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Timestamp: 2019-06-19 04:58:53
Document Index: 380978921

Matched Legal Cases: ['§ 249', '§ 250', '§ 249', '§ 250', '§ 250', '§ 249', '§ 250']

Raub – § 249 StGB und schwerer Raub – § 250 StGB | GANGWAY e.V.
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Erläuterungen zum Gesetz – Was ist eigentlich Raub?
Wer sich den Gesetzestext durchliest, wird feststellen, dass der Raub dem Diebstahl sehr ähnlich ist. Man könnte auch sagen, dass Raub “Diebstahl durch Gewalt oder Drohung” ist.
Deutlichster Unterschied ist aber der Strafrahmen. Während bei Diebstahl auch eine Geldstrafe möglich ist, beträgt die Mindeststrafe bei Raub ein Jahr, bei schwerem Raub sogar 3 bzw. 5 Jahre. Raub ist damit ein Verbrechen.
Gewalt ist der physisch vermittelte Zwang zur Überwindung eines geleisteten oder erwarteten Widerstandes, der sich im Falle des Raubes gegen den Körper einer Person richten muss. Einer körperlichen Berührung bedarf es jedoch nicht, es reicht auch die mittelbare Einwirkung. So reichen u.U. sogar Schreckschüsse aus. Die Wegnahme mit List oder durch eine schnelle Handlung ist hingegen keine Gewalt.
Die Anwendung von Gewalt gegen Sachen, um damit den Willen des Opfers zu brechen reicht nicht aus.
Eine Drohung ist das Inaussichtstellen eine künftigen Übels, auf das der Täter Einfluss zu haben vorgibt. Die Drohung muß eine solche mit gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben sein. Sie kann sich außer gegen das Opfer selbst auch gegen einen Dritten richten. Es kommt dabei nicht darauf an, ob die Drohung auch wirklich umgesetzt werden kann, sondern nur darauf, ob das Opfer dies für möglich hält. Daher ist eine Drohung auch das Bedrohen mit einer in Wirklichkeit ungeladenenen Waffe (oder im Extremfall: echt aussehende Spielzeugpistole – sog. “Scheinwaffe”), wenn das Opfer dadurch denkt, es befinde sich in Lebensgefahr.
Wer also einen anderen mit einer echt aussehenden Spielzeugpistole bedroht, um ihn auszurauben, macht sich unter Umständen wegen schweren Raubes nach § 250 Abs. I Nr. 1 b strafbar. Die Mindeststrafe beträgt dafür 3 Jahre!
Durch Gewalt oder Drohung muss ein Diebstahl ermöglicht werden. Es müssen also noch die Voraussetzungen eines Diebstahls vorliegen. Um Wiederholungen zu vermeiden, wird hier von einer erneuten Darstellung abgesehen.
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