Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/einkommensteuer/kst/foerderung-umweltschutzes-gemeinnuetzigkeit-3125060
Timestamp: 2020-07-07 13:31:08
Document Index: 338447767

Matched Legal Cases: ['§ 52', '§ 52', 'Art.20', '§ 52', '§ 6', '§ 52', '§ 52']

Förderung des Umweltschutzes - und die Gemeinnützigkeit | Rechtslupe
För­de­rung des Umwelt­schut­zes – und die Gemein­nüt­zig­keit
Eine Kör­per­schaft för­dert schon dann den Umwelt­schutz (§ 52 Abs. 2 Satz 1 Nr. 8 AO), wenn sie Maß­nah­men durch­führt, die "dar­auf gerich­tet sind", u.a. die natür­li­chen Lebens­grund­la­gen der Men­schen zu sichern. Für die Gewäh­rung der Steu­er­be­güns­ti­gung kommt es weder auf den tat­säch­li­chen Erfolg der Maß­nah­me noch auf die Voll­endung der För­de­rung an.
Die För­de­rung des Umwelt­schut­zes umfasst alle Maß­nah­men, die dar­auf gerich­tet sind, die natür­li­chen Lebens­grund­la­gen des Men­schen zu sichern, den Natur­haus­halt (Boden, Was­ser, Luft, Kli­ma, Tie­re, Pflan­zen) zu schüt­zen und ein­ge­tre­te­ne Schä­den zu behe­ben [1]. Ins­be­son­de­re wird der Kli­ma­schutz unter den Begriff des Umwelt­schut­zes gefasst [2].
Die gesetz­li­che For­mu­lie­rung "dar­auf gerich­tet ist" zeigt, dass es weder auf den tat­säch­li­chen Erfolg der Maß­nah­me noch auf die Voll­endung der För­de­rung ankommt [3]. Aus­rei­chend ist viel­mehr, dass die von der Kör­per­schaft ent­fal­te­te Tätig­keit ein geeig­ne­tes Mit­tel zur Errei­chung des in § 52 Abs. 2 AO genann­ten Gemein­wohl­zwecks dar­stellt [4].
Eine eher wei­te und die effek­ti­ve För­de­rung des Schutz­zwecks ermög­li­chen­de Aus­le­gung der Gemein­wohl­zie­le "Umwelt­schutz" und "Natur­schutz" ist auch des­halb gebo­ten, weil der Ver­fas­sungs­ge­ber den "Schutz der natür­li­chen Lebens­grund­la­gen" in Art.20a GG durch eine eige­ne Staats­ziel­be­stim­mung her­vor­ge­ho­ben hat. Dabei han­delt es sich um ein ver­fas­sungs­recht­li­ches Rechts­gut von hohem Wert [5]. Dies hebt die­se Gemein­wohl­zie­le über ande­re steu­er­be­güns­tig­te Betä­ti­gun­gen, die der ein­fa­che Gesetz­ge­ber in den Kata­log des § 52 Abs. 2 AO auf­ge­nom­men hat, her­aus.
Hüt­te­mann, Gemein­nüt­zig­keits- und Spen­den­recht, 3. Aufl.2015, Rz 3.103; ähn­lich Schau­hoff, Hand­buch der Gemein­nüt­zig­keit, 3. Aufl.2010, § 6 Rz 61; Buchna/​Leichinger/​Seeger/​Brox, Gemein­nüt­zig­keit im Steu­er­recht, 11. Aufl.2015, Tz.02.02.06., S. 75[↩]
so aus­drück­lich Musil in Hübschmann/​Hepp/​Spitaler ‑HHSp‑, § 52 AO Rz 158[↩]
BFH, Urtei­le vom 13.12 1978 – I R 39/​78, BFHE 127, 330, BStBl II 1979, 482, unter I. 4.b; und vom 23.11.1988 – I R 11/​88, BFHE 155, 461, BStBl II 1989, 391, unter II. 3.c[↩]
so zutref­fend Hüt­te­mann, Gemein­nüt­zig­keits- und Spen­den­recht, 3. Aufl.2015, Rz 3.20[↩]
BVerfG, Urteil vom 06.12 2016 – 1 BvR 2821/​11 u.a., NJW 2017, 217, Rz 303[↩]
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