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Timestamp: 2016-10-26 00:34:44
Document Index: 88224590

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 492', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 111', 'Art. 175', 'Art. 111', 'Art. 143', 'Art. 111', 'BGE', 'Art. 147', 'Art. 492', 'Art. 143', 'Art. 176', 'BGE', 'Art. 493', 'BGE', 'Art. 493', 'BGE', 'BGE', 'Art. 18', 'BGE', 'Art. 18', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 63', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 18', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 111', 'Art. 143', 'Art. 111', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 111', 'Art. 111', 'Art. 111', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 111', 'Art. 493', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 175', 'Art. 492', 'Art. 111', 'Art. 111', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 111', 'Art. 111', 'Art. 143', 'BGE']

Reprise cumulative de dette (art. 143 CO) ou cautionnement (art. 492 CO)? D�limitation g�n�rale (consid. 2.1). Diff�rences quant � l'exigence de forme et au fondement juridique de l'engagement du tiers (consid. 2.2). Libert� de choix, en principe, entre les deux institutions juridiques (consid. 2.3). Interpr�tation du contrat. Port�e du texte clair des d�clarations des parties selon qu'elles �manent de personnes vers�es dans les affaires ou de personnes inexp�riment�es (consid. 2.4). Qualification du contrat en fonction du but juridique et �conomique assign� � l'accord de garantie (consid. 2.5-2.8). L'int�r�t � l'ex�cution du contrat principal � garantir constitue un crit�re de distinction important (consid. 2.6). Faits � partir de page 703
A.- B. ist Inhaber der im Handelsregister eingetragenen Einzelfirma "Y.". Neben B. ist seine Tochter, A. (Kl�gerin), als einzelunterschriftsberechtigt im Handelsregister eingetragen. Am 6. M�rz 1996 schloss die X. AG (Beklagte) mit B. als Leasingnehmer einen Leasingvertrag �ber einen Kleinbus f�r 15 Personen. Am gleichen Tag unterzeichnete B. gegen�ber der Beklagten eine Schuldanerkennung f�r die Leasingraten. Ausser dem Leasingnehmer unterzeichneten den Leasingvertrag sowie die Schuldanerkennung "solidarisch" bzw. als "Solidarschuldner" die Kl�gerin sowie C., die Ehefrau von B. Die Schuldanerkennung gibt den Wortlaut der Artikel 143, 144 und 147 OR wieder.
Am 11. Mai 1996 erlitt der Leasingnehmer mit dem geleasten Fahrzeug in �sterreich einen Unfall. Er unterschrieb in der Folge mit der Kl�gerin eine Schuldanerkennung gegen�ber der Beklagten �ber Fr. 22'000.-, zahlbar in 48 Monatsraten � Fr. 450.- und eine Schlussrate von Fr. 400.-. Die Kl�gerin kam dieser Zahlungspflicht nicht nach und wurde daher von der Beklagten betrieben. Am 11. Juni 2001 erteilte der Vizepr�sident 1 des Bezirksgerichts Baden der Beklagten provisorische Rechts�ffnung f�r den Betrag von Fr. 22'000.- nebst Zins.
B.- Eine Aberkennungsklage der Kl�gerin wurde vom Bezirksgericht Baden am 26. Februar 2002 zun�chst abgewiesen. Am 27. Februar 2003 hiess jedoch das Obergericht des Kantons Aargau die Klage im Appellationsverfahren gut.
C.- Die Beklagte f�hrt gegen dieses Urteil eidgen�ssische Berufung, mit dem Begehren, es sei aufzuheben und die Klage abzuweisen. Die Kl�gerin beantragt die Abweisung der Berufung.
2. Die Beklagte r�gt einzig, die Vorinstanz habe die seitens der Kl�gerin eingegangene Verpflichtung zu Unrecht nicht als kumulative BGE 129 III 702 S. 704Schuld�bernahme qualifiziert, sondern als B�rgschaft, die mangels Einhaltung der Formvorschriften ung�ltig sei.
