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Timestamp: 2018-09-21 05:41:48
Document Index: 173002938

Matched Legal Cases: ['Art. 18', 'Art. 10', 'Art. 19', 'Art. 24', 'Art. 11', 'Art. 18', 'Art. 344', 'Art. 1', 'Art. 324', 'Art. 35', 'Art. 60', 'Art. 35', 'Art. 329', 'Art. 14', 'Art. 337', 'Art. 14', 'Art. 24', 'Art. 14', 'Art. 20', 'Art. 44', 'Art. 345', 'Art. 44', 'Art. 345', 'Art. 345', 'Art. 345', 'Art. 344', 'Art. 346', 'Art. 14', 'Art. 335', 'Art. 329', 'Art. 23', 'Art. 345', 'Art. 23', 'Art. 21', 'Art. 16', 'Art. 21', 'Art. 17', 'Art. 21', 'Art. 345', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 22', 'Art. 20', 'Art. 22', 'Art. 20', 'Art. 22', 'Art. 33', 'Art. 2', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 30']

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2 impressum Wegweiser durch die Berufslehre Herausgeber Realisierung in Zusammenarbeit mit Projektleitung Redaktion Qualitätssicherung Grafik Druck ISBN Artikel-Nr. Vertrieb/Kundendienst 3. aktualisierte Auflage SDBB, Bern. Alle Rechte vorbehalten. Schweizerisches Dienstleistungszentrum Berufsbildung I Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung SDBB, Bern Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT, Bern Schweizerische Berufsbildungsämter-Konferenz SBBK, Bern Peter Knutti, SDBB Gabriel Brodmann, Berufsberatung, Berufs- und Erwachsenenbildung, Basel-Stadt Josette Fallet, Schweizerische Berufsbildungsämter-Konferenz SBBK Peter Knutti, SDBB Anna Scheidiger, SDBB Barbara Studer, sprachwerk-studer.ch Peter Bleisch, Mittelschul- und Berufsbildungsamt, Zürich Jeanpierre Mini, Divisione della formazione professionale, Breganzona Dani Duttweiler, BBT Michel Etienne, Service des formations postobligatoires, Neuenburg Paul Jud, Amt für Berufsbildung, Schwyz Peter Sutter, Mittelschul- und Berufsbildungsamt, Bern Aysun Raselli-Kurtulan, augenfang.ch von Ah Druck AG, Sarnen MB auch in Französisch und Italienisch erhältlich SDBB Vertrieb Zürichstrasse 98, 8600 Dübendorf Tel , Fax Text und Konzept basieren auf dem früheren Wegweiser durch die Berufslehre und auf den Vorarbeiten von Christian Lehmann, Nidau und Susanna Oppliger, Mittelschul- und Berufsbildungsamt, Bern.
3 vorwort Wegweiser, der Name ist bewusst gewählt. Er weist Ihnen den Weg, falls Sie einmal nicht sicher sind, wo es in Ihrer Berufslehre durchgeht. So knapp wie möglich, so umfangreich wie nötig gibt er Antwort auf die wichtigsten Fragen, die im Zusammenhang mit der beruflichen Grundbildung auftauchen können. Wenn Sie den Lehrvertrag unterschreiben, gehen Sie eine wichtige vertragliche Abmachung ein. Der Wegweiser hilft Ihnen, die Tragweite dieses Schritts einzuschätzen. Vieles im Wegweiser ist rechtlicher Natur und deshalb nicht immer leicht verständlich. Wir haben versucht, die Dinge so einfach wie möglich zu erklären, damit er Ihnen gute Dienste leisten kann. Sie haben online zu weiteren Informationen und Dokumenten Zugang, die Sie herunterladen können. Unter finden Sie insbesondere: Das Formular für den Lehrvertrag Das Lexikon der Berufsbildung Informationen und Dokumente zur Lerndokumentation und zum Bildungsbericht Merkblätter, die zu verschiedenen Einzelthemen alles Wichtige zusammenfassen Jetzt wünschen wir Ihnen einen guten, interessanten Gang durch die Berufslehre und dass Sie das Ziel, den erfolgreichen Abschluss, sicher erreichen. Bern, März 2011 Peter Knutti, Leiter Medienbereich Berufsbildung, SDBB
4 inhaltsverzeichnis Vorwort Inhaltsverzeichnis Glossar Abkürzungsliste berufslehre 08 Drei- oder vierjährige berufliche Grundbildung mit 08 eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) Zweijährige berufliche Grundbildung mit 08 eidgenössischem Berufsattest (EBA) Bildungsverordnung 09 Aufsicht 10 Eidgenössische Berufsmaturität (BM) 10 lehrvertrag und die wichtigsten gesetzlichen 12 bestimmungen Vertragsparteien 12 Dauer der beruflichen Grundbildung 12 Probezeit 13 Arbeitszeit 13 Entschädigung, Naturallohn und Sozialabzüge 14 Ferien, Urlaub, Jugendurlaub 14 Feiertage 15 Berufsnotwendige Beschaffungen 16 Medizinische Untersuchung 16 Krankheit, Unfall 16 Schwangerschaft, Mutterschaftsversicherung 16 Militär, Rekrutenschule, Zivildienst, Zivilschutz 17 Lernende aus dem Ausland 17 Gesamtarbeitsvertrag (GAV) 18 Stipendien und Ausbildungsdarlehen 18 Kontrolle und Genehmigung des Lehrvertrags 18 Auflösung des Lehrvertrags 19 drei lernorte 20 Lehrbetrieb 20 Lernende Person 20 Gesetzliche Vertretung 21 Lehrbetriebsverbund 21 Lehrbetrieb für einen Bildungsteil 21 Instrumente zur Förderung der betrieblichen Bildung 22 Lerndokumentation 22
