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Timestamp: 2019-08-23 20:29:08
Document Index: 109505859

Matched Legal Cases: ['Art. 3', 'Art. 3', '§ 87', '§ 20', '§ 20', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 20', 'Art. 3', '§ 15', '§ 20', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 8', 'Art. 8', '§ 15', '§ 20', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 11', 'BGH', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'Art. 2', 'EuG', 'EuG', 'Art. 2', 'EuG', 'EuG', 'Art. 8', 'Art. 8', 'EuG', 'Art. 2', 'EuG', '§ 20', 'BGH', 'EuG', 'EuG']

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Der Bun­des­ge­richts­hof hat dem Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on wird zur Aus­le­gung von Art. 3 Abs. 1 der Richt­li­nie 2001/​29/​EG des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 22. Mai 2001 zur Har­mo­ni­sie­rung bestimm­ter Aspek­te des Urhe­ber­rechts und der ver­wand­ten Schutz­rech­te in der Infor­ma­ti­ons­ge­sell­schaft (ABl. Nr. L 167 vom 22. Juni 2001, S. 10) fol­gen­de Fra­ge zur Vor­ab­ent­schei­dung vor­ge­legt:
Umfasst der Begriff der öffent­li­chen Wie­der­ga­be im Sin­ne von Art. 3 Abs. 1 der Richt­li­nie 2001/​29/​EG die draht­ge­bun­de­ne Wei­ter­sen­dung eines durch Rund­funk gesen­de­ten Wer­kes, wenn die ursprüng­li­che Sen­dung im Sen­de­ge­biet auch draht­los emp­fan­gen wer­den kann, das Werk an die Besit­zer von Emp­fangs­ge­rä­ten wei­ter­ge­sen­det wird, die die Sen­dung allein oder im pri­va­ten bzw. fami­liä­ren Kreis emp­fan­gen, und die Wei­ter­sen­dung durch ein ande­res als das ursprüng­li­che Sen­de­un­ter­neh­men zu Erwerbs­zwe­cken vor­ge­nom­men wird?
Das Sen­de­un­ter­neh­men hat nach § 87 Abs. 1 Nr. 1 Fall 1 UrhG das aus­schließ­li­che Recht, sei­ne Funk­sen­dung wei­ter­zu­sen­den. Das Sen­de­recht umfasst das Recht zur Kabel­wei­ter­sen­dung (vgl. § 20 UrhG), also das Recht, die Funk­sen­dung im Rah­men eines zeit­gleich, unver­än­dert und voll­stän­dig wei­ter­über­tra­ge­nen Pro­gramms durch Kabel­sys­te­me oder Mikro­wel­len­sys­te­me wei­ter­zu­sen­den (§ 20b Abs. 1 Satz 1 UrhG). Das Sen­de­recht ist ein beson­de­rer Fall des Rechts der öffent­li­chen Wie­der­ga­be (vgl. § 15 Abs. 2 Satz 2 Nr. 3 UrhG), also des aus­schließ­li­chen Rechts des Urhe­bers, sein Werk in unkör­per­li­cher Form öffent­lich wie­der­zu­ge­ben (vgl. § 15 Abs. 2 Satz 1 UrhG).
Zwi­schen den Par­tei­en besteht kein Streit dar­über, dass die Klä­ge­rin die Funk­sen­dun­gen pri­va­ter Sen­de­un­ter­neh­men, deren Leis­tungs­schutz­rech­te die Beklag­te wahr­nimmt, im Rah­men eines zeit­gleich, unver­än­dert und voll­stän­dig wei­ter­über­tra­ge­nen Pro­gramms durch Kabel­sys­te­me an End­ab­neh­mer wei­ter­lei­tet. Frag­lich ist allein, ob es sich dabei um eine öffent­li­che Wie­der­ga­be im Sin­ne der § 15 Abs. 2 Satz 1 und 2 Nr. 3, § 20 UrhG han­delt.
