Source: https://www.elo-forum.org/threads/hilfe-egv-va.97737/
Timestamp: 2019-11-21 16:34:26
Document Index: 263938299

Matched Legal Cases: ['§24', '§24', '§ 39', '§39', '§39', '§31']

Hilfe! EGV-VA | Erwerbslosenforum Deutschland
Hilfe! EGV-VA (1 Betrachter)
Starter*in Goldie44
Hallo verehrte Forenmitglieder!
Ich bin zwar schon seit geraumer Zeit stiller Mitleser in diesem Forum, habe nun jedoch eine konkrete Frage/Bitte an Euch:
Am Wochenende war eine EGV per VA zusammen mit einer Einladung zu einer (Unsinns?)-Maßnahme in meiner Post.
Als informierter Forenleser möchte ich nun Eure Meinung dazu wissen.
Dem VA vorausgegangen war eine "normale" Einladung zu der selben Maßnahme (bzw.des Vorgesprächs), welche ich jedoch wegen Krankschreibung nicht wahrgenommen hatte. Hatte bisher keine EGV und auch für diese Maßnahme keine angeboten bekommen.
Da ich an dem vorgegebenen Termin(30.7.) nicht selbst anrufen konnte (hatte keine Stimme), ließ ich eine andere Person für mich dort anrufen, um mich entschuldigen zu lassen. Laut Fallmanager sollte die AU-Bescheinigung zum Maßnahmenträger. Diese war am nächsten Tag dort - zusammen mit einem Anschreiben von mir, in dem ich um die schriftliche Mitteilung eines neuen Termins durch das Jobcenter gebeten hatte.
Mitte August erhielt ich dann eine Anhörung nach §24 , zu der ich schriftlich Stellung nahm. Meine Stellungnahme enthielt die Aussage, daß mir der in diesem Schreiben genannte Ersatztermin nicht bekannt war, und ich auch nie selbst mit dem Maßnahmenträger telefoniert hatte, sondern schriftlich um einen neuen Termin durch das JC gebeten hatte.
Ohne weitere Äußerung des Amtes erhielt ich nun am WE diesen EGV-VA.
-Seite2: was soll ich unter "notwendigen und angemessenen Fahrtkosten" verstehen? (Taxi?, priv.PKW? Einzel-,Wochen-,Monatskarte ÖPNV?)
-Seite2: Vorgespräch=Maßnahmebeginn ist das erlaubt?
-Seite2: Berufskundliche Unterl. muß ich nur mitbringen? Von vorzeigen, kopieren lassen etc. steht da nichts.
-Seite3: Verhaltensbedingte Maßn.beendigung durch Diebstahl leuchtet mir ja ein- aber was ist mit dem "etc." gemeint? Da könnte man ja alles nur denkbare für einsetzen!
-Seite3: "...die im Anhang befindlichen Regelungen zum Datenschutz sind einzuhalten und Bestandteil dieser EGV"
Es gibt keinen Anhang zu dieser EGV! Nix! Folglich kenne ich diese Regelungen nicht, kann sie nicht einhalten und sie sind wegen Nichtvorhandenseins auch kein Bestandteil der EGV!
-Seite3: "Die Vertragsparteien sind sich einig..." Ein Witz?
-Seite4: Begründung
können die im VA einfach so behaupten eine normale EGV wäre nicht zustandegekommen, wenn es vorher garkeine gab? Es gab nur die Einladung vom 03.07. zum 30.07.! Keine verhandelbare EGV oder sonstwas war bei diesem Schreiben dabei!
Mir ist schon klar, daß ich da erstmal hingehen sollte. Werde dort natürlich nichts unterschreiben. Lohnt es sich gegen diesen Schwachfug Widerspruch einzulegen und die aufschiebende Wirkung zu beantragen? Wie lange dauert sowas erfahrungsgemäß?
Einl.zum30.07..pdf
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Anhörung§24.pdf
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Einl.zum 03.09..pdf
695,2 KB Aufrufe: 91
ist dein JC eine Optionskommune ?
Die ticken ja noch ein wenig anders als normale JC aber trotzdem müssen die sich an §§ halten und so weiter.
Ich schreibe mal meine Meinung zu dem VA. Du wirst sicher hoffentlich noch andere Antworten bekommen.
1. Leistungen und Pflichten
Herr xxxx verpflichtet sich, alle seine Möglichkeiten zu nutzen, um den eigenen Lebensunterhalt.....
