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Timestamp: 2016-10-27 07:04:20
Document Index: 297506220

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

8C_375/2010 (04.08.2010)
8C_375/2010
Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 12. M�rz 2010.
Die 1973 geborene M.________ war als Betriebsmitarbeiterin der Firma X.________ AG angestellt und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen versichert, als sie am 31. August 2006 nach einer Streifkollision mit einem anderen Auto mit ihrem Fahrzeug in eine Hausfassade prallte. Danach beklagte sie sich �ber Nackenbeschwerden. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen, stellte diese aber mit Verf�gung vom 7. April 2008 per 21. April 2008 ein, da die anhaltend geklagten Beschwerden nicht ad�quat kausal durch den Unfall vom 31. August 2006 verursacht worden seien. Die erhobene Einsprache wurde mit Entscheid vom 4. September 2008 abgewiesen.
Die hiegegen eingereichte Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 12. M�rz 2010 ab.
Mit Beschwerde l�sst M.________ die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides und die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen �ber den 21. April 2008 hinaus beantragen. Eventualiter seien weitere medizinische Abkl�rungen vorzunehmen.
Streitig und zu pr�fen ist der Anspruch der Beschwerdef�hrerin auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung ab dem 22. April 2008.
3.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung setzt grunds�tzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). Der Unfallversicherer haftet jedoch f�r einen Gesundheitsschaden nur insoweit, als dieser nicht nur in einem nat�rlichen, sondern auch in einem ad�quaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (BGE 129 V 177 E. 3 S. 181). Dabei spielt die Ad�quanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem nat�rlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die ad�quate weitgehend mit der nat�rlichen Kausalit�t deckt (BGE 134 V 109 E. 2 S. 111 f.; 127 V 102 E. 5b/bb S. 103). Sind die geklagten Beschwerden nat�rlich unfallkausal, nicht aber objektiv ausgewiesen, so ist bei der Beurteilung der Ad�quanz vom augenf�lligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind gegebenenfalls weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f.). Hat die versicherte Person einen Unfall erlitten, welcher die Anwendung der Schleudertrauma-Rechtsprechung rechtfertigt, so sind hierbei die durch BGE 134 V 109 E. 10 S. 126 ff. pr�zisierten Kriterien massgebend. Ist diese Rechtsprechung nicht anwendbar, so sind grunds�tzlich die Ad�quanzkriterien, welche f�r psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall entwickelt wurden (BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140), anzuwenden (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f.).
3.2 Mit Urteil vom 19. Februar 2008 (BGE 134 V 109) hat das Bundesgericht die sog. Schleudertrauma-Praxis bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden pr�zisiert. Im genannten Urteil wurde zun�chst der Grundsatz best�tigt, dass der Fallabschluss und damit verbunden die Ad�quanzpr�fung im Hinblick auf die Rentenleistungen in dem Zeitpunkt zu erfolgen hat, in dem von der Weiterf�hrung der medizinischen Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten ist (zitiertes Urteil, E. 4). Hinsichtlich der Beurteilung des nat�rlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und den geklagten organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden wurde festgehalten, dass diese aufgrund einer eingehenden medizinischen Abkl�rung zu erfolgen hat (zitiertes Urteil, E. 9.4 und 9.5). Schliesslich wurden in E. 10 des zitierten Urteils die Kriterien, welche zur Beurteilung der Ad�quanz bei mittelschweren Unf�llen (vgl. dazu insbesondere SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, E. 5.3.1 [U 2/07]) dienen, neu gefasst. Der Katalog der ad�quanzrelevanten Kriterien lautet nunmehr:
Aus den medizinischen Abkl�rungen ergibt sich, dass keine organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen vorliegen, welche die persistierenden Beschwerden zu erkl�ren verm�gen. Die nach dem Unfall vom 31. August 2006 im Spital Y.________ angefertigten R�ntgenaufnahmen zeigten keine unfallbedingten Befunde. Nach Vornahme einer weiteren bildgebenden Abkl�rung mittels MRI am 31. Oktober 2007 best�tigten die �rzte des Spitals Z.________, es gebe keinen Anhalt f�r posttraumatische Ver�nderungen der Halswirbels�ule (HWS). Das Gleiche gilt f�r m�gliche Befunde im Bereich des Kopfes. Am 17. April und 31. Oktober 2007 wurden im Spital Z.________ MRI-Abkl�rungen des Sch�dels vorgenommen, welche unauff�llige Befunde ergaben. Dr. med. B.________, Facharzt f�r Rheumatologie und Physikalische Medizin, konnte im Bericht vom 30. November 2006 aus rheumatologischer Sicht und Dr. med. O.________, Facharzt f�r Neurologie, im Bericht vom 8. Januar 2008 aus neurologischer Sicht organische Unfallfolgen ausschliessen. In antizipierter Beweisw�rdigung kann somit auf weitere medizinische Untersuchungen verzichtet werden.