2.1 Mit der B�rgschaft �bernimmt der Interzedent gegen�ber dem Gl�ubiger die Pflicht, f�r die Erf�llung der Schuld eines Dritten, des Hauptschuldners, einzustehen (Art. 492 Abs. 1 OR). Die B�rgschaftsverpflichtung setzt den Bestand einer anderen (der sicherzustellenden) Verpflichtung voraus. Sie ist dieser beigeordnet und h�ngt in Bestand und Inhalt notwendigerweise von ihr ab; die B�rgschaft ist akzessorisch. Sie sichert die Zahlungsf�higkeit des Schuldners oder die Erf�llung eines Vertrages (BGE 113 II 334 E. 2a; BGE 111 II 279 E. 2b).
Die kumulative Schuld�bernahme (auch Schuldbeitritt oder Schuldmit�bernahme) ist dadurch gekennzeichnet, dass der Schuld�bernehmer eine eigene, zur Verpflichtung eines Schuldners hinzutretende, selbst�ndige Verpflichtung begr�ndet, somit die Drittschuld pers�nlich und direkt mit�bernimmt (BGE 113 II 434 E. 2 S. 435 f. mit Hinweis; Urteil 4C.191/1999 vom 22. September 1999, E. 1a, publ. in: SJ 2000 I S. 305; WEBER, Z�rcher Kommentar, N. 89/94 zu Art. 111 OR; SPIRIG, Z�rcher Kommentar, N. 281 in Vorbem. zu Art. 175-183 OR; PESTALOZZI, Basler Kommentar, N. 32 zu Art. 111 OR). Sie ist im Gesetz nicht ausdr�cklich geregelt, ergibt sich aber als rechtliche Gestaltungsm�glichkeit aus der Regelung von Art. 143 OR. Im Gegensatz zum Garantieversprechen nach Art. 111 OR (dazu BGE 125 III 305 E. 2b mit Hinweisen) h�ngt die kumulative Schuld�bernahme ebenfalls vom Bestand der mit�bernommenen Schuld ab, ist aber insofern nicht akzessorisch, als nicht jeder Wegfall der Verpflichtung des Hauptschuldners diejenige des Mitschuldners untergehen l�sst. Ob die Solidarverpflichtung bei Wegfall der Prim�rschuld dahinf�llt, beurteilt sich nach den Regeln der Solidarit�t (Art. 147 OR). Die Tilgung der Schuld bewirkt den Untergang der Mitverpflichtung. Der Gl�ubiger kann gegen�ber jedem Schuldner �ber seine Forderung unabh�ngig verf�gen. Grunds�tzlich ber�hrt ein Erlass der Forderung gegen�ber dem bisherigen Schuldner die Verpflichtung des kumulativen �bernehmers nicht. Auch K�ndigung und Mahnung wirken nur gegen�ber jenem Schuldner, gegen den sie der Gl�ubiger ausgesprochen hat (vgl. zum Ganzen die Urteile des Bundesgerichts 4C.154/2002 vom 10./17. Dezember 2002, E. 3.1 und 4C.218/1995 vom 9. Juli 1996, E. 2a mit Hinweisen; GIOVANOLI, Berner Kommentar, N. 17 zu Art. 492 OR; SCHNYDER, Basler Kommentar, N. 1 f. zu Art. 143 OR; TSCH�NI, Basler Kommentar, N. 2 zu Art. 176 OR; SCYBOZ, Garantievertrag BGE 129 III 702 S. 705und B�rgschaft, in: Schweizerisches Privatrecht, Bd. VII/2, Basel 1979, S. 315 ff., 342; KLEINER, Bankgarantie, 4. Aufl., Z�rich 1990, Rz. 11.20).
