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Timestamp: 2017-03-30 20:27:04
Document Index: 157283541

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 6', '§ 6', '§ 5', '§ 27', '§ 21', '§ 6', '§ 5', '§ 21', '§ 21', '§ 21']

Ständige Publikumskonferenz der öff.-rechtl. Medien • Thema anzeigen - ZDF - Maybritt Illner - "Aufstand in Athen"
Aktuelle Zeit: Do 30. Mär 2017, 21:27
ZWEITES DEUTSCHES FERNSEHEN IntendanzHerrn BellutZDF-Straße 155100 MainzProgrammbeschwerdeSehr geehrter Herr Dr. Bellut, hiermit erheben wir, die Ständige Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien e.V., formal Beschwerde wegen Irreführung des Publikums durch Verfälschen der Redeabsicht des griechischen Finanzministers sowie dem zweckentfremdeten Verwendens eines Zitats.Unsere Beschwerde richtet sich konkret gegen die in der Sendung Maybrit Illner, vom 29. Januar 2015, ab Minute 34:50, getroffene Verfälschung der Redeabsicht des griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis, sowie gegen die Verwendung des entsprechenden Zitats, ohne den für das allgemeine Verständnis notwendigen Kontext, auf der Internetseite von heute.de."Aufstand in Athen – scheitert Merkel, scheitert der Euro?"O-Ton Redaktion: "Und natürlich bauen die Griechen auf den Heimvorteil beim heutigen Milliardensirtaki - Der neue griechische Finanzminister weiß, wer hier aus dem Tritt kommt und nachgibt:" "Was immer die Deutschen sagen, am Ende werden Sie immer zahlen." Griechen.JPG (86.36 KiB) 13994-mal betrachtet
In diesem - die Redeabsicht des griechischen Finanzministers - verfälschenden Kontext, mutet die Aussage von Varoufakis tatsächlich "unverschämt" an, wie der EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Günther Oettinger, in der Talkshow direkt im Anschluss an das Zitat empört kritisiert. Jedoch war wohl die Stiftung einer rechtschaffenen Empörung von der Redaktion ausdrücklich tendiert.In Wahrheit hat Varoufakis in seinem Interview mit der französischen Zeitung "La tribune" genau die entgegengesetzte Aussage getroffen: Er "baut" nicht "darauf", dass die Deutschen immer nachgeben: Er kritisiert in diesem Interview, dass die Deutschen immer zahlen würden. Die Griechen hätten laut Varoufakis nicht das moralische Recht, das Geld der deutschen Steuerzahler zu akzeptieren, um ihre Schulden zu bezahlen. Hier der Auszug aus dem Original-Interview: "Quoi que fasse ou dise l'Allemagne, elle paie, de toute façon. Et dès 2010, j'ai considéré que nous n'avions pas, nous autres Grecs, le droit moral d'accepter de l'argent des contribuables allemands, pour payer nos créanciers. En réalité, cet argent va dans un trou Noir" Hier die englische Übersetzung aus dem Blog von Varoufakis: "I beg to differ. Whatever Germany does or says, it pays anyway. And in 2010, I felt that we had not, we Greeks, the moral right to accept money from German taxpayers, to pay our creditors. In reality, this money goes into a black hole." Auch auf der ZDF-Internetseite "heute. de" wird das Zitat ohne den für das Verständnis notwendigen Kontext präsentiert: "Die Aussage des neuen griechischen Finanzministers, Deutschland werde am Ende sowieso zahlen, nannte Günther Oettinger (CDU), EU-Kommissar für digitale Wirtschaft und Gesellschaft, in der ZDF-Sendung Maybrit Illner "abwegig". Der Finanzminister Yanis Varoufakis hatte gesagt: "Was immer die Deutschen sagen, am Ende werden sie immer zahlen." Tsipras seinerseits hatte angekündigt, er