Source: http://ranieri.jura.uni-saarland.de/Lehrangebot/anleitung.htm
Timestamp: 2016-07-23 11:04:41
Document Index: 310174759

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Anleitung zur Anfertigung einer Hausarbeit
Forschungsstelle f�r Europ�isches Zivilrecht
zur Anfertigung einer Hausarbeit
Bei dieser kurzen Anleitung zur Anfertigung einer Hausarbeit
handelt es sich lediglich um ein Merkblatt, das keinen Anspruch auf Vollständigkeit
Für eine Lösung des Falles ist es erforderlich,
dass man den Text der Aufgabe zunächst sorgfältig liest
und inhaltlich erfasst. In der Regel ist kein Satz des Textes
ohne Bedeutung. Dabei darf der Sachverhalt jedoch nicht durch Unterstellungen
oder Vermutungen ergänzt werden.
Grundsätzlich ist auf die Einhaltung des Gutachtenstils
zu achten. Dabei ist mit einem Obersatz zu beginnen, der die Anspruchsgrundlage
bereits enthalten muss ("A k�nnte gegen B einen Anspruch auf Zahlung des
Kaufpreises gem�� � 433 Abs. 2 BGB haben."). Danach
werden die tatbestandsmäßigen Voraussetzungen dargelegt. Hieran
schließen sich die sich aus dem Sachverhalt ergebenden Tatsachen
an. Nun werden die Tatsachen mit den Voraussetzungen verglichen und ein
auf den Obersatz bezogenes Ergebnis gebildet.
Eine Hausarbeit stellt ein wissenschaftliches Gutachten dar. Dies wiederum setzt voraus, dass die zu dem entsprechenden Problemkreis vorhandene Literatur sowie hierzu ergangene Gerichtsentscheidungen umfassend ausgewertet werden. Daher reicht es nicht aus, zur Erstellung der gesamten Hausarbeit nur einen Kommentar, ein Lehrbuch oder einen Aufsatz heranzuziehen und zu zitieren. Zur umfassenden W�rdigung der Gerichtsentscheidungen m�ssen auch die hierzu ver�ffentlichten Anmerkungen und Besprechungen etc. durchgearbeitet und ggf. zitiert werden. Sofern eine h�chstrichterliche Entscheidung existieren sollte, ist diese vorrangig gegen�ber einer Entscheidung eines untergeordneten Gerichtes heranzuziehen. 2. Pr�fungsreihenfolge
Der Aufbau der Lösung gliedert sich regelmäßig
1. Anspr�che aus Vertrag
2. culpa in contrahendo 3. Gesch�ftsf�hrung
4. dingliche Ansprüche
und ungerechtfertigter Bereicherung),
Erlöschen (z.B. Erfüllung)
und evtl. Einreden (z.B. Verjährung).
Es ist nützlich, sich zunächst eine klausurmäßige
Lösungsskizze anzufertigen, die nach Bedarf Schritt um Schritt
erweitert werden kann. Dabei können Schemata eine gute Hilfestellung
als Merkhilfe für Tatbestandsmerkmale und den Aufbau bieten. Aber
schon bei dieser Lösungsskizze ist darauf zu achten, dass die
auftretenden Probleme schwerpunktmäßig zu erörtern sind.
Das bloße Abhaken von aus Schemata entnommenen Voraussetzungen beinhaltet
die Gefahr einer falschen oder gar keiner Schwerpunktbildung. Auch allgemeine,
nicht fallbezogene Einführungen, wie z.B. in Lehrbüchern, sind
in einem Gutachten unzulässig.
