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Timestamp: 2019-08-23 04:34:58
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Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 7', '§ 9', 'BGH', '§ 35', '§ 23']

Steuerberater-Direct
– rund um das heikle Thema Steuerberater-Rechnung
Diese Seiten sind für Steuerberater und für Steuerberaterkunden – nicht gegen einen Berufsstand gerichtet.
Steuerberaterrechnungen sind schwierig zu lesen.
Woran liegt das? Warum kann die Erstellung von Bilanz und Steuererklärungen nicht einfach so bezeichnet und pauschal abrechnet werden?
Diesen Umstand verdanken Sie den strengen Formvorschriften der Steuerberater-Gebührenverordnung, genauer dem § 9 Abs.2 StBGebV. Danach müssen in der Rechnung angegeben werden:
Beträge der einzelnen Vergütungen,
Gebührenvorschrift (Angabe von Paragraph, Absatz, Nummer),
Gegenstandswert bei Wertgebühren,
Zeitgebühren mit gleichem Stundensatz zusammengefasst,
Gesamtbetrag von Post- und Telefonkosten.
Mit dieser Vorschrift wurde eigentlich beabsichtigt, dem Mandanten des Steuerberaters die Überprüfung der Rechnung zu erleichtern. Stattdessen macht es Mühe, sämtliche Positionen richtig aufzustellen. Eine solch detaillierte Auflistung verwirrt, die Rechnungen sind kaum nachzuvollziehen.
Deshalb setzt sich mancher Berater auch souverän über manche Bestimmungen hinweg und verlangt einen ihm angemessen erscheinenden Betrag für seine Arbeit. Das OLG Düsseldorf (Urteil vom 11.10.1990, 18 U 62/90) meint zu solchen Vereinfachungen:
"Ist die Gebührenrechnung inhaltlich nicht ordnungsgemäß, so kann der Steuerberater sein Honorar weder einfordern noch einklagen.“
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Ist die Gebührenrechnung zu hoch?
Dieser Eindruck drängt sich auf, wenn der Berater für das Produkt seiner Bemühungen – viele Seiten Papier, bedruckt mit Zahlen aus Computerprogrammen – Tausende von Mark fordert.
Einmal davon abgesehen, ob der Katalog der StBGebV die Leistungen fair bewertet, ist die schlechte Routinearbeit eines Steuerberaters immer zu teuer – da mag er mit den Gebührensätzen noch so günstig liegen.
Auf der anderen Seite kann Ihnen eine qualifizierte Beratung Zigtausende an Steuern sparen, unsinnige Investitionen verhindern oder gar über die Existenz Ihres Unternehmens entscheiden. Einige zusätzliche Stunden, die Ihr Berater für Sie aufbringt, sind da selbst bei Spitzensätzen von 180 EURO/Stunde außerordentlich preiswert.
Die Beratung »nur für die Steuer« als Pflichtübung kann somit recht teuer werden, selbst bei niedriger Gebührenrechnung. Letztlich bestimmen Ihr Vertrauen in die Kompetenz und das Engagement Ihres Steuerberaters den Wert seiner Arbeit. Auch wenn man sich vor Augen hält, dass » guter Rat stets teuer ist«, muss auf dieser Vertrauensgrundlage jeder Preis verhandelbar sein.
Der von Ihnen beauftragte betriebliche Berater sollte für Kostensenkungen aufgeschlossen sein. Dies um so mehr in einer ungünstigen Ertragslage. Er kann Ihnen darlegen, welche Arbeiten Sie selbst kostengünstiger in der Buchhaltung und in der Vorbereitung des Jahresabschlusses erledigen können, um seinen eigenen Beitrag zu verringern. Schließlich kann Sie auch der prompte Rechnungsausgleich von den anderen Mandanten der Kanzlei in anzuerkennender Weise abheben. Fragen Sie ihn, welche Arbeiten Sie ihm abnehmen können.
Wann verjährt die Forderung des Steuerberaters ?
