Source: http://wuerstchenundbier.com/1a5f3b405de2d4a5.html
Timestamp: 2018-12-14 07:24:33
Document Index: 12773268

Matched Legal Cases: ['§ 12', '§ 12', '§ 140', '§ 407', '§ 153', '§ 17', 'Art. 11', 'Art. 22', 'Art. 22', 'Art. 103', 'Art. 105', '§ 82', '§ 83', '§ 96', '§ 100', '§ 105', '§ 129', '§ 129', '§ 129', '§ 146', '§ 152', '§ 176', '§ 179', '§ 221', '§ 6', '§ 225', '§ 232', '§ 239', '§ 239', '§ 244', '§ 260', '§ 307', '§ 309', '§ 310', '§ 313', '§ 314', '§ 315', '§ 316', '§ 316', '§ 344', '§ 345', '§ 52', '§ 29', '§ 30', '§ 30', '§ 92', '§ 84', '§ 370', '§ 34', '§ 69', '§ 22']

﻿ Verbrechen
Besonders schwere (ursprünglich: mit dem Verlust des Lebens zu ahndende) Verbrechen werden auch als Kapitalverbrechen (von lat. caput = "Haupt") bezeichnet.
5.1 naturrechtlichem Verbrechensgehalt
7 Strafnebengesetze
7.1 Außenwirtschaftsgesetz
7.2 Kriegswaffenkontrollgesetz
In einigen Rechtssystemen gibt es die Unterscheidung zwischen Verbrechen und Vergehen nicht oder nicht mehr. Beispielsweise existieren in den ebenfalls vom französischen Modell ausgehend entwickelten Strafrechten Italiens, Spaniens und der Niederlande für Bagatellstraftaten zwar weiterhin die Übertretungen (contravvenzioni, faltas bzw. overtredingen), alle anderen Straftaten werden dagegen einheitlich als "Delikte" oder "Vergehen" (delitti, delitos bzw. misdrijven) bezeichnet. Trotzdem werden auch hier schwere und weniger schwere Tatbestände entsprechenden Unterkategorien zugeordnet. In den meisten Rechtsordnungen des Common Law gibt es die Unterscheidung zwischen schweren oder "kapitalen" Verbrechen (felonies) und weniger schweren kriminellen Verfehlungen (misdemeanors), wobei der eigentliche Ausdruck "Verbrechen" (crime) im Englischen als Oberbegriff dient und systematisch eher der "Straftat" als solchen entspricht.
Verbrechen ist die subjektiv objektive Verletzung des Rechts in seiner besonderen und allgemeinen gesetzlichen Geltung in einem Maß, dass die rechtliche Selbstständigkeit der betroffenen Person oder Gemeinschaft grundlegend verändert wird (Kriminalrecht). Im deutschen Strafrecht werden gemäß § 12 Strafgesetzbuch (StGB) als Verbrechen alle die gesetzlich normierten Delikte bewertet, bei denen eine Strafandrohung von mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe besteht (z. B. Raub, Körperverletzung mit Todesfolge, schwere Brandstiftung, schwerer sexueller Missbrauch, Rechtsbeugung).
Delikte mit Androhung einer geringeren Mindeststrafe werden als Vergehen bezeichnet.
Der Unterschied wirkt sich auch bei der Strafbarkeit eines Tatversuchs aus. Der Versuch ist bei einem Verbrechen immer strafbar, bei einem Vergehen nur dann, wenn das im Gesetz ausdrücklich festgelegt wird (versuchter Hausfriedensbruch ist danach z. B. nicht strafbar). Eine andere Bedeutung besteht im Straftatbestand der Bedrohung, denn dieser kann nur mit dem Drohen eines Verbrechens erfüllt werden. Auch ist die versuchte Anstiftung zu einem Vergehen generell nicht strafbar, die zu einem Verbrechen jedoch schon. Der Verlust von Amtsfähigkeit und Wählbarkeit richtet sich ebenfalls nach der Unterscheidung zwischen Verbrechen und Vergehen. Ist ein Vergehen in besonderen Fällen mit höherer Strafe bedroht, sodass eine Mindeststrafe von über einem Jahr vorgesehen ist, bleibt die Tat dennoch ein Vergehen - gleiches gilt auch umgekehrt (§ 12 Abs. 3 StGB).
