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Timestamp: 2017-01-22 11:07:01
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1 720 BGI 720 BG-Information Sicherer Umgang mit fahrbaren Hubarbeitsbühnen Januar 20132 Impressum Herausgeber Berufsgenossenschaft Holz und Metall Isaac-Fulda-Allee Mainz Telefon: Fax: Internet: Servicehotline bei Fragen zum Arbeitsschutz: Medien Online: Eine entgeltliche Veräußerung oder andere gewerbliche Nutzung bedarf der schriftlichen Einwilligung der BGHM Ausgabe: Januar 20133 Sicherer Umgang mit fahrbaren Hubarbeitsbühnen BGI 7204 Inhaltsverzeichnis Vorwort Unfallgeschehen im Zusammenhang mit Hubarbeitsbühnen Gesetzliche Grundlagen und Regeln Bauarten von Hubarbeitsbühnen Konstruktiver Aufbau und Hauptbestandteile Besondere Sicherheitseinrichtungen und deren Bedeutung Allgemeine Hinweise zum sicheren Betrieb von Hubarbeitsbühnen Kennzeichnung von Hubarbeitsbühnen Betriebshandbuch Betriebsanleitung Krafteinwirkungen Sicherheit gegen Umkippen Auswahl entsprechend der Gefährdungsbeurteilung Aufbau und Standsicherheit, Anforderungen an Verkehrswege Wind und Wetter Einsatz von Hubarbeitsbühnen in öffentlichen Verkehrsräumen Arbeiten unter elektrischen Gefährdungen Baumpflegearbeiten Anforderungen an die beteiligten Firmen und Personen Anforderungen an Vermieter von Hubarbeitsbühnen Anforderungen an Unternehmer als Betreiber Anforderungen an Bedienpersonen Anforderungen an Instandhaltungs- und Prüffirmen Gefährdungsbeurteilung vor dem Einsatz Gefährdungsbeurteilung allgemein Gefährdungsbeurteilung unter Berücksichtigung des Einsatzortes Hauptgefährdungen Aussteigen im angehobenen Zustand... 505 7. Prüfung von Hubarbeitsbühnen Prüfungen in Verantwortung des Herstellers Prüfungen in Verantwortung des Betreibers Koordination Persönliche Schutzausrüstungen Schlussgedanken Literatur- und Quellenverzeichnis Weiterführende Vorschriften und Regeln Gesetze, Verordnungen und Regeln Unfallverhütungsvorschriften, BG-Regeln, BG-Grundsätze und BG-Informationen Andere Schriften Andere Quellen Abbildungsverzeichnis Anhang 1 4 x 4 Merkregeln Anhang 2 Muster eines Bedienerausweises Anhang 3 Muster einer schriftlichen Beauftragung Anhang 4 Muster einer Betriebsanweisung für Hubarbeitsbühnen Anhang 5 Auswahl einer Hubarbeitsbühne Anhang 6 Checkliste zum sicheren Betreiben von Hubarbeitsbühnen Anhang 7 Fragen und Antworten für ein sicheres Betreiben von Hubarbeitsbühnen Anhang 8 Checkliste vor der Auslieferung/nach der Rücknahme Anhang 9 Unterweisungsnachweis Anhang 10 Beaufort-Skala Anhang 11 Muster einer Gefährdungsbeurteilung zur Benutzung von Hubarbeitsbühnen... 796 Vorwort Auf Baustellen und bei vielen Tätigkeiten in den Betrieben kommen immer häufiger fahrbare Hubarbeitsbühnen zum Einsatz. Damit steigt die Produktivität, die Arbeit wird erleichtert und der Sicherheits- und Gesundheitsschutz verbessert. Die Leiter als kurzzeitiger Arbeitsplatz verliert immer mehr an Bedeutung. Die Benutzung von Hubarbeitsbühnen bedeutet aber nicht sofort eine Senkung des Unfallgeschehens. Zum sicheren Betreiben gehört ein Maß an Grundinformatio nen, Wissen und fachspezifischem Können. Neben dem Fachwissen müssen ebenso die Gefährdungen beim Umgang erkannt und Maßnahmen festgelegt werden. Die in der Praxis aufgetretenen Arbeitsunfälle zeigen, dass die Gefahren beim Umgang mit fahrbaren Hubarbeitsbühnen unterschätzt werden. Sie lassen sich im Wesentlichen auf folgende Schwerpunkte zurückführen: Umkippen der Hubarbeitsbühne, Absturz aus der Hubarbeitsbühne und Quetschen unter Konstruktionen. Diese BG-Information wendet sich an Unternehmer, die Hubarbeitsbühnen verleihen und benutzen sowie an Serviceund Wartungsfirmen und an Bediener. Sie soll den o. g. Verantwortlichen und Bedienern helfen, die fahrbaren Hubarbeitsbühnen sicher zu warten, zu prüfen und zu betreiben. Hinweis: In dieser Broschüre sind einzelne Textabschnitte farblich gekennzeichnet worden. Diese Kennzeichnung weist darauf hin, dass eine spezielle Personengruppe besonders angesprochen wird. = Unternehmer (Vermieter, Mieter) = Bediener = Instandhaltungs- und Prüfpersonal Dies zeigt, dass technisches Versagen der Bühnen selten eine Rolle spielt. Es liegt in der Verantwortung des Unternehmers, dafür zu sorgen, dass alle Bediener, die Maschinen verwenden, angemessen geschult, unterwiesen und eingewiesen werden. 67 1. Unfallgeschehen im Zusammenhang mit Hubarbeitsbühnen An hochgelegenen Arbeitsplätzen ereignen sich mehr Unfälle bei der Benutzung von Leitern als bei der Benutzung von Hubarbeitsbühnen. Nicht zuletzt ist dies auf den hohen Sicherheitsstandard der Hubarbeitsbühnen zurückzuführen. Die Unfallursachen (Bild 1-1) sind: In den vergangenen 20 Jahren wurden von den staatlichen Arbeitsschutzbehörden durchschnittlich fünf Arbeitsunfälle pro Jahr gemeldet, bei denen Bediener von Hub arbeitsbühnen ums Leben gekommen sind. Die Sicherheit beim Umgang mit Hubarbeitsbühnen ist wesentlich vom Verhalten des Bedieners abhängig. Das zeigen die nachfolgenden Unfallanalysen der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM). % Fehlverhalten des Bedieners (z. B. unsach gemäße Abstützung, Quetschen im Arbeits korb durch falsches Steuern der Bühne) technische Mängel an den eingesetzten Hubarbeitsbühnen (z. B. Bruch der Parallelführung führte zum Kippen des Arbeitskorbes) äußere Einwirkungen (z. B. Umsturz einer Hubarbeitsbühne, die von einem Brückenkran angefahren wurde) Das Fehlverhalten von Hubarbeitsbühnen- Bedienern steht damit an erster Stelle der Unfallursachen. 0 Fehlverhalten technische Mängel äußere Einwirkungen Bild 1-1: Ursachen von Hubarbeitsbühnen- Unfällen mit tödlichen Folgen 78 Unfallgeschehen im Zusammenhang mit Hubarbeitsbühnen Die Unfallarten lassen sich wiederum unterteilen in Fälle (Bild 1-2), bei denen Hubarbeitsbühnen umgekippt sind, Bediener sich im Arbeitskorb eingequetscht haben, Bediener durch den Peitscheneffekt aus dem Arbeitskorb herausgeschleudert wurden, % Bild 1-2: umgekippt im Arbeitskorb gequetscht sonstige Unfälle, z. B. beim Abladen einer Hub arbeitsbühne oder bei Reparaturarbeiten. herausgeschleudert abgestürzt Unfallarten beim Einsatz von Hubarbeitsbühnen sonstige Bediener, z. B. beim Übersteigen, abgestürzt sind und Nicht zuletzt muss der Bediener hinsichtlich möglicher Gefahren intensiv geschult werden. Um das Unfallrisiko trotz des zunehmenden Einsatzes von Hubarbeitsbühnen zu minimieren, müssen sich alle am Prozess beteiligten Personen in hohem Maße verantwortlich zeigen. Bereits die Auswahl einer geeigneten Hubarbeitsbühne ist eine wichtige Voraussetzung, um die Sicherheit zu gewährleisten. 89 2. Gesetzliche Grundlagen und Regeln Hubarbeitsbühnen zählen zu Maschinen im Sinne von Anhang IV der Europäischen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG. Diese Richtlinie regelt technische Baubestimmungen und die Sicherheitsausrüstung. Die nationale Umsetzung der Maschinenrichtlinie erfolgt mit dem Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) und der zugehörigen Neunten Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz (Maschinenverordnung)(9. ProdSV). Auf Grundlage der Maschinenrichtlinie wurde die Europäische Norm DIN EN 280 mit dem Titel Fahrbare Hubarbeitsbühnen Berechnung Standsicherheit Bau Sicherheit Prüfungen erarbeitet. Diese Norm legt Sicherheitsanforderungen hinsichtlich Konstruktion, Bauart und Prüfung von fahrbaren Hubarbeitsbühnen fest. Hubarbeitsbühnen werden vom Hersteller mit dem CE-Zeichen gekennzeichnet und erhalten eine EG-Konformitätserklärung. Den Umgang mit fahrbaren Hubarbeitsbühnen regeln das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), untersetzt durch Technische Regeln für Betriebssicherheit (TRBS). In der Betriebssicherheitsverordnung werden Arbeitsschutzanforderungen an die Bereitstellung von Arbeitsmitteln durch den Arbeitgeber und die Benutzung von Arbeitsmitteln durch die Beschäftigten bei der Arbeit sowie die Prüfungen aus zahlreichen staatlichen Vorschriften in einer Verordnung zusammengefasst. Speziell die TRBS 2111 Teil 4 Mechanische Gefährdungen Maßnahmen zum Schutz vor Gefährdungen durch mobile Arbeitsmittel konkretisiert die BetrSichV hinsichtlich der Ermittlung und Bewertung von Gefährdungen sowie der Ableitung von technischen, organisatorischen und persönlichen Maßnahmen. Hier wird z. B. die Qualifikation des Bedieners als personenbezogene Maßnahme erwähnt. 910 Gesetzliche Grundlagen und Regeln Da in Gesetzen und Verordnungen keine Detailregelungen erfolgen, stellen die Berufsgenossenschaften folgendes Vorschriften- und Regelwerk zur Verfügung: Betreiben von Arbeitsmitteln (BGR 500) mit dem Kapitel 2.10 Betreiben von Hebebühnen Prüfung von Hebebühnen (BGG 945) Prüfbuch für Hebebühnen (BGG 945-1) Ausbildung und Beauftragung der Bediener von Hubarbeitsbühnen (BGG/GUV-G 966) UVV der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau Gartenbau, Obstbau und Parkanlagen (VSG 4.2) 1011 3. Bauarten von Hubarbeitsbühnen Die DIN EN 280 definiert eine fahrbare Hubarbeitsbühne als fahrbare Maschine, die dafür vorgesehen ist, Personen zu Arbeitsplätzen zu befördern, an denen sie von der Arbeitsbühne aus Arbeiten verrichten. 3.1 Konstruktiver Aufbau und Hauptbestandteile Hubarbeitsbühnen sind je nach der kon struktiven Ausbildung des Fahrgestells im Gelände, auf Straßen und/oder auf Schienen einsetzbar und dienen der Durchführung von Arbeiten an hochgelegenen Arbeitsplätzen (Bilder 3-1 bis 3-4 auf Seiten 12 und 13). Hubarbeitsbühnen bestehen in der Regel aus Untergestell/Fahrgestell, Abstützeinrichtungen, Hubeinrichtung und Arbeitsbühne (Arbeitskorb, Plattform) mit Steuerstand. Gemäß DIN EN 280 erfolgt die Einstufung der Bauart der Hubarbeitsbühnen nach der Art der Hubeinrichtung, unabhängig davon, welches Untergestell vorhanden ist. Demnach wird unterschieden in: Gruppe A Fahrbare Hubarbeitsbühnen, bei denen die senkrechte Projektion des Lastschwerpunktes sich immer innerhalb der Kippkante befindet. Gruppe B Fahrbare Hubarbeitsbühnen, bei denen sich die senkrechte Projektion des Lastschwerpunktes auch außerhalb der Kippkante befinden kann. 1112 Bauarten von Hubarbeitsbühnen Außerdem werden sie noch in Bezug auf das Fahren in drei Typen eingeteilt: Typ 1: Fahren ist nur in Transportstellung zulässig. Typ 2: Fahren mit angehobener Arbeitsbühne wird nur von einer Steuerstelle am Untergestell aus erlaubt. Typ 3: Fahren mit angehobener Arbeitsbühne wird nur von einer Steuerstelle auf der Arbeitsbühne gesteuert. Anmerkung: Typ 2 und Typ 3 können miteinander kombiniert werden. Beispiel: Typ 1A: z. B. Personenlift mit Abstützung Typ 1B: z. B. alle Anhängerarbeitsbühnen (Bild 3-1) und alle Lkw-Arbeitsbühnen Typ 3A: z. B. Stempelmastbühnen (Bild 3-2), Scherenbühnen (Bild 3-3) Typ 3B: z. B. alle selbstfahrenden Gelenk-, Gelenkteleskop- (Bild 3-4) und Teleskopbühnen Das Untergestell bildet die Basis einer Hubarbeitsbühne und kann gezogen oder geschoben werden oder selbstfahrend sein. Bild 3-1: Bild 3-2: Teleskopmastbühne Typ 1B Stempelmastbühne Typ 3A 1213 Bauarten von Hubarbeitsbühnen Als Abstützvorrichtungen dienen mechanische Spindeln, Hydraulikzylinder, Achsfederverriegelungseinrichtungen oder ausziehbare Radachsen. Bild 3-3: Scherenbühne Typ 3A Jede fahrbare Hubarbeitsbühne hat eine Einrichtung (z. B. Nivellierwaage, Dosenlibelle), die anzeigt, ob die Neigung des Untergestelles in dem vom Hersteller zugelassenen Grenzwert liegt (Bild 3-5). Sie ist für die standsichere Justierung der Hubarbeitsbühne von großer Bedeutung. Diese Nivellierhilfsmittel befinden sich in unmittelbarer Nähe der Bedienelemente für die Abstützungen. Viele Hubarbeitsbühnen besitzen Einrichtungen, die das Ausrichten des Untergestells in beiden Ebenen automatisch durchführen. Dies erfolgt durch Inclinometer und Neigungssensoren. Bild 3-4: Gelenkteleskopbühne Typ 3B Bild 3-5: Kreuzlibelle Wasserwaage 1314 Bauarten von Hubarbeitsbühnen Steuereinrichtungen von Hubarbeitsbühnen (Bild 3-6) befinden sich im Arbeitskorb und eventuell zusätzlich am Untergestell. Sie sind so ausgerüstet, dass sie nicht unbeabsichtigt betätigt werden können. Nach dem Loslassen gehen sie selbsttätig in die Nullstellung zurück. Die Steuerung des Hubwerkes erfolgt bei elektrischer Steuerung über Tastschalter und bei hydraulischer Steuerung über Handhebel. Eine Sicherheitselektronik überwacht bei neueren Konstruktionen das komplette Antriebssystem, um Überlastungen und Überschreitungen der zulässigen seitlichen Ausladung zu vermeiden. Antriebs kraft noch in eine Stellung gebracht wird, in der eine Person die Bühne sicher verlassen kann. Sie befindet sich in der Regel unten am Fahrzeug oder fahrbaren Untergestell. Ist die Arbeitsbühne in jeder Stellung über fest angebrachte Leitern zu erreichen und zu verlassen, kann ein Notsteuersystem entfallen. Eine Sicherheitseinrichtung schließt ein unbefugtes Benutzen der Hubarbeitsbühne aus (z. B. abschließbarer Schalter). An allen Seiten des Arbeitskorbes befinden sich Umwehrungen (3-teiliger Seitenschutz), um das Herabfallen von Personen und mitgeführten Gegenständen zu vermeiden. Grundsätzlich sind die konstruktiven Merkmale der entsprechenden Hubarbeitsbühne in der vom Hersteller mitgelieferten Betriebsanleitung aufgeführt und sollten von jedem Bediener vor der Benutzung studiert werden, um einen sach- und fachgerechten Umgang zu gewährleisten. Bild 3-6: Steuereinrichtung Hubarbeitsbühnen sind mit einem übergeordneten Notsteuersystem (z. B. Handpumpe, zweite Energieversorgung, Notablass ventile) ausgerüstet. Das Notsteuersystem ist eine Einrichtung, mit deren Hilfe die Arbeitsbühne bei Ausfall der Die Betriebsanleitung enthält auch Hinweise zu den Einsatzbedingungen und eventuellen Beschränkungen für die Verwendung. 1415 Bauarten von Hubarbeitsbühnen 3.2 Besondere Sicherheitseinrichtungen und deren Bedeutung Fahrbare Hubarbeitsbühnen sind teilweise mit besonderen Sicherheitseinrichtungen ausgerüstet, wie die Momentmesseinrichtung, Lastmesseinrichtung und Stellungsüberwachung. Diese Sicherheitseinrichtungen sind nicht alle in jeder fahrbaren Hubarbeitsbühne eingebaut. Die Ausbildung der Konstruktion und der Bauart bestimmen den Einbau. Diese Einrichtungen sind verplombt und für den Bediener absolut tabu. Es darf nicht an ihnen repariert oder sogar manipuliert werden! Die Momentmesseinrichtung überwacht und misst das Lastmoment aus Belastung und Stellung der Arbeitsbühne, welches die Arbeitsbühne zum Kippen bringen will. Ist das zulässige Kippmoment erreicht, können nur noch Bewegungen ausgeführt werden, die das Kippmoment verringern. Die Lastmesseinrichtung (Überlastsicherung) misst die senkrechte Belastung des Arbeitskorbes. Diese Sicherheitseinrichtung unterbricht alle betriebsmäßigen Bewegungen aus dem Stillstand, wenn die zugelassene Nennlast überschritten ist. Erst nach Beseitigung der Überlast lassen sich betriebsmäßige Bewegungen wieder ausführen. Kritisch ist dies bei Übernahme von größeren Lasten in den Arbeitskorb in angehobener Stellung der Bühne. Achtung! Betriebsanleitung lesen! Viele Lastmesseinrichtungen schalten bei Überlast im Arbeitskorb alle Bewegungen ab! Wenn kein Entfernen der Überlast möglich ist, bleibt nur ein Notablass! Die Stellungsüberwachung (Stützdrucküberwachung, Schrägstellungsüberwachung) bewirkt, dass der Arbeitskorb nicht in Bereiche gehoben, gedreht oder geschwenkt werden kann, in denen die Hubarbeitsbühne über keine ausreichende Standsicherheit verfügt oder eine Überbeanspruchung tragender Konstruktionsteile erfolgt. Elektronische Grenztaster, mechanische Endanschläge und nichtmechanische Begrenzungseinrichtungen stellen sicher, dass Bewegungen nur im zugelassenen Arbeitsbereich ausgeführt werden. Achtung! Nicht alle fahrbaren Hubarbeitsbühnen verfügen über derartige Sicherheitseinrichtungen Betriebsanleitung bzw. Hand - buch und Arbeitsdiagramm beachten. 