Source: https://issuu.com/neincobson/docs/nordlicht_06_2018_web
Timestamp: 2018-06-20 12:38:37
Document Index: 263947911

Matched Legal Cases: ['§ 32', '§ 33', '§ 34', '§ 35', '§ 38', '§ 95']

Nordlicht 06 2018 web by Jakob Wilder - Issuu
Digitale Helfer in der Arztpraxis
Juni 2018 | 21. Jahrgang
TITELTHEMA 4 Digitale Helfer in der Arztpraxis 5 Video-Visite im Altenheim 6 Videosprechstunde – richtig anwenden und abrechnen 8 Umfrage: In welchen Bereichen nutzen Ärzte Apps? 10 Sicher vernetzt mit SafeMail
Der Trend zur Digitalisierung macht auch vor der Medizin nicht halt. Immer mehr Ärzte nutzen Apps, Videosprechstunden und Co. in ihrer Praxis und erschließen damit für sich und ihre Patienten neue Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten.
11 Kommentar: Vorsätze 12 NACHRICHTEN KOMPAKT GESUNDHEITSPOLITIK 14 Deutscher Ärztetag:
Delegierte lockern Fernbehandlungsverbot
16 Rechtswegweiser: Wie Ärzte als Arbeitgeber
und Arbeitnehmer miteinander umgehen sollten
19 Telematikinfrastruktur: Finanzierung der
technischen Ausstattung der Praxen stockt Der 121. Deutsche Ärztetag in Erfurt endete mit einem zukunftsweisenden Beschluss: Die Deligierten stimmten mit großer Mehrheit für eine Lockerung des bisher strikten Fernbehandlungsverbotes.
20 Dimini: Informationen für Gynäkologen,
Orthopäden, Kardiologen und Nephrologen
21 Serie: Die Kreisstelle Herzogtum Lauenburg stellt sich vor
22 BEKANNTMACHUNGEN UND MELDUNGEN 26 Psychotherapie: Wie ist die Versorgung von akut traumatisierten Menschen geregelt?
28 Neues aus KVen und KBV
DIE MENSCHEN IM LAND 29 Neu niedergelassen in Schleswig-Holstein 30
Zwei innovative Projekte aus Schleswig-Holstein überzeugten beim „Praxis-Preis“
SERVICE 33 Sicher durch den Verordnungsdschungel: Parenterale Ernährung
34 Sie fragen – wir antworten 35 Diagnostische Pfade in der Laboratoriumsmedizin: Parameter in der laboratoriumsmedizinischen Entzündungsdiagnostik
Dr. Susanne Nolof hat beim „ Erfolgs-Rezept Praxis-Preis 2017“ einen der beiden ersten Plätze belegt. Die Rheumatologin aus Elmshorn setzte gemeinsam mit ihrem Team die Idee eines Patienten-Patenschaftsmodells um. Auch der zweite Platz ging nach Schleswig-Holstein: Dr. Jörg Sandmann aus Travemünde entwickelte ein strukturiertes Notfallprotokoll speziell für den Einsatz in der Hausarztpraxis.
38 Seminare 39 Termine
NORDLICHT NR. 6 | 2018 EDITORIAL VON DR. MONIKA SCHLIFFKE, VORSTANDSVORSITZENDE DER KVSH
Liebe Leserinnen und Leser, von Postkutsche zu Eisenbahn, von Pferdewagen zu Auto, von analog zu digital. Wir stehen inmitten der nächsten industriellen Revolution. 1850 ängstigte man sich vor der gesundheitsschädlichen Geschwindigkeit, man warnte vor Übertragung von Infektionskrankheiten und vor Epidemien, die durch das enge Zusammenpferchen der Menschen in Eisenbahnwaggons ausgelöst werden könnten. Ein Auto gar könne brennen und explodieren, es könnten Menschen sogar zu Tode kommen. Teufelswerk. Zu Revolution 3.0 sind die Kontroversen nicht viel anders. Da kommt etwas, von dem wir noch nicht wissen, wie es unsere Welt verändert, ob es nützt oder schadet. Wir sind schon von Mobiltelefon auf Smartphone umgestiegen, erwarten selbstverständlich, dass das Navi uns exakt ans Ziel bringt und skypen mit den Kindern in den Ferien. Wir bestellen online sogar nachts Bücher und Kleidung, wohl wissend, dass wir unsere Innenstädte damit weiter entvölkern. Und nun sprechen die ersten mit Siri und Alexa und lächeln amüsiert, dass ein kleines Kästchen nicht nur reden, sondern auch dazulernen kann. Das Thema Apps wird allseits entdeckt. Das Nordlicht hat sich auf Arztumfrage-Tour begeben und ist aus dem Staunen nicht herausgekommen. Jede Fachrichtung findet ihre: EKG mal eben mit dem Telefon, Medi-Datenbank mit exakter Suchfunktion, Laborergebnisse, Lärmmessung, Sprachprobleme überbrücken, Codes abrufen und vieles mehr, was im Alltag nicht Spielerei, sondern richtig nützlich ist. Verfügbarkeit und Schnelligkeit von Informationen wird zum unverzichtbaren Wert. Der richtige Umgang mit Daten und der Schutz von Daten ist heute das Analogon zu Airbag und ABS. Vor zehn Jahren musste dafür noch Aufpreis bezahlt werden, heute gehört es zur Grundausstattung. Genauso sollten Firewall, Datensicherung, Verschlüsselung etc. Grundausstattung sein. Ob analoge oder digitale Autobahn, immer kommt es darauf an, wie wir damit umgehen und ob wir alles für die Sicherheit tun. Und wenn es dann doch zum Leck kommt? Auch das beste ABS wird nicht den Geisterfahrer verhindern, zumindest solange nicht, bis eine Stimme ihm sofort sagt: Hier bist Du absolut auf der falschen Fährte! Innovationen waren also schon immer kontrovers. Die Großen haben sich durchgesetzt, weil die Menschen die Chancen über die Risiken stellten und alle Anstrengungen unternahmen, Risiken weiter zu minimieren. Lassen Sie sich in diesem Heft von den Kolleginnen und Kollegen inspirieren, die die digitalen Helfer zum ständigen Begleiter erwählt haben. Es sind so viele, dass wir nicht alle in diesem Heft zu Wort kommen lassen konnten.
TITELTHEMA ZUKUNFT DER MEDIZIN
Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran und hat längst alle Bereiche unseres Lebens erreicht. Kaum einer kommt heutzutage noch ohne Smartphone aus, immer mehr neue Apps helfen uns dabei, den Alltag zu bewältigen, und vernetzen uns mit unseren Mitmenschen.
Inzwischen haben digitale Anwendungen auch die Medizin erobert und eröffnen Ärzten, Patienten und Krankenhäusern neue Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten. So hat zum Beispiel ein Startup aus Polen das rund 200 Jahre alte Stethoskop digitalisiert. Eltern können damit die Lunge ihres Kindes abhören und die Geräuschdaten per App an den Kinderarzt senden. Dieser entscheidet dann, was zu tun ist. Im Gegensatz zum klassischen Stethoskop verfügt die Online-Version über die Möglichkeit, Geräusche zu visualisieren – der Arzt kann Auffälligkeiten also nicht nur hören, sondern auch sehen. Mehr als 100.000 Medizin-Apps gibt es für Smartphones, die meisten richten sich vor allem an Patienten. Beispielsweise können Patienten, die an dem Präventionsprogramm „Dimini – Diabetes mellitus? Ich nicht!“ teilnehmen, in einer App alle Bestandteile der Lebensstilveränderung abrufen und dokumentieren. Doch auch für Ärzte gibt es immer mehr digitale Anwendungen, die ihnen den Praxisalltag erleichtern. Dies fängt mit der App „KBV2GO!“ der Kassenärztlichen Bundesvereinigung an, die unter anderem wegen ihres digitalen Nachschlagewerkes zu Gebührenordnungspositionen interessant sein dürfte, und hört mit Online-Anwendungen auf, die detaillierte Informationen zu Tausenden von Krankheitsbildern und mögliche Therapie- und Diagnosemaßnahmen umfassen.
Umfragen zeigen, dass Ärzte für mehr digitale Anwendungen offen sind. Laut einer DAK-Studie in Zusammenarbeit mit der „Ärzte Zeitung“ halten rund 80 Prozent der Ärzte Videosprechstunden für sinnvoll – auch wenn diese im Praxisalltag derzeit eher noch die Ausnahme sind. Auch die Ärzte im Norden setzen verstärkt auf digitale Kommunikation und sind digital miteinander vernetzt. In Schleswig-Holstein nutzen mittlerweile rund 650 Arztpraxen und 150 Fachabteilungen von Kliniken „SafeMail“, den kostenfreien E-Mail-Dienst der KVSH, und tauschen darüber Arztbriefe, Befunde, Laborwerte, Röntgenbilder und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen aus. Im Kreis Herzogtum Lauenburg steht das Projekt „Elektronische Arztvisite“ in den Startlöchern. Noch ersetzt die Digitalisierung den Arzt nicht, hoffentlich wird sie das auch niemals tun. Doch gerade in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein können Beratungsmöglichkeiten über moderne Kommunikationswege die auch in Zukunft unverzichtbare persönliche Behandlung durch einen Arzt sinnvoll ergänzen. Insofern ist die Entscheidung der Landesärztekammer als zeitgemäß zu betrachten, das Fernbehandlungsverbot zu lockern, sodass Ärzte ihre Patienten künftig auch ohne Erstkontakt telefonisch beraten dürfen, wenn dies medizinisch vertretbar ist, MARCO DETHLEFSEN, KVSH
TITELTHEMA TELEMEDIZIN
Video-Visite im Altenheim
Im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) an der Elbe in Geesthacht wird seit Anfang dieses Jahres ein neues Instrument zur Verbesserung der Patientenversorgung in Senioren- und Pflegeheimen genutzt. Zusätzlich zu seinen Hausbesuchen im „ Haus Elbsonne“ setzt sich Dr. Henning Krämer, Facharzt für Innere Medizin, per Video-Visite mit seinen Patienten und einer Altenpflegerin in Verbindung. Pahlke die Erkrankung genauer zeigen. „Die Video-Visite ist für mich eine gute Ergänzung zu meinen regulären, persönlichen Hausbesuchen bei den Heimbewohnern und sie erspart mir außerdem einige Wegezeiten“, erklärt der Internist hinterher. Sie sei aber nicht zu 100 Prozent das Gleiche wie eine persönliche Visite. „Sie liegt irgendwo zwischen Telefongespräch und Hausbesuch. Ich sehe Auffälligkeiten, auch wenn ich die Patientin natürlich nicht anfassen kann.“ Aber auch potenzielle Notfälle kann Krämer so innerhalb von Minuten medizinisch beurteilen und gegebenenfalls sofort Maßnahmen einleiten. Momentan nutzen zwölf Heimpatienten diesen über ein Kooperationsabkommen zwischen MVZ und Heim geregelten Service. Alle sind seit längerem bei Krämer in Behandlung. Der Praxis-PC im Behandlungszimmer im zweiten Obergeschoss des MVZ an der Elbe läuft, die oben auf dem Monitor angebrachte Webcam ist eingeschaltet, die Online-Verbindung steht innerhalb von wenigen Sekunden: Die Video-visite von Dr. Henning Krämer kann beginnen. Der Internist verbindet sich dazu zunächst mit wenigen Klicks auf der Internetseite eines für Videosprechstunden zertifizierten Anbieters mit dem Seniorenheim „Haus Elbsonne“. Dort loggt sich zeitgleich auch Altenpflegerin Sabrina Pahlke ein. Sie hatte sich vorher im MVZ gemeldet und Bedarf für eine VideoVisite angemeldet. Krämer soll noch einmal einen Blick auf eine schon länger andauernde Erkrankung einer seiner Patientinnen werfen. Als ersten Schritt aktiviert Krämer am PC seinen Verbindungscode. Auch Pahlke hat einen TAN-Code, mit dem sie sich für das System freischaltet. Die Kamera stellt auf scharf. Der Arzt und die Altenpflegerin können nun über eine gesicherte Verbindung per Video miteinander kommunizieren. Die Video-visite Krämer öffnet nun an einem zweiten Computer die Patientenakte und blickt dann wieder hinüber zum Webcam-PC. Dort sieht er schon das Gesicht von Pahlke. Sie nimmt den Arzt nach einer kurzen Falleinweisung zu seiner bettlägerigen Patientin mit. Die Altenpflegerin nutzt dazu einen mobilen Tablet-Computer, der ebenfalls mit einer Webcam ausgestattet ist. Im Zimmer angekommen, spricht Krämer seine Patientin an und erklärt ihr, dass er sie jetzt per Video untersuchen wird. Die betagte Frau kann ihren behandelnden Arzt ebenfalls sehen. Dann lässt sich Krämer von 6 | 2018
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Bilanz Das MVZ an der Elbe erprobt die ergänzende Videosprechstunde und die Video-Notfallbehandlung in Zusammenarbeit mit dem „Haus Elbsonne“ seit Januar 2018. Ziel ist es, so eine noch höhere und schnellere Patientenversorgung in diesem Bereich zu schaffen. Entwickelt wurde das Konzept von der Ärztlichen Leiterin und Geschäftsführerin Dr. Barbara Hogan. „Wir ziehen zusammen mit allen Beteiligten bisher eine positive Bilanz. Das Personal in den Heimen wird entlastet und unterstützt. Bei Unklarheiten kann in Rekordzeit ein Arzt hinzugezogen werden, der eine schnelle medizinische Einschätzung gewährleistet und eine sofortige fallgerechte Versorgung einleitet“, so Hogan. JAKOB WILDER, KVSH AKTUELL
Videosprechstunde – richtig anwenden und abrechnen Gerade bei langen Anfahrtswegen oder nach Operationen können telemedizinische Leistungen eine sinnvolle Hilfe sein, so wie die Videosprechstunde. Ärzte können ihren Patienten dabei die weitere Therapie am Bildschirm erläutern oder den Heilungsprozess einer Operationswunde begutachten. So müssen Patienten nicht für jeden Termin in die Praxis kommen.
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Technische und fachliche Anforderungen Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband haben sich über die technischen Anforderungen für die Praxis und den Videodienst geeinigt, insbesondere zur technischen Sicherheit und zum Datenschutz.  Ärzte müssen für die Videosprechstunde eine schriftliche Einwilligung des Patienten einholen.
TITELTHEMA  D  ie Videosprechstunde muss in Räumen stattfinden, die Privatsphäre bieten. Außerdem müssen die eingesetzte Technik und die elektronische Datenübertragung eine angemessene Kommunikation mit dem Patienten gewährleisten.  Die Videosprechstunde muss vertraulich und störungsfrei verlaufen – wie eine normale Sprechstunde auch. So darf die Videosprechstunde beispielsweise von niemandem aufgezeichnet werden, auch nicht vom Patienten.  Der Klarname des Patienten muss für den Arzt erkennbar sein.  Die Videosprechstunde muss frei von Werbung sein.  Der Videodienstanbieter muss zertifiziert sein. Diese Zertifikate muss er dem Arzt vorweisen können. Er muss zudem gewährleisten, dass die Videosprechstunde während der gesamten Übertragung Ende-zu-Ende verschlüsselt ist. Abrechnung Videosprechstunden dürfen nur von bestimmten Arztgruppen eingesetzt und abgerechnet werden. Sie ist zunächst nur für bestimmte, dafür besonders geeignete Indikationen vorgesehen. Eine Erweiterung des Leistungsspektrums ist geplant. Fachgruppen Folgende Fachärzte dürfen seit dem 1. April 2017 Videosprechstunden durchführen und abrechnen:  Hausärzte  Kinder- und Jugendärzte  Anästhesisten  Augenärzte  Chirurgen  Hals-Nasen-Ohrenärzte  Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen  Neurologen, Nervenärzte und Neurochirurgen  Orthopäden  Gynäkologen  Dermatologen  Fachärzte für Innere Medizin  Psychiater  Urologen  Phoniater und Pädaudiologen  Fachärzte für physikalische und rehabilitative Medizin  Strahlentherapeuten Indikationen Videosprechstunden können bei folgenden Anlässen durchgeführt werden:  Visuelle postoperative Verlaufskontrolle einer Operationswunde  Visuelle Verlaufskontrolle einer/von Dermatose(n), auch nach strahlentherapeutischer Behandlung  Visuelle Verlaufskontrolle einer/von akuten, chronischen und/oder offenen Wunde(n)  Visuelle Beurteilung von Bewegungseinschränkungen/ -störungen des Stütz- und Bewegungsapparates, auch nervaler Genese, als Verlaufskontrolle  Beurteilung der Stimme und/oder des Sprechens und/oder der Sprache als Verlaufskontrolle  Anästhesiologische, postoperative Verlaufskontrolle
Gebührenordnungspositionen Technik- und Förderzuschlag Der Vertragsarzt erhält für jede Videosprechstunde einen Technikund Förderzuschlag in Höhe von 4,26 Euro (GOP 01450, Bewertung: 40 Punkte). Dieser wird für circa 50 Videosprechstunden im Quartal gezahlt, auch mehrmals im Behandlungsfall. Der Zuschlag soll vor allem die Kosten für den Videodienst abdecken. Der Bewertungsausschuss geht davon aus, dass das bereits bei zwei Videosprechstunden pro Woche erreicht ist. Die Lizenzgebühren für Videodienste liegen aktuell bei etwa 100 Euro im Quartal. Abrechnung Arzt-Patienten-Kontakt per Video Videosprechstunden sollen eine persönliche Vorstellung in der Praxis ersetzen. Die Konsultation ist deshalb Inhalt der Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale und somit nicht gesondert berechnungsfähig. Für Fälle, bei denen der Patient in einem Quartal nicht die Praxis aufsucht, rechnen Ärzte seit dem 1. April 2017 die neue GOP 01439 (Bewertung 88 Punkte) ab. Die GOP kann einmal im Behandlungsfall abgerechnet werden, wenn der Patient in den vorangegangenen zwei Quartalen mindestens einmal in der Praxis persönlich vorstellig geworden ist und die Verlaufskontrolle durch dieselbe Praxis erfolgt wie die Erstbegutachtung. Bei einigen Gebührenordnungspositionen (z. B. Behandlung von Wunden, eines Decubitus sowie Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates), die mindestens drei persönliche ArztPatienten-Kontakte im Behandlungsfall voraussetzen, kann einer dieser Kontakte durch eine Videosprechstunde ersetzt werden. Weiterführende Informationen Übersicht der bisher zugelassenen Videodienstanbieter unter www.kbv.de/html/videosprechstunde.php Patienteninformation www.kbv.de/media/sp/Patienteninformation_ Videosprechstunde.pdf Praxisinformation www.kbv.de/media/sp/Praxisinformation_ Videosprechstunde.pdf KBV/REDAKTION
TITELTHEMA MEDIZINISCHE APPS
Die kleinen Praxis-Helfer Applikationen auf mobilen Geräten sind auch in Arztpraxen weit verbreitet. Wir haben bei niedergelassenen Ärzten nachgefragt, in welchen Bereichen sie medizinische Apps nutzen und welche Funktionen ihnen dabei wichtig sind. Ich benutze die App unserer Laborgemeinschaft. Dort kann ich täglich ab 16 Uhr die Labordaten der Patienten vom selben Tag abrufen, ohne in der Praxis den Rechner hochzufahren. Besonders praktisch ist das an Tagen, an denen die Praxis am Nachmittag nicht geöffnet hat und bei Hausbesuchen.
