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Timestamp: 2016-10-23 14:28:36
Document Index: 375133197

Matched Legal Cases: ['Art. 9', 'Art. 88', 'Art. 84', 'Art. 29', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'Art. 24', 'Art. 6', 'Art. 1', 'Art. 24', 'Art. 6', 'Art. 2', 'Art. 24', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 1', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 156', 'BGE']

1P.194/2004 (18.06.2004)
Art. 9 und 29 Abs. 2 BV (Festsetzung der Entsch�digung als amtlicher Verteidiger),
X.________ amtete seit dem 1. April 1996 als amtlicher Vertreter in einem aufw�ndigen Strafverfahren. Das Kantonsgericht Freiburg, Strafappellationshof, schloss das Verfahren am 28. Januar 2003 mit der Verurteilung des Klienten von X.________ ab.
X.________ reichte am 3. April 2003 beim Kantonsgericht seine Kostenliste f�r den Zeitaufwand ab 1. Januar 1999 ein. Das Kantonsgericht k�rzte die geltend gemachte Entsch�digung mit Entscheid vom 6. Mai 2003 von Fr. 24'604.90 auf Fr. 18'261.30, zuz�glich Mehrwertsteuer von Fr. 1'387.85. F�r die Aufwendungen bis 31. Dezember 1998 war X.________ bereits fr�her entsch�digt worden.
X.________ f�hrte gegen diesen Entscheid staatsrechtliche Beschwerde ans Bundesgericht. Dieses hiess die Beschwerde am 9. Oktober 2003 gut und hob den Entscheid des Kantonsgerichts wegen Verletzung des rechtlichen Geh�rs (ungen�gende Begr�ndung) auf.
Das Kantonsgericht setzte daraufhin die Pauschalentsch�digung von X.________ mit Urteil vom 26. Februar 2004 auf Fr. 18'702.-- fest, zuz�glich Mehrwertsteuer von Fr. 1'421.35.
Gegen diesen Entscheid f�hrt X.________ staatsrechtliche Beschwerde und beantragt dessen Aufhebung. Das Kantonsgericht verzichtet auf eine Stellungnahme.
Der Beschwerdef�hrer ist durch den angefochtenen Entscheid, der ihm eine tiefere als die geforderte Entsch�digung zuerkannte, in seinen rechtlich gesch�tzten Interessen betroffen (Art. 88 OG). Er macht die Verletzung verfassungsm�ssig garantierter Rechte geltend (Art. 84 Abs. 1 lit. a OG), wozu er legitimiert ist. Da auch die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen erf�llt sind, ist auf seine staatsrechtliche Beschwerde einzutreten.
2.1 Der Beschwerdef�hrer wirft dem Kantonsgericht vor, seine Honorarrechnung willk�rlich gek�rzt zu haben. Andererseits ist er der Meinung, das Kantonsgericht habe die K�rzung der Kostenliste ungen�gend begr�ndet und damit seinen Anspruch auf Gew�hrung des rechtlichen Geh�rs (Art. 29 Abs. 2 BV) verletzt.
2.2 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kommt den Kantonen bei der Bemessung des Honorars eines amtlichen Verteidigers ein weiter Ermessensspielraum zu. Das Bundesgericht greift nur ein, wenn die kantonalen Bestimmungen, welche den Umfang der Entsch�digung umschreiben, willk�rlich angewendet werden oder wenn die kantonale Beh�rde ihr Ermessen offensichtlich �berschreitet oder missbraucht. Dar�ber hinaus kann die Festsetzung eines Honorars Art. 9 BV verletzen, wenn sie ausserhalb jeden vern�nftigen Verh�ltnisses zu den vom Anwalt geleisteten Diensten steht und in krasser Weise gegen das Gerechtigkeitsgef�hl verst�sst (BGE 125 V 408 E. 3a; 118 Ia 133 E. 2b mit Hinweisen).
