Source: https://de.scribd.com/document/183256989/DA-Aufenthaltsgesetz
Timestamp: 2020-07-11 04:48:20
Document Index: 44973271

Matched Legal Cases: ['§ 284', '§ 284', '§ 9', '§ 10', '§ 5', '§ 29', '§ 9', '§ 41', '§ 284', '§ 12', '§ 27', '§ 27', '§ 16', '§ 13', '§ 20', '§ 18', 'Art. 116', 'Art. 116', '§ 15', '§ 15', '§ 4', 'Art. 116', '§ 4', '§ 7', '§ 15', 'Art. 116', '§ 15', '§ 8', '§ 15', '§ 15', '§ 8', '§ 33', '§ 15', '§ 33', '§ 7', '§ 7', '§ 16', '§ 39', '§ 17', '§ 2', '§ 9', '§ 39', '§ 10', '§ 4', '§ 13', '§ 10', '§\n7', '§ 23', '§ 12', '§ 20', '§ 12', '§ 4', '§ 39', '§ 39', '§ 71', '§ 40', '§ 9', '§ 22', '§ 25', '§ 27', '§ 28', '§ 29', '§ 31', '§ 37', '§ 38', '§ 61', '§ 60', '§ 1', '§ 10', '§ 4', '§ 39', 'Art. 8', '§ 44', '§ 16', '§ 9', '§ 18', '§ 9', '§ 9', '§ 16', '§ 16', '§ 6', 'Art. 6', '§ 39', '§ 39', '§ 16', '§ 10', '§ 18', '§ 27', '§ 16', '§ 4', '§ 16', '§ 39', '§ 27', '§ 16', '§ 16', '§ 39', '§ 42', '§ 16', '§ 45', '§ 45', '§ 39', '§ 39', '§ 45', '§ 2', '§ 2', '§ 45', '§ 39', '§ 20', '§ 39', '§ 17', '§ 17', '§ 2', '§ 45', '§ 39', '§ 45', '§ 8', '§ 45', '§ 39', '§ 42', '§ 42', '§ 42', '§ 19', '§ 2', '§ 18', '§\n18', '§ 4', '§ 42', '§ 39', '§ 39', '§ 39', '§ 284', '§ 18', '§ 39', '§ 18', '§ 39', '§ 18', '§ 39', '§ 18', '§ 5', '§ 10', '§ 30', '§ 10', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 25', '§ 18', '§ 25', '§ 18', '§ 18', '§ 39', '§ 18', '§ 18', '§ 9', '§ 18', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 10', '§ 18', '§ 39', '§ 42', '§ 39', '§ 3', '§ 2', '§ 3', '§ 2', '§ 19', '§ 3', '§ 2', '§ 19', '§ 19', '§ 19', '§ 19', '§ 18', '§ 27', '§ 66', '§ 67', '§ 68', '§ 9', '§ 5', '§ 5', '§ 25', '§ 26', '§ 5', '§ 22', '§ 25', '§ 25', '§ 5', '§ 27', '§ 24', '§ 24', '§ 36', '§ 24', '§ 4', '§ 38', '§ 38', '§ 8', '§ 18', '§ 19', '§ 21', '§ 16', '§ 17', '§ 39', '§ 39', '§ 38', '§ 17', '§ 39', '§ 12', '§ 4', '§ 4', '§ 42', '§ 2', '§ 2', '§ 39', '§ 26', '§ 17', '§ 1', '§ 9', '§ 19', '§ 9', '§ 6', '§ 6', '§ 39', '§ 39']

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Geschäftszeichen SP-III-32 - 5758.1
Durchführungsanweisungen zur Ausländerbeschäftigung
Änderungen/Ergänzungshinweise
Die geänderten Passagen, die über rein redaktionelle Änderungen hinausgehen, sind durch eine Markierung an den Sei- tenrändern kenntlich gemacht.
Hinweise auf Änderungen / Ergänzungen
• Ende der Übergangsregelungen EU-8-Staaten
• ab 01.05.2011 geänderten Zuständigkeit für das Arbeits- marktzulassungsverfahren
Stand 5/2011
In den Durchführungsanweisungen sind Ausführungen zu Staatsangehörigen aus sog. Drittstaaten enthalten. Ausführliche Kommentierungen zu den neuen EU-Mitgliedsstaaten finden sich in den Durchführungsanweisungen zu § 284 SGB III wieder.
1. Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (Aufenthaltsgesetz - AufenthG)
in der Fassung der Bekanntmachung vom 25. Februar 2008 (BGBl. I S. 162), zuletzt geändert durch Artikel 4 Absatz 5 des Gesetzes vom 30. Juli 2009 (BGBl. I S. 2437)
Verweis auf DA zu § 284 SGB III
Familienangehörige von Diplomaten und Konsuln
Beschäftigung bei Vertretungen ausländischer Staaten
Begriff "Deutscher"
Erwerbstätigkeit/ Beschäftigung
Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung („sog. 1-Euro-Jobs“)
Kranken-/ Altenpflegeschüler
Hebammenschülerin-nen / Entbindungspfleger
Teilnehmer am freiw. sozialen/ ökologischen Jahr
Mischtätigkeit (abhängig/selbst.) für denselben Auftraggeber
Fotomodelle und Werbetypen Mannequins und Dressmen
Babysitter, Kinderbetreuer, Pflegekräfte
Jugendliche in Heimerziehung, Behinderte, Strafgefangene
Asylbewerber in Aufnahmeeinrichtungen
Hospitations-programme des Internationalen Theaterinstituts
Verhältnis Arbeitsvertrag – Aufenthaltstitel/ Arbeitsgenehmigung-EU
1.4.210
Zustimmung für im Inland lebende Ausländer ohne Aufenthaltstitel zur Erwerbstätigkeit
Erwerbstätigkeit ohne Besitz eines Aufenthaltstitels
1.4.312
Familienangehörige von Bediensteten des Europäischen Patentamtes
Familienangehörige von Bediensteten anderer internationaler Einrichtungen
1.8.210
Ausschluss der Verlängerung
16 Studium; Sprachkurse; Schulbesuch
Gasthörer/ Gaststudierende
Ferienbeschäftigung von Studenten und Schülern aus dem Ausland
1.16.610
Anwendbarkeit Regelungen zur Nebentätigkeit
17 Sonstige Ausbildungszwecke
Aus- und Weiterbildung von Staatsangehörigen der neuen EU-Mitgliedstaaten
Berufliche Ausbildung Zustimmungspflicht
Prüfung durch die Agentur
Berufliche Ausbildung Zustimmungsfreiheit
1.17.119a
1.17.119b
Arbeits- /Beschäftigungsverhältnis
1.17.119c
Zulassung von Ärzten zur Weiterbildung
1.17.120a
Befristung der Zustimmung bei Weiterbildung
Definition Beschäftigung
Aufenthalt zum
Zweck der Erwerbstätigkeit
Zustimmung für qualifizierte Beschäftigung
1.18.411
Zulassung von bulgarischen und rumänischen Staatsangehörigen für qualifizierte Beschäftigungen
Ausnahmeregelung (einzelfallbezogen)
1.18a.100
1.18a.110
Qualifiziertes Arbeitsplatzangebot
1.18a.111
„Der beruflichen Qualifikation entsprechende Beschäftigung“
1.18a.112
1.18a.113
„Qualifizierte Berufsausbildung“
1.18a.114
„Abgeschlossenes Hochschulstudium“
1.18a.115
1.18a.116
Dreijährige Fachkrafttätigkeit
1.18a.117
1.18a.210
1.18a.211
§§ 9 und 10 BeschVerfV nicht anwendbar
1.18a.212
Nach 2 Jahren unbeschränkter Arbeitsmarktzugang
1.18a.213
Verhältnis zu § 10 BeschVerfV
1.19.110
1.19.111
Zustimmung zur Niederlassungserlaubnis
1.19.210
Regelbeispiele Hochqualifizierte
1.20.110
Verweis auf § 5 BeschV
29 Familiennachzug zu Ausländern
1.29.510
Erwerbstätigkeit bei Familiennachzug
Abschnitt 7. Besondere Aufenthaltsrechte
38a Aufenthaltstitel für in anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union langfristig Aufenthaltsberechtigte
1.38a.310
1.38a.311
1.38a.410
Abschnitt 8. Beteiligung der Bundesagentur für Arbeit
39 Zustimmung zur Ausländerbeschäftigung
1.39.110
1.39.111
Zustimmung, kein selbständiger Verwaltungsakt
1.39.210
1.39.211
Globale Arbeitsmarktprüfung
1.39.212
Einzelfallprüfung/ bevorrechtigte Arbeitnehmer
1.39.213
Einschaltung der zugelassenen kommunalen Träger
1.39.215
1.39.216
1.39.217
Einstellung eines bestimmten ausländischen Arbeitnehmers
1.39.218
Nichterteilung der Zustimmung
1.39.219
Feststellung Berufsgruppen/ Wirtschaftszweige
1.39.220a
1.39.220b
Prüfung der Beschäftigungsbedingungen bei Entsendungen
1.39.220c
Zuständigkeit für Prüfung der Beschäftigungsbedingungen
1.39.221
1.39.222
1.39.223
Darbietungen in Peepshows
1.39.310
Arbeitsmarktprüfung auch bei anderen Aufenthaltszwecken
1.39.311
Aufenthalte aus familiären Gründen (§ 29 ff AufenthG)
1.39.410
1.39.510
1.39.610
EU – Mitgliedstaaten Bulgarien und Rumänien
Grenzüberschreitender Konzernverleih
Unerlaubte Vermittlungen und Anwerbung
Nichtgewerbsmäßigkeit der ANÜ
Arbeitnehmerüberlassung bei zustimmungsfreien Beschäftigungen
Einschränkende Auslegung bei Zustimmungen nach § 9 und 10 BeschVerfV
Auswirkungen der Versagung
Wichtiger Grund in der Person des Arbeitnehmers
Änderung des Geburtstages oder des Namens
Beschäftigungsverbot für Kinder
Versagung der Zustimmung kein selbständiger Verwaltungsakt
§ 41 Widerruf
1.41.110
1.41.111
1.41.112
Rechtsgrundlage für die BeschV / BeschVerfV
81 Beantragung des Aufenthaltstitels
1.81.310
Fiktionswirkung bei erstmaliger Beantragung eines Aufenthaltstitels
1.81.311
Fiktionswirkung bei Ausländern mit Duldung oder Aufenthaltsgestattung
1.81.410
Fiktionswirkung bei Verlängerungsantrag/ Antrag eines anderen Aufenthaltstitel
1.81.411
Nicht rechtzeitige Beantragung
1.81.413
Befristete Beschäftigungsaufenthalte
1.81.510
1.104a.100
1.104a.110
IMK-Beschluss vom 3./4.12.2009
(1) Das Gesetz dient der Steuerung und Begrenzung des Zuzugs von Ausländern in die Bundesrepublik Deutschland. Es ermöglicht und gestaltet Zuwanderung unter Berücksichtigung der Aufnahme- und Integrationsfähigkeit sowie der wirtschaftli- chen und arbeitsmarktpolitischen Interessen der Bundesrepublik Deutschland. Das Gesetz dient zugleich der Erfüllung der humanitären Verpflichtungen der Bundesre- publik Deutschland. Es regelt hierzu die Einreise, den Aufenthalt, die Erwerbstätig- keit und die Integration von Ausländern. Die Regelungen in anderen Gesetzen blei- ben unberührt.
3. soweit sie nach Maßgabe völkerrechtlicher Verträge für den diplomatischen und konsularischen Verkehr und für die Tätigkeit internationaler Organisationen und Einrichtungen von Einwanderungsbeschränkungen, von der Verpflichtung, ih- ren Aufenthalt der Ausländerbehörde anzuzeigen und dem Erfordernis eines Aufenthaltstitels befreit sind und wenn Gegenseitigkeit besteht, sofern die Be- freiungen davon abhängig gemacht werden können.
Zu Absatz 2 Nr. 1
Zur Arbeitsmarktzulassung von Staatsangehörigen der neuen EU-Mitgliedstaaten Bulgari-
en und Rumänien siehe DA zu § 284 SGB III.
Verweis auf DA zu
In der DA wird für die am 01.01.2007 beigetretenen Staaten, für die hinsichtlich der Arbeit- nehmerfreizügigkeit nach den Beitrittsverträgen Übergangsregelungen gelten (Bulgarien und Rumänien) einheitlich und durchgängig der Begriff neue EU-Mitgliedstaaten verwen- det.
Zu Absatz 2 Nr. 2
Der deutschen Gerichtsbarkeit unterliegen u. a. nicht die Angehörigen der NATO-Truppen
und deren ziviles Gefolge.
Personen, die unter das NATO-Truppenstatut fallen, benötigen für eine Beschäftigung au- ßerhalb ihrer dienstlichen Tätigkeit keine Arbeits- oder Aufenthaltsgenehmigung (USA, Kanada bzw. EU-Beitrittsländer).
Zu Absatz 2 Nr. 3
Die Zulassung von Familienangehörigen von Botschafts- und Konsularbediensteten unter- liegt hinsichtlich der Zulassung zum deutschen Arbeitsmarkt nicht dem AufenthG, sondern dem Wiener Übereinkommen über den diplomatischen Verkehr -WÜD- und dem Wiener Übereinkommen über den konsularischen Verkehr –WÜK-.
Dieser Personenkreis ist vom Erfordernis eines Aufenthaltstitels befreit und erhält statt- dessen einen Protokollausweis des Auswärtigen Amtes.
Zuständig sind nicht die Ausländerbehörden sondern das Auswärtige Amt und das Ar- beitserlaubnis-Team (AE-Team) 325 der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) am Standort Duisburg.
Siehe DA 3.12.221 zu § 12 BeschVerfV
Gleiches gilt auch für die in § 27 Abs.1 Aufenthaltsverordnung – AufenthV - bezeichneten „Personen bei Vertretungen ausländischer Staaten“, die vom Erfordernis eines Aufent- haltstitels befreit sind.
(Auszug aus § 27 AufenthV)
Beschäftigung bei Ver-
tretungen ausländi- scher Staaten
1. die in die Bundesrepublik Deutschland amtlich entsandten Mitglieder des dienstli- chen Hauspersonals berufskonsularischer Vertretungen im Bundesgebiet und ih- re mit ihnen im gemeinsamen Haushalt lebenden, nicht ständig im Bundesgebiet ansässigen Familienangehörigen,
2. die nicht amtlich entsandten, mit Zustimmung des Auswärtigen Amtes örtlich an- gestellten Mitglieder des diplomatischen und berufskonsularischen, des Verwal- tungs- und technischen Personals sowie des dienstlichen Hauspersonals diplo- matischer und berufskonsularischer Vertretungen im Bundesgebiet und ihre mit Zustimmung des Auswärtigen Amtes zugezogenen, mit ihnen im gemeinsamen Haushalt lebenden Ehegatten oder Lebenspartner, minderjährigen ledigen Kinder und volljährigen ledigen Kinder, die bei der Verlegung ihres ständigen Aufenthalts in das Bundesgebiet das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sich in der Ausbildung befinden und wirtschaftlich von ihnen abhängig sind,
3. die mit Zustimmung des Auswärtigen Amtes beschäftigten privaten Hausange- stellten von Mitgliedern diplomatischer und berufskonsularischer Vertretungen im Bundesgebiet.
Der Aufenthalt dieses Personenkreises ist seiner Natur nach nur vorübergehend. Eine Verfestigung des Aufenthalts soll hier ausgeschlossen werden.
Dennoch eingehende Zustimmungsanfragen der Ausländerbehörden für Beschäftigungen, bei denen diplomatische oder berufskonsularische Vertretungen als Arbeitgeber auftre- ten, sind nicht zustimmungsfähig.
(3) Der Lebensunterhalt eines Ausländers ist gesichert, wenn er ihn einschließlich ausreichenden Krankenversicherungsschutzes ohne Inanspruchnahme öffentlicher Mittel bestreiten kann. Dabei bleiben das Kindergeld, der Kinderzuschlag und das Er- ziehungsgeld oder Elterngeld sowie öffentliche Mittel außer Betracht, die auf Beitrags- leistungen beruhen oder die gewährt werden, um den Aufenthalt im Bundesgebiet zu ermöglichen. Ist der Ausländer in einer gesetzlichen Krankenversicherung kranken- versichert, hat er ausreichenden Krankenversicherungsschutz. Bei der Erteilung oder Verlängerung einer Aufenthaltserlaubnis zum Familiennachzug werden Beiträge der Familienangehörigen zum Haushaltseinkommen berücksichtigt. Der Lebensunterhalt gilt für die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis nach § 16 als gesichert, wenn der Aus- länder über monatliche Mittel in Höhe des monatlichen Bedarfs, der nach den §§ 13 und 13a Abs. 1 des Bundesausbildungsförderungsgesetzes bestimmt wird, verfügt. Für die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis nach § 20 gilt ein Betrag in Höhe von zwei Dritteln der Bezugsgröße im Sinne des § 18 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch als ausreichend zur Deckung der Kosten der Lebenshaltung. Das Bundesministerium des Innern gibt die Mindestbeträge nach den Sätzen 5 und 6 für jedes Kalenderjahr jeweils bis zum 31. Dezember des Vorjahres im Bundesanzeiger bekannt.
