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Timestamp: 2017-09-22 08:10:41
Document Index: 20677581

Matched Legal Cases: ['§ 24', '§ 22', '§ 19', '§ 22', '§ 22', '§ 52', '§ 22']

Wissenswertes zum Altersentlastungsbetrag - von lohndirekt Wissenswertes zum Altersentlastungsbetrag - von lohndirekt
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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht unter Allgemein Lohnupdate und gekennzeichnet mit Altersentlastungsbetrag am August 31, 2017 von admin
Wissenswertes zum Altersentlastungsbetrag
Bei dem Altersentlastungsbetrag handelt es sich um eine Steuervergünstigung, die die älteren Steuerzahler bei ihrer Einkommensteuer entlasten soll. § 24a EstG regelt, wem der Altersentlastungsbetrag zusteht. Durch den Altersentlastungsbetrag soll eine, für den Steuerzahler, gerechtere Besteuerung im Alter erfolgen.
Steuerzahler, die vor Beginn des Kalenderjahres, in dem sie das Einkommen bezogen haben, das 64. Lebensjahr vollendet haben, steht der Altersentlastungsbetrag zu. Das heißt, hat der Steuerpflichtige vor Beginn des Kalenderjahres sein 64. Lebensjahr vollendet, hat er das Anrecht auf den Altersentlastungsbetrag. Vorteile bringt der Altersentlastungsbetrag vor allen den Steuerzahlern, die keine Alterseinkünfte aus Pensionen oder Renten beziehen. Während Pensionen durch den Versorgungsfreibetrag begünstigt sind, sind die Renten durch die Besteuerung mit dem Besteuerungsanteil begünstigt. Alle übrigen Alterseinkünfte werden ebenfalls über steuerliche Vergünstigungen geregelt.
Dabei wirken sich der Versorgungsfreibetrag und der Besteuerungsanteil bereits bei der Ermittlung der Einkünfte bereits positiv aus, wohingegen der Altersentlastungsbetrag erst von der Summe der Einkünfte abgezogen wird. Der sich daraus ergebende Betrag stellt dann die Gesamtheit der Einkünfte dar.
Ehepaare, die gemeinsam veranlagt werden, müssen den Altersentlastungsbetrag beim jeweiligen Ehepartner angeben. Dabei wird der Freibetrag nicht verdoppelt, sondern errechnet sich für jeden Ehepartner gesondert.
Sind die Voraussetzungen erfüllt, wird der Altersentlastungsbetrag von Amts wegen gewährt, ein eigener Antrag muss nicht gestellt werden.
Die Bemessungsgrundlage des Altersentlastungsbetrags errechnet sich aus dem Arbeitslohn der aktiven Tätigkeit und der Summe der anderen Einkünfte. Wobei nicht alles bei der Ermittlung berücksichtigt wird.
So werden nicht berücksichtigt Einkünfte aus Leibrenten nach § 22 Nr. 1 S. 3 Buchst. a EstG Versorgungsbezüge nach § 19 Abs. 2 EStG, Entschädigungen und Amtszulagen für Beamte (§ 22 Nr. 4 S. 4 Buchst. b EstG), Einkünfte im Sinne des § 22 Nr. 5 S. 1 EstG, insofern § 52 Abs. 34c EStG (Leistungen aus Pensionsfonds und Pensionskassen) anzuwenden ist. Auch Einkünfte nach § 22 Nr. 5 S. 2 Buchst. a EstG (Berufsunfähigkeitsversicherungen von Beamten) werden nicht berücksichtigt.
Zu den übrigen Einkünften, die berücksichtigt werden, zählen die Einkünfte aus Vermietung, Kapitaleinkünfte, sofern bei diesen nicht die Günstigerprüfung beantragt wird, beziehungsweise diese der Abgeltungssteuer unterliegen. Die übrigen Einkünfte werden zuerst zusammenaddiert und dann geprüft, ob die Summe positiv ist. Im Falle eines negativen Wertes, erfolgt die Anwendung des Prozentsatzes des Altersentlastungsbetrags nur auf den Arbeitslohn. Ist die Summe positiv, wird der Prozentsatz sowohl auf den Arbeitslohn als auch auf die übrigen Einkünfte gewährt.
