Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=12.03.1996&Aktenzeichen=XI%20ZR%20232%2F95
Timestamp: 2018-09-23 09:20:12
Document Index: 315552843

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 12.03.1996 - XI ZR 232/95 - dejure.org
Beratungsvertrag - Zustandekommen - Geschäftsbesorgung durch eine Bank
Keine Beratungspflicht der Bank bei gezieltem Auftrag des Kunden zum Kauf bestimmter Wertpapiere
Stillschweigender Abschluß eines Beratungsvertrages bei gezieltem Auftrag zum Kauf bestimmter Wertpapiere
Voraussetzungen für stillschweigenden Abschluß eines Beratungsvertrages; gefestigte Vorstellung vom Anlagegeschäft; Entwicklungslinie der Rechtsprechung
ZIP 1996, 872
MDR 1996, 702
WM 1996, 906
DB 1996, 1865
So hat der Bundesgerichtshof beispielsweise eine Beratungspflicht der Bank bei dem gezielten Auftrag des Kunden zum Kauf bestimmter Wertpapiere, die diesem von dritter Seite empfohlen worden waren, abgelehnt (BGH, Beschluss vom 12. März 1996 - XI ZR 232/95 - ZIP 1996, 872).
aa) Richtig ist allerdings, dass der Bundesgerichtshof Beratungspflichten der Bank bei dem gezielten Ankauf bestimmter Wertpapiere, der dem Kunden von dritter Seite empfohlen worden ist, abgelehnt hat (BGH; Beschluss vom 12.03.1996 - XI ZR 232/95, ZIP 1996, 872, zitiert nach juris, Rn. 4).
Ein stillschweigend abgeschlossener Beratungsvertrag kann aber dann nicht angenommen werden, wenn ein Kunde seiner Bank gezielt den Auftrag zum Kauf bestimmter Wertpapiere gibt, die ihm von einem Dritten empfohlen worden sind (BGH, Urt. v. 12.03.1996 - XI ZR 232/95).
Hier genügt die Bank oder Sparkasse ihren Beratungspflichten, wenn sie den Kunden über die von ihm in Betracht gezogenen Anlagemöglichkeiten richtig und vollständig informiert und auf sich etwa daraus ergebende Gefahren und Risiken hinweist (BGH NJW 1996, 1744, 1745).
Der Bundesgerichtshof, dessen Rechtsprechung der Senat folgt, hat bereits 1995 entschieden, dass die Annahme eines stillschweigend abgeschlossenen Beratungsvertrages nicht in Betracht kommt, wenn ein Kunde seiner Bank gezielt den Auftrag zum Kauf bestimmter Wertpapiere gibt, die ihm von einem Dritten empfohlen worden sind (vgl. BGH NJW 1996, 1744).
Zwar reduziert sich dann, wenn der Kunde bereits deutliche Vorstellungen über die gewünschte Anlage hat, der Umfang der geschuldeten Beratung (vgl. BGH NJW 1996, 1744), eine Beratung hat die Bank jedoch nach wie vor zu erbringen.