1516 4. Allgemeine Hinweise zum sicheren Betrieb von Hubarbeitsbühnen Informationen zum sicheren Umgang mit fahrbaren Hubarbeitsbühnen gehen u. a. aus der Kennzeichnung und der Betriebsanleitung hervor. Daneben gibt die Gefährdungsbeurteilung wesentliche Hinweise für die Auswahl der richtigen Hubarbeitsbühne, auch unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten, wie Untergrund und Verkehrsweg. 4.1 Kennzeichnung von Hubarbeitsbühnen Fahrbare Hubarbeitsbühnen sind mit allen erforderlichen Angaben dauerhaft und gut sichtbar gekennzeichnet, die für ihre bestimmungsgemäße Verwendung notwendig sind. Jede fahrbare Hubarbeitsbühne trägt ein Fabrikschild mit allen wichtigen Angaben (Bild 4-1). Für spezielle Einsatzbereiche ist das Eigen gewicht der Hubarbeitsbühne entscheidend (z. B. Einsatz auf Decken, über Schächten usw.), welches daher auf dem Fabrikschild angegeben ist. Dabei ist auf die jeweiligen Radlasten/Stützlasten zu achten. Für die Bedienperson selbst ist die Tragfähigkeit von besonderer Bedeutung. Diese Nennlast (maximale Belastung im Arbeitskorb) wird auf dem Fabrikschild angegeben. Sie ist unterteilt in die maximal zulässige Personenzahl und die Zuladung für Ausrüstungen, wie Werkzeuge und Arbeitsmaterial. Eine Überschreitung der Personenzahl oder der Zuladung kann zu einer Überbelastung der Hubarbeitsbühne und Einschränkung der Standsicherheit führen. Bild 4-1: Fabrikschild Des Weiteren ist die höchstzulässige Windgeschwindigkeit in m/s für Hubarbeitsbühnen, die für den Einsatz im Freien zugelassen sind, angegeben. Wird die höchstzulässige Windgeschwindigkeit, 1617 Allgemeine Hinweise zum sicheren Betrieb von Hubarbeitsbühnen meistens 12,5 m/s (Windstärke 6), überschritten, ist der Betrieb einzustellen. Außer dem dürfte unter der entsprechenden Windbelastung ein Arbeiten in angehobener Position durch die Schwankungen der Arbeitsbühne unmöglich sein. Mit einem Windmesser kann die Windgeschwindigkeit in Höhe des Arbeitskorbes genau bestimmt werden. Darüber hinaus gibt das Fabrikschild Auskunft über die maximal zulässige Handkraft. Durch das Arbeiten vom Arbeitskorb aus werden Handkräfte auf Teile der Umgebung übertragen. Diese Kräfte wirken auf die Hubarbeitsbühne zurück. Eine Überschreitung des zulässigen Wertes gefährdet die Standsicherheit. Der angegebene Wert gilt als Gesamtwert aller auf der Arbeitsbühne tätigen Personen. Für den Einsatz an unter Spannung stehen den elektrischen Systemen oder Anlagen muss die fahrbare Hubarbeitsbühne isoliert sein. Sollte dies der Fall sein, ist auf dem Fabrikschild und natürlich in der Betriebsanleitung ein entsprechender Hinweis zu finden. Ohne diese Isolierung ist ein Arbeiten an unter Spannung stehenden elektrischen Systemen bzw. Anlagen untersagt. Firmenbezeichnung und Adresse des Herstellers oder seines Bevollmächtigten Herstellungsland Modell und Bezeichnung der Maschine Serien- oder Fabriknummer Baujahr Eigenmasse in Kilogramm Nennlast (Tragfähigkeit) in Kilogramm Aufteilung der Nennlast in zulässige Personenzahl und Zuladung in Kilogramm höchstzulässige Handkraft in Newton höchstzulässige Windgeschwindigkeit in m/s höchstzulässige Schrägstellung des Untergestelles u. U. Angaben über den hydraulischen Anschluss u. U. Angaben über den elektrischen Anschluss Folgende Angaben müssen an fahrbaren Hubarbeitsbühnen auf einem oder mehreren dauerhaft angebrachten Fabrikschildern unauslöschlich und gut sichtbar sein: Bild 4-2: Beispiel für zusätzliche Kennzeichnung 1718 Allgemeine Hinweise zum sicheren Betrieb von Hubarbeitsbühnen 4.2 Betriebshandbuch Betriebsanleitung Der Hersteller stellt ein Betriebshandbuch zur Verfügung, in dem er Auskünfte über die Ausrüstung der Hubarbeitsbühne und deren Sicherheitseinrichtungen gibt. Hier werden ebenfalls Festlegungen getroffen, die ein sicheres und bestimmungsgemäßes Benutzen ermöglichen. Das Betriebshandbuch informiert z. B. über die Betriebsanleitung, die ausführliche Angaben für einen sicheren Betrieb ent hält (befindet sich an der Hubarbeitsbühne), das Transportieren und Abstellen, die Abnahmeprüfung, wiederkehrende Prüfungen, Prüfungen nach wesentlichen Änderungen oder Reparaturen, die Instandhaltung durch qualifiziertes Personal, Änderung der Nutzung sowie Ergebnis- und Änderungsangaben (von Prüfungen, wesentlichen Änderungen, Reparaturen). 4.3 Krafteinwirkungen Sicherheit gegen Umkippen Die Hersteller haben Sicherheitseinrichtungen, z. B. Lastmomentbegrenzer, eingebaut, die ein Umkippen der Bühne verhindern sollen. Das Risiko eines Umsturzes kann jedoch nicht völlig ausgeschlossen werden, wenn sich die Benutzer nicht streng an die Vorgaben des Herstellers halten. Um die Gefährdung Umkippen weitestgehend auszuschließen, sollte Folgendes beachtet werden: kein Überfahren von Teilen bzw. Hineinfahren in Vertiefungen im Verkehrsweg Verhinderung von unnötigen Schwingbewegungen der fahrbaren Hubarbeitsbühne keine großflächigen Materialien transportieren Vermeidung einer Überbelastung des Arbeitskorbes keine größeren Montagekräfte aufbringen oder Werkzeuge einsetzen, die den Hebelarm beim Arbeiten erheblich verlängern 1819 Allgemeine Hinweise zum sicheren Betrieb von Hubarbeitsbühnen Beachtung der Kennzeichnung der fahrbaren Hubarbeitsbühne, des Arbeitsdiagramms und des Betriebshandbuchs Für den Bediener sind nachfolgende Informationen zu einzelnen Krafteinwirkungen beim Betrieb von Hubarbeitsbühnen von Bedeutung, um ungewolltes Umkippen zu verhindern. Nennlast Die Nennlast setzt sich zusammen aus der Last der zugelassenen Personen im Arbeits korb und der Last aus Werkzeug und Material. Hieraus ergeben sich für den Bediener folgende Hinweise: Beachtung der vom Hersteller für den Arbeitskorb der fahrbaren Hubarbeitsbühne angegebenen maximalen Korblast Beachtung des Gewichtes der mitfahrenden Personen Beachtung des Arbeitsdiagramms der Hubarbeitsbühne, siehe Betriebshandbuch zugelassene Personenzahl (siehe Kennzeichnung der fahrbaren Hubarbeitsbühne und Betriebshandbuch) kein Transport von Material mit hoher Flächenpressung (hohes Gewicht mit kleiner Grundfläche) Verteilung von Lasten im Arbeitskorb kein Anbringen von Lasten außerhalb des Arbeitskorbes und keine Benutzung der fahrbaren Hubarbeitsbühne als Kran (dies sind Sonderlasten, die der Hersteller ausdrücklich erlauben muss siehe Betriebshandbuch) Handkraft Handkräfte entstehen durch Montagetätigkeiten, die vom Hersteller in der Standsicherheitsberechnung nach DIN EN 280 berücksichtigt wurden. Hinweise für den Bediener: Beachtung der vom Hersteller angegebenen zulässigen Handkraft (siehe Kennzeichnung der fahrbaren Hubarbeitsbühne und Betriebshandbuch) kein Drücken oder Ziehen von mehreren Personen in die gleiche Richtung kein Einsatz von fahrbaren Hubarbeitsbühnen als Montagewerkzeug, z. B. zum Eindrücken von Bauteilen usw. Beachtung des Arbeitsdiagramms der Hub arbeitsbühne (siehe Betriebshandbuch) 1920 Allgemeine Hinweise zum sicheren Betrieb von Hubarbeitsbühnen 4.4 Auswahl entsprechend der Gefährdungsbeurteilung Die Gefährdungsbeurteilung, als zentrale Informationsquelle für die mit der Arbeit verbundenen Gefährdungen und die daraus abzuleitenden Maßnahmen (siehe Abschnitt 6), bezieht auch die Auswahl der zum Einsatz kommenden Hubarbeitsbühne ein (siehe Anhang 5). Vor dem Einsatz bzw. vor der Anmietung ist von der verantwortlichen Person zu klären, welche Tätigkeiten ausgeführt werden sollen. Die Reichweite des Arbeitskorbes der Hubarbeitsbühne muss zu den auszuführenden Tätigkeiten und zur örtlichen Gegebenheit passen. Zu berücksichtigen ist, dass der Unterschied zwischen Plattformhöhe und Arbeitshöhe 2 m (Greifh öhe) beträgt (Bild 4-3). Ein wesentliches Entscheidungskriterium ist, ob nur senkrecht in die Höhe gehoben werden soll oder ob eine seitliche Auslenkung erforderlich ist. Auch das Mitführen von Arbeitsgeräten oder Montagematerial sowie von weiteren Personen ist bei der Auswahl zu berücksichtigen. Achtung! Eine Hubarbeitsbühne ist kein Kran, es dürfen keine Lasten an den Arbeitskorb oder an andere Bauteile angehängt werden. Bild 4-3: Arbeitshöhe Die Untergrundbeschaffenheit und die Tragfähigkeit des Untergrundes spielen ebenfalls eine Rolle bei der Auswahl des Fahrwerkes der Hubarbeitsbühne sowie des möglichen Eigengewichtes. Entscheidend ist, dass im Vorfeld wichtige Informationen zur Örtlichkeit eingeholt werden, die Gefährdungsbeurteilung durchgeführt wird und somit die richtige Hubarbeitsbühne zum Einsatz kommt. Als Hilfestellung kann das Formular Auswahl einer Hubarbeitsbühne im Anhang 5 verwendet werden. 2021 Allgemeine Hinweise zum sicheren Betrieb von Hubarbeitsbühnen 4.5 Aufbau und Standsicherheit, Anforderungen an Verkehrswege Hubarbeitsbühnen sind sehr vielseitig einsetzbare Arbeitsmittel. Der Standsicherheit kommt dabei eine große Bedeutung zu. Ob und in welchen Betriebszuständen eine Hubarbeitsbühne verfahren werden darf, bestimmt der Hersteller. Abstützung Bestimmte Typen von mobilen Hubarbeitsbühnen sind mit Stützauslegern und/oder Stabilisatoren ausgerüstet, welche nach den Vorgaben des Herstellers eingesetzt werden müssen. Er gibt in der Betriebsanleitung an, ob das Fahrwerk freigehoben werden muss oder ob Bodenkontakt der Räder bzw. der Ketten bestehen darf oder muss. Achtung! Bei seitlicher Ausladung können bis zu 80 % der Gesamtlast auf die entsprechende Stütze kommen. Oft ist schwer zu erkennen, welche Tragfähigkeit der Boden besitzt. Wald- und Ackerböden sind im Allgemeinen nicht tragfähig. Auch auf Baustellen kann nicht immer von einem tragfähigen Untergrund ausgegangen werden. Das Einbrechen in Kanäle, Schleuseneinläufe und ähnliche Bauwerke wird durch das Verwenden ausreichend bemessener lastverteilender Unterlagen verhindert. Das Unterbaumaterial muss dem Abstützdruck standhalten (siehe Bild 4-4). Die Fläche des Fußes am Stützausleger einer fahrbaren Hubarbeitsbühne ist relativ klein und erzeugt somit einen großen Druck auf den Boden. Die meisten Erdböden können diesen Druck nicht aufnehmen (z. B. grüne Wiese, manche gepflasterte Flächen, Oberböden usw.). Es ist daher dringend zu empfehlen, unabhängig von der Untergrundbeschaffenheit unter den Füßen der Abstützung geeignete Unterlegplatten einzusetzen! Bild 4-4: Gute (hinten) und schlechte (vorne) Abstützung 2122 Allgemeine Hinweise zum sicheren Betrieb von Hubarbeitsbühnen Bei bestimmten Bodenverhältnissen müssen darüber hinaus im Voraus zusätzliche Lastverteilungen vorgesehen werden, z. B. zusätzliche Unterlagen aus Holz, Beton- oder Stahlplatten. Für eine wirkungsvolle Ableitung der Stützkräfte in den Aufstellgrund müssen diese mittig und gleich mäßig verteilt auf die Unterlagen aufgebracht werden. Die notwendige Größe der lastverteilenden Unterlagen kann rechnerisch ermittelt werden. Rechenbeispiel Ermittlung Bodendruck: 1. Aufstellung ohne lastverteilende Unterlage Stützkraft der Hubarbeitsbühne: 27 kn = 2,7 t Fläche des Abstütztellers: 20 cm x 20 cm = 400 cm² = 0,04 m² Zulässiger Bodendruck bei verdichtetem Schotter: 250 kn/m² (1) Berechnung: 27 kn / 0,04 m² = 675 kn/m² Ohne Lastverteilung ist der zulässige Bodendruck überschritten, d. h. die Abstützung der Hubarbeitsbühne würde bei dieser Belastung einsinken (Bild 4-5) und die Hubarbeitsbühne könnte kippen. 2. Aufstellung mit lastverteilender Unterlage Stützkraft der Hubarbeitsbühne: 27 kn = 2,7 t Fläche der Unterlegplatte: 40 cm x 40 cm =1600 cm² = 0,16 m² Zulässiger Bodendruck bei verdichtetem Schotter: 250 kn/m² (1) Berechnung: 27 kn / 0,16m² = 169 kn/m² Der zulässige Bodendruck wird mit dieser Vergrößerung der Stützfläche eingehalten (Bild 4-6). (1) Wert des zulässigen Bodendruckes aus Tabelle 1 der BGI 713 Auto-Betonpumpen, Ausgabe23 Allgemeine Hinweise zum sicheren Betrieb von Hubarbeitsbühnen Auf vereisten Hangflächen kann durch die Flächenpressung der Abstützungen das Eis schmelzen, die Hubarbeitsbühne gleitet den Hang unkontrolliert hinab. Bild 4-5: Bild 4-6: mangelhafte Lastverteilung ausreichende Lastverteilung Besondere Vorsicht ist beim Arbeiten am Hang bzw. auf geneigten Ebenen geboten. Hierfür ist die Einhaltung der Angaben in der Betriebsanleitung unerlässlich, da der Einsatzbereich jeder fahrbaren Arbeitsbühne auf bestimmte Längs- und Querneigungen beschränkt ist. Werden diese überschritten, kann die Hubarbeitsbühne umkippen oder es verlängern sich die Bremswege, die den Bediener oder auch andere in gefährliche Situationen bringen können. Durch die max. zulässige Seitenkraft auf jede Stütze und durch den Schwenkbereich der Stützteller ist der Einsatz von Hubarbeitsbühnen am Hang begrenzt (in der Regel bis 10 % Neigung). Beim Einsatz von Lkw-Hubarbeitsbühnen an geneigten Ebenen sind folgende Benutzerhinweise für das Abstützen zu beachten: Das Fahrzeug in Arbeitsposition immer so abstellen, dass die gebremste Achse bergaufwärts steht. Handbremse anziehen, um so die Brems - wirkung der Hinterachse zu nutzen. Das Fahrzeug durch Unterlegkeile sichern (bei Bedarf sind zusätzliche Sicherungsmaßnahmen notwendig). Untergrund auf Haftung prüfen (Schotter, Asphalt, Kopfsteinpflaster, Zustand trocken/nass) und Bodentragfähigkeit, d. h. zulässigen Bodendruck (kn/m²), berücksichtigen. Abstützreihenfolge beachten: Aufbau: erst die ungebremste Achse anheben Abbau: erst die gebremste Achse absetzen. Nivellieren des Fahrzeuges mit Libelle. 