Die Ant­wort auf die­se Fra­ge hängt von der Aus­le­gung des Art. 3 Abs. 1 der Richt­li­nie 2001/​29/​EG ab. Die hier in Rede ste­hen­den Rege­lun­gen der § 15 Abs. 2 Satz 1 und 2 Nr. 3, § 20 UrhG, wonach dem Urhe­ber das aus­schließ­li­che Recht zusteht, sein Werk durch Kabel­funk der Öffent­lich­keit zugäng­lich zu machen und damit öffent­lich wie­der­zu­ge­ben, set­zen einen Teil der Bestim­mung des Art. 3 Abs. 1 der Richt­li­nie 2001/​29/​EG um, nach der die Mit­glied­staa­ten vor­se­hen, dass den Urhe­bern das aus­schließ­li­che Recht zusteht, die draht­ge­bun­de­ne oder draht­lo­se öffent­li­che Wie­der­ga­be ihrer Wer­ke ein­schließ­lich der öffent­li­chen Zugäng­lich­ma­chung der Wer­ke in der Wei­se zu erlau­ben oder zu ver­bie­ten, dass sie Mit­glie­dern der Öffent­lich­keit von Orten und zu Zei­ten ihrer Wahl zugäng­lich sind. Die natio­na­len Rege­lun­gen sind daher richt­li­ni­en­kon­form aus­zu­le­gen.
Im Streit­fall stellt sich aller­dings nicht die Fra­ge, ob Urhe­bern das aus­schließ­li­che Recht zusteht, die draht­ge­bun­de­ne öffent­li­che Wie­der­ga­be ihrer Wer­ke zu erlau­ben oder zu ver­bie­ten; zu ent­schei­den ist viel­mehr, ob Sen­de­un­ter­neh­men ein sol­ches Recht hin­sicht­lich ihrer Sen­dun­gen zusteht.
Die letzt­ge­nann­te Fra­ge ist weder durch Art. 3 Abs. 1 der Richt­li­nie 2001/​29/​EG noch sonst durch das Uni­ons­recht gere­gelt. Nach Art. 3 Abs. 2 Buchst. d der Richt­li­nie 2001/​29/​EG sehen die Mit­glied­staa­ten für Sen­de­un­ter­neh­men das aus­schließ­li­che Recht vor, zu erlau­ben oder zu ver­bie­ten, dass die Auf­zeich­nun­gen ihrer Sen­dun­gen öffent­lich zugäng­lich gemacht wer­den. Gemäß Art. 8 Abs. 3 der Richt­li­nie 2006/​115/​EG zum Ver­miet­recht und Ver­leih­recht sowie zu bestimm­ten dem Urhe­ber­recht ver­wand­ten Schutz­rech­ten im Bereich des geis­ti­gen Eigen­tums1 sehen die Mit­glied­staa­ten für Sen­de­un­ter­neh­men fer­ner das aus­schließ­li­che Recht vor, die draht­lo­se Wei­ter­sen­dung ihrer Sen­dun­gen sowie die öffent­li­che Wie­der­ga­be ihrer Sen­dun­gen, wenn die betref­fen­de Wie­der­ga­be an Orten statt­fin­det, die der Öffent­lich­keit gegen Zah­lung eines Ein­tritts­gel­des zugäng­lich sind, zu erlau­ben oder zu ver­bie­ten. Nach Art. 8 Abs. 1 der Richt­li­ne 93/​83/​EWG zur Koor­di­nie­rung bestimm­ter urhe­ber- und leis­tungs­schutz­recht­li­cher Vor­schrif­ten betref­fend Satel­li­ten­rund­funk und Kabel­wei­ter­ver­brei­tung2 sor­gen die Mit­glied­staa­ten dafür, dass die Kabel­wei­ter­ver­brei­tung von Rund­funk­sen­dun­gen aus ande­ren Mit­glied­staa­ten in ihrem Staats­ge­biet unter Beach­tung der anwend­ba­ren Urhe­ber­rech­te und ver­wand­ten Schutz­rech­te und auf der Grund­la­ge indi­vi­du­el­ler oder kol­lek­ti­ver Ver­trä­ge zwi­schen den Urhe­ber­rechts­in­ha­bern, den Leis­tungs­schutz­be­rech­tig­ten und den Kabelun­ter­neh­men erfolgt.
