Source: https://kmu.experto.de/gewerbeanmeldung/gewerbesteuerpflicht-nach-der-gewerbeanmeldung-wer-muss-zahlen/
Timestamp: 2020-03-30 19:17:01
Document Index: 245396707

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 7', '§ 8', '§ 9', '§ 10', '§ 11']

Gewerbesteuerpflicht nach der Gewerbeanmeldung: Wer muss zahlen? - kmu.experto.de
Gewerbesteuerpflicht nach der Gewerbeanmeldung: Wer muss zahlen?2 min Lesezeit
Mit der erfolgten Gewerbeanmeldung drängt sich die Frage nach der Gewerbesteuer auf. Es ist abzuklären, welche Selbstständigen gewerbesteuerpflichtig sind. In bestimmten Fällen gelten Freibeträge, die den Gewerbeertrag schmälern und die Verpflichtung zur Zahlung der Gewerbesteuer ausschließen können.
13. Mai 2019 2 min Lesezeit
Die Gewerbeanmeldung löst grundsätzlich eine Gewerbesteuerpflicht aus. Allerdings gibt es für Einzelunternehmer und Personengesellschaften Freibeträge. Beträgt bei diesen Gewerbebetrieben der Gewerbeertrag nicht mehr als 24.500 Euro pro Jahr, müssen sie keine Gewerbesteuer zahlen.
Einzelunternehmer und Personengesellschaften
Gewerbeertrag als Grundlage für die Besteuerung
Freibeträge berücksichtigen und vom Gewerbeertrag abziehen
Teilweise Steuerbefreiung für Einzelunternehmer, Personengesellschaften und Vereine
Bei Gewerbesteuerpflicht: Steuermessbetrag x Hebesatz = Gewerbesteuer
Grundsätzlich muss jeder Selbstständige, der in Deutschland einen Gewerbebetrieb betreibt, Gewerbesteuer entrichten. Dies betrifft jedes gewerbliche Unternehmen laut § 15 Absatz 2 EStG sowie Kapitalgesellschaften (beispielsweise GmbH und AG), die kraft Rechtsform als Gewerbebetrieb gelten. Das bedeutet, dass jede natürliche oder juristische Person, die ein Gewerbe anmeldet, grundsätzlich auch gewerbesteuerpflichtig ist.
Bei Personenunternehmen schuldet jene Person die Gewerbesteuer, auf deren Rechnung der Betrieb geführt wird, das heißt der Unternehmer selbst. Einzelunternehmer und Personengesellschaften sind gewerbesteuerpflichtig, sobald sie alle Vorgaben für die Ausübung eines Gewerbebetriebes erfüllen. Im Regelfall ist dies der Zeitpunkt der Gewerbeanmeldung, der gleichzeitig die Gewerbesteuerpflicht begründet.
Handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft, muss die Gesellschaft die Steuerschuld tragen. In diesem Fall beginnt die Gewerbesteuerpflicht ab der Eintragung im Handelsregister.
Um festzustellen, ob und in welcher Höhe Gewerbetreibende eine Gewerbesteuer abführen müssen, ist der Gewerbeertrag zu ermitteln. Diese Berechnung erfolgt – vereinfacht dargestellt – in diesen drei Schritten:
Schritt: Gewinn aus dem Gewerbebetrieb ermitteln (§ 7 GewStG)
Schritt: Gewerbeertrag und sogenannte Hinzurechnungen (§ 8 GewStG) zusammenrechnen
Schritt: Von diesem Zwischenbetrag (= Gewinn plus Hinzurechnungen) Kürzungen abziehen (§ 9 GewStG)
Aus diesen drei Rechenschritten ergibt sich der Gewerbeertrag (§ 10 GewStG).
Die Frage, ob tatsächlich eine Gewerbesteuer zu entrichten ist, lässt sich anhand der Freibeträge beantworten, die je nach Rechtsform variieren. Um den Steuermessbetrag zu berechnen, sind diese Schritte zu setzen:
Schritt: Gewerbeertrag auf volle einhundert Euro abrunden
Schritt: Von diesem abgerundeten Betrag die Freibeträge abziehen ( § 11 Absatz 1 Satz 3 Gewerbesteuergesetz)
Es gelten je nach Rechtsform unterschiedliche Freibeträge, um die der berechnete Gewerbeertrag zu kürzen ist:
Einzelunternehmer (natürliche Personen) und Personengesellschaften
Der Gesetzgeber räumt natürlichen Personen und Personengesellschaften (zum Beispiel OHG und KG) einen Freibetrag in Höhe von 24.500 Euro ein. Dieser Freibetrag zur Gewerbesteuer ist vom Gewerbeertrag abzuziehen.
Merke: Demnach müssen Einzelunternehmer und Personengesellschaften keine Gewerbesteuer zahlen, wenn der Gewerbeertrag pro Jahr 24.500 Euro nicht übersteigt. Bis zu diesem Freibetrag entfällt somit die Steuerpflicht.
Sonstige juristische Personen wie Vereine
Für Vereine, die einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb führen, liegt der steuerliche Freibetrag bei 5.000 Euro. Sie müssen nur dann eine Gewerbesteuer zahlen, wenn der Gewerbeertrag den Freibetrag überschreitet.
Kapitalgesellschaften (beispielsweise GmbH und AG) gesteht der Gesetzgeber keinen Freibetrag zu. Demnach dient der Gewerbeertrag als Grundlage für die Gewerbesteuer.
Der so ermittelte Gewerbeertrag ist mit einer einheitlichen Steuermesszahl (3,5 Prozent) zu multiplizieren, die der Gesetzgeber normiert hat. Daraus ergibt sich der Steuermessbetrag. Die Höhe der Gewerbesteuer berechnet man, indem man den Steuermessbetrag mit dem individuellen Gewerbesteuerhebesatz der jeweiligen Gemeinde multipliziert.
Bildnachweis: REDPIXEL / stock.adobe.com