Source: http://doczz.nl/doc/1077620/gemeinde-kurier---floh
Timestamp: 2018-04-23 17:04:52
Document Index: 128628801

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 15', '§ 16', '§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 7', '§ 8', '§ 9', '§ 10', '§ 11', '§ 12', '§ 13', '§ 14', '§ 4', '§ 6', '§ 2', '§ 3', '§ 6']

Gemeinde-Kurier - Floh
➔ der Gemeinde Floh - Seligenthal
mit den Ortsteilen: - Floh - Schnellbach - Hohleborn
- Seligenthal - Struth-Helmershof - Kleinschmalkalden
37. Woche / Nr. 9
für alle Ortsteile der Gemeinde Floh-Seligenthal
nach Schwarzburg
in das Hotel und Restaurant „Weißer Hirsch“
bis 15. Okto
OT Floh, Te er in der Tourist-Inform
lefon 03683
/40 88 48 ation
08.30 bis 1
2.30 Uhr,
13.00 bis 1 0 und
13.00 bis 1
: 07.30 bis
7.30 Uhr,
09.00 bis 1
mit den „Singenden Wirtsleuten“ Angelika und Franz
sowie dem Thüringer Komödianten Heinz
- Thüringer Brotzeitplatte mit hausgeschlachteten Wurstspezialitäten
11.30 Uhr ab den jeweiligen Bushaltestellen
Ende der Fahrt:
Amtsblatt der Gemeinden Floh-Seligenthal
Wir möchten unsere Einwohner darauf hinweisen, dass das
Standesamt vom 11.10.2010 bis 22.10.2010 geschlossen
Bitte erledigen Sie zeitabhängige Anmeldungen und Vorsprachen im Vorfeld.
Das Einwohnermeldeamt ist während der Sprechzeiten
09.00 bis 12.00 und 13.00 bis 16.30 Uhr
09.00 bis 12.00 und 13.00 bis 17.30 Uhr
Mitteilung der Agrar GmbH
Aufgrund europäischer Förderrichtlinien sind landwirtschaftliche
Betriebe angehalten, die von ihnen bewirtschafteten Grünlandflächen frei von Verbuschung und Gehölzen (Verbuschungsgrad
unter 25 %) zu halten.
Aus diesem Grund sollen extrem betroffene Flächen in Kleinschmalkalden am Pfefferberg und im Langebachtal, die über
Jahrzehnte hinweg stark zugewachsen sind, nun unter Absprache mit der unteren Naturschutzbehörde und der Gemeinde
trotz hoher Kosten durch entsprechende Firmen von Verbuschung und anderen Gehölzen befreit werden.
So sollen diese Flächen wieder Stück für Stück in ihre ursprüngliche Bewirtschaftungsweise zurück geführt werden.
Wir bitten die Einwohner um Kenntnisnahme und Verständnis.
Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen hat festgelegt, dass
ausnahmsweise in der Zeit
vom 07. bis 09. Oktober 2010
trockener, unbelasteter Baum- und Strauchschnitt außerhalb
im Zusammenhang bebauter Ortsteile verbrannt werden darf.
Einzelheiten hierzu sind im Amtsblatt des Landkreises Schmalkalden-Meiningen (Ausgabe 09/2010) nachzulesen.
Tel. 03683-40883
Lohnmostannahme
1. Die Fam. Ackermann, Tambacher Straße 7, Tel. 0151
27160397 nimmt ab 17. September 2010 wieder für die ThüSa - Südthüringer Fruchtsaft Spirituosen GmbH Meiningen Obst entgegen.
2. Die Obstpresse der Fam. Herrmann, Nesselbergstraße 34,
Tel. 03683 607442 ist ab sofort auch wieder geöffnet.
Jung und Alt - gemeinsam aktiv
Die Sommerpause ist vorbei und Die Freiwilligenagentur des
MGH Familienzentrum Schmalkalden startet wieder durch…
Für unsere älteren hilfsbedürftigen Mitbürger bieten wir Begleitdienste zum Arzt, Spaziergänge (z. Bsp. Friedhof), Besuchsdienste (Vorlesen/Gespräche) oder die Erledigung ihrer Einkäufe an. Diese Angebote sind kostenfrei.
Unser Angebot für Familien umfasst unsere flexible Kinderbetreuung, die Gestaltung von Freizeitangeboten für ihre Kinder in
unserem Schülercafe sowie die Nutzung des Möbelladens bei
Vormittags bieten wir den Mitbürgern mit Migrationshintergrund
die Möglichkeit zur Computernutzung (mit kostenfreiem Internetzugang) und Unterstützung beim Schreiben von Bewerbungen an. Des Weiteren ist eine gemütliche Zeitungsschau bei
Kaffee und Tee in unserem Haus möglich.
