Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=09.10.2008&Aktenzeichen=IX%20R%2060/05
Timestamp: 2019-11-17 00:08:17
Document Index: 356137238

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 54', '§ 17', '§ 32', '§ 255', '§ 32']

BFH, 09.10.2008 - IX R 60/05 - dejure.org
https://dejure.org/2008,5193
BFH, 09.10.2008 - IX R 60/05 (https://dejure.org/2008,5193)
BFH, Entscheidung vom 09.10.2008 - IX R 60/05 (https://dejure.org/2008,5193)
BFH, Entscheidung vom 09. Januar 2008 - IX R 60/05 (https://dejure.org/2008,5193)
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Auflösungsverlust nach § 17 EStG; Finanzierungsmaßnahmen eines Treugeber-Gesellschafters als nachträgliche Anschaffungskosten; Erkennbarkeit der Krise der Gesellschaft; Finanzierungsfolgenverantwortung des Gesellschafters bei Darlehensgewährung; § 54 EStDV beinhaltet keine ...
Finanzierungsmaßnahmen eines Treugebers als nachträgliche Anschaffungskosten; Finanzierungsfolgenvereinbarung des Gesellschafters in Fällen der Darlehensgewährung; Auflösungsverlust i.S. von § 17 EStG
BFH - VIII R 23/05
auch Darlehen des Gesellschafters an die Kapitalgesellschaft - z.B. sog. "Finanzplandarlehen" oder in der Krise der Gesellschaft (§ 32a Abs. 1 GmbHG) gewährte oder "stehen gelassene" Darlehen - die eigenkapitalersetzenden Charakter haben (ständige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteil vom 9.10.2008 IX R 60/05, a.a.O., BFH-Urteile vom 4. März 2008 IX R 78/06, BFHE 220, 446, BStBl II 2008, 575, und IX R 80/06, BFHE 220, 451, BStBl II 2008, 577).
Finanzierungsmaßnahmen führen mithin zu nachträglichen Anschaffungskosten, wenn sie als Ersatz für Eigenkapital zu betrachten und deshalb wie dieses gebunden sind (funktionales Eigenkapital; vgl. BFH-Urteil vom 9.10.2008 IX R 60/05, a.a.O.; BFH-Urteile vom 19. August 2008 IX R 63/05, BStBl II 2009, 5; vom 2. Oktober 1984 VIII R 36/83, BFHE 143, 228, BStBl II 1985, 320, m.w.N.).
Ob die Gesellschaft in eine Krise geraten ist, ist aufgrund einer Gesamtwürdigung der Umstände des Einzelfalls zu beurteilen (…vgl. z. B.: BFH-Urteil vom BFH-Urteil vom 12. Dezember 2000 VIII R 22/92, a. a. O.; BFH-Urteil vom 9. Oktober 2008 IX R 60/05, BFH/NV 2009, 897).
Zu den nachträglichen Anschaffungskosten (§ 255 Abs. 1 Satz 2 HGB) einer Beteiligung zählen auch durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasste, nachträgliche Aufwendungen auf die Beteiligung, insbesondere auch Darlehen des Gesellschafters an die Kapitalgesellschaft - z.B. sog. "Finanzplandarlehen" oder in der Krise der Gesellschaft (§ 32a Abs. 1 GmbHG in der im Streitjahr geltenden Fassung) gewährte oder "stehen gelassene" Darlehen - die eigenkapitalersetzenden Charakter haben (st. Rspr., z.B. BFH-Urteil vom 9.10.2008 IX R 60/05, BFH/NV 2009, 896; BFH-Urteile vom 4.3.2008 IX R 78/06, BFHE 220, 446, BStBl II 2008, 575, und IX R 80/06, BStBl II 2008, 577).
Finanzierungsmaßnahmen führen mithin zu nachträglichen Anschaffungskosten, wenn sie als Ersatz für Eigenkapital zu betrachten und deshalb wie dieses gebunden sind (funktionales Eigenkapital; vgl. BFH-Urteil vom 9.10.2008 IX R 60/05, BFH/NV 2009, 896; BFH-Urteile vom 19.8. 2008 IX R 63/05, BStBl II 2009, 5; vom 2.10.1984 VIII R 36/83, BStBl II 1985, 320, m.w.N.).
Zudem ist auch die Frage, ob die Gesellschaft in eine Krise geraten ist, aufgrund einer --nicht grundsätzlich bedeutsamen-- Gesamtwürdigung der Umstände des Einzelfalls (…vgl. BFH-Urteile vom 25. Mai 2011 IX R 54/10, BFH/NV 2011, 2029; vom 9. Oktober 2008 IX R 60/05, BFH/NV 2009, 896, m.w.N) als Tatfrage zu entscheiden.
Das FG hat die Frage, ob und wann die Gesellschaft in eine Krise geraten ist, aufgrund einer Gesamtwürdigung der Umstände des Einzelfalls als Tatfrage zu beurteilen (BFH-Urteil vom 9. Oktober 2008 IX R 60/05, BFH/NV 2009, 896).