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Timestamp: 2018-04-25 00:51:11
Document Index: 76750007

Matched Legal Cases: ['§ 2', 'Art 13', 'Art. 19', '§ 22', '§ 328', 'Art. 1', 'Art. 19', '§ 11', '§ 48', '§ 7', '§ 7', '§ 63', '§ 63', '§ 23', 'Art 6']

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1. BSG, Urteil vom 11.02.2015 – B 4 AS 29/14 R
1. 1 Lohnsteuererstattung als Einkommen bei Eheleuten – Absetzbeträge
3. Auch vom „Nichterwerbseinkommen“ sind die Versicherungspauschale und der monatliche Beitrag für die Kfz-Haftpflichtversicherung abzugsfähig. ( Rn.22 )
2. 1 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss v. 04.05.2015 – L 7 AS 139/15 B ER – rechtskräftig
Der Grundsicherungsträger wird im Wege der einstweiligen Anordnung verpflichtet, den bulgarischen Antragstellern Leistungen zur Deckung des Regelbedarfs sowie zur Deckung von Bedarfen für Unterkunft und Heizung nach dem SGB II zu erbringen – Aufenthaltsrecht durch selbstständige Erwerbstätigkeit
1. Nach § 2 Abs. 2 Nr. 2 FreizügG/EU sind unionsrechtlich freizügigkeitsberechtigt Unionsbürger, wenn sie zur Ausübung einer selbständigen Erwerbstätigkeit berechtigt sind (niedergelassene selbständige Erwerbstätige). Eine allgemeine Definition des Selbständigen und seiner auf Gewinn ausgerichteten Tätigkeit existiert für das Unionsrecht nicht. Ausschlaggebend ist das Gesamtbild der Tätigkeit (LSG Berlin- Brandenburg, Beschluss vom 28.01.2013 – L 14 AS 3133/12 B ER). Die Unterhaltung einer baulichen Einrichtung, etwa im Sinne eines Ladenlokals, eines Lagerraums oder einer Werkstatt, ist für die Anerkennung einer selbständigen Tätigkeit, die der Niederlassungsfreiheit unterliegt, nicht erforderlich. Der Lebensunterhalt muss durch die selbständige Tätigkeit nicht gesichert sein (LSG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 10.10.2013 – L 19 AS 129/13; OVG Bremen, Beschluss vom 21.06.2010 – 1 B 137/10).
3. Es ist den Betroffenen gerade nicht zuzumuten, einen zivilrechtlichen Kündigungsgrund entstehen zu lassen, eine Kündigung hinzunehmen, eine Räumungsklage abzuwarten und auf die nachfolgende Beseitigung der Kündigung zu hoffen (in diesem Sinne auch LSG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 29.01.2015 – L 6 AS 2085/14 B ER mit zutreffendem Hinweis auf den Grundrechtsschutz nach Art 13 GG; LSG Niedersachsen-Bremen, Beschluss vom 28.01.2015 – L 11 AS 261/14 B; SG Berlin, Beschluss vom 05.01.2015 – S 205 AS 27758/14 ER; Bayerisches LSG, Beschluss vom 19. 03. 2013 – L 16 AS 61/13 B ER).
4. Denn die prozessuale Konsequenz der Anerkennung eines im Moment der Bedarfsentstehung bestehenden verfassungsrechtlichen Anspruchs auf Gewährleistung des Existenzminimums folgt aus Art. 19 Abs. 4 GG: Es muss sichergestellt sein, dass gegen eine Versagung der existenznotwendigen Mittel effektiver Rechtsschutz zur Verfügung steht (BVerfG, Beschluss vom 12.05.2005 – 1 BvR 569/05).
5. Ein „Vertrösten“ des Antragstellers auf Rechtsschutz zu einem späteren Zeitpunkt – nach Erhebung einer Räumungsklage durch den Vermieter – ist hiermit nicht vereinbar.
