Source: http://www.anwalt24.de/urteile/bgh/2011-08-17/viii-zr-20_11
Timestamp: 2017-02-24 15:09:59
Document Index: 286427843

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 554', '§ 242', '§ 322', '§ 128', '§ 554', '§ 242', '§ 322', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 562', '§ 563']

BGH, 17.08.2011 - VIII ZR 20/11 - Identität des Streitgegenstandes bei erneuter Geltendmachung eines Anspruchs auf Duldung eines Herdaustauschs in Form einer "Widerwiderklage" | Urteile auf anwalt24.de
BGH, 17.08.2011 Inhaltsübersicht
BGH, 31.08.2011 - 5 StR 312/11 - Verwerfung einer Revision…BGH, 17.08.2011 - VIII ZR 20/11 - Identität des Streitgegenstandes bei erneuter ...BGH, 17.08.2011 - 5 StR 255/11 - Verneinung erheblich verminderter Steuerungsfäh...BGH, 17.08.2011 - 5 StR 294/11 - Verwerfung einer Revision als unzulässigBGH, 17.08.2011 - 5 StR 301/11 - Ordnungsgemäße Gewährung eines Härteausgleich w...BGH, 17.08.2011 - 5 StR 261/11 - Überprüfung der Bewertung eines Strafurteils bz...BGH, 17.08.2011 - 5 StR 263/11 - Notwendigkeit eines erneuten Gerichtsbeschlusse...BGH, 17.08.2011 - 5 StR 322/11 - Berücksichtigung der Strafzumessung bei Versagu...BGH, 17.08.2011 - VIII ZB 57/10 - Verwerfung einer Rechtsbeschwerde als unzuläss...BGH, 17.08.2011 - VIII ZR 34/11 - Zurückweisung einer Nichtzulassungsbeschwerde ...BGH, 17.08.2011 - XII ZB 50/11 - Verletzung des Verfahrensgrundrechts auf Gewähr...BGH, 17.08.2011 - XII ZR 153/09 - Verletzung eines Anspruchs auf rechtliches Geh...BGH, 17.08.2011 - V ZB 128/11 - Einstellung der Zwangsversteigerung wegen Erkran...BGH, 17.08.2011 - I ZR 108/09 - Möglichkeit des Übergangs zu einer eventuellen K...BGH, 17.08.2011 - XII ZB 656/10 - Ersetzung eines früher hinzugefügten Geburtsna...BGH, 17.08.2011 - 2 StR 304/11 - Abänderung eines Urteils bzgl. einer Anordnung ...BGH, 17.08.2011 - VIII ZR 91/10 - Zurückweisung einer Anhörungsrüge i.R.e. Räumu...BGH, 17.08.2011 - XII ZB 241/11 - Alkoholismus als psychische Krankheit oder gei...BGH, 17.08.2011 - XII ZB 621/10 - Anwendbarkeit neuen Rechts auf ein Vollstrecku...BGH, 17.08.2011 - I ZR 57/09 - Pflicht eines Betreibers eines Online-Marktplatze...BGH, 17.08.2011 - V ZB 47/11 - Uneingeschränktes Einsichtsrecht in das Grundbuch...BGH, 17.08.2011 - I ZR 13/10 - Einordnung einer werbefinanzierten und deswegen f...…BGH, 01.08.2011 - V ZR 259/10 - Voraussetzungen für eine Schadensersatzhaftung w...
