Source: http://ilkarlsruhe.blogsport.de/2018/05/24/218-219a-stgb-weg-damit-veranstaltung-mit-frau-dr-haeneleranstaltung/
Timestamp: 2018-06-23 00:41:20
Document Index: 250820638

Matched Legal Cases: ['§ 218', '§218', '§218', '§219', '§218', '§219', '§219', '§ 218']

§§ 218 / 219a STGB – Weg damit! – Veranstaltung mit Frau Dr. Hänel « Interventionistische Linke Karlsruhe
« Wir schweigen nicht – Kommt zur Demonstration am 26.5.2018 um 14.00 Uhr Stephanplatz in karlsruhe zum Internationalen Aktionstag gegen die Invasion ind Rojava
Kein Schlussstrich – NSU-Komplex aufklären und auflösen! – Demonstration und Kundgebung in Karlsruhe zu Beginn der Urteilsverkündung im NSU-Prozess »
Dr. Kristina Hänel wird auf unserer Veranstaltung über die aktuelle Lage und ihre Arbeit berichten.
In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts erkämpfte die Frauenbewegung in der BRD die teilweise Liberalisierung der §§218 und 219 StGB. Die damals erreichte Reform brachte aber nicht die volle Selbstbestimmung der Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch wollen, sondern die sog. „Fristenregelung“. Sie bedeutet Straffreiheit bis Ende der 12. Woche nach Zwangsberatung. Nach ärztlicher Feststellung einer Notlage der Schwangeren nach medizinischer oder kriminologischer Indikation konnte auch bis zur 22. Woche Frauen die Möglichkeit eingeräumt werden, ohne Strafverfolgung einen Abbruch vornehmen lassen zu können.
Ein Schwangerschaftsabbruch blieb aber bis heute nach §218 StGB für alle
Beteiligten grundsätzlich strafbar.
Der dazugehörige §219a verbietet Werbung für Schwangerschaftsabbrüche. Dies bedeutet, dass Frauen erschwert an Informationen über Beratungsstellen und ÄrztInnen kommen. Die Gießener Frauenärztin Dr. Christina Hänel hat auf ihrer Website darüber informiert, dass sie Abbrüche nach §218 vornimmt und medizinische Fragestellungen hierzu beantwortet. Wegen angeblicher Werbung für Abtreibungen wurde sie nach §219a zu einer Geldstrafe von 6000 Euro verurteilt.
Wir haben Frau Dr. Hänel als Referentin eingeladen, um uns über ihre Erfahrungen inbesondere mit der Justiz zu informieren und unsere Solidarität zum Ausdruck zu bringen. Über 150.000 Unterschriften für ihren Freispruch und die Streichung des §219a hat Frau Dr. Hänel inzwischen an die Bundesregierung übergeben.
Angriffen auf unser Recht auf ein selbstbestimmtes Leben stellen wir uns entschlossen entgegen! Wer Frauen, die über ihren Körper und ihr Leben selbst entscheiden wollen, als Mörderinnen diffamiert, wer einen Schwangerschaftsabbruch mit Euthanasie und Mord gleichsetzt oder gar in unerträglicher Weise von einem „Abtreibungs-Holocaust“ spricht, der will den rechtskonservativen Backlash in unserer Gesellschaft vorantreiben und Verunsicherung, Angst und Hetze verbreiten. Wir brauchen auch keinen „braunen Feminismus“!
Wir bestimmen selbst, was für Frauen das Beste ist!
Wir wollen eine breite und notwendige Bewegung für unser Selbstbestimmungsrecht und gegen jede Art der Kriminalisierung von Abtreibungen voranbringen – unser Ziel bleibt die ersatzlose Streichung der §§ 218 und 219!!!