6. Die vorstehenden Ausführungen gelten für die Übernahme der laufenden Miete. Die Übernahme von Mietschulden nach § 22 Abs. 8 SGB II richtet sich nach anderen Maßstäben (vgl. hierzu LSG NRW, Beschluss vom 18.07.2014 – L 7 AS 982/14 B ER).
Anmerkung: ebenso zum Anordnungsgrund KdU im Eilverfahren: LSG NRW, Beschluss vom 13.05.2015 – L 6 AS 369/15 B ER
2. 2 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 13.05.2015 – L 6 AS 369/15 B ER – rechtskräftig
Bulgarischen Staatsangehörigen stehen die beantragten vorläufigen Leistungen nach § 328 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 SGB III zu (im Ergebnis ebenso LSG Berlin-Brandenburg Beschluss vom 27.05. 2014 – L 34 AS 1150/14 B ER ) – Anordnungsgrund Kosten der Unterkunft – Abwarten der Räumungsklage ist unzumutbar
Anmerkung: ebenso für polnische Staatsangehörige LSG NRW, Beschluss vom 25.03.2015 – L 6 AS 419/15 B ER; für österreichischen Staatsbürger LSG NRW, Beschluss vom 29.01.2015 – L 6 AS 2085/14 B ER
2. 3 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 13.05.2015 – L 12 AS 573/15 B ER u. L 12 AS 574/15 B – rechtskräftig
2. 4 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 21.04.2015 – L 7 AS 535/15 B ER – rechtskräftig
1. Der Antragstellerin kann im Lichte des in Art. 1 i.V.m. Art. 19 Abs. 4 GG verankerten Gebots des effektiven Rechtsschutzes und der Menschenwürde nicht zugemutet werden, ohne jede staatliche Existenzsicherung eine Entscheidung in der Hauptsache abzuwarten (vgl. Beschlüsse des Senats vom 05.03.2015 – L 7 AS 2376, vom 22.01.2015 – L 7 AS 2162/14 und vom 08.09.2014 – L 7 AS 1231/14 B mit Verweis auf Beschluss vom 03.04.2013 – L 7 AS 2403/12 B und Beschluss vom 28.04.2014 – L 7 AS 550/14 B ER). Durch die zeitliche Beschränkung der vorläufigen Gewährung sind die nachteiligen Folgen auf Seiten des Antragsgegners begrenzt.
2. 5 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 08.05.2015 – L 2 AS 300/15 B ER und L 2 AS 301/15 B – rechtskräftig
Anmerkung: ebenso im Ergebnis für polnische Staatsangehörige: LSG NRW, Beschl. v. 08.05.2015 – L 2 AS 270/15 B ER und L 2 AS 271/15 B
2. 6 Sächsisches Landessozialgericht, Urteil vom 18.02.2015 – L 8 AS 1229/12 – rechtskräftig
Aufhebungs- und Erstattungsbescheid rechtswidrig – kapitalbildende Lebensversicherung – Schlussüberschussanteile – Schlussdividende
Anmerkung: Vgl. Thüringer Landessozialgericht, Urteil vom 13.11.2014 – L 9 AS 678/12 – Weder die Überschussbeteiligung noch die Bewertungsreserven stellen Einkommen i.S.d. SGB II dar. Vielmehr handelt es sich um Vermögen.
2. 7 Landessozialgericht Sachsen-Anhalt, Beschluss vom 17.04.2015 – L 4 AS 137/15 B ER rechtskräftig
Glaubhaftmachung Anordnungsgrund – Kosten der Unterkunft – Kaufpreisraten – Darlehen von Dritten – Kontoauszüge
Anmerkung: Vgl. dazu Landessozialgericht Sachsen-Anhalt, Beschl. v. 10.07.2014 – L 4 AS 206/14 B ER – Einstweiliger Rechtsschutz – Anforderungen an die Glaubhaftmachung des Anordnungsanspruchs und -grundes – Arbeitslosengeld II – Nachweis der Hilfebedürftigkeit – widersprüchliche und wahrheitswidrige Angaben zu wirtschaftlichen Verhältnissen
2. 8 Landessozialgericht Sachsen-Anhalt, Urteil v. 20.11.2014 – L 4 AS 198/12 – rechtskräftig
Aufhebung der Bewilligung nach dem SGB II – Unfallrente – Beweislast des Hilfebedürftigen
Anmerkung: Wenn der Betroffene sich darauf beruft, seinen Mitwirkungspflichten nachgekommen zu sein, z.B. eine Mitteilung über geänderte Tatsachen abgegeben zu haben, trägt er die objektive Beweislast des Zugangs der entsprechenden Mitteilung bei der Behörde (LSG Sachsen, Urt. v. 04.12.2014 – L 3 AS 430/12 Rn. 58 ).