(4) Als ausreichender Wohnraum wird nicht mehr gefordert, als für die Unterbringung eines Wohnungssuchenden in einer öffentlich geförderten Sozialmietwohnung ge- nügt. Der Wohnraum ist nicht ausreichend, wenn er den auch für Deutsche geltenden Rechtsvorschriften hinsichtlich Beschaffenheit und Belegung nicht genügt. Kinder bis zur Vollendung des zweiten Lebensjahres werden bei der Berechnung des für die Familienunterbringung ausreichenden Wohnraumes nicht mitgezählt.
(6) Vorübergehender Schutz im Sinne dieses Gesetzes ist die Aufenthaltsgewährung in Anwendung der Richtlinie 2001/55/EG des Rates vom 20. Juli 2001 über Mindest- normen für die Gewährung vorübergehenden Schutzes im Falle eines Massenzu- stroms von Vertriebenen und über Maßnahmen zur Förderung einer ausgewogenen Verteilung der mit der Aufnahme dieser Personen und den Folgen dieser Aufnahme verbundenen Belastungen auf die Mitgliedstaaten (ABl. EG Nr. L 212 S. 12).
Art. 116 Abs. 1 des Grundgesetzes - GG - (Deutsche Staatsangehörigkeit) lautet:
"Deutscher im Sinne dieses Grundgesetzes ist vorbehaltlich anderweitiger gesetzlicher Re- gelung, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder als Flüchtling oder Vertriebener deutscher Volkszugehörigkeit oder als dessen Ehegatte oder Abkömmling in dem Gebiete des Deutschen Reiches nach dem Stande vom 31. Dezember 1937 Aufnahme gefunden hat."
(1) Aussiedler aus mittel- und osteuropäischen Staaten weisen ihre Eigenschaft als Deut-
sche im Sinne von Art. 116 GG durch den Vertriebenenausweis nach dem Bundesvertriebe-
nengesetz (BVFG) nach. Spätaussiedler (deutsche Volkszugehörige, die die Aussiedlungs- gebiete nach dem 31. 12.1992 im Wege der Aufnahme verlassen haben) erhalten als Nachweis der Spätaussiedlereigenschaft eine Bescheinigung nach § 15 Abs. 1 Gesetz über die Angelegenheiten der Vertriebenen und Flüchtlinge (Bundesvertriebenengesetz - BVFG) in der seit dem 1.1.1993 geltenden Fassung. Der Ehegatte und die Abkömmlinge des Spät- aussiedlers, die in seinen Aufnahmebescheid einbezogen wurden, erhalten zum Nachweis ihrer Eigenschaft als Ehegatte oder Abkömmling eines Spätaussiedlers eine Bescheinigung nach § 15 Abs. 2 BVFG.
Volkszugehörige
(2) Nach § 4 Abs. 3 BVFG besitzt der Spätaussiedler die Rechtsstellung eines Deutschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit im Sinne des Art. 116 Abs. 1 des Grundgesetzes. Sein nichtdeutscher Ehegatte, wenn die Ehe zum Zeitpunkt des Verlassens der Aussiedlungsge- biete mindestens 3 Jahre bestanden hat, und seine Abkömmlinge erwerben diese Rechts- stellung nach § 4 Abs. 3 Satz 2 BVFG mit der Aufnahme im Geltungsbereich des Gesetzes.
(3) Ein Deutscher im Sinne des Artikels 116 Abs. 1 des Grundgesetzes, der nicht die deut- sche Staatsangehörigkeit besitzt, erwirbt nach § 7 des Staatsangehörigkeitsgesetzes - StAG - mit der Ausstellung der Bescheinigung gemäß § 15 Abs. 1 oder 2 des BVFG die deutsche Staatsangehörigkeit. Der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit erstreckt sich auf diejenigen Kinder, die ihre Deutscheneigenschaft von dem nach Satz 1 Begünstigten ableiten.
(4) Polnische Staatsangehörige mit deutschem Staatsangehörigkeitsausweis sind auch Deutsche nach Art. 116 GG.
(5) Deutsche Volkszugehörige ohne deutsche Staatsangehörigkeit, die noch nicht auf Dauer in das Bundesgebiet übergesiedelt sind, sind Ausländer und benötigen einen Aufenthaltsti- tel, der zur Erwerbstätigkeit berechtigt.
(6) Bei Personen, die als Spätaussiedler, als seit 3 Jahren mit einem Spätaussiedler verhei- rateten Ehegatten oder als Abkömmlinge von Spätaussiedlern einen Registrierschein einer Außenstelle des Bundesverwaltungsamtes besitzen, ist bis zur Entscheidung über die Be- scheinigung nach § 15 Abs. 1 oder Abs. 2 BVFG zu vermuten, dass sie durch Aufnahme Deutsche im Sinne des Grundgesetzes geworden sind.
(7) Ein nichtdeutscher Ehegatte eines Spätaussiedlers, der im Besitz eines Registrier- scheins einer Außenstelle des Bundesverwaltungsamtes ist, dessen Ehe mit einem Spät- aussiedler zum Zeitpunkt des Verlassens der Aussiedlungsgebiete noch nicht 3 Jahre be- standen hat, unterliegt den ausländerrechtlichen Aufenthaltsbestimmungen.
(8) Weitere Familienangehörige des Spätaussiedlers im Sinne von § 8 Abs. 2 BVFG (Schwiegerkinder und minderjährige Stiefkinder eines Spätaussiedlers und minderjährige Stiefkinder eines Abkömmlings eines Spätaussiedlers) können gleichfalls einen Registrier- schein besitzen. In der Regel besitzen sie auch ein ausländerrechtliches Daueraufenthalts- recht.
(9) Die Frage, ob und aus welchem Rechtsgrund ein Registrierschein erteilt wurde, kann außer durch Vorlage des Registrierscheins durch Anfrage beim Bundesverwaltungsamt in 50728 Köln geklärt werden.
(10) Wenn die Erteilung einer Bescheinigung über die Eigenschaft als Spätaussiedler nach § 15 Abs. 1 BVFG oder einer Bescheinigung über die Eigenschaft als Ehegatte oder Abkömm- ling nach § 15 Abs. 2 BVFG nach der Erteilung eines Registrierscheins abgelehnt wurde, so kann den Betroffenen und ihren Angehörigen im Sinne von § 8 Abs. 2 BVFG, die gleichfalls einen Registrierschein besitzen, auf der Grundlage dieses Registrierscheins eine Zustim- mung nach § 33 BeschV nur erteilt werden, wenn
• die Entscheidung, mit der die Bescheinigung nach § 15 BVFG abgelehnt wurde, noch nicht bestandskräftig ist,
• der Betroffene nicht abgeschoben wird und
• die Lage am Arbeitsmarkt dem nicht entgegensteht.
Siehe DA zu § 33 BeschV
(1) Erwerbstätigkeit ist ein Oberbegriff. Er umfasst sowohl die selbständige Erwerbstätigkeit
(2) Der Arbeitnehmerbegriff ist gesetzlich nicht definiert. Kriterien für die Ausübung einer
als auch die Beschäftigung im Sinne des § 7 SGB IV. Die Definition in § 7 Abs. 1 SGB IV
Erwerbstätigkeit/
lautet: „Beschäftigung ist die nichtselbständige Arbeit, insbesondere in einem Arbeitsver-
hältnis. Anhaltspunkte für eine Beschäftigung sind eine Tätigkeit nach Weisungen und eine Eingliederung in die Arbeitsorganisation des Weisungsgebers."
Beschäftigung als Arbeitnehmer sind insbesondere:
• Persönliche Abhängigkeit gegenüber dem Arbeitgeber
• Umfang der Weisungsgebundenheit hinsichtlich Zeit, Dauer und Ort der Arbeitsaus- führung,
• Eingliederung in den Betrieb,
• Notwendigkeit, mit anderen Personen zusammenzuarbeiten bzw. sich ihnen unterzu- ordnen,
• Form der Vergütung (Einzelhonorare oder Monatsentgelt).
Auf die sozialversicherungs- oder steuerrechtliche Beurteilung kommt es nicht an.
(3) Die Teilnehmer an Beschäftigungsprogrammen bedürfen der Zustimmung. Hierzu zählen u. a. ABM.
(4) Als Beschäftigung gilt grundsätzlich auch die Ausübung einer Tätigkeit im Rahmen von betrieblichen Berufsausbildungs-, Praktikanten- und Volontärverhältnissen.
Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung i. S. des § 16 Abs. 3 Satz 2 SGB II
(„sog. 1-Euro-Jobs“) stellen keine Beschäftigung im Sinne des Aufenthaltsgesetzes dar.
Bei anderen Fördermaßnahmen, z. B. Arbeitsgelegenheiten in der Entgeltvariante oder bei Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM), liegt hingegen eine zustimmungspflichtige Be- schäftigung vor.
mit Mehraufwands- entschädigung („sog. 1-Euro-Jobs“)
Bei schulischen Ausbildungen in Berufen nach dem Berufsbildungsgesetz und Ausbildungen
nach dem SGB VIII - Kinder und Jugendhilfe - handelt es sich um keine Beschäftigung. Eine
Zustimmung ist nicht erforderlich. Ausgenommen sind schulische Ausbildungen die einem
Beschäftigungsverhältnis gleichzusetzen sind (siehe 1.17.112).
Dozenten an Volkshochschulen üben in der Regel keine Beschäftigung aus. Eine Zustim-
mung ist nicht erforderlich.
Dozenten an
Die klinisch-praktische Ausbildung von Medizinstudenten im letzten Studienjahr ist integrati-
ver Bestandteil der Ausbildung. Eine Zustimmung ist nicht erforderlich.
Die praktische Ausbildung von Pharmaziestudenten ist integrativer Bestandteil der Ausbil-
dung. Eine Zustimmung ist nicht erforderlich.
Für die Ausbildung in den Berufen der Krankenpflege oder der Altenpflege ist eine Zustim-
mung nach § 39 erforderlich.
Kranken-/
Für die Ausbildung als Hebamme/Entbindungspfleger ist eine Zustimmung erforderlich.
Hebammenschülerin-
nen / Entbindungs- pfleger
Bei der Ausbildung an Berufsakademien erfolgt die Zulassung zum Studium an der Berufs-
akademie. Sie ist verbunden mit der Zulassung des Erwerbs praktischer Kenntnisse im Aus-
bildungsbetrieb. Die wissenschaftliche Ausbildung und der Lehrbetrieb stehen dabei aber im Vordergrund. Der Beschäftigungsaspekt tritt während der praktischen Ausbildung im Betrieb, die nach Lehrplan ausgeführt wird, zurück, so dass insgesamt die Durchführung des Studi- ums zustimmungsfrei ist.
DA zu § 17 AufenthG
DA zu § 2 BeschV
Keiner Zustimmung bedürfen Mitarbeiter ausländischer Regierungen, die sich unter Fortzah-
lung ihrer Bezüge durch den ausländischen Dienstherrn vorübergehend mit der Arbeitsweise
der öffentlichen Verwaltung, von Verbänden oder öffentlich rechtlichen Einrichtungen der deutschen Wirtschaft vertraut machen.
Ausländische Referendare bedürfen für die Dauer des Vorbereitungsdienstes, der außerhalb
des Beamtenverhältnisses durchgeführt wird, keiner Zustimmung.
Siehe DA zu § 9 BeschV
(1) Will ein Ausländer die Heilkunde in einem Krankenhaus, einer Arztpraxis oder einer an-
(2) Gastärzte benötigen eine Zustimmung nach § 39, wenn sie für ihre Tätigkeit eine Erlaub-
deren ärztlichen Einrichtung nach eigenem freien Belieben ohne rechtliche oder tatsächliche
Eingliederung und ohne zeitliche und inhaltliche Festlegung zur Sammlung von Kenntnissen und Erfahrungen eines Tätigkeitsbereiches ausüben, ist er als Gastarzt tätig.
nis zur Ausübung des ärztlichen Berufs gemäß § 10 Bundesärzteordnung (BÄO), § 4 Bundes-Tierärzteordnung (BTÄO) bzw. § 13 Gesetz über die Ausübung der Zahnheil- kunde (ZHG) benötigen.
(3) Ausländische Ärzte, die mangels Ausübung der Heilkunde keiner Erlaubnis nach § 10 BÄO bedürfen, insbesondere Hospitanten, die sich im Rahmen von Kongress- oder Fortbildungsreisen nur kurzfristig (tage- oder wochenweise) in einem Krankenhaus aufhal- ten, üben keine Beschäftigung aus und sind nicht zustimmungspflichtig.
DA zu §
7 BeschV und § 23 BeschV
DA zu § 12 BeschVerfV
Bei der Tätigkeit von Prostituierten handelt es sich regelmäßig um eine selbständige Er- werbstätigkeit.
Das Entgelt muss dem doppelten Regelsatz zur Sicherstellung des Lebensunterhalts (§ 20 Abs. 1 und 2 SGB II) entsprechen.
Arbeitnehmereigen-
schaft von Künstlern
schaft von Prostitu- ierten
Die erforderliche Prüfung der Zugangsvoraussetzungen beschränkt sich auf die Prüfung der oben genannten Bedingungen. Weitere Veranlassungen sind nicht erforderlich.
Zur Prüfung der Frage, ob eine zustimmungspflichtige unselbständige Tätigkeit vorliegt, sind vorzulegen:
• ein Arbeitsvertrag, aus dem Lage und Verteilung der Arbeitszeit hervorgeht und
• eine Anmeldung zur Sozialversicherung
Wird ein freier Mitarbeiter für denselben Auftraggeber in mehreren zusammenhängenden
Leistungsbereichen tätig, von denen der eine als selbständig und der andere als abhängig zu beurteilen ist, ist die gesamte Tätigkeit entweder einheitlich als selbständige Tätigkeit oder einheitlich als abhängige Beschäftigung zu behandeln. Die Einordnung dieser Mischtä- tigkeit richtet sich nicht nach der überwiegenden Tätigkeit, sondern ergibt sich aus den tat-
Mischtätigkeit (abhängig/selbst.) für denselben Auftragge- ber
sächlich ausgeübten Einzeltätigkeiten.
Übernimmt ein nicht selbständiger Mitarbeiter für seinen Arbeitgeber zusätzliche Aufgaben, die nicht zu den Nebenpflichten aus seiner Haupttätigkeit gehören, ist nach den allgemeinen Abgrenzungskriterien zu prüfen, ob die Nebentätigkeit selbständig oder abhängig ausgeübt wird.
Ausländische Straßenmusikanten üben keine zustimmungspflichtige Beschäftigung aus.
DA zu § 12 BeschVerfV (Zuständigkeit)
7 BeschV (besondere Personengruppen)
Fotomodelle und Werbetypen Manne- quins und Dressmen
Betreuungs- und Pflegetätigkeiten (Babysitter, Kinderbetreuer, sonstige Pflegekräfte) sind
dann nicht zustimmungspflichtig, wenn für die Erbringung der - in der Regel kurzfristigen -
Dienstleistung Beweggründe karitativer, familiärer, freundschaftlicher oder nachbarschaftli-
cher Art im Vordergrund stehen. Es handelt sich in diesen Fällen um so genannte Gefällig- keitsverhältnisse oder Nachbarschaftshilfe.
Die Gewährung eines "Taschengeldes" steht in diesen Fällen der Annahme der zustim- mungsfreien Beschäftigung nicht entgegen.
Siehe DA zu § 4 BeschVerfV (sonstige zustimmungsfreie Beschäftigungen)
Asylbewerber in Erstaufnahmeeinrichtungen, die Tätigkeiten bei staatlichen, kommunalen
oder gemeinnützigen Trägern verrichten, benötigen keine Zustimmung nach § 39.
Asylbewerber in Auf-
nahmeeinrichtungen
Teilnehmer an Hospitationsprogrammen des Internationalen Theaterinstituts, die in Koope-
rationen mit dem Goetheinstitut durchgeführt werden, sind keine Arbeitnehmer und benöti-
gen somit keine Zustimmung nach § 39.
programme des Inter- nationalen Theaterin- stituts
(1) Ein Arbeitsvertrag ist schwebend unwirksam, wenn und solange noch mit der Erteilung
eines Aufenthaltstitels/Arbeitsgenehmigung-EU, der/die zur Arbeitsaufnahme berechtigt, ge- rechnet werden kann, und nichtig, wenn diese/r endgültig versagt wurde (Urteil des Bundes-
Verhältnis Arbeitsver- trag – Aufenthaltstitel/
arbeitsgerichts v. 30.5.1969 - 5 AZR 256/68).
