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Timestamp: 2018-09-19 02:34:46
Document Index: 152749099

Matched Legal Cases: ['Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 70', 'Art. 74', 'Art. 74', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 74', 'Art. 33', 'Art. 26', 'Art. 30', 'Art. 35', 'Art. 41', 'Art. 1', 'Art. 37']

Einführung in das öffentliche Dienstrecht für Lehrkräfte - PDF
Einführung in das öffentliche Dienstrecht für Lehrkräfte
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Fritz Bruhn
1 Einführung in das öffentliche Dienstrecht für Lehrkräfte Referenten: Andreas Möller Referent für das Lehrerdienstrecht im Bildungsministerium M-V Katrin Berger Sachbearbeiterin im Referat Schulrecht im Bildungsministerium M-V
2 EINFÜHRUNG Öffentliches Dienstrecht: Berufsrecht der Beschäftigten im öffentlichen Dienst öffentlicher Dienst: alle beim Bund, bei den Ländern, Landkreisen und Gemeinden beschäftigten Personen z.b. - Polizei, - Steuerverwaltung, - Justizdienst, - Berufsfeuerwehr, - allgemeine Landes-/ Kreis-/ Gemeindeverwaltung - Bildungsdienst (Lehrkräfte an öffentlichen Schulen)
3 EINFÜHRUNG Beschäftigte im öffentlichen Dienst des Landes M-V Beamte, Richter, Soldaten Arbeitnehmer Art. 33 Abs. 4 GG: zwingende Verbeamtung nur, wenn überwiegend hoheitsrechtliche Befugnisse ausgeübt (sogen. Funktionsvorbehalt) BVerfG: Lehrer nehmen nicht schwerpunktmäßig hoheitsrechtliche Befugnisse wahr, d.h. sie können, müssen aber nicht verbeamtet werden
4 I. Rechtsquellen des Beamtenrechts: 1. Verfassungsrechtliche Grundlagen (Art. 33 GG): Art. 33 Abs. 4: Beamtenverhältnis als öffentlich-rechtliches Dienst- und Treueverhältnis Art. 33 Abs. 5: Inhalt bestimmt durch hergebrachte Grundsätze des Berufsbeamtentums Wichtige Grundsätze i.s.d. Art. 33 Abs. 5 GG: Treuepflicht des Beamten, Streikverbot für Beamte, Fürsorgepflicht des Dienstherrn, Alimentationsprinzip, Leistungsprinzip (Prinzip der Bestenauslese), Anstellung auf Lebenszeit (Lebenszeitprinzip), Vollbeschäftigung bzw. Hauptberuflichkeit Nähere Regelungen in Beamtengesetzen des Bundes und der Länder
5 2. Beamtengesetze des Bundes und der Länder: Übersicht Gesetzgebungskompetenzen für Beamte der Länder: Grundsatz: Länder zuständig, sofern dem Bund nicht ausdrücklich eine besondere Kompetenz zugewiesen wird (Art. 70 GG) Art. 74 Abs. 1 Nr. 27 GG: Bund darf Statusrechte und -pflichten der Beamten der Länder regeln, mit Ausnahme der Laufbahnen, der Besoldung und Versorgung Bund: Beamtenstatusgesetz (BeamtStG) Land M-V: Landesbeamtengesetz (LBG M-V) Landesbesoldungsgesetz (LBesG M-V) Beamtenversorgungsgesetz (BeamtVG M-V)
6 3. Beamtenstatusgesetz (BeamtStG): Ziel: Bundeseinheitliche Festlegung der Grundstrukturen des Beamtenverhältnisses zur Sicherung der Mobilität der Beamten bei einem Bundeslandwechsel Wesentliche Regelungsinhalte: Arten von Beamtenverhältnissen ( 4, 5 BeamtStG), Voraussetzungen für die Berufung in das Beamtenverhältnis ( 7 BeamtStG), Ernennung ( 8-12 BeamtStG), Abordnungen und Versetzungen zwischen den Ländern und zwischen Bund und Ländern ( 13 ff. BeamtStG), Beendigung Beamtenverhältnis ( BeamtStG), wesentliche Rechte und Pflichten der Beamten ( BeamtStG)
