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Timestamp: 2018-11-13 04:51:38
Document Index: 210654943

Matched Legal Cases: ['§212', '§212', '§ 212', '§17', '§9', '§212', '§212', '§212', '§ 294', '§212', '§212', '§291', '§212', '§276']

Abweisung eines Antrages auf Aussetzung der Einhebung gemäß §212a BAO wegen Erlassung einer Berufungsentscheidung - Findok Internet
Berufungsentscheidung - Steuer (Referent) des UFSW vom 09.11.2006, RV/2359-W/06
Abweisung eines Antrages auf Aussetzung der Einhebung gemäß §212a BAO wegen Erlassung einer Berufungsentscheidung
RV/2359-W/06-RS1 Permalink
Nach erfolgter Abweisung einer Berufung durch den UFS hat das Finanzamt im Falle einer bereits bewilligten Aussetzung der Einhebung deren Ablauf zu verfügen oder im Falle eines noch unerledigten Antrages auf Aussetzung den Antrag abzuweisen.
Aussetzung der Einhebung, Berufungsentscheidung, Bescheidbeschwerde
Der unabhängige Finanzsenat hat über die Berufung des L, gegen den Bescheid des Finanzamtes A vom 4. Juli 2006; xxx, betreffend Aussetzungsantrag gemäß § 212a BAO entschieden:
Am 11. Oktober 2005 langte beim Verfassungsgerichtshof eine Beschwerde des Berufungswerbers (Bw) samt Beilagen gegen das Erkenntnis des Unabhängigen Verwaltungssenates des Landes Y vom 26. September 2005, Zahl y, ein. Gleichzeitig ersuchte der Bw. der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen.
Da trotz Aufforderung die Gebühr in Höhe von Euro 180,00 nicht entrichtet wurde, hat der Verfassungsgerichtshof für die bei ihm am 11. Oktober 2005 eingelangte Beschwerde des Berufungswerbers einen amtlichen Befund aufgenommen.
Das Finanzamt A setzte daher in der Folge mit den Bescheiden je vom 24.1.2006 die Gebühr gemäß §17a Abs.1 Verfassungsgerichtshofgesetz (VfGG) in Höhe von Euro 180,00, sowie gemäß §9 Abs.1 Gebührengesetz 1957 (GebG) eine Gebührenerhöhung im Ausmaß von 50 v.H. der nicht entrichteten Gebühr - d.s. Euro 90,00, fest.
Gegen diese beiden Gebührenbescheide wurde Berufung eingebracht, welche letztendlich mit Berufungsentscheidung des Unabhängigen Finanzsenates (UFS), RV/0643-W/06, vom 11. Mai 2006, als unbegründet abgewiesen wurde.
Im Zusammenhang mit diesem Verfahren war ein Antrag auf Aussetzung der Einhebung gemäß §212a BAO gestellt worden.
Dieser Antrag wurde auf Grund der mittlerweile ergangenen abweislichen Sachentscheidung des UFS mit dem berufungsgegenständlichen Bescheid als unbegründet abgewiesen. Fristgerecht wurde Berufung erhoben, welche mit Berufungsvorentscheidung vom 3. August 2006 als unbegründet abgewiesen wurde.
Dagegen richtet sich gegenständlicher Vorlageantrag.
Gemäß §212a Abs.3 BAO können Anträge auf Aussetzung der Einhebung bis zur Entscheidung über die Berufung (Abs. 1) gestellt werden.
Nach §212a Abs.5 BAO besteht die Wirkung einer Aussetzung der Einhebung in einem Zahlungsaufschub. Dieser endet mit Ablauf der Aussetzung oder ihrem Widerruf (§ 294). Der Ablauf der Aussetzung ist anlässlich einer über die Berufung (Abs. 1) ergehenden a) Berufungsvorentscheidung oder b) Berufungsentscheidung oder c) anderen das Berufungsverfahren abschließenden Erledigung zu verfügen.
Daraus ergibt sich, dass nach erfolgter Abweisung einer Berufung im Falle einer bereits bewilligten Aussetzung der Einhebung deren Ablauf zu verfügen oder, im Falle eines noch unerledigten Antrages auf Aussetzung, der Antrag abzuweisen ist. Es wurde deshalb mit dem angefochtenen Bescheid der Antrag des Bw. auf Aussetzung der Einhebung zu Recht vom Finanzamt abgewiesen.
Der Sinn des §212a BAO (Aussetzung der Einhebung von Abgaben) besteht ja darin, bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen die Entrichtung von Abgabenbeträgen, deren endgültige Festsetzung vom Ausgang eines Rechtsmittelverfahrens abhängig ist, solange hintanzuhalten, bis das Berufungsverfahren beendet ist. Wesentliche Voraussetzung ist daher ein offenes Rechtsmittelverfahren.
Durch §212a BAO sollen gerade die Folgen für den Abgabepflichtigen, die sich aus der sofortigen Entrichtung an sich fälliger Abgaben ergeben, obwohl deren endgültige Höhe vom Ausgang eines Rechtsmittelverfahrens abhängig ist, vermieden werden.
Im vorliegenden Fall mangelt es aber an dieser Voraussetzung. Das in der Gebührensache anhängige Berufungsverfahren wurde mit Berufungsentscheidung des UFS, RV/0643-W/06, vom 11. Mai 2006, entschieden, wogegen gemäß §291 BAO ein ordentliches Rechtsmittel nicht mehr zulässig ist.
Gemäß §212a Abs.4 BAO sind die für Anträge auf Aussetzung der Einhebung geltenden Vorschriften auf Berufungen gegen die Abweisung derartiger Anträge und auf solche Berufungen betreffende Vorlageanträge (§276 Abs.2) sinngemäß anzuwenden.
Findok-Nr: 24869.1, aufgenommen am: 07.12.2006 08:47:01, Dokument-ID: b7aaf23f-9500-4af1-881b-415d65d9ef18, Segment-ID: 1aa7c9ff-640c-4072-9b70-713303af7111