Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=DAR%202014,%20541
Timestamp: 2019-08-23 19:02:02
Document Index: 49406418

Matched Legal Cases: ['§ 123', '§ 13', '§ 13', '§ 123', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 69']

VG Würzburg, 21.07.2014 - W 6 E 14.606 - dejure.org
https://dejure.org/2014,18234
VG Würzburg, 21.07.2014 - W 6 E 14.606 (https://dejure.org/2014,18234)
VG Würzburg, Entscheidung vom 21.07.2014 - W 6 E 14.606 (https://dejure.org/2014,18234)
VG Würzburg, Entscheidung vom 21. Juli 2014 - W 6 E 14.606 (https://dejure.org/2014,18234)
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§ 123 VwGO; § ... 13 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a) FeV; § 13 Satz 1 Nr. 2 Buchst. d) FeV; Nr. 8.1 der Anlage 4 zur FeV; § 13 Satz 1 Nr. 2 Buchst. d) FeV; § 123 VwGO; § 13 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a) 2. Alternative FeV; § 13 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a) FeV
Einstweilige Anordnung; Unzulässigkeit des Eilantrags; fehlendes Rechtsschutzbedürfnis; keine Glaubhaftmachung eines Anordnungsgrunds; Vorwegnahme der Hauptsache; keine Hauptsacheklage; Hinweis auf Anspruch auf Erteilung der Fahrerlaubnis; einzelne Trunkenheitsfahrt mit 1,1 Promille BAK; Entziehung der Fahrerlaubnis durch Strafgericht; medizinisch-psychologische Gutachten nicht erforderlich; Systematik des § 13 FeV;
Gerichtliche Entziehung der Fahrerlaubnis wegen Trunkenheitsfahrt rechtfertigt keine Anordnung zur Beibringung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens - Erfordernis der wiederholten Trunkenheitsfahrt oder einmalige Trunkenheitsfahrt mit BAK von 1,6 Promille
DAR 2014, 541
Entgegen der vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in der Vergangenheit vertretenen Auffassung (vgl. Beschlüsse vom 20.03.2009 - 11 CE 08.3308 - Blutalkohol 46, 299; sowie vom 09.02.2009 - 11 CE 08.3028 - SVR 2009, 113; ähnlich VG Würzburg, Beschluss vom 21.07.2014 - W 6 E 14.606 - a.a.O.) kann der vom Senat bevorzugten Auslegung von § 13 Satz 1 Nr. 2 Buchst. d FeV nicht entgegengehalten werden, dass sie zu einem Wertungswiderspruch zu den Regelungen in Buchstabe b und c der Bestimmung führen würde, wonach entweder wiederholte Zuwiderhandlungen im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss oder das Führen eines Fahrzeugs mit einer Blutalkoholkonzentration von über 1, 6 Promille Voraussetzung für die Einholung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens ist.
Diese strafgerichtlichen Feststellungen entfalten im Hinblick auf die Voraussetzungen des § 13 S. 1 Nr. 2 lit. d) i.V.m. lit. a) FeV Tatbestandswirkung (…vgl. VGH Bad.-Württ., Urt. v. 07.07.2015 - 10 S 116/15 -, juris, Rn. 34;… Beschl. v. 15.01.2014 - 10 S 1748/13 -, juris, Rn. 10;… OVG Mecklenb.-Vorp., Beschl. v. 22.05.2013 - 1 M 123/12 -, ZfSch 2013, 595 = juris, Rn. 14ff.;… VG Berlin, Beschl. v. 22.12.2014 - 4 L 298.14 -, juris, Rn. 10ff.;… VG München, Beschl. v. 19.08.2014 - M 6b E 14.2930 -, DAR 2014, 712 = juris, Rn. 27ff.;… offen gelassen von OVG Nordrh.-Westf., Beschl. v. 21.01.2015 - 16 B 1374/14 -, juris, Rn. 10ff.;… BayVGH, Beschl. v. 08.10.2014 - 11 CE 14.1776 -, DAR 2015, 35 = juris, Rn. 19;… Beschl. v. 28.11.2014 - 11 CE 14.1962 -, juris, Rn. 17f., a.A. VG München, Urt. v. 09.12.2014 - M 1 K 14.2841 -, DAR 2015, 154; VG Würzburg, Beschl. v. 21.07.2014 - W 6 E 14.606 - DAR 2014, 541;… VG Regensburg, Beschl. v. 12.11.2014 - RO 8 K 14.1624 -, juris, Rn. 25 sowie stellvertretend für weitere Stimmen in der Literatur Mahlberg, DAR 2014, 419 und Zwerger, jurisPR-VerkR 5/2015 Anm. 1).
Hieraus kann jedoch nicht gefolgert werden, dass im Fall der alkoholbedingten Fahrerlaubnisentziehung nur dann die Beibringung eines Fahreignungsgutachtens angeordnet werden könnte, wenn die Voraussetzungen des § 13 S. 1 Nr. 2 lit. b) oder c) FeV vorliegen oder sich aus dem strafgerichtlichen Urteil - über die Anlasstat und die hierauf gestützte Fahrerlaubnisentziehung nach § 69 Abs. 2 StGB hinaus - Anhaltspunkte ergeben, die die Annahme von Alkoholmissbrauch begründen (a.A. VG Würzburg, Beschl. v. 21.07.2014 - W 6 E 14.606 -, juris, Rn. 18).
Es werde hierzu das obiter dictum der Entscheidungen des VG Würzburg, Beschluss vom 21.07.2014 - W 6 E 14.606, zitiert.
Das Gericht stimmt mit dem Bayerischen Verwaltungsgericht Würzburg (VG Würzburg, B.v. 21.7.2014 - W 6 E 14.606 - juris Rn. 17 ff.) dahingehend überein, dass nunmehr nicht ausnahmslos und ohne Rücksicht auf den Alkoholgehalt im Blut und ohne Hinzutreten weiterer Umstände in allen Fällen, in denen eine strafgerichtliche Entziehung der Fahrerlaubnis wegen einer Trunkenheitsfahrt vorliegt, ein medizinisch-psychologisches Gutachten einzuholen ist.
An Gerichtsentscheidungen findet sich etwa das obiter dictum des VG Würzburg im Beschluss vom 21.07.2014 - W 6 E 14.606 -, mit dem der Antrag auf Erteilung der Fahrerlaubnis der Klasse B im Wege der einstweiligen Anordnung nach einer Fahrt mit einer BAK von 1, 1 %o wegen fehlenden Rechtsschutzinteresses und wegen Vorwegnahme der Hauptsache sowie wegen fehlender Glaubhaftmachung eines Anordnungsgrundes zurückgewiesen wurde.
Das Gericht teilt insoweit die überzeugenden Bedenken des VG Würzburg vom 21.7.2014 Az. W 6 E 14.606:.