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Timestamp: 2020-08-13 20:31:48
Document Index: 147090431

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 183', '§ 1', '§ 9', '§ 10', '§ 3', '§ 12', '§ 190', '§ 2', '§ 4', '§ 6', '§ 4', '§ 5', '§ 14', '§ 20', '§ 31', '§ 36', '§ 21', '§ 39', '§ 45', '§ 49', '§ 54', '§ 13', '§ 58', '§ 69', '§ 70', '§ 70', '§ 81', '§ 98', '§ 123', '§ 140', '§ 25', '§ 9', '§ 103', '§ 169', '§ 173', '§ 172', '§ 177', '§ 196', '§ 9', '§ 28', '§ 78', '§ 28', '§ 89', '§ 49', '§ 61', '§ 36', '§ 58', '§ 14', '§ 16', '§ 9', '§ 122', '§ 225', '§ 265', '§ 26', '§ 79', '§ 167', '§ 127', '§ 129', '§ 133', '§ 132', '§ 134', '§ 146', '§ 155', '§ 154', '§ 134', '§ 221', '§ 188', '§ 197', '§ 203', '§ 207', '§ 234', '§ 132', '§ 210', '§ 188', '§ 160', '§ 154', '§ 178', '§ 8', '§ 55', '§ 111', '§ 205', '§ 236', '§ 261', '§ 206', '§ 222', '§ 211', '§ 81', '§ 220', '§ 47', '§ 22', '§ 205', '§ 257', '§ 263', '§ 9', '§ 74', '§ 276', '§ 1', '§ 70', '§ 133', '§ 214', '§ 256', '§ 263', '§ 15', '§ 239', '§ 16']

Einleitung : Die Protokollbücher des Ordens vom Goldenen Vlies
Einleitung : Die Proto...
Mit dem unerwartetem Tod Herzog Karls des Kühnen {34} von Burgund während der Schlacht von Nancy am 5. Januar 14771 begann in dem Staatengebilde des burgundischen Herzogtums eine neue Ära, denn Karl hinterließ nur eine unverheiratete Tochter als Alleinerbin. Herzogin Maria2 sah sich bald mit inneren und äußeren Angriffen konfrontiert und wählte zur Rettung ihres Erbes die Heirat mit Maximilian, dem Sohn Kaiser Friedrichs III.3
Im August 1477 traf dann Maximilian von Österreich als strahlender Held gefeiert in den Niederlanden ein und übernahm als Ehemann Marias die Herrschaftsansprüche seines verstorbenen Schwiegervaters Karls und damit auch die Souveränität über den Orden vom Goldenen Vlies. In dem vorliegenden 4. Protokollbuch wird ausführlich Maximilians erste Bewährungsprobe als Souverän des Ordens im Zeitraum zwischen 1477 und 1480 beschrieben.4 Dabei teilt sich die Handschrift in drei Teile:
Der erste Teil beschreibt auf 27 Folia den Weg bis zur Ordensübernahme von seiner Ankunft in den Niederlanden bis hin zur feierlichen, öffentlichen Einführung in den Orden in der Salvator-Kirche in Brügge am 30. April 1478.5
Im Anschluss daran schloss sich das erste Ordensfest unter seiner Führung an. Die Beschreibung dieses Festes bildet den zweiten Teil der Handschrift. Bedingt durch den ← 13 | 14 → französischen Einfall in den Hennegau nahm sich Maximilian jedoch nur knappe drei Tage Zeit, um den Orden und dessen wenige anwesende Mitglieder kennenzulernen. Die Zeit reichte jedoch aus, um die wichtigsten Gottesdienste zu absolvieren und die auf ein Drittel reduzierten Mitgliederzahl durch Neuwahlen zu ergänzen. Zahlreiche andere wichtige Agenden konnten jedoch nicht erledigt werden, deshalb beschlossen die versammelten Ordensmitglieder, dass im folgenden Jahr ein weiteres Ordensfest veranstaltet werden sollte.6
Der dritte Teil der Handschrift beschreibt die verschiedenen außerordentlichen Sitzungen zwischen Oktober 1478 und Dezember 1480, bei denen für die dringendsten Angelegenheiten des Ordens Lösungen gesucht wurden, das für 1478 geplante Fest vorbereitet und dann nach eingehender Diskussion aufgrund der politisch unsicheren Zeiten abgesagt wurde. Zuletzt legten die versammelten Mitglieder im Dezember 1480 fest, dass nun ein neues Ordensfest dringend notwendig sei, wofür sie die Einladungen versandten.7 Die Beschreibung der weiteren Vorbereitungen und dieses Festes selbst sind dann aber schon Bestandteil des 5. Protokollbuches, dessen Edition ebenfalls schon bald nach dem Erscheinen dieses Bandes erscheinen wird.
Auf insgesamt 89 Folia erfährt man durch das 4. Protokollbuch vieles über die Annäherung zwischen Herzog Maximilian und dem Orden vom Goldenen Vlies und dessen Mitgliedern. Einen Überblick sollen die folgenden Seiten der Einleitung geben, aber dort können nicht alle Facetten dieses beeindruckenden Textes berücksichtigt werden. Nach ausführlicher Beschreibung der Handschrift folgt dann die Edition der Handschrift, die sich nach den bewährten Vorgaben der ersten drei bereits veröffentlichten Protokollbücher richtet.8 Ergänzend wurde im Anhang ein Regestenverzeichnis aller bekannten und im Zusammenhang mit dem Orden bis zum Tode Herzog Karls des Kühnen stehenden Schriftstücke hinzugefügt.9 Ein Verzeichnis der Ordensmitglieder zwischen 1430 und 1478, ein Literaturverzeichnis sowie ein Archivalien-, Orts- und Namensindex sollen zur schnelleren Orientierung dienen.
Die Realisierung der vorliegenden Edition wurde dankenswerter Weise ermöglicht durch die finanziellen Unterstützung der Fondation pour la protection du patrimoine artisanal, historique et culturel in Lausanne und des Österreichischen Wissenschaftsfonds (Projekte FWF P 21478-G18: Der Orden vom Goldenen Vlies unter Maximilian I. [1477–1486] und P 25157-G18: Der Orden vom Goldenen Vlies zwischen Loyalität und Felonie [1484–1493]). Dem Kanzler des Ordens vom Goldenen Vlies, DI Alexander Pachta-Reyhofen, danke ich für die Erlaubnis für ← 14 | 15 → die Benutzung des Ordensarchivs und die gute Zusammenarbeit. Meinem Lehrer Prof. Dr. Werner Paravicini, der auf vielfältige Art und Weise schon lange meine Arbeit unterstützt, diesen Band kritisch durchgesehen hat und ihn in seiner „wiederbelebten“ Reihe „Kieler Werkstücke, Reihe D: Beiträge zur europäischen Geschichte des späten Mittelalters“ aufnimmt, möchte ich an dieser Stelle meine große Dankbarkeit ausdrücken. Bei einer Edition ist das Vieraugenprinzip äußerst wichtig und so danke ich Frau Dr. Andrea Berlin (Bochum/Hagen) für ihr Kollationieren der Handschrift. Besondere Aufmerksamkeit verlangte die lange lateinische Rede des Ordenskanzlers anlässlich Maximilians Einsetzung als Ordenssouverän: Frau MMag. Katharina Kaska (Wien) hat nicht nur den Text transkribiert, sondern auch soweit als möglich die klassischen Zitate identifiziert. Einige Hinweise dazu erhielt ich auch von Frau Dr. Anke Paravicini (Kiel) und Frau Dr. Giesela Naegle (Paris/Gießen). Zahlreiche Hinweise und Hilfestellungen erhielt ich von Dr. Roland Forster (Eferding), Dr. Eva Helfenstein (ehemals Havard), Dr. Torsten Hiltmann (Münster), Dr. Renate Holzschuh-Hofer (Wien), Dr. Anne-Katrin Kunde (Wien/Luxembourg), Corinna Pichler, BA (Wien), Dr. Claudia Rotthoff-Kraus (Aachen), Marcus Stiebing (Jena) und vielen anderen. Mit meinen großen und kleinen Fragen zur Editionstechnik oder zum Textverständnis fand ich stets ein offenes Ohr bei meinen Kolleginnen und Kollegen der Abteilung Editionsunternehmen & Quellenforschung / MIR des Instituts für Mittelalterforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien, hier vor allem bei Dr. Renate Kohn, Mag. Gertrud Mras, Dr. Andrea Rzihacek, Dr. Kornelia Holzner-Tobisch, Dr. Manfred Hollegger und PD Dr. Andreas Zajic. Ihnen allen sei hier gedankt!
Der erste Teil der Handschrift beschreibt den Weg von Maximilians Ankunft in den Niederlanden im August 1477 und seiner Hochzeit mit Herzogin Maria von Burgund bis zu seiner feierlichen Inauguration als Souverän des Ordens vom Goldenen Vlies.10 Drei Tage nach der Hochzeit versammelten sich einige Mitglieder und Amtsträger des Ordens vom Goldenen Vlies, um über die Zukunft des Ordens zu beraten. Schnell sind sie sich einig, dass statutengemäß Maximilian die Ordenssouveränität zustehe.11 Dieses Anliegen unterbreiteten sie dem neuen Herzog in einer Audienz am 23. August 1477.12 Der Kanzler und Sprecher des Ordens Ferry de Clugny, Bischof von Tournai, trug nach einer langen Rede über die Vorzüge des Ordens Maximilian die Führung über den Orden vom Goldenen Vlies an. Maximilian ließ durch seinen Rat Dr. Wilhelm Maroltinger in einer lateinischen Rede für das Angebot danken, gab aber zu bedenken, dass ihm der Ritterschlag fehle. Zuletzt wurden die Vliesritter um eine lateinische Übersetzung der Ordensstatuten gebeten, damit Maximilian und seine Räte sich mit dem Orden vertraut machen könnten. Jedoch erst am 17. Dezember 1477 erhielten die Ordensmitglieder Maximilians Zusage, den Orden übernehmen zu wollen. Bei dieser Gelegenheit wurde dann auch beschlossen, die Ordensübernahme mit einem Ordensfest zu verbinden. ← 15 | 16 →
Im ersten Teil des Protokolles finden sich neben den Schilderungen über Maximilians Annäherung an den Orden umfangreiche Eintragungen, die beweisen sollten, dass Maximilian auch tatsächlich der legitime Nachfolger Herzog Karls war.13 Dies erfolgte in zwei verschiedenen Argumentationssträngen, nämlich durch die Berufung auf die Erbfolgeregelung der Statuten des Ordens vom Goldenen Vlies einerseits und durch die Betonung, dass die Heirat nach dem Willen und Wunsch des verstorbenen Herzog Karl geschlossen worden war, andererseits.
In den Statuten wurde die Nachfolge in der Ordenssouveränität klar geregelt:14 Wenn der Souverän ohne männlichen Erben verstirbt, soll der Ehemann der Erbtochter den Orden vom Goldenen Vlies übernehmen. Des weiteren bestimmen die Statuten, dass bis zur Verheiratung der Erbtochter oder bis zur Volljährigkeit ihres Ehemannes oder des Erben, die Mitglieder aus ihren Reihen einen wählen sollen, der bis zur Volljährigkeit und bis zum Ritterschlag des designierten Nachfolgers die Ordensgeschäfte führen sollte.
