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Timestamp: 2018-02-25 06:00:42
Document Index: 189470997

Matched Legal Cases: ['§ 1', 'Art. 23', 'Art. 23', '§ 130', '§ 31', '§ 33', '§ 298', '§ 263', '§ 266', '§ 21', '§ 20', 'BGH', 'BGH', '§ 24', 'BGH', '§ 27', '§ 664', '§ 93', '§ 130']

Copyright : Kartellrechtscompliance in Wirtschaftsverbänden
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Kartellrechtscompliance in Wirtschaftsverbänden
Die kartellrechtlich schwierige Positionierung von Wirtschaftsverbänden ist offensichtlich: Einerseits sollen sie als Lobbygruppen die Interessen ihrer Mitglieder bündeln und fördern, was auch den intensiven Informationsaustausch zwischen miteinander in Wettbewerb stehenden Unternehmen bedingt. Andererseits besteht hierbei jedoch die Gefahr von Verstößen gegen das Kartellverbot des § 1 GWB oder andere kartellrechtliche Vorschriften. Vor diesem Hintergrund untersucht der Autor die besonderen Herausforderungen an eine kartellrechtskonforme Tätigkeit von Wirtschaftsverbänden sowie die Möglichkeiten, durch ein funktionierendes Compliance-System Kartellrechtsverstöße zu verhindern. Hierfür entwickelt er praxisgerechte Lösungsvorschläge für die tägliche Verbandsarbeit.
9783653961683
http://dx.doi.org/10.3726/978-3-653-06910-5
Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2016. 295 S.
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. Zugl.: Göttingen, Univ., Diss., 2016
D 7 ISSN 2192-2438 ISBN 978-3-631-67292-1 (Print) E-ISBN 978-3-653-06910-5 (E-Book) DOI 10.3726/978-3-653-06910-5 © Peter Lang GmbH Internationaler Verlag der Wissenschaften Frankfurt am Main 2016 Alle Rechte vorbehalten. PL Academic Research ist ein Imprint der Peter Lang GmbH. Peter Lang – Frankfurt am Main · Bern · Bruxelles · New York · Oxford · Warszawa · Wien Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Diese Publikation wurde begutachtet. www.peterlang.com
2. Kapitel: Der Wirtschaftsverband – Begriff, Erscheinungsformen, Aufgaben, rechtliche Grundlagen
A. Begriff, Erscheinungsformen und Aufgaben
I. Öffentlich-rechtliche Grundlagen
II. Vereinsrechtliche Grundlagen
3. Kapitel: Compliance – Begriff, Ursprung und Funktionen
A. Begriff und Ursprung der Compliance sowie aktuelle Entwicklungen
I. Begriff der Compliance
II. Ursprung der Compliance in den USA und Deutschland
III. Aktuelle Entwicklungen
B. Compliance – Funktionen
4. Kapitel: Begriff der Kartellrechtscompliance und allgemeine Grundlagen des Kartellrechts
A. Begriff der Kartellrechtscompliance
B. Allgemeine Grundlagen des Kartellrechts
I. Begriff und Funktionen des Wettbewerbs
1. Wettbewerbsbegriff
2. Wettbewerbsfunktionen
II. Regelungsbereiche des Kartellrechts
1. Das Kartellverbot
2. Das Missbrauchsverbot
3. Das Boykottverbot
4. Kartellverfahrensrecht
5. Kapitel: Notwendigkeit kartellrechter Compliance in der Verbandsarbeit
A. Reform des Kartellverfahrensrechts
B. Ermittlungstätigkeit der Kartellbehörden und verstärkte Zusammenarbeit
C. Kronzeugenregelungen und Beschwerden
