Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IVa%20ZB%2011/81
Timestamp: 2020-03-31 15:38:49
Document Index: 272457666

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 212', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 5', '§ 5', 'BGH']

BGH, 09.12.1981 - IVa ZB 11/81 - dejure.org
https://dejure.org/1981,1799
BGH, 09.12.1981 - IVa ZB 11/81 (https://dejure.org/1981,1799)
BGH, Entscheidung vom 09.12.1981 - IVa ZB 11/81 (https://dejure.org/1981,1799)
BGH, Entscheidung vom 09. Dezember 1981 - IVa ZB 11/81 (https://dejure.org/1981,1799)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1981,1799) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bei Vorliegen eines mit einem fehlerhaften Datum versehenen Empfangsbekenntnisses - Rechtsfolgen eines mit einem falschen Datum versehenen Empfangsbekenntnisses - Prüfung des Gerichts über die Möglichkeit einer Verzögerung ...
VersR 1982, 244
Richtigerweise hätte der Kläger die Eintragung einer am Datum des Empfangsbekenntnisses ausgerichteten Berufungsfrist verfügen müssen, denn für den Beginn der Frist kommt es nicht auf den Eingangsstempel auf der dem Rechtsanwalt zugestellten Urteilsausfertigung, sondern auf das auf dem Empfangsbekenntnis festgehaltene Zustellungsdatum an (vgl. BGH, Beschl. vom 9. Dezember 1981 - IVa ZB 11/81 - VersR 1982, 244, 245; vom 18. Dezember 1985 - I ZR 171/85 - VersR 1986, 468, 469; vom 13. März 1991 - XII ZB 22/91 - VersR 1992, 118, 119; Senatsbeschluß vom 7. März 1995 - VI ZR 362/95 - VersR 1996, 1170).
Das schließt freilich nicht den vom Beschwerdeführer zu führenden Nachweis aus, daß die Zustellung tatsächlich an einem anderen als dem im Empfangsbekenntnis angegebenen Tag bewirkt wurde (BGH, Beschl. vom 9. Dezember 1981 a.a.O.;… vom 21. September 1988 - IVa ZB 18/88 - BGHR ZPO § 212 a Empfangsbekenntnis 3).
Zwar hat der Bundesgerichtshof bereits mehrfach betont, daß abweichende Zeitangaben auf dem Eingangsstempel des zugestellten Titels einerseits und dem für den Beginn der Rechtsmittelfrist maßgeblichen Empfangsbekenntnis des Prozeßbevollmächtigten andererseits ein erhebliches Risiko für die Wahrung der Rechtsmittelfrist bedeuten (vgl. BGH Beschlüsse vom 29. Mai 1974 - IV ZB 6/74 = VersR 1974, 1001, 1002; vom 9. Dezember 1981 - IVa ZB 11/81 = VersR 1982, 244, 245).
BGH, 18.06.1986 - VIII ZB 19/86
Widereinsetzung in den vorigen Stand wegen Versäumung einer …
Ihnen oblag es demgemäß, dafür zu sorgen, daß der Zeitpunkt, in dem die Frist zu laufen begann, in ihrem Büro zuverlässig festgehalten wurde (vgl. BGH, Beschluß vom 9. Dezember 1981 - IVa ZB 11/81, VersR 1982, 244, 245 m.w.N.).
Dann hat er das Empfangsbekenntnis unterzeichnet, ohne kontrollieren zu können, ob das richtige Datum auf dem Urteil vermerkt war; das widersprach schon der in der Kanzlei geübten Handhabung (dazu, daß der Eingangsstempel auf dem zugestellten Schriftstück ohnehin nicht den Vermerk in den Handakten ersetzen kann, vgl. BGH, Beschluß vom 9. Dezember 1981 a.a.O.).
Die Anbringung des Eingangsstempels auf dem zugestellten Urteil durch das Büropersonal genügt nicht, zumal dieses Datum aus verschiedensten Gründen nicht mit dem Zustelldatum identisch zu sein braucht und überdies die Gefahr besteht, daß später eine Verwechselung mit dem Eingangsstempel auftritt, der auf einer nicht für den Fristenlauf maßgebenden vollstreckbaren Ausfertigung des Urteils angebracht ist (vgl. BGH, Beschlüsse vom 12. März 1969 - IV ZB 3/69 - NJW 1969, 1297, 1298 [BGH 12.03.1969 - IV ZB 3/69]; vom 9. Dezember 1981 - IVa ZB 11/81 - VersR 1982, 244, 245; vom 2. Dezember 1986 - VI ZB 9/86 - VersR 1987, 564 sowie Senatsbeschluß vom 17. Oktober 1990 - XII ZB 73/90 - FamRZ 1991, 319 m.w.N.;… ebenso Borgmann/Haug, Anwaltshaftung 2. Aufl. S. 362 f).
Zustellung - Empfangsbekenntnis - Rechtsanwalt - Beweiskraft - Gegenbeweis - …
Das Berufungsgericht hat zutreffend erkannt, daß das von einem Rechtsanwalt unterzeichnete Empfangsbekenntnis vollen Beweis für das Datum der Zustellung erbringt, der Gegenbeweis jedoch - unter strengen Anforderungen - zulässig ist (vgl. zuletzt Senatsbeschluß vom 9. Dezember 1981 - IVa ZB 11/81 - VersR 1982, 244).
BFH, 04.12.1985 - II R 127/85
Ein solches Verfahren bot keine ausreichende Gewähr für die richtige und zuverlässige Eintragung der Frist im Fristenkontrollbuch, denn der angewiesene Bürovorsteher konnte sich leicht verhören, die Weisung verwechseln oder deren Ausführung im Drang der Geschäfte vergessen (vgl. Beschlüsse des BGH vom 20. März 1967 VII ZB 3/67, Versicherungsrecht 1967, 507; vom 9. Dezember 1981 IV a ZB 11/81, Steuerrechtsprechung in Karteiform -StRK -, Verwaltungszustellungsgesetz (VwZG), § 5, Rechtsspruch 27; vom 18. November 1982 VII ZB 24/82, StRK, VwZG § 5, Rechtsspruch 28; vom 11. März 1980 X ZB 4/80, NJW 1980, 1846, und vom 9. Mai 1980 I ZR 89/79, NJW 1980, 1846, Nr. 10).
Der Eingangsstempel kann jedoch den erforderlichen Vermerk des Zustellungsdatums in den Handakten nicht ersetzen (vgl. BGH, Beschluß vom 9. Dezember 1981 - IV a ZB 11/81 - VersR 1982, 244 m.weit.Nachw.).