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Timestamp: 2016-12-04 04:10:59
Document Index: 46293220

Matched Legal Cases: ['Art. 372', 'Art. 398', 'Art. 398', 'Art. 398', 'Art. 394', 'Art. 395', 'Art. 394', 'Art. 90', 'Art. 75', 'Art. 72', 'BGE', 'Art. 100', 'Art. 46', 'Art. 76', 'Art. 66', 'Art. 68']

5A_44/2015 (08.12.2015)
5A_44/2015 Urteil vom 8. Dezember 2015
A. Mit Beschluss vom 26. April 2010 errichtete die damals zuständige Vormundschaftsbehörde V.________ über A.A.________ (geb. 1989) eine Vormundschaft auf eigenes Begehren nach aArt. 372 ZGB und setzte B.________ als Vormundin ein. Am 24. Oktober 2011 erteilte die Vormundschaftsbehörde V.________ der Vormundin auf deren Begehren Prozessvollmacht mit Substitutionsbefugnis, um gegen den Vater von A.A.________ Klage auf Herausgabe des Kindesvermögens zu erheben. Diese Klage ist seit dem 28. Juni 2012 am Bezirksgericht March pendent und derzeit sistiert.
B. Am 27. April 2012 beantragte A.A.________ die Aufhebung der Vormundschaft. Mit Beschluss vom 3. September 2012 wies die Vormundschaftsbehörde V.________ das Begehren ab. Die dagegen von A.A.________ erhobene Beschwerde hiess der Regierungsrat des Kantons Schwyz mit Beschluss vom 11. Dezember 2012 gut, soweit darauf eingetreten werden konnte, und wies die Sache zu neuem Entscheid im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurück. Mit Inkrafttreten des revidierten Kindes- und Erwachsenenschutzrechts am 1. Januar 2013 ging die Zuständigkeit der Vormundschaftsbehörde V.________ auf die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) U.________ über, die über A.A.________ errichtete Vormundschaft wurde von Gesetzes wegen als umfassende Beistandschaft im Sinne von Art. 398 ZGB fortgeführt.
C. Nachdem die eingesetzte Vormundin B.________ nicht mehr für die Amtsbeistandschaft tätig war, ernannte die KESB U.________ am 24. April 2013 C.________ rückwirkend per 1. Januar 2013 zum neuen Beistand von A.A.________. Der Beistand wurde gestützt auf Art. 398 ZGB insbesondere beauftragt, A.A.________ bei der Regelung der persönlichen, finanziellen und administrativen Angelegenheiten zu vertreten. Die von A.A.________ gegen diesen Beschluss erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz am 22. Juli 2013 ab.
D. Mit Beschluss vom 20. August 2014 hob die KESB U.________ die für A.A.________ geführte umfassende Beistandschaft nach Art. 398 ZGB auf (Ziff. 1) und ordnete eine Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und Vermögensverwaltung nach Art. 394 i.V.m. Art. 395 ZGB an (Ziff. 2). Als Beistand wurde C.________ ernannt und bestätigt mit den Aufgaben, A.A.________ beim Erledigen der administrativen Angelegenheiten soweit nötig zu vertreten, insbesondere auch im Verkehr mit Behörden, Ämtern, Banken, Post, Sozialversicherungen und anderen Versicherungen, sonstigen Institutionen und Privatpersonen sowie im Rechtsverkehr (Ziff. 3 lit. a), ihn beim Erledigen der finanziellen Angelegenheiten zu vertreten, insbesondere das gesamte Einkommen und das gesamte Vermögen zu verwalten (Ziff. 3 lit. b), ihn als Kläger im Prozess betreffend die Herausgabe von Kindesvermögen gegen D.A.________ zu vertreten, wozu dem Beistand weiterhin Prozessvollmacht mit Substitutionsrecht erteilt wurde (Ziff. 3 lit. c), nötigenfalls Antrag auf Anpassung der behördlichen Massnahmen an veränderte Verhältnisse zu stellen (Ziff. 3 lit. d) und alle zwei Jahre den ordentlichen Rechenschaftsbericht und Rechnung mit Belegen der KESB U.________ einzureichen (Ziff. 3 lit. e). Gestützt auf Art. 394 Abs. 2 ZGB entzog die KESB U.________ A.A.________ hinsichtlich der Prozessführung in Bezug auf das sistierte Verfahren (Herausgabe von Kindesvermögen gegen D.A.________) vor dem Bezirksgericht March die Handlungsfähigkeit (Ziff. 4). Auf die Erhebung von Kosten wurde verzichtet (Ziff. 5).
E. Gegen diesen Beschluss erhob A.A.________ am 29. September 2014 beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Beschwerde und beantragte, Ziff. 3 lit. c und Ziff. 4 dieses Beschlusses seien aufzuheben. Mit Entscheid vom 27. November 2014 wies das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz, Kammer III, die Beschwerde ab (Ziff. 1). Verfahrenskosten wurden keine erhoben (Ziff. 2).
F. Mit Beschwerde in Zivilsachen vom 16. Januar 2015 beantragt A.A.________ (Beschwerdeführer) dem Bundesgericht, Ziff. 3 lit. c und Ziff. 4 des Beschlusses der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) U.________ vom 20. August 2014 seien aufzuheben, und es sei ihm für das vorinstanzliche Verfahren eine angemessene Entschädigung zuzusprechen.
1. Mit Beschwerde in Zivilsachen anfechtbar sind Endentscheide (Art. 90 BGG) einer letzten kantonalen Instanz (Art. 75 Abs. 1 BGG). Auch wenn sich die Beschwerde laut Rechtsbegehren - fälschlicherweise - gegen den erstinstanzlichen Entscheid der KESB U.________ richtet, so ergibt sich aus der Beschwerdebegründung, dass der Endentscheid der als letzten kantonalen Instanz entscheidenden Vorinstanz das Anfechtungsobjekt bildet. Die Vorinstanz hat über einen Teilaspekt der Anordnung einer Beistandschaft entschieden. Der Entscheid ist öffentlich-rechtlich, steht aber in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Zivilrecht (Art. 72 Abs. 2 lit. b Ziff. 6 BGG). Die Angelegenheit ist nicht vermögensrechtlicher Natur (Urteil 5A_702/2013 vom 10. Dezember 2013 E. 1, nicht publ. in: BGE 140 III 49). Die Beschwerde ist unter Berücksichtigung der Gerichtsferien rechtzeitig eingereicht worden (Art. 100 Abs. 1 i.V.m. Art. 46 Abs. 1 lit. c BGG). Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 76 Abs. 1 BGG). Auf die Beschwerde ist grundsätzlich einzutreten.
4. Die Beschwerde erweist sich damit als unbegründet und ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Entsprechend hat der Beschwerdeführer die Verfahrenskosten zu tragen. Eine Parteientschädigung ist nicht auszurichten (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 1 und 3 BGG).
3. Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der KESB U.________ und dem Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz schriftlich mitgeteilt.