Source: https://studylibde.com/doc/14789403/deutsche-standards-f%C3%BCr-die-nicht-verwandte
Timestamp: 2019-11-18 16:46:08
Document Index: 36195157

Matched Legal Cases: ['§13', '§20', '§21', '§21', '§ 12', 'Art. 1']

Deutsche Standards für die nicht verwandte
Postfach 4244, 89032 Ulm
Telefon: 0731 1507-000
0731 1507-500
für die nicht verwandte
Zentrales Knochenmarkspender-Register für die
Bundesrepublik Deutschland gemeinnützige GmbH
Handelsregister Ulm · HRB 2566
Kto. 929211100 · BLZ 630 400 53
IBAN: DE57 6304 0053 0929 2111 00
1.1 Zentrales Knochenmarkspender-Register (ZKRD)
1.2 Spenderdatei . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.3 Sucheinheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.4 Nabelschnurblutbank . . . . . . . . . . . . . .
1.5 Entnahmeeinheiten . . . . . . . . . . . . . . .
1.6 Transplantationseinheit . . . . . . . . . . . . .
1.7 Laboratorien . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
2 Spenderregistrierung
2.1 Information . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
2.2 Voraussetzungen für die Aufnahme in die Spenderdatei
2.3 Einverständniserklärung . . . . . . . . . . . . . . . . .
2.4 Weitere Vorgehensweisen . . . . . . . . . . . . . . . .
3 Spendertestung
3.1 Allgemein . . . . . . . . . . . . . . .
3.2 Art und Umfang der Untersuchungen
3.3 Bestätigungstestung (CT) . . . . . . .
3.4 CT-Befunde . . . . . . . . . . . . . .
4 Spendersuche
4.1 Allgemein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
4.2 Suchablauf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
4.3 Suchstopp . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
5 Anforderung und Vorbereitung von Blutstammzellspenden
5.1 Anforderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
5.2 Spenderversicherung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
5.3 Spenderaufklärung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
5.4 Voruntersuchung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
5.5 Einverständniserklärungen . . . . . . . . . . . . . . . . . .
5.6 Vorgehen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
6 Mehrfachspenden/ Mehrfachtransplantationen
6.1 Mehrfachspenden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
6.2 Mehrfachtransplantationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
6.3 Vorgehen bei weiteren Anforderungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
7.1 Allgemein . . . . . .
7.2 Präparatbeschriftung
7.3 Begleitdokumente . .
7.4 Kurier . . . . . . . .
8 Nachbeobachtung des Spenders (Spender-Follow-up)
8.1 Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
8.2 Spenderkontakte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
8.3 Nachuntersuchungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
9 Nachbeobachtung des Empfängers (Patienten-Follow-up)
9.1 Information über den Zustand des Empfängers nach Transplantation . . 38
9.2 Kontakt zwischen Spender und Empfänger . . . . . . . . . . . . . . . . 38
10 Datenschutz, Anonymität und Archivierung
10.1 Allgemein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
10.2 Anonymität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
10.3 Archivierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
A Anhang: Abkürzungen
B Anhang: Formulare und Fragebögen
C Anhang: Vorbereitung von Blutstammzellspenden
C.1 Spenderinformation und -aufklärung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49
C.2 Voruntersuchung des Spenders (Work-up) . . . . . . . . . . . . . . . . 51
D Anhang: Änderungen gegenüber Version 10
Die vorliegenden deutschen Standards für die nicht verwandte Blutstammzellspende
wurden von einem Standardkomitee erarbeitet, das sich aus Vertretern des ZKRD,
der Spenderdateien, Sucheinheiten, Nabelschnurblutbanken, Entnahmeeinheiten und
Transplantationszentren zusammensetzt. Die Standards beziehen sich auf die wesentlichen Bereiche der Gewinnung und Betreuung von nicht verwandten Blutstammzellspendern, der Vermittlung und Bereitstellung der entsprechenden therapeutischen Präparate sowie auf die an diesem Prozess beteiligten Organisationen. Sie orientieren sich
in allen wesentlichen Punkten an den Standards der WMDA [1].
Diese Standards sollen ein hohes Maß an Qualität und Sicherheit sowie eine einheitliche Vorgehensweise bei der Spendergewinnung, Testung, Suche, Spende und beim
Transport von hämatopoetischen Präparaten gewährleisten. Dies dient sowohl der
Wahrung der Interessen aller Spender und Patienten als auch der Schaffung einer
besseren Transparenz für alle beteiligten Organisationen im In- und Ausland. Die deutschen Standards sind bindende Mindestanforderungen, die von den einzelnen Organisationen durchaus strenger gefasst werden können. Geltende Gesetze, Richtlinien
und Verträge in der jeweils aktuellen Fassung bleiben davon unberührt.
Diese Standards werden mindestens alle drei Jahre von dem Komitee für die deutschen Standards überprüft und gegebenenfalls aktualisiert. Dabei sollen neue medizinische Entwicklungen und gesetzliche Bestimmungen und Richtlinien ebenso berücksichtigt werden wie Vorschläge der in dem Bereich der Spendersuche und Spendervermittlung tätigen Organisationen.
Die im folgenden Dokument genannten Organisationen verpflichten sich, die für sie
geltenden Standards einzuhalten.
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im folgenden Text der Begriff „Blutstammzellen“ für alle blutbildenden Stammzellen unabhängig von ihrer Herkunft oder der
Methode ihrer Gewinnung verwendet. Bezieht sich ein Standard auf nur eine Quelle,
wird das durch den Gebrauch der Begriffe „Knochenmark“, „periphere Blutstammzellen“ bzw. „Nabelschnurblut“ deutlich gemacht.
Bindende Standards werden durch den Gebrauch der imperativen Form bzw. der entsprechenden Form der Begriffe „müssen“ oder „nicht dürfen“ kenntlich gemacht. Bei
Standards, die empfohlen sind, werden die jeweiligen Formen der Begriffe „empfehlen“, „können“ oder „sollen“ verwendet.
Im gesamten Text steht die männliche Form stellvertretend für Personen beiderlei Geschlechts.
Bei der Angabe von Formularen wird grundsätzlich die Bezeichnung der ZKRD-Formulare verwendet. Diese dürfen durch inhaltlich äquivalente Dokumente ersetzt werden.
Zentrales Knochenmarkspender-Register (ZKRD)
1.1.1.1 Das ZKRD muss eine Organisations- und Rechtsform haben, die einen ordnungsgemäßen Betrieb in finanzieller und administrativer Hinsicht sicherstellt.
1.1.1.2 Der ärztliche Leiter des ZKRD muss ein approbierter Arzt mit einer diesem Aufgabenbereich entsprechenden fachlichen Qualifikation sein. Er darf fachlich nicht weisungsgebunden sein.
1.1.1.3 Ein kaufmännischer Leiter muss bestellt sein, der eine dem Aufgabenbereich entsprechende fachliche Qualifikation besitzt.
1.1.1.4 Das ZKRD muss eine nach Zahl und Kompetenz angemessene kontinuierliche Besetzung aller wesentlichen Funktionseinheiten zu den üblichen Bürozeiten1 sicherstellen.
Außerhalb dieser Zeiten ist eine Verfügbarkeit für Notfälle zu gewährleisten.
1.1.1.5 Es muss gewährleistet sein, dass ständig eine Person erreichbar ist, die Englisch in
Wort und Schrift beherrscht.
1.1.1.6 Das ZKRD muss ein Organigramm bereitstellen, aus dem Name, Funktion und Einordnung aller Mitarbeiter innerhalb des Unternehmens hervorgehen.
1.1.1.7 Eine adäquate datentechnische Ausstattung muss vorhanden sein.
1.1.1.8 Datenschutz und Datensicherheit müssen gemäß Abschnitt 10 Datenschutz, Anonymität und Archivierung gewährleistet sein.
1.1.1.9 Es muss ein Qualitätsmanagement-System vorhanden sein, das mindestens der Definition der WMDA-Standards entspricht und die Einhaltung dieser Standards sicherstellt
und dokumentiert. Dies umfasst insbesondere Dokumentenmanagement, Aufzeichnungen, Einarbeitung und Weiterbildung der Mitarbeiter, Beschwerdemanagement
1.1.2.1 Das ZKRD führt eine zentrale Datenbank mit pseudonymisierten, transplantationsrelevanten Daten nicht verwandter prospektiver Blutstammzellspender, die regelmäßig
durch die deutschen Spenderdateien aktualisiert wird.
Wo in diesen Standards von „üblichen Bürozeiten“ die Rede ist, gilt:
werktags, Montag - Freitag 8.00 Uhr - 16.00 Uhr
1.1.2.2 Die Suchanfragen nach nicht verwandten Blutstammzellspendern für Patienten im Inund Ausland werden ausschließlich vom ZKRD entgegengenommen und bearbeitet.2,3
1.1.2.3 Das ZKRD stellt anfragenden Stellen (Sucheinheiten, ausländischen Registern, Transplantationseinheiten) Listen HLA-kompatibler pseudonymisierter Spender nach dem
aktuellen Stand der Wissenschaft und Technik umgehend zur Verfügung.
1.1.2.4 Das ZKRD stellt sicher, dass die mit dem ZKRD kooperierenden deutschen Transplantationseinheiten eine einschlägige Qualifikation besitzen (s. dazu 1.6.1).
1.1.2.5 Das ZKRD aktiviert auf Anforderung eine Spendersuche und holt gegebenenfalls eine
Kostenübernahmeerklärung bei den Kostenträgern unter Vorlage prüffähiger Unterlagen ein.
1.1.2.6 Das ZKRD nimmt Anforderungen zu weitergehenden Untersuchungen und zur Bereitstellung von Blutproben entgegen, prüft sie auf Vollständigkeit und Plausibilität und
erteilt die Aufträge an die jeweiligen Spenderdateien und ausländischen Register.
1.1.2.7 Das ZKRD meldet eingehende Untersuchungsergebnisse umgehend an die jeweils beteiligten Stellen weiter.
1.1.2.8 Das ZKRD führt die Abrechnung aller Leistungen im Rahmen der Spendersuche mit
den jeweiligen Kostenträgern im In- und Ausland durch.
1.1.2.9 Das ZKRD garantiert die unverzügliche Bearbeitung und Weiterleitung aller eingegangenen wesentlichen Vorgänge der Spendersuche und Spendervermittlung zu den üblichen Bürozeiten.
1.1.2.10 Das ZKRD stellt eine Dokumentation aller wesentlichen Vorgänge im Rahmen der
Spendersuche sicher.
1.1.2.11 Das ZKRD fördert die Zusammenarbeit der an der Spendersuche beteiligten Institutionen.
1.1.2.12 Das ZKRD koordiniert und leitet im Rahmen der Projektkommission die Verhandlungen
mit den Spitzenverbänden der gesetzlichen Krankenversicherungen [23].
1.1.2.13 Das ZKRD erfüllt die Aufgaben eines nationalen Registers im Sinne der WMDA-Empfehlungen [17], [18], [19], [20], [21].
1.1.2.14 Das ZKRD übernimmt die Zollanmeldung für alle Transplantate, die aus Nicht-EULändern (Drittländer) nach Deutschland importiert werden in Abstimmung mit den
Transplantationszentren. Die Zollanmeldung deutscher Transplantate, die in Drittländer exportiert werden, obliegt dem wirtschaftlichen Eigentümer zum Zeitpunkt des
Exportes. Dem ZKRD wurde bewilligt, Transplantate für alle deutschen Transplantationszentren mit einem vereinfachten Verfahren zu importieren. Für den Export ist das
ZKRD „zugelassener Ausführer“ und damit berechtigt, ein vereinfachtes Ausfuhrverfahren anzuwenden.
Zum 01.01.2000 bestehende Verträge mit dem NMDP bleiben davon unberührt.
Die Erbringung kostenloser DRB1-Typisierungen durch Spenderdateien auf Bitte der Sucheinheit
während einer über das ZKRD laufenden Spendersuche ist davon nicht berührt.
1.2.1.1 Die Spenderdatei muss eine Organisations- und Rechtsform haben, die einen ordnungsgemäßen Betrieb in finanzieller und administrativer Hinsicht sicherstellt.
1.2.1.2 Die Spenderdatei muss einen approbierten Arzt als ärztlichen Leiter haben, der eine
dem Aufgabenbereich entsprechende fachliche Qualifikation besitzt. Sie muss einen
Geschäftsführer oder administrativen Leiter haben, der für die organisatorischen Aufgaben innerhalb der Spenderdatei verantwortlich ist. Die ärztliche und administrative
Leitung kann in Personalunion ausgeübt werden.
1.2.1.3 Die Spenderdatei muss eine in psychologischer Betreuung und Beratung ausgewiesene Person benennen, die als Spenderbeistand den Spender bei Bedarf berät. Diese
Person darf weder der Spenderdatei noch einer patientenbetreuenden Einheit angehören oder durch einen Interessenkonflikt befangen sein.
1.2.1.4 Das mit der Aufklärung, Gewinnung und Betreuung von Blutstammzellspendern beauftragte Personal unterliegt der fachlichen Aufsicht der ärztlichen Leitung und muss
mit den wesentlichen Vorgängen bei der Spendersuche und der Blutstammzelltransplantation vertraut sein.
1.2.1.5 Die Spenderdatei muss eine kontinuierliche Besetzung mit fachkompetentem Personal
mindestens zu den üblichen Bürozeiten sicherstellen. Außerhalb dieser Zeiten ist eine
Erreichbarkeit in Notfällen zu gewährleisten.
1.2.1.6 Es muss gewährleistet sein, dass zu den üblichen Bürozeiten zumindest eine Person
erreichbar ist, die Englisch in Wort und Schrift beherrscht.
