Source: https://www.biel-bienne.ch/de/pub/services/rechtssammlung/suche.cfm?fuseaction_law=detail&doc=%2F700%2F721.1.htm
Timestamp: 2019-08-19 14:14:30
Document Index: 211253252

Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 4', 'Art. 5', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 43', 'Art. 10', 'Art. 11', 'Art. 12', 'Art. 13', 'Art. 14', 'Art. 15', 'Art. 16', 'Art. 17', 'Art. 18', 'Art. 19', 'Art. 20', 'Art. 22', 'Art. 21', 'Art. 22', 'Art. 23', 'Art. 97', 'Art. 24', 'Art. 25', 'Art. 26', 'Art. 27', 'Art. 28', 'Art. 29', 'Art. 30', 'Art. 31', 'Art. 32', 'Art. 33', 'Art. 34', 'Art. 35', 'Art. 2', 'Art. 20']

Baureglement der Stadt Biel
gestützt auf Artikel 12 Ziffer 3 Buchstabe a der Stadtordnung vom 9. Juni 1996 [1],
Art. 1 - Baurechtliche Grundordnung
1 Dieses Baureglement bildet zusammen mit dem Nutzungszonenplan und dem Bauzonenplan die baurechtliche Grundordnung der Stadt Biel.
2 Grundlage für den Erlass und die Auslegung der baurechtlichen Grundordnung bildet der geltende Gesamtrichtplan.
Art. 2 - Übergeordnetes Recht
Übergeordnetes Recht des Bundes und des Kantons geht der baurechtlichen Grundordnung vor und bleibt vorbehalten.
Art. 3 - Baulinien
1 Baulinien legen für einzelne Grundstücke Strassen-, Wald-, Grenz- oder Gebäudeabstände, Anbaupflichten oder andere gestalterische Vorgaben fest.
2 Geltende Baulinien gehen der Grundordnung vor.
Art. 4 - Spezialbauordnungen
1 Überbauungsordnungen oder anderweitige besondere Nutzungsvorschriften gehen der Grundordnung vor.
2 In den von Spezialbauordnungen erfassten Gebieten findet die Grundordnung subsidiär Anwendung.
Art. 5 - Zuständigkeiten
Soweit gemeindeinterne Zuständigkeiten in Bau- und Planungsfragen durch übergeordnetes Recht oder durch anderes Gemeinderecht nicht zwingend von den Stimmberechtigten wahrzunehmen oder anderen Behörden übertragen worden sind, obliegen sie dem Gemeinderat.
Art. 6 - Ausführungsvorschriften
Der Gemeinderat erlässt im Rahmen der Vorgaben der baurechtlichen Grundordnung die erforderlichen Ausführungsvorschriften.
- Nutzungszonen (Wohnnutzungsanteile, Übertragung von Nutzungsanteilen),
- Baupolizei,
- Dachgestaltung,
- Eingliederung, Siedlungseinheiten,
- Besondere Gestaltungsvorschriften (Altstadt, Bahnhofquartier).
II. Vorschriften zum Nutzungszonenplan
Art. 7 - Mischzone A
In der Mischzone A sind alle mit den Vorschriften der Lärmempfindlichkeitsstufe II gemäss Artikel 43 Lärmschutz-Verordnung [2] zu vereinbarenden Nutzungen zulässig.
Art. 8 - Mischzone B
In der Mischzone B sind alle mit den Vorschriften der Lärmempfindlichkeitsstufe III gemäss Artikel 43 Lärmschutz-Verordnung zu vereinbarenden Nutzungen zulässig.
Art. 9 - Arbeitszone [3]
1 In der Arbeitszone sind Arbeitsnutzungen für Produktions-, Verwaltungs- und Bearbeitungsbetriebe zugelassen. Wohnnutzungen müssen standortgebundenem Personal dienen.
2 Verkaufsnutzungen dürfen höchstens 20% der Bruttogeschossfläche eines realisierten, zusammenhängenden Gebäudes, maximal aber eine Bruttogeschossfläche von 300 m2 belegen. Zudem muss der Verkauf in einem Bezug zur Hauptnutzung im Gebäude stehen. Verkaufsnutzungen dürfen auch unter angrenzenden Grundstücken nicht übertragen werden.
