Source: https://de.scribd.com/document/148285683/Whitepaper-Urheberrecht-Praxis-und-Fiktion-Rechtekla-rung-beim-kulturellen-Erbe-im-Zeitalter-der-Digitalisierung-von-Paul-Klimpel
Timestamp: 2020-01-29 09:02:07
Document Index: 85908788

Matched Legal Cases: ['Art. 2262', 'Art. 1161', 'Art. 2279', 'Art. 5', 'Art. 6', 'Art.\n5', 'Art. 6', '§ 53']

Grundlagenpapier Im Auftrag der Nationalbibliothek Luxemburg 2nd Europeana Licensing Workshop Luxembourg, 13&14 Mai 2013
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Urheberrecht, Praxis
Rechteklrung beim kulturellen Erbe
Im Auftrag der Nationalbibliothek Luxemburg
2nd Europeana Licensing Workshop Luxembourg, 13&14 Mai 2013
Lizenziert von Dr. Paul Klimpel unter Creative Commons BY-SA 3.0 Luxemburg
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/lu/
1. Einfhrung........................................................................................................................................3
2. Urheberrechtliche Prinzipien und ihre Folgen.................................................................................4
a. Entstehung und Einrumung von Rechten...................................................................................5
b. Unterschiede zwischen Urheberrecht und Sachenrecht ..............................................................6
c. Keine Formalien...........................................................................................................................7
d. Lange Schutzfristen.....................................................................................................................8
e. Rechtliche Unsicherheiten...........................................................................................................8
f. Nutzung unzulssig......................................................................................................................9
3. Praxis................................................................................................................................................9
a. Bedrfnis nach Rechtezuschreibungen........................................................................................9
b. Formen der Rechtezuschreibungen............................................................................................11
ba. Betrug..................................................................................................................................11
bb. Reichweite von Rechten berdehnt.....................................................................................12
bc. Unzulssiger Schluss von Sacheigentum auf Nutzungsrecht .............................................13
bd. Vermutungen.......................................................................................................................13
c. Verwaiste Werke.........................................................................................................................14
4. Rechtliche Bestimmungen, die die Zuschreibung von Rechten sttzen.........................................16
5. Zunehmendes Auseinanderfallen von Recht und Praxis................................................................17
6. Schlieen der Lcke zwischen Recht und Praxis...........................................................................19
7. Konsequenzen fr die Praxis von Heute........................................................................................22
Im Geltungsbereich der revidierten Berner bereinkunft und damit fast berall auf
der Welt geht das Urheberrecht von klaren Prinzipien aus: Das Recht an einer geis-
tigen Schpfung entsteht beim Urheber.* Es entsteht automatisch und ohne dass es
dafr irgendwelcher Formalien bedarf. Der Urheber kann dann verschiedene Nutzungsrechte an dem Werk einrumen. Nur derjenige, dem die entsprechenden
Rechte eingerumt wurden, darf ein Werk nutzen. Ohne eine bertragung der entsprechenden Rechte (oder eine der seltenen ausdrcklichen gesetzlichen Genehmigungen) darf ein Werk nicht genutzt werden.
Jede Nutzung eines urheberrechtlich geschtzten Werkes muss danach eine
lckenlose Kette der bertragung entsprechender Rechte vom Urheber zum Nutzer
Rechtliche Unsicherheiten bei lteren Werken
aufweisen. Dies gilt auch in Hinblick auf das kulturelle Erbe und damit fr Werke,
deren Verwertungszyklus in der Regel lngst abgelaufen ist, die aufgrund der langen Schutzdauer aber immer noch dem Urheberrecht unterliegen. Bei lteren Werken ist jedoch hufig unklar, wer welche Rechte daran hlt insbesondere im Hinblick auf die Rechte zu digitalen Nutzungen, die zum Zeitpunkt der Schpfung des
Werkes noch gar nicht bekannt waren.
Die rechtlichen Unsicherheiten bewirken, dass viele mgliche und wnschenswerte Nutzungen lterer Werke unterbleiben. Doch es wird keineswegs im-
Rechtezuschreibungen, Rechteanmaungen
mer auf Nutzungen verzichtet, sondern hufig wird mit solchen Unsicherheiten
pragmatisch umgegangen. Hufigste Methode, ein Werk trotz rechtlicher Unsicherheiten zu nutzen, ist die fiktive Zuschreibung von Rechten oder die Anerkennung
von Rechteanmaungen. Whrend die Zuschreibung von Rechten darauf beruht,
dass es unter den betroffenen Parteien einen Konsens darber gibt, wer als Rechteinhaber zu gelten hat, wird die Geltendmachung von Rechten, die der betreffende
gar nicht hat, als Rechtsanmaung bezeichnet. Auch wenn Rechtszuschreibung und
Rechtsanmaung unter rein rechtlichen Gesichtspunkten gar keine Auswirkungen
haben, so spielen sie doch in der Praxis eine groe Rolle.
Dies gilt auch fr verwaiste Werke, deren Rechteinhaber gnzlich unbekannt
sind. Neben der Rechtezuschreibung wird hier hufig mit Rckstellungen gearbeitet, die bei der Nutzung der Werke fr den Fall gebildet und vorgehalten werden,
In einigen Rechtsordnungen ist es auch mglich, dass das Urheberrecht direkt beim Arbeitgeber entsteht. Auch
dann aber ist die Schpfung durch den Urheber der Ausgangspunkt fr den Rechtserwerb.
dass ein spter auftauchender Rechteinhaber Ansprche geltend macht. Vor diesem
Hintergrund ist fraglich, ob die auf Grundlage der Richtlinie 2012/28/EU1 entstehenden Bestimmungen der einzelnen EU-Staaten zu verwaisten Werken Grundlegendes ndern werden. Viel spricht dafr, dass sich die etablierten Strukturen der
eigentlich ungerechtfertigten Rechtezuordnungen auch in Zukunft behaupten
Doch die bislang weitgehend akzeptierten Rechtezuschreibungen werden zunehmend in Frage gestellt. Das Urheberrecht war lange Zeit eine spezielle Fachdis-
ber Rechte
ziplin, mit der nur die Wenigen in Berhrung gekommen sind, die professionell mit
der Auswertung von Werken befasst waren. Infolge der Digitalisierung und des Internet ist es in den letzten Jahren wichtiger geworden und betrifft lngst jeden Brger. Alltgliches Verhalten wie die Nutzung eines Smartphones ist mit urheberrechtlich relevanten Handlungen verbunden. Aufgrund der greren Relevanz im
Alltag, neuer Auswertungsmglichkeiten und der gewachsenen Aufmerksamkeit
erinnern sich Urheber oder deren Erben ihrer Rechte und stellen Forderungen. Auf
der anderen Seite setzen sich Firmen ber bislang akzeptierte Rechtezuschreibungen hinweg, wenn es um neue Verwertungsformen geht. Streitigkeiten darber
werden immer fter vor Gericht ausgetragen. Dies erhht die Rechtsunsicherheit
und das finanzielle Prozessrisiko. Der Umgang mit lteren Werken wird risikoreicher.
