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Timestamp: 2020-02-27 23:52:16
Document Index: 108530226

Matched Legal Cases: ['§ 27', '§ 59', '§ 86', '§ 47', 'Art. 2', 'Art. 49', 'Art. 24', 'Art. 25', '§ 27', '§ 31', '§ 34', '§ 34', '§ 71', 'Art. 6', '§ 27', '§ 34', '§ 34', '§ 71', '§ 77', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 5', 'Art. 6', 'Art. 10', 'Art. 13', 'Art. 15', 'Art. 16', 'Art. 17', 'Art. 18', 'Art. 19', 'Art. 20', 'Art. 49', 'Art. 24', 'Art. 51', '§ 29', '§ 29', '§ 71', '§ 29', '§ 29', '§ 71', '§ 29', '§ 29', '§ 71', '§ 29', '§ 71', '§ 71', '§ 86', '§ 47']

BVerwG, 16.11.2015 - 1 C 4.15 - dejure.org
https://dejure.org/2015,33547
BVerwG, 16.11.2015 - 1 C 4.15 (https://dejure.org/2015,33547)
BVerwG, Entscheidung vom 16.11.2015 - 1 C 4.15 (https://dejure.org/2015,33547)
BVerwG, Entscheidung vom 16. November 2015 - 1 C 4.15 (https://dejure.org/2015,33547)
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AsylG §§ 27a, ... 31, 34, 34a, 71a, 77; AufenthG § 59; VwGO §§ 86, 108, 113 Abs. 1; VwVfG §§ 47, 51; Dublin II-VO Art. 2, 3, 5, 6, 10, 13, 15, 16, 17, 18, 19, 20; Dublin III-VO Art. 49 Abs. 2; GRC Art. 24, 51; RL 2005/85/EG Art. 25
Asylantrag; internationale Zuständigkeit; originäre Zuständigkeit; unbegleiteter Minderjähriger; Familienangehöriger; Vormund; Aufenthalt; konkurrierende Asylanträge; gestaffelte Asylanträge; identische Asylanträge; Zuständigkeitswechsel; Wiederaufnahme; Selbsteintritt; ...
§ 27a AsylVfG 1992, § 31 AsylVfG 1992, § 34 AsylVfG 1992, § 34a AsylVfG 1992, § 71a AsylVfG 1992
Bewertung der Zuständigkeitsbestimmungen für unbegleitete Minderjährige in Art. 6 der Dublin II-Verordnung als individualschützend; Zulässigkeit der rechtswidrigen Ablehnung eines Asylantrags als unzulässig wegen anderweitiger internationaler Zuständigkeit in eine ...
AsylG § 27a, AsylG § ... 31, AsylG § 34, AsylG § 34a, AsylG § 71a, AsylG § 77, VO 343/2003 Art. 2, VO 343/2003 Art. 3, VO 343/2003 Art. 5, VO 343/2003 Art. 6, VO 343/2003 Art. 10, VO 343/2003 Art. 13, VO 343/2003 Art. 15, VO 343/2003 Art. 16, VO 343/2003 Art. 17, VO 343/2003 Art. 18, VO 343/2003 Art. 19, VO 343/2003 Art. 20, VO 604/2013 Art. 49 Abs. 2, GR-Charta Art. 24, GR-Chartta Art. 51
Dublinverfahren, unbegleitete Minderjährige, unbegleitete Minderjährige, internationale Zuständigkeit, originäre Zuständigkeit, Familienangehörige, Vormund, Asylantrag, konkurrierende Asylanträge, gestaffelte Asylanträge, Zuständigkeitswechsel, Wiederaufnahme, ...
Dublin-Regelungen zum Minderjährigenschutz - und der Anspruch auf ihre Einhaltung
Länderzuständigkeit bei unbegleiteten Flüchtlingskindern geklärt
Individualschutz der Dublin-Verordnung bejaht: Sonderfall Minderjährige
VG Saarlouis, 20.07.2012 - 6 K 457/11
OVG Saarland, 09.12.2014 - 2 A 313/13
BVerwGE 153, 234
NVwZ 2016, 157
DVBl 2016, 313
Erst wenn ein Mitgliedstaat danach zuständig ist, kann er einen Asylantrag - wie hier - aus den Gründen des § 29 Abs. 1 Nr. 5 AsylG als unzulässig ablehnen (vgl. BVerwG, Urteil vom 16. November 2015 - 1 C 4.15 - BVerwGE 153, 234 Rn. 20).