2.2 B�rgschaft wie kumulative Schuld�bernahme bewirken eine Verst�rkung der Position des Gl�ubigers und beruhen insoweit oftmals auf identischen wirtschaftlichen �berlegungen. Sie unterscheiden sich indes namentlich in den Formerfordernissen. So ist die Schuld�bernahme formfrei g�ltig. F�r die B�rgschaft hat der Gesetzgeber dagegen zum Schutz der sich verpflichtenden Partei unter anderem strenge Formvorschriften erlassen; es sollte damit einerseits der unbedachten Begr�ndung von B�rgschaften entgegengewirkt und andererseits dem B�rgen zumindest der Inhalt der eingegangenen Verpflichtung bewusst gemacht werden (Art. 493 OR; vgl. dazu BGE 113 II 434 E. 2b; WIEGAND, Die B�rgschaft im Bankengesch�ft, in: Berner Bankrechtstagung 1997, Personalsicherheiten, Bern 1997, S. 185; PESTALOZZI, a.a.O., N. 1 zu Art. 493 OR; BYDLINSKI, Die Stellung des B�rgen im Spannungsfeld zwischen Privatautonomie und Sozialschutzgedanken, recht 12/1994 S. 250 f., 262).
Die Abgrenzung von B�rgschaft und Schuldmit�bernahme ist fliessend. Auszugehen ist in rechtlicher Hinsicht davon, dass Inhalt und Rechtsgrund der B�rgenschuld von denjenigen der Hauptschuld verschieden sind, wogegen der Mit�bernehmer sich gleich dem urspr�nglichen Schuldner verpflichtet, diesem als Gesamtschuldner beitritt (HANS REICHEL, Die Schuldmit�bernahme, M�nchen 1909, S. 68 ff.). Rechtsgrund der Verpflichtung ist im ersten Fall das Einstehen f�r die Leistungsf�higkeit des Hauptschuldners, im zweiten die eigenst�ndige Befriedigung des Gl�ubigers (vgl. BGE 111 II 276 E. 2a; Urteile 4C.154/2002 vom 10./17. Dezember 2002, E. 3.1 und 4C.218/1995 vom 9. Juli 1996, E. 2b). Im Gegensatz zur B�rgschaft darf die Sicherung nicht das wesentliche Element im Rechtsgrund der Schuld aus Mit�bernahme darstellen, wenn auch in jeder Schuldmit�bernahme ein gewisser Sicherungseffekt liegt (KLEINER, a.a.O., Rz. 11.18).
2.3 Es ist als Inkoh�renz der Rechtsordnung zu werten, dass das gleiche wirtschaftliche Ziel der Verst�rkung der Gl�ubigerposition mit zwei (bzw. mehreren) rechtlichen Gestaltungsm�glichkeiten erreicht werden kann, indessen nur die B�rgschaft zum Schutz der sich verpflichtenden Partei an besondere Formvorschriften gekn�pft ist. Daraus ergibt sich ein Spannungsverh�ltnis zwischen der aus der Vertragsfreiheit fliessenden Wahlfreiheit zwischen zwei Rechtsinstituten BGE 129 III 702 S. 706und dem Erfordernis, einer Umgehung der nur f�r das eine Rechtsinstitut vorgesehenen Formvorschriften entgegenzutreten. So ist zu pr�fen, ob Rechtsgesch�fte, die gleiche oder �hnliche Charakteristiken wie die B�rgschaft aufweisen, dem B�rgschaftsrecht unterstellt werden m�ssen.
