Source: https://www.rechtslupe.de/sozialrecht/die-aussenvertretung-der-kassenaerztlichen-vereinigung-2-373556
Timestamp: 2020-01-22 00:20:49
Document Index: 161410185

Matched Legal Cases: ['§ 81', '§ 78', '§ 78', '§ 79', '§ 73', '§ 73', '§ 10', '§ 83', '§ 79', '§ 79', '§ 36', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 36', 'Art 2', '§ 79', '§ 31', '§ 35', '§ 31', '§ 35', '§ 77', '§ 81', '§ 79', '§ 197', '§ 79', '§ 77', '§ 79', '§ 77', '§ 368', '§ 73', '§ 73', '§ 184', '§ 85', '§ 22', '§ 57', '§ 182', '§ 10', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 82', '§ 83', '§ 73', '§ 73', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 80', '§ 171', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 35', '§ 72', '§ 82', '§ 82', '§ 83', '§ 73', '§ 73', '§ 73', '§ 35', '§ 209', '§ 35', '§ 85', '§ 89', '§ 79', '§ 35', '§ 79', '§ 79', '§ 7', '§ 73', '§ 73', '§ 59', '§ 59', '§ 79', '§ 35', '§ 59', '§ 79', '§ 35', '§ 79', '§ 35', '§ 59', '§ 240', '§ 44', '§ 53', '§ 240', '§ 47', '§ 33', '§ 87', '§ 94', '§ 44', '§ 53', '§ 79', '§ 79', '§ 35', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 49', '§ 79', 'Art 1', 'Art 3', '§ 197', '§ 1436', 'Art 2', '§ 79', 'Art 2', '§ 79', '§ 184', 'BGH', 'BGH', '§ 79', '§ 79', '§ 88', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 35', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 83', '§ 197', '§ 197', '§ 197', 'Art 1', '§ 197', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 79', '§ 28', '§ 79', '§ 79']

Die Außen­ver­tre­tung der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung | Rechtslupe
Die Außenvertretung der Kassenärztlichen Vereinigung
Die Ver­trags­ab­schluss­kom­pe­tenz des Vor­stan­des einer KÄV/​KZÄV darf weder bei Gesamt- noch bei Selek­tiv­ver­trä­gen mit Kran­ken­kas­sen bzw Ver­bän­den der Kran­ken­kas­sen an eine Geneh­mi­gung der Ver­tre­ter­ver­samm­lung gebun­den wer­den. Das Gesetz weist ? in Abgren­zung zu den Befug­nis­sen der Ver­tre­ter­ver­samm­lung ? die Außen­ver­tre­tung der KÄV/​KZÄV dem Vor­stand als ori­gi­nä­re Kom­pe­tenz zu. In die­ses Recht ver­mag die Ver­tre­ter­ver­samm­lung auch Kraft ihrer "Kom­pe­tenz-Kom­pe­tenz" nicht ein­zu­grei­fen, weil eine Auf­ga­ben­über­tra­gung unter dem Vor­be­halt steht, dass die gesetz­lich vor­ge­se­he­ne Kom­pe­tenz­ver­tei­lung zwi­schen bei­den Orga­nen ein­ge­hal­ten und nicht in den Kern­ge­halt der gesetz­li­chen Auf­ga­ben­zu­wei­sung ein­ge­grif­fen wird. Dies wäre jedoch dann der Fall, wenn die Wirk­sam­keit der vom Vor­stand abge­schlos­se­nen Gesamt- und Selek­tiv­ver­trä­ge von einer Geneh­mi­gung durch die Ver­tre­ter­ver­samm­lung abhin­ge, nicht zuletzt, weil der Vor­stand beim Abschluss der durch Gesetz vor­ge­schrie­be­nen bzw vor­ge­se­he­nen Ver­trä­ge kaum noch hand­lungs­fä­hig wäre.
Rechts­grund­la­ge der Ver­sa­gung einer auf­sichts­be­hörd­li­chen Geneh­mi­gung ist § 81 Abs 1 Satz 2 SGB V. Hier­nach bedarf die Sat­zung einer KÄV/​KZÄV der Geneh­mi­gung der Auf­sichts­be­hör­de. Die­ser Geneh­mi­gungs­vor­be­halt gilt auch für Sat­zungs­än­de­run­gen 1. Zustän­di­ge Auf­sichts­be­hör­de ist gemäß § 78 Abs 1 SGB V die für die Sozi­al­ver­si­che­rung zustän­di­ge obers­te Ver­wal­tungs­be­hör­de des Lan­des. Nach § 78 Abs 3 Satz 1 SGB V erstreckt sich die Prü­fung auf die Beach­tung von Gesetz und sons­ti­gem Recht und ist daher auf eine Rechts­kon­trol­le beschränkt 2. Ist eine ver­fah­rens­mä­ßig ord­nungs­ge­mäß zustan­de gekom­me­ne Sat­zungs­än­de­rung mit höher­ran­gi­gem Recht ver­ein­bar, besteht ein Anspruch auf Geneh­mi­gung 3.
Die Klä­ge­rin hat jedoch kei­nen Anspruch auf Ertei­lung der begehr­ten Geneh­mi­gung, da die von ihr beschlos­se­ne Sat­zungs­än­de­rung mit höher­ran­gi­gem Recht – § 79 Abs 5 SGB V – unver­ein­bar ist. Das Recht, die KÄV/​KZÄV zu ver­wal­ten und außer­ge­richt­lich zu ver­tre­ten, gehört zum ori­gi­nä­ren Auf­ga­ben­be­reich des Vor­stan­des. In die­sen Kern­ge­halt der gesetz­li­chen Auf­ga­ben­ver­tei­lung wird durch den beab­sich­tig­ten Geneh­mi­gungs­vor­be­halt der Ver­tre­ter­ver­samm­lung beim Abschluss von Selek­tiv­ver­trä­gen nach § 73c SGB V ein­ge­grif­fen, weil die Geneh­mi­gung nach außen wir­ken­de Vor­aus­set­zung für den rechts­wirk­sa­men Abschluss der Ver­trä­ge ist. Zu der­ar­ti­gen Ein­grif­fen ist die Ver­tre­ter­ver­samm­lung unter kei­nem recht­li­chen Gesichts­punkt befugt. Geneh­mi­gungs­vor­be­hal­te wür­den zu einer nicht hin­nehm­ba­ren Ein­schrän­kung der Hand­lungs­fä­hig­keit des Vor­stan­des als Ver­trags­part­ner der Kran­ken­kas­sen4 füh­ren.
Der Gesetz­ge­ber hat die Rege­lung der dem Vor­stand bzw der Ver­tre­ter­ver­samm­lung einer KÄV/​KZÄV zuste­hen­den Auf­ga­ben und Kom­pe­ten­zen nicht dem Sat­zungs­recht über­las­sen, son­dern die­se weit­ge­hend gesetz­lich vor­ge­ge­ben. So weist das Gesetz – in Abgren­zung zu den Befug­nis­sen der Ver­tre­ter­ver­samm­lung – die Ver­wal­tung und Außen­ver­tre­tung der KÄV/​KZÄV dem haupt­amt­li­chen Vor­stand als ori­gi­nä­re Kom­pe­tenz zu. Damit steht auch die Kom­pe­tenz, Ver­trä­ge – etwa die Selek­tiv­ver­trä­ge nach § 73c SGB V oder auch die in § 10 Abs 6 der Sat­zung der Klä­ge­rin erwähn­ten Gesamt­ver­trä­ge nach § 83 SGB V – mit bin­den­der Wir­kung für die Kör­per­schaft abzu­schlie­ßen, als Teil der Ver­wal­tungs- bzw Ver­tre­tungs­be­fug­nis allein dem Vor­stand zu.
Das Gesetz benennt in § 79 SGB V nicht allein die Orga­ne, die für die juris­ti­sche Per­son KÄV/​KZÄV als Organ­wal­ter han­deln, son­dern bestimmt auch die die­sen oblie­gen­den Auf­ga­ben. Gemäß § 79 Abs 5 Satz 1 SGB V ist es Auf­ga­be des Vor­stan­des, die KÄV/​KZÄV zu ver­wal­ten und sie gericht­lich und außer­ge­richt­lich zu ver­tre­ten. Zur Ver­wal­tung gehört neben dem inne­ren Geschäfts­ab­lauf die Rege­lung der Bezie­hun­gen zu den gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen und die Sicher­stel­lung der ver­trags­ärzt­li­chen Ver­sor­gung, soweit es sich nicht um die Ver­tre­tung der KÄV/​KZÄV han­delt 5. Die­se Ver­wal­tungs­kom­pe­tenz ist nicht auf die "lau­fen­den Ver­wal­tungs­ge­schäf­te" beschränkt, wie dies für die frü­he­ren Geschäfts­füh­rer der KÄV/​KZÄVen galt und noch heu­te in § 36 Abs 1 SGB IV für die Geschäfts­füh­rer von Ver­si­che­rungs­trä­gern mit drei­glied­ri­ger Organ­struk­tur bestimmt ist, son­dern sie ist im umfas­sen­den Sin­ne zu ver­ste­hen.
Die Ver­tre­tung der Kör­per­schaft durch den Vor­stand bedeu­tet, dass die­ser auf­grund sei­ner Stel­lung als Organ der Kör­per­schaft KÄV/​KZÄV mit recht­li­cher Wir­kung für und gegen die­se tat­säch­li­che und recht­li­che Hand­lun­gen im Ver­hält­nis zu Drit­ten vor­neh­men darf und muss 6. Die Ver­tre­tungs­be­fug­nis umfasst die Kom­pe­tenz, Ver­trä­ge mit Drit­ten – nament­lich mit den Kran­ken­kas­sen – abzu­schlie­ßen; dies beinhal­tet nicht allein die – eher zur "Ver­wal­tung" gehö­ren­de – Auf­ga­be, Ver­trags­ver­hand­lun­gen zu füh­ren und den Ver­trag zu unter­zeich­nen, son­dern auch und ins­be­son­de­re die Rechts­macht, die KÄV/​KZÄV bei der­ar­ti­gen Ver­trags­ver­hand­lun­gen und ‑abschlüs­sen mit ver­bind­li­cher Wir­kung nach außen hin zu ver­tre­ten.