5 Bildungsbericht 22 Weiterbeschäftigung im Lehrbetrieb 22 Lehrzeugnis 22 Kurzarbeit, Schliessung des Lehrbetriebs 22 Absenzen für Stellensuche 23 Überbetriebliche Kurse (ük) 23 Zweck der überbetrieblichen Kurse 23 Kurskosten 24 Berufsfachschule 24 Auftrag der Berufsfachschule 24 Obligatorischer Besuch der schulischen Bildung 24 Unterrichtsdauer 24 Freikurse 25 Stützkurse 25 Kosten des obligatorischen Unterrichts 25 Zeugnis 25 Absenzen, Urlaub 25 qualifikationsverfahren / abschlussprüfungen 26 Anmeldung 26 Aufgebot 26 Ablauf 26 Prüfungsergebnisse 26 Nicht bestandene Prüfungen 26 Wiederholung der Prüfungen 26 Kosten 27 Beschwerden, Rekurse 27 weitere wichtige themen 28 Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung 28 Arbeitslosigkeit 28 Bildungsangebote nach der beruflichen Grundbildung 28 Nachholbildung 29 Andere Qualifikationsverfahren 29 adressen und links von kontaktstellen 30
6 glossar Abschlussprüfung Berufliche Grundbildung Berufsbildner/in Berufsbildungsamt Berufsfachschule Bildungsbericht Bildungsplan Betrieblicher Bildungsplan Individueller Bildungsplan Lehrbetrieb (früher: Lehrabschlussprüfung, LAP) ist Teil des Qualifikationsverfahrens. Sie findet gegen Ende der beruflichen Grundbildung statt. (auch: Berufslehre) dient der Vermittlung und dem Erwerb von Fähigkeiten, Kenntnissen und Fertigkeiten, die erforderlich sind, um einen Beruf auszuüben. Sie findet an drei Lernorten statt: Lehrbetrieb, überbetriebliches Kurszentrum ük und Berufsfachschule. (früher: Lehrmeister/in) vermittelt den Lernenden den praktischen Teil der beruflichen Grundbildung im Lehrbetrieb. Weitere Fachkräfte des Betriebs können damit beauftragt werden, den Lernenden einen Teil der beruflichen Praxis zu vermitteln. Kantonale Behörde, zuständig für die Aufsicht über die betriebliche und schulische berufliche Grundbildung. Zur Aufsicht gehören insbesondere die Beratung und Begleitung der Lehrvertragsparteien und die Genehmigung des Lehrvertrags. Vermittelt den Lernenden die schulische Bildung im berufskundlichen und im allgemeinbildenden Unterricht sowie im Sport. Die Berufsfachschulen bieten zudem Stütz- und Freikurse an. Darin wird die periodisch stattfindende Überprüfung des Lernerfolgs im Lehrbetrieb festgehalten. Diese findet in Form eines strukturierten Gesprächs zwischen Berufsbildner/in und lernender Person statt. Der Bildungsbericht ist Pflicht und ergänzt die Diskussionen im Alltag. Der Bildungsplan des Berufs ist Teil der Bildungsverordnung und definiert die konkrete Gestaltung der Ausbildung. Ist die Umsetzung des Bildungsplans, angepasst an die Gegebenheiten des jeweiligen Lehrbetriebs und hält fest, wann die lernende Person die vorgegebenen Tätigkeiten und Kenntnisse des Berufs erlernt. Ist die Anpassung des betrieblichen Bildungsplans an jede einzelne lernende Person. Er enthält individuelle Kriterien der Planung (z.b. Besuch von Frei- oder Stützkursen, Ferien, usw.). Hier findet die Bildung in beruflicher Praxis stattfindet. Die Unternehmen bedürfen einer Bildungsbewilligung der kantonalen Aufsichtsbehörde. Die Lehrbetriebe rekrutieren die Lernenden und schliessen mit diesen einen Lehrvertrag ab.
8 abkürzungsliste verwendete abkürzungen Abs. AHV ALV ArG ArGV Art. AVIG AVIV BBG BBT BBV EBA eidg. EFZ EO EOG IV OdA Absatz Alters- und Hinterlassenenversicherung Arbeitslosenversicherung Arbeitsgesetz Bundesgesetz vom 13. März 1964 über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel Verordnung zum Arbeitsgesetz (ArGV 1, ArGV 2 und ArGV 5) Artikel Arbeitslosenversicherungsgesetz Bundesgesetz vom 25. Juni 1982 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung Arbeitslosenversicherungsverordnung Verordnung vom 31. August 1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung Berufsbildungsgesetz Bundesgesetz vom 13. Dezember 2002 über die Berufsbildung Bundesamt für Berufsbildung und Technologie Berufsbildungsverordnung Verordnung vom 19. November 2003 über die Berufsbildung Eidgenössisches Berufsattest (zweijährige berufliche Grundbildung mit eidg. Berufsattest, EBA) eidgenössisch Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (drei- oder vierjährige berufliche Grundbildung mit eidg. Fähigkeitszeugnis, EFZ) Erwerbsersatzordnung Erwerbsersatzgesetz Bundesgesetz vom 25. September 1952 über den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft Invalidenversicherung Organisation(en) der Arbeitswelt