Wie GUTZWILLER (Wahlfreiheit zwischen B�rgschaft und Garantie, ZSR 103/1984 I S. 119 ff., 127, mit Hinweisen auf die Materialien) nachgewiesen hat, war sich der Gesetzgeber beim Erlass der B�rgschaftsrechtsreform vom 10. Dezember 1941, in der die Formvorschriften versch�rft wurden, zwar der M�glichkeit der Umgehung der entsprechenden Regeln, z.B. durch Abgabe einer Garantieerkl�rung, bewusst. Indessen setzte sich im Nationalrat und, ihm folgend, im St�nderat die Auffassung durch, dass sich die f�r die B�rgschaft vorgesehene Formvorschrift nicht rechtfertige, wo der Wille der Parteien wirklich auf den Abschluss eines Garantievertrages gehe. In anderen F�llen komme die Vorschrift von Art. 18 OR �ber die Auslegung der Vertr�ge und �ber die Simulation zur Anwendung (allgemein zur Reform: WIEGAND, a.a.O., S. 175 ff., 185 f.; SCYBOZ, a.a.O., S. 349 f.). Damit hat sich der Gesetzgeber klar daf�r entschieden, trotz der erkannten Abgrenzungsproblematik zwischen B�rgschaft und anderen pers�nlichen Sicherungsversprechen, mehrere Gestaltungsm�glichkeiten zuzulassen, ohne die Formvorschriften �ber die B�rgschaft hinaus auszudehnen. Lehre und Rechtsprechung haben daraus geschlossen, dass die Parteien nach ihrem freien Willen entscheiden d�rfen, ob ein Sicherungsziel mit B�rgschaft, Garantie oder kumulativer Schuld�bernahme erreicht werden soll. Eine Beschr�nkung der Privatautonomie ist insofern zu verneinen (Urteil 4C.436/1997 vom 9. Juli 1998, E. 2; GUTZWILLER, a.a.O., S. 128; ZOBL, Die Bankgarantie im schweizerischen Recht, in: Berner Bankrechtstagung 1997, Personalsicherheiten, Bern 1997, S. 31, 35; TUTO ROSSI, Garantie ou cautionnement?, SJ 1986 S. 406 f.). Dass die Parteien nach freiem Willen bestimmen k�nnen, welche Form von Sicherungsgesch�ft sie w�hlen, rechtfertigt sich denn auch insofern, als namentlich im internationalen Handels- und Kreditgesch�ft aus praktischen Gr�nden ein hohes Bed�rfnis nach einem R�ckgriff auf formfreie Sicherungsgesch�fte anstelle der formgebundenen B�rgschaft besteht, wie GUTZWILLER (a.a.O., S. 124 f.) �berzeugend darlegt. Als Grund f�r die Wahl eines formfreien Gesch�fts f�llt namentlich der - in erster Linie im internationalen Verkehr vorkommende - Wille zur Begr�ndung einer von der urspr�nglichen Verpflichtung unabh�ngigen Sicherheit in BGE 129 III 702 S. 707Betracht (vgl. ZOBL, a.a.O., S. 25 f.; GUTZWILLER, a.a.O., S. 124; YVES NO�L, Droit du cautionnement; les pi�ges de la protection du faible, in: Festschrift Fran�ois Gilliard, Lausanne 1987, S. 113). Ein formfreies Gesch�ft kann aber beispielsweise auch gew�hlt werden zur Vermeidung von Notariatskosten, wegen Dringlichkeit des Vertragsabschlusses, wegen Beurkundungsproblemen bei Vertragstexten in ausl�ndischer Sprache oder aufgrund von Schwierigkeiten bei der Bestimmung des zahlenm�ssig bestimmten H�chstbetrages in der Urkunde selbst (vgl. dazu GUTZWILLER, a.a.O., S. 124 f.).
2.4 Die Vorinstanz hat vorliegend keine Feststellungen dar�ber getroffen, ob die Parteien tats�chlich eine B�rgschaft oder eine kumulative Schuld�bernahme vereinbaren wollten (Art. 18 OR). F�r die Auslegung des Vertrages ist somit das Vertrauensprinzip massgebend. Danach sind zur Ermittlung des mutmasslichen Parteiwillens die Willenserkl�rungen der Parteien so auszulegen, wie sie nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten Umst�nden verstanden werden durften und mussten (BGE 127 III 248 E. 3f S. 255; BGE 126 III 119 E. 2a S. 120, je mit Hinweisen). Das Bundesgericht �berpr�ft diese objektivierte Auslegung von Willenserkl�rungen im Berufungsverfahren als Rechtsfrage (BGE 127 III 248 E. 3a S. 253 mit Hinweisen), wobei es an Feststellungen des kantonalen Richters �ber die �usseren Umst�nde sowie das Wissen und Wollen der Beteiligten grunds�tzlich gebunden ist (Art. 63 Abs. 2 OG; BGE 125 III 435 E. 2a/aa S. 436; BGE 123 III 165 E. 3a S. 168; BGE 121 III 414 E. 2a S. 418 mit Hinweisen).
