Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/eingehungsbetrug-beim-maklervertrag-3106468
Timestamp: 2020-05-31 04:10:38
Document Index: 380642312

Matched Legal Cases: ['§ 263', '§ 652', '§ 652', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 263', '§ 652', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Ein­ge­hungs­be­trug beim Mak­ler­ver­trag
Zwar fal­len Anwart­schaf­ten nur dann unter den Schutz des § 263 StGB, wenn sie sich recht­lich zu einem Anwart­schafts­recht oder Rechts­an­spruch ver­dich­tet haben.
Dies ist indes bei der Ver­mitt­lungs­tä­tig­keit eines Mak­lers der Fall, auch wenn nach § 652 BGB der Ver­gü­tungs­an­spruch erst mit Abschluss des Ver­tra­ges über das ver­mit­tel­te Objekt ent­steht 1.
Bereits vom Abschluss des Mak­ler­ver­tra­ges an besteht für den Mak­ler eine recht­lich geschütz­te Anwart­schaft auf den Ver­gü­tungs­an­spruch, den er sodann durch die von ihm aus­ge­üb­te Tätig­keit ver­dient, wenn­gleich er ihn erst end­gül­tig mit dem Ein­tritt des Erfol­ges, näm­lich dem Abschluss des Ver­tra­ges über das ver­mit­tel­te oder nach­ge­wie­se­ne Objekt, erwirbt 2.
Im Hin­blick auf die vom Ange­klag­ten ledig­lich vor­ge­spie­gel­te Zah­lungs­wil­lig­keit blieb der Wert des des­we­gen min­der­wer­ti­gen Ver­gü­tungs­an­spruchs der Mak­ler­fir­ma hin­ter dem Wert der Ver­mitt­lungs­leis­tung zurück.
Dabei lässt ein spä­te­rer Rück­tritt vom Ver­trag die Pro­vi­si­ons­pflicht unbe­rührt 3. Eine Aus­nah­me besteht ledig­lich für den Fall eines im Haupt­ver­trag ver­ein­bar­ten zeit­lich befris­te­ten und an kei­ne Vor­aus­set­zun­gen gebun­de­nen Rück­tritts­rechts 4.
Für den Bun­des­ge­richts­hof begeg­net es auch kei­nen Beden­ken, den Ver­mö­gens­scha­den der Mak­ler­fir­ma anhand der ver­ein­bar­ten Höhe der Mak­ler­cour­ta­ge von 3, 57 % des Kauf­prei­ses bestimmt hat. Bei die­sem Pro­zent­satz han­delt es sich um eine markt­üb­li­che Ver­gü­tung. Der Ver­gü­tungs­an­spruch ist nach § 652 Abs. 1 BGB allein erfolgs­be­dingt. Die Mak­ler­tä­tig­keit wird ent­gol­ten, wenn die nach­ge­wie­se­ne oder ver­mit­tel­te Mög­lich­keit eines Ver­trags­ab­schlus­ses tat­säch­lich genutzt wird; auf Art und Umfang der vom Mak­ler hier­für ent­fal­te­ten Hand­lun­gen kommt es nicht an 5. Sie sind daher auch nicht Maß­stab für die Höhe der Ver­gü­tung. Anknüp­fungs­punkt sind allein die Kon­di­tio­nen des auf­grund der Ver­mitt­lungs­tä­tig­keit des Mak­lers zustan­de gekom­me­nen Ver­tra­ges.
vgl. BGH aaO, BGHSt 31, 178; BGH, Urteil vom 17.12 1975 – – IV ZR 73/​74, WM 1976, 503; Dan­ne­cker in Graf/​Jäger/​Wittig, Wirt­schafts- und Steu­er­straf­recht, § 263 StGB, Rn. 361; Sprau in Palandt, BGB, 76. Aufl.2016, § 652 Rn. 54[↩]
BGH, Urteil vom 03.03.1965 – – VIII ZR 266/​63, NJW 1965, 964[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 09.07.2009 – – III ZR 104/​08, NJW 2009, 2810, Rn. 8[↩]
BGH aaO NJW 2009, 2810[↩]
vgl. BGH, Urtei­le vom 21.12 1982 – 1 StR 662/​82, BGHSt 31, 178; und vom 03.03.1965 – – VIII ZR 266/​63, NJW 1965, 964[↩]
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