Das Uni­ons­recht stellt es den Mit­glied­staa­ten aller­dings frei, die­se Fra­ge in ihrem natio­na­len Recht zu regeln. Die Richt­li­nie 2006/​115/​EG gestat­tet den Mit­glied­staa­ten, für Inha­ber von ver­wand­ten Schutz­rech­ten einen wei­ter­rei­chen­den Schutz vor­zu­se­hen, als er in die­ser Richt­li­nie hin­sicht­lich der öffent­li­chen Sen­dung und Wie­der­ga­be vor­ge­schrie­ben ist (Erwä­gungs­grund 16 der Richt­li­nie 2006/​115/​EG). Die Mit­glied­staa­ten kön­nen daher für Sen­de­un­ter­neh­men das aus­schließ­li­che Recht vor­se­hen, die draht­ge­bun­de­ne Wei­ter­sen­dung ihrer Sen­dun­gen sowie die öffent­li­che Wie­der­ga­be ihrer Sen­dun­gen, auch wenn die betref­fen­de Wie­der­ga­be nicht an Orten statt­fin­det, die der Öffent­lich­keit gegen Zah­lung eines Ein­tritts­gel­des zugäng­lich sind, zu erlau­ben oder zu ver­bie­ten3.
Eine uni­ons­rechts­kon­for­me Aus­le­gung der § 15 Abs. 2 Satz 1 und 2 Nr. 3, § 20 UrhG ist jedoch wegen des Gebots der ein­heit­li­chen Aus­le­gung des natio­na­len Rechts erfor­der­lich. Danach kann nach dem inner­staat­li­chen Recht eine für bestimm­te Sach­ver­hal­te gebo­te­ne richt­li­ni­en­kon­for­me Aus­le­gung auf nicht von der Richt­li­nie erfass­te Kon­stel­la­tio­nen zu erstre­cken sein, wenn der natio­na­le Gesetz­ge­ber die bei­den Fall­ge­stal­tun­gen par­al­lel regeln woll­te4. So ver­hält es sich hier. Der Begriff der öffent­li­chen Wie­der­ga­be ist daher im Zusam­men­hang mit den aus­schließ­li­chen Nut­zungs­rech­ten der Urhe­ber einer­seits und der Leis­tungs­schutz­be­rech­tig­ten ande­rer­seits über­ein­stim­mend aus­zu­le­gen5.
Im Streit­fall stellt sich die Fra­ge, ob der Begriff der öffent­li­chen Wie­der­ga­be im Sin­ne von Art. 3 Abs. 1 der Richt­li­nie 2001/​29/​EG die draht­ge­bun­de­ne Wei­ter­sen­dung eines durch Rund­funk gesen­de­ten Wer­kes umfasst, wenn die ursprüng­li­che Sen­dung im Sen­de­ge­biet auch draht­los emp­fan­gen wer­den kann, das Werk an die Besit­zer von Emp­fangs­ge­rä­ten wei­ter­ge­sen­det wird, die die Sen­dung allein oder im pri­va­ten bzw. fami­liä­ren Kreis emp­fan­gen, und die Wei­ter­sen­dung durch ein ande­res als das ursprüng­li­che Sen­de­un­ter­neh­men zu Erwerbs­zwe­cken vor­ge­nom­men wird. Die­se Fra­ge erscheint auch unter Berück­sich­ti­gung der Recht­spre­chung des Gerichts­hofs zum Begriff der öffent­li­chen Wie­der­ga­be im Sin­ne von Art. 3 Abs. 1 der Richt­li­nie 2001/​29/​EG nicht hin­rei­chend geklärt. Der Bun­des­ge­richts­hof neigt dazu, die­se Fra­ge zu beja­hen.
