Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20R%2034/92
Timestamp: 2019-09-16 15:25:32
Document Index: 263975624

Matched Legal Cases: ['§ 69', '§ 14', '§ 69', '§ 34', '§ 14', '§ 71', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14']

BFH, 21.06.1994 - VII R 34/92 - dejure.org
https://dejure.org/1994,647
BFH, 21.06.1994 - VII R 34/92 (https://dejure.org/1994,647)
BFH, Entscheidung vom 21.06.1994 - VII R 34/92 (https://dejure.org/1994,647)
BFH, Entscheidung vom 21. Juni 1994 - VII R 34/92 (https://dejure.org/1994,647)
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AO 1977 §§ 69, 34; UStG § 14 Abs. 3
Uneingeschränkte Haftung des Konkursverwalters für unberechtigten offenen Umsatzsteuerausweis bei erkannter Masseunzulänglichkeit
AO (1977) § 69, § 34; UStG § 14 Abs. 3
Abgabenordnung; Umfang der Haftung des Konkursverwalters für Schaden aus unberechtigter Rechnungserteilung
BFHE 175, 198
ZIP 1995, 229
BB 1994, 2263
BB 1994, 2328
BStBl II 1995, 230
Dabei bemisst sich der für die Haftung maßgebliche Schaden allein nach dem Umfang der tatsächlichen Erfüllung der Steuerschuld, zu deren rechtzeitiger Begleichung der in Anspruch genommene Haftungsschuldner verpflichtet war (Senatsurteil vom 21. Juni 1994 VII R 34/92, BFHE 175, 198, BStBl II 1995, 230).
Nach der Rechtsprechung des Senats bemisst sich der für die Haftung nach § 71 AO maßgebliche Schaden allein nach dem Umfang der tatsächlichen Erfüllung der Steuerschuld, zu deren rechtzeitiger Begleichung der zur Haftung Herangezogene verpflichtet war (Senatsurteil vom 21. Juni 1994 VII R 34/92, BFHE 175, 198, BStBl II 1995, 230).
Zur Begründung führte es aus, die Frage, ob der Grundsatz der anteiligen Tilgung auch auf Fälle anzuwenden sei, in denen die dem Haftungsbescheid zugrunde liegende Steuerschuld nach § 14 Abs. 3 UStG entstanden ist, sei durch das Urteil des BFH vom 21. Juni 1994 VII R 34/92 (BFHE 175, 198, BStBl II 1995, 230) geklärt.
Der Beschluß des BFH in BFH/NV 1994, 603 sei durch das Urteil in BFHE 175, 198, BStBl II 1995, 230 überholt.
Die Auffassung des FG, der Grundsatz der anteiligen Tilgung komme bei der Haftung für Steuerschulden, die nach § 14 Abs. 3 UStG entstanden sind, grundsätzlich nicht zur Anwendung, läßt sich dem BFH-Urteil in BFHE 175, 198, BStBl II 1995, 230 nicht entnehmen.
Nur eine Verletzung dieser Pflicht ist nach der Entscheidung in BFHE 175, 198, BStBl II 1995, 230 in der Regel ursächlich für den eingetretenen Schaden.
Aus der Beschränkung der Steuerentrichtungspflicht auf die verwalteten Mittel leitet sich u.a. ab, dass die Nichterfüllung der Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis, wenn sonst keine relevanten Pflichtverletzungen vorliegen, nur in dem Umfang zu einer Haftung für Unternehmenssteuern führt, in dem der Verpflichtete die Finanzbehörde gegenüber den anderen Gläubigern benachteiligt hat (Senatsurteile vom 27. Februar 2007 VII R 60/05, BFHE 216, 487, BStBl II 2008, 508; vom 1. August 2000 VII R 110/99, BFHE 192, 249, BStBl II 2001, 271; vom 21. Juni 1994 VII R 34/92, BFHE 175, 198, BStBl II 1995, 230).
So habe der BFH bereits mit Urteil vom 21.06.1994 (in BStBl II 1995, 230) zu § 14 Abs. 3 Umsatzsteuergesetz (UStG) entschieden, dass die Haftung des Konkursverwalters wegen für ihn erkennbarer Masseunzulänglichkeit trotz fehlender Zahlungsmittel nicht ausgeschlossen sei.
DasUrteil vom 21.06.1994 VII R 34/92 (BStBl II 1995, 230) betrifft die Haftung eines Konkursverwalters für offen ausgewiesene Umsatzsteuer trotz fehlender Mittel und fehlender Berechtigung zum Steuerausweis (§ 14 Abs. 3 Satz 2 UStG).
Für einen daraus dem Steuergläubiger entstehenden Schaden haftet der Konkursverwalter uneingeschränkt; der haftungsbegrenzende Grundsatz der anteiligen Tilgung -- der auch nach den finanziellen Verhältnissen im Streitfall den Haftungsanspruch ausschließen würde -- greift unter diesen Umständen nicht durch (Urteil vom 21. Juni 1994 VII R 34/92, BFHE 175, 198, BStBl II 1995, 230).
So habe der BFH bereits mit Urteil vom 21.06.1994 (in BStBl II 1995, 230) zu § 14 Abs. 3 UStG entschieden, dass die Haftung des Konkursverwalters wegen für ihn erkennbarer Masseunzulänglichkeit trotz fehlender Zahlungsmittel nicht ausgeschlossen sei.
BFH, 07.03.1996 - V R 14/95
Kein Vorsteuerabzug des Grundstückserwerbers, wenn ein insolventer Veräußerer …
Ausstellerin dieser Rechnung i. S. der §§ 14, 15 UStG 1980 ist die KG als leistende Unternehmerin (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 21. Juni 1994 VII R 34/92, BFHE 175, 198, BStBl II 1995, 230 unter 1.).
Bei Anwendung der für die Abwicklung eines Konkursverfahrens erforderlichen und ihm persönlich möglichen Sorgfalt hätte ihm ohne weiteres einleuchten müssen, daß die höchstrichterliche Rechtsprechung in einem Verhalten des gesetzlichen Vertreters oder des Konkursverwalters, das ohne Not eine nicht realisierbare USt auslöst, eine zur Haftung führende Pflichtverletzung sieht (…vgl. z. B. die BFH-Urteile vom 5.2.1985 VII R 124/80, BFH/NV 1987, 2; 21.6.1994 VII R 34/92, BStBl. II 1995, 230).
Entgegen der Ansicht des Kl. findet der haftungsbegrenzende Grundsatz der anteilmäßigen Befriedigung aller Gläubiger im Streitfall keine Anwendung, weil die Pflichtverletzung des Kl. nicht in der Verletzung dieses Grundsatzes, sondern schon in der Auslösung einer nicht realisierbaren Steuer liegt (vgl. zu ähnlichen Fällen die BFH-Urteile VII R 34/92 und VII R 51/96).
FG Düsseldorf, 15.04.1999 - 2 V 9222/98
Rechtmäßigkeit eines Haftungsbescheides wegen der Umsatzsteuer ; Anspruch auf …
BFH, 22.02.1999 - V B 133/98
VG Magdeburg, 24.05.2017 - 2 A 373/15
Voraussetzungen für den Erlass eines Haftungsbescheides wegen Steuerhinterziehung
FG München, 17.11.2009 - 14 V 2365/09
FG München, 06.10.2009 - 14 V 1563/09
BFH, 04.07.1996 - VII R 13/96