Source: http://www.sr71.dyndns.info/_Muendliche-Jaegerpruefung-Sachgebiet3-Jagdrecht_kurz.php
Timestamp: 2017-03-29 21:01:23
Document Index: 141470812

Matched Legal Cases: ['§ 1', 'Art. 36', '§ 22', 'Art. 33', '§ 22', '§ 19', 'Art. 29', 'Art. 2', '§ 19', 'Art. 29', '§ 19', 'Art. 29', '§ 19', 'Art. 29', '§ 19', '§ 19', 'Art. 9', 'Art. 9', '§ 960', '§ 1', 'Art. 6', 'Art. 38', '§ 5', '§ 62', '§ 22', '§29', '§29', '§29', '§29', '§30', '§31', '§ 25', '§ 25', 'Art. 30', 'Art. 30', 'Art. 29', 'Art. 2', 'Art. 29', '§ 19', 'Art. 29', 'Art. 39', 'Art. 39', 'Art. 39', '§ 44', '§ 45', '§ 48', '§ 25', 'Art. 41', 'Art. 41', 'Art. 42', 'Art. 41', '§ 23', 'Art. 40', 'Art 42', '§ 8', '§ 2', '§ 7', 'Art. 8', 'Art. 17', '§ 8', 'Art 10', 'Art. 8', 'Art 10', '§ 8', 'Art. 4', '§ 8', '§ 8', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', 'Art. 6', '§ 9', 'Art. 38', '§ 1', 'Art 19', '§ 13', '§ 1', '§ 11', '§ 11', 'Art. 16', 'Art. 15', 'Art. 1', 'Art. 14', '§11', '§ 21', 'Art. 32', 'Art. 32', '§ 17', 'Art 32', 'Art 32', '§ 30', 'Art. 44', '§ 21', '§21', '§ 3', 'Art. 8', '§ 7', 'Art. 8', '§ 6', '§9', '§ 11', '§ 5', '§ 8', '§ 5', '§ 9', '§ 9', '§ 11', '§ 9', '§ 3', '§2', '§2', '§ 34', '§ 29', '§ 29', 'Art. 30', '§ 16', '§ 4', '§ 4', '§ 4', 'Art. 29', 'Art. 6', 'Art. 38', '§ 1', 'Art. 38', 'Art. 29', '§ 12', '§ 1', '§ 12', '§ 12', 'Art. 6', '§ 6', 'Art. 6', 'Art. 6', '§ 19', 'Art. 29', '§ 1', '§ 19', 'Art. 29', 'Art 29', '§ 12', 'Art. 6', '§ 29', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 19', 'Art. 29', '§ 12', '§ 12', 'Art. 29', 'Art. 29', '§ 12', '§ 12', 'Art. 29', '§ 12', '§ 12', 'Art. 29', '§ 12', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 29', '§ 12', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 6', '§ 11', 'Art. 39', '§ 19', 'Art 42', '§ 4', '§ 19']

Jägerprüfung -> Sachgebiet 3: Jagdrecht, Tierschutz- und Naturschutzrecht ﻿
Fragen aus der mündlichen Jägerprüfung in Bayern - Sachgebiet 3: Jagdrecht, Tierschutz- und Naturschutzrecht 1)
Was versteht man unter Jagdrecht?
(Den Text im Wortlaut auswendig aufsagen können!)
I. Abschnitt. Das Jagdrecht § 1 Inhalt des Jagdrechts
Das Jagdrecht ist die ausschließliche Befugnis,
auf einem bestimmten Gebiet wildlebende Tiere,
die dem Jagdrecht unterliegen (Wild),
zu hegen,
Was ist das Ziel der Hege?
Die Hege hat zum Ziel,
die Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepaßten
artenreichen und gesunden Wildbestandes
sowie die Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen.
Auf Grund anderer Vorschriften bestehende gleichartige Verpflichtungen bleiben unberührt.
Die Hege muß so durchgeführt werden, daß Beeinträchtigungen einer ordnungsgemäßen land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Nutzung,
insbesondere Wildschäden, möglichst vermieden werden.
Was ist das Jagdausübungsrecht?
Die Jagdausübung erstreckt sich auf das Aufsuchen, Nachstellen, Erlegen und Fangen von Wild.
Was ist das Aneignungsrecht?
(Im Wortlaut auswendig aufsagen können!)
Das Recht zur Aneignung von Wild umfaßt auch die ausschließliche Befugnis, krankes oder verendetes Wild, Fallwild und Abwurfstangen
sowie die Eier von Federwild, sich anzueignen.
Darf der Pächter eines Jagdreviers ohne Erlaubnis des Eigentümers Leitern und Hochsitze in seinem Revier errichten?
Art. 36 BayJG - Bayerisches Jagdgesetz - Jagdeinrichtungen:
1) Der Revierinhaber darf auf land- oder forstwirtschaftlich genutzten Grundstücken besondere, das Eigentum wesentlich beeinträchtigende
Anlagen nur mit Einwilligung des Grundstückseigentümers oder Nutzungsberechtigten errichten; die Einwilligung kann durch die Jagdbehörde
ersetzt werden, wenn dem Eigentümer des Grundstücks die Duldung der Anlage unter Berücksichtigung der jagdlichen Erfordernisse zumutbar ist.
2) Der Eigentümer des Grundstücks kann eine angemessene Entschädigung verlangen, die auf Antrag eines der
Beteiligten durch die Jagdbehörde festgesetzt wird.
Nur besondere, das Eigentum wesentlich beeinträchtigende Anlagen bedürfen der Einwilligung des Grundstückeigentümers oder Nutzungsberechtigten.
Die Einwilligung kann unter Umständen durch die UJB ersetzt werden.
Im Umkehrschluss dürfen ANDERE als „besondere, das Eigentum wesentlich beeinträchtigende Anlagen“ auch ohne Einwilligung des
Grundstückseigentümers errichtet werden.
Dabei kann es sich z.B. um vorübergehend aufgestellte Drückjagdböcke, Scherenleitern, fahrbare Kanzeln, Ansitzschirme etc. handeln.
Welches Wild darf bejagt werden?
Die Frage beinhaltet bereits, daß es sich um wildlebende Tiere, die dem Jagdrecht unterliegen, (eben Wild) handelt..
Alles Wild, das gerade nicht mit der Jagd zu verschonen ist. Mit der Jagd zu verschonen ist Wild während seiner Schonzeit (§ 22 BJagdG und Art. 33 BayJG) und Wild auf das die
Elterntierregelung (§ 22 Absatz 4 BJagdG)
sachlich und zeitlich anzuwenden ist.
Auch sachliche Verbote (§ 19 BJagdG und Art. 29 BayJG) können einer Bejagung entgegenstehen. Typisches Beispiel wäre die Überläuferbache mit Frischlingen:
Sie hat ganzjährig keine Schonzeit, sie ist aber mit der Jagd zu verschonen, weil sie ein Elterntier mit abhängigen Jungen ist.
7) Unter welchen Bedingungen dürfen Graureiher bejagt werden?
Auf Graureiher darf die Jagd gem. der „Verordnung über die Aufhebung der Schonzeit für Graureiher“ in der Zeit vom 16. September bis zum 31. Oktober in einem Umkreis von 200 m um geschlossene Gewässer im Sinn
des Art. 2 Abs. 1 Nummer 1 und 2 des Fischereigesetzes für Bayern ausgeübt werden.
Dürfen Kormorane bejagt werden?
Kormorane unterliegen auch nicht dem Jagdrecht, da sie kein Wild sind.
Sie dürfen entsprechend der Kormoranverordnung zu bestimmten Zeiten und an bestimmten Orten geschossen werden.
Dürfen Bieber bejagt werden?
Bieber unterliegen wie die Kormorane auch nicht dem Jagdrecht, da sie kein Wild sind.
Nach der gleichen Verordnung wie die Kormorane dürfen auch Biber zeitlich, örtlich und sachlich begrenzt gefangen und getötet werden.
Hierzu ist jedoch zusätzlich eine Bestellung durch die Untere Naturschutzbehörde erforderlich.
10) Welche sachlichen Verbote nach § 19 BJagdG (Bundesjagdgesetz) können einer Bejagung entgegen stehen?
Nicht auswendig lernen, aber sinngemäß wieder geben können:
1. mit Schrot, Posten, gehacktem Blei, Bolzen oder Pfeilen, auch als Fangschuß, auf Schalenwild und Seehunde zu schießen; 2a) auf Rehwild und Seehunde mit Büchsenpatronen zu schießen, deren Auftreffenergie auf 100 m (E 100) weniger als 1.000 Joule beträgt; 2b) auf alles übrige Schalenwild mit Büchsenpatronen unter einem Kaliber von 6,5 mm zu schießen; im Kaliber 6,5 mm und darüber müssen
die Büchsenpatronen eine Auftreffenergie auf 100 m (E 100) von mindestens 2.000 Joule haben; 2c) auf Wild mit halbautomatischen oder automatischen Waffen, die mehr als zwei Patronen in das Magazin aufnehmen können, zu schießen; 2d) auf Wild mit Pistolen oder Revolvern zu schießen, ausgenommen im Falle der Bau- und Fallenjagd sowie zur Abgabe von Fangschüssen,
wenn die Mündungsenergie der Geschosse mindestens 200 Joule beträgt; 3. die Lappjagd innerhalb einer Zone von 300 Metern von der Bezirksgrenze, die Jagd durch Abklingeln der Felder und die Treibjagd
bei Mondschein auszuüben; 4. Schalenwild, ausgenommen Schwarzwild, sowie Federwild zur Nachtzeit zu erlegen; als Nachtzeit gilt die Zeit von eineinhalb Stunden
nach Sonnenuntergang bis eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang; das Verbot umfaßt nicht die Jagd auf Möwen, Waldschnepfen, Auer-, Birk- und Rackelwild; 5a) künstliche Lichtquellen, Spiegel, Vorrichtungen zum Anstrahlen oder Beleuchten des Zieles, Nachtzielgeräte, die einen Bildwandler oder eine
elektronische Verstärkung besitzen und für Schußwaffen bestimmt sind, Tonbandgeräte oder elektrische Schläge erteilende Geräte beim Fang oder
Erlegen von Wild aller Art zu verwenden oder zu nutzen sowie zur Nachtzeit an Leuchttürmen oder Leuchtfeuern Federwild zu fangen; 5b) Vogelleim, Fallen, Angelhaken, Netze, Reusen oder ähnliche Einrichtungen sowie geblendete oder verstümmelte Vögel beim
Fang oder Erlegen von Federwild zu verwenden; 6. Belohnungen für den Abschuß oder den Fang von Federwild auszusetzen, zu geben oder zu empfangen; 7. Saufänge, Fang- oder Fallgruben ohne Genehmigung der zuständigen Behörde anzulegen; 8. Schlingen jeder Art, in denen sich Wild fangen kann, herzustellen, feilzubieten, zu erwerben oder aufzustellen; 9. Fanggeräte, die nicht unversehrt fangen oder nicht sofort töten, sowie Selbstschußgeräte zu verwenden; 10. in Notzeiten Schalenwild in einem Umkreis von 200 Metern von Fütterungen zu erlegen; 11. Wild aus Luftfahrzeugen, Kraftfahrzeugen oder maschinengetriebenen Wasserfahrzeugen zu erlegen; das
Verbot umfaßt nicht das Erlegen von Wild aus Kraftfahrzeugen durch Körperbehinderte mit Erlaubnis der zuständigen Behörde;
12. die Netzjagd auf Seehunde auszuüben; 13. die Hetzjagd auf Wild auszuüben; 14. die Such- und Treibjagd auf Waldschnepfen im Frühjahr auszuüben; 15. Wild zu vergiften oder vergiftete oder betäubende Köder zu verwenden; 16. die Brackenjagd auf einer Fläche von weniger als 1.000 Hektar auszuüben; 17. Abwurfstangen ohne schriftliche Erlaubnis des Jagdausübungsberechtigten zu sammeln; 18. eingefangenes oder aufgezogenes Wild später als vier Wochen vor Beginn der Jagdausübung auf dieses Wild auszusetzen.
(2) Die Länder können die Vorschriften des Absatzes 1 mit Ausnahme der Nummer 16 erweitern oder aus besonderen Gründen einschränken;
soweit Federwild betroffen ist, ist die Einschränkung nur aus den in Artikel 9 Absatz 1 der Richtlinie 2009/147/EG des
Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten
(ABl. L 20 vom 26.1.2010, S. 7) in der jeweils geltenden Fassung genannten Gründen und nach den in Artikel 9 Absatz 2 der
Richtlinie 2009/147/EG genannten Maßgaben zulässig.
(3) Die in Absatz 1 Nr. 2 Buchstaben a und b vorgeschriebenen Energiewerte können unterschritten werden, wenn von einem staatlichen oder staatlich
anerkannten Fachinstitut die Verwendbarkeit der Munition für bestimmte jagdliche Zwecke bestätigt wird. Auf der kleinsten Verpackungseinheit der Munition ist das Fachinstitut, das die Prüfung vorgenommen hat, sowie der Verwendungszweck anzugeben.
Welche sachlichen Gebote und Verbote nach Art. 29 BayJG - Bayerisches Jagdgesetz müssen bei der Bejagung beachtet werden?