7 4. Landesbeamtengesetz M-V: ergänzende Regelungen zum BeamtStG: Öffentliches Dienstrecht - Zuständigkeits-/ Verfahrensfragen (z.b. bei fehlerhafter Ernennung oder Entlassung), - landesinterne Abordnungen und Versetzungen, - Näheres zu Rechten und Pflichten (z.b. Nebentätigkeits-, Arbeitszeit-, Urlaubsrecht) eigenständige Regelungen zum Laufbahnrecht, da Bund hier keine Kompetenz beachte auch: Verordnung über die Laufbahnen der Fachrichtung Bildungsdienst im Land M-V (Bildungsdienst-Laufbahnverordnung - BildDLaufbVO M-V) 5. Besoldung und Versorgung: Zuständigkeit der Bundesländer gemäß Art. 74 Abs. 1 Nr. 27 GG Besoldung: Landesbesoldungsgesetz M-V (LBesG M-V) Versorgung: Beamtenversorgungsüberleitungsgesetz M-V (BeamtVÜG M-V)
8 6. Übersicht über die Rechtsquellen des Beamtenrechts in M-V: Vorgaben des GG Artikel 33 Abs. 4 und 5 GG: öffentlich-rechtliches Dienst- und Treueverhältnis und hergebrachte Grundsätze des Berufsbeamtentums Gesetze des Bundes Beamtenstatusgesetz (BeamtStG) Gesetze des Landes M-V Landesbeamtengesetz (LBG M-V) Landesbesoldungsgesetz (LBesG M-V) Beamtenversorgungsgesetz (BeamtVÜG M-V) Andere, z.b. Landesdisziplinargesetz (LDG M-V) VOen des Landes M-V BildDLaufbVO M-V Andere, z.b. Arbeitszeit- und UrlaubsVOen
9 II. Grundbegriffe des Beamtenrechts: 1. Beamter (im staatsrechtlichen Sinn): Beamter im staatsrechtlichen Sinn ist, wer durch Aushändigung einer formgerechten Ernennungsurkunde in ein öffentlich-rechtliches Dienst- und Treueverhältnis gemäß Art. 33 Abs. 4 GG berufen wurde 2. Amt (im statusrechtlichen Sinn): mit Ernennung Amt und Amtsbezeichnung verliehen ( 8 Abs. 3 BeamtStG) Amtsbezeichnung kennzeichnet Zugehörigkeit zu einer bestimmten Laufbahn und Besoldungsgruppe und damit die Rechtsstellung des Beamten Recht auf amtsangemessene Beschäftigung und Besoldung gemäß verliehenem Amt siehe zu den Amtsbezeichnungen in der Fachrichtung Bildungsdienst nebst zugehöriger Besoldungsgruppe: Anlage I (Landesbesoldungsordnungen A und B) zum LBesG M-V
16 3. Dienstherr ( Arbeitgeber ): Land M-V 4. Organe des Dienstherrn: a) Oberste Dienstbehörde ( 3 Abs. 1 LBG M-V): Fachrichtung Bildungsdienst: Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur M-V b) Dienstvorgesetzter ( 3 Abs. 2 LBG M-V): wer für beamtenrechtliche Entscheidungen, d.h. für Personalmaßnahmen, zuständig ist Personalmaßnahmen, die in die Zuständigkeit des Dienstvorgesetzten fallen (Auswahl): - Ernennung (inklusive Beförderung)/ Entlassung, - Versetzung/ Abordnung, - Bewilligung von Erholungs-/ Sonderurlaub, - Genehmigung einer Nebentätigkeit, - Erstellung dienstlicher Beurteilungen, - Genehmigung einer Teilzeitbeschäftigung
17 zur Aufteilung der Zuständigkeiten beachte: Anordnung über die personalrechtlichen Befugnisse in der Schulaufsicht und für Schulen im Geschäftsbereich des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur M-V, Verwaltungsvorschrift vom (Mitt.bl. BM 2013, S. 316) Schulleiter/-innen u.a. zuständig für (siehe Abschnitt III der VwV): Genehmigung von Erholungsurlaub und Sonderurlaub, Dienstbefreiung für Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen, Dienstliche Beurteilung der Lehrkräfte, Genehmigung von Nebentätigkeiten Schulaufsichtsbehörde (SSA/ BM) zuständig für (siehe Abschnitt I Nr. 2 der VwV): alle übrigen Personalmaßnahmen für Beamte und Angestellte, u.a.: Ernennung (inklusive Beförderung)/ Entlassung, Versetzung/ Abordnung, Genehmigung einer Teilzeitbeschäftigung