1.2.1.7 Die Spenderdatei muss Name, Funktion und Einordnung aller Mitarbeiter innerhalb
der Organisation dokumentiert haben.
1.2.1.8 Die Spenderdatei muss die Speicherung der personenbezogenen und transplantationsrelevanten Spenderdaten sowie die Weiterleitung von Spenderdaten und Untersuchungsergebnissen entsprechend dem aktuellen technischen Stand gewährleisten.
Die Spenderdatei muss dafür über eine angemessene EDV-Unterstützung verfügen.
1.2.1.9 In der Spenderdatei müssen mindestens 5000 HLA-A,B-getestete Spender registriert
sein. Eine Ausnahme bilden Spenderdateien, die vor dem 01.01.2006 gegründet und
fortlaufend eigenständig betrieben wurden.
1.2.1.10 Datenschutz und Datensicherheit müssen gemäß Abschnitt 10 Datenschutz, Anonymität und Archivierung gewährleistet sein.
1.2.1.11 Es muss ein Qualitätsmanagement-System vorhanden sein, das den für die Institution zutreffenden Minimalanforderungen an ein Qualitätsmanagement-System, wie in
der Definition der WMDA-Standards beschrieben, entspricht. Dieses soll insbesondere Arbeitsanweisungen (SOPs) und Aufzeichnungen, Einarbeitung und Weiterbildung
der Mitarbeiter, Beschwerdemanagement und Rückverfolgbarkeit umfassen, und die
Einhaltung dieser Standards dokumentieren.
1.2.2 Zusammenarbeit mit anderen Organisationen
1.2.2.1 Alle mit der Spenderdatei zusammenarbeitenden Organisationen (Laboratorien, Entnahmeeinheiten, Transplantationseinheiten, Sucheinheiten und ZKRD) müssen den für
sie festgelegten Standards entsprechen.
1.2.2.2 Zwischen dem ZKRD und der Spenderdatei muss eine vertragliche Regelung bestehen.
1.2.2.3 Es muss eine vertragliche Regelung der Zusammenarbeit zwischen Spenderdatei und
Entnahmeeinheiten getroffen werden und die Spenderdatei hat sicherzustellen, dass
die Entnahmeeinheit die aktuellen arzneimittelrechtlichen Voraussetzungen erfüllt. Es
wird den Entnahmeeinheiten empfohlen, die internationale / europäische Akkreditierung (JACIE) anzustreben.
1.2.2.4 Zur Erreichung gemeinsamer Ziele arbeiten die Spenderdateien mit allen beteiligten
Organisationen konstruktiv zusammen.
1.2.3 Aufgaben
1.2.3.1 Die Spenderdatei ist für die Werbung, Information, Registrierung und Betreuung der
Spender sowie die Organisation von HLA-Testungen und weitergehenden Untersuchungen verantwortlich.
1.2.3.2 Die Spenderdatei muss die von ihren Spendern im Zentralregister gemeldeten Daten
laufend aktualisieren sowie geeignete Maßnahmen zum Erhalt der Motivation des
Spenders treffen.
1.2.3.3 Die Spenderdatei hat geeignete Maßnahmen zu treffen, damit die Interessen des
Spenders gewahrt werden und er vor nicht gerechtfertigten Anforderungen geschützt
1.2.3.4 Die Spenderdatei meldet laufend die durchgeführten bzw. stornierten Blutstammzellentnahmen an das ZKRD unter Angabe der Spender- und Patientennummer, des
Präparats und des Entnahmedatums. Zusätzlich können weitere Informationen entsprechend den aktuellen Vorgaben der WMDA notwendig sein, die der Spenderdatei
rechtzeitig bekannt gegeben werden.
Diese Daten werden vom ZKRD nur zu statistischen Zwecken, zur summarischen Weitergabe im Rahmen bestehender Verträge und Kooperationen sowie im Rahmen der
Erstellung von Matchlisten verwendet.
1.2.3.5 Weitere Aufgaben der Spenderdatei sind in den Abschnitten 2 bis 10 aufgeführt.
1.3.1.1 Die Sucheinheit ist in der Regel einer Transplantationseinheit, Universitätsklinik oder
einer transfusionsmedizinischen Einrichtung angegliedert. Sie muss räumlich und personell ausreichend ausgestattet und vom übrigen Betrieb abgegrenzt sein.
1.3.1.2 Die Sucheinheit muss einen approbierten Arzt als ärztlichen Leiter haben, der eine
dem Aufgabenbereich entsprechende fachliche Qualifikation besitzen muss.
1.3.1.3 Sie muss die kontinuierliche Besetzung mit fachkompetentem Personal sicherstellen.
1.3.1.4 Es muss gewährleistet sein, dass zu den üblichen Bürozeiten zumindest eine Person
1.3.1.5 Die Sucheinheit muss eine adäquate technische Ausstattung für den nationalen und
internationalen Datenaustausch besitzen.
1.3.1.6 Sie muss jährlich für mindestens 20 neue Patienten die nicht verwandte Spendersuche
1.3.1.7 Datenschutz und Datensicherheit müssen gemäß Abschnitt 10 Datenschutz, Anonymität und Archivierung gewährleistet sein.
1.3.1.8 Es muss ein Qualitätsmanagement-System vorhanden sein, das den für die Institution zutreffenden Minimalanforderungen an ein Qualitätsmanagement-System, wie in
1.3.2 Zusammenarbeit mit anderen Organisationen
1.3.2.1 Die Sucheinheit muss einen regelmäßigen Informationsaustausch mit dem ZKRD pflegen.
1.3.2.2 Alle mit der Sucheinheit zusammenarbeitenden Organisationen müssen den für sie
festgelegten Standards entsprechen.
1.3.2.3 Es muss eine vertragliche Regelung der Zusammenarbeit zwischen der Sucheinheit
und dem ZKRD bestehen.
1.3.3 Aufgaben
1.3.3.1 Die Sucheinheit leitet gemäß Suchauftrag (behandelnder Arzt, Transplantationseinheit) für Patienten mit der Indikation zur Transplantation von Blutstammzellen die Suche nach einem nicht verwandten Spender ein mit dem Ziel, einen geeigneten Spender
1.3.3.2 Sie muss einen kontinuierlichen Informationsaustausch in angemessenen Zeitabständen mit dem zuständigen Arzt oder der zuständigen Transplantationseinheit über den
Stand der Spendersuche und den Fortbestand der Indikation gewährleisten.
1.3.3.3 Sie muss in Absprache mit dem immungenetischen Labor für mindestens 5 Jahre eine
Asservierung der Zell-/DNA-Proben der für eine Transplantation ausgewählten Spender und der Patienten für Qualitätskontrollen und wissenschaftliche Analysen gewährleisten. Für den Fall wissenschaftlicher Analysen aus Blutproben müssen ein Ethikvotum und die entsprechenden Einverständniserklärungen vorliegen.
1.3.3.4 Weitere detaillierte Aufgaben der Sucheinheit sind in Abschnitt 4 aufgeführt.
1.4.1.1 Die Nabelschnurblutbank muss eine Organisations- und Rechtsform haben, die einen
ordnungsgemäßen Betrieb in finanzieller und administrativer Hinsicht sicherstellt.
1.4.1.2 Die Nabelschnurblutbank muss die Voraussetzungen gemäß Arzneimittelgesetz (AMG)
[8] Arzneimittel- und Wirkstoffherstellungsverordnung (AMWHV) [14] erfüllen.
1.4.1.3 Der pharmazeutische Unternehmer, welcher die Nabelschnurblutbank betreibt, muss
eine Herstellungserlaubnis für die Entnahme und Verarbeitung von BlutstammzellPräparaten aus Nabelschnurblut [8] sowie eine arzneimittelrechtliche Zulassung durch
das Paul-Ehrlich-Institut besitzen.
1.4.1.4 Die räumlichen, technischen und hygienischen Voraussetzungen für die Gewinnung,
Aufarbeitung und Qualitätskontrolle von Blutstammzell-Präparaten aus Nabelschnurblut nach dem jeweiligen Stand von Wissenschaft und Technik müssen vorhanden
und evaluiert sein. Die in die Herstellung einbezogenen externen Entnahmezentren
(Geburtskliniken) müssen ebenfalls die räumlichen, technischen und hygienischen Voraussetzungen erfüllen.
1.4.1.5 Die Nabelschnurblutbank muss einen approbierten Arzt als ärztlichen Leiter haben,
der eine dem Aufgabenbereich entsprechende fachliche Qualifikation besitzt. Sie muss
einen Geschäftsführer oder administrativen Leiter haben, der für die organisatorischen
Aufgaben innerhalb der Spenderdatei verantwortlich ist. Die ärztliche und administrative Leitung kann in Personalunion ausgeübt werden.
1.4.1.6 Die Nabelschnurblutbank muss eine kontinuierliche Besetzung mit fachkompetentem
Personal mindestens zu den üblichen Bürozeiten sicherstellen. Es muss gewährleistet
sein, dass eine Person erreichbar ist, die Englisch in Wort und Schrift beherrscht.
1.4.1.7 Das mit der Aufklärung, Gewinnung und Betreuung von Spendern von Stammzellen
aus Nabelschnurblut beauftragte Personal unterliegt der fachlichen Aufsicht der ärztlichen Leitung der Nabelschnurblutbank und muss mit den wesentlichen Vorgängen
bei der Spendersuche, den Spenderauswahlkriterien und der Blutstammzelltransplantation vertraut sein. Einarbeitung und regelmäßige Schulungen müssen dokumentiert
1.4.1.8 Die Nabelschnurblutbank muss über ein Organigramm verfügen, in dem sämtliche
kooperierende Einrichtungen (Entnahmezentren, Laboratorien etc.) sowie sämtliches
Personal mit Funktion aufgeführt sind. Es müssen detaillierte Stellenbeschreibungen
1.4.1.9 Die Nabelschnurblutbank muss die Speicherung der personenbezogenen und transplantationsrelevanten Spenderdaten sowie die Weiterleitung von Spenderdaten und
Untersuchungsergebnissen entsprechend dem aktuellen technischen Stand gewährleisten. Die Nabelschnurblutbank muss dafür über eine angemessene EDV-Unterstützung verfügen.
1.4.1.10 Datenschutz und Datensicherheit müssen gemäß Abschnitt 10 Datenschutz, Anonymität und Archivierung gewährleistet sein. Blutstammzellpräparate aus Nabelschnurblut müssen eindeutig identifiziert werden, so dass eine Zuordnung zum Spender bzw.
zum Empfänger innerhalb der nächsten 30 Jahre nach Transplantation durch die Nabelschnurblutbank jederzeit gewährleistet ist.
1.4.1.11 Es muss ein Qualitätsmanagement-System vorhanden sein, das den für die Institution zutreffenden Minimalanforderungen an ein Qualitätsmanagement-System, wie in
1.4.2 Zusammenarbeit mit anderen Organisationen
1.4.2.1 Alle mit der Nabelschnurblutbank zusammenarbeitenden Organisationen (Laboratorien und Entnahmezentren) müssen den für sie festgelegten Standards entsprechen.
1.4.2.2 Die Zusammenarbeit aller an der Gewinnung, Herstellung und Freigabe beteiligten
Einrichtungen muss vertraglich geregelt sein.
1.4.2.3 Zwischen dem ZKRD und der Nabelschnurblutbank muss eine vertragliche Regelung
bestehen. Diese kann auch in einen Vertrag zwischen ZKRD und Spenderdatei integriert sein.
1.4.3 Aufgaben
1.4.3.1 Die Nabelschnurblutbank muss die von ihren Einheiten im Zentralregister gemeldeten
Daten laufend aktualisieren.
1.4.3.2 Vor der Nabelschnurblutspende muss die Mutter schriftlich über den gesamten Ablauf
informiert werden, insbesondere Nutzen, Risiken, datenschutzrechtliche Grundlagen
und Alternativen zur Nabelschnurblutspende sowie durchzuführende Laboruntersuchungen aus mütterlichem und kindlichem Material müssen erläutert werden. Auf
das Recht Untersuchungsergebnisse ausgehändigt zu bekommen und jederzeit ohne
Nachteile von der Spende zurücktreten zu können, muss explizit hingewiesen werden.
Eine schriftliche Einverständniserklärung der volljährigen Mutter muss vorliegen.
1.4.3.3 Eine ausführliche Anamnese der Schwangeren muss erhoben und dokumentiert werden. Folgende Punkte müssen dabei berücksichtigt werden: Verlauf der Schwangerschaft, Risiko für übertragbare Infektionserkrankungen durch die Mutter, genetischbedingte Erkrankungen, die das hämatopoetische System betreffen in der Familie (inklusive des biologischen Vaters und aller 4 Großeltern). Besonderheiten der Geburt
und jegliche Hinweise auf kindliche Erkrankungen bzw. Fehlbildungen sind zu dokumentieren. Vor Abgabe des Blutstammzellpräparates aus Nabelschnurblut muss eine
Hämoglobinopathietestung aus kindlichem Material erfolgen.
1.4.3.4 Die Laboruntersuchungen aus mütterlichem Blut, das ca. 48 Stunden um die Geburt
gewonnen wurde, sind nach den Richtlinien des Paul-Ehrlich-Institutes durchzuführen. Aus frischem kindlichem Blut sind zu bestimmen: ggf. CMV molekularbiologisch,
AB0-Blutgruppe, Rhesusformel und die HLA-Merkmale HLA-A, -B, -DRB1 (molekularbiologisch niedrigauflösend) in einem nach EFI oder ASHI akkreditierten Labor.
1.4.3.5 Bei relevanten positiven Infektionsmarkerbefunden oder anderen außergewöhnlichen
Befunden muss die Mutter von einem Arzt informiert und beraten werden.
