Source: http://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/A/ausbildung_landsh/Berufe/Justizfachwirt.html?nn=1264394
Timestamp: 2018-05-24 16:43:31
Document Index: 312087255

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 10', '§ 20', '§ 23', '§ 6', '§ 10', '§ 19']

schleswig-holstein.de - Ausbildung - Justizfachwirt
Was macht ein/e Justizfachwirt/in?
Justizfachwirtinnen und Justizfachwirte sorgen gemeinsam mit Richterinnen und Richtern, Rechtspflegerinnen und Rechtspflegern sowie Justizfachangestellten für einen reibungslosen und bürgernahen Ablauf bei Gericht. Sie schlagen die Beamtenlaufbahn (Laufbahngruppe 1, 2. Einstiegsamt = ehemaliger mittlerer Justizdienst) ein.
Justizfachwirte sind für Bürgerinnen und Bürger Ansprechpartner in rechtlichen Fragen. © Holger Stoehrmann
Justizfachwirtinnen und Justizfachwirte arbeiten dabei in fachbezogenen Geschäftsstellen, wie zum Beispiel im Grundbuchamt, in der Nachlass- oder auch Familienabteilung. Einerseits unterstützen sie Richterinnen und Richter sowie Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger bei Aufgaben wie Protokollführung, Terminfindung oder Aktenführung. Auf der anderen Seite sind sie Ansprechpartnerinnen und – partner für alle Bürgerinnen und Bürger mit rechtlichen Anfragen.
Ihr Aufgabenspektrum ist vielfältig und sie werden in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt. Als Kostenbeamte kümmern sie sich unter anderem um Gerichtskostenberechnungen. Als Urkundsbeamtinnen und Urkundsbeamte sind sie mit dem Schriftverkehr betraut. Doch dies ist nur ein Ausschnitt aus ihrem Tätigkeitsfeld rund um die Büroorganisation und Verwaltung bei Gericht.
info Serkan Ekici erzählt aus seinem Berufsalltag
Im Detail: Justizfachwirte...
nehmen Anträge, Rechtsmittel, Rechtsbehelfe und Erklärungen auf
setzen Informations- und Kommunikationstechniken aufgabenorientiert ein
erteilen Auskünfte
führen Registraturarbeiten durch
verwalten Dateien und Karteien
sind für den Posteingang und Postausgang zuständig
berechnen, vermerken und überwachen Fristen
gewähren Akteneinsicht
fertigen und beglaubigen Schriftstücke
führen die Statistik
veranlassen Zustellungen
erstellen Protokolle
überwachen Zahlungseingänge
Justizfachwirte bearbeiten häufig sensible Rechtsangelegenheiten und stehen in direktem Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern. Daher ist eine charakterliche Eignung in diesem Beruf sehr wichtig. Wer diesen Beruf ergreifen möchte, sollte ...
vertrauenswürdig sein,
aufgeschlossen gegenüber unterschiedlichen Menschen sein,
kommunikationsstark und empathisch mit Menschen umgehen können,
zuverlässig und gewissenhaft arbeiten
über sehr gute Sprach- und Rechtsschreibefähigkeiten verfügen,
versiert im Maschinenschreiben sein,
gerne mit Zahlen umgehen.
mindestens den erfolgreichen Abschluss der Realschule oder
den erfolgreichen Besuch einer Hauptschule und eine für die Laufbahn förderliche abgeschlossene Berufsausbildung oder einen als gleichwertig anerkannten Bildungsstand nachweist;
Es gelten die Zugangsvoraussetzungen für die Laufbahngruppe 1, 2. Einstiegsamt.
Folgende weitere Voraussetzungen müssen nach § 3 LAPO JFW grundsätzlich erfüllt sein:
die für den mittleren Justizdienst erforderliche körperliche Leistungsfähigkeit besitzt; dabei darf von Menschen mit Behinderung nur das für die Laufbahn erforderliche Mindestmaß körperlicher Eignung verlangt werden.
hinreichende Schreibmaschinenkenntnisse mit einer Mindestleistung von 180 Anschlägen pro Minute nachweisen. Dieser Nachweis kann noch bis zum Ende des ersten Ausbildungsabschnitts geführt werden.
Organisationsfähigkeit, eine gute Auffassungsgabe, Kooperations-, Kritik- und Kommunikationsfähigkeit, sowie emotionale Stabilität und ein hohes Maß an Motivation wird erwartet.
Zugangsvoraussetzungen in die Laufbahngruppe 1, 2. Einstiegsamt
die Gewähr dafür bietet, jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes einzutreten, und
die nach Landesrecht vorgeschriebene Befähigung besitzt.
