Source: https://breymann.de/2020/07/06/steuerliche-entlastung-fuer-selbstaendige-durch-vorgezogene-geltendmachung-von-erwarteten-verlusten-%C2%A7%C2%A7-110-111-estg/
Timestamp: 2020-08-06 19:58:38
Document Index: 17584183

Matched Legal Cases: ['§ 110', '§ 110', '§ 110', '§ 110', '§ 111', '§ 110', '§ 111', '§ 110', '§ 26', '§ 37', '§ 110', '§ 52', '§ 26']

Steuerliche Entlastung für Selbständige durch vorgezogene Geltendmachung von erwarteten Verlusten (§§ 110, 111 EStG) - D. Breymann Rechtsanwälte
D. Breymann Rechtsanwälte > Covid-19 > Steuerliche Entlastung für Selbständige durch vorgezogene Geltendmachung von erwarteten Verlusten (§§ 110, 111 EStG)
Bundestag und Bundesrat haben inzwischen das Zweite Corona-Steuerhilfegesetz verabschiedet. In diesem sind die neuen §§ 110, 111 EStG enthalten, die es ermöglichen, den Verlust für das Geschäftsjahr 2020 rückzutragen, und zwar entweder im Vorauszahlungsbescheid für 2019 oder in der Steuerfestsetzung für 2019.
§ 110 dient dabei der Regelung der Vorauszahlungen und § 111 der Regelung der Festsetzung.
Voraussetzung des § 110 EStG
Antrag des Steuerpflichtigen. Außerdem muss die Vorauszahlung für 2020 auch 0,- betragen, was jedoch beantragt werden kann. Die Höhe des geltend zu machenden Verlustrücktrages ist entweder pauschal mit 30 % anzusetzen oder für den Fall, dass ein höherer geltend gemacht wereden soll, zu belegen.
Parallel erzielte Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit sind nicht berücksichtigungsfähig.
Voraussetzung des § 111 EStG
Entsprechen denen des § 110 EStG, sind aber im Veranlagungsverfahren geltend zu machen. Da der genaue Verlust noch nicht bekannt sein kann, ist er zu schätzen und insoweit ein vorläufiger Verlustrücktrag.
Durch die Geltendmachung dieses (noch nicht bekannten) Verlustes bereits in 2019 entweder im Rahmen der Vorauszahlung oder auch Veranlagung fließt dem Steuerpflichtigen schnell Liquidität zu.
Nachfolgend die beiden neuen Vorschriften im Wortlaut
110[1] Anpassung von Vorauszahlungen für den Veranlagungszeitraum 2019
(3) 1Die Minderungen nach den Absätzen 1 und 2 dürfen insgesamt 5 000 000 Euro, bei Ehegatten, die nach den §§ 26 und 26b zusammenveranlagt werden, 10 000 000 Euro nicht überschreiten. 2 § 37 Absatz 3, 5 und 6 ist entsprechend anzuwenden.
[1] Abschnitt XIV (§§ 110 und 111) angef. durch G v. 29.6.2020 (BGBl. I S. 1512); zur Anwendung siehe § 52 Abs. 52 und 53.
111[1] Vorläufiger Verlustrücktrag für 2020
(3) Der vorläufige Verlustrücktrag für 2020 nach den Absätzen 1 und 2 kann insgesamt bis zu 5 000 000 Euro, bei Ehegatten, die nach den §§ 26 und 26b zusammenveranlagt werden, bis zu 10 000 000 Euro betragen.