Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=26.09.2017&Aktenzeichen=VI%20ZR%20529/16
Timestamp: 2019-06-16 07:37:47
Document Index: 297056521

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 280', '§ 630', '§ 630', '§ 823', 'Art 103', '§ 280', '§ 823', 'Art. 103', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 26.09.2017 - VI ZR 529/16 - dejure.org
https://dejure.org/2017,41317
BGH, 26.09.2017 - VI ZR 529/16 (https://dejure.org/2017,41317)
BGH, Entscheidung vom 26.09.2017 - VI ZR 529/16 (https://dejure.org/2017,41317)
BGH, Entscheidung vom 26. September 2017 - VI ZR 529/16 (https://dejure.org/2017,41317)
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§ 280 BGB, § 630a BGB, § 630h BGB, § 823 Abs 1 BGB, Art 103 Abs 1 GG
Arzt- und Krankenhaushaftung: Verbrennungen eines Patienten bei der Verwendung eines Hochfrequenzgeräts während einer Prostataoperation; Beweislastumkehr bei objektiv beherrschbarem Risiko
Klinik haftet möglicherweise doch für Verbrennung des Patienten nach Prostataentfernung durch Elektrokoagulation
Verbrennungen des Patienten durch atypischen Stromfluss bei der Verwendung eines Hochfrequenzgeräts; Schadenersatz- und Schmerzensgeldbegehren wegen fehlerhafter ärztlicher Behandlung und unzureichender Aufklärung
BGB § 280; BGB § 823 Abs. 1; GG Art. 103 Abs. 1
Verbrennungen eines Patienten durch Stromfluss bei der OP können zu Beweislastumkehr führen
Vollbeherrschbare Behandlung
anwalt.de (Ausführliche Zusammenfassung)
Verbrennung bei OP: Rechte von Patienten gestärkt
Kurznachricht zu "Verbrennungs-/Lagerungsschaden als voll beherrschbares Risiko" von VorsRiOLG a.D. Lothar Jaeger, original erschienen in: MedR 2018, 234 - 239.
LG Bochum, 27.03.2012 - 6 O 311/11
OLG Hamm, 04.11.2016 - 26 U 67/13
NJW-RR 2018, 205
MDR 2017, 1420
VersR 2018, 38
Dasselbe gilt für die unbemerkt gebliebene Entkoppelung eines Infusionssystems (Senatsurteil vom 10. Januar 1984 - VI ZR 158/82, BGHZ 89, 263, 269), das Zurückbleiben eines Tupfers im Operationsgebiet (Senatsurteil vom 27. Januar 1981 - VI ZR 138/79, VersR 1981, 462), die vermeidbare Keimübertragung durch an der Behandlung beteiligte Personen (…Senatsurteile vom 20. März 2007 - VI ZR 158/06, BGHZ 171, 358 Rn. 8 f.; vom 8. Januar 1991 - VI ZR 102/90, VersR 1991, 467) und grundsätzlich auch für die richtige Lagerung des Patienten auf dem Operationstisch (Senatsurteile vom 24. Januar 1995 - VI ZR 60/94, NJW 1995, 1618; vom 24. Januar 1984 - VI ZR 203/82, VersR 1984, 386, 387; Senatsbeschluss vom 26. September 2017 - VI ZR 529/16, VersR 2018, 38 Rn. 10).
Anders als normalerweise in Fällen des Lagerungsschadens (vgl. hierzu Senatsbeschluss vom 26. September 2017 - VI ZR 529/16, VersR 2018, 38 Rn. 10 mwN) lassen sich die Risikofaktoren, die sich aus der (körperlichen oder psychischen) Verfassung der Schwangeren und des Kindes für die Dauer bis zur Entbindung ergeben, ärztlicherseits nicht voll ausschalten.
Treffe diese Annahme zu, so habe sich ein Risiko verwirklicht, dass von der Behandlungsseite voll hätte beherrscht werden können und müssen mit der Folge, dass sie hätte beweisen müssen, alle erforderlichen organisatorischen und technischen Vorkehrrungen ergriffen zu haben, um dieses Risiko zu vermeiden (BGH, Urteil vom 26.09.2017, Az.: VI ZR 529/16).
Da sich demgemäß also ein Risiko verwirklicht hat, dass von der Behandlungsseite voll beherrscht werden kann und muss, hätte sie beweisen müssen, dass alle erforderlichen organisatorischen und technischen Vorkehrungen ergriffen wurden, um dieses Risiko zu vermeiden (vgl. BGH, Urteil vom 26.09.2017, Az.: VI ZR 529/16).