3 Zwischen dem Längfeldweg und dem Mettlenweg sind Ausstellungsflächen zulässig, sofern sie nicht mit einer direkten Verkaufstätigkeit verbunden sind. Ihre maximal zulässige Grösse beträgt 50% der Bruttogeschossfläche eines realisierten zusammenhängenden Gebäudes.
4 Gebäude mit bestehenden und nach altem Recht bewilligten Verkaufsnutzungen von über 300 m2 für grosse oder sperrige Güter dürfen unterhalten, zeitgemäss erneuert, umgebaut oder nach einem Schadenfall wiederaufgebaut werden. Eine Vergrösserung der Verkaufsflächen und -volumen ist nicht zulässig.
5 Es gilt die Lärmempfindlichkeitsstufe IV gemäss Art. 43 LSV.
Art. 10 - Zonen für öffentliche Nutzungen
Die der Zone für öffentliche Nutzungen zugewiesenen Gebiete sind nach Massgabe von Artikel 77 Baugesetz [4] wie folgt zu nutzen:
EPS/LSV [5]:
Bildung (öff. Schulen, Kindergärten, usw.)
Heime (Alters-, Pflegheime, usw.)
Kirchen (Landeskirchen)
Private Nutzungen im öffentl. Interesse
Parkanlagen (allgemein)
Parkanlagen (Freiflächen nach SFG) [6]
Anderweitige öffentliche Bauten und Anlagen sind zulässig, soweit sie die Zweckbestimmung der jeweiligen Zone nicht beeinträchtigen.
Art. 11 - Grünzone
Die der Grünzone zugewiesenen Gebiete sind nach Massgabe von Artikel 79 Baugesetz zu nutzen und dienen der Gliederung der Siedlungsräume.
Art. 12 - Landschaftsschutzgebiete
1 Die Landschaftsschutzgebiete bezwecken den Erhalt des Landschaftsbildes und der naturräumlichen Gegebenheiten. Sie sind als traditionelle Kulturlandschaften mit extensiver Bewirtschaftung sowie als natürliche Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu erhalten und zu festigen. Alle landschaftsprägenden Elemente (Bäume, Hecken, weitere Vegetation, Topographie, Mauern, etc.) sind geschützt. Pflegerische Unterhaltsmassnahmen bleiben vorbehalten.
2 Baumschulen, intensive Obstkulturen, Gärtnereiflächen, andere intensive landwirtschaftliche oder gewerbliche Nutzungen des Bodens, Aufforstungen sowie alle weitern landschaftsverändernden Vorkehren sind untersagt.
3 Abgrabungen, Aufschüttungen sowie Terrainveränderungen, neue Wege, Strassen oder Mauern sind - unabhängig von ihrer Baubewilligungspflicht - nur gestattet, sofern sie einer sachgerechten Pflege des Landschaftsschutzgebietes dienen.
Art. 13 - Landwirtschaftszone
Die der Landwirtschaftszone zugewiesenen Gebiete sind nach Massgabe von Artikel 80 Baugesetz zu nutzen.
Art. 14 - Waldgrenze / Waldabstand
1 Die Waldgrenze ist im Nutzungszonenplan eingetragen.
2 Soweit nicht eine Baulinie den Waldabstand festlegt, gilt der gesetzliche Waldabstand. Der Waldabstandsraum ist naturnah zu nutzen und zu gestalten. Mit einem Abstand von mindestens 15 m zur Waldgrenze sind unbewohnte Kleinbauten zulässig, wenn sie sich der Nutzung des Waldabstandsraumes unterordnen. Im übrigen gilt im Waldabstandsraum ein Bauverbot.
Art. 15 - Verkehrsraum
1 Der öffentliche Verkehrsraum und das Eisenbahnareal sind im Nutzungszonenplan keiner Nutzungszone zugewiesen und nicht gekennzeichnet.
2 Die Nutzung des Eisenbahnareals untersteht dem Bundesrecht.
3 Auf öffentlichem Strassengebiet [7] dürfen keine Hochbauten erstellt werden. Standortgebundene Kleinbauten (Bus-Wartehallen, Velo-Unterstände und dergleichen) bleiben vorbehalten.
Art. 16 - Wohnnutzungsanteile
1 In den Zonen mit Wohnnutzungsanteilen bleiben bei Neu- und Umbauten die im Nutzungszonenplan bezeichneten Mindestanteile der Bruttogeschossfläche der Obergeschosse dem Wohnen vorbehalten.