Beratung und Auskunft erteilt Ihnen unsere Mitarbeiterin
Fr. K. Weisheit telefonisch unter 03683/607827 oder per mail
Das Forsthaus im Nesselgrund war 1921
bis 1927 Vereinssitz der Nesselgemeinde.
Lockte das Wetter an Wochenenden zu Spaziergängen, dann war das „Försterle“, so nannte
man den Biergarten neben dem Forsthaus im
Nesselgrund, ein beliebtes Ausflugsziel für Menschen aus den umliegenden Dörfern. Neben alkoholischen Getränken wurde der selbstgebackene Kuchen, den Frau Matt die Frau des
Försters anbot, gern angenommen. So hatten sich einige, die
sich regelmäßig dort trafen, dazu entschlossen, einen kleinen
Verein zu gründen, der den Namen „Nesselgemeinde“ tragen
sollte. Anregung fand diese Idee durch den bereits bestehenden
„Bund der Thüringer Berg-, Burg- und Wald-Gemeinde“, mit
Sitz in Jena, zu dessen Bundesfürstehern Nachbar Richter
Heimbach aus Ruhla gehörte. Dem Bund gehörten weiterhin an
die Gemeinden: Düppel (bei Seebergen); Kissel; Mommel; Hörselberg; Inselberg; Schaffelstein; 2 Ruppberg; Trinius; Steigerhaus; Spießberg; Wachsenburg; Fuchsturm - Gesellschaft;
Friedrichroda - Wald; Boxberg; Hachelstein; So wurde, laut Bericht über die Vorbereitung zur Gründung einer Gemeinde im
Nesselgrund, nachdem bereits mehrere gemütliche Zusammenkünfte im Forsthaus Nesselgrund stattgefunden hatten, von
Herrn Lehrer Uhl der Vorschlag gemacht, sich zu einer Gemeinde mit dem Sitz im Nesselgrund zusammenzuschließen. Zu diesem Zweck fanden sich die Herren Matt, Uhl, Julius-, Friedrichund Karl Herrmann zu einer Vorbesprechung, am Sonnabend
dem 17.9.21 im Forsthaus Nesselgrund zusammen. Es war der
Sonnabend vor der Floher Kirmes. Vereinbart wurde, noch einige besonders auszuwählende Herren zu bitten, sich zu einer
am 23. Oktober vorzunehmenden Gründung einer Gemeinde im
Forsthaus einzufinden. Hierzu wurden die Herren Volkstedt und
Fritz Heuse vorgeschlagen und zur Gründungsversammlung
eingeladen. Da diese Versammlung nur eine Vorbereitung sein
sollte, wurden keine weiteren Beschlüsse gefasst.
Protokollauszug über die am 23. Oktober 1921 im Forsthaus
Nesselgrund stattgefundene Gründungsversammlung der Nesselgemeinde. Es fanden sich folgende Herren zur offiziellen
Gründung einer Gemeinde im Forsthaus Nesselgrund ein: Uhl,
Matt, Volkstädt, Heuse, Julius-, Friedrich- und Karl Herrmann.
Nach einer kurzen Besprechung wurde einstimmig beschlossen
eine Gemeinde zu gründen, die den Namen „Nesselgemeinde“
erhielt und deren Sitz sich im Forsthaus Nesselgrund befindet.
Weiter beschlossen wurde, die Mitgliedschaft auf ein Minimum
zu beschränken, um so ein harmonisches Zusammensein innerhalb der Mitglieder zu sichern. Nachstehende Satzungen
wurden von den Mitgliedern aufgestellt und einstimmig gutgeheißen. Gemäß § 5 der neuen Satzung wurden folgende Herren
in den Vorstand gewählt: Erster Bürgermeister: Volkstedt; Zweiter Bürgermeister: Uhl; Gemeindesekretär: Friedrich Herrmann;
Rechnungsführer: Matt; Gemeindediener: Julius Herrmann.
