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Timestamp: 2019-09-16 00:03:27
Document Index: 254286632

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'Art. 140', 'Art. 137', 'Art. 3', 'Art. 33', 'Art. 7', 'Art. 140', 'Art. 137', 'Art. 140', 'Art. 137', 'Art. 37', '§ 4']

STAATSKIRCHE - Information
Staatskirche Information
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Staatskirchen haben gewöhnlich gewisse staatliche Privilegien ( Steuern, Ansehen der Geistlichen), sind aber auch an gewisse Regeln des Staats gebunden. Das Ausmaß der Privilegien und Einspruchsrechte des Staats kann je nach Land und Zeit sehr unterschiedlich sein, z. B. in den deutschen Landeskirchen und im Cäsaropapismus.
Die weltanschauliche Neutralität der Bundesrepublik Deutschland wird heute aus dem Zusammenwirken verschiedener verfassungsrechtlicher Normen, welche das Verhältnis von Staat zu Religion und Kirche bzw. Weltanschauung darstellen, umschrieben. Dabei sind insbesondere die Religionsfreiheit des Art. 4 Abs. 1, 2 des Grundgesetzes, das Verbot der Staatskirche in Art. 140 GG in Verbindung mit Art. 137 Abs. 1 der Weimarer Reichsverfassung oder auch die Verbote der Benachteiligung und Bevorzugung der Bürger aus religiösen Gründen nach Art. 3 Abs. 3 GG sowie die Unabhängigkeit bürgerlicher Rechte und der Zulassung zu öffentlichen Ämtern vom religiösen und weltanschaulichen Bekenntnis ( Art. 33 Abs. 3 GG) zu nennen. Ungeachtet davon ist das Verhältnis von Staat und Kirche in Deutschland nicht streng laizistisch, wie beispielsweise in Frankreich, sondern in vielen Bereichen auf Kooperation angelegt. Als Beispiele hierfür können der Religionsunterricht, welcher gemäß Art. 7 Abs. 3 GG ordentliches Lehrfach ist und in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt wird, die Möglichkeit der Erhebung von Kirchensteuer mit Hilfe der staatlichen Finanzbehörden, Art. 140 GG in Verbindung mit Art. 137 VI WRV, sowie das Recht nach Art. 140 GG in Verbindung mit Art. 137 V WRV, den Status einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft zu erlangen, genannt werden. Siehe auch den Artikel Landeskirche.
Ausnahmen bilden jedoch die bis 1919 zum Deutschen Reich gehörenden Gebiete der Region Elsass und des lothringischen Moseldépartements, wo die Laizitätsgesetze nicht gelten und zwischen Staat und Kirchen (sowie der jüdischen Religionsgemeinschaft) ein ähnliches Verhältnis wie in Deutschland herrscht (z. B. werden von den Mitgliedern der evangelischen ( Union Protestantischer Kirchen von Elsass und Lothringen) und katholischen Kirche ( Bistümer Metz und Straßburg) Kirchensteuern eingezogen). Die Saläre der Seelsorger bestreitet der Staat.
Die Church of England war von ihrer Entstehung her Staatskirche von England [1]. Der König ist bis heute offiziell das Oberhaupt der Kirche und ernennt Erzbischöfe und Bischöfe auf den Rat des Premierministers. Erzbischöfe und Bischöfe sitzen im englischen Oberhaus. Anders ist die Situation in Schottland, wo 1926 der Status der presbyterianischen Church of Scotland von der Staatskirche zur „Nationalkirche“ gewandelt wurde.
Seit der Revolution wird die Islamische Republik Iran sogar als Einkirchenstaat bezeichnet [1].
Der Theravada-Buddhismus, der ab dem 14. Jahrhundert den Hinduismus und den Mahayana-Buddhismus im Königreich Kambodscha verdrängte, war bis 1975 Staatsreligion und wieder ab den späten 1980er Jahren. Heute ist er gesetzlich in der Verfassung verankert [1].
Die römisch-katholische Kirche ist im Fürstentum Liechtenstein gem. Art. 37 II der Landesverfassung Landeskirche. Andere Religionen genießen kraft der Verfassung individuelle und kooperative Religionsfreiheit. Im Juni 2011 wurde eine Gesetzesinitiative der liechtensteinischen Regierung gestartet, die eine Trennung von Staat und Kirche in Liechtenstein vorsieht [2].
Im Fürstentum Monaco an der französischen Mittelmeerküste ( Côte d’Azur) nahe der italienischen Grenze ist die katholische Kirche nach wie vor gesetzlich festgelegte Staatsreligion.
Die orthodoxen Kirchen sehen sich als die Kirche auf dem entsprechenden Staats- oder Volksgebiet und waren in der Geschichte oft eng mit der Regierung verbunden. Aber auch ohne Verbindung zur weltlichen Macht ( griechisch-orthodoxe Kirche unter türkischer Herrschaft, viele andere unter dem Realsozialismus) verstehen die orthodoxen Kirchen bis heute das Staats- bzw. Volksgebiet als identisch mit der Ausdehnung der Kirche.
Gemäß § 4 der dänischen Verfassung ist die evangelisch-lutherische Kirche eine Staatskirche. Sie war bis 1849 die einzige zugelassene Religionsgemeinschaft. Die Königin oder der König muss dieser angehören. [3] Die (ehemaligen) dänischen Besitzungen haben das Staatskirchensystem übernommen.
↑ Radio Vatikan:Liechtenstein: Trennung von Kirche und Staat ( Memento vom 7. November 2011 im Internet Archive)
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4305721-4 ( OGND, AKS)
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