werde Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) "zwingen", die griechischen Vorschläge zu akzeptieren". Es bieten sich zwei Möglichkeiten an, um sowohl die grobe Desinformation als auch die Falschdarstellung der Position des neuen griechischen Finanzministers durch die zuständige Redaktion zu erklären, die selbst einen hochrangigen EU-Politiker zu einem peinlichen Fehlschluss verleitete:Entweder hatte die Redaktion - und damit auch Frau Illner - keine Ahnung vom vollständigen Wortlaut des Interviews mit „La tribune“ und der damit verbundenen sehr konkreten Aussage Varoufakis zu Gunsten der Deutschen. Die zweite Möglichkeit wäre, dass die Redaktion um die Originalbotschaft des griechischen Politikers wusste und sowohl die Podiumsgäste, als auch das Publikum im Studio und daheim vorsätzlich über dessen Anliegen täuschte.Beide Möglichkeiten stellen zumindest einen unprofessionellen Umgang mit wichtigen Informationen dar, welcher nicht ohne Folgen bleiben sollte.Wir sehen im Weglassen wichtiger Informationen einen Verstoß gegen die Wahrheitspflicht und eine Täuschung des Publikums, sowie in der widerholt einseitigen und tendenziösen Berichterstattung zu Ungunsten unseres europäischen Partnerlandes Griechenland, grobe Verstöße gegen die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit. Der explizite Auftrag, die freie, individuelle und öffentliche Meinungsbildung des Publikums zu fördern, wird mit dieser Art Informationspolitik deutlich verfehlt.Zweiter Abschnitt. Vorschriften für das Fernsehvollprogramm "Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF)" § 5 Gestaltung der Sendungen(1) In den Sendungen des ZDF soll den Fernsehteilnehmern in Deutschland ein objektiver Überblick über das Weltgeschehen, insbesondere ein umfassendes Bild der deutschen Wirklichkeit vermittelt werden. Die Sendungen sollen eine freie individuelle und öffentliche Meinungsbildung fördern.3) Das ZDF hat in seinen Sendungen die Würde des Menschen zu achten und zu schützen. (…) Die Sendungen sollen dabei vor allem die Zusammengehörigkeit im vereinten Deutschland fördern sowie der gesamtgesellschaftlichen Integration in Frieden und Freiheit und der Verständigung unter den Völkern dienen und auf ein diskriminierungsfreies Miteinander hinwirken.§ 6 Berichterstattung (1) Die Berichterstattung soll umfassend, wahrheitsgetreu und sachlich sein. Herkunft und Inhalt der zur Veröffentlichung bestimmten Berichte sind sorgfältig zu prüfen.Der Wahrheitspflicht nachzukommen heißt, vollständige Informationen zu geben. Vollständigkeit heißt wiederum nichts wegzulassen, was wichtig ist. Entlastendes wie Belastendes sind gleichermaßen darzustellen (BHG, NJW 1997, 1148). Fehlende Sendezeit oder zeitlicher Informationsdruck sind dem gegenüber unbeachtlich. (hier: Hahn/Vesting, Beck‘scher Kommentar zum Rundfunkrecht, Seite 450, Randnotiz 57)Zum Zwecke der Transparenz werden wir diese Programmbeschwerde sowie die Antwort der Programmverantwortlichen auf der Webseite des Vereins http://forum.publikumskonferenz.de/ veröffentlichen. Mit freundlichen Grüßen i. A. Maren MüllerVorsitzende
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Antwort aus der ZDF-Zuschauerredaktion auf unsere Beschwerde.Anmerkung: Ich bin mir nicht sicher, ob die Begründung mit Hinweisen auf die Übernahme des verkürzten Zitates aus der WELT sowie auf die gleichlautenden Falschmeldungen der großen deutschen Blätter die Sache besser macht.
