Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZB%2016/10
Timestamp: 2017-12-17 19:27:43
Document Index: 125098002

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 112', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 173', '§ 220', 'BGH']

BGH, 12.10.2010 - VIII ZB 16/10 - dejure.org
RVG VV Nr. 3200 i. V. m. Teil 3 Vorbemerkung 3 Abs. 3
Vorbem 3 Abs 3 RVG-VV, Nr 3202 RVG-VV
Vergütung des Rechtsanwalts: Anfall der Terminsgebühr
Eine Terminsgebühr nach Nr. 3200 in Verbindung mit Teil 3 Vorbemerkung 3 Abs. 3 VV RVG für die Vertretung in einem Gerichtstermin entsteht nur, wenn der Termin auch stattfindet.
Vergütung - Keine Terminsgebühr für aufgehobenen Verhandlungstermin
Terminsgebühr; Vertretung in einem Gerichtstermin
Verfahrensrecht - Terminsgebühr nur bei tatsächlichem Termin!
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 12.10.2010, Az.: VIII ZB 16/10 (Terminsgebühr bei Berufungsrücknahme)" von VorsRiLG Heinz Hansens, original erschienen in: RVGreport 2011, 63 - 64.
AG München, 26.03.2009 - 415 C 35737/07
LG München I, 10.02.2010 - 13 T 19710/09
Rpfleger 2011, 179
Er muss also tatsächlich stattgefunden haben (vgl. BGH, Beschluss vom 12. Oktober 2010 - Az.: VIII ZB 16/10, nach juris; Senatsbeschlüsse vom 1. August 2011 - Az.: L 6 SF 225/11 B und 5. Juli 2011 - Az.: L 6 SF 252/11 B).
OVG Nordrhein-Westfalen, 06.05.2015 - 7 E 1271/14
vgl. Müller-Rabe, in Gerold u. a. Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, 21. Auflage 2013, Rn. 84 f. zu Vorbemerkung 3 VV sowie BGH, Beschluss vom 12. Oktober 2010 - VIII ZB 16/10 -, NJW 2011, 388.
Nach dem Wortlaut muss der Termin, der mit dem Aufruf der Sache durch das Gericht beginnt (§ 112 Abs. 1 S. 2 des Sozialgerichtsgesetzes - SGG -), tatsächlich stattgefunden haben (vgl. BGH, Beschluss vom 12. Oktober 2010 - Az.: VIII ZB 16/10, nach juris), was hier auch bei dem Verfahren Az.: S 31 AS 347/08 unzweifelhaft der Fall war.
Nach der Rechtsprechung des BGH (vgl. Beschluss vom 12. Oktober 2010 - Az.: VIII ZB 16/10, nach juris), der sich der Senat bereits angeschlossen hat (vgl. Senatsbeschluss vom 5. Juli 2011 - Az.: L 6 SF 252/11 B) erfordert der Wortlaut der Vorschrift, dass der Termin tatsächlich stattgefunden hat.
Im Hinblick auf die rechtzeitige Rücknahme und den rechtzeitigen Einstellungsbeschluss stellt sich im Streitfall nicht mehr die Frage einer Terminsgebühr für ein Erscheinen zur mündlichen Verhandlung bei erst nach Aufruf oder Beginn erlangter Kenntnis von der Rücknahme (vgl. Beschlüsse FG Düsseldorf vom 11.05.2012 11 Ko 3244/11 KF, DStRE 2013, 191; LG Saarbrücken vom 30.05.2011 5 T 143/11, Juris; BGH vom 12.10.2010 VIII ZB 16/10, NJW 2011, 388; OLG Stuttgart vom 27.03.2009 8 W 118/09, Juris).
Ein förmlicher Aufruf der Sache (§ 173 Satz 1 VwGO, § 220 Abs. 1 ZPO) ist insoweit allerdings nicht geboten, sondern es reicht, wenn nach den gesamten Umständen von einem (konkludenten) Beginn des Termins auszugehen ist (BGH, Beschluss vom 12. Oktober 2010 - VIII ZB 16/10 -, juris Rn. 10;… Müller-Rabe, in: Gerold/Schmidt, Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, Kommentar, Vorb. 3 VV 90, 93; vgl. auch BVerwG…, Beschluss vom 11. Februar 2010 - 9 KSt 3/10 -, juris Rn. 3; OVG Hamburg…, Beschluss vom 19. Februar 2009 - 3 So 197/08 -, juris Rn. 20).