Somit hatte Herzog Maximilian eindeutig durch seine Heirat mit Maria Anrecht auf die Souveränität über den Orden. Die einleitenden Eintragungen im Protokollbuch betonen des Weiteren, dass Maria die einzige Tochter und somit legitime Erbin Herzog Karls und dessen Herrschaften und Besitzungen war.15 Dem gegenüber hatte König Ludwig XI. von Frankreich behauptet, dass die französischen Kronlehen Burgunds als reine Mannlehen nicht an Maria übergehen könnten. Deshalb hatte er nach dem Tode Herzog Karls seine Truppen gegen das Herzogtum und die Freigrafschaft Burgund sowie gegen die nördlichen Grenzgebiete in die Pikardie und den Artois in Bewegung gesetzt. Darüber hinaus wählte er auch den gerichtlichen Weg und ließ im Frühjahr 1478 am Parlament von Paris einen Prozess gegen den verstorbenen Herzog Karl wegen Majestätsverbrechens eröffnen, um auf diesem Weg seine Rückforderung auf die burgundischen Gebiete zu untermauern.16 Mit der Begründung die Souveränität über den Orden vom Goldenen Vlies sei an das Herzogtum Burgund geknüpft, proklamierte Ludwig XI. Anfang Mai 1478 sich selbst zum Souverän des Ordens und verbot den an seinem Hof weilenden Vliesrittern, zu dem Ordensfest nach Brügge zu reisen, zu dem Herzog Maximilian eingeladen hatte.17 ← 16 | 17 →
Um ihr Erbe vor den äußeren Angriffen König Ludwigs XI., aber auch vor den inneren Angriffen und Unruhen zu schützen, wurde nach dem Tod Karls seine unverheiratete Erbin Maria von allen Seiten gedrängt, möglichst schnell zu heiraten. Kandidaten standen angesichts ihrer immensen Besitzungen und des sagenhaften burgundischen Reichtums mehrere zu Verfügung, allen voran der Kaisersohn Maximilian. In Frage kamen aber auch der achtjährige französische Dauphin Karl, Herzog Georg von Clarence und Anton Woodville, beide aus der Familie des englischen Königs Eduards IV., sowie mehrere am burgundischen Hof aufgewachsene Adlige, wie der Jungherzog Johann II. von Kleve, dessen Cousins Philipp von Kleve oder Adolf von Egmond. Bald zeigte sich eine Mehrheit für den Kaisersohn Maximilian, der seit 1463 immer wieder und mit wechselnder Intensität als einer der vielen möglichen Heiratskandidaten gehandelt worden war. Herzog Karl sah in der Verheiratung seiner einzigen Tochter ein Faustpfand zur Durchsetzung seiner ehrgeizigen Pläne18 und spätestens in den 1470er Jahren erhoffte er sich durch die Verheiratung seiner Tochter mit dem Sohne Kaiser Friedrichs III. die römisch-deutsche Königs- und Kaiserkrone zu erringen oder wenigsten ein (von Frankreich) unabhängiges Königreich zu erhalten. Diese Verhandlungen scheiterten während des großen Treffens in Trier zwischen ihm und Kaiser Friedrich III. im Herbst 1473.19 Überraschenderweise stimmte Karl dann aber nach seiner Niederlage bei Grandson am 6. Mai 1476 der Heirat zwischen Maximilian und Maria zu, ohne auf seinen bisherigen Forderungen zu bestehen.20 Der für den November 1476 geplante Hochzeittermin in Köln verstrich zwar, aber Karl, Maria und Maximilian tauschten in dieser Zeit mehrere Briefe und ← 17 | 18 → Urkunden aus, die ihre Freude an der bevorstehenden Hochzeit bekundeten.21 Die Ereignisse nach dem Tod Karls zeigen aber, dass dennoch auch andere Kandidaten noch Hoffnung auf eine Ehe mit Maria hatten. Nachdem Kaiser Friedrich III. Ende Januar 1477 von Karls Tod erfahren hatte, warb er einerseits in zahlreichen Briefen bei den wichtigsten burgundischen Amtsträgern, Städten und Ständen für die burgundisch-habsburgische Heirat und entsandte andererseits eine hochkarätige Gesandtschaft nach Burgund.22 Diese erwirkte, dass am 21. April 1477 die Heirat zwischen Maximilian und Maria per procuram geschlossen wurde. Im darauf folgenden August trafen die Brautleute zum ersten Mal zusammen und wurden am 19. August in Gent getraut.23
Im Protokollbuch wird eigens betont, dass über diese Heiratsverbindung schon während des Trierer Treffens und durch verschiedene Gesandtschaften verhandelt worden war und dass Herzog Karl noch vor seinem Tode die Heiratsverträge ausgestellt und besiegelt hatte.24 Johann Jacob Fugger geht in seinem „Spiegel der Ehren“ mit Herzog Karls Zustimmung für die burgundisch-habsburgische Heirat noch weiter, in dem er berichtet, dass Karl beim Besteigen seines Pferdes, um in die Schlacht von Nancy zu reiten, einem seiner Vertrautesten mündlich anbefahle, auch einen geschriebenen Zettel darüber zustellte, wie es mit seinen Landen nach seinem Tod gehalten und an wen seine Tochter Maria vermählt werden sollte.25
Neben Karls Zustimmung zur Heirat wurde im Protokollbuch aber auch erwähnt, dass nach seinem Tod eine kaiserliche Gesandtschaft bei Herzogin Maria und Karls Witwe Margarete erfolgreich für die Heirat geworben hatte.26 ← 18 | 19 →
Abbildung 1 Die Wappentafeln von 1478 in der Salvatorkirche in Brügge
Nachdem Maximilian am 17. Dezember 1477 zugestimmt hatte, die Ordenssouveränität anzunehmen, wurde mit der Planung des Festaktes, der öffentlich zelebriert werden sollte, und des daran anschließenden Ordensfestes begonnen.
Damit auch die weit entfernt lebenden Mitglieder rechtzeitig von den geplanten Ordensfeierlichkeiten erfuhren, wurden alsbald die Einladungsschreiben aufgesetzt. Man beschloss dazu zwei verschiedenen Schreiben zu verfassen: Im ersten Schreiben, das im Namen Maximilians verfasst und von diesem eigenhändig unterschrieben wurde, teilte Maximilian den Mitgliedern mit, dass er durch seine Heirat mit Maria von Burgund auch die Nachfolge als Souverän des Ordens vom Goldenen Vlies antreten werde. Dazu und zu dem daran anschließenden Ordensfest lud er die Mitglieder ein und wies sie darauf hin, dass sie im Falle des Nichterscheinens die entsprechenden Absageschreiben und Vorschläge zur Neubesetzung der zwölf vakanten Mitgliederplätze senden sollten. In einem zweiten Schreiben bestätigten die drei bei Maximilian weilenden Ordensritter, namentlich Adolf von Kleve {55}, Ludwig von Brügge {61} und Philippe de Croy {74}, die Richtigkeit von Maximilians Einladungsschreiben.27 ← 19 | 20 →
Dennoch wurde die Rechtmäßigkeit der Einladungen von zwei Seiten in Frage gestellt: Zum einen von König Ludwig XI. von Frankreich, der wie schon berichtet, selbst Anspruch auf die Ordenssouveränität erhob, und zum anderen von König Eduard IV. von England {63}.28 Letzterer sandte zwar am 14. März 1478 einen Brief mit seiner Absage, verweigerte aber weitere Formalitäten, wie Ernennung eines Stellvertreters und Wahlvorschläge, da die Einladung seiner Meinung nach nicht von einem ordentlich eingesetzten Souverän erfolgt sei.
Wurde in den Einladungsschreiben als Austragungsort des Festes Mons in Aussicht gestellt, so fiel Anfang April die Entscheidung auf Brügge29 und für die Gottesdienste wurde die Salvatorkirche gewählt.30 Für diesen Anlass wurde die Kirche aufwändig umgestaltet und in der Mitte vor dem Chor wurde eine hölzerne Estrade (grant hourt spacieux) aufgebaut, in dem für alle gut sichtbar die Angehörigen des Ordens während der Gottesdienste sitzen sollten. Ausgeschmückt wurde diese Estrade mit Säulen, einer Galerie für die Herolde und zahlreichen Tapisserien. An zentraler Stelle befand sich der Sitz des Ordenssouveräns, von dem ausgehend jeweils links und rechts die Bänke für die Ordensritter aufgestellt waren. Entsprechend ihres Ranges innerhalb des Ordens waren die Sitzplätze für die einzelnen Ordensritter reserviert und über dem Platz hing das Wappen des jeweiligen Ritters (Abbildung 1).31 Aber auch die Plätze für die Damen des Hofes, die von den Herzoginnen Maria und Margarete angeführt wurden, und für die zahlreichen Ehrengäste, die im Kirchenschiff ihre Plätze einnahmen, wurden ausgeschmückt.32 Die letzten Feinheiten für den Ablauf der Inauguration Maximilians am 30. April wurden von den angereisten Ordensmitgliedern und Amtsträgern noch am 28. und 29. April geregelt.33
Die Feierlichkeiten selbst wurden unter Einbeziehung des gesamten herzoglichen Hofes als Akteure und aller in Brügge anwesender Personen als Zeugen zelebriert.34 ← 20 | 21 → Auftakt des Festaktes war eine Prozession des „trauernden Hofes“, bei der die männlichen Mitglieder des burgundischen Hofes die Ordenskollane des verstorbenen Souveräns, Herzog Karl {34}, von der herzoglichen Residenz zur Salvatorkirche geleiteten. Alle Akteure waren in Trauer gekleidet und gingen in Zweierreihen zu Fuß; zuerst die Amtsträger, Diener und niedrigen Adligen, dann die Hofmeister und die Herolde in ihren jeweiligen Wappenröcken. Ihnen folgten zu Pferd die Mitglieder des Ordens vom Goldenen Vlies, erst die Amtsträger, dann die Vliesritter im aufsteigenden Rang. Höhepunkt und Mittelpunkt des Umzuges war ein prächtiger Schimmel, auf dessen Rücken auf schwarzem Untergrund die goldene Ordenskollane des verstorbenen Herzog Karls lag. Geführt wurde das Tier von Toison d’or, begleitet von vier weiteren Herolden. Dem „toten“ Herzog folgten dessen Blutsverwandte sowie hohe Adlige und burgundische Notabeln nun in absteigendem Rang.35 Nachdem alle ihre zugewiesenen Plätze in der Salvatorkirche eingenommen hatten, betrat Herzog Maximilian, anders als die bisherigen Akteure nicht in Trauer gekleidet sondern in mit Silber bestickter Kleidung, mit großem Gefolge die Kirche. Es folgte ein über drei Stunden dauernder Gottesdienst36, an dem auch der päpstliche Legat und zahlreiche Gesandte aus dem Reich, Vertreter der verschiedenen in Brügge residierenden Kaufleute, viele öffentliche Vertreter Brügges und Flanderns sowie die weiblichen Mitglieder des burgundischen Hofes teilnahmen. Nach einer langen lateinischen Rede über die Vorzüge des Ordens vom Goldenen Vlies erklärte der Ordenskanzler Maximilian zum rechtmäßigen Nachfolger in der Ordenssouveränität.37 Darauf zogen sich die Ordensmitglieder zurück und tauschten ihren schwarzen Ordensornat gegen ihren purpurfarbenen. Auch Maximilian wurde mit dem Ordensornat bekleidet. Nach ihrer Rückkehr in den Chor der Kirche wurde Maximilian vom ranghöchsten anwesenden Ordensritter Adolf von Kleve {55} zum Ritter geschlagen.38 Anschließend nahm ihn das älteste anwesende Mitglied, Jean de Lannoy {50}, in den Orden auf, in dem er von Maximilian den Aufnahmeeid entgegennahm und ihm die von Karl dem Kühnen getragene Ordenskollane um den Hals legte. Als nächstes leisteten die Ordensmitglieder – sowohl die anwesenden Ritter als ← 21 | 22 → auch die Amtsträger – Maximilian ihren Treueeid.39 Danach wurde der Festgottesdienst fortgesetzt und zuletzt geleiteten die männlichen Hofmitglieder den Orden wieder zurück in die herzogliche Residenz, nur nahm dieses Mal Maximilian die Stelle des verstorbenen Karls im Zentrum des Umzuges ein. Als Abschluss der Feierlichkeiten wurde in der herzoglichen Residenz ein Festmahl eingenommen, an dem nicht nur die Ordensmitglieder sondern auch zahlreiche Ehrengäste teilnahmen.
Aufgrund des Einmarsches französischer Truppen in burgundisches Herrschaftsgebiet beschlossen die anwesenden Mitglieder des Ordens, dass das Ordensfest möglichst kurz gehalten und nur die dringendsten Angelegenheiten geregelt werden sollten.40 Noch am Tag der Inauguration versammelte sie sich zu seiner ersten Sitzung und am Abend begab man sich zu dem ersten für die Ordensfeste vorgeschriebenen Gottesdienste,41 bei denen die Ordensmitglieder in Begleitung des gesamten Hofes in einer Prozession von der Residenz zur Kirche gingen. Am folgenden Morgen, dem 1. Mai, wurde die große Messe zu Ehren des Ordenspatrons, dem Heiligen Andreas. Daran schloß sich Festmahl an.42 Es folgte am selben Abend die Totenvigil und am 2. Mai die Totenmesse, bei der die verstorbenen Mitglieder offiziell verabschiedet wurden.43 ← 22 | 23 →
Zwischen den Gottesdiensten regelten die anwesenden Mitglieder die dringendsten Angelegenheiten, wobei die Neuwahlen, die Korrektionen und die Diskussion über die weitere Vorgehensweise gegen die abtrünnigen Mitglieder die meiste Zeit vereinnahmten.44
Die geringe Anzahl der Teilnehmer dürfte große Enttäuschung hervorgerufen haben. Zwar war die Zahl der Mitglieder aufgrund der unruhigen Zeiten der letzten Jahren um ein Drittel reduziert, es waren aber dennoch von den 21 lebenden Ordensrittern nur fünf anwesend.45 Dass die vier königlichen Mitglieder zum Ordensfest anreisten, wurde nicht erwartet, und den fünf am französischen Hof befindlichen Mitgliedern wurde die Teilnahme durch König Ludwig XI. verboten.46 Danach verblieben noch drei weitere Mitglieder, deren Teilnahme erwartet wurde, von denen nur Jean de Melun {28} sich ordnungsgemäß entschuldigte.47 Bei Philippe von Savoyen {68} wusste man nicht, ob er die Einladung tatsächlich erhalten hatte, da diese bei der Gefangennahme des Herold Ferrette in Macon möglicherweise verloren gegangen war. Auch Johann, Herzog von Kleve {47}, sandte trotz zweiter Aufforderung, am Ordensfest teilzunehmen, keine Absage, aber mit einer Randbemerkung im Protokollbuch wurde angedeutet, dass Johann sich aufgrund der nichterfolgten Heirat seines Sohnes mit Maria von Burgund vom Ordensleben fernhielt.48 Und so nahmen nur fünf Ordensritter, nämlich Jean de Lannoy {50}, Adolf von Kleve {55}, Ludwig von Brügge {61}, Philippe de Croy {74} und Engelbert von Nassau {77}, am Ordensfest teil.
