Source: http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/nsgkoselmuehle
Timestamp: 2018-11-19 01:01:21
Document Index: 233121940

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 10', '§ 10', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 4', '§ 4', '§ 1', '§ 1', '§ 3', '§ 13', '§ 2', '§ 2', '§ 5']

(GVBl.II/06, [Nr. 11], S.121)
geändert durch Artikel 11 der Verordnung vom 19. August 2015
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche im Landkreis Spree-Neiße wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Koselmühlenfließ“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 112 Hektar. Es umfasst Flächen in folgenden Fluren:
Drebkau Greifenhain 2;
Drebkau Drebkau 6;
Drebkau Siewisch 1 bis 4;
Drebkau Casel 6;
Kolkwitz Krieschow 4;
Kolkwitz Glinzig 1, 2;
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in den in Anlage 3 dieser Verordnung aufgeführten Karten mit ununterbrochener roter Linie eingezeichnet; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Die in Anlage 3 Nr. 1 mit den Blattnummern 1 bis 3 aufgeführten topografischen Karten im Maßstab 1 : 10 000 ermöglichen die Verortung im Gelände. Maßgeblich für den Grenzverlauf ist die Einzeichnung in den in Anlage 3 Nr. 2 mit den Blattnummern 5 bis 9 aufgeführten Flurkarten sowie den in Anlage 3 Nr. 3 mit den Blattnummern 1 bis 4 und 10 aufgeführten Liegenschaftskarten (Auszug aus der Liegenschaftskarte).
(3) Die Verordnung mit Karten kann beim Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg, oberste Naturschutzbehörde, in Potsdam sowie beim Landkreis Spree-Neiße, untere Naturschutzbehörde, von jedermann während der Dienstzeiten kostenlos eingesehen werden.
(1) Schutzzweck des Naturschutzgebietes als Niederung eines nährstoffarmen Tieflandbaches des Niederlausitzer Landrückens mit weitgehend naturnahem Verlauf ist
die Erhaltung, naturnahe Wiederherstellung und Entwicklung als Lebensraum wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere des Flut- und Wasserschwadenröhrichts sowie der Fluthahnenfußgesellschaften;
die Erhaltung und Entwicklung der Lebensräume wild lebender Pflanzenarten, darunter im Sinne von § 10 Abs. 2 Nr. 10 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützter Arten, beispielsweise der Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus);
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- beziehungsweise Rückzugsraum und potenzielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, insbesondere gefährdeter Säugetier-, Vogel-, Reptilien-, Fisch- und Libellenarten, die an aquatische Lebensräume gebunden sind, darunter im Sinne von § 10 Abs. 2 Nr. 10 und 11 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützte Arten wie Eisvogel (Alcedo atthis), Gebirgsstelze (Motacilla cinerea), Zauneidechse (Lacerta agilis), Ringelnatter (Natrix natrix), Erdkröte (Bufo bufo), Moorfrosch (Rana arvalis), Grasfrosch (Rana temporaria), Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo) und Zweigestreifte Quelljungfer (Cordulegaster boltonii);
die Erhaltung des weitgehend intakten Tieflandbaches mit seiner charakteristischen Fauna und Flora wegen seiner Seltenheit und besonderen Eigenart als naturraumtypisches Gewässer;
die Erhaltung aus wissenschaftlichen Gründen zur Beobachtung und Erforschung von Arten und Lebensgemeinschaften der Fließgewässer;
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als wesentlichen Teil des überregionalen Biotopverbundes zwischen Niederlausitzer Landrücken und Spreewald.
(2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Koselmühlenfließ“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes) mit seinen Vorkommen von
Flüssen der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion, Feuchten Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe und Alten bodensauren Eichenwäldern auf Sandebenen mit Quercus robur als natürliche Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes;
Fischotter (Lutra lutra), Kammmolch (Triturus cristatus) und Grüner Keiljungfer (Ophiogomphus cecilia) als Arten von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 10 des Bundesnaturschutzgesetzes, einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume.
Grünland als Wiese oder Weide genutzt wird und die jährliche Zufuhr an Pflanzennährstoffen über Dünger inklusive der Exkremente von Weidetieren je Hektar Grünland die Menge nicht überschreitet, die dem Nährstoffäquivalent des Dunganfalls von 1,4 Großvieheinheiten (GVE) entspricht, ohne chemisch-synthetische Stickstoffdüngemittel oder Sekundärrohstoffdünger einzusetzen; im Übrigen gilt § 4 Abs. 1 Nr. 16,
bei der Nutzung der Ackerflächen der Einsatz von chemisch-synthetischen Düngemitteln, Gülle, Herbiziden und Insektiziden unzulässig ist,
bei der Ausbringung von Düngemitteln ein Abstand von mindestens fünf Metern zur Mittelwasserlinie von wasserführenden Gräben und anderen Gewässern einzuhalten ist,
§ 4 Abs. 2 Nr. 22 und 23 gilt. Bei Schädigung der Grasnarbe ist eine umbruchlose Nachsaat mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde zulässig.