2 Bei wohnhygienisch beeinträchtigten Verhältnissen (Verkehrslärm, etc.) kann die Baubewilligungsbehörde den Wohnnutzungsanteil angemessen reduzieren oder ganz aufheben.
3 Beherbergungsbetriebe (Hotels, Wohnheime, besondere Schlafstätten etc.) werden an den Wohnnutzungsanteil angerechnet.
4 Wohnnutzungsanteile dürfen unter angrenzenden Grundstücken übertragen werden.
Art. 17 - Grünflächenziffern
1 In den Gebieten mit Grünflächenziffern sind mindestens die im Nutzungszonenplan festgelegten Anteile der Grundstücksfläche mit durchlässigen Bodenoberflächen zu versehen und als motorfahrzeugsfreier Aussenraum zu gestalten. Unterirdische Bauten sind in diesen Flächen nicht zulässig.
2 Grünflächenanteile dürfen unter angrenzenden Grundstücken übertragen werden.
III. Vorschriften zum Bauzonenplan
Art. 18 - Bauzonen
1 In den im Bauzonenplan bezeichneten Gebieten gelten folgende baupolizeilichen Masse:
kGA [8]:
gGA [9]:
(Kleinbauten)
Bauten haben sich in ihren Dimensionen der Zweckbestimmung der jeweiligen Zone anzupassen.
Keine baubewilligungspflichtigen ober- und unterirdischen Gebäude.
2 In den Zonen für öffentliche Nutzungen und in den Arbeitszonen beträgt der allseitige Grenzabstand 5 m. Für Gebäudeteile mit einer Höhe von über 10 m vergrössert sich der allseitige Grenzabstand um das Mass der Mehrhöhe.
3 Das Kellergeschoss gilt als Vollgeschoss, wenn es im Mittel aller Fassaden, bis oberkant Erdgeschossboden gemessen, den fertigen Boden um mehr als 1.5 m überragt.
4 Das Dachgeschoss gilt als Vollgeschoss, wenn die Kniewand (Decke oberstes Vollgeschoss bis zum Schnittpunkt der Fassadenlinie mit Oberkante Dachsparren) raumseitig mehr als 1.5 m beträgt.
Art. 19 - Bauten unter Terrain
Bauten mit zwei und mehr Untergeschossen, welche den mittleren Grundwasserspiegel unterschreiten, sind nur zugelassen, wenn die Fliessverhältnisse des Grundwassers nicht nachteilig beeinträchtigt werden.
Art. 20 - Bauweise
1 Soweit der Bauzonenplan nicht die geschlossene oder die annähernd geschlossene Bauweise festlegt, gilt die offene Bauweise. Die grossen und kleinen Grenzabstände sowie die Gebäudeabstände sind allseitig einzuhalten.
2 In der geschlossenen Bauweise müssen die Gebäude seitlich an die Grenze gestellt und mit einer Brandmauer versehen werden. In der annähernd geschlossenen Bauweise können Gebäude - soweit erforderlich mit einer Brandmauer - seitlich an die Grenze oder in den Grenzabstand gestellt werden. Die grossen Grenzabstände und die weiteren Gebäudeabstände sind einzuhalten. Auf die wohnhygienischen Verhältnisse bestehender Gebäude ist ausreichend Rücksicht zu nehmen.
3 Das Bauen auf die Grenze oder im Grenzabstand bei geschlossener oder annähernd geschlossener Bauweise ist auf eine Gebäudetiefe von max. 15 m beschränkt. Bei bestehenden Gebäuden auf der Grenze ist dieses Mass auf deren Anbautiefe beschränkt, darf jedoch in jedem Fall 12 m betragen. Vorbehalten bleibt die Beschränkung der Gebäudetiefe (Art. 22) oder die anderweitig geregelte Anbaubefugnis (geschlossene Bauweise I, örtliche Festlegungen im Bauzonenplan bei Hofbauweise).
4 Für die gemäss Bauzonenplan der "geschlossenen Bauweise I" zugewiesenen Gebiete gelten die grossen Grenzabstände nur für die Obergeschosse. Im Erdgeschoss oder in den im Bauzonenplan bezeichneten Obergeschossen bei Hofbauweise darf allseitig an die Grenze gebaut werden.
