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Timestamp: 2016-10-27 15:12:25
Document Index: 121041880

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'BGE']

8C_893/2014 (27.01.2015)
8C_893/2014 � � Urteil vom 27. Januar 2015
vertreten durch Advokat Andrea Tarnutzer-M�nch,
Recht, 8081 Z�rich,
Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 24. Oktober 2014.
A.________, geboren 1965, war bei der Helsana Unfall AG (nachfolgend: Helsana) f�r die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen sowie Berufskrankheiten versichert. Am 23. Januar 2014 meldete ihre Arbeitgeberin, dass sie sich am 14. November 2013 beim Mittagessen wegen eines Olivensteins im gr�nen Salat einen Zahn verletzt habe. A.________ erg�nzte die Angaben am 7. Januar 2014 sowie am 20. Februar 2014 im "Fragebogen: Zahnschaden". Mit Verf�gung vom 21. M�rz 2014 und Einspracheentscheid vom 26. Mai 2014 lehnte die Helsana ihre Leistungspflicht ab.
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Basel-Stadt mit Entscheid vom 24. Oktober 2014 ab.
A.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit dem Antrag, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und der Zahnschaden zu entsch�digen.
Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen und Grunds�tze zum Unfallbegriff nach Art. 4 ATSG sowie insbesondere zum Begriffsmerkmal der Ungew�hnlichkeit zutreffend dargelegt (vgl. die zu Art. 9 Abs. 1 UVV ergangene, weiterhin geltende Rechtsprechung: BGE 129 V 402 E. 2.1 S. 404; 134 V 72 E. 2.2 S. 74 f., E. 4 S. 76 ff.). Darauf wird verwiesen.
3.1.�Nach den vorinstanzlichen Feststellungen hat die Beschwerdef�hrerin beim Verzehr eines gr�nen Salates, welcher ihr 17-j�hriger Sohn zubereitet hatte, auf eine nicht entsteinte gr�ne Olive gebissen. Das kantonale Gericht hat erwogen, dass die Salatzubereitung sehr vielf�ltige Gestaltungsm�glichkeiten biete, das Spektrum der Salatzusammensetzungen sehr gross sei und dass es Salate in den verschiedensten Variet�ten gebe. Oliven im gr�nen Salat seien deshalb nichts Ungew�hnliches. Die kugelige Frucht hebe sich trotz eventuell identischer Farbe von einem gr�nen Salatblatt hinsichtlich der Form, der Konsistenz, der Oberfl�che sowie des Gewichts deutlich ab. Dass s�mtliche Oliven unter dem gr�nen Salat versteckt geblieben seien, erscheine als unwahrscheinlich. Zudem habe die Olive sp�testens beim Aufgabeln durch ihre Andersartigkeit auffallen m�ssen, denn sie sei deutlich schwerer, lasse sich nicht unbemerkt auf eine Gabel und anschliessend zum Mund f�hren und f�hle sich zudem auch im Mund anders an als ein Salatblatt.
3.2.�Was die Beschwerdef�hrerin dagegen vorbringt, vermag keine andere Beurteilung zu rechtfertigen. Sie macht sinngem�ss im Wesentlichen geltend, dass gr�ne Oliven in einem gr�nen Salat ungew�hnlich seien und dass die unentsteinte Frucht, die zum Zahnschaden gef�hrt habe, unter den gr�nen Salatbl�ttern versteckt gewesen und unbemerkt geblieben sei.
