Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerwGE%20143,%20249
Timestamp: 2019-05-21 22:16:19
Document Index: 14662041

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 22', '§ 66', '§ 74', 'Art. 14', '§ 3', '§ 22', '§ 66', '§ 3', '§ 22', '§ 66', '§ 74', '§ 74', '§ 74', '§ 3', '§ 74', 'Art. 14', '§ 17', '§ 1', '§ 2', '§ 42', '§ 74', 'Art. 14', '§ 17', '§ 74', '§ 74', '§ 29', '§ 41', '§ 74', '§ 74', '§ 74', '§ 3', '§ 5', '§ 74', '§ 18']

BVerwG, 10.07.2012 - 7 A 11.11, 7 A 12.11, 7 A 24.11 - dejure.org
BVerwG, 10.07.2012 - 7 A 11.11, 7 A 12.11, 7 A 24.11
https://dejure.org/2012,17398
BVerwG, 10.07.2012 - 7 A 11.11, 7 A 12.11, 7 A 24.11 (https://dejure.org/2012,17398)
BVerwG, Entscheidung vom 10.07.2012 - 7 A 11.11, 7 A 12.11, 7 A 24.11 (https://dejure.org/2012,17398)
BVerwG, Entscheidung vom 10. Juli 2012 - 7 A 11.11, 7 A 12.11, 7 A 24.11 (https://dejure.org/2012,17398)
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BImSchG § 3 Abs. 1, § 22 Abs. 1, § 66 Abs. 2; VwVfG § 74 Abs. 2 Satz 2 und 3; GG Art. 14 Abs. 1 GG
Planfeststellungsbeschluss; Planänderung; U-Bahn; Baustelle; Baustellenlärm; Verkehrslärm; Vorbelastung; Erschütterungen; Staub; AVV Baulärm; Verwaltungsvorschrift, normkonkretisierende; schädliche Umwelteinwirkungen; Gebietszuordnung; Ladengeschäfte; Außenkontaktbereiche; Nachbarschaft; Lärmprognose; Summation; Maximalpegel; Impulszuschläge; Zumutbarkeitsschwelle; Immissionsrichtwert; Eingreifwert; Entschädigung; Innenräume; Innenschallpegel; Anhaltswert; Gewerbebetrieb; Ertragseinbußen; Ertragsausfall; Mietminderung
BImSchG § 3 Abs. 1, § 22 Abs. 1, § 66 Abs. 2
Planfeststellungsbeschluss; Planänderung; U-Bahn; Baustelle; Baustellenlärm; Verkehrslärm; Vorbelastung; Erschütterungen; Staub; AVV Baulärm; Verwaltungsvorschrift, normkonkretisierende; schädliche Umwelteinwirkungen; Gebietszuordnung; Ladengeschäfte; Außenkontaktbereiche; Nachbarschaft; Lärmprognose; Summation; Maximalpegel; Impulszuschläge; Zumutbarkeitsschwelle; Immissionsrichtwert; Eingreifwert; Entschädigung; Innenräume; Innenschallpegel; Anhaltswert; Gewerbebetrieb; Ertragseinbußen; Ertragsausfall; Mietminderung.