18 speziell: Einstellungsverfahren von Lehrkräften siehe Abschnitt III Nr. 11 und Abschnitt I Nr. 2.1 und 2.2 der VwV Anordnung über die personalrechtlichen Befugnisse vom (Mittl.bl. BM 2013, S. 316): Bewerberauswahl (Prüfung der Bewerbungen, Einladung zu Bewerbungsgesprächen, Führung Bewerbungsgespräche, Treffen Auswahlentscheidung) durch die Schulleiter/-innen Beachte bei Auswahl das Leistungsprinzip (Art. 33 Abs. 2 GG, 9 BeamtStG): Auswahlentscheidung allein nach Kriterien Eignung, Befähigung und fachliche Leistungen Vollzug der Einstellung (Erstellung des Einstellungsangebots, Vornahme der Ernennung bzw. Unterzeichnung Arbeitsvertrag) durch die SSÄ bzw. das BM (berufliche Schulen) alleinige Zuständigkeit der Schulleiter/-innen gemäß 62 Abs. 9 PersVG M-V bei befristeten Einstellungen zum Zwecke der kurzfristigen Absicherung der Unterrichtsversorgung: siehe Erlass des BM vom mit Verfahrenshinweisen
19 c) Vorgesetzter ( 3 Abs. 3 LBG M-V): wer einem Beamten für seine dienstliche Tätigkeit fachliche Weisungen erteilen darf ( Fachvorgesetzter ) gemäß 101 Abs. 3 Satz 4 Schulgesetz M-V (SchulG M-V) Schulleiter/-in bzw. Stellvertreter/-in Schulleiter/-in gegenüber beamteten Lehrkräften gleichermaßen weisungsbefugt wie gegenüber angestellten Lehrkräften!
20 III. Arten von Beamtenverhältnissen (siehe 4 BeamtStG): 1. Beamtenverhältnis auf Widerruf ( 4 Abs. 4 BeamtStG): begründet mit Anwärtern/ Referendaren für die Dauer des Vorbereitungsdienstes Ausbildungsverhältnis : endet mit (Nicht-) Bestehen des Zweiten Staatsexamens 2. Beamtenverhältnis auf Probe ( 4 Abs. 3 BeamtStG): erste planmäßige Einstellung nach Erwerb der Laufbahnbefähigung Bewährungsdienstverhältnis : Prüfung der Eignung zur Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit ( 10 BeamtStG) nähere Regelungen zur Probezeit in 19 LBG M-V und 9 BildDLaufbVO M-V 3. Beamtenverhältnis auf Lebenszeit ( 4 Abs. 1 BeamtStG): nach erfolgreicher Probezeit Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit Ende i.d.r. erst mit Ruhestandseintritt (Art. 33 Abs. 5 GG: Lebenszeitprinzip)
21 IV. Die Begründung des Beamtenverhältnisses: 1. Persönliche Voraussetzungen für die Berufung in ein Beamtenverhältnis: (siehe bereits Merkblatt Hinweise zur Verbeamtung von Lehrkräften ab ) a) Staatsangehörigkeit ( 7 Abs. 1 Nr. 1 BeamtStG); b) Verfassungstreue ( 7 Abs. 1 Nr. 2 BeamtStG); c) Laufbahnbefähigung ( 7 Abs. 1 Nr. 3 BeamtStG): siehe 5, 6 BildDLaufbVO M-V; d) gesundheitliche Eignung (amtsärztliches Gutachten); e) Persönliche (charakterliche) Eignung (erweitertes Führungszeugnis gem. 30a BZRG); f) Einhaltung der Altersgrenze (Vollendung 35. Lebensjahr für Verbeamtung auf Widerruf, Vollendung 40. Lebensjahr für Verbeamtung auf Probe)
