Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%201992,%201435
Timestamp: 2020-01-17 21:26:25
Document Index: 222203908

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 276', '§ 242', 'Art. 35', '§ 54', '§ 54', '§ 54', 'BGH', '§ 670', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 31', '§ 179', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 11.06.1992 - VII ZR 110/91 - dejure.org
https://dejure.org/1992,822
BGH, 11.06.1992 - VII ZR 110/91 (https://dejure.org/1992,822)
BGH, Entscheidung vom 11.06.1992 - VII ZR 110/91 (https://dejure.org/1992,822)
BGH, Entscheidung vom 11. Juni 1992 - VII ZR 110/91 (https://dejure.org/1992,822)
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Anspruch des Kreises auf Rückzahlung einer Überzahlung infolge eines Nachtragsangebots - Bestehen einer bindende Preisvereinbarung über die Nachtragsangebote für den Bau einer Kreisstrasse zwischen dem Kreis und der Baufirma bei fehlender Vertretungsmacht der ...
BGB § 276, § 242
Bauverträge mit öffentlicher Hand: Strenge Formvorschriften! (IBR 1992, 393)
NJW-RR 1992, 1435
MDR 1993, 145
WM 1992, 1993
BB 1992, 2103
BauR 1992, 761
ZfBR 1992, 269
Es kommt hinzu, daß die Gemeinden in Baden-Württemberg - anders als das Berufungsgericht meint und es der von ihm zitierten Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 11. Juni 1992 (VII ZR 110/91 - NJW-RR 1992, 1435, 1436) zu Art. 35 BayLKrO in der damals geltenden Fassung zugrunde lag - auch durch mündliche Erklärungen ihres Vertretungsorgans verpflichtet werden können, wenn es sich um Geschäfte der laufenden Verwaltung oder um Vertretergeschäfte handelt, sofern nur der Vertreter formgerecht ermächtigt ist (§ 54 Abs. 4 BWGO).
Auch der Zweck des § 54 Abs. 1 BWGO, der dahin geht, im Interesse einer klaren Verantwortung des Bürgermeisters gegenüber dem Gemeinderat und einer einwandfreien Rechnungslegung zu vermeiden, daß nachträglich Zweifel am Verpflichtungswillen des Bürgermeisters oder Streit über Inhalt und Zeitpunkt der eingegangenen Verpflichtung entstehen (…vgl. Sixt, in: Kunze/Bronner/Katz, Gemeindeordnung für Baden-Württemberg, 4. Aufl., § 54 Rn. 1), fügt sich in die Zwecke privatrechtlicher Formvorschriften ein, indem das Vertretungsorgan von der Eingehung übereilter und unüberlegter Verpflichtungen, die den Gemeindeinteressen zuwiderlaufen, abgehalten (vgl. Senatsurteil vom 22. Juni 1989 - III ZR 100/87 - NVwZ 1990, 403, 404, allerdings in einem Fall zusätzlich angeordneter Gesamtvertretung; BGH, Urteil vom 11. Juni 1992 - VII ZR 110/91 - NJW-RR 1992, 1435, 1436) und zugleich der Klarstellungs- und Beweisfunktion Rechnung getragen wird.
Während die einen wie im direkten Anwendungsfall des § 670 BGB bei der Geschäftsführung ohne Auftrag auf die übliche Vergütung abstellen wollen, begrenzt der BGH die Pflicht, die übliche Vergütung leisten zu müssen, insofern, als diese nicht höher sein darf als der Vertragspreis (vgl. BGH, BauR 1992, 761).
Soweit die Gegenauffassung (…Keldungs, a.a.O.;… Kapellmann/Messerschmidt, a.a.O.) auf ein Urteil des BGH (BauR 1992, 761) verweist, überzeugt auch dies nicht.
Rechtsgeschäftliche Bindungen aus Erklärungen eines nicht (allein)vertretungsberechtigten Organs lassen sich mit Hilfe der §§ 31, 89 BGB weder aus § 179 BGB noch aus dem Gesichtspunkt des Verschuldens bei Vertragsschluß begründen (…BGH, Urt. v. 22. September 1960 - II ZR 40/59, WM 1960, 1210, 1212; v. 22. Juni 1989 - III ZR 100/87, NVwZ 1990, 403, 406; v. 11. Juni 1992 - VII ZR 110/91, NJW-RR 1992, 1435, 1436).
Diese Vorschriften können nicht durch die Regeln der Duldungs- und Anscheinsvollmacht sowie der unzulässigen Rechtsausübung außer Kraft gesetzt werden (BGH, Urteil vom 08.07.1986, VI ZR 18/85; BGH, Urteil vom 11.06.1992, VII ZR 110/91, NJW-RR 1992, 1435; BGH, Urteil vom 06.07.1995, III ZR 176/94, NJW 1995, 3389; BGH, Urteil vom 27.11.2003, VII ZR 346/01, NJW-RR 2004, 449).
Sie durfte nicht auf die Wirksamkeit eines mündlich angenommenen Vertragsanpassungsverlangen vertrauen, weil sie dem in Ziffer 9 der Besonderen Vertragsbedingungen geregelten Schriftformerfordernis für Vertragsänderungen entnehmen musste, dass sich die öffentliche Hand grundsätzlich nur durch schriftliche Verträge wirksam binden konnte (BGH Urt.v. 11.06.1992 a.a.O.).
bereits festgestellten Schriftformerfordernisses aus einer angeblichen Hinhaltetaktik des Rechtsvorgängers des Beklagten keine auf das positive Interesse gerichtete Schadensersatzpflicht des Beklagten herleiten, weil ein solcher Schadensersatzanspruch die zum Schutz der öffentlich-rechtlichen Körperschaften und ihrer Mitglieder bestehenden Kompetenz- und Formvorschriften aushöhlen würde (vgl. BGH, Urteil vom 11.06.1992, VII ZR 110/91, BauR 1992, 761).
LG Nürnberg-Fürth, 11.04.2011 - 6 O 7769/07
Zum Anspruch auf Zahlung des Restwerklohns bzw. zusätzlich durchgeführter …