weiterbildung sowie zu finanziellen Hilfen
Eine Übersicht zu Beispielen und Erfahrungen aus der Praxis der Ausbildung in Betrieben finden Sie in der Broschüre des Forschungsinstituts Betriebliche Bildung (f-bb): Inklusion durch Ausbildung in Betrieben - Beispiele und Erfahrungen aus der Praxis des Modellprojekts TrialNet
Reguläre duale Durchführung der betrieblichen Ausbildung
Der Ausbildungsvertrag wird mit dem Unternehmen geschlossen. Der Jugendliche besucht die reguläre Berufsschule oder auch eine Berufsschule, die ihn entsprechend seiner Fähigkeiten fördert. Ein betrieblicher Ausbilder, der in einer Ausbildungsregelung für behinderte Menschen nach §66 Berufsbildungsgesetz bzw. § 42m Handwerksordnung ("Fachpraktiker-Regelungen") ausbildet, verfügt im Bedarfsfall über eine zusätzliche behindertenspezifische Qualifikation. Diese kann neben der sogenannten "rehabilitationspädagogischen Zusatzqualifikation (ReZA)" auch auf andere Art und Weise nachgewiesen werden, z.B. durch die Unterstützung durch eine geeignete Ausbildungseinrichtung. Unterstützung kann in Form von ausbildungsbegleitenden Hilfen oder/und Ausbildungszuschuss erfolgen.
Es erfolgt die duale Durchführung der betrieblichen Ausbildung (mit besonderer Unterstützung nach § 117 Abs. 1 Nr. 1b SGB III). Der Ausbildungsvertrag wird mit dem Betrieb geschlossen. Betrieb und Auszubildende erhalten Unterstützung durch einen Bildungsträger. Ein Ausbildungszuschuss kann gewährt werden. Informationen zur begleiteten betrieblichen Ausbildung können z. B. dem entsprechenden Flyer der Bundesagentur für Arbeit entnommen werden.
Kooperative Ausbildung wohnortnah
Der Ausbildungsvertrag wird mit dem Bildungsträger geschlossen. Dieser ist für die fachtheoretische Ausbildungsunterstützung verantwortlich. Der Betrieb ist für die fachpraktische Ausbildungsleistung verantwortlich und schließt einen Kooperationsvertrag mit dem Bildungsträger. Dabei erfolgt der praktische Teil der Ausbildung in der Regel im Betrieb. Sowohl Sie als Ausbildungsbetrieb als auch der Auszubildende werden dabei von den Fachleuten der Bildungseinrichtungen beraten und unterstützt.
Der Ausbildungsvertrag wird mit dem Berufsbildungswerk geschlossen, die mit interessierten Betrieben kooperieren. Im Berufsbildungswerk werden die Jugendlichen auf die betriebliche Ausbildung vorbereitet, bevor sie in eine mindestens 12-monatige betriebliche Praxisphase eintreten. Während dieser erhalten sowohl Betrieb als auch Jugendlicher die notwendige intensive Begleitung und Unterstützung.
Informationen zur verzahnten Ausbildung finden Sie auf den Seiten der Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke (BAG BBW).
Integrative Ausbildung wohnortnah
Der Ausbildungsvertrag wird mit dem Bildungsträger geschlossen. Er hat somit die Ausbildungsverantwortung, kooperiert aber mit Betrieben, um Praxisphasen im Betrieb durchzuführen
Individuelle Qualifizierung durch Ausbildungsbausteine
Die individuelle Qualifizierung behinderter Jugendlicher durch bundeseinheitliche Ausbildungsbausteine wird im Rahmen von Projekten wie z. B. JOBSTARTER CONNECT und TrialNet erprobt. Diese Form der Ausbildung ist kein Regelangebot und wird mit einigen ausgewählten Betrieben durchgeführt.
Angesprochen werden sollen insbesondere Jugendliche, die sich im Übergangsbereich von Schule und betrieblicher Ausbildung befinden. Ziel ist es die Ausbildung flexibler und betriebsnäher zu gestalten. Die Jugendlichen sollen auf die betriebliche Ausbildung vorbereitet werden. Das eröffnet auch behinderten Jugendlichen eine bessere Chance auf einen Einstieg ins Berufsleben. Der Weg zum Berufsabschluss kann dabei Baustein für Baustein gegangen und die Qualifizierung so entsprechend dem individuellen Leistungsvermögen dosiert werden.
Informationen zum Thema Ausbildungsbausteine finden Sie auf folgenden Seiten:
Welche Unterstützung und finanziellen Hilfen gibt es?
Lesen Sie hierzu auch die Ausführungen in der Rubrik „Wer hilft mir und welche Fördermöglichkeiten gibt es?“
Unter bestimmten Voraussetzungen können jugendliche behinderte Menschen, die noch keine Berufsausbildung absolviert haben, ein Ausbildungsgeld zusätzlich zur Ausbildungsvergütung erhalten. Nähere Informationen zum Thema Ausbildungsgeld stellt die Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung.
Jugendliche, die, um die Ausbildung erfolgreich abschließen zu können, besonderer Hilfen bedürfen können ausbildungsbegleitende Hilfen, gefördert durch die Bundesagentur für Arbeit erhalten. Damit soll das Erlernen von Fachtheorie, Fachpraxis, Stützunterricht zum Abbau von Sprach- und Bildungsdefiziten sowie durch sozialpädagogische Begleitung, die Aufnahme, Fortsetzung sowie den erfolgreichen Abschluss einer erstmaligen betrieblichen Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen oder das erfolgreiche Absolvieren einer betrieblichen Einstiegsqualifizierung ermöglicht werden. Zum Thema ausbildungsbegleitenden Hilfen stellt die Bundesagentur für Arbeit weitergehenden Informationen zur Verfügung:
Bundesagentur für Arbeit: Ausbildungsbegleitende Hilfen und der entsprechende Flyer zum Thema
Arbeitgeber können während der Ausbildung eines behinderten bzw. schwerbehinderten Jugendlichen Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung erhalten. Diese betragen bei behinderten Auszubildenden grundsätzlich maximal 60 Prozent der monatlichen Ausbildungsvergütung für das letzte Ausbildungsjahr. Für schwerbehinderte Auszubildende bzw. ihnen gleichgestellte junge Menschen können die Ausbildungszuschüsse sogar 80 Prozent der monatlichen Ausbildungsvergütung für das letzte Ausbildungsjahr betragen.
REHADAT-talentplus:Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung - Leistungen an Arbeitgeber
Prämien und Zuschüsse zu den Kosten der Berufsausbildung durch die Integrationsämter
Die Integrationsämter können Prämien und Zuschüsse zu den Kosten der Berufsausbildung gewähren. Die Höhe und die Dauer der Förderung richten sich nach den Umständen des Einzelfalles. Nähere Informationen erteilen die Integrationsämter.
Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH): Berufsausbildung
Unterstützung bei der behindertengerechten Gestaltung des Arbeitsplatzes
Lesen Sie hierzu die Ausführungen in der Rubrik "Wie kann ich Mitarbeiter mit einer Behinderung oder gesundheitlichen Einschränkungen weiterbeschäftigen?".
Wer hilft mir bei der Suche nach / Vermittlung von Auszubildenden?
Der Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit hilft Ihnen bei der Suche nach Auszubildenden mit und ohne Behinderung. Aber auch andere Bildungseinrichtungen wie ambulante Rehaeinrichtungen oder Berufsbildungswerke vermitteln Ihnen geeignete Bewerber.
REHADAT-talentplus: Kontaktadressen
Bundesarbeitsgemeinschaft ambulante berufliche Rehabilitation e.V.