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Timestamp: 2019-10-15 21:01:40
Document Index: 7082198

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 16', '§ 16', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 23', '§ 6', '§ 20', '§ 6', '§ 6', '§ 515', '§ 6', '§ 6']

Littmann/Bitz/Pust, Das Einkommensteuerrecht, EStG § 6 B ... / VII. Tauschvorgänge u (verdeckte) Einlagen (§ 6 Abs 6 EStG) (Müller/Dorn/Hoffmann) | Steuer Office Gold | Steuern | Haufe
Littmann/Bitz/Pust, Das Einkommensteuerrecht, EStG § 6 B ... / VII. Tauschvorgänge u (verdeckte) Einlagen (§ 6 Abs 6 EStG) (Müller/Dorn/Hoffmann)
Rödder, Das neue BMF-Schreiben zum Tauschgutachten – Grundsatz- u Detailanmerkungen, DStR 1998, 474;
Blumers/Schmidt, Die neuen Tauschgrundsätze u ihre subsidiäre Geltung, DB 1998, 392;
Ehmcke in Blümich, § 6 EStG Rz 1380ff (Juli 2016);
Eckstein in H/H/R, § 6 EStG Rz 1700ff (Mai 2017);
Korn/Strahl in Korn, § 6 EStG Rz 514ff (April 2017).
BMF von 09.02.1998, BStBl I 1998, 163;
OFD Ffm von 21.05.2001, GmbHR 2001, 684;
BMF von 11.07.2011, BStBl I 2011, 713.
Rn. 1781
§ 6 Abs 6 S 1 u 2, 3 EStG regeln die Bewertung einzelner WG im Wege des Tausches (s Rn 1785ff) u der verdeckten Einlage (s Rn 1820ff). S 4 stellt den Anwendungsvorrang von § 6 Abs 5 EStG gegenüber § 6 Abs 6 EStG klar.
Rn. 1782–1784
B. Tausch einzelner WG (§ 6 Abs 6 S 1 EStG) Regelungsinhalt u Anwendungsbereich
Rn. 1785
§ 6 Abs 6 S 1 EStG beinhaltet die Bewertung eines einzelnen WG, das im Wege eines Tausches o tauschähnlichen Vorgangs mindestens zweier WG (denkbar auch zweier passiver WG, jedoch noch nicht vom BFH entschieden) erworben wird. Die Regelung ist auf Vorgänge im BV beschränkt u bestimmt, dass sich die AK des erhaltenen WG nach dem gemeinen Wert des hingegeben WG bemessen. Die spezielleren Regelungen des Abs 5 sowie UmwStG gehen dieser Regelung vor.
Eingefügt wurde die Regelung durch das StEntlG 1999/2000/2002. Dabei diente sie der Klarstellung (s BFH v 06.12.2017, VI R 68/15, BFHE 260, 264), denn der gewinnrealisierende Ansatz mit dem gemeinen Wert des hingegebenen WG (sofern dieser den Buchwert übersteigt) war schon immer allg gültige Rechtsauffassung, wenigstens für die StB (zur HB u IAS s Rn 196).
Zu den Ausnahmen von diesem Grundsatz s Rn 202 (erzwungener Austausch von Grundstücken aufgrund eines Flurbereinigungs- o Umlegungsverfahrens) u aufgrund des Tauschgutachtens s Rn 1801. Der für die Gewinnrealsierung maßgebende Zeitpunkt ist die Lieferung des bisher eigenen WG (BFH v 14.12.1982, VIII R 53/81, BStBl II 1983, 303). Übertragung stiller Reserven nach § 6b EStG auf die eingetauschten WG ist möglich (s Rn 1761).
Beispiel: Bewertung einzelner WG im Wege des Tausches
Der Einzelunternehmer A tauscht eine Maschine aus seinem BV, die er nicht mehr benötigt, gegen einen Transporter. Die AK des Transporters (erhaltenes WG) entsprechen dem gemeinen Wert der Maschine (hingegebenes WG).
Eine Gewinnrealisierung ist sowohl beim Einzelunternehmer A als auch beim anderen Tauschpartner möglich.
Rn. 1786
§ 6 Abs 6 S 1 EStG ergänzt die Bewertungsregelung des § 6 Abs 1 EStG u beschränkt sich dabei auf Vorgänge im BV (auch iRd § 16 EStG denkbar, jedoch nicht, wenn § 16 Abs 3 S 2 EStG als speziellere Regelung zur Anwendung kommt). Gleichwohl wendet der BFH diese Regelung auf den Tausch von WG iSd § 17 EStG "als Gewinnermittlungsvorschrift eigener Art" entsprechend an. Allerdings ist für die Ermittlung des Veräußerungsgewinns nach § 17 Abs 2 EStG der gemeine Wert des erhaltenen u nicht des hingegeben WG maßgeblich (s § 17 Rn 160 mwN (Karrenbrock); BFH v 06.04.2009, IX B 204/08, BFH/NV 2009, 1262 Rz 14). Dazu krit Kulosa, der die entsprechende Anwendung des § 6 Abs 6 S 1 EStG ablehnt, jedoch dem Ergebnis hinsichtlich der Ermittlung des gemeinen Werts im Ergebnis zustimmt, jedoch betont, dass dieses Ergebnis auch ohne entsprechende Anwendung von § 6 Abs 6 S 1 EStG resultieren würde (Kulosa in Schmidt, § 6 EStG Rz 733 (37. Aufl)). Entsprechend gilt für WG iSd § 23 EStG (BFH v 13.04.2010, IX R 36/09, BStBl II 2010, 792; Kulosa in Schmidt, § 6 EStG Rz 733 (37. Aufl), so dass grds der gemeine Wert der empfangenen Gegenleistung maßgeblich ist. Dies dürfte für WG iSd § 20 EStG entsprechend gelten (Eckstein in H/H/R, § 6 EStG Rz 1700 (Mai 2017)).
Rn. 1787–1790
1. Begriff des Tausches iSd § 6 Abs 6 S 1 EStG
a) Keine gesetzliche Definition des Begriffs
Rn. 1791
Für das Tauschgeschäft bietet das EStG keine Definition an. Zurückgegriffen werden muss deshalb auf § 515 BGB. In bilanzrechtlicher Hinsicht ist ein Tauschgeschäft dahin zu interpretieren, dass bei jedem der beiden Tauschpartner ein Anschaffungsvorgang u ein Buchabgang für ein anderes WG vorliegt. Für Zwecke der StB gilt das Tauschgeschäft als Realisationsvorgang. Jeder Partner der Tauschparteien wird so behandelt, als ob er ein entgeltliches Anschaffungsgeschäft getätigt hätte. Gegenstand des Tausches können Sachen, Rechte o andere immaterielle WG sein. Nutzungsrechte können nur dann Gegenstand eines Tausches idS sein, wenn sie die Voraussetzungen eines WG erfüllen. Denn § 6 Abs 6 S 1 EStG setzt den Tausch mindestens zweier WG (grds können auch gleichzeitig mehrere WG getauscht werden) voraus. Diese wären erfüllt, wenn das Nutzungsrecht aufgrund dinglicher Absicherung o schuldrechtlicher Vereinbarung eine gesicherte Rechtsposition gewährt (BFH v 09.08.1989, X R 20/86, BStBl II 1990, 128) u selbständig bewertbar ist (Eckstein in H/H/R, § 6 EStG Rz 1761 (Mai 2017)). S die Erläut unter s Rn 195ff.
Daneben sind tauschähnliche Geschäfte wirtschaftlich mit einem Tausch vergleichbar. Au...