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Timestamp: 2016-10-24 18:35:12
Document Index: 66372500

Matched Legal Cases: ['Art. 9', 'Art. 138', 'Art. 138', 'Art. 158', 'Art. 29', 'Art. 270', 'Art. 29', 'Art. 270', 'Art. 269', 'Art. 29', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE']

6P.63/2006 (25.08.2006)
Bundesrichter Wipr�chtiger, pr�sidierendes Mitglied,
Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Viktor R�egg,
Art. 9 BV (Strafverfahren, Willk�r)
A.________ legte am 30. April 2001 Verm�gen aus der Erbschaft ihres Ehemannes in zwei Obligationen � Fr. 400'000.-- und Fr. 40'000.-- bei der Migrosbank in Luzern an. Im Sommer 2001 wurden die beiden Obligationen aus dem Wertschriftendepot von A.________ in das Wertschriftendepot von deren Sohn X.________ transferiert. Dieser veranlasste mit Schreiben vom 22. August 2001 die Aufl�sung seines Wertschriftendepots und die �berweisung des aus den Obligationen resultierenden Guthabens an die Cr�dit Suisse zu Handen der B.________ GmbH. �ber dieses Unternehmen wurde am 16. September 2003 der Konkurs er�ffnet. Das Konkursverfahren wurde am 26. Januar 2004 mangels Aktiven eingestellt. Das angelegte Geld ging verloren.
Der Vertreter von X.________, Rechtsanwalt C.________, teilte mit Schreiben vom 1. M�rz 2004 A.________ im Wesentlichen mit, dass X.________ unter anderem die Verm�genswerte, die er von ihr �bertragen erhalten hatte, bei einem Unternehmen angelegt habe und dass die Verm�genswerte infolge Konkurses dieses Unternehmens verloren seien. Hierauf fand am 2. M�rz 2004 ein Telefongespr�ch zwischen A.________ und Rechtsanwalt C.________ statt, in welchem Letzterer ihr die Sachlage nochmals darlegte. Mit Schreiben vom 15. M�rz 2004 forderte A.________ ihren Sohn auf, ihr die gemeinsam bei der Migrosbank gezeichnete Kassenobligation, die er zur Aufbewahrung an sich genommen habe, bis sp�testens 25. M�rz 2004 an sie zuzustellen, da es sich dabei um ihr rechtm�ssiges Eigentum handle. Mit Antwortschreiben vom 18. M�rz 2004 erkl�rte X.________ seiner Mutter noch einmal seine Sicht der Dinge und was wirklich mit dem Geld passiert sei.
B.a Mit Eingabe vom 18. Juni 2004 (Postaufgabe) reichte A.________ gegen ihren Sohn X.________ Strafklage wegen Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 StGB) ein und machte eine Zivilforderung in der H�he von Fr. 450'434.45 nebst Zins geltend.
B.b Das Amtsstatthalteramt Luzern, Abteilung Luzern-Stadt, stellte mit Entscheid vom 28. Januar 2005 die Strafuntersuchung gegen X.________ "betreffend Veruntreuung, ungetreue Amtsf�hrung und ev. ungetreue Gesch�ftsbesorgung" ein und trat auf die Zivilforderung der Privatkl�gerin A.________ nicht ein.
B.c Dagegen erhob A.________ bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern Rekurs mit den Antr�gen, der Entscheid des Amtsstatthalteramtes sei aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an dieses, eventuell an das zust�ndige Strafgericht zur�ckzuweisen.
Mit Eingabe vom 10. M�rz 2006 erhebt A.________ eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde und staatsrechtliche Beschwerde mit den Antr�gen, der Entscheid der Kriminal- und Anklagekommission des Obergerichts des Kantons Luzern sei aufzuheben und die Sache zur materiellen Beurteilung an die Vorinstanz, eventualiter direkt an das Amtsstatthalteramt Luzern, zur�ckzuweisen. Zudem ersucht sie um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege.