Archive, Museen und Bibliotheken sind von den rechtlichen Unsicherheiten
lterer Werke besonders betroffen. Sie sind es, die oft dafr gesorgt haben, dass
solche Werke berhaupt erhalten geblieben sind. Ihre Aufgaben liegen im ffentlichen Interesse. Daher mssen auch die rechtlichen Rahmenbedingungen verbessert
werden, damit sie ihre Aufgaben unter den vernderten Umstnden der Digitalisierung weiter wahrnehmen knnen. Die Unsicherheit ber den rechtlichen Status lterer Werke darf die im ffentlichen Interesse liegende Arbeit der Gedchtnisinstitutionen nicht behindern.
2. Urheberrechtliche Prinzipien und ihre Folgen
Die im Geltungsbereich der revidierten Berner bereinkunft geltenden urheberrechtlichen Prinzipien sind die Basis dafr, wie nach rein rechtlichen Gesichts1
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2012:299:0005:0012:DE:PDF
Rein rechtliche
punkten der urheberrechtliche Status von Werken zu beurteilen ist.
a. Entstehung und Einrumung von Rechten
Das Urheberrecht entsteht mit der Erschaffung eines Werkes. Was als Werk angesehen wird, wird im Detail durch die jeweiligen nationalen Gesetzgebungen definiert.
Dabei wird eine geistige Schpfung verlangt, die Mindestanforderungen an Originalitt gerecht wird.Die Anforderungen sind seit Entstehen des Urheberrechts im
19. Jahrhundert immer geringer geworden und heute sehr niedrig.
Die mit dem Urheberrecht entstehenden Rechte knnen bertragen werden
bezogen auf einzelne Handlungen oder Nutzungsarten oder generell fr alle Nut-
bertragung von
zungsarten, ausschlielich oder nicht ausschlielich, bertragbar oder nicht bertragbar, zeitlich befristet oder unbefristet. Es gibt also groe Unterschiede, wenn
urheberrechtliche Nutzungsrechte bertragen werden: Welche Rechte fr welche
Nutzung, fr welchen Zeitraum, an wen usw.
In der Praxis wird hufig mit Formulierungen wie Rechteinhaber ist ...
nicht differenziert, welchen Umfang bertragene urheberrechtliche Nutzungsrechte
haben. Sogenannte Buy out-Vertrge sind weit verbreitet. Mit ihnen rumt ein
Urheber umfassend einem Verwerter alle Nutzungsrechte, inhaltlich, zeitlich und
rumlich unbeschrnkt, ein. Dies trgt dazu bei, dass urheberrechtliche Nutzungsrechte als eine Einheit gesehen werden. Gerade in Bezug auf ltere Werke ist dies
oft ein Trugschluss. Bestimmte Nutzungsarten knnen auch dann nicht erfasst sein,
wenn eigentlich eine umfassende bertragung aller Rechte gewollt war. Auerdem
gibt es Vertrge, bei denen Kreative die bertragung von Rechten bewusst beschrnkt haben. Nach der sogenannten Zweckbertragungslehre hat der Urheber
die Nutzungsrechte im Zweifel nur soweit bertragen, wie dies fr den Zweck der
jeweilig vertraglich beabsichtigten Auswertung notwendig ist. Die Einschrnkung
der bertragung von Rechten auf eine bestimmte Zeit und Nutzungsart ist erst
recht dann blich, wenn Verwerter als Rechteinhaber Rechte an andere Verwerter
weiter bertragen.
Besonders kompliziert ist die Situation bei Werken, welche unterschiedliche
Werkarten und Leistungen verschiedener Urheber beinhalten, die dann zu einem
Gesamtwerk vereinigt werden. Typisches Beispiel hierfr sind Filme. Auch hier
gilt der Grundsatz, dass die unterschiedlichen Urheber (zum Beispiel der Regis5
Mehrere Urheber eines Werkes
seur, der Kameramann oder der Cutter) durch ihre kreative Leistung jeweils eigene
Urheberrechte erwerben. Es wird dann versucht, alle Rechte zu vereinen, was aber
aus rechtlichen Grnden unter Umstnden gar nicht mglich ist. So war bzw. ist die
bertragung unbekannter Nutzungsarten in einigen Rechtsordnungen verboten. Erschwerend kommt hinzu, dass die Rechtsordnungen hier vllig unterschiedlich
sind. Wo immer an einer Produktion viele Urheber mitwirken, ist die Rechtssituation sehr komplex, da die Rechteabtretung und lckenlose Rechtekette fr jeden mitwirkenden Urheber geklrt werden muss. Das heit, wenn heute ein lterer Film
genutzt werden soll, muss geklrt werden, welche Rechte seinerzeit die beteiligten
Urheber an den Filmhersteller bertragen haben, und ob und an wen der Filmhersteller wiederum spter wirksam und berechtigterweise diese Rechte weiterveruert hat. Je lnger die Rechtekette ist, desto grer ist die Gefahr, dass bestimmte
Rechte nicht oder nicht in ausreichendem Umfang bertragen wurden. Um dies zu
berprfen, mssen alle jemals geschlossenen Vertrge also im genannten Beispiel die der Urheber mit dem Filmhersteller und die dann folgenden zur Weiterveruerung oder Lizenzierung des Films analysiert werden.
b. Unterschiede zwischen Urheberrecht und Sachenrecht
Anders als beim Sacheigentum ist bei urheberrechtlichen Nutzungsrechten ein gutglubiger Erwerb grundstzlich nicht mglich.2 Damit bleibt eine Nutzung auch
Kein gutglubiger Erwerb
dann unzulssig, wenn der Betreffende im guten Glauben an einen angeblichen
Rechteinhaber fr die Nutzung von Werken gezahlt oder eine Erlaubnis bekommen
hat. Eine Nutzung von urheberrechtlich geschtzten Werken im Wissen um die fehlende Befugnis unterscheidet sich von einer solchen, die im guten Glauben erfolgte, lediglich durch die Strafbarkeit. Die Strafbarkeit von Urheberrechtsverletzungen
setzt voraus, dass der Verletzer von der Verletzung fremder Rechte wei oder diese
billigend in Kauf nimmt.
Auch andere Regeln der Zuordnung bei rechtlich zweifelhaften Erwerb gibt
Keine Ersitzung
es im Urheberrecht nicht. Das Sacheigentum kann in den meisten Rechtsordnungen
nach einer gewissen Zeit ersessen werden.3 Kerngedanke dieser Regelung ist,
Vgl. Haimo Schack, Urheber- und Urhebervertragsrecht, dort auch zu den Mglichkeiten eines gutglubigen
Erwerbs bei einem verpflichtenden Register.
Vgl. z.B. in Frankreich Art. 2262, 2265 CC, in Deutschland 937 ff BGB, in Italien Art. 1161 CC und in
dass nach einer langen Zeit einer zwar fehlerhaften, aber unbezweifelten rechtlichen Zuordnung diese fr die Zukunft beibehalten werden kann.
