Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757?p=928
Timestamp: 2019-02-22 23:10:52
Document Index: 90180754

Matched Legal Cases: ['§ 2279', '§ 2280', '§ 2281', '§ 2279', '§ 2280', '§ 2281']

orte und dorfschaften thun. Hingegen stehen die
hoheits-rechte über die durch einen stat flüßenden
ströme dem landesherrn zu, so weit sich seine lande
an dem flusse hin erstrecken; wo er aber an der
einen seite nur angrenzet, kommet ihm selbiger
zur hälfte zu.
marktschif-
fen im Ha-
nauischen
Was für ein rechtsstreit zwischen Kur-Mainz
und Hanau im anfange des vorigen jar-hunderts
wegen des markt-schiffes entstanden; solches ist
teils beim Thomas Merkelbach t. I der consi-
liorum, Caspar Klock s. 22-25, teils beim
Marperger am a. o. s. 268 fgg. zu lesen. Mainz
wollte die haltung eines marktschiffes deshalber
nicht zugestehen, weiln ihm die schiffart auf dem
Maine und das geleit auf beiden ufern sowohl auf
dem Mainzischen, als auf dem Hanauischen lein-
pfade zustünden. Allein Hanau hat disem fürge-
ben gründlich widersprochen, Schweders thea-
trum praetensionum I s. 810 fg.
und Main-
zischen.
In meß-zeiten gehet das Mainzische marktschif
morgens um 6 uhr, das andre aber in und aus-
serhalb meß-zeiten um 10 uhr nach Frankfurt ab,
laut vergleiches zwischen Kur-Mainz und der
Reichsstadt Frankfurt unterm 20sten jänner 1584,
Pfeffinger III des Vitriarii s. 742.
vom lein-
Zu den öffentlichen schif baren flüssen gehöret
als eine zubehörung die hohe gerechtigkeit: der
leinpfad, linpfad, (nicht leimpfad, wie einige
schreiben) genannt. Der leinpfad ist der weg,
orte und dorfſchaften thun. Hingegen ſtehen die
hoheits-rechte uͤber die durch einen ſtat fluͤßenden
ſtroͤme dem landesherrn zu, ſo weit ſich ſeine lande
an dem fluſſe hin erſtrecken; wo er aber an der
einen ſeite nur angrenzet, kommet ihm ſelbiger
zur haͤlfte zu.
marktſchif-
nauiſchen
Was fuͤr ein rechtsſtreit zwiſchen Kur-Mainz
wegen des markt-ſchiffes entſtanden; ſolches iſt
teils beim Thomas Merkelbach t. I der conſi-
liorum, Caſpar Klock ſ. 22-25, teils beim
Marperger am a. o. ſ. 268 fgg. zu leſen. Mainz
wollte die haltung eines marktſchiffes deshalber
nicht zugeſtehen, weiln ihm die ſchiffart auf dem
Maine und das geleit auf beiden ufern ſowohl auf
dem Mainziſchen, als auf dem Hanauiſchen lein-
pfade zuſtuͤnden. Allein Hanau hat diſem fuͤrge-
ben gruͤndlich widerſprochen, Schweders thea-
trum praetenſionum I ſ. 810 fg.
ziſchen.
In meß-zeiten gehet das Mainziſche marktſchif
morgens um 6 uhr, das andre aber in und auſ-
ſerhalb meß-zeiten um 10 uhr nach Frankfurt ab,
laut vergleiches zwiſchen Kur-Mainz und der
Reichsſtadt Frankfurt unterm 20ſten jaͤnner 1584,
Pfeffinger III des Vitriarii ſ. 742.
Zu den oͤffentlichen ſchif baren fluͤſſen gehoͤret
als eine zubehoͤrung die hohe gerechtigkeit: der
ſchreiben) genannt. Der leinpfad iſt der weg,
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[916/0928] LVI haubtſtuͤck orte und dorfſchaften thun. Hingegen ſtehen die hoheits-rechte uͤber die durch einen ſtat fluͤßenden ſtroͤme dem landesherrn zu, ſo weit ſich ſeine lande an dem fluſſe hin erſtrecken; wo er aber an der einen ſeite nur angrenzet, kommet ihm ſelbiger zur haͤlfte zu. § 2279 Was fuͤr ein rechtsſtreit zwiſchen Kur-Mainz und Hanau im anfange des vorigen jar-hunderts wegen des markt-ſchiffes entſtanden; ſolches iſt teils beim Thomas Merkelbach t. I der conſi- liorum, Caſpar Klock ſ. 22-25, teils beim Marperger am a. o. ſ. 268 fgg. zu leſen. Mainz wollte die haltung eines marktſchiffes deshalber nicht zugeſtehen, weiln ihm die ſchiffart auf dem Maine und das geleit auf beiden ufern ſowohl auf dem Mainziſchen, als auf dem Hanauiſchen lein- pfade zuſtuͤnden. Allein Hanau hat diſem fuͤrge- ben gruͤndlich widerſprochen, Schweders thea- trum praetenſionum I ſ. 810 fg. § 2280 In meß-zeiten gehet das Mainziſche marktſchif morgens um 6 uhr, das andre aber in und auſ- ſerhalb meß-zeiten um 10 uhr nach Frankfurt ab, laut vergleiches zwiſchen Kur-Mainz und der Reichsſtadt Frankfurt unterm 20ſten jaͤnner 1584, Pfeffinger III des Vitriarii ſ. 742. Vom lein-pfade. § 2281 Zu den oͤffentlichen ſchif baren fluͤſſen gehoͤret als eine zubehoͤrung die hohe gerechtigkeit: der leinpfad, linpfad, (nicht leimpfad, wie einige ſchreiben) genannt. Der leinpfad iſt der weg, oder
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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 916. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/928>, abgerufen am 22.02.2019.