Source: https://der-privatier.com/kap-9-3-2-6-hinweise-zum-dispositionsjahr-umgang-mit-der-agentur/?replytocom=20583
Timestamp: 2020-08-11 12:12:10
Document Index: 394475662

Matched Legal Cases: ['§ 142', '§ 339', '§ 138', '§137', '§137', '§ 148', '§137', '§ 137', '§ 148', '§137', '§ 141', '§ 141', '§ 141', '§141']

Kap. 9.3.2.6: Hinweise zum Dispositionsjahr: Umgang mit der Agentur — 176 Kommentare
Vermutlich resultiert der Termin 6.12. aus den Fachlichen Weisungen Arbeitslosengeld Drittes Buch Sozialgesetzbuch – SGB III § 142 SGB III Anwartschaftszeit der AA, s. https://www.arbeitsagentur.de/datei/FW-SGB-III-142_ba015149.pdf. Unter 142.1 steht: „(3) Für die Feststellung, ob eine Anwartschaftszeit erfüllt ist, sind die Kalendertage eines Versicherungspflichtverhältnisses zu ermitteln. 30 Kalendertage entsprechen einem Monat (§ 339 Satz 2). 12 Monate entsprechen somit nicht einem Jahr.“ Am Ende noch einmal explizit:
espe63 sagte am 13.Mai.2020 um 10:00 :
Wenn ich 2021 mit Abfindung gehe könnte ich also versuchen über den Arbeitgeber eine Entgeltumwandlung für die Gehälter 10.2020 – 12.2020 zu vereinbaren (in der Hoffnung der macht mit und es wirkt sich nicht auf die Abfindung etc. aus) ?
Holger sagte am 13.Mai.2020 um 12:57 :
ich sprach von einer Möglichkeit, um das zu versteuernde Einkommen neben der Abfindung zu reduzieren. Du möchtest, das Einkommen in einem normalen Steuerjahr reduzieren. Das führt zu einem vergleichsweise geringen Effekt. Die Entgeltumwandlung wirkt sich zwar auf den Spitzensteuersatz aus, man muss aber gegenrechnen, dass neben der Steuer auch die KV-PV-Beiträge auf das Rentenalter verschoben werden und wenn evtl. jetzt die Beitragsbemessungsgrenze vorliegt, dann fallen später KV-PV-Beiträge an, die sich jetzt nicht einsparen lassen.
Lars sagte am 13.Mai.2020 um 13:55 :
evt. hier einmal das „Stichwort“ Vervielfältigungsregel bei bAV (2020 Beitragsbemessungsgrenze 82800,-€, davon 4% … 3312,-€ x 10 Jahre = 33120,-€) betrachten. Das gilt für Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds.
(Zeitraum vor Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses beachten bzw. Zeitraum nach Beendigung, wenn Zahlung und Betrag spätestens bis zur Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses vereinbart wurde.)
Unterschied zw. steuerliche Behandlung Altvertrag zu Neuvertrag beachten (Stichtag 01.01.2005).
Tipp: Das Buch von unserem Privatier „Per Abfindung in den Ruhestand“ lesen, z.B. ab S.332 Punkt 9.4 „Betriebsrenten“ und ab Punkt 9.4.3 Thema „Vervielfältigungsregel“, da gibt es viele nützliche Tipps und auch Rechenbeispiele zu diesem Thema.
Etwas Zahlenwerk:
https://www.bavheute.de/recht-und-politik/neue-rechengroessen-der-sozialversicherung-fuer-2020/
Joe sagte am 11.Feb.2020 um 12:24 :
Nun kann ich meinen letzten Kommentar fortschreiben und vom glücklichen Ausgang berichten.Ich habe mich letzte Woche, nachdem mein Dispojahr zum 01.03.2020 zu Ende geht, bei der Agentur für Arbeit persönlich arbeitslos gemeldet. Ging alles reibungslos, wurde extrem freundlich behandelt. Dann wurde ich gleich zu einem Vermittler geschickt. Das war wohl eher Zufall da der zuständige gerade frei war. Mit dem habe ich ganz offen besprochen, das es nicht unbedingt mein Ziel ist, wieder zu arbeiten. War kein Problem. Ich wurde dann gefragt ob ich nach dem Auslaufen von ALG1 dann ALG2 beantragen müsste. Ich habe das verneint und ihm gesagt dass ich die Zeit bis zur Rente ( bei mir dann noch ein knappes Jahr) genauso wie das Dispojahr mit Eigenmitteln finanziere. Als ich ihm gesagt habe, dass ich auch schon bei der Rentenberatung war und genau weiß, was ich zu erwarten habe, war der Käse gegessen. Ich muss mich nicht bewerben, keine Fortbildung oder ähnliches machen. Werde nur alle 6 Monate zu einem Gespräch einbestellt. Das nächste mal im Sommer. D.h. auch zum offiziellen Beginn meiner Arbeitslosigkeit zum 01.03. muss ich nicht mehr erscheinen. Der Bewilligungsbescheid vom ALG1 ist inzwischen auch schon da. Also alles super gelaufen. Auch Dank der vielen guten Tipps und Beiträge in diesem Forum; nochmals an dieser Stelle vielen Dank.
Privatier sagte am 11.Feb.2020 um 18:12 :
Das hört sich wirklich gut an und damit wünsche ich dann weiterhin eine entspannte Zeit!
B sagte am 11.Feb.2020 um 12:42 :
Da kann man Dich nur beglückwünschen, das hört sich richtig gut an.
ctrader sagte am 16.Feb.2020 um 18:59 :
Hallo, nach §§ 138 (3) und 155 (1) SGB III ist ja eine selbstständige Tätigkeit von unter 15 Stunden bei einem Nettoeinkommen von 165,- € / Monate unschädlich während des Bezugs von ALG 1.
Wie sieht das während des Dispojahres aus oder zwischen einem Abmelde- und Anmeldevorgang während des Bezugs von ALG 1 aus ?
Gibt es hierbei eine Kostellation die für den Bezug von ALG 1 nach dem Dispojahr oder nach dem Anmelden irgendwie schädlich sein könnten bzgl. Höhe und Dauer des Bezuges bzw. kann so etwas zum Erlöschen des bestehenden Anspruches führen ?
Privatier sagte am 17.Feb.2020 um 17:25 :
Auf einen bestehenden ALG-Anspruch können nur Beschäftigungen einen Einfluss haben, die ihrerseits Ansprüche auf ALG auslösen könnten. Dies sind naturgemäß sämtliche versicherungspflichtigen Beschäftigungen, aber auch selbstständige Tätigkeiten, wenn für sie eine freiwillige Arbeitslosenversicherung abgeschlossen wird. Ansonsten gibt es keinen Einfluss.
Wie evtl. Einflüsse aussehen könnten, habe ich in meinem Beitrag: „ Arbeitslosengeld nach einer Zwischenbeschäftigung “ erläutert.
Sander sagte am 31.Mrz.2020 um 11:15 :
ich möchte mich recht herzlich beim Privatier und bei allen Mitstreitern in diesem Forum bedanken, der Inhalt, die Qualität und die kurzfristigen Antworten, haben auch mich ermutigt den Schritt Dispojahr zuwagen.
Am 21.01.2020 habe ich bei der Bundesagentur für Arbeit Arbeitslosengeld beantragt, am 28.01.2020 hatte ich bereits den Bewilligungsbescheid in den Händen, allerdings nur vorläufig, da ich zum 01.02.2020 zurück in die Steuerklasse III gewechselt bin, meine Frau zurück in V.