2. 9 Bayerisches Landessozialgericht, Urteil vom 22.04.2015 – L 8 AS 764/13
2. 10 Bayerisches Landessozialgericht 7. Senat, Urteil vom 26.03.2015 – L 7 AS 849/14
2. 11 Landessozialgericht Mecklenburg- Vorpommern, Urt. v. 26.08.2014 – L 10 AS 15/13 – anhängig BSG, Az: B 14 AS 40/14 R
Abs 1 S 1 SGB 2 sind auch dann zu übernehmen, wenn der Hilfebedürftige im Zeitpunkt der tatsächlichen Entstehung dieser Kosten nicht im Leistungsbezug gestanden hat (vgl. BSG, Urteil vom 24. 11. 2011 – B 14 AS 121/10 R).
2. 12 LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 15.4.2015 – L 3 AS 4257/14
Anmerkung: ebenso im Ergebnis SG Karlsruhe Urteil vom 6.8.2014, S 15 AS 77/14 – Während einer Rehabilitationsmaßnahme bar ausgezahltes Verpflegungsgeld ist als Einkommen gemäß § 11 Abs. 1 Satz 1 SGB II zu berücksichtigen.
3. 1 Sozialgericht Hamburg, Urteil vom 01.04.2015 – S 57 AS 1850/14
Aufhebungsbescheid nach § 48 SGB X – Teilungsversteigerung eines Hausgrundstücks – Miteigentum – Versteigerungserlös ist Vermögen – Schuldentilgung – Weiterleitung eines Teilbetrages bzw. Verrechnung seiner Honorarforderungen durch den Bevollmächtigten –
Anmerkung: ebenso im Ergebnis LSG Sachsen- Anhalt, Urt. v. 27.06.2013 – L 5 AS 309/09 – Zufluss einer Ausgleichszahlung für übertragenen Miteigentumsanteil ist Vermögen
3. 2 Sozialgericht Hamburg, Beschluss vom 08.05.2015 – S 57 AS 1371/15 ER
Bedarfsgemeinschaft – minderjährige Kinder – § 7 Abs. 3 Nr. 4 SGB II – Altersrenter
3. § 7 Abs. 3 Nr. 4 SGB II erfasst nach seinem eindeutigen Wortlaut alle unverheirateten Kinder „der in den Nummern 1 bis 3 genannten Personen“, ohne zu unterscheiden, ob diese Personen selbst erwerbsfähig oder nicht erwerbsfähig sind.
3. 3 SG Trier, Urteil vom 22.04.2015 – S 5 AS 214/14
Kostenerstattung im Widerspruchsverfahren – mehrere Auftraggeber – § 63 SGB 10
Höhere Gebühren nach Nr 1008 VV RVG können auch bei einer Mehrheit von Auftraggebern nicht verlangt werden, wenn schon angesichts der Parallelität der Fallgestaltungen eine Vertretung aller Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft gar nicht notwendig im Sinne des § 63 SGB 10 ist (Anlehnung an Grundsätze von BVerfG vom 08.02.2012 – 1 BvR 1120/11, 1 BvR 1121/11).
