Source: https://www.wiki-to-yes.org/Mediation-Systematik
Timestamp: 2019-11-17 10:14:36
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Matched Legal Cases: ['§1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 3', '§ 1']

Seiten-ID: 125 Mediationsbuch Nr 3: Definition und Einteilung der Mediation 3-Abteilung » Wissen	4-Inhalt » (03) Mediation (Systematik)
Begriff: Mediation (Verbesserungsvorschlag)
Fachwissen » Mediation(en)
3. Buch: Mediationen
Der Blick konzentriert sich jetzt auf ein besonderes Verfahren, bei dem es um die Vermittlung geht. Auch bei der Mediation finden wir unterschiedliche Verfahrensgestaltungen, die in eine Ordnung zu bringen sind, damit sie besser zugeordnet und identifiziert werden können.
Das Verfahrensziel
Die notwendige Klassifizierung
(Mediations-)Systematik
Was genau ist gemeint, wenn von der Mediation die Rede ist?
Die Mediation hat viele Gesichter hinter denen sie ihre Kompetenz verbergen kann. Die Vielfalt ist ihr Fluch und Segen zugleich. Sie führt in eine Komplexität hinein, die einerseits eine umfassende Konfliktbearbeitung ermöglicht. Andererseits trägt sie nicht nur beim Laien zur Verwirrung bei. Trotz ihrer hohen Bekanntheit gibt es fehlerhafte Vorstellungen von dem, was die Mediation ist und was sie zu leisten vermag. Eine erste, auch für Laien gedachte Übersicht, finden Sie in dem Beitrag Mediation. Die zitierten Darstellungsversuche sollen die Einführung der Mediation nicht nur erleichtern, sondern auch nachweisen, wie schwierig es ist, die Mediation in einem Elevator Pitch so zu beschreiben, dass sie nicht mit beliebigen Konfliktbeilegungsverfahren verwechselt wird.
Die Mediation wurde in Deutschland im Jahre 2012 durch das Mediationsforderungsgesetz und in dessen Artikel eins durch das Mediationsgesetz geregelt. Die Einführung eines Gesetzes über die Mediation wurde als ein Meilenstein beschrieben, der mit der Einführung des BGB vergleichbar sei. Unabhängig von der Bedeutung des Gesetzes, enthält es eine Legaldefinition in §1 Mediationsgesetz. Die Vorschrift besagt:
Als Vorlage sollte die Definition der RICHTLINIE-2008-52-EG-21-5-2008 dienen. Sie finden das Zitat der Richtlinie und weitere Definitionsversuche in der Zusammenstellung der Definitionen.
Zusammenstellung von Definitionen der Mediation
Die gesetzliche Definition ist ungenau. Sie verdeckt wichtige Eigenschaftsmerkmale und verwechselt Eigenschaften mit Bedingungen. Konsequenzen sind die kaum mögliche Abgrenzung zur Schlichtung sowie die Ablehnung einer Mediation wegen eines fehlenden Tatbestandsmerkmals, obwohl alle Eigenschaften erfüllt sind. Eine präzise Auseinandersetzung mit den Merkmalen der Legaldefinition finden Sie im Online-Kommentar zum Mediationsgesetz.
Schon bei der Zielsetzung unterscheidet sich die Mediation von anderen Verfahren. Ihr Ziel ist es nicht, eine Entscheidung über einen streitigen Sachverhalt oder streitige Rechtsfragen herbeizuführen. Ihr Ziel ist es auch nicht, die Parteien durch Bewertungshilfen zu einer Einigung zu bringen. Bei der Mediation geht es darum, die Parteien darin zu unterstützen, selbst eine Lösung zu finden, für die sowohl die zu klärenden Fragen wie auch die Lösungskriterien mit den Parteien zusammen erarbeitet werden. Das Ziel ist es also, eine Lösung zu FINDEN!!!
Leitsatz 3887 - Das Ziel der Mediation ist, eine Lösung zu FINDEN. Mithin steht die SUCHE im Vordergrund, bei der die Parteien die zum Finden führenden Themen und die an der Bedeutung der unterschiedlichen Sichten und der Nützlichkeit zu orientierenden Lösungskriterien selbst erarbeiten.