In den F�llen, in denen eine kantonale Beh�rde den vom Anwalt in Rechnung gesetzten Arbeitsaufwand als �bersetzt bezeichnet, greift das Bundesgericht nur mit grosser Zur�ckhaltung ein. Es ist Sache der kantonalen Instanzen, die Angemessenheit anwaltlicher Bem�hungen zu beurteilen, wobei sie �ber ein betr�chtliches Ermessen verf�gen. Das Bundesgericht schreitet nur ein, wenn der Ermessensspielraum klarerweise �berschritten worden ist und Bem�hungen nicht honoriert werden, die zweifelsfrei zu den Obliegenheiten eines amtlichen Verteidigers geh�ren (BGE 118 Ia 133 E. 2d).
3.1 Der Beschwerdef�hrer macht zuerst eine willk�rliche Anwendung von kantonalen Gesetzesbestimmungen geltend.
3.1.1 Seiner Ansicht nach ergebe sich ein Grossteil der Differenz zwischen der beantragten und der zugesprochenen Entsch�digung aus dem Umstand, dass das Kantonsgericht den Tarif vom 28. Juni 1988 der als Parteikosten in Zivilsachen geschuldeten Anwaltshonorare und -auslagen (Parteikostentarif, PKT) analog angewendet und die Telefonate und Korrespondenz mit einer Pauschale entsch�digt habe.
Dieser Tarif gelange bei der Festsetzung der Parteikosten im Zivilsachen zur Anwendung. Der PKT widerspreche dem seit dem 1. Juli 2000 in Kraft stehenden Gesetz vom 4. Oktober 1999 �ber die unentgeltliche Rechtspflege (URPG). Dessen Art. 24, der auch die Festsetzung der Entsch�digung in Strafsachen regle, verweise nicht auf den PKT. Dieser k�nne auch nicht analog angewendet werden, da er von ganz anderen Stundentarifen ausgehe (von Fr. 200.-- pro Stunde f�r Angelegenheiten ohne Streitwertzulage und bis Fr. 900.-- pro Stunde mit maximalem Streitwertzuschlag). Sollte der PKT analog angewendet werden, h�tte der Stundentarif von Fr. 150.-- angesichts der Umst�nde des vorliegenden Falles zumindest verdoppelt werden m�ssen. Dann w�re auch die Anwendung der Pauschale f�r die Telefonate und die Korrespondenz nicht zu beanstanden gewesen. Es sei willk�rlich, den Stundenansatz von Fr. 150.-- mit der analogen Anwendung von Art. 6 PKT (Pauschale f�r Korrespondenz und Telefonate) zu verbinden. Insbesondere bei langen Verfahren f�hre dies zu einem stossenden Ergebnis.
F�r das Verfahren bis zum Urteil der ersten Instanz seien f�r Korrespondenz und Telefonate Fr. 400.-- und f�r das Verfahren vor zweiter Instanz Fr. 100.-- zugesprochen worden. Alleine die Korrespondenz und Telefonate mit dem Untersuchungsrichter und dem Pr�sidenten des Bezirksstrafgerichts entspr�chen jedoch einem Betrag von �ber Fr. 800.-- (325 Minuten). Eine ordentliche Verteidigung verlange einen gewissen Austausch zwischen Anwalt und Mandanten. Das Kantonsgericht honoriere Bem�hungen nicht, die zweifelsfrei zu den Obliegenheiten eines amtlichen Verteidigers geh�rten. Gem�ss den Ausf�hrungen des Kantonsgerichts fielen lediglich die Korrespondenz und Telefonate unter die Pauschale, welche sich im Rahmen einer einfachen Aktenverwaltung bewegten. Durch die Korrespondenz seien jedoch nicht nur Briefe entsch�digt worden, die als einfache Aktenverwaltung bezeichnet werden k�nnten.
