Source: https://www.bul.ch/de/fachthemen/strassenverkehr/traktor.html
Timestamp: 2019-06-25 02:44:19
Document Index: 156888117

Matched Legal Cases: ['Art. 11', 'Art. 164', 'Art. 3', 'Art. 109', 'Art. 31', 'Art. 27', 'Art. 166', 'Art. 58', 'Art. 118', 'Art. 166']

Traktoren sind gemäss Art. 11 VTS, zum Ziehen von Anhängern gebaute Motorwagen mit kurzem Radstand und höchstens einem geringen eigenen Tragraum. Mit gewerblichen Traktoren dürfen landwirtschaftliche Arbeiten ohne Einschränkung ausgeführt werden.
(Art. 164 VTS)
Seit dem 01.10.1978 müssen neue Traktoren mit einer geprüften Fahrerschutzvorrichtung ausgerüstet sein (OECD- oder FAT-Prüfung). Klappbügel dürfen nur aufgrund einer Bewilligung
des kantonalen Beraters für Landtechnik aufgebaut werden. An alten Traktoren sind Fahrerschutzvorrichtungen aufbauen zu lassen, die für den entsprechenden Typ geprüft sind. Ausnahmsweise kann eine geprüfte Fahrerschutzvorrichtung auf einen dem Prüftraktor gleichwertigen Traktortyp aufgebaut werden. Stürzt ein Traktor mit Fahrerschutzvorrichtung,
so gilt für den Fahrer das Motto: Beim Kippen festhalten – nicht abspringen!
Traktoren stürzen auch dort, wo man es nicht erwartet. Deshalb lohnt sich auch der nachträgliche Aufbau von Fahrerschutzvorrichtungen. Eine Fahrerschutzvorrichtung soll bewirken, dass der Traktor seitlich liegen bleibt und sich nicht überschlägt. Kabinen sollen beidseits Türen und einen rutschfesten, leicht begehbaren Aufstieg mit seitlichen Anschlägen aufweisen. Die Scheiben der Kabine müssen stets sauber sein.
(Art. 3a VRV)
Sicherheitsgurte sind nur auf neuen landwirtschaftlichen Fahrzeugen über 40 km/h vorgeschrieben, aber auf allen anderen dringend empfohlen. Sie schützen bei Stürzen und Unfällen vor dem Hinausgeschleudert werden. Vorhandene Sicherheitsgurte müssen getragen werden ausser auf Feld- und Waldwegen, bei einer Geschwindigkeit von weniger als 25 km/h oder bei Rangiermanövern.
* Freie Sicht nach hinten mind. 100 m
** Falls Distanz grösser als 40 cm, sind Markier- oder Stand- und Schlusslichter erforderlich
*** bei Frontanbau: zusätzliche Abblendlichter max. 300 cm, nur 1 Paar darf leuchten.
Werte in Klammern: nur wenn erforderlich
Beleuchtung und Signalisation
(Art. 109 –111, 165, Anhang 10 VTS)
Vorgeschrieben sind vorne zwei weisse oder gelbe nicht blendende Lichter, zwei Standlichter sowie Richtungsblinker, hinten zwei Schlusslichter und Richtungsblinker sowie zwei rote Rückstrahler.
Neue Traktoren ab 01.01.2001 sind mit Bremslichtern ausgerüstet. An allen Traktoren sind zusätzlich gestattet: Fern-, Brems- sowie Arbeitslichter. Für Fernlichter sind entsprechende Kontrolllampen am Fahrerplatz erforderlich.
Hinten sind zusätzliche, hoch angeordnete Schluss- und Bremslichter, sowie Richtungsblinker gestattet. Sind diese max. 2,3 m hoch angebracht, können sie die verlangten Beleuchtungsvorrichtungen ersetzen. Bei Frontanbau sind zusätzlich zwei Abblendlichter gestattet, es darf aber nur ein Paar leuchten. Gelbe Drehlichter müssen im Fahrzeugausweis eingetragen sein.
Nachts und wenn die Witterung es erfordert, sind Markierlichter vorgeschrieben, wenn Anbaugeräte oder Doppelräder mehr als 40 cm über die Stand- und Schlusslichter hinausragen.
Die Lichter sind nachts und wenn die Witterung es erfordert einzuschalten. Dies gilt auch für abgestellte Fahrzeuge (Art. 31VRV).