Nach Erledigung einiger kleiner Punkte betr. Befolgung der Statuten etc. wurde die Sitzung gegen Mitternacht geschlossen
Aus den Protokollbüchern sind folgende Bezeichnungen zu entnehmen
Das Vereinslokal, das Forsthaus im Nesselgrund, nannte man
Die Gemeindemitglieder nannte man Nachbarn
Für Sitzungen gebrauchte man die alte Bezeichnung Sippung
Den Rechnungsführer nannte man später Säckelmeister
Geführt wurden die alten, Monatsnamen:
Hartung für den Härtemonat Januar
Hornung für den Härtemonat Februar
Lenzing für den Lenzbeginn im März
Launing für den launischen April
Weidemond für den Wonnemonat Mai
Brachet für Brachmonat Juni
Heuert für den Heumonat Juli
Ernting für den Erntemonat August
Scheiding für September, Scheidung Sommer/ Winter
Gilbhart für den Weinmonat Oktober
Nebelung für den Nebelmonat November
Julmond für den Weihnachtsmonat Dezember
Julfest“ für Wintersonnenwende
§ 15 Über Auflösen der Gemeinde entscheiden in einer dazu
einberufenen Gemeindeversammlung die anwesenden Mitglieder, jedoch kann eine Auflösung derselben nicht stattfinden, solange noch 3 Mitglieder für den Fortbestand vorhanden sind. Ein
etwa zur Zt. der Auflösung bestehendes Vermögen wird zur Verschönerung der Anlagen und des Forsthauses Nesselgrund
bzw. Weidmannsruh verbraucht.
§ 16 Jedes Mitglied verpflichtet sich, durch eigenhändige Unterschrift nachstehende Satzungen als die seine anzuerkennen
und genau nach diesen in den Gemeindeabenden und in der
Öffentlichkeit zu verfahren.
Geschrieben im Oktober des Jahres 1921 im Forsthaus Nesselgrund.
Der Gemeindegruß war ein dreimaliges Hallo - Ho
Gemeindestatut der Nesselgemeinde ausgestellt und genehmigt, im Oktober 1921
Mit dem heutigen Tage, dem 23. Oktober 1921 hat sich die Nesselgemeinde, mit dem Sitz Forsthaus Nesselgrund gegründet
und folgende Satzung als ihrige anerkannt.
§ 1 Die Nesselgemeinde ist eine Vereinigung von Freunden, für
Wanderlust und Natursinn. Sie will ihren Nachbarn im Nesselgrund eine Stätte anregender Unterhaltung bieten, Liebe zur
Heimat und unserem Land pflegen, sowie Natursinn und Wanderlust der Gemeindenachbarn fördern, besonders aber auch
deren Hang an harmlos heiterer Geselligkeit bei Sang und
Klang. Die Sippungen der Gemeinde dürfen keinen politischen
Einschlag haben.
§ 2 1) Mitglieder der Gemeinde können Damen und Herren werden, die das 25. Lebensjahr erreicht haben, im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte sind und in ihrem Betragen sich als anständige Menschen erweisen. 2) Die Aufforderung zur
Mitgliedschaft geschieht durch den Gemeindeschultheiß nach
vorangegangenem einstimmigem Beschluß der Gemeinde Versammlung.
§ 3 Jedes Mitglied hat einen einmaligen Beitrag von M 25,- als
Bestand an die Gemeindekasse zu zahlen und außerdem einen
Monatsbeitrag von Mk 5,- der je nach Bedarf erhöht werden
§ 4 Die Mitglieder verpflichten sich durch Handschlag, über die
Tagungen und Besprechungen in der Öffentlichkeit keinen Gebrauch zu machen. Zuwiderhandlungen können mit Ausschluss
bestraft werden und bringen den Verlust ihres Anteils am Gemeindevermögen mit sich.
§ 5 Der Vorstand setzt sich aus folgenden Personen zusammen.
1. Dem Schultheiß; 2. Dem Gemeindesekretär; 3. Dem Gemeinderechner; 4. Dem Gemeindediener
§ 6 Der Vorstand hat die Gemeinde nach innen und außen zu
vertreten und die Ehre derselben in jeder Beziehung nach Kräften zu wahren.
§ 7 Monatlich findet eine Pflichtversammlung statt, bei deren
Nichterscheinen ohne triftigen Grund die betreffenden Mitglieder mit 5,- M Strafe belegt werden können. Außerdem finden
zwanglose Versammlungen allwöchentlich statt.
§ 8 Alljährlich findet eine Generalversammlung statt, verbunden
mit Stiftungsfest, wozu Gäste eingeladen werden können.
§ 9 Während der Frühlings- und Sommerzeit sind die Versammlungen und Zusammenkünfte durch gemeinschaftliche Ausflüge
- mindestens 2 im Jahre - zu ersetzen.
§ 10 Unter den Gemeindemitgliedern hat ein harmonisches, familiäres, freundschaftliches Verhältnis zu bestehen und etwa
bestehende Uneinigkeiten sind in Gegenwart der betr. Mitglieder durch den Vorstand zu schlichten. Der Spruch derselben ist
von beiden Seiten als verbindlich zu betrachten.
