Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=GRUR%202004,%20950
Timestamp: 2019-04-20 17:26:50
Document Index: 56522788

Matched Legal Cases: ['§ 73', 'BGH', 'EuG', '§ 9', 'BGH', '§ 9', 'BGH', '§ 9']

BPatG, 09.02.2004 - 25 W (pat) 210/02 - dejure.org
GRUR 2004, 950
Daran ändert auch der Amtsermittlungsgrundsatz nach § 73 Abs. 1 MarkenG schon deshalb nichts, weil dieser Grundsatz nicht uneingeschränkt gilt und die Beteiligten nach der Rechtsprechung des Bundespatentgerichts auch im Rahmen des Anwendungsbereichs des Amtsermittlungsgrundsatzes eine Mitwirkungspflicht trifft (vgl. BPatGE 48, 77, 82 - Acesal).
Dabei sind insbesondere der von der Marke gehaltene Marktanteil, die Intensität, geographische Verbreitung und Dauer der Markenverwendung, die dafür aufgewendeten Werbemittel und die dadurch erreichte Bekanntheit in den beteiligten Kreisen von Bedeutung (BGH GRUR 2003, 1040, 1044 - Kinder;… 2007, 780, 784 Rn. 36 - Pralinenform;… GRUR 2007, 1066, 1068 Rn. 33 - Kinderzeit;… GRUR 2007, 1071, 1072 Rn. 27 - Kinder II;… GRUR 2008, 793, 794 Rn. 18 - Rillenkoffer;… GRUR 2008, 903, 904 Rn. 13 - SIERRA ANTI-GUO;… GRUR 2009, 672, 674 Rn. 21 - OSTSEE-POST;… GRUR 2009, 766, 769 Rn. 30 - Stofffähnchen; BPatG GRUR 2004, 950, 952 - ACELAT/ Acesal;… EuG GRUR Int. 2007, 137, 139 Rn. 35 - VITACOAT;… Hacker, a. a. O., § 9 Rn. 155).
Bei der Beurteilung der schriftbildlichen Ähnlichkeit der Marken ist schließlich zu berücksichtigen, dass das Schriftbild von Marken erfahrungsgemäß eine genauere und in der Regel sogar wiederholte Wahrnehmung der Bezeichnung gestattet als die schnell verklingende Bezeichnung einer reinen Wortmarke (BPatG GRUR 2004, 950, 954 - ACELAT/Acesal).
Hinweise dürfen in keinem Fall zu einer Stärkung bzw. Schwächung der prozessualen Stellung einer Partei führen (BPatG GRUR 2004, 950 (953) - Acelat/Acesal).
Zwar kann der maßgebliche Gesamteindruck einer Marke auch durch schutzunfähige oder kennzeichnungsschwache Elemente mitbestimmt werden (vgl. z. B. BGH GRUR 1996, 200, 201 - Innovadiclophlont; BPatG GRUR 2004, 950, 953 - ACELAT/ Acesal), deshalb dürfen solche Teile einer einheitlichen Marke bei der Prüfung der Verwechslungsgefahr auch nicht von vorneherein unberücksichtigt bleiben, zumal der Verkehr erfahrungsgemäß eine Marke so aufnimmt, wie sie ihm entgegentritt, ohne sie einer analysierenden Betrachtungsweise zu unterziehen (…s. dazu auch: Hacker in: Ströbele/Hacker MarkenG, 10. Aufl., § 9 Rn. 180).
Gleichwohl kann eine Verwechslungsgefahr zu verneinen sein, wenn sich die Gemeinsamkeiten der Vergleichsmarken im Wesentlichen auf schutzunfähige oder kennzeichnungsschwache Elemente der älteren Marke beschränken (vgl. z. B. BGH GRUR 1965, 183, 185 - derma; GRUR 1965, 665, 666 - Liquiderma; GRUR 1967, 485, 487 - badedas; GRUR 1969, 40 - Pentavenon; GRUR 2000, 605, 606 - comtes/ComTel; BPatG GRUR 2004, 950, 953 ACELAT/Acesal; BPatG Mitt.
78 Beim schriftbildlichen Zeichenvergleich ist zu berücksichtigen, dass das Schriftbild von Marken erfahrungsgemäß eine genauere und in der Regel sogar wiederholte Wahrnehmung der Bezeichnung gestattet als das schnell verklingende gesprochene Wort (vgl. BPatG GRUR 2004, 950, 954 - ACELAT/Acesal ;… Ströbele/ Hacker aaO., § 9 Rn. 206).
1) Die Bildwirkung von Marken lässt im Unterschied zum gesprochenen Wort, das unklar wahrgenommen werden kann und schnell verklingt, in der Regel eine genauere und sogar wiederholte Zeichenaufnahme zu (vgl. BPatG GRUR 2004, 950, 954 GRUR 2004, 950, 954 - ACELAT/Acesal).
2) GRUR 2004, 950, 954 - ACELAT/Acesal).
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