Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IX%20ZR%20146/05
Timestamp: 2019-06-16 13:48:42
Document Index: 152141898

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 131', '§ 648', '§ 131', '§ 142', '§ 648', '§ 648', '§ 131', '§ 648', 'BGH', '§ 131', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 142', 'BGH', 'BGH', '§ 130', 'BGH', 'BGH', '§ 631', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 131', '§ 131', '§ 131', '§ 131', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 131', '§ 131']

BGH, 10.05.2007 - IX ZR 146/05 - dejure.org
https://dejure.org/2007,619
BGH, 10.05.2007 - IX ZR 146/05 (https://dejure.org/2007,619)
BGH, Entscheidung vom 10.05.2007 - IX ZR 146/05 (https://dejure.org/2007,619)
BGH, Entscheidung vom 10. Mai 2007 - IX ZR 146/05 (https://dejure.org/2007,619)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2007,619) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
InsO §§ 131, 142; BGB § 648a
Eine zwischen den Vertragsparteien nicht vereinbarte Direktzahlung eines Auftraggebers des Bestellers an einen Werkunternehmer als inkongruente Deckung; Erbringung der zeitlich ersten Leistung eines Vertragsteils als maßgebender Zeitpunkt für das Vorliegen eines Bargeschäfts; Vertragsänderung vor Leistungserbringung als Hinderungsgrund für die Annahme einer Bardeckung
Inkongruenz einer Direktzahlung des Auftraggebers an den vom Insolvenzschuldner eingeschalteten Subunternehmer auch bei Leistungsverweigerungsrecht des Subunternehmers
Zur Frage der Inkongruenz der Direktzahlung des Auftraggebers des Bestellers (Schuldners) an den Werkunternehmer
InsO § 131 § 142; BGB § 648a
Bauinsolvenz - Direktzahlung an den Subunternehmer: Inkongruente Deckung
Inkongruenz einer nicht vereinbarten Direktzahlung an den Werkunternehmer
Anfechtbarkeit einer Drittleistung bei bestehendem Zurückbehaltungsrecht nach § 648a BGB
Direktzahlung des Auftraggebers an Subunternehmer kann insolvenzsicher sein! (IBR 2007, 367)
LG Oldenburg, 24.02.2005 - 15 O 3338/04
OLG Oldenburg, 18.07.2005 - 11 U 33/05
Zwar bildet die Verdächtigkeit einer Leistung keine zwingende Voraussetzung für die Anwendung von § 131 InsO (…vgl. zu § 648 BGB BGH, Urt. v. 18. November 2004 - IX ZR 299/00, WM 2005, 804, 806; v. 10. Mai 2007 - IX ZR 146/05, ZIP 2007, 1162, 1163; für eine teleologische Reduktion des § 131 InsO dagegen Jacoby ZIP 2006, 2351, 2356 f).
Der für die Voraussetzungen eines Bargeschäfts darlegungs- und beweispflichtige Sicherungsnehmer (…BGH, Urt. v. 1. Oktober 2002 - IX ZR 360/99, WM 2002, 2369, 2372; v. 10. Mai 2007 - IX ZR 146/05, WM 2007, 1181, 1182) wäre zudem in den weitaus meisten Fällen nicht einmal ansatzweise in der Lage, die Tatsachen vorzutragen, die zur Beurteilung des Wertverhältnisses zwischen untergegangenen und neu entstandenen Forderungen notwendig sind.
Vertragsparteien können den Inhalt ihrer Vereinbarungen noch abändern, ohne den Charakter der Bardeckung zu gefährden, wenn sie die Abänderungsvereinbarung treffen, bevor die erste Leistung eines Vertragsteils erbracht worden ist (BGH, Urteil vom 10. Mai 2007 - IX ZR 146/05, ZIP 2007, 1162 Rn. 14).
Diese hatte die bestellten Türen und Fenster zwar bereits gefertigt, jedoch noch nicht ausgeliefert (vgl. BGH, Urteil vom 10. Mai 2007, aaO).
Die Schuldnerin sollte für ihre durch die Direktzahlungen der Bauherren bewirkten Leistungen an die Beklagte in engem zeitlichen Zusammenhang (…vgl. MünchKomm-InsO/Kirchhof, 3. Aufl., § 142 Rn. 15 ff) eine gleichwertige Gegenleistung durch die Beklagte in ihr Vermögen erhalten (vgl. BGH, Urteil vom 10. Mai 2007, aaO Rn. 16).
