Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=09.06.2011&Aktenzeichen=IX%20ZR%20179/08
Timestamp: 2019-11-13 00:06:52
Document Index: 64440617

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 129', '§ 133', '§ 140', '§ 140', 'BGH', 'BGH', '§ 133', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 09.06.2011 - IX ZR 179/08 - dejure.org
https://dejure.org/2011,5825
BGH, 09.06.2011 - IX ZR 179/08 (https://dejure.org/2011,5825)
BGH, Entscheidung vom 09.06.2011 - IX ZR 179/08 (https://dejure.org/2011,5825)
BGH, Entscheidung vom 09. Juni 2011 - IX ZR 179/08 (https://dejure.org/2011,5825)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2011,5825) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
§ 129 Abs 1 InsO, § 133 Abs 1 InsO, § 140 Abs 1 InsO, § 140 Abs 3 InsO
Insolvenzanfechtung von Zahlungen aus einem Dispositionskredit: Pfandrechtsentstehungszeitpunkt bei Pfändung einer Kreditlinie
Pfandrecht entsteht bei Pfändung einer einem Schuldner eröffneten Kreditlinie durch den Gläubiger erst mit dem Abruf der Kreditmittel als Rechtshandlung des Schuldners; Entstehungszeitpunkt eines Pfandrechts bei Pfändung einer einem Schuldner eröffneten Kreditlinie durch ...
Kreditlinie (offene) - Pfändung durch Gläubiger
Entstehung eines Pfandrechts erst mit Abruf der Kreditmittel bei Pfändung in eine dem Schuldner eröffnete Kreditlinie
Pfandrecht - Pfandrecht mit Abruf von Kreditmitteln als Schuldner-Rechtshandlung
Zum Zeitpunkt der Entstehung eines Pfandrechts hinsichtlich einer dem Schuldner eröffneten Kreditlinie
Konkreter Abruf von Kreditmitteln als Anknüpfungspunkt für Vorsatzanfechtung bei Pfändung aus offener Kreditlinie
LG Schwerin, 18.10.2007 - 3 O 142/07
ZIP 2011, 1324
MDR 2011, 1072
WM 2011, 1343
DB 2011, 1574
Letzteres gilt selbst dann, wenn die Überweisung zu Lasten eines gepfändeten Kontos erfolgt (BGH…, Urteil vom 10. Dezember 2009, aaO Rn. 16; vom 9. Juni 2011 - IX ZR 179/08, WM 2011, 1343 Rn. 10;… vom 22. November 2012 - IX ZR 142/11, WM 2013, 48 Rn. 8 f).
Diese hat willensgeleitet darüber entschieden, die Zahlungen letztlich über die Anwälte an den Beklagten zu erbringen (vgl. BGH, Urteil vom 9. Juni 2011 - IX ZR 179/08, ZInsO 2011, 1350 Rn. 10).
Die Anfechtung gemäß § 133 Abs. 1 Satz 1 InsO setzt eine Rechtshandlung des Schuldners und damit dessen willensgeleitetes verantwortungsgesteuertes Handeln voraus (BGH, Urteil vom 9. Juni 2011 - IX ZR 179/08, WM 2011, 1343 Rn. 10).
Eine von dem Schuldner bewirkte Überweisung bildet eine Rechtshandlung, auch wenn zuvor zugunsten des Zahlungsempfängers Ansprüche auf Auszahlung gepfändet und ihm zur Einziehung überwiesen wurden (BGH, Urteil vom 9. Juni 2011 - IX ZR 179/08, WM 2011, 1343 Rn. 10).
Mit dem Abruf entsteht ein Zahlungsanspruch des Schuldners gegen die Bank, der dem Gläubigerzugriff im Wege der Pfändung offensteht (BGH, Urteil vom 29. März 2001 - IX ZR 34/00, BGHZ 147, 193, 196 ff.; Urteil vom 22. Januar 2004 - IX ZR 39/03, BGHZ 157, 350, 355 f.; Urteil vom 9. Juni 2011 - IX ZR 179/08, ZIP 2011, 1324 Rn. 13).
Ebenso verhält es sich mit dem Anspruch des Schuldners auf Auszahlung eines Kredits innerhalb einer eingeräumten Kreditlinie, der nach dem Abruf des Kredits durch den Schuldner Gegenstand eines Pfändungspfandrechts sein kann (BGH, Urteil vom 29. März 2001 - IX ZR 34/00, BGHZ 147, 193, 195 ff; vom 22. Januar 2004 - IX ZR 39/03, BGHZ 157, 350, 356; vom 9. Juni 2011 - IX ZR 179/08, WM 2011, 1343 Rn. 13).
Die Pfändung der Ansprüche aus einem zur Disposition des Schuldners stehenden Kredit ist zwar rechtlich wirksam, ohne den Abruf der Kreditmittel durch den Kontoinhaber ist aber kein Auszahlungsanspruch gegen die Bank vorhanden, der Gegenstand eines Pfändungspfandrechts sein könnte (BGH, Urteil vom 22. Januar 2004 - IX ZR 39/03, BGHZ 157, 350, 355 ff; vom 9. Juni 2011 - IX ZR 179/08, WM 2011, 1343 Rn. 13 f).
Wie das Berufungsgericht zutreffend angenommen hat, ist ein Pfändungspfandrecht des beklagten Landes erst mit dem Abruf des eingeräumten Dispositionskredits durch die Schuldnerin entstanden und beruht damit auf einer Rechtshandlung der Schuldnerin, weil die Inanspruchnahme einer Kreditlinie nur durch den Kontoinhaber selbst erfolgen kann (vgl. BGH…, Urteil vom 25. Oktober 2007 - IX ZR 157/06, WM 2008, 168 Rn. 16; vom 9. Juni 2011 - IX ZR 179/08, WM 2011, 1343 Rn. 12 ff).
Nach der Rechtsprechung des Senats nimmt ein Schuldner, der eine Überweisung von seinem Bankkonto veranlasst, eine eigene Rechtshandlung vor, selbst wenn zuvor Ansprüche auf Auszahlungen von diesem Konto zugunsten des Zahlungsempfängers gepfändet und ihm zur Einziehung überwiesen wurden (BGH, Urteil vom 9. Juni 2011 - IX ZR 179/08, WM 2011, 1343 Rn. 10 mwN;… vom 22. November 2012 - IX ZR 142/11, WM 2013, 48 Rn. 9).
War die Überweisung nicht durch ein insolvenzfestes Pfändungspfandrecht des beklagten Landes gedeckt, so liegt eine objektive Gläubigerbenachteiligung vor, weil auch die Zahlung mit Mitteln eines vom Schuldner abgerufenen Dispositionskredits gläubigerbenachteiligende Wirkung hat (BGH, Urteil vom 9. Juni 2011 - IX ZR 179/08, WM 2011, 1343 Rn. 20;… vom 14. Juni 2012 - IX ZR 145/09, WM 2012, 1401 Rn. 22).
Diese hat willensgeleitet darüber entschieden, die Zahlungen letztlich über die Anwälte an den Beklagten zu erbringen (BGH, Urteil vom 9. Juni 2011 - IX ZR 179/08, ZInsO 2011, 1350 Rn. 10).