2.4.1 Davon ausgehend, dass die gew�hlten Bezeichnungen von den Vertragsparteien gew�hnlich in ihrer objektiven Bedeutung verwendet werden und den korrekten Sinn der Erkl�rung wiedergeben, hat ein klarer Wortlaut bei der Auslegung nach dem Vertrauensprinzip Vorrang vor weiteren Auslegungsmitteln. Auch wenn der Wortlaut - wie im vorliegenden Fall - auf den ersten Blick klar erscheint, darf es allerdings nicht bei einer reinen Wortauslegung sein Bewenden haben (Art. 18 Abs. 1 OR). So kann sich aus den anderen Vertragsbestimmungen, aus dem von den Parteien verfolgten Zweck und aus weiteren Umst�nden ergeben, dass der Wortlaut der strittigen Bestimmung nicht genau den Sinn der Vereinbarung unter den Parteien wiedergibt (BGE 128 III 265 E. 3a; BGE 127 III 444 E. 1b S. 445). Dementsprechend misst die Rechtsprechung dem Umstand, dass die Parteien pr�zise juristische Bezeichnungen verwendet haben, f�r sich allein keine entscheidende Bedeutung zu (anders insbesondere BGE 111 II 284 E. 2 S. 287 und darauf gest�tzt PESTALOZZI BGE 129 III 702 S. 708[a.a.O., N. 32 zu Art. 111 OR], SCHNYDER [a.a.O., N. 2 zu Art. 143 OR] sowie WEBER [a.a.O., N. 92 zu Art. 111 OR]). Insbesondere darf nicht ohne weitere Pr�fung auf einen entsprechenden Wortlaut abgestellt werden, wenn die verpflichtende Partei eine ausl�ndische Person ist oder die Willenserkl�rung von ihr in einer Fremdsprache abgegeben wurde. Gegen�ber gesch�ftserfahrenen, im Gebrauch von Fachbegriffen gewandten Personen, kann allerdings eine strikte Auslegung nach dem Wortlaut angezeigt sein (vgl. BGE 125 III 305 E. 2b/c S. 308 f.; BGE 113 II 434 E. 2c und 3a S. 438).
2.4.2 Als gesch�ftsgewandt in diesem Sinn anzusehen sind Gesellschaften, die sich in der t�glichen Praxis mit Sicherungsgesch�ften befassen, wie etwa international t�tige Firmengruppen oder schweizerische Bankinstitute (BGE 125 III 305 E. 2b; vgl. auch WEBER, a.a.O., N. 80 f. zu Art. 111 OR; PESTALOZZI, a.a.O., N. 26 zu Art. 111 OR), wobei eine Schuldmit�bernahme durch Banken eine eher seltene Erscheinung darstellt (KLEINER, a.a.O., Rz. 11.17). Auch Privatpersonen, die als Verwaltungsr�te oder Direktoren oft mit Sicherungsvertr�gen gekoppelte Gesch�fte behandeln, m�ssen den gew�hlten Wortlaut gegen sich pers�nlich gelten lassen (PESTALOZZI, a.a.O., N. 26 zu Art. 111 OR), ebenso wie die von ihnen vertretene Gesellschaft (Urteil 4C.31/1999 vom 27. Mai 1999, E. 2b/cc). In der j�ngeren Rechtsprechung wurde ein Gesch�ftsmann als gesch�ftserfahren angesehen, der Verwaltungsratspr�sident einer Gesellschaft war, die sich mit der Beratung und der Beschaffung von finanziellen Mitteln (Kreditbeschaffung) f�r ihre Kunden befasste, und der erkl�rt hatte, "pers�nlich, kumulativ neben" der Gesellschaft haften zu wollen (Urteil 4C.154/2002 vom 10./17. Dezember 2002, E. 3.3). Ebenso m�ssen sich Personen, die �ber eine in der Schweiz erworbene juristische Ausbildung verf�gen, den objektiven juristischen Sinn der verwendeten Ausdr�cke entgegenhalten lassen, insbesondere, wenn eine gegenteilige Auslegung zur Ung�ltigkeit des Vertrages f�hren w�rde (Urteil 4C.436/1997 vom 9. Juli 1998, E. 2). Das gilt auch f�r denjenigen, der sich beim Vertragsabschluss von einer solchen Person beraten l�sst, sofern feststeht, dass diese ihm den Sinn der verwendeten Begriffe klar gemacht hat (BGE 125 III 305 E. 2c S. 310; BGE 101 II 323 E. 1b S. 326). Keine Gesch�ftsgewandtheit ist dagegen aufgrund des blossen Umstandes anzunehmen, dass eine Privatperson, wie dies vorliegend der Fall ist, f�r ein kleines Unternehmen, das im t�glichen Gesch�ft nichts mit Sicherungsgesch�ften zu tun hat, als einzelzeichnungsberechtigt im Handelsregister eingetragen ist.BGE 129 III 702 S. 709
