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Timestamp: 2016-10-27 17:08:10
Document Index: 130660278

Matched Legal Cases: ['Art. 540', 'Art. 519', 'Art. 467', 'Art. 72', 'Art. 9', 'Art. 8', 'Art. 467', 'Art. 16', 'BGE', 'Art. 467', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 106', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 540', 'Art. 540', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 467', 'Art. 467', 'Art. 519', 'BGE', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 138', 'Art. 138', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68', 'BGE', 'Art. 36']

5A_727/2009 (05.02.2010)
5A_727/2009
vertreten durch Rechtsanwalt Marcello Weber.
Testamentsung�ltigkeit und Erbunw�rdigkeit,
Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zug, Zivilrechtliche Abteilung, vom 22. September 2009.
E.________, Jahrgang 1918, schloss sein Studium der Naturwissenschaften mit dem Doktortitel ab und unterrichtete als Lehrer auf der Mittelschulstufe. Er war mit F.________ verheiratet. Die Ehegatten nahmen B.________, Jahrgang 1959, eine Nichte der Ehefrau, als Pflegetochter auf, die mit beh�rdlicher Bewilligung seit 1970 den Familiennamen "E.________" und seit ihrer Heirat (1988) den Familiennamen "B.________" tr�gt.
Vom 22. Juli bis 6. August 1988 hielt sich E.________ in der psychiatrischen Klinik in A.________ auf. Anlass f�r die notfallm�ssige Einweisung und den Klinikaufenthalt von zwei Wochen gaben Verwirrtheitszust�nde mit Desorientierung, Unruhe, m�glicherweise Halluzinationen, Verfolgungs- und Versagens�ngste, Suiziddrohungen und T�tlichkeiten gegen seine Ehefrau w�hrend einer Reise in den USA. Knapp einen Monat nach seiner Entlassung aus der Klinik verfasste E.________ am 2. September 1988 eigenh�ndig ein Testament. Er bestimmte seine Ehefrau als Alleinerbin und vermachte seinem Patenkind Fr. 5'000.--. F�r den Fall eines fr�heren oder gleichzeitigen Todes seiner Ehefrau setzte er f�r die ganze Hinterlassenschaft - mit Ausnahme der Zuwendung an sein Patenkind - seine Pflegetochter B.________ als Alleinerbin ein.
E.________ lebte ab April 2000 zun�chst tageweise und nach dem Tod seiner Ehefrau am 17. April 2000 ganzzeitlich in einem Heim. Als sein Bruder K.________ im September 2000 von der letztwilligen Verf�gung erfuhr, verlangte er eine Entsch�digung von rund Fr. 84'000.-- f�r seine bisherige Betreuungst�tigkeit gegen�ber E.________ und erhielt ab dessen Bankkonto am 12./13. Oktober 2000 eine �berweisung von Fr. 30'000.--. Auf Gesuch der Pflegetochter, eine Beiratschaft anzuordnen, beschloss die Vormundschaftsbeh�rde am 19. Dezember 2000, E.________ wegen Geisteskrankheit zu entm�ndigen. Vertreten durch seinen Vormund focht E.________ im Sommer 2002 die �berweisung an seinen Bruder wegen Urteilsunf�higkeit auf Grund einer Alzheimererkrankung an. Zur Frage seiner Urteilsf�higkeit wurde im Rahmen des Forderungsprozesses ein Gerichtsgutachten eingeholt. Das Bezirksgericht G.________ wies die Klage mangels Beweises der Urteilsunf�higkeit mit Urteil vom 2. November 2004 rechtskr�ftig ab.
Am 29. April 2005 starb E.________ (fortan: Erblasser). Sein Testament vom 2. September 1988 wurde am 31. Mai 2005 amtlich er�ffnet. Gesetzliche Erben sind die Schwester des Erblassers, I.________, Jahrgang 1916, bzw. deren Nachkommen, und der Bruder des Erblassers, K.________, Jahrgang 1920. Als Alleinerbin gem�ss Testament zur Erbschaft berufen ist die Pflegetochter B.________.