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ZWEITES DEUTSCHES FERNSEHEN IntendanzHerrn BellutZDF-Straße 155100 MainzSchreiben der ZDF-Zuschauerredaktion vom 27.02.2015Sehr geehrter Herr Bellut,es erreichte uns eine Antwort aus der ZDF-Zuschauerredaktion mit Datum vom 27.02.2015 unsere formale Programmbeschwerde vom 03.02.2015 betreffend. Sollten wir Anliegen haben, welche von der Zuschauerredaktion direkt beantwortet oder ausgeräumt werden könnten, dann richten wir die entsprechenden Anfragen direkt an diese Stelle.Unsere Beschwerde richtete sich jedoch konkret gegen die in der Sendung Maybrit Illner vom 29. Januar 2015 stattgefundene Verfälschung der Redeabsicht des griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis durch eine unzulässige Verkürzung eines Zitates. Es wurde von uns ein Verstoß gegen die Wahrheitspflicht und eine Täuschung des Publikums vermutet und der Adressat war der für das Programm des ZDF verantwortliche Intendant. Die Zuschauerredaktion informierte darüber, dass das entsprechende verkürzte Zitat ungeprüft aus der Presse übernommen wurde und dass „normalerweise“ eine Prüfung bzw. Nachrecherche von Quellen erfolge. Diese Information ist nicht dazu geeignet, den Beschwerdegegenstand auszuräumen, vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten haben sich deutlich von der Berichterstattung privater Medien abzugrenzen. Aus Quellen bestimmter Presseerzeugnisse ungeprüft Informationen zu übernehmen, ist schon im Hinblick auf die einzuhaltenden Programmgrundsätze heikel.§ 6 Berichterstattung (1) (…) Herkunft und Inhalt der zur Veröffentlichung bestimmten Berichte sind sorgfältig zu prüfen.Des Weiteren wird von der Zuschauerredaktion darauf hingewiesen, dass die Redaktion von Frau Illner bereits am 04.02.2015 über Twitter den Fehler eingeräumt habe, immerhin 4 Tage nachdem die Seite von heute.de korrigiert wurde. Die Twittermeldung erfolgte jedoch lediglich als Antwort auf einen entsprechenden Tweet des Bundestagsabgeordneten Dr. Alexander Neu und ist als öffentliche Entschuldigung mehr als ungeeignet, zumal lediglich ein Bruchteil des Publikums, welches in der Sendung vom 29.02.2015 getäuscht wurde, diesen Tweet wahrgenommen haben dürfte bzw. überhaupt Twitter nutzt.Die Zuschauerredaktion verweist weiterhin darauf, dass auch der Text auf der Seite von heute.de entsprechend geändert wurde. Auf der Seite von heute. de, Stand 30.01.2015, findet sich nun ein nicht klickfähiger Link, der zum Originalzitat innerhalb der Onlineausgabe der Zeitschrift La Tribune führen soll. Die Redaktion hat sich weder die Mühe gemacht, den Beitrag in einen vernünftigen Kontext zu betten, noch die entscheidende Passage zu übersetzen und somit für Klarheit zu sorgen. Die Zuschauerredaktion informiert weiter, dass die Homepage von Maybritt Illner entsprechend korrigiert wurde. Wahrscheinlich ist der graue Kasten gemeint, der sich auf der linken Bildschirmseite befindet und mit den Worten „Hier das Zitat des neuen griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis:“ den interessierten Besucher mit Informationen in französischer Sprache und wieder unter strikter Vermeidung des entsprechenden Kontexts überrascht. Die empörten Aussagen über die derzeitige „unverschämte“ Tonlage in Athen sowie die, dem ursprünglichen Sachverhalt entsprechenden, Klagen Öttingers darüber, dass die (verfälschte) Aussage des neuen griechischen Finanzministers, Deutschland werde am Ende sowieso zahlen, "abwegig" sei, stehen noch immer auf der Homepage von Maybritt Illner.Genau diese Falschaussage, der bereits EU-Politiker Öttinger aufgesessen war, „Deutschland werde immer zahlen…“ hat sich im Gedächtnis vieler Zuschauer festgesetzt, was ohne jeden Zweifel eine bewusste Täuschung und eine aktive Beeinflussung contra Griechenland darstellt. Sowohl die Kommentare in den entsprechenden Foren, als auch die entsprechenden Umfragen des hauseigenen und beitragsfinanzierten "Politbarometers" sprechen eine deutliche Sprache.Schlussendlich wird von der Zuschauerredaktion erwähnt, dass