Source: http://derzwickauer.business.t-online.de/protest_kiesabbau.html
Timestamp: 2017-05-26 11:01:02
Document Index: 169562778

Matched Legal Cases: ['Art.3', 'Art.8', '§ 15', '§1', '§2', '§2', '§2', '§2', '§ 15', '§ 15', '§ 2', 'Art. 10', 'Art. 2', 'Art. 7', '§ 2', '§ 4', '§ 7', '§ 2', '§ 2', 'Art. 6', '§ 2', '§ 2', '§ 20', '§ 15']

AKTUELLES AUS ZWICKAU Protest gegen Kies, Kiesabbau, Kiessandtagebau, Schneppendorf, Thurm, Widersprüche, Raumordnungsverfahren, Umweltzerstörung, Verlust von Lebensqualität, Schneppendorf, Thurm Machtvoller Proteststurm gegen geplanten Kiesabbau auf 150 Hektar inmitten dichter Wohnbebauung
Kieswerke Biesern planen riesige Kiesgruben - Schneppendorf und Thurm versinken in Mondlandschaft
-Gegenwärtig werden im Land Sachsen mit dem Landesentwicklungsplan LEP die Weichen für die nächsten Jahre gestellt. Leben und Wirtschaft geraten mit dem Plan künftiger Rohstoffgewinnung und dem, wo die Menschen Platz zum Leben finden, in Widerspruch. Bis 23. März 2012 können die Bürger noch Einsprüche geltend machen. Klick hier
- Hinweise und Adresse für Widersprüche gegen das Vorhaben Kiesabbau zum Raumordnungsverfahren
- Stellungnahme BUND zum Vorhaben - Ansprechpartner aus der Bürgerinitiative Mülsen ProNatur
- Beispiel eines persönlichen Einspruchs
- Antwort des Landrates Dr. Christoph Scheurer
- Antwort MdB Michael Luther
- Antwort des MdB Adreas Weigel
- Aufruf zum Lampionumzug am 18. November 2008
- Das ZDF dreht für den Kinderkanal, Fragen der Schneppendorfer Kinder an den Präsidenten des Oberbergamtes
- Volltext der "Raumordnerischen Beurteilung" des Vorhabens Kiessandtagebau, ausgestellt von der Behörde im Februar 2009
- Zur Website des Dachvereins der Bürgerinitiativen Pro Natur
- Der Petitionsausschuss des Sächsischen Landtages berät mit der Bürgerinitiative Pro Natur
- Jahresversammlung 2010 des Vereins Pro Natur
- Ein paar Wahrheiten kurz und knapp
Da wo jetzt noch Felder und Wiesen von einer intakten Natur zeugen, sollen künftig 32 Meter tiefe
Kiesgruben entstehen.
Brief der Bürgerinitiative Mülsen Pro Natur gegen den geplanten Raubbau in der Region zwischen Zwickau und Mülsen an Politiker und verantwortliche Behördenvertreter: Mülsen am 11. September 2008
Sehr geehrter Herr LR Dr. Scheurer,
der Ortschaftsrat Thurm der Gemeinde Mülsen und viele unserer Bürger wenden sich mit der Bitte um Unterstützung bei der Abwehr/Abweisung des großflächigen Kiesabbaus in der Stadt Zwickau 01 Schneppendorf und der Gemeinde Mülsen OT Thurm an Sie.
Sicherlich haben Sie über die Medien und auch von den am meisten betroffenen Bürgern von
Schneppendorf von diesem Raumordnungsverfahren Kiessandtagebau Schneppendorf
Das Regierungspräsidium Chemnitz führt dieses „raumbedeutsame, mit überörtlichen
Wirkungen“ verbundene Raumordnungsverfahren durch.
120 ha wertvoller landwirtschaftlicher Flächen, auf den Hanglagen von Schneppendorf und der Kammfläche von Thurm stehen zur Disposition.
Die Landschaft zwischen dem Waldgebieten Graurock, Tännigt, Leithenberg, Pfarrwald Thurm und weiteren kleinen Waldflächen, die sich in bäuerlichen Besitz befinden, die eine über 700 Jahre entwickelte Region prägen, soll über 70 Jahre in eine „Mondlandschaft“ verwandelt werden. Die jetzt parkähnliche Landschaft wird von den Bewohnern der nordöstlichen Stadtteile von Zwickau mit Eckersbach, Pölbitz, Crossen und Schneppendorf, den Bewohnern des Mülsengrundes als Erholungslandschaft vielfältig genutzt. Jeder kann sich sofort und fast zu jeder Zeit per Augenschein überzeugen, wie sich dort Wanderer, Radwanderer, Pilzesucher, Familien mit Kindern tummeln und Erholung finden. Ein Abbau, wie ihn die Kieswerke Biesern planen, würde all dies nachhaltig und für Generationen zerstören. Durch diese gravierende Beeinträchtigung der Lebensqualität für die im Einzugsgebiet lebenden, grob und niedrig geschätzt über 50.000 Bewohner, ist eine weitere Abwanderung der Menschen besonders der im Zwickauer „Neubaugebiet Eckersbach“ wohnenden Bevölkerung zu erwarten. Die dort lebenden Menschen werden ihres wichtigsten Naherholungsgebietes beraubt.
Dies gilt natürlich besonders für die Bewohner des Zwickauer Ortsteiles Schneppendorf. Für die Bewohner dort gleicht der bis auf 50 Meter an die Bebbauung heranrückende Abbau mit Lärm über drei Schichten, Staub inklusive Feinstaub aus Produktion und Verkehr, einer geplanten Körperverletzung. Schon das nun bekannt gewordene Vorhaben lässt die dort ansässigen Bewohner seit Wochen nicht mehr schlafen. Das ist seelische Grausamkeit. Zudem werden die Menschen ihrer schönen seit mehreren Jahrhunderten gewachsenen Kulturlandschaft, die sie als ihre Heimat empfinden, beraubt, ganz zu schweigen von der damit verbunden Enteignung, denn die dortigen Grundstücke sind nun keinen Pfifferling mehr wert. Besonders trifft dies die neu entwickelte Siedlung „Auf dem Schnepfenberg“, wo viele Häuslebauer in den letzten Jahren neue Eigenheime gebaut und erworben haben. Sie haben diese Investition im Vertrauen auf eine dauerhaft bestehende Lebensqualität ihres Wohnumfeldes getan. Jetzt droht ihnen vor und hinter dem Grundstück das Entstehen einer Mondlandschaft. Wie eine solche Landschaft aussieht, kann jeder interessierte Bürger erfahren, wenn er sich die Mühe macht, den gegenwärtigen Abbau in der Region um Penig zu besichtigen. In der dichten Besiedelung des Raumes zwischen Zwickau und Mülsen ist die Planung eines Kiesabbaus in der geplanten Dimension ein Verbrechen.
In Thurm betrifft der geplante Abbau die Fläche zwischen Hochspannung und Gewerbestraße entlang der Zwickauer Straße, der nahezu höchsten Erhebung vor der Wohnbebauung. Die Flächen sollen im Trocken- und Nassschnitt bis zur Grundwassersohle, 30-32m tief im Mehrschichtsystem abgebaut werden. Schon, wenn jetzt die Landwirtschaftsbetriebe dort mit Bodenbearbeitungs- und Erntemaschinen tätig sind, ist die Geräuschkulisse enorm. Mit dieser saisonalen und kurzzeitigen Belastung haben die Menschen gelernt zu leben. Ein künftiger Dreischichtbetrieb mit der permanenten Belastung mit Lärm und Staub vor den Balkonen ist nicht hinnehmbar.
Die schöne Wohnumgebung zwischen dem Waldgebiet Graurock und dem Tännigt (Birkenhain) soll erbarmungslos zerstört werden. Dabei ist festzustellen, dass zwischen den Wäldern Graurock, Tännigt, Leithenberg und weiteren kleinen Bauernwäldern ein bestehender Wildwechsel und die damit verbundene Vernetzung der Biotope durch den geplanten Abbau restlos zerstört würden. Die Flächendenkmale „Vogelschutzhecke“ unmittelbar neben dem geplanten Abbau an der Zwickauer Straße in Thurm und der Talzug mit dem darin fließenden Birkengrundbach neben den geplanten Standort des riesigen Kieswerkes werden verschwinden und mit ihnen zahlreiche geschützte Tiere und Pflanzen.
Im geplanten Abbaufeld „Susi“ mit rund 15.000 kt, bei jährlich 400 kt, rechnet man mit 37 Jahre Abbau und im Feld Schneppendorf-Süd „Heidi“ 33 Jahre, man kann also von einem Jahrhundert-Schaden an Mensch und Natur ausgehen.
Für den OT Schneppendorf, deren Wohnlage zwischen den beiden Abbaufeldern liegt, ist es eine, wie schon erörtert, gravierende Verschlechterung ihrer Lebens- und Wohnverhältnisse.
In unserem OT Thurm würden bei voller Ausschöpfung der Abbauvorräte nur noch 300m zum Neubaugebiet Thurm 820 Wohnungseinheiten vorhanden sein. (1994 wurden 490 Wohnungen zu Eigentumswohnungen umgewandelt und von den Wohnungsmietern erworben!) Zum Eigenheim Standort Leithenberg, erbaut 1993-1996, ist der Abstand auch nicht größer.
Es ist zu erwarten, dass mit den mit dem Abbau verbundenen Belastungen ein massiver Wegzug der dort ansässigen Menschen zu erwarten sein wird. Dies kann nicht im Sinne einer ausgewogenen Bevölkerungspolitik sein. Geht man allein von den Grundsätzen des Raumordnungsgesetzes der Bundesrepublik, dass Natur geschont und entwickelt, Wohnbedingungen verbessert und gepflegt werden sollen, so ist der geplante Raubbau ein schreiender Widerspruch zu den Zielen einer humanistischen Gesellschaft, wie sie Bundesrepublik Deutschland sein will. Die gesamte Abbaufläche des Kiessandtagebaues liegt voll in der Hauptwindrichtung zur Wohnbebauung von Thurm, bei den sich in letzter Zeit zunehmenden negativen Wetterprognosen in Bezug auf Sturm und Windverhältnissen, ist die Staubbelästigung/ Feinstaubbelastung vorprogrammiert.
Begründet wird dieser geplante Abbau und das Raumordnungsverfahren mit den zu Ende gehenden Abbaufeldern in Penig!
Weiterhin wäre ein dann notwendiger Bedarf im Erzgebirgsvorland mit den Ballungsräumen Chemnitz und Zwickau vorhanden, bei denen sich die Transportwege verkürzen würden.
Dieses letztgenannte Argument ist total aus der Luft gegriffen, denn im Schneppendorf /Auerbacher Bereich gibt es z. Zt. schon 4 größere Tagebaue Kiessandtagebaue Zwickau-Auerbach
Zwickau-Auerbach II
2 Kiessandtagebaue Zwickau-Ost,
diese Kiesgruben werden von der Firma NK Normkies GmbH
& Co KG sowie
der Kies und Sand GmbH
betrieben. Mit der damit verbundenen Beeinträchtigung erleiden die Menschen schon genug Belastungen. Eine völlig unsinnige, nur auf Gewinn orientierte Gewinnung, in der von den Kieswerken Biesern geplanten Größenordnung, zerstört das Leben in den betroffenen Wohngebieten nachhaltig. Zumal der mögliche Bedarf beispielsweise für die Autobahnbauten an der A4 und der A72 gerade als abgeschlossen gelten können.
Die Kapazität der vorhandenen Abbaubetriebe ist lange nicht erschöpft, man würde bei einer Neuzulassung bereits vorhandene Arbeitsplätze in Gefahr bringen.
Die im Raumordnungsverfahren angeführten Untersuchungen, zum Grundwasser, zu Biotopen, zum Immissionsschutz, zu den Waldgebieten Graurock und Tännigt (Birkenhain) werden als „umweltverträglich“ dargestellt.
Allein bei der Betrachtung des Waldstreifens Tännigt ist es offensichtlich, wenn rund um das Waldstück 30m tief abgegraben wird, dass dieser Wald austrocknet und dass die Wasserquelle in diesem Bereich, gegenwärtig der Wasserlieferant für das Crossener Bad versiegen werden. Bei den jetzigen trockenen Sommern sind die Bewohner auf alle umliegenden Hausbrunnen aber darauf angewiesen.
Erschreckend ist beim Lesen dieses Raumordnungsverfahren, dass Auswirkungen des massiven Abbaus auf den Mensch / auf die Bevölkerung, auf Wohnverhältnisse keinen Niederschlag finden. In den Vorberatungen Scoping-Termin 22.03 .2006 wird noch auf Staub- und Lärmimmissionen, auf Nachtgrenzwerten der TA Lärm bei zwei und drei Schichtbetrieb hingewiesen.
Gleiches gilt für den gesamten Transportbereich! Der Abtransport vom neu zu errichtenden Kieswerk erfolgt über die K 6705, eine Kreisstraße. Diese Straße ist schon seit Jahren in einem sehr schlechten Zustand, es wird aber auch gleichzeitig erwähnt, dass der bergbaubedingte Verkehr nicht in die Zuständigkeit des Oberbergamtes fällt!
Der Haupttransport wird jeweils über die sich anschließende Gewerbestraße zur B 93, A 4 und zur B 173 durch Mülsen St. Jacob gehen, bei Tag- und Nachtschicht täglich min. 80-100 LKW. Wer sich die Mühe macht, den Abbau in Biesern zu beobachten, kann zählen, dass die 40-Tonner-LKWs in Minutenabständen fahren.
Der geplante Abbau betrifft also in keiner Weise nur den Bereich Schneppendorf und somit die Stadt Zwickau, sondern auch sehr stark den OT Thurm und weitere Ortsteile des 12.000-Seelendorfes Mülsen.
Am vergangenen Dienstag, 9. September 2008, fand in der Thurmer Festscheune eine öffentliche Beratung zum Thema Kiestagebau mit 90 betroffenen Bürgern statt. Am 13.09 2008 gründete sich die Bürgerinitiative Thurm.
In Anbetracht der Größe des geplanten Vorhabens und den damit verbundenen immensen negativen Auswirkungen bitten wir Sie um Unterstützung.
Im OT Thurm hat auch schon in den letzten 15 Jahren Kiesabbau stattgefunden. Die Firma Lewerenz hat in unseren Nachbarort Niedermülsen intensiv auf einer Fläche von etwa 50 ha Kies und Sand abgebaut.
Im OT Thurm betreibt die Firma Schilling eine Sandgrube und ist im Recycling Geschäft eingebunden.
Der Transport führt über die Hauptstraße und Zwickauer Straße zur Gewerbestraße und weiter. Wir können bestätigen, dass unsere Straßen zu den dreckigsten im gesamten Umkreis gehören. Die Kiesgrube Lewerenz hat wohl schon vor kurzem den eigentlichen Abbau eingestellt. Die gravierenden Kuhlen und Tümpel, abgestorbene Waldstreifen, verdreckte Hausfassaden, die gerade saniert wurden, sind die Hinterlassenschaft schon bei einem „gemäßigten“ Abbau.
Die Bürger der Gemeinde Thurm sind also gebrannte Kinder. Mit Sicherheit werden sich die Bürger nicht mit Floskeln über Unvermeidbarkeit oder irgendwelchen schon 1995 vom OBA vergebenen Bergbauberechtigungen zufrieden stellen lassen.
Wenn Sie, Herr Landrat, diesen Hilferuf missachten, dann würde der schon bestehende Frust, dass so wichtige Entscheidungen über die Köpfe der Bürger entschieden werden nur weiter bestätigt werden.
Politikverdrossenheit und niedrige Wählerbeteiligungen haben ja irgendwo ihre Grundlage.
Auf Ihre Unterstützung und Einflussnahme warten
Der Ortschaftsrat Thurm und die Thurmer Bürgerinitiative
Thurm, am 11. September 2008
Der Brief wird außer an den Landrat auch an
Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen,
den Regierungspräsidenten in Chemnitz
den Minister für Umwelt im Bund
die Fraktionen des Landtages
Bundestagsabgeordneten des Süd- westsächsischen Raumes
Per 8. Oktober 2008 antwortete der Landrat des Kreises Zwickau Dr. Christoph Scheuer
auf die Sorgen und Nöte der Bürger. Original der Antwort siehe hier. Zu dem Schreiben gibt es nur einen Kommentar: Während den
Bürgern, die befürchten ihre Ruhe, ihr Eigentum und ihre Heimat zu verlieren, denen der Angstschweiß auf der Stirn steht, die
auf Hilfe hofften, erhalten sie diese mehr als zynisch zu wertenden Antworten aus der Behörde, einer Behörde, die für die Bürger da sein sollte.
Insbesondere ist zu bemerken:
Zum Entstehen des Landesentwicklungsplanes, dazu schreibt der Landrat: "Die Abbaufelder in Schneppendorf „Heide“ und „Susi“ waren bereits im Landesentwicklungsplan 1994 als Vorbehaltsgebiete enthalten."
Ja wurden denn dazu je die betroffenen Bürger gehört?
Vielleicht wurden irgendwelche Veröffentlichungen gemacht. Typisch für die Bundesrepublik ist: Milliardäre beschäftigen Scharen von Sachwaltern,
die ständig jedes veröffentlichte Jota auf einen möglichen Nutzen ihrer Herren abwägen, normale Bürger gehen in die Falle, sie merken erst
wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, wie ihnen das Fell über die Ohren gezogen wird.
So ist es denn typisch, wenn der Landrat weiter schreibt: "Im Landesentwicklungsplan 2003 waren die Vorbehaltsgebiete ebenfalls eingezeichnet. Sie wurden wiederum nachrichtlich in den Regionalplan Südwestsachsen 2008 übernommen.
Im Rahmen der Anhörung zur Gesamtfortschreibung des Regionalplanes Südwestsachsen gab es zu den beiden Abbaufeldern keine Einwendungen der Stadt Zwickau und des Landkreises Zwickauer Land. Lediglich die Gemeinde Mülsen forderte die Streichung eines Teils des Vorbehaltsgebietes.
Durch die Regionale Planungsstelle Plauen wurde deren Forderung jedoch nicht berücksichtigt."
Kein betroffener Bürger, der sein Eigenheim bedroht sieht, der Tag und Nacht von den dröhnenenden Maschinen belästigt wird, ahnte auch nur
was sich anbahnte. Derweil wurden die Abbaurechte von den Behörden an Investoren verscheuert, die allerdings waren rechtzeitig
zum Monopoli eingeladen worden.
Nun konstatiert der frisch gewählte Behördenchef: "Damit sind die Abbaufelder letztendlich im Regionalplan manifestiert worden.
Eine planerische Verhinderung des geplanten und manifestierten Kiesabbaues im Rahmen des jetzt laufenden Raumordnungsverfahrens halte ich bei dem erreichten Fortschritt der Planung und der erreichten Rechtskonstellation für nicht mehr realistisch".
Das ist mehr als frustrierend für die betroffenen 50.000 Bürger in der Region. Es beweist, dass sich der Behördenchef in keinster Weise mit
den konkreten Sorgen und Nöten, die der Brief an ihn enthält, auseinander gesetzt hat.
Hier also noch mal zum Originaltext der Antwort des Landrates. Dazu ist noch zu bemerken:
Zynischerweise ziert den Brief auch noch das Logo: "Zukunftsregion Chemnitz-Zwickau". Übrigens: Im betroffenen Thurmer Wohngebiet wurden
bereits die ersten geplanten Wohnungsverkäufe annuliert: Kein Interesse mehr am Wohnungskauf neben einer kommenden Mondlandschaft.
Da ist das Antwortschreiben des Bundestagsabgeordneten der CDU Dr. Michael Luther
schon ein konstruktiver Beitrag zur Lösung der Probleme. Luther schreibt:
Vorsitzender der CDU-Landesgruppe Sachsen
Bürgerinitiative Mülsen „pro natur“
Frau Ursula Knall
Berlin, 29.09.2008 / CS
Planung Sand- und Kiestagebau
haben Sie vielen Dank für Ihr Schreiben vom 22. September d. J., in dem Sie mir die möglichen Negativfolgen durch den geplanten Sand- und Kiestagebau in Schneppendorf und Thurm schildern.
Ich habe mich in der Angelegenheit an das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft und
Arbeit gewandt und habe den Staatsminister um eine Stellungnahme zu den nachfolgenden
Fragestellungen gebeten:
1.	Welche Möglichkeiten sieht das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit, dem geplanten Tagebau zu begegnen bzw. diese nicht zu genehmigen?
2.	Welche Rechte und Möglichkeiten haben von der Erweiterung betroffene Bürger, wie z.B. die genannte Bürgerinitiative, den Tagebau noch zu verhindern?
3.	Welche Auflagen könnten dem Unternehmen bei einer Erweiterung im Bezug auf Ausgleichs- und Renaturierungsmaßnahmen erteilt werden?
4.	Welchen Rechtsanspruch haben betroffene Anwohner im Falle eines zu erwartenden Wertverlustes ihrer Häuser und Grundstücke?
5.	Inwieweit hat das sächsische Oberbergamt in Freiberg die Einhaltung einschlägiger Umwelt- und Landschaftsschutzauflagen kontrolliert?
6.	Wie können den berechtigten Bürgeranliegen Rechnung getragen werden, um die zu erwarteten Negativfolgen des Tagebaus, wie z.B. Staub- und Lärmbelastungen durch erhöhten LKW-Verkehr, auf einem möglichst niedrigen Niveau zu halten?
7.	Wie schätzt das SMWA den Bedarf an den künftig in diesem Tagebau abgebauten Rohstoffen in der Region ein?
8.	Welchen Stellenwert hat der Naturschutz bzw. die Existenz wichtiger Naherholungsgebiete in unmittelbarer Nähe des geplanten Tagebaus im Rahmen des laufenden Raumordnungsverfahrens?
9.	Als Zwickauer Wahlkreisabgeordneter interessiere ich mich sehr für diese Angelegenheit. Wären Sie als zuständiger Landesminister bereit, dieses wichtige Thema einmal mit den betroffenen Bürgern bzw. der Bürgerinitiative vor Ort zu diskutieren?
Sollten Ihnen Ihrerseits noch weitere Fragen einfallen, bin ich gerne bereit, diese mit der Bitte um Stellungnahme an das SMWA weiterzuleiten. Sobald mir aus Dresden eine Antwort vorliegt, werde ich mich erneut mit Ihnen in Verbindung setzen.
Nun, die Bürgernitiative "mülsen pro natur" ist gespannt auf die Antworten, die Bundestagsabgeordnete Luther aus dem Sächsischen
Ministerium für Wirtschaft und Arbeit erhält.
Das etwas verschnupfte Schreiben des Bundestagsabgeordneten der SPD Andreas Weigel
lässt zwar die Verärgerung von Andreas Weigel erkennen, die Bürgerinitiative hat seine Teilnahme an der Demo am
14. September sehr wohl erfreut zur Kenntnis genommen, siehe auch die Bilderspalte rechts, aber trotzdem bitten wir den
Bundestagsabgeordneten um seinen konstruktiven Einfluss zu Gunsten unseres Anliegens. Hier nun der Text des Antwortschreibens im Originalwortlaut:
Andreas Weigel Mitglied des Deutschen Bundestages
Raum 7.334
Platz der Republik 1 11011 Berlin Berlin, 25. September 2008
Frau Ursula Knoll
Ihren Brief vom 22.09.2008 habe ich heute erhalten, und ich möchte gleich und unmittelbar antworten, denn ich habe mich — offen gesagt — darüber geärgert. Sie schreiben, dass Sie annehmen, ich hätte über die Medien vom geplanten Kiesabbau gehört, und bitten um Unterstützung für das Anliegen der Bürgerinitiative, was Sie dann in Ihren Ausführungen sehr breit begründen, um am Ende Ihres Schreibens darauf hinzuweisen, dass ich im Falle meiner Missachtung des Anliegens der Bürgerinitiative zu weiterer Politikverdrossenheit und niedriger Wahlbeteiligung beitrüge.
Vielleicht haben Sie vergessen, dass ich als einer der ganz wenigen Politiker (mit MdL Nicolaus und Pecher) am 14.09.08 die Wanderung der Bürgerinitiative mitgemacht habe, um den Bürgern meine Solidarität und Unterstützung zu signalisieren. Bei der abschließenden Kundgebung als erster Redner (Sie standen neben mir!) habe ich das auch nochmals allen Teilnehmern versichert.
Ich halte das Anliegen der Bürgerinitiative für richtig, und Sie alle können meiner Unterstützung gewiss sein. Ich wäre Ihnen daher sehr verbunden, wenn Sie von einer pauschalen Verurteilung der politischen Mandatsträger absehen könnten und auch gegenüber den Mitgliedern der Bürgerinitiative darauf hinweisen, dass ich alles mir Mögliche tun werde, um den geplanten Abbau zu verhindern.
Für Gespräche mit Vertretern der Bürgerinitiative, in welcher Form meine Unterstützung gewünscht und am sinnvollsten ist, bin ich jederzeit gern bereit.
Andreas Weigel, MdB
Sorry Herr Weigel, der Brief wurde in dieser Form an viele Mandatsträger, politische und behördliche "Würdenträger" geschickt. Er enthält die
Sorgen und Nöte der betroffenen Bürger, und die Bitte war, die Hilfen und Einflüsse, die jeder beitragen kann und will, zu aktivieren.
Hier nun Argumente und Einwendungen gegen den Kiessandtagebau für Thurmer Bürger:
- Zerstörung unserer unmittelbar an die Gewerbestraße angrenzenden Landschaft mit dem Gelände zwischen den Waldstück Graurock und Tännigt wird abgegraben! Das dort jetzt vielfältig genutzte Erholungsgebiet, Wandern, Radfahren, Inline-Skaten, Pilze sammeln, Spazieren gehen, Tiere beobachten entfällt damit für die nächsten 70 Jahre.
- Dreck und Staubbelastung in Dreischichtbetrieb, also rund um die Uhr - unsere Thurmer Wohnbebauung liegt voll in der Windrichtung des Abbaugebietes. - Die Thurmer Abbaufläche liegt bei voller Ausschöpfung des Abbaugebietes nur 300 m vom Wohnungs-Standort Neubau und Leithenberg entfernt. Die Lärmbelästigung wird aus dem Tagebau in 3-Schichtabbau und durch 80-100 LKW- Transporte erzeugt und beeinträchtigt nachhaltig die Wohn- und Lebensbedingungen.
- Die Schneppendorfer sind noch schlimmer dran, die geplanten Kiesgruben mit 32 Meter Tiefe rücken bis 50 Meter an die
Häuser heran, auf beiden Seiten des Ortes.
- Nicht zu vermeiden sind Straßenverdreckungen, ein erhöhtes Verkehrsaufkommen mit all den damit verbunden Belästigungen, Gefahren und Gesundheitsschäden. (Es soll zwar über die Gewerbestraße gefahren werden, aber bei auftretenden Staus weichen die 40-Tonner auch in die Ortslagen aus!)
- Auswirkungen auf Wild und Jagdgebiete bis zum gänzlichen Verschwinden der Wälder durch die zu erwartende Grundwasserabsenkung.
- Es gibt eigentlich keine Notwendigkeit für den geplanten Abbau? Die größten Baustellen der Region wie die Autobahnbauten A72 und A4, sowie die Verbindungstrassen sind gerade beendet oder befinden sich in der Endphase der Erstellung.
