Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=GSZ%201/08
Timestamp: 2017-11-22 11:19:38
Document Index: 136581094

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 529', '§ 531', '§ 531', '§ 531', '§ 531', '§ 531', '§ 132', 'BGH', '§ 529', '§ 531', '§ 214', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 531', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 529', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 531', 'BGH', 'BGH', '§ 530', 'BGH', '§ 531', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 531', 'BGH']

BGH, 23.06.2008 - GSZ 1/08 - dejure.org
Zur prozessualen Zulassung der ersmals im Berufungsrechtszug erhobenen Einrede der Verjährung unter der Voraussetzung unstreitiger Tatsachen zur Verjährungsbegründung
Anforderungen an die Zulässigkeit einer in der Berufungsinstanz erstmals geltend gemachten Verjährungseinrede; Voraussetzung der Vorlage einer Rechtsfrage an den Großen Senat für Zivilsachen
Zulassung der Verjährungseinrede bei unstreitiger Tatsachengrundlage auch noch in Berufungsinstanz
ZPO §§ 529 ff., § 531, § 531 Abs. 2, § 531 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1, § 531 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2, § 531 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3; GVG § 132 Abs. 2
In der Berufung erstmals erhobene Verjährungseinrede bei unstreitigen Umständen
Verjährungseinrede auf unstreitiger Grundlage in der Berufungsinstanz
Zurückweisung der erstmals im Berufungsrechtszug erhobenen Einrede der Verjährung
Verfahrensrecht - Verjährungseinrede erstmals im Berufungsrechtszug
Verjährungseinrede ist bei unstreitigem Sachverhalt auch noch in Berufungsinstanz möglich
Erstmals im Berufungsrechtszug erhobene Verjährungseinrede
Präklusion: Ist die Einrede der Verjährung auch dann zu berücksichtigen, wenn sie erst in zweiter Instanz erhoben wird?
Verjährungseinrede bei unstreitigem Sachverhalt noch in der Berufungsinstanz möglich!
Berufung - Verjährungseinrede im Berufungsverfahren: Großer Senat des BGH klärt Streitfrage
§§ 529, 531 ZPO
Einrede der Verjährung bei unstreitigem Sachverhalt in der Berufungsinstanz
ZPO § 531 Abs. 2; BGB § 214
Zulassung der erstmals in der Berufungsinstanz erhobenen Verjährungseinrede bei unstreitigen tatsächlichen Voraussetzungen
Erstmalige Verjährungseinrede in der Berufungsinstanz ist zulässig! (IBR 2008, 775)
Zusammenfassung von "Verjährungseinrede in der Berufungsinstanz bei unstreitiger Tatschengrundlage" von Prof. Dr. Inge Kroppenberg, original erschienen in: NJW 2009, 642 - 644.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 23.06.2008, Az.: GSZ 1/08 (Verjährungseinrede in der Berufungsinstanz)" von Prof. Dr. Florian Jacoby, original erschienen in: ZZP 2009, 358 - 363.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 23.06.2008, Az.: GSZ 1/08 (Zulassung der erstmals in der Berufungsinstanz erhobenen Verjährungseinrede)" von RiOLG Heinz Diehl, original erschienen in: ZfS 2009, 26.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 23.06.2008, Az.: GSZ 1/08 (Verjährungseinrede auf unstreitiger Grundlage in der Berufungsinstanz)" von Prof. Dr. Herbert Roth, original erschienen in: JZ 2009, 106 - 107.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 23.06.2008, Az.: GSZ 1/08 (Verjährungseinrede im Berufungsverfahren: Großer Senat des BGH klärt Streitfrage)" von der PA-Redaktion, original erschienen in: PA 2008, 205 - 208.
LG Dresden, 14.07.2005 - 6 O 5142/04
BGHZ 177, 212
NJW 2008, 3434
ZIP 2008, 2190
ZIP 2008, 2191
MDR 2008, 1414
FamRZ 2008, 2194
VersR 2008, 1708
WM 2008, 2131
BauR 2009, 131
ZfBR 2009, 39
Anders als es im Berufungsurteil anklingt, kommt auch eine Zurückweisung des Vorbringens in der E-Mail vom 16. Februar 2009 nach § 531 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 ZPO nicht in Betracht, weil nicht streitig geworden ist, dass die Klägerin das darin enthaltene Nachbesserungsverlangen abgegeben hat und die E-Mail zugegangen ist (vgl. BGH, Beschluss vom 23. Juni 2008 - GSZ 1/08, BGHZ 177, 212 Rn. 10;… Urteil vom 20. Mai 2009 - VIII ZR 247/06, NJW 2009, 2532 Rn. 15 mwN).
