Source: https://otlageschichten.wordpress.com/2013/07/
Timestamp: 2018-04-23 05:48:42
Document Index: 90889617

Matched Legal Cases: ['§17', '§ 147', '§ 147', '§ 147', '§ 17', '§ 153']

July | 2013 | Geschichten und Gedichte
July 11, 2013 by otlapinnow
Eine Geschichte, die das Leben schrieb. Natürlich gekürzt, aber ansonsten genau so passiert.
In einem Thread eines bekannten und renommierten Rechtsforums.
Ja, ich habe untersagte Rechtsberatung begangen. Aber in dem Fall hatten auch die Juristen nichts dagegen. Denn dieser Thread wurde zur Legende.
Den Thread eröffnete natürlich der Angeklagte: Pitchproof. Weitere Teilnehmer: Abrazo, schon damals mein Nick und diverse Personen, überwiegend Juristen oder Jurastudenten aus dem Forum.
26.11.2005: Pitchproof
In zwei Wochen werde ich mich gegen einen Strafbefehl (drohende Geldstrafe knapp 2.000 EUR), ohne die Verpflichtung eines Experten, verteidigen. Das, was man mir zur Last legt, habe ich nicht begangen. Im Falle der absoluten Unschuld einen Experten hinzuzuziehen, hieße, dass man jeden Menschen mit einem erdachten Sachverhalt bei der Polizei anzeigen kann, der dann einen Experten braucht, um sich schadlos zu halten – und das wegen einer falschen Zeugenaussage ! Im Moment der Verpflichtung des Experten, erleidet man einen “finanziellen Schaden” und das ist bei Unschuld – Unrecht !
Den Spruch “Recht haben heißt nicht Recht bekommen” kenne ich und deshalb interessieren mich folgende Antworten:
Wer von Ihnen hat sich in einer Hauptverhandlung schon einmal erfolgreich selbst verteidigt? Wer ist mit einer sicher geglaubten Strategie/Taktik in die Hauptverhandlung gegangen und hat dennoch (aus welchen Gründen) kein Recht bekommen? Ist es hilfreich, den einzigen “Zeugen” unglaubwürdig darzustellen, oder soll man sich auf die reinen Fakten beschränken? Welchen Stellenwert hat Freundlichkeit, Auftreten und Sympathie bei einer Gerichtsverhandlung? Anhand welcher Punkte findet der Richter ein Urteil (ist/war jemand Richter, der mir genau das beantworten kann)? Was sind Formfehler?
Im Gegenzug werde ich Sie genau am 14. Dezember über den Ablauf meiner Haupt-
verhandlung, an gleicher Stelle, informieren.
Anhand einer glaubwürdigen und glaubhaft vorgetragenen falschen Zeugenaussage kann sehr wohl auch ein Unschuldiger verurteilt werden.
Wenn keine anderen entlastenden Argumente (Alibi, andere Zeugen) vorliegen, wird man sich wohl auf den gegnerischen Zeugen konzentrieren müssen.
Da ist dann die Frage, ob ein erfahrener Fachmann nicht besser geeignet ist, einen Zeugen so zu befragen, daß er sich in Widersprüche verwickelt oder von seiner “100%igen Sicherheit” abrückt.
Freundlichkeit, Auftreten und Sympathie helfen einem Schuldigen nicht, aber sie sind generell nirgends fehl am Platz. Einen Zeugen mit rüdem Auftreten einzuschüchtern – wie in manchen US-Serien oder bei Frau Salesch – dürfte in der Regel nur in einer Rüge des Gerichts enden und nicht wirklich etwas bewirken.
Formfehler sind in jedem Fall selten genug, daß es sich in der Regel nicht lohnt, danach zu suchen.
This is just another layman’s opinion – no holds barred, no fees, no warranties.
Ich machte vor einem halben Jahr meine Aussage als Beschuldigter. Die “Chemie” mit dem aufnehmenden Beamten stimmte und ich war mir bis vor ein paar Tagen sicher, den Verdacht ausgeräumt zu haben.
Nach ein paar Wochen erkundigte ich mich bei genau diesem Beamten, ob nun alles erledigt sei. Er sagte kurz angebunden, die Sache wurde der Staatsanwaltschaft übergeben. Ich sagte nur – in Ordnung, können Sie mir dann den neuen Bearbeiter und die entsprechende Telefonnummer geben, damit ich mein Aktenzeichen bei der Staatsanwaltschaft erfragen kann – ich möchte um sicher zu gehen noch eine schriftliche Erklärung einbringen. Den nun folgenden Wortlaut habe ich bis heute wortwörtlich im Ohr: „Sie brauchen gar nichts mehr zu machen, man wird sich an Sie wenden.”
Ich hörte vier Monate nichts und nun kam ein Strafbefehl, in dem sich die Vorwürfe gegen mich noch verschärft haben ! Ist das ein Formfehler, bzw. kann ich hier einhaken ( dass man mir meine Mitarbeit verwehrt hat ) ?
Wie kommen Sie denn darauf, daß Sie mitarbeiten dürfen ?
In so einem Strafverfahren arbeitet die Staatsanwaltschaft und die Polizei. Da kann keiner kommen und plötzlich “mitarbeiten” wollen.
Sie haben das Recht, sich zu der Sache zu äußern. Dies wurde Ihnen gewährt. Ansonsten will Ihre “Mitarbeit” niemand.!
„Ich war mir bis vor ein paar Tagen sicher, den Verdacht ausgeräumt zu haben“ – Das glauben die meisten.
Wenn eine simple Vernehmung schon in die Hose geht, wird die Verhandlung lustig.
26.11.05: Pitchproof
Wenn mir ein Kriminalkommissar sagt, ich brauche nichts mehr zu tun – man wird sich bei mir melden, so zählt für mich – der ich an das Gute im Menschen glaube – das gesprochene Wort.
Da stellt sich die Frage was der Kriminalkommissar damit gemeint hat…
Suchen Sie sich einen Anwalt, wenn Sie einigermaßen sicher aus der Angelegenheit rauskommen wollen
Wenn du hier irgend eine auch nur in Grenzen brauchbare Information bekommen willst, solltest du vielleicht mal was über die Anschuldigung verlauten lassen, sprich, wodrum dreht et sisch?
27.11.2005: Pitchproof
Der Sachverhalt, so kurz wie möglich:
Ich habe zwei Indoor/Outdoor – Kätzinnen. Die kleine getigerte wurde im April geschlechtsreif. Um diese Zeit warb ein massiger großer Kater um die Katze. Er ging über den Balkon in den Wintergarten bis ins Wohnzimmer, setzte auch Duftmarken. Ich bekam ihn nie zu fassen – er sprang jedesmal mit einem einzigen Satz über die Balkonbrüstung. Bis zu jenem tag. Ich hörte nur die Drohtöne meiner Katzen. In einem Anflug von sportlichem Ehrgeiz zog ich mir leise die Laufschuhe an. Wie jedes mal wischte mir das schwere Tier so eben am Oberarm vorbei.
Der tatsächliche Tathergang:
1. Nach 10 min stellte ich den Kater direkt unten in einem Kellerabgang
2. Ich fixierte den Kater am Nackenfell am Boden
3. Die “Zeugin” rief mir aus dem 2. Stock zu, was ich denn mit der Katze mache, sie hätte mir doch nichts getan.
4. ich fragte die “Zeugin” ( Dame von rund 70 Jahren ) ob es ihr Kater sei.
5. Ich sagte noch 2-3 Sätze in gepresstem Ton zu dem Kater und gab ihn mit einem schrägen Wischer über den Hinterkopf frei.
Tatversion laut Strafbefehl: Wie tatsächlicher Tathergang + folgende Punkte:
a) Nachdem Sie die Katze an einem Kellerabgang gestellt hatten, ergriffen Sie diese am Genick und stauchten bzw. schlugen die Katze ohne rechtfertigenden Grund mehrmals auf den Betonboden.
b) Sodann nahmen Sie die Katze und warfen sie mit voller Wucht den Kellerabgang hinunter. Und nun die absolute Krönung / letztens und
c) Sie gingen der Katze hinterher und traten mehrere Male mit Ihren beschuhten Füßen auf den Körper der vor Schmerz jaulenden Katze ein.
Ich werde nun nach Tierschutzgesetz belangt ( §17 Nr. 2 a ).
