Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHSt%2062,%20155
Timestamp: 2020-02-27 21:52:39
Document Index: 189515248

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 21', '§ 316', '§ 318', '§ 327', '§ 21', '§ 316', '§ 318', '§ 327', '§ 21', '§ 121', '§ 21', '§ 337', '§ 318', '§ 316', '§ 327', '§ 344', '§ 316', '§ 353', '§ 344', '§ 21', '§ 316', '§ 318', '§ 327', '§ 121', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 318', '§ 318', '§ 344', '§ 318', '§ 318', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 318', '§ 318', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 327', '§ 353', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 318', '§ 318', 'BGH', 'BGH', '§ 318', 'BGH', '§ 318', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 21', '§ 121', '§ 243', 'BGH']

BGH, 27.04.2017 - 4 StR 547/16 - dejure.org
https://dejure.org/2017,21536
BGH, 27.04.2017 - 4 StR 547/16 (https://dejure.org/2017,21536)
BGH, Entscheidung vom 27.04.2017 - 4 StR 547/16 (https://dejure.org/2017,21536)
BGH, Entscheidung vom 27. April 2017 - 4 StR 547/16 (https://dejure.org/2017,21536)
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§ 21 Abs. 1 Nr. 1 StVG; § 316 Abs. 1 StPO; § 318 Satz 1 StPO; § 327 StPO
Fahren ohne Fahrerlaubnis; Hemmung der Rechtskraft; Berufungsbeschränkung (Wirksamkeit der Beschränkung auf den Rechtsfolgenausspruch); Umfang der Urteilsprüfung (sog. umgebende Feststellungen)
StVG § 21 Abs. 1 Nr. 1; StPO § 316 Abs. 1, § 318 Satz 1, § 327
§ 21 Abs. 1 Nr. 1 StVG, § ... 349 Abs. 2 StPO, § 121 Abs. 2 Nr. 1 GVG, § 21 Absatz 1 Nummer 1 StVG, § 337 StPO, § 318 Satz 1 StPO, § 316 Abs. 1, § 327 StPO, § 344 Abs. 2 StPO, § 316 Abs. 1 StPO, § 353 Abs. 2 StPO, § 344 Abs. 1 StPO
§ 21 Abs 1 Nr 1 StVG, § 316 Abs 1 StPO, § 318 S 1 StPO, § 327 StPO, § 121 Abs 2 Nr 1 GVG
Beantwortung einer Divergenzvorlage: Zulässigkeit der Berufungsbeschränkung auf den Rechtsfolgenausspruch bei einer Verurteilung wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis
Zulässigkeit der Berufungsbeschränkung auf den Rechtsfolgenausspruch bei einer Verurteilung wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis
Fahren ohne Fahrerlaubnis: Beschränkte Berufung auch bei knappen Feststellungen möglich
Beschränkung einer Berufung auf den Rechtsfolgenausspruch im Fall einer Verurteilung wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis; Anforderungen an die Feststellungen zum Tatgeschehen in einem amtsrichterlichen Urteil wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis ...
Fahren ohne Fahrerlaubnis braucht gar nicht so viele Feststellungen
Wirksame Beschränkung der Berufung auf den Rechtsfolgenausspruch
Kurznachricht zu "Fahren ohne Fahrerlaubnis - Berufungsbeschränkung auf Rechtsfolgenausspruch - Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 27.04.2017" von Prof. Dr. Jan Zopfs, original erschienen in: NJW 2017, 2482 - 2484.