3.1.2 Das Kantonsgericht habe zudem ein Telefongespr�ch mit einem Pressevertreter als unn�tig und damit als nicht ersatzf�hig bezeichnet.
Dieses Gespr�ch k�nne nicht als unn�tige Handlung abgetan werden. W�hrend des Hauptverfahrens vor dem Bezirksstrafgericht sei in einer Tageszeitung ein Bericht erschienen, wonach ein Journalist an einer Einvernahme des Hauptbeschuldigten im Jahre 1997 habe teilnehmen k�nnen, ohne dass er als Verteidiger von der Untersuchungshaft �berhaupt gewusst habe. Ihm sei damals nicht einmal bekannt gewesen, dass neue Vorw�rfe erhoben worden seien und dass sein Klient seit l�ngerer Zeit wieder in Untersuchungshaft sass. W�hrend des Telefongespr�chs mit dem Pressevertreter habe er den angesprochenen Zeitungsbericht verlangt. Sodann habe er sich bei ihm erkundigt, ob eine formelle Bewilligung f�r die Teilnahme an der Einvernahme vorgelegen und wer diese ausgestellt habe.
3.2 Weiter h�lt der Beschwerdef�hrer daf�r, die Entsch�digung als amtlicher Verteidiger sei willk�rlich festgesetzt worden.
3.2.1 Er f�hrt aus, er habe vom 1. Januar 1999 bis zum 3. April 2003 einen Aufwand von 148 Stunden (inklusive Telefonate und Korrespondenz) gehabt. Dies entspreche einem Honorar von insgesamt Fr. 22'200.-- (exklusive Auslage, Reiseentsch�digung und Mehrwertsteuer). Nebst der Pauschale f�r Korrespondenz und Telefonate habe das Kantonsgericht einen Aufwand von 117 Stunden angerechnet. Nach der Ansicht des Gerichts sei der Aufwand von 59 Stunden f�r die Vertretung in der Untersuchung bis und mit Vorbereitung der Verhandlung vor dem Bezirksstrafgericht zu hoch und auf 44 Stunden zu k�rzen. Das Gericht vergleiche dabei die Vorbereitungszeit mit der Dauer der Gerichtssitzungen. Es habe jedoch nicht ber�cksichtigt, dass ein Teil dieses Aufwandes im Untersuchungsverfahren verursacht worden sei und nicht die Hauptverhandlung betroffen habe. Es k�nne auch nicht pauschal behauptet werden, eine Gerichtssitzung von 4.5 Tagen rechtfertige eine Vorbereitungszeit von 5.5 Tagen. Der Vorbereitungsaufwand im vorliegenden Verfahren sei im Verh�ltnis zu anderen Mandaten extrem hoch gewesen. Entgegen den Ausf�hrungen des Kantonsgerichts habe er nicht an Verhandlungen teilgenommen, an denen Delikte besprochen worden seien, die nicht seinen Klienten betroffen und die keine Vorbereitungszeit erfordert h�tten. Der Gerichtspr�sident habe den Anw�lten ein detailliertes Sitzungsprogramm zugestellt, auf welchem verzeichnet gewesen sei, welche Beschuldigten und Verteidiger an welchen Sitzungstagen teilnehmen m�ssten. Er habe den Hauptbeschuldigten vertreten und habe deshalb mit wenigen Ausnahmen an allen Sitzungen teilnehmen m�ssen.
3.2.2 Der Aufwand von 26 Stunden f�r die Lekt�re und summarische Pr�fung des erstinstanzlichen Urteils, dessen Besprechung mit dem Klienten und die Redaktion der Berufungsschrift sei ebenfalls notwendig gewesen. Das Dossier und die Rechtsschriften seien sehr umfangreich gewesen. Weiter habe sich das Bezirksgericht nicht an eine Abmachung gehalten, wonach man sich auf einen von zwei Ordnern mit doppelt gef�hrten Protokollen (einmal chronologisch, einmal alphabetisch) abst�tze. Dies habe den Aufwand zus�tzlich erh�ht. Zudem habe das Kantonsgericht die K�rzung auf 20 Stunden nur pauschal begr�ndet.