- Vier Sandgruben in Auerbach, Reinsdorf, Schneppendorf und in Thurm die Firmen Schilling und Lewerenz, Kies&Sand und Normkies laufen auf Sparbetrieb bei stagnierender Abnahme. Welch ein Wahnsinn nun noch ein neues Unternehmen zuzulassen.
- Mit der Genehmigung der beiden Abbaufelder in Schneppendorf/ Thurm wollen die Antragsteller vollendete Tatsachen für die nächsten 70 Jahre schaffen. Man ist sich im Klaren, dass eine spätere Genehmigung auf Weiterbau bei den dann sichtbaren Verwüstungen niemals durchgehen würde.
- Die mitten zwischen den dicht besiedelten und nahe aneinander gelegenen Gebiete Auerbach, Eckersbach, Schneppendorf, Crossen und Mülsen geplanten Abbaufelder zerstören nicht nur eine reich gegliederte über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft nachhaltig, sie führen auch quasi zur Enteignung der dort lebenden Menschen, Grundstücke sind dann keinen Pfifferling mehr wert.
- Die Gemeindeverwaltungen, die Politiker und das Land, sowie die betroffenen Vereine und Körperschaften sollten mit Nachdruck in ihren Stellungnahmen unter Beachtung aller Aspekte wie Abwanderung der betroffen Bevölkerung, Beeinträchtigung der Gesundheit durch Lärm, Dreck, Staub und Feinstaub sowie der verloren gehenden Lebensqualität durch den drohenden Verlust des für 50.000 betroffene Bürger geltenden Naherholungsgebietes Graurock, Tännigt, Leithenberg, Talwald in Thurm und weiteren negativen Einflüssen auf die Untersagung der geplanten Neuansiedlung mit Abbau und riesigen Kieswerk oberhalb von Schneppendorf dringen.
Anhang: Auszüge aus dem Raumordnungsgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Diese enthalten Grundsätze auf die sich jeder Bürger berufen kann. Lesen Sie selber und leiten Sie ihre Schlussfolgerungen ab. Wer sich betroffen fühlt, der sollte schreiben nach oben
An die Landesdirektion Chemnitz
Vergesst nicht Eure eigene Anschrift auf den Bogen anzugeben. Die Schreiben sollten originär zeigen, wie sich der Bürger von den Planungsvorhaben betroffen fühlen.
Kopiert also nicht einfach die hier aufgeführten Punkte, wie sie von den Bürgerinitiativen ProNatur in Schneppendorf und Mülsen diskutiert wurden.
Es folgen die aus dem Bundesgesetz zur Raumordnung entnommenen Grundsätze, die zeigen, wie durch die geplanten Abbaufelder grundsätzlich gegen die allgemein gültigen Rechte der verstoßen wird. Zitiert das Gesetz, wenn Ihr Euch auf Eure Rechte beruft.
zuletzt geändert durch Art.3 im Art.8 des Gesetzes zur Verbesserung des vorbeugenden Hochwasserschutzes vom 03.05.05 (BGBl_I_05,1224)
Auszüge aus dem Gesetzestext
Allgemeines_1 ROG (F)
1 Der Gesamtraum der Bundesrepublik Deutschland und seine Teilräume sind durch zusammenfassende, übergeordnete Raumordnungspläne und durch Abstimmung raumbedeutsamer Planungen und Maßnahmen zu entwickeln, zu ordnen und zu sichern. 2 Dabei sind
2. Vorsorge für einzelne Raumfunktionen und Raumnutzungen zu treffen.
(2) 1 Leitvorstellung bei der Erfüllung der Aufgabe nach Absatz 1 ist eine nachhaltige Raumentwicklung, die die sozialen und wirtschaftlichen Ansprüche an den Raum mit seinen ökologischen Funktionen in Einklang
bringt und zu einer dauerhaften, großräumig ausgewogenen Ordnung führt.
2 Dabei sind
a Die Entwicklung, Ordnung und Sicherung der Teilräume soll sich in die Gegebenheiten und Erfordernisse des Gesamtraums einfügen; b die Entwicklung, Ordnung und Sicherung des Gesamtraums soll die Gegebenheiten und Erfordernisse seiner Teilräume berücksichtigen (Gegenstromprinzip).
(2) Grundsätze der Raumordnung sind: 1. 1 Im Gesamtraum der Bundesrepublik Deutschland ist eine ausgewogene Siedlungs- und Freiraumstruktur zu entwickeln. 2 Die Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts im besiedelten und unbesiedelten Bereich ist zu sichern. 3 In den jeweiligen Teilräumen sind ausgeglichene wirtschaftliche, infrastrukturelle, soziale, ökologische und kulturelle Verhältnisse anzustreben.
1 Die dezentrale Siedlungsstruktur des Gesamtraums mit ihrer Vielzahl leistungsfähiger Zentren und Stadtregionen ist zu erhalten.
2 Die Siedlungstätigkeit ist räumlich zu konzentrieren und auf ein System leistungsfähiger Zentraler Orte auszurichten.
3 Der Wiedernutzung brachgefallener Siedlungsflächen ist der Vorrang vor der Inanspruchnahme von Freiflächen zu geben.
1 Die großräumige und übergreifende Freiraumstruktur ist zu erhalten und zu entwickeln. 2 Die Freiräume sind in ihrer Bedeutung für funktionsfähige Böden, für den Wasserhaushalt, die Tier- und Pflanzenwelt sowie das Klima zu sichern oder in ihrer Funktion wiederherzustellen. 3 Wirtschaftliche und soziale Nutzungen des Freiraums sind unter Beachtung seiner ökologischen Funktionen zu gewährleisten.
4.	1 Die Infrastruktur ist mit der Siedlungs- und Freiraumstruktur in Übereinstimmung zu bringen. 2 Eine Grundversorgung der Bevölkerung mit technischen Infrastrukturleistungen der Ver- und Entsorgung ist
flächendeckend sicherzustellen.
3 Die soziale Infrastruktur ist vorrangig in Zentralen Orten zu bündeln.
1 Verdichtete Räume sind als Wohn-, Produktions- und Dienstleistungsschwerpunkte zu sichern. 2 Die Siedlungsentwicklung ist durch Ausrichtung auf ein integriertes Verkehrssystem und die Sicherung von Freiräumen zu steuern. 3 Die Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs ist durch Ausgestaltung von Verkehrsverbünden und die Schaffung leistungsfähiger Schnittstellen zu erhöhen. 4 Grünbereiche sind als Elemente eines Freiraumverbundes zu sichern und zusammenzuführen. 5 Umweltbelastungen sind abzubauen.
1 Ländliche Räume sind als Lebens- und Wirtschaftsräume mit eigenständiger Bedeutung zu entwickeln. 2 Eine ausgewogene Bevölkerungsstruktur ist zu fördern. 3 Die Zentralen Orte der ländlichen Räume sind als Träger der teilräumlichen Entwicklung zu unterstützen. 4 Die ökologischen Funktionen der ländlichen Räume sind auch in ihrer Bedeutung für den Gesamtraum zu erhalten.
7.	1 In Räumen, in denen die Lebensbedingungen in ihrer Gesamtheit im Verhältnis zum Bundesdurchschnitt wesentlich zurückgeblieben sind oder ein solches Zurückbleiben zu befürchten ist (strukturschwache Räume), sind die
Entwicklungsvoraussetzungen bevorzugt zu verbessern. 2 Dazu gehören insbesondere ausreichende und qualifizierte Ausbildungs- und Erwerbsmöglichkeiten sowie eine Verbesserung der Umweltbedingungen und der Infrastrukturausstattung
1 Natur und Landschaft einschließlich Gewässer, Wald und Meeresgebiete sind dauerhaft zu schützen, zu pflegen, zu entwickeln und, soweit erforderlich, möglich und angemessen, wiederherzustellen. (1) Natur und Landschaft einschließlich Gewässer und Wald sind zu schützen, zu pflegen und zu entwickeln. 2 Dabei ist den Erfordernissen des Biotopverbundes Rechnung zu tragen. 3a Die Naturgüter, insbesondere Wasser und Boden, sind sparsam und schonend in Anspruch zu nehmen;
3b Grundwasservorkommen sind zu schützen. 4 Beeinträchtigungen des Naturhaushalts sind auszugleichen. 5 Bei dauerhaft nicht mehr genutzten Flächen soll der Boden in seiner Leistungsfähigkeit erhalten oder wiederhergestellt werden. 6 Bei der Sicherung und Entwicklung der ökologischen Funktionen und landschaftsbezogenen Nutzungen sind auch die
jeweiligen Wechselwirkungen zu berücksichtigen. 7 Für den vorbeugenden Hochwasserschutz ist an der Küste und im Binnenland zu sorgen, im Binnenland vor allem durch Sicherung oder Rückgewinnung von Auen, Rückhalteflächen und überschwemmungsgefährdeten Bereichen. 8 Der Schutz der Allgemeinheit vor Lärm und die Reinhaltung der Luft sind sicherzustellen.
9.	1 Zu einer räumlich ausgewogenen, langfristig wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstruktur sowie zu einem ausreichenden und vielfältigen Angebot an Arbeits- und Ausbildungsplätzen ist beizutragen. 2 Zur Verbesserung der Standortbedingungen für die Wirtschaft sind in erforderlichem Umfang Flächen vorzuhalten, die wirtschaftsnahe Infrastruktur auszubauen sowie die Attraktivität der Standorte zu erhöhen. 3 Für die vorsorgende Sicherung sowie die geordnete Aufsuchung und Gewinnung von standortgebundenen Rohstoffen sind die räumlichen Voraussetzungen zu schaffen.
1 Es sind die räumlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen oder zu sichern, daß die Landwirtschaft als bäuerlich strukturierter, leistungsfähiger Wirtschaftszweig sich dem Wettbewerb entsprechend entwickeln kann
und gemeinsam mit einer leistungsfähigen, nachhaltigen Forstwirtschaft dazu beiträgt, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen sowie Natur und Landschaft zu pflegen und zu gestalten. 2 Flächengebundene Landwirtschaft ist zu schützen; landwirtschaftlich und als Wald genutzte Flächen sind in ausreichendem Umfang zu erhalten. 3 In den Teilräumen ist ein ausgewogenes Verhältnis landwirtschaftlich und als Wald genutzter Flächen anzustreben.
1 Dem Wohnbedarf der Bevölkerung ist Rechnung zu tragen. 2 Die Eigenentwicklung der Gemeinden bei der Wohnraumversorgung ihrer Bevölkerung ist zu gewährleisten. 3 a Bei der Festlegung von Gebieten, in denen Arbeitsplätze geschaffen werden sollen, ist der dadurch voraussichtlich ausgelöste Wohnbedarf zu berücksichtigen; 3 b dabei ist auf eine funktional sinnvolle Zuordnung dieser Gebiete zu den Wohngebieten hinzuwirken.
1 Eine gute Erreichbarkeit aller Teilräume untereinander durch Personen- und Güterverkehr ist sicherzustellen. 2 Vor allem in verkehrlich hoch belasteten Räumen und Korridoren sind die Voraussetzungen zur Verlagerung von Verkehr auf umweltverträglichere Verkehrsträger wie Schiene und Wasserstraße zu verbessern. 3 Die Siedlungsentwicklung ist durch Zuordnung und Mischung der unterschiedlichen Raumnutzungen so zu gestalten, daß die Verkehrsbelastung verringert und zusätzlicher Verkehr vermieden wird.
1 Die geschichtlichen und kulturellen Zusammenhänge sowie die regionale Zusammengehörigkeit sind zu wahren.
2 Die gewachsenen Kulturlandschaften sind in ihren prägenden Merkmalen sowie mit ihren Kultur- und Naturdenkmälern zu erhalten.
Stellungnahme des BUND Sachsen zum geplantem
Kies-Sand- Abbau Schneppendorf
Wie viele Bürger und Vereine lehnt auch der BUND jeglichen Abbau von Kies und Sand in den beiden geplanten Feldern ab.
1.	Laut Naturschutzgesetz ist jeder Eingriff in Natur und Landschaft so weit wie möglich zu minimieren. Da im 20 km Umfeld bereits 7 Kiesgruben existieren ist kein regionaler Bedarf erkennbar und somit aus Minimierungsgründen ein Abbau nicht zulässig.
2.	Im Regionalplan ist die geplante Fläche gleichzeitig für Landwirtschaft und Kiesabbau vorgesehen was sich eigentlich gegenseitig ausschließt da eine landwirtschaftliche Nutzung nach einem Abbau nicht mehr möglich ist und auch laut Planung nicht angedacht ist.
3.	Das Raumordnungsverfahren erfolgt für zwei Abbaufelder gleichzeitig obwohl nur für ein Feld konkrete Aussagen getroffen werden. Entweder die Unterlagen müssen ergänzt werden oder das zweite Feld in einer eigenständigen Planung betrachtet werden.
4.	Das verwendete Kartenmaterial ist nicht aktuell. So fehlen in mehreren Karten ganze Wohngebiete und Sukkzessionsflächen, auf denen bereits Wald entstanden ist. Bei den betroffenen Gemeinden fehlt Mülsen aber Crossen ist neben Zwickau eigenständig ausgewiesen, was seit vielen Jahren nicht mehr der Realität entspricht.
5.	Alle Untersuchungen zu Lärm und Staub sind nur auf Schneppendorf bezogen. Thurm, welches in der Hauptwindrichtung liegt wurde überhaupt nicht betrachtet. Der Einfluss von Licht im Abend- und Nachtbereich auf die Fauna des Gebietes wurde ebenfalls nicht untersucht.
6.	Durch den Abbau 4-5 m unter den Grundwasserspiegel wird dieser auch im Umfeld abgesenkt. Dadurch sind die umliegenden Waldgebiete stark gefährdet.
Da in diesen Waldflächen Quellgebiete für den Schneppendorfer Bach und den Birkengrundbach liegen, ist ein trocken fallen der Bäche zu vermuten.
7.	Im Bereich des Birkengrundbaches liegen mehrere FND, welche auf eine Wasserversorgung durch den Bach angewiesen sind und durch die Planung im Bestand gefährdet sind.
8.	Im Untersuchungsgebiet wurden mehrere Fledermausarten gefünden, welche vom Aussterben bedroht (Mopsfledermaus), stark gefährdet (Bartfledermaus) oder im Bestand gefährdet sind. Da einige der Arten unter die Natura 200 bzw. FFH-Richtlinie fallen ist ein Abbau aus rechtlichen Gründen nicht möglich, da Lärm, Licht und Biotopveränderungen diese Arten stark bedrohen und aus ihrem Lebensraum vertreiben würden.
9.	Auf Grund der Aussagen in den Unterlagen, dass die Richtwerte für Lärm nur unter Umständen eingehalten werden können ist ein Nachtbetrieb vollkommen unsinnig und verantwortungslos.
10.	Die geplante Bandtrasse ist aus unserer Sicht nicht zu realisieren. Entweder muss sie durch Siedlungsgebiet mit Brücken oder durch sensible Naturbereiche (Graurock) geführt werden. Beides ist nicht zu akzeptieren. Wenn die Zufahrt, und damit die Transportwege, zu einem Kiesfeld nicht möglich sind, so kann dort kein Abbau erfolgen.
11.	Die Kreuzung der K 6705 mit der Staatsstraße stellt schon jetzt einen Unfallschwerpunkt dar und verträgt keine weitere Belastung durch erhöhten LKW-Verkehr. Außerdem ist die K 6705 zur Zeit in einem Zustand welcher einen Abtransport kaum erlaubt. Begegnungsverkehr, z.B. mit der Buslinie, stellt ein Gefährdungspotential dar.
12.	Der Graurock stellt für viele Thumer und Eckersbacher Bürger sehr wohl ein Erholungsgebiet dar. Dessen Wert wird durch den Abbau massiv beeinträchtigt (Staub, Lärm, zusätzlicher Verkehr, Bandtrasse). Die Planungen stellen sehr wohl einen massiven Eingriff ins Landschaftsbild dar.
13.	Die geplanten Teilverkippungen von unkontaminiertem Material sind unzureichend dargestellt. So ist nicht ersichtlich, welche Materialien zur Verfüllung gedacht sind.
Uwe Vogel ( stellvertretender Landesvorsitzender im BUND Sachsen)
Beispiel eines Schreibens an die Raumordnungsbehörde
Dr. Theo Stiegler
08132 Mülsen, Telefon 0376012729
Einwand gegen das Raumordnungsverfahren nach § 15 SächsLPIG zum geplanten Kiessandtagebau Schneppendorf und Schneppendorf-Süd und Thurm
nach Antrag der Sandwerte Biesern GmbH zum Kiessandtagebau Schneppendorf/ Bergwerksfelder Schneppendorf und Schneppendorf Süd
Gegen das oben genannte Vorhaben erhebe ich als Anlieger und Bürger folgende
Die genannten Planungen insbesondere stehen im Widerspruch zu folgenden mich persönlich und mein unmittelbares Umfeld betreffenden Grundsätzen der Raumordnung nach Raumordnungsgesetz (ROG, BGBl. I 97,2081)
Durch die geplante Kiesförderung kommt es zur Zerstörung des Kulturlandes im Zwickauer Raum insbesondere zwischen Zwickau, Zwickau-Eckersbach, Zwickau Auerbach, Zwickau-Schneppendorf und Zwickau-Crossen und Thurm, Niedermülsen und Stangendorf als Ortsteile von Mülsen mit erheblicher Beeinträchtigung der Wohnqualität für etwa 50.000 betroffenen Bürger. Die Bürger nutzen die betroffene Region jetzt als Naherholungsgebiet, diese Nutzung schließt eine industrielle Produktion aus.
Zwischen den bisherigen Nutzungen Land- und Forstwirtschaft und den geplanten Kiesabbau besteht ein unlösbarer Konflikt - §1 ROG. Dort heißt es:
… unterschiedliche Anforderungen an den Raum aufeinander abzustimmen und die auf der jeweiligen Planungsebene auftretenden Konflikte auszugleichen,
Durch die geplante Kiesförderung und die damit verbundene industrielle Funktion der Raum nachdrücklich in seinen bisherigen und permanent vorhandenen Funktionen gestört. Die vorhandene Landwirtschaft auf wertvollen Böden in der Größenordung von 150 Hektar bewirtschafteter Fläche wird beseitigt.
Wohnen, Erholen, vorhandene Biotope und Naturhaushalte mit Wildtierpopulation, geschützte und vom Aussterben bedrohte Tierarten werden nachhaltig verdrängt und werden verschwinden. Zur Zeit bildet die Region um den Wald Graurock mit Tännigt, Leithenberg und Talwald in der Ortslage Thurm ein rege genutztes Naherholungsgebiet für die Bürger von Schneppendorf, Auerbach, Eckersbach, Crossen und der Gemeinde Mülsen.
Als Bewohner der Alten Siedlung in Thurm befürchte ich durch die dreischichtig geplante Betriebsweise folgende konkrete Belastungen:
- dauerhafte Schallemissionen im die Gesundheit gefährdendem Bereich. Ich weiß, wovon ich rede. Da die geplanten Abbauflächen jetzt landwirtschaftlich genutzt werden, erreichen uns in Ernte- und Bestellzeiten die Geräusche der Maschinen wie Mähdrescher und Traktoren. Die Geräuschbelastungen sind so, dass beispielsweise während der Maschinenbetriebszeiten an Schlaf nicht zu denken ist. Dies träfe umso mehr für den Betrieb von Tagebau- und Kiesaufbereitungsmaschinen zu, da der Wind an etwa 300 Tagen in unserer Region aus Richtung West weht, für uns also genau aus Richtung der geplanten industriell genutzten Abbaufelder. Aus der Beobachtung der Abbaupraxis der Kieswerke Biesern vor Ort, ist zu befürchten, dass der Wind bei uns nicht nur den Lärm transportiert. - Sondern, es würden, durch den in Kieswerken nicht zu vermeidenden Staubemissionen, auch Staub und Feinstaub in nicht zu akzeptierenden Mengen in unsere Hausgärten transportiert werden. Die gewohnte Nutzung meines Eigenheimes, das Grundstück befindet sich seit 1932 im Besitz meiner Familie, als Obst- und Gemüsegarten, als Erholungort für mich und meine Frau, für meinen Sohn mit Familie, unsere Enkelin wird im nächsten Monat 1 Jahr alt, wird unwiederbringlich verloren gehen.
Weiter ist aus der Erfahrung bekannt, dass wenn die Landwirte Gülle auf die Felder sprühen, wir aus unseren Hausgärten fliehen, die Fenster schließen und trotzdem unter der Geruchsbelästigung leiden. Diese Belastung ist auf wenige Tage im Jahr beschränkt. Schlimmere Belastungen sind mit den geplanten Kiesgruben zu erwarten.
Dies widerspricht unter anderem dem Grundsatz aus ROG, Pkt. 2, Unterpunkt 8, letzter Absatz:
8 Der Schutz der Allgemeinheit vor Lärm und die Reinhaltung der Luft sind sicherzustellen.
Außerdem mache an dieser Stelle auf mein Recht auf körperliche Unversehrtheit als Grundrecht aufmerksam. Siehe Grundgesetz.
Inmitten einer so hoch verdichteten Wohnbebauung, die Entfernungen zu den Wohnstandorten Eckersbach, Auerbach, Crossen, Schneppendorf, Thurm, Niedermülsen, Berthelsdorf, Stangendorf mit einer Wohnbevölkerung von ca. 50.000 Menschen bleibt kein Platz für eine industrielle Nutzung, wie es der geplante Abbau von Kies auf etwa 150 Hektar Fläche und einer Menge von 400.000 Tonnen Rohkies pro Jahr darstellt. Die Landwirtschaft ist eine seit Jahrhunderten betriebene und von uns akzeptierte Wirtschaft, deren Belastungen zwar auch nicht zu leugnen sind, mit denen wir aber, da sie auch immer nur kurze Zeit auftreten, gelernt haben, zu leben.
Die mit dem geplanten Abbau zu erwartenden Beeinträchtigungen werden zur Folge haben, dass ein erheblicher Wegzug von etwa 1000 betroffenen Bürgern der Wohnlagen Thurm Neubaugebiet und Schneppendorf befürchtet werden muss. Denn, wer will schon, aus seiner Mietwohnung vom Balkon aus den Betrieb einer Kiesgrube beobachten. Wer nicht an sein Haus gebunden ist, der wird fliehen. Somit steht die Planung im direkten Widerspruch zum Punkt 6 der Grundsätze im ROG. Wer an die Scholle gebunden ist, muss mit erheblichem Wertverlust seiner Immobilie rechnen.
Die widerspricht den Grundsätzen ROG
1 Ländliche Räume sind als Lebens- und Wirtschaftsräume mit eigenständiger Bedeutung zu entwickeln. 2 Eine ausgewogene Bevölkerungsstruktur ist zu fördern. 4 Die ökologischen Funktionen der ländlichen Räume sind auch in ihrer Bedeutung für den Gesamtraum zu erhalten.
Das, was die Kieswerke Biesern hier in unserer hoch verdichteten Siedlungsstruktur planen, ist ein Hohn auf die Grundsätze, man kann das nicht anders formulieren.
Die Belastungen können auch nicht durch Lärmschutzmaßnahmen geheilt werden. Dazu reichen die Abbaugebiete viel zu weit an die Wohnbebauung heran, siehe Plan. Dies geht teilweise bis 50 Meter vor die Häuser der Wohnlage Schneppendorf.
Das steht außerdem im Widerspruch zu dem Grundsatz ROG; §2, Pkt. 5
Verdichtete Räume sind als Wohn-, Produktions- und Dienstleistungsschwerpunkte zu sichern. Grünbereiche sind als Elemente eines Freiraumverbundes zu sichern und zusammenzuführen. Umweltbelastungen sind abzubauen.
Dass der betroffene Freiraum zwischen den Ortslagen, der jetzt durch vielfältige Freizeitnutzungen geprägt ist, durch die geplanten Kiesgruben zerstört würde und für mehrere Generationen nicht nur nicht mehr nutzbar, sondern zur permanenten Belastung wird, ist durch die geographisch bedingte Nähe der Siedlungsräume untereinander nicht zu vermeiden. Dazwischen dann noch Industrie anzusiedeln ist eine nicht hinnehmbare Zumutung.
Weiterhin ist die geplante industrielle Kiesgewinnung verbunden mit der Zerstörung einer unwiederbringlichen Landschaft rund um die beiden geplanten Abbaugebiete.
Dies steht im Widerspruch zu Pkt. 8, §2 ROG
1 Natur und Landschaft einschließlich Gewässer, Wald und Meeresgebiete sind dauerhaft zu schützen, zu pflegen, zu entwickeln.
2 Dabei ist den Erfordernissen des Biotopverbundes Rechnung zu tragen. 3a Die Naturgüter, insbesondere Wasser und Boden, sind sparsam und schonend in Anspruch zu nehmen;
3b Grundwasservorkommen sind zu schützen. Zu erwarten sind für die Allgemeinheit, und ich mit meiner Familie betrachte mich als einen betroffenen Teil davon, insbesondere folgende schwere Umweltbelastungen
Sehr starke Staub — und Lärmbelästigung, und damit verbundene unmögliche Einhaltung der Europäischen Richtlinien zu Feinstaub und Lärm, zu erwarten sind Belastungen in die Gesundheit gefährdenden Größenordnungen.
Störung der Nachtruhe durch das geplante 3-Schichtsystem bei Abbau und Abtransport (Grenzwerte können nicht eingehalten werden)
Abtransporte in Größenordnungen von 80 LKW pro Tag sind unzumutbar, zu erwarten ist eine weit höhere Frequenz der LKW-Bewegungen, allein, es gilt ja, jeder LKW der mit Kies wegfährt, muss ja erst mal hingekommen sein.
Zerstörung der Tännigtwaldes und des Naherholungsgebietes Graurock
mit allen dort befindlichen Pflanzen- und Tierarten, sowie der Verbunde zwischen diesen Biotopen in Form von Wildwechsel und Austausch kleinerer Tierarten zwischen den Wäldern, was zu deren Erhaltung und genetischen Auffrischung notwendig ist.
Trockenlegung bzw. Verschmutzung des Birkengrundbaches und des Schneppendorfer Bachs und damit Verlust der Wasserquelle für das Crossener Freibad, einer von und gern genutzten Freizeiteinrichtung. Die Nutzung dieser Freizeiteinrichtung wird außerdem durch zu erwartenden Geräuschpegel insbesondere durch das Kieswerk nicht mehr attraktiv sein.
Trockenlegung des Naturdenkmals „Vogelschutzhecke (Herbert Heft zum Gedenken aufgestellte Tafel mit Eule)“
Weiter wird eine weitere Tourismusentwicklung, wie sie gerade im Erzgebirgsvorland wünschenswert ist, verhindert. Die Abbaufelder zerstören die Wegebeziehungen zwischen dem Muldental und dem Erzgebirge im Bereich Zwickau. Historisch nachweisbar ist die Salzstraße aus der Gegend um Halle ins Böhmische, dokumentiert beispielsweise durch den Straßennamen Schneeberger Straße in Thurm, sowie durch den Ortsnamen Thurm, der auf einen Wachturm zum Schutz der Salzkarawanen an der Furt über den Mülsenbach hinweist.
Die Zerstörung dieser Beziehungen steht im nicht heilbaren Widerspruch zu Pkt. 13, des §2
Die geschichtlichen und kulturellen Zusammenhänge sowie die regionale Zusammengehörigkeit sind zu wahren.