1.4.3.6 Vor Abgabe des Präparates muss die Identität durch einen validierten Prozess geprüft
Für die Gewinnung, Herstellung und das Inverkehrbringen von hämatopoetischen
Stammzellzubereitungen aus peripherem Blut oder Knochenmark ist die jeweils nach
dem AMG erforderliche Herstellungserlaubnis nach §13 bzw. §20b/c sowie eine Genehmigung der Bundesoberbehörde nach §21a AMG für die gerichtete, für eine bestimmte Person vorgesehene Anwendung vorgegeben. Zusätzlich müssen die jeweils
geltenden Gesetze, Richtlinien und Verordnungen in der aktuellen Version beachtet
werden [2], [4], [7], [8], [9], [10], [11], [12], [14], [22].
Zwischen der Entnahmeeinheit und dem ZKRD muss eine Kooperationsvereinbarung
Datenschutz und Datensicherheit müssen gemäß Abschnitt 10 Datenschutz, Anonymität und Archivierung gewährleistet sein.
Transplantationen von Blutstammzellen nicht verwandter Spender dürfen nur in Einrichtungen durchgeführt werden, die über die erforderliche Sachkunde verfügen [2]
und ihre Transplantationsdaten an das DRST melden. Eine JACIE-Akkreditierung [25]
wird spätestens zwei Jahre nach Aufnahme der Aktivitäten empfohlen. Das ZKRD prüft
die Kriterien vor der Aufnahme einer Zusammenarbeit und fortlaufend.
Es muss ein Transplantations-Koordinator bestimmt sein, der als Ansprechpartner gilt
und für den Kontakt zu den Kooperationspartnern verantwortlich ist.
Die Transplantationseinheit muss dem ZKRD gemäß den entsprechenden Vorgaben
jährlich die Anzahl der nicht verwandten Blutstammzelltransplantationen melden.
Die Transplantationseinheit muss im Besitz aller erforderlichen rechtlichen Genehmigungen sein und alle jeweils geltenden Vorschriften, Gesetze und Richtlinien beachten
[2], [5], [9].
Zwischen der Transplantationseinheit und dem ZKRD muss eine Kooperationsvereinbarung bestehen.
1.7.1 Immungenetisches Labor
1.7.1.1 Ein Labor, das Histokompatibilitätstestungen im Bereich der Blutstammzellspende durchführt (immungenetisches Labor),
• muss eine EFI- oder ASHI-Akkreditierung für die Kategorie Knochenmark- bzw.
Blutstammzelltransplantation besitzen,
• muss grundsätzlich alle im aktuellen DGI- und DAG-KBT-Konsensus [15], [16]
aufgeführten Voraussetzungen erfüllen.
1.7.1.2 Ein immungenetisches Labor, das Ersttestungen von Patienten sowie Bestätigungsund Verträglichkeitstestungen von Spendern und Patienten durchführt, muss zusätzlich zu 1.7.1.1 auch die methodischen Voraussetzungen für die Erkennung von neudefinierten und für die allogene Blutstammzelltransplantation relevanten Allelen entsprechend dem wissenschaftlichen Kenntnisstand erfüllen.
1.7.1.3 Ein immungenetisches Labor, das Ersttestungen von Spendern durchführt, muss mindestens für die Kategorie „Donor registry“ EFI- oder ASHI-akkreditiert sein. Müssen in
diesem Labor weiterführende Testungen von Spendern durchgeführt werden (HLA-A,
-B, oder DR hochauflösend, etc.) so muss dieses Labor für die entsprechende TechnikKategorie ebenfalls eine EFI- oder ASHI-Akkreditierung besitzen.
1.7.1.4 Datenschutz und Datensicherheit müssen gemäß Abschnitt 10 Datenschutz, Anonymität und Archivierung gewährleistet sein.
1.7.2 Labor für Blutgruppen- und Infektionsmarker-Bestimmungen
Ein Labor, das Blutgruppenbestimmungen und/oder infektiologische Untersuchungen
• muss alle Kriterien der jeweiligen Richtlinien der Bundesärztekammer erfüllen. Es
gelten die „Richtlinie zur Herstellung und Anwendung von hämatopoetischen
Stammzellen“ [2], die „Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie)“ [7], sowie die
„Richtlinien der BÄK zur Qualitätssicherung quantitativer laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen“ [3] in ihrer jeweils gültigen Fassung.
• muss eine regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme (i. d. R. viermal jährlich) an
geeigneten externen Ringversuchen für alle untersuchten Parameter nachweisen.
• muss Datenschutz und Datensicherheit gemäß Abschnitt 10 Datenschutz, Anonymität und Archivierung gewährleisten.
Die freigaberelevanten Infektionsparameter müssen in einem für diese Diagnostik zugelassenen Labor bestimmt werden.
Es muss gewährleistet werden, dass Spender sich vor der Registrierung umfassend informieren können. Diese Information kann persönlich durch die Mitarbeiter der Spenderdatei erfolgen oder über schriftliches Informationsmaterial. Dies gilt in gleicher
Weise für Schwangere vor einer Nabelschnurblut-Spende.
Die Information muss folgende Punkte umfassen:
Gründe für die Suche nach freiwilligen Blutstammzellspendern
Art und Weise der Probenentnahme, d. h. Blutentnahme oder Abstrich der Wangenschleimhaut und HLA-Testung der Probe; Hinweis darauf, dass später weitere Blutentnahmen und Testungen nötig werden können
Angabe über eventuelle Asservierung der Proben
Durchführung einer medizinischen Untersuchung vor der Blutstammzellspende
Verfahren der Blutstammzellspende sowie deren Risiken und eventuelle Nebenwirkungen
Anonymität der Spende (siehe 9.2 und 10.2)
Unentgeltlichkeit der Spende, d. h. Erstattung der mit der Entnahme verbundenen
Kosten und des Einkommensausfalls sowie Abschluss einer Unfallversicherung inkl.
Risikolebens- und Invaliditätsversicherung; eine Vergütung der Spende selbst erfolgt
Freiwilligkeit der Spende und jederzeitiges Rücktrittsrecht
Nicht-Zulässigkeit einer Registrierung mit der Absicht einer gerichteten Blutstammzellspende
Weitergabe der HLA-Testergebnisse und anderer für die Spenderauswahl wichtiger
Daten in pseudonymisierter Form an nationale und internationale Register und suchende Einrichtungen
Vermeiden der gleichzeitigen Registrierung bei mehreren Spenderdateien
Voraussetzungen für die Aufnahme in die
Der Spender muss mindestens 18 Jahre alt sein.
Die Daten des Spenders werden an seinem 61. Geburtstag aus dem nationalen Register gelöscht. Spender sollten zu diesem Zeitpunkt von der Spenderdatei entsprechend
Der Spender bestätigt mit seiner Unterschrift, dass er seines Wissens gesund ist und
keines der folgenden Leiden vorliegt:
• Schwere neurologische Erkrankung
• Tropenkrankheiten und schwere chronische Infektionskrankheiten
• Infektion (auch eines Sexualpartners) mit HIV, Hepatitis B oder C, HTLV, Syphilis
• Systemische Autoimmunerkrankungen oder andere schwere chronische Erkrankungen.
• Schwere Krankheiten des Blutes oder des Immunsystems
Als weitere Voraussetzungen für die Spende von Nabelschnurblut gelten:
Die Schwangere muss eigenständig in der Lage sein, die Anamneseerhebung und
Aufklärung sprachlich und inhaltlich zu verstehen, ohne durch die Geburt abgelenkt
Es muss eine sorgfältige schriftliche Anamnese anhand eines standardisierten Fragebogens erhoben werden.
Die vom Spender unterschriebene Einverständniserklärung muss folgende Punkte enthalten:
• Einwilligung zur Speicherung der persönlichen Daten in der Datenbank der Spenderdatei
• Bestätigung des Erhalts von Informationen über die Spende (einschließlich der
Punkte 2.1.1 – 2.1.10, s. oben) und Bestätigung, dass diese Informationen verstanden wurden
• Einwilligung zur Weitergabe aller suchrelevanten Daten über das ZKRD an nationale und internationale Register und suchende Einrichtungen
• Bestätigung, dass die Ausschlusskriterien ihm bekannt sind
• Einwilligung zur Asservierung einer Rückstellprobe und eventuellen späteren
HLA-Testung
• Einwilligung zu Nachforschungen über das Einwohnermeldeamt durch die Spenderdatei
• Zusätzlich zu den ersten 5 Unterpunkten gilt für Nabelschnurblut: Erklärung,
dass die Schwangere das gesammelte Nabelschnurblut der NabelschnurblutBank übereignet und keine eigenen Ansprüche darauf erhebt.
Der Spender muss eine schriftliche Bestätigung seiner Aufnahme in die Spenderdatei
erhalten. Es wird empfohlen, ihm eine Kopie seiner Einverständniserklärung auszuhändigen.
Die bei Registrierung und nachfolgender HLA-Testung erforderliche Blutabnahme muss
von einem Arzt oder unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.
Im Falle einer Nabelschnurblut-Spende können die Blutproben auch von einer autorisierten Person des Kreißsaals entnommen werden (z. B. Hebamme).
Die Spenderdatei gewährleistet, dass die vom registrierten Spender gewonnenen Proben in der Regel innerhalb von drei Monaten HLA-A,-B und -DRB1 getestet und die
Spenderdaten unverzüglich ans ZKRD weitergeleitet werden. Sämtliche Testungen
müssen molekularbiologisch durchgeführt werden. In der Dokumentation dürfen keine serologischen Angaben aus molekularbiologischen Testungen abgeleitet werden
oder umgekehrt. Bei der Meldung von Nabelschnurblut-Präparaten muss die Präparatgröße (total nucleated cell count, TNC) angegeben werden.
Eine jährliche Kontaktaufnahme mit dem Spender und eine Dokumentation des Rücklaufs werden empfohlen. Spätestens alle fünf Jahre muss die Erreichbarkeit geprüft
Eine regelmäßige Kontaktaufnahme zu den Frauen, die der Sammlung und Einlagerung von Nabelschnurblut-Präparaten zugestimmt haben, ist nicht erforderlich.
Die gesetzlichen Datenschutzbestimmungen müssen eingehalten werden (s. Abschnitt
10 Datenschutz, Anonymität und Archivierung).
Bei hinreichender Kompatibilität der HLA-Merkmale zwischen einem Patienten und
einem potentiellen Spender wird die Spenderdatei über das ZKRD mit der Organisation
weitergehender Untersuchungen beauftragt.
Das Reservierungskonzept sieht vor, dass Untersuchungen grundsätzlich nur für denselben Patienten zulässig sind. Das ZKRD-System stellt dies durch Plausibilitätsprüfungen weitgehend sicher, Doppelregistrierungen von Spendern sind aber wegen
der Pseudonymisierung der Daten derzeit nicht feststellbar. Sobald der Verdacht aufkommt, dass ein Spender mehrfach registriert sein könnte, muss das ZKRD darüber
umgehend informiert werden. Doppeluntersuchungen für einen Patienten oder Parallele CTs für verschiedene Patienten sollten im Sinne des Spenderschutzes vermieden
Die Spenderdatei muss mindestens folgende Untersuchungen durchführen lassen können: HLA-Klasse I, HLA-Klasse II, molekularbiologisch, niedrig- bis hochauflösend
Bei der Testung von asservierten Proben muss der Spender kontaktiert werden.
Dieser Spenderkontakt ist bei asservierten Proben im Rahmen der Herstellung von
Nabelschnurblut-Präparaten nicht erforderlich.
Bestimmung der Blutgruppen (AB0, RhD) und der Infektionsparameter (Lues, HBsAg,
Anti-HBc, Antikörper gegen HIV1, HIV2, HCV und CMV) im Rahmen der CT.
Im Rahmen der Herstellung und Prüfung von Nabelschnurblut-Präparaten sind die Anforderungen der Richtlinien der Bundesärztekammer und des Paul-Ehrlich-Institutes
umzusetzen. Hierzu gehören u.a. die Diagnostik bzgl. der Infektionsparameter der
Schwangeren und des Kindes (Nabelschnurblutes) sowie Untersuchungen auf Hämoglobinopathien.
Bestätigungstestung (CT)
Die Spenderdatei organisiert die Blutentnahme für die Bestätigungstestungen (CT) und
die begleitenden Untersuchungen sowie den Transport der Blutproben zu den jeweiligen Laboratorien.
Bei Anforderung von Blutproben für die Bestätigungstestung (CT) muss mit dem Spender ein Informationsgespräch geführt werden. Weiterhin müssen eingeholt werden:
• Gesundheitsfragebogen des Spenders (s. Anhang B)
• Einverständniserklärung des Spenders (s. Anhang B).
Der Gesundheitsfragebogen sollte von einem Arzt ausgewertet werden. Zusätzlich
zum CT-Auswertungsbogen, den das ZKRD zur Verfügung stellt, bietet die WMDAInternetseite [27] detaillierte Informationen. Bei Auffälligkeiten, die nicht zum Ausschluss des Spenders führen, wird die suchende Einrichtung über das ZKRD informiert.
Die Bestimmung der Blutgruppen- und Infektionsparameter (s. 3.2.3) muss zum Zeitpunkt des CT-Blutprobenversands von der Spenderdatei veranlasst werden.
Die Bestimmung der Infektionsparameter muss immer an frisch gewonnenen Blutproben durchgeführt und von einem Arzt befundet werden. Im Falle eines Nabelschnurblut-Präparats erfolgt die Untersuchung an asserviertem Probenmaterial, wenn möglich, anhand eines Präparatsegments.
