Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Frankfurt&Datum=12.05.2009&Aktenzeichen=11%20W%2021%2F09
Timestamp: 2019-04-22 17:11:36
Document Index: 225185742

Matched Legal Cases: ['§ 101', '§ 96', '§ 113', '§ 101', '§ 101', '§ 101', '§ 96', '§ 96', '§ 113', '§ 101', '§ 101', '§ 101', '§ 96', '§ 96', '§ 113', '§ 101', '§ 101', '§ 101', '§ 113', '§ 101', 'Art. 111', '§ 280', '§ 101', '§ 280', '§ 101']

OLG Frankfurt, 12.05.2009 - 11 W 21/09 - dejure.org
OLG Frankfurt, 12.05.2009 - 11 W 21/09
§ 101 Abs. 9 UrhG bildet einen Erlaubnistatbestand nur für die gemäß § 96 TKG gespeicherten Verkehrsdaten und nicht für die allein aufgrund der Verpflichtung zur Speicherung nach § 113a TKG gespeicherten Daten. Zum Auskunftsanspruch nach § 101 Abs. 1, Abs. 2 UrhG.
§§ 101 UrhG; 113a, 96 TKG
Ein Provider darf die Daten aus seiner Vorratsdatenspeicherung nicht für urheberrechtliche Auskunftsansprüche zu Lasten eines Filesharers verwenden
§ 101 UrhG; §§ 96, 113a TKG
§ 96 TKG; § 113a TKG; § 101 Abs 9 UrhG
Urheberrechtsverletzung durch Teilnahme an einer Internet-Tauschbörse: Reichweite der Auskunftspflicht eines Internet-Serviceproviders über gespeicherte Daten
Zur Reichweite von § 101 Abs. 9 UrhG
Auskunftsanspruch anhand der IP-Adresse bei angeblichen Rechtsverletzungen
Verkehrsdaten; Daten; Verwendung; Speicherung
§ 101 Abs. 9 UrhG datenschutzrechtlicher Erlaubnistatbestand?
Urheberrechtsverletzung über Internet-Tauschbörse
Auskunft nur über Verkehrsdaten
§§ 96, 113a TKG
TKG § 96; TKG § 113a; UrhG § 101 Abs. 9
Zulässigkeit der sofortigen Beschwerde gegen die Ablehnung der Auskunfterteilung über die Verwendung von Verkehrsdaten durch einen Internetprovider
(Urheberrechtsverletzung durch Teilnahme an einer Internet-Tauschbörse: Reichweite der Auskunftspflicht eines Internet-Serviceproviders über gespeicherte Daten)
Zum "gewerblichen Ausmaß” des Filesharings nach § 101 Abs. 2 UrhG
Vorratsdatenspeicherung: Access Provider und § 101 Abs. 9 UrhG
offenenetze.de (Kurzinformation)
Keine Herausgabe von Daten, die aufgrund Vorratsdatenspeicherung gespeichert wurden
Kein Rückgriff auf Vorratsdaten eines Access-Providers für urheberrechtlichen Auskunftsanspruch
Provider muss IP-Adressen aus Vorratsdatenspeicherung nicht an Rechteinhaber übergeben
Internetprovider muss IP-Adresse an Rechteinhaber nicht herausgeben
Keine Verpflichtung des Internetproviders zur Herausgabe von IP-Adressen
Kein Anspruch von Rechteinhabern auf Vorratsdaten
LG Frankfurt/Main, 04.02.2009 - 6 O 33/09
NJW-RR 2009, 1205
GRUR-RR 2009, 296
MMR 2009, 542
MIR 2009, Dok. 245
ZUM 2009, 639
Jedoch ist dabei ein Rückgriff auf die nach § 113a TKG gespeicherten Daten ausgeschlossen (vgl. OLG Frankfurt am Main, Beschluss vom 12. Mai 2009 - 11 W 21/09 -, MMR 2009, S. 542 m.w.N.;… Hoeren, NJW 2008, S. 3099 ;… Bäcker, in: Rensen/Brink, Linien der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, 2009, S. 99 , Fn. 49).
Es kann daher offenbleiben, ob das unbefugte Einstellen eines einzigen urheberrechtlich geschützten Werks in eine Online-Tauschbörse - wie das Beschwerdegericht im vorliegenden und in anderen Verfahren (OLG Köln, GRUR-RR 2011, 85 f.; GRUR-RR 2011, 87 f.; GRUR-RR 2012, 70 f.) angenommen hat - nur unter besonderen Umständen (OLG Zweibrücken, GRUR-RR 2009, 12, 13; OLG Oldenburg, MMR 2009, 188, 189; OLG Frankfurt a.M., GRUR-RR 2009, 296, 297 f.) oder grundsätzlich ohne weiteres (OLG München, GRUR-RR 2012, 68, 69 f.; LG München, ZUM 2011, 762, 767 ff.) als eine Rechtsverletzung in gewerblichem Ausmaß anzusehen ist (vgl. auch OLG Karlsruhe, GRUR-RR 2009, 379, 381 f.; OLG Schleswig GRUR-RR 2010, 240; OLG Hamburg, ZUM 2010, 893, 897 f.).