§ 11 Beschlüsse der Gemeinde haben nur Gültigkeit, wenn die
Mitglieder derselben zur Versammlung eingeladen worden sind
und dabei die Tagesordnung vorher bekannt gegeben worden
ist. Stimmenmehrheit entscheidet. Bei Stimmengleichheit gibt
der Schultheiß den Ausschlag.
§ 12 Die Mitgliedschaft hört auf durch freiwilligen Austritt oder
Ausschluss. Der freiwillige Austritt ist dem Gemeindevorstand
§ 13 Die Ausschließung aus der Gemeinde, worüber der Vorstand entscheidet, erfolgt, wenn sich ein Mitglied derselben unwürdig erzeigt.
§ 14 Die ausgetretenen oder ausgeschlossenen Mitglieder haben auch nach ihrem Austreten bzw. Ausschluss, die moralische
Verpflichtung, die in § 4 übernommenen Pflichten zu wahren.
Der Gemeinderechner
Nachtrag zu § 6 des Statutes:
lt. Beschluß der Sippung v. 20.10.22.
„Die Amtsperiode des Gemeindevorstandes dauert 4 Jahre. Beginn der 1. Periode: 1. November 1921
Satzungen der Nesselgemeinde
§ 2 Zur Aufnahme als Nachbar kann sich jeder mindestens 25
Jahre alte ehrlich gesinnte Mann melden, sofern derselbe einen
guten Ruf genießt. Die Anmeldung muß schriftlich unter Angabe
zweier Paten beim Gemeindevorstand geschehen. Der Bürgermeister gibt die Namen der sich Anmeldenden sowie die Paten
öffentlich in der Sippung bekannt.
§ 3 Der Angemeldete muß vor seiner Aufnahme mindestens
zweimal als Gast an den Gemeindesippungen teilgenommen
haben. Der Gemeindevorstand ist ermächtigt, die Gastzeit in
Ausnahmefällen zu beschränken oder auszudehnen.
Aus den weiteren Protokollen geht hervor, daß auf diszipliniertes, kameradschaftliches, von Gemütlichkeit geprägtes, fröhliches Vereinsleben Wert gelegt wurde. Die Monatssippungen
und gemütlichen wöchentlichen Sippungen fanden im Forsthaus
Nesselgrund statt. Zu Sippungen unter Teilnahme von Familienangehörigen, wie Jahreshauptversammlungen, Weihnachts-,
Silvester-, Sonnenwendfeiern und weiteren wichtigen Höhepunkten im Vereinsleben, wie Treffen mit anderen Bundesvereinen, traf man sich auf der „Weidmannsruh“. Wanderungen zu
Nachbargemeinden, wie „Mommelgemeinde“, „Friedrichrodaer
Waldgemeinde“ u.s.w. bereicherten das Gemeindeleben. Im
Sommerhalbjahr war das Wandern ein wichtiger Bestandteil des
Vereinslebens, worüber ein Wanderbuch geführt wurde. Aus der
Gemeindekasse, aber auch aus Sonderspenden einzelner
Nachbarn, wurden Liederbücher angeschafft, die in den Sippungen zum Erlernen von Wanderliedern genutzt wurden, was zu
guter Stimmung und Geselligkeit beitrug. Das Inventar wurde
durch Anschaffung einer Gitarre bereichert, mit der Musiklehrer
Uhl den Gesang begleitete. Gegenseitige Teilnahme an den Feierlichkeiten der Nachbargemeinden, gehörte zu den Gepflogenheiten im Gemeindeleben. Jährlich fand eine Bundesversammlung statt, zu der jeweils Teilnehmer aus den Gemeinden
delegiert wurden, um aus ihrem Vereinsleben zu berichten. Sippungen, die der kulturellen Bereicherung dienten wurden vom
Bundesvorstand durch die Vermittlung von Referenten gefördert
und unterstützt. So gab es am 23. Hornung 1924 einen Vortrag
durch Nachbar Richter Heimbach, über seinen Freund, den ver-
storbenen Heimatdichter und Wandersmann Trinius, Im Monat
Hornung fanden die Jahreshauptsippungen statt, in denen der
Jahresbericht, der Kassenbericht gegeben - und die Entlastung
des Vorstandes erfolgte. Zu diesen Sitzungen erfolgte auch die
offizielle Aufnahme von Nachbarn in der Fremde. Solche waren:
Herr Otto Steinbach aus Herges - Auwallenburg, Herr Hufnagel,
Richter-Heimbach, war als Ehrenmitglied der Gemeinde aufgenommen worden.
