Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=ZIP%201998,%20859
Timestamp: 2020-01-29 17:32:31
Document Index: 108227811

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 13', '§ 177', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 121', 'BGH', '§ 709']

BGH, 30.03.1998 - II ZR 20/97 - dejure.org
https://dejure.org/1998,1084
BGH, 30.03.1998 - II ZR 20/97 (https://dejure.org/1998,1084)
BGH, Entscheidung vom 30.03.1998 - II ZR 20/97 (https://dejure.org/1998,1084)
BGH, Entscheidung vom 30. März 1998 - II ZR 20/97 (https://dejure.org/1998,1084)
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Stille Gesellschaft - Publikumsgesellschaft - Beschlußgegenstand - Gesellschaftsversammlung - Gesellschaft mit mehr als 150 Gesellschaftern - Beginn der Einberufungsfrist - Aufgabe des Einladungsschreibens bei Post - Entlohn für Gesellschafter einer stillen Gesellschaft ...
Zulässigkeit des Aufwendungsersatzes für als Beiratsmitglieder tätige stille Gesellschafter
Gesellschaftsrecht; Einladung zur Gesellschafterversammlung bei Publikumsgesellschaft _ Aufwendungsersatz für Beiratsmitglieder
Publikums-Personengesellschaft; Einberufung zur Gesellschafterversammlung; Beschlußfassung; Aufwandsentschädigung für Rechtswahrnehmung
NJW 1998, 1936
NJW 1998, 1946
ZIP 1998, 859
WM 1998, 1028
WM 1999, 1028
BB 1998, 1072
DB 1998, 1127
NZG 1998, 463
Wegen dieser besonderen Struktur der Publikumsgesellschaft wendet die höchstrichterliche Rechtsprechung weithin die Regeln des Personengesellschaftsrechts auf diese Organisationsform nicht an, sondern ersetzt sie, wie das Berufungsgericht mit Recht herausgestellt hat, durch kapitalgesellschaftsrechtliche Prinzipien (vgl. zuletzt Sen.Urt. v. 30. März 1998 - II ZR 20/97, ZIP 1998, 859; v. 24. März 2003 - II ZR 4/01, ZIP 2003, 843;… ferner Binz/Sorg, Die GmbH & Co. KG 8. Aufl. § 13;… Henze aaO § 177 a Anh. B Rdn. 17 ff.).
Die Vereinbarung einer Einberufungsfrist von zehn Tagen einschließlich des Tages der Absendung und der Versammlung - wie sie der Gesellschaftsvertrag der Beklagten für außerordentliche Gesellschafterversammlungen zulässt - ist in einer körperschaftlich strukturierten Publikumspersonengesellschaft rechtlich unbedenklich (vgl. BGH, Urteil vom 30. März 1998 - II ZR 20/97, ZIP 1998, 859, 860).
Nach dieser Vorschrift ist die Mehrheit nicht nach der Zahl der stimmberechtigten Gesellschafter, sondern ausschließlich nach der Zahl der abgegebenen gültigen Stimmen unter Außerachtlassung der Enthaltungen zu bestimmen (BGH, Urteil vom 30.März 1998 - II ZR 20/97, ZIP 1998, 859, 861; Urteil vom 21. März 1988 - II ZR 308/87, BGHZ 104, 66, 74 f.).
(3) Aus der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 30.3.1998 (NJW 1998, 1946) lässt sich für den vorliegenden Fall nichts anderes herleiten.
Nach dieser Vorschrift ist die Mehrheit nicht nach der Zahl der stimmberechtigten Gesellschafter, sondern ausschließlich nach der Zahl der abgegebenen gültigen Stimmen unter Außerachtlassung der Enthaltungen zu bestimmen (BGH, Urteil vom 30. März 1998 - II ZR 20/97, ZIP 1998, 859, 861 ; Urteil vom 21. März 1988 - II ZR 308/87, BGHZ 104, 66, 74 f.).
Bei einer Publikumsgesellschaft mit mehr als 150 Gesellschaftern hat der Bundesgerichtshof die Einberufungsfrist in entsprechender Anwendung des § 121 Abs. 4 Satz 1 2. Halbsatz AktG mit der Aufgabe der Einladungsschreiben zur Post beginnen lassen, wenn der Gesellschaftsvertrag keine ausdrücklich abweichende Regelung enthält (NJW 1998, 1946, 1947).
Mit Umlaufbeschluss vom September 2008 haben die Gesellschafter aber mit einer Mehrheit von 68 % der abgegebenen gültigen Stimmen unter Außerachtlassung der Enthaltungen (zu dieser Ermittlung BGH WM 1998, 1028; Staudinger/Habermeier Bearb. 2003 § 709 BGB Rn 47) beschlossen, dieser Bilanz als Schlussbilanz zuzustimmen und auf ihrer Grundlage die Nachschüsse durch den Liquidator anfordern zu lassen.