Eine die Durchführung eines weiteren Asylverfahrens ablehnende Entscheidung nach § 29 Abs. 1 Nr. 5 AsylG hätte im Unterschied dazu zur Folge, dass der Betroffene nach Erlass einer entsprechenden Abschiebungsandrohung und vorbehaltlich des Bestehens eines nationalen Abschiebungsverbots in jeden zu seiner Aufnahme bereiten Staat einschließlich seines Herkunftsstaats abgeschoben werden könnte (vgl. zur Umdeutung eines Dublin-Bescheides in einen Bescheid nach § 71a AsylG bereits BVerwG, Urteil vom 16. November 2015 - 1 C 4.15 - BVerwGE 153, 234 Rn. 32).
d) In eine Entscheidung nach § 29 Abs. 1 Nr. 5 AsylG kann der Bescheid schon deswegen nicht umgedeutet werden, weil es sich bei einer auf § 29 Abs. 1 Nr. 5 AsylG i.V.m. §§ 71, 71a AsylG gestützten (Unzulässigkeits-)Entscheidung prozessual um einen anderen Streitgegenstand mit für die Klägerinnen ungünstigeren Rechtsfolgen handelte; denn sie hätte zur Folge, dass der (Folge/Zweit)-Antrag der Klägerinnen auch von keinem anderen Staat geprüft würde und die Klägerinnen grundsätzlich in jeden zu ihrer Aufnahme bereiten Staat einschließlich ihres Herkunftslands abgeschoben werden könnten (BVerwG, Urteile vom 16. November 2015 - 1 C 4.15 - Buchholz 451.902 Europ. Ausl.- u. Asylrecht Nr. 78 Rn. 26 ff. …und vom 9. August 2016 - 1 C 6.16 - BVerwGE 156, 9 Rn. 21).
Eine Umdeutung ist zwar auch noch im Revisionsverfahren möglich, setzt aber u.a. voraus, dass die das Revisionsgericht bindenden tatrichterlichen Feststellungen ausreichen (BVerwG, Urteil vom 16. November 2015 - 1 C 4.15 - Buchholz 451.902 Europ. Ausl.- u. Asylrecht Nr. 78 Rn. 30).
Die rechtswidrige Ablehnung eines (Zweit-)Antrags nach § 29 Abs. 1 Nr. 1AsylG kann wegen der ungünstigeren Rechtsfolgen nicht in eine(Unzulässigkeits-)Entscheidung nach § 29 Abs. 1 Nr. 5 in Verbindung mit § 71a AsylG umgedeutet werden (vgl. BVerwG, Urteil vom 16. November 2015 - 1 C 4.15 - Buchholz 451.902 Europ Ausländer- u Asylrecht Nr. 78).
Denn bei einer auf § 29 Abs. 1 Nr. 5 AsylG in Verbindung mit § 71a AsylG gestützten (Unzulässigkeits-)Entscheidung würde es sich prozessual um einen anderen Streitgegenstand mit für den Kläger ungünstigeren Rechtsfolgen handeln, weil sie zur Folge hätte, dass der (Zweit-)Antrag des Klägers auch von keinem anderen Staat geprüft würde und er grundsätzlich in jeden zu seiner Aufnahme bereiten Staat einschließlich seines Herkunftslands abgeschoben werden könnte (BVerwG, Urteil vom 16. November 2015 - 1 C 4.15 - Buchholz 451.902 Europ Ausländer- u Asylrecht Nr. 78 Rn. 26 ff.).
2.2 Zutreffend ist das Berufungsgericht davon ausgegangen, dass die Ablehnung des Asylantrags als unzulässig in Ziffer 1 des angefochtenen Bescheids auch nicht als Entscheidung nach § 71a AsylG, kein weiteres Asylverfahren durchzuführen, aufrechterhalten bleiben kann, da es sich hierbei prozessual um einen anderen Streitgegenstand mit für den Kläger ungünstigeren Rechtsfolgen handelt (vgl. dazu im Einzelnen BVerwG, Urteil vom 16. November 2015 - 1 C 4.15 - InfAuslR 2016, 120 Rn. 26 ff.).
vgl. BVerwG, Urteil vom 16. November 2015 - 1 C 4.15 -, juris, Rn. 17.