Dies habe ich zwar bereits am 21.01.2020 der freundlichen Mitarbeiterin bei der Agentur schriftlich (elektr. Lohnsteuerabzugsmerkmale ELStAM vom Finanzamt) vorgelegt, dennoch musste ich nochmal eine Erklärung zum Steuerklassenwechsel zwischen Ehegatten ausfüllen und eine Lohnabrechnung meiner Frau aus Februar 2020 einreichen. Am 26.03.2020 bekam ich den Änderungsbescheid mit der Steuerklasse III.
ALSO BITTE BEACHTEN: DIE STEUERKLASSE III ist GANZ WICHTIG FÜR DIE BERECHNUNG DER HÖHE DES ARBEITSLOSENGELDES. OHNE JEGLICHE BEGRÜNDUNG KANN EINMAL IM JAHR DIE STEUERKLASSE GEWECHSELT WERDEN.
Am 13.02.2020 hatte ich eine Gespräch mit der Vermittelerin. Mit ihr habe ich ganz offen besprochen, das es nicht mein Ziel ist, wieder zu arbeiten. War kein Problem. Ich wurde dann gefragt ob ich nach dem Auslaufen von ALG1 dann ALG2 beantragen müsste. Ich habe das verneint und ihr gesagt dass ich die Zeit bis zur Rente mit Eigenmitteln finanziere. Als ich ihr sagte, dass ich auch schon bei der Rentenberatung war und genau weiß, was ich zu erwarten habe, war alles erledigt. In meinem Alter sieht sie keine Chance auf Vermittlung. Ich brauche mich weder bewerben noch eine Fortbildung machen. In 6 Monaten soll ich mich bei ihr wieder melden.
Also alles super gelaufen, nochmal herzlichen Dank und bleiben sie alle GESUND!!!
Privatier sagte am 31.Mrz.2020 um 16:07 :
Danke für die positive Rückmeldung. Es freut mich, dass alles wie gewünscht verlaufen ist.
Ein wenig wundert mich allerdings, dass die Agentur die Änderung der Steuerklasse akzeptiert hat! Das müsste sie eigentlich nicht und es wäre besser und richtiger gewesen, den Wechsel bereits zum 1.Jan. durchzuführen. Mehr dazu im Beitrag:
https://der-privatier.com/mehr-arbeitslosengeld-durch-steuerklassenwechsel/
Aber egal: wenn es akzeptiert wurde, ist es ja gut. Nur sollte sich niemand darauf verlassen, sondern den Wechsel immer spätestens zu Beginn des Jahres, in dem ALG bezogen werden soll, wirksam werden lassen.
Tina sagte am 22.Apr.2020 um 19:20 :
ich befinde mich aktuell im Dispositionsjahr und übe einen 450 Euro Job aus, um „nicht zu verloddern“. Sehr guter Tipp.
Nun eine Frage: Ich habe noch weitere Einkünfte aus der Vermietung einer gemeinsamen Ferienimmobilie mit meinem Mann. Was muss ich hierbei beachten?
Darf ich nur 5.400 Euro Gesamteinkünfte haben, oder ist die 15 Stundenregelung maßgeblich?
Ich bin in der PKV und über meinen neuen Minijob-Arbeitgeber gesetzlich rentenversichert.
Was muss ich im nächsten Jahr beachten, wenn ich mich arbeitslos melde und ALG 1 beziehe?
eSchorsch sagte am 23.Apr.2020 um 00:00 :
Die 5.400 beziehen sich auf Arbeitseinkommen.
VuV hat damit nix zu tun, das interessiert das Arbeitsamt nicht die Bohne.
Ich habe auf meinem Antrag für ALG1 keine Möglichkeit gefunden, dort Angaben zu meinen Vermietereinkünften anzugeben.
Privatier sagte am 23.Apr.2020 um 12:21 :
Wie eSchorsch schon geschrieben hat, sind für die Arbeitsagentur nur sog. Arbeitseinkünfte relevant, also weder Einkünfte aus V+V, noch Kapitaleinkünfte.
Aber was soll das denn für eine Grenze von 5.400€ sein?? Ist mir nicht bekannt.
Als Arbeitsloser darf man eine Nebenbeschäftigung ausüben. Zur Definition, was als „Neben“-Beschäftigung gilt, gibt es verschiedene Kriterien, wie z.B. eine max. Stundenzahl von weniger als 15 Std./Woche. Die Höhe der Einkünfte spielt aber keine Rolle!
Allerdings werden alle Einkünfte, die über 165€/Monat auf das ALG angerechnet.
Murmel sagte am 13.Mai.2020 um 00:20 :
ich hab da mal eine Frage. Wie alt sind Sie? Das sie bei der Vermittlerin offen ansprechen konnten, dass sie nicht wieder arbeiten gehen wollen. Darf man das überhaupt?
VG Murmel
Holger sagte am 13.Mai.2020 um 12:38 :
bei mir (ich war 58) war es die Arbeitsvermittlerin, die mir 2 Alternativen anbot: 1. Ich sage, dass ich zurück auf den Arbeitsmarkt möchte und sie unterstützt mich mit all ihren Möglichkeiten oder 2. Ich sage, dass ich in der Arbeitslosenzeit einen Übergang zum Ruheständler sehe und sie fährt das Minimalprogramm. Wenn ich aber Var.1 angebe und dann nicht mitziehen würde, dann würde ich ihre unangenehme Seite zu spüren bekommen. Also wählte ich Var.2 und habe seither meine Ruhe.
eSchorsch sagte am 13.Mai.2020 um 13:11 :
Man kommt ja nicht ins Vermittlerbüro und sagt direkt: ich will nicht mehr arbeiten.
Meist erfolgt ein eher vorsichtiges Abtasten und im Laufe des Gespräches kommt die Frage: was machen Sie denn, wenn wir Sie nicht wieder in Lohn und Brot bringen? (Die eigenliche Frage lautet „hab ich Sie dann wieder als Hartzer vor mir sitzen“. Letzteres will der Vermittler vermeiden!)
Wenn man diese Frage dann mit „überbrücke ich die x Jahre bis zur Rente aus eigenen Mitteln“ beantwortet, ist dem Vermittler klar wie der Hase läuft. Dann kann auch später offen das Thema „weitere Vermittlungshilfe von Seiten der Agentur“ abgehakt werden.
Privatier sagte am 14.Mai.2020 um 08:03 :
„Darf man das überhaupt?“
Ein Arbeitsloser hat Rechte und Pflichten. Zu den Pflichten bzw. sogar zu den Voraussetzungen für eine Arbeitslosmeldung gehören u.a. auch Verfügbarkeit und Eigenbemühungen. Wer diese Punkte nicht erfüllt, kann sich Sperren oder auch den Verlust des ALG-Anspruches einhandeln!
Es ist also Vorsicht angebracht. Oder – wie in der Einleitung zum obigen Beitrag geschrieben: Fingerspitzengefühl.
Aus eigener Erfahrung kann ich aber die Hinweise von Holger und eSchorsch bestätigen, dass sich oftmals im Laufe des Gesprächs die Gelegenheit ergibt, darauf hinzuweisen, wie dringlich eine Vermittlung durch die Agentur gewünscht wird (oder auch nicht). Das ist auch für den Sachbearbeiter eine wichtige Information, der seine Bemühungen dann auf die wichtigeren Fälle konzentieren kann.