Dem­ge­gen­über hat die Ver­tre­ter­ver­samm­lung gemäß § 79 Abs 3 Satz 1 Nr 1 SGB V – als Legis­la­tiv- und Kon­troll­organ der KÄV/​KZÄV 7 – die Sat­zung und sons­ti­ges auto­no­mes Recht zu beschlie­ßen sowie den Vor­stand zu über­wa­chen (Nr 2 aaO). Zu den wei­te­ren ihr durch § 79 Abs 3 Satz 1 SGB V über­tra­ge­nen Auf­ga­ben gehört es, alle Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, die für die Kör­per­schaft von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung sind (Nr 3 aaO), den Haus­halts­plan fest­zu­stel­len (Nr 4 aaO), über die Ent­las­tung des Vor­stan­des wegen der Jah­res­rech­nung zu beschlie­ßen (Nr 5 aaO), die Kör­per­schaft gegen­über dem Vor­stand und des­sen Mit­glie­dern zu ver­tre­ten (Nr 6 aaO) und über den Erwerb, die Ver­äu­ße­rung oder die Belas­tung von Grund­stü­cken sowie über die Errich­tung von Gebäu­den zu beschlie­ßen (Nr 7 aaO). Zudem kann sie sämt­li­che Geschäfts- und Ver­wal­tungs­un­ter­la­gen ein­se­hen und prü­fen (§ 79 Abs 3 Satz 2 SGB V).
Das Recht des Vor­stan­des zur Ver­tre­tung der KÄV/​KZÄV nach außen ist nicht nur eine tech­ni­sche Rege­lung in dem Sin­ne, dass allein der Vor­stand – und nicht etwa die Ver­tre­ter­ver­samm­lung oder deren Vor­sit­zen­der – die Kör­per­schaft wirk­sam ver­pflich­ten kann. Viel­mehr gehört die Ver­tre­tungs­kom­pe­tenz zu den – ihm ori­gi­när und aus­schließ­lich zuge­wie­se­nen – Kern­kom­pe­ten­zen des Vor­stan­des.
Die Klä­ge­rin ver­kennt die gesetz­li­che Auf­ga­ben­ver­tei­lung, wenn sie meint, dem Vor­stand ledig­lich die Funk­ti­on eines "Armes" der KÄV/​KZÄV bei­mes­sen zu kön­nen, wäh­rend die Ver­tre­ter­ver­samm­lung als deren "Hirn" fun­gie­re. Auf­ga­be des Vor­stan­des ist es nicht, die Ver­tre­ter­ver­samm­lung nach außen zu ver­tre­ten, son­dern die Kör­per­schaft KÄV/​KZÄV als juris­ti­sche Per­son. "Ver­län­ger­ter Arm" der Ver­tre­ter­ver­samm­lung ist der Vor­stand ledig­lich in den Fäl­len, in denen der Ver­tre­ter­ver­samm­lung aus­nahms­wei­se Ent­schei­dungs­kom­pe­ten­zen im Ein­zel­fall zuste­hen, so etwa bei der Beschluss­fas­sung über den Erwerb, die Ver­äu­ße­rung oder die Belas­tung von Grund­stü­cken sowie über die Errich­tung von Gebäu­den (§ 79 Abs 3 Satz 1 Nr 7 SGB V). In der­ar­ti­gen Fäl­len ist es Auf­ga­be des Vor­stan­des, den Beschluss der Ver­tre­ter­ver­samm­lung nach außen umzu­set­zen, da die Ver­tre­ter­ver­samm­lung nicht die Rechts­macht besitzt, die Kör­per­schaft KÄV/​KZÄV nach außen zu ver­tre­ten 8. Der Vor­stand ist ver­pflich­tet, alle Ent­schei­dun­gen, die von einem Organ der Kör­per­schaft im Rah­men sei­ner Kom­pe­tenz getrof­fen wer­den, im Außen­ver­hält­nis umzu­set­zen 9.
Eine Beschrän­kung des Vor­stan­des auf die Funk­ti­on eines ledig­lich die Vor­ga­ben der Ver­tre­ter­ver­samm­lung aus­füh­ren­den Werk­zeugs lässt sich bereits nicht mit des­sen Funk­ti­on als "Organ" der Kör­per­schaft KÄV/​KZÄV ver­ein­ba­ren. Der mit "Orga­ne" über­schrie­be­ne § 79 SGB V bestimmt in sei­nem Abs 1, dass bei den KÄV/​KZÄVen eine Ver­tre­ter­ver­samm­lung als Selbst­ver­wal­tungs­or­gan und ein haupt­amt­li­cher Vor­stand gebil­det wer­den. Es wer­den somit zwei Orga­ne gebil­det, ohne dass hier­mit eine Rang­fol­ge vor­ge­ge­ben wird. Ein Vor­rang der Ver­tre­ter­ver­samm­lung kann ins­be­son­de­re nicht dar­aus her­ge­lei­tet wer­den, dass die­se nun­mehr ein­zi­ges "Selbst­ver­wal­tungs­or­gan" der KÄV/​KZÄV ist. Die­ser Umstand ist – wie die Rechts­ent­wick­lung belegt – die Fol­ge der vom Gesetz­ge­ber gewoll­ten kla­ren Auf­ga­ben­tren­nung und beinhal­tet ledig­lich, dass der Ver­tre­ter­ver­samm­lung die aus­schließ­li­che Kom­pe­tenz für die Selbst­ver­wal­tungs­auf­ga­ben im enge­ren Sin­ne zusteht. Mag auch for­mal eine Über­ord­nung der Ver­tre­ter­ver­samm­lung in Bezug auf die ihr zuste­hen­den Kom­pe­ten­zen, auto­no­mes Recht zu set­zen und Ent­schei­dun­gen von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung zu tref­fen, bestehen, ändert dies nichts dar­an, dass die­se Kom­pe­ten­zen der Ver­tre­ter­ver­samm­lung ihre Gren­ze im Kern­be­reich der dem Vor­stand oblie­gen­den Auf­ga­ben fin­den.
Hät­te der Gesetz­ge­ber allein der Ver­tre­ter­ver­samm­lung die Funk­ti­on eines die Geschi­cke der KÄV/​KZÄV bestim­men­den Organs bei­mes­sen wol­len, hät­te es der Insti­tu­tio­na­li­sie­rung eines haupt­amt­li­chen Vor­stan­des nicht bedurft, son­dern es hät­te der Ver­tre­ter­ver­samm­lung über­las­sen blei­ben kön­nen, sich durch Ein­rich­tung einer "Geschäfts­stel­le" von den anfal­len­den Ver­wal­tungs­auf­ga­ben zu ent­las­ten. Schon die recht­li­che Stel­lung des Vor­stan­des als "Organ" der KÄV/​KZÄV beinhal­tet daher, dass die­sem ein ori­gi­nä­rer, allein ihm zuge­ord­ne­ter Auf­ga­ben­be­reich zuste­hen muss. Die Eigen­stän­dig­keit des Vor­stan­des gegen­über der Ver­tre­ter­ver­samm­lung wird auch dar­an deut­lich, dass sich die der Ver­tre­ter­ver­samm­lung oblie­gen­de Ent­las­tung des Vor­stan­des aus­drück­lich auf die ord­nungs­ge­mä­ße Haus­halts­füh­rung beschränkt und nicht die poli­ti­sche Amts­füh­rung erfasst 10.
Dass der Gesetz­ge­ber eine kla­re Abgren­zung der Auf­ga­ben­be­rei­che von Ver­tre­ter­ver­samm­lung und Vor­stand und damit zugleich die Zuwei­sung ori­gi­nä­rer Auf­ga­ben­be­rei­che für bei­de Orga­ne beab­sich­tigt hat, bestä­tigt auch die Rechts­ent­wick­lung.
Gemäß § 79 Abs 1 SGB V in der bis zum 31.12.2004 gel­ten­den Fas­sung des Gesund­heits-Reform­ge­set­zes vom 20.12.1988 11 han­del­te es sich bei der Ver­tre­ter­ver­samm­lung und dem Vor­stand um die Selbst­ver­wal­tungs­or­ga­ne der KÄV/​KZÄVen. Neben die­sen bei­den Selbst­ver­wal­tungs­or­ga­nen waren bei den KÄV/​KZÄVen regel­mä­ßig Geschäfts­füh­rer tätig, wel­che Ver­wal­tungs­auf­ga­ben auf­grund von Beschlüs­sen und Voll­mach­ten der Orga­ne aus­führ­ten 12; ihre Stel­lung war – anders als bei den haupt­amt­li­chen Geschäfts­füh­rern der Sozi­al­ver­si­che­rungs­trä­ger mit drei­glied­ri­ger Organ­struk­tur (vgl § 36 Abs 1 SGB IV) – aller­dings nicht gesetz­lich, son­dern allein durch Sat­zungs­recht gere­gelt 13.
Durch Art 2 Nr 3 des GMG 14 wur­de § 79 Abs 1 SGB V mit Wir­kung vom 01.01.2005 geän­dert 15. Neben der als Selbst­ver­wal­tungs­or­gan fort­be­stehen­den Ver­tre­ter­ver­samm­lung wur­de ein nun­mehr haupt­amt­li­cher Vor­stand gebil­det. Die­se Rege­lung voll­zog die bereits in § 31 Abs 3a, § 35a SGB IV 16 getrof­fe­nen Rege­lun­gen nach, wonach bei den Orts, Betriebs- und Innungs­kran­ken­kas­sen sowie den Ersatz­kas­sen ein Ver­wal­tungs­rat als Selbst­ver­wal­tungs­or­gan und ein haupt­amt­li­cher Vor­stand gebil­det wird (§ 31 Abs 3a Satz 1 SGB IV) und der Vor­stand die Kran­ken­kas­se ver­wal­tet und ver­tritt (§ 35a Abs 1 Satz 1 SGB IV).