Die Veruntreuung und die ungetreue Gesch�ftsbesorgung zum Nachteil eines Angeh�rigen oder Familiengenossen werden nur auf Antrag verfolgt (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2, Art. 158 Ziff. 3 StGB). Das Verfahren gegen den Beschwerdegegner wurde eingestellt, weil der von der Beschwerdef�hrerin eingereichte Strafantrag versp�tet sei. Die Beschwerdef�hrerin macht in der Nichtigkeitsbeschwerde geltend, diese Auffassung der kantonalen Instanzen verletze Bundesrecht, insbesondere Art. 29 StGB. In der staatsrechtlichen Beschwerde macht sie geltend, die Ansicht der kantonalen Instanzen beruhe auf willk�rlicher Beweisw�rdigung.
Gem�ss Art. 270 lit. f BStP steht die eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde dem Strafantragsteller zu, soweit es um das Strafantragsrecht als solches geht. Vorliegend stellt sich die Frage, ob die Beschwerdef�hrerin den Strafantrag rechtzeitig eingereicht hat beziehungsweise wann ihr im Sinne von Art. 29 StGB der T�ter bekannt geworden ist. Dies betrifft eine Frage des Strafantragsrechts als solchen. Die Beschwerdef�hrerin kann daher gest�tzt auf Art. 270 lit. f BStP mit eidgen�ssischer Nichtigkeitsbeschwerde geltend machen, die Auffassung der Vorinstanz, der Strafantrag sei zu sp�t eingereicht worden, verstosse gegen eidgen�ssisches Recht im Sinne von Art. 269 Abs. 1 BStP. Rechtsfrage ist insoweit, welche Umst�nde der Antragsberechtigte in welchem Ausmass kennen muss, damit ihm der T�ter im Sinne von Art. 29 StGB bekannt ist.
3.1 Das Antragsrecht erlischt nach Ablauf von drei Monaten. Die Frist beginnt mit dem Tag, "an welchem dem Antragsberechtigten der T�ter bekannt wird" (Art. 29 StGB). Erforderlich ist zudem selbstverst�ndlich, dass der Berechtigte die Tat kennt, d.h. weiss, dass die Elemente eines Tatbestands erf�llt sind (BGE 126 IV 131 E. 2a; 121 IV 272 E. 2a). Die Antragsfrist beginnt mithin erst, wenn dem Berechtigten die objektiven und die subjektiven Tatbestandselemente bekannt sind (h.L.; siehe z.B. Stefan Trechsel, Kurzkommentar, 2. Aufl. 1997, Art. 29 StGB N. 3; Christof Riedo, Basler Kommentar, 2003, Art. 29 StGB N. 12 f.). Oft ist ein Verhalten nur bei Vorsatz und bei Vorliegen weiterer subjektiver Elemente strafbar und damit eine Straftat. Die Antragsfrist kann daher erst beginnen, wenn der Berechtigte auch diese Umst�nde kennt.
"Bekannt" im Sinne von Art. 29 StGB ist der T�ter nicht schon, wenn der Antragsberechtigte gegen eine bestimmte Person einen Verdacht hegt. Erforderlich ist vielmehr eine sichere, zuverl�ssige Kenntnis, die ein Vorgehen gegen den T�ter als aussichtsreich erscheinen l�sst und den Antragsberechtigten gleichzeitig davor sch�tzt, wegen falscher Anschuldigung oder �bler Nachrede belangt zu werden (BGE 76 IV 1 E. 2; 126 IV 131 E. 2a). Der Berechtigte ist nicht verpflichtet, nach dem T�ter zu forschen, und blosses "Kennenm�ssen" des T�ters l�st die Antragsfrist nicht aus (BGE 76 IV 1 E. 2). Entsprechendes gilt in Bezug auf die Kenntnis der Tat.
3.2 Die Beschwerdef�hrerin wirft in ihrer Strafklage vom 18. Juni 2004 dem Beschwerdegegner im Wesentlichen vor, er habe ohne ihr Wissen und ohne ihren Willen die beiden Obligationen von ihrem auf sein Wertschriftenkonto �bertragen, dieses danach aufgel�st und das Guthaben spekulativ bei einer Unternehmung angelegt, die in der Folge in Konkurs geriet. Daher sei er wegen Veruntreuung zu verurteilen. Zu pr�fen ist vorliegend, in welchem Zeitpunkt die Beschwerdef�hrerin Kenntnis von der behaupteten Straftat des Beschwerdegegners erhielt. Davon h�ngt es ab, ob der Strafantrag vom 18. Juni 2004 (Postaufgabe) rechtzeitig eingereicht worden ist.
