Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20117/88
Timestamp: 2019-12-06 13:27:26
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Rechtsprechung: VI ZR 117/88 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 08.01.1988
https://dejure.org/1988,1207
BGH, 08.11.1988 - VI ZR 117/88 (https://dejure.org/1988,1207)
BGH, Entscheidung vom 08.11.1988 - VI ZR 117/88 (https://dejure.org/1988,1207)
BGH, Entscheidung vom 08. November 1988 - VI ZR 117/88 (https://dejure.org/1988,1207)
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Auslegung eines Widerrufsbegehrens - Anspruch auf Unterlassung einer unwahren Behauptung - Voraussetzungen für die Zulässigkeit einer Berufung
BGH, 08.01.1988 - VI ZR 117/88
NJW-RR 1989, 254
MDR 1989, 245
cc) Allerdings setzen auch Klageänderung und -erweiterung eine zulässige Berufung voraus (BGHZ 85, 140, 142;… BGH, Urt. v. 8. März 1988 - VI ZR 234/87, VersR 1988, 859, 860; v. 8. November 1988 - VI ZR 117/88, BGHR ZPO vor § 1/Rechtsmittel "Beschwer 5"; v. 9. Mai 1990 - VIII ZR 237/89, NJW 1990, 2683; v. 22. November 1990 - IX ZR 73/90, WM 1991, 609 [BGH 22.11.1990 - IX ZR 73/90]; v. 25. November 1992 - XII ZR 116/91, NJW 1993, 597, 598).
b) Die Auslegung hat sich ferner an dem Grundsatz auszurichten, daß im Zweifel gewollt ist, was nach den Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und der recht verstandenen Interessenlage entspricht (BGH, Urt. v. 8. November 1988 - VI ZR 117/88, BGHR ZPO vor § 1/Rechtsmittel - Beschwer 5; BGH, Beschl. v. 8. Oktober 1991 - XI ZB 6/91, NJW 1992, 243;… Urt. v. 5. April 1993 - II ZR 238/91, NJW 1993, 1976, 1978, z.V.b in BGHZ 122, 211;… MünchKomm/Mayer-Maly, BGB 3. Aufl. § 133 Rdnr. 52 m.w.N.).
Nach ständiger Rechtsprechung des Reichsgerichts und des Bundesgerichtshofes (RGZ 13, 390, 395; 29, 375, 377; 100, 208; 130, 100; BGHZ 52, 169, 171; 85, 140, 142; BGH Urteil vom 25. September 1986 - II ZR 31/86 = NJW-RR 1987, 124 unter 2 a; Beschluß vom 24. November 1987 - VI ZB 13/87 = NJW 1988, 827 unter II 1;… Urteile vom 8. März 1988 - VI ZR 234/87 = BGHR ZPO vor § 1, Rechtsmittel-Beschwer Nr. 3 = NJW 1988, 2540, vom 13. April 1988 - VIII ZR 199/87 = WM 1988, 883 unter 2 a und vom 8. November 1988 - VI ZR 117/88 = BGHR ZPO vor § 1, Rechtsmittel-Beschwer Nr. 5 = NJW-RR 1989, 254 = LM ZPO § 511 Nr. 45) ist für die Zulässigkeit eines Rechtsmittels zusätzlich erforderlich, daß mit ihm die Beseitigung gerade der durch das angefochtene Urteil geschaffenen Beschwer erstrebt wird.
Zu diesem Ergebnis führt die Auslegung seines erstinstanzlichen Klagvorbringens, die der Senat eigenständig und ohne Bindung an die Auslegung des Berufungsgerichts vornehmen kann, weil es um Prozeßerklärungen geht (BGHZ 4, 328, 334; 22, 267, 269; BGH, Urteile vom 8. März und 8. November 1988 aaO).
Das Vorbringen einer Partei ist so auszulegen, wie es nach den Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und ihrem Interesse entspricht (BGHZ 21, 319, 327 f., 79, 16, 18; BGH Urteil vom 8. November 1988 aaO).