Für die Bestätigungstestung werden maximal 50 ml Blut an die suchende Einrichtung
verschickt. Zusätzlich werden bis zu 10 ml Blut an das Labor versandt, das von der
Datei mit der Bestimmung der Infektionsparameter und der Blutgruppen beauftragt
CT-Blutproben sind grundsätzlich nicht zu Forschungszwecken zu verwenden.
Laut einer Empfehlung der WMDA [28] gilt ein Spender als Studienobjekt, wenn zusätzliche Daten oder Proben allein zu Forschungszwecken erhoben bzw. genommen
werden sollen. Soll ein Spender als Studienobjekt herangezogen werden, müssen der
Spenderdatei und dem ZKRD die Studiennummer, der Studientitel, die Studiensynopsis
sowie ein Votum der Ethikkommission und die entsprechende deutsche Einverständniserklärung zur Verfügung gestellt werden. Nach Aufklärung kann der Spender sein
schriftliches Einverständnis dazu erteilen.
Die einzelnen Blutproben müssen mit Spendercode, Patientennummer und Entnahmedatum beschriftet sein. Verpackung und Versand müssen unter Einhaltung der Vorschriften für die Beförderung gefährlicher Güter des Internationalen Verbandes der
Luftverkehrsgesellschaften (IATA-DGR) erfolgen.
Der potentielle Spender wird vom ZKRD für 60 Tage nach dem Datum der Blutprobenentnahme reserviert.
Die vorübergehende oder dauerhafte Nicht-Verfügbarkeit eines Spenders oder eines Nabelschnurblut-Präparats muss umgehend über das ZKRD an die anfordernde
Sucheinheit gemeldet werden.
Der Spender muss vom ärztlichen Leiter der Datei oder dessen Beauftragten über
auffällige Infektionsmarker-Befunde und eventuell erforderliche Untersuchungen zu
deren Abklärung informiert werden.
Bei Befunddifferenzen zwischen den HLA-Testergebnissen muss eine eindeutige Klärung des Befundes erfolgen. Bei fortbestehender Differenz muss eine Wiederholungstestung aus neu gewonnenem Zellmaterial (z. B. Blutprobe oder Wangenabstrich)
durchgeführt werden, bei Nabelschnurblut aus einer separaten, asservierten Probe.
Der Spender bzw. das Nabelschnurblut-Präparat wird solange gesperrt. Über das Ergebnis der Überprüfung sind alle beteiligten Organisationen zu informieren.
Konkordante höher aufgelöste HLA-Testergebnisse der Sucheinheit müssen von der
Spenderdatei übernommen werden.
Auf Wunsch der Sucheinheit kann eine Spenderreservierung bei Befundübermittlung
grundsätzlich für drei Monate vorgenommen werden. Abhängig vom Krankheitsverlauf kann nach Rücksprache mit der Spenderdatei eine Verlängerung erfolgen.
Der Auftrag zur Suche wird von einer Transplantationseinheit oder dem behandelnden
Arzt in Absprache mit einer Transplantationseinheit erteilt.
Die Sucheinheit muss sich anhand der dokumentierten erfolglosen Familiensuche von
der Notwendigkeit der Ausdehnung der Suche auf nicht verwandte Spender überzeugen.
Vor Einleitung der Fremdspendersuche müssen beim Patienten zwei HLA-Testergebnisse aus getrennt gewonnenen Blutproben vorliegen.
Eine dieser HLA-Testungen muss durch ein immungenetisches Labor im Auftrag der
Sucheinheit durchgeführt werden.
Diese Testungen müssen mit den in den aktuellen Verträgen und Vereinbarungen definierten Auflösungen durchgeführt werden.4
Bei der Sucheinleitung müssen der Sucheinheit und dem ZKRD vorliegen:
• Ärztliches Gutachten über die Diagnose des Patienten
• Einverständniserklärung des Patienten inkl. Angabe der Krankenversicherung
• Kostenübernahmeerklärung der Krankenkasse oder des Patienten (nur Vorlage
ZKRD).
Dabei dürfen das ärzliche Gutachten und die Einverständniserklärung des Patienten
nicht älter als drei Monate sein. Bei fortlaufenden Suchen und Wiederaufnahmen
muss das ärztliche Gutachten nach zwölf Monaten erneuert werden und die Transplantationseinheit muss bestätigen, dass das Einverständnis des Patienten weiterhin
Der ärztliche Leiter des ZKRD oder eine von ihm beauftragte Person überprüft die
Indikationsstellung zur Sucheinleitung. Soweit es sich bei der Blutstammzelltransplantation um eine in der Entwicklung befindliche Therapie handelt, deren Wirksamkeit in
klinischen Studien geprüft wird, sind dem ZKRD das Studienprotokoll und die Genehmigung der Ethikkommission vorzulegen. Letztere kann in dringenden Fällen nachgereicht werden.
Mindestens eine HLA-Testung der Genorte HLA-A,B,C,DRB1 und DQB1 muss molekularbiologisch
mit hoher Auflösung durchgeführt worden sein.
Durch die Aktivierung einer Suche zeigt das ZKRD die Übernahme der Kosten an. Dies
impliziert keine Übernahme durch die Kostenträger.
Der Datenaustausch auf nationaler und internationaler Ebene muss über das ZKRD
erfolgen.5
Die Suchstrategie muss zwischen der Sucheinheit und dem zuständigen Arzt der Transplantationseinheit abgestimmt und dokumentiert werden. Es sollte bekannt sein, ob
bei der Suche auch Blutstammzell-Präparate aus Nabelschnurblut eingeschlossen werden sollen.
Die Anweisung zur Änderung der Suchstrategie sollte vom zuständigen Arzt der Transplantationseinheit schriftlich an die Sucheinheit erfolgen.
Die Sucheinheit muss bei der CT-Testung potentieller Spender gemäß dem aktuellen
DGI- und DAG-KBT-Konsensus [15], [16] eine HLA-Testung mit den in den aktuellen
Verträgen und Vereinbarungen definierten Auflösungen durchführen lassen.6
Zum Ausschluss eines Spenders genügt ein Teil der Untersuchungen. Ein Genort ist
aber grundsätzlich komplett zu testen.
Bei CT-Testung von Nabelschnurblut ist grundsätzlich (unabhängig von Freigabe oder
Reservierungswunsch) ein vollständiges Typisierungsergebnis (HLA-A, -B, -C, -DRB1
und -DQB1, molekularbiologisch, hohe Auflösung) zu erbringen.
Das Ergebnis der CT-Testung muss umgehend über das ZKRD an die Spenderdatei mit
der Angabe weitergeleitet werden, ob der Spender für den betreffenden Patienten
reserviert werden soll.
Die HLA-Kompatibilität von Spender und Empfänger beurteilt der Leiter des akkreditierten HLA-Labors. Er teilt dies dem behandelnden Arzt bzw. der Transplantationseinheit in einem schriftlichen Befund mit.
Die endgültige Auswahl des Spenders obliegt dem transplantierenden Arzt.
Suchstopp
Die Suche muss aus folgenden Gründen unverzüglich beendet werden:
• Tod des Patienten
• Wegfall der Indikation.
Zum 01.01.2000 bestehende Verträge deutscher Dateien mit dem NMDP bleiben davon unberührt.
HLA-A, B, C, DRB1 und DQB1, molekularbiologisch, hohe Auflösung
Anforderung und Vorbereitung von
Blutstammzellspenden (Work-up)
Die Transplantationseinheit trifft nach Vorliegen der Ergebnisse der CT-Testungen und
der Infektionsmarkerdiagnostik des Spenders und sonstiger transplantationsrelevanter Parameter die Entscheidung, ob ein Spender akzeptiert wird. Sie fordert diesen
Spender wie in 5.1.2 beschrieben zur Spende an.
Im Falle einer Nabelschnurblut-Transplantation wird das ausgewählte Präparat angefordert und der Transport organisiert.
Es wird empfohlen, Work-up-Anforderungen einschließlich aller damit zusammenhängenden Korrespondenz über das ZKRD an den entsprechenden Kooperationspartner
zu richten. Bei einer direkten Anforderung an die Spenderdatei muss das ZKRD eine
Kopie der Anforderung vom Transplantationszentrum erhalten.
Zur Anforderung einer Blutstammzell-Entnahme und zur Kommunikation wichtiger
Daten werden die ZKRD-Formulare WU_001 und WU_002 sowie als ärztliche Verordnung WU_003, WU_004 und WU_005 verwendet (s. Anhang B). Die Anforderung von
Nabelschnurblut erfolgt über das ZKRD-Formular CB_003 als ärztliche Verordnung.
Die angeforderten Zellzahlen sollten zumindest den in den aktuellen Richtlinien geforderten Zellzahlen entsprechen [2]. Bei sehr viel höheren Zellzahl-Anforderungen muss
die Transplantationseinheit dies begründen.
Bei Nicht-Standard-Diagnosen (vgl. [6]) müssen ein Studienprotokoll und das Votum
der Ethikkommission vorliegen sowie die Zustimmung des Leiters bzw. medizinischen
Beraters der Datei oder Nabelschnurblutbank.
Parallele Work-up-Anforderungen von mehreren Spendern für den gleichen Patienten
sind grundsätzlich nicht zulässig. Sollte es in begründeten Ausnahmefällen notwendig
sein parallele Work-ups anzufordern, müssen das ZKRD, die beteiligten Dateien und
die betroffenen Spender darüber informiert werden und zugestimmt haben.
Die Anforderung einer Blutstammzellspende ohne vorherige CT-Testung des betreffenden Patienten-Spender-Paares sollte nur erwogen werden, wenn besondere Dringlichkeit gegeben ist oder für den Spender mindestens zwei konkordante CT-Ergebnisse
vorliegen. In Einzelfällen ist eine parallele Anforderung unter folgenden Voraussetzungen möglich:
• Für den Patienten muss die Suche den Status „aktiv“ haben.
• Das Patienten-HLA muss auch für ausländische Patienten hochaufgelöst an allen
5 Loci bekannt sein.
• Das Spender-HLA muss aus mindestens einer frischen Blutprobe hochaufgelöst
bestätigt sein (z. B. als CT für einen anderen Patienten).
• Für eine parallele Anforderung mit besonderer Dringlichkeit muss neben den bisher genannten Voraussetzungen das Spender-HLA molekularbiologisch auf den
Loci A, B und DR vorliegen und die Wahrscheinlichkeit für eine 9/10-Übereinstimmung mindestens 90% betragen. Zusätzlich müssen weitere Akzeptanzkriterien
(z. B. CMV, akzeptierte HLA-Differenzen) berücksichtigt werden.
Die parallele Anforderung von CT und Blutstammzellspende muss über das ZKRD erfolgen.
Folgende Gründe können das parallele Anfordern einer CT und einer Blutstammzellspende mit besonderer Dringlichkeit rechtfertigen:
• Spenderausfall während eines Work-ups
• primäres oder sekundäres Transplantatversagen
• Dringender Transplantationsbedarf infolge von Versagen der Induktionstherapie
oder bekannter Hochrisikoleukämie
Bei einer parallelen Anforderung von CT und Blutstammzellspende hat der Spender
nur wenig Zeit, seine Entscheidung zu treffen. Dies muss bei der Aufklärung besonders
berücksichtigt werden (vgl. Abschnitt 5.3).
In Einzelfällen kann ein Antrag auf Kryokonservierung eines Blutstammzellpräparats
in der Transplantationseinheit vor Beginn der Konditionierung des Patienten gestellt
werden. Jeder Fall wird von dem ärztlichen Leiter der Spenderdatei oder einer von ihm
beauftragten Person auf seine Berechtigung hin überprüft und dokumentiert.
Spenderversicherung
Die Spenderdatei veranlasst, dass für den Spender eine Unfallversicherung inkl. Risikolebens- und Invaliditätsversicherung abgeschlossen wird.
Es wird empfohlen dem Spender eine Kopie der Versicherungspolice zu übergeben.
Die Spenderaufklärung umfasst mindestens die Punkte nach Anhang C.1.
Der Spender wird bereits vor der ärztlichen Voruntersuchung in der Entnahmeeinheit
von einem entsprechend ausgebildeten Mitarbeiter der Spenderdatei über die Vorbereitung und Durchführung der Blutstammzellspende informiert. Sofern eine parallele
Anforderung von CT und Blutstammzellspende vorliegt, ist besonders darauf zu achten, dass der Spender trotz Dringlichkeit eine freie und wohlüberlegte Entscheidung
Die Aufklärung über die Blutstammzellspende und deren Risiken und Nebenwirkungen
wird durch einen Arzt der Entnahmeeinheit durchgeführt und dokumentiert.
Die Aufklärung über die Risiken und Nebenwirkungen der Narkose bei Knochenmarkentnahmen wird durch einen Facharzt für Anästhesiologie bzw. einen Arzt der Anästhesieabteilung durchgeführt und dokumentiert.
Die Voruntersuchung umfasst mindestens die Punkte nach Anhang C.2.
Die Voruntersuchung findet in einer von der Spenderdatei beauftragten Entnahmeeinheit statt.
Die Eignung zur Blutstammzellspende wird durch einen Arzt festgestellt, der nicht unmittelbar dem Team angehört, das die Transplantation durchführt oder den Patienten
direkt betreut.
Die Eignung zur Narkose bei Knochenmark-Entnahmen wird durch einen Facharzt für
Anästhesiologie bzw. durch einen Arzt der Anästhesieabteilung festgestellt.
Die Freigabe eines Spenders zur Blutstammzellspende muss durch einen fachkompetenten Arzt der Entnahmeeinheit erfolgen [7]. Eine Prüfung der zugrundeliegenden
Daten durch eine zweite Person wird empfohlen. Die vom Arzt unterschriebene Spenderfreigabe wird an die beteiligten Partner übermittelt (WU_009).
