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Timestamp: 2016-10-21 23:50:16
Document Index: 171843213

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 17', 'BGE', 'BGE', 'Art. 159', 'Art. 135', 'Art. 77', 'Art. 159', 'Art. 156', 'Art. 71', 'Art. 77', 'Art. 73', 'BGE', 'Art. 156', 'Art. 159']

I 532/00 (23.10.2001)
I 532/00 Vr
Widmer; Gerichtsschreiber Fessler
Z.________, 1953, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Eric Schuler, Frankenstrasse 3, 6003 Luzern,
A.- Der 1953 geborene Z.________ ersuchte im Mai 1995 die Invalidenversicherung um berufliche Massnahmen, insbesondere Umschulung zum Naturarzt. Mit Verf�gung vom 26. April 1996 lehnte die IV-Stelle Nidwalden das Leistungsbegehren ab, was das Verwaltungsgericht des Kantons Nidwalden mit Entscheid vom 23. September 1996 best�tigte.
Auf Verwaltungsgerichtsbeschwerde hob das Eidgen�ssische Versicherungsgericht mit Urteil vom 2. Februar 1998 Entscheid und Verf�gung auf und wies die Sache zur Neubeurteilung, nach erg�nzenden Abkl�rungen im Sinne der Erw�gungen, an die Verwaltung zur�ck.
Gest�tzt auf den Arztbericht des Dr. med M.________, FMH Innere Medizin speziell Rheumaerkrankungen, vom 8. April 1998 sowie den Schlussbericht des Berufsberaters vom 25. Juni 1998 lehnte die IV-Stelle mit Verf�gung vom 2. Oktober 1998 den Anspruch auf Umschulung zum Naturarzt erneut ab.
B.- Die von Z.________ hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Nidwalden mit Entscheid vom 31. Mai 1999 ab.
C.- Z.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit den Rechtsbegehren, in Aufhebung von Entscheid und Verf�gung sei die Sache zur erg�nzenden medizinischen und berufsberaterischen Abkl�rung an die Verwaltung zur�ckzuweisen; im Weitern sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gew�hren.
Die IV-Stelle beantragt die Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, im Eventualstandpunkt bei Gutheissung des Rechtsmittels das Absehen von der Auferlegung von Kosten.
D.- Mit Eingabe vom 12. Oktober 2000 hat Z.________ das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zur�ckziehen lassen.
1.- Im Streite liegt der Anspruch auf Umschulung zum Naturarzt unter dem Gesichtspunkt der Eingliederungswirksamkeit der beruflichen Massnahme (ann�hernde Gleichwertigkeit mit dem bisherigen Beruf als Polier, vgl. BGE 124 V 110 Erw. 2a). Die f�r die Beurteilung dieser Frage massgebenden Rechtsgrundlagen, insbesondere Art. 17 IVG, werden im Urteil vom 2. Februar 1998 (I 448/96) dargelegt. Darauf wird verwiesen.
2.- Nach Auffassung des kantonalen Gerichts l�sst sich die Einkommenssituation durch die beantragte Umschulung zum Naturarzt nicht entscheidend verbessern. Der mit diesem Beruf erzielbare mutmassliche Verdienst von Fr. 76'800.- (Angabe der Natur�rzte-Vereinigung) sei sinngem�ss nicht wesentlich h�her als der als medizinischer Masseur erreichbare Lohn von Fr. 70'000.- bis Fr. 75'000.-. Der Beschwerdef�hrer sei somit aufgrund und im Rahmen seiner paramedizinischen Ausbildungen gen�gend wirksam eingegliedert, sodass kein Anspruch auf Umschulung zum Naturarzt bestehe.
3.- Gegen die im Grundsatze nicht bestrittene Argumentation der Vorinstanz wird in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgebracht, der Beschwerdef�hrer sei im Verf�gungszeitpunkt als medizinischer Masseur nicht zu 100 % arbeitsf�hig gewesen. Dr. med. M.________ habe sich zwar in seinem Bericht vom 8. April 1998 in diesem Sinne ge�ussert.
Darauf k�nne indessen entgegen dem kantonalen Gericht nicht abgestellt werden. Dieser Einwand ist begr�ndet.
Die Aussagen des Dr. med. M.________ sind insofern nicht schl�ssig, als er die Arbeitsf�higkeit als medizinischer Masseur auf 100 % beziffert, gleichzeitig aber medizinische Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsf�higkeit bejaht. Zu beachten ist sodann, dass der Versicherte gem�ss Diagnose haupts�chlich an R�ckenbeschwerden leidet. Daneben besteht auch eine auf einen Sturz mit dem Mountainbike im Sommer 1994 erlittene Schulterverletzung rechts, wof�r er aufgrund einer Erwerbsunf�higkeit von 25 % eine Invalidenrente der Unfallversicherung bezieht. Aufgrund der Beeintr�chtigungen im R�cken- und im Schulterbereich rechts erscheint fraglich, ob die T�tigkeit als medizinischer Masseur effektiv ohne wesentliche Einschr�nkung m�glich und zumutbar ist, erfordert doch diese Arbeit h�ufig eine vorn�ber geneigte und abgedrehte Oberk�rperhaltung, wobei gleichzeitig auch ein bestimmter Kraftaufwand notwendig ist. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, inwiefern das Massieren als Folge einer gem�ss Anamnese 1975 operativ behandelten sowie einer weiteren 1994 erlittenen Verletzung des Daumens rechts beeintr�chtigt wird. Gem�ss Dr. med. M.________ war bei der Untersuchung vom 30. M�rz 1998 ein leichter Endphasenschmerz im rechten Daumengrundgelenk bei forciertem Bandstress feststellbar.
