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Timestamp: 2016-07-01 07:58:53
Document Index: 115501622

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Neu registrieren Download des PDF-Dokuments - 01.07.2016 09:58h
Gesellschaftsrecht - GmbH-RechtOLG Brandenburg - LG Potsdam
1. Dritte i.S.d. � 32a Abs. 3 GmbHG sind Personen, die mit dem Gesellschafter eine wirtschaftliche Einheit bilden, wie es bei Unternehmen der Fall sein kann, die i.S.d. �� 15 ff. Aktiengesetz mit einem Gesellschafter oder der Gesellschaft verbunden sind (Anschluss an BGH, Urt. v. 19.9.1988 - II ZR 255/87, BGHZ 105, 168 = AG 1989, 27 = GmbHR 1989, 19 = MDR 1989, 43; juris Tz. 26 m.w.N.).
2. Die nach � 17 AktG erforderliche M�glichkeit, unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss auszu�ben ist bei Identit�t der die Unternehmen leitenden Pers�nlichkeiten, einem typischen Beherrschungsmittel (vgl. BGH, Urt. v. 4.3.1974 - II ZR 89/72, BGHZ 62, 193; OLG M�nchen v. 7.4.1995 - 23 U 6733/94, GmbHR 1995, 590 = OLGReport M�nchen 1995, 102 = AG 1995, 383 = WM 1995, 898 m.w.N.), regelm��ig er�ffnet.
3. Nach gefestigter h�chstrichterlicher Rechtsprechung kann die Gebrauchs�berlassung ebenso den Tatbestand einer eigenkapitalersetzenden Leistung erf�llen wie die Gew�hrung eines Darlehens (vgl. BGH, Urt. v. 11.7.1994 - II ZR 162/92, BGHZ 127, 17, = GmbHR 1994, 691 = MDR 1994, 1100 juris Tz. 9 m.w.N.; Baumbach/Hueck/Fastrich, GmbH-Gesetz, 18. Aufl., Rz. 32, 33 m.z.w.N.).
4. Entscheidend f�r eine kapitalersetzende Gebrauchs�berlassung ist die Einr�umung eines Nutzungsrechts; eine schuldrechtliche Grundlage hierf�r ist entbehrlich (vgl. Hommelhoff/Goette, Eigenkapitalersatzrecht in der Praxis, 2. Aufl., Rz. 86; Baumbach/Hueck/ Fastrich, a.a.O.).
5. Die Gebrauchs�berlassung stellt sich als Kapitalersatz dar, wenn der Gesellschafter oder ein ihm gleichgestellte Kreditgeber sie einer GmbH w�hrend deren Krise gew�hrt oder sie nach Eintritt der Krise nicht beendet, obwohl das m�glich ist. Desgleichen ist die Gebrauchs�berlassung im Eigenkapital umzuqualifizieren, wenn der Gesellschafter von der ihm - zumindest objektiv - gegebenen M�glichkeit, die Gesellschaft unter Entzug der ihr zur Verf�gung gestellten Mittel zu liquidieren, keinen Gebrauch macht (Anschluss an BGH, Urt. v. 14.12.1992 - II ZR 298/91, BGHZ 121, 31, = MDR 1993, 223 juris Tz. 10).
6. Der Kenntnis eines Gesellschafters vom kapitalersetzenden Charakter seiner Leistung steht es gleich, wenn er h�tte erkennen m�ssen, dass die Leistung inzwischen als Kapitalgrundlage f�r die Gesellschaft unentbehrlich ist (Anschluss an BGH, Urt. v. 16.10.1989 - II ZR 307/88, BGHZ 109,55, = GmbHR 1990, 118 = MDR 1990, 224 juris Tz. 10 m.w.N.). Diese Erkenntnism�glichkeiten ist bei einem Gesellschafter ohne weiteres vorauszusetzen (vgl. BGH, a.a.O.).
7. Der den Gebrauch in kapitalersetzender Weise �berlassende Gesellschafter ist f�r seine fehlende Erkenntnism�glichkeit Darlegungs- und beweisbelastet (Anschluss an BGH, Urt. v. 17.2.1992 - II ZR 154/91, MDR 1992, 856 = GmbHR 1992, 296 = WM 1992, 650; BGH, Urt. v. 15.6.1998 - II ZR 17/97, GmbHR 1998, 936 = WM 1998, 1626),
8. Der Finanzierungsverantwortliche ist an seiner Finanzierungsentscheidung festzuhalten ist; ihn trifft das Verbot der fristlosen K�ndigung und die Pflicht, dem Verwalter das Nutzungsrecht unentgeltlich zu belassen.
9. Die Dauer, f�r die ein kapitalersetzendes Nutzungsrecht dem der Gesellschaft unentgeltlich zu belassen ist, beurteilt sich nach Ma�gabe eines tats�chlichen Vertrages, sofern dessen Beendigungsregeln ernsthaft gemeint sind; ansonsten, bei fehlenden oder unwirksamen Beendigungszeitpunkten oder K�ndigungsfristen, anhand einer hypothetischen Beendigungsregel, die auch ein au�enstehender Dritter unter Wahrung seines eigenen Vertragsinteresses vern�nftigerweise vorgenommen und auf die sich die Gesellschaft eingelassen h�tte (Anschluss an BGH, Urt. v. 11.7.1994 - II ZR 146/92, BGHZ 127, 1, = GmbHR 1994, 612 = MDR 1994, 1098 Juris Tz. 28).Aktenzeichen: 3U67/07 Paragraphen: Datum: 2007-11-28