in der Sendung vom 19.02.2015 eine Richtigstellung „on air“ stattfand und das Zitat in vollständigem Wortlaut gesendet wurde.Während der Sendung vom 19.02.2015 wurde beiläufig ab Minute 38:10 und ohne Entschuldigung oder Hinweise darauf, dass Varoufakis nicht nur missverständlich zitiert, sondern seine Redeabsicht ins komplette Gegenteil verkehrt wurde, der Originalkontext in die aktuelle Sendung eingebettet. Eine Richtigstellung, welche diese Bezeichnung verdient, hätte zu Beginn der Sendung erfolgen und wesentliche Aspekte der Originalbotschaft des griechischen Politikers enthalten müssen. Der Hinweis auf die diversen Falschmeldungen, die zum Thema durch deutsche Printmedien Verbreitung fanden und vom ZDF ungeprüft übernommen wurden, hätte einen Beitrag zur individuellen und öffentlichen Meinungsbildung des Publikums geleistet und einige Denkanstöße über die Informationspolitik in Deutschland gegeben. Zum Beschwerdegegenstand:Dass Varoufakis Zitat vorsätzlich verfälscht wurde und nicht etwa nur versehentlich und ungeprüft von der Presse übernommen wurde, beweist die vorbereitete Anmoderation. Die Einbettung des Originalzitates hätte keinen Sinn ergeben.O-Ton Redaktion: "Und natürlich bauen die Griechen auf den Heimvorteil beim heutigen Milliardensirtaki - Der neue griechische Finanzminister weiß, wer hier aus dem Tritt kommt und nachgibt:"Antwort Varoufakis: "Was immer die Deutschen sagen, am Ende werden Sie immer zahlen."Zusammenfassend stellen wir fest, dass es der zuständigen Redaktion nicht nur an einer angemessenen Kritikkultur mangelt, sondern offenbar aktiv versucht wird, die Manipulation zu vertuschen.Da es sich bei dem Geschädigten um einen hohen Regierungsvertreter eines europäischen Partnerlandes handelt, werden nicht nur Programmgrundsätze und Regeln des Anstandes verletzt, sondern es wird vielmehr in unangemessener Weise an den Prinzipien der Völkerverständigung gerüttelt.§ 5 (3) Das ZDF hat in seinen Sendungen die Würde des Menschen zu achten und zu schützen. (…) Die Sendungen sollen dabei vor allem die Zusammengehörigkeit im vereinten Deutschland fördern sowie der gesamtgesellschaftlichen Integration in Frieden und Freiheit und der Verständigung unter den Völkern dienen und auf ein diskriminierungsfreies Miteinander hinwirken.Wir halten an unserer Beschwerde fest und übergeben die Angelegenheit dem ZDF-Fernsehrat, in der Hoffnung, dass dieser als Anwalt des Publikums tätig wird und die Dimensionen derartig unseriöser Produktionen für das Ansehen des ZDF erkennt.Zum Zwecke der Transparenz werden dieses Schreiben und weiterführender Schriftverkehr zum Thema auf der Webseite des Vereins http://forum.publikumskonferenz.de/ veröffentlicht. Mit freundlichen Grüßen i. A. Maren MüllerVorsitzende
Sehr geehrte Frau Müller, vielen Dank für Ihre Beschwerde (datiert 22. Februar 2015, eingegangen am 01. April 2015), in der Sie in der „maybrit illner“-Sendung vom 29. Januar 2015 eine Verletzung von Programmgrundsätzen vermuten. Die Verantwortung für das Programm des ZDF trägt gemäß § 27 Abs. 1 des ZDF-Staatsvertrages der Intendant. Entsprechend der Beschwerdeordnung (§ 21 Absatz 2 der ZDF-Satzung) habe ich deshalb zunächst dem Intendanten Gelegenheit zu geben, Ihre Programmbeschwerde zu prüfen und zu beantworten. Ich habe aber sichergestellt, dass ich als Vorsitzender des Fernsehrates über den Fortgang der Angelegenheit unterrichtet bleibe. Sobald die Stellungnahme des Hauses vorliegt, werde ich über das weitere Verfahren entscheiden. Mit freundlichem Gruß Ruprecht Polenz-------------------------------------------------------------Sehr geehrter Herr Polenz,bitte entschuldigen Sie das fehlerhafte Datum im Anschreiben an den ZDF Fernsehrat.Ich hatte versäumt, das Datum zu aktualisieren. Selbstverständlich ist dieses Schreiben am gleichen Tag wie auch das beiliegende Schreiben an Herrn Bellut verfasst und versendet worden.Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen für ein geruhsames OsterfestMaren MüllerVorsitzende Publikumskonferenz
