Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%2074,%20949
Timestamp: 2019-03-24 16:18:35
Document Index: 308754684

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 13', '§ 8', '§ 8', 'BGH', '§ 8', '§ 8', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 8', 'BGH', '§ 8', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 8', 'BGH', 'BGH']

BGH, 05.02.1974 - VI ZR 195/72 - dejure.org
Zur Regelung des Vorfahrtrechts bei abknickender Vorfahrt
StVO (a.F.) § 13; StVO (n.F.) § 8
Abknickende Vorfahrt - Vorfahrtstraße - Rechts vor links - Wartegebot - Stopschild - Wartepflicht - Haltelinie
NJW 1974, 949
MDR 1974, 656
VersR 1974, 600
DB 1974, 1668
JR 1974, 656
hatte der Erstbeklagten die Vorfahrt nach dem Grundsatz "rechts vor links" zu gewähren, da es sich - was auch der Kläger nicht in Abrede stellt - bei der Örtlichkeit um eine Einmündung im Sinne des § 8 Abs. 1 Satz 1 StVO handelt (zum Begriff der Einmündung vgl. stellv. BGH, Urteil vom 05.02.1974 - VI ZR 195/72, VersR 1974, 600;… Hentschel/König/Dauer, Straßenverkehrsrecht, 42. Aufl., § 8 StVO Rn. 34 m.w.N.) und die Erstbeklagte aus Sicht der Zeugin pp.
Dabei erstrecken sich die Pflichten nach § 8 Abs. 2 StVO nicht nur auf das sog. Einmündungsviereck (vgl. hierzu BGHSt 34, 127; BGH, Urteil vom 05.02.1974 - VI ZR 195/72, MDR 1974, 656), sondern darüber hinaus auch auf den Bereich, in dem sich die Fahrlinien der Fahrzeuge kreuzen, berühren oder bedrohlich nähern und der Vorfahrtsberechtigte dadurch in seiner Weiterfahrt behindert werden kann (vgl. Kammer, Urteil vom 01.02.2013 - 13 S 176/12, Zfs 2013, 378, jeweils m.w.N.).
Eine Einmündung liegt vor beim Zusammentreffen von Straßen mit nur einer Fortsetzung (BGH NJW 1974, 949).
Wenn aber mehrere Einmündungen so eng beieinander liegen, dass sie gewissermaßen einen einheitlichen Einmündungsbereich bilden und sich der aus der untergeordneten Straße einmündende Verkehr im Zeitpunkt der Kollision noch nicht in den vorfahrtsberechtigten Verkehr eingeordnet hatte, besteht noch keine Vorfahrt des einen gegenüber dem anderen (vgl. hierzu etwa BGH, Urteil vom 5. Februar 1974 - VI ZR 195/72, NJW 1974, 949; OLG Köln, VersR 1992, 249; OLG Stuttgart, NZV 1994, 440; OLG Bremen, DAR 1965, 179; OLG Hamburg, VRS 29, 126; OLG Hamm, VRS 17, 77).
Eine Einmündung im Sinne des § 8 StVO ist jedes Zusammentreffen von Straßen mit nur einer Fortsetzung (BGH NJW 1974, 949) und setzt zwei gleichberechtigte, dem fließenden Verkehr dienende Straßen voraus, von denen die eine in die andere einmündet (OLG Köln, Schaden-Praxis 1998, 199 f).
Die Vorfahrt- und Vorrangregelungen des § 8 StVO finden auch auf Parkplätzen jedenfalls dann Anwendung, soweit die dort angelegten Fahrspuren - wie hier - eindeutig Straßencharakter haben (BGH NJW 1974, 949).
Eine Kreuzung liegt vor, wenn zwei oder mehr öffentliche Straßen sich schneiden, so dass sich jede von ihnen über den Schnittpunkt hinaus, u.U. seitlich versetzt, fortsetzt (schon BGH, Urteil vom 5.2.1974, Az. VI ZR 195/12, NJW 74, 949).
Darüber hinaus darf der Arzt, sofern der Patient nicht offenbar die bevorstehende Operation für ganz ungefährlich hält, voraussetzen, daß dieser mit den mit jeder größeren, unter Narkose vorgenommenen Operation verbundenen allgemeinen Gefahren rechnet (Senatsurteilevom 12. Februar 1974 - VI ZR 141/72 - NJW 1974, 1422, 1423 = VersR 1974, 600 undvom 23. Oktober 1979 - VI ZR 197/78 - NJW 1980, 633, 635 [BGH 23.10.1979 - VI ZR 197/78] = VersR 1980, 68).
Denn zum einen ist eine Einmündung (vgl. auch § 8 Abs. 1 S. 1 StVO) im Sinne der Straßenverkehrsordnung grundsätzlich ein Zusammentreffen von Straßen mit nur einer Fortsetzung (vgl. schon BGH, Urteil vom 5. Februar 1974 - VI ZR 195/72, NJW 1974, 949, 950).
Den Vorfahrtbereich bildet das Einmündungsviereck und die linke Fahrbahnhälfte der untergeordneten Straße, das heißt die gesamte Kreuzungsfläche (BGH NJW 74, 949).
OLG Köln, 17.01.1984 - 3 U 100/82