Gehört nicht in einen VA da dies gesetzlich geregelt ist, dass man dies tun muss.
Auf Grund der besprochenen Chanceneinschätzung werden folgende Aktivitäten....für die Zeit bis 02.11.2012.
Eine EGV so wie ein VA sollen die Laufzeit von einem halben Jahr betragen.
Die Maßnahme ist nicht hinreichend bestimmt. Hier ist die Rede von 32 Einheiten a 3 Stunden wobei pro Woche 4 Einheiten zu absolvieren sind u.s.w.
Das ist Wischiwaschi entweder oder, dass hat klar vor Antritt der Maßnahme festzustehen.
Die Einheiten können vormittags von xxx bis xxx oder nachmittags von xxx bis xxx u.s.w.
Auch keine klare Regelung
Herr xxx bringt berufskundliche Unerlagen (Lebenslauf....u.s.w.) mit.
Wäre es jetzt ein normales JC würde ich klar sagen diese Unterlagen musst du nicht mitnehmen. Datenschutz
Eine AU (Teilnahmeunfähigkeitsbescheinigung an einer Maßnahme.....
Was rauchen dir für übles Kraut
So eine Bescheinigung gibt es Nicht!
Und eine Wegeunfähigkeitsbescheinigung wollen sie auch noch haben
Noch mehr übles Kraut geraucht.
z.B. verhaltensbedingte Beendigung, Diebstahl etc.
z.B. nicht angezeigte schwerwiegende Erkrankung, Unfall etc.
Gesundheitliche Angelegenheiten und Ortsabwesenheit haben Nichts in einem VA zu suchen!
2. Rechtsfolgenbelehrung
Die Vertragsparteien.......die in der EGV festgelegten Rechte
Dies ist Keine EGV dies ist ein VA
Hinweise zu den Rechtsfolgen
Ein Widerspruch hat nach § 39 Nr. ....
Wo ist überhaupt die Rechtsbehelfsbelehrung, dass du 4 Wochen Zeit hast um Widerspruch einzulegen. Habe ich die übersehen ?
Ich sehe hier keinen einzigen Punkt mit was dich der SB unterstützt, außer dieser sinnlos Maßnahme.
Und wegen der Einladung, ich weiß es nicht.
Ja hoffe du bekommst noch mehr Antworten.
Ja, ich lebe in einer sog. Optionskommune.
Zum Widerspruchsrecht nach §39 Nr.1 gibt es keine Rechtsbehelfsbelehrung in diesem VA! Es kommt zum Schluß nur noch eine Seite (die ich nicht gescannt habe) auf der steht: Mit freundlichen Grüßen /Im Auftrag/ Unterschrift des FM
Wobei die fehlende Rechtsbehelfsbelehrung ein sehr interessanter Punkt sein könnte.
Das das Ding nur 2Monate und nicht 6 läuft ist ja eher zu meinem Vorteil, oder?
Das ich die Teilnahmezeiten selbst einteilen kann, finde ich auch eher positiv.
"Aufgrund der besprochenen Chanceneinschätzung..." Die hat es nie gegeben. Oder ist die Frage des FM, was ich mir berufl. außerhalb meines erlernten Berufes vorstellen könnte, schon eine Chanceneinschätzung? Ist die sog. Chanceneinschätzung an irgendwelche Formen und Regeln gebunden?
Danke für´s aufmerksame Lesen und die Mühe!
Wer findet weitere Ansatzpunkte?
Habe mich nochmal zur fehlenden Rechtsbehelfsbelehrung (§39) informiert und gelesen, daß dies nicht automatisch den ganzen VA ungültig macht, sondern lediglich die Widerspruchsfrist von 4 Wochen auf 1 Jahr verlängert. Seht Ihr das auch so?
Was ist Eure Meinung zu den nicht vorhandenen Regelungen zum Datenschutz(im VA S.3 steht die befänden sich im Anhang - da gibt es aber keinen Anhang!)? Da diese lt. VA "..Bestandteil dieser Eingliederungsvereinbarung." sind, fehlt doch ein wichtiger Teil des gesamten VA. Ich soll Regelungen einhalten die ich nicht kenne??
Könnten die mir die Regelungen zum Datenschutz einfach nachreichen und der VA wäre somit wieder rechtmäßig?
Da diese lt. VA "..Bestandteil dieser Eingliederungsvereinbarung." sind, fehlt doch ein wichtiger Teil des gesamten VA.
