Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IV%20B%2063/13
Timestamp: 2020-01-21 02:26:53
Document Index: 167219996

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 6', '§ 69', '§ 69', '§ 15', '§ 69', '§ 10', '§ 6', '§ 6', '§ 6']

BFH, 10.12.2013 - IV B 63/13 - dejure.org
https://dejure.org/2013,42694
BFH, 10.12.2013 - IV B 63/13 (https://dejure.org/2013,42694)
BFH, Entscheidung vom 10.12.2013 - IV B 63/13 (https://dejure.org/2013,42694)
BFH, Entscheidung vom 10. Dezember 2013 - IV B 63/13 (https://dejure.org/2013,42694)
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§ 2 Abs 1 EStG 2002, § 6 Abs 3 EStG 2002, § 69 Abs 2 FGO, § 69 Abs 3 FGO
EStG § 15 Abs. 1; FGO § 69 Abs. 3 S. 1
Fehlende Gewinnerzielungsabsicht bei geplanter Verschenkung eines Anteils an einer Personengesellschaft
Gesonderte und einheitliche Feststellung der Einkünfte bei Verschenken von Anteilen zur Verlusterzielung an Angehörige zweifelhaft
Gewinnerzielungsabsicht bei geplanter Schenkung einer Beteiligung
Einkommenssteuerpflicht wegen fehlender Gewinnerzielungsabsicht bei geplanter Schenkung
Die Beschlüsse des Bundesfinanzhofes (BFH) vom 17. Dezember 2007 (GrS 2/04, BStBl II 2008, 608) und vom 10. Dezember 2013 (IV B 63/13, BFH/NV 2014, 512) befassten sich mit den Verhältnissen des Rechtsnachfolgers in Bezug auf die Erstellung einer Totalgewinnprognose und seien nicht übertragbar.
Die Einbeziehung der Anschaffungskosten des Rechtsvorgängers ergebe sich aus der Rechtsprechung des BFH zur interpersonellen Übertragung stiller Reserven, die heranzuziehen sei (BFH-Beschlüsse vom 17. Dezember 2007 GrS 2/04, BStBl II 2008, 608; und vom 10. Dezember 2013 IV B 63/13, BFH/NV 2014, 512).
Etwas anderes folgt entgegen der Auffassung des Beklagten auch nicht aus den Beschlüssen des BFH vom 17. Dezember 2007 (GrS 2/04, BStBl II 2008, 608) und vom 10. Dezember 2013 (IV B 63/13, BFH/NV 2014, 512).
Davon ist auch der Große Senat des BFH im Beschluss vom 25. Juni 1984 GrS 4/82 (BStBl II 1984, 751) ausgegangen, ebenso vertritt der 4. Senat des BFH diese Auffassung (BFH-Beschluss vom 10. Dezember 2013 IV B 63/13, BFH/NV 2014, 512, unter II.2.a.aa der Gründe).
In der Entscheidung des Großen Senats des BFH zur Frage der Vererblichkeit des Verlustabzugs nach § 10d EStG (BFH-Beschluss vom 17. Dezember 2007 GrS 2/04, BStBl II 2008, 608, unter D.III.1, 2, 4, 6.a.cc der Gründe) ist auch zum Ausdruck gekommen, dass eine objekt- und einkommensquellenbezogene Betrachtung im Rahmen der Totalgewinnprognose nur dann zulässig ist, wenn sich dies aus einer gesetzlichen Vorschrift wie § 6 Abs. 3 Satz 3 EStG ergibt (vgl. BFH in BFH/NV 2014, 512).