Führen unterschiedliche Ansichten im konkreten Fall
zu dem gleichen Ergebnis, hat man diesen an sich vorhandenen Streit nicht
zu erörtern. Nur wenn eine Fragestellung vorliegt, die nach den dazu
vertretenen Ansichten zu unterschiedlichen Ergebnissen führt, bedarf
es einer ausführlichen Erörterung. Dazu sind die einzelnen Auffassungen
zu sammeln, soweit wie sinnvoll zusammenzufassen, die unterschiedlichen
Ansätze bzw. Kriterien in der Darstellung herauszuarbeiten und die
Konsequenzen bezüglich des konkreten Falles darzulegen. Daran schließt
sich die eigene Auffassung unter Abwägung der Argumente an. Die getroffene
Entscheidung sollte möglichst mit eigenen Argumenten begründet
werden. Natürlich darf dabei die Konsequenz für den Fall nicht
Das erste Blatt ist das Deckblatt. Auf diesem sind oben links Name, Anschrift
(Semesteranschrift) und Matrikelnummer, Fachsemester und in der Mitte der Seite die
Angaben �ber die Übung (�bung im B�rgerlichen Recht f�r
Fortgeschrittene), das Semester (Sommersemester 2004), den Übungsleiter
(Prof. Dr. F. Ranieri) und die Nummer
der Hausarbeit (1. Hausarbeit) anzugeben. Hinter dem Deckblatt folgt der Sachverhalt.
An den Sachverhalt schließt sich eine Gliederung
an. Die Überschriften und Ziffern bzw. Buchstaben der Gliederung sind
im Text der Arbeit zur Bezeichnung der dazugehörigen Abschnitte gleichlautend
mit der vorangestellten Gliederung zu verwenden. Dabei ist darauf zu achten,
dass auf ein �1." stets ein �2." folgen muss. Auf dem ersten Blatt der
Gliederung beginnt die Nummerierung der Seiten und zwar mit r�mischen Ziffern
c) Abk�rzungsverzeichnis
Auf die Gliederung folgt das Abk�rzungsverzeichnis.
Hier sind alle in der Arbeit verwendeten Abk�rzungen aufzuf�hren. d) Literaturverzeichnis
ist zu unterteilen in "Kommentare", "Lehrb�cher" und
"Aufs�tze und Monographien", wobei die Werke alphabetisch nach den Autorennamen zu
sortieren sind. Dabei ist nur das
in das Verzeichnis aufzunehmen, was bei der Erstellung der Lösung
gelesen und für die Bearbeitung (in einer Fußnote) verwendet
Bei Büchern mit mehreren Auflagen soll grundsätzlich
die letzte Auflage verwendet werden. Skripten jeglicher Art sind keine seri�se Quelle f�r die Erstellung eines wissenschaftlichen Gutachtens. Sie sind daher nicht als Fundstellen in einer Hausarbeit zu zitieren.Die Angaben im Literaturverzeichnis müssen vollständig
sein. Gesetzestexte und -sammlungen sowie Gerichtsentscheidungen und -sammlungen werden jedoch nicht in das Literaturverzeichnis aufgenommen. Urteilsanmerkungen werden hingegen in das Literaturverzeichnis aufgenommen.Beispiele:
M�nchener Kommentar zum B�rgerlichen
Kurt Rebmann, Franz J. S�cker, Roland Rixecker
Band 2a, Schuldrecht, Allgemeiner Teil (�� 241-432)
4. Aufl. M�nchen 2003
(zitiert: M�Ko-Bearbeiter)
Lehrb�cher (Verfasser (Name, Vorname), vollständiger
Titel, ggfs. Bandzahl und Auflage, Erscheinungsort und Erscheinungsjahr.
Der Verlag ist nicht zu erwähnen)
8. Aufl. Heidelberg 2002
(zitiert: Medicus, AT)
B�rgerliches Recht 19. Aufl. K�ln 2002
(zitiert: Medicus, BR)
Aufs�tze und Monographien
Entwicklungen im B�rgschaftsrecht
- Gefahren f�r die B�rgschaft als Mittel f�r die Kreditsicherung?
in: JuS 1999, S. 833-839
Bei Lehrb�chern, Kommentaren und
Monographien ist immer die Zitierweise anzugeben.
Das Gutachten wird mit arabischen Ziffern (ebenfalls rechts
unten) beginnend mit "1" nummeriert.