Der Spender bestätigt mit Unterschrift, dass er über den Ablauf und die Risiken der
Vorbereitung und Durchführung der Blutstammzellspende aufgeklärt wurde einschließlich der Risiken für den Patienten, wenn er sein Einverständnis zur Spende nach Beginn
der Konditionierung des Patienten zurückziehen sollte. Er erklärt schriftlich, dass er alles verstanden hat und dass alle seine Fragen vollständig beantwortet wurden.
Ist bei der Voruntersuchung absehbar, dass ein zentralvenöser Zugang (ZVK) nicht
auszuschließen ist, wird eine sonographische Evaluierung empfohlen. Ist ein ZVK trotzdem nicht auszuschließen, sollte der Spender nur für eine Knochenmarkspende zugelassen werden oder ein anderer Spender gesucht werden. In dokumentierten Ausnahmefällen kann bei der Voruntersuchung eine Apherese mit ZVK geplant werden, wenn
der Spender schriftlich einwilligt und auf Wunsch des Transplantationszentrums seine
Einwilligung für eine Kryokonservierung des Präparats gibt.
Stellen sich erst am Tag der Apherese die Venenverhältnisse als unzureichend für eine
periphere Spende heraus, kann im dokumentierten, begründeten Ausnahmefall ein
ZVK unter stationären Bedingungen gelegt werden. Ein ZVK sollte nur für eintägige
Apheresen verwendet werden. Der Zugang sollte bevorzugt über die Vena Femoralis
erfolgen. Die schriftliche Einwilligung des Spenders ist notwendig.
Bereits am Tag der Voruntersuchung muss dokumentiert werden, ob der Spender
grundsätzlich mit einer Knochenmarkspende einverstanden ist, falls die Blutstammzellmobilisierung oder -sammlung nicht planmäßig verläuft. Wenn der Spender eine
Knochenmark-Entnahme für den oben genannten Notfall ablehnt oder eine solche
aus medizinischen Gründen nicht möglich ist, muss die schriftliche Einwilligung des
Spenders für eine Kryokonservierung des Blutstammzellpräparats schon vor Beginn
der Konditionierung des Patienten vorliegen. Außerdem muss das Transplantationszentrum umgehend über den Sachverhalt informiert werden und sein Einverständnis
zum Vorgehen geben.
Wenn ein Blutstammzellpräparat kryokonserviert werden soll, muss der Spender aufgeklärt und darüber informiert werden, dass das Präparat unter Umständen nicht verwendet werden kann und vernichtet werden muss. Ohne die schriftliche Einwilligung
des Spenders dazu darf das Präparat nicht kryokonserviert werden.
Der Spender willigt schriftlich ein, dass ein Teil des Präparates für eine weitere Behandlung des Patienten in der Transplantationseinheit eingefroren werden darf, wenn
das entnommene Präparat mehr Zellen enthält als für den Patienten benötigt werden.
Ist der Spender nicht einverstanden, muss die Transplantationseinheit darüber informiert werden. Er willigt ein, dass das Präparat vernichtet werden darf, wenn es für
den Patienten nicht mehr benötigt wird.
Will eine Transplantationseinheit Blutproben oder Präparatproben sowie im Rahmen
der Transplantation erhobene Daten in anonymer Form auch zu wissenschaftlichen
Zwecken einsetzen, gelten die in 3.3.5 genannten Regelungen. Nach Aufklärung kann
der Spender seine schriftliche Einwilligung dazu erteilen.
Die Transplantationseinheit wird zeitnah schriftlich über den Erhalt der Spenderanforderung sowie über den geplanten Verlauf informiert (s. Daten WU_041).
Bei Anforderungen von Stammzellpräparaten und Zellzubereitungen von unverwandten Spendern aus dem Ausland fordert das ZKRD auf Anfrage des anfordernden
Transplantationszentrums Dokumentation der betroffenen ausländischen Institutionen bzgl. der behördlichen Erlaubnis zur Herstellung der Stammzellpräparate und der
GMP-gerechten Herstellung an und stellt diese dem Transplantationszentrum zur Verfügung.
Die Transplantationseinheit wird möglichst frühzeitig informiert, falls die angeforderte
Zellzahl nach den in der Entnahmeeinheit gemachten Erfahrungen nicht erreichbar
erscheint. Spätestens zur Spenderfreigabe muss die Spenderdatei die Bestätigung der
Anforderung initiieren (ZKRD-Formulare WU_007, WU_008 oder WU_021 s. Anhang B).
Die Transplantationseinheit wird von der Spenderdatei informiert, wenn die angeforderten Pre-collection-Blutproben (maximal 50 ml) bzw. Blutproben/Präparatproben
am Entnahmetag nicht wie angefordert abgenommen werden können.
Nach Erhalt der schriftlichen Spenderfreigabe zur Blutstammzellspende (WU_009) einschließlich des von der Spenderdatei bestätigten Entnahmetermins bestätigt die TransSeite 25 von 56
plantationseinheit schriftlich den Entnahmetermin, den Beginn der Konditionierung
des Patienten und den Transplantationstermin.
Sollte der Spender anhand der Ergebnisse der Voruntersuchung nicht oder nicht ohne
Einschränkung für die Spende freigegeben werden können, muss dies dem Transplantationszentrum schriftlich mitgeteilt werden (WU_043 bzw. WU_038).
Die Konditionierung des Patienten darf nicht beginnen, bevor die Transplantationseinheit die Freigabe des Spenders zur Entnahme einschließlich der Ergebnisse der Spenderinfektionsdiagnostik schriftlich erhalten hat (WU_009).
G-CSF-Injektionen beim Spender sollen nicht vor Bestätigung des Blutstammzell-Entnahmetermins durch die Transplantationseinheit beginnen.
Wenn eine Transplantation oder Entnahme abgesagt wird, muss die Transplantationseinheit bzw. die Spenderdatei schriftlich sicherstellen, dass die Absage bei dem
entsprechenden Kooperationspartner angekommen ist, auch wenn im Voraus eine
telefonische Absprache erfolgte.
Die Spenderdatei stellt dem Spender spätestens bei seiner Freigabe zur BlutstammzellEntnahme eine Bereitschaftstelefonnummer zur Verfügung.
Die am Work-up, an der Blutstammzell-Entnahme und Transplantation beteiligten Organisationen tauschen Bereitschaftstelefonnummern aus.
Es wird empfohlen, das ZKRD nachrichtlich über die Daten und die Kommunikation
von Work-up und Blutstammzell-Entnahme zu unterrichten, wenn das Work-up nicht
über das ZKRD koordiniert wird.
Die Entscheidung zur Anzahl der Stammzellapheresen liegt in der Verantwortung des
Entnahmearztes. Wurde die empfohlene Mindestdosis7 [2] erreicht oder wurde die
Zellzahl bei einer höheren geforderten Dosis um weniger als 10% unterschritten, sollte
von einer Rücksprache mit dem Transplantationszentrum abgesehen und die Sammlung abgeschlossen werden. 8
Das Blutstammzellpräparat sollte möglichst vollständig verwertet werden. Teile des
Präparates können zur späteren therapeutischen Anwendung für diesen Patienten
kryokonserviert werden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass das Zellprodukt eines
Spenders allein für die Therapie des bestimmten Patienten gedacht ist. Eine Kryokonservierung des Zellprodukts im Ganzen oder in Teilen darf nur mit der schriftlichen Einwilligung des Spenders geschehen. Die Verwendung des Zellprodukts in Teilen oder im
Ganzen zu Forschungszwecken im Rahmen ethisch genehmigter Studien darf nur mit
schriftlicher Einwilligung des Spenders geschehen. Entfällt der Verwendungszweck,
ist das Präparat zu vernichten. Dies gilt für Nabelschnurprodukte unter Berücksichtigung der „NetCord-FACT International Standards for Cord Blood“ [26] analog. Die
Spenderdatei ist über das Verfahren mit dem Präparat detailliert zu informieren.
Am Tag der Entnahme sind neben den richtliniengemäßen Infektionsmarkern [7] mindestens folgende Laborparameter durch die Entnahmeeinheit durchzuführen:
Stand 2017-05-10: 4 x 106 CD34-positive Zellen/kg Körpergewicht des Empfängers
Dies impliziert KEINEN Umkehrschluss - selbstverständlich muss der Entnahmearzt immer im Sinne des Spenders über Fortführung oder Ende der Entnahme entscheiden, unabhängig von der
geforderten Zellzahl.
• vor jeder PBSC-Apherese nach G-CSF-Stimulation: Blutbild („maschinelles Blutbild“, „Automatenblutbild“), Natrium, Kalium und Calcium
• vor jeder Knochenmarkentnahme oder unstimulierten Apherese: Blutbild
Zur Abschätzung der notwendigen Apheresezeit wird vor jeder ersten PBSC-Apherese
nach G-CSF-Stimulation eine Bestimmung der CD34+-Zellen im peripheren Blut empfohlen. Zusätzliche Blutuntersuchungen obliegen dem ärztlichen Ermessen und der
individuellen Spendersituation.
Hinweise zu Nachuntersuchungen sind in Abschnitt 8.3.
Die Spenderdatei muss der Transplantationseinheit mitteilen, ob die InfektionsmarkerTestergebnisse vom Tag der Entnahme von denen der Voruntersuchung abweichen.
Mehrfachspenden/
Mehrfachtransplantationen
Die folgenden Standards sind auf Blutstammzellspenden aus Nabelschnurblut nicht
Die Standards beziehen sich auf zweite und weitere Spenden von Blutstammzellen
(Knochenmark, periphere Blutstammzellen) oder anderen Blutpräparaten (Lymphozyten, Vollblut) eines bestimmten Spenders für einen Empfänger.
Der Spender bleibt nach der Erstspende für zwei Jahre für den Empfänger der Erstspende reserviert, damit er für eine ggf. angeforderte Zweitspende zur Verfügung
stehen kann. Somit steht der Spender für andere mögliche Empfänger in diesem Zeitraum nicht zur Verfügung
Der Spender wird nach der Erstspende gefragt, ob er bei einer möglichen Anforderung
für denselben Patienten für eine Zweitspende zur Verfügung stünde. Seine Antwort
Aufgrund der klinischen Gegebenheiten lässt sich kein grundsätzlicher Mindestabstand zwischen zwei Spenden definieren.
Grundvoraussetzung für eine weitere Spende ist, dass die Ergebnisse der Spenderuntersuchung eine weitere Spende zulassen. Der Spender ist für mindestens zwei Jahre
für den Patienten zu reservieren, für den er gespendet hat. Im Falle des Todes des
Patienten ist der Spender für mindestens ein Jahr nach der Spende zu sperren.
Ein Spender, der schon einmal gespendet hat, darf nur dann für einen zweiten Patienten zur Spende herangezogen werden, wenn es für diesen Patienten keinen gleichermaßen geeigneten Spender gibt. In einem solchen Fall muss eine Überprüfung durch
das ZKRD erfolgen.
Ein Spender kann im Allgemeinen zweimal spenden, entweder für einen Patienten,
oder für zwei unterschiedliche Patienten. Es wird empfohlen, einen Spender nach
zwei erfolgten Blutstammzellspenden nicht mehr für weitere Spenden – ausgenommen Lymphozytenspenden – zur Verfügung zu stellen. Einer weiteren Stammzellspende sollte nur bei dringenden medizinischen Erfordernissen zugestimmt werden, und
auch dann darf es nicht zu insgesamt mehr als zwei Spenden derselben Art (Knochenmark bzw. PBSC) kommen. Eine Überprüfung durch das ZKRD ist notwendig (s.
Die Anforderung einer weiteren Blutstammzellspende für einen bereits allogen transplantierten Patienten ist von der Transplantationseinheit schriftlich zu begründen und
vom ärztlichen Leiter der Spenderdatei oder einer von ihm beauftragten Person zu
prüfen. Dies gilt unabhängig davon, ob eine vorangegangene Transplantation mit
Blutstammzellen vom selben (WU_017) oder von einem anderen Spender (formlose
Begründung) durchgeführt wurde.
Die schriftliche Anforderung muss enthalten:
• den Zeitplan für die Transplantation
• das ggf. vorgesehene Konditionierungsschema
• Informationen über den Verlauf der Ersttransplantation und den gegenwärtigen
• Anforderungsformulare für Knochenmark oder periphere Blutstammzellen:
ZKRD-Formulare WU_003 oder WU_004, WU_017
• Anforderungsformular für Lymphozyten:
ZKRD-Formular WU_005
Bei klinisch nicht gesicherter Indikation bzw. bei in der Entwicklung befindlichen Therapieformen, deren Wirksamkeit in klinischen Studien geprüft wird, muss die anfordernde Transplantationseinheit der Spenderdatei ein Studienprotokoll und das Votum
der zuständigen Ethikkommission vorlegen.
Vorgehen bei weiteren Anforderungen
Periphere Blutstammzellen bzw. Knochenmark
Das weitere Vorgehen (Aufklärung, Versicherung, Einverständniserklärung, Voruntersuchung und Entnahme) erfolgt wie bei einer Erstspende (5.2 – 5.6).
Das allgemeine Vorgehen (Aufklärung, Versicherung, Einverständniserklärung, Voruntersuchung und Entnahme) erfolgt wie bei einer Stammzellspende (5.2 – 5.6). Hierbei entfallen die Standards, die ausschließlich für die Entnahme von peripheren Blutstammzellen oder Knochenmark relevant sind.
Die Blutuntersuchungen nach Anhang C.2.2 müssen durchgeführt bzw. wiederholt
werden. Dabei sollte der allgemeine Gesundheitszustand des Spenders und seine Eignung zur Spende im Vorfeld angemessen abgeklärt werden. Spätestens am Tag der
Leukapherese erfolgt die körperliche Untersuchung zur Spenderfreigabe.