Joe sagte am 14.Mai.2020 um 13:05 :
Bei mir war das Erstgespräch mit der Agentur ebenfalls völlig problemlos und völlig offen. Ich wurde ziemlich offen gefragt was ich denn so vorhabe. Ich habe ebenso offen geantwortet dass ich mir meiner Pflichten bewusst und bereit zu arbeiten bin. Aber nicht sehr erpicht darauf. Dann wurde ich gefragt ob ich die Zeit bis zur Rente überbrücken kann. Wie auch schon in anderen Kommentaren erwähnt, ist deren Hauptsorge, dass man nach den zwei Jahren beim Sozialamt aufschlägt. Ich versicherte dass ich die Zeit bis zur Rente mit eigenen Mitteln überbrücken kann. Ich wurde dann noch darauf aufmerksam gemacht, dass sich dies natürlich auf meine Rente negativ auswirkt. Als ich dann gesagt habe, dass ich bei der Rentenberatung war und genau weiß, was mich das kostet, war der Käse gegessen. Ich muss nichts machen. Keine Bewerbungen, Fortbildungen, etc. Ich werde alle 6 Monate zu einem lockeren Gespräch geladen und das war es dann. Und ich glaube nicht, dass sich daran was ändert, denn die Vermittler haben durch Corona ganz andere Sorgen.
Sander sagte am 14.Mai.2020 um 13:26 :
59. Das Gespräch war genauso wie in den letzten Kommentaren beschrieben. Ich habe von meiner letzten Tätigkeit berichtet und der Vermittlerin gesagt, dass ich nicht unbedingt nach einem neuen Job suche. Und die Zeit bis zur Rente mit 63 mit eigenen Mittel finanziere, genauso wie die Dispo-Zeit. Dann kam von ihr die Frage, ob ich bei der Rentenberatung war, dies habe ich ihr bestätigt. Damit war für sie alles klar und ich muss nichts machen. Alle 6 Monate ein Gespräch (das ist wohl Pflicht), das wars.
Robert sagte am 14.Mai.2020 um 19:31 :
Bemerkenswert. Die Frage nach der Rentenberatung ist in vier Kommentaren erwähnt worden. Diese Frage nach einer ausreichenden GRV-Absicherung scheint zum Standardprogramm der Vermittler in der Agentur zu gehören. Die Damen und Herren von der Agentur können sich offenbar gar nicht vorstellen, dass sich jemand eine eigenverantwortliche private Absicherung aufgebaut haben könnte oder sogar vollständig finanziell unabhängig ist. (Die Frage nach dem Steuerbescheid oder einem Depotauszug oder auch einer bAV ist aber wohl nie gestellt worden.)
Und wieso geht es nur mit einer Rentenberatung ? Traut die Agentur ihren Kunden nicht zu, ihre Abzüge, Steuern und Abgaben selbst auszurechnen? Zumindest für Standardfälle ist dies nun wirklich nicht schwierig.
eSchorsch sagte am 14.Mai.2020 um 21:32 :
Basis der allermeisten Altersversorgungen ist nur mal die GRV, daher kann ich den Fokus darauf schon verstehen.
Man könnte auch fragen, weshalb fast alle AG in ihren Abfindungsverträgen schreiben, dass AN sich spätestens 3 Monate vor Beschäftigungsende beim Arbeitsamt arbeitssuchend zu melden hat.
Die Antwort ist auch hier, dass man eine gewisse Fürsorgepflicht glaubt zu haben.
Die AA-Kunden, die das eigenständig erledigt haben, können das mit einem einfachen „ja“ bestätigen und die unselbstständigen Kunden wurden pflichtschuldig darauf hingewiesen.
Betrachten wir es mal von der anderen Seite. Wenn der Vermittler mit der einfachen Frage nach Rentenberatung nur einen von hundert Kunden vor einer Dummheit bewahrt, dann hat sich sein Atem für die 99 unnützen Fragen gelohnt.
Robert sagte am 15.Mai.2020 um 00:02 :
Es mag ja ein unbedeutender Aspekt für den Umgang mit der Agentur sein, aber gerade aus Sicht des Vermittlers kann es ja nur darum gehen, zu verhindern, dass der ALG1-Bezieher noch vor Rentenbezug die Sozialkassen beanspruchen wird, also ALG2-Bezieher oder Aufstocker wird. Diesem Ziel kommt der Vermittler aber mit dem Verweis auf die Rentenberatung gar nicht näher, denn die Beratung kann ja nur die erwartbare Nettorente berechnen. Selbst wenn sie dann einen üppigen Zahlbetrag fachlich korrekt ermittelt hat, kann der Vermittler immer noch nicht abschätzen, ob der angehende Privatier die Zeit bis zum Rentenbeginn aus eigenen Mitteln überbrücken kann und ihn so vor einer Dummheit bewahren.
Vermutlich gibt es eine einfache Erklärung: Der Vermittler hat eine interne Checkliste abzuarbeiten und mit der Frage nach der Rentenberatung kann formal er einen vorgesehenen Punkt – unabhängig von dessen Zweckmäßigkeit – abhaken.
Mr. Excel sagte am 15.Mai.2020 um 09:11 :
An dieser Stelle möchte ich allen Lesern in ähnlicher Position darauf hinweisen, dass es die Möglichkeit gibt nach ALG-2 freiwillig und ohne Bezüge beim AA gemeldet zu bleiben. Es gibt Konstellationen, die erzwingen dies, damit man später dann auch pflichtversichert in der KVdR landet mit den entsprechenden finanziellen Vorzügen. Bitte an den Privatier einen Link zu dem schon geschriebenen einfügen. Es muß ja nicht alles doppelt geschrieben werden.
Privatier sagte am 15.Mai.2020 um 10:37 :
Hallo Mr. Excel, ich bin ein wenig irritiert!
Nach ALG-2 ?? Das war bisher hier nie ein Thema und soll es auch nicht werden.
Oder war ALG1 gemeint? Falls ja, so gibt es zwar die Möglichkeit einer weiteren Meldung bei der Arbeitsagentur. Ich kann allerdings so recht keine Konstellation erkennen, die dies „erzwingen“ sollte? Auch nicht im Zusammenhang mit der KVdR.
Mr. Excel sagte am 15.Mai.2020 um 12:40 :
Sorry – Danke – gut aufgepaßt. Ich meine natürlich ALG-1.
Wir hatten eine Diskussion, schon etwas her zu den Eintrittsbedingungen für die KVdR als Pflichtversicherter. Ich meine mich erinnern zu können, dass es Zeitgrenzen für die Unterbrechung vor Eintritt in die KVdR. gibt. Das hatte dann Auswirkungen auf die Verbeitragung von Gewinnen aus Kapital und V&V. Diese werden
als „Pflichtversicherter in der KVdR“ nämlich nicht verbeitragt.
Ist bei mir schon lange her (ca. 10 Jahre).
Swantje B. sagte am 16.Mai.2020 um 07:29 :
Für die KVdR bringt die Meldung bei der Agentur für Arbeit nach Ablauf des ALG genau gar nichts. Die KV-Pflichtversicherung über die AfA endet in jedem Fall mit Ende des Leistungsbezugs, so dass ein anderes Versicherungsverhältnis hergestellt werden muss. Für die KVdR-Vorversicherungszeit sind alle Arten von GKV-Versicherungsverhältnissen (freiwillige KV/Familienversicherung/Pflichtversicherung) gleichwertig.
Privatier sagte am 16.Mai.2020 um 10:55 :
Wie Swantje schon richtig geschrieben hat, hat eine Verlängerung der Arbeitslosmeldung über den Leistungsbezug hinaus keine Auswirkungen auf die Aufnahmebedingungen zur KVdR.
Das ist aber andererseits auch nicht schlimm, denn für die Aufnahme in die KVdR ist es nicht erforderlich, durchgehend oder überwiegend pflichtversichert zu sein. Es reicht aus, irgendwie in einer gesetzl. KV versichert zu sein. Ob dies nun pflichversichert, freiwillig versichert oder familienversichert ist, spielt dabei keine Rolle.