Rad- und Wanderwege zwischen und nahe den geplanten Abbaufeldern werden zur Zeit als Naherholungsgebiet rege genutzt. Für mich und viele meiner Zeitgenossen galt es bisher als unumstößliche Freiheit, im Graurock, im Tännigt und in den umliegenden kleinen Bauernwäldern Erholung und Entspannung beim Pilze- und Wildfrüchtesammeln zu genießen. Der regelmäßige Sonntagspaziergang von der Thurmer Alten Siedlung durch den Graurock nach Schneppendorf zum dortigen Gasthof oder nach Auerbach ins dortige Klubhaus gehört zu den seit meiner Kindheit gewohnten Werten, die ich nicht missen möchte. Regelmäßig treffe ich bei diesen Gelegenheiten auf Bekannte aus Eckersbach, Auerbach, Schneppendorf, die ihrerseits nach Thurm wandern oder die Wälder als Orte der Entspannung genießen. Wer will noch in die Landschaft hin, wenn dort pausenlos die Maschinen dröhnen, Staub die Luft belastet und die Gesundheit gefährdet wird, ganz davon abgesehen dass
Mit dem geplanten Abbau wird so weit in die Grundwasserführung eingegriffen, dass ein Austrocknen der Wälder Tännigt und Graurock als sicher zu erwarten sein wird.
Die Landschaft ist ein wertvolles Naherholungsgebiet der Zwickauer und Mülsener Bevölkerung, sie wird durch die geplanten Abbaugebiete zerissen und zerstört, wobei die Natur in diesem Raum gerade noch an Bedeutung gewinnt, sieht man besonders die nahe gelegenen, bis auf 300 Meter Abstand heranreichenden Großwohngebiete in Plattenbauweise Thurm und Eckersbach in Betracht zieht.
Weiter ist auf den fehlenden Bedarf an Kies und Sand und die damit verbundene Notwendigkeit für einen solchen großflächigen Raubbau der Naturressourcen in der westsächsischen Region hinzuweisen. Der Vorhabensträger ist neu in der Region Zwickau-Mülsen. Bestehende Abbaugebiete decken den Bedarf mehr als genügend ab. Die bestehenden Unternehmen sind schutzwürdig und durch den geplanten Abbau in ihrer Existenz gefährdet. Die Großbaustellen der Region, der Ausbau der Bundesautobahnen A4 und A72 sowie deren Verbindungen zwischen A72-Zwickau Süd und Schmölln A4 sind vor der Vollendung.
Ein erweiterter Aufschluss neuer Kiesfelder steht somit im direkten Widerspruch zu Punkt 1, §2, ROG, wo es heißt
In den jeweiligen Teilräumen sind ausgeglichene wirtschaftliche, infrastrukturelle, soziale, ökologische und kulturelle Verhältnisse anzustreben
Ich bitte Sie, meine Einwände im obigen Raumordnungsverfahren genau zu prüfen und mir nach Ablauf des Anhörungsverfahrens dazu ihre schriftliche Argumentation zuzusenden.
Mülsen, 24. September 2008
Volltext des Schreibens aus der Landesdirektion Chemnitz
Landesdirektion Chemnitz Höhere Raumordnungsbehörde
für das Rohstoffgewinnungsvorhaben
Kiessandtagebau Schneppendorf Stadt Zwickau / Gemeinde Mülsen
Az.: 54-2431.20/1/12
Sandwerke Biesern GmbH Dittmannsdorfer Straße 110
Tel.:	037381/5191
Fax:	037381/94733
Chemnitz, 24.02.2009
Bearbeiter: Frau Mättig
0.	Vorbemerkungen	4
Ergebnis der raumordnerischen Beurteilung	5
1.	Gesamtergebnis	5
2.	Raumordnerische Maßgaben	5
3.	Fachliche Hinweise	7
II.	Gegenstand und Verlauf des Verfahrens	7
1.	Beschreibung des Vorhabens	7
2.	Verlauf des Verfahrens	8
3.	Beteiligte	9
III.	Begründung	10
1.	Prüfgrundlagen	10
2.	Überfachliche Erfordernisse	10
3.	Rohstoffsicherung	11
4.	Bodenschutz / Land- und Forstwirtschaft	13
5.	Schutz, Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft	16
6.	Grundwasser-, Oberflächenwasser- und Hochwasserschutz	18
7.	Siedlungswesen und Denkmalschutz / Verkehr / Erholung und Tourismus	20
8.	Sonstige raumbezogene fachliche Belange	22
IV.	Raumordnerische Zusammenfassung und Gesamtabwägung	22
V.	Abschließende Hinweise	26
1.	Übersichtsplan Teilraum Schneppendorf / Auerbach
2.	Liste der beteiligten Belangträger und öffentlichen Stellen
3.	Aktennotiz über Abstimmungen mit dem LRA Zwickau
•	Die Landesdirektion Chemnitz hat für das raumbedeutsame Rohstoffgewinnungsvorhaben Kiessandtagebau Schneppendorf auf der Grundlage der. Antragsunterlagen i. d. F. vom 16.04.2008 der Sandwerke Biesern GmbH innerhalb des Gemeindegebietes der Stadt Zwickau und der Gemeinde Mülsen das Raumordnungsverfahren (ROV) gemäß § 15 ROG und § 15 SächsLPlG durchgeführt.
•	Ziel dieses Verfahrens ist die Beurteilung des Vorhabens unter raumordnerischen Aspekten. Dabei gilt es, im Rahmen einer Raumverträglichkeitsprüfung festzustellen, ob das Vorhaben mit den Zielen und Grundsätzen der Raumordnung und Landesplanung übereinstimmt und wie es mit anderen raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen abgestimmt werden kann. Im ROV sind somit noch vor dem Genehmigungsverfahren die raumbedeutsamen Auswirkungen von Planungen und Maßnahmen auf die in den Grundsätzen des § 2 Abs.2 ROG genannten Belange unter überörtlichen Aspekten zu prüfen. Raumbedeutsam sind nur solche Auswirkungen, durch die Raum in Anspruch genommen oder die räumliche Entwicklung oder Funktion eines Gebietes beeinflusst wird.
•	Im Unterschied zu dem nachfolgenden Planfeststellungsverfahren können im ROV ausschließlich die für den groben Maßstab der Raumordnungsebene erheblichen Belange unter den Gesichtspunkten der Überörtlichkeit in die Prüfung eingehen. Privatrechtliche Belange sind nicht Gegenstand von raumordnerischen Abstimmungen. Im ROV werden daher keine grundstücksscharfen Aussagen und keine verbindlichen Festlegungen gegenüber privaten Grundstückseigentümern getroffen. Die Öffentlichkeitsbeteiligung dient der frühzeitigen Information der Bürger und umgekehrt der Information der verfahrensführenden Behörde. Sie begründet keine Rechtsansprüche.
•	Das Ergebnis des ROV entfaltet weder unmittelbare Rechtswirkungen gegenüber dem Vorhabenträger und den Beteiligten noch ersetzt es Genehmigungen und sonstige behördliche Entscheidungen.
•	Obwohl aufgrund seiner räumlichen und zeitlichen Ausdehnung für das Vorhaben Kiessandtagebau Schneppendorf ein gestuftes Verfahren seitens des Sächsischen Oberbergamtes vorgesehen ist und in einer ersten Verfahrensstufe nur das Feld Schneppendorf planfestgestellt werden soll, bedarf die Prüfung dieses Vorhabens hinsichtlich seiner Raumverträglichkeit einer Gesamtbetrachtung. Um sowohl die Forderung des Vorhabenträgers nach langfristiger Planungssicherheit im Zusammenhang mit den erteilten Bergrechten zu respektieren als auch durch die frühzeitige raumordnerische Abstimmung auf eine konsensfähige Lösung für den betroffenen Teilraum insgesamt hinwirken zu können, ist ein ROV für das gesammte Vorhaben erforderlich.
1.	Ergebnis der raumordnerischen Beurteilung
1.	Gesamtergebnis
Das beabsichtigte Rohstoffabbauvorhaben Kiessandtagebau Schneppendorf steht in Einklang mit den Erfordernissen der Raumordnung und Landesplanung, wenn
•	der Abbau im Feld Schneppendorf Süd erst nach Auskiesung und Rekultivierung des Feldes Schneppendorf und der im unmittelbaren Umfeld gelegenen Abbaugebiete Zwickau-Auerbach und Zwickau-Ost beginnt,
•	die Aufbereitung des im Feld Schneppendorf Süd abgebauten Rohstoffs innerhalb dieses Gebietes erfolgt und
•	die unter Punkt I/2 aufgeführten raumordnerischen Maßgaben beachtet werden.
Die Bestimmungen ergeben sich aus Konflikten mit folgenden raumordnerischen Erfordernissen:
Nach Ziel Z 2.4.5 Regionalplan .sind teilräumliche Überlastungen durch Konzentration von Abbauvorhaben zu vermeiden. Im Ergebnis der raumordnerischen Prüfung ist festzustellen, dass im Bezug auf den Raum Schneppendorf/Auerbach davon auszugehen ist, dass aufgrund mehrerer im Regionalplan ausgewiesener Vorrang- und Vorbehaltsgebiete oberflächennahe Rohstoffe Bevölkerung und Umwelt bei gleichzeitigem Abbau übermäßig belastet werden.
Die vom Vorhabenträger favorisierte Variante 1.1 zur Trassierung einer Landbandanlage für den Rohstofftransport aus dem Feld Schneppendorf Süd in das im Abbaufeld Schneppendorf befindliche Kieswerk durch das Waldgebiet „Graurock“ ist mit dem Ziel der Ausweisung als Vorranggebiet Wald nicht vereinbar. Die anderen Varianten einer Landbandtrasse sind mit Konflikten zu dem Ziel Z 2.4.5 Regionalplan verbunden. Auch die Variante 2, den Rohstofftransport auf die Straße zu verlegen, widerspricht dem Ziel Z 2.4.5 Regionalplan (i. V. m. G 2.4.6 Regionalplan), da damit die ohnehin schon ausbaubedürftige örtliche Verkehrsstruktur zusätzlich belastet wird.
Bei Erfüllung der o. g. Bedingungen kann eine Übereinstimmung mit den genannten Erfordernissen der Raumordnung erreicht werden.
Die raumordnerischen Maßgaben dienen der Optimierung und besonderen Berücksichtigung der geprüften öffentlichen Belange und orientieren sich an der überfachlichen bzw. überörtlichen Steuerungsfunktion der Raumordnung.
2.	Raumordnerische Maßgaben
Die landesplanerische Beurteilung ergeht unter folgenden Maßgaben:
Maßgabe 1
Um Konflikte mit anderen Raumnutzungen auf das unvermeidbare Maß zu beschränken, werden folgende Festlegungen getroffen:
•	Kieswerk und Tagebauaufschluss sind in Abstimmung mit den zuständigen Fachämtern weiter in Richtung der 5 286 zu verlegen.
•	Vom Vorhabenträger ist in Abstimmung mit dem Landratsamt Zwickau, Amt für Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft zu prüfen, ob im Bereich der den Ortslagen zugewandten Grenzen der Abbaugebiete im Interesse des Klima-, Immissions- und Sichtschutzes .Aufforstungen bzw. Gehölzanpflanzungen vorgenommen und die Abbaugrenzen zurückgenommen werden können.
•	Die jährliche Flächeninanspruchnahme von 1,76 ha darf nicht überschritten werden.
•	Entsprechend der Abbaufolge sind die abgebauten Bereiche sukzessive zu rekultivieren. Hierzu ist ein Rekultivierungskonzept zu erarbeiten, das die Rekultivierung zeitlich und räumlich strukturiert.
Maßgabe 2
Die mit dem erheblichen Eingriff in das Bodengefüge verbundenen Auswirkungen auf die natürlichen Bodenfunktionen und insbesondere auf die Nutzungsfunktionen der Landwirtschaft sind durch geeignete Maßnahmen, insbesondere durch eine zügige und zielgerichtete Wiedernutzbarmachung der ausgekiesten Tagebauflächen unter Wiederverwendung des abgetragenen und sachgerecht zwischengelagerten Bodenmaterials zu minimieren. Hierzu sind konkrete Festlegungen im Rekultivierungskonzept zu treffen (i. V. m Maßgabe 1).
Maßgabe 3
Der Rohstoffabbau sowie die Anlagen für die Kiesaufbereitung und den dafür erforderlichen
Transport sind so zu planen und zu realisieren, dass die angrenzenden Waldflächen in ihren
Funktionen nicht beeinträchtigt werden.
Maßgabe 4
Der Eingriff in die Landschaft ist durch eine gezielte, mit dem Landratsamt Zwickau, Amt für Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft abgestimmte Abbau- und Rekultivierungsplanung möglichst gering zu halten. Der Umfang der notwendigen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen ist ebenfalls in Abstimmung mit der zuständigen Fachbehörde festzulegen (i. V. m. Maßgabe 1).
Maßgabe 5
Der Schutz des Grundwassers und der Oberflächengewässer ist durch geeignete Schutz- und Vorsorgemaßnahmen sicherzustellen. Die dafür maßgeblichen technischen Standards und die nach wasserrechtlichen Bestimmungen erforderlichen Schutzmaßnahmen für den Birkengrundbach sind auf der Grundlage eines detaillierten hydrogeologischen Gutachtens konkret zu bestimmen und abschließend festzulegen.
Maßgabe 6
Der Vorhabenträger hat nachzuweisen, dass das Abbauvorhaben die Standsicherheit der Straßenkörper der 5 286 neu und der K 6705 / K 9305 nicht gefährdet und die Sicherheit des Straßenverkehrs nicht beeinträchtigt.
3.	Fachliche Hinweise
Die raumordnungsrelevanten fachlichen Hinweise der Belangträger sind im Rahmen der Gesamtbewertung herangezogen und in die Maßgaben integriert worden.
Weitere. Hinweise und Informationen der beteiligten Behörden und öffentlichen Stellen für die Vorbereitung und Durchführung des bergrechtlichen Planfeststellungsverfabrens sowie für die Realisierung des Vorhabens sind den vorliegenden Stellungnahmen zu entnehmen, die dem Vorhabensträger und dem Sächsischen Oberbergamt übergeben werden:
II.	Gegenstand und Verlauf des Verfahrens
1.	Beschreibung des Vorhabens
Die Sandwerke Biesern GmbH, eine Tochtergesellschaft der Heidelberger Sand und Kies GmbH, plant im Bereich des Gemeindegebietes der Stadt Zwickau / Ortsteil Schneppendorf und der Gemeinde Mülsen auf der Grundlage ihres dort vorhandenen Bergrechtstitels die Gewinnung von Kiessand.
Das Bergwerkseigentum umfasst die beiden Felder Schneppendorf(,,Susi“) mit 65,26 ha und Schneppendorf Süd („Heidi“) mit ca. 55 ha, wobei der Abbau selbst eine Fläche von insgesamt ca. 120 ha in Anspruch nehmen wird. Der Abbau, der sowohl im Trocken- als auch im Nassschnitt geplant ist, soll im Feld Schneppendorf beginnen; das Feld Schneppendorf Süd soll als Erweiterungsfeld dienen. Die Gesamtvorräte in beiden Feldern ermöglichen bei einer Jahresproduktion von ca. 400 kt einen Abbau für ca. 70 Jahre.
Die Abbaufelder befinden sich nordöstlich des Stadtgebietes von Zwickau und erstrecken sich mit dem Feld Schneppendorf im Nordosten bis ca. 300 m an die Ortslage Thurm (Gemeinde Mülsen) und im Südwesten bis ca. 100 m an die Ortslage Schneppendorf (Stadt Zwickau) heran sowie mit dem Feld Schneppendorf Süd im Süden bis ca. 150 m an die Ortslage Auerbach (Stadt Zwickau) heran.
Verkehrsmäßig sind die Kieslagerstätten über die Kreisstraßen K 6705 und K 9305 an die neue 5 286 angeschlossen.
Mit dem Tagebauaufschluss soll im Westen des Feldes Schneppendorf begonnen werden. Für die Aufbereitung des Rohstoffes soll zudem am Westrand ein Kieswerk errichtet werden, zu dem der Transport innerhalb des Abbaufeldes mit einer Landbandanlage erfolgen wird. Der Abbau wird bei der o. g. geplanten Förderleistung ca. 37 Jahre dauern.
Mit dem Auslaufen der Gewinnung in diesem Feld ist vorgesehen, den Abbau im Feld Schneppendorf Süd weiterzuführen, wobei eine zeitliche Überlagerung erforderlich ist. In den Unterlagen werden drei Varianten bezüglich Transport und Aufbereitung angegeben:
1.	Der Transport zum Kieswerk im Feld Schneppendorf erfolgt über eine Landbandanlage mit drei Varianten zu deren Verlauf, wobei die Bandtrasse durch das Waldgebiet „Graurock“ die Vorzugsvariante darstellt.
2.	Der Transport erfolgt mittels LKW zum Feld Schneppendorf.
3.	Im Feld Schneppendorf Süd wird eine neue Aufbereitungsanlage errichtet.
Die Unterlagen zum Raumordnungsverfahren enthalten neben der Antragsdokumentation die Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) und die hydrogeologische Einschätzung.
Nach einer Konfliktbewertung wird in der UVS eingeschätzt, dass sich durch den geplanten Abbau „keine unannehmbaren Konflikte“ ergeben. Ein Konfliktpotenzial ergibt sich allerdings, wenn für den Abtransport die Bandtrasse durch den „Graurock“ verläuft.
Hinsichtlich der mit dem Vorhaben verbundenen unvermeidbaren Eingriffe in Natur und Landschaft wird ein Kompensationsbedarf festgestellt, der mit der Rekultivierung und vorgesehenen Wiedernutzbarmachung als Landschaftsraum mit Wasserflächen und angrenzenden Gehölzpflanzungen ausgeglichen werden soll.
2.	Verlauf des Verfahrens
•	Für die Einleitung des ROV und des späteren bergrechtlichen Planfeststellungsverfahrens wurde am 22.03.2006 vom Sächsischen Oberbergamt und dem Regierungspräsidium Chemnitz (RPC) eine Scoping-Beratung zur behördlichen Abstimmung der für dieses Verfahren erforderlichen Unterlagen einschließlich der Abstimmung des Untersuchungsrahmens für die Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt.
•	Mit Schreiben vom 09.04.2008 wurde das RPC als höhere Raumordnungsbehörde vom Vorhabensträger gebeten, die Unterlagen für das ROV auf Vollständigkeit zu prüfen. Die Eignung der Unterlagen für das ROV wurde dem Vorhabenträger mit Schreiben des RPC vom 26.05 .2008 bestätigt.
•	Der Antrag auf Durchführung des ROV wurde mit Schreiben vom 05.06.2008 gestellt.
•	Mit Schreiben vom 10.07.2008 wurden dem Antragsteller des ROV die Beteiligungsschreiben und Verteilerlisten für die beteiligenden Belangträger übergeben. Der Vorhabenträger hatte die Bereitschaft erklärt, die Beistellung und Versendung der Raumordnungsunterlagen auf direktem Weg vorzunehmen.
•	Das RQV wurde von der höheren Raumordnungsbehörde am 01.09.2008 eröffnet. Die Belangträger wurden aufgefordert, das Vorhaben entsprechend der jeweils wahrzunehmenden Belange zu prüfen und bis 30.09.2008 eine schriftliche Stellungnahme abzugeben.
•	Die vom Vorhaben betroffenen Gemeinden wurden zudem aufgefordert, die Antragsunterlagen zur Anhörung und Unterrichtung der Öffentlichkeit einen Monat öffentlich auszulegen.
•	Insgesamt wurden 32 Belangträger bzw. öffentliche Stellen beteiligt (Anlage). Fristgemäß —~--~.	sind 16 Stellungnahmen bei der höheren Raumordnungsbehörde eingegangen. Sechs Stellen wurde eine Fristverlängerung gewährt. 11 Belangträger gaben keine Stellungnahme ab.
•	Im Rahmen der Anhörung und Unterrichtung der Öffentlichkeit gingen bei der höheren Raumordnungsbehörde insgesamt ca. 1.500 Schreiben ein. Darunter äußerten sich drei Bürgerinitiativen, zwei evangelisch-lutherische Kirchgemeinden, Vereine, landwirtschaftliche Betriebe und ortsansässige Unternehmen sowie der SPD-Ortsverein „Stadtverband Zwickau“
und die SPD/Grüne-Fraktion im Stadtrat Zwickau. Zudem äußerten sich die Vorsitzenden der Zwickauer Stadtratsfraktionen und die Oberbürgermeisterin in einer gemeinsamen Erklärung.
•	Am 05.11.2008 fand unter Einbeziehung des Vorhabenträgers und des Sächsischen Oberbergamtes ein Gespräch über Ziel und Ablauf eines ROV mit der Zwickauer Oberbürgermeisterin, Frau Dr. Findeiß und dem Bürgermeister der Gemeinde Mülsen, Herrn Freund statt.
•	Die Raumordnungsbehörde führte im Zuge ihrer Gesamtabwägung mit dem Landratsamt Zwickau im Zusammenhang mit den Stellungnahmen der Belangträger und den Äußerungen der Öffentlichkeit fachliche Abstimmungen durch (Anlage).
3.	Beteiligte
Die 22 vorliegenden Stellungnahmen der Verfahrensbeteiligten (Anlage 2) dienen dem Zweck, das Vorhaben hinsichtlich seiner Übereinstimmung mit den Erfordernissen der Raumordnung und Landesplanung und mit anderen Fach- und Einzelplanungen abzustimmen.
Bezüglich der 10 Belangträger, die nicht geantwortet haben, ist davon auszugehen, dass sie zum Vorhaben keine Bedenken bzw. Hinweise zu äußern haben. Im Rahmen der Unterrichtung und Anhörung der Öffentlichkeit sind insgesamt 1.490 Schreiben in der Landesdirektion und in der Stadt Zwickau bzw. Gemeinde Mülsen eingegangen. Hierbei handelt es sich um ca. 7.000 Einwände zu folgenden zusammengefassten Themenkomplexen:
Themenkomplexe	Anteil in %
Vollständigkeit der Unterlagen	1‚8
Überlastung von Teilräumen, Rohstoffbedarf, langfristige Sicherung	2,9
Verkehrsinfrastruktur	11,3
Landschaftsbild	4,4
Natur- und Landschaftsschutz, Artenschutz	23,2
Wasser	12,9
Boden	2,7
Klima	0,7
Immissionsschutz	21,2
Landwirtschaft, Forstwirtschaft	7,1
Siedlungsentwicklung, Denkmalschutz	6,1
Rekultivierung	0,5
private Belange	5,3
Alle Einwendungen enthalten zum größten Teil Argumente, Bedenken und Anregungen, die öffentlichen Belangen zuzuordnen sind. Sie wurden berücksichtigt und in die raumordnerische Abwägung einbezogen, soweit sie überörtlich raumbedeutsame Gesichtspunkte beinhalten. Privatrechtliche Belange sind nicht Gegenstand des Raumordnungsverfahrens.
III.	Begründung
Prüf- und Bewertungsmaßstab für die Beurteilung der Auswirkungen des Vorhabens sind die Erfordernisse der Raumordnung in den nachfolgend aufgeführten Rechtsgrundlagen.
Da das ROV zudem der Abstimmung des Vorhabens mit anderen raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen dient, sind auch raumbedeutsame Aussagen der beteiligten Fachbehörden sowie die sonstigen ermittelten Tatsachen heranzuziehen.
1.	Prüfgrundlagen
Die vorgelegten Unterlagen wurden auf folgender Rechtsgrundlage geprüft und beurteilt:
-	Raumordnungsgesetz (ROG) vom 18.08.1997 (BGB1. 1. 5. 2081), zuletzt geändert durch Art. 10 des Gesetzes zur Beschleunigung von Planungsverfahren für Infrastrukturvorhaben vom 09.12.2006 (BGB1. 1 5. 2833),
-	Raumordnungsverordnung (R0V) vom 13.12.1990 (BGB1. 1. 5. 2766), zuletzt geändert durch Art. 2b Siebtes Gesetz zur Änderung des Wassergesetzes vom 18.06.2002 (BGB1. 1. 5. 1914, 1921)
-	Gesetz zur Raumordnung und Landesplanung des Freistaates Sachsen (SächsLPlG) vom 14.12.2001 (SächsGVBl. 5. 716), zuletzt geändert durch Art. 7 des Gesetzes zur Neuordnung der Sächsischen Verwaltung (SächsVwNG) vom 29.01.2008 (SächsGVBl. 5. 138),
-	Landesentwicklungsplan Sachsen (LEP) vom 16.12.2003 (SächsGVBl. 5. 915),
-	Fachlicher Entwicklungsplan Verkehr des Freistaates Sachsen (FEV) vom 27.08.1999
•	(SächsGVBl. 5. 497),
-	Regionalplan Südwestsachsen vom 17.07.2008 (SächsABl./AAz. 5. A 244).
2.	Überfachliche Erfordernisse
Durch die Ziele und Grundsätze des LEP sollen im Sinne einer nachhaltigen Rau4itwicklung die Ansprüche an den Raum großräumig in Einklang gebracht werden, sodass das Erhalten bzw. Erreichen hoher ökologischer, ökonomischer und soziokultureller Standards für kommende Generationen ermöglicht wird.
Nach Karte 1 des LEP „Raumstruktur“ befindet sich der überwiegende Teil des Vorhabenstandortes im östlich des Stadtgebiets gelegenen Bereich des Oberzentrums Zwickau (Z 2.3.5 LEP), das gemeinsam mit dem Oberzentrum Chemnitz einen Eckpunkt der europäischen Metropolregion „Sachsendreieck“ bildet (Z 2.2.1 LEP). Zudem liegt das geplante Vorhaben im Bereich der überregionalen Verbindungsachse Hof-Plauen-Zwickau-Chemnitz-Dresden. -
Nach Karte 5 des LEP sind im östlichen Teilraum von Zwickau Räume mit besonderem landesplanerischen Handlungsbedarf bezüglich der Bergbaufolgelandschaften des Steinkohlenbergbaus und des Erzbergbaus ausgewiesen. Hierbei handelt es sich um den Wismutstandort Crossen und einen Teilbereich der ehemaligen Steinkohlenbergbauregion Zwickau — Lugau — Oelsnitz, deren Sanierung im landesplanerischen Interesse steht.
3.	Rohstoffsicherung
§ 2 Abs. 2 Nr.9 ROG	-	Schaffung räumlicher Voraussetzungen für die vorsorgende Sicherung
und geordnete Gewinnung von standortgebundenen Rohstoffen
G 7.1 LEP	-	Sicherung des Rohstoffpotenzials unter Berücksichtigung des Nachhaltig-
keitsprinzips
Z 7.2 LEP	-	Auftrag an die Regionalplanung zur Ausweisung von Vorrang- und
Vorbehaltsgebieten mit Orientierung u.a. am kurz-, mittel- und langfristigen Rohstoffbedarf
Z 7.4 LEP	- Sicherung / Abbau auf Basis einer vorausschauenden Gesamtplanung
Karte 1 Regionalplan -	Ausweisung als Vorbehaltsgebiete oberflächennahe Rohstoffe
Z 2.4.3 Regionalplan . -	Vorrang von Erweiterungen bestehender Abbaustätten vor Neuaufschlüssen
Z 2.4.5 Regionalplan -	Vermeidung einer Überlastung von Teifräumen durch die räumliche und zeitliche Konzentration von Abbauvorhaben
G 2.4.6 Regionalplan -	Minimierung der Belastungen für die Bevölkerung und die örtliche Verkehrsinfrastruktur
Eine ausreichende und kontinuierliche Versorgung mit mineralischen Rohstoffen und ihren Produkten aus heimischen Lagerstätten und deren Nutzung ist grundlegende Voraussetzung für die Gestaltung unserer Lebensverhältnisse und zur Erfüllung materieller Grundbedürfnisse des Menschen und stellt daher ein wesentliches öffentliches Interesse dar.