Bei einem Spender, der innerhalb der letzten 12 Monate eine periphere Blutstammzellspende geleistet hat, veranlasst die Spenderdatei die Untersuchungen nach C.2.2
sowie die Spenderversicherung (5.2) und sorgt dafür, dass er die Einwilligungserklärung zur Lymphozytenspende erhält. Wenn die Befunde vorliegen, kann nach einem
Gespräch zwischen Spender und Entnahmearzt (Anamnese seit Spende, Bemerkungen
zur Zellentnahme, etc.) die Spendeeignung beurteilt werden. Bei auffälliger Anamnese können apparative Untersuchungen erforderlich sein. Die körperliche Untersuchung
erfolgt am Tag der Leukapherese.
Ein Spender, der Knochenmark gespendet hat oder dessen erste Spende länger als 12
Monate zurück liegt, muss im Entnahmezentrum vorstellig werden – das Vorgehen
ist analog zur Stammzellspende (5.2 – 5.6), wobei apparative Untersuchungen bei
unauffälliger Anamnese entfallen können.
Für Vollblut gelten allgemein die Kriterien nach Punkt 2.5 der Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie) [7].
Der Transport muss entweder in der Verantwortung der Transplantationseinheit (klinische Einrichtung) oder der Entnahmeeinheit (Hersteller) erfolgen. Wenn nicht anderweitig schriftlich festgelegt, ist grundsätzlich die Transplantationseinheit für den
Transport verantwortlich. Die Beauftragung des Kuriers muss schriftlich vorliegen. Der
Auftraggeber veranlasst, dass der Transport entsprechend den gültigen Standards,
Richtlinien und WMDA-Empfehlungen von einem entsprechend instruierten Kurier
Der Transport des Präparats muss in einem bruchsicheren, temperaturgeschützten
Container mit dem unter 7.2 beschriebenen Warnhinweis erfolgen, der vom Kurier
Knochenmark, periphere Blutstammzellen und Spender-Lymphozyten müssen während des gesamten Transportes von dem damit beauftragten Kurier, der den beteiligten Organisationen namentlich bekannt ist, persönlich begleitet werden.
Nabelschnurblut und Vollblut können auf Anforderung der Transplantationseinheit
auch unbegleitet transportiert werden.
Die Transporttemperatur muss überwacht und dokumentiert werden.
Beim Transport von kryokonservierten Nabelschnurblut-Präparaten ist der Transport in
einem Tieftemperatur-Container („Dry-Shipper“) erforderlich, der in der Regel von der
Nabelschnurblut-Bank für den Transport zur Verfügung gestellt wird. Das kryokonservierte Präparat wird vor dem Transport von einem Mitarbeiter der NabelschnurblutBank im Dry-Shipper verpackt.
Nicht-sachgerechte Transportbedingungen und Abweichungen müssen dokumentiert
Die für den Transport verantwortliche Institution (Transplantationseinheit oder Entnahmeeinheit) legt die Transportbedingungen fest. Bei allen Präparaten muss eine
elektronische Temperaturüberwachung durchgeführt und dokumentiert werden [2].
Der Transport zur Transplantationseinheit muss unverzüglich und auf einem schnellen
und sicheren Weg erfolgen.
Bei Benutzung eines Pkw wird empfohlen, zwei Kuriere einzusetzen.
Bei Flugreisen muss das Präparat als Handgepäck transportiert werden. Verschlossene Tieftemperatur-Container können auch im Laderaum von Flugzeugen transportiert
werden, wobei der Kurier das Verladen des Präparates überwachen soll.
Die Entnahmeeinheit muss die Identität des Kuriers und des von ihm zu holenden
Präparates überprüfen.
Bei begründeten Zweifeln an der sachgerechten Durchführung des Transports im Rahmen der Produktübergabe ist der Leiter der Entnahmeeinheit verpflichtet, dass die Institution, die den Kurier beauftragt hat, umgehend darüber informiert wird, um ggf.
geeignete Maßnahmen zur Sicherstellung eines ordnungsgemäßen Transports treffen
Die Kurierdetails sollen rechtzeitig vor dem Beginn des Transports festgelegt und allen Beteiligten mitgeteilt werden: innerhalb Deutschlands 3 Werktage, international 5
Werktage vor Entnahme.
Beim Import aus Drittländern meldet das ZKRD in Abstimmung mit dem Transplantationszentrum aufgrund der Kurierdetails das Transplantat beim Zoll an und stellt
die notwendige Zolldokumentation zusammen. Die Zollanmeldung deutscher Transplantate, die in Drittländer exportiert werden, obliegt dem wirtschaftlichen Eigentümer zum Zeitpunkt des Exportes. Beim Export in Drittländer ist die Spenderdatei für
die Übergabe der Zolldokumentation an den Kurier verantwortlich; beim Import aus
Drittländern ist das Transplantationszentrum oder das kommerzielle Kurierunternehmen verantwortlich.
Präparatbeschriftung
Das Präparat muss entsprechend den gültigen Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien [2], [7], [8], [29] beschriftet sein.
Bei kryokonservierten Nabelschnurblut-Präparaten kann es aufgrund der kleinen Beuteloberfläche notwendig sein, der Transplantationseinheit solche Informationen, die
nicht zwingend auf dem Etikett aufzubringen sind, auf einem separaten Dokument
Die Beschriftung des Transportbehälters muss folgende Warnhinweise enthalten:
• MEDIZINISCHER TRANSPORT: Vorsichtig behandeln
• NICHT BESTRAHLEN!
• Menschliche Zellen zur Transplantation
• Von Hitzequellen fernhalten, nicht einfrieren
• Unverzüglich weitergeben!
• MEDICAL SPECIMEN: Handle with care
• DO NOT X-RAY!
• Living human cells for transplantation
• Do not place near heat, do not freeze
• Immediate delivery required!
Die Produktkennzeichnung muss entsprechend den Vorgaben des Paul-Ehrlich-Instituts
(www.pei.de:
pei-mindestanforderungen-behaeltnisbeschriftung-begleitschein-stammzellen) bzw. gemäß den jeweiligen Genehmigungen nach §21a AMG [8] erfolgen.
Die Begleitdokumentation des Präparates muss die folgenden Mindestangaben der
WMDA erfüllen:
• Zellzahl und ggf. Manipulation
• Präparatenummer
• Name und Empfänger-Nummer
• Spendernummer
• AB0/Rh-Formel des Spenders
• Entnahmedatum, mit Zeitangabe (außer bei Nabelschnurblutpräparaten)
• Name und Anschrift der Transplantationseinheit sowie Kontaktdaten des Ansprechpartners
Außerdem muss die Anschrift der Spenderdatei enthalten sein.
Dokumente für die Flughafenkontrolle
Bei Flugreisen muss der Kurier ein Schreiben für die Flughafenkontrolle besitzen, das
folgende Angaben enthält:
• Name des Kuriers
• Nummer seines Personalausweises/Reisepasses
• Flugdaten, insbesondere Abflughafen und Zielflughafen, Abflug- und Ankunftsdaten und Flugnummer
• Präparatspezifikation
• Hinweis, dass das Transplantat nicht bestrahlt/durchleuchtet werden darf und
jegliche Transportverzögerung zu vermeiden ist.
Bei Flugreisen müssen die Flugsicherungsbehörden und bei internationalen Transporten auch die Bundespolizei der entsprechenden Flughäfen über den Transport informiert werden.
Die Institution, die den Kurier stellt bzw. das beauftragte Kurierunternehmen hat sicherzustellen, dass der Transport sachgerecht durchgeführt wird und dass der Kurier
• Er muss über die Bedeutung des Präparats informiert sein.
• Er muss von der Spenderdatei, der Entnahmeeinheit oder der Transplantationseinheit als geeignet eingestuft und entsprechend instruiert sein.
• Er darf nicht verwandt sein mit Spender oder Patient.
• Er muss Reiseerfahrung besitzen und wissen, wie mit typischen Problemen beim
Transport von Stammzellen oder einer Reiseunterbrechung umzugehen ist.
• Er darf keine anderen Verpflichtungen oder Interessen haben, bis er das Präparat
• Er muss bei internationalen Transporten eine international gültige Kreditkarte
mit angemessenem Kreditrahmen besitzen.
• Er muss bei internationalen Transporten ausreichende Englischkenntnisse besitzen.
• Es wird empfohlen, zur Sicherheit einen zweiten Flug zu buchen.
• Die Flüge müssen bei der Buchung als medizinische Flüge deklariert werden.
Des Weiteren sind die Richtlinien, die in den betreffenden Ländern gelten sowie die
Standards und Empfehlungen der WMDA zu beachten.
• Er muss bei der Übernahme die Vollzähligkeit der angeforderten Präparate und
Proben überprüfen. Weiterhin kontrolliert er die Beschriftung und die begleitenden Dokumente auf alle Angaben, wie unter 7.2 und 7.3.1 aufgelistet.
• Er ist für die sachgerechte Unterbringung der Präparatebeutel in dem Transportbehälter verantwortlich (gilt nicht für Tieftemperatur-Container).
• Er muss die Fluggesellschaft beim Einchecken, am Gate und im Flugzeug über
den medizinischen Transport informieren.
• Beim Export in Drittländer oder Import aus Drittländern muss der Kurier die Zolldokumentation grundsätzlich der Zollstelle vorlegen. Der Transport darf dadurch
nicht wesentlich verzögert werden.
• Er darf das Präparat nie unbeaufsichtigt lassen (gilt nicht für TieftemperaturContainer).
• Zusätzlich zu den Dokumenten, die unter 7.3.1 und 7.3.2 aufgelistet sind, muss
er folgende Dokumente bei sich haben, wenn er das Präparat transportiert:
– Die Blutstammzell-Prescription-Formulare
– Die Notfallnummern der Transplantationseinheit und der Spenderdatei.
• Er muss die Transplantationseinheit über mögliche Verzögerungen sofort informieren.
• Er muss das Präparat einem Mitarbeiter der Transplantationseinheit übergeben.
• Die Übergabe muss dokumentiert und der Spenderdatei übermittelt werden.
• Er muss stets die Anonymität von Spender und Empfänger wahren.
Nachbeobachtung des Spenders
(Spender-Follow-up)
Unmittelbar nach der Entnahme ist der zuständige Arzt der Entnahmeeinheit für die
Nachbeobachtung des Spenders verantwortlich. Die Spenderdatei wird über den Verlauf der Entnahme informiert.
Der zuständige Arzt der Entnahmeeinheit entscheidet, ob und für wie lange der Spender nach der Spende arbeitsunfähig ist und stellt ggf. ein entsprechendes Attest aus.
Die dadurch entstandenen Verdienstausfallkosten trägt die Spenderdatei.
Die Spenderdatei ist für die Nachbeobachtung des Spenders nach seiner Entlassung
durch den zuständigen Arzt der Entnahmeeinheit verantwortlich.
Die entsprechenden Kontakte mit dem Spender, seine im Zusammenhang mit der
Spende stehenden Aussagen und alle veranlassten Untersuchungen und Therapien
müssen in der Spenderdatei bzw. Entnahmeeinheit dokumentiert werden.
Schwere Zwischenfälle bei und nach Entnahme sowie während der Mobilisation der
Blutstammzellen müssen von den Spenderdateien im Rahmen des WMDA-SEAR-Programms dem ZKRD gemeldet werden. Einmal jährlich muss eine Negativmeldung erfolgen, wenn es keine Zwischenfälle gab.
Schwere Zwischenfälle, die bei der Entnahme, der Verarbeitung, beim Transport oder
bei bzw. nach der Transfusion der Zellen von nicht verwandten Spendern auftreten
und sich auf die Sicherheit und Qualität der Zellen und damit die Sicherheit des Patienten auswirken, müssen von den Spenderdateien im Rahmen des WMDA-SPEARProgramms dem ZKRD gemeldet werden. Einmal jährlich muss eine Negativmeldung
erfolgen, wenn von der Spenderdatei keine Zwischenfälle gemeldet wurden.
Die korrekt durchgeführte Spende von Nabelschnurblut ist für den Spender (Neugeborenes) ohne Risiko. Daher ist eine Nachbetreuung des Spenders von Seiten der
Nabelschnurblut-Bank nicht erforderlich.
Innerhalb von einer Woche nach der Entnahme muss die Spenderdatei telefonischen
oder persönlichen Kontakt mit dem Spender aufnehmen und sich nach seinem körperlichen und emotionalen Befinden erkundigen. Inhaltliche Vorschläge bieten die ForSeite 36 von 56
mulare der WMDA9 . Wenn der Spender nicht erreicht wird, muss dies dokumentiert
Wenn der Spender über untypische Beschwerden klagt, muss eine ärztliche Abklärung
erfolgen. Der zuständige Arzt der Entnahmeeinheit ist darüber zu unterrichten.
Nach 6 Monaten, 1, 2, 5 und 10 Jahren nach der Entnahme muss durch das Versenden
eines Fragebogens (s. Anhang B) Kontakt mit dem Spender aufgenommen werden.
Nach jeder Apherese oder Knochenmarkentnahme ist mindestens ein Blutbild zu erstellen. Zusätzliche Blutuntersuchungen obliegen dem ärztlichen Ermessen und der
individuellen Spendersituation je nach prozessiertem Blutvolumen bzw. der Entnahmemenge.
30 Tage nach der Entnahme sind mindestens folgende Untersuchungen durch die
Spenderdatei zu veranlassen:
• nach Apheresen: Differentialblutbild, GOT, GPT, Harnsäure
• nach Knochenmarkentnahmen: Differentialblutbild, Ferritin
Die ärztliche Abklärung relevanter pathologischer Befunde muss durch die Spenderdatei veranlasst werden.
Befunde, die Auswirkungen auf den Patienten haben könnten, müssen der Transplantationseinheit gemeldet werden.