3.2.1 In einem zwei Seiten umfassenden Schreiben vom 1. M�rz 2004 teilte der Vertreter des Beschwerdegegners, Rechtsanwalt C.________, der Beschwerdef�hrerin unter anderem Folgendes mit (siehe UA Fasz. zum Verfahren Bel.19.17):
"Ihr Sohn, (...X. ...) ... hat mich mit der rechtlichen Interessenwahrung zur R�ckf�hrung seiner bei der (...B. ...) GmbH investierten Gelder betraut.
Im Rahmen dieser Mandatierung hat mir (...X. ...) zahlreiche Aktenst�cke �berlassen, aus welchen sich Einzahlungen (auf ein) auf die (...B. ...) GmbH lautendes Konto zu Anlagezwecken ergeben. ....
Nach anf�nglichen Renditenauszahlungen sind die R�ckfl�sse vor geraumer Zeit urpl�tzlich versiegt. Ihr Sohn ist mit unz�hligen Versprechungen und Hinhaltungen vertr�stet worden. ...
Leider haben sich diese Versprechungen bis zum heutigen Tage nicht eingel�st. Ihr Sohn hat sich in der Folge darum bem�ht, zumindest die von Ihnen erhaltenen CHF 220'000.-- zu erlangen. Bis anhin ist auch dieses Unterfangen nicht von Erfolg begleitet gewesen.
Zwischenzeitlich ist die (...B. ...) GmbH, welcher Ihr Sohn die Gelder einbezahlt hat, Konkurs gegangen. Meine Nachforschungen beim zust�ndigen Konkursamt Schlieren haben ergeben, dass sich keine verwertbaren Aktiven vorgefunden haben. Der Konkursrichter hat daher das Verfahren mangels Aktiven wieder eingestellt. Der Erhalt der Gelder bei der (...B. ...) GmbH ist dadurch quasi ausgeschlossen.
Es muss davon ausgegangen werden, dass es sich bei den Verm�gensverwaltern um unseri�se Gesch�ftsleute handelt. ...
Diese Zeilen richte ich an Sie, um Ihr Verst�ndnis f�r die Situation Ihres Sohnes zu wecken. ... Er hat, von der Hoffnung auf lukrative Renditen getragen, Anlagen get�tigt, um seine und Ihre Gelder bestm�glich zu vermehren. Dieses Unterfangen ist gescheitert. Ein Vorwurf kann Ihrem Sohn nicht gemacht werden. Die sp�tere Erkenntnis, unredlichen Gesch�ftspartnern vertraut zu haben, war in einem fr�heren Zeitpunkt schlicht ausgeschlossen.
Es ist Ihrem Sohn daran gelegen, dass Sie von seinen echten und redlichen Bem�hungen, insbesondere Ihre Gelder wieder zur�ckf�hren zu k�nnen, ebenso Kenntnis nehmen, wie Sie ihn von der Schuld und Verantwortung entlasten, Ihre Gelder anderweitig verwendet zu haben. Die mir vorliegende Aktenlage beweist das Gegenteil.
Letztlich soll bei Ihnen die Gewissheit einkehren, dass Ihr Sohn unschuldig Opfer unseri�ser Machenschaften geworden ist. Es ist schon schlimm genug, dass diese zu finanziellen Einbussen f�hren m�gen. Es darf allerdings nicht sein, dass die unseri�sen Gesch�ftspartner Familienmitglieder voneinander entfernen lassen."
3.2.2 Aus diesem Schreiben ergibt sich, dass der Beschwerdegegner unter anderem die ihm von der Beschwerdef�hrerin �bergebenen Verm�genswerte bei der B.________ GmbH zwecks h�herer Rendite anlegte, dass dieses Unternehmen in der Folge in Konkurs ging, dass die investierten Gelder trotz intensiver Bem�hungen seitens des Beschwerdegegners bis anhin nicht wiedererlangt werden konnten und aller Voraussicht nach unwiederbringlich verloren sind. Der Leser des Schreibens vom 1. M�rz 2004 kennt die Umst�nde, die allenfalls den in der Strafklage erhobenen Vorwurf der Veruntreuung begr�nden.