Gutglubiger Erwerb sowie Ersitzung haben im Sachenrecht die Funktion,
auch bei rechtlich zweifelhaften Transaktionen im Sinne der Rechtssicherheit und
Verkehrsfhigkeit klare gesetzliche Zuordnungen vorzunehmen und Mngel zu hei-
rechtlich problematischer Transaktionen
len. Vergleichbare Regelungen gibt es im Urheberrecht nicht, obwohl das Bedrfnis nach Rechtssicherheit und Verkehrsfhigkeit hier besonders gro ist.
c. Keine Formalien
Weder die Entstehung noch die bertragung von urheberrechtlichen Nutzungsrech-
ten sind nach der revidierten Berner bereinkunft an irgendwelche Formalien gebunden.4 Der Verzicht auf eine Registrierungspflicht als Voraussetzung fr wirksamen urheberrechtlichen Schutz wurde lange als groe Errungenschaft des (europischen) Urheberrechtssystems begriffen. Die USA hat sich 1989 der revidierten Berner bereinkunft angeschlossen und damit auch die Registrierungspflicht bei der
Library of Congress abgeschafft, die bis dahin Voraussetzung fr einen wirksamen
urheberrechtlichen Schutz war.
Whrend bei etwas so Fassbarem wie einem Haus in den meisten Rechtsordnungen sehr hohe formale Anforderungen sowohl an die Eigentumszuordnung als
auch den Erwerb gestellt werden (Grundbucheintrag, schriftlicher beziehungsweise
notarieller Vertrag usw.) werden fr etwas so Flchtiges wie ein Werk der geistigen
Schpfung berhaupt keine formalen Anforderungen gestellt. Die Folge sind erhebliche Beweisschwierigkeiten und Rechtsunsicherheit.
Hufig wurde die bertragung von Rechten gar nicht ausdrcklich in schriftlichen Vertrgen geregelt. Es gibt mndliche Vertrge, die zwar auch wirksam sind,
deren Inhalt aber nach langer Zeit meist unklar ist insbesondere wenn die Beteiligten bereits verstorben sind. Ein anderer Problemfall ist, wenn die Rechtebertragung durch einen entsprechenden Vermerk auf der Rechnung des Urhebers bzw.
Rechteinhabers erfolgte. Da Rechnungen in der Regel nur eine begrenzte Zeit aufbewahrt werden, sind viele dieser Nachweise nicht erhalten.
Gerade in lteren Vertrgen wird hufig nicht genau bestimmt, welche RechLuxemburg Art. 2279 CC
Art. 5 Abs. 2 RB
te in welchem Umfang bertragen werden sollen. Im Vordergrund standen die jeweils naheliegenden Nutzungen der nchsten Zeit, aber ob darber hinaus Rechte
fr zuknftige Nutzungs- und Auswertungsformen bertragen werden sollten, kann
allenfalls im Wege der Vertragsauslegung bestimmt werden.
d. Lange Schutzfristen
Der urheberrechtliche Status von Werken ist hufig so unklar, weil die urheberrechtlichen Schutzfristen erheblich lnger laufen als die gewhnlichen Verwer-
lnger als Verjhrungsfristen
tungszyklen. Solange ein Werk verwertet wird, ist es wichtig zu wissen, wer welche Rechte daran hlt und wer unter welchen Umstnden an der Auswertung finanziell beteiligt wird. Wenn die Verwertung jedoch (weitgehend) abgeschlossen
ist, verlieren die Informationen ber den Rechtestatus an Relevanz. Dann gibt es
keinen wirtschaftlichen Grund mehr, Unterlagen und Dokumente ber Rechteabtretungen aufzubewahren, was wiederum die Klrung von Rechtefragen erschwert.
Firmen, die urheberrechtliche Nutzungsrechte erworben hatten, knnen auch
wirtschaftlich gescheitert sein. Sie sind Konkurs gegangen oder wurden von anderen aufgekauft. Dabei geht hufig die Dokumentationen zu den Rechten verloren.
Auch kriegsbedingte Zerstrungen erschweren die Dokumentation von Rech-
teketten. Wenn Produktionsanlagen oder Verwaltungsgebude durch Bomben oder
Feuer vernichtet wurden, dann sind davon auch die Unterlagen zur bertragung
von Rechten betroffen.
e. Rechtliche Unsicherheiten
Die gerade in alten Vertrgen fehlende Genauigkeit darber, was eigentlich an
Rechten bertragen wurde, kombiniert mit einem ungenauen Sprachgebrauch; das
Fehlen von Regeln, welche fehlerhafte Zuordnungen rechtmig machen wie im
Sachenrecht der gutglubige Erwerb oder die Ersitzung und das Fehlen von Formalanforderungen sowie die sehr langen Schutzfristen sind die wichtigsten Grnde
dafr, dass bei vielen lteren Werken erhebliche Unsicherheiten ber ihren urheberrechtlichen Status bestehen.
Hufig ist es nicht mehr mglich, alle Unsicherheiten auszurumen und den
Rechtestatus eindeutig zu klren. Die Klrung ist um so schwieriger, je mehr Zeit
seit der Erstverffentlichung vergangen ist, je lnger das Werk nicht genutzt wurde
und je mehr Urheber daran beteiligt waren.
f. Nutzung unzulssig
Werke, deren urheberrechtlicher Status nicht eindeutig geklrt ist und bei denen
keine lckenlose Kette der bertragung von Rechten fr die jeweilige Nutzung
Werke drfen
ausgehend vom Urheber bis hin zum spteren Nutzer besteht, drfen nicht genutzt werden. Die Nutzung von Werken ohne Zustimmung des Urhebers ist, wenn
sie vorstzlich geschieht, in der Regel sogar strafbar.
Der Umgang mit dem urheberrechtlichen Status von lteren Werken weicht in der
Praxis meist erheblich von der streng juristischen Bewertung ab und basiert auf
Fiktionen ersetzen Rechteketten
Fiktionen, die an die Stelle der oft unbekannten korrekten Rechtslage treten.
a. Bedrfnis nach Rechtezuschreibungen
Trotz der groen Unsicherheiten ber den Rechtestatus von lteren Werken besteht
hufig ein groes Interesse daran, sie zu nutzen. Dies gilt nicht nur fr Gedchtnis-
(Neues) Bedrfnis
institutionen wie Archive, Museen und Bibliotheken, die ffentlich finanzierten
Hter des kulturellen Erbes, sondern auch fr neue kommerzielle Verwertungsmglichkeiten von Firmen, die mit der Digitaltechnologie entstanden: New technologies breathe new value into old content.5 Durch die Digitaltechnologie entstehen erheblich einfachere und kostengnstigere Mglichkeiten von Produktion und
Distribution. Dies fhrt zu neuen Verwertungen, gerade bei Werken, bei denen sich
in der Vergangenheit der Einsatz von Ressourcen fr die Distribution wirtschaftlich
nicht rentiert htte.
5. E. Atwood Gailey, in Hugenholtz, Bernt et al.: The Recasting of Copyright & Related Rights for the
Knowledge Economy, European Commission DG Internal Market Study, Institute for Information Law, Amsterdam
Um die neuen Mglichkeiten kommerzieller Auswertung nutzen zu knnen,
sind Verwerter darauf angewiesen, die Rechte an historischen Materialien zu kl-
Rechteklrung
Dies ist aber hufig gar nicht mehr mglich. Man kann oft nicht mehr feststellen, wer tatschlich welche Rechte (in welchem Ausma und fr welche Zeit)
Rechtezuschreibung ersetzt
an den Werken besitzt. Man behilft sich dadurch, dass die Rechte denen zugeschrieben wurden, bei denen eine hohe Plausibilitt dafr besteht, dass sie auch tatschlich Rechteinhaber sind.