2324 Allgemeine Hinweise zum sicheren Betrieb von Hubarbeitsbühnen Die möglichen Belastungen von Decken bzw. Fußbodenkonstruktionen sind vom Bauherrn bzw. Auftraggeber anzugeben. Sind diese nicht bekannt, müssen sie z. B. mit Hilfe eines Statikers ermittelt werden. Vor dem Einsatz einer Hubarbeitsbühne sind im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung die gebäudespezifischen Tragfähigkeiten im Hinblick auf die Auswahl der Bühne zu ermitteln. U. U. sind zusätzliche Abstützungen von Zwischenböden oder Decken bzw. großflächige Lastverteilungsmaßnahmen notwendig. Bild 4-7: Beispiele zur Abstützung Einsatz innerhalb von Gebäuden Der Einsatz in Gebäuden kann auf verschiedenen Flächen erfolgen, die unterschiedliche Tragfähigkeiten besitzen, z. B. ein massiver Betonfußboden in einer Industriehalle oder ein Doppelboden in einem EDV-Gebäude. Je nach Arbeitsposition oder Verfahren liegen unterschiedliche Flächenbelastungen vor. Diese sind aus der Betriebsanleitung bzw. dem Betriebshandbuch des Herstellers zu entnehmen bzw. zu erfragen. Verfahren mit angehobenem Arbeitskorb Die Hersteller bringen immer leistungsfähigere fahrbare Hubarbeitsbühnen auf den Markt. So sind heute selbstfahrende Teleskoparbeitsbühnen auf Rädern oder auf Kettenfahrwerken mit Arbeitshöhen von über 40 m und einer seitlichen Reichweite von über 20 m keine Seltenheit mehr. Kleinste Unebenheiten im Fahrweg bei Versetzfahrten oder das Einklemmen des Arbeitskorbes in Konstruktionen können bei diesen Hebelverhältnissen fatale Folgen haben. Die Hubarbeitsbühne kann umkippen oder die Bedienperson im Fahrkorb hin- und her- oder aus dem Fahrkorb herausgeschleudert werden. 2425 Allgemeine Hinweise zum sicheren Betrieb von Hubarbeitsbühnen Der Bediener muss den Fahrweg ausreichend beobachten können, gegebenenfalls hat er sich einweisen zu lassen. Die Versetzfahrt ist mit geringer Geschwindigkeit (Schleichgang) durchzuführen. Besteht die Gefahr, dass Personen aus dem Arbeitskorb herausgeschleudert werden können, muss in der Gefährdungsbeurteilung eine Schutzmaßnahme festgelegt werden. Eine wirkungsvolle Maßnahme ist der Einsatz von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) gegen Absturz. Viele Hersteller von Auslegerbühnen (Teleskop- oder Gelenkteleskopbühnen) schreiben in ihrer Betriebsanleitung die Benutzung von PSA gegen Absturz vor und stellen geeignete Anschlagpunkte im Arbeitskorb zur Verfügung. Zum Einsatz von PSA gegen Absturz in Arbeitskörben von Hubarbeitsbühnen siehe Abschnitt Wind und Wetter Wind beeinträchtigt je nach Stärke die Standsicherheit von fahrbaren Hubarbeitsbühnen. Deshalb hat der Hersteller für Hubarbeitsbühnen, die im Freien eingesetzt werden dürfen, in der Betriebsanleitung die zulässigen Windlasten in Abhängigkeit von der Ausladung des Arbeitskorbes festgelegt. Dieser Wert ist auch auf dem Fabrikschild angegeben. Hubarbeitsbühnen sind für Windgeschwindigkeiten von 12,5 m/s = 45 km/h ausgelegt, doch muss die maximale Windgeschwindigkeit für eine Maschine unbedingt in der Betriebsanleitung des Herstellers nachgelesen werden. Bei vielen älteren Maschinen kann die maximal zulässige Windgeschwindigkeit erheblich unter diesen 12,5 m/s liegen. Es ist daran zu denken, dass manche Maschinen für Windstille ausgelegt sind und damit nur in Innenräumen (allseits umschlossene Räume) eingesetzt werden dürfen. Auf diesen Maschinen finden sich normalerweise Hinweise wie Nicht für den Einsatz bei Wind geeignet oder Nur für den Einsatz in Innenräumen. Die Windgeschwindigkeit sollte unbedingt in Arbeitshöhe gemessen werden, da sie mit der Höhe zunimmt. Für eine zuverlässige Messung ist ein Windmesser (Anemometer) erforderlich. Der Bediener darf sich aber nicht nur auf die Angaben der Wetterdienste verlassen. Vielmehr sind die tatsächlichen Verhältnisse vor Ort entscheidend. Eine so genannte Trichterwirkung kann zwischen Gebäuden, an Ecken von Gebäuden und Dachkanten auftreten. Hier nimmt die Windgeschwindigkeit ebenfalls zu. 2526 Allgemeine Hinweise zum sicheren Betrieb von Hubarbeitsbühnen Gefühlte Kälte bei Wind lässt den Bediener frieren und beeinträchtigt seine Leistungs fähigkeit. Mit zunehmender Windgeschwin dig keit nimmt die gefühlte Kälte zu. Diesbezüglich sollte dann entsprechende Kleidung ge tragen werden. Andere Wetterbedingungen können ebenfalls Gefahren mit sich bringen: Regen: Schwere oder lang anhaltende Regenfälle können die Bodenverhältnisse verschlechtern und zum Einsinken der Ausleger oder Räder führen. Wiederholte Überprüfung der Standsicherheit sollte durch den Bediener durchgeführt werden. Auch der erforderliche Reifengrip bei verfahrbaren Bühnen lässt bei Nässe nach. Eis und Schnee: Glatte Böden und Wegrutschen der Stützenfüße oder Räder sowie andere Bodenverhältnisse beim Auftauen beeinträchtigen die Standsicherheit der Maschine. Auch besteht die Gefahr des Einfrierens von Komponenten. Kälte beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit des Bedieners. Sonne: Durch die Sonneneinstrahlung kann der Asphalt aufweichen und die Stützen bzw. Räder können einsinken (Gefahr des Umsturzes). Sonne kann Sonnenbrand verursachen und den Bediener blenden. Gewitter: Kein Einsatz der Hubarbeitsbühne bei Gewitter. 4.7 Einsatz von Hubarbeitsbühnen in öffentlichen Verkehrsräumen Sofern Hubarbeitsbühnen im öffentlichen Verkehrsbereich (Straßen- und Fußgängerverkehrsbereich) aufgestellt werden, müssen diese Einsatzstellen für die Teilnehmer am öffentlichen Verkehr rechtzeitig und gut erkennbar sein, um Überraschungseffekte und damit Gefährdungen sowohl für den Bediener als auch den Verkehrsteilnehmer auszuschließen. Aus diesem Grund sind bei einem Einsatz im öffentlichen Verkehrsbereich Absperrund Sicherungsmaßnahmen (Arbeitsstellensicherung) vorzusehen. Hierzu ist in der Regel vor Beginn der Arbeiten eine verkehrsrechtliche Anordnung nach 45 StVO (Straßenverkehrs-Ordnung), ggf. eine Ausnahmegenehmigung nach 46 StVO oder eine Sondernutzungserlaubnis nach dem Straßen- und Wegegesetz anlässlich der besonderen Nutzung des öffentlichen Bereiches notwendig. Diese können im Allgemeinen bei den örtlichen Straßenverkehrsbehörden beantragt werden. Neben den herstellerseits vorgesehenen bühnenbezogenen Sicherheitseinrichtungen, wie z. B. reflektierenden Warn - markierungen an der Hubarbeitsbühne sowie an den Abstützeinrichtungen, muss 2627 Allgemeine Hinweise zum sicheren Betrieb von Hubarbeitsbühnen der jeweilige Einsatz- und Wirkbereich zusätzlich mit Absperrkegeln und/oder Warnbaken abgesichert werden. Hierbei ist auch der Raum unterhalb seitlich ausgeschwenkter Hubarbeitsbühnen und der Tragkonstruktionen zu berücksichtigen, sofern der freie Raum unterhalb der Konstruktionsteile oder des Arbeitskorbes weniger als 4,50 m (siehe Pkt des Kap. 2.10, BGR 500) beträgt. Zusätzlich können Rundum- oder Blitzlichtleuchten sowie eine Leuchte an der Unterseite des Arbeitskorbes zur besseren Absicherung der möglichen Gefährdungen beitragen. Zusätzlich ist nach den gültigen Rechtsvorschriften bei Tätigkeiten im Straßenverkehr Warnkleidung zu tragen. Diese ist nach Erkennbarkeit unter Berücksichtigung der auszuführenden Tätigkeiten, der Körperhaltungen und Umgebungsbedingungen, im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung, auszuwählen (siehe auch BGI/GUV-I 8591). Warnkleidung ). Gegebenenfalls müssen zusätzlich im Straßenverkehrsbereich Verkehrszeichen ent sprechend dem Verkehrszeichen- oder auch Regelplan (Beschilderungsplan) nach RSA 95 Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen aufgestellt werden (Bild 4-8). Dieser Verkehrszeichenplan ist Teil der bereits oben genannten verkehrsrechtlichen Anordnung. Bezüglich weitergehender Informationen zur Verkehrssicherung an Baustellen wird auf die gleichnamige Informationsschrift der BG BAU verwiesen. Bild 4-8: Sicherung gegen Gefährdungen des öffentlichen Straßenverkehrs 2728 Allgemeine Hinweise zum sicheren Betrieb von Hubarbeitsbühnen 4.8 Arbeiten unter elektrischen Gefährdungen Beim Einsatz von fahrbaren Hubarbeitsbühnen können für die Personen im Arbeitskorb elektrische Gefährdungen entstehen. Soll mit elektrisch betriebenen Arbeitsmitteln gearbeitet werden, sind fahrbare Hubarbeitsbühnen mit Steckvorrichtungen im Arbeitskorb zu bevorzugen. Eine unzulässige Zugbeanspruchung von freihängenden Zuleitungen vom Erdboden bis in den Arbeitskorb entfällt hierdurch. Stromkreise, an die fahrbare Hubarbeitsbühnen und elektrische Betriebsmittel angeschlossen werden, müssen einen Fehlerstromschutzschalter (Fl-Schutzschalter; internationale Bezeichnung: RCD Residual Current protective Device) mit einem Auslösestrom von l ΔN 30 ma besitzen, um Personen im metallischen Arbeitskorb im Fehlerfall weitestgehend zu schützen. Grundsätzlich sollten schutzisolierte elektrische Betriebsmittel zum Einsatz kommen (Kennzeichnung ). 28 Ausführen von Elektroschweißarbeiten im Arbeitskorb Die Durchführung von Elektroschweißarbeiten (z. B. Lichtbogenhandschweißen) vom Arbeitskorb einer fahrbaren Hubarbeitsbühne aus birgt Gefahren für die Personen im Arbeitskorb (z. B. Körperdurchströmungen) und die Maschine (z. B. vagabundierende Ströme) Für Elektroschweißarbeiten ist u. a. Folgendes zu beachten: möglichst die Schweißmaschine an die Steckvorrichtung im Arbeitskorb der fahrbaren Hubarbeitsbühne anschließen automatische Abschaltung der Stromversorgung über einen RCD mit l ΔN 30 ma (z. B. FI-Schutzschalter im Baustromverteiler) bzw. der Einsatz von Schweißgeräten für erhöhte elektrische Gefährdung, gekennzeichnet mit S Verwendung isolierender Unterlagen für den Lichtbogenschweißer und die Schweißmaschine gut leitender Anschluss der Schweißstromrückleitungen an die zu schweißenden Werkstücke in der Nähe der Schweißstelle29 Allgemeine Hinweise zum sicheren Betrieb von Hubarbeitsbühnen isoliertes Ablegen des Stabelektrodenhalters bzw. des Lichtbogenbrenners unbeschädigte Isolierstoffteile von Stabelektrodenhaltern und Lichtbogenbrennern unbeschädigte Isolierung der Schweißleitungen auf der ganzen Länge Arbeiten am Stabelektrodenhalter oder Lichtbogenbrenner nur im spannungsfreien Zustand kein Kontakt der fahrbaren Hubarbeitsbühne mit der Schweißkonstruktion Tragen der nach Gefährdungsbeurteilung festgelegten PSA (z. B. unbeschädigte Schweißerschutzhandschuhe an beiden Händen sowie entsprechende Sicherheitsschuhe, u. U. schwer entflammbare Arbeitsanzüge) mit dem Betreiber der Anlage vereinbart werden. Achtung! Keinesfalls darf der Sicherheitsabstand zu Freileitungen und Oberleitungen unterschritten werden. Es drohen tödliche Spannungsüberschläge und Körperdurchströmungen selbst bei Einsatz eines isolierten Arbeitskorbes. Als Richtwerte für die Sicherheitsabstände gelten die Werte in der Tabelle unten. Nennspannung (Volt) bis über bis über bis über bis Sicherheitsabstand (Meter) bei unbekannter Spannung 5 Arbeiten in der Nähe von Freileitungen Der Einsatz von fahrbaren Hubarbeitsbühnen in der Nähe von elektrischen Freileitungen birgt bei Annäherung die Gefahr eines Spannungsüberschlags. Kann durch technische Maßnahmen nicht sichergestellt werden, dass die Sicherheitsabstände eingehalten werden, sollte möglichst eine Abschaltung der Freileitung unter Einhaltung der fünf Sicherheitsregeln Schutzabstände bei Freileitungen (nach DIN VDE 0105 Teil 100 Betrieb von elektrischen Anlagen ) Grundsätzlich wird ein Mindestabstand von Stromleitungen auf Gittermasten von 15 m und auf Masten (Holz- oder Betonmasten) von 9 m empfohlen. Wenn innerhalb dieses Bereiches bis zu den Sicherheitsabständen gearbeitet werden muss, muss die Gefährdung vor Arbeits beginn zweifelsfrei geklärt werden. 2930 Allgemeine Hinweise zum sicheren Betrieb von Hubarbeitsbühnen Elektrostatische Aufladung der Hubarbeitsbühne Beim Einsatz von fahrbaren Hubarbeitsbühnen kann es zur elektrostatischen Aufladung der Bühne kommen. Sofern Perso nen im Arbeitskorb in diesem Fall geerdete Teile der Umgebung berühren, findet eine Entladung über ihren Körper statt. Der fließende elektrische Strom kann zu erheblichen Gesundheitsgefährdungen führen. Das Gleiche gilt für Personen, die auf Erde stehen und eine aufgeladene Hubarbeitsbühne berühren. Neben der Gefährdung von Personen kann auch die Steuerung einer fahrbaren Hubarbeitsbühne durch elektrostatische Entladevorgänge beschädigt werden. Fehlfunktionen sind nicht auszuschließen. Eine elektrostatische Aufladung kann auch bei Indoor-bereiften Hubarbeits bühnen auftreten. Durch die mangelhafte Leitfähigkeit der Bereifung oder der Ketten und die ständigen Trennvorgänge zwischen Reifen und beschichteten Fußböden findet eine elektrostatische Aufladung der Bühne statt. Die Hersteller empfehlen, ein Antistatikband an das Fahrgestell anzubringen, das die Karosserie mit dem Boden leit fähig verbindet (Bild 4-9). Bei nicht leitfähigen Böden oder Bodenbeschichtungen bzw. -belägen muss ein Konzept gegen elektrostatische Auf- und Entladungen (ESD-Konzept) mit entsprechenden Schutzmaßnahmen aufgestellt werden. Bild 4-9: Antistatikband zur Ableitung elektrostatischer Aufladungen der Hubarbeitsbühne 3031 Allgemeine Hinweise zum sicheren Betrieb von Hubarbeitsbühnen 4.9 Baumpflegearbeiten Zunehmend werden Hubarbeitsbühnen bei Baumpflegearbeiten eingesetzt. Spezielle Bau- und Antriebsarten ermöglichen besonders im unwegsamen Gelände ein hohes Maß an Sicherheit und Zuverlässigkeit. Die Hersteller bieten für die Baumpflege besonderes Zubehör wie z. B. Spezialkörbe mit spannbarem Handlauf, Trenngitter usw. an. Allerdings ergeben sich innerhalb des Arbeitskorbes durch die Verwendung von Motorkettensägen zusätzliche Gefährdungen. Deshalb darf sich grundsätzlich immer nur eine Person im Arbeitskorb befinden. Ist eine zweite Person innerhalb des Arbeitskorbes z. B. für die Bedienung der Hubarbeitsbühne erforderlich, dürfen nur Hubarbeitsbühnen zum Einsatz kommen, deren Arbeitskorb ein Trenngitter aufweist. Dieses Trenngitter verhindert mögliche Verletzungen der zweiten Person. Ist kein Trenngitter vor handen, darf sich nur der Bediener der Motorkettensäge im Arbeitskorb aufalten. Alternativ hierzu ist die Beantragung einer Ausnahmegenehmigung bei der zuständigen Berufsgenossenschaft möglich. Inhalt dieser Ausnahme genehmigung ist u. a. die Verwendung von vollständiger PSA, wie diese üblicherweise für Motorsägenführer vorgeschrieben ist. Die zweite Person im Arbeitskorb muss zusätzlich zur vor genannten PSA weiteren Körperschutz benutzen. Dieser besteht insbesondere aus sehr umfangreicher Schutzkleidung im Oberkörperbereich. Außerdem werden an diese Personen besondere Anforderungen gestellt wie z. B.: Ausbildung zum Motorsägenführer Zusatzlehrgänge für Baumarbeiten spezielle Eignungs- und Vorsorgeuntersuchungen Weitere Informationen finden sich in dem Merkheft GBG 1 Baumarbeiten im Gartenbau der ehemaligen Gartenbau Berufsgenossenschaft (seit eingegliedert in die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau). 