Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=14%20BV%2009.3028
Timestamp: 2020-01-28 16:48:43
Document Index: 159961686

Matched Legal Cases: ['Art. 118', 'Art. 3', '§ 6', '§ 6', 'Art. 96', 'Art. 33', 'Art. 95', 'Art. 3', 'Art. 118', 'Art. 20', 'Art. 3', 'Art. 96', 'Art. 86']

VGH Bayern, 26.05.2011 - 14 BV 09.3028 - dejure.org
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VGH Bayern, 26.05.2011 - 14 BV 09.3028 (https://dejure.org/2011,66430)
VGH Bayern, Entscheidung vom 26.05.2011 - 14 BV 09.3028 (https://dejure.org/2011,66430)
VGH Bayern, Entscheidung vom 26. Mai 2011 - 14 BV 09.3028 (https://dejure.org/2011,66430)
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Beihilferecht; freiwillige gesetzliche Krankenversicherung; kieferorthopädische Behandlung nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung; Gleichheitsgrundsatz; Fürsorgepflicht des Dienstherrn
Differenzierungen, die durch sachliche Erwägungen gerechtfertigt sind, sind dagegen zulässig (…vgl. z. B. BayVerfGH, Entscheidung v. 8.10.2012 - Vf. 14-VII-07 - juris Rn. 31; BVerfG, B. v. 21.11.2001 - 1 BvL 19/93, 1 BvR 1318/94, 1 BvR 1513/94, 1 BvR 2358/94, 1 BvR 308/95 - BVerfGE 104, 126, 144 f.; BayVGH, B. v. 26.5.2011 - 14 BV 09.3028 - juris Rn. 20; st. Rspr).
Diese gesetzgeberische Entscheidung beruht mithin auf sachlich einleuchtenden Gründen; sie verstößt nicht gegen das Willkürverbot des Art. 118 Abs. 1 BV bzw. den Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 GG (…BVerfG, B. v. 13.11.1990 - 2 BvF 3/88 - juris Rn. 53ff.;… BayVerfGH, Entsch. v. 8.10.2012 - Vf. 14-VII-07 - juris Rn. 33f. m. w. N.;… Entsch. v. 24.6.2008 - Vf. 3-VII-07 - juris Rn. 31ff.;… Entsch. v. 29.3.1995 - Vf. 11-VII-92 - juris Rn. 21;… Entsch. v. 28.4.1992 - Vf. 100-VI-89 - juris Rn. 49f.; BayVGH, B. v. 26.5.2011 - 14 BV 09.3028 - juris Rn. 21; Mildenberger, Beihilferecht in Bund, Ländern und Kommunen, Stand 1. September 2015, § 6 BayBhV, Anm. 4 (6), Anm. 5 (9)).
Gewisse Friktionen und Ungereimtheiten im Zusammenspiel zwischen Beihilfe und Krankenversicherungsleistungen hat der Beamte daher hinzunehmen, sofern sie für ihn nicht mit unzumutbaren Kosten oder Risiken verbunden sind (…BVerfG, B. v. 13.11.1990 - 2 BvF 3/88 - juris Rn. 37, 39f.;… BayVerfGH, Entsch. v. 8.10.2012 - Vf. 14-VII-07 - juris Rn. 26f. m. w. N.;… Entsch. v. 24.6.2008 - Vf. 3-VII-07 - juris Rn. 25;… Entsch. v. 29.3.1995 - Vf. 11-VII-92 - juris Rn. 22;… Entsch. v. 28.4.1992 - Vf. 100-VI-89 - juris Rn. 43ff.; BayVGH, B. v. 26.5.2011 - 14 BV 09.3028 - juris Rn. 22; Mildenberger, Beihilferecht in Bund, Ländern und Kommunen, Stand 1. September 2015, § 6 BayBhV, Anm. 4 (5), (13d), Anm. 5 (7)).
Den unterschiedlichen Systemen der gesetzlichen Krankenversicherung und der beamtenrechtlichen Beihilfegewährung würde es widersprechen, wenn Aufwendungen, die nach dem Willen des Gesetzgebers in dem einen Leistungssystem aus Gründen der Kostendämpfung und Eigenbeteiligung von einem dem Grunde nach Berechtigten getragen werden sollen, auf ein anderes Leistungssystem, die beamtenrechtliche Beihilfe, übergewälzt würden (BayVGH vom 26.5.2011 Az. 14 BV 09.3028).