(1) Auf krankgeschossenes Wild ist zeitgerecht und fachgemäß nachzusuchen. (=Gebot)
(2) Verboten ist - in Ergänzung zu § 19 des Bundesjagdgesetzes - 2.1. Wild, insbesondere zur Abrichtung und Prüfung von Jagdhunden, absichtlich krank zu schießen,
2.2. die Jagd auf Wild mit Fanggeräten oder Fangvorrichtungen auszuüben; dies gilt vorbehaltlich des Art. 29a nicht
für die Jagd auf Raubwild und Wildkaninchen,
2.3. die Jagd auf sonstiges Haarwild, mit Ausnahme von Schwarzwild und Raubwild, zur Nachtzeit (§ 19 Abs. 1 Nr. 4 des Bundesjagdgesetzes) auszuüben,
2.4. die Jagd auf Schalenwild, mit Ausnahme von Schwarzwild, als Treibjagd auszuüben,
2.5. das Wild durch Lappen oder sonstige Mittel zu hindern, aus seinen oder in seine Tageseinstände zu wechseln,
2.6. auf Wild, das durch Überflutungen, Lawinen oder sonstige Naturkatastrophen in Not geraten oder zum Verlassen der Einstände gezwungen worden ist,
die Jagd auszuüben; dies gilt nicht, soweit die Not des Wildes nur durch Erlegung beendet werden kann,
2.7. die Jagd unter Verwendung von Betäubungs- oder Lähmungsmitteln, Sprengstoffen, Gasen oder von Schusswaffen mit Schalldämpfern auszuüben,
2.8. Wild aus Luftfahrzeugen, Kraftfahrzeugen oder maschinengetriebenen Wasserfahrzeugen zu beschießen; das Verbot umfasst
nicht das Beschießen von Wild aus Kraftfahrzeugen durch Körperbehinderte mit Erlaubnis der Jagdbehörde.
(3) Die Jagdbehörde kann Ausnahmen zulassen 3.1. in besonderen Einzelfällen, insbesondere zur Durchführung von Hegemaßnahmen oder zu wissenschaftlichen Zwecken, von dem Verbot des Absatzes 2 Nr. 2,
soweit es sich nicht um die Verwendung von Schlagfallen (Art. 29a) handelt,
3.2. in begründeten Einzelfällen von den Verboten der Verwendung von Betäubungs- oder Lähmungsmitteln oder von Schusswaffen mit Schalldämpfern (Abs. 2 Nr. 7),
3.3. von dem Verbot des § 19 Abs. 1 Nr. 4 des Bundesjagdgesetzes für die Nachtjagd auf Rotwild, soweit es die Landeskultur erfordert.
(5) Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung die Verbote des § 19 Abs. 1 des
Bundesjagdgesetzes, mit Ausnahme der Nummer 16, zu erweitern oder aus besonderen Gründen, insbesondere aus Gründen der Wildseuchenbekämpfung
und Landeskultur, zur Beseitigung kranken oder kümmernden Wildes, zur Vermeidung von übermäßigen Wildschäden, zu wissenschaftlichen Zwecken,
Lehr- und Forschungszwecken oder bei Störung des biologischen Gleichgewichts einzuschränken; soweit Federwild betroffen ist, ist die
Einschränkung nur aus den in Art. 9 Abs. 1 der Richtlinie 79/409/EWG genannten Gründen und nach den in Art. 9 Abs. 2 dieser Richtlinie
genannten Maßgaben zulässig. Unter den gleichen Voraussetzungen kann die Jagdbehörde die Verbote auch durch Einzelanordnung einschränken.
Wild ist herrenlos, bis es sich der dazu Befugte aneignet.
Rechtsgrundlage ist das Bürgerliches Gesetzbuch - BGB § 960 - Wilde Tiere
Wer ist befugt sich Wild anzueignen?
1) Zur Aneignung befugt ist der Jagdausübungsberechtigte (§ 1 BJagdG - Inhalt des Jagdrechts)
2) Die Person, der in einem befriedeten Bezirk eine Jagdhandlung gestattet wurde (Art. 6 BayJG – Befriedete Bezirke; Ruhen der Jagd)
3) Auch krankgeschossenes Wild das in Gebäuden, Hofräumen und Hausgärten verendet, gehört dem Jagdausübungsberechtigten. Er darf das Wild in diese Bereiche nicht verfolgen, der Grundeigentümer ist aber zur Herausgabe des Wildes verpflichtet
(Art. 38 BayJG – Verfolgung kranken oder krankgeschossenen Wildes in befriedeten Bezirken).
Was bedeutet das hinsichtlich der Haftung bei Wildunfällen?
Da das Wild herrenlos ist, haftet grundsätzlich auch niemand bei Wildunfällen. Eine Haftung z.B. wegen mangelnder Verkehrssicherung anlässlich einer Treibjagd o.ä. bleibt unberührt.
Wildunfälle sind nicht das gleiche wie Wildschäden!
Wildunfälle sind Kollisionen mit Autos,..
Wildschäden sind Verbißschäden,..
Muss der Pächter sich verunfalltes Wild (Fallwild) aneignen?
Grundsätzlich gehören auch Bahnanlagen zu dem Jagdbezirk in dem sie liegen.
Es gibt aber Einschränkungen solche Anlagen zu betreten.
Da Eisenbahnkörper nicht zu den befriedeten Bezirken gehören, bleibt das Aneignungsrecht des Jagdausübungsberechtigten unberührt.
Will man nicht auf sein Aneignungsrecht verzichten, setzt man sich mit dem Betreiber
der Bahn in Verbindung und bespricht das Vorgehen.
Das Recht, sich außerhalb von befriedeten Bezirken Fallwild, das dem Jagdrecht unterliegt
steht ausschließlich dem Jagdausübungsberechtigten zu.
Der Jagdausübungsberechtigte ist nicht verpflichtet, sich das Fallwild anzueignen.
Was macht man mit Wild das auf einem Bahndamm liegt?
Grundsätzlich gehören auch Bahnanlagen zu dem Jagdbezirk in dem sie liegen. Der Jagdausübungsberechtigte darf sich daher das Wild aneignen. Eisenbahnkörper bilden, wenn sie nach Umfang und Gestalt für sich allein eine ordnungsmäßige Jagdausübung nicht gestatten, keinen Jagdbezirk für sich. (§ 5 (2) BJagdG), also auch keinen Eigenjagdbezirk.
Es gibt aber Einschränkungen solche Anlagen zu betreten. Da Eisenbahnkörper nicht zu den befriedeten Bezirken gehören, bleibt das Aneignungsrecht des Jagdausübungsberechtigten unberührt.
Sprich, der Jagdausübungsberechtigte hat das Recht sich das Wild anzueignen.
Will man nicht auf sein Aneignungsrecht verzichten, setzt man sich mit dem Betreiber der Bahn in Verbindung und bespricht das Vorgehen.
Darf auf Bahnanlagen gejagt werden?
Bahnanlagen wie Dämme, Böschungen, Gleise u.ä. gehören zum Jagdbezirk.
Auf ihnen darf aber nicht gejagt werden, weil sie nicht betreten werden dürfen(§ 62 EBO).
Deshalb ist die Bahn, ähnlich wie bei befriedeten Bezirken, auch kein Jagdgenosse.
Es besteht aber die Möglichkeit, dass Bahn und Jagdgenossenschaft die Zulässigkeit der Jagdausübung vereinbaren.
In einem solchen Fall erteilt die Bahn dem Pächter eine sog. Bahnbetretungskarte, die diesen berechtigt,
die Bahnanlagen zur Ausübung der Jagd zu betreten.
In diesem Fall gehört die Bahn zu den Jagdgenossen, für ihre Flächen ist Jagdpacht
und es besteht ein Anspruch auf Wildschadenersatz
Quelle: Mark G. v. Pückler, Der Jäger und sein Recht, 5. Auflage, Paul Parey Zeitschriftenverlag
Darf man auf verletzte Tiere die dem Naturschutzrecht unterstellt sind, einen Fangschuß abgeben?
Auf Tierarten die nicht dem Jagdrecht unterliegen darf kein Fangschuss abgegeben werden, wenn sie „besonders“ oder „streng“ geschützt sind.
Auch der Fangschuss auf sonstige Tiere, die nicht dem Jagdrecht unterliegen und die keinen strengen oder besonderen Schutz nach
genießen, ist grundsätzlich nicht möglich.
Sollte ein Fangschuß nötig sein, ruft man die Polizei.
Nur auf Wild sind die Vorschriften des "§ 22a BJagdG - Verhinderung von vermeidbaren Schmerzen oder Leiden des Wildes" anzuwenden.
Hier darf ggf. muss sogar ein Fangschuss abgegeben werden
Was sind Jagdschäden?
Schaden, der bei der Jagdausübung entsteht (Autospuren in Feldern,…)
Wer haftet für Jagdschäden?
Der Jagdausübungsberechtigte haftet gegenüber dem Grundstückseigentümer oder Nutzungsberechtigten für jeden aus mißbräuchlicher Jagdausübung entstehenden Schaden.
Er haftet auch für den Jagdschaden, der durch einen von ihm bestellten Jagdaufseher oder durch einen Jagdgast angerichtet wird.
Wer haftet grundsätzlich für Wildschäden?
1) In einem Gemeinschaftsjagdbezirk ist grundsätzlich die Jagdgenossenschaft ersatzpflichtig (§29 Absatz 1 BJagdG - Schadensersatzpflicht).
2) Bei Grundflächen die einem Eigenjagdbezirk angegliedert sind ist der Eigentümer oder Nutzungsberechtigte der Eigenjagd ersatzpflichtig. (§29 Absatz 2 BJagdG - Schadensersatzpflicht).
3) Bei Grundflächen die zu einem Eigenjagdbezirk gehören ist auch der Jagdausübungsberechtigte ersatzpflichtig, wenn er den Schaden
durch unzureichenden Abschuss verursacht hat und keine andere (z.B. eine Schadenersatz ausschließende) Regelung
getroffen ist. (§29 Absatz 3 BJagdG - Schadensersatzpflicht).
Die Pflicht zur Ersatzleistung bei Wildschäden kann auf den Jagdpächter übertragen werden.
Welche Arten von Wildschäden kommen in Betracht und wie müssen sie vom Geschädigten geltend gemacht werden?
Grundsätzlich sind alle Schäden an Grundstücken und auch an den bereits getrennten aber noch nicht eingeernteten Erzeugnissen
eines Grundstücks ersatzpflichtig
(§29 - Schadensersatzpflicht, §30 - Wildschaden durch Wild aus Gehege, §31 - Umfang der Ersatzpflicht BJagdG)
Kartoffeln in einer Kartoffelmiete sind getrennt und eingeerntet, weil die Miete die Lagerform für Kartoffel ist.
Getreide, das zu Garben gebündelt ist, ist getrennt aber noch nicht eingeerntet.
Insbesondere Fegeschäden, Schälschäden, Verbissschäden, Fraßschäden und umgebrochenes Grünland sind Wildschäden.
Der Wildschaden ist schriftlich oder zur Niederschrift, bei der zuständigen Gemeinde anzuzeigen
(§ 25 AVBayJG - Schadensanmeldung, Vorverfahren, Zurückweisungsbescheid).
Wildschäden die an forstwirtschaftlich genutzten Grundstücken entstanden sind, sind jeweils bis zum 1. Mai oder 1. Oktober anzumelden.
Bei allen anderen Grundstücken ist der Wildschaden binnen einer Woche, nachdem der Berechtigte von dem Schaden Kenntnis erhalten
hat oder bei Beobachtung gehöriger Sorgfalt erhalten hätte anzumelden.
Muß der Ersatzpflichtige für Schäden allen Wildes aufkommen?
Nach dem Bundesjagdgesetz ist nur der Wildschaden der durch Schalenwild, Fasanen und Wildkaninchen verursacht wird ersatzpflichtig.
Der Jagdpächter kann per Vertrag die Ersatzpflicht für weitere Wildarten übernehmen. Folgende Schäden müssen nicht beglichen werden:
- Schäden in befriedeten Gebieten
- An Sonderkulturen wie Hopfen, Weintrauben aus Weinbergen, Tabak
- Schäden an Rüben- und Kartoffelmieten.
-> Die Rüben und Kartoffeln wurden bereits abgeerntet und in der Miete eingelagert.
Folgende Schäden müssen beglichen werden:
- Verbißschäden an Jungbäumen
Die Hauptholzarten müssen ohne Schutz aufwachsen können.
Schäden an Bäumen inkl. Jungbäumen die zu den Hauptholzarten gehören sind auch ohne Schutzmaßnahmen ersatzpflichtig.
- An bereits abgeernteten, aber noch auf dem Feld liegenden Feldfrüchten.
-> Das Getreide ist schon von der Pflanze getrennt, steht aber noch auf dem Feld, und wartet auf seinen Abtransport zum Lagerort.
Rübenmiete (nicht ersatzpflichtig) Getreidegarben (ersatzpflichtig)
Das BJagdG schreibt die Anmeldung des Wildschadens bei der zuständigen Behörde (in der Regel die Gemeinde) vor
und ermächtigt die Länder ein Vorverfahren vorzuschreiben, bevor der ordentliche Rechtsweg (Klage beim Gericht) beschritten werden darf.
Vorverfahren in Bayern in Stichworten:
1) Anmeldung des Schadens bei der zuständigen Behörde (§ 25 AVBayJG - Schadensanmeldung, Vorverfahren, Zurückweisungsbescheid)
2) Gemeinde prüft rechtzeitige Anmeldung und Vorliegen eines ersatzpflichtigen Wildschadens ggf. Zurückweisung
3) Kommt eine gütliche Einigung zustande, wird eine Niederschrift gefertigt und den Beteiligten zugestellt.