9 OR SDBB ük UVG ZGB Obligationenrecht Bundesgesetz vom 30. März 1911 betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht) Schweizerisches Dienstleistungszentrum Berufsbildung, Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung Überbetriebliche Kurse Unfallversicherungsgesetz Bundesgesetz vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung Zivilgesetzbuch Schweizerisches Zivilgesetzbuch vom 10. Dezember 1907
10 1 berufslehre 1.1. drei- oder vierjährige berufliche grundbildung mit eidgenössischem fähigkeitszeugnis (efz) Die drei- oder vierjährige berufliche Grundbildung schliesst mit einer Prüfung ab, führt zum eidg. Fähigkeitszeugnis und zusammen mit dem Abschluss einer erweiterten Allgemeinbildung zur eidg. Berufsmaturität zweijährige berufliche grundbildung mit eidgenössischem berufsattest (eba) Die zweijährige berufliche Grundbildung dient als praktisch orientierter Einstieg in die Berufswelt. Während einer Übergangszeit werden weiterhin zweijährige Anlehren angeboten. Die zweijährige berufliche Grundbildung schliesst mit einer Prüfung ab und führt zum eidg. Berufsattest. Sie dient als praktisch orientierter Einstieg in die Berufswelt. Nach Abschluss besteht die Möglichkeit, Angebote der berufsorientierten Weiterbildung zu besuchen sowie eine allenfalls verkürzte drei- oder vierjährige Grundbildung zu absolvieren. Die Durchlässigkeit wird in den jeweiligen Bildungsverordnungen entsprechend geregelt. Lernende, die eine zweijährige berufliche Grundbildung mit eidg. Berufsattest absolvieren, erhalten, falls der Bildungserfolg gefährdet ist, eine spezielle fachliche und persönliche Unterstützung im Sinne einer individuellen Begleitung. Es handelt sich um ein Förderangebot, bei dem kompetente Personen den Entwicklungsprozess einer lernenden Person ganzheitlich und umfassend unterstützen. Die individuelle Begleitung kann durch verschiedenste Anbieter erbracht werden. Sie ist berufs- und lernortübergreifend und soll unter den drei Lernorten koordiniert werden. Die Ausgestaltung der individuellen Begleitung ist ein Auftrag an die Kantone, nähere Bestimmungen dazu sind nur teilweise erlassen. BBG Art. 18; BBV Art. 10 Abs. 4 Lernende in einer Anlehre haben dieselben Rechte und Pflichten wie Lernende in der beruflichen Grundbildung zum eidg. Fähigkeitszeugnis oder zum eidg. Berufsattest. Sobald im entsprechenden Beruf die Bildungsverordnung in Kraft gesetzt wird, ist die jeweilige Anlehre nicht mehr möglich.
11 bildungsverordnung Für jeden annerkannten Beruf sind die wesentlichen Vereinbarungen in einer Bildungsverordnung geregelt. Die rechtliche Grundlage bildet das Bundesgesetz über die Berufsbildung (BBG). Für jeden durch das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) anerkannten Beruf sind die wesentlichen Vereinbarungen in einer Bildungsverordnung geregelt. Während einer Übergangsfrist werden die noch gültigen Ausbildungs- und Prüfungsreglemente in Bildungsverordnungen umgewandelt. Bis zu deren Inkrafttreten gelten die jeweiligen Ausbildungs- und Prüfungsreglemente. In der Bildungsverordnung werden die genaue Berufsbezeichnung und die Dauer der beruflichen Grundbildung bestimmt. In ihr sind auch die Anforderungen an die Lehrbetriebe umschrieben und die Anzahl der Lernenden festgelegt, die gleichzeitig in einem Betrieb ausgebildet werden dürfen. In der Bildungsverordnung wird auf den Bildungsplan verwiesen. Dieser enthält detaillierte Angaben zur beruflichen Grundbildung und wird periodisch aktualisiert. Es ist den Berufsverbänden freigestellt, zusätzlich noch einen Modell- Lehrgang für die Konkretisierung der betrieblichen Bildungsplanung zu entwickeln. Sämtliche Angaben zu den Qualifikationsbereichen, zur Dauer des Qualifikationsverfahrens und die nötigen Vorgaben für die korrekte Beurteilung und Benotung sind im Bildungsplan zur Bildungsverordnung aufgeführt. Die Bildungsverordnung und der Bildungsplan ergeben ein Ganzes. Die einzelnen Teile müssen sich einerseits logisch ineinander fügen, andererseits muss sich das Qualifikationsverfahren an den Kompetenzen orientieren. Der Bildungsinhalt wird in der Regel in Zusammenarbeit mit den zuständigen Organisationen der Arbeitswelt (OdA), dem Bund und den Kantonen erarbeitet. Danach folgt eine breite Vernehmlassung bei Berufs- und Fachverbänden sowie bei den zuständigen kantonalen Behörden. BBG Art. 19 Inhalt und zeitlicher Ablauf der beruflichen Grundbildung wird in den meisten Berufen in einem Bildungsplan definiert. Er kann bei den entsprechenden Organisationen der Arbeitswelt oder beim BBT (unter: Berufsbildung > Berufsverzeichnis > berufliche Grundbildung) bezogen werden.
