Source: https://geschaeftsbericht.gwg-gruppe.de/konzernanhang/bilanzierungs-und-bewertungsmethoden
Timestamp: 2020-02-25 12:50:52
Document Index: 266003993

Matched Legal Cases: ['§ 309', '§ 309', '§ 309', 'Art. 67', '§ 254', '§ 253', 'Art. 67', '§ 274']

D. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden -
Die Abschlüsse der vollkonsolidierten Unternehmen werden einheitlich nach den gesetzlichen Vorschriften und den bei der GWG Gesellschaft für Wohnungs-­ und Gewerbebau Baden-­Württemberg AG geltenden Bilanzierungs-­ und Bewer­tungsmethoden aufgestellt.
Für die Bilanzierung und Bewertung gelten die gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen unveränderten nachfolgenden Grundsätze:
Entgeltlich von Dritten erworbene Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen Nutzungs­dauer entsprechend linear abgeschrieben. Dabei werden ent­geltlich erworbene EDV­-Programme über eine betriebsge­wöhnliche Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben. Immaterielle Vermögensgegenstände mit einem Nettoan­schaffungswert zwischen 250,01 € und 800,00 € werden einzeln aktiviert und im Jahr der Anschaffung vollständig ab­geschrieben. EDV­-Programme mit Anschafungskosten unter € 250 werden sofort in voller Höhe aufwandswirksam er­fasst.
Geschäfts- und Firmenwerte werden gemäß § 309 Abs. 1 HGB bzw. DRS 4 abgeschrieben. Eine Aufholung der teilweise in früheren Jahren sofort in voller Höhe abgeschriebenen Unterschiedsbeträge ist nicht erfolgt. Nachdem die zum Zeit­punkt der Erstkonsolidierung (Jahr 2002 bzw. 2003) in den Tochtergesellschaften BWG und VR Hausbau AG (jetzt GWG Hausbau GmbH) bilanzierten Bauträgerprojekte im Jahr 2004 im Wesentlichen abgerechnet wurden, erfolgte die Voll­abschreibung der positiven Unterschiedsbeträge im Jahr 2004. Der sich aus den nachträglichen Anschaffungskosten für die GWG ImmoInvest GmbH im Jahr 2006 ergebende ak­tivische Unterschiedsbetrag (€ 117.641,16) wurde gemäß § 309 Abs. 1 HGB im Jahr 2006 voll abgeschrieben. Aus dem Abschluss der gesellschafsrechtlichen Entflechtung von der Bausparkasse Schwäbisch Hall AG und der im Wesentlichen erfolgten Abwicklung der aus dem Unterneh­menserwerb abgeleiteten Aufgabenstellungen ist die kurze Nutzungsdauer des Firmenwertes begründet. Im Jahr 2014 wurden mit Geschäftsanteilskauf­- und ­übertragungsvertrag vom 31. März 2014 Geschäftsanteile an der Einhorn Wohn­park Sendling GmbH (jetzt GWG Wohnpark Sendling GmbH) erworben. Der sich dabei ergebende aktivische Unterschiedsbetrag von € 1,7 Mio. wird gemäß § 309 Abs. 1 HGB innerhalb von fünf Jahren abgeschrieben. Im Jahr 2018 erfolgte eine Auflösung in Höhe von T€ 343,2 (Vorjahr: T€ 343,2). Der sich bei der Erstkonsolidierung der GWG Beteiligungs­gesellschaft ergebende Firmenwert wurde im Jahr 2014 voll abgeschrieben.
Sachanlagen sind mit den Anschaffungs-­ bzw. Herstellungs­kosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bzw. in Ausnahmefällen abzüglich außerplanmäßiger Abschreibun­gen bewertet. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachan­lagevermögens erfolgen grundsätzlich zeitanteilig. Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplan­mäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wert­minderung vorgenommen. Bei Wegfall der Gründe für die Ab­schreibungen werden entsprechende Zuschreibungen vorge­nommen.
Von dem Wahlrecht des Art. 67 Abs. 4 S.1 EGHGB zur Beibe­haltung der nach § 254 HGB in der bis zum 28. Mai 2009 geltenden Fassung des HGB gebildeten niedrigeren steuer­rechtlichen Wertansätze wurde grundsätzlich Gebrauch gemacht.
