Source: https://de.slideshare.net/joerglenz/bitkom-signieren-mit-ipad-co
Timestamp: 2017-03-30 00:56:41
Document Index: 70471038

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 126', '§ 371', '§ 623', '§ 630', '§ 761', '§ 766', '§ 780', '§ 781']

Im Oktober 2012 sind in Deutschland nach Schätzungen von Experten mindestens zirka zwei Millionen iPads im Einsatz, weltweit sind es rund 100 Millionen iPads. Am 23. Oktober 2012 stellte Apple das iPad mini vor und ab 26. Oktober startet Windows und soll Microsoft zu einem großen Player im Tablet-Markt machen.
80 Prozent der Unternehmen in Deutschland gaben laut einer Marktstudie der Computerwoche aus dem Juni 2012 bereits an Tablets für den geschäftlichen Einsatz zu nutzen. Dabei werden zunehmend auf den Tablets Dokumente nicht nur angezeigt sondern auch bearbeitet: Schon seit dem Frühjahr 2012 lässt beispielsweise die Inter Versicherungsgruppe ihre Kunden auf iPads unterschreiben. Dieser Vortrag erläutert wie man Unterschriften mit Hilfe von iPad & Co in einen digitalen Workflow einbinden kann und beweiskräftige Dokumente erzeugt. Der Referent stellt dabei vor mit welchen Mitteln die Authentizität und Integrität signierter Dokumente gewährleistet wird. Des Weiteren erhalten Besucher der DMS EXPO eine fachmännische Einschätzung der Relevanz aktueller Technik-Trends: Seit dem Spätsommer 2012 kommen diverse Tablets mit Stiftbedienung auf den Markt, zunächst nur mit dem Betriebssystem Android und ab 26. Oktober auch mit Windows 8. Sie versprechen eine präzisere Eingabe und zielen insbesondere auf das Ausfüllen von Formularen und eine höherwertige Erfassung der eigenhändigen Unterschrift. Der Vortrag gibt konkrete Tipps worauf man bei der Auswahl von Hardware und Software achten sollte und welche Aussteller auf der DMS EXPO zu diesen Themen eingehendere Beratung anbieten. ...
Signieren mit iPad & Co.Beweiskräftiges Unterschreiben auf Tablets: Basis vertrauenswürdiger Geschäftsprozesse BITKOM Arbeitskreis Signaturen, Jörg-M. Lenz, SOFTPRO GmbH Stuttgart, 23.10.2012 2.
Informieren Sie sich in den nächsten 25 Minuten  Einsatzzwecke & rechtliche Rahmenbedingungen  „Alles iPad oder was?“ Was es kann und was andere Tablets besser können  Technik-Trends: Windows 8 + Immer mehr Tablets mit Stiftbedienung  Vermeidbare Fehler bei der Einführung von Tablets Wir beleuchten u.a. die Aspekte: BYOD – Sicherheit – Akzeptanz – ROI 2 3.
Tablet Facts – Stand Mitte Oktober 2012 iPads weltweit seit Verkaufsstart 2010  ca. 100 Mio. (allein 17 Mio. in Q2 12) 1) Absatz 2012 gesamt  iPads weltweit: 68,6 Mio. 2)  Tablets gesamt in Deutschland: 3,2 Mio.3) Viele neu auf den Markt kommende Tablets sind mehr als reine Media-Tablets. Sie zielen auf „Professionals“, weniger auf Consumer. Quellen: 1) Quartalsberichte Apple & Hochrechnung des Referenten 2) Gartner 3) BITKOM-Prognose 17.10.12, http://goo.gl/zDXww 3 4.
Tablet-Nutzung in deutschen Unternehmen  In 80 % der befragten Unternehmen werden Tablets zumindest vereinzelt genutzt (davon wenden wiederum 90% iPads an)  Top 3 der Nutzergruppen sind Geschäftsführung, Vertrieb und IT  Eingesetzt vorwiegend ergänzend zu Notebook und Smartphone als „drittes Gerät“ (oft als „Lieblingsgerät“)  iPad: Häufiger Einsatz auch als Incentive für Mitarbeiter (Statussymbol) (Quelle: Computerwoche Studie „Tablets im Unternehmen“, Juni 2012) 4 5.
