Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/ust/die-altenhilfe-eines-gemeinnuetzigen-vereins-332711
Timestamp: 2020-08-07 21:28:32
Document Index: 210110689

Matched Legal Cases: ['§ 4', 'Art 13', '§ 75', 'Art. 13', '§ 4', '§ 4', '§ 23', '§ 4', '§ 4', 'Art. 13', 'Art. 13', 'Art. 13', 'Art. 13', 'EuG', '§ 75', '§ 71', '§ 53', '§ 75', '§ 75', 'Art. 13', 'Art. 13', 'EuG', '§ 75', 'Art. 13', '§ 12', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

Die Altenhilfe eines gemeinnützigen Vereins | Rechtslupe
Die Alten­hil­fe eines gemein­nüt­zi­gen Ver­eins
Leis­tun­gen der Alten­hil­fe im Bereich des „betreu­ten Woh­nens“, die von einem gemein­nüt­zi­gen Ver­ein der frei­en Wohl­fahrts­pfle­ge gegen­über Senio­ren erbracht wer­den, sind von der Umsatz­steu­er befreit. Dies ent­schied der Bun­des­fi­nanz­hof in einem Fall, in dem ein Ver­ein von dem Ver­mie­ter der Senio­ren­woh­nun­gen zur Erbrin­gung von soge­nann­ten Basis­leis­tun­gen (wie etwa Sozi­al- und Gesund­heits­be­treu­ung durch zeit­wei­se, werk­täg­li­che Prä­senz einer Fach­kraft, Orga­ni­sa­ti­on von Ver­an­stal­tun­gen, Ver­mitt­lung von Dienst­leis­tun­gen, Mahl­zei­ten) ein­ge­schal­tet wor­den war und an den die dafür vom Ver­mie­ter ver­ein­nahm­te Betreu­ungs­ent­gel­te wei­ter­ge­lei­tet wor­den waren.
Der Bun­des­fi­nanz­hof ließ in sei­nem Urteil offen, ob sich die Steu­er­frei­heit der Betreu­ungs­um­sät­ze aus dem deut­schem Umsatz­steu­er­recht (§ 4 Nr. 18 UStG) ergibt. Jeden­falls kön­ne sich der Ver­ein unmit­tel­bar auf eine uni­ons­recht­li­che Rege­lung (Art 13 Teil A Abs. 1 Buchst. g der Richt­li­nie 77/​388/​EWG) beru­fen. Danach genü­ge es, wenn Leis­tun­gen erbracht wür­den, die eng mit der Für­sor­ge oder der sozia­len Sicher­heit ver­bun­den sei­en, und dass die­se Leis­tun­gen von Ein­rich­tun­gen des öffent­li­chen Rechts oder von Ein­rich­tun­gen erbracht wür­den, die vom Mit­glied­staat als sol­che mit im Wesent­li­chen sozia­len Cha­rak­ter aner­kannt wor­den sei­en.
Die vom kla­gen­den Ver­ein erbrach­ten – ein­heit­lich zu beur­tei­len­den – Leis­tun­gen sei­en eng mit der Für­sor­ge und der sozia­len Sicher­heit ver­bun­den, weil sie geprägt sei­en durch Ele­men­te, die unter die Alten­hil­fe fie­len und gegen­über hilfs­be­dürf­ti­gen Per­so­nen erbracht wür­den. Es sei unschäd­lich, dass der Ver­ein den Ver­trag nur mit dem Ver­mie­ter geschlos­sen habe, solan­ge die Betreu­ungs­leis­tun­gen tat­säch­lich gegen­über den hilfs­be­dürf­ti­gen Per­so­nen erbracht wor­den sei­en. Die erfor­der­li­che Aner­ken­nung des Ver­eins sah der Bun­des­fi­nanz­hof dadurch gewähr­leis­tet, dass Kos­ten für die Leis­tun­gen der Alten­hil­fe nach dem Sozi­al­ge­setz­buch von Kran­ken­kas­sen oder ande­ren Ein­rich­tun­gen der sozia­len Sicher­heit über­nom­men wer­den.