aa) Zum einen ist für den land- und forstwirtschaftlichen Betrieb regelmäßig davon auszugehen, dass die Totalgewinnperiode objektbezogen ist und deshalb mehr als eine Generation umfassen muss (BFH-Urteil vom 7. April 2016 IV R 38/13, BFHE 253, 390, BStBl II 2016, 765, vgl. auch BFH-Beschlüsse vom 10. Dezember 2013 IV B 63/13, BFH/NV 2014, 512, …und vom 10. März 2009 IV B 62/08 sowie BFH-Urteile vom 28. August 2008 VI R 50/06, BFHE 223, 7, BStBl II 2009, 243, vom 11. Oktober 2007 IV R 15/05, BFHE 219, 508, BStBl II 2008, 465, vom 30. August 2007 IV R 12/05, BFH/NV 2008, 759, vom 16. September 2004 X R 29/02, BFHE 208, 129, BStBl II 2006, 234, vom 31. Juli 2002 X R 48/99, BFHE 200, 504, BStBl II 2003, 282, und vom 24. August 2000 IV R 46/99, BFHE 192, 542, BStBl II 2000, 674; Vfg.
Sie wird zum Teil zudem auf die Erwägung gestützt, dass der Übertragende auf eine Gewinnrealisierung verzichte, mithin ein Fall des § 6 Abs. 3 EStG vorliege (vgl. etwa BFH-Beschluss vom 10. Dezember 2013 IV B 63/13, BFH/NV 2014, 512); was jedenfalls bei land- und forstwirtschaftlichen Betrieben auch bei vorbehaltenem Nießbrauch der Fall sein soll (vgl. BFH-Urteil vom 26. Februar 1987 IV R 325/84, BFHE 150, 321, BStBl II 1987, 772).
Die Entscheidung hierüber ergeht bei der im AdV-Verfahren gebotenen summarischen Prüfung aufgrund des Sachverhalts, der sich aus dem Vortrag der Beteiligten und der Aktenlage ergibt (BFH-Beschlüsse vom 10.12.2013 IV B 63/13, juris; vom 03.04.2013 V B 125/12, DStR 2013, 1025).
Auch der BFH hat in seinem Beschluss vom 10. Dezember 2013 IV B 63/13, BFH/NV 2014, 512 einen möglichen rechtlichen Ansatz für die Erstreckung der Totalgewinnprognose bei Generationenbetrieben auf den Rechtsnachfolger darin gesehen, dass der unentgeltliche Erwerber eines Betriebs nach § 6 Abs. 3 Satz 3 EStG die Buchwerte des Rechtsvorgängers fortzuführen hat, allerdings darauf hingewiesen, dass diese Frage nicht abschließend geklärt sei.
Die Gewinnerzielungsabsicht müsse nach ständiger Rechtsprechung sowohl auf der Ebene der Personengesellschaft als auch auf der Ebene des Gesellschafters bestehen (BFH-Beschluss vom 10.12.2013, IV B 63/13, BFH/NV 2014, 512).
Allein diese gesetzgeberische Konzeption rechtfertigt es, bei einem auf einen unentgeltlichen Rechtsnachfolger übergegangenen Forstbetrieb die Frage der Gewinnerzielungsabsicht anhand objekt- und nicht nur personenbezogener Tatbestandsvoraussetzungen zu prüfen (BFH-Beschluss vom 10. Dezember 2013 IV B 63/13).
Die Entscheidung hierüber ergeht bei der im AdV-Verfahren gebotenen summarischen Prüfung aufgrund des Sachverhalts, der sich aus dem Vortrag der Beteiligten und der Aktenlage ergibt (vgl. BFH-Beschlüsse vom 10. Dezember 2013 IV B 63/13, BFH/NV 2014, 512; vom 3. April 2013 V B 125/12, BStBl II 2013, 973).
Andererseits sind nur für die Gesellschafter Einkünfte festzustellen, die auch persönlich die Absicht haben, aus der Beteiligung einen Gewinn bzw. einen Überschuss zu erzielen (…vgl. BFH Beschlüsse vom 23.04.1999 IV B 149/98, BFH/NV 1999, 1336;… vom 24.01.2001 VIII B 59/00, BFH/NV 2001, 895; vom 10.12.2013 IV B 63/13, BFH/NV 2014, 512; Urteil vom 30.10.2014 IV R 34/11, BFHE 247, 418, BStBl II 2015, 380).