Source: https://www.steuba.de/einkommensteuer/rentenbesteuerung-rente-besteuerung-steuer-steuerberater/
Timestamp: 2020-04-03 23:15:23
Document Index: 159074817

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 10', '§ 22', '§ 10', '§ 22', '§ 10', '§ 82', '§ 19', '§ 759', '§ 760', '§ 761', '§ 10', '§ 22', '§ 22', '§ 19']

Rentenbesteuerung: Wie wir die Rente besteuert? Wieviel Steuern muss ich zahlen?
07 Aug Rente Versteuerung
Veröffentlicht um: 23:48Uhr in Einkommensteuer	von	Michael Jonas
Welche Arten von Renten gibt es? Wie werden diese besteuert? Welche Werbungskosten kann ich absetzen?
Welche Rentenarten gibt es? Welche Renten sind steuerpflichtig?
Was sind Leibrenten? Wo sind diese gesetzlich definiert? Was sind die Erscheinungsformen?
Was ist eine Leibrente und wo sind diese gesetzlich niedergeschrieben?
Welche Arten von Leibrenten gibt es? Worin unterscheiden sich diese?
Wie werden die verschiedenen Renten besteuert?
Wie werden Leibrenten und andere Leistungen i.S.d. § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG (Rente aus gesetzlicher Rentenversicherung, Rente aus landwirtschaftlicher Alterskasse, Rente aus den berufsständischen Versorgungseinrichtungen) besteuert?
Was ist die nachgelagerte Besteuerung bei Renten?
Was sind Renten aus der landwirtschaftlichen Alterskasse?
Was ist eine Rente aus einer berufsständischen Versorgungseinrichtung?
Was sind Leibrenten als Unterhaltsleistungen bzw. Versorgungsleistungen als Versorgungsrenten? Wie werden diese versteuert?
Was ist eine Abgeordnetenpension? Wie wird diese besteuert?
Was sind Werksrenten bzw. Versorgungsbezüge und wie werden diese besteuert?
Wie kann ich meine Steuern auf meine Rente berechnen? Wie sieht ein Rechenbeispiel – grundsätzliches Beispiel – aus?
Wie kann ich meine Steuer auf meine gesetzliche Rente berechnen?
Renten nach § 22 Nr. 1 Satz 1 EStG;
Leibrenten i.S.d. § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG
Leibrenten i.S.d. § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. bb EStG
Leibrenten als Unterhaltsleistungen i.S.d. § 22 Nr. 1a EStG, soweit sie der Unterhaltszahlende als Sonderausgaben nach § 10 Abs. 1a Nr. 1 EStG abziehen kann
Versorgungsleistungen als Versorgungsrenten i.S.d. § 22 Nr. 1a EStG, soweit beim Leistenden die Voraussetzungen des § 10 Abs. 1a Nr. 2 EStG erfüllt sind
Renten nach § 22 Nr. 1a EStG, die der Empfänger aufgrund eines schuldrechtlichen Versorgungsausgleichs bezieht, soweit sie der Ausgleichsverpflichtete als Sonderausgaben nach § 10 Abs. 1a Nr. 3 und 4 EStG abziehen kann
Renten aus einem zertifizierten Altersvorsorgevertrag i.S.d. § 82 EStG
Werksrenten nach § 19 Abs. 1 Nr. 2 i.V.m. Abs. 2 EStG
Wiederkehrende Zahlung, die davon abhängig ist, ob eine oder mehrere Person(en), die vorab festgelegten Fälligkeiten erlebt (erleben). Allgemeine Regeln finden sich im BGB: Dauer und Betrag der Rente (§ 759) die Vorauszahlung (§ 760) und die Form des Leibrentenversprechens (§ 761).
Die Leibrente setzt grundsätzlich gleichbleibende Bezüge voraus, die für die Dauer der Lebenszeit einer Bezugsperson gezahlt werden (R 22.3 EStR; H 22.3 EStH)
Folgende Erscheinungsformen der Leibrente gibt es:
a) Lebenslange Leibrente: Periodisch wiederkehrende Zahlung bis zum Tod der berechtigten Person
b) Aufgeschobene Leibrenten: Zahlung erst zum einem in der Zukunft liegenden Termin
c) Leibrenten mit steigenden Zahlungen
d) Temporäre Leibrenten: Zahlung bis zu einem vorab festgelegten Zeitpunkt.
f) Leibrente mit Rentengarantie: Sämtliche Leistungen – unabhängig vom Tod des Berechtigten – werden bis zu diesem Zeitpunkt fällig
Analog zu dem Sonderausgabenabzug gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG sieht § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG den stufenweisen Übergang zur nachgelagerten Besteuerung vor.
Wer seit dem Jahr 2005 oder früher eine Rente bezieht, muss diese nur zu 50 Prozent versteuern. Die anderen 50 Prozent dienen der Berechnung des Rentenfreibetrags. Dieser wird im Jahr nach Rentenbeginn festgesetzt und grundsätzlich Jahr für Jahr steuermindernd angesetzt.