Was ist Ihr wichtigstes Ziel für das Signieren auf iPad & Co. ? Beispielsweise….  Workflow beschleunigen (z.B. von Antrag bis Vertragsdokument)  Kosten senken (durch minimierten Papiereinsatz)  Dokumente absichern (z.B. für Archivierung) 5 6.
Unterschriften auf Tablets sind meist rechtswirksam, aber… … Ausnahmen bestätigen die Regel: Eine solche Ausnahme: ! Verbraucherkreditverträge Elektronisch nur mit qualifizierter elektronische Signaturen abschließbar, da Schriftform erforderlich Vgl. Urteil vom OLG München AZ: 19 U 771/12 vom 4. Juni 2012 vgl. http://goo.gl/kLFCN 6 7.
Wenn Schriftform erforderlich, wird zusätzliche Technik nötigHier sind qualifizierte elektronische Signaturen erforderlich: Justiz: Elektronisches Gerichts- und Verwaltungspostfach [EGVP] ! Schriftform Verwaltung: Austausch unter Behörden und zum Teil mit Bürger Sozialversicherung: Belege einscannen für Ersatz eines Papierarchivs Gesundheit: Elektronische Patientenakte Energie: Emissionshandel (CO²-Zertifikate) Abfall: Belege Sondermülltransporte [eANV] Verträge: Verbraucherkredit & Teilzeit-Wohnrechte (Timeshare) * Z Zt nur in Verbindung mitSignieren auf Tablets* mit „Zutaten “: Zertifikat & Signaturkarte & Kartenleser Windows-Tablets 7 8.
Formen elektronischer Signaturen in Deutschland Qualifizierte elektronische Signatur mit Anbieter Akkreditierung (§ 15 Abs. 1 Satz 4 SigG) ! wenn Qualifizierte elektronische Schriftform Signatur vorgeschrieben (§ 2 Nr. 3 SigG) Ersatz für Fortgeschrittene „gewillkürte elektronische Signatur Schriftform“ (§ 2 Nr. 2 SigG) (Formfreie Elektronische Signatur Vereinbarung) (§ 2 Nr. 1 SigG) 8 9.
Definition elektronischer Signaturen & Rechtsrahmen Siegel zu elektronischen Daten, das den Absender (Authentizität) und die Unverfälschtheit der Daten (Integrität) erkennen lässt. Zweck: Elektronisch übermittelte Daten sollen auf dem Weg vom Absender zum Empfänger nicht unbemerkt verändert werden können. (vgl. § 2 SigG)Elemente des rechtlichen Rahmens in Deutschland EU-Rahmenbedingungen: Richtlinie 1999/93/EG Gesetz (SigG), Verordnung (SigV) & Ausführungsvorschriften Bürgerliches Gesetzbuch (BGB): Vorschriften zur Schriftform (insbes. § 126) Zivilprozessordnung (ZPO): Beweiskraft elektronische Dokumente (u.a. § 371a / 445) 9 10.
Kriterien zur Auswahl passender Signatur-Verfahren (1) Welches meiner Ziele hat welche Priorität: Senkung von Kosten, Beschleunigung des Workflows oder die erhöhte Sicherheit im Arbeitsablauf? Welche Anforderungen an Sicherheit und Beweiswert habe ich, aufgrund gesetzlicher Vorgaben, Regelungen in meiner Branche, den Ländern in denen ich es anwenden will und eigenem Anspruch? Wer profitiert, wenn ich elektronische Signaturen anwende in welcher Form und wer soll dafür warum wie bezahlen? (Oft profitiert der Empfänger digitaler Dokumente mehr als der Absender) Last, but not least: Wie kann ich meine elektronischen Prozesse möglichst anwenderfreundlich gestalten, so dass sie auch akzeptiert werden? (Und nicht am Arbeitsplatz Merkzettel mit Passwörtern zu finden sind…) 10 11.
Kriterien zur Auswahl passender Signatur-Verfahren (2) Wie sicher/angreifbar ist das heutige Verfahren auf Papier? Welche Angriffsrisiken sind realistisch und wie wahrscheinlich? Wie hoch wäre das mögliche „Schadenspotential“? Welche technische Sicherheit soll es haben? Wie erklärungsbedürftig darf es sein um noch akzeptiert zu werden? Wie komplex darf/kann es organisatorisch sein? ... und was darf es kosten, um rentabel zu sein? 11 12.