Es handelt sich bei dir ja um einen VA nicht um eine EGV. Also ist dieser Satz so überflüssig wie der ganze VA.
Vereinbarungen haben in einer EGV zu stehen, auferlegte Pflichten haben in einem VA zu stehen und nicht irgendwo drangehängt.
Was könnte ich deiner Meinung nach also tun?
Widerspruch einlegen? Mit welcher Begründung?
Welche Form sollte der Widerspruch haben?
Habe die Befürchtung, daß die Maßnahme vorbei ist, bis ich eine Entscheidung vom SG erwarten kann.
Wenn ich da am Montag nicht auftauche, haben die doch sofort einen Grund für Leistungskürzung.
Was wäre eigentlich, wenn ich an der Maßnahme teilnehme und später wird vom SG entschieden, daß ich wegen des rechtsungültigen VA dies nicht gemusst hätte? Hat man dann Anspruch auf Schadensersatz oder sowas?
Der Datenschutz gilt auch für eine Optionskommune und wenn ich den Datenschützer richtig verstanden habe, darf der Datenschutz nicht einseitig durch einen VA festgelegt werden. Da würde ich ansetzen. Irgendwo schwirrt hier im Forum ein Thread rum, in dem der DS die Datenschutzklausel in einem VA bemängelt hat, da dadurch der ALGII-Bezieher keine Entscheidungsfreiheit mehr hat.
Auch zum Thema Lebenslauf etc. für den Maßnahmeträger gibt es, meiner Meinung nach, sogar ein Urteil.
https://www.elo-forum.org/erfolgreiche-gegenwehr/95354-sanktion-datenschutz-sg-leipzig.html
https://www.elo-forum.org/eingliederungsvereinbarung/94912-jc-datenschutzbeauftragter.html
Beim Aufsetzen eines Widerspruchs muss ein anderer User helfen.
Hat man dann Anspruch auf Schadensersatz oder sowas?
Nein. Du darfst dich dann nur freuen, dass du da nicht mehr hin musst.
schwierig. Frage an die "Gemeinde": könnte man nicht einfach Widerspruch einlegen und (ohne auf jeden Punkt konkret einzugehen) begründen, dass der VA in weiten Teilen fehlerhaft ist sowie auf falschen Tatsachen beruht und somit nichtig sein dürfte und zurück zu nehmen ist.
Es wird auf die Amtsermittlungspflicht hingewiesen und um eingehende Prüfung und Stellungnahme ersucht.
Beispiel: es wurde NIE eine EGV besprochen ... somit gab es auch keine Gelegenheit für einen zielführenden Austausch ... die für eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt per Maßnahme vorgeschriebenen Potenzialanalysen und Vorgespräche haben ebenso nicht stattgefunden. Daher kann auch nicht beurteilt werden, ob die Maßnahme sinnvoll und zielführend ist.
Frage ist: geht er trotzdem Montag hin?
Momemtan bin ich noch der Meinung, ich sollte hingehen. Werde bei diesem Vorgespräch darauf hinweisen, daß ich mich an keinerlei Regelungen zum Datenschutz halten werde, da mir diese nicht mit dem VA zugegangen sind. Nachträglich werde ich die dort auch nicht unterschreiben(falls der mir dort sowas einfach vorlegt). Die Frage ist halt, was die dann weiter machen. Mich einfach rausschmeißen? Einen neuen VA zuschicken? (Der wäre dann mit sehr großer Wahrscheinlichkeit genau selben Wortlauts - eben nur mit den anhängenden DS Regelungen. Bisher habe ich die Erfahrung gemacht, dass die ziemlich faul sind.)
Das letzte pers. Gespräch mit dem FM, ich glaub´im Feb. oder März war das, endete mit seiner Aussage: "Bis zum 30.4. muss ich irgendwas mit ihnen machen, was weiß ich noch nicht"
Mein Hinweis auf 2 Sachen , die mir wirklich bei der Jobsuche helfen würden, bügelte er mit " dafür gibt´s keine Mittel" ab.
Wenigstens weiß ich jetzt was "irgendwas" bedeutet.
Ich würde dies mal genau so an höherer Stelle kund tun und die Frage stellen, ob eigene Initiativen und Vorschläge nicht gefragt wären - und dieses "irgendwas" bringt einen auch nicht weiter.