Es stellte sich hinterher heraus, dass eine andere alte Dame ( ebenfalls um die 70 ) im gleichen Aufgang, die Besitzerin des Katers ist. Als ich am nächsten Tag duschte, rief mir meine Frau zu ich solle schnell mal herkommen. Ich warf mir ein Handtuch um, ging auf den Balkon und traute meinen Augen nicht. Eine alte Frau ( die Besitzerin des Katers ) stand vor dem Balkon und wog einen faustgroßen Stein in ihrer faltigen Hand. Die Katzenleiter lag aus den Scharnieren gerissen auf dem Rasen. Ich sagte – bleiben sie genau da stehen, ich bin sofort bei ihnen. Es folgte ein böser Disput. Sie keifte nur herum, ich hätte ihren kater halb tot geschlagen. Was bis heute passierte: Die Besitzerin zeigte mich insgesamt drei mal an. die ersten beiden Male wegen Tierquälerei und Körperverletzung an ihr selbst. Ich schrieb ihr nach den ersten zwei Anzeigen einen scharfen brief, um ihr Einhalt zu gebieten ( würde ich heute nicht mehr machen ) und es folgte die Anzeige wegen Nötigung. Die Anzeigen wegen Körperverletzung und Nötigung sind eingestellt worden.
Es geht nun um den letzten Streich – der falsche Vorwurf der Tierquälerei. Seit ich klein war, hat meine Familie Katzen. Neben meinen zwei haben meine Eltern weitere 4 Katzen. Ich bin sozusagen ein Katzenfan. Und am Abend des Vorfalls war der Kater wieder völlig unversehrt auf meinem Balkon.
Ich plane vor Gericht jeden einzelnen Punkt aus dem Strafbefehl auseinanderzunehmen.
Bei der Version Strafbefehl wäre es für den Kater längst um das blanke Leben gegangen. Wenn ich ihn zwischendurch genommen hätte, hätte ich ihn vorab loslassen müssen – spätestens jetzt hätte er endgültig die Flucht ergriffen. Wenn ich aber so derb, von oben herab, auf das Tier eingetreten hätte, hätte er um sein Leben gekämpft und hätte dabei so laut und hoch geschrien, dass es der ganze Rentnerblock gehört haben müsste. Bitte jetzt nicht mehr der rat, einen Experten zu nehmen. Ich setze auf eine souveräne Vorbereitung.
Neben Rachegelüsten kämpfe ich gegen böswillige Übertreibungen und Lügen. Ich kenne das auch von meiner Stiefoma. Wenn sie sich im Hochhaus mit Gleichaltrigen zum Kaffeekränzchen trifft und es um den Beruf der Söhne geht – dann werden aus Lehrern Professoren, aus Angestellten werden Direktoren und aus Laboranten werden auf einmal Doktoren!
Ich denke auch die “Zeugin” wollte vor ihrer Hausbekanntschaft mit einer Sensationsstory angeben – nur dafür werde ich nicht bezahlen.
Mein Gott… Da kann wirklich nur Abrazo helfen.
Also, in so einem Fall würde ich erst mal die Psychologie der Strafverfolgungsbehörden bedenken (und das macht auch das Verhalten des Polizisten am Telefon erklärlich). Wegen so einer Sache setzt man nicht den gesamten Ermittlungsapparat in Gang. Der ist z.B. für Einbrüche, gefährliche Körperverletzung und abgefackelte Autos zuständig. Da haben die keinen Bock, sich um liebestolle Kater auch noch intensiv zu kümmern. Dat macht Arbeit und kostet Zeit, die man nich hat.
Frage eins: ist die Sache Kater beschädigt worden? Wenn ja, sollte das durch ein tierärztliches Attest nachgewiesen sein. Ich weiß nicht, ob dazu noch Zeit ist, aber danach würde ich als erstes fragen. ‘erhebliche Schmerzen oder Leiden aus Rohheit zuzufügen’ sollte doch belegbar sein.
Die Frage wäre auch, was du der Polizei gesagt hast. Im Zweifelsfalle fühlte die sich sowohl durch die Katerfrau als auch durch dich genervt.
Sieh die Sache bürokratisch: die wollen den Kram schnell vom Tisch haben. Also gibts routinemäßig nen Strafbefehl, wenn du Einwände hast, kannste dich ja dagegen wehren, was du auch getan hast. Vielleicht rufste mal bei der zuständigen Staatsanwaltschaft an (aber kurz! Sowat macht ne Rechtspflegerin oder Sekretärin, da brauchste nich nach dem Staatsanwalt zu fragen!), gibst das Aktenzeichen an und fragst, ob die angebliche Tierquälerei eigentlich durch irgend etwas anderes als die Aussage der Katerhalterin belegt ist. Damit die nicht auch noch den Kater als Zeugen vorführen müssen. Kannst ja erwähnen, dass der am Abend wieder quietschfidel auf deinem Balkon saß und ihm deine sachkundigen Erziehungsversuche offenbar nicht geschadet haben.
Du willst vor Gericht jeden einzelnen Punkt aus dem Strafbefehl auseinander nehmen.
Lass dat sein, dat is Gerichtsquälerei. Gibts zwar keinen Paragrafen für, aber zu wehren wissen die sich trotzdem.
Auf jeden Fall: tiefer hängen.
Auf dem Strafbefehl sind unter Beweismittel die Punkte “römisch” 1 – 4 aufgeführt.
römisch 1: meine ( einzige ) Einlassung. In dieser Einlassung räumte ich den tatsächlichen Tathergang ein. römisch 2: Zeugen a) die “Zeugin” b) der Kriminalkommissar c) die Besitzerin
Wie die Besitzerin Zeugin sein kann erkläre ich mir wie folgt – zu Beginn meiner Einlassung konfrontierte mich der KK mit den beiden Anzeigen ( Körperverletzung an der Besitzerin und die Tierquälerei ) Aufgrund der Tragweite dieser Vorwürfe wies ich den KK sofort auf die Unglaubwürdigkeit der Besitzerin hin. Der KK entgegnete für beide Tatbestände liegen ärztliche Atteste vor. Die Körperverletzung ist vom Tisch, so ich kann nur vermuten das es noch ein “gefaktes” Attest von einem Tierarzt gibt, aufgrund dessen die Besitzerin als Zeugin gegen mich auftritt.
Ich habe heute meiner Tierärztin den Strafbefehl gezeigt – sie sagte bei diesen Gewalteinwirkungen hätte der Kater schwerst verletzt sein müssen.
Ich will nicht gegen die Wand rennen.
DOCH EIN ANWALT oder kann ich selbst das “Attest” einsehen?
Gefaked muss das Attest nicht sein. Du weißt ja nicht, was drin steht. Im Attest für die Frau werden ja wohl auch keine Hieb- und Stichwunden bescheinigt worden sein, sonst wäre die KV wohl kaum eingestellt worden. Vielleicht hatte der Kater ja eine nervöse Störung mit Durchfall und Fressunlust? Kommt schon mal vor, wenn in der Nachbarschaft ne rollige Katz wohnt, an die er nich ran kommt.
In 1 hast du zugegeben, den Kater in der Mangel gehabt zu haben. Was unter diesen Umständen weder Verbrechen noch Vergehen ist.
In 2 bezeugt die Zeugin, dass du den Kater in der Mangel gehabt hast. Ist auch ok. Nur hat sie, aufgrund ihrer Erwartungen und Vorstellungen, in den Vorgang wohl Dinge hineininterpretiert, die gar nicht gewesen sind. Kommt öfter mal vor und ist ein bekanntes Phänomen.
KK bezeugt, dass er dich vernommen hat. Auch ok.
Katerhalterin bezeugt, dass das ihr Kater ist und dass du sie gottserbärmlich verprügelt hast. Letzteres war offenbar nicht glaubhaft.
Das tierärztliche Attest solltest du eigentlich in Kopie erhalten können, das kannste ja mal deinem Tierarzt zeigen. Denn wenn es um Sex geht ist auch nicht auszuschließen, dass der Herr mit klaffenden Wunden beim Tierarzt war – weil er sich mit der Konkurrenz geprügelt hat Ein Kater, der dermaßen zusammen gestaucht wurde, wie behauptet, verkriecht sich längere Zeit in eine Ecke und präsentiert sich nicht am selben Abend auf dem Balkon des Bösewichts.
§ 147 StPO, Abs. 7:
27.11.05: Pitchproof
Ab Morgen rotiere ich. Falls Euch noch etwas einfällt – ich bin für alles offen.
Den Kater wird wohl die Offenlegung seiner intimen Gesundheitsdaten nicht stören.