4) Kommt keine gütliche Einigung zustande, ist der Schaden zu schätzen
5) Gemeinde erlässt Vorbescheid mit Rechtsbehelfsbelehrung und stellt ihn den Parteien zu
6) Klage beim zuständigen Gericht
Was versteht man unter Gesellschaftsjagd?
Gesellschaftsjagd ist die Jagd, an der mehr als vier Personen jagdlich zusammenwirken.
Also minimal 5 Personen (Art. 30 BayJG - Treibjagd, Gesellschaftsjagd)
Bei der Berechnung der Teilnehmerzahl zählen alle Teilnehmer wie Schützen, Treiber, Begleitpersonen dazu.
Begleitpersonen zählen auch dann zur Teilnehmerzahl hinzu, wenn sie selbst nicht die Jagd ausüben.
Eine Mehrzahl von Einzelansitzen ist keine Gesellschaftsjagd.
Welche Pflichten obliegen dem Jagdleiter?
Der Revierinhaber hat bei Gesellschaftsjagden einen Jagdleiter zu bestimmen, wenn er selbst diese Aufgabe nicht wahrnimmt Der Jagdleiter leitet die Jagd und gibt die Anweisungen die erforderlich sind um einen gefahrlosen Ablauf sicherstellen.
Der Jagdleiter hat sich vor der Jagd davon zu überzeugen, das
- jeder Schütze einen gültigen Jagdschein hat (vorzeigen lassen)
- Jugendjagdscheininhaber (auch volljährige) nicht als Schützen teilnehmen
- die für Gesellschaftsjagden gültigen besonderen Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden (z.B. Warnkleidung, Hutband)
- genügend brauchbare Jagdhunde zur Verfügung stehen
- erforderliche Verkehrssicherungsmaßnahmen durchgeführt sind
- belehrt er Schützen und Treiber über die Sicherheitsbestimmungen
- gibt die Jagdsignale bekannt
- weißt den Schützen ihre Stände zu
- zeigt den Schützen die Stände der Nachbarn und die einzuhaltenden Schussbereiche
- untersagt Personen die Teilnahme die besonders unfallgefährdet sind
(mangelnde körperliche oder geistige Eignung, unter 14 Jahre alt, alkoholisiert)
- bricht die Jagd ab, wenn besondere Wetterverhältnisse (Sturm) oder mangelnde Sicht (Dämmerung, Nebel, Schneetreiben) es erfordern
Der Jagdleiter kann Beauftrage einsetzen z.B. für das Anstellen der Schützen, einweisen der Treiberwehr etc.
Was versteht man unter einer Treibjagd?
Treibjagd ist eine Gesellschaftsjagd, an der mehr als vier Personen jagdlich zusammenwirken (Art. 30 BayJG - Treibjagd, Gesellschaftsjagd)
Bejagt wird was der Revierinhaber freigibt.
In der Regel sind es Schwarzwild, Kaninchen, Fasane und Hasen.
Lediglich die Treibjagd auf Schnepfen im Frühjahr und Schalenwild, ausgenommen Schwarzwild, ist bei Treibjagden verboten.
(Art. 29 (4) BayJG - Sachliche Gebote und Verbote)
Verboten ist die Treibjagd „Während der ortsüblichen Zeit des Hauptgottesdienstes“ an den Sonn- und Feiertagen.
Ein werktäglicher Gottesdienst oder jeder weitere Gottesdienst an Sonn- und Feiertagen steht der Treibjagd nicht im Wege.
(Feiertagsgesetz - FTG - Art. 2 (3) Gesetz über den Schutz der Sonn- und Feiertage)
Darf die Treibjagd auf alle Wildarten ausgeübt werden?
Die Jagd auf Schalenwild, ausgenommen Schwarzwild darf nicht als Treibjagd ausgeübt werden.
(Art. 29 BayJG (2) – Sachliche Gebote und Verbote).
Ebenso ist die Such- und Treibjagd auf Waldschnepfen im Frühjahr verboten. (BJagdG § 19 Sachliche Verbote(1) Ziffer 14).
Fuchs, Hase, Kaninchen dürfen gejagt werden.
Welche Wildarten dürfen nachts bejagt werden?
- Waldschnepfen
- Auer-, Birk- und Rackelwild
- Haar-Raubwild z.B. Fuchs, Dachs, Baum- und Steinmarder, Waschbär, Marderhund, Iltis, Hermelin, Mauswiesel
Verboten ist die Jagd zur Nachtzeit auf
- Schalenwild (ausgenommen Schwarzwild)
- Federwild (ausgenommen Möwen, Waldschnepfen, - Auer-, Birk- und Rackelwild)
Wie ist die Nachtzeit in diesem Zusammengang definiert?
1,5 Stunden vor Sonnenaufgang und 1,5 Stunden nach Sonnenuntergang.
Welche sachlichen Gebote kennen Sie?
Auf krankgeschossenes Wild ist zeitgerecht und fachgemäß nachzusuchen (Art. 29 (1) BayJG– Sachliche Gebote und Verbote).
Manchmal möchte der Prüfer noch die Gebote zur Mitführung brauchbarer Jagdhunde hören (Art. 39 BayJG – Verwendung von Jagdhunden).
Bei der Ausübung welche Jagdarten sind brauchbare Hunde in genügender Anzahl zu verwenden?
Bei jeder Such-, Drück-, Riegel- und Treibjagd sowie bei jeder Jagdart auf Wasserwild sind brauchbare Jagdhunde in genügender Zahl zu verwenden.
(Art. 39 BayJG Verwendung von Jagdhunden). 33)
Wann ist ein Jagdhund brauchbar?
Ein Jagdhund gilt als brauchbar wenn er eine Brauchbarkeitsprüfung Prüfung bestanden hat.
Die Oberste Jagdbehörde hat u.a. die anerkannten Vereinigungen der Jäger (= BJV und deren Kreisgruppen)
mit der Durchführung der Brauchbarkeitsprüfung betraut.
(Art. 39 Absatz 3 BayJG Verwendung von Jagdhunden)
Die Brauchbarkeitsprüfung des BJV ist eine „privat organisierte“ Prüfung. Sie ist allerdings eine (von vielen) Möglichkeit die Brauchbarkeit
eines Jagdhundes nachzuweisen.
http://www.jagderleben.de/nachweis-der-brauchbarkeit
Was verstehen Sie unter Wildfolge, was beinhaltet die gesetzliche Wildfolge?
Die Vorgehensweise wenn krankgeschossenes Wild in das Nachbarrevier flüchtet.
- Anschuß und Überwechsel sind kenntlich zu machen (zu verbrechen)
- Im Nachbarrevier darf kein Schuss abgegeben werden
- Das Betreten des Nachbarreviers darf nur mit entladener Langwaffe erfolgen.
- Es muß umgehend der Reviernachbar benachrichtigt werden.
- Das Fortschaffen erlegten Schalenwildes ist unzulässig.
- Vom Hund gebrachtes oder fortgeschafftes Wild (z.B. Hase) ist dem Inhaber des Nachbarreviers abzuliefern.
Abweichende Vereinbarungen zwischen den Reviernachbarn bedürfen der Schriftform
Sie erlegen ein Stück Rehwild, das über eine Reviergrenze wechselt und für Sie nicht mehr einsehbar ist. Was tun Sie?
- Anschuß verbrechen
- Überwechsel verbrechen
- Verständigung des Reviernachbarn
- Sich für die Nachsuche zur Verfügung stellen
Wild das über die Reviergrenze gewechselt und nicht mehr sichtbar ist, darf vom Schützen nicht über die
Reviergrenze hinweg verfolgt (nachgesucht) werden, es sei denn es bestünde eine Wildfolgevereinbarung.
In diesem Fall muß unverzüglich der Reviernachbar benachrichtigt werden.
Das Stück selbst nachsuchen ist nicht zulässig.
Sie erlegen ein Stück Rehwild, das über die Reviergrenze wechselt und für Sie einsehbar verendet. Was tun Sie?
- Langwaffe entladen
- Versorgen des Stücks
(Das Stück ist bereits tot, und man weiß wo es liegt.
Es ist daher unnötig den Anschuß oder die Stelle des Überwechselns zu verbrechen)
Mit ungeladenem Gewehr zum Stück gehen, es aufbrechen und den Reviernachbarn verständigen.
Sie erlegen ein Stück Rehwild, das über die Reviergrenze wechselt und sich krank geschossen und für eine sichere
Schußabgabe erreichbar, von Ihrem Revier aus, im Nachbarrevier nieder tut. Was tun Sie?
- Fangschuß von meinem Revier aus anbringen
Ein bei einer Treibjagd erlegter Hase wechselt ins Nachbarrevier und wird vom Hund gebracht. Was tun Sie?
Den Hasen am Ende der Jagd dem Reviernachbarn vorbeibringen.
Der Hund darf aber nicht gezielt zur Nachsuche in das Nachbarrevier geschickt werden.
(Letzteres wird einem in der Jagdschule beigebracht, lässt sich aber aus keinem Gesetz ableiten)
Wem steht das Aneignungsrecht zu, wem obliegt die Eintragung in die Streckenliste, wenn krankgeschossenes Wild ins Nachbarrevier überwechselt.
Das Aneignungsrecht hat der Reviernachbar.
Eingetragen wird das Stück in die Streckenliste des Reviers, in dem das Stück beschossen wurde.
Bei zeitgerechter Nachsuche verendet ein Reh innerhalb eines befriedeten Bezirks. Wem steht das Stück zu?
Das Aneignungsrecht am krank geschossenem Wild steht dem Revierinhaber zu.
Er darf Wohngebäude, Hofräumen und Hausgärten, die unmittelbar an eine Behausung anschließen zur Nachsuche nicht betreten,
der Eigentümer oder Nutzungsberechtigte ist jedoch zur Herausgabe des Wildes verpflichtet.
Mit dem Biber gibt es ja örtlich größere Probleme. Was ist bei der Jagd auf den Biber zu beachten?
Der Biber gehört nicht zum Wild und darf deshalb nicht bejagt werden.
Auch ein Abschuss im Rahmen des Jagdschutzes ist nicht möglich, weil der Biber eine durch
Naturschutzrecht geschützte, freilebende Tierart ist. Gemäß der „Verordnung über die Zulassung von Ausnahmen von den Schutzvorschriften für besonders
geschützte Tier- und Pflanzenarten (Artenschutzrechtliche Ausnahmeverordnung – AAV) Vom 3. Juni 2008“ dürfen Biber zeitlich, örtlich und sachlich begrenzt gefangen und getötet werden.
Wer stellt die Ausnahmegenehmigung zur Biberjagd aus?
Die Untere Naturschutzbehörde.
§ 44 BNatSchG - Bundesnaturschutzgesetz - Vorschriften für besonders geschützte und bestimmte andere Tier- und Pflanzenarten
§ 45 BNatSchG - Bundesnaturschutzgesetz - Ausnahmen - Ermächtigung zum Erlass von Rechtsverordnungen
§ 48 BNatSchG - Bundesnaturschutzgesetz - Zuständige Behörden
Was ist denn Jagdschutz?
Jagdschutz ist der Schutz des Wildes vor Gefahren aller Art und die Sorge um die Einhaltung
der zum Schutz des Wildes und der Jagd erlassenen Vorschriften.
Der Jagdschutz umfasst den Schutz des Wildes vor
- Wilderern
- Nichteinhaltung jagdrechtlicher Vorschriften
- Futternot
- Wildseuchen
- wildernden Hunden und Katzen (wenn sie erkennbar Wild nachstellen und dies gefährden könnten)
- aufsichtslosen Hunden und Katzen (mehr als 300m von letzten bewohnten Gebäude)
- nicht dem Jagdrecht unterliegenden Tierarten
Welche Personen sind Jagdschutzberechtigt?
- die Bayerische Staatliche Polizei (Angehörige der Bundespolizei sind nicht Jagdschutzberechtigt)
- Jagdaufseher (von der zuständigen Jagdbehörde bestätigt) - Jagdgast sofern der Revierinhaber ihm den Jagdschutz schriftlich übertragen hat = eingeschränkter Jagdschutz (§ 25 BJagdG, Art. 41 (3+4) BayJG)
- Jagdausübungsberechtigte – mit und ohne Jagdschein
Jagdausübungsberechtigte ohne Jagdschein können sein:
- die Jagdgenossenschaft
- der Inhaber einer Eigenjagd
- Erben, wenn sie die Jagd durch angestellte Jäger oder Beauftragte ausüben lassen
Müssen sich Jagdaufseher ausweisen können?
Jagdschutzberechtigte müssen sich durch den Jagdschein bzw. den Ausweis über die Bestätigung ausweisen (Art. 41 (6) BayJG):
Welche Befugnisse obliegen ausschließlich dem Jagschutzberechtigten, nicht aber dem eingeschränkt Jagdschutzberechtigten?
Der Jagdschutzberechtigte darf Personen, die widerrechtlich in seinem Revier jagen, oder außerhalb der allgemein gebräuchlichen
Wege jagdlich gerüstet angetroffen werden anhalten um ihre Personalien festzustellen.
Er darf diesen Personen auch erlegtes Wild, Waffen, Jagd- und Fanggeräte, Hunde, Frettchen sowie Beizvögel abnehmen
Wildernde Hunde und streunende Katzen zu töten.
Welche Befugnisse hat ein Jagdgast mit eingeschränktem Jagdschutz?
Neben den Rechten und Befugnissen die Jedermann hat, hat er die Befugnis wildernde Hunde und Katzen zu töten.
