Source: https://www.jusmeum.de/gesetz/jfangausbv
Timestamp: 2020-01-21 08:22:19
Document Index: 28327580

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3']

Der Ausbildungsberuf Justizfachangestellter/Justizfachangestellte wird staatlich anerkannt.
Stellung und Aufgaben des ausbildenden Gerichts und der ausbildenden Staatsanwaltschaft innerhalb der Justiz,
Informations- und Kommunikationstechniken, Datenschutz,
fallbezogene Rechtsanwendung in Zivilverfahren:
Zivilprozeß,
Ehe- und Familiensachen;
fallbezogene Rechtsanwendung in Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit:
vormundschaftsgerichtliche Angelegenheiten, Betreuung,
(3) Die Zwischenprüfung ist schriftlich, anhand praxisbezogener Aufgaben oder Fälle, in höchstens 180 Minuten in folgenden Prüfungsfächern durchzuführen:
Prüfungsfach gerichtliche Verfahrensabläufe:
In höchstens 120 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben oder Fälle bearbeiten und dabei zeigen, daß er die für die Mitwirkung im Verfahren erforderlichen Fertigkeiten und Kenntnisse erworben hat. Hierfür kommen insbesondere in Betracht:
Prüfungsfach Büroorganisation:
In höchstens 90 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben oder Fälle bearbeiten und dabei zeigen, daß er Aufgaben der Büroorganisation erledigen und dabei Fertigkeiten und Kenntnisse der Arbeitsorganisation anwenden kann. Hierfür kommen insbesondere in Betracht:
In höchstens 90 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben oder Fälle aus der Berufs- und Arbeitswelt bearbeiten und dabei zeigen, daß er allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen und beurteilen kann.
In 45 Minuten soll der Prüfling eine praxisbezogene Aufgabe zur Textverarbeitung bearbeiten und dabei zeigen, daß er Texte nach Vorgabe formulieren und formgerecht gestalten kann. Die Aufgabe umfaßt das Konzipieren und Erstellen eines Textes nach stichwortartigen Angaben sowie das Erstellen und Gestalten eines Textes unter Anwendung standardisierter Vorlagen;
Prüfungsfach fallbezogene Rechtsanwendung:
Der Prüfling soll eine praktische Aufgabe im Rahmen der Rechtsanwendung bearbeiten. Er soll dabei zeigen, daß er Sachverhalte analysieren, beurteilen und Lösungen aufzeigen kann. Die Aufgabe soll Ausgangspunkt für das folgende Prüfungsgespräch sein. Hierbei soll der Prüfling zeigen, daß er Arbeitsergebnisse bürgerorientiert darstellen sowie in berufstypischen Situationen kommunizieren und kooperieren kann. Die Bearbeitung der Aufgabe und das Prüfungsgespräch sollen für den einzelnen Prüfling nicht länger als 45 Minuten dauern.
Die bisher festgelegten Berufsbilder, Berufsbildungspläne und Prüfungsanforderungen für den Ausbildungsberuf Justizangestellter/Justizangestellte sind nicht mehr anzuwenden.
Anlage (zu § 4) Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Justizfachangestellten/zur Justizfachangestellten
(Fundstelle: BGBl. I 1998, 198 - 202)
1 Die ausbildende Behörde
(§ 3 Nr. 1) während der gesamten Ausbildung zu vermitteln
1.1 Stellung und Aufgaben des ausbildenden Gerichts und der ausbildenden Staatsanwaltschaften innerhalb der Justiz
das ausbildende Gericht als Teil der Rechtsprechung in das verfassungsrechtliche System der Bundesrepublik Deutschland einordnen
ordentliche und besondere Gerichtsbarkeit unterscheiden, sachliche Zuständigkeiten sowie Instanzenzüge erläutern und das ausbildende Gericht mit seinen Aufgaben einordnen
Aufgaben und sachliche Zuständigkeiten der Staatsanwaltschaft erläutern
Personen der Rechtspflege, ihre Rechtsstellung und Aufgaben sowie Weisungs- und Entscheidungsbefugnisse erläutern
Aufbauorganisation des ausbildenden Gerichts und der ausbildenden Staatsanwaltschaft beschreiben
Inhalt des Berufsausbildungsvertrages, insbesondere die Rechte und Pflichten des Ausbildenden und des Auszubildenden, beschreiben
die Ausbildungsordnung mit dem betrieblichen Ausbildungsplan vergleichen und Besonderheiten erläutern
Notwendigkeit und Möglichkeiten beruflicher Fortbildung beschreiben, Aufstiegsmöglichkeiten erläutern
arbeits- und dienstrechtliche Stellung der unterschiedlichen Beschäftigtengruppen abgrenzen
für das Arbeitsverhältnis wichtige arbeits- und sozialrechtliche Bestimmungen beschreiben
Aufgaben der Personalvertretung beschreiben
Aufgaben der für die ausbildende Behörde wichtigen Institutionen und Organisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer darstellen
2 Kommunikation und Kooperation in berufstypischen Situationen
Wirkung von Maßnahmen der Justiz auf die Betroffenen an Beispielen beschreiben
besondere Situation und Interessen des Bürgers bei der Aufgabenerledigung angemessen berücksichtigen