Pitchproof:
Wenn es Euch interessiert, werde ich bis zur Verhandlung unter diesem Thema
über meine Vorbereitungen, Aktivitäten und ( ich bin mir sicher ) auch Erfolge zu dieser
“Provinzposse” berichten.
Ob mich das interessiert ?! Ich würde sogar Geld dafür zahlen.
Lesen Sie sich mal genau durch, was Abrazo geschrieben hat. Aber wirklich genau.
Beantragen Sie dann Akteneinsicht bei dem Vorsitzenden Richter unter Berufung auf den 147 Abs. 7 StPO.
Berichten Sie bitte über den Fortgang.
28.11.2005: Pitchproof
War gerade beim Amtsgericht. Die Justizobersekretärin war kein einfacher Gegner.
Letztendlich schlug sie die Akte auf, aber so dass ich nichts sehen konnte. Sie sagte mir,
dass es das tierärztliche “Attest” gibt. Laut diesem “Attest” habe ich die Katze nun GEWÜRGT ( !!! ) Den Namen dieses “Tierarztes” habe ich auch rausbekommen. Mittlerweile habe ich auch seine Adresse.
Am Ende gab ich der Sekretärin noch mein vorbereitetes Schriftstück, in dem ich – wie empfohlen – beim Vorsitzenden Richter die ordentliche Akteneinsicht beantrage. Gleichzeitig habe ich in diesem Schriftstück meine Zeugin angemeldet, die mit mir den Kater, am selben Abend der angeblichen Tierquälerei, auf meinem Balkon gesehen hat.
Ich habe jetzt einen perfiden Gedanken: Was wenn ich eine meiner Katzen in die Box packe – zu diesem “Tierarzt” fahre – ihm eine rührige Geschichte erzähle – und ihn um ein “Attest” bitte?!
ne, nich wirklich?
Ich werde das jetzt kurz mal sacken lassen.
Schön langsam sacken lassen. Keine Panik. Überlegen Sie besser, wie Sie “gewürgt” haben sollen, und wie der Zeuge das beobachten konnte? Würgemale? Blutergüsse?
Ist das von seinem “Beobachtungsort” möglich?
Sie hat es nicht gesehen – aber – Ja, sie “hätte es von ihrem Standort” sehen können.
Aber es passt nicht ! Im “Attest” ist AUSSCHLIESSLICH das WÜRGEN “attestiert”.
Nichts, was ich laut Strafbefehl mit dem Kater veranstaltet haben soll, würde zu derartigen Verletzungen führen ! Es passt einfach nicht !
Wenn man einem Kater in den Nacken greift, kann das schon nach Würgen aussehen.
Praktisch ist das unmöglich, weil das Tier sich duckt und zusammen zieht und dann kommt man mit einer Hand nicht um den ganzen Hals. Und die andere Hand braucht man üblicherweise dazu, den Hintern auf den Boden zu drücken – denn ne Katze ist wehrhaft und beweglich, die kann auch mit den Hinterbeinen ne Menge anstellen, wenn man sie lässt.
Warte auf den Wortlaut des Attestes, vorher ist alles andere sinnlos. Allerdings, mit Verletzungen wg. Treppe runter schmeißen war wohl nix.
Werde keine Schnellschüsse machen. Wenn es sein muss, stehe
ich ab jetzt jeden Tag im Amtsgericht – bis ich das “Attest” physisch habe ! Und morgen sind
reguläre Geschäftszeiten !
Eine, am Genick gepackte, Katze wird “automatisch” starr verharren, so dass ein “hinunterdrücken den Hinterteiles” mit der anderen Hand nicht nötig ist. Und ein Würgen wäre theoretisch durchaus möglich, selbst mir gelänge das problemlos. so ein Katzenhals (auch der eines kapitalen Katers) ist leicht auch mit einer Hand zu umschliessen, die nicht die Grösse eine Klodeckels hat. Und jetzt nochmal der “erhobene Moralzeigefinger”(auch an Ihre Nachbarin, die katerbesitzerin) : warum sind die Tiere nicht kastriert, oder zumindest die Balkontür zu ? Ich denke doch, dass es inzwischen genügend nicht gewollte Tiere in Tierheimen gibt………..
„eine, am Genick gepackte, Katze wird “automatisch” starr verharren…“, haste das mal ausprobiert oder kennste das nur aus der Theorie?
Ich kann dir versprechen, wenn eine Katze ein Flohbad haben muss, dann is dat nix mit starr Verharren beim Zwangsgriff.
Nu ja, da eine Katze einen ziemlich dünnen Hals hat, braucht ja wohl nicht einmal ein 5-jähriges Kind beide Hände zum Würgen.
Würgemale und blaue Flecken am Hals der Katze könnten außerdem bereits durch zu festes, seitliches Zudrücken beim Runterhalten entstanden sein. Was dann tatsächlich nicht gerade für eine sachgerechte Behandlung der Katze sprechen würde.
Der Zwanggriff. Ihre Hände bleiben ungeschützt, denn es passiert Ihnen wirklich nichts. Zuerst packen Sie die Katze mit einer Hand ganz fest (!) im Nackenfell.
Nein, nicht zaghaft mit 2 Fingern, nur richtig zufassen. Das kennt jede Katze noch von ihrer Mama; auch der Kater ergreift so die Katze beim Liebesspiel mit den Zähnen. Es ist also kein ungewohnter Zwang.
Die freie Hand ergreift nun beide Hinterbeine. Und spätestens jetzt werden alle Angehörigen hinausgeschickt, denn es sieht nicht mehr schön aus. Sie ziehen die Katze weit auseinander. Ganz weit, der Körper muss völlig gestreckt sein. … Wer das Tierquälerei nennt, sollte wissen, dass es schließlich um die Gesundheit der Katze ging …
Aus: Katzenkrankheiten des populären Autors Dr. med. vet. Rolf Spangenberg.
Man muss einfach wissen, was hier der Sinn ist: nicht Strafe, schon gar nicht Verletzung, sondern einfach dem Tier klar zu machen, dass dieses Revier einem ihm überlegenen Wesen gehört.
Wenn ein Kater einem Kater dies klar macht, sieht die Sache anders aus, nämlich blutig.
Und wenn ein Unerfahrener ‘nen Kater unterschätzt und zu sanft und unentschlossen ist, dann wird die Sache ebenfalls blutig – für den Menschen.
Die Viecher sind wehrhaft und schnell, vor allem so ein oller Kämpe von freilaufendem Kater, und wenn ein fünfjähriges Kind versuchen sollte, eine Katze zu würgen, hat es beste Chancen, bleibende Narben davon zu tragen.
Eventuelle leichte Würgemale an den Halsseiten hingegen sind nicht weiter tragisch, wenn es überhaupt dazu kommt. So was steckt ne Katze weg wie nix.
“Eventuelle leichte Würgemale an den Halsseiten hingegen sind nicht weiter tragisch, wenn es überhaupt dazu kommt. So was steckt ne Katze weg wie nix.”
Sowas steckt auch jeder Mensch weg. Körperverletzung wäre das bei einem Menschen trotzdem.
Wenn jemand eine meiner Katzen so behandeln würde, dass diese Würgemale hätte, müsste sich der Mensch jedenfalls extrem warm anziehen.
Vorschlag: in dem Falle bezahl ich dir die 20 Euro, die die Besichtigung beim Tierarzt kostet, und du kommst bei mir vorbei und reinigst sorgfältig unter Beseitigung aller zur Wiederholung animierender Spuren meine Wohnung vom vermittels Markieren hinterlassenen Waldgeruch des Katers.
29.11.2005: Pitchproof
Morgen gehe ich nicht eher aus dem Amtsgericht, bis ich das Attest habe!
Ausserdem bin ich dabei einen “Schlachtplan” zu entwickeln. Boshafte Lügen finde ich widerlich und ich begegne dem mit unkonventionellen Mitteln in der Hauptverhandlung. Ich werde ganz zu Beginn die erste Strophe der Nationalhymne singen ( kein Witz. ). Danach trage ich ein Gedicht vor, in dem ich das Handeln der beiden alten Vetteln pointiere. Danach folgt eine sachliche, präzise Argumentation womit ich dem Richter das Auseinanderfallen von “Zeugenaussage” und “Attest” dokumentiere. Ich habe auch so eine herrliche Plüschperserkatze !! Ob ich an ihr die Vorwürfe des Strafbefehls nachstelle – überlege ich mir noch. Bis jetzt ist das nur ein Plan – der noch verfeinert werden muß.