(Art. 42 (2) BayJG – Aufgaben und Befugnisse der Jagdschutzberechtigten)
Gefragt ist nach den Befugnissen, nicht nach den Aufgaben!
Zu den Aufgaben gehört der Schutz des Wildes vor:
- Futternot und Wildseuchen
- aufsichtlosen Hunden und Katzen
- Beeinträchtigungen durch dem Jagdrecht nicht unterliegende Tierarten, soweit diese keinem besonderen Schutz
nach Naturschutzrecht unterstellt sind (Art. 41 (4) BayJG – Jagdschutzberechtigte)
Das Wild darf nicht nur vor wildernden Hunden und Katzen (§ 23 BJagdG - Bundesjagdgesetz) sondern auch vor
lediglich aufsichtslosen Hunden und Katzen (Art. 40 (1) BayJG - Bayerisches Jagdgesetz) geschützt werden.
Katzen gelten als wildernd, wenn sie im Jagdrevier in einer Entfernung von mehr als 300 Meter vom nächsten bewohnten
Gebäude angetroffen werden (Art 42 (1) BayJG)
Der Schutz des Wildes vor Hunden und Katzen heißt nicht, daß man die Tiere töten muß!
Aufsichtslose Hunde und Katzen kann man verscheuchen oder fangen und dem Eigentümer übergeben.
Auch mit dem Eigentümer besagter Hunde und Katzen zu sprechen, hilft in den allermeisten Fällen.
Die Erlaubnis zur Tötung von Hunden erstreckt nur auf wildernde Hunde - und auf jeden Hund der einem vor den Lauf kommt!
Was ist der "Jägernotweg" und was ist dabei zu beachten?
Der Jägernotweg ist ein nicht zum allgemeinen Gebrauch bestimmter Weg, der durch ein fremdes
Jagdrevier führt und den der Jäger auch zur Jagd ausgerüstet benutzen darf,
wenn er das Revier in dem er die Jagd ausüben darf nicht oder nur auf unzumutbaren Wegen erreichen kann.
Notfalls bestimmt die Jagdbehörde den Jägernotweg.
Auf dem Jägernotweg müssen Langwaffen entladen und Hunde angeleint sein.
Seit der Änderung des WaffG (Waffengesetz) in 2003 ist die Bestimmung hinsichtlich Langwaffen obsolet, weil Waffen auf dem Weg zur Jagd nur noch „nicht schussbereit“ also entladen geführt werden dürfen.
Wie definieren Sie ein Hochwildrevier?
1) Ein Hochwildrevier ist ein Jagdrevier, in dem zum Hochwild zählendes Schalenwild außer Schwarzwild regelmäßig erlegt wird. 2) Vorkommen von zum Schalenwild zählendem Hochwild, das während der Jagdzeit nicht ständig im Revier steht (Wechselwild),
oder die Zugehörigkeit eines Jagdreviers zu einem Rotwildgebiet machen ein Jagdrevier noch nicht zu einem Hochwildrevier.
(§ 8 AVBayJG - Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Jagdgesetzes - Hochwildreviere) 50)
Welche Wildarten gehören zum Hochwild?
Alles Schalenwild (außer Rehwild), Auerwild, Steinadler und Seeadler.
§ 2 (4) BJagdG - Bayerischen Jagdgesetz - Tierarten:
Welche Wildarten gehören zum Schalenwild?
Welches Jagd-System liegt bei der Jagd in Deutschland zugrunde?
Reviersystem:
Anders als in anderen Ländern schließt daher heute der Besitz von Grund und Boden nicht automatisch das Recht ein, auch das dort lebende
Wild zu jagen. Nach der Konzeption des Bundesjagdgesetzes darf dies nur in Jagdbezirken geschehen Dieses sog. Reviersystem bewirkt,
dass praktisch die gesamte Fläche der Bundesrepublik in einzelne Jagdbezirke eingeteilt ist. Über das Reviersystem mit seinen Mindestpachtzeiten und der Hegepflicht schafft das Jagdrecht eine persönliche
Verantwortung der Jagdgenossen und Jäger und begründet ihre örtliche Zuständigkeit.
Man kauft vom Staat eine Lizenz zum Erlegen eines Tieres. Zur Jagdzeit geht man dann zur Jagd und erlegt die Tiere für die man die Lizenz erworben hat.
Eine Hege des Wildes ist hierbei nicht vorgesehen.
Welche Mindestpachtzeiten kennen Sie?
- Niederwildreviere: 9 Jahre
- Hochwildreviere: 12 Jahre
Welche Mindestpachtzeiten gelten, wenn die Pacht verlängert wird?
Wenn die Pacht über die Mindestpachtzeiten hinaus verlängert werden soll, ist die Pachtdauer frei verhandelbar.
Was ist ein Eigenjagdrevier?
- Sind zusammenhängende land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich nutzbare Grundflächen, die im Eigentum ein und
derselben Person oder einer Personengemeinschaft stehen
- Die nutzbare Grundfläche beträgt laut Jagdgesetz mindestens 81,755 ha und im Hochgebirge 300 ha.
- Ein Eigenjagdrevier wird vom Eigentümer des Grundstückes jagdlich genutzt oder verpachtet.
Beachte: Auch die Grundflächen, die nicht land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich nutzbar sind, aber im Eigentum der
betreffenden Person stehen, gehören zum Eigenjagdbezirk, wenn sie mit den land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich
nutzbaren Flächen zusammenhängen.
z.B. die Hofstelle umgegeben von den Felder und Wiesen.
(§ 7 BJagdG und Art. 8 BayJG)
Was ist ein Gemeinschaftsrevier?
- Zwangsweiser Zusammenschluss der Eigentümer (land-, forst- oder fischereirechtlich nutzbarer Flächen) deren einzelne
Grundflächen, nicht die Mindestgröße eines Eigenjagdreviers erreichen
- Gemeinschaftsjagdreviere werden von der unteren Jagdbehörde festgestellt.
- Die Eigentümer der Grundflächen, die zu einem gemeinschaftlichen Jagdrevier gehören bilden eine Jagdgenossenschaft.
Max und Anton haben gemeinsam ein Revier gepachtet und unter sich aufgeteilt. Sie sind mit Max befreundet,
der Sie zur Jagd einlädt und eine ständige Jagdgelegenheit in Aussicht stellt. Max erwähnt: Dem Anton sagen wir mal nichts davon, mit dem läuft es derzeit nicht so gut.
Dürfen Sie Jagdeinladung annehmen?
Bei mehreren Revierinhabern muss die Jagderlaubnis von allen Revierinhabern erteilt werden,
das gilt nicht nur für Jagderlaubnisscheine sondern für jede Erlaubnis.
Die Revierinhaber können sich gegenseitig zur Erteilung von Jagderlaubnissen schriftlich bevollmächtigen.
Die letzte Aussage des Max macht klar, dass der Anton von der Jagdeinladung nichts weis und er folglich auch nicht zugestimmt hat.
Wenn Max und Anton sich nicht schriftlich zur Erteilung von Jagderlaubnissen bevollmächtigt haben, darf die Jagd auch im Revierteil von Max nicht ausüben. (Art. 17 BayJG)
Welche Größenvoraussetzungen für Jagdreviere gibt es?
Eigenjagdreviere (zusammenhängende Flächen, davon land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich nutzbare Flächen):
- Im Flachland 81,755 ha ( 240 Tagwerk) ! 1 Eigentümer !
- Im Hochgebirge u. seinen Vorbergen 300 ha ! 1 Eigentümer !
Gemeinschaftsjagdreviere (Berechnung ohne befriedete Bezirke): - Im Flachland 250 ha ! Mehrere Eigentümer = Jagdgenossen !
- Im Hochgebirge u. seinen Vorbergen 500 ha ! Mehrere Eigentümer = Jagdgenossen !
(§ 8 BJagdG und Art 10 (1) BayJG)
Teilung von Jagdrevieren:
- Bei der Teilung von Jagdrevieren muß jeder Bogen für sich die Mindestgröße von 250ha im Flachland bzw. 500ha im Hochgebirge haben.
- Die ordnungsgemäße Jagdausübung muß gewährleistet bleiben.
- Das gilt sowohl für Eigenjagdreviere als auch für Gemeinschaftsjagdreviere. - Die Untere Jagdbehörde muß zustimmen.
(Art. 8 und 10 BayJG)
(2) Zusammenhängende Grundflächen verschiedener Gemeinden, die im übrigen zusammen den Erfordernissen
eines gemeinschaftlichen Jagdbezirkes entsprechen, können auf Antrag zu gemeinschaftlichen Jagdbezirken zusammengelegt werden.
(3) Die Teilung gemeinschaftlicher Jagdbezirke in mehrere selbständige Jagdbezirke kann zugelassen werden,
sofern jeder Teil die Mindestgröße von 250 Hektar hat.
Art 10 (1) BayJG - Gemeinschaftsjagdreviere
(1) Die Mindestgröße eines Gemeinschaftsjagdreviers beträgt 250 ha, im Hochgebirge mit seinen Vorbergen 500 ha. Befriedete
Bezirke zählen bei der Berechnung der Mindestgröße nicht mit.
(2) Die außerhalb eines Gemeinschaftsjagdreviers liegenden Grundflächen eines Gemeindegebiets oder eines gemeindefreien
Gebiets sind durch die Jagdbehörde angrenzenden Jagdrevieren anzugliedern, sofern sie nicht nach § 8 Abs. 2 des
Bundesjagdgesetzes zu einem Gemeinschaftsjagdrevier zusammengelegt werden. Werden solche Flächen von einem
Jagdrevier ganz umschlossen, so sind sie dessen Bestandteil. Art. 4 Abs. 3 ist entsprechend anzuwenden.
(3) Einem Antrag auf Zusammenlegung zusammenhängender Grundflächen zu einem Gemeinschaftsjagdrevier ist unter den
Voraussetzungen des § 8 Abs. 2 des Bundesjagdgesetzes stattzugeben, wenn er von der Mehrheit der Grundstückseigentümer
jeder der beteiligten Gemeinden gestellt wird und die Antragsteller in ihrer Gemeinde jeweils gemeinsam über mehr als die Hälfte
der zusammenhängenden Grundflächen verfügen.
(4) Die Teilung eines Gemeinschaftsjagdreviers in mehrere selbstständige Jagdreviere (§ 8 Abs. 3 des Bundesjagdgesetzes)
darf die Jagdbehörde nur zulassen, wenn die Jagdgenossenschaft dies beschlossen hat und jeder Teil für die gesetzliche Mindestgröße
(Absatz 1) hat und eine ordnungsgemäße Jagdausübung gestattet.
Was ist ein befriedeter Bezirk? Geben Sie ein Beispiel.
In befriedeten Bezirken ruht die Jagd. Eine beschränkte Ausübung der Jagd kann gestattet werden (§ 6 BJagdG)
Es gibt geborene (durch Gesetz bestimmt) befriedete Bezirke und gekorene (auf Antrag) befriedete Bezirke.
Zu den letzteren gehören auch die aus „ethischen Gründen“ befriedeten Grundflächen (§ 6a BJagdG).
Geborene befriedete Bezirke sind in Bayern:
- Gebäude, die zum Aufenthalt von Menschen dienen, und Gebäude, die mit solchen Gebäuden räumlich zusammenhängen,
- Hofräume und Hausgärten, die unmittelbar an eine Behausung anschließen und durch eine Umfriedung begrenzt sind,
- sonstige überbaute Flächen im Geltungsbereich eines Bebauungsplans und Flächen innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile,
- Friedhöfe,
- Tiergärten.
Gekorene befriedete Bezirke können sein:
- sonstige Flächen im Geltungsbereich eines Bebauungsplans mit Ausnahme der Flächen für die Landwirtschaft und Wald,
- Grundflächen, die gegen das Ein- oder Auswechseln von Wild - ausgenommen Federwild, Wildkaninchen und Raubwild
- und gegen unbefugten Zutritt von Menschen dauernd abgeschlossen und deren Eingänge absperrbar sind.
- aus „ethischen Gründen“ befriedete Grundflächen
(§ 6 und § 6a BJagdG, Art. 6 BayJG, § 9 (1) Nr. 18 BauGB)
Darf in befriedeten Bezirken die Jagd ausgeübt werden?
- In befriedeten Bezirken ruht die Jagd
- Eine beschränkte Ausübung der Jagd kann gestattet werden.
Der Art. 38 BayJG gestattet die Wildfolge auch in befriedete Bezirke, § 1 AVBayJG gestattet
dem Revierinhaber und seinen Beauftragten die Fangjagd auf Haarraubwild und Wildkaninchen im
Einvernehmen mit dem Grundeigentümer oder Nutzungsberechtigten. 62)
Welche Ablaufmöglichkeiten bei der Verpachtung kennen Sie?
- Wenn der Jahresjagdschein des Pächters abgelaufen ist und trotz Aufforderung und Fristsetzung der
Unteren Jagdbehörde kein neuer Jahresjagdschein beantragt wird.
- Nach Ablauf der vereinbarten Pachtzeit
- Wenn dem Pächter der Jagdschein unanfechtbar entzogen wurde.
(Art 19 BayJG), (§ 13 Satz 2 BJagdG)
Welche Rechte räumt die Pacht eines Jagdreviers ein?
- Das Jagdrecht – Tiere erlegen und sich anzueignen.
- Die Ausübung des Jagdrechts kann Dritten übertragen werden.
- Diese sind dann Jagdausübungsberechtigte mit Hegepflicht.