3132 5. Anforderungen an die beteiligten Firmen und Personen Vermieter von Hubarbeitsbühnen benötigen qualifizierte Mitarbeiter, welche die technische Einweisung in hoher Qualität durchführen. Grundsätzlich sind die Bestimmungen der Fahrpersonalverordnung (FPersV) einzuhalten. Produktsicherheitsgesetz 5.1 Anforderungen an Vermieter von Hubarbeitsbühnen Allgemeine Anforderungen Da die Vermietung von Hubarbeitsbühnen keinen besonderen gesetzlichen Forderungen unterliegt, kommt den Vermietern ein ganz besonderes Maß an Eigenverantwortung, auch im Hinblick auf den Arbeitsund Gesundheitsschutz, zu. Vermietung von Hubarbeitsbühnen bedeutet, Verantwortung über Leben und Gesundheit des Mieters und der Nutzer von Hubarbeitsbühnen mit zu übernehmen. Im Wesentlichen sollte ein Vermieter von Hubarbeitsbühnen aus Sicht des Arbeitsschutzes folgende Anforderungen erfüllen: ausreichende Kenntnisse der einschlägigen Arbeitsschutzbestimmungen, z. B. BG-Regel Betreiben von Arbeitsmitteln (BGR 500), Kapitel 2.10 Arbeitsstättenverordnung technisches Verständnis zur Beratung hinsichtlich der Auswahl der geeigneten Hubarbeitsbühne für die durchzuführenden Arbeiten Qualifizierung des Personals (Vermieter von Hubarbeitsbühnen benötigen qualifizierte Mitarbeiter, welche die technische Einweisung in hoher Qualität durchführen; z. B. Qualifikation durch Einweiserkurs) Zurverfügungstellen der notwendigen technischen Ausrüstung und Räumlichkeiten Absicherung der Abstellplätze, um eine Beschädigung oder Manipulation durch Dritte zu vermeiden Betriebssicherheitsverordnung 3233 Anforderungen an die beteiligten Firmen und Personen ausreichende versicherungsrechtliche Absicherungen (Maschinenversicherung, Betriebshaftpflicht, Umwelthaftpflicht und sehr wichtig Versicherung auf Untervermietung) Besitz entsprechender Mietverträge und Geschäftsbedingungen Bei einer Vermietung überzeugt sich der Vermieter davon, dass die Voraussetzungen für einen vorschriftsmäßigen Transport durch den Mieter gegeben sind. Ist dies nicht der Fall, führt er den Transport selbst durch. Für die unterschiedlichen Hubarbeitsbühnen ist z. B. zu beachten: Anhängerbühnen geeignetes Zugfahrzeug (Berücksich tigung der Anhänge- und Aufliegelast) Fahrpraxis im Umgang mit langen einachsigen Fahrzeugen Lkw-Bühnen die entsprechend vorgeschriebene Führerscheinklasse selbstfahrende Bühnen Zugfahrzeug mit Transportanhänger ausreichender Tragfähigkeit Transport-Lkw oder Zugmaschine mit Tieflader für Großgeräte Grundsätzlich sind die Bestimmungen der Fahrpersonalverordnung (FPersV) einzuhalten (z. B. Lenk- und Ruhezeiten, Kontrollgerät, erforderliche Kontrollgerätekarten (Fahrer-, Werkstatt-, Unternehmens- und Kontrollkarten, )). Einweisung Die bühnenbezogene Einweisung der Bediener obliegt dem Mieter. Dieser kann auf fachkundiges Personal des Vermieters zurückgreifen, welches die Bediener theoretisch und praktisch in die sichere Handhabung der Hubarbeitsbühne einweist. Die Einweisung durch den Vermieter sollte Bestandteil des Mietvertrages sein. Dabei dienen die Betriebsanleitung und das Betriebshandbuch als Grundlage (siehe auch Abschnitt 4.2). Die maschinenspezifische Einweisung muss u. a. folgende Themen umfassen: Herstelleranweisungen und -warnhinweise Merkmale des spezifischen Modells Steuerungsfunktionen Bedienen des Notablasses 3334 Anforderungen an die beteiligten Firmen und Personen Während der Einweisung/Übergabe hat der Vermieter einzuschätzen, ob der Mieter für die Benutzung der Hubarbeitsbühne geeignet ist. Bei Zweifeln aufgrund von Höhenangst, mangelndem Sicherheitsbewusstsein, fehlender technischer Kenntnisse o. Ä. ist von der Vermietung Abstand zu nehmen. Bei der Einweisung des Mieters ist auf seine Pflicht zum täglich (bzw. vor jeder Schicht) durchzuführenden Check der Hubarbeitsbühne besonders hinzuweisen (Checklisten enthalten die Betriebsanleitungen und Betriebshandbücher). Prüfung Die Prüfungen durch den Vermieter und seine Mitarbeiter beziehen sich auf die grundlegende Kontrolle des betriebssicheren Zustandes der fahrbaren Hubarbeitsbühne vor und nach dem Mieteinsatz. Die Betriebsanleitung und das Betriebshandbuch dienen dabei als Prüfgrundlage. Neben dem Aufbau der Hubarbeitsbühne und Durchfahren aller Stellungen sollte Folgendes geprüft werden: Batterieladezustand, Elektrolytstand Reifendruck, Hydraulikflüssigkeitsstand, evtl. Motoröl-, Kraftstoff- und Kühlflüssigkeitsstand Ausrüstungen entsprechend der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO)bei Maschinen mit Straßenzulassung (oft Schäden an Beleuchtung, Blinker,Seitenstrahler, Kugelkopfkupplung, Sicherheitsseil für Auflaufbremse, Anschluss- und Ladekabel, Kennzeichenverlust) erforderliche Dokumente auf Vollständigkeit (Prüfbuch, Betriebsanleitung, Fahrzeugschein) Sicherheitsschalter, Not-Stopp, Notablass Fahrwerk und Aufbau auf Deformierung und Risse Reifen, Radmuttern und Bremsen Hydraulikleitungen und -aggregate auf Leckagen Warnkennzeichnung und Sicherheitsaufkleber Der Vermieter ist grundsätzlich auch verantwortlich für die Durchführung der Prüfungen, die in der Verantwortung des Betreibers liegen (siehe Abschnitt 7.2). Darüber hinaus veranlasst er die Durchführung der Prüfungen nach StVZO. Nach jedem Einsatz sollte die Bühne gründlich gereinigt werden, um auch 3435 Anforderungen an die beteiligten Firmen und Personen kleinere Mängel und Beschädigungen zu erkennen. Außerdem trägt das äußere Erscheinungsbild zum Vertrauen in die Zuverlässigkeit einer fahrbaren Hubarbeitsbühne bei, was die psychischen Belastungen in großen Höhen reduziert. Unter Berücksichtigung der oben aufgeführten Bedingungen kann der Vermieter die fahrbaren Hubarbeitsbühnen guten Gewissens erneut vermieten. Die wiederkehrenden Sicherheitsprüfung en nach BetrSichV und BG-Regel Betreiben von Arbeitsmitteln (BGR 500) liegen in der Verantwortung des Eigentümers der Hubarbeitsbühne. Diese Prüfungen dürfen nur von hierfür befähigten Personen (Sachkundige) durchgeführt werden. 5.2 Anforderungen an Unternehmer als Betreiber Der Unternehmer als Betreiber von fahrbaren Hubarbeitsbühnen ist verpflichtet, alle erforderlichen Maßnahmen zu treffen, die seinen Beschäftigten ein sicheres Arbeiten ermöglichen. Hierzu gehören insbesondere: sachliche Maßnahmen, z. B. geeignete Hubarbeitsbühnen zur Verfügung stellen sowie ggf. Wartung und Überprüfung organisatorische Maßnahmen, z. B. sichere Gestaltung der durchzuführenden Arbeiten, Erstellen von Betriebsanweisungen sowie Schulung und Unterweisung der Bediener, Erarbeitung eines Rettungskonzeptes personelle Maßnahmen, z. B. Auswahl und Beauftragung von geeigneten Bedienern Durch Planung und Organisation der Arbeiten und des Arbeitsablaufs sollen die Gefährdungen minimiert werden (ArbSchG und BetrSichV). Die Gefährdungsbeurteilung ist ein wirksames Instrument, um diesen Anforderungen gerecht zu werden (siehe Abschnitt 6). Aus ihr gehen u. a. die Notwendigkeit der Erstellung von Betriebsanweisungen, Durchführung von Unterweisungen und Beauftragungen der Bedienpersonen hervor. Darüber hinaus gibt sie auch die Auswahl der geeigneten fahrbaren Hubarbeitsbühne vor. 3536 Anforderungen an die beteiligten Firmen und Personen Betriebsanleitung und Betriebsanweisung Der Hersteller stellt dem Betreiber einer fahrbaren Hubarbeitsbühne die Betriebsanleitung zum sicheren Betrieb des Gerätes zur Verfügung, welche immer bei der Hubarbeitsbühne sein muss. In ihr werden mögliche Gefährdungen, Rest risiken sowie die diesbezüglich notwendigen Maßnahmen beschrieben. Die örtlichen Gegebenheiten und die speziellen Einsatzbedingungen sowie die von der Hubarbeitsbühne auszuführenden Arbeiten kann der Hersteller in seiner Betriebsanleitung nicht erfassen. Aus diesen Gründen sowie aufgrund der Forderung der TRBS 2111 Teil 4 Mechanische Gefährdungen Maßnahmen zum Schutz vor Gefährdungen durch mobile Arbeitsmittel muss der Betreiber der Hubarbeitsbühne eine Betriebsanweisung unter Berücksichtigung der Betriebsanleitung und der jeweiligen Einsatzbedingungen in der Landessprache des Bedieners erstellen (Muster einer Betriebsanweisung siehe Anhang 4). Die Betriebsanweisung enthält u. a. beispielhaft: Gefährdungen für die Beschäftigten, z. B. durch Umsturz der fahrbaren Hubarbeitsbühne, Absturz, herabfallende Gegenstände, Quetschstellen, elektrischen Strom Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln, z. B. Bedienung durch beauftragtes, unterwiesenes und befähigtes Personal, standsichere Aufstellung, Maßnahmen vor Arbeitsbeginn, Benutzung der PSA gegen Absturz mit kurzem Verbindungsmittel usw. Verhalten bei Störungen, z. B. Bedienung von Not-Aus, Notablass und anderen Sicherheitseinrichtungen Verhalten bei Unfällen, Rettung des Verletzten, Absicherung der Unfallstelle, Leistung der Ersten Hilfe Instandhaltung, z. B. Reparatur und Wartung durch fachkundiges Personal nach Betriebsanleitung und Betriebshandbuch, Prüfungen durch befähigte Personen 3637 Anforderungen an die beteiligten Firmen und Personen Unterweisungen Der Umgang mit fahrbaren Hubarbeitsbühnen erfordert spezielle Kenntnisse. Für die Vermittlung dieser Kenntnisse an die Bedienpersonen tragen der Unternehmer der Betreiber oder die beauftragten Führungskräfte die Verantwortung. Mit Hilfe der maschinenspezifischen Einweisung und der allgemeinen Unterweisung sowie einer Schulung nach dem DGUV Grundsatz Ausbildung und Beauftragung der Bediener von Hubarbeitsbühnen (BGG/GUV-G 966) werden die Bedien personen in die Lage versetzt, mit fahrbaren Hubarbeitsbühnen so umzugehen, dass Gefährdungen weitestgehend ausgeschlossen werden können. Bei Anmietung von fahrbaren Hubarbeitsbühnen obliegt die Ersteinweisung und Unterweisung dem für die Bediener verantwortlichen Unternehmer. Der Unternehmer hat sicherzustellen, dass alle Perso nen ausreichend im Umgang mit fahr baren Hubarbeitsbühnen eingewiesen und unterwiesen werden. Neben der speziellen maschinenbezogenen Ein- und Unterweisung im Umgang mit Hubarbeitsbühnen sind die Beschäftigten über weitere Gefährdungen und daraus resultierende Schutzmaßnahmen, die aus der durchzuführenden Arbeit oder aus dem Umfeld entstehen, zu unterweisen. Zum Nachweis der korrekten Unterweisung erfolgt deren Dokumentation (siehe Anhang 9). Die Betriebsanweisung stellt in Verbindung mit der Gefährdungsbeurteilung die Grundlage für Unterweisungsinhalte dar. Sicheres Arbeiten setzt Wissen voraus Wissen und Können durch Unterweisung und Einweisung Unterweisungsinhalte Nachfolgend sind einige Hinweise zum Inhalt einer Unterweisung beispielhaft aufgeführt: Inbetriebnahme Aufstellung so, dass keine Quetschund Scherstellen durch die Bewegungen der Hubarbeitsbühne auftreten Maßnahmen bei geneigtem Untergrund Abstützung bei nicht tragfähigem Untergrund sowie bei Schnee und Eisglätte Maßnahmen bei Arbeiten im öffentlichen Verkehrsraum 3738 Anforderungen an die beteiligten Firmen und Personen Informationen über: zulässige Belastung Transport von Personen und Lasten Zugänge (Besteigen und Verlassen der Hubarbeitsbühne) Verfahren von den Steuerstellen aus Verfahren mit angehobenem Arbeitskorb Nutzung eines Auffanggurtes mit kurzem Verbindungsmittel auf Auslegerbühnen Einsatz in der Nähe von elektrischen Anlagen Maßnahmen bei auftretendem Wind Bedienung durch Funk und andere drahtlose Steuereinrichtungen Anforderungen an die Bedienpersonen (siehe Abschnitt 5.3) Durchführung der Funktionsprüfungen (siehe Abschnitt 5.3) Weitere Unterweisungsinhalte bei Bedarf: Einsatz in explosionsfähiger Atmosphäre elektromagnetische Unverträglichkeit Arbeiten an unter Spannung stehenden elektrischen Systemen Betreten und Verlassen der Arbeitsbühne auf wechselnden Ebenen (siehe Abschnitt 6.4) Häufigkeit der Unterweisungen Unterweisungen erfolgen anlassbezogen, d. h. bei der Benutzung noch nicht verwendeter Typen von Hubarbeitsbühnen sowie bei jeder neuen Arbeitsaufgabe oder Baustelle. Darüber hinaus sind Unterweisungen nach Bedarf, mindestens jedoch einmal jährlich, durchzuführen. 3839 Anforderungen an die beteiligten Firmen und Personen Beauftragung durch den Unternehmer Durch Ein- und Unterweisung sowie Training und ausreichende Kontrolle gewährleistet der Unternehmer, dass die Bediener mit fahrbaren Hubarbeitsbühnen bestimmungsgemäß umgehen. Hat der Bediener nachgewiesen, dass er mit einer bestimmten Bauart von Hubarbeitsbühnen sicher umgehen kann, bestätigt der Unternehmer dies mit einer schriftlichen Beauftragung. Diese schriftliche Beauftragung kann formlos (Beispiel siehe Anhang 3) oder mit einem Bedienerausweis (Beispiel siehe Anhang 2) erfolgen. Neben dem Unternehmer können auch autorisierte Führungskräfte die Beauftragung vornehmen. Hinweis: Für Auslandstätigkeiten können ggf. besondere Befähigungsnachweise notwendig sein. Achtung! Arbeiten mehrere Personen zusammen, so hat der Unternehmer einen Aufsicht Führenden zu bestimmen. 5.3 Anforderungen an Bedienpersonen Das Bedienen ist mit einem speziellen Risiko für die Bedienperson selbst und für die im Umfeld befindlichen Personen verbunden. Bedienpersonen müssen für diese Aufgabe besonders geschult und ausgebildet sein, da sie für das Aufstellen und Steuern verantwortlich sind. Voraussetzungen An die Bedienperson einer fahrbaren Hubarbeitsbühne werden folgende Anforderungen gestellt: Sie muss das 18. Lebensjahr vollendet haben, sowohl in der Bedienung der entsprechenden Hubarbeitsbühne als auch über die mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen und Schutzmaßnahmen unterwiesen sein (siehe auch DGUV Grundsatz Ausbildung und Beauftragung der Bediener von Hubarbeitsbühnen [BGG/GUV-G 966]), ihre Befähigung zum Bedienen der Hubarbeitsbühne nachgewiesen haben, 3940 Anforderungen an die beteiligten Firmen und Personen eine schriftliche Beauftragung zum Bedienen der speziellen Hubarbeitsbühne besitzen sowie im Besitz des notwendigen Führerscheins bei Teilnahme am Straßenverkehr sein. Weitere grundsätzliche Anforderungen für eine schriftliche Beauftragung sind, dass die Bedienperson körperlich und geistig geeignet ist, gut räumlich sehen kann, um die Arbeitsbühne im freien Raum sicher an die vorgesehenen Arbeitsplätze heranzuführen, gut hören kann, um akustische Warnsignale rechtzeitig wahrnehmen zu können und schnell und sicher reagieren kann. Um diese Voraussetzungen abzuklären, empfehlen sich Eignungsuntersuchungen nach den BG-Grundsätzen G 25 Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten (BGI/GUV-I ) sowie G 41 Arbeiten mit Absturzgefahr (BGI/GUV-I ). Aufgaben der Bedienperson Eine fahrbare Hubarbeitsbühne ist nach der Betriebsanleitung des Herstellers in die Transportposition zu bringen und neben einer visuellen Kontrolle der Beleuchtung und des Anschlusses an das Fahrzeug mit einem geeigneten Zugfahrzeug zu transportieren. Dabei müssen Fahrpraxis beim Umgang mit langen einachsigen Fahrzeug en und die entsprechend vorgeschriebene Führerscheinklasse vorhanden sein. Während des Transportes hat der Bediener außerdem zu beachten, dass immer ein ausreichender Sicherheitsabstand vorhanden ist und Kreuzungen und Unterführungen sowie enge Durchfahrten langsam zu befahren sind (Durchfahrtshöhe beachten). Bei der Übernahme bzw. vor Inbetriebnahme der Hubarbeitsbühne sollte die Bedienperson Einsicht in das letzte Prüfprotokoll nehmen, um sich ein Bild über den sicherheitstechnischen Zustand der Bühne zu verschaffen und die regelmäßige Prüfung durch eine befähigte Person zu kontrollieren. Am Einsatzort muss generell geprüft werden, ob sich im Arbeitsbereich der fahrbaren Hubarbeitsbühne ungeschützte elektrische Anlagen oder Freileitungen befinden und ob beispielsweise die vorhandene fahrbare Hubarbeitsbühne auch außerhalb von geschlossenen Räumen eingesetzt werden darf. 4041 Anforderungen an die beteiligten Firmen und Personen Sicht- und Funktionsprüfung Antriebseinheit Elektronik Ausleger Treibstoff, Motorölstand, Kühlmittelstand, Bremsflüssigkeitsstand, Leckagen 4 Leitungen, Durchführungen, Steckverbindungen, Beleuchtung, Warneinrichtungen, Not-Aus, Lastmomentbegrenzer, Steuerpult 5 Nivelliersystem, Schwenklager, -antrieb, Teleskopsystem, Energiekette, Notablass 6 Hydraulik Ölstand, Schläuche, Zylinder, Ventile Korb Geländer, Boden, Türen, Aufhängung, Anschlagpunkt Abstützsystem Stützen, Auflageteller, Bedienelemente Der Bediener muss die aufgeführten Bauteile täglich einer Sicht- und Funktionsprüfung unterziehen. Bild 5-1: Tägliche Sicht- und Funktionsprüfung Vor dem Benutzen einer fahrbaren Hubarbeitsbühne muss eine visuelle Kontrolle des Arbeitsumfeldes erfolgen. Der Untergrund muss ausreichend tragfähig und eben sein. Seine Nei gung darf den vom Hersteller zugelassenen maximalen Winkel nicht überschreiten. Bei der Aufstellung der fahrbaren Hubarbeitsbühne ist es auf schrägem Untergrund notwendig, sie gegen Wegrollen zu sichern, z. B. durch Vorlegekeile. An der Arbeitsstelle ist zu kontrollieren, dass keine Öffnungen, unterirdische Kabel oder Leitungen, Deckel und kein aufgeschüttetes Erdreich vorhanden sind. Bei Arbeiten im öffentlichen Bereich ist der Arbeitsbereich der Hubarbeitsbühne mit Informationen, Schildern bzw. Absperrungen zu sichern. Wenn sich Arbeiten auf den öffentlichen Straßenverkehr auswirken, wird eine ver kehrsrechtliche Anordnung erforderlich (StVO 45), welche zur Beantragung einen entsprechenden Verkehrszeichen- oder auch Regelplan benötigt. 