(Noch) nicht elektronisch signierbarweil im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) Schriftform auf Papier vorgeschrieben: Kündigung von Arbeitsverträgen (§ 623 BGB) Dienstzeugnisse (§ 630 BGB) Leibrentenversprechen (§ 761 BGB) Bürgschaftserklärung (§ 766 BGB) Schuldversprechen (§ 780 BGB) Anerkennungserklärung (§ 781 BGB) 12 13.
Elektronisch Unterschreiben auf Tablets: Hier wird’s gemachtErsatz für gewillkürte Schriftform auf Papier bei formfreien Vereinbarungen Versicherungen: Anträge, Beratungsprotokolle, Schadensdokumentation, Gutachten,… Banken: Kontoeröffnung, Daueraufträge, Freistellungsaufträge, Beratungsprotokolle,... Telko: Verträge (Mobilfunk, DSL, Kabel, etc.), Serviceberichte, … Energie: Verträge (Strom, Gas etc.), Mitgliedsanträge für Kundenbindungsprogramme, .. Industrie: Protokolle aus Produktion und Service, Prüfberichte und Empfangsbestätigungen, … Handel: Bezahlvorgänge (Lastschriften), Empfangsbestätigungen am Point of Sale oder Point of Delivery, Abonnements, … 13 14.
Signieren auf Tablets: Vor allem bei persönlichem Kontakt Face-to-Face 14 15.
Tablet Computing: Evolution von stationär zu mobil b b b b b b b b b b b Tablets in Verbindung mit Windows iPad & PC / Notebook Tablet PCs Android-Tablets 15 16.
Tablet-Betriebssysteme 2012/13  iOS 6: iPad wird oft als „geliebtes“ Privatgerät auch für geschäftliche Zwecke genutzt (BYOD - „Bring Your Own Device“)  Android 4.1: Kampf um den Titel „Bester iPad Rivale“ noch nicht entschieden, kaum überblickbare Geräte-Vielfalt von Billiggerät bis Profi-Tablet  Windows 8: könnte bisherige Notebook-Nutzer teilweise zu Tablet Nutzern werden lassen (z.B. durch Tablets mit Stiften mit anzusteckender Tastatur) 16 17.
Eingabe: Finger, „Fingerersatz-Stift“ oder Spezialstift  „Wurstfinger-Effekt“: 22 % aller Klicks auf Werbeflächen sind Fehlbedienungen 1) - Genauigkeit bei Eingabe mit Finger (und auch mit „Fingerersatz-Stiften“) hat auf Touchscreens natürliche Grenzen  Alternative für präzises Arbeiten und Unterschreiben auf dem Bildschirm: Spezialstifte für elektromagentische Resonanz wie in Unterschriftenpads 1) Quelle InternetWorld 19/12: Der Wurstfinger Effekt - http://goo.gl/0KjD8 17 18.
Tablets mit Spezialstift – Android 4.0 / 4.1 In Google Play finden sich mittlerweile zahlreiche Anwendungen für den geschäftlichen Einsatz. Anbieter wie Samsung haben in Ihren App Marktplätzen Kategorien wie „Produktivität“ und heben Anwendungen hervor, die den Spezialstift inGalaxy Note II Galaxy Note 10.1 Tablet besonderer Weise nutzen. Spezialstift S Pen (Wacom Stifttechnologie): Android-Tablets bieten meist mehr 1,024 Druckstufen - 133 Signale / Sekunde Schnittstellen als iPads (z.B. USB). 18 19.
Tablets mit Spezialstift – Windows 8 Konkurrenz für das iPad? 10 Jahre nach dem Start der Windows XP Tablet Edition versprechen Microsoft und seine Hardware-Partner leichte, leistungsfähige Geräte mit einem Betriebssystem, das für die Bedienung auf dem Bildschirm optimiert ist. Test möglich ab 26. Oktober 2012 (Verkaufsstart Windows 8) Bis zum ECM-Forum auf der CeBIT 2013 dürfte sich beurteilen lassen, ob dieses Versprechen eingelöst wird … 19 20.