Die Maßgabe des Buchstaben a gilt nicht für das Grünland auf den Flächen der Gemarkung Krieschow, Flur 4, Flurstücke 39 bis 52 und Gemarkung Glinzig, Flur 2, Flurstücke 94 und 97;
die den in § 1b Abs. 5 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes genannten Anforderungen entsprechende forstwirtschaftlichen Bodennutzung auf den bisher rechtmäßig dafür genutzten Flächen mit der Maßgabe, dass
bei der Wiederaufforstung nur Arten der potenziell natürlichen Vegetation eingebracht werden dürfen, wobei nur heimische Baumarten unter Ausschluss eingebürgerter Arten zu verwenden sind. Nebenbaumarten dürfen dabei nicht als Hauptbaumart eingesetzt werden,
das Befahren hydromorpher Böden sowie von Böden mit einem hohen Anteil an feinkörnigem Substrat nur bei Frost oder Trockenperioden auf dauerhaft gekennzeichneten Rückegassen erfolgt,
die den in § 1b Abs. 6 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes genannten Anforderungen in Verbindung mit dem Fischereigesetz für das Land Brandenburg entsprechende fischereiwirtschaftliche Nutzung des Koselmühlenfließes mit der Maßgabe, dass
der Fischbesatz nur mit heimischen Arten erfolgt und dabei eine Gefährdung der in § 3 Abs. 1 und 2 genannten Arten ausgeschlossen ist; § 13 der Brandenburgischen Fischereiordnung bleibt unberührt;
die rechtmäßige Ausübung der Angelfischerei an dem in der topografischen Karte gemäß § 2 Abs. 2 im Maßstab 1 : 10 000 eingezeichneten Gewässerabschnitt nördlich der Straßenbrücke Kackrow mit der Maßgabe, dass
die Angelfischerei in dem in der topografischen Karte gemäß § 2 Abs. 2 im Maßstab 1 : 10 000 eingezeichneten Bereich von der Straßenbrücke Kackrow bis zur Bahnlinie Calau-Kolkwitz-Cottbus ausschließlich als Salmoniden-Angelfischerei zulässig ist,
das Anfüttern verboten ist;
die rechtmäßige Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, dass die Fallenjagd mit Lebendfallen und nur mit Genehmigung durch die untere Naturschutzbehörde erfolgt,
Im Übrigen bleiben Ablenkfütterungen und Fütterungen in Notzeiten sowie die Anlage von Wildwiesen und Wildäckern unzulässig;
Folgende Pflege- Entwicklungs- und Wiederherstellungsmaßnahmen werden als Zielvorgabe benannt:
bestehende ökomorphologische Beeinträchtigungen des Gewässers sollen abgebaut und die Durchgängigkeit wieder hergestellt werden;
im Bereich der Mündung des Koselmühlenfließes in den Priorgraben soll in Abhängigkeit von der jeweils aktuellen bergbaulichen Beeinflussung eine Mindestabflussmenge gesichert werden;
Ackerflächen entlang des Koselmühlenfließes sollen stillgelegt oder in Grünland umgewandelt werden.
§ 5 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe a, b und e dieser Verordnung tritt am 1. Juli 2006 in Kraft. Im Übrigen tritt diese Verordnung am Tage nach der Verkündung in Kraft.