Festsippung am 15. Scheiding
Zu dieser Sippung hatten sich alle Nachbarn außer Julius Herrmann eingefunden. Auch war unser Nachbar in der Fremde Hufnagel anwesend, desgl. Richter-Heimbach. Die Sippung begann
mit einem Festessen, das aus Hammelbraten und Klößen bestand. Hausherrin Matt mit ihren beiden Kammerzofen hatte alles fein säuberlich zugerichtet und im mit Immergrün geschmücktem Saale mundete alles kräftig. Dazu wurde ein
vorzüglich Bier, gezapft von dem nimmermüden Butte (nach
Gebr. Grimm: Mit Trauben gefülltes Behältnis), herumgereicht.
Das Tischgebet sprach der Bürgermeister Uhl. Es hatte folgenden Wortlaut:
Unser Tisch ist reich gesegnet,
es hat Fleisch u. Klöße geregnet,
reichlich ist uns zugemessen,
so sorgt, daß wir in Frieden essen.
Und gib du uns, du Geber aller Gaben,
daß das ausreicht, was wir vor uns haben,
Es schien als sollte unser Gebet zuschanden werden, das
Fleisch wollte nicht reichen. Und doch teilte die Küche alles so
ein, daß jeder sich satt essen konnte.
Einen oberflächlichen Einblick in das Gemeindeleben sollen der
nachstehende Jahresbericht, zwei ausgewählte Sippungsprotokolle und ein lustiger Kartengruß der Inselberg - Gemeinde geben.
Jahresbericht 1922.
Am 23.10.1921 wanderten einige durstige Seelen zum Nesselgrund. Als sie wieder nach Hause pilgerten, war ihr Durst gestillt; zugleich gingen sie mit dem Bewußtsein talwärts, einen
Weg gefunden zu haben, der ein inneres Band für sie sein
könnte. Die Nesselgemeinde war gegründet. Bald zeigte sich
auch, daß mit der Gründung neues Leben im Nesselgrund einzog. An jedem 3. Freitag im Monat fanden sich die Nachbarn
ohne Ausnahme zu einer Pflichtsippung zusammen. Fröhliche
Stunden wurden bei Gesang, Musik und Tanz verlebt. Die
Freundschaft unter den Nachbarn wurde so innig, daß fast alle
ihre früheren Freundschaftsbande lösten und demzufolge außer
den Pflichtsippungen regelmäßig an jedem Freitag und Sonntag
in der Gemeindeklause vertreten waren.
Unserem Wahlspruch treu zu bleiben, wurden auch einige Wanderungen unternommen. Einmal gings bei großer Kälte mit
Schlitten über Friedrichroda nach Tambach u. zurück, mehrmals
tagten wir auf Weidmannsruh. Im Sommer führte eine dreitägige
Wanderung die Nachbarn Volkstedt, Matt, Stadler u. Uhl zur
Rhön (Kreuzberg, Kissingen) mit dem Endziel Nürnberg. Auch
wurden 2 Nachbargemeinden „Inselberggemeinde“ u. „Düppelgemeinde“ (Tambach-Dietharz) zu ihrem Stiftungsfest aufgesucht. Einzelne Nachbargemeinden „Friedrichrodaer Waldgemeinde“ u. „Düppelgemeinde“ kamen auch zu uns.
Insbesondere ist es letztere Gemeinde, die uns in jeder Weise
als Freund betrachtete. Im Sommer 1922 fanden sich auf Anregung der Düppelgemeinde 13 Gemeinden durch einzelne Vertreter im Nesselgrund ein, um unsere Aufnahme in den Bund
vorzubereiten. Mit Befriedigung über unsere Tätigkeit zogen sie
feuchtfröhlich abends nach Tambach und erwirkten kurz darauf
unsere Aufnahme in den Bund der „Berg-, Burg- und Waldgemeinden.
Unsere Gemeinde gehört seit dem dem Bunde an
Sippung am 20. Oktober 1922
Anwesend sind 6 Nachbarn
(Uhl, Matt, Volkstedt, 3 Gebr. Herrmann)
Der Schultheiß eröffnet die Sippung nach üblicher Weise und
Bundesgruß.
1. Vorlage der letzten Sitzungsbücher;
2. Stiftungsfest;
4. Verschiedenes (Wanderkarten etc.)
Zu 1. wird genehmigt.
Zu 2. wird beschlossen, das offizielle Stiftungsfest im Sommer
abzuhalten verbunden mit Bannerweihe. Inoffiziell soll am 3.
Weihnachtfeiertag eine kleine Feier, verbunden mit Weihnachtsfeuer stattfinden. Einzelheiten über die Feier werden dem Bürgermeister und Säckelmeister zur Regelung überlassen.
Zu 3. wird folgender Nachtrag zu § 6 der Statuten beschlossen.