22 2. Die Ernennung ( 8 BeamtStG i.v.m. LBG M-V) a) Rechtsnatur der Ernennung Zustandekommen durch einseitigen staatlichen Hoheitsakt ---> Aushändigung der Ernennungsurkunde mitwirkungsbedürftiger Verwaltungsakt (Zustimmung des zu Ernennenden erforderlich) b) Ernennungsfälle ( 8 Abs. 1 BeamtStG) Nr. 1: Begründung eines Beamtenverhältnisses, z. B. Ernennung zum Beamten auf Probe (sog. Einstellung gem. 18 LBG M-V), auf Widerruf oder auf Lebenszeit Nr. 2: Nr. 3: Nr. 4: Umwandlung der Art eines Beamtenverhältnisses, z. B. vom Beamten auf Probe zum Beamten auf Lebenszeit (vgl. 4 BeamtStG) Verleihung eines anderen Amtes mit anderem Grundgehalt, z. B. Beförderung ( 20 LBG M-V) oder Rückernennung Verleihung eines anderen Amtes mit anderer Amtsbezeichnung, beim Wechsel der Laufbahngruppe ( 8 Abs. 3 LBG M-V)
23 c) Anspruch auf Ernennung nach Art. 33 Abs. 2 GG kein unmittelbares Recht auf Ernennung Ernennung steht im Ermessen des Dienstherrn (Personalhoheit) aber Anspruch auf sachgerechte Entscheidung d) Allg. Anforderungen an die Rechtmäßigkeit einer Ernennung strikte Formbindung der Ernennung Wirksamkeit mit Aushändigung der Ernennungsurkunde ( 8 Abs. 2 S. 1 BeamtStG) Ernennungsurkunde muss bestimmten Inhalt vorweisen ( 8 Abs. 2 S. 2 BeamtStG) e) Fehlerfolgen und Heilung Nichternennung: Ernennung liegt von Anfang an nicht vor Dienstherrenfähigkeit fehlt Aushändigung fehlt Zustimmung fehlt Bedingte Ernennung Amt existiert nicht
24 Übersicht über die Nichtigkeit der Ernennung ( 11 BeamtStG i.v.m. 10 LBG M-V) Nichtigkeitsgründe 11 Abs. 1 BeamtStG Heilungsvorschriften 11 Abs. 2 BeamtStG Nr. 1: Ernennung genügt nicht der in 8 Abs. 2 vorgeschriebenen Form Nr. 1: Formfehler ist unbeachtlich, weil Urkunden-/Akteneinsicht eindeutig Nr. 2: Behörde war sachlich unzuständig Nr. 2: sachlich zuständige Behörde bestätigt die Ernennung Nr. 3: Zum Zeitpunkt der Ernennung a) lagen Voraussetzungen gem. 7 Abs. 1 S. 1 nicht vor b) fehlte die Amtsfähigkeit, 45 StGB Nr. 3: Ausnahme gem. 7 Abs. 3 wird nachträglich zugelassen
25 Übersicht über die Rücknahme der Ernennung ( 12 BeamtStG i.v.m. 11 LBG M-V) Rücknahme, 12 BeamtStG Obligatorische Rücknahme, 12 Abs. 1 BeamtStG Fakultative Rücknahme, 12 Abs. 2 Ernennung wurde durch Zwang, arglistige Täuschung, Bestechung bewirkt oder Amtsunwürdigkeit Der Beamte war vor seiner Einstellung aus dem Dienst entfernt oder ihm war die Versorgung aberkannt worden Rechtsfolge: Gebundener VA ist zurückzunehmen Rechtsfolge: Eingeschränktes Ermessen soll zurückgenommen werden
26 V. Rechte und Pflichten im Beamtenverhältnis: 1. Allgemeines: Beamtete Lehrer haben die gleichen Rechte und Pflichten wie angestellte Lehrer! Ausnahme: Streikverbot für Beamte Schulleiter/in gegenüber beamteten Lehrkräften gleichermaßen weisungsbefugt wie gegenüber angestellten Lehrkräften! Alle Pflichten des Beamten auf dessen Dienst- und Treuepflicht (hergebrachter Grundsatz des Berufsbeamtentums, Art. 33 Abs. 5 GG) rückführbar Alle Rechte des Beamten auf die Fürsorgepflicht des Dienstherrn (hergebrachter Grundsatz des Berufsbeamtentums, Art. 33 Abs. 5 GG) rückführbar
