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Timestamp: 2019-07-22 20:27:31
Document Index: 235642765

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 1', '§ 2', '§1', '§ 3', '§ 1']

Verbot von Eintracht im Jahr 1933
Verbot unserer Eintracht durch die Nazis
Was die wenigsten wissen, aber Fakt ist, dass unser Eintracht durch die Nazis verboten wurde. Besonders ungern hört man das in Hannover, wo man uns gerne in die Fascho-Ecke stellen möchte. Die Tatsachen sehen aber anders aus. In der Folge lest Ihr einen Artikel, der damals veröffentlicht wurde. Die Fakten sind eindeutig! Nachdem in den folgenden Tagen der Verein "gesäubert" wurde (wir alle wissen was das hieß), ließen die Nazis den Verein wieder zu.
Braunschweigische Landeszeitung vom 09.04.1933
Weiter linksgerichtete Organisationen verboten
Das Braunschweigische Staatsministerium erläßt in der am Freitag erschienenen Gesetz- und Verordnungssammlung folgende Verordnung zur Durchführung der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28.März 1933:
Auf Grund der §§ 1 und 4 der Verordnung der Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 wird in ihrer Durchführung verordnet:
§ 1. Die im Lande Braunschweig bestehenden Organisationen und Unterorganisationen der kommunistischen und marxistischen Turn-, Sport-, und Gesangsvereine, des Arbeiter-Samariter-Bundes, des Schach-Vereins, des Touristenvereins "Die Naturfreunde", des Arbeiter-Radioklubs und des weltlichen Elternbundes werdenaufgelöst. Als derartige Organisationen sind insbesondere anzusehen: 1. Arbeiter-Keglerbund, 2. Arbeiter-Rad- und Kraftfahrerbund "Solidarität", 3. Freie Turnerschaft, 4. Freier Wassersport, 5. Schwimmverein "Delphin" 1897 in Braunschweig, Spielvereinigung Wacker 1912 in Braunschweig, 7. Sportklub 1902 in Braunschweig, 8. Sportverein Sportfreunde Grün-Weiß in Braunschweig, 9. Sportverein Union, 10. Turnerbund Braunschweig, 11. Verein für Volkssport, 12. Vereinigter Braunschweiger Sportverein "Eintracht" 1890-BSV Eintracht, 13. Chorvereinigung, 14. Gesangsverein "Concordia", 15, Gesangsverein "Einigkeit" in Braunschweig Veltenhof, 16. Frauenchor Frohsinn, 17. Gesangsverein Harmonia, 18. Liedertafel Eintracht, 19. Liedertafel "Gutenberg", 20. Gesangsverein Roswitha-Orphea, 21. Volkschor Braunschweig, 21. Volkschor "Einigkeit", 23. Volkschor "Freundschaft", 24. Volkskinderchor.
§ 2. Die Wiedererrichtung von kommunistischen und marxistischen Organisationen der in §1 bezeichneten Art wird für das Land Braunschweig verboten.
§ 3. Das tragen von Abzeichen jeder Art, die die Zugehörigkeit zu kommunistischen und marxistischen Organisationen der in § 1 bezeichneten Art kennzeichnen und das Zeigen von Fahnen mit den Abzeichen solcher Organisationen in der Oeffentlichkeit, insbesondere auf Gebäuden und Grundstücken, ist verboten.
Mal abgesehen davon, dass die Nazis zu blöde waren den Namen der Eintracht richtig zu schreiben und damit das Verbot formal gar nicht bestand, sollte sich jeder Eintracht-Fan auch noch heute durch den Kopf gehen lassen, ob er was mit den Nazis am Hut hat oder nicht.
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Das Eintracht-Stadion - damals und heute
Unser Eintracht-Stadion
Der Tempel! Tradition pur! Bild anklicken für Panoramasicht.
Die Einweihung des Eintracht-Stadions erfolgte bereits am 17.06.1923. Als Gast hatte man sich für diesen Tag keinen geringeren als den 1.Fc Nürnberg eingeladen. Vor 15.000 Zuschauern erlitt die Eintracht eine herbe 1:10 Niederlage.
Bereits eineinhalb Jahre später, am 15.10.1924, wurde mit einem Spiel gegen Altona 93 Hamburg die neue Haupttribüne eingeweiht.
Foto von 1924 unmittelbar nach der Fertigstellung der 1. Haupttribüne.
