Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%20160/87
Timestamp: 2020-08-14 23:45:31
Document Index: 372242312

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 123', '§ 123', '§ 535', 'BGH', 'BGH', '§ 278', 'BGH', '§ 278', '§ 278', '§ 278', 'BGH', 'BGH', '§ 123', 'BGH', '§ 278', '§ 123', 'BGH', '§ 278', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 28.09.1988 - VIII ZR 160/87 - dejure.org
https://dejure.org/1988,313
BGH, 28.09.1988 - VIII ZR 160/87 (https://dejure.org/1988,313)
BGH, Entscheidung vom 28.09.1988 - VIII ZR 160/87 (https://dejure.org/1988,313)
BGH, Entscheidung vom 28. September 1988 - VIII ZR 160/87 (https://dejure.org/1988,313)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1988,313) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
§ 123 Abs. 2 BGB, Täuschung durch Leasinglieferant
Arglistige Täuschung über den Inhalt eines Finanzierungsleasingvertrages - Zurechenbarkeit einer Erklärung des Lieferanten
Wirksame Anfechtung des Leasingnehmers bei Täuschung durch den Leasingvertrag vorbereitenden Lieferanten
BGB § 123 Abs. 2, §§ 535, 536
NJW 1989, 287
NJW-RR 1989, 308 (Ls.)
ZIP 1988, 1578
MDR 1989, 57
WM 1988, 1669
BB 1988, 2273
DB 1988, 2508
Als "Dritter" gilt jedoch nicht, wer bei Abgabe der täuschenden Erklärung mit Wissen und Wollen des Anfechtungsgegners (hier: der Beklagten Ziff. 2) als dessen Vertrauensperson oder Repräsentant auftritt (BGH, Urteil vom 28. September 1988 - VIII ZR 160/87 -, juris Rn. 28 mwN).
Maßgeblich hierfür ist, ob der arglistig Täuschende mit Wissen und Wollen der Beklagten als deren Repräsentant oder Vertrauensperson aufgetreten ist ( BGH , Urt . v. 17.04.1986 - III ZR 246/84 , NJW-RR 1987, 59 [60]; Urt . v. 28.09.1988 - VIII ZR 160/87 , NJW 1989, 287 [288]; Urt . v. 30.03.2011 - VIII ZR 94/10, NJW 2011, 2874 Rn . 15).
Die Voraussetzungen, nach denen sich die Einordnung als Repräsentant oder Vertrauensperson bemisst, entsprechen denjenigen, die für eine Erfüllungsgehilfenstellung nach § 278 BGB gefordert werden ( BGH , Urt . v. 28.09.1988 - VIII ZR 160/87 , NJW 1989, 287 [288]; Urt . v. 30.03.2011 - VIII ZR 94/10 , NJW 2011, 2874 Rn . 15), womit entscheidend ist, ob der arglistig Täuschende nach den tatsächlichen Gegebenheiten des Falles mit dem Willen des Anfechtungsgegners, hier der Beklagten, in dessen Pflichtenkreis als Hilfsperson tätig geworden ist (…vgl. Palandt/ Grüneberg, BGB, 76. Aufl ., § 278 Rn . 7).
Denn auf Verschulden des Getäuschten kommt es nicht an (Senatsurteil vom 28. September 1988 - VIII ZR 160/87 = WM 1988, 1669 unter II 2 m.w.N.).
Als Dritter gilt nicht, wer bei Abgabe der täuschenden Erklärung mit Wissen und Wollen des Anfechtungsgegners als dessen Vertrauensperson oder Repräsentant auftritt (Senatsurteile vom 28. September 1988 - VIII ZR 160/87, NJW 1989, 287 unter II 4 a; vom 30. Januar 1995 - VIII ZR 328/93, CR 1995, 527 unter 2 a).
Diese Voraussetzungen entsprechen denjenigen, die für eine Erfüllungsgehilfenstellung nach § 278 BGB gefordert werden (Senatsurteile vom 28. September 1988 - VIII ZR 160/87, aaO unter II 4 c;… vom 30. Januar 1995 - VIII ZR 328/93, aaO).
Ob sie vorliegen, kann nicht allgemein, sondern nur unter Würdigung der jeweiligen Gesamtumstände und unter Abwägung der betroffenen Interessen beurteilt werden (vgl. Senatsurteile vom 28. September 1988 - VIII ZR 160/87, aaO unter II 4 a;… vom 30. Januar 1995 - VIII ZR 328/93, aaO).
