Source: https://www.haufe.de/steuern/steuer-office-kanzlei-edition/frotscherdrueen-kstg-32a-erlass-aufhebung-oder-aender-4-folgeaenderung-bei-verdeckter-einlage-abs2_idesk_PI5592_HI1727477.html
Timestamp: 2020-08-06 01:16:54
Document Index: 332302699

Matched Legal Cases: ['§ 32', '§ 32', '§ 32', '§ 177', '§ 8', '§ 32', '§ 32']

Frotscher/Drüen, KStG § 32a Erlass, Aufhebung oder Änder ... / 4 Folgeänderung bei verdeckter Einlage (Abs. 2) | Steuer Office Kanzlei-Edition | Steuern | Haufe
Erlass, Aufhebung oder Änderung des Steuerbescheids gegen den Gesellschafter müssen nach dem insoweit eindeutigen Wortlaut des § 32a Abs. 2 KStG "hinsichtlich der Berücksichtigung einer verdeckten Einlage" erfolgen. Der zu ändernde Steuerbescheid muss daher entweder erstmals eine verdeckte Einlage erfassen, die frühere Berücksichtigung der verdeckten Einlage ändern oder die Folgen einer früher berücksichtigten verdeckten Einlage rückgängig machen. Änderungen hinsichtlich anderer Besteuerungsgrundlagen berechtigen oder verpflichten die Finanzbehörde nicht zu einer Änderung nach § 32a Abs. 2 KStG, da hinsichtlich dieser anderen Besteuerungsgrundlagen keine Verbindung zwischen dem Bescheid gegen den Gesellschafter und dem KSt-Bescheid gegen die Körperschaft besteht. Jedoch ist § 177 AO anwendbar. Die Regelung entspricht dem Abs. 1 hinsichtlich der Berücksichtigung einer verdeckten Gewinnausschüttung; daher kann auf die Ausführungen in Rz. 20 verwiesen werden. Folge ist eine Änderung des Steuerbescheids gegen die Körperschaft. Die Änderung kann zugunsten wie auch zulasten der Körperschaft erfolgen.
Ebenso wie Abs. 1 enthält Abs. 2 nur eine formelle Änderungsmöglichkeit, keine materielle Bindung. Die Finanzbehörde ist daher bei der Steuerfestsetzung gegen die Körperschaft nicht an die Entscheidung bei der Steuerfestsetzung gegen den Gesellschafter gebunden, sondern entscheidet in eigenem Ermessen. An die Entscheidung über den Steuer- oder Feststellungsbescheid gegen den Gesellschafter ist das für den KSt-Bescheid zuständige FA nicht gebunden. Eine materielle Bindung enthält nur § 8 Abs. 3 S. 4 KStG.
Zu der Frage, ob nur direkte Folgen der verdeckten Einlage die Anwendung des § 32a KStG rechtfertigen, oder ob auch Folgewirkungen zu berücksichtigen sind, gelten die Ausführungen zu § 32a Abs. 1 KStG entsprechend; hierzu Rz. 37a.
Ebenso wie Abs. 1 enthält auch Abs. 2 eine Ablaufhemmung für die Festsetzungsfrist. Abs. 1 S. 2 ist entsprechend anzuwenden. Die "entsprechende" Anwendung bedeutet, dass es nicht auf die Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung gegen die Körperschaft ankommt, sondern auf die Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung gegen den Gesellschafter.