Der Gerichts­hof hat ent­schie­den, dass der Begriff der öffent­li­chen Wie­der­ga­be im Sin­ne von Art. 3 Abs. 1 der Richt­li­nie 2001/​29/​EG die Ver­brei­tung einer Sen­dung über Fern­seh­ap­pa­ra­te in Hotel­zim­mern für Gäs­te des Hotels6 und die Über­tra­gung durch Rund­funk gesen­de­ter Wer­ke über einen Fern­seh­bild­schirm und Laut­spre­cher in einer Gast­wirt­schaft für deren Gäs­te7 umfasst.
Dazu hat der Gerichts­hof aus­ge­führt, sol­che Tätig­kei­ten sei­en kein blo­ßes tech­ni­sches Mit­tel zur Gewähr­leis­tung oder Ver­bes­se­rung des Emp­fangs der ursprüng­li­chen Sen­dung in ihrem Sen­de­be­reich, son­dern Hand­lun­gen, ohne die die Gäs­te nicht in den Genuss der aus­ge­strahl­ten Wer­ke kom­men könn­ten, obwohl sie sich im Sen­de­ge­biet auf­hiel­ten. Er hat die­se Tätig­kei­ten des­halb als Wie­der­ga­be – und nicht als Emp­fang – der Sen­dung ein­ge­stuft8.
Eine öffent­li­che Wie­der­ga­be im Sin­ne von Art. 3 Abs. 1 der Richt­li­nie 2001/​29/​EG setzt nach der Recht­spre­chung des Gerichts­hofs unter Umstän­den, wie sie den jewei­li­gen Aus­gangs­ver­fah­ren zugrun­de lie­gen, fer­ner vor­aus, dass das durch Rund­funk gesen­de­te Werk für ein neu­es Publi­kum über­tra­gen wird, also für ein Publi­kum, das der Urhe­ber des Wer­kes nicht berück­sich­tig­te, als er des­sen Nut­zung zur Wie­der­ga­be zustimm­te. Ein Urhe­ber, der die Sen­dung sei­nes Wer­kes durch Rund­funk erlaubt, zieht nach Ansicht des Gericht­hofs grund­sätz­lich nur die Besit­zer von Emp­fangs­ge­rä­ten als Publi­kum in Betracht, die die Sen­dung allein oder im pri­va­ten bzw. fami­liä­ren Kreis emp­fan­gen. Der Besit­zer eines Emp­fangs­ge­rä­tes, der – wie der Betrei­ber des Hotels oder der Inha­ber der Gast­wirt­schaft in den dem Gerichts­hof vor­ge­leg­ten Ver­fah­ren – ein zusätz­li­ches Publi­kum in die Lage ver­setzt, das Werk anzu­hö­ren oder anzu­se­hen, gibt das Werk danach für ein neu­es Publi­kum wie­der9.
Der Gerichts­hof hat es schließ­lich als uner­heb­lich ange­se­hen, ob eine Wie­der­ga­be – wie die Über­tra­gung eines durch Rund­funk gesen­de­ten Wer­kes in Hotel­zim­mern oder in einer Gast­wirt­schaft – Erwerbs­zwe­cken dient10.
Nach die­sen Maß­stä­ben könn­te eine Kabel­wei­ter­sen­dung unter Umstän­den, wie sie dem Streit­fall zugrun­de lie­gen, als ein blo­ßes tech­ni­sches Mit­tel zur Gewähr­leis­tung oder Ver­bes­se­rung des Emp­fangs der ursprüng­li­chen Sen­dung in ihrem Sen­de­be­reich – und nicht als Wie­der­ga­be der Sen­dung – anzu­se­hen sein, da die Emp­fän­ger sich im Sen­de­ge­biet auf­hal­ten und das aus­ge­strahl­te Werk dort auch draht­los emp­fan­gen kön­nen. Soweit die gesen­de­ten Wer­ke an die Besit­zer von Emp­fangs­ge­rä­ten über­tra­gen wer­den, die die Sen­dung allein oder im pri­va­ten bzw. fami­liä­ren Kreis emp­fan­gen, erscheint es dar­über hin­aus des­halb frag­lich, ob eine der­ar­ti­ge Kabel­wei­ter­sen­dung die Vor­aus­set­zun­gen einer öffent­li­chen Wie­der­ga­be erfüllt, weil die Wer­ke mög­li­cher­wei­se nicht für ein neu­es Publi­kum im Sin­ne der Recht­spre­chung des Gerichts­hofs wie­der­ge­ge­ben wer­den. Nach einer frü­her ver­brei­te­ten Ansicht greift die Kabel­wei­ter­lei­tung der draht­los aus­ge­strahl­ten Sen­dung eines Sen­de­un­ter­neh­mens inner­halb sei­nes Ver­sor­gungs­be­reichs nicht in das Sen­de­recht ein11.
