Source: https://www.rechtslupe.de/verwaltungsrecht/abschiebehaft-wegen-fluchtgefahr-3121601
Timestamp: 2020-01-21 15:24:18
Document Index: 196938720

Matched Legal Cases: ['Art. 28', 'Art. 2', '§ 2', '§ 2', '§ 62', '§ 2', '§ 2', '§ 50', 'BGH', 'BGH', '§ 62']

Abschie­be­haft – wegen Flucht­ge­fahr | Rechtslupe
Abschiebehaft - wegen Fluchtgefahr
Abschie­be­haft – wegen Flucht­ge­fahr
Im Anwen­dungs­be­reich der Dub­lin-III-Ver­ord­nung dür­fen die Mit­glied­staa­ten nach des­sen Art. 28 Abs. 2 eine Per­son in Haft neh­men, wenn eine erheb­li­che Flucht­ge­fahr besteht.
Flucht­ge­fahr ist nach Art. 2 Buch­sta­be n Dub­lin-III-Ver­ord­nung das Vor­lie­gen von Grün­den im Ein­zel­fall, die auf objek­ti­ven, gesetz­lich fest­ge­leg­ten Kri­te­ri­en beru­hen und zu der Annah­me Anlass geben, dass sich ein Antrag­stel­ler, ein Dritt­staats­an­ge­hö­ri­ger oder Staa­ten­lo­ser, gegen den ein Über­stel­lungs­ver­fah­ren läuft, die­sem Ver­fah­ren mög­li­cher­wei­se durch Flucht ent­zie­hen könn­te.
Der deut­sche Gesetz­ge­ber hat in § 2 Abs. 15 Auf­en­thG die Kri­te­ri­en für die Annah­me einer Flucht­ge­fahr nach der Dub­lin-III-Ver­ord­nung fest­ge­legt.
Die Rege­lung in § 2 Abs. 15 Satz 1 i.V.m. Abs. 14 Nr. 1 Auf­en­thG genügt den Anfor­de­run­gen der Ver­ord­nung. Dies hat der Bun­des­ge­richts­hof zu der Vor­schrift des § 62 Abs. 3 Nr. 2 Auf­en­thG ent­schie­den 1, der § 2 Abs. 14 Nr. 1 Auf­en­thG nach­ge­bil­det ist.
Die Vor­aus­set­zun­gen von § 2 Abs. 14 Nr. 1 Auf­en­thG lie­gen jedoch nicht bereits dann vor, wenn der Betrof­fe­ne sei­nen Auf­ent­halts­ort nach Ablauf der Aus­rei­se­frist nicht nur vor­über­ge­hend gewech­selt hat, ohne der zustän­di­gen Behör­de eine Anschrift anzu­ge­ben, unter der er erreich­bar ist. Die genann­te Vor­schrift setzt wei­ter vor­aus, dass der Betrof­fe­ne durch die Aus­län­der­be­hör­de auf die Anzei­ge­pflicht nach § 50 Abs. 4 Auf­en­thG und die ein­schnei­den­den Fol­gen ihrer Ver­let­zung in einer ihm ver­ständ­li­chen Spra­che hin­ge­wie­sen wor­den ist 2.
Straf­ur­teil – Urteils­grün­de – Beweis­wür­di­gung Die Beweis­wür­di­gung soll kei­ne umfas­sen­de Doku­men­ta­ti­on der Beweis­auf­nah­me ent­hal­ten, son­dern ledig­lich bele­gen, war­um bestimm­te bedeut­sa­me Umstän­de so fest­ge­stellt wor­den sind ((vgl. BGH, Beschlüs­se vom 04.10.2017…
vgl. BGH, Beschluss vom 20.10.2016 – V ZB 167/​1420; Beschluss vom 20.10.2016 – V ZB 106/​15 6; Beschluss vom 14.01.2016 – V ZB 178/​14, FGPrax 2016, 87 Rn. 6 ff. zu § 62 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 Auf­en­thG[↩]
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