Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20R%2012/11
Timestamp: 2019-06-24 22:49:55
Document Index: 178998212

Matched Legal Cases: ['Art 3', 'Art 100', '§ 80', '§ 19', '§ 19', '§ 22', '§ 19', '§ 9', 'Art 3', 'Art 100', '§ 80', '§ 19', '§ 19']

Rechtsprechung: VI R 12/11 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BFH, 07.02.2013
BFH, 07.02.2013 - VI R 83/10, VI R 12/11
https://dejure.org/2013,14042
BFH, 07.02.2013 - VI R 83/10, VI R 12/11 (https://dejure.org/2013,14042)
BFH, Entscheidung vom 07.02.2013 - VI R 83/10, VI R 12/11 (https://dejure.org/2013,14042)
BFH, Entscheidung vom 07. Februar 2013 - VI R 83/10, VI R 12/11 (https://dejure.org/2013,14042)
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Art 3 Abs 1 GG, Art 100 Abs 1 S 1 GG, § 80 Abs 1 BVerfGG, § 19 Abs 1 S 1 Nr 2 EStG 2002 vom 05.07.2004, § 19 Abs 2 S 1 EStG 2002 vom 05.07.2004
Verfassungsmäßigkeit der steuerrechtlichen Gleichbehandlung von beamtenrechtlichen Ruhegehältern mit Renten aus der gesetzlichen Sozialversicherung
Derzeitige Besteuerung von Pensionen und Betriebsrenten unbedenklich
Besteuerung von Renten und Pensionen verstößt nicht gegen die Verfassung
Kurznachricht zu "Anmerkung zur Entscheidung des BFH vom 07.02.2013, Az.: VI R 83/10 (Verfassungsmäßigkeit der Besteuerung beamtenrechtlicher Versorgungsbezüge)" von PrHFG Lothar Aweh, original erschienen in: EStB 2013, 291 - 292.
Dabei erforderte die gleitende Überführung der Besteuerung von Sozialversicherungsrenten wie der bisherigen Ertragsanteilsbesteuerung nach § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a EStG a.F. hin zur vollständigen nachgelagerten Besteuerung steigende Besteuerungsanteile, wohingegen Versorgungsbezüge bereits dem tragenden Element des AltEinkG entsprechend nachgelagert besteuert wurden (so BFH-Urteil vom 7. Februar 2013 VI R 83/10, BFHE 240, 549, BStBl II 2013, 573, Rz 16).
bb) Der BFH hat sowohl die Verfassungsmäßigkeit dieser Maßnahmen in Bezug auf die Besteuerung der Beamtenpensionen bestätigt (Urteile in BFHE 240, 549, BStBl II 2013, 573, Rz 14 ff., …und vom 16. September 2013 VI R 67/12, BFH/NV 2014, 37, Rz 14 f.) als auch entschieden, dass eine Ungleichbehandlung zu Lasten der Sozialversicherungsrentner in deren Übergangsregelung nicht gesehen werden kann, sofern gewährleistet ist, dass Rentenzahlungen, die auf Beiträgen beruhen, die sich nicht steuermindernd ausgewirkt haben, nicht erneut der Besteuerung unterworfen werden (z.B. Senatsurteil in BFHE 223, 445, BStBl II 2009, 710, unter II.2.b bb; siehe zu letzterem unten II.4.).
b) Auch die Verfassungsmäßigkeit der Besteuerung der Versorgungsbezüge ist in der höchstrichterlichen Rechtsprechung geklärt (vgl. insoweit nur BFH-Urteil in BFHE 240, 549, BStBl II 2013, 573, unter II.2.).
Soweit es sich um Versorgungsbezüge i.S. des § 19 Abs. 2 EStG handelt, ist für Werbungskosten bei der Ermittlung der Einkünfte gemäß § 9 a Satz 1 Nr. 1 Buchst. b) EStG ein Pauschbetrag von 102 EUR abzuziehen, wenn nicht höhere Werbungskosten nachgewiesen werden (vgl. u. a. BFH-Urteil vom 07. Februar 2013 VI R 83/10, BStBl. II 2013, 573).