Wäh­rend zuvor die Auf­ga­ben und Befug­nis­se der Selbst­ver­wal­tungs­or­ga­ne (in wei­tem Umfang) durch die Sat­zung zu regeln waren (sie­he § 77 Abs 6 Satz 2, § 81 Abs 1 Satz 3 Nr 2 SGB V aF), sind nun­mehr die Auf­ga­ben des Vor­stan­des in § 79 Abs 5 SGB V und die Auf­ga­ben der Ver­tre­ter­ver­samm­lung – in Anleh­nung an den für Kran­ken­kas­sen gel­ten­den § 197 Abs 1, 2 SGB V – in § 79 Abs 3 SGB V näher defi­niert. Im Ergeb­nis wur­den die Kom­pe­ten­zen bei­der Orga­ne aus­ge­wei­tet, weil aus der ursprüng­lich drei­glied­ri­gen Struk­tur (haupt­amt­li­cher Geschäfts­füh­rer – ehren­amt­li­cher Vor­stand – ehren­amt­li­che Ver­tre­ter­ver­samm­lung) eine zwei­glied­ri­ge gewor­den ist. Dem neu­en Vor­stand wur­den – neben den dem bis­he­ri­gen Geschäfts­füh­rer oblie­gen­den Auf­ga­ben der lau­fen­den Ver­wal­tung – Tei­le der Zustän­dig­kei­ten des frü­he­ren ehren­amt­li­chen Vor­stan­des über­tra­gen 17. Hier­zu gehört ins­be­son­de­re die vor­her gemäß § 77 Abs 6 Satz 1 SGB V aF dem ehren­amt­li­chen Vor­stand oblie­gen­de Auf­ga­be, die KÄV/​KZÄV gericht­lich und außer­ge­richt­lich zu ver­tre­ten, aber auch über die "lau­fen­de Ver­wal­tung" hin­aus­ge­hen­de 18 Ver­wal­tungs­auf­ga­ben.
Durch die aus­drück­lich in Anleh­nung an die Orga­ni­sa­ti­ons­re­form der Kran­ken­kas­sen erfolg­te Neu­re­ge­lung woll­te der Gesetz­ge­ber den gewach­se­nen Auf­ga­ben der KÄV/​KZÄVen gerecht wer­den 19 und deren Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren straf­fen 20. Die­se Ziel­rich­tung ent­spricht weit­ge­hend den mit den vor­an­ge­gan­ge­nen Ände­run­gen in den Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren der Kran­ken­kas­sen ver­folg­ten Absich­ten, den gestie­ge­nen Anfor­de­run­gen an Ent­schei­dungs­fä­hig­keit, Kom­pe­tenz und Fle­xi­bi­li­tät gerecht zu wer­den 21. Auch wenn die Ver­tre­ter­ver­samm­lung durch die Ände­rung zum allei­ni­gen Selbst­ver­wal­tungs­or­gan wur­de, lässt sich den Geset­zes­ma­te­ria­li­en kein Anhalt dafür ent­neh­men, dass damit deren Stel­lung zu Las­ten des nun­mehr haupt­amt­li­chen Vor­stan­des gestärkt wer­den soll­te. Viel­mehr wird deut­lich, dass der Gesetz­ge­ber mit der Orga­ni­sa­ti­ons­re­form eine ein­fa­che­re Abgrenz­bar­keit der Zustän­dig­kei­ten bei­der Orga­ne bei gleich­zei­ti­ger Stär­kung der jewei­li­gen Organ­stel­lung in deren Zustän­dig­keits­be­reich errei­chen woll­te. Aus­druck des­sen ist einer­seits eine "Pro­fes­sio­na­li­sie­rung" 22 des Vor­stan­des, ande­rer­seits durch die Schaf­fung nur noch eines Selbst­ver­wal­tungs­or­gans eine Kon­zen­trie­rung der die Selbst­ver­wal­tung betref­fen­den Auf­ga­ben bei der Ver­tre­ter­ver­samm­lung, die mit einer stär­ke­ren Beto­nung der Stel­lung als Kon­troll­organ ein­her­geht. Allein inso­weit ist es zu einer "Stär­kung" der Ver­tre­ter­ver­samm­lung gekom­men, die inhalt­lich aber im Wesent­li­chen dar­auf zurück­zu­füh­ren ist, dass sie wei­te­re – dem bis­he­ri­gen ehren­amt­li­chen Vor­stand im Ver­hält­nis zum (bis­he­ri­gen) Geschäfts­füh­rer oblie­gen­de – Kon­troll­auf­ga­ben über­nom­men hat.
Die Geset­zes­be­grün­dung spricht aus­drück­lich davon, dass der Vor­stand zu einem haupt­amt­li­chen Organ der selbst­ver­wal­te­ten Kör­per­schaft "fort­ent­wi­ckelt" wer­de 23. Aus­druck der "Pro­fes­sio­na­li­sie­rung" der Auf­ga­ben­wahr­neh­mung ist auch die in § 79 Abs 6 Satz 2 SGB V gefor­der­te fach­li­che Eig­nung der Vor­stands­mit­glie­der; hier­durch soll­te ins­be­son­de­re die Manage­ment-Qua­li­fi­ka­ti­on der ein­zel­nen Mit­glie­der des Vor­stan­des für ihren jeweils eigen­ver­ant­wort­lich zu lei­ten­den Geschäfts­be­reich gesi­chert und somit zugleich die Pro­fes­sio­na­li­sie­rung des Vor­stan­des in sei­ner Gesamt­heit gestärkt wer­den 24. Auch hier­mit stün­de es nicht im Ein­klang, wenn dem neu­en haupt­amt­li­chen Vor­stand ledig­lich die Funk­ti­on eines die Vor­ga­ben der Ver­tre­ter­ver­samm­lung aus­füh­ren­den Organs zukä­me.
Dass nament­lich mit der Ver­tre­tungs­kom­pe­tenz des Vor­stan­des ein ori­gi­nä­rer Auf­ga­ben­be­reich geschaf­fen wer­den soll­te, des­sen Inhalt nicht der Gestal­tungs­macht der Ver­tre­ter­ver­samm­lung unter­wor­fen wer­den soll­te, bestä­tigt der Umstand, dass die nach altem Recht in § 77 Abs 6 Satz 2 SGB V aF ent­hal­te­ne Ermäch­ti­gung, "das Nähe­re" zur gericht­li­chen und außer­ge­richt­li­chen Ver­tre­tung der KÄV/​KZÄV in der Sat­zung zu bestim­men, nicht in das neue – ab 1.01.2005 gel­ten­de – Recht über­nom­men wur­de; auch dies belegt den Wil­len des Gesetz­ge­bers zur Schaf­fung einer kla­ren, in ihren wesent­li­chen Struk­tu­ren gesetz­lich statt durch Sat­zungs­recht vor­ge­ge­be­nen Auf­ga­ben­ver­tei­lung zwi­schen den Orga­nen der KÄV/​KZÄV. Beacht­lich ist zudem, dass die im frü­he­ren Recht (sie­he § 368m Abs 7 Satz 3 RVO) ent­hal­te­ne Befug­nis, in der Sat­zung mit Wir­kung gegen Drit­te Beschrän­kun­gen des Umfangs der Ver­tre­tungs­macht des Vor­stan­des fest­zu­le­gen, bereits nicht in das SGB V über­nom­men wur­de; hier­aus wird zu Recht abge­lei­tet, dass gleich­wohl in der Sat­zung oder durch einen Beschluss der Ver­tre­ter­ver­samm­lung fest­ge­leg­te Beschrän­kun­gen im Außen­ver­hält­nis kei­ne Wir­kung haben 25.
Der von der Ver­tre­ter­ver­samm­lung der Klä­ge­rin beschlos­se­ne Geneh­mi­gungs­vor­be­halt hat unmit­tel­bar Aus­wir­kun­gen auf die Kom­pe­tenz des Vor­stan­des, die KÄV/​KZÄV gegen­über Drit­ten zu ver­tre­ten; er hat zur Fol­ge, dass die Zustim­mung ("Geneh­mi­gung") durch die Ver­tre­ter­ver­samm­lung nach außen wir­ken­de Vor­aus­set­zung für den rechts­wirk­sa­men Abschluss eines Selek­tiv­ver­trags nach § 73c Abs 3 SGB V durch den Vor­stand ist. Dies wird auch von den Betei­lig­ten nicht in Abre­de gestellt.
Die streit­ge­gen­ständ­li­che Sat­zungs­re­ge­lung sieht vor, dass der Abschluss von Ein­zel­ver­trä­gen nach § 73c Abs 3 SGB V durch die Ver­tre­ter­ver­samm­lung "zu geneh­mi­gen" ist. Bereits der Wort­laut der Rege­lung lässt durch die Ver­wen­dung des Begrif­fes "Geneh­mi­gung" erken­nen, dass die Zustim­mung der Ver­tre­ter­ver­samm­lung Wirk­sam­keits­vor­aus­set­zung für den vom Vor­stand geschlos­se­nen Ver­trag sein soll und der Ver­trag daher bis zur Ertei­lung der Geneh­mi­gung schwe­bend unwirk­sam ist. Die­se schon sprach­lich auf der Hand lie­gen­de Bedeu­tung des Begrif­fes bestä­tigt des­sen Ver­wen­dung im Zivil­recht wie im öffent­li­chen Recht. So defi­niert § 184 Abs 1 BGB die Geneh­mi­gung als "nach­träg­li­che Zustim­mung", die grund­sätz­lich auf den Zeit­punkt der Vor­nah­me des Rechts­ge­schäfts zurück­wirkt; bis zu der Erklä­rung des Zustim­mungs­be­rech­tig­ten über die Geneh­mi­gung ist der Ver­trag schwe­bend unwirk­sam 26. Auch die Geneh­mi­gung der Auf­sichts­be­hör­de, wel­cher Sozi­al­ver­si­che­rungs­trä­ger gemäß § 85 Abs 1 SGB IV hin­sicht­lich der Ver­ga­be von Dar­le­hen für gemein­nüt­zi­ge Zwe­cke, des Erwerbs und des Lea­sens von Grund­stü­cken und grund­stücks­glei­chen Rech­ten sowie der Errich­tung, der Erwei­te­rung und des Umbaus von Gebäu­den bedür­fen, wird in dem Sin­ne ver­stan­den, dass die­se Vor­aus­set­zung für die Wirk­sam­keit des Ver­tra­ges im Außen­ver­hält­nis ist 27. Auch bei der gemäß § 22 Abs 1 Satz 1 Bau­ge­setz­buch für die Begrün­dung oder Tei­lung von Woh­nungs­ei­gen­tum oder Teil­ei­gen­tum erfor­der­li­chen Geneh­mi­gung han­delt es sich um einen pri­vat­rechts­ge­stal­ten­den Ver­wal­tungs­akt, bis zu des­sen Ertei­lung das Rechts­ge­schäft schwe­bend unwirk­sam ist 28. Schließ­lich bestimmt § 57 Abs 1 SGB X, dass ein öffent­lich-recht­li­cher Ver­trag, der in Rech­te eines Drit­ten ein­greift, erst wirk­sam wird, wenn der Drit­te schrift­lich zustimmt; hier wird der ver­gleich­ba­re – im Sin­ne eines Ober­be­grif­fes ver­wand­te (vgl § 182 Abs 1 BGB) – Begriff "Zustim­mung" sogar aus­drück­lich als Wirk­sam­keits­er­for­der­nis nor­miert.
