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Timestamp: 2016-10-28 00:41:29
Document Index: 233729362

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 66']

8C_598/2014 (25.11.2014)
8C_598/2014 � � Urteil vom 25. November 2014
Der 1954 geborene A.________ war seit Mai 2005 bei der B.________ GmbH als Chauffeur angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen obligatorisch versichert. Am 27. April 2011 fuhr er mit dem von ihm gelenkten Sattelschlepper r�ckw�rts eine aus Asphaltschutt aufgesch�ttete Rampe hoch; beim Entladen der Mulde kippte der Lastwagen auf die rechte Seite, wobei der Versicherte vom F�hrersitz auf die am Boden liegende Beifahrert�r fiel (vgl. Rapport der Polizei vom 10. Juni 2011) und sich Frakturen an der 9. und 10. Rippe links, nicht-dislozierte Fissuren an den Lendenwirbelk�rpern LWK2 beidseits und LWK3 links sowie verdachtsweise eine leichte traumatische Hirnverletzung zuzog (Austrittsbericht des Spitals C.________ vom 28. April 2011). Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung; Taggeld), die sie nach orthop�dischen, neurologischen und psychiatrischen Abkl�rungen mit Verf�gung vom 30. Januar 2013 mangels ad�quater Unfallfolgen auf den 15. Februar 2013 einstellte. Daran hielt sie auf Einsprache hin fest (Einspracheentscheid vom 10. Mai 2013).
Hiegegen liess A.________ Beschwerde einreichen und beantragen, die SUVA habe �ber den 15. Februar 2013 hinaus Heilbehandlung sowie Taggeld gest�tzt auf eine vollst�ndige Arbeitsunf�higkeit zu erbringen; sie habe nach Erreichen des Endzustands die Rentenfrage zu pr�fen und die H�he der Integrit�tsentsch�digung festzulegen. Mit Entscheid vom 7. Juli 2014 wies das Kantonsgericht Luzern das eingelegte Rechtsmittel ab.
Die Vorinstanz hat unter Verweis auf den Einspracheentscheid vom 10. Mai 2013 die Bestimmungen und Grunds�tze �ber die Leistungsvoraussetzungen des nat�rlichen (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen) und des ad�quaten Kausalzusammenhangs (BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181 mit Hinweis), insbesondere bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unf�llen (BGE 115 V 133), sowie den Beweiswert eines �rztlichen Berichts zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
3.1.�Das kantonale Gericht hat in umfassender W�rdigung der medizinischen Akten �berzeugend erwogen, dass die �ber den 15. Februar 2013 hinaus geltend gemachten somatischen Beschwerden nicht mehr auf einen organisch hinreichend nachweisbaren Gesundheitsschaden zur�ckzuf�hren waren; die Arbeitsunf�higkeit beruhte vielmehr haupts�chlich noch auf den psychiatrischen Diagnosen (posttraumatische Belastungsst�rung; mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom). Der Beschwerdef�hrer bestreitet diese W�rdigung zu Recht nicht.
3.2.�Weiter hat die Vorinstanz offengelassen, ob der nat�rliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den psychischen Beschwerden gegeben war, da jedenfalls die Ad�quanz zu verneinen sei. Dieses Vorgehen entspricht g�ngiger Praxis (BGE 135 V 465 E. 5.1 S. 472).
3.3.1.�Sodann hat das kantonale Gericht den Unfall vom 27. April 2011 ausgehend vom augenf�lligen Geschehensablauf und in �bereinstimmung mit der Kasuistik zu vergleichbaren Ereignissen zutreffend dem Bereich der mittelschweren Unf�lle im engeren Sinn zugeordnet. Der Einwand des Beschwerdef�hrers, beim Umkippen des stillstehenden, 45 Tonnen schweren Sattelschleppers h�tten massive Kr�fte auf seinen K�rper eingewirkt, weshalb zumindest ein mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den schweren Ereignissen anzunehmen sei, ist nicht nachvollziehbar. Von den weiter zu pr�fenden, objektiv fassbaren und unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehenden oder als Folge davon erscheinenden Umst�nden, welche als massgebliche Kriterien in die Gesamtw�rdigung einzubeziehen sind, ist gem�ss vorinstanzlichem Entscheid allenfalls dasjenige des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunf�higkeit ohne besondere Auspr�gung erf�llt.
