Source: https://www.steuba.de/werbungskosten/arbeitnehmerpauschbetrag-werbungskostenpauschbetrag-werbungskosten-hoehe/
Timestamp: 2020-04-10 19:21:32
Document Index: 279569670

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 3', '§ 9', '§ 19', '§ 22', '§ 19']

Arbeitnehmerpauschbetrag: Was versteht man unter dieser Pauschale?
Arbeitnehmerpauschbetrag: Was versteht man unter einem Werbungskostenpauschbetrag?
11 Feb Arbeitnehmerpauschbetrag: Was versteht man unter einem Werbungskostenpauschbetrag?
VerÃ¶ffentlicht um: 13:19Uhr in Werbungskosten	von	Michael Jonas
Was versteht man unter einem Werbungskostenpauschbetrag? Welche Arbeitnehmer kÃ¶nnen solche pauschale Werbungskosten ansetzen?
Was sind Werbungskosten bei nichtselbststÃ¤ndiger Arbeit?
Was versteht man unter dem Arbeitnehmerpauschbetrag bzw. der Werbungskostenpauschale?
Wo ist der Werbungskostenpauschbetrag definiert? Wie hoch ist der Werbungskostenpauschbetrag?
Wird der Werbungskostenpauschbetrag anteilig gekÃ¼rzt, wenn ich nicht das ganze Jahr beschÃ¤ftigt war?
Habe ich Anspruch auf mehrere WerbungskostenpauschbetrÃ¤ge bei mehreren BeschÃ¤ftigungen?
Sofern ich verheiratet bin, gibt es fÃ¼r mich und meine Frau jeweils einen Arbeitnehmerpauschbetrag oder gilt dieser zusammen fÃ¼r beide?
Ab welcher Entfernung zur ArbeitsstÃ¤tte lohnt es sich die Werbungskosten bei einem Arbeitnehmer in die Anlage N einzutragen?
Werbungskosten sind prinzipiell alles, was Sie aufwenden, um die Arbeitsstelle zu erhalten und ihre Position mÃ¶glicherweise zu verbessern. Dies als recht pragmatische Definition.
Werbungskosten sind Aufwendungen, Ausgaben und Kosten, die durch die berufliche TÃ¤tigkeit entstehen. Das Einkommensteuergesetz spricht von “Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen” (Â§ 9 Abs. 1 Satz 1 EStG).Â Zu den Werbungskosten gehÃ¶ren beispielsweise die klassischen und bekannten Aufwendungen
fÃ¼r die tÃ¤gliche Fahrt zur Arbeit,
fÃ¼r berufliche Fachliteratur,
fÃ¼r BÃ¼romaterialien,
fÃ¼r MitgliedsbeitrÃ¤ge an den Berufsverband und noch vieles mehr.
Eine Grenze ergibt sich bspw. bei ersparten Aufwendungen und entgangenen Einnahmen sowie fiktive Aufwendungen fÃ¼r die eigene Arbeitsleistung (BFH, Urteil vom 1.10.1985, Az. IX R 58/81).
Werbungskosten belasten zwar den eigenen Geldbeutel, sie fÃ¼hren aber zu entsprechend zu einer Steuerersparnis, da sie von den Einnahmen aus nichtselbststÃ¤ndiger Arbeit abgezogen werden. Insofern mÃ¼ssen Sie nur den Nettobetrag versteuern, die EinkÃ¼nfte.
Werbungskosten umfassen die Aufwendungen, die bei Ermittlung der sog. ÃœberschusseinkÃ¼nfte (EinkÃ¼nfte aus nichtselbstÃ¤ndiger Arbeit, aus KapitalvermÃ¶gen, aus Vermietung und Verpachtung und sonstige EinkÃ¼nfte) unmittelbar von den Einnahmen abgezogen werden kÃ¶nnen (EinkÃ¼nfteermittlung). Werbungskosten entsprechen somit denÂ BetriebsausgabenÂ bei GewinneinkÃ¼nften (EinkÃ¼nfte aus Land- und Forstwirtschaft, aus Gewerbebetrieb und aus selbstÃ¤ndiger Arbeit). Aufwendungen zur Sicherung von steuerfreien Einnahmen kÃ¶nnen nicht Werbungskosten sein (Â§ 3c EStG).
