Source: https://sessionnet.grafing.de/bi/to0050.php?__ktonr=5393
Timestamp: 2020-07-11 04:37:44
Document Index: 247774258

Matched Legal Cases: ['§ 30', '§ 23', '§ 14', '§ 31', '§ 19', 'Art. 47']

TOP Ö 3: Bauantrag zum Neubau eines Doppelhauses mit zwei Garagen auf dem Grundstück Fl.Nr. 381/0/T der Gemarkung Grafing (Nettelkofener Straße 24 und 24a)
Vom Verwaltungsvertreter wurde der Bauantrag vorgestellt und erklärt. Das Vorhaben liegt im Geltungsbereich des qualifizierten Bebauungsplans „Nördlich der Nettelkofener Straße/Adalbert-Stifter-Straße“ vom 23.05.2018 und beurteilt sich ausschließlich nach den Festsetzungen des Bebauungsplanes (§ 30 Abs. 1 BauGB).
Das Wohnhaus liegt innerhalb der überbaubaren Grundstücksflächen.
Die Eingangsüberdachungen stellen untergeordnete Gebäudeteile dar, die gemäß § 23 Abs. 3 Satz 2 BauNVO (definitorische Bandbreite) zugelassen werden können; das gemeindliche Einvernehmen ist nicht erforderlich.
Die Doppelgarage mit Nebenraum (6,50 × 7 m) überschreitet in der Größe und Lage die festgesetzte Baufläche (6 × 6 m) um 1 m nach Westen und 0,50 m nach Norden. Die Garage wird auch als Nebenraum genutzt. Untergeordnete Nebenanlagen (Nebengebäude) im Sinne des § 14 BauNVO sind nach den Festsetzungen des Bebauungsplanes (A.7.4) aber bis zu einer Größe von 20 m³ auch außerhalb der Bauflächen zulässig. Unter Inanspruchnahme des Zulassungsanspruches für Nebengebäude wird für die integrierten Nebenräume in der Garage die erforderliche Befreiung erteilt (§ 31 Abs. 2 BauGB).
Mit den Anrechnungsanlagen (Stellplätze und Garagen mit deren Zufahrten sowie Nebengebäude, § 19 Abs. 4 BauNVO) darf die zulässige Grundfläche max. um 50 v.H. überschritten werden. Obwohl exakte Angaben über die Zufahrtsflächen fehlen, ist bei einer überschlägigen Beurteilung eine Überschreitung nicht zu erkennen.
Es werden keine Balkone beantragt. Die Terrassen mit einer Größe von zusammen 20 m² entsprechen dem Ausnahmevorbehalt und können hinsichtlich der Überschreitung der zulässigen Grundflächenzahl zugelassen werden.
Dachüberstand und Eingangsüberdachung sind nach ihrer Art der Ausführung nicht grundflächenrelevant.
Überraschend bezieht sich die Höhendifferenz auf das vorgefundene natürliche Gelände. Der Antrag nutzt damit nicht die eingeräumte Möglichkeit, das gegenüber der Erschließungsstraße (um über 1,50 m) tiefer liegende Gelände um 0,50 m zu erhöhen. Mit einer Auffüllung um 0,50 m wäre auch die Niederschlagswasserentwässerung des Gebäudes einfacher möglich.
Die Planung der Höhenlage ist auch nicht mit dem aktuellen Stand der Erschließungsplanung abgestimmt. So liegt das natürliche Gelände des Baugrundstückes auf ca. 530 müNN. Die geplante Erschließungsstraße weist im Bereich des Grundstücks (Wendeplatte) eine voraussichtliche Höhe von ca. 531,50 müNN auf, liegt also ca. 1,50 m höher als das Baugrundstück.
Das würde etwa hinsichtlich der Garagenzufahrt eine Neigung von 30% voraussetzen, die nicht mehr ordnungsgemäß befahrbar ist. Ein Gefälle von 20% darf regelmäßig nicht überschritten werden.
Die je Doppelhaus notwendigen 2 Stellplätze werden durch die Garagen mit den Stauraumstellplätzen nachgewiesen. Die Garage ist aber aufgrund der Höhenlage nicht befahrbar und damit sind die Stellplätze nicht in geeigneter Weise beschaffen (Art. 47 BayBO).
Nach Vorstellung der geplanten Baumaßnahme beschloss der Bau-, Werk- und Umweltausschuss einstimmig, dem Bauantrag zum Neubau eines Doppelhauses mit zwei Garagen auf dem Grundstück Fl.Nr. 381/0/T der Gemarkung Grafing, Nettelkofener Straße 24 und 24a, das gemeindliche Einvernehmen unter folgenden Maßgaben zu erteilen:
Die Garage und die Stellplätze sind aufgrund der Höhenlage der Garage und des Höhenunterschiedes von ca. 1,50 m zur Erschließungsstraße nicht ordnungsgemäß benutzbar.