Durch die Jagdpacht erwirbt man das Recht in dem gepachteten Jagdbezirk die Jagd auszuüben
(Jagdausübungsrecht). Das Jagdausübungsrecht umfasst die Befugnisse und Pflichten nach § 1 (1) BJagdG
Was müssen Sie tun, wenn Sie ein Revier gepachtet haben?
Der Revierpächter muss - seinen gültigen Jahresjagdschein und ggf. frühere Jahresjagdscheine der Behörde zur Überprüfung und zur Eintragung des Reviers vorlegen.
- den Zugang des bestätigten Jagdpachtvertrages, längstens aber die dreiwöchige Beanstandungsfrist abwarten.
- danach im Revier die Jagd und den Jagdschutz ausüben.
Was sind die Voraussetzungen für das Pachten eines Jagdreviers?
- Man muss einen gültigen Jahresjagdschein besitzen und einen solchen während dreier Jahre in Deutschland besessen haben.
Es kommt nicht darauf an, dass man den Jahresjagdschein in aufeinanderfolgenden Jahren besessen hat. (§ 11 (5) BJagdG).
- Der Jagdpachtvertrag ist schriftlich abzuschließen
- Die Bestimmungen zu den Pachthöchstflächen müssen eingehalten werden (§ 11 (3) BJagdG und Art. 16 BayJG).
- Gleiches gilt für Vorschriften über die Mehrzahl von Pächtern (Art. 15 BayJG)
- Der Jagdpächter soll die Gewähr für eine den Zielen des Art. 1 Abs. 2 entsprechende Jagdausübung bieten (Art. 14 (4) BayJG)
Kann sich die Jagdgenossenschaft bei der Verpachtung eines Reviers Flächen vorbehalten?
Nein - sie darf sich keine Flächen vorbehalten.
Lediglich die Jagdausübung bestimmtes Wild darf sie sich vorbehalten (§11 (1) BJagdG).
Gibt es auch eine maximal zulässige Zahl an Pächtern?
Für Reviere bis 250 ha, im Hochgebirge mit seinen Vorbergen bis 500 ha – zwei Pächter.
Für größere Reviere für jede weitere angefangene 250 ha, im Hochgebirge mit seinen Vorbergen für jede weiteren angefangenen 500 ha ein weiterer Pächter.
Bei der Berechnung der erforderlichen Reviergrößen bleiben die befriedeten Bezirke außer Betracht.
Für welches Wild wird ein Abschußplan aufgestellt?
Abschussplanpflichtig ist alles Schalenwild ausgenommen Schwarzwild sowie Auer-, Birk- und Rackelwild und Seehunde (§ 21 (2) BJagdG)
Tatsächlich werden Abschusspläne für die im Revier vorkommenden abschussplanpflichtigen Wildarten erstellt.
Für Rotwild in rotwildfreien Gebieten ist kein Abschussplan erforderlich (Art. 32 (9) BayJG).
Wurde für eine Wildart kein Abschussplan erstellt und tritt dieses plötzlich im Revier auf, so kann ein Abschussplan nachträglich
beantragt werden z.B. wenn Damwild aus einem Gehege entwichen ist und der Eigentümer die Verfolgung aufgegeben hat.
Wer stellt den Abschußplan auf?
Der Revierinhaber im Einvernehmen mit dem Jagdvorstand.
Bei verpachteten Eigenjagdrevieren der Revierinhaber im Einvernehmen mit dem Jagdberechtigten.
Der Abschussplan ist von der unteren Jagdbehörde im Einvernehmen mit dem Jagdbeirat zu
bestätigen oder festzusetzen. (Art. 32 (1) Satz 1 BayJG)
Wie setzt sich der Jagdbeirat (der unteren Jagdbehörde) zusammen?
Der Jagdbeirat wird durch die Jagdbehörde in Zusammenarbeit mit den Fachverbänden für fünf Jahre widerruflich bestellt.
Er setzt sich aus dem 1. Vorsitzenden (das ist ein Vertreter der Jagdbehörde) und fünf Mitgliedern aus den Fachverbänden zusammen
(Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Jagdgenossenschaft, Jäger, Naturschutz).
Was wissen Sie zur Klasseneinteilung des Rotwildes?
1-3jähr.
4-9jähr.
10jähr. u. älter
4-7jähr.
8jähr. u. älter
1-3jähr. 4-7jähr. 8jähr. u. älter
Muffelwild 1-2jähr.
3-5jähr.
6jähr. u. älter
1-2jähr.
3-4jähr.
5jähr. u. älter
1jähr.
2-4jähr.
Was sind Rotwildgebiete?
Rotwildgebiete sind in der Anlage 3 der AVBayJG festgelegte Gebiete.
Nur in Rotwildgebieten darf Rotwild ausgesetzt und gehegt werden.
Alle anderen Gebiete sind rotwildfrei zu machen und rotwildfrei zu halten,
(§ 17 AVBayJG) dabei sind die Regeln zur Bejagung z.B. Schon- und Jagdzeiten einzuhalten,
eines Abschussplanes bedarf es jedoch nicht (Art 32 (9) BayJG). 73)
Wie verhält es sich hinsichtlich des Abschussplans mit Rotwild außerhalb ausgewiesener Rotwildgebiete?
Gebiete außerhalb der Rotwildgebiete (Anlage 3 der AVBayJG) sind rotwildfrei zu machen und rotwildfrei zu halten.
Eines Abschussplanes für Rotwild bedarf es dort nicht (Art 32 (9) BayJG).
Wie verhält es sich dabei mit aus Gehegen ausgebrochenem Damwild?
Wild das aus Gehegen ausbricht hat einen Eigentümer (z.B. Gehege-Betreiber) und ist/wird zunächst nicht herrenlos,
wenn der Eigentümer die Wiedererlangung unverzüglich einleitet, fortsetzt und nicht aufgibt.
Es wird herrenlos, wenn die Wiedererlangung aufgegeben wird oder objektiv aussichtslos geworden ist.
Das ausgebrochene Wild darf bejagt werden, wenn es herrenlos geworden ist.
Damwild, auch solches das aus Gehegen ausgebrochen und herrenlos geworden ist, darf nur auf Grund eine Abschussplanes bejagt werden.
Der Revierinhaber beantragt daher einen Abschussplan für Damwild, bevor er die Jagd darauf ausübt.
Für Schäden (Wildschaden, Unfall etc.) durch ausgebrochenes Gehegewild haftet ausschließlich der aufsichtspflichtige
Eigentümer/Gehege-Betreiber/Nutzungsberechtigte.
Er haftet auch noch längere Zeit nach Verlust des Eigentums, weil er die Gefahrenquelle verursacht hat.
Für Wildschäden ergibt sich die Haftung aus § 30 BJagdG, für andere Schäden aus dem BGB.
Was ist ein Vegetationsgutachten und wer erstellt es?
In den Gutachten werden die Situation der Waldverjüngung sowie ihre Beeinflussung durch Schalenwildverbiss und Fegeschäden erfasst und bewertet.
Wie wird ein Vegetationsgutachten erstellt?
Der Förster aus dem zuständigen Amt für Landwirtschaft kommt "bewaffnet" mit Stöcken, GPS und Notizbuch ins Revier und erfasst
den Zustand der Verjüngung. Wesentliche Grundlage der Forstlichen Gutachten sind die Ergebnisse einer systematisch durchgeführten
Verjüngungsinventur.
Bäumchen der Klasse 1 zwischen 20 und 40 cm
Bäumchen der Klasse 2: zwischen 40 und 80 cm
Bäumchen der Klasse 3: bis zu einer Höhe von 120 cm.
Welche möglichen Resultate des Vegetationsgutachtens sind denkbar?
Die Vegetation wird von den unteren Forstbehörden regelmäßig auf Revierebene untersucht.
Die Verbißsituation wird in vier Stufen bewertet: („günstig“, „tragbar“, „zu hoch“ oder „deutlich zu hoch“)
Dem Entsprechend wird eine Abschußempfehlung ausgesprochen: („deutlich senken“, „senken“, „beibehalten“, „erhöhen“ oder „deutlich erhöhen“).
Was muß in die Streckenliste eingetragen werden?
- Alles erlegte, gefangene oder sonst verendete Wild (=Fallwild) ist in eine Streckenliste einzutragen.
- Ausnahme bildet im ersten Lebensjahr stehendes Jungwild, das noch keine Jagdzeit hatte.
- Bei Schalenwild, Auer-, Birk- und Rackelwild muß die Eintragung innerhalb einer Woche geschehen
- Über erlegtes oder verendetes Rotwild – außer von Jungwild ohne Jagdzeit - ist neben der Eintragung in die Streckenliste, der Jagdbehörde
innerhalb einer Woche eine schriftliche Abschußmeldung zu erstatten
- Die Eintragung allen übrigen Wildes ist vor Ablauf des Jagdjahres vorzunehmen
- Wenn Wild während der Schonzeit (krankheitsbedingt) erlegt wird, muß unverzüglich eine Meldung an die untere Jagdbehörde folgen, evt. körperlicher Nachweis)
Was ist eine Streckenliste, wozu dient sie und wie ist sie aufgebaut?
In einer Streckenliste werden alle Tiere eingetragen die erlegt wurden.
Streckenliste A - für Schalenwild
Streckenliste B – für sonstiges Wild
Welche besonderen Regelungen kennen Sie bei den Eintragungen in die Streckenliste?
- Bei Rehwild soll der für drei Jahre festgesetzte Abschußplan in der Regel gedrittelt werden
- An Stelle eines Stückes der älteren oder stärkeren Klasse kann i.d.R. eines der jüngeren oder schwächeren Klasse erlegt werden.
- Für männliches Wild darf weibliches Wild erlegt werden. Die Ausgewogenheit muß jedoch beachtet werden.
- Schlecht veranlagte männliche Jährlinge dürfen auf den weiblichen Abschuß angerechnet werden
Dürfen Sie nicht abschußplanpflichtiges Wild ohne Beschränkung bejagen?
Die Jagd auf nicht abschußplanpflichtiges Wild unterliegt grundsätzlich keiner zahlenmäßigen Beschränkung.
Außerhalb der Jagdzeit verirrt sich Rehwild in ein eingezäuntes Gebiet und kann nicht mehr heraus getrieben werden.
Ich informiere den Eigentümer oder Nutzungsberechtigten der Grundfläche.
Auf seinen Antrag hin kann die Untere Jagdbehörde die Erlegung anordnen,
wenn das eingezäunte Grundstück nicht größer als 10 ha ist. (Art. 44 BayJG)
Wir nehmen an, Sie haben ein Revier gepachtet. Welche Vorschriften oder Regeln gibt es, die Sie in Zusammenhang mit der Bejagung beachten müssen?
Ich muß einen Abschußplan erstellen und diesen auch erfüllen.
Für welche Wildarten muß denn ein Abschußplan aufgestellt werden?
Schalenwild (mit Ausnahme von Schwarzwild) sowie Auer-, Birk-, Rackelwild und Seehunde.
Er ist zahlenmäßig getrennt nach Wildart und Geschlecht aufzustellen (§ 21 (2) BJagdG).
Wie lange gilt der Abschußplan?
Für Rehwild für drei Jagdjahre
Für alles andere Wild ein Jahr.
Darf Wild ohne Abschußplan gejagt werden?
Es sind nur 13 Wildarten (9* Schalenwild + 3* Federwild + Seehunde) abschussplanpflichtig.
Alles Wild für das ein Abschussplan nicht erstellt werden muss (§21 (2) BJagdG), darf auch ohne Abschussplan bejagt werden.
Das Gleiche gilt für abschussplanpflichtiges Schalenwild in den Gebieten in denen es nicht gehegt werden darf.
Z.B. in Bayern Rotwild außerhalb der Rotwildgebiete.
Wann und wo muß der Abschußplan eingereicht werden?
Er muß spätestens bis 10. April
bei Gamswild spätestens bis 30. Juni,
bei der Unteren Jagdbehörde eingereicht werden.
Muß ein Abschußplan erfüllt werden?
- Der Revierinhaber ist verpflichtet den Abschußplan für Schalenwild zu erfüllen
- Er muß notfalls andere Jagdscheininhaber dafür hinzuziehen
- Bei Nichterfüllung des Abschußplanes kann ein Zwangsgeld erhoben werden
Was unterscheidet ein Eigenjagdrevier von einem Gemeinschaftsjagdrevier?
- Die Grundflächen die einen Eigenjagdbezirk bilden, stehen im Eigentum einer Person oder einer Personengemeinschaft.
- Der Eigentümer ist der „Jagdberechtigte“, ihm steht das Jagdausübungsrecht im Eigenjagdbezirk zu.
- Dem Eigenjagdbezirk können auch Grundflächen anderer Eigentümer angegliedert sein.
- Die Eigentümer der angegliederten Flächen bilden eine Angliederungsgenossenschaft.
- Der Jagdberechtigte des Eigenjagdbezirks kann die Jagd selbst ausüben, wenn er einen Jagdschein besitzt.
- Der Jagdpächter eines Eigenjagdbezirks haftet für Wildschäden, wenn er diese übernommen hat UND wenn keine
vertragliche Regelung besteht UND er den Wildschaden durch mangelnden Abschuss verursacht hat.
- Die Grundflächen die einen gemeinschaftlichen Jagdbezirk bilden stehen im Eigentum verschiedener Personen oder Personengemeinschaften.
- Die Eigentümer der bejagbaren Flächen des Gemeinschaftsjagdbezirks bilden eine Jagdgenossenschaft.