Die beab­sich­tig­te Bin­dung des Vor­stan­des auch im Außen­ver­hält­nis wird dadurch bestä­tigt, dass die von der Ver­tre­ter­ver­samm­lung beschlos­se­ne Fas­sung des § 10 Abs 6 der Sat­zung aus­drück­lich eine Geneh­mi­gung des "Abschlus­ses" der Ver­trä­ge vor­sieht. Das Geneh­mi­gungs­er­for­der­nis wird damit mit dem Rechts­ge­schäft als sol­chem ver­knüpft und sta­tu­iert nicht etwa eine blo­ße Ver­pflich­tung des Vor­stan­des, im Fal­le des Ver­trags­ab­schlus­ses um die Geneh­mi­gung der Ver­tre­ter­ver­samm­lung nach­zu­su­chen 29. Dies zeigt eben­falls, dass die Geneh­mi­gung als zwin­gen­de Wirk­sam­keits­vor­aus­set­zung nor­miert wer­den soll­te und ver­deut­licht daher die bereits durch die For­mu­lie­rung "Geneh­mi­gung" zum Aus­druck kom­men­de Ein­schrän­kung der Ver­tre­tungs­be­fug­nis des Vor­stan­des. Dass dem Geneh­mi­gungs­vor­be­halt Außen­wir­kung zukom­men soll, bestä­tigt schließ­lich der Zweck der Rege­lung, den Abschluss von Ver­trä­gen zu ver­hin­dern, die nicht die Zustim­mung der Ver­tre­ter­ver­samm­lung gefun­den haben.
Mit dem Geneh­mi­gungs­vor­be­halt wird somit ver­an­schau­licht, dass die Mit­wir­kung der Ver­tre­ter­ver­samm­lung den Außen­be­reich – also das Ver­hält­nis gegen­über Drit­ten – betref­fen soll. Danach wäre der Vor­stand nach etwai­gen Ver­trags­ver­hand­lun­gen, die er allein füh­ren darf, gehal­ten, zunächst die Ver­tre­ter­ver­samm­lung ein­zu­schal­ten und könn­te den Ver­trag erst nach erteil­ter Geneh­mi­gung wirk­sam abschlie­ßen, bzw wäre ein zuvor erfolg­ter Ver­trags­schluss zunächst schwe­bend unwirk­sam und wür­de erst nach Ertei­lung der Geneh­mi­gung wirk­sam.
Die gesetz­li­che Auf­ga­ben­zu­wei­sung lässt es nicht zu, den Auf­ga­ben­kreis der Ver­tre­ter­ver­samm­lung der­art zu Las­ten des ande­ren Organs aus­zu­deh­nen. In die Kern­kom­pe­ten­zen des Vor­stan­des darf weder durch die "Kom­pe­tenz-Kom­pe­tenz" der Ver­tre­ter­ver­samm­lung noch durch deren in § 79 Abs 3 Satz 1 Nr 3 SGB V nor­mier­te Befug­nis, alle Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, die für die Kör­per­schaft von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung sind, ein­ge­grif­fen wer­den. Auch die der Ver­tre­ter­ver­samm­lung oblie­gen­de Auf­ga­be, den Vor­stand zu über­wa­chen (§ 79 Abs 3 Satz 1 Nr 2 SGB V), recht­fer­tigt den Geneh­mi­gungs­vor­be­halt nicht. Die Ver­tre­tungs­be­fug­nis des Vor­stan­des nach außen zählt – wie unter aa. dar­ge­stellt – zu den in den unan­tast­ba­ren Kern­be­reich fal­len­den Zustän­dig­kei­ten, die einer Kom­pe­tenz­ver­schie­bung zu Guns­ten der Ver­tre­ter­ver­samm­lung ent­zo­gen sind 30.
In die Kom­pe­tenz des Vor­stan­des zur Außen­ver­tre­tung der KÄV/​KZÄV ver­mag die Ver­tre­ter­ver­samm­lung nicht Kraft ihrer "Kom­pe­tenz-Kom­pe­tenz" ein­zu­grei­fen, weil eine sol­che Auf­ga­ben­über­tra­gung unter dem Vor­be­halt steht, dass die gesetz­lich vor­ge­se­he­ne Kom­pe­tenz­ver­tei­lung zwi­schen bei­den Orga­nen ein­ge­hal­ten und durch sie nicht in den Kern­ge­halt der gesetz­li­chen Auf­ga­ben­ver­tei­lung ein­ge­grif­fen wird.
Im Grund­satz ist die Ver­tre­ter­ver­samm­lung der KÄV/​KZÄV aller­dings berech­tigt, ihren Auf­ga­ben­kreis zu Las­ten des Vor­stan­des aus­zu­wei­ten. Dies ergibt sich aus § 79 Abs 5 Satz 1 Halb­satz 2 SGB V, wonach die Kom­pe­tenz des Vor­stan­des, die Kör­per­schaft zu ver­wal­ten und sie gericht­lich und außer­ge­richt­lich zu ver­tre­ten, durch den nach­fol­gen­den Halb­satz "soweit Gesetz oder sons­ti­ges Recht nichts Abwei­chen­des bestim­men" begrenzt wird. Da zum "sons­ti­gen Recht" auch das auto­no­me Recht gehört 31 und hier­zu wie­der­um ins­be­son­de­re das Sat­zungs­recht der KÄV/​KZÄV (vgl § 79 Abs 3 Satz 1 Nr 1 SGB V: "Sat­zung und sons­ti­ges auto­no­mes Recht"), wird dar­aus abge­lei­tet, dass die Ver­tre­ter­ver­samm­lung eine soge­nann­te "Kom­pe­tenz-Kom­pe­tenz" besitzt, wel­che sie berech­tigt, die Zustän­dig­kei­ten des Vor­stan­des zu ihren Guns­ten zu modi­fi­zie­ren und sich Auf­ga­ben des Vor­stan­des zuzu­wei­sen 32. Dies kor­re­spon­diert mit dem Umstand, dass § 79 Abs 3 Satz 1 SGB V – wie sich aus der For­mu­lie­rung "ins­be­son­de­re" ergibt – die Auf­ga­ben der Ver­tre­ter­ver­samm­lung nicht abschlie­ßend benennt.
Auch eine auf einer "Kom­pe­tenz-Kom­pe­tenz" beru­hen­de Auf­ga­ben­über­tra­gung steht jedoch unter dem Vor­be­halt, dass die gesetz­lich vor­ge­se­he­ne Kom­pe­tenz­ver­tei­lung zwi­schen bei­den Orga­nen ein­ge­hal­ten wird. Die gesetz­li­chen Rege­lun­gen zur Kom­pe­tenz­ver­tei­lung sind im Hin­blick auf ihren Kern­ge­halt nicht dis­po­si­tiv 33. Es liegt auf der Hand, dass ein der­art weit rei­chen­des Recht, wie es die "Kom­pe­tenz-Kom­pe­tenz" dar­stellt, einer Begren­zung bedarf, weil sich die Ver­tre­ter­ver­samm­lung andern­falls kraft eige­ner Rechts­macht eine All­zu­stän­dig­keit ein­räu­men könn­te.
Die Ver­tre­ter­ver­samm­lung darf – durch Rege­lun­gen in der Sat­zung bzw durch geson­der­te Beschlüs­se – Auf­ga­ben und Befug­nis­se nur inner­halb des gesetz­lich fest­ge­leg­ten Rah­mens modi­fi­zie­ren und kon­kre­ti­sie­ren. Dies gilt umso mehr, als der Gesetz­ge­ber die Ver­tei­lung der Auf­ga­ben zwi­schen den bei­den Orga­nen der KÄV/​KZÄV ent­ge­gen dem frü­he­ren Recht nicht dem Sat­zungs­ge­ber zur nähe­ren Rege­lung über­las­sen, son­dern weit­ge­hend selbst gere­gelt hat. Durch die sat­zungs­mä­ßi­ge Auf­ga­ben­zu­wei­sung darf daher nicht in den Kern­ge­halt der gesetz­li­chen Auf­ga­ben­ver­tei­lung ein­ge­grif­fen und ins­be­son­de­re nicht der gesetz­li­che Zustän­dig­keits­be­reich des Vor­stan­des aus­ge­höhlt wer­den 34, weil dies die gesetz­li­chen Vor­ga­ben kon­ter­ka­rie­ren wür­de.
Eine gra­vie­ren­de Ände­rung der gesetz­li­chen Zustän­dig­keits­ver­tei­lung zwi­schen Ver­tre­ter­ver­samm­lung und Vor­stand ist somit nicht zuläs­sig. Nament­lich die lau­fen­den Ver­wal­tungs­ge­schäf­te – mögen sie auch von her­aus­ra­gen­der Bedeu­tung sein – gehö­ren zu dem nicht antast­ba­ren Bereich der Auf­ga­ben des Vor­stan­des 35. Erst recht darf die Ver­tre­ter­ver­samm­lung kei­ne Auf­ga­ben an sich zie­hen oder sich hier­auf maß­geb­li­chen Ein­fluss ver­schaf­fen, für die sie nach den gesetz­li­chen Vor­ga­ben über­haupt kei­ne Kom­pe­tenz besitzt. Dies gilt in ers­ter Linie für die Ver­tre­tung der Kör­per­schaft nach außen, wel­che aus­schließ­lich dem Vor­stand zuge­wie­sen ist; die "Ver­tre­tungs­rech­te" der Ver­tre­ter­ver­samm­lung beschrän­ken sich gemäß § 79 Abs 3 Satz 1 Nr 6 SGB V auf die Ver­tre­tung der Kör­per­schaft gegen­über dem Vor­stand und des­sen Mit­glie­dern, mit­hin auf eine Ver­tre­tung im Innen­ver­hält­nis.