Die sogenannte „correction“ mit der Prüfung jedes Mitglieder auf seine ritterlich-tugendhafte Lebensweise hin wurde bei diesem Fest aus Zeitmangel nur bei den anwesenden Mitgliedern durchgeführt.49 Allen anwesenden Mitgliedern wurde Klugheit, Bedachtsamkeit und Tapferkeit bescheinigt. Ledig bei Engelbert von Nassau {77} wurde bemängelt, dass er es mit der ehelichen Treue nicht genau hielt und Umgang mit zwielichtigen Personen habe; dies wurde aber als jugendlicher Leichtsinn eingestuft. Herzog Maximilian brauchte sich dieses Jahr der Überprüfung nicht zu unterziehen und die Korrektur der abwesenden Mitglieder wurde auf das nächste Fest verschoben, das im kommenden Jahr abgehalten werden sollte. ← 23 | 24 →
Karl, Herzog von Burgund, Ordenssouverän {34}†50
Maximilian {77b}A
Johann, König von Aragon {57} Eduard IV., Kg. von England {63}
Ferdinand, Kg. von Neapel {72} Ferdinand, Kg. von Sizilien {71}
Antoine de Croy {15}† Johann, Herzog von Alençon {39}†
Jean de Melun {28} Baudouin de Lannoy {19}†
Jean de Neufchâtel {52} Simon de Lalaing {26}†
Philippe Pot {60} Jean d’Auxy {45}†
Ludwig von Brügge {61} A Hendrik van Borssele {44}†
Philippe de Crèvecœur {69} Reinald van Brederode {43}†
Jacques de Luxembourg {67} Johann, Herzog von Kleve {47}
Jean de Damas {65} Jean de Lannoy {50} A
Louis de Chalon {64}† Anton, Bastard von Burgund {54}
Philipp von Savoyen {68} Adolf von Kleve {55} A
Jean de Rubempré {73}† Adolf von Geldern {58}†
Philippe de Croy {74} A Guy de Brimeu {76}†
Jean de Luxembourg {75}† Engelbert von Nassau {77} A
Tabelle 1 Mitgliederspiegel zu Beginn des Festes im Jahr 1478
Nachdem als weiterer wichtiger Tagungsordnungspunkt die Wahl der neuen Mitglieder, die einige Zeit in Anspruch nahm, durchgeführt worden war,51 wollte am Abend des 2. Mai 1478 Maximilian mit einem Teil der Ordensritter zur Front abreisen.52 Die in Brügge verbliebenen Mitglieder sowie die Amtsträger wurden beauftragt, die noch ausstehenden Gottesdienste zu absolvieren, über die wichtigsten noch ausstehenden Fragen zu beraten und vor allem für die Umsetzung der gefassten Beschlüsse zu sorgen.53 Bevor jedoch die Versammlung am Abend des 2. Mai aufgehoben wurde, baten die Anwesenden Maximilian um die Bestätigung von mehreren bestehenden Vorrechten. So bestätigte Maximilian die von Herzog Karl {34} verliehene Einkünfte für den Ordenssekretär Martin Steenberch und den Wappenkönig Toison d’or, Gilles Gobet.54 Für die Mitglieder und die Amtsträger war aber die Bestätigung des von Herzog Karl im Jahr 1473 gewährten Privilegs ← 24 | 25 → die wichtigste Errungenschaft. Mit diesem hatte Karl den Ordensrittern einen bevorzugten Rang innerhalb der burgundischen Hofhierarchie eingeräumt und den Rittern, Amtsträgern und deren Familien zahlreiche finanzielle Vorrechte gewährt. Auch stellte er sie unter seinen besonderen Schutz. Maximilian bestätigte nun dieses Privileg und erweiterte es durch eine allgemeine Zoll-, Maut- und Abgabenfreiheit. Die Urkunde wurde aber erst im Oktober 1478 ausgestellt, vermutlich in der Zeit als sich der Orden zu einer außerordentlichen Sitzung versammelt hatte. Doch scheint die Umsetzung nicht zur Zufriedenheit der Ordensmitglieder funktioniert zu haben, denn während des Festes von 1481 wurde Herzog Maximilian gebeten, dafür zu sorgen, dass der Inhalt des Privilegs jedem Amtsträger zur Kenntnis gebracht werde.55
Nach einem Tag Pause besuchten die zurückgebliebenen Ordensritter und Amtsträger die Marienmesse, danach setzten sie sich zu einer Beratung zusammen. Das Ergebnis wurde in einer langen Instruktion für Toison d’or notiert, der nach Abschluss dieser Sitzungen zu Maximilian gesandt wurde, um diesem die Ergebnisse der Beratungen und die daraus resultierenden Empfehlungen mitzuteilen.56 Zuletzt besuchten sie noch am 5. Mai die Messe zu Ehren des Heiligen Geistes.57 Damit enden die Eintragungen zum Ordensfest des Jahres 1478.
Zu den fehlenden Ordensrittern gehörten auch fünf Mitglieder, die sich am französischen Hof aufhielten, nämlich Anton, Bastard von Burgund {54}, Philippe Pot {60}, Jean de Damas {65}, Jacques de Luxembourg {67} und Philippe de Crèvecœur {69}.58 Die beiden erst genannten kamen als Gefangene dorthin, gerüchteweise hatten sich aber alle fünf in die Gefolgschaft König Ludwigs XI. – au parti contraire – begeben und sogar dessen Michaelsorden angenommen, ohne die Mitgliedschaft im Orden vom Goldenen Vlies aufzukündigen.59 Deshalb erhielten sie für das für 1478 geplantes Ordensfest spezielle Einladungsschreiben, in den sie aufgefordert wurden, persönlich zu erscheinen, um ihr Verhalten zu rechtfertigen.60
Sie reagierten weder auf die Vorladungsschreiben noch reisten sie zum Ordensfest an, da König Ludwig XI. von Frankreich ihnen die Teilnahme verboten hatte.61 Da zumindest ein Teil der Öffentlichkeit wusste, dass diese fünf Ordensmitglieder, die zur Zeit Herzog Karls hohes Ansehen am burgundischen Hof genossen hatten, zur feind ← 25 | 26 → lichen Seite übergewechselt waren, wurde diese Abtrünnigkeit bei der öffentlichen Präsentation des Ordens zum Ausdruck gebracht.62 Ihre Wappen wurden zwar wie die aller anderen lebenden und verstorbenen Mitglieder in der Salvator-Kirche aufgehängt, sie wurden aber von den öffentlichen Opferhandlungen ausgeschlossen: Als der Wappenkönig Toison d’or im Laufe des Münz- und Kerzenopfers ein Mitglied nach dem andern aufrief, damit dieses am Altar eine Opferhandlung durchführte, änderte er dieses Zeremoniell für die fünf in Frankreich befindlichen Mitglieder dahingehend ab, in dem er vor dem entsprechenden Wappenschild nur eine knappe Verbeugung machte und dann ohne ein Wort zu sagen zur Tafel des nächsten Mitglieds ging, um dieses aufzurufen.63 So sollte demonstriert werden, dass man die Mitgliedschaft der Fünf noch duldete, dass es aber ein schwebendes Verfahren über deren möglichen Ausschluss gab.
Schon früher wurden Ordensmitglieder von den Ordensfeierlichkeiten ausgeschlossen: 1468 wurden aufgrund der Differenzen Herzog Karls {34} mit der Familien Croy Antoine de Croy {15}, Jean de Croy {22} und Jean de Lannoy {50} ausgeschlossen; bei den Gottesdiensten wurden diese drei wie die anderen aufgerufen, nur führte Toison d’or stellvertretend die Opfergaben ohne weitere Erklärung durch.64 1468 wurde dann auch beim Münzopfer der öffentliche Ausschluss Johanns von Burgund {53} durchgeführt65 und 1473 wurde laut verkündet, dass der in burgundische Gefangenschaft befindliche Adolf, Herzog von Geldern {58}, sich geweigert habe, einen Stellvertreter für das Ordensfest zu benennen, und er deshalb vom Zeremoniell ausgeschlossen worden sei.66 Im Laufe der Zeit hatte der Orden vom Goldenen Vlies die öffentliche Aufrufung der einzelnen Mitglieder während des Münzopfers also dazu genutzt, um zu zeigen, dass es innerhalb des Ordens einzelne Mitglieder gab, die sich nicht an die Ordensrichtlinien hielten. Im Jahr 1478 griff man nun diese Form der öffentlichen Zurschaustellung nicht konformer Mitglieder ebenfalls auf, verstärkte sie nun aber, in dem man die Delinquenten deutlich sichtbar überging.
Ihr Fehlen beim Ordensfest von 1478 hatte zur Folge, dass die anwesenden Mitglieder beschlossen, die fünf in Frankreich befindlichen Ordensmitglieder noch einmal zum nächsten Ordensfest vorzuladen. Denn ihr Fehlen und Parteiwechsel wurde als ein Akt der Felonie und somit Ausschließungsgrund angesehen.67 Davor ← 26 | 27 → sollten sie aber noch die Gelegenheit erhalten, sich vor dem versammelten Orden zu rechtfertigen. Entsprechende Vorladungsschreiben wurden für das geplante Ordensfest von 1479 ausgestellt und der mit der Überbringung beauftragte Herold mit den entsprechenden Begleitbriefen ausgestattet.68 Fusil reist zwar an den französischen Hof, konnte aber nur Jacques de Luxembourg {67} die Vorladung persönlich übergeben. Er erhielt von Jacques auch ein Antwortschreiben, in dem er Ludwig XI. als den tatsächlichen Souverän des Ordens bezeichnet.69 Auch für das geplante Ordensfest von 1481 wurden wieder Vorladungsschreiben ausgestellt, die in ihrem Ton schon harscher ausfielen. Als sie wieder nicht zugestellt werden konnten, wurden sie in verschiedenen französisch-burgundischen Grenzstädten öffentlich verlesen, um so sicher zu stellen, dass die Delinquenten sich nicht herausreden konnten, sie hätten von dem Ordensfest nichts gewusst. Beim Fest im Mai 1481 wurden dann auch Philippe Pot {60}, Philippe de Crèvecœur {69}, Jacques de Luxembourg {67} sowie Jean de Neufchâtel {52}, der sich spätestens im Sommer 1479 ebenfalls in französische Dienste begeben hatte,70 aus dem Orden ausgeschlossen. Jean de Damas und Anton von Burgund entgingen diesem Urteil, da man gerüchteweise von ersterem gehört hatte, er sei verstorben, und von zweiterem, dass er trotz königlichem Verbotes am französischen Hof weiterhin selbstbewusst die Kette des Ordens vom Goldenen Vlies trug. Die Ereignisse von 1481 sind im 5. Protokollbuch ausführlich beschrieben und sollen deshalb dort ausführlicher behandelt werden.71
Seit dem letzten Ordensfest im Jahr 1473 war nicht nur Herzog Karl {34} sondern auch zwölf weitere Mitglieder verstorben, mehrere davon verloren ihr Leben bei den großen Schlachten Herzog Karls in Grandson, Murten und Nancy.72 Schon bei der ersten Sitzung des Ordens am 30. April wurden die Mitglieder aufgefordert, sich Gedanken über mögliche Kandidaten zu machen, obwohl die eigentliche Wahl erst nach Abschluss der correction erfolgen sollte.73 ← 27 | 28 →
Maximilian {77b}, Herzog von Burgund, Ordenssouverän
Jean de Melun {28} Johann, Herzog von Kleve {47}
Jean de Neufchâtel {52} Jean de Lannoy {50} A
Philippe Pot {60} Anton, Bastard von Burgund {54}
Ludwig von Brügge {61} A Adolf von Kleve {55} A
Philippe de Crèvecœur {69} Engelbert von Nassau {77} A
Jacques de Luxembourg {67} Jakob von Savoyen {84} N/A
Jean de Damas {65} Willem van Egmond {78} N
Philipp von Savoyen {68} Wolfart van Borssele {79} N
Philippe de Croy {74} A Josse de Lalaing {80} N/A
Pierre de Luxembourg {83}74 N/A Philipp von Burgund {82} N
Bartholomäus von Liechtenstein {85} N/A Jacques de Luxembourg {81} N
Des Weiteren gewählt: Ks. Friedrich III. {94} Matthias, Kg. von Ungarn Albert, Hz. von Sachsen {96} Hugues de Chalon
Tabelle 2 Mitgliederspiegel nach den Neuwahlen
Und somit begann das Wahlverfahren am 1. Mai 1478,75 das mit der Eidesleistung und der Ermahnung des Kanzlers eingeleitet wurde, bei der Wahl nicht persönliche Interessen, sondern nur die Interessen des Ordens zu berücksichtigen. Als erstes stelle Herzog Maximilian seine Kandidaten vor, nämlich sein Vater Kaiser Friedrich III. {94}, König Matthias von Ungarn, Herzog Albrecht von Sachsen {96} und seinen Hofmeister Bartholomäus von Liechtenstein {85}. Friedrich III. wurde sogleich einstimmig gewählt, war man sich doch dem Prestigezuwachs bewusst, der seine Mitgliedschaft mit sich führen würde.76 Auch Bartholomäus von Liechtenstein erhielt die Stimmenmehrheit, wenngleich die Mitglieder erst zögerten, da Bartholomäus am burgundischen Hof noch recht unbekannt war.77 Die Kandidatur von König Matthias von Ungarn und Herzog ← 28 | 29 → Albrecht von Sachsen führte zu einer regen Diskussion:78 Einige Mitglieder wandten ein, dass mit Kaiser Friedrich III. und König Matthias die Anzahl der königlichen Mitglieder auf sechs steigen würde, aber Herzog Karl {34} beim Ordensfest von 1473 festgelegt hatte, dass dem Orden nur vier königliche Mitglieder angehören sollten. Auch gefiel den Mitgliedern Maximilians Ansinnen, die Aufnahme König Matthias und Herzog Albrechts von der Zustimmung seines Vaters abhängig zu machen nicht, denn dies entsprach nicht den Vorgaben der Statuten und würde die Unabhängigkeit des Ordens untergraben. Schließlich wurden sie aber doch noch gewählt.
