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Timestamp: 2019-10-19 04:10:51
Document Index: 268459469

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 8', '§ 6', '§ 8', '§ 6', '§ 19', '§ 8']

BFH > 2011 > BFH, 06.10.2011 - VI R 56/10 - Anwendung der 1 %-Regelung bei Fahrten zwischen W...
Urt. v. 06.10.2011, Az.: VI R 56/10
Stellt ein Arbeitgeber einem Mitarbeiter ein Dienstfahrzeug zur Verfügung, das er auch für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstelle (aber nicht für weitere Privatfahrten) nutzen darf, so kann das Finanzamt nicht verlangen, dass er den Vorteil aus der Privatnutzung nach der 1-Prozent-Regel versteuert. Er muss lediglich 0,03 % des Neuwagenlistenpreises pro Monat seinem steuerpflichtigen Einkommen hinzurechnen. (Der BFH hat das Verfahren aber noch einmal an die Vorinstanz zurück gegeben, damit dort geprüft werden kann, ob der Arbeitnehmer außer den Fahrten für die Arbeitswege den Pkw nicht doch auch für andere Privatfahrten eingesetzt hat bzw. wie der Arbeitgeber das ausgesprochene Verbot kontrolliert.)
Referenz: JurionRS 2011, 30755
FG Niedersachsen - 11.03.2010 - AZ: 1 K 351/07
BFHE 235, 383 - 388
AuA 2012, 236
b&b 2012, 6
BB 2012, 85 (Pressemitteilung)
BBK 2012, 109-110
BFH/NV 2012, 315-317
BStBl II 2012, 362-364 (Volltext mit amtl. LS)
DB 2012, 28-29
DStR 2012, 29-31
EStB 2012, 46-47
FR 2012, 362
GStB 2012, 17-18
HFR 2012, 138-139
KÖSDI 2012, 17729
KSR direkt 2012, 8
NJW 2012, 1103-1104
NWB 2012, 11
NWB direkt 2012, 9
NZA-RR 2012, 199-200
RdW 2012, 129-131
StBW 2012, 15-16
StuB 2012, 82
StX 2012, 9
ZAP EN-Nr. 260/2012
Die Anwendung der 1 %-Regelung setzt voraus, dass der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer tatsächlich einen Dienstwagen zur privaten Nutzung überlassen hat (Anschluss an Senatsurteil vom 21. April 2010 VI R 46/08, BFHE 229, 228, [BFH 21.04.2010 - VI R 46/08] BStBl II 2010, 848). Denn der Ansatz eines lohnsteuerrechtlich erheblichen Vorteils rechtfertigt sich nur insoweit, als der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer gestattet, den Dienstwagen privat zu nutzen.
2. Überlässt der Arbeitgeber einem Arbeitnehmer unentgeltlich oder verbilligt einen Dienstwagen auch zur privaten Nutzung, führt das nach der ständigen Rechtsprechung des Senats zu einem als Lohnzufluss nach § 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG zu erfassenden steuerbaren Nutzungsvorteil des Arbeitnehmers (Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 6. November 2001 VI R 62/96, BFHE 197, 142, BStBl II 2002, 370; vom 7. November 2006 VI R 19/05, BFHE 215, 256, BStBl II 2007, 116; VI R 95/04, BFHE 215, 252, [BFH 07.11.2006 - VI R 95/04] BStBl II 2007, 269; vom 4. April 2008 VI R 68/05, BFHE 221, 17, BStBl II 2008, 890; vom 21. April 2010 VI R 46/08, BFHE 229, 228, BStBl II 2010, 848). Der Vorteil ist nach § 8 Abs. 2 Sätze 2 bis 5 i.V.m. § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG entweder mit der Fahrtenbuchmethode oder, wenn wie im Streitfall ein Fahrtenbuch nicht geführt wird, mit der 1 %-Regelung zu bewerten.
a) Allerdings begründet § 8 Abs. 2 Satz 2 EStG ebenso wenig wie § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG originär einen steuerbaren Tatbestand. Die Vorschriften regeln vielmehr nur die Bewertung eines Vorteils, der dem Grunde nach feststehen muss (BFH-Urteile vom 13. Februar 2003 X R 23/01, BFHE 201, 499, BStBl II 2003, 472; in BFHE 215, 256, [BFH 07.11.2006 - VI R 19/05] BStBl II 2007, 116, m.w.N., und vom 19. Mai 2009 VIII R 60/06, BFH/NV 2009, 1974). Deshalb setzt die Anwendung der 1 %-Regelung voraus, dass der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer tatsächlich einen Dienstwagen zur privaten Nutzung überlassen hat (BFH-Urteil in BFHE 229, 228, [BFH 21.04.2010 - VI R 46/08] BStBl II 2010, 848). Denn der Ansatz eines lohnsteuerrechtlich erheblichen Vorteils rechtfertigt sich nur insoweit, als der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer gestattet, den Dienstwagen privat zu nutzen. Die unbefugte Privatnutzung des betrieblichen PKW hat dagegen keinen Lohncharakter. Ein Vorteil, den sich der Arbeitnehmer gegen den Willen des Arbeitgebers selbst zuteilt, wird nicht "für" eine Beschäftigung im öffentlichen oder privaten Dienst gewährt und zählt damit nicht zum Arbeitslohn nach § 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. § 8 Abs. 1 EStG (vgl. Senatsurteile vom 11. Februar 2010 VI R 43/09, BFHE 228, 354, BFH/NV 2010, 1016, und in BFHE 229, 228, BStBl II 2010, 848).
BFH, 25.10.2011 - VII R 55/...
BFH, 06.10.2011 - VI R 57/1...