BGH, 17.08.2011 - VIII ZR 20/11 - Identität des Streitgegenstandes bei erneuter Geltendmachung eines Anspruchs auf Duldung eines Herdaustauschs in Form einer "Widerwiderklage"
BundesgerichtshofUrt. v. 17.08.2011, Az.: VIII ZR 20/11Gericht: BGHEntscheidungsform: UrteilDatum: 17.08.2011Referenz: JurionRS 2011, 22975Aktenzeichen: VIII ZR 20/11 Verfahrensgang:vorgehend:AG Berlin-Pankow-Weißensee - 22.06.2009 - AZ: 4 C 275/08LG Berlin - 21.12.2010 - AZ: 65 S 318/09Rechtsgrundlagen:§ 554 Abs. 1 BGB§ 242 BGB§ 322 ZPOFundstellen:Info M 2012, 80MK 2012, 10WuM 2011, 527-528Redaktioneller Leitsatz:Eine als Widerwiderklage erneut erhobene Klage über einen rechtskräftig abgeurteilten Anspruch ist unzulässig, weil ihr der Einwand der materiellen Rechtskraft entgegensteht.Der VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat im schriftlichen Verfahren gemäß § 128 Abs. 2 ZPO mit Schriftsatzfrist bis zum 9. August 2011 durch den Vorsitzenden Richter Ball, die Richterinnen Dr. Milger, Dr. Hessel und Dr. Fetzer sowie den Richter Dr. Bünger für Recht erkannt: Tenor:Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil der Zivilkammer 65 des Landgerichts Berlin vom 21. Dezember 2010 aufgehoben, soweit hinsichtlich der Auswechselung des Gasherdes gegen einen Elektroherd zum Nachteil des Beklagten entschieden worden ist. Insoweit wird die Berufung der Klägerin gegen das Urteil des Amtsgerichts Pankow/Weißensee vom 22. Juni 2009 mit der Maßgabe zurückgewiesen, dass die Klage als unzulässig abgewiesen ist. Die Klägerin hat die Kosten des Revisionsverfahrens zu tragen. Tatbestand1 Der Beklagte ist Mieter einer Wohnung der Klägerin in B: . Die Klägerin verlangte mit der im Jahr 2008 erhobenen Klage Duldung umfangreicher Instandsetzungs- und Modernisierungsarbeiten. Hierbei ging es unter anderem um den Austausch des Gasherdes gegen einen Elektroherd, den die Klägerin im Zuge der vorgesehenen Beseitigung des Gasanschlusses des Gebäudes vornehmen wollte. Der Beklagte erhob wegen der Ausführung verschiedener Reparaturen Widerklage. Das Amtsgericht wies die Duldungsklage mit rechtskräftigem Teilurteil vom 12. Januar 2009 ab, weil es sich bei dem Austausch des Herdes nicht um eine Modernisierungsmaßnahme handele und der Klägerin deshalb kein Duldungsanspruch zustehe. 2 Im weiteren Verfahren über die vom Beklagten erhobene Widerklage hat die Klägerin "Widerwiderklage" erhoben, unter anderem mit dem (erneuten) Antrag, den Beklagten zur Duldung der Auswechselung des Gasherdes gegen einen Elektroherd zu verurteilen. Zur Begründung hat die Klägerin wiederum geltend gemacht, dass sie die Gasversorgung im gesamten Haus entfernen wolle und der Beklagte deshalb den Austausch des Herdes als Instandhaltungsoder Instandsetzungsmaßnahme dulden müsse. 3 Das Amtsgericht hat die "Widerwiderklage" bezüglich der Duldung des Herdaustausches im Schlussurteil vom 22. Juni 2009 abgewiesen, weil die Ankündigung der zu duldenden Arbeiten in der Modernisierungsankündigung vom 20. April 2009 zu kurzfristig erfolgt sei und der Beklagte keine ausreichende Überlegungsfrist gehabt habe. 4 Auf die Berufung der Klägerin hat das Berufungsgericht das Schlussurteil des Amtsgerichts abgeändert und den Beklagten - unter anderem - zur Duldung des Herdaustausches verurteilt. Mit der vom Berufungsgericht hinsichtlich dieses Anspruchs zugelassenen Revision begehrt der Beklagte insoweit die Wiederherstellung des erstinstanzlichen Schlussurteils. Entscheidungsgründe5 Die Revision hat Erfolg. I. 6 Das Berufungsgericht hat zur Begründung seiner Entscheidung, soweit für das Revisionsverfahren noch von Interesse, ausgeführt: 7 Der Beklagte habe den Herdaustausch nach § 554 Abs. 1, § 242 BGB als Instandhaltungsmaßnahme zu dulden. Ein besonderes Interesse des Beklagten an der Beibehaltung eines Gasherdes sei nicht ersichtlich, weil