2.4.3 Bei nicht gesch�ftsgewandten Vertragsbeteiligten darf nicht ohne weiteres vertrauenstheoretisch von einem klaren Vertragswortlaut auf den Willen geschlossen werden. Wollen solche Parteien tats�chlich eine kumulative Schuld�bernahme oder eine Garantie anstelle einer B�rgschaft w�hlen, was ihnen nach dem vorstehend (Erw�gung 2.3) Dargelegten frei steht, ist f�r die Kundgebung ihres klaren diesbez�glichen Willens mehr erforderlich als die blosse Verwendung pr�ziser juristischer Fachausdr�cke wie "Garantie" oder "solidarische Mitverpflichtung", allenfalls gekoppelt mit Zitaten der entsprechenden Gesetzesbestimmungen, damit es bei einer grammatikalischen Auslegung des Vertrages sein Bewenden haben kann (vgl. PESTALOZZI, a.a.O., N. 27 zu Art. 111 OR). Die Vorinstanz hat insofern zutreffend erwogen, die Schutzklausel von Art. 493 OR k�nnte viel zu leicht umgangen werden, wenn es gen�gen w�rde, bloss einen juristischen Ausdruck wie "solidarisch" oder "Vertrag zu Lasten eines Dritten" auf einem Vertragsformular aufzuf�hren, das dem Vertragspartner, der oft die Bedeutung der Begriffe nicht kennt, zur Unterschrift vorgelegt wird (vgl. BGE 125 III 305 E. 2b). In solchen F�llen ist daher zum Schutze der sich verpflichtenden Partei erforderlich, dass im Vertrag selber f�r die nicht gesch�ftsgewandte Partei klar verst�ndlich und in individueller, d.h. nicht formularm�ssiger Weise, dargelegt wird, dass sich der Interzedent der Tragweite der eingegangenen Verpflichtung bewusst ist und aus welchen Gr�nden auf die Wahl der Rechtsform einer B�rgschaft verzichtet wird (vgl. dazu die vorstehende Erw�gung 2.3).
2.5 Wo - wie vorliegend - der Vertragstext keine entsprechende Erkl�rung enth�lt und erhebliche Zweifel bestehen, ob die sich mitverpflichtende Person die rechtliche Bedeutung und die praktische Tragweite der verwendeten juristischen Bezeichnungen "Garantie" oder "solidarische Haftung" verstanden und insbesondere die Unterschiede zum Gehalt einer "B�rgschaft" erfasst hat, kann nicht davon gesprochen werden, dass sie von der ihr zustehenden autonomen Wahlfreiheit zwischen verschiedenen Sicherungsabreden (Erw�gung 2.3 vorne) Gebrauch gemacht hat. Dies gilt in besonderem Masse, wenn der Vertragstext nicht von ihr, sondern von der Gegenpartei verfasst worden ist. In diesen F�llen ist zu pr�fen, ob das Gesch�ft seinem rechtlichen und wirtschaftlichen Zweck nach nicht entgegen seinem klaren Wortlaut als B�rgschaft zu qualifizieren ist, um den zum Schutz des B�rgen aufgestellten, zwingenden Formvorschriften zum Durchbruch zu verhelfen (vgl. BGE 81 II 520 E. 3c S. 525 f.). Die Formvorschriften des B�rgschaftsrechts k�nnen BGE 129 III 702 S. 710nicht dadurch umgangen werden, dass eine Vertragsbezeichnung gleich einer Kulisse vorgeschoben wird, um die wahre Natur des Sicherungsgesch�fts zu verdecken (vgl. BGE 125 III 305 E. 2b). Um den Formvorschriften zum Durchbruch zu verhelfen, ist auch in Zweifelsf�llen f�r B�rgschaft zu entscheiden (vgl. BGE 113 II 434 E. 2c S. 438; BGE 111 II 276 E. 2b S. 279; BGE 101 II 323 E. 1d S. 328; BGE 66 II 26 E. a).
