Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Nordrhein-Westfalen&Datum=04.04.2006&Aktenzeichen=15%20A%205081%2F05
Timestamp: 2018-03-22 05:47:22
Document Index: 236411988

Matched Legal Cases: ['§ 26', '§ 41', '§ 182', '§ 26', '§ 26', '§ 26', '§ 41']

OVG Nordrhein-Westfalen, 04.04.2006 - 15 A 5081/05 - dejure.org
GemO NRW § 26; GemO NRW § 41
Gestaltung der Angelegenheiten der Gemeindeverwaltung für die Zukunft im Beschlusswege durch den Rat; Ermächtigung zur Rückgängigmachung von in der Vergangenheit getroffenen Entscheidungen durch rückwirkende Aufhebung; Ermächtigung des Bürgermeisters zur Ausübung seiner Vertretungsmacht in Form der Unterzeichnung einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung; Auf die Aufhebung einer solchen, bereits ausgeübten Ermächtigung gerichtetes Bürgerbegehren; Regelungscharakter eines Bürgerbegehrens; Anspruch auf Feststellung der Zulässigkeit eines Bürgerbegehrens
NVwZ-RR 2007, 625
Ein Bürgerbegehren ist auch dann unzulässig, wenn sich dessen Rechtswidrigkeit aus einem Verstoß gegen bestehende vertragliche Verpflichtungen ergibt und keine konkreten Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass sich die Gemeinde z.B. durch ein einseitiges Rücktritts- oder Kündigungsrecht oder durch einen Anspruch auf Vertragsanpassung bzw. -aufhebung von den eingegangenen vertraglichen Bindungen lösen kann (vgl. OVG NW, Urteil vom 04.04.2006 - 15 A 5081/05 -, NVwZ-RR 2007, 625 ff.; VG Meiningen, Urteil vom 07.12.2007 - 2 K 572/07 Me - , juris; VG Ansbach, Urteil vom 06.07.2006 - AN 4 K 06.00437 -, juris; VG Augsburg, Urteil vom 22.01.2004 - Au 8 K 03.364 - juris, zu einer auf der Basis eines Gemeinderatsbeschlusses geschlossenen Kreuzungsvereinbarung mit der DB Netz AG; a. A. VG Düsseldorf, Urteil vom 22.10.2004 - 1 K 2006/03 -, juris, dann aber Hinweis auf die Folgekosten im Kostendeckungsvorschlag erforderlich).
Das rechtfertigt - nicht anders als bei einem geänderten politischen Willen im Rat selbst - nur eine Gestaltungsmöglichkeit für die Zukunft (vgl. OVG NW, Urteil vom 04.04.2006 - 15 A 5081/05 -, NVwZ-RR 2007, 625 ff.).
Es bestehen keine Bedenken, die Regeln für eine gesetzlich erforderliche Zustimmung nach §§ 182 ff. BGB sind für Gremienvorbehalte in gemeindlichen Verträgen entsprechend anzuwenden (ebenso OVG NW, Urteile vom 04.04.2006 - 15 A 5081/05 -, NVwZ-RR 2007, 625 ff., und vom 29.04.2003 - 15 A 3916/02 -, juris).
Ein Bürgerbegehren, das - der Sache nach - auf die Aufhebung einer derartigen, bereits ausgeübten Ermächtigung des Bürgermeisters durch den Rat gerichtet ist, ist damit unzulässig (ebenso OVG NW, Urteile vom 04.04.2006 - 15 A 5081/05 -, NVwZ-RR 2007, 625 ff., und vom 29.04.2003 - 15 A 3916/02 -, juris).
Es ist unzulässig, wenn keine konkreten Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass sich die Gemeinde z.B. durch ein einseitiges Rücktritts- oder Kündigungsrecht oder durch einen Anspruch auf Vertragsanpassung bzw. -aufhebung von den eingegangenen vertraglichen Bindungen lösen kann (…vgl. Wessels, Rechtliche Beurteilung der Ausnahmetatbestände und deren Umgehungsgefahr bei Bürgerbegehren und Bürgerentscheid, 1. Aufl. 2013, S. 394 m.w.N.; OVG NRW, Urt. v. 04.04.2006 - 15 A 5081/05 - NVwZ-RR 2007, 625;… VG Stuttgart, Urt. v. 17.07.2009 - 7 K 3229/08 - VBlBW 2009, 432 ).
vgl. OVG NRW, Urteil vom 4. April 2006 - 15 A 5081/05 -, NWVBl 2006, 426.
vgl. OVG NRW, Urteile vom 4. April 2006 - 15 A 5081/05 -, NWVBl 2006, 426, und vom 29. April 2003 - 15 A 3916/02 -, NWVBl.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 4. April 2006 - 15 A 5081/05 - NWVBl 2006, 426; Beschluss vom 2. November 1998 - 15 B 2329/98 - VG Düsseldorf, Beschluss vom 22. Juli 2005 - 1 L 1439/05 - VG Minden, Beschluss vom 28. Juni 2004 - 3 L 523/04; anders für das hessische Recht Hess. VGH, Beschluss vom 26. Oktober 1993 - 6 TG 2221/93 -, DÖV 1994, 270 = NVwZ 1994, 396, und wohl auch Held u.a., Kommunalverfassungsrecht Nordrhein-Westfalen, Band 1, Stand: Dezember 2005, § 26 Rn. 9.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 4. April 2006 - 15 A 5081/05 -, NWVBl 2005, 426 (427).
