Source: https://www.hydroexpert.de/de/vdi-2047
Timestamp: 2020-08-12 05:46:44
Document Index: 34032839

Matched Legal Cases: ['§3', '§4', '§7', '§4', '§6', '§9', '§12', '§14']

VDI 2047 - HydroExpert GmbH & Co. KG
Risiken zum Schutz von Personen minimieren und dies am besten schon, bevor etwas passiert.
Mit der Richtlinie VDI 2047 Blatt 2 hat der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) einheitliche Vorgaben zur Konstruktion, Planung, Errichtung und Inbetriebnahme sowie zur Sicherstellung des hygienegerechten Betriebs und Instandhaltung von Verdunstungskühlanlagen zusammengefasst. Ihre Pflichten setzen also nicht erst dann ein, wenn Mängel auftreten, sondern bestehen grundsätzlich.
Als zertifiziertes Fachunternehmen bieten wir Ihnen rund um die Uhr kompetente Unterstützung. Nutzen Sie unser Rundum-sorglos-Paket, damit Sie sich wieder um Ihr Tagesgeschäft kümmern können.
Ob Gefährdungsbeurteilung, zertifizierte Probenahme, Labor- und Probenahmenmanagement, Maßnahmenplan oder Unterstützung bei Störung des Betriebes und Überschreitung des technischen Maßnahmenwertes...
Beim Betrieb von luftgekühlten Verdunstungskühlanlagen, bei denen Wasser verrieselt oder versprüht wird, können Aerosole freigesetzt werden, die mit Legionellen belastet sein können. Diese Aerosole können über weite Strecken transportiert und über große Bereiche verteilt werden.
Gemäß VDI 2047, 5. Rechtliche Rahmenbedingungen, 5.1. Allgemeines, sind der Unternehmer und sonstige Inhaber einer Anlage verpflichtet, Dritte vor Gefahren zu schützen, die über das übliche Betriebsrisiko hinausgehen, nicht ohne weiteres erkennbar und von Dritten nicht vorhersehbar sind.
Am 19. Juli 2017 hat der Gesetzgeber mit dem Bundesblatt Jahrgang 2017 Teil I Nr. 47 die 42. BImSchV veröffentlicht. Die Verordnung ist seit dem 19. August 2017 in Kraft. Verstöße gegen die Vorgaben können jetzt also strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Ebenso wie die VDI 2047 gilt die 42. BImSchV für die Errichtung, die Beschaffenheit und den Betrieb von Verdunstungskühlanlagen, Kühltürmen und Nassabscheidern, in denen Wasser verrieselt oder versprüht wird oder auf andere Art und Weise mit der Atmosphäre in Kontakt kommen kann.
Im Fokus steht das sogenannte Nutzwasser, das – je nach Anlagentyp – als Kühlwasser oder auch als Waschflüssigkeit vorhanden sein kann. Kühlwasser dient z. B. in einer Verdunstungskühlanlage dem Zweck der Wärmeabfuhr. Demgegenüber dienen Waschflüssigkeiten in Nassabscheidern dem Zweck der Abgasreinigung, dem Abscheiden von Gasen und Feststoffen aus dem Abluftstrom.
Der Gesetzgeber nimmt den Betreiber in die Pflicht. Dieser hat dafür zu sorgen, dass seine Anlage so errichtet und betrieben wird, dass Verunreinigungen des Nutzwassers durch Mikroorganismen, inbesondere durch Legionellen, nach dem Stand der anerkannten Regeln vermieden werden. Weiterhin werden konkrete Anforderungen gestellt an u. a. geeignete Werkstoffe, effektive Maßnahmen zur Tropfenabscheidung, Vermeidung von Totzonen und Wasserstagnation, Entleerbarkeit von Bauteilen, Dosiermöglichkeiten, Vorkehrungen für die regelmäßige Überprüfung, Probenahme und Instandhaltung.
Insbesondere muss vom Betreiber sichergestellt werden, dass vor einer Inbetriebnahme oder der Wiederinbetriebnahme einer Anlage eine Gefährdungsbeurteilung unter Beteiligung einer hygienisch fachkundigen Person erstellt wird und das Erstelldatum im Betriebstagebuch dokumentiert wird.
Eine Gefährdungsbeurteilung besteht aus einer Risikoanalyse (mögliche Gefährdungen, potentielles Schadensausmaß und Eintrittwahrscheinlichkeit) sowie aus der nachfolgenden Risikobewertung (Abschätzung der Risiken bezüglich hygienischer Sicherheit inklusive Maßnahmenkatalog).
Zusätzlich zur Gefährdungsbeurteilung muss der Betreiber unter Beteiligung einer hygienisch fachkundigen Person vor der Inbetriebnahme oder einer Wiederinbetriebnahme, einen behördlich vorgeschriebenen Anlagencheck gemäss Anlage 2 zu §3 Abs. 6 durchführen und ebenfalls im Betriebstagebuch dokumentieren.
