Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%201994,%20104
Timestamp: 2019-10-15 03:01:48
Document Index: 336975366

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 276', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 02.11.1993 - VI ZR 245/92 - dejure.org
https://dejure.org/1993,834
BGH, 02.11.1993 - VI ZR 245/92 (https://dejure.org/1993,834)
BGH, Entscheidung vom 02.11.1993 - VI ZR 245/92 (https://dejure.org/1993,834)
BGH, Entscheidung vom 02. November 1993 - VI ZR 245/92 (https://dejure.org/1993,834)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1993,834) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Endonasaler Siebbeineingriff - Aufklärung über Risiko - Verharmlosung in Aufklärungsmerkblatt - Ausgleich durch Fragemöglichkeit
BGB §§ 276, 823
NJW 1994, 793
MDR 1994, 557
VersR 1994, 104
Kommt eine besonders schwere Belastung für seine Lebensführung in Betracht, so ist die Information über ein solches Risiko für die Einwilligung des Patienten auch dann von Bedeutung, wenn sich das Risiko sehr selten verwirklicht (vgl. Senatsurteile BGHZ 90, 103, 107; 144, 1, 5 f.; vom 2. November 1993 - VI ZR 245/92 - VersR 1994, 104, 105).
Bei der hier gegebenen möglichen besonders schweren Belastung für die Lebensführung des Patienten war die rechtzeitige Information über das Risiko für die Einwilligung des Patienten auch dann von Bedeutung, wenn sich das Risiko sehr selten verwirklicht (vgl. Senatsurteile BGHZ 90, 103, 107 und 144, 1, 5; vom 2. November 1993 - VI ZR 245/92 - VersR 1994, 104, 105).
Bei einer möglichen besonders schweren Belastung für seine Lebensführung ist deshalb die Information über ein Risiko für die Einwilligung des Patienten auch dann von Bedeutung, wenn sich das Risiko sehr selten verwirklicht (vgl. Senatsurteile BGHZ 90, 103, 107; 144, 1, 5 f.; vom 2. November 1993 - VI ZR 245/92 - VersR 1994, 104, 105; vom 21. November 1995 - VI ZR 341/94 - VersR 1996, 330, 331).
Ist dies der Fall, dann sind zwar Art und Umfang der Aufklärung daran auszurichten, wie dringlich die beabsichtigte Operation ist; es ist jedoch regelmäßig nicht Sache des Arztes, sondern des Patienten, darüber zu entscheiden, ob das mit dem Eingriff verbundene Risiko eingegangen werden soll (st. Rspr.; vgl. Senatsurteil vom 2. November 1993 - VI ZR 245/92 - VersR 1994, 104 m.w.N.).
BGH, 21.11.1995 - VI ZR 341/94
Arzthaftung: Zur Pflicht des Krankenhausträgers, daß über den Verbleib von …
Für die ärztliche Hinweispflicht kommt es nicht entscheidend auf einen bestimmten Grad der Komplikationsdichte, sondern maßgeblich darauf an, ob das in Frage stehende Risiko dem Eingriff spezifisch anhaftet und bei seiner Verwirklichung die Lebensführung des Patienten besonders belastet (vgl. Senatsurteil vom 2. November 1993 - VI ZR 245/92 - VersR 1994, 104 ff. m.w.N.).
Danach handelt es sich bei der Bauchspeicheldrüsenentzündung um ein Risiko, auf das der Kläger schon vor der Operation vom 30. August 1984 hätte hingewiesen werden müssen; daran ändert sich nichts dadurch, daß dieses Risiko im Promille-Bereich liegt (vgl. Senatsurteil vom 2. November 1993 - VI ZR 245/92 - aaO. S. 106).
Bei einer möglichen besonders schweren Belastung für seine Lebensführung ist deshalb die Information über ein Risiko für die Einwilligung des Patienten auch dann von Bedeutung, wenn sich das Risiko sehr selten verwirklicht (vgl. Senatsurteile vom 7. Februar 1984 - VI ZR 174/82, BGHZ 90, 103, 107; vom 15. Februar 2000 - VI ZR 48/99, BGHZ 144, 1, 5 f.; vom 2. November 1993 - VI ZR 245/92, VersR 1994, 104, 105; vom 21. November 1995 - VI ZR 341/94, VersR 1996, 330, 331 …und vom 6. Juli 2010 - VI ZR 198/09, VersR 2010, 1220 Rn. 11).
Zwar kommt es nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs für die Frage, ob ein Risiko überhaupt aufklärungspflichtig ist, "nicht allein" auf die erfahrungsgemäß zu befürchtende Komplikationsdichte an (beispielsweise BGH NJW 1980, 1905; NJW 1994, 793).
Die Darstellung in dem Aufklärungsbogen muss daher als eine unzulässige (BGH NJW 1994, 793 m.w.N.) Verharmlosung des Operationsrisikos gewertet werden.
Deshalb durfte das Berufungsgericht nicht offenlassen, ob in dem von der Klägerin unterzeichneten Formblatt oder in dem vorangegangenen Aufklärungsgespräch etwa die Risiken der beabsichtigten Untersuchung verharmlost worden sind (vgl. hierzu Senatsurteile vom 26. November 1991 - VI ZR 389/90 - VersR 1992, 238, 240; vom 7. April 1992 - VI ZR 192/91 - VersR 1992, 960, 961 und vom 2. November 1993 - VI ZR 245/92 - VersR 1994, 104, 105 f.).
OLG Koblenz, 17.11.2009 - 5 U 967/09
Arzthaftung wegen Aufklärungsmangel: Verharmlosung eines seltenen, aber …
OLG Bamberg, 10.04.2000 - 4 U 216/98
Schmerzensgeldansprüche wegen unzureichender Aufklärung und Behandlungsfehler
BGH, 30.11.2004 - VI ZR 209/04
Umfang der Aufklärungspflicht vor einem ärztlichen Heileingriff
OLG Zweibrücken, 22.02.2000 - 5 U 25/99
Arzthaftung: Entbehrliche Aufklärung über zahnärztliche Leitungsanästhesie; …
OLG Koblenz, 12.01.2010 - 5 U 967/09
Arzthaftungsrecht: Umfang der ärztlichen Aufklärungspflicht bei einem operativen …
OLG Stuttgart, 26.06.2001 - 14 U 81/00
Arzthaftung; Aufklärungspflicht; Eingriffspezifische Risiken; Schmerzensgeld; …
OLG Bremen, 21.12.1999 - 3 U 42/99
OLG Köln, 10.01.2001 - 5 U 158/00
LG Cottbus, 03.09.2003 - 3 O 115/03
Annahme der Rechtswidrigkeit einer Narkose bzw. Operation auf Grund des …