K.________ (Beschwerdef�hrer) erhob am 1. Juni 2006 Klage gegen B.________ (Beschwerdegegnerin) mit den Begehren, das Testament vom 2. September 1988 f�r ung�ltig zu erkl�ren, eventuell die Erbunw�rdigkeit der Beschwerdegegnerin festzustellen. Die Beschwerdegegnerin schloss auf Abweisung. Das Kantonsgericht Zug wies die Klage ab (Urteil vom 24. September 2008). Die Berufung des Beschwerdef�hrers an das Obergericht des Kantons Zug blieb erfolglos (Urteil vom 22. September 2009).
Dem Bundesgericht beantragt der Beschwerdef�hrer, das vom Erblasser mit Datum vom 2. September 1988 errichtete Testament f�r ung�ltig, eventuell die Beschwerdegegnerin f�r erbunw�rdig zu erkl�ren. Es sind die kantonalen Akten, hingegen keine Vernehmlassungen eingeholt worden.
Angefochten ist das kantonal letztinstanzliche Urteil �ber die Erbunw�rdigkeit der Beschwerdegegnerin (Art. 540 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB), die Ung�ltigkeit des Testamentes vom 2. September 1988 wegen Verf�gungsunf�higkeit des Erblassers (Art. 519 Abs. 1 Ziff. 1 und Art. 467 ZGB) und die Feststellung des Streitwertes (� 12 ZPO/ZG). Die Beschwerde gem�ss Art. 72 ff. BGG ist grunds�tzlich zul�ssig. Auf formelle Einzelfragen wird im Sachzusammenhang einzugehen sein.
Beide kantonalen Gerichte haben die Ung�ltigkeitsklage abgewiesen, weil es dem Beschwerdef�hrer nicht gelungen sei, die Vermutung umzustossen, der Erblasser sei im Zeitpunkt der Errichtung der letztwilligen Verf�gung urteilsf�hig und damit testierf�hig gewesen. Sie haben dabei eine erneute Befragung des Beschwerdef�hrers als Partei sowie eine Einvernahme der Ehefrau des Beschwerdef�hrers und des Gerichtsgutachters im Forderungsprozess als Zeugen abgelehnt (E. 3.3.1 und 3.3.2 S. 5 f. des angefochtenen Urteils). Der Beschwerdef�hrer r�gt Willk�r in der vorweggenommenen Beweisw�rdigung (Art. 9 BV) und eine Verletzung von Art. 8 ZGB (S. 3 ff. Ziff. 5-7 der Beschwerdeschrift).
2.1 Wer urteilsf�hig ist und das 18. Altersjahr zur�ckgelegt hat, ist gem�ss Art. 467 ZGB befugt, unter Beobachtung der gesetzlichen Schranken und Formen �ber sein Verm�gen letztwillig zu verf�gen. Urteilsf�hig im Sinne dieses Gesetzes ist gem�ss Art. 16 ZGB ein jeder, dem nicht wegen seines Kindesalters oder infolge von Geisteskrankheit, Geistesschw�che, Trunkenheit oder �hnlichen Zust�nden die F�higkeit mangelt, vernunftgem�ss zu handeln. Die Urteilsf�higkeit ist die Regel und wird vermutet. Folglich hat derjenige, der ihr Nichtvorhandensein behauptet, die Urteilsunf�higkeit zu beweisen. Das Beweismass ist auf �berwiegende Wahrscheinlichkeit herabgesetzt. F�hrt die Lebenserfahrung - etwa bei Kindern, bei bestimmten Geisteskrankheiten oder altersschwachen Personen - zur umgekehrten Vermutung, dass die handelnde Person ihrer allgemeinen Verfassung nach im Normalfall als urteilsunf�hig gelten muss, ist der Beweispflicht insoweit Gen�ge getan und die Vermutung der Urteilsf�higkeit umgestossen; der Gegenpartei steht in diesem Fall der Gegenbeweis offen, dass die betreffende Person trotz ihrer grunds�tzlichen Urteilsunf�higkeit aufgrund ihrer allgemeinen Gesundheitssituation in einem luziden Intervall gehandelt hat (vgl. BGE 124 III 5 E. 1b S. 8 f. mit der sp�teren begrifflichen Verdeutlichung des erforderlichen Beweismasses im Urteil 5C.32/2004 vom 6. Oktober 2004 E. 3.2.2; vgl. die zutreffende Darstellung der Praxis bei SCHR�DER, in: Praxiskommentar Erbrecht, 2007, N. 23-26 zu Art. 467 ZGB; seither allgemein: BGE 134 II 235 E. 4.3.3 S. 240 f.).
