Source: https://fmathys.ch/regie.php
Timestamp: 2019-02-19 19:08:52
Document Index: 228226861

Matched Legal Cases: ['Art. 49', 'Art 49', 'Art 51', 'Art. 45', 'Art 45', 'Art 54', 'Art. 47']

Arbeit nach Aufwand (Regietarife)
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Arbeit nach Aufwand / Regie Tarife
Muss der Gerüstbauer ungeplante, nicht in der Offerte oder Werkvertrag vorgesehene Arbeiten verrichten, wird dieser Mehraufwand gesondert verrechnet. Dabei werden Arbeiten i.d.R. nach Aufwand verrechnet (OR 374). D.h. Zeiten für die Arbeiten werden pro Mitarbeiter und Fahrzeuge aufgeschrieben und nach einem bestimmten Satz verrechnet.
Werden im Werkvertrag Ansätze für Regiearbeiten definiert, so wird nach diesen abgerechnet. Die vereinbarten Ansätze bleiben bis zur Vollendung des Werkes unverändert. (SIA 118 Art. 49.1)
Wurden im Werkvertrag keine Ansätze festgemacht, so gelten die im Zeitpunkt und am Ort der Arbeitsausführung massgebenden Regieansätze der Berufsverbände, d.h. im Falle eines Gerüstes, gelten die Regie Tarife des SGUV, welche Stundenansätze, Fahrzeugaufwände und Materialmieten regelt. (SIA 118 Art 49.2)
Regieansätze können sich um allfällige Zuschläge zu den Löhnen (Überstunden-, Nacht-, Samstags- oder Sonntagsarbeit) oder Entschädigungen (Schlechtwetter, Versetzungsentschädigung) erhöhen. (SIA 118 Art 51)
Wann darf nach Regie abgerechnet werden?
Der Gerüstbauer darf grundsätzlich nicht eigenmächtig Regiearbeiten ausführen. Er benötigt dazu die klare Aufforderung seitens Bestellers/Bauleitung. (SIA 118 Art. 45.1)
Der Gerüstbauer kann dringliche Arbeiten, die zur Abwendung von Gefahr oder Schaden unerlässlich sind, nach Regie ausführen, ohne die Anordnung des Bestellers abzuwarten. Doch muss er den Besteller umgehend darüber informieren. Der Besteller kann diese Arbeiten einstellen lassen. Führt sie der Gerüstbauer trotz Instruktion des Bestellers aus, so erhält der Gerüstbauer keine Vergütung dafür (SIA 118 Art 45.2).
Wurde nichts anderes abgemacht, gelten gewährte Rabatte auf feste Preise, nicht für Regiearbeiten. Hingegen kann ein vereinbarter Skonto abgezogen werden. (SIA 118 Art 54)
Rapportpflicht und Rechnung
Der Gerüstbauer, der nach Regie arbeitet, hat eine Rapportpflicht gemäss SIA 118 Art. 47.
Der Gerüstbauer muss täglich einen Regierapport für die Arbeiten bzw. Aufwände führen. Dieser Rapport muss der Bauleitung/dem Besteller unterschrieben übergeben werden. Der Besteller muss diesen Rapport unverzüglich überprüfen, falls damit einverstanden gegenzeichnen und an den Gerüstbauer innert 7 Tagen retournieren. Differenzen müssen vom Besteller auf allen Exemplaren des Rapports vermerkt werden. Diese Differenzen müssen innert Monatsfrist bereinigt werden.
Im Rapport müssen aufgeführt werden, welche Arbeiten/Aufwände geleistet wurden, Anzahl Mitarbeiter, Maschinenstunden, Arbeitsstunden, Materialverbrauch usw.
Die Rechnung für Regiearbeiten reicht der Gerüstbauer monatlich ein, womit seine jeweilige Forderung fällig wird.
Risiken für den Besteller
Muss bspw. der Gerüstbauer für 90min Arbeit, drei Gerüstbauer der Kategorie B einsetzen, welche mit einem Lieferwagen die 30 minütigen Fahrt zurücklegen und etwa 30min benötigen um das Material zu laden, so kann dies den Besteller schnell über CHF 600 kosten.
Nachträgliche Wünsche und Anpassungen oder Instandsetzung nach unerlaubter Änderung des Gerüstes, können dem Besteller teuer zu stehen kommen. Daraus kann man folgern, dass eine gute Planung wichtig ist und, dass auf keinen Fall das Gerüst vom Besteller oder Benutzer abgeändert werden sollte, da die Instandsetzung meistens nach Regie abgerechnet wird.