Der Freistaat Sachsen ist ein rohstoffreiches Land. Um dieses Rohstoffpotenzial für die Volkswirtschaft in Wert setzen zu können, bedarf es einer vorsorgenden Sicherung, die es ermöglicht, dass eine geordnete Gewinnung unter den Gesichtspunkten der Standortgebundenheit und der Nicht-Vermehrbarkeit erfolgen kann. Zu den Aufgaben der Landes- und Regionalplanung gehört deshalb die ausreichende Sicherstellung der Versorgung der heimischen Wirtschaft mit oberflächennahen mineralischen Rohstoffen durch Ausweisung von Rohstoffsicherungsgebieten (Vorrang-/Vorbehaltsgebiete).
Auf Grundlage des vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit in Auftrag gegebenen Fachgutachtens „Bewertung der Rohstoffvorkommen Sachsens“ erfolgten seitens des Landesamtes für Umwelt und Geologie unter Berücksichtigung einer regionsbezogenen Rohstoffbedarfsprognose konkrete Standortvorschläge zur Rohstoffsicherung für den kurzfristigen (bis 20 Jahre), mittelfristigen (nachfolgende 20 Jahre) und langfristigen (>40 Jahre) Bedarf an die Träger der Regionalplanung.
Die beiden Felder Schneppendorf und Schneppendorf Süd (bereits seit 1982 zu Erkundung und zum Aufschluss vorgesehen) sind bereits seit Jahren als Vorbehaltsgebiete oberflächennahe Rohstoffe ausgewiesen, so im LEP 1994 und in dessen Ausformung in dem 2007 in Kraft getretenen Regionalplan sowie auch im nunmehr gültigen und 2008 in Kraft getretenen Regionalplan. Damit sind sie Ergebnis von Abwägungen mit den verschiedenen Raumnutzungsansprüchen, sodass eine geordnete und konfliktarme Rohstoffgewinnung erreicht werden kann. Mit der Ausweisung als Vorbehaltsgebiete oberflächennahe Rohstoffe wird dem Belang des Rohstoffabbaus in diesem Gebiet ein besonderes Gewicht zugeschrieben.
Aus dem im LEP und Regionalplan zugrunde gelegten Zeithorizont (vgl. Begründung zu Ziel Z 7.2 LEP und Begründung 5. B-82 Regionalplan) kann ableitet werden, dass erst nach mindestens 20 Jahren ein Tagebauaufschluss in Schneppendorf erfolgen soll. Hierzu ist jedoch zu bemerken, dass diese Zeitangaben nicht als verbindliche Plansätze zu werten sind und damit Bindungswirkungen nach § 4 ROG nicht erzielt werden. Für die raumordnerische Beurteilung eines Vorbehaltsgebietes ist allein die Definition gemäß § 7 Abs. 4 Nr. 2 ROG maßgebend, wonach Vorbehaltsgebiete Gebiete sind, in denen bestimmten, raumbedeutsamen Funktionen oder Nutzungen bei der Abwägung mit konkurrierenden raumbedeutsamen Nutzungen besonderes Gewicht beigemessen werden soll. Ein Aufschub des Rohstoffabbaus lässt sich daraus raumordnerisch nicht begründen.
Das Sächsische Oberbergamt bezeichnet den beabsichtigten Aufschluss als eine der letzten größeren Kiessandlagerstätten der Region für die langfristige Absicherung des Gebietes um Zwickau und Chemnitz.
Die Stadt Zwickau, der Ortschaftsrat Crossen/Schneppendorf und die Gemeinde Mülsen sowie der Landkreis Zwickau erheben gegen einen kurzfristigen Aufschluss massive Bedenken, da aufgrund der Häufung aktiver Tagebaue im Raum Zwickau-Mülsen die ohnehin schon mit einem Abbauvorhaben verbundenen Konflikte vervielfacht werden und die Lebensqualität in dem betroffenen Teilraum deutlich reduziert wird. Sie teilten dazu mit, dass sie der Ausweisung als Vorbehaltsgebiete im Regionalplan gerade im Vertrauen auf eine langfristige Sicherung zugestimmt haben.
Der Vorhabenträger begründet das Abbauvorhaben mit der verbrauchernahen Rohstoffversorgung des sächsischen Südraums im Bereich Erzgebirge/Vogtland und den damit verbundenen geringeren Transportentfernungen gegenüber nördlich gelegenen Abbaugebieten. Das Referat Wirtschaftsförderung, Energie-/Technologiefragen, Arbeit der Landesdirektion Chemnitz informiert dazu, dass der Vorhabenträger vorrangig das Erzgebirgsvorland mit den Ballungsräumen Chemnitz und Zwickau beliefert und durch den Tagebau in Schneppendorf die Lieferwege verkürzt werden.
Die Problematik zu Rohstoffbedarf bzw. Rohstoffwertigkeit und wirtschaftliche Eigeninteressen der Abbauunternehmen gehören regelmäßig nicht zum Prüfgegenstand der höheren Raumordnungsbehörde. Die landesplanerischen Zielsetzungen hinsichtlich einer grundsätzlichen vorsorgenden Rohstoffsicherung beziehen sich insgesamt auf den Freistaat Sachsen, bezüglich konkreter Bedarfsprüfungen für einzelne Abbaustandorte bzw. Abbauunternehmen kann ein Regelungserfordernis raumordnerisch nicht begründet werden.
Im direkten Zusammenhang mit dem geplanten Rohstoffabbau steht die Gefahr einer teilräumlichen Überlastung. Dazu stellt das Sächsische Oberbergamt fest, dass der Kiessandabbau durch die Überlagerung vielfältiger Belange in dem dicht besiedelten Gebiet im Raum Zwickau nicht unproblematisch ist.
Die Gefahr einer übermäßigen Belastung ist aufgrund der Standortgebundenheit des Rohstoffes Kiessand für den Raum Zwickau besonders gegeben. In der Begründung zu Z2.4.5 Regionalplan wird ausdrücklich der Raum Zwickau-Crimmitschau genannt, der von einer größeren Anzahl an Abbauflächen im Bereich der Kies- und Sandgewinnung betroffen ist. Nach Information des Sächsischen Oberbergamtes sind dort folgende Kiessandtagebaue aktiv bzw. in Planung:
•	Kiessandgrube Dennheritz-Kalthausen
•	Kiessandtagebau Niedermülsen
•	Kiessandtagebau Thurm
•	Kiessandtagebau Zwickau-Auerbach
•	Kiessandtagebau Zwickau-Ost
•	Kiessandtagebau Zwickau-Eckersbach
•	Kiessandtagebau Zwickau-Reinsdorf
•	Kiessandgrube Hartmannsdorf.
In Bezug auf die Überlastung äußern sich die Stadt Zwickau, der Ortschaftsrat Crossen/ Schneppendorf und die Gemeinde Mülsen sowie der Landkreis Zwickau und Bürger sehr kritisch bzw. lehnen einen weiteren Kiessandtagebau in der Region ab.
Die Vermeidung räumlicher Konzentration kann erreicht werden, wenn erst nach der umfassenden Ausnutzung bzw. nach Erweiterungen der bestehenden Abbauflächen ein Neuaufschluss erfolgt. Um die Belastung des Teilraumes und der Bevölkerung zu minimieren, empfiehlt der Regionale Planungsverband Südsachsen, die Inanspruchnahme des Feldes Schneppendorf Süd zwingend erst nach Auskiesung des Abbaugebietes Schneppendorf und auch nach Beendigung des Kiessandtagebaus Zwickau-Auerbach zu beginnen.
Im betroffenen Teilraum Schneppendorf/ Auerbach befinden sich neben dem beantragten Kiessandtagebau auch die Abbaufelder Zwickau-Auerbach und Zwickau-Ost. Da sich eine mögliche Überlastung dieses Raumes nur anhand der den konkreten Bereich berührenden Raumfaktoren, wie z. B. Natur und Landschaft, Boden, Verkehrsinfrastruktur, begründen lässt, ist diese Problematik Gegenstand der Gesamtabwägung (vgl. Punkt IV).
Die Maßnahmen in Maßgabe 1 sollen dazu dienen, Konflikte mit anderen Raumnutzungen schon frühzeitig auf das unvermeidbare Maß zu beschränken.
Nachfolgend werden die Stellungnahmen der Belangträger, die Auswirkungen des Vorhabens auf die Schutzgüter betreffend, erörtert. Neben den von der Stadt Zwickau, dem Ortschaftsrat Crossen/Schneppendorf und der Gemeinde Mülsen geäußerten Bedenken und Hinweise gehen auch die zahlreichen Einwände der Bürger in die Prüfung ein, soweit sie raumbezogene Aspekte betreffen.
4. Bodenschutz / Land- und Forstwirtschaft
§ 2 Abs. 2 Nr. 8 und 10 ROG -	sparsame und schonende Inanspruchnahme des Naturguts Boden Sicherung der räumlichen Voraussetzungen für die Land- und Forstwirtschaft als leistungsfähige Wirtschaftszweige
Kapitel 4.4 und 9 LEP	- nachhaltige Sicherung der Bodenfunktionen .1 Vorgaben und Handlungsaufträge an die Regionalplanung für Flächen der Land- und Forstwirtschaft
Karte 1 Regionalplan	- Vorranggebiete Wald (Waldgebiete „Graurock“ und „Birkengrund“) Vorbehaltsgebiet Landwirtschaft
Karte 5 Regionalplan	- Schwerpunktgebiet Erosionsschutz/Schwerpunktgebiet Flurholzanreicherung
Karte 6 Regionalplan	- Regionaler Schwerpunktbereich der Altlastenbehandlung
Aus der durchgeführten vertieften Umweltprüfung innerhalb des Regionalplanverfahrens zum Schutzgut Boden hinsichtlich der Vorbehaltsgebiete Schneppendorf und Schneppendorf Süd resultiert eine Betroffenheit. Hierzu wird jedoch vermerkt, dass in der Summe die Beeinträchtigung unter Beachtung der in der nachgeordneten Planung festzulegenden Vermeidungs-, Minderungs-, Schutz- und Rekultivierungsmaßnahmen in Bezug auf ihre Erheblichkeit als gering zu bewerten ist. Aus dem Umweltbericht geht hervor, dass eine Überschneidung mit regionalplanerischen Ausweisungen zum Freiraum ausgeschlossen ist. Eine potenzielle Beeinträchtigung ist am konkreten Vorhaben zu prüfen und damit Gegenstand des Genehmigungsverfahrens.
Negative Auswirkungen des Vorhabens auf das Schutzgut Boden können durch gestaltende bzw. betriebliche/technische Maßnahmen vermieden werden. Rohstoffgewinnung ist eine Zwischennützung und bedeutet kein Flächenverbrauch oder -entzug; die nicht mehr benötigten Flächen werden anderen Nutzern so schnell wie möglich wieder zur Verfügung gestellt. Durch zeitlich wie räumlich verzahnte Folgenutzung können Eingriffe in das Bodengefüge minimiert werden.
Nach der Stellungnahme der Abteilung Umweltschutz der Landesdirektion Chemnitz stehen dem Vorhaben keine bodenschutz-, abfall- und altlastenfachlichen Belange entgegen. Es wird eingeschätzt, dass die Darstellung der Auswirkungen auf das Schutzgut Boden in den Antragsunterlagen korrekt erfolgt ist.
Aus den Unterlagen wird zudem deutlich, dass zur Minimierung des notwendigen Flächenentzugs eine sukzessive Inanspruchnahme der landwirtschaftlichen Flächen im Zuge des Abbaufortschritts erfolgen wird. Ebenso ist eine schnelle und zielgerichtete Wiedernutzbarmachung der beanspruchten Flächen geplant. Im Rahmen der Folgenutzung nach Abbau des Rohstoffvorkommens ist eine landwirtschaftliche Nutzung vorgesehen. Der Regionale Planungsverband Südsachsen stellt dazu fest, dass damit dem ausgewiesenen Vorbehaltsgebiet Landwirtschaft ausreichend Rechnung getragen wird. Weiter wird ausgeführt, dass mit der geplanten Folgenutzung auch dem ausgewiesenen Schwerpunktgebiet Flurholzanreicherung entsprochen wird.
Das Landratsamt Zwickau, Amt für Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft teilt aus Sicht der Landwirtschaft mit, dass durch das Vorhaben eine Existenzgefährdung von Landwirtschaftsbetrieben nicht auszuschließen ist.
Da es sich bei den Flächen um ertragreiche Böden i. 5. der landwirtschaftlichen Nutzung (Bodenwertzahlen zwischen 45 und 50) handelt, die eben, nicht zerschnitten und gut zu bewirtschaften sind, ist mit Sicherheit mit einer erheblichen wirtschaftlichen Betroffenheit der Betriebe zu rechnen. Im Rahmen des Rekultivierungskonzeptes sollte geprüft werden, inwieweit der Flächenanteil der landwirtschaftlichen Folgenutzung erhöht werden kann.
Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie bemerkt, dass nach derzeitigem Kenntnisstand eine Existenzgefährdung der betroffenen Betriebe durch das Vorhaben nicht zu erwarten ist, und empfiehlt jedoch, dass mit den Landwirtschaftsbetrieben im Rahmen
•des bergrechtlichen Planfeststellungsverfahrens einvernehmliche Regelungen hinsichtlich des geplanten Flächenentzuges zu treffen sind.
Aus forstwirtschaftlicher Sicht fordert das Landratsamt Zwickau, Amt für Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft eine Untersuchung der Auswirkungen des Vorhabens auf die Waldbestände und Festlegungen zu Sicherheitsabständen und Böschungsausbildungen. Bezüglich der wenigen Waldflächen (Gebiet mit einem Waldanteil 5 -- 10 %) sind im Zuge der Waldfunktionenkartierung konkrete Funktionen (Anlagenschutz-, Wasserschutz-, Klimaschutz-, Immissionsschutz-, Biotopschutzfunktionen) ausgewiesen, die durch das Vorhaben beeinträchtigt werden. Aufgrund der extrem geringen Waldfläche im Teilraum Zwickau / Mülsen und der vorhandenen Waldfunktionen wird seitens der Fachbehörde die Variante 1.1 der Kiesförderstrecke durch den „Graurock“ abgelehnt.
Der Regionale Planungsverband Südsachsen stellt dazu fest, dass bei einer Realisierung der Variante 1.1 im Bereich des Waldgebietes „Graurock“ Flächen in Anspruch genommen werden, die im Regionalplan Südwestsachsen als Vorranggebiet Wald ausgewiesen sind. Bei diesem Waldbereich handelt es sich um ein geschlossenes, landschaftsprägendes Waldgebiet innerhalb des waldarmen Umgebungsbereiches der Stadt Zwickau. Auf Grund der Wahrnehmung mehrerer regional bedeutsamer Waldfunktionen stellt dieses Waldgebiet einen besonders schutzwürdigen Bereich dar. Als Vorranggebiet Wald ist das Gebiet deshalb vor einer Nutzungsumwandlung zu schützen und in seiner Funktionsfähigkeit zu erhalten bzw. zu optimieren. Die Trassenführung der geplanten Bandanlage ist mit diesen regionalplanerischen Zielsetzungen nicht vereinbar.
Von dem gesamten Abbauvorhaben ist nach Auffassung des Landratsamtes Zwickau, Amt für Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft das Waldgebiet „Birkengrund“ besonders betroffen, da die Gefahr besteht, es an drei Seiten aus der Geländeoberfläche herauszulösen und damit den Wasserhaushalt wesentlich zu stören.
Der Regionale Planungsverband Südsachsen weist dazu daraufhin, dass der Abtransport über die Kreisstraße Schneppendorf— Thurm regionalplanerisch bedeutsame Bereiche berührt („Birkengrund“ als ausgewiesenes Vorranggebiet Wald und dessen westliche Fortsetzung als Vorbehaltsgebiet Waldmehrung). Hierzu wird gefordert, dass Maßnahmen getroffen werden, mit denen eine Beeinträchtigung dieser sensiblen Bereiche vermieden werden kann.
Große Bedenken werden insgesamt bezüglich der Negativfolgen auf die Boden- und Waldfunktionen von der Stadt Zwickau, dem Ortschaftsrat Crossen / Schneppendorf, der Gemeinde Mülsen und zahlreichen Bürgern geäußert. Hierzu wird festgestellt, dass 76 % der Böden im Zwickauer Raum eine hohe bis sehr hohe Funktionsausprägung aufweisen und als besonders wertvoll einzuschätzen sind, und befürchtet, dass der Verlust von hochwertigem Ackerland zu nicht reparablen Schäden in der regionalen Pflanzen- und Tierproduktion und zu Einschnitten auf dem Beschäftigungssektor führt und dass kostbare Waldflächen verloren gehen.
Auch der Naturschutzbund Deutschland e.V. fordert, dass mit dem Rohstoffabbau keine Beeinträchtigungen der Waldgebiete einhergehen. Die IG Stadtökologie Zwickau e.V. stimmt dem Vorhaben u. a. aus den Gründen der Auswirkungen auf die Land- und Forstwirtschaft nicht zu.
Die den Belang des Schutzguts Boden und die beiden Vorranggebiete Wald „Graurock“
und „Birkengrund“ betreffenden Bedenken und Hinweise begründen die Maßgaben 2 und 3. Mit Umsetzung dieser Maßgaben im bergrechtlichen Planfeststellungsverfahren wird der nachhaltigen Sicherung der Boden- und Waldfunktionen aus Sicht der Landesplanung hinreichend entsprochen.
5. Schutz, Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft
§ 2 Abs. 2 Nr. 8 ROG	- sparsame und schonende Inanspruchnahme der Naturgüter Kapitel 4.1 / 4.2 LEP Schutz der Landschaft / Arten- und Biotopschutz Kapitel 2.1 Regionalplan - Schutz, Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft
Mit der Regionalplanaufstellung sind bereits die Vorrang-/Vorbehaltsgebiete oberflächennahe Rohstoffe einer vertieften Umweltprüfung unterzogen und Auswirkungen auf die biologische Vielfalt / Tiere und Pflanzen untersucht worden. Unmittelbare Betroffenheiten wurden nicht festgestellt. Das Abbauvorhaben befindet sich weder in Vorrang-/Vorbehaltsgebieten Natur und Landschaft noch auf einem landschaftsprägenden Höhenrüicken. Es liegt abseits von naturschutzrechtlichen Schutzgebieten sowie von Gebieten gemäß FFH-Richtlinie 92/43/EWG und Europäischen Vogelschutzgebieten gemäß Vogelschutzrichtlinie 79/409/EWG.
Nach Angaben des zuständigen Landratsamtes, Amt für Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft umfasst das
Vorhaben zum überwiegenden Teil Acker- und Grünland, das aufgrund seiner regulären Nutzungsformen natürlicherweise arm an naturschutzrelevanten Arthabitaten bzw. Biotopstrukturen ist. Ferner wird festgestellt, dass die Siedlungsrandlagen mit ihren charakteristischen Hangwäldern zur Ortslage sowie die Waldgebiete „Graurock“ und „Birkengrund“ mit dem vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von der Abbaufläche ausgenommen werden.
Die Hangwälder an den Siedlungsrandlagen von Schneppendorf und Auerbach sind in ihrer Artenzusammensetzung bereits weitgehend an ihren exponierten, trockenwarmen Südhangstandort angepasst und dürften durch Abbau und anschließende Verkippung nicht wesentlich in ihrem Bestand beeinträchtigt werden. Das Waldgebiet im „Birkengrund“ inmitten des Abbaufeldes Schneppendorf stockt dagegen in einer flachen Senke und am nördlich daran anschließenden Hangbereich und wird ausschließlich von Oberflächenwasser aus den umgebenden landwirtschaftlichen Nutzungen gespeist. Eine Grundwasserbeeinflussung des Wurzelraumes liegt nicht vor. Daher ist mit dem langfristigen Abbaufortschritt, insbesondere mit dem Abschwenken des Abbaus in östliche und nordöst-liche Richtung neben dem verminderten Wasserdargebot im Birkengrundbach auch eine Abtrennung der Oberflächenwasserspeisung dieses Waldgebietes zu erwarten. Dies wird sich insbesondere auf die feuchtigkeitsgebundenen, bachbegleitenden Waldgesellschaften entlang der Tallagen (z.B. FND „Bienenweide“) auswirken. Das vom Bewilligungsfeld unmittelbar betroffene Flächennaturdenkrnal „Bienenweide“ verfügt als sog. „übergeleitetes“ Schutzgebiet über keine aktuelle und gültige Rechtsverordnung. Als allgemeiner Schutzzweck des Flächennaturdenkmals sind daher der Erhalt der aktuellen Schutzgebietsausstattung an Biotoptypen und Artvorkommen zu beachten sowie ein ausreichender Sicherheitsabstand zwischen Schutzgebietsfläche und Tagebaurand zu gewährleisten.
Die Stadt Zwickau und die Gemeinde Mülsen stellen fest, dass sich die Flächen der Abbaufelder gemäß Landschaftsrahmenplan zum Regionalplan in einem Gebiet mit besonderer avifaunistischer Bedeutung (als Rast- und Sammelplatz / Zugbahn bzw. als Brut- und Nahrungshabitat überregional bedeutsamer Vogelarten) sowie in einem Gebiet mit besonderer Bedeutung für den Fledermausschutz befinden. Es wird daher vermutet, dass von wesentlich höheren Betroffenheiten auszugehen ist als in den Unterlagen dokumentiert ist, und dass durch Flächeninanspruchnahme, Reliefänderung und Stoffemissionen erhebliche und nachhaltige Auswirkungen und Schäden die Folge sein werden.
Die Bedenken in den Stellungnahmen der beiden Gemeinden sowie seitens des Ortschaftsrates Crossen / Schneppendorf und der Bürger hinsichtlich Beeinträchtigung von Biotopen und Zerschneidung des ökologischen Verbundsystems sowie zu konkreten Aussagen in der Umweltverträglichkeitsstudie werden aus fachlicher Sicht von der zuständigen Fachbehörde nicht begründet.
In den Stellungnahmen des Naturschutzbundes Deutschland / Landesverband Sachsen e.
des BUND / Landesverband Sachsen e. V. und der IG Stadtökologie Zwickau e. V. werden auch bezüglich der naturschutzfachbezogenen Erfordernisse in den Raumordnungsplänen zum beabsichtigten Kiessandabbau erhebliche Bedenken geäußert bzw. wird das Vorhaben grundsätzlich abgelehnt. Hierzu werden jedoch nur allgemeine oder von der Fachbehörde nicht bestätigende Aussagen getroffen.
Um insbesondere den landesplanerischen Grundsätzen G 4.1, G 4.1.3 und G 4.2.1 des LEP in Bezug auf dauerhaften Schutz, Pflege und Entwicklung der Kulturlandschaft, Erhalt der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes sowie Sicherung der Lebensräume heimischer Tiere und Pflanzen zu entsprechen, ist die planerische Umsetzung der Maßgabe 4 von wesentlicher Bedeutung.
Zur geplanten Bandtrasse im Randgebiet des „Graurock“ zwischen den beiden Abbaufeldern werden seitens des Landratsamtes Zwickau, Amt für Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft erhebliche naturschutzfachliche und -rechtliche Bedenken erhoben. Die von der Bandtrasse ausgehende Fragmentierung der Waldfläche und die während des Bandbetriebs permanent vorherrschende Lärm- und Lichtkulisse entlang der Trasse sind für lange Zeiträume mit erheblichen und nachhaltigen Beeinträchtigungen der Funktionalität umgehender Waldlebensräume verbunden. Darüber hinaus ist durch die Auswirkungen der Bandtrasse von erheblichen Störungen der in den Eichen- und Buchenholzaltbeständen entlang der Stangendorfer Straße aktiven Fledermausarten (Mopsfledermaus, Breitflügelfledermaus, Großer Abendsegler und Zwergfledermaus) auszugehen, für die ein Störungsverbot nach Art. 6 Abs. 2 der FFH-Richtlinie gilt. Die Mopsfledermaus z. B. besitzt als Anhang-II-Art der FFH-RL (Arten von gemeinschaftlichem Interesse) Vorkommen in den umliegenden FFLI-Gebieten des Muldetales, so dass eine Verbindung zu den Vorkommen am Rande der Waldflächen um das Bergwerksfeld nicht ausgeschlossen werden kann. Um Verschlechterungen des Erhaltungszustandes der Gesamtpopulation dieser Art im Gebiet auszuschließen, sind im vorliegenden Falle mögliche Störungen der Art auch außerhalb der FFH-Gebiete auszuschließen.
Erhebliche Bedenken hinsichtlich einer Trassenführung des vorgesehenen Bandtransportes durch den als Vorranggebiet Wald ausgewiesenen „Graurock“ äußert ebenfalls der Regionale Planungsverband Südsachsen. Neben der Wahrnehmung der Waldfunktion (siehe Punkt 111/4) besitzt das Waldgebiet des „Graurock“ mit zum Teil naturnahen Laub- und Mischwaldbereichen sowie eingeschlossenen Quellgebieten und naturnahen Fließgewässerabschnitten darüber hinaus auch eine hohe Bedeutung als Element des regionalen ökologischen Verbundes. Gemäß Z 2.1.3.2 Regionalplan sind Vorranggebiete Wald ebenso wie Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für Natur und Landschaft (Arten- und Biotopschutz) durch Schutz- oder Sanierungsmaßnahmen sowie eine angepasste Nutzung als Grundgerüst des ökologischen Verbundsystems zu entwickeln.
Die Führung der geplanten Bandanlage durch das vorliegende Waldgebiet ist mit dem genannten Ziel des Regionalplanes nicht vereinbar.
Die Maßgabe 4 ist sowohl aus naturschutzfachlicher Sicht als auch mit Belangen der Forstwirtschaft (siehe Maßgabe 3) zu begründen. Bei Beachtung dieser Maßgabe im folgenden Verfahren steht das Abbauvorhaben in Einklang mit den Zielen und Grundsätzen der Raumordnung.
6. Grundwasser-, Oberflächenwasser- und Hochwasserschutz
§ 2 Abs. 2 Nr. 8 ROG	- sparsame und schonende Inanspruchnahme des Naturguts Wasser
Kapitel 4.3 LEP	- Wasser, Gewässer- und Hochwasserschutz
G 2.2.1.1 / Z 2.2.1.2 Regionalplan -	vorsorgender Grundwasserschutz / Ausweisung als Bereich mit besonderen Anforderungen an den Grundwasserschutz,‘
Verringerung der durch Stoffeinträge bedingten Beeinträchtigung
Bezug nehmend auf dieses Schutzgut wurden ebenfalls im Regionalplanverfahren u. a. die beiden Vorbehaltsgebiete oberflächennahe Rohstoffe Schneppendorf und Schneppendorf Süd einer Prüfung unterzogen und Betroffenheiten nicht festgestellt. Evt. konkrete potenzielle Beeinträchtigungen sind im Genehmigungsverfahren zu prüfen. Dazu sind gemäß Stellungnahme des Umweltamtes und der Abteilung Umweltschutz der Landesdirektion Chemnitz bei der weiteren Planung die wassertechnischen hydrogeologischen Berechnungen zu qualifizieren bzw. folgende Nachweise zu erbringen:
-	Die natürlichen Abflussverhältnisse im Schneppendorfer Bach, Auerbacher Bach und Birkengrundbach dürfen durch den Kiestagebau nicht nachteilig verändert werden. Die Änderungen im Abflussgeschehen, die durch den Kiesabbau zwangsläufig die Folge sind, müssen durch gezielte wasserwirtschaftliche Maßnahmen ausgeglichen werden. Dies betrifft die Niedrigwasseraufhöhung bei Trockenwetter und eventuell die Rückhaltung bei Starkniederschlägen.