Flurstücksliste zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Koselmühlenfließ“
Greifenhain 2 406 (anteilig), 410, 421, 423, 424, 425/3, 479 (anteilig), 573 (anteilig), 611;
Drebkau 6 33, 35 (anteilig), 80, 81, 83, 84;
Siewisch 1 6 (anteilig), 7 (anteilig), 21 bis 23 (jeweils anteilig), 24/1, 25 (anteilig), 26 (anteilig), 28 (anteilig), 29 (anteilig), 30/1 (anteilig), 30/2 (anteilig), 31 (anteilig), 32/1, 32/2, 33/1, 33/2, 186 (anteilig), 188 (anteilig);
Siewisch 2 68 (anteilig), 72 (anteilig), 73, 74, 75 (anteilig);
Siewisch 3 42 (anteilig), 43 (anteilig), 44/1 (anteilig), 44/2 (anteilig), 45, 46 (anteilig), 48 (anteilig), 50 (anteilig), 52 (anteilig), 55 (anteilig), 56 (anteilig), 57/1 bis 57/3 (jeweils anteilig), 60 (anteilig), 63 (anteilig), 64 (anteilig), 255, 256 bis 261, 262 (anteilig), 263, 264 (anteilig), 266 (anteilig), 267 (anteilig), 269, 271, 274 (anteilig), 276 bis 278 (jeweils anteilig), 282 bis 284, 285/1, 285/2, 286 bis 289, 291/1, 291/2, 292 bis 295, 296 (anteilig), 300 (anteilig);
Siewisch 4 4 bis 9, 44, 45/1 bis 45/4, 46 bis 49, 64/2, 65/2, 66/2, 67/2, 71 bis 87, 88/1, 88/2, 89/1, 89/2, 90 bis 93, 94/1, 94/2, 96, 98, 99, 113 (anteilig), 115/1 bis 115/3 (jeweils anteilig), 117 bis 119, 120/1, 120/2 (anteilig), 121 bis 126 (jeweils anteilig), 131(anteilig), 132 (anteilig);
Krieschow 4 5 (anteilig), 6 (anteilig), 7/1, 7/2, 8 bis 13 (jeweils anteilig), 34 bis 36 (jeweils anteilig), 39 bis 43, 44 bis 52 (jeweils anteilig), 304 bis 312 (jeweils anteilig), 313, 314 bis 319 (jeweils anteilig), 334 bis 336 (jeweils anteilig), 343/1 (anteilig), 344 (anteilig), 346 (anteilig), 347/2 (anteilig), 348 bis 352 (jeweils anteilig), 353/1 (anteilig), 354 (anteilig), 355/1 (anteilig), 356 (anteilig), 358 (anteilig), 359 (anteilig), 360/3 (anteilig), 361/1, 361/2, 362 (anteilig), 363 (anteilig), 416 (anteilig), 571 (anteilig), 573 (anteilig), 575 (anteilig), 577 (anteilig), 579 (anteilig), 581 (anteilig), 583 (anteilig), 585 (anteilig), 587 (anteilig), 589 (anteilig), 591 (anteilig), 593 (anteilig), 595 (anteilig);
Glinzig 1 21 (anteilig), 32, 222 (anteilig), 223 (anteilig), 233 bis 235 (jeweils anteilig), 255 (anteilig), 258/9 (anteilig), 276 (anteilig), 321 (anteilig), 324 (anteilig), 325, 326 (anteilig), 327, 328 (anteilig), 329, 330 (anteilig), 331, 418 (anteilig), 420, 421, 427 (anteilig);
Glinzig 2 4 bis 5 (jeweils anteilig), 7, 40 (anteilig), 41 (anteilig), 48 (anteilig), 49, 53 bis 58 (anteilig), 60 bis 62 (jeweils anteilig), 64 (anteilig), 65 (anteilig), 67 (anteilig), 68 (anteilig), 69/2 (anteilig), 70/3 (anteilig), 71/2 (anteilig), 94 (anteilig), 95 bis 99, 104 (anteilig), 105, 121 (anteilig);
Casel 6 90, 91, 97, 100 bis 116 (jeweils anteilig), 149 bis 156 (jeweils anteilig), 158 bis 160, 163, 164, 221, 222 (anteilig), 223 (anteilig), 226, 227, 234, 235, 238 bis 240, 243 bis 246, 254, 255, 261, 262, 265 bis 267, 270, 271, 277-279, 282, 283, 286, 287 (anteilig), 288, 291 (anteilig);
Limberg 1 414 bis 417 (jeweils anteilig), 466 bis 472 (jeweils anteilig), 474/1, 474/2, 475, 476 bis 491 (jeweils anteilig).
Topografische Karte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Koselmühlenfließ“
1 unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 7 des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz (MLUV), am 12. April 2006
2 unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 7 des MLUV, am 12. April 2006
3 unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 7 des MLUV, am 12. April 2006
5 Casel 6 1 : 5 000 Flurkarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Koselmühlenfließ“ unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 7 des MLUV,
am 12. April 2006006
6 Siewisch 4 1 : 3 000 Flurkarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Koselmühlenfließ“ unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 7 des MLUV,
7 Siewisch 3 1 : 3 000 Flurkarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Koselmühlenfließ“ unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 7 des MLUV,
8 Siewisch 2 1 : 3 000 Flurkarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Koselmühlenfließ“ unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 7 des MLUV,
9 Siewisch 1 1 : 3 000 Flurkarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Koselmühlenfließ“ unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 7 des MLUV,
Glinzig 1
1 1 : 1 500 Auszug aus der Liegenschaftskarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Koselmühlenfließ“ unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 7 des MLUV, am 12. April 2006
2 Limberg
4 1 : 1 500 Auszug aus der Liegenschaftskarte zur Verordnung
über das Naturschutzgebiet „Koselmühlenfließ“ unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 7 des MLUV, am 12. April 2006
3 Glinzig
Krieschow 2
4 1 : 1 500 Auszug aus der Liegenschaftskarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Koselmühlenfließ“ unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 7 des MLUV, am 12. April 2006
4 Glinzig
10 Greifenhain
6 1 : 1 500 Auszug aus der Liegenschaftskarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Koselmühlenfließ“
unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 7 des MLUV, am 12. April 2006