Source: https://www.rpgh.de/rehasport-kurse/faq-reha-sport/
Timestamp: 2018-05-24 08:18:52
Document Index: 361986123

Matched Legal Cases: ['§ 43', '§ 28', '§ 39', '§ 44', '§ 43', '§ 28', '§ 39', '§ 44']

RPGH - FAQ Reha-Sport
Häufig gestellte Fragen zum Reha-Sport
Wie bekommt man eine Reha- oder Funktionssportverordnung?
Jeder Humanmediziner (Hausarzt oder ein Facharzt) kann Dir eine solche Verordnung ausstellen und wird dies bei einer entsprechenden Indikation auch gerne tun! Danach kannst Du Dir den Leistungserbringer aussuchen. Sobald Du diesen gefunden hast, reichst Du Deine Verordnung zur Bewilligung der Kostenübernahme bei Deinem Kostenträger ein. s. u.. Von da an tickt die Uhr, bis man die Verordnung angetreten haben muss. Der Anspruch auf Reha-Sport verfällt nach Ablauf der Frist! Du kannst Dir natürlich auch erst eine Kostenzusage geben lassen und dann einen Anbieter suchen! Sollten diese jedoch keine freien Plätze haben, nutzt Dich Deine schon bewilligte Verordnung nichts.
Können kommerzielle Fitness-Studios Reha-Sport anbieten, geht das mit rechten Dingen zu?
Dies ist durchaus nichts ungewöhnliches, sondern leider sogar die Regel. Die Betreiber des Studios haben extra dafür einen Verein gegründet (oder hängen sich -gegen Bezahlung- an einen bestehenden Verein an), um Reha-Sport in ihrer Einrichtung anbieten zu können. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass die Arbeit dort schlecht oder gut ist! Letztlich entscheiden jedoch die Qualifikationen der Fachübungsleiter, die Trainingsdisziplin der Patienten/Sportler oder ob ausreichend Platz für die Durchführung der Übungsstunden vorhanden ist, sowie weitere fachliche und rechtliche Faktoren, welche wir nachfolgend beschreiben. Man sollte aber bedenken, dass die Vereine, welche einem kommerziellen Betreiber angeschlossen sind oder ihm zuarbeiten, nicht wirklich unabhängig sein können.
Betonen möchten wir an dieser Stelle, dass der RPGH e. V. alle gesetzlichen Anforderungen übererfüllt und in allen Punkten wesentlich mehr bietet als vom Gesetzgeber gefordert. Wir sind rein Gemeinnützig und haben keine kommerzielle Interessen, können also unsere Mittel komplett in unsere Arbeit fließen lassen.
Dies wird durch das Finanzamt regelmäßig und streng geprüft!
Woran erkenne ich, ob der Reha-Sport-Anbieter seriös ist?
Im Fitness-Sport wird immer wieder gerne mit blumigen Begriffen und "Berufsbezeichnungen" gearbeitet, die entweder mangelnde Qualifikation verbergen bzw. nicht vorhandene Qualifikation vortäuschen sollen.
Fragt konkret nach der Ausbildung und der Erfahrung der Fachübungsleiter oder Trainer. Begriffe wie "Reha-Sport-Coach", "Reha-Sport Therapeut/in", "Gesundheitsspezialist/in" oder "Reha-Gymnastiklehrer/in" usw. deuten mglw. darauf hin, dass diese Personen über keine entsprechenden Lizenz und über keine fachliche Berufsausbildung verfügen.
Qualifizierte Fachübungsleiter/innen im Reha-Sport können med. Laien sein, sie müssen demnach keine medizinische Aus- und Vorbildung besitzen. Es reicht aus, wenn sie die entsprechenden Seminare u. Kurse bei ihren Verbänden absolviert haben. Selten sind diese länger als 120 Stunden! Ob dies Sinn macht, gering geschulte Personen mit z. T. schwer erkrankte Personen arbeiten zu lassen- soll hier und jetzt - nicht diskutiert werden.