Aus Gründen der Einheitlichkeit werden seit 1998 Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Wohnbauten über eine Restnutzungsdauer von 50 Jahren – sofern von einer kürzeren Nutzungsdauer auszugehen ist, werden die Kosten auf diesen Zeitraum verteilt – und Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Geschäfts­- und anderen Bauten über eine Restnutzungsdauer von 20 bis 50 Jahren abgeschrieben. Seit dem Jahr 2003 werden grundsätzlich alle fremd genutzten gewerblichen Einheiten über eine Restnut­zungsdauer von 20 Jahren abgeschrieben.
Für eine konzerneinheitliche Bewertung der Abschreibung von Wohnbauten wurde im Geschäftsjahr 2010 die bei mehreren Mietgebäuden sowie bei verschiedenen umgeglieder­ten Eigentumswohnungen, welche zwischen 1994 bis 2007 fertig gestellt und im Einzelabschluss degressiv mit 1,25% und 2,50% abgeschrieben werden, die Restnutzungsdauer auf 50 Jahre festgelegt.
Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen linear bzw. de­gressiv über die voraussichtlichen Nutzungsdauern der Wirtschaftsgüter. Der planmäßigen Abschreibung liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
Immaterielle Vermögensgegenstände – linear
Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Wohnbauten – linear
Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Geschäfts- und anderen Bauten – linear
Technische Anlagen und Maschinen – linear
Betriebs- und Geschäftsausstattung – linear
Betriebs- und Geschäftsausstattung – geometrisch degressiv
Die aktivierten Nebenkosten bei Erbbaurechtsverträgen wer­den über die Laufzeit des Vertrages abgeschrieben.
Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Nettoanschaffungskos­ten von 150,00 € bis 1.000,00 € wurden bis 2014 in einem jahrgangsbezogenen Sammelposten erfasst und linear über fünf Jahre abgeschrieben. Von 2015 bis 2017 wurden ab­nutzbare bewegliche Vermögensgegenstände des Anlagever­mögens, die einer selbständigen Nutzung fähig sind, im Wirt­schaftsjahr der Anschaffung in voller Höhe als Aufwand er­fasst, wenn die Bruttoanschaffungskosten für den einzelnen Vermögensgegenstand 410 € nicht überstiegen. Zum 01. Ja­nuar 2018 wurde die Grenze für Geringwertige Wirtschafts­güter auf 800,00 € erhöht. Seither werden abnutzbare be­wegliche Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, mit einem Nettoanschaffungswert zwischen 250,01 € und 800,00 €, einzeln aktiviert und im Jahr der Anschaffung voll­ständig abgeschrieben.
Die anderen Finanzanlagen sind zu den Anschaffungskosten bewertet.
Im Umlaufvermögen sind die Grundstücke ohne Bauten, die Bauvorbereitungskosten sowie die Grundstücke mit unfertigen und fertigen Bauten zu Anschaffungs­- oder Herstel­lungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert ange­setzt. Zinsen für Fremdkapital, die zur Finanzierung der Her­stellung von Gebäuden verwendet wurden, wurden ange­setzt, soweit sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen. Die Ausbuchung von Verkaufsgrundstücken erfolgt grund­sätzlich zum Zeitpunkt des wirtschaftlichen Eigentumsüber­gangs.
Unter den Unfertigen Leistungen sind noch nicht abgerech­nete Betriebskosten und erbrachte, aber noch nicht abgerechnete Betreuungsleistungen ausgewiesen. Sie wurden mit den voraussichtlich abrechenbaren Kosten angesetzt.
Andere Vorräte (Heizöl und Holzpellets) werden anhand der FiFo­-Methode (First in – First out) bewertet.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nominalwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen; unein­bringliche Forderungen werden abgeschrieben. Unverzins­liche Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden grundsätzlich abgezinst.
Die Flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.
Als Aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind einerseits Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Andererseits beinhalten die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten Erinnerungswerte für Geldbe­schaffungskosten. Aufgrund der nachhaltigen Senkung des Zinsniveaus wurden im Jahr 2003 die gesamten Geldbe­schaffungskosten auf den Erinnerungswert abgeschrieben. Seit dem Geschäftsjahr 2004 wird das Aktivierungswahl­recht für Geldbeschaffungskosten nicht mehr ausgeübt.
Die Überleitung des Konzernjahresüberschusses auf den Konzernbilanzgewinn ist aus dem Eigenkapitalspiegel er­sichtlich.
Der per 31. Dezember 2018 ausgewiesene Pensionsrückstellungsbetrag wurde gemäß Sachverständigengutachten nach dem modifizierten Teilwertverfahren unter Berücksichti­gung von zukünftigen Entgelt­- und Rentenanpassungen bzw. der Projected Unit Credit Methode (PUC­-Methode) unter An­wendung versicherungsmathematischer Grundsätze und den Richttafeln von Prof. Dr. K. Heubeck (2018 G) berechnet. Gehaltssteigerungen wurden in Höhe von 2,5% p. a. und Rentensteigerungen in Höhe von 1,75% p. a. angesetzt. Die Fluktuationswahrscheinlichkeit wurde mit 0,0% angesetzt. Der Rechnungszins (3,2%) wurde gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB nach der Vereinfachungsregel ermittelt.
Der Großteil der bestehenden Pensionsverpflichtungen der GWG AG ist auf die R+V Pensionsfonds AG (past service) bzw. auf die VGU – Versorgungskasse genossenschaftlich orientierter Unternehmen e.V. – (future service) im Rahmen von Anrechnungszusagen übertragen.
Die nach dem HGB in der bis zum 28. Mai 2009 geltenden Fassung gebildeten Rückstellungen für Bauinstandhaltung wurden zum Umstellungszeitpunkt 01. Januar 2010 gem. Art. 67 Abs. 3 S. 1 EGHGB beibehalten. Die Bewertungsmethode beruht auf den geschätzten Sanierungskosten. Ver­brauch bzw. Auflösung der Rückstellungen werden unter dem Posten sonstige betriebliche Erträge ausgewiesen.
Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden, von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittli­chen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre abgezinst.
Die Sonstigen Rückstellungen sind so bemessen, dass die erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen berücksichtigt sind. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrags, der nach vernünftiger kaufmännischer Be­urteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtun­gen abzudecken. Zukünftige Preis­- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinwei­se für deren Eintritt vorliegen. Bei der Zuführung wird von der Nettomethode Gebrauch gemacht. Die Garantierückstellung wurde in Höhe von 0,5 bis 1,0% der Verkaufserlöse gebildet.
Für Aufbewahrungspflichten für Geschäftsunterlagen wurden entsprechende Rückstellungen in Höhe des jeweiligen Erfül­lungsbetrags, d. h. unter Berücksichtigung der voraussicht­lich im Erfüllungszeitpunkt geltenden Kostenverhältnisse ge­bildet. Der Teil der Rückstellungen, welcher auf Ausgaben entfällt, die nach Ablauf des dem Abschlussstichtag folgen­den Geschäftsjahres anfallen, wird mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der ver­gangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.
Als Passive Rechnungsabgrenzungsposten sind Einzahlun­gen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Ertrag für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt dar­stellen. Der Ausweis resultiert aus Mietvorauszahlungen und einem Zuschuss für Belegungsrechte der Stadt Stuttgart.
Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanz­ ansätzen der Konzernhandelsbilanz und der Steuerbilanz an­gesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren vor­aussichtlich abbauen. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern auf die bestehenden körperschaft­- und gewerbe­steuerlichen Verlustvorträge gebildet, soweit innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Verlustverrechnung zu erwarten ist. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausge­wiesen.
Zum Bilanzstichtag ergibt sich nach Saldierung der aktiven und passiven latenten Steuern (Gesamtdifferenzenbetrach­tung) ein Passivüberhang der latenten Steuern. Diese wer­den gemäß des § 274 Abs. 1 Satz 1 HGB auf der Passivseite als separate Bilanzposition ausgewiesen. Der Aufwand aus der Veränderung der bilanzierten latenten Steuern wird in der Gewinn-­ und Verlustrechnung unter dem Posten „Steuern vom Einkommen und vom Ertrag“ als eigene Position ausge­wiesen.
Der Berechnung der latenten Steuern liegen effektive Steuer­sätze von 15,825% bis 32,975% zugrunde (15,825% für die Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und 14,700% bis 17,150% für die Gewerbesteuer), die sich vor­aussichtlich im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen erge­ben werden. Die Gewerbesteuerhebesätze für die Gewerbe­steuer liegen zwischen 420% und 490%.
Der Finanzmittelbestand enthält kurzfristig fällige Bankgut­haben und Kassenbestände, die dem Ausweis des Kon­zern­-Bilanzpostens „Flüssige Mittel“ entsprechen. In den Finanzmittelbestand wurden die im Konzern-­Bilanzposten „Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten“ ausgewiese­nen Kontokorrentverbindlichkeiten einbezogen. Verfügungsbeschränkungen bestehen nicht.
Zusammensetzung des Finanzmittelbestandes:
6.588,1 4.433,3
Kontokorrentverbindlichkeiten
­-21.927,2 -­28.503,8
­-15.339,1 -24.070,5