Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BLw%2013/96
Timestamp: 2019-05-25 20:32:18
Document Index: 201145405

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', '§ 28', '§ 6', '§ 28', '§ 28', '§ 28', '§ 28', 'BGH', 'BGH', '§ 40', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 29.11.1996 - BLw 13/96 - dejure.org
https://dejure.org/1996,732
BGH, 29.11.1996 - BLw 13/96 (https://dejure.org/1996,732)
BGH, Entscheidung vom 29.11.1996 - BLw 13/96 (https://dejure.org/1996,732)
BGH, Entscheidung vom 29. November 1996 - BLw 13/96 (https://dejure.org/1996,732)
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Zahlung von Abfindungsansprüchen - Kündigung einer Mitgliedschaft in einer Genossenschaft - Aktivlegitimation für Abfindungsansprüche aus im Wege der Rechtsnachfolge übergegangenem Recht - Anspruch auf Barabfindung eines aus Anlass der Umwandlung der LPG in eine Genossenschaft ausscheidenden Mitglieds - Finanzielle Abwicklung der Mitgliedschaft in einer Genossenschaft
Anspruch des nach Umwandlung einer LPG in eine Genossenschaft ausscheidenden Mitglieds auf bare Zuzahlung der Differenz zwischen Eigenkapitalanteil und Vermögenswertanteil
LPG-Mitglied; Zuzahlungsanspruch bei der Umwandlung einer LPG in eine Genossenschaft; Begrenzung des Vermögenswert der Mitgliedschaft in der Genossenschaft
ZIP 1997, 298
WM 1997, 890
Insoweit besteht zwischen der Umwandlung einer KE bzw. ZBE und der Umwandlung einer LPG (vgl. hierzu Senatsbeschl. v. 29. November 1996, BLw 13/96, ZIP 1997, 298 m. Anm. Bayer, EWiR 1997, 375) kein Unterschied.
Der Anspruch auf bare Zuzahlung unterliegt keiner Ausschlußfrist, sondern nur der Verjährungsfrist des § 3 b LwAnpG (Senatsbeschl. v. 29. November 1996, BLw 13/96, WM 1997, 890, = AgrarR 1997, 48).
Daß die Antragsgegnerin durch die bare Zuzahlung wirtschaftlich in eine Krise geraten könnte (vgl. Senatsbeschl. v. 29. November 1996, BLw 13/96, aaO), hat die Rechtsbeschwerde nicht gerügt.
Der Anspruch auf Auskunft wäre zudem auch dann nicht unzulässig, da sich der in Betracht kommende Anspruch auf bare Zuzahlung nach § 28 Abs. 2 LwAnpG nach der Differenz zwischen dem Wert der Beteiligung des Mitglieds an der LPG und der Summe der ihm mit der Umwandlung in eine Genossenschaft zugewiesenen Geschäftsanteile bemisst (Senat, Beschl. v. 29. November 1996, BLw 13/96, VIZ 1997, 178).
Der Einwand der Antragsgegnerin, die Abtretung der Ansprüche aus der Mitgliedschaft in der LPG erstrecke sich nicht auf Ansprüche gegen die Antragsgegnerin, weil die Erbin nicht auch zugleich - wie in § 6 Abs. 1 ihres Statuts für den Übergang der Rechte aus der Mitgliedschaft bestimmt - ihr Geschäftsguthaben und damit ihre Rechte aus der Mitgliedschaft an den Antragsteller übertragen habe, ist unerheblich, weil der Anspruch aus § 28 Abs. 2 LwAnpG nicht nur von Mitgliedern der Genossenschaft geltend gemacht werden kann (Senat, Beschl. v. 29. November 1996, BLw 13/96, VIZ 1997, 178, 179).
Der Anspruch nach § 28 Abs. 2 LwAnpG setzt demnach zwar das Fortbestehen der Mitgliedschaft in dem neuen Unternehmen bei dessen Eintragung in das Register, nicht aber deren Andauern im Zeitpunkt der Geltendmachung des Anspruchs voraus (Senat, Beschl. v. 29. November 1996, BLw 13/96, aaO).
Der Anspruch aus § 28 Abs. 2 LwAnpG setzt daher das Fortbestehen der Mitgliedschaft im Unternehmen neuer Rechtsform im Zeitpunkt des Eintritts der Umwandlungswirkungen voraus (vgl. Senat, Beschl. v. 29. November 1996, BLw 13/96, AgrarR 1997, 48, 49 und BLw 23/96, NL-BzAR 1997, 48, 50).