12 0 1 berufslehre 1.4. aufsicht Die Aufsicht ist bei den Kantonen und wird unterschiedlich organisiert. Die Aufsicht vermittelt und berät bei Schwierigkeiten. Die Kantone, zuständig für die Qualität der Ausbildung, sorgen für die Aufsicht über die berufliche Grundbildung. Sie beraten und begleiten die Lehrvertragsparteien in Sachfragen und bei Schwierigkeiten und fördern die Zusammenarbeit zwischen den Partnern und Partnerinnen der beruflichen Grundbildung. In den meisten Kantonen beschäftigt das kantonale Berufsbildungsamt Berufsinspektorinnen und -inspektoren oder Ausbildungsberater und -beraterinnen. Die Aufsicht berät und begleitet Betriebe, die einen neuen Ausbildungsplatz schaffen oder die ihre Bildung in beruflicher Praxis verbessern wollen. Sie setzt sich ein, wenn die Vertragsparteien nicht einig werden oder keinen Ausweg aus einer verfahrenen Situation finden. Dies kann der Fall sein, wenn die Ausbildung im Betrieb von den gesetzlichen Bestimmungen abweicht oder Lernende die gestellten Anforderungen nicht oder nur teilweise zu erfüllen vermögen. In besonders schwerwiegenden Situationen kann die Aufsicht einen Lehrvertrag auflösen oder dem Lehrbetrieb die Bildungsbewilligung entziehen. BBG Art. 24; BBV Art. 11 Meistens wird ein gemeinsames Gespräch mit den Vertragsparteien genügen, um solche Probleme zu lösen und den Fortlauf der beruflichen Grundbildung in erfolgreiche Bahnen zu lenken eidgenössische berufsmaturität (bm) Lernende, die die Voraussetzungen erfüllen, können die eidg. Berufsmaturität absolvieren. Die eidg. Berufsmaturität bietet als Ergänzung zum obligatorischen schulischen Unterricht eine breitere, der persönlichen und beruflichen Entwicklung dienende Bildung. Lernende können den Berufsmaturitätsunterricht besuchen, wenn sie a) die Aufnahmebedingungen (Aufnahmeprüfung) erfüllen und b) das Einverständnis des Lehrbetriebs eingeholt haben. Der Besuch des Berufsmaturitätsunterrichts ist nur zu gewährleisten, wenn die Leistungen der Lernenden in Betrieb und Berufsfachschule genügend sind. Der Berufsmaturitätsunterricht an öffentlichen Schulen ist unentgeltlich. Lernende, die sich erst später entscheiden, können die eidg. Berufsmaturität auch noch nach der beruflichen Grundbildung berufsbegleitend oder als Vollzeitausbildung nachholen.
14 2 lehrvertrag und die wichtigsten gesetzlichen bestimmungen Der Lehrvertrag muss schriftlich abgefasst sein. Gesamtschweizerisch existiert ein einheitliches Vertragsformular. Der Lehrvertrag ist eine besondere Form des Einzelarbeitsvertrags. Es handelt sich um einen befristeten Arbeitsvertrag. Der Lehrvertrag muss schriftlich abgefasst sein. Er regelt mindestens die Art und die Dauer der beruflichen Bildung, den Lohn, die Probezeit, die Arbeitszeit und die Ferien. Das national einheitliche Formular für den Lehrvertrag steht in den vier Landessprachen online ( und gedruckt zur Verfügung oder kann beim Berufsbildungsamt bezogen werden. OR Art a 2.1. vertragsparteien Als Vertragsparteien gelten einerseits die lernende Person und andererseits der Lehrbetrieb. Wird ein Lehrvertrag mit Minderjährigen (bis zum vollendeten 18. Altersjahr) abgeschlossen, so muss die gesetzliche Vertretung mit unterzeichnen. ZGB Art dauer der beruflichen grundbildung Die Dauer der beruflichen Grundbildung kann verkürzt oder verlängert werden. Der Beginn sollte spätestens auf den Eintritt in die Berufsfachschule festgelegt werden. Erfolgt die Bildung in beruflicher Praxis nacheinander in verschiedenen Betrieben, so kann der Vertrag für die Dauer des jeweiligen Bildungsteils abgeschlossen werden. Bei Beginn der beruflichen Grundbildung müssen alle Lehrverträge der verschiedenen Betriebe abgeschlossen sein. Die Dauer der beruflichen Grundbildung kann verkürzt werden. Dies ist dann möglich, wenn die lernende Person bereits über Vorkenntnisse verfügt oder einen erfolgreichen Abschluss in einem anderen Beruf vorweisen kann. Die Vertragsparteien stellen der zuständigen kantonalen Behörde einen schriftlichen Antrag auf Verkürzung der beruflichen Grundbildung. Ist es der lernenden Person wegen ihres persönlichen Hintergrunds nicht möglich, das Lernziel in der vorgegebenen Zeit zu erreichen, kann die Bildungsdauer angemessen verlängert werden. Dafür sind die Einigung der Vertragsparteien sowie die schriftliche Zustimmung der zuständigen kantonalen Behörde nötig. BBG Art. 18