Joe sagte am 16.Mai.2020 um 21:29 :
Kann dem Privatier hier nicht ganz zustimmen. Es stimmt, es ist egal wie man in der GKV ist (Pflicht, freiwillig oder Familienvers.) Aber man muss in der zweiten Hälfte seines Berufslebens mindestens 90% dieser Zeit auf einer dieser Arten in der GKV gewesen sein. Bsp: Jemand hat 40 Jahre gearbeitet, dann muss er in den letzten 20 Jahren mindestens 90% (= 18 Jahre) in der GKV gewesen sein. Wenn er jetzt länger als zwei Jahre in der privaten Krankenversicherung war (z.B. wegen Selbständigkeit) kann er nicht in die KVdR
Privatier sagte am 17.Mai.2020 um 12:24 :
Richtig, Joe. Danke für die Klarstellung.
Natürlich ist die 9/10-Regel das primäre Kriterium für die Aufnahme in die KVdR (s. Beitrag: Rente und Krankenkasse ). Das habe ich bei meinem obigen Kommentar als bekannt vorausgesetzt. Ist aber sicher nicht immer der Fall. Von daher war die Klarstellung richtig. Danke.
Murmel sagte am 15.Mai.2020 um 09:22 :
Herzlichen Dank für all eure Hilfe. Werde berichten, wie es weitergeht. Ich habe letzte Jahr am 30.06.2019 aufgehört und drei Monate vor dem 01.07. mich sowohl arbeitssuchend als auch zum 01.07. arbeitslos gemeldet. Inzwischen besteht von meiner Seite her ein verlängerter Anspruch auf ALG I, da ich in diesem Zeitraum eine Altersgrenze überschritten habe. Für den 16.06. wurde mir ein telefonischer Gesprächstermin bestätigt. Mal sehen, wie es weitergeht. Hoffe einfach das die „Mannschaft“ der Bundesagentur für Arbeit ausgelastet ist.
Privatier sagte am 15.Mai.2020 um 10:48 :
Die Aussagen irritieren mich ein wenig.
Beziehen Sie bereits ALG seit dem 1.7.19? Und Sie glauben, dass Ihnen jetzt ein verlängerter Anspruch zusteht? Weil Sie während des ALG-Bezugs älter geworden sind?
So könnte man Ihre Aussagen verstehen. Oder wie war es gemeint?
B sagte am 15.Mai.2020 um 10:55 :
schätze, dass er sich Anfang April 2020 zum 01.07.2020 gemeldet hat. Dann passt das schon, sauberes dispojahr.
Privatier sagte am 15.Mai.2020 um 11:02 :
Ähm… ja, natürlich!
Das hätte ich mir auch selber denken können.
Sorry, ich ziehe die Frage zurück. 😉
Murmel sagte am 15.Mai.2020 um 11:10 :
Genau so ist es. Zum 01.07.2020
B sagte am 27.Mai.2020 um 15:39 :
geht mir gerade so durch den Kopf. Wie begründet ihr denn das „Dispojahr“ bei den eventuellen Bewerbungen im Anschluss daran. Ich denke man muss in der Chronologie ja in irgend einer Form darauf Bezug nehmen.
Murmel sagte am 27.Mai.2020 um 16:02 :
Ich sage einfach, wie es war. Südamerika Rundreise mit Antarktis. Mein Lebenstraum wurde Wirklichkeit. Nach 38 Jahren Berufstätigkeit.
Wer mich dann im Vorstellungsgespräch nicht nehmen möchte, soll es einfach lassen. Irgendwann im Leben kommt unweigerlich der Zeitpunkt an dem man es sich gut gehen lassen sollte.
Joerg sagte am 27.Mai.2020 um 18:46 :
Gut gesagt, man hört ja nicht auf zu arbeiten, um neu anzufangen. Privatier kann, wenn sie/er will, muss aber nicht Gelderwerb betreiben. Falls es in der ALG 2 Phase dann doch ein Angebot gibt, OK. Im Zweifel sollte die Kalkulation der 10 Jahre bis zur Rente auch gänzlich ohne ALG 2 aufgehen… MbG J
eSchorsch sagte am 27.Mai.2020 um 18:56 :
ALG 2 Phase?
Joerg, Du hast gerade Jehova gesagt! Duck dich, gleich fliegen die ersten Steine.
Joerg sagte am 27.Mai.2020 um 20:39 :
argh… jehovajehovajehova…. zu spaet, stein traf. trotzdem dank, ich schreibe nienichwieder die boese zahl und meinte selbstverfreilich 1. EINS. Also die Versicherungsleistung. Sorry allen (ausser B, weil warf Stein)
B sagte am 27.Mai.2020 um 20:21 :
Gänzlich am Thema vorbei Jörg!
Die beiden anderen haben es verstanden.
Joerg sagte am 27.Mai.2020 um 20:41 :
Dank für Belehrung und ich bitte um Verzeihung. Ich erflehe eine Korrekturfunktion.
Murmel sagte am 27.Mai.2020 um 23:57 :
Angebote wird es bei mir leider massenweise geben, weil ich im Steuerrecht tätig bin. Am ersten Tag wurden mir schon 6 Stellenangebote als Vorschlag gemailt. Denke ich werde auf die Feststellung im Bescheid warten, dass mein Anspruch vom 01.07.2020 – 01.07.2024 besteht und dann schauen, ob es Sinn macht sich wieder abzumelden und z.B. in zwei Jahren einen neuen Versuch zu starten. Kann mir vielleicht noch einer Tipps geben, der es genauso gemacht hat?
eSchorsch sagte am 27.Mai.2020 um 18:38 :
Das Sabbatjahr steht als Sabbatjahr im Lebenslauf, warum sollte man da etwas begründen?
Wenn der Personaler die halbherzige Bewerbung samt ambitionierter Gehaltsvorstellung liest, dann sollte er wissen dass Du nicht nicht wirklich die Stelle willst.
Joerg sagte am 27.Mai.2020 um 20:47 :
Da will ich doch zumindest noch eine sinnvolle Warnung aussprechen: Sollte man wirklich in ein Gespräch um einen Job kommen, könnte man mit der Erklärung zur steuerlichen Verwertung Pech haben. Und den Job bekommen. Also Sabbatjahr finde ich gut.
Privatier sagte am 28.Mai.2020 um 09:55 :
Noch eine Ergänzung bzw. Bestätigung von mir zu dem, was hier schon geschrieben wurde:
Ich selber habe ja gar kein Dispojahr gemacht, habe aber Phasen mit und ohne ALG-Bezug gehabt, hatte aber parallel auch immer eine freiberufliche/selbständige Tätigkeit angemeldet. Und das habe ich im Lebenslauf auch exakt genau so aufgeführt:
Phasen von Arbeitslosigkeit, freiberuflicher Tätigkeit und wieder arbeitsuchend.
Um Erläuterungen würde ich mir höchstens dann Gedanken machen, wenn im Anschluss an ein Dispojahr eine weitere Beschäftigung geplant ist. Allerdings würde ich in diesem Fall wahrscheinlich ohnehin kein Dispojahr empfehlen.
Murmel sagte am 28.Mai.2020 um 23:37 :
OK, ich habe in meinem weiteren Leben keine Beschäftigung mehr geplant. Bin jetzt über 55 und will mein Leben genießen.
Wie Joerg so schön geschrieben hat „Im Zweifel sollte die Kalkulation der 10 Jahre bis zur Rente auch ohne ALG 1 aufgehen“.