Die Richtigkeit von Rechtezuschreibungen ist dabei nur insofern
wichtig,weil ansonsten die Gefahr besteht, dass bei einer falschen Rechtezuschrei-
bung die tatschlichen Rechteinhaber spter Forderungen geltend machen knnen.
Von diesem letztlich finanziellen Risiko abgesehen, fhrt die Anerkennung eines Rechteinhabers dazu, dass der Vorwurf entkrftet werden kann, man habe sich
vorstzlich ber die Rechte Dritter hinweggesetzt. Damit entfllt auch die zumindest theoretisch bestehende Strafbarkeit der unerlaubten Nutzung urheberrechtlich
geschtzter Werke.
Auch in Archiven, Museen und Bibliotheken ist man daran interessiert, dass
Rechte berhaupt zugeschrieben werden. Prof. Martin Koerber, Archivleiter der
Deutschen Kinemathek, erlutert hierzu auf Anfrage:
Wir sind froh, wenn die Rechteinhaber der Filme aus unseren Bestnden feststehen, denn dann kann man diese Filme auch nutzen. Ob
die Rechte tatschlich denen zustehen, die dies behaupten, prfen wir
auf Plausibilitt, knnen es aber nicht im Detail beurteilen das gilt
besonders fr neue Nutzungsformen.
Letztlich geht es den Gedchtnisinstitution um Handlungsfhigkeit, nicht um die
Richtigkeit von Rechtezuschreibungen. ber die Rechteklrung in Institutionen befragt, erluterte Jo Pugh, Research Engineer beim National Archive (UK):
Organisations have to be pragmatic about rights. If we want to make
projects happen (and not just abandon them and curl up in a ball because its all too difficult) then we have to accept that even if we were
as completely scrupulous as we possibly could be, there will be a risk
Rechten in Museen und Archiven
of infringement. We never know everything about our collections. It
follows that running such projects is about managing risk.
Risikomanagement ersetzt die Rechteklrung, die hufig unmglich oder mit
unverhltnismigem Aufwand verbunden ist.6 Dies gilt fr kommerzielle Verwer-
ter genauso wie fr ffentliche Archive, Museen und Bibliotheken. Allerdings sind
kommerzielle Verwerter dabei oft mutiger als ffentliche Institutionen, die im besonderen Mae an Recht und Gesetz gebunden sind und sich Rechtsstreitigkeiten
um so weniger leisten knnen. Doch auch Gedchtnisinstitution sind hufig bereit,
zur Erfllung ihres ffentlichen Auftrages dem Zugang zum kulturellen Erbe
rechtliche Risiken in Kauf zu nehmen. Ihr ffentlicher Auftrag und ihre Pflicht,
rechtlich einwandfrei zu handeln, bringt sie in ein Dilemma, das von verschiedenen
Institutionen unterschiedlich gelst wird.
b. Formen der Rechtezuschreibungen
Wenn heute Archive, Museen und Bibliotheken, aber auch kommerzielle Verwerter, die Nutzungsrechte an Werken bestimmten Rechteinhabern zuschreiben, so
Rechtezuschreibung
kann das unterschiedliche Grnde haben. Zum Teil handeln sie vorstzlich: Der
falsche Rechteinhaber wei, dass er die behaupteten Rechte gar nicht hat. Manchmal wei auch der Lizenznehmer, dass die Rechte nicht tatschlich vorhanden sind,
und lsst sich gleichwohl darauf ein. Oft handeln aber beide, falscher Rechteinhaber und Lizenznehmer, gutglubig.
ba. Betrug
Besonders offensichtlich wird eine fehlerhafte Rechtezuordnung im Fall einer betrgerischen Anmaung. Manche Firmen, Organisationen und Einzelpersonen ma-
Betrgerische
Anmaung
chen sich die rechtlichen Unsicherheiten bei lteren Werken zunutze, um wider
besseren Wissens Rechte geltend zu machen und Lizenzgebhren zu verlangen.
Dieses Vorgehen ist gelegentlich erfolgreich und entwickelt sich zu einem eigenen
Businessmodell. Da die Adressaten solcher Forderungen nie sicher sein knnen, ob
die behaupteten Rechte nicht doch zu Recht geltend gemacht werden, sind viele bereit zu zahlen, um die Gefahr eines unkalkulierbaren Rechtsstreits zu vermeiden.
Vgl. Werner Sudendorf: Risikomanagement, in Paul Klimpel (Hrsg.): Bewegte Bilder starres Recht?, S. 117 ff.
Dies gilt besonders fr Archive und Museen, die in besonderer Weise auf ein vertrauensvolles Verhltnis mit Rechteinhabern angewiesen sind und den Anschein
vermeiden mssen, sich ber Urheberrechte hinwegzusetzen.
bb. Reichweite von Rechten berdehnt
Weniger offensichtlich ist es, wenn eine Person oder Firma bestimmte Nutzungsrechte hat und darauf aufbauend die Rechte fr Nutzungsarten behauptet, die ihr
nicht bertragen wurden, oder nur die Rechte fr eine bestimmte Zeit hatte, aber
Anmaung hinsichtlich der
diese darber hinaus geltend macht.
Ein anschauliches Beispiel dafr ist die Auswertung von lteren Filmen auf
DVD oder Video-on-Demand in Deutschland.7 Bei Filmen ist die Rechtesituation
besonders kompliziert, da an einem Film viele Urheber beteiligt beteiligt sind
etwa der Regisseur, der Drehbuchautor, der Kameramann oder der Cutter. Inwieweit diese zahlreichen Mit-Urheber eines Films tatschlich ihre urheberrechtlichen
Nutzungsrechte bertragen haben und ob diese bertragungen auch frher unbekannte Nutzungsarten umfassen, lsst sich meist nicht mehr sicher feststellen. Vertrge und Produktionsunterlagen sind hufig nicht erhalten. Bei einem Stummfilm
aus den zwanziger Jahren wird man kaum jemals fr alle Urheber, die daran beteiligt waren, die vollstndige bertragung ihrer Nutzungsrechte fr die digitale Nutzung von Filmen nachweisen knnen. Im Prinzip gilt dies fr alle Filme, die vor
1966 produziert wurden, denn in diesem Jahr wurde das Recht des Filmherstellers das sogenannte Produzentenrecht eingefhrt. Damit wurden die Nutzungsrechte aller beteiligten Urheber beim Filmproduzenten gebndelt, was die
kommerzielle Auswertung erleichterte. Spter wurde deutlich, dass das ebenfalls
ab 1966 geltende Verbot der bertragung zuknftiger Nutzungsrechte die digitale
Auswertung von Filmen ganz erheblich erschwert hatte. Deshalb wurde es 2008
aufgehoben und zustzlich mit Paragraf 137l des Urheberrechtsgesetzes eine rckwirkende Bndelung der zur Digitalisierung notwendigen Rechte erreicht. Allerdings gilt dies nur fr Filme, die nach 1966 entstanden sind, denn davor so die
Logik der Gesetzgebung htten unbekannte Nutzungsarten ja ohnehin bertragen
Zur Rechtesituation bei Filmen vergleiche Paul Klimpel, Unter Verschluss,
http://www.vocer.org/de/artikel/do/detail/id/254/unter-verschluss.html, aus dem der nachfolgende Absatz
entnommen ist.