Ich habe viel mit Patienten zu tun, die durch mangelnde Selbstfürsorge ihre chronischen Funktionsstörungen des Stütz- und Bewegungsapparates unterhalten. Als hilfreich haben sich dabei Apps über Achtsamkeitstraining, Meditationen, Yoga und zum Herzraten-Variabilitätstraining erwiesen.
DR. MIREILLE UNTIEDT, FACHÄRZTIN
FÜR ALLGEMEINMEDIZIN, ST. MARGARETHEN
REHABILITATIVE MEDIZIN, ITZEHOE
Ich nutze eine App bei der Verordnung von Medikamenten in der Schwangerschaft und Stillzeit. Sie bietet mir einen schnellen und einfachen Überblick.
Ich benutze sehr gerne Apps, die mir je nach Fragestellung die wichtigsten Infos zu Arzneimitteln (Indikation, Dosierung, Wechselwirkungen, Kontraindikationen etc.) liefern.
DR. EDITH WINDGASSEN, PRAKTISCHE ÄRZTIN, KAPPELN
DR. CHRISTIAN RÖHR, FACHARZT FÜR ALLGEMEINMEDIZIN, REINBEK
Ich nutze Apps bei der Impfberatung, Ernährungsberatung und der Privatabrechnung.
Ich nutze Apps im Fahrdienst, um die diensthabende Apotheke zu finden. Außerdem bei Hausbesuchen und für Diensttausche.
CORNELIA-ALEXANDRA KREBS,
DR. ANNE BÖHLE, FACHÄRZTIN FÜR KINDER- UND JUGENDMEDIZIN, DIABETOLOGIN,
JONS-UWE GISZAS, FACHARZT
BAD SCHWARTAU UND HAMBURG
FÜR ALLGEMEINMEDIZIN, NEUSTADT IN HOLSTEIN.
Ich nutze eine App mit Angaben zur Dosierung von Medikamenten und deren Wirkung/Nebenwirkung. Besonders praktisch: Man kann sich zusätzlich Interaktionen zwischen verschiedenen Medikamenten aufzeigen und sich per Ampel warnen lassen  gelbe Ampel: Vorsicht!  rote Ampel: Nicht zusammen verordnen.
Ich nutze Apps, um schnell und einfach komplizierte medizinische Formeln, Scores und Klassifikationen einzusehen und zu berechnen. Außerdem zur Abschätzung des Arrhythmierisikos bei hypertropher Kardiomyopathie und Indikation für AICD. Außerdem habe ich als Abonnent Zugriff auf Fachzeitschriften zur Recherche.
DR. TIM GRAEFE, FACHARZT FÜR HAUTUND GESCHLECHTSKRANKHEITEN, UETERSEN
DR. JÖRG WENDTLAND, FACHARZT FÜR INNERE MEDIZIN, WILSTER
Ich nutze eine App zum Thema Arzneimitteltherapie in der Schwangerschaft und empfehle sie auch allen Schwangeren und stillenden Frauen. Eine andere App liefert mir immer aktuelle Informationen rund ums Impfen, z. B. Lieferengpässe und aktuelle Berichte.
Ich nutze eine App zur Impfberatung DR. EMILIA NANU, FACHÄRZTIN FÜR ALLGEMEINMEDIZIN, PINNEBERG
DR. BETTINA SCHULTZ, FACHÄRZTIN FÜR FRAUENHEILKUNDE UND GEBURTSHILFE, EUTIN 8
TITELTHEMA Ich nutze eine App, mit der ich überall EKG ableiten und als PDF-Datei versenden kann. Dazu kommen eine interaktive Version des Lehrbuches Innere Medizin zum schnellen Nachschlagen, eine App zur Farbsinnprüfung/ Sehtest am Patienten, eine Sammlung aller gelisteten Medikamente (Indikation, Dosisempfehlung, Nebenwirkungen, Interaktionen, Empfehlungen in der Schwangerschaft/Stillzeit, Preis), eine Zusammenfassung der privatärztlichen Abrechnungsziffern, ein Schnellabruf von Laborergebnissen, eine Schnellsuche nach DiagnoseCodes, eine Sammlung von medizinischen Berechnungsformeln und Scores mit direkter Anwendungsmöglichkeit, Erklärung und gegebenenfalls Literaturnachweis. Eine weitere App bietet mir interaktive Kommunikationsmöglichkeiten im Rahmen der einfachen Anamneseerhebung bei Sprachbarrieren zwischen Arzt und Patient (diverse Sprachen hinterlegt, sehr viele Fachbereiche, Sprachausgabe möglich ...). DR. JOCHEN GERLACH, FACHARZT FÜR INNERE MEDIZIN, KALTENKIRCHEN
Ich nutze eine App, mit der die aktuelle Lärmbelastung der Umgebung gemessen werden kann. Die Intensität der Dezibel-Belastung wird nach dem Ampelprinzip angezeigt. Zudem informiert die App, wie Lärm dem Gehör schadet, welche ersten Anzeichen man bei Hörschäden bemerkt und wie sich optimaler Lärmschutz gestaltet. Außerdem nutze ich eine App meines Berufsverbandes. Mit ihr können Ärzte ihren Patienten persönliche Nachrichten, PDF-Dokumente sowie Erinnerungen an Termine und Therapien auf das Smartphone schicken. Weiter ist es möglich, alle registrierten Patienten mit einem Klick im Online-Verwaltungssystem über geänderte Sprechstunden sowie Urlaubsvertretungen zu informieren. Noch ein Plus: Bei Bedarf können Ärzte Patienten auch für die Online-Videosprechstunde freischalten. DR. JAN LÖHLER, FACHARZT FÜR HNO-HEILKUNDE, BAD BRAMSTEDT
Wir nutzen eine App, die die Resultate von Laboruntersuchungen für den beauftragenden, behandelnden Arzt mobil oder am PC in Echtzeit zugänglich macht – parallel zum auf anderen, gegebenenfalls etwas langsameren Wegen versandten Befund. Da über 70 Prozent aller medizinischen Diagnosen mit Hilfe von Laboranalytik erstellt werden, gewinnt der behandelnde Arzt erheblich Zeit und Mobilität für einen der wichtigsten Bereiche seiner Arbeit in der Patientenversorgung. Weitere Pluspunkte dieser App sind: Intuitive Nutzerführung, übersichtliche Darstellung, optionale PDF-Downloads, optionale Pushfunktion bei alarmierenden Werten, LIS-Unabhängigkeit. PROF. DR. MED. JAN KRAMER, FACHARZT FÜR LABORATORIUMSMEDIZIN, FACHARZT FÜR INNERE MEDIZIN, GEESTHACHT
Ich nutze eine App zur Diabetes-Typ-2-Prävention. Ziel ist es, Personen mit einem erhöhten T2D-Risiko in der Umsetzung eines gesunden Lebensstils zu unterstützen und dadurch die T2D-Entstehung zu verzögern oder sogar zu verhindern. Die App baut auf einem multimodalen Konzept auf, das sich aus den Komponenten Ernährung, Bewegung und Verhaltensmodifikation zusammensetzt. Die Funktionen sind:  die Durchführung des FINDRISK-Tests zur Bestimmung des Diabetesrisikos,  das Setzen von leitlinienkonformen und individuellen Zielen, die sowohl von der App automatisch berechnet als auch individuell angepasst werden können,  die Darstellung der Energiebilanz,  das Führen eines Ernährungs- und Bewegungstagebuchs und  das regelmäßige Bereitstellen von Artikeln zur Wissensvermittlung, die sich inhaltlich an den 12 Schritten orientieren. Ein wichtiger Bestandteil des Konzepts ist die Einbindung von Ärzten: Der Nutzer kann über ein Webportal seine gesammelten Daten einer weiteren Person, wie seinem behandelnden Arzt, freigeben. Dadurch kann der Arzt einen Einblick in den Lebensstil des Patienten erhalten, der ihm im derzeitigen Praxisalltag verwehrt bleibt, und kann den Patienten besser in einer Lebensstilumstellung unterstützen. Eine weitere Innovation ist das Datenschutzkonzept der App: Die Daten werden lokal auf dem Smartphone des Nutzers entschlüsselt und gespeichert. Die Daten werden nicht, bzw. wenn, nur anonymisiert, auf einem Server abgelegt und können dadurch auch nicht missbraucht werden. Wie oben beschrieben, hat der Nutzer die Möglichkeit, seine Daten für einen bestimmten Zeitraum für eine Person in einem Webportal freizugeben. DR. CARSTEN PETERSEN, FACHARZT FÜR INNERE MEDIZIN, SCHLESWIG
Anmerkung der Redaktion: Aufgrund der großen Anzahl an Antworten auf unsere Anfrage, in welchen Bereichen Ärzte Apps nutzen, mussten wir uns bei der Veröffentlichung auf eine Auswahl beschränken.
TITELTHEMA ONLINE-DIENSTE
Sicher vernetzt mit der KVSH Die Digitalisierung in Schleswig-Holsteins Arztpraxen schreitet weiter voran. Mittlerweile verwenden rund 650 Arztpraxen und 150 Fachabteilungen von Kliniken „ SafeMail“, den kostenfreien E-Mail-Dienst der KVSH. Das sind doppelt so viele Nutzer wie vor drei Jahren. Hochburgen der SafeMail-Nutzung Das von Kassenärztlicher Bundesvereinigung und Landesdatenschutz Niebüll Flensburg zertifizierte System ist bislang besonders in den Regionen verbreitet, in denen Praxisnetze für eine enge Schleswig Kooperation sorgen. Für den Zugang zum E-Mail-Dienst ist ein Anschluss Husum Eckernförde an KV-SafeNet, das hochsichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen, Rendsburg Kiel oder an die Telematikinfrastruktur Oldenburg Heide erforderlich. Das KV-SafeNet sichert Eutin einerseits die Praxis-EDV vor schadNeumünster haften Zugriffen aus dem Internet und verbindet diese andererseits Bad Segeberg auf gesicherten Wegen mit dem KVBrunsbüttel Itzehoe Lübeck System und anderen teilnehmenden Bad Oldesloe Praxen. Praxen können sich so z. B. Elmshorn mit ihren Nebenbetriebsstätten verNorderstedt netzen und an Vernetzungsprojekten Ahrensburg Pinneberg Mölln ihres Praxisnetzes oder von Kliniken teilnehmen. Außerdem können sie die besonders gesicherten Dienste Geesthacht Reinbek der KVSH nutzen, wie z. B die elektronische Quartalsabrechnung und Die Arztpraxen und Krankenhäuser, die den SafeMail-Dienst die Befunddokumentation für den Diabetischen Fußvertrag. Safenutzen, tauschen innerhalb eines geschlossenen Systems elektro- Mail ist direkt in viele Praxisverwaltungssysteme eingebunden. nisch Behandlungsdaten von Patienten und Dokumente aus. Per Damit können Arztbriefe aus den Eintragungen in der PatientenSafeMail werden so z. B. Arztbriefe, Befunde, Laborwerte, Rönt- akte erstellt und versandt und beim Empfänger automatisch der genbilder und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen schnell und jeweiligen Patientendatei zugeordnet werden. sicher verschickt. Auch die Anlaufpraxen des ärztlichen Bereitschaftsdienstes und Labore nutzen den Online-Dienst. Alle E-Mails Mehr Informationen unter sind durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt. Durch http://safemail.ekvsh.de die digitale Kommunikation entfallen das aufwendige Einscannen www.ekvsh.kv-safenet.de und Ausdrucken von Dokumenten sowie der kostenintensive Postwww.ekvsh.de versand. Insgesamt wurden im Jahr 2017 etwa 220.000 E-Mails über das System ausgetauscht. Dies ist ein Anstieg um mehr als Noch Fragen? 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die KVSH setzt sich weiterAntworten gibt die Telematik-Hotline der KVSH hin dafür ein, dass künftig noch mehr Ärzte und medizinische EinTel. 04551 883 888 richtungen die digitale Leitung nutzen. Die Bestrebungen zeigten E-Mail telematik@kvsh.de Wirkung: Die Zahl der versendeten „SafeMails“ im Januar lag bei JAKOB WILDER, KVSH 36.000. Im ersten Quartal dieses Jahres waren es bereits 109.000. Intensität der SafeMail-Nutzung in Schleswig-Holstein
TITELTHEMA KOMMENTAR
Vorsätze Neue Wege sind stets mit guten Vorsätzen gepflastert. Der Aufbruch der niedergelassenen Ärzteschaft in die digitale Welt soll natürlich alles besser, vieles einfacher und einiges auch noch komfortabler machen, als es jetzt ist. Der Patient ist schließlich schon vielfach vernetzt, bestens informiert und erwartet von seinem Arzt das Gleiche. Und wenn man sich ansieht, was Dr. Google und Co. anbieten, dann wird es höchste Zeit, dass sich die Ärzte auf einen Wettbewerb einstellen, der bis vor ihre Haustür reicht, selbst wenn der Anbieter in den USA, Neuseeland oder Norwegen registriert ist. Die damit verbundenen Herausforderungen allein bei den Ärzten abzuladen, greift aber zu kurz. Namentlich die Politik ist gefordert, durch pragmatische Rahmenbedingungen den Schwung des Aufbruchs zu nutzen und der Ärzteschaft den Aufwand an Investitionen, an Aus- und Fortbildung der Angestellten sowie den ständigen Innovationsbedarf der Web-Anwendungen und Dienste schmackhaft zu machen. Die Digitalisierung ist mehr als die bessere Version einer App oder eine Gesundheitskarte. Mit dem Schritt in die Digitalisierung betritt man eine neue Welt. Es tröstet wenig, dass der digitale Wandel alle Branchen der Wirtschaft, die Verwaltung und das öffentliche Leben mit Vereinen und Verbänden zwingt, sich neu aufzustellen. Wer die neue Datenschutzgrundverordnung liest und ihre Umsetzung in der Praxis erlebt, fühlt sich als Skeptiker der Entwicklung – und dazu gehören viele Ärzte – bestätigt und fragt sich, warum man freiwillig die Belastungen eines weiteren bürokratischen Regelwerkes auf sich nehmen soll, das offenkundig allein dazu dient, Rechtsansprüche aller Art zu befriedigen. Davon wird kein Patient gesund. Warum sich also der Digitalisierung verschreiben, wenn es analog genauso gut weitergeht? Zu Recht können sich deshalb Ärzte, die nicht zur Generation der „digital natives“ gehören, alleingelassen fühlen. Sie sollen nicht nur ein bewährtes System aufgeben, sie sollen auch noch in eine Welt investieren, die nicht die ihre ist und obendrein ihre Patienten davon überzeugen. Das ist viel verlangt und für viele sicherlich zu viel. Worum geht es also? Wer das Buch von Jens Spahn „App vom Arzt: Bessere Gesundheit durch digitale Medizin“ durchblättert, kann den Optimismus des Ministers nachvollziehen. E-Health, wie elektronische Patientenakten und mobile medizinische Anwendungen, ist schon stärker verbreitet, als man glauben mag. Nur hat das wenig mit Digitalisierung zu tun. Die beginnt mit dem Pulsmesser am Handgelenk, seiner Vernetzung zur Arztpraxis, der laufenden Kontrolle durch Fachpersonal und die Rückmeldung einer möglichen Diagnose an den Träger.
Im ersten Moment hat man jetzt den durchtrainierten Leistungssportler vor Augen, der seine Leistungsdaten medizinisch überwacht haben will. Sehr schön. Spätestens auf den zweiten Blick erkennt man den Patienten, für den das Band im Notfall die Nabelschnur zur Lebensrettung ist, weil der nächste Nachbar genauso weit weg ist wie sein Arzt. Damit wird eine Herausforderung der Digitalisierung verständlich: Wer kommt für die Kosten der Installation, des Betriebs, der Beachtung aller datenschutzrelevanten Bestimmungen auf? Wer gewährt notfalls Rechtsschutz, bildet das Personal aus und kümmert sich um die Fragen, die erst im täglichen Betrieb auftauchen? Und das ist nur ein digitales Anwendungsbeispiel.
„Es wäre ein Wunder, wenn es Europa und insbesondere Deutschland gelänge, in einem Feld der Digitalisierung einmal Vorreiter zu sein.“
Man muss kein Pessimist sein, um hochfliegende Erwartungen von allen Seiten zu dämpfen. Es wäre ein Wunder, wenn es Europa und insbesondere Deutschland gelänge, in einem Feld der Digitalisierung einmal Vorreiter zu sein. Denn ob Suchmaschinen, Online-Bezahlsysteme oder Webdienstleistungen aller Art – die USA, China und Japan sind die Innovationsträger in der digitalen Welt, führen uns vor und machen ihre Volkswirtschaften damit reich. Dabei ist technologische Exzellenz kein Erbhof und die Innovationsthemen neben der Digitalisierung, die es in der Biochemie, in der Entwicklung künstlicher Intelligenz und auch bei der Mobilität gibt, beschäftigen an deutschen Universitäten exzellente Wissenschaftler. Warum machen wir so wenig daraus? Wenn der große Start in die Digitalisierung der Medizin der niedergelassenen Ärzte gelingen soll, dann müssen Kostenträger und Leistungserbringer genauso wie die Versicherten und die technischen Anbieter an einen Tisch. Was ist möglich, was ist nötig, was ist sinnvoll und wie viel kostet es? Das könnten zielführende Fragen sein. Und der Bundesgesundheitsminister wäre gut beraten, angesichts überlaufender Kassen ein Investitionspaket zu schnüren, das satt ausgestattet ist. Das wäre vielleicht der wichtigste der guten Vorsätze auf dem Weg in die Digitalisierung der Medizin. Auf dem Ärztetag war davon nichts zu hören. Aber noch ist es dafür nicht zu spät. PETER WEIHER, JOURNALIST
NACHRICHTEN KOMPAKT KBV
Bundesweite Befragung zu Digitalisierung in Praxen
Seltene Erkrankung Mastozytose PATIENTENINFORMATION Mastozytose
MASTOZYTOSE – ZU VIELE MASTZELLEN IM KÖRPER Foto: © MichaelJBerlin / Fotolia
LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, Mastzellen sind körpereigene Zellen, die mithelfen, Krankheitserreger abzuwehren. Sie spielen auch bei allergischen Reaktionen eine Rolle. Befinden sich sehr viele oder veränderte Mastzellen in der Haut, im Knochenmark oder in anderen Organen, kann dies auf eine Mastzell-Erkrankung hinweisen – eine Mastozytose. Es können sowohl Kinder als auch Erwachsene betroffen sein. Dieses Informationsblatt soll Ihnen dabei helfen, sich mit diesem seltenen Krankheitsbild vertraut zu machen.
