Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=26.01.2017&Aktenzeichen=IX%20ZR%20285/14
Timestamp: 2020-08-15 10:08:10
Document Index: 211947880

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

OLG Schleswig, 29.11.2019 - 17 U 80/19
Reichweite der Pflichten eines Steuerberaters bei Insolvenzgefahr wegen …
- Jedenfalls habe sie - die Beklagte - seinerzeit nicht schuldhaft gehandelt, weil sie die insoweit einschlägige Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 26. Januar 2017 (BGH IX ZR 285/14) noch nicht habe kennen können.
Soweit der Bundesgerichtshof eine derartige Verpflichtung zunächst noch in Abrede gestellt hatte (…Urteil vom 7. März 2013 - IX 64/12 -, DStR 213, 1151 f, bei Juris, Rn. 19), hat er spätestens mit Urteil vom 26. Januar 2017 (IX ZR 285/14, BGHZ 213, 374 ff., bei Juris, Rn. 43 ff.) seine bisherige Zurückhaltung aufgegeben und geht ebenfalls von einer entsprechenden Hinweis- und Warnpflicht aus.
LG Münster, 10.07.2019 - 110 O 48/18
Der BGH hat mit Urteil vom 26. Januar 2017 - IX ZR 285/14 -, BGHZ 213, 374-394 (…Rn. 44) ausgesprochen, dass der mit der Erstellung eines Jahresabschlusses für eine GmbH beauftragte Steuerberater die Mandantin auf einen möglichen Insolvenzgrund und die daran anknüpfende Prüfungspflicht ihres Geschäftsführers nur dann hinzuweisen hat, wenn entsprechende Anhaltspunkte offenkundig sind und er annehmen muss, dass die mögliche Insolvenzreife der Mandantin nicht bewusst ist.
Nach der Rechtsprechung des BGH kommt eine Haftung des Steuerberaters bei falscher Bilanzierung nach Fortführungswerten nur dann in Betracht, wenn der Steuerberater die fehlerhafte Zugrundelegung zu verantworten hat (BGH, Urteil v. 26. Januar 2017 - IX ZR 285/14).