Source: http://www.kanzlei-emrich.de/anwaltskanzlei-mannheim/posts/trennung---und-jetzt-45.php
Timestamp: 2018-12-15 07:23:21
Document Index: 207774908

Matched Legal Cases: ['§ 1361', '§ 1360', '§ 1361', '§ 1361', '§ 1629', '§ 1603', '§ 1379']

Trennung - Und Jetzt?
News >> Trennung und Trennungsfolgen
....Was ist zu tun, wenn ich nicht weiß, wo ich überhaupt anfangen soll?
Orientierung können Fachleute geben, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Menschen bei Trennung und Scheidung zu beraten und zu unterstützen.
- Ehe-, Familien und Lebensberatung der katholischen Gesamtkirchengemeinde D6, 9-11 , 68159 Mannheim Tel. 0621- 15 53 33
- Pro Familia, Deutsche Gesellschaft für Sexualberatung und Familienplanung, M 2, 14, 68161 Mannheim Tel. 0621 - 277 20 od 10 38 33
- Psychologische Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Caritas-Verbandes Mannheim e.V. D7,5, 68159 Mannheim, Tel. 0621 - 1250 600
- Psychologische Beratungsstelle für Erziehungs- Ehe- und Lebensfragen der Ev. Kirchengemeinde Mannheim M1,9a , 68161 Mannheim Tel. 0621 - 280 00 28 0
- Psychologische Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern der Stadt Mannheim :
MA- Mitte: D 7, 2 -4, 68159 Mannheim Tel. 0621 - 293 -8866
MA- Nord: Sandhofer Straße 22, 68305 Mannheim Tel. 0621 - 293 - 5530
MA-Süd: Relaisstraße 164, 68219 Mannheim Tel. 0621 - 293 - 6040
- Kinderschutzbund Mannheim, N3,7 68161 Mannheim Tel. 0621 - 22011
- Ehe-, Familien- und Lebensberatung, Albert -Saur-Straße 4, 69124 Heidelberg-Kirchheim Tel. 06221 - 24 171
Die Trennung wird dadurch eingeleitet, dass ein Ehegatte dem Anderen unmissverständlich zu verstehen gibt, dass er mit ihm nicht mehr zusammenleben will und entweder aus der Ehewohnung auszieht oder innerhalb der Ehewohnung die Trennung "von Tisch und Bett" vollzieht. Wichtig ist dabei, dass keine wechselseitigen Versorgungsleistungen mehr erbracht werden. Allein die Trennung der Schlafzimmer reicht nicht aus, um in der Wohnung eine Trennung herbeizuführen.
Sinnvoll ist es aus Beweisgründen, die Trennung dadurch zu manifestieren, dass die Eheleute entweder ein gemeinsames Schriftstück unterzeichnen, wonach beide bestätigen, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt die Trennung eingeleitet wurde oder der trennungswillige Ehegatte dem anderen Ehegatten ein Anwaltsschreiben zukommen lässt, um den Trennungszeitpunkt zu manfestieren.
Aber Vorsicht: ein solches Schreiben ersetzt die Trennung im Tatsächlichen nicht. Wenn nach Unterzeichnung des Schreibens alles beim Alten bleibt, liegt gleichwohl keine Trennung vor.
Welche rechtlichen Konsequenzen hat die Trennung?
Gemäß § 1361 b BGB gilt: Leben die Ehegatten voneinander getrennt oder will einer von ihnen getrennt leben, so kann dieser Ehegatte von dem anderen verlangen, dass ihm der andere die Ehewohnung ganz oder einen Teil zur alleinigen Nutzung überlasst, soweit dies unter Berücksichtigung der Belange des anderen Ehegatten notwendig ist, um eine unbillige Härte zu vermeiden. Ein unbillige Härte kann auch dann gegeben sein, wenn das Wohl der im Haushalt lebenden Kindern beeinträchtigt ist.
Bei der Wohnungszuweisung ist darauf abzustellen, ob ein erträgliches Auskommen der Familie unter einem Dach noch möglich ist. Ist dies nicht der Fall, dann haben die Bedürfnisse der Kinder an einer geordneten, ruhigen und entspannten Familiensituation Vorrang vor dem Bleiberecht des störenden Ehegatten.
2. Ehegattentrennungsunterhalt:
Während die Eheleute bei bestehender ehelicher Lebensgemeinschaft wechselseitig einen Anspruch haben, dass gemäß § 1360 BGB jeder Ehegatte nach dem Familienplan seine Leistung innerhalb der Ehe erbringt (Prinzip der Halbteilung) , sei es durch Arbeit, Haushaltsführung oder Vermögenseinsatz, wandelt sich dieser Anspruch nach erfolgter Trennung gemäß § 1361 BGB in einen Geldanspruch um. Dabei ist Abs. 2 des § 1361 BGB zu beachten: "Der unterhaltsberechtigte Ehegatte kann nur dann darauf verwiesen werden, seinen Unterhalt durch eine Erwerbstätigkeit selbst zu verdienen, wenn dies von ihm nach seinen persönlichen Verhältnissen, insbesondere wegen einer früheren Erwerbstätigkeit unter Berücksichtigung der Dauer der Ehe und nach den wirtschaftlichen Verhältnissen beider Ehegatten erwartet werden kann."
Wichtig: Dies bedeutet, dass eine nicht erwerbstätige Ehefrau im Trennungsjahr nicht verpflichtet ist, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen.
gemäß § 1629 Abs. 3 BGB kann ein Elternteil, bei dem ein Kind seinen überwiegenden Aufenthalt hat, gegen den anderen Elternteil die dem Kind zustehenden Unterhaltsansprüche nur in eigenem Namen geltend machen, wenn die Eheleute getrennt, jedoch noch nicht geschieden sind. Die Höhe der Kindesunterhaltsansprüche richten sich nach § 1603 Abs. 2 BGB ( Stichwort: Düsseldorfer Tabelle)
4. Vermögensrechtliche Auswirkungen:
Gemäß § 1379 Abs. 2 BGB gilt: Leben die Eheleute getrennt, kann jeder Ehegatte vom anderen Ehegatten Auskunft über den Stand des Vermögens zum Zeitpunkt der Trennung verlangen. Auch Belege für das Trennungsvermögen können verlangt werden.
5. Sorgerecht für die Kinder
Grundsätzlich bleibt das gemeinsame elterliche Sorgerecht für die Kinder auch nach Trennung und Scheidung erhalten. Lediglich kann bei Streitigkeiten über den Aufenthaltsort der Kinder ein gerichtliches Verfahren auf Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechtes eingeleitet werden, wenn die Eltern keine eigenverantwortliche Einigung über den Aufenthaltsort der Kinder erzielen können und auch durch Vermittlung des Jugendamtes keine Einigung herbeigeführt werden kann ( siehe hierzu auch die News zum "Sorgerecht" )
Leben die Kinder im Alltag bei einem Elternteil, muss der Umgang mit dem anderen Elternteil geregelt werden, wenn es den Eltern aufgrund der Trennung nicht möglich sein sollte, eine eigenverantwortliche Regelung auf der Elternebene zu treffen ( vgl. hierzu auch die News zum "Umgangsrecht")