Source: https://www.ihre-vorsorge.de/expertenforum/forum/detail/beruecksichtigungszeiten-bei-mehreren-kindern-aufteilbar.html
Timestamp: 2019-05-19 21:26:58
Document Index: 158048083

Matched Legal Cases: ['§ 56', '§ 56', '§28', '§ 70', '§ 70', '§ 70']

Berücksichtigungszeiten bei mehreren Kindern aufteilbar? | Ihre Vorsorge
Berücksichtigungszeiten bei mehreren Kindern aufteilbar?
angenommen man hat 2 Kinder mit einem Abstand von 1 Jahr bekommen.
Geburt Kind 1: 28.02.2014
Geburt Kind 2: 28.02.2015
Für jedes Kind bekommt man nun 3 Jahre Kindererziehungszeit und 10 Jahre Berücksichtigungszeit. Wenn ich das richtig verstanden habe, läuft die Kindererziehungszeit für Kind 1 vom 01.03.2014 bis zum 28.02.2017. Erst anschließend beginnt die 3-jährige Kindererziehungszeit für Kind 2.
Die Berücksichtigungszeit hingegen läuft nicht nacheinander, sondern parallel. Sprich die Berücksichtigungszeit beginnt mit der Geburt des ersten Kindes und endet mit dem 10. Geburtstag des zweiten Kindes.
Wenn nun beide Elternteile die Erziehung für Ihre Kinder gemeinsam zu gleichen teilen wahrnehmen, ließe sich dann die Kindererziehung- und Berücksichtigungszeit von Kind 2 auf den Vater übertragen.
Sprich wir würden gerne, dass die Mutter 3 Jahre Kindererziehungzeit und 10 Jahre Berücksichtigungszeit für Kind 1 erhält - der Vater das gleiche für Kind 2.
Die Frage die sich uns dabei insbesondere stellt ist, ob sich die Berücksichtigungszeit für jedes Kind gesondert einem Elternteil zuordnen lässt.
Zitiert von: SBausHL
Hallo SBauHL,
grundsätzlich ja, wenn der andere Elternteil (nennen wir ihn Vater) später mal _nachweisen_ kann, das er bei Kind 2 (oder/und noch Kind 1) die überwiegende Erziehungsleistung getragen hat. Bei gemeinsamer Erziehung wird das nahezu unmöglich sein, das landet dann komplett im Rentenkonto Mutter!
Bei Kind 2 (und auch Kind 1) läuft die BÜZ noch bis 2025/2024 - hier ließe sich durch schlichte gemeinsame Erklärung für die Zukunft noch die Berücksichtigungszeit im Rentenkonto des Vaters für ein Kind unterbringen.
Ob das Sinn macht, beim Vergleich beider Rentenkonten/künftiger Versicherungszeiten und deren Wertigkeiten und des Ausschlusses keine Doppel-BÜZ/ggf. Extra-EP bei der Mutter?! ...kann nur individuell/vor Ort beantwortet werden.
Getrennte Wohnsitze mit jeweils einem Kind?
Klingt nach zu viel Aufwand.
Zitiert von: Spalten statt versöhnen
...wie kommen Sie darauf, dass allein der Wohnsitz über die Zuordnung der KEZ/BÜZ entscheidet?
Ein bisschen mehr Aufwand in dem Ergebnis Ihrer 'Bewertung' der Ausgangsfrage sollten Sie sich das nächste Mal zutrauen - oder gehören Sie etwas zu diesen *Frischlingen:
und 'entscheiden' nach Gefühlslage? ...na dann - viel 'Glück' bei künftigen Beiträgen hier.
Hallo User SBausHL,
grundsätzlich können die Kindererziehungszeiten und Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung zwischen den beiden Elternteile aufgeteilt werden, wobei Kindererziehungszeiten und die zeitgleichen Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung nur einem Elternteil zugeordnet werden kann.