Auf einen Blick: Mastozytose ■ Bei einer Mastozytose sind die Mastzellen im Körper krankhaft erhöht oder verändert. ■ Es gibt zwei Hauptformen: Mastozytose der Haut und Mastozytose des gesamten Körpers. ■ Die Krankheit kann unterschiedliche Beschwerden verursachen wie rote Stellen auf der Haut, Juckreiz, Bauchkrämpfe, Durchfall oder Kopfschmerzen. ■ Bestimmte Auslöser wie Nahrungsmittel, Infekte, oder Insektenstiche können zu Beschwerden führen oder diese verschlimmern. Wer seine Auslöser kennt, sollte diese – wenn möglich – meiden. ■ Eine Mastozytose ist nicht ansteckend und fast immer gutartig.
Berlin – Wie steht es um die Digitalisierung in den Praxen? Mit dem PraxisBarometer Digitalisierung will die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) herausfinden, welche elektronischen Angebote die rund 165.000 Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten bereits nutzen und welche Rolle diese im Praxisalltag spielen. Dazu erhalten derzeit rund 7.000 ausgewählte Ärzte und Psychotherapeuten Post vom IGES Institut, das die Erhebung im Auftrag der KBV durchführt. Bisher gebe es kaum fundierte Daten dazu, „wie digital die Praxen bereits sind, wo es noch klemmt und was sich die Mitglieder vielleicht wünschen“, sagte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel. „Mit dem PraxisBarometer Digitalisierung geben wir Ärzten und Psychotherapeuten die Chance, bei der konkreten Ausgestaltung der Digitalisierung mitzubestimmen.“ Die Befragungsergebnisse sollen die KBV dabei unterstützen, die Digitalisierung im Sinne der Vertragsärzte und -psychotherapeuten zu gestalten und die Politik bei weiteren Vorhaben in diesem Bereich zu beraten. Auch bei der Umsetzung von Gesetzen sollen sie genutzt werden. Zentrales Thema der Befragung ist, wie stark die Niedergelassenen digitale Angebote bereits in ihren Praxen nutzen und welche Rolle diese in ihrem Arbeitsalltag spielen. Einige Fragen widmen sich der Kommunikation mit anderen Ärzten und Psychotherapeuten, Patienten, Krankenhäusern, Kassenärztlichen Vereinigungen sowie den Krankenkassen und Behörden. Darüber hinaus sollen sich Ärzte und Psychotherapeuten dazu äußern, welche Chancen und Risiken sie bei der digitalen Entwicklung sehen. Zudem werden sie nach Einsatzbereichen gefragt, in denen eine Digitalisierung aus ihrer Sicht sinnvoll ist. Der Fragebogen kann bis Mitte Juni online ausgefüllt werden. Wenn gewünscht, kann die angeschriebene Praxis ihn auch in Papierform anfordern und beantworten. Mehr Informationen zur Umfrage unter www.kbv.de/html/praxisbarometer.php
WELCHE FORMEN GIBT ES? Es gibt verschiedene Formen einer Mastozytose. So lässt sich eine Mastozytose der Haut (kutane Mastozytose) von einer Mastozytose des gesamten Körpers (systemische Mastozytose) unterscheiden. Diese beiden Formen lassen sich noch weiter unterteilen, je nachdem, wo sich die Mastzellen im Körper ansammeln und welche Beschwerden auftreten. Eine Mastozytose der Haut tritt meist bei Kindern auf. Innere Organe sind eher bei Erwachsenen betroffen. Die Haut ist dann oft zusätzlich befallen. Bis heute ist vieles zu Mastozytosen unbekannt. Es gibt keine „typischen“ Krankheitszeichen. Alle Beschwerden können auch bei anderen Krankheiten auftreten und lassen nicht gleich auf eine Mastozytose schließen. Deshalb dauert es oft sehr lange, bis die Krankheit erkannt wird.
AUSLÖSER UND ANZEICHEN Mastzellen enthalten viele Botenstoffe. Der bekannteste ist Histamin. Durch bestimmte Auslöser schütten die Mastzellen diese Botenstoffe aus. Auslöser können sein: Infekte, Stress, Insektenstiche, körperliche Anstrengung, plötzliche Temperaturwechsel, Nahrungsmittel, Alkohol oder Medikamente. Die Auslöser sind nicht bei jedem gleich und können zu unterschiedlich starken Reaktionen führen. Zudem reagieren Betroffene mit verschiedenen Beschwerden: Hautbefall: Auf der Haut befinden sich rotbraune Flecken. Typisch ist, dass diese Hautstellen durch Druck oder Reiben anschwellen. Es bilden sich juckende Quaddeln, mitunter auch Blasen. Befall der inneren Organe: Knochenmark, MagenDarm-Trakt, Leber oder Milz können betroffen sein. Die Betroffenen merken dies oft nicht. Beschwerden wie Bauchkrämpfe, Durchfall, Übelkeit, vergrößerte Lymphknoten sowie Abgeschlagenheit und Erschöpfung sind möglich. Bei manchen treten Muskelschmerzen und Knochenschwund (Osteoporose) auf.
Berlin – Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin hat eine Patienteninformation zur seltenen Erkrankung Mastozytose veröffentlicht. Auf zwei Seiten werden in verständlicher Form Auslöser, Anzeichen und Therapiemöglichkeiten dieser Erkrankung erläutert. Zudem finden Betroffene Tipps zum Umgang mit der Krankheit. Die Publikation „Mastozytose – zu viele Mastzellen im Körper“ informiert zu unterschiedlichen Aspekten der Krankheit. So erfahren Patienten, dass zu den Auslösern Infekte, Insektenstiche, körperliche Anstrengung oder bestimmte Nahrungsmittel gehören können. Eine Mastozytose ist nicht heilbar, verläuft in der Regel aber gutartig. Praxen können die Patienteninformationen kostenlos herunterladen, ausdrucken und im Wartezimmer auslegen: www.kbv.de/media/sp/Patienteninformation_ Mastozytose.pdf
Anonym und zu jeder Zeit Berlin – Das vor fünf Jahren gegründete Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ hat sich als wichtige Anlaufstelle für Betroffene, ihnen nahestehende Personen und Fachleute etabliert. Die beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben angesiedelte Einrichtung ist bundesweit unter der Rufnummer 08000 116 016 rund um die Uhr erreichbar. Zwischen März 2013 und Ende 2017 haben sich über 143.000 Ratsuchende an das Hilfetelefon gewandt, wie Leiterin Petra Söchting zur Veröffentlichung des neuesten Jahresberichts mitteilte. Dazu zählten neben von Gewalt betroffenen Frauen und Personen aus dem sozialen Umfeld Betroffener auch Fachleute, wie Ärzte und Psychotherapeuten, die Informationen benötigten. Am häufigsten ging es bei den Beratungen um Fälle häuslicher Gewalt sowie um sexualisierte Gewalt und Gewalt in Partnerschaften. Rund 45 Prozent der Beratungsgespräche fanden zwischen 18 Uhr und 8 Uhr morgens statt. Das Hilfetelefon ist das einzige bundesweite anonyme Angebot, das Betroffenen zu jeder Zeit zur Verfügung steht. AKTUELL
NACHRICHTEN KOMPAKT ENTLASTUNG NOTAUFNAHME
KVSH und Paracelsus-Klinik rücken enger zusammen
Mehr Windpocken-Fälle in Schleswig-Holstein
Henstedt-Ulzburg/Bad Segeberg – Die KVSH und die ParacelsusKlinik Henstedt-Ulzburg wollen Patientenströme in Zukunft besser steuern. Um dies zu erreichen, arbeiten Anlaufpraxis des ärztlichen Bereitschaftsdienstes der KVSH und Notaufnahme des Krankenhauses noch enger zusammen. Ziel ist es, die Patienten in die für sie richtige medizinische Versorgungsebene zu lenken. Mit Husten und Schnupfen in die Notaufnahme: Viele Patienten mit Bagatellerkrankungen suchen die Notfallambulanz eines Krankenhauses auf, statt sich in einer Arztpraxis oder – außerhalb der normalen Sprechzeiten – vom ärztlichen Bereitschaftsdienst behandeln zu lassen. Dieser Fehlnutzung wollen KVSH und Paracelsus-Klinik Henstedt-Ulzburg entgegenwirken. Aus diesem Grund ist die Anlaufpraxis des Bereitschaftsdienstes, in der niedergelassene Ärzte Patienten außerhalb der normalen Praxisöffnungszeiten ambulant behandeln, in die Notaufnahme der Klinik umgezogen und nutzt nun dieselben Räume. Neu ist auch, dass es für Patienten einen gemeinsamen Empfangstresen als zentrale Anlaufstelle gibt. Dort wird je nach Krankheitsbild entschieden: Wer nur ambulante Hilfe braucht, wird von den Ärzten des Bereitschaftsdienstes behandelt. Wer stationär aufgenommen werden muss, kommt in die Notaufnahme des Krankenhauses. „Patienten müssen dort versorgt werden, wo es nach Erkrankungsschwere und Behandlungsdringlichkeit angemessen ist. Durch einen gemeinsamen Empfangstresen sollen sich nicht nur Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen ambulantem und stationärem Bereich verbessern, sondern es werden auch die nur endlich zur Verfügung stehenden personellen Ressourcen besser genutzt werden können“, betonte Dr. Oliver Geier, KVSH-Notdienstbeauftragter für den Bezirk Henstedt-Ulzburg. „Die vertragsärztliche, rettungsdienstliche und ambulante sowie stationäre Notfallversorgung müssen sektorenübergreifend enger verknüpft und in gemeinsame Qualitätssicherungsmaßnahmen einbezogen werden. Die Anlaufpraxis tiefer mit der Struktur des Krankenhauses zu verknüpfen, ist hier der erste Schritt. Es wird notwendig, künftig eine Infrastruktur zu schaffen, mit der man Daten aller Versorgungspartner, inklusive der Rettungsleitstellen, zusammenführen und austauschen kann. Eine gemeinsame Einschätzung der Versorgungsdringlichkeit wäre hier der nächste Schritt“, stellte Sönke Bax, Ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme der Paracelsus-Klinik Henstedt-Ulzburg fest. 6 | 2018
Kiel – In Schleswig-Holstein ist die Zahl der WindpockenFälle im vergangenen Jahr im Vergleich zum Bundestrend gestiegen. Insgesamt wurden 734 Infektionsfälle gemeldet, 2016 waren es noch 610. Das entspricht einem Anstieg von rund 20 Prozent. Auf Bundesebene hingegen war ein Rückgang von über elf Prozent zu verzeichnen. Das teilte die AOK NordWest auf Basis aktueller Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) mit. Den höchsten Anstieg gab es in Kiel sowie in den Kreisen RendsburgEckernförde und Stormarn. In der Landeshauptstadt waren im vergangenen Jahr 198 Infektionsfälle zu verzeichnen, im Vorjahr waren es nur 93. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde wurden insgesamt 82 Infektionsfälle gemeldet, im Vergleich zu 2016 mit 63 Fällen. Im Kreis Stormarn stiegen die Infektionsfälle von 18 auf 43 in 2017 an. „Aufgrund der zunehmenden Infektionsfälle raten wir dazu, insbesondere Kinder gegen Windpocken impfen zu lassen. Die von der Ständigen Impfkommission am RKI empfohlenen Impfungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen selbstverständlich für ihre Versicherten bezahlt“, sagte der AOK-Vorstandsvorsitzende Tom Ackermann.
Essstörungen nehmen in Schleswig-Holstein weiter zu Kiel – In Schleswig-Holstein leiden immer mehr Menschen an einer Essstörung. Laut der Krankenkasse BARMER ist die Zahl der Versicherten, bei denen eine Essstörung diagnostiziert wurde, innerhalb von fünf Jahren um rund 27 Prozent gestiegen. Dies geht aus einer aktuellen Analyse der Krankenkasse zu den Jahren 2011 bis 2016 hervor. Dabei sind nicht nur Frauen betroffen: Während ihr Anteil um 22,6 Prozent anstieg, erhöhte sich die Zahl betroffener Männer in Schleswig-Holstein um 57,3 Prozent. Ärztliche Hilfe suchen dennoch überwiegend Frauen. 2016 ließen sich 2.378 Frauen der BARMER-Versicherten ambulant behandeln. Dagegen gingen nur 409 Männer zum Arzt. Zu den häufigsten Essstörungen gehören die Magersucht (Anorexie) und die Ess-Brech-Sucht (Bulimie). Die Zahl der Betroffenen stieg dabei unterschiedlich stark an – bei Anorexie um 30,6 Prozent und bei Bulimie um 7,7 Prozent. AKTUELL
GESUNDHEITSPOLITIK DEUTSCHER ÄRZTETAG/KBV-VV
© Christian Griebel, helliwood.com
Deutscher Ärztetag und KBV-Vertreterversammlung tagten in Erfurt.
Insbesondere ein Beschluss des diesjährigen 121. Deutschen Ärztetages in Erfurt sorgte für Aufmerksamkeit: Die 250 Delegierten beschlossen mit großer Mehrheit eine Lockerung des bisher strikten Fernbehandlungsverbots.
den unnötige Wege und Wartezeiten erspart. Und Ärzte können die digitale Welt aktiv gestalten, anstatt dass es andere tun“, so seine Bewertung beim Kurznachrichtendienst Twitter unmittelbar nach dem Votum des Ärztetages.
Damit ermöglicht der Ärztetag neue Behandlungswege über Internet und Telefon, die bisher versperrt waren, da eine ausschließliche Beratung oder Behandlung über diese Kommunikationswege ohne vorherigen persönlichen Kontakt zum Patienten untersagt war.
Weitere Vertreter aus der Politik und dem Gesundheitswesen äußerten sich ebenfalls positiv. So nannte der Vorstandsvorsitzende der BARMER, Dr. Christoph Straub, die Entscheidung des Ärztetags einen „wichtigen Schritt in die digitale Zukunft der Medizin“. Der Beschluss habe gezeigt, so der Kassenchef, dass es „der Ärzteschaft um einen verantwortungsvollen Umgang mit den Möglichkeiten digitaler Kommunikation gehe und sie das Heft des Handelns auch bei der digitalen Behandlung nicht aus der Hand geben wolle.“
In dem neugefassten Paragrafen 7 Abs. 4 der Muster-Berufsordnung heißt es nun, dass eine „ausschließliche Beratung oder Behandlung über Kommunikationsmedien“ künftig im Einzelfall erlaubt ist, „wenn dies ärztlich vertretbar ist und die erforderliche ärztliche Sorgfalt insbesondere durch die Art und Weise der Befunderhebung, Beratung, Behandlung sowie Dokumentation gewahrt wird und die Patientin oder der Patient auch über die Besonderheiten der ausschließlichen Beratung und Behandlung über Kommunikationsmedien aufgeklärt wird.“ Lob vom Bundesgesundheitsminister Anerkennende Worte fand Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für den Beschluss. „Eine gute Entscheidung! Patienten wer14
Bereits zuvor hatte Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV, die Delegierten ermuntert, für eine Lockerung des Fernbehandlungsverbots zu stimmen. Als Beispiel für eine sinnvolle Fernkonsultation, die durch eine Liberalisierung des Fernbehandlungsverbots möglich wird, nannte er die bundesweite Bereitschaftsdienstnummer 116117. Eine Umsetzung der Beschlüsse des Ärztetages werde es künftig ermöglichen, vielen Patienten bereits am Telefon zu helfen.
Kritik an der Gesundheitspolitik der Bundesregierung Deutlich wurde sowohl bei der KBV-Vertreterversammlung, die ebenfalls in Erfurt tagte, als auch beim Ärztetag die Unzufriedenheit der Ärzteschaft mit verschiedenen Vorhaben der „alt-neuen“ Großen Koalition in Berlin.
KBV-Vorstandschef Dr. Andreas Gassen warf der neuen Regierung bei der KBV-Vertreterversammlung einen „klammheimlich vollzogenen Paradigmenwechsel“ vor. Bislang sehe das Sozialgesetzbuch V vor, dass medizinische Leistungen wirtschaftlich und nur in medizinisch angemessenem Umfang erbracht werden sollen. Aus diesem Grund sei zu Beginn der Neunzigerjahre die Budgetierung und damit Quotierung ärztlicher Leistungen eingeführt worden. Im KoalitiJens Spahn, MdB, Bundesminister für Gesundheit und Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, onsvertrag würden die Regierungsparteien Präsident der Bundesärztekammer und des Deutschen Ärztetages den Patienten aber mehr versprechen: Ärztekammer Schleswig-Holstein ist Vorreiter „Mehr Termine, schnellere Termine, ortsnahe Termine und am Damit aus der Änderung der Muster-Berufsordnung bundesweit besten Ansprechpartner aller Fachrichtungen 24/7. Damit komverbindliches Recht werden kann, müssen die Landesärztekam- men wir aber weg vom Budgetsystem hin zu einem nachfrageorimern ihre jeweiligen Berufsordnungen entsprechend anpassen. entierten Konsumsystem“, verdeutlichte Gassen. Die Ärztekammer Schleswig-Holstein ist der bundesweiten Entwicklung jedoch bereits einen Schritt voraus. Wenn aber die Nachfrage nach Leistungen das Angebot bestimmen solle, dann sei eine Entbudgetierung die einzig logische Im April stimmte die Kammerversammlung einstimmig einer Schlussfolgerung. Ansonsten mache die Politik die Rechnung ohne Änderung der Berufsordnung zu, welche die auf Bundesebene den Lieferanten: „Wenn die Politik die Ärzte um mehr Versorgung jetzt angestoßene Lockerung des Fernbehandlungsverbots vor- bittet, dann kostet das Geld. Unter den geltenden Budgetbedinwegnahm. Angelehnt an die neue Formulierung in der Muster- gungen wird nicht auch nur eine Stunde umsonst mehr angeboBerufsordnung wurde in die schleswig-holsteinische Berufs- ten. Wer mehr bestellt, muss auch mehr bezahlen“, forderte Gasordnung aufgenommen, dass eine Beratung oder Behandlung sen vor den 60 Delegierten der Vertreterversammlung. ausschließlich über Kommunikationsmedien erlaubt sei, wenn diese ärztlich vertretbar und ein persönlicher Kontakt mit der Pati- Auch der Ärztetag bezog Stellung zu aktuellen gesundheitsentin oder dem Patienten nicht erforderlich ist. Diese Anpassung politischen Themen, die unter niedergelassenen Ärzten derzeit der Berufsordnung im Norden ist mittlerweile auch vom Landes- für Unmut sorgen. So sprachen sich die Vertreter der Ärztegesundheitsministerium genehmigt worden. schaft deutlich gegen den Plan der Bundesregierung aus, die Mindestsprechstundenzeiten für gesetzlich Versicherte von 20 auf 25 Stunden zu erhöhen. Dies sei ein „nie dagewesener Eingriff in die ärztliche Selbstverwaltung“, heißt es im Beschluss. Die Koalition plane, eigenmächtig den Bundesmantelvertrag zu ändern, für den die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband zuständig seien, kritisierte der Ärztetag. Mit einem weiteren Beschluss wurde die Politik aufgefordert, die verpflichtende Anbindung der Arztpraxen und medizinischen Versorgungszentren (MVZ) an die Telematikinfrastruktur (TI) zum Ende des Jahres 2018 auszusetzen und die Strafandrohung von Honorarabzügen zurückzuziehen. DELF KRÖGER, KVSH
Der Vorstand der KBV in Erfurt: Dr. Stephan Hofmeister und Dr. Andreas Gassen 6 | 2018
PRAXIS & KV PRAXEN
Zweierlei Freiberufler
Die Arbeitswelt ändert sich: Ärzte treffen immer häufiger als Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufeinander. Wir fassen zusammen, was es aus juristischer Sicht zu beachten gilt.