Nur soviel: Im Sinne einer anerkannten beruflichen Qualifikation sind nur langjährig ausgebildete Personen (z. B. examinierte med. Bademeister u. Masseur/innen, Physiotherapeuten/innen, Ergotherapeuten usw.) anzusehen. Was bei komplizierten Krankheitsbildern ein sehr wichtiges Kriterium für Deine Entscheidung für einen Reha-Sportanbieter sein sollte. Gleichwohl muss betont werden, dass erfahrene Fachübungsleiter ihre Grenzen kennen und sie nicht überschreiten. Umgekehrt dürfen auch nicht alle Angehörige o. g. Fach- und Heilberufe Reha-Sport anbieten. Sie brauchen neben zusätzlichen Lizenzen und weiteren Voraussetzungen, auch noch eine besondere Zertifizierung! s. o.
Darf man Rehasport gem. § 43 SGB V - § 28 SGB VI - § 39 SGB VII - jeweils i.V.m. § 44 SGB IX (Reha-Sportverordnung) an den Fitnessgeräten machen bzw. darf der Anbieter mich ausschließlich an diese verweisen?
Nein! Nur unter enger Beobachtung und Begleitung durch qualifiziertes Fachpersonal ist es als zusätzliches Angebot unterstützend empfehlenswert! Reha-Sport muss lt. Gesetz immer in Kursform stattfinden.
Mein Arzt hat mir "begleitetes bzw. kontrolliertes Gerätetraining" verordnet. Darf ich dann im Studio kostenlos an den Geräten trainieren?
Auch hier ein klares - Nein!
Dies wäre ein eindeutiger Gesetzesverstoß. Diese Form des "Reha-Sports" hat der Gesetzgeber mit einer Gesetzesänderung 2011 ausdrücklich verboten. Mit diesem "Trick" haben früher viele kommerzielle Fitness-Studios - den therapeutischen Ansatz - im Reha-Sport umgangen und die Versichertengemeinschaft für den Studiobesuch des Einzelnen bezahlen lassen. Um den offensichtlichen Ziel- bzw. Interessenkonflikt bei den kommerziellen Betreibern, zwischen der Gewinnung neuer Mitglieder für ihr Studio und der therapeutischen Arbeit im Reha-Sport abzuschaffen, war diese Gesetzesänderung auch aus Sicht des RPGH e. V. absolut sinnvoll und richtig. "Kontrolliertes Gerätetraining" kann weiterhin vom Arzt auf Rezept verschrieben und sollte bei einem zugelassenen Krankengymnasten durchgeführt werden. Er sollte seine Leistungen aber gesondert abrechnen und gleichzeitig keine Mitgliedschaft im Studio verlangen, nur so belegt er seine Unabhängigkeit und vermeidet Interessenskonflikte! Diese Berufsethik scheint aber mehr und mehr zu schwinden! Ratsuchenden empfehlen wir die Praxen der örtlichen Krankengymnasten! Dort wird man sehr gut und nach den Regeln der physiotherapeutischen Kunst behandelt.
Wie rechnen die Leistungserbringer ab?
Fragt nach der IK Nummer der Einrichtung, nur wer eine solche vorhalten kann, kann tatsächlich mit den Kostenträgern abrechnen. Im Zweifel hilft eine Nachfrage beim BSV in Koblenz um sicherzustellen, dass die Einrichtung auch Reha-Sport anbieten darf. Auf der Internetseite des Verbandes, kann man unter dem Link "Rehasportsuche" erfahren, ob der Anbieter tatsächlich gelistet ist und welche Leistung er legal erbringt. Es gibt aber auch andere Verbände die Zertifikate ausstellen!
Der Anbieter besteht auf eine Mitgliedschaft. Muss ich wirklich Mitglied werden?
Nein! Mit dem ungeschützten Gütebegriff "Reha" werben viele Studios. Sie wissen, ein Mensch mit Beschwerden greift schnell nach jedem Strohalm, doch Skepsis ist angebracht. Wenn der Anbieter (Leistungserbringer) auf eine Mitgliedschaft oder (wie auch immer genannte) Zuzahlungen im Studio besteht, bevor man bei ihm "Reha-Sport" machen darf, handelt er rechtswidrig! Gerne wird bei den Erstgesprächen darauf hingewiesen, dass die Kostenträger die Mitgliedschaft im Studio/Verein wünschen würden. Dies stimmt, belegt man dadurch, dass man dauerhaft gewillt ist etwas für seine Gesundheit zu tun, also nur Hilfe zur Selbsthilfe benötigt. Eine Pflicht zur Mitgliedschaft erwächst daraus für den Patienten jedoch nicht. Ein seriöser Anbieter wird deshalb keinen "Druck" ausüben, sondern Dir Zeit geben Deine Entscheidung zu überdenken. Solltest Du Dich gegen eine Mitgliedschaft oder Zuzahlungen entscheiden, dürfen Dir dadurch keine Nachteile im eigentlichen Reha-Sport entstehen. Zusätzliche Leistungen und Services, darf man aber auch nicht von den Anbietern erwarten. Sollte der Anbieter auf eine Mitgliedschaft (oder Zuzahlungen) im Studio-Bereich bestehen und Dir ansonsten die Teilnahme verweigern - meldet dies bitte umgehend dem Kostenträger und/oder dem zuständigen Behindertensportverband!!!