Dublin-Verfahren und Durchentscheiden bei fehlendem Ausspruch zu …
Bei dieser Prüfung haben die Verwaltungsgerichte alle einschlägigen Rechtsnormen und - nach Maßgabe der Sachaufklärungspflicht gemäß § 86 Abs. 1 VwGO - alle rechtserheblichen Tatsachen zu berücksichtigen, gleichgültig, ob die Normen und Tatsachen von der erlassenden Behörde zur Begründung des Verwaltungsaktes angeführt worden sind oder nicht (BVerwG, Urteil vom 16. November 2015 - 1 C 4.15 - BVerwGE 153, 234 Rn. 28).
Die organisatorischen Vorschriften für die Bestimmung des für die Prüfung eines Asylantrags zuständigen Mitgliedstaats in der Dublin ll-VO sind nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG, U.v. 16.11.2015 - 1 C 4.15 - Pressemitteilung) individualschützend, wenn sie nicht nur die Beziehungen zwischen den Mitgliedstaaten regeln, sondern (auch) dem Grundrechtsschutz dienen.
Eine Aufhebung der Ablehnung kommt nur dann nicht in Betracht, wenn sie sich entweder bei gleichbleibendem Streitgegenstand aus anderen Gründen im Ergebnis als rechtmäßig erweist oder wenn sie im Wege der Umdeutung nach § 47 VwVfG durch eine andere - rechtmäßige - Regelung ersetzt werden kann (vgl. BVerwG, Urteil vom 16. November 2015 - 1 C 4.15 -, juris Rdnr. 27).
Indes kommt dies nur insoweit in Betracht, solange damit der Bescheid nicht in seinem Wesen verändert wird, sich damit nicht zugleich der Streitgegenstand verändert (vgl. BVerwG, Urteil vom 16. November 2015 - 1 C 4.15 -, juris Rdnr. 28).
Zu einer Umdeutung sind die Verwaltungsgerichte auch ermächtigt (vgl. BVerwG, Urteil vom 16. November 2015 - 1 C 4.15 -, juris Rdnr. 30).
Eine Umdeutung kommt indes jedenfalls dann nicht in Betracht, wenn die Rechtsfolgen für den Betroffenen ungünstiger wären (vgl. BVerwG, Urteil vom 16. November 2015 - 1 C 4.15 -, juris Rdnr. 31).
Hierfür sind nicht nur die unmittelbaren, sondern auch die mittelbaren Rechtsfolgen der Entscheidung in den Blick zu nehmen sind (vgl. BVerwG, Urteil vom 16. November 2015 - 1 C 4.15 -, juris Rdnr. 32).
vgl. zum Ganzen BVerwG, Urteile vom 27. Oktober 2015 - 1 C 32.14 -, NVwZ 2016, 154 = juris, Rn. 13 f., und vom 16. November 2015 - 1 C 4.15 -, DVBl. 2016, 313 = juris, Rn. 9, sowie Beschluss vom 12. Januar 2016 - 1 B 64.15 -, juris, Rn. 2; OVG NRW, Urteile vom 16. September 2015 - 13 A 800/15.A -, juris, Rn. 22 ff., und vom 7. März 2014 - 1 A 21/12.A -, DVBl. 2014, 790 = juris, Rn. 31; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 16. April 2014 - A 11 S 1721/13 -, juris, Rn. 18.
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VGH Bayern, 24.05.2017 - 9 ZB 15.50104
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VG Schwerin, 13.09.2019 - 15 A 4496/17
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OVG Sachsen, 30.05.2016 - 5 A 175/16
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VG Würzburg, 15.04.2016 - W 2 K 15.30118
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VG Oldenburg, 03.03.2016 - 11 A 3906/15
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VG Schwerin, 22.03.2019 - 15 A 4409/17
Vorrang der Vorschriften über das Zweitverfahren zu den allgemeinen Bestimmungen …
VG München, 06.09.2017 - M 21 K 17.35306
Erfolgreiche Klage gegen Abschiebungsanordnung
VG München, 17.12.2015 - M 22 K 14.50447
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