Das heißt, aus der ermittelten Bemessungsgrundlage und dem Kalenderjahr-abhängigen Faktor (abhängig von dem Kalenderjahr, in dem der Steuerpflichtige das 64. Lebensjahr vollendet hat) errechnet sich die tatsächliche Höhe des Altersentlastungsbetrags.
Geburtsjahr Kalenderjahr mit Vollendung des 64. Lebensjahres Altersentlastungsbetrag in % Höchstbetrag in Euro
1949 2014 25,6 1.216
1950 2015 24,0 1.140
1951 2016 22,4 1.064
1952 2017 20,8 988
1953 2018 19,2 912
1954 2019 17,6 836
1975 2040 0,0 0
Der Versorgungsfreibetrag für Pensionen sinkt bis 2040 auf 0, so dass die Benachteiligung schrittweise wegfällt, die durch den Altersentlastungsbetrag ausgeglichen werden soll. Bis zum Jahr 2020 sinkt der Freibetrag für jüngere Jahrgänge um 1,6 Prozentpunkte, ab 2020 ist der Freibetrag 0,8 Punkte geringer, bis er dann 2040 den Wert von 0 erreicht hat.
Herr Müller hat im Jahr 2015 sein 64. Lebensjahr vollendet. Neben seinem Arbeitslohn erhält Herr Müller 2016 weitere Einkünfte. Das Rechenbeispiel zeigt einmal die negative Summe und einmal die positive Summe und wie in beiden Fällen vorgegangen wird.
Beispiel 1 mit negativen Einkünften
Einzelne Werte Betrag in Euro
Einkünfte aus Vermietung – 1.500
Einkünfte aus selbstständiger Arbeit 500
Zwischensumme übrige Einkünfte – 1.000
Arbeitslohn 4.000
Bemessungsgrundlage (Arbeitslohn + 0 Euro aus übrigen Einkünften) 4.000
Altersentlastungsbetrag (22,4 % aus 4.000 Euro) 896
Prüfung der Höchstgrenze 896 Euro < 1.064
Zustehender Freibetrag 896
In diesem Beispiel ist die Summe aus der Vermietung und der selbstständigen Tätigkeit negativ. Das heißt, die Anwendung des Prozentsatzes aus der Tabelle erfolgt nur auf den Arbeitslohn. In diesem Falle beträgt der Altersentlastungsbetrag 22,4 % von 4.000 Euro.
Beispiel 2 mit positiven Einkünften
Einkünfte aus Vermietung 1.500
Zwischensumme übrige Einkünfte 2.000
Bemessungsgrundlage (Arbeitslohn + 0 Euro aus übrigen Einkünften) 6.000
Altersentlastungsbetrag (22,4 % aus 6.000 Euro) 1.344
Prüfung der Höchstgrenze 1.344 Euro > 1.064
Zustehender Freibetrag 1.064
Dieses Beispiel zeigt, dass die Summe der übrigen Einkünfte positiv ist. Der laut Tabelle anzuwendende Prozentsatz wird sowohl auf das Arbeitsentgelt als auch die übrigen Einkünfte angewendet. Somit liegt der Altersentlastungsbetrag 22,4 % von 6.000 Euro bei 1.344 Euro und liegt somit über der Höchstgrenze. Aus diesem Grund wird der Freibetrag „gekappt“.
Altersentlastungsbetrag bei Ehepartnern
Bei Zusammenveranlagung bei Ehegatten, wird der Altersentlastungsbetrag personenbezogen berücksichtigt. Das heißt, dass der Arbeitslohn und die sonstigen Einkünfte der Person als Bemessungsgrundlage hinzugezogen werden, die die Voraussetzungen für den Altersentlastungsbetrag erfüllt. Treffen die Voraussetzungen bei beiden zu, wird der Freibetrag nicht verdoppelt, sondern die Berechnung erfolgt pro Ehepartner.
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