Der deutsche Bundesgerichtshof hat in zwei Entscheidungen sehr hohe Anforderung daran gestellt, wann bei vor 1966 produzierten Filmen solche bertragungen wirksam sind. Das ist nur dann der Fall, wenn ausdrcklich ber diesen
Punkt verhandelt wurde und die Abgeltung zuknftiger Nutzungsarten als Ergebnis
dieser Verhandlung auch in das vereinbarte Honorar eingegangen ist. Die bloe Erwhnung in vorformulierten allgemeinen Geschftsbedingungen sei dafr nicht
Bei Filmproduktionen wird aber nahezu immer mit vorformulierten allgemeinen Geschftsbedingungen gearbeitet; die hohen formalen Anforderungen an eine
wirksame Rechtebertragung sind folglich kaum jemals erfllt. Derjenige, der die
Rechte fr die klassische Kinoauswertung hat, hat noch lange nicht die Rechte fr
neue Auswertungsformen. Gleichwohl behaupten das viele Produktionsfirmen und
vertreiben auch vor 1966 produzierte Filme in digitalen Formaten. Es ist kaum anzunehmen, dass sie tatschlich alle Nutzungsrechte nachtrglich geklrt haben.
Vielmehr ignoriert die Filmwirtschaft die Rechtslage und zahlt nur dann an die
wahren Rechteinhaber, wenn sie ihre Ansprche (gerichtlich) geltend machen.
bc. Unzulssiger Schluss von Sacheigentum auf Nutzungsrecht
Gerade Archive und Museen gehen hufig davon aus, mit dem Sacheigentum am
Nachlass eines Kreativen gleichzeitig die Nutzungsrechte an den darin verkrperten Werken erworben zu haben. Sie handeln dann durchaus im guten Glauben,
wenn sie die Werke (zumindest im Rahmen des jeweiligen ffentlichen Auftrags)
nutzen. Die Parteien haben in alten Vertrgen keine Regelungen zu den urheberrechtlichen Nutzungsrechten aufgenommen. In einigen Fllen wird man tatschlich
im Wege der Auslegung dazu kommen knnen, dass ein Urheber mit der berlassung seines Nachlasses an eine Gedchtnisinstitution auch wollte, dass sie dort genutzt wird. Dies wird man aber keinesfalls immer so bewerten knnen. In der Regel sollen Gedchtnisinstitutionen zwar die kulturell wichtigen Werke erhalten,
aber eben gerade nicht (wirtschaftlich) auswerten knnen. Die Nutzungsrechte behalten sich Kreative hufig vor, wenn sie die Zeugnisse ihres Schaffens in ein Archiv geben.
bd. Vermutungen
Hufig beruht die Zuschreibung von Rechten auch auf bloen Vermutungen, die
eine gewissen Plausibilitt haben. Solange Rechteabtretungen nicht bekannt sind,
werden die Rechte bei dem Urheber bzw. dessen Nachkommen vermutet. Dies
muss jedoch nicht richtig sein. Zum einen kann ein Kreativer schon zu Lebzeiten
Nutzungsrechte an Dritte bertragen haben, ohne dass dies bekannt ist. Zum anderen kann er auch testamentarisch urheberrechtliche Nutzungsrechte anderen als seinen Nachkommen bzw. Erben vermacht haben.
Oft werden Produktionsfirmen oder Verlagen die Rechte an den von ihnen
produzierten Werken zugeschrieben. Trotzdem bedarf es hufig groer Anstrengung, um berhaupt herauszufinden, wer die Produktionsfirma oder der Verlag ist,
und wenn die Firma inzwischen umgewandelt oder fusioniert wurde wer der
Rechtsnachfolger ist. Doch selbst wenn dies herausgefunden wurde, muss die Zuordnung zum Rechtsnachfolger der ursprnglichen Firma nicht richtig sein, da die
Rechte zwischenzeitlich an andere Firmen bertragen worden sein knnen.
c. Verwaiste Werke
Verwaiste Werke sind urheberrechtlich geschtzte Werke, deren Rechteinhaber
nicht identifizierbar oder lokalisierbar sind.
Auch wenn das Problem infolge der fiktiven Rechtezuschreibungen weniger
gravierend erscheint, so bleiben gleichwohl viele Werke brig, in denen weder der
tatschliche Rechteinhaber gefunden werden kann, noch sich jemand flschlich die
Rechte herausnimmt. Nach geltendem Recht drfen derart verwaiste Werke ebenso
wie jene, bei denen die Rechteklrung durch eine falsche Zuschreibung ersetzt
wurde, nicht genutzt werden. Daran wird die Richtlinie 2012/28/EU lediglich fr
einen kleinen Teilbereich etwas ndern, nmlich nur fr bestimmte privilegierte ffentliche Gedchtnisinstitutionen fr die nicht-kommerzielle Nutzung und nur online.
Gerade kommerzielle Verwerter halten sich vielfach nicht an das Verbot der
Nutzung verwaister Werke. In ihren berlegungen ist es ein rein wirtschaftliches
Risiko, ob spter ein Rechteinhaber Ansprche geltend macht. Dafr wird durch
entsprechende Rckstellungen Vorsorge getragen.
Bei Bchern beispielsweise ist es gngige Praxis, ltere Werke selbst dann zu
verffentlichen, wenn nicht alle Rechte geklrt werden knnen. In die Bcher werden Formulierungen aufgenommen wie Trotz sorgfltiger Recherche konnten
nicht alle Autoren bzw. deren Rechtsnachfolger ausfindig gemacht werden. Sollten
unbercksichtigte Rechtsansprche bestehen, so sind diese beim Verlag geltend zu
machen. Solche Formulierungen sind zwar rechtlich folgenlos, sichern die Verlage
jedoch in gewisser Weise ab. Rechteinhaber erheben daraufhin meist nur finanzielle Forderungen gegen die Verlage, nicht aber weitergehende Forderungen wie beispielsweise die Einstellung des Verkaufs oder die Vernichtung der Auflage. Dies
sind jedoch lediglich Erfahrungswerte.
Auch bei Filmen, deren Rechtesituation wegen der zahlreichen beteiligten
Urheber besonders kompliziert ist, werden verwaiste oder teilverwaiste Werke
kommerziell ausgewertet.
Vietinghof
Vorgehen auch
bei der Auswertung von Filmen
deo-on-Demand-Portal Schtze des Deutschen Films mit aufgebaut. In einem Interview8 erlutert er, dass dort auch bei ungeklrter Rechtelage Filme online zugnglich gemacht werden. Fr mgliche sptere Forderungen seien Konten eingerichtet, auf denen das Geld vorgehalten wird. Er fhrt aus:
Wir wollen uns nicht bereichern an fremden Eigentum. Doch ein
Werk, das blockiert ist, ist tot. Das ist, wenn wir die Rechte nicht haben, unser moralischer Aspekt, dass wir einen Film online zugnglich
machen. Wenn es jemanden gibt, der meint, er habe die Rechte, dann
soll er sich melden, wir haben eine juristische Abteilung, mach einen
Nachweis, hier liegt das Geld, gib mir die Kontonummer.
