Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BauR%201999,%20510
Timestamp: 2019-07-18 03:52:03
Document Index: 277407475

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 139', '§ 8', 'BGH', 'BGH', '§ 139', '§ 139', '§ 139', '§ 139', '§ 278', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 15', 'BGH', 'BGH', '§ 139', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 139']

BGH, 21.01.1999 - VII ZR 269/97 - dejure.org
BGH, 21.01.1999 - VII ZR 269/97
https://dejure.org/1999,1322
BGH, 21.01.1999 - VII ZR 269/97 (https://dejure.org/1999,1322)
BGH, Entscheidung vom 21.01.1999 - VII ZR 269/97 (https://dejure.org/1999,1322)
BGH, Entscheidung vom 21. Januar 1999 - VII ZR 269/97 (https://dejure.org/1999,1322)
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Richterlicher Hinweis - Mißverständnis - Präzisierung des Hinweises
Verfahrensrecht - Muss Gericht Hinweis an Partei präzisieren?
ZPO §§ 139, 278 Abs. 3; GKG § 8
Präzisierungspflicht des Gerichts bei erkennbarem Missverständnis über Hinweisbeschluss
NJW 1999, 1264
MDR 1999, 495
VersR 2000, 738
VersR 2000, 739
BB 1999, 499 (Ls.)
BauR 1999, 510
ZfBR 1999, 151
ZfBR 1999, 59 (Ls.)
Das gilt insbesondere dann, wenn der Rechtsanwalt die Rechtslage ersichtlich falsch beurteilt oder darauf vertraut, daß sein schriftsätzliches Vorbringen ausreichend sei (BGHZ 127, 254, 260;… BGH, Urt. v. 27.11.1996 - VIII ZR 311/95, NJW-RR 1997, 441; Urt. v. 21.1.1999 - VII ZR 269/97, NJW 1999, 1264;… Zöller/Greger, ZPO, 22. Aufl., § 139 Rdn. 13;… Musielak/Stadler, ZPO, 2. Aufl., § 139 Rdn. 6;… MünchKommZPO/Peters, 2. Aufl., § 139 Rdn. 11 ff.).
Das Gericht genügt seiner Hinweispflicht gemäß § 139 Abs. 1, § 278 Abs. 3 ZPO nur dann, wenn es die Parteien auf den noch fehlenden Sachvortrag, den es als entscheidungserheblich ansieht, unmissverständlich hinweist und den Parteien die Möglichkeit eröffnet, ihren Vortrag sachdienlich zu ergänzen (BGH, Urteile vom 21. Januar 1999 - VII ZR 269/97, BauR 1999, 510 = ZfBR 1999, 151 unter II 1; vom 11. Februar 1999 - VII ZR 399/97, BGHZ 140, 365, 371;… Kniffka in: Kniffka/Koeble, Kompendium des Baurechts, 3. Aufl., 20. Teil Rn. 12).
Denn der Umstand, dass die Beklagte von Anfang an (S. 7 f. der Klageerwiderung, Bl. 70 f. d. A.) Bedenken gegen die Schlüssigkeit der Klage geltend gemacht hat, befreit das Gericht nicht von seiner Pflicht zu einem Hinweis, wenn der Prozessbevollmächtigte der Partei die Bedenken des Prozessgegners offenkundig nicht zutreffend aufgenommen hat (vgl. BGH, Urteil vom 21. Januar 1999 - VII ZR 269/97, BauR 1999, 510. Urteil vom 7. Dezember 2000 - I ZR 179/98, NJW 2001, 2548. Urteil vom 17. Juni 2004 - VII ZR 25/03, BauR 2004, 1477).
Wenn das Landgericht im Hinblick auf die Anwendung der HOAI -Vorschriften von einer unwirksamen Pauschalvereinbarung ausging, hätte es hierauf und auf die sich hieraus ergebende Möglichkeit einer Abrechnung nach Honorarmindestsätzen hinweisen und dem Kläger für eine Nachbesserung seines Sachvortrags im Hinblick auf diese Hinweise Gelegenheit geben müssen (BGH, Urteile vom 21.01.1999 - VII ZR 269/97; vom 11.02.1999 - VII ZR 399/97; vom 21.03.2013 - VII ZR 58/12;… Koeble in: Locher/Koeble/Frick, a.a.O., § 15 Rn. 94).
Im Übrigen hat es das Landgericht unterlassen, den im Hinblick auf den unmittelbar anschließenden Vergleichsvorschlag des Gerichts (!) erkennbar nicht richtig verstandenen Hinweis noch einmal zu präzisieren (BGHZ 140, 365 (371) = NJW 1999, 1867 (1868); BGH NJW 1999, 1264 ; 2002, 3317 (3320); MDR 2004, 468 ; NJW 2008, 2036 (2037);… Senat, Urt. v. 19.12.2008 - 10 U 2521/08 ([[...], dort Rz. 13]).
Zwar hat das Gericht grundsätzlich von Amts wegen gem. § 139 ZPO auch eine anwaltlich vertretene Partei auf Bedenken gegen die Schlüssigkeit des Vorbringens hinzuweisen (vgl. BGH NJW-RR 1997, 441 m.w.N.; BGH NJW 1999, 1264; BGH NJW 1999, 1867, 1868).
Das Gericht muss den Auftragnehmer rechtzeitig und unmissverständlich darauf hinweisen, welche Anforderungen seiner Ansicht nach noch nicht erfüllt sind und dem Auftragnehmer Gelegenheit geben, dazu ergänzend vorzutragen (BGH BauR 1999, 167 = NJW 1999, 418; BauR 1999, 510 = NJW 1999, 1264;… BGHZ 140, 365, Kniffka/Keoble, Kompendium des Baurechts, 2. Aufl. Teil 9, Rdn 43).
Eine Abweichung von diesem (neuen) Grundsatz ist sowohl nach dieser Entscheidung wie auch nach mehreren Entscheidungen anderer Zivilsenate des BGH (- VII. ZS - NJW 1991, 717; BGHZ 127, 254 = BauR 1995, 126, 128 = NJW 1995, 399, 401; BauR 1999, 510 = NJW 1999, 1264; BGHZ 140, 365 = BauR 1999, 635 = NJW 1999, 1867, 1868; - X. ZS - BauR 1999, 167, 171 = NJW 1999, 418;… - XI. ZS - BGHR ZPO § 139 Abs. 1 Anwaltsprozess 3) jedenfalls dann nicht zulässig, wenn der Prozessbevollmächtigte die Rechtslage falsch beurteilt oder ersichtlich darauf vertraut, sein schriftsätzliches Vorbringen sei ausreichend (ebenso OLG Köln MDR 1998, 1306).
OLG Köln, 29.11.2000 - 11 U 71/00