Source: https://www.bibukurse.de/konzernbilanzierung-nach-hgb/grundlagen.html
Timestamp: 2020-07-02 08:23:38
Document Index: 373317812

Matched Legal Cases: ['§ 18', '§ 18', '§ 17', '§ 291', '§ 297', '§ 297', '§ 297', '§ 291']

Grundlagen der Konzernbilanzierung - Online-Kurse
Konzernbilanz nach Handelsrecht - Grundlagen der Konzernbilanzierung
Einheitstheorie und Interessentheorie
Kursangebot | Konzernbilanz nach Handelsrecht | Grundlagen der Konzernbilanzierung
Video: Grundlagen der Konzernbilanzierung
Im ersten Kapitel erklären wir zunächst die unterschiedlichen Arten von Konzernen. Danach gehen wir auf die Aufgaben des Konzernabschlusses ein, um schließlich die Theorien zu beleuchten, nach denen ein Konzernabschluss erstellt wird.
Grundsätzlich liegt ein Konzern dann vor, wenn mehrere Unternehmen unter einheitlicher Leitung zusammen gefasst sind. Je nach Unterscheidungsmerkmal differenziert man unterschiedliche Konzerne:
Verhältnis der Konzernunternehmen
Produktionsstufe der Konzernunternehmen
anorganischer/lateraler Konzern
einstufiger Konzern
mehrstufiger Konzern.
Bei einem Unterordnungskonzern leitet eine Obergesellschaft den Konzern. Das heißt ein Unterordnungskonzern liegt vor, wenn ein herrschendes Unternehmen und ein oder mehrere abhängige Unternehmen unter der einheitlichen Leitung des herrschenden Unternehmens zusammen gefasst sind (§ 18 I AktG). Die Unternehmen eines Gleichordnungskonzern hingegen stehen sich gleichrangig gegenüber, hier gibt es kein herrschendes Unternehmen (§ 18 II AktG).
Ein faktischer Konzern liegt vor, wenn zwischen dem herrschenden und dem/den abhängigen Unternehmen kein Beherrschungsvertrag geschlossen wurde. Die Voraussetzung für die Konzerneigenschaft liegt in diesem Fall in § 17 II AktG. Demnach ist auch dann von einem Unterordnungskonzern auszugehen, wenn das herrschende Unternehmen eine Beteiligung von mehr als 50 % an dem abhängigen Unternehmen besitzt. Bei einem Vertragskonzern muss zwischen den Konzernunternehmen ein Beherrschungsvertrag nach § 291 I AktG geschlossen werden.
Faktisch werden lediglich Unterordnungskonzerne zur Konzernrechnungslegung verpflichtet.
Ein horizontaler Konzern liegt vor, wenn alle Unternehmen des Konzerns auf einer Stufe der Wertschöpfungskette tätig sind. Bei einem vertikalen Konzern hingegen sind die Unternehmen des Konzerns auf verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette tätig und haben so die Möglichkeit die Wertschöpfungskette zu kontrollieren. Bei anorganischen/ lateralen Konzernen kommen die Unternehmen aus verschiedenen Branchen. Es werden differenzierte, nicht unmittelbar miteinander verbundene Geschäfte betrieben.
Der Konzernabschluss umfasst im Falle der Beherrschung Einzelabschlüsse rechtlich selbstständiger, allerdings wirtschaftlich abhängiger und dominierter Unternehmen. Ein Einzelabschluss hat eine
Der Konzernabschluss hingegen hat einzig und allein die Aufgabe, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage einer geschlossenen Gruppe rechtlich selbstständiger Unternehmen zu vermitteln (§ 297 II 2 HGB).
Der Konzernabschluss hat also lediglich eine Informationsfunktion, nicht jedoch eine Zahlungsbemessungsfunktion.
Im Rahmen der Konzernbilanzierung ist die
Interessentheorie wichtig
Die Einheitstheorie
Die Einheitstheorie stellt die Forderung, dass „im Konzernabschluss die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der einbezogenen Unternehmen so darzustellen ist, als ob diese Unternehmen insgesamt ein einziges Unternehmen wären“ (§ 297 III 1 HGB).
Auf die einzelnen Schritte der Konsolidierung gehen wir jedoch in den folgenden Kapiteln noch genauer ein.
Die Interessentheorie findet ihre Ausprägung in einer Quotenkonsolidierung, Nettokonsolidierung oder anteilmäßigen Konsolidierung, das Vermögen und das Kapital der Tochter werden also entsprechend dem Beteiligungsgrad ausgewiesen.
Von Nachteil ist, dass der Konzernabschluss nach der Interessentheorie keinen Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns als wirtschaftlicher Einheit geben kann.
Weitgehend folgt das HGB der Einheitstheorie und nicht der Interessentheorie (§ 297 III HGB).
Ein Konzernabschluss macht mindestens eine Konsolidierung erforderlich.
Aufgabe des Konzernabschlusses ist die Dokumentation und die Information.
Ein Konzernabschluss erfüllt steuerrechtlich die Aufgabe, die Bemessungsgrundlage der Besteuerung der Konzerngewinne zu ermitteln.
Über den Konzernabschluss können die Dividendenansprüche der Unternehmenseigner bemessen werden.
Lateraler Konzern Die Unternehmen des Konzerns betreiben differenzierte, nicht unmittelbar miteinander verbundene Geschäfte.
Vertikaler Konzern Alle Unternehmen des Konzerns sind auf einer Stufe der Wertschöpfungskette tätig.
Horizontaler Konzern Die Unternehmen des Konzerns sind auf verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette tätig.
Gleichordnungskonzern Zwischen den Konzernunternehmen muss ein Beherrschungsvertrag nach § 291 I AktG geschlossen werden.
Faktischer Konzern Die Unternehmen des Konzerns stehen sich gleichrangig gegenüber.
Unterordnungskonzern Das herrschende Unternehmen besitzt eine Beteiligung von mehr als 50 % an dem abhängigen Unternehmen. Ein Beherrschungsvertrag liegt nicht vor.
Vertragskonzern Der Konzern wird von einer Obergesellschaft geleitet