Erbringt ein gemein­nüt­zi­ger Ver­ein gegen­über Senio­ren im Rah­men des „betreu­ten Woh­nens“ ein Leis­tungs­bün­del, das durch die Leis­tun­gen der in § 75 BSHG (Alten­hil­fe) genann­ten Art geprägt wird, ist die ein­heit­li­che Leis­tung nach Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. g der Richt­li­nie 77/​388/​EWG steu­er­frei, auch wenn der Ver­ein inso­weit nur gegen­über dem Ver­mie­ter der Senio­ren­woh­nun­gen ver­pflich­tet ist.
Der Bun­des­fi­nanz­hof lässt offen, ob die Leis­tun­gen des Klä­gers nach § 4 Nr. 18 UStG steu­er­frei sind.
Steu­er­frei sind nach die­ser Vor­schrift „die Leis­tun­gen der amt­lich aner­kann­ten Ver­bän­de der frei­en Wohl­fahrts­pfle­ge und der der frei­en Wohl­fahrts­pfle­ge die­nen­den Kör­per­schaf­ten, Per­so­nen­ver­ei­ni­gun­gen und Ver­mö­gens­mas­sen, die einem Wohl­fahrts­ver­band als Mit­glied ange­schlos­sen sind, wenn
a) die­se Unter­neh­mer aus­schließ­lich und unmit­tel­bar gemein­nüt­zi­gen, mild­tä­ti­gen oder kirch­li­chen Zwe­cken die­nen,
b) die Leis­tun­gen unmit­tel­bar dem nach der Sat­zung, Stif­tung oder sons­ti­gen Ver­fas­sung begüns­tig­ten Per­so­nen­kreis zugu­te kom­men und
c) die Ent­gel­te für die in Betracht kom­men­den Leis­tun­gen hin­ter den durch­schnitt­lich für gleich­ar­ti­ge Leis­tun­gen von Erwerbs­un­ter­neh­men ver­lang­ten Ent­gel­ten zurück­blei­ben.“
Der Klä­ger gehört zwar zu dem nach § 4 Nr. 18 UStG begüns­tig­ten Per­so­nen­kreis, da er einem amt­lich aner­kann­ten Ver­band der frei­en Wohl­fahrts­pfle­ge i.S. des § 23 UStDV ange­schlos­sen ist und nach sei­nem Sat­zungs­in­halt unmit­tel­bar gemein­nüt­zi­ge, mild­tä­ti­ge und kirch­li­che Zwe­cke ver­folgt.
Es ist aber zwei­fel­haft, ob die wei­te­ren Vor­aus­set­zun­gen des § 4 Nr. 18 UStG erfüllt sind. Denn der I. Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs hat in sei­nem Urteil vom 16. Dezem­ber 2009 [1], das die Kör­per­schaft­steu­er und Gewer­be­steu­er des Klä­gers betrifft, das Kri­te­ri­um der Unmit­tel­bar­keit der Leis­tun­gen ver­neint unter Hin­weis dar­auf, dass die Mie­ter nach dem Betrei­ber­ver­trag selbst kei­nen unmit­tel­ba­ren Anspruch auf Erfül­lung der Basis­leis­tun­gen gegen den Klä­ger haben [2].
Der Bun­des­fi­nanz­hof braucht nicht zu ent­schei­den, wel­che Aus­wir­kun­gen die zur Kör­per­schaft­steu­er und Gewer­be­steu­er ergan­ge­ne Ent­schei­dung des I. Senats auf die Anwen­dung des § 4 Nr. 18 UStG hat. Denn die Leis­tun­gen des Klä­gers sind nach Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. g der Richt­li­nie 77/​388/​EWG steu­er­frei.
Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. g der Richt­li­nie 77/​388/​EWG bestimmt: „Unbe­scha­det sons­ti­ger Gemein­schafts­vor­schrif­ten befrei­en die Mit­glied­staa­ten unter den Bedin­gun­gen, die sie zur Gewähr­leis­tung einer kor­rek­ten und ein­fa­chen Anwen­dung der nach­ste­hen­den Befrei­un­gen sowie zur Ver­hü­tung von Steu­er­hin­ter­zie­hun­gen, Steu­er­um­ge­hun­gen und etwai­gen Miss­bräu­chen fest­set­zen, von der Steu­er:
g) die eng mit der Sozi­al­für­sor­ge und der sozia­len Sicher­heit ver­bun­de­nen Dienst­leis­tun­gen und Lie­fe­run­gen von Gegen­stän­den, ein­schließ­lich der­je­ni­gen der Alten­hei­me, durch Ein­rich­tun­gen des öffent­li­chen Rechts oder ande­re von dem betref­fen­den Mit­glied­staat als Ein­rich­tun­gen mit sozia­lem Cha­rak­ter aner­kann­te Ein­rich­tun­gen;
Das Umsatz­steu­er­ge­setz hat­te die­se Richt­li­ni­en­be­stim­mung für das Streit­jahr ledig­lich dadurch „umge­setzt“, dass es die bereits bei Inkraft­tre­ten der Richt­li­nie 77/​388/​EWG vor­han­de­nen, teil­wei­se bereits im UStG 1951 ent­hal­te­nen Steu­er­be­frei­ungs­tat­be­stän­de im Wesent­li­chen unver­än­dert wei­ter­ge­führt hat [3].