Meine FM kam auch mal mit "irgendwas" und meinte: "Sie müssen verstehen, ich habe ja auch Druck und werde kontrolliert, ob ich den Kunden etwas anbiete".
Meine Antwort war: "Ja - ich kann Sie sehr gut verstehen ... wirklich ... aber Sie werden mir verzeihen: das ist mir eigentlich ziemlich EGAL"
Hallo @Goldie44, Willkommen im Forum ,
da der Maßnahmebginn im VA festgelegt wurde, musst Du dahin, außer Du bist krank.
Ich persönlich sehe nicht allzuviel Angriffspunkte.
Man könnte Widerspruch einlegen mit der Begründung, dass Dir im Vorfeld keine EGV angeboten wurde, die Maßnahme nicht Deiner Integration in den ersten Arbeitsmarkt dient.
Die aufschiebende Wirkung kann man beantragen, halte ich nicht für so sinnvoll, schon aus dem Grund, dass bis zur Entscheidung des SG mindestens 4-6 Wochen ins Land gehen. Dann ist die Maßnahme fast vorbei.
Auch sehe die Erfolgschancen als gering an, viele SG s gehen nach dem Urteil des BSG(2009), nachdem keine EGV im Vorfeld notwendig ist.
Ansonsten sehe ich keine weiteren Angriffspunkte, leider.
Mit dem Nichtunterschreiben solltest Du vorsichtig sein, behält man Dich deshalb nicht in der Maßnahme, droht eine Sanktion, §31 SGB II.
Das das SG mehrere Wochen braucht, um die aufsch. Wirkung zu entscheiden habe ich mir schon gedacht. Was ist denn mit der fehlenden Rechtsbehelfsbelehrung und dem fehlenden Anhang der Richtlinien zum Datenschutz? In diesem VA steht doch auch ständig "Herr xxxx vepfichtet sich..." in einem VA müsste aber doch stehen "Herr xxxx wird verpflichtet", oder? Sonst hört sich das für mich an, als hätte ich mich mit meiner Unterschrift dazu verpflichtet irgendetwas zu tun oder zu lassen. Außerdem ist ständig die Rede von "Vertragsparteien" - dies ist aber kein Vertrag!
Wo bitte steht, dass ich dort etwas unterschreiben muss? Gibt es dafür ein Gesetz?
Ein Verhalten, welches zum Maßnahmenabbruch führen würde ist im VA ja auch nicht näher beschrieben"(Diebstahl, etc.)". Was ist mit etc. gemeint? Heimliches Rauchen auf´m Klo? Nicht Guten Tag gesagt? Körpergeruch? Lautes Furzen? Böse gucken? Wenn man mir dort einen Strick drehen will, kann man für etc. einfach jede denkbare Schickane einsetzen, oder sehe ich das falsch?
Darf ein VA eine unwahre Behauptung als Begründung enthalten?
" Da keine Vereinb. durch Abschluss der vorgeschlagenen EGV vom 03.07. mit Ihnen getroffen werden konnte, wird...."
Das ist eine glatte Lüge! Alles was ich mit Datum 03.07. erhalten habe, ist die Einladung zum Vorgespräch. Weder wurde eine EGV vorgeschagen, noch habe ich eine bekommen oder abgelehnt.
Darf eine Behörde so dreist lügen?
"Für Rückfragen oder wenn Herr xxxx den Termin aus wichtigen Gründen nicht wahrnehmen kann, setzt sich Herr xxxx unter der Tel.Nr.0xxxx/xxx oder xxx mit den Mitarbeitern....in Verbindung und vereinbart einen Ersatztermin"
Das setzt ja schonmal voraus, dass man ein Telefon hat! Personen ohne Tel. könnten den Verpflichtungen aus diesem VA nicht nachkommen. Wenn die sowas verlangen, könnte ich im Gegenzug Übernahme der Telefonanschlusskosten und die Kosten der jeweiligen Gespräche verlangen? Eine Meldung auf postalischem Weg ist im VA ja nicht vorgesehen.
...und ich Idiot hatte denen anfangs mal meine Festnetz- und Handynummer gegeben
Das ist keine "Lüge" - sondern in den allermeisten VAs "Standardaussage". Daher bin ich persönlich eine große Freundin von schriftlichen Hinweisen, dass diese Formulierung nicht den Tatsachen entspricht und mein Ansehen als Kunde durch ein falsches Bild "beschädigt"
Goldie44 meinte:
Ich weiß nicht wie das bei einer Optionskommune ist, aber beim normalen JC kann man auf jeden Fall einen Antrag (Anhang) auf die Löschung der nicht relevanten / nicht erforderlichen Daten stellen.