Arbeitsgenehmigung-
Kapitel 2 Einreise und Aufenthalt im Bundesgebiet Abschnitt 1 Allgemeines
Erfordernis eines
(1) Ausländer bedürfen für die Einreise und den Aufenthalt im Bundesgebiet eines Aufenthaltstitels, sofern nicht durch Recht der Europäischen Union oder durch Rechtsverordnung etwas anderes bestimmt ist oder auf Grund des Abkommens zur Gründung einer Assoziation zwischen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der Türkei vom 12. September 1963 (BGBl. II 1964 S. 509) (Assoziationsabkom-
men EWG/Türkei) ein Aufenthaltsrecht besteht. Die Aufenthaltstitel werden erteilt als
(2) Ein Aufenthaltstitel berechtigt zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit, sofern es nach diesem Gesetz bestimmt ist oder der Aufenthaltstitel die Ausübung der Erwerbstätigkeit ausdrücklich erlaubt. Jeder Aufenthaltstitel muss erkennen lassen, ob die Ausübung einer Erwerbstätigkeit erlaubt ist. Einem Ausländer, der keine Auf- enthaltserlaubnis zum Zweck der Beschäftigung besitzt, kann die Ausübung einer Beschäftigung nur erlaubt werden, wenn die Bundesagentur für Arbeit zuge- stimmt hat oder durch Rechtsverordnung bestimmt ist, dass die Ausübung der Beschäftigung ohne Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit zulässig ist. Beschränkungen bei der Erteilung der Zustimmung durch die Bundesagentur für Ar- beit sind in den Aufenthaltstitel zu übernehmen.
(3) Ausländer dürfen eine Erwerbstätigkeit nur ausüben, wenn der Aufenthaltstitel sie dazu berechtigt. Ausländer dürfen nur beschäftigt oder mit anderen entgeltlichen Dienst- oder Werkleistungen beauftragt werden, wenn sie einen solchen Aufenthaltsti- tel besitzen. Dies gilt nicht, wenn dem Ausländer auf Grund einer zwischenstaatlichen Vereinbarung, eines Gesetzes oder einer Rechtsverordnung die Erwerbstätigkeit ge- stattet ist, ohne dass er hierzu durch einen Aufenthaltstitel berechtigt sein muss. Wer im Bundesgebiet einen Ausländer beschäftigt oder mit nachhaltigen entgeltlichen Dienst- oder Werkleistungen beauftragt, die der Ausländer auf Gewinnerzielung ge- richtet ausübt, muss prüfen, ob die Voraussetzungen nach Satz 2 oder Satz 3 vorlie- gen.
(4) Eines Aufenthaltstitels bedürfen auch Ausländer, die als Besatzungsmitglieder ei- nes Seeschiffes tätig sind, das berechtigt ist, die Bundesflagge zu führen.
(5) Ein Ausländer, dem nach dem Assoziationsabkommen EWG/Türkei ein Aufent- haltsrecht zusteht, ist verpflichtet, das Bestehen des Aufenthaltsrechts durch den Be- sitz einer Aufenthaltserlaubnis nachzuweisen, sofern er weder eine Niederlassungser- laubnis noch eine Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG besitzt. Die Aufenthaltserlaubnis wird auf Antrag ausgestellt.
Zuständig für die Entscheidung über die Erteilung eines Aufenthaltstitels sind die Ausländer- behörden und die deutschen Auslandsvertretungen.
Die Dienststellen der BA wirken bei den Entscheidungen hinsichtlich des Zuganges zum Ar- beitsmarkt mit (one-stop-government) und setzen damit keinen eigenständigen Verwal- tungsakt.
Die Zuständigkeitsreglung ergibt sich aus § 71 AufenthG.
Siehe DA 1.40.223 zu § 40 AufenthG (Versagungsgründe)
Die Berechtigung zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit besteht kraft Gesetzes und ohne Be- teiligung der Bundesagentur für Arbeit im Fall:
• einer Niederlassungserlaubnis (§ 9 Abs. 1 Satz 2),
• sowie in den nachfolgenden Fällen eines Aufenthalts aus anderen Zwecken als der Ausübung einer Erwerbstätigkeit:
• bei Ausländern, die sich aus politischen oder humanitären Gründen in Deutschland aufhalten (§ 22 Satz 3, § 25 Abs. 1 Satz 4 und Abs. 2),
• beim Familiennachzug (§ 27 Abs. 2, § 28 Abs. 5, § 29 Abs. 5),
• bei eigenständigem Aufenthaltsrecht (§ 31 Abs. 1 Satz 2),
• beim Recht auf Wiederkehr (§ 37 Abs. 1 Satz 2) sowie
• bei ehemaligen Deutschen (§ 38 Abs. 4).
Asylbewerber haben wie bisher nach einer Wartezeit von einem Jahr einen nachrangigen Arbeitsmarktzugang (§ 61 Abs. 2 AsylVfG).
Bei vollziehbar ausreisepflichtigen Ausländern kann die oberste Landesbehörde aus völkerrechtlichen oder humanitären Gründen oder zur Wahrung politischer Interessen der Bundesrepublik Deutschland anordnen, dass die Abschiebung für längstens sechs Monate ausgesetzt wird (Duldung, vgl. § 60a AufenthG). Die Möglichkeit zur Beschäftigungsauf- nahme wird durch die BeschVerfV (vgl. §§ 1 Nr. 3, 10 BeschVerfV) geregelt.
Siehe DA zu § 10 BeschVerfV.
Nach § 4 Abs. 2 Satz 3, i. V. mit § 39 Abs. 2 kann Ausländern, die sich rechtmäßig im Ge- biet der Bundesrepublik Deutschland aufhalten, eine Zustimmung auch für eine Beschäfti- gung erteilt werden, die keine qualifizierte Berufsausbildung voraussetzt.
Siehe DA zu BeschV und BeschVerfV.
Zu Absatz 3 Satz 1
Bei Neueinstellung von ausländischen Arbeitnehmern muss der Aufenthaltstitel so rechtzei-
tig beantragt werden, dass er bei Beschäftigungsbeginn vorliegt.
Bei Fortsetzung der Beschäftigung muss der Antrag so rechtzeitig gestellt werden, dass der neue Titel bei Ablauf der bisherigen Beschäftigung vorliegt.
Es ist dem ausländischen Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber zuzumuten, den Ablauf der Aufenthaltserlaubnis, Duldung oder Aufenthaltsgestattung zu überwachen. Erinnerungshil- fen, d.h. Hinweise vor Ablauf der bisherigen Aufenthaltserlaubnis, Duldung oder Aufent- haltsgestattung sind im Hinblick auf die außerordentliche Belastung bei den Ausländerbe- hörden nicht zu geben.
Zu Absatz 3 Satz 2
Mit Satz 2 wurde geregelt, dass Ausländer, denen auf Grund einer zwischenstaatlichen Ver-
einbarung, eines Gesetzes oder einer Rechtsverordnung die Erwerbstätigkeit ohne den Be-
Erwerbstätigkeit ohne
sitz eines Aufenthaltstitels gestattet ist, keinen Aufenthaltstitel besitzen müssen, der die Er-
Besitz eines
werbstätigkeit erlaubt. Das gilt auch für die von der Aufenthaltsgenehmigungspflicht befrei-
ten Familienangehörigen dieser Personen, wenn für sie keine davon abweichende Regelung in der zwischenstaatlichen Vereinbarung getroffen wurde.
Das Abkommen über den Sitz des Europäischen Patentamtes sieht vor, dass neben den Bediensteten des Amtes auch die Familienangehörigen keine Aufenthaltserlaubnis benöti- gen, wenn sie den in Art. 8 des Abkommens genannten Ausweis besitzen. Eine Regelung, nach der die Befreiung der Familienangehörigen vom Besitz der Aufenthaltserlaubnis er- lischt, wenn sie eine Erwerbstätigkeit aufnehmen, ist dem Abkommen nicht zu entnehmen.
Familienangehörige von Bediensteten des Europäischen Patent- amtes
Folglich ist den Familienangehörigen die Erwerbstätigkeit ohne Aufenthaltstitel gestattet. Ei- ne Zustimmungsanfrage ist nicht erforderlich.
In anderen internationalen Abkommen, in denen vergleichbare Regelungen enthalten sind, ist entsprechend zu verfahren. Die Voraussetzungen sind im Einzelfall nachzuweisen.
Familienangehörige von Bediensteten an- derer internationaler Einrichtungen
(1) Auf die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis finden dieselben Vorschriften An- wendung wie auf die Erteilung.
(2) Die Aufenthaltserlaubnis kann in der Regel nicht verlängert werden, wenn die zu- ständige Behörde dies bei einem seiner Zweckbestimmung nach nur vorübergehen- den Aufenthalt bei der Erteilung oder der zuletzt erfolgten Verlängerung der Aufent- haltserlaubnis ausgeschlossen hat.
(3) Verletzt ein Ausländer seine Verpflichtung nach § 44a Abs. 1 Satz 1 zur ordnungs- gemäßen Teilnahme an einem Integrationskurs, ist dies bei der Entscheidung über die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis zu berücksichtigen. Besteht kein Anspruch auf Erteilung der Aufenthaltserlaubnis, soll bei wiederholter und gröblicher Verlet- zung der Pflichten nach Satz 1 die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis abgelehnt werden. Besteht ein Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis nur nach diesem Gesetz, kann die Verlängerung abgelehnt werden, es sei denn, der Ausländer erbringt den Nachweis, dass seine Integration in das gesellschaftliche und soziale Leben anderweitig erfolgt ist. Bei der Entscheidung sind die Dauer des rechtmäßigen Aufenthalts, schutzwürdige Bindung des Ausländers an das Bundesgebiet und die Folgen einer Aufenthaltsbeendigung für seine rechtmäßig im Bundesgebiet lebenden Familienangehörigen zu berücksichtigen.
Die Regelung eröffnet der zuständigen Behörde die Möglichkeit, die Verlängerung der Auf-
enthaltserlaubnis durch eine Nebenbestimmung auszuschließen. Auf diese Weise kann sie
von Anfang an Klarheit über die Perspektive der Aufenthaltsdauer im Bundesgebiet schaf- fen.
Betroffen sind insbesondere Arbeitsaufenthalte nach Abschnitt 2 der BeschV (Saisonarbeit- nehmer, Schaustellergehilfen, Haushaltshilfen).
Kapitel 2 Einreise und Aufenthalt im Bundesgebiet Abschnitt 3 Aufenthalt zum Zweck der Ausbildung
§ 16 Studium Sprachkurse, Schulbesuch
(1) Einem Ausländer kann zum Zweck des Studiums an einer staatlichen oder staatlich an- erkannten Hochschule oder vergleichbaren Ausbildungseinrichtung eine Aufenthaltser- laubnis erteilt werden. Der Aufenthaltszweck des Studiums umfasst auch studienvorberei- tende Sprachkurse sowie den Besuch eines Studienkollegs (studienvorbereitende Maß- nahmen). Die Aufenthaltserlaubnis zum Zweck des Studiums darf nur erteilt werden, wenn der Ausländer von der Ausbildungseinrichtung zugelassen worden ist, eine bedingte Zu- lassung ist ausreichend. Ein Nachweis von Kenntnissen in der Ausbildungssprache wird nicht verlangt, wenn die Sprachkenntnisse bei der Zulassungsentscheidung bereits be- rücksichtigt worden sind oder durch studienvorbereitende Maßnahmen erworben werden sollen. Die Geltungsdauer bei der Ersterteilung und Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis für ein Studium beträgt mindestens ein Jahr und soll bei Studium und studienvorbereiten- den Maßnahmen zwei Jahre nicht überschreiten; sie kann verlängert werden, wenn der Aufenthaltszweck noch nicht erreicht ist und in einem angemessenen Zeitraum noch er- reicht werden kann.
(1a) Einem Ausländer kann auch zum Zweck der Studienbewerbung eine Aufenthaltser- laubnis erteilt werden. Der Aufenthalt als Studienbewerber darf höchstens neun Monate betragen.
(2) Während des Aufenthalts nach Abs. 1 soll in der Regel keine Aufenthaltserlaubnis für einen anderen Aufenthaltszweck erteilt oder verlängert werden, sofern nicht ein gesetzli- cher Anspruch besteht. § 9 findet keine Anwendung.
(3) Die Aufenthaltserlaubnis berechtigt zur Ausübung einer Beschäftigung, die insgesamt 90 Tage oder 180 halbe Tage im Jahr nicht überschreiten darf, sowie zur Ausübung studen- tischer Nebentätigkeiten. Dies gilt nicht während des Aufenthalts zu studienvorbereitenden Maßnahmen im ersten Jahr des Aufenthalts, ausgenommen in der Ferienzeit und bei einem Aufenthalt nach Absatz 1a.
(4) Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums kann die Aufenthaltserlaubnis um bis zu einem Jahr zur Suche eines diesem Abschluss angemessen Arbeitsplatzes, sofern er nach den Bestimmungen der §§ 18, 19 und 21 von Ausländern besetzt werden darf, verlängert werden. Absatz 3 gilt entsprechend. § 9 findet keine Anwendung.
(5) Einem Ausländer kann eine Aufenthaltserlaubnis zur Teilnahme an Sprachkursen, die nicht der Studienvorbereitung dienen, und in Ausnahmefällen für den Schulbesuch erteilt werden. Abs. 2 gilt entsprechend.
(6) Einem Ausländer, dem von einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union ein Aufenthaltstitel zum Zweck des Studiums erteilt wurde der in den Anwendungsbereich der Richtlinie 2004/114/EG des Rates vom 13. Dezember 2004 über die Zulassung von Dritt- staatsangehörigen zur Absolvierung eines Studiums oder zur Teilnahme an einem Schü- leraustausch, einer unbezahlten Ausbildungsmaßnahme oder einem Freiwilligendienst (ABl. EU Nr. L 375 S. 12) fällt, wird eine Aufenthaltserlaubnis zum gleichen Zweck erteilt, wenn er einen Teil seines Studiums an einer Ausbildungseinrichtung im Bundesgebiet durchführen möchte, weil er im Rahmen seines Studienprogramms verpflichtet ist, einen Teil seines Studiums an einer Bildungseinrichtung eines anderen Mitgliedstaats der Euro- päischen Union durchzuführen oder die Voraussetzungen nach Absatz 1 erfüllt und einen Teil eines von ihm in dem anderen Mitgliedstaat bereits begonnenen Studiums im Bundes- gebiet fortführen oder durch ein Studium im Bundesgebiet ergänzen möchte und
Ein Ausländer, der einen Aufenthaltstitel nach Satz 1 Nr. 2 beantragt, hat der zuständigen Behörde Unterlagen zu seiner akademischen Vorbildung und zum beabsichtigen Studium in Deutschland vorzulegen, die die Fortführung oder Ergänzung des bisherigen Studiums durch das Studium im Bundesgebiet belegen. § 9 ist nicht anzuwenden.
(7) Sofern der Ausländer das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, müssen die zur Per- sonensorge berechtigten Personen dem geplanten Aufenthalt zustimmen.
§ 16 Studium, Sprachkurse, Schulbesuch
(1) Die Auslegung des Begriffs "Studium" in § 16 Abs. 1 Satz 1 AufenthG muss den aktuel-
len Entwicklungen von differenzierten Studien- und Bildungsangeboten Rechnung tragen. Der Begriff muss neben dem grundsätzlichen Studium auch das postgraduale Studium (Zu- satz-, Ergänzungs- und Aufbaustudium) umfassen, aber auch kürzere Programme bzw. Sommer- und Graduierungskurse auf Hochschulniveau.
Vergleichbare Ausbildungseinrichtungen sind z. B.:
• Einrichtungen, die auf dem Weg zur staatlichen Anerkennung sind, und
• Einrichtungen, die einzelne akkreditierte Studiengänge anbieten
• Berufs- und Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien
• „duale“ Studien-/Ausbildungsgänge an Fachhochschulen
• Fachakademien für Fremdsprachenberufe, wenn der Absolvent einen akademischen Grad erwirbt (Bachelor). Der akademische Grad kann auch im Rahmen einer Externenprüfung erworben werden. Fernuniversitäten sind keine vergleichbaren Ausbildungseinrichtungen im Sinne von Abs. 1 Satz 1.
(2) Die Ausländerbehörden sollen ihre Entscheidung von der Bewertung der für Hochschul- fragen zuständigen obersten Landesbehörde abhängig machen.
Der Aufenthaltszweck ist in der Weise zu bestimmen, dass er sämtliche Ausbildungsphasen einschließt.