§ 3 Abs 1 BImSchG, § 22 Abs 1 BImSchG, § 66 Abs 2 BImSchG, § 74 Abs 2 S 2 VwVfG, § 74 Abs 2 S 3 VwVfG
Bau der U-Bahnlinie 5 im Bezirk Berlin-Mitte; Schutz- und Entschädigungskonzept; Baustellenlärm
Erfassen des § 74 Abs. 2 S. 2 VwVfG bei Entstehen von nachteiligen Wirkungen z.B. Lärm, Erschütterungen und Staub aufgrund der Bauarbeiten für den U-Bahnbau in Berlin; Konkretisierung des unbestimmten Rechtsbegriffs der schädlichen Umwelteinwirkungen durch die AVV Baulärm für Geräuschimmissionen von Baustellen
§§ 3 Abs. 1, 22 Abs. 1, 66 Abs. 2 BImSchG, §§ 74 Abs. 2 Sätze 2 und 3 VwVfG, Art. 14 Abs. 1 GG
Planfeststellungsrecht: Planfeststellung für eine U-Bahn (Berlin) | Planfeststellungsbeschluss; Planänderung (U-Bahn); Baustelle; Baustellenlärm; AVV Baulärm; Normkonkretisierende Verwaltungsvorschrift; Ladengeschäfte; Außenkontaktbereiche; Nachbarschaft
§ 17 S. 2 FStrG, § 1 Abs. 1 und 2 sowie § 2 Abs. 1 der 16. BImSchV, § 42 Abs. 2 VwGO
Straßenplanungsrecht: Kein Lärmschutzanspruch bei Seitenstreifenumbau | Planfeststellungsbeschluss; Planänderung (U-Bahn); Baustelle; Baustellenlärm; AVV Baulärm; Normkonkretisierende Verwaltungsvorschrift; Ladengeschäfte; Außenkontaktbereiche; Nachbarschaft
VwVfG § 74 Abs. 2 S. 2, 3; GG Art. 14 Abs. 1
Fünf-Sterne-Hotel neben Baustelle: Wieviel Lärm zumutbar?
Zum U-Bahnbau in Berlin - Kein weiterer Lärmschutz für Anwohner
Grundsätze für die Anwendung der AVV Baulärm
Kein zusätzlicher Lärmschutz für die Anlieger der U-Bahnhofbaustelle in Berlin-Mitte - Im Planfeststellungsbeschluss vorgesehene und zudem ergänzte Schutz- und Entschädigungskonzept genügt rechtlichen Anforderungen
AVV Baulärm: Kein Schutz für Publikumsbereiche vor Ladengeschäften! (IBR 2013, 1226)
BVerwGE 143, 249
NVwZ 2012, 1393
NZBau 2012, 693
BauR 2012, 1908
BauR 2013, 275
ZfBR 2012, 795 (Ls.)
Lediglich ergänzend ist in diesem Zusammenhang noch darauf hinzuweisen, dass es grundsätzlich nicht Aufgabe der Planfeststellungsbehörde ist, im Planfeststellungsbeschluss Regelungen zum Ablauf des nachfolgenden Entschädigungsverfahrens oder zur methodischen Ermittlung der Entschädigungshöhe festzulegen (vgl. BVerwG, U.v. 10.7.2007 - 7 A 11/11 - NVwZ 2012, 1393 Rn. 86).
Das Recht am eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb vermittelt keinen Schutz von Erwerbschancen und Entwicklungsmöglichkeiten (vgl. BVerwG, Urteil vom 10. Juli 2012 - 7 A 11.11 - BVerwGE 143, 249 Rn. 74;… siehe auch Urteil vom 28. April 2016 - 9 A 7.15 - Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 240 Rn. 14), wie hier in Bezug auf eine bestimmte zukünftig erwartete Verkehrsanbindung allein geltend gemacht, so dass auch dahinstehen kann, ob dieses Recht vom Schutzbereich der Eigentumsgarantie erfasst wird (siehe BVerfG…, Urteil vom 6. Dezember 2016 - 1 BvR 2821/11 u.a. - BVerfGE 143, 246 Rn. 240).
Die darin liegende Beschränkung seines Eigentums ist aber nur verhältnismäßig, wenn er finanziell entschädigt wird (vgl. BVerwG, Urt. v. 10.7.2012 - 7 A 11.11 - NVwZ 2012, 1393 unter Hinweis auf BVerfG, Beschl. v. 2.3.1999 - 1 BvL 7/91 - BVerfGE 100, 226;… Bonk/Neu-mann, in: Stelkens/Bonk/Sachs, VwVfG, 7. Aufl. 2008, § 74 Rn. 195 m.w.N.).