18 6 2 lehrvertrag und die wichtigsten gesetzlichen bestimmungen berufsnotwendige beschaffungen medizinische Untersuchung Im Lehrvertrag können Abmachungen über weitere Leistungen der Vertragsparteien wie über die Beschaffung von Berufswerkzeugen und Arbeitskleidern aufgeführt werden. OR Art. 344a Abs. 5 Für verschiedene Berufe wird eine medizinische Untersuchung verlangt, um Berufskrankheiten vorzubeugen. Die entsprechenden Organisationen der Arbeitswelt oder die zuständige kantonale Behörde geben Auskunft krankheit, unfall Der Lehrbetrieb ist für die Berufsunfallversicherung verantwortlich. Der Lehrbetrieb versichert die lernende Person und entrichtet die Prämie. Die Übernahme der Prämie für die Nichtberufsunfallversicherung wird im Lehrvertrag individuell vereinbart. UVG Art. 1a Die Lehrvertragsparteien können eine Krankentaggeld-Versicherung vereinbaren. Wird das unterlassen, so gilt die Lohnfortzahlungspflicht gemäss Basler, Berner oder Zürcher Skala schwangerschaft, mutterschaftsversicherung Während der Schwangerschaft gelten besondere Regeln. Der Lehrbetrieb entrichtet den Lohn während der Schwangerschaft in gleichem Umfang wie bei Krankheit. Für Wöchnerinnen besteht während acht Wochen nach der Geburt ein absolutes Arbeitsverbot; danach dürfen sie bis zur 16. Woche nur mit ihrem Einverständnis beschäftigt werden. Das Arbeitsgesetz (ArG) enthält spezielle Bestimmungen für Schwangere, Wöchnerinnen und stillende Mütter. OR Art. 324a; ArG Art. 35/35b; ArGV 1 Art. 60, 65 Wenn die Lernende während ihrer Schwangerschaft unter Beschwerden leidet und dies der verantwortlichen Person im Betrieb mitteilt, hat sie das Recht, den Arbeitsplatz unverzüglich zu verlassen. ArG Art. 35a
19 Bei Schwangerschaft und Geburt können die Ferien erst dann um einen Zwölftel gekürzt werden, wenn die Arbeitsverhinderung drei volle Monate gedauert hat. OR Art. 329b Abs. 3 Mütter sind versichert. Der Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung beginnt am Tag der Geburt und endet spätestens nach 14 Wochen. Voraussetzung ist, dass die Arbeitnehmerin in einem gültigen Arbeitsverhältnis steht, vor der Geburt ihres Kindes mindestens neun Monate AHV-versichert war und in dieser Zeit mindestens fünf Monate lang einer Erwerbstätigkeit nachgegangen ist. EOG rekrutenschule, militär, zivildienst, zivilschutz Für dienstpflichtige Lernende gilt die Erwerbsersatzordnung (EO). Die Erwerbsersatzordnung ersetzt Personen, die Militär-, Zivil- oder Zivilschutzdienst leisten, einen Teil des Verdienstausfalls. Die Erwerbsausfallsentschädigung wird der dienstleistenden Person bzw. bei Lohnfortzahlung während des Dienstes deren Arbeitgeber/in ausgerichtet. Die Versicherung ist obligatorisch. Beiträge leisten all jene Personen, die auch an die AHV/IV Beiträge entrichten. Auskunft geben die kantonalen Ausgleichskassen, die Branchen- oder Verbandsausgleichskassen. Die Adressen sämtlicher Ausgleichskassen sind auf den letzten Seiten jedes Telefonbuchs aufgeführt oder im Internet abrufbar. Fällt die Abschlussprüfung in die Dienstzeit, so muss bei der zuständigen Militärbehörde dafür der nötige Urlaub verlangt werden lernende aus dem ausland Lernende aus den EU-Ländern. Lernende aus den bisherigen EU-Staaten (1) und den EFTA- Staaten (2) haben die volle Personenfreizügigkeit und somit freien Zugang zum Schweizer Arbeitsmarkt. Für die neuen EU-Länder (3) gelten besondere Übergangsbestimmungen. Die kantonale Fremdenpolizei (Migrationsbehörde) und die jeweilige Arbeitsmarktbehörde geben darüber Auskunft. (1) Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Grossbritannien, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Schweden, Spanien. 17
20 2 lehrvertrag und die wichtigsten gesetzlichen bestimmungen (2) Island, Liechtenstein, Norwegen. (3) Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn, Zypern. Lernende aus den übrigen Ländern. Lernende mit Niederlassungsbewilligung C. Für die Lernenden aus den übrigen Ländern gelten zusätzliche arbeitsmarktliche Beschränkungen. Die kantonale Fremdenpolizei und Arbeitsmarktbehörde geben darüber Auskunft. In der Schweiz wohnhafte Ausländer und Ausländerinnen mit Niederlassungsbewilligung (Ausweis C) können ohne fremdenpolizeiliche Bewilligung eine berufliche Grundbildung antreten gesamtarbeitsvertrag (gav) Die Organisationen der Arbeitswelt beziehen die Lernenden teilweise in den Gesamtarbeitsvertrag (GAV) ein. Gesamtarbeitsverträge können vom Bundesrat allgemein verbindlich erklärt werden. Bei Betrieben, die nicht dem Gesamtarbeitsvertrag unterstellt sind, können die Vertragsparteien sinnvollerweise verschiedene Bestimmungen daraus in den Lehrvertrag aufnehmen. OR Art stipendien und ausbildungsdarlehen Für Stipendien und Darlehen ist die kantonale Stipendienstelle zuständig. Stipendien sind Gelder, die für die Aus- und Weiterbildung ausgerichtet werden. In den meisten Kantonen ist die Zusage für Stipendien vom Einkommen der Eltern abhängig. Im Gegensatz zu Ausbildungsdarlehen müssen Stipendien nicht zurückbezahlt werden. Die kantonale Stipendienstelle verfügt über Verzeichnisse von weiteren privaten Stiftungen kontrolle und genehmigung des lehrvertrags Der Lehrvertrag wird vom Lehrbetrieb in der Regel in drei Exemplaren angefertigt und anschliessend von den Vertragsparteien unterzeichnet. Der Lehrbetrieb ist verpflichtet, den Lehrvertrag vor Beginn der beruflichen Grundbildung der zuständigen kantonalen Behörde einzureichen. Diese kontrolliert den Vertragsinhalt und die Ausbildungsvoraussetzungen und lässt den Vertragsparteien je ein genehmigtes Exemplar zukommen. BBG Art. 14 Abs. 3