• Sprachkurse, insbesondere zur Studienvorbereitung,
• Studienkollegs oder andere Formen staatlich geförderter studienvorbereitender Maß- nahmen,
• für das Studium erforderliche oder von der Hochschule empfohlene vorbereitende Prak- tika sowie
• ein Studium bis zu einem ersten berufsqualifizierenden Abschluss an einer deutschen Hochschule (Grund- und Hauptstudium einschließlich studienbegleitender Praktika, Zwischen- und Abschlussprüfungen), auch nach einem vorherigen Studium im Ausland, oder
• nach einem Studium im Ausland ein Aufbau-, Zusatz- oder Ergänzungsstudium (Post- graduiertenstudium) oder eine Promotion sowie
• anschließende praktische Tätigkeiten, sofern sie zum vorgeschriebenen Ausbildungs- gang gehören oder zur umfassenden Erreichung des Ausbildungszieles dienen.
Die für die Zulassung zum Studium erforderliche Teilnahme an deutschen Sprachkursen, Studienkollegs und anderen Formen staatlich geförderter studienvorbereitender Maßnah- men und studienbezogenen vorbereitenden Praktika darf in der Regel nicht länger als ins- gesamt zwei Jahre dauern.
(3) Mit der Einführung des Aufenthaltsgesetzes sind Studierende an Studienkollegs und Sprachschüler mit dem Aufenthaltszweck "Studium" den Studierenden gleichgestellt. Daraus ergibt sich, dass Wochenend- und Feiertagsarbeit für Studierende an Studienkollegs und Sprachschüler erlaubt ist, sofern diese Erwerbstätigkeit nicht zu Lasten des Aufenthalts- zwecks "Ausbildung" geht.
Die Dauer der zustimmungsfreien Beschäftigung ausländischer Studenten ist generell auf
längstens 90 Tage oder 180 halbe Tage im Jahr beschränkt.
Maßgeblich für die Berechnung der Jahresfrist ist das Kalenderjahr. Dies gilt unabhängig davon, zu welchem Zeitpunkt im Jahr der ausländische Student zur Aufnahme des Studiums eingereist ist bzw. das Studium beendet.
Bei Studenten aus den neuen EU-Mitgliedstaaten ist die Studenteneigenschaft und die Mög- lichkeit der Inanspruchnahme der 90/180-Tageregelung durch geeignete Bescheinigungen (z. B. Immatrikulationsbescheinigung) nachzuweisen.
Da das Studium von den ausländischen Studenten an arbeitsfreien Tagen unabhängig von dem Grund, aus dem nicht gearbeitet wird, fortgesetzt werden kann, werden nur die Tage auf das eingeräumte Beschäftigungsrecht angerechnet, an denen die ausländischen Stu- denten der Beschäftigung auch tatsächlich nachgehen. Bezahlte oder unbezahlte Urlaubs- und Krankheitstage werden demzufolge nicht auf die 90 Tage bzw. 180 halbe Tage zustim- mungsfreier Beschäftigung angerechnet.
Arbeiten bis zu vier Stunden pro Tag gelten als halbe Tage bei einer täglichen Arbeitszeit von acht Stunden. Die Höchstdauer ist fünf Stunden bei einer täglichen Arbeitszeit von zehn Stunden.
Nachtschichten von maximal 8 Stunden gelten als ein Beschäftigungstag.
Studenten, die von dieser kraft Gesetzes eröffneten Möglichkeit der Beschäftigung Ge- brauch machen, gehören nicht dem regulären Arbeitsmarkt an. Es besteht kein Anspruch auf die Zustimmung für die Fortsetzung der Beschäftigung (§ 6 BeschVerfV).
Zur Anwendung des Art. 6 Assoziationsabkommen EG/Türkei auf türkische Studenten.
DA 3. 6.116 DA 3.15.115
Für darüber hinaus gehende Beschäftigungen (Teilzeitkraft) ist eine Zustimmungsanfrage an
das zuständige AE-Team der ZAV erforderlich, über die nach § 39 Abs. 2 - 4 unter Beteili-
gung des Arbeitgeberservice (AG-S) der örtlichen Arbeitsagentur zu entscheiden ist.
Für Staatsangehörige aus den neuen EU-Mitgliedsländern Bulgarien und Rumänien gilt die Regelung des Abs. 3 analog. Für darüber hinausgehende Beschäftigungen kann eine Ar- beitserlaubnis-EU nach Maßgabe des § 39 Abs. 2 bis 4 erteilt werden.
Studentische Nebentätigkeiten an Hochschulen und anderen wissenschaftlichen Einrich-
tungen sind ohne zeitliche Begrenzung möglich. Zu den studentischen Nebentätigkeiten sind
auch solche Beschäftigungen zu rechnen, die sich auf hochschulbezogene Tätigkeiten im fachlichen Zusammenhang mit dem Studium in hochschulnahen Organisationen (z.B. in Wohnheimen des Deutschen Studentenwerks und in der Beratungsarbeit der Hochschulge- meinden, der Allgemeinen Studierendenausschüsse -Asten- und der World University Ser- vice) beschränken. Bei Abgrenzungsschwierigkeiten sollten die Hochschulen beteiligt wer- den. Die Erlaubnis zu diesen Tätigkeiten ist kraft Gesetzes von der Aufenthaltserlaubnis mit er- fasst. Die Beteiligung der Bundesagentur für Arbeit ist nicht erforderlich. Die Tätigkeiten dür- fen jedoch den Aufenthaltszweck "Studium" nicht gefährden. Für darüber hinaus gehende Beschäftigungen kann eine Zustimmung bzw. Arbeitserlaubnis-EU erteilt werden.
Siehe DA 2.2.110 BeschV
Bei der Entscheidung darüber, ob ausländische Gasthörer oder Gaststudierende als Studen-
ten i. S. von § 16 AufenthG angesehen werden können, ist, da eine bundesrechtliche Rege-
Gasthörer/
lung fehlt, von den hochschulrechtlichen Regelungen der Länder auszugehen.
Nach diesen kann aber die Rechtsstellung von Studenten auch schon vor einer Immatrikula- tion für ein Fachstudium erworben werden. Im Einzelnen ist auf Folgendes hinzuweisen:
Nach den von der Kultusministerkonferenz der Länder beschlossenen Rahmenordnungen für ausländische Studienbewerber (Beschlüsse vom 30.04.1976 und vom 01.06.1979) ha- ben diejenigen ausländischen Studienbewerber, die sich an einem Studienkolleg auf die Aufnahme eines Studiums an einer Hochschule vorbereiten, während ihrer Zugehörigkeit zum Kolleg grundsätzlich die Rechtsstellung von Studenten an einer Hochschule, soweit sich aus der Kollegzugehörigkeit oder landesrechtlichen Bestimmungen nichts anderes ergibt.
Entsprechende gesetzliche Regelungen (z. T. in Kann-Form) bestehen in Berlin, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und im Saarland. Darüber hinaus erhalten nach den Hoch- schulgesetzen für Berlin und Nordrhein-Westfalen die Rechtsstellung von Studenten auch solche ausländischen Bewerber, die sich an einer Hochschuleinrichtung oder durch den Be- such eines Hochschulsprachkurses auf die Aufnahme ihres Studiums vorbereiten.
Keiner Zustimmung bedarf die Erteilung eines Aufenthaltstitels an Studierende sowie Schü-
ler ausländischer Hochschulen und Fachschulen zur Ausübung einer Ferienbeschäftigung bis zu drei Monaten innerhalb eines Zeitraumes von 12 Monaten, die von der Bundesagen- tur für Arbeit (ZAV, Team 321 Bonn) vermittelt worden ist.
Siehe DA zu § 10 BeschV - Ferienbeschäftigung.
Absatz 4 regelt, dass ein Studienabsolvent für den Zweck der Suche nach einem ange- messenen Arbeitsplatz eine Aufenthaltserlaubnis für ein Jahr erhalten kann. Sobald der Absolvent einen angemessenen Arbeitsplatz gefunden hat, erhält er eine Aufenthaltserlaub- nis zum Zweck der Beschäftigung nach § 18 AufenthG i. V. mit § 27 Satz 1 Nr.3 BeschV.
Maßgebend für die Berechnung der Jahresfrist ist die Erteilung des Aufenthaltstitels.
Im Zeitraum der Arbeitsuche dürfen die Absolventen wie in der Zeit des Studiums bis zu 90 Tage oder 180 halbe Tage im Jahr ohne Zustimmung der BA arbeiten (§ 16 Abs. 4 Satz 2 AufenthG).
Für Tätigkeiten, die nicht dem Studienabschluss angemessen sind (z.B. Helfertätigkeiten) kann im Zeitraum der Arbeitsplatzsuche die Zustimmung gem. § 4 Abs. 2 Satz 3 i. V. mit § 16 Abs. 4 i. V. mit § 39 Abs. 3 AufenthG erteilt werden. Insbesondere sind eine Vorrang- prüfung und eine Prüfung der Beschäftigungsbedingungen durchzuführen.
Siehe DA zu § 27 Satz 1 Nr. 3 BeschV.
Wird einem Studenten eine Aufenthaltserlaubnis nach § 16 Abs. 6 erteilt, gilt für ihn auch die Regelung des § 16 Abs. 3 (90/180-Regelung bzw. studentische Nebentätigkeit).
Anwendbarkeit Rege-
lungen zur Nebentä- tigkeit
Einem Ausländer kann eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der betrieblichen Aus- und Weiterbildung erteilt werden, wenn die Bundesagentur für Arbeit nach § 39 zuge- stimmt hat oder durch Rechtsverordnung nach § 42 oder zwischenstaatliche Verein- barung bestimmt ist, dass die Aus- und Weiterbildung ohne Zustimmung der Bundes- agentur für Arbeit zulässig ist. Beschränkungen bei der Erteilung der Zustimmung durch die Bundesagentur für Arbeit sind in die Aufenthaltserlaubnis zu übernehmen. § 16 Abs. 2 gilt entsprechend.
Zustimmungspflichtig sind vorübergehende Beschäftigungsaufenthalte zur Aus- und Weiter-
Aus- und Weiterbil-
Ein Wechsel in ein anderes Aus- oder Weiterbildungsverhältnis ist nur mit erneuter Zustim- mungsanfrage möglich.
Zur Befristung der Zustimmung zur beruflichen Aus- und Weiterbildung siehe DA zu § 45 Abs. 2 BeschV (DA 2.45.210 zu § 45 BeschV).
Die nachfolgend genannten Voraussetzungen gelten analog auch für die Entscheidung über
die Arbeitserlaubnis-EU für eine Aus- und Weiterbildung.
Aus- und Weiterbil- dung von Staatsan- gehörigen der neuen EU-Mitgliedstaaten
Der Begriff der Ausbildung umfasst insbesondere:
• Ausbildungen nach dem Berufsbildungsgesetz bzw. der Handwerksordnung ,
Berufliche Ausbil- dung Zustimmungs- pflicht
• Ausbildungsgänge an berufsbildenden Schulen, die einem Beschäftigungsverhältnis gleichzusetzen sind, sind zustimmungspflichtig, da sie durch die Bezahlung einer Ausbildungsvergütung den Charakter eines Beschäftigungsverhältnisses haben. Hierbei sind insbesondere die Ausbildungsgänge im Bereich der Kranken-, Entbin- dungs- und Altenpflege (gilt ab in Kraft treten des Altenpflegegesetzes ab 01.08.2003) gemeint.
Für die Prüfung der Zugangsvoraussetzungen für Ausbildungen nach dem Berufsbildungs-
gesetz sind die Agenturen für Arbeit (AG-S) zuständig.
(1) Die Arbeitsmarktprüfung nach § 39 AufenthG wird durch die für den Ausbildungsbetrieb
örtlich zuständige Agentur für Arbeit durchgeführt. Eine positive Arbeitsmarktstellungnahme darf nur erteilt werden, wenn dadurch die Ausbildungsmöglichkeiten bevorrechtigter und ausbildungswilliger Bewerber nicht beeinträchtigt werden. Es muss nach intensiver und sorgfältiger Prüfung sichergestellt sein, dass keine bevorrechtigten/ausbildungswilligen Be- werber vermittelt werden können.
In Berufen mit konstantem Bewerberüberhang in den letzten drei Jahren kann die Erteilung der Zustimmung bereits aus diesem Grund versagt werden.
In die Ausbildungsmarktprüfung sind Bewerber mit entsprechendem Erstberufswunsch und Bewerber, die den zu prüfenden Beruf als gleichrangige Alternative wünschen, einzubezie- hen.
(2) Das Vorliegen/die Erteilung eines Vermittlungsauftrages ist nicht in jedem Fall erforder- lich, z. B. wenn davon auszugehen ist, dass der Ausbildungsanbieter den freien Ausbil- dungsplatz nicht mit einem bevorrechtigten Bewerber besetzen und auch bei Erteilung eines Vermittlungsauftrages nicht mit der Besetzung der Ausbildungsstelle rechnen konnte. Dies können Berufe sein, die erfahrungsgemäß/tendenziell wenig nachgefragt werden bzw. in denen im Allgemeinen ein Überangebot an offenen Ausbildungsstellen besteht (z. B. Berufe im Nahrungsmittelhandwerk oder der Metallverarbeitung) oder wenn es sich um einen zu- sätzlichen Ausbildungsplatz handelt.
Zusätzlich ist ein Ausbildungsplatz dann, wenn damit die durchschnittliche Anzahl der Aus- bildungsverhältnisse der letzten drei Kalenderjahre vor Abschluss des neuen Ausbildungs- verhältnisses um mindestens einen überschritten wird.
2 Ausbildungsverhältnisse
3 Ausbildungsverhältnisse
Durchschnittliche. Zahl der Ausbildungsverhält- nisse = 2,3
Das heißt: ein dritter Ausbildungsplatz 2010 wäre zusätzlich.
Die Zahl der in den Vorjahren abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse ist entweder mit Hilfe entsprechender Auftrags-/Betriebsdaten in VerBIS, aus dem Berufsbildungsbericht oder durch Rücksprache mit den zuständigen Stellen zu klären.
Lehnen letztere diesbezügliche Auskünfte ab, sind keine aussagefähigen Daten aus VerBIS zu entnehmen und ist auch der Ausbildungsanbieter nicht in der Lage, die Zusätzlichkeit glaubhaft zu machen, ist die Zusätzlichkeit zu verneinen.
Neben dem Kriterium der Zusätzlichkeit muss der Betrieb objektiv gerechtfertigte Gründe angeben, warum es im betrieblichen Interesse liegt, den jeweiligen ausländischen Ausbil- dungsbewerber einzustellen. Humanitäre Gründe wären hierfür nicht ausreichend, da diese Begründung auch für die Einstellung bevorrechtigter Arbeitnehmer sprechen würde. Auch die Absichtserklärung, im jeweiligen Heimatland des in Frage kommenden Ausländers eine Firmenniederlassung gründen zu wollen, genügt nicht; dies müsste im Einzelfall nachgewie- sen werden.
Letztlich ist anhand der Begründung der Firma eine Einzelfallentscheidung zu treffen, ob die Zustimmung gerechtfertigt ist (vgl. auch Urteil des BSG vom 10.10.78 - 7/12 RAr 39/77).
(3) Auf Grund der Besonderheiten von Ausbildungsverhältnissen in Abgrenzung zu Arbeits- verhältnissen (üblicher Ausbildungsbeginn 1.8./1.9. des Jahres, im Allgemeinen bereits 1 bis 1 ½ Jahre vorher einsetzende Auswahl-/ Einstellungsverfahren, vorgeschriebene begrenzte Ausbildungsdauer) und dem damit im Zusammenhang stehenden Vermittlungsverfahren kann die Stellungnahme im fortgeschrittenen Beratungsjahr, das heißt kurz vor dem übli- chen Ausbildungsbeginn - s. o. -, erstellt werden.
Der ausschließliche punktuelle (zeitlich auf einen bestimmten Punkt bzw. Zeitraum fixierte) Abgleich gemeldeter (bevorrechtigter) Bewerber mit der in Frage kommenden Stelle ergibt häufig nur ein unzureichendes, unter Umständen sogar verfälschtes Bild der grundsätzlichen Ausbildungsmarktsituation für einen bestimmten Beruf, insbesondere bei Prüfung zu einem Zeitpunkt, der ggf. einige Wochen oder Monate vor dem üblichen Ausbildungsbeginn liegt. Deshalb sollten bei der Beurteilung von Lage und Entwicklung des Ausbildungsmarktes kei- ne stichtagsmäßig quantitativen Aspekte, sondern auch zurückliegende und absehbare be- rufsfachliche Tendenzen und Entwicklungen berücksichtigt werden.