Nach Auf­fas­sung des Bun­des­ge­richts­hofs ist es für den Tat­be­stand der öffent­li­chen Wie­der­ga­be ohne Belang, ob die Kabel­wei­ter­über­tra­gung einer Rund­funk­sen­dung im Ver­sor­gungs­be­reich des ursprüng­li­chen Sen­de­un­ter­neh­mens statt­fin­det12. Wird ein durch Rund­funk gesen­de­tes Werk von einem ande­ren als dem ursprüng­li­chen Sen­de­un­ter­neh­men zu Erwerbs­zwe­cken über Kabel wei­ter­über­tra­gen, liegt dar­in nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs viel­mehr auch dann eine öffent­li­che Wie­der­ga­be im Sin­ne von Art. 3 Abs. 1 der Richt­li­nie 2001/​29/​EG, wenn die ursprüng­li­che Sen­dung im Sen­de­ge­biet auch draht­los emp­fan­gen wer­den kann und das Werk an die Besit­zer von Emp­fangs­ge­rä­ten wei­ter­über­tra­gen wird, die die Sen­dung allein oder im pri­va­ten bzw. fami­liä­ren Kreis emp­fan­gen.
Die Urhe­ber von Wer­ken der Lite­ra­tur und Kunst genie­ßen nach Art. 11bis Abs. 1 Nr. 2 RBÜ das aus­schließ­li­che Recht, jede öffent­li­che Wie­der­ga­be des durch Rund­funk gesen­de­ten Werks mit oder ohne Draht zu erlau­ben, wenn die­se Wie­der­ga­be von einem ande­ren als dem ursprüng­li­chen Sen­de­un­ter­neh­men vor­ge­nom­men wird13. Der Begriff der öffent­li­chen Wie­der­ga­be soll nach Erwä­gungs­grund 23 der Richt­li­nie 2001/​29/​EG in einem wei­ten Sin­ne ver­stan­den wer­den. Ein sol­ches Ver­ständ­nis ist nach der Recht­spre­chung des Gerichts­hofs uner­läss­lich, um das Haupt­ziel der Richt­li­nie 2001/​29/​EG zu errei­chen, das gemäß den Erwä­gungs­grün­den 9 und 10 die­ser Richt­li­nie dar­in besteht, ein hohes Schutz­ni­veau für die Urhe­ber und die Leis­tungs­schutz­be­rech­tig­ten zu errei­chen und die­sen damit zu ermög­li­chen, unter ande­rem bei einer öffent­li­chen Wie­der­ga­be eine ange­mes­se­ne Ver­gü­tung für die Nut­zung ihrer Wer­ke zu erhal­ten14. Die Vor­aus­set­zun­gen einer öffent­li­chen Wie­der­ga­be soll­ten daher bereits dann erfüllt sein, wenn ein durch Rund­funk aus­ge­strahl­tes Werk von einem ande­ren als dem ursprüng­li­chen Sen­de­un­ter­neh­men zu Erwerbs­zwe­cken über Kabel wei­ter­ge­sen­det wird.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. August 2012 – I ZR 44/​10
kodi­fi­zier­te Fas­sung; ABl. Nr. L 376 vom 12.12.2006, S. 28↩
ABl. Nr. L 248 vom 27.09.1993, S. 15↩
