Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=10.03.1988&Aktenzeichen=IV%20R%20218/85
Timestamp: 2020-04-01 12:25:28
Document Index: 73767107

Matched Legal Cases: ['§ 62', 'Art. 3', '§ 1', '§ 118', 'BGH', '§ 118', 'Art. 3', '§ 1', '§ 62', 'Art. 3', '§ 1', '§ 62', '§ 56', '§ 118']

BFH, 10.03.1988 - IV R 218/85 - dejure.org
https://dejure.org/1988,290
BFH, 10.03.1988 - IV R 218/85 (https://dejure.org/1988,290)
BFH, Entscheidung vom 10.03.1988 - IV R 218/85 (https://dejure.org/1988,290)
BFH, Entscheidung vom 10. März 1988 - IV R 218/85 (https://dejure.org/1988,290)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1988,290) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
FGO § 62; VGFG-EntlG Art. 3 § 1
Finanzgerichtsverfahren - Vollmacht
BFHE 153, 195
NVwZ 1989, 503 (Ls.)
BStBl II 1988, 731
Die Beachtung der Sachentscheidungsvoraussetzungen des Klageverfahrens hat das Revisionsgericht auch ohne eine entsprechende Verfahrensrüge von Amts wegen zu überprüfen (ständige Rechtsprechung, vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 24. September 1985 IX R 47/83, BFHE 145, 299, BStBl II 1986, 268; vom 10. März 1988 IV R 218/85, BFHE 153, 195, BStBl II 1988, 731).
c) Der Senat ist als Revisionsgericht nicht gehindert, die Auslegung der Prozeßvollmacht durch das FG ohne Beachtung der in § 118 Abs. 2 FGO enthaltenen Einschränkungen zu überprüfen und ggf. noch fehlende Feststellungen selbst zu treffen (BFH-Urteile vom 10. März 1988 IV R 218/85, BFHE 153, 195, BStBl II 1988, 731, 733; vom 23. April 1992 IV R 42/90, BFHE 168, 203, BStBl II 1992, 914, 915;… vom 2 August 1994 IX R 102/91, BFH/NV 1995, 534;… vom 25. Januar 1996 V R 31/95, BFHE 179, 242, BStBl II 1996, 299, 300, und vom 22 Februar 1996 III R 97/95, BFH/NV 1996, 621).
Denn der rechtzeitige und ordnungsgemäße Nachweis der Bevollmächtigung gehört zu den Sachentscheidungsvoraussetzungen, von deren Vorliegen die Zulässigkeit der auf sachliche Entscheidung gerichteten Klage abhängt (vgl. BFH in BFHE 153, 195, BStBl II 1988, 731, 732, und in BFH/NV 1996, 621, 622, m.w.N.).
Wird die Vollmacht innerhalb der gesetzten richterlichen Ausschlußfrist nicht eingereicht, so ist die Klage wegen Fehlens einer Prozeßvoraussetzung durch Prozeßurteil als unzulässig abzuweisen (Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 10. März 1988 IV R 218/85, BFHE 153, 195, BStBl II 1988, 731 m. w. N.).
Der BFH hat mehrfach ausgesprochen, daß eine Vollmachtsurkunde, die selbst keinen Hinweis auf ein bestimmtes Verfahren enthält, im Auslegungsweg als ausreichende Bevollmächtigung für dieses Verfahren anzusehen ist, wenn erkennbar ist, daß die Vollmacht für dieses Verfahren bestimmt ist, z. B. durch Anheftung der Klage an einen Schriftsatz, in dem zum einen der Rechtsstreit genau bezeichnet und zum anderen auf die anliegende Vollmacht hingewiesen wird (vgl. BFH-Urteil in BFHE 153, 195, BStBl II 1988, 731 m. w. N. aus der Rechtsprechung des BGH;… BFH-Beschluß vom 27. Oktober 1989 VI B 163/89, BFH/NV 1990, 648; BFH-Urteil vom 15. März 1991 III R 112/89, BFHE 164, 210).
BFH, 15.03.1991 - III R 112/89
Auslegung einer Prozeßvollmacht; Vorlage einer neuen Vollmachtsurkunde bei …
a) Nach der Rechtsprechung des BFH muß eine ordnungsgemäße Vollmacht erkennen lassen, wer bevollmächtigt hat, wer bevollmächtigt ist und wozu bevollmächtigt wurde (Urteile vom 17. Juli 1984 VIII R 20/82, BFHE 141, 463, BStBl II 1984, 802, und vom 10. März 1988 IV R 218/85, BFHE 153, 195, BStBl II 1988, 731, …sowie Beschlüsse des erkennenden Senats vom 28. September 1987 III B 100/86, BFH/NV 1988, 183, und in BFH/NV 1988, 509).