D. Haftungsrisiken für Wirtschaftsverbände
I. Bußgelder
1. Bußgelder auf europäischer Ebene
a) Überblick über die Systematik der Bußgeldtatbestände in Art. 23 VO Nr. 1/2003
b) Haftung von Unternehmensvereinigungen nach Art. 23 Abs. 4 VO Nr. 1/2003
aa) Entstehungsgeschichte und Zielrichtung
bb) Abgestuftes Verfahren
c) Bemessung der Bußgeldhöhe und Nichtberücksichtigung von Kartellrechtscompliance-Programmen als bußgeldmildernder Umstand
d) Bußgeldpolitik der Europäischen Kommission
2. Bußgelder in Deutschland
II. Behördliche Befugnisse zur Durchsetzung des Kartellrechts
III. Zwangsgelder
IV. Zivilrechtliche Sanktionen
1. Zivilrechtliche Nichtigkeit
2. Schadensersatz, Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch
b) Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch
V. Kommerzielle Risiken
1. Opportunitätskosten
2. Reputationsverluste
E. Haftungsrisiken für Verbandsleitung und Mitarbeiter
1. Keine Bußgelder gegen natürliche Personen auf europäischer Ebene
2. Bußgelder gegen natürliche Personen nach deutschem Kartell- und Ordnungswidrigkeitenrecht
a) Unmittelbar Beteiligte
b) Andere Beteiligte
c) Aufsichtspflichtige Mitarbeiter gem. § 130 OWiG
II. Schadensersatzrisiko
1. Innenhaftung von Leitungsorganen und Geschäftsführung
a) Bußgeldregress durch den Verband
aa) Organschaftliche Haftung
(1) Bestehen eines Schuldverhältnisses
(2) Pflichtverletzung
(3) Vertretenmüssen der Pflichtverletzung
(4) Schaden und haftungsausfüllende Kausalität
(5) Ausschluss des Bußgeldregresses gegen Verbandsorgane?
(a) Ablehnung des Regresses wegen auferlegter Bußgelder
(b) Kein Ausschluss der Organhaftung
(6) Allgemeine Ausschlussgründe für eine (Regress-)Haftung, Haftungsmilderung und Haftungsbeschränkung
(a) Haftungsausschluss durch Entlastung
(b) Haftungsausschluss/Haftungsbeschränkung durch Verzicht oder Vergleich
(c) Haftungsbeschränkung wegen arbeitsrechtlicher Regelungen zur Gefahrverteilung
(d) Haftungsbeschränkung durch Satzung, Vereinsordnung oder Anstellungsvertrag
(e) Haftung nach § 31a BGB wegen Ehrenamtlichkeit
bb) Weitere Haftungsrisiken für handelnde Organmitglieder
b) Haftung wegen Schadensersatzansprüchen Dritter gegen den Verband
2. Die persönliche Außenhaftung von Geschäftsleitern bei Kartellrechtsverstößen
a) Keine persönliche Außenhaftung nach § 33 Abs. 3 i.V.m. Abs. 1 GWB
b) Befürwortung einer persönlichen Außenhaftung
III. Strafrechtliches Risiko
a) Straftaten gegen den Wettbewerb, §§ 298, 299 StGB
b) Betrug, § 263 StGB/Untreue, § 266 StGB
c) Bedürfnis nach einer Verschärfung des kartellrechtlichen Sanktionensystems?
aa) Befürwortung einer weitergehenden Kriminalisierung von Kartellen
bb) Ablehnung einer weitergehenden Kriminalisierung des Kartellrechts
2. Internationale Ebene
IV. Arbeitsrechtliches Risiko und Abberufung von Organen
F. Kartellrechtstypische Probleme in der Verbandsarbeit
I. Marktinformationsverfahren und Benchmarking
2. Identifizierende und nichtidentifizierende Marktinformationsverfahren im deutschen Kartellrecht