Die Gegenüberstellung in der Verfahrenssystematik hat ergeben, dass die Mediation ein Verfahren der Streitvermittlung ist. Sie muss sich von der Schlichtung und gegebenenfalls auch von der Konfliktmoderation abgrenzen. Die Verfahrenskriterien helfen bei der Unterscheidung der Verfahren. Sie ergeben den Inbegriff des jeweiligen Verfahrens und helfen, das Wesen der Mediation zu bestimmen.
Das sich aus dem Verfahrenscharakter ergebende, augenfälligste Merkmal der Mediation ist ihre Andersartigkeit. Wer nicht erkennt, dass und warum die Mediation anders ist, verkennt die Mediation. Die nebenstehende Grafik soll den Unterschied auf einen Blick verdeutlichen. Sehen Sie den Mediator? Klicken Sie auf das Bild, um die Antwort zu finden.
Die Identifikation des Wesens der Mediation ist ein wesentlicher Baustein zur korrekten Durchführung der Mediation. Sie erlaubt nicht nur die Unterscheidung zwischen Eigenschaften und Prinzipien, sie fordert die Unterscheidung auch ein. Sie ist nicht nur zum Verständnis der Mediation unerlässlich, sie bewirkt auch eine strukturelle Eindeutigkeit.
§ 1 Mediationsgesetz definiert die Mediation beispielsweise als ein vertrauliches Verfahren. Angenommen, der Mediator und die Medianden erlauben die Anwesenheit des Fernsehens und damit die öffentliche Übertragung ihrer Mediation. Diese Mediation wäre definitionsgemäß also nicht vertraulich. § 1 Mediationsgesetz wäre nicht anwendbar, wenn man auf den Wortlaut abstellt. Greger1 unterscheidet deshalb für § 1 Mediationsgesetz zwischen essentiellen und typischen Tatbestandsmerkmalen. Die Differenzierung ist notwendig, methodisch jedoch nicht nachvollziehbar.
Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass die Tatbestandsmerkmale in einem korrelativen Zusammenhang stehen. Die Definition setzt sich aus Eigenschaftsmerkmalen und Prinzipien zusammen, woraus sich eine kausale Verknüpfung ergibt, die zu Interdependenzen führt. Ohne die Qualität der Tatbestandsmerkmale zu unterscheiden, benennt die gesetzliche Definition in § 1 Abs. 1 und 2 sowohl Prinzipien wie auch Eigenschaften als Identifikationsmerkmale2 . Die Mediation erfordert ein offenes Gespräch. Nur in diesem Rahmen lassen sich Interessen aufdecken. Die Vertraulichkeit ist eine Bedingung, die das offene Gespräch ermöglichen soll. Sie wird als eines der Mediationsprinzipien beschrieben. Die Vertraulichkeit wird als eine Bedingung für ein offenes Gespräch gewürdigt. Man geht davon aus, dass ein solches nur im vertraulichen Rahmen möglich ist. Eine öffentlich übertragene Mediation wäre demnach also in den Fällen durchaus eine Mediation, wo die Vertraulichkeit keine kausale Voraussetzung für ein offenes Gespräch darstellt. Das heisst, wenn die Medianden trotz der Fernsehübertragung in der Lage sind, alle Interessen, Bedürfnisse und gegebenenfalls Lösungsansätze offen anzusprechen.
Prinzipien haben keinen Selbstzweck. Sie sind gedacht, um die Eigenschaften der Mediation zu verwirklichen Error: Tag not found in any previous footnote
Die Gleichstellung von Eigenschaften und Prinzipien ruft Zirkelschlüsse hervor3 . Die Vertraulichkeit ist ein Beispiel. Die Neutralität und Unabhängigkeit ein anderes. Wird die Mediation von einem Mediator durchgeführt, der nicht neutral ist, dann kommt § 1 vom Wortlaut her nicht zum Tragen, weil das Tatbestandsmerkmal der Neutralität nicht gegeben ist. § 3 Abs. 1 Mediationsgesetz, der eine Informationspflicht über die mangelnde Neutralität darstellt, käme erst gar nicht zum Tragen. Ähnlich mag man über das Merkmal der fehlenden Entscheidungsbefugnis denken. Der Gesetzgeber unterwirft die Notarmediation der hoheitlichen Tätigkeit des Notars. Ihm obliegen spätestens bei der Beurkundung des gefundenen Ergebnisses Entscheidungsbefugnisse. Definitionsgemäß dürfte er die Mediation also gar nicht ausführen.