Da fast alle Leistungserbringer Wartelisten führen, kann es vorkommen, dass der Reha-Anbieter die eigenen Mitglieder priviligiert und bevorzugt. Dies ist rechtlich u. moralisch nicht zu beanstanden, da er für sie eine besondere Fürsorgepflicht hat und sie den Betrieb der Einrichtung mitfinanzieren.
Dies ist auch im RPGH nicht anders!
Fragen des Datenschutzes, immerhin gibt man sehr sensible persönliche Daten preis, solltest Du ebenfalls ansprechen. Ganz wichtig ist jedoch, stellt der Leistungserbringer Dir die richtigen Fragen! Z. B. um herauszufinden - wie er Dir konkret helfen kann oder versucht er nur eine Geschäftsbeziehung zu Dir aufzubauen, also Dich dazu zu bringen Mitglied zu werden?
Unser Rat ist, schaut Euch den Anbieter an und absolviert ein/zwei Stunden bei ihm. Vergleicht die örtlichen Anbieter und schlaft eine Nacht darüber, bevor Ihr Mitgliedsverträge unterschreibt. Die Beiträge der div. Rehasport-Anbieter variieren und beziffern sich bis 35,00€ im Monat. Ist alles zu Eurer Zufriedenheit - unterschreibt den Mitgliedsantrag und unterstützt damit diesen Leistungserbringer!
Die Maßnahmen des Reha-Sport sind gesetzlich geregelt. (§ 43 SGB V - § 28 SGB VI - § 39 SGB VII - jeweils i.V.m. § 44 SGB IX)
Sie müssen nicht nur von besonders "geschulten" Personen, sondern dürfen auch nur in extra angemeldeten Kursen durchgeführt werden.
Ein Beratungsprotokoll muss vorab angefertigt werden, von dem Du eine Kopie erhälst. In diesem müssen die Teilnehmer gesondert darauf hingewiesen sein, dass die Teilnahme am Angebot kostenlos ist. Ebenso sollte genau vermerkt werden, welches zusätzliche Angebot Du bekommst, wenn Du Mitglied im Studio wirst oder Zuzahlungen entrichtest. Üblicherweise bestehen die Kurse aus max. 15 Teilnehmer/innen, in besonderen Ausnahmefällen kann die Zertifizierungsstelle - sie auf - bis zu 18 Personen erweitern. (Im Herzsport bis 20 Personen).
Fragt Freunde und Verwandte nach deren Erfahrungen mit den Anbietern. Eine gute Übungsleitung wird z. B. nicht in jeder Stunde das selbe Programm abspulen. Auch der alleinige Verweis auf Einzeltraining im Gerätepark (des Studios) ist im Reha-Sport nicht statthaft. Lasst Euch nicht vom Ambiente der Einrichtung blenden! Kübelpflanzen und schicke Möbel sind sicherlich angenehm und schön anzusehen, sie sagen aber nichts über die Qualität und Kompetenz der Mitarbeiter aus!
Was kann ich tun, um schnell Erfolge zu sehen?
Regelmäßigkeit ist besonders wichtig. Betrachte den Besuch des Kurses als etwas besonderes und wichtiges für Dich! Nimm Dir eine Auszeit vom beruflichen Streß, dem ungesunden Alltag und der Hektik unserer Zeit.
Guter Sport entspannt- und macht glücklich!
Kostenträger können sein die Krankenkasse, die Rentenversicherung, die Unfallversicherung oder die Agentur für Arbeit etc.!﻿﻿
Der RPGH e. V. hofft Dir mit diesen Informationen geholfen zu haben und wünscht Dir alles Gute und eine gute Besserung!