Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20183,%20197
Timestamp: 2020-03-28 10:04:30
Document Index: 254338886

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1578', '§ 323', '§ 36', '§ 1578', '§ 323', '§ 36', '§ 1578', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1569', 'BGH', '§ 1581', 'BGH', '§ 323', '§ 238', '§ 36', '§ 323', 'BGH', '§ 1573', '§ 36', 'BGH', 'BGH', '§ 36', 'BGH', '§ 1573', 'BGH', 'BGH', '§ 1573', '§ 1578', 'BGH', '§ 7', 'BGH', 'BGH', '§ 36', '§ 323', 'BGH']

BGH, 18.11.2009 - XII ZR 65/09 - dejure.org
https://dejure.org/2009,109
BGH, 18.11.2009 - XII ZR 65/09 (https://dejure.org/2009,109)
BGH, Entscheidung vom 18.11.2009 - XII ZR 65/09 (https://dejure.org/2009,109)
BGH, Entscheidung vom 18. November 2009 - XII ZR 65/09 (https://dejure.org/2009,109)
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§§ 1578b, 1578, 1609 BGB; § 323 ZPO; § 36 EGZPO
Zur Gleichbehandlung der Unterhaltsansprüche aus erste und zweiter Ehe in Bezug auf den Unterhaltsbedarf
BGB §§ 1578, 1578b, 1609; ZPO § 323; EGZPO § 36
Rollenverteilungsabrede in Zweitehe wirkt nicht zulasten der Unterhaltsansprüche der ersten Ehefrau; Gleichbehandlung von Unterhaltsansprüchen aus erster und zweiter Ehe im Hinblick auf den Unterhaltsbedarf
Bemessung des Unterhaltsbedarfs eines geschiedenen Ehegatten nach Drittelmethode bei Wiederverheiratung des unterhaltspflichtigen Ehegatten; Änderung der wesentlichen Verhältnisse durch Inkrafttreten des § 1578b BGB am 1. Januar 2008; Bemessung des Unterhalts des neuen ...
Unterhalt: Gleichbehandlung von Unterhaltsansprüchen aus erster und zweiter Ehe
Unterhalt: Gleicher Maßstab für alle
Familienrecht - Gleichbehandlung von Unterhaltsansprüchen aus erster und zweiter Ehe im Hinblick auf den Unterhaltsbedarf
Neue Ehefrau muss notfalls arbeiten - Unterhaltsansprüche aus erster und zweiter Ehe sind gleich zu behandeln
Gleichbehandlung von Ansprüchen aus erster und zweiter Ehe
Familienrecht: Unterhaltsbedarf: Gleichbehandlung von Unterhaltsansprüchen aus erster und zweiter Ehe
Ehegattenunterhalt: Ansprüche aus erster und zweiter Ehe werden gleich behandelt - es wird gedrittelt
Hypothetischer Unterhaltsanspruch der neuen Ehefrau
Änderung der Rechtsprechung zum Ehegattenunterhalt bei erneuter Heirat des Unterhaltsschuldners ("Zweitehe")
tp-partner.com (Entscheidungsbesprechung)
Gleichbehandlung von Unterhaltsansprüchen aus erster und zweiter Ehe im Hinblick auf den Unterhaltsbedarf // BGH kürzt Unterhalt der geschiedenen zugunsten neuer Ehefrau
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 18.11.2009, Az.: XII ZR 65/09 (Ehegattenunterhalt/Eheliche Lebensverhältnisse/Wiederheiratung des Unterhaltspflichtigen/Erwerbsobliegenheit des neuen Ehegatten/Drittelmethode)" von Redaktion FuR, original erschienen in: FuR 2010 ...
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 18.11.2009, Az.: XII ZR 65/09 (Bemessung des Unterhalts des neuen Ehegatten)" von RAin Gisela Kühner, original erschienen in: FamRB 2010, 33 - 34.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 18.11.2009, Az.: XII ZR 65/09 (Gleichbehandlung von Unterhaltsansprüchen aus erster und zweiter Ehe im Hinblick auf den Unterhaltsbedarf)" von RiinOLG Dr. Regina Bömelburg, original erschienen in: FF 2010, 64 - 76.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH v. 18.11.2009 - XII ZR 65/09 (Gleichbehandlung von Unterhaltsansprüchen aus erster und zweiter Ehe beim Unterhaltsbedarf, Präklusion bei Befristungsentscheidungen)" von wauRiAG Dr. Wolfram Viefhues, original erschienen in: ZFE 2010 Heft ...