3.3.1 Die Beschwerdef�hrerin wendet im Wesentlichen ein, sie selbst habe das Schreiben des Anwalts des Beschwerdegegners vom 1. M�rz 2004 nicht im genannten Sinne verstanden und daher keine sichere Kenntnis betreffend die relevanten Umst�nde gehabt. Massgebend sei nicht, wie allenfalls ein Durchschnittsleser das Schreiben interpretiere. Entscheidend sei vielmehr, wie sie pers�nlich es verstanden habe. Sie sei eine bald 60j�hrige Frau und aus dem Schreiben des Anwalts nicht klug geworden. Sie habe den Beschwerdegegner mit Brief vom 15. M�rz 2004 denn auch ausdr�cklich und ultimativ zur R�ckgabe der ihm seinerzeit �bergebenen Obligationen aufgefordert, woraus sich klar ergebe, dass sie das Schreiben des Anwalts vom 1. M�rz 2004 nicht im genannten Sinne verstanden habe. Zudem sei in diesem Schreiben lediglich von einem Betrag von Fr. 220'000.-- die Rede. Sie habe aber seinerzeit dem Beschwerdegegner Obligationen �ber insgesamt Fr. 440'000.-- �bergeben.
3.3.2 Diese Einw�nde, die �brigens auch in der staatsrechtlichen Beschwerde vorgetragen werden, betreffen nicht Fragen des eidgen�ssischen Rechts, sondern vielmehr die Beweisw�rdigung. Die Vorinstanz hat nicht erkannt, dass schon ein "Kennenm�ssen" von Tat und T�ter die Antragsfrist ausl�st und die Beschwerdef�hrerin aufgrund des Schreibens vom 1. M�rz 2004 Tat und T�ter kennen musste. Die Vorinstanz hat vielmehr festgestellt, dass die Beschwerdef�hrerin unter anderem aufgrund des Schreibens vom 1. M�rz 2004 Tat und T�ter tats�chlich gekannt hat, und zwar sp�testens am 2. M�rz 2004, als sie den Inhalt des Schreibens zur Kenntnis nahm und hierauf mit dem Anwalt des Beschwerdegegners ein Telefongespr�ch f�hrte. Diese Feststellung ist tats�chlicher Natur und daher f�r den Kassationshof im Verfahren der eidgen�ssischen Nichtigkeitsbeschwerde verbindlich.
3.3.3 Die Nichtigkeitsbeschwerde enth�lt keine R�gen, die Fragen des eidgen�ssischen Rechts betreffen. Auch der Einwand, die Kenntnisnahme des Schreibens vom 1. M�rz 2004 habe lediglich allenfalls die Strafantragsfrist in Bezug auf den angeblich veruntreuten Betrag von Fr. 220'000.--, nicht aber hinsichtlich des angeblich veruntreuten Gesamtbetrags von zirka Fr. 450'000.-- ausgel�st, betrifft im vorliegenden Zusammenhang eine Frage der Beweisw�rdigung, wie sich aus den nachstehenden Erw�gungen zur staatsrechtlichen Beschwerde ergibt.
Auf die eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde ist demnach nicht einzutreten.
Ob der Strafantragsteller legitimiert ist, tats�chliche Feststellungen betreffend das Strafantragsrecht als solches mit staatsrechtlicher Beschwerde als willk�rlich zu r�gen, kann hier dahingestellt bleiben, da die staatsrechtliche Beschwerde aus nachstehenden Gr�nden ohnehin abzuweisen ist.
Gem�ss den Feststellungen des Obergerichts hatte die Beschwerdef�hrerin aufgrund des von ihr zur Kenntnis genommenen Inhalts des Schreibens vom 1. M�rz 2004 sowie des daran anschliessenden Telefongespr�chs vom 2. M�rz 2004 mit dem Anwalt des Beschwerdegegners "sp�testens ab dem 2. M�rz 2004 klare Kenntnis, dass die aus ihrem Verm�gen stammenden, �bertragenen Gelder von ihrem Sohn (...X. ...) in eine Anlage eingebracht wurden und inzwischen verloren waren" (angefochtener Entscheid S. 5 E. 8.1).
Was die Beschwerdef�hrerin dagegen vorbringt, vermag den Vorwurf der willk�rlichen Beweisw�rdigung nicht zu begr�nden.