3.2.3 Ferner kritisiert der Beschwerdef�hrer, bei einem Aufwand von 148 Stunden entspreche das zugesprochene Honorar von Fr. 18'050.-- einem unhaltbar tiefen und willk�rlichen Ansatz von Fr. 122.-- pro Stunde. Dies sei nicht mehr kostendeckend und erwerbs�quivalent.
3.3 Schliesslich beanstandet der Beschwerdef�hrer, das Kantonsgericht habe ihm das rechtliche Geh�r verweigert.
Er habe ein detailliertes Kostenverzeichnis eingereicht. Gem�ss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung w�re das Kantonsgericht daher verpflichtet gewesen, die K�rzung zu begr�nden. Dem Entscheid k�nne jedoch nur entnommen werden, dass f�r die Korrespondenz und Telefonate ein Pauschalbetrag von Fr. 500.-- f�r beide Instanzen zugesprochen werde. Die anderen K�rzungen von 59 auf 44 und von 26 auf 20 Stunden seien nur pauschal und zum Teil mit unzutreffenden Argumenten begr�ndet worden. Das Kantonsgericht habe insbesondere nicht aufgezeigt, welchen konkreten Zeitaufwand es nicht ber�cksichtigt habe. Dies verunm�gliche ihm insofern eine sachgerechte Anfechtung des Entscheides.
4.1 Gem�ss den Erw�gungen des Kantonsgerichts wird lediglich eine angemessene Entsch�digung zugesprochen. Werde diese aufgrund einer detaillierten Kostenliste festgesetzt, betrage der Stundenansatz gem�ss Art. 1 des Tarifs vom 14. Juni 2000 �ber die Entsch�digungen der Rechtsbeist�nde bei der unentgeltlichen Rechtspflege in Zivil- und Strafsachen und bei der Hilfe an Opfer von Straftaten (nachfolgend URP-Tarif, "URPT") Fr. 150.--. Nur die notwendigen Handlungen w�rden entsch�digt. Dabei seien die konkreten Umst�nde der Strafsache zu ber�cksichtigen (vgl. Art. 24 URPG).
4.2 Nach konstanter Praxis des Strafappellationshofes w�rden Korrespondenz und Telefongespr�che in analoger Anwendung von Art. 6 PKT entsch�digt. Korrespondenz und Telefonate, die zur F�hrung des Prozesses notwendig gewesen seien, aber den Rahmen einer einfachen Aktenverwaltung nicht �berschritten, insbesondere die �bermittlungsschreiben, die Gesuche um Fristerstreckung oder um Verschiebung einer Verhandlung, g�ben ausschliesslich Anspruch auf ein Pauschalhonorar von h�chstens Fr. 400.--, bei ausserordentlichem Aufwand ausnahmsweise Fr. 600.--. Es liege kein Grund vor, von dieser Praxis abzuweichen. Das weite Ermessen der Entscheidbeh�rde bei der Festsetzung der angemessenen Entsch�digung verbiete nicht, dass sich die Beh�rde bei der Ermessensbet�tigung an Regelungen in vergleichbaren F�llen orientiere. Zudem werde durch die Anwendung dieser Regelung des PKT auf die F�lle der unentgeltlichen Rechtspflege nicht ausgeschlossen, dass die f�r die F�hrung notwendige Korrespondenz angemessen entsch�digt werde. Im Gegenteil sei diese Regelung in Verfahren ausserhalb der amtlichen Verteidigung, wo das Stundenhonorar des Anwalts mindestens Fr. 200.-- betrage und streitwertabh�ngig erh�ht werde, gesetzgeberischer Ausdruck davon, was als angemessene Entsch�digung f�r Korrespondenz und Telefonate verstanden werde. Dass der Stundenansatz des amtlichen Verteidigers auf Fr. 150.-- festgesetzt worden sei (Art. 2 Abs. 2 URPT), k�nne mithin bei der Festsetzung seiner Korrespondenzentsch�digung entsprechend ber�cksichtigt werden.
