Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F26-05-2014-2C_815-2013
Timestamp: 2016-10-22 11:52:41
Document Index: 202066619

Matched Legal Cases: ['Art. 96', 'Art. 13', 'Art. 36', 'Art. 8', 'Art. 82', 'Art. 83', 'e contrario', 'Art. 86', 'Art. 90', 'Art. 89', 'BGE', 'BGE', 'Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 51', 'Art. 42', 'Art. 63', 'Art. 63', 'Art. 62', 'Art. 62', 'BGE', 'BGE', 'Art. 96', 'BGE', 'Art. 62', 'BGE', 'Art. 67', 'Art. 105', 'Art. 105', 'Art. 50', 'BGE', 'Art. 159', 'Art. 8', 'Art. 66', 'Art. 64', 'Art. 10']

2C_815/2013 (26.05.2014)
2C_815/2013 � � Urteil vom 26. Mai 2014
vertreten durch Rechtsanw�ltin Evelyne Suter,
Amt f�r Migration und Personenstand des Kantons Bern, Eigerstrasse 73, 3011 Bern,
Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2013.
A.________ (geb. 1968) ist kamerunische Staatsangeh�rige. In ihrem Heimatland heiratete sie im Jahr 2001 den Schweizer B�rger B.________ (geb. 1947) und reiste in der Folge in die Schweiz ein. Im Jahr 2003 zog sie die beiden Kinder C.________ (geb. 1990) und D.________ (geb. 1997) nach. Wie eine DNA-Analyse ergeben hat, ist Letztere nicht das leibliche Kind von A.________, doch wurde ihr dennoch eine Aufenthaltsbewilligung zwecks "Verbleib bei der Mutter" erteilt. Seit dem Jahr 2006 verf�gt A.________ �ber eine Niederlassungsbewilligung.
Am 15. Dezember 2010 verurteilte das Kantonsgericht St. Gallen A.________ wegen schweren Widerhandlungen gegen das Bet�ubungsmittelgesetz zu einer Freiheitsstrafe von 4 1/4 Jahren; sie hatte zwischen Sommer 2007 und Fr�hling 2008 ein Kokaingemisch von insgesamt 1,4 kg bzw. mindestens 560 g reinen Kokains verkauft und ein Kokaingemisch von ca. 300 g bzw. 120 g reinen Kokains transportiert. Zugleich widerrief das Gericht eine im November 2005 ebenfalls wegen Bet�ubungsmitteldelikten ausgesprochene, bedingte Freiheitsstrafe von drei Monaten.
Mit Verf�gung vom 14. Februar 2012 widerrief das Amt f�r Migration und Personenstand des Kantons Bern (MIP) die Niederlassungsbewilligung von A.________ und wies sie aus der Schweiz weg. Diesen Entscheid best�tigten auf Beschwerde hin zun�chst die Polizei- und Milit�rdirektion des Kantons Bern (POM) und, mit Urteil vom 11. Juli 2013, das Verwaltungsgericht des Kantons Bern.
Mit Eingabe vom 12. September 2013 erhebt A.________ (Beschwerdef�hrerin) beim Bundesgericht Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten. Sie beantragt die Aufhebung des Urteils des Verwaltungsgerichts und stellt ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege sowie anwaltliche Verbeist�ndung. Die Beschwerdef�hrerin macht eine Verletzung von Art. 96 AuG, Art. 13 und Art. 36 BV sowie Art. 8 EMRK geltend.
Das Verwaltungsgericht, die POM sowie das Bundesamt f�r Migration beantragen die Abweisung der Beschwerde.
Mit Verf�gung vom 19. September 2013 hat der Pr�sident der II. �ffentlich-rechtlichen Abteilung der Beschwerde antragsgem�ss aufschiebende Wirkung zuerkannt.