Dann kann es aber auch keinen Unterschied machen, wenn der Prozeßbevollmächtigte wie im Streitfall das Formular zwar unvollständig beläßt, den notwendigen Bezug zum Klageverfahren aber dadurch herstellt, daß er das Formular einem eingereichten Schriftsatz anheftet (vgl. BFH-Entscheidungen in BFHE 153, 195, BStBl II 1988, 731 und in BFH/NV 1990, 648).
Das Vorliegen der Voraussetzungen, von denen die Zulässigkeit des auf eine sachliche Entscheidung gerichteten Verfahrens als solches und im ganzen abhängt, ist in jeder Lage des Verfahrens ohne Beachtung der in § 118 Abs. 2 FGO enthaltenen Einschränkung zu überprüfen (Urteile des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 24. September 1985 IX R 47/83, unter 1. a, BFHE 145, 299, BStBl II 1986, 268; vom 10. März 1988 IV R 218/85, unter I. 2. b, BFHE 153, 195, BStBl II 1988, 731, …und vom 19. Februar 1993 VI R 70/92, BFH/NV 1993, 552).
Wird eine ordnungsgemäße Vollmacht innerhalb der gesetzten richterlichen Ausschlussfrist nicht eingereicht, so ist die Klage wegen Fehlens einer Prozessvoraussetzung durch Prozessurteil als unzulässig abzuweisen (BFH-Urteil vom 10. März 1988 IV R 218/85, BFHE 153, 195, BStBl II 1988, 731).
Aus dieser Urkunde ergibt sich nicht, dass sie auch im Namen der Klägerin erteilt sein soll (…vgl. dazu BFH-Beschluss vom 22. Oktober 1986 IX R 178/85, BFH/NV 1987, 183; BFH-Urteil in BFHE 153, 195, BStBl II 1988, 731).
Der ordnungsgemäße Nachweis der Bevollmächtigung gehört zu den Sachentscheidungsvoraussetzungen, von deren Vorliegen die Zulässigkeit der auf sachliche Entscheidung gerichteten Klage abhängt (BFH-Urteile in BFHE 153, 195, BStBl II 1988, 731; vom 27. Februar 1998 VI R 88/97, BFHE 185, 126, BStBl II 1998, 445).
Wird eine den gesetzlichen Anforderungen entsprechende Vollmacht nicht innerhalb einer wirksam gesetzten Ausschlußfrist (Art. 3 § 1 Satz 1 VGFGEntlG a. F., § 62 Abs. 3 Satz 3 Halbsatz 2 FGO n. F.) vorgelegt und ist nicht Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gewähren (Art. 3 § 1 Satz 2 VGFGEntlG a. F., § 62 Abs. 3 Satz 4 i. V. m. § 56 FGO), ist die Klage auch dann unzulässig, wenn später eine ordnungsgemäße Vollmacht nachgereicht wird (BFH- Urteile vom 10. März 1988 IV R 218/85, unter I. 1., BFHE 153, 195, BStBl II 1988, 731; in BFHE 166, 518, BStBl II 1992, 496, unter II. 1. b).
Insoweit kann der Senat selbst Tatsachenfeststellungen treffen (BFH-Urteil in BFHE 153, 195, BStBl II 1988, 731, unter I. 2. b).
BFH, 23.04.1992 - IV R 42/90
Der nicht fristgerechten Vorlage einer Prozeßvollmacht steht es gleich, wenn die rechtzeitig vorgelegte Vollmachtsurkunde mit wesentlichen Mängeln behaftet ist; ein solcher Fall ist u. a. gegeben, wenn die Vollmachtsurkunde die Person, die zum Bevollmächtigten bestellt werden soll, nicht hinreichend erkennen läßt (Senatsurteil vom 10. März 1988 IV R 218/85, BFHE 153, 195, BStBl II 1988, 731, und BFH-Urteil vom 15. März 1991 III R 112/89, BFHE 164, 210, BStBl II 1991, 726).