- Das Jagdausübungsrecht im Gemeinschaftsjagdbezirk hat die Jagdgenossenschaft.
- Die Jagdgenossenschaft kann die Jagd auf ihre Rechnung durch angestellte Jäger ausüben lassen.
- Der Jagdpächter eines Gemeinschaftsjagdbezirks haftet für Wildschäden, wenn er diese übernommen hat.
- Der Ersatz von Wildschäden liegt bei der der Jagdgenossenschaft.
Das Jagdausübungsrecht kann von der Jagdgenossenschaft und vom Eigentümer der Eigenjagd verpachtet werden.
Beide können auch mit behördlicher Genehmigung die Jagd ruhen lassen.
(§ 3-11 und 29 BJagdG, Art. 8, 10 und 11 BayJG)
Wer ist der Verpächter eines Gemeinschaftsjagdreviers?
Die Jagdgenossenschaft.
Ihr gehören die Eigentümer oder Nutznießer der bejagbaren Grundstücke an,
die den Gemeinschaftsjagdbezirk bilden. Die Organe der Jagdgenossenschaft sind:
- Jagdvorstand
- Versammlung der Jagdgenossen
Der Jagdvorstand besteht aus dem Jagdvorsteher, seinem Stellvertreter und zwei Beisitzern. Die Beisitzer können auch die Funktion des Schriftführers und des Kassenführers übernehmen.
Der Jagdvorsteher führt die Geschäfte und vertritt die Jagdgenossenschaft gerichtlich und außergerichtlich.
Die Jagdgenossenschaft verwaltet alle Angelegenheiten, die sich aus dem Jagdrecht der ihr angehörenden Jagdgenossen ergeben.
Sie hat insbesondere die Aufgabe, das ihr zustehende Jagdausübungsrecht im Interesse der Jagdgenossen zu nutzen.
Ihr obliegt der Ersatz des Wildschadens, der an den zum Gemeinschaftsjagdrevier gehörenden Grundstücken entsteht.
Die Beschlüsse der Versammlung der Jagdgenossen bedürfen der sog. doppelten Mehrheit,
das heißt sowohl der Mehrheit der bei der Beschlussfassung anwesenden oder vertretenen Jagdgenossen als auch
der Mehrheit der dabei vertretenen Grundflächen.
Müssen die Eigentümer (Wald, Felder; Fischerei) Mitglieder der Jagdgenossenschaft sein?
Wenn ihre zusammenhängende, land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich nutzbaren Fläche mindestens 81,755 ha
(im Hochgebirge mit seinen Vorbergen 300 ha) beträgt, bilden diese Flächen einen Eigenjagdbezirk.
Mit diesen Grundflächen gehören die Eigentümer der Jagdgenossenschaft nicht an. (§ 7 BJagdG, Art. 8 BayJG)
Zudem besteht seit 2013 die Möglichkeit eine ansonsten bejagbare Fläche „aus ethischen Gründen“ befrieden zu lassen.
Die Eigentümer solcher Flächen gehören keiner Jagdgenossenschaft an. (§ 6a BJagdG)
Wer vertritt die Jagdgenossenschaft?
In Bayern der Jagdvorsteher
(§9 (2) BJagdG - Jagdgenossenschaft) (§ 11 (2) Mustersatzung der Jagdgenossenschaften - Jagdvorsteher)
(§ 5 AVBayJG - Satzung der Jagdgenossenschaft)
Wer vertritt die Jagdgenossen?
Vertretung der Jagdgenossen in der Versammlung der Jagdgenossen: Bei der Beschlussfassung der Jagdgenossenschaft kann sich jeder Jagdgenosse durch - seinen Ehegatten, durch - einen volljährigen Verwandten in gerader Linie *, durch - eine in seinem Dienst ständig beschäftigte volljährige Person oder durch - einen bevollmächtigten volljährigen, derselben Jagdgenossenschaft angehörenden Jagdgenossen vertreten lassen.
Für juristische Personen handeln ihre verfassungsmäßig berufenen Organe oder deren Beauftragte. (*) das sind Großeltern, Eltern, Kinder, Enkel, etc.; nicht aber Geschwister, Onkel, Tanten
(§ 8 (3) der Mustersatzung der Jagdgenossenschaften) verbindlich vorgeschrieben in Anlage 1 der AVBayJG in Verbindung mit § 5 AVBayJG
Wenn noch kein Vorstand gewählt ist, wer nimmt dann die Interessen der Jagdgenossenschaft war?
Der Gemeindevorstand (§ 9 BJagdG) als Verwalter der Jagdgenossenschaft
Welche Möglichkeiten der Pachtvergabe hat die Jagdgenossenschaft?
Versteigerung, öffentliche Ausbietung, freihändige Vergabe
- Sie kann die Verpachtung auf den Kreis der Jagdgenossen beschränken.
Welche Möglichkeiten außer der Verpachtung hat die Jagdgenossenschaft noch?
- Sie kann die Jagd auf eigene Rechnung durch angestellte Jäger ausüben lassen.
- Sie kann mit Zustimmung der Behörde die Jagd ruhen lassen. 98)
Wenn ein Pächter gefunden worden ist, wie muss das Abstimmungsergebnis der Mitgliederversammlung sein, um gültig zu sein?
Beschlüsse der Jagdgenossenschaft* bedürfen sowohl der Mehrheit der anwesenden und
vertretenen Jagdgenossen
als auch der Mehrheit der bei der Beschlussfassung vertretenen Grundfläche (§ 9 (3) BJagdG).
* In Bayern heißt es abweichend vom BJagdG „Beschlüsse der Versammlung der Jagdgenossen“
Was pachtet der Jäger von der Jagdgenossenschaft bzw. vom Eigenjagdbesitzer?
Das Jagdausübungsrecht in dem gepachteten Jagdbezirk.
Wem steht das Jagdrecht (Recht an der Pacht) zu?
Das Jagdrecht ist untrennbar mit dem Grund und Boden verbunden, und steht dem Eigentümer zu. Es darf aber nur in Jagdbezirken ausgeübt werden. Das Jagdausübungsrecht kann verpachtet werden. (§ 11 (1) BJagdG)
Kann der Eigentümer einer bejagbaren Fläche die Jagd selber ausüben?
Ja – wenn er einen Jagdschein hat, diese Fläche Teil seines Eigenjagdbezirkes ist und das Jagdausübungsrecht
für diese Fläche nicht bzw. nicht mehr verpachtet ist.
Wenn der Jäger nun ein Revier pachtet, darf er dann im Wald auch Bäume zum Hochsitzbau fällen
, bzw. irgendwo beliebig Anpflanzungen durchführen?
Nein – er hat das Jagdausübungsrecht gepachtet und nicht das Grundstück.
Das Eigentum an den Bäumen kann man nicht pachten.
Ein Bauer hat seine Felder von ca. 90 ha an einen anderen Bauern, der einen Jagdschein hat verpachtet.
Darf dieser Pächter darin auch die Jagd ausüben?
Nein – darf er nicht. Er hat die Felder gepachtet, und nicht das Jagdausübungsrecht.
Ist der Bauer, der die Felder gepachtet hat, auch Mitglied der Jagdgenossenschaft?
Nein. Nur der Verpächter des Grundstücks ist Mitglied der Jagdgenossenschaft.
Die Eigentümer der Grundflächen, die zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehören, bilden eine Jagdgenossenschaft. (§ 9 (1) BJagdG)
Mitglieder der Jagdgenossenschaft (Jagdgenossen) sind die Eigentümer oder Nutznießer - jedoch nicht die Pächter - der Grundflächen,
die das Gemeinschaftsjagdrevier bilden. (§ 3 der Mustersatzung der Jagdgenossenschaften) Der Begriff „Nutznießer“ darf nicht mit „Nutzungsberechtigter“ verwechselt werden.
Nutznießer ist, wem ein Nießbrauchsrecht zusteht (Eintrag im Grundbuch).
Ein Bauer besitzt neben seinen Feldern auch einen kleinen Wald. Steht ihm neben dem Jagdrecht auch das Jagdausübungsrecht zu?
Ja, wenn die Flächen seinem Eigenjagdbezirk angehören und das Jagdausübungsrecht auf der Fläche nicht oder nicht mehr verpachtet ist.
Was schließt das Jagen ein?
Die Hege des Wildes
Sie haben ein Revier gepachtet. Dürfen Sie alle darin vorkommenden Tierarten bejagen?
Nur Tiere die dem Jagdrecht unterliegen – und die nicht mit der Jagd zu verschonen sind (Schonzeit, Elterntierregelung).
Im Rahmen des Jagdschutzes dürfen auch freilebende Tiere der nicht besonders geschützten Arten erlegt werden,
im Rahmen der Kormoranverordnung auch dieser.
Wildlebende Tiere, die dem Jagdrecht unterliegen (§2 BJagdG)
§2 BJagdG - Tierarten
Wem gehört das in Ihrem Revier vorkommende Wild?
Niemanden, es ist herrenlos.
Welche Konsequenzen hat das für den Pächter?
Er muß nicht für Sachschäden wie z.B. Verkehrsunfalle aufkommen, die "sein" Wild verursacht hat.
Er hat auch keinen Anspruch auf das Wild, darf es z.B. nicht daran hindern in andere Reviere zu wechseln.
Was ist Wildschadenspflichtigen Wild?
Alles Schalenwild, Fasan, Wildkaninchen
Am 1. Dezember meldet der Waldbesitzer enormen Fegeschäden durch Rehwild an seinen jungen Bäumen.
Muss der Revierinhaber diese Schäden zahlen?
1. Es kommt zunächst darauf an, wann der Fegeschaden entstanden ist. Adultes Rehwild verfegt das Geweih etwa April bis Juni,
Kitze fegen das Erstlingsgehörn von Ende Dezember bis Januar, die Reviermarkierung findet vor und in der Brunft (Juli/August) statt.
Man darf also annehmen, dass der Fegeschaden vor dem 1. Oktober entstanden und somit „verfristet“ ist.
Der Geschädigte ist hier beweispflichtig. (§ 34 BJagdG)
2. Sollte der Schaden nach dem 1. Oktober entstanden und somit fristgerecht angemeldet sein, dann ist der Wildschaden
ersatzpflichtig, wenn es sich um Bäume der im Jagdbezirk vorkommenden Hauptholzarten handelt oder Schutzvorrichtungen
vorhanden waren, „die unter gewöhnlichen Umständen zur Abwendung des Schadens“ ausgereicht hätten. (§§ 29, 31 und 32 BJagdG).
3. Der Revierinhaber ist zum Ersatz des Wildschadensverpflichtet, wenn er die Ersatzpflicht durch Vertrag (z.B. Jagdpachtvertrag)
übernommen hat oder die geschädigte Fläche zu einem Eigenjagdbezirk gehört, er den Schaden durch unzureichenden
Abschuss verursacht hat (Beweispflicht beim Geschädigten) und eine haftungsausschließende
vertragliche Regelung nicht besteht. (§ 29 Absätze 1- 3 BJagdG).
Welche Art von Wildschäden gibt es?
- Fege-, Schäl- und Verbissschäden an Bäumen und Büschen, - Fraßschäden z.B. Aufnahme der Aussaat, Abäsen von Pflanzen oder Grünflächen
- Schäden durch Lagern und Niedertrampeln
- Schäden an der Grundstückssubstanz z.B. Brechen oder Garben von Bauen (insbesondere durch Kaninchen)
Sie haben ein Revier gepachtet und wollen eine Gesellschaftsjagd veranstalten.
Was ist eine Gesellschaftsjagd und was müssen Sie dabei beachten?
Eine Gesellschaftsjagd ist die Jagd an der mehr als vier Personen teilnehmen. (Art. 30 BayJG)
Die Inhaber von Jugendjagdscheinen dürfen an Gesellschaftsjagden nicht teilnehmen (§ 16 (3) BJagdG)
Für eine Gesellschaftsjagd ist ein Jagdleiter notwendig (§ 4 VSG 4.4 „Unfallverhütungsvorschrift Jagd“)
Lesen und wissen!
§ 4 VSG 4.4 „Unfallverhütungsvorschrift Jagd" - Besondere Bestimmungen für Gesellschaftsjagden
(1) Bei Gesellschaftsjagden muss der Unternehmer einen Jagdleiter bestimmen, wenn er nicht selbst
diese Aufgabe wahrnimmt. Die Anordnungen des Jagdleiters sind zu befolgen. (2) Der Jagdleiter hat den Schützen und Treibern die erforderlichen Anordnungen für den gefahrlosen Ablauf der Jagd zu geben. Er hat insbesondere die Schützen und Treiber vor Beginn der Jagd zu belehren
und ihnen die Signale bekanntzugeben. (3) Sofern der Jagdleiter nichts anderes anordnet, ist die Waffe erst auf dem Stand zu laden und nach
Beendigung des Treibens sofort zu entladen. (4) Der Jagdleiter hat Personen, die infolge mangelnder geistiger und körperlicher Eignung besonders unfallgefährdet sind,
die Teilnahme an der Jagd zu untersagen. (5) Der Jagdleiter kann für einzelne Aufgaben Beauftragte einsetzen.
(6) Bei Standtreiben haben der Jagdleiter oder die von ihm zum Anstellen bestimmten Beauftragten den Schützen ihre jeweiligen
Stände anzuweisen und den jeweils einzuhaltenden Schussbereich genau zu bezeichnen.