27 2. Einzelne Pflichten des Beamten: Öffentliches Dienstrecht a) Dienstleistungspflicht ( 34 BeamtStG) identische Regelungen zur Arbeitszeit für Angestellte und Beamte: - Unterrichtsverpflichtung: Lehrkräfte-Arbeitszeit-Landesverordnung, - Mehrarbeit bei zwingenden dienstlichen Gründen ( 62 Abs. 3 LBG M-V), - Anzeige Dienstunfähigkeit; ab 3 Tagen ärztliche Bescheinigung ( 55 LBG M-V) Pflicht zu vollem persönlichen Einsatz: Einschränkung des Rechts auf Nebentätigkeit: 40 BeamtStG i.v.m. 70 ff. LBG M-V: Nebentätigkeit in M-V nur anzeigepflichtig, zuständig für Entgegennahme Anzeige und ggf. Versagung: Schulleiter/in, Versagung, wenn Beeinträchtigung dienstlicher Interessen zu besorgen ( 73 LBG M-V) Regelvermutung in 73 Abs. 1 S. 3 LBG M-V: bei Zeitumfang von mehr als 20 % der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit (bei Lehrern ab 5 h/ Woche)
28 b) Verhältnis zum Vorgesetzten ( 35, 36 BeamtStG) Beratungs- und Unterstützungspflicht ( 35 Satz 1 BeamtStG) Gehorsamspflicht ( 35 Satz 2 BeamtStG) Remonstrationspflicht/ -recht ( 36 Abs. 2 BeamtStG) c) Unparteilichkeit/ Uneigennützigkeit ( 33 BeamtStG) Verbot Annahme Belohnungen und Geschenke (Genehmigung oberste Dienstbehörde) Erlass IM vom Verbot der Annahme von Belohnungen und Geschenken in der öffentlichen Verwaltung und VwV der Landesregierung vom Bekämpfung von Korruption in der Landesverwaltung Mecklenburg-Vorpommern d) Amtsverschwiegenheit ( 37 BeamtStG) e) Pflicht zur Mäßigung bei politischer Betätigung ( 33 Abs. 2 GG) Grundsätzlich keine öffentliche Kritik am Dienstherrn (Loyalitätspflicht)
29 3. Folgen von Pflichtverletzungen Disziplinarverfahren a) Rechtsgrundlage: Landesdisziplinargesetz (LDG M-V) b) Voraussetzungen für Disziplinarverfahren: Dienstvergehen i.s.d. 47 BeamtStG: schuldhafte Verletzung einer Dienstpflicht schuldhaft: Vorsatz oder Fahrlässigkeit außerdienstlich nur, wenn Ansehen Beamter/ Beamtenschaft insgesamt beeinträchtigt c) Disziplinarmaßnahmen: Verweis ( 8 LDG M-V) Geldbuße ( 9 LDG M-V) Kürzung der Dienstbezüge ( 10 LDG M-V) Zurückstufung ( 11 LDG M-V) Entfernung aus dem Beamtenverhältnis ( 12 LDG M-V)
30 4. Rechte des Beamten: a) Nichtvermögenswerte Rechte: auf Schutz und Fürsorge auf amtsangemessene Beschäftigung, Führung der Amtsbezeichnung ( 59 LBG M-V) auf Erholungs- und Sonderurlaub ( 68 LBG M-V): siehe ergänzend EUrlV, SUrlV und Erlass Gewährung von Sonderurlaub für beamtete Lehrkräfte vom auf Teilzeitbeschäftigung ( 63, 64 LBG M-V) auf Einsicht in die Personalakte ( 50 BeamtStG; 84 ff. LBG M-V) auf dienstliche Beurteilung/ Erteilung eines Dienstzeugnisses auf Ausübung Nebentätigkeit (nur wenn keine Beeinträchtigung dienstlicher Interessen) Mutterschutz/ Elternzeit ( 81 LBG M-V)
31 b) Vermögenswerte Rechte: auf amtsangemessene Besoldung im aktiven Dienst (Rechtsgrundlage: LBesG M-V) - Grundgehalt, - Familienzuschlag, - Zulagen (Amtszulagen, allgemeine Stellenzulagen) Recht auf Versorgung im Ruhestand (Rechtsgrundlage: BeamtVÜG M-V) - Ruhegehalt (sogen. Pension) Sonstige geldwerte Rechte: - Reisekostenvergütung, - Umzugskosten, - Trennungsgeld, - Beihilfe im Krankheitsfall
32 VI. Laufbahnrecht (wesentliche Regelungen der BildDLaufbVO M-V): Laufbahnrecht: die Regelungen, die sich mit der Einstellung und dem beruflichen Werdegang des Beamten befassen Rückblick: Wo finde ich die Regelungen zum Laufbahnrecht? Art. 74, 70 GG: Gesetzgebungsbefugnis für die Laufbahnen, Besoldung und Versorgung bei den Bundesländern Grundsätze des Laufbahnrechts im LBG M-V ( 12-26) geregelt 25 LBG M-V: VO-Ermächtigung für Detailregelungen in Laufbahnverordnungen Fachrichtung Bildungsdienst: Verordnung über die Laufbahnen der Fachrichtung Bildungsdienst im Land Mecklenburg-Vorpommern (BildDLaufbVO M-V) v
