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Timestamp: 2018-06-22 17:01:56
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Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 9', '§ 11', '§ 13', '§ 14', '§ 12', '§ 13', '§ 16', '§12', '§12']

do it yourself, oder selbst ist der mann? - IWÖ Forum
do it yourself, oder selbst ist der mann?
Betreff des Beitrags: do it yourself, oder selbst ist der mann?
BeitragVerfasst: 4. Juni 2007, 10:20
wertes forum ich hätte eine frage an die rechtskundigen experten hier!
in deutschland sind jegliche spanabhebende arbeiten von privatpersonen an schusswaffen verboten. immer wieder hört man dies sei in österreich anders. die gesetzesgrundlage kann aber niemand nennen.
also, wie siehts jetzt wirklich aus bei uns? darf man am system bohrungen für eine montageschiene vornehmen? darf man den kammerstengel selbst biegen bzw. schräg abschneiden und dann anschweißen? darf man einen lauf selbst kürzen und eine mündung ansenken? darf man einen abzug überarbeiten, sprich polieren?
Oder muss man mit all diesen Aufgaben zu einem Büma, da nur dieser die gesetzliche Grundlage für diese Arbeiten hat, wie es in D der fall ist.
wissen und werkzeug setze ich jetzt mal voraus, mir gehts rein um verboten oder erlaubt!
BeitragVerfasst: 4. Juni 2007, 12:38
Betreff des Beitrags: Re: do it yourself, oder selbst ist der mann?
Die gesetzesgrundlage kann aber niemand nennen.
Das liegt erstens an der "was nicht erlaubt ist, ist verboten" Mentalität und zweitens an der Unbeweisbarkeit des philosophischen Negativs "es ist nicht verboten" (schließlich könnte man das Verbot an irgendwelchen obskuren Gesetzesstellen übersehen haben).
BeitragVerfasst: 4. Juni 2007, 13:31
das ist in Österreich sehr wohl geregelt, und zwar abhängig davon, was Du herumgebastelst hast. Wenn Du gewisse Änderungen an der Waffe oder an den Höchstbeanspruchten Teilen der Waffe durchführst, mußt Du sie neu beschießen lassen.
die Gesetzesgrundlage ist in der Beschußverordnung 1999 niedergeschrieben:
Neuerliche Erprobungspflicht
§ 17. (1) Eine bereits erprobte Handfeuerwaffe oder ein bereits erprobter höchstbeanspruchter Teil einer Handfeuerwaffe ist einer neuerlichen Erprobung gemäß den Bestimmungen der §§ 9 bis 15 zu unterziehen, wenn diese Handfeuerwaffe bzw. dieser höchstbeanspruchte Teil einer Handfeuerwaffe eine der nachgenannten Veränderungen oder Bearbeitungen erfahren hat:
1. jeder Mangel an Funktionssicherheit (§ 11 Abs. 1 und 2 und § 13 Abs. 1 Z 5);
2. Austausch eines höchstbeanspruchten Teiles der Handfeuerwaffe verbunden mit Passarbeit (§ 14 Abs. 2);
3. Einbau eines Einstecklaufes;
4. jede Änderung der in § 12 angeführten Abmessungen;
5. jede Veränderung der Materialfestigkeit, insbesondere auch durch nachträgliche Wärmebehandlung bei Temperaturen über 800 Grad C;
6. jede Veränderung der Wanddicke, insbesondere durch das
Anbringen eines Zielfernrohres.
(2) Ergibt sich anlässlich einer Erprobung gemäß Abs. 1 einer der im § 13 Abs. 1 bzw. § 16 Abs. 1 angeführten Mängel, so ist auf der Handfeuerwaffe bzw. auf dem höchstbeanspruchten Teil einer Handfeuerwaffe das neue Kennzeichen für Monat und Jahr anzubringen, sind die Beschusszeichen durch Überschlagen mit X zu entwerten und
ist der Einreicher schriftlich darauf hinzuweisen, dass die Handfeuerwaffe nicht mehr zum Schießen verwendet werden
Über die genauen zitierten Abmessungen und Definition in den einzelnen Pargraphen liest Du am besten selbst in der Verordnung nach. Wird hier sonst ziemlich umfangreich...
http://iwoe.org/img/Beschussverordnung1999.pdf
BeitragVerfasst: 4. Juni 2007, 13:36
Das heißt aber nicht, daß diese Arbeiten ausschließlich ein Büchsenmacher durchführen darf.
BeitragVerfasst: 4. Juni 2007, 13:57
heißt das jetzt, dass nach dem anbringen von 3 bis 4 bohrungen an einer systemhülse eines k98 und danach verschrauben einer schiene darauf ein neubeschuss notwendig wird?
den gesetzestext zum anbringen eines zielfernrohres verstehe ich so, dass man die wandstärke der hülse nicht verändern darf, so wie es früher gemacht wurde um fußplatten für die SEM plan einzulassen.
wundere mich nur, da der seidler nix von neubeschuss gesagt hat.
BeitragVerfasst: 4. Juni 2007, 14:02
Wer die Arbeiten durchführt ist für das Beschußgesetz offenbar egal; es kommt nur darauf an, daß sie durchgeführt wurden.
BeitragVerfasst: 4. Juni 2007, 14:10
nein, das steht nirgends. Kannst auch selber, nur nicht kommerziell
Dazu mußt Du Büma sein. Das ist dann im Gerwerberecht geregelt, was der darf und nicht darf.
Ich glaub nicht, daß die Systemhülse unter "Höchstbeanspruchte Teile" fällt. zumindest nicht im Bereich nach den Verriegelungswarzen.
Wenn Du allerdings im Bereich des Patronenlager arbeitem würdest, sieht es schon anders aus .....
BeitragVerfasst: 4. Juni 2007, 14:29
vielen dank an alle antworter! ich werde jetzt mal die bauteile bestellen und dann werde ich loslegen. die machen nämlich nur ca. 30% der kosten aus, die der büma verlangt hätte. meine eigene arbeitszeit muss ich ja noch nicht zahlen
BeitragVerfasst: 4. Juni 2007, 14:53
Systemhülse zählt nicht zum "Lauf" und dessen im §12 geschützten Abmessungen. Muß für die vordere Montage der Lauf angebohrt werden, dann ist Neubeschuß zwingend notwendig.
BeitragVerfasst: 4. Juni 2007, 14:58
Wie sieht es mit Neubeschuß aus, wenn der Lauf gekürzt wurde?
BeitragVerfasst: 4. Juni 2007, 15:11
Nur wenn die Wandstärke geändert wird (Gewinde für Komp schneiden, Lauf aussen abdrehen, Kannelierung anbringen, ...). Lauflänge ist im §12 Beschußgesetz nicht geschützt, kannst selber nachlesen.
BeitragVerfasst: 4. Juni 2007, 15:14
...Gewinde für Komp schneiden...
An Neubeschuß hab ich noch gar nicht gedacht.