Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=28.03.2008&Aktenzeichen=VI%20ZR%2057/07
Timestamp: 2019-05-23 16:17:19
Document Index: 375155705

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 80', 'BGH', '§ 135', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 28.03.2008 - VI ZR 57/07 - dejure.org
https://dejure.org/2008,4058
BGH, 28.03.2008 - VI ZR 57/07 (https://dejure.org/2008,4058)
BGH, Entscheidung vom 28.03.2008 - VI ZR 57/07 (https://dejure.org/2008,4058)
BGH, Entscheidung vom 28. März 2008 - VI ZR 57/07 (https://dejure.org/2008,4058)
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Verpflichtung eines Gerichts zur ausdrücklichen Bescheidung jeglichen Beteiligtenvorbringens in den Entscheidungsgründen in Hinblick auf den Grundsatz rechtlichen Gehörs; Beweiswert von Leitlinien ärztlicher Fachgremien sowie von Richtlinien der Bundesausschüsse der Ärzte und Krankenkassen in einem Arzthaftungsprozess
Beurteilung eines Behandlungsfehlers anhand der Leitlinien von ärztlichen Fachgremien und Verbänden
Leitlinien sind nicht unbesehen medizinischer Standard; Arzthaftungsrecht
Leitlinien ersetzen kein Sachverständigengutachten [Leitlinien ärztlicher Fachgesellschaften oder Verbänden, Sachverständigengutachten, Behandlungsfehler, Beweis, medizinischer Standard, Arzthaftung, Expertenstandard]
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 28.3.2008, Az.: VI ZR 57/07 (Leitlinien ersetzen kein Sachverständigengutachten)" von RA Robert Roßbruch, original erschienen in: PflR 2008, 443 - 445.
LG Düsseldorf, 25.08.2005 - 3 O 260/04
Das Ergebnis dieser tatrichterlichen Würdigung kann revisionsrechtlich nur auf Rechts- und Verfahrensfehler überprüft werden, also insbesondere darauf, ob ein Verstoß gegen Denkgesetze und allgemeine Erfahrungssätze vorliegt, das Gericht den Begriff des medizinischen Standards verkannt oder den ihm unterbreiteten Sachverhalt nicht erschöpfend gewürdigt hat (vgl. Senat…, Urteil vom 27. März 2007 - VI ZR 55/05, BGHZ 172, 1 Rn. 17 ff.;… Beschlüsse vom 16. Oktober 2007 - VI ZR 229/06, VersR 2008, 221 Rn. 13; vom 28. März 2008 - VI ZR 57/07, GesR 2008, 361).
In der neuen Hauptverhandlung wird insbesondere - unter Berücksichtigung zum Zeitpunkt der Erstoperation eventuell vorhandener ärztlicher Richtlinien und mit sachverständiger Hilfe (vgl. etwa BGH, Beschluss vom 28. März 2008 - VI ZR 57/07, GesR 2008, 361) - möglichen (weiteren) Fehlern des Angeklagten bei Behandlung und Aufklärung der Patientin nachzugehen sein.
Zwar haben derartige Leitlinien ärztlicher Fachgremien oder Verbände keine konstitutive Wirkung und können nicht unbesehen als Maßstab für den gebotenen medizinischen Standard übernommen werden (BGH, GesR 2008, 361; GesR 2011, 417;… Urt. v. 15.4.2014 - VI ZR 382/12, zitiert nach juris Rn. 17).
Die Gerichte brauchen jedoch nicht jedes Vorbringen der Beteiligten in den Gründen der Entscheidung ausdrücklich zu bescheiden (BVerfG, DVBl 2007, 253; BGHZ 154, 288, 300; BGH, Beschluss vom 28. März 2008 - VI ZR 57/07, GesR 2008, 361; jeweils m.w.N.).
Das Gebot des rechtlichen Gehörs schützt regelmäßig nicht davor, dass das Gericht einen tatsächlichen Umstand aus Rechtsgründen unberücksichtigt lässt oder ihm in materiell-rechtlicher Hinsicht eine andere Bedeutung als die Partei beimisst (vgl. etwa BGH, Beschluss vom 28. März 2008 - VI ZR 57/07, GesR 2008, 361 m. w. N.; BVerfG, DVBl 2007, 253 ff.).
Hierzu gehören - ungeachtet ihrer Eignung zur Bestimmung von (ärztlichen) Behandlungsfehlern im Einzelfall, vgl. insoweit BGH, Beschluss vom 28. März 2008 - VI ZR 57/07 -, PflR 2008, 443, juris, die bereits auf der Grundlage des - zum 30. Juni 2008 außer Kraft getretenen - § 80 SGB XI a.F. verbindlich eingeführten "Gemeinsamen Grundsätze und Maßstäbe zur Qualität und Qualitätssicherung einschl.
Abgesehen davon, dass Leitlinien von ärztlichen Fachgremien oder Verbänden nicht unbesehen mit dem medizinischen Standard gleichgesetzt werden dürfen (BGH GesR 2008, 361), findet die Auffassung der Klägerseite insbesondere auch in den von ihr nunmehr vorgelegten "Empfehlungen zur Schulterdystokie" der DGGG (Anlage K 1)keine Stütze.
Der Senat verkennt dabei nicht, dass es sich (nur) um eine Leitlinie von ärztlichen Fachgremien (vgl. §§ 135 ff SGB V) handelt, die den medizinischen Standard (noch) nicht konstitutiv begründet, also nicht unbesehen mit dem anzuwendenden medizinischen Standard - zum Zeitpunkt der Behandlung - gleichzusetzen ist (vgl. dazu auch BGH VI ZR 161/07; zit. nach juris; BGH GesR 2008, 361).
Nach den überzeugenden Ausführungen des Sachverständigen Prof. B. lief die Laserung ventraler Anteile nach diesen Maßstäben dem im maßgeblichen (vgl. BGH, Beschlüsse vom 28. März 2008 - VI ZR 57/07, juris Rn. 5;… vom 7. Februar 2011 - VI ZR 269/09, juris Rn. 2;… Urteile vom 15. April 2014 - VI ZR 382/12, juris Rn. 17;… Beschlüsse vom 22. Dezember 2015 - VI ZR 67/15, juris Rn. 8;… vom 1. März 2016 - VI ZR 49/15, juris Rn. 8) Behandlungszeitpunkt geltenden Standard gerade nicht zuwider.
OLG München, 08.08.2013 - 1 U 4124/12
Abweisung der Arzthaftungsklage, da der Nachweis eines zu einem Schlaganfall …