Für den Vergütungsanspruch des Steuerberaters gilt eine zweijährige Verjährungsfrist. Sie beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist. Der Anspruch entsteht, sobald er fällig wird und notfalls eingeklagt werden kann, und zwar unabhängig davon, ob der Steuerberater seinem Auftraggeber eine Rechnung erteilt hat oder nicht. Der Vergütungsanspruch wird fällig, wenn der Auftrag erledigt oder die Angelegenheit beendet ist (§ 7 StBGebV).
Nach § 9 Abs. 1 StBGebV kann der Steuerberater seine Vergütung nur durch eine von ihm selbst unterschriebene Rechnung einfordern. Andernfalls ist die Vergütung nicht einklagbar. Allerdings könnte eine gültige Abrechnung noch im Prozess erstellt und unterschrieben werden.
Kann der Steuerberater im Gebührenstreit die Buchungsunterlagen zurückbehalten?
Steuerberater, die von ihrem Zurückbehaltungsrecht wegen ausstehender Mandantenzahlungen Gebrauch machen, konnten sich bislang auf die gefestigte Rechtsprechung stützen, wonach Arbeitsergebnisse und Unterlagen unabhängig von einem konkreten Zusammenhang mit der offenstehenden Forderung zurückgehalten werden können. Der BGH hat jedoch bereits mit Urteil vom 3.7.1997 anders entschieden:
Danach besteht ein Zurückbehaltungsrecht nur wegen der Honorarforderung aus der konkreten Angelegenheit. Soweit es um Mandantenunterlagen geht, dürfen Handakten, die eine andere Angelegenheit betreffen auch dann nicht zurückgehalten werden, wenn es sich insgesamt um ein einheitliches Vertragsverhältnis handelt.
In den wenigsten Fällen darf der Berater seine Arbeit nach Stundensätzen durch die Zeitgebühr abrechnen. Das würde auch effiziente Routinearbeit geradezu bestrafen und Bummelei belohnen.
Die Gebührenverordnung sieht deshalb für Standardleistungen wie das Erstellen der Buchführung, von Steuererklärungen und Jahresabschlüssen eine andere Bemessungsgrundlage vor, den sogenannten Gegenstandswert. Die entsprechenden Vergütungen heißen somit auch Wertgebühren.
Für die einzelne Tätigkeit den richtigen Gegenstandswert zu ermitteln kann teilweise recht schwierig sein:
Besteht der Gegenstandswert einer Monatsbuchhaltung einfach nur im Jahresumsatz, so berechnet man für die Erstellung des Jahresabschlusses den Mittelwert zwischen (berichtigter) Bilanzsumme und Jahresleistung. § 35 Abs.2 Nr.3 StBGebV als Beispiel für die komplizierte Ausdrucksweise des Gesetzgebers:
»Die (berichtigte) Bilanzsumme besteht aus der Summe der Posten der Aktivseite der Bilanz zuzüglich Privatentnahmen und offenen Ausschüttungen, abzüglich Privateinlagen, Kapitalerhöhungen durch Einlagen und Wertberichtigungen. Die betriebliche Jahresleistung umfasst Umsatzerlöse, sonstige Erträge, Erträge aus Beteiligungen, Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens, sonstige Zinsen und ähnliche Erträge, Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen, andere aktivierte Eigenleistungen sowie außerordentliche Erträge.«
Nachdem mühevoll der Gegenstandswert ermittelt ist, wäre es dann doch zu einfach, wenn Sie aus dem Gegenstandswert die Gebühr ablesen könnten, z.B. 1/5000 dieses Mittelwertes als Preis für den Jahresabschluss.
Tatsächlich finden Sie im Anhang der Gebührenverordnung fünf Tabellen, aus denen Sie die volle Gebühr zum entsprechenden Gegenstandswert ablesen können. Welche Tabelle zu verwenden ist, hängt von der Art der Leistung ab.