Problemlos verlief die Neuwahl der „Burgunder“ und so wurden Philipp von Burgund {82}, Josse de Lalaing {80}, Pierre de Luxembourg {83} und Hugues von Chalon am 1. Mai und Jacques de Luxembourg {81}, Wolfart van Borssele {79}, Willem van Egmond {78} und Jakob von Savoyen {84} am 2. Mai gewählt.79 Da sich die anwesenden Mitglieder nicht sicher waren, ob Jakob von Savoyen der Aufnahme in den Orden zustimmen würde, ernannten sie Claude de Toulongeon {93} als Ersatzkandidaten.80
Jakob von Savoyen zeigte sich über seine Wahl in den Orden erfreut und wurde noch am selben Tag zusammen mit den ebenfalls in Brügge befindlichen Pierre de Luxembourg {83}, Josse de Lalaing {80} und Bartholomäus von Liechtenstein {85} in den Orden aufgenommen.81 Die Aufnahme von Philipp von Burgund {82}, Jacques de Luxembourg {81}, Wolfart van Borssele {79} und Willem van Egmond {78} erfolgte in den darauf folgenden Monaten.82
Hugues de Chalon befand sich zum Zeitpunkt seiner Wahl in französischer Gefangenschaft, deshalb beschlossen die Mitglieder, dass diese Wahl bis zu seiner Freilassung geheim bleiben sollte. Bei zwei Sondersitzungen des Ordens am 30. Nov. 1478 und am 12. März 1479 wussten die versammelten Ordensmitglieder gerüchteweise, dass Hugues wieder in Freiheit sei, man wollte aber erst genauere Auskünfte über die Umstände einholen, bevor man ihn über seine Wahl in den Orden informierte. Für die spätere Zeit gibt es dazu keine Einträge mehr, aber spätestens nach Hugues Heirat mit dem Mündel König Ludwigs XI., Louise von Savoyen, wurde dessen Hinwendung zum französischen König allgemein bekannt und damit sein Beitritt in den Orden hinfällig.83
Um die Aufnahme Kaiser Friedrichs III., Herzog Albrechts von Sachsen und König Matthias von Ungarn voranzutreiben, wurde im September 1479 eine Gesandtschaft unter der Leitung des neuen Ordensmitglieds Bartholomäus von Lichtenstein {85} geplant.84 Bei einer Sitzung am 9. Oktober 1478 wurde zum ersten Mal darüber diskutiert, dass es bei der Aufnahme Friedrichs III. ein rechtliches Problem gab.85 Die ← 29 | 30 → Ordensstatuten forderten, dass neue Mitglieder ihren Aufnahmeid unter Berühung des Schwurkreuzes oder eines anderen heiligen Gegenstandes leisten sollten. Es war aber gängige Praxis, dass die römisch-deutschen Könige nach ihrem Krönungseid keine weiteren persönlichen Eide mehr zu leisten brauchten, außer um vor dem Papst ihren Glauben zu rechtfertigen.86 Aus diesem Grund konnte der Kaiser den Aufnahmeeid in den Orden nicht in vorgeschriebener Weise leisten. Der Kaiser zeigte sich grundsätzlich bereit, dem Orden beizutreten,87 die Aufnahme erfolgte aber erst 1492. Dadurch verzögerte sich auch die Aufnahme Herzogs Albrechts von Sachsen, dessen Aufnahme mit der Kaiser Friedrichs III. verknüpft war. Das Verhältnis der Habsburger mit König Matthias von Ungarn – dessen Aufnahme ebenfalls nur mit Zustimmung des Kaisers erfolgen sollte, verschlechterte sich in den folgenden Jahren rapide,88 so dass schon beim Fest von 1481 von seiner Aufnahme keine Rede mehr war.
Für Aufregung sorgte, dass Philippe de Croy, Graf von Porcien, fälschlicherweise glaubte, er sei in den Orden gewählt worden.89 Möglicherweise entstand dieses Missverständnis durch seine Namensgleichheit mit seinem Vetter Philippe de Croy, Graf von Chimay {74}, der 1478 am Ordensfest teilnahm. Wegen seiner Verdienste am burgundischen Hof konnte der Graf von Porcien auf eine Aufnahme in den Orden hoffen und als ihm das Gerücht, er sei gewählt worden, zu Ohren kam, freute er sich nun vergeblich über seinen Eintritt in den elitären Kreis. Der normale Ablauf sah aber vor, dass die Namen der Neugewählten bis zu deren Zustimmung geheim gehalten wurden.90 Um dies wirklich zu gewährleisten, wurden die Kandidaten von einer Delegation des Ordens aufgesucht, die sie (unter Ausschluss Dritter) über die Wahl in den Orden unterrichten und über ihre Interesse an der Mitgliedschaft befragen sollten. Damit sollte verhindert werden, dass bei Ablehnung der Mitgliedschaft ein negatives Licht auf den Orden fiel.91
Die Geheimhaltungspflicht der neugewählten Mitglieder bis zu ihrem Beitritt führte aber auch dazu, dass die Bewegung der Ordensritter genauestens beobachtet und viel spekuliert wurde. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die Gerüchteküche hin ← 30 | 31 → und wieder falsche Kandidaten „auskochte“. Auch die Berichterstatter über die Ordensfeste waren nicht immer darüber informiert, wer nun tatsächlich gewählt worden war. Teilweise wurden nur die tatsächlich aufgenommen neue Mitglieder aufgezählt,92 andere ergingen sich in falschen Spekulationen. Für 1478 zählt z. B. das Brügger Exemplar der „Chronycke van Vlaenderen“ folgende Neugewählte auf: De keyser van den Roomschen rycke, de conynck van hongheryen, de ryck hertoge van beyeren, de hertoghe van zassen, de markys van brandenborch, de markys van baden, de grave van Römondt, de grave van sint pol, de paelsgrave, de hofmeestre van den prinche, mer joos de la layn, de heere van fiennes.93
Der verkürzte Ablauf des Ordensfestes führte zu einem unerwarteten Problem: Normalerweise fand die Mitgliederwahl erst nach Beendigung der Pflichtgottesdienste statt, aber 1478 waren vier neue Mitglieder schon aufgenommen worden, bevor die Messen zu Ehren von Maria und dem Heiligen Geist stattgefunden hatten. Nun stellte sich die Frage, wo die neuen Mitglieder platziert werden sollten, denn für sie gab es ja noch keine Wappentafeln. Nachdem Maximilian und ein Teil der Ordensritter in den Krieg gezogen waren, beschlossen die ältesten anwesenden Mitglieder, dass die neuen Ritter sich in ihrer zugewiesenen Reihe auf die Plätze von abwesenden Rittern am unteren Ende setzen sollten.94
Die Statuten des Ordens vom Goldenen Vlies sahen vor, dass Differenzen zwischen Mitgliedern oder mit Dritten während der Ordensfeste vor ein internes Schiedsgericht gebracht werden konnten, das sich um eine Lösung des Konfliktes bemühen sollte.95 Während der Souveränität Herzog Philipps {01} wurde diese Möglichkeit der Streitschlichtung mehrfach in Anspruch genommen, aber Herzog Karl {34} beschränkte in einer seiner ersten Amtshandlungen als Ordenssouverän die Kompetenz der Schiedsgericht auf Frage der Ehre ein, alle anderen Differenzen sollten vor seiner herzoglichen Justiz verhandelt werden. Mit der Übernahme der Souveränität durch Herzog Maximilian scheint das Schiedsgericht seine alte Funktion zurückgefunden ← 31 | 32 → zu haben. Noch während des Ordensfestes im Mai 1478 bat Ludwig von Brügge {61} den Orden bei seinen Differenzen zu dem neugewählten Josse de Lalaing {80} zu vermitteln.96
Auch während der folgenden Sondersitzungen des Ordens wurde das Schiedsgericht mehrfach angerufen, so am 25. Sep. 1478 von Wolfart van Borselle {79}, der mit Jan van Wassenaar im Streit lag.97 Ausführlich beschrieben wird im 4. Protokollbuch die erfolgte Vermittlung zwischen Philippe de Croy {74} und Pierre de Luxembourg {83} während der Sitzung am 12. März 1479. Die beiden hatten sich gegenseitig der üblen Nachrede beschuldigt; zuletzt wurde der Konflikt beigelegt, in dem Herzog Maximilian sie aufforderte, zu beeiden, weitere Unterstellungen zu unterlassen, und sich die Hand zu geben.98 Die gleiche Lösung wurde für Jakob von Savoyen {84} und Philipp von Burgund {82} gewählt, deren Differenzen auf der Sitzung am 17. Jan. 1480 verhandelt wurden.99
Aufgrund der verkürzten Dauer des Festes von 1478 hatte man schon dort beschlossen, im darauffolgenden Jahr ein neues Treffen einzuberufen. Am 9. Oktober 1478 versammelten sich etliche Ordensmitglieder, um das neue Fest zu planen und die Einladungen auszustellen.100 Am 12. März wurde für das Ordensfest Brüssel als Austragungsort festgelegt und Olivier de la Marche wurde zusammen mit Philippe du Chesne dorthin geschickt, um Vorbereitungen zu treffen.101
Erst am 22. April entschied eine kleine Gruppe bei Herzog Maximilian versammelter Ordensritter, dass das für den 2. Mai geplante Ordensfest doch abgesagt werden sollte. Den Mitgliedern der näheren Umgebung sandte man sogleich die Nachricht mit der Absage. Um dennoch anreisende Mitglieder, deren Gesandte bzw. Absageschreiben in Empfang zu nehmen, wurde Toison d’or nach Brüssel gesandte. In einem an den Orden gerichteten Brief berichtet er, dass er zwischen dem 30. April und 4. Mai in Brüssel vergeblich auf anreisende Festteilnehmer gewartet habe.102
Auffällig ist, dass trotz der kurzfristigen Absage des Ordensfestes nur ein Absageschreiben im Ordensarchiv überliefert ist, während von anderen geplanten, dann aber doch abgesagten Feste mehrere Absagebriefe im Ordensarchiv aufbewahrt sind. 1478 hatten z. B. die weiter entfernt lebenden Mitglieder, wie z. B. Ferdinand {72}, Kg. von Neapel, Ferdinand {71}, Kg. von Kastilien, oder Johann {57}, Kg. von Aragon, schon im ← 32 | 33 → März ihrer Absageschreiben verfasst.103 Es ist davon auszugehen, dass diese Könige auch für das 1479 geplante Ordensfest ihre Absageschreiben schon etliche Wochen vor dem eigentlichen Fest ausgestellt haben. Einzig von Jean de Neufchâtel {52} ist die Absage vom 12. April überliefert,104 sie scheint aber Anfang Mai noch nicht in den burgundischen Niederlanden angekommen zu sein, denn Toison d’or berichtete dem Orden, dass er während seines Aufenthalts in Brüssel keine Briefe entgegengenommen habe.
