Source: https://www.familienrecht-deutschland.de/Neueste_Rechtsprechung_zum_Neuen_Unterhaltsrecht_UAendG/Oberlandesgerichte_-_Rechtsprechung_zum_neuen_Unterhaltsrecht/OLG_Nuernberg
Timestamp: 2020-01-28 20:46:01
Document Index: 67052868

Matched Legal Cases: ['§ 1572', '§ 1578', '§ 1570', '§ 10', '§ 1577', '§ 1570', '§ 1569', '§ 36', '§ 1603', '§ 1615', '§ 1578', '§ 1615', 'BGH']

Urteil vom 28.01.2008 - 10 UF 1205/07: BGB §§ 1572, 1578b
Urteil vom 20.02.2008 - 7 UF 1371/07: BGB § 1578b
Urteil vom 19.05.2008 - 10 UF 768/07: BGB §§ 1570, 1578, 1579, 1634; EStG § 10
Urteil vom 06.08.2008 - 7 UF 244/08: BGB §§ 1577, 1578b
Beschluß vom 07.10.2008 - 10 UF 913/08: BGB §§ 1570, 1581
Urteil vom 17.12.2008 - 7 UF 1230/08: BGB §§ 1569 ff, 1573, 1578b; EGZPO § 36
Urteil vom 28.07.2009 - 9 UF 215/09: BGB § 1603
Urteil vom 13.08.2009 - 10 UF 360/09: BGB § 1615l
Modifiziertes Altersphasenmodell 2008
Zur Begrenzung des nachehelichen Unterhalts nach dem neuen Unterhaltsrecht (§ 1578b BGB).
1. Auch wenn hinsichtlich der Erwerbsobliegenheit des unterhaltsberechtigten Ehegatten nicht mehr das bisherige, von der Rechtsprechung nach altem Recht entwickelte Altersphasenmodell zum Tragen kommt, und nach dem Willen des Gesetzgebers nunmehr stärker auf den Einzelfall und tatsächlich bestehende, zumutbare und verläßliche Möglichkeiten der Kinderbetreuung abgestellt werden soll, ist - nicht zuletzt im Interesse der Rechtssicherheit - im Regelfall eine gewisse schematisierende Betrachtungsweise angemessen und geboten, von der aufgrund besonderer Umstände allerdings jederzeit abgewichen werden kann.
5. Ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt kann ganz oder teilweise zu versagen sein, wenn der unterhaltsberechtigte Ehegatte den Umgang des unterhaltspflichtigen Ehegatten mit einem gemeinschaftlichen Kind fortgesetzt und massiv vereitelt; allerdings muß es sich um ein schwerwiegendes, eindeutig beim Berechtigten liegendes Fehlverhalten handeln, um die Annahme der Verwirkung zu rechtfertigen. (Red.)
Behauptet der ein minderjähriges Kind betreuende Elternteil, das gemeinsame Kind leide an Verhaltensauffälligkeiten und emotionalen Problemen und befinde sich deswegen in psychotherapeutischer Behandlung, ist durch ein jugendpsychologisches Gutachten zu klären, inwieweit diese Auffälligkeiten der Aufnahme einer Vollzeittätigkeit des betreuenden Elternteils und einer Drittbetreuung des Kindes entgegen stehen. (Red.)
Zum Unterhaltsanspruch einer Studentin gemäß § 1615l BGB nach Vollendung des 3. Lebensjahres des betreuten Kindes.
Die Familliensenate des Oberlandesgerichts Nürnberg haben zu Beginn des Jahres 2008 ein sog. modifiziertes Altersphasenmodell entwickelt:
Neues Altersphasenmodell 2008
Der Unterhaltsbegehrende hat die Darlegungs- und Beweislast dafür, dass keine zumutbare Betreuungsmöglichkeit gefunden wurde. Es gelten folgende Darlegungserleichterungen:
Ausreichend ist zunächst der Vortrag z.B. bei der Wohnortgemeinde nachgefragt zu haben, ob eine zumutbare Betreuungsmöglichkeit besteht und dass dies verneint wurde. Erst wenn diese Behauptung substantiiert bestritten worden ist, besteht weitere Vortragspflicht.
Grundsätzlich können auch private Betreuungsmöglichkeiten zumutbar sein, also Betriebskindergärten, Tagesmütter und ähnliches.
Im ersten Jahr Trennung besteht keine Erwerbsobliegenheit oder Verpflichtung zur Ausweitung einer bereits aufgenommenen Tätigkeit. Mit Verfestigung der Trennung und Einreichen des Scheidungsantrages gleichen sich die Erwerbsobliegenheiten an (BGH FamRZ 1990, 283, 285). Nach dem Trennungsjahr besteht in der Regel Erwerbsobliegenheit wie beim nachehelichen Unterhalt.