Er geht inzwischen zudem weiter davon aus, dass für die Bemessung des von dem zweiten Ehepartner erzielten Einkommens nicht die in der zweiten Ehe gewählte Rollenverteilung ausschlaggebend ist, sondern dass dem nachfolgenden Ehepartner dasjenige Einkommen anzurechnen ist, welches er im Falle der Scheidung seiner eigenen Ehe mit dem Unterhaltspflichtigen nach § 1569 BGB zu erzielen verpflichtet wäre (vgl. BGHZ 183, 197 ).
Weil sein Unterhaltsanspruch im Rahmen der Unterhaltskonkurrenz mit dem geschiedenen Ehegatten nach den §§ 1581, 1609 Nr. 2 BGB als hypothetischer nachehelicher Unterhalt zu bemessen ist, ist dann ein von ihm erzielbares Einkommen zu berücksichtigen (vgl. Senatsurteil BGHZ 183, 197 = FamRZ 2010, 111 Rn. 46 ff.).
Dazu zählen auch die Erwerbsfähigkeit der neuen Ehefrau und das von ihr erzielbare Einkommen (vgl. Senatsurteil vom 18. November 2009 - XII ZR 65/09 - FamRZ 2010, 111 Tz. 46 ff.).
Soweit das Berufungsgericht im Rahmen der Dreiteilung auf Seiten der neuen Ehefrau des Beklagten trotz des Alters der im März 1999 und August 2001 geborenen gemeinsamen Kinder lediglich ein Erwerbseinkommen aus der tatsächlich vorhandenen Erwerbstätigkeit im Umfang von 16 Stunden wöchentlich berücksichtigt hat, belastet dies den Beklagten ebenfalls nicht (zur Erwerbspflicht vgl. Senatsurteil vom 18. November 2009 - XII ZR 65/09 - FamRZ 2010, 111 Tz. 59 f.).
Bei der Abänderung einer vor dem 1. Januar 2008 geschlossenen Vereinbarung zum Aufstockungsunterhalt ist das nicht der Fall (im Anschluss an Senatsurteil vom 18. November 2009, XII ZR 65/09, FamRZ 2010, 111).
Dass sich die Sachlage seit dem Vergleichsabschluss nicht wesentlich verändert hat, wovon hier aufgrund der Feststellungen des Berufungsgerichts allerdings auszugehen sein dürfte, steht also anders als regelmäßig bei einem Urteil (dazu vgl. Senatsurteil vom 18. November 2009 - XII ZR 65/09 - FamRZ 2010, 111 Tz. 17 ff.) der Abänderung eines Vergleichs nicht ohne weiteres im Wege.
Dass der Senat in ständiger Rechtsprechung bei der Abänderung eines Urteils für die Präklusion nach § 323 Abs. 2 ZPO a.F. (vgl. § 238 Abs. 2 FamFG) nicht darauf abstellt, ob die Voraussetzungen der Unterhaltsbegrenzung bereits eingetreten waren, sondern darauf, ob die Gründe für eine Unterhaltsbegrenzung bereits zuverlässig vorauszusehen waren (zuletzt Senatsurteil vom 18. November 2009 - XII ZR 65/09 - FamRZ 2010, 111, 117 m.w.N.), lässt sich auf die Abänderung von Prozessvergleichen nicht ohne weiteres übertragen.
§ 36 Nr. 1, 2 EGZPO stellt in diesem Fall die Abänderung unter die einschränkende weitere Voraussetzung der Zumutbarkeit und enthält im Übrigen lediglich die Klarstellung, dass die Gesetzesänderung, soweit sie zu einer Änderung der wesentlichen Verhältnisse führt, einen Abänderungsgrund im Sinne von § 323 Abs. 1 ZPO darstellt (Senatsurteil vom 18. November 2009 - XII ZR 65/09 - FamRZ 2010, 111 Tz. 16).
Dem liegt die allgemeine Billigkeitserwägung zugrunde, dass der neue Ehegatte des Unterhaltspflichtigen seine Erwerbsmöglichkeiten in gleicher Weise ausschöpfen soll, wie es auch von dem geschiedenen Ehegatten in einer vergleichbaren Lebenssituation erwartet werden würde (vgl. Senatsurteil BGHZ 183, 197 = FamRZ 2010, 111 Rn. 49).