2.2 Das erste Beweisthema betrifft die Frage, ob der Erblasser damals seiner "allgemeinen Verfassung nach im Normalfall als urteilsunf�hig gelten muss". Das Obergericht hat die Frage gest�tzt auf den Bericht der psychiatrischen Klinik in A.________ vom 1. M�rz 2006 und gest�tzt auf das im Forderungsprozess eingeholte Gutachten verneint (E. 3.2 S. 4 des angefochtenen Urteils). Die Beweisw�rdigung ficht der Beschwerdef�hrer nicht an. Ihm hat daher oblegen, die Urteilsunf�higkeit des Erblassers im Testierzeitpunkt zu beweisen. Dieses zweite Beweisthema betrifft die Urteilsunf�higkeit des Erblassers bezogen auf die konkrete letztwillige Verf�gung im Zeitpunkt ihrer Errichtung (BGE 117 II 231 E. 2a S. 233).
2.3 Beweismittel, die zur massgebenden Verf�gung im massgebenden Zeitpunkt nichts aussagen, sind nicht geeignet, die behauptete Urteilsunf�higkeit zu beweisen, so dass ihre Abnahme ohne Verletzung des bundesrechtlichen Beweisf�hrungsanspruchs unterbleiben kann (vgl. Art. 8 ZGB; BGE 122 III 219 E. 3c S. 223). Davon ist das Obergericht ausgegangen. Es hat - entgegen der Darstellung des Beschwerdef�hrers - Parteibefragung und Zeugeneinvernahme als Mittel zum Beweis der Urteilsunf�higkeit nicht allgemein, sondern nur insofern ausgeschlossen, als die zu befragende Partei und die einzuvernehmende Zeugin zur Urteilsunf�higkeit des Erblassers bezogen auf das eigenh�ndige Testament vom 2. September 1988 und auf diesen Tag nichts aussagen k�nnten. Was der Beschwerdef�hrer dagegenh�lt, geht an der Sache vorbei. Dass er selber oder seine Ehefrau zur Urteilsunf�higkeit des Erblassers am 2. September 1988 etwas aussagen k�nnten, behauptet er selber nicht. Er st�sst sich daran, dass das Obergericht ihn zus�tzlich als medizinischen Laien von der Beweisaussage ausgeschlossen habe. Sein Vorwurf, das Obergericht verweigere medizinischen Laien die Aussage und beschr�nke den Zeugenbeweis auf medizinisches Fachpersonal, ist mit Blick auf die Ausf�hrungen des Obergerichts haltlos. Im angefochtenen Urteil (E. 3.3.1 S. 5) heisst es dazu, der Schluss der Vorinstanz, der Beschwerdef�hrer als medizinischer Laie k�nne zur Frage der Urteilsf�higkeit des Erblassers keine beweiskr�ftigen Aussagen machen, sei nicht zu beanstanden, zumal der Beschwerdef�hrer den Erblasser im Zeitpunkt der Errichtung des Testamentes gar nicht gesehen habe. Entscheidend ist somit nicht so sehr das medizinische Laientum, sondern das Fehlen eigener Wahrnehmungen im massgebenden Zeitpunkt zur massgebenden Verf�gung. Das N�mliche, so hat das Obergericht ebenso willk�rfrei festhalten d�rfen, gelte f�r die Ablehnung des Beweisantrags auf Befragung der Ehefrau des Beschwerdef�hrers.
