Source: https://rd.springer.com/chapter/10.1007%2F978-3-662-00275-9_6
Timestamp: 2020-07-11 04:59:35
Document Index: 162573743

Matched Legal Cases: ['§ 101', '§ 27', '§ 6', '§ 42', '§ 94', '§ 185', '§ 242', '§ 243', '§ 248', '§ 370', '§ 1', '§ 36811', '§ 201', '§ 312', '§ 40', '§ 306', '§ 91', '§ 116', '§ 211', '§ 201', '§ 3602']

Begriff und Einteilungen des Verbrechens | Springer for Research & Development
Lehrbuch des Strafrechts pp 83-89 | Cite as
Begriff und Einteilungen des Verbrechens
Die Aufstellung allgemein zutreffender Merkmale jedes Verbrechens, d. h. jeder strafbaren Handlung8, setzt bereits eine beträchtliche Höhe wissenschaftlicher Entwicklung voraus. Bei Carpzow 9 fehlt diese noch; ein Jahrhundert später, bei Böhmer, ist sie erreicht10.
Vgl. oben S. 36. — Treffend erscheinen bei BönuER als die Merkmale des Verbrechens: freie Handlung (Tun oder Unterlassen), Rechtswidrigkeit, Schuld, Strafbarkeit. Vgl. näher, auch über die folgende Entwicklung, Strafr. II, 86/87.Google Scholar
Mehrfache Versuche in dieser Richtung mußten daher scheitern. Vgl. darüber näher Strafr. II, 89/92. (Insbes. Beling; auch M. E. Mayer, Sauer, Mittermaier.) Ferner oben S. 6.Google Scholar
Vgl. oben S. 1, 6. 2 So treffend v. Liszt S. 111.Google Scholar
Vgl. näher Strafr. II, 87/89, 93: Seit Beling (Das Verbrechen, 1906 usw.) wird vielfach als Begriffsmerkmal die sog. „Tatbestandsmäßigkeit“ hinzugefügt. Das ist nicht unrichtig, aber entbehrlich. Denn daß die Tat unter einen gesetzlichen Deliktstatbestand fallen muß, folgt bereits aus dem Grundsatz nullum crimen sine lege (oben S. 71) und kommt auch in dem Merkmal „mit Strafe bedrohte Handlung” zum Ausdruck. Überdies ist das Wort „tatbestandsmäßig“ mehrdeutig. Es kann alle (auch die allgemeinen) Verbrechensmerkmale umfassen; ebenso nur die Merkmale des einzelnen Deliktstatbestandes. So werde ich es gelegentlich verwerten. Noch enger faßt es Beling (nur die von der Schuld umfaßten besonderen Deliktsmerkmale). Näher dazu Strafr. II, 90/91. Über eine neue, schwere Entgleisung dieser Lehre vgl. unten S. 99, Anm. 6.Google Scholar
Im Ausland besteht ebenfalls vielfach die Dreiteilung, öfters aber auch eine Zweiteilung in schwerere Delikte und Übertretungen. Vgl. zum Vorstehenden näher Strafr. II, 94/95.Google Scholar
Bzw. mit Geldstrafe ohne Höchstbetrag; vgl. oben S. 73, Anm. 214.; unten § 101 (Geldstrafe).Google Scholar
Als Unterschiede in der Behandlung beider Gruppen vgl.: StrGB. §§ 27 b; 432; 49a; 67; 126, 151, 241.Google Scholar
Hier mehrfache Milderungen: Vgl. §§ 6; 27, 27 b, 29; 40; 43, 49, 257; 674, 706; 77; 240. Fahrlässigkeit unten § 42, VII. Insgesamt unten § 94. Im Strafprozeß ist die Dreiteilung, abweichend von Frankreich, nur teilweise zum Maßstab der Zuständigkeit der Gerichte geworden; vgl. näher Strafr. II, 96.Google Scholar
Beispiel: Beleidigung (§ 185) ist Vergehen, auch wenn nicht auf Gefängnis, sondern auf Haft oder Geldstrafe erkannt wurde.Google Scholar