Die Fußnoten dienen als Belege für die im Text
in Bezug genommenen Fundstellen. Gerichtsentscheidungen müssen das erkennende Gericht
(inklusive Datum) und die Fundstelle
(Beginn der Entscheidung und Angabe der in Bezug genommenen Stelle) benennen. Dabei
darf das Zitat grundsätzlich nicht wörtlich übernommen werden.
Eine Ausnahme ist nur dann zulässig, wenn es auf den exakten Wortlaut
ankommt. Dies ist durch Anf�hrungszeichen kenntlich zu machen.
M�Ko-Roth � 242 Rn. 5.
Medicus, BR Rn. 502. Medicus, JuS 1999, 833, 836.
BGH, 12.3.1987, BGHZ 100, 136.
BGH, 3.6.1998, NJW 1998, 3114.
hinter eine Fu�note geh�rt ein
Punkt. Sofern f�r eine Entscheidung des BGH mehrere Fundstellen existieren sollten, ist als Fundstelle zun�chst die amtliche Sammlung (z. B. BGHZ), dann die NJW usw. anzugeben.
BGH, 9.3.1990, BGHZ 110, 363, 369 f. = NJW 1990, 1721, 1723.
f) weiterf�hrende Anleitungsliteratur
Brox, Hans, AT des BGB, � 37 (Methode der Fallbearbeitung); 27. Aufl. K�ln 2003.
ders., Zur Methode der Bearbeitung eines zivilrechtlichen Falles, JA 1987, 169 ff.
Br�hl, Raimund, Die juristische Fallbearbeitung in Klausur, Hausarbeit und Vertrag, 3. Aufl. K�ln 1992.
Diederichsen, Uwe / Wagner, Gerhard, Die Anfängerübung im Bürgerlichen
Recht, 3. Aufl. München 1996.
Diederichsen, Uwe / Wagner, Gerhard, Die BGB-Klausur, 9.
Aufl. M�nchen 1998.
Dietrich, Bernhard, Die Formalien der juristischen Hausarbeit, Jura 1998, 142 ff.
D�rrschmidt, Harald / Metzler-M�ller, Karin, Wie l�se ich einen Privatrechtsfall?, 3. Aufl. Stuttgart 2002.
Edenfeld, Stefan, Typische Fehler in (Examens-) Hausarbeiten, JA 1999, 196 ff.
Hopt, Klaus, Fallösungstechnik für Beginner, in
Jura 1992, S. 225 ff.
Jaroschek, Marcus, Praktische Hinweise zur Erstellung von
Juristischen Hausarbeiten, in: JA 1997, S.313 ff.
Kohler-Gehrig, Eleonora, Die Literatursuche bei Haus-, Seminar- und Diplomarbeiten mit juristischen Fragestellungen, JA 2001, 845 ff.
K�rber, Torsten, Zwanzig Regeln f�r die zivilrechtliche Fallbearbeitung, JuS 1998 L 65 ff.
Medicus, Dieter, Grundwissen zum B�rgerlichen Recht, � 1 (Die zivilrechtlichen Aufgaben), � 2 (Anspruchsaufbau), 5. Aufl. K�ln 2002.
Schimmel, Roland, Juristische Klausuren und Hausarbeiten richtig formulieren, 4. Aufl. Neuwied 2003 Werner, Olaf, F�lle mit L�sungen f�r Anf�nger im B�rgerlichen Recht, 11. Aufl. Neuwied 2004.
W�rlen, Rainer, Anleitung zur L�sung von Zivilrechtsf�llen, 6. Aufl. K�ln 2002, S. 36 ff.
ders., Zur �u�eren Gestaltung und Form von Hausarbeiten - eine unendliche Geschichte?, JA 1993, 155 ff.
Zuck, Holger, Das Anfertigen von �bungsarbeiten - Praktische Hinweise f�r Anf�nger-, Fortgeschrittenen- und Examensarbeiten, JuS 1990, 905 ff.
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