21 auflösung des lehrverhältnisses Der Lehrvertrag kann aus wichtigen Gründen aufgelöst werden. Finden die Vertragsparteien trotz Gesprächen und Vermittlung der kantonalen Behörde die gemeinsame Basis nicht mehr, so kann das Lehrverhältnis aufgelöst werden. Während der Probezeit ist die einseitige Auflösung mit einer Kündigungsfrist von sieben Tagen jederzeit möglich. Nach Ablauf der Probezeit kann das Lehrverhältnis in beidseitigem Einverständnis oder einseitig aus wichtigen Gründen aufgelöst werden. Die kantonale Behörde löst den Vertrag auf. Der Lehrbetrieb benachrichtigt gegebenenfalls die Berufsfachschule über die Auflösung. OR Art. 337, 346; BBG Art. 14 Abs. 4 Die zuständige kantonale Behörde kann im Rahmen ihrer Aufsicht einen Lehrvertrag aufheben. BBG Art. 24 Abs. 5 lit. b Fällt ein Betrieb in Konkurs oder kann aus einem anderen Grund die Ausbildung nicht mehr gewährleistet werden, sorgen die kantonalen Behörden nach Möglichkeit dafür, dass die begonnene berufliche Grundbildung ordnungsgemäss beendet werden kann. Schliesst ein Lehrbetrieb, sorgt er nach Möglichkeit für eine Fortsetzung der beruflichen Grundbildung. BBG Art. 14 Abs. 5
22 3 drei lernorte lehrbetrieb Qualifizierte Berufsbildnerinnen und Berufsbildner leiten die Lernenden an. Der Lehrbetrieb gewährt die nötige Zeit für den Schulbesuch. lernende person Die lernende Person hat Rechte und Pflichten. Der Lehrbetrieb setzt sich für eine bestmögliche Bildung der Lernenden ein und überprüft den Lernerfolg periodisch. Grundlage dazu sind die Bildungsverordnung und der Bildungsplan des jeweiligen Berufs. Für die Planung der Bildung im Betrieb wird möglichst miteinbezogen, was an der Berufsfachschule und in den überbetrieblichen Kursen vermittelt wird. Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass die Berufslehre unter der Verantwortung einer Fachkraft steht, welche die dafür nötigen Fähigkeiten und persönlichen Eigenschaften besitzt. BBG Art. 20, 45; BBV Art. 44; OR Art. 345a Abs. 1 Die verantwortlichen Berufsbildner/innen in Lehrbetrieben verfügen über: a. ein eidg. Fähigkeitszeugnis (EFZ) auf dem Gebiet, in dem sie ausbilden oder über eine gleichwertige Qualifikation, b. zwei Jahre berufliche Praxis im Lehrgebiet, c. eine berufspädagogische Qualifikation, die sie mit einem Attest oder Diplom abgeschlossen haben. BBV Art. 44 Das bedeutet, dass den Lernenden die erforderliche Zeit für den Besuch der Berufsfachschule, den Besuch der überbetrieblichen Kurse und für die Abschlussprüfung durch den Lehrbetrieb ohne Lohnabzug gewährt werden muss. OR Art. 345a Abs. 2 Lernenden dürfen nur Arbeiten zugewiesen werden, die mit dem Beruf in Zusammenhang stehen. Zu anderen als beruflichen Arbeiten und zu Akkordlohnarbeiten dürfen Lernende nur so weit eingesetzt werden, als solche Arbeiten mit dem zu erlernenden Beruf in Zusammenhang stehen und die Ausbildung nicht beeinträchtigen. OR Art. 345a Abs. 4 Die lernende Person hat alles zu tun, um das Lehrziel zu erreichen. Daraus ergibt sich, dass sie die Berufsfachschule und die überbetrieblichen Kurse besucht und am Ende der beruflichen Grundbildung die Abschlussprüfung absolviert. Die Schulzeit gilt als Arbeitszeit. Die Lernenden müssen Schulabsenzen auch dem Lehrbetrieb melden. OR Art. 345 Abs. 1
24 3 drei lernorte instrumente zur förderung der betrieblichen bildung lerndokumentation bildungsbericht weiterbeschäftigung im lehrbetrieb Das Lehrverhältnis endet mit dem im Lehrvertrag festgelegten Datum. lehrzeugnis kurzarbeit, schliessung des lehrbetriebs In der jeweiligen Bildungsverordnung ist geregelt, ob eine Lerndokumentation erstellt werden muss und wie sie bei der Abschlussprüfung als Arbeitsinstrument verwendet werden darf. Den Lernenden dient sie als Nachschlagewerk für wichtige berufsspezifische Arbeitsabläufe. Für die Berufsbildnerin oder den Berufsbildner ist sie eine Hilfe zur Überprüfung des Bildungsverlaufs und der Leistungen der lernenden Person. Für eine wirksame Qualitätssicherung wird die Lerndokumentation regelmässig kontrolliert und besprochen. Im Bildungsbericht hält die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner den Stand der Bildung fest. Im Sinne einer regelmässigen Standortbestimmung besprechen sie die Ergebnisse, die Erfahrungen und den weiteren Bildungsverlauf mit der lernenden Person. In der jeweiligen Bildungsverordnung sind die Modalitäten geregelt. Abreden, die die lernende Person im freien Entschluss über die berufliche Tätigkeit nach beendigter Lehre beeinträchtigen, sind nichtig. OR Art. 344a Abs. 6 Nach Beendigung der beruflichen Grundbildung hat der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin der lernenden Person ein Zeugnis auszustellen, das die erforderlichen Angaben über die erlernte Berufstätigkeit und die Dauer der beruflichen Grundbildung enthält. Auf Verlangen der lernenden Person oder deren gesetzlichen Vertretung hat sich das Zeugnis auch über die Fähigkeiten, die Leistungen und das Verhalten der lernenden Person auszusprechen. OR Art. 346a Kurzarbeit gefährdet unter Umständen die umfassende berufliche Grundbildung einer lernenden Person. Deshalb muss der Lehrbetrieb alles Zumutbare unternehmen, um die lernende Person dennoch weiter auszubilden. Er kann sie unter