Absehbare Prognosen für das laufende Beratungsjahr (unter Berücksichtigung des aktuellen Verhältnisses unbesetzte Stellen/nicht vermittelte Bewerber) sind ebenfalls zu berücksichti- gen.
Als Entscheidungshilfe hierfür könnten u. a. die Daten der Statistik der Bundesagentur für Arbeit unter http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/detail/c.html (Verhältnis un- besetzte Stellen zu nicht vermittelten Bewerbern zum Ende des zurückliegenden Berichts- jahres - Stichtag 30.09) herangezogen werden.
Hieraus kann sich im Einzelfall unter Berücksichtigung der o. g. Kriterien auch bei punktuel- lem (geringfügigem) Bewerberüberhang eine Zustimmung ergeben. Letztlich sind immer die Verhältnisse des Einzelfalles angemessen zu berücksichtigen.
Im Beratungsgespräch ist darauf hinzuweisen, dass auch bei Selbstsuche nach Maßgabe des § 39 Abs. 2 AufenthG zu verfahren ist. Die Vermittlung/der Nachweis von schulischen Ausbildungsgängen - ausgenommen zustimmungspflichtige Berufe wie Kranken- und Ent- bindungspflege - ist weiterhin uneingeschränkt möglich.
(4) Die Zustimmung für eine Ausbildung ist für die Dauer der Ausbildung zu geben. Siehe DA zu § 45 Abs. 2 BeschV.
Bei schulischen Ausbildungen z. B. nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz handelt es sich
nicht um eine zustimmungspflichtige Beschäftigung. Ausgenommen sind schulische Ausbil-
dungen die einem Beschäftigungsverhältnis gleichzusetzen sind (siehe 1.17.112).
Ein Aufenthalt zum Zweck der betrieblichen Weiterbildung setzt voraus, dass der Ausländer über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügt. Als abgeschlossene Berufsausbildung sind zu verstehen:
Betriebliche Weiter- bildung
• Die mindestens zweijährige betriebliche oder schulische Berufsausbildung;
• Die gehobene schulische Berufsausbildung (z. B. nach dem Abitur);
• Die Fachhochschul- oder Hochschulausbildung.
Als vergleichbare Qualifikation kann in Einzelfällen eine mindestens dreijährige aktuelle Be- rufserfahrung in dem Beruf, auf dem aufbauend in Deutschland weitergebildet werden soll, anerkannt werden. In diesen Fällen ist das Vorliegen eines beruflichen Lebenslaufes mit den entsprechenden Qualifikationsnachweisen zu fordern.
Die betriebliche Aus-/Weiterbildung ist zustimmungsfrei für die Fälle, die in § 2 BeschV ge- regelt sind.
Siehe DA zu § 2 BeschV.
Alle übrigen Weiterbildungen sind zustimmungspflichtig.
Weiterbildungen / Qualifizierungen in diesem Sinne können unter anderem sein:
1. Traineeprogramme international tätiger Unternehmen
2. Einarbeitungen zur Vorbereitung einer Einstellung im ausländischen Unternehmen (z.B. Mutter-/ Tochterunternehmen, Joint-Venture-Unternehmen,)
3. Einweisungen zur Optimierung von Geschäftsbeziehungen
Nachweise über ein bereits bestehendes Unternehmen müssen erbracht werden (z. B. Ge- werbeanmeldungen, Handelsregisterauszüge, Geschäftstätigkeiten) Absichtserklärungen über zu gründende Unternehmen reichen nicht aus.
Die Prüfung der Zustimmungsfähigkeit einer betrieblichen Weiterbildung setzt in der Regel das Vorliegen nachfolgender Kriterien voraus:
• Es muss ein Weiterbildungsplan vorgelegt werden (§ 45 Abs. 2 BeschV), der zeitlich und sachlich gegliedert ist und für jeden Weiterbildungsabschnitt erkennen lässt, wer für die Betreuung des Weiterzubildenden verantwortlich ist. Zudem muss erkennbar sein, dass das angestrebte Weiterbildungsziel erreicht wird. Dazu gehört in der Regel auch die Ver- mittlung theoretischer Inhalte in angemessenem Umfang.
• Es muss unter sprachlichen und fachlichen Gesichtspunkten gewährleistet sein, dass ei- ne angemessene Unterweisung erfolgt. Dazu gehört auch ein entsprechendes Verhältnis zwischen Weiterzubildenden und Weiterbildern.
• Hinsichtlich der Entlohnung ist zu beachten, dass der Weiterzubildende nicht zu ungüns- tigeren Arbeitsbedingungen beschäftigt wird als vergleichbare deutsche Arbeitnehmer (§ 39 Abs. 2 Satz 1 letzter Halbsatz).
• Gewerblicher Bereich
Zustimmungsvoraus-
Von Vergleichbarkeit ist auszugehen, wenn der Eingangslohn der entsprechenden Be- rufsgruppe gezahlt wird. Damit ist auch ein Ausgleich für die Vermittlung theoretischer Ausbildungsanteile geschaffen.
• Kaufmännischer Bereich, insbesondere gestalterischer Bereich
Grundsätzlich ist hier das Einstiegsgehalt der jeweiligen Berufsgruppe zu zahlen. Davon kann im begründeten Einzelfall abgewichen werden, wenn der Qualifizierungsanteil er- heblich höher ist als die praktische Tätigkeit/ Arbeitsleistung. Als absolute Untergrenze gilt die Regelleistung zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach dem Recht der Grund- sicherung für Arbeitssuchende (§ 20 SGB II). Auch wenn es in einigen Wirtschaftszwei- gen, insbesondere den kreativen Branchen üblich ist, für Praktikanten keine Entgelte bzw. lediglich Aufwandsentschädigungen zu zahlen, muss vermieden werden, dass sich durch die Beschäftigung ausländischer Weiterbildungspraktikanten negative Auswirkun- gen auf den inländischen Arbeitsmarkt ergeben.
Auf diese Entlohnung kann daher lediglich verzichtet werden, wenn es sich um eine Hospitation handelt. Die Hospitation ist kein Beschäftigungsverhältnis und ist gekenn- zeichnet durch die Sammlung von Kenntnissen und Erfahrungen in einem Tätigkeitsbe- reich ohne zeitliche und inhaltliche Festlegung und ohne rechtliche und tatsächliche Eingliederung in den Betrieb. Aufschluss kann der Praktikums-/ Hospitationsvertrag ge- ben.
• Um eine qualifizierte berufliche Weiterbildung gewährleisten zu können, müssen neben dem Firmeninhaber mindestens 4 Mitarbeiter als Stammpersonal beschäftigt sein.
Bei Vorbeschäftigungszeiten im Inland kommt eine Einreise zur Schulung im bisher ausge- übten Beruf nicht in Betracht. Das gilt insbesondere für ehemalige Werkvertragsarbeitneh- mer. Auf Grund des Ausbildungsstandes für Baufacharbeiter in den Mittel- und osteuropäi- schen -Staaten (einschließlich EU-Mitgliedstaaten) und der Erfahrung mit den bisher durch- geführten Maßnahmen ist für die Beschäftigung im Heimatland eine Weiterbildung in Deutschland grundsätzlich nicht mehr erforderlich.
Bei der Zulassung im Rahmen dieser Vorschrift wird grundsätzlich ein Arbeitsverhältnis zwischen dem deutschen Arbeitgeber und dem ausländischen Arbeitnehmer begründet.
Weiterbildungen können ausnahmsweise als Entsendungen (d. h. Beschäftigungsverhältnis mit Arbeitgeber mit Sitz im Ausland) durchgeführt werden, wenn gewährleistet ist, dass die Qualifizierung und nicht die Erbringung wertschöpfender Arbeit im Vordergrund steht und ein Verstoß gegen das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz ausgeschlossen ist.
/Beschäftigungsverhä
Hierfür können z.B. folgende Indizien herangezogen werden:
 Die Weiterbildung ist so ausgestaltet, dass keine dauerhafte Eingliederung im inländi- schen Betrieb erfolgt. Dies ist in der Regel anzunehmen, wenn die Weiterbildung im Bundesgebiet einen Zeitraum von sechs Monaten nicht überschreitet.
 Das inländische Unternehmen entrichtet an das ausländische Unternehmen keine Ver- gütung für die Tätigkeit des Weiterzubildenden.
 Das Ziel der Weiterbildung kann mit inländischen Arbeitnehmern nicht gewährleistet werden (z.B. Übernahme von Führungsaufgaben im Ausland)
Die allgemeinen Zustimmungsvoraussetzungen nach DA 1.17.119 (Weiterbildungsplan, Vergleichbarkeit der Beschäftigungsbedingungen) müssen erfüllt sein.
Bei der Prüfung der Beschäftigungsbedingungen ist DA 1.39.220 zu § 39 AufenthG zu be- achten.
Ein Facharzt ist ein Arzt, der eine mehrjährige Weiterbildung absolviert und mit einer Fach- arztprüfung erfolgreich abgeschlossen hat. Die Facharztausbildung erfolgt in Ausübung der ärztlichen Tätigkeit, die einen Aufenthaltstitel für die Ausübung einer Beschäftigung voraus- setzt. Eine Zustimmung zur Beschäftigung von Drittstaatsangehörigen kann zu einer Fach- arztweiterbildung oder für eine kurzfristige ärztliche Weiterbildung gem. § 17 AufenthG grundsätzlich nur zugelassen werden, wenn keine bevorrechtigten Arbeitnehmer zur Verfü- gung stehen und die Vergleichbarkeit der Beschäftigungsbedingungen gegeben ist.
Auf Grund der bestehenden bilateralen Facharztausbildungsprogramme, die das Bundesmi- nisterium für Gesundheit mit verschiedenen Staaten geschlossen hat, ist auf die Vorrangprü- fung zu verzichten, wenn die Facharztausbildung im Rahmen der bestehenden Programme erfolgt.
Ausländische Ärzte können zu Beschäftigungen zur ärztlichen Weiterbildung gemäß § 17 AufenthG zugelassen werden, zu
a) Weiterbildungen zum Facharzt, wenn die Weiterbildung den Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern entspricht, oder
b) sonstigen ärztlichen Weiterbildungen, die zeitlich und inhaltlich mit einem Regierungsstipendiatenprogramm gemäß § 2 Abs. 2 Nr. 4 BeschV vergleichbar sind (s. DA 2.2.214f) oder für die gemäß § 45 Abs. 2 BeschV ein für die Erreichung des Weiter- bildungsziels geeigneter Weiterbildungsplan vorgelegt wird.
Über die Erteilung der Zustimmungen ist nach Maßgabe des § 39 Abs. 2 AufenthG zu ent- scheiden. Hierbei ist Folgendes zu beachten:
Das Bundesministerium für Gesundheit hat mit den Ländern Saudi Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Oman, Kasachstan, der Russischen Föderation sowie Brunei stipendienfinanzierte Facharztausbildungsprogramme vereinbart. Bei den Weiterbildungen zum Facharzt, die auf diesen Programmen beruhen, ist auf die Vorrangprüfung zu verzich- ten.
Dies gilt auch bei den sonstigen ärztlichen Weiterbildungen, wenn
• der ausländische Arzt ein Stipendium seines Heimatlandes erhält und zusätzlich, ohne Auswirkungen auf den Stellenplan und damit ohne Beeinträchtigung der Beschäfti- gungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Bewerber des inländischen Arbeitsmarktes weitergebildet wird,
• der Arbeitgeber objektiv gerechtfertige Gründe anführt, warum es im betrieblichen Inte- resse liegt, den jeweiligen ausländischen Bewerber zur Weiterbildung zu beschäftigen (vgl. BSG-Urteil vom 10.10.1978 - 7/12 RAr 39/77); diese liegen beispielsweise bei der Weiterbildung vor, wenn wegen Behandlung von Patienten aus den arabischen Staaten auch Ärzte aus diesen Ländern beschäftigt werden sollen.
Kapitel 2 Einreise und Aufenthalt im Bundesgebiet Abschnitt Aufenthalt zum Zweck der Ausbildung
Soweit die Ärzte für die Weiterbildung ein Stipendium erhalten, ist im Übrigen grundsätzlich davon auszugehen, dass die Beschäftigungsbedingungen denen vergleichbarer deutscher Ärzte in der Facharztausbildung oder einer ärztlichen Weiterbildung entsprechen.
Zur Befristung der Zustimmung siehe § 45 Abs. 2 BeschV. Vor einer Verlängerung der Zu-
stimmung hat das zuständige AE-Team der ZAV zu prüfen, ob der Aufenthaltszweck noch nicht erreicht ist. Ein Verfehlen des Weiterbildungszieles kann nur dann zu einer Verlänge- rung der Zustimmung führen, wenn der Arbeitgeber bei der ersten Beantragung keine fal- schen Angaben gemacht hat und wenn der Weiterzubildende das Verfehlen des Weiterbil- dungszieles nicht zu vertreten hat.
Befristung der Zu- stimmung bei Weiter- bildung
Das zuständige AE-Team der ZAV kann gegenüber der Ausländerbehörde erklären, dass eine Verlängerung der Zustimmung in Zukunft nicht in Betracht kommt, so dass die Auslän- derbehörde die Verlängerung des Aufenthaltstitels gemäß § 8 Abs. 2 AufenthG von vornehe- rein ausschließen kann.
siehe auch DA zu § 45 Abs. 2 BeschV
Die Prüfung der Zugangsvoraussetzungen und die Zustimmung/Erteilung Arbeitserlaubnis-
EU für die betriebliche Weiterbildung obliegt den AE-Teams der ZAV.
Sofern das AE-Team nicht die notwendigen Informationen über die vor Ort geltenden Ar- beits- und Lohnbedingungen hat, holt es die ergänzenden Informationen bei dem AG-S der örtlichen AA ein.
Wiederholte Zulassungen der gleichen Weiterzubildenden mit dem gleichen Fortbildungsziel sind nicht möglich.
Wegen der besonderen Situation in der Landwirtschaft kann die Ausbildungsvergütung im
3. Lehrjahr zugrunde gelegt werden. In der Landwirtschaft kann auch eine geringere Zahl von Stammpersonal akzeptiert werden.
Für diesen Bereich obliegt der Schorlemer Stiftung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und dem Verein Logo e.V. eine ausschließliche Koordinierungsfunktion. Der DBV bzw. Logo e.V. leiten ihrerseits die Unterlagen an die ZAV in Bonn weiter.
Bei der örtlichen Agentur für Arbeit eingehende Weiterbildungspläne sind dem AMZ-Team 322 der ZAV ggf. mit ergänzenden Informationen über den Betrieb zuzuleiten.
Die ZAV prüft den Weiterbildungscharakter und stimmt der Erteilung eines Aufenthaltstitels zu (Dokumentation in IT-ZuwG).
Die Agenturen für Arbeit werden von der ZAV im Zulassungsverfahren zur Durchführung der Vorrangprüfung beteiligt, sofern es mit einzelnen RD-Bezirken nicht anderes vereinbart ist.
Die Dauer des Praktikums richtet sich nach dem Weiterbildungsplan (Plausibilität wird durch die ZAV geprüft). Die Dauer ist auf die für die Erreichung des Weiterbildungszieles notwen- dige Zeit zu beschränken.
Kapitel 2 Einreise und Aufenthalt im Bundesgebiet Abschnitt 4 Aufenthalt zum Zweck der Erwerbstätigkeit
(2) Einem Ausländer kann eine Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer Beschäfti- gung erteilt werden, wenn die Bundesagentur für Arbeit nach § 39 zugestimmt hat oder durch Rechtsverordnung nach § 42 oder zwischenstaatliche Vereinbarung be- stimmt ist, dass die Ausübung der Beschäftigung ohne Zustimmung der Bundesagen- tur für Arbeit zulässig ist. Beschränkungen bei der Erteilung der Zustimmung durch die Bundesagentur für Arbeit sind in die Aufenthaltserlaubnis zu übernehmen.
(3) Eine Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer Beschäftigung nach Abs. 2, die kei- ne qualifizierte Berufsausbildung voraussetzt, darf nur erteilt werden, wenn dies durch zwischenstaatliche Vereinbarung bestimmt ist oder wenn aufgrund einer Rechtsverordnung nach § 42 die Erteilung der Zustimmung zu einer Aufenthaltser- laubnis für diese Beschäftigung zulässig ist.
(4) Ein Aufenthaltstitel zur Ausübung einer Beschäftigung nach Abs. 2, die eine quali- fizierte Berufsausbildung voraussetzt darf nur für eine Beschäftigung in einer Berufs- gruppe erteilt werden, die durch Rechtsverordnung nach § 42 zugelassen worden ist. Im begründeten Einzelfall kann eine Aufenthaltserlaubnis für eine Beschäftigung er- teilt werden, wenn an der Beschäftigung ein öffentliches, insbesondere ein regiona- les, wirtschaftliches oder arbeitsmarktpolitisches Interesse besteht.