-	Niederschlagswasser, das mit produktionsspezifischen Stoffen verunreinigt ist, ist vor Einleitung in ein Gewässer zu behandeln. Die gesetzlichen Mindestanforderungen sind in der Abwasserverordnung, Anhang 26 - Steine und Erden- aufgeführt (BGB1. 1 2004, 1141
-	1142). Sofern aus Werkstätten- und Tankstellenbereichen oder Sanitäranlagen Abwasser anfällt, ist es ebenfalls nach den einschlägigen Anhängen der AbwV zu behandeln. Die Einleitung von Abwasser oder Niederschlagswasser in ein Gewässer bedarf der wasserrechtlichen Erlaubnis.
-	Die Notwendigkeit der Errichtung eines Tiefbrunnens zur Brauchwassernutzung im Rahmen der Nassauskiesung, die Ermittlung des Wasserbedarfs sowie Auswirkungen auf Natur- und Wasserhaushalt sind zu prüfen. Hierzu sind eine Bohranzeige und ein Antrag auf wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich.
-	Die Notwendigkeit einer Wasserhaltung und einer Berechnung der zu entnehmenden / abzuleitenden Wassermenge sowie Auswirkungen auf Natur- und Wasserhaushalt sind zu prüfen (Antrag auf wasserrechtliche Erlaubnis).
-	Die Planungen zum Aufbau eines Grundwassermonitorings zur Beobachtung der Grundwasserstände und der Grundwasserbeschaffenheit, Benennung bzw. Errichtung der Messstellen — Bohranzeige und Antrag auf wasserrechtliche Erlaubnis — sind zu präzisieren.
-	Die in der hydrogeologischen Einschätzung für den Kiessandtagebau Schneppendorf auf der Seite 11 getroffenen Aussagen zu Grundwassernutzungen nach der interaktiven Wasserbuchkarte sind unvollständig und sollten ergänzt werden. Aussagen zu Auswirkungen auf die vorhandenen Grundwasserentnahmen fehlen und sind ebenfalls zu ergänzen.
Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie teilt mit, dass in den
Unterlagen die hydrogeologischen Verhältnisse und die Auswirkungen des Vorhabens auf das Umfeld im Wesentlichen plausibel dargestellt sind.
Der Regionale Planungsverband Südsachsen weist daraufhin, dass in der weiteren Planung entsprechende Maßnahmen zu treffen sind, die eine Beeinträchtigung des Grundwassers verhindern. Dazu sind die in der hydrogeologischen Einschätzung ermittelten Schlussfolgerungen und Empfehlungen umzusetzen. Insbesondere zum Birkengrundbach wird gefordert, dass im Zuge der Abbaumaßnahme darauf zu achten ist, dass eine Beeinträchtigung des Birkengrundbaches ausbleibt. Ebenso sind entsprechende Maßnahmen zu treffen, die eine Beeinträchtigung des Grundwassers verhindern. Dazu sind die in der hydrogeologischen Einschätzung ermittelten Schlussfolgerungen und Empfehlungen (Hydrogeologische Einschätzung Kap. 8, 5. 17ff.) umzusetzen.
Die Gemeinde Mülsen erkennt erhebliche Auswirkungen des Vorhabens auf das Schutzgut Wasser infolge von Reliefänderungen und Eintrag von wassergefährdenden Stoffen durch das Füllmaterial für die Renaturierung, die insgesamt mit Veränderungen des Wasserhaushalts und der Grundwasserqualität sowie massiven Beeinträchtigungen des Birkengrundbaches mit dem angrenzenden Wald und dem nachgelagerten Fischgewässer „Lache“ einhergehen.
Die Stadt Zwickau befürchtet zudem, dass der betroffene, nach Landschaftsrahmenplan (Regionalplan) in einem Gebiet mit hohem Wasserspeichervermögen gelegene Bereich durch das Vorhaben in seinem Speichervermögen wesentlich beeinträchtigt wird und damit bei Starkniederschlägen Verschmutzungs- und Überschwemmungsgefahren für die Schneppendorfer und Crossener Ortlage sowie für das Crossener Freibad ausgehen werden. Möglicherweise wird auch die Funktion des Schneppendorfer Bachs, der auch als Vorfluter für Kleinkläranlagen dient, durch die vorhabenbedingten Eingriffe in das Grund-/Oberflächenwasser stark beeinträchtigt.
Darüber hinaus ist dieses Thema Inhalt immenser Bedenken des Ortschaftsrates Crossen / Schneppendorf und zahlreicher Einwände von Bürgern.
Auch die IG Stadtökologie Zwickau e.V. erkennt massive Beeinträchtigungen des Grundwasser- und Oberflächenwasserhaushalts und stimmt dem Vorhaben nicht zu.
Diese gesamte Problematik ist maßgeblicher fachlicher Prüfschwerpunkt im Rahmen des bergrechtlichen Planfeststellungsverfahrens und begründet die Maßgabe 5 i. V. m. Maßgabe 3, bei deren Beachtung keine raumrelevanten Konflikte bezüglich des geplanten Abbauvorhabens zum jetzigen Zeitpunkt zu erkennen sind.
7.	Siedlungswesen und Denkmalschutz / Verkehr / Erholung und Tourismus Erfordernisse der Raumordnung
§ 2 Abs. 2 Nr. 1, 8, 14 ROG -	ausgewogene Siedlungs- und Freiraumstruktur Schutz der Allgemeinheit vor Lärm / Reinhaltung der Luft
Sicherung von Gebieten für Erholung in Natur und Landschaft
Z 5.1.9 LEP	- Entgegenwirken von Zersiedlungstendenzen durch Regionale Grünzüge
Karte 1 Regionalplan	- Regionaler Grünzug zwischen Zwickau und Mtilsen
G 2.4.6 Regionalplan	- Minimierung der aus der Gewinnung und Verteilung der Rohstoffe resultierenden Belastungen für die örtliche Verkehrsinfrastruktur
Karte 4 Regionalplan	- Touristisches Ergänzungsgebiet westlich Mülsen
Z 1.8.3 Regionalplan	- Sicherung der im Verdichtungsraum gelegenen touristischen Ergänzungsgebiete für eine naturbezogene Naherholung
Das Abbauvorhaben befindet sich innerhalb eines Regionalen Grünzuges. Dazu verweist der Regionale Planungsverband Südsachsen auf die Begründung des Regionalplanes (5. B-30), nach der Regionale Grünzüge der Gewinnung oberflächennaher Rohstoffe nicht entgegenstehen, da mit der Rohstoffgewinnung kein dauerhafter Entzug von Freiraumflächen und keine Bebauung im Sinne von Besiedelung verbunden sind. Die geplante Wiedernutzbarmachungskonzeption sieht für Teilbereiche die Ausbildung von Landschaftsseen und Gehölzanpflanzungen vor, um damit einen Biotopverbund zwischen dem „Graurock“ im Südosten und dem „Birkengrund“ im Nordwesten herzustellen. Die Folgenutzung entspricht damit auch den Intentionen des ausgewiesenen Regionalen Grünzugs. Damit können dem Vorhaben auch nicht Ziele der Siedlungsentwicklung (Kap. 5 LEP) entgegen gehalten werden.
Die von der Stadt Zwickau und Bürgern geäußerten Bedenken, dass durch den Tagebau die organische Siedlungsentwicklung behindert würde, kann aus Sicht der Raumordnung nicht nachvollzogen werden. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sind neue Entwicklungsflächen für Wohnzwecke außerhalb des Siedlungszusammenhanges nicht realistisch. Grundstücksbezogene, aus dem Vorhaben resultierende Probleme bezüglich der Bausubstanz, der konkreten Staub- und Lärmbelästigung, des konkreten Wohnumfeldes sind nicht Gegenstand der Raumverträglichkeitsprüfung und gehören zu den im bergrechtlichen Planfeststellungsverfahren zu regelnden Belangen. Die Abbaufelder werden Acker- und Grünflächen in Anspruch nehmen, die arm an Strukturen sind und keine unmittelbaren Siedlungsränder berühren. Die landschaftstypischen schützenswerten Hangwälder von Schneppendorf und Auerbach werden durch geeignete, noch im Detail festzulegende Maßnahmen erhalten und ggf. verbreitert (Maßgabe 1).
Das zuständige Umweltamt teilt aus Sicht des Immissionsschutzes mit, dass sowohl die Ausführungen des Antragstellers zur Staubproblematik als auch die Schallimmissionsprognose nachzuvollziehen sind, fordert jedoch Ergänzungen bezüglich der klimatischen Beeinflussung des Vorhabenumfeldes. In der Stellungnahme der Abteilung Umweltschutz der Landesdirektion wird bestätigt, dass das Vorhaben immissionsschutzrechtlichen Belangen nicht widerspricht. Auch eine wiederholte Prüfung unter dem Aspekt des Betriebs mehrerer Abbauunternehmen und der damit verbundenen Belastung des Teilraums erbrachte keine anderen Prüfergebnisse. Die genannten Bedenken werden damit im Raumordnungsverfahren fachlich nicht begründet und sind im anschließenden Verfahren einer fachspezifischen Prüfung zu unterziehen.
Die Stadt Zwickau, der Ortschaftsrat Crossen / Schneppendorf und die Gemeinde Mülsen befürchten durch Lärm- und Staubbelastungen bzw. Erschütterungen einen wesentlichen Verlust an Lebensqualität, massive gesundheitliche Auswirkungen, immense Beeinträchtigungen von Kulturgütern und Kulturlandschaft sowie daraus resultierende Wegzüge und baulichen bzw. langfristigen siedlungsstrukturellen Verfall. Mit ähnlichem Inhalt wenden sich auch zahlreiche Bürger gegen das Abbauvorhaben.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland / Landesverband Sachsen e.V. und die IG Stadtökologie Zwickau e.V. zweifeln die Aussagen in den Unterlagen hinsichtlich der Auswirkungen auf das Schutzgut Mensch und zur noch möglichen Mehrbelastung der Kreisstraße K 6705 an und lehnen das Vorhaben ab.
Belange des Denkmalschutzes und der Archäologie werden vom Vorhaben zwar berührt, raumordnerisch relevante Tatsachen und Sachverhalte, die dem Vorhaben grundsätzlich entgegenstehen, wurden jedoch nicht festgestellt. Konkrete Prüfungen diesbezüglich sind Gegenstand des Planfeststellungsverfahrens.
Das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen stellt direkte Betroffenheiten in Bezug auf die in Schneppendorf und Auerbach befindlichen Denkmale und deren Umgebungsschutz bzw. die noch vorhandenen Waldhufenstrukturen fest. Da die Gefahr besteht, dass sowohl die aus dem Abbauvorhaben resultierenden Veränderungen des Grundwasserspiegels und Baugrundveränderungen zu Schäden an den Denkmalen führen als auch infolge von Überschneidungen mit dem Tagebaugebiet und Abraumhalden Beeinträchtigungen der historischen Kulturlandschaft entstehen, werden entsprechende Untersuchungen hinsichtlich der Auswirkungen des Tagebaus auf die Denkmalsubstanz und ihr Umfeld gefordert.
Aus denkmalpflegerischer Sicht erhebt auch das Amt für Bauaufsicht und Denkmalpflege im Landratsamt Zwickau Bedenken gegen das Vorhaben, das regionaltypische Landschaftsformen und Blickbeziehungen zerstören wird.
Das Landesamt für Archäologie hat keine Einwände, weist jedoch darauf hin, dass aufgrund der Größe des Eingriffs auch archäologische Denkmale betroffen sein können. Die fachspezifischen Hinweise und die Meldepflicht von Bodenfunden gemäß § 20 SächsDSchG sind zu beachten.
Zum Verkehr und dem erforderlichen Abtransport der Rohstoffe ist festzustellen, dass die Abfrachtung ausschließlich über die K 6705/9305 bis zur neuen 5 286 erfolgen wird.
Dazu teilte das Straßenbauamt Zwickau mit, dass nach Fertigstellung des Straßenbauvorhabens „S 286 Neubau westlich Mülsen“ die Gewerbestraße von der Gemeindeverbindungsstraße zur Staatsstraße aufgestuft worden ist. Damit ist eine durchgehende, geradlinige, ohne Siedlungsbereiche berührende, leistungsfähige Querverbindung von der BAB A 4 und der B 93 bis zur BAB A 72 hergestellt worden, die einem prognostizierten Verkehrsaufkommen von 13.220 Kfz/24h mit einem Schwerlastverkehr von ca. 12,3 % und damit einer bedeutenden überregionalen Verbindungsfunktion gerecht wird. Das Straßenbauamt äußert keine Bedenken gegen das Abbauvorhaben, wenn die fachlichen Hinweise (vgl. Stellungnahme vom 21.08.2008) beachtet werden.
Das für die betroffenen Kreisstraßen zuständige Amt für Straßenbau im Landratsamt erhebt gegen das Abbauvorhaben Bedenken, da ein dauerhafter Betrieb des Kiessandtagebaus bei abschnittsweiser Nutzung der K 6705 aufgrund des schlechten Ausbauzustandes außerhalb der Ortslagen nicht gesichert ist. Die Straße kann das zusätzliche Verkehrsaufkommen nicht aufnehmen, ohne dass erhebliche Straßenschäden entstehen. Damit erhöhen sich die Gefahren für alle Verkehrsteilnehmer. Nach der Kreisstraßenkonzeption des Landkreises Zwickau ist der Ausbau der K 6705 erst ab dem Jahr 2020 vorgesehen. Das Amt fordert daher, dass der Vorhabenträger grundsätzlich sicherzustellen hat, dass Gefahren für die Standsicherheit des Straßenkörpers und die Reduzierung der Leichtigkeit und Sicherheit des Straßenverkehrs durch geeignete Maßnahmen auszuschließen sind. Dieser grundsätzlichen Forderung trägt die Maßgabe 6 Rechnung. Die Prüfung der Auswirkungen des Vorhabens auf Erholung und Tourismus stehen im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Ergebnis der Raumverträglichkeit bezüglich des Schutzgutes Natur und Landschaft. Die Beachtung der entsprechenden raumordnerischen Maßgabe 4 führt daher gleichzeitig zu einer Konfliktminderung hinsichtlich dieses Belangs. Diese Maßgabe ist somit auch aus Sicht der Naherholung zu begründen. Da die wohnortnahe Erholung v. a. in den Waldgebieten „Graurock“ und „Birkengrund“ erfolgt, ist hierbei auch die Umsetzung der Maßgabe 3 beachtlich.
Hierzu wird von der Stadt Zwickau, dem Ortschaftsrat Crossen / Schneppendorf und der Gemeinde Mülsen sowie von vielen Bürgern auf die Beeinträchtigung der Funktion als Naherholungsgebiet hingewiesen. Der das Vorhaben umgebende Landschaftsraum stellt für die im Umfeld lebenden Menschen einen hochwertigen Erholungsraum dar. Dieser Aspekt ist im nachfolgenden Verfahren konkret zu prüfen.
Im Ergebnis der raumordnerischen Prüfung des Vorhabens hinsichtlich der Belange des Siedlungswesens, des Verkehrs und der Naherholung kann festgestellt werden, dass der geplante Kiessandtagebau bei Beachtung der Maßgabe 6 i.V.m. Maßgabe 1 in Einklang mit den entsprechenden regional- und landesplanerischen Erfordernissen steht.
8.	Sonstige raumbezogene fachliche Belange
Die Wasserwerke Zwickau GmbH teilt mit, dass sich im Abbaufeld Schneppendorf ihre Versorgungsleitung DN 200 GG befindet. Diesbezügliche Abstimmungen sind im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens durchzuführen.
IV.	Raumordnerische Zusammenfassung und Gesamtabwägung
Die Gewinnung oberflächennaher Rohstoffe ist immer mit Belastungen für die Umwelt und mit Beeinträchtigungen für die in der Region lebenden Menschen verbunden. So stellt auch das Abbauvorhaben Kiessandtagebau Schneppendorf zweifellos einen gravierenden und nachhaltigen Eingriff in einen Landschaftsraum dar, der wegen der hohen natürlichen Bodenfruchtbarkeit einer intensiven landwirtschaftlichen Nutzung unterliegt sowie als Regionaler Grünzug wichtige Freiraumfunktionen übernimmt und durch seine Lage am Rande des Oberzentrums Zwickau und im Verdichtungsraum Chemnitz-Zwickaü der Naherholung dient. Mit dem Vorhaben sind Eingriffe verbunden, die während der Abbauphase und vermutlich auch bleibend nachteilige Auswirkungen auf das natürliche Landschaftsbild, das ökologische Gefüge und v. a. auf die Schutzgüter Wasser und Boden haben werden.
Die erheblichen Bedenken der Stadt Zwickau, des Ortschaftsrates Crossen/Schneppendorf und der Gemeinde Mülsen sowie die zahlreichen Einwände von Verbänden, Bürgerinitiativen und Privaten gegen den beabsichtigten Kiessandtagebau verdeutlichen die Ängste der Betroffenen, die als Folge des Abbaus v. a. die Zerstörung der gewachsenen Landschaft, Verlust von Lebensqualität, Grundwasserabsenkungen, Austrocknung von landwirtschaftlichen Flächen und angrenzenden Waldgebieten, Gebäude- und Straßenschäden, Lärm und Staubbelästigungen sowie Beeinträchtigung der Naherholung befürchten.
Die raumordnerische Bewertung des Vorhabens und damit die Beurteilung der Raumverträglichkeit muss sich an den Erfordernissen der Raumordnung als überfachliche zusammenfassende Planung orientieren, wie sie im Landesentwicklungsplan und im Regionalplan als Ziele und Grundsätze festgelegt sind. Diese auf Ausgestaltung und Verfeinerung angelegten Vorgaben zielen auf die Ordnung und Entwicklung eines Raums / einer Region und haben die Aufgabe, unterschiedliche, konkurrierende Raumnutzungsansprüche gegeneinander abzuwägen bzw. auszugleichen und sie so zu lenken, dass möglichst viele Ansprüche erhalten bleiben und konsensfähige Lösungen erreicht werden können.
Auch die das Abbauvorhaben Schneppendorf betreffenden landes-/regionalplanerischen Erfordernisse sind i. W. von grundsätzlicher Natur mit Blick auf das raumordnerische Gesamtkonzept und allgemein bzw. abstrakt formuliert, die dem Vorhaben nicht entgegen gehalten werden können und die es gilt, im bergrechtlichen Planfeststellungsverfahren zu konkretisieren und auszuformen. Aufgrund der einschlägigen Regelungen in den Fachgesetzen weisen insbesondere die umweltbezogenen Vorgaben einen eher geringen Konkretisierungsgrad auf und eröffnen damit einen großen Verfeinerungs- und Ausdifferenzierungsspielraum für das nachfolgende Verfahren.
Im Rahmen des Raumordnungsverfahrens ist abzuwägen, ob zwischen dem öffentlichen Belang zur Sicherung der Rohstoffversorgung einerseits und den öffentlichen Belangen der Umwelt und der Siedlungsentwicklung andererseits eine raumverträgliche Lösung möglich ist. Dazu werden alle von dem geplanten Vorhaben berührten raumfunktionellen und -strukturellen Belange eingestellt und gewichtet, die ermittelt und von den zuständigen Fachbehörden geprüft worden sind (vgl. 111/3 bis 111/8).
Insgesamt lassen sich bei Beachtung der Bestimmungen und Maßgaben bezüglich der öffentlichen Belange Bodenschutz, Landwirtschaft, Natur- und Landschaftsschutz, Grundwasser-, Oberflächenwasser- und Hochwasserschutz sowie Siedlungswesen, Denkmalschutz und Tourismus bei diesem Vorhaben keine Sachverhalte ableiten, die die Ziele und Grundsätze der Raumordnung in einem Umfang verletzen, dass eine Unvereinbarkeit des Gesamtvorhabens die Folge wäre. Festzustellen ist allerdings, dass die Trassenführung der geplanten Bandanlage im Randbereich des Waldgebietes „Graurock“ dem hinreichend bestimmten und konkreten raumordnerischen Ziel „Vorranggebiet Wald“ widerspricht.
Zu dem Abbauvorhaben an sich wird die Raumverträglichkeit hinsichtlich der Schutzgüter auch mit der Ausweisung der beiden Abbaugebiete Schneppendorf und Schneppendorf Süd als Vorbehaltsgebiete Oberflächennahe Rohstoffe schon im Regionalplan bestätigt, die bereits einer Umweltprüfung unterzogen worden sind. Dabei wurden in Abwägung mit anderen Raumnutzungsansprüchen Betroffenheiten zwar festgestellt, deren konkrete Prüfung jedoch aus den o. g. Gründen nur Gegenstand der Abbaugenehmigung sein kann.
Mit der Festlegung dieser Vorbehaltsgebiete im Regionalplan wurden die Raumnutzungen bereits so geordnet, dass Konflikte mit weiteren Flächennutzungen und ökologischen Belangen im Interesse des Gemeinwohls lösbar bleiben.
Prüfung einer teilräumlichen Überlastung
Eine teilräumliche Überlastung gemäß Ziel Z 2.4.5 Regionalplan ist in den Raumordnungsplänen nicht definiert. Zum Begriff kann festgestellt werden, dass sich im Rahmen der Raumverträglichkeitsprüfung eine Überlastung anhand von Raumfaktoren messen lässt, die den Raum als solchen bestimmen und öffentliche Belange darstellen. Eine Überlastung kann gegeben sein, wenn übermäßige Beeinträchtigungen von mindestens einem Raumfaktor vorliegen.
Der betroffene Teilraum ergibt sich aus der räumlichen Konzentration der aktiven und geplanten Abbaustätten im Bereich Zwickau — Mülsen, wobei das Gebiet Schneppendorf/ Auerbach als möglicher besonders belasteter Teilraum abgegrenzt werden kann. Die Ortslage von Auerbach und deren umgebener Landschaftsraum werden bereits mit den Abbaufeldern Zwickau-Ost und Zwickau-Auerbach (evt. auch Zwickau-Eckersbach) beeinträchtigt, so dass möglicherweise davon auszugehen ist, dass ein weiterer Tagebauaufschluss in dem nördlich des Siedlungsbereiches gelegenen Feld Schneppendorf Süd unzumutbare Belastungen für Bevölkerung und Umwelt mit sich bringen würde. Die beantragten Felder Schneppendorf und Schneppendorf Süd werden insgesamt vermutlich den Siedlungs- und Landschaftsraum von Schneppendorf immens belasten, wobei auch wahrscheinlich die nördlich der Ortlage Thurm umgebende Landschaft zum Teil negative Auswirkungen erfahren wird. Weitere Abbaugebiete in unmittelbarer Umgebung werden im Regionalplan nicht ausgewiesen. Die nächstgelegenen Felder Niedermülsen und Thurm haben angesichts der naturräumlichen Gegebenheiten in ihren Auswirkungen kaum Bezug zum Bereich Schneppendorf / Auerbach.
Übermäßige Belastungen werden insbesondere seitens der Stadt Zwickau, des Ortschaftsrates Crossen / Schneppendorf, der Gemeinde Mülsen und den Bürgerinitiativen Schneppendorf, Auerbach bzw. Mülsen sowie von vielen Bürgern befürchtet.
Die für den Teilraum relevanten Raumfaktoren Bodennutzung, Natur und Landschaft, Land- und Forstwirtschaft, Grundwasser, Siedlungswesen und Verkehrsinfrastruktur sind einer gezielten Prüfung von den zuständigen Fachämtern des Landratsamtes Zwickau unterzogen worden, in dessen Ergebnis festgestellt wurde, dass neben den vorhabenbedingten Auswirkungen (vgl. 111/4 - 111/8) fachliche Sachverhalte und Tatsachen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zu erkennen sind, die in Gesamtbetrachtung der Abbauvorhaben übermäßige Beanspruchungen und unzumutbare bzw. schädliche Beeinträchtigungen von Naturhaushalt, Wohnumfeld, Landschaftsbild und Infrastruktur erwarten lassen, die zu einer Überlastung des betroffenen Teilraums führen können.
Auch die Tatsache, dass Zwickau und Mülsen durch die Folgelandschaften des ehemaligen Stein-kohlen- und Uranerzbergbaus zusätzlich belastet werden, kann aus Sicht der Raumordnung nicht herangezogen werden. Die spezifischen Probleme, die aus dem Steinkohlenbergbau resultieren, betreffen im Wesentlichen die Innenstadt, den Stadtteil Schedewitz und die „Bockwaer Senke“, die keinen räumlichen Bezug zum Bereich des geplanten Kiessandtagebau haben. Hinsichtlich des Wismutstandorts Crossen ist zu vermerken, dass die Sanierung des Geländes des ehemaligen Aufbereitungsbetriebes abgeschlossen ist. Zur Beseitigung der Halde werden zwar immer noch Abraummassen in einem geschlossenen Förderband zum Absetzbecken Helmsdorf transportiert und zur Abdeckung des Uranschlammteiches verwendet, der Transport hat jedoch keine Auswirkungen auf den von Kiessandabbaugebieten betroffenen Teilraum.
Um einer möglichen teilräumlichen Überlastung im Sinne des Ziels Z 2.4.5 Regionalplan vorzubeugen, werden im Ergebnis der raumordnerischen Beurteilung Bestimmungen zur zeitlichen Abbaufolge und zur Rohstoffaufbereitung festgelegt. Darüber hinaus sollen die Maßgaben sicherstellen, dass Mehrbelastungen für die Bevölkerung im Zusammenhang mit den anderen Abbau-vorhaben im Teilraum Schneppendorf/ Auerbach minimiert werden.
Durch die zeitliche Steuerung, dass der Tagebauaufschluss in dem der Abbaustätte in Auerbach benachbarten Feld Schneppendorf Süd erst zu erfolgen hat, wenn die Felder Zwickau-Auerbach und Zwickau-Ost sowie das Abbaufeld Schneppendorf abschließend rekultiviert sind, soll erreicht werden, dass sowohl der nördliche Landschaftsraum von Auerbach als auch der südliche Landschaftsraum von Schneppendorf solange erhalten bleiben, bis die landschaftliche Gestaltung der abgebauten Felder nach einem abgestimmten Rekultivierungskonzept abgeschlossen ist und Naturhaushaltfunktionen sich wieder entwickeln können.