Die­sen Vor­ga­ben lie­fe eine Rege­lung zuwi­der, die den Abschluss sowie die Wirk­sam­keit von Ver­trä­gen jed­we­der Art von einer Geneh­mi­gung durch die Ver­tre­ter­ver­samm­lung abhän­gig macht. Unab­hän­gig davon, ob man den Abschluss von Ver­trä­gen zu den lau­fen­den Ver­wal­tungs­ge­schäf­ten zählt – dies dürf­te jeden­falls für das Gros der Ein­zel­ver­trä­ge zutref­fen, greift der Geneh­mi­gungs­vor­be­halt gra­vie­rend in das Außen­ver­tre­tungs­recht des Vor­stan­des ein. Wür­de man die "Ver­trags­ab­schluss­kom­pe­tenz" des Vor­stan­des auf das Aus­han­deln und das Unter­zeich­nen des Ver­tra­ges beschrän­ken, den dazwi­schen lie­gen­den Schritt – die Abga­be der ent­spre­chen­den Wil­lens­er­klä­rung – aber (durch ein Geneh­mi­gungs­er­for­der­nis) her­aus­neh­men, so wür­de dies die Stel­lung des Vor­stan­des in nicht hin­nehm­ba­rer Wei­se ein­schrän­ken.
Ein ande­res Ergeb­nis kann auch nicht über die der Ver­tre­ter­ver­samm­lung zuste­hen­de Befug­nis zur Ent­schei­dung von Grund­satz­fra­gen gewon­nen wer­den. Gemäß § 79 Abs 3 Satz 1 Nr 3 SGB V gehört es zu den Auf­ga­ben der Ver­tre­ter­ver­samm­lung, alle Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, die für die Kör­per­schaft von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung sind. Die­se Ent­schei­dun­gen sind Aus­druck der den KÄV/​KZÄVen ein­ge­räum­ten Selbst­ver­wal­tung im Sin­ne der Rege­lung eige­ner Ange­le­gen­hei­ten durch die sach­kun­di­gen Betrof­fe­nen 36. Hin­sicht­lich der Aus­le­gung des Begrif­fes "grund­sätz­li­che Bedeu­tung" wird der Ver­tre­ter­ver­samm­lung im Schrift­tum ein wei­ter Spiel­raum im Sin­ne einer "Ein­schät­zungs­prä­ro­ga­ti­ve" ein­ge­räumt 37.
Es bedarf kei­ner abschlie­ßen­den Klä­rung, wel­chen Rege­lungs­ge­gen­stän­den "grund­sätz­li­che" Bedeu­tung zukommt. Unstrit­tig zäh­len hier­zu alle die "Ver­wal­tungs­po­li­tik" der KÄV/​KZÄV bestim­men­den Ent­schei­dun­gen 38. Außer Fra­ge steht auch, dass etwa den nach § 82 Abs 2 Satz 1, § 83 Satz 1 SGB V zu schlie­ßen­den Gesamt­ver­trä­gen dem Grun­de nach grund­sätz­li­che Bedeu­tung zukommt, weil es sich hier­bei um die zen­tra­len Ver­trä­ge des Ver­trags­arzt­rechts auf regio­na­ler Ebe­ne han­delt, in denen neben der Ver­gü­tung auch wei­te­re Aspek­te der ver­trags­ärzt­li­chen Ver­sor­gung gere­gelt wer­den 39. Ange­sichts der Bedeu­tung, die Selek­tiv­ver­trä­ge (auch) im Hin­blick auf die dadurch not­wen­dig wer­den­de Berei­ni­gung der Gesamt­ver­gü­tun­gen (§ 73c Abs 6 SGB V) haben, spricht auch man­ches dafür, dass zumin­dest die Grund­satz­ent­schei­dung, ob über­haupt und mit wel­cher Kran­ken­kas­se sol­che Ver­trä­ge geschlos­sen wer­den sol­len, grund­sätz­li­che Bedeu­tung haben könn­te.
Selbst wenn aber Ver­trä­gen nach § 73c SGB V "grund­sätz­li­che Bedeu­tung" im Sin­ne des § 79 Abs 3 Satz 1 Nr 3 SGB V zukom­men soll­te, recht­fer­tig­te dies den Geneh­mi­gungs­vor­be­halt nicht. Zum einen sind unter dem Begriff "Ent­schei­dun­gen" im Sin­ne des § 79 Abs 3 Satz 1 Nr 3 SGB V – von hier nicht rele­van­ten Aus­nah­me­fäl­len abge­se­hen – kei­ne Ein­zel­fall­ent­schei­dun­gen zu ver­ste­hen 40. Bei der Aus­le­gung des Begrif­fes "Ent­schei­dun­gen" kann der Zusam­men­hang mit dem vor­an­ge­stell­ten Wort "grund­sätz­lich" nicht außer Betracht blei­ben. Schon dies legt es nahe, den Begriff "Ent­schei­dun­gen" ein­schrän­kend aus­zu­le­gen und hier­un­ter – zumin­dest für den Regel­fall – nur "grund­sätz­lich-gene­rel­le" Ent­schei­dun­gen (im Sin­ne von "Leit­ent­schei­dun­gen" oder eben "Grund­satz­ent­schei­dun­gen") zu ver­ste­hen. Dies ent­spricht auch dem erkenn­ba­ren Wil­len des Gesetz­ge­bers, wel­cher Ent­schei­dun­gen von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung als "Leit­ent­schei­dun­gen" 41 bzw als "grund­satz­po­li­ti­sche Ent­schei­dun­gen" 42 ver­steht. Auch die Recht­spre­chung sieht hier­in ledig­lich eine "Leit­li­ni­en­kom­pe­tenz" 43. Als "grund­satz­po­li­ti­sche Ent­schei­dun­gen" wären etwa Vor­ga­ben der Art zu ver­ste­hen, Selek­tiv­ver­trä­ge über­haupt nicht oder nur bei Erfül­lung bestimm­ter Anfor­de­run­gen abzu­schlie­ßen.
Dar­aus ergibt sich, dass es allein Auf­ga­be der Ver­tre­ter­ver­samm­lung ist, mit Ent­schei­dun­gen von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung den "poli­ti­schen Rah­men" abzu­ste­cken, inner­halb des­sen sich der Vor­stand mit sei­nen Ent­schei­dun­gen zu bewe­gen hat, sodass – jeden­falls im Regel­fall – Ein­zel­fall­ent­schei­dun­gen der Ver­tre­ter­ver­samm­lung nicht in Fra­ge kom­men. Dies bestä­tigt auch die Geset­zes­be­grün­dung zum GSG, in wel­cher der Gesetz­ge­ber klar­ge­stellt hat, dass die "Aus­ge­stal­tun­gen im Kon­kre­ten" dem Vor­stand oblie­gen und der Ver­wal­tungs­rat einer Kran­ken­kas­se bzw die Ver­tre­ter­ver­samm­lung einer KÄV/​KZÄV nicht die Auf­ga­ben des Vor­stan­des wahr­neh­men darf 44. Der Abschluss ein­zel­ner Ver­trä­ge gehört zwei­fels­frei zu den erwähn­ten "Aus­ge­stal­tun­gen im Kon­kre­ten", die allein dem Vor­stand oblie­gen. Hier­für spricht im Übri­gen auch, dass der Gesetz­ge­ber die der Ver­tre­ter­ver­samm­lung oblie­gen­den Ein­zel­fall­ent­schei­dun­gen – nament­lich Beschlüs­se über den Erwerb, die Ver­äu­ße­rung oder die Belas­tung von Grund­stü­cken sowie über die Errich­tung von Gebäu­den (§ 79 Abs 3 Satz 1 Nr 7 SGB V) und die Wahl der Mit­glie­der des Vor­stan­des sowie des­sen Vor­sit­zen­den und Stell­ver­tre­ter (§ 80 Abs 2 Satz 1 Nr 2 und 3 SGB V) – aus­drück­lich gesetz­lich nor­miert hat. Umge­kehrt bestä­tigt der Umstand, dass es gemäß § 171b Abs 2 Satz 1 SGB V dem Vor­stand einer Kran­ken­kas­se obliegt, der Auf­sichts­be­hör­de das Vor­lie­gen von Insol­venz­grün­den anzu­zei­gen – zwei­fels­frei ein Vor­gang von "grund­sätz­li­cher Bedeu­tung", dass Ein­zel­fall­ent­schei­dun­gen dem Vor­stand oblie­gen.
Zum ande­ren sind die für den Selbst­ver­wal­tungs­trä­ger gel­ten­den recht­li­chen Vor­ga­ben äuße­re Gren­ze der Befug­nis zur Rege­lung eige­ner Ange­le­gen­hei­ten. Auch die Kom­pe­tenz der Ver­tre­ter­ver­samm­lung, "grund­sätz­li­che" Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, besteht daher nur inso­weit, wie dem das höher­ran­gi­ge, für die Selbst­ver­wal­tungs­kör­per­schaft maß­geb­li­che Recht nicht ent­ge­gen­steht. Die Befug­nis, Ent­schei­dun­gen von "grund­sätz­li­cher Bedeu­tung" zu tref­fen, ermäch­tigt die Ver­tre­ter­ver­samm­lung ins­be­son­de­re nicht dazu, in die gesetz­lich vor­ge­ge­be­ne Kom­pe­tenz­ver­tei­lung – nament­lich die sei­tens des Gesetz­ge­bers bewusst von der Selbst­ver­wal­tung abge­kop­pel­te Zustän­dig­keit des Vor­stan­des zur Ver­wal­tung und Ver­tre­tung der KÄV/​KZÄV – ein­zu­grei­fen 45. Ins­be­son­de­re darf die lau­fen­de Ver­wal­tungs­tä­tig­keit nicht im Kern­be­reich tan­giert wer­den 46. Dies gilt nament­lich für die Befug­nis des Vor­stan­des, Ver­trä­ge abzu­schlie­ßen 47. Die Rechts­macht zum rechts­ver­bind­li­chen Abschluss die­ses Ver­tra­ges kommt allein dem mit Ver­tre­tungs­be­fug­nis nach außen aus­ge­stat­te­ten Vor­stand zu; die Ver­tre­ter­ver­samm­lung kann inso­weit nur all­ge­mei­ne Leit­li­ni­en vor­ge­ben 48.