Eine Kopie machen und sich auf der Kopie den Empfang bestätigen lassen.
Hallo @Goldie44,
Vorschlag Widerspruch31.8..doc
Da ich am Montag eh zur Zwangsmaßnahme erstmal hin muß, werde ich den Widerspruch erst nach dem Vorgespräch einreichen. Erst mal sehen was die überhaupt genau wollen.
Laut des VA soll ich ja "...berufskundliche Unterlagen(Lebenslauf, Arbeitszeugnisse, Berufsnachweise wie Gesellenbrief, Diplom sonstige Ausbildungsnachweise, Lehrgangszertifikate etc.)" nur "mitbringen". Da ich mich ja an den derzeit gültigen VA halten muss, werde ich das auch erstmal tun. Könnten die mich irgendwie belangen, wenn ich die Unterlagen zwar dabei habe, aber nicht vorzeige und nicht kopieren lasse oder denen zur Einsicht gebe? Den VA nehme ich mit und zeige denen notfalls die Stelle, an der steht "mitbringen".
Wie sollte ich mich verhalten, wenn die mich dazu nötigen wollen irgendwas dort zu unterschreiben? Wie lange habe ich Zeit, die vorgelegten Formulare zu prüfen? Was, wenn die mir dort Unterlagen/Formulare/Regelungen zum Datenschutz vorlegen die ich sofort unterschreiben soll? (Ich muss mich ja lt. VA an die im Anhang befindlichen DS-Regelungen halten, die nicht vorhanden sind)
Laut des VA soll ich ja "...berufskundliche Unterlagen(Lebenslauf, Arbeitszeugnisse, Berufsnachweise wie Gesellenbrief, Diplom sonstige Ausbildungsnachweise, Lehrgangszertifikate etc.)" nur "mitbringen". Da ich mich ja an den derzeit gültigen VA halten muss, werde ich das auch erstmal tun. Könnten die mich irgendwie belangen, wenn ich die Unterlagen zwar dabei habe, aber nicht vorzeige und nicht kopieren lasse oder denen zur Einsicht gebe?
"Belangen" schon gar nicht, sich unmutig zeigen und Ausreden erfinden, das werden sie sicher . Aber diese deine Unterlagen wie Zeugnisse etc. unterliegen EBENSO dem Datenschutz und nur DU bestimmst den Umfang einer Weitergabe.
Den VA nehme ich mit und zeige denen notfalls die Stelle, an der steht "mitbringen".
Du brauchst dich nicht rechtfertigen. Es reicht, wenn du sagst, dass du deine Unterlagen nicht kopieren lassen willst und man über deine "Befähigungen" und auch reden kann.
Wie sollte ich mich verhalten, wenn die mich dazu nötigen wollen irgendwas dort zu unterschreiben?
"Nötigen" = Nötigung! Das darf eh keiner.
Bei einer Unterschrift würde ich IMMER sagen, dass ich das zur Prüfung mit heim nehme, denn eigentlich hat man ja eine Zuweisung vom JOBCENTER und muss keine andersartigen "Verträge" unterschreiben. Der Maßnahmeträger hat seinerseits Verträge mit dem Jobcenter ...
dazwischen hat der Bürger eigentlich nichts zu suchen ... höchstens Unterschrift, dass man die Hausordnung zur Kenntnis genommen hat und aufm Klo nicht rauchen wird
Wie lange habe ich Zeit, die vorgelegten Formulare zu prüfen?
"angemessen". Das kann also durchaus ein paar Tage sein, ob es hier feste Richtlinien gibt, weiß ich nicht. Bei EGV habe ich mal was von bis zu 14 Tagen gelesen.
Was, wenn die mir dort Unterlagen/Formulare/Regelungen zum Datenschutz vorlegen die ich sofort unterschreiben soll?
SOFORT geht eben gar nicht = Nötigung. In BRD herrscht Vertragsfreiheit und auch diese Formulare können angemessen geprüft werden.
(Ich muss mich ja lt. VA an die im Anhang befindlichen DS-Regelungen halten, die nicht vorhanden sind)
Diese nicht-vorhandenen Regelungen monieren und anfordern!