Wie in Ihrem Sachverhalt geschildert, wird die gewünschte Aufteilung wahrscheinlich nicht funktionieren, da, wie User „Wolfgang“ bereits richtig erwähnt hat, es an der überwiegenden Erziehung scheitern wird. Es kann in der Realität nicht sein, dass sich ein Elternteil nur um das eine Kind und der andere Elternteil nur um das andere Kind kümmert, wenn alle beteiligten Personen in einem Haushalt leben und die Kinder in so kurzem Abstand geboren sind.
Daher ist eine individuelle Beratung empfehlenswert.
m.E. ist es bei gemeinsamer Erziehung den Eltern sehr wohl möglich, die Kindererziehungszeiten (und Berücksichtigungszeiten) zwischen den Eltern aufzuteilen.
Hierzu muss eine Erklärung über die Zuordnung der Kindererziehungszeiten bei gemeinsamer Erziehung (Vordruck V0820) abgegeben werden.
In den rechtlichen Anweisungen findet sich auch ein entsprechender Passus:
"Unabhängig vom Umfang der tatsächlichen Erziehung können gemeinsam erziehende Eltern allerdings durch Abgabe einer übereinstimmenden Erklärung bestimmen, bei welchem Elternteil die Kindererziehungszeit anerkannt werden soll.
Von einer gemeinsamen Erziehung durch Eltern ist stets auszugehen, wenn die Eltern in Ausübung ihres Elternrechts bei der Erziehung des Kindes für denselben Er-ziehungszeitraum zusammenwirken. Leben Eltern mit dem Kind in häuslicher Gemeinschaft zusammen, ist gemeinsame Erziehung anzunehmen. Das gilt selbst dann, wenn ein Elternteil zum Beispiel aufgrund beruflicher Inanspruchnahme sich weniger um das Kind kümmern kann."
Das stimmt wohl, allerdings kann man die Erklärung nur für die Zukunft und maximal drei Monate in die Vergangenheit abgeben. Ist die Frist verstrichen wird alleine nach der objektiven Betrachtungsweise festgestellt wer die Kinder überwiegend erzogen hat, d.h. waren beide Elternteile zuhause oder beide waren arbeiten sieht es für den Vater
Liebe(r) "nur mal so" für die zukünftigen Zeiten haben Sie Recht, da kann eine entsprechende Erklärung (nach Belieben) abgegeben werden, für in der Vergangenheit liegende Zeiten kann ein Vater die KEZ/BÜZ nur dann bekommen, wenn er das Kind überwiegend erzogen hat.
Um ehrlich zu sein bin ich jetzt ein wenig irritiert. Also meine Frau und ich wohnen zusammen und nicht getrennt. Durch den Beitrag von "Nur mal so" bin ich auf die rechtlichen Anweisungen aufmerksam geworden. Dort steht z.B. unter R4.2.1.1: "Erziehen Eltern ihr Kind gemeinsam, können sie gegenüber dem zuständigen Rentenversicherungsträger übereinstimmend erklären, welchem Elternteil die Erziehungszeit zugeordnet werden soll (§ 56 Abs. 2 SGB VI). Gemeinsam erziehende Eltern können die Erziehungszeit auch unter sich aufteilen. Die Aufteilung ist auch mehrfach möglich, sie ist jedoch stets nur für volle Kalendermonate zulässig. Für das Recht zur Abgabe der übereinstimmenden Erklärung genügt es, dass der andere Elternteil an der Erziehung beteiligt ist."
Hier heißt es also sogar das es ausreicht, wenn der andere Elternteil "nur" an der Erziehung beteiligt ist - wenn die entsprechende Erklärung rechtzeitig abgegeben wird.
Und offenbar kann ich diese Erklärung auch wirklich für jedes Kind gesondert abgeben. Es kommt also nicht auf die "Gesamterziehung" der Kinder an, sondern auf jedes Kind individuell. Und da haben wir wohl durch den Vordruck V0820 das Wahlrecht für jedes Kind. So verstehe ich das jetzt zumindest.
