Source: https://www.verwaltungsdurchklick.de/unternehmenslagen/beschaeftigung-auslaendischer-mitarbeiter/forscher.html
Timestamp: 2019-02-24 01:23:17
Document Index: 39618853

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 20', '§ 18', '§ 5', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 18', '§ 5', '§ 20']

Sie sind eine öffentliche oder private Forschungseinrichtung, eine Hochschule oder ein Unternehmen, das Forschung betreibt, und möchten einen Forscher, d.h. eine Person zum Zwecke einer Tätigkeit in Wissenschaft, Forschung bzw. Lehre beschäftigen?
Lesen Sie hier, welche Besonderheiten zu beachten sind.
Forscher aus Nicht-EU-Staaten benötigen zur Einreise ein Visum.
Für Forscher gibt es grundsätzlich zwei mögliche Aufenthaltstitel:
Eine Aufenthaltserlaubnis nach § 20 AufenthG, die unter Vorlage einer wirksam abgeschlossenen Aufnahmevereinbarung zur Durchführung eines Forschungsvorhabens beantragt werden kann
oder (sofern § 20 AufenthG nicht möglich oder nicht erwünscht ist)
eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Erwerbstätigkeit nach § 18 AufenthG in Verbindung mit § 5 Beschäftigungsverordnung.
§ 20 AufenthG:
Ist Ihre Forschungseinrichtung (d.h. auch Ihr Unternehmen, das Forschung betreibt) vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in einem offiziellen Verfahren anerkannt worden?
Dann kann für den von Ihnen ausgewählten Forscher ein besonderes Verfahren zur Anwendung kommen, in dem er lediglich folgende Unterlagen bei der Beantragung des Visums vorlegen muss:
eine wirksame Aufnahmevereinbarung mit Ihrer Forschungseinrichtung zur Durchführung eines Forschungsvorhabens;
eine Kostenübernahmeerklärung
Aufnahmevereinbarung und Kostenübernahmeerklärung werden als Nachweise mit dem Visumantrag eingereicht. Das Visumverfahren wird ohne Beteiligung der Ausländerbehörde durchgeführt; auf Grundlage der wirksam abgeschlossenen Aufnahmevereinbarung erteilt die zuständige Auslandsvertretung dem Forscher das Visum. Auf diese Weise dauert die Visumerteilung oft nur wenige Tage.
Ist Ihre Forschungseinrichtung nicht anerkannt?
Dann muss Ihr Forscher im herkömmlichen Verfahren zur Einreise ein Visum und dann vor Ablauf des Visums auf dessen Grundlage bei der zuständigen Ausländerbehörde eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Erwerbstätigkeit beantragen.
Sind Sie an einer Anerkennung interessiert?
Bei Vorliegen der Voraussetzungen können Sie mit Ihrer öffentlichen oder privaten Forschungseinrichtung eine Anerkennung durchlaufen und dadurch Ihren zukünftigen Arbeitnehmern das oben beschriebene schnellere Verfahren der Visumerteilung ermöglichen. Außerdem bietet ein Aufenthaltstitel nach § 20 AufenthG wesentliche Vorteile (z.B. Mobilitätsrecht innerhalb der EU bzw. einen erleichterten Nachzug von Ehe- bzw. Lebenspartnern).
Weitere Informationen zu den Voraussetzungen sowie das Antragsformular für eine Anerkennung Ihrer Forschungseinrichtung finden Sie hier.
Ein Forscher aus Australien, Israel, Japan, Kanada, der Republik Korea, Neuseeland und den Vereinigten Staaten von Amerika benötigt zur Einreise kein Visum. Er muss lediglich einen gültigen Reisepass bei sich führen und sich innerhalb einer Woche nach Einreise bei der Meldebehörde seines neuen Wohnortes anmelden.
Um als Forscher in Deutschland arbeiten zu können, muss Ihr Arbeitnehmer eine Aufenthaltserlaubnis bei der für ihn zuständigen Ausländerbehörde beantragen.
Für Forscher gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten der Aufenthaltserlaubnis:
Eine Aufenthaltserlaubnis nach § 20 Aufenthaltsgesetz (AufenthG), die unter Vorlage einer wirksam abgeschlossenen Aufnahmevereinbarung zur Durchführung eines Forschungsvorhabens beantragt werden kann
eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Erwerbstätigkeit nach § 18 AufenthG in Verbindung mit § 5 Beschäftigungsverordnung (BeschVO).
§ 20 AufenthG :
Dann kann für den von Ihnen ausgewählten Forscher ein besonderes Verfahren angewendet werden.
Zur Beantragung einer Aufenthaltserlaubnis muss der Forscher lediglich folgende Unterlagen vorlegen:
Auf Grundlage der wirksam abgeschlossenen Aufnahmevereinbarung erteilt die zuständige Ausländerbehörde eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Forschung.
Dann muss Ihr Forscher eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Erwerbstätigkeit beantragen.
Bei Vorliegen der Voraussetzungen können Sie ein solches Anerkennungsverfahren durchlaufen und ihrem Forscher ermöglichen, eine vorteilhaftere Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Forschung zu beantragen.
Vorteile der Aufenthaltserlaubnis sind das Mobilitätsrecht innerhalb der EU und ein erleichterter Nachzug sowie eine erleichterte Erwerbstätigkeit von Ehe- bzw. Lebenspartnern.
Beachten Sie: Eine Arbeitsaufnahme darf erst dann erfolgen, wenn die Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Forschung erteilt wurde. Dies bedeutet zwangsläufig, dass für die Zeit des Antragsverfahrens keine Beschäftigung stattfinden kann. Um eine Arbeitsaufnahme direkt nach der Einreise zu ermöglichen, ist es empfehlenswert, dass Forscher der oben privilegierten Nationalitäten dennoch vor ihrer Einreise einen Visumantrag stellen. Aus dem Ausland heraus kann ein Aufenthaltstitel, der zur Arbeitsaufnahme berechtigt, nur als D-Visum beantragt werden, da Aufenthaltstitel und Arbeitserlaubnis nicht getrennt erteilt werden können.
Nähere Informationen zur Erteilung des D-Visums finden Sie in der Kategorie „Forscher“ unter dem Menüpunkt „Nicht-EU-Bürger“.
Beachten Sie, dass das D-Visum in der Regel nur für einen Zeitraum von drei Monaten ausgestellt wird. Innerhalb von drei Monaten nach Einreise muss Ihr Arbeitgeber auf Grundlage des Visums die Aufenthaltserlaubnis bei der zuständigen Ausländerbehörde beantragen.
Nachweis von Deutschkenntnissen: Aufgrund seines Status als Forscher muss weder Ihr Arbeitnehmer bei Einreise noch dessen Ehe- bzw. Lebenspartner bei Mitzug einen Nachweis von Deutschkenntnissen erbringen. Dieselbe Regelung gilt auch für einen Mitzug von Kindern.