Zuvor mussten allerdings etliche Steine aus dem Weg gerollt werden. Mit fünf Millionen Mark nannte ein Kostenvoranschlag die veranlagten Kosten für den gesamten Stadionbau. 2,90 Mio. Mark hatte der Deutschamerikaner Karl Mues, ein Auswanderer aus Braunschweig, als Darlehn beigesteuert. Mit dieser Summe in Dollarnoten, so wird überliefert, kaufte der Kassierer in der Inflationszeit fässerweise Salzheringe, wenn er Geld umtauschen musste, und erhielt somit einen angemessenen Gegenwert, der wiederum für die Millionenrechnung verwendet wurde.
Eine der frühesten Fotografien des Tempels. Wohl Anfang der 30er Jahre.
Die maximale Zuschauerkapazität, der damaligen Zeit, erreichte der Verein am 31.10.1937 im DFB-Pokalspiel gegen den FC Schalke 04. Damals passierten 24.000 Zuschauer die Stadiontore.
Im zweiten Weltkrieg blieb das Stadion während der Bombenangriffe auf Braunschweig verschont. Nach Beendigung des Krieges diente das Stadion den britischen Streitkräften als Materiallager.
Die Wiedereröffnung fand am 13.08.1950 in dem auf 30.000 Zuschauer erweiterten Stadion gegen den 1.FC Kaiserslautern statt. Die Eintracht siegte damals gegen F. Walter und Co. Mit 3:1!
1956 erwirbt Eintracht weitere 20 Morgen Land bis zur Rheingoldstrasse hinzu. Am 18.09.1957 nimmt der Verein die erste Flutlichtanlage im Norden in Betrieb. Die Einweihung erfolgte gegen Fortuna Düsseldorf. Unter den Strahlen von 168 Lampen und 200.000 Watt wurden die Rheinländer mit 4:0 bezwungen.
Aquarellmalerei eines Unbekannten. Wohl Ende der 50er Jahre.
1963 wurden die Vortribüne und Gegengerade um insgesamt weitere 8.000 Plätze ausgebaut, und 1967 wird aus Fertigteilen eine weitere Tribüne mit 454 Sitzplätzen angesetzt. Somit hatte das Eintracht-Stadion eine Kapazität von fast 40.000 Zuschauern. Diese wurde im Meisterjahr und in den darauf folgenden Jahren auch voll ausgenutzt. 1968 wurde die Flutlichtanlage auf Halogenbeleuchtung umgestellt.
Aufnahme aus der Südkurve Mitte der 50er Jahre, bevor die 1. Flutlichtanlage in Betrieb ging.
Acht Jahre später sollte die alte, unüberdachte Gegengerade, die nur aus Stehplätzen bestand, einer neuen modernen Sitz- und Stehtribüne weichen. Dieses Vorhaben läutete eine neue Ära des Stadions ein. Für insgesamt 3,20 Mio. DM, an denen sich Eintracht mit 1,50 Mio. DM aus Eigenmitteln beteiligte, wurde eine neue, voll überdachte Tribüne errichtet. Hierauf befanden sich 2046 Sitzplätze und oberhalb 9384 Stehplätze. Hier fanden auch die damals spärlich organisierten Fans ihre Heimat. In dem berühmten Block C trafen sich die damaligen Kuttenträger, um ihre Eintracht nach vorne zu peitschen. Das Stadion fasste trotz der 2.500 weggefallenen Stehplätze 35.000 Besucher.
Gegengerade 1967 mit Meistermannschaft. Im Hintergrund noch die Gala-Bier Werbung.
1979 folgte der nächste Schritt der Modernisierung. Für die alte, marode Holztribüne wurde eine moderne, überdachte Sitzplatztribüne gebaut. Dieser Neubau leitete aber auch gleichzeitig auch den finanziellen Niedergang des Vereins ein. Während des Neubaus verdoppelten sich die Kosten für das Projekt. 1981 erreichten die Schulden Eintrachts die zweistellige Millionenhöhe. Der Umbau hatte rund 24 Mio. DM gekostet. Der Verein stand finanziell und sportlich vor dem Aus.
Die Lizenz würde unter diesen Umständen nie erteilt werden. Zu diesem Zeitpunkt spielte Eintracht nur noch in der 2. Bundesliga.
Daraufhin erwarb die Stadt Braunschweig in einem Kraftakt und gegen viele Wiederstände das komplette Vereingelände für ca. 11,90 Mio. DM. Damit war Eintracht schuldenfrei und handlungsfähig. Die Lizenz war gesichert.
Doch nun hatte man sein Tafelsilber verscherbelt, und das wichtigste:
Eintracht verkaufte seine Heimat, das Eintracht-Stadion!