33 1. Grundsätze des Laufbahnrechts: Verwirklichung des Leistungsprinzips (Bestenauslese): - grundsätzliche Pflicht zur Stellenausschreibung ( 9 LBG M-V), - Einstellungen und Beförderungen nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung, - regelmäßige dienstliche Beurteilungen (Regelbeurteilung) Einstellung grundsätzlich im Einstiegsamt einer Laufbahn; Ämter sind regelmäßig zu durchlaufen (kein Überspringen von Beförderungsämtern); Gewährleistung länderübergreifender Mobilität, d.h. grundsätzliche Anerkennung einer bei einem anderen Dienstherrn erworbenen Laufbahnbefähigung ( 15 LBG M-V); berufliche Entwicklung des Beamten grundsätzlich nur in der gewählten Laufbahn (Wechsel in andere Fachrichtung bedarf Erwerb einer neuen Laufbahnbefähigung)
34 2. Einzelne laufbahnrechtliche Regelungen gemäß BildDLaufbVO M-V: a) Erwerb der Laufbahnbefähigung für die Fachrichtung Bildungsdienst (siehe bereits Merkblatt Hinweise zur Verbeamtung von Lehrkräften ab ) geregelt in 5 und 6 BildDLaufbVO M-V: - durch Lehramtsstudium und Vorbereitungsdienst, - durch anderes Hochschulstudium und 5- jährige berufspraktische Tätigkeit als Lehrkraft (sogen. 2-Fach- Seiteneinsteiger ), - durch Lehrbefähigung als Lehrer für Fachpraxis an beruflichen Schulen, - durch Lehrbefähigung als Fachlehrer an beruflichen Schulen, - durch in anderem Bundesland erworbene und in M-V anerkannte Laufbahnbefähigung, - durch im Ausland erworbene und in M-V anerkannte Lehrbefähigung ergänzende Regelungen in 2 Abs. 5 und 6 Lehrerbildungsgesetz M-V
35 b) laufbahnrechtliche Probezeit: Beachte 19 LBG M-V, 9 BildDLaufbVO M-V und Erlass des BM v Hinweise zum Verfahren bei Umwandlung der Beamtenverhältnisse auf Probe in Beamtenverhältnisse auf Lebenszeit Dauer der Probezeit: Regelmäßige Dauer: 3 Jahre; Höchstdauer: 5 Jahre Anrechnung von Vordienstzeiten im Angestelltenverhältnis ( 9 Abs. 7 BildDLaufbVO), Mindestprobezeit: 1 Jahr Festsetzung Probezeit von Amts wegen durch SSÄ/ BM; Schulleiter werden informiert Dienstliche Beurteilungen während der Probezeit: erstmalige Beurteilung nach Hälfte der Probezeit in freier Würdigung Ende Probezeit: zweite (förmliche) Beurteilung mit Feststellung der (Nicht-) Bewährung Bewährung, wenn zum Ende der Probezeit mindestens befriedigende Beurteilungsnote
36 Fortbildung während der Probezeit: Einführungsfortbildung gem. 15 Abs. 3 LehbildG M-V für neu eingestellte Lehrkräfte bei Bestandslehrern Anrechnung erbrachter Fortbildungen/ von Berufserfahrung möglich Amtsärztliche Untersuchung: Grundsätzlich keine erneute amtsärztliche Untersuchung vor Lebenszeitverbeamtung Ausnahmen: offensichtliche Änderung Gesundheitszustand oder noch keine Aussage in vorliegendem amtsärztlichen Gutachten Entscheidung zum Ende der Probezeit: Ggf. Verlängerung Probezeit gemäß 9 Abs. 9 BildDLaufbVO M-V bei Erfüllung der Voraussetzungen: Ernennung zum Beamten auf Lebenszeit ansonsten Entlassung (Achtung: früheres Angestelltenverhältnis lebt nicht wieder auf!)