Damit wird auch der Empfehlung des Regionalen Planungsverbandes Südsachsen inhaltlich entsprochen. In Bezug auf den Abbau im Feld Schneppendorf werden seitens des Regionalen Planungsverbandes keine Gründe für eine übermäßige Belastung erkannt, da aufgrund der Lage des Aufschlussbeginns, der geplanten offenen Tagebaufläche von ca. 4,8 ha mit einer jährlichen Inanspruchnahme von 1,76 ha sowie einer sukzessive zum Abbaufortschritt geplanten Wiedernutzbarmachung zu erwarten ist, dass ein ausreichender Abstand zu anderen in diesem Teilraum befindlichen Standorten eingehalten wird. Im Übrigen war die Prüfung einer möglichen Überlastung im genannten Teilraum bereits Prüfschwerpunkt im Regionalplanverfahren bei der Ausweisung der Vorrang- und Vorbehaltsgebiete Oberflächennahe Rohstoffe. Der Plansatz Z 2.4.5 soll damit eher der Bewertung von beabsichtigten Abbauvorhaben außerhalb der Vorrang- und Vorbehaltsgebiete dienen.
Mit der Festlegung der Abbaugebiete Schneppendorf und Schneppendorf Süd als Vorbehaltsgebiete Oberflächennahe Rohstoffe im Regionalplan ist mit Bezug auf die Problematik im gesamten Freistaat Sachsen und die vergleichsweise geringe Fördermenge von Kiessanden in Südwestsachsen eine besondere Gewichtung des Belangs der Rohstoffversorgung gegenüber anderen Raumnutzungsansprüchen verbunden. Die Gewinnung oberflächennaher Rohstoffe liegt im öffentlichen Interesse, da der Abbau u. a. von Sand und Kies als Bestandteil der Daseinsvorsorge volkswirtschaftlich notwendig ist. Eine Abwägung zugunsten anderer öffentlicher Belange bzw. eine Überlastung des betroffenen Teilraums kann angesichts der ermittelten fachlichen Tatsachen und Einschätzungen auf der Ebene des Raumordnungsverfahrens nicht plausibel nachvollzogen und begründet werden.
Abschließend kann somit festgestellt werden, dass dem geplanten Kiessandtagebau Ziele und andere raumordnerische Erfordernisse nicht entgegenstehen, die eine Ablehnung dieses Vorhabens begründen würden. Aus Sicht der Raumordnung und Landesplanung kann bei Beachtung der Bestimmungen und Maßgaben (1/1 und 1/2) bezüglich des Vorhabens mit allen im Teilraum bestehenden Raumnutzungen ein Konfliktausgleich ermöglicht werden.
Aufgrund der aus dem Abbauvorhaben resultierenden Konfliktlage angesichts der erheblichen Bedenken der Stadt Zwickau, des Ortschaftsrates Crossen / Schneppendorf, der Gemeinde Mülsen und der Vielzahl der Bürgereinwände wird seitens der Landesdirektion Chemnitz als höhere Raumordnungsbehörde bei der weiteren Vorbereitung des Vorhabens die konsequente Umsetzung der im Ergebnis der raumordnerischen Beurteilung formulierten Bestimmungen und raumordnerischen Maßgaben für notwendig und unverzichtbar gehalten.
Die Maßgaben (vgl. 1/2) verdeutlichen die im Raumordnungsverfahren ermittelten Konfliktfelder, die sich mit den Bedenken der Stadt Zwickau und der Gemeinde Mülsen sowie mit den im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung geäußerten Befürchtungen decken. Sie dienen der Optimierung der geprüften Belange und stellen Bedingungen dar, deren Erfüllung die Vereinbarkeit des Vorhabens mit den Erfordernissen der Raumordnung gewährleisten soll. Zudem tragen sie dem Gestaltungsspielraum Rechnung, der dem nachfolgenden Verfahren vorbehalten ist, und können somit nicht konkreter formuliert sein als die Plansätze in den Raumordnungsplänen.
V.	Abschließende Hinweise
•	Das Vorhaben wurde im Raumordnungskataster der Landesdirektion Chemnitz registriert.
•	Die raumordnerische Beurteilung greift den im Einzelfall vorgeschriebenen Verwaltungsverfahren nicht vor und ersetzt weder danach erforderliche öffentlich-rechtliche Gestattungen noch privatrechtliche Zustimmungen und Vereinbarungen.
•	Auf Veranlassung der höheren Raumordnungsbehörde wird die raumordnerische Beurteilung als Ergebnis des Raumordnungsverfahrens in den betroffenen Gemeinden nach § 15 Abs. 8 Satz 2 SächsLPlG einen Monat öffentlich ausgelegt. Ort und Zeit sind ortsüblich bekannt zu machen.
•	Die Verfahrensbeteiligten erhalten eine raumordnerische Beurteilung als Mehrfertigung.
•	Die im Raumordnungsverfahren eingegangenen Stellungnahmen der beteiligten Belangträger und die schriftlichen Äußerungen der Öffentlichkeit werden dem Sächsischen Oberbergamt Freiberg und dem Vorhabenträger für das bergrechtliche Planfeststellungsverfahren in Kopie zur Auswertung zur Verfügung gestellt.
Zwickau/Mülsen, am 3. August 2012
Wichtige Information der Bürgerinitiative Pro Natur e.V. Oberbergamt widerruft Abbauberechtigungen zu "Susi" und "Heidi"
Am Nachmittag des 01.08.2012 erreichte uns die tolle Nachricht, dass das Oberbergamt Freiberg die Abbauberechtigungen für die beiden Bergwerksfelder „Susi und Heidi“ widerrufen hat. Mit diesem Widerruf der Genehmigungen sind wir als Verein Bürgerinitiativen Pro Natur e.V. einen großen Schritt zur Erhaltung unserer Umwelt vorangekommen. Die Arbeit der letzten vier Jahre hat sich offensichtlich ausgezahlt. Der große Druck den wir als Verein in der Öffentlichkeit aufgebaut haben,
hat sich als wirksames Mittel zur Durchsetzung des Bürgerwillens erwiesen. Damit zeigt sich, dass die Menschen, wenn sie hartnäckig genug ein Ziel verfolgen, dieses auch erreichen können. Es gibt bei uns viele engagierte Menschen die uns bislang bei unserer Arbeit geholfen haben, sei es bei Veranstaltungen, Plakataktionen oder durch finanzielle Unterstützung. Bei all denen möchten wir uns auf diese Weise herzlich bedanken und hoffen auch weiterhin auf eine gute Vereinsarbeit. Denn........ wie es im Verwaltungsrecht üblich ist, haben die Sandwerke Biesern einen Monat Zeit gegen den Bescheid in Widerspruch zu gehen. Genau diesen Zeitraum werden wir abwarten und dann unser weiteres Vorgehen abstimmen. Zu diesem Thema werden wir nach Ablauf der Monatsfrist, also Anfang September weitere Informationen bekanntgeben. Bürgerinitiativen Pro Natur e.V. Gez. Der Vorstand Einspruch gegen die Lagerstättenplanung im Landesentwicklungsplan 2012 Bis zum 23. März 2012 haben die Bürger von Sachsen über das
Portal www.onlinebeteiligung-sachsen.de die Möglichkeit zu Einsprüchen gegen den Landesentwicklungsplan Sachsen 2012. Ich habe dies getan. Im Folgenden die Bestätigung und die Wiederholung meines Einspruches aus der Landesbehörde.
Sehr geehrte(r) Herr Stiegler, vielen Dank für Ihre Online-Beteiligung zum Entwurf des Landesentwicklungsplanes 2012.
Ihre Stellungnahme ist am 23.03.2012 bei uns eingegangen.
Mit dieser E-Mail erhalten Sie nachfolgend eine Kopie Ihrer Stellungnahme für Ihre Unterlagen.
Ergänzungen und Korrekturen sind nur über eine weitere Stellungnahme zulässig.
Referat Landes- und Regionalplanung
Dokument: Entwurf LEP
Kapitel: gesamtes Dokument
Ihre Stellungnahme: Sehr geehrte Damen und Herren,
beim Betrachten der Karten
Karte 2 Mittelbereiche
fällt einerseits auf, dass der Bereich zwischen den Gemarkungen
Oberzentrum Zwickau - Mittelzentrum Glauchau und Mittelzentrum Lichtenstein als Raum mit hoher Bevölkerungsdichte und hoher Wohnqualität ausgewiesen ist.
Dagegen weist Karte 10 Sicherungswürdigkeit Steine, Erden, Rohstoffe
für den gleichen Raum großflächige Vorkommen von Kiessanden mit
Sicherungswürdigkeit Klasse 4 (höchste Abbauwürdigkeit) aus.
Dies ist ein hoher Widerspruch und fatal für die dort wohnenden Menschen.
Die bezeichnete Region dient der Landwirtschaft und als Erholungsgebiet für das Oberzentrum Zwickau sowie der auf dieser Fläche siedelnden Bevölkerung.
Kiesgewinnung auf den ausgewiesenen Flächen (Karte 10) führt zwangsläufig zur Zerstörung der dort vorherrschenden Nutzungen, zur Zerstörung der stadtnahen Erholungslandschaft und zur Zerstörung der Wohnbebauung.
Die historische Landesentwicklung lässt die Erschließung der Kiesvorkommen nicht zu, es sei denn, man zieht die Evakuierung der Region von den dort wohnenden Menschen vor.
Ich erhebe hiermit Einspruch gegen die Planungen des LEP zur Rohstoffsicherung auf Kosten der Interessen von geschätzt 30000 Menschen, die in dem betroffenen Raum wohnen. Von Lebensraum kann bei der so vorgesehenen wirtschaftlichen Ausbeutung der Kiesvorkommen nicht mehr die Rede sein.
als betroffener Siedler am 23. März 2012
Pressemitteilung des Vereins Bürgerinitiativen Pro Natur e.V.
Rettet unsere Natur
Am Sonnabend, dem 2. Juli 2011 ab 16.30 Uhr führt der Verein Bürgerinitiativen Pro Natur e.V. eine Graurock-Safari mit Gewinnspiel für Kinder durch.
Start ist um 16.30 Uhr auf dem Waldsportplatz Schneppendorf, erreichbar über den Waldweg am Ortsausgang.
Geplant ist eine Waldsafari, mit originellen Spielen und Quizfragen, wissenswerten Informationen zum Graurock und seiner Tierwelt.
Weiterhin gibt es Informationen zur Sage vom Graurock und einer Schatzsuche.
Gegen 18 Uhr wird die Graurock-Safari auf dem Festplatz in Schneppendorf beendet. Die Prämierung der Gewinner erfolgt dann gegen 19 Uhr zum Sommerfest der Feuerwehr Schneppendorf.
Der Verein Pro Natur würde sich freuen, wenn viele Kinder aus Mülsen und Zwickau an der Safari teilnehmen würden.
Sylvia Gräser
Vorstand Pro Natur e.V. Die Gefahr schwebt weiter über den Köpfen der Bürger von Mülsen und Schneppendorf
Kiesabbau auf der Fläche von 200 Fußballfeldern rückt im Verborgenen näher
Thurm/Schneppendorf im Juli 2011 – Wenn am 2. Juli 2011 die Schneppendorfer ihr diesjähriges Dorffest feiern, ist auch für die Kinder ein besonderer Höhepunkt geplant: Zu einer Waldsafari mit viel Abenteuerevents, die den Wald für die Kinder erlebbar machen soll, laden die Schneppendorfer ein. Da die Tour in den Graurock führt, sind auch die Thurmer Kinder eingeladen mitzumachen. Schließlich ist der Graurock Jahrhunderte lang im Besitz der Thurmer Rittergutsbesitzer gewesen. Thurmer und Schneppendorfer, Auerbacher und Eckersbacher Bürger wissen das Gelände zwischen Zwickau und dem unteren Mülsengrund als ihr angestammtes Erholungsgebiet zu schätzen. Der Wald und die Landschaft aber sind in Gefahr. Das wäre ein großer Verlust, auch für die Mülsener Bürger.
Während die allgemeine Aufregung um die geplanten Monsterkiesgruben in diesem Gebiet im letzten Jahr ein wenig eingeschlafen scheint, müht sich Woche für Woche in Schneppendorf ein kleiner Kreis aktiver Kiesgrubengegner vom Verein Pro Natur, die akute Gefahr abzuwehren.
Akut ist die Gefahr, dass demnächst die Kieswerke Biesern den nächsten Schritt machen, sie wollen auf der Größe von 200 Fußballfeldern das Gelände zwischen Zwickau und Mülsen 30 Meter tief abzubaggern. Für 70 Jahre sollen die Bagger und die Kiesmaschinen dröhnen und täglich hunderte Lkws auch durch Mülsen fahren, um den Kies fortzuschaffen. Diese Gefahr abzuwenden, wühlen sich die Kiesgrubengegner im Schneppendorfer Feuerwehrhaus, ihren wöchentlichen Treffpunkt, durch Aktenberge und leisten mühsame Arbeit auf der Suche von Argumenten, um im Behördenverfahren den Abbau noch zu verhindern.
Was aber auch wichtig ist: Die Öffentlichkeit muss Druck machen. 1400 Bürger aus Schneppendorf und Mülsen schrieben 2008 Einwände gegen das Raumordnungsverfahren. Das damalige Regierungspräsidium in Chemnitz hatte es noch nicht einmal nötig, den besorgten Bürgern eine Antwort zu schreiben.
Gegen die Interessen der Anwohner des betroffenen Abbaugeländes aber befanden die Bearbeiter in den Behörden, im Regierungspräsidium Chemnitz und dem Oberbergamt im Jahr 2009 grundsätzlich: „Das beabsichtigte Rohstoffabbauvorhaben Kiessandtagebau Schneppendorf steht in Einklang mit den Erfordernissen der Raumordnung und Landesplanung…“. Dass es sich bei dem geplanten Abbaugebiet um ein angestammtes Erholungsgebiet der Zwickauer und Mülsener Bürger handelt, brauchten die Behörden dabei nicht zu berücksichtigen. Schließlich ist es zwar tatsächlich so, dass täglich hunderte Bürger das Gebiet zum Spazieren, Joggen, Walken und anderweitig zur Erholung nutzen, das zählt für die Behörde nicht, es steht auf keinem Papier. Und, nur Papier zählt in diesem Fall.
Niemand hat das Gebiet als Naherholungsgebiet auf irgendeinem Plan ausgewiesen! Warum auch: Die Bürger haben es immer wie selbstverständlich als Naherholungsgebiet genutzt. Es brauchte keine Investitionen. Es war einfach da.
Am Sonnabend, dem 2. Juli, 16.30 Uhr, beginnt am Waldsportplatz in Schneppendorf die Waldsafari, wo Kinder Tiere und Pflanzen, Schutzgebiete und Erholungswege kennen lernen, und sehen, was sie in der Zukunft zu verlieren haben, wenn es nicht gelingt den geplanten Kiesraubbau zu verhindern. Da wäre es wichtig, dass die Gefahr auch wieder ins Bewusstsein vieler Menschen dringt.
Der Verein Pro Natur
Verein Bürgerinitiativen Pro Natur e.V.	22. Juli 2010
Der Verein Bürgerinitiativen Pro Natur e.V. organisiert am 4. September 2010
ein Stadtteilfest in Schneppendorf
Größter Marmorsandkuchen der Welt – und ab damit ins Guinessbuch
In Rahmen des Stadtteilfestes Schneppendorf wurde ein Weltrekod aufgestellt, der bei Guinness World Record England angemeldet wurde.
Die Mühlenbäckerei Clauß aus Mülsen buck den größten Marmorsandkuchen der Welt. 280 Kilogramm Kuchen fanden reißenden Absatz,
Details der Veranstaltung aus der Ankündigung: Ort: Festgelände am Gasthof Schneppendorf, Jüdenhainer Straße 51
Zeit: 15 Eröffnung und Beginn des Weltrekordversuches
Danach erfolgt der Anschnitt des Rekordkuchens, Kaffee gibt es natürlich
Ab ca. 16 Uhr beginnt ein großes Kinderfest mit 10 Wettkampfstationen und um 18 Uhr erfolgt die Prämierung der Sieger.
Ausstellung historischer Fahrzeuge durch den Ostalgieclub Schneppendorf
Ab 19 Uhr wird uns dann die Gruppe Leo, Les & Voice mit Livemusik
Parkmöglichkeiten bestehen im Bereich der ehemaligen LPG Straße (parallel
zur Gewerbestraße Mülsengrund verlaufend) in Höhe Graurockwald und am Fahrbahnrand des Kiesweges aus Richtung Eckersbach /Auerbach. Besser ist es jedoch, eine schöne Fahrradtour oder Wanderung nach Schneppendorf zu unternehmen, um unser Stadtteilfest zu besuchen. Eintritt ist frei !!!
Jahresversammlung 2010 des Vereins Pro-Natur
Der Tännigtwald hinter dem Feld, das praktisch zur Gänze 32 Meter tief abgepaggert werden soll,
kein Mensch glaubt, dass, wenn sich um den Wald ein tiefer Graben zieht, dann noch ein Baum im Tännigt stehen bleibt. Aus den Behörden, wie aus dem Umweltamt des Landkreises gab es keinen Einspruch im Verlauf des Raumordnungsverfahrens
gegen die Bagger und für den Wald kam - im Gegenteil, man will dort glauben, der Wald würde ohne Wasser von den Feldern, die sein Wassereinzugsgebiet darstellen, und ohne Grundwasser auskommen. Warum wohl glaubt man das?
Man ist sogar der Ansicht, dass der Birkengrundbach, der im Wald entspringt, ein Sumpftal mit viel erhaltenswerter Natur und das Crossener Bad speist, der könne auch erhalten bleiben, wenn die Flächen rings um den Tännigt verschwinden. "Worin besteht die Kompetenz der Fachbehörden!", fragten Mitglieder des Vereins zur Versammlung.
Protest gegen geplanten Kiesraubbau auf letzten verbliebenen Freiraum zwischen Zwickau und Mülsen – keine Zeit zum Ausschlafen für die Bewahrer der Landschaft und der Anwohnerrechte auf Gesundheit, Erholung und den Erhalt ihres Wohneigentums
ZWICKAU/MÜLSEN – 3. März 2010. Am 3. März 2010 trafen sich die Mitglieder des Vereins Pro-Natur e.V., dem Dachverband der Protestbewegungen gegen den großflächigen Kiesabbau zwischen Zwickau-Eckersbach, -Auerbach, -Schneppendorf und Mülsen zu ihrer Jahresversammlung in Eckersbacher „Maulwurfshügel“. Von der Versammlung wurde der Vorstand neu gewählt. Alter und neuer Vereinsvorsitzender ist Thomas Hertzsch. Weiter gehören dem Vorstand an: Sylvia Gräser, Katrin Wüstner und Ingolf Seidel.
Der Vereinsvorsitzender Thomas Hertzsch zog Bilanz und brachte das Jahr 2009 auf den Punkt: „Wir dürfen in unserem Protest gegen den Kiesraubbau keine Minute nachlassen!“ Seit die Raumordnungsbehörde in Chemnitz 2009 sich für die Absichten der Kieswerke Biesern ausgesprochen hat, gilt weiter die höchste Alarmstufe für Mitglieder des Vereins. „Viele betroffene Bürger deuten die scheinbare Ruhe um die Pläne der Kiesgrubenbetreiber falsch, mancher denkt schon, die Gefahr sei vorbei, das ist ein schlimmer Irrtum“, sagt Hertzsch.
Zur Versammlung wurden deshalb Pläne für das kommende Jahr geschmiedet. „Es kommt darauf an, die Menschen wachzurütteln, auf die schlummernden Gefahren aufmerksam zu machen“. Es wird deshalb eine Reihe von Massenveranstaltungen mit Lampionumzügen und Meetings geplant, die alle zum Ziel haben, auf die Werte der Landschaft zwischen Zwickau aufmerksam zu machen. Treffen mit Kommunalpolitikern, wie mit der Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau sollen helfen, die Kräfte der Region gegen den beabsichtigten Raubbau und den Verlust der Erholungslandschaft zu bündeln und zu koordinieren. Treffen und Abstimmungen mit Landspolitikern aus der Region soll den Druck in den Sächsischen Landtag und in die Landesregierung forcieren.
Vor allem gilt es, Druck auf die für das Verfahren verantwortlichen Behörden auszuüben, das sind Oberbergamt in Freiberg, die Landesdirektion in Chemnitz und die Kreistagsverwaltung des Landkreises.
Die von dem Verein schon 2008 an den Petitionsausschuss des Sächsischen Landtages gerichtete Petition gegen den geplanten großflächigen Abbau der Kieslagerstätten auf den letzten verbliebenen Naturflecken zwischen Zwickau und Mülsen hat erste Reaktionen aus dem Petitionsausschuss ausgelöst.
Das Antwortschreiben auf die über 70 Fragen des Vereins an den Ausschuss wirkt ernüchternd auf die Vereinsmitglieder. Michael Sawade vom Verein Pro Natur gehört zu den Mitgliedern, die sich fast wöchentlich mit dem Papier aus Dresden auseinandersetzen. Sawade: „Es ist Haare sträubend, wie Behörden die Interessen der hier wohnenden Bürger mit Füßen treten.“ Sawade nennt Beispiele von Behördenschlampereien.
- Das beginnt beim Urschleim. „Wie kommt ein Unternehmen wie die Sandwerke Biesern zu den Abbaurechten der Kiesmassen, die von der letzten Eiszeit zwischen den Muldental bei Zwickau und Mülsen hinterlassen hat?“
Noch zu DDR-Zeiten wurde die Lagerstätte für das Plattenwerk an der Straße von Zwickau nach Mülsen St. Jacob erkundet. Da waren die Lagerstätten „volkseigen“. Noch vor der Wiedervereinigung begannen 1990 die ersten Westunternehmen die Fühler nach den Bodenschätzen auszustrecken. Aber zunächst wurden die Rechte vom Oberbergamt an einen privaten Unternehmer vergeben. „Aufgrund von welchem Recht eigentlich?“, fragen die Anwohner. - Die Mitglieder der Bürgerinitiativen arbeiten seit zwei Jahren angestrengt, besorgten alle dazu wichtigen Gesetze, interne Protokolle aus dem Oberbergamt. Die Auswertung zeigt: Mehrfach wurde von den Behörden gegen geltende Gesetze verstoßen, und eigentlich müsste alles zurück auf Null gesetzt werden, dann würden die Bergrechte den Leuten gehören, die auch den Grund besitzen.
- Aber nein, die Behörde verschmierte alle eigenen Schlampereien, und vergab die Urkunde über die Abbaurechte wieder an die Kieswerke, die ein Teil der Heidelberger Baustoffe AG sind. „Stück für Stück haben sich die Mitglieder der BI durch die Akten gekämpft“, berichtete Sawade zu Versammlung.
- Dies ist der staubtrockene Teil der Aufarbeitung der juristischen Pannen um die Vergabe der Abbaurechte, die lassen aber eines deutlich sichtbar werden: „Wenn die Behörden sich irre, wenn man in den Amtsstuben gegen Gesetze verstößt, dann geschieht die nahezu immer zu Gunsten der Eigentümer der Baustofffirmen und nie steht die Behörde auf der Seite Anwohner, die durch den geplanten Abbau ihr Eigentum, ihre Ruhe, ihre Gesundheit, ihre Erholungsgebiete verlieren!“, resümiert der Vorstand des Vereins Pro Natur.
- Es zeichnet sich der weit schlimmere Skandal ab: Im Raumordnungsverfahren, das doch eigentlich prüfen sollte, ob denn die geplanten Kiesgruben nicht im Widerspruch zu den übrigen, schon vorhandenen Nutzungen im Gebiet stehen, werden die Interessen der Bürger sträflich vernachlässigt. Die vorhandene Kulturlandschaft, die gekennzeichnet ist durch Wiesengründe und Felder, durch kleinere und größere Bauernwälder, Feldraine und Bäche wird zurzeit zum einen durch Land- und Forstwirtschaft genutzt, dient aber vorzüglich den Menschen im Gebiet und an den angrenzenden Wohnsiedlungen als rege genutztes Erholungsgebiet. Unmittelbar betroffen sind davon etwa 30.000 Menschen im Zwickauer Norden, Schneppendorf und Mülsen. Dieser letzte Grünzug und Frischluftspender für die angrenzenden Wohngebiete soll nun weggebaggert werden. - Im August 2009 kam es zu einem Ortstermin mit dem Petitionsausschuss des Sächsischen Landtages, der Bürgerinitiative an dem Landesdirektion Südwestsachsen und dem Oberbergamt Freiberg. Der Berichterstatter des Petitionsausschusses, der Landtagsabgeordnete der SPD, Mario Pecher, konnte dort feststellen: „In dem bisherigen Verfahren wurden die betrachteten Grenzen des betroffenen Gebietes viel zu eng gesteckt, die Interessen der Bevölkerung wird zu wenig Beachtung geschenkt.“ - Trotzdem finden sich in einer ersten Stellungnahme der Behörden, die dem Petitionsausschuss vorliegen, und die der Bürgerinitiative bekannt wurde, widersprüchliche und die tatsächlichen Verhältnisse ignorierende Aussagen, wie einige wenige Beispiele zeigen sollen:
„Warum spielten Belange der wohnortnahen Naherholung in der raumordnerischen Stellungnahme der Landesdirektion keine Rolle?“, fragten die Vertreter der Bürgerinitiative dem Petitionsausschuss.
Lakonische Antwort aus dem Sächsischen Innenministerium. Zitat: „Bis auf das im Regionalplan ausgewiesene angrenzende touristische Ergänzungsgebiet befinden sich im Bereich des Vorhabens keine überörtlichen raumbedeutsamen Tourismusschwerpunkte. Im Umfeld des Abbaugebietes liegen gemäß Regionalplan, Karte 4, weder Orte mit Schwerpunkt Städtetourismus noch Erholungsorte noch Orte mit besonderer Erholungsfunktion noch Kur- und Erholungsorte mit besonderer Erholungsfunktion. Die Gemeinde Mülsen ist auch nicht als Gemeinde mit besonderer Gemeindfunktion Tourismus ausgewiesen“, und weiter, “… die durch Zwickau verlaufenden Ferienstraßen ‚Silberstraße’ und ‚Tal der Burgen’ werden vom Vorhaben nicht berührt … Durch den Landschaftsraum Auerbach-Schneppendorf führen auch keine Radfernwege“. „Wer so etwas schreibt, das ist ein Schreibtischtäter schlimmster Sorte“, wurde zur Jahresversammlung des Vereins gesagt.