„Die Amtsperiode des Gesamtgemeindevorstandes dauert 4
Jahre. Beginn der ersten Periode: 1. November 1921.“
Zu 4a Betreffs Beschaffung eines Banners wurde beschlossen,
die Anschaffungskosten für dasselbe durch freiwillige Spenden
zu decken. Zu diesem Zwecke soll ein Klingelbeutel beschafft
Zu 4b wird die Einrichtung einer Wanderkasse befürwortet, wo
jeder Nachbar nach belieben einzahlen und abheben kann. Für
die Gesamtkasse wird ein Kto. beim Darlehn Floh unter der Bezeichnung: „Konto Wanderkasse“ angelegt. Zum Rendanten
(Rechnungsführer) wird Nachbar Uhl gewählt.
Zu 4c Die Pflichtsippungen finden jeden 3. Freitag im Monat
statt, Fehlen wird mit M. 50,- bestraft.
Bei Ausnahmefällen entscheidet die Gemeinde. Nachdem zum
Schluß der Tagesordnung noch die Wanderbücher verteilt wurden, wobei Lied N. 5 gesungen wird, wird die anregende Sippung gegen Mitternacht geschlossen.
Der Schultheiss:
(Kundtuung) Matt
Sippung am 16.2.23
Der Bürgermeister eröffnet die Sippung in der üblichen Weise
und begrüßt besonders die mit erschienenen Gäste.
Tagesordnung: 1. Neuaufnahmen;. 2. Beiträge; 3. Verschiedenes
Zu 1. werden neu aufgenommen und als Nachbarn verpflichtet
Adolf Ulrich (Zigarrenmeister) Seligenthal; Richard Weisheit (Zigarrenmeister) Struth
Wilhelm Jung, (Schumacher) Seligenthal
Nachdem die Gemeinde die Zahl von 10 Nachbarn überschritten hat, muß ein zweiter Beisitzer gewählt werden. Ferner muß
unserer Gemeindeordnung entsprechend ein Ehrenwart gewählt werden, welchem die Schlichtung von Streitigkeiten innerhalb der Gemeinde obliegt.
Zum Schluß sei noch angeführt, daß ein Gemeindebanner fertig
gestellt wurde und dieses in Gegenwart unseres Ehrennachbarn auf einem Klöße essen seine feierliche Weihe fand.
Über Punkt 2 entstand eine lebhafte Debatte. Ein gestellter Antrag, den Monatsbeitrag auf 1000,- M zu erhöhen, wurde abgelehnt, dagegen wurde beschlossen, den Punkt 2 von der Tagesordnung ganz zu streichen und dessen nähere Regelung dem
engeren Vorstande zu überlassen.
Zu Punkt 3. Verschiedenes erfolgte wieder lebhafte Aussprache.
Ein gestellter Antrag: „ Jeder Nachbar ist verpflichtet, im Geschäftsjahr 1923 einen neuen Nachbar zu werben und für diesen die Verantwortung zu übernehmen“ wurde angenommen.
Ein weiterer gestellter Antrag, für den 1. Schriftführer im Falle
der Behinderung einen 2. Schriftführer zu wählen, wurde dahingehend angenommen, dass als 2. Schriftführer Nachbar Heusse gewählt wird.
Da weiter Anträge nicht mehr vorliegen wird die Sippung gegen
10.30 Uhr geschlossen
Kartengruß der Inselberg Gemeinde
Aus den Protokollen ist zu entnehmen, daß sich die Gemeinde,
wegen unterschiedlichen Neigungen einzelner Nachbarn zu
SPD bzw. zu NSDAP, im Jahre 1927 auflöste.