§ 74 Abs. 3 Satz 3 VwVfG gewährt deshalb dem Betroffenen für den Fall, dass an sich gebotene Schutzmaßnahmen nach der gesetzgeberischen Wertung aber nicht getroffen zu werden brauchen, einen Anspruch auf eine angemessene Entschädigung in Geld, über den - zumindest dem Grunde nach - im Planfeststellungsbeschluss zu entscheiden ist (BVerwG, Urt. v. 10.7.2012 - 7 A 11.11 - NVwZ 2012, 1393;… Urt. v. 22.3.1985 - 4 C 15.83 -BVerwGE 71, 166;… Urt. v. 11.11.1988 - 4 C 11.87 - NVwZ 1989, 255).
Auszugleichen sind nur die Nachteile, die die Grenze des Zumutbaren überschreiten und nicht durch physisch-reale Maßnahmen abgewendet werden (BVerwG, Urt. v. 10.7.2012 - 7 A 11.11 - NVwZ 2012, 1393;… Urt. v. 16.3.2006 - 4 A 1075.04 -BVerwGE 125, 116 Rn. 402).
b) Ebenso wenig ist die Revision wegen einer Abweichung des angefochtenen Urteils von dem Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts vom 27. Januar 1988 - 4 B 7.88 - (Buchholz 442.01 § 29 PBefG Nr. 1) und dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 10. Juli 2012 - 7 A 11.11 - (BVerwGE 143, 249) zuzulassen.
Der zweiten Entscheidung (BVerwG, Urteil vom 10. Juli 2012 - 7 A 11.11 - BVerwGE 143, 249) liegen, wie von der Beschwerde zutreffend angegeben, u.a. folgende Rechtssätze zugrunde: Die AVV Baulärm konkretisiert für Geräuschimmissionen von Baustellen den unbestimmten Rechtsbegriff der schädlichen Umwelteinwirkungen (…Rn. 26).
Diese Verwaltungsvorschrift konkretisiert in Nr. 3.1.1 die fachplanerische Zumutbarkeitsschwelle für Geräuschimmissionen von Baustellen durch die Festlegung gebietsabhängiger Immissionsrichtwerte (BVerwG, Urteile vom 10. Juli 2012 - 7 A 11.11 - BVerwGE 143, 249 Rn. 26 f. …und vom 19. März 2014 - 7 A 24.12 - Buchholz 406.25 § 41 BImSchG Nr. 63 Rn. 16).
Der Entschädigungsanspruch ist dem Grunde nach im Planfeststellungsbeschluss festzustellen, zudem sind die Berechnungsgrundlagen für die Höhe anzugeben (BVerwG, Urteil vom 10. Juli 2012 - 7 A 11.11 - BVerwGE 143, 249 Rn. 70 m.w.N.).
Langfristig einwirkender Baustellenlärm kann Ausgleichsansprüche wegen Beeinträchtigung der Nutzung des Außenwohnbereichs auslösen (im Anschluss an das Urteil vom 10. Juli 2012 - BVerwG 7 A 11.11).
Dies widerspricht der Rechtsprechung des erkennenden Senats, nach der die fachplanerische Zumutbarkeitsschwelle für Baustellenlärm sich nicht nach dem um 5 dB(A) erhöhten Eingreifwert gemäß Nr. 4.1 der AVV Baulärm, sondern nach dem Immissionsrichtwert gemäß Nr. 3.1.1 AVV Baulärm bemisst (Urteil vom 10. Juli 2012 - BVerwG 7 A 11.11 - BVerwGE 143, 249 Rn. 27 ff., 45 = Buchholz 316 § 74 VwVfG Nr. 84).
Der die Immissionsrichtwerte der AVV Baulärm überschreitende Baustellenlärm ist dagegen nach Maßgabe des § 74 Abs. 2 Satz 2 VwVfG im Zusammenhang mit der planerischen Abwägung durch Schutzvorkehrungen zur Vermeidung nachteiliger Auswirkungen zu bewältigen (Urteil vom 10. Juli 2012 a.a.O. Rn. 21).