2.4 Die fachlichen F�higkeiten des Gerichtsgutachters, der im Forderungsprozess die Urteilsunf�higkeit des Erblassers am 12. Oktober 2000 zu begutachten hatte, sind unbestritten. Der Beschwerdef�hrer hat im vorliegenden Ung�ltigkeitsprozess diesen Gerichtsgutachter nicht als Gutachter vorgeschlagen, sondern ausdr�cklich als Zeugen aufgerufen. Anders als das Kantonsgericht hat das Obergericht die beantragte Zeugeneinvernahme nicht bereits deshalb abgelehnt, weil der Gerichtsgutachter keine auf seiner "unmittelbaren sinnlichen Wahrnehmung" (� 165 Abs. 1 ZPO/ZG zum Zweck der Abh�rung von Zeugen) beruhenden Feststellungen zum Zustand des ihm unbekannten Erblassers am 2. September 1988 habe machen k�nnen. Es hat vielmehr angenommen, der Gutachter habe auch f�r den Sommer 1988 keine Demenz feststellen k�nnen und sei davon ausgegangen, die damalige Einweisung des Erblassers in die Klinik sei auf eine momentane Bewusstseinsst�rung zur�ckzuf�hren gewesen. Laut Bericht der Klinik habe sich der Erblasser bei Klinikaustritt in einem klinisch weitgehend unauff�lligen Zustand befunden. Andere Erkenntnisse k�nnten durch eine Befragung des damaligen Gutachters auch nicht gewonnen werden, zumal der Beschwerdef�hrer den Bericht der Klinik auch nicht in Zweifel ziehe (E. 3.3.2. S. 5 f. des angefochtenen Urteils). Die Ablehnung der Zeugeneinvernahme ist somit erfolgt, weil das Obergericht seine �berzeugung bereits aus anderen Beweisen gewonnen hat und davon ausgegangen ist, die weitere Beweisabnahme verm�chte am massgeblichen Beweisergebnis nichts mehr zu �ndern. Inwiefern diese vorweggenommene W�rdigung des im Forderungsprozess erstatteten Gutachtens und des Klinikberichts willk�rlich sein k�nnte, legt der Beschwerdef�hrer nicht dar (Art. 106 Abs. 2 BGG), so dass die Ablehnung seines Antrags auf Einvernahme des Gutachters im Forderungsprozess als Zeugen im Ung�ltigkeitsprozess keine Verletzung des Beweisf�hrungsanspruchs bedeuten kann (vgl. Art. 8 ZGB; BGE 122 III 219 E. 3c S. 223/224).
2.5 Mit seinen Vorbringen vermag der Beschwerdef�hrer nach dem Gesagten weder eine Verletzung der allgemeinen Beweisvorschrift (Art. 8 ZGB) noch Willk�r in der Beweisw�rdigung (Art. 9 BV) zu begr�nden (vgl. zum Willk�rbegriff: BGE 134 V 53 E. 4.3 S. 62). Soweit sie die Abweisung der Ung�ltigkeitsklage betrifft, muss die Beschwerde abgewiesen werden, soweit darauf einzutreten ist.
Erbunw�rdigkeit erblickt der Beschwerdef�hrer darin, dass die Beschwerdegegnerin die Entm�ndigung des Erblassers bewirkt habe, um ihn am Widerruf seines Testamentes zu hindern. Er beruft sich auf den Tatbestand in Art. 540 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB, den das Obergericht falsch angewendet habe (S. 6 ff. Ziff. 8-10 der Beschwerdeschrift).
