Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=ZIP%201996,%20750
Timestamp: 2019-12-13 15:16:46
Document Index: 382299186

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 119', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 105', '§ 105', 'BGH', 'BGH', '§ 164', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 268', '§ 120', '§ 120', 'BGH', '§ 120', '§ 29', '§ 9', 'BGH', '§ 114', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 120', '§ 781', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 39']

BGH, 29.03.1996 - II ZR 263/94 - dejure.org
https://dejure.org/1996,126
BGH, 29.03.1996 - II ZR 263/94 (https://dejure.org/1996,126)
BGH, Entscheidung vom 29.03.1996 - II ZR 263/94 (https://dejure.org/1996,126)
BGH, Entscheidung vom 29. März 1996 - II ZR 263/94 (https://dejure.org/1996,126)
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HGB §§ 119, 161, 238 ff.
Zuständigkeit für die Aufstellung der Jahresbilanz
Zuständigkeitsbereich der geschäftsführenden Gesellschafter - Grundlagengeschäft - Bilanzfeststellung
Feststellung der Jahresbilanz einer KG nur mit Zustimmung der Kommanditisten
Zur Ausübung von Ansatz- und Bewertungswahlrechten bei der Bilanzierung
Aufstellung der Jahresbilanz in einer KG; Abgrenzung der Verantwortlichkeit der geschäftsführenden und der übrigen Gesellschafter
Gesellschafter, Gesellschaftsrecht, Gesellschaftsvertrag, Gewinnrücklage, Gewinnverwendung, Gewinnverwendungsbeschluss, Jahresabschluss, Rücklagen, Satzungsänderung
Bilanzrecht; Grundsätze für die Aufstellung der Bilanz
Bilanzierungskompetenzen bei der KG
BGHZ 132, 263
NJW 1996, 1678
NJW-RR 1996, 989 (Ls.)
ZIP 1996, 750
MDR 1996, 804
DNotZ 1997, 577
WM 1996, 772
BB 1996, 1105
DB 1996, 926
Der Auslegung des (objektiv) erklärten Willens der Vertragsparteien geht ein abweichender übereinstimmender Wille der am Abschluss des Vertrages beteiligten Parteien lediglich dann vor, wenn sie ihren übereinstimmenden Willen einander zu erkennen gegeben haben (vgl. nur BGH, Urteil vom 29. März 1996 - II ZR 263/94, ZIP 1996, 750, 752 mwN; insoweit in BGHZ 132, 263 nicht abgedruckt).
b) Nach der bei der vorliegenden Personenhandelsgesellschaft gebotenen subjektiven Auslegung des Gesellschaftsvertrags ist dabei nicht allein auf den Wortlaut des (schriftlichen) Gesellschaftsvertrags abzustellen, sondern können auch außerhalb des Vertragstextes liegende Umstände für die Auslegung von Bedeutung sein wie insbesondere die Entstehungsgeschichte der in Rede stehenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags oder ein übereinstimmender Wille der Vertragsparteien (vgl. BGH, Urteil vom 29. März 1996 - II ZR 263/94, ZIP 1996, 750, 752 mwN; insoweit in BGHZ 132, 263 nicht abgedruckt;… Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn/Wertenbruch, HGB, 3. Aufl., § 105 Rn. 92 f.;… Schäfer in Großkomm.HGB, 5. Aufl., § 105 Rn. 192 mwN).
b) Die Feststellung des Jahresabschlusses einer Personengesellschaft ist eine den Gesellschaftern obliegende Angelegenheit der laufenden Verwaltung und wird regelmäßig von einer allgemeinen Mehrheitsklausel im Gesellschaftsvertrag gedeckt (Aufgabe von BGHZ 132, 263, 268).
a) Nach dem Senatsurteil vom 29. März 1996 (BGHZ 132, 263, 266) ist zwar die Feststellung des Jahresabschlusses einer Personengesellschaft im Gegensatz zu dessen Aufstellung keine bloße Geschäftsführungsmaßnahme, welche in die alleinige Kompetenz der geschäftsführenden Gesellschafter bzw. - in einer KG - der Komplementäre (§ 164 HGB) fiele, sondern ein "Grundlagengeschäft", das vorbehaltlich einer anderweitigen Regelung im Gesellschaftsvertrag der Zustimmung aller Gesellschafter einschließlich der Kommanditisten bedürfe.