Auf eine Fautformel gebracht erschließt sich die Mediation über die folgende Abgrenzung:
Leitsatz 3272 - Was nicht dem Wesen der Mediation entspricht, ist keine Mediation!
Die um die Prinzipien bereinigte Definition erlaubt es, den Prozess auch in einem psychologischen Verständnis zu begreifen und von irreführenden Formalien zu befreien. In diesem Verständnis bietet sich folgende Definition der Mediation an:
Fundstellen mit der Kategorie Wesen sind:
Die Behauptung, dass Mediation ist nicht gleich Mediation sei, ist der Hinweis auf ihre Vielfalt. Um zu erkennen, was (noch) eine Mediation ist und wie sie sich von anderen Mediationen unterscheidet, ist eine Klassifizierung angebracht. Die nebenstehende Skizze soll das Phänomen veranschaulichen und die Zuordnung der Mediation zur Verfahrenslandschaft dokumentieren. Die Klassifizierung erlaubt eine systematische Erfassung der Mediationen, die sich in der Verfahrenssystematik wiederfinden lässt. Die Mediationssytematik legt die Unterscheidung zwischen Mediationskonzepten, Mediationsradien, Mediationsmodellen, Mediationsformen, Mediationsfeldern und Mediationsstilen nahe.
Aus dem zugrundeliegenden Konzept der Mediation lassen sich die grundlegenden Ausprägungen ableiten. Das Konzept ergibt sich aus der wissenschaftlichen Herleitung. Sie beschreibt (im Idealfall) die notwendigen Elemente der Mediation und deren funktionales Zusammespiel. Sie nimmt Einfluss auf die Methodik, die Konsistenz des Vorgehens, seine Steuerungsfähigkeit und den Anwendungsradius. Abhängig von der konzeptuellen Grundlage fühlt sich die Mediation nicht nur anders an, sie erlaubt auch eine unterschiedliche Herangehensweise. Ein umfassendes Konzept ergibt sich aus der kognitiven Mediationstheorie, die in der Mediation ein kognitionsbasiertes Verfahren sieht. Den Gegensatz - oder genauer gesagt: die Untermenge - bildet die Herleitung aus dem Harvard-Konzept. Die Fragen zur wissenschaftlichen Herleitung werden in der Abteilung Akademie behandelt, wo die zugrunde liegenden, wissenschaftlichen Theorien im Einzelnen vorgestellt und diskutiert werden. In dem Kapitel Mediationskonzepte werden die unterschiedlichen Konzepte vorgestellt und auf ihre Verwendbarkeit bezogen.
Fundstellen mit der Kategorie Theorie sind:
Fachwörterbuch Sprachliche Herausforderungen
ADR ADR - Alternative Streitbeilegung
Rechtskunde-Allgemein Rechtskunde Teil 1: Rechtssystematik
Rechtskunde-BGB Rechtskunde Teil 2: Vertragsrecht
Terminologie Die terminologische Präzision
Mediationscheck Mediationscheck: Identifikation der Mediation
Umfragen-Auswertung Über die Motive, die Technik und die Vorgehensweise bei Wiki to Yes Umfragen
Projekt.Fallanalyse Fallanalyse und Typologisierung von Fällen der Mediation
Begriff: Konfliktbeilegungsverfahren
Begriff: Mediator
Begriff: Streitmittler
Wie wirkt sich die Interdisziplinarität auf die Mediation aus?