Sind die anhaltenden Beschwerden nicht auf einen organisch hinreichend nachweisbaren Gesundheitsschaden zur�ckzuf�hren, so ist die Ad�quanz eines allf�lligen Kausalzusammenhanges zwischen dem Ereignis vom 31. August 2006 und diesen Beschwerden speziell zu pr�fen. Auf weitere Abkl�rungen zur Frage, ob der Beschwerdef�hrer Verletzungen erlitten hat, welche eine Pr�fung nach den Kriterien der sog. "Schleudertrauma-Praxis" (BGE 134 V 109 E. 10.3 S. 130) rechtfertigen, kann verzichtet werden, da - wie nachfolgende Pr�fung zeigt - die Ad�quanz selbst bei Anwendung dieser f�r die Versicherte g�nstigeren Kriterien zu verneinen ist. Aus demselben Grund kann auch von n�heren Abkl�rungen zum Bestand des nat�rlichen Kausalzusammenhanges Umgang genommen werden (BGE 135 V 465 E. 5.1 S. 472).
6.1 Die Schwere des Unfalles ist aufgrund des augenf�lligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kr�ften zu beurteilen (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, U 2/07 E. 5.3.1). Wie das kantonale Gericht richtig ausf�hrte, kann das Unfallereignis vom 31. August 2006 h�chstens als im engeren Sinne mittelschwer qualifiziert werden. Frontalkollisionen f�hren zu einer geringeren Belastung des K�rpers als Heckkollisionen (Urteil 8C_1012/2009 vom 5. M�rz 2010 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen). Beim frontalen Aufprall auf die Fassade lag gem�ss biomechanischer Kurzbeurteilung vom 18. Januar 2008 die Geschwindigkeitsver�nderung (Delta-v) lediglich innerhalb oder oberhalb von 20 bis 30 km/h. Die Ad�quanz eines Kausalzusammenhanges w�re somit nur dann zu bejahen, wenn eines der relevanten Ad�quanzkriterien in besonders ausgepr�gter oder mehrere dieser Kriterien in geh�ufter Weise erf�llt w�ren.
6.2 Besonders dramatische Begleitumst�nde und eine besondere Eindr�cklichkeit hat die Vorinstanz verneint. Zu beachten ist bei diesem Kriterium, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindr�cklichkeit eigen ist, welche noch nicht f�r eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (vgl. Urteil 8C_39/2008 vom 20. November 2008 E. 5.2). Bei der vorliegenden Streifkollision mit anschliessendem Aufprall auf die Hausfassade sind keine entsprechenden Umst�nde gegeben, welche zu einer Bejahung des Kriteriums f�hren (vgl. Zusammenfassung der Rechtsprechung zu diesem Kriterium im Urteil 8C_915/2008 vom 11. September 2009 E. 5.3).
6.3 Die Diagnose einer HWS-Distorsion vermag die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung nicht zu begr�nden. Dr. med. B.________, Facharzt f�r Rheumatologie und Physikalische Medizin, stellte im Bericht vom 30. November 2006 zwar noch die Differenzialdiagnose einer milden traumatischen Hirnverletzung. Der Experte f�r diesen Befund Dr. med. O.________, Facharzt f�r Neurologie, konnte eine entsprechende Diagnose in seinem Bericht vom 8. Januar 2008 allerdings nicht best�tigen. Das Kriterium Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung ist daher nicht erf�llt.
6.4 Die bis zum Fallabschluss April 2008 durchgef�hrte ambulante Physiotherapie und Psychotherapie waren f�r die Beschwerdef�hrerin nicht �berdurchschnittlich belastend im Sinne der Rechtsprechung; praxisgem�ss werden an das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden �rztlichen Behandlung deutlich h�here Anforderungen gestellt (vgl. SVR 2009 UV Nr. 22 S. 80, 8C_209/2008 E. 5.4). Das Kriterium ist somit zu verneinen.
6.5 Die Beschwerdef�hrerin macht zu Recht nicht geltend, das Kriterium der �rztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert habe, sei erf�llt.
6.6 Was schliesslich die beiden Kriterien der erheblichen Beschwerden und der erheblichen Arbeitsunf�higkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen betrifft, gilt festzustellen, dass selbst wenn diese bejaht werden k�nnten, sie jedenfalls nicht in ausgepr�gter Weise gegeben sind.
6.7 Da somit keines der massgeblichen Kriterien besonders ausgepr�gt vorliegt und selbst dann, wenn man zugunsten der Versicherten die beiden Kriterien der erheblichen Beschwerden und der erheblichen Arbeitsunf�higkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen als erf�llt erachten w�rde, die Kriterien nicht in geh�ufter Weise gegeben sind, ist die Ad�quanz eines allf�lligen Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfallereignis vom 31. August 2006 und den �ber den 21. April 2008 hinaus anhaltend geklagten Beschwerden zu verneinen. Die Beschwerde ist somit abzuweisen.