Für das vorliegende Verfahren gelten auch nach dem Inkrafttreten des FamFG die Vorschriften des FGG weiter (vgl. § 101 Abs. 9 S. 4 UrhG i.V.m. Art. 111 Abs. 1 S. 1 FGG ReformG; OLG Frankfurt MMR 2009, 542).
Die Beteiligte zu 1) beruft sich insoweit auf die Rechtsprechung der Hamburger Gerichte (LG Hamburg vom 4.3. 2011, 308 O 326/10; vom 11.3. 2011, 308 O 75/09 und Hanseatisches OLG, GRUR-RR 2010, 241 - Datenverwendung), sowie des LG Nürnberg-Fürth, (3 O 8208 vom 3.12.2008), des LG Oldenburg ((5.4.2011, 5 O 690/11) und des OLG Frankfurt (NJW-RR 2009, 1205).
f) OLG Frankfurt, GRUR-RR 2009, 296 - Vorratsdatenauskunft.
OLG Frankfurt, 17.11.2009 - 11 W 53/09
Auskunftsanspruch auf Zuruf
27 Zudem ist nach der Vorstellung des Gesetzgebers die richterliche Gestattung der Auskunft über Verkehrsdaten Voraussetzung für den Auskunftsanspruch des Rechtsinhabers gegenüber dem Internet-Provider (vgl. BT-Drucks 16/5048, S. 63; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 8.12.2008, 20 W 130/08, K&R 2009, 122; Senat, Beschluss vom 12.5.2009 - Az.: 11 W 21/09).
Erst die Gestattung bewirkt, dass die Antragsgegnerin nicht mehr sanktionslos die Daten löschen darf, da sie sich in diesem Fall nach §§ 280 Abs. 1, 281 BGB i.V.m. § 101 Abs. 2 UrhG schadensersatzpflichtig machen würde (vgl. OLG Köln, Beschluss vom 21.10.2008, 6 Wx 2/08, MMR 2008, 820; Senat, Beschluss vom 12.5.2009 - Az.: 11 W 21/09; Maaßen, MMR 2009, 511, 515 ).
Nach der Gegenansicht ist neben der Anzahl der Rechtsverletzungen auch auf ihre Schwere abzustellen, die etwa dann in hinreichendem Maße gegeben sein könne , wenn besonders umfangreiche Dateien, wie etwa ein vollständiges Musikalbum, vor oder unmittelbar nach der Veröffentlichung in Deutschland im Internet zugänglich gemacht würden (…OLG Köln, a.a.O., S. 11; OLG Frankfurt GRUR-RR 2009, 15 f. - Drittauskunft; ähnlich OLG Frankfurt für eine vollständige Film-DVD 3 Monate nach Erstveröffentlichung: GRUR-RR 2009, 296, 297; OLG Karlsruhe GRUR-RR 2009, 379, 381 - Datensicherung zur Auskunftserteilung).
Zudem ist nach der Vorstellung des Gesetzgebers die richterliche Gestattung der Auskunft über Verkehrsdaten Voraussetzung für den Auskunftsanspruch des Rechtsinhabers gegenüber dem Internet-Provider (vgl. BT-Drucks 16/5048, S. 63; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 8.12.2008, 20 W 130/08, K&R 2009, 122; Senat, Beschluss vom 12.5.2009 - Az.: 11 W 21/09).
Erst die Gestattung bewirkt, dass die Beschwerdeführerin nicht mehr sanktionslos die Daten löschen darf, da sie sich in diesem Fall nach §§ 280 Abs. 1, 281 BGB i.V.m. § 101 Abs. 2 UrhG schadensersatzpflichtig machen würde (vgl. OLG Köln, Beschluss vom 21.10.2008, 6 Wx 2/08, MMR 2008, 820; Senat, Beschluss vom 12.5.2009 - Az.: 11 W 21/09; Maaßen, MMR 2009, 511, 515 ).
Wer etwa einen vollständigen Kinofilm oder auch ein Musikalbum in der relevanten Verkaufsphase der Öffentlichkeit zum Erwerb anbietet, tritt damit wie ein gewerblicher Anbieter auf (…vgl. auch OLG Köln aaO; OLG Frankfurt, Beschluss vom 12.5.2009 - 11 W 21/09 -).