Die meisten ambulant tätigen Ärzte und Psychotherapeuten arbeiten selbstständig. Doch die Zahl der in einer Praxis oder einem MVZ angestellten Ärzte und Psychotherapeuten nimmt stetig zu: Über ein Viertel der KV-Mitglieder sind mittlerweile Angestellte. Die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer werden jedoch feststellen, dass jede Praxis oder jedes MVZ ein wirtschaftliches Unternehmen zu sein hat. Miete, Leasingkosten und Gehälter müssen monatlich zur Verfügung stehen. Insoweit können arbeitsrechtliche Aspekte, Arbeitnehmerschutz, Weisungsrechte und Haftungsfragen stark in das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer eingreifen. Der Beitrag wird aus rechtlicher Sicht die Belange beider Seiten darstellen und die Basis der Zusammenarbeit erläutern. Arbeitsvertrag Der Abschluss des Arbeitsvertrages ist an keine bestimmte Form gebunden. Erstaunlich häufig werden Arbeitsverhältnisse durch mündliche Vereinbarung begründet oder nur die Eckdaten schrift16
lich festgehalten. Es gilt dann, was mündlich vereinbart wurde. Auch spätere Änderungen des einmal Vereinbarten sind mündlich möglich und wirksam. Nicht selten kommt es im Verlauf des Arbeitsverhältnisses aber zu Konflikten über Detailfragen, etwa hinsichtlich der Urlaubsverteilung, Vertretungsregelungen und Kompetenzen, variablen Vergütungsbestandteilen oder der Gehaltsentwicklung. Um dies zu vermeiden, empfiehlt sich der Abschluss eines schriftlichen Arbeitsvertrages, der auf das konkrete Arbeitsverhältnis abgestimmt ist und die Besonderheiten der Praxis berücksichtigt. Zwingend schriftlich geschlossen werden müssen befristete Arbeitsverträge. Nur wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Befristungsvereinbarung vor Aufnahme der Tätigkeit unterschrieben haben, ist die Befristung wirksam. Andernfalls kommt von Beginn an ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zustande. Dabei ist zu unterscheiden: AKTUELL
PRAXIS & KV Ohne sachlichen Grund kann ein Arbeitsverhältnis auf maximal zwei Jahre und nur dann befristet werden, wenn der Arbeitnehmer nicht früher schon einmal für denselben Arbeitgeber tätig war. Innerhalb dieses Zwei-Jahres-Zeitraums kann ein zunächst für kürzere Dauer abgeschlossener Vertrag bis zu dreimal verlängert werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Verlängerung jeweils vor Ablauf des Vertragszeitraums erfolgen muss und die Arbeitsbedingungen zeitgleich nicht verändert werden dürfen. Liegt einer der gesetzlich vorgegebenen Befristungsgründe vor, gilt die zeitliche Obergrenze von zwei Jahren nicht. Der häufigste Sachgrund für eine Befristung ist die Vertretung eines Kollegen oder einer Kollegin in Elternzeit oder während einer längerfristigen Erkrankung. Hier kann das Arbeitsverhältnis des Vertreters oder der Vertreterin für die gesamte Dauer des Vertretungsfalls eingegangen werden. Entscheidend für die Wirksamkeit der Befristungsvereinbarung ist die Erwartung, dass der vertretene Kollege auch tatsächlich wieder zurückkehren wird. Im Koalitionsvertrag haben sich CDU, CSU und SPD auf eine Verschärfung des Befristungsrechts geeinigt. Sollten die Vorhaben wie beabsichtigt umgesetzt werden, wird dies insbesondere zu einer Höchstdauer auch bei Sachgrundbefristungen führen, die auf fünf Jahre begrenzt werden sollen. Arbeitnehmerschutz Für angestellte Ärzte oder Psychotherapeuten gelten zahlreiche arbeitnehmerschützende Regelungen. Je nach Fachrichtung der Praxis sind dabei die besonderen Regeln des Gesundheitsschutzes, etwa aus dem Strahlenschutzrecht (Strahlenschutzverordnung, Röntgenverordnung sowie das neue Strahlenschutzgesetz) oder zum Umgang mit Bio- und Gefahrstoffen (Biostoffverordnung, Gefahrstoffverordnung), zu beachten. Daneben gelten aber auch die allgemeinen Vorschriften des Arbeitnehmerschutzes. Dies sind für werdende Mütter etwa die Regeln zum Mutterschutz nach dem Mutterschutzgesetz (MuSchG). Danach unterliegt die (werdende) Mutter grundsätzlich ab sechs Wochen vor der Geburt bis acht Wochen nach der Geburt einem Beschäftigungsverbot, wobei die Beschäftigung bis zur Geburt möglich ist, wenn die Schwangere sich ausdrücklich zur Arbeit bereit erklärt (Paragraf 3 MuSchG). Die schwangere oder stillende Arbeitnehmerin darf grundsätzlich in der Zeit von 20 Uhr bis 6 Uhr nicht beschäftigt werden (Paragraf 5 MuSchG). Auch die Beschäftigung an Sonnund Feiertagen ist untersagt, sofern die schwangere oder stillende Frau dem nicht ausdrücklich zugestimmt hat (Paragraf 6 MuSchG). Dabei erfasst das Arbeitsverbot auch Notdienste, Rufbereitschaften oder Bereitschaftsdienste. Die jeweilige Zustimmung der Arbeitnehmerin kann jederzeit widerrufen werden, sodass sie gefahrlos zunächst erteilt werden kann, um zu sehen, wie belastend die Arbeit tatsächlich ist. Die schwangere oder stillende Frau darf im Monatsdurchschnitt nicht über die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit hinaus und unabhängig davon maximal 8,5 Stunden täglich und 90 Stunden in der Doppelwoche beschäftigt werden. Diese Vorschriften sind zwingend und untersagen im Ergebnis nahezu jede Mehrarbeit bei vollzeitbeschäftigten angestellten Ärztinnen. Darüber hinaus muss der Arbeitgeber die schwangere oder stillende Frau von einem Umgang mit Gefahrstoffen und Biostoffen sowie von physikalischen Einwirkungen und belastenden Arbeiten oder Arbeitsbedingungen freihalten, sofern hiermit auch nur potenziell eine Gesundheitsgefährdung für Mutter oder Kind verbunden sein kann. Das MuSchG enthält in den Paragrafen 11 und 12 in Liste der entsprechenden Stoffe und Einwirkungen, hält aber auch fest, unter welchen Bedingungen ein Umgang insbesondere mit Gefahrstoffen zulässig ist. 6 | 2018
Angestellte Ärztinnen und Ärzte haben, wie jeder Arbeitnehmer, Anspruch auf Elternzeit. Dieser besteht bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres eines Kindes, wobei ein Anteil von bis zu 24 Monaten zwischen dem dritten und dem achten Geburtstag des Kindes genommen werden kann. Konfliktpotenzial ergibt sich dabei insbesondere, wenn die Ärztin oder der Arzt während der Elternzeit weiter oder wieder in Teilzeit arbeiten möchte. In Praxen, in denen regelmäßig mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt sind, besteht ein Anspruch auf Elternteilzeit im Umfang von 15 bis 30 Wochenstunden. Diesem Anspruch, der schriftlich mit einem Vorlauf von mindestens sieben Wochen geltend gemacht werden muss, kann der Arbeitgeber nur dringende betriebliche Gründe entgegenhalten. Hier sind die Hürden für den Arbeitgeber hoch. Will der Praxisinhaber die Teilzeitbeschäftigung verweigern, muss er seine Entscheidung spätestens vier Wochen nach Eingang des Antrags schriftlich begründen. Für angestellte Ärzte und Psychotherapeuten gelten auch die Grenzen des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG). Sowohl die wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden als auch die tägliche Obergrenze von zehn Stunden sind dabei in der täglichen Arbeit schnell erreicht. Während für angestellte Ärzte in Krankenhäusern oft eine Öffnung durch Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen möglich ist, ist dies in den Praxen niedergelassener Ärzte oder Psychotherapeuten überwiegend nicht der Fall. Die Obergrenze von zehn Stunden täglich ist daher zwingend. Ebenso sind auch die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhepausen von 30 Minuten (bzw. 45 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden) zwingend. Dabei ist zu beachten, dass eine Ruhepause erst ab einer Arbeitsunterbrechung von mindestens 15 Minuten am Stück gegeben ist, weder am Anfang noch ganz am Ende der täglichen Arbeitszeit liegen darf und voraussetzt, dass tatsächlich eine Freistellung von jeglicher Arbeitsleistung erfolgt. Streng genommen gilt: Wer für Kolleginnen und Kollegen ansprechbar ist, Telefonate annimmt oder die Post durchsieht, macht keine Pause. Weisungsrecht im Arbeitsverhältnis Besonderheiten gelten für angestellte Ärzte im Hinblick auf das Weisungsrecht des Arbeitgebers. Grundsätzlich kann der Arbeitgeber nach den für alle Arbeitsverhältnisse geltenden Regelungen des Paragrafen 106 Gewerbeordnung (GewO) Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung nach billigem Ermessen näher bestimmen, soweit nicht durch den Arbeitsvertrag, Gesetze, Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen etwas anderes bestimmt ist. Soweit es Ort und Zeit der Arbeitsleistung betrifft, gilt dies auch für angestellte Ärzte und Psychotherapeuten uneingeschränkt: Ist nicht ein bestimmter Arbeitsort im Arbeitsvertrag festgelegt, so ist der Arbeitgeber frei, den angestellten Arzt oder Psychotherapeuten beispielsweise – sofern die vertragsarztrechtlichen Voraussetzungen vorliegen – in einer Zweigpraxis zu beschäftigen. Sind keine festen Vereinbarungen über die Verteilung der Arbeitszeit getroffen worden, kann der Arbeitgeber die Arbeitszeiten festlegen, Schichtpläne bestimmen oder Pausenzeiten anordnen. Besonderheiten gelten demgegenüber hinsichtlich der fachlichen Weisungsgebundenheit. Diese folgen aus der Natur des ärztlichen Berufs als freier Beruf (vgl. Paragraf 1 Abs. 2 BÄO). Als solcher hat er auf Grundlage besonderer beruflicher Qualifikation die persönliche, eigenverantwortliche und fachlich unabhängige Erbringung von Dienstleistungen höherer Art zum Inhalt (vgl. Paragraf 1 Abs. 2 des Partnerschaftsgesellschaftsgesetzes – PartGG). Insofern ist anerkannt, dass die Ausübung eines freien Berufs eine große Selbstständigkeit bei der Vornahme der beruflichen Handlungen voraussetzt. Diese Selbstständigkeit und fachliche Unabhängigkeit AKTUELL
führen dazu, dass der Arzt grundsätzlich fachlich nicht weisungsgebunden ist. Egal in welchem Rechtsverhältnis und in welcher wirtschaftlichen Form der Arzt tätig ist: Er soll bei seiner eigentlichen Heilbehandlungstätigkeit unabhängig und weisungsfrei sein. Entsprechend enthält auch die Musterberufsordnung in Paragraf 2 Abs. 4 die Regel, dass Ärzte hinsichtlich ihrer ärztlichen Entscheidungen keine Weisungen von Nichtärzten entgegennehmen dürfen. Für den ärztlichen Leiter eines MVZ ist in Paragraf 95 Abs. 1 S. 3 SGB V ausdrücklich geregelt, dass er in dem MVZ selbst als angestellter Arzt oder als Vertragsarzt tätig und in medizinischen Fragen weisungsfrei sein muss. Die Weisungsfreiheit geht allerdings noch weiter und gilt in gewissem Umfang auch gegenüber ärztlichen Vorgesetzten. Auch der angestellte Praxisarzt nimmt unbeschadet seiner grundsätzlich bestehenden Weisungsgebundenheit in Bezug auf die Erfüllung vertragsarztrechtlicher Pflichten in fachlich-medizinischer Hinsicht dieselbe Funktion wie der zugelassene Arzt ein. Das heißt, er führt die medizinische Behandlung des Patienten nicht nach Anordnung und unter Aufsicht, sondern selbstständig und in eigener Verantwortung durch (Bundessozialgericht, Urteil vom 19.06.1996, Az. 6 RKa 84/95). In Fragen der Diagnostik und Therapie ist der angestellte Arzt damit weisungsfrei. Allerdings bleibt eine gewisse wirtschaftliche Weisungsgebundenheit des angestellten Arztes bestehen. Da der Arbeitgeber als Praxisinhaber oder Träger des MVZ das wirtschaftliche Risiko trägt, steht es ihm auch frei, Weisungen hinsichtlich des wirtschaftlichen und sparsamen Umgangs mit Ressourcen, wie Personal, Material und Gerätschaften, zu erteilen. Diese sind bindend, solange sie nicht die Freiheit der fachlich-medizinischen Tätigkeit einschränken.
aus dem Behandlungsvertrag durch Pflichtverletzung trifft den Arbeitgeber, da der Behandlungsvertrag mit der Praxis oder dem MVZ abgeschlossen wird. Die Gesellschafter haften hierbei in der Regel als Gesamtschuldner. Die Haftung für deliktische Handlungen ist aber auch eine Eigenhaftung des Arbeitnehmers. Da sich der Arbeitgeber aber nicht in der Außenhaftung auf einen innerbetrieblichen Schadensausgleich zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer berufen kann, besteht durch die einer deliktischen Handlung immanente Pflichtverletzung aus dem Behandlungsvertrag auch eine Haftung des Arbeitgebers, insoweit eine Haftung für Dritte. Bei Vorliegen der Möglichkeit eines innerbetrieblichen Schadensausgleiches können Schadenersatzansprüche auf den Haftpflichtversicherer übergehen, sofern der Arbeitgeber gemäß seines Versicherungsvertrages entschädigt wird. Eine Ersatzpflicht des Arbeitnehmers kommt jedoch nur in Betracht, wenn er den Schaden zu vertreten hat. Die volle Beweislast obliegt hierbei dem Arbeitgeber. Je nach Verschuldensgrad besteht die Möglichkeit einer quotalen Haftung. Der angestellte Arzt ist Arbeitnehmer und fällt damit unter die umfangreichen Regelungen des deutschen Arbeitsrechts, die es bereits bei der Vertragsgestaltung zu berücksichtigen gilt. Zugleich sind die berufsrechtlichen Besonderheiten des Arztberufs zu berücksichtigen und mit den arbeitsrechtlichen Vorschriften in Einklang zu bringen. Die Basis für eine qualifizierte Zusammenarbeit von Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist also gegeben. Zudem besteht ausreichend Raum für Individualitäten. Für das Gelingen einer solchen Beziehung ist natürlich immer das dauerhafte Bestreben einer positiven Gestaltung beider Seiten notwendig. JENS REMMERT, LL.M., RECHTSANWALT (SYNDIKUSRECHTSANWALT), FACHANWALT FÜR MEDIZINRECHT UND BEREICHSLEITER RECHT DER KV HAMBURG
Haftung Beim Oberbegriff der Haftung gibt es verschiedene Betrachtungsebenen. So können beispielsweise Haftungen gegenüber der KV oder dem Patienten in Betracht kommen. Jedem Haftungsfall ist der Umstand immanent, dass man einen Haftenden oder eine Gruppe von Haftenden benötigt. Gegenüber der KV haftet der Arbeitgeber für die Erfüllung der vertragsärztlichen Pflichten durch den Angestellten. Insbesondere kann sich der Arbeitgeber in Bezug auf die Abrechnung nicht mit dem Vortrag von Fehlern des Angestellten exkulpieren. Gegenüber dem Patienten sind ebenfalls Haftungsebenen zu unterscheiden. Eine Haftung
DR. CHRISTOPH T. THIES, FACHANWALT FÜR ARBEITSRECHT, PARTNER IN DER HAMBURGER KANZLEI RUGEKRÖMER FACHANWÄLTE FÜR ARBEITSRECHT ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DER KV HAMBURG
Finanzierung der Anbindung weiter unklar
Die Anbindung der Praxen an die Telematikinfrastruktur (TI) droht zu stocken. Bislang ist nicht klar, ob die Krankenkassen die technische Ausstattung der Praxen auch im dritten Quartal in voller Höhe finanzieren. Der GKV-Spitzenverband sei derzeit nicht bereit, ab Juli 2018 eine kostendeckende Finanzierungspauschale zu garantieren, erklärte dazu der Vize-Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Stephan Hofmeister. kenkassen in den Verhandlungen und sagte: „Wir haben fristwahrend das Schiedsamt angerufen.“ Die Situation sei absurd. „Viele Praxen wollen bestellen und können nicht, weil die Finanzierung nicht gesichert ist oder die Industrie bis auf einen Anbieter immer noch nicht liefern kann.“ Ärzte haben Anrecht auf Erstattung in voller Höhe „Wir wollen die Vorteile der Digitalisierung für die Patientenversorgung nutzen, doch dafür müssen alle Beteiligten auch die Gesetze einhalten“, forderte Hofmeister. Er stellte klar, dass die Krankenkassen gesetzlich verpflichtet sind, die Kosten für die Anbindung der Praxen an die TI in voller Höhe zu übernehmen. „Jeder Arzt und jeder Psychotherapeut hat das Recht auf eine kostendeckende Erstausstattung. Das fordern wir ein“, betonte er und sagte: „Wir werden darüber auch mit der Politik sprechen.“ Das Bundesministerium für Gesundheit hat die Rechtsaufsicht gegenüber dem GKV-Spitzenverband. © istock.com/olm26250
„Die KBV und die Kassenärztlichen Vereinigungen lassen nicht zu, dass die Praxen am Ende auf den Kosten für die Anbindung an die Telematikinfrastruktur sitzen bleiben“, betonte Hofmeister. Hintergrund des Konflikts ist die Erstausstattungspauschale ab dem dritten Quartal, die von jetzt 2.344,98 Euro auf 1.155 Euro sinken soll. Die Pauschalen waren vor einem Jahr in der Erwartung vereinbart worden, dass die Preise für Konnektor und Kartenterminal aufgrund der Marktentwicklung fallen würden. Anderenfalls, so war es zwischen KBV und Krankenkassen vereinbart worden, werde nachverhandelt. Die KBV hat erneut das Bundesschiedsamt angerufen, welches wahrscheinlich erst im Juni tagen wird. Empfehlung für Praxen „Bis nicht klar ist, dass die Krankenkassen die Ausstattung der Praxen mit der nötigen Technik auch im dritten Quartal in voller Höhe finanzieren, können wir den Ärzten und Psychotherapeuten nicht empfehlen, die notwendigen Komponenten zu bestellen“, stellte Hofmeister klar. Entscheidend für die Erstattungshöhe ist nicht der Zeitpunkt der Bestellung, sondern ab wann die Praxis an die TI angeschlossen ist und das Versichertenstammdatenmanagement durchführen kann. Erfolgt der Datenabgleich beim Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte zum Beispiel erstmals am 10. Juli, erhält die Praxis die Pauschale für das dritte Quartal, auch wenn die Bestellung schon früher erfolgt ist. KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel kritisierte die Blockadehaltung der Kran6 | 2018
Die KVSH wird Sie umgehend informieren, sobald die Sachlage geklärt ist. Service-Hinweis: Neue Broschüre zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur Die Broschüre „Telematikinfrastruktur“ aus der Reihe PraxisWissen der KBV bietet auf 24 Seiten grundlegende Informationen zum Anschluss der Praxis an die Telematikinfrastruktur, zur benötigten technischen Ausstattung und zur Finanzierung. Tipps zur Umsetzung, kurze Checklisten – beispielsweise wie Ärzte und Psychotherapeuten die Installation in ihrer Praxis vorbereiten können – sowie Hinweise auf weitere Informationen und Unterstützungsangebote runden das Angebot ab. Darüber hinaus informiert das Heft zum Versichertenstammdatenmanagement sowie über die nächsten TI-Anwendungen. Das Serviceheft liegt der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblatts bei. Es kann kostenfrei per E-Mail bei der KBV bestellt werden (versand@kbv.de) und steht zudem als Webversion online in der KBV-Mediathek bereit (www.kbv.de/html/praxiswissen.php).
