Source: https://lsth.bundesfinanzministerium.de/lsth/2017/A-Einkommensteuergesetz/VI-Steuererhebung/2-Steuerabzug-vom-Arbeitslohn-Lohnsteuer/Paragraf-39b/inhalt.html
Timestamp: 2020-08-04 14:27:50
Document Index: 285335766

Matched Legal Cases: ['§ 39', '§ 24', '§ 32', '§ 32', '§ 32', '§ 39', '§ 39', '§ 42', '§ 38', '§ 19', '§ 50', '§ 39', '§ 51', '§ 24', '§ 52']

LStH 2017 - § 39b – Einbehaltung der Lohnsteuer
den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende für ein Kind (§ 24b Absatz 2 Satz 1) in der Steuerklasse II, ergibt den zu versteuernden Jahresbetrag. 6Für den zu versteuernden Jahresbetrag ist die Jahreslohnsteuer in den Steuerklassen I, II und IV nach § 32a Absatz 1 sowie in der Steuerklasse III nach § 32a Absatz 5 zu berechnen. 7In den Steuerklassen V und VI ist die Jahreslohnsteuer zu berechnen, die sich aus dem Zweifachen des Unterschiedsbetrags zwischen dem Steuerbetrag für das Eineinviertelfache und dem Steuerbetrag für das Dreiviertelfache des zu versteuernden Jahresbetrags nach § 32a Absatz 1 ergibt; die Jahreslohnsteuer beträgt jedoch mindestens 14 Prozent des zu versteuernden Jahresbetrags, für den 10.070 Euro übersteigenden Teil des zu
versteuernden Jahresbetrags höchstens 42 Prozent, für den 26.832 Euro übersteigenden Teil des zu versteuernden Jahresbetrags 42 Prozent und für den 203.557 Euro übersteigenden Teil des zu versteuernden Jahresbetrags 45 Prozent.
8Für die Lohnsteuerberechnung ist die als Lohnsteuerabzugsmerkmal mitgeteilte oder die nach § 39c Absatz 1 oder Absatz 2 oder nach § 39e Absatz 5a oder Absatz 6 Satz 8 anzuwendende Steuerklasse maßgebend. 9Die monatliche Lohnsteuer ist 1/12, die wöchentliche Lohnsteuer sind 7/360 und die tägliche Lohnsteuer ist 1/360 der Jahreslohnsteuer. 10Bruchteile eines Cents, die sich bei der Berechnung nach den Sätzen 2 und 9 ergeben, bleiben jeweils außer Ansatz. 11Die auf den Lohnzahlungszeitraum entfallende Lohnsteuer ist vom Arbeitslohn einzubehalten. 12Das Betriebsstättenfinanzamt kann allgemein oder auf Antrag zulassen, dass die Lohnsteuer unter den Voraussetzungen des § 42b Absatz 1 nach dem voraussichtlichen Jahresarbeitslohn ermittelt wird, wenn gewährleistet ist, dass die zutreffende Jahreslohnsteuer (§ 38a Absatz 2) nicht unterschritten wird.
Ein Arbeitgeber zahlt im April einem 65jährigen Arbeitnehmer einen sonstigen Bezug (Umsatzprovision für das vorangegangene Kalenderjahr) in Höhe von 5.000 €. Der Arbeitnehmer ist am 28.2.2017 in den Ruhestand getreten. Der Arbeitslohn betrug bis dahin monatlich 2.300 €. Seit dem 1.3.2017 erhält der Arbeitnehmer neben dem Altersruhegeld aus der gesetzlichen Rentenversicherung Versorgungsbezüge i. S. d. § 19 Abs. 2 EStG von monatlich 900 €. Außerdem hat das Finanzamt einen Jahresfreibetrag von 750 € festgesetzt.
