Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BVerwG_22_10_2014_8_B_3_14_Anspruch_auf_rechtliches_Gehoer_i-d7237088.html
Timestamp: 2016-12-05 04:50:34
Document Index: 311117747

Matched Legal Cases: ['Art. 103', '§ 108', 'Art. 103', '§ 108', '§ 108', '§ 86', '§ 133', '§ 173', '§ 563', '§ 47', '§ 52']

BVerwG, 22.10.2014 - 8 B 3.14 - Anspruch auf rechtliches Gehör i.R.e. Übertragung eines Grundstücks durch das Bundesamt in ungeteilter Erbengemeinschaft | Urteile auf anwalt24.de
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BVerwG, 22.10.2014 - 8 B 3.14 - Anspruch auf rechtliches Gehör i.R.e. Übertragung eines Grundstücks durch das Bundesamt in ungeteilter Erbengemeinschaft
BundesverwaltungsgerichtBeschl. v. 22.10.2014, Az.: 8 B 3.14Gericht: BVerwGEntscheidungsform: BeschlussDatum: 22.10.2014Referenz: JurionRS 2014, 27045Aktenzeichen: 8 B 3.14 Verfahrensgang:vorgehend:VG Potsdam - 18.04.2013 - AZ: 1 K 838/11Rechtsgrundlagen:Art. 103 Abs. 1 GG§ 108 Abs. 1 S. 1, 2 VwGOIn der Verwaltungsstreitsachehat der 8. Senat des Bundesverwaltungsgerichtsam 22. Oktober 2014durch den Vizepräsidenten des Bundesverwaltungsgerichts Dr. Christ,den Richter am Bundesverwaltungsgericht Dr. Deiseroth unddie Richterin am Bundesverwaltungsgericht Hoockbeschlossen:Tenor:Das aufgrund der mündlichen Verhandlung vom 18. April 2013 ergangene Urteil des Verwaltungsgerichts Potsdam wird aufgehoben.Die Sache wird zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an eine andere Kammer des Verwaltungsgerichts Potsdam zurückverwiesen.Die Kostenentscheidung bleibt der Schlussentscheidung vorbehalten.Der Wert des Streitgegenstandes wird für das Beschwerdeverfahren auf 99 350 € festgesetzt.Gründe1IDie Beigeladenen wenden sich mit ihrer Beschwerde - ebenso wie in den Parallelverfahren BVerwG 8 B 99.13, 8 B 100.13, 8 B 101.13, 8 B 102.13 und 8 B 4.14 - gegen die in dem aufgrund der mündlichen Verhandlung vom 18. April 2013 ergangenen Urteil des Verwaltungsgerichts erfolgte Nichtzulassung der Revision.2Das Verfahren betrifft das 1 987 qm große Flurstück ... der Flur ... im Gemeindegebiet der Klägerin, die dessen Eigentümerin und Verfügungsberechtigte ist. Das Grundstück gehörte ebenfalls zum historischen Gutsgelände ... der Brüder Albert und Max S. Mit dem hier streitgegenständlichen Bescheid vom 31. Mai 2006 übertrug das Bundesamt das Grundstück auf die Beigeladenen in ungeteilter Erbengemeinschaft.3Nachdem das Verwaltungsgericht Potsdam mit Urteil vom 13. November 2008 - VG 1 K 1398/06 - den streitgegenständlichen Bescheid aufgehoben hatte, hat das Bundesverwaltungsgericht auf die Nichtzulassungsbeschwerde der Beigeladenen mit Beschluss vom 28. März 2011 (BVerwG 8 B 44.10) dieses aufgehoben und die Sache an das Verwaltungsgericht zurückverwiesen. Das Verwaltungsgericht hat mit dem angegriffenen, am 24. September 2013 zugestellten Urteil vom 18. April 2013 - VG 1 K 838/11 - den Bescheid der Beklagten vom 31. Mai 2006 erneut aufgehoben und die Revision nicht zugelassen.4IIDie Beschwerde der Beigeladenen, deren Begründung im Wesentlichen wortidentisch mit der Begründung der in den Verfahren BVerwG 8 B 99.13, 8 B 100.13, 8 B 101.13, 8 B 102.13 und 8 B 4.14 eingelegten Nichtzulassungsbeschwerden ist, hat Erfolg. Das angegriffene Urteil verletzt die Beigeladenen in ihrem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 103 Abs. 1 GG, § 108 Abs. 2 VwGO) sowie in ihren Verfahrensrechten aus § 108 Abs. 1 Satz 1 und 2 VwGO sowie aus § 86 Abs. 1 VwGO. Dagegen sind die erhobenen Grundsatz- und Divergenzrügen nicht begründet. Zur Vermeidung von unnötigen Wiederholungen wird insoweit auf die Begründung in dem Beschluss des Senats vom heutigen Tage in dem dieselben Beteiligten betreffenden Verfahren BVerwG 8 B 99.13 verwiesen. Das angegriffene Urteil wird gemäß § 133 Abs. 6 VwGO aufgehoben und das Verfahren wird im Interesse des Vertrauens der Beigeladenen in die Rechtspflege und zur Vermeidung erneuter Verfahrensfehler gemäß § 173 VwGO i.V.m. § 563 Abs. 1 Satz 2 ZPO (analog) zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an eine andere Kammer des Verwaltungsgerichts Potsdam zurückverwiesen.5Die Kostenentscheidung muss der Schlussentscheidung vorbehalten bleiben.6Die Streitwertfestsetzung beruht auf § 47 Abs. 1 und 3, § 52 Abs. 1 und 4 GKG. Unter Zugrundelegung des vom Verwaltungsgericht in Ansatz gebrachten Grundstückswerts von 50 €/qm errechnet sich daraus für die Fläche von 1 987 qm ein Wert von 99 350 €.Dr. ChristHoockDr. DeiserothHinweis: Das Dokument wurde redaktionell aufgearbeitet und unterliegt in dieser Form einem besonderen urheberrechtlichen Schutz. Eine Nutzung über die Vertragsbedingungen der Nutzungsvereinbarung hinaus - insbesondere eine gewerbliche Weiterverarbeitung außerhalb der Grenzen der Vertragsbedingungen - ist nicht gestattet.