Ein Ein­zel­ner kann sich in Erman­ge­lung frist­ge­mäß erlas­se­ner Umset­zungs­maß­nah­men auf Bestim­mun­gen einer Richt­li­nie, die inhalt­lich als unbe­dingt und hin­rei­chend genau erschei­nen, gegen­über allen nicht richt­li­ni­en­kon­for­men inner­staat­li­chen Vor­schrif­ten beru­fen [4].
Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. g der Richt­li­nie 77/​388/​EWG zählt die Tätig­kei­ten, die steu­er­frei sind, hin­rei­chend genau und unbe­dingt auf [5].
Für die Inan­spruch­nah­me der Steu­er­be­frei­ung nach Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. g der Richt­li­nie 77/​388/​EWG genügt es, dass zwei Vor­aus­set­zun­gen erfüllt sind, und zwar – zum einen, dass es sich um Leis­tun­gen han­delt, die eng mit der Für­sor­ge oder der sozia­len Sicher­heit ver­bun­den sind, und – zum ande­ren, dass die­se Leis­tun­gen von Ein­rich­tun­gen des öffent­li­chen Rechts oder ande­ren Ein­rich­tun­gen, die von dem betref­fen­den Mit­glied­staat als Ein­rich­tun­gen mit im Wesent­li­chen sozia­lem Cha­rak­ter aner­kannt wor­den sind, erbracht wer­den [6].
Die vom Klä­ger ent­spre­chend sei­nem Sat­zungs­zweck erbrach­ten Basis­leis­tun­gen, die aus­schließ­lich für die betag­ten Mie­ter im Rah­men des „betreu­ten Woh­nens“ bestimmt sind, stel­len eine ein­heit­li­che Dienst­leis­tung dar.
Nach der Recht­spre­chung des EuGH und des BFH ist bei einem Umsatz, der wie im Streit­fall- ein Leis­tungs­bün­del dar­stellt, für die Fra­ge, ob meh­re­re zusam­men­hän­gen­de Leis­tun­gen als eine Gesamt­leis­tung zu behan­deln sind, eine Gesamt­be­trach­tung erfor­der­lich. In der Regel ist zwar jede Leis­tung als eige­ne selb­stän­di­ge Leis­tung anzu­se­hen. Eine wirt­schaft­lich ein­heit­li­che Leis­tung darf aber im Inter­es­se eines funk­tio­nie­ren­den Mehr­wert­steu­er­sys­tems nicht künst­lich auf­ge­spal­ten wer­den. Des­halb ist das Wesen bzw. sind die cha­rak­te­ris­ti­schen Merk­ma­le des frag­li­chen Umsat­zes zu ermit­teln, um fest­zu­stel­len, ob der Steu­er­pflich­ti­ge gegen­über dem Leis­tungs­emp­fän­ger meh­re­re selb­stän­di­ge Leis­tun­gen oder eine ein­heit­li­che Leis­tung erbringt, wobei auf die Sicht des Durch­schnitts­ver­brau­chers abzu­stel­len ist [7].