So werden Jahresabschlussarbeiten nach der Tabelle B, die Finanzbuchführung nach Tabelle C abgerechnet. Die Beratungstabelle A findet hauptsächlich Anwendung für Steuererklärungen, aber auch für sonstige Leistungen.
Der Gegenstandswert ist aufzurunden und man liest den jeweils nächsthöheren Tabellenschritt ab (»Gegenstandswert bis...«). Mit dem Ablesen der vollen Gebühr (10/10) zum Gegenstandswert sind Sie in der Dechiffrierung der Steuerberaterrechnung ein gutes Stück weiter.
Augenmerk ist noch auf den Mindest-Gegenstandswert zu legen.
Mindest-Gegenstandswerte
Die Gebühren für die Erstellung der Einkommensteuererklärungen bemessen sich z.B. an den positiven Einkünften. Das heißt nun nicht, dass der Steuerberater bei Verlusten auf seine Gebühren kulanterweise verzichten wollte. Unterschreiten die Gegenstandswerte ein Minimum, so sieht die Gebührenverordnung bestimmte Mindestwerte vor. Hier die wichtigsten Mindestwerte (die Ermittlung der Gegenstandswerte verkürzt in Klammern):
Einige Steuerberater bilanzieren ausstehende, nicht eingeforderte Einlagen auf der Aktivseite. Dadurch erhöht sich die Bilanzsumme und damit der Gegenstandswert. Dies ist unnötig und dient auch nicht der Klarheit, sondern erhöht nur Ihre Kosten.
Mit gleicher Wirkung auf die Bilanzsumme dürfen Kundenanzahlungen auf Bestellungen sowohl auf der Aktivseite von den Vorräten offen abgesetzt als auch auf der Passivseite unter dem Posten Verbindlichkeiten gesondert ausgewiesen werden.
Deshalb zur Reduzierung Ihrer Jahresabschluss-Rechnung: Um die Bilanzsumme und damit den Gegenstandswert für die Gebühren zu drücken, gehören die Kundenanzahlungen stets auf die Aktivseite, ausstehende Einlagen auf die Passivseite. Prüfen Sie es nach.
Auslagen und Pauschalen
Bei nicht genau umrissenen Tätigkeiten wie die oben aufgezählten wird der Gegenstandswert pauschaliert oder muss abgeschätzt werden. Sinngemäß gilt dies auch für die Auslagen.
Der Gegenstandswert kann auch im »Wert des Interesses« bestehen, gewöhnlich der strittige Steuerbetrag. Dies ist der Fall für einen Rat oder eine Auskunft, für Gutachten und Anträge (§ 23 StBGebV) außerhalb von Steuererklärungen oder sonstigen gebührenpflichtigen Tätigkeiten, bei der Ausarbeitung einer Selbstanzeige sowie einer Besprechung mit Behörden oder Dritten in abgaberechtlichen Dingen.
Im Regelfall stehen also die Gegenstandswerte fest und sind für die Gebührenabrechnung verbindlich.
Mit den Wertgebühren für die ziemlich genau umrissenen Tätigkeiten ist die Arbeit des Steuerberaters pauschal abgegolten, unabhängig davon, wieviel Zeit er selbst oder seine Angestellten darauf verwandt haben. Die Mehr- oder Minderarbeit in seiner Kanzlei für Jahresabschluss und Steuererklärungen über die Zehntel der Gebührensätze kostendeckend abzufangen, ist allein sein Problem. Als Ausnahmen dazu nennt die Gebührenverordnung jedoch bestimmte zeitempfindliche Tätigkeiten, die sich eben nicht immer auf die Schnelle erledigen lassen. Danach darf der Steuerberater eine Zeitgebühr berechnen
Eine Erstberatung beim Steuerberater ist auf 180 € begrenzt.
Die Gebühren zu Widerspruchs- und Einspruchsverfahren vor der Finanzverwaltung Gebühren im Rechtsstreit werden nach ähnlichen Bestimmungen wie für Rechtsanwälte erhoben
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So verteilen Sie das Körperschaftsteuer-Guthaben (Auszahlung ab 2008)
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