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Timestamp: 2020-01-20 18:35:41
Document Index: 157838497

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 18', '§ 3', '§ 3', '§ 3']

Steuerliche Beurteilung von Nebentätigkeiten / 1.7 Abzug von Werbungskosten und Betriebsausgaben | Finance Office Professional | Finance | Haufe
Der BFH hat eine Berücksichtigung von Betriebsausgaben im Rahmen einer nebenberuflich ausgeübten Lehrtätigkeit i. S. v. § 3 Nr. 26 EStG a. F. abgelehnt, weil § 3 Nr. 26 EStG in seiner früheren Fassung als "Aufwandsentschädigung" formuliert war. Diese schloss aus, dass Aufwendungen, die mit einer solchen Entschädigung zusammenhingen, bis zur Höhe des Freibetrags als Betriebsausgaben oder Werbungskosten geltend gemacht werden konnten. In seiner jetzigen Fassung hat § 3 Nr. 26 EStG nach Auffassung des BFH nicht mehr den Zweck, Aufwendungsersatz steuerfrei zu stellen und hat damit auch keine Abgeltungsfunktion mehr.
Überschreiten die Einnahmen aus der nebenberuflichen begünstigten Tätigkeit den Freibetrag von 2.400 EUR, ist ein Abzug von Werbungskosten oder Betriebsausgaben nach -– durch die Rechtsprechung überholter – Verwaltungsauffassung nur möglich, wenn der Steuerpflichtige nachweist, dass seine Aufwendungen im Zusammenhang mit der nebenberuflichen begünstigten Tätigkeit mehr als 2.400 EUR betragen haben. In diesem Fall dürfen die mit der nebenberuflichen begünstigten Tätigkeit in unmittelbarem wirtschaftlichen Zusammenhang stehenden Ausgaben abweichend von § 3c EStG nur insoweit als ­Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgezogen werden, als sie den Betrag der steuerfreien Einnahmen übersteigen.
Grundsätzlich voller Betriebsausgabenabzug auch bei Einnahmen unterhalb des Freibetrags
Diese Verwaltungsauffassung ist – wie erwähnt – überholt. Der BFH hat entschieden, dass Betriebsausgaben bei ehrenamtlich tätigen Übungsleitern auch geltend gemacht werden und zu einem Verlust aus selbstständiger Tätigkeit führen können, wenn die Einnahmen unterhalb des Pauschbetrags gem. § 3 Nr. 26 EStG liegen, vorausgesetzt, es liegt keine Liebhaberei vor.
Die mit einer nebenberuflichen Tätigkeit in unmittelbarem wirtschaftlichem Zusammenhang stehenden Ausgaben dürfen abweichend von § 3c EStG nur insoweit als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgezogen werden, als sie den Betrag der steuerfreien Einnahmen übersteigen. Diese Vorschrift ist aber nicht anwendbar, wenn die nach § 3 Nr. 26 Satz 1 EStG steuerfreien Einnahmen den Maximalbetrag von 2.400 EUR nicht übersteigen. Einschlägig ist dann nur § 3c Abs. 1 EStG. § 3c Abs. 1 EStG ist dahingehend auszulegen, dass die Ausgaben nur bis zur Höhe der steuerfreien Einnahmen vom Abzug ausgeschlossen sind und der übersteigende Betrag voll zu berücksichtigen ist. Diese Auslegung steht im Einklang mit dem Grundsatz, dass bei steuerfreien Einnahmen kein doppelter steuerlicher Vorteil durch den Abzug damit zusammenhängender Aufwendungen erzielt werden soll. Würde man dagegen die im Rahmen einer Einkunftsart angefallenen Aufwendungen, die mit steuerfreien Einnahmen in Zusammenhang stehen, wegen § 3c Abs. 1 EStG auch insoweit nicht abziehen können, als sie die Einnahmen übersteigen, schlüge der Vorteil der Steuerbefreiung in einen Steuernachteil um. Die Finanzverwaltung wird an ihrer gegenteiligen Auffassung nicht mehr festhalten können.
Berechnung des Gewinns aus einer selbstständigen Nebentätigkeit
A erzielt im Jahr 2019 aus einer nebenberuflichen Tätigkeit als Fußballtrainer Einnahmen i. H. v. 5.400 EUR. Es handelt sich um eine selbstständig ausgeübte Nebentätigkeit gem. § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG. Die damit zusammenhängenden Ausgaben belaufen sich auf 2.900 EUR.
Betriebseinnahmen 5.400 EUR
davon sind steuerfrei nach § 3 Nr. 26 EStG 2.400 EUR
verbleibender Betrag 3.000 EUR
nachgewiesene Betriebsaus­gaben 2.900 EUR
mit dem Steuerfreibetrag sind abgegolten 2.400 EUR
als Betriebsausgaben abzugsfähig ist die Differenz 500 EUR 500 EUR
zu versteuernder Gewinn aus selbstständiger Tätigkeit 2.500 EUR
Übt ein Steuerpflichtiger seine begünstigte Nebentätigkeit nichtselbstständig aus, erhält er neben dem Einnahmen-Freibetrag von 2.400 EUR nach § 3 Nr. 26 EStG hierfür auch den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 EUR, soweit er nicht in anderen Dienstverhältnissen verbraucht ist.
Übt ein Steuerpflichtiger zusätzlich zur begünstigten, nichtselbstständigen nebenberuflichen Tätigkeit eine weitere nichtselbstständige Arbeit aus, erhält er den Arbeitnehmer-Pauschbetrag für diese Tätigkeiten zusammen nur einmal. Liegen die mit der begünstigten Nebentätigkeit zusammenhängenden Werbungskosten über 2.400 EUR, können statt des Freibetrags die tatsächlichen Werbungskosten von den Einnahmen abgezogen werden.
Eine steuermindernde Auswirkung durch Ansatz der tatsächlichen Werbungskosten bei der Nebentätigkeit ergibt sich aber nur, wenn
die nachgewiesenen Werbungskosten der Nebentätigkeit höher sind als der Einnahmen-Freibetrag von 2.400 EUR und
die nachgewiesenen Werbungskosten insgesamt – also für Haupt- und Nebentätigkeit zusammen – höher sind als der Einnahmen-Freibetrag + Arbeitnehmer-Pauschbetrag (2.400 EUR + 1.000 = 3.400 EUR).
Berechnung der Einkünfte bei nichtselbstständiger Haupt- und nichtselbstständiger Nebentätigkeit
Zusammenfassung Begriff Nach § 3 Nr. 26 EStG sind bestimmte nebenberufliche Tätigkeiten im gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Bereich durch eine spezielle Steuervergünstigung privilegiert. Die Steuervergünstigung besteht in einer ...