Source: https://www.jusmeum.de/gesetz/chemfachausbv
Timestamp: 2020-01-28 03:36:36
Document Index: 386986630

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 9', '§ 5', '§ 12', '§ 6', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5']

Der Ausbildungsberuf Produktionsfachkraft Chemie wird staatlich anerkannt.
Die in dieser Verordnung genannten Fertigkeiten und Kenntnisse sollen so vermittelt werden, dass die Auszubildenden zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit im Sinne des § 1 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes befähigt werden, die insbesondere selbständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren einschließt. Die in Satz 1 beschriebene Befähigung ist auch in den Prüfungen nach den §§ 9 und 10 nachzuweisen.
Die Ausbildung im ersten Jahr vermittelt eine berufsfeldbreite Grundbildung, wenn die betriebliche Ausbildung nach dieser Verordnung und die Ausbildung in der Berufsschule nach den landesrechtlichen Vorschriften über das Berufsgrundbildungsjahr erfolgen.
Umgehen mit Arbeitsgeräten und -mitteln,
Qualitätssicherung, Kundenorientierung,
Prozess-, Betriebs- und Arbeitsabläufe,
Umgehen mit Arbeitsstoffen und Bestimmen von Stoffkonstanten;
Verfahrenstechnische Grundoperationen;
Installationstechnische Arbeiten;
Warten und Instandhalten betrieblicher Einrichtungen;
Bedienen von Anlagen;
Herstellen und Verarbeiten von Produkten.
Die Fertigkeiten und Kenntnisse nach § 5 sollen nach der in der Anlage enthaltenen Anleitung zur sachlichen und zeitlichen Gliederung der Berufsausbildung (Ausbildungsrahmenplan) vermittelt werden. Eine von dem Ausbildungsrahmenplan abweichende sachliche und zeitliche Gliederung des Ausbildungsinhaltes ist insbesondere zulässig, soweit betriebspraktische Besonderheiten die Abweichung erfordern.
(3) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in höchstens vier Stunden eine praktische Aufgabe durchführen. Hierfür kommt insbesondere in Betracht:
Durchführen einer verfahrenstechnischen Arbeit.
Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Teilprozesse nach Arbeitsplan durchführen, Arbeitsergebnisse dokumentieren und Maßnahmen zur Sicherheit, zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit sowie zum Umweltschutz ergreifen kann.
(4) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in höchstens 120 Minuten praxisbezogene Aufgaben unter Berücksichtigung berufsbezogener Berechnungen lösen. Dabei sollen Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum Umweltschutz sowie zur Anlagensicherheit einbezogen werden. Für die Aufgaben kommen insbesondere in Betracht:
Produktionstechnik einschließlich Umgang mit Arbeitsstoffen, verfahrenstechnische Grundoperationen und Messtechnik,
Wartung und Installationstechnik.
(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in höchstens sieben Stunden eine praktische Aufgabe durchführen. Hierfür kommt insbesondere in Betracht:
Durchführen eines Herstellungs- oder Verarbeitungsprozesses unter Berücksichtigung
der Produktionstechnik mit höchstens zwei verfahrenstechnischen Grundoperationen und
der Anlagentechnik mit einer Montage-, einer Instandhaltungs- oder einer Wartungsarbeit.
Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Teilprozesse nach Arbeitsplan selbständig durchführen, Arbeitszusammenhänge erkennen, Arbeitsergebnisse kontrollieren und dokumentieren, Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum Umweltschutz sowie qualitätssichernde Maßnahmen ergreifen kann. Bei der Bewertung der praktischen Aufgabe ist die Produktionstechnik mit 70 Prozent, die Anlagentechnik mit 30 Prozent zu gewichten.
(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den Prüfungsbereichen
Verfahrens- und Produktionstechnik,
geprüft werden. In den Prüfungsbereichen Verfahrens- und Produktionstechnik sowie Anlagentechnik soll der Prüfling zeigen, dass er praxisbezogene Aufgaben lösen kann. Dabei sollen berufsbezogene Berechnungen, Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum Umweltschutz sowie qualitätssichernde Maßnahmen einbezogen werden. Es kommen Aufgaben insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:
1. im Prüfungsbereich Verfahrens- und Produktionstechnik 120 Minuten,
2. im Prüfungsbereich Anlagentechnik 60 Minuten,
3. im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde 30 Minuten.
1. Prüfungsbereich Verfahrens- und Produktionstechnik 50 Prozent,
2. Prüfungsbereich Anlagentechnik 30 Prozent,
(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und schriftlichen Teil der Prüfung mindestens ausreichende Leistungen erbracht sind. In zwei der Prüfungsbereiche des schriftlichen Teils müssen mindestens ausreichende Leistungen, in dem weiteren Prüfungsbereich dürfen keine ungenügenden Leistungen erbracht worden sein.