1.1.�Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen den kantonal letztinstanzlichen Endentscheid betreffend den Widerruf einer Niederlassungsbewilligung ist zul�ssig (Art. 82 lit. a, Art. 83 lit. c Ziff. 2 [e contrario], Art. 86 Abs. 1 lit. d und Art. 90 BGG). Die Beschwerdef�hrerin ist durch den vorinstanzlichen Entscheid ausserdem besonders ber�hrt (Art. 89 Abs. 1 BGG) und damit zur Anfechtung beim Bundesgericht befugt. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist einzutreten (vgl. BGE 135 II 1 E. 1.2.1 S. 4; Urteile 2C_828/2011 vom 12. Oktober 2012 E. 1, nicht publ. in: BGE 139 I 16 ff.; 2C_872/2013 vom 1. Mai 2014 E. 1.1; 2C_207/2014 vom 6. M�rz 2014 E. 2.1; 2C_235/2012 vom 13. M�rz 2013 E. 1.1).
1.2.�Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 und 96 BGG geltend gemacht werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es legt seinem Urteil die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz zugrunde (Art. 105 Abs. 1 BGG), soweit diese nicht offensichtlich unrichtig, d.h. willk�rlich sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen (Art. 105 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 137 I 58 E. 4.1.2 S. 62; 133 II 249 E. 1.2.2 S. 252; 133 III 393 E. 7.1 S. 398). Zudem ist von der beschwerdef�hrenden Partei aufzuzeigen, dass die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG).
1.3.�Neue Tatsachen und Beweismittel d�rfen ausserdem nur so weit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG; dazu BGE 139 III 120 E. 3.1.2 S. 123; 133 IV 342 E. 2.1 S. 343 f., je mit Hinweisen). Um solche unzul�ssigen Noven handelt es sich bei den beiden Arztberichten vom 16. und vom 29. August 2013 der Universit�tsklinik f�r Infektiologie des Inselspitals Bern sowie beim Schreiben der Beschwerdef�hrerin vom 18. November 2013, mit welchem sie mitteilt, ihr Ehemann habe D.________ adoptiert.
2.1.�Gem�ss Art. 51 Abs. 1 lit. b AuG erl�schen die Anspr�che nach Art. 42 AuG unter anderem, wenn Widerrufsgr�nde nach Art. 63 AuG vorliegen. Einen derartigen Widerrufsgrund setzt eine Ausl�nderin unter anderem dann, wenn sie "zu einer l�ngerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde" (Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG). Als l�ngerfristig im Sinne von Art. 62 lit. b AuG gilt eine Freiheitsstrafe, wenn ihre Dauer ein Jahr �berschreitet (BGE 135 II 377 E. 4.2 und E. 4.5 S. 379 ff.). Diese Voraussetzung ist bei der Beschwerdef�hrerin unstreitig erf�llt.
2.2.�Wenn eine Ausl�nderin durch ihr Verhalten einen Widerrufsgrund gesetzt hat, bleibt zu pr�fen, ob diese Massnahme auch als verh�ltnism�ssig erscheint (vgl. dazu BGE 139 I 16 E. 2.2 S. 19 ff.; 135 II 377 E. 4.3 und 4.5 S. 381 ff., je mit zahlreichen Hinweisen). Gem�ss Art. 96 Abs. 1 AuG ber�cksichtigen die zust�ndigen Beh�rden bei der Ermessensaus�bung generell die �ffentlichen Interessen und die pers�nlichen Verh�ltnisse sowie den Grad der Integration der Ausl�nderinnen und Ausl�nder. Bei der Pr�fung der Verh�ltnism�ssigkeit des Widerrufs sind nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts namentlich die Dauer der bisherigen Anwesenheit, das Alter bei der Einreise in die Schweiz, die sozialen, famili�ren und beruflichen Beziehungen sowie die der Betroffenen im Falle seiner R�ckkehr drohenden Nachteile zu ber�cksichtigen (BGE 139 I 16 E. 2.2.1 S. 19; 135 II 377 E. 4.3 S. 381; Urteile 2C_682/2012 vom 7. Februar 2013 E. 5.1; 2C_401/2012 vom 18. September 2012 E. 4.1; 2C_54/2012 vom 23. Juli 2012 E. 4.2).
