Source: https://www.agt-ev.de/zertifizierung/
Timestamp: 2020-04-08 17:55:25
Document Index: 6875872

Matched Legal Cases: ['§3', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§5']

Zertifizierung von Testamentsvollstreckern | AGT e.V.
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Die Zertifizierung von Testamentsvollsteckern durch die AGT
Zu den Voraussetzungen für die Zertifizierung √
Die Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Zivilsachen vom 11.11.04 (I ZR 213/01 sowie I ZR 182/02) stellen klar, dass die Übernahme von Testamentsvollstreckungen nach geltendem Recht nicht an besondere Qualifikationsvoraussetzungen in der Person des Testamentsvollstreckers geknüpft ist. Auch eine Versicherung gegen Schäden, die der Testamentsvollstrecker an dem von ihm verwalteten Vermögen anrichten könnte, wird nicht für erforderlich gehalten. Sind im Rahmen der Testamentsvollstreckung Rechtsfragen zu klären, muss der unwissende Testamentsvollstrecker Rechtsrat einholen. Mit den hierfür anfallenden Kosten wird der Nachlass – grundsätzlich zusätzlich zum Testamentsvollstreckerhonorar – belastet.
In Deutschland haben…
Quelle: Volksbund
Mit dem am 01.07.08 in Kraft getretenen Rechtsdienstleistungsgesetz hat der Gesetzgeber die geschäftsmäßige Testamentsvollstreckung ausdrücklich aus dem Anwaltsvorbehalt ausgenommen, die Testamentsvollstreckung durch jedermann explizit ermöglicht und es damit dem freien Wettbewerb überlassen, ungeeignete Testamentsvollstrecker auszusondern.
„Der Markt kann aber keine Moral und Werte erschaffen…“, wie Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt es in seiner Rede zum 90. Geburtstag von Bertolt Beitz, der als einer der bemerkenswertesten deutschen Testamentsvollstrecker gilt, formuliert hat (Die Zeit 14/2003).
Damit der Testierende nicht schutzlos unkontrollierbaren Selbstanpreisungen der verschiedensten Anbieter von Testamentsvollstreckungen ausgeliefert ist, hat die AGT e.V. am 10.03.06 Richtlinien zur Zertifizierung von Testamentsvollstreckern verfasst und veröffentlicht (AGT-Zertifizierungsrichtlinien).
Die AGT weist aktuell mehr als 800 zertifizierte Testamentsvollstrecker in einer im Internet veröffentlichten Liste, der AGT-Testamentsvollstreckerliste nach. Diese Testamentsvollstrecker haben sich einem den Zertifizierungsrichtlinien entsprechenden Prüfungsverfahren unterworfen und erfüllen somit die Qualifizierungsanforderungen der AGT.
In der Testamentsvollstreckerliste werden über die von ihr zertifizierten Testamentsvollstrecker hinaus auch von anderen Organisationen qualifizierte Testamentsvollstrecker nachgewiesen -zz. Fachberater für Testamentsvollstreckung und Nachlassverwaltung (DStV e.V.). Mehr dazu hier »– sofern diese Organisationen von der AGT aufgestellten Mindeststandards unterstützen.
Denn: Der Erfolg einer Testamentsvollstreckung steht und fällt mit der Person und Qualifikation des Testamentsvollstreckers.
Nur von der AGT geprüfte renommierte Fortbildungsinstitute führen die Zertifizierungslehrgänge durch. Seit 2006 anerkannter Lehrgangsanbieter ist Fachseminare von Fürstenberg.
Der Lehrgang bei Fachseminare von Fürstenberg besteht aus drei aufeinander aufbauende, mehrtägigen Unterrichtseinheiten (insgesamt 38 Zeitstunden):
AGT 1: Allgemeines Erbrecht (verzichtbar für Volljuristen)
AGT 2: Testamentsvollstreckung I („Basics“) (verzichtbar für Absolventen eines Fachanwaltslehrganges Erbrecht)
AGT 3: Testamentsvollstreckung II („Specials“)
Details zu den Seminarinhalten stehen unter https://www.fachseminare-von-fuerstenberg.de/zertifizierter-berater/zertifizierter-testamentsvollstrecker sowie im Programm_FvF.
Nachweis der praktischen Fertigkeiten gem. §3 der RiLi.
Nachzuweisen ist eine mindestens zwei Jahre lang ausgeübte Tätigkeit als Rechtsanwalt, Justitiar, Richter, Notar, Rechtsbeistand, der Mitglied einer Rechtsanwaltskammer ist, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, vereidigter Buchprüfer oder certified estate planner (cep) (s. Zertifizierungsantrag)
In dem BGH-Urteil zur Zertifizierungsentscheidung vom 09.06.2011 [I ZR 113/10] wird zur Führung der Bezeichnung „zertifizierter“ Testamentsvollstrecker (AGT) im Rechtsverkehr durch einen Rechtsanwalt gefordert, dass er über praktische Erfahrungen auf dem Gebiet der Testamentsvollstreckung verfügt. Wie diese im Einzelfall beschaffen sein müssen, lässt der Wettbewerbssenat des BGH weitgehend offen. Siehe hierzu die Stellungnahme zu dem Urteil von RA Eberhard Rott, Vorstandsvorsitzender der AGT e.V. (Kommentar RA Rott) sowie die Mitteilung der Pressestelle des BGH: Pressemitteilung Nr. 102/2011
> ohne eine einzige Testamentsvollstreckung kann die Bezeichnung „zertifizierter“ Testamentsvollstrecker im Rechtsverkehr nicht geführt werden,
> grundsätzlich sollten drei Testamentsvollstreckungen oder mindestens eine Testamentsvollstreckung sowie mindestens zwei weitere vergleichbare Tätigkeiten wie Nachlassverwaltung, Nachlasspflegschaft oder Nachlassabwicklung nachweisbar sein,
> die Verantwortung für die Führung der Bezeichnung obliegt demjenigen, der sie im Rechtsverkehr führt, selbst (vgl. BGH, Urt. v. 24.07.2014, I ZR 53/13, juris-Rn. 27, zum Nachweis der Erfüllung der Anforderungen an einen „Spezialisten“ auf dem Gebiet des Familienrechts)
> wer im Rechtsverkehr die Bezeichnung ohne den Zusatz „zertifiziert“ führt, bspw. in der Form „Testamentsvollstrecker (AGT)“, unterliegt nicht den vom BGH aufgestellten Anforderungen.
Unterhaltung einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung
Fortbildungsverpflichtung (Rezertifizierung) gem. §5 der RiLi. zur Erhaltung der Sachkunde, insbesondere vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und rechtlicher Entwicklungen.
Erhaltung der Zertifizierung durch Antragstellung auf Rezertifizierung alle drei Jahre. Mehr dazu hier!
Die Zertifizierung ist nicht zu verwechseln mit der AGT-Mitgliedschaft.
Informationen zu der AGT-Mitgliedschaft: hier!
In der Krise schlägt die Stunde des qualifizierten Testamentsvollstreckers!
Tagungsbericht AGT-Spezialtagung: ‚Das Behindertentestament‘