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ZWEITES DEUTSCHES FERNSEHEN IntendanzHerrn BellutZDF-Straße 155100 MainzIhr Schreiben vom 16.04.2015Sehr geehrter Herr Bellut,vielen Dank für Ihre Antwort auf unsere formale Programmbeschwerde vom 03.02.2015.Zur Erinnerung: Unsere Beschwerde richtete sich konkret gegen die in der Sendung Maybrit Illner vom 29. Januar 2015 stattgefundene Verfälschung der Redeabsicht des griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis durch eine unzulässige Verkürzung eines Zitates. Leider haben Sie lediglich die unbefriedigende Antwort der Zuschauerredaktion „in genau diesem Wortlaut“ übernommen und sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, auf unser Antwortschreiben einzugehen. Die Zuschauerredaktion informierte gleichlautend darüber, dass das entsprechende verkürzte Zitat ungeprüft der Presse übernommen wurde und dass „normalerweise“ eine Prüfung bzw. Nachrecherche von Quellen erfolge. Diese Information war bereits am 27.02.2015 nicht dazu geeignet, den Beschwerdegegenstand auszuräumen und ist es auch knapp zwei Monate später noch nicht. Noch immer ist das Gegenteil der Fall. Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten haben sich deutlich von der Berichterstattung privater Medien abzugrenzen. Aus Quellen bestimmter Presseerzeugnisse ungeprüft Informationen zu übernehmen, ist schon im Hinblick auf die einzuhaltenden Programmgrundsätze heikel.§ 6 Berichterstattung (1) (…) Herkunft und Inhalt der zur Veröffentlichung bestimmten Berichte sind sorgfältig zu prüfen.Sie wiederholen die Ausführungen der Zuschauerredaktion, dass die Redaktion von Frau Illner bereits am 04.02.2015 über Twitter den Fehler eingeräumt habe, immerhin 4 Tage nachdem die Seite von heute.de korrigiert wurde. Die Twittermeldung erfolgte jedoch lediglich als Antwort auf einen entsprechenden Tweet des Bundestagsabgeordneten Dr. Alexander Neu und ist als öffentliche Entschuldigung mehr als ungeeignet, zumal lediglich ein Bruchteil des Publikums, welches in der Sendung vom 29.02.2015 getäuscht wurde, diesen Tweet wahrgenommen haben dürfte bzw. überhaupt Twitter nutzt .
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Sie wiederholen den Hinweis der Zuschauerredaktion, dass der Text auf der Seite von heute.de entsprechend geändert wurde. Auf der Seite von heute. de, Stand 30.01.2015, findet sich noch immer ein nicht klickfähiger Link, der zum Originalzitat innerhalb der Onlineausgabe der Zeitschrift La Tribune führen soll. Die Redaktion hat sich weder die Mühe gemacht, den Beitrag in einen vernünftigen Kontext zu betten, noch die entscheidende Passage zu übersetzen und somit für Klarheit zu sorgen. Sie wiederholen des Weiteren die Aussage der Zuschauerredaktion, dass die Homepage von Maybritt Illner entsprechend korrigiert wurde. Wahrscheinlich ist noch immer der graue Kasten gemeint, der sich auf der linken Bildschirmseite befindet und mit den Worten „Hier das Zitat des neuen griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis“ den interessierten Besucher mit Informationen in französischer Sprache und wieder unter strikter Vermeidung des entsprechenden Kontexts überrascht. Die empörten Aussagen über die derzeitige „unverschämte“ Tonlage in Athen sowie die, dem ursprünglichen Sachverhalt entsprechenden, Klagen Öttingers darüber, dass die (verfälschte) Aussage des neuen griechischen Finanzministers, Deutschland werde am Ende sowieso zahlen, "abwegig" sei, stehen noch immer auf der Homepage von Maybritt Illner.Genau die Falschaussage, der bereits EU-Politiker Öttinger aufgesessen war, „Deutschland werde immer zahlen…“ hat sich im Gedächtnis vieler Zuschauer festgesetzt, was ohne jeden Zweifel eine bewusste Täuschung und eine aktive Beeinflussung contra Griechenland darstellt. Sowohl die Kommentare in den entsprechenden Foren, als auch die entsprechenden Umfragen des hauseigenen und beitragsfinanzierten "Politbarometers" sprechen eine deutliche Sprache und sind beredte Resultate der von uns beanstandeten unsauberen und tendenziösen Berichterstattung.
