Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=25.06.1992&Aktenzeichen=I%20ZR%20120/90
Timestamp: 2020-07-10 07:31:48
Document Index: 337255575

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 714', '§ 1', '§ 714', '§ 675', '§ 705', '§ 714', '§ 1', 'BGH', '§ 13', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', '§ 714', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 60', '§ 714', '§ 615', '§ 705', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 17']

BGH, 25.06.1992 - I ZR 120/90 - dejure.org
https://dejure.org/1992,667
BGH, 25.06.1992 - I ZR 120/90 (https://dejure.org/1992,667)
BGH, Entscheidung vom 25.06.1992 - I ZR 120/90 (https://dejure.org/1992,667)
BGH, Entscheidung vom 25. Juni 1992 - I ZR 120/90 (https://dejure.org/1992,667)
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Haftungsbeschränkung bei Anwälten
§§ 1, 3 UWG;
GbR, § 714 BGB, 'versteckte Angabe' im Briefkopf
Begrenzung der Haftung auf das Gesellschaftsvermögen der Sozietät - Rechtliche Zulässigkeit einer Haftungsbeschränkung - Wettbewerbswidrigkeit der Bezeichnung "Gesellschaft des bürgerlichen Rechts mit beschränkter Haftung"
UWG § 1; BGB § 714
Wettbewerbswidrigkeit der Benutzung eines Anwaltsbriefbogens mit Haftungsbeschränkungshinweis am unteren Rand ("Haftungsbeschränkung bei Anwälten")
Zur Haftungsbeschränkung bei Anwälten
BGB § 675, § 705, § 714; UWG § 1
Berufsrecht; Haftungsbeschränkung bei Anwälten
NJW 1992, 3037
ZIP 1992, 1500
MDR 1992, 1086
GRUR 1993, 834
VersR 1992, 1470
VersR 1992, 1471
WM 1992, 1964
BB 1992, 2026
DB 1992, 2083
AnwBl 1993, 37
Die Beklagten können ergänzend zur Bedeutung des Gesellschaftsvertrages bezüglich ihrer Haftung vortragen (vgl. dazu BGH, Urteil vom 25. Juni 1992 - I ZR 120/90, NJW 1992, 3037, 3038).
Die Klagebefugnis der Kläger folgt aus § 13 Abs. 2 Nr. 2 UWG (…vgl. für eine Rechtsanwaltskammer: BGH, Urt. v. 13.3.2003 - I ZR 143/00, GRUR 2003, 886 = WRP 2003, 1103 - Erbenermittler; für einen Anwaltsverein: BGH, Urt. v. 25.6.1992 - I ZR 120/90, GRUR 1993, 834, 835 = WRP 1992, 706 - Haftungsbeschränkung bei Anwälten).
Eine andere Wertung kann auch der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 25.06.1992 (WRP 1992, 706 = NJW 1993, 3037 = GRUR 1993, 834 - Haftungsbeschränkung bei Anwälten) nicht entnommen werden, wo - in einem Verbandsprozess und ohne Bezugnahme auf Bestimmungen des damaligen AGB-Gesetzes oder den richterrechtlich entwickelten Rechtsbruchstatbestand - ein Verstoß gegen die Generalklausel des § 1 UWG a.F. für möglich gehalten worden ist, weil ein rechtlich unzutreffender Aufdruck auf dem Briefkopf einer Anwaltssozietät ("mit beschränkter Gesellschafterhaftung" bzw. "mit beschränkter Haftung") dazu geeignet gewesen sei, im späteren Regressfall eine unklare Situation entstehen zu lassen und die beklagten Anwälte in die Lage zu versetzen, sich auf die Beschränkung ihrer Haftung berufen zu können, weshalb die tatrichterliche Feststellung, dass dies zu Fehlvorstellungen der Mandanten führen könne, unbeanstandet blieb.
An der Vereinbarung der gesamtschuldnerischen Haftung der nach außen in Erscheinung tretenden Sozien der überörtlichen Anwaltsgemeinschaft ist jedenfalls so lange festzuhalten, so lange sich nicht durch eine - dem Gesetzgeber vorbehaltene (vgl. BGH, Urt. v. 25.06.1992 - I ZR 120/90, ZIP 1992, 1500, 1502 - Haftungsbeschränkung bei Anwälten) - Änderung der Haftungsstruktur der Anwaltsgesellschaften die Erwartungshaltung des rechtsuchenden Publikums hinsichtlich der persönlichen Haftung der in einer Sozietät zusammengeschlossenen Rechtsanwälte gewandelt hat.