BGHSt 62, 155
NJW 2017, 2482
NStZ 2018, 367
NZV 2017, 433
StV 2018, 400
Infolgedessen ist etwa eine den Schuldspruch unberührt lassende isolierte Anfechtung des Strafausspruchs nach ständiger Rechtsprechung dem Grunde nach möglich (vgl. BGH, Urteil vom 2. Februar 2017 - 4 StR 481/16, NStZ-RR 2017, 105, 106; Beschluss vom 27. April 2017 - 4 StR 547/16, BGHSt 62, 155, 161 mwN), wohingegen eine vom Strafausspruch losgelöste Anfechtung des Schuldspruchs ausgeschlossen ist (vgl. OLG Stuttgart NJW 1982, 897, 898;… KK-StPO/Paul, aaO, § 318 Rn. 7;… KMR-StPO/Brunner, 92. EL, § 318 Rn. 29;… LR-StPO/Franke, 26. Aufl., § 344 Rn. 29;… LR-StPO/Gössel, aaO, § 318 Rn. 62;… Meyer-Goßner/Schmitt, aaO, § 318 Rn. 14;… Sarstedt/Hamm, Die Revision in Strafsachen, 5. Aufl., S. 71 f.).
Fehlt es an einem rechtskräftigen Schuldspruch, ist dem Revisionsgericht die Nachprüfung des Rechtsfolgenausspruchs schon mangels eines vorgegebenen Strafrahmens nicht möglich, fehlt es an Feststellungen, kann das Revisionsgericht Art und Umfang der Schuld nicht im notwendigen Maße nachprüfen (vgl. auch BGH, Beschluss vom 27. April 2017 - 4 StR 547/16, BGHSt 62, 155, 161 f. mwN; BayObLGSt 1994, 253).
Dies gilt auch dann, wenn bei einem Dauergeschehen der Umfang der Tathandlung nach den erstinstanzlichen Urteil offen bleibt (Anschluss an: BGH, Beschl. v. 27.04.2017 - 4 StR 547/16 = NJW 2017, 2482 = StraFo 2017, 280;… Aufgabe der bisherigen Rechtsprechung: OLG Bamberg, Urt. v. 11.03.2015 - 3 OLG 8 Ss 16/15 = VM 2015, Nr. 21 = DAR 2015, 273 = BA Bd. 52 [2015], 217 = OLGSt StPO § 318 Nr. 25 m.w.N.).
b) Die Berufungsbeschränkung auf den Rechtsfolgenausspruch (§ 318 S. 1 StPO) hinsichtlich der genannten Fälle ist trotz der knappen Feststellungen des AG zum Tatgeschehen, die nähere Ausführungen zum zeitlichen Ausmaß der jeweiligen sexuellen Handlungen vermissen lassen, rechtswirksam (vgl. hierzu BGH, Beschluss vom 27.04.2017 - 4 StR 547/16 = NJW 2017, 2482 = StraFo 2017, 280).
Für die neue Hauptverhandlung weist der Senat darauf hin, dass ergänzende Feststellungen zum zeitlichen Umfang der jeweils begangenen sexuellen Handlung trotz der wirksamen Berufungsbeschränkung zulässig (vgl. hierzu BGH, Beschluss vom 27.04.2017 - 4 StR 547/16 = NJW 2017, 2482 = StraFo 2017, 280) und zur sachgerechten Bestimmung der Schuldumfangs und des verwirklichten Unrechts auch geboten sind.
Eine Änderung dieser Rechtsprechung ist namentlich nicht durch die Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 27. April 2017 (BGHSt 62, 155 = NJW 2017, 2482) veranlasst.
Unwirksam ist eine erklärte Berufungsbeschränkung namentlich dann, wenn die dem Schuldspruch im angefochtenen Urteil zugrunde liegenden Feststellungen tatsächlicher und rechtlicher Art unklar, lückenhaft, widersprüchlich oder so dürftig sind, dass sich Art und Umfang der Schuld nicht in dem zur Überprüfung des Strafausspruchs notwendigen Maße bestimmen lassen (BGH NJW 2017, 2482 [2483] = StraFo 2017, 280 = NZV 2017, 433; s. weiter SenE v. 28.10.2003 - Ss 464/03 - SenE v. 10.02.2004 - Ss 36/04 - SenE v. 14.05.2004 - Ss 161/04 - SenE v. 30.07.2004 - Ss 323/04 - SenE v. 10.09.2004 - 8 Ss 376/04 - SenE v. 06.12.2005 - 81 Ss 58/05 - SenE v. 02.10.2015 - III-1 RVs 188/15 -).