Mediation - Rechtsvergleich
Überraschung: Mediation im Abi
Wieder ein fehlendes T
Die Fachsprache der Mediation Ein Artikel der ((Fachbeiträge|Wiki to Yes Fachbeiträge)) -==- Die Mediation verwendet Fachausdrücke verschiedener Disziplinen, die in dem Kontext der Mediation oft eine andere Bedeutung bekomm
Mediation ein Weg der Erkenntnis Ein Artikel der ((Fachbeiträge|Wiki to Yes Fachbeiträge)) -==- Der Begriff Mediation wird oft synonym mit der Vorstellung einer freundlichen, außergerichtlichen Streitbeilegung verwendet. Ander
Soziale Arbeit/Sozialpädagogik Ein Artikel der ((Fachbeiträge|Wiki to Yes Fachbeiträge)) -==- Der Gegenstand der Sozialen Arbeit ist nur sehr schwer präzise zu erklären oder prägnant zu definieren. Gerade wegen der Nähe z
Mediationswissenschaft Ein Artikel der ((Forschungsbeiträge|Wiki to Yes Forschungsbeiträge)) -==- Ein Projekt, das sich mit einer Wissenschaft befasst, die sowohl die Theorie und die Praxis umfassen muss. Brauchen wir
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Das Mediationsverfahren geht im Mediationsradius auf. Der Mediationsradius verdeutlicht die Anwendungsbreite der Mediation. Für die Mediation stellen sich grundlegend unterschiedliche Anwendungsbedingungen her. Abweichende Konnotationen des Begriffs Mediation und ein zu differenzierendes Verfahrensverständnis bewegen sich in einem Umfang, der mit dem Mediationsradius umschrieben werden kann. Gemeint ist der Radius, in dem die Mediation (als Verfahren, Methode oder Kompetenz) zur Anwendung kommt. Zu unterscheiden sind: die formelle Mediation, die materielle Mediation und sonstige Implementierungen, die unter dem Begriff der materiellen Mediation zu erfassen sind 4 . Um den Begriff im Englischen synonym zu verstehen, ist auch von der subtsantiellen Mediation die Rede. Der Radius erweitert sich, wenn das Verfahren nach der Containertheorie als der mögliche Rahmen gesehen wird, in dem die Mediation methodisch angewendet wird.
Mediation als Container (Verfahren)
andere Container (Verfahren)
formelle Mediation iSd Gesetzes
Formelle Mediation (auch reine Mediation genannt) ist das isoliert durchgeführte Verfahren im juristischen Verständnis, worauf das Mediationsgesetz anwendbar ist.
formelle Mediation i.ü.
Die formelle Mediation im Übrigen ist auch ein Fall der reinen Mediation. Sie beschreibt das isoliert durchgeführte Verfahren im juristischen Verständnis, auf das das Mediationsgesetz allerdings NICHT anzuwenden ist (zB Schulmediation, nicht professionelle Mediation). In diese Kategorie fällt das Güterichterverfahren, wenn es methodenrein geführt wird.
Materielle Mediation (auch materielle Mediation genannt, ist die methodisch verwirklichte, aber nicht isoliert durchgeführte Mediation (Beispiel: Güterichterverfahren, verfahrensintegrierte Mediation). Sie ist von der bloßen Anwendung von Techniken der Mediation zu unterscheiden. Die materielle Mediation basiert auf dem Konzept der kognitiven Mediation. Sie erweitert den Mediationsradius, indem die Mediation methodisch in unterschiedlichen Containern realisiert wird.
In der Praxis wird häufig der Begriff Mediationsverfahren verwendet. Es ist ein Pleonasmus, der darauf hindeutet, dass die Mediation mehrere Erscheinungsformen kennt als nur die eines formalisierten Verfahrens. Sowohl die Tätigkeit des Mediators wie die Bedeutung des Verfahrens lassen sich besser erfassen, wenn vom Mediieren gesprochen wird. Die unterschiedlichen Konnotationen des Verfahrensbegriffs werden in dem Beitrag über die Mediation als Prozess herausgestellt.
Fundstellen mit der Kategorie Mediieren sind:
Im gesamten Mediationsradius gibt es verschiedene Arten, wie sich die Mediation verwirklichen lässt. Die unterschiedlichen Mediationsweisen werden als Modelle unterschieden. Der Begriff Mediationsmodelle wurde im Interesse einer terminologischen Klarheit eingeführt.