Die Regelungen über die Laufbahn und Ausbildung der Beamtinnen und Beamten des Justizfachwirtdienstes befinden sich in der LAPO JFW vom 06.12.2012 (Landesverordnung über die Einrichtung des Laufbahnzweiges Justizfachwirtinnen und Justizfachwirte und deren Ausbildung und Prüfung für die Laufbahn der Fachrichtung Justiz – Laufbahngruppe 1, zweites Einstiegsamt).
Landesverordnung Justizfachwirte (PDF 34KB, Datei ist nicht barrierefrei)
2 Jahre (§ 10 LAPO JFW)
Der Vorbereitungsdienst besteht aus der berufspraktischen Ausbildung von achtzehn Monaten und der fachtheoretischen Ausbildung von sechs Monaten.
Der Vorbereitungsdienst gliedert sich grundsätzlich wie folgt:
Ausbildungsergänzung
Ausbildung bei einem Amtsgericht 14 Monate
ergänzender Unterricht mit Übungen
(1 Arbeitstag pro Woche)
Ausbildung bei einem Gericht der Fachgerichtsbarkeit 1 Monat
Ausbildung bei der Staatsanwaltschaft eines Landgerichts 1 Monat
Fachlehrgang 6 Monate
Ausbildung bei einem Landgericht 1 Monat
Die fachtheoretische Unterricht wird in Form von Vorträgen, Besprechungen und Übungen erteilt (§ 20 LAPO JFW). Der Unterricht umfasst wöchentlich 25 bis 30 Stunden.
Nach Maßgabe des Lehrplans sind in den einzelnen Fächern mündliche und schriftliche Leistungsnachweise zu erbringen.
Am Ende des Vorbereitungsdienstes haben die Anwärterinnen und die Anwärter die Laufbahnprüfung abzulegen (§ 23 LAPO JFW). Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil.
Ansprechpartnerinnen und –partner während der Ausbildung:
In jedem Ausbildungsgericht stehen Ausbildungsleiterinnen oder Ausbildungsleiter als Ansprechpartner zur Verfügung, die den Ablauf der Ausbildung koordinieren.
Der Vorbereitungsdienst erfolgt unter der Dienstaufsicht der Landgerichte Flensburg, Itzehoe, Kiel oder Lübeck.
Die praktische Ausbildung findet in den Amtsgerichten Schleswig, Husum, Meldorf, Itzehoe, Elmshorn, Neumünster, Niebüll, Reinbek, Rendsburg, Eutin, Norderstedt oder Schwarzenbek sowie in den Staatsanwaltschaften, in den Fachgerichten und den Landgerichten statt, für einzelne Abteilungen kann eine Abordnung an ein anderes Gericht des gleichen Landgerichtsbezirkes erfolgen.
Die fachtheoretische Ausbildung erfolgt beim Landgericht Lübeck.
Die berufspraktische Ausbildungszeit beginnt in der Geschäftsstelle bei dem Amtsgericht. Die Anwärterinnen und Anwärter werden ausgebildet in
Zivilprozesssachen einschließlich der Familiengerichtsbarkeit,
sonstigen Zwangsvollstreckungssachen einschließlich der Information im Gerichtsvollzieherdienst,
Strafsachen einschließlich der Jugendgerichts- und Ordnungswidrigkeitssachen,
Grundbuchsachen,
Vormundschaftssachen,
Nachlasssachen,
und in sonstigen Angelegenheiten.
Während des Vorbereitungsdienstes sind die Anwärterinnen und Anwärter Beamtinnen bzw. Beamte auf Widerruf (§ 6 LAPO JFW-Landesverordnung Justizfachwirt) und führen die Amtsbezeichnung Justizobersekretäranwärterin bzw. Justizobersekretäranwärter. Es werden Anwärterbezüge von monatlich 1.134,60 € brutto (Stand: 2018) und bei Verheirateten ein Familienzuschlag gezahlt. Die Bezüge sind zu versteuern, Sozialversicherungsbeiträge sind nicht abzuführen. Für Aufwendungen in Krankheitsfällen leistet das Land Schleswig-Holstein Beihilfen. Diese decken allerdings nur einen Teil der Kosten- bei Ledigen 50%. Der Abschluss einer privaten Krankenversicherung über den restlichen Prozentsatz wird empfohlen.
Einstellungstermin ist der 1. August. Die Zahl der Einstellungen richtet sich nach dem voraussichtlichen künftigen Bedarf an Justizfachwirtinnen und Justizfachwirten.
