Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=04.10.1995&Aktenzeichen=1%20BvR%201881/95
Timestamp: 2019-11-18 06:57:29
Document Index: 123885895

Matched Legal Cases: ['Art. 233', '§ 11', 'BGH', 'BGH', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 233', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 233', '§ 11', '§ 12', 'Art. 233']

BVerfG, 04.10.1995 - 1 BvR 1881/95 - dejure.org
https://dejure.org/1995,1345
BVerfG, 04.10.1995 - 1 BvR 1881/95 (https://dejure.org/1995,1345)
BVerfG, Entscheidung vom 04.10.1995 - 1 BvR 1881/95 (https://dejure.org/1995,1345)
BVerfG, Entscheidung vom 04. Januar 1995 - 1 BvR 1881/95 (https://dejure.org/1995,1345)
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Verfassungsbeschwerde; Gleichheitssatz; Eigentumsgarantie; Rückwirkungsverbot; Auflassung von Bodenreformeigentum durch Erben; Besitzwechsel
Erbe - Grundstückseigentümer - Bodenreform - Unentgeltliche Auflassung
Verfassungsmäßigkeit der Bodenreformabwicklung
LG Dessau, 25.10.1994 - 6 O 767/94
OLG Naumburg, 09.08.1995 - 5 U 8/95
NJ 1996, 195
WM 1995, 2004
Auf dieser Annahme beruhen auch die Beschlüsse des Bundesverfassungsgerichts vom 4. Oktober 1995, DtZ 1996, 14 und vom 17. Juni 1996, DtZ 1997, 88, 89, in denen das Bundesverfassungsgericht einen Verfassungsverstoß durch die in Art. 233 §§ 11 Abs. 3, 12 Abs. 2 Nr. 2 EGBGB bestimmte Verpflichtung der Erben der Begünstigten aus der Bodenreform zur Auflassung verneint hat.
Diese Rechtsvorschriften sind verfassungsrechtlich unbedenklich (BVerfG WM 1995, 2004, 2005;… BGH, Urt. v. 20. Oktober 2000 - V ZR 194/99, WM 2001, 212).
BGH, 16.02.1996 - V ZR 208/94
Pflicht des Erben zur Weiterübertragung des Eigentums an einem Grundstück aus der …
Dies hat nur zu unterbleiben, wenn in pauschalierter Nachzeichnung der Besitzwechselverordnungen die Zuteilung an einen Erben möglich gewesen wäre (BVerfG DtZ 1996, 14).
Verpflichtung zur unentgeltlichen Auflassung von Grundstücken aus der Bodenreform …
Die genannten Rechtsvorschriften sind auch mit dem allgemeinen Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 GG vereinbar (vgl. BVerfG, Beschluß der 1. Kammer des Ersten Senats vom 4. Oktober 1995, DtZ 1996, S. 14 ).
Die Rechtsvorschriften sind auch mit dem allgemeinen Gleichheitsgrundsatz aus Art. 3 Abs. 1 GG vereinbar und verletzen nicht das Bestimmtheitsgebot oder die Regeln über die Einhaltung vïölkerrechtlicher Verträge und Vereinbarungen (BVerfG, DtZ 1996, 14).
Die Regelungen in Art. 233 '' 11 ff. EGBG beschränken sich darauf, zunächst den vorläufigen Eigentümer des Bodenreformgrundstücks festzustellen; sodann soll durch eine schuldrechtliche Regelung die Bodenreform "nachgezeichnet" werden und die Zuweisung des Eigentums von der sinngemäßen, pauschalierten Anwendung der bis zum März 1990 geltenden Vorschriften der BesitzwechselVO abhängig gemacht werden (vgl. BT-Drucksache 12/2480, 83 f.; BVerfG DtZ 1996, 14; BGH DtZ 1996, 176 und 241; BGH VIZ 1996, 523; OLG Rostock, OLG-NL 1996, 101).
Diese Bestimmungen wurden vielmehr durch die Bestimmungen der Besitzwechselverordnungen überlagert, so daß das Bodenreformland nicht in den allgemeinen Nachlaß fiel (vgl. BVerfG, VIZ 1996, 81).
BGH, 07.02.1997 - V ZR 107/96
Beständigkeit des gesetzlichen Erwerbs des Eigentums an einer Kleinstfläche
Die von der Beklagten hierzu vorgetragenen verfassungsrechtlichen Bedenken sind nicht begründet (vgl. BVerfG, Beschlüsse v. 4. Oktober 1995, WM 1995, 2004 und 17. Juni 1996, WM 1996, 1372).
Die Vorschriften des Art. 233 § 11 Abs. 3 in Verbindung mit § 12 Abs. 2 und 3 EGBGB seien nicht verfassungswidrig; das Landgericht ist insoweit der Auffassung des Bundesverfassungsgericht (BVerfG DtZ 1996, 14) gefolgt.
Des weiteren erachtet der Senat die Regelungen des Art. 233 EGBGB zur Abwicklung der Bodenreform für verfassungsgemäß und folgt damit den Beschlüssen des Bundesverfassungsgerichts vom 04. Oktober 1995 (DtZ 1996, 14) und 17. Juni 1996 (ZOV 1993, 341).