Fritz Fräbel
Festumzug der Kirmespaare durch den Ort
anschließend Platzkonzert mit den „Fambergmusikanten“ im Festzelt mit Kaffee und
Tanz u. Gaudi mit Thomas & Co. auf dem
Saal des Gasthofs „Höhnberg“
Musikalischer Frühschoppen mit DJ „Thomas“ im Gasthof „Höhnberg “
Bunter Umzug, durch den Ort anschließend
in der Gemeinde Floh-Seligenthal
Dorfkirmes im OT Struth - Helmershof
Aufstellen der Kirmestanne durch die FFW
Leberessen im „Thüringer Hof“ und im „Helmerser Wirtshaus“ mit den „Stilletaler Musikanten“
Discoparty mit „Stefano und Robodisco“ im
Ständchen im Oberdorf
Live Musik mit der Band „Frankenexpress“
Ständchen im Unterdorf
Frühschoppen im „Helmerser Wirtshaus“ mit
den „Stilletaler Musikanten“
Festumzug zum Festzelt mit den „Stilletaler
Familiennachmittag mit den „Werrataler Musikanten“ im Festzelt
Traditioneller Frühschoppen mit Kirmesausklang im Gasthof „Thüringer Hof“ mit den „Stilletaler Musikanten“
Familiennachmittag um das Festzelt
Geologische Wanderung anlässlich des Tags
des Geotops entlang der „Großen Haderholzroute“
Treffpunkt: Sportplatz Seligenthal
Benefizkonzert für die Paliativstation des Krankenhauses Schmalkalden
mit mehreren Chören in der Kirche in Seligenthal
24. - 27. September -
Dorfkirmes im OT Floh
Aufstellen der Kirmestanne vor dem Gasthof
„Höhnberg“
Traditionelles Leberessen in allen Gaststätten
Große Discoparty im Festzelt
Ständchen im gesamten Ort
Große Kirmesparty mit „Consul“
Einmarsch der Kirmespärchen und einigen
Überraschungen im Festzelt
8. Haderhölzer Flutlichtturnier
der Alte Herren Mannschaften der Großgemeinde
Floh-Seligenthal auf d. Sportplatz Seligenthal
Ranglistenwettkampf des Thüringer Skiverbandes für Skiroller 12 - 15 Jahre in der klassischen Technik auf der Rollerstrecke in Struth-Helmershof
Erntedankfest in der Kirche in Struth-Helmershof
Erntedankfest in der Kirche in Floh
Erntedankfest in der Hessischen Kirche in Kleinschmalkalden
Fahrt des Thüringerwald-Vereins mit PKW’s
nach Gräfenroda Wanderung-zur Ruine des
Raubschlosses
Erntedankfest in der Kirche in Seligenthal
Erntedankfest in der Kirche in Schnellbach und
Seniorenfahrt für alle Ortsteile nach Schwarzburg zu den singenden Wirtsleuten Angelika und
Franz in das Hotel und Restaurant „Weißer
Hirsch“
Nordic Walking zum kennen lernen
Laufen mit Stöcken in der Natur, geeignet für alle
Altersgruppen. Mindestteilnehmerzahl 5 Personen, Anmeldung bis Dienstag in der Touristinformation.
Teilnehmergebühr 4,00 EUR/Pers., mit Gästekarte 3,00 EUR/Pers.
Seniorengymnastik in der Sporthalle Seligenthal
Wanderung rund um die Gemeinde Floh-Seligenthal
Anmeldung bis Mittwoch 15.00 Uhr in der Touristinfo. Tel 408848
Line-Dance im DGH „Adler“ OT Kleinschmalkalden
Öffnungszeiten der Tourist - Information OT Floh, Bahnhofstraße 4
Donnerstag: 09.00 - 12.00 Uhr und 13.00 - 17.30 Uhr
In unserer Tourist - Information erhalten Sie:
· Ansichtskarten, Prospektmaterial, Ortsplan
· Hinweise auf Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele
· Unterkunftsverzeichnisse
· Wanderkarten, Rennsteigvideos, Souvenirs, Touristische Literatur
Informationen über Veranstaltungspläne der Nachbarorte
CD’s „Romantische Orgeln in Thüringen “ u. dem „Madrigalkreis Schmalkalden“
· Erwachsene 0,60 EUR/Tag
· Kinder vom 6. bis 14. Lebensjahr und Studenten erhalten
Urlauber welche Ihren Kurbeitrag entrichtet haben, erhalten
auf die Gästekarte der Gemeinde Floh-Seligenthal Ermäßigung in allen auf dem beigefügten Infoblatt des Meldescheines aufgeführten Einrichtungen.
OT Floh, Bahnhofstrasse 4
OT Kleinschmalkalden, Markt 1,
Die Kirche im OT Floh ist vom 01.05. bis 30.09 in der Zeit von
10.00 - 18.00 Uhr zu besichtigen. Kirchenführungen nach vorheriger Vereinbarung mit Herrn Rainer Erbe, Grummich 1, OT
Floh, Tel. 604922.
Die Bundeskegelbahn im Gasthaus „Helmerser Wirtshaus“
OT Struth-Helmershof ist täglich, außer dienstags, geöffnet. Vorherige Anmeldung ist erforderlich (Tel.788634)
Preis: 8,50 EUR/Std./Bahn (Kegeln in Straßenschuhen ist nicht
Die Ausleihe von geeigneten Schuhen ist im Gasthaus möglich.
Sauna und Solarium im Gasthof „Thüringer Hof“ OT StruthHelmershof sind täglich außer Mittwoch geöffnet. Vorherige Anmeldung unter Tel. 79190 erwünscht.