Erst recht lässt sich eine Befug­nis der Ver­tre­ter­ver­samm­lung zur Beschrän­kung der Ver­tre­tungs­macht des Vor­stan­des nicht aus deren Auf­ga­be her­lei­ten, den Vor­stand zu über­wa­chen (§ 79 Abs 3 Satz 1 Nr 2 SGB V). Danach muss sich die Ver­tre­ter­ver­samm­lung dar­über infor­mie­ren, ob der Vor­stand sei­ne Auf­ga­ben ord­nungs­ge­mäß erle­digt 49. Zur Umset­zung die­ser Kon­troll­auf­ga­ben die­nen einer­seits das Ein­sichts- und Prüf­recht der Ver­tre­ter­ver­samm­lung nach § 79 Abs 3 Satz 2 SGB V, ande­rer­seits die Berichts­pflich­ten des Vor­stan­des nach § 79 Abs 6 Satz 1 SGB V iVm § 35a Abs 2 SGB IV. Hier­aus ergibt sich jedoch kein all­ge­mei­nes umfas­sen­des Wei­sungs­recht der Ver­tre­ter­ver­samm­lung gegen­über dem Vor­stand 50; ins­be­son­de­re darf nicht in die lau­fen­den Ver­wal­tungs­ge­schäf­te ein­ge­grif­fen wer­den 51. Erst recht ist es aus­ge­schlos­sen, über die­se Auf­ga­ben­zu­wei­sung den Kern­ge­halt der Zustän­dig­kei­ten im Übri­gen zu unter­lau­fen. Inhalt­li­che Vor­ga­ben für die Ver­trags­ge­stal­tung oder gar Geneh­mi­gungs­vor­be­hal­te stel­len sich nicht als "Kon­trol­le" des Vor­stan­des dar, son­dern bezwe­cken eine akti­ve Steue­rung, die hier­über hin­aus­geht 52.
Eine Beschrän­kung des Vor­stan­des in sei­nem Ver­tre­tungs­recht wür­de im Übri­gen dazu füh­ren, dass die­ser beim Abschluss der durch Gesetz vor­ge­schrie­be­nen bzw vor­ge­se­he­nen Ver­trä­ge fak­tisch kaum hand­lungs­fä­hig wäre bzw sei­ner Eigen­schaft als ernst­haf­ter Ver­hand­lungs­part­ner bei dem Zustan­de­kom­men der gesetz­lich vor­ge­se­he­nen Ver­trä­ge beraubt wür­de.
§ 72 Abs 2 SGB V bestimmt als Grund­satz, dass die vertrags(zahn)ärztliche Ver­sor­gung im Rah­men der gesetz­li­chen Vor­schrif­ten und der Richt­li­ni­en des Gemein­sa­men Bun­des­aus­schus­ses durch Ver­trä­ge der KÄV/​KZÄVen mit den Ver­bän­den der Kran­ken­kas­sen zu regeln ist (sie­he hier­zu – ins­be­son­de­re – auch §§ 82, 83, 85 Abs 2 Satz 1 SGB V). Soweit das Gesetz damit die vertrags(zahn)ärztliche Ver­sor­gung durch Ver­trä­ge gestal­ten will, hat es sich für ein fle­xi­bles Gestal­tungs­in­stru­ment ent­schie­den, das auf den Kom­pro­miss als Mit­tel des Inter­es­sen­aus­gleichs setzt. Kom­pro­mis­se in Ver­hand­lun­gen erfor­dern Fle­xi­bi­li­tät, je nach Lage der Din­ge das Ein­be­zie­hen oder Aus­klam­mern bestimm­ter Streit­punk­te und die Mög­lich­keit, sich an einem bestimm­ten Punkt der Aus­ein­an­der­set­zung ver­bind­lich zu eini­gen. Das wäre erheb­lich in Fra­ge gestellt, wenn der Vor­stand der KÄV/​KZÄV für den wirk­sa­men Abschluss von Ver­trä­gen – sei­en es gesetz­lich vor­ge­schrie­be­ne Ver­trä­ge wie Gesamt­ver­trä­ge nach § 82 Abs 2, § 83 Satz 1 SGB V oder fakul­ta­ti­ve Ver­trä­ge wie etwa Selek­tiv­ver­trä­ge nach § 73c SGB V – auf die Geneh­mi­gung der Ver­tre­ter­ver­samm­lung ange­wie­sen wäre. So säßen etwa bei Ver­hand­lun­gen mit den Lan­des­ver­bän­den der Kran­ken­kas­sen über Gesamt­ver­trä­ge oder bei den Ver­hand­lun­gen mit ein­zel­nen Kran­ken­kas­sen über Selek­tiv­ver­trä­ge nach § 73c SGB V (vgl § 73c Abs 3 Satz 1 Nr 4 SGB V) abschluss­be­rech­tig­te Vor­stands­mit­glie­der auf Kas­sen­sei­te (§ 35a Abs 1 Satz 1 SGB IV) bzw auf Lan­des­ver­bands­sei­te (§ 209a Satz 3 SGB V iVm § 35a Abs 1 Satz 1 SGB IV) sol­chen Vor­stands­mit­glie­dern auf KÄV/K­ZÄV-Sei­te gegen­über, die schon dann an einem Ver­trags­schluss gehin­dert wären, wenn auch nur in einer Nuan­ce von dem Kon­zept abge­wi­chen wer­den soll, für das sich der Vor­stand vor­ab die Zustim­mung der Ver­tre­ter­ver­samm­lung hat geben las­sen.
Soweit nach den maß­geb­li­chen gesetz­li­chen Rege­lun­gen wich­ti­ge, auch grund­sätz­li­che Ange­le­gen­hei­ten der KÄV/​KZÄV durch Ver­trä­ge mit den Kran­ken­kas­sen zu regeln sind, kommt dem Vor­stand auch die Auf­ga­be zu, die uU diver­gie­ren­den Posi­tio­nen inner­halb der Ver­tre­ter­ver­samm­lung aus­zu­glei­chen und zu einem für alle Arzt­grup­pen akzep­ta­blen Ver­hand­lungs­kon­zept zu bün­deln. Die­ser Gesichts­punkt war einer der Grün­de dafür, ab 2004 die Zustän­dig­keit für die Hono­rar­ver­tei­lung von der Ver­tre­ter­ver­samm­lung auf die Gesamt­ver­trags­ebe­ne zu ver­la­gern (vgl § 85 Abs 4 Satz 2 SGB V in der – bis zum 31.12.2011 gel­ten­den – Fas­sung des GMG). Auch wenn die Ver­trags­kon­zep­ti­on – man­gels erkenn­ba­rer posi­ti­ver Aus­wir­kun­gen, die den auf­grund des Erfor­der­nis­ses einer inhalt­li­chen Abstim­mung mit sich brin­gen­den Nach­teil eines ver­wal­tungs­auf­wen­di­gen, zeit­in­ten­si­ven und wenig fle­xi­blen Ver­fah­rens recht­fer­tigt 53 – zwi­schen­zeit­lich wie­der auf­ge­ho­ben wur­de, hat das in der Geset­zes­be­grün­dung zum GMG 54 ange­führ­te Argu­ment, dass durch die Beschlüs­se der Ver­tre­ter­ver­samm­lung nach der alten Rechts­la­ge klei­ne Arzt­grup­pen benach­tei­ligt wor­den sei­en, wei­ter­hin Gewicht. Nicht außer Betracht blei­ben kann auch, dass gera­de bei Selek­tiv­ver­trä­gen struk­tu­rel­le Inter­es­sen­kon­flik­te unter den Mit­glie­dern der Ver­tre­ter­ver­samm­lung bestehen 55.
Auch die Kon­flikt­lö­sungs­me­cha­nis­men im Gesamt­ver­trags­sys­tem (vgl § 89 SGB V) spre­chen dafür, dass die Kom­pe­tenz des Vor­stan­des zum rechts­wirk­sa­men Abschluss von Ver­trä­gen nicht ein­schränk­bar ist. Das Schieds­ver­fah­ren liegt ganz in der Hand des Vor­stan­des: Er kün­digt Ver­trä­ge, kann das Schieds­amt anru­fen und ent­schei­det über eine even­tu­el­le Kla­ge­er­he­bung. Da die Ver­tre­ter­ver­samm­lung den Vor­stand weder zu einer Kün­di­gung eines Ver­tra­ges zwin­gen noch eine sol­che Kün­di­gung ver­hin­dern kann, wür­de sich das Ver­trags­ge­sche­hen immer dann auf das Schieds­amt ver­la­gern, wenn der Vor­stand nicht sicher sein kann, für einen von ihm gewünsch­ten oder zumin­dest akzep­tier­ten Ver­trags­in­halt die Geneh­mi­gung der Ver­tre­ter­ver­samm­lung zu erhal­ten. Ins­ge­samt ist die vom Gesetz­ge­ber gewoll­te Außen­ver­tre­tung der KÄV/​KZÄV durch einen klei­nen, haupt­amt­lich täti­gen und den Part­nern auf Kas­sen­sei­te genau kor­re­spon­die­ren­den Vor­stand nur umsetz­bar, wenn der Vor­stand den Kern der Außen­ver­tre­tung, näm­lich das Ver­trags­ge­schäft im Kol­lek­tiv- wie im Selek­tiv­ver­trags­sys­tem in der Hand hat. Das wäre nicht mehr der Fall, wenn die von ihm abge­schlos­se­nen Ver­trä­ge nur wirk­sam sind, wenn die Ver­tre­ter­ver­samm­lung mit Mehr­heit zustimmt.
Der Grund­satz, dass die Ver­wal­tungs- und Ver­tre­tungs­kom­pe­tenz des Vor­stan­des nicht aus­ge­höhlt wer­den darf, gilt auch für ver­gleich­ba­re Bin­dun­gen im Innen­ver­hält­nis, also auch dann, wenn ein "Geneh­mi­gungs­er­for­der­nis" so for­mu­liert wür­de, dass es nicht die Wirk­sam­keit des Rechts­ge­schäfts – dh das Außen­ver­hält­nis – berühr­te, son­dern ledig­lich im Innen­ver­hält­nis eine Bin­dung des Vor­stan­des an die Ent­schei­dung der Ver­tre­ter­ver­samm­lung bestün­de. Der­ar­ti­ge Zustim­mungs­vor­be­hal­te mit Bin­dung des Vor­stan­des im Innen­ver­hält­nis ohne Tan­gie­rung sei­ner Ver­trags­ab­schluss­kom­pe­tenz im Außen­ver­hält­nis wer­den in Tei­len des Schrift­tums 56 als zuläs­sig ange­se­hen. Dem ist jedoch in die­ser All­ge­mein­heit nicht zu fol­gen. Auch rein intern wir­ken­de "Zustim­mungs­vor­be­hal­te" kön­nen zu einer nicht hin­nehm­ba­ren Ein­schrän­kung der Ver­wal­tungs- und Ver­tre­tungs­kom­pe­ten­zen des Vor­stan­des füh­ren, sofern sie sich auf Ent­schei­dun­gen des Vor­stan­des im Ein­zel­fall bezie­hen.