a) Identifizierende Marktinformationsverfahren
b) Nichtidentifizierende Marktinformationsverfahren
c) Weitere Beurteilungskriterien
3. Informationsaustauschsysteme im europäischen Kartellrecht
a) Europäische Kommission, Entsch. v. 17.2.1992 – UK Agricultural Tractor Registration Exchange
b) CEPI-Cartonboard
4. Spezifische Marktinformationsverfahren
a) Preismeldeverfahren
b) Statistische Meldeverfahren
c) Angebotsmeldeverfahren, insbesondere Verfahren in der Bauwirtschaft
II. Lieferantenbewertungssysteme
III. Koordination von Marktgesprächen
1. Zulässigkeit von Marktgesprächen
a) Konzertierungen im Sinne des Kartellverbots
b) Wettbewerbsbeschränkung
2. Potentiell wettbewerbsbeschränkende Themen und Verhalten in Verbandssitzungen
3. Verwaltungspraxis: Bundeskartellamt, Pressemitteilung v. 13.1.2014 – Bierbrauer
IV. Verbandsempfehlungen
2. Fallgruppen
a) Preisempfehlungen
b) Kalkulationshilfen
c) Allgemeine Geschäftsbedingungen
d) Boykottverbot, § 21 Abs. 1 GWB
bb) Tatbestandsvoraussetzungen
(1) Beteiligte
(2) Boykotthandlung
(3) Absicht unbilliger Beeinträchtigung
cc) Rechtsfolgen
dd) Der Boykottaufruf in der deutschen Rechtsprechungs- und Verwaltungspraxis
(1) Kammergericht, Beschl. v. 23.3.1994 – Schnäppchenführer
(2) BKartA, Pressemitteilung v. 2.7.2009 – Boykottaufruf durch Apothekerverbände
V. Aufnahmezwang, § 20 Abs. 5 GWB
a) Normadressaten
b) Aufnahmeverweigerung durch die Wirtschaftsvereinigung
c) Ungleichbehandlung
d) Sachliche Rechtfertigung
e) Benachteiligung im Wettbewerb
4. Rechtsprechungspraxis
a) BGH, Beschl. v. 13.11.1979 – Deutscher Landseer Club
b) BGH, Beschl. v. 1.12.1985 – Schwarzbuntzüchter
VI. Wettbewerbsregeln, § 24 GWB
2. Begriff und Gegenstand der Wettbewerbsregeln
a) Lauterkeitswettbewerbsregeln
b) Leistungswettbewerbsregeln
3. Aufstellungsbefugnis
VII. Kooperation im Hinblick auf Normen und Standards
VIII. Messen
2. Rechtsprechungpraxis: BGH, Beschl. v. 3.3.1969 – Sportartikelmesse
IX. Selbstverpflichtungen
X. Beratung von Mitgliedsunternehmen
XI. Lobbyarbeit
6. Kapitel: Verantwortung zu und praktische Umsetzung von Kartellrechtscompliance in Wirtschaftsverbänden
A. Verantwortung der Verbandsleitung zu Kartellrechtscompliance und ihre praktische Umsetzung
I. Rechtspflicht zu Kartellrechtscompliance für den Verbandsvorstand?
1. Keine Rechtsgrundlage im Kartellrecht
2. Ziff. 4.1.3 DCGK
3. Gesamtanalogie öffentlich-rechtlicher Normen
4. § 27 Abs. 3 BGB i.V.m. §§ 664 ff. BGB
a) Verankerung der Compliance-Verantwortung in den allgemeinen Sorgfaltspflichten des Verbandsvorstandes
aa) Legalitäts- und Legalitätskontrollpflicht
bb) Vereinsvermögenserhalt (Schadensabwendungspflicht)
b) Vereinsleiterermessen und Kartellrechtscompliance
aa) Vereinsleiterermessen durch entsprechende Anwendung § 93 Abs. 1 S. 2 AktG
bb) Geltung der Business Judgement Rule auf der Ebene der Entschließung („ob“)
cc) Geltung der Business Judgement Rule auf der Ebene der inhaltlichen Ausgestaltung der Compliance-Organisation („wie“)