Die Heimat- und Trachtenstube im OT Schnellbach ist nur
nach Voranmeldung unter Tel. 03683/605603 oder 607727 zu
Das Heimatmuseum im OT Kleinschmalkalden kann parallel
zu den Öffnungszeiten der Bibliothek besichtigt werden. Montag
9.00 - 11.00 Uhr und Mittwoch 14.30 - 17.30 Uhr
Außerhalb dieser Zeiten wird um telefonische Anmeldung bei
Reiner König, Tel. 036849/20022 gebeten.
Die Gebühren für die Minigolfanlage können von 13.00 16.00 Uhr bei Frau Gerda Gräb, An den Birken 2 entrichtet werden.
Erwachsene 1,50 EUR/Std., Kinder bis 16 Jahre 1,00 EUR/Std.
Pfandgebühr für Schläger 2,50 EUR
Die Tennisplätze in Seligenthal können nach vorheriger Abstimmung mit der Touristinformation genutzt werden.
Gottesdienst Evangelische Kirchgemeinde
OT Struth-Helmershof und Schnellbach
OT Floh und Seligenthal
Hinweise aus der näheren Umgebung:
Tabarz Kur u. Familienbad TABBS
Brotterode - Inselbergbad:
Sommerrodelbahn und Bungee-Anlage am Kleinen Inselsberg
Schmalkalden - Individuelle Stadtführungen
jeden Montag, Mittwoch und Samstag 11.00 Uhr
Treffpunkt: Tourist-Information Schmalkalden, Preis/Pers 4,00
EUR, Dauer 1,5 Std.
Schloß Wilhelmsburg: Dienstag - Sonntag 10.00 - 18.80 Uhr
Besucherbergwerk Finstertal OT Asbach
Führung zu jeder vollen Stunde, Preis 2,00 EUR, Dauer 45 Min.
Täglich 9.00 - 17.00 Uhr,
Erwachsene 5,00 EUR, Kinder 3,00 EUR, Führung 25,00 EUR
- Rainer Ortlepp, Friedrichstr. 19/21, 99894 Friedrichroda
Tel. 03623/200429 oder. 0172/3687133
- Falk Nattermann, Hauptstraße 66, Altersbach,
Tel. 03647/50916 od. 0173/3695217
Die Gästekarte des Naturparks Thüringer Wald mit über 375
Anbietern ist für 5,00 EUR in der Touristinfo und in der Thüringer Hirschhornverarbeitung Martin Funk in Kleinschmalkalden erhältlich
Die Sprechstunde von Herrn Funk zu Fragen der Rentenversicherung findet
jeden 2. Dienstag im Monat - ab 10.00 Uhr
in der Gemeindeverwaltung im OT Seligenthal, Gothaer Straße 96 statt.
Termine nur nach telefonischer Vereinbarung unter Telefon-Nr. 03683/602598
Amtsblatt der Gemeinde Floh - Seligenthal mit den Ortsteilen: Floh - Schnellbach -Hohleborn - Seligenthal - Struth-Helmershof - Kleinschmalkalden
Herausgeber: Gemeinde Floh-Seligenthal
Verantwortlich für amtlichen und nichtamtlichen Teil: Gemeinde Floh-Seligenthal,
Hauptamt, Tel. 0 36 83 / 40 88 42
Verantwortlich für den Anzeigenteil: Andreas Barschtipan – Erreichbar unter der
Anschrift des Verlages. Für die Richtigkeit der Anzeigen übernimmt der Verlag
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Anzeigenpreisliste. Vom Kunden vorgegebene HKS-Farben bzw. Sonderfarben
werden von uns aus 4-c Farben gemischt. Dabei können Farbabweichungen auftreten, genauso wie bei unterschiedlicher Papierbeschaffenheit. Deshalb können
wir für eine genaue Farbwiedergabe keine Garantie übernehmen. Diesbezügliche
Beanstandungen verpflichten uns zu keiner Ersatzleistung.
monatlich, kostenlos an alle Haushaltungen im Verbreitungsgebiet. Im Bedarfsfall
können Sie Einzelstücke zum Preis von 2,50 € (inkl. Porto und 7% MWSt.) beim
Der Floh im Ohr - Stadeltheater Lauingen
Worüber das Christkind lächeln musste Von Karl Heinrich Waggerl
Augenoperation, Lasik
Der Standard - Sigmund Freud Museum
Junge - Die Ärzte - Texte und Akkorde, Chords für Gitarre
Bevor Streit vom Zaun bricht
Baurechtskolumne von Marie-Theres Huser vom Freitag, 20. Juli
Augenlaserbehandlung, Lasik Methode
Wella_Awareness_Kollektion Markus Herrmann 2015
Südthüringer Zeitung 30.09.2008 (PDF 27kb)