PRAXIS & KV „DIMINI – DIABETES MELLITUS? ICH NICHT!“
Informationen für Gynäkologen, Orthopäden, Kardiologen und Nephrologen Über unser Innovationsfonds-Projekt „ Dimini“ haben wir bereits im Nordlicht 11 und 12/2017 sowie 5/2018 berichtet. Seit Anfang des Jahres nehmen bereits über 160 Hausärzte („ Dimini-Coaching-Ärzte“) und fast 340 Versicherte an Dimini teil. Entsprechend der aktuellen Präsenz der Themen „Zuckersteuer“ und „Diabetes mellitus als Volkskrankheit“ in den Medien ist das patientenseitige Interesse, eine Erkrankung an Diabetes mellitus Typ 2 zu verhindern oder zu verzögern, erfreulich groß.
Warum sollten Sie als Facharzt an Dimini teilnehmen? Übergewicht und bewegungsarmer Lebensstil hat weitreichende Folgen Die drei Hauptkriterien für eine Teilnahme der Versicherten an Dimini, nämlich Übergewicht bzw. erkennbare abdominelle Adipositas, bewegungsarmer Lebensstil oder auch die Familienanamnese, finden sich auch bei Patientinnen und Patienten in Ihrer Praxis wieder. In Facharztpraxen bieten sich somit Gelegenheiten, Versicherte auf ihr individuelles Risiko einer Diabetes-Erkrankung sowie weiterer fachgruppenspezifischer und übergewichtsbedingter Risiken und Folgekrankheiten anzusprechen:  In gynäkologischen Praxen zum Beispiel hinsichtlich Risikoschwangerschaften (Hypertonie, Präeklampsie), Gestationsdiabetes, erhöhte fetale Fehlbildungsrate, Risiken bei der Geburt (erhöhte Sektiorate, Schulterdystokie, atonische Nachblutung) oder auch bei Frauen ohne Kinderwunsch durch Übergewicht, bedingte Harninkontinenz, Hormonstörungen (z. B. Androgenisierung, Amenorrhoe, Hypermenorrhoe, Sterilität) sowie Erhöhung des Risikos für Krebs (z. B. Corpuscarzinom, Mammacarzinom).  In orthopädischen Praxen sind insbesondere die Zusammenhänge und Auswirkungen von Übergewicht auf muskuloskelettale Erkrankungen (z. B. Rücken, Knie) zu erwähnen.  In kardiologischen und nephrologischen Praxen stehen Übergewicht und Bewegungsarmut als Risiko für das Herz-Kreislaufsystem im Vordergrund – insbesondere der Zusammenhang zwischen Übergewicht und Bluthochdruck (Gewichtszunahme um 1 kg bedeutet Anstieg des Blutdruckes um 1 mmHg, Gewichtsreduktion entsprechend Abnahme des Blutdruckes um 1 mmHg), Diabetesentstehung und der daraus resultierende Effekt auf die Arteriosklerose.
subjektiv durch den Arzt als Risikopatient, z. B. erkennbare abdominelle Adipositas, Familienanamnese, bewegungsarmer Lebensstil, eingestuft) Patientinnen und Patienten auf ihre (möglichen) Risiken durch Übergewicht und/oder bewegungsarmen Lebensstil anzusprechen, sie kurz über das Dimini-Projekt zu informieren und mit einem Formularvordruck an einen Dimini-Coaching-Arzt zu vermitteln. Der Patient wird dann beim Coaching-Arzt ausführlich aufgeklärt und kann frei entscheiden, ob er am Programm teilnehmen möchte. Wenn ja, erfährt er hier mit Hilfe des FINDRISK-Tests (FINDRISK-Evaluation 2007: Prof. Dr. Peter E. H. Schwarz, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden) sein individuelles Risiko, in den nächsten zehn Jahren an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken und wird – je nach Risikoscore – weiter über 15 Monate hinsichtlich Ernährung und Bewegung beraten bzw. betreut. Dimini wird extrabudgetär vergütet Für Ihr Gespräch mit den Patienten sowie die Weitervermittlung an einen Dimini-Coaching-Arzt erhalten Sie 9 Euro extrabudgetär (das heißt außerhalb des PZV und unquotiert). Sie rechnen nach erbrachter Leistung einfach die Pseudo-Gebührenordnungsposition 91431 im Rahmen Ihrer Quartalsabrechnung ab. Dimini für die Regelversorgung? Das vom Innovationsfonds geförderte Dimini-Programm ist nicht nur ein Selektivvertrag, sondern eine Studie mit dem Ziel herauszufinden, ob Dimini oder Teile daraus geeignet sind, in die Regelversorgung überführt zu werden. Für aussagekräftige und valide Daten ist daher eine hohe Beteiligung von Ärzten, MFA und Versicherten gefragt. Sie haben mit Dimini die Chance, die Regelversorgung mitzugestalten! Sie haben Interesse und sind noch nicht dabei? Weiter Infos gibt es unter www.kvsh.de  Praxis  Dimini Formulare zur Vermittlung der Patientinnen und Patienten an einen Dimini-Coaching-Arzt gibt es bei der Formularausgabe der KVSH unter Tel. 04551 883 250, Fax 04551 883 209 oder E-Mail: formular@kvsh.de SILKE UTZ, KVSH
Wenig Aufwand für Sie – viel Nutzen für Ihre Patientinnen und Patienten Als Facharzt (Facharzt für Gynäkologie, Facharzt für Orthopädie, Facharzt für Kardiologie, Facharzt für Nephrologie) haben Sie lediglich die Aufgabe, die „richtigen“ (vollendetes 18. Lebensjahr, 20
Das sind die Kreisstellen Ärztliche Selbstverwaltung funktioniert nicht von allein, sondern braucht regionale Vertreter, die den Ärzten und Psychotherapeuten vor Ort schnell und unbürokratisch mit Rat und Tat zur Seite stehen. In Schleswig-Holstein füllen die Kreisstellen diese wichtige Rolle aus. Grund genug für das Nordlicht, den 15 Kreisstellen die Gelegenheit zu geben, sich vorzustellen. Termine
Vorsitzender Raimund Leineweber, Facharzt für Allgemeinmedizin Sandberg 4, 21514 Büchen Tel. 04155 2044 Fax 04155 2020 kreisstelle.lauenburg@kvsh.de
Aktuelle Projekte im Herzogtum Lauenburg Jährliches Sommerfest mit dem Praxisnetz Herzogtum Lauenburg
Kreisstellenvorsitzendenzusammenkünfte  05.09.2018  07.11.2018 Kreisbeiratssitzungen  02.07.2018  24.09.2018  03.12.2018
KREISSTELLE Stellvertreter Dipl. med. Ekkehard Baumgrass, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin in Lauenburg Tel. 04153 81162
Gute Gründe, sich in der Kreisstelle Herzogtum Lauenburg zu engagieren Weitere Beiratsmitglieder Dr. Torsten Bartels, Facharzt für Allgemeinmedizin in Groß Grönau Dr. Ulrich Berghof, Facharzt für Allgemeinmedizin in Mölln Dr. Renata von Breymann, Fachärztin für Allgemeinmedizin in Mölln Dr. Daniel Diekmann, Facharzt für Allgemeinmedizin in Schwarzenbek Dr. Jörg Heinze, Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin in Geesthacht Petra Puls, Fachärztin für Allgemeinmedizin in Ratzeburg
Nur wer mitmacht, kann Dinge gestalten. Die Kreisstelle kümmert sich auch um den ärztlichen Nachwuchs und unternimmt Folgendes: Eigene Besichtigungsfahrten zu den umliegenden Krankenhäusern und Kontakt zu den allgemeinmedizinischen Instituten in SchleswigHolstein und Hamburg
Sekretariat der Kreisstelle Carolin Weidemann Sandberg 4 21514 Büchen Tel. 04155 8232840
KREISSTELLE HERZOGTUM LAUENBURG
Aus der Zulassungsabteilung____________________________________________22 DMP-Änderungen zum 1. April 2018 ______________________________________23 Jugendarbeitsschutzuntersuchungen______________________________________24 Neuer Vertrag: Videosprechstunde in Pflegeheimen_________________________24 Aktuelle Landesverordnung Infektionsprävention (MedIpVO) – Ambulant operierende Praxen haben Mitteilungspflicht gegenüber Gesundheitsämtern____________________________________________________25 DMP Änderungen zum 1. April 2018______________________________________25
Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden im Rahmen des Sonderbedarfes zugelassen. Diese Beschlüsse sind noch nicht bestandskräftig, sodass hiergegen noch Widerspruch eingelegt bzw. Klage erhoben werden kann. Name
Björn Schreier – halbtags –
Folgende Ärzte/Psychotherapeuten wurden ermächtigt bzw. bei folgenden Ärzten haben sich Änderungen ergeben (Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Ermächtigungsverzeichnis auf www.kvsh.de) Name
Afram Daliapo
Kinder- und Jugendmedizin Schwerpunkt Neuropädiatrie
Monique Palm – halbtags – – Sonderbedarf –
DMP-Änderungen zum 1. April 2018 DMP Diabetes Typ 1 Bei der HyPOS-Schulung wurde der Schulungsumfang von 5 auf 10 Unterrichtseinheiten erhöht. Des Weiteren ist die bisher fehlende Vergütung des LINDA-Schulungsmaterials aufgenommen sowie weitere Vergütungen bei den Schulungsmaterialien angepasst worden. DMP Diabetes Typ 2 Bei der Medias2-Schulung entfällt die Altersgrenze „bis zu dem 70. Lebensjahr“. Auch hier ist die Vergütung des LINDASchulungsmaterials aufgenommen sowie weitere Vergütungen bei den Schulungsmaterialien angepasst worden. DMP KHK Zum 1. April 2018 wurde das Modul Herzinsuffizienz im DMP KHK gestrichen. Darüber hinaus wurde die erste allgemeine Schulung zur Diagnose KHK „Kardio-Fit“ in den DMP-Vertrag aufgenommen. Für die SPOG-Schulung ist die bereits umgesetzte Teilnehmervorrausetzung, dass ein Hilfsmittel für die Schulung verordnet und durch die Kassen genehmigt werden muss, in den Vertrag aufgenommen worden. Des Weiteren ergaben sich Anpassungen bei der Vergütung der Schulungsmaterialien beim Behandlungs- und Schulungsprogramm für Patienten mit Hypertonie und beim strukturierten Hypertonie Behandlungs- und Schulungsprogramm HBSP. EU-DSGVO Zum 25. Mai 2018 tritt die EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) in Kraft. Damit mussten alle Teilnahme- und Einwilligungserklärungen (TE/EWE) im DMP überarbeitet und durch neue ersetzt werden. Bis zum 30. Juni 2018 können Sie die bisher gültigen TE/EWE noch aufbrauchen. Wer bereits neue TE/EWE bestellt, kann diese auch ab dem 25. Mai 2018 einsetzen. Sämtliche Neuerungen gelten für alle Krankenkassen. Für die Mitglieder der Gruppe A der Postbeamtenkrankenkasse und der SVLFG gelten ebenfalls diese Neuerungen, außer die Einschreibung und Dokumentation. Diese können hier nicht abgerechnet werden. Sie finden die aktuellen DMP-Verträge und versendeten Newsletter auf der Homepage www.kvsh.de
Jugendarbeitsschutzuntersuchungen Zum 1. Juli 2018 hat die KVSH gemeinsam mit der Staatlichen Arbeitsschutzbehörde bei der Unfallkasse Nord eine Änderung des Vertrages über die Abrechnung der Jugendarbeitsschutzuntersuchungen nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) abgeschlossen. Die Abrechnung wird umgestellt, sodass in Zukunft der bisher notwendige Versand der Untersuchungsberechtigungsscheine an die KVSH entfällt. Eine Umsetzung der Änderungen findet erstmalig mit der Quartalsabrechnung 4/2018 statt. Die Erst- und Nachuntersuchungen werden über die neuen Abrechnungsziffern 99260A-99260D abgerechnet und weiterhin mit 23,31 Euro vergütet. Für etwaige Ergänzungsuntersuchungen gilt die neue Abrechnungsziffer 99260E ohne festen Wert. Bei diesen Ergänzungsuntersuchungen nach Paragraf 38 JArbSchG ist zusätzlich zur GOP 99260E das errechnete Honorar – einfacher Satz GOÄ – als Cent-Betrag (Sachkosten in Cent – Feldkennung 5012) mit Angabe der entsprechenden GOÄ Ziffern (Sachkosten-Bezeichnung – Feldkennung 5011) einzutragen. Wir bitten darum, Altfälle spätestens mit der Quartalsabrechnung für 3/2018 einzureichen. Sollten Sie ab 4/2018 noch Altfälle (Untersuchungstag bis 30. September 2018) abrechnen wollen, senden Sie bitte den Untersuchungsberechtigungsschein im Original an die KVSH. Eine Abrechnung findet dann gesondert nicht über die Quartalsabrechnung statt. Hinweis: Bitte beachten Sie die Vorgaben Ihres Systemhauses und die gesetzlichen Vorschriften zu Aufbewahrungsfristen von Patientenunterlagen (10 Jahre). Folgende GOP sind im Rahmen des Vertrages abzurechnen: Untersuchung/Leistung
Erstuntersuchung (§ 32 JArbSchG) 1 x je Behandlungsfall
Erste Nachuntersuchung (§ 33 JArbSchG) 1 x je Behandlungsfall
99260B
Weitere Nachuntersuchung (§ 34 JArbSchG) 1 x je Behandlungsfall
99260C
Außerordentliche Nachuntersuchung (§ 35 JArbSchG) 1 x je Behandlungsfall
Ergänzungsuntersuchung (§ 38 JArbSchG) nach Bedarf/nach Notwendigkeit
99260E
Vergütung nach GOÄ*)
*) Die Abrechnung erfolgt nach den Bestimmungen der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) in der aktuellen Fassung als Einzelleistung. Die Einzelleistungen werden mit dem im Abrechnungsquartal gültigen Punktwert nach einfachem Satz vergütet. Die gleichzeitige Abrechnung der Leistungen zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung ist ausgeschlossen.
Die Vertragsunterlagen sowie weitere Unterlagen und Informationen zu diesem Vertrag finden Sie im Downloadcenter auf der Homepage der KVSH. Bei Bedarf können die Unterlagen auch per Post angefordert werden.
Neuer Vertrag: Videosprechstunde in Pflegeheimen Zum 1. April 2018 hat die KVSH mit der AOK NordWest einen neuen Vertrag nach Paragraf 140a SGB V zur Etablierung von Videosprechstunden mittels elVi® abgeschlossen. Der Vertrag dient zur Förderung der kooperativen und koordinierten ärztlichen und pflegerischen Versorgung in stationären Pflegeheimen. Ziel ist es, zum Wohle der Pflegeheimbewohner unnötige Wege zu vermeiden, medikamentöse Wechselwirkungen zu verhindern und die zur Verfügung stehenden Ressourcen ärztlicher Behandlungszeiten möglichst effektiv einzusetzen. Als erstes Praxisnetz hat das Praxisnetz Herzogtum Lauenburg eine Kooperationserklärung unterzeichnet. Neben den Praxisnetzen müssen auch Pflegeheime ihre Kooperation erklären. An dem Vertrag können Hausärzte sowie Fachärzte teilnehmen, die in einem kooperierenden Praxisnetz tätig sind. Hausärzte müssen zusätzlich einen Pflegeheimvertrag nach Paragraf 119b SGB V mit einem kooperierenden Pflegeheim abgeschlossen haben. Fachärzte müssen berechtigt sein, die GOP 01439 und 01450 EBM abzurechnen. Die Vergütung beträgt je durchgeführter Videosprechstunde (99203A) 15 Euro. Zusätzlich kann der Arzt indikationsabhängig eine Technikpauschale (99203B ) in Höhe von 5 Euro je durchgeführter Videosprechstunde erhalten. Die Abrechnungsziffern sind noch nicht in der Praxissoftware eingepflegt. Bitte fügen Sie für die Abrechnung die Ziffern manuell in Ihre Praxissoftware ein. Bei einem der nächsten Updates werden die Ziffern in das System eingespielt. Die Vertragsunterlagen sowie die Teilnahmeerklärung für Patienten und Ärzte finden Sie im Downloadcenter auf der Homepage der KVSH. Bei Bedarf können die Unterlagen auch per Post angefordert werden. 24
Aktuelle Landesverordnung Infektionsprävention (MedIpVO) – Ambulant operierende Praxen haben Mitteilungspflicht gegenüber Gesundheitsämtern Ambulant operierende Einrichtungen sind aufgrund der Anpassung der MedIpVO verpflichtet, jährlich bis jeweils 31. März, ihr komplettes OP-Spektrum an ihr zuständiges Gesundheitsamt zu melden. Dabei sind ambulante und privatärztliche Leistungen zu berücksichtigen (wir berichteten im Nordlicht Nr. 4/2017). Welche Praxen gelten als „ambulant operierende Einrichtung“? Die Definition für die in der MedIpVO genannten „ambulant operierenden Einrichtungen“ ist bisher unscharf. Hier strebt das zuständige Ministerium eine bundesweit einheitliche Regelung an. Bis zum Vorliegen einer bundesgesetzlichen Risikobewertung ist als Grundlage für die Definition von ambulant operierenden Einrichtungen die des Landes Bayern heranzuziehen: www.lgl.bayern.de (Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit). Suchbegriff: Liste operative Tätigkeiten Wozu die Meldung des OP-Spektrums an die Gesundheitsämter? Zum Prozess der Meldung an die jeweiligen Gesundheitsämter heißt es in der Begründung zur MedIpVO: „Der neu eingefügte Absatz 4 regelt die schriftliche Information des Gesundheitsamtes über Art und Umfang der ambulant durchgeführten Operationen durch die jeweilige Einrichtung. Die Information dient als Entscheidungsgrundlage für die Aufgabenerfüllung im Bereich der infektionshygienischen Überwachung.“ In welcher Form die Information schriftlich erfolgt, ist nicht geregelt. Bezüglich der Meldung sollten sich diejenigen Praxen, die nach der oben genannten Definition ambulant operierende Praxen sind, mit dem örtlich zuständigen Gesundheitsamt (Kreisgesundheitsamt) in Verbindung setzen. Die geforderte Risikobewertung der Einrichtung zur Ausstattung mit Hygienefachpersonal ist von der Regelung unberührt. Welches Hygienefachpersonal ist gefordert? Ambulant operierende Einrichtungen müssen  die Beratung durch eine Hygienefachkraft (Fachweiterbildung Pflege) sicherstellen, und  über einen hygienebeauftragten Arzt und  über eine Hygienebeauftragte beim medizinischen Assistenzpersonal verfügen. Alle Mitarbeiter müssen gemäß Neufassung MedIpVO 2017, Paragraf 9, regelmäßig, mindestens zweijährig an Fortbildungsveranstaltungen durch Hygienefachpersonal teilnehmen. Die Fortbildungen sind auf die Umsetzung der KRINKOEmpfehlungen auszurichten. Die Beratung durch einen Krankenhaushygieniker muss im Zusammenhang mit geplanten Baumaßnahmen erfolgen (Paragraf 2 Absatz 7 MedIpVO). Informationen zur MedIpVO im Internet Die Verordnung einschließlich der Begründung und ergänzenden Dokumenten sind öffentlich zugänglich im Internetauftritt der Landesregierung unter: www.schleswig-holstein.de Suchbegriffe: Infektionsschutz/Infektions- und Krankenhaushygiene Auch eine tabellarische Übersicht zum geforderten Hygienefachpersonal in Praxen bis Ende 2019 steht dort zur Verfügung: Suchbegriff: Merkblatt für ambulante Einrichtungen
Verordnungsverträge für das Jahr 2018 unterzeichnet Zum 1. Januar 2018 treten die Arznei-/Heilmittelvereinbarungen 2018, Zielvereinbarungen für Arznei-/Heilmittel 2018 und die MRG-Vereinbarungen Arznei- und Heilmittel 2018 in Kraft. Die einzelnen Vereinbarungen sind unter www.kvsh.de  Praxis  Verträge zu finden. Gedruckte Exemplare können telefonisch bestellt werden, Tel. 04551 883 362 oder Tel. 04551 883 931.