Bis dahin haben wir dir solche Ideen längst abgewöhnt.
Wennste Pech hast, sagen wir dir ‘schreib mal Brief’, dann wird das eingestellt und dann guckst du mit der Nationalhymne in die Röhre.
Nu hör mal zu, was die alte Mutter Philosophie dazu sagt:
Wenn wir etwas beobachten, denken wir uns die Gründe, also warum das geschieht, und die Folgen dazu, also wozu das führen wird. Wir tun das vor dem Hintergrund unserer Erfahrungen, unserer Erinnerungen und unseres Wissens. Das heißt, wir passen unsere aktuelle Beobachtung logisch in unser Weltbild ein. Da Menschen unterschiedliche Herkunft, unterschiedliches Wissen und eine unterschiedliche Lebensgeschichte haben, sind auch ihre Weltbilder unterschiedlich.
Die Philosophie sagt dazu: wir konstruieren ein Modell.
Dieses Modell halten wir für wahr. Solange, wie nicht Widersprüche auftauchen, aus denen wir schließen, da haben wir einen Fehler gemacht, das Modell stimmt nicht, wir müssen ein neues konstruieren.
Jetzt denk mal an die Zeugin deiner Untat. Die hat nicht das Wissen, wie man mit Katzen umgeht, wie du. Die weiß auch nicht, dass der Kater dir in die Wohnung gepiet hat und deinen Katzen ggf. das Revier streitig machen will. Und hat vielleicht ein Bild von Katzen, wonach das arme, hilflose, sanfte kleine Wesen sind. Die beobachtet, dass du den Kater zwischen hast und schließt daraus, für dein Handeln gibt es nur einen Grund, nämlich dass du Katzen oder zumindest diesen Kater hasst, und die Folge deiner vom Hass motivierten Handlung wird sein, dass der Kater ins Tierkrankenhaus muss. Die erzählt das der Halterin, und schon hast du deine Anzeige. Diese Anzeige ist nicht gelogen. Warum nicht? Weil die beiden alten Frauen felsenfest daran glauben, dass das alles wahr ist. Für die wohnt ein bösartiger Tierquäler in der Nachbarschaft, dem der Kater mit nackter Not aufgrund des Eingreifens der Zeugin entkommen ist, die damit sein Leben gerettet hat. Und dieser Bösartigkeit muss man jetzt das Handwerk legen. Dä.
Die Halterin bringt den Kater zum Tierarzt. Wüsste sie nichts von der ‘Tierquälerei’, hätte sie das nicht gemacht, denn der Kater hatte ja offenbar nix. Erzählt dem Tierarzt vielleicht empört und noch zitternd und das arme Katzenvieh streichelnd die Geschichte. Wo Rauch is, is auch Feuer, wird der Tierarzt gedacht haben, irgend was wird schon dran sein. Untersucht den Kater, findet aber nichts. Na gut, sagt er, da ja was dran sein könnte und ich die Frau beruhigen muss (is schließlich meine Kundin), schreiben wir mal, dass der Kater gewürgt worden ist. Hier und da paar Blessuren, können von was anderem kommen, aber auch davon (auf Verdacht – vorbehaltlich des Attestes).
Der Polizist vernimmt dich dazu. Schreibt ein Protokoll, das du unterzeichnest. Das müsste man auch mal lesen, und zwar deswegen, weil auch Sprache nicht eindeutig ist. Was du mit den von dir abgezeichneten Sätzen gemeint hast, muss nicht notwendigerweise dasselbe sein, was der Polizist darunter verstanden hat. Und es muss auch nicht notwendigerweise dasselbe sein, was der Richter darunter versteht, wenn er es liest. Wenn wir sagen, die Sonne scheint, meinen wir damit, wunderbar, Jacke ausziehen, ‘raus in’s Grüne. Sagt ein Wüstenbewohner, die Sonne scheint, meint er, um Himmels willen, verhüllen und ab in den Schatten oder in den Keller. Der Kontext bestimmt also, wie ein und derselbe Satz gemeint ist – und damit wären wir wieder bei den unterschiedlichen Weltbildern.
Der Richter hat weiter nichts als nur die Informationen aus den Akten. Und konstruiert nun seinerseits ein Modell aus diesen Daten. Aufgrund dieser Daten hat er wohl als wahrscheinlichste Möglichkeit angenommen, dass du – aufgrund einer emotionalen Überreaktion – an dem Kater Rache nehmen wolltest. Folgt: Strafbefehl.
Was geschieht, wenn du jetzt emotional reagierst? Der Richter fühlt sich bestätigt: du neigst zu emotionalen Überreaktionen, ergo, du bist über dem Kater quasi durchgedreht. Muss für die Zukunft gebremst werden.
Wenn du den Richter zu der Erkenntnis bringen willst, dass sein Modell des Tatherganges falsch ist, dann schaffst du das nicht, indem du ihn zu bequatschen versuchst, sondern indem du die ihm fehlenden Daten nachlieferst. Die können wir in drei Bereiche aufteilen: 1. Grund (Anlass, Motiv, Ursache) deiner Tat, 2. was hast du getan, 3. welche Absicht hast du verfolgt, was war das Ziel deiner Tat. Vor dem Hintergrund deines Weltbildes, also deines Wissens, deiner Erfahrung.
Abrazo – Du bist schon eine Koriphäe !!
Ich weiß auch, dass es ein Kardinalsfehler wäre, jetzt überzureagieren !
Es liegt in meiner Natur, bei Sachen die mich negativ betreffen, sehr emotional zu werden. Ich habe das jetzt mit der allerhöchsten Dringlichkeitsstufe gespeichert.
Das ist ja wie Therapie hier !!
Zu den drei Punkten am Schluß – mir wird nichts anderes übrig bleiben. Ich werde aber auch, den jetzt zwischen uns mehrfach besprochenen Grund ( Überreaktion wegen geliebtem Haustier, Überinterpretation etc. ) , vor Gericht kurz ansprechen.
nee, lass das wort “überreaktion” um gottes willen da raus! denn schließlich war ja nix!der richter hört “überreaktion” und denkt, du hast das tierchen halb umgebracht!
wenn du wirklich so emotional reagierst ist´s wirklich gescheiter, einen anwalt mitzunehmen und dem das reden zu überlassen. oder wie kommst du drauf, wenn deine nachbarin dir keifend gegenübersitzt und dem gericht voller empörung schildert, wie du ihren armen schnucki behandelt hast und dass du ja sowieso ein ziemlich roher kerl bist usw??!!
Dieses Argument hat was für sich.
Dieser Thread, der Fall und das Selbstverteidigungsvorhaben sind wirklich unterhaltsam. Allerdings habe ich kein gutes Gefühl bei der Sache. Laien durchblicken den Gerichtsbetrieb selten. Ich verstehe ja, daß Sie wegen der ungerechtfertigten Vorwürfe keinen Anwalt einschalten wollen. Nur könnten Sie Schiffbruch mit Ihrer Strategie erleiden. Ein Anwalt würde Ihre Aussage zumindest vor der Verhandlung optimieren. Ich habe es schon oft erlebt, daß ein Richter klare Hinweise auf seine Einschätzung des Falls macht und Zuhörer überhaupt nicht verstanden, was los ist. Dem Thread und Ihren Fragen entnehme ich, daß Sie erheblichen Aufklärungsbedarf haben. Die Antworten von abrazo sind vollkommen richtig, helfen Ihnen aber sicher nicht, situationsgerecht in der Verhandlung zu reagieren.
Vergessen Sie nicht, wenn Sie freigesprochen werden, trägt der Staat sowieso die Kosten. Also doch besser zum Anwalt. (Und ja, ich bin einer.)
Es sind mindesten so viele Verhandlungen durch Anwälte vermurkst worden wie auch durch emotional aufgeladene Angeklagte die sich selbst verteidigten.
Ob nun ein Anwalt zu bestellen ist hängt ja nunmal auch damit zusammen, das es in manchen Fällen einfach nicht lohnt. Recht hin oder her, das rechnet sich zuweilen nicht.
Recht haben ist nun mal nicht billig.
so isses! und mal abgesehen davon versuchen wir ja den mutigen selbstverteidiger vor sich selbst zu schützen und ihn davon zu überzeugen, nen verteidiger mitzunehmen. wir schaffen das schon noch! (und wenn nicht wird der bericht von der hv wenigstens lustig:)
Zur Not müssen wir halt auf den Richter sein gesunden Menschenverstand bauen.
ja, so was soll bei Richtern schon ab und an mal vorhanden sein.