3.3.2.�Was der Beschwerdef�hrer vorbringt, ist nicht stichhaltig. Der vorliegende Sachverhalt ist in Bezug auf die Beurteilung des Kriteriums der besonders dramatischen Begleitumst�nde oder besonderen Eindr�cklichkeit mit dem im Urteil 8C_799/2008 vom 11. Februar 2009 beurteilten Fall nicht zu vergleichen. Danach (E. 3.2.3) war der Versicherte bei starkem Verkehr mit hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn unterwegs, als das linke Hinterrad des von ihm gelenkten Personenwagens abbrach; das Fahrzeug geriet ins Schleudern und �berquerte zweimal die Normalspur; der Beifahrer wurde, als sich das Auto �berschlug, durch das Dach aus dem Wagen geschleudert. Aufgrund dieser Umst�nde hatte das Ereignis objektiv betrachtet einen dramatisch und unmittelbar lebensbedrohenden Charakter. Weiter beruft sich der Beschwerdef�hrer auf das Urteil 8C_116/2009 vom 26. Juni 2009 E. 4.3, wonach sich die versicherte Person bei einem vergleichsweise banalen Sturz r�cklings auf die Kante eines Trottoirs eine instabile Fraktur des LWK1 zuzog; daher war das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung zu bejahen. Vorliegend erlitt der Beschwerdef�hrer indessen lediglich nicht-dislozierte Fissuren (unvollst�ndige Frakturen; vgl. Pschyrembel, Klinisches W�rterbuch, 263. Aufl., Berlin/Boston 2011, S. 675 und 698) an den LWK2 beidseits und LWK3 zu, die ohne invasive Massnahmen innert kurzer Zeit vollst�ndig ausheilten, wie die Vorinstanz richtig festgehalten hat.
Sodann �bersieht der Beschwerdef�hrer, dass bei der Pr�fung der Kriterien der ungew�hnlich langen Dauer der �rztlichen Behandlung sowie des schwierigen Heilverlaufs und erheblichen Komplikationen nur die somatischen Beschwerden zu ber�cksichtigen sind (vgl. BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112); der vom Kreisarzt der SUVA empfohlene Aufenthalt in der Klinik D.________ diente allein der aktiven Physiotherapie zur k�rperlichen Rekonditionierung bzw. Beweglichkeitsverbesserung sowie zum Aufbau der Kraft und Belastungsf�higkeit (Bericht vom 25. Juli 2012).
Die geltend gemachten k�rperlichen Dauerschmerzen waren sp�testens im Zeitpunkt der kreis�rztlichen Untersuchung vom 23. Juli 2012 keinem (hinreichenden) somatischen Korrelat mehr zuzuordnen (vgl. den erw�hnten Bericht des Kreisarztes a.a.O.). Der Beschwerdef�hrer �bersieht, dass gem�ss Austrittsbericht der Klinik D.________ vom 9. Januar 2013 die aktive Physiotherapie wegen der psychiatrischen Befunde am 20. Dezember 2012 abgebrochen und er zur station�ren Behandlung in die psychiatrische Klinik E.________ �berwiesen werden musste.
Schliesslich hat das kantonale Gericht zutreffend darauf hingewiesen, dass zwar seit dem Unfall vom 27. April 2011 bis zur Leistungseinstellung (15. Februar 2013) �rztlich durchwegs eine vollst�ndige Arbeitsunf�higkeit als Lastwagenchauffeur bescheinigt wurde, indessen aus rein somatischer Sicht sp�testens seit der kreis�rztlichen Abschlussuntersuchung bzw. dem Abbruch der Rehabilitation in der Klinik D.________ wohl eine ganzt�gige Erwerbst�tigkeit ohne Leistungseinschr�nkung zumutbar gewesen war. Letztlich konnte offen bleiben, ob das Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunf�higkeit erf�llt w�re, zumal es jedenfalls nicht in ausgepr�gter Weise vorliegen w�rde. Der Beschwerdef�hrer verkennt die Gesetzeslage, wonach bei langer Dauer der Arbeitsunf�higkeit auch die zumutbare T�tigkeit in einem anderen Beruf zu ber�cksichtigen ist (Art. 6 Abs. 1 Satz 2 in Verbindung mit Satz 1 ATSG).
3.3.3.�Nach dem Gesagten bleibt es beim vorinstanzlichen Ergebnis, dass allenfalls ein Kriterium in nicht ausgepr�gter Weise erf�llt ist, weshalb der ad�quate Kausalzusammenhang der geltend gemachten psychischen Beschwerden mit dem Unfall vom 27. April 2011 und dessen Folgen zu verneinen ist.
Der Beschwerdef�hrer hat gem�ss Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG die Gerichtskosten zu tragen.