Gleiches gilt für in unzumutbarer Weise auf Außenwohnbereiche einwirkenden Baustellenlärm (Urteil vom 10. Juli 2012 a.a.O. Rn. 34).
Zwar ist diese Richtlinie, anders als verordnungsrechtliche oder in normkonkretisierenden Verwaltungsvorschriften festgesetzte Grenzwerte (vgl. Urteil vom 10. Juli 2012 - BVerwG 7 A 11.11 - BVerwGE 143, 249 Rn. 26 = Buchholz 316 § 74 VwVfG Nr. 84), nicht geeignet, für durch Mikrodruckwellen erzeugte Schallimmissionen den unbestimmten Rechtsbegriff der schädlichen Umwelteinwirkungen im Sinne von § 3 Abs. 1 BImSchG verbindlich zu konkretisieren.
Das ist insbesondere der Eigentümer eines im Einwirkungsbereich des Verkehrsweges gelegenen Grundstücks (BVerwG, Urteile vom 22. Oktober 1982 - 7 C 50.78 - Buchholz 406.25 § 5 BImSchG Nr. 6 S. 19 und vom 10. Juli 2012 - 7 A 11.11 - BVerwGE 143, 249 Rn. 33).
Zwar erfasst § 74 Abs. 2 Satz 2 VwVfG auch solche nachteiligen Wirkungen, die durch Lärm, Erschütterungen, Staub und dergleichen infolge der Bauarbeiten zur Realisierung des planfestgestellten Vorhabens entstehen (stRspr, vgl. nur BVerwG, Urteil vom 10. Juli 2012 - 7 A 11.11 - BVerwGE 143, 249 Rn. 24).
Die Regelwerke sind im Gegenteil langjährig gebräuchlich und erprobt, von der Rechtsprechung daher als Grundlage für Schutzmaßnahmen gebilligt (vgl. BVerwG, Urteile vom 10. Juli 2012 - 7 A 11.11 - BVerwGE 143, 249 Rn. 25 ff. …und vom 8. September 2016 - 3 A 5.15 [ECLI:DE:BVerwG:2016:080916U3A5.15.0] - Buchholz 442.09 § 18 AEG Nr. 75 Rn. 95).
"Nachteilige Wirkungen" im Sinne dieser Vorschrift gehen nur von solchen baustellenbedingten Geräuschimmissionen aus, die dem Einwirkungsbereich mit Rücksicht auf dessen durch die Gebietsart und die konkreten tatsächlichen Verhältnisse bestimmte Schutzwürdigkeit und Schutzbedürftigkeit nicht mehr zugemutet werden können (BVerwG, Urteil vom 10. Juli 2012 - 7 A 11.11 - BVerwGE 143, 249 Rn. 32 m.w.N.).
Ein solcher Abschlag zugunsten des Bauunternehmers ist nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts wegen der noch immer vorhandenen Messunsicherheiten nicht zu beanstanden (BVerwG, Urteil vom 10. Juli 2012 - 7 A 11.11 - BVerwGE 143, 249 Rn. 45).
Im Verfahren zur Errichtung des unterirdischen Bahnhofs Unter den Linden für die U-Bahn-Linie 5 im Bezirk Berlin Mitte hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass Innenschallpegel von 40 dB (A) in Wohnräumen keine unzumutbare Belastung darstellen (BVerwG, Urteil vom 10. Juli 2012 - 7 A 11.11 - BVerwGE 143, 249 Rn. 79).
vgl. BVerwG, Urteil vom 10. Juli 2012 - 7 A 11.11 -, BVerwGE 143, 249 (…267, Rdnr. 70).
vgl. BVerwG, Urteil vom 10. Juli 2012 - 7 A 11.11 -, BVerwGE 143, 249 (…254, Rdnr. 25).
BVerwG, 15.02.2019 - 9 A 25.18
Einstellung eines Verfahrens nach übereinstimmender Erledigterklärung; …
BVerwG, 10.10.2012 - 7 VR 11.12
Anspruch auf Aufhebung eines eisenbahnrechtlichen Planfeststellungsbeschlusses …