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Timestamp: 2017-06-24 01:57:28
Document Index: 378840753

Matched Legal Cases: ['§ 2197', '§ 2203', '§ 2209', '§ 2303', '§ 2265', '§ 10']

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Der Testamentsvollstrecker ist eine in der Regel vom Erblasser durch Vollmacht - auch über seinen Tod hinaus - bestimmte Vertrauensperson, die kraft ihres Amtes den Nachlass als sein Vertreter oder der Vertreter seiner Erben umsetzt. Der Testamentsvollstrecker ist zur ordnungsgemäßen Verwaltung des Nachlasses verpflichtet. Entscheidend sind die Wünsche und Vorstellungen des Erblassers. Mit der Testamentsvollstreckung wird den Erben die Verfügungsgewalt über den Nachlass entzogen.
Der Erblasser benennt den Testamentsvollstrecker durch Testament oder Erbvertrag. Eine Benennung durch eine vom Erblasser dazu bevollmächtigte Person ist ebenfalls möglich. Erst wenn der Testamentsvollstrecker gegenüber dem Nachlassgericht das Amt annimmt, beginnt es. Es endet mit dem Tod des Testamentsvollstreckers, wenn seine Geschäftsfähigkeit fortfällt oder durch Kündigung bzw. Entlassung durch das Nachlassgericht.
Das Nachlassgericht kann dem Testamentsvollstrecker auf seinen Antrag ein entsprechendes Testamentsvollstreckerzeugnis ausstellen. Für das Verfahren gelten dabei die entsprechend anzuwendenden Regeln für den Erbschein. Die Testamentsvollstreckung ist in den §§ 2197 ff Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) geregelt, wobei grundsätzlich zwischen zwei Formen der Testamentsvollstreckung unterschieden wird: Bei der Auseinandersetzungsvollstreckung oder Abwicklungsvollstreckung ist die Tätigkeit von dem Testamentsvollstrecker auf die Auseinandersetzung des Nachlasses gerichtet (§§ 2203, 2204 ff. BGB). Verwaltet der Testamentsvollstrecker den Nachlass dagegen schwerpunktmäßig, spricht man gemäß § 2209 BGB von der sogenannten Verwaltungsvollstreckung oder Dauervollstreckung.
Nachlassverbindlichkeiten können gegenüber dem Testamentsvollstrecker oder gegenüber den Erben geltend gemacht werden. In der Zwangsvollstreckung ist jedoch ein Titel des Nachlassgläubigers gegen den Testamentsvollstrecker nötig.
Für die Führung seines Amtes kann der Testamentsvollstrecker eine angemessene Vergütung verlangen, die oft bereits schon vom Erblasser bestimmt wurde. In seinem Amt ist der Testamentsvollstrecker zur Rechnungslegung und Herausgabe des durch die Geschäftsführung Erlangten verpflichtet. Verstößt der Testamentsvollstrecker gegen seine Pflichten als solcher, besteht gegen ihn ein Anspruch auf Schadenersatz.
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