6.1 Richtig ist, dass die Beschwerdef�hrerin mit Schreiben vom 15. M�rz 2004 den Beschwerdegegner aufforderte, ihr sp�testens bis 25. M�rz 2004 die "Kassenobligation" zuzustellen (UA Fasz. zum Verfahren Bel. 19.16). Dieses Schreiben, welches �brigens nicht von der Beschwerdef�hrerin selbst, sondern von einem Kollegen verfasst wurde (Dep. 50 der untersuchungsrichterlichen Einvernahme der Beschwerdef�hrerin), dr�ngt entgegen den Einw�nden in der staatsrechtlichen Beschwerde nicht den Schluss auf, dass die Beschwerdef�hrerin Inhalt und Tragweite des Schreibens des Anwalts vom 1. M�rz 2004 gar nicht verstanden habe. Es kann ohne Willk�r davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdef�hrerin den Inhalt des Schreibens sehr wohl verstand, die darin geschilderte Sachlage aber nicht wahrhaben wollte und unverdrossen vom Beschwerdegegner, mit dem sie inzwischen zerstritten war, die R�ckgabe der Obligationen verlangte, obschon dies bei der geschilderten Sachlage schlicht unm�glich war. F�r diese W�rdigung spricht auch die eigene Aussage der Beschwerdef�hrerin (Dep. 49 der untersuchungsrichterlichen Einvernahme), wonach der Rechtsanwalt ihr im Telefongespr�ch vom 2. M�rz 2004 gesagt habe, der Beschwerdegegner habe das Geld verspekuliert. Damit war offensichtlich das Geld gemeint, welches die Beschwerdef�hrerin dem Beschwerdegegner �berlassen hatte.
Die Beschwerdef�hrerin konnte das Schreiben des Anwalts vom 1. M�rz 2004 auch nicht bloss als eine Wiedergabe von subjektiven Behauptungen des Beschwerdegegners verstehen, zumal der Anwalt im Schreiben einleitend festhielt, dass sich aus den ihm vom Beschwerdegegner �berlassenen zahlreichen Aktenst�cken die Einzahlungen auf ein Konto der B.________ GmbH ergeben.
6.2 Die Beschwerdef�hrerin hatte dem Beschwerdegegner im Sommer 2001 zwei Obligationen � Fr. 400'000.-- und Fr. 40'000.-- �bergeben. Im Schreiben des Anwalts des Beschwerdegegners vom 1. M�rz 2004 wird ein Betrag von Fr. 220'000.-- genannt. Dies legt indessen entgegen den Einw�nden in der staatsrechtlichen Beschwerde nicht den Schluss nahe, dass der Beschwerdef�hrerin aufgrund des Schreibens vom 1. M�rz 2004 h�chstens eine angebliche Veruntreuung im Umfang der H�lfte der dem Beschwerdegegner insgesamt �bergebenen Verm�genswerte bekannt war. Im Schreiben des Rechtsanwalts an die Beschwerdef�hrerin wird ausgef�hrt, der Beschwerdegegner habe sich darum bem�ht, von der B.________ GmbH "zumindest die von Ihnen erhaltenen CHF 220'000.-- zu erlangen". Der Anwalt ging offensichtlich davon aus, die Beschwerdef�hrerin habe dem Beschwerdegegner Verm�genswerte im Betrag von Fr. 220'000.-- (zum Zwecke der Gewinn bringenden Anlage) �bergeben. Im Schreiben vom 1. M�rz 2004 deutet nichts darauf hin, dass der Beschwerdegegner nur einen Teil der ihm von der Beschwerdef�hrerin �berlassenen Verm�genswerte bei der B.________ GmbH angelegt habe. Aus dem Schreiben ergibt sich vielmehr, dass der Beschwerdegegner die gesamten Verm�genswerte, welche er von der Beschwerdef�hrerin erhalten hatte, sowie dar�ber hinaus auch eigenes Geld bei der B.________ GmbH angelegt und sich bis anhin erfolglos bem�ht hatte, von diesem Unternehmen wenigstens das von der Beschwerdef�hrerin erhaltene Geld zur�ckzuerlangen.
6.3 Dass die Beschwerdef�hrerin aufgrund des Schreibens vom 1. M�rz 2004 allenfalls nicht sichere Kenntnis von einem endg�ltigen Verlust der Gelder hatte, ist rechtlich unerheblich, da der eingeklagte Straftatbestand der Veruntreuung (wie �brigens auch der Tatbestand der ungetreuen Gesch�ftsbesorgung) keinen solchen endg�ltigen Verlust voraussetzt.