Windows 8 – Zwei Versionen für zwei Zielgruppen Windows 8 Professional (Intel-Prozessoren) Primärer Einsatz: Microsoft Office in vollem Umfang, bestehende Windows- Anwendungen -> echtes mobiles Büro Windows 8 RT (ARM-Prozessoren) Primärer Einsatz: Media Tablets für Consumer mit ARM Prozessoren 20 21.
Signatur-Apps: Nur wenige sind wirklich Business-tauglich 21 22.
Signatur-Apps: Professionelle UnterschriftenerfassungSchreibgefühl möglichst wie auf Papier & Erfassung möglichst aussagekräftiger Daten Unmittelbare, ortsgenaue, „natürliche“ Anzeige digitaler Tinte auf dem Display während des Schreibvorganges Erfassung möglichst vieler Signale pro Sekunde u.a. zur korrekten Darstellung von Bögen und Schleifen, idealerweise auch Erfassung unterschiedlicher SchreibdruckstufenJe präziser und differenzierter die Erfassung von Signalen während des Schreibvorgangs, umsoaussagekräftiger der Datensatz der Unterschrift.Entscheidend für die Verlässlichkeit sowohl für einen automatischen Vergleich mitReferenzunterschrift durch Software wie auch für einen Vergleich durch Schriftsachverständige –egal ob sofort nach Unterzeichnung oder im späteren Bedarfsfall. 23 24.
Funktionsäquivalentes Surrogat zur Unterschrift auf Papier… sehen Juristen in Signatur-Apps, die u.a. folgende Kriterien erfüllen: Exakte Erfassung aussagekräftiger biometrischer Daten der Unterschrift (nach ISO 19794-7) -> Möglichkeit zur Prüfung der Authentizität Verschlüsselung mit Algorithmen, die offiziell von der Bundesnetzagentur als sicher empfohlen werden -> Manipulationsresistenz Bildung einer Prüfsumme (Integritätswert , Hash) und Speicherung im PDF (nach ISO 32000) -> Möglichkeit zur Prüfung der Integrität bei Manipulationsverdacht mit üblicher Software zur Darstellung von PDF-Dateien (z.B. Adobe Reader)Die Erfüllung dieser Kriterien bei Signatur-Apps prüft beispielsweise der TÜV Saarlandfür die Vergabe des Siegels „Geprüfte App“ 24 25.
Signatur-Apps: Beweiswert erhöhen durch zusätzliche Daten Dank eingebauter hochauflösender Kameras vieler Tablets erfassbar:  Fotos von Unterzeichnern (bei Bedarf auch nach biometrischen Gesichtspunkten)  Aufnahmen von Identitätsdokumenten Professionelle Signatur-Apps speichern diese Daten ebenfalls als Teil der elektronischen Signatur des Dokuments – vergleichsweise wie eine zusätzliche Unterschrift. 25 26.
Signatur-Apps: Anwenderbeispiele Einige Versicherungen in Europa und Asien setzen bereits Lösungen für die Bearbeitung von Dokumenten auf iPads in ihrem Außendienst ein. Dafür wurde in die Apps der Versicherungen eine Signatur-Komponente integriert:  AIA Gruppe, Hong Kong (Anwenderbericht: http://sp-l.de/kwPB )  INTER Versicherungsgruppe, Mannheim (Anwenderbericht: http://sp-l.de/u2Rf ) 26 27.
Elektronische Unterschrift auf Tablets  Persönlichste Form der elektronischen Signatur  Erfassung biometrischer Merkmale kombiniert mit digitaler Signatur  Vorgang vertraut, selbsterklärend und findet bewusst statt („aktive Willenserklärung“, „Unterschriften-Zeremonie“)  Darstellung Dokument ab ca. 10“ Display vergleichbar DIN A4 auf Papier 27 28.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit  Jörg-M. Lenz - joerg.lenz@softpro.de  Mitglied im Arbeitskreis Signaturen der ECM-Initiative von BITKOM  Manager Öffentlichkeitsarbeit der SOFTPRO GmbH  Auf DMS EXPO 2012: Halle 5, Stand E 57 28 Empfohlen