Source: http://www.steuerlinks.de/steuerlexikon/lexikon/spekulationsgeschft.html
Timestamp: 2018-12-17 03:59:42
Document Index: 252344057

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 21', '§ 22', '§ 23', '§ 23', '§ 20', '§ 23', '§ 20', '§ 20']

Lexikon Steuer: Spekulationsgeschäft
> Spekulationsgeschäft
Ermittlung des Spekulationsgewinns
Regelungen ab 2009
Das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 vom 14.08.2007 (BGBl. I 2007, 1912) hat u. a. den Bereich der Einkünfte aus Kapitalvermögen ab 2009 neu geregelt. Nach der Rechtslage bis 2008 gehören zu den Einkünften aus Kapitalvermögen nur Vermögensmehrungen, die bei wirtschaftlicher Betrachtung Entgelt für die Kapitalnutzung sind. Veräußerungsgewinne, die dagegen auf einer Wertsteigerung des Kapitalvermögens beruhen, sind derzeit noch der privaten Vermögensebene zuzuordnen und unterliegen daher - sofern kein Fall der §§ 17 , 23 EStG , § 21 UmwStG a.F. oder § 22 UmwStG n.F. vorliegt - nicht der Einkommensteuer.
mit Grundstücken und grundstücksgleichen Rechten ( § 23 Abs. 1 Nr. 1 EStG ) bei Erwerb und Veräußerung innerhalb von 10 Jahren und
mit anderen Wirtschaftsgütern , bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt. Bei Wirtschaftsgütern, aus deren Nutzung als Einkunftsquelle zumindest in einem Kalenderjahr Einkünfte erzielt werden, erhöht sich der Zeitraum auf zehn Jahre ( § 23 Abs.1 Nr. 2 EStG ).
Altverluste aus privaten Veräußerungsgeschäften können übergangsweise bis einschließlich VZ 2013 sowohl mit Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften als auch mit Erträgen aus Kapitalanlagen im Sinne des § 20 Abs. 2 EStG - z.B. Gewinne aus Aktienverkäufen oder Fondsbeteiligungen- verrechnet werden ( § 23 Abs. 3 Satz 9 EStG ). Eine Verrechnung mit Zinseinkünften oder Dividendenausschüttungen wird dagegen nicht zulässig sein.
A hat beim Börsencrash im Jahr 2001 Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften in Höhe von 20.000 Euro erzielt, die er bisher noch nicht verrechnen konnte. Im Jahr 2010 erzielt er Einkünfte aus Kapitalvermögen in Höhe von 20.000 Euro. Hierbei entfallen 10.000 Euro auf Zinseinkünfte und Dividendenausschüttungen (Einkünfte nach § 20 Abs. 1 EStG ). Die übrigen Einkünfte von 10.000 Euro stammen aus der Endfälligkeit von Zertifikaten, aus Einlösungsgewinnen bei Finanzinnovationen (z.B. Umtauschanleihen), aus Termingeschäften sowie aus Veräußerungsgewinnen aus Aktien, die er im Jahr 2009 angeschafft hat (Einkünfte nach § 20 Abs. 2 EStG ).