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Timestamp: 2017-06-26 12:19:07
Document Index: 1586996

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 7', 'Art. 19', '§ 48', '§ 12', '§ 86']

Tacheles Rechtsprechungsticker KW 49/2016 | Rechtsanwalt König in Göttingen für Strafrecht Arbeitsrecht Sozialrecht Ausländerrecht
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BSG, Urteil v. 01.12.2016 – B 14 AS 28/15 R
Die Anrechnung des Mindestelterngelds auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II aufgrund des ab 1.1.2011 geltenden § 10 Abs 5 BEEG ist nicht verfassungswidrig ( Anlehnung an BSG vom 26.7.2016 – B 4 KG 2/14 R ).
BSG, Urteil v. 01.12.2016 – – B 14 AS 34/15 R
BSG, Urteil v. 01.12.2016 – B 14 AS 21/15 R
Schwangere Klägerin hat keinen Anspruch auf einen höheren Regelbedarf als den für eine sonstige erwerbsfähige, volljährige Angehörige einer Bedarfsgemeinschaft, weil sie unter 25 Jahre alt war und mit ihrem Vater eine Bedarfsgemeinschaft bildete. Dieses Regelungsgefüge ist auch verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden (Beschluss des BVerfG vom 27.7.2016 – 1 BvR 371/11 – in dem die Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil des Senats vom 19.10.2010 – B 14 AS 51/09 R – SozR 4-4200 § 7 Nr. 23 zurückgewiesen wurde).
2. 1 Landessozialgericht Baden-Württemberg, Urteil v. 17.11.2016 – L 7 AS 2045/13
2. 3 LSG NRW, Beschluss v. 02.11.2016 – L 7 AS 1364/16 B ER und L 7 AS 1365/16 B ER
Nach der ständigen Rechtsprechung des Senats (grundlegend Beschluss vom 04.05.2015 – L 7 AS 139/15 B ER mit zustimmender Anmerkung Siebold, ASR 2015,109; vgl auch Beschlüsse vom 16.11.2015 – L 7 AS 1729/15 B ER, vom 04.03.2016 – L 7 AS 2143/15 B ER und vom 13.04.2016 – L 7 AS 507/16 B ER) ist für den Anordnungsgrund nicht erst ein akut drohender Verlust der Wohnung erforderlich. Eine Versagung der Bedarfe für Unterkunft und Heizung führt unmittelbar zu einer Bedarfsunterdeckung, die den Kernbereich des Grundrechts auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums berührt. Daher ist der Antragsgegner zur Zahlung von laufenden Leistungen für die Unterkunft und Heizung zu verpflichten.
2. 4 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss v. 24.10.2016 – L 7 AS 882/16 B ER – rechtskräftig
1. Der Antragsteller hat einen Anordnungsanspruch glaubhaft gemacht, weil ein laufendes Verfahren auf Erlass einer Forderung dazu führt, dass die Einziehung der Forderung während des Verfahrens rechtsmissbräuchlich und daher vorläufig einzustellen ist (Bayerisches LSG, Beschluss vom 29.04.2014 – L 7 AS 260/14 B ER).
2. Die Geltendmachung und Einziehung einer Forderung – insbesondere wenn es sich um eine so erhebliche Summe wie vorliegend handelt – kann auch außerhalb eines Vollstreckungsverfahrens bereits erhebliche Nachteile für den Betroffenen nach sich ziehen, die unter dem Gesichtspunkt des effektiven Rechtsschutzes nach Art. 19 Abs. 4 GG eine gerichtliche Eilentscheidung erforderlich machen.
2. 5 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Urteil v. 25.08.2016 – L 7 AS 1942/13 – Die Revision wird zugelassen.