Die bisher festgelegten Berufsbilder, Berufsbildungspläne und Prüfungsanforderungen für den Ausbildungsberuf Chemiebetriebsjungwerker sind vorbehaltlich des § 12 nicht mehr anzuwenden.
Anlage (zu § 6) Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zur Produktionsfachkraft Chemie
(Fundstelle: BGBl. I 2005, 909 - 912)
Lfd. Nr. Ausbildungsberufsbild Fertigkeiten und Kenntnisse Zeitliche Richtwerte in Wochen im Ausbildungsjahr
1 Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht (§ 5 Nr. 1) a) Bedeutung des Ausbildungsvertrages, insbesondere Abschluss, Dauer und Beendigung, erklären
3 Betriebliche Maßnahmen zum verantwortlichen Handeln (Responsible Care) (§ 5 Nr. 3) während der gesamten Ausbildung zu vermitteln
3.1 Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit (§ 5 Nr. 3.1) a) Gefährdung von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz feststellen und Maßnahmen zu ihrer Vermeidung ergreifen
e) Aufgaben der zuständigen Berufsgenossenschaft und der für den Arbeitsschutz zuständigen Behörden erläutern
f) persönliche Schutzausrüstungen handhaben
h) Explosionsgefahren beschreiben und Maßnahmen zum Explosionsschutz ergreifen
i) Maßnahmen zum Schutz gegen die gefährliche Wirkung des Stroms bei unterschiedlichen Netzsystemen anwenden
j) Kennzeichnungen und Kennzeichnungsfarben von Behältern und Fördersystemen zuordnen
l) ergonomische Grundregeln anwenden sowie Maßnahmen zur Erhaltung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit ergreifen
m) mit Gefahrstoffen umgehen; Gefahren erläutern und vermeiden
3.2 Anlagensicherheit (§ 5 Nr. 3.2) a) Exzonen, Zündschutzarten und Temperaturklassen beachten
b) Einrichtungen zur Anlagensicherheit unterscheiden und beachten
c) Störungen erkennen und melden
3.3 Umweltschutz (§ 5 Nr. 3.3) Zur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen im beruflichen Einwirkungsbereich beitragen, insbesondere
e) Abfälle sammeln, lagern und für die Verwertung bereitstellen
3.4 Einsetzen von Energieträgern (§ 5 Nr. 3.4) a) die im Ausbildungsbetrieb verwendeten Energiearten unterscheiden 4*)
b) vorgegebene Energiearten unter Beachtung des Gefährdungspotenzials einsetzen
3.5 Umgehen mit Arbeitsgeräten und -mitteln (§ 5 Nr. 3.5) a) Fördersysteme einschließlich Armaturen bedienen und pflegen 8*)
b) Werkstoffe unter Beachtung ihrer mechanischen, thermischen und chemischen Eigenschaften einsetzen
d) Maßnahmen zum Schutz vor Korrosion, Verschleiß, Unterkühlung und Überhitzung ergreifen
e) Arbeitsmittel warten und pflegen
3.6 Qualitätssicherung, Kundenorientierung (§ 5 Nr. 3.6) a) betriebsspezifische Instrumente zur Qualitätssicherung, insbesondere zur Produktkontrolle, anwenden während der gesamten Ausbildung zu vermitteln
b) prozess- und kundenorientiert arbeiten
3.7 Kostenorientiertes Handeln (§ 5 Nr. 3.7) a) Möglichkeiten zur Kostenersparnis im eigenen Arbeitsbereich nutzen
4 Arbeitsorganisation und Kommunikation (§ 5 Nr. 4)
4.1 Prozess-, Betriebs- und Arbeitsabläufe (§ 5 Nr. 4.1) a) Materialien, Ersatzteile, Werkzeuge sowie Betriebsmittel bereitstellen und lagern
b) Fließbilder und Verfahrensvorschriften anwenden
c) Arbeitsschritte und Teilaufgaben unter Beachtung wirtschaftlicher und terminlicher Vorgaben durchführen; Abweichungen von der Planung melden
4.2 Arbeiten im Team (§ 5 Nr. 4.2) a) Verhaltens- und Umfangsformen in der betrieblichen Zusammenarbeit
b) Gespräche mit Vorgesetzten, Mitarbeitern und in der Gruppe situationsgerecht führen; Sachverhalte darstellen
c) Aufgaben im Team abstimmen und bearbeiten; Ergebnisse kontrollieren
