Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Frankfurt&Datum=21.01.2019&Aktenzeichen=29%20U%20183/17
Timestamp: 2020-07-03 20:19:54
Document Index: 281437947

Matched Legal Cases: ['§ 433', '§ 434', '§ 437', 'BGH', '§ 444', '§ 433', '§ 434', '§ 437', '§ 444', 'BGH', 'BGH']

OLG Frankfurt, 21.01.2019 - 29 U 183/17 - dejure.org
https://dejure.org/2019,864
OLG Frankfurt, 21.01.2019 - 29 U 183/17 (https://dejure.org/2019,864)
OLG Frankfurt, Entscheidung vom 21.01.2019 - 29 U 183/17 (https://dejure.org/2019,864)
OLG Frankfurt, Entscheidung vom 21. Januar 2019 - 29 U 183/17 (https://dejure.org/2019,864)
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Kein "kleiner" Schadensersatz statt der Leistung in Höhe fiktiver Mängelbeseitigungskosten im Kaufrecht
§ 433 Abs. 1 BGB, § 434 Abs. 1 BGB, § 437 Nr. 3 BGH, § 444 BGB
BGB § 433 Abs. 1, § 434 Abs. 1, § 437 Nr. 3, § 444
Kein Ersatz fiktiver Mängelbeseitigungskosten beim Kaufvertrag (hier: Veräußerung einer (Bestands-)Immobilie)
(Schadens-)Ersatz fiktiver Kosten: Nicht im Kaufrecht, aber im Deliktsrecht?
Darlegungs- und Beweislast hinsichtlich des arglistigen Verschweigens verdeckter Mängel beim Kauf einer Immobilie
Kein Ersatz fiktiver Mängelbeseitigungskosten im Rahmen des kleinen Schadensersatzes beim Kaufvertrag
Mietrecht - Arglist und die fiktive Schadensberechnung beim Immobilienkauf
Fiktive Mangelbeseitungskosten als Schaden nach Immobilienkauf
Schluss mit fiktiven Mängelbeseitigungskosten auch im Kaufrecht! (IMR 2019, 158)
Schluss mit fiktiven Mängelbeseitigungskosten auch im Kaufrecht! (IBR 2019, 225)
LG Frankfurt/Main, 06.10.2017 - 25 O 143/17
Schließlich ergibt sich auch nichts anderes aus der Entscheidung des 29. ZS des OLG Frankfurt vom 21.1.2019 - 29 U 183/17 -, in der dieser die Rechtsprechung des VII. ZS auf das Kaufrecht übertragen hat.
Die Aufgabe der Rechtsprechung des VII. Zivilsenats des BGH zur fiktiven Schadensberechnung im Rahmen des sogenannten kleinen Schadensersatzes (Urteil vom 22.02.2018, VII ZR 46/17, juris) ist entgegen der dort vertretenen Auffassung nicht auf werkvertragliche Ansprüche beschränkt, sondern erfasst sämtliche Schadensersatzansprüche, gleich, ob sie sich aus vertraglich begründeten Schuldverhältnissen herleiten (so nunmehr auch OLG Frankfurt am Main Urteil vom 21.01.2019, 29 U 183/17, juris) oder ob sie auf gesetzlichen Schuldverhältnissen etwa des Deliktrechts beruhen.
Erfasst werden daher von der Versagung der fiktiven Schadensberechnung nicht nur Störungen des Äquivalenzinteresses, sondern auch Störungen des Integritätsinteresses (insoweit gegen OLG Frankfurt am Main Urteil vom 21.01.2019, 29 U 183/17, juris Rn.79).
Schließlich ergibt sich auch nichts anderes aus der Entscheidung des 29. ZS des OLG Frankfurt vom 21.1.2019 - 29 U 183/17 - in der dieser die Rechtsprechung des VII. ZS auf das Kaufrecht übertragen hat.
Dem entspricht, dass das OLG Frankfurt mit Urteil vom 21.01.2019 (Az. 29 U 183/17 ; abgedruckt u.a. BauR 2019, 866ff.; im Langtext zit. nach juris) entschieden hat, dass die fiktive Abrechnung „auch im Kaufrecht aus Gründen des allgemeinen vertraglichen Schadensrechts […] mit dem Verbot der Überkompensation unvereinbar“ ist (vgl. dazu: Heinemeyer, Ende der fiktiven Mängelbeseitigungskosten auch im Kaufrecht?, NJW 2018, 441 f.).
Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, nach der eine fiktive Schadensberechnung für die Mangelbeseitigung im Werkvertragsrecht nicht mehr zulässig ist (vgl. BGH, Urteile vom 22.02.2018 - VII ZR 46/17, NJW 2018, 1463 und vom 06.12.2018 - VII ZR 71/15, NJW-RR 2019, 406), ist insofern nicht übertragbar (entgegen OLG Frankfurt, BeckRS 2019, 370 Rn. 43 ff.).
Das OLG Frankfurt hat in seinem Urteil vom 21.01.2019 diese Rechtsprechung auf das Kaufrecht übertragen, da die Gefahr der Überkompensation auch in diesem Bereich bestehe (vgl. OLG Frankfurt, BeckRS 2019, 370 Rn. 43 ff).