Zu den Werbungskosten gehÃ¶rt alles, was Sie ausgeben, um Ã¼berhaupt Geld zu verdienen. Dazu gehÃ¶ren Bewerbungsfotos genauso wie die Fahrt zum VorstellungsgesprÃ¤ch. Wer schon einen Job hat, muss vielleicht in eine Fortbildung investieren, um ihn auch zu behalten.Â Bereits beim Lohnsteuerabzug berÃ¼cksichtigt der Arbeitgeber 1.000 EuroÂ Arbeitnehmer-Pauschbetrag.
Der Werbungskostenpauschbetrag bzw. die Werbungskostenpauschale wird in Â§ 9a EStG definiert:
FÃ¼r Werbungskosten sind bei der Ermittlung der EinkÃ¼nfte die folgenden PauschbetrÃ¤ge abzuziehen, wenn nicht hÃ¶here Werbungskosten nachgewiesen werden:
a) von den Einnahmen aus nichtselbstÃ¤ndiger Arbeit vorbehaltlich Buchstabe b: ein Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1Â 000 Euro;
b) von den Einnahmen aus nichtselbstÃ¤ndiger Arbeit, soweit es sich um VersorgungsbezÃ¼ge im Sinne des Â§ 19 Absatz 2 handelt: ein Pauschbetrag von 102 Euro;
2.(weggefallen)
3.von den Einnahmen im Sinne des Â§ 22 Nummer 1, 1a und 5:
Der Pauschbetrag nach Satz 1 Nummer 1 Buchstabe b darf nur bis zur HÃ¶he der um den Versorgungsfreibetrag einschlieÃŸlich des Zuschlags zum Versorgungsfreibetrag (Â§ 19 Absatz 2) geminderten Einnahmen, die PauschbetrÃ¤ge nach Satz 1 Nummer 1 Buchstabe a und Nummer 3 dÃ¼rfen nur bis zur HÃ¶he der Einnahmen abgezogen werden.
Wichtig zu wissen, ist, dass das Finanzamt bei der VeranlagungÂ automatisch bei den Werbungskosten einen Arbeitnehmer-Pauschbetrag vonÂ 1.000 EuroÂ ansetzt, und das ohne ohne Nachweise. Dieser Betrag wird auch dann von Ihren EinkÃ¼nften aus nicht-selbststÃ¤ndiger Arbeit abgezogen, wenn Ihnen nur geringe oder gar keine Werbungskosten entstanden sind. Sofern allerdings Ihre WerbungskostenÂ hÃ¶her liegen, die Sie fÃ¼r Ihren Beruf geltend machen kÃ¶nnen und wollen, mÃ¼ssen Sie sie durchÂ Einzelbelege nachweisen.
Der Arbeitnehmerpauschbetrag ist einÂ Jahresbetrag, der nicht gekÃ¼rzt wird, sofern Sie nicht das ganze Jahr beschÃ¤ftigt waren.
Als Arbeitnehmer haben Sie insofern einenÂ RechtsanspruchÂ darauf, dass das Finanzamt den ungekÃ¼rzten Arbeitnehmerpauschbetrag ansetzt â€“ selbst wenn feststeht, dass bei Ihnen keine oder nur geringe Werbungskosten angefallen sind.
Die Werbungskostenpauschale wird insgesamtÂ nur einmal bei jedemÂ Arbeitnehmer abgezogen. Die 1.000 Euro werden auch dann nicht doppelt berÃ¼cksichtigt, wenn Sie mehrere ArbeitsverhÃ¤ltnisse oder sowohl inlÃ¤ndische als auch auslÃ¤ndische ArbeitseinkÃ¼nfte erzielt haben. Das heiÃŸt: Wird der Arbeitnehmerpauschbetrag bei Ihnen berÃ¼cksichtigt, haben Sie beispielsweise fÃ¼r ein zweites ArbeitsverhÃ¤ltnis kein Wahlrecht,Â WerbungskostenÂ von der Steuer abzusetzen.