Versorgung von akut traumatisierten Menschen
Die psychosoziale Notfallversorgung von Menschen im akuten Notfall am Ort des Geschehens und deren Nachsorge ist seit den Anschlägen in München (Olympia Einkaufszentrum) und Berlin (Weihnachtsmarkt Breitscheidplatz) deutlich mehr ins Blickfeld von Politik und Öffentlichkeit gerückt. Unabhängig davon gibt es in SchleswigHolstein schon seit längerer Zeit eine gut organisierte Struktur der psychosozialen Notfallversorgung (PSNV). Und auch die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) ist systematisch in die zeitnahe Nachsorge von akut traumatisierten Menschen eingebunden.
Psychosoziale Notfallversorgung Die seelische erste Hilfe bzw. psychosoziale Erstversorgung von Menschen im akuten Notfall, meist am Ort des Geschehens – des Unfalls, des Schadensereignisses oder der Gewalttat – obliegt in Schleswig-Holstein Einsatzkräften der psychosozialen Notfallversorgung (PSNV). Dies sind besonders ausgebildete Mitarbeiter der im Rettungsdienst tätigen Organisationen, der Feuerwehr, der Landes- und Bundespolizei, der Kirchen und des Havariekommandos. Einsätze von PSNV-Kräften können in jedem Landkreis 26
Schleswig-Holsteins Tag und Nacht erbracht werden. Selbst für größere Schadensereignisse ist man geschult. Seit 2010 bietet die KVSH diesen Einsatzkräften die Möglichkeit, im Bedarfsfall für ein Opfer von Gewalt, eines Unfalls oder einer Katastrophe zeitnah eine Aufnahme bei einem niedergelassenen Psychotherapeuten herbeizuführen. Damit war es der KVSH gelungen, erstmals Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein systematisch und organisiert in die zeitnahe Nachsorge von akut traumatisierten Menschen einzubinden. AKTUELL
Lob für den Dienst Die Einsatzkräfte der PSNV, das Innenministerium des Landes und auch die KVSH sind den teilnehmenden Psychotherapeuten außerordentlich dankbar, dass sie für den Dienst zur Verfügung stehen. Auch wenn der Bedarf – das zeigen die Erfahrungen der letzten Jahre – in Schleswig-Holstein glücklicherweise nicht hoch war. Es ist allen Akteuren sehr wichtig, im Bedarfsfall zeitnah an einen Psychotherapeuten verweisen zu können. So müssen die teilnehmenden Psychotherapeuten immer wieder darauf hingewiesen werden, dass, weil sie unter Umständen innerhalb eines längeren Zeitraumes nicht ein einziges Mal Kontakt mit der Leitstelle der KVSH gehabt hatten, das nicht bedeutet, dass dieser besondere Dienst der KVSH eingestellt wurde. Ganz im Gegenteil: Dieser Dient muss noch weiter ausgebaut werden. Von Beginn an war die Verteilung der teilnehmenden Psychotherapeuten über das Land Schleswig-Holstein ungleichmäßig. Nach wie vor gibt es einige sogenannte „weiße Flecken“. Das heißt, in manchen Landkreisen ist die KVSH leider noch nicht in der Lage, für ein Opfer von Gewalt, Beteiligten eines Unfalls oder einer Katastrophe zeitnah einen Termin bei einem Psychotherapeuten für eine Krisenintervention und Behandlung zu vermitteln. Andererseits müssen stets auch die neuzugelassenen Vertragspsychotherapeuten angesprochen werden, hieran teilzunehmen. Dies ist gerade dann besonders wichtig, wenn ein am Dienst teilnehmender Psychotherapeut aus Altersgründen seine Praxis aufgibt. Hier wäre es schön, wenn die Nachfolgerin oder der Nachfolger sich ebenfalls bereit erklärt, im akuten Notfall zeitnah zur Verfügung zu stehen. Zeitnah ein Opfer in der Praxis aufnehmen Dabei geht es niemals um einen Einsatz vor Ort – in der ersten Reihe des Geschehens. Es geht lediglich darum, Psychotherapeuten (Psychologische Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, ärztliche Psychotherapeuten) nachfolgend, wenn es um die frühzeitige Diagnostik, Krisenintervention
und psychotherapeutische Behandlung von Opfern und Beteiligten geht, zum Einsatz kommen zu lassen. Und die Teilnahme verpflichtet zu nichts! Wer absolut keine freien Kapazitäten für einen akuten Notfall hat, der darf das selbstverständlich der Leitstelle der KVSH bei einer Anfrage mitteilen. Die Mitarbeiter würden dann anderweitig suchen. Auch gibt es keinerlei vertragliche Verpflichtung, die bestimmt, wann genau dem Opfer ein Gespräch angeboten werden muss. Aber, uns allen ist doch deutlich, es sollte schnell gehen. Keine Praxis wird durch die Teilnahme am Dienst überrannt werden. Und die Mitarbeiter der Leitstelle der KVSH prüfen sehr genau, ob es sich tatsächlich um einen akuten Notfall handelt. Auch kann nicht einfach jeder diese Möglichkeit in Anspruch nehmen. Diesen Dienst erreichen nur Einsatzkräfte der PSNV über eine extra geschaltete, nicht-öffentliche Telefonnummer. Schon aufgrund dessen ist in den letzten Jahren immer gewährleistet gewesen, dass es sich tatsächlich um einen akuten seelischen Notfall handelte. Bitte prüfen Sie! Abschließend möchte ich alle Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die noch nicht an dem Dienst teilnehmen, bitten, es sich einmal zu überlegen. Sollten die obigen kurzen Ausführungen Ihr Interesse geweckt haben, dann melden Sie sich bitte bei Nadine Liebau, KVSH, Tel. 04551 883 579 oder senden Sie einfach ein Fax 04551 883 569 mit der Bitte um weitere Informationen und Unterlagen. Sie erhalten dann per Post detaillierte Erläuterungen zum Dienst – unter anderem zum Bedarfsfall, zur Frage, was gehört nicht dazu, zum genauen Ablauf sowie eine Teilnahmeerklärung. DIPL.-PSYCH. HEIKO BORCHERS, VORSTANDSBEAUFTRAGTER FÜR DEN PSYCHOTHERAPEUTISCHEN NOTDIENST
PRAXIS & KV NEUES AUS KVEN UND KBV
Online-Sprechstunde im Südwesten
Zusätzliche Arztsitze in Berlin
Stuttgart – Die KV Baden-Württemberg hat mit „docdirekt“ ein neues Telemedizinprojekt gestartet. Versicherte der Gesetzlichen Krankenkassen aus den Modellregionen Stuttgart und Tuttlingen können sich dazu seit dem 16. April 2018 telemedizinisch beraten und behandeln lassen. Niedergelassene Ärzte stehen von Montag bis Freitag zwischen 9 und 19 Uhr für die telemedizinische Beratung der akut erkrankten Patienten zur Verfügung. Diese können sich melden, wenn sie ihren eigenen Haus- oder Facharzt nicht erreichen. Für Dr. Norbert Metke, Vorstandsvorsitzender der KVBW, ist docdirekt ein wegweisendes Projekt: „Mit ‚docdirekt’ gehen wir neue Wege in der Patientenversorgung. Online-Sprechstunden sind seit vielen Jahren in anderen Ländern längst etabliert, nur Deutschland hinkt hier weit hinterher.”
Berlin – In fünf Berliner Bezirken wird es acht zusätzliche Zulassungen für Kinder- und Jugendärzte sowie zwei Zulassungen für Kinder- und Jugendpsychiater geben. Das teilte die KV Berlin mit. Im Bezirk Neukölln werden drei neue Vertragsarztsitze geschaffen, Reinickendorf erhält zwei neue Sitze, die Bezirke Marzahn-Hellersdorf, Spandau und Treptow-Köpenick jeweils einen. Zusätzlich wurde den Bezirken Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick je eine Zulassung für Kinder- und Jugendpsychiater zugesprochen. „Auch wenn die Versorgung für Kinder und Jugendliche im gesamten Berliner Versorgungsbereich auf einem hohen Niveau ist, haben wir in einigen Bezirken Engpässe festgestellt, die sich zum Beispiel auf hohe Geburtenraten oder die soziale Situation zurückführen lassen. Umso mehr freuen wir uns, dass wir uns im nächsten Schritt gemeinsam auf die Bezirke einigen konnten, in denen zusätzliche Zulassungen für Entlastung sorgen werden“, teilen die KV Berlin und die Kranken- und Ersatzkassen und deren Verbände mit. Voraussetzung ist, dass der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen den lokalen Versorgungsbedarf feststellt, aber alle Beteiligten sind optimistisch, dass das Gremium den Vorschlägen von KV Berlin und Kranken- und Ersatzkassen und deren Verbänden folgen wird.
„Arztruf Hamburg“ gestartet Hamburg – Die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVH) hat am 1. Mai 2018 mit dem „Arztruf Hamburg“ ein neues Bereitschaftsdienst- und Service-Konzept gestartet. Er soll den Menschen in Hamburg über die bundeseinheitliche Telefonnummer 116117 zu jeder Tages- und Nachtzeit schnelle ambulante ärztliche Hilfe bieten. Dazu wurde das bisherige Notdienst-Konzept zeitlich ausgeweitet und um weitere Angebote ergänzt. „Menschen nehmen heute medizinische Leistungen anders in Anspruch als früher. Sie wollen schnelle Hilfe, wenn sie ein Problem haben – und das auch am Abend, an Feiertagen oder am Wochenende. Die Reform unseres Bereitschaftsdienstes setzt genau dort an. Mit dem ‚Arztruf Hamburg’ wollen wir den Patienten dort abholen, wo er sich befindet. Von zuhause aus kann er zu jeder Tages- und Nachtzeit – wenn es nottut – direkt am Telefon von einem Arzt beraten werden – und dann auf der Versorgungsebene behandelt werden, die für ihn die Richtige ist“, sagte Walter Plassmann, Vorstandsvorsitzender der KVH. Der „Arztruf Hamburg“ bietet folgendes Leistungsportfolio:  Telefonische Beratung durch einen Arzt  Hausbesuch durch den fahrenden Notfalldienst  Behandlung in einer der Notfallpraxen der KVH  Gegebenenfalls Vermittlung eines Termins bei einem Arzt  Gegebenenfalls sofortige Weiterleitung an den Rettungsdienst
Mehr Förderplätze für Famulaturen in Bayern München – Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) hat die Anzahl der Förderplätze in bayerischen Haus- oder Facharztpraxen auf dem Land erhöht. Statt wie bisher 70 werden im anstehenden Sommersemester 105 Förderplätze ausgeschrieben – dies entspricht 15 Plätzen pro Regierungsbezirk. Im Förderprogramm „FamuLAND“ können Medizinstudenten eine Förderung in Höhe von 500 Euro erhalten, wenn sie ihre Famulatur in einer bayerischen Haus- oder Facharztpraxis auf dem Land absolvieren. Voraussetzung ist, dass die Kommune, in der die gastgebende Praxis ansässig ist, eine bestimmte Einwohnerzahl nicht überschreitet. Bei einer Famulatur in einer Hausarztpraxis liegt diese Grenze bei höchstens 20.000 Einwohnern, bei einer Famulatur in einer Facharztpraxis bei 40.000 Einwohnern. Weitere finanzielle Zuschläge von bis zu 200 Euro gibt es für den Famulus, wenn sich die Praxis in einem Gebiet befindet, in welchem die jeweilige Fachgruppe von einer ärztlichen Unterversorgung bedroht oder bereits betroffen ist. Ist der Praxisstandort mehr als 60 Fahrtkilometer vom nächsten Universitätsstandort für Humanmedizin entfernt, gibt es zudem einen Entfernungszuschlag von 150 Euro. Die Gesamtförderung kann sich also auf maximal 850 Euro addieren. AKTUELL
Jedes Jahr lassen sich rund 120 Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein nieder. Ob Hausarzt oder Facharzt, ob in der eigenen Praxis, in einer Kooperation oder angestellt, ob in der Stadt oder auf dem Land: Sie alle nutzen die vielfältigen Möglichkeiten, um als niedergelassener Arzt zu arbeiten. Wer sind diese Ärzte und Psychotherapeuten? Welche Motivation bringen sie mit? Welches Berufsverständnis haben sie?
NAME: Priv.-Doz. Dr. Thomas Kötter, Master of Public Health (MPH) GEBURTSDATUM: 26.04.1980 GEBURTSORT: Herten FAMILIE:	verheiratet FACHRICHTUNG: Allgemeinmedizin SITZ DER PRAXIS: Kronsforder Allee 17 in 23560 Lübeck NIEDERLASSUNGSFORM:	Job-Sharing in einer Gemeinschaftspraxis Neu niedergelassen seit dem 1. Januar 2018
1.	Warum haben Sie sich für die Niederlassung entschieden? Es war der logische nächste Schritt. Ich war fast zwei Jahre als Entlastungsassistent in der Praxis angestellt, in der ich nun Partner geworden bin. Obwohl sich an meinem Aufgabengebiet dadurch nicht viel geändert hat, war es ab Tag 1 der Niederlassung ein komplett anderes, (noch) besseres Gefühl. 2.	Was ist das Schönste an Ihrem Beruf? Die Dankbarkeit, die ich für meine Arbeit erfahre. 3.	Welchen Tipp würden Sie Kollegen geben, die sich ebenfalls niederlassen wollen? Einfach machen! 4.	Welchen berühmten Menschen würden Sie gern treffen und was würden Sie ihn fragen? Eckart von Hirschhausen. Von seinen Formulierungen rund um Gesundheit und Krankheit können wir uns alle eine Scheibe für den Praxisalltag abschneiden. 5.	Was ist Ihr persönliches Rezept für Entspannung? Ich kann Stress besonders gut durch Bewegung abbauen. Laufen, Klettern, Aktivurlaub – dabei finde ich meine innere Mitte wieder. Musik machen und hören spielt dafür bei mir auch eine wichtige Rolle. Seit neuestem probiere ich es auch ab und zu mit Meditation. 6.	Was ist Ihr Lieblingsbuch? Ich lese gern und so unterschiedliche Bücher, dass ich nicht das eine Lieblingsbuch benennen kann. Herausragend finde ich „Die Stadt der träumenden Bücher“ von Walter Moers. 7.	Warum ist Schleswig-Holstein das ideale Land, um sich als Arzt niederzulassen? Schleswig-Holstein ist ein wunderschönes Land, in dem nette, bodenständige Menschen leben. In Lübeck habe ich mich sofort wohlgefühlt, als ich vor 17,5 Jahren hierher kam. 8.	Wenn ich nicht Arzt geworden wäre, dann wäre ich … Jazzmusiker
Patienten helfen Patienten Dr. Susanne Nolof hat beim „ Erfolgs-Rezept Praxis-Preis 2017“ einen der beiden ersten Plätze belegt. Die Internistin und Rheumatologin und ihr Team aus der Praxis am Hogenkamp in Elmshorn überzeugten mit einem innovativen Patenschaftsmodell, das Patienten dabei hilft, ihre Erkrankung gemeinsam besser zu meistern.