4142 Anforderungen an die beteiligten Firmen und Personen Nach dem Aufstellen und vor dem Einsatz sowie arbeitstäglich ist eine Sicht- und Funkti ons prüfung (Bild 5-1 auf Seite 41) durchzuführen. Sollten bei der Sicht- und Funktionsprüfung Mängel erkannt werden, sind diese zu melden und durch fachkundiges Personal abzustellen. Eine Dokumentation der täglichen Sicht- und Funktionsprüfung mit Aufführung der festgestellten Mängel wird empfohlen. Bei Mängeln, welche die Sicherheit gefährden, darf die Hubarbeitsbühne nicht in Betrieb genommen werden. Sonst ist nicht nur die eigene Sicherheit in Gefahr, sondern auch die der im Umfeld tätigen Personen! Nach Arbeitsende ist die Hubarbeitsbühne sicher abzustellen (feste, ebene Fläche ohne Hindernisse und Verkehr), der Ausleger ist zu senken (Transportstellung), der Schlüsselschalter ist auf Position AUS zu drehen und der Schlüssel ist abzuziehen. Des Weiteren sollte die Hubarbeitsbühne gegen Wegrollen gesichert werden. 5.4 Anforderungen an Instandhaltungs- und Prüffirmen Instandhaltungs- und Prüffirmen haben ein hohes Maß an Verantwortung. Die Sicherheit der Personen, die Hubarbeitsbühnen benutzen und mit diesen Arbeiten in großen Höhen ausführen, ist u. a. abhängig von der gewissenhaften Durchführung der Instandhaltungs- und Prüftätigkeiten. Ausreichende Qualifikation und Zuverlässigkeit sind Grundvoraussetzungen für das Instandhaltungsund Prüfpersonal. Oberste Priorität hat immer die Sicherheit der Benutzer. Instandhaltungs- und Prüffirmen müssen räumlich und technisch so ausgestattet sein, dass die Arbeiten in vollem Umfang und sicher ausgeführt werden können. Dazu gehören unter Umständen Krane, Hebebühnen, Gruben, Messgeräte, Prüfstände, Spezialwerkzeug usw. Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für das Wartungs- und Instandsetzungspersonal sind zu organisieren. Von der Wirksamkeit dieser Maßnahmen sollte sich der Vorgesetzte überzeugen. Die durchzuführenden Arbeiten dürfen nur auf Personen übertragen werden, die ausreichende Fähigkeiten und Kenntnisse besitzen. 4243 Anforderungen an die beteiligten Firmen und Personen Eine enge Zusammenarbeit mit den Her stellern der Geräte garantiert einen aktuellen Wissensstand. Bei Instandsetzungsarbeiten dürfen ausschließlich Originalteile oder vom Hersteller zugelassene Bauteile verwendet werden, um die Sicherheit des Gerätes nicht zu beeinträchtigen. Achtung! Schweißarbeiten an tragenden Teilen von Hubarbeitsbühnen, die zum Teil aus hochfesten Feinkornstählen oder komplizierten Aluminiumlegierungen bestehen, dürfen nur mit Genehmigung des Herstellers und unter Beachtung der Schweißvorgaben erfolgen. Danach ist eine außerordentliche Prüfung nach BGG/GUV-G 966 bzw. BetrSichV durchzuführen. Spezielle Anforderungen an Wartungs- und Instandsetzungspersonal An die Qualifikation des Wartungs- und Instandsetzungspersonals von fahrbaren Hubarbeitsbühnen stellt der Gesetzgeber keine besonderen Anforderungen. Die unternehmerische Verantwortung gebietet jedoch, für ausreichende Ausbildung, Erfahrung und Kenntnisse der Personen zu sorgen, die eigenständig Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten ausführen. Mit diesen Arbeiten sollten nur Personen beauftragt werden, welche die nachstehenden Qualifikationen besitzen. Ausbildung und Erfahrung abgeschlossene Berufsausbildung (z. B. Elektriker, Elektroniker, Mecha troniker, Kfz-Mechaniker usw.) mehrjährige Erfahrung in der Wartung und Instandsetzung von Hubarbeitsbühnen, Hebezeugen, wie Winden und Krane oder Flurförderzeuge Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen beim Hersteller bzw. bei einer Vertragswerkstatt für spezielle Arbeiten, z. B. an der Elektronik oder am Lastmomentbegrenzer unter Umständen Zusatzausbildung zum Schweißer und regelmäßige Wiederholung der Schweißerprüfung Kenntnisse einschlägige Kenntnisse der Betriebsanleitungen und Betriebshandbücher Lesen und Verstehen der elektrischen Schaltpläne und der Hydraulikpläne 4344 Anforderungen an die beteiligten Firmen und Personen Kenntnis der einschlägigen Normen, z. B. DIN EN 280 Fahrbare Hubarbeitsbühnen Kenntnis der einschlägigen VDE-Bestimmungen, z. B. DIN VDE , da viele Hubarbeitsbühnen ortsveränder liche elektrische Betriebsmittel im Sinne der Unfallverhütungsvorschrift Elektrische Anlagen und Betriebsmittel (BGV A 3) sind Kenntnis der einschlägigen Arbeitsschutzbestimmungen Geeignete Personen für die Wartung und Instandsetzung von fahrbaren Hubarbeitsbühnen sind z. B. Servicemonteure der Hersteller und Händler, Personen, die sich qualifiziert haben und den betriebssicheren Zustand der Hubarbeitsbühnen beurteilen können und Personen, die aufgrund ihrer Aus- und Weiterbildung in der Lage sind, technische Defekte zu erkennen und diese fachgerecht abzustellen. Spezielle Anforderungen an Prüfpersonal Die mit der Prüfung beauftragten Personen müssen mindestens befähigte Personen sein (siehe BG-Regel Betreiben von Arbeitsmitteln [BGR 500], Kapitel 2.10 Betreiben von Hebebühnen, Abschnitt 2.9, BG-Grundsatz Prüfung von Hebebühnen [BGG 945] und TRBS 1203 Befähigte Personen ). Prüfungen führen z. B. durch: Sachverständige der technischen Überwachung (z. B. Technische Überwachungsvereine, DEKRA, das Amt für Arbeitsschutz in Hamburg, Technische Überwachungsämter in Hessen) Fachingenieure der Hersteller vom Hersteller beauftragte und ausgebildete Servicetechniker Fachingenieure der Betreiber freiberufliche Fachingenieure Die Qualifikation der Sachverständigen für die außerordentlichen Prüfungen an Hebebühnen regelt im Einzelnen der BG-Grundsatz Prüfung von Hebebühnen (BGG 945). 4445 Anforderungen an die beteiligten Firmen und Personen Befähigte Personen (Sachkundige) im Sinne des BG-Grundsatzes 945 sind z. B. Betriebsingenieure, Betriebsmeister, Kundendienstmonteure der Hersteller und natürlich Sachverständige. Die Qualifikation der befähigten Personen regelt die TRBS 1203 Befähigte Per sonen. Für befähigte Personen gilt: Die fachliche und sachliche Beurteilung der Hubarbeitsbühne muss entsprechend ihrer technischen Parameter und Besonderheiten, unter Berücksichtigung der festgelegten Prüffristen erfolgen. Sie prüfen neutral und unbeeinflusst von persönlichen, wirtschaftlichen und betrieblichen Interessen. Das Prüfprotokoll/der Prüfnachweis wird vollständig ausgefüllt. Die festgestellten Mängel werden protokolliert, deren Beseitigung mit dem Unternehmer besprochen und es wird darauf geachtet, dass der Betreiber der Hubarbeitsbühne den Prüfbefund bestätigt. Prüfbücher und Wartungsnachweise sind lückenlos und fortlaufend zu führen. 4546 6. Gefährdungsbeurteilung vor dem Einsatz Der Umgang mit fahrbaren Hubarbeitsbühnen kann für den Bediener, aber auch für im Arbeitsbereich befindliche Personen mit erheblichen Gefährdungen verbunden sein. Diese Gefährdungen muss der Arbeitgeber bzw. die beauftragte Führungskraft ermitteln und zum Schutz der Beschäftigten wirkungsvolle Maßnahmen festlegen. 6.1 Gefährdungsbeurteilung allgemein Unter Berücksichtigung von Arbeits stätten, Arbeitsplätzen, Maschinen und Anlagen sind in der Gefährdungsbeurteilung die physikalischen, chemischen und biologischen Einwirkungen, Gestaltung, Anwendung und der Umgang mit Arbeitsmitteln, Gestaltung von Arbeits- und Fertigungsverfahren sowie Arbeitsabläufen (Art der Arbeiten, Anzahl der Beschäftigten im Arbeitskorb, mitzuführende Materialien, Bauteile, Werkzeuge usw.), Qualifikation der Beschäftigten und Fragen der Einweisung, Unterweisung, Koordinierung und Beauftragung Die Durchführung einer Gefährdungs - beur teilung hat nur dann das Ziel erreicht, wenn hierzu Schutzziele bestimmt und Maßnahmen festgelegt wurden. Regelmäßig ist die Wirksamkeit und Einhaltung der Schutzmaßnahmen zu überprüfen: Wirkungskontrolle, d. h. es muss überprüft werden, ob die vorgesehenen Schutzmaßnahmen wirkungsvoll sind. Erhaltungskontrolle, d. h., ob die Schutzvorkehrungen auf Dauer wirksam sind. zu beachten. Die Gefährdungsbeurteilung (Bild 6-1) ist zu dokumentieren (ArbSchG, BetrSichV, BGV A1). 46 Bild 6-1: Gefährdungsbeurteilung47 Gefährdungsbeurteilung vor dem Einsatz 6.2 Gefährdungsbeurteilung unter Berücksichtigung des Einsatzortes Wie bereits in Abschnitt 6.1 aufgeführt, ist in einer Gefährdungsbeurteilung für den Einsatz von fahrbaren Hubarbeitsbühnen auch der Einsatzort zu berücksichtigen. So können z. B. auf Baustellen (Bild 6-2) weitaus größere Gefährdungen als im stationären Betrieb (z. B. bei einfachen handwerklichen Tätigkeiten, wie Glühlampenwechsel) vorliegen. Das heißt, der Einsatz von Hubarbeitsbühnen auf Baustellen oder ähnlichen Umgebungsbedingungen bedarf einer besonderen Planung. Über die Festlegungen in der allgemeinen Gefährdungsbeurteilung hinaus bezieht sich die projektbezogene Gefährdungsbeurteilung u. a. auf folgende Fragen: Finden die Arbeiten im Freien oder im Gebäude statt (Berücksichtigung der Windbelastung)? Welche Arbeiten werden in der Umgebung des Einsatzortes noch ausgeführt (gegenseitige Gefährdungen)? Wie wird die Koordination zur Vermeidung gegenseitiger Gefährdungen der einzelnen Gewerke sichergestellt? Wie ist die Beschaffenheit der Zufahrtswege und Aufstellorte (Tragfähigkeit, Baugruben, Bodenöffnungen, Kanäle, Einläufe usw.)? Bild 6-2: Hubarbeitsbühne im Baustelleneinsatz Wird in Konstruktionen eingefahren (Möglichkeit des Notablasses und Quetschgefahren)? 4748 Gefährdungsbeurteilung vor dem Einsatz Gibt es Möglichkeiten der Bergung (Sicherstellung der Ersten Hilfe, zweite Person muss die Hubarbeitsbühne vom Untergestell aus bedienen können)? Wird in der Nähe von elektrischen Leitungen gearbeitet? Insbesondere für Baustellen gilt, dass die Gefährdungsbeurteilung laufend den Anforderungen des Baufortschrittes angepasst werden muss. Herausfallen/Herausgeschleudert werden aus der Hubarbeitsbühne Herausfallen: Personen können durch Umstürzen der Hubarbeitsbühne aus dem Arbeitskorb herausfallen. Ursachen hierfür sind z. B. unsachgemäßes Abstützen, Nichtbeachtung der Bodenverhältnisse bzw. des Untergrundes, Überlastung des Arbeitskorbes, 6.3 Hauptgefährdungen Das Unfallgeschehen (siehe Abschnitt 1) zeigt beim Umgang mit fahrbaren Hubarbeitsbühnen folgende Hauptgefährdungen: 1. Absturzgefährdung Herausgeschleudert werden aus der Hubarbeitsbühne 2. Quetschgefährdung Einquetschen zwischen Bedienpult bzw. Geländer der Hubarbeitsbühne und Teilen der Umgebung Aufbringen von zu großen Montagekräften, Angefahrenwerden durch andere Fahrzeuge. Eine gute Planung vor dem Einsatz der Hubarbeitsbühne und die Vorbereitung der Fahrwege und Abstützflächen für die fahrbare Hubarbeitsbühne sind Grundvoraussetzungen zur Vermeidung der Umsturzgefährdung. Der bestimmungsgemäße Einsatz unter Berücksichtigung der Betriebsanleitung, Nutzung der technischen Möglichkeiten (z. B. Abstützung unter Verwendung der Nivellierwaage/Dosenlibelle), Unterweisung und Einweisung sowie der Einsatz 4849 Gefährdungsbeurteilung vor dem Einsatz eines Sicherungspostens können diese Umsturzgefährdung minimieren und sind als Maßnahmen in der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen. Herausgeschleudert werden: Durch Hängenbleiben an und unter Konstruktionen bzw. in Bäumen oder Überfahren von Hindernissen können Personen aus dem Arbeitskorb herausgeschleudert werden (Peitscheneffekt/Katapulteffekt). Aufmerksame und verantwortungsbewusste Fahrbewegungen des Bedieners und die Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz (siehe Abschnitt 9) in allen Auslegerbühnen vermindern dieses Risiko. Das Risiko eines Absturzes besteht auch beim Verlassen des Arbeitskorbes in angehobener Stellung der Hubarbeitsbühne, z. B. beim Übersteigen in Konstruktionsund Gebäudeteile (siehe Abschnitt 6.4). Quetschungen Ist die Hubarbeitsbühne gegenüber dem Unterwagen um mehr als 90 gedreht, kehren sich die Fahrtrichtungen am Joystick um, d. h. der bisherige Befehl Vorwärtsfahrt leitet eine Rückwärtsbewegung ein. Dies kann zu einer ungewollten Fahrbewegung führen, sodass Personen u. U. zwischen Bedienpult bzw. Geländer des Arbeitskorbes und Teilen der Umgebung eingequetscht werden. Häufig befinden sich Teile der Umgebung (z. B. Stahlträger) im Rücken der Bedienperson. Da sie diese nicht sieht, besteht beim Drehen, Teleskopieren, Heben und Senken des Arbeitskorbes die Gefahr, dass sie mit ihrem Rücken gegen diese Teile fährt und zwischen diesen und dem Bedienpult eingequetscht wird. Bei ungeschützten Bedienelementen ist sie dann häufig nicht mehr in der Lage, diese zu bedienen und sich selber freizufahren. Einige Hersteller bieten Hubarbeitsbühnen mit Schutzausrüstungen gegen Einquetschen an, z. B. elektrisch verriegelte Schutzbügel über den Bedienelementen (Bild 6-3 auf Seite 50) elektrische Schaltleisten auf dem Geländer des Arbeitskorbes (Bild 6-4 auf Seite 50) Ultraschallsensoren Dreistellungs-Joystick mit Panikstellung (Bild 6-5 auf Seite 50). Keinenfalls darf der Betreiber/Mieter der fahrbaren Hubarbeitsbühne in die Steuerung eingreifen und Schutzausrüstungen gegen Einquetschen anbauen. Dies obliegt ausschließlich dem Hersteller. 