Source: https://hannovers-steuerberater.de/Steuerlexikon/abschreibung-anlagevermoegen-im-steuerrecht/
Timestamp: 2020-03-31 19:01:14
Document Index: 94921498

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 254', '§ 7', '§ 7', '§ 253', '§ 253', '§ 6', '§ 5', '§ 5']

Abschreibung - Anlagevermögen im Steuerrecht | Steuerberater Hannover
Abschreibung – Anlagevermögen im Steuerrecht
Home/Abschreibung – Anlagevermögen im Steuerrecht
In den Fällen Nr. 4 bis 6 gibt es Wahlrechte für Abschreibungsmethoden statt der in Nr. 1 bis 3 aufgeführten Abschreibungsmethoden. Abweichend vom Handelsrecht (siehe Stichwort Abschreibung – Anlagevermögen im Handelsrecht, Abschnitt 3) sind diese Abschreibungsmethoden inhaltlich im Einzelnen gesetzlich bestimmt.
Nach § 5 Abs. 1 Satz 2 EStG a.F. sind steuerrechtliche Wahlrechte bei der Gewinnermittlung in Übereinstimmung mit der handelsrechtlichen Jahresbilanz auszuüben. Handelsrechtlich wurden durch § 254 HGB a.F. in der Handelsbilanz den steuerrechtlichen Wahlrechten übereinstimmende Wertansätze ermöglicht. Die Verwaltungsanweisungen verlangten für die Wahl der degressiven Gebäudeabschreibung, dass in der Handelsbilanz genau die Abschreibungssätze von § 7 Abs. 5 EStG gewählt wurden, andernfalls steuerlich Gebäude linear abzuschreiben waren (BMF, 30.12.1994 – IV B 2 S 2139 – 49/94, BB 1995, 196).
Geliefert ist, wenn die wirtschaftliche Verfügungsmacht auf den Erwerber übergegangen ist, d.h. dieser Eigenbesitzer geworden ist und Gefahr, Nutzen und Lasten auf ihn übergegangen sind. Liegt dieser Übergang im Schnittpunkt von zwei Zeiträumen, so ist das Wirtschaftsgut mit Beginn des zweiten Zeitraums geliefert (H 7.4 EStH – Lieferung).
Fertiggestellt ist ein Wirtschaftsgut, wenn die Herstellungsarbeiten so weit fortgeschritten sind, dass das Wirtschaftsgut bestimmungsgemäß genutzt werden kann (H 7.4 EStH – Fertigstellung).
Bei der linearen Abschreibung werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder der an deren Stelle tretende Wert gleichmäßig auf die Jahre der Nutzung als Betriebsausgaben verteilt. Der Abschreibungszeitraum bemisst sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer (siehe Abschnitt 3.4). Es werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten durch die Zahl der Jahre der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer geteilt. Das Ergebnis ist der auf das einzelne Wirtschaftsjahr entfallende Abschreibungsbetrag (siehe auch Abschreibung – Anlagevermögen im Handelsrecht).
Die Voraussetzung „voraussichtlich dauernde Wertminderung“ für die Teilwertabschreibung der abnutzbaren und der nicht abnutzbaren Wirtschaftsgüter sowie der übrigen Wirtschaftsgüter hat die Bedeutung wie im Handelsrecht (Siehe Stichwort Abschreibung – Anlagevermögen im Handelsrecht , Abschnitt 4.2) und ist daher in dem dort gebrauchten Sinn auszulegen (BT-Drucks. 14/443, 22).
Bei abnutzbaren Anlagegegenständen ist daher von einer voraussichtlich dauernden Wertminderung auszugehen, wenn der Wert des jeweiligen Wirtschaftsguts zum Bilanzstichtag mindestens für die halbe Restnutzungsdauer unter dem planmäßigen Restbuchwert liegt. Hierbei ist die verbleibende Nutzungsdauer für Gebäude nach § 7 Abs. 4 und 5 EStG, für andere Wirtschaftsgüter grundsätzlich nach den amtlichen AfA-Tabellen zu bestimmen (BMF, 25.02.2000 – IV C 2 – S2171 b – 14/00, BStBl I 2000, 372, Rz. 6).
Im Jahr 2010 besteht für eine Maschinenanlage eine voraussichtlich dauernde Wertminderung, die handelsrechtlich zu einer Abschreibung nach § 253 Abs. 3 Satz 3 HGB zwingt. Auch ohne diese Abschreibung weist das Unternehmen für 2010 bereits handelsrechtlich und steuerrechtlich einen Verlust aus. Daher hält es die Unternehmensleitung für sinnvoll, in der steuerlichen Gewinnermittlung von einer Teilwertabschreibung abzusehen, um Abschreibungsvolumen für spätere Gewinnjahre „zu retten“.
Wie vorstehend dargestellt wurde (Abschnitt 4.1), ist der Maßstab „voraussichtlich dauernde Wertminderung“ im Steuerrecht im Sinne von § 253 Abs. 3 Satz 3 HGB und damit mit dem im Handelsrecht verstandenen Sinngehalt auszulegen. Wird daher in der Steuerbilanz auf den niedrigeren Teilwert abgeschrieben, wird der Wert angesetzt, der auch für den Ansatz in der Handelsbilanz maßgeblich ist. Der so in der Steuerbilanz aufgrund des Wahlrechts in § 6 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG gewählte Ansatz zum Teilwert entspricht damit dem handelsrechtlich maßgeblichen Wert. Wird dieser Wertansatz in der Steuerbilanz gewählt, handelt es sich also nicht um einen „anderen Ansatz“ im Sinne von § 5 Abs. 1 Satz 1 EStG n.F. Es ist der Wert, der auch handelsrechtlich maßgeblich ist. Im Zusammenhang mit § 5 Abs. 1 Satz 2 EStG n.F. kann in Ausübung steuerrechtlicher Wahlrechte nur ein anderer Ansatz als der handelsrechtlich maßgebliche Wert in der steuerlichen Gewinnermittlung gewählt werden.
den Absetzungen für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung „entsprechende“ Zuschreibung
Nach Verwaltungsauffassung hat der Unternehmer diese Bewertungsobergrenze anhand geeigneter Unterlagen nachzuweisen. Er muss also insbesondere die historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten belegen. Kann er das nicht, gilt hiernach der Buchwert, der in der ältesten noch vorhandenen Bilanz als Anfangswert für das Wirtschaftsgut ausgewiesen wird, als Bewertungsobergrenze, es sei denn die Finanzbehörde legt eine höhere Bewertungsobergrenze dar, z.B. aufgrund der dort vorhandenen Unterlagen (BMF, 25.02.2000 – IV C 2 – S2171 b – 14/00, BStBl I 2000, 372).
Abschreibung – Anlagevermögen im HandelsrechtAbschreibung – Umlaufvermögen im SteuerrechtAbschreibung – Umlaufvermögen im HandelsrechtDegressive AbschreibungTeilwertabschreibungTeilwert
Vorherige PostVorherige Abschreibung – Anlagevermögen im Handelsrecht
Nächste PostNächste Abschreibung – Umlaufvermögen im Handelsrecht