Oft werden die Fachmediationen als Arten der Mediation bezeichnet. Der Begriff "Mediationsart" ist also in einer gewissen Weise verbraucht, ohne dass die unterschiedlichen Herangehensweisen in der Mediation dadurch erkennbar werden. Zur besseren Abgrenzung und terminologischen Eindeutigkeit wird hier der Begriff Mediationsmodelle synonym verwendet. Mediationsmodelle erlauben es, die Mediation losgelöst von den Fachmediationen (Anwendungsfeldern) zu kategorisieren. Gleichzeitig wird deutlich, dass in allen Fächern konstante Herangehensweisen möglich sind, die sich in Modellen (Arten und Weisen der Mediation) wiederfinden lassen.
Die Festschreibung der unterschiedlichen Herangehensweisen in der Mediation ist ein professionelles Anliegen, über das der Mediator die Bearbeitungstiefe mit den Parteien abstimmt. Es gibt verschiedene Bemühungen, hierfür verlässliche Kriterien festzulegen und Kategorien herauszubilden. Überzeugend und international anerkannt sind die Kategorien, die sich an dem Kontinuum der Streitbeilegung orientieren, wo sich Arbeitsschwerpunkte nach der Sach-, der Emotion-, der Position- und der Interessenebenen ergeben, die in einer zeitlichen Mehrdimensionalität verlaufen.
In der hier verwendeten Systematik werden folgende Mediationsmodelle unterschieden: sondierende Mediation, evaluative Mediation, facilitative Mediation, transformative Mediation und integrierte Mediation
Mediationsmodelle Bearbeitungstiefe
Fundstellen mit der Kategorie Modell sind:
Mediationsmodelle Über die Art und Weise der Mediation
evaluative Mediation Mediationsmodell: Rechtsabwägende Mediation
Prüfungsschema Mediationsmodell
Was sind die Dimensionen der Mediation?
Was sind Mediationsarten?
Ist die Mediation auch außerhalb eines Konfliktes möglich?
Die Erscheinungsformen bestätigen die Vielfalt der Mediation. Die sogenannten Mediationsformen beschreiben in erster Linie die äußeren Erscheinungsformen der Mediation. Die Begrifflichkeit sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei fast allen nachfolgend genannten Mediationsformen um eine so genannte reine Mediation handelt.
Mediationsformen Verzeichnis aller Mediationsformate
Die Mediationsfelder ergeben Fachmediationen. Mit den Fachmediationen soll eine Spezialisierung angedeutet werden. Wenn man nicht aufpasst, verbirgt sich dahinter keine Wissenserweiterung, sondern eine Reduktion. Trotzdem bürgern sich diese Begriffe ein und müssen deshalb auf Wiki-to-Yes auch so präsentiert werden. Um eine systematisch konsistentere Abgrenzung zu ermöglichen, erfolgt parallel dazu eine Unterteilung in Felder.
Cross Border Mediation (interkulturell & international)
Verzeichnis aller Fachmediationen und Mediationsfelder
Die Mediationsfelder beschreiben die Anwendungsbereiche für Mediation. Sie sind mit den Fachmediationenoder den vermeintlichen Mediationsarten identisch. Mit dem Begriff der Felder wird angedeutet, dass die Mediationen in den unterschiedlichen Anwendungsbereichen durchaus identisch sind.
Fundstellen mit der Kategorie Fachmediation sind:
Jede Mediation unterliegt auch den persönlichen Fähigkeiten und Merkmalen des Mediators. Um sie von den objektiven Kriterien zu trennen, bildet der Mediationsstil das letzte Unterscheidungsmerkmal aus. Es beschreibt den Einfluss des persönlichen Stils.
Für Laien und manchmal auch für den Profi ist die Abgrenzung des Stils von der Methodik oder gar dem Mediationsverständnis nicht immer eindeutig. Es gibt eine Wechselwirkung über die sich jeder Mediator bewusst sein sollte. Sieht er sich als jemand, der die Parteien durch das Verfahren führt (so wie es das Gesetz definiert)5 wird er sich anders verhalten als jemand, der mit den Parteien zusammen das Verfahren durchführt (so wie es die EU-Direktive definiert)6 . Einige mögliche Stiele werden in dem Beitrag Mediationsstile zusammengestellt.
Fundstellen mit der Kategrorie Mediationsstil sind:
Zu viel Führung
Mediationsstile Der persönliche Stil des Mediators
Eine Übersicht über die korrekte Verortung der Mediationen innerhalb der Verfahrenssystematik finden Sie in dem Archivbeitrag über die systematische Zusammenstellung aller Verfahren. Eine Zusammenstellung aller bekannten Mediationen ergibt das Mediationenverzeichnis.