Ihre aussagekräftige Bewerbung richten Sie bitte bis zum 31. August des Vorjahres an:
-Personalreferat-
ein aussagekräftiges Anschreiben mit einer kurzen Darstellung der Gründe für die Berufswahl,
ein von der Bewerberin oder dem Bewerber eigenhändig geschriebener tabellarischer Lebenslauf,
Fotokopie des Abschluss- oder der Abgangszeugnisse der zuletzt besuchten Schule; liegt dies noch nicht vor, zunächst das letzte Schulzeugnis,
ggf. Nachweise und Zeugnisse über berufliche Tätigkeiten seit der Schulentlassung.
Von der Übersendung von Bewerbungsfotos sollte abgesehen werden.
Bewerberinnen und Bewerber, die sich bereits im Justizdienst befinden, reichen ihr Gesuch unter Beifügung der vorgenannten Bewerbungsunterlagen auf dem Dienstwege ein. Eine Eignungsbeurteilung wird von Amts wegen angefordert. Bewerberinnen und Bewerber aus der Laufbahngruppe1, erstes Einstiegsamt (vormals: einfacher Justizdienst) sollen bei Ausbildungsbeginn eine Mindestdienstzeit von 3 Jahren haben. Sie haben außerdem einen Test in Rechtschreibung, Mathematik und freier Textformulierung abzulegen.
Bewerberinnen und Bewerber mit Behinderung werden bei entsprechender Eignung bevorzugt eingestellt. Der Nachweis der Behinderung ist der Bewerbung - in Kopie - beizufügen. Frauen werden bei gleichwertiger Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben vorrangig berücksichtigt.
Wir begrüßen es ausdrücklich, wenn sich Menschen mit Migrationshintergrund bei uns bewerben.
Wie erfolgt das Auswahlverfahren?
Aus den eingereichten Bewerbungsunterlagen wird eine Bestenauslese vorgenommen. Die vorausgewählten Bewerber werden zu einem Vorstellungsgespräch geladen. Im Vorstellungsgespräch ist ein kleiner Test integriert und es wird die persönliche Eignung für den Beruf, entsprechend der in der Ausschreibung genannten Persönlichkeits-merkmale hinterfragt. Sowohl die Vorauswahl, als auch das weitere Auswahlverfahren erfolgt unter Beteiligung der Gleichstellungsbeauftragten, des Vertreters der Menschen mit Behinderungen und des Bezirkspersonalrates bei dem Schleswig- Holsteinischen Oberlandesgericht.
Mit bestandener Laufbahnprüfung endet das Beamtenverhältnis auf Widerruf automatisch und die Absolventinnen und die Absolventen sind nunmehr berechtigt die Berufsbezeichnung "Justizfachwirtin" bzw. "Justizfachwirt" zu führen.
Im Rahmen verfügbarer Stellen werden sie von der Präsidentin des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts zunächst als Justizobersekretärinnen bzw. –sekretäre in das Beamtenverhältnis auf Probe berufen (Besoldungsgruppe A7). Ein Anspruch auf Übernahme in den Landesdienst besteht nicht. Der Grundgehaltssatz beträgt zurzeit 2.074,40 € brutto (Stand: 01.03.2015). Es kommen eventuell vermögenswirksame Leistungen und ein Familienzuschlag hinzu.
Nach einer Probezeit von drei Jahren (§ 10 BeamtStG, § 19 Absatz 2 LBG) erfolgt regelmäßig die Ernennung zur Beamtin auf Lebenszeit bzw. zum Beamten auf Lebenszeit.
Justizhauptsekretär/in (A8) und Justizamtsinspektor/in (A9).
In Einzelfällen ist ein prüfungsfreier Aufstieg in die Laufbahngruppe 2, erstes Einsteigsamt (vormals: gehobener Dienst) möglich.
Justizfachwirte können sich unter Erfüllung bestimmter Voraussetzungen für den Gerichtsvollzieherdienst oder zum Studiengang Diplom-Rechtspfleger/in qualifizieren.
Für weitere Fragen stehen Ihnen am Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgericht gern zur Verfügung:
Frau Rohde (04621 86-1209) und im Vertretungsfall Frau Faulhaber (04621 86-1057)
Allgemeine Informationen zum Beruf des Justizfachwirts erhalten Sie auch bei der Arbeitsagentur. Dort haben Sie auch die Möglichkeit den Informationsfilm über den Beruf der Justizfachwirtin und des Justizfachwirts abzurufen.
Das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht nimmt jährlich an verschiedenen Nordjobmessen teil. Ihre Fragen beantworten wir auch gern in einem persönlichen Gespräch am Messestand. Eine Terminübersicht erhalten Sie hier! Messetermine 2018