Der Experte und Wolfgang sagen ja aber leider was anderes.
P.S. wenn ich jetzt noch einen Antrag stellen würde, würde ich dann nicht sogar noch Kinderersziehungszeiten für Kind 2 erhalten?
aus § 56 Abs. 2 SGB VI:
"... Die übereinstimmende Erklärung der Eltern ist mit Wirkung für künftige Kalendermonate abzugeben...", denn "...Haben die Eltern eine übereinstimmende Erklärung nicht abgegeben, ist die Erziehungszeit der Mutter zuzuordnen..."(Ausnahme: Jahresfrist des §28b FRG)
Also: für die Zukunft können die Eltern alles erklären, was Ihnen gefällt und vielleicht Sinn macht - für die Vergangenheit können nur die 'tatsächlichen Verhältnisse' eine Rolle spielen, als Auffangtatbestand bekommt die Mutter KEZ und KiBÜZ - das sollte man(n) vielleicht mal gendern...äh: ändern!
Ja, die KEZ (3 Jahre) läuft in _Ihrem_ Fall noch bis 31.03.2018/Geburt 28.02.2015, 12.2017 + 03.02.01.2018 wäre daher per Erklärung noch für Ihr Rentenkonto als 'Pflichtbeitragszeit für Kindererziehung' drin, ganze 4 Monate. Die sonst übliche Verschiebung der KEZ bei kurz aufeinander folgenden Geburten (in der Summe hier 6 Jahre KEZ) kann nur das Rentenkonto der Mutter betreffen, dass können Sie nicht per Erklärung für sich beanspruchen, da Sie keine 'aufschiebende' KEZ für das 1. Kind vorweg haben.
Wie oben schon erwähnt, bleibt Ihnen nur die BÜZ (auch Doppel-BÜZ/2 Kinder) bis 10. Lbj. erklärungsmäßig übrig (neben den 4 Monaten KEZ) - und ich frage nochmal nach Nutzen für Sie?
Machen Sie einen Termin in der nächsten Beratungsstelle aus, der ist fristwahrend, dann sehen Sie weiter.
PS: für den Vordruck-Wust bei Verteilung der KEZ/BÜZ für beide Rentenkonten ist jeder Berater 'dankbar' ...am Besten, beide legen das stillschweigend vollständig ausgefüllt vor - und waaagen es ja nicht, dazu auch noch eine Frage zu stellen ;-)
Ja, die KEZ (3 Jahre) läuft in _Ihrem_ Fall noch bis 31.03.2018
...28.02.2018 natürlich - denn ab 01.03.2015/Folgemonat nach Geburt, sind dann 3 volle Jahre KEZ rum. Sorry für die kleine Ungenauigkeit.
Hallo SbausHL,
Sie sollten unbedingt den Rat von W*lfgang und des Experten/der Expertin befolgen und sich individuell beraten lassen.
W*lfgang hat nicht zu Unrecht die Frage nach dem Nutzen der ganzen Aktion gestellt. Das Vorhaben, die Berücksichtigungszeiten pro Kind jeweils einem Ehegatten zuzuordnen (damit es in Summe mehr Berücksichtigungszeiten gibt) könnte nämlich auch ein Schuss sein, der nach hinten losgeht:
Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung werden nicht bewertet, d. h. die Anerkennung dieser Zeiten führt nicht zu einer unmittelbaren Erhöhung Ihrer Rentenanwartschaften.
Werden hingegen bei einem Elternteil zeitgleiche Berücksichtigungszeiten für zwei Kinder anerkannt, erhält der Elternteil hierfür unter bestimmten Voraussetzungen Entgeltpunkte gutgeschrieben (§ 70 Abs. 3a SGB VI). Diese Entgeltpunkte erhöhen die Rentenanwartschaften dann unmittelbar, d. h. hier können Sie ggf. einen echten Zuwachs bei Ihrer späteren Rente verzeichnen!