3. 4 SG Reutlingen, Urteil vom 11.03.2015 – S 2 AS 2642/14
Anmerkung 1: a. A. BSG, Urteil vom 14.2.2013, B 14 AS 48/12 R – Allein die weite Verbreitung einer Erkrankung (hier: Laktoseintoleranz) entbindet nicht von der Feststellung eines besonderen, medizinisch begründeten Ernährungsbedürfnisses im Einzelfall; ebenso zum SGB XII: LSG NSB, Beschluss vom 11.12.2014 – L 8 SO 106/14 B, Rz. 9
Anmerkung 2: Sozialgericht lehnt Laktose-Klage ab – Wer eine Laktose- Intoleranz hat, hat keinen automatischen Anspruch auf höhere Sozialleistungen. Das hat jetzt das Sozialgericht Reutlingen in einer Verhandlung entschieden.
weiter: http://www.suedkurier.de/region/sch…..lage-ab;art410964,7720135
3. 5 SG Reutlingen, Urteil v. 13.10.2014 – S 7 AS 2735/13 – rechtskräftig
3. 6 SG Reutlingen, Gerichtsbescheid v. 03.12.2014 – S 4 AS 1934/14 – Berufung anh. L 7 AS 39/14
Arbeitslosengeld II – Angemessenheit der Unterkunftskosten – selbst genutztes Hausgrundstück – keine Berücksichtigung von Verzugszinsen für fälligen Rückzahlungsbetrag der gekündigten Immobiliendarlehen – Zwangsvollstreckung – Zu finanzierende Summe: 90.000 Euro
Anmerkung: ebenso im Ergebnis LSG Baden-Württemberg ,Urteil vom 22.05.2012 – L 13 AS 3213/11- u. LSG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 13.12.2012 – L 5 AS 21/09
4. 2 Sozialgericht Stade, Beschluss vom 23.12.2014 – S 19 SO 159/14 ER
Polnische Staatsangehörige hat Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung – kein Leistungsausschluss gemäß § 23 Abs 3 SGB XII, denn der Ehemann besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft – Art 6 Abs 1 Grundgesetz
5. 1 LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 23.4.2015 – L 7 AY 3763/12
weiterlesen: http://www.lsg-baden-wuerttemberg.d…..Familie/?LISTPAGE=2292856
Anmerkung: LSG Baden-Württemberg Urteil vom 18.3.2015 – L 2 SO 56/15
http://www.berlin.de/sen/justiz/ger…..20150511.1530.401914.html
Anmerkung: vgl. zu den Mietkosten im SGB II: Sozialgericht Berlin, Urteil vom 26. September 2014 – S 37 AS 20431/13; SG Berlin, Urteil vom 26.09.2014 – S 37 AS 20431/13 – Wohngeldtabelle statt WAV Berlin – Ein Mietspiegel ist ungeeignet, auch die Preise für einfache Wohnungen adäquat abzubilden.
8. Anmerkung zu: BSG, Urt. v. 03.09.2014: Die Zwölfmonatsregel – Vorbereitungs- und Bedenkzeit des Gerichts versus Anspruch auf Rechtsschutz in angemessener Zeit
Quelle: juris – https://tinyurl.com/nwzk9x8
9. BFH, Urt. v. 18.12.2014: Kindergeld für „beschäftigungsloses“ Kind trotz selbständiger Tätigkeit
BFH, Urt. v. 18.12.2014 – III R 9/14 – http://dejure.org/2014,52390
Themenschwerpunkt: „Ungedeckte Unterkunftskosten im SGB II/SGB XII – die massenhafte Gefährdung des soziokulturellen Existenzminimums“.
2. In der Produkttheorie kann man nicht wohnen – Warum die Vorgaben des Bundessozialgerichts zur Bestimmung von Richtwerten angemessener Unterkunftskosten (SGB II/SGB XII) falsch sind.
3. Wohnraum gesichert – Bewohner verhungert! Anmerkungen zu einer Entscheidung des Sozialgerichts Darmstadt oder wie aus dem Slogan der Wohnungshilfe „Die Wohnung ist nicht alles, aber ohne Wohnung ist alles nichts!“ die Jobcenter-Maxime „Alles für die Wohnung“ geworden ist.