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Timestamp: 2018-04-22 06:57:38
Document Index: 393371609

Matched Legal Cases: ['§ 57', '§ 11', '§ 48', '§ 11', '§ 59', '§ 69']

Das Schulgesetz (SchulG) verpflichtet in § 57 Absatz 3 LehrerInnen sich zur Erhaltung und weiteren Entwicklung ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten selbst fortzubilden und an dienstlichen Fortbildungsmaßnahmen auch in der unterrichtsfreien Zeit teilzunehmen.
Auch nach § 11 Absatz 1 der Allgemeinen Dienstordnung (ADO) und § 48 der Laufbahnverordnung (LVO) ist jede/r BeamtIn – Gleiches gilt für Tarifbeschäftigte – verpflichtet, sich fortzubilden. Aus dieser Pflicht zur Fortbildung lässt sich gleichzeitig auch das Recht auf Fortbildung ableiten.
Zwei ganztägige Konferenzen als pädagogische Tage sind nach ADO § 11 Absatz 4 wieder vorgesehen. In der Themenwahl ist die Schule frei, entsprechend der SchulG-Vorgabe „eigenständige Schule”. Allerdings soll einer dieser Tage thematisch-inhaltlich in enger Abstimmung und im Einvernehmen mit der Schulaufsicht gestaltet werden. Wichtig ist die Einbindung in das Schulentwicklungskonzept als Begründung und die Legitimation durch die Schulmitwirkungsorgane, hier vor allem die Schulkonferenz.
Zu den Aufgaben der Schulleiterin/des Schulleiters gehört die Auswahl der TeilnehmerInnen an Fortbildungsveranstaltungen (SchulG § 59 Abs. 6). Entsprechend muss der Lehrerrat einbezogen werden, entweder im Rahmen der Mitwirkung nach SchulG § 69 Absatz 2 oder sogar im Rahmen der Mitbestimmung. Alle Interessierten müssen einen Antrag zur Teilnahme an einer Fortbildungsveranstaltung stellen, bei der einfachen (unverbindlichen) Anfrage wird schnell abgeblockt.
Allgemeine Struktur der Lehrerfortbildung
Im Wesentlichen sind drei Formen von Lehrerfortbildung zu unterscheiden:
Veranstaltungen der Kompetenzteams vor Ort sowie kollegiumsinterne Fortbildung
Veranstaltungen der Dienststelle über die Bezirksregierungen
Die Schule verfügt heute über ein Fortbildungsbudget. Pro Lehrkraft wird der Schule ein entsprechender Betrag zugewiesen und dies kann in eigener Regie verwaltet werden.
Kompetenzteams bieten in den 54 Schulamtsbezirken (entsprechend der Kreise und kreisfreien Städte) schulinterne und schulformübergreifende Veranstaltungen vor Ort an. Außer den Berufskollegs sind alle Schulformen darüber einbezogen. Heute werden wieder verstärkt konkrete Veranstaltungen eigenständig angeboten und nicht nur sogenannte Abrufveranstaltungen vorgehalten. Das Kompetenzteam berät Schulen im Rahmen ihrer Konzeptarbeit und bietet bedarfsorientiert Fortbildung an. Darüber hinaus vermittelt das Kompetenzteam ModeratorInnen für weitere Fortbildungsbereiche sowie Beratungs- und Fortbildungsangebote weiterer Partner.
Bezirksregierungen sind für Fortbildungsangebote zuständig, deren Realisierung in den 54 Kreisen und Städten unwirtschaftlich wäre. So liegen die Zertifikatskurse und Schulleitungsqualifizierungen in der Zuständigkeit der Bezirksregierung und deren Fortbildungsdezernate (Dezernat 46). Auch Fortbildungsangebote für bestimmte Zielgruppen – zum Beispiel Fachkräfte der Schulsozialarbeit – gehören zum Aufgabenbereich der Bezirksregierung, was leider noch nicht überall Realität ist.
wenn die Veranstaltung nicht im Interesse der Lehrerfortbildung liegt.
wenn zwingende dienstliche Gründe entgegenstehen.
wenn die/der Betroffene schon seine Höchstzahl an Sonderurlaubstagen für Lehrerfortbildung ausgeschöpft hat (fünf beziehungsweise sechs Tage).
Über die Fortbildungsveranstaltungen der GEW (und anderer Organisationen) unterrichtet die neue deutsche schule (nds) regelmäßig.
Fortbildung (Vollversion)
GEW NRW: Fort- und Weiterbildung
Schulministerium: Überblick und Ansprechstellen