5 In den im Bauzonenplan zusätzlich der Hofbauweise zugewiesenen Gebieten entfällt ein grosser Grenzabstand. Gegenüber dem Hof dürfen die Längsseiten des Gebäudes auf die Bauzonen- oder Grundstücksgrenze gestellt werden.
Art. 21 - Abstände
1 Der grosse Grenzabstand gilt für die Längs-, der kleine Grenzabstand für die Schmalseiten der Bauten. Bis zu einer Gebäudelänge von 15 m dürfen der kleine und der grosse Grenzabstand ausgetauscht werden. Der Gebäudeabstand entspricht der Summe der Grenzabstände.
2 Beträgt die Schmalseite der Bauten mehr als 15 m, ist der kleine Grenzabstand um die Hälfte der Mehrbreite zu vergrössern, jedoch höchstens bis zum Mass des grossen Grenzabstandes.
3 Unbewohnte An- und Nebenbauten mit einer Grundfläche von höchstens 60 m2 und einer Gebäudehöhe von höchstens 3.50 m dürfen im Einverständnis des Nachbarn oder sofern an ein auf der Grenze stehendes Nebengebäude angebaut werden kann, auf die Grenze gestellt werden. Andernfalls ist ein Grenzabstand von 2.50 m einzuhalten.
4 Gegenüber dem Strassenraum öffentlicher Strassen ist bei Staatsstrassen ein Abstand von 5 m, bei den übrigen öffentlichen Strassen ein Abstand von 3.60 m einzuhalten. Werden Bauten auf bestehende Gebäudefluchten ausgerichtet, kann dieser Abstand unterschritten werden, sofern keine öffentlichen oder wesentlichen nachbarlichen Interessen entgegenstehen.
Art. 22 - Gebäudelängen / Gebäudetiefen
In den im Bauzonenplan bezeichneteten Gebieten sind die Gebäudelängen und die Gebäudetiefen für alle Geschosse oder einzig für die Obergeschosse beschränkt. Unbewohnte An- und Nebenbauten sowie Wintergärten werden nicht angerechnet.
Art. 23 - Gebäudehöhen
1 Bei offener Bauweise wird die Gebäudehöhe in der Fassadenmitte vom gewachsenen oder tieferliegenden Boden (Art. 97 BauV [10]) bis zur Schnittlinie der Fassadenflucht mit der Oberkante des Dachsparrens und bei Flachdächern bis zur Oberkante der Brüstung gemessen. Bei geschlossener Bauweise wird von der Achse der dem Gebäude am nächsten liegenden Strasse aus gemessen.
2 Die Gebäudehöhe muss auf allen Gebäudeseiten eingehalten sein. Bei Bauten am Hang ist talseitig anteilsmässig pro 10% Hangneigung eine Mehrhöhe von einem Meter gestattet. Die Mehrhöhe darf 3.50 m nicht überschreiten.
Art. 24 - Dachgestaltung
1 Der Ausbau des Dachgeschosses und die Erstellung von Attikageschossen sind zulässig. Soweit der Gemeinderat die Dachform für einzelne Gebiete nicht festgelegt hat, bleibt diese mit folgenden Einschränkungen frei:
- Die Dachneigung darf maximal 125 % betragen.
- Der höchste Punkt des Daches darf bei geneigten Dächern die effektive Fassadenhöhe um nicht mehr als 5 m überragen.
- Die Fassadenhöhe der Attika darf - von oberkant Flachdach bis oberkant Attikadach - nicht höher als 3.0 m sein.
2 Dachflächenfenster, Dacheinschnitte und Dachaufbauten sind zulässig, sofern sie der Baute angepasst sind. Dachaufbauten dürfen in ihren Auswirkungen keine wesentlichen nachbarlichen Interessen beeinträchtigen.
3 Attikageschosse oder andere Dachformen dürfen in ihren Auswirkungen die betroffenen nachbarlichen Interessen insgesamt nicht nachteiliger als zulässige geneigte Dächer mit Dachaufbauten berühren.
4 Gilt gemäss Bauzonenplan die Hofbauweise [11], sind für Bauten im Hof der Dachausbau oder Attikageschosse ausgeschlossen. Gestattet sind die für eine sachgemässe Nutzung der Dachflächen notwendigen oder andere technisch bedingte Aufbauten (Treppenaufgänge, Geräteräume, Pergolen, usw.).