Was für Sie und Ihre Frau am günstigsten ist, muss man individuell anhand ihrer bisherigen Versicherungsverläufe und ihrer zukünftigen Pläne beurteilen (Wollen sie beide arbeiten oder bleibt ein Ehegatte zu Hause? Wie hoch ist ggf. der Verdienst?). Da spielen einige Faktoren rein, das kann man hier im Forum nicht so pauschal beurteilen.
Der Berater wird wahrscheinlich nicht begeistert sein, wenn Sie mit so einem ungewöhnlichen Anliegen auftauchen und er sich Gedanken über die Feinheiten der Rentenberechnung machen muss, aber zeigen Sie sich dann ruhig mal freundlich-hartnäckig und lassen Sie sich den § 70 Abs. 3a SGB VI erklären.
Oder erkundigen Sie sich, in welchem Versicherungsamt W*lfgang arbeitet. Dort erhalten Sie auf jeden Fall die gewünschte Optimierungsberatung! Sogar ohne Nachfrage!
@ W*lfgang: ;-)
Und nicht nur das. W*lfgang kann Ihnen sicherlich in seiner großzügigen Beratungszeit entsprechende Probeberechnungen, ohne Schmierzettel, erstellen.
Ich würde an Ihrer Stelle dann aber nochmal von Ihrem RV-Träger nachrechnen lassen.
Denn nur weil er behauptet richtig zu liegen, muss das nicht stimmen. Allwissend ist auch er nicht, auch wenn er das selbst glaubt!
Zitiert von: Wer’s glaubt
1) Zuständigkeit prüfen!
2) Darfst nicht zu w. vordringen, da falscher Wohnort bei Realist, Genervter Fastrentner Wers glaubt
3) Pech gehabt
Sie *Ärschin Sie ;-)
So ein Komiker/Vater mit ein paar Elternzeit legte mir kürzlich schlicht den V0800 für sich zwecks Bestätigung vor - Alter 43, Klärung eingeleitet - den ihm seine liebende Ehefrau nach DRV-Telefonaten aus dem Internet ausgedruckt hatte ...V0805 fehlte logischerweise/telefonische 'Kompetenz-Auskunft' halbgar.
Wie hätten Sie reagiert? Stempelkasten gespielt und *huschhusch wieder raus? Blöderweise fing der plötzlich von allein an zu fragen "Wie sieht denn das mal mit meiner Rente und der meiner Frau aus?" ...die blödeste aller Allgemeinfragen! *g
PS: auf die Zuständigkeitsfrage wurde bereits hingewiesen ;-)
PPS: Nebenbei/anderer Thread (Disporecht AR) - ein interessanter Dialog, der zumindest meine Sinne bei der AR bes. langj. Versicherte geschärft hat, was Antragsfristen/Disporecht dazu betrifft ...auch wenn hier ein paar bisher dazu ergangene Bescheide schlicht 'falsch' wären/das Disporecht nicht hätte eingeräumt werden können. Na und, ist halt für die Statistik "jeder 2. Rentenbescheid ist falsch" ;-)
Zu guter Letzt/Optimierungsberatung: dazu gibt es gerichtliche Entscheidungen, wie schlau Sie sich gegenüber dem *normaldoofen Versicherten zu 'verhalten haben', wann bei Ihnen Fehlverhalten vorliegt – was dann zu Ihren Lasten geht.
Neee, er hat ja gefragt, deshalb hätte er von mir natürlich auch eine ausführliche Antwort bekommen. Halt so eine typisch lange Antwort im Unwissenden-Stil! Hätte mich also bestimmt auch zu § 70 Abs. 3a SGB VI ausgelassen... ;-)
... ist halt typisch für die Flexirente. Da ist noch so vieles bei der Sachbearbeitung nicht bekannt und auch vieles noch nicht in den Gremien ausdiskutiert worden.
Habe bisher noch keine Belastung wegen Fehlverhaltens erfahren. Werde aber bei Gelegenheit mal meine Lastfähigkeit prüfen... ;-)