Aus­ge­hend von die­sen Grund­sät­zen stellt die Erbrin­gung der Basis­leis­tun­gen, die die zeit­wei­se werk­täg­li­che Prä­senz einer Fach­kraft für die Sozi­al- und Gesund­heits­be­treu­ung, die Orga­ni­sa­ti­on des Gemein­schafts­be­rei­ches (Ver­an­stal­tun­gen) sowie die Ver­mitt­lung ambu­lan­ter Hil­fe­leis­tun­gen und die Erbrin­gung wei­te­rer Dienst­leis­tun­gen (Ver­mitt­lung von Mahl­zei­ten­dienst, Woh­nungs­rei­ni­gung, Wäsche­dienst und Haus­meis­ter­diens­te) umfas­sen, eine ein­heit­li­che Dienst­leis­tung dar. Denn der Klä­ger hat sich aus maß­geb­li­cher Sicht des Durch­schnitts­ver­brau­chers zur Erbrin­gung des gesam­ten Leis­tungs­pa­kets ver­pflich­tet, das der jewei­li­ge Mie­ter je nach Bedarf ganz oder nur teil­wei­se nut­zen kann. Die Ver­pflich­tung ist in einer ein­zi­gen Ver­trags­grund­la­ge ent­hal­ten und wird dar­in ins­ge­samt ein­heit­lich abge­rech­net, ohne dass eine antei­li­ge Bewer­tung der ein­zel­nen Leis­tungs­ele­men­te statt­fin­det. Es erschie­ne daher künst­lich und nicht sach­ge­recht, das Leis­tungs­pa­ket „Basis­leis­tun­gen“ auf­zu­spal­ten und in ein­zel­ne Leis­tun­gen auf­zu­glie­dern.
Die ein­heit­li­che Leis­tung des Klä­gers ist eng mit der Für­sor­ge und der sozia­len Sicher­heit ver­bun­den. Sie wird geprägt durch die­je­ni­gen Leis­tungs­ele­men­te, die unter die Alten­hil­fe i.S. des § 75 BSHG (nun­mehr § 71 SGB XII)) fal­len.
Das Finanz­ge­richt hat fest­ge­stellt, dass die Mie­ter mehr­heit­lich älter als 75 bzw. 80 Jah­re alt sind. Sie gehö­ren daher über­wie­gend zu dem hilfs­be­dürf­ti­gen Per­so­nen­kreis i.S. von § 53 AO.
Nach § 75 Abs. 1 Satz 2 BSHG soll die Alten­hil­fe dazu bei­tra­gen, Schwie­rig­kei­ten, die durch das Alter ent­ste­hen, zu ver­hü­ten, zu über­win­den oder zu mil­dern und alten Men­schen die Mög­lich­keit zu erhal­ten, am Leben in der Gemein­schaft teil­zu­neh­men. Zu den von der Alten­hil­fe unter­stütz­ten Maß­nah­men gehö­ren nach § 75 Abs. 2 BSHG u.a. Hil­fe in allen Fra­gen der Inan­spruch­nah­me alters­ge­rech­ter Diens­te (Nr. 3) und zum Besuch von Ver­an­stal­tun­gen oder Ein­rich­tun­gen, die der Gesel­lig­keit, der Unter­hal­tung, der Bil­dung und den kul­tu­rel­len Bedürf­nis­sen alter Men­schen die­nen (Nr. 4).
Im Streit­fall leis­te­te der Klä­ger mit der Sozi­al- und Gesund­heits­be­treu­ung, der Ver­mitt­lung ver­schie­de­ner Dienst­leis­tun­gen und mit der Orga­ni­sa­ti­on von Ver­an­stal­tun­gen und den damit ver­bun­de­nen Leis­tun­gen der­ar­ti­ge Hil­fen.
Der Annah­me einer eng mit der Für­sor­ge oder sozia­len Sicher­heit ver­bun­de­nen Leis­tung steht nicht ent­ge­gen, dass der Klä­ger kei­ne Ver­trags­be­zie­hung zu den Mie­tern hat, son­dern sich gegen­über dem Ver­mie­ter zum Erbrin­gen der Leis­tun­gen ver­pflich­tet hat­te. Denn Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. g der Richt­li­nie 77/​388/​EWG stellt auf die Art der Dienst­leis­tung ab und ver­langt nicht zwin­gend, dass schuld­recht­li­che Bezie­hun­gen zwi­schen der betreu­ten Per­son und dem Leis­ten­den bestehen, solan­ge die Betreu­ung tat­säch­lich gegen­über den hilfs­be­dürf­ti­gen Per­so­nen erfolgt.
