Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/anforderungen-an-die-berufungsbegruendung-4-365232
Timestamp: 2019-10-22 07:21:45
Document Index: 341420432

Matched Legal Cases: ['§ 513', '§ 546', '§ 520', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs hat die Beru­fungs­be­grün­dung, wenn die Beru­fung dar­auf gestützt wird, dass die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung auf einer Rechts­ver­let­zung beruht (§ 513 Abs. 1, § 546 ZPO), die Bezeich­nung der Umstän­de zu ent­hal­ten, aus denen sich nach Ansicht des Rechts­mit­tel­füh­rers die Rechts­ver­let­zung und deren Erheb­lich­keit für die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung ergibt.
Da die Beru­fungs­be­grün­dung erken­nen las­sen soll, aus wel­chen tat­säch­li­chen und recht­li­chen Grün­den der Beru­fungs­klä­ger das ange­foch­te­ne Urteil für unrich­tig hält, hat die­ser die­je­ni­gen Punk­te recht­li­cher Art dar­zu­le­gen, die er als unzu­tref­fend ansieht und dazu die Grün­de anzu­ge­ben, aus denen sich die Feh­ler­haf­tig­keit jener Punk­te und deren Erheb­lich­keit für die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung her­lei­tet. Zur Dar­le­gung der Feh­ler­haf­tig­keit ist somit ledig­lich die Mit­tei­lung der Umstän­de erfor­der­lich, die das Urteil aus der Sicht des Beru­fungs­füh­rers in Fra­ge stel­len.
Beson­de­re for­ma­le Anfor­de­run­gen wer­den nicht gestellt; für die Zuläs­sig­keit der Beru­fung ist es ins­be­son­de­re ohne Bedeu­tung, ob die Aus­füh­run­gen in sich schlüs­sig oder recht­lich halt­bar sind 1. Ent­hält die Beru­fungs­be­grün­dung immer­hin zu einem Streit­punkt eine § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 ZPO genü­gen­de Begrün­dung, ist die Beru­fung ins­ge­samt zuläs­sig, wenn die bezeich­ne­ten Umstän­de geeig­net sind, der ange­grif­fe­nen Ent­schei­dung ins­ge­samt die Grund­la­ge zu ent­zie­hen 2.
Dabei muss die Beru­fungs­be­grün­dung auf den kon­kre­ten Streit­fall zuge­schnit­ten sein. Es reicht nicht aus, die Auf­fas­sung des Erst­ge­richts mit for­mu­lar­mä­ßi­gen Sät­zen oder all­ge­mei­nen Rede­wen­dun­gen zu rügen oder ledig­lich auf das Vor­brin­gen ers­ter Instanz zu ver­wei­sen 3. Hat das Erst­ge­richt die Abwei­sung der Kla­ge auf meh­re­re von­ein­an­der unab­hän­gi­ge, selb­stän­dig tra­gen­de recht­li­che Erwä­gun­gen gestützt, muss die Beru­fungs­be­grün­dung in die­ser Wei­se jede tra­gen­de Erwä­gung angrei­fen; andern­falls ist das Rechts­mit­tel unzu­läs­sig 4.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 28. Mai 2013 – II ZR 207/​12
vgl. nur BGH, Beschluss vom 06.12.2011 – II ZB 21/​10, ZIP 2012, 794 Rn. 7 mwN[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 12.11.2002 – XI ZR 25/​00, ZIP 2003, 160, 162; Beschluss vom 06.12.2011 – II ZB 21/​10, ZIP 2012, 794 Rn. 7 mwN[↩]
st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschluss vom 23.10.2012 – XI ZB 25/​11, NJW 2013, 174 Rn. 10 mwN[↩]
st. Rspr.; sie­he nur BGH, Beschluss vom 30.01.2013 – III ZB 49/​12, NJW-RR 2013, 509 Rn. 8 mwN[↩]