vgl. OVG NRW, Urteil vom 4. April 2006 - 15 A 5081/05 -, NWVBl 2006, 426 (427).
vgl. OVG NRW, Urteile vom 4. April 2006 - 15 A 5081/05 -, NWVBl 2006, 426 (427 f), vom 29. April 2003 - 15 A 3916/02 -, NWVBl.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 4. April 2006 - 15 A 5081/05 -NWVBl 2006, 426.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 4. April 2006 - 15 A 5081/05 - NWVBl 2006, 426; Beschluss vom 2. November 1998 - 15 B 2329/98 - VG Düsseldorf, Beschluss vom 22. Juli 2005 - 1 L 1439/05 - VG Minden, Beschluss vom 28. Juni 2004 - 3 L 523/04; anders für das hessische Recht Hess. VGH, Beschluss vom 26. Oktober 1993 - 6 TG 2221/93 -, DÖV 1994, 270 = NVwZ 1994, 396, und wohl auch Held u.a., Kommunalverfassungsrecht Nordrhein- Westfalen, Band 1, Stand: Dezember 2005, § 26 Rn. 9.
vgl. OVG NRW, Urteile vom 4. April 2006 - 15 A 5081/05 -, NWVBl 2006, 426 (427 f), vom 29. April 2003 - 15 A 3916/02 -, NWVBl 2003, 466, und vom 25. September 2001 - 15 A 2445/97 -, NWVBl 2002, 110 (111); Rehn/Cronauge, Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen, Stand: Oktober 2004, § 26 Anm. VII 1.
Das rechtfertigt aber - wie auch bei einem veränderten politischen Willen der Gemeindevertretung selbst - nur eine Gestaltungsmöglichkeit für die Zukunft (vgl. OVG NW, Urteil vom 4. April 2006 - 15 A 5081/05 - NVwZ-RR 2007 S. 625 ff. = juris Rdnrn. 44 ff.; VG Würzburg, Urteil vom 31. Januar 2007 - W 2 K 05.938 - juris Rdnrn. 34 ff.; im Ergebnis ebenso Hess. VGH…, Beschluss vom 5. Oktober 2007 - 8 TG 1562/07 - LKRZ 2008 S. 71 f. = juris Rdnr. 47).
VG Meiningen, 07.12.2007 - 2 K 572/07
Kommunalrecht; Kommunalrecht; Bürgerbegehren; Zulassung; Teil; Nachbesserung; …
Betrifft der Beschluss eines Gemeinderates einen abgeschlossenen Vorgang wie die Ermächtigung zum Anschluss eines Vertrages, ist dieser abgeschlossen worden, ohne dass eine Kündigung vorgesehen ist, und hat er auch rechtliche Wirkungen, kann der Beschluss nicht durch rückwirkende Aufhebung gleichsam ungeschehen gemacht werden (vgl. OVG NRW, U. v. 04.04.2006, NVwZ-RR 2007, 625).
Der Beschluss des Stadtrates betrifft deshalb einen abgeschlossenen Vorgang, der nicht durch rückwirkende Aufhebung gleichsam ungeschehen gemacht werden könnte (vgl. OVG NRW, U. v. 04.04.2006, NVwZ-RR 2007, 625).
VGH Hessen, 05.10.2007 - 8 TG 1562/07
Sein in der von den Unterschriften legitimierten Fragestellung eindeutig formuliertes Ziel, durch die Aufhebung des Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung vom 29. März 2007 über den Verkauf von Grundstücken auf der Ostseite der Ludwig-Buxbaum-Allee zum Zwecke der Wohnbebauung die "gesamte" Fläche als Grundfläche zu erhalten, kann nach dem am 1. August 2007 notariell beurkundeten Verkauf von zweien der betroffenen Baugrundstücken und einer Verkehrsfläche an den Bauträger des geplanten Vorhabens durch einen Bürgerentscheid nicht mehr erreicht werden, weil auch durch einen entsprechenden endgültigen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung die Wirksamkeit des notariellen Grundstückskaufvertrages nicht rückwirkend entfiele (vgl. OVG NW, Urteil vom 4. April 2006 - 15 A 5081/05 - NVwZ-RR 2007 S. 625 ff. = juris Rdnrn. 44 ff.).
Auch der erfolgreiche kassatorische Bürgerentscheid entfaltet nur Gestaltungswirkung für die Zukunft (vgl. OVG NW, U.v. 04.04.2006 - 15 A 5081/05 -, NVwZ-RR 2007, 625, 626).
vgl. zu §§ 41 Abs. 1, 63 Abs. 1 Satz 1 GO NRW OVG NRW, Urteil vom 4. April 2006 - 15 A 5081/05 -, NVwZ-RR 2007, 625.
VG Minden, 20.06.2013 - 2 L 372/13
Bürgerbegehren in Bad Oeynhausen kann Vertragsunterzeichnung nicht verhindern