Die in diesem Verfahren eingereichten �rztlichen Berichte, insbesondere derjenige des Dr. med. S.________ vom 14. September 2000, soweit f�r dieses Verfahren beweisrechtlich von Bedeutung (BGE 121 V 366 Erw. 1b und BGE 99 V 102), best�tigen die aus den bisherigen Akten sich ergebenden Zweifel an der Schl�ssigkeit der vorinstanzlichen Annahme einer Arbeitsf�higkeit von 100 % als medizinischer Masseur.
Die �usserungen des Hausarztes werfen anderseits die f�r die streitige Umschulung wichtige Frage auf, ob und gegebenenfalls in welchem Ausmass die angestrebte T�tigkeit als Naturarzt zumutbar ist oder w�re.
4.- Im Sinne der vorstehenden Erw�gungen wird die IV-Stelle weitere (medizinische und berufsberaterische) Abkl�rungen vorzunehmen haben.
5.- Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend steht dem Beschwerdef�hrer eine Parteientsch�digung zu Lasten der unterliegenden IV-Stelle zu (Art. 159 Abs. 1 und 2 OG in Verbindung mit Art. 135 OG).
Die Verwaltung wehrt sich gegen die Auferlegung von Parteikosten. Der Versicherte habe in Verletzung seiner Meldepflicht nach Art. 77 IVV den - im Bericht des Hausarztes Dr. med. S.________ vom 14. September 2000 ebenfalls erw�hnten - Autoauffahrunfall vom 30. Juli 1998 verschwiegen.
Sinngem�ss erst wegen dieses Fehlverhaltens sei es zum Prozess gekommen. S�mtliche Parteikosten seien daher nach Art. 159 Abs. 5 in Verbindung mit Art. 156 Abs. 6 OG dem Beschwerdef�hrer zu �berbinden. Diesem Antrag ist unter den gegebenen Umst�nden nicht stattzugeben. Dabei kann offen bleiben, ob der Versicherte durch das ihm vorgeworfene Verhalten die Auskunftspflicht gem�ss Art. 71 Abs. 1 IVV - der von der IV-Stelle angerufene Art. 77 IVV betrifft das Stadium des laufenden Leistungsbezuges (nicht ver�ffentlichtes Urteil R. vom 27. Oktober 1993 [I 178/92]) - verletzt hat. Selbst wenn es sich so verhielte, kann ihm dies entsch�digungsrechtlich nicht zum Nachteil gereichen, nachdem die IV-Stelle laut Akten kein Vorbescheidverfahren durchgef�hrt hatte, was in der Regel einen nicht heilbaren Mangel darstellt (vgl. Art. 73bis Abs. 1 IVV und BGE 116 V 28 sowie SVR 1996 IV Nr. 98 S. 297), und ihn so selber der M�glichkeit beraubte, vor Verf�gungserlass den Autoauffahrunfall vom 30. Juli 1998 als (neues) tats�chliches Argument gegen die vorgesehene Ablehnung des Umschulungsgesuchs mitzuteilen.
Dass diese Tatsache auch nicht in der Beschwerde an die Vorinstanz erw�hnt wurde, ist im Lichte des in Art. 156 Abs. 6 und Art. 159 Abs. 5 OG verankerten Verursacherprinzips schliesslich deshalb nicht von Bedeutung, weil nach den Darlegungen in Erw. 3 die Aktenlage in Bezug auf die Frage der Arbeitsf�higkeit als medizinischer Masseur auch ohne deren Ber�cksichtigung nicht spruchreif war.
Nidwalden vom 31. Mai 1999 und die Verf�gung vom 2. Oktober 1998 aufgehoben und es wird die Sache an
die IV-Stelle Nidwalden zur�ckgewiesen, damit sie,
nach erg�nzenden Abkl�rungen im Sinne der Erw�gungen,
�ber den Umschulungsanspruch des Beschwerdef�hrers neu
III. Die IV-Stelle Nidwalden hat dem Beschwerdef�hrer f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht eine Parteientsch�digung von Fr. 2500.- (einschliesslich
IV.Das Verwaltungsgericht des Kantons Nidwalden wird �ber eine Parteientsch�digung f�r das kantonale Verfahren entsprechend dem Ausgang des letztinstanzlichen Prozesses
des Kantons Nidwalden, der Ausgleichskasse
Nidwalden und dem Bundesamt f�r Sozialversicherung