Zur Unwirksamkeit der Beschränkung können davon ausgehend unzureichende Feststellungen zur subjektiven Tatseite führen (vgl. die - in der Entscheidung BGH NJW 2017, 2482 zustimmend in Bezug genommene - Entscheidung BayOblG NStZ-RR 2003, 310; SenE v. 19.03.2002 - Ss 98/02).
Es ist - entgegen der offenbar von der Berufungsstrafkammer vertretenen Rechtsmeinung - nicht erkennbar, dass diese Judikatur durch die bereits genannte Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 27. April 2017 (NJW 2017, 2482), der sich der Senat zwischenzeitlich mehrfach angeschlossen hat (SenE v. 19.09.2017 - III-1 RVs 200/17; SenE v. 26.01.2018 - III-1 RVs 3/18; SenE v. 26.01.2018 - III-1 RVs 4/18 - s. auch [zu einer Änderung der Schuldform] OLG Hamm B. v. 14.07.2017 - 2 Rv 8 Ss 420/17 - bei burhoff.de; s. weiter OLG Bamberg B. v. 09.10.2017 - 3 OLG 6 Ss 94/17 = NStZ-RR 2017, 369 [L] = BeckRS 2017 127410) eine Änderung erfahren hätte.
Ein sachlicher Unterschied zwischen beiden Konstellationen besteht nicht (s. BGH NJW 2017, 2482 [2484 - Tz. 22];… Meyer-Goßner/Schmitt, StPO, 60. Auflage 2017, § 327 Rz. 6, wo im Kontext mit der Berufungsbeschränkung umstandslos auf Judikatur zur Aufrechterhaltung von Feststellungen im Rahmen von § 353 Abs. 2 StPO Bezug genommen wird).
Revision gegen eine Verurteilung wegen versuchten Betruges in Tateinheit mit …
Dazu sind die Feststellungen zu Tatzeit, Tatort, Fahrzeugmarke, Fehlen einer Fahrerlaubnis des Angeklagten und dessen Wissen um diese Umstände ausreichend (vgl. BGH, Beschluss vom 27. April 2017 - 4 StR 547/16, BGHSt 62, 155, 162).
Soweit die Revisionsbegründung rügt, die Feststellungen zum Wirkstoffgehalt des sichergestellten Betäubungsmittels beruhten nicht "auf einer festen Tatsachengrundlage", ordnet der Senat die Frage, ob insoweit ausreichende Feststellungen basierend auf einer revisionsrechtlich nicht zu beanstandenen Beweiswürdigung getroffen wurden, im Lichte der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 27. April 2017 - 4 StR 547/16 (juris) - dem Rechtsfolgenausspruch zu.
Voraussetzung für die Wirksamkeit einer Beschränkung der Berufung auf den Rechtsfolgenausspruch ist, dass die Feststellungen des angefochtenen Urteils so umfassend sind, dass sie den Schuldspruch tragen und eine hinreichende Grundlage für die Beurteilung der Rechtsfolgen bilden (vgl. BGH, Beschluss vom 27.04.2017 - 4 StR 547/16 -, NJW 2017, 2482 ;… Meyer-Goßner/Schmitt, a.a.O., § 318 Rn. 16 mwN;… KK-StPO/Paul, 8. Aufl. 2019, StPO § 318 Rn. 7a mwN).
Die Beschränkung der Berufung auf den Rechtsfolgenausspruch ist grundsätzlich zulässig (BGH, Beschluss vom 27. April 2017 - 4 StR 547/16 -, BGHSt 62, 155, Rn. 20 juris m.w.N.; Senat, Beschluss vom 3. April 2018, Az.: 2 Rev 32/18) und setzt in materieller Hinsicht außer der hier gegebenen Trennbarkeit (…vgl. allgemein dazu Meyer-Goßner/ Schmitt , § 318 Rn. 6 m.w.N.) voraus, dass die dem Schuldspruch im angefochtenen Urteil zugrunde liegenden Feststellungen tatsächlicher und rechtlicher Art weder unklar, lückenhaft, widersprüchlich noch so dürftig sind, dass sich Art und Umfang der Schuld nicht in dem zur Überprüfung des Strafausspruchs notwendigen Maße bestimmen lassen (…vgl. BGH, a.a.O., m.w.N.).