3.1.�Wie in der obenstehenden E. 2.1 ausgef�hrt, gilt eine Freiheitsstrafe als l�ngerfristig im Sinne von Art. 62 lit. b AuG, wenn ihre Dauer ein Jahr �berschreitet. Die Beschwerdef�hrerin ist zu einer mehr als vierj�hrigen Freiheitsstrafe verurteilt worden, sodass sie nicht nur einen Widerrufsgrund gesetzt hat, sondern ein ausgesprochen gewichtiges Interesse der hiesigen Gesellschaft daran besteht, die Beschwerdef�hrerin aus der Schweiz wegzuweisen. Dies gilt umso mehr, als deren Straftaten - der Drogenhandel - nach der bundesgerichtlichen Praxis eine schwerwiegende Gefahr f�r die �ffentliche Ordnung darstellt und einer strengen Beurteilung unterliegt, zumal wenn kein enger Zusammenhang mit einer Bet�ubungsmittelabh�ngigkeit besteht (BGE 139 II 121 E. 5.3 S. 126 betr. Art. 67 Abs. 3 AuG). Dies trifft vorliegend zu, war die Beschwerdef�hrerin doch nach den vorinstanzlichen Feststellungen - die sich wiederum auf die strafgerichtliche Beurteilung abst�tzen - eine nichts�chtige Drogenh�ndlerin, die aus blossem Gewinnstreben delinquiert hat. Erschwerend kommt hinzu, dass es trotz einer fr�heren, bedingt ausgesprochenen Verurteilung wegen Verstosses gegen das Bet�ubungsmittelgesetz zu diesen Straftaten gekommen ist, was sich auf die Legalprognose der Beschwerdef�hrerin negativ auswirkt. Die Vorinstanz ist zurecht von einer relevanten R�ckfallgefahr ausgegangen, zumal das famili�re Umfeld sie nicht von der Delinquenz abhalten konnte und die Beschwerdef�hrerin auch beruflich nicht gut integriert ist.
3.2.�Die Vorinstanz hat die zugunsten der Beschwerdef�hrerin sprechenden Umst�nde ebenfalls korrekt erfasst. F�r eine Verl�ngerung der Anwesenheitserlaubnis spricht zun�chst ihr langer, im Zeitpunkt der Verf�gung des Migrationsamts bereits rund 11 Jahre dauernder Aufenthalt in der Schweiz, wobei zu ber�cksichtigen ist, dass sie sich seit Anfang 2011 im Strafvollzug befand. Zudem leben ihr Ehemann und ihre Kinder in der Schweiz; angesichts der intakten und engen Beziehung der Beschwerdef�hrerin zu D.________ spielt es im vorliegenden Zusammenhang keine Rolle, dass es sich bei dieser nicht um ihr leibliches Kind handelt. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung der Beschwerdef�hrerin w�rde zu deren Trennung von ihrer Familie f�hren; ihren Angeh�rigen ist es auch nach Auffassung der Vorinstanz kaum zuzumuten, ihr nach Kamerun nachzufolgen und es ist auch unbestritten und von der kantonalen Migrationsbeh�rde anerkannt, dass das Anwesenheitsrecht des noch minderj�hrigen Kindes D.________ durch die Wegweisung der Beschwerdef�hrerin nicht tangiert w�rde. Zu beachten ist zudem das Interesse der Beschwerdef�hrerin, aus gesundheitlichen Gr�nden in der Schweiz bleiben zu k�nnen. Sie leidet neben verschiedenen anderen Erkrankungen namentlich an einer HIV-Infektion und ben�tigt eine spezifische und teure Medikation.
