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Timestamp: 2019-06-26 05:48:07
Document Index: 181535203

Matched Legal Cases: ['§ 536', '§ 536', '§ 536', '§ 536', '§ 538', '§ 536', '§ 536', '§ 536', 'BGH', 'BGH', '§ 280', '§ 536', '§ 536', '§ 536', '§ 536', '§ 536', '§ 536', '§ 539', 'BGH', 'BGH', '§ 536', '§ 539', '§ 536', '§ 581', '§ 590', '§ 536', '§ 536', '§ 535', '§ 536', '§ 535', 'BGH', '§ 536', '§ 556', '§ 536', '§ 309', 'BGH', 'BGH', '§ 536', '§ 307', '§ 307', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 536', '§ 307', '§ 536', '§ 536', '§ 536', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 536', 'BGH', '§ 536', '§ 545', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Prütting/Wegen/Weinreich, BGB Kommentar, BGB § 536a – Schadens- und Aufwendungsersatzanspruch des Mieters wegen eines Mangels | Deutsches Anwalt Office Premium | Recht | Haufe
Prütting/Wegen/Weinreich, BGB Kommentar, BGB § 536a – Schadens- und Aufwendungsersatzanspruch des Mieters wegen eines Mangels
A. Grundsätzliches; Konkurrenzen.
§ 536a wurde durch das MRRG eingefügt und ist seit 1.9.01 in Kraft. § 536a regelt Schadens- und Aufwendungsersatzansprüche des Mieters bei Mängeln der Mietsache und entspricht §§ 538 I, II, 541, 547 I 1 jeweils aF. Ansprüche aus § 536a können neben § 536 geltend gemacht werden. Bei Sachmängeln ist das allgemeine Leistungsstörungsrecht wegen der Verweisung in I auf § 536 erst ab Überlassung der Mietsache ausgeschlossen (BGH NJW 97, 2813 [BGH 18.06.1997 - XII ZR 192/95]; für § 280 Rostock NJW-RR 07, 1092 [OLG Rostock 14.12.2006 - 3 W 52/06]). Zu nicht behebbaren Mängeln s. § 536 Rn 3. Bei Rechtsmängeln gilt die Verdrängung der allgemeinen Regeln schon ab Vertragsschluss, vgl § 536 Rn 3. Für den Verzug mit der Mängelbeseitigung gelten § 536a I Alt 3, II als Spezialnormen. Zum Verhältnis von § 536a zu Ansprüchen wegen Störung der Geschäftsgrundlage, Anfechtung und cic s. § 536 Rn 4. § 536a II ist abschließend: Bei eigenmächtiger Mangelbeseitigung des Mieters ist ein Rückgriff auf § 539 nicht zulässig (BGH NJW 08, 1216 [BGH 16.01.2008 - VIII ZR 222/06]). Zu sonstigen Aufwendungen, die nicht von § 536a II erfasst sind, s. § 539 Rn 2.
Als Teil des allgemeinen Mietrechts gilt § 536a für alle Mietverhältnisse, über § 581 II auch für Pachtverträge. Für Landpacht enthält § 590b eine Sonderregelung. Eine Übergangsregelung existiert nicht.
C. Abweichende Vereinbarungen.
§ 536a ist abdingbar. Zu unterscheiden ist zwischen den Ansprüchen aus § 536a und der Gebrauchsüberlassungs- und Instandhaltungspflicht gem § 535 I 2: Ein Ausschluss von Schadensersatzansprüchen nach § 536a lässt die Pflichten aus § 535 I 2 unberührt; gleiches gilt für einen entspr Aufrechnungsausschluss (BGH NJW-RR 03, 72). Die nachfolgenden Ausführungen gelten daher allein für die Ansprüche aus § 536a: Bei Wohnraummiete ist gem § 556b II ein vertraglicher Ausschluss der Aufrechnung oder Zurückbehaltungsrechten wegen Ansprüchen aus § 536a unwirksam. Zulässig ist – in den Grenzen des § 309 Nr 7 – die formularmäßige Abbedingung der verschuldensunabhängigen Haftung für anfängliche Sachmängel (BGH NJW-RR 91, 74 [BGH 04.10.1990 - XII ZR 46/90]), da die für Schadensersatzansprüche untypische Garantie gem § 536 I Alt 1 kein gesetzliches Leitbild iSv § 307 II Nr 1 darstellt. Bei nachträglichen Mängeln ist dagegen nach § 307 jede formularmäßige Haftungsbeschränkung unwirksam (BGH NJW 02, 673 [BGH 24.10.2001 - VIII ARZ 1/01]; aA für Gewerberaummiete Ddorf NJW-RR 99, 735 [BGH 25.11.1998 - XII ZR 12/97]; Kobl NZM 00, 622 [OLG Koblenz 30.03.1999 - 3 U 1317/98]). § 536a II kann wegen § 307 II Nr 1 bei Wohn- und Gewerberaummiete nicht zum Nachteil des Mieters durch AGB beschränkt werden (Bub/Treier/Bub II Rz 523). Ist eine zulässige Haftungsbeschränkung vereinbart, so erstreckt sich diese auch auf deliktsrechtliche Ansprüche (Hamm BB 75, 1219; Frankf VersR 73, 425 [OLG Frankfurt am Main 09.07.1971 - 2 U 57/71]).
D. Tatbestand der Schadensersatzansprüche gem § 536a I.
Für anfängliche Mängel (s. zum Mangel § 536 Rn 7–13) bei Vertragsschluss haftet der Vermieter nach der gesetzlichen Garantie gem § 536 I Alt 1 verschuldensunabhängig. Entscheidend ist der Zeitpunkt der (formlosen) Einigung, nicht derjenige einer ggf späteren schriftlichen Vertragsunterzeichnung (vgl BGH NJW 68, 885). Der Mangel braucht bei Vertragsschluss nicht in Erscheinung getreten sein – maßgeblich ist allein, dass die Mangelursache bereits von Beginn an vorhanden war (BGH NJW 10, 3152 [BGH 21.07.2010 - XII ZR 189/08]). Nach dem Normzweck gilt die Garantiehaftung aus § 536 I Alt 1 entspr, wenn die Mietsache bei Vertragsschluss noch nicht fertig gestellt ist und der Mangel sodann bei Übergabe bzw Fertigstellung vorliegt (BGHZ 9, 320; Naumbg ZMR 00, 381). Bei Abschluss eines eigenständigen Anschlussmietvertrages greift § 536a I Alt 1 erneut (Bub/Treier/Kraemer III B Rz 1382) – nicht jedoch bei fingierter Vertragsverlängerung nach § 545, Ausübung einer einseitigen Option oder Mieterwechsel aufgrund Vertragsübernahme zu den bisherigen Konditionen (BGH BB 59, 1115). Bsp: Von Beginn an ungesicherter Schlagbolzen im Fensterrahmen, weshalb sich während der Mietzeit der Fensterflügel löst und Personen verletzt (BGH NJW 10, 3152 [BGH 21.07.2010 - XII ZR 189/08]); fehlende Genehmigungsfähigkeit, auch wenn die Genehmigung erst nach Vertragsschluss versagt wird (BGH NJW 77, 1285 [BGH 20.04.1977 - VIII ZR 287/75] nur bei Erkennbarkeit; München ZMR 95, 401); vertragswidrige Unterverm...