Die Rechtsprechung des Senats hat sich mit Urteil vom 12. April 2006 (XII ZR 240/03 - FamRZ 2006, 1006), also nach Abschluss des Vorprozesses, dahin geändert, dass es schon bei der nach § 1573 Abs. 5 BGB aF anzustellenden Billigkeitsabwägung nicht mehr vorrangig auf die Dauer der Ehe ankam, sondern auf die dem Unterhaltsberechtigten entstandenen ehebedingten Nachteile (Senatsurteil vom 18. November 2009 - XII ZR 65/09 - FamRZ 2010, 111 Rn. 60 …und vom 27. Januar 2010 - XII ZR 100/08 - FamRZ 2010, 538 Rn. 22).
Auch § 36 Nr. 1 EGZPO bietet in diesem Fall keine eigenständige Abänderungsmöglichkeit (im Anschluss an Senatsurteil, BGH, 18. November 2009, XII ZR 65/09, BGHZ 183, 197 = FamRZ 2010, 111).
Der für das Unterhaltsrechtsänderungsgesetz vom 21. Dezember 2007 getroffenen Regelung in § 36 Nr. 1, 2 EGZPO kommt insoweit nur eine klarstellende Funktion zu (BGHZ 183, 197 = FamRZ 2010, 111 Rn. 16).
a) Die maßgebliche Änderung seiner Rechtsprechung hat der Senat hinsichtlich der Gewichtung von Ehedauer und ehebedingten Nachteilen im Rahmen der Befristung (§ 1573 Abs. 5 BGB aF) bereits durch sein Urteil vom 12. April 2006 (XII ZR 240/03 - FamRZ 2006, 1006) vollzogen (…Senatsurteile BGHZ 177, 356 = FamRZ 2008, 1911 Rn. 62; BGHZ 183, 197 = FamRZ 2010, 111 Rn. 60 …und vom 27. Januar 2010 - XII ZR 100/08 - FamRZ 2010, 538 Rn. 22; ebenso OLG Dresden FamRZ 2008, 2135; OLG Bremen NJW 2008, 3074; OLG München FamRZ 2009, 1154; OLG Hamm FPR 2009, 374; OLG Stuttgart FamRZ 2009, 788; OLG Karlsruhe FamRZ 2009, 1160).
Für den Fall, dass der Unterhaltsanspruch allein auf § 1573 Abs. 2 BGB (Aufstockungsunterhalt) beruht und zuletzt im Jahr 2007 durch Urteil festgelegt wurde, hat der Senat bereits entschieden, dass sich aus dem Inkrafttreten des § 1578 b BGB am 1. Januar 2008 für sich genommen noch keine Änderung der wesentlichen Verhältnisse ergibt (Senatsurteile BGHZ 183, 197 = FamRZ 2010, 111 Rn. 60, 62 f. …und vom 27. Januar 2010 - XII ZR 100/08 - FamRZ 2010, 538 Rn. 34; aA OLG Stuttgart FamRZ 2009, 53, 55; OLG Celle FamRZ 2009, 2105; Graba FPR 2008, 100, 103;… unrichtig insoweit Hamm Strategien im Unterhaltsrecht 2. Aufl. § 7 Rn. 64).
Er hat durch die Streichung der einschränkenden Formulierung demnach keine sachliche Änderung vorgenommen, sondern das Gesetz lediglich entsprechend klargestellt (vgl. Senatsurteile BGHZ 183, 197 = FamRZ 2010, 111 Rn. 60 …und vom 27. Januar 2010 - XII ZR 100/08 - FamRZ 2010, 538 Rn. 34; BT-Drucks. 16/1830 S. 18 ff.).
Wie der Senat bereits entschieden hat (BGHZ 183, 197 = FamRZ 2010, 111 - Rn. 62, 63), eröffnet § 36 Nr. 1 EGZPO keine eigenständige Abänderungsmöglichkeit, sondern stellt lediglich klar, dass die Gesetzesänderung ein Anwendungsfall des § 323 Abs. 1 ZPO (aF) ist.
Unterhaltsabänderung: Abänderung eines Unterhaltstitels auf Antrag des …
BGH, 11.03.2010 - IX ZR 2/08
Rechtsanwaltshaftung: Maßgeblichkeit der Rechtslage im Ausgangsprozess
AG Münster, 24.06.2010 - 46 F 127/09
Drittelmethode, Betreuungsunterhalt, Erwerbsobliegenheit, Verkäuferin