2.6 Die akzessorische B�rgschaft unterscheidet sich von der kumulativen Schuld�bernahme als selbst�ndiger Verpflichtung indiziell darin, dass der Verpflichtende bei der Schuld�bernahme, nicht aber bei der B�rgschaft regelm�ssig ein erkennbares eigenes Interesse am Gesch�ft hat, das zwischen dem Hauptschuldner und dem Gl�ubiger geschlossen wurde, und nicht bloss ein Sicherungsinteresse an der Erf�llung der Urschuld (BGE 81 II 520 E. 3d; BGE 66 II 26 E. a; Urteil 4C.191/1999 vom 22. September 1999, a.a.O., E. 1a; SPIRIG, a.a.O., N. 312 f. in Vorbem. zu Art. 175-183 OR; OSER/SCH�NENBERGER, Z�rcher Kommentar, N. 50 zu Art. 492 OR; WEBER, a.a.O., N. 93 zu Art. 111 OR; PESTALOZZI, a.a.O., N. 32 zu Art. 111 OR S. 625 f.; TERCIER, Les contrats sp�ciaux, 3. Aufl., 2003, N. 5954 f.; SCHWENZER, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, 2. Aufl., Bern 2000, Rz. 91.33 [Das Interesse des Garanten am Gesch�ft ist auch ein wichtiges Indiz zur Abgrenzung von B�rgschaft und Garantie: BGE 128 III 295 E. 2d/bb S. 303; BGE 125 III 305 E. 2b S. 309; BGE 111 II 276 E. 2b S. 280; BGE 101 II 323 E. 1a S. 325 f.; KLEINER, a.a.O., Rz. 11.20 f.; ZOBL, a.a.O., S. 34 f.; MERZ, Garantievertrag oder B�rgschaft, ZBJV 125/1989 S. 229]). Darin, dass bei der B�rgschaft ein solches Eigeninteresse fehlt und es sich um ein uneigenn�tziges Gesch�ft handelt, das typischerweise zur Sicherstellung einer Verpflichtung von Familienangeh�rigen oder engen Freunden eingegangen wird, liegt denn auch der Grund, dass sie besonderen Formvorschriften unterstellt wurde (WIEGAND, a.a.O., S. 175 f.; HANDSCHIN, Zur Abgrenzung von Garantievertrag und B�rgschaft, SZW 1994 S. 228, 230; BYDLINSKI, a.a.O., S. 250; ROSSI, a.a.O., S. 410). Damit auf kumulative Schuld�bernahme geschlossen werden kann, ist erforderlich, dass der �bernehmer ein unmittelbares und materielles Interesse hat, in das Gesch�ft einzutreten und es zu seinem eigenen zu machen, indem er - f�r die Gegenpartei erkennbar - direkt von der Gegenleistung des Gl�ubigers profitiert, wie bei der Miete einer gemeinsam genutzten Wohnung, dem Leasing eines vom Mit�bernehmer mitbenutzten Fahrzeuges zu privaten Zwecken oder bei der gemeinsamen Geldaufnahme durch Ehegatten BGE 129 III 702 S. 711f�r gemeinsame Bed�rfnisse (vgl. BGE 116 II 707 E. 3). Ein eigenes Interesse ist auch zu bejahen, wenn der Promittent mit dem Schuldner zusammen eine einfache Gesellschaft bildet und es um eine Sicherheit f�r ein Gesch�ft geht, das zur Erreichung des Gesellschaftszwecks eingegangen wurde (Urteil 4C.191/1999 vom 22. September 1999, a.a.O., E. 1d). Gleich verh�lt es sich, wenn dem Gl�ubiger bekannt ist, dass der Promittent eine stille Beteiligung am Gesch�ft oder der Personengesellschaft h�lt, deren Schuld sichergestellt wird (vgl. BGE 81 II 520 E. 3d). F�r die Qualifikation als Schuldmit�bernahme gen�gt es dagegen nicht, wenn der �bernehmer nur irgendeinen undefinierten Vorteil daraus zieht, dass er