Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=12%20U%2049/07
Timestamp: 2020-01-25 11:11:30
Document Index: 55435717

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 4', '§ 5', '§ 307', 'EuG', 'EuG', 'BGH', '§ 305', '§ 305', '§ 4', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'EuG', '§ 4', '§ 5', '§ 307', 'EuG', '§ 32', '§ 4', '§ 286', '§ 287', '§ 286', 'BGH', '§ 287']

Rechtsprechung: 12 U 49/07 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: OLG Oldenburg, 14.12.2010 | OLG Brandenburg, 13.09.2007
https://dejure.org/2008,1742
OLG Oldenburg, 05.09.2008 - 12 U 49/07 (https://dejure.org/2008,1742)
OLG Oldenburg, Entscheidung vom 05.09.2008 - 12 U 49/07 (https://dejure.org/2008,1742)
OLG Oldenburg, Entscheidung vom 05. September 2008 - 12 U 49/07 (https://dejure.org/2008,1742)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2008,1742) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Gasversorger; Preiserhöhung; AVBGasV
Gangbarkeit der Begründung des Rechts zur einseitigen Preiserhöhung in Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) im Sonderkundenbereich; Möglichkeit der Herleitung eines Preisanpassungsrechts eines Gasanbieters aus der durch AGB inkorporierten Regelung des § 4 Abs. 2 ...
Für Sondervertragskunden von EWE kein Preisänderungsrecht.
Kein wirksames Preisanpassungsrecht durch Einbeziehung der AVBGasV bzw. GasGVV in Sonderkundenvertrag
AVBGasV § 4; GasGVV § 5; BGB § 307
AVBGasV und GasGVV als Grundlagen für Preisanpassungen in Sonderverträgen
Unwirksame Gaspreiserhöhungen
LG Oldenburg, 14.09.2006 - 9 O 403/06
OLG Oldenburg, 03.11.2006 - 12 W 27/06
EuGH, 31.01.2012 - C-8/11
EuGH - C-8/11 (anhängig)
Das Berufungsgericht (OLG Oldenburg, RdE 2009, 25 = OLGR 2008, 885) hat zur Begründung seiner Entscheidung im Wesentlichen ausgeführt:.
OLG Dresden, 26.01.2010 - 14 U 983/08
Gaspreise; Preisanpassung
Ein Angebot an jedermann liegt auch wegen der Anknüpfung an einen erhöhten Gasbedarf nicht vor (OLG Oldenburg RdE 2009, 25; OLG Hamm RdE 2009, 261, Tz. 46).
Dass Preiserhöhungen öffentlich bekannt gemacht werden, macht die Verträge nicht zu Tarifkundenverträgen (BGH NJW 2009, 2667 Tz. 12; OLG Oldenburg RdE 2009, 25).
Der Umstand, dass jeder Kunde ungefragt entsprechend seinem Verbrauch die jeweils günstigsten Konditionen erhalten hat (Bestpreisabrechnung), führt nicht zu einer anderen Beurteilung (OLG Oldenburg RdE 2009, 25).
Dabei ist zu berücksichtigen, dass bei einem Vertragsschluss unter Abwesenden der Vorschrift des § 305 Abs. 2 Nr. 2 in der Regel nur durch Übersendung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen genügt wird (…Grüneberg, a.a.O., Rn. 35; OLG Oldenburg RdE 2009, 25).
Aus einer Veröffentlichung kann aber nicht stets auf das Vorliegen eines allgemeinen Tarifs geschlossen (vgl. OLG Oldenburg, 12 U 49/07 - Urteil vom 05.09.2008, Seite 11 unter Hinweis auf BFH NVwZ 1991, 1215 (1216)).
Der Hinweis auf die AVBGasV in den schriftlichen Vertragsbestätigungen ist zudem verspätet, weil er gerade nicht bei Vertragsschluss erfolgte (vgl. auch OLG Oldenburg, 12 U 49/07, Seite 14. Palandt - Heinrichs, aaO § 305 Rn 30, 43), sondern nach den überreichten Dokumentationen und dem eigenen Sachvortrag der Klägerin erst nach Vertragsschluss bzw. - beginn.
Aus der Überschrift und dem Wortlaut der Vorschrift ergibt sich nicht, dass der Verordnungsgeber in § 4 AVBGasV ein Preisanpassungsrecht schaffen wollte (vgl. dazu im einzelnen OLG Oldenburg, 12 U 49/07 - Seiten 16 bis 22).
Soweit eine Klausel - wie hier - wirtschaftliche Belastungen begründet, ist es ein Gebot von Treu und Glauben, die Nachteile so klar zu formulieren, wie dies nach den Umständen gefordert werden kann (vgl. OLG Oldenburg 12 U 49/07, Seite 27, 28 unter Hinweis auf BGH NJW 2001, 2014 (2016)).
