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Timestamp: 2017-12-11 06:04:53
Document Index: 212276840

Matched Legal Cases: ['§ 312', '§ 119', '§ 121', '§ 355', '§ 355', '§ 355', '§ 823', '§ 64', '§ 38', '§ 823', '§ 64']

Option auf Eintrittskarten erworben - GmbH PLEITE !
www.frag-einen-anwalt.de Kaufrecht Option auf Eintrittskarten erworben - GmbH PLEI...
04.07.2007 01:35 |
ich habe bei ebay karten für ein paar fussball spiele gekauft. da die karten dem verkäufer noch nicht vorlagen haben wir eine vereinbarung getroffen. wenn er die karten vorliegen hat? dann werden diese sofort an mich weitergeleitet... die zahlung musste ich jedoch sofort leisten (-; .... der vertrag über die abwicklung wurde über seine gmbh gemacht... naja ... nun habe ich die info bekommen : gmbh geht insolvenz ... die karten sollte ich im herbst bekommen ... was nun ?? habe ich die a... karte gezogen weil ich depp einen vertrag mit ´ner gmbh gemacht habe ??
04.07.2007 | 02:57
Mangels gegenteiliger Mitteilung nehme ich an, daß Sie die Karten als Verbraucherin erwerben wollten.
Der Erwerb der Option über ebay erfolgte wohl im Rahmen eines sogenannten Fernabsatzgeschäftes, sodaß ich nach erster Beurteilung der Sach - und Rechtslage davon ausgehe, daß Ihnen gemäß §§ 312 b, 312 d Abs. 1 i.V.m. 355 BGB ein
Dieses sollten Sie sofort per Einschreiben mit Rückschein ausüben und das bereits bezahlte Geld unter Fristsetzung zurückfordern.
Rein vorsorglich für den Fall, daß das Widerrufsrecht nicht greift, könnten Sie das Rechtsgeschäft auch sofort
( = unverzüglich ! )
gemäß § 119 BGB
da Sie sich hinsichtlich der Kreditwürdigkeit der GmbH in einem zur Anfechtung berechtigenden Irrtum befanden.
Anzuraten ist die Beauftragung eines Rechtsanwaltes, um Ihre Ansprüche schnell und effektiv durchzusetzen.
Insbesondere muss eine Anfechtung gemäß § 121 unverzüglich erfolgen.
Hinsichtlich der Fristen im Zusammenhang mit dem Widerrufsrecht kommt es darauf an, ob Sie ordnungsgemäß und in Textform über das Widerrufsrecht belehrt wurden. Ein beauftragter Rechtsanwalt könnte außerdem prüfen, ob die GmbH überhaupt zum Vertrieb der Kaufoption(en) berechtigt war.
Eile ist in jedem Fall geboten, da die GmbH nach Ihren Angaben vor der Insolvenz steht.
Ich weise schon jetzt darauf hin, daß im Falle eines Rechtsstreits vor Gericht ein nicht zu unterschätzendes Kostenrisiko bestünde. Selbst bei Obsiegen könnten Sie nämlich im Falle der Insolvenz auf den Prozesskosten sitzen bleiben.
Im Insolvenzverfahren könnten Sie übrigens Ihre Forderungen immer noch geltend machen. Dies verspricht jedoch in der Regel wenig Aussicht(en) auf Bezahlung.
§§ 355, 312 b und 312 d BGB ( auszugsweise ):
(2) 1Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, zu dem dem Verbraucher eine deutlich gestaltete Belehrung über sein Widerrufsrecht, die ihm entsprechend den Erfordernissen des eingesetzten Kommunikationsmittels seine Rechte deutlich macht, in Textform mitgeteilt worden ist, die auch Namen und Anschrift desjenigen, gegenüber dem der Widerruf zu erklären ist, und einen Hinweis auf den Fristbeginn und die Regelung des Absatzes 1 Satz 2 enthält. 2Wird die Belehrung nach Vertragsschluss mitgeteilt, beträgt die Frist abweichend von Absatz 1 Satz 2 einen Monat. 3Ist der Vertrag schriftlich abzuschließen, so beginnt die Frist nicht zu laufen, bevor dem Verbraucher auch eine Vertragsurkunde, der schriftliche Antrag des Verbrauchers oder eine Abschrift der Vertragsurkunde oder des Antrags zur Verfügung gestellt werden. 4 Ist der Fristbeginn streitig, so trifft die Beweislast den Unternehmer.
(2) Fernkommunikationsmittel sind Kommunikationsmittel, die zur Anbahnung oder zum Abschluss eines Vertrags zwischen einem Verbraucher und einem Unternehmer ohne gleichzeitige körperliche Anwesenheit der Vertragsparteien eingesetzt werden können, insbesondere Briefe, Kataloge, Telefonanrufe, Telekopien, E-Mails sowie Rundfunk, Tele- und Mediendienste....
Nachfrage vom Fragesteller	04.07.2007 | 03:38
danke für ihr schnelles feedback ... bzgl. widerrufsrecht habe ich ihnen wohl vergessen zu sagen: die karten habe ich vor 5 monaten bezahlt und nun erst meldet die gmbh insolvenz an... die sind pleite !! klage ? lohnt sich doch bestimmt nicht ,oder ? und eine anzeige ? macht die sinn ? ... jedenfalls habe ich daraus echt gelernt... beste grüße
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.07.2007 | 10:22
Hinsichtlich dem Lauf eines möglichen Widerrufsrechts mache ich auf den bereits zitierten § 355 BGB, insbesondere auf
§ 355 Absatz 3 Satz 3 BGB aufmerksam.
Es ist also gut möglich, daß die Frist mangels ordnungsgemäßer Belehrung noch nicht zu laufe begonnen hat.
Sie sollten die Geschäftsführung und im Falle eines Insolvenzverfahrens den Insolvenzverwalter auffordern, das Geld zurückzuzahlen. Mit einer solchen Zahlungsaufforderung beginnt kein strittiges Verfahren, sodaß sich das Kostenrisiko in Grenzen hält.
Gut ist es zu wissen, daß es in Ausnahmefällen zu einer sogenannten Durchgriffshaftung auf die hinter der GmbH stehenden natürlichen Personen kommen kann. Besteht gar ein Fall der Insolvenzverschleppung, so spricht die Rechtsprechung den sogenannten Neugläubigern der GmbH regelmäßig den Ersatz des Vertrauensschadens und den Altgläubigern den Quotenschaden zu-
§ 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 64 GmbHG.
§§ 38, 174 Insolvenzordnung (InsO ), § 823 Bürgerliches Gesetzbuch ( BGB ) und § 64 GmbHG:
(1) 1Die Insolvenzgläubiger haben ihre Forderungen schriftlich beim Insolvenzverwalter anzumelden. 2Der Anmeldung sollen die Urkunden, aus denen sich die Forderung ergibt, in Abdruck beigefügt werden.
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