Ist die Inbetriebnahme erfolgt, muss der Betreiber innerhalb von 4 Wochen die erste regelmäßige Laboruntersuchung des Nutzwassers durchführen lassen. Die Art, der Umfang und die Fristen der wiederkehrenden Laboruntersuchungen werden in der 42. BIMSchV §4 Absatz 2 und 3 sowie §7 Absatz 2 klar geregelt.
Wichtig zu erwähnen ist, dass der Gesetzgeber eine Anlage als «Bestandsanlage» definiert, wenn diese vor dem 19. August 2017 errichtet und vor dem 19. Februar 2018 in Betrieb genommen worden ist. Hier gilt es, besondere Fristen und Vorgehensweisen einzuhalten.
Für eine «Bestandsanlage» muss der Betreiber mit Frist bis zum 16. September 2017 die erste Laboruntersuchung durchgeführt und dokumentiert haben. Besondere Regelungen gelten für kurzzeitig betriebene Anlagen (max. 90 aufeinanderfolgende Betriebstage im Jahr).
Laboruntersuchungen, hier: Probenahme und Auswertung, sollen grundsätzlich nur durch ein nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiertes mikrobiologisches Prüflabor mit mindestens Schutzstufe 2 nach BioStoffV und VDI-zertifizierten Probenehmern mit Qualifikation nach VDI 2047 oder VDI 6022 durchgeführt werden!
Für Verdunstungskühlanlagen oder Nassabscheider muss ebenfalls ein sogenannter Referenzwert nach Inbetriebnahme oder Wiederinbetriebnahme anhand von mindestens sechs aufeinanderfolgenden Laboruntersuchungen ermittelt und im Betriebstagebuch festgehalten werden. Dieser Referenzwert stellt sich bei einem ordnungsgemäßen Betrieb der Anlage ein und ist somit ein anlagentypischer Referenzwert, ermittelt auf Basis der allgemeinen Koloniezahl.
Bei Bestandsanlagen hingegen muss der Referenzwert aus den ersten sechs Laboruntersuchungen nach dem 19. August 2017 bestimmt und nach der 6. Laboruntersuchung unverzüglich im Betriebstagebuch dokumentiert werden.
In Abschnitt 3, §4 Absatz (2) bis (4) erlässt der Gesetzgeber monatliche bis vierteljährliche Intervalle für regelmäßige Kontrollen zur Sicherstellung der hygienischen Beschaffenheit des Nutzwassers sowie zur Überprüfung der Einhaltung des Referenzwertes auf die allgemeine Koloniezahl und auf Legionellen.
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Oder ist bei Ihnen schon etwas schiefgelaufen?
In diesem Fall hat der Gesetzgeber zur Beurteilung der Konzentrationen sogenannte Prüfwerte (1 und 2) sowie einen Maßnahmenwert eingeführt.
Prüfwerte und Maßnahmenwerte für die Konzentration von Legionellen in Nutzwasser
Prüfwert 1
Prüfwert 2
Legionellenkonzentration [KBL Legionella spp. je 100 ml]
Verdunstungskühlanlagen 100 1000 10000
Nassabscheider 100 1000 10000
Kühltürme 500 5000 50000
Quelle: 42. BimSchV, Drucksache 242/17, Anlage 1
Hat sich die Konzentration der allgemeinen Koloniezahl gegenüber dem Referenzwert deutlich erhöht oder treten deutlich erhöhte Legionellen-Konzentrationen über dem Prüfwert 1 oder Prüfwert 2 auf?
Sollte dies so sein, muss der Betreiber seinen umfangreichen Pflichten gemäß §6, Abs. 1-5 nachkommen. Liegen jedoch die Konzentrationen oberhalb des technischen Maßnahmenwertes greifen schärfere Aktionen gemäß §9, Abs. 1-3.
Umfangreiche Pflichten und Sofortmaßnahmen zur Verminderung der mikrobiellen Belastung sind beispielsweise beschrieben in VDI 2047, Blatt 2/Tabelle 3-5.
Sie haben zu diesem Thema Fragen? Rufen Sie uns gerne an!
Um die erhöhten Anforderungen an einen ordnungsgemäßen Anlagenbetrieb sicherzustellen, hat der Betreiber gemäß §12 ein Betriebstagebuch zu führen und die Anlagen gemäß §14 zudem alle fünf Jahre regelmäßig überprüfen zu lassen.
Betrieb gegangen sind
Ob Gefährdungsbeurteilung, zertifizierte Probenahme, Labor- und Probenahmenmanagement, Maßnahmenplan oder Unterstützung bei Störung des Betriebes und Überschreitung des technischen Maßnahmenwertes ...
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