Systematische Verfahrenszusammenstellung Mediationenverzeichnis
Die Mediation ist ein komplexes Gebilde. Sie lässt sich nicht monokausal erklären. Deshalb ist es wichtig zu wissen, aus welchen Komponenten sich die Mediation zusammensetzt. Oft werden die Elemente der Mediation wie in der Ausbildungsverordnung gelistet und nach Gruppen unterteilt. Mitunter werden die Elemente wie in einem Periodensytem angeordnet.7
Allerdings stellt sich ein professionelles Verständnis der Mediation erst her, wenn nicht nur ihre Elemente, sondern auch ihre Kybernetik verstanden wird8 . Die Kybernetik beschreibt das Zusammenspiel der Elemente, ihre Zuordnung zu Systemen und wie alles miteiander interagiert und aufeinander Einfluss nimmt. Für die Mediation lassen sich die Elemente und das Zusammenspiel der Kräfte aus dem Kognitionsprozess herleiten. Die folgenden Bausteine fügen den Prozess zusammen:
Die Mediation ist ein vielseitiges Verfahren, das viele Elemente anderer Dienstleistungen einbezieht. Möglicherweise ist das der Grund, warum die Mediation bei Wikipedia sogar unter den Beratungen aufgelistet wird9 . Die Mediation enthält beratende Elemente, ist aber viel zu weit von der Beratung entfernt, um sie als Beratung zu bezeichnen. Eine ähnliche Nähe gibt es zum Coaching. Elemente des Coachings kommen durchaus in der Mediation vor, wenn es z.B. darum geht, eine Partei zur Verhandlung auf gleicher Augenhöhe vorzubereiten. Die transformative Mediation ist insgesamt nah an der Therapie. Die lösungsorientierte Kurztherapie gleicht im Aufbau der Mediation, ganz abgesehen davon, dass viele Techniken der Mediation aus der Therapie stammen. Wegen der in verschiedenen Verfahren gleich oder ähnlich vorkommenden Methoden, kann es schnell zu Verwechselungen kommen. Eine genaue Abgrenzung der Mediation mit anderen Verfahren trägt zur eindeutigen Bestimmung, was Mediation ist, bei.
Abgrenzungen zu verwandten Verfahren
Es ist wichtig, dass sowohl der Mediator, wie die Parteien, als auch die Politik sich über die Komplexität der Mediation bewusst sind. Mit ihr einher geht die Mediationskompetenz auch die Fälle ihrer gesamten Komplexität bearbeiten zu können.
Leitsatz 3274 - Nur wenn die Komplexität (des Falles) gesehen und verstanden wird, lässt sich der Konflikt vollständig beilegen. Nur wenn die Komplexität (der Mediation) gesehen und verstanden wird, lässt sie sich vollständig einbringen!
WeiterempfehlenNächstes Buch (Prozess)
Bearbeitungsstand: 2019-11-11 19:46 / Version 247.
Alias: Mediationssystematik, Mediationsradius, Mediationen, Mediationssystematik, Klassifizierungen, Klassifizierung
Siehe auch: Systematik, Studienanleitung
Geprüft: Arthur Trossen 03.08.2018 16:21
wiki page : Fächer
1 Greger/Unberath (Mediationsgesetz)
2 Trossen (un-geregelt), Rdnr. 39
3 Trossen (un-geregelt), Rdnr. 40
4 Trossen (un-geregelt), Rdnr. 59
5 Siehe § 1 Abs. 2 Mediationsgesetz
6 Siehe Richtlinie 2008-52-EG-21-5-2008
7 INKOVEMA (Mediationselemente) - 2019-11-11
8 Siehe die Ausführungen dazu in der Studienanleitung
9 Siehe auch: „Beratung“, Wikipedia, 4. Juli 2018, https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Beratung&oldid=178858872.
© Wiki to Yes: Trossen, Arthur "Mediationen" (2017) unter Wiki-to-Yes.org/Mediation-Systematik
Erstellt von Administrator. Letzte Änderung: Montag November 11, 2019 19:46:12 CET by Arthur Trossen.