3.1 Unw�rdig, Erbe zu sein oder aus einer Verf�gung von Todes wegen irgend etwas zu erwerben, ist gem�ss Art. 540 Abs. 1 ZGB, wer den Erblasser durch Arglist, Zwang oder Drohung dazu gebracht oder daran verhindert hat, eine Verf�gung von Todes wegen zu errichten oder zu widerrufen (Ziff. 3). Die Erbunw�rdigkeit bezweckt, den erblasserischen Willen und Willensausdruck gegen jeden Angriff von aussen zu sichern (BGE 132 III 305 E. 3.3 S. 310). Dieser "Angriff" der Beschwerdegegnerin soll nach Ansicht des Beschwerdef�hrers darin bestehen, dass ein Dritter dazu gebracht wird, dem Erblasser Rechte zu entziehen. Dies sei nach seinen Behauptungen geschehen, indem die Beschwerdegegnerin Einfluss auf das von ihr in Gang gesetzte Bevormundungsverfahren genommen habe, d.h. die Entm�ndigung des Erblassers durch die Vormundschaftsbeh�rde habe veranlassen wollen und mit Erfolg veranlasst habe. Diesen Behauptungen sei im angefochtenen Entscheid nicht nachgegangen worden. Dazu hatte das Obergericht indessen auch keinen Grund. Eine Entm�ndigung selbst wegen Geisteskrankheit hat weder zwangsl�ufig die Urteilsunf�higkeit zur Folge (vgl. BGE 44 II 447 E. 1 S. 449; 127 I 6 E. 7b/aa S. 20), noch hindert sie einen entm�ndigten, aber urteilsf�higen Erblasser daran, eigenst�ndig und ohne Mitwirkung oder Zustimmung seines gesetzlichen Vertreters letztwillige Verf�gungen zu treffen (vgl. BGE 56 II 159 E. 2 S. 162; STEINAUER, Le droit des successions, Bern 2006, N. 315 S. 187; SCHR�DER, a.a.O., N. 40 zu Art. 467 ZGB; Basler Kommentar, 2007: BREITSCHMID, N. 4 zu Art. 467/468 ZGB, und FORNI/PIATTI, N. 17 zu Art. 519/520 ZGB, S. 348, mit Hinweisen).
3.2 Im angeblichen Bewirken der Entm�ndigung durch die Beschwerdegegnerin kann somit kein Erbunw�rdigkeitsgrund erblickt werden. Davon ist das Obergericht zutreffend ausgegangen (E. 4.3 S. 7 des angefochtenen Urteils). Gem�ss Gerichtsgutachten im Forderungsprozess hat die Urteilsunf�higkeit des Erblassers im Oktober 2000 zudem nicht als erstellt gelten k�nnen und ist f�r die Zeit der Entm�ndigung im Dezember 2000 nicht nachgewiesen. Es durfte deshalb angenommen werden, der Erblasser w�re auch nach seiner Entm�ndigung in der Lage gewesen, letztwillig neu zu verf�gen oder seine letztwillige Verf�gung zu widerrufen. Mehr oder anderes wirft der Beschwerdef�hrer der Beschwerdegegnerin nicht vor, geht er doch selber davon aus, es sei rechtlich nicht vorausgesetzt, dass der Erblasser bis zu seinem Tod daran gehindert sei, eine Verf�gung von Todes wegen zu errichten oder zu widerrufen. Der Rechtsauffassung hat das Obergericht mit Grund widersprochen (E. 4.3 S. 7) und daran festgehalten, dass die Verhinderung nach der Rechtsprechung dauernd sein muss (BGE 132 III 305 E. 3.2 S. 308 und E. 6.1 S. 314). An einem Erbunw�rdigkeit begr�ndenden Verhindern hat es nach erfolgter Entm�ndigung offenkundig gefehlt. Lediglich der Vollst�ndigkeit sei angemerkt, dass das Obergericht auch die Kausalit�t zwischen dem Antrag der Beschwerdegegnerin, eine Beiratschaft anzuordnen, und der vormundschaftsbeh�rdlich angeordneten Entm�ndigung verneint hat und dass der Beschwerdef�hrer diesbez�glich zwar vom Gegenteil ausgeht, jedoch keine entsprechenden Sachverhaltsr�gen erhebt und begr�ndet (vgl. zum Erfordernis des Kausalzusammenhangs: BGE 132 III 305 E. 3.5 S. 310 und E. 6.4 S. 314).
3.3 Insgesamt kann die obergerichtliche Abweisung des Begehrens, die Erbunw�rdigkeit der Beschwerdegegnerin festzustellen, nicht beanstandet werden. Die Beschwerde erweist sich auch in diesem Punkt als erfolglos.
Willk�r r�gt der Beschwerdef�hrer ferner bei der Festsetzung des Streitwertes nach kantonalem Recht (S. 9 f. Ziff. 11 der Beschwerdeschrift).