Tages”ergebnisse” :
Heute vormittag zweiter Termin bei der Oberjustizsekretärin: Sie wußte gleich weshalb ich
kam und zog auch gleich einen nicht verschlossenen Briefumschlag aus einem Regal, mit der Bitte, mir das an Ort und Stelle durchzulesen. Obenan stand, dass mir die Akteneinsicht verwehrt wird ( § 147 Abs. 1 StPO ). Im zweiten Teil wurde das dann wieder aufgeweicht. Da ich jedoch den § 147 Abs. 7 StPO angegeben hätte, könnten mir als Beschuldigtem ohne Verteidiger, dennoch Auskünfte aus den Akten erteilt werden. O-Ton ganz am Schluß: “Sie werden deshalb um Mitteilung gebeten, welche konkreten Auskünfte und Abschriften Ihnen aus der Akte erteilt werden sollen.”
Nachmittags überbrachte ich dann ein Schriftstück, in dem ich um Kopien des “tierärztlichen Attestes” und um alle mich belastenden “Zeugen”aussagen ersuche.
Die Sekretärin ist bei unserem dritten Treffen auch langsam ein bisschen aufgetaut, so sprach ich sie noch einmal auf das tierärztliche “Attest” an. Dabei merkten wir beide, dass es da gestern ein Missverständnis gab. Sie dachte ich hätte Sie gestern nach dem “Attest” der angeblichen Körperverletzung ( unter meinem Balkon ) gefragt ! Also ist nun gar nicht mehr klar, was in dem tierärztlichen “Attest” steht !!
Kurz vor Ende der geschäftszeiten rief ich sie noch einmal an. Der Vorsitzende Richter hat meine Wünsche bewilligt. Morgen liegen auf der Poststelle das tierärztliche “Attest” und alle mich belastenden Zeugenaussagen bereit.
Eure Hinweise zu Überreaktion und (zuviel) Emotionalität sind für mich besonders wertvoll.
Das ist nämlich das Einzige, worin ich die Gefahr des Verlierens sehe. Aber jetzt kenne ich diese Gefahr – und deshalb ist diese Gefahr nicht mehr gefährlich. Ich merke wie ich von Tag zu Tag immer ruhiger werde. Die beiden Vetteln sollen, mich nur anblöken. Dann wende ich mich einfach dem Richter zu und verfahre unbeirrt weiter. Innerlich wird es mich sogar freuen, wenn sie ihr Gift versprühen, denn ich weiß, während sie geifern – sammle ich fleißig weiter Pluspunkte.
Meine Vorbereitung wird gnadenlos gut sein!
Welch glückliche Fügung! Wenns den jetzt noch mit der aufgetauten Justizober……beamtin klappt. Na denn mal los. Sie kleiner Schäker. Stille Wasser sind tief.Viel Glück bei der Verhandlung. Jetzt kann ja nichts mehr schief gehen.
Leider habe ich da einen männlichen Gegenüber
Nu bleiben se man locker. Ein Richter hat auch so seine Vorteile.
So z.B. Frauen und Katzen? Ach kuck mal, son seidiges Fell..
Tja wie? Vorher war es noch eine Justizobersekräterin und jetzt? Na ja, wahre Liebe gibt es eh nur unter Männern (sagt der Volksmund). Trotzdem viel Glück bei der selbstverteidigenden Verhandlung. MÖGE DIE MACHT MIT DIR SEIN.
Das war die gute, bei der er die Akteneinsicht beantragte…
Und auf keinen Fall die Nationalhymne singen!
hat schon fast was adventskalendermäßiges, dieses warten auf den prozess
30.11.05, Pitchproof
Die Akte ist da !
habe mir heute einen DIN A4 Umschlag von der Poststelle abgeholt ( Inhalt 5 Blätter ).
Blatt 1) Das tierärztliche Attest. Aufgeführt sind 6 abgerechnete Positionen:
a) Nennung des Namens des Katers und des Tierarztes ( Name des Katers: Mohrle )
b) Allg. Untersuchung&Beratung Katze GOT 20g – darunter Text im O – Ton: “zwei Tage nach Trauma keine Auffälligkeiten in Bewegungsapparat, Augen obb, Schmerzäußerungen deutlich vorhanden, Röntgen: keine Frakturen erkennbar” O-Ton Ende. c) bis f) Die 4 Röntgenaufnahmen von Abdomen bis Schädel – alle “obb” ( nehme an “ohne Befund” o.ä. )
Blatt 2) Aktenvermerk. Der KK rief den Tierarzt aufgrund des Attestes noch einmal an, um ihn zum Verletzungsbild der Katze zu befragen. Tierarzt verifizierte noch einmal: a) keine inneren Verletzungen b) keine Verletzungen des Bewegungsapparates c) Röntgenbilder ohne besondere Befunde. Dann letzter Absatz im O-Ton: “Beim Abtasten hat die Katze den Rücken gekrümmt und Schmerzen geäußert. Diese Schmerzen waren ausreichend vorhanden, man kann diese Schmerzen bei Katzen aber schlecht zuordnen. Nach Angaben von Herrn . . . bezogen sich diese Schmerzen auf den Bauch-Rumpf-Bereich.” O-Ton Ende.
Für mich ist der Tierarzt halbwegs rehabilitiert. Ich denke er wollte seine “Kundin” nicht verlieren. Gefunden hat er nichts, so hat er zumindest Schmerzäußerungen bescheinigt. Ich kenne das von einer meiner beiden Kätzinnen. Sobald ein Fremder ( meine Tierärztin ) sie anfässt, macht sie Geräusche, die ich sonst nie von ihr höre.
Dann gibt es noch die “Zeugenaussagen” der “Zeugin” und der Besitzerin!
Die “Zeugenaussage” der “Zeugin” deckt sich im Großen und Ganzen mit den Vorwürfen im Strafbefehl. Aber die Aussage der Besitzerin !
Wer weíß, was der Kater sich zwischenzeitlich leckeres aus der Mülltonne einverleibt hat.
Das Trauma wird bestritten. Ein (psychisch durch Schock) traumatisierter Kater sitzt nicht am gleichen Abend auf dem Balkon.
So. Und das zählt letztlich. Die Aussage der Besitzerin kannste sowieso in der Pfeife rauchen.
Also: der Kater hatte nix.
Der Kerl is putzgesund.
Inhalt der Blätter 3,4&5
Die “Zeugenaussagen” der beiden alten “Mitbürgerinnen” verleiht dem Wort Lüge eine völlig neue Qualität ! Ich habe auf den drei Blättern alles unterstrichen, was sie sich ausgedacht haben: 1. Die “Zeugenaussage” der “Zeugin”: Alles was ich unterstrichen habe, finde ich genau so im Strafbefehl wieder !! Man hat den Strafbefehl genau nach den Falschaussagen der “Zeugin” konstruiert. 2. Die “Zeugenaussage” der Besitzerin: O-Ton: ” Ich ging nach draußen und suchte da nach meiner katze. Ich fand sie heulend am Rückeingang des Kellers.” O-Ton Ende. Am nächsten Tag soll die Katze dann immernoch gejammert haben, also fragte sie in der Nachbarschaft, ob jemand wüßte, was mit der Katze passiert ist. Nun wieder O-Ton: ” Dort erfuhr ich von Frau . . ., dass am Vortag ein Mann meine KATZE GEGEN DIE WAND ZUSAMMENGESCHLAGEN HATTE UND AN DIE WAND SCHMISS. Frau . . . gab weiter an, dass sie mit dem TÄTER gesprochen hatte, jedoch nicht dazwischen ging, da sie Angst hatte.” O-Ton Ende. Jetzt lief sie los um mich zu suchen Was nun folgt, ist die Begebenheit unter meinem Balkon. O-Ton: ” Dieser Mann saß auf seinem Balkon und schaute nach unten. Ich sprach den Mann an, er möge doch BITTE Überrascht nach unten kommen, denn ich müsste mich mit ihnen über meine Katze unterhalten.” O-Ton Ende. Es geht weiter, wie ich ums Haus zu ihr hin ging !!!!! O-Ton: “ER KAM MIT VORGESTRECKTEN ARMEN AUF MICH ZU UND WÜRGTE MICH GLEICH. Ich fragte ihn empört, was das solle und er gab mir zur Antwort, ihr habt hier auf meinem Territorium nichts zu suchen. ALS ER MICH WÜRGTE KAM MEIN HERZSCHRITTMACHER AUS DER FASSUNG UND IST JETZT DEFEKT. BEI DIESER RANGELEI FIEL AUCH MEINE BRILLE ZU BODEN UND GING AN LINKEN GLAS KAPUTT”. O-Ton ende. Als ich dann von ihr abgelassen hätte, drehte sie sich um und ging. Sie hätte sich erst zu Hause einigermaßen beruhigen können. Und nun das: O-Ton: “Ich werde einen Hausarzt aufsuchen und mir meine Verletzungen und den Schaden am Herzschrittmacher attestieren lassen. Auch werde ich eine Kopie vom Tierarzt hinterlegen.” O-Ton Ende
Das kann keine Psychologie mehr sein, Abrazo, das ist krank !!!!