Der Sach­ver­halt des Streit­falls ist inso­weit nicht ver­gleich­bar mit dem Fall, in dem ein Ver­ein für Ret­tungs­diens­te einem Not­arzt ein Fahr­zeug zur Ver­fü­gung gestellt hat, damit die­ser sei­ne steu­er­be­frei­te Not­arzt­tä­tig­keit aus­üben kann, und in dem der BFH wegen Feh­lens einer Leis­tung des Ver­eins an die Pati­en­ten selbst die begehr­te Steu­er­be­frei­ung nach Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. g der Richt­li­nie 77/​388/​EWG ver­sagt hat [8].
Der Klä­ger ist auch eine aner­kann­te Ein­rich­tung mit sozia­lem Cha­rak­ter. Nach der Recht­spre­chung des BFH kann in Über­ein­stim­mung mit der Recht­spre­chung des EuGH die Aner­ken­nung eines Unter­neh­mers als Ein­rich­tung mit sozia­lem Cha­rak­ter auch aus der Über­nah­me der Kos­ten für sei­ne Leis­tun­gen durch Kran­ken­kas­sen oder ande­re Ein­rich­tun­gen der sozia­len Sicher­heit abge­lei­tet wer­den [9]. Dabei kommt es nicht dar­auf an, ob die Kos­ten im kon­kre­ten Fall tat­säch­lich über­nom­men wor­den sind, son­dern es reicht aus, dass sie über­nehm­bar sind [10]. Im Streit­fall ist die vom Klä­ger erbrach­te ein­heit­li­che Leis­tung eine sol­che der Alten­hil­fe, die gemäß § 75 BSHG von den Trä­gern der Sozi­al­hil­fe über­nehm­bar war.
Die ein­heit­li­che Leis­tung ist auch i.S. von Art. 13 Teil A Abs. 2 Buchst. b der Richt­li­nie 77/​388/​EWG uner­läss­lich, da sie den Kern­be­reich der Alten­hil­fe betrifft.
Da die Leis­tun­gen steu­er­frei sind, kann uner­ör­tert blei­ben, ob andern­falls die Gewäh­rung des ermä­ßig­ten Steu­er­sat­zes nach § 12 Abs. 2 Nr. 8 UStG in Betracht käme.
Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 8. Juni 2011 – XI R 22/​09
BFH, Urteil vom 16.12.2009 – I R 49/​08, BFHE 228, 53, BStBl II 2011, 398[↩]
vgl. dazu im Ein­zel­nen BFH, a.a.O., unter II.03.b, m.w.N.[↩]
vgl. BFH, Urtei­le vom 17.02.2009 – XI R 67/​06, BFHE 224, 183; vom 11.03.2009 – XI R 68/​06, BFH/​NV 2009, 1464, und vom 18.08.2005 – V R 71/​03, BFHE 211, 543, BStBl – II 2006, 143[↩]
vgl. stän­di­ge Recht­spre­chung des EuGH, z.B. EuGH, Urteil vom 10.09.2002 – C141/​00 Küg­ler, Slg.2002, I6833, BFH/​NV Bei­la­ge 2003, 30, Rz 51[↩]
vgl. EuGH, Urteil in Slg.2002, I6833, BFH/​NV Bei­la­ge 2003, 30, Rz 53[↩]
vgl. BFH, Urteil in BFHE 211, 543, BStBl – II 2006, 143[↩]
BFH, Urtei­le vom 17.04.2008 – V R 39/​05, BFH/​NV 2008, 1712, und vom 10.02.2010 – XI R 49/​07, BFHE 228, 456, BStBl – II 2010, 1109, m.w.N.[↩]
BFH, Urteil vom 01.12.2010 – XI R 46/​08, BFHE 232, 232, unter II.03.[↩]
vgl. z.B. BFH, Urtei­le in BFHE 232, 232, und vom 08.11.2007 – V R 2/​06, BFHE 219, 428, BStBl – II 2008, 634, jeweils m.w.N.[↩]
BFH, Urteil vom 22.04.2004 – V R 1/​98, BFHE 205, 514, BStBl – II 2004, 849, unter II.03.b, m.w.N.[↩]
Die Alten­hil­fe eines gemein­nüt­zi­gen Ver­eins Leis­tun­gen der Alten­hil­fe im Bereich des „betreu­ten Woh­nens“, die von einem gemein­nüt­zi­gen Ver­ein der frei­en Wohl­fahrts­pfle­ge gegen­über Senio­ren erbracht wer­den, sind von der Umsatz­steu­er befreit.…
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