Die Grundidee des Gewinnerprojekts ist so einfach wie genial. Wer ist neben dem behandelnden Arzt der beste moralische und praktische Unterstützer für schwer an Rheuma erkrankte Patienten? Natürlich ein anderer Patient, der ebenfalls an dieser Erkrankung leidet und aus Erfahrung und durch Ausprobieren gelernt hat, positiv mit ihr umzugehen und das Beste daraus zu machen. „Viele meiner Patienten müssen nach der Diagnose sehr viel Neues verdauen. Sie erleben dabei eine emotionale Berg- und Talfahrt“, erläutert Dr. Susanne Nolof das Problem. Die Therapie muss nicht nur ständig überwacht werden, auch die körperlichen Folgen der Erkrankung und die damit verbundenen Einschränkungen sind weitreichend. „Ich habe viele Patienten in meiner Praxis, die die Kurve kriegen und wieder eine gute Lebensqualität erreichen“, erklärt die Rheumatologin. „Es gibt außerdem viele Patienten, die von ihrem Rheuma gar nichts mehr bemerken und nur noch dauerhaft Medikamente einnehmen müssen.“ Wie und mit welchen Mitteln sie das geschafft haben, sollen die „alten Hasen“ neu Erkrankten berichten und ihnen so Mut machen. 30
Patienten als Paten Nolof setzt dieses Paten-Projekt gemeinsam mit ihren beiden rheumatologischen Fachassistentinnen Brigitte Meseck und Birgit Möller bereits seit vielen Jahren erfolgreich um. Der potenzielle Pate kommt dazu zunächst auf eine Patenliste. Der neue Patient bekommt dann bei Bedarf die Kontaktdaten des „alten Hasen“ und kann per Telefon den ersten Kontakt herstellen. Beide Seiten können danach für sich entscheiden, ob die „Chemie stimmt“ und ob der Kontakt weiter gehen soll. In jedem Fall gilt zum persönlichen Schutz die in der Praxis vorab schriftlich dokumentierte Schweigepflicht. „Als Rheumatologin habe ich ein sehr großes Einzugsgebiet zu versorgen. Ich weiß, wer zwischenmenschlich und räumlich zueinander passen und ein Pärchen bilden könnte“, so Nolof. Profile schaffen Orientierung Den Rest klärt die Rheumatologin mit einem kurzen Blick in ihre Praxis-EDV. Dort sind genaue Patientenprofile angelegt. Sie sind AKTUELL
DIE MENSCHEN IM LAND nach rheumatologischen Krankheitsbildern (z. B. Lupus) geordnet, aber auch ob jemand eine Infrarot-Kabine besitzt oder mit speziellen Therapien (z. B. Radonstollentherapie) oder Selbsthilfegruppen in seiner Region Erfahrungen gemacht hat. Hat ein Patient in einem Bereich Informationsbedarf, bekommt er einen Kontakt an die Hand. Das Paten-Projekt hat sich in den Jahren so ständig weiterentwickelt und funktioniert sehr präzise, fast maßgeschneidert. Es haben sich bereits viele Fahr- und Gerätegemeinschaften, aber auch Freundschaften zwischen Patienten entwickelt. „Davon profitieren am Ende beide Seiten, aber auch mir als betreuender Ärztin hilft es. Die Patenschaften verbessern nämlich die Compliance der Neu-Patienten und entlasten so die Praxis“, resümiert Nolof. Das Patenschaftsmodell lässt sich mit wenig Aufwand umsetzen und ist prinzipiell auch für die Betreuung anderer chronisch Kranker geeignet. JAKOB WILDER, KVSH
Der „Erfolgs-Rezept Praxis-Preis“ Mit dem seit 2011 jährlich ausgeschriebenen Praxis-Preis würdigen Springer Medizin/Ärzte Zeitung und UCB Innere Medizin Konzepte, die helfen, den Praxis-Alltag effizient zu gestalten oder die Versorgung der Patienten zu verbessern. Es gewinnt derjenige, der die Jury und Leser davon überzeugen kann, den Versorgungsalltag nachhaltig zu verbessern. Die Leser konnten ihren Favoriten unter zehn ausgewählten Kandidaten auswählen und dazu online ihre Stimme abgeben. Ausgezeichnet werden die drei besten Projekte. Neben Dr. Susanne Nolof gewann der Pädiater Dr. Wolfgang Landendörfer aus Nürnberg einen ersten Preis für die Entwicklung des telemedizinischen Konsiliararzt-Systems PädExpert®. Er erhielt exakt die gleiche Stimmenzahl wie Nolof. Zu gewinnen gab es einen dreitägigen MFA-Ausbildungslehrgang mit Abschluss „Geprüfte Assistenz für Versorgung und Prävention“. Der passte aber für die Bedürfnisse einer rheumatologischen Praxis nicht. Dr. Susanne Nolof bekam deshalb als Ersatz zwei Fachbücher und die Auswertung der diesjährigen Mitarbeiter-, Zuweiser- und Patienten-Befragung zum praxisinternen Qualitätsmanagement im Wert von etwa 1.000 Euro.
Auch der zweite Platz des Praxis-Preises ging nach Schleswig-Holstein: Dr. Jörg Sandmann, Hausarzt und Urologe aus Travemünde, entwickelte ein strukturiertes Notfallprotokoll für die Hausarztpraxis.
Hausärztliche Notfallpatienten „ Travemünder Notfallprotokoll“ bietet strukturierte Dokumentation.
Unser Ziel war es, ein Protokoll zu entwickeln, das hilft, die Übergabequalität von hausärztlichen Notfallpatienten bei der Einweisung in die Klinik zu verbessern. Es sollte eine Mischung aus Handlungsanweisung und Dokumentation sein und sich dabei möglichst auf das passive Abrufen von Daten und Handlungen stützen.
In unseren beiden Praxen in Travemünde haben wir relativ viele notfallmäßige Einweisungen durch den Rettungsdienst. Wir hatten zwar schon früher damit begonnen, Patienten immer mit einem Arztbrief an die Kliniken zu übergeben, weil uns die Übergabe mit Einweisungsschein zu rudimentär erschien. Doch das gängige DIVI-Notarzteinsatzprotokoll konnte die Lücke nicht wirklich füllen. Hier ist der Schwerpunkt traumatologisch. Es fehlen aber viele Daten, die gerade für ältere Patienten wichtig sind. Deshalb nahmen wir die ABCDE-Regeln des ATLS-Schemas als Basis, ergänzten es um einen Therapieteil und fügten außerdem einen Übergabeteil hinzu. Der Leitsatz „treat first, what kills first“ ist Standard für Notfallmediziner und tägliche Praxis. Der Sinn von Standards und 31
manchmal auch drillmäßiger Abarbeitung wird immer weniger bezweifelt, wenn unter erschwerten Bedingungen gearbeitet wird. Der Notfallpatient in der Praxis ist auch eine Ausnahmesituation, die leichter mit Standards bewältigt werden kann, wo immer gleiche Abläufe Sicherheit schaffen. Praktischer Ansatz Der Bogen gliedert sich in einen Diagnostikteil, der nach dem ABCDE-Schema aufgebaut ist. Auf der linken Seite finden sich die Normalbefunde, auf der rechten die pathologischen. Er wird von oben nach unten abgearbeitet. Beim häuslichen Sturz mit Oberschenkelfraktur ist man häufig symptomorientiert, übersieht dann aber leicht Befunde, wie zum Beispiel die nicht offensichtliche Schädelfraktur. Aber auch nicht klassische Auffälligkeiten, wie psychische Auffälligkeiten oder neurologische Veränderungen, die in diesem Fall die Einweisung begründen, können angegeben werden, um dem Nachbehandler die Einweisung zu erläutern und den Zielauftrag plausibler zu machen. Das ist gerade bei geriatrischen Patienten wichtig, wo plötzliche Aggressivität oder starke Einschränkungen der Merkfähigkeit den Verdacht auf einen Insult nahelegen, sich der Klinik aber nicht erschließen, weil sie den Normalzustand des alten Patienten nicht kennt. So können Missverständnisse und Rückverlegungen ohne Diagnostik vermieden werden. Der Einsatz in der täglichen Arbeit begann. Wir füllten das Protokoll bei jedem Patienten aus, der mit dem Rettungsdienst in Berührung kam. Jede fehlende Information wurde auf Relevanz überprüft und ergänzt. Es sind ja immer die Kleinigkeiten, die wenn sie vergessen werden, viel Ärger machen. Die fehlende Information der Angehörigen oder des Pflegedienstes über die Einlieferung eines Patienten schaffen Sorgen oder hinterlassen sogar eine aufgebrochene Tür, weil der abendliche Pflegedienst nachschauen wollte, was los ist. So finden wir nun Ankreuzfelder für Informationen wie z. B. „Arbeitsunfall“, „Betreuung“, „palliativ“ und „Thrombozytenaggregationshemmer“. Um wichtige Telefonnummern immer zur Hand zu haben, stehen diese im
Adressteil des Patienten, immer ergänzt durch die relevanten Kontakte der beteiligten Kliniken. Zur schnelleren Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft muss der Arzt außerdem nur die verbrauchten Materialien auf unserem Notfallprotokoll ankreuzen, um dem Personal weniger Arbeit zu machen und Fehlbestände zu vermeiden. Nutzung und Weiterentwicklung In unseren Praxen haben wir das Protokoll in das Arztinformationssystem als Makro eingebettet, sodass sich die diagnostischen Schritte nacheinander abarbeiten lassen. Auch die notwendigen Formulare können nacheinander ausgefüllt und ausgedruckt werden. So stellen wir sicher, dass jeder Patient zum Einweisungs- und Transportschein auch den Anamnesebogen, die Krankengeschichte, die Blutbefunde und den Medikamentenplan mitbekommt. Im Moment arbeiten wir an der besseren Integration des Notfallprotokolls in das Arztinformationssystem. Wir würden gern noch mehr noch Erinnerungsund Abfragefunktionen einbauen, die erhobenen Befunde in mögliche Therapieoptionen einfließen lassen, aber leider ist die IT noch weit davon entfernt, dem Arzt fließend zuzuarbeiten. Wir haben deshalb unsere Fühler ausgestreckt und wollen gemeinsam mit Prof. Jost Steinhäuser vom Institut für Allgemeinmedizin in Lübeck daran arbeiten, das Protokoll „smarter“ und ökonomischer zu gestalten. Mit dem Notfallprotokoll der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ist uns das schon gelungen. Es ist kürzer und auf Seemänner zugeschnitten, also nicht auf Ärzte. Seit 2017 ist es deutschlandweit etabliert. Es geht also voran. Vielleicht hilft uns ja auch die KVSH dabei, das Protokoll auf bessere „Praxis-Klinik-Kommunikation“ zu trimmen, zu testen und voranzubringen. DR. JÖRG SANDMANN, FACHARZT FÜR ALLGEMEINMEDIZIN UND UROLOGIE, TRAVEMÜNDE
Parenterale Ernährung Wenn Patienten mit parenteraler Ernährung in die häusliche Betreuung entlassen werden, stellt sich in der Praxis die Frage, ob die angeforderten Ernährungslösungen so verordnet werden können, oder ob es wirtschaftlichere Alternativen gibt. Um Ihnen diese Beurteilung zu erleichtern, können Sie sich im Internet beraten lassen. Die Firma CareSolution® bietet die Möglichkeit, online die gewünschte Ernährung zu beurteilen und gegebenenfalls Alternativen zu verordnen. Diese Firma berät produkt neutral und wird von Krankenkassen finanziert (z. B. TK, DAK und HEK neben einer Reihe von BKK). Um von dieser Möglichkeit Gebrauch machen zu können, muss man sich einmal im Onlineportal registrieren lassen.
Alternativ können Sie auch wie gewohnt bei der KVSH im Team Beratung anrufen. Die KVSH hat einen Zugang erhalten und kann für Sie die entsprechende Abfrage generieren, wenn sich der Zugang für Sie nicht lohnt, da diese Fälle in der Praxis selten vorkommen. Wir haben das Portal ausprobiert und sind zu dem Ergebnis gelangt, dass es die wirtschaftliche Verordnung von parenteraler Ernährung deutlich erleichtert. THOMAS FROHBERG, KVSH
Unter welchen Voraussetzungen kann die Osteodensitometrie (GOP 34600 und GOP 34601 EBM) als Leistung der Krankenkassen erbracht und abgerechnet werden?
Unterliegen die Ziffern nach GOP 32025 und 32026 EBM der Pflicht zur externen Qualitätskontrolle nach den Vorgaben der Bundesärztekammer?
Die GOP 34600 EBM kann bei Patienten durchgeführt und abgerechnet werden, die eine Fraktur ohne nachweisbares adäquates Trauma erlitten haben und bei denen gleichzeitig aufgrund anamnestischer und klinischer Befunde ein begründeter Verdacht auf Osteoporose besteht.
Nein, da es sich bei diesen Leistungen um patientennahe Sofortdiagnostik (das bedeutet, das Untersuchungsergebnis liegt innerhalb einer Stunde nach Materialentnahme vor) handelt und diese nicht der Ringversuchspflicht unterliegen.
Die GOP 34601 EBM kann zum Zweck der Therapieentscheidung erbracht und abgerechnet werden, wenn aufgrund konkreter anamnestischer und klinischer Befunde eine Absicht für eine spezifische medikamentöse Therapie einer Osteoporose besteht.
Darf das Muster 21 (Bezug von Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes) ausgestellt werden, wenn die Mutter eines Kindes (unter 12 Jahren) erkrankt und der Vater die Betreuung des Kindes übernehmen muss?
Welche Ziffer darf der Hausarzt im Rahmen einer Überweisung zur postoperativen Behandlung nach ambulanter Operation abrechnen? Der Hausarzt rechnet in diesen Fällen immer den postoperativen Behandlungskomplex gemäß GOP 31600 EBM ab, unabhängig davon welche postoperative Ziffer der Operateur auf der Überweisung angegeben hat. Die postoperativen Behandlungskomplexe ab der Ziffer 31601 EBM sind nur von Fachärzten berechnungsfähig.
Diese Bescheinigung darf nur dann ausgestellt werden, wenn ein Elternteil aufgrund einer Erkrankung des Kindes die Betreuung übernehmen muss.
Gibt es eine Ziffer für die reine Impfberatung, wenn keine Impfung erfolgt?
Tel. 04551 883 883 Montag bis Donnerstag 8.00 bis 17.00 Uhr und Freitag	8.00 bis 14.00 Uhr
Für die reine Impfberatung gibt es keine Abrechnungsziffer. Die Beratung zur Impfung ist in der Impfziffer enthalten.
Ab dem 1. Juli 2018 gibt es mit dem Procalcitonin einen neuen Parameter in der laboratoriumsmedizinischen Entzündungsdiagnostik. Die Einführung dieses neuen Parameters gibt Anlass, sich einmal grundsätzlich mit der Labordiagnostik von Entzündungsreaktionen zu beschäftigen.
Systemische Reaktionen, die entfernt vom eigentlichen Entzündungsort in Gang gesetzt werden, bezeichnet man als AkutePhase-Reaktionen (APR). Sie treten auch bei Organen und Gewebe auf, die primär nicht von der Entzündung betroffen sind. Von chronischen Entzündungen spricht man, wenn die AkutePhase-Reaktion persistiert und über einen längeren Zeitraum fortbesteht.
Eine Entzündung ist im Allgemeinen eine lokal begrenzte und spezifische Antwort von Gewebe auf einen äußeren oder inneren Schädigungsreiz mit dem Ziel, diesen zu neutralisieren oder zu beseitigen, um so das betroffene Gewebe zu reparieren. Begleitet wird diese Reaktion von den klassischen klinischen Symptomen: Rubor (Rötung), Calor (Erwärmung), Dolor (Schmerz), Tumor (Schwellung) und Functio laesa (Funktionseinschränkung).
Davon abzugrenzen ist die systemische Immunantwort durch nichtinfektiöse Ursachen (Systemisches inflammatorisches Response-Syndrom, SIRS) bzw. infektiöse Ursachen (Sepsis). Die inflammatorische Antwort ist bei SIRS und Sepsis gleich und kann zum Multiorganversagen führen. Beide Entzündungsformen stellen schwere Krankheitsbilder mit einem hohen Mortalitätsrisiko dar.
Beteiligt sind an dieser Abwehrreaktion, neben der Haut und den Schleimhäuten, auch das angeborene und das erworbene, antigenabhängige Immunsystem.
Für die Untersuchung einer Entzündung stehen uns in der ambulanten Medizin grundsätzlich die in Tab. 1 aufgeführten Parameter zur Verfügung, die im Folgenden kurz diskutiert und bewertet werden sollen.
Tab. 1 | Diagnostische Wertigkeit von Entzündungsmarkern Diagnostische Sensitivität
Leukozytenzahl und Differenzial Blutbild
PCT 6 | 2018
Parameter in der laboratoriumsmedizinischen Entzündungsdiagnostik
Sammelexemplar 16
SERVICE Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG) Bei der BSG handelt es sich um einen unspezifischen aber kostengünstigen und leicht durchzuführenden Suchtest bei Verdacht auf eine entzündliche Reaktion sowie deren Verlaufsbeurteilung. Im Zuge einer Akute-Phase-Antwort verhält sich die BSG jedoch recht träge. So kommt es frühestens 24h nach Ingangsetzen der Entzündungsreaktion zu einem Anstieg. Dieser bleibt dann allerdings mit einer Halbwertszeit von 96-144h nach Beendigung der AkutePhase-Reaktion noch lange bestehen. Da die Sedimentationsgeschwindigkeit vom Oberflächenpotenzial der Erythrozyten abhängt kann eine erhöhte BSG auch Hinweise auf Veränderungen der Plasmaproteine (monokolonale Gammopathien), aber auch auf Polyglobulien oder Erythrozytenanomalien geben, die dann entsprechend weiter abgeklärt werden müssen. Für chronisch entzündliche Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises (SLE, Arteriitis Temporalis, Polymyalgie-Syndrom etc.) ist die BSG deshalb häufig ein besserer Indikator für die Entzündungsaktivität. Einschränkend muss allerdings bemerkt werden, dass dies nur für Krankheitsbilder gilt, die keine Dysproteinämien oder Veränderungen im roten Blutbild verursachen. C-reaktives Protein (CRP) Das CRP gehört zu einer Gruppe von ca. 30 Akute-Phase-Proteinen. Es handelt sich dabei um Proteine, die während einer entzündlichen Erkrankung um mehr als 25 Prozent ansteigen. Äußerst unterschiedlich ist dabei das Ausmaß des Anstiegs, der vom 0,5-fachen beim Coeruloplasmin bis zum tausendfachen beim CRP reicht. Proteine wie das Alpha-1-Antitrypsin, Haptoglobin oder Fibrinogen liegen mit einem Anstieg um das 2-3-fache im Mittelfeld. Daneben gibt es aber auch negative Akute-Phase-Proteine wie Albumin, Transferrin oder Lipoproteine, die bei akut entzündlichen Prozessen abfallen. Aufgrund seines raschen Anstiegs (6-10h) durch die Interleukin-6-Stimulation der Leber und einem fast alle übrigen AkutePhase-Proteine weit übertreffenden Anstieg der Plasmakonzentration ist das CRP zum klassischen Marker bei akuten Infektionen geworden. Darüber hinaus ist die Halbwertszeit des CRP mit ca. 48 Stunden deutlich niedriger als bei den meisten AkutePhase-Proteinen und eignet sich somit auch für die Verlaufsbeurteilung unter Therapie. Zu den stärksten Stimuli der CRP-Synthese zählen akute und chronische Entzündungen durch mikrobiell bedingte Infektionen sowie akut nekrotisierende Schädigungen von Gewebe (größere OP, Traumata, maligne Tumoren). Bei Werten >100 mg/l ist mit einem hohen Sepsisrisiko zu rechnen. Werte zwischen 40-100 mg/l sprechen ebenfalls für schwere, meist bakteriell bedingte Entzündungen wie sie bei Harnwegsinfekten oder Bronchitiden auftreten können. CRP-Konzentrationen von 10-40 mg/l finden sich bei viralen Infektionen, lokalen Abszessen, tiefen Beinvenenthrombosen sowie inaktiven rheumatischen Erkrankungen und metastasierten malignen Tumoren. Auch leichte OP und Unfalltraumata zeigen Werte in diesem Bereich. CRP-Werte zwischen 3-10 mg/l und darunter finden sich beim Diabetes mellitus Typ 2 und kardiovaskulären Erkrankungen. Bei Verwendung von Testkits zur Bestimmung des ultrasensitiven CRP kann das Ergebnis auch zur Abschätzung koronarer Risiken eingesetzt werden. Entscheidend bei jeder Beurteilung einer CRP36
Erhöhung ist und bleibt in jedem Fall aber die enge Beurteilung im Zusammenhang mit dem klinischen Bild. Ein besonderer Vorteil des CRP im Vergleich zur konventionellen Mikrobiologie sind dabei die kurzen Antwortzeiten des Anstiegs und Abfalls des CRP. Beim therapeutischen Monitoring muss allerdings beachtet werden, dass die CRP Antwort im Plasma der Änderung der entzündlichen Aktivität 12-24 Stunden hinterherhinkt, was angesichts der meist noch langsamer erfolgenden Änderungen der klinischen Symptomatik jedoch unwesentlich ist. Grundsätzlich gilt deshalb, dass in fast allen Fällen einer akut entzündlichen Erkrankung das CRP viel früher eine Entscheidung zulässt, als das vom klinischen Bild her möglich ist. Ein anhaltend hoher CRP-Spiegel spricht deshalb meist für eine ineffektive Therapie mit Änderungsbedarf. Während bei akuten Entzündungen die Höhe des CRP-Wertes meist gut mit der Entzündungsaktivität korreliert, ist dies bei chronischen Entzündungen weit weniger der Fall, sodass dem Parameter hier Grenzen gesetzt sind. Unspezifische CRP-Werterhöhungen findet man außerdem bei Personen mit deutlichem Übergewicht, Rauchern sowie unter dem Einfluss oraler Antikonzeptiva. Leukozytenzahl und Differenzialblutbild Ein weiteres wichtiges Entzündungszeichen sind Zellzahlveränderungen polymorphkerniger Granulozyten sowie Veränderung im Differenzialblutbild mit dem Auftreten von Stabkernigen, Jugendlichen oder Myelozyten. Das vermehrte Auftreten von Neutrophilen im Blut tritt nach Stimulation innerhalb von Minuten auf. Die Halbwertszeit des Abfalls beträgt dann ca. 10 Stunden. Dieser guten Sensitivität steht eine nur geringe Spezifität gegenüber, da zahlreiche Erkrankungen, wie Kollagenosen, Überempfindlichkeitsreaktionen, akute Blutungen, Stoffwechselerkrankungen, aber auch Krämpfe und myeloproliferativen Erkrankungen, zu einer Erhöhung der Leukozytenzahlen führen können. Normalerweise verursachen eitrige bakterielle Erkrankungen eine Leukozytose über 15 x 109/l mit 80 Prozent Granulozyten. Im Differenzialblutbild zeigen sich meist eine Linksverschiebung sowie das gelegentliche Auftreten toxischer Granulationen. Bei chronischen Entzündungen liegen meist normale oder nur leicht erhöhte Leukozytenzahlen vor, die oft von einer Monozytose und bei allergischen Reaktionen von einer Eosinophilie begleitet sind. Bei viralen Infekten beobachtet man neben normalen oder leicht erhöhten auch häufig verminderte Leukozytenzahlen, die aber meist von einer deutlichen Lymphozytose begleitet sind. Auch bei der Beurteilung der Blutbildveränderungen gilt stets der enge Abgleich mit dem klinischen Erscheinungsbild. Serumprotein-Elektrophorese Eine alternative und wesentlich umfassendere Methode zur Diagnostik von Entzündungsreaktionen im Vergleich zu Einzelproteinbestimmungen stellt die Serumprotein-Elektrophorese dar. Auch hier gilt genauso wie bei der BSG, dass man sich eine gute Sensitivität mit einer nur mäßigen Spezifität einkauft. So können mit dieser Methode, deren Stärke vor allen Dingen im Screening monoklonaler Gammopathien liegt, durch Erhöhung der Alpha 1- und Alpha 2 -Fraktionen frühe Zeichen der Akute-PhaseReaktion nachgewiesen werden. Primär erfolgt die Erhöhung der Alpha-1-Globuline durch Anstieg der Alpha-1-Antitrypsin- und der Alpha-1-Glykoprotein-Konzentration, gefolgt von der Alpha-2-Globulinfraktion durch vermehrtes Auftreten von Haptoglobin und Coeruloplasmin. Veränderungen dieser Art treten aber erst nach 48-72 h auf. AKTUELL
SERVICE Tab. 2 | Vergleich C-reaktives Protein (CRP)/Procalcitonin (PCT)
Im niedergelassenen Bereich bringt der neue Parameter vor allen Dingen eine verbesserte Diagnostik bei Atemwegsinfekten, da die Reaktionszeiten deutlich kürzer als beim CRP ausfallen.