Art. 25 - Eingliederung
1 Bauten und Anlagen sind so zu gestalten, dass sie unter Einhaltung der Vorgaben des Bauzonenplanes zusammen mit ihrer Umgebung eine gute Gesamtwirkung ergeben.
2 Die Aussenräume sind auf den Charakter der Umgebung abzustimmen. Insbesondere ist die Fläche zwischen Gebäude und öffentlichem Strassenraum (Vorgarten) zu begrünen und in quartierüblicher Weise gegen den Strassenraum abzugrenzen.
Art. 26 - Siedlungseinheiten
Innerhalb des Perimeters "Siedlungseinheiten" des Bauzonenplanes müssen Neubauten, wesentliche Veränderungen oder Erweiterungen bestehender Gebäude gestalterisch und konzeptionell gesamthaft auf die bestehende Bausubstanz, vorhandene Strukturen und Aussenräume abgestimmt sein.
Art. 27 - Besondere Gestaltungsvorschriften
In den im Bauzonenplan ausgeschiedenen Perimetern für besondere Gestaltungsvorschriften gelten folgende Bestimmungen:
1 Altstadt:
a. Die besonderen Gestaltungsvorschriften für die Altstadt bezwecken den Schutz des historischen Altstadtbildes, seiner bauhistorischen Substanz und die Erhaltung seiner Eigenart.
b. Anbauten oder andere bauliche Veränderungen und Reklamen haben den besonderen Gegebenheiten des einzelnen Strassenbildes und des einzelnen Gebäudes aussen und innen Rechnung zu tragen. Sie sind nur gestattet, wenn sie sich gut in das Altstadtbild einordnen.
c. Die prägenden städtebaulichen, architektonischen und historischen Gebäudeelemente sind zu erhalten und nach Möglichkit wiederherzustellen.
d. Brandmauern sind in ihrer heutigen oder ursprünglichen Lage grundsätzlich beizubehalten.
e. Dachaufbauten, Dachterrassen und Dachfenster sind auf stark einsehbaren Dächern ausgeschlossen.
f. Abbrüche werden nur bewilligt, wenn ein genehmigtes Neubauprojekt vorliegt.
g. Nicht störende eingeschossige Hofüberbauungen können bewilligt werden. Sie sind Arbeitsnutzungen vorbehalten.
2 Bahnhofquartier:
a. Die besonderen Gestaltungsvorschriften für das Bahnhofquartier bezwecken den Erhalt und die Weiterentwicklung des Quartierbildes.
b. Gebäude müssen einheitliche Gebäudehöhen und Geschosszahlen aufweisen. Diese betragen
Für die Bauzonen 4 und 5 kann die Baubewilligungsbehörde aus städtebaulichen oder architektonischen Gründen ein zusätzliches Geschoss mit entsprechender Mehrhöhe gestatten oder vorschreiben.
c. Das Niveau der Erdgeschosse und die Geschosshöhe muss für städtebaulich zusammengehörende Teilgebiete (Plätze, Strassenzüge, usw.) einheitlich sein.
d. Über dem letzten Vollgeschoss muss ein Attikageschoss erstellt werden.
e. Die Gebäude sind mit Flachdächern zu erstellen.
f. Mit der Fassadengestaltung (Gliederung, Materialwahl, Farbgestaltung, Fensterproportionen, usw.) soll eine einheitliche und horizontale Wirkung erzielt werden. Entlang der Bahnhofstrasse und den nördlichen Bahnhofplatzseiten ist ein Vordach zu erstellen.
3 Vingelz
Für die ausgeschiedenen Bauzonen gelten folgende besonderen Grenzabstände, Gebäudehöhen, Gebäudetiefen, Gebäudelängen und Ausnützungsziffern:
AZ [12]:
Der kleine Grenzabstand gilt für die Schmalseiten und die beschattete Längsseite, der grosse Grenzabstand für die besonnte Längsseite eines Gebäudes.
IV. Vorschriften zum Nutzungs- und zum Bauzonenplan
Art. 28 - Gebäudestellung
Bauten sind strassenseitig auf Gebäudefluchten zu stellen, soweit solche erkennbar sind.
Art. 29 - Erdgeschossbestimmungen
1 In den im Nutzungszonenplan ausgeschiedenen Zonen mit Erdgeschossbestimmungen ist eine Erdgeschosshöhe von mindestens 4 m (inkl. Decke) vorgeschrieben, sofern keine denkmalpflegerischen Interessen entgegenstehen.
