Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFH/NV%202010,%202002
Timestamp: 2019-07-23 01:50:56
Document Index: 170411919

Matched Legal Cases: ['§ 173', '§ 3', '§ 370', '§ 118', '§ 22', '§ 173', 'BGH', 'BGH']

BFH, 30.06.2010 - II R 14/09 - dejure.org
https://dejure.org/2010,6867
BFH, 30.06.2010 - II R 14/09 (https://dejure.org/2010,6867)
BFH, Entscheidung vom 30.06.2010 - II R 14/09 (https://dejure.org/2010,6867)
BFH, Entscheidung vom 30. Juni 2010 - II R 14/09 (https://dejure.org/2010,6867)
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Änderung eines Einheitswertbescheids wegen neuer Tatsachen - Anforderungen an die Annahme des Vorsatzes bei Steuerhinterziehung
Änderung eines Einheitswertbescheids wegen neuer Tatsachen; Anforderungen an die Annahme des Vorsatzes bei Steuerhinterziehung
§ 173 Abs 1 Nr 1 AO, § 3 Abs 1 S 1 Nr 3 Buchst b GrStG, § 370 Abs 1 AO, § 118 Abs 2 FGO, § 22 Abs 4 BewG 1991
Änderung eines Einheitswertbescheids wegen neuer Tatsachen
Änderung eines Einheitswertbescheids nach § 173 Abs. 1 Nr. 1 AO; Annahme des Vorsatzes bei einer Steuerhinterziehung
FG Düsseldorf, 30.06.2010 - 11 K 3180/07
BFH/NV 2010, 2002
Eine Bindung ist gegeben, wenn die Würdigung möglich war und das FG weder gegen Denkgesetze verstoßen noch wesentliche Umstände vernachlässigt hat (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 25. November 2010 VI R 34/08, Der Betrieb 2011, 393; vom 30. Juni 2010 II R 14/09, BFH/NV 2010, 2002).
a) Ob Leichtfertigkeit vorliegt, ist im Wesentlichen Tatfrage, kann aber in der Revisionsinstanz insbesondere daraufhin überprüft werden, ob das FG den Rechtsbegriff der Leichtfertigkeit richtig erkannt hat (BFH-Urteil vom 30. Juni 2010 II R 14/09, BFH/NV 2010, 2002, unter II.2.b bb).
Hierfür genügt eine Beurteilung am Maßstab einer "Parallelwertung in der Laiensphäre" (…BFH-Urteil vom 30.6.2010 II R 11/09, BFH/NV 2010, 2026; BFH-Beschluss vom 30.6.2010 II R 14/09, BFH/NV 2010, 2002 jeweils m. w. N.).
Die hierzu getroffenen Feststellungen des FG hinsichtlich des subjektiven Tatbestands können in der Revisionsinstanz grundsätzlich nur darauf überprüft werden, ob der Rechtsbegriff der Leichtfertigkeit richtig erkannt wurde und ob die Würdigung der Verhältnisse hinsichtlich dieses individuellen Verschuldens den Denkgesetzen und Erfahrungssätzen entspricht (BFH-Urteil vom 30. Juni 2010 II R 14/09, BFH/NV 2010, 2002).
Für ein vorsätzliches Handeln reicht es, wenn der Täter die Verwirklichung der Merkmale des objektiven Tatbestands zumindest billigend in Kauf nimmt und im Wege einer "Parallelwertung in der Laiensphäre" erkennt (BGH-Urteil vom 24. September 1953 5 StR 225/53, BGHSt 4, 347; BFH-Urteil vom 30. Juni 2010 II R 14/09, BFH/NV 2010, 2002).
Für ein vorsätzliches Handeln reicht es aber auch aus, dass der Täter die Verwirklichung der Merkmale des objektiven Tatbestandes zumindest billigend in Kauf nimmt und im Wege einer "Parallelwertung der Laiensphäre" erkennt, dass er zu einem steuerlich erheblichen Sachverhalt unvollständige Angaben macht und hierdurch Steuern verkürzt (vgl. u.a. BFH-Urteil vom 30.06.2010 II R 14/09, BFH/NV 2010, 2002).
Hierfür genügt eine Beurteilung am Maßstab einer "Parallelwertung in der Laiensphäre" (…BFH-Urteil vom 30. Juni 2010 II R 11/09, BFH/NV 2010, 2026; BFH-Beschluss vom 30. Juni 2010 II R 14/09, BFH/NV 2010, 2002 jeweils m. w. N.).