Kinetik/Abrechnung
Frühster Nachweis nach Infektion
Messwertanstieg bei Infektion
Abgrenzung viral/bakteriell
Abgrenzung infektiös/nicht infektiös
Vergütung EBM
32128 (1,15 €)
32459 (9,60 €)*
Allerdings gibt es auch beim PCT Erhöhungen ohne dass ein schwerer bakterieller Infekt vorliegt. Dies sind vor allen Dingen Zustände nach schweren Traumata, großen Operationen sowie schweren Verbrennungen. Auch calcitoninproduzierende Tumoren können zu einer unspezifischen Erhöhung führen. Neugeborene verfügen ebenfalls über erhöhte PCT Werte.
* ab 01.07.2018 budgetbefreit nach Kennnummer GOP 32004 Wesentlich besser ist die Aussagekraft der Serumprotein-Elektrophorese bei chronischen Erkrankungen (z. B. des rheumatischen Formenkreises), die fast immer mit einer breitbandigen Anhebung der Gamma-Globulin-Fraktion einhergeht. Procalcitonin (PCT) Das PCT ist zwar ein Prohormon des Calcitonins, hat aber keinerlei kalzium-regulierende Funktion. Im Normalfall ist die Produktion des PCT außerhalb der neuroendokrinen Zellen der Schilddrüse unterdrückt. Erst bei schweren Infektionen durch Bakterien, Pilze oder Protozoen wird in der Leber, der Niere sowie anderen Geweben das Calcitonin-Gen exprimiert und PCT ins Blut ausgeschüttet, sodass es zu einem raschen Konzentrationsanstieg im Serum kommt. Im Gegensatz zum CRP ist das PCT bei unspezifischen Entzündungen, wie Autoimmunerkrankungen oder postoperativen Zuständen, nicht erhöht. Auch bei viralen Infekten findet keine Erhöhung statt.
Deshalb gilt auch für das PCT, wie für alle übrigen Entzündungsparameter, dass eine Beurteilung nur in Zusammenhang mit dem klinischen Zustand des Patienten vorgenommen werden sollte. Im Allgemeinen wird die Diagnostik im niedergelassenen Bereich auch weiterhin mit dem CRP als zentralen Analyten für die akut entzündlichen Infektionen in Diagnostik und Therapiekontrolle auskommen. Dem PCT kommt somit vorerst der Rang eines Reserve-Parameters für schwere bzw. komplexe Fälle zu, deren Zahl allerdings mit der fortschreitenden Ambulantisierung der Medizin zunehmen wird. LITERATUR: „LABOR UND DIAGNOSE“, L. THOMAS, TH-BOOKS VERLAGSGESELLSCHAFT MBH, 8. AUFLAGE 2012 DR. ANDREAS BOBROWSKI, LABORARZT, LÜBECK
Ein Vergleich beider Parameter in der Entzündungsdiagnostik findet sich in Tab. 2. Dabei zeigt sich, dass das PCT dem CRP als Akutparameter zur Verlaufs- und Therapieüberwachung der inflammatorischen Aktivität schwerer Infekte überlegen ist. Ein Haupteinsatzgebiet des PCT ist derzeit deshalb auch in der Sepsisdiagnostik und Therapie zu finden.
DATUM: 20. JUNI 2018, 14.00 BIS 18.00 UHR
DATUM: 11. JULI 2018, 14.00 BIS 18.00 UHR
15. JUNI 2018, 14.00 BIS 20.00 UHR 16. JUNI 2018, 9.00 BIS 17.00 UHR
23. JUNI 2018, 10.00 BIS 15.00 UHR
Traineeprogramm für Ärzte in Weiterbildung Ort:	Hotel Waldschlösschen, Kolonnenweg 152, 24837 Schleswig Info:	Rückfragen an Bettina Fanselow, Tel. 04551 883 255 oder Sylvia Kühne, Telefon 04551 803 763, Antwortfax: 04551 803 751, Anmeldung bis zum 15. Juni 2018 möglich, die Teilnahme ist kostenfrei, Fortbildungspunkte: 7 E-Mail:	bettina.fanselow@kvsh.de oder sylvia.kuehne@aeksh.de www.aeksh.de www.kvsh.de 4. JULI 2018, 14.00 BIS 17.00 UHR
Orte:	Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Ratzeburger Allee 160, Haus 10, 23562 Lübeck, (praktische Übungen) MFC I Multifunktionscenter, Maria-Goeppert-Str. 1, 23562 Lübeck, (Vorträge) Info:	Wiebke Schmidt, Tel. 0451 500 41 505, Fax 0451 500 41 534 E-Mail: wiebke.schmidt@uksh.de www.uksh.de 29. JUNI 2018, 19.00 UHR 30. JUNI 2018, 8.30 BIS 16.00 UHR
Ort:	Kieler Kaufmann, Niemannsweg 102, 24105 Kiel Info:	Barbara Ueberle, Tel. 0431 500 230 01, Fax 0431 500 230 04, Eine Voranmeldung wird aus organisatorischen Gründen bis zum 11. Juni 2018 erbeten. E-Mail: barbara.ueberle@uksh.de www.uksh.de 23. AUGUST 2018 ,20.00 UHR
Herz und Hirn Ort:	ConventGarten, Hindenburgstraße 38, 24768 Rendsburg Info:	Prof. N. E. El Mokhtari und Prof. U. Pulkowski, imland Klinik Rendsburg, Tel. 04331 663966 E-Mail: aerzteverein-rd@web.de www.aev-rd.de
29. AUGUST 2018, 17.00 BIS 20.00 UHR
Notarzt- und Rettungsdienst Fortbildung: Terror
8. JUNI 2018, 15.50 BIS 20.00 UHR 9. JUNI 2018, 9.00 BIS 14.30 UHR
Volumensonographie am Fetalherzen Ort:	Grand Hotel Seeschlösschen GmbH & Co.KG, Strandallee 141, 23669 Timmendorfer Strand Info:	Anmeldung: Christine Doumen, Tel. 0451 500 41700, Fax 0451 500 41704. Teilnahmegebühr 100 Euro pro Person E-Mail:	Christine.Doumen@uksh.de www.uksh.de
Ort:	Institut für Rettungs- und Notfallmedizin, Holzkoppelweg 8-12, 24118 Kiel Info:	Es entstehen keine Teilnahmegebühren. Um die Verpflegung planen zu können, ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Bitte melden Sie sich bis 14 Tage vor dem Termin an: www.uksh.de/irun/veranstaltungen E-Mail:	niels.renzing@uksh.de www.uksh.de/irun/veranstaltungen
13. JUNI 2018, 18.00 BIS 20.00 UHR
Symposium „Multiples Myelom“ Ort:	Hotel Wassersleben, Wassersleben 4, 24955 Harrislee Info:	Veranstalter: Medizinische Klinik I (St. Franziskus-Hospital), Tel. 0461 816 2512, Fax 0461 816 2022 E-Mail:	frauke.korth@malteser.org www.malteser-franziskus.de
Begleiterkrankungen Diabetes mellitus Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 685 Chirotherapie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Delegations-Vereinbarung Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Dermatohistologie Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 Dialyse-Kommission/LDL Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Diabetes-Kommission Aenne Villwock�������������������������������������������������������������������������������� 369 DMP-Team Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 453 Drogensubstitution Astrid Patscha���������������������������������������������������������������������������������� 340 Dünndarm Kapselendoskopie Nadine Pries������������������������������������������������������������������������������������ 453 EDV in der Arztpraxis Timo Rickers������������������������������������������������������������������������������������ 286 Leif-Arne Esser��������������������������������������������������������������������������������� 307 Ermächtigungen Frederik Schröder����������������������������������������������������������������������������� 427 Katja Fiehn��������������������������������������������������������������������������������������� 291 Evelyn Kreker���������������������������������������������������������������������������������� 346 Maximilian Mews���������������������������������������������������������������������������� 462 ESWL Monika Nobis ��������������������������������������������������������������������������������� 938 Formularausgabe Sylvia Warzecha������������������������������������������������������������������������������� 250 Fortbildung/Veranstaltungen Tanja Glaw��������������������������������������������������������������������������������������� 332 Fortbildungspflicht nach § 95d SGB V Timo Dröger������������������������������������������������������������������������������������� 637 Caroline Boock��������������������������������������������������������������������������������� 527 Früherkennungsuntersuchung Kinder Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Gesund schwanger Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Gesundheitspolitik und Kommunikation Delf Kröger (Leiter Gesundheitspolitik)������������������������������������������� 454 Marco Dethlefsen (Leiter Kommunikation)������������������������������������� 381 Hautkrebs-Screening Christina Bernhardt�������������������������������������������������������������������������� 470 Hausarztzentrierte Versorgung Heike Koschinat ������������������������������������������������������������������������������ 328 Herzschrittmacherkontrollen Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 685 Hilfsmittel Ellen Roy������������������������������������������������������������������������������������������ 931 Anna-Sofie Reinhard������������������������������������������������������������������������ 362 Histopathologie im Rahmen Hautkrebs-Screening Michaela Schmidt���������������������������������������������������������������������������� 266 AKTUELL
SERVICE KONTAKT HIV/AIDS Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 445 Hörgeräteversorgung Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Homöopathie Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 HVM-Team/Service-Team Stephan Rühle (Leiter)�������������������������������������������������������������������� 334 Internet Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Borka Totzauer��������������������������������������������������������������������������������� 356 Interventionelle Radiologie Daniela Leisner ������������������������������������������������������������������������������� 578 Intravitreale Medikamenteneingabe Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Invasive Kardiologie Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 533 Kernspintomografie Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 578 Koloskopie Carolin Tessmann����������������������������������������������������������������������������� 326 Koordinierungsstelle Weiterbildung Sabrina Pingel���������������������������������������������������������������������������������� 384 Krankengeldzahlungen Doris Eppel��������������������������������������������������������������������������������������� 220 Laborleistung (32.3) Marion Frohberg ����������������������������������������������������������������������������� 444 Langzeit-EKG Renate Krupp����������������������������������������������������������������������������������� 685 Mammographie (Screening) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Mammographie (kurativ) Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Anja Liebetruth�������������������������������������������������������������������������������� 302 Molekulargenetik Marion Frohberg������������������������������������������������������������������������������ 444 MRSA Caroline Boock��������������������������������������������������������������������������������� 527 Neuropsychologische Therapie Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Niederlassung/Zulassung Susanne Bach-Nagel������������������������������������������������������������������������ 378 Sabine Ben El Fahem����������������������������������������������������������������������� 258 Christian Schrade����������������������������������������������������������������������������� 634 Daniel Jacoby������������������������������������������������������������������������������������ 259 Michelle Teegen������������������������������������������������������������������������������� 596 Christian Riske���������������������������������������������������������������������������������� 493 Nordlicht aktuell Borka Totzauer ������������������������������������������������������������������������������� 356 Jakob Wilder������������������������������������������������������������������������������������ 475 Nuklearmedizin Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Onkologie Doreen Dammeyer�������������������������������������������������������������������������� 445 Otoakustische Emissionen Theresa Gerdts��������������������������������������������������������������������������������� 366 Personal und Finanzen Lars Schönemann (Leiter)����������������������������������������������������������������� 275 Heller (Stellvertreter Finanzen))������������������������������������������������������ 237 Claudia Rode (Stellvertreterin Personal)������������������������������������������ 295 Yvonne Neumann (Entgeldabrechnung)������������������������������������������ 577 Sonja Lücke (Mitgliederbereich)������������������������������������������������������� 288 Karin Hiller (Objektmanagement)���������������������������������������������������� 468 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 451 PET/PET-CT Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 6 | 2018
Phototherapeutische Keratektomie Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Photodynamische Therapie am Augenhintergrund Stephanie Purrucker������������������������������������������������������������������������ 459 Physikalisch-Medizinische Leistungen Heike Koschinat������������������������������������������������������������������������������� 328 Plausibilitätsprüfung Hauke Hinrichsen������������������������������������������������������������������������������ 265 Sabrina Bardowicks�������������������������������������������������������������������������� 691 Ulrike Moszeik��������������������������������������������������������������������������������� 336 Rita Maass��������������������������������������������������������������������������������������� 467 Polygrafie/Polysomnografie Kevin Maschmann��������������������������������������������������������������������������� 321 Pressesprecher Marco Dethlefsen���������������������������������������������������������������������������� 381 Fax �������������������������������������������������������������������������������������������������� 396 Psychotherapie Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Qualitätssicherung Aenne Villwock (Leiterin)�������������������������������������������������������� 369/262 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 Qualitätszirkel Regina Steffen��������������������������������������������������������������������������������� 292 Dagmar Martensen�������������������������������������������������������������������������� 687 Qualitätsmanagement Timo Dröger������������������������������������������������������������������������������������� 637 Angelika Ströbel������������������������������������������������������������������������������ 204 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 374 QuaMaDi Kathrin Zander��������������������������������������������������������������������������������� 382 Gabriela Haack�������������������������������������������������������������������������������� 442 Radiologie-Kommission Ute Tasche........................................................................................ 485. Daniela Leisner................................................................................. 578. Christine Sancion.............................................................................. 470 Röntgen (Anträge) Daniela Leisner�������������������������������������������������������������������������������� 578 Röntgen (Qualitätssicherung nach SGB) Christine Sancion����������������������������������������������������������������������������� 470 Rückforderungen der Kostenträger Björn Linders������������������������������������������������������������������������������������ 564 Schmerztherapie Theresa Gerdts���������������������������������������������������������������������������������� 366 Service-Team/Hotline Telefon������������������������������������������������������������������������������������� 388/883 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 505 Sonografie (Anträge) Tanja Steinberg�������������������������������������������������������������������������������� 315 Ute Tasche��������������������������������������������������������������������������������������� 485 Monika Vogt������������������������������������������������������������������������������������ 630 Sonografie (Qualitätssicherung) Susanne Willomeit��������������������������������������������������������������������������� 228 Sozialpädiatrie Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Sozialpsychiatrie-Vereinbarung Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Soziotherapie Katharina Studt�������������������������������������������������������������������������������� 423 Sprechstundenbedarf Heidi Dabelstein������������������������������������������������������������������������������ 353 Strahlentherapie Monika Nobis����������������������������������������������������������������������������������� 938 Struktur und Verträge Simone Eberhard (Leiterin)������������������������������������������������������������� 434 Fax��������������������������������������������������������������������������������������������������� 488 Telematik-Hotline��������������������������������������������������������������������������������� 888 Teilzahlungen Brunhild Böttcher���������������������������������������������������������������������������� 231 AKTUELL
Das NORDLICHT erscheint monatlich als Informationsorgan der Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein. Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Leserbriefe geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder; sie dienen dem freien Meinungsaustausch. Jede Einsendung behandelt die Redaktion sorgfältig. Die Redaktion behält sich die Auswahl der Zuschriften sowie deren sinnwahrende Kürzung ausdrücklich vor. Die Zeitschrift, alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit schriftlichem Einverständnis des Herausgebers. Wenn aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form eines Wortes genutzt wird („der Arzt“), ist hiermit selbstverständlich auch die weibliche Form gemeint („die Ärztin“). Die Datenschutzhinweise der KVSH finden Sie unter www.kvsh.de.
Björn Steffensen, Facharzt für Allgemeinmedizin Tel ��������������������������������������������������������������������������������������������� 04884 1313 Fax����������������������������������������������������������������������������������������� 04884 903300 E-Mail������������������������������������������������������ kreisstelle.nordfriesland@kvsh.de 6 | 2018
Nordlicht 06 2018 web