4950 Gefährdungsbeurteilung vor dem Einsatz Unterweisung und Einweisung vor Ort mit Hinweis auf die Quetschgefahren sowie die erhöhte Aufmerksamkeit des Bedieners können ebenfalls zur Reduzierung der Einquetschgefährdung beitragen. Bild 6-4: Absicherung von Bedienpult und Geländer durch eine Abschaltleiste gegen Quetschgefahren Bild 6-5: Dreistellungs-Joystick mit Panikstellung Bild 6-3: Schutzbügel gegen unbeabsichtigtes Betätigen der Bedienelemente 5051 Gefährdungsbeurteilung vor dem Einsatz 6.4 Aussteigen im angehobenen Zustand Aus- und Übersteigen aus dem Arbeitskorb einer Hubarbeitsbühne auf angrenzende Bauteile ist grundsätzlich nicht erlaubt. Die Hubarbeitsbühne ist ein Arbeitsplatz und keine Aufstiegshilfe, kein Aufzug und kein Kran! Die Betriebsanleitungen der Hersteller sehen ein Verlassen des Arbeitskorbes nur in Grundstellung der Hubarbeitsbühne vor. Der vorgesehene Ausstieg ist dabei zu benutzen. Trotzdem kann es gerade in Einzelfällen notwendig sein, im angehobenen Zustand in die Konstruktion einzusteigen, um einzelne kurzzeitige Montage vorgänge durchzuführen. Sollte ein Aussteigen unabdingbar sein und der Einsatz anderer Sicherungsmaßnahmen ein höheres Absturzrisiko mit sich bringen, kann dies in begründeten Ausnahmesituationen unter bestimmten Voraussetzungen zulässig sein. Zusätzliche dynamische Kräfte durch Springen usw. sind beim Aus- und Einsteigen unbedingt zu vermeiden. Die Bediener werden für diese Situation besonders geschult und unterwiesen. Besteht beim Übersteigen Absturzgefahr, sichern sich die Personen vor dem Aussteigen durch PSA gegen Absturz an geeigneten konstruktiven Anschlagpunkten außerhalb der Arbeitsbühne, die durch den Arbeitgeber festgelegt sind (Anschlagpunkte müssen eine Stoßkraft von 7,5 kn aufnehmen können). Es erfolgt eine durchgehende Sicherung mit PSA gegen Absturz (Zweiseilsicherung). Ein Rettungskonzept muss erarbeitet werden. Weitere Bedingungen und Empfehlungen zum Überstieg bei der D-A-CH-S (Internationale Fachgruppe Absturzsicherung ) unter Dieser begründete Einzelfall muss unter Berücksichtigung der zusätzlichen Absturz- und Quetschgefahr in einer am Einsatzort vorliegenden, gesonderten Gefährdungsbeurteilung eingearbeitet sein. 5152 7. Prüfung von Hubarbeitsbühnen Hubarbeitsbühnen sind Arbeitsmittel und diesbezüglich regelmäßig zu prüfen, um die ordnungsgemäße Montage und die sichere Funktion zu gewährleisten. 7.1 Prüfungen in Verantwortung des Herstellers Vor der ersten Inbetriebnahme werden in Verantwortung des Herstellers einer Hubarbeitsbühne folgende Prüfungen durchgeführt: Vorprüfung Bauprüfung Abnahmeprüfung Die Dokumentation der Abnahmeprüfung erfolgt im Prüfbuch mit der CE-Konformitätserklärung. 7.2 Prüfungen in Verantwortung des Betreibers In der Verantwortung des Betreibers liegen: Prüfungen vor der ersten Inbetriebnahme Prüfungen vor der ersten Inbetriebnahme erfolgen nur an Hubarbeitsbühnen, die nicht betriebsbereit angeliefert und vom Betreiber zusammengebaut werden. außerordentliche Prüfungen Außerordentliche Prüfungen sind immer dann erforderlich, wenn außergewöhnliche Ereignisse, z. B. Unfälle, stattgefunden haben. Außerordentliche Prüfungen sind auch notwendig nach Änderungen in der Konstruktion und nach Instandsetzungen an tragenden Teilen. Diese Prüfungen können auch angeordnet werden, z. B. von der Berufsgenossenschaft und den staatlichen Arbeitsschutzbehörden. 5253 Prüfung von Hubarbeitsbühnen regelmäßige Prüfungen Regelmäßige Prüfungen dienen dem Erhalt und Nachweis des bei der Inbetriebnahme vorhandenen Sicherheitsniveaus. Der Umfang der regelmäßigen Prüfung beschränkt sich im Allgemeinen auf die Durchführung einer Sichtund Funktionsprüfung. Hinweise für den Prüfumfang enthält der BG-Grundsatz Prüfung von Hebebühnen (BGG 945) im Anhang 4. In Kapitel 2.10 Betreiben von Hebebühnen heißt es: Hebebühnen sind nach der ersten Inbetriebnahme in Abständen von längstens einem Jahr durch einen Sachkundigen prüfen zu lassen. Von dieser Zeitvorgabe darf nur in begründeten Ausnahmefällen abgewichen werden. Prüfpersonal Prüfungen in Verantwortung des Betreibers werden durch befähigte Personen nach BetrSichV durchgeführt. Wer als befähigte Person anerkannt werden kann, legen die TRBS 1203 Befähigte Personen aber auch der BG-Grundsatz Prüfung von Hebebühnen (BGG 945) fest. Eine Ausnahme bilden die außerordentlichen Prüfungen. Diese führen Sachverständige durch. Prüffristen Die Prüffristen für regelmäßig durchzuführende Prüfungen ergeben sich aus der Gefährdungsbeurteilung nach 3 Abs. 3 der BetrSichV. Eine Hilfestellung bei der Festlegung der Prüfintervalle bietet die BG-Regel Betreiben von Arbeitsmitteln (BGR 500). Dokumentation der Prüfungen Die Ergebnisse der Prüfungen sind unter Aufführung etwaiger Mängel aufzuzeichnen. Mit seiner Unterzeichnung bestätigt der Unternehmer oder ein von ihm beauftragter Mitarbeiter die Kenntnisnahme des Prüfprotokolls. Aufgeführte Mängel sind je nach Sicherheitsrelevanz vor dem erneuten Einsatz der Hubarbeitsbühne zu beheben. Bestehen diesbezüglich Unklarheiten, sollte mit dem Prüfer Rücksprache genommen werden. Hält der Prüfer eine Nachprüfung nach Abstellung von Mängeln für erforderlich, ist dem natürlich Folge zu leisten. Prüfnachweise sind mindestens bis zur nächsten Prüfung aufzubewahren. 5354 Prüfung von Hubarbeitsbühnen Beim Einsatz außerhalb des Unternehmens, z. B. auf Baustellen oder in der Vermietung, ist der Nachweis der letzten Prüfung mindestens als Kopie bei der jeweiligen Hubarbeitsbühne mitzuführen. Zur Kennzeichnung der fristgerecht durchgeführten regelmäßigen Prüfung hat sich das Anbringen von Prüfplaketten (Bild 7-1) bewährt. Die Abstellung der bei der Prüfung festgestellten Mängel ist jedoch nur durch Einsicht in das entsprechende Prüfprotokoll feststellbar. Der BG-Grundsatz Prüfbuch für Hebebühnen (BGG 945-1) stellt dem Prüfpersonal folgende Prüflisten zur Verfügung: Stammblatt Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme regelmäßige bzw. außerordentliche Prüfungen Nachprüfungen Bild 7-1: Beispiel einer Prüfplakette 5455 8. Koordination Jede Baumaßnahme birgt besondere Gefahren in sich. Die Verhältnisse auf der Baustelle ändern sich ständig, verschiedene Gewerke müssen gleichzeitig nebeneinander und übereinander ausgeführt werden. Ohne Ordnung kann es im Bauablauf zu Behinderungen, Unterbrechungen, Gefährdungen oder gar zu Unfällen und Schäden kommen. Koordination ist immer dann erforderlich, wenn Mitarbeiter verschiedener Unternehmen örtlich und zeitlich zusammenarbeiten, um eine gegenseitige Gefährdung zu vermeiden. Hierzu benennen die Unternehmen einen Koordinator, der zur Abwehr besonderer Gefahren mit entsprechender Weisungsbefugnis ausgestattet wird. Bereits bei Auftragserteilung erhält der Auftragnehmer durch den Auftraggeber eine Verpflichtung zur Einhaltung der Arbeitsschutzvorschriften und Informationen hinsichtlich der betriebsspezifischen Gefahren des Unternehmens, in dem die Tätigkeiten erfolgen sollen. Der Auftragnehmer lässt diese Informationen in seine Gefährdungsbeurteilung einfließen. Bei besonderen Gefahren bestimmt der Auftraggeber im Einvernehmen mit dem Auftragnehmer einen Aufsichtführenden. Baustellen kommt eine besondere Pflicht zur Koordinierung zu. Arbeiten mehrere Firmen gleichzeitig oder nacheinander auf der Baustelle, bestellt der Bauherr einen Koordinator, der in der Planungs- und Ausführungsphase des Bauvorhabens die Arbeiten aufeinander abstimmt. Je nach Größe der Baustelle erstellt er hierfür einen Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan (SiGePlan), der verbindlich ist für alle Baubeteiligten. ArbSchG 8 BGV A1 5, 6, 9 BaustellV 3 Zusammenarbeit mehrerer Arbeitgeber gegenseitige Unterrichtung und Abstimmung der Unternehmen Information der Beschäftigten über die Zusammenarbeit Überprüfung der Unterweisung der Mitarbeiter eines Fremdunternehmens Vergabe von Aufträgen Verpflichtung zur Einhaltung der Arbeitsschutzvorschriften Unterstützung bei der Gefährdungsbeurteilung Zutritts- und Aufenthaltsverbote Zusammenarbeit mehrerer Unternehmer gegenseitige Information Bestellung eines Koordinators (bei besonderen Gefahren mit Weisungsrecht) Überprüfung der Unterweisung der Mitarbeiter eines Fremdunternehmens Koordinierung je nach Größe der Bau stelle und Art der Arbeiten: Bestellung eines Koordinators für Planungsund Ausführungsphase Erstellung eines SiGePlans Beachtung der Regeln zum Arbeitsschutz auf Baustellen (RAB) Bild 8-1: Erläuterung der Rechtsgrundlagen zur Koordination 5556 9. Persönliche Schutzausrüstungen Nicht alle Gefährdungen der täglichen Arbeit können durch technische Schutzmaßnahmen beseitigt werden. In diesen Fällen haben die Mitarbeiter persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu benutzen. Entsprechend der Gefährdungsbeurteilung hat der Unternehmer eine geeignete Auswahl zu treffen. Diese Auswahl hängt weitestgehend vom Einsatzort, von der Art der Tätigkeit und von den daraus resultierenden Gefährdungen ab. Auch beim Umgang mit fahrbaren Hubarbeitsbühnen können verschiedene persönliche Schutzausrüstungen notwendig sein, z. B. PSA gegen Absturz (Auffangsystem) Das Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung (PSA) gegen Absturz in Hubarbeitsbühnen wird verpflichtend, wenn die Gefährdungsbeurteilung (Peitscheneffekt) und/oder die Betriebsanleitung des Hubarbeits bühnenherstellers dies als notwendige Maßnahme vorgibt oder der Bauherr auf seiner Baustelle die Benutzung der PSA gegen Absturz in einer Baustellenordnung festlegt. Schutzhelm bzw. Anstoßkappe, Fußschutz, Gehörschutz, Handschutz, Hautschutz, Wetterschutzkleidung, Gesichtsschutz und besondere Schutzkleidung (z. B. beim Baumschnitt siehe Abschnitt 4.9) sowie PSA gegen Absturz. Bild 9-1: Peitscheneffekt/Katapulteffekt 5657 Persönliche Schutzausrüstungen Der Peitscheneffekt/Katapulteffekt (Bild 9-1) kann insbesondere beim Einsatz von Teleskoparbeitsbühnen auftreten, wenn z. B. vorbeifahrende Fahrzeuge die Bühne streifen, deren Ausleger sich durch nachgebenden Untergrund plötzlich bewegt, die Bühne sich in der Konstruktion verhakt, sodass der Ausleger beim Freifahren plötzlich ins Schwingen kommt, der Ausleger beim Verfahren mit angehobenem Arbeitskorb, z. B. durch das Überfahren eines Bordsteines, heftig ins Schwingen kommt oder der Arbeitskorb beim Baumbeschnitt eingeklemmt wird. Besteht die Notwendigkeit der Benutzung einer PSA gegen Absturz beim Bedienen der Hub arbeitsbühne, sind ein Auffanggurt (Bild 9-2) sowie ein geeignetes Verbindungsmittel vom Unternehmer zur Verfügung zu stellen und von den Personen im Arbeitskorb zu benutzen (Bild 9-3). Bild 9-2: Auffanggurt Bild 9-3: Einsatz von PSA gegen Absturz beim Verfahren 5758 Persönliche Schutzausrüstungen Folgende Bedingungen sind einzuhalten, um ein Herausschleudern aus dem Arbeitskorb zu vermeiden: 1. Im Arbeitskorb befinden sich vom Hersteller vorgesehene Anschlagpunkte in der Anzahl der zugelassenen Personen (Bild 9-4). 2. Das Verbindungsmittel zwischen Auffanggurt und Anschlagpunkt sollte immer so kurz wie möglich gehalten werden, um ein Herausschleudern zu verhindern. Versuche haben ergeben, dass die max. Verbindungsmittellänge deshalb auf 1,8 m begrenzt werden muss. 3. Bei der Auswahl der Verbindungsmittel ist darauf zu achten, dass diese längenverstellbar (bis max. 1,80 m) sind und ein energieabsorbierendes Element (Falldämpfer) integriert haben. Dies sind z. B. längenverstellbare Verbindungsmittel mit Falldämpfer, mitlaufende Auffanggeräte mit beweglicher Führung oder Höhensicherungsgeräte (Bild 9-5) (geprüft für Kantenbeanspruchung mit 180 -Umlenkung). Maximale Systemlänge < 1,80 m. Bild 9-4: Anschlagpunkte 5859 Persönliche Schutzausrüstungen Unterweisungen und Übungen zur sachgerechten Anwendung von PSA gegen Absturz gehören zu den Pflichten des Unternehmers bzw. der Führungskräfte. PSA gegen Absturz ist regelmäßig, mind es tens einmal jährlich, von einem Sach kundigen hinsichtlich möglicher Beschädigun gen zu überprüfen. Darüber hinaus hat der Hubarbeitsbühnenbediener seinen Auffanggurt sowie das verwendete Verbindungsmittel vor der Benutzung arbeits täg lich auf Mängel und Beschädigungen zu prüfen. Bild 9-5: Höhensicherungsgerät Typ ACB 1.8 (Fa. IKAR GmbH) Das Befestigen der PSA gegen Absturz an den vorgesehenen Anschlagpunkten berechtigt nicht zum Aussteigen aus dem Arbeitskorb in angehobener Position der Bühne oder dem Aufsteigen auf das Geländer des Arbeitskorbes. Weitergehende Hinweise und Regelungen, einschließlich der richtigen Anwendung der PSA gegen Absturz sowie der möglichen Rettung, finden Sie in der BG-Information Schutz gegen Absturz Persönliche Absturzschutzausrüstung sachkundig auswählen, anwenden und prüfen (BGI 826). Auf Senkrechtliften, z. B. Scherenbühnen, ist PSA gegen Absturz in der Regel nicht erforderlich, es sei denn, dass besondere Einsatzbedingungen (siehe Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung) oder Angaben des Herstellers (siehe Betriebsanleitung) dies erfordern. 5960 10. Schlussgedanken Fahrbare Hubarbeitsbühnen sind hochtechnisierte Geräte, die das Arbeiten in großen Höhen ermöglichen. Sie bieten die erforderlichen Sicherheitseinrichtungen, um bei bestimmungsgemäßer Verwendung ein unfallfreies Arbeiten zu gewährleisten. Wesentlichen Einfluss auf das Sicherheitsniveau haben die Personen, die mit Hubarbeitsbühnen umgehen. Vermieter, Betreiber, Unternehmer und Führungskräfte, Prüfer, Instandhaltungspersonal und vor allen Dingen die Bedienpersonen tragen ihren Teil dazu bei. Entscheidend ist, dass alle Beteiligten ihren Pflichten mit hohem Verantwortungsbewusstsein nachkommen. Voraussetzung hierfür ist das notwendige Wissen, aber auch der Wille zum sicheren Arbeiten und nicht zuletzt ein ausreichendes Maß an Kontrolle. 