Die offizielle Bezeichnung lautete nun: "Städtisches Stadion an der Hamburger Strasse".
(Trotzdem wird in der Region Braunschweig natürlich nur vom Eintracht-Stadion gesprochen)
Blick von der Haupttribüne bei einem Heimspiel 1981.
Fortan wurde an dem Stadion seitens der Stadt kaum noch etwas verändert, verbessert oder instand gesetzt. Die Bausubstanz verfiel, die Sicherheit der Besucher war nicht mehr gegeben. Als Höhepunkt musste in den 90er Jahren die Südkurve aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Es war ein trauriger Anblick. Böse Zungen munkelten, dass diese gar nicht mehr abgerissen werden dürfe, da dort bereits seltene Biotope entstanden.
Am 15.06.1993 war es endlich soweit. Die Stadt Braunschweig fasste einen Beschluss, die Stadionrenovierung zu unterstützen. Es wurden insgesamt 25 Mio. DM für die Sanierung veranschlagt. Davon stellten 6 Millionen die Toto-Lotto Gesellschaft und das Land Niedersachsen zur Verfügung.
Blick von der Gegengeraden bei einem Heimspiel 1998.
Das Stadion wurde in mehreren Schritten bis November 1995 komplett umgebaut. Die Gegengerade ist nun eine reine Sitzplatztribüne. Die Südkurve wurde komplett überdacht und beheimatet nun auch die stimmgewaltigen Eintrachtfans in ihren Fanblöcken 9 und 8. Diese wurden in Absprache mit der Vereinsführung extra für die Fanclubs reserviert. Die Nordkurve wurde ebenfalls renoviert und bietet nun 5.000 Zuschauern platz. Sie ist aber so konzipiert, dass sie bei sportlichem Bedarf auf die doppelte Menge aufgestockt und überdacht werden kann.
Blick von der Gegengeraden, an der Nordkurve, zur Südkurve und Haupttrbüne.
Das "Eintracht-Stadion" bietet in seinem heutigen Zustand 25.000 Zuschauern Platz.
Der seltene Blick von oben in den blau/gelben Tempel. Aufnahme von 2000.
Danilo Popivoda - noch heute ein Held in Braunschweig
noch heute ein Held in Braunschweig
Danilo Popivoda war in den 70er Jahren eine der braunschweiger Lichtgestalten. Seinen Kosenamen Popi kennt noch heute jeder Stadionbesucher. Unerheblich ist dabei, ob man ihn je spielen sah oder nicht. Viele von uns waren noch gar nicht geboren, als er bei uns spielte, aber wenn die Frage nach dem größten Fußballer gestellt wird, fällt neben den Namen "Lotte" Lothar Ulsaß, Jürgen Moll, "Adler" Bernd Franke oder "Luffe" Horst Wolter, noch sehr oft der Name Popi!
Popi das Schlizohr! Popi der Zauberer! Popi der Killer! Manchmal noch Popi Nie-da. Popi war anfangs oft verletzt und brauchte eine lange Anlaufzeit. Aber als er dann da war, da wurde er zum Schrecken aller rechten Mittelfeldspieler und Abwehrreihen. Schalker Kreisel? Was ist das? Wenn gekreiselt wurde, dann mit Popi! Links vorbei, rechts vorbei und dann wieder links vorbei. Wurde das langweilig, dann eben durch die Hosenträger. Das technisch hochbegabte Schlitzohr tanzte seine Gegenspieler aus, dass viele an die Aufgabe ihrer Fußballkarriere dachten. Standing Ovations waren im Eintrachtstadion keine Seltenheit für unseren Popi. Noch heute muss sich mancher eine Träne verdrücken, wenn er daran denkt, was für ein Niveau hier gespielt wurde.
Popi war jugoslavischer Nationalspieler als er nach Braunschweig zur Eintracht kam. Für Eintracht spielte er von 1975 bis 1980. In seinen 126 Spielen machte er 30 Tore. Unglaublich aber war: Er hat bei uns nie eine Karte bekommen! Popi hatte das nicht nötig, denn er tanzte eh alle aus. Popi verkörpert die zweite große Zeit der Eintracht. Nach der Meisterschaft und dem damit verbundenem Auftritt auf internationaler Bühne, folgten in den 70er Jahren, in den Spielzeiten 1975 und 1976, der fünfte und dritte Platz. Wir waren international dabei! Popi ist noch heute so in den Herzen der Einträchtler, als hätte er erst in der vorletzten Saison aufgehört für uns zu spielen.