Eine Berufung, welche die Richtigkeit der vorinstanzlichen Klageabweisung nicht in Frage stellt und ausschließlich einen neuen - bisher noch nicht geltend gemachten - Anspruch zum Gegenstand hat, ist unzulässig (…BGH, Urt. v. 14. Juni 1988 - VI ZR 328/87, S. 6; v. 8. November 1988 - VI ZR 117/88, NJW-RR 1989, 254 f;… Urt. v. 9. Mai 1990 - VIII ZR 237/89, WM 1990, 1748, 1749).
Wenn es trotzdem den Schriftsatz, weil darin das Anliegen einer Überprüfung durch die höhere Instanz nicht klar genug zum Ausdruck komme, nur als Gegenvorstellung bewertet, so verstößt es damit gegen den Auslegungsgrundsatz, daß im Zweifel dasjenige gewollt ist, was nach den Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und der recht verstandenen Interessenlage entspricht (BGH, Urteil vom 8. November 1988 - VI ZR 117/88 = BGHR ZPO vor § 1/Rechtsmittel - Beschwer 5 m.w.Nachw.
Der vom Senat unter Heranziehung der Klagegründe, die den ursprünglich geschuldeten Zins gesondert ausweisen, frei auszulegende Klagantrag (BGH Urt. v. 8. November 1988, VI ZR 117/88, NJW-RR 1989, 254) ist somit dahin zu verstehen, daß Erbbauzins in Höhe von 4.579,78 DM jährlich verlangt wird.
Wenn sich nicht zweifelsfrei etwas anderes ergibt, ist dabei davon auszugehen, dass die Parteien dasjenige gewollt haben, was nach den Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und der recht verstandenen Interessenlage entspricht (BGH, Urteil v. 8.11.1988 - VI ZR 117/88; BGH, Beschluss v. 8.10.1991 - XI ZB 6/91 = NJW 1992, 243; Urteil v. 5.04.1993 - II ZR 238/91, NJW 1993, 1976, 1978, BGHZ 122, 211; BGH, Urteil vom 10.03.1994 - IX ZR 152/93 = NJW 1994, 1537).
Ohne Weiterverfolgung wenigstens eines Teils des in erster Instanz erhobenen - und dort erfolglos gebliebenen - Klageanspruchs kommt grundsätzlich auch eine Klageänderung oder eine Klageerweiterung in der Berufungsinstanz nicht in Betracht, weil das eine wie das andere eine zulässige Berufung voraussetzt (vgl. Senatsurteil BGHZ 85, 140, 142; Urteile des BGH vom 8. November 1988 VI ZR 117/88 - BGHR ZPO vor § 1/Rechtsmittel, Beschwer 5, vom 9. Mai 1990 - VIII ZR 237/89 - NJW 1990, 2683 und vom 22. November 1990 - IX ZR 73/90 - WM 1991, 609 [BGH 22.11.1990 - IX ZR 73/90], jeweils m.w.N.).
bb) Vor allem aber verstößt die restriktive Auslegung des Berufungsgerichts gegen den Auslegungsgrundsatz, wonach im Zweifel dasjenige gewollt ist, was nach den Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und der recht verstandenen Interessenlage entspricht (s. dazu z. B. BGH, Urt. v. 8.11.1988 - VI ZR 117/88, NJW-RR 1989, 254 unter II 2 a; BGH NJW-RR 1996, 1210 unter II 2 m. w. N.).
OLG Brandenburg, 17.04.2001 - 3 W 18/01
Fischereirecht; Angelkarte; Unterlassungsverpflichtung; Ordnungsgeld; Beschwerde; …
BGH, 16.07.1997 - X ZB 8/97
Verfolgung eines neuen Anspruchs in der Berufungsinstanz bei fehlender …
https://dejure.org/1988,12351
BGH, 08.01.1988 - VI ZR 117/88 (https://dejure.org/1988,12351)
BGH, Entscheidung vom 08.01.1988 - VI ZR 117/88 (https://dejure.org/1988,12351)
BGH, Entscheidung vom 08. Januar 1988 - VI ZR 117/88 (https://dejure.org/1988,12351)
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Berufung - Abweisung - Widerrufsklage - Unterlassungsklage - Abweichung vom Antrag