4.1 Vor Obergericht hat der Beschwerdef�hrer geltend gemacht, das Kantonsgericht habe den Streitwert auf Fr. 900'000.-- (Wert des Nachlasses) statt auf Fr. 400'000.-- (Anteil des Beschwerdef�hrers am Nachlass) bestimmt. Das Obergericht hat sich auf � 12 ZPO/ZG gest�tzt, wonach der Wert des Streitgegenstandes, wenn sich die Parteien dar�ber uneinig sind, nach richterlichem Ermessen festgestellt wird, wobei im Zweifel f�r den h�heren Betrag zu entscheiden ist. Gest�tzt darauf vom h�heren Wert auszugehen, hat das Obergericht auch als sachlich gerechtfertigt betrachtet, wolle der Beschwerdef�hrer der Beschwerdegegnerin doch die ganze ihr zugedachte Erbschaft entziehen. Das Kantonsgericht habe sich daher gest�tzt auf eine von ihr zitierten Lehrmeinung zu Recht f�r den h�heren Betrag entschieden (E. 5 S. 7 f. des angefochtenen Urteils).
4.2 Der Beschwerdef�hrer wendet ein, bei einem Prozess �ber die Ung�ltigerkl�rung eines Testamentes oder die Erbunw�rdigkeit einen Zweifelsfall anzunehmen, sei willk�rlich im Sinne von Art. 9 BV. Willk�rlich im Sinne dieser Bestimmung sei ein Entscheid, der zur tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch stehe oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderlaufe (S. 9 Ziff. 11 der Beschwerdeschrift). Der Beschwerdef�hrer gibt damit einen Teil des Willk�rbegriffs richtig wieder, doch fehlt jegliche Begr�ndung daf�r, inwiefern die Annahme des Zweifelsfalls auf Grund der konkreten Prozesslage im besonderen Fall der H�ufung von Begehren, ein Testament f�r ung�ltig oder die Beschwerdegegnerin f�r erbunw�rdig zu erkl�ren, willk�rlich sein soll, namentlich welche Norm oder welchen unumstrittenen Rechtsgrundsatz die Bejahung eines Zweifelsfalls krass verletzt (Art. 9 BV; vgl. zum Begriff: BGE 135 V 2 E. 1.3 S. 4; 134 I 263 E. 3.1 S. 265 f.). Die Beschwerdeschrift gen�gt in diesem Punkt den formellen Anforderungen nicht (Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 134 II 349 E. 3 S. 351 f.). Im �brigen besteht heute kein unbestrittener Prozessrechtsgrundsatz mehr, dass bei eventueller Klageh�ufung - hier: Ung�ltigkeitsklage, eventuell Klage auf Feststellung der Erbunw�rdigkeit - ausschliesslich das Hauptbegehren den Streitwert bestimmt. Vielmehr wird angenommen, dass bei einer Klage mit Haupt- und Eventualbegehren der Anspruch mit dem h�heren Streitwert massgebend ist, d.h. gegebenenfalls also das Eventualbegehren den Streitwert bestimmt (vgl. Hohl, Proc�dure civile, t. II: Organisation judiciaire, comp�tence, proc�dures et voies de recours, Bern 2002, N. 1833 S. 79; LEUCH/MARBACH/KELLERHALS/STERCHI, Die Zivilprozessordnung f�r den Kanton Bern, 5.A. Bern 2000, N. 1g zu Art. 138 ZPO/BE, je mit Hinweisen).
