Source: https://www.betriebsrat.com/arbeitsrecht
Timestamp: 2019-11-22 03:15:37
Document Index: 324297840

Matched Legal Cases: ['Art. 39', 'Art. 141', 'Art. 2', 'Art. 9', 'Art. 12', '§ 77']

Arbeitsrecht - einfach erklärt | W.A.F.
Arbeitsrecht - einfach erklärt
Das Arbeitsrecht dient dem Arbeitnehmerschutz und regelt die Rechtsbeziehungen zwischen Arbeitgebern und deren Beschäftigten. Es umfasst alle Gesetze, Verordnungen und sonstige verbindliche Bestimmungen zur unselbstständigen, abhängigen Erwerbsarbeit.
Rechtsquellen, die Regelungen zum Arbeitsrecht enthalten, sind unter anderem:
Europarecht (EG-Vertrag, EG-Richtlinien, EG-Verordnungen): Beispiele: Freizügigkeit der Arbeitnehmer (Art. 39ff EG-Vertr.), gleiches Entgelt für Männer (Art. 141 EG-Vertr.).
Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (GG): Beispiele: Persönlichkeitsrechte (Art. 2 Abs. 1 GG), Koalitionsfreiheit (Art. 9 Abs. 3 GG), Berufsfreiheit (Art. 12 GG).
Sonstige Bundesgesetze: Beispiele: Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG).
Rechtsverordnungen: Beispiele: Wahlordnung (WO), Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV).
Flächen- und Firmentarifverträge (geregelt im TVG)
Betriebsvereinbarungen (geregelt in §§ 77, 88 BetrVG)
Das Arbeitsrecht ist dabei in zwei Rechtsgebiete unterteilt: Das Individualarbeitsrecht und das kollektive Arbeitsrecht.
Das Individualarbeitsrecht regelt das rechtliche Verhältnis zwischen dem einzelnen Arbeitgeber und dem einzelnen Arbeitnehmer. Zum Individualarbeitsrecht gehören zum Beispiel:
der Abschluss und Inhalt des Arbeitsvertrags,
die Arbeitspflichten des Arbeitnehmers (sog. Arbeitnehmerpflichten),
die Lohnzahlungspflicht des Arbeitgebers,
der Urlaubsanspruch des Arbeitnehmers,
die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall (siehe Krankheit),
die Befristung des Arbeitsvertrags (sog. befristeter Arbeitsvertrag)
Beim Thema Arbeitsrecht kursieren viele immer wiederkehrende Irrtümer. Um Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir eine Videoserie kreiert, die die meisten fatalen Irrtümer des Arbeitsrechts aufdeckt:
Irrtümer, die unser Experte hierbei aufdeckt, sind:
Der Kündigungsschutz gilt für alle Arbeitnehmer
Der Kündigungsschutz gilt nach der Probezeit
Eine Kündigung ist auch per E-Mail möglich
Eine verhaltensbedingte ist erst nach drei Abmahnungen möglich
Abmahnungen sind zwei Jahre gültig
Bei jeder Kündigung wird eine Abfindung ausbezahlt
Urlaub verfällt automatisch am 31. März des Folgejahres
Urlaub kann man sich auszahlen lassen
Keine Rückmeldung gilt als Urlaubsgenehmigung
Arbeit während dem Urlaub ist verboten
Eine Krankmeldung muss spätestens am 3. Fehltag vorgelegt werden
Lohnfortzahlung sofort mit Beginn des Arbeitsverhältnisses
Krankmeldung im Urlaub ist überflüssig
Eine 48-Stunden-Woche ist die maximale Arbeitszeit
Auf Pausen darf verzichtet werden
Überstunden werden immer vergütet
Überstunden verfallen zum Jahreswechsel
Bereitschaftsdienst wird immer bezahlt
Vertrauensarbeitszeit ist erlaubt
Das Arbeitszeitgesetz gilt bei Führungskräften nicht
Ein unterzeichneter Arbeitsvertrag ist gültig
Arbeitsverträge sind nur in Schriftform gültig
Arbeitsverträge dürfen nie schlechter als im Gesetz geregelt sein
Befristungen dürfen maximal zwei Jahre lang sein
Befristung ist bei erneuter Einstellung nicht erlaubt
Eine Versetzung bedeutet gleichzeitig auch einen Ortswechel
Eine Versetzung bedeutet immer einen längeren Zeitraum
Ein Betriebsübergang betrifft immer den ganzen Betrieb
Bei einem Betriebsübergang werden Anteile ge- bzw. verkauft
Ein Betriebsübergang bedeutet gleich auch eine Betriebsänderung
Bei einem Betriebsübergang gelten alle Rechte wie bisher
Bei einem Betriebsübergang gelten alle Rechte nur noch ein Jahr
Keine Information zum Betriebsübergang bedeutet ein unbefristetes Widerspruchsrecht
Bei einem Widerspruch zum Betriebsübergang bleibt alles wie gehabt
Wichtiges Grundlagenwissen für Ersatzmitglieder Teil III