bb) Der Senat hat zwar in der von der Klägerin vielfach angeführten Entscheidung vom 29. März 1996 (BGHZ 132, 263, 268) angenommen, eine Mehrheitsklausel decke die Bilanzfeststellung als ein das Gewinnrecht der Gesellschafter tangierendes "Grundlagengeschäft" nur bei ausdrücklicher Einbeziehung dieses Beschlussgegenstandes und müsse auch Art und Umfang des zulässigen Eingriffs erkennen lassen.
Bilanzielle Ansatz- und Bewertungswahlrechte (dazu BGHZ 132, 263, 274) sind bei der Bilanzaufstellung zu berücksichtigen und können zwar die Höhe des Gewinns beeinflussen, sich aber je nach Sachlage zu dessen Gunsten wie zu dessen Lasten auswirken.
Allenfalls kann sich im Einzelfall die Frage stellen, ob die konkrete Beschlussfassung treuwidrig in das zum Kernbereich der Mitgliedschaftsrechte der Minderheit gehörende Gewinnrecht eingreift (BGHZ 132, 263, 273 f.), was hier jedoch, wie noch auszuführen ist, nicht der Fall war (dazu unten 3.).
cc) Ob dagegen eine mit der Feststellung des Jahresabschlusses einhergehende Mehrheitsentscheidung über eine in ihm vorweggenommene Ergebnisverwendung (vgl. § 268 Abs. 1 Satz 1 HGB), wie insbesondere die Bildung offener Rücklagen (…vgl. dazu MünchKommHGB/Priester 2. Aufl. § 120 Rdn. 81; derselbe DStR 2007, 28, 31;… Staub/Ulmer aaO § 120 Rdn. 31 f.), als "bilanzrechtliches Grundlagengeschäft" zu qualifizieren ist (so BGHZ 132, 263, 274 f.), das wegen seiner "Kernbereichsrelevanz" einer besonderen Mehrheitsermächtigung im Gesellschaftsvertrag mit Begrenzung nach Ausmaß und Umfang bedarf (…so Staub/Ulmer aaO § 120 Rdn. 40, 42; a.A. Priester, DStR 2007, 28, 31 unter Hinweis auf §§ 29 Abs. 1, 46 Nr. 1, 47 Abs. 1 GmbHG sowie auf die Wertsteigerung des Gesellschaftsanteils durch Gewinnthesaurierung), kann hier dahinstehen, weil § 9 GV eine entsprechende Regelung enthält.
c) Die Klägerin ist deshalb nicht schutzlos, wie das Berufungsgericht zutreffend ausführt; sie kann ihre und die Befugnisse ihrer Mitgesellschafter hinsichtlich der Gewinnverwendung bei den Untergesellschaften durch Feststellungsklage klären lassen (vgl. dazu BGHZ 132, 263), die sie im Übrigen bereits erhoben hat.
Hinzu kommt, dass sog Grundlagengeschäfte, die das Gesellschaftsverhältnis und seine Gestaltung betreffen, stets der Zustimmung aller Gesellschafter bedürfen (vgl § 114 HGB; BGHZ 132, 263, 266) .
BGH, 02.03.2009 - II ZR 264/07
Bedeutung der Feststellung des Jahresabschlusses bei der GmbH
b) Die Feststellung des Jahresabschlusses hat - nicht anders als bei der Personengesellschaft (vgl. dazu: BGHZ 132, 263, 266) - auch bei der GmbH die Bedeutung einer Verbindlicherklärung der Bilanz jedenfalls im Verhältnis der Gesellschafter zur Gesellschaft und auch untereinander.