4.3 Gegen die Annahme, der Streitwert des Eventualbegehrens, die Erbunw�rdigkeit der Beschwerdegegnerin festzustellen, entspreche dem ganzen Nachlass (Fr. 900'000.--) und nicht nur seinem Prozessgewinn (Fr. 400'000.--), wendet der Beschwerdef�hrer ein, der Streitwert beurteile sich nach dem Interesse des Kl�gers und nicht nach demjenigen der Beklagten. Es k�nne nicht sein, dass f�r ihn als Kl�ger ein Prozessrisiko entstehe, das unter Umst�nden weit �ber den Betrag hinausgehe, der sein Vorteil im Falle des Obsiegens sein k�nne (S. 9 f. Ziff. 11 der Beschwerdeschrift). Nach allgemeinen Prozessrechtsgrunds�tzen bestimmt sich der Streitwert nach den Klagebegehren und - im Falle unbezifferbarer Anspr�che - nach dem objektiven Wert des Streitgegenstandes (vgl. Hohl, a.a.O, N. 1828-1832 S. 79; Leuch/MarBACH/KELLERHALS/STERCHI, a.a.O., N. 1b zu Art. 138 ZPO/BE, je mit Hinweisen). Dieser objektive Wert darf aber nicht einfach mit dem unmittelbaren Vorteil oder Interesse des Kl�gers gleichgesetzt werden, sondern kann von der Rechtsnatur der Streitigkeit abh�ngen. So richtet sich der Streitwert im Prozess �ber den Bestand einer Dienstbarkeit nach dem Interesse des Kl�gers an der Gutheissung seiner Begehren oder nach dem Interesse des Beklagten an der Abweisung der Klage, wobei das betragsm�ssig h�here Interesse massgebend ist (vgl. BGE 109 II 491 E. 1c/cc S. 492 f.). Der Streitwert im Erbteilungsprozess entspricht dem ganzen Nachlass und nicht dem Erbanteil, der dem Kl�ger zukommt, wenn der Teilungsanspruch als solcher streitig ist (vgl. BGE 127 III 396 E. 1b/cc S. 398). Die Beispiele liessen sich vermehren (allgemein: BGE 109 II 245 E. 1 S. 248/249), und ein ebensolches durfte willk�rfrei im Fall der Klage auf Feststellung der Erbunw�rdigkeit angenommen werden. Im Unterschied zur Ung�ltigerkl�rung einer Verf�gung von Todes wegen, die nur zwischen den Prozessparteien wirkt (BGE 81 II 33 E. 3 S. 36), scheidet der f�r erbunw�rdig erkl�rte - hier: eingesetzte - Erbe mit Wirkung f�r alle anderen Erben als Erbe aus (vgl. BGE 132 III 315 E. 2.1 S. 317 ff.). Diesen Anteil des - zu Gunsten aller anderen Erben - ausscheidenden Erben der Streitwertberechnung zugrunde zu legen, kann sachlich und damit ohne Willk�r mit der Wirkung des Urteils �ber die Klage auf Feststellung der Erbunw�rdigkeit begr�ndet werden (vgl. Br�ckner/Weibel, Die erbrechtlichen Klagen, 2.A. Z�rich 2006, N. 107-110 S. 52; zur gleichlaufenden, in der Lehre teilweise kritisierten Gerichtspraxis in Deutschland: ROSENBERG/SCHWAB/GOTTWALD, Zivilprozessrecht, 16.A. M�nchen 2004, � 32 N. 58 S. 198, und HELMS, M�nchener Kommentar, 2004, N. 6 zu � 2342 BGB, je mit Hinweisen).
4.4 Der auf die Beschwerdegegnerin, deren Erbunw�rdigkeit festzustellen der Beschwerdef�hrer beantragt hat, entfallende Erbanteil entspricht dem ganzen Nachlass, zumal der Erblasser sie testamentarisch als Alleinerbin eingesetzt hat. Die Bewertung des Nachlasses auf Fr. 900'000.-- ficht der Beschwerdef�hrer nicht an.
4.5 Die Bestimmung des Streitwertes gem�ss � 12 ZPO/ZG und nach bundesrechtlichen Prozessgrunds�tzen, die hier als kantonales Ersatzrecht anwendbar sind (vgl. BGE 135 IV 43 E. 4.1 S. 47; 129 III 750 E. 2.3 S. 754), kann unter Willk�rgesichtspunkten nach dem Gesagten nicht beanstandet werden.
Aus den dargelegten Gr�nden ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Der Beschwerdef�hrer wird damit kostenpflichtig, hingegen nicht entsch�digungspflichtig, da keine Vernehmlassungen eingeholt wurden (vgl. Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 1 BGG). Die Streitwertberechnung gem�ss E. 4 hiervor gilt auch im Verfahren vor Bundesgericht. Massgebend ist ein Streitwert von rund Fr. 900'000.-- (vgl. BGE 109 II 245 E. 1 S. 248/249; POUDRET, Commentaire de la loi f�d�rale d'organisation judiciaire, I, Bern 1990, N. 3.2 zu Art. 36 OG, S. 262).