die Abweichung von dem vertraglich vorgegebenen Zustand nach der Fortentwicklung der Ceranplattenkochtechnik nicht mehr erheblich sei. Zugunsten der Klägerin falle insoweit auch ins Gewicht, dass sie die Hausversorgung im Rahmen der Instandsetzungs- und Modernisierungsarbeiten umstellen und keinen Gasanschluss mehr vorhalten wolle. Es könne ihr daher nicht verwehrt werden, die Wohnung nunmehr mit einem Elektroherd mit Ceranfeld als im Wesentlichen gleichwertiger Alternative auszustatten. II. 8 Diese Beurteilung hält rechtlicher Nachprüfung nicht stand. Die als "Widerwiderklage" erneut erhobene Klage auf Duldung des Herdaustausches ist unzulässig, weil ihr der Einwand der materiellen Rechtskraft (§ 322 ZPO) entgegensteht. Denn dieser erhobene Anspruch ist der Klägerin bereits durch das Teilurteil des Amtsgerichts vom 12. Januar 2009 rechtskräftig aberkannt worden. 9 1. Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs verbietet die materielle Rechtskraft einer gerichtlichen Entscheidung - als negative Prozessvoraussetzung - eine neue Verhandlung über denselben Streitgegenstand; unzulässig ist deshalb eine erneute Klage, deren Streitgegenstand mit dem eines rechtskräftig entschiedenen Prozesses identisch ist (BGH, Urteile vom 18. Januar 1985 - V ZR 233/83, BGHZ 93, 287, 288 f.; vom 19. November 2003, BGHZ 157, 47, 50). 10 2. Eine solche Identität des Streitgegenstandes liegt hier vor, denn die Klägerin macht mit der "Widerwiderklage" erneut einen Anspruch auf Duldung des Herdaustauschs geltend, den sie aus demselben Lebenssachverhalt herleitet, nämlich wiederum daraus, dass im Rahmen von Instandsetzungsarbeiten die Gasversorgung des Gebäudes entfallen soll, in dem sich die Wohnung des Beklagten befindet. 11 Entgegen der Auffassung der Revisionserwiderung ist es unerheblich, dass der Umfang der Rechtskraft des Teilurteils vom 12. Januar 2009 anders zu beurteilen wäre, wenn die Duldungsklage nur wegen eines Formfehlers in der Modernisierungsankündigung abgewiesen worden wäre; denn im Teilurteil vom 12. Januar 2009 wurde die Klage hinsichtlich des Herdaustausches nicht wegen eines unzureichenden Modernisierungsverlangens als (lediglich) "zur Zeit unbegründet" abgewiesen, sondern weil das Amtsgericht mit seiner in Rechtskraft erwachsenen Entscheidung einen Duldungsanspruch der Klägerin aus materiellen Gründen verneint hat. 12 Entgegen der Auffassung der Revisionserwiderung ergibt sich daraus, dass die Klägerin nach dem Erlass des Teilurteils vom 12. Januar 2009 mit Schreiben vom 5. Mai 2009 ein neues Modernisierungsverlangen ausgesprochen hat, kein neuer Streitgegenstand bezüglich des erneut geltend gemachten Duldungsanspruchs, denn eine Änderung des dem materiellen Anspruch zugrunde liegenden Lebenssachverhalts ist damit nicht verbunden. III. 13 Nach alledem kann das Urteil des Berufungsgerichts im angefochtenen Umfang keinen Bestand haben; es ist daher insoweit aufzuheben (§ 562 Abs. 1 ZPO). Der Senat entscheidet in der Sache selbst, da es keiner weiteren Feststellungen bedarf (§ 563 Abs. 3 ZPO). Dies führt zur Wiederherstellung des erstinstanzlichen Schlussurteils bezüglich des Herdaustausches. Ball Dr. Milger Dr. Hessel Dr. Fetzer Dr. Bünger Von Rechts wegenVerkündet am: 17. August 2011Hinweis: Das Dokument wurde redaktionell aufgearbeitet und unterliegt in dieser Form einem besonderen urheberrechtlichen Schutz. Eine Nutzung über die Vertragsbedingungen der Nutzungsvereinbarung hinaus - insbesondere eine gewerbliche Weiterverarbeitung außerhalb der Grenzen der Vertragsbedingungen - ist nicht gestattet.
23.02.2017 - 91 mal gelesen.Autor: Rechtsanwalt Fredi Skwar aus HamburgPflanzen von Bäumen auf Balkon oder Loggia nicht vom üblichen Mietgebrauch gedecktKein allgemein gültiger Nutzungsanspruch, auch wenn mancher Vermieter eine solche Bepflanzung dulden mag mehr