Das Protokollbuch berichtet, dass am 30. November 1478, den Festtag des Ordenspatrons St. Andreas, Herzog Maximilian mit einigen Ordensmitgliedern und Amtsträger in der Kirche Sainte-Goudule in Brüssel eine Messe zu Ehren des hl. Andreas besuchte.105 Dabei wurden sie von Herzogin Maria, zahlreichen Mitgliedern des Hofes und Gesandten König Ferdinands von Neapel {72} begleitet. Ähnlich wie bei den Ordensfesten im Mai gingen alle Teilnehmer in einem hierarchisch geordneten Prozessionszug zur Kirche. Und wie bei der Großen Messe zu Ehren des Ordensheiligen während des Ordensfestes am 1. Mai,106 rief Toison d’or während dieses Gottesdienstes die anwesenden Mitglieder namentlich auf, damit sie am Altar ein Münzopfer zu Ehren des hl. Andreas stiften konnten. Im Anschluss an den Gottesdienst gab es eine Mahlzeit und danach versammelte man sich zu einer außerordentlichen Ordenssitzung, um die dringlichsten Angelegenheiten des Ordens zu regeln.107
Hier im Jahre 1478 wird in den Protokollbüchern zum ersten Mal vermerkt, dass der Orden bzw. die zu dieser Zeit beim Souverän befindlichen Ordensmitglieder am Andreas-Tag gemeinsam eine Messe zu Ehren des Ordenspatrons besuchten. Ursprünglich sollten die Ordensfeste jährlich an diesem Festtag stattfinden, doch aufgrund der ungünstigen Wetterlage in dieser Jahreszeit und den dadurch erschwerten Reisebedingungen wurde bei der Statutenrevision im Winter 1445/46 der Termin für die Ordensfeste auf den 2. Mai verschoben.108 Seit dem darauffolgenden Ordensfest im Jahr 1451 wurden die Feste nun an diesem Frühjahrstermin abgehalten, wobei an diesem Tag auch die zu Ehren des Apostel Andreas zuhaltende große Messe besucht wurde.109
Für das Jahr 1468 wurde zwar vermerkt, dass sich die Mitglieder am Andreas-Tag zu einer Beratung getroffen hatten, von einer Messe war aber keine Rede.110 Spätestens mit 1478 setzte wohl eine neue Tradition ein und der Ordenssouverän und die bei ihm ← 33 | 34 → weilenden Mitglieder feierten das Andreasfest inklusive Messe.111 Reiffenberg spricht in diesem Zusammenhang davon, dass der Orden sich nach dem Gottesdienst „par forme de petit chapitre“ versammelt habe.112 Für 1479 ist kein solches Treffen überliefert, aber auch 1480 haben sich die Mitglieder getroffen, wenngleich das Protokollbuch darüber schweigt. Aber kurz danach schrieb Herzog Maximilian an verschiedene Mitglieder, dass er sich am Andreas-Tag mit einigen Ordensmitgliedern versammelt habe, aber aufgrund der geringen Teilnehmerzahl seien sie nicht beschlussfähig gewesen. Deshalb befahl er ihnen, sich am 9. Dezember in Gent einzufinden, um die dringlichsten Ordensangelegenheiten zu regeln.113 Auch 1481 versammelte sich mehrere Ordensmitglieder zu gemeinsamer Messe und Besprechung.114
Nachdem das für 1479 geplante Ordensfest kurzfristig hatte abgesagt werden müssen, wurde sogleich angekündigt, dass das Fest nur um ein Jahr verschoben sei. Doch besserte sich die politische Lage nicht und so wurde bei zwei Sitzungen am 29. Dezember 1479 in Gent und am 17. Januar 1480 in Brüssel beschlossen, das Fest um weiteres Jahr zu verschieben.115 Bei den außerordentlichen Versammlungen in Brügge am 16., 20. und 23. Dezember 1480 wurde dann konkret mit der Planung eines neuen Festes im Mai 1481 begonnen.116 Auch hier wurde zuerst darüber diskutiert, ob die Situation es wirklich erlaube, ein Fest zu veranstalten. Mit dem Argument, dass Herzog Maximilian die Ordensmitglieder nur wenig kenne und auch etliche Mitgliederplätze unbesetzt seien, beschlossen die anwesenden Mitglieder, dass eine große Ordensversammlung notwendig sei. Sie setzten dann auch die entsprechenden Ein- und Vorladungsschreiben auf, wobei sie der Austragungsort aber erst kurzfristig bekannt gegeben werden sollte.117 Die weitere Planung sowie die Beschreibung des Ablaufes der Ordensversammlung im Mai 1481 ist Inhalt des 5. Protokollbuch und soll deshalb in der dortigen Edition im Detail beschrieben werden.
Die Zeit nach 1477 war eine Zeit des Umbruchs im Orden vom Goldenen Vlies, nicht nur weil ein neuer Souverän den Vorsitz übernahm und eine größere Zahl neuer Mitglieder aufgenommen wurde. Auch in den Reihen der Amtsträger gab es Veränderungen. ← 34 | 35 →
Schon im Laufe des Sommers 1477 wurde die Stelle des Trésoriers vakant, nachdem der bisherige Amtsinhaber, Guillaume de Clugny, nach den Ereignissen in Gent im Frühjahr 1477 die burgundischen Niederlande verlassen und sich an den Hof König Ludwigs XI. begeben hatte.118 Aufgrund der vielfältigen Aufgaben des Trésoriers, die neben der Finanzverwaltung auch die Aufbewahrung des Ordensschatzes, der Festgardrobe der Mitglieder und des Archivs umfasste, wurde wohl im November 1477 der ehmalige Audienzier Herzog Karls, Jean Gros, zunächst provisorisch zum Trésorier ernannt. Bei der ersten Sitzung während des eigentlichen Ordensfestes von 1478 wurde Jean Gros von Herzog Maximilian in einer seiner ersten Amtshandlungen als neuer Ordenssouverän in diesem Amt bestätigt.119 Jean Gros versah seine Aufgabe als Trésorier des Ordens vom Goldenen Vlies bis zum Sommer 1484, wo er nach freiwilligem Rücktritt durch Nicolas de Gondeval abgelöst wurde.120
Im Dezember 1480 wurde auch der Ordenskanzler ausgewechselt.121 Der bisherige Amtsträger, Ferry de Clugny, der im September 1473 von Herzog Karl in dieses Amt eingesetzt worden war, war am 15. Mai 1480 zum Kardinal ernannt worden. Aus Bedenken, dass mit dieser neuen Würde viele Reisen und neue Aufgaben auf ihn zukommen würden und er damit dem Haus Burgund und dem Orden vom Goldenen Vlies nicht in gebührender Weise würde dienen können, legte Ferry de Clugny sein Amt als Ordenskanzler nieder. Bei der außerordentlichen Sitzung am 20. Dezember 1480, bei der wie schon erwähnt ein neues Ordensfest vorbereitet wurde, fand auch die Diskussion über die Neubesetzung des Kanzleramtes statt, wobei man sich schnell auf Jean de Lannoy, Abt von Saint-Bertin bei Saint-Omer, einigte. Bei der nächsten Sitzung des Ordens, am 23. Dezember 1480, wurde er in sein neues Amt eingesetzt, nachdem er seinen Aufnahmeeid geleistet hatte. Auch wurde ihm das Ordenssiegel übergeben, mit dem Auftrag, sogleich die Einladungs- und Vorladungsschreiben für das im Mai 1481 geplante Ordensfest auszufertigen.
Wie schon die früheren Protokollbücher befindet sich das Original der hier edierten und beschriebenen Handschrift im Bestand „Akten (Burgundisch-Spanisches Archiv)“ des Archivs des Ordens vom Goldenen Vlies im Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien.122 Eine Abschrift der Protokolle der Jahre 1477 bis 1486 aus dem 17. Jahrhundert ist Teil des Bestands »Handschriften und Bücher«.123 ← 35 | 36 →
Beim 4. Protokollbuch des Ordens vom Goldenen Vlies handelt es sich um einen auf Papier geschriebenen und in Pergament gebundener Band von 20 mm Dicke.124 Im Hochformat gehalten, misst er in der Breite vorne 240 mm, hinten 250 mm und in der Höhe 300 mm. Der Umschlag besteht aus einem rauen, harten und brüchigen Pergament, das auf der Rückseite um 90 mm verlängert ist, so dass es zum Schutz der Handschrift nach vorne unter den Deckel geschoben werden kann.
Im oberen Drittel des vorderen Einbanddeckels befindet sich folgende zeitgenössische Aufschrift:
XXJ FESTE125 avoit a Bruges l’an lxxviij126
Registre des ceremonies et misteres gardees et observees quant treshault, tresexcellent et trespuissant prince monseigneur le duc Maximilian par la grace de Dieu archeduc, duc d’Austrice, de Bourgoingne, de Lothrijc, de Brabant, de Lembourg, de Luczembourg etc., conte de Flandres, de Tyroll, d’Arthois, de Bourgoingne etc. comme bail et mary de treshaulte, tresexcellente et trespuissante princhesse madame Marie duche[sse] et contesse desdis pays, sa tresnoble espeuse et compaingne, fille unique, naturelle127 et legitime et seule heritiere universele de feu treshault, tresexcellent et trespuissant prince monseigneur le duc Charles, jadis duc de Bourgoingne, de Lothrijc, de Brabant etc., conte de Flanderes, d’Artois, de Bourgoingne etc. de tresnoble memoire que Dieu absoille, en son viviant chief et souverain du noble ordre de la Thoyson d’or, darrenier deffunct, a relevé et receu ledit noble ordre comme chief et souverain d’icellui ou lieu dudit feu le duc Charles, son beaupere, ensamble les actes des xxjes feste et chappittre du mesme l’ordre, celebrez et tenus par mondit seigneur le duc Maximilian en ladite qualité avec messeigneurs les chevaliers freres et compaingnons dudit ordre pour ce convocuez et devers lui assamblez en sa ville de Bruges en Flanderes le darrenier jour du mois d’avril et es jours ensuivans l’an mil cccc et soixante dixhuit.128
Maistre Martin
Steenberch, greffier
Darunter steht von einer anderen Hand geschrieben 1478. Im linken, unteren Eck schrieb 1759/60 Türck129 bei seiner Inventarisierung des Ordensarchivs noch seine Signatur dazu:
N.4°
Weiters hatte Türck auch noch an der Deckelinnenseite mit Siegellack einen kleinen, heute stark zerknitterten, Pergamentstreifen angebracht. Dessen beschrifteter Teil (Premiere Partie N. 4 /Registre des actes du relievement130 /de l’ordre en 1478 et de la fete /4 ensuivie à Bruges) ist von außen zu lesen, wenn der Streifen heruntergeklappt ist.
Die Handschrift besteht aus drei Heften, die von Doppelblatt A (fol. 0 und 100) umfasst werden. Das erste Blatt ist unbeschrieben, deshalb wurde es bei der Foliierung, die kurz vor Beginn der Transkription von einem Archivmitarbeiter rechts unten im Eck mit Bleistift durchgeführt wurde, nicht berücksichtigt.
Heft 1 (fol. 1–28) beschreibt auf 14 Doppelblättern die Ereignisse des Ordens bis zum Festmahl nach Herzog Maximilians Einführung zum Ordenssouverän am 29. April 1478 und hat keine zeitgenössische Foliierung.131
Heft 2 (fol. 29–59) umfasst die Ereignisse des in Brügge veranstalteten Ordensfestes und der darauffolgenden Ereignisse bis zum Gottesdienst am St. Andreas-Tag, 30. November 1479.132 Mit Beginn dieses Heftes wurde von zeitgenössischer Hand rechts oben im Eck mit schwarzer Tinte eine römische Zählung der Folia durchgeführt; diese zeitgenössische Foliierung wird in der Edition ebenfalls ausgewiesen.133 Das Heft besteht aus 15 Doppelblätter, dazwischen befindet sich mit fol. 40 ein Einzelblatt. Darauf ist die Wahl Bartholomäus von Liechtenstein {85} beschrieben, die Steenberch wohl zuerst vergessen hatte.134
Der Übergang zu Heft 3 ist fließend, sowohl im Erzählverlauf als auch bei der zeitgenössischen Foliierung. Dieses Heft geht von fol. 60 bis fol. 99, dem vorletzten Blatt der Handschrift.135 Das Heft wird von einer Lage A bestehend aus acht Doppelblättern (fol. 60–67 und 92–99) umfasst. Jedes der Doppelblätter hat unten rechts eine mit hellerer Tinte vorgenommene eigene zeitgenössische Zählung von 1 bis 8. Dazwischen liegen nebeneinander zwei Lagen B (fol. 69–78) und D (fol. 53–60). Lage B wird von einem Doppelblatt (fol. 68 und 83) umfasst und wird rechts unten zeitgenössisch mit 9 bezeichnet wurde. Dazwischen liegen eine aus fünf Doppelblättern bestehende Lage C (fol. 69–78), sowie zwei nebeneinander liegende Doppelblätter. Das erste umfasst fol. 79 und 80 und weist sowohl oben als auch rechts unten keine zeitgenössische Zählung auf. Das zweite Doppelblatt umfasst fol. 81 und 82 und trägt unten rechts die zeitgenössische Zahl 10 und führt auch oben rechts die zeitgenössische Foliierung weiter. Es scheint so, dass das erste Doppelblatt, das einen Bericht des Wappenkönigs Toison d’or enthält136, erst nachträglich eingelegt wurde. Einen Neuanfang der Eintragungen bildet Lage D, die aus vier Doppelblättern besteht und von fol. 84–91 geht. Nach einer Pause seit der letzten Sitzung im Januar 1480 traf sich nun der Orden im Dezember 1480 erneut, um Vorbereitung für ein neues Ordensfestes im Mai 1481 zu treffen.137 ← 37 | 38 → Inhaltlich hätten diese Eintragungen fast besser in das 5. Protokollbuch gepasst, das das Fest von 1481 beschreibt. Das Schriftbild ist wesentlich kursiver und weist mehr Kürzungen auf. Es fehlt ab hier auch die zeitgenössische Folia-Zählung. Die letzten beiden Seiten dieser Lage sowie die fol. 92–100, die das Heft 3 zusammenhalten, sind unbeschrieben.
Der Band wird durch eine einfache Fadenbindung zusammengehalten. Da die Bindung noch gut erhalten und der Abstand zwischen dem Umschlag und den Papierlagen sehr klein ist, kann ohne ein Auseinandernehmen des Bandes die Bindung nicht genau gesehen werden. Sicher ist aber, dass die einzelnen Hefte und Lagen jeweils eine eigene Bindung haben.138 Am Buchrücken erkennt man, dass das Heft an mehreren Stellen mit dem Umschlag und dem Doppelblatt verbunden ist. Dafür wurde an verschiedenen Stellen, meist oben und unten, Fäden mit mehreren Einstichen durch das Pergament gezogen und außen mehrfach verknotet.
Das Protokollbuch ist eine schlichte, schmucklose Handschrift, die durchweg mit schwarzer Tinte geschrieben wurde. Die Eintragungen beginnen mit Beginn von Heft 1 auf fol. 1r und enden mit fol. 89r, der Rest ist unbeschrieben. Der Schriftraum, der durch Ritzungen im Papier begrenzt wurde, zeichnet sich vor allem durch einen breiten Rand unten (60–80 mm) und an der linken Seite (50 mm) aus. Der obere Rand ist dagegen kleiner (35 mm). Rechts wurde bis nahe an den Seitenrand geschrieben.