Entsprechend diesen Ausf�hrungen sprach das Kantonsgericht f�r Korrespondenz und Telefonate f�r das erstinstanzliche Verfahren eine Pauschale von Fr. 400.-- zu. Drei Schreiben des Beschwerdef�hrers beurteilte es nicht als Korrespondenz sondern als notwendige Aufwendungen und entsch�digte sie entsprechend dem Zeitaufwand. F�r das Berufungsverfahren erschien dem Kantonsgericht ein Betrag von Fr. 100.-- als angemessen.
Ob Art. 24 URPG eine analoge Anwendung des Parteikostentarifs generell ausschliesst bzw. ob ein analoger Beizug des Parteikostentarifs mit dem Willk�rverbot vereinbar ist, kann vorliegend offen bleiben. Die analoge Anwendung des Parteikostentarifs auf Aufwendungen, wie sie der Beschwerdef�hrer in der staatsrechtlichen Beschwerde anf�hrt, ist jedoch offensichtlich nicht haltbar. Gem�ss den Ausf�hrungen des Beschwerdef�hrers wurde z. B. auch ein 3-seitiger Brief vom 22. Januar 2003 an den Strafappellationshof, in welchem er zu Antr�gen der Staatsanwaltschaft Stellung nimmt, pauschal entsch�digt. Hierbei handelt es sich klarerweise nicht mehr um einfache Akten�bermittlung. Der Beschwerdef�hrer erw�hnt weitere Schreiben, sowohl aus dem erst- als auch aus dem zweitinstanzlichen Verfahren, welche deutlich �ber die einfache Aktenverwaltung hinausgehen und deshalb - auch gem�ss der Praxis des Kantonsgerichts - nicht mehr pauschal entsch�digt werden k�nnen. Das Gericht ist auf diese Darlegungen des Beschwerdef�hrers weder im angefochtenen Entscheid eingegangen noch hat es in einer Vernehmlassung versucht, diese zu entkr�ften. Der Entscheid des Kantonsgerichts f�hrt somit keine rechtlich vertretbaren Gr�nde f�r die K�rzung des Honorars an und erweist sich daher als willk�rlich.
4.3 Das Kantonsgericht bezeichnete das Telefongespr�ch vom 18. Januar 2002 mit dem Pressevertreter als f�r die Verteidigung unn�tige und deshalb nicht zu entsch�digende Handlung.
Gem�ss den Darlegungen des Beschwerdef�hrers erschien w�hrend des Hauptverfahrens vor dem Bezirksstrafgericht in einer Tageszeitung ein Bericht, wonach ein Journalist an einer Einvernahme des Hauptbeschuldigten im Jahre 1997 habe teilnehmen k�nnen, ohne dass er als Verteidiger von der Untersuchungshaft �berhaupt gewusst habe. Ihm sei damals nicht einmal bekannt gewesen, dass neue Vorw�rfe erhoben worden seien und dass sein Klient seit l�ngerer Zeit wieder in Untersuchungshaft sass. W�hrend des Telefongespr�chs mit dem Pressevertreter habe er den angesprochenen Zeitungsbericht verlangt. Sodann habe er sich bei ihm erkundigt, ob eine formelle Bewilligung f�r die Teilnahme an der Einvernahme vorgelegen und wer diese ausgestellt habe.
