Source: https://www.ekr.admin.ch/rechtsgrundlagen/d154.html
Timestamp: 2020-01-29 05:51:01
Document Index: 294022451

Matched Legal Cases: ['Art. 171', 'Art. 261', 'Art. 261', 'Art. 171', 'Art. 261', 'Art. 261']

EKR : Strafrecht
Strafnorm gegen Rassendiskriminierung
Die Strafnorm gegen Rassendiskriminierung stellt rassistische Handlungen unter Strafe, mit denen Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Ethnie oder Religion in der Öffentlichkeit das gleichberechtigte Dasein ausdrücklich oder implizit abgesprochen wird. Strafbar sind zudem rassendiskriminierende Verweigerungen von Waren- und Dienstleistungen, die für die Allgemeinheit gedacht sind.
Die Strafnorm gegen Rassendiskriminierung schützt die Würde und den Wert des Menschen. Artikel 261bis des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB) und Art. 171c des Schweizerischen Militärstrafgesetzbuches (MStG) stellen Handlungen unter Strafe, mit denen Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder wegen ihres ethnisch-kulturellen Hintergrundes oder ihrer Religion explizit oder implizit das gleichberechtigte Dasein abgesprochen oder ihnen gar das Existenzrecht verweigert wird. Die Handlungen sind aber nur dann verboten, wenn sie in der Öffentlichkeit begangen werden, d.h. unter den anwesenden Personen keine persönliche Beziehung bzw. Vertrauensverhältnis besteht. Die Schaffung der Strafnorm gegen Rassendiskriminierung gehörte gemäss den Artikeln 2 und 4 RDK zu den Pflichten der Schweiz. Der genaue Wortlaut der Strafnorm lautet wie folgt:
Wer öffentlich gegen eine Person oder eine Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie oder Religion zu Hass oder Diskriminierung aufruft,
wer öffentlich Ideologien verbreitet, die auf die systematische Herabsetzung oder Verleumdung der Angehörigen einer Rasse, Ethnie oder Religion gerichtet sind,
wer mit dem gleichen Ziel Propagandaaktionen organisiert, fördert oder daran teilnimmt,
wer öffentlich durch Wort, Schrift, Bild, Gebärden, Tätlichkeiten oder in anderer Weise eine Person oder eine Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie oder Religion in einer gegen die Menschenwürde verstossenden Weise herabsetzt oder diskriminiert oder aus einem dieser Gründe Völkermord oder andere Verbrechen gegen die Menschlichkeit leugnet, gröblich verharmlost oder zu rechtfertigen sucht,
wer eine von ihm angebotene Leistung, die für die Allgemeinheit bestimmt ist, einer Person oder einer Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie oder Religion verweigert,
Praxis der Gerichte
Für die Durchsetzung der Rassismusstrafnorm sind die Justizbehörden zuständig. Beim Strafrechtsartikel handelt es sich um ein Offizialdelikt, das heisst, jede Person kann einen Vorfall, den sie als Verstoss gegen die Bestimmung empfindet, bei der nächsten Polizeistelle bzw. bei einem Untersuchungsrichter melden. Die Behörden sind verpflichtet, den Sachverhalt zu prüfen und, falls er als genügend erhärtet angesehen wird, eine Strafverfolgung einzuleiten.
Die in der Datenbank "Sammlung Rechtsfälle" erfassten Entscheide und Urteile zeigen die Bandbreite der Fälle auf, die nach Art. 261bis StGB von den verschiedenen Rechtsinstanzen gefällt worden sind.
Internationales Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung
Art. 261bis Strafgesetzbuch
Art. 171c Militärstrafgesetz
Rassendiskriminierung im Sinne von Art. 261bis StGB - Eine Übersicht (2004 (PDF, 198 kB)
Die Anwendung der Strafnorm gegen Rassendiskriminierung - Eine Analyse der Entscheide zu Art. 261bis StGB (1995 - 2004)
Recht gegen rassistische Diskriminierung (2010)
Zum AnfangLetzte Aktualisierung: 13.12.2018
TANGRAM 38 - Rassendiskriminierung und Zugang zur Justiz (2016)
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