6061 11. Literatur- und Quellenverzeichnis 11.1 Weiterführende Vorschriften und Regeln Gesetze, Verordnungen und Regeln Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) Neunte Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz (Maschinenverordnung) (9. ProdSV) Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) TRBS 1203 TRBS 2111 Befähigte Personen Teil 4 Mechanische Gefährdungen Maßnahmen zum Schutz vor Gefährdungen durch mobile Arbeitsmittel TRBS 2121 Gefährdungen von Personen durch Absturz Allgemeine Anforderungen Technische Regeln für Arbeitsstätten (ASR) Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) Fahrpersonalverordnung (FPersV) Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen (RSA 95) Regeln zum Arbeitsschutz auf Baustellen (RAB) Unfallverhütungsvorschriften, BG-Regeln, BG-Grundsätze und BG-Informationen Grundsätze der Prävention (BGV A1) Elektrische Anlagen und Betriebsmittel (BGV A3) 6162 Literatur- und Quellenverzeichnis Bauarbeiten (BGV C22) Gartenbau, Obstbau und Parkanlagen (VSG 4.2) Betreiben von Arbeitsmitteln (BGR 500), Kapitel 2.10 Betreiben von Hebebühnen Prüfung von Hebebühnen (BGG 945) Prüfbuch für Hebebühnen (BGG 945-1) Ausbildung und Beauftragung der Bediener von Hubarbeitsbühnen (BGG/GUV-G 966) Handlungsanleitung für die arbeitsmedizinische Vorsorge nach dem Berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 25 (Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten) (BGI/GUV-I ) Handlungsanleitung für die arbeitsmedizinische Vorsorge nach dem Berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 41 (Arbeiten mit Absturzgefahr) (BGI ) Unterweisung Bestandteil des betrieblichen Arbeitsschutzes (BGI 527) Sicherheit und Gesundheitsschutz durch Koordinieren (BGI 528) Metallbau-Montagearbeiten (BGI 544) Auswahl und Betrieb elektrischer Anlagen und Betriebsmittel Betriebsmittel auf Bau- und Montagestellen (BGI/GUV-I 608) Schutz gegen Absturz Persönliche Absturzschutzausrüstung sachkundig auswählen, anwenden und prüfen (BGI 826) Warnkleidung (BGI/GUV-I 8591) Baumarbeiten im Gartenbau (GBG 1) 6263 Literatur- und Quellenverzeichnis Andere Schriften DIN EN 280 Fahrbare Hubarbeitsbühnen Berechnung Standsicherheit Bau Sicherheit Prüfungen DIN EN 795 Persönliche Absturzschutzausrüstung Anschlageinrichtungen DIN VDE 0105 Teil 100 Betrieb von elektrischen Anlagen Teil 100: Allgemeine Festlegungen VDE Prüfung nach Instandsetzung, Änderung elektrischer Geräte Wiederholungsprüfung elektrischer Geräte Allgemeine Anforderungen für die elektrische Sicherheit VDI 2700 Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen 11.2 Andere Quellen Zu Abschnitt 4.5 Aufbau und Standsicherheit, Anforderungen an Verkehrswege (1) Wert des zulässigen Bodendruckes aus Tabelle 1 der BGI 713 Auto-Betonpumpen, Ausgabe 1995 Zu Abschnitt 7.2 Prüfungen in Verantwortung des Betreibers, Prüffristen, Abs. 2 Zitat aus Punkt 2.9.1, Kap Betreiben von Hebebühnen der BGR 500 Ausgabe Zu Anhang 10 Scott Huler: Die Sprache des Windes. Wie ein Admiral aus dem 19. Jahrhundert Wissenschaft in Poesie verwandelte. mareverlag, Hamburg 2009, ISBN64 12. Abbildungsverzeichnis Titelbild: BGHM/Dr. Einhaus Titelbild Mini 1, 2 und 3: BGHM/Stocker Seite 7 [Bild 1-1]: BGHM/Deuchert Seite 8 [Bild 1-2]: BGHM/Deuchert Seite 12 [Bild 3-1] und [Bild 3-2]: Lift-Manager GmbH, Jänkendorf/ Jäkel Seite 13 [Bild 3-3], [Bild 3-4] und [Bild 3-5]: Lift-Manager GmbH, Jänkendorf/Jäkel Seite 14 [Bild 3-6]: Lift-Manager GmbH, Jänkendorf/Jäkel Seite 16 [Bild 4-1]: Lift-Manager GmbH, Jänkendorf/Jäkel Seite 17 [Bild 4-2]: BGHM/Stocker Seite 20 [Bild 4-3]: BGHM Gebrauchsgrafik Seite 21 [Bild 4-4]: BG Verkehr/Dippel Seite 23 [Bild 4-5]: BGHM/Petzsch Seite 23 [Bild 4-6]: Palfinger Platforms GmbH, Krefeld Seite 24 [Bild 4-7]: IPAF Deutschland, Schwanewede Seite 27 [Bild 4-8]: Verwaltungs-BG Seite 30 [Bild 4-9]: BGHM/Petzsch Seite 41 [Bild 5-1]: BGHM AK BGI 720 Seite 46 [Bild 6-1]: BGHM AK BGI 720 Seite 47 [Bild 6-2]: BGHM/Stocker Seite 50 [Bild 6-3] und [Bild 6-4]: BGHM/Stocker Seite 50 [Bild 6-5]: IFA, Sankt Augustin/ Nischalke-Fehn Seite 54 [Bild 7-1]: Lift-Manager GmbH, Jänkendorf/Jäkel Seite 55 [Bild 8-1]: BGHM AK BGI 720 Seite 56 [Bild 9-1]: IPAF Deutschland, Schwanewede Seite 57 [Bild 9-2]: SKYLOTEC GmbH, Neuwied Seite 57 [Bild 9-3]: IPAF Deutschland, Schwanewede Seite 58 [Bild 9-4]: BGHM/Zepp Seite 59 [Bild 9-5]: IKAR GmbH, Fulda Seite 65 [Anhang 1]: Resch-Verlag GmbH, Gräfelfing Seite 66 [Anhang 2]: Resch-Verlag GmbH, Gräfelfing 6465 Anhang 1 4 x 4 Merkregeln Copyright Verlag Dr. Ingo Resch GmbH, erhältlich unter 6566 Anhang 2 Muster eines Bedienerausweises Copyright Verlag Dr. Ingo Resch GmbH, erhältlich unter Copyright Verlag Dr. Ingo Resch GmbH, erhältlich unter 6667 Anhang 3 Muster einer schriftlichen Beauftragung gemäß Kapitel 2.10, Abs. 2.1 der BG-Regel Betreiben von Arbeitsmitteln (BGR 500) sowie DGUV Grundsatz Ausbildung und Beauftragung der Bediener von Hubarbeitsbühnen (BGG/GUV-G 966) Er/Sie hat seine/ihre Befähigung zum Bedienen der vorstehend genannten Hubarbeitsbühne(n) gemäß Kapitel 2.10, Abs. 2.1 Betreiben von Hebebühnen der BG-Regel Betreiben von Arbeitsmitteln (BGR 500) bzw. DGUV Grundsatz Ausbildung und Beauftragung der Bediener von Hubarbeitsbühnen (BGG/GUV-G 966) gegenüber dem Unternehmer nachgewiesen. 6768 Anhang 4 Muster einer Betriebsanweisung für Hubarbeitsbühnen 6869 Anhang 5 Auswahl einer Hubarbeitsbühne 6970 Anhang 6 Checkliste zum sicheren Betreiben von Hubarbeitsbühnen Fragen zur Bedienperson ja/nein 1. Werden mit der selbstständigen Bedienung der Hubarbeitsbühne Personen beauftragt, die das 18. Lebensjahr vollendet haben? 2. Wurde die Bedienperson vom Unternehmer schriftlich beauftragt? 3. Wurde die mit der Bedienung beauftragte Person unterwiesen? 4. Hat die Bedienperson die Betriebsanleitung bzw. das Betriebshandbuch des Herstellers gelesen und verstanden? 5. Hat die Bedienperson Einsicht in das Prüfbuch genommen, um sich über den sicherheitstechnischen Zustand der Bühne zu informieren? 6. Ist die Bedienperson mit den Notsteuereinrichtungen ausreichend vertraut und kann sie diese, sofern vorhanden, auch bedienen? Ist eine weitere Person, die sich in der Nähe der Hubarbeitsbühne aufhält, mit der Notsteuerung vertraut? 7. Wurde der Schlüssel zur Inbetriebnahme mit besonderem Hinweis auf sorgfältiges Verwahren übergeben? 8. Hat die Bedienperson die Bühne augenscheinlich auf Mängel überprüft? 9. Resultieren aus der Arbeitsumgebung keine Gefahren? 10. Kann die Bedienperson während der Bewegungen den Raum unterhalb der Bühne einsehen? 11. Ist der Kfz-Führerschein gültig für das Fahren im öffentlichen Straßenverkehr? 12. Wurde die entsprechende Schutzkleidung zur Durchführung der Arbeiten ausgewählt? Fragen zur Auswahl der Hubarbeitsbühne ja/nein 1. Ist die ausgewählte Hubarbeitsbühne für die vorgesehenen Arbeiten hinsichtlich der Reichweite, der Tragfähigkeit und der aufzubringenden Handkräfte geeignet? 2. Ist der Explosionsschutz berücksichtigt? 3. Ist die Hubarbeitsbühne für Arbeiten an oder in der Nähe spannungsführender elektrischer Anlagen ausreichend isoliert? 4. Sind an der Hubarbeitsbühne gut sichtbar und dauerhaft Beschriftungen angebracht über: die Tragfähigkeit? die zulässige Lastverteilung? das Eigengewicht? 5. Sind an der Einsatzstelle Betriebsanleitung und Betriebsanweisung vorhanden? 6. Wurde die Hubarbeitsbühne regelmäßig und aktuell geprüft? 7. Sind die gegebenenfalls im Prüfbuch eingetragenen Mängel beseitigt und im Prüfbuch schriftlich bestätigt? 7071 Anhang 6 Fragen zur arbeitstäglichen Sicht- und Funktionsprüfung ja/nein 1. Ist die Hubarbeitsbühne frei von äußeren Beschädigungen (Kratzer, Beulen, Risse)? 2. Sind die Reifen in Ordnung (Rissfreiheit, ausreichendes Profil, Reifendruck)? 3. Sind die Hydraulikleitungen/-schläuche unbeschädigt und weisen keine Leckagen auf? 4. Sind die elektrischen Leitungen unbeschädigt (z. B. fehlende Isolierung)? 5. Ist die Umwehrung in Ordnung, vollständig und der Zugang mangelfrei? 6. Sind die vorhandenen Warnkennzeichnungen unbeschädigt? 7. Ist die Beschriftung insgesamt gut lesbar? 8. Ist die kurz gefasste Betriebsanleitung in der Arbeitsbühne gut lesbar? 9. Sind gegebenenfalls auf der Arbeitsbühne für jede mitfahrende Person unbeschädigte Anschlagpunkte und persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz vorhanden? 10. Können Einrichtungen der Hubarbeitsbühne nach Außerbetriebnahme gegen unbefugte Benutzung gesichert werden (z. B. Schaltschloss mit Sicherheitsschlüssel oder Schlosstaste mit selbsttätiger Verriegelung)? 11. Kommen nach dem Loslassen der Steuerung alle Bewegungen der Hubarbeitsbühne selbsttätig zum Stillstand? 12. Sind die Steuerorgane so beschaffen, dass ein unbeabsichtigtes Betätigen ausgeschlossen ist? 13. Ist bei gleichzeitiger Betätigung mehrerer Steuerorgane eine nicht bestimmungsgemäße Bewegung ausgeschlossen? 14. Sind bei mehreren Steuerplätzen die Steuerorgane gegeneinander verriegelt, sodass nur vom ausgewählten Steuerplatz aus eine Steuerung möglich ist? 15. Sind die Steuerplätze so angeordnet und gestaltet, dass die Bedienperson die Steuerorgane ohne Behinderung bedienen kann? nicht durch die Bewegungen oder durch Material gefährdet wird? nicht der Absturzgefahr ausgesetzt ist? 16. Sind die vom Fahrer zu betätigenden akustischen Warneinrichtungen funktionsbereit? 7172 Anhang 6 Fragen zur Aufstellung der Hubarbeitsbühne am Einsatzort ja/nein 1. Sind alle Abstützungen entsprechend der Herstellervorgabe ausgefahren und mithilfe der Dosenlibellen justiert worden? 2. Sind stabile Bodenplatten vorhanden und werden diese benutzt? 3. Wurde der Untergrund auf Tragfähigkeit und eventuelle Unebenheiten, Schächte und Kanäle überprüft? 4. Wurde der Verkehrsraum entsprechend der Vorgaben ordnungsgemäß abgesperrt oder markiert? 5. Sind gegebenenfalls die Blinkleuchten zur Wahrnehmung für andere Verkehrsteilnehmer wirksam? Wenn alle relevanten Fragen mit ja beantwortet wurden, dann ist die Hubarbeitsbühne einsetzbar und einem sicherheitsgerechten Verhalten im Vorfeld wird entsprochen. Weitere Sicherheitshinweise 1. Das zulässige Gewicht im Korb niemals überschreiten! 2. Keine defekte Hubarbeitsbühne verwenden! 3. Die Bühne immer waagerecht und auf tragfähigem Untergrund aufstellen! 4. Bei der Aufstellung auf abfallendem Gelände Vorlegeklötze unter die Räder legen! 5. Die Hubarbeitsbühne nicht als Kran benutzen! 6. Den Arbeitskorb nicht in angehobener Stellung durch Übersteigen, Umsteigen oder Aussteigen verlassen! 7. Nicht auf dem Geländer des Korbes sitzen oder stehen! 8. Die Arbeitshöhe nicht durch Leitern, Planken o. Ä. erhöhen! 9. Die Hubarbeitsbühne bei Gewitter oder bei einer Windstärke über 12,5 m/s nicht verwenden! 10. Die jährlichen Prüfungen unbedingt einhalten! 11. Material und Werkzeug sicher im Korb verstauen! 7273 Anhang 7 Fragen und Antworten für ein sicheres Betreiben der Hubarbeitsbühnen Frage Thema: Gefährdungsbeurteilung Muss beim Umgang mit Hubarbeitsbühnen eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden? Wer führt die Gefährdungsbeurteilung durch? Wie ist die Gefährdungsbeurteilung durchzuführen? Thema: Unterweisung Sind die Beschäftigten, die mit Hubarbeitsbühnen um gehen, zu unterweisen? Wer führt die Unterweisungen durch? Worüber sind die Beschäftigten zu unterweisen? Antwort Da der Umgang mit Hubarbeitsbühnen mit Gefährdungen verbunden ist, sind diese zu ermitteln und entsprechende Schutzmaßnahmen festzulegen. Dies erfordern auch die entsprechenden Regelwerke, wie ArbSchG, BetrSichV und BGV A1. Die Gefährdungsbeurteilung ist durch den Unternehmer oder eine beauftragte Führungskraft durchzuführen. Die Sicherheitsfachkraft und der Betriebsarzt unterstützen den Unternehmer dabei. Die Gefährdungsbeurteilung hat schriftlich zu erfolgen. Die Form ist dem Unternehmen überlassen. Den Beschäftigten, die mit Hubarbeitsbühnen umgehen, müssen die damit verbundenen Gefährdungen bekannt sein. Sie sind vor jeder neuen Tätigkeit und vor Änderungen im Arbeitsumfeld über die auftretenden Gefährdungen zu unterweisen. Die Unterweisung ist jährlich mindestens einmal zu wiederholen. (ArbSchG, BGV A1) Zu den Pflichten des Unternehmers gehört u. a. auch die Aufklärung der Beschäftigten über die mit der Arbeit verbundenen Gefährdungen und die entsprechenden Schutzmaßnahmen. Er kann im Rahmen der Pflichtenübertragung diese Aufgabe z. B. an den Vorgesetzten delegieren. Als Nachweis, dass dieser Pflicht nachgekommen wurde, ist die Unterweisung zu dokumentieren. (ArbSchG, BGV A1) Mithilfe der Betriebsanleitung des Herstellers und der daraus abgeleiteten Betriebsanweisung werden die Beschäftigten über die Gefährdungen beim Umgang mit Hubarbeitsbühnen unterwiesen. Dabei sind alle Gefährdungen und Schutzmaßnahmen, die die Beschäftigten betreffen, zu berücksichtigen. 7374 Anhang 7 Frage Thema: Beauftragung Ist eine Beauftragung der Be schäftigten beim Umgang mit Hubarbeitsbühnen erforderlich? Ist beim Betrieb und beim Umgang mit Hubarbeitsbühnen ein Aufsicht Führender notwendig? Gilt die Beauftragung zum Führen aller Hubarbeitsbühnen? Thema: Koordination Ist die Koordination beim Umgang mit Hubarbeitsbühnen erforderlich, wenn mehrere Gewerke tätig werden, d. h. gegenseitige Gefährdungen vorhanden sind? Thema: Einweisung Was ist eine EInweisung? Ist eine Einweisung der Bediener von Hubarbeitsbühnen erforderlich? Wer führt die Einweisung vor Ort durch? Antwort Ja, nach BGR 500 sind die Beschäftigten vor dem Umgang mit Hubarbeitsbühnen durch den Unternehmer oder eine Führungskraft schriftlich zu beauftragen. Ja, wenn es sich um Bauarbeiten handelt (Arbeiten zur Herstellung, Instandhaltung, Änderung und Beseitigung von Anlagen). Nein, dies gilt nur für die in der Beauftragung genannten Hubarbeitsbühnen. Dies legt der Unternehmer fest. Ja, Koordination ist nach ArbSchG und BGV A1 immer dann erforderlich, wenn eine gegenseitige Gefährdung gegeben ist. Weiterhin ist auf Baustellen unter bestimmten Voraussetzungen der Einsatz eines Koordinators erforderlich. (Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator SiGeKo) Bei einer Einweisung bekommt der Bediener gerätespezifische Hinweise zur sicheren Bedienung einer bestimmten Hubarbeitsbühne. Deshalb findet eine Einweisung idealerweise direkt vor Ort an der Maschine statt. Ja, eine Einweisung ist erforderlich und hat die betriebsspezifischen und sicherheitstechnischen Belange zu beinhalten. Es gibt keine Rechtsvorschrift, in der konkret eine Einweisung gefordert wird. Da jedoch viele Unfälle durch Fehlbedienung verursacht werden, ergibt sich aufgrund der Gefährdungsbeurteilung, dass Bedienungsfehler durch eine gerätespezifische Einweisung verhindert werden können. Somit ist eine Einweisung in jedem Fall sinnvoll und indirekt über die Gefährdungsbeurteilung auch eine Verpflichtung. Aufgrund der Gefährdungsbeurteilung ist die gerätespezifische Einweisung eine Verpflichtung für den Mieter (Unternehmer / Vorgesetzter). Bei Mietbühnen wird die Einweisung häufig als freiwillige Dienstleistung vom Ver mieter bei Übergabe der Hubarbeitsbühne durchgeführt. Ist dies nicht der Fall, sollte der Mieter im Rahmen des Mietvertrages die Einweisung vertraglich einfordern. Vorgesetzte sollten bei der Einweisung dabei sein, um später als Multiplikator auf der Baustelle auftreten zu können. 7475 Anhang 7 Frage Thema: Einweisung Ist zum Betreiben der Hubarbeitsbühnen eine Betriebsanweisung erforderlich? Wer erarbeitet die Betriebsanweisung? Muss die Betriebsanleitung der Hersteller auf der Baustelle oder am Arbeitsplatz vorliegen? Müssen Hubarbeitsbühnen geprüft werden? Wenn ja, durch wen und wie oft? Reicht zum Nachweis der Prüfung eine Prüfplakette? Welche Aufgabe obliegt dem Unternehmer (Betreiber) im Rahmen der Prüfung? Dürfen Sicherheitseinrichtungen außer Betrieb gesetzt oder überbrückt werden? Dürfen Hubarbeitsbühnen über die zulässige Belastung hinaus beansprucht werden? Dürfen Hubarbeitsbühnen zum Anschlagen von Lasten verwendet werden (Einsatz als Kran)? Dürfen die Benutzer die Hubarbeitsbühnen im angehobenen Zustand verlassen oder den Arbeitsplatz erhöhen (Auf steigen auf Hand- und Unterlauf des Korbes)? Müssen die Bediener in angehobenem Zustand PSA gegen Absturz tragen? Antwort Ja, den Bedienern der Hubarbeitsbühnen ist anhand der Betriebsanleitung des Herstellers und entsprechend der Einsatzbedingungen eine Betriebsanweisung zu erarbeiten. Darüber sind die Bediener u. a. zu unterweisen. Der Unternehmer oder eine durch den Unternehmer beauftragte Person. Ja, die Betriebsanleitung des Herstellers muss vor Ort vorliegen, um bei evtl. auftretenden Problemen nachlesen zu können. Ja, die Hubarbeitsbühnen sind nach BetrSichV, Kapitel 2.10, Abschnitt 2.9 der BGR 500 und TRBS 1203 zu prüfen. Regelmäßige Prüfungen müssen von befähigten Personen (Service-Firmen, Hersteller, Vermieter) durchgeführt werden, mindestens einmal jährlich. Nein, nach Kapitel 2.10, Abschnitt 2.9 der BGR 500 ist ein Prüfbuch zu führen. Das Prüfbuch gilt als Nachweis. Hier sind die Befunde der Prüfung einzutragen. Er muss sich über den Ausgang der Prüfung informieren, die Mängel beseitigen und bestätigen lassen. Nein, nach BetrSichV und DIN EN 280 ist das bestimmungsgemäße Verwenden der Hubarbeitsbühnen vorgeschrieben. Nein, nach BetrSichV, DIN EN 280, BGV A1 und BGR 500 dürfen Hubarbeitsbühnen nicht über die zulässige Belastung hinaus betrieben werden (Personen und Beladung). Nein, nach BetrSichV, DIN EN 280 und BGR 500 ist das bestimmungs gemäße Verwenden der Hubarbeitsbühnen vorgeschrieben. Nein, grundsätzlich ist das Aussteigen, Übersteigen und eine Arbeitsplatzerhöhung verboten. Die vorhandenen Vorschriften legen dies nicht fest. Nach Gefährdungsbeurteilung und Anweisung aus der Betriebsanleitung oder aus betrieblichen oder bau stellenspezifischen Gründen kann das Anlegen von PSA gegen Absturz notwendig sein. Aufgrund des Peitschen effektes wird ein Anlegen von PSA gegen Absturz mit kurzem Verbindungsmittel (< 1,80 m) in allen Auslegerbühnen dringend empfohlen. 