aus mündlichen und schriftlichen Informationen den wesentlichen Sachverhalt ermitteln, schriftliche und mündliche Auskünfte erteilen
besondere Sicherheitsbestimmungen der ausbildenden Behörde anwenden
Notwendigkeit gegenseitiger Information und Vorzüge von Zusammenarbeit aufzeigen; Aufgaben kooperativ lösen
über zusätzliche bürgerorientierte Dienstleistungen der ausbildenden Behörde informieren
3 Büroorganisatorische Abläufe
Registraturarbeiten durchführen, Aufbewahrungsfristen beachten
Geschäftsordnung und ergänzende Vorschriften anwenden
Dateien und Karteien führen
Fristen berechnen, vormerken und überwachen
Schriftstücke fertigen, ausfertigen und beglaubigen
Daten für die Erstellung von Statistiken erheben und weiterleiten
Anträge, Rechtsmittel, Rechtsbehelfe und Erklärungen aufnehmen
Zustellungen veranlassen und deren Ausführung überwachen
Vorschriften für Büroarbeitsplätze beachten und den eigenen Arbeitsplatz entsprechend gestalten
Arbeitsmittel pflegen und deren Wartung und Instandsetzung veranlassen
Methoden für systematisches und kontinuierliches Lernen berücksichtigen
eigene Tätigkeit in den jeweiligen Verfahrensablauf einordnen
Möglichkeiten der Arbeitsplatz- und Arbeitsraumgestaltung unter Berücksichtigung ergonomischer Grundsätze an Beispielen der ausbildenden Behörde aufzeigen
aus betriebswirtschaftlichen Vorgaben Folgerungen für die Arbeitsorganisation ableiten
5 Informationsverarbeitung
5.1 Informations- und Kommunikationstechniken, Datenschutz
unterschiedliche Arbeitsaufgaben mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechniken lösen
Auswirkungen von Informations- und Kommunikationstechniken auf Arbeitsorganisation, Arbeitsbedingungen und Arbeitsanforderungen an Beispielen des beruflichen Einwirkungsbereiches aufzeigen
Handbücher, Dokumentationen und andere Hilfsmittel nutzen
die Vorschriften des Datenschutzrechts über die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von personenbezogenen Daten einhalten
Vorschriften zur Datensicherheit anwenden, Daten sichern
5.2 Textverarbeitung
Texte sachlich richtig und normgerecht sowie sprachlich einwandfrei formulieren und gliedern
in der ausbildenden Behörde eingesetzte Aufnahme- und Wiedergabegeräte nutzen
6 Kosten- und Entschädigungsrecht
Bürger über Zahlungsarten informieren
Vorschriften zur Kostenberechnung anwenden
Kosten einziehen, Vorschüsse rückerstatten
Vorschriften über Zeugen- und Sachverständigenentschädigung anwenden
7 Fallbezogene Rechtsanwendung in Zivilverfahren
7.1 Zivilprozeß
(§ 3 Nr. 7.1) in Zivilprozessverfahren mitwirken, insbesondere
Rechtskraft bescheinigen; Rechtskraftbescheinigungen und Vollstreckungsklauseln erteilen
für den Zivilprozeß spezifische Akten und Register führen
7.2 Zwangsvollstreckung
in Zwangsvollstreckungsverfahren in das bewegliche Vermögen mitwirken, insbesondere Schuldnerverzeichnis führen, Auskünfte erteilen
in Zwangsvollstreckungsverfahren in das unbewegliche Vermögen mitwirken, insbesondere Veröffentlichungen veranlassen
7.3 Insolvenzen
Veröffentlichungen veranlassen
in Insolvenzverfahren mitwirken, insbesondere bei Eintragungen in die Insolvenztabelle
7.4 Ehe- und Familiensachen
(§ 3 Nr. 7.4) in Ehe- und Familiensachen mitwirken, insbesondere
Rechtskraft bescheinigen; Rechtskraftbescheinigungen erteilen
8 Fallbezogene Rechtsanwendung in Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren
(§ 3 Nr. 8) in Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren mitwirken, insbesondere
Auflagen und Weisungen überwachen
Protokolle in der Hauptverhandlung führen
Rechtskraft und Vollstreckbarkeit bescheinigen
9 Fallbezogene Rechtsanwendung in Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit
9.1 Grundbuch
(§ 3 Nr. 9.1) in Verfahren des Grundbuchamtes mitwirken, insbesondere
Eintragungen in das Grundbuch vornehmen
Einsicht in Grundbuch und Eigentümerkartei gewähren
Anträge präsentieren
9.2 Nachlaß
(§ 3 Nr. 9.2) in Verfahren vor dem Nachlaßgericht mitwirken, insbesondere
letztwillige Verfügungen verwahren
letztwillige Verfügungen zur Eröffnung entgegennehmen
9.3 Vormundschaftsgerichtliche Angelegenheiten, Betreuung
(§ 3 Nr. 9.3) in Verfahren vor dem Vormundschaftsgericht und in Betreuungsverfahren, insbesondere bei Anträgen auf Bestellung eines Betreuers, mitwirken 12
(§ 3 Nr. 9.4) in Registerverfahren mitwirken, insbesondere
Eintragungen in die Register vornehmen
Insbesondere im Zusammenhang mit den laufenden Nummern 7.1 und 8 zu vermitteln; können auch in Verbindung mit den laufenden Nummern 7.2 bis 7.4 und der laufenden Nummer 9 vertieft werden.
1998, 195: BGBl I