Wäre der Vor­stand gehal­ten, vor dem Abschluss bestimm­ter Ver­trä­ge die "poli­ti­sche Bil­li­gung" der Ver­tre­ter­ver­samm­lung ein­zu­ho­len, wür­de die Ent­schei­dungs­kom­pe­tenz des Vor­stan­des im Ergeb­nis – zwar nicht im recht­li­chen, jedoch im tat­säch­li­chen Sin­ne – eben­so aus­höh­len wie ein nach außen wir­ken­der Geneh­mi­gungs­vor­be­halt. Anders als bei all­ge­mei­nen inhalt­li­chen Vor­ga­ben für den Inhalt von Ver­trä­gen, auf die sich der Vor­stand von vorn­her­ein und vor Ein­tritt in die Ver­trags­ver­hand­lun­gen ein­stel­len kann, wür­de das Erfor­der­nis, vor jedem kon­kre­ten Ver­trags­schluss zu allen Ein­zel­hei­ten des Ver­tra­ges das Ein­ver­ständ­nis der Ver­tre­ter­ver­samm­lung her­bei­zu­füh­ren, den Vor­stand gra­vie­rend in sei­nen Hand­lungs­mög­lich­kei­ten beschrän­ken. Gera­de bei kon­tro­vers geführ­ten Ver­hand­lun­gen, bei denen wech­sel­sei­ti­ge Streit­punk­te nur dadurch aus­ge­räumt wer­den kön­nen, dass wech­sel­sei­tig Kom­pro­mis­se im Sin­ne eines "do ut des" ein­ge­gan­gen wer­den, wäre es nicht prak­ti­ka­bel, wenn der Vor­stand die Ver­hand­lun­gen – jeweils – unter­bre­chen müss­te, um das Pla­cet der Ver­tre­ter­ver­samm­lung ein­zu­ho­len, wenn er der Gegen­sei­te in einem bestimm­ten Punkt ent­ge­gen­kom­men will. Hin­zu kommt, dass Ver­trags­ver­hand­lun­gen andern­falls nicht in der vom Gesetz vor­ge­ge­be­nen Zügig­keit durch­ge­führt wer­den könn­ten, weil die Zustim­mung der Ver­tre­ter­ver­samm­lung nicht zeit­nah, son­dern nur im Rah­men des jewei­li­gen Sit­zungs­tur­nus ein­ge­holt wer­den könn­te.
Der Aus­schluss eines Geneh­mi­gungs­vor­be­halts für mit den Kran­ken­kas­sen bzw ihren Ver­bän­den abge­schlos­se­ne Ver­trä­ge hat nicht zur Fol­ge, dass die Ver­tre­ter­ver­samm­lung aller Mög­lich­kei­ten beraubt wäre, auf den Abschluss wich­ti­ger Ver­trä­ge – ins­be­son­de­re von Gesamt­ver­trä­gen – Ein­fluss zu neh­men.
Abge­se­hen davon, dass der von der Ver­tre­ter­ver­samm­lung zu wäh­len­de (§ 79 Abs 6 Satz 1 SGB V iVm § 35a Abs 5 Satz 1 SGB IV) Vor­stand, des­sen Amts­dau­er zudem auf sechs Jah­re befris­tet ist (§ 79 Abs 4 Satz 5 SGB V), schon dem Grun­de nach auf eine koope­ra­ti­ve Zusam­men­ar­beit mit der Ver­tre­ter­ver­samm­lung bedacht sein wird, kann die­se ihren steu­ern­den Ein­fluss kraft der ihr gemäß § 79 Abs 3 Satz 1 Nr 3 SGB V zukom­men­den Befug­nis, alle Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, die für die Kör­per­schaft von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung sind, durch abs­trak­te Vor­ga­ben für den Abschluss von Ver­trä­gen zur Gel­tung brin­gen. An die­se Vor­ga­ben ist der Vor­stand im Innen­ver­hält­nis gebun­den, sodass davon aus­zu­ge­hen ist, dass er die­se pflicht­ge­mäß bei den Ver­trags­ver­hand­lun­gen berück­sich­ti­gen wird.
Ohne Wei­te­res zuläs­sig sind all­ge­mei­ne Vor­ga­ben für den Inhalt von Ver­trä­gen sowie gene­rel­le Ent­schei­dun­gen über den (Nicht)Abschluss bestimm­ter Son­der­ver­trä­ge. Als all­ge­mei­ne Vor­ga­ben für den Inhalt von Ver­trä­gen in Fra­ge kämen etwa die in der Sat­zung der Klä­ge­rin unter § 7 Abs 1 h) cc) erwähn­ten "Eck­punk­te in der Ver­trags­po­li­tik" oder die Fest­le­gung von Min­dest­vor­aus­set­zun­gen für den Abschluss bestimm­ter Selek­tiv­ver­trä­ge in Betracht, bis hin zu der Ent­schei­dung, bestimm­te Ver­trä­ge grund­sätz­lich nicht abzu­schlie­ßen. Letz­te­res gilt selbst­re­dend nur für Ver­trä­ge, deren Abschluss nicht gesetz­lich vor­ge­ge­ben, son­dern in die freie Ent­schei­dung der betei­lig­ten Ver­trags­part­ner gestellt ist, wie dies etwa bei Ver­trä­gen nach § 73c SGB V der Fall ist (§ 73c Abs 1 Satz 1, Abs 3 Satz 1 SGB V: "kön­nen").
Neben der­ar­ti­gen all­ge­mei­nen Vor­ga­ben dürf­te die Ver­tre­ter­ver­samm­lung auch berech­tigt sein, sich Betei­li­gungs- bzw Mit­wir­kungs­rech­te unter­halb der Schwel­le eines – nach außen oder innen wir­ken­den – Geneh­mi­gungs­vor­be­halts ein­zu­räu­men, etwa der Art, dass sie – ggf der Vor­sit­zen­de der Ver­tre­ter­ver­samm­lung – zeit­nah über den Stand von Ver­trags­ver­hand­lun­gen zu infor­mie­ren ist.
Der­ar­ti­ge inhalt­li­che – das Innen­ver­hält­nis zwi­schen Ver­tre­ter­ver­samm­lung und Vor­stand betref­fen­de – Vor­ga­ben erwei­sen sich auch nicht als wir­kungs­lo­ses Instru­ment, da an einen Ver­stoß hier­ge­gen durch den Vor­stand Fol­gen geknüpft sind. Durch die­se wird sicher­ge­stellt, dass der Vor­stand sich trotz sei­ner unan­tast­ba­ren Ver­trags­ab­schluss­kom­pe­tenz nicht über recht­mä­ßi­ge Vor­ga­ben der Ver­tre­ter­ver­samm­lung hin­weg­set­zen kann. Da in dem bewuss­ten Ver­stoß gegen recht­mä­ßi­ge Vor­ga­ben ein "wich­ti­ger Grund" iS von § 59 Abs 2 Satz 1 SGB IV oder ein "Ver­stoß gegen die Amts­pflich­ten" nach § 59 Abs 3 Satz 1 SGB IV gese­hen wer­den kann, wür­de sich der Vor­stand dem Risi­ko der Amts­ent­he­bung oder -ent­bin­dung gemäß § 79 Abs 6 Satz 1 SGB V iVm § 35a Abs 7 Satz 1 SGB IV iVm § 59 Abs 2, 3 SGB IV aus­set­zen. Eben­so könn­te ein sol­ches Vor­ge­hen des Vor­stan­des zu einem Ver­trau­ens­ent­zug durch die Ver­tre­ter­ver­samm­lung nach § 79 Abs 6 Satz 1 SGB V iVm § 35a Abs 7 Satz 2 SGB IV und damit eben­falls zu einer Amts­ent­he­bung oder ‑ent­bin­dung füh­ren. Im Fal­le eines gro­ben Ver­sto­ßes gegen Amts­pflich­ten ist die Ver­tre­ter­ver­samm­lung gemäß § 79 Abs 6 Satz 1 SGB V iVm § 35a Abs 7 Satz 1 SGB IV iVm § 59 Abs 3 Satz 2 SGB IV zudem befugt, die sofor­ti­ge Voll­zie­hung des Beschlus­ses mit der Fol­ge anzu­ord­nen, dass das Mit­glied des Vor­stan­des sein Amt nicht mehr aus­üben kann. Im Ergeb­nis ist daher fest­zu­stel­len, dass sich der Vor­stand bei einem Han­deln ent­ge­gen recht­mä­ßi­ger Vor­ga­ben der Ver­tre­ter­ver­samm­lung dem Risi­ko des Ver­lus­tes sei­ner haupt­amt­li­chen Tätig­keit aus­set­zen wür­de.