3.3.�Das Bundesgericht, vormals das Eidgen�ssische Versicherungsgericht, hat es in vergleichbaren F�llen als ausschlaggebend erachtet, ob der fragliche �ussere Faktor, der zur Zahnverletzung gef�hrt hat, �blicher Bestandteil des verarbeiteten Materials ist (RKUV 1992 Nr. U 144 S. 82 E. 2b). Dass sich in der Olive ein Stein befunden hat, vermag die Ungew�hnlichkeit nicht zu begr�nden. Der Stein ist gew�hnlicher Bestandteil der Olive und geh�rt deshalb auch in das mit dieser Frucht zubereitete Gericht. Nach der Rechtsprechung war der Unfallbegriff dementsprechend nicht erf�llt bei der Zahnverletzung beim Essen eines selbstgebackenen Kirschenkuchens, der mit nicht entsteinten Fr�chten zubereitet worden war (BGE 112 V 201 E. 3b in fine S. 205; ebenso bei dem mit Dekorationsperlen verzierten Kuchen, RKUV 1985 Nr. K 614 S. 24, oder beim Muschelschalensplitter auf einer Meeresfr�chte-Pizza, die mit Schalen zubereitet wurde, Urteil U 305/02 vom 26. Februar 2004 E. 2.3). Anders verh�lt es sich, wenn bei der Zubereitung - vermeintlich - entsteinte Fr�chte verwendet wurden, was hier jedoch nicht geltend gemacht wird (so etwa beim selbstgebackenen Olivenbrot, SVR 2011 KV Nr. 16 S. 61, 9C_985/2010 E. 6, oder bei der von der Schwiegermutter selbstgemachten Kirschenkonfit�re, Urteil 9C_553/2013 vom 17. Oktober 2013 E. 2 bis 5). Dass sich die Olive in einem gr�nen Salat befunden hat, ist ebenfalls nicht ungew�hnlich, denn sie war zum Essen bestimmt (RKUV 1985 Nr. K 614 S. 24 E. 3a) und es geht auch nicht �ber das Allt�gliche und �bliche hinaus (BGE 134 V 72 E. 4.1 S. 76), wenn gr�ne Oliven in einem gr�nen Salat verwendet werden. Wie h�ufig gr�ne Oliven in einem gr�nen Salat serviert werden, ist dabei nicht ausschlaggebend (RKUV 1992 Nr. U 144 S. 82 E. 2c).
3.4.�Ob die Beschwerdef�hrerin pers�nlich davon ausging, dass der gr�ne Salat keine gr�nen Oliven enthalte, ist nicht massgebend. Das galt nach der Rechtsprechung auch f�r den Fall einer Haselnuss im nicht n�her bezeichneten Geb�ckst�ck (Urteil U 288/01 vom 28. Februar 2003 E. 2) oder eines Kirschensteins in einer geschenkt erhaltenen, "Griotte au Kirsch" genannten Praline. Das Eidgen�ssische Versicherungsgericht hat in jenem Fall erwogen, dass die Kirschsteine in den "Griottes au Kirsch" nicht dadurch zu Fremdk�rpern werden, weil im Detailhandel �hnliche Produkte mit entsteinten Fr�chten, wie die "Mon Ch�ri"-Pralinen, erh�ltlich sind (Urteil U 8/06 vom 13. M�rz 2006 E. 2). Entgegen dem Einwand der Beschwerdef�hrerin ist nicht unber�cksichtigt geblieben, dass die Olive beziehungsweise der Olivenstein unbemerkt geblieben sei; vielmehr ist dieser Umstand nach der dargelegten Rechtsprechung nicht entscheidwesentlich. Die R�ge, dass die Vorinstanz einen anderen als den von ihr angegebenen Sachverhalt gew�rdigt habe, ist daher unberechtigt. Der Unfallversicherer hat die tats�chlichen Verh�ltnisse mittels Fragebl�ttern detailliert erhoben und damit seine Verpflichtung zur richtigen und vollst�ndigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts erf�llt (RKUV 2004 Nr. U 515 S. 418, U 64/02 E. 2.2.3).
3.5.�Zusammenfassend l�sst sich die gr�ne Olive mit Stein im gr�nen Salat nicht als ungew�hnlicher �usserer Faktor und damit der erlittene Zahnschaden nicht als Unfall qualifizieren.