Ein Ausweichen auf einen anderen Energieträger ist in aller Regel mit einem erheblichen Kostenaufwand verbunden bzw. für Mieter ohnehin unmöglich (vgl. Oldenburg 12 U 49/07, Seite 31 m. w. N.).
Zwar hatte noch das OLG Oldenburg (RdE 2009, 25, juris Rn. 94) die BGH-Rechtsprechung zu einer Zustimmungsfiktion im Tarifkundenbereich - ohne Problembewusstsein - auf den (auch hier vorliegenden) Vertragskundenbereich übertragen.
OLG Koblenz, 12.02.2009 - U 781/08
Versorgungsvertrag: Verwirkung der gerichtlichen Geltendmachung der Unbilligkeit …
Im übrigen scheitert eine ergänzende Vertragsauslegung auch daran, dass verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten zur Ausfüllung der vertraglichen Regelungslücke in Betracht kommen und kein Anhaltspunkt dafür besteht, welche Regelung die Parteien getroffen hätten (OLG Oldenburg, Urt. v. 05.09.2008 - 12 U 49/07 -, OLGR 2008, 885, Tz. 92).
Das OLG Oldenburg (BeckRS 2008 20266) hat die entsprechende Einordnung vorgenommen in Fällen, die dem vorliegenden insofern offenkundig parallel laufen.
Dann aber kann es für die rechtliche Bewertung des Verhaltens des Abnehmers keinen Unterschied machen, ob dieser die Leistungen des Gasversorgers nach dessen unwirksamer Preiserhöhungsmitteilung als Tarifkunde auf der Basis eines vertraglich vorgesehenen, aber im Einzelfall unbillig und damit unverbindlich ausgeübten einseitigen Leistungsbestimmungsrechts oder als Sonderkunde auf der Grundlage eines vertraglich fest vereinbarten, um eine unwirksame Preisanpassungsklausel ergänzten Anfangsentgelts weiter in Anspruch nimmt (…so auch OLG Frankfurt a.a.O. Rn. 52 ff.;… OLG Koblenz vom 12.02.2009 - U 781/02 Kart - Rn. 60 ff.; OLG Oldenburg vom 05.09.2008 - 12 U 49/07 - Rn. 94;… OLG Düsseldorf vom 20.07.2007 - (I) 22 U 46/07 - Rn. 54; jeweils zitiert nach juris).
Der Senat hat mit Urteil vom 5. September 2008 (ZNR 2008, 385 = RdE 2009, 25) für die Mehrzahl der Kläger der Klage stattgegeben.
Es besteht daher die Gefahr, dass der Kunde eine Preiserhöhung nur deshalb hinnimmt, weil er das zulässige Ausmaß nicht beurteilen kann (vgl. OlG Oldenburg, 12 U 49/07, Urteil vom 5.9.2008, NJOZ 2009 26 ff).
Eine ergänzende Vertragsauslegung kommt daher nur in BetraCht, wenn sich die entstandene Lücke nicht durch dispositives Gesetzesrecht füllen lässt und dies zu einer unzumutbaren Härte für eine Vertrags partei führen würde (BGH NJW 2008, 2172, 2175; OLG Oldenburg NJOZ 2009, 26.41).
Das Risiko, dass Allgemeine Geschäftsbedingungen einer Wirksamkeitskontrolle nicht standhalten, geht grundsätzlich zu Lasten des Verwenders (OLG Oldenburg NJOZ 2009, 26, 42).
Da der Kläger von der Beklagten als Sonderkunde und nicht im Rahmen der Grundversorgung beliefert worden ist, kommt eine unmittelbare Anwendung der AVBGasV aus Rechtsgründen nicht in Betracht (BGH NJW 2008, 2172 Tz. 29; OLG Oldenburg Urt.v.5.9.08 - 12 U 49/07 [S. 7]).
