Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerfGK%2019,%2074
Timestamp: 2019-09-22 23:42:42
Document Index: 353969034

Matched Legal Cases: ['EuG', 'Art 101', 'EuG', 'Art 267', '§ 28', '§ 28', 'Art 11', 'Art 101', 'Art 267', '§ 93', 'Art 11', 'Art 1', 'Art 101', 'EuG', 'Art 267', '§ 28', '§ 28', 'EuG', 'Art 267', '§ 28', '§ 28', 'Art. 267', '§ 28', 'BGH', 'Art. 267', '§ 28', '§ 28', 'Art. 11', '§ 28', '§ 28', 'Art. 8']

BVerfG, 22.09.2011 - 2 BvR 947/11 - dejure.org
https://dejure.org/2011,569
BVerfG, 22.09.2011 - 2 BvR 947/11 (https://dejure.org/2011,569)
BVerfG, Entscheidung vom 22.09.2011 - 2 BvR 947/11 (https://dejure.org/2011,569)
BVerfG, Entscheidung vom 22. September 2011 - 2 BvR 947/11 (https://dejure.org/2011,569)
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Gesetzlicher Richter (Verstoß durch eine Verletzung der Pflicht zur Vorlage an den EuGH); Unionsrecht (Führerscheinrichtlinie; Sperre für die Erteilung einer Fahrerlaubnis; Eintragung im Verkehrszentralregister)
Verletzung von Art 101 Abs 1 S 2 GG (Garantie des gesetzlichen Richters) durch Unterlassen einer Vorlage an den EuGH gem Art 267 Abs 3 AEUV - Zur Frage der Vereinbarkeit von § 28 Abs 4 S 1 Nr 3 FeV iVm § 28 Abs 4 S 3 FeV mit Unionsrecht, insbesondere mit Art 11 Abs 4 UAbs 2 der 3. ...
Art 101 Abs 1 S 2 GG, Art 267 Abs 3 AEUV, § 93c Abs 1 S 1 BVerfGG, Art 11 Abs 4 UAbs 2 EGRL 126/2006, Art 1 Abs 2 EGRL 439/91
Teilweise stattgebender Kammerbeschluss: Verletzung von Art 101 Abs 1 S 2 GG (Garantie des gesetzlichen Richters) durch Unterlassen einer Vorlage an den EuGH gem Art 267 Abs 3 AEUV - Zur Frage der Vereinbarkeit von § 28 Abs 4 S 1 Nr 3 FeV iVm § 28 Abs 4 S 3 FeV mit Unionsrecht, ...
Zur Verletzung des rechtlichen Gehörs durch Unterlassen einer Vorlage an den EuGH gem Art 267 Abs 3 AEUV - Zur Frage der Vereinbarkeit von § 28 Abs 4 S 1 Nr 3 FeV iVm § 28 Abs 4 S 3 FeV mit Unionsrecht
blutalkohol , S. 47
AEUV Art. 267 Abs. 3; FeV § 28 Abs. 4
AG Erlangen, 20.05.2010 - 6 Ds 915 Js 140982/10
LG Nürnberg-Fürth, 08.11.2010 - 15 Ns 915 Js 140982/10
OLG Nürnberg, 30.03.2011 - 1 St OLG Ss 42/11
OLG Nürnberg, 01.10.2012 - 1 St OLG Ss 42/11
BVerfGK 19, 74
NJ 2012, 112
Es ist daher fragwürdig, die von ihrer Funktion mit einer Sperrfrist nicht vergleichbare Tilgungsfrist zur Grundlage der Nichtanerkennung einer ausländischen EU- oder EWR-Fahrerlaubnis zu machen (vgl. BVerfG, Kammerbeschluss vom 22. September 2011 - 2 BvR 947/11 - DAR 2012, 14 = BVerfGK 19, 74).