Nach der Rechtsprechung des Senats muß bei der Umwandlung einer LPG in ein Unternehmen neuer Rechtsform jedes nicht zuvor ausgeschiedene Mitglied proportional zu dem Wert seiner Beteiligung an der LPG auch an dem neuen Unternehmen beteiligt sein (Beschl. v. 8. Dezember 1995, BLw 28/95, WM 1996, 740, 742 = AgrarR 1996, 51, 52; Beschl. v. 29. November 1996, BLw 13/96, WM 1997, 890, 891 f. = AgrarR 1997, 48, 49; Beschl. v. 26. Oktober 1999, BLw 7/99, WM 2000, 255, 256 = AgrarR 2000, 51, 52).
Die Geltendmachung des Anspruchs ist nicht von einem Fortbestand der Mitgliedschaft abhängig, kann also auch - wie hier - von dem später aus der umgewandelten Gesellschaft ausgeschiedenen Mitglied geltend gemacht werden (Senat, Beschl. v. 29. November 1996, BLw 13/96, WM 1997, 890, 892; Wenzel, AgrarR 1997, 33, 34).
Denn der Anspruch auf bare Zuzahlung soll eine etwa bestehende Differenz zwischen Eigenkapitalanteil an der LPG und Vermögenswert der Mitgliedschaft in der umgewandelten Gesellschaft ausgleichen (vgl. Senat, Beschl. v. 29. November 1996, BLw 13/96, WM 1997, 890, 891 f.).
Ist das nicht der Fall, so kann jedes Mitglied von dem Unternehmen nach § 28 Abs. 2 LwAnpG einen Ausgleich durch bare Zuzahlung verlangen (Beschl. v. 8. Dezember 1995, BLw 28/95, WM 1996, 740, 741 = AgrarR 1996, 51, 52; Beschl. v. 29. November 1996, BLw 13/96, WM 1997, 890, 891 f = AgrarR 1997, 48, 49).
Um einen etwaigen Anspruch berechnen zu können, hat das Mitglied ein umfassendes Auskunfts- und Einsichtsrecht in die für die Berechnung maßgebenden Unterlagen (vgl. Senat, BGHZ 124, 199, 202; Beschl. v. 29. November 1996, BLw 13/96 aaO; Beschl. v. 23. Oktober 1998, BLw 28/98, WM 1999, 189 = AgrarR 1999, 60).
c) Zum Ausscheiden im Geltungsbereich des LwAnpG a. F. hatte der BGH bereits entschieden, dass ein Anspruch auf gerichtliche Feststellung einer Barabfindung nicht in Betracht kommt, wenn das Mitglied nicht in der hierfür geltenden Frist des § 40 Abs. 1 LwAnpG a.F. ausgeschieden ist (vgl. insgesamt: BGH, Beschl. v. 29.11.1996, BLw 13/96, AgrarR 1997, 48, 50; Beschl. v. 28.94.1995, BLw 9/94, BGHZ 129, 276, 279; Beschl. v. 4.11.1994, BLw 33/94, AgrarR 1995, 28, 29).
Diese insbesondere für die Umwandlung in eine Genossenschaft entwickelte Rechtsprechung (vgl. Beschl. v. 8.12.1995, BLw 28/95, AgrarR 1996, 51, 52; Beschl. v. 29.11.1996, BLw 13/96 a.a.O.) verlangt die Prüfung, ob das frühere LPG-Mitglied an dem neuen Unternehmen in demselben Verhältnis wie zuvor an der LPG beteiligt ist, ob also die umgewandelten Anteile oder Mitgliedschaftsrechte quotal dem Anteil am Eigenkapital der LPG entsprechen (vgl. BGH, Beschl. v. 8.12.1995, BLw 28/95, AgrarR 1996, 51, 52).
Auch Unterlagen über in der Vergangenheit abgeschlossene Geschäfte gehören hierzu, wenn sie zur Prüfung benötigt werden, ob das in der maßgebenden Bilanz ausgewiesene Eigenkapital dem tatsächlichen Wert aller Vermögensgegenstände entspricht (vgl. BGH, Beschluss vom 24.11.1993, BLw 57/92, BGHZ 124, 199, 202, 203; vgl. auch BGH, Beschluss vom 29.11.1996, BLw 13/96, AgrarR 1997, 48, 50).
Diese insbesondere für die Umwandlung in eine Genossenschaft entwickelte Rechtsprechung (vgl. BGH, Beschluss vom 08.12.1995, BLw 28/95, AgrarR 1996, 51, 52; Beschluss vom 29.11.1996 a. a. O.) macht es erforderlich, dass jedes frühere LPG-Mitglied an der neuen Genossenschaft in demselben Verhältnis wie zuvor an der LPG beteiligt werden muss.
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