Murmel sagte am 31.Mai.2020 um 23:50 :
Am Samstag habe ich den Bewilligungsbescheid bekommen. Bewilligung vom 01.07.2020 – 22.09.2020 mit 0 Euro und dem Zusatz Über diesen Zeitraum ist noch nicht entschieden. Arbeitslosengeld erst ab 23.09.2020. Was habe ich falsch gemacht? Und Fragebogen zur Beendigung meines Beschäftigungsverhältnisses mit warum ich mein Beschäftigungsverhältnis zum 30.06.2019 gelöst habe und vieles andere mehr.
eSchorsch sagte am 1.Jun.2020 um 01:57 :
Das ist ziemlich mysteriös …
Wenn das Arbeitsverhältnis mit Ablauf des 30.06.2019 beendet wurde, dann sollte bei ein Antrag ab dem 01.07.2020 keine solchen Frgen gestellt werden.
Wurden denn ab dem 22.09.2020 volle 18 Monate bewilligt?
M.E. solltest Du am Dienstag den Telefonhörer in die Hand nehmen und dort anrufen, bzw. um Rücksprache der zuständigen Leistungsabteilung bitten. Wenn es jemand erklären kann, dann die.
Ich will nicht unken, dass der Bescheid falsch ist, aber die Möglichkeit besetht. Vielleicht hat das jemand bearbeitet, der vor kurzem erst in der Leistungsabteilung angefangen hat (und davor vielleicht nur Vermittlung gemacht hat).
Du solltest die gesetzlichen Grundlagen des Dispojahres nochmal durchlesen, falls dein Gesprächspartner das nicht kennt.
Lars sagte am 1.Jun.2020 um 09:15 :
Moin Murmmel,
also, ich kann an Deiner Vorgehensweise nichts Falsches erkennen. Wie auch von Dir (und nach Hinweis von B) geschrieben, Dispojahr sauber eingelegt, damit Sperr- und Ruhenszeit vermieden. Arbeissuchend und dann zum 01.07.2020 Arbeitslos gemeldet (bis jetzt 55 Jahre jung und damit Anspruch auf 18 Monate ALG1), also ich sehe da keinen Fehler.
Vor ca. 10 Tagen kam im Fernsehen ein Bericht über den jetzigen Arbeitsaufwand einer AfA in meinem Bundesland. Da wurde wegen der Vielzahl der KU-Anträge alles Personal zusammengekratzt um diese Unmengen von Anträgen abzuarbeiten und die Amtsleiterin ging an einen Schreibtisch (Leistungsabteilung), da saß eine sehr junge Dame und die Leiterin hatte vor laufender Kammera gefragt, ob noch weiter Einweisung/Hilfe benötigt wird.
Ich bin wie Ratatosk der Meinung, dass da evt. eine Mitarbeiterin/Mitarbeiter Deinen Antrag bearbeitet hat, wo entsprechende Kenntnisse fehlen.
Hinweis von eSchorsch fürs Telefongespräch aufgreifen (Grundlagen Dispojahr noch einmal durchlesen)
Ich denke mit einem sachlichen Gespräch lassen sich diese Unstimmigkeiten klären und abstellen. Viel Glück.
Murmel sagte am 1.Jun.2020 um 00:15 :
Ergänzung: Am 07.05.2020 habe ich mich zum 01.07.2020 arbeitslos gemeldet. War das der Fehler?
Murmel sagte am 1.Jun.2020 um 02:26 :
Bewilligt wurde dann nur für den Zeitraum vom 23.09.2020 – 07.11.2021.
Also 540 Tage (18 Monate Anspruch) – 135 Tage ergibt ein Restanspruch von 405 Tagen.
ratatosk sagte am 1.Jun.2020 um 07:14 :
Moin, Murmel
-keine Sorge, das wird noch, aergerlich und verunsichernd ist sowas natuerlich trotzdem…
Du hast auch nichts falsch gemacht, der Zusatz „noch nicht entschieden“ laesst tatsächlich den Schluss zu, dass hier jemand den Antrag bearbeitet hat, dem einfach die Kenntnis fehlt und der auch wg. Corinna/homeoffice niemanden fragen konnte, der sich auskennt.
Obwohl-das Zusammenlegen von Sperrzeit und 25% Kuerzung der Anspruchsdauer ist dann auch wieder irgendwie „kreativ“.
Ich vermute mal Du hattest bis jetzt nur online Kontakt zur Agentur?
Von daher wuerde ich mir um die Frage nach den Gründen der Arbeitsaufgabe keine Sorgen machen, das wird normalerweise im Laufe der persönlichen Arbeitslosmeldung so nebenbei erledigt, -jetzt halt per Fragebogen.
Also ja, morgen anrufen und nachfragen, wann denn mit einer „Entscheidung“ ueber den fraglichen Zeitraum zu rechnen ist.
Glückwunsch zur schoenen Reise und viel Erfolg auch weiterhin.
Privatier sagte am 2.Jun.2020 um 10:00 :
Auch von mir noch kurz eine ergänzende Einschätzung:
* Es heisst ja nur, dass über den betreffenden Zeitraum „noch nicht entschieden“ ist. Es ist daher keinesfalls eine Ablehnung, sondern einfach noch ein offener Punkt (über den vielleicht noch einmal jemand nachgedacht hat).
* Wenn ich mich nicht verrechnet habe, so handelt es sich bei dem offenen Zeitraum um 7 Wochen. Das spricht dafür, dass hier jemand alle möglichen Sperren (und Folgen) vorsichtshalber einkalkuliert hat. 7 Wochen = 1+6 W., eine W. für verspätete Meldung und 6 W. für die Arbeitsaufgabe.
Ich würde mir hier zunächst auch noch keine Sorgen machen. Ein Anruf ist sicher empfehlenswert, wird aber wahrscheinlich keine neuen Erkenntnisse bringen. Ein direkter Kontakt mit dem Bearbeiter ist ja selten möglich.
Ich würde die Fragen möglichst bald beantworten, um die Sache nicht noch mehr zu verzögern und dann erst mal sehen, wie die Entscheidung ausfällt.
Privatier sagte am 4.Jun.2020 um 10:56 :
Ähm… was habe ich denn da für einen Blödsinn gerechnet?!
Irgendwie habe ich da wohl einen ganzen Monat „vergessen“. Es sind also nicht 7 Wochen, sondern natürlich 12 Wochen! Und damit geht es hier offenbar um die ganz normale Sperrzeit, über die noch nicht entschieden wurde.
Sorry für die Verwirrung, die ich u.U. angestiftet habe!
Murmel sagte am 1.Jun.2020 um 11:15 :
Vielen Dank an die Nordlichter 😉
Ihr habt mich etwas beruhigt.
Robert sagte am 2.Jun.2020 um 13:28 :
Mit dem „Fragebogen“ ist wahrscheinlich das Dokument mit dem Titel (in falscher Grammatik) “ Stellungnahme zu eigene Kündigung“ gemeint ? Das musste ich auch ausfüllen.
Hat das nicht jeder bekommen oder gibt es diese inquisitorischen Fragen noch nicht so lange ? Keine Ahnung
Jedenfalls wird die Agentur hier ziemlich neugierig, Ja, es gibt eine Mitwirkungspflicht, d.h. die Agentur muss wissen, ob der Antragsteller selbst gekündigt (Eigenkündigung) oder zur Kündigung beigetragen hat (Aufhebungsvertrag). Die Fakten dazu kann die Agentur aber schon aus der Arbeitsbescheinigung entnehmen.
Wenn man zur Arbeitslosigkeit beigetragen hat („versicherungswidriges Verhalten“), gibt es eben die bekannten Sanktionen (Sperrzeiten usw.).
Sanktionen bei Eigenkündiung lassen sich wohl nur vermeiden bei „Kündigung aus wichtigem Grund“. Das kann vorliegen, wenn die Weiterbeschäftigung unzumutbar gewesen sein sollte. Bin kein Jurist, aber nur darum geht es wohl in dem „Fragebogen“. Man könnte wieder wohlwollend mit der Fürsorgepficht argumentieren und zu Gunsten der Agentur annehmen, dass sie lediglich die Fälle von Mobbing-Opfern, die aus Verzweiflung oder Unwissen selbst gekündigt haben, identifizieren will und dann auf Sanktionen verzichten will. Dieser Sachverhalt trifft aber bei angehenden Privatiers wohl eher selten zu.