Im Hinblick darauf, dass zur Beurteilung unionsrechtlicher Zulässigkeit eines solchen Konzepts einschlägige oder übertragbare Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs nicht ersichtlich gewesen ist (…vgl. BVerfG, Beschlüsse vom 24. Oktober 2011 - 2 BvR 1969/09 Rn. 25, und vom 22. September 2011 - 2 BvR 947/11 Rn. 14, jeweils mwN), hat der Senat dem Gerichtshof der Europäischen Union mit Beschluss vom 8. Februar 2012 (vgl. auch BGH, Beschluss vom 10. Januar 2012 - 5 StR 351/11, wistra 2012, 152) gemäß Art. 267 Abs. 1 lit. a, Abs. 3 AEUV folgende Frage zur Vorabentscheidung vorgelegt:.
Außerdem neige auch das Bundesverfassungsgericht (Beschluss vom 22.09.2011 - 2 BvR 947/11) dazu, § 28 IV 1 Nr. 3 FeV, nach dem die Anerkennungspflicht zu verneinen wäre, für europarechtswidrig zu halten.
Sie ist entscheidungserheblich, ohne dass einschlägige oder übertragbare Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs ersichtlich wäre (…vgl. BVerfG, Beschlüsse vom 24. Oktober 2011 - 2 BvR 1969/09 Rn. 25, und vom 22. September 2011 - 2 BvR 947/11 Rn. 14, jeweils mwN).
Ferner verweist der Antragsteller darauf, dass das Bundesverfassungsgericht im Beschluss vom 22. September 2011 (DAR 2012, 14) Zweifel daran geäußert habe, ob § 28 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 FeV mit Art. 11 Abs. 4 der Richtlinie 2006/126/EG vereinbar sei.
Die Kammerentscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 22. September 2011 (a.a.O.) sei für den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof nicht bindend, da diese rechtliche Wirkung nur Senatsentscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zukomme und sich die Bindungswirkung zudem nur auf tragende Gründe verfassungsrechtlicher Art beziehe.
Sie ist entscheidungserheblich, ohne dass einschlägige oder übertragbare Rechtsprechung des europäischen Gerichtshofs ersichtlich oder die richtige Anwendung des Unionsrechts derart offenkundig wäre, dass für einen vernünftigen Zweifel keinerlei Raum bliebe (vergleiche BVerfG, Beschlüsse vom 22.09.2011 - 2 BvR 947/11, StraFo 2011, 498 Rn. 14 …und vom 28.01.2013 - 2 BvR 1561-1564/12, juris, Rn. 178).
Sie sind entscheidungserheblich, ohne dass einschlägige oder übertragbare Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs ersichtlich oder die richtige Anwendung des Unionsrechts derart offenkundig wäre, dass für einen vernünftigen Zweifel keinerlei Raum bliebe (vergleiche BVerfG, Beschlüsse vom 22.09.2011 - 2 BvR 947/11, StraFo 2011, 498 Rn. 14 …und vom 28.01.2013 - 2 BvR 1561-1564/12, juris, Rn. 178).
Soweit das Verwaltungsgericht davon ausgehe, der Entscheidung sei § 28 FeV in der Fassung der Dritten Verordnung zur Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung vom 7. Januar 2009 (BGBl I S. 29) zugrunde zu legen, bleibe unberücksichtigt, dass nach dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 22. September 2011 (DAR 2012, 14) durchgreifende Zweifel an der Vereinbarkeit dieser Bestimmung mit dem Recht der Europäischen Union bestünden.
Soweit sich der Antragsteller auf den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 22. September 2011 (a.a.O.) beziehe, zeige er nicht auf, dass die Inlandsungültigkeit seiner im Jahr 2004 erworbenen tschechischen Fahrerlaubnis von der in jener Entscheidung erörterten Problematik - nämlich der Vereinbarkeit von § 28 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 FeV mit der am 19. Januar 2009 anwendbar gewordenen Bestimmung des Art. 8 Abs. 4 der Richtlinie 2006/126/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 (…ABl L 403 vom 30.12.2006, S. 18) - berührt sein könne.
Aus diesem Grund kommt auch dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 22. September 2011 (a.a.O.) keine Entscheidungserheblichkeit für den vorliegenden Rechtsstreit zu.