Ein Angeklagter, dem ein Verbrechen vorgeworfen wird, hat nach § 140 Abs. 1 Nr. 2 der Strafprozessordnung (StPO) Anspruch auf die Bestellung eines Pflichtverteidigers, wenn er selbst keinen Rechtsanwalt als Verteidiger beauftragt. Des Weiteren spielt im Prozessrecht die Zweiteilung (Dichotomie) zwischen Verbrechen und Vergehen eine Rolle für die Bestimmung der sachlichen Zuständigkeit der Gerichte. Der Strafbefehl ist nur für Vergehen vorgesehen (§ 407 StPO) und eine Einstellung des Verfahrens nach §§ 153, 153a, 154d StPO kommt ebenfalls nicht für Verbrechen in Frage.
Nach § 17 des österreichischen Strafgesetzbuches (Einteilung der strafbaren Handlungen) sind Verbrechen "vorsätzliche Handlungen, die mit lebenslanger oder mit mehr als dreijähriger Freiheitsstrafe bedroht sind"; alle übrigen strafbaren Handlungen sind Vergehen. Im Unterschied zur deutschen Regelung ist in Österreich auch der Versuch eines Vergehens strafbar. Weiters ist die Zuständigkeit der Gerichte anders geregelt.
Das schweizerische Strafgesetzbuch (Stand 19. Dezember 2006) definiert Verbrechen als Taten, die mit mindestens drei Jahren Freiheitsstrafe bedroht sind. Vergehen sind Taten, die mit bis du drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bedroht sind (Art. 11 StGB). Auch der Versuch eines Verbrechens oder Vergehens ist strafbar (Art. 22 Abs. 1 StGB). Entscheidend ist hierbei der "point of no return" - der letzte entscheidende Schritt, von dem es kein zurück mehr gibt. Der subjektive Tatbestand muss genau gleich erfüllt sein, wie beim vollendeten Delikt. Ausgenommen von Strafe ist der "grob unverständige Versuch", bei dem die von dem Täter verwendeten Mittel nicht tauglich sind, den angestrebten Erfolg zu verwirklichen; oder an dem von dem Täter angegriffenen Objekt kann das Delikt überhaupt nicht begangen werden (Art. 22 Abs. 2 StGB). Übertretungen schliesslich sind Taten, die mit Busse bedroht sind (Art. 103 StGB). Versuch (und Gehilfenschaft) sind nur in vom Gesetz ausdrücklich bestimmten Fällen strafbar (Art. 105 Abs. 2 StGB).
Der materielle Verbrechensbegriff löst sich vom normativen Begriff des Strafrechts. Er ist weniger scharf als der formelle Verbrechensbegriff. So wird unterschieden zwischen
naturrechtlichem Verbrechensgehalt
Im Naturrecht wird eine Trennung der moralisch verwerflichen Delikte (mala delicta per se) und schlicht verbotene Delikte (mala prohibita) vorgenommen. Dieser natürliche Verbrechensbegriff spielt im strafrechtlichen Bereich des Common Law noch heute eine Rolle. Der "natürliche" Verbrechensbegriff ist jedoch wegen der Tendenz zur Willkür und der immanenten Subjektivität umstritten.
Die juristische Lehre vom Rechtsgut bezeichnet Verbrechen als diejenigen Handlungen, die geeignet sind, in strafwürdiger Weise Rechtsgüter zu verletzen. Rechtsgüter sind dabei die rechtlich individuell geschützten Interessen der Teilnehmer am Rechtsverkehr. Dieser "rechtsgutsbezogene" Verbrechensbegriff ist enger als der natürliche Verbrechensbegriff und knüpft an die normativen Grundlagen einer Gesellschaft an. Er ist daher in der Nähe zum formellen Verbrechensbegriff zu sehen.