(5) Ein Aufenthaltstitel nach Abs. 2 und § 19 darf nur erteilt werden, wenn ein konkre- tes Arbeitsplatzangebot vorliegt.
Siehe DA zu § 2 AufenthG
§ 18 Abs. 2 Satz 1 bildet die Rechtsgrundlage für die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis
nur zum Zweck der Beschäftigung im Bundesgebiet.
Bei einem Aufenthalt zu anderen Zwecken (z. B. Familiennachzug, humanitäre Gründe) ist §
18 AufenthG nicht anzuwenden. Grundlage für die Zulassung von Ausländern mit einem an-
deren Aufenthaltszweck zum deutschen Arbeitsmarkt sind §§ 4 Abs. 2 Satz 3,
39 Abs. 3 AufenthG.
Nach der gesetzlichen Aufgabenteilung zwischen Ausländerbehörde und Bundesagentur für Arbeit obliegt
Beteiligung der BA
• der Bundesagentur für Arbeit die Prüfung der Beschäftigungsmöglichkeiten, der Beschäf- tigungsbedingungen und des Arbeitsmarktes,
• der Ausländerbehörde die Prüfung der allgemeinen ausländerrechtlichen Voraussetzun- gen zur Erteilung eines Aufenthaltstitels.
Die Fälle, in denen eine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit nicht notwendig ist, sind
in den vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales nach § 42 AufenthG erlassenen Aus-
Verordnungsermäch-
länderbeschäftigungsverordnungen geregelt.
Die in der Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit festgelegten Auflagen (Befristung der
Zustimmung, Art der Beschäftigung, Beschäftigungsbetrieb, Lage und Verteilung der Ar-
beitszeit - siehe § 39 Abs. 4 AufenthG) sind in den Aufenthaltstitel zu übernehmen.
Die Zulässigkeit von Zustimmungen zu Beschäftigungen, die keine qualifizierte Berufsaus-
bildung voraussetzen, ist auf die Fälle des 2. Abschnitts der BeschV begrenzt.
Die Zustimmung zu einer Beschäftigung (gezielte Neueinreise) setzt voraus, dass es sich
um eine Tätigkeit handelt, für die eine mindestens zweijährige Berufsausbildung erforder- lich ist. Die Zulassung ist auf die in der BeschV aufgeführten qualifizierten Beschäftigungen beschränkt.
Zustimmung für quali- fizierte Beschäftigung
Siehe auch DA 2.25.110 BeschV
Maßgeblich ist die Stellenbeschreibung durch den Arbeitgeber. Die berufliche Qualifikation des Arbeitnehmers ist grundsätzlich nicht zu prüfen; die Entlohnung muss der einer ausge- bildeten Fachkraft entsprechen. In Zweifelsfällen kann ein Arbeitsvertrag (Entwurf) angefor- dert werden.
Bulgarische und rumänische Staatsangehörige können für alle qualifizierten Tätigkeiten, die eine mindestens zweijährige Berufsausbildung voraussetzen, zugelassen werden, wenn die Voraussetzung des § 39 Abs. 2 – 4 vorliegen. Die Zulassung ist nicht auf die in der BeschV aufgeführten Berufsgruppen beschränkt. Die unmittelbare Anwendung des § 39 Abs. 6 ergibt sich aus § 284 Abs. 6 SGB III.
Zulassung von bulga- rischen und rumäni- schen Staatsangehö- rigen für qualifizierte Beschäftigungen
Im begründeten Einzelfall kann eine Aufenthaltserlaubnis für eine Beschäftigung erteilt wer- den, wenn an der Beschäftigung ein öffentliches, insbesondere ein regionales, wirtschaftli- ches oder arbeitsmarktpolitisches Interesse besteht.
Ein Aufenthaltstitel nach § 18 Abs. 4 Satz 2 AufenthG bedarf der Zustimmung der BA nach § 39 AufenthG.
(einzelfallbezogen)
Bei der Prüfung sind ggf. die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer und der Berufsverband zu beteiligen.
Zuständig für die Feststellung des öffentlichen Interesses sind die AE-Teams der ZAV.
Zur Vorrangprüfung und zur Prüfung der Beschäftigungsbedingungen sind die Agenturen für Arbeit (AG-S) einzuschalten.
In die Prüfung, ob bevorrechtigte Bewerber zur Verfügung stehen, sind auch weniger qualifi- zierte Stammarbeitnehmer des Unternehmens einzubeziehen, wenn diese innerbetrieblich weitergebildet werden können. Darüber hinaus ist zu prüfen, ob weniger qualifizierte Bewer- ber ggf. mit finanziellen Hilfen der BA zur Einarbeitung vermittelt werden können.
Die Ausnahmevorschrift ist streng einzelfallbezogen und restriktiv anzuwenden. Zulassun- gen im Rahmen des § 18 Abs. 4 AufenthG dürfen nicht zu einer Umgehung des Anwerbe- stopps führen. Dies trifft auch für Bereiche zu, in denen ein akuter Arbeitskräftemangel be- steht.
Das geforderte öffentliche Interesse muss zwingend über das privatwirtschaftliche, betriebli- che Interesse des Arbeitgebers hinausgehen. Die Tatsache, dass ein Vermittlungsauftrag über einen längeren Zeitraum nicht erledigt werden konnte, reicht zur Begründung des öf- fentlichen Interesses nicht aus.
Ein öffentliches Interesse für die Zustimmung kann z. B. vorliegen, wenn durch die Beschäf- tigung eines Ausländers Arbeitsplätze erhalten oder geschaffen werden.
Zuständig für die Beurteilung des arbeitsmarktpolitischen Interesses ist die Bundesagentur für Arbeit. Die Feststellung des regionalen oder wirtschaftlichen öffentlichen Interesses sollte bereits durch die Ausländerbehörde erfolgt sein.
In Fällen von überregionalen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt grundsätzlicher und / oder überregionaler Bedeutung ist die Bereichsleitung des zuständigen AE-Teams zu beteiligen.
Die Voraussetzungen gelten analog auch für die Entscheidung über die Arbeitserlaubnis- EU.
Ein Arbeitsplatzangebot ist konkret, wenn die Kriterien des § 39 Abs. 2 Satz 3 AufenthG er-
§ 18a AUE für qualifizierte Geduldete
a) eine qualifizierte Berufsausbildung in einem staatlich anerkannten oder ver- gleichbar geregelten Ausbildungsberuf oder ein Hochschulstudium abge- schlossen hat oder
b) mit einem anerkannten oder einem deutschen Hochschulabschluss ver- gleichbaren ausländischen Hochschulabschluss seit zwei Jahren ununter- brochen eine dem Abschluss angemessene Beschäftigung ausgeübt hat, oder
c) als Fachkraft seit drei Jahren ununterbrochen eine Beschäftigung ausgeübt hat, die eine qualifizierte Berufsausbildung voraussetzt, und innerhalb des letzten Jahres vor Beantragung der Aufenthaltserlaubnis für seinen Lebens- unterhalt und den seiner Familienangehörigen oder anderen Haushaltsange- hörigen nicht auf öffentliche Mittel mit Ausnahme von Leistungen zur De- ckung der notwendigen Kosten für Unterkunft und Heizung angewiesen war, und
4. die Ausländerbehörde nicht vorsätzlich über aufenthaltsrechtlich relevante Um- stände getäuscht hat,
5. behördliche Maßnahmen zur Aufenthaltsbeendigung nicht vorsätzlich hinausgezö- gert oder behindert hat,
6. keine Bezüge zu extremistischen oder terroristischen Organisationen hat und die- se auch nicht unterstützt und
7. nicht wegen einer im Bundesgebiet begangenen vorsätzlichen Straftat verurteilt wurde, wobei Geldstrafen von insgesamt bis zu 50 Tagessätzen oder bis zu 90 Tagessätzen wegen Straftaten, die nach dem Aufenthaltsgesetz oder dem Asyl- verfahrensgesetz nur von Ausländern begangen werden können, grundsätzlich außer Betracht bleiben.
(2) Über die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit nach Absatz 1 wird ohne Vor- rangprüfung nach § 39 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 entschieden. § 18 Abs. 2 Satz 2 und Ab- satz 5 gilt entsprechend. Die Aufenthaltserlaubnis berechtigt nach Ausübung einer zweijährigen der beruflichen Qualifikation entsprechenden Beschäftigung zu jeder Beschäftigung.
(3) Die Aufenthaltserlaubnis kann abweichend von § 5 Abs. 2 und § 10 Abs. 3 Satz 1 und, in den Fällen des § 30 Abs. 3 Nr. 7 des Asylverfahrensgesetzes, auch abwei- chend von § 10 Abs. 3 Satz 2 erteilt werden.
Mit der Regelung von § 18a soll den Geduldeten, die entweder in Deutschland eine Berufs- ausbildung zum Facharbeiter oder ein Studium erfolgreich absolviert haben oder bereits mit einer entsprechenden Qualifikation nach Deutschland eingereist sind und sich im Rahmen ihrer bisherigen Tätigkeit im Bundesgebiet qualifiziert haben, und die über ein Arbeitsplatz- angebot für eine ihrer beruflichen Qualifikation entsprechende Beschäftigung verfügen, die Gelegenheit gegeben werden, in einen rechtmäßigen Aufenthalt mit Aufenthaltserlaubnis zu wechseln.
§ 18a Abs. 1 sieht vor, dass die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis der Zustimmung der BA bedarf. Im Gegensatz zu den Regelungen von § 18 AufenthG erfolgt keine Beschränkung auf die Berufsgruppen der BeschV.
Nach § 18a Abs. 2 Satz 2 i.V. mit § 18 Abs. 5 AufenthG darf die Aufenthaltserlaubnis nur
Zum 1. Halbsatz
erteilt werden, wenn dem Geduldeten ein konkretes Arbeitsplatzangebot vorliegt. Voraus-
Qualifiziertes Ar-
setzung für die Zulassung ist jedoch kein beliebiges Arbeitsplatzangebot, vielmehr muss die
beitsplatzangebot
mit dem Arbeitsplatzangebot vorgesehene Beschäftigung der Qualifikation des Ausländers entsprechen.
Als der beruflichen Qualifikation entsprechende Beschäftigungen sind auch solche Tätigkei-
ten zu verstehen, die üblicherweise eine der jeweils in den Ziffern 1a -1c genannten Qualifi- kationen voraussetzen und bei denen die mit der Ausbildung erworbenen Kenntnisse zu- mindest teilweise oder mittelbar benötigt werden (z.B. die Beschäftigung eines Arztes in ei- nem Pharmaunternehmen).
„Der beruflichen Qua- lifikation entspre- chende Beschäfti- gung“
Zu Absatz 1 Nr. 1 Buchstabe a)
Eine Fachkraft im Sinne des § 18a ist eine Person, die entweder über eine abgeschlossene
Lehre oder vergleichbare Berufsausbildung verfügt, einen Abschluss als Meister, Techniker
oder Fachwirt vorweisen kann oder über einen Hochschulabschluss verfügt.
Eine qualifizierte Berufsausbildung liegt dann vor, wenn es sich um eine Berufsausbildung mit einer mindestens zweijährigen Ausbildungsdauer handelt (§ 18 Abs. 4 AufenthG i. V. mit § 25 BeschV). Die geforderte Dauer der Ausbildung bezieht sich auf die generelle Dauer
„Qualifizierte Berufs- ausbildung“
der Ausbildung und nicht auf die individuelle Ausbildungsdauer des betroffenen Ausländers. Die Voraussetzungen für die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis sind daher auch in den Fäl- len erfüllt, in denen regulär eine zweijährige Ausbildungszeit zu absolvieren ist, im Einzelfall jedoch der Berufsabschluss nach einer verkürzten Ausbildungszeit zugelassen wurde.
Als abgeschlossenes Hochschulstudium gelten auch Ausbildungen, deren Abschluss durch das Landesrecht einem Hochschulabschluss gleichgestellt sind (z.B. Studium an einer Be-
„Abgeschlossenes
rufsakademie in einzelnen Bundesländern).
Hochschulstudium“
Zu Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe b)
Studienabschlüsse, die im Ausland erworben wurden, müssen in Deutschland anerkannt oder mit einem deutschen Hochschulabschluss vergleichbar sein. Soweit für einen im Aus- land erworbenen Studienabschluss eine formale Anerkennung nicht vorgesehen oder nicht erforderlich ist, ist für die Frage, ob es sich um einen mit einem deutschen Studienabschluss vergleichbaren Abschluss handelt, auf die Bewertungsvorschläge der Zentralstelle für aus- ländisches Bildungswesen bei der Kultusministerkonferenz abzustellen, die im Internet unter www.anabin.de öffentlich zugänglich sind.
Ausländische Studi- enabschlüsse
Des Weiteren muss der Ausländer bei Antragstellung bereits seit zwei Jahren ohne Unter- brechung eine dem Studienabschluss angemessene Beschäftigung ausgeübt haben. An- gemessen ist die Beschäftigung, wenn sie üblicherweise einen akademischen Abschluss voraussetzt und die mit der Hochschulausbildung erworbenen Kenntnisse zumindest teilwei- se oder mittelbar benötigt werden. Kürzere Unterbrechungen der Beschäftigung, die im Re- gelfall eine Gesamtdauer von drei Monaten nicht übersteigen sollten, sind unschädlich; sie werden aber nicht auf die erforderliche Beschäftigungsdauer von zwei Jahren angerechnet.
Zu Absatz 1 Nr. 1 Buchstabe c)
§ 18a Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe c) erfasst die geduldeten Fachkräfte, die ihre berufliche Quali- fikation vor der Einreise nach Deutschland im Herkunftsland erworben haben.
Dreijährige Fachkraft- tätigkeit
Für den Personenkreis ist ausschlaggebend, dass der Ausländer unmittelbar vor Erteilung der Aufenthaltserlaubnis mindestens drei Jahre ununterbrochen in einer seiner beruflichen Qualifikation entsprechenden Beschäftigung tätig war oder ist und diese Beschäftigung eine qualifizierte Berufsausbildung i. S. von § 25 BeschV voraussetzt. Zum Zeitpunkt der Antrag- stellung muss dieses Beschäftigungsverhältnis fortbestehen oder ein Arbeitsplatzangebot für eine weitere entsprechende Beschäftigung vorliegen.
Die geforderte Vorbeschäftigungszeit soll grundsätzlich ununterbrochen vorliegen. Kürzere Unterbrechungen des Beschäftigungsverhältnisses innerhalb des dreijährigen Bemessungs- zeitraumes, die im Regelfall eine Gesamtdauer von drei Monaten nicht übersteigen sollten, sind unschädlich; sie werden aber nicht in auf die erforderliche Beschäftigungsdauer von drei Jahren angerechnet.
Die Tatbestandsvoraussetzungen des § 18a Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe c) 2. Halbsatz sowie Nr.
2 - 7 AufenthG werden ausschließlich von der ABH geprüft.
Prüfung ABH
Bei der Zustimmung zur Aufenthaltserlaubnis gemäß § 18a AufenthG ist keine Vorrangprü-
fung durchzuführen (vgl. Abs. 2). Jedoch sind noch die Beschäftigungsbedingungen gemäß
§ 39 Abs. 2 Satz 1 2. Halbsatz AufenthG zu prüfen.
Da § 18a Abs. 2 Satz 1 ausdrücklich das Zustimmungserfordernis der Bundesagentur für Arbeit vorsieht, ist eine zustimmungsfreie Beschäftigung nicht möglich. Soweit die beabsich- tigte oder bereits ausgeübte und fortgesetzte Beschäftigung einem Sachverhalt entspricht, der nach der BeschV oder BeschVerfV zustimmungsfrei ist, unterliegt wegen der Nichtan- wendbarkeit von § 18 Abs. 2 Satz 1 auch diese Beschäftigung der Zustimmungspflicht. Dies gilt auch für §§ 9 und 10 BeschVerfV, die bei der Erteilung der Aufenthaltserlaubnis nach
§ 18a keine Anwendung finden. Damit soll auch verhindert werden, das insbesondere Ge-
duldete nach Absatz 1 Nr. 1a nur zum Zweck der Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis einen entsprechenden Arbeitsvertrag abschließen, der nach Erteilung der Aufenthaltserlaubnis
wieder aufgelöst wird.
Prüfung der Beschäf- tigungsbedingungen
§§ 9 und 10 BeschVerfV nicht an- wendbar
Mit Satz 3 wird über die Anwendungsregelungen in Satz 2 hinaus deutlich gemacht, dass nach zweijähriger Beschäftigung, die dem Abschluss entspricht, die arbeitsgenehmigungs- rechtlichen Erleichterungen, wie sie in § 9 BeschVerfV vorgesehen sind, eintreten. Bis zum Erreichen dieser zeitlichen Grenze ist jedoch nur eine dem Abschluss entsprechende Be- schäftigung möglich.
