Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767?p=1374
Timestamp: 2019-02-22 04:20:52
Document Index: 228690775

Matched Legal Cases: ['§ 4936', '§ 4937', '§ 4938', '§ 4939', '§ 4936', '§ 4937', '§ 4938', '§ 4939']

sen vavassors. Jre güter wurden vavassoreien,
oder afterlehne genennet. Die dritte gattung der
thanes hißen gentlemen. Es ist dises wort vom
französischen gentil-homme unterschiden. Sie wa-
ren lehnleute der vavassors. Aus den Kingstha-
nes entstanden die Pairs.
von der aus-
gerichtbarkeit.
Dijenige, welche die gerichtbarkeit verwalteten,
hißen shiren, oder schiten, wenn sie unter einem
grafen stunden; oder tritthings, oder lathes, wel-
che 300 häuser unter irer gerichtbarkeit hatten.
Hundreds, oder wapen-lackes waren gerichte über
100 häuser. Ein hundert begriff 10 thytings,
oder zehnten. Ein jedes zehent war gleichsam ein
kleiner freistat seines bezirkes, worin die gericht-
barkeit ausgeübet wurde. Alle jare erwälete man
einen fürsteher dises kleinen gericht-hofes. Er hiß
Wietan, d. i. ein weiser. Sie strafeten die ver-
brecher, keiner durfte aus dem zehnten zihen, one
ein zeugniß des weisen. Die Normänner nenne-
ten nachher dise fürsteher: barons, und die 10 rit-
tergüter, oder thyrings, eine baronie, oder honneurs.
hunderte, (of
Dises kam monatlich zusammen. Es bestand
aus dem bischoffe, und den aldermännern des bi-
schoffes. Sie richteten über geistliche, und weltli-
che sachen.
gericht| der
thridings.
Wenn personen aus disem hunderte mit einer
aus einem andern hunderte streitig waren, richte-
ten die thridings darüber.
thanes vom
ersten range.
Sie hatten ein besonderes gericht, welches in
den streitigkeiten ihrer untertanen recht sprach.
ſen vavaſſors. Jre guͤter wurden vavaſſoreien,
thanes hißen gentlemen. Es iſt diſes wort vom
franzoͤſiſchen gentil-homme unterſchiden. Sie wa-
ren lehnleute der vavaſſors. Aus den Kingstha-
nes entſtanden die Pairs.
uͤbung der
hißen ſhiren, oder ſchiten, wenn ſie unter einem
grafen ſtunden; oder tritthings, oder lathes, wel-
che 300 haͤuſer unter irer gerichtbarkeit hatten.
Hundreds, oder wapen-lackes waren gerichte uͤber
100 haͤuſer. Ein hundert begriff 10 thytings,
oder zehnten. Ein jedes zehent war gleichſam ein
kleiner freiſtat ſeines bezirkes, worin die gericht-
barkeit ausgeuͤbet wurde. Alle jare erwaͤlete man
einen fuͤrſteher diſes kleinen gericht-hofes. Er hiß
Wietan, d. i. ein weiſer. Sie ſtrafeten die ver-
ein zeugniß des weiſen. Die Normaͤnner nenne-
ten nachher diſe fuͤrſteher: barons, und die 10 rit-
terguͤter, oder thyrings, eine baronie, oder honneurs.
Diſes kam monatlich zuſammen. Es beſtand
aus dem biſchoffe, und den aldermaͤnnern des bi-
ſchoffes. Sie richteten uͤber geiſtliche, und weltli-
che ſachen.
Wenn perſonen aus diſem hunderte mit einer
aus einem andern hunderte ſtreitig waren, richte-
ten die thridings daruͤber.
erſten range.
Sie hatten ein beſonderes gericht, welches in
den ſtreitigkeiten ihrer untertanen recht ſprach.
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[1350/1374] IV buch, I haubtſtuͤck, ſen vavaſſors. Jre guͤter wurden vavaſſoreien, oder afterlehne genennet. Die dritte gattung der thanes hißen gentlemen. Es iſt diſes wort vom franzoͤſiſchen gentil-homme unterſchiden. Sie wa- ren lehnleute der vavaſſors. Aus den Kingstha- nes entſtanden die Pairs. § 4936 Dijenige, welche die gerichtbarkeit verwalteten, hißen ſhiren, oder ſchiten, wenn ſie unter einem grafen ſtunden; oder tritthings, oder lathes, wel- che 300 haͤuſer unter irer gerichtbarkeit hatten. Hundreds, oder wapen-lackes waren gerichte uͤber 100 haͤuſer. Ein hundert begriff 10 thytings, oder zehnten. Ein jedes zehent war gleichſam ein kleiner freiſtat ſeines bezirkes, worin die gericht- barkeit ausgeuͤbet wurde. Alle jare erwaͤlete man einen fuͤrſteher diſes kleinen gericht-hofes. Er hiß Wietan, d. i. ein weiſer. Sie ſtrafeten die ver- brecher, keiner durfte aus dem zehnten zihen, one ein zeugniß des weiſen. Die Normaͤnner nenne- ten nachher diſe fuͤrſteher: barons, und die 10 rit- terguͤter, oder thyrings, eine baronie, oder honneurs. § 4937 Diſes kam monatlich zuſammen. Es beſtand aus dem biſchoffe, und den aldermaͤnnern des bi- ſchoffes. Sie richteten uͤber geiſtliche, und weltli- che ſachen. § 4938 Wenn perſonen aus diſem hunderte mit einer aus einem andern hunderte ſtreitig waren, richte- ten die thridings daruͤber. § 4939 Sie hatten ein beſonderes gericht, welches in den ſtreitigkeiten ihrer untertanen recht ſprach. Daraus
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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 1350. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/1374>, abgerufen am 22.02.2019.