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Timestamp: 2019-11-21 06:37:11
Document Index: 178067601

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 22', '§ 132', '§ 22', '§ 35', '§ 47', '§ 52', '§ 63']

Prüfung der zu erwartenden Verschlechterung der Immissionslage bei der Erweiterung eines legalen Betriebes / BVerwG / 2016 / Rechtsprechung / Rechtsprechung / Rechtsportal - Deubner Rechtsportal
Erteilung einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb von zwei Windenergieanlagen; Beeinträchtigung individualschützender Nachbarbelange durch schädliche Umwelteinwirkungen in Form von Lärmimmissionen
OVG Nordrhein-Westfalen (8 A 928/16) | Datum: 11.12.2017
Rechtsstreit um die Erteilung einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb von fünf Windenergieanlagen (WEA) des Typs Enercon E-115; Begründung einer eigenständigen Klagebefugnis aufgrund des § 4 Abs. 1 i. V. m. Abs. 3 UmwRG
OVG Nordrhein-Westfalen (8 A 926/16) | Datum: 11.12.2017
Klage eines Grundstückseigentümers gegen die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb von fünf Windenergieanlagen (WEA) des Typs Enercon E-115; Klagebefugnis bei Entfernung des Wohngrundstücks von ca. 2.600 m zu der nächstgelegenen Windenergieanlage
OVG Nordrhein-Westfalen (8 A 926/16) | Datum: 01.12.2017
BVerwG, Beschluss vom 07.04.2016 - Aktenzeichen 4 B 37.15 (4 C 3.16)
DRsp Nr. 2016/8171
BImSchG § 22 ;
Die zulässige Beschwerde ist begründet. Die Revision ist nach § 132 Abs. 2 Nr. 2 VwGO wegen Divergenz zuzulassen. Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts müssen im Außenbereich ansässige Betriebe auf die benachbarte Wohnbebauung Rücksicht nehmen. Welche Anforderungen das Gebot der Rücksichtnahme (objektivrechtlich) stellt, hängt wesentlich von den jeweiligen Umständen ab. Dabei dürfen bestehende Vorbelastungen nicht außer Betracht bleiben. Was von einem genehmigten Betrieb - legal - an Belastungen verursacht wird und sich auf eine vorhandene Wohnbebauung auswirkt, kann deren Schutzwürdigkeit mindern. Daraus folgt, dass - sofern nicht die vorhandenen Immissionen bereits die Grenze des schweren und unerträglichen Eingriffs überschreiten und auch die Voraussetzungen des § 22 Bundes-Immissionsschutzgesetz nicht vorliegen - bei der Erweiterung eines legalen Betriebes nur zu prüfen ist, ob eine Verschlechterung der Immissionslage zu erwarten ist (BVerwG, Urteil vom 22. Juni 1990 - 4 C 6.87 - Buchholz 406.11 § 35 BauGB Nr. 261 = [...] Rn. 29 m.w.N.). Von dieser Rechtsprechung ist das Oberverwaltungsgericht in dem angefochtenen Berufungsurteil entscheidungserheblich abgewichen, indem es ausgeführt hat, jedes neue Bauvorhaben müsse daraufhin überprüft werden, ob es mit den geltenden Vorschriften in Einklang stehe, und zwar unabhängig davon, ob sich die vorhandene Situation "zum Schlechten" verändere oder - wie hier - sogar leicht verbessere (UA S. 7).
Die vorläufige Streitwertfestsetzung für das Revisionsverfahren beruht auf § 47 Abs. 1 Satz 1, § 52 Abs. 1 und § 63 Abs. 1 Satz 1 GKG .
Vorinstanz: OVG Niedersachsen, vom 09.06.2015 - Vorinstanzaktenzeichen 1 LC 25/14
Zitieren: BVerwG - Beschluss vom 07.04.2016 (4 B 37.15 (4 C 3.16)) - DRsp Nr. 2016/8171