Ich habe die (tlw unten stehenden) Fragen nur sehr knapp oder gar nicht beantwortet. Es hatte (natürlich) keine Auswirkungen auf die Bewilligungsbescheid.
Frage: Aus welchen Gründen haben Sie das Beschäftigungsverhältnis beendet? Bitte geben Sie alle Gründe an. Sofern ein konkretes Ereignis Sie zur Kündigung bzw. zum Abschluss eines Aufhebungsvertrages bewogen hat, stellen Sie bitte den konkreten Sachverhalt (Datum, Inhalt, ggf. beteiligte Personen) ausführlich dar: “ Antwort: persönliche Gründe
Frage: Haben Sie versucht, diese Gründe zu beseitigen?
Anwort: Nein – Frage: Bitte begründen Sie, warum Sie keinen Versuch unternommen haben: Antwort: keine Angaben
Frage: Wäre es möglich gewesen, das Beschäftigungsverhältnis erst zu einem späteren Zeitpunkt zu beenden?
Antwort: Ja – Frage: Bitte geben Sie an, was Sie dazu unternommen haben: Antwort: keine Angaben (was hätte ich hier schreiben sollen? 😉
Frage Haben Sie das Arbeitsverhältnis beendet, um eine Arbeitgeberkündigung zu vermeiden?
Anwort : Nein
Falls es mit dem AG Exit-Gespräche gegeben hat, geht das m.E. die Agentur auch nichts an. Privatiers nehmen eben die Sperrzeiten in Kauf oder vermeiden sie mittels Dispositionsjahr. Deshalb muss man hier nicht mehr angeben als notwendig.
eSchorsch sagte am 2.Jun.2020 um 13:57 :
„Hat das nicht jeder bekommen oder gibt es diese inquisitorischen Fragen noch nicht so lange?“
Mein Dispojahr endete an 31.12.2018. Ich habe damals keinen solchen Fragebogen von der zuständige Agentur für Arbeit Gießen erhalten.
ratatosk sagte am 2.Jun.2020 um 14:14 :
Was es nicht alles gibt….
Im Nov.2018 habe zumindest ich nichts dergl. zu Gesicht bekommen/ausgefüllt.
Natürlich wurde im Rahmen der Datenaufnahme auch nach dem Grund der Eigenkuendigung gefragt, aber eher beiläufig und nicht detailliert auf den Ablauf bezogen.
Eingegeben wurde dann auch nur „persönliche Gruende“, -wenn ich mich richtig erinnere.
Nach einem Dispojahr ist mehr ja wohl auch nicht mehr relevant.
Jede Agentur ist halt anders…
eSchorsch sagte am 2.Jun.2020 um 14:26 :
Dass es sowas gibt ist eigentlich nicht überraschend.
Überraschend ist eher, dass eine Leistungsabteilung sowas anfordert, obwohl die sehen (könnten), dass ein Dispojahr eingelegt wurde und die Fragerei fürn Popo ist.
Über frisch angelernte Mitarbeiter haben wir ja bereits spekuliert 🙂
Murmel sagte am 2.Jun.2020 um 14:16 :
Lieber Schorsch.
Dann hat die Agentur für Arbeit Gießen ihre Arbeitsweise zwischenzeitlich verändert. Mein Schreiben kommt von dort ;-(
eSchorsch sagte am 2.Jun.2020 um 14:33 :
Das bedeutet, dass sie es dort grundsätzlich können.
Nur halt noch nicht jeder Mitarbeiter.
Aber das wird schon …
Murmel sagte am 3.Jun.2020 um 14:04 :
Habe heute mit der Agentur für Arbeit in Gießen telefoniert. Laut Aussage wollen sie überprüfen, ob nach Paragraph 148 Abs. 1 Nummer 4 SGB III die Anspruchsdauer um 25 Prozent gekürzt werden kann. Warum wird da nur in Abs. 2 drinstehen, dass die Minderung unterbleibt, wenn das Ereignis, das die Sperrzeit begründet länger als ein Jahr zurückliegt. ;-(.
Werde heute den Fragebogen zurückschicken. Habe nur Sabbatical – Dispostionsjahr reingeschrieben und die anderen Fragen wie oben bei Robert beantwortet und hoffe, dass ihnen ein Licht aufgeht. Wenn nicht würde ich zeitnah Widerspruch ohne eine Begründung einlegen, damit die Frist gewahrt wäre und die Angelegenheit einem Fachanwalt übergeben, der dann die Begründung schreiben könnte.
Für was hat man den eine Rechtsschutzversicherung ohne Selbstbeteiligung.
Murmel sagte am 4.Jun.2020 um 13:51 :
Rein rechnerisch hat man 540 Tage Anspruch um 135 Tage (25 Prozent) gekürzt. Also dürfte kein Meldeversäumnis mit drin sein. Davon ist auch gestern, als ich mit der Agentur telefonisch Rücksprache gehalten habe nichts gesagt worden. Habe mich auch bereits am 09.03. Arbeitssuchend gemeldet und dies auch schriftlich als Bestätigung vorliegen.
Lars sagte am 4.Jun.2020 um 16:11 :
es gibt bei der AfA die „Fachliche Weisungen Arbeitslosengeld Drittes Gesetzbuch – SGB III §137 SGB III)
Da steht unter §137 Unterpunkt 137.2
137.2 Dispositionsrecht
1) Arbeitslose können bis zum Zugang des Bewilligungsbescheides auch mehrfach bestimmen, dass das Stammrecht später entstehen soll, oder die Erklärung widerrufen. Soweit die Wirkung der Arbeitslosmeldung erlischt, ist eine erneute persönliche Arbeitslosmeldung erforderlich.
2) Bei nahe liegenden bzw. offenkundigen Gestaltungsmöglichkeiten ist der Arbeitslose zu informieren. Dies kann der Fall sein, wenn die Ausübung des Dispositionsrechtes einen wirtschaftlichen Vorteil bringt, z. B. wenn
– bald nach dem Eintritt der Arbeitslosigkeit ein Lebensalter erreicht wird, das eine längere Anspruchsdauer auslöst,
– die Anspruchsdauerminderung ausgeschlossen wird (§ 148 Abs. 2 Satz 2),
– sich durch die Verschiebung des Anspruchsbeginns ein höherer AlgAnspruch ergeben würde (befristete Tätigkeit nach Ausbildung).
Das kannst Du selbst nachlesen, unter Google eingeben: fachliche weisung §137 SGB III, dann die pdf-Datei öffnen … sind 5 Seiten
Gestern hatte ich in einem anderen Blog ein Link eingestellt … ich zitiere …
In den fachlichen Weisungen zu § 137 SGB III wird dazu – ausgesprochen verbraucherfreundlich – ausgeführt, dass Arbeitslose über diese Möglichkeit „bei naheliegenden bzw. offenkundigen Gestaltungsmöglichkeiten“ zu informieren sind. Das könne der Fall sein, heißt es dort weiter, „wenn die Ausübung des Dispositionsrechtes einen wirtschaftlichen Vorteil bringt, z.B. wenn bald nach dem Eintritt der Arbeitslosigkeit ein Lebensalter erreicht wird, das eine längere Anspruchsdauer auslöst, oder die Anspruchsdauerminderung ausgeschlossen wird (§ 148 SGB III Abs. 2 Satz 2)“.
