Source: https://www.fiala.de/lebensversicherung-als-steuersparmodell-in-der-erbschaftsteuer/
Timestamp: 2020-08-05 01:28:35
Document Index: 353468803

Matched Legal Cases: ['§ 32', '§ 20', '§ 9', '§ 10', '§ 10', '§ 32', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§19', '§ 19', '§ 23']

6. Der Familien-Pool als Instrument zur Senkung der Steuerbelastung Bei der Einkommensteuer, Kirchensteuer und auch beim Solidaritätszuschlag werden Kinder und andere Angehörige als selbständige Steuerpflichtige behandelt. Im Familienverbund können durch Gestaltungsmaßnahmen innerhalb einer Familie sehr viel Steuern gespart werden. Nicht fehlen sollte der rechtliche Beistand bei der Gestaltung, damit ? wenn es einmal keine Einigkeit in der Familie gibt ? die Mehrheits- und Stimmverhältnisse wunschgemäß verteilt sind. Grundansatz der überlegungen ist der Umstand, dass bei jedem Steuerpflichtigen im Jahr 2002 die ersten 7.500 – 12.500 ? steuerfrei bleiben, und dass die darüber hinausgehenden Einkunftsteile zunächst nur mit weniger als 30% Steuern belastet werden. Bei einem Schüler oder Studenten, der ausschließlich Einkünfte aus Kapitalvermögen bezieht, bleiben im Jahr 2002 beispielsweise die ersten 10.000 ? Einkünfte steuerfrei, wie die folgende Berechnung zeigt: Grundfreibetrag (§ 32a Abs.1 EStG) EURO 7.235,- Sparer-Freibetrag (§ 20 Abs.4 EStG) EURO 1.550,- Werbungskosten-Pauschbetrag bei den Kapitaleinkünften (§ 9a EStG) EURO 51,- Sonderausgaben-Pauschbetrag (§ 10c Abs.1 EStG) EURO 36,- Sonderausgabenabzug für Ausbildungskosten (§ 10 Abs.1 Nr.7 EStG) EURO 920,- Sonstige Sonderausgaben und agw. Belastungen EURO 208,- Zusammen also: EURO 10.000,- Wenn Einkünfte auf Kinder verlagert werden, muss bedacht werden, dass das Kindergeld und viele weitere Steuervergünstigungen wegfallen, wenn ein erwachsenes Kind, das sich in Ausbildung befindet, im Jahr 2002 mehr als 7.188 ? Einkünfte und Bezüge hat (§ 32 Abs.4 EStG). Bei erwachsenen Kindern in Ausbildung sollte die 7.188 ?-Einkommensgrenze also unbedingt eingehalten werden. Und als Sahnehäubchen: Es gibt im Bereich der Unternehmesbeteiligung, Aktien, Rentenpapiere zahlreiche Gestaltungen (fast) die gesamten Erträge steuerfrei zu gestalten. Eltern, die die Steuervorteile des „Familien-Splitting“ nutzen und trotzdem Einfluss auf das Vermögen behalten wollen, können dies durch eine Familien-Gesellschaft erreichen, an der die Kinder (und/oder andere Angehörige) als Minderheitsgesellschafter beteiligt werden. Eine Familien-Gesellschaft hat außerdem den Vorteil, dass diese Gesellschaft Darlehen an einen nahestehenden Betrieb vergeben kann, während die Schenkung von Geldern, die einem solchen Betrieb anschließend wieder als Darlehen zur Verfügung gestellt werden, steuerlich sehr sorgfältig geplant werden muss. Hinsichtlich der Erbschaft- bzw. Schenkungsteuer ist es vorteilhaft, wenn die Familien-Gesellschaft gewerbliche Einkünfte hat. In diesem Fall kommen bei der Schenkung eines Anteils dieser Gesellschaft die §§ 13a und 19a ErbStG zum Tragen, d.h. der Freibetrag für die übertragung von Betriebsvermögen i.H.v. 256.000 EUR (§ 13aAbs.1. ErbStG), Die Ermäßigung des Wertansatzes um 40%, soweit dieser Freibetrag überschritten wird (§ 13a Abs.2 ErbStG) und die günstige Steuerklasse I (§19a ErbStG). Damit nicht genug: Handelt es sich um die richtige Gesellschaftsform (Personengesellschaft) kommen die möglicherweise etwa 10-fach niedrigeren Bilanzwerte zum Ansatz, anstatt des hohen Wertansatzes für das Betriebsvermögen bei Kapitalgesellschaften (Stichwort: Bewertung nach dem Stuttgarter-Verfahren). Sollen Teile des Vermögens an den Lebenspartner oder an entfernt verwandte Angehörige übertragen werden sollen, beträgt der Steuersatz bei der Schenkungsteuer mindestens 17% (§ 19 ErbStG). In solchen Fällen wirken sich die Privilegien i.V.m. der übertragung von Betriebsvermögen, die mit einer gewerblichen Familien-Gesellschaft einhergehen, sehr vorteilhaft aus, weil der Eingangssteuersatz bei Steuerklasse I nur 7% beträgt. Die (vorübergehende) Umwandlung einer vermögensverwaltenden Familien- Gesellschaft in eine gewerblich tätige Gesellschaft lässt sich dadurch erreichen, dass die Gesellschaft teilweise gewerblich tätig wird (Stichwort: Infektionstheorie). Außerdem kann sich die Familien-Gesellschaft an einer anderen gewerblich tätigen Personengesellschaft als Gesellschafter oder atypischer stiller Gesellschafter noch dazu beteiligen. Die Familien-Gesellschaft kann aber auch von vornherein als GmbH oder gewerblichgeprägte Personengesellschaft gegründet werden, z.B. als GmbH & Co. KG. Wenn minderjährige Kinder an einer Familiengesellschaft beteiligt werden sollen, muss bedacht werden, dass die Bestellung eines Ergänzungspflegers und die Zustimmung des Vormundschaftsgerichts erforderlich werden kann: Sorgfältige Planung und Vorbereitung vermeidet hier am Ende böse überraschungen. Außerdem muss die Spekulationsfrist beachtet werden, wenn Immobilien des Privatvermögens in eine Familiengesellschaft eingebracht, oder wenn Anteile einer vermögensverwaltenden Immobiliengesellschaft an Kinder oder sonstige Angehörige übertragen werden. Da bei solchen übertragungsvorgängen i.d.R. auch die auf der Immobilie lastenden Schulden anteilig auf neue Eigentümer übergehen, handelt es sich insoweit um ein privates Veräußerungsgeschäft, für das nach § 23 EStG Einkommensteuer anfallen kann, falls die 10- Jahresfrist noch nicht abgelaufen ist. Aber: Handelt es sich um unrentable Immobilien und Verluste, kann die ?Gewerblichmachung? geradezu erwünscht sein. Auch reine Vermögensverwaltung läßt sich zur Verrechnung von Verlusten gestalten.