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Sie führen aus, dass in der Sendung vom 19.02.2015 eine Richtigstellung des Sachverhaltes stattfand und das Zitat im genauen Wortlaut gesendet wurde.Richtig ist: Während der Sendung vom 19.02.2015 wurde beiläufig ab Minute 38:10 und ohne Entschuldigung oder einen Hinweise darauf, dass Varoufakis nicht nur missverständlich zitiert, sondern seine Redeabsicht ins komplette Gegenteil verkehrt wurde, der Originalkontext in die aktuelle Sendung eingebettet. Eine Richtigstellung, welche diese Bezeichnung verdient, hätte zu Beginn der Sendung erfolgen und wesentliche Aspekte der Originalbotschaft des griechischen Politikers enthalten müssen. Der Hinweis auf die diversen Falschmeldungen, die zum Thema durch deutsche Printmedien Verbreitung fanden und vom ZDF ungeprüft übernommen wurden, hätte einen Beitrag zur individuellen und öffentlichen Meinungsbildung des Publikums geleistet und einige Denkanstöße über die Informationspolitik in Deutschland gegeben.Dass Varoufakis Zitat vorsätzlich verfälscht wurde und nicht etwa nur versehentlich und ungeprüft von der Presse übernommen wurde, beweist die vorbereitete Anmoderation. Die Verwendung des Originalzitates hätte innerhalb dieser Konstruktion keinen Sinn ergeben.O-Ton Redaktion: "Und natürlich bauen die Griechen auf den Heimvorteil beim heutigen Milliardensirtaki - Der neue griechische Finanzminister weiß, wer hier aus dem Tritt kommt und nachgibt:"Antwort Varoufakis: "Was immer die Deutschen sagen, am Ende werden Sie immer zahlen."Zusammenfassend halten wir weiterhin an der Schlussfolgerung fest, dass es der zuständigen Redaktion nicht nur an einer angemessenen Kritikkultur mangelt, sondern offenbar aktiv versucht wird, die Manipulation zu vertuschen.Da es sich bei dem Geschädigten um einen hohen Regierungsbeamten eines europäischen Partnerlandes handelt, werden nicht nur Programmgrundsätze und Regeln des Anstandes verletzt, sondern es wird vielmehr in unangemessener Weise an den Prinzipien der Völkerverständigung gerüttelt.§ 5 (3) Das ZDF hat in seinen Sendungen die Würde des Menschen zu achten und zu schützen. (…) Die Sendungen sollen dabei vor allem die Zusammengehörigkeit im vereinten Deutschland fördern sowie der gesamtgesellschaftlichen Integration in Frieden und Freiheit und der Verständigung unter den Völkern dienen und auf ein diskriminierungsfreies Miteinander hinwirken.Wir halten an unserer Beschwerde fest und übergeben die Angelegenheit dem ZDF-Fernsehrat, in der Hoffnung, dass dieser als Anwalt des Publikums tätig wird und die Dimensionen derartig unseriöser Produktionen für das Ansehen des ZDF und der Glaubwürdigkeit deutscher Medien im In- und Ausland erkennt.Zum Zwecke der Transparenz werden dieses Schreiben und weiterführender Schriftverkehr zum Thema auf der Webseite des Vereins http://forum.publikumskonferenz.de/ veröffentlicht. Mit freundlichen Grüßen i. A. Maren MüllerVorsitzende
Sehr geehrte Frau Müller, auf Ihr Schreiben vom 22. April 2015 habe ich entschieden, Ihre Programmbeschwerde zur o.g. Sendung gemäß § 21 Absatz 3 der ZDF-Satzung (Beschwerdeordnung) dem zuständigen Programmausschuss Chefredaktion als Beschwerdeausschuss zur Sitzung am 11. September 2015 vorzulegen. Nach Behandlung der Beschwerde durch den Beschwerdeausschuss und einer entsprechenden Beschlussempfehlung an den Fernsehrat wird dieser in seiner Sitzung am 18. September 2015 über Ihre Programmbeschwerde beraten. Über das Beratungsergebnis werden Sie im Nachgang zur Sitzung informiert. Mit freundlichen Grüßen Ruprecht Polenz
Programmbeschwerde datiert 22.02.2015, eingegangen am 01.04.2015 zur "maybrit illner"-Sendung vom 29.01.2015; Programmbeschwerde vom 03.03.2015 zur "heute"-Sendung vom 27.02.2015; Programmbeschwerde vom 18.04.2015 zur "heute-journal"-Sendung vom 16.04.2015; hier: Mitteilung über den Ausgang des Beschwerdeverfahrens gem. § 21 Absatz 3 ZDF-Satzung (Beschwerdeordnung) Sehr geehrte Frau Müller, nachdem der Beschwerdeausschuss sowie der Fernsehrat Ihre o. g. Beschwerden eingehend beraten haben, darf ich Ihnen gemäß § 21 Absatz 3 der ZDF-Satzung zum Ausgang des Beschwerdeverfahrens mitteilen, dass der Fernsehrat jede einzelne Programmbeschwerde in seiner Sitzung vom 18. September 2015 in Mainz abschließend als unbegründet zurückgewiesen hat. Der Fernsehrat hat ebenso wie sein Beschwerdeausschuss keinen Verstoß gegen die für das ZDF geltenden Rechtsvorschriften festgestellt. Mit freundlichen Grüßen Ruprecht Polenz