37 c) Dienstliche Beurteilung: 61 LBG M-V i. V. m. 14 BildDLaufbVO M-V: Beamtinnen und Beamte sind regelmäßig alle drei Jahre dienstlich zu beurteilen (Regelbeurteilung); Zuständigkeit bei Schulleitern (VwV Anordnung personalrechtliche Befugnisse ); Ausnahmen von Regelbeurteilungspflicht: 14 Abs. 2 BildDLaufbVO M-V; Anlassbeurteilung nur noch im Ausnahmefall, wenn neben Regelbeurteilung erforderlich; VwV Dienstliche Beurteilung der Lehrkräfte an öffentlichen Schulen vom wird überarbeitet und an die allgemeinen Beurteilungsrichtlinien des Landes angepasst
38 VII. Statusrechtliche und funktionelle Änderungen im Beamtenverhältnis: 1. Beförderung/ Rangherabsetzung (Zuständigkeit: SSA/ BM) a) Beförderung Kein Anspruch auf Beförderung, nur auf ermessenfehlerfreie Entscheidung Ernennung erforderlich ( 8 Abs. 1 Nr. 3 BeamtStG) vorherige Ausschreibung erforderlich Leistungsprinzip (Bestenauslese): Beförderungen nach Eignung, Befähigung, fachlicher Leistung; Auswahl auf Grundlage der dienstlichen Beurteilungen Beförderungsverbote/ -sperrfristen ( 20 Abs. 2 LBG M-V, 10 Abs. 4 BildDLaufbVO) zur Verfügung stehende Beförderungsämter: siehe Anlage I zum LBesG M-V
39 b) Erprobung vor Beförderung Erprobung im höheren Amt erforderlich ( 21 LBG M-V) zwei Arten der Erprobung: - für normale Beförderungsämter: Erprobungszeit von 6 Monaten - für Ämter mit leitender Funktion: c) Rangherabsetzung Ämter ab A 16 und Ämter ab A 11 mit Vorgesetztenfunktion Erprobungszeit von 2 Jahren Zulage ab 7. Monat der Erprobung ( 8a LBesG M-V) Anrechnung von Zeiten möglich, während derer dem Beamten höherwertige Funktion bereits übertragen worden ist; Anrechnung bis auf 0 möglich möglich bei Wechsel aus anderem Bundesland nach M-V oder als Folge eines Disziplinarverfahrens (Zurückstufung)
40 2. Versetzung/ Abordnung (Zuständigkeit: SSA/ BM) bei Beamten gleiche Voraussetzungen wie bei Angestellten a) Versetzung: dauerhafte Übertragung eines anderen Dienstpostens bei einer anderen Dienststelle (Wechsel der Stammdienststelle) Voraussetzungen: Rechtsfolge: - Antrag des Beamten oder dienstliches Bedürfnis für Dienstherrn - Anhörung des Beamten - Mitbestimmung Personalrat der abgebenden und aufnehmenden Dienststelle - Abwägung zwischen dienstlichen Bedürfnissen und persönlichen Belangen - ggf. Sozialauswahl - Verhältnismäßigkeit: Abordnung als milderes Mittel?
41 b) Abordnung: vorübergehende völlige oder teilweise Übertragung eines anderen Dienstpostens bei einer anderen Dienststelle (kein Wechsel der Stammdienststelle) Voraussetzungen: Rechtsfolge: - Antrag des Beamten oder dienstliches Bedürfnis des Dienstherrn - Anhörung des Beamten - Mitbestimmung Personalrat der abgebenden und aufnehmenden Dienststelle bei Abordnungen von mehr als 3 Monaten - Abwägung zwischen dienstlichen Bedürfnissen und persönlichen Belangen - ggf. Sozialauswahl - Verhältnismäßigkeit: Teilabordnung als milderes Mittel? - Höchstdauer der Abordnung: 5 Jahre
42 VIII. Beendigung des Beamtenverhältnisses: 1. Entlassung a) kraft Gesetzes ( 22 BeamtStG i.v.m. 30 LBG M-V) bei Verlust der Staatsangehörigkeit Unvereinbarkeiten mit dem Beamtenstatus b) durch Verwaltungsakt ( 23 Abs. 1 BeamtStG i.v.m. 31 LBG M-V) aus zwingenden Gründen Nr. 1: bei Verweigerung des Diensteides Nr. 2: versorgungsrechtliche Wartezeit nicht erfüllt Nr. 3: dauernde Dienstunfähigkeit Entlassung auf eigenen Antrag Nr. 4: wenn der Beamte die Entlassung in schriftlicher Form verlangt
