Source: https://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20190227_OGH0002_0060OB00028_19I0000_000
Timestamp: 2019-06-25 18:28:24
Document Index: 54350264

Matched Legal Cases: ['OGH', '§ 19', '§ 19', '§ 19', 'OGH', 'OGH']

RIS - 6Ob28/19i - Entscheidungstext - Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)
Entscheidungstext 6Ob28/19i
6Ob28/19i
Schramm als Vorsitzenden und durch die Hofräte Dr. Gitschthaler, Univ.-Prof. Dr. Kodek und Dr. Nowotny sowie die Hofrätin Dr. Faber als weitere Richter in der Firmenbuchsache der im Firmenbuch des Landesgerichts Salzburg zu FN ***** eingetragenen C***** OG mit dem Sitz in ***** und der Geschäftsanschrift *****, wegen Verhängung von Zwangsstrafen, über den Revisionsrekurs der C***** GmbH, FN *****, der R***** GmbH, FN *****, sowie der M***** & Partner *****, FN *****, alle *****, alle vertreten durch Mag. Christoph Pichler als Substitut des öffentlichen Notars Dr. Gottfried Schachinger in Wals-Siezenheim, gegen den Beschluss des Oberlandesgerichts Linz als Rekursgericht vom 5. Dezember 2018, GZ 6 R 157/18b-10, womit der Beschluss des Landesgerichts Salzburg vom 7. November 2018, GZ 24 Fr 6881/18d-4, bestätigt wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den
- C***** GmbH (FN *****),
- M***** & Partner ***** (FN *****) und
- R***** GmbH (FN *****).
- Dkfm. Dr. J***** M*****, geboren *****
vertritt seit 02. 04. 1980 selbständig
- Mag. Dr. C***** M*****, geboren *****
vertritt sei 28. 12. 2005 selbständig
- Mag. Dr. S***** M*****, geboren *****
vertritt seit 08.02.2011 selbständig.
Mit Beschluss vom 17. 10. 2018, GZ 24 Fr 6881/18g-1, forderte das Erstgericht die unbeschränkt haftenden Gesellschafter der C***** OG auf, bei der C***** OG den Rechtsformzusatz gemäß § 19 Abs 2 UGB anzupassen, dies zur Eintragung in das Firmenbuch anzumelden oder darzutun, dass diese Verpflichtung nicht besteht; widrigenfalls müsse eine Zwangsstrafe von jeweils 300 Euro verhängt werden.
Daraufhin verhängte das Erstgericht über die persönlich haftenden Gesellschafter der C***** OG die angedrohten Zwangsstrafen von jeweils 300 Euro. Es forderte sie neuerlich auf, den Rechtsformzusatz im Firmenwortlaut der C***** OG gemäß § 19 Abs 2 UGB anzupassen, widrigenfalls Zwangsstrafen von jeweils 400 Euro verhängt und der Beschluss über die verhängte Zwangsstrafe in der Ediktsdatei und im Amtsblatt zur Wiener Zeitung veröffentlicht werden würden. Es vertrat die Ansicht, die von den unbeschränkt haftenden Gesellschaftern vertretene Meinung stehe dem Gläubigerschutzinteresse entgegen. Werde nämlich eine OG oder KG in eine GmbH & Co KG geändert, müsse immer überprüft werden, ob diese bei einer anderen Personengesellschaft Komplementärin sei, weil auf einer unteren Stufe unbeschränkt haftende natürliche Personen wegfallen würden. Wenn also aus der offenen Gesellschaft „M***** & Partner *****“ eine M***** GmbH & Co KG werden würde, gebe es bei der vorliegenden C***** OG auch auf unteren Stufen nur mehr Kapitalgesellschaften als unbeschränkt haftende Gesellschafter.
3.5. Verweijen (in Zib/Dillinger, UGB I/1 § 19 Rz 47) ist unter Berufung auf die Entscheidung des BayObLG vom 8. 9. 1994, 3 Z BR118/94, DNotZ 1995, 230, der Auffassung, es sei unerheblich, auf wievielter Gesellschafterebene einer mehrstöckigen GmbH & Co KG eine natürliche Person unbeschränkt hafte. Die Haftungsbeschränkung sei nur dann in der Firma zum Ausdruck zu bringen, wenn auf keiner der Stufen letztlich eine der persönlich haftenden Gesellschafter eine natürliche Person sei.
E124485
ECLI:AT:OGH0002:2019:0060OB00028.19I.0227.000
JJT_20190227_OGH0002_0060OB00028_19I0000_000