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Timestamp: 2020-03-29 09:49:29
Document Index: 225174161

Matched Legal Cases: ['§ 265', '§ 264', 'Art. 75', '§ 267', '§ 276', '§ 270']

Anhang nach HGB: Inhalt des aufzustellenden Anhangs / 1.4 Sonstige allgemeine Erläuterungen | Finance Office Professional | Finance | Haufe
Anhang nach HGB: Inhalt des aufzustellenden Anhangs / 1.4 Sonstige allgemeine Erläuterungen
Neben den zuvor dargestellten, auf der gesetzlichen Regelung der §§ 265 Abs. 2, § 264 Abs. 1a HGB und Art. 75 Abs. 2 Satz 3 EGHGB beruhenden Angaben, kann in den allgemeinen (Vorab-)Erläuterungen insb. berichtet werden über die
Rechtsnormen, die der Rechnungslegung zugrunde liegen (HGB, ergänzende Vorschriften von GmbHG oder AktG, DRS etc.),
Größenklasseneinstufung der berichtspflichtigen Gesellschaft,
Inanspruchnahme von gesetzlich eingeräumten, vor allem größenabhängigen Erleichterungen in Bezug auf den Jahresabschluss,
Behandlung von Wahlpflichtangaben,
wichtigen Sachverhalte der Berichtsperiode und deren Auswirkungen auf die Rechnungslegung (Nichtangabe von Vorperiodenwerten aufgrund der Neugründung des Unternehmens, Beantragung des Insolvenzverfahrens u. Ä.),
verwendeten Rundungseinheiten.
Mit Blick auf die genannten Aspekte können die allgemeinen (Vorab-)Erläuterungen beispielhaft wie folgt ausgestaltet sein:
Musterformulierungen am Beispiel einer mittelgroßen GmbH
Der vorliegende Jahresabschluss der … GmbH wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und unter Beachtung der ergänzenden Vorschriften des GmbHG [sowie der einschlägigen Vorschriften des Gesellschaftsvertrags] aufgestellt.
In Bezug auf die Rechnungslegung der Gesellschaft für die Berichtsperiode waren die Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaft i. S. d. § 267 Abs. 2 HGB maßgebend. Die Gesellschaft macht bezüglich der Berichterstattung im Anhang von den Befreiungen der §§ 276, 288 HGB [grundsätzlich/teilweise] Gebrauch.
Angaben, die nach den gesetzlichen Regelungen wahlweise in der Bilanz bzw. der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang erfolgen können, sind vollumfänglich [grundsätzlich/überwiegend] im Anhang enthalten.
Aufgrund der Gründung der Gesellschaft in der Berichtsperiode stellt das Geschäftsjahr … ein Rumpfgeschäftsjahr dar. Somit entfallen Vergleichsangaben zum Vorjahr.
Am … hat die Gesellschaft aufgrund drohender Zahlungsunfähigkeit einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über ihr Vermögen mit Anordnung der Eigenverwaltung gem. dem sog. Schutzschirmverfahren des § 270b der Insolvenzordnung (InsO) gestellt. Mit Beschluss vom … hat das Amtsgericht … das Verfahren antragsgemäß eröffnet.
Die Wertangaben im Anhang wurden auf volle Euro (EUR) [Tausend Euro (TEUR)] gerundet.
In der Berichtspraxis sind allgemeine Erläuterungen der vorstehend dargestellten Art gängig, wenngleich Unterschiede hinsichtlich des Inhalts und des Umfangs bestehen. Daneben finden sich in diesem Berichtsteil gelegentlich auch Angaben zur Branche oder zur Geschäftstätigkeit des Unternehmens, so z. B. in den folgenden Fällen:
Der Tätigkeitsbereich der Gesellschaft umfasst im Wesentlichen die Herstellung und den Vertrieb von Stahlerzeugnissen für die Automobilindustrie.
Metaldyne Zell GmbH & Co. KG, Zell am Harmersbach, Jahresabschluss zum 31.12.2014
Nach der vorwiegend im Geschäftsjahr 2001/02 erfolgten Ausgliederung der operativen Geschäftsbereiche in die inländischen Tochtergesellschaften der HARTING KGaA besteht der Zweck der Gesellschaft im Wesentlichen in der Verwaltung eigenen Vermögens, dem Halten, dem Erwerb und der Veräußerung von Beteiligungen an Unternehmen sowie in der Erbringung von Dienstleistungen für Beteiligungsunternehmen.
HARTING KGaA, Espelkamp, Jahresabschluss zum 30.9.2014
Nicht selten finden sich in der Berichtspraxis – wie im folgenden Beispiel –auch einleitende Formulierungen im Anhang, die hervorheben, dass sich die angewandten Abbildungsmethoden an die HGB-Normen „anlehnen” oder sich daran „orientieren”. Eine solche Wortwahl ist zumindest unglücklich, ist der handelsrechtliche Jahresabschluss doch eben dadurch gekennzeichnet, dass die HGB-Vorschriften voll zu beachten sind und nicht nur einen „Orientierungsmaßstab” darstellen.
Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden orientieren sich grundsätzlich nach den handelsrechtlichen Bestimmungen.
Streb Getränke Aktiengesellschaft, Gaggenau, Jahresabschluss zum 31.12.2014