Deshalb wird der Pauschbetrag zur Ermittlung der Lohnsteuer nach der fÃ¼r ein zweites oder weiteres DienstverhÃ¤ltnis geltendenÂ SteuerklasseÂ VIÂ nicht berÃ¼cksichtigt.
Sind beide Ehegatten berufstÃ¤tig, hat jeder Anspruch auf den Arbeitnehmer-Pauschbetrag.
Das Finanzamt berÃ¼cksichtigt pro Jahr denÂ Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 EuroÂ als Werbungskosten. FÃ¼r diese Pauschale sind keine Nachweise erforderlich und der Betrag wird automatisch vom zu versteuernden Einkommen abgezogen.
Viele Arbeitnehmer haben im Jahr weit mehr beruflich bedingte Kosten als 1.000 Euro. Wer die Werbungskosten in voller HÃ¶he steuerlich geltend machen will, kann dies durch eine SteuererklÃ¤rung problemlos tun.Â Das Finanzamt kann in diesem Fall Nachweise in Form von Rechnungen oder anderen Belegen fordern.Â FÃ¼r viele Ausgaben kÃ¶nnen aber auch hier wieder Pauschalen beansprucht werden.
Bei vielen Arbeitnehmern sind die Fahrtkosten der grÃ¶ÃŸte Posten bei den Werbungskosten. Die Frage, ob es sinnvoll ist die Werbungskosten zu erfassen, stellt sich genau bei einer Entfernung Wohnung-ArbeitsstÃ¤tte von 14,5 km.
Die Gleichung ist wie folgt:
EUR 1.000 = EUR 0,30 * 230 Tage * Kilometer
LÃ¶st man diese nach den Kilometern auf erhÃ¤lt man:
Kilometer = EUR 1000 / (0,3 * 230) = 14,5
Also ist es ab 14,5 Kilometer Entfernung Wohnung und ArbeitsstÃ¤tte sinnvoll die Werbungskosten zu erfassen.
Wenn Sie mit dieser sogenannten Pendlerpauschale Werbungskosten erzielen, die mehr als 4.500 EUR erreichen, kÃ¶nnen Sie diesen nur steuerlich geltend machen, wenn Sie mit dem eigenen Auto gefahren sind. FÃ¼r Fahrgemeinschaften gilt dagegen: Wenn Sie mit Kollegen oder Ihrem Ehepartner zusammen fahren, kann zwar jeder die Pendlerpauschale geltend machen. Allerdings mÃ¼ssen Sie fÃ¼r die Tage, an denen Sie nicht mit dem eigenen Auto fahren, die Grenze von 4.500 EUR (s.o.) beachten.Der Anspruch auf die Pendlerpauschale ist grundsÃ¤tzlich nicht abhÃ¤ngig von den tatsÃ¤chlichen Kosten. Wenn Sie allerdings einen Zuschuss Ihres Arbeitgebers bekommen (z.B. Jahresticket Ã–PNV), das entweder steuerfrei oder pauschal von Ihrem Arbeitgeber versteuert wird, mÃ¼ssen Sie diese Leistung auf die Pendlerpauschale anrechnen.
Wenn Sie beispielsweise in Frankfurt arbeiten, Ihr Familienwohnsitz aber in Hamburg liegt, kÃ¶nnen Sie auch die Kosten fÃ¼r Familienheimfahrten (im Rahmen der doppelten HaushaltsfÃ¼hrung) als Pendlerpauschale (bzw. Entfernungspauschale) steuerlich geltend machen. Hier gilt die Begrenzung auf den HÃ¶chstbetrag von 4.500 EUR Ã¼brigens nicht. Allerdings: Wenn Ihr Arbeitgeber die Familienheimfahrten steuerfrei bezuschusst, wird dieser Zuschuss auf die Pendlerpauschale angerechnet.
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