Die Handschrift weist eine Beschädigung auf und zwar am rechten oberen Rand (ca. 25 mm vom oberen und 15 mm vom rechten Rand entfernt) ein kleines Loch, das von einem spitzen Gegenstand von hinten fast durch die ganze Handschrift hindurch gebohrt wurde.
In der Handschrift lassen sich auf jedem Doppelblatt insgesamt drei verschiedene Wasserzeichen finden.139 Bei dem ersten handelt es sich um einen Einhorn mit Mähne und Streifen auf dem Horn, das quer zur Seite steht.140 Auch im 1. Protokollbuch ist an einer Stelle ein nahezu identisches Tier zu sehen.141 Einhörner waren beliebte Wasserzeichen, die sich in vielen Variationen finden lassen, sie sind aber vorwiegend in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts im burgundisch-niederländischen Raum zu finden.142 Bei dem zweiten vorhandenen Wasserzeichen handelt es sich um einen achtstrahli ← 38 | 39 → gen Stern mit einer darüber stehenden Krone.143 Vergleichbare Zeichen sind im gleichen Zeitraum für Troyes, Péronne, Paris und den niederländisch-rheinischen Raum nachgewiesen.144 Beim dritten vorhandenen Wasserzeichen handelt es sich um einen Schild mit Zwillingsschrägbalken, darüber ein Tatzenkreuz und darunter ein t. Dieses Zeichen ist in PB 4 nur dreimal vorhanden und zwar am Ende der Handschrift mit Eintragungen von 1480.145 Mit kleinen Variationen findet sich dieses Wasserzeichen auf zahlreichen Schriftstücken aus dem niederländisch-burgundischen Raum im Zeitraum zwischen 1480 und 1485, darunter auch auf einem Brief Maximilians von 1482.146
In der Regel sind die Anfangsbuchstaben jedes Abschnittes um einiges größer geschrieben als der übrige Text. Gelegentliche Randbemerkungen und Überschriften sollen auf besonders wichtige Stellen hinweisen.147 Das gesamte Schriftbild, die fließenden Übergänge zwischen den Lagen und kaum vorhandene Streichungen, Korrekturen und Leerstellen weisen darauf hin, dass das Protokollbuch in einem Durchgang, möglicherweise nach einer (nicht mehr erhaltenen) Vorlage niedergeschrieben wurde. Verfasser des 4. Protokollbuchs, wie auch schon des letzten Teils des ersten sowie des zweiten und dritten Protokollbuches war der Ordensgreffier Martin Steenberch, der dieses Amt seit 1461 innehatte. Zu Beginn des Ordensfestes von 1481 las Steenberch den versammelten Ordensmitgliedern das gesamte (4.) Protokollbuch vor und es wurde als genau und vollständig empfunden.148 Gelegentlich finden sich Randbemerkungen die von einer anderen Hand notiert wurden. Diese zeichnen sich durch eine stark kursive Schrift mit vielen Kürzungen aus; zur Unterscheidung von Steenberch wird sie mit „Hand s“ gekennzeichnet. Möglicherweise stammen sie von dem zwischen 1480 und 1492 amtierenden Ordenskanzler Jean de Lannoy, Abt von Saint-Bertin.149 ← 39 | 40 →
Abbildung 2 Die erste Seite des 4. Protokollbuches (fol. 1r)
1 Zum Tod Karls des Kühnen vgl. die Angaben in § 2 mit Anm. 9.
2 Maria von Burgund (1457–1482) entstammt der zweiten Ehe Hz. Karls mit Isabella von Bourbon (1437–1465). Zur Person Marias vgl. u. a. MÜNCH, Maria und Margarethe, 1832; HOMMEL, Marie de Bourgogne, 21945; BLOCKMANS, Maria von Burgund, 1993; Bruges à Beaune, 2000; DÜNNEBEIL, Erbtochter, 2008; MARTI, Maria, 2008 mit Tafel 79 f. (Abb. von Porträts) sowie künftig der Tagungsband Mary of Burgundy: The Reign, the ‘Persona’ and the Legacy of a European Princess, Brussels and Bruges, hg. von Michael DEPRETER, Jonathan DUMONT, Elizabeth L’ESTANGE und Samuel MAREEL (in Vorbereitung).
3 Zur Person Maximilians vgl. u. a. WIESFLECKER, Maximilian, 5 Bde., 1971–1986; NOFLATSCHER, Maximilian, 2003; HOLLEGGER, Maximilian I., 2005; RAPP, Maximilien, 2007; HOLLEGGER, Persönlichkeit, 2012, aber auch DÜNNEBEIL, Rolle Burgunds, 2012.
4 Die ersten drei Bände der Protokollbücher des Ordens vom Goldenen Vlies (= PB) behandeln die Zeit vor 1477: PB 1 (erschienen 2002): Herzog Philipp der Gute (1430–1467) [http://www.perspectivia.net/content/publikationen/instrumenta/duennebeil_protokollbuecher-1]. PB 2 (erschienen 2003): Das Fest im Jahr 1468 unter Herzog Karl dem Kühnen [http://www.perspectivia.net/content/publikationen/instrumenta/duennebeil_protokollbuecher-2]. PB 3 (erschienen 2009): Das Fest im Jahr 1473 in Valenciennes unter Herzog Karl dem Kühnen [http://www.perspectivia.net/content/publikationen/instrumenta/duennebeil_protokollbuecher-3]. Diese drei Bände sind in der Reihe „Instrumenta“ des Deutschen Historischen Instituts in Paris beim Thorbecke-Verlag erschienen. Da diese Reihe jedoch nicht mehr weitergeführt wird, erscheint der vorliegende Band erstmals in der von Werner Paravcini herausgegebenen Reihe „Kieler Werkstücke, Reihe D: Beiträge zur europäischen Geschichte des späten Mittelalters“ beim Peter Lang-Verlag. Alle vier Bände sollen jedoch online auf der Plattform „Prosopographia Burgundica” [http://www.prosopographia-burgundica.org/] vereint werden.
5 Dazu ausführlicher S. 15–22.
6 Dazu ausführlicher S. 22–32.
7 Dazu ausführlicher S. 32–35.
8 Zur Anlage der Edition vgl. ausführlich PB 1, S. 24 f. Als Neuerung wurde mit diesem Band aber eingeführt, dass inserierte Briefe, Urkunden etc. durch eine kleinere Schriftart gekennzeichnet werden, wie z. B. in § 183–195.
9 Verzeichnet sind Schriftstücke, die zwischen 1477 und Dezember 1480 von Hz. Maximilian oder dem Orden verfasst wurden oder an den Orden oder dessen Souverän gerichtet waren. Dabei wurden in erster Linie die Stücke aus dem Ordensarchiv erfasst und gelegentlich durch Funde in anderen Archiven ergänzt. Bei letzteren wird jedoch kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Die tatsächlich durchgesehenen Bestände sind im Register S. 254 f. mit einem Stern versehen. – Zur Systematik der Regestenerstellung vgl. PB 1, S. 322 f., wo auch ausführlich beschrieben wird, welche Stücke in den Archiven der Ordensmitglieder zu erwarten sind.
10 Vgl. § 1–69. Eine Zusammenfassung des Inhaltes bieten AOGV, Codex 34/1, S. 117–122; REIFFENBERG, Toison d’or, 1830, S. 89–91.
11 Vgl. § 9.
12 Vgl. § 10–12.
13 Vgl. dazu auch DÜNNEBEIL, Zeichen, 2012, S. 113 f.
14 Der entsprechende Paragraph der Statuten ist unten in § 3 zitiert. Die vorliegende Edition richtet sich nach der Statutenedition in PB 1, S. 196–231; dort S. 189–195 zu Genese der Statuten, deren archivalische Überlieferung und Drucke. Zwischenzeitlich ist auch noch eine engl. Übersetzung der Statuten in Court and Civic Society, 2007, S. 137–155, erschienen. Zu den Statuten vgl. aber auch die Angaben in § 12, 62, Anm. 326 und § 190.
15 Vgl. § 2.
16 Vgl. dazu u. a. Lettres de Louis XI, 7, 1900, S. 53 ff., Nr. 1135 ff.; KERVYN DE LETTENHOVE, Histoire de Flandre, V, 1850, S. 295; HOLLEGGER, Maximilian I., 2005, S. 32 und 44 f.; KINTZINGER, Caesar, 2010. S. 136 f.; PARAVICINI, Souverain seigneur, 2010, S. 45 f. Nach BOCK, Maximilian, 1970, S. 41 war Hz.in Marias rechtliche Stellung als Erbin der Ländereien des burgundischen Gesamtstaates unangreifbar.
17 Davon berichtet der burgundische Herold Fusil am 19. Jan. 1479 nach seiner Rückkehr vom französischen Hof, wo er bei seinen Bemühungen, den dort weilenden Vliesrittern ihre Vorladungsschreiben für das 1479 geplante Ordensfest zu überbringen, auch ein Gespräch mit König Ludwig XI. hatte; vgl. Reg. 100. Fusil brachte auch einen Brief des Jacques de Luxembourg {61} mit, in dem dieser ebenfalls Ludwigs Ansprüche unterstrich; vgl. Reg. 99. Auch die Mémoires de la MARCHE, 3, 1885, S. 249, beschreiben, dass es commune renommée gewesen sei, dass Kg. Ludwig XI. die Führung über den Orden vom Goldenen Vlies für sich beanspruchte. Vgl. dazu auch ROO, Annales rerum, 1592, S. 327; ROO, Annales rerum (dt.), 1621, S. 336; FUGGER, Spiegel der Ehren, 1668, S. 881; Chroniques de MOLINET, I, 1935, S. 249; FICHTENAU, Maximilian, 1959, S. 35; BOCK, Maximilian, 1970, S. 40 f.; DÜNNEBEIL, Zeichen, 2012, S. 116 f.; vgl. dazu auch S. 27 mit Anm. 69.
18 VAUGHAN, Charles the Bold, 1973, S. 126 f. bezeichnete Maria als Karls “diplomatic weapon of universal value”. Die burgundisch-habsburgische Heirat wurde in der Forschung vielfach thematisiert, deshalb sollen hier nur einige wenige Titel genannt werden: RAUSCH, Heirat, 1880; DÍEZ, Política matrimonial, 2004, S. 75–83; BLOCKMANS, Maximilian, 2002, S. 52–54; HEINIG, Westpolitik, 2004, S. 59–69; DEBRIS, Felix Austria, 2005, S. 191–194 und 576–582; KOLLER, Friedrich III., 2005, S. 198–203; HOLLEGGER, Maximilian I., 2005, S. 29–37; OSCHEMA, Freundschaft, 2006, S. 38–40; DÜNNEBEIL, Erbtochter, 2008; KOHLER, Expansion, 2008, S. 327–333 („Der Konflikt um das burgundische Erbe“); JUST, Burgund, 2009, S. 21–24; HAEMERS, Common Good, 2009, S. 18–21; DÜNNEBEIL, Rolle Burgunds, 2012, S. 73–76 sowie künftig dies., Mary.
19 Zum Trierer Treffen vgl. die Angaben in § 4, Anm. 13.
20 Hz. Karls Zustimmung befindet sich im Or. im HHStA Wien, Familienurkunden, Nr. 727; Kop. (18. Jh.) ebd., Urkundenabschriften, Collationierte Urkunden, Karton 73, sub dato). Druck: CHMEL, Aktenstücke, 1, 1854, S. 134 f., Nr. 32. Dazu auch RAUSCH, Heirat, 1880, S. 222; STEIN/DÜNNEBEIL, Catalogue S. 580 f. Nr. 2325; HOLLWEG, Heßler, S. 29 und 41; HEINIG, Westpolitik S. 68; DÜNNEBEIL, Erbtochter, 2008, S. 174; Kat. Karl der Kühne, 2008, S. 348, Nr. 157 (mit Abb.).
21 Vgl. dazu u. a. DÜNNEBEIL, Erbtochter, 2008, S. 175. Zuletzt hatte Maria am 26. März 1477 einen eindringlichen Brief an Maximilian geschrieben, in dem sie ihren Verlobten um eine rasche Heirat und um wirkungsvolle Unterstützung in Flandern bat; vgl. dazu zuletzt Kat. Karl der Kühne, 2008, S. 349, Nr. 159 (mit Abb.).
22 Ks. Friedrich III. stellte am 15. Febr. 1477 für diese Gesandtschaft einen Kredenzbrief aus. Am 14. April hielt sich die Gesandtschaft in Mecheln auf, wo sie mit Hz.in Margarete von Burgund zusammentraf. Zwei Tage später, am 16. April, trafen sie dann in Gent ein und wurde am 18. April von Hz.in Maria empfangen. Ergebnis der Verhandlungen war der Vollzug der Heirat per procuram am 21. April. Zahlreiche Schriftstücke im Zusammenhang von dieser Gesandtschaft druckt CHMEL, Aktenstücke, 1, 1854, S. 137–158, Nr. 35–48; vgl. dazu auch Mémoires de la MARCHE, 3, 1885, S. 242 f.; RAUSCH, Heirat, 1880, S. 166–171; WIESFLECKER, Maximilian, 1, 1971, S. 121–126; DÜNNEBEIL, Erbtochter, 2008, S. 180 f.