Nicht anders als bei den Personengesellschaften (vgl. dazu nur BGHZ 132, 263, 266 m.w.Nachw.) hat diese Feststellung des Jahresabschlusses auch bei einer GmbH - wie hier - die Bedeutung einer Verbindlicherklärung der Bilanz jedenfalls im Verhältnis der Gesellschafter zur Gesellschaft und auch untereinander.
Ob insoweit in der (einvernehmlichen) Feststellung des Jahresabschlusses ein abstraktes Schuldanerkenntnis (…vgl. zur Personengesellschaft: Sen. Urt. v. 11. Januar 1960 - II ZR 69/59, BB 1960, 188; v. 13. Januar 1966 - II ZR 68/64, BB 1966, 474) oder ein Feststellungsvertrag (vgl. Senat, BGHZ 132, 263, 266 f. m.w. Literaturnachw. - zur KG) im Sinne eines deklaratorischen ("kausalen") Anerkenntnisses (…h.M.: vgl. zum Meinungsstand Ehricke in Ebenroth/Boujong/Jost/Strohn, HGB 2. Aufl. § 120 Rdn. 35 m.w.Nachw.; OLG Düsseldorf, NJW-RR 1994, 1455, 1457 f. ;… vgl. insbesondere auch Hüffer in MünchKommBGB § 781 Rdn. 16 ff. mit eingehender Begründung) zu sehen ist, kann hier schon deshalb offen bleiben, weil die Qualifizierung in der einen oder der anderen Richtung regelmäßig von den Umständen des Einzelfalls abhängt.
Einem Jahresabschluss kann allerdings der Rechtscharakter eines Schuldanerkenntnisses beigemessen werden (BGH, Urteil vom 11. Januar 1960 - II ZR 69/59, WM 1960, 187, 188 f; vom 29. März 1996 - II ZR 263/94, BGHZ 132, 263, 266;… vom 2. März 2009 - II ZR 264/07, WM 2009, 986 Rn. 15).
Soweit der vom Beklagten als Geschäftsführer aufgestellte, vom Steuerberater testierte und vom Beklagten als Alleingesellschafter festgestellte Jahresabschluss 1990 betroffen ist, der zu Lasten des Beklagten für das Konto Nr. 15 eine Forderung der Schuldnerin über 827.735,72 DM ausweist (Anhang Pos. 27, vgl. GA I, 181, 59), kann der Bilanzfeststellung, d.h. ihrer Verbindlicherklärung jedenfalls im Innenverhältnis zwischen Gesellschaftern und Gesellschaft (vgl. BGHZ 132, 263, 266 - zur KG), die Wirkung eines zivilrechtlich verbindlichen Schuldanerkenntnisses zukommen (…vgl. zur Personengesellschaft: Sen. Urt. v. 11. Januar 1960 - II ZR 69/59, BB 1960, 188; v. 13. Januar 1966 - II ZR 68/64, BB 1966, 474;… OLG Düsseldorf, Urt. v. 26. November 1993, NJW-RR 1994, 1455, 1458).
Zwar geht ein übereinstimmender Wille der an einem Vertragsschluss beteiligten Parteien dem Vertragswortlaut ebenso vor wie einer anderweitigen Auslegung (st. Rspr. des BGH, vgl. Sen.Urt. v. 29. März 1996 - II ZR 263/94, ZIP 1996, 750, 752 m.w.Nachw.).
Das Berufungsgericht hat nicht berücksichtigt, daß das übereinstimmende Verständnis einer Vereinbarung durch die Parteien dem Wortlaut und jeder anderweitigen Auslegung vorgeht (BGH, Urteil vom 29. März 1996 - II ZR 263/94 = WM 1996, 772 unter II 2 m.w.N.) und im gegebenen Falle zu einer eindeutigen Bestimmung des Inhalts der Vereinbarung vom 4. November 1994 führt.