Dieses Vorgehen wird ganz offen praktiziert, obwohl es nach der geltenden
Rechtslage in Deutschland verboten und sogar strafbar ist. Denn wie jede
Nutzung ohne Zustimmung des Rechteinhabers ist auch die Nutzung verwaister Werke nach Paragraf 106 Urheberrechtsgesetz strafbar. Schlimmer
noch: Die Bildung der Rcklagen belegt, dass vorstzlich gehandelt wird.
Auch Gedchtnisinstitutionen stellen verwaiste Werke fr die Nutzung durch
Dritte zur Verfgung. Sie befinden sich angesichts der Rechtslage ohnehin in einem Dilemma. Einerseits ist es ihre Aufgabe, kulturelles Erbe zugnglich zu machen und das Bewusstsein fr kulturelle Traditionen wach zu halten. Tun sie das
nicht, drohen kulturell wichtige Werke aus dem kollektiven Gedchtnis zu ver8
http://www.memento-movie.de/2013/02/interview-mit-joachim-von-vietinghoff/
Nutzung von Archivmaterial
schwinden. Auf der anderen Seite verbietet das Recht die Nutzung verwaister Werke. Deshalb sind Gedchtnisinstitutionen dankbar, wenn andere, auch kommerzielle Anbieter ihnen das Risiko abnehmen. Das unter rein rechtlichen Gesichtspunkten auch Gedchtnisinstitutionen nie die Verantwortung fr die Nutzung ihrer Bestnde vollstndig auf Dritte abwlzen knnen, bleibt dabei unbeachtet. Prof. Martin Koerber, Archivleiter der Deutschen Kinemathek, erklrt hierzu:
Wir haben auch Filme in unseren Bestnden, bei denen nicht bekannt
ist, wer die Rechte hat. Solche verwaisten Werke werden gelegentlich
gleichwohl von Dritten genutzt. Beispielsweise ist ein Film von einem
Fernsehsender gesendet worden, der uns dafr allerdings vertraglich
von allen Forderungen freigestellt und sich verpflichtet hat, fr mglicherweise spter auftauchende Forderungen von Rechteinhabern Vorsorge zu treffen.
Zusammenfassend lsst sich festhalten, dass sowohl die (durch die Richtlinie
2012/28/EU privilegierten) ffentlichen Gedchtnisinstitutionen wie auch kommerzielle Verwerter sich vielfach ber das bisher bestehende Verbot der Nutzung verwaister Werke hinweggesetzt haben. Diese Praxis wird sich bei den kommerziellen
Verwertern wohl auch nicht ndern. Denn die kommerzielle Auswertung verwaister
Werke wurde durch die Richtlinie nicht geregelt. Aber auch bei ffentlichen Gedchtnisinstitutionen ist fraglich, ob sie ihr Verhalten ndern und tatschlich die
Mhe einer umfassenden, dokumentierten, sorgfltigen Suche auf sich nehmen, anstatt wie bisher zweifelhafte Rechtsansprche anzuerkennen.
4. Rechtliche Bestimmungen, die die Zuschreibung
von Rechten sttzen
Nicht nur die Praxis steht im Gegensatz zu den Prinzipien der Urheberrechts, dass
jeweils eine lckenlose Rechtekette vom Urheber zum Nutzer bestehen muss. Es
gibt auch eine Reihe von Rechtsbestimmungen, die in einem Spannungsverhltnis
Spannungsverhltnis von Prinzipien und rechtlicher Ausgestaltung
zu diesem Prinzip stehen, um die Verkehrsfhigkeit von Werken zu ermglichen.
So kennen viele Rechtsordnungen Auslegungs- und Vermutungsregeln, die
im Ergebnis einen Rechteerwerb beispielsweise des Arbeitgebers oder Produzenten bewirken. Im angelschsischen Rechtskreis ist work for hire die Schaffung eines Werkes gegen Bezahlung, dessen urheberrechtliche Nutzungsrechte
gnzlich an den Auftraggeber bergehen weit verbreitet. Aber auch in der kontinentaleuropischen Rechtstradition gibt es Auslegungsregeln, die fr den Fall, dass
nichts anderes vereinbart wurde, den Rechteerwerb des Arbeitgebers oder Produzenten vorsehen. Zum Teil, wie beispielsweise bislang in sterreich, tritt so ein
Rechteerwerb sogar kraft Gesetz ein.
Auch die Regelungen zur sogenannten erweiterten kollektiven Rechtewahrnehmung (Extensive Collective License), die insbesondere in den nordischen Staa-
Erweiterte kollektive Rechtewahrnehmung
ten Europas verbreitet sind, weichen im Interesse der Rechtssicherheit und Verkehrsfhigkeit von Werken vom Prinzip der ausdrcklichen Rechtebertragung
durch jeden einzelnen Urheber ab. Dabei vertritt die Verwertungsgesellschaft zunchst einmal die Rechte aller Urheber, selbst solcher, die der Verwertungsgesellschaft nicht als Mitglieder angehren. Sie kann entsprechende Nutzungsvereinbarungen abschlieen. Allerdings haben Urheber weiterhin ein Opt-out-Recht, das
heit, sie knnen ihre Rechte aus der Vereinbarung durch die Verwertungsgesellschaft zurckziehen und vom Nutzer ein Einstellen der Nutzung verlangen.
5. Zunehmendes Auseinanderfallen von Recht und
Zusammenfassend lsst sich festhalten, dass die Prinzipien des internationalen Urheberrechts, wie sie in der revidierten Berner bereinkunft und der WIPO ihren
Auseinanderfallen von Recht
Niederschlag gefunden haben, und die Praxis bei lteren Werken in vieler Hinsicht
Dieses Auseinanderfallen wird wenig beachtet, da dadurch weder ein nennenswerter Schaden entsteht, noch die Interessen durchsetzungsfhiger Gruppen
gefhrdet sind. Letztlich sind in der Praxis dort pragmatische Lsungen gefunden
worden: Es wird mit Fiktionen und Vermutungen gearbeitet, wo das Recht in seiner
strikten Anwendung die Nutzung und die Auswertung von Werken verhindert htte.
Rechtliche Regelungen, die schaden und behindern, ohne dass dies mit einem Nutzen fr andere verbunden ist, werden ignoriert. Verfolgt werden Rechtsverletzun-
gen nur, wenn dadurch tatschlich jemand geschdigt wird oder jemand von der
Verfolgung von Rechtsverletzungen profitiert.
Rechtezuschreibungen waren lange Zeit ein weit verbreitetes Mittel, trotz
rechtlicher Unsicherheiten handlungsfhig zu bleiben. Dies lag daran, dass die am
Konsens wird
brchig
Rechtsverkehr beteiligten Kreise solche Rechtezuschreibungen in der Regel akzeptiert hatten. Doch dieser Konsens wird brchig. Zunehmend treten die tatschlichen
Urheber oder deren Nachkommen auf und machen ihre Rechte geltend. Auerdem
treten neue innovative Verwerter auf den Plan, die die digitalen Verwertungsmglichkeiten nutzen und dabei in Konflikt zu traditionellen Verwertern treten. Deshalb
wird zunehmend darber gestritten, inwieweit sich die Verwertungsrechte auf neue
Nutzungsformen und -arten erstrecken.