Erstens kann sich jeder durch Augenschein davon überzeugen, dass die Region Schneppendorf, Auerbach, Thurm rege als Erholungsgebiet genutzt wird, nämlich durch die anwohnende Bevölkerung (30.000 Menschen). Ständig, davon kann sich jeder durch Augenschein überzeugen, trifft man beispielsweise auf dem Radweg neben der Staatsstraße 286 Radfahrer, Inlineskater, Wanderer, Spaziergänger und Reiter. Die Staatsstraße S286 folgt übrigens einer tausend Jahre alten Fernverbindung, der Salzstraße von Halle nach Böhmen. Der Ortsname Thurm beruht auf einen Wachturm, der im 12. Jahrhundert die Handelskarawanen von Glauchau kommend beschützen sollte. Diese Karawanen durchquerten in Thurm den Mülsenbach und auf ihrem Weg folgten sie der „Schneeberger Straße“ in Thurm, auch heute noch so benannt, hinauf auf den Höhenzug zwischen Mülsen und Zwickau und zogen auf dem Höhenweg, der heute auch als gern als Radwanderroute genutzt wird, weiter nach Schneeberg. - Zweitens haben der Stadtrat der Stadt Zwickau und die Gemeindevertretung von Mülsen zahlreiche Beschlüsse zur Weiterentwicklung der Erholungsfunktionen gerade auf der betroffenen Territorialfläche zwischen Zwickau und Mülsen gefasst. Überörtlich bedeutsam ist beispielsweise der seit 20 Jahren jährlich stattfindende „Radlersonntag“ in Mülsen. Die Verfahrensweise der Schreibtischtäter aus dem Innenministerium und angeschlossenen Behörden ist dazu angetan, sowohl den Menschen in der Region, aber auch den Fernwanderern ihr Erholungsgebiet wegzubaggern. Ungeachtet der vielleicht zu beklagenden Situation, dass in irgendwelchen Tourismuspapieren die Region vergessen wurde, findet in der reizvollen Vorgebirgslandschaft ein reger Tourismus statt. Trotz der Beschlüsse der betroffenen Kommunen für die Erholungslandschaft, trotz der 1500 Einwandsschreiben der Bürger aus der Region zum Raumordnungsverfahren, wo sie gegen den drohenden Verlust ihrer Erholungslandschaft protestieren, trotz anderem Augenscheins der Tatsachen im Gebiet, die Tatsachen der dort stattfindenden Erholung zu ignorieren, das lässt zur Haltung der Behördenangestellten nur einen Schluss zu: Die Behörden verschließen die Augen vor den Interessen der Menschen, um den Wünschen der Wirtschaft nach Abbau der Bodenschätze den Vorrang zu geben. Drittens geht aus den Argumenten der Behörden eindeutig hervor: Man möchte der Gier der Besitzer der Abbaurechte – wohl bemerkt der illegal erworbenen Rechte zur Ausbeutung der Lagerstätten - unter allen Umständen gerecht werden: Es werden in den Behördenstuben bewusst falsche Aussagen getroffen. Auch dazu ein Beispiel: Das Waldgebiet „Tännigt“ ist das Quellgebiet des nach Crossen fließenden „Birkengrundbaches“. Nun stuft das Raumordnungsverfahren den Tännigt und den Birkengrundbach, übrigens der Wasserspenden für das Feibad Crossen, wohl als erhaltenswert ein.
Man muss aber nicht Hydrogeologe oder Forstwirt sein, um auf dem ersten Blick zu erkennen: Wenn man einem Wäldchen von sechs Hektar Fläche, das bisher in einem von Feldern umgebenen Taleinschnitt liegt, die umgebenden Felder U-förmig abbaggert, so dass ein 32 Meter tiefer und 200 Meter breiter Graben entsteht, dem Wald sein Wassereinzugsgebiet wegnimmt und gleichzeitig das Grundwasser rings um den Wald absenkt, dann vernichtet man den Wald definitiv.
„Ich war mit meinem Sohn dort, um Pilze zu sammeln“, berichtete ein Versammlungsteilnehmer, „da ist uns sehr bewusst geworden, dass von dem Wald nichts übrig bleiben kann, wenn dort in dem geplanten Maße abgebaggert wird.“
Wer wissen möchte, wie sich ein in Betrieb befindliches Kieswerk, wo sich riesige Trommeln drehen, die Kiesmassen umwälzen, anhört, der kann sich im mittelsächsischen Biesern sehr wohl davon überzeugen.
Das geplante Kieswerk zum Abbaufeld Schneppendorf Nord, soll nach Empfehlung der Raumordnungsbehörde an die Kreuzung der Zwickauer Straße in Thurm und der S286 errichtet werden, keine 300 Meter von den Thurmer Wohngebieten Leithenberg, Zwickauer Straße und einer Plattenbausiedlung mit 800 Wohnungen aus den achtziger Jahren errichtet werden. Aus idyllischen Wohngebieten für über 2000 Anwohner wird ein lärm- und mit Staub geplagter Industriestandort. Die von der Raumordnungsbehörde empfohlenen Grubenränder reichen dort bis auf 100 Meter an die Balkone der Wohnhäuser heran. Übrigens hat schon das Bekanntwerden der Absicht des Kiesabbaus dazu geführt, dass sich die Wohnungen, die 1993 von der Gemeinde Thurm privatisiert wurden, nunmehr als unverkäuflich erweisen. Der Gipfel des Zynismus dabei ist: Erstens hat 1993 der Staatssekretär Albrecht Buttolo den Verkauf sehr befürwortet, und der Erfolg ist heute sichtbar, in den Privatwohnungen herrscht kaum Leerstand. Zweitens hat der Sächsische Innenminister Albrecht Buttolo 2009 in einer Aussprache mit der Bürgerinitiative Pro Natur geäußert: „Die hätten damals ja auch ein Schnäppchen gemacht, und heute gelte es eben neu nachzudenken.“
Das sind nur wenige Fakten, die das tatsächliche Denken und Handeln der vom Steuerzahler ausgehaltenen Behördenmitarbeiter illustrieren. Dies lässt sich zusammenfassen: Alles für die Gier der weit wegwohnenden Aktienbesitzer der Kiesgewinnungsunternehmen, nichts für die Interessen der betroffenen Bevölkerung.
Der Bundestagsabgeordnete der Grünen Peter Hettlich hatte dazu schon zu einer vom Verein im Februar 2009 in der Thurmer Festscheune durchgeführten Filmvorführung, wo der Film „Wer andern eine Grube gräbt, betont: „Die Belange von Mensch und Umwelt werden
durch das bestehende Bundesberggesetz kaum, teilweise gar nicht, berücksichtigt.“
Der grüne Bergbauexperte Uli Wieland stellt im Film klar: „Das Bergrecht ist eindeutig ein Unternehmerrecht“. Das Thema Natur werde in bergrechtlichen Genehmigungen in einen Satz abgetan. Dem kann man nur hinzufügen: Die Menschenrechte sind den Bergbaubehörden einen Dreck wert.
Alles Gründe, im Kampf um die Rechte am Rest der Landschaft zwischen Zwickau und Mülsen verstärkt fortzufahren.
Pressesprecher der Bürgerinitiative „Mülsen Pro Natur“
0376012729, 01704827871
Der vorstehende Text ist der Versuch, eine „relativ kurze“ aber aussagekräftige Zusammenfassung zum Thema und zur Versammlung zu geben. Man sieht daraus: Es ist nicht einfach, und es reicht nicht, nur zu sagen, die reißen uns das letzte Hemd unterm Arschweg, wenn es nach der Gier der Heidelberg-Zement AG geht, können wir alle verrecken, Hauptsache der Kies stimmt und unser Ableben stimmt mit den aktuellen Berggesetz überein.
Der Text ist so nicht abgestimmt, und deshalb mit Pressesprecher BI „Mülsen Pro Natur“ unterschrieben.
1. VS Herr	Thomas	Hertzsch,	0375 / 478549, mobil 01777935281	E_Mail: thomas.hertzsch@web.de
Zwickau/Mülsen
Pressemitteilung zum Ortstermin des Petitionsausschusses des Sächsischen Landtages mit Vertretern der Bürgerinitiative und der zuständigen Behörden: Oberbergamt, Sächsisches Ministerium des Innern, Sächsisches Ministerium für Wirtschaft und Arbeit und der Landesdirektion Chemnitz.
Thomas Hertzsch zeigt den Landtagsabgeordneten Mario Pecher, SPD, und Kerstin Nicolaus, CDU, die Flächen auf der Karte und in Natur, die dem Kiestagebau "Schneppendorf" zum Opfer fallen sollen. Am 10. August 2009 fand ein Ortstermin der Bürgerinitiative Pro Natur, die gegen den geplanten Kiesabbau in der Größenordung von 150 Fußballfeldern in zwei Tagebauen zwischen Zwickau und Mülsen kämpft statt.
In etwa vier Stunden wurden die Probleme im ehemaligen Crossener Rathaus erörtert. Teilnehmer waren die Mitglieder der Bürgerinitiative
-	Thomas Hertzsch
-	Michael Sawade
-	Sylvia Gräser
-	Antje Dietsch
-	Theo Stiegler
Die Ministerien wurden vertreten durch
-	Heinz Bieneck, SMI
-	Peter Jantsch, SMWA
Als Vertreter der Landesdirektion Chemnitz waren gekommen
-	Eike Möncke
-	Petra Mättig
Und vom Oberbergamt Freiberg nahm teil
-	Bergdirektor Joachim Bayer
Auf der Besichtigungstour konnten die Teilnehmer an der Beratung einen Blick in einen bestehenden Tagebau eines anderen Unternehmens, das unmittelbar an das geplante Abbaufeld "Süd" grenzt, werfen. Das Bild zeigt einen Tagebau von einem Zwanzigstel der Größe, wie sie von den Kieswerken Biesern zwischen Zwickau und Schneppendorf planen.
Anschließend konnten die Beratungsmitglieder die Örtlichkeiten der geplanten Tagebaue, aber auch die betroffenen Ortslagen auf einer Rundfahrt besichtigen.
Der Berichterstatter für den Petitionsausschuss Mario Pecher, MdL SPD, fasst den Termin zusammen: „Das war ein guter Termin. Wir konnten einen Eindruck von den geplanten Kiestagebauen gewinnen. Deutlich wurde, das gelaufene Raumordungsverfahren und die grundsätzlich daraus resultierende Empfehlung der Verträglichkeit des Abbaues mit den anderen Raumfunktionen Wohnen, Erholen, Natur kann so nicht stehen bleiben. Ich empfehle das ganze Verfahren nochmals aufzunehmen.
Besonders wichtig dabei, die räumlichen un funktionalen Grenzen der Betrachtung müssen weiter gefasst werden, dazu gehört Zwickau Eckersbach und Auerbach und der Mülsengrund. Die Interessen der betroffenen Bürger müssen mehr berücksichtigt werden.“
Der Vorsitzende der Bürgerinitiative Pro Natur Thomas Hertzsch: „Die von der Raumordnungsbehörde Landesdirektion getroffenen Empfehlungen folgen völlig einseitig den Interessen des Bergbaus und der Betreiber von Kiestagebauen. Die Interessen der Bevölkerung wie Wohnen, Erholen werden völlig außer Acht gelassen. Das muss korrigiert werden.“
Michael Sawade von der BI: „Wir zweifeln die Rechtmäßigkeit der Besitzrechte grundsätzlich an. In der Zeit der Wende wurden noch im Jahr 1990 die Rechte über Privatpersonen verschoben.“
Theo Stiegler: „Das Raumordnungsgesetz schreibt vor, dass die Funktionen eines Raumes verträglich aufeinander auf einander abgestimmt werden müssen. Die vorhandenen Funktionen in der an sich schon engen Landschaft und der anschließenden Wohngebiete lassen einen großflächigen Tagebau nicht zu. Sind die Wälder Graurock und Tännigt erst mal vertrocknet, kann sich dort niemand mehr erholen oder Pilze suchen. Niemand glaubt, dass wenn um den Tännigt herum 32 Meter tief gebaggert wird, dass dort noch ein Baum stehen bleibt. Die Genehmigung der Vorhaben würde die Grundrechte der Bürger auf Gesundheit, Erholung und Wohnen aufs Gröbste verletzen. Die Rechte der Menschen gilt es zu veteidigen.“
Michael Sawade: „Gerade in der kürzlich fertig gewordenen Eigenheimsiedlung Am Schnepfenberg haben die Siedler im Vertrauen darauf, dass sie in eine Wohnumgebung mit hoher Wohnqualität ziehen, ihr Geld angelegt. Das soll ihnen jetzt weggebaggert werden. Das lassen wir nicht zu.“
Gerade die Siedlung am Schnepfenberg läge, so die Abbaupläne, genau zwischen den zwei Abbaufeldern: Entfernung in jede Richtung, ob Süden oder Norden, etwa 200 Meter bis zu jeder Grubenkante. Aus einem reinen Wohngebiet würde ein Industriegebiet mit außerordentlich hoher Belastung durch Staub, Lärm und Verkehr.
Peter Jantsch vom Wirtschaftsministerium: „Das Berggesetz ist nicht dazu da, Bergbau zu verhindern, Grundsatz ist die Erschließung und Gewinnung von Bodenschätzen.“
Eike Müncke von der Landesdirektion: „Bodenschätze sind nun mal da wo, sie sind, da muss man sie auch gewinnen. Kompromisse müssen wir immer machen.“
Peter Jantsch: „Euer Pech, unter der Region hier liegt vor dem Erzgebirge das südlichste Kiesvorkommen. Wir können den Bergrechteinhabern nicht verbieten, dass sie Kies abbauen wollen. Ob der Kies gebraucht wird, spielt dabei keine Rolle.“
Peter Jantsch tröstet: „An den Rand eines Tagebaues kommen viele Menschen, weil das interessant ist, den Baggern zuzusehen.“
Kerstin Nicolaus: „Und wer kümmert sich um die Mondlandschaften, wenn die Betreiber Konkurs anmelden. Bleibt dann alles so liegen?“
Mario Pecher: „Ich kenne keinen Haushaltstitel in den Haushaltsberatungen des Landtages, wo es um das Heilen solcher Wunden in der Landschaft geht. Das Geld, was die Betreiber für solche Fälle einstellen müssen, reicht dann höchstens noch für einen Zaun darum herum.“ Pecher will den Petitonsausschuss empfehlen, die Empfehlung der Landesdirektion über die Verträglichkeit des geplanten Abbaues mit den Interessen der betroffenen Bevölkerung neu auf die Waage zu legen.
So weit ein paar Zitate aus der Beratung über den geplanten Kiestagebau.
Die Bürgerinitiative Pro Natur am 10. August 2009
Fernsehdreh des ZDF-Kinderkanals für die Sendung „logo! – Deine Nachrichten" über den geplanten Kiesabbau zwischen Zwickau und Mülsen
Behördenchef des Bergamtes hat Zeit für Interview vor der Kamera
Ein Fernsehteam des Kinderkanals des ZDF drehte in Schneppendorf einen Beitrag für den ZDF Kinderkanal.
Die Kinder hatten an die LOGO - Redaktion des KIKA geschrieben und diese für das Thema Heimatverlust durch Kiestagebau interessiert. Der Kinderkanal in der Sendung "LOGO Redezeit" am 5. Mai diesen Beitrag zum geplanten Kiestagebau um Schneppendorf senden.
“Komm ich jetzt ins Fernsehen?“ wird sich auch der Chef des für den Tagebau verantwortlichen Oberbergamtes Freiberg Reinhard Schmidt gedacht haben. Während der Präsident des Amtes bisher für die betroffenen Schneppendorfer, Thurmer, Crossener, Auerbacher und Eckersbacher Bürger keine Zeit hatte, nahm er sich mit seinem Pressesprecher Peter Holer für das Fernsehen den Nachmittag frei.
Die Kinder fragen vor der Kamera: „Wieso kann es sein, dass unsere schöne Heimat durch den Kiesabbau zerstört werden darf?“
Leutselig erklärte Schmidt den Kindern, wie dicht doch Deutschland besiedelt ist, dass sich immer jemand durch Abbau gestört fühlen wird. Er sagt auch: „Wie schön es doch bei Euch hier ist.“ Er verschweigt, dass von der Landschaft zwischen Schneppendorf und Thurm nichts mehr übrig bleibt, die Tagebaue werden die liebliche Hügellandschaft in eine öde Mondlandschaft verwandeln, die kleinen Wälder Tännigt und Graurock werden vertrocknen.
Aber, so erklärt er den Kindern, Kies wird gebraucht, für Straßenbau und für Häuser. Reinhard Schmidt sagt nicht, dass die große Stadt Zwickau, zu der Schneppendorf gehört, den Kiesabbau zwischen Zwickau und Mülsen ablehnt. Es sind schon genug Kiesgruben in der Gegend. Was hier an Kies gebraucht wird, kann auf viele Jahre hinaus aus den vorhandenen Tagebauen bedient werden.
„Ihr wisst doch, wie streng in Deutschland die Gesetze sind, sagt der freundliche ältere Herr. Da kann es nicht sein, dass Euch der Lärm beim Schularbeitenmachen stören wird.“ Der Präsident weiß aus eigener Erfahrung und aus den Einsprüchen der Bürger natürlich, welchen Lärm die Bagger und die Siebmaschinen in einer riesigen Kiesgrube machen, das muss man aber scheinbar den Kindern nicht auf die Nase binden. Dass die Tagebaue bis auf hundert Meter an die Häuser heranrücken sollen und die Siedlungen praktisch unbewohnbar werden, beschönigt Schmidt. Obwohl in dem Antrag der Kiesgrubenbesitzer ausdrücklich von drei Schichten Betrieb in den Kiesgruben die Rede ist, behauptet der freundliche alte Herr gegenüber: Natürlich werde nur zu den Zeiten, „wenn es niemand stört“, gebaggert.
Was die Kinder nicht fragen, ist warum das Sächsische Oberbergamt im fernen Freiberg so sehr an der Zerstörung der ihrer Landschaft interessiert ist. Nun, Bergämter werden nur gebraucht, wo es Bergbau gibt, die Behörde erhält nur Geld von Kieswerken, wenn diese abbauen, das weiß man natürlich in der Bürgerinitiative „Pro Natur“, die den Widerstand gegen die Abbaupläne der Kieswerke Biesern organisieren. Von Bürgern, die sich in der Natur erholen wollen, sieht das Oberbergamt keinen Cent, und einen Präsident, der hilft, ihre Landschaft zu zerstören, ihre Grundstücke zu entwerten und dafür auch die Zerstörung ihrer Gesundheit durch Lärm, Staub und Feinstaub in Kauf nimmt, brauchen sie schon gar nicht. Wenn die Belastungen auftreten, sind andere Behörden zuständig.
Bürger in Schneppendorf, die auch Fragen an den Präsidenten hätten stellen wollen, sahen den Chef des Sächsischen Oberbergamtes Professor Reinhard Schmidt nicht. Der war, als die Kamera auf dem Drehort über dem Tal abgeschaltet wurde, schnell wieder verschwunden.
Wer sehen will, was der Präsident den Kindern zu sagen hatte: Der Beitrag ist vorgesehen für den 5. Mai in der Sendung „logo! – Deine Nachrichten“, der 15.50 und 19.50 Uhr im ZDF Kinderkanal KiKa.
Am 30. April 2009 treffen sich die Freunde "Pro Natur" zum Hexenfeuer an der "Festscheune Thurm".
Wer sich vor Ort ein Bild von der von der Zerstörung durch den Kiesabbau betroffenen Landschaften machen will: Am Pfingstsonntag
lädt die Kirche traditionell zum Gottesdienst in die alte Kiesgrube im "Graurock" ein. Das ist ein guter Termin, das bedrohte Waldgebiet und damit die Naherholungsgebiete Mülsener und Zwickauer Bürger noch einmal in voller Schönheit zu bewundern. Wer weiß wie lange noch?
Der Kampf gegen den geplanten Kiesraubbau geht weiter
Zwickau/Mülsen im März 2009. Die Bürgerinitiative „Mülsen Pro Natur“ gibt bekannt: Die Landsdirektion Chemnitz hat im Raumnutzungsverfahren „Kiessandtagebaue“ zwischen Thurm, Schneppendorf und Zwickau für die Kieswerke Biesern entschieden.
Trotz entschiedener Ablehnung des Vorhabens durch die Stadt Zwickau, die Gemeinde Mülsen, durch die Naturschutzverbände und 1500 Einsprüchen von betroffenen Bürgern hat die Behörde, den Ansinnen der Kieswerke auf 150 Hektar Ackerland Kies abzubauen, im Wesentlichen den Vorrang gegeben. Das ist natürlich nicht das Ende der Hoffnung, das Vorhaben insgesamt zu verhindern.
Die Bürgerinitiative lädt für den 7. April, 19 Uhr, zu einer Podiumsdiskussion in die Thurmer Festscheune ein. Beabsichtigt ist, zu diesem Termin Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung einzuladen. Die Beteiligung von möglichst vielen Bürgern soll den Druck gegen den Raubbau an unserer Landschaft, Gesundheit und Lebensqualität deutlich machen. Wir lassen uns das nicht gefallen, in einer Zeit, wo in Villensiedlungen in Hamburg oder München Kinderlachen wegen Lärmbelästigung verboten wird, beabsichtigen die Kieswerke Biesern mit Baggern, Aufbereitungsmaschinen und Lkw-Verkehr bis auf hundert Meter an die Fenster der dichten Besiedlung in Schneppendorf und Thurm heranzurücken. Baggerlärm und Staub rund um die unmittelbar vorm Balkon der Thurmer Plattenbaublocks, welch ein Ausdruck von „Sorge um den Menschen“, der da aus der Landesdirektion in Chemnitz auf die Menschen zwischen Thurm, Schneppendorf und Zwickau herüberstrahlt.
Auf einem 26 Seiten-Pamphlet erwähnt die Landesdirektion zwar die Bedenken und Einwände, die gegen das Vorhaben vorgebracht werden, aber man hat „Gegenmaßnahmen“, die die Konflikte heilen sollen. Manche jedenfalls. Während der Lärm und der Staub zunächst überhaupt keine Rolle spielt, das könne man ja später auf dem Klageweg gegen die Betriebspläne klären, strotzt das Behördenschreiben von solchen Weisheiten, wie beispielsweise, dass der Birkengrundbach, der sein Wasser ausschließlich aus der Niederschlagsmenge von der Fläche, auf der die Kiesgrube „Feld Schneppendorf“ erhält, zu erhalten sei. Aber wie. Zwar durchfließt der Bach eine schützenswerte Naturlandschaft mit Bienenweide, speist das Crossener Bad und ist auch sonst für die Crossener derzeit wichtige Wasserquelle, aber die Chemnitzer Behörde findet: „Insbesondere zum Birkengrundbach wird gefordert, dass im Zuge der Abbaumaßnahme darauf zu achten ist, dass eine Beeinträchtigung des Birkengrundbaches ausbleibt.“ Unsinn hoch drei! Oder denken die Verantwortlichen, dass der Betriebsleiter des Kieswerkes gelegentlich einen Eimer Wasser in den Bach kippt, wenn schon das gesamte Wassereinzugsgebiet in Hufeisenform rings um das Quellegebiet des Birkengrundbaches bis auf 30 Meter unter das Bachniveau abgebaggert wird. Welch gescheite Fachleute in der Unteren Wasserbehörde die dies als unbedenklich erachten. Beamte und Behördenangestellte, die von unseren Steuergeldern bezahlt werden und offenbar Gefälligkeitsgutachten für raffgierige Wirtschaftsunternehmen erstellen!
Die Raumordnungsbehörde selber, übrigens auch Beamte, die für den Bürger arbeiten sollten, kommt zu den Gesamtergebnis:
•	der Abbau im Feld Schneppendorf Süd erst nach Auskiesung und Rekultivierung des Feldes Schneppendorf und der im unmittelbaren Umfeld gelegenen Abbaugebiete Zwickau-Auerbach und Zwickau-Ost beginnt.
Außerdem soll das Kieswerk, das jetzt neben Schneppendorf geplant ist, in Richtung Thurm verschoben werden und weitere kleine Auflagen sollen die Eingriffe in die Landschaft, die Wasserhaltung und die Wälder mildern helfen. Dabei wissen alle: Kommen die über 30 Meter tiefen Gruben, dann vertrocknen die Wälder wie Graurock und Tännigt, weil dann das Grundwasser unter den Bäumen verschwindet. Aber wenn das soweit ist, sind die schlauen Gutachter wahrscheinlich längst in Pension.
Das Landratsamt Zwickau, Amt für Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft teilt aus Sicht der Landwirtschaft mit, dass durch das Vorhaben eine Existenzgefährdung von Landwirtschaftsbetrieben nicht auszuschließen ist. Da es sich bei den Flächen um ertragreiche Böden i. 5. der landwirtschaftlichen Nutzung (Bodenwertzahlen zwischen 45 und 50) handelt, die eben, nicht zerschnitten und gut zu bewirtschaften sind, ist mit Sicherheit mit einer erheblichen wirtschaftlichen Betroffenheit der Betriebe zu rechnen.
Während „Die Stadt Zwickau, der Ortschaftsrat Crossen / Schneppendorf und die Gemeinde Mülsen befürchten, durch Lärm- und Staubbelastungen bzw. Erschütterungen einen wesentlichen Verlust an Lebensqualität, massive gesundheitliche Auswirkungen, immense Beeinträchtigungen von Kulturgütern und Kulturlandschaft sowie daraus resultierende Wegzüge und baulichen bzw. langfristigen siedlungsstrukturellen Verfall“ hinnehmen zu müssen, kommt die Behörde zu dem Schluss: „Im Ergebnis der raumordnerischen Prüfung des Vorhabens hinsichtlich der Belange des Siedlungswesens, des Verkehrs und der Naherholung kann festgestellt werden, dass der geplante Kiessandtagebau bei Beachtung“, der Maßgaben, „in Einklang mit den entsprechenden regional- und landesplanerischen Erfordernissen steht.
Man resümiert: „Die Gewinnung oberflächennaher Rohstoffe ist immer mit Belastungen für die Umwelt und mit Beeinträchtigungen für die in der Region lebenden Menschen verbunden. So stellt auch das Abbauvorhaben Kiessandtagebau Schneppendorf zweifellos einen gravierenden und nachhaltigen Eingriff in einen Landschaftsraum dar, der wegen der hohen natürlichen Bodenfruchtbarkeit einer intensiven landwirtschaftlichen Nutzung unterliegt sowie als Regionaler Grünzug wichtige Freiraumfunktionen übernimmt und durch seine Lage am Rande des Oberzentrums Zwickau und im Verdichtungsraum Chemnitz-Zwickau der Naherholung dient. Mit dem Vorhaben sind Eingriffe verbunden, die während der Abbauphase und vermutlich auch bleibend nachteilige Auswirkungen auf das natürliche Landschaftsbild, das ökologische Gefüge und v. a. auf die Schutzgüter Wasser und Boden haben werden.“
Aber, es wird schon irgendwie gehen. Es wird nicht gehen, Tausende betroffene Bürger der Region sind bereit sich zu wehren.
Für den 30. April planen die Bürgerinitiativen eine weitere Protestveranstaltung an einem gemeinsamen „Hexenfeuer“. Einzelheiten werden rechtzeitig bekannt gegeben.
Die Bürgerinitiative „Mülsen Pro Natur“
300 Bürger sehen das Grauen, dass das Deutsche Bergrecht anrichtet
Grünen-Politiker Peter Hettlich: Gesetz muss endlich durch neues Umweltgesetzbuch abgelöst werden – Menschenrechte vor Unternehmensrechte
Der Grünen-Politiker Peter Hettlich, MdB, in Thurm.