6.4 Aus dem Schreiben vom 1. M�rz 2004 ergibt sich klar, dass der Beschwerdegegner zurzeit und auch mittelfristig offensichtlich nicht zum Ersatz f�hig ist. Es kann daher keine Rede davon sein, dass die Beschwerdef�hrerin aufgrund des Schreibens vom 1. M�rz 2004 deshalb keine sichere Kenntnis von der inkriminierten Veruntreuung gehabt habe, weil die Frage der Ersatzbereitschaft (die allenfalls eine Verurteilung wegen Veruntreuung ausschliesst) noch offen gewesen sei.
6.5 Im �brigen ist der Vollst�ndigkeit halber darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdef�hrerin nicht erst durch das Schreiben vom 1. M�rz 2004 �ber die darin geschilderte Sachlage informiert wurde. Sowohl aus dem Schreiben vom 1. M�rz 2004 wie auch aus der Zeugenaussage des Anwalts des Beschwerdegegners (siehe Dep. 33 der untersuchungsrichterlichen Einvernahme) ergibt sich, dass schon vorher diesbez�gliche Auseinandersetzungen zwischen der Beschwerdef�hrerin und dem Beschwerdegegner stattgefunden hatten, wobei Erstere Letzterem Lug und Trug vorgeworfen hatte. Der Beschwerdegegner hatte den Anwalt mit der Wahrung seiner Interessen gegen�ber der B.________ GmbH betraut und ihn eines Tages gebeten, der Beschwerdef�hrerin die Sachlage zu erl�utern, da sie ihm, dem Beschwerdegegner, keinen Glauben schenke.
Die Feststellung des Obergerichts, die Beschwerdef�hrerin habe sp�testens ab dem 2. M�rz 2004 klare Kenntnis davon gehabt, dass die aus ihrem Verm�gen stammenden, �bertragenen Gelder vom Beschwerdegegner in eine Anlage eingebracht wurden und inzwischen verloren waren (angefochtener Entscheid S. 5 E. 8.1), ist somit nicht willk�rlich.
Bei Kenntnisnahme von Tat und T�ter sp�testens am 2. M�rz 2004 war aber der erst am 18. Juni 2004 eingereichte Strafantrag unstreitig versp�tet.
8.1 Die Beschwerdef�hrerin ersucht um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege. Ihre finanzielle Bed�rftigkeit ist ausgewiesen. Die staatsrechtliche Beschwerde war nicht von vornherein aussichtslos. Auch die eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde, auf die nicht eingetreten wird, war nicht von Anfang an ohne Aussicht auf Erfolg, zumal die Abgrenzung zwischen Tat- und Rechtsfragen auf dem Gebiet des Strafantragsrechts nicht einfach ist. Das Gesuch ist daher gutzuheissen. Somit werden keine Kosten erhoben und wird dem Vertreter der Beschwerdef�hrerin, Rechtsanwalt Viktor R�egg, Kriens, f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Entsch�digung von insgesamt Fr. 4'000.-- aus der Bundesgerichtskasse ausgerichtet.
8.2 Der Beschwerdegegner hat auf Einladung des Kassationshofes hin Vernehmlassungen zur Nichtigkeitsbeschwerde und zur staatsrechtlichen Beschwerde eingereicht. Da er im bundesgerichtlichen Verfahren obsiegt, hat er Anspruch auf eine Entsch�digung. Weil der Beschwerdef�hrerin die unentgeltliche Rechtspflege gew�hrt wird, ist die Entsch�digung an den Beschwerdegegner, die auf insgesamt Fr. 4'000.-- festgelegt wird, aus der Bundesgerichtskasse auszurichten.
Auf die eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde wird nicht eingetreten.
Das Gesuch um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gutgeheissen.
Dem Vertreter der Beschwerdef�hrerin, Rechtsanwalt Viktor R�egg, Kriens, wird eine Entsch�digung von insgesamt Fr. 4'000.-- aus der Bundesgerichtskasse ausgerichtet.
Dem Beschwerdegegner wird eine Entsch�digung von insgesamt Fr. 4'000.-- aus der Bundesgerichtskasse ausgerichtet.