zugunsten des Hauptschuldners beitritt. Er muss sich erkennbar aufgrund des gleichen Rechtsgrundes f�r den gleichen Vertrag wie der Hauptschuldner verpflichten wollen (vgl. WEBER, a.a.O., N. 94 zu Art. 111 OR; PESTALOZZI, a.a.O., N. 32 zu Art. 111 OR S. 625 f.; SCHNYDER, a.a.O., N. 7 zu Art. 143 OR; SCYBOZ, a.a.O., S. 344). Dementsprechend gen�gt der hier vorliegende Umstand, dass die Kl�gerin als einzelunterschriftsberechtigt im Handelsregister einer Einzelfirma eingetragen ist, f�r sich allein nicht, um anzunehmen, sie habe ein gen�gendes und erkennbares Interesse am zu sichernden Gesch�ft zwischen der Einzelfirma und dem Gl�ubiger, dass sie sich neben dem Hauptschuldner selbst�ndig verpflichten wollte.
2.7 Nach dem angefochtenen Urteil sind vorliegend auch keine anderen Umst�nde gegeben, die auf ein unmittelbares Interesse der Kl�gerin am abgeschlossenen Gesch�ft schliessen liessen und damit auf eine kumulative Schuld�bernahme hinweisen w�rden. Die von der Beklagten einzig geltend gemachte Erbberechtigung der Kl�gerin gegen�ber ihrem Vater hat die Vorinstanz zu Recht nicht als wesentlich angesehen, da keinerlei Anzeichen daf�r best�nden, dass sich der Erbfall in naher Zukunft realisieren k�nnte. Ebenso wenig ist dargetan, dass die Kl�gerin f�r die Beklagte erkennbar an der Einzelfirma bzw. ihrem Gesch�ftserfolg beteiligt ist oder aus einer anderweitigen besonderen Stellung im Unternehmen neben dem Inhaber ein besonderes Interesse an seinem Gesch�ftsgang hat, oder dass sie am Leasinggegenstand selber interessiert sein k�nnte. Vielmehr erachtete es die Vorinstanz nach den Darlegungen der Kl�gerin und ihres Vaters als erwiesen, dass der Kl�gerin die Zeichnungsbefugnis f�r die Einzelfirma lediglich aufgrund ihrer Deutschkenntnisse einger�umt worden sei; sie habe zwar die Korrespondenz gef�hrt, mit dem Leasinggegenstand, der dem Reiseunternehmen ihres Vaters diente, an sich aber nichts zu tun gehabt.BGE 129 III 702 S. 712
2.8 Der einzige Grund, weshalb die Beklagte eine zus�tzliche Sicherheit verlangte und es zur "solidarischen Verpflichtung" der Kl�gerin (und ihrer Mutter) kam, liegt nach den vorinstanzlichen Feststellungen darin, dass der Beklagten das Einkommen des Leasingnehmers als zu unsicher erschien und sie seine Kreditw�rdigkeit als ungen�gend einstufte. Eine solche Einsch�tzung wird zwar allen Sicherungsgesch�ften zugrunde liegen. Ist aber, wie vorliegend, der Sicherungszweck der alleinige Rechtsgrund f�r die Verpflichtung des Interzedenten, so spricht dies f�r eine B�rgschaft, namentlich wenn die Verpflichtung f�r einen nahen Verwandten eingegangen wurde und damit die Vermutung nahe liegt, es sei dem B�rgen allein darum gegangen, ihm zu helfen (vorstehende Erw�gungen 2.2 a.E. und 2.6; Urteil 4C.274/2001 vom 9. April 2002, E. 3, publ. in: SJ 2002 I S. 574). Nach den gesamten Umst�nden hat die Vorinstanz kein Bundesrecht verletzt, indem sie die Verpflichtung als B�rgschaft qualifizierte.