01.12.05, Pitchproof:
Schreit eine alte Vettel Sodom und Gomorra / duckt sich Mensch und Tier – denn es ist Horror ! / Stimmt eine zweite Vettel ein / verschlimmert sich die Pein./ noch vor 300 Jahren die Rotte würde gefangen / im Käfig auf dem Marktplatz aufgehangen. / Dannach noch einmal ein falsches Papperlapapp / und die Zunge ist ab !
Ich werte diesen Tag als Erfolg, denn nun habe ich die Angaben, mit denen ich arbeiten kann. Das Brainstorming kann losgehen ! Getreu dem Motto: “Wer bei der Vorbereitung scheitert, bereitet das Scheitern vor.” ( aus die “Gesestze der Gewinner” )
Ich freue mich auf die nächsten Tage ! In jeder Anregung von Euch, kann nun ein weiterer Schritt zum Erfolg stecken!!
Ich erwarte nichts anderes als den Sieg !
Ja, ich denke auch, dass das Attest die Unversehrtheit des Katers bestätigt. Die komplette Zeugenaussage der Besitzerin, ist auch nicht von Belangen ( man muß sich das mal vorstellen, meine Frau stand die ganze Zeit mit auf dem Balkon – 3 Meter von dem Streitgespräch entfernt – und trotzdem stellt sie diese Behauptungen auf. ) Die Anzeige “Körperverletzung” ist ja auch eingestellt worden. Die Frage ist nun, wie widerlege ich die “Zeugenaussage” der “Zeugin” ? Das Attest spricht gegen diese “Zeugenaussage” und auch das der Kater am selben Abend wieder auf dem Balkon war ( Frau und ich sind Zeugen ).
Kopiere die Aussagen und streich dann alles durch, was nicht den Kater betrifft, denn alles andere ist erledigt.
Beschränke dich auf die Darstellung des Sachverhaltes, denn das dürfte imho völlig genügen.
1. du lebst seit deiner Kindheit mit Katzen und kennst dich daher als erfahrener Katzenhalter sowohl mit ihrer Behandlung als auch mit ihrem Verhalten aus.
2. infolge der Rolligkeit deiner Katze ist der Kater – was völlig normal und natürlich ist – mehrfach in deine Wohnung eingedrungen und hat markiert.
3. damit besteht die Gefahr, dass der Kater, trotz Kastration der Katze (ich vermute mal, das hast du machen lassen oder wirst es tun) deine Wohnung seinem Revier zuschlägt, u.U. sogar deine Katzen daraus vertreibt.
4. du musstest folglich zur Selbsthilfe greifen, indem du dem Kater klar machst, dass dein Lebensbereich nicht sein Revier ist und von einem Stärkeren verteidigt wird.
5. dies geschieht dadurch, dass man die Katze in den Zwangsgriff nimmt (kurze Beschreibung: im Nacken packen, mit der anderen Hand nieder drücken), so bewegungsunfähig macht und eine Zeit lang – bis zur Unterwerfung – fixiert und die entsprechenden stimmlichen Signale der Überlegenheit gibt. Eine völlig unschädliche Behandlung, die jeder kennt und anwendet, der mit Katzen umgeht, auch z.B. Tierheime und Tierärzte.
6. es wird nicht bestritten, dass jemand, der sich mit Katzen nicht auskennt und der auch die Hintergründe nicht kennt, dies als Vorbereitung zu tatsächlichen Misshandlungen sehen könnte, die er dann in seiner Phantasie vorweg nimmt, weil er sich nicht vorstellen kann, dass das Fixieren im Zwangsgriff quasi als Kommunikationsmittel mit der Katze einem sachkundigen Katzenhalter vollkommen genügt, um das angestrebte Ziel, Revierverteidigung, zu erreichen. So wird es auch der Zeugin ergangen sein. Was sie gesehen zu haben glaubte, entsprach dem, was sie aufgrund ihrer Unkenntnis erwartete, aber nicht dem, was tatsächlich der Fall war.
7. eine Misshandlung, wie sie die Zeugin gesehen zu haben glaubt, hätte schwere Verletzungen des Katers zur Folge gehabt, die es tatsächlich nicht gab. Beweis: tierärztliches Attest.
8. wenn der Kater beim Auffinden ‘geheult’ haben soll (wie soll sich das angehört haben?), so dürfte es sich um eine ‘Beschwerde’ gehandelt haben, was normal wäre und keinerlei Rückschlüsse auf Misshandlung zulässt.
9. offenkundig erkannte auch die Halterin den Kater als unverletzt, da sie das Tier erst zwei Tage später, als sie den ‘Bericht’ der Zeugin gehört hatte, zum Tierarzt brachte. Der Kater hat also weder gehinkt noch sonstige Bewegungsauffälligkeiten gezeigt, die einen Katzenhalter in der Regel dazu bewegen, umgehend mit dem Tier einen Tierarzt aufzusuchen.
10. auch eine Traumatisierung infolge von Schock fand nicht statt. Eine traumatisierte Katze verkriecht sich umgehend in einen ihr sicher erscheinenden uneinsehbaren Winkel oder in ein Gebüsch und bleibt dort über Stunden oder gar Tage, lässt sich also weder im kaum Deckung bietenden Rückeingang des ‘Tatortes’ finden (siehe Aussage der Halterin) noch präsentiert sie sich wenige Stunden später weithin sichtbar auf dem Balkon des ‘Täters’ (siehe deine Zeugin).
11. Schmerzreaktionen des Katers im Bauchbereich, die der Tierarzt beim Abtasten diagnostizierte, ohne dass innere Verletzungen feststellbar waren, können verschiedene Ursachen haben, wie er denn auch schrieb: “man kann diese Schmerzen bei Katzen aber schlecht zuordnen”. Ohne Kenntnis des phantasievollen Berichtes der Zeugin würde man als erstes an eine Verdauungsstörung infolge der Aufnahme unbekömmlicher Nahrung denken, womit man bei einer freilaufenden Katze immer als Möglichkeit rechnen muss. Dies würde auch Unwohlseinsbekundungen des Katers erklären, falls es diese in den besagten zwei Tagen gegeben haben sollte.
Das müsste imho zur Einstellung reichen. Aber wer weiß, vielleicht will der Richter auch seinen Spaß haben
Wenn das nicht funktioniert, gehen wir in die Berufung und laden den Kater als Zeugen.
Dass der Richter auch seinen Spaß haben will, ist vielleicht unterm Strich der Hauptgrund, warum es hier überhaupt zur Verfahrenseröffnung gekommen ist …..
…mein persönlicher Favorit ist allerdings der “Kabelbrand im Herzschrittmacher” in der “Zeugenaussage”……
Danke Abrazo für Deine Mühe!
Die ganzen handbeschriebenen Blätter, Aktenblätter, Schriftstücke ect. habe ich seit letzter Nacht in einem Aktenordner sortiert.
Ich stelle mir innerlich vor, dass die Hauptverhandlung bereits am 07. Dezember stattfindet (d.h. ich möchte nächsten Dienstag fertig vorbereitet sein ). In den dann folgenden Tagen bis zum richtigen Termin am 13. Dezember, soll es nur noch um kleine Feinheiten gehen.
Ich muß zugeben, dass diese Sache zur Zeit wie eine dunkle Wolke mein Leben überschattet. Ich habe eigentlich etwas besseres zu tun, als anderer Leute Unwahrheiten zu widerlegen. Es kommt mir absolut nicht auf das Geld an, die zwei Riesen werden bei mir nichts ändern, aber dieses unverschämte, dreiste Lügen ! Wenn ich lerne, wandern meine Gedanken zu diesen Lügen – wenn ich ein Buch lese, muß ich fast jeden Satz 2-3 mal lesen, weil ich mich wegen der Lügen nicht konzentrieren kann – es dauert ewig bis ich nachts einschlafe, weil ich darüber nachdenke usw,usw.