Also, hier mein Bericht vom heutigen Vorgespräch :
War pünktlich da und wurde gebeten einen Vordruck auszufüllen. Darin wurde nach Name, Anschrift, geb. Datum, Tel.Nr., Mailadresse, erlernter Beruf, Beschäftigungen der letzten 5 Jahre, Dauer der Arbeitslosigkeit, Anzahl der Bewerbungen der letzten 3Monate, Fremdsprachenkenntnisse, Schulabschluss, was ich von der Maßnahme erwarte, und noch einiges anderes belangloses Zeug abgefragt.
Dieser Fragebogen war nicht zu unterschreiben.
Habe nur die nötigsten Angaben gemacht wie Name, Anschrift, erlernte Berufe ohne Fachbereich, selbstständige Tätigkeit ohne weitere Beschreibung, Schulabschluss ohne Angabe des Fachbereichs.
Danach hatte ich ein 4-Augengespräch mit einem eigentlich ganz netten Mitarbeiter.
Zuerst fragte ich ihn, ob er MA des JC ist und wer eigentlich der Träger dieser Maßnahme ist. Er sagte mir, er sei MA der Stadt und diese Einrichtung (Jobakademie) sei Teil des Kreis-JC (bin in einer Optionskommune). Damit war meine Strategie, auf das Urteil des SG Leipzig vom 29.05.12 hinzuweisen erstmal dahin. Er ging dann der Fragebogen durch und fragte nach eMail und Tel.Nr. die ich ihm aber mit Verweis auf den Datenschutz nicht nannte. Auch die Anzahl der Bewerbungen der letzten 3Mon. nannte ich ihm nur ungefähr. Bei der Frage nach meinen berufl. Vorstellungen und was ich mit der von der Maßnahme erwarte, nannte ich meine Vorstellungen und bei den Erwartungen sagte ich: nichts! Die Gegenfrage war dann: Wurde ihnen die Maßn. denn nicht erklärt? Ich erklärte ihm, daß mir nur dieser fehlervolle VA mit unwahren Behauptungen vorliegt und kein Gespräch vorher mit dem JC stattfand.
Er erklärte mir dann wie die Maßnahme ablaufen soll: Teilnehmer müssen wöchentl. 4 Termine je 3 Std. "buchen" (ich dachte nur: wie im Reisebüro) man kann auch 2 Termine an einem Tag buchen. In dieser Zeit soll man mit den bereitgestellten PC´s Stellen suchen und sich darauf bewerben oder Initiativbewerbungen schreiben. Die Mitarbeiter wären ständig für Fragen ansprechbar. Mit dem Einlog-Vorgang am PC wird zugleich die Anwesenheit überwacht. Hört sich ja zunächst mal nicht weiter schlimm an.
Die Frage, die sich mir nun jedoch stellt ist: können die mich eventuell ständig über diesen PC überwachen und meine dort verfassten Anschreiben und die per Memory-Stick (den ich übrigens dort geschenkt bekam) hochgeladenen Zeugnisse usw. einsehen?
Auf meine Frage an den MA dahingehend sagte er mir nur "Auch wir unterliegen dem Datenschutz und haben Schweigepflicht". Er wollte, oder konnte mir jedoch nicht schriftl. zusichern, daß Daten, welche ich an deren PC´s eingebe, nur von mir eingesehen und genutzt werden können bzw. dürfen. Dafür müsse er mit der Leiterin dieser Jobakademie Rücksprache halten. Als ich dann nach den für mich geltenden Datenschutzbestimmungen fragte und anmerkte, daß bei meinem VA keine dabei waren, und ich mich strengstens an die im VA beschriebenen, nicht vorhandenen DS-Bestimmungen halten werde, war er erstmal ratlos.
Ich schlug ihm vor mein eigenes Notebook mitzubringen und daran Bewerbungen zu erstellen. Er schloss dies als Möglichkeit nicht aus, wisse aber nicht ob dies techn. möglich sei ("...hier gibt´s kein WLAN...")
Bevor die mir nicht garantieren, daß meine Daten auf deren PC´s 100% sicher sind und ausschließlich von mir eingesehen werden können, kann ich doch dort nichts eingeben? Am Mittwoch muß ich wieder hin, werde aber dort zunächst nur Stellen suchen (die ich eh schon kenne) und nichts von meinen Daten oder Zeugnissen eingeben bzw. hochladen.
Gibt´s vielleicht einen Datenschutzexperten unter euch?