Nach 2 Jahren unbe- schränkter Arbeits- marktzugang
Die Erteilung einer unbeschränkten Zustimmung nach § 9 BeschVerfV ist in diesem Zeit- raum ausgeschlossen. Für jedes weitere Beschäftigungsverhältnis innerhalb des Zweijah- reszeitraumes, das jeweils den Anforderungen des Erteilungsgrundes nach Abs. 1 Buchsta- be a) bis c) erfüllen muss, ist die Zustimmung nach Satz 1
Auch in Fällen, in denen bereits eine Zustimmung zu einer Beschäftigung nach § 10
BeschVerfV erteilt wurde, ist eine erneute Zustimmung nach § 18a AufenthG erforderlich.
(1) Einem hoch qualifizierten Ausländer kann in besonderen Fällen eine Niederlas- sungserlaubnis erteilt werden, wenn die Bundesagentur für Arbeit nach § 39 zuge- stimmt hat oder durch Rechtsverordnung nach § 42 oder zwischenstaatliche Verein- barung bestimmt ist, dass die Niederlassungserlaubnis ohne Zustimmung der Bun- desagentur für Arbeit nach § 39 erteilt werden kann und die Annahme gerechtfertigt ist, dass die Integration in die Lebensverhältnisse der Bundesrepublik Deutschland und die Sicherung des Lebensunterhaltes ohne staatliche Hilfe gewährleistet sind. Die Landesregierung kann bestimmen, dass die Erteilung der Niederlassungserlaubnis nach Satz 1 der Zustimmung der obersten Landesbehörde oder einer von Ihr be- stimmten Stelle bedarf.
(2) Hoch qualifiziert nach Abs. 1 sind insbesondere
Siehe DA zu § 3 BeschV / § 2 BeschVerfV
Die Rechtsvorschrift ermöglicht es hoch qualifizierten Arbeitskräften, an deren Aufenthalt im
Bundesgebiet ein besonderes wirtschaftliches und gesellschaftliches Interesse besteht, ei-
nen Daueraufenthaltstitel in Form der Niederlassungserlaubnis zu erteilen. Damit wird den hoch qualifizierten Fachkräften die für ihre Aufenthaltsentscheidung notwendige Planungssi- cherheit geboten. Die Vorschrift zielt auf Spitzenkräfte der Wirtschaft und Wissenschaft.
Die Erteilung der Niederlassungserlaubnis bedarf – mit Ausnahme der in § 3 BeschV / § 2 BeschVerfV geregelten Fälle – der Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit. Die Ertei-
lung einer Zustimmung setzt voraus, dass der Sachverhalt den in § 19 Abs. 2 AufenthG ge-
Niederlassungser-
regelten Fällen entspricht.
Zuständig ist das für den Betriebssitz des Arbeitsgebers zuständige AE-Team der ZAV ohne Einschaltung des AG-S.
Enthält Regelbeispiele zur Konkretisierung des Begriffs „Hochqualifiziert“.
Die in den Ziffern 1 - 3 genannten Beispiele sind wie folgt auszulegen:
Besondere fachliche Kenntnisse liegen insbesondere vor, wenn der Wissenschaftler über eine besonders hohe Qualifikation oder über Kenntnisse in einem speziellen Fachgebiet von herausragender Bedeutung verfügt. In Zweifelsfällen ist eine Expertise fachkundiger wis- senschaftlicher Einrichtungen oder Organisationen einzuholen.
Eine herausgehobene Funktion bei Lehrpersonen ist insbesondere bei Lehrstuhlinhabern und Institutsdirektoren gegeben; bei wissenschaftlichen Mitarbeitern liegt diese vor, wenn sie eigenständig und verantwortlich wissenschaftliche Projekt- oder Arbeitsgruppen leiten.
Bei dem Personenkreis nach Nummer 3 ist die Annahme der Hochqualifikation durch die Berufserfahrung und berufliche Stellung gerechtfertigt. Durch das am 1.1.09 in Kraft getrete- ne Arbeitsmigrationssteuerungsgesetz ist nunmehr auf die Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung abzustellen, die jährlich zum Ende des Kalenderjahres an die allgemeine Entwicklung angepasst wird. Sie findet sich in der Verordnung über maßge- bende Rechengrößen der Sozialversicherung, die im Bundesgesetzblatt Teil I veröffentlicht wird.
Die aktuelle Höhe der Beitragsbemessungsgrenze ist im Intranet unter dem Pfad Geldleis- tungen – Sozialversicherung – Sachbezugswerte und Rechengrößen – Rechengrößen der Sozialversicherung abgestellt. Maßgeblich ist auch bei einer Beschäftigung in den neuen
„West“.
Nach § 3 BeschV / § 2 BeschVerfV bedarf die Erteilung einer Niederlassungserlaubnis an Hochqualifizierte nach § 19 Abs. 2 keiner Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit. Sofern eine Aufenthaltserlaubnis an Hochqualifizierte erteilt werden soll, die nicht unter die Regel- beispiele des § 19 Abs. 2 zu subsumieren sind, ist die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit erforderlich (vgl. § 19 Abs. 1 AufenthG).
Bei Fachkräften mit besonderen fachlichen Kenntnissen, die eine Hochschul- oder Fach- hochschulausbildung oder eine vergleichbare Qualifikation besitzen und die Voraussetzun- gen nach § 19 AufenthG nicht erfüllen, kommt eine Zulassung zum Arbeitsmarkt nach § 18 Abs. 4 Satz 1 in Verbindung mit § 27 BeschV in Betracht.
1) Einem Ausländer wird eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Forschung erteilt, wenn
1. er eine wirksame Aufnahmevereinbarung zur Durchführung eines Forschungsvor- habens mit einer Forschungseinrichtung abgeschlossen hat, die für die Durchfüh- rung des besonderen Zulassungsverfahrens für Forscher im Bundesgebiet nach der Richtlinie 2005/71/EG des Rates vom 12. Oktober 2005 über ein besonderes Zu- lassungsverfahren für Drittstaatsangehörige zum Zwecke der wissenschaftlichen Forschung (ABl. EU Nr. L 289 S. 15) vorgesehenen besonderen Zulassungsverfah- rens für Forscher im Bundesgebiet anerkannt ist, und
a. den Lebensunterhalt des Ausländers während eines unerlaubten Aufenthalts in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union und
b. eine Abschiebung des Ausländers.
(2) Von dem Erfordernis des Absatzes 1 Nr. 2 soll abgesehen werden, wenn die Tätig- keit der Forschungseinrichtung überwiegend aus öffentlichen Mitteln finanziert wird. Es kann davon abgesehen werden, wenn an dem Forschungsvorhaben ein besonde- res öffentliches Interesse besteht. Auf die nach Absatz 1 Nr. 2 abgegebenen Erklä- rungen sind § 66 Abs. 5, § 67 Abs. 3 sowie § 68 Abs. 2 Satz 2 und 3 und Abs. 4 ent- sprechend anzuwenden.
(3) Die Forschungseinrichtung kann die Erklärung nach Absatz 1 Nr. 2 auch gegen- über der für ihre Anerkennung zuständigen Stelle allgemein für sämtliche Ausländer abgeben, denen auf Grund einer mit ihr geschlossenen Aufnahmevereinbarung eine Aufenthaltserlaubnis erteilt wird.
(4) Die Aufenthaltserlaubnis wird für mindestens ein Jahr erteilt. Wenn das For- schungsvorhaben in einem kürzeren Zeitraum durchgeführt wird, wird die Aufent- haltserlaubnis abweichend von Satz 1 auf die Dauer des Forschungsvorhabens befris- tet.
(5) Ausländern, die einen Aufenthaltstitel eines anderen Mitgliedstaates der Europäi- schen Union zum Zweck der Forschung nach der Richtlinie 2005/71/EG besitzen, ist zur Durchführung von Teilen des Forschungsvorhabens im Bundesgebiet eine Auf- enthaltserlaubnis oder ein Visum zu erteilen. Für einen Aufenthalt von mehr als drei Monaten wird die Aufenthaltserlaubnis nur erteilt, wenn die Voraussetzungen nach Absatz 1 erfüllt sind. § 9 ist nicht anzuwenden.
(6) Eine Aufenthaltserlaubnis nach Absatz 1 und 5 Satz 2 berechtigt zur Ausübung der Erwerbstätigkeit für das in der Aufnahmevereinbarung bezeichnete Forschungsvor- haben und zur Aufnahme von Tätigkeiten in der Lehre. Änderungen des Forschungs- vorhabens während des Aufenthalts führen nicht zum Wegfall dieser Berechtigung. Ein Ausländer, der die Voraussetzungen nach Absatz 5 Satz 1 erfüllt, darf für einen Zeitraum von drei Monaten innerhalb von zwölf Monaten eine Erwerbstätigkeit nach Satz 1 auch ohne Aufenthaltstitel ausüben.
1. die sich in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union aufhalten, weil sie einen Antrag auf Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft oder auf Gewährung subsidi- ären Schutzes im Sinne der Richtlinie 2004/83/EG gestellt haben,
2. die sich im Rahmen einer Regelung zum vorübergehenden Schutz in einem Mit- gliedstaat der Europäischen Union aufhalten,
3. deren Abschiebung in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union aus tatsächli- chen oder rechtlichen Gründen ausgesetzt wurde,
5. die von einer Forschungseinrichtung in einem anderen Mitgliedstaat der Europäi- schen Union an eine deutsche Forschungseinrichtung als Arbeitnehmer entsandt werden.
Zu Absatz 1, 5 und 6
Im Zusammenhang mit der Beschäftigung in Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
kommt auch eine Zustimmungsfreiheit nach § 5 BeschV in Betracht.
§ 5 BeschV
Kapitel 2 Einreise und Aufenthalt im Bundesgebiet Abschnitt 6 Aufenthalt aus familiären Gründen
(2) Bei dem Ehegatten und dem minderjährigen ledigen Kind eines Ausländers, der eine Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 1 oder 2 oder eine Niederlassungserlaubnis nach § 26 Abs. 3 besitzt, kann von den Voraussetzungen des § 5 Abs. 1 Nr. 1 und des Absatzes 1 Nr. 2 abgesehen werden. In den Fällen des Satzes 1 ist von diesen Vo- raussetzungen abzusehen, wenn
1. der im Zuge des Familiennachzugs erforderliche Antrag auf Erteilung eines Auf- enthaltstitels innerhalb von drei Monaten nach unanfechtbarer Anerkennung als Asylberechtigter oder unanfechtbarer Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft gestellt wird und
2. die Herstellung der familiären Lebensgemeinschaft in einem Staat, der nicht Mit- gliedstaat der Europäischen Union ist und zu dem der Ausländer oder seine Fa- milienangehörigen eine besondere Bindung haben, nicht möglich ist.
(3) Die Aufenthaltserlaubnis darf dem Ehegatten und dem minderjährigen Kind eines Ausländers, der eine Aufenthaltserlaubnis nach den §§ 22, 23 Abs. 1 oder § 25 Abs. 3 besitzt, nur aus völkerrechtlichen oder humanitären Gründen oder zur Wahrung poli- tischer Interessen der Bundesrepublik Deutschland erteilt werden. Ein Familiennach- zug wird in den Fällen des § 25 Abs. 4 und 5 nicht gewährt.
(4) Die Aufenthaltserlaubnis wird dem Ehegatten und dem minderjährigen ledigen Kind eines Ausländers oder dem minderjährigen ledigen Kind seines Ehegatten ab- weichend von § 5 Abs. 1 und § 27 Abs. 3 erteilt, wenn dem Ausländer vorübergehen- der Schutz nach § 24 Abs. 1 gewährt wurde und
Die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis an sonstige Familienangehörige eines Aus- länders, dem vorübergehender Schutz nach § 24 Abs. 1 gewährt wurde, richtet sich nach § 36. Auf die nach diesem Abs. aufgenommenen Familienangehörigen findet § 24 Anwendung.
(5) Unbeschadet des § 4 Abs. 2 Satz 3 berechtigt die Aufenthaltserlaubnis zur Aus- übung einer Erwerbstätigkeit, soweit der Ausländer, zu dem der Familiennachzug er- folgt, zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit berechtigt ist oder wenn die eheliche Le- bensgemeinschaft seit mindestens 2 Jahren rechtmäßig im Bundesgebiet bestanden hat.
Zuständig für die Entscheidungen nach Abs. 5 ist die Ausländerbehörde. Bei einer zustim- mungspflichtigen Beschäftigung ist die Bundesagentur für Arbeit zu beteiligen.
Erwerbstätigkeit bei
Kapitel 2 Einreise und Aufenthalt im Bundesgebiet Abschnitt 7 Besondere Aufenthaltsrechte
§ 38a in anderen EU Staaten Aufenthaltsberechtigte
§ 38a Aufenthaltstitel für in anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union langfristig Aufenthaltsberechtigte
(1) Einem Ausländer, der in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union die Rechtsstellung eines langfristig Aufenthaltsberechtigten innehat, wird eine Aufent- haltserlaubnis erteilt, wenn er sich länger als drei Monate im Bundesgebiet aufhalten will. § 8 Abs. 2 ist nicht anzuwenden.
1. von einem Dienstleistungserbringer im Rahmen einer grenzüberschreitenden Dienstleistungserbringung entsandt werden,
2. sonst grenzüberschreitende Dienstleistungen erbringen wollen oder
3. sich zur Ausübung einer Beschäftigung als Saisonarbeitnehmer im Bundes- gebiet aufhalten oder im Bundesgebiet eine Tätigkeit als Grenzarbeitnehmer aufnehmen wollen.
(3) Der Aufenthaltstitel nach Absatz 1 berechtigt nur zur Ausübung einer Erwerbstä- tigkeit, wenn die in § 18 Abs. 2, den §§ 19, 20 oder § 21 genannten Voraussetzungen erfüllt sind. Wird der Aufenthaltstitel nach Absatz 1 für ein Studium oder für sonstige Ausbildungszwecke erteilt, sind die §§ 16 und 17 entsprechend anzuwenden. In den Fällen des § 17 wird der Aufenthaltstitel ohne Zustimmung der Bundesagentur für Ar- beit erteilt.
(4) Eine nach Absatz 1 erteilte Aufenthaltserlaubnis darf nur für höchstens zwölf Mo- nate mit einer Nebenbestimmung nach § 39 Abs. 4 versehen werden. Der in Satz 1 ge- nannte Zeitraum beginnt mit der erstmaligen Erlaubnis einer Beschäftigung bei der Erteilung der Aufenthaltserlaubnis nach Absatz 1. Nach Ablauf dieses Zeitraums be- rechtigt die Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit.
Über eine Zustimmung zur Beschäftigung von Ausländern, die in einem anderen EU-
Mitgliedstaat langfristig Aufenthaltsberechtigte sind, ist nach § 39 Abs. 2 AufenthG (Vor-
Beschäftigung als
rangprüfung / Vergleichbarkeit der Arbeitsbedingungen) zu entscheiden.
§ 38 a Abs. 3 Satz 3 stellt klar, dass Inhaber einer Aufenthaltserlaubnis gem. Abs. 1 in
Deutschland eine betriebliche Aus- oder Weiterbildung (§ 17 AufenthG) ohne Zustimmung der BA aufnehmen dürfen.
Nach einer 12-monatigen Zulassung zum deutschen Arbeitsmarkt erhält der Ausländer ei-
nen unbeschränkten Arbeitsmarktzugang kraft Gesetzes ohne Zustimmung der BA.
Kapitel 2 Einreise und Aufenthalt im Bundesgebiet Abschnitt 8 Beteiligung der Bundesagentur für Arbeit
(1) Ein Aufenthaltstitel, der einem Ausländer die Ausübung einer Beschäftigung er- laubt, kann nur mit Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit erteilt werden, soweit durch Rechtsverordnung nicht etwas anderes bestimmt ist. Die Zustimmung kann er- teilt werden, wenn dies in zwischenstaatlichen Vereinbarungen, durch ein Gesetz oder durch Rechtsverordnung bestimmt ist.
1. sich durch die Beschäftigung von Ausländern nachteilige Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, insbesondere hinsichtlich der Beschäftigungsstruktur, der Regionen und der Wirtschaftszweige nicht ergeben und
2. sie durch Prüfung nach Satz 1 Nr. 1 Buchstabe a und b für einzelne Berufsgrup- pen oder für einzelne Wirtschaftszweige festgestellt hat, dass die Besetzung der offenen Stellen mit ausländischen Bewerbern arbeitsmarkt- und integrationspoli- tisch verantwortbar ist,
und der Ausländer nicht zu ungünstigeren Arbeitsbedingungen als vergleichbare deutsche Arbeitnehmer beschäftigt wird. Für die Beschäftigung stehen deutsche Arbeitnehmer und diesen gleichgestellte Ausländer auch dann zur Verfügung, wenn sie nur mit Förderung der Agentur für Arbeit vermittelt werden können. Der Arbeitge- ber, bei dem ein Ausländer beschäftigt werden soll, der dafür eine Zustimmung benö- tigt, hat der Bundesagentur für Arbeit Auskunft über Arbeitsentgelt, Arbeitszeiten und sonstige Arbeitsbedingungen zu erteilen.
