Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XI%20ZR%20140/03
Timestamp: 2019-06-26 09:19:43
Document Index: 45213051

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 308', '§ 307', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 307', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

https://dejure.org/2004,87
BGH, 17.02.2004 - XI ZR 140/03 (https://dejure.org/2004,87)
BGH, Entscheidung vom 17.02.2004 - XI ZR 140/03 (https://dejure.org/2004,87)
BGH, Entscheidung vom 17. Februar 2004 - XI ZR 140/03 (https://dejure.org/2004,87)
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Unwirksame Zinsänderungsklausel in Sparverträgen
Zinsanpassungsklauseln im Passivgeschäft; Gesetzliche Regelung einseitiger Leistungsbestimmungsrechte; Vermutung der Unwirksamkeit; Rechtfertigung einer Leistungsänderungsklausel; Unterschiedliche Zinssätze für Altverträge und Neuverträge; Veränderliche Gegebenheiten des Kapitalmarktes; Langfrist-Charakter von Kombispar-Verträgen
Unwirksamkeit einer unbegrenzten Zinsänderungsbefugnis bei "Combispar-Verträgen"
Unwirksamkeit einer Formularklausel, die dem Kreditinstitut in langfristig angelegten Sparverträgen eine inhaltlich unbegrenzte Zinsänderungsbefugnis einräumt (hier: Combi-Sparverträge)
Kapitalanlage - Zinsänderungsklauseln bei langfristig angelegten Sparverträgen
Zinsänderungsklausel ist unwirksam
Kapitalanlagen - Zinsänderungsklausel ist unwirksam
Zinsänderungsklauseln in Prämiensparverträgen
Zinsänderungsklausel - Kreditinstitut darf bei Prämiensparverträgen die Höhe des Zinssatzes nicht frei bestimmen
Unwirksamkeit von Zinsänderungsklauseln in Prämiensparverträgen
Zinsänderungsklauseln auch in Sparverträgen unwirksam -
Unbeschränkte Zinsanpassungsklauseln der Bank unzulässig
Verbraucherschützer: Millionen Sparer können Zusatzzinsen einfordern // Experten empfehlen Überprüfung von Verträgen bis 1977
BGB § 308 Nr. 4, 6, § 307
Zinsänderungsklausel bei langfristig angelegten Sparverträgen
Angemessenheit der Höhe von Vorschusszinsen (RA Dr. Patrick Rosier und Prof. Dr. Konrad Wimmer)
Die Unwirksamkeit von Zinsanpassungsklauseln bezieht sich auch auf Sparverträge
Kurznachricht zu "Zur Frage der Zulässigkeit uneingeschränkter Zinsänderungsklauseln in AGB bei kurzfristigen Sparprodukten" von Dr. Christian M. Burkiczak, original erschienen in: BKR 2007, 190 - 193.
Danach ist die scheinbar "kundenfeindlichste" Auslegung im Ergebnis regelmäßig die dem Kunden günstigste, da sie häufig erst die Inhaltskontrolle eröffnet bzw. zu einer unangemessenen Benachteiligung und damit der Unwirksamkeit der beanstandeten Klausel führt (vgl. Senatsurteile vom 17. Februar 2004 - XI ZR 140/03, BGHZ 158, 149, 155…, vom 7. Dezember 2010 - XI ZR 3/10, BGHZ 187, 360 Rn. 35 …und vom 8. Mai 2012 - XI ZR 437/11, WM 2012, 1344 Rn. 34).
Der erkennende Senat hat in einer nachfolgenden Entscheidung offen gelassen, ob an ihr festgehalten werden kann, und sie auf das Passivgeschäft der Banken nicht übertragen (BGHZ 158, 149, 156; auch Senatsurteil vom 10. Juni 2008 - XI ZR 211/07, WM 2008, 1493, Tz. 12).
Danach ist die scheinbar "kundenfeindlichste" Auslegung im Ergebnis regelmäßig die dem Kunden günstigste, da sie häufig erst die Inhaltskontrolle eröffnet bzw. zu einer unangemessenen Benachteiligung und damit zur Unwirksamkeit der beanstandeten Klausel führt (vgl. Senatsurteile vom 17. Februar 2004 - XI ZR 140/03, BGHZ 158, 149, 155…, vom 7. Dezember 2010 - XI ZR 3/10, BGHZ 187, 360 Rn. 35 …und vom 8. Mai 2012 - XI ZR 437/11, WM 2012, 1344 Rn. 34).
Diese Bedingung ist aber nur erfüllt, wenn für die Änderung ein triftiger Grund vorliegt (BGH, Urteil vom 23. Juni 2005 - VII ZR 200/04 - NJW 2005, 3420, 3421 m.w.N.) und die Klausel - im Hinblick auf die gebotene Klarheit und Verständlichkeit von Allgemeinen Geschäftsbedingungen (§ 307 Abs. 1 Satz 2 BGB) - die triftigen Gründe für das einseitige Leistungsbestimmungsrecht nennt, so dass für den anderen Vertragsteil zumindest ein gewisses Maß an Kalkulierbarkeit der möglichen Leistungsänderungen besteht (…BGH aaO; vgl. auch BGHZ 158, 149, 155 und Urteil vom 21. September 2005 - VIII ZR 284/04 - NJW 2005, 3567, 3569).
Es ist daher Sache des Verwenders, diese Vermutung durch die Darlegung und gegebenenfalls den Nachweis der Voraussetzungen der Zumutbarkeit des Änderungsvorbehalts für den anderen Vertragsteil zu entkräften (BGHZ 158, 149, 154 m.w.N.; vgl. BT-Drucks. 7/3919 S. 49).
Im Rahmen eines Verbandsprozesses nach § 1 UKlaG ist bei mehreren Auslegungsmöglichkeiten von der kundenfeindlichsten Auslegung auszugehen (BGHZ 158, 149, 155 m.w.N.).
Die Klausel ermöglicht somit eine unzulässige Verschiebung des vertraglichen Äquivalenzverhältnisses (vgl. dazu BGHZ 158, 149, 158).
In diesem Fall handelt es sich um eine Bezugsgröße, die den Gegebenheiten des konkreten Geschäfts nahe kommt und die deshalb für beide Vertragsparteien akzeptabel sein kann (vgl. BGHZ 158, 149, 158).
Aus dem Erfordernis der Zumutbarkeit ergeben sich nicht nur sachliche Grenzen möglicher Änderungen; Zumutbarkeit erfordert vielmehr auch, dass die Voraussetzungen eines Eingriffs in das vertraglich vereinbarte Leistungsspektrum in der Klausel hinreichend konkretisiert werden (BGH, Urteil vom 17. Februar 2004 - XI ZR 140/03, BGHZ 158, 149, 154 f.; Urteil vom 21. September 2005 - VIII ZR 284/04, NJW 2005, 3567, 3569).
OLG Köln, 18.06.2014 - 13 U 27/06
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Rechtliche Wirksamkeit von Zinsänderungsklauseln in einem Sparvertrag
AG Koblenz, 15.06.2007 - 161 C 3970/06
LG Düsseldorf, 15.07.2009 - 12 O 460/08
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