1. Bei dem Darlehensbescheid handelt es sich um einen Verwaltungsakt mit Dauerwirkung. Ein solcher Verwaltungsakt liegt vor, wenn der Bescheid sich nicht in einem einmaligen Ge- oder Verbot oder in einer einmaligen Gestaltung der Rechtslage erschöpft, sondern ein auf Dauer berechnetes oder in seinem Bestand vom Verwaltungsakt abhängiges Rechtsverhältnis begründet oder inhaltlich verändert. Verwaltungsakte mit Dauerwirkung sind solche, deren Regelungswirkungen nach dem zugrunde liegenden materiellen Recht über die punktuelle Gestaltung eines Rechtsverhältnisses hinausreichen (vgl BT-Drucks 8/2034, S. 34; ausdrücklich für Darlehensbescheide LSG Nordrhein-Westfalen Beschluss vom 27.03.2014 – L 19 AS 332/14 B; SG Braunschweig Urteil vom 17.04.2009 – S 17 AS 2140/08).
3. In der Beschränkung einer Leistungsbewilligung als Darlehen liegt eine selbständige Beschwer, die alleiniger Gegenstand einer Aufhebung nach § 48 SGB X sein kann (BSG Urteil vom 03.12.2015 – B 4 AS 49/14 R).
5. Allein hierdurch wird im Übrigen Sinn und Zweck des Vermögensschutzes nach § 12 Abs. 3 Nr. 4 SGB II entsprochen. Zweck dieser Regelung ist nicht der Schutz der Immobilie als Vermögensgegenstand, sondern der Schutz der Wohnung im Sinne der Erfüllung des Grundbedürfnisses "Wohnen" und als räumlicher Lebensmittelpunkt (BSG Urteil vom 07.11.2006 – B 7b AS 2/05 R ).
3. 1 Sozialgericht Bremen, Urteil v. 17.11.2016 – S 6 AS 425/15
3. 2 SG Speyer, Urteil v. 25.10.2016 – S 6 AS 1011/15
Rechtstipp: a. A. SG Trier, Gerichtsbescheid v. 03.08.2015 – S 5 AS 150/15 – Versagung von ALG 2 bei unbegründeter Weigerung der Kindesmutter zur Benennung des Kindesvaters
3. 4 Sozialgericht Cottbus, Urteil v. 28.10.2016 – S 31 AS 3057/15
Intertemporales Recht – Inkrafttreten – Gesetzesänderung – Anwendung neues Gesetz
4. 1 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss v. 27.10.2016 – L 9 SO 447/16 B – rechtskräftig
Keine Bewilligung von Prozesskostenhilfe – Festsetzung des Regelbedarfs
Anhaltspunkte dafür, dass die Festsetzung des Regelbedarfs rechts- bzw. verfassungswidrig erfolgt wäre, sieht der Senat derzeit nicht (vgl. auch Bayerisches Landessozialgericht, Beschluss vom 21.07.2016 – L 18 AS 405/16 B PKH; Beschluss vom 24.08.2016 – L 16 AS 222/16 B PKH ).
Rechtstipp: ebenso zum SGB II: Sozialgericht Aachen, Urteil v. 08.11.2016 – S 14 AS 135/16
4. 2 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Urteil v. 24.08.2016 – L 12 SO 435/14
4. 3 Landessozialgericht Baden-Württemberg, Beschluss v. 08.11.2016 – L 7 SO 3546/16 ER-B
Die Anordnung der sofortigen Vollziehung durch die Behörde erfordert ein "besonderes" öffentliches Interesse gerade an der sofortigen Vollziehung des Verwaltungsakts. Die Einhaltung der in § 86a Abs. 2 Nr. 5 SGG statuierten Begründungspflicht stellt eine Frage der formellen Rechtmäßigkeit – nicht der inhaltlichen und damit materiellen Richtigkeit – dar.
5. 1 Bayerisches Landessozialgericht, Beschluss v. 08.07.2016 – L 8 AY 14/16 B ER
5. 2 SG Mannheim, Urteil vom 25.10.2016 – S 9 AY 555/16
Arbeit und Soziales/Anhörung – 29.11.2016 (hib 697/2016)
Sozialrecht Rosenow – Newsletter 3/16 – 30.11.2016