(Art. 27 und 119 VTS)
Weil landwirtschaftliche Traktoren nicht nur auf der Strasse, sondern auch im Gelände verwendet werden, muss die Bereifung stets griffig sein. Die Bereifung ist den Einsatzverhältnissen anzupassen und die Tragfähigkeit zu beachten. Im Hanggelände ist darauf zu achten, dass die Bereifung den Schwerpunkt nicht erhöht, d.h. es sind breite, niedrige Reifen zu wählen. Eine wesentliche sicherheitstechnische Verbesserung im Hanggelände bringen Doppelbereifung auf Vorder- und
Hinterachse. Sie vermindert den spezifischen Bodendruck und erhöht die Hangtauglichkeit.
Landwirtschaftliche Fahrzeuge und gewerbliche Traktoren dürfen auf landw. Fahrten mit Gitter- oder Doppelrädern bis 3 m breit sein. Sind die Lichter mehr als 40 cm von der Doppelradaussenkante
entfernt, sind Markierlichter erforderlich. Die vorstehenden Räder sind zudem auffällig, d.h. mit schwarz/gelb oder rot/weiss gestreiften Tafeln oder Wimpeln zu kennzeichnen.
Landwirtschaftliche Fahrzeuge mit Breitreifen über 2,55 bis max. 3 m Breite gelten als Ausnahmefahrzeuge, und benötigen ein braunes Kontrollschild.
Für den Einsatz im Hanggelände sind nur Traktoren mit Sicherheitskabine, Allradantrieb, Doppelbereifung und Sicherheitsgurte vernünftig einsetzbar. Für steile Talfahrten ist der Allradantrieb auch auf der Strasse einzuschalten. Schneeketten verbessern die Haftung auf schneebedeckten Strassen. Sie sind immer rechtzeitig zu montieren. Spurketten sind Leiterketten vorzuziehen.
(Art. 166 VTS, Art. 58 VRV)
Bei allen landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen müssen sich die Rückspiegel soweit verstellen lassen, dass die Fahrbahn seitlich neben dem Anhänger und mindestens 100 m weit nach hinten überblickt werden kann. Für Ladungen, die mehr als 2,55 m breit sein dürfen, gilt diese Regelung nicht.
Dies bedeutet, dass die meisten Fahrzeuge mit ausziehbaren Spiegelhalterungen ausgerüstet sein müssen. Spiegel sind links und rechts vorgeschrieben. Sie müssen erschütterungsfrei angebracht
sein und eine möglichst grosse Spiegelfläche aufweisen. Anstelle der herkömmlichen, sind im Handel bruchfeste Spiegel erhältlich. Fehlende Rückspiegel sind oft schuld an schweren Linksabbiegeunfällen.
Auch auf dem Hofareal ereignen sich Unfälle (Überfahren von Kindern) und Sachschäden, die durch Rückspiegel verhindert werden könnten.
(Art. 118, VTS, ab 2013)
Verbindungseinrichtungen von Fahrzeugen mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 30 km/h müssen gekennzeichnet sein.
(Art. 166, Abs. 4 VTS)
Seit 01.10.1992 muss das Zugmaul neuer Traktoren um 90° drehbar sein. Bei älteren Traktoren müssen entweder Zugmaul oder Zugöse des Anhängers drehbar sein. Keinesfalls dürfen beide starr oder beide drehbar sein. Ein in der Höhe verstellbares Zugmaul bietet sicherheitstechnische Vorteile.
Schwere Lasten müssen möglichst tief angehängt werden. Dadurch ist die Gefahr des Aufbäumens kleiner und die Bremswirkung besser. Eine Kombination von gewöhnlichem Zugmaul und grosser Hitchöse ist nicht zulässig.
Weiterbildungsangebot Fahrkurse
«Profis fahren besser»
Die eintägigen Fahrtrainings «Profis fahren besser» werden in Verkehrssicherheitszentren mit landw. Fahrzeugen durchgeführt. Traktoren und Anhänger werden zur Verfügung gestellt. Fahrtechnik und Sicherheitsgrenzen erleben, sich gezielt weiterbilden, einmal schleudern, ohne jemanden zu gefährden sind Kursinhalte. Ziel ist: Gefahrensituationen rechtzeitig zu erkennen und richtig zu reagieren. Die Gruppenfahrtrainings werden von der BUL organisiert, Tel. 062 739 50 40.
Profis fahren besser
«Traktorfahrkurs G40»
Der zweitägige, praktische Gruppen-Fahrkurs wird mit eigenem Traktor und Anhänger regional absolviert. Die Teilnehmer erhalten eine gründliche Vorbereitung für die Fahrpraxis. Der Kurs wird im Führerausweis als Zusatz zur Kategorie G eingetragen.
Fahrkurs agriG40