Source: http://bravors.brandenburg.de/de/verordnungen-212029
Timestamp: 2019-02-16 17:06:09
Document Index: 393318450

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 10', '§ 2', '§ 4', '§ 5', '§ 5']

(GVBl.II/05, [Nr. 34], S.590)
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche im Landkreis Märkisch-Oderland wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Langer Grund-Kohlberg“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 142 Hektar. Es umfasst Flächen in folgenden Fluren:
Lindendorf Dolgelin 3, 5;
Libbenichen 8.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in den in Anlage 3 dieser Verordnung aufgeführten Karten mit ununterbrochener roter Linie eingezeichnet; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Die in Anlage 3 Nr. 1 aufgeführten zwei topografischen Karten im Maßstab 1 : 10 000 ermöglichen die Verortung im Gelände. Maßgeblich für den Grenzverlauf ist die Einzeichnung in der in Anlage 3 Nr. 2 mit der laufenden Nummer 1 aufgeführten Flurkarte und den mit den laufenden Nummern 2 und 3 aufgeführten Liegenschaftskarten.
(3) Innerhalb des Naturschutzgebietes ist eine Zone 1 mit besonderen Beschränkungen der landwirtschaftlichen Nutzung festgelegt. Die Zone 1 umfasst rund 61 Hektar. Die Grenze der Zone 1 ist in der in Absatz 1 genannten Kartenskizze und den in Absatz 2 genannten Karten mit ununterbrochener roter Linie eingezeichnet. Als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Maßgeblich ist die Einzeichnung in der Flurkarte und in den Liegenschaftskarten.
die Erhaltung und Entwicklung als Lebensraum wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere der subkontinentalen und kontinentalen Halbtrocken- und Trockenrasen, der Frischwiesen und -weiden, der Laubgebüsche und Wälder trockenwarmer Standorte, der Ulmen-Hangwälder, der Röhrichte sowie der Hochstaudenfluren und Weidengebüsche feuchter bis nasser Standorte;
die Erhaltung und Entwicklung der Lebensräume seltener und gefährdeter wild lebender Pflanzenarten, darunter im Sinne von § 10 Abs. 2 Nr. 10 und 11 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützte Arten, beispielsweise Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis), Pfriemengras (Stipa capillata), Ähriger Blauweiderich (Pseudolysimachium spicatum) und Violette Schwarzwurzel (Scorzonera purpurea);
die Erhaltung der subkontinentalen und kontinentalen Halbtrocken- und Trockenrasen aus wissenschaftlichen Gründen zur Beobachtung und Erforschung der Tier- und Pflanzenarten dieser Lebensräume;
die Erhaltung der Landschaft, die durch den Wechsel zwischen Offenland, Wäldern und Gebüsch, durch das stark bewegte Relief und den die Landschaft strukturierenden Bahndamm der ehemaligen Oderbruchbahn geprägt ist, wegen ihrer Vielfalt, besonderen Eigenart und hervorragenden Schönheit;
(2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Langer Grund-Kohlberg“ (§ 2a Abs. 1 Nr. 8 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes) mit seinem Vorkommen von
mageren Flachland-Mähwiesen (Wiesen-Fuchsschwanzgras [Alopecurus pratensis], Großer Wiesenknopf [Sanguisorba officinalis]) als Biotop von gemeinschaftlichem Interesse („natürlicher Lebensraumtyp“ im Sinne des Anhangs I der Richtlinie 92/43/EWG),
subpannonischen Steppen-Trockenrasen und trockenen, kalkreichen Sandrasen als prioritäre Biotope („prioritäre Lebensraumtypen“ im Sinne des Anhangs I der Richtlinie 92/43/EWG).
auf Grünland § 4 Abs. 2 Nr. 21 und 22 gilt, wobei eine umbruchlose Nachsaat nur bei Narbenschäden mit Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde zulässig ist. Die Genehmigung ist zu erteilen, wenn der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird,
nur Arten der potenziellen natürlichen Vegetation eingebracht werden dürfen, wobei nur heimische Baumarten unter Ausschluss eingebürgerter Arten zu verwenden sind. Nebenbaumarten dürfen dabei nicht als Hauptbaumart eingesetzt werden,
die Errichtung ortsunveränderlicher jagdlicher Einrichtungen zur Ansitzjagd außerhalb gesetzlich geschützter Biotope und der mageren Flachland-Mähwiesen,
die Anlage von Kirrungen, Wildfütterungen in Notzeiten, Ansaatwildwiesen und Wildäckern außerhalb gesetzlich geschützter Biotope und der mageren Flachland-Mähwiesen;
das Betreten des Alten Schafstalls und der angrenzenden Grünlandfläche der Gemarkung Dolgelin, Flur 3, Flurstück 69, sowie die jährliche Durchführung der traditionellen Veranstaltungen am Alten Schafstall anlässlich der Adonisröschen-Wanderung und des Himmelfahrtsgottesdienstes.
