Source: https://www.arbeitssicherheit.de/schriften/dokument/0%3A7824950.html
Timestamp: 2018-04-23 11:14:51
Document Index: 310281433

Matched Legal Cases: ['Art. 54', 'Art. 29', 'Art. 34', 'Art. 32', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 27']

Anlage 4b Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachw...
Anlage 4b Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für die Betreuung alter bzw. pflegebedürftiger Menschen in Gruppenwohnbereichen
Anlage 4b Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für die Betreuung alter bzw. pflegebedürftiger Menschen in Gruppenwohnbereichen – Seite 466 – 01.09.2015 >>
GK 1, 2 oder 4 nur, wenn Gesamtfläche des Gebäudes bzw. der NE unter 400 m2
Sonderbau wegen Unterbringung pflegebedürftiger Personen ab bestimmten Personenzahlen je nach Bauordnungen oder eingeführten Richtlinien (6 Personen je Nutzungseinheit oder grundsätzlich, wenn Intensivpflege oder gemeinsame Rettungswege für mehr als 12 pflegebedürftige Personen)
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Da es sich bei der Unterbringung in Gruppenwohnbereichen in Bayern um nicht geregelte Sonderbauten handelt, sind nach Art. 54 Abs. 3 BayBO formal entsprechende Maßnahmen für die Sondernutzung zu berücksichtigen, welche zusätzlich zu den Vorgaben aus der Bauordnung umzusetzen sind (ggf. auch geringere Anforderungen zulässig bei entsprechender Gefahrenlage).
Gebäude für mehrere Nutzungseinheiten �Betreutes Wohnen/betreute Wohngemeinschaften�
Zusammenleben von mehr als 6 teilweise auch bis zu 12 Bewohner in betreuten Wohngruppen/Nutzungseinheiten (bis 6 pflegebedürftige Personen innerhalb einer Nutzungseinheit oder 12 im Gebäude mit denselben Rettungswegen keine zusätzlichen Anforderungen)
Besondere Wohnformen für Menschen mit Betreuungs- und Pflegebedarf
Unterbringung der Bewohner in Nutzungseinheiten zwischen 200 m2 bis 500 m2
Mehrgenerationenhäuser möglich mit Wohngemeinschaften
Pflegebedürftige im Alter von 18, meist von 60 bis 100 Jahren
Belegungsdichte vergleichbar mit denen in Wohnungen bzw. die Anzahl leicht erhöht
Betreuung durch Pflegekräfte, nachts ist Mindestbesetzung festzulegen
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Vergleichbar mit Standardgebäuden/Wohnungen
Vom Grundsatz höher als in Standardgebäuden auf Grund der Nutzergruppe
Trennwände zu fremd genutzten Nutzungseinheiten (wenn vorhanden) oder Räumen mit besonderen Brandgefahren
Trennwände der Nutzungseinheiten, Wohnbereiche, Zellenbauweise
Trennung der Treppenraume von den Nutzungseinheiten
Pflegebedürftigkeit, Behinderungen, Bettlägerigkeit der Nutzer
Organisation der Rettung bzw. Evakuierung bzw. Anwesenheit von Betreuern
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Ausführung der Angriffswege (Treppen, Treppenräume)
In Bayern ist keine Sonderbauverordnung oder Sonderbaurichtlinie für Pflegeheime eingeführt. Das trifft auch für die Betreuung der Bewohner in Gruppenbereichen zu. Solche Sondernutzungen können nicht nur nach dem Standardbrandschutzkonzept (BayBO) geplant bzw. errichtet werden, da auf Grund der besonderen Nutzung und der sich daraus ergebenden Gefährdungen die Schutzzielerreichung nicht sichergestellt wird.
Zusätzlich zu den bauaufsichtlichen Anforderungen ist das Schutzziel so zu konkretisieren, dass
ein Brandausbruch rechtzeitig erkannt,
die Feuerwehr ohne Verzögerung alarmiert wird,
die Personenrettung ins Freie, in einen benachbarten Brandabschnitt oder in einen anderen sicheren Bereich erfolgen kann.
Die vorgenannten sicheren Bereiche sollen alle zusätzlichen Bewohner aus der von einem Brand betroffenen Nutzungseinheit aufnehmen können, wobei die weiteren Rettungswege noch nutzbar sein müssen.