Nach Einnehmen der Stände haben sich die Schützen mit den jeweiligen Nachbarn zu verständigen;
bei fehlender Sichtverbindung hat der Jagdleiter diese Verständigung sicherzustellen.
Sofern der Jagdleiter nichts anderes bestimmt, darf der Stand vor Beendigung des Treibens weder verändert noch verlassen werden.
Verändert oder verlässt ein Schütze mit Zustimmung des Jagdleiters seinen Stand,
so hat er sich vorher mit seinen Nachbarn zu verständigen. (7) Wenn sich Personen in gefahrbringender Nähe befinden, darf in diese Richtung weder angeschlagen noch geschossen werden.
Ein Durchziehen mit der Schusswaffe durch die Schützen- oder Treiberlinie ist unzulässig. (8) Mit Büchsen- oder Flintenlaufgeschossen darf nicht in das Treiben hineingeschossen werden.
Ausnahmen kann der Jagdleiter nur unter besonderen Verhältnissen zulassen, sofern hierdurch eine Gefährdung ausgeschlossen ist. (9) Bei Kesseltreiben bestimmt der Jagdleiter, ab wann nicht mehr in den Kessel geschossen werden darf;
spätestens darf jedoch nach dem Signal „Treiber rein“ nicht mehr in den Kessel geschossen werden. (10) Die Waffe ist außerhalb des Treibens stets ungeladen, mit geöffnetem Verschluss und mit der Mündung nach oben
oder abgeknickt, zu tragen. Bei besonderen Witterungsverhältnissen kann der Jagdleiter zulassen, dass Waffen geschlossen
und mit der Mündung nach unten getragen werden, wenn sie entladen sind. (11) Durchgeh- oder Treiberschützen dürfen während des Treibens nur entladene Schusswaffen mitführen. Dies gilt nicht für
Feldstreifen und Kesseltreiben. (12) Bei Gesellschaftsjagden müssen sich alle an der Jagd unmittelbar Beteiligten deutlich farblich von der Umgebung abheben.
(13) Bei schlechten Sichtverhältnissen hat der Jagdleiter die Jagd einzustellen. 108)
Wo steht denn, daß ein Jagdleiter bestimmt werden muß?
In der „UVV Jagd“ Im § 4 der VSG 4.4 „Unfallverhütungsvorschrift Jagd“
Wer gibt die UVV-Jagd heraus?
Die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft (LBG)
Aus rechtlicher Sicht ist eine Drückjagd eine der Treibjagd ähnliche Jagd, bei der jedoch höchstens vier Personen
als Treiber oder Abwehrer teilnehmen dürfen.
Im Gegensatz zur Treibjagd darf bei der Drückjagd alles Schalenwild erlegt werden.
Bei einer Drückjagd gehen maximal vier Treiber – mit oder ohne Begleitung von Hunden – ruhig durch das zu bejagende Gebiet,
um die Wildtiere langsam in Bewegung zu bringen und aus den Einständen zu „drücken“.
Das Wild wird im Gegensatz zur Treibjagd nicht hochflüchtig aus seinen Einständen getrieben, sondern zieht in gemäßigtem Tempo durch das bejagte Gebiet.
Das Wild kommt zumeist auf seinen gewohnten Wechseln auf die wartenden Jäger zu. Diese haben ausreichend Zeit, das Wild zu anzusprechen und zu erlegen – oder eben auch nicht.
Sie sind im Oktober auf eine Treibjagd eingeladen, stehen an Ihrem Stand und das Treiben ist angeblasen.
Nun wechselt ein Schmalreh über die Lichtung. Was tun Sie?
Nicht schießen. Rehe dürfen auf einer Treibjagd nicht geschossen werden.
Die Treibjagd (im Oktober) war nicht so erfolgreich und Sie beschließen, gegen 22:00 Uhr, sich noch auf den Fuchs anzusetzen.
Der Fuchs darf ganzjährig auch nachts gejagt werden.
Wann ist Nachtzeit?
1,5 Stunden nach Sonnenuntergang bis 1,5 Stunden vor Sonnenaufgang.
Sie sitzen Ende Mai an und sehen ein Stück Schwarzwild. Wie verhalten Sie sich?
Ich spreche das Stück an und prüfe insbesondere ob es ein Frischling, ein Überläufer oder ein älteres Stück ist.
Des Weiteren stelle ich fest ob es sich um ein führendes Elterntier handelt (Frischling in der Nähe, „gezogene Striche“).
Frischlinge und Überläufer dürfen ganzjährig bejagt werden, jedoch ist die Elterntierregelung zu beachten.
Schwarzwild: Keiler 16. Juni - 31. Januar
Bachen 16. Juni - 31. Januar
Überläufer ganzjährig
Frischlinge ganzjährig
Sie erlegen beim Ansitzen einen Schäferhund, der auf dem vor Ihnen liegenden Feld ein Reh gehetzt hat. Dürfen Sie das?
Der Hund hat erkennbar dem Wild nachgestellt (gehetzt) und war in der Lage es zu gefährden.
Wenn der Hund nicht als Jagd-, Dienst-, Blinden- oder Hirtenhund erkennbar war, durfte er getötet werden.
Würde die Frage lauten „ein Reh gehetzt hatte“, dann wäre der Abschuss unzulässig gewesen,
denn der Hund hatte dann das Nachstellen aufgegeben.
Sie sind Revierinhaber und treffen im Wald auf einen zur Jagd gerüsteten Mann. Was dürfen Sie unternehmen?
Wege jagdlich gerüstet angetroffen werden anhalten und ihre Personalien feststellen.
Er darf ihnen auch erlegtes Wild, Waffen, Fanggeräte, Hunde, Frettchen oder Beizvögel abnehmen.
Dürfen Sie als Revierinhaber auch sein Auto durchsuchen?
Mit "Nein" ist die Frage beantwortet.
Ob die Polizei, ein Staatsanwalt oder ein bestätigter Jagdaufseher, der Berufsjäger ist, das Auto durchsuchen dürften ist nicht gefragt.
Sie sind Jagdgast und treffen im Wald auf einen zur Jagd gerüsteten Mann. Was dürfen Sie unternehmen?
Ich als Jagdgast habe keine Befugnis den Mann aufzuhalten.
Ggf. greife ich zum Handy und informiere den Revierinhaber.
Ein Jagdgast mit eingeschränktem Jagdschutz hat einen wildernden Hund angeschossen,
der schwer verletzt in das im Revier liegende Anwesen flüchtet. War der Jagdgast dazu berechtigt?
Ja - Wenn die Absicht des Jagdgastes darin bestand den wildernden Hund, im Rahmen des übertragenen Jagdschutzes,
zu töten, dann war die Handlung rechtmäßig.
Muss ein Jagdgast, der einen wildernden Hund krank geschossen hat, diesen Hund nachsuchen?
Das sachliche Gebot krankgeschossenes Wild zeitgerecht und fachgemäß nachzusuchen
(Art. 29 Absatz 1 BayJG), erstreckt sich ausdrücklich nur auf Wild.
Der Hund ist aber kein Wild - von daher muß er nicht nachgesucht werden.
Aber zumindest aus moralischen Gründen muß nachgesucht werden, es besteht aber keine Berechtigung einen Fangschuss anzutragen.
Ein Jagdgast schießt einen wildernden Hund krank, der sich dann in ein Anwesen flüchtet.
Darf er das Anwesen betreten und dem Hund einen Fangschuß geben?
Weder darf er das Anwesen ohne Erlaubnis betreten, noch hat er eine Berechtigung den Hund zu töten, da dieser nicht mehr wildert.
Wem steht das Aneignungsrecht im Befriedeten Bezirk zu?
1. Wurde eine jagdlich Handlung im befriedeten Bezirk durch die Untere Jagdbehörde gestattet, so hat das Aneigungsrecht
derjenige, dem die jagdliche Handlung gestattet worden ist. (Art. 6 (3) Satz 5 BayJG)
2. In befriedeten Bezirken darf sich - unbeschadet der Vorschriften des Art. 38 BayJG - der Grundstückseigentümer
oder Nutzungsberechtigte verendetes Wild, Fallwild und Abwurfstangen aneignen. (§ 1 (2) AVBayJG)
3. Flüchtet krankes oder krankgeschossenes Wild in einen befriedeten Bezirk und wird es dabei verfolgt,
so steht das Aneignungsrecht dem Revierinhaber zu. Der Eigentümer oder Nutzungsberechtigte von Wohngebäuden,
Hofräumen und Hausgärten, die unmittelbar an eine „menschliche Behausung“ angrenzen hat dem Revierinhaber
das Wild herauszugeben. (Art. 38 BayJG).
Ein Bauer bittet Sie, als Revierinhaber, in seinem Hofraum eine Falle zum Fang eines Marders aufzustellen.
Unterstellt der Hausgarten oder Hofraum erfüllt die Bedingungen an einen befriedeten Bezirk, so gilt:
Hat der Marder zur fraglichen Zeit Jagdzeit, so darf der Revierinhaber der Bitte des Bauern entsprechen,
wenn er (der Revierinhaber) nicht auf die Ausübung der Fallenjagd verzichtet hat.
Die Falle muss den Vorschriften des Art. 29a BayJG und der §§ 12a oder 12b AVBayJG entsprechen.
Eine Falle für den Totfang darf nur in einem Fangbunker, einem Fanggarten oder sonst einem geschlossenen Raum aufgestellt werden.
Einer Gestattung durch die Untere Jagdbehörde (UJB) bedarf es nicht, denn diese gilt gem. § 1 (1) AVBayJG als erteilt.
Die Verwendung einer Schlagfalle ist der UJB jedoch vorher anzuzeigen (§ 12c AVBayJG).
Die Vorschriften über die Kennzeichnung und Überprüfung von Schlagfallen sind zu beachten (§§ 12e ff AVBayJG)
Ein Hofraum oder Hausgarten ist ein befriedeter Bezirk, wenn er sich unmittelbar an ein Gebäude anschließt,
dass dem Aufenthalt von Menschen dient und umfriedet ist. (Art. 6 (1) BayJG).
In befriedeten Bezirken ruht die Jagd (§ 6 BJagdG)
In befriedeten Bezirken kann die Jagdbehörde dem Eigentümer, dem Nutzungsberechtigten, dem Revierinhaber oder deren
Beauftragten bestimmte Jagdhandlungen unter Beschränkung auf bestimmte Wildarten und auf eine bestimmte Zeit gestatten. (Art. 6 (3) BayJG).
Die Gestattung nach Art. 6 Abs. 3 Satz 1 BayJG gilt als erteilt, wenn der Revierinhaber mit Zustimmung des
Grundstückseigentümers oder Nutzungsberechtigten die Jagd auf Haarraubwild und Wildkaninchen mit Fanggeräten
(§ 19 Abs. 1 Nr. 9 des Bundesjagdgesetzes - BJagdG -, Art. 29 Abs. 2 Nr. 2 BayJG) innerhalb der Jagdzeiten ausübt. (§ 1 (1) AVBayJG)
Gem. § 19 (1) Nr. 9 dürfen nur Fangeräte benutzt werden, die „unversehrt fangen“ oder „sofort töten“.
Gem. Art. 29 (2) BayJG darf die Jagd mit Fanggeräten nur auf Raubwild und Wildkaninchen ausgeübt
werden, auf den Art 29a BayJG wird verwiesen.
Die §§ 12 a „Fallen für den Lebendfang“ und 12b „Fallen für den Totfang“ der AvBayJG beschreiben die in Bayern zulässigen Fanggeräte.
Hat der Marder zu der geplanten Zeit Schonzeit (1. März bis 15. Oktober) so darf dem Ansinnen des Bauern nicht entsprochen werden.
Darf der Bauer in seinem Garten selber Fallen stellen, um einen Marder zu fangen?
Unterstellt der Garten ist ein befriedeter Bezirk, dann:
Ja, wenn ihm die Untere Jagbehörde die jagdliche Handlung vorher gestattet hat. (Art. 6 (3) BayJG)
Die Vorschriften über die Fangjagd § 29a BayJG und §§ 12a ff AVBayJG und die Jagd und Schonzeiten sind zu beachten.
AVBayJG - Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Jagdgesetzes:
§ 12a Fallen für den Lebendfang § 12b Fallen für den Totfang § 12c Anzeigepflicht § 12d Überprüfung der Fangeisen § 12e Kennzeichnung und Registrierung der Fangeisen § 12f Prüfstelle, Aufsicht § 12a Fallen für den Lebendfang: (1) Fallen für den Lebendfang müssen so beschaffen sein, dass eine Verletzung der gefangenen Tiere ausgeschlossen ist.
Die Verwendung von Drahtgitter ist nur für Kontrollöffnungen und für Drahtgitterfallen zum Lebendfang von Jungfüchsen zulässig. (2) Für den Lebendfang dürfen nur folgende Fallentypen mit den entsprechenden Mindestgrößen (Innenmaße) verwendet werden: 1. Kastenfalle für Wiesel (Wiesel-Wippbrettfalle): Länge: 50 cm Breite: 8 cm Höhe: 8 cm vorne, 13 cm hinten 4. Drahtgitterfalle für Jungfüchse: Länge: 85 cm oben, 40 cm unten Breite: 20 cm Höhe: 20 cm vorne, 40 cm hinten 2. Kastenfalle für Tiere unter Fuchsgröße: Länge: 100 cm Breite: 15 cm Höhe: 15 cm Einschlupfbreite und -höhe: 15 cm x 15 cm,
falls die Mindestgrößen für die Breite und Höhe überschritten werden.