Zu den Obliegenheiten eines amtlichen Verteidigers geh�rt es, das rechtliche Geh�r seines Mandanten vollumf�nglich zu wahren. Zu diesem Zweck ist er grunds�tzlich berechtigt, an allen Einvernahmen teilzunehmen (vgl. Art. 42 und 156 Abs. 1 StPO/FR; so auch BGE 118 Ia 133 E. 2d betreffend die Festsetzung des Honorars eines amtlichen Verteidigers). Wird der Verteidiger �ber eine Einvernahme nicht informiert, so muss ihm zumindest erlaubt werden, sich im Nachhinein �ber die Befragung und deren Umst�nde zu erkundigen. Ansonsten kann die verfassungs- und konventionsrechtlich garantierte effektive Verteidigung beeintr�chtigt sein.
Angesichts der Tatsache, dass ein Pressevertreter an der Einvernahme teilnehmen konnte, der Beschwerdef�hrer jedoch weder dar�ber informiert war, dass sein Klient in Untersuchungshaft sass, noch dass eine Anh�rung stattfand, war es durchaus angebracht, dass er den Pressevertreter kontaktierte. Die Verweigerung der Entsch�digung f�r dieses Telefongespr�ch ist daher offensichtlich unhaltbar. In diesem Punkt ist die Beschwerde ebenfalls begr�ndet.
5.1 In Bezug auf das erstinstanzliche Verfahren entsch�digte das Kantonsgericht den Beschwerdef�hrer f�r die Vorbereitung der Sitzungen und des Parteivortrages, f�r das Aktenstudium sowie f�r Besprechungen mit dem Klienten mit 44 Stunden, anstelle von geltend gemachten 59 Stunden. Dem Kantonsgericht erschien es als zumutbar, f�r diese Vorbereitungshandlungen nicht mehr als 5.5 Arbeitstage, also 44 Stunden, aufzuwenden, auch wenn zus�tzlich zur Urteilser�ffnung 4.5 Tage Gerichtssitzungen stattgefunden h�tten und sich dem Anwalt eine umfangreiche Aktenlage pr�sentiert habe. Die Sitzungen h�tten ohnehin nicht ausschliesslich den Klienten des Beschwerdef�hrers betroffen, denn gleichzeitig sei �ber 25 weitere Beschuldigte zu befinden gewesen.
5.2 Betreffend das Berufungsverfahren reduzierte das Kantonsgericht die vom Beschwerdef�hrer geltend gemachten 26 Stunden f�r Lekt�re und summarische Pr�fung des erstinstanzlichen Urteils, dessen Besprechung mit dem Klienten sowie die Redaktion der Berufungsschrift auf 20 Stunden. Die vorgebrachten 26 Arbeitsstunden erachtete das Gericht als "ausserordentlich hoch" und "nicht mehr als vertretbar".
5.3 Die Entsch�digung der amtlichen Verteidiger wird auf Grund des Arbeitsaufwands sowie des Umfangs und des Schwierigkeitsgrads der Angelegenheit festgesetzt (Art. 1 Abs. 1 URPT).
5.3.1 Wie bereits ausgef�hrt, steht dem Kantonsgericht bei der Bemessung des amtlichen Honorars ein weiter Ermessensspielraum zu (vgl. E. 2.2 vorstehend). Es erachtete f�r 4.5 Sitzungstage in erster Instanz 5.5 Tage Vorbereitung als gen�gend. Dabei st�tzte es sich auf Pierre Christe, R�le et fonction de l'avocat dans la protection des droits, in: ZSR 1988 II 463, 488.