Der fehlende Konsens ber Rechtezuschreibungen fhrt dazu, dass immer
mehr Streitigkeiten vor Gericht ausgetragen werden. Rechtezuschreibung wird da-
Mehr Rechtsstreitigkeiten
mit zunehmend zu einer Beweisfrage.
Will man verwaiste Werken kommerziell oder auerhalb des Internet nutzen,
so ist die Situation gleich geblieben. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die Richtlinie
2012/28/EU etwas an der Situation in Archiven, Museen und Bibliotheken ndert.
Werden sie die hohen Anforderungen an die Recherche auf sich nehmen und fr sie
effiziente Routinen entwickeln? Werden sie sich bei der Recherche der Hilfe Dritter bedienen, wie es in der Richtlinie ausdrcklich erlaubt ist? Werden sie das Risiko eingehen, spter doch zahlen zu mssen? Und werden Einrichtungen, die Rechteanmaungen frher noch akzeptierten, um Werke berhaupt nutzen zu knnen,
diesen nun entschiedener entgegentreten?
Viel spricht dafr, dass in Zukunft statt einer Einzelrechteklrung generelle
Vereinbarungen getroffen werden, die auf dem Konsens der betroffenen Kreise beruhen wie zum Beispiel die Absichtserklrung zu den vergriffenen Werken 9. Die
Richtlinie zu Verwaisten Werken erlaubt ausdrcklich alternative Lsungen wie
[die] erweiterten kollektiven Lizenzen, [...] gesetzliche Vermutungen in Bezug auf
die Vertretung oder bertragung, [die] kollektiven Verwertung oder hnlicher Regelungen oder einer Kombination dieser Elemente, einschlielich ihrer Anwendung
auf Massendigitalisierung. (Prambel 24)
Es bleibt abzuwarten, ob Gedchtnisinstitutionen in Zukunft tatschlich die
Mhen der Rechterecherche auf sich nehmen. Wahrscheinlich ist, dass auch in Zu9
http://ec.europa.eu/internal_market/copyright/docs/copyright-infso/20110920-mou_en.pdf
kunft die Zahlung von Lizenzgebhren der einfachere Weg ist insbesondere wenn
dies mit Rechtssicherheit verbunden ist, weil es vom Gesetz akzeptierte Vereinbarungen der beteiligten Kreise gibt, die eine Haftung ausschlieen. Diese wrden
dann weiter gehen als die Richtlinie 2012/28/EU, die in Art. 6 Abs. 5 vorsieht, dass
der Status eines Werks als verwaist durch den Rechteinhaber beendet werden
und dieser rckwirkend Forderungen stellen kann.
Doch das (bislang weitgehend akzeptierte) Auseinanderfallen von Recht auf
der einen Seite und der Praxis fehlerhafter Rechtezuschreibung beim kulturellen
Recht verliert an
Erbe auf der anderen Seite stellt die Legitimitt des Rechts insgesamt in Frage.
Dies gilt insbesondere fr das Urheberrecht, fr dessen Begrndung oft moralisch
mit dem Wert geistigen Schaffens argumentiert wird. Deshalb wre dringend notwendig, hier gesetzgeberisch entgegenzuwirken.
6. Schlieen der Lcke zwischen Recht und Praxis
Um die Lcke zwischen Recht und Praxis zu schlieen, sind verschiedene Mglichkeiten denkbar.
Die sicher schlechteste Mglichkeit wre, das Recht auch in der Praxis ohne
Rcksicht auf die Auswirkungen fr die Nutzungsmglichkeiten von historischen
Materialien durchzusetzen und die Nutzung verwaister Werke streng zu verfolgen.
Eine solche Durchsetzung ist wenig wahrscheinlich, da es ein groes, auch wirtschaftliches Interesse an der Nutzung lterer Werke gibt. Von der strikten Durchsetzung des Rechts und der damit einhergehenden Blockade solcher Nutzungen profitiert dagegen niemand.
Eine andere Mglichkeit, das Auseinanderfallen von Recht und Praxis zu
verringern, wre eine weitgehende Verkrzung der urheberrechtlichen Schutzfristen. Dies wird aus verschiedenen Grnden bereits seit langen in der Wissenschaft
gefordert. Allerdings deutet die Rechtsetzung der EU in die entgegengesetzte Richtung. So wurde die Schutzfrist der Tontrgerhersteller in der Europischen Union
durch die Richtlinie 2011/77/EU auf 70 Jahre erhht. Es ist unwahrscheinlich, dass
es in nchster Zeit zu einer Verkrzung der Schutzfristen kommen wird.
Lange Schutzfristen sind nur fr wenige, kommerziell erfolgreiche Werke
tatschlich im Interesse der Rechteinhaber. Auch wenn man die Schutzfristen verkrzen wrde, knnen diese Interessen durch entsprechende Verlngerungsmg19
Verkrzung der
lichkeiten gewahrt werden. Dies wrde jedoch eine Registrierung voraussetzen.
Eine weitere Mglichkeit wre, die Vermutungsregelungen im Urheberrecht
zu strken und den gutglubigen Nutzer strker vor spteren Forderungen zu schtzen. Eine solche an der Schutzwrdigkeit gutglubigen Handelns orientierte Recht-
Vermutungsregelungen im
setzung stnde jedoch im Spannungsverhltnis zur urheberpersnlichkeitsrechtlichen Tradition des kontinentaleuropischen Urheberrechts. Da nach diesem Konzept jedes Werk Ausdruck der Persnlichkeit seines Schpfers ist, ist eine auf fehlerhaften Transaktionen von Rechten beruhende Nutzung immer eine Verletzung
der Persnlichkeit. Dies unterschiedet das Urheberrecht beispielsweise vom Sachenrecht und macht es unwahrscheinlich, dass gutglubige Nutzungen gnzlich
erlaubt werden. Allerdings ist eine Strkung von Vermutungsregeln denkbar, insbesondere in Bezug auf den Umfang der bertragung von Rechten, aber auch in
Richtung der erweiterten kollektiven Rechtewahrnehmung.
Auch die Einfhrung einer Registrierungspflicht als Voraussetzung fr die
Geltendmachung von Urheberrechten wre eine Mglichkeit, Rechtssicherheit zu
schaffen. Auf Formalien als Voraussetzung fr die Entstehung von Urheberrechten
wurde seinerzeit verzichtet, weil es fr den Kreativen als unzumutbar erachtet wurde, sich der brokratischen Mhe und den damit verbundenen Kosten einer Registrierung zu unterwerfen. Im vernetzten digitalen Zeitalter kann man Registrierungen sehr einfach gestalten, so dass sie von jedem, jederzeit und von jedem Ort aus
vorgenommen werden knnen. Damit verliert das ursprngliche Argument gegen
die Registrierungspflicht an Bedeutung.
Die rechtlichen Unsicherheiten beim Umgang mit dem kulturellen Erbe
knnten beseitigt werden, indem man fr Archive, Bibliotheken und Museen eine
generelle Ausnahme im Gesetz formuliert und sie im Rahmen ihres ffentlichen
Auftrages frei handeln lsst. Die zahlreichen Einzelbestimmungen, die von Land
zu Land unterschiedlich ausgestaltet sind und die in Europa vornehmlich die Sicherung von Materialien betreffen, reichen dafr nicht aus. Erforderlich ist vielmehr
eine Bereichsausnahme, die alle Manahmen im Verbindung mit der Archivierung,
Erfassung, Verschlagwortung, Analyse und Erhaltung der kulturellen Erbes erlaubt
unabhngig von den dafr genutzten (technischen) Methoden.