Aus den Sozialwissenschaften stammt der Begriff des antisozialen Verhaltens, dass sich in der Nähe zum abweichenden Verhalten (Devianz) bewegt. Dieser Verbrechensbegriff kommt dem Wissenschaftsverständnis sehr nah, benötigt jedoch auch eine normative Basis.
Hochverrat gegen ein Land (§ 82 StGB)
Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens (§ 83 StGB)
Landesverräterische Ausspähung (§ 96 StGB)
Friedensgefährdende Beziehungen (§ 100 StGB)
Nötigung von Verfassungsorganen (§ 105 StGB)
Bildung terroristischer Vereinigungen (§ 129 a StGB)
Unterstützung terroristischer Vereinigungen (§ 129a Abs. 5 StGB)
Kriminelle und terroristische Vereinigungen im Ausland (§ 129 b StGB)
Geldfälschung (§ 146 StGB)
Fälschung von Zahlungskarten und Vordrucken für Euroschecks (§ 152 a StGB)
Sexueller Missbrauch von Kindern mit Todesfolge (§ 176 b StGB)
Sexueller Missbrauch widerstandsunfähiger Personen (§ 179 Abs. 4 StGB)
Aussetzung (§ 221 Abs. 2 und Abs. 3 StGB)
Völkermord (§ 6 VStGB)
Misshandlung von Schutzbefohlenen (§ 225 Abs. 3 StGB)
Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung (§ 232 Abs. 3 StGB)
Menschenraub (§ 239 Abs. 3 und Abs. 4 StGB)
Geiselnahme (§ 239 b StGB)
Schwerer Bandendiebstahl (§ 244 a StGB)
gewerbsmäßige Bandenhehlerei ( § 260 a StGB)
Herbeiführen einer Explosion durch Kernenergie (§ 307 StGB)
Missbrauch ionisierender Strahlen (§ 309 StGB)
Vorbereitung eines Explosions- oder Strahlungsverbrechens (§ 310 StGB)
Herbeiführen einer Überschwemmung (§ 313 StGB)
Gemeingefährliche Vergiftung (§ 314 StGB)
Gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr (§ 315 Abs. 3 StGB)
Räuberischer Angriff auf Kraftfahrer (§ 316 a StGB)
Angriff auf den Luft- und Seeverkehr (§ 316 c StGB)
Verfolgung Unschuldiger (§ 344 StGB)
Vollstreckung gegen Unschuldige (§ 345 StGB)
Verbreitung und Herstellung von Selbstladewaffen (§ 52 a Waffengesetz)
Unerlaubter Handel mit Betäubungsmitteln (§ 29 a Betäubungsmittelgesetz)
Gewerbsmäßiger unerlaubter Handel mit Betäubungsmitteln (§ 30 Betäubungsmittelgesetz)
Bandenmäßiger gewerbsmäßiger unerlaubter Handel mit Betäubungsmitteln (§ 30 a Betäubungsmittelgesetz)
Gewerbs- und bandenmäßiges Einschleusen von Ausländern (§ 92 b Ausländergesetz)
Gewerbs- und bandenmäßige Verleitung zur missbräuchlichen Asylantragstellung (§ 84 a Asylverfahrensgesetz)
Gewerbs- oder bandenmäßige Steuerhinterziehung in großem Ausmaß (§ 370a AO)
§ 34 Abs. 4 Außenwirtschaftsgesetz i.V.m. § 69 Buchst, h Abs. 1 Nr. 2 Außenwirtschaftsverordnung
§ 22a KWKG
Hans Magnus Enzensberger: Politik und Verbrechen. Suhrkamp, Frankfurt/Main 1964
ProPK-Online - Das Vorbeugungsprogramm Ihrer Polizei
Wiktionary: verbrechen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik