Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=28.11.2007&Aktenzeichen=6%20A%202.07
Timestamp: 2019-05-25 00:25:53
Document Index: 162136587

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 15', '§ 15', '§ 7', '§ 15', '§ 7', '§ 15']

BVerwG, 28.11.2007 - 6 A 2.07 - dejure.org
https://dejure.org/2007,1594
BVerwG, 28.11.2007 - 6 A 2.07 (https://dejure.org/2007,1594)
BVerwG, Entscheidung vom 28.11.2007 - 6 A 2.07 (https://dejure.org/2007,1594)
BVerwG, Entscheidung vom 28. November 2007 - 6 A 2.07 (https://dejure.org/2007,1594)
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Bundesnachrichtendienst; Daten; Dateien; Akten; Auskunftsanspruch; Geheimhaltungsbedürfnis.
Bundesnachrichtendienst; Daten; Dateien; Akten; Auskunftsanspruch; Geheimhaltungsbedürfnis.; Abwägung; Akte; Anspruch; Auskunft; Auslegung; Begriff; BND; Datei; Daten; Geheimhaltung; informationelle Selbstbestimmung; Journalist; Umfang; Voraussetzung
Bundesnachrichtendienst; Daten; Dateien; Akten; Auskunftsanspruch; Geheimhaltungsbedürfnis
In Akten befindliche Daten als Gegenstand der Auskunftspflicht des Bundesnachrichtendienstes (BND) bezüglich gespeicherter personenbezogener Daten - Erteilung einer behördlichen Auskunft über personenbezogene gespeicherte Daten als Verwaltungsakt - Bestehen eines Anspruches auf Information über gespeicherte persönliche Daten als Gegenstand des Grundrechtes auf informationelle Selbstbestimmung
Bundesnachrichtendienst: Das Recht der Journalisten auf Auskunft erstreckt sich auch auf Akten-Daten
heise.de (Pressebericht, 28.11.2007)
BND überwachte Journalisten - Nachrichtendienst muss Auskunft über gespeicherte Informationen geben
BND muss Journalisten Auskunft erteilen
Bundesnachrichtendienst muss Journalisten Akteneinsicht gewähren - Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung
Auskunftspflicht des BND // Geheimdienst muss auch über Papier-Akten informieren
Der BND muss dem Betroffenen nach Maßgabe einer Abwägung Auskunft nicht nur über Daten in Dateien, sondern über Daten, die sich in Akten befinden, erteilen
Zusammenfassung von "Das Recht auf Auskunftserteilung gegenüber den Nachrichtendiensten" von Fabian Scheffczyk und Prof. Dr. Heinrich Amadeus Wolff, original erschienen in: NVwZ 2008, 1316 - 1319.
BVerwG, 03.05.2007 - 6 A 2.07
BVerwGE 130, 29
NVwZ 2008, 580
DVBl 2008, 512
DÖV 2008, 376
afp 2008, 322
Anders als bei Auskunftsklagen nach § 7 BNDG i.V.m. § 15 BVerfSchG geht der Erteilung der Auskunft keine davon gesonderte und als Verwaltungsakt zu qualifizierende "Entscheidung" des Behördenleiters oder einer von ihm beauftragten Person (§ 15 Abs. 2 Satz 2 BVerfSchG) voraus (Urteil vom 28. November 2007 - 6 A 2.07 - Buchholz 402.71 BNDG Nr. 1 = BVerwGE 130, 29 Rn. 13).
Hinsichtlich derartiger Datensammlungen setzt eine Versagung des Auskunftsrechts eine Abwägung aller wesentlichen Umstände voraus, die im konkreten Fall nach Maßgabe der jeweiligen Normen für und gegen eine Auskunftserteilung sprechen (vgl. BVerwG, Urteil vom 28. November 2007 - BVerwG 6 A 2.07 -, JURIS, Rn. 26 ff.).
Die Beklagte wurde mit Urteil des erkennenden Senats vom 28. November 2007 - BVerwG 6 A 2.07 - verpflichtet, dem Kläger Auskunft über die zu seiner Person in den Akten des Bundesnachrichtendienstes enthaltenen Daten zu erteilen.
Wegen der Einzelheiten wird auf die Gerichtsakte des vorliegenden Verfahrens und die beigezogenen Akten der Verfahren BVerwG 6 A 2.07 und BVerwG 6 AV 2.08 Bezug genommen.
Der Kläger stützt - wie bereits in dem vorangegangenen, durch das Urteil vom 28. November 2007 - BVerwG 6 A 2.07 - (BVerwGE 130, 29 = Buchholz 402.71 BNDG Nr. 1) abgeschlossenen Verfahren - seinen Auskunftsanspruch hauptsächlich auf § 7 BNDG i.V.m. § 15 BVerfSchG.
Einen Bescheid dieses Inhalts hat die Beklagte auf das Urteil des Senats vom 28. November 2007 (a.a.O.) hin mit dem Schreiben an den Kläger vom 12. Februar 2008 erlassen.
Denn danach steht fest, dass der Kläger über seine personenbezogenen Daten, soweit sie sich "in Akten befinden", im Grundsatz Auskunft verlangen kann (s. Urteil vom 28. November 2007 a.a.O. Rn. 16).
So sollte mit dem zugrundeliegenden Gesetz zur Fortentwicklung der Datenverarbeitung und des Datenschutzes vom 20. Dezember 1990 (BGBl I S. 2954) dem Volkszählungsgesetzurteil des Bundesverfassungsgerichts vom 15. Dezember 1983 Rechnung getragen werden (s. bereits Senatsurteil vom 28. November 2007 a.a.O. Rn. 24).
Die allgemeine Feststellungsklage ist auch unter der Voraussetzung die geeignete und zulässige Klageart, dass sich die nachträgliche Information eines Betroffenen über die strategische Telefonüberwachung durch Erlass eines Verwaltungsakts vollzieht (vgl. dazu Urteil vom 28. November 2007 - BVerwG 6 A 2.07 - juris).
aa) Die Klägerin hat einen konkreten Lebenssachverhalt benannt, bezüglich dessen Daten erhoben worden sein sollen (vgl. dazu BVerwG, Urteil vom 28. November 2007 - 6 A 2.07 - BVerwGE 130, 29 Rn. 32).
Unerheblich ist, ob die Daten in Dateien oder Akten gespeichert sind und ob es sich um eine Personenakte des Betroffenen oder eines Dritten oder um eine Sachakte handelt (vgl. BVerwG, Urteile vom 28. November 2007 - 6 A 2.07 - BVerwGE 130, 29 Rn. 26 ff. …und vom 24. März 2010 - 6 A 2.09 - Buchholz 402.71 BNDG Nr. 2 Rn. 30 ff.).
Durch die Auskunft muss er in die Lage versetzt werden, gegebenenfalls gerichtlichen Rechtsschutz gegen einen unrechtmäßigen Umgang mit seinen Daten in Anspruch nehmen zu können (…vgl. dazu am Maßstab des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung: BVerfG, Kammerbeschluss vom 9. Januar 2006 - 2 BvR 443/02 [ECLI:DE:BVerfG:2006:rk20060109.2bvr044302] - NJW 2006, 1116 Rn. 21 f., 25; BVerwG, Urteile vom 20. Februar 1990 - 1 C 42.83 - BVerwGE 84, 375 und vom 28. November 2007 - 6 A 2.07 - BVerwGE 130, 29 Rn. 29).
Auch wenn der Auskunftserteilung eine Entscheidung vorausgeht, die als Verwaltungsakt zu qualifizieren ist (vgl. BVerwG, Urteil vom 28. November 2007 - 6 A 2.07 - BVerwGE 130, 29 Rn. 13), kann der Bundesnachrichtendienst den Auskunftsanspruch auf andere Weise materiell-rechtlich erfüllen.
Denn wie bei der Erteilung einer Auskunft nach § 7 des Gesetzes über den Bundesnachrichtendienst (BND-Gesetz - BNDG) vom 20. Dezember 1990 (BGBl. I S. 2954), zuletzt geändert durch Gesetz vom 17. November 2015 (BGBl. I S. 1938) i.V.m. § 15 des Gesetzes über die Zusammenarbeit des Bundes und der Länder in Angelegenheiten des Verfassungsschutzes und über das Bundesamt für Verfassungsschutz (Bundesverfassungsschutzgesetz - BVerfSchG) vom 20. Dezember 1990 (BGBl. I S. 2954), zuletzt geändert durch Gesetz vom 17. November 2015 (BGBl. I S. 1938; vgl. dazu nur BVerwG, Urteil vom 28. November 2007 - 6 A 2.07 - BVerwGE 130, 29 Rn. 13), ist auch vor einer Auskunft auf der Grundlage des vom Kläger aus dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung hergeleiteten Anspruchs auf ermessensfehlerfreie Entscheidung über das Auskunftsbegehren eine Entscheidung der zuständigen Behörde erforderlich, die sich am Zweck der gesetzlichen Regelung zu orientieren hat (zu Letzterem s. BVerwG, Urteil vom 28. November 2007 - 6 A 2.07 - BVerwGE 130, 29 Rn. 13).
Diese Art der Zugangsverschaffung zu Informationen ist auch in der Rechtsprechung anerkannt (vgl. z. B. BVerwG, U. v. 28.11.2007, 6 A 2/07): Dort ist bekundet, dass sich der Anspruch nicht nur auf Daten bezieht, die in Dateien gespeichert sind, sondern auch Daten umfasst, die sich in Akten befinden.
Die (elektronische) Speicherung als solche ist daher kein Verweigerungsgrund (vgl. ergänzend unten); so hat auch das Bundesverwaltungsgericht (U. v. 28.11.2007, 6 A 2/07) explizit gespeicherte Daten in den Auskunftsanspruch einbezogen.
Nur in Ausnahmefällen kommt eine kombinierte Anfechtungs- und Verpflichtungsklage in Betracht, wenn es sich um eine abwägende Entscheidung einer Behörde handelt (Hinweis auf BVerwG, Urteil vom 28. November 2007 - 6 A 2/07 - BVerwGE 130, 29, Juris, Rn. 13 m. w. N.).
BVerwG, 13.01.2014 - 6 VR 2.13
Auskunftsanspruch eines Rechtsanwalts bzgl. Entgegennahme und Speicherung seiner …
Danach geht der Erteilung der Auskunft durch den Bundesnachrichtendienst eine "Entscheidung" voraus, die in der Form eines Verwaltungsakts ergeht, dessen Erlass an einen entsprechenden Antrag gebunden ist (Urteil vom 28. November 2007 - BVerwG 6 A 2.07 - BVerwGE 130, 29 Rn. 13 = Buchholz 402.71 BNDG Nr. 1).
SG Marburg, 18.04.2012 - S 12 KA 488/10
Vergütung vertragsärztlicher Leistungen - kein Auskunftsanspruch eines MVZ gegen …
VG Köln, 13.03.2014 - 13 K 3624/13
Identitätsnachweis eines Waffenbesitzers bei seinem Auskunftsanspruch gegenüber …
VG Köln, 13.03.2014 - 13 K 162/14
SG Marburg, 06.01.2010 - S 11 KA 97/09
Kassenärztliche Vereinigung - erneute Herausgabe von Kontoauszügen an den …
OVG Berlin-Brandenburg, 08.10.2018 - 9 N 65.17
Anschlussbeitrag; Säumniszuschläge; Billigkeitserlass; Aussetzungsantrag bei …
VG Köln, 13.03.2014 - 13 K 7883/13
Nachweis der Identität in der vom BVA verlangten qualifizierten Form i.R. eines …
VG Köln, 13.03.2014 - 13 K 7438/13
Identitätsnachweis eines Waffenbesitzers bei seiner Auskunftsanfrage gegenüber …