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Timestamp: 2018-03-23 11:57:37
Document Index: 369844188

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 27', '§ 31', '§ 7', '§ 27', '§ 27', '§ 27']

Muss man sich als Studentin vom JC vermitteln lassen und "Einladungen" wahrnehmen? - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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10.03.2017, 18:56 #1
Muss man sich als Studentin vom JC vermitteln lassen und "Einladungen" wahrnehmen?
die Tochter einer Nachbarsfamilie, 23 Jahre alt, ist Studentin, bei der die Bafögzeit abgelaufen ist.
Sie will aber noch 3 Jahre studieren, wäre also dann irgenwann 2020 mit dem Masterabschluss fertig.
Ihre Eltern bekommen beide ALG II.
Sie wohnt mit ihnen in einer BG, wird aber vom Amt nicht mehr dazugerechnet.
Trotzdem bekommt sie monatlich 40 € vom JC als "Leistungen für Auszubildende" und Wohngeld vom Amt.
Obwohl dem JC bekannt ist das sie studiert und die Bescheinigungen auch dort regelmäßig vorgelegt werden, bekam sie jetzt von einem SB eine "Einladung" mit Sanktionsandrohung zu einem Gespräch über ihre berufliche Situation.
Gefordert werden Lebenslauf, Bewerbungsunterlagen und... ne Studienbescheinigung .
Einen Job sucht sie derzeit nicht, da sie mit Lernen, Klausurenschreiben und der anstehenden Bachelorarbeit schon ordentlich was zu tun hat.
Darum möchte sie zu dem Termin eigentlich gar nicht hin und den irgendwie abbiegen.
Muss sie sich jetzt trotz Studium in die Knochenmühle von EGV, Sklavenjägern, VV und SB begeben und sich an irgendwelche Sklavenbuden vermitteln lassen?
Wie ist die Gesetzeslage, wie soll sie sich verhalten, was kann ich ihr raten?
Schon mal vielen Dank für Eure Ratschläge!
10.03.2017, 22:23 #2
AW: Muss man sich als Studentin vom JC vermitteln lassen und "Einladungen" wahrnehmen?
Sie hat schon den Bachelor? Wieso bekommt sie kein Bafög mehr für den Master?
10.03.2017, 22:34 #3
Nein, bis zum Bachelor dauert es noch ein Semester.
Die Bachelorarbeit steht jetzt an.
Da ihr Studium bisher ein Jahr länger als die Regelstudiumzeit dauert, ist ihr Bafög Ende letzten Jahres ausgelaufen.
Kann sie denn, wenn der Bachelor geschafft ist, für das dann folgende Masterstudium nochmal Bafög beantragen?
10.03.2017, 23:22 #4
Vielleicht will man nur besprechen, was nach dem Abschlusssemester geplant ist. Das JC muss ja momentan davon ausgehen, dass sie bald fertig ist und Arbeit sucht.
Ob es Bafög für den Master gibt, obwohl beim Bachelor die Regelstudienzeit überschritten wurde, kann ich dir nicht sagen. Allerdings kann es bei Ablehnung von Bafög sein, dass auch ALG2 abgelehnt wird (§ 7 Abs. 6 Nr. 2b SGB 2).
10.03.2017, 23:55 #5
Hi Steinschleuder.
Leider kenne ich die Rechtslage nicht-
ein Bekannter in ähnlicher Situation hat damals allerdings einen privaten Studienkredit aufnehmen müssen, um überhaupt zu Ende studieren zu können.
Seiner Aussage nach hat ihm das Amt keinerlei Unterstützung hinsichtlich des Studiums angeboten. Ich habe es so verstanden, dass er ALGII hätte beantragen können, und dann hätte er eine Arbeits- oder Ausbildungsstelle suchen sollen.
Im Netz gibt es jedoch zumindest ein paar Informationen hinsichtlich gewährter Sozialleistungen für Studenten in Härtefällen und besonderen Lebensbedingungen.
Meiner Meinung nach sollten ALGII-Empfänger mit Studienberechtigung und ohne BAföG-Anspruch gerade beim Studieren gefördert werden, damit sie danach überhaupt auch entsprechende Gehälter mit Chance auf ausreichende Renten jenseits der Altersarmut erwirtschaften können.
Warum aber die "Förderung" des Amtes viel lieber in Richtung Mindestlohn und anschließender Grundsicherung geht, ist ganz erstaunlich, zumal doch Politiker und Wirtschaftsleute oft und gern den enormen Fachkräftemangel beklagen...
11.03.2017, 07:26 #6
Ja, vgl. BAföG im Master: Voraussetzungen | mystipendium.de
11.03.2017, 13:55 #7
Top, der Link hilft ihr auf jeden Fall weiter!
zumal doch Politiker und Wirtschaftsleute oft und gern den enormen Fachkräftemangel beklagen...