Die dem Rechtsmittelberechtigten in § 318 Satz 1 StPO eingeräumte Verfügungsmacht über den Umfang der Anfechtung gebietet es vielmehr, den in Rechtsmittelerklärungen zum Ausdruck kommenden Gestaltungswillen im Rahmen des rechtlich Möglichen zu respektieren (BGH, Beschluss vom 27. April 2017 - Az.: 4 StR 547/16 -, Rn. 17; BGH, Beschluss vom 15. Mai 2001, Az.: 4 StR 306/00, BGHSt 47, 32; Senat, Beschluss vom 11. Mai 2016, Az.: 2 Rev 88/16;… OLG Oldenburg (Oldenburg), a.a.O., Rn. 19 juris).
OLG Koblenz, 04.12.2019 - 2 OLG 6 Ss 130/19
Weisungsverstoß, Führungsaufsicht, Urteilsgründe, Anforderungen
Unzulässig ist die Beschränkung daher dann, wenn die dem Schuldspruch im angefochtenen Urteil zugrunde liegenden Feststellungen tatsächlicher und rechtlicher Art unklar, lückenhaft, widersprüchlich oder so dürftig sind, dass sich Art und Umfang der Schuld nicht in dem zur Überprüfung des Strafausspruchs notwendigen Maße bestimmen lassen oder unklar bleibt, ob sich der Angeklagte überhaupt strafbar gemacht hat (vgl. BGH, 4 StR 547/16 v. 27.04.2017 in NJW 2017, 2482 m.w.N.; Senat, 2 ss 150/12 v. 18.03.2013 in NZV 2013, 411 m.w.N.).
OLG Rostock, 16.08.2019 - 20 RR 16/19
Urlaub des Richters als zulässiger Vertretungsgrund
Denn das Berufungsgericht ist unter keinem verfahrensrechtlichen Gesichtspunkt daran gehindert - soweit erforderlich - eigene Feststellungen zu den Beweggründen der Tat und deren Gegebenheiten zu treffen und dadurch den für die Rechtsfolgenentscheidung maßgebenden Schuldumfang näher zu bestimmen (BGH, Beschluss vom 27.04.2017, Az.: 4 StR 547/16, Rn. 22, juris).
Das Gebot, dem prozessualen Gestaltungsrecht der Rechtsmittelbeschränkung weitestmöglich Geltung zu verschaffen, sofern und so lange die sich aus zwei Erkenntnissen zusammensetzende Entscheidung als widerspruchsfreies einheitliches Ganzes gelten kann (vgl. BGH Beschluss vom 27. April 2017, Az.: 4 StR 547/16, zur Berufungsbeschränkung auf den Rechtsfolgenausspruch bei Verurteilung wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis nach § 21 Abs. 1 Nr. 1 StVG), spricht für die vom Senat vertretene Position.
cc) Ein Erfordernis der Divergenzvorlage an den Bundesgerichtshof gemäß § 121 Abs. 2 Nr. 1 i.V.m. Abs. 1 Nr. 1.b) GVG ist hier schon deshalb nicht gegeben, weil, wie dargetan, die ausgeführte Rechtsfrage zur Behandlung der Tatsachenfeststellungen zur Gewerbsmäßigkeit nach § 243 Abs. 1 S. 2 Nr. 3 StGB hier nicht entscheidungserheblich ist (vgl. allgemein BGH, Beschluss vom 27. April 2017, Az.: 4 StR 547/16).
Fahrlässigkeitsvorwurf bei Fahren mit mehr als 0,5 Promille Alkohol
OLG Köln, 17.07.2018 - 1 RBs 197/18
Wirksamkeit der Beschränkung des Einspruchs gegen den Bußgeldbescheid auf die …