Zur Erläuterung: Bei Letzterem geht es um die mit einer Sperrzeit verbundene Anspruchsminderung.
https://www.steuertipps.de/altersvorsorge-rente/altersvorsorge/arbeitslosenantrag-vor-renteneintritt-verschieben
Also, Dispositionsjahr eingelegt, eine höhere Altersstufe erreicht … keine Sperrzeit!
(auslösendes Ereignis … „frw. Arbeitsaufgabe“ … liegt über 1 Jahr zurück, damit keine Sperr- und Ruhenszeit.
Unser Privatier hat explizit im Buch „Per Abfindung in den Ruhestand“ S.196 auf den §137 SGB III hingewiesen – gesetzliche Grundlage … Unterpunkt 2 – DISPOSITIONSRECHT
Murmel sagte am 4.Jun.2020 um 20:12 :
Vielen Dank Lars. Wird schon werden. :-)))
Murmel sagte am 10.Jun.2020 um 22:16 :
Habe am 07.06. den Fragebogen „Stellungnahme zur eigenen Kündigung“ ausgefüllt und die Fragen nur kurz die knapp Ja oder Nein ohne weitere Begründung geantwortet. Wie Robert berichtet hatte.
Auf Seite 1 dann noch auf Paragraph 148 SGB III Abs. 2 Satz 2 in Verbindung mit GA zu SGB III Paragraph 159 Ziffer 1.4 (2) Abs. 1 letzter Satz verwiesen.
Heute war der Bewilligungsbescheid mit ungekürztem Anspruch auf ALG 1 für den Zeitraum vom 01.07.2020 – 30.12.2021 im Briefkasten.
Einmal tief durchgeatmet. Für die nächsten 4 Jahre gesichert. Guter Tag
Nick sagte am 10.Jun.2020 um 22:53 :
Wer sagt’s denn, Glückwunsch!
eSchorsch sagte am 10.Jun.2020 um 23:32 :
Wusst ich’s doch, dass die das können 🙂
Du hattest oben was von Gespräch am 16.06 geschrieben. Da kannst Du dem Vermittler sagen, dass er ein netter Kerl ist und er nicht meinen soll, dass Du was gegen ihn hast, du aber trotzdem Anfang Juli aus steuerlichen Gründen wieder weg bist.
Nick sagte am 10.Jun.2020 um 23:44 :
Dazu mal eine Frage, die mich gerade auch beschäftigt: Wie ist es eigentlich, wenn man sich nach Erhalt des Bescheides wieder abmeldet, obwohl der Bescheid dann coronatechnisch wegen der noch fehlenden persönlichen Vorsprache beim Amt mit Perso oder Pass nur erst vorläufig ist? Muss man da etwas beachten oder könnte es Probleme geben? Wie ich gehört habe, dürfte es sich nämlich mit der Amtsöffnung noch etwas ziehen. Kann dazu jemand etwas sagen? Oder könntest du, Murmel, eventuell bei deinem Gespräch nächste Woche danach fragen und hier davon berichten? Gruß, Nick
eSchorsch sagte am 11.Jun.2020 um 14:23 :
Damit es keiner übersieht, Frank.P hat nebenan berichtet
https://der-privatier.com/kap-9-3-1-anmelden-und-wieder-abmelden/#comment-28641
Nick sagte am 11.Jun.2020 um 14:27 :
Murmel sagte am 11.Jun.2020 um 01:25 :
Ja das werde ich tun.
Lars sagte am 11.Jun.2020 um 06:13 :
Das ist eine gute Nachricht. Na dann, weiterhin viel Glück.
Privatier sagte am 11.Jun.2020 um 08:04 :
@Murmel: Sehr gut! Glückwunsch.
Joerg sagte am 11.Jun.2020 um 09:20 :
Murmel sagte am 11.Jun.2020 um 01:23 :
das habe ich mich auch schon gefragt. Ob der Termin nächste Woche am 16.06. stattfindet steht noch nicht fest. Er ist bei meinen Online eingetragenen Terminen gecancelt worden und noch ist kein neuer Termin aufgetaucht. Und ich werde mich jetzt auf jeden Fall eher still verhalten. Wenn ein neuer Termin kommt frage ich gern.
Vielleicht weiss ja auch jemand anderes hier im Forum schon etwas dazu. Es dann zu veröffentlichen wäre toll.
Murmel sagte am 11.Jun.2020 um 01:26 :
meinst Du wirklich die Ämter würden nicht bald ihre Türen wieder öffnen?
Nick sagte am 11.Jun.2020 um 11:18 :
Hallo Murmel, hallo alle,
meine Ansprechpartnerin beim Amt (ich bin da seit 1.6. nach einer ersten Pause wieder gemeldet) hat mir letzte Woche in meinem Erstgespräch, das aufgrund der aktuellen Umstände telefonisch stattgefunden hat, gesagt, dass sich angeblich alle Ämter der AA in D einheitlich nach den zentralen Vorgaben von Nürnberg richten müssen, also unabhängig vom regionalen Infektionsgeschehen. Sie sagte mir, dass es voraussichtlich ab Juli d.J. eine erste „Notöffnung“ für wichtige oder dringende Angelegenheiten geben wird, aber eben nur dafür (wobei es die mMn auch jetzt schon nach vorheriger Terminabsprache gibt). Habe ich erstmal so zur Kenntnis genommen.
Dabei bleibt halt die Frage offen, wie mit zwischenzeitlichen Abmeldungen, die ich u.U. auch wieder plane, bei coronabedingt bisher nur vorläufigen Bescheiden umgegangen wird?
ctrader sagte am 17.Jun.2020 um 11:26 :
Eine Frage zum Dispojahr.
Wenn das Arbeitsverhältnis zum 30.06.2020 endet, könnte man sich auch unmittelbar darauf zum 1.07.2021 schon mal Arbeitslos melden, um ggf. schon etwas schriftliches in der Hand zu haben oder wie lange im Voraus geht das maximal ?
ctrader sagte am 17.Jun.2020 um 12:07 :
Kennt jemand die Gesetzesgrundlage aus der eine Meldemöglichkeit im Voraus hervorgeht ?
eSchorsch sagte am 17.Jun.2020 um 12:53 :
3 Monate im Voraus laut § 141 SGB III
ctrader sagte am 21.Jun.2020 um 11:32 :
Angenommen der Firmenaustritt ist am 31.7.2020 und das Dispojahr beginnt am 1.8.2020.
Dann könnte ich mich gemäß § 141 SGB III ab 1.5.2021 zum 1.8.2021 erstmals bei der AfA Arbeitslos melden. Richtig ?
Bekommt man dann vorher schon Infos ob der Antrag bewilligt wurde und wird dann seitens der AfA auch schon versucht zu vermitteln, d.h. muss man da auch verfügbar sein, oder erst am dem 1.8.2021 ?
Murmel sagte am 21.Jun.2020 um 16:17 :
Mein Arbeitslosengeld wurde mit Bescheid vom 08.06.2020 in richtiger Höhe bewilligt. Meinst Du das mit Bescheid sagen?
ctrader sagte am 21.Jun.2020 um 20:04 :
meine Frage war eigentlich an eSchorsch’s Auskunft anknüpfend gemeint.
eSchorsch sagte am 21.Jun.2020 um 21:06 :
Wie Du aus Murmels Kommentar unten entnehmen kannst, vom Prinzip alles ja’s.
Wenn alle Dokumente vorliegen, dann läuft der Antrag einfach durch und man erhält dann zweidrei Wochen später den Bescheid. Auch schon vor dem 1.8.21.
Man kann dem Amt natürlich sagen, dass man trotzdem erst ab 1.8 verfügbar ist, ich würde mich nur nicht darauf verlassen, dass die keine Vermittllungsversuche starten. Und man dann ggfs. einen Vermittler hat, der sich über seine unnütze Arbeit (Stellen für jemand rausgesucht, der nix draus macht) ärgert.
