Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/ust/unrichtiger-steuerausweis-voraussetzungen-3133018
Timestamp: 2020-07-02 20:57:15
Document Index: 254960936

Matched Legal Cases: ['§ 14', 'Art.203', '§ 14', '§ 2', '§ 14', '§ 14', '§ 17', '§ 14', '§ 14', '§ 17', '§ 14', '§ 31', '§ 14', '§ 31', 'Art. 219', '§ 14', 'EuG', '§ 14']

Unrichtiger Steuerausweis - und die Voraussetzungen der Berichtigung | Rechtslupe
Nach § 14c Abs. 1 Satz 1 UStG schul­det der Unter­neh­mer, der in einer Rech­nung für eine Lie­fe­rung oder sons­ti­ge Leis­tung einen höhe­ren Steu­er­be­trag, als er nach dem Gesetz für den Umsatz schul­det, geson­dert aus­ge­wie­sen hat (unrich­ti­ger Steu­er­aus­weis), auch den Mehr­be­trag. Hier­von erfasst wer­den auch die Fäl­le, in denen ein Unter­neh­mer Umsatz­steu­er für steu­er­freie Umsät­ze geson­dert aus­ge­wie­sen hat [1].
Die­se Vor­schrift beruht uni­ons­recht­lich auf Art.203 MwSt­Sys­tRL, wonach jede Per­son, die die Mehr­wert­steu­er in einer Rech­nung aus­weist, die Mehr­wert­steu­er schul­det. Damit soll einer Gefähr­dung des Steu­er­auf­kom­mens ent­ge­gen­ge­wirkt wer­den, die sich aus dem Recht auf Vor­steu­er­ab­zug erge­ben kann [2].
Steu­er­schuld­ner nach § 14c Abs. 1 Satz 1 UStG kann nur ein Unter­neh­mer i.S. des § 2 Abs. 1 Satz 1 UStG sein, der per­sön­lich zum geson­der­ten Steu­er­aus­weis berech­tigt sein muss. Die Rechts­fol­ge des § 14c Abs. 1 Satz 1 UStG tritt fer­ner nur ein, wenn der Unter­neh­mer für die Lie­fe­rung oder sons­ti­ge Leis­tung eine Rech­nung mit geson­der­tem Steu­er­aus­weis aus­ge­stellt hat.
Berich­tigt in Fäl­len des § 14c Abs. 1 UStG der Rech­nungs­aus­stel­ler den Steu­er­be­trag gegen­über dem Leis­tungs­emp­fän­ger, ist § 17 Abs. 1 UStG ent­spre­chend anzu­wen­den (§ 14c Abs. 1 Satz 2 UStG). § 14c Abs. 1 Satz 2, § 17 Abs. 1 UStG begrün­den eine eigen­stän­di­ge Berich­ti­gungs­re­ge­lung [3].
Eine Rech­nung kann nach § 14 Abs. 6 Nr. 5 UStG i.V.m. § 31 Abs. 5 Satz 1 Buchst. b UStDV berich­tigt wer­den, wenn Anga­ben in der Rech­nung unzu­tref­fend sind. Zur Berich­ti­gung müs­sen die feh­len­den oder unzu­tref­fen­den Anga­ben durch ein Doku­ment, das spe­zi­fisch und ein­deu­tig auf die Rech­nung bezo­gen ist, über­mit­telt wer­den. Es gel­ten die glei­chen Anfor­de­run­gen an Form und Inhalt wie in § 14 UStG (§ 31 Abs. 5 Sät­ze 2 und 3 UStDV) [4]. Die­se Bestim­mun­gen, die im Wesent­li­chen klar­stel­len­den Cha­rak­ter haben, beru­hen uni­ons­recht­lich auf Art. 219 MwSt­Sys­tRL, der vor­sieht, dass jedes Doku­ment und jede Mit­tei­lung, das/​die die ursprüng­li­che Rech­nung ändert und spe­zi­fisch und ein­deu­tig auf die­se bezo­gen ist, einer Rech­nung gleich­ge­stellt ist [5].
vgl. noch zu § 14 Abs. 2 UStG 1993/​1999 BFH, Urteil vom 28.05.2009 – V R 11/​08, HFR 2010, 156, Rz 20, m.w.N.[↩]
vgl. dazu EuGH, Urtei­le Schmeink & Cofreth und Stro­bel vom 19.09.2000 – C‑454/​98, EU:C:2000:469, BFH/​NV 2001, Bei­la­ge 1, 33, Rz 57 und 61; Kara­ge­or­gou u.a. vom 06.11.2003 – C‑78/​02 bis – C‑80/​02, EU:C:2003:604, BFH/​NV 2004, Bei­la­ge 1, 48, Rz 50 und 53; Sta­de­co vom 18.06.2009 – C‑566/​07, EU:C:2009:380, BFH/​NV 2009, 1371, Rz 28; LVK-56 vom 31.01.2013 – C‑643/​11, EU:C:2013:55, UR 2013, 346; Ruse­des­p­red, EU:C:2013:233, UR 2013, 432, Rz 23 f.; fer­ner BFH, Urteil vom 12.10.2016 – XI R 43/​14, BFHE 255, 474, BFH/​NV 2017, 408, Rz 20[↩]
vgl. zu § 14 Abs. 2 UStG 1993 BFH, Urteil vom 11.10.2007 – V R 27/​05, BFHE 219, 266, BStBl II 2008, 438, unter II. 5., Rz 60, m.w.N.[↩]
vgl. dazu BFH, Urteil in BFHE 255, 474, BFH/​NV 2017, 408, Rz 24[↩]
vgl. dazu BFH, Urteil in BFHE 255, 474, BFH/​NV 2017, 408, Rz 25[↩]