Da sich die Zurechenbarkeit des Verhaltens einer Hilfsperson nach denselben Maßstäben wie bei § 278 BGB bestimmt (Senatsurteile vom 28. September 1988 - VIII ZR 160/87, aaO unter II 4 c;… vom 30. Januar 1995 - VIII ZR 328/93, aaO), ist entscheidend, ob eine von ihr vorgenommene Handlung zu dem allgemeinen Umkreis des Aufgabenbereichs gehört, zu dessen Wahrnehmung sie bestellt worden ist (vgl. BGH, Urteile vom 15. Dezember 1959 - VI ZR 222/58, BGHZ 31, 358, 366; vom 14. Februar 1989 - VI ZR 121/88, NJW-RR 1989, 723 unter II 2 a dd; Senatsurteil vom 20. Oktober 2004 - VIII ZR 36/03, NJW 2005, 365 unter II 2 d).
Dem Autohaus war damit aber nur die Betreuung der notwendigen Vertragsvorbereitung (vgl. hierzu Senatsurteile vom 4. November 1987 - VIII ZR 313/86, NJW-RR 1988, 241 unter II 2 c aa; vom 28. September 1988 - VIII ZR 160/87, aaO), nicht dagegen die Aufgabe übertragen worden, durch die Vermittlung von Geschäften mit Dritten Anreize für den Abschluss von Leasingverträgen zu schaffen.
Die hiermit vom Berufungsgericht angenommene Eignung, jedenfalls bestimmte Adressaten, zu denen auch die Klägerin gehört, zu täuschen und auf diese Weise zu beeinflussen, reicht aus, weil das Anfechtungsrecht nach § 123 Abs. 1 BGB nicht ausgeschlossen ist, wenn der dem Irrtum Unterlegene die wahre Sachlage aus Fahrlässigkeit nicht kannte (…st. Rspr., z.B. BGH, Urt. v. 28.04.1971 - VIII ZR 258/69, NJW 1971, 1795, 1798 m.w.N.; Urt. v. 28.09.1988 - VIII ZR 160/87, NJW 1989, 287, 288).
(b) Weiter ist höchstrichterlich geklärt, dass sich die Zurechnung des Verhaltens einer sonstigen Hilfsperson nach denselben Maßstäben wie bei § 278 BGB bestimmt, so dass es darauf ankommt, ob eine von ihr vorgenommene Handlung zu dem allgemeinen Umkreis des Aufgabenbereichs gehört, zu dessen Wahrnehmung sie bestellt ist (Senatsurteile vom 28. September 1988 - VIII ZR 160/87, NJW 1989, 287 unter II 4 c;… vom 30. März 2011 - VIII ZR 94/10, NJW 2011, 2874 Rn. 16; jeweils mwN).
Äußerungen des ursprünglichen Leasingnehmers H. und von Mitarbeitern des Autohauses B. GmbH, die der Beklagte in diesem Zusammenhang anführt, müßte die Klägerin sich nur dann zurechnen lassen, wenn diese Personen bei Abgabe der täuschenden Erklärung mit Wissen und Wollen der Klägerin als deren Vertrauenspersonen oder Repräsentanten aufgetreten sind (Senatsurteil vom 28. September 1988 - VIII ZR 160/87, WM 1988, 1669 unter II 4 m.w.Nachw.) oder wenn die Klägerin die Täuschung kannte oder kennen mußte (§ 123 Abs. 2 Satz 1 BGB).
Als Dritter sollte lediglich nicht anzusehen sein, wer bei Abgabe der täuschenden Erklärung mit Wissen und Wollen des Anfechtungsgegners als dessen Vertrauensperson oder Repräsentant auftritt (BGH, NJW 1989, 287).
Diese Voraussetzungen entsprechen denjenigen, die für eine Erfüllungsgehilfenstellung nach § 278 BGB gefordert werden (BGH, NJW 1989, 287 BGH, Urteil vom 30.03.2011, Az. VIII ZR 94/10; BGH NJW 11, 2874 LG Ellwangen…, Urteil vom 19.10.2016, 3 O 55/16, Rn. 55 nach juris) und liegen nach vorstehenden Ausführungen nicht vor.
OLG Köln, 13.03.1998 - 19 U 231/97
OLG Köln, 31.05.1991 - 19 U 197/90
LG Köln, 13.02.2007 - 5 O 355/06
LG Essen, 13.06.2006 - 18 O 556/05
Anspruch auf Rückzahlung der Leasingraten aus dem Leasingvertrag über einen …
BGH, 15.01.1997 - VIII ZR 2/96
Voraussetzungen für die Sittenwidrigkeit eines Leasingvertrages - Anforderungen …
VG Düsseldorf, 23.11.2015 - 26 K 7720/14