Daraus folgt zugleich die gesamtschuldnerische Haftung der Mitglieder der überörtlichen Anwaltsgemeinschaft (§§ 714, 427 BGB, vgl. BGHZ 70, 247, 249; BGH, Urt. v. 25.06.1992 - I ZR 120/90, ZIP 1992, 1500, 1501 - Haftungsbeschränkung bei Anwälten).
Ein Anwalt, der ein Mandat annimmt, handelt regelmäßig namens der Sozietät, d.h. er verpflichtet nicht nur sich, sondern auch seine Sozien (BGH NJW 1992, 3037 = GRUR 1993, 834 - Haftungsbeschränkung bei Anwälten).
Das Berufungsgericht ist zunächst zu Recht davon ausgegangen, daß die Gestaltung und Verwendung des in Rede stehenden Briefkopfes ein werbendes Verhalten darstellt (vgl. BGHSt 37, 220, 222 [BGH 29.10.1990 - AnwSt R 11/90] = NJW 1991, 49; BGH, Urt. v. 25.06.1992 - I ZR 120/90, GRUR 1993, 834, 835 = WRP 1992, 706 - Haftungsbeschränkung bei Anwälten;… Urt. v. 05.05.1994 - I ZR 57/92, GRUR 1994, 736, 737 = WRP 1994, 613 - Intraurbane Sozietät;… Urt. v. 25.04.1996 - I ZR 106/94, GRUR 1996, 917, 918 = WRP 1996, 897 - Internationale Sozietät).
a) Die Gestaltung und Verwendung des in Rede stehenden Briefkopfes stellt ein werbendes Verhalten dar (…BGH, Urt. v. 29.10.1990 - AnwSt (R) 11/90, NJW 1991, 49; Urt. v. 25.6.1992 - I ZR 120/90, GRUR 1993, 834, 836 = WRP 1992, 706 - Haftungsbeschränkung bei Anwälten;… Urt. v. 5.5.1994 - I ZR 57/92, GRUR 1994, 736, 737 - Intraurbane Sozietät).
Nach einhelliger Ansicht kann jedoch die Haftung des BGB-Gesellschafters auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt werden, und zwar entweder durch Einzelvereinbarung mit dem Gläubiger oder durch entsprechende Beschränkung der Haftung im Gesellschaftsvertrag und Einschränkung der Vertretungsmacht der für die Gesellschaft handelnden Organe, jedenfalls dann, wenn diese Einschränkung den Gläubigern der Gesellschaft erkennbar ist (Urteile des BGH vom 25. Oktober 1984 VII ZR 2/84, Der Betrieb - DB - 1985, 432, für eine Bauherrengemeinschaft; vom 12. März 1990 II ZR 312/88, Betriebs-Berater - BB - 1990, 1085, und vom 25. Juni 1992 I ZR 120/90, Deutsches Steuerrecht - DStR - 1992, 1408; Friele, DB 1985, 2268;… Karsten Schmidt, a. a. O., § 60 III 2 c S. 1501;… Palandt/Thomas, BGB, 52. Aufl., § 714 Anm. 4).
Für den Anspruch aus § 615 BGB haften die Beklagten aufgrund ihrer Tätigkeit in der gemeinsam betriebenen Steuerberatersozietät als Gesamtschuldner in Rahmen einer bürgerlich-rechtlichen Gesellschaft, §§ 705 f., 421 BGB (BGH Urteil vom 17. Oktober 1989 - XI ZR 158/88 -, NJW 1990, 827, 828 [BGH 17.10.1989 - XI ZR 158/88];… ebenso für Steuerberater Gräfe/Lenzen/Rainer, Steuerberaterhaftung, 2. Aufl., Rz 38; für Rechtsanwaltssozietät BGH Urteil vom 4. Februar 1988 - IX ZR 20/87 - NJW 1988, 1973; BGH Urteil vom 25. Juni 1992 - I ZR 120/90 -, NJW 1992, 3037).
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