25 23 Grundsätzlich gilt Kurzarbeit nicht für Lernende. Schliesst ein Lehrbetrieb, sorgt er nach Möglichkeit für eine Fortsetzung der beruflichen Grundbildung. Umständen vorübergehend in einem anderen Betrieb ausbilden lassen. Die Lernenden besuchen während dieser Zeit weiterhin die Berufsfachschule. Die Kurzarbeit im Betrieb hat auf den Lohn und den Ferienanspruch der lernenden Person keine Auswirkung. Vom Lehrbetrieb wird erwartet, dass er alles unternimmt, damit die lernende Person ihre berufliche Grundbildung abschliessen kann. Gleichzeitig ist der Lehrbetrieb verpflichtet, die kantonale Behörde, die gesetzliche Vertretung und die Berufsfachschule zu benachrichtigen absenzen für stellensuche Die kantonale Behörde unterstützt nach Möglichkeit den Lehrbetrieb und die lernende Person bei der Suche nach einer neuen Lehrstelle. BBG Art. 14 Abs. 5 Für die Stellensuche hat die lernende Person Anspruch auf Absenzen im erforderlichen Rahmen. Ab zwei Monaten vor Ende der beruflichen Grundbildung müssen Lernende um Absenz nachsuchen. Dabei ist auf die Interessen des Betriebs Rücksicht zu nehmen. Bei gleitender Arbeitszeit ist, soweit zumutbar, die Freizeit für die Stellensuche einzusetzen. Über die Lohnzahlungspflicht enthält das Gesetz keine ausdrücklichen Vorschriften. Bei Monatslohn darf aber im Allgemeinen kein Lohnabzug gemacht werden. OR Art. 335c Abs. 1 (in analoger Anwendung) und OR Art. 329 Abs überbetriebliche kurse (ük) zweck der überbetrieblichen kurse Die überbetrieblichen Kurse ergänzen die Bildung in betrieblicher Praxis und die schulische Bildung. In ihnen werden grundlegende Fertigkeiten vermittelt. Die Verantwortung für die Inhalte und für die Durchführung der Kurse liegt bei den Berufsverbänden. BBG Art. 23 Abs. 1 Im Bildungsplan werden die Bildungsinhalte der überbetrieblichen Kurse festgelegt.
26 4 3 drei lernorte kurskosten Der Lehrbetrieb trägt die Kosten für die überbetrieblichen Kurse. Er ist auch verpflichtet, die zusätzlichen Kosten wie Fahrkosten, auswärtige Verpflegung und Unterkunft, die der lernenden Person durch den Kursbesuch entstehen, zu bezahlen. Der Lehrbetrieb bezahlt den Lohn auch während der Kurse. OR Art. 345a Abs. 2; BBG Art. 23 Abs. 4; BBV Art. 21 Abs berufsfachschule auftrag der berufsfachschule Die Berufsfachschule vermittelt die schulische Bildung in den berufskundlichen und den allgemeinbildenden Fächern sowie im Sport. Sie bietet dadurch die Grundlage für die zur Berufsausübung nötigen theoretischen Kenntnisse. Dabei fördert sie auch die Entfaltung der Persönlichkeit der lernenden Person. Die Inhalte des Unterrichts werden durch die praktische Anwendung im Lehrbetrieb vertieft und gefestigt. BBG Art. 16 Abs. 2 lit. b, Art. 21 Ansprechperson an der Berufsfachschule. Die von der Berufsfachschule bezeichnete Ansprechperson unterstützt Lernende und Lehrbetriebe (Lernberatung). BBV Art. 17 Abs obligatorischer besuch der schulischen bildung Der Besuch der Berufsfachschule ist während der ganzen Lehrzeit obligatorisch. Die Schulzeit zählt als Arbeitszeit und ist vom Lehrbetrieb ohne Lohnabzug zu gewähren. BBG Art. 21 Abs. 3; OR Art. 345a Abs. 2 Eine Dispensation vom Unterricht kann nur ausnahmsweise gewährt werden. Auf Gesuch hin entscheidet die Berufsfachschule. Sofern sich die Dispensierung auch auf das Qualifikationsverfahren auswirkt, entscheidet die kantonale Behörde. BBV Art. 18 Abs unterrichtsdauer Ein Schultag darf neun Lektionen, einschliesslich Freikurse und Stützkurse, nicht überschreiten. BBV Art. 18 Abs. 2
27 freikurse stützkurse kosten des obligatorischen unterrichts Der obligatorische Unterricht ist unentgeltlich. zeugnis absenzen, urlaub Lernende können bei genügenden Leistungen in Betrieb und Berufsfachschule während maximal eines Halbtags pro Woche Freikurse besuchen. Der Besuch erfolgt ohne Lohnabzug. Im Streitfall entscheidet die zuständige kantonale Behörde. BBG Art. 22 Abs. 3; BBV Art. 20 Abs. 1 Stützkurse helfen der lernenden Person, mit befristetem Zusatzunterricht die schulischen Leistungen zu verbessern und Lücken zu schliessen. Sie dürfen während der Arbeitszeit einen halben Tag pro Woche nicht übersteigen. Die Berufsfachschule entscheidet gemeinsam mit dem Lehrbetrieb und der lernenden Person, ob ein Stützkurs notwendig ist. Der Besuch erfolgt ohne Lohnabzug. BBG Art. 22 Abs. 4; BBV Art. 20 Abs. 1 Für den obligatorischen schulischen Unterricht darf der lernenden Person kein Schulgeld belastet werden. Abmachungen zur Kostenübernahme im Zusammenhang mit dem Schulbesuch (Reisekosten, Material, Verpflegung) sind kantonal unterschiedlich geregelt und können im Lehrvertrag festgehalten werden. BBG Art. 22 Abs. 1 Die Berufsfachschule beurteilt die Leistungen der Lernenden in den einzelnen Fächern semesterweise in einem Zeugnis. Gegen diese Noten kann Einsprache erhoben werden. Eine diesbezügliche Rechtsmittelbelehrung muss im Zeugnis enthalten sein. Die Bildungsverordnung bestimmt, ob und in welchem Umfang Schulnoten bei der Abschlussprüfung berücksichtigt werden. Die einzelnen Schulen erlassen eine Schul- und Absenzenordnung gemäss den kantonalen Vorschriften. Darin werden das Anmeldeverfahren für Pflicht- und Zusatzunterricht, das Absenzenwesen sowie die Disziplinarvorschriften geordnet. Hier sind auch die Gründe für entschuldbare und die Folgen bei unentschuldigten Absenzen geregelt.
