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Timestamp: 2017-12-14 18:48:10
Document Index: 377629116

Matched Legal Cases: ['§ 74', '§ 80', '§ 74', '§ 80', '§345', '§74', '§80', '§ 79', '§ 79', '§ 341', '§ 345', '§79', '§341', '§345', 'Art 19', 'BGH', 'BGH', 'Art 19', '§ 22', '§ 93', '§ 23', '§ 23']

3 Ws (B) 148/15
1. Ein mit dem Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand hilfsweise gestellter Antrag auf Zulassung der Rechtsbeschwerde ist zulässig.
2. Zu den Anforderungen an den notwendigen Rügevortrag einer Verfahrensrüge bei einem Verwerfungsurteil nach § 74 Abs. 2 OWiG. Der Rügevortrag muss innerhalb der Antragsbegründungsfrist nach §§ 80 Abs. 3 Satz 3 OWiG, 345 Abs. 1 StPO erhoben werden.
OWiG § 74 Abs 2, § 80 Abs 3 S 3
Aktenzeichen: 3Ws(B)148/15 Paragraphen: StPO§345 OWiG§74 OWiG§80 Datum: 2015-03-27
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OLG Oldenburg - AG Delmenhorst
2 Ss 310/14
Wiedereinsetzung in den vorigen Stand von Amts wegen bei Verwerfung der Rechtsbeschwerde durch das Amtsgericht und Zustellung dieses Beschlusses vor Ablauf der Begründungsfrist (Anschluss an OLG Hamm VRS 89. Bd., 377 f.).
OWiG § 79 Abs 3 S 1, § 79 Abs 4 S 1
StPO § 341 Abs 1, § 345 Abs 1 S 1
Aktenzeichen: 2Ss310/14 Paragraphen: OWiG§79 StPO§341 StPO§345 Datum: 2014-12-01
Link: pdf.php?db=strafrecht&nr=4360
Stattgebender Kammerbeschluss: Verletzung der Rechtsschutzgarantie durch überhöhte Anforderungen an Voraussetzungen für Wiedereinsetzung in den vorigen Stand - hier: Rechtsbehelf gegen ohne Rechtsbehelfsbelehrung ergangenen Widerruf einer Gnadenentscheidung
1a. Art 19 Abs 4 S 1 GG verbietet, die Anforderungen an die Voraussetzungen für eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bei der Auslegung und Anwendung der maßgeblichen Vorschriften zu überspannen (vgl BVerfG, 04.05.2004, 1 BvR 1892/03, BVerfGE 110, 339 <342>; stRspr). Ggf kann allein schon das Fehlen einer Rechtsbehelfsbelehrung dazu führen, dass die Versäumung einer Rechtsbehelfsfrist als unverschuldet anzusehen ist (vgl BVerfG, 05.08.2009, 2 BvR 2365/08, BVerfGK 16, 114 <115>; vgl auch BGH, 26.03.2009, V ZB 174/08, BGHZ 180, 199). Dies gilt insbesondere bei anwaltlich nicht vertretenen Beschwerdeführern und wenig bekannten oder in ihren Anforderungen komplexen Rechtsbehelfen.
1b. Die Justiziabilität von Gnadenentscheidungen ist komplex und bedarf differenzierter Beurteilung (vgl BVerfG, 21.06.1977, 1 BvL 14/76, BVerfGE 45, 187 <242 f.>; 66, 337 <363>). Ihre Kenntnis kann beim Rechtssuchenden allgemein nicht vorausgesetzt werden. Aus dieser komplexen Rechtslage folgt, dass bei Gnadenentscheidungen eine Rechtsbehelfsbelehrung von Verfassungs wegen erforderlich ist.
GG Art 19 Abs 4 S 1
BVerfGG § 22 Abs 1 S 4, § 93c Abs 1 S 1
GVGEG §§ 23ff, § 23
Aktenzeichen: 2BvR1766/12 Paragraphen: Datum: 2012-09-27
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