43 Entlassung aus Beamtenverhältnis auf Probe ( 23 Abs. 3 BeamtStG) fehlende Bewährung in der Probezeit 2. Verlust der Beamtenrechte (strafgerichtliche Verurteilung) bei rechtskräftiger Verurteilung im ordentlichen Strafverfahren wegen einer vorsätzlichen Tat zu einer Freiheitsstrafe von mindestens 1 Jahr wegen einer vorsätzlichen Tat, die nach den Vorschriften über Friedensverrat usw. strafbar ist, zu einer Freiheitsstrafe von mindestens 6 Monaten 3. Entfernung aus dem Beamtenverhältnis nach den Disziplinargesetzen durch Urteil eines Disziplinargerichts 4. Eintritt oder Versetzung in den Ruhestand mit Erreichen der Regelaltersgrenze ( 25 BeamtStG i.v. m. 35 LBG M-V) bei Dienstunfähigkeit auch vor Erreichen der Altersgrenze möglich ( 26 BeamtStG i.v.m. 41 f. LBG M-V)
44 I. Allgemeines: Öffentliches Dienstrecht Teil B: Tarifrecht Teil B: Tarifrecht für angestellte Lehrkräfte zum Einstellungsverfahren siehe bereits Folie 18, zur Aufteilung der dienstrechtlichen Zuständigkeiten siehe bereits Folie 17 (VwV Anordnung über die personalrechtlichen Befugnisse ) (Fach-) Vorgesetzter: Schulleiter/-in gemäß 101 Abs. 3 Satz 4 SchulG M-V Beschäftigungsbedingungen ergeben sich aus dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) Eingruppierung gemäß Lehrer-Richtlinien-Ost der TdL in analoger Anwendung der beamtenrechtlichen Vorschriften
45 Teil B: Tarifrecht II. Ausgewählte Einzelfragen: 1. Probezeit: 2 Abs. 4 TV-L: sechs Monate 2. Rechte und Pflichten des Beschäftigten: Arbeitszeit: wie bei Beamten ( 44 Nr. 2 TV-L verweist auf das Beamtenrecht) Verschwiegenheitspflicht ( 3 Abs. 2 TV-L) Verbot der Annahme von Belohnungen und Geschenken ( 3 Abs. 3 TV-L) Nebentätigkeit: wie bei Beamten ( 3 Abs. 4 TV-L verweist auf das Beamtenrecht) 3. Versetzung/ Abordnung ( 4 Abs. 1 TV-L) wie bei Beamten, insbes. dienstliche Gründe erforderlich und Ermessensentscheidung 4. Urlaub Erholungsurlaub: 26 i. V. m. 44 Nr. 3 TV-L (30 Tage in den Schulferien) Sonderurlaub: 28, 29 TV-L (gleiche Gründe und Umfänge wie in SUrlV)
46 Teil B: Tarifrecht 5. Teilzeitbeschäftigung: 11 TV-L: wie bei Beamten Teilzeit aus familiären und sonstigen Gründen 6. Beendigung Arbeitsverhältnis: durch Kündigung/ Auflösungsvertrag/ Erreichen der Altersgrenze 7. Zusammenfassung: Im Laufe der Zeit haben sich beide Beschäftigungsverhältnisse in ihrer rechtlichen Ausgestaltung weitgehend angenähert, sodass man die Beschäftigung im Arbeitnehmerverhältnis als weitgehend gleichwertig zum Beamtenverhältnis bezeichnen kann
47 Teil B: Tarifrecht Dienstverhältnis Beamtenverhältnis Arbeitsverhältnis Rechtsnatur: Anzuwendende Rechtsvorschriften: Öffentlich-rechtliches Dienst- und Treueverhältnis (Art. 33 GG) Beamtenrecht (öffentliches Recht) Privatrechtliches Arbeitsverhältnis ( 611 BGB) Arbeitsrecht/ Tarifrecht (Privatrecht) Begründung/ Beendigung: Ernennung (Verwaltungsakt)/ Entlassung (Verwaltungsakt) Arbeitsvertrag/ Kündigung (privatrechtliche Rechtsgeschäfte) Entlohnung: Besoldung gemäß LBesG M-V Vergütung gemäß TV-L Altersversorgung: Beamtenrechtliche Versorgung (Ruhegehalt) Gesetzliche Rente der Deutschen Rentenversicherung Rechtsweg bei Streitigkeiten: Verwaltungsgericht Arbeitsgericht
48 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
III. Die Abordnung... 147 1. Rechtsgrundlage... 147 2. Materielle Voraussetzungen... 148 a) Tatbestandsvoraussetzungen... 149
Literaturverzeichnis... 17 Abkürzungsverzeichnis... 19 1. Kapitel Grundlagen des çffentlichen Dienstrechts... 21 I. Verfassungsrechtliche und gesetzliche Grundlagen... 21 1. Grundlagen des çffentlichen
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