Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=24.11.2010&Aktenzeichen=III%20ZR%208/10
Timestamp: 2019-07-16 20:01:43
Document Index: 127638236

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 24.11.2010 - III ZR 8/10 - dejure.org
https://dejure.org/2010,6824
BGH, 24.11.2010 - III ZR 8/10 (https://dejure.org/2010,6824)
BGH, Entscheidung vom 24.11.2010 - III ZR 8/10 (https://dejure.org/2010,6824)
BGH, Entscheidung vom 24. November 2010 - III ZR 8/10 (https://dejure.org/2010,6824)
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Rückzahlung des eingezahlten Betrags für die Beteiligung an einer Gesellschaft wegen fehlerhafter Angaben in einem Prospekt; Pflicht eines juristischen Laien zu Angaben über eine bestehende Verflechtung zweier Gesellschaften sowie der damit verknüpften Sondervorteile in einem Prospekt für eine entsprechende Geldanlage
LG München I, 04.02.2008 - 35 O 8706/07
Daraus folgt jedoch nicht, dass dem Beklagten die Erheblichkeit der behaupteten Irreführung der Anleger in Bezug auf die Prospektierung bewusst war, dass er also nicht in Übereinstimmung mit der seinerzeitigen instanzgerichtlichen Rechtsprechung bis zum Jahr 2008 davon ausging, dass es an der Erheblichkeit fehlt, solange der Weichkostenanteil nicht überschritten wird (…BGH, Urt. v. 15.07.2010, III ZR 321/08, Rn. 40; B. v. 24.11.2010, III ZR 8/10, Rn. 9).
Dies gilt umso mehr, als auch der Bundesgerichtshof diese Fallkonstellation in seinen Urteilen vom 29. Mai 2008, III ZR 59/07, und 12. Februar 2009, III ZR 90/08, zunächst nur knapp behandelte und erstmals in seinem Urteil vom 15.07.2010, III ZR 336/08, hierzu eingehend Stellung nahm (…BGH, Urt. v. 15.07.2010, III ZR 321/08, Rn. 41;… B. v. 28.10.2010, III ZR 255/09, Rn. 10; B. v. 24.11.2010, III ZR 8/10, Rn. 10 ff.).
Aber selbst wenn, obwohl sehr zweifelhaft, von einem Verbotsirrtum ausgegangen würde, wäre dieser angesichts des seinerzeitigen Stands der Rechtsprechung und des Umstands, dass Rechtsrat eingeholt worden war, unvermeidbar, auch wenn die Beratung nicht gezielt diese Frage zum Gegenstand gehabt haben mag (…BGH, B. v. 28.10.2010, III ZR 255/09, Rn. 10 f.; B.v. 24.11.2010, III ZR 8/10, Rn. 10 ff.).
Es braucht nicht entschieden zu werden, ob den Beklagten aufgrund seiner wechselnden Stellung in leitenden Funktionen bei mehreren Gesellschaften der G. Gruppe als sog. "Hintermann" eine Prospektverantwortlichkeit trifft (s. dazu BGH, Beschluss vom 24.11.2010 - III ZR 8/10), so dass es auf die Frage, ob er durch aktives Tun auf den Inhalt von Emissionsprospekten Einfluss genommen hat, nicht ankäme.
Wegen der maßgebenden Gründe, die auch in diesem Fall gelten, nimmt der Senat auf sein Urteil vom 15. Juli 2010 (…III ZR 321/08, WM 2010, 1537 Rn. 35 ff) sowie seine Beschlüsse vom 28. Oktober 2010 (III ZR 255/09, BeckRS 2010, 28213) und vom 24. November 2010 (III ZR 8/10) Bezug.