Source: https://rsw.beck.de/cms/main?docid=286803
Timestamp: 2020-06-03 20:21:47
Document Index: 266188650

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 15', '§ 14', '§ 12', '§ 26', '§ 34']

Leserfragen-Treff: Leserfragen 2009 - Recht-Steuern-Wirtschaft - Verlag C.H.BECK
Leserfragen-Treff: Leserfragen 2009
Thema: Vorsteuerabzug aus Online-Tickets
Früher wurden die Reise-Tickets der Arbeitnehmer über die Firma bestellt und anschließend der Vorsteuerabzug geltend gemacht. Dies hatte allerdings den Nachteil, dass unser Reisebüro Gebühren verlangte (zum Teil über 40 €).
In der Folge führte dies jedoch bei einigen Mitarbeitern zur Verärgerung, weshalb sie die Tickets heute von ihren privaten PCs aus via Internet bestellen; die Belastung erfolgt anschließend auf ihrem privaten Bankkonto.
Nach Beendigung ihrer Reise reichen die Arbeitnehmer diese Tickets, die nicht auf den Namen der Firma, sondern auf den der Mitarbeiter ausgestellt sind, ein. Das heißt: Die vollständigen Angaben im Sinne von § 15 UStG sind nicht vorhanden.
Irgendwie habe ich Schwierigkeiten mit dem Verständnis des BMF-Schreibens vom 29.1.2004 (IV B 7 – S 7280 – 19/04). Meine Frage daher: Kann die Firma die Vorsteuer geltend machen, obwohl die Angaben im Sinne von § 15 UStG unzureichend sind?
Fahrausweise liegen insbesondere bei Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln (Flugzeug, Bahn, Bus, Fähre) vor.
In Fahrausweisen kann vor allem der Name des Empfängers der Leistung fehlen.
Fahrausweise für die Beförderung von Personen gelten als Rechnungen (nach § 14 UStG), wenn diese mindestens folgende Angaben enthalten:
den anzuwendenden Steuersatz, wenn die Beförderungsleistung nicht dem ermäßigten Steuersatz nach § 12 Abs. 2 Nr. 10 UStG unterliegt, und
im Fall der Anwendung des § 26 Abs. 3 UStG einen Hinweis auf die grenzüberschreitende Beförderung von Personen im Luftverkehr.
Zusätzlich hat der Rechnungsempfänger einen Papierausdruck des im Online-Verfahren abgerufenen Dokuments aufzubewahren, das die nach § 34 UStDV erforderlichen Angaben enthält.
Daraus folgt: Der Vorsteuerabzug aus Fahrausweisen scheitert nicht bereits daran, wenn diese Fahrausweise von den Arbeitnehmern erworben worden sind und diese den Namen des Unternehmers oder das Unternehmen nicht als Leistungsempfänger ausweisen.
Ausführliche Erläuterungen (mit weiteren Hinweisen zum Online-Verfahren und den erforderlichen Rechnungsangaben) von Dipl.-Finanzw. Hans Jürgen Bathe in Heft 8/2009, S. 379 f.