Deshalb sind zusätzliche Maßnahmen vorzusehen (über die Anforderungen aus der Landesbauordnung hinaus).
BayBO in Verbindung mit der Handlungsempfehlung für den vorbeugenden Brandschutz für den Bau und Betrieb von vollstationären Pflegeeinrichtungen der 4. Generation von Mecklenburg-Vorpommern.
In anderen Ländern sind entsprechende Richtlinien oder Verordnungen eingeführt, so dass dort nicht auf �ausländische Sonderbauvorschriften oder Richtlinien� zurückgegriffen werden muss (z.B. in Rheinland-Pfalz die eingeführte Heimrichtlinie, Gleiches gilt sinngemäß auch für Hessen, Hamburg, Baden-Württemberg und NRW).
Alternativ können vorgenannte Richtlinien in Anlehnung herangezogen werden. Wobei hier nicht nur die jeweiligen Rosinen herausgepickt werden können. Die Planungen müssen in sich geschlossen und vor allem schutzzielgerecht erfolgen.
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Alle in den jeweiligen Bundesländern �Eingeführten Technischen Baubestimmungen� gelten in jedem Fall und müssen beachtet werden, wie z.B. Leitungsanlagenrichtlinie für die Verlegung von Leitungen jeglicher Art außer Lüftungsleitungen, Lüftungsanlagenrichtlinie für die Lüftungsanlage einschließlich der Lüftungsleitungen, DIN 4102 usw.
Letztere Aussage trifft auch für die Verordnungen für technische Anlagen zu (FeuV, EltBauV).
Grundsätzlich ist für jedes Bauvorhaben ein BS-Konzept zu erstellen, mit dem der jeweilige Einzelfall zu betrachten ist. Abweichungen von den Vorgaben sind immer zulässig, soweit diese begründet sind mit dem Nachweis der Schutzzielerreichung.
Nachfolgend die Gliederung und groben Inhalte des BS-Konzeptes:
Abweichungen von baurechtlichen Vorgaben
Grundsätzlich sind vor den nachfolgenden speziellen Anforderungen die Schutzziele dieser Bauteile oder anderweitigen Forderungen darzulegen. Das ist vor allem obligatorisch, wenn von Vorgaben abgewichen wird. Ohne die Schutzzielangabe kann nicht eingeschätzt werden, ob die Anforderungen im konkreten Einzelfall risikogerecht sind; in der nachfolgenden Darstellung wird auf die Schutzzieldarstellung verzichtet. Auch der spätere Betreiber kann nur so die risikogerechte Nutzung sicherstellen.
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2.2 Nutzungseinheiten
Die Pflegebereiche sind in Nutzungseinheiten von max. 500 m2 zu unterteilen, mit einer Belegung von bis zu 12 Bewohnern je Nutzungseinheit. Diese Nutzungseinheiten dürfen sich nur über ein Geschoss erstrecken (keine mehrgeschossigen Nutzungseinheiten).
Die Nutzungseinheiten bestehen aus einer Gemeinschaftszone mit direkt angeschlossenen Bettenzimmern. Die Bettenzimmer müssen direkt an der Gemeinschaftszone angeschlossen sein.