7576 Anhang 8 Checkliste für den Vermieter bei Übergabe bzw. Rücknahme einer Hubarbeitsbühne 7677 Anhang 9 Unterweisungsnachweis 7778 Anhang 10 Beaufort-Skala Als Anhaltspunkte für die Windstärken können folgende Angaben (nach Beaufort-Skala) verwendet werden: Windstärke Bezeichnung Windgeschwindigkeit km/h m/s Wirkung an Land 0 Windstille 0-2 0,0-0,3 Rauch steigt senkrecht empor 1 leiser Zug 2-5 0,3-1,6 Rauch treibt leicht ab, Windflügel und Windfahnen unbewegt 2 leichte Brise ,6-3,4 Wind im Gesicht spürbar, Blätter rascheln 3 schwache Brise ,4-5,5 Blätter und dünne Zweige bewegen sich 4 mäßige Brise ,5-8,0 Zweige bewegen sich, loses Papier wird vom Boden gehoben 5 frische Brise ,0-10,8 6 starker Wind ,8-13,9 7 steifer Wind ,9-17,2 Wind deutlich hörbar, größere Zweige und Bäume schwanken hörbares Pfeifen an Drahtseilen, an Telefonleitungen, dicke Äste bewegen sich Widerstand beim Gehen gegen den Wind, Bäume schwanken 8 stürmischer Wind ,2-20,8 beim Gehen erhebliche Behinderung, Zweige brechen von Bäumen 9 Sturm ,8-24,5 beim Gehen erhebliche Behinderung, Äste brechen, Gartenmöbel werden umgeworfen 10 schwerer Sturm ,5-28,5 Bäume werden entwurzelt, Baumstämme brechen, Gartenmöbel werden weggeweht 11 orkanartiger Sturm ,5-32,7 Gehen ist unmöglich, heftige Böen, Windbruch, Dächer werden abgedeckt 12 Orkan > 117 > 32,7 schwerste Sturmschäden und Verwüstungen 7879 Anhang 11 Muster einer Gefährdungsbeurteilung zur Benutzung von Hubarbeitsbühnen Diese Muster-Gefährdungsbeurteilung führt nur die allgemein üblichen Gefährdungen und Schutzmaßnahmen bei der Benutz ung von Hubarbeitsbühnen auf. Jeder Einsatz einer Hubarbeitsbühne unterliegt jedoch anderen Bedingungen. Es ändern sich die Arbeitsverfahren und die Arbeitsumgebung und damit auch die Gefährdungen. Dies ist in der konkreten, für jeden Einsatzfall zu erstellenden bzw. anzupassenden Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen. Die vorliegende Muster-Gefährdungsbeurteilung muss also für jeden Einsatz neu erstellt werden, das heißt: 1. Festlegen der Arbeitsbereiche und Tätigkeiten 2. Ermitteln der Gefährdungen 3. Beurteilen der Gefährdungen bzw. der Risiken 4. Festlegen konkreter Arbeitsschutzmaßnahmen (bei diesem Schritt ist die Rangfolge der Schutzmaßnahmen nach 4 Arbeitsschutzgesetz zu beachten) 5. Durchführung der Maßnahmen 6. Überprüfen der Wirksamkeit der Maßnahmen 7. Fortschreiben der Gefährdungsbeurteilung, z. B. bei Änderung des Arbeitsverfahrens bzw. der Arbeitsumgebung 7980 Gefährdungen und Maßnahmen (Dokumentation) G-Faktor Handlungsbedarf Mechanische Gefährdungen Arbeitsbereich: Berufsgruppe/Person: Tätigkeit: Ermittelte Gefährdungen und deren Beschreibung 1.1 ungeschützt bewegte Maschinenteile Quetschstellen zwischen bewegten Teilen oder festen und beweglichen Teilen zusätzliche Gefahrstellen beim Aufstellen der Bühne z. B. in der Nähe von Konstruktionen Gefährdungen bewerten Risiko G M K ja nein 8081 Informationen: DIN EN 280, ArbSchG, BetrSichV, TRBS 1203, TRBS 2111, BGV A1, BGV A3, BGV C22, BGR 500 Kapitel 2.10, BGR/GUV-R 198, BGI 544, BGI 720, BGG 945 Maßnahmen beim Aufstellen und Betrieb auf Quetsch- und Scherstellen achten Quetsch- und Scherstellen verkleiden Bühne nicht unter Deckenkanten oder Rohrleitungen verfahren Körperteile nur innerhalb des Arbeitskorbes belassen Beachtung der Steuerfunktionen bei Bewegungsumkehr Einsatz einer elektronischen Abschaltleiste oder von Sensoren Abdeckung der Steuereinrichtung durch Schutzbügel zum Vermeiden einer ungewollten Fehlbedienung bestimmungsgemäße Verwendung Betriebsanleitung beachten Unterweisung auf Prüfung durch befähigte Personen achten Bearbeiter/ Berater Termin wirksam Erledigt ja nein 8182 G-Faktor Ermittelte Gefährdungen und deren Beschreibung 1.3 bewegte Transportmittel, bewegte Arbeitsmittel Überlastung unzureichende Standsicherheit mangelhafte Betriebssicherheit Sicherheitseinrichtungen unwirksam unbefugte Benutzung Sichtbehinderung beim Verfahren der Bühne Bodenöffnungen Quetschen durch ungeschützte Maschinenteile Gefährdungen bewerten Risiko Handlungsbedarf G M K ja nein 1.4 unkontrolliert bewegte Teile ungewollte Lageveränderung von Lasten ungesicherte Lagerung von Werkzeugen und Material Gefährdung von Arbeitsbereichen unterhalb des Arbeitskorbes 8283 Anhang 11 Maßnahmen zulässige Tragfähigkeit beachten Auswahl geeigneter Bühnen vorgeschriebene Abstützung auf tragfähigem Untergrund tägliche Funktionsprüfung bei Verlassen Sicherung der Bühne gegen unbefugte Benutzung (Schlüsselschalter) Bedienung nur durch Mitarbeiter, die mindestens 18 Jahre alt, zuverlässig, unterwiesen und schriftlich beauftragt sind Sicherung gegen Verkehrsgefahren (Absperrungen, Signalleuchten) mindestens jährliche Prüfung durch befähigte Person Auswahl und Benennung geeigneter Bediener Bodenöffnungen schließen, umwehren oder abdecken Tragfähigkeit des Untergrundes kontrollieren Windstärke beachten gegenseitige Gefährdungen ausschließen Beachtung des Schwenkbereiches der Drehsäule sachgemäße Abstützung auf schrägen Ebenen Bearbeiter/ Berater Termin wirksam Erledigt ja nein Betriebsanleitung beachten Lasten gegen Wegrollen und Kippen sichern Lagerung der Werkzeuge und Materialien nur innerhalb des Arbeitskorbes, keine sperrigen oder überstehenden Teile mitführen kein Anbringen unzulässiger Zusatzeinrichtungen Absperrung und Sicherung des Arbeitsbereiches beim Verfahren Unebenheiten des Bodens beachten Schutzhelm zur Verfügung stellen und Benutzung veranlassen 8384 Gefährdungen bewerten G-Faktor Ermittelte Gefährdungen und deren Beschreibung Risiko Handlungsbedarf G M K ja nein 1.6 Absturz beim Arbeiten auf der Bühne durch Übersteigen, Umsteigen, Aufsteigen beim Verfahren der Bühne aufgrund der Geländebeschaffenheit Absturz/Umsturz aufgrund unsachgemäßer Abstützung Elektrische Gefährdungen Gefahrstoffe 2.1 elektrischer Schlag Isolationsfehler der elektrischen Anlage der Hubarbeitsbühne Annäherung des Gerätes an aktive elektrische Teile 3.1 Gase Gefährdung durch Einsatz von Hubarbeitsbühnen mit Verbrennungsmotoren in geschlossenen Räumen 8485 Anhang 11 Maßnahmen zum Aufstieg auf die Bühne nur hierfür bestimmte Aufstiege benutzen Verbot des Aus-, Über-, Auf- und Umsteigens klappbare Schutzgeländer vor Arbeitsbeginn in Schutzstellung bringen Hubarbeitsbühnen entsprechend Betriebsanleitung standsicher aufstellen und betreiben entsprechend Betriebsanleitung, Baustellenordnung, PSA gegen Absturz verwenden, vorgesehene Anschlagpunkte nutzen Empfehlung: Einsatz von PSA gegen Absturz in allen Auslegerbühnen (Peitscheneffekt) Organisation der Rettung Unterweisung und Einweisung der Beschäftigten Betriebsanweisung Eignungsuntersuchung nach G 41 Sichtkontrolle auf erkennbare Mängel vor Benutzung Prüfung durch Elektrofachkraft Einhaltung der Sicherheitsabstände Verwendung einer isolierten Hubarbeitsbühne Spannungsfreiheit der elektrischen Anlage herstellen Bearbeiter/ Berater Termin wirksam Erledigt ja nein Einsatz von Hubarbeitsbühnen mit Elektroantrieb Abgasreinigungsanlagen Belüftung der Räume Beachtung der Betriebsanleitung Betriebsanweisung für Dieselkraftstoff und Batteriesäure 8586 Gefährdungen bewerten G-Faktor Ermittelte Gefährdungen und deren Beschreibung Risiko Handlungsbedarf G M K ja nein 3.3 Aerosole Dieselmotoremissionen 3.4 Flüssigkeiten Gefährdungen durch Batterieflüssigkeit Brandund Explosionsgefährdungen 5.1/5.2 brennbare Feststoffe, Flüssigkeiten, Gase/explosionsfähige Atmosphäre Kraftstoffanlage nicht dicht Zündquellen beim Einsatz von Hubarbeitsbühnen in brand- und explosionsgefährdeten Bereichen Gefährdungen durch Arbeitsumgebungen 8.1 Klima Nichtbeachtung der zulässigen Windgeschwindigkeit Belastung durch zu hohe oder zu niedrige Temperaturen sowie durch Nässe Belastung durch UV-Strahlung Verlust der Standsicherheit durch Regen, Eis, Schnee Psychische Faktoren 10.4 ungenügend gestaltete Arbeitsplatz- und Arbeitsumgebungsbedingungen im Umgebungslärm untergehende Warnsignale Nichtwahrnehmung Dritter im Gefahrenbereich oder beim Verfahren der Bühne 8687 Anhang 11 Maßnahmen Einsatz von Hubarbeitsbühnen mit Elektroantrieb Hubarbeitsbühnen mit Rußpartikelfilter regelmäßige Reinigung und Austausch des Filters Batterieladestellen und -räume einrichten Austausch der kompletten Batterie Sichtkontrolle Kraftstoffanlage Betrieb nach Betriebsanleitung Einsatzkoordination in brand- und explosionsgefährdeten Bereichen Explosionsschutzdokument beachten Bearbeiter/ Berater Termin wirksam Erledigt ja nein Beachtung der zulässigen Windgeschwindigkeit (v max meistens 12,5 m/s = 45 km/h) Beachtung der Einsatzmöglichkeit im Freien (manche Bühnen sind nur für den Einsatz im Innenbereich zugelassen) Beachtung der Temperaturschwankungen mit zunehmender Höhe Benutzung zweckmäßiger Arbeitskleidung, ggf. Wetterschutzkleidung Benutzung von Sonnenschutzmittel ständige Kontrolle der Standsicherheit Signalgebung vereinbaren Koordination Sicherungsposten 8788 Gefährdungen bewerten G-Faktor Ermittelte Gefährdungen und deren Beschreibung Risiko Handlungsbedarf Sonstige Gefährdungen 11.1 Gefährdung durch Menschen Gefährdungen durch fehlende oder mangelhafte Koordination M 4 Qualifikation, Verantwortung Bedienpersonal nicht geeignet Bedienpersonal ohne ausreichende Kenntnisse Bedienpersonal nicht schriftlich beauftragt nicht geregelte Verantwortlichkeit bei wechselnden Montagestellen und Montagepersonal kein Aufsicht Führender G M K ja nein M 8.2 Erste Hilfe, Notfallmaßnahmen unzureichende Erste-Hilfe-Maßnahmen 8889 Anhang 11 Maßnahmen Einsatz geeigneter Koordinatoren Montagearbeiten verschiedener Gewerke aufeinander abstimmen Unterweisung aller Beschäftigten über auftretende gegenseitige Gefährdungen Bearbeiter/ Berater Termin wirksam Erledigt ja nein Beschäftigte körperlich und geistig geeignet Bedienung nur durch Mitarbeiter, die mindestens 18 Jahre alt sind Ausbildung/Schulung des Bedienpersonals schriftliche Beauftragung des Bedienpersonals durch den Unternehmer Einsatz bzw. Benennung eines Aufsicht Führenden Festlegung der Verantwortlichkeiten Rettungs- und Alarmplan festlegen spezielle wirksame Maßnahmen treffen für Rettung aus der Höhe und für Rettung aus der PSA gegen Absturz, ggf. Abstimmung mit Rettungsdienst und Feuerwehr Notablass üben Regelung, dass eine zweite Person in der Bedienung des Notablasses und des Bedienpultes am Unterwagen eingewiesen und geübt ist und sich in der Nähe der Hubarbeitsbühne aufält Ersthelfer benennen 8990 G-Faktor Ermittelte Gefährdungen und deren Beschreibung M 8.3 Unterweisung, Arbeitsanweisung, Betriebsanweisung Bedienpersonal nicht ausreichend eingewiesen und unterwiesen Unkenntnis der Gefahren fehlende Betriebsanweisung fehlende Montageanweisung Gefährdungen bewerten Risiko Handlungsbedarf G M K ja nein 9091 Anhang 11 Maßnahmen Unterweisung zum allgemeinen Umgang mit Hubarbeitsbühnen spezielle Unterweisung auf der Grundlage der Betriebsanweisung und der örtlichen Situation Einweisung vor Ort in den Gerätetyp Einweisung in die Sicherheitseinrichtungen und den Notablass Erstellung der Betriebsanweisung schriftliche Montageanweisung gemäß BGV C Bearbeiter/ Berater Termin wirksam Erledigt ja nein 9192 Anhang 11 Risikoeinschätzung W Wahrscheinlichkeit S Schadensausmaß I II III IV V leichter schwerer ohne mit bleibender bleibender Arbeits- Arbeits- Gesundheits- Gesundheitsausfall ausfall schaden schaden Tod häufig A gelegentlich B selten C unwahrscheinlich D praktisch unmöglich E R Risikogruppe Risiko Maßnahmen Risikogruppe 1 klein Maßnahmen organisatorisch und personenbezogen ausreichend Risikogruppe 2 mittel Maßnahmen mit normaler Schutzwirkung notwendig Risikogruppe 3 groß Maßnahmen mit erhöhter Schutzwirkung dringend notwendig 9293 Weiterführende Auskünfte erteilen Ihnen gern die im Folgenden aufgeführten Präventionsdienste der BGHM. Kostenfreie Servicehotline: Präventionsdienst Berlin Innsbrucker Straße 26/ Berlin Telefon: Fax: Präventionsdienst Bielefeld Turnerstr Bielefeld Telefon: Fax: Präventionsdienst Bremen Töferbohmstraße Bremen Telefon: Fax: Präventionsdienst Dessau Raguhner Straße 49 b Dessau-Roßlau Telefon: Fax: Außenstelle Dresden Zur Wetterwarte Dresden Außenstelle Leipzig Elsterstraße 8 a Leipzig Präventionsdienst Dortmund Semerteichstraße Dortmund Telefon: Fax: Präventionsdienst Düsseldorf Kreuzstraße Düsseldorf Telefon: Fax: Präventionsdienst Erfurt Lucas-Cranach-Platz Erfurt Telefon: Fax: Außenstelle Bad Hersfeld Döllwiesen Hauneck Außenstelle Chemnitz Nevoigtstraße Chemnitz Präventionsdienst Hamburg Rothenbaumchaussee Hamburg Telefon: Fax: Außenstelle Rostock Blücherstraße Rostock Präventionsdienst Hannover Seligmannallee Hannover Telefon: Fax: Außenstelle Magdeburg Ernst-Reuter-Allee Magdeburg Präventionsdienst Köln Hugo-Eckener-Straße Köln Telefon: Fax: Präventionsdienst Mainz Isaac-Fulda-Allee Mainz Telefon: Fax: PD Mannheim Saarbrücken Standort Mannheim Augustaanlage Mannheim Telefon: Fax: Standort Saarbrücken Koßmannstraße Saarbrücken Telefon: Fax: Präventionsdienst München Am Knie München Telefon: Fax: Außenstelle Traunstein Kernstraße Traunstein Präventionsdienst Nürnberg Weinmarkt Nürnberg Telefon: Fax: Präventionsdienst Stuttgart Vollmoellerstraße Stuttgart Telefon: Fax: Außenstelle Freiburg Basler Straße Freiburg 9394 Standorte der BGHM Hamburg Rostock Bremen Bad Bevensen Bad Wilsnack Hannover Magdeburg Berlin Bielefeld Schierke Dessau Dortmund Schwelm Düsseldorf Nümbrecht Köln Bad Hersfeld Erfurt Leipzig Chemnitz Dresden Sitz der Geschäftsführung Mainz Lengfurt Standorte Bildungsstätten Saarbrücken Mannheim Sennfeld Nürnberg Pforzheim Stuttgart Freiburg München Traunstein Stand: 12/ Mehr anzeigen
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