Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20ZR%20304/93
Timestamp: 2019-11-17 00:46:14
Document Index: 255554417

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1954', '§ 138', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'Art. 233', '§ 2', 'BGH', '§ 138', 'Art. 233', '§ 2', 'Art. 233', '§ 2', 'Art. 233', '§ 2', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', '§ 7', 'BGH']

BGH, 02.06.1995 - V ZR 304/93 - dejure.org
https://dejure.org/1995,677
BGH, 02.06.1995 - V ZR 304/93 (https://dejure.org/1995,677)
BGH, Entscheidung vom 02.06.1995 - V ZR 304/93 (https://dejure.org/1995,677)
BGH, Entscheidung vom 02. Juni 1995 - V ZR 304/93 (https://dejure.org/1995,677)
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BGB §§ 1954 Abs. 1, Abs. 2, 1957 Abs. 1, 138 Abs. 1, 119 Abs. 2
DDR - Volkseigenes Grundstück - Besitzrecht - Bereinigungsanspruch
Anspruch auf sachenrechtliche Bereinigung einer Bäuerlichen Handelsgenossenschaft auch bei fehlender Rechtsträgerschaftseintragung
Gebäudeerrichtung durch Bäuerliche Handelsgenossenschaft; Besitzrecht bis zur Durchführung der Sachenrechtsbereinigung
Grundstückseigentum als Tatsachenbehauptung
ZIP 1995, 1633
MDR 1996, 578
NJ 1995, 650
WM 1995, 1589
Den tatsächlichen Umständen (§ 138 Abs. 1 ZPO) stehen nämlich Tatsachen in ihrer juristischen Einkleidung gleich, wenn dies durch einen einfachen Rechtsbegriff geschieht, der jedem Teilnehmer des Rechtsverkehrs geläufig ist (Senat, BGHZ 135, 92, 95; Senat, Urt. v. 2. Juni 1995, V ZR 304/93, WM 1995, 1589, 1590;… Zöller/Greger, ZPO, 24. Aufl., § 138 Rdn. 2).
Dabei kommt es nicht darauf an, ob die Herleitung der Eigentümerstellung rechtlichen oder tatsächlichen Schwierigkeiten begegnet (BGH, Urteil vom 2. Juni 1995 - V ZR 304/93, ZIP 1995, 1633).
Maßgeblich ist das von der Partei vorgetragene Ergebnis (vgl. BGH, Urteil vom 2. Juni 1995 - V ZR 304/93, ZIP 1995, 1633 zum Begriff "Eigentum").
a) Mit dem Moratorium sollte eine vorläufige Sicherung der Rechtsverhältnisse erreicht werden, die für eine Bereinigung durch sachenrechtliche Teilhabe des Nutzers an Grund und Boden infrage kamen (Senat, Urt. v. 2. Juni 1995, V ZR 304/93, DtZ 1995, 328, 329;… Urt. v. 13. Oktober 1995, V ZR 254/94, DtZ 1996, 19, 20).
aa) Der Senat hat bereits entschieden, dass der Eigentümer des Gebäudes das Grundstück auch dann selbst nutzte, wenn er es am 22. Juli 1992 vermietet oder verpachtet hatte, da eine einschränkende Auslegung des Merkmales "selbst" in Art. 233 § 2a Abs. 1 Satz 1 Buchstabe a EGBGB dem Zweck der Regelung nicht gerecht würde (Senat, Urt. v. 2. Juni 1995, V ZR 304/93, DtZ 1995, 328, 329; Urt v. 13. Oktober 1995, V ZR 254/94, DtZ 1996, 19, 20).
Zwar kann der Abschluß eines Kaufvertrags als "juristische Tatsache" (vgl. Senatsurt. v. 2. Juni 1995, V ZR 304/93 und v. 13. März 1998, V ZR 190/97, BGHR ZPO § 138 Abs. 1, Tatsachen, juristische 1 und 2) Gegenstand des Bestreitens im Prozeß sein.
Zutreffend nimmt das Berufungsgericht an, daß die mittelbare Nutzung durch Vermietung an den Beklagten eine Selbstnutzung im Sinne des Art. 233 § 2 a Abs. 1 Satz 1 a EGBGB darstellt (Senatsurt. v. 2. Juni 1995, V ZR 304/93, zur Veröffentlichung vorgesehen).
c) Einer Genossenschaft mit gewerblichem Geschäftsgegenstand (hier: Konsumgenossenschaft) steht ein Anspruch auf Sachenrechtsbereinigung zu, wenn sie ein volkseigenes Grundstück, das sie in Rechtsträgerschaft genutzt hatte, mit Eigenmitteln bebaut hat; der Senat hält daran fest, daß der Grundeigentümer auch vor dem 1. Januar 1995 nicht befugt war, das zugunsten der Genossenschaft wirkende Moratorium nach Art. 233 § 2 a Abs. 6 Satz 4 Buchst. c EGBGB durch einseitige Erklärung zu beenden (Urt. v. 2. Juni 1995, V ZR 304/93, WM 1995, 1585).«.
Das Kündigungsrecht des Grundstückseigentümers nach dieser Vorschrift werde, entgegen der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (Urt. v. 2. Juni 1995, V ZR 304/93, WM 1995, 1585 = DtZ 1995, 328), durch Eigeninvestitionen nicht ausgeschlossen.
c) Der Senat hat in seiner Entscheidung vom 2. Juni 1995 (V ZR 304/93, oben zu I) Art. 233 § 2 a Abs. 6 Satz 4 Buchst. c EGBGB - unabhängig von dessen späterer Interpretation durch das Sachenrechtsbereinigungsgesetz - einschränkend dahin ausgelegt, daß eine Genossenschaft, die nicht nach Halbs. 2 der Vorschrift privilegiert ist (im entschiedenen Falle: Bäuerliche Handelsgenossenschaft), in ihrem Besitz unangetastet bleibt, wenn sie auf dem volkseigenen Grundstück als Rechtsträgerin mit Eigenmitteln ein Gebäude errichtet hat.
Zwar kann eine Partei ihrer Obliegenheit zur Darlegung der entscheidungserheblichen tatsächlichen Umstände auch durch den Vortrag eines einfachen Rechtsbegriffs genügen, der jedem Teilnehmer des Rechtsverkehrs geläufig ist (BGH, Urteil vom 13. März 1998 - V ZR 190/97, NJW 1998, 2058 unter II 2 b; Urteil vom 2. Juni 1995 - V ZR 304/93, WM 1995, 1589 unter II 1).
Maßgeblich ist das von der Partei vorgetragene Ergebnis, die behauptete Rechtsinhaberschaft (vgl. Senatsurt. v. 2. Juni 1995, V ZR 304/93, BGHR ZPO § 138 Abs. 1, Tatsache, juristische 1).
BGH, 17.12.1997 - IV ZR 138/96
Beeinträchtigung des Vertragserben bzw. -vermächtnisnehmers
Soweit damit Rechtsbegriffe vorgetragen worden sind, werden diese auch im täglichen Leben gebraucht und vermitteln neben einer rechtlichen Wertung zugleich Tatsachen (vgl. BGH, Urteil vom 2. Juni 1995 - V ZR 304/93 - DtZ 1995, 328 = WM 1995, 1589 unter II 1 m.w.N. ).
OLG Brandenburg, 18.04.2001 - 4 U 28/00
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