Die Nötigung – eingestellt,der schwerwiegenste Verdacht, die Körperverletzung an einer Rentnerin – auch eingestellt, aber das Allerkleinste, die Katerzüchtigung führt zum Strafbefehl
Mach dir da man keine Sorgen mehr, Pitchproof, die Sache ist in meinen Augen eindeutig.
Vielleicht solltest du dich prophylaktisch beim Richter entschuldigen, du seiest ein friedlicher Mensch und der Vorwurf, du seiest in der Lage, eine Katze oder gar eine Rentnerin zu misshandeln und zu verletzten, sei für dich eine außerordentliche Belastung. Dann wird er vielleicht die Verhandlung von vornherein so führen, dass er den Rentnerinnen die Giftzähne zieht.
herzschrittmacher! kaputt! vorsatz! niedrige beweggründe! ha! das gehört vor´s schwurgericht!
so ein theater, das gibt´s ja gar nicht! druck dir doch das aus, was abrazo in den einzelnen punkten aufgeführt hat und trag das dann ruhig und sachlich dem richter vor (wenn er dir das wort erteilt hat, solange musste dich schon zusammenreißen! also nicht in die zeugenaussage “lüge!!!” reinbrüllen, das kommt nicht so gut).
06.12.2005 Pitchproof
Soeben habe ich die schriftliche Vorbereitung auf die Hauptverhandlung abgeschlossen.
Neben den notwendigen Unterlagen (Zeugenaussagen, Attest, Strafbefehl und die Ladung)
nehme ich 4 weitere Blätter mit, auf denen meine Verteidigung ausformuliert ist. Auf dem
ersten Blatt steht eine kurze Einleitung und auch das Schlussplädoyer (welches ich anbringe, wenn mir vor der Verkündung des Urteils noch einmal das Wort erteilt wird).
Auf den nächsten zwei Blättern steht die eigentliche Verteidigung, auch komplett ausformuliert. Hier habe ich Abrazos längeren Beitrag vom 1.12. zu 99% übernommen und
speziell auf meinen Sachverhalt umgemünzt. Dann habe ich noch viertes Blatt vorbereitet.
Auf dem habe ich das, was ich lt. Strafbefehl und “Zeugenaussage” der “Zeugin” mit dem
Kater gemacht haben soll, sauber untereinander aufgelistet. Alle Aussagen der “Zeugin” habe ich hierbei fett geschrieben. Zwischen jedem einzelnen Tatbestand befinden sich 3 gestrichelte Linien. Während die “Zeugin” vor Gericht alles noch einmal wieder gibt – mache
ich mir im Falle einer ( entscheidenden ) Abweichung – an der entsprechenden Stelle Notizen, um vor Ort eventuell noch reagieren zu können. Außerdem verspreche ich mir davon, konzentriert bei der “Sache” zu bleiben, durchgehend beschäftigt zu sein und somit negative Emotionen gar nicht erst entstehen zu lassen.
Einleitung, Verteidigung und Schlußplädoyer werde ich mir bis zur Hauptverhandlung immer wieder durchlesen, damit ich bei der Verhandlung alles frei sprechen kann.
Du solltest bei aller Vorbereitung aber im Hinterkopf behalten, dass Gerichte nicht unbedingt der Ort sind um mitteilungsbedürftigen Zeitgenossen ein Forum zu verschaffen. Zu einer längeren Argumentationskette mit Anfangs- und Schlussplädoyer wird es tendentiell gar nicht kommen. Unter Umständen ist nämlich nach wenigen Sätzen schon alles vorbei.
Pass also auf, dass Du nicht vor lauter Vorbereitung zu unflexibel wirst, um auf die Gegebenheiten zu reagieren. Meist ist es eher schlecht, wenn man sich schon vor einem Gespräch en detail überlegt, was man sagen will.
Zu mehr als ner Viertelstunde wird der Richter ohnehin keinen Bock haben.
Im Zweifelsfalle schneidet er bei den ‘Plädoyers’ einfach das Wort ab – sollte man vorbereitet sein und nicht sauer reagieren.
Kleiner Tipp: beschränke dich bei der Beurteilung der Zeugenaussagen auf die Feststellung, ob das, was gesagt wird, überhaupt möglich ist. Sollte sie z.B. sagen, ‘ich sah, wie er über dem Kater stand’, kannste schon mal den ganzen Rest vergessen – denn man steht (!) nur den Bruchteil einer Sekunde über einem Kater, dann is der weg wie ein geölter Blitz.
Vor welchem AG findet das Schauspiel denn statt??? Würde mir das zu gerne anschaun….
Ich habe niemanden darum gebeten, eine Hauptverhandlung zu veranstalten. Es ist nun mal soweit gekommen – und nun wird man mich hören müssen!
Das Ganze wird sich abspielen in Strausberg (Ostbrandenburg) , Klosterstraße 1 , Beginn: Di 13. Dez 11:30 Uhr, Saal 1
Und wehe, das Ergebnis steht nicht spätestens bis 14:00 Uhr im Netz!
Das ist eine Frage der Ehre!
Es wird das erste sein, was ich mache, wenn ich wieder daheim bin!
Bemerkenswert was die “Arbeit” mit Euch so bewirkt hat – aus einem ungewissen Gefühl
ist Freude auf die Verhandlung geworden !!
Ich liege perfekt im Zeitplan – jetzt noch eine Woche für das Feintuning !
Vielleicht fällt noch jemandem was ein…
Ich hab nur den Anfang gelesen und eben das Ende, es geht doch ‘nur’ um eine Katze, oder?
Soll doch die Nachbarin die Katze mitbringen, wenn sie vor Dir schiss hat, wars was schlimmeres, wenn nicht, war alles sprichwörtlich ‘für die Katz’.
zu viel Ami-TV gesehen?
nein, sowas gugg ich nicht, ich hab zuviel Katzengejammer gelesen
Ich zieh mich wieder ins Mietrecht zurück
Werden dort Kakerlaken geladen um über den Befall auszusagen?
07.12.2005: Pitchproof:
Eine für mich wichtige Frage: Kann es ungewünschte Wirkung beim Richter hervorrufen, wenn ich am Ende meines ersten Vortrages – bevor ich mich wieder setze – noch hinzufüge: Ich rechne mit einem eindeutigen Freispruch / oder – Ich rechne mit nicht anderem als Freispruch ?!
Das Gericht könnte allergisch darauf reagieren (“und auch noch uneinsichtig”). Eine zynische Bemerkung des Gerichts wie “damit rechnen hier eigentlich alle Angeklagten – meist erfolglos” vermeiden Sie dadurch ebenfalls.
Rechnen solltest du mit gar nichts. Also, öffentlich. Dass du dem Strafbefehl nicht widersprochen hättest, wenn du wüsstest, dass du den Kater gequält hast, kann der Richter sich selber ausrechnen. Aber er will gewiss gerne ganz alleine entscheiden und sich da von niemandem reinreden lassen.
Es reicht zu sagen, dass du die Tat nicht begangen hast und dass ein langjähriger Katzenfreund auch wohl kaum in der Lage wäre, so etwas zu tun.
11.12.2005: Pitchproof
Frage an Abrazo: Seit zwei Wochen höre ich aus jeder Ecke etwas anderes. Die einen sagen die Beweislage ist doch völlig eindeutig – nach 5 min bin ich mit Freispruch wieder draussen – die Verhandlung findet nur statt, weil das ein Standardablauf ist. Andere widerum sagen, ich hätte keine Beweise bzw. die Beweise die da sind, sprechen gegen mich. Gestern schlägt der Tierarzt meiner Mutter die Hände über dem Kopf zusammen, sie würden mich vor Gericht “zerpflücken” ohne Anwalt, da eine Zeugenaussage vor Dem Kadi mehr wert ist als ein “weiches” Attest. Wenn ich in einer Klasse von 12jährigen Blätter verteilen würde, auf denen die Aktionen aus dem Strafbefehl stehen und das Attest sowie das Aktenvermerk ” Schmerzäußerungen bei Katzen schwer zuordenbar” abgedruckt sind und diese Klasse von all den 12jährigen sollten alle sagen – ja, diese Katze ist gequält worden oder nein, diese Katze kann nicht gequält worden sein – jeder würde sagen – nein, diese Katze kann nicht derart gequält worden sein ! ! ! Warum veranstalten erwachsene Leute noch diese Hauptverhandlung ? ? ? Was ist das Ziel – doch noch einen Dreh finden – daß ich es doch getan haben könnte ? Alle Anderen sparen sich ab jetzt irgendwelche Unkenrufe – diese Frage bitte beantworten.