4.3 Informationsbeschaffung, Dokumentation (§ 5 Nr. 4.3) a) Informationsquellen aufgabenorientiert nutzen; fremdsprachige Fachbegriffe anwenden
b) Hilfsmittel zur Dokumentation einsetzen
c) Arbeitsabläufe und -ergebnisse dokumentieren
4.4 Kommunikations- und Informationssysteme (§ 5 Nr. 4.4) a) betriebsspezifische Kommunikations- und Informationssysteme einsetzen
b) mit arbeitsplatzspezifischer Software arbeiten
5 Umgehen mit Arbeitsstoffen und Bestimmen von Stoffkonstanten (§ 5 Nr. 5) a) chemische Gesetzmäßigkeiten, insbesondere hinsichtlich der Reaktionsfähigkeit, beachten 12
b) Wärmetönung bei chemischen Reaktionen beachten
c) physikalische Gesetzmäßigkeiten, insbesondere Aggregatzustandsänderungen und den Einfluss von Druck und Temperatur auf Gasvolumina, beachten
d) mit Säuren, Basen, Salzen und deren Lösungen umgehen
e) mit Lösemitteln umgehen, insbesondere mit Alkanolen und Alkanonen
f) Arbeitsstoffe kennzeichnen und lagern
g) Proben nehmen und Parameter bestimmen
h) Säure-Base-Titrationen, insbesondere einwertige Säuren mit einwertigen Basen, durchführen und stöchiometrisch auswerten; pH-Wert bestimmen 6
i) Volumen, Masse und Dichte von Feststoffen sowie Konzentration von Lösungen über Dichte, Brechzahl und Trockengehalt bestimmen
6 Verfahrenstechnische Grundoperationen (§ 5 Nr. 6) a) Grundoperationen unterscheiden, Geräte ihren Einsatzgebieten zuordnen 12
b) Mischungen einschließlich Lösungen mit vorgegebenen Massenanteilen herstellen
c) Feststoffe nach einem Verfahren zerkleinern und Gemenge sortieren und klassieren
d) Feststoff-Flüssigkeits-Gemische insbesondere durch Sedimentieren, Zentrifugieren und Filtrieren trennen
e) Gemische durch Umkristallisieren und Destillieren reinigen 6
f) Feststoffe trocknen
7 Installationstechnische Arbeiten (§ 5 Nr. 7) a) Rohre und Rohrleitungsteile unter Berücksichtigung von Rohrverbindungsarten und -elementen sowie Dichtungsmaterialien verbinden und abdichten 6
b) Absperrorgane bedienen
8 Warten und Instandhalten betrieblicher Einrichtungen (§ 5 Nr. 8) a) Anlagen einrichten, warten und überprüfen 6
b) Wartungsarbeiten dokumentieren
c) bei der In- und Außerbetriebnahme von Produktionseinrichtungen mitwirken
d) Rohrleitungsteile und Armaturen unter Beachtung sicherheitstechnischer Vorschriften aus- und einbauen 8
e) Instandhaltungsmaßnahmen nach Plan durchführen und dokumentieren
f) Störungen im Produktionsablauf erkennen und vorgegebene Maßnahmen zur Beseitigung ergreifen
9 Messtechnik (§ 5 Nr. 9) a) Geräte zur Bestimmung von Druck, Durchfluss, Füllstand, Menge und Temperatur unterscheiden und ihren Einsatzgebieten zuordnen 4
b) Temperaturen messen
c) Druck, Füllstand, Durchfluss und Menge mit mechanischen Geräten messen
d) den Elementen eines Regelkreises Funktionen zuordnen 4
10 Bedienen von Anlagen (§ 5 Nr. 10) a) Einsatz- und Hilfsstoffe übernehmen und bereitstellen, Wareneingangskontrollen durchführen 12
b) Betriebsbereitschaft von Anlagen sicherstellen
c) Anlagen oder Teilanlagen an- und abfahren
d) Anlagen oder Teilanlagen gemäß Betriebsanweisung bedienen und überwachen
11 Herstellen und Verarbeiten von Produkten (§ 5 Nr. 11) a) anorganische, organische, polymere oder bio- und gentechnische Produkte unter Berücksichtigung gesetzlicher und betrieblicher Vorgaben herstellen oder verarbeiten 16
b) Herstellungs- und Verarbeitungsprozesse dokumentieren und Inprozesskontrollen durchführen
c) Produkte lagern, insbesondere abfüllen, kennzeichnen, palettieren, transportieren und stapeln
2005, 906: BGBl I