Der Privatier hat einen ganzen Artikel darüber geschrieben, weshalb man sich aus dem Dispojahr raus nicht schon 3 Monate vorher arbeitssuchend melden muß. Ich selbst habe mich kurzfristig vorm Ende des Dispojahres arbeitslos gemeldet und würde das auch so empfehlen.
Murmel sagte am 21.Jun.2020 um 14:35 :
Ich habe mich am 09.03.2020 arbeitssuchend gemeldet und einen Termin für den 28.05.2020 bekommen, der dann wegen Corona ausgefallen ist. Am 07.05.2020 habe ich online meinen Antrag auf Arbeitslosengeld gesendet. Dann wurden am 18.05.2020 telefonisch meine Daten aufgenommen. Mir wurde gesagt, dass ich eine Liste mit Eigenbemühungen zu führen hätte. Habe dann mitgeteilt, dass ich vor dem 01.07. noch zweimal verreisen würde. Habe bisher zwei Bewerbungen geschrieben. Bedingt durch meine Abwesenheiten ist dabei noch nichts rausgekommen. Nach meiner Recherche ist bei der ersten Bewerbung die Stelle wohl besetzt worden. Die zweite Bewerbung ist etwas merkwürdig. Die Firma hat sich meine Unterlagen bereits dreimal per Email schicken lassen und stehen auch auf der Jobbörse nicht mehr drin. Ich würde sagen läuft.
Nordlicht sagte am 30.Jun.2020 um 19:36 :
erstmal vielen Dank für diese hervoragenden Seiten! Seit dem Herbst 2019 ist dieses Thema intensiv im Kollegenkreis diskutiert worden, leider mit viel „Hörensagen“. Die Info´s auf dieser Seite konnten zur Klarheit beitragen.
Nun zu meinem Thema: Heute am 30.06.2020 endet mein Arbeitsverhältnis mittels Aufhebungsvertag, geschlossen im Dezember 2019. Die Abfindung wird monatlich bis zum 63. Lebensjahr ausgezahlt. Ich bin jetzt 56. Im Mai 2020 habe ich mit einer Dame aus der Leistungsabteilung der Agentur für Arbeit telefoniert und ihr meine Situation dargelegt, d.h. keine wirtschaftliche Notwendigkeit zum sofortigen Bezug von ALG I. Erfreulicherweise kannte sie sich mit dem Dispositonsrecht aus und war sehr freundlich. Ich habe von ihr ein Vordruck erhalten. Titel: Erklärung zum Anschpruchsbeginn. Den solle ich mit Datum 02.07.2021 ausfüllen und unterschrieben zurückschicken. Eine Arbeitslosmeldung könne ich auch direkt jetzt online machen. In den bisherigen Kommentaren hieß es, es sei besser sich erst kurz vor Ende des Dispojahres z.B. Juni 2021 arbeitslos zu melden. Welches Vorgehen ist zu empfehlen?
ctrader sagte am 30.Jun.2020 um 20:13 :
Ich unterstelle mal, dass es sich nicht um eine bezahlte Freistellung handelt bis zum 63ten, sondern dass die Abfindung in 96 Monatsraten gezahlt wird, ohne dass Du bei Arbeitgeber weiter versichert bist.
Dein Dispojahr beginnt m.E. am 1.7.2020 und endet am 31.6.2021.
Der § 141 SGB III sagt: Die oder der Arbeitslose hat sich persönlich bei der zuständigen Agentur für Arbeit arbeitslos zu melden. Eine Meldung ist auch zulässig, wenn die Arbeitslosigkeit noch nicht eingetreten, der Eintritt der Arbeitslosigkeit aber innerhalb der nächsten drei Monate zu erwarten ist.
D.h. m.E kann eine AL-Meldung frühestens 3 Monate vorher möglich ist, also frühestens am 1.4.2021 erfolgen und zwar zum 1.7.2021 (meine Meinung, vorausgesetzt Du meinst das Dispojahr gemäß Definition Privatier).
Im Zweifelsfalle glaube ich dem Gesetz und nicht den AfA-Damen.
Privatier sagte am 1.Jul.2020 um 12:24 :
eine Arbeitslosmeldung ist lt. §141 SGB III bis zu 3 Monate vor dem Beginn der Arbeitslosigkeit möglich. Mehr oder weniger formlose Erklärungen kann man natürlich jederzeit abgeben.
Die offizielle Arbeitslosmeldung sollte man auf jeden Fall VOR dem Beginn der Arbeitslosigkeit (mit Ziel-Datum!) einreichen, damit man den Termin nicht verpasst. Hier muss jeder einen Kompromiss zwischen dem Sicherheitsgefühl und den dann einsetzenden Vermittlungsaktivitäten finden. Ein paar Wochen wären aus meiner Sicht sinnvoll.
Bert sagte am 1.Jul.2020 um 15:25 :
Das klingt nach der AmT-Regelung der W… D…, die ich ebenfalls ab heute nutze.
Die Erklärung zum Anspruchsbeginn habe ich schon vor einiger Zeit ausgefüllt und zurückgeschickt. Mein Anspruch soll zum 01.07.2021 entstehen. Arbeitslos bin ich also noch nicht gemeldet.
Pers. Nachrichten kann man in diesem Forum nicht schicken, bei Bedarf müsste der Privatier den Kontakt herstellen.
Bert sagte am 1.Jul.2020 um 15:28 :
Ist jetzt der 1.7. oder der 2.7.21 der richtige Tag?
Privatier sagte am 1.Jul.2020 um 22:57 :
Aus meiner Sicht gilt weiterhin die Aussage, dass ein Dispojahr exakt ein Jahr dauert, d.h. endet das Arbeitsverhältnis am 30.6., so startet die Arbeitslosigkeit nach einem Dispojahr am 1.7. des Folgejahres. Für alle unter 58 Jahren kommt es aber nicht so genau, denn durch die Rahmenfrist von 30 Monaten gibt es ein Zeitfenster von 6 Monaten.
Dennoch kann ich immer nur wieder dringend empfehlen, die geplante Vorgehensweise (inkl. exakter Daten) mit der Agentur im Vorfeld abzustimmen und nach Möglichkeit bestätigen zu lassen. Das vermeidet Überraschungen!
Privatier sagte am 4.Aug.2020 um 08:06 :
Nachtrag: Ich habe die offenbar in letzter Zeit geänderte Sichtweise der Arbeitsagenturen in einem leicht veränderten Konzept für das Dispojahr mit aufgenommen. Siehe Beitrag: https://der-privatier.com/kap-9-3-2-10-hinweise-zum-dispositionsjahr-einen-tag-laenger/
Privatier 11.Aug.2020 um 14:07 zu Kap. 3.3.1: Abfindung und Steuern: Die Fünftelregel@Stef: Hört sich soweit gut an. Überdenkenswert wäre ggfs. noch der Zeitraum von...
eSchorsch 11.Aug.2020 um 14:01 zu Steuern sparen bei der AbfindungIch sagte doch, frag mich nicht, ich kenn mich da nich aus :)...
Privatier 11.Aug.2020 um 13:58 zu Kap. 9.3.1: Anmelden und wieder abmeldenDer "nachgehende Leistungsanspruch" ist ein Recht innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherungen und gilt nur...
Laura 11.Aug.2020 um 08:14 zu Steuern sparen bei der Abfindung@eSchorsch danke für deine Ausführung! Was meinst du mit Kniffen? Ich möchte das...
Laura 11.Aug.2020 um 08:08 zu Steuern sparen bei der AbfindungOk das klingt ja erstmal gut! Was genau meinst du mit Steuerprogression hier?...