5. Röhrenfalle für Tiere unter Fuchsgröße:
Länge: 100 cm Durchmesser: 15 cm 3. Kastenfalle für Tiere ab Fuchsgröße: Länge: 130 cm Breite: 25 cm Höhe: 25 cm 6. Röhrenfalle für Tiere ab Fuchsgröße: Länge: 130 cm Durchmesser: 25 cm. Die Fallen müssen so gebaut oder verblendet sein, dass dem gefangenen Tier die Sicht nach außen möglichst verwehrt wird. Die Wiesel-Wippbrettfalle muss außerdem so konstruiert sein, dass der Fang kleinerer Tiere verhindert wird. (3) Die Jagdbehörde kann über Absatz 2 Satz 1 hinaus den Einsatz anderer Fallen zulassen, wenn diese einen unversehrten Fang
im Sinn von § 19Abs. 1 Nr. 9 BJagdG und Art. 29a Abs. 1 Satz 1 BayJG gewährleisten. (4) Fängisch gestellte Fallen müssen täglich einmal am Morgen, Wiesel-Wippbrettfallen täglich zweimal - mittags und abends -, die Drahtgitterfalle zum Fang von Jungfüchsen tagsüber im Abstand von zwei Stunden kontrolliert werden. § 12b - Fallen für den Totfang:
(1) Als Fallen für den Totfang (Schlagfallen) dürfen nur Fangeisen mit zwei Halbrundbügeln und einer oder zwei Spannfedern
(sog. "Schwanenhälse" oder "Eiabzugseisen") verwendet werden, wenn sie 1. über einen Köderabzug ausgelöst werden und 2. im Verhältnis zur Bügelweite folgende Mindestklemmkräfte in Newton (N) einhalten: Bügelweite 33 cm bis 41 cm: 150 N Bügelweite über 41 cm bis 51 cm: 175 N Bügelweite über 51 cm bis 66 cm: 200 N Bügelweite über 66 cm bis 74 cm: 300 N
(2) Die Jagdbehörde kann über Absatz 1 hinaus den Einsatz anderer Schlagfallen im Einzelfall zulassen, wenn sie ein sofortiges Töten
gewährleisten und Belange der öffentlichen Sicherheit und des Artenschutzes nicht entgegenstehen. (3) Fängisch gestellte Fallen müssen täglich am Morgen kontrolliert werden. § 12c Anzeigepflicht (Zu Art. 29a Abs. 3, 4 Satz 1 BayJG):
Wer Schlagfallen verwendet, hat dies vorher der Jagdbehörde anzuzeigen, in deren Bezirk sie eingesetzt werden sollen.
Die Anzeige muss folgende Angaben enthalten: 1. Anzahl und Art der Fallen, 2. Kennzeichen der Fangeisen (Art. 29a Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 BayJG, § 12e), 3. Einsatzort (Jagdrevier) und Verwendungszeitraum. Bei Änderung der angezeigten Verhältnisse ist entsprechend zu verfahren.
§ 12d - Überprüfung der Fangeisen (Zu Art. 29a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 und Abs. 4 BayJG):
(1) Die Besitzer haben die Fangeisen vor der erstmaligen Verwendung und in Zeitabständen von fünf Jahren auf ihre Kosten durch
die Prüfstelle (§ 12f) prüfen zu lassen. Sie haben den Monat, in dem die Fallen spätestens erneut zu prüfen sind,
durch ein Prüfzeichen, das auf dem Hauptfallenkörper der Fangeisen dauerhaft anzubringen ist, nachzuweisen. (2) Das Prüfzeichen ist von der Prüfstelle zuzuteilen, wenn keine Bedenken gegen die Betriebssicherheit (Funktionssicherheit) der Falle
bestehen, insbesondere die vorgeschriebene Mindestklemmkraft eingehalten wird. § 12e - Kennzeichnung und Registrierung der Fangeisen (Zu Art. 29a Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 und Abs. 4 BayJG):
(1) Jedes Fangeisen muss mit einem Kennzeichen versehen sein, das mit dem Hauptfallenkörper dauerhaft verbunden ist und die
Feststellung der Herkunft der Falle ermöglicht.
(2) Die Prüfstelle führt ein Verzeichnis über die Ergebnisse der Funktionsprüfung sowie die Namen und Anschriften der Besitzer der
gekennzeichneten Fangeisen.
Die Aufzeichnungen sind der Jagdbehörde auf Verlangen mitzuteilen und mindestens fünf Jahre lang aufzubewahren. (3) Besitzwechsel und -verlust von Fangeisen sind durch deren bisherige Besitzer unverzüglich der Prüfstelle mitzuteilen. § 12f - Prüfstelle, Aufsicht (Zu Art. 29a Abs. 4 BayJG):
(1) Mit der Überprüfung der Fangeisen auf ihre Betriebssicherheit, ihrer Kennzeichnung und Registrierung nach
Art. 29a Abs. 4 Satz 2 BayJG wird der Landesjagdverband Bayern e.V. betraut.
Er kann diese Aufgaben auf seine Kreisgruppen im Sinn des Art. 29a Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 BayJG übertragen. Der Landesjagdverband Bayern e.V. oder die von ihm beauftragten Kreisgruppen sind Prüfstelle im Sinn der §§ 12d und 12e . (2) Die Rechts- und Fachaufsicht über die Kreisgruppen als Prüfstelle und die Entscheidung über Widersprüche gegen Verwaltungsakte
der Kreisgruppen obliegen dem Landesjagdverband Bayern e.V.
Nur bittet der Bauer Sie, als Revierinhaber, in seinem Hausgarten einen Fuchs zu schießen. Dürfen Sie das?
Wenn es sich bei dem Hofraum oder Hausgarten um einen befriedeten Bezirk handelt (Art. 6 (1) BayJG,
benötige ich eine Gestattung der Unteren Jagdbehörde. (Art. 6 (3) BayJG). 126)
Der Bauer hat jetzt den Jagdschein- darf er den Fuchs, der große Schäden bei den Hühnern angerichtet hat, auf seinem Hof erlegen?
benötigt der Bauer eine Gestattung der Unteren Jagdbehörde. (Art. 6 (3) BayJG). 127)
Muss ein Hund, der zur Nachsuche eingesetzt wird, im Sinne des Gesetztes brauchbar sein?
Im November gehen Sie zum Ansitzen. Sie haben einen Drilling dabei. Auf dem Weg zum Ansitz
kommen Sie an einem Weiher vorbei und beschließen, noch auf Enten zu gehen. Ist das erlaubt?
Wenn ich bleifreie Schrotpatronen verwende, einen brauchbaren Hund mitführe und die Jagd außerhalb
der Nachtzeit den nicht ganzjährig geschonten Enten gilt, ist das erlaubt.
1. Im November haben alle nicht ganzjährig geschonten Enten Jagdzeit.
Ganzjährig geschont sind: Brand-, Eider-, Eis-, Kolben-, Löffel-, Moor-, Schell-, Schnatter- und Knäk-Ente.
Jagdzeit haben: die Stockente sowie Pfeif-, Krick-, Spieß-; Berg-; Reiher-; Tafel-; Samt- und Trauerenten
2. Bei der Jagd auf Wasserfederwild an und über Gewässern ist die Verwendung bleihaltiger Schrote verboten.(§ 11 AVBayJG).
3. Bei jeder Jagdart auf Wasserwild sind brauchbare Jagdhunde in genügender Zahl zu verwenden. (Art. 39 BayJG)
4. Die Jagd zur Nachtzeit auf Enten ist verboten (§ 19 (1) Ziffer 4 BJagdG)
Sie fahren nachts durch Ihr Revier. Im Lichtkegel des Autos sehen Sie eine Katze.
Sie öffnen Ihr Fenster und erlegen aus dem Auto heraus die Katze. Ist das Erlaubt?
Die Katze ist kein Wild, somit gelten die im Jagdrecht definierten "Sachlichen Verbote" wie das Schießen aus Fahrzeugen und das Blenden mit Scheinwerfern nicht.
Das Töten der Katze ist als Jagdschutzhandlung erlaubt, wenn die Katze mehr als 300 Meter
vom nächsten bewohnten Gebäude angetroffen wurde. (Art 42 (1) BayJG).
Die Bundesartenschutzverordnung (BaArtSchV) enthält im § 4 „Verbotene Handlungen, Verfahren und Geräte“ ähnliche
Bestimmungen wie der § 19 BJagdG „Sachliche Verbote“. Diese Bestimmungen sind zu befolgen, wenn freilebende
Tiere, die nicht dem Jagdrecht unterliegen getötet werden sollen.
Unterschied Wilderei / Diebstahl
Diebstahl richtet sich gegen fremdes Eigentum, Jagdwilderei richtet sich gegen fremdes Jagd- oder Jagdausübungsrecht.
Wild ist herrenlos, bis es sich der Jagdausübungsberechtigte aneignet
(deutliches, äußeres Zeichen aber nicht Voraussetzung ist z.B. der Inbesitznahmebruch)
Bei welcher Behörde lösen Sie den Jagdschein?
In der Unteren Jagdbehörde.
Wo finden Sie die Untere Jagdbehörde?
Im KVR oder im Landratsamt
Welche übergeordneten Behörden kennen Sie?
Die Obere Jagdbehörde
Die Oberste Jagdbehörde
Wer ist die Oberste Jagdbehörde in Bayern?
Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
Wer ist die Obere Jagdbehörde in Bayern?
Die Regierung des Regierungsbezirks.
Welche Unterlagen müssen Sie vorlegen, wenn Sie Ihren ersten Jagdschein lösen wollen?
Nachweis einer Jagdhaftpflichtversicherung, Jagdprüfungszeugnis, Passfoto, Personalausweis oder Reisepass.
Die Jagdversicherung muß eine Mindestdeckung bei Sachschäden bis 50.000 Euro
und bei Personenschäden 500.000 Euro haben.
Wo überall gilt der Jagdschein?
- Tagesjagdschein: Gültig für 14 aufeinanderfolgende Tage
- Jahresjagdschein: Gültig max. 3 Jahre.
- Tages- und Jahresjagdscheine für Ausländer
- Jugendjagdschein:
mindestens 16 Jahre alt, Jagdausübung nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten oder einer vom Erziehungsberechtigten
schriftlich beauftragten Person (Jagd erfahren), keine Teilnahme an Gesellschaftsjagden.
Bekommt keine WBK.
Darf Waffen erwerben, aber nicht besitzen - sprich, er darf sich Waffen ausleihen, aber keine eigenen kaufen. 139)
Ich erstelle einen Abschußplan zum ersten Mal. wie gehe ich vor? Was muß ich beachten?
Ich nehme Einblick in das Vegetationsgutachten und die Streckenliste der Vorjahre.
Basis für den neuen Abschussplan ist der tatsächlich getätigte Abschuss, nicht der Abschussplan der Vorjahre.
Zusätzlich beobachte ich den Wildbestand und seine körperliche Verfassung.
Das forstliche Gutachten enthält eine Empfehlung für die Abschussplanung
Die Empfehlung kann lauten: deutlich senken, senken, beibehalten, erhöhen, oder deutlich erhöhen.
Basierend auf dem Abschuss der Vorjahre und gemäß der Empfehlung des forstlichen Gutachtens erstelle ich den Abschussplan,
dabei berücksichtige ich auch die körperliche Verfassung des Wildes und den Wildbestand.
Ich stelle das Einvernehmen mit dem Jagdvorstand oder dem Jagdberechtigten des Eigenjagdbezirks her.
Der Abschussplan wird der Hegegemeinschaft vorgelegt, die dazu eine Stellungnahme abgibt.
Der Abschussplan ist bis zum 10. April (bei Gamswild bis zum 30. Juni) der Unteren Jagdbehörde vorzulegen.
Die Untere Jagdbehörde bestätigt den Abschussplan oder setzt ihn fest.
Dabei stellt sie das Einvernehmen mit dem Jagdbeirat her.
Informationen, Beratung und Hilfe kann ich von der UJB, dem Jagdberater, der Hegegemeinschaft und dem Verpächter erhalten.
Was ist die Bundeswildschutzverordnung?
Soll den Wildbrethandel besser kontrollieren um die Wilderei einzudämmen.
Sie ist jedoch mehr auf den Schutz gefährdeter Tierarten – mit Schwerpunkt Federwild- abgestellt.
Regeln tut sie:
- Die Inbesitznahme, den Erwerb bestimmter Tierarten
- die tatsächliche Gewalt über bestimmte Tierarten auszuüben
- das Inverkehrbringen bestimmter Tierarten
- Das Halten von Greifen und Falken
- Die gewerbliche Verarbeitung z. B. das Präparieren bestimmter Tierarten
- Die Nachweispflicht über den rechtmäßigen Besitz bestimmter Tierarten
Wie ist der Begriff "Eigenjagdbezirk" definiert?
Zusammenhängend nutzbare Grundstücke mit landwirtschaftlicher, forstwirtschaftlicher
oder fischereiwirtschaftlicher Nutzung, welche sich im Eigentum einer Person oder Personengemeinschaft
befinden und über eine festgelegte Mindestgröße (in Bayern z. B. 81,755 Hektar) verfügen, werden gemeinhin als Eigenjagd
oder auch Eigenjagdbezirk bezeichnet.
Wenn der Grundeigentümer die Voraussetzung für die Jagd, den Jagdschein, besitzt, kann er in seinem Eigenjagdbezirk jagen.
Ansonsten kann er den Eigenjagdbezirk an einen oder mehrere Jäger verpachten.
(c) Jürgen Schilling 13.12.2014