In einem Entscheid vom 3. Dezember 2003 (CHP 2000-313, IND 27) beruft sich das Kantonsgericht Freiburg (Strafkammer) ebenfalls auf den Aufsatz von Pierre Christe. Gem�ss diesem Artikel soll f�r eine halbt�gige Gerichtsverhandlung ein Tag Vorbereitungsarbeit angemessen sein. F�r einen ganzen Tag seien dies zwei bis zweieinhalb Tage, f�r zwei Verhandlungstage drei bis vier Tage und f�r drei Tage Verhandlung drei bis f�nf Vorbereitungstage. Das Kantonsgericht zog daraus den Schluss, dass maximal je ungef�hr das Doppelte der Verhandlungsdauer als Vorbereitungsdauer angemessen erscheine. Da die Akten im damaligen Fall relativ umfangreich waren, ging es �ber das Doppelte hinaus und gew�hrte bei einer Verhandlungsdauer von 36 Stunden 90 Stunden Vorbereitungszeit. Dieses Vorgehen wurde vom Bundesgericht im Entscheid 1P.57/2004 vom 2. Juni 2004, E. 9.7, als nicht willk�rlich bezeichnet. Gem�ss einem weiteren Entscheid des Kantonsgerichts Freiburg (Moderationshof) vom 27. November 1997 (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1P.38/1998 vom 24. M�rz 1998, E. 2a) seien im allgemeinen pro Verhandlungstag zwei bis zweieinhalb Arbeitstage zu veranschlagen. Der Entscheid vom 3. Dezember 2003, wonach als Vorbereitungszeit bis zum Doppelten der Verhandlungsdauer gew�hrt werden kann, entspricht damit offenbar einer langj�hrigen Praxis das Kantonsgerichts Freiburg.
Vorliegend gesteht das Kantonsgericht dem Beschwerdef�hrer bei 4.5 Sitzungstagen (36 Stunden) 5.5 Tage oder 44 Stunden Vorbereitung zu. Diese Entsch�digung entspricht offensichtlich nicht der im Entscheid vom 3. Dezember 2003 best�tigten Praxis. Das Kantonsgericht k�rzte die Kostenliste des Beschwerdef�hrers, obwohl die geltend gemachten 59 Stunden (rund 7.4 Arbeitstage) nicht dem Zweifachen der 4.5 Tage bzw. (mit 8 Stunden pro Tag umgerechnet) 36 Stunden entsprachen. Dabei wies auch der vorliegende Fall einen ganz erheblichen Umfang auf. Das Kantonsgericht liess zudem die �usserung des Beschwerdef�hrers unwidersprochen, er habe nicht an Sitzungen teilgenommen, an denen Delikte besprochen worden seien, die seinen Klienten nicht betroffen h�tten. Das Gleiche gilt f�r den Einwand, dieser Stundenaufwand habe nicht nur die Vorbereitung der Hauptverhandlung, sondern auch das Untersuchungsverfahren betroffen.
Mit dem Willk�rverbot kann es vereinbar sein, bei der Bemessung des amtlichen Honorars bestimmte Regelungen analog beizuziehen und gewisse Pauschalisierungen vorzunehmen. Unter den gegebenen Umst�nden wurde der zul�ssige Ermessensspielraum hingegen offensichtlich �berschritten; es fehlen sachlich vertretbare Gr�nde f�r die Honorark�rzungen. Der Entscheid erweist sich als willk�rlich.
Hinzu kommt, dass das Kantonsgericht nicht zumindest kurz ausgef�hrt hat, welche Aufwendungen des Beschwerdef�hrers es aus welchen Gr�nden als unn�tig beurteilte. Es gew�hrte ihm f�r die Vorbereitung der Sitzungen und des Parteivortrages, f�r das Aktenstudium sowie f�r Besprechungen mit dem Klienten pauschal 44 Stunden. Setzt eine Beh�rde die Parteientsch�digung abweichend von der Kostenliste fest, so hat sie wenigstens kurz die �berlegungen zu nennen, von denen sie sich dabei leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid st�tzt (Art. 29 Abs. 2 BV; BGE 129 I 232 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. dazu schon das Urteil 1P.354/2003 vom 9. Oktober 2003, E. 3.1, zwischen den gleichen Parteien). Die Ausf�hrungen des Kantonsgerichts gehen indessen nicht �ber eine pauschale Herabsetzung des Zeitaufwandes hinaus. Die R�ge der Verletzung der Begr�ndungspflicht trifft damit ebenfalls zu.