Stand 2017-05-10: www.worldmarrow.org Form DF1 und DF2
Nachbeobachtung des Empfängers
(Patienten-Follow-up)
Information über den Zustand des Empfängers nach
Falls das Präparat nicht infundiert wird, müssen Entnahmeeinheit und Spenderdatei
bzw. Nabelschnurblutbank sowie das ZKRD über den Verbleib des Präparates informiert werden. Die Information kann alternativ nur an das ZKRD zur Weiterleitung an
die entsprechenden Partner gegeben werden.
Vor Weitergabe und Nutzung von medizinischen Nachbeobachtungsdaten muss der
Patient darüber aufgeklärt werden und eine entsprechende Einwilligungserklärung
eingeholt werden. An den Spender dürfen keine medizinischen Details übermittelt
werden, sondern nur generelle Informationen (z. B. lebt, Allgemeinzustand gut, Patient kann wieder zur Arbeit gehen).
Die Nachverfolgung von Patienten nach Nabelschnurblut-Transplantationen ist den
Nabelschnurblut-Banken im Rahmen der Arzneimittelzulassung vom Paul-Ehrlich-Institut auferlegt.
Auf Anfrage muss die Transplantationseinheit das ZKRD bzw. die Spenderdatei über
den Zustand des Patienten 3 Monate, 1 Jahr, 2 Jahre und 5 Jahre nach erfolgter Transplantation informieren (z. B. ZKRD-Formulare FO_002 und FO_003).
Nach erfolgter Transplantation ist die anonyme Korrespondenz zwischen Spender und
Patient erlaubt. Das ZKRD bzw. die Spenderdatei und die Transplantationseinheit überprüfen die Korrespondenz auf Angaben, die Hinweise auf die Identität von Spender
bzw. Patient liefern könnten. Diese Hinweise müssen vor Weiterleitung der Korrespondenz unkenntlich gemacht oder entfernt werden.
Ein direkter Kontakt zwischen Spender und Patient ist frühestens zwei Jahre nach der
ersten Transplantation erlaubt, wenn beide Seiten über die Vor- und Nachteile eines
direkten Kontakts von der Spenderdatei bzw. der Transplantationseinheit aufgeklärt
wurden und sowohl Spender als auch Patient bzw. dessen gesetzlicher Vertreter eine
entsprechende Einwilligungserklärung unterschrieben haben (ZKRD-Formular EV_001
und EV_002). Wenn der Patient ein weiteres Transplantat von diesem Spender erhält,
ist ein direkter Kontakt frühestens ein Jahr nach Retransplantation möglich. Es wird
empfohlen, vor Aufhebung der Anonymität mindestens einen schriftlichen Kontakt
zwischen Spender und Empfänger stattfinden zu lassen. Der Zeitpunkt der Retransplantation verkürzt nicht die initiale Zeitspanne von zwei Jahren.
Ein direkter Kontakt zwischen Familienangehörigen eines verstorbenen Patienten/
Spenders und dessen Spender/Patient ist ohne Einhaltung einer Wartezeit möglich,
wenn beide Seiten aufgeklärt wurden und eine entsprechende Einwilligungserklärung
unterschrieben haben. Falls Dritte nach dem Tod des Patienten/Spenders die Anonymität aufheben wollen, müssen die Familienangehörigen des Patienten/Spenders ebenfalls zustimmen.
10 Datenschutz, Anonymität und
Alle beteiligten Institutionen müssen einen Datenschutzbeauftragten haben.
Die Mitarbeiter müssen über die Datenschutzbestimmungen aufgeklärt werden und
sich schriftlich verpflichten, die datenschutzrechtlichen Normen einzuhalten. Dazu gehört auch der besondere Schutz medizinischer Informationen im Sinne der ärztlichen
Schweigepflicht. Auffällige medizinische Befunde dürfen nur von einem Arzt an den
Spender weitergegeben werden.
Für Datensicherheit ist zu sorgen. Insbesondere müssen die räumlichen Voraussetzungen gewährleisten, dass nur berechtigte Personen Zugang zu diesen Räumen haben.
Patienten- oder spenderrelevante Daten dürfen nur diesen Personen zugänglich sein.
Der Schutz des Einzelnen gegen unbegrenzte Erhebung, Speicherung, Verwendung
und Weitergabe seiner persönlichen Daten muss gemäß dem Bundesdatenschutzgesetz [13] und dem SGB X (Schutz von Sozialdaten) [24] gewährleistet sein. Des Weiteren gelten die entsprechenden Landesdatenschutzgesetze, Landesarchivgesetze und
das Arztrecht.
10.2 Anonymität
Während aller Bearbeitungsvorgänge und Herstellungsprozesse ist die Anonymität der
Spender und Patienten gegenüber Unbefugten strikt einzuhalten. Wichtige Maßnahmen dazu sind:
• nur die notwendigen persönlichen Daten des Spenders und des Patienten dürfen den jeweils berechtigten Institutionen zum Zwecke der Durchführung der
Stammzellspende bekannt gegeben werden (Spenderdatei, Entnahmeeinheit),
• alle den Spender betreffenden Informationen im Außenverkehr dürfen keine
Namen, sondern nur pseudonymisierte Codes enthalten,
• nach der Entnahme bzw. Transplantation dürfen Spender bzw. Patient nur auf
Nachfrage das Geschlecht sowie ungefähre Angaben bezüglich Herkunft und
Alter des Partners so mitgeteilt werden, dass die Anonymität nicht gefährdet
wird (z. B. „erwachsener europäischer Patient“).
Die Transplantationseinheit ist insbesondere dafür verantwortlich, Daten des Spenders (wie z. B. Spender-ID, Geburtsdatum) bestmöglich vor dem Patienten geheim zu
halten (z. B. durch Abdecken der vorgeschriebenen Produktkennzeichnungen).
Der Kontakt zwischen Spender und Patient ist in Abschnitt 9.2 geregelt.
10.3.1 Art der Unterlagen
Archiviert werden müssen
• von Spendern: Einverständnis-/Einwilligungserklärungen, Dokumentation über
Aufklärung und medizinische Maßnahmen, Gesundheitsfragebogen, HLA-Testund Untersuchungsergebnisse.
• von Patienten: Suchauftrag, Befunde, ärztliches Gutachten, Einverständnis-/Einwilligungserklärungen und Dokumentation zur Sucheinleitung, Suchergebnisse
und Anforderungen sowie Ergebnisse von weiterführenden Testungen.
10.3.2 Art der Archivierung
Die Unterlagen und alle elektronisch verwalteten Daten sind vor unberechtigtem Zugriff geschützt aufzubewahren. Einzelheiten regeln datenschutzrechtliche Bestimmungen.
10.3.3 Aufbewahrungsfrist
Die Aufbewahrungspflicht der Unterlagen richtet sich nach den Regelungen für die
Aufbewahrung von ärztlichen Leistungen gemäß der Berufsordnung der jeweiligen
Landesärztekammern oder sonstigen gesetzlichen Vorschriften.
Wegen eventueller strittiger Fälle/Haftungsfragen sollten die Patientenunterlagen bis
zum Ende der zivilrechtlichen Verjährungsfrist von 30 Jahren nach Behandlungsende
aufbewahrt werden. Diese Frist beginnt mit Ablauf des Jahres, in dem die letzte Eintragung erfolgte. Dies gilt auch für Unterlagen von Spendern, die Blutstammzellen
gespendet haben oder zu diesem Zweck vorbehandelt wurden.
10.3.4 Vernichtung der Unterlagen
Nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist müssen die Unterlagen in der Einrichtung selbst
oder durch ein geeignetes externes Entsorgungsunternehmen fachgerecht vernichtet
bzw. unbrauchbar gemacht werden.
World Marrow Donor Association: International Standards for Unrelated Hematopoietic Stem Cell Donor Registries 2017)
https://www.wmda.info/
Richtlinie zur Herstellung und Anwendung von hämatopoetischen Stammzellen
http://www.bundesaerztekammer.de/... Erstellt von der Bundesärztekammer im Einvernehmen mit dem Paul-Ehrlich Institut. Dt. Ärzteblatt 2014; 111(3334), A-1436/B-1240/C-1180.
Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen.
http://www.bundesaerztekammer.de/... 2014; Jg. 111; Heft 38, A 1538).
Richtlinie 2004/23/EG des Europäischen Parlaments und des Rates zur Festlegung
von Qualitäts- und Sicherheitsstandards für die Spende, Beschaffung, Testung,
Verarbeitung, Lagerung und Verteilung von menschlichem Gewebe und Zellen.
Amtsblatt der Europäischen Union, L 102/48, 07.04.2004.
Leitlinien zur allogenen Stammzelltransplantation der DAG-KBT
Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung
von Blutprodukten (Hämotherapie) gemäß §§ 12 und 18 des Transfusionsgesetzes (TFG)
https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/tfg/gesamt.pdf
[10] Gesetz über die Spende, Entnahme und Übertragung von Organen und Geweben
https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/tpg/gesamt.pdf
[11] Gesetz über Qualität und Sicherheit von menschlichen Geweben und Zellen
(Gewebegesetz)
https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/gewebeg/gesamt.pdf
[12] Verordnung über die Anforderungen an Qualität und Sicherheit der Entnahme
von Geweben und deren Übertragung nach dem Transplantationsgesetz (TPGGewebeverordnung - TPG-GewV)
https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/tpg-gewv/gesamt.pdf
[13] Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)
https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/bdsg_1990/gesamt.pdf
Art. 1 G v. 25.2.2015 I 162.
[14] Verordnung über die Anwendung der Guten Herstellungspraxis bei der Herstellung von Arzneimitteln und Wirkstoffen und über die Anwendung der Guten fachlichen Praxis bei der Herstellung von Produkten menschlicher Herkunft
https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/amwhv/gesamt.pdf
[15] Spende von Knochenmark und peripheren hämatopoetischen Stammzellen freiwilliger nicht verwandter Spender
http://www.immungenetik.de/...
[16] Deutscher Konsensus zur immungenetischen Spenderauswahl für die allogene
http://www.dag-kbt.de/content/public/KonsensusSpenderauswahl2013.pdf
[17] John M. Goldman, „A Special Report: Bone marrow transplants using volunteer
donors – recommendations and requirements for a standardized practice throughout the world – 1994 update“. Blood 1994; 84; 9: 2833-2839.
[18] S. A. Cleaver et al., „Donor work-up and transport of bone marrow – recommendations and requirements for a standardized practice throughout the
world. From the Donor Registries and Quality Assurance Working Groups of
the World Marrow Donor Association (WMDA)“. Bone Marrow Transplantation
1997; 20:621-629.
[19] C. Hurley et al., „A special report: Histocompatibility testing guidelines for hematopoietic stem cell transplantation using volunteer donors“. Tissue Antigens,
1999, 53 (4) 394-406.
[20] A. Rosenmayr, L. Hartwell and T. Egeland, „Informed Consent – suggested procedures for informed consent for unrelated haematopoietic stem cell donors at
various stages of recruitment, donor evaluation and donor workup“. Bone Marrow Transplantation (2003) 31, 539-545.
[21] R. Bakken, A - M. van Walraven, T. Egeland, „Donor Commitment and Patient
Needs“. Bone Marrow Transplantation, 2004, 33, 225-230.
[22] EU Guidelines to Good Manufacturing Practice Medicinal Products for Human
[23] Sozialgesetzbuch, Fünftes Buch, Gesetzliche Krankenversicherung (SGB V)
https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/sgb_5/gesamt.pdf
[24] Sozialgesetzbuch, Zehntes Buch, Sozialverwaltungsverfahren und Sozialdatenschutz (SGB X)
https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/sgb_10/gesamt.pdf
[25] International Standards for Hematopoietic Cellular Therapy Product Collection,
Processing, and Administration
http://www.jacie.org
[26] NetCord-FACT International Standards for Cord Blood Collection, Banking, and
Release for Administration
[27] WMDA Donor Medical Suitability Recommendations
https://wiki.wmda.info/index.php?title=Main_Page
[28] R. J. King, D. L. Confer, H. T. Greinix, J. Halter, M. Horowitz, A. H. Schmidt, P.