Insoweit weist der Senat daher darauf hin, dass die zwischen dem Schuldner und seinem Subunternehmer vereinbarte Mittelbarkeit der Zahlung eine inkongruente Deckung begründet (…vgl. BGH, Urt. v. 8. Dezember 2005 - IX ZR 182/01, ZIP 2006, 290, 291; v. 10. Mai 2007 - IX ZR 146/05, NZI 2007, 546, 547).
c) Bei dieser Sachlage konnten die Vertragspartner den Inhalt ihrer Vereinbarungen noch anfechtungsfest abändern, um in den Genuss einer nach §§ 130, 142 InsO anfechtungsrechtlich privilegierten Bardeckung zu gelangen, wenn sie die Abänderungsvereinbarung trafen, bevor die erste Leistung eines Vertragsteils erbracht worden war (BGH…, Urteil vom 30. September 1993, aaO S. 328 f; vom 10. Mai 2007 - IX ZR 146/05, WM 2007, 1181 Rn. 14;… vom 17. Juli 2014, aaO Rn. 21).
Bis dahin können die Beteiligten den Inhalt ihrer Vereinbarungen noch abändern, ohne den Charakter der Bardeckung zu gefährden (BGH…, Urteil vom 30. September 1993, aaO S. 328 f; vom 10. Mai 2007, aaO;… vom 17. Juli 2014 - IX ZR 240/13, WM 2014, 1588 Rn. 21;… vom 20. November 2014 - IX ZR 13/14, WM 2015, 53 Rn. 24 aE).
Ebenso hat der Senat bei einem Werkvertrag (§ 631 Abs. 1 BGB) eine Kongruenzvereinbarung als rechtzeitig erachtet, sofern Trennwände gefertigt, aber noch nicht ausgeliefert und eingebaut worden waren (BGH, Urteil vom 10. Mai 2007, aaO Rn. 14).
Da im Streitfall nach der revisionsrechtlich nicht zu beanstandenden Auslegung des Berufungsgerichts zugunsten des Beklagten ein eigener Zahlungsanspruch gegen die I. begründet werden sollte, bedurfte es deren Mitwirkung, um eine selbständige Verpflichtung zugunsten des Beklagten zu schaffen (BGH…, Urteil vom 21. April 2005, aaO;… vom 20. November 2014, aaO Rn. 24; ebenso BGH, Urteil vom 10. Mai 2007 - IX ZR 146/05, WM 2007, 1181 Rn. 13 …und vom 17. Juli 2014 - IX ZR 240/13, WM 2014, 1588 Rn. 18).
Eine Verkürzung der Masse kann insbesondere dann eintreten, wenn eine dem Schuldner zustehende Forderung durch Zahlung an einen Dritten getilgt wird, weil der Schuldner für die Befriedigung des Zahlungsempfängers einen Vermögensgegenstand aufgibt, der anderenfalls den Gläubigern insgesamt zur Verfügung gestanden hätte (BGH, Urteil vom 10. Mai 2007 - IX ZR 146/05, ZIP 2007, 1162 Rn. 9;… vom 16. Oktober 2008, aaO).
(…BGH, Urt. v. 9. Januar 2003 - IX ZR 85/02, ZIP 2003, 356, 358; vgl. auch Urt. v. 10. Mai 2007 - IX ZR 146/05, ZIP 2007, 1162, 1163 Rn. 8;… HK-InsO/Kreft, aaO § 131 Rn. 9;… Jaeger/Henckel, InsO, § 131 Rn. 15;… MünchKomm-InsO/Kirchhof, aaO § 131 Rn. 35;… Graf-Schlicker-InsO/Huber, § 131 Rn. 7).
Zum anderen war die Zahlung auch deswegen inkongruent, weil sie durch eine dritte Person erfolgte, der die erforderlichen Mittel zuvor vom Schuldner zur Verfügung gestellt worden waren (…BGH, Urt. v. 8. Dezember 2005, aaO Rn. 9; v. 10. Mai 2007 - IX ZR 146/05, ZIP 2007, 1162 Rn. 8;… v. 16. November 2007 - IX ZR 194/04, BGHZ 174, 228 Rn. 25; jeweils m.w.N.).
Auch bei Zahlung durch einen Dritten kann jedoch eine kongruente Deckung vorliegen, wenn ein eigenes Forderungsrecht des Insolvenzgläubigers unanfechtbar begründet worden ist (BGH 10. Mai 2007 - IX ZR 146/05 - Rn. 8; MünchKommInsO/Kayser 3. Aufl. § 131 Rn. 35a) , etwa weil die Zahlung auf einer entsprechenden dreiseitigen, insolvenzfest getroffenen Abrede beruhte (vgl. Uhlenbruck/Hirte 13. Aufl. § 131 InsO Rn. 8) .
LG Wuppertal, 26.04.2018 - 2 O 90/17