BGH, 10.05.2011 - II ZR 227/09
BGB-Gesellschaft: Verjährung des Anspruchs der Gesellschaft gegen den …
Der Kläger hat durch Vorlage der von beiden Parteien festgestellten und damit als zwischen ihnen verbindlich anerkannten (vgl. BGH, Urteil vom 11. Januar 1960 - II ZR 69/59, WM 1960, 187, 188; Urteil vom 13. Januar 1966 - II ZR 68/64, WM 1966, 448, 449; Urteil vom 29. März 1996 - II ZR 263/94, BGHZ 132, 263, 266;… Urteil vom 2. März 2009 - II ZR 264/07, ZIP 2009, 1111 Rn. 15) Bilanz zum 31. Dezember 1994 dargetan, dass zum Ausgleich der Verbindlichkeiten der Gesellschaft zu diesem Stichtag über den Wert der Aktiva hinaus nicht nur der Kläger, sondern auch der Beklagte den vollen Betrag seines negativen Kapitalkontos in die Gesellschaftskasse hätte zahlen müssen.
BGH, 01.03.2011 - II ZR 83/09
Kommanditgesellschaft: Klagegegner für die Feststellung der Nichtigkeit von …
BGH, 07.04.2008 - II ZR 3/06
Fortsetzungsklausel in einem Gesellschaftsvertrag
BGH, 26.04.2010 - II ZR 69/09
Actio pro socio: Einwand des Rechtsmissbrauchs gegen die Ausübung der …
Zulässiger Gegenstand eines gerichtlichen Geständnisses; Auslegung einer …
Gebotene Beweiserhebung zum Parteiwillen bei Abschluss eines …
Kommanditgesellschaft auf Aktien: Zustimmungspflicht der Hauptversammlung bei …
Geltendmachung von Ausgleichsansprüchen aufgrund einer einfachen …
LG Mainz, 22.11.2005 - 10 HKO 31/05
Vereinbarung des Schriftformerfordernisses für Änderungen des …
OLG Frankfurt, 16.09.2008 - 5 U 187/07
Ausübung von Gesellschafterrechten an GmbH-Anteilen durch Testamentsvollstrecker: …
OLG Stuttgart, 13.06.2007 - 14 U 19/06
Zulässigkeit einer Zuweisung der Entscheidungskompetenz zur Bildung offener …
BGH, 07.12.2006 - V ZR 90/06
Aufhebung und Zurückverweisung wegen Übergehens eines entscheidungserheblichen …
BGH, 21.04.2015 - II ZR 125/14
Verletzung rechtlichen Gehörs durch das Gericht aufgrund der Wertung der …
OLG München, 10.07.1996 - 7 U 4729/95
Auslegung eines Gesellschaftsvertrages hinsichtlich der Bestimmung, daß …
OLG Karlsruhe, 28.02.2003 - 4 U 8/02
OLG Frankfurt, 30.01.2002 - 13 U 99/98
GmbH-Jahresabschluß: Maßgebliches Recht für Beschlußanfechtungsklage; Verletzung …
LSG Sachsen-Anhalt, 15.04.2010 - L 10 KR 65/07
Krankenversicherung - freiwillige Mitgliedschaft - Abgabe einer auf Beitritt …
OLG Stuttgart, 08.07.1998 - 20 U 112/97
Erteilung einer Ruhegeldzusage ohne förmlichen Gesellschafterbeschluss durch …
OLG Zweibrücken, 05.02.2007 - 7 U 22/06
Anspruch auf Feststellung einer Forderung zur Insolvenztabelle gem. § 39 Abs. 1 …
OLG Düsseldorf, 05.09.2013 - 6 U 89/12
Wirksamkeit der Kündigung des Geschäftsführungsvertrages gegenüber der externen …
OLG Hamm, 28.10.1998 - 5 UF 38/98
Einverständliche Abänderung einer Unterhaltsvereinbarung durch rügelose …
BAG, 17.11.1998 - 9 AZR 568/97
OLG München, 20.11.1998 - 23 U 2590/98
Gewinnanspruch des Kommanditisten nach dessen Tode und bei Liquidation des …
OLG Hamm, 04.05.1999 - 27 U 180/98
LG Bonn, 17.11.2017 - 1 O 1/17
Sozietät, Entnahme, Anwachsung, Erstattung, Beweislast