die Halbtrocken- und Trockenrasen sollen vorwiegend mit Schafen und Ziegen beweidet werden. Die Beweidung soll entsprechend einem regelmäßig fortzuschreibenden, mit der unteren Naturschutzbehörde abgestimmten Weideplan durchgeführt werden,
eine Verbuschung der Halbtrocken- und Trockenrasen sowie der Wiesen soll durch Entfernen von Gehölzen verhindert werden,
die Ackerbrachen in der Zone 1 sollen als extensives Grünland gemäß den Bestimmungen des § 5 Abs. 1 Nr. 1 genutzt werden,
die mageren Flachland-Mähwiesen sollen durch zweischürige Mahd genutzt werden, wobei der erste Schnitt möglichst nach dem 15. Juni und der zweite Schnitt möglichst nach dem 31. August eines jeden Jahres erfolgen und eine Schnitthöhe von zehn Zentimetern nicht unterschritten werden soll,
Robinienbestände sollen langfristig in Mischwaldbestände überführt werden,
§ 5 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe a bis c dieser Verordnung tritt am 1. Juli 2006 in Kraft. Im Übrigen tritt diese Verordnung am Tage nach der Verkündung in Kraft.
Flurstücksliste zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Langer Grund-Kohlberg“
Dolgelin Lindendorf 3 59/1, 59/2, 60 bis 63, 65 teilweise, 66, 67 teilweise, 68 bis 79, 81, 84 bis 102, 103/2,103/3, 105 bis 108, 111, 114 bis 119, 120 teilweise, 123, 125, 126/4, 128 bis 130, 304 teilweise;
Dolgelin Lindendorf 5 15 teilweise, 16 teilweise, 17 bis 22 (gemäß Bodenordnungsverfahren vom 1. November 2000; entspricht ehemaligen Flurstücken 123 bis 127 je teilweise, 128 bis 132, 133 teilweise, 136 teilweise, 137 teilweise, Flur 4 Dolgelin);
Libbenichen Lindendorf 8 11 teilweise, 13, 19 teilweise, 22 teilweise, 23 teilweise, 24 bis 28, 29 teilweise, 30 teilweise (gemäß Bodenordnungsverfahren vom 1. November 2000).
Dolgelin Lindendorf 3 59/1 teilweise, 60 bis 62 je teilweise, 65 teilweise, 66 teilweise, 74 teilweise, 75 teilweise, 79 teilweise, 85 bis 87 je teilweise, 88, 89, 90 bis 92 je teilweise, 93 bis 96, 97 teilweise, 98 bis 102, 103/3 teilweise, 105, 106, 107 teilweise, 111, 120 teilweise, 123, 125 teilweise, 126/4, 304 teilweise;
Libbenichen Lindendorf 8 11 teilweise, 13, 19 teilweise, 22 teilweise, 23 teilweise, 26 teilweise, 27, 28, 30 teilweise.
1 3452 SO Topografische Karte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Langer Grund-Kohlberg“ unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 7 des MLUV, am 11. Oktober 2005
2 3552 NO Topografische Karte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Langer Grund-Kohlberg“ unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 7 des MLUV, am 11. Oktober 2005
2. Flurkarte und Liegenschaftskarten
1 Dolgelin 3 1 : 4 000 Flurkarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Langer Grund-Kohlberg“ unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 7 des MLUV, am 11. Oktober 2005
2 Dolgelin 5 1 : 2 500 Liegenschaftskarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Langer Grund-Kohlberg“ unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 7 des MLUV, am 11. Oktober 2005
Libbenichen (teilweise) 8
3 Libbenichen 8 1 : 2 000 Liegenschaftskarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Langer Grund-Kohlberg“ unterzeichnet von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 7 des MLUV, am 11. Oktober 2005