Gedchtnisinstitutionen erfllen einen ffentlichen Auftrag, nicht nur bei der
Erhaltung des Kulturerbes, sonder auch, wenn sie den Zugang dazu gewhren. Die
Klrung von Rechtefragen sollte Archive, Museen und Bibliotheken nur belasten,
Bereichsausnahme fr
Gedchtnisinstiutionen
wenn es um Nutzungen geht, die ber die bloe Archivierung, Erhaltung und Erfassung oder um die bloe Sichtbarmachung im Internet hinausgeht.
Deshalb sollte Archiven, Museen und Bibliotheken auch generell gestattet
werden, ihre Bestnde im Internet sichtbar zu machen. Der Deutsche Museums-
Sichtbarkeit im
bund hat diese Forderung im Januar 2012 in einem Positionspapier10 formuliert.
Museen, die vorwiegend ffentlich finanziert sind oder nichtkommerziellen kulturellen Zwecken dienen, erhalten im Zuge einer Weiterentwicklung des Urheberrechts die Mglichkeit, in ffentlich zugnglichen Internetdatenbanken ergnzend zu den Text-Metadaten das ihnen
anvertraute Kulturgut auch visuell in einer dem Medium angemessenen
Form zu prsentieren, ohne dafr Gebhren entrichten zu mssen.
Kerngedanke dieser Forderung ist die Unterscheidung zwischen Werkgenuss
(der Gegenstand kommerzieller Auswertung ist und sein soll) und dem Aufzeigen von kulturellem Reichtum. Vorschaubilder, Trailer oder Ausschnitte
haben eine wichtige Belegfunktion. Dieser Grundgedanke ist in anderen Bereichen lngst anerkannt, etwa beim Anzeigen von Snippets oder Vorschaubildern durch Suchmaschinen im Internet.
Die Lcke zwischen Recht und Praxis bei lteren Werken ganz zu schlieen,
wrde einige Prinzipien des geltenden Urheberrechts in Frage stellen. Dies ist unwahrscheinlich. Denkbar ist jedoch, dass einige der genannten Alternativen in abgeschwchter Form umgesetzt werden. So knnten Vermutungsregelungen verstrkt werden, etwa durch einen Ausbau der erweiterten kollektiven Lizenzen oder
durch noch deutlichere Auslegungsregeln fr Vereinbarungen ber die bertragung
von Nutzungsrechten. Denkbar ist auch, dass Formalien zwar nicht als konstitutive
Voraussetzung fr das Entstehen von Urheberrechten eingefhrt werden, dass aber
die Durchsetzbarkeit von Ansprchen strker davon abhngt, die Werke bei den
entsprechenden Verwertungsgesellschaften zu melden. Durch solche Schritte knnte das Problem kleiner werden und damit schlielich nicht mehr die Relevanz ha10 http://www.museumsbund.de/fileadmin/geschaefts/presse_u_kurzmitteilungen/2012/PositionspapierKulturelles_Erbe_im_Internet_sichtbar_machen_Januar_2012.pdf
ben, die ein weitergehendes gesetzgeberisches Einschreiten erforderlich machen
7. Konsequenzen fr die Praxis von Heute
Ungeachtet des dringenden gesetzgeberischen Handlungsbedarfs mssen sich die
Archive, Museen und Bibliotheken mit der bestehenden (rechtlichen) Situation
Fiktionen wie Rechtsanmaungen oder die Zuschreibung von Rechten
werden so lange notwendig bleiben, wie es im Recht keine klaren Regelungen zum
Fiktionen bleiben
Umgang mit dem kulturellen Erbe gibt, die die Unsicherheit ber den
(urheberrechtlichen) Status vieler dieser Werke als Tatsache bercksichtigt.
Vereinbarungen der beteiligten Kreise werden die Fiktionen strken,
insbesondere wenn die Verwertungsgesellschaften als Vertreter der Kreativen und
bereinkommen
der Rechteinhaber beteiligt sind. Da alle Beteiligten ber die rechtlichen
Unsicherheit wissen, gibt es einen gemeinsamen Wunsch nach Rechtssicherheit, sei
es fr die Rechtsdurchsetzung durch die Rechteinhaber, sei es fr kulturelle oder
kommerzielle Nutzung kulturellen Erbes.
Rechterecherche und das Lsen von Rechtsfragen gehrt nicht zu den
Kernaufgaben der Archive, Museen und Bibliotheken. Die geltende Rechtslage
keine Kernaufgabe von Gedchtnisinstitutionen
Gedchtnisinstitutionen erhalten ihre ffentliche Frderung jedoch, um die
Hinterlassenschaften menschlicher Kreativitt zu erhalten und Zugang zum
Reichtum unseres kulturellen Erbes zu ermglichen.
Leider werden die Gedchtnisinstitutionen bislang nicht von den Schwierigkeiten der Rechteklrung entlastet vielmehr werden die Anforderungen, die hierbei an sie gestellt werden, immer hher. Die Richtlinie 2012/28/EU veranschaulicht diese Tendenz.
Nach der Richtlinie ist ein hoher Aufwand fr die sorgfltige Suche und ihre
Dokumentation notwendig. Wenn trotz sorgfltiger Suche kein Rechteinhaber gefunden wurde, ist die Nutzung der verwaisten Werke fr die Museen, Archive und
Bibliotheken immer noch mit finanziellen Risiken verbunden. Zum einen kann ein
spter auftauchender Rechteinhaber den Status als verwaistes Werke beenden (Art.
5) und damit die weitere Nutzung seines Werkes verbieten, in dessen Digitalisie22
Richtlinie fr
rung zuvor investiert wurde. Zum anderen kann er einen finanziellen Ausgleich fr
die Nutzung in der Vergangenheit verlangen (Art. 6 Abs. 5). Dieses doppelte Risiko
ist zu hoch fr Gedchtnisinstitutionen, die ihre Mittel fr die Erhaltung von und
Zugang zu Kulturgut verwenden sollen.
Verwertungsgesellschaften einbeziehen und erweiterte kollektive Lizenzen knnen
ein Ausweg sein. Sie wren ein Weg, die aufwndige und kostspielige
Einzelrechteklrung innerhalb des geltenden Rechtsrahmens zu berwinden.
Rahmenbedingungen jedoch nur jeweils national gefunden werden. Deshalb kme
es zu einer weiteren Zersplitterung der Urheberrechtssituation in Europa.
als Lsung
Dokumente ähnlich wie Whitepaper: Urheberrecht, Praxis und Fiktion. Rechteklärung beim kulturellen Erbe im Zeitalter der Digitalisierung, von Paul Klimpel
Wert Der Kreativitaet
Gesamtvertrag zur Einräumung und Vergütung von Ansprüchen nach § 53 UrhG.
RHSEE 19, 1942 1
Steinige_Schicksalswege_Deutschen_Kolonial-Pfadfinder.pdf