OLG Brandenburg, 19.11.2008 - 7 U 223/07
Allgemeine Geschäftsbedingungen im Gasversorgungsvertrag: Überprüfung von …
OLG Köln, 13.04.2012 - 19 U 99/09
Gerichtliche Kontrolle der Parameter für die Händlermarge in einem …
OLG Köln, 09.04.2012 - 19 U 99/09
LG Frankenthal, 11.08.2011 - 2 S 43/11
Anwendung der AVBGasV bzw. der nachfolgenden GasGVV auf Sonderkundenverträge; …
LG Hannover, 28.10.2008 - 21 O 104/06
Gasversorgung: Erfordernis der Einbeziehung der AVBGasV in Sonderkundenverträge …
AG Oldenburg, 15.07.2009 - 6 C 6043/09
OLG München, 12.03.2009 - 23 U 4606/08
Gasversorgung: Preisanpassung bei einem Sondervertragskunden
AG Kaiserslautern, 20.04.2009 - 7 C 1539/08
AG Kaiserslautern, 21.04.2009 - 7 C 1539/08
https://dejure.org/2010,5866
OLG Oldenburg, 14.12.2010 - 12 U 49/07 (https://dejure.org/2010,5866)
OLG Oldenburg, Entscheidung vom 14.12.2010 - 12 U 49/07 (https://dejure.org/2010,5866)
OLG Oldenburg, Entscheidung vom 14. Dezember 2010 - 12 U 49/07 (https://dejure.org/2010,5866)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2010,5866) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Erdgasversorgung von Sondervertragskunden: Aussetzung des Verfahrens wegen einer Vorlage an den EuGH
Preisbestimmungsrecht des Gasversorgers im Sonderkundenbereich
Vorlage zum EuGH wegen Vorabentscheidung zur Anwendung der Richtlinie 93/13 EWG DES RATES vom 05.04.1993
AVB GasV § 4; GasGVV § 5; BGB § 307
OLG Oldenburg legt EuGH Frage zur Zulässigkeit von Preiserhöhungen in Erdgas-Sonderverträgen vor - Verfahren im Rechtsstreit gegen die EWE-AG vom Oberlandesgericht Oldenburg zunächst ausgesetzt
Gas-Preiserhöhungsklausel: Sich am Gesetzgeber anlehnen kann riskant sein
Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Gasversorgung von Tarifkunden, AVBGasV, BGBl I 1979, 676
Angleichung der Rechtsvorschriften, Wettbewerb, Energie
Das in § 32 Abs. 2 AVBGasV vorgesehene Kündigungsrecht des Verbrauchers bei Änderung der allgemeinen Tarife stehe nicht in unmittelbarem Bezug zu der Bestimmung, aus der das Preisänderungsrecht folgen solle (OLG Oldenburg, Vorlagebeschluss vom 14. Dezember 2010 - 12 U 49/07, juris Rn. 9, 14, 16; vgl. auch Markert, ZMR 2010, 836, 837).
Diesen im nationalen Recht umzusetzenden Vorgaben stehe es entgegen, die sonst an die Transparenz von Preisänderungsklauseln zu stellenden Anforderungen gerade für den Bereich der Versorgung der Endkunden mit Gas herabzusetzen, ganz abgesehen davon, dass auch fraglich sei, ob das aus § 4 Abs. 1 und 2 AVBGasV hergeleitete gesetzliche Preisänderungsrecht hinreichend transparent sei, um den Vorgaben der Gas-Richtlinie an den Verbraucherschutz zu genügen (vgl. auch OLG Oldenburg, Vorlagebeschluss vom 14. Dezember 2010 - 12 U 49/07, juris; Markert, ZMR 2010, 836, 837).
OLG Brandenburg, 13.09.2007 - 12 U 49/07
https://dejure.org/2007,15982
OLG Brandenburg, 13.09.2007 - 12 U 49/07 (https://dejure.org/2007,15982)
OLG Brandenburg, Entscheidung vom 13.09.2007 - 12 U 49/07 (https://dejure.org/2007,15982)
OLG Brandenburg, Entscheidung vom 13. September 2007 - 12 U 49/07 (https://dejure.org/2007,15982)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2007,15982) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
§ 286 ZPO, § 287 ZPO
Notwendigkeit des Schadensnachweises bei Beschädigung des Pkw-Motors
Darlegung der haftungsausfüllenden Kausalität zwischen einer Rechtsgutverletzung und einem Schaden im Wege des Strengebeweises als Obliegenheit eines Anspruchstellers
LG Neuruppin, 30.01.2007 - 2 O 165/04
Die behauptete posttraumatische Belastungsstörung des Zeugen B... musste somit hier zunächst von der Klägerseite dargelegt und auch voll gemäß § 286 ZPO bewiesen werden (BGH, Beschluss vom 01.04.2003, Az.: VI ZR 156/02, u.a. in: BeckRS 2014, Nr.: 08125; OLG Brandenburg, Urteil vom 13.09.2007, Az.: 12 U 49/07, u.a. in: "juris"; OLG München, NZV 2003, Seiten 474 ff. = VersR 2004, Seiten 124 ff.; AG Hagen, NZV 2013, Seite 397).
Jede einzelne behauptete Körperverletzung muss nämlich dargelegt und voll bewiesen werden ( OLG Brandenburg , Urt vom 13.09.2007, Az.: 12 U 49/07, u. a. in: "juris" ).
Die sich aus einer Verletzung - wie z. B. hier der HWS-Distorsion oder der "oberflächliche Verletzung des Kopfes" sowie der nicht näher bezeichneten "Prellungen" - ergebenden Beschwerden, also das genaue Ausmaß der feststehenden Verletzung, ist der haftungsausfüllenden Kausalität zuzuordnen, hinsichtlich derer die Beweiserleichterungen des § 287 ZPO gelten ( OLG Brandenburg , Urt vom 13.09.2007, Az.: 12 U 49/07; OLG Frankfurt/Main , ZfSch 2008, Seiten 264 ff. = VRR 2008, Seite 282 ).