Nur weil ich annehme, dass die Entscheidung, jetzt noch einen Anwalt zu bemühen, zu spät ist, folgende Stellungnahme (ob dir die begründet erscheint, musst du selbst beurteilen):
1. Kann ein Anwalt dir einen Freispruch garantieren? Ein Anwalt, der eine solche Garantie in irgendeinem Falle abgeben würde, ist mir bisher noch nicht begegnet.
2. der Tatvorwurf lautet, dass du einem Wirbeltier aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder sich länger anhaltende oder sich wiederholende Schmerzen oder Leiden zugefügt hast (gem. § 17 Tierschutzgesetz). Daraus folgt: selbst, wenn du dem Tier erhebliche Schmerzen zugefügt hättest, hätte dies aus Rohheit geschehen müssen. Beides muss dir nachgewiesen werden.
3. die Frage lautet also: a) sind dem Tier überhaupt erhebliche (!) Schmerzen oder Leiden zugefügt worden, b) ist dies aus Rohheit geschehen.
4. meiner Ansicht nach verneinen das Attest sowie das Verhalten des Katers nach deinem Eingriff die erheblichen Schmerzen, meiner Ansicht nach war dein Motiv sachlich begründbare angemessene Selbsthilfe, also nicht Rohheit, meiner Ansicht nach erscheinen sogar die Aussagen der Zeugin nach menschlicher Erfahrung (die ein Richter eigentlich aus der Praxis noch konkreter haben müsste) als plausibel falsch.
Wenn ein Richter dies anders beurteilt, dann sehe ich, vorausgesetzt, man stellt ihm dies glaubwürdig und stringent dar, keine andere Möglichkeit als die, dass du vor der Polizei eine missverständliche Aussage gemacht haben könntest.
Denn: m.E. geht es hier nicht darum, wie ein Sachverhalt juristisch zu bewerten ist, sondern darum, ob dieser Sachverhalt so, wie in der Anklage behauptet, überhaupt möglich ist.
Denn ein Richter kann ein Urteil über eine Tat erst dann sprechen, wenn er nicht daran zweifelt, dass sie überhaupt stattgefunden hat. Meiner Ansicht nach müsste er solche Zweifel aber haben. Nur: ich kann in den Kopf des Richters ebenso wenig hinein sehen wie in deinen.
13.12.2005: Pitchproof:
Es war so einfach ! ! ! Aber die Umstände waren auch sehr glücklich. Ich mit Frau waren eine Minute vor Beginn am Saal 1. Direkt neben der Tür saß die Augenzeugin. Ich habe sie erst gar nicht erkannt. Und sie mich anscheinend auch nicht – denn als ich Anstalten machte am Saal anzuklopfen sagte sie “Nein, nein – da ist jetzt eine Verhandlung ! ” Dann war es soweit. Nur ich mit Frau und die Augenzeugin gingen rein. Raum gerade mal so groß wie ein großes Wohnzimmer ( 2 Stuhlreihen für Zuschauer ). Richter ( um die 40 ) und zwei Beisitzerinnen, die die ganze Zeit mitschrieben. Dann mußte meine Frau und die Augenzeugin wieder raus. Ich erzählte wie sich alles zugetragen hatte ( blanke Wahrheit ). Ein paar Fragen kamen zu meinen eigenen Katzen. Dann wies mich der Richter darauf hin, daß er nun die Augenzeugin anhören würde. Er hatte da meinen Einspruch auf dem Tisch und sagte, wir haben es gleich mit einer älteren Dame zu tun, so wie sie das hier unten im Einspruch geschrieben haben, geht es gleich aber nicht. Ich wußte sofort was er meinte – ich hatte den Einspruch zu bissig und drängend formuliert und in dem Satz, den der Richter meinte, hatte ich von “alten Vetteln ” geschrieben. Dann sagte die Augenzeugin ( 77 Jahre ) aus. Sie hätte das bei Polizei nur gesagt wegen dem Kater. Statt mit voller Wucht die Treppe runter geworfen, meinte sie nun “runtergestossen”. Sie machte einen erbärmlichen, mitleidserregenden Eindruck. Zusätzlich streute sie ein, daß ich den Kater ja schon immer auf dem Kieker gehabt hätte. Der Richter unterbrach sie darauf hin gleich – wie sie zu der Aussage käme – am Tage des Vorfalls haben sie den Beschuldigten das erste mal der Katze hinterherrennen sehen ?! – “Ja, das war das erste Mal!” antwortete sie dann. Sie gab dann ein paar Details preis, daß die besitzerin als sehr agressiv gilt in der Nachbarschaft. Als sie am Tag nach dem Vorfall bei der Besitzerin klopfte, um ihr davon zu erzählen – schrie die besitzerin sie an – sie solle sofort von ihrer Türe weggehen, sonst schlüge sie ihr in die Fresse Sehr glücklich Ein paar Tage später, kam dann die direkte Nachbarin zur besitzerin um sich nach dem Stand der Dinge zu erkundigen, da schrie die Besitzerin – ihr habt mir nichts gesagt – ich würde euch am liebsten allen ein Messer in den Rücken stechen! Als die Augenzeugin derart aus dem Nähkästchen geplaudert hatte, schauten sich die beiden Beisitzerinnen und der Richter nur wortlos an und rollten mit den Augen. Ich habe innerlich nur noch gelacht, wie die Augenzeugin die Besitzerin so in die Pfanne gehauen hat. Die Besitzerin ( 79 Jahre ) konnte nicht an der Verhandlung teilnehmen, weil sie just gestern stationär im Krankenhaus aufgenommen wurde Winken Danach kam die frage an mich, ob ich noch irgendwelche Fragen an die Zeugin hätte. Nein, hatte ich nicht ( hatte gemerkt, daß alles in meinem Sinne lief. Frau wurde dann ganz zum Schluß nochmal befragt, wegen Kater am nächsten Tag unversehrt.
Der Richter meinte am Ende, wir haben jetzt zwei Möglichkeiten – entweder Freispruch, dann müssen wir die Beweise inklusive erneute Tierarztbefragung, noch einmal neu erheben – oder nach ( irgendendeinem ) § 153 Abs. 2 a stellen wir jetzt das Verfahren wegen “geringer Schuld” ein. Dann teilte er mir mit was das bedeutet – keine Registrierung in der Akte und keine Geldstrafe. Da sagte ich nur noch – “Das können wir so machen. ”
Fazit: Gute Umstände aber auch dank Euch eine Top-Vorbereitung !
July 5, 2013 by otlapinnow
Wenn ich Gedanken schweifen lass,
So kommt mir in den Sinn das Fass.
Gefüllt ist’s meist mit kühlem Nass.
Es lebe hoch mein Freund, das Fass!
Das liebe Fass, Ihr glaubt es nie,
Ist Focus der Philosophie.
Denn Dummheit frisst, Intelligenz, die säuft.
Drum hat das Fass nen Hahn, draus läuft
Der gute Wein und auch das Bier,
der Weisheit Lebenselexier.
Diogenes war so angetan
Vom Fass, dass er’s zur Wohnung nahm.
Auch Thomas, braver Kirchenlehrer,
War vom Fasse ein Verehrer.
Im Kloster wohnt’ er zwar, bei Mönchen,
Doch schuf er seinen Leib als Tönnchen.
Des Denkens hoher Geistesritter
Barg drin so manchen Hektoliter.
Hoch ist der Himmel, strahlend schön,
Und viele möchten gern hingehn.
Er lacht und reizt und zieht, und doch,
Den Denker zieht’s ins Kellerloch.
Da grübelt einsam er fürbass,
In seinen Armen ruht das Fass.
Das Fass hat einen Nachteil schwer:
Wenn man draus trinkt, so wird es leer.
So ward die Leere als Problem
Bei Philosophens angesehn.
Den Grund hat einer schon gesichtet:
Ein Glas ist nichts, und Nichts, das nichtet!
Doch ist’s als Lösung nicht so toll:
Davon wird’s Fass nicht wieder voll.
So bleibt die Aporie voll Pein:
Der Wein ist weg, wo ist sein Sein?
Schwer grübelnd sage ich Euch: nun,
dagegen ließe sich was tun.
Vergehn tut alles hier auf Erden.
Doch gibt’s auch immer neues Werden.
Kameraden, wisst ihr, was?
Ich geh und hol ein neues Fass.