Türen in inneren BW T 90 ggf. T 30 RS, soweit Flure angrenzen
BayBO entsprechend der Gebäudeklasse, mind. F 30 A
In obersten DG und erdgeschossigen Gebäuden mind. feuerhemmend
Nach BayBO entsprechend der Gebäudeklasse
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Zwischen NE selbst und anderen Räumen nach BayBO, mind. F 30 A
Innerhalb einer NE mind. F 30 A zur Sicherung der horizontalen Rettung in benachbarte NE (Teilung von Nutzungseinheiten in zwei Rettungsbereiche)
Wände von Lagerräumen und Funktionsbereichen mind. F 30 A
Räume mit erhöhter Brandgefahr F 90 A/T 30
Decken als Raumabschluss wie tragende Decken (Art. 29 BayBO)
Decken von Nutzungseinheiten ohne Öffnungen
Dämmstoffe. Unterdecken, Verkleidungen
Dämmstoffe in Gebäuden nichtbrennbar (außer unter Estrich)
Anschluss jeder Nutzungseinheit an einen Treppenraum ggf. über Flur
2. RW in benachbarte Nutzungseinheit mit TR-Zugang
2. RW auch über Balkone, Dachterrassen und Außentreppen
Evakuierung in der Nachbarnutzung durch eigenes Personal sicherstellen
Evakuierungszeit max. 10 min, sonst Anordnung von notwendigen Fluren
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Rettungswege mind. 1,2 m Breite
Rettungswegbreiten abhängig von der Nutzerzahl und Bettentransport
Innerhalb von Nutzungseinheiten
Einbauten und Möblierungen in Gemeinschaftsbereichen schwerentflammbar
Massivholzmöbel in Gemeinschaftsbereichen zulässig
Gänge innerhalb von NE mind. 1,5 m Breite
Flure (Art. 34 BayBO)
Stichflure max. 15 m
Flurwände feuerhemmend aus nichtbrennbaren Baustoffen F 30 A
Unterteilungen der Flure in Rauchabschnitte (RS-Türen nach DIN 18095)
Treppen (Art. 32 BayBO)
Treppenräume (Art. 33 BayBO)
In BW Türen T 90 RS (ggf. T 30 RS in Fluren)
Räume mit erhöhter Brandgefahr T 30 RS
Zwischen NE und Treppenräumen mind. T 30 RS
Zwischen NE mind. T 30 RS
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Zwischen NE und Lagerräumen oder Funktionsbereichen T 30 RS
Zwischen NE und notwendigen Fluren mind. RS ggf. VDS
Sonstige Türen innerhalb der NE mind. VD
Türbreiten und weitere Anforderungen
Türbreite von Aufenthaltsräumen mind. 90 cm
2.5 Aufenthaltsräume im Dachgeschoss (Art. 33 BayBO)
Anschluss der Dachgeschosse an die beiden notwendigen Treppenräume
Führung der Trennwände und Decken bis an die Dachhaut oder alternativ vorsehen feuerwiderstandsfähiger Wände, Decken, Dachschrägen mit mit feuerhemmendem Anschluss
2.6 Aufenthaltsräume im Kellergeschoss (Art. 27, 31 u. 34 BayBO)
Keine Gruppenwohnbereiche in Kellergeschossen
Bei zwei übereinander liegenden Kellergeschossen getrennte Ausgänge nachweisen
Aufzüge/Bettenaufzüge/Feuerwehraufzüge
Ab GK 4 Brandfallsteuerung vorsehen, mit Eingriffsmöglichkeit für FW
Ggf. Bettenaufzüge vorsehen, z.B. in größeren Gebäudekomplexen
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3.1 Brandmeldeanlagen, Gefahrenmeldeanlagen
Brandmeldeanlage Kat. 1 Vollschutz mit Aufschaltung zur Feuerwehr
Technische Maßnahmen gegen Falschalarme
Personelle Maßnahmen unzulässig
Alarmierungsanlagen nur für das Personal
Stiller Alarm mit Klartext wie Brandgeschoss und Zimmernummer
Zwingend erforderlich sind folgende Löschanlagen/Einrichtungen:
Steigleitung trocken oder Wandhydrant mit FW abstimmen
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Sprinkleranlagen in Ausnahmefällen
3.3 Rauch und Wärmeabzug
Entrauchung der NE z.B. über vorhandene Fenster oder maschinell
Entrauchung der Flure über Fenster oder maschinell
Blitzschutzanlage für inneren und äußeren Blitzschutz zwingend erforderlich
Gemeinschaftsbereich in den Nutzungseinheiten
Brandfallsteuerung der Aufzugsanlagen
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3.7 Gruppenküchen
Bei Abwesenheit des Personals kein Betrieb der Küchen zulässig
Sicherung durch zentralen Schlüsselschalter zum Abschalten der Küchen
Betriebliche Gefahrenabwehrpläne in größeren Einrichtungen
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Meist erforderlich, im Einvernehmen mit der Feuerwehr erstellen
Welche Löschwasserquellen sind vorhanden bzw. geplant. Erforderlich sind ca. 1.600 l/min.
Anlage 4b Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für die Betreuung alter bzw. pflegebedürftiger Menschen in Gruppenwohnbereichen – Seite 479 – 01.09.2015 <<