Bun­des­so­zi­al­ge­richt Urteil vom 30. Okto­ber 2013 – B 6 KA 48/​12 R
Die Außen­ver­tre­tung der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung Die Ver­trags­ab­schluss­kom­pe­tenz des Vor­stan­des einer KÄV/​KZÄV darf weder bei Gesamt- noch bei Selek­tiv­ver­trä­gen mit Kran­ken­kas­sen bzw Ver­bän­den der Kran­ken­kas­sen an eine Geneh­mi­gung der Ver­tre­ter­ver­samm­lung gebun­den…
vgl BSGE 70, 149, 150 = SozR 3 – 2500 § 240 Nr 8 S 24; BSGE 99, 95 = SozR 4 – 2500 § 44 Nr 13, RdNr 12; BSGE 109, 230 = SozR 4 – 2500 § 53 Nr 2, RdNr 10[↩]
vgl BSGE 70, 149, 150 = SozR 3 – 2500 § 240 Nr 8 S 24 f ; BSG SozR 3 – 3300 § 47 Nr 1 S 2 ; BSGE 99, 197 = SozR 4 – 2500 § 33 Nr 16, RdNr 16 ; LSG Ber­lin-Bran­den­burg Urteil vom 26.09.2012 – L 7 KA 60/​10 Nr 20; vgl auch BSG Urteil vom 15.08.2012 – B 6 KA 38/​11 R Nr 26 – zur Ver­öf­fent­li­chung in SozR 4 – 2500 § 87b Nr 1 vor­ge­se­hen; zur grund­sätz­li­chen Beschrän­kung der Staats­auf­sicht über KÄVen auf eine Rechts­auf­sicht sie­he auch BSGE 103, 106 = SozR 4 – 2500 § 94 Nr 2, RdNr 39[↩]
BSGE 99, 95 = SozR 4 – 2500 § 44 Nr 13, RdNr 12; BSGE 109, 230 = SozR 4 – 2500 § 53 Nr 2, RdNr 10 mwN[↩]
ver­bän­de[↩]
Kraus­kopf in ders, Sozia­le Kran­ken­ver­si­che­rung, Pfle­ge­ver­si­che­rung, Stand: 81. Ergän­zungs­lie­fe­rung 2013, § 79 SGB V RdNr 31; Vahl­diek in Hauck/​Noftz, SGB V, Stand: 05/​10, K § 79 RdNr 37[↩]
vgl Freund in Hauck/​Noftz, SGB IV, Stand: 10/​10, K § 35 RdNr 12[↩]
vgl Begrün­dung zum GMG, BT-Drs. 15/​1525 S 152 zu Num­mer 3 [↩]
Kraus­kopf, aaO, § 79 SGB V RdNr 18[↩]
Hencke/­De­ge­ner-Hencke in Peters, Hand­buch der Kran­ken­ver­si­che­rung, Stand: Okto­ber 2005, § 79 SGB V RdNr 14[↩]
Hess in Kas­se­ler Komm, Stand: August 2012, § 79 SGB V, RdNr 13[↩]
vgl Schnapp in Schulin [hrsg], Hand­buch des Sozi­al­ver­si­che­rungs­rechts, Band 1, Kran­ken­ver­si­che­rung, 1994, § 49 RdNr 210; Kraus­kopf, aaO, Sozia­le Kran­ken­ver­si­che­rung, § 79 SGB V, RdNr 6[↩]
Schnei­der, Hand­buch des Kas­sen­arzt­rechts, RdNr 193[↩]
BGBl I 2003, 2190, 2241[↩]
eine ver­gleich­ba­re Ände­rung war bereits in Art 1 Nr 37 des Ent­wurfs eines Geset­zes zur Reform der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung ab dem Jahr 2000 vor­ge­se­hen – vgl BT-Drs. 14/​1245 S 9 f – fand jedoch kei­nen Ein­gang in das SGB V[↩]
ein­ge­führt mit Wir­kung vom 01.01.1996 durch Art 3 Nr 4 des Geset­zes zur Siche­rung und Struk­tur­ver­bes­se­rung der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung – Gesund­heits­struk­tur­ge­setz vom 21.12.1992, BGBl I 2266[↩]
vgl – zur ent­spre­chen­den Situa­ti­on bei den Kran­ken­kas­sen – Schnei­der-Dan­witz in juris­PK-SGB V, 2. Aufl 2012, § 197 RdNr 29; Bal­zer, NZS 1994, 1, 2[↩]
zur Abgren­zung vgl BSGE 26, 129, 130 f = SozR Nr 1 zu § 1436 RVO[↩]
Gesetz­ent­wurf der Frak­tio­nen SPD, CDU/​CSU und BÜNDNIS 90/​DIE GRÜNEN zum GMG , BT-Drs. 15/​1525 S 152 zu Art 2 zu Nr 3 [↩]
Frak­tE-GMG, aaO, S 76 Begr A II 6[↩]
vgl Gesetz­ent­wurf der Frak­tio­nen der CDU/​CSU, SPD und FDP zum GSG, BT-Drs. 12/​3608 S 75[↩]
Hess in Kas­se­ler Komm, Stand: August 2012, § 79 SGB V RdNr 2[↩]
Frak­tE-GMG, aaO, zu Art 2 zu Nr 3 [↩]
Frak­tE-GMG, aaO[↩]
Hencke/­De­ge­ner-Hencke in Peters, Hand­buch der Kran­ken­ver­si­che­rung, Stand: Okto­ber 2005, § 79 SGB V RdNr 16[↩]
vgl Ellen­ber­ger in Palandt, Bür­ger­li­ches Gesetz­buch, 73. Aufl 2014, § 184 RdNr 1[↩]
s BGHZ 157, 133, 135 ff[↩]
vgl BVerw­GE 54, 257, 259 f; BVerwG, NVwZ 2000, 195, 196[↩]
vgl hier­zu BGHZ 157, 133 Nr 6[↩]
eben­so Kremer/​Wittmann in Lie­bold-Zalew­ski, Kas­sen­arzt­recht, § 79 SGB V RdNr ; Vahl­diek in Hauck/​Noftz, SGB V, Stand: 05/​10, K § 79 RdNr 7; aA Stein­hil­per, GesR 2003, 374, 378[↩]
sie­he hier­zu schon Gesetz­ent­wurf eines SGB, BT-Drs. 7/​4122 S 38 Zu § 88[↩]
vgl etwa Kraus­kopf in ders, Sozia­le Kran­ken­ver­si­che­rung, Pfle­ge­ver­si­che­rung, Stand: 81. Ergän­zungs­lie­fe­rung 2013, § 79 SGB V RdNr 22; Kal­ten­born, GesR 2008, 337, 338[↩]
in die­sem Sin­ne auch: Fuchs, Soz­Sich 2011, 365, 366; Hess, Kas­se­ler Komm, Stand: August 2012, § 79 RdNr 15; Kal­ten­born, aaO, 337, 343; Kraus­kopf, aaO, § 79 SGB V RdNr 22, 32; vgl im Hin­blick auf den Bereich der gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen auch: Felix in Schnapp, Funk­tio­na­le Selbst­ver­wal­tung und Demo­kra­tie­prin­zip – am Bei­spiel der Sozi­al­ver­si­che­rung, 2001, S 43, 57 f; Fin­ken­busch, Die Trä­ger der Kran­ken­ver­si­che­rung, 6. Aufl 2008, S 236; Schnei­der-Dan­witz, juris­PK-SGB IV, 2. Aufl 2011, § 35a RdNr 66[↩]
so auch Kremer/​Wittmann in Lie­bold-Zalew­ski, Kas­sen­arzt­recht, § 79 SGB V RdNr C <79 – 10>; Kraus­kopf, aaO, § 79 SGB V RdNr 22, 32; Fuchs, aaO, S 365, 370[↩]
Vahl­diek in Hauck/​Noftz, SGB V, Stand: 05/​10, K § 79 RdNr 79[↩]
vgl Axer, Verw 35 <2002>, 377, 390[↩]
vgl etwa Kal­ten­born, GesR 2008, 337, 340[↩]
Kraus­kopf, aaO, § 79 SGB V RdNr 14[↩]
vgl hier­zu Hess in Kas­se­ler Komm, Stand: Dezem­ber 2012, § 83 SGB V RdNr 3 f[↩]
aA Schnei­der-Dan­witz in juris­PK-SGB V, 2. Aufl 2012, § 197 RdNr 40; für eine restrik­ti­ve – auf sozi­al­po­li­ti­sche Grund­satz­fra­gen beschränk­te – Aus­le­gung hin­ge­gen Hauck in Hauck/​Noftz, SGB V, Stand I/​96, § 197 RdNr 5[↩]
vgl Aus­schuss­be­richt zum GSG, BT-Drs. 12/​3937 S 8 zu § 197 SGB V[↩]
aaO zu Art 1 Nr 105 S 17[↩]
Säch­si­sches LSG, Urteil vom 25.01.2012 – L 1 KR 145/​11 Nr 24, zum Ver­wal­tungs­rat des GKV-Spit­zen­ver­ban­des[↩]
Aus­schuss­be­richt zum GSG, BT-Drs. 12/​3937 S 8 zu § 197 SGB V[↩]
in die­sem Sin­ne auch Kremer/​Wittmann in Lie­bold-Zalew­ski, Kas­sen­arzt­recht, § 79 SGB V RdNr ; Stein­mann-Mun­zin­ger in juris­PK-SGB V, § 79 RdNr 21: kei­ne Aus­höh­lung der Ver­wal­tungs­zu­stän­dig­keit des Vor­stan­des; Vahl­diek in Hauck/​Noftz, SGB V, Stand: 05/​10, K § 79 RdNr 7, 17; so im Ergeb­nis Hess, Kas­se­ler Komm Stand: August 2012, § 79 RdNr 15[↩]
in die­sem Sin­ne Kremer/​Wittmann, aaO, § 79 RdNr ; Stein­mann-Mun­zin­ger, aaO, § 79 RdNr 21; Rompf in Eichenhofer/​Wenner, SGB V, § 79 RdNr 11[↩]
vgl Rompf aaO[↩]
Kremer/​Wittmann in Lie­bold-Zalew­ski, Kas­sen­arzt­recht, § 79 SGB V RdNr [↩]
Kraus­kopf in ders, Sozia­le Kran­ken­ver­si­che­rung, Pfle­ge­ver­si­che­rung, Stand: 81. Ergän­zungs­lie­fe­rung 2013, § 79 SGB V RdNr 13[↩]
Vahl­diek in Hauck/​Noftz, SGB V, Stand: 05/​10, K § 79 RdNr 21; Kraus­kopf, aaO, § 79 SGB V RdNr 13; Stein­hil­per in Laufs/​Kern, Hand­buch des Arzt­rechts, 4. Aufl 2010, § 28 RdNr 14[↩]
Vahl­diek aaO[↩]
in die­sem Sin­ne schon Kal­ten­born, GesR 2008, 337, 342 f[↩]
Gesetz­ent­wurf zum GKV-Ver­sor­gungs­struk­tur­ge­setz, BT-Drs. 17/​6906 S 58 zu Num­mer 20 zu Buchst a [↩]
BT-Drs. 15/​1525 S 101 zu Buchst h zu DBuchst aa[↩]
sie­he hier­zu Kremer/​Wittmann, aaO, § 79 RdNr [↩]
vgl Kal­ten­born, GesR 2008, 337, 343; Hess in Kas­se­ler Komm, Stand: August 2012, § 79 SGB V, RdNr 27[↩]
ArztrechtKassenärztliche VereinigungKassenzahnärztliche VereinigungKÄVVertragsarzt