Soweit der neue Vortrag unstreitig ist, namentlich hinsichtlich der (wirksamen) Vollmachtserteilung am 13. Oktober 2011, ist er schon aus diesem Grund zu berücksichtigen; unstreitige Tatsachen, die erstmals im Berufungsrechtszug vorgetragen werden, sind stets zu berücksichtigen (BGH…, Urteil vom 18. November 2004 - IX ZR 229/03, [...] Rn. 11 ff.; Beschluss vom 23. Juni 2008 - GSZ 1/08, Rn. 10;… Beschluss vom 13. Januar 2015 - VI ZR 551/13, Rn. 5) .
Nicht beweisbedürftiges Vorbringen hat das Berufungsgericht dagegen gemäß § 529 Abs. 1 ZPO seiner Entscheidung ohne Weiteres zugrunde zu legen, selbst wenn es sich dabei um zu erhebende Einreden oder auszuübende Gestaltungsrechte handelt, sofern die sie begründenden Tatsachen unstreitig sind (BGH, Beschluss vom 23. Juni 2008 - GSZ 1/08, BGHZ 177, 212 Rn. 9 ff.;… Senatsurteil vom 20. Mai 2009 - VIII ZR 247/06, NJW 2009, 2532 Rn. 15 f.; BGH…, Urteil vom 2. Februar 2010 - VI ZR 82/09, NJW-RR 2010, 664 Rn. 7; jeweils mwN).
Dies gilt auch dann, wenn hierdurch eine Beweisaufnahme erforderlich wird (BGH, Urteil vom 18. November 2004 - IX ZR 229/03, BGHZ 161, 138, 144 f;… vom 16. Oktober 2008 - IX ZR 135/07, WM 2008, 2307 Rn. 22;… Hk-ZPO/Wöstmann, 4. Aufl., § 531 Rn. 5; offen gelassen bei BGH, Beschluss vom 23. Juni 2008 - GSZ 1/08, BGHZ 177, 212 Rn. 10).
Das ist zwar offensichtlich verspätet gem. §§ 530 f. ZPO, aber gleichwohl im Berufungsverfahren noch zuzulassen, da der Inhalt der Belehrung als solcher unstreitig ist und die Zulassung den Rechtsstreit auch nicht verzögert (vgl. GrSzs, Beschluss vom 23.06.2008, Gz. GSZ 1/08).
Auch diese sind ungeachtet - oder besser wegen - ihrer materiellrechtlichen Wirkungen vom Berufungsgericht zu berücksichtigen, wenn die die Einrede oder das Gestaltungsrecht begründenden Tatsachen unstreitig sind (vgl. BGHZ 177, 212, Tz. 13 ff., 15).
Ein erstmals in der Berufungsinstanz vorgebrachtes unstreitiges Vorbringen ist aber unabhängig von den Voraussetzungen des § 531 Abs. 2 ZPO zu berücksichtigen (…Urteile vom 20. Mai 2009 - VIII ZR 247/06, NJW 2009, 2532 Rn. 15; vom 18. November 2004 - IX ZR 229/03, BGHZ 161, 138, 141 ff.; Beschlüsse vom 23. Juni 2008 - GSZ 1/08, BGHZ 177, 212 Rn. 10;… vom 27. Oktober 2015 - VIII ZR 288/14, WuM 2016, 98 Rn. 11).
Mangels entsprechender Feststellungen des Berufungsgerichts, das dazu auch keine Veranlassung hatte, steht bereits nicht fest, ob die tatsächlichen Voraussetzungen vorliegen, unter denen eine erstmals im Berufungsrechtszug erhobene Verjährungseinrede zuzulassen ist (vgl. BGHZ 177, 212, Tz. 5 ff.).
In einem solchen Fall findet die Präklusionsvorschrift des § 531 Abs. 2 ZPO Anwendung, ohne dass es auf die vom Berufungsgericht vertretene und inzwischen durch eine Entscheidung des Großen Senats für Zivilsachen des Bundesgerichtshofs (vgl. Beschluss vom 23. Juni 2008 - GSZ 1/08 - NJW 2008, 3434) überholte Streitfrage ankommt, ob bei unstreitigem Sachverhalt der Einwand einer hypothetischen Einwilligung in den ärztlichen Eingriff erstmals in zweiter Instanz erhoben werden kann.
Denn die Beklagte konnte sich auch noch im Berufungsrechtszug auf die Verjährungseinrede berufen, nachdem sowohl die Erhebung der Einrede als auch die den Verjährungseintritt begründenden tatsächlichen Umstände zwischen den Prozessparteien unstreitig sind (BGHZ 177, 212).
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Beschluss durch Wiedergabe des Abstimmungsergebnisses?