4.1.�Die Vorinstanz hat festgehalten, die Beschwerdef�hrerin befinde sich in einer fortgeschrittenen Phase der HIV-Infektion (B3), doch sei diese zurzeit stabil. Sie sei auf Medikamente der sog. zweiten Linie angewiesen und m�sse sich alle drei bis vier Monate routinem�ssig einer Blutuntersuchung unterziehen. Nach Angaben des behandelnden Arztes brauche sie Zugang zu einem auf HIV-Erkrankungen spezialisierten medizinischen Zentrum; die �brigen Erkrankungen der Beschwerdef�hrerin (namentlich Hepatitis B und Arthritis) bed�rften keiner (engeren) �rztlichen Betreuung. In Kamerun seien f�r die Behandlung von HIV-Erkrankungen geeignete medizinische Institutionen vorhanden. Die Vorinstanz hat sodann ausgef�hrt, in Kamerun m�ssten die Patientinnen und Patienten in der Regel selbst f�r die Behandlungskosten aufkommen. Die von der Beschwerdef�hrerin ben�tigten Medikamente seien dort nur teilweise verf�gbar. Sie k�nnten zwar in privaten Apotheken bestellt werden, doch sei dies mit zus�tzlichen Kosten verbunden. Die Beschwerdef�hrerin sei in ihrer Lebensf�hrung trotz HIV-Infektion nicht wesentlich eingeschr�nkt. Eine Weiterbehandlung sei in Kamerun grunds�tzlich m�glich, wobei die Beschwerdef�hrerin f�r die Beschaffung der ben�tigten Medikamente auf die (finanzielle und logistische) Hilfe ihres Ehemannes werde zur�ckgreifen k�nnen. Sie stamme aus einer der gr�ssten St�dte Kameruns, wo medizinische Einrichtungen vorhanden seien und auch Geschwister lebten, sodass sie dort �ber ein soziales Netz verf�ge.
4.2.�Diese Feststellungen tats�chlicher Natur sind f�r das Bundesgericht grunds�tzlich verbindlich und seinem Urteil zugrunde zu legen, sofern sie nicht offensichtlich unrichtig sind (Art. 105 Abs. 1 BGG; oben E. 1.2). Dies macht die Beschwerdef�hrerin mit Bezug auf die praktische Erh�ltlichkeit der von ihr ben�tigten Medikamente geltend: Deren Kosten belaufe sich auf Fr. 4'200.-- pro Monat, was sie, auch mithilfe des geringen Einkommens ihres Ehemannes, unm�glich aufbringen k�nne. Ein Versand der Medikamente aus der Schweiz sei zudem aus praktischen Gr�nden (Rezeptpflicht, Zollhindernisse, Temperatur usw.) nicht realistisch. Faktisch bleibe ihr in Kamerun die ben�tigte medizinische Versorgung verwehrt, sodass die Wegweisung gravierende, lebensbedrohende gesundheitliche Folgen f�r sie h�tte.
4.3.�Entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin ist die Vorinstanz nicht davon ausgegangen, sie k�nne sich f�r l�ngere Zeit von der Schweiz aus mit den n�tigen Medikamenten versorgen lassen. Das Verwaltungsgericht hat vielmehr bloss erwogen, sie k�nne f�r eine �bergangsperiode einen angemessenen Medikamentenvorrat aus der Schweiz nach Kamerun mitnehmen, um eine l�ckenlose Fortsetzung der Therapie zu garantieren. F�r die Beurteilung der zu erwartenden medizinischen Versorgung hat sich das Verwaltungsgericht sodann auf die von der Beschwerdef�hrerin selbst ins Recht gelegte Stellungnahme der Schweizerischen Fl�chtlingshilfe (SFH) vom 18. Dezember 2012 abgest�tzt. Demnach sind die Medikamente mit den Wirkstoffen, welche die Beschwerdef�hrerin ben�tigt, entweder in Kamerun direkt erh�ltlich oder sie k�nnen in privaten Apotheken bestellt werden, wobei sie diesfalls oft aus dem Ausland eingef�hrt werden m�ssen. Angesichts dieser plausiblen und von der Beschwerdef�hrerin selbst ins Recht gelegten Einsch�tzung der Medikamentenversorgung in Kamerun durch eine fachkundige Organisation erscheint die Einsch�tzung der Vorinstanz nicht offensichtlich