5.3.2 Das Kantonsgericht erachtete den Aufwand von 26 Stunden (3 � Arbeitstage) f�r die Lekt�re und summarische Pr�fung des erstinstanzlichen Urteils, dessen Besprechung mit dem Klienten und die Redaktion der Berufungsschrift als ausserordentlich hoch und selbst bei Betrachtung der Aktenlage und des Umfangs des anzufechtenden Urteils nicht mehr als vertretbar. Es k�rzte ihn deshalb auf 20 Stunden (2.5 Tage).
F�r das Lesen des 59-seitigen Urteils des Bezirksstrafgerichts vom 1. Februar 2002 und dessen summarische Pr�fung wendete der Beschwerdef�hrer 180 Minuten (3 Stunden) auf. Dessen Besprechung mit dem Klienten dauerte 120 Minuten (2 Stunden). Die Berufungsschrift des Beschwerdef�hrers umfasst 37 Seiten und besch�ftigte ihn w�hrend 1260 Minuten (21 Stunden).
Dem Bundesgericht ist es aufgrund der Begr�ndung des angefochtenen Entscheids nicht m�glich nachzuvollziehen, welchen dieser Aufwandposten (oder ob eventuell alle zusammen) das Kantonsgericht als ausserordentlich hoch und als nicht mehr vertretbar beurteilt hat. Demzufolge kann es nicht �berpr�fen, ob die vorgenommene K�rzung der Kostenliste willk�rlich ist; diese Frage muss offen bleiben. Die Erw�gung, der Aufwand von 26 Stunden erscheine ausserordentlich hoch und als nicht mehr vertretbar, erkl�rt keineswegs, welche Aufwendungen aus welchem Grund als unn�tig betrachtet wurden. Auch eine sachgerechte Anfechtung wird damit verhindert. Der angefochtene Entscheid verletzt insoweit ebenfalls den Anspruch des Beschwerdef�hrers auf rechtliches Geh�r.
5.3.3 Um wiederholte Aufhebungen von Entscheiden �ber Honorark�rzungen zu vermeiden, ist dem Kantonsgericht nahe zulegen, in F�llen, in denen es eine Kostenliste nicht in der beantragten H�he zu genehmigen gedenkt, den Verteidiger vor der F�llung des Entscheides in geeigneter Form zu den in Aussicht genommenen K�rzungen anzuh�ren und dessen Stellungnahme beim Kostenentscheid zu ber�cksichtigen.
5.4 Der Beschwerdef�hrer beanstandet sodann, das Honorar von Fr. 18'050.-- (inklusive Pauschalen) entspreche einem unhaltbar tiefen und willk�rlichen Stundenansatz von Fr. 122.--. Dieser sei nicht mehr kostendeckend und erwerbs�quivalent.
Dieser Stundenansatz ergibt sich nur, wenn alle Aufwendungen des Beschwerdef�hrers im Umfang von 148 Stunden als notwendig bzw. gerechtfertigt betrachtet werden. Das Kantonsgericht war jedoch der Ansicht, nur 117 Stunden seien angemessen. Diesen Arbeitsaufwand hat es mit dem gesetzlichen Ansatz von Fr. 150.-- entsch�digt. Der Vorwurf der willk�rlichen Festsetzung des Stundenansatzes geht damit an der Sache vorbei. Zudem erweist er sich als gegenstandslos, soweit die Honorark�rzungen in Gutheissung der Beschwerde aufgehoben werden.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 156 Abs. 2 OG). Praxisgem�ss ist dem Beschwerdef�hrer nach Massgabe seines Obsiegens eine angemessene Parteientsch�digung zuzusprechen (vgl. BGE 125 II 518 E. 5b).
Der Kanton Freiburg hat den Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 1'000.- zu entsch�digen.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer und dem Kantonsgericht Freiburg, Strafappellationshof, schriftlich mitgeteilt.