Source: https://www.fides-online.de/themen/jahressteuergesetz-2018-neuerungen-bei-der-arbeitnehmerbesteuerung
Timestamp: 2019-12-07 12:24:43
Document Index: 138030500

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 8', '§ 3', '§ 8', '§ 40', '§ 3']

Jahressteuergesetz 2018: Neuerungen bei der Arbeitnehmerbesteuerung | FIDES Themen
Mit dem sog. Jahres­steuergesetz 2018 hat der Gesetzgeber u. a. in den Be­reichen der För­derung von Elektro­fahr­zeugen, Job­tickets sowie der Über­lassung von be­trieb­lichen Fahr­rädern Neuer­ungen ein­geführt, die für Arbeit­nehmer und Arbeit­ge­ber von Inter­esse sind.
Zur Förderung des Umwelt­schut­zes hat der Gesetz­geber mit dem sog. Jahres­steuer­gesetz 2018 vom 11.12.2018 (BGBl. I 2018, S. 2338) die fol­gen­den Steuer­ver­günsti­gungen neu geregelt.
Dienstwagenbesteuerung – Steuer­liche För­derung von Elektro- und Hybrid­fahr­zeugen
Bei der pri­vaten Nut­zung eines Dienst­wagens ist der da­durch er­zielte geld­werte Vor­teil beim Arbeit­nehmer der Be­steuer­ung zu unter­werfen. Für die Nutzung eines Elektro- oder Hybrid­fahrzeugs gibt es dabei seit Jahres­be­ginn einen neuen steuer­lichen An­reiz: Bei der Dienst­wagen­be­steuerung von emissions­freien Elektro- und Hybrid­fahr­zeugen wird die sog. 1 %-Methode halbiert (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 und 3 EStG). Es sind somit statt 1 % nur noch 0,5 % des Brutto­listen­preises an­zu­setzen. Diese Regelung gilt für Fahr­zeug­an­schaffungen nach dem 31.12.2018 und vor dem 01.01.2022. Sofern keine Ver­längerung dieser Re­gelung eintritt, greift nach Ablauf dieses Zeit­raums wieder die bis­herige Re­gelung. Danach können be­stimmte Kosten für das Batterie­system aus der steuer­lichen Be­messungs­grund­lage heraus­ge­rechnet werden. Die Neu­regelung gilt bei einer Ge­stellung des Fahr­zeuges durch den Arbeit­geber auch für die Be­stimmung des geld­werten Vor­teils für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeits­platz (erster Tätig­keits­stätte) sowie für Familien­heim­fahrten bei einer doppelten Haus­halts­führung (§ 8 Abs. 2 Sätze 3 und 5 EStG).
Vom Arbeit­geber gewährte Zu­schüsse (Geld­zahlungen) oder Sach­leistungen (Jobtickets) des Arbeit­gebers für die Nutz­ung öffent­licher Verkehrs­mittel im Linien­ver­kehr sowie im öffent­lichen Personen­nah­verkehr sind nunmehr – ins­be­sondere für Fahr­ten zwischen Wohnung und Arbeits­platz (erster Tätigkeitsstätte) – in voller Höhe steuer­frei (§ 3 Nr. 15 EStG).
Soweit Arbeit­geber Job­tickets bis­lang nur im Rah­men der sog. 44 €-Grenze (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG) steuer­frei ge­währt haben, bleiben diese ab dem 01.01.2019 im Rahmen der Lohn­be­steuerung nun­mehr kom­plett außer Ansatz. Die 44 €-Grenze bleibt un­be­rührt. Haben Arbeit­geber bis­lang gar eine pauschal­isierte Lohn­be­steuerung (§ 40 Abs. 2 Satz 2 EStG) durch­geführt, ist dies nicht mehr er­forderlich. Die Pauschal­steuer kann somit ein­ge­spart werden.
Steuerbefreiung der Überlassung von be­trieb­lichen Fahr­rädern
Auch die Überlassung be­trieb­licher Fahr­räder wird nun­mehr kom­plett steuer­frei ge­stellt (§ 3 Nr. 37 EStG). Dies betrifft neben „normalen“ Fahr­rädern auch Elektro­fahr­räder mit motor­gestützten Ge­schwin­dig­keiten bis zu 25 km/h (ansonsten gilt die o.g. Dienst­wagen­be­steuerung für Elektro-KfZ). Die Re­gelung gilt ab dem 01.01.2019 und ist zu­nächst auf drei Jahre be­fristet. Ein be­sonderer Vor­teil be­steht da­rin, dass die bis­herigen Schwierig­keiten bei der Er­mittlung und Be­wertung des geld­werten Vor­teils hier­durch für den Arbeit­geber ent­fallen.
Die neuen Regelungen bieten für Arbeitnehmer eine Reihe von Steuerbegünstigungen, die auch auf Seiten des Arbeitgebers von Interesse sein können und dort im Einzelfall ebenfalls durch Vermeidung von Pauschalsteuern zu steuerlichen Vorteilen führen können.