23 Dazu auch § 6–8.
24 Vgl. § 4.
25 FUGGER, Spiegel der Ehren, 1668, S. 835; danach WIESFLECKER, Maximilian, 1, 1971, S. 111 mit Anm. 46 auf S. 446.
26 Vgl. § 5.
27 Die Einladungsschreiben Maximilian, die im internen Sprachgebrauch als lettres de l’intimacion et significacion bezeichnet wurden, erhielten bei verschiedenen Mitgliedern noch indivuiduelle Nachsätze; vgl. dazu Reg. 1–13 sowie in Reg. 14–25 die Schreiben der drei Ordensritter. Die verschiedenen Einladungsschreiben sind zwar mit dem 26. Dezember 1477 datiert, doch auch am 3. Januar 1478 wurde noch über Details diskutiert; vgl. dazu § 14–19.
28 Vgl. dazu S. 16 f. (Ludwig XI.) und Reg. 29 (Eduard IV.).
29 Vgl. § 20. Der Ordenskanzler Ferry de Clugny und Olivier de la Marche wurde am 7. April 1478 beauftragt, in Brügge die Feierlichkeiten vorzubereiten; vgl. Reg. 41 und 42.
30 Schon früher war Brügge die Gastgeberstadt für den Orden gewesen, so bei der Ordensgründung 1431 und den Festen von 1432 und 1468.
31 Die Wappentafel sind noch heute in der Kirche vorhanden; vgl. dazu die Beschreibung im Protokoll in § 31–34 sowie die Anmerkungen in den Fußnoten 187, 190–195. Abbildung 1 wurde aus http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sint-Salvatorskathedraal_-_Bruges_-_IMG_4744.JPG (11.11.2015) entnommen. Zur Sitz- und Rangordnung der Mitglieder vgl. Tabelle 1.
32 Zur Gestaltung der Kirche vgl. § 36–38; dazu auch VERSCHELDE, Feeste, 1873, S. 25 (nach Stadtbibl. Brügge, Historisch Fonds ms. 437 [Excellente Chronycke van Vlaanderen]); DÜNNEBEIL, Order of the Golden Fleece, 2013, S. 60 f.; dies., Aufnahme, 2014, S. 81 f.
33 Vgl. § 21–35.
34 Zur Beschreibung des Festaktes vgl. § 39–68 sowie u. a. – wenn auch bei weitem nicht so detailliert – Toison d’or, 1689, 208–214; FUGGER, Spiegel der Ehren, 1668, S. 881; Chroniques de MOLINET, I, 1935, S. 250–253; Mémoires de la MARCHE, 3, 1885, S. 250 f.; BARANTE/GACHARD, HISTOIRE, II, 1838, S. 601 f.; DELEPIERRE, Fête en 1478, 1842, S. 337–339; KERVYN DE LETTENHOVE, Histoire de Flandre, V, 1850, S. 290 f.; VERSCHELDE, Feeste, 1873, S. 26 f. (nach Stadtbibl. Brügge, Historisch Fonds ms. 437: Excellente Chronycke van Vlaanderen); CARTON, Het boeck van Brugghe, 1859, S. 4 f.; REIFFENBERG, Toison d’or, 1830, S. 91; PRAET, Recherches, 1831, S. 20; WEBERN, Grafen von Nassau, 1978, S. 159 f.; SMEDT, Jan van Lannoy, 1992, S. 73 f.; MARTENS, Biografie, 1992, S. 30. Eine Beschreibung auf Grundlage des Protokollbuches und Überlegungen zu der damit verbundenen Propaganda bietet DÜNNEBEIL, Zeichen, 2012, S. 114–117; dies., Order of the Golden Fleece, 2013, S. 61 f. mit Abb. 7.
35 Zur Prozession und Maximilians Einzug in die Kirche vgl. § 45–47.
36 Die Zeitangabe nach CARTON, Het boeck van Brugghe, 1859, S. 5.
37 Die Rede des Ordenskanzlers ist in § 49 f. wiedergegeben.
38 Zum Ritterschlag vgl. § 54. Bis zuletzt hatte Maximilian gehofft, sich vor diesem Festakt noch mit seinem Vater Kaiser Friedrich III. {94} zu treffen und von ihm den Ritterschlag zu empfangen; vgl. u. a. § 13.
39 Zu diesem Teil des Zeremoniells vgl. § 58–65.
40 Vgl. § 69. – Die Beschreibung des Ordensfestes findet sich in § 70–196. Nachrichten über das Fest finden sich auch in Paris, BNF, ms. fr. 5046, fol. 127r-128v (zitiert bei Mémoires de la MARCHE, 3, 1885, S. 248 f., Anm. 316); AOGV, Codex 34/1, S. 122–147 (Türck’sche Inventar); Brüssel, BR, ms. 20.851 (F.J. de Bors d’Overen, Histoire chronologique de l’ordre de la Toison d’or, Bd. 1), fol. 179–231, hier vor allem fol. 182–187 (vgl. dazu Cat. mss. de BR, 12, 1936, S. 56–62, hier S. 59 f.); Mémoires de la MARCHE, 3, 1885, S. 248–251; Chroniques de MOLINET, I, 1935, S. 249–255; ROO, Annales rerum, 1592, S. 327 f.; ROO, Annales rerum (dt.), 1621, S. 336; FUGGER, Spiegel der Ehren, 1668, S. 879–881; REIFFENBERG, Toison d’or, 1830, S. 92–97; DELEPIERRE, Fête en 1478, 1842; DESPARS, Chronycke van Vlaenderen, 4, 1840, S. 167 f.; BARANTE/GACHARD, Histoire, II, 1838, S. 601 f.; KERVYN DE LETTENHOVE, Histoire de Flandre, V, 1850, S. 290 f. (mit Hinweis u. a. auf „Journal ms. [Bibl. de Bourgogne 13.169]“); VERSCHELDE, Feeste, 1873 (mit Druck des Berichts über das Ordensfest in Stadtbibl. Brügge, Historisch Fonds ms. 437: Excellente Chronycke van Vlaanderen); WEBERN, Grafen von Nassau, 1978, S. 46 f. und 159 f.; KUYER, Veertiende kapittel, 1981, S. 74–76; SMEDT, Jan van Lannoy, 1992, S. 73–75; BAUCHAU, Jacques de Savoie, 1992, S. 138–142; DÜNNEBEIL, Zeichen, 2012; dies., Order of the Golden Fleece, 2013. Kurze Erwähnungen des Ordensfestes finden sich u. a. auch bei BOCK, Maximilian, 1970, S. 40 f.; WIESFLECKER, Maximilian, 1, 1971, S. 142 mit Anm. 48 f. auf S. 456; BORN, Lalaing, 1986, S. 184; AUER, Maximilian Ier, 2008, S. 58 f.
41 Vgl. § 70–79.
42 Vgl. § 81–97. Zu den verschiedenen Gottesdiensten, die im Verbindung mit den Ordensfesten standen, vgl. ausführlich PB 3, S. 17–19.
43 Zur Totenvigil vgl. § 98 f. und zur Totenmesse § 123–126 (Planung) mit Anm. 121 und § 140–146 (Durchführung). – Zum Zeremoniell des Verabschiedens vgl. auch DÜNNEBEIL, Entwicklung, 2007, S. 30 f.
44 Zur Neuwahl vgl. unten S. 27–31; zu den Korrekturen S. 23; zu den abtrüningen Mitglieder S. 25–27 und zum Ordensschiedsgericht S. 31 f.
45 Vgl. dazu Tabelle 1 sowie die Eintragungen in § 25–29.
46 Dazu mehr auf S. 25–27.
47 Vgl. Reg. 45 und 46.
48 Vgl. die Randbemerkung in § 9.
49 Zur Korrektur der Mitglieder vgl. § 103–121 mit weiterführenden Angaben in Anm. 74. In den Protokollen wird dieses Verfahren als correction bezeichnet, in der deutschsprachigen Literatur wurde dazu gelegentlich die Begriffe Sittenrüge, Sozialkontrolle oder Evaluierung benutzt.
50 Vgl. auch die Aufstellung der Sitzordnung zu diesem Fest bei VERSCHELDE, Feeste, 1873, S. 27 f.; KORTEWEG, Location, 1996, S. 218 f.; DÜNNEBEIL, Burgund und Österreich, 2006, S. 26 f. – In den Tabellen 1 und 2 werden folgende Abkürzungen verwendet: † verstorben; A anwesend; N Neuwahl.
51 Dazu ausführlicher auf S. 27–31.
52 Zusammen mit Maximilian verließen auch die Ordensritter Philippe de Croy {74}, Engelbert von Nassau {77}, Jakob von Savoyen {84} und Bartholomäus von Liechtenstein {85} Brügge. Dagegen verblieben zusammen mit den vier Amtsträgern die Ordensritter Jean de Lannoy {50}, Adolf von Kleve {55}, Ludwig von Brügge {61}, Pierre de Luxembourg {83} und Josse de Lalaing {80} in der Stadt.
53 Vgl. § 169 f.
54 Vgl. § 173 f. sowie Reg. 49 f.
55 Vgl. § 172 und Reg. 74 (mit ausführlichen Angaben zu Karls Privileg und zur erneuten Verhandlung während des Festes von 1481).
56 Zur den Aktivitäten am 4. Mai vgl. § 177–195 sowie Reg. 51.
57 Vgl. § 196.
58 Zu den in Frankreich befindlichen Mitgliedern vgl. PB § 9, 26–29, 78, 122 f., 145, 225, 227 und 274. Zu ihrem Wechsel ins frz. Lager u. a. STERCHI, Umgang, 2005, S. 444–454 (zum Ausschlussverfahren) sowie S. 460–465 (zum weiteren Verlauf); WIESFLECKER, Maximilian, 1, 1971, S. 115 f.; HAEMERS, Common Good, 2009, S. 103 f.; DÜNNEBEIL, Zeichen, 2012, S. 121 f.
59 Vgl. dazu vor allem § 28 f. mit Anmerkungen zu den „abtrünigen“ Mitgliedern, zum Michaelsorden und dem Exklusivitätsgebot für die Vliesritter.
60 Vgl. Reg. 9–13 und 21–25.
61 Vgl. dazu S. 16 f. mit Anm. 17.
62 Vgl. § 78, 123 und 145.
63 Vgl. dazu die Beschlussfassung in § 28 f., 78 und 123 sowie die Durchführung in § 89–91 und 145.
64 Vgl. dazu PB 2, S. 18–20, S. 82 f., § 49 und 53 sowie S. 87 f., § 61. Mit der „Causa Croy“ beschäftigte sich zuletzt SOEN, La Causa Croy, 2012.
65 Vgl. dazu PB 2, S. 20 f. Mit dem Ausschluss Johanns von Burgund beschäftigt sich ausführlich BERLIN, Aberglaube, 2012; dies., Familiy Politics, 2013; dies., Main, 2013.
66 Vgl. dazu PB 3, S. 34–40 und S. 48 f., § 36 und S. 50, § 58.
67 Gründe für einen Ausschluss aus dem Orden sind neben Verrat noch Ketzerei, Verirrungen im christlichen Glauben sowie Feigheit auf dem Schlachtfeld; so § 14–16 der Statuten (dazu S. 16, Anm. 14). Der letztgenannte Absatz regelt zudem noch die Verfahrensweise eines Ausschlusses, wonach jedes angeklagte Mitglied die Gelegenheit erhalten soll, sich vor dem Orden verteidigen zu können. – Zu § 16 der Statuten siehe auch die Angaben in § 9, Anm. 44.
68 Vgl. § 122 und 209 sowie Reg. 75–80.
69 Vgl. dazu § 225 und 227, Reg. 99–100 sowie S. 16 f. mit Anm. 17.
70 Vgl. dazu § 265 mit Anm. 300.
71 Vgl. Reg. 136 und vor allem PB 5.
72 Vgl. die Aufstellung des Mitgliederspiegels in Tabelle 1 sowie die Auflistung der verstorbenen Mitglieder mit Angaben zu ihrem Tod jeweils am Ende von § 26 f. – Mit den Neuwahlen dieses Ordensfestes beschäftigen sich u. a. FUGGER, Spiegel der Ehren, 1668, S. 881; REIFFENBERG, Toison d’or, 1830, S. 94 f.; DELEPIERRE, Fête en 1478, 1842, S. 343; DESPARS, Chronycke van Vlaenderen, 4, 1840, S. 167 f.; BARANTE/GACHARD, Histoire, II, 1838, S. 602; KERVYN DE LETTENHOVE, Histoire de Flandre, V, 1850, S. 290 f.; VERSCHELDE, Feeste, 1873, S. 28; WEBERN, Grafen von Nassau, 1978, S. 159f; SMEDT, Orden vom Goldenen Vlies, 2003, S. 129 f.; DÜNNEBEIL, Burgund und Österreich, 2006, S. 22 und 27; AUER, Maximilian Ier, 2008, S. 59; DÜNNEBEIL, Zeichen, 2012, S. 118 f.; dies., Order of the Golden Fleece, 2013, S. 64 f.
73 Vgl. § 79 f.
74 Die Plätze von Pierre de Luxembourg und Bartholomäus von Lichenstein auf der rechten Seite und Jakob von Savoyen und Josse de Lalaing auf der linken Seite wurde ihnen am 2. Mai 1478 zugewiesen; vgl. § 167. Bei der Sitzverteilung während des Ordensfestes im Jahr 1481 sind rechts Pierre de Luxembourg und Jakob von Savoyen und links Willem van Egmond, Wolfart van Borssele, Josse de Lalaing, Philipp von Burgund, Jacques de Luxembourg und Bartholomäus von Lichenstein plaziert; vgl. PB 5, fol. 10v-13r. Demnach wurden die Seiten von Jakob von Savoyen und Bartholomäus von Lichenstein vertauscht.