(3) Abs. 2 gilt auch, wenn bei Aufenthalten zu anderen Zwecken der Abschnitte 3, 5, 6 oder 7 eine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit zur Ausübung einer Beschäfti- gung erforderlich ist.
(6) Staatsangehörigen derjenigen Staaten, die nach dem Vertrag vom 16. April 2003 über den Beitritt zur Europäischen Union (BGBl. 2003 II S. 1408) oder nach dem Ver- trag vom 25. April 2005 über den Beitritt der Republik Bulgarien und Rumäniens zur Europäischen Union (BGBl. 2006 II S. 1146) der Europäischen Union beigetreten sind, kann von der Bundesagentur für Arbeit eine Beschäftigung, die eine qualifizierte Be- rufsausbildung voraussetzt, unter den Voraussetzungen des Abs. 2 erlaubt werden, soweit nach Maßgabe dieses Vertrages von den Rechtsvorschriften der Europäischen Gemeinschaft abweichende Regelungen Anwendung finden. Ihnen ist Vorrang ge- genüber zum Zweck der Beschäftigung einreisenden Staatsangehörigen aus Drittstaa- ten zu gewähren.
§ 39 AufenthG beinhaltet die wesentlichen Regelungen über die Zustimmung der Bundes- agentur für Arbeit zur Ausländerbeschäftigung. Weiter gehende Vorschriften zum Verfahren enthalten die §§ 12 ff. BeschVerfV.
Das Zustimmungserfordernis ergibt sich aus den §§ 4 Abs. 2 Satz 3, und 18 Abs. 2 Satz 1 AufenthG.
Keiner Zustimmung bedarf die Aufnahme einer Beschäftigung
• deren Aufnahme bereits aufgrund des Aufenthaltsgesetzes gestattet ist (vgl. DA zu § 4 Abs. 2 AufenthG)
• wenn eine Rechtsverordnung nach § 42 AufenthG vorsieht, dass die Zustimmung der Bundesagentur nicht erforderlich ist (s. §§ 2 - 16 BeschV, §§ 2 bis 4 BeschVerfV).
Die Erteilung der Zustimmung setzt grundsätzlich die Durchführung einer Arbeitsmarktprü- fung durch die Bundesagentur für Arbeit voraus, § 39 Abs. 2.
Es ist primär Aufgabe der Unternehmen, im Rahmen einer vorausschauenden Personalpla- nung Maßnahmen zur Behebung von Arbeitskräftemangel zu ergreifen. Dazu gehört auch die Ausbildung, Anlernung und Einarbeitung geeigneter arbeitslos bzw. arbeitsuchend Ge- meldeter.
Die Zustimmung zur Aufnahme einer Beschäftigung bzw. deren Ablehnung ist kein selb- ständiger Verwaltungsakt.
kein selbständiger
Die Zustimmung kann erteilt werden, wenn sich durch die Beschäftigung von Ausländern nach globaler (Nr. 1a) und Einzelfallprüfung (Nr. 1b) nachteilige Auswirkungen auf den Ar- beitsmarkt nicht ergeben. Zudem dürfen die Arbeitsbedingungen nicht ungünstiger sein, als dies bei vergleichbaren deutschen Arbeitnehmern der Fall ist (Abs. 2 Satz 1 letzter Halb- satz).
Lage und Entwick- lung des Arbeitsmark- tes
Zu Absatz 2 Satz 1 Nr. 1 Buchstabe a)
Die Vorschrift soll nachteilige Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt verhindern, die sich aus
dem zusätzlichen Kräfteangebot ausländischer Arbeitnehmer ergeben können.
Liegen die unter Buchstabe a) angeführten nachteiligen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt vor, kann die Zustimmung zur Ausländerbeschäftigung auch ohne nachfolgende Prüfung des jeweiligen Einzelfalls nicht erteilt werden.
Das gilt auch für die Entscheidung über eine Arbeitserlaubnis-EU
Nach Buchstabe a) werden derzeit bundesweit keine Zustimmungen erteilt für:
• neu einreisende Spezialitätenköche aus der Türkei und den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien. Siehe DA zu § 26 Abs. 2 BeschV
• Weiterbildungsmaßnahmen von Bauarbeitern. Siehe DA 1.17.119a zu § 17 AufenthG
Die Beurteilung, wann und bezogen auf welche Kriterien des Arbeitsmarktes von nachteili- ger Auswirkung auszugehen ist, obliegt auf Grund der differenzierten Arbeitsmarktsituation in den Regionen den Agenturen für Arbeit (AG-S).
Für die Beurteilung können folgende Kriterien herangezogen werden:
• Die Zahl der Arbeitslosen in einer Wirtschaftsklasse liegt in einem zu bestimmenden Zeitraum deutlich über der Zahl der gemeldeten offenen Stellen (z. B. Zeitraum 3–6 Monate über 30 % über der Zahl der gemeldeten offenen Stellenangebote).
• Durch die Gestaltung der Arbeitsbedingungen können bevorrechtigte Arbeitnehmer nicht vorgeschlagen werden (z. B. Angebot von ausschließlich geringfügigen Beschäfti- gungen, unübliche Verteilung der Arbeitszeit im Baugewerbe).
• Rückgang der Beschäftigung in einer Branche, z. B. Baugewerbe.
• Voraussichtliche Entwicklung in einer Branche, z. B. Strukturwandel vom produzieren- den Gewerbe zum Dienstleistungsbereich.
Der Rahmen für die hier zu treffende Entscheidung wird durch die §§ 1 und 2 des SGB III vorgegeben.
Zu Absatz 2 Satz 1 Nr. 1 Buchstabe b)
(1) Die Zustimmung/die Arbeitserlaubnis-EU darf nur erteilt werden, wenn im Einzelfall für
die zu besetzende Stelle deutsche Arbeitnehmer sowie Ausländer, die ihnen hinsichtlich der
Einzelfallprüfung/
Arbeitsaufnahme rechtlich gleichgestellt sind (bevorrechtigte Arbeitnehmer), für eine Vermitt-
lung nicht zur Verfügung stehen.
Bevorrechtigte Arbeitnehmer sind:
• Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR). Bulgarische und rumänische Staatsangehörige nur im Rah- men der Gemeinschaftspräferenz (s. unten)
• Schweizer Bürger nach dem „Freizügigkeitsabkommen EU – Schweiz“
• ausländische Arbeitnehmer mit einer Arbeitsberechtigung
• Ausländer mit Niederlassungserlaubnis nach § 9 oder § 19 AufenthG
• Ausländer mit Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG (§ 9a AufenthG)
• Ausländer mit einer Aufenthaltserlaubnis (neu), die eine Arbeitsaufnahme bereits zu- lässt
Der Vermittlungsvorrang bezieht sich auch auf das öffentliche Interesse an der Beschäfti- gung am Arbeitsmarkt benachteiligter Gruppen. Dies gilt auch dann, wenn die Vermittlung nur mit Leistungen der Arbeitsförderung erreicht werden kann (Abs. 2 Satz 2).
Staatsangehörige aus den EU-Mitgliedstaaten Bulgarien und Rumänien genießen auf Grund der in dem Beitrittsvertrag eingeräumten Gemeinschaftspräferenz ebenfalls vorrangigen Zugang zum Arbeitsmarkt vor Ausländern aus Drittstaaten. Eine vollständige Arbeitnehmer- freizügigkeit besteht hingegen während der Übergangszeit nicht
(2) Die Arbeitsmarktprüfung hat bei erstmaliger und bei erneuter Beschäftigung zu erfolgen.
(3) Das Ergebnis der Arbeitsmarktprüfung ist in jedem Einzelfall in der Ausländerakte und der IT-Anwendung ZuwG zu dokumentieren. Die Aufbewahrungsfristen gemäß Aktenplan SGB III der BA sind zu beachten.
(4) Die Zustimmung kann ohne arbeitsmarktliche Vorrangprüfung erfolgen, wenn die Beschäftigung nach Ablauf der Geltungsdauer einer für mindestens ein Jahr erteilten Zustimmung bei demselben Arbeitgeber fortgesetzt wird (§ 6 BeschVerfV).
DA zu § 6 BeschVerfV
Kapitel 3 Einreise und Aufenthalt im Bundesgebiet Abschnitt 8 Beteiligung der Bundesagentur für Arbeit
Wird nach Eingang der Aufforderung zur arbeitsmarktlichen Stellungnahme bei einem Matchingprozess in VerBIS (Momentaufnahme) im AG-S der für den Betriebssitz zuständi- gen Agentur für Arbeit festgestellt, dass keine geeigneten Bewerber für eine umgehende Vermittlung zur Verfügung stehen, ist an der Fortsetzung der Arbeitsmarktprüfung unverzüg- lich auch der zugelassene kommunale Träger zu beteiligen. Dazu übersendet der AG-S dem zugelassenen kommunalen Träger eine Stellenbeschreibung.
Der Arbeitgeber ist vom AG-S bei der Erhebung der Stellenbeschreibung/der Aufnahme des Stellenangebots über die Beteiligung des zugelassenen kommunalen Trägers zu unterrich- ten.
Der zugelassene kommunale Träger prüft innerhalb einer vom AG-S gesetzten Frist (die drei Wochen nicht übersteigen sollte), ob geeignete bevorrechtigte Bewerber, insbesondere er- werbsfähige Hilfsbedürftige nach dem SGB II zur Verfügung stehen und schlägt diese ggf. direkt dem Arbeitgeber zur Einstellung vor.
Wenn der Arbeitgeber keine Vermittlungsvorschläge vom zugelassenen kommunalen Träger wünscht, ist lediglich anhand der Stellenbeschreibung festzustellen, ob bevorrechtigte Ar- beitnehmer zur Verfügung stehen.
Der kommunale Träger informiert die Agentur für Arbeit (AG-S) schriftlich über das Ergebnis der Vorrangprüfung bzw. über das Ergebnis der Vermittlungsbemühungen.
Die Mitteilung des zugelassenen kommunalen Trägers über das Ergebnis der Vorrangprü- fung/der Vermittlungsbemühungen kann bei der Entscheidung über die Zustimmung nur dann berücksichtigt werden, wenn diese innerhalb der gesetzten Frist eingeht. Die Frist kann in begründeten Fällen (z. B. wenn aufgrund des Stellenangebots umfangreiche Prü- fungen erforderlich sind) nach Absprache mit der Agentur für Arbeit verlängert werden. Der Arbeitgeber wird in diesen Fällen von der Agentur für Arbeit entsprechend unterrichtet.
Liegt keine fristgerechte Mitteilung des zugelassenen kommunalen Trägers vor, ist davon auszugehen, dass dort keine geeigneten, bevorrechtigten Arbeitnehmer zur Verfügung ste- hen.
Einzelheiten des Beteiligungsverfahrens können im Wege einer Verwaltungsvereinbarung geregelt werden.
Bei den Jobcentern erübrigt sich die Übersendung des Stellenangebotes, da diese uneinge-
schränkten Zugriff auf VerBIS und somit auf alle gespeicherten Stellenangebote haben, auf
die Vermittlungsvorschläge unterbreitet werden können. DA 1.39.213 gilt entsprechend.
(1) Bei beabsichtigter Beschäftigung von zustimmungspflichtigen ausländischen Arbeitneh-
mern ist vom Arbeitgeber nachzuweisen, dass Bemühungen, bevorrechtigte Arbeitnehmer zu gewinnen, über einen angemessenen Zeitraum erfolglos geblieben sind.
Dieser Nachweis kann nach der Rechtsprechung insbesondere durch die Erteilung eines Vermittlungsauftrages (Stellenangebotes) erbracht werden.
Lehnt der Arbeitgeber die Erteilung eines Vermittlungsauftrages ab, ist er schriftlich über fol- gende Punkte zu informieren:
a. Schriftlicher Hinweis an den Arbeitgeber über den Prüfungsauftrag der Bundes- agentur für Arbeit nach § 39 AufenthG.
b. Aufforderung zur Abgabe einer Stellenbeschreibung
c. Ergibt die Arbeitsmarktprüfung, dass bevorrechtigte Arbeitnehmer zur Verfügung stehen, kann eine Zustimmung nicht erteilt werden. Er ist darüber zu beraten, dass mit Erteilung eines Vermittlungsauftrags Vermittlungsvorschläge unterbreitet wer- den können.
Im Fall der Nichtbeachtung sind alle nach Aktenlage für die vorgesehene Beschäftigung in Frage kommenden bevorrechtigten Arbeitnehmer zu berücksichtigen. Bevorrechtigte Arbeit- nehmer stehen auch dann zur Verfügung, wenn sie nur mit Förderung der Agentur für Arbeit vermittelt werden können.
Die Zustimmung kann nicht erteilt werden, wenn die Besetzung des freien Arbeitsplatzes durch geeignete bevorrechtigte Arbeitnehmer zwar möglich wäre, dies aber vom Arbeitgeber abgelehnt wird.
(2) Liegen offensichtliche Anhaltspunkte vor, dass die mögliche Einstellung eines bevorrech- tigten Arbeitnehmers durch sachlich und objektiv nicht gerechtfertigte Anforderungen an die Besetzung der Stelle verhindert werden soll, (z. B. Sprachkenntnisse, übertriebene Berufser- fahrungen u. a.) wird die Zustimmung nicht erteilt.
(3) Bei einer Entscheidung nach § 39 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 Buchstabe b AufenthG ist intensiv zu prüfen, ob
a. örtlich, bundesweit und ggf. europaweit geeignete bevorrechtigte Arbeitnehmer zur Verfügung stehen,
b. mit Förderung der Agentur für Arbeit Beschäftigungsmöglichkeiten für Arbeitneh- mer eröffnet werden können,
c. für berufsübergreifende Tätigkeiten Bewerber zur Verfügung stehen.
Stehen für die Stelle geeignete bevorrechtigte Arbeitnehmer zur Verfügung, sind diese dem Arbeitgeber vorzuschlagen. Die Vermittlungsbemühungen sind zu dokumentieren. Das gilt auch dann, wenn sich der Ausländer die Stelle selbst gesucht hat. Über die Anfrage auf Zu- stimmung ist erst dann zu entscheiden, wenn die Ergebnisse zu den Vermittlungsvorschlä- gen vorliegen.
Die Dauer der Arbeitsmarktprüfung hat sich am Anforderungsprofil des Stellenangebots
Der Arbeitgeber ist darauf hinzuweisen, dass er den Entscheidungsprozess erheblich ver-
(SteA), dem damit verbundenen Umfang der Vermittlungsbemühungen und dem gesetzli-
chen Auftrag einer wirksamen Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu orientieren. Eine Min- destprüffrist ist nicht vorgesehen.
kürzen kann, wenn er der Bundesagentur für Arbeit die erforderlichen Angaben macht.
Das ausschließliche Interesse eines Arbeitgebers, einen bestimmten Ausländer zu beschäf-
tigen, reicht für die Erteilung der Zustimmung nicht aus. Andernfalls würde der gesetzliche
Einstellung eines
Vorrang deutscher Arbeitnehmer sowie bevorrechtigter Ausländer unterlaufen (vgl. BSG,
Urteil vom 10.10.1978 -7/12 RAr 39/77).
Eine Zustimmung kann jedoch erteilt werden, wenn der Arbeitgeber aus besonderen, ob- jektiv und sachlich gerechtfertigten Gründen, die in seinem individuellen Geschäftsinte- resse liegen, die Beschäftigung eines bestimmten Ausländers anstrebt und wenn durch die Nichterteilung der Zustimmung für diesen Ausländer eine Entlastung des Arbeitsmarktes für bevorrechtigte Arbeitnehmer nicht eintreten kann.
Der AG-S kann Dritte zur Beurteilung einschalten. Die Prüfung ist im Rahmen pflichtgemä- ßen Ermessens durchzuführen. Das Prüfungsergebnis ist als Entscheidungsgrundlage zu dokumentieren und dem zuständigen AE- Team schnellstmöglich zuzuleiten.
Die Zustimmung ist nicht zu erteilen, wenn
• sich durch die Beschäftigung des Ausländers nachteilige Wirkungen auf den Ar-
Nichterteilung der
beitsmarkt ergeben, bzw.
• nach Einzelfallprüfung Deutsche bzw. Ausländer, die diesen hinsichtlich der Beschäf- tigungsaufnahme rechtlich gleichgestellt sind, zur Verfügung stehen.