Source: https://www.rechtslupe.de/arbeitsrecht/massregelungsverbot-und-der-kuendigungsschutz-398536
Timestamp: 2020-08-15 08:05:15
Document Index: 379614571

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 242', '§ 242', '§ 1', '§ 242', '§ 1', '§ 242', '§ 242', '§ 1', '§ 138', '§ 612', '§ 242']

Maßregelungsverbot - und der Kündigungsschutz | Rechtslupe
Maßregelungsverbot - und der Kündigungsschutz
Maß­re­ge­lungs­ver­bot – und der Kün­di­gungs­schutz
Bei Arbeits­ver­hält­nis­sen, die nicht dem Schutz von § 1 Kün­di­gungs­schutz­ge­setz unter­lie­gen, muss der Arbeit­ge­ber bei sei­ner Kün­di­gung die Grund­sät­ze von Treu und Glau­ben (§ 242 BGB) beach­ten.
Eine Kün­di­gung ver­stößt dann gegen § 242 BGB und ist unwirk­sam, wenn sie aus Grün­den, die von § 1 Kün­di­gungs­schutz­ge­setz nicht erfasst wer­den, Treu und Glau­ben ver­letzt. Die Vor­schrift des § 242 BGB ist auf Kün­di­gun­gen neben § 1 LSGchG nur in beschränk­tem Umfang anwend­bar. Das Kün­di­gungs­schutz­ge­setz hat die Vor­aus­set­zun­gen und Wir­kun­gen des Grund­sat­zes von Treu und Glau­ben kon­kre­ti­siert und abschlie­ßend gere­gelt, soweit es um den Bestands­schutz und das Inter­es­se des Arbeit­neh­mers an der Erhal­tung sei­nes Arbeits­plat­zes geht.
Über die Gene­ral­klau­sel des § 242 BGB darf dem Arbeit­ge­ber der kraft Geset­zes aus­ge­schlos­se­ne Kün­di­gungs­schutz nicht de fac­to doch auf­er­legt wer­den. Eine Kün­di­gung ver­stößt des­halb in der Regel nur dann gegen § 242 BGB, wenn sie Treu und Glau­ben aus Grün­den ver­letzt, die von § 1 Kün­di­gungs­schutz­ge­setz nicht erfasst sind. Es geht vor allem dar­um, Arbeit­neh­mer vor will­kür­li­chen oder auf sach­frem­den Moti­ven beru­hen­den Kün­di­gun­gen zu schüt­zen. Der Vor­wurf will­kür­li­cher, sach­frem­der oder dis­kri­mi­nie­ren­der Aus­übung des Kün­di­gungs­rechts schei­det aus, wenn ein irgend­wie ein­leuch­ten­der Grund für die Rechts­aus­übung vor­liegt [1]. Dane­ben hat die sit­ten­wid­ri­ge Kün­di­gung nach § 138 BGB aber auch die gegen das Maß­re­ge­lungs­ver­bot nach § 612a BGB ver­sto­ßen­de Kün­di­gung eigent­lich kei­nen eige­nen Anwen­dungs­be­reich mehr. Maß­ge­bend ist die Fra­ge, ob eine treu­wid­ri­ge Kün­di­gung im dar­ge­stell­ten Sin­ne vor­liegt.
Lan­des­ar­beits­ge­richt Meck­len­burg ‑Vor­pom­mern, Urteil vom 10. Febru­ar 2015 – 2 Sa 221/​14
BAG 28.08.2003 – 2 AZR 333/​02 – AP Nr. 17 zu § 242 BGB Kün­di­gung[↩]
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