Costeas, B. Shaw and T. Egeland for the Ethics and Clinical Working Groups of
World Marrow Donor Association, „Unrelated hematopoietic stem cell donors as
research subjects“. Bone Marrow Transplantation, 2011, 46, 10-13
[29] World Marrow Donor Association Recommendation: World Marrow Donor Association (WMDA) Guidelines for couriers and the transportation of haematopoietic
progenitor cells (HPC - BM, apheresis and therapeutic cells - T Cells)
https://www.wmda.info/professionals/tools?id=74
Dr. Julia Dausend, Zentrales Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik
Annette Rasche, Zentrales Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik Deutschland, Ulm
Ingrid Tistl, Zentrales Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik Deutschland, Ulm
Prof. Dr. Renate Arnold, DAG-KBT und Charité, Berlin
Dr. Hans Knabe, Aktion Knochenmarkspende Bayern, Gauting
Elena Lara-Weißhaupt, DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei, Tübingen
Elisabeth Lenartz, Medizinische Kliniken, Universitätsklinikum Freiburg
PD Dr. med. Michael Müller-Steinhardt, Institut für Transfusionsmedizin und Immunologie, Mannheim
PD Dr. Joannis Mytilineos, Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Immungenetik, Ulm
Gabi Rall, DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei, Tübingen
Dr. Peter Reinhardt, Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Immungenetik, Ulm
Sabine Riebschläger, Institut für Transfusionsmedizin, Bereich Transplantationsdiagnostik, Universitätsklinikum Essen
Dr. Marlena Robin-Winn, Norddeutsches Knochenmark- und StammzellspenderRegister gemeinnützige GmbH, Hannover
Andrea Schmidt, Stefan-Morsch-Stiftung, Birkenfeld
Peter Stadtherr, Abteilung Innere Medizin V, Universitätsklinikum Heidelberg
DAG-KBT
Antikörper gegen Hepatitis B core Antigen
Eletrokardiogramm
Gamma-GT Gamma-Glutamyl-Transferase
Hepatitis-B-Virus-Oberflächen-Antigen
Humanes Leukozyten-Antigen
International Air Transport Association - Dangerous Goods
Nucleic Acid Test/Nucleic Acid Amplification Test Technology
Serious Events and Adverse Effects Registry
Standard Operating Procedure (Arbeitsanweisung)
Serious Product Events and Adverse Effects Registry
Anhang: Formulare und Fragebögen
Alle aktuellen Versionen der Formulare und Fragebögen sind auf der ZKRD-Website
→ „Partner-Login“
→ „Formulare“
Formulare für Work-up, Cord Blood und Follow-up (Patient)
→ „Spende und Transplantation“ → Fragebögen (CT und FU)
• Gesundheitsfragebogen des Spenders bei CT inklusive Einverständniserklärung
• FU-Fragebogen (Spender)
Anhang: Vorbereitung von
Blutstammzellspenden:
Spenderaufklärung und
Spenderinformation und -aufklärung
Der Spender muss von einer entsprechend geschulten Person in einer für ihn verständlichen Weise über die Einzelheiten der Spende informiert werden. Zusätzlich hierzu
erfolgt die Aufklärung zur Spende und zu den damit verbundenen medizinischen Eingriffen durch den beauftragten Arzt der Entnahmeeinheit. Übersetzungen dürfen nur
durch eine fachlich oder sprachlich kompetente nicht verwandte Person stattfinden.
Spätestens im Rahmen der Voruntersuchung wird der Spender über mindestens die
folgenden Punkte informiert und aufgeklärt:
C.1.1 Informationen zu Anforderung und Ablauf
• Mitteilung, welches Präparat die Transplantationseinheit bevorzugt
• Unentgeltlichkeit der Spende
• Aufwandsentschädigung durch die Spenderdatei
• Information über die Art und den Umfang einer Spenderversicherung
• Information über Maßnahmen, die zum Schutz des Spenders getroffen werden
• Möglichkeit der Konsultation eines Spenderbeistands bei Bedarf
• Möglichkeit, dass nach der ersten Entnahme weitere Blutstammzellen oder Blutpräparate für denselben Patienten angefordert werden könnten (z. B. bei Rezidiv, bei Transplantatabstoßung oder wenn das Behandlungsprotokoll dies vorsieht)
C.1.2 Aufklärung des Spenders
C.1.2.1 Anforderung und Ablauf
• Ausschlusskriterien für Spender bei Blutstammzellspenden
• Möglicher Nutzen für den Patienten
• Aufklärung, wenn es sich bei der geplanten Transplantation um eine in der Entwicklung befindliche Therapieform handelt, deren Wirksamkeit in klinischen Studien geprüft wird
• Methoden der Blutstammzellspende: Knochenmarkspende und periphere Blutstammzellspende
• Erklärung der Untersuchungen vor und nach der Spende und Hinweis auf das
Recht des Spenders, über die Befunde informiert zu werden sowie die ärztliche
Pflicht, den Spender über auffällige Befunde zu informieren
• Beschreibung des Ablaufs der Vorbereitung und Durchführung der Blutstammzellspende
• Notwendigkeit der Abnahme von Blutproben vor der Entnahme (Pre-collectionBlutprobe) und am Tag der Entnahme
• Hinweise auf das Verhalten während der G-CSF-Behandlung und Information
über die Erreichbarkeit der diensthabenden Ärzte
• Notwendigkeit der Knochenmark-Entnahme, wenn die Mobilisierung mit G-CSF
fehlschlägt oder die Blutstammzell-Entnahme abgebrochen werden muss
• Notwendigkeit von schriftlichen Einverständniserklärungen des Spenders (siehe
• Jederzeitiges Rücktrittsrecht, aber Aufklärung über das unmittelbare Risiko bis
hin zur Todesgefahr für den Patienten, wenn dieser Rücktritt nach Beginn der
Konditionierung des Patienten erfolgt.
C.1.2.2 Risiken
• Beschreibung der Risiken bzw. Nebenwirkungen bei Voruntersuchung, Narkose, Knochenmark-Entnahme, Gabe von G-CSF und Entnahme von peripheren
Blutstammzellen bzw. anderen Blutpräparaten
• Bei Knochenmark-Entnahme: Möglichkeit der Fremdblutübertragung in Notfällen
• Bei Entnahme von peripheren Blutstammzellen: expliziter Hinweis auf das Nebenwirkungsprofil von G-CSF
• Bei Entnahme von peripheren Blutstammzellen: Möglichkeit der Notwendigkeit
eines zentral-venösen Zugangs (ZVK) und der damit verbundenen Risiken, wenn
der Zugang oder die Entnahme über die Armvenen nicht möglich ist
• Risiken der Übertragung infektiöser, genetischer oder maligner Erkrankungen
auf den Patienten durch Blutstammzelltransplantation.
Voruntersuchung des Spenders (Work-up)
C.2.1 Ärztliche Aufklärung und Untersuchungen
• Ärztliche Aufklärung
• Medizinische Anamnese
• Abdomen-Sonographie, insbesondere Milzsonographie bei peripherer Blutstammzell-Entnahme
• Röntgenthoraxaufnahme (bei Bedarf)
• Lungenfunktionsprüfung (bei Bedarf)
• Bei Entnahmen von peripheren Blutstammzellen: Beurteilung des venösen Zugangs
C.2.2 Blutuntersuchungen
Im Rahmen der Spendervoruntersuchung muss die unten genannte Diagnostik durchgeführt werden. Die Infektionsmarkerdiagnostik muss aus einer Blutprobe stammen,
die innerhalb von 30 Tagen vor der Spende entnommen wurde. Sie muss ggf. wiederholt werden (Abschnitt C.2.4).
• Großes Blutbild, CRP
• Gerinnungstest (Quick, PTT)
• Natrium, Kalium, Kalzium, Ferritin, Kreatinin, Harnsäure, Harnstoff, ALAT, ASAT,
LDH, AP, Gamma-GT, Bilirubin gesamt empfohlen vor Knochenmarkentnahme:
• Gesamteiweiß, Elektrophorese
• Infektionsmarker (soweit nach den aktuellen Richtlinien [2] weitere Infektionsmarker gefordert werden, sind auch diese zu bestimmen):
Lues-Diagnostik, HBsAg, Anti-HBc, HBV-NAT, Anti-HCV, HCV-NAT, Anti-HIV 1
und 2, HIV-NAT; CMV IgG und IgM, Anti-HTLV 1 und 2, EBV IgG und IgM, Empfehlung: Toxoplasmose IgG und IgM
• Blutgruppe (AB0- und Rhesus D-Blutgruppenmerkmale) und irreguläre Antikörper
• Bei Spenderinnen: ß-HCG-Bestimmung zum Ausschluss einer Schwangerschaft.
C.2.3 Vorgehen
• Bei anamnestischen Angaben oder Befunden, die das Risiko für den Spender
erhöhen, aber nicht unbedingt zum Ausschluss von der Spende führen: Der
Spender wird über diese Befunde und die zusätzlichen Risiken aufgeklärt. Diese
Aufklärung wird dokumentiert. Der Spender hat das Recht, sein Einverständnis
zur Spende zurückzunehmen.
• Bei anamnestischen Angaben oder Befunden, die möglicherweise das Risiko für
den Patienten erhöhen: Die Transplantationseinheit wird schriftlich informiert
(WU_038) und entscheidet, ob ein Befund ein zusätzliches Risiko für den Patienten darstellt. Wenn ja, wird der Patient über diese Befunde und die zusätzlichen
Risiken aufgeklärt. Diese Aufklärung wird dokumentiert. Die Transplantationseinheit erklärt schriftlich, ob der Spender akzeptiert wird.
• Der untersuchende Arzt der Entnahmeeinheit meldet die Ergebnisse der Voruntersuchung und die Eignung des Spenders zur Blutstammzellspende schriftlich
an die Spenderdatei.
• Die Spenderdatei meldet die Spendetauglichkeit des Spenders und die Ergebnisse der Infektionsmarkerdiagnostik an das ZKRD bzw. die Transplantationseinheit
oder an das internationale Register auf dem entsprechenden Formular (WU_009),
wenn der untersuchende Arzt der Entnahmeeinheit den Spender zur Entnahme
freigibt und der Spender die Einverständniserklärung zur Spende unterschrieben
• Der Spender muss über auffällige Befunde und eventuell erforderliche Untersuchungen zu deren Abklärung informiert werden.
• Die Aufklärung von Spenderinnen im gebärfähigen Alter über sicheren Empfängnisschutz muss schriftlich dokumentiert werden. Der erneute Ausschluss einer Schwangerschaft wird zwei Tage vor der ersten G-CSF-Injektion oder der
Knochenmarkentnahme empfohlen.
C.2.4 Wiederholung von Untersuchungen
Die Infektionsmarker zur Spenderfreigabe müssen wiederholt werden, wenn sie am
Tag der Entnahme älter als 30 Tage wären.
Wenn zwischen der Voruntersuchung und der Blutstammzell-Entnahme mehr als acht
Wochen liegen, müssen einzelne Untersuchungen wiederholt werden (gilt auch für
den Fall einer weiteren Spende für den Erstempfänger).
• Zwischen 8 und 12 Wochen seit der letzten vollständigen Voruntersuchung: Gespräch mit dem Spender, um zu prüfen, ob es seit der letzten Untersuchung
irgendwelche Änderungen im Gesundheitszustand oder bei den Angaben auf
dem Gesundheitsfragebogen des Spenders gibt (Anamnese), Wiederholung der
Infektionsmarkerdiagnostik, Wiederholung des Schwangerschaftstests bei Frauen.
• Zwischen 12 Wochen und 6 Monaten seit der letzten vollständigen Voruntersuchung: Zusätzlich Wiederholung aller Blutuntersuchungen gemäß C.2.2.
• Die Voruntersuchung muss nach Ablauf von 6 Monaten vollständig wiederholt
Anhang: Änderungen gegenüber
1.1.1.9,
1.2.1.11,
ersten Satz umformuliert
Vertreter der Transplantationszentren im Komitee
Mindest-Revisionszyklus verlängert
letzten Absatz bzgl. Formularen, Anzahl der Querverweise
auf Anhang B im Text reduziert
Erreichbarkeit ausgeweitet
detailliertere WMDA-Anforderungen
„mit dem ZKRD kooperierenden Transplantationseinheiten“, Qualifikation nur noch in 1.6.1 genannt
Ausnahme für bestehende kleine Dateien aufgenommen
Wortwahl angepasst (für alle Partner einheitlich)
in Absprache mit der Transplantationseinheit
Formulierung von Spenderdatei-Standard übernommen
„von einem Arzt“
Übergangsregelung entfällt
„in pseudonymisierter Form“
Tropenkrankheiten, Krankheiten des Blutes oder Immunsystems, psychische Erkrankungen
„ohne durch die Geburt abgelenkt zu sein“
Prüfen der Erreichbarkeit nur alle fünf Jahre
Befundung durch Arzt, Untersuchung anhand eines Präparatsegments
zweiten Satz neu formuliert
5.6.14,
umstrukturiert, Hinweise auf WU_001 und WU_002 aufgenommen, Hinweis auf CB_003 verschoben, grundsätzlichen
Hinweis auf Formulare in Präambel verschoben
Informationspflicht bei direkter Anforderung
Zustimmung statt Rücksprache
präzisiert: „mindestens zwei“
letzer Satz neu
Wortwahl vereinheitlicht: „Einwilligung“ im Zusammenhang mit spezifischen Eingriffen oder Datentransfer, „Einverständnis“ im Zusammenhang mit weiter gefassten Prozessen
erster Satz geändert, mit altem Standard 5.5.4 zusammengefasst
neuer Satz „Ist der Spender nicht einverstanden...“
„schriftlich“, „...auch wenn im Voraus...“
Bezeichnung der Cord Blood Standards korrigiert und in Literaturverzeichnis aufgenommen
präzisiert, angepasst an WMDA-Empfehlung: erster und
letzte zwei Sätze neu, alter letzter Satz entfällt
ehemalige Kapitel 6.3 und 6.4 zusammengefasst, detailliertere Beschreibungen aufgenommen
Spender-Lymphozyten müssen begleitet transportiert werden
angepasst an WMDA-Anforderungen
letzter Satz neu
„von den Spenderdateien“
„...muss eine Negativmeldung erfolgen, wenn von der
Spenderdatei keine Zwischenfälle gemeldet wurden“
differenziert nach Entnahmeart
neuer Satz „An den Spender...“
Zweiten Satz und ersten Punkt umformuliert, alten 3. Punkt
gelöscht, Beispiel in 3. Punkt und letzten Absatz ergänzt
Literatur- geändert
„Bei Unklarheit gilt die längere Frist“
detaillierte Versionsangaben durch Links ersetzt, Reihenfolge angepasst
[6], [26]
Frau Pingel und Herr Punzel ausgeschieden, Frau LaraWeißhaupt, Herrn Reinhardt und Herrn Stadtherr aufgenommen
FACT, JACIE, NAT
detailliertere Pfade
neue Übersetzungsregelung
mögliche Thrombozytengabe bei PBCS-Spende
Röntgenthoraxaufnahme und Lungenfunktionsprüfung nur
Bezeichnung PCR durch NAT ersetzt
zweiter Punkt: „schriftlich“, „(WU_038)“