unrichtig, die von der Beschwerdef�hrerin ben�tigten Medikamente seien in ihrem Heimatland erh�ltlich. Ebenso wenig ist zu beanstanden, dass das Verwaltungsgericht sachverhaltlich nicht auf die von der Beschwerdef�hrerin namhaft gemachten Medikamentenkosten in der Schweiz abgestellt hat. Vielmehr ist aufgrund der Angaben im Bericht der SFH davon auszugehen, dass antiretrovirale Medikamente der sog. zweiten Linie, welche die Beschwerdef�hrerin - wegen der Entwicklung von Resistenzen - ben�tigt, in Kamerun etwa 700 - 1'000 Dollar pro Jahr kosten. Dar�ber hinaus fallen Aufwendungen f�r Folgeuntersuchungen an, die alle drei bis sechs Monate erforderlich sind und f�r die je zwischen 10 und 150 Euro zu bezahlen sind. Somit hat die Beschwerdef�hrerin mit Gesundheitskosten von j�hrlich etwas mehr als ca. Fr. 1'500.-- bzw. monatlich weniger als Fr. 150.-- auszugehen, wobei darin sowohl die Kosten f�r die ben�tigten Medikamente als auch diejenigen f�r die erforderlichen Untersuchungen enthalten sind. F�r das Bundesgericht sind diese vorinstanzlichen Feststellungen verbindlich (Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG).
5.1.�Schwere gesundheitliche Probleme k�nnen als wichtige pers�nliche Gr�nde im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG anerkannt werden, wenn sie so gravierend sind, dass eine R�ckkehr ins Herkunftsland in medizinischer Hinsicht unhaltbar erscheint. Ob dies der Fall ist, h�ngt dabei im Wesentlichen von den Behandlungsm�glichkeiten im Herkunftsland ab (Urteile 2C_268/2013 vom 21. Juni 2013 E. 3.4; 2C_1051/2011 vom 29. Juni 2012 E. 3.2; 2C_316/2011 vom 17. Oktober 2011 E. 3.3). Soweit die medizinische Versorgung im Heimatland gew�hrleistet ist, kann allein der Umstand, dass das Gesundheits- oder Sozialversicherungswesen in einem anderen Staat allenfalls nicht mit demjenigen in der Schweiz vergleichbar ist und die hiesige medizinische Versorgung einem h�heren Standard entspricht, nicht die Unzumutbarkeit der R�ckreise zur Folge haben (BGE 139 II 393 E. 6 S. 403; 128 II 200 E. 5.3 S. 209; Urteile 2C_268/2013 vom 21. Juni 2013 E. 3.4; 2C_833/2011 vom 6. Juni 2012 E. 3.3.2 mit zahlreichen Hinweisen). Dies gilt auch mit Bezug auf Personen, die mit dem HI-Virus infiziert sind (Urteil 2C_268/2013 vom 21. Juni 2013 E. 3.6 mit Hinweisen auf weitere Urteile). Mit Bezug auf die Beschwerdef�hrerin steht f�r das Bundesgericht verbindlich fest, dass die erforderliche medizinische Versorgung gew�hrleistet ist und weniger als Fr. 150.-- pro Monat kostet. Sodann ist sachverhaltlich unbestritten, dass der Gatte der Beschwerdef�hrerin ein Einkommen von gut Fr. 4'000.-- erzielt. Aufgrund seiner eherechtlichen Beistandspflicht (Art. 159 ZGB) ist er verpflichtet, seine Ehefrau auch finanziell zu unterst�tzen. Angesichts dieser Umst�nde durfte die Vorinstanz schliessen, die Beschwerdef�hrerin werde in der Lage sein, mit der finanziellen Hilfe ihres Ehemannes die ben�tigten Medikamente sowie die erforderlichen Untersuchungen zu bezahlen (vgl. Urteil 2C_932/2011 vom 7. Juni 2012 E. 5.3; 2C_268/2013 vom 21. Juni 2013 E. 3.3-3.5). Ausserdem ist die Beschwerdef�hrerin zurzeit in der Schweiz erwerbst�tig, sodass mit der Vorinstanz von einem - den Umst�nden entsprechend - guten Gesundheitszustand auszugehen ist. Daher vermag die HIV-Infektion der Beschwerdef�hrerin (und die damit einhergehenden gesundheitlichen Beeintr�chtigungen) f�r sich allein die R�ckkehr nach Kamerun nicht als unzumutbar erscheinen lassen.