2 In den Zonen mit Erdgeschossbestimmungen erhöhen sich die gemäss Bauzonenplan und Artikel 18 hievor zulässigen Gebäudehöhen um einen Meter, sofern die in Absatz 1 genannte Mindesthöhe tatsächlich realisiert wird.
Art. 30 - Zonen mit Planungspflicht
In den im Nutzungszonen- und im Bauzonenplan ausgeschiedenen Zonen mit Planungspflicht gelten für die Festlegung der Nutzungsart, des Nutzungsmasses, der Erschliessung und der Gestaltung die Grundsätze im Anhang.
V. Baugesuchsverfahren
Art. 31 - Fachausschuss
1 Ein aus Fachleuten zusammengesetzter Ausschuss berät die Planungs- und Baubewilligungsbehörde nach Massgabe eines durch den Gemeinderat zu erlassenden Pflichtenheftes bei der Beurteilung ausgewählter Bauvorhaben in gestalterischen und anderen fachtechnischen Fragen.
2 Der Fachausschuss ist durch den Gemeinderat zu wählen und umfasst mindestens 5 und höchstens 9 Mitglieder. Er ist so zusammenzusetzen, dass die für die Beurteilung von Bauvorhaben wesentlichen Fachrichtungen vertreten sind.
Art. 32 - Aufzuhebendes Recht
Mit dem Inkrafttreten dieser baurechtlichen Grundordnung werden die Pläne, Reglemente und Vorschriften gemäss Anhang aufgehoben.
Art. 33 - Altes und ergänzendes Recht
Mit dem Inkrafttreten dieser baurechtlichen Grundordnung werden die Pläne, Reglemente und Vorschriften gemäss Anhang abgeändert.
Art. 34 - Weitere Schutzbestimmungen
Die baurechtliche Grundordnung ist - soweit erforderlich - nach den Vorgaben des übergeordneten Rechts durch weitere Schutzbestimmungen im Bereiche der Denkmalpflege, des Ortsbild-, Natur- und Landschaftsschutzes zu ergänzen. Darauf zurückzuführende Änderungen dieser baurechtlichen Grundordnung bleiben vorbehalten.
Art. 35 - Inkrafttreten
Die baurechtliche Grundordnung tritt mit der rechtskräftigen Genehmigung durch die zuständigen kantonalen Instanzen in Kraft.
Biel, 7. Juni 1998
Genehmigt durch das Amt für Gemeinden und Raumordnung am 30. Juli 1999, Nachführung genehmigt durch das Amt für Gemeinden und Raumordnung am 16. Juli 2018.
Anhang I, ZPP 5.2
19.-21.05.2006
Anhang I, ZPP Kinderspital Wildermeth
Anhang I, ZPP 5.5
Anhang I, ZPP 2.6
Anhang I, ZPP 10.3
Anhang I, ZPP 10.4
Anhang I, ZPP 4.1
Anhang I, ZPP 4.2
Anhang I, ZPP 10.1
Anhang I, ZPP 10.2
Anhang I, ZPP 4.3
Anhang I, ZPP 8.5
Anhang I, ZPP 8.8
Anhang I, ZPP 2.1
Anhang 1: Grundsätze Zonen mit Planungspflicht
Anhang 2: Aufzuhebendes und ergänzendes Recht
Lärmschutz- Verordnung vom 15.12.1986 (LSV; SR 814.41)
Fassung gemäss Stadtratsbeschluss vom 16.09.2009 und Gemeindeabstimmung vom 29.11.2009
Baugesetz vom 9.6.1985 (BauG; BSG 721.0)
Empfindlichkeitsstufe gemäss eidgenössischer Lärmschutzverordnung (LSV; SR 814.41)
Gesetz vom 6.6.1982 über See- und Flussufer (SFG; BSG 704.1)
Art. 2 des Gesetzes vom 2.2.1964 über Bau und Unterhalt der Strassen (SBG; BSG 732.11)
grosser Grenzabstand
Bauverordnung vom 6.3.1985 (BauV; BSG 721.1)
vgl. Art. 20 Abs. 4 dieses Reglements
kGA: kleiner Grenzabstand, gGA: grosser Grenzabstand, GH: Gebäudehöhe, GT: Gebäudetiefe, GL: Gebäudelänge, AZ: Ausnützungsziffer