So ist z. B. einfacher Diebstahl (§ 242) Vergehen, schwerer (§ 243) Verbrechen, Notdiebstahl (§ 248 a) Vergehen, Mundraub (§ 370 5) Übertretung.Google Scholar
Der obige Text entspricht der herrschenden Ansicht (die üblichen Fassungen aber sind minder scharf); vgl. näher Strafr. II, 96/97.Google Scholar
So insbes. RG. E. 42, 397; näher Strafr. II, 97/98.Google Scholar
SO Binding, Handb. I, 515; Frank, § 1 13; M. E. Mayer, S. 18; FINGER, S. 126.Google Scholar
Vgl. darüber, auch kritisch, näher Strafr. IT, 98/99.Google Scholar
Denn es gibt keine allgemeinen Begriffsmerkmale, die etwa allen schweren oder allen geringfügigen Delikten gemeinsam wären; vgl. unten S. 88.Google Scholar
Z. B. Tötung, Körperverletzung, Sachbeschädigung usw.Google Scholar
Beispiele: Strgb. §§ 36811 3701, 4, 5, 6Google Scholar
Beispiele: Zweikampf (§§ 201 ff.), Überschwemmung (§§ 312–314, hier Gemeingefahr); dazu über Gefährdungsvorsatz unten § 40, I, 1. Unter Umständen geht der Gesetzgeber kasuistisch vor, indem er die Gefahr nicht zum Tatbestandsmerkmal macht, sondern die nach seiner Ansicht regelmäßig gefährlichen Fälle aufzählt. Beispiel dafür ist die Brandstiftung (§§ 306–309); vgl. näher Strafr. II, 100/101; unten § 91, I.Google Scholar
Beispiele: Zu rasches Fahren auf Verkehrswegen, falsches Ausweichen; unerlaubte Herstellung gefährlicher Stoffe usw. Teilweise wird diese Gruppe auch als polizeiliches Unrecht (im Gegensatz zum sog. peinlichen oder kriminellen) bezeichnet. So A. Merkel, V. Liszt; vgl. näher Strafr. II, 101/102. Dazu oben Nr. II.Google Scholar
Beispiele: Strgb. §§ 116, 127, 128, 145, 241, 286, 324.Google Scholar
Das ist wichtig für die Einsicht in das Wesen, die sachgemäße Gestaltung und Auslegung der Deliktstatbestände. Dabei ist die Verletzung desselben Rechtsguts ceteris paribus sehr viel strafwürdiger als die konkrete Gefährdung. und diese wiederum als die abstrakte. Beispiel: Tötung (§§ 211ff.), Zweikampf (§§ 201ff.), rasches Fahren (§ 3602); näher Strafr. II, 102/103.Google Scholar
Vgl. näher Strafr. II, 103/05.Google Scholar
Es besagt sprachlich lediglich, daß hier Delikte vorliegen, die mit der Polizei oder mit denen die Polizei irgend etwas zu tun hat.Google Scholar
Alle Übertretungen; oder innerhalb dieser eine engere Gruppe (nach den Tatbeständen? oder nach der Zuständigkeit des Gesetzgebers?); oder: Zulässigkeit polizeilicher Strafverfügung oder: abstrakte Gefährdungsdelikte (vgl. oben S. 87, Anm 4); oder: Delikte gegen die sog. gute Ordnung. Vgl. näher Bd. II, 104/05.Google Scholar
Genau ebenso wie bei der Grenzziehung zwischen Verbrechen und Vergehen.Google Scholar
Vgl. dazu auch RG. E. 49, 118.Google Scholar
Grundlegend Goldschmidt, D. Verwaltungsstrafrecht, Berlin 1902. Dann wiederholte Arbeiten, zuletzt Strafr.-Ztg. I, 1914, 222; Jur. Wochenschr. 1917, 183 ff.; vgl. näher Strafr. II, 106.Google Scholar
v. Hippel R. (1932) Begriff und Einteilungen des Verbrechens. In: Lehrbuch des Strafrechts. Springer, Berlin, Heidelberg
DOI https://doi.org/10.1007/978-3-662-00275-9_6