5.2.�Wie bereits eingehend dargelegt, besteht angesichts der bisherigen Delinquenz der Beschwerdef�hrerin und der R�ckfallgefahr ein sehr grosses Interesse, die Beschwerdef�hrerin von der Schweiz fernzuhalten (E. 3.1 hiervor). Demgegen�ber hat deren Anliegen zur�ckzustehen, in der Schweiz in den Genuss einer optimalen und f�r sie unentgeltlichen Gesundheitsversorgung zu gelangen. An diesem Ergebnis verm�gen auch die famili�ren Anliegen der Beschwerdef�hrerin selbst und ihres Gatten sowie der Kinder nichts zu �ndern. Zum einen weist die Vorinstanz zurecht darauf hin, dass die Familie aufgrund des Vollzugs der gegen die Beschwerdef�hrerin verh�ngten Freiheitsstrafe ohnehin weitgehend ohne sie auskommen musste, zum andern besteht kein eigentliches Abh�ngigkeitsverh�ltnis, das unter dem Blickwinkel von Art. 8 EMRK relevant w�re. Dies gilt auch mit Bezug auf D.________; das M�dchen war zwar im massgeblichen Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils erst 16-j�hrig, wurde aber in den letzten Jahren, wiederum wegen des Gef�ngnisaufenthalts der Beschwerdef�hrerin, �berwiegend von deren Ehemann betreut. Dieser hat ausserdem die Adoption des Kindes in die Wege geleitet, sodass die Betreuung des M�dchens durch einen faktischen Elternteil gew�hrleistet bleibt. Schliesslich hat die Beschwerdef�hrerin bis zum Alter von 33 Jahren in Kamerun gelebt; sie kennt die dortigen Verh�ltnisse sehr gut und verf�gt in ihrem Heimatland auch �ber Angeh�rige, auf deren Unterst�tzung sie bei der Bew�ltigung ihrer neuen Lebenssituation wird zur�ckgreifen k�nnen.
Nach dem Gesagten erweist sich der gegen�ber der Beschwerdef�hrerin angeordnete Widerruf der Niederlassungsbewilligung insgesamt als bundesrechts- und konventionskonform. Dies f�hrt zur Abweisung der Beschwerde.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens w�rde die Beschwerdef�hrerin an sich kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Sie hat indessen ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung gestellt. Da ihre Bed�rftigkeit offensichtlich ist und die Beschwerde angesichts der schwierigen gesundheitlichen Situation auch nicht als aussichtslos bezeichnet werden kann, ist ihrem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung zu entsprechen (Art. 64 Abs. 1 BGG). Rechtsanw�ltin lic. iur. Evelyne Suter reicht f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Honorarnote von Fr. 5'701.80 ein. Zu ber�cksichtigen ist, dass sie die Beschwerdef�hrerin bereits �ber zwei Instanzen vertreten hat und die Parteientsch�digung im Armenrecht gem�ss Art. 10 des Reglements �ber die Parteientsch�digung und die Entsch�digung f�r die amtliche Vertretung im Verfahren vor Bundesgericht (SR 173.110.210.3) reduziert wird. Eine Entsch�digung von Fr. 3'000.-- aus der Gerichtskasse erscheint angemessen.
2.1.�Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung wird gutgeheissen. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
2.2.�Der Beschwerdef�hrerin wird Rechtsanw�ltin Evelyne Suter als unentgeltliche Rechtsbeist�ndin beigegeben und dieser aus der Gerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 3'000.-- ausgerichtet.