Nachdem hinsichtlich der Besteuerung von Versorgungsbezügen das Ziel des AltEinkG also bereits in der Übergangsphase erreicht wurde, liefe ihre einkommensteuerliche Erfassung mit einem Besteuerungsanteil - sei es auch nur für eine Übergangszeit - dem Leitgedanken des AltEinkG zuwider und entspräche nicht dem Gebot der Folgerichtigkeit (vgl. u. a. BFH-Urteile vom 07. Februar 2013 VI R 83/10, BStBl. II 2013, 573 m.w.N.;… vom 18. November 2009 X R 45/07, BFH/NV 2010, 421 ; vom 18. November 2009 X R 34/07, BStBl. II 2010, 414).
Obwohl Sozialversicherungsrenten bereits ab dem Jahr 2005 nicht mehr mit dem Ertragsanteil, sondern mit dem regelmäßig höheren Besteuerungsanteil erfasst werden, werden einkommensteuerrechtliche Ungleichbehandlungen für bis zum Jahr 2005 beginnende Versorgungsbezüge durch einen weitgehend unveränderten Versorgungsfreibetrag reduziert (vgl. u. a. BFH-Urteil vom 07. Februar 2013 VI R 83/10, BStBl. II 2013, 573 m.w.N.).
Dies hat der Senat bereits mit Urteil vom 7. Februar 2013 VI R 83/10 (BFHE 240, 549, BStBl II 2013, 573) entschieden.
(5) Ferner konnte und musste der Gesetzgeber beachten, dass Rentner über unterschiedliche Rentenerwerbsbiographien verfügen und ein höherer Besteuerungsanteil oder ein sich während des Rentenbezugs erhöhender Besteuerungsanteil bei zahlreichen Rentnern dem Verbot der Doppelbesteuerung zuwiderliefe (vgl. BVerfG-Urteil in BVerfGE 105, 73, 134 f., BStBl II 2002, 618; BTDrucks 15/2150, 38; vgl. auch BFH-Urteile vom 26. November 2008 X R 15/07, BFHE 223, 445, BStBl II 2009, 710;… in BFH/NV 2010, 1253; vom 7. Februar 2013 VI R 83/10, BStBl. II 2013, 573).
Auch der BFH habe nochmals mit seinem zuletzt ergangenen Urteil vom 07. Februar 2013 VI R 83/10, BStBl. II 2013, 573, die Entscheidung des Gesetzgebers auf unterschiedslose Unterwerfung sämtlicher Basis-Altersversorgungssysteme der nachgelagerten Besteuerung bekräftigt.
Insoweit hat der VI. Senat des BFH jüngst ebenfalls entschieden, dass die in der Übergangsphase fortbestehende Ungleichbehandlung in der Besteuerung der beamtenrechtlichen Versorgungsbezüge und der Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung verfassungsgemäß ist (vgl. BFH-Urteil vom 7. Februar 2013 VI R 83/10, BFHE 240, 549).
https://dejure.org/2013,14041
BFH, 07.02.2013 - VI R 12/11 (https://dejure.org/2013,14041)
BFH, Entscheidung vom 07.02.2013 - VI R 12/11 (https://dejure.org/2013,14041)
BFH, Entscheidung vom 07. Februar 2013 - VI R 12/11 (https://dejure.org/2013,14041)
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Art 3 Abs 1 GG, Art 100 Abs 1 S 1 GG, § 80 Abs 1 BVerfGG, § 19 Abs 1 S 1 Nr 2 EStG 2002 vom 13.12.2006, § 19 Abs 2 S 1 EStG 2002 vom 13.12.2006
Altersgrenze für den Versorgungsfreibetrag bei Renten aus einer Direktzusage ist verfassungsgemäß
Qualifizierung von Leistungen zur Altersversorgung als Versorgungsbezüge nach Erteilung einer Direktzusage vor Erreichen der vorgesehenen Altersgrenze
Kein Versorgungsfreibetrag vor Erreichen der Altersgrenze bei Altersversorgung aufgrund einer Direktzusage
Versorgungsbezüge wegen Erreichens einer Altersgrenze
Die Einführung des Versorgungsfreibetrages gilt nach der gesetzlichen Ausgestaltung insoweit lediglich zur Minderung dieser Ungleichbehandlung (vgl. BFH-Urteil vom 07.02.2013 VI R 12/11, BFHE 240, 554, BStBl II 2013, 576).