28 6 4 qualifikationsverfahren / abschlussprüfungen Die beruflichen Qualifikationen werden durch eine Gesamtprüfung oder eine Verbindung von Teilprüfungen nachgewiesen. Die bestandene Abschlussprüfung führt bei der dreioder vierjährigen beruflichen Grundbildung zum eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ), die Prüfung bei der zweijährigen beruflichen Grundbildung zum eidgenössischen Berufsattest (EBA). Die zu prüfenden Inhalte richten sich nach den jeweiligen Bildungsverordnungen. BBG Art. 33; BBV Art anmeldung Die Lehrbetriebe sind für die Anmeldung der Lernenden verantwortlich. Sie beziehen termingerecht bei der zuständigen kantonalen Stelle die erforderlichen Formulare aufgebot Die Prüfungskandidatinnen und -kandidaten werden von der zuständigen Prüfungsbehörde schriftlich zur Prüfung aufgeboten ablauf Über den Prüfungsablauf geben detaillierte Prüfungsprogramme Auskunft. Die Prüfungen sind nicht öffentlich prüfungsergebnisse Die Ergebnisse der rekursfähigen Prüfungen werden durch die zuständige kantonale Behörde schriftlich eröffnet nicht bestandene prüfungen Besteht eine lernende Person eine rekursfähige Prüfung nicht, wird ihr das von der zuständigen kantonalen Behörde durch ein besonderes Schreiben (oder den Notenausweis) mitgeteilt. Es enthält das Prüfungsergebnis, Hinweise zur Wiederholung sowie über den möglichen Rechtsweg. Die kantonale Behörde steht den Kandidatinnen und Kandidaten für allfällige Fragen zur Verfügung wiederholung der prüfungen Die Abschlussprüfung kann zweimal wiederholt werden. Die Wiederholungen finden in der Regel im Rahmen der nächsten ordentlichen Prüfungen statt.
31 29 Berufsorientierte Weiterbildung wird in verschiederner Form und von verschiedenen Institutionen angeboten. schaftlichen und sozialen Entwicklung anzupassen, zu erweitern und ihre Allgemeinbildung zu verbessern. Mit dem Ziel, ihre Berufschancen, insbesondere ihre berufliche Flexibilität zu fördern. Berufsorientierte Weiterbildung wird in verschiedener Form und von verschiedenen Institutionen (private und öffentliche Schulen, Betriebe, Verbände) angeboten. Der Bund und die Kantone fördern durch Beiträge und andere Massnahmen Organisationen, die Veranstaltungen im Bereich der berufsorientierten Weiterbildung durchführen. Die berufsorientierte Weiterbildung schliesst sowohl an die berufliche Grundbildung wie auch an die höhere Berufsbildung an. BBG Art. 2, 30f.; BBV Art nachholbildung Personen, die keine berufliche Grundbildung absolviert haben oder in einem Zweitberuf das eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ) erwerben wollen, werden unter gewissen Voraussetzungen zum Qualifikationsverfahren (zur Abschlussprüfung) zugelassen. Wer die Prüfung nach BBG Art. 33/34 ablegt, macht die gleiche Prüfung wie die anderen Lernenden in diesem Beruf. BBG Art. 33, 34 und BBV Art andere qualifikationsverfahren Verfügen Erwachsene über die erforderlichen Kompetenzen, können sie auch über andere, spezielle Qualifikationsverfahren ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder ein eidgenössisches Berufsattest (EBA) erlangen. BBG Art. 30, Abs. 2 und ARt. 31
32 0 6 adressen und links von kontaktstellen Das Portal zur Berufsbildung - Informationen rund um die Berufsbildung in der Schweiz und Hilfsmittel für die Praxis, z.b. Lexikon der Berufsbildung Merkblätter Lehrvertrag Bildungsbericht QualiCarte Die SBBK zuständig für die interkantonale Koordination im Berufsbildungsbereich Schweizerische Berufsbildungsämter-Konferenz SBBK Haus der Kantone Speichergasse 6, Postfach Bern 7 Tel Das BBT - zuständig für die Belange der Berufsbildung auf Stufe Bund Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT Effingerstrasse Bern Tel Berufsbildungsgesetz und Berufsbildungsverordnung Berufsverzeichnis mit Bildungsverordnungen und Bildungsplänen Das Portal der Berufsberatung - Informationen zu allen Fragen rund um Beruf, Ausbildung und Laufbahn Berufswahl und Berufe Höhere Berufsbildung Weiterbildung
33 31 Nebst den Sozialversicherungen und allgemeinen Fragen der Sozialpolitik, beschäftigt sich das BSV auch mit Jugendfragen. Bundesamt für Sozialversicherungen BSV Effingerstrasse Bern Tel Sozialversicherungen Erwerbsersatzordnung (EO) / Mutterschaft Jugendförderung SGB-Jugendkommission Sekretariat Schweizerischer Gewerkschaftsbund Monbijoustrasse Bern 23 Tel Broschüre Ich kenne meine Rechte, Lehrlings- und Jugendrecht von A bis Z Die Website zum Thema Jugendurlaub
36 Schweizerisches Dienstleistungszentrum Berufsbildung Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung SDBB Verlag Centre suisse de services Formation professionnelle l orientation professionnelle, universitaire et de carrière CSFO Editions Centro svizzero di servizio Formazione professionale orientamento professionale, universitario e di carriera CSFO Edizioni