a) der zeitanteilige Versorgungsfreibetrag und der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag, unabhängig von der Höhe der bisher berücksichtigten Freibeträge für Versorgungsbezüge) (20,8 % von 10.800 € i ) = 2.246,40 € höchstens 1.560 € zuzüglich 468 € = 2.028 €, davon 10/12) 1.690,00 €
b) der Altersentlastungsbetrag unabhängig von der Höhe des bisher berücksichtigten Betrags (20,8 % von 4.600 € = 956,80 € höchstens 988 €) 956,80 €
Gesamtabzugsbetrag somit 3.396,80 €
Der maßgebende Jahresarbeitslohn beträgt somit (13.600 € ./. 3.396,80 €) 10.203,20 €
ist der Altersentlastungsbetrag in Höhe von 20,8 %, höchstens jedoch der Betrag, um den der Jahreshöchstbetrag von 988 € den bei Ermittlung des maßgebenden Jahresarbeitslohns abgezogenen Betrag überschreitet, abzuziehen (20,8 % von 5.000 € = 1.040 €, höchstens 988 € abzüglich 956,80 €) 31,20 €
Der zu versteuernde Teil des sonstigen Bezugs beträgt somit 4.968,80 €
Der maßgebende Jahresarbeitslohn einschließlich des sonstigen Bezugs beträgt somit (10.203,20 € + 4.968,80 €) 15.172,00 €
Leistet der Arbeitgeber bei einer Nettolohnvereinbarung für den Arbeitnehmer eine Einkommensteuernachzahlung für einen vorangegangenen VZ , wendet er dem Arbeitnehmer Arbeitslohn zu, der dem Arbeitnehmer als sonstiger Bezug im Zeitpunkt der Zahlung zufließt. Der in der Tilgung der persönlichen Einkommensteuerschuld des Arbeitnehmers durch den Arbeitgeber liegende Vorteil unterliegt der Einkommensteuer. Er ist deshalb auf einen Bruttobetrag hochzurechnen (BFH vom 3.9.2015 – BStBl 2016 II S. 31).
Stand 1.1.2016 BMF vom 19.1.2016 (BStBl I S. 76)
Stand 1.1.2017 BMF vom (BStBl I S. )
Die Rückfallklausel nach § 50d Abs. 8 EStG gilt nicht für das Lohnsteuerabzugsverfahren und die Fälle des Auslandstätigkeitserlasses (BMF vom 21.7.2005 – BStBl I S. 821).
Absatz 2 Satz 5 Nr. 4 i. d. F. des Gesetzes zur Anhebung des Grundfreibetrags, des Kinderfreibetrags, des Kindergeldes und des Kinderzuschlags ist erstmals anzuwenden auf laufenden Arbeitslohn, der für einen nach dem 30.11.2015 endenden Lohnzahlungszeitraum gezahlt wird, und auf sonstige Bezüge, die nach dem 30.11.2015 zufließen. Bei der Lohnsteuerberechnung auf laufenden Arbeitslohn, der für einen nach dem 30.11.2015, aber vor dem 1.1.2016 endenden täglichen, wöchentlichen und monatlichen Lohnzahlungszeitraum gezahlt wird, ist zu berücksichtigen, dass Absatz 2 Satz 5 Nr. 4 in der am 23.7.2015 geltenden Fassung bis zum 30.11.2015 nicht angewandt wurde (Nachholung). Das BMF hat dies im Einvernehmen mit den obersten Finanzbehörden der Länder bei der Aufstellung und Bekanntmachung der geänderten Programmablaufpläne für 2015 zu berücksichtigen (§ 39b Abs. 6 EStG und § 51 Abs.4 Nr. 1a EStG); BMF vom 8.9.2015 (BStBl I S. 676). In den Fällen des § 24b Absatz 4 EStG ist für das Kj. 2015 eine Veranlagung durchzuführen, wenn die Nachholung nach Satz 2 durchgeführt wurde § 52 Abs. 37b EStG.
Durch das Gesetz zur Umsetzung der Änderungen der EU-Amtshilferichtlinie und von weiteren Maßnahmen gegen Gewinnkürzungen und -verlagerungen soll die Angabe „10.070 Euro“ durch die Angabe „10.240 Euro“, die Angabe „26.832 Euro“ durch die Angabe „27.029 Euro“ und die Angabe „203.557 Euro“ durch die Angabe „205.043 Euro“ ersetzt werden; die Gesetzesänderung soll am 1.1.2017 in Kraft treten.