75 Zum Wahlverfahren vgl. § 127–135, 138 f. und 149–154.
76 Vgl. § 129–131.
77 Vgl. § 133.
78 Vgl. § 132 und 149–151.
79 Vgl. § 134 und 138.
80 Auch schon bei früheren Ordensfesten wurden Ersatzkandidaten ernannt, wenn man sich bei einer Neuwahl nicht sicher war, ob die betreffende Person den Orden annehmen werde; vgl. u. a. PB 2, S. 23 und S. 127, § 146.
81 Vgl. § 155–167.
82 Vgl. dazu die Angaben in § 154 sowie in Reg. 52 f. und 59.
83 Zu seiner französischen Gefangenschaft und zu seiner Heirat im Okt. 1479 vgl. die Angaben § 134, Anm. 160 sowie § 221 und 235.
84 Vgl. § 188 (Empfehlung), § 197–200 (Planung) und § 203 (Verschiebung). Vgl. dazu auch DÜNNEBEIL, Burgund und Österreich, 2006, S. 22 f.
85 Vgl. § 207.
86 Diese Rechtspraxis ist seit dem 12. Jh. belegt, in der Forschung wurde dies u. a. mit der höchsten Stellung des Königs bzw. Kaisers in der Lehenspyramide und in der Sakralität des Königsamtes begründet. Vgl. dazu u. a. EICHMANN, Kaiserkrönung, 2, 1942, S. 161–207; SCHUBERT, König, 1979, S. 350–355; COLBERG, Eid des Königs, 1983; SCHWEDLER, Herrschertreffen, 2008, S. 146–168. Die beiden letztgenannten zeigen jedoch an Beispielen, dass dieses Eidverbot aus politischem Kalkül und als Mittel der Diplomatie immer wieder umgangen wurde. Dazu auch künftig DÜNNEBEIL, Suche (im Druck).
87 Vgl. § 234.
88 Vgl. dazu die Angaben in § 132, Anm. 140.
89 Vgl. § 210 und 221.
90 Aus diesem Grund wurden die Namen von Kaiser Friedrich III. {94}, Matthias Corvinus, Kg. von Ungarn, und Albrecht, Hz. von Sachsen {96}, in einer Instruktion für Toison d’Or von 1478 Mai 7 (Reg. 51) nicht namentlich genannt, sondern es war nur von aucuns grans personnaiges comme roys ou ducs die Rede; vgl. dazu § 188 mit Anm. 315.
91 So wurden die in Brügge weilenden Neugewählten einzeln von einer Ordensdelegation aufgesucht, die sie über die Wahl unterrichten sollte (§ 160ff). Auch wurde nach Beendigung des Ordensfest den abwesenden Mitgliedern nur die Namen der schon aufgenommenen neuen Mitgliedern mitgeteilt, vgl. dazu Reg. 66 und 67. Zu den Bemühungen um die Geheimhalten auch DÜNNEBEIL, Entwicklung, 2007, S. 20.
92 So z. B. FUGGER, Spiegel der Ehren, 1668, S. 881 und in der neueren Literatur BAUCHAU, Jacques de Savoie, 1992, S. 139 f.
93 Stadtbibl. Brügge, Historisch Fonds ms. 437, danach der Druck bei VERSCHELDE, Feeste, 1873, S. 28. Gemeint sind dabei Ks. Friedrich III. {94}, Matthias Corvinus, Kg. von Ungarn, Ludwig, Hz. von Bayern, Albrecht, Hz. von Sachsen {96}, Albrecht, Mgf. von Brandenburg, Christoph I., Mgf. von Baden {102}, Jakob von Savoyen {84}, Gf. von Romont, Pierre de Luxembourg {83}, Gf. von Saint-Pol, Philipp, Pfalzgraf bei Rhein, Bartholomäus von Liechtenstein-Karneid {85} und Josse de Lalaing {80}. – Bei DESPARS, Chronycke van Vlaenderen, 4, 1840, S. 167 und danach KERVYN DE LETTENHOVE, Histoire de Flandre, V, 1850, S. 291, werden anstelle von Ks. Friedrich III., Albrecht von Sachsen und Hugues de Chalon als Neugewählte Ludwig, Hz. von Bayern, Albrecht, Mgf. von Brandenburg und Pierre de Hennin {88} genannt. Vgl. dazu auch die Angaben in § 154, Anm. 208.
94 Vgl. dazu § 178 f.
95 Vgl. dazu § 8, 10, 80 (neu § 55) und 103 der Statuten; zur Tätigkeitkeit des Schiedsgerichtes PB 1, S. 38–41, 48–56, 58–60, 64–75, 77 f., 87, 96 f., 108–110, 114 f., 117–122 und PB 2, S. 171–180; dazu auch u. a. DÜNNEBEIL, Entwicklung, 2007, S. 24; dies., Beherrschung, 2010, S. 172.
96 Vgl. dazu § 111, 113 und 162–164. Diese Angelegenheit erwähnen Chevaliers de la Toison d’or, 22000, S. 195; COOLS, Mannen, 2000, S. 343; STERCHI, Umgang, 2005, S. 426.
97 Vgl. § 205.
98 Vgl. § 236 f.
99 Vgl. § 261.
100 Anwesend waren neben Hz. Maximilian {77b} Adolf von Kleve {55}, Ludwig von Brügge {61}, Philippe de Croy {74}, Engelbert von Nassau {77}, Wolfart van Borssele {79}, Philipp von Burgund {82} und Bartholomäus von Liechtenstein {85}. Zur Sitzung am 9. Okt. vgl. § 206–210 sowie Reg. 74–95.
101 Zur Sitzung am 12. März 1479 vgl. § 222–237 sowie Reg. 103–105.
102 Vgl. Reg. 127.
103 Vgl. Reg. 30–38.
104 Vgl. Reg. 108–110.
105 Zu diesem Gottesdienst vgl. die Eintragungen in § 211–219; dazu auch PRIZER, Brussels, 2001, S. 77–79.
106 Vgl. die Beschreibung in § 81–96.
107 Zu dieser Besprechung vgl. § 220 f.
108 Vgl. dazu u. a. § 47 (neu § 22) der Statuten (mehr zu diesem Statutenartikel findet sich unten in Anm. 323); zur Terminänderung u. a. auch DÜNNEBEIL, Entwicklung, 2007, S. 26 f.
109 Dies hatte Herzog Karl {34} während des Ordensfestes von 1473 so festgelegt; vgl. dazu PB 3, S. 21 (mit Hinweis auf die entsprechenden Stellen im Protokollbuch).
110 PB 2, S. 162 f., § 205.
111 Mit der musikalischen Untermalung der Andreasmesse beschäftigen sich u. a. PRIZER, Brussels, 2001, S. 78 ff.
112 REIFFENBERG, Toison d’or, 1830, S. 99; dazu auch PRIZER, Music, 1985, S. 117 f.; ders., Brussels, 2001, S. 77.
113 sommes trouves si petitement accompaingnié de noz treschiers freres les chevaliers compaignons dudit ordre que bonnement selon les status n’avons peu besoingner ne conclure sur quelque affaire d’icellui ordre; so der Brief Maximilians an Josse de Lalaing {80} vom 1. Dez. 1480 in Reg. 133 f.
114 Vgl. PB 5, fol. 78r-80r.
115 Vgl. § 257–262.
116 Vgl. § 263–282.
117 Vgl. Reg. 136 mit weiterführenden Angaben.
118 Dazu ausführlicher § 9 mit Anm. 40.
119 Dazu und zu seiner Bestätigung am 30. April 1478 vgl. ausführlicher § 74 und Reg. 48.
120 Dazu ausführlicher PB 6, fol. 39r.
121 Vgl. dazu § 276–282 sowie Reg. 140.
122 Die genaue Signatur ist: AOGV, Akten, Karton 1. In diesem Karton befinden sich auch die Protokollbücher aus den Jahren 1431–1467, 1468, 1473, 1481 und 1491. – Zur Geschichte und zu den wichtigsten Archivbehelfen vgl. die Angaben in PB 1, S. 17.
123 AOGV, Codex 37, fol. 1r–146v. – Eine Überprüfung zeigt, dass es sich um eine wörtliche Abschrift handelt; der Band wurde deshalb nur herangezogen, wenn es galt, Leseprobleme zu lösen.
124 Die Beschreibung der Handschrift lehnt sich an an MAZAL, Praxis des Handschriftenbearbeiters, 1987, und die Richtlinien Handschriftenkatalogisierung, 1992.
125 Ms.: xxj feste ist in großen Buchstaben geschrieben, deshalb wurde in der Edition dafür die Schrifttype Kapitälchen verwendet. Der danach folgende Text ist dagegen in extrem kleinen Buchstaben geschrieben, so dass diese zeitgenössische Ergänzung fast zu übersehen ist.
126 Ms.: avoit a Bruges l’an lxxviij wurde in sehr kleiner Schrift nachgetragen.
127 Ms.: naturelle ist unterstrichen.
128 Ms.: Die Jahresangabe 1478 ist unterstrichen.
129 Emanuel Joseph Türck ordnete in der Mitte des 18. Jahrhunderts des Ordensarchiv und fertigte die ersten Inventare an; dazu ausführlicher LAURENT, Inventaire, 1996 und PB 1, S. 17, Anm. 47.
130 Ms.: relievement ist unterstrichen.
131 § 1–69.
132 § 70–213.
133 In der Edition wurde folgende Darstellung gewählt: [fol. xxx/yyy], wobei die erste Ziffer der modernen Foliierung mit Bleistift und die zweite Ziffer der zeitgenössische Foliierung folgt, wobei statt der römischen Ziffern ebenfalls arabische Ziffern gewählt wurden.
134 § 133; vgl. dazu auch die Angaben in Anm. 145 und 150.
135 § 214–282.
136 § 256.
137 § 263–282.
138 Heft 1 wurde zwischen fol. 14 und 15 gebunden und durch einen schmalen Pergamentstreifen verstärkt. Desgleichen ist bei den Bindungen fol. 44 und 45 (Heft 2), fol. 73 und 74 (Heft 3) und fol. 87–88 (Lage D in Heft 3) zu sehen.
139 Lediglich das eingelegte (Einzel-)Blatt fol. 40 trägt kein Wasserzeichen, vermutlich hat sich dieses aber auf der abgeschnitten Seite befunden. – Bei den nun folgenden Aufzählungen wird als erstes die Blatthälfte mit dem Wasserzeichen und als zweites die leere Blatthälfte genannt (z. B. fol. 40/1).
140 Vorhanden im gesamten Heft 1 auf den Blättern 4/25, 6/23, 9/20, 10/19, 11/18, 13/16, 15/14, 17/12, 21/8, 22/7, 24/5, 26/3, 27/2 und 28/1, im gesamten Heft 2 auf den Blättern 29/59, 33/55, 35/53, 38/50, 41/48, 42/47, 44/45, 46/43, 49/39, 51/37, 52/36, 54/34, 56/32, 57/31 und 58/30 sowie in Heft 3, Lage C bei den Doppelblättern 73/74, 75/72, 76/71, 77/70 und 78/69. Dieses Wasserzeichen befindet sich auch in AOGV, Codex 45, z. B. auf fol. 54v, 74v, 75v, 81r und 83v (zu dieser Handschrift vgl. die Angaben in § 15, Anm. 90) sowie Akten, Karton 5, Fasz. 14 A (vgl. dazu die Angaben in § 239 mit Anm. 173).
141 PB 1, S. 20 (fol. 53).
142 Vgl. dazu das Wasserzeichen-Informationssystem (www.wasserzeichen-online.de), Referenznummer DE4500-PO-124648 (nach Picard).
143 Vorhanden auf dem Umschlagblatt 0/100 sowie bei bei Heft 3 bei den Doppelblättern 60/99, 61/98, 63/96, 65/94, 66/93, 67/92, 81/82, 83/68, 85/90, 89/86 und 95/64.
144 Vgl. dazu das Wasserzeichen-Informationssystem (www.wasserzeichen-online.de), u. a. die Referenznummern DE2730-PO-41681, DE2730-PO-41684, DE4500-PO-41689 und AT3800-PO-41686, Briquet, Filigranes, 1907, Nr. 6109 f. und 615; danach http://www.ksbm.oeaw.ac.at/_scripts/php/BR.php (11.11.2015).
145 Vorhanden am Ende von Heft 3 bei den Doppelblättern 79/80, 88/87 und 91/84.
146 Vgl. dazu das Wasserzeichen-Informationssystem (www.wasserzeichen-online.de), u. a. die Referenznummern AT3800-PO-24507, DE2040-PO-24514, DE4500-PO-24515, DE8100-PO-24506, DE8100-PO-24509, NL5325-PO-24510, NL8370-PO-24502, NL8370-PO-24503 und NL8370-PO-24505.
147 Die entsprechenden Stellen sind in der Edition vermerkt.
148 PB 5, fol. 6v und 7r, § 16 und 21.
149 Vgl. seine eigenhändigen Briefe in AOGV, Akten, Karton 5, Fasz. 14 K.