Bei Regiearbeiten ist der Besteller auf die Ehrlichkeit und Proffessionalität des Gerüstbauers angewiesen. Die ständige Überwachung des Gerüstbauers mit einer Stoppuhr wäre sicherlich eine suboptimale Lösung. Einerseits müsste der Besteller seine Zeit dafür aufwenden und andererseits, ist es für den Besteller schwer nachvollziehbar, ob der Gerüstbauer nun langsam arbeitet oder nicht, oder ein Arbeitschritt wirklich nötig war oder nicht. Sie sehen wohin dies führt.
Man sollte, wenn möglich, Arbeiten nach Regie meiden. Wir bei F. Mathys Gerüstbau, müssen selten auf diese Option zurückgreifen, weil die meisten Kunden folgendes beachten:
Richtige Planung: Nachträgliche Wünsche und Anpassungen müssen entweder neu ausgehandelt werden oder nach Regie verrechnet werden.
Keine Manipulation: Wird das Gerüst seitens Benutzer oder Besteller abgeändert, womit sie sich strafbar machen (!) und das Unfallrisiko erhöhen, so kann der Gerüstbauer bspw. von der SUVA aufgeboten werden um diese Regelverstösse zu beheben.
Freien Zugang: Wird der Gerüstbauer an seine Arbeit gehindert (z.B. Arbeit auf dem Gerüst noch im Gange, versperrter oder abgeschlossener Zugang etc) und muss er warten oder ein andermal wiederkommen, so kann er die Wartezeit oder die zusätzliche Etappe (Weg) verrechnen.
Gerüst sauber halten: Bei groben Verschmutzungen seitens Benutzer oder Besteller, so dass die Handhabung oder Langerung von Gerüstbestandteile erschwert wird, muss, sofern es weder Besteller noch Benutzer tun möchten, der Gerüstbauer diese reinigen. Der Gerüstbauer wird die Reinigung nach Regie verrechnen.
Regie Tarife 2018/19
Die aktuellsten Regie Tarife (gültig bis 31.3.2019) haben wir folgend aufgelistet. Sämtliche Ansätze verstehen sich ohne MWST. Diese können auch hier nachgelesen werden.
Montageleiter / Bauführer 142.50
Objektleiter Q (Chefmonteur Q) 120.50
Gruppenleiter A 109.50
Gerüstbauer B 99.50
Gerüstbauer C 90.50
Lehrling 1. Lehrjahr 47.00
Lehrling 2. Lehrjahr 53.00
Lehrling 3. Lehrjahr 66.00
Kleinmaschinen + Fahrzeuge
(inkl. LSVA und exkl. Chauffeur, exkl. Wartezeit)
Lieferwagen bis 3.5t Gesamtgewicht 143.00/h
Mannschaftstransporter bis max. 8 Personen 123.00/h
Lastwagen bis 16t Gesamtgewicht 187.00/h
Lastwagen bis 16t mit Kran / 8t (24mt) 273.00/h
Lastwagen bis 32t Gesamtgewicht 232.00/h
Lastwagen bis 32t mit Kran / 8t (24mt) 308.00/h
Zugfahrzeug 4WD Zugkraft bis 6t 134.00/h
Anhänger 2-achsig bis 12t Gesamtgewicht 82.00/h
Personenwagen 1.40/km
123.00/h
Kleinborhammer bis 14mm 18.00/h
Bohrhammer bis 24mm 30.00/h
Demontage-Anteil
Zusätzlich zur Montage muss auch die Demontage einberechnet werden. Weil eine Demontage grundsätzlich einfacher ist, beträgt der Demontage-Anteil 50% der Montage-Kosten.
Pauschal 9% vom Regiebetrag, pro Monat.
Detail: im ersten Monat (Mindestmietdauer) inkl. Magazinarbeiten 8% vom Inventarwert (Neupreis) für jeden weiteren Monat 3% vom Inventarpreis (Neupreis)
Regie Tarif 2019/20
SGUV Regie Tarife
Die letzten Regie Tarife:
SGUV 2018/19
SGUV 2017/18
SGUV 2016/17
SGUV 2015/16
SGUV 2014/15
Regie Rechner
Falls Sie eine Abrechnung nachrechnen möchten, stellen wir Ihnen unseren Rechner zur Verfügung. Sie benötigen dafür Microsoft Excel.
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