Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%202000,%201116
Timestamp: 2019-03-25 15:00:56
Document Index: 336330046

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 197', 'Art. 231', '§ 6', '§ 474', '§ 852', '§ 197', '§ 208', '§ 197', '§ 843', '§ 249', '§ 852', '§ 197', '§ 197', '§ 843', '§ 338', 'BGH', '§ 197', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 843', '§ 197', 'BGH']

BGH, 30.05.2000 - VI ZR 300/99 - dejure.org
Schadensersatzanspruch - Rückständige Rententeile - Mehrbedarf des Verletzten - Vierjährige Verjährungsfrist
§ 197 BGB; Art. 231 § 6 EGBGB; §§ 474, 476 ZGB
Schadensersatz/rückständige Rentenanteile/Verjährung
NJW-RR 2000, 1412
MDR 2000, 1192
NJ 2000, 605
NJ 2000, 606
VersR 2000, 1116
BB 2000, 1843
c) Die dreijährige Verjährungsfrist des § 852 Abs. 1 BGB a.F. gilt nur für das Stammrecht, nicht dagegen für die aus dem Stammrecht fließenden weiteren Ansprüche auf Ersatz des Verdienstausfallschadens; dabei handelt es sich um Ansprüche auf wiederkehrende Leistungen, für die (unmittelbar) die vierjährige Verjährungsfrist des § 197 BGB a.F. gilt (im Anschluß an das Senatsurteil vom 30. Mai 2000 - VI ZR 300/99 - VersR 2000, 1116).
Diese gilt nämlich nur für das Stammrecht, d.h. für den Anspruch auf Entschädigung nach dem Haftpflichtgesetz, der zwischen den Parteien außer Streit steht und mit den laufenden Zahlungen der Beklagten für vermehrte Bedürfnisse des Klägers auch immer wieder im Sinne des § 208 BGB a.F. anerkannt worden ist (vgl. Senatsurteil vom 30. Mai 2000 - VI ZR 300/99 - VersR 2000, 1116, 1117).
Im vorliegenden Fall handelt es sich aber bei den aus dem Stammrecht fließenden weiteren Ansprüchen auf Ersatz des Verdienstausfallschadens um Ansprüche auf wiederkehrende Leistungen, für die die vierjährige Verjährungsfrist des § 197 BGB a.F. gilt (vgl. Senatsurteil vom 30. Mai 2000 - VI ZR 300/99 - aaO m.w.N.).
Die behinderungsbedingt über das achtzehnte Lebensjahr hinaus zu zahlende Waisenrente und der Mehraufwand für die regelmäßige Pflege eines erkrankten Kindes sind regelmäßig wiederkehrende Leistungen, auch wenn die Ansprüche nicht aus § 843 BGB, sondern aus Vertrag und den §§ 249 ff. BGB hergeleitet werden (vgl. Senat, Urteil vom 30. Mai 2000 - VI ZR 300/99, VersR 2000, 1116, 1117;… Beschluss vom 18. Oktober 2005 - VI ZR 312/04, VersR 2006, 132 Rn. 6 f.).
Der erkennende Senat hat deshalb entschieden, dass die dreijährige Verjährungsfrist des § 852 Abs. 1 BGB a.F. nur für das Stammrecht gilt, nicht dagegen für die aus dem Stammrecht fließenden weiteren Ansprüche, bei denen es sich um Ansprüche auf wiederkehrende Leistungen handelt, für die (unmittelbar) die vierjährige Verjährungsfrist des § 197 BGB a.F. gilt (Senatsurteile vom 12. Juli 1960 - VI ZR 163/59, VersR 1960, 831, 832; vom 3. Juli 1973 - VI ZR 38/72, VersR 1973, 1066, 1067; vom 24. Juni 1980 - VI ZR 188/78, VersR 1980, 927; vom 30. Mai 2000 - VI ZR 300/99, aaO; vom 26. Februar 2002 - VI ZR 288/00, VersR 2002, 996, 997).
Dem entsprechend hat der Senat bereits entschieden, dass zu den wiederkehrenden Leistungen im Sinne des § 197 BGB auch Rückstände auf monatliche Renten nach § 843 BGB gehören und dass für diejenigen, die ihre Grundlage in § 338 ZGB haben oder nach dem Recht der DDR auf vertraglicher Schadensersatzpflicht beruhen, nichts anderes gelten kann (Senatsurteil vom 30. Mai 2000 - VI ZR 300/99 - VersR 1999, 1116, 1117).
Soweit der Senat im Urteil vom 30. Mai 2000 (- VI ZR 300/99 - VersR 2000, 1116, 1117) eine sachliche und zeitliche Kongruenz verneint hat, lag dem ein besonderer Sachverhalt zugrunde.
OLG Celle, 22.08.2007 - 14 U 182/06
Wirksamkeit eines verjährungsunterbrechenden Anerkenntnisses durch schlüssiges …
b) Der Senat hat keine Veranlassung, von der eindeutigen Gesetzeslage und der entsprechenden Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl. dazu auch BGH, Urt. v. 30. Mai 2000 - VI ZR 300/99, NJW-RR 2000, 1412 , juris-Rn. 12 m. w. N.) abzugehen.
a) Für die noch nicht regulierten Ansprüche war zunächst die 4 Jahres-Frist des § 197 BGB a. F. maßgeblich (vgl. BGH, Urt. v. 30. Mai 2000 - VI ZR 300/99, aaO.; v. 26. Februar 2002 - VI ZR 288/00, NJW 2002, 1791 ; v. 28. Januar 2003 - VI ZR 263/02, NJW 2003, 1524 ).
Diese Frist begann jeweils am Schluss des Jahres, in dem der Schaden entstanden ist, und galt unabhängig vom Anspruchsgrund (BGH VersR 2000, 1116; VersR 2002, 996).
Deshalb komme auch eine Anrechnung unter dem Gesichtspunkt der Vorteilsausgleichung nicht in Betracht (BGH, Urteil vom 30. Mai 2000 - VI ZR 300/99 -, NJW-RR 2000, S. 1412 ).
Rückstände auf Rentenansprüche auf Grund eines Mehrbedarfs des Verletzten nach § 843 Abs. 1 BGB stellen grundsätzlich zwar wiederkehrende Leistungen im Sinne des § 197 BGB dar, für welche mithin, anders als für das so genannte Stammrecht, eine Verjährungsfrist von vier Jahren gilt (BGH, Urteil vom 30. Mai 2000 - VI ZR 300/99 - NJW-RR 2000, 14121= MDR 2000, 1192).
OLG Hamm, 04.08.2003 - 3 U 138/02