c) Eingeschränkte Compliance-Verantwortung des gesetzlichen Verbandsvorstands
5. § 130 OWiG
II. Rechtspflicht zur Kartellrechtscompliance für andere Verbandsorgane?
1. Präsidium und Geschäftsführer
3. Mitglieder- bzw. Delegiertenversammlung
III. Umsetzung eines Kartellrechtscompliance-Programms im Verband (Compliance-Instrumente)
1. Rechtliche Mindestanforderungen
2. Analyse kartellrechtlicher Risikofelder („Risikoinventur“)
a) Überblick über den Verband und die Mitglieder
b) Sichtung und Analyse problematischer Dokumente
c) Einbeziehung der Mitarbeiter
d) Dokumentation des bisherigen Verlaufs
3. „Mission Statement“ der Verbandsleitung
4. Organisation der Kartellrechtscompliance
a) Einbindung der Entscheidungsträger
b) Zuweisung von Aufgaben und Verantwortlichkeit
c) Mitarbeiterhandbuch (sog. „Compliance Manual“)
bb) Verbandsinterne Richtlinien für das Verhalten der Mitarbeiter, insbesondere bei Verbandstreffen
d) Der Compliance-Officer
e) Mitarbeiterschulungen
f) Überwachungssysteme
aa) „Audits“
bb) „Whistleblowing“
g) Handeln bei Aufdeckung eines Kartellrechtsverstoßes
aa) Abstellen des Verstoßes
bb) Zusammenarbeit mit den Kartellbehörden?
cc) Disziplinarische Maßnahmen
(1) Disziplinarische Maßnahmen gegenüber den Verbandsmitarbeitern
(2) Disziplinarische Maßnahmen gegenüber den Verbandsmitgliedern und deren Mitarbeitern
B. Verantwortung von Wirtschaftsverbänden zu Kartellrechtscompliance gegenüber ihren Untergliederungen und Mitgliedern
I. Mögliche Organisationformen von Wirtschaftsverbänden
1. Vereinsverband
2. Gesamtverein
3. Bedeutende Unterschiede zwischen Gesamtverein und Vereinsverband
II. Verantwortung zu Kartellrechtscompliance im Gesamtverband
1. Untergliederungen des Gesamtverbandes
a) Selbständige Untergliederungen (Zweigvereine)
b) Unselbständige Untergliederungen
2. Verbandsdimensionale Verantwortung zu Kartellrechtscompliance im Gesamtverband und Instrumente der Verbands-Compliance
a) Verbandsdimensionale Compliance-Verantwortung eines Hauptverbandes gegenüber seinen selbständigen Untergliederungen (Zweigvereinen)
aa) Compliance-Verantwortung im aktienrechtlichen Konzern
(1) Rechtspflicht für die Geschäftsleiter von Konzernobergesellschaften zur Konzern-Compliance?
(a) Konzerndimensionale Compliance-Verantwortung im Eigeninteresse der Obergesellschaft
(b) Konzerndimensionale Compliance-Verantwortung in Erfüllung einer für die Obergesellschaft bestehenden Rechtspflicht?
(2) Geltung der Business Judgement Rule auf der Ebene des Entschließung („ob“)
(3) Geltung der Business Judgement Rule auf der Ebene der inhaltlichen Ausgestaltung der Compliance-Organisation („wie“)
bb) Anwendung der Grundsätze zur konzerndimensionalen Compliance-Verantwortung auf Gesamtverbände
(1) Verbandsdimensionalität der Compliance-Verantwortung
(2) Geltung der Business Judgement Rule auf der Ebene der Entschließung („ob“)
cc) Instrumente der verbandsdimensionalen Compliance
(1) Beschränkte Weisungsrechte des Hauptverbandes gegenüber Zweigvereinen
(2) Auskunfts- bzw. Informationsrechte von Gesamtverbänden gegenüber Zweigvereinen
(3) Compliance-Officer
(4) Prüfungshandlungen durch die Verbands-Compliance
(5) Einheitliche Verbands-Compliance-Standards
b) Compliance-Verantwortung des Gesamtvereins gegenüber unselbständigen Untergliederungen
3. Verantwortung des Gesamtverbandes zu Kartellrechtscompliance gegenüber seinen Mitgliedern
a) Keine Compliance-Verantwortung bei verbandsunabhängigen Aktivitäten der Mitglieder
b) „Doppelte“ Compliance-Verantwortung bei Verantwortungsüberschneidungen zwischen Verbands- und Mitgliedssphären
c) Verschiebung der Verantwortungsbereiche in Abhängigkeit von der Ebene der Aktivität
III. Verantwortung zu Kartellrechtscompliance im Vereinsverband
1. Keine verbandsdimensionale Verantwortung zu Kartellrechtscompliance
2. Verantwortung des Vereinsverbandes zu Kartellrechtscompliance gegenüber seinen Mitgliedern
7. Kapitel: Fazit
A. Die wichtigsten Ergebnisse in Thesenform