Was übrigends komplett erstunken und erlogen ist, wie eine Fernsehrecherche ergeben hat.
Bei Interesse gurgel mal nach der Doku: "Das Märchen vom Fachkräftemangel".
Den kannst Du auch auf YouTube finden.
Der Streifen dauert 43 Minuten und erklärt in allen Einzelheiten, wie Politiker und Lobbyisten uns seit Jahren mit ihrem unsäglichen Gebrabbel vom Fachkräftemangel belügen.
Die Angabe, dass das Studium bis 2020 dauern wird, liegt dem JC seit Jahren vor.
Die für mich nachvollziehbaren Bedenken der Tochter sind, wenn sie da 1x hingeht, sie dauernd eingeladen wird, inclusive der ganzen Randale der ihre Eltern ausgesetzt sind.
Soll sie den Termin wahrnehmen und sich ahnungslos mit der sicherlich hochmotivierten SB rumschlagen?
Oder lieber höflich aber bestimmt absagen, mit einem erneuten Verweis auf das Studiumende 2020 und dann vielleicht Ruhe für's Studium haben?
11.03.2017, 14:38 #8
Ob sie den Master macht und das bis 2020, das hat die Uni schon vor x Jahren bescheinigt? Erlaube mir, dass ich das in Zweifel ziehe.
11.03.2017, 16:24 #9
Es werden aber immer aktuelle Studienbescheinigungen beim JC eingereicht.
Das Vorhaben nach dem Bachelor noch den Master zu machen, sowie das voraussichtliche Ende des Studiums wurden ebenfalls mehrfach mitgeteilt.
11.03.2017, 17:37 #10
Vorhaben ändern sich im Laufe der Zeit. Es kann ja genausogut sein, die junge Dame hat - besonders aufgrund des Überziehens der Regelstudienzeit - erkannt, dass ein Master nicht schaffbar ist und will nach dem Bachelor gleich arbeiten. Was man wirklich von ihr will, wird sie wohl nur erfahren, wenn sie hin geht.
12.03.2017, 00:42 #11
Leistungen für Auszubildende nach § 27 SGB II zählen nicht zu den gewöhnlichen ALG II Leistungen. Nach meinem Kenntnisstand unterliegen diese Leistungen nicht den §§ 31ff. SGB II. Zudem steht sie der Vermittlung auf absehbarer Zeit nicht zur Verfügung. Um das jedoch genauer beurteilen zu können, wäre es erforderlich genau zu wissen, welche Leistungen + Rechtsgrundlage sie bezieht.
12.03.2017, 12:59 #12
Als bei den Eltern wohnenden Studentin fällt sie unter § 7 Abs. 6. Es dürfte also normales ALG2 sein.
Ich vermute nach wie vor, dass das JC davon ausgeht, dass nach diesem Semester das Studium beendet wird und man frühzeitig mit der Vermittlung anfangen will.
12.03.2017, 16:34 #13
Leistungen für Auszubildende nach § 27 SGB II zählen nicht zu den gewöhnlichen ALG II Leistungen. Um das jedoch genauer beurteilen zu können, wäre es erforderlich genau zu wissen, welche Leistungen + Rechtsgrundlage sie bezieht.
Ich habe mich jetzt nochmal bei ihren Eltern erkundigt und mir das Schreiben zeigen lassen.
Diese 40 € im Monat bekommt sie vom JC als "Leistungen für Auszubildende, Zuschuss zu den angemessenen Aufwendungen für Unterkunft und Heizung".
In dem Bewilligungsschreiben ist der § 27 Absatz 3 SGB II aufgeführt.
Außerdem steht dort geschrieben, dass diese Leistungen NICHT als ALG II § 27 Absatz 1 SGB II gelten.
Allerdings stammt der Schrieb aus der Zeit, wo sie noch Bafög erhielt.
Das Geld wurde aber nach dem Auslaufen bis heute weitergezahlt.
12.03.2017, 17:28 #14
Die Doku habe ich wahrscheinlich schon im TV gesehen- wo die Zahl der offenen Ingenieursstellen mal eben mit 7 multipliziert wird, oder so? Aber die hohen Herrschaften kommen ja trotzdem immer wieder darauf zu sprechen. Dann sollen sie den Worten auch Taten folgen lassen, finde ich.
14.03.2017, 18:46 #15
Die Doku habe ich wahrscheinlich schon im TV gesehen- wo die Zahl der offenen Ingenieursstellen mal eben mit 7 multipliziert wird, oder so?
Genau um diese Doku handelt es sich.
Ich kann nur jedem empfehlen sich den Streifen anzuschauen.
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