Es ist anerkannt, daß der Mandant seinem Prozeßbevollmächtigten ein üblicherweise verwendetes und mit seiner Unterschrift versehenes Vollmachtsformular mit der internen Ermächtigung überlassen kann, die notwendigen Angaben zur Konkretisierung der Vollmacht auf den geführten Rechtsstreit in diese sog. Blankovollmacht einzutragen und die in dieser Weise vervollständigte Vollmachtsurkunde dem Gericht vorzulegen (vgl. BFHE 153, 195, BStBl II 1988, 731, und BFHE 164, 210, BStBl II 1991, 726, beide unter Bezugnahme auf die einschlägige Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts - BVerwG -).
Dafür, daß der Prozeßbevollmächtigte damit entsprechend einer ihm intern vom Kläger erteilten Bevollmächtigung gehandelt hat, sprechen die nach Aktenlage ersichtlichen Umstände, die das Revisionsgericht von Amts wegen festzustellen und zu berücksichtigen hat (vgl. BFHE 153, 195, BStBl II 1988, 731).
Da es sich beim Nachweis der Bevollmächtigung um eine Sachentscheidungsvoraussetzung des finanzgerichtlichen Verfahrens handelt, ist der Senat insoweit an die Feststellungen des FG nicht gebunden, sondern hat das Vorliegen dieser Voraussetzungen selbst zu prüfen und unterliegt auch keinen Beschränkungen, wenn Ergänzungen im Sachverhalt notwendig werden (vgl. BFH-Urteile vom 24. September 1985 IX R 47/83, BFHE 145, 299, BStBl II 1986, 268, und vom 10. März 1988 IV R 218/85, BFHE 153, 195, BStBl II 1988, 731 unter I. 2. b, m. w. N.;… Gräber/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 3. Aufl., § 118 Rz. 34, m. w. N.).
Eine schriftliche Vollmacht ist mit wesentlichen Mängeln behaftet, wenn sie nicht erkennen läßt, wer bevollmächtigt hat, wer bevollmächtigt ist und wozu er bevollmächtigt wurde (vgl. BFH-Entscheidungen vom 9. Februar 1988 III R 180/82, BFH/NV 1988, 509, und in BFHE 153, 195, BStBl II 1988, 731).
Nach der Rechtsprechung des BFH muß eine ordnungsgemäße Vollmacht erkennen lassen, wer bevollmächtigt hat, wer bevollmächtigt ist und wozu bevollmächtigt wurde (Urteile vom 17. Juli 1984 VIII R 20/82, BFHE 141, 463, BStBl II 1984, 802, und vom 10. März 1988 IV R 218/85, BFHE 153, 195, BStBl II 1988, 731, …sowie Beschlüsse des erkennenden Senats vom 28. September 1987 III B 100/86, BFH/NV 1988, 183, und in BFH/NV 1988, 509).
Der Senat kann diese Auslegung selbst vornehmen, da die Ordnungsmäßigkeit der Prozeßvollmacht zu den Sachentscheidungsvoraussetzungen gehört (BFH-Urteil in BFHE 153, 195, BStBl II 1988, 731).
BFH, 27.10.1989 - VI B 163/89
Vorlage einer ordnungsgemäßen Prozessvollmacht für das Verfahren vor dem …
BFH, 29.07.1997 - IX R 20/96
BFH, 31.07.1996 - III R 137/95
Nachweispflicht der Vertretungsmacht von Prozessbevollmächtigtem
BFH, 20.09.1991 - III R 33/90
BFH, 20.09.1991 - III R 49/90
BFH, 16.11.2000 - XI R 90/98
Einkommenssteuerbescheid - Prozeßvollmacht - Rechtsanwalt - Bevollmächtigung - …
BFH, 12.12.2001 - XI R 88/98
BFH, 16.11.2000 - XI R 92/98
Prozeßführungsbefugnis - Vollmacht - Prozeßvollmacht
BFH, 16.11.2000 - XI R 93/98
BFH, 15.12.1999 - XI R 87/98
Prozessbevollmächtigter - Prozeßvollmacht - Vertretung in Steuerangelegenheiten - …
BFH, 20.04.1994 - X B 45/93
Vorlage ordnungsgemäßer Prozessvollmacht durch Steuerberater in …
FG Hessen, 02.10.1997 - 3 K 2502/91
Vollmacht; Vorlage; Verfahrensmangel; Überprüfung - Vorlage einer neuen Vollmacht
BFH, 16.11.2000 - XI R 94/98
BFH, 16.11.2000 - XI R 91/98
FG Niedersachsen, 25.09.2000 - 1 K 4/00
Nachweis einer Prozessvollmacht
BFH, 20.09.1991 - III R 114/89
FG München, 24.10.2007 - 9 K 3564/04
Anforderungen an eine wirksame Prozessvollmacht