Für derartige Behandlungen muss sich der gesetzlich Versicherte nach dem Willen des Gesetzgebers auf die gesetzliche Krankenversicherung verweisen lassen, und zwar selbst dann, wenn diese im konkreten Einzelfall nach ihrem Katalog keine Leistungen erbringen sollte (vgl. BayVGH, U. v. 26.5.2011 - 14 BV 09.3028 - juris).
Angesichts des weiten Gestaltungsspielraums des Gesetzgebers im Beihilferecht sind Beihilfeausschlüsse bzw. -beschränkungen, wie sie etwa Art. 96 Abs. 2 Satz 5 BayBG vorsieht, mit Bundes- und Landesverfassungsrecht - namentlich mit der Fürsorgepflicht des Dienstherrn aus Art. 33 Abs. 5 GG bzw. Art. 95 Abs. 1 Satz 2 der Bayerischen Verfassung (BV), dem Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 GG bzw. Art. 118 Abs. 1 BV und dem aus dem Rechtsstaatsprinzip des Art. 20 Abs. 3 GG bzw. Art. 3 Abs. 1 BV folgenden Grundsatz des Vertrauensschutzes - vereinbar (st. Rspr.; vgl. BayVerfGH, E. v. 8.10.2012 - Vf. 14-VII-07 - BayVBl 2013, 367; BVerwG, U. v. 15.12.2005 - 2 C 35.04 - BVerwGE 125, 21; BVerfG-K, B. v. 13.2.2008 - 2 BvR 613/06 - NVwZ 2008, 1004; BayVGH, B. v. 3.8.2015 - 14 ZB 14.1178 - juris; BayVGH, B. v. 26.5.2011 - 14 BV 09.3028 - juris).
Eine Einzelfallprüfung durch den Beklagten ist angesichts der allgemein gefassten Regelung des Art. 96 Abs. 2 Satz 3 und Satz 5 BayBG weder möglich noch veranlasst (vgl. BayVGH, B. v. 26.5.2011- 14 BV 09.3028; VG Bayreuth, U. v. 27.10.2015 - B 5 K 14.717).
Den unterschiedlichen Systemen der gesetzlichen Krankenversicherung und der beamtenrechtlichen Beihilfegewährung würde es widersprechen, wenn Aufwendungen, die nach dem Willen des Gesetzgebers in dem einen Leistungssystem aus Gründen der Kostendämpfung und Eigenbeteiligung von einem dem Grunde nach Berechtigten getragen werden sollen, auf ein anderes Leistungssystem, die beamtenrechtliche Beihilfe, übergewälzt würden (BayVGH, B.v. 26.5.2011 - 14 BV 09.3028 - juris Rn. 21).
Differenzierungen, die durch sachliche Erwägungen gerechtfertigt sind, sind dagegen zulässig (vgl. BVerfG, B.v. 21.11.2001 - 1 BvL 19/93, 1 BvR 1318/94, 1 BvR 1513/94, 1 BvR 2358/94, 1 BvR 308/95 - BVerfGE 104, 126, 144 f.;… BayVerfGH, Entscheidung v. 8.10.2012 - Vf. 14-VII-07 - juris Rn. 31; BVerfG, B.v. 21.11.2001 - 1 BvL 19/93, 1 BvR 1318/94, 1 BvR 1513/94, 1 BvR 2358/94, 1 BvR 308/95 - BVerfGE 104, 126, 144 f.; BayVGH, B.v. 26.5.2011 - 14 BV 09.3028 - juris Rn. 20; st. Rspr).
VGH Bayern, 25.11.2011 - 14 BV 10.216
Kostenteilung bei offener Erfolgsaussicht der Berufung
Diese Frage ist durch die vom Beklagten zitierten Entscheidungen noch nicht beantwortet, denn bei den Entscheidungen 14 B 10.3109 und 14 B 10.2809 handelt es sich um bloße Einstellungsbeschlüsse nach Berufungsrücknahme und die Entscheidung im Verfahren 14 BV 09.3028 befasst sich allein mit Problemen im Zusammenhang mit Art. 86a Abs. 2 Satz 5 BayBG a.F., um die es vorliegend aber nicht ging.