Thurm, am 13. Februar 2009 – Wie weit ist Heuersdorf? Sehr weit ist die Braunkohle weg, wenn man nicht betroffen ist, sehr nah rückt das Geschehen, wenn die Bagger an der eigenen Schwelle nagen. Ein Film „Wer andern eine Grube gräbt“, den das Mitglied des Deutschen Bundestages Peter Hettlich drehen ließ, zeigt, welchen Wert Bürgerrechte heute in der Bundesrepublik haben, wenn es um Bodenschätze und Unternehmergewinne geht – einen Dreck scheren sich Gerichte um Gesundheit, Erholung und Eigentum, wenn die Gegenseite das Bergrecht auf seiner Seite hat. Etwa 300 Menschen waren trotz Schnee und Eis in die Thurmer Festscheune gekommen. Betroffene rund um Schneppendorf, aus Eckersbach und Auerbach, die am meisten betroffenen Schneppendorfer selber und viele Mülsener sahen und hörten am Freitag in der Thurmer Festscheune die Dokumentation des Grauens: Familien im Saarland leben in Wohnungen, die so schief stehen, dass sie die Stuhlbeine absägen müssen, um gerade zu sitzen. Fenster klemmen oder gehen von selber auf, Risse ziehen sich durchs ganze Haus, trotzdem hilft ihnen kein Rechtsschutz. Peter Hettlich: „Sie prozessieren sich arm und haben kaum Aussicht auf angemessene Entschädigung.“ Auch die Randzwickauer rund um Schneppendorf bangen um ihre Ruhe, ihre Gesundheit, um ihr Eigentum, wenn zwischen den Orten Kies abgebaut werden soll. Die von den Kieswerken geplanten Abbaufelder „Susi“ und „Heide“ umfassen eine Fläche von 150 Hektar, das ist fast die ganze Landschaft zwischen den Siedlungen in Auerbach, Eckersbach, Schneppendorf und Thurm. Hettlich weiß: „Kies ist nicht Braunkohle, es gibt schon Chancen, den Abbau zu verhindern oder wenigstens so zu erschweren, das erträgliche Belastungen entstehen.“ Als eines der wichtigsten Hindernisse vor Ort sieht der Bundestagsabgeordnete der Grünen das Grundeigentum. „Verkaufen die Eigentümer ihren Grund und Boden nicht, kann das Unternehmen auch nicht abbauen“, sagt Hettlich, weiß aber auch, „mit Geld lässt sich da fast jeder Widerstand beseitigen“. Dass am Freitag so viele Bürger in die Thurmer Festscheune gekommen waren, sieht der Sprecher der AG Ost der Grünen als gutes Zeichen: „Solidarität ist ganz wichtig, wenn es zur Klage gegen den Abbau kommen soll.“ Da schwingt der Grüne auf einer Welle mit Kerstin Nicolaus, der Sächsischen Landtagsabgeordneten der CDU. Diese wird von Thomas Hertzsch gelobt. Der Vorsitzende des Vereins „Pro Natur“, der die Mülsener, Schneppendorfer und Auerbach-Eckersbacher Bürgerintiativen bündelt, weiß, dass Nicolaus „schon so manche Tür für uns aufgestoßen hat.“ So konnten die Bürgerinitiativen Ende Januar zwei Stunden beim Sächsischen Innenminister Albrecht Buttolo ihre Bedenken vortragen und nahmen auch die Hoffnung auf Unterstützung mit.
Einig waren sich auch die Politiker in einem: „Das Bundesbergrecht in seiner heutigen Form ist juristisch antiquiert und aus umwelt-, klima- und energiepolitischer Sicht destruktiv. Teile der Reichsgesetzgebung, die in den 30er und 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als ‚Kriegsertüchtigungsgesetz’ gestaltet wurden, sind bis heute Bestandteil des Bergrechts. Es räumt Bergbauvorhaben fatale Sonderprivilegien gegenüber anderen Rechten ein, ohne auf gesellschaftliche Belange Rücksicht zu nehmen. Mensch und Umwelt werden durch das Bundesberggesetz nicht berücksichtigt.“ Abhilfe kann da nur die „große Politik“ schaffen. Ein Beispiel wäre, dass die Rechte um Bodenschätze und deren Abbau in einem Umweltgesetzbuch für die gesamte Bundesrepublik neu geregelt werden. Nicolaus: „Da wäre es ganz wichtig, dass die Unternehmen auch endlich den Bedarf für die gewonnenen Bodenschätze nachweisen müssen. Es kann nicht sein, dass in Sachsen abgebautes Gestein für ein paar Cent nach Irland verfrachtet wird. Das ist Raubbau auf Kosten der hiesigen Bevölkerung.“
Pressesprecher „Mülsen Pro Natur“
Etwa 300 Bürger waren gekommen, um den Film "Wer anderen eine Grube gräbt", der auf Initiative von Peter Hettlich gedreht wurde, zu sehen und um Fragen zu stellen.
Bürgerinitiative zeigt Film über Raubbau beim Kiesabbau
Mülsen – Die Bürgerinitiative „Mülsen Pro Natur“ informiert. Am 13. Februar, 18 Uhr zeigt die Bürgerinitiative in der
Festscheune in Thurm einen Film über die Zerstörung der Natur durch Gesteinsabbau. Der Film „Wer anderen eine Grube gräbt“, 30 Minuten, ist ein Film über ein haarsträubendes Gesetz und seine verheerenden Auswirkungen auf die Rechte der Bürger. Der Film wurde auf Initiative des Bundestagsabgeordneten Peter Hettlich, Bündnis90/Die Grünen, produziert. Hettlich hat für den 13. Februar sein Kommen zugesagt. Er wird Fragen zu dubiosen Abbaurechten beantworten. Zum Film, Uraufführung war am 3. Dezember 2008 in Potsdam, berichtet die Website der Grünen:
„Das Bundesbergrecht in seiner heutigen Form ist juristisch antiquiert und aus umwelt-, klima- und energiepolitischer Sicht destruktiv. Teile der Reichsgesetzgebung, die in den 30er und 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als "Kriegsertüchtigungsgesetz" gestaltet wurden, sind bis heute Bestandteil des Bergrechts. Es räumt Bergbauvorhaben fatale Sonderprivilegien gegenüber anderen Rechten ein, ohne auf gesellschaftliche Belange Rücksicht zu nehmen.
Mensch und Umwelt werden durch das Bundesberggesetz (BBergG) nicht berücksichtigt. Der Film "Wer anderen eine Grube gräbt …" veranschaulicht diese abstrakte, juristische Tatsache mit bewegenden Bildern und O-Tönen betroffener Menschen aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands
Das Gesetz greift in vielfältige Bereiche ein: bei Bohrvorhaben in Nord- und Ostsee, bei der Lagerung von Atommüll, beim Abbau von Erzen, Granit, Basalt, Lava, Kali und Kies.“
Zur Veranstaltung berichten Mitglieder der Bürgerinitiative über neue Ergebnisse und Schritte zur Verhinderung des großflächigen Kiesabbaus zwischen Thurm, Schneppendorf und Zwickau. Mitglieder der Bürgerinitiative waren zu Gesprächen bei der Landesdirektion und deren Präsidenten Karl Noltze. Ende Januar findet ein Besuch beim Sächsischen Innenminister Albrecht Buttolo statt. Aus den drei Bürgerinitiativen Pro Natur Mülsen, Pro Natur Schneppendorf und Pro Natur Eckersbach hat sich inzwischen zur Bündelung der Kräfte ein gemeinsamer Verein gebildet.
Die Bürgerinitiative Mülsen Pro Natur bedankt sich herzlich über bisher eingegangene Spenden. Bisher wurden Spenden in Höhe von 1137 Euro gesammelt. Diese werden zur Unterstützung von Klagen gegen das Vorhaben der Kieswerke Biesern gebraucht. Natürlich wird sehr viel mehr Geld gebraucht werden. Spendenkonto 2320039050 bei der Sparkasse Zwickau, Bankleitzahl 87055000.
Fragen zur Bürgerinitiative beantworten ständig als Ansprechpartner Ursula Knoll, Telefon 2386,
Steffi Lambrecht, Telefon 3288, und Wolfgang Hoppe, Telefon 2668.
Die Bewirtung zur Veranstaltung übernimmt die Freiwillige Feuerwehr.
Ihre Bürgerinitiative „Mülsen Pro Natur“
Die Skizze zeigt die Lage der geplanten 150 Hektar (rot) Abbaufläche zwischen
Zwickau Auerbach, Schneppendorf und Thurm. Werden die Pläne wahr, fallen die grün gezeichneten Wälder vor allem mit Graurock und Tännigt
dem Abbau zum Opfer. Durch die Grubentiefe von über 30 Metern kommt es zur Grundwasserabsenkung und damit zum Vertrocknen der Bäume.
Andererseits ist jetzt der Graurock der natürliche Wasserspeicher, der Regenfälle auffängt und langsam wieder abgibt. Ist dies nicht mehr der, ist
Schneppendorf wieder einer verheerenden Hochwassergefahr ausgesetzt. Wie das aussieht, kann jeder in der Chronik des Ortes nachlesen.
Über 1000 Bewohner der Region aus den Zwickauer Stadtteilen Schneppendorf, Auerbach, Eckersbach, Crossen aber auch dem Mülsengrund hatten sich zu einem Protestmarsch zusammengefunden. Ziel des Marsches
der obere Ortsteil von Schneppendorf, der besonders schlimm betroffen ist. Über das Tal soll sich am Ende eine Förderbrücke erstrecken. Diese soll in drei Schichten den Kies aus dem
Abbaufeld zwischen Schneppendorf und Auerbach ins Kieswerk östlich von Schneppendorf befördern.
Politiker positionieren sich. Die Landtagsabgeordnete der CDU Kerstin Nicolaus: Völlig unvorstellbar in dieser dicht besiedelten Region, wo zwischen den Siedlungen an keiner Stelle der Abstand zu den Häusern
größer als 500 Meter ist ein Kiesabbaufeld in der Größe von 220 Fußballfeldern aufzuschließen. Das Vorhaben muss verhindert werden.
Ein idyllischer Spielplatz in der Kindereinrichtung "Kinderland" in Thurm, keine 300 Meter vom geplanten Rand der Kiesgrube, wo in drei Schichten
Kies gefördert und aufbereitet werden soll. Der Kindergarten und die Ganztagsschule in Thurm liegen genau in der Hauptwindrichtung vom geplanten Tagebau.
Sand, Feinstaub, Abgase drohen den Menschen rund ums Jahr. Wo anderswo schon ein Biergarten als unzumutbare Belästigung
empfunden und verboten wird, scheint es für die Thurmer und die Schneppendorfer zumutbar: Lärm und Staub ohne Ende ertragen zu müssen.
Aufbruch der Thurmer Bürger zur Protestdemonstration aus der Ortsmitte zu den in 800 Meter Entfernung liegenden geplanten Abbaufeldern.
Noch schmiegt sich der Ort Thurm, Teil der Großgemeinde Mülsen östlich von Zwickau, idyllisch in das Tal des Mülsenbaches. Kommt erst der Dreck aus dem geplanten Abbau, ist es vorbei mit der Idylle.
Geht es nach dem Willen der Planer, dehnt sich hier rechts neben der Straße eine 32 Meter tiefe Kiesgrube.
Wenige Meter neben dem Rand einer möglichen künftigen Kiesgrube befindet sich ein
Wohngebiet in Plattenbauweise mit über 800 Wohnungen, die zum Teil privatisiert wurden. Schöne Aussicht, rund um die Uhr die Gewinnungsmaschinen zu hören, deren Dreck zu atmen und zu wissen, da wo wir vor wenigen Jahren noch spazieren gingen, ist jetzt nur Mondlandschaft.
Die alte Landwirtschaftsstraße neben der neuen Kreisstraße wird gern als Laufstrecke von Bewohnern der Zwickauer
Stadtteile Eckersbach, Auerbach, Schneppendorf, Crossen genutzt, aber auch die Mülsengrundbewohner nutzen diese Möglichkeit gern und häufig.
Noch wächst kräftiger Mais auf den Feldern der Bauern, die die Krume auf der Hochfläche
zwischen Schneppendorf und Thurm seit 750 Jahren pflegen.
Im Hintergrund ein Feld, das der Kiesgrube weichen soll. Dahinter das Wäldchen Tännigt, das
vom Abbaufeld mit 32 Meter Tiefe umrundet werden soll. Jeder kann sich ausrechnen, dass dann dort nur noch abgestorbene Baumruinen
stehen werden. Heute findet zwischen den Wäldern der Region, Graurock, Tännigt, Leithenberg, Talwald, Pfarrwald und vielen kleinen
Bauernwälder ein reger Wildwechsel statt. Ein Kiesabbau der geplanten Größe wird dieses Leben gründlich zerstören. Das hat auch die Politik
auf den Plan gerufen. Teilnehmer an der Protestdemonstration. Bundestagsabgeordneter der SPD Andreas Weigel, 2. von links, und Landtagsabeordneter
der SPD Mario Pecher, rechts.
Auf den Wegen zwischen den geplanten Abbaufeldern erstreckt sich jetzt eine reich gegliederte, abwechslungsreiche
Kulturland, die sich seit 800 Jahren entwickelt hat und die durch zahlreiche Beziehungen zwischen den Siedlungen auszeichnet. Das Dorf
Schneppendorf, das die Kiesausbeuter von beiden Seiten abbaggern wollen, und der Nachbarort Thurm gehören seit 1540 zum Kirchspiel
St. Urban. Früher liefen die Schneppendorfer am Sonntag vormittag über die Felder zum Gottesdienst nach Thurm.
Heute wird die Landschaft von 50.000 Einwohnern von Zwickau Eckersbach bis Thurm und Niedermülsen rege als Naherholungsgebiet genutzt. Radfahren, Inlineskaten, Wandern, Nordikwalking, Pilzesuchen und das Beobachten von Wildtieren mit Rehen, Hasen, Füchsen, Mäusebussards und anderen Greifen sowie zahlreichen Waldvögeln bereiten den Bewohnern jetzt noch viel Freunde. Das wird durch die Mondlandschaft, die Tagebaue für hundert Jahre bereiten, restlos beendet werden.
Die Lebensqualität der gesamten Region mit betroffenen 50000 Einwohnern wird restlos zerstört. Schon allein der Abbaulärm und der Staub
werden verhindern, dass sich in diesem Gebiet jemand erholen kann. Dass außerdem riesige Löcher dort entstehen, wo heute noch Wege und Felder sich ausdehnen bedeutet das Ende einer Kulturlandschaft. Auf der Straße, auf der hier im Bild Radfahrer fast ungestört fahren, sollen minütlich
40-Tonner Lkws Sand abtransportieren. Der Wald und die Alleebäume sind dann sowieso verschwunden.
Die Teilnehmer der Protestdemonstranten ließen es sich nicht nehmen, auf einen der Felder, die
abgebaggert werden sollen, das Gefühl einer intakten Landwirtschaft zu erwandern. Seit der Besiedlung der Region um die zweite Hälfte des
12. Jahrhunderts wurden die Felder und die Krume gepflegt. Typische Siedlungsformen der Region sind die so genannten Waldhufendörfer. Das heißt von einer Besiedlung entlang eines Baches oder Flusses dehnten sich Landstreifen der Bauern meist weit über die Flur und endeten oft am Wald. Hier allerdings stießen die Felder der Thurmer Bauern an die der Schneppendorfer, wo sich die Bewohner bei der Feldarbeit begegneten.
Die Alleebäume rechts zeigen die Grenze zwischen Thurmer und Schneppendorfer Flur.
Auch in normalen Zeiten kann man hier Wandergruppen oder Radler treffen. Mitten durch die geplanten
Kiesgruben geht die Wanderroute aus dem Muldental in Richtung Mülsen, Zschocken und weiter ins Erzgebirge.
Mondlandschaften werden bleiben, wenn die Planungen der Kieswerke verwirklicht werden.
Auch der Graurock, hier rechts als Waldgebiet von etwa 3 bis 4 Quadratkilometern, wird nicht zu retten sein, wenn das Grundwasser genau
vor der Waldkante um über 30 Meter abgesenkt wird. Bäume, Waldpflanzen und -tiere werden verschwinden.
Besonders schwer betroffen sind die Schneppendorfer Bürger. Sie können seit Veröffentlichung der
Pläne nicht mehr schlafen. Lärm und Staub rund um die werden ihre Gesundheit ruinieren. Die Grundstücke, eine Eigenheimsiedlung mit vierzig neuen, schmucken Häuschen, die Siedlung aufe dem Schnepfenberg, wurde gerade
neu errichtet, sind mit den bekannt gewordenen Plänen zum Kiesabbau keinen Pfifferling mehr wert. Rings um Schneppendorf dehnt
sich zur Zeit noch einen idyllische Landschaft. Besucher loben immer: "Aber Ihr wohnt schön hier!" Aus der Traum. Die Häuslebauer hatten vorher gefragt: Können wir auch in Zukunft auf diese Lage vertrauen, auf die Lage schon, aber nicht auf die ungestörte Umgebung. Böse Überraschung.
Über diesen Wiesengrund, informiert die Schneppendorfer Bürgerinitiative "Schneppendorf-Zwickau"
soll eine Förderbrücke künftig täglich tausende Tonnen Kies ins nördliche Abbaufeld und zum dort geplanten Aufbereitungswerk transportieren.
Noch wirbt der Schneppendorfer Gasthof mit Grillaabenden und Kaffetisch die Ausflügler der Region vor einer ungestörten Kulturlandschaft mit
Feldern, Radwegen, Alleen und Wäldern. Links der Graurock mit etwa einem Quadratkilometer Fläche, voraus das Objekt der
Begehrlichkeit der Kieswerke Biesern, die fruchtbaren Felder der Agrargenossenschaft und dahinter das Wäldchen Tännigt, das von der Kiesgrube
32 Meter tief umrundet werden soll, wer glaubt, dass sich dann dort noch ein Baum halten kann, dem ist nicht zu helfen. Nichtsdestotrotz werden sich Gutachter finden, die für gutes Geld behaupten werden, dass dies möglich sein wird. Ist der Forst erst verdorrt,
na wenn schon, man wird sich doch noch mal irren dürfen. Aber wenn er denn schon weg ist, dann sollten die Kieswerke doch wenigstens auch
den Sand darunter holen dürfen. So läuft sie halt heute, die Demokratie.
Der Gasthof Schneppendorf ist ein beliebtes Ausflugsziel für Bürger aus Mülsen, aus Zwickau und aus der gesamten westsächsischen Region. Feriengäste loben die Landschaft und den nahen Graurock. Besonders ältere Menschenlieben die Hügellandschaft mit ihren gemäßigten Steigungen in der waldreichen Gegend.
Gerade die Region um Crossen und Schneppendorf sind umwelterfahren: Seit Ende des 2. Weltkrieges wurden in der Erzwaschanlage der
Wismut in Crossen Millionen Tonnen Uranerz zu "Yellow Cake" aufbereitet und nach Russland zum Bau von Atombomben verfrachtet.
Wismutlaster im Minutentakt für Atombombenproduktion, Kieslaster in Minutentakt für Milliardärsgewinne: Nein Danke! Das will wohl auch dieses
Transparent aussagen.
Ein verzweifelter Appell an den Ministerpräsidenten.
Gründungsliste der Bürgerinitiative "ProNatur Mülsen" vom 9. September 2008
1. Reichenbach, Hans-Jörg – Bergstraße 25, Thurm, 01795072602
2. Kunze, Wolfgang, Alte Siedlung 47, Thurm, 037601 25383
3. Kunz, Ronald, Am Leithenberg 9, 25761
4. Lambrecht, Steffi, Am Leithenberg 14, Thurm, 3288
5. Stiegler, Theo, Alte Siedlung 41, Thurm, 2729
6. Richter, Dietmar, Thurmer Nebenstraße 66, 57551
7. Knoll, Ursula, Zwickauer Straße 4, 2386
8. Knoll, Eckhardt, Am Tempel 5, Mülsen, 2687
9. List, Dieter, Thurm, Thurmer Hauptstraße 31, 25288
10. Hoppe, Wolfgang, Alte Siedlung 17, 2668
11. Trommer, Siegfried, Neue Siedlung , 57441
12. Reichardt, Franziska, Bergstraße 5, Thurm, 01624453537
13. Stiegler, Thomas, Dresdner Straße 6, Mülsen St. Jacob
Aufruf zur Bürgerversammlung am 23. September 2008 in der Thurmer Festscheune. Die Bürgerinitiativen Pro Natur Mülsen, Schneppendorf und Eckersbach-Auerbach gegen den Kiesabbau um Schneppendorf ziehen nun an einem Strang
1500 Einsprüche gegen den Raubbau an unserer Natur treffen auf enttäuschende Behörden – Landrat Scheurer lässt die Bürger im Stich
Mülsen im Dezember 2008. Wer von Thurm nach Zwickau fährt, dem fällt in Schneppendorf auf: Hunderte Transparente sprechen von den Sorgen der Bewohner des langen Dorfes, sie sprechen davon, dass die Kieswerke Biesern die idyllische Landschaft zwischen Zwickau und Thurm abbaggern wollen. Da bliebe am Ende nur ein Streifen mit den Häusern darauf stehen. Auf beiden Seiten droht dem lang gezogenen Waldhufendorf Schneppendorf eine Mondlandschaft mit 30 Meter tiefen Gruben.
Seit August ist die Region zwischen Zwickau und dem unteren Mülsengrund in berechtigter Aufregung.
1500 Bürger haben ihre Einsprüche fristgerecht gegen die Pläne der Kieswerke an die Raumordnungsbehörde in der Landesdirektion Chemnitz gesendet. Von der Bürgerinitiative „Mülsen Pro Natur“ wurden zahlreiche Behörden, Politiker und die Landesregierung in Sachsen mit der Bitte um Hilfe angeschrieben. In den Briefen wurden im Detail die Sorgen der Menschen, die von dem Abbau betroffen wären, geschildert. Es droht Gefahr für die Gesundheit durch ständigen Lärm, der entsteht, wenn rund um die Uhr für die nächsten 70 Jahre, die Bagger den Kies schürfen, die unmittelbar neben Schneppendorf geplante Kiesaufbereitung mit Bändern und Siebtrommeln den Kies waschen und nicht zuletzt droht Gefahr, wenn Tausende Lkws über die Gewerbestraße und die Bundesstraßen 173 bei Mülsen St. Jacob oder über die 175 durch Crossen, Mosel und Glauchau donnern. Es droht weiter Gefahr für die Gesundheit durch Staub und Feinstaub, der ist vor allem zu erwarten, weil die geplanten Kiesgruben bis an die Häuser von Thurm, Schneppendorf und auch an Auerbach heranreichen.
Wer die Belastungen nicht glaubt, der soll sich mal bei den Anwohnern am Kulturhaus Auerbach erkundigen, diese leiden seit Jahren an den bestehende Kiesgruben zwischen Auerbach und dem Waldgebiet Graurock. Diese bekannten Belastungen sind aber nur ein Klacks gegenüber dem, was die Kieswerke Biesern zwischen Auerbach, Schneppendorf und Thurm planen. Da geht’s ums Zigfache.
Mit dem geplanten Abbau droht weiter der Verlust an Eigentum, denn wer will schon noch Grundstücke oder Wohnungen kaufen, bei denen vor der Tür eine Mondlandschaft entsteht. Das ist die nächste große Sorge: Die von Tausenden Bürgern als Naherholungsgebiet genutzte Region zwischen Zwickau Auerbach und Eckersbach, Schneppendorf und Thurm mit Wäldern und Radwegen, mit Waldbewohnern, mit Bäumen und Büschen wird kaputt gehen, wenn die Kiesgruben ringsum das Grundwasser um 30 Meter absenken.
Klammheimlich wurden Anfang der Neunziger Jahre die Abbaurechte an Investoren verscherbelt. Während die meisten Sachsen sorglos in Mallorca die neuen Freiheiten genossen, studierten clevere Geschäftsleute die Behördenausschreibungen und kauften Rechte, von denen hier kaum jemand Kenntnis hatte.
Heute schreibt der Landrat Dr. Christoph Scheurer, - Antwort des Landrates Dr. Christoph Scheurer - ohne auch nur im Geringsten auf die Sorgen der Bewohner einzugehen, als Antwort auf den Brief der Bürgerinitiative: „Die Abbaufelder in Schneppendorf „Heidi“ und „Susi“ waren bereits im Landesentwicklungsplan 1994 als Vorbehaltsgebiete enthalten. Sie wurden dann nachrichtlich in den Regionalplan Südwestsachsen übernommen“, und an anderer Stelle, „Eine planerische Verhinderung des geplanten und manifestierten Kiesabbaues im Rahmen des jetzt laufenden Raumordnungsverfahrens halte ich bei dem erreichten Fortschritt der Planung und der erreichten Rechtskonstellation für nicht mehr realistisch.“ So weit die enttäuschende Reaktion der Kreisbehörde. Auch der Landesdirektor Karl Noltze in Chemnitz, dessen Behörde über das Raumordnungsverfahren entscheidet, hat wenig Hoffnung auf Unterstützung gemacht. Die Landtagsabgeordneten Kerstin Nicolaus, CDU, und Mario Pecher, SPD, die sich sehr um die Unterstützung der Bürgerinitiativen, es gibt drei, Mülsen, Schneppendorf und Auerbach-Eckersbach, bemühen, hatten einen Termin beim Chef der Mittelbehörde für die Bürger vermittelt. Ursula Knoll, Sprecherin der Initiative „Mülsen Pro Natur“ über ihren Eindruck dort: „Ich hatte den Eindruck, wir können nicht viel Hilfe von Noltze erwarten.“
Der Kampf geht weiter. Die drei Bürgerinitiativen aus Mülsen, Schneppendorf und Eckersbach-Auerbach gründeten am 11. Dezember einen gemeinsamen Verein, der nun mit gesammelten Kräften gegen die Kiesgrubenbesitzer vorgehen wird. Auch der Spendenaufruf der Bürgerinitiative „Pro Natur Mülsen“ hat schon eine erfreuliche Resonanz erzielt. Über die Verwendung der Gelder wird natürlich regelmäßig öffentlich abgerechnet. Wir berichten weiter.
Anlage 1 zu "Raumordnerische Beurteilung" der Landesdirektion Chemnitz.
In Verschlimmerung der ursprünglichen Planung hat die Behörde nun auch Abbaufelder nordöstliche der S286 in den Plan einbezogen.
Sprüche gegen Kiesabbau	05.04.2011
Kiesraubbau macht unser Leben zur Sau
150 Hektar Kiestagebau das ist Umweltklau
Gier nach Kies macht unser Leben mies
Kies und Knete für die Aktionärs-Gier
Dreck, Lärm und Umweltverlust das bleibt für uns hier
150 Hektar Kiestagebau macht unser Leben zur Sau
Mit Kiesraubbau gehen unser Wald und unsere Flur zur Sau
Kiesraubbau macht unsere Landschaft zur Sau
Jogging, Skaten und Erholen sind schnell ade - ist erst der Boden unter unserem Hintern passee
Wald und Vögel, Landschaft und Ruhe als unser Gut geht mit dem geplanten Kiesraubbau kaputt –
Ein dreifach hoch den Wirtschaftsfreunden vom Oberbergamt und in den Behörden, die unsere Steuern lieben und den Kies den Aktionären in den Hintern schieben
Mit Kiesraubbau geht auch der Graurock zur Sau
Kies und Rendite für die Heidelberg-Cement-Aktionärsgier – Für uns bleibt in Lärm und Dreck hier – die Erholungslandschaft für 10000 Sachsen ist schnell weg
Joggen, wandern und spazieren in Wald und Flur, das dachten wir, dies sei unser Recht,
da kam der Kiesabbau und damit geht uns das alles zur Sau
Wohnen hier im Grünen und bescheiden auf ein friedliches und gesundes Leben hoffen – da waren wir wohl bloß besoffen, wir sitzen hier auf Eiszeitkies, der reizt die Gier von Kiesgrubenbesitzern,
da sollen wir nun nur noch flitzen
Kies für die Gier der Aktionäre ist genug da,
das Einzige was hier stört,
ist unser Recht auf Leben, Erholung, Gesundheit und Eigentum,
immer baggert uns unsere Vorgärten weg, was macht unser Recht den Kiesgruben-Aktionären aus, die dulden noch nicht mal Kinderlachen vorm eigenen Haus
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