vgl. v. Lewin­ski in Walter/​v. Lewin­ski, European Copy­right Law [2010], Rn.06.08.28 und 6.08.31↩
vgl. BGH, Urteil vom 23.11.2011 – VIII ZR 203/​10, NJW-RR 2012, 674 Rn. 26 mwN↩
v. Lewinski/​Walter in Walter/​v. Lewin­ski, European Copy­right Law [2010], Rn. 11.03.46↩
EuGH, Urteil vom 07.12.2006 – C‑306/​05, Slg. 2006, I‑11519 = GRUR 2007, 225 Rn. 47 – SGAE/​Rafael; Beschluss vom 18.03.2010 – C‑136/​09, MRInt 2010, 123 Rn. 39 – OSDD/​Divani Akro­po­lis↩
EuGH, Urteil vom 04.10.2011 – C‑403/​08 und C‑429/​08, GRUR 2012, 156 Rn.207 = WRP 2012, 434 – Foot­ball Asso­cia­ti­on Pre­mier League und Mur­phy↩
vgl. EuGH, GRUR 2007, 225 Rn. 42 – SGAE/​Rafael; MRInt 2010, 123 Rn. 38 – OSDD/​Divani Akro­po­lis; GRUR 2012, 156 Rn.194 bis 196 – Foot­ball Asso­cia­ti­on Pre­mier League und Mur­phy; vgl. zum Begriff der öffent­li­chen Wie­der­ga­be im Sin­ne von Art. 2 der Richt­li­nie 93/​83/​EWG: EuGH, Urteil vom 13.10.2011 – C‑431/​09 und C‑432/​09, GRUR Int.2011, 1058 Rn. 74 und 79 – Air­field u.a./Sabam↩
vgl. EuGH, GRUR 2007, 225 Rn. 41 f. – SGAE/​Rafael; MRInt 2010, 123 Rn. 37 f. – OSDD/​Divani Akro­po­lis; GRUR 2012, 156 Rn.197 bis 199 – Foot­ball Asso­cia­ti­on Pre­mier League und Mur­phy; vgl. zu Art. 2 der Richt­li­nie 93/​83/​EWG EuGH, GRUR Int.2011, 1058 Rn. 72 und 76 – Air­field u.a./Sabam↩
vgl. EuGH, GRUR 2007, 225 Rn. 44 – SGAE/​Rafael; GRUR 2012, 156 Rn.204 bis 206 – Foot­ball Asso­cia­ti­on Pre­mier League und Mur­phy; vgl. zum Begriff der öffent­li­chen Wie­der­ga­be im Sin­ne von Art. 8 Abs. 2 der Richt­li­nie 92/​100/​EWG [jetzt Art. 8 Abs. 2 der Richt­li­nie 2006/​115/​EG] EuGH, Urtei­le vom 15.03.2012 – C‑135/​10, GRUR 2012, 593 Rn. 88 bis 91 = WRP 2012, 689 – SCF/​Del Cor­so und C‑162/​10, GRUR 2012, 597 Rn. 36 f. – PPL/​Irland; fer­ner zu Art. 2 der Richt­li­nie 93/​83/​EWG EuGH, GRUR Int.2011, 1058 Rn. 80 – Air­field u.a./Sabam↩
vgl. zum Streit­stand v. Ungern-Stern­berg in Schricker/​Loewenheim, Urhe­ber­recht, 4. Aufl., § 20 UrhG Rn. 32 ff.↩
vgl. BGH, Urteil vom 04.06.1987 – I ZR 117/​85, GRUR 1988, 206, 209 – Kabel­fern­se­hen II; Urteil vom 17.02.2000 – I ZR 194/​97, GRUR 2000, 699, 700 f. – Kabel­wei­ter­sen­dung↩
vgl. EuGH, GRUR 2007, 225 Rn. 40 – SGAE/​Rafael↩
vgl. EuGH, GRUR 2007, 225 Rn. 36 – SGAE/​Rafael↩
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