Der steuerpflichtige Anteil der Rente wird von 50 Prozent beim Renteneintritt im Jahr 2005 auf 100 Prozent im Renteneintrittsjahr 2040 ansteigen wird. Der Anstieg erfolgt zunächst schneller. So wird der steuerpflichtige Anteil bei einem Renteneintritt im Jahr 2020 bereits bei 80 Prozent liegen. Der steuerpflichtige Anteil der Rente wird damit in 15 Jahren um 30 Prozent angestiegen sein. Danach verlangsamt sich die Ausweitung der Steuerpflicht. In den 20 Jahren bis 2040 wird sie um weitere 20 Prozent ansteigen.
Bei der nachgelagerten Besteuerung – Basierend auf dem Alterseinkünftegesetz (AltEinkG) – erfolgt ab 2005 bis 2040 die schrittweise Umsetzung zur nachgelagerten Besteuerung der Rentenleistungen und zur Steuerfreistellung der Altersvorsorgeaufwendungen. Bis zum Jahr 2004 unterlagen Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, aus berufsständischen Versorgungswerken und der Alterssicherung der Landwirte nur mit dem sog. Ertragsanteil der Besteuerung, wohingegen Beamtenpensionen und Pensionen aus betrieblicher Altersvorsorge nahezu in vollem Höhe von der Einkommensteuerbesteuerung erfasst wurden.
Die Renten wegen Alters, wegen Erwerbsminderung und wegen Todes nach dem Gesetz über die Alterssicherung der Landwirte – ALG – gehören zu den Leistungen, die besteuert werden müssen.
Die berufsständische Versorgung ist im dreigliedrigen System der Altersversorgung wie die gesetzliche Rentenversicherung der ersten Säule zuzuordnen und ist i.e.S. die auf einer gesetzlichen Pflichtmitgliedschaft beruhende Altersversorgung für freie Berufe. Diese Form der Altersversorgung ist nicht nach dem Umlageverfahren wie bei der gesetzlichen Rentenversicherung organisiert, sondern nach dem Kapital–Deckungsverfahren. Die berufsständischen Versorgungseinrichtungen erhalten keinerlei Zuschüsse von staatlicher Seite, sondern finanzieren sich ausschließlich aus den Mitgliedsbeiträgen. Sie bedienen sich i.d.R. einer versicherungsorientierten Anlagestrategie.
Nach dauerhafter Trennung oder Scheidung ist die günstige Ehegattenbesteuerung mit dem Splittingtarif nicht mehr möglich. Als Ausgleich dafür sind Unterhaltsleistungen an den früheren Ehegatten als Sonderausgaben abziehbar. Im Gegenzug sind die erhaltenen Unterhaltsleistungen bis zu einem Betrag von maximal 13.805,00 € steuerpflichtig. Nur die Unterhaltsleistungen, für die der Unterhaltspflichtige mit Zustimmung des Unterhaltsempfängers den Abzug als Sonderausgaben mittels der Anlage U bei seinem Finanzamt beantragt, muss der Empfänger zum Ausgleich als sonstige Einkünfte gemäß § 22 Nr. 1a EStG versteuern
Der Versorgungsfreibetrag, der zum Ausgleich der Ungleichbehandlung zwischen Renten und Pensionen eingeführt wurde, verliert seine Rechtfertigung dann, wenn im Endzustand der neuen Besteuerung die Renten zu 100 % nachgelagert besteuert werden. Der Versorgungsfreibetrag und der Zuschlag werden bis zum Jahr 2040 in dem Umfang abgeschmolzen, wie die Rentenbesteuerung ansteigt.
Nach der Tabelle des § 19 Abs. 2 EStG wird der Versorgungsfreibetrag und der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag bei Beginn des Versorgungsbezugs ermittelt und bleibt dann grundsätzlich auf Dauer unverändert. Der Versorgungsfreibetrag und der Zuschlag werden durch das schrittweise Abschmelzen und kohortenspezifische Festschreiben auf einen bestimmten Wert für den einzelnen Pensionär zu einem individuellen Besteuerungsmerkmal, das für jeden Einzelnen festgestellt werden muss und dann beibehalten wird.
Jahr des Versorgungsbeginns Versorgungsfreibetrag Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag in €
in % der Versorgungsbezüge Höchstbetrag in €
Wenn Sie ausschließlich eine gesetzliche Rente beziehen und keine weiteren Einkünfte haben, lässt sich einfach ermitteln, ob Sie in den steuerpflichtigen Bereich kommen. Setzen Sie dafür in die Tabelle „Beispiel Alleinstehender“ Ihre persönlichen Werte ein:
Auf Ihrem Rentenbescheid steht die monatliche Rente (Brutto). Die multiplizieren Sie mit zwölf, um auf den Jahresbetrag zu kommen.
Dann ziehen Sie den persönlichen Rentenfreibetrag ab: 50 Prozent, wenn Sie bis Ende 2005 in Rente gingen.
Als nächstes die Werbungskostenpauschale von 102 Euro abziehen, ebenso die Sonderausgabenpauschale von 36 Euro.
Nun Ihre Ausgaben für Kranken- und Pflegeversicherung abziehen. Sie stehen als Monatsbeträge im Rentenbescheid.
Leibrente Rentenbesteuerung Versorgungsfreibetrag