Source: https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/ekud/dd/stagl/dienstleistungen/beratung/Seiten/Sexuelle-Bel%C3%A4stigung.aspx
Timestamp: 2020-06-03 16:13:40
Document Index: 382077986

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'Art. 28', 'Art. 328', 'Art. 41', 'Art. 198', 'Art. 5']

Die Unternehmen sind für Prävention und Intervention im Fall von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz verantwortlich.
Als sexuelle Belästigung gelten Handlungen oder Äusserungen mit sexuellem Bezug, die von einer Seite unerwünscht sind und die eine Person oder eine Personengruppe aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung herabwürdigen.
anzügliche Bemerkungen und sexistische Sprüche
nnäherungsversuche, die mit dem Versprechen von Vorteilen bzw. dem Androhen von Nachteilen einhergehen
Vorzeigen, Aufhängen oder Übermitteln von pornografischem Material
Von wem die Annäherungs- oder Abwertungsversuche erfolgen spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass sie von der Person, an die sie sich richten, nicht erwünscht sind.
Das Gleichstellungsgesetz verbietet gemäss Art. 4 sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Diskriminierungen im Sinne des Gleichstellungsgesetzes stellen auch immer Verletzungen des Persönlichkeitsrechts nach Art. 28 ZGB und Art. 328 ZGB dar. Als solche sind sie widerrechtlich im Sinne des Art. 41 OR und berechtigen somit auch zu Schadenersatz und Genugtuung. Die belästigende Person kann strafrechtlich belangt werden (StGB Art. 198).
Sanktionen am Arbeitsplatz
Wer andere sexuell belästigt, muss mit unterschiedlichen Sanktionen rechnen:
mündlicher oder schriftlicher Verweis, Versetzung, Kündigungsandrohung (mit Bewährungsfrist), fristlose Auflösung des Arbeitsverhältnisses
Arbeitgebende sind in der Pflicht
Arbeitgebende sind gesetzlich verpflichtet, ihre Angestellten vor sexueller Belästigung zu schützen. Treffen sie keine entsprechenden Massnahmen und kommt es zu einer sexuellen Belästigung, kann das Gericht sie dazu verpflichten, der belästigten Person eine Entschädigung auszurichten (Art. 5 GlG).
Führungskräfte und Personalverantwortliche haben unterschiedliche Verantwortlichkeiten, wenn es darum geht, präventiv gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz vorzugehen.
bei der Ausarbeitung von Richtlinien gegen sexuelle Belästigung
mit einem Weiterbildungsangebot für Führungskräfte und Personalverantwortliche
mit Informations- und Sensibilisierungsmaterialien
Informationen für Arbeitgebende/Personalverantwortliche
Wir unterstützen Betroffene von sexueller Belästigung zum einen direkt durch Auskunftserteilung und Beratung, zum andern indirekt durch Weiterbildungen für Fachpersonen, die mit Opfern sexueller Belästigung zu tun haben.