Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=GRUR-RR%202005,%20372
Timestamp: 2020-02-20 09:25:27
Document Index: 38255873

Matched Legal Cases: ['Art. 8', '§ 95', '§ 823', '§ 823', '§ 95', '§ 95', '§ 95', '§ 95', '§ 82', 'Art. 2', 'Art. 2', '§ 95', '§ 95', '§ 108', '§ 823', '§ 95', '§ 95', '§ 34', '§ 95', '§ 95', '§ 93', '§ 93']

OLG München, 28.07.2005 - 29 U 2887/05 - dejure.org
https://dejure.org/2005,805
OLG München, 28.07.2005 - 29 U 2887/05 (https://dejure.org/2005,805)
OLG München, Entscheidung vom 28.07.2005 - 29 U 2887/05 (https://dejure.org/2005,805)
OLG München, Entscheidung vom 28. Juli 2005 - 29 U 2887/05 (https://dejure.org/2005,805)
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Redaktionelle Berichterstattung über Erzeugnisse zur Umgehung wirksamer technischer Maßnahmen als Werbung im Sinne des Urhebergesetzes (UrhG); Störerhaftung eines Presseunternehmens durch Setzung eines Hyperlinks in einer Online-Berichterstattung; Anspruch auf ...
AnyDVD / Any DVD
Art. 8 Rom II-VO
Verletzung von Rechten des geistigen Eigentums - Regelungsinhalt
Hyperlinks zu AnyDVD
Störerhaftung eines Presseunternehmers bei Setzen eines Hyperlink
Weiter keine Links zu Slysoft & Co.
Heise-Haftung für Links
Hyperlink auf Software zur Umgehung von Kopierschutzsystemen verboten
spiegel.de (Pressebericht, 01.09.2005)
Musikindustrie gegen Heise - Heise geht vor das Bundesverfassungsgericht
Link auf Website mit Kopierschutzumgehung nicht mehr von Pressefreiheit gedeckt
Redaktioneller Link auf Anbieter von Software zur Umgehung von Kopierschutzmaßnahmen (RA Thomas Stadler; JurPC Web-Dok. 126/2005)
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des OLG München vom 28.07.2005, Az.: 29 U 2887/05 (Haftung für Hyperlink auf urheberrechtswidriges Angebot)" von RAin Dr. Katharina Scheja, original erschienen in: CR 11/2005, 826 - 828.
Kurznachricht zu "Salomonisches zur Störerhaftung für Hyperlinks durch Online-Mediendienste" von Prof. Dr. Karl-Nikolaus Peifer, original erschienen in: IPRax 2006, 246 - 250.
GRUR 2005, 1034 (Ls.)
GRUR-RR 2005, 372
MMR 2005, 768
K&R 2005, 467
ZUM 2005, 896
afp 2005, 480
b) Bei der Bestimmung des § 95a Abs. 3 UrhG handelt es sich, wie das Berufungsgericht zutreffend angenommen hat, um ein Schutzgesetz im Sinne des § 823 Abs. 2 Satz 1 BGB (ebenso OLG München GRUR-RR 2005, 372;… Palandt/Sprau aaO § 823 Rdn. 71;… Dreier in Dreier/Schulze, UrhG, 2. Aufl., § 95a UrhG Rdn. 5;… Dreyer in Dreyer/Kotthoff/Meckel aaO § 95a UrhG Rdn. 105 und 45;… Schricker/Götting aaO § 95a UrhG Rdn. 40;… Wandtke/Bullinger/Wandtke/Ohst aaO § 95a UrhG Rdn. 88;… Schack, Urheber- und Urhebervertragsrecht, 4. Aufl., Rdn. 732l; Spieker, GRUR 2004, 475, 481;… Trayer aaO S. 138;… vgl. auch Peukert in Loewenheim aaO § 82 Rdn. 6).
Nach dem allgemeinen Sprachgebrauch kann unter Werbung in Anlehnung an die Legaldefinition des Art. 2 Nr. 1 der Richtlinie 84/450/EWG vom 10. September 1984 über irreführende Werbung, die in Art. 2 lit. a) der am 12. Dezember 2007 in Kraft getretenen Richtlinie 2006/114/EG vom 12. Dezember 2006 über irreführende und vergleichende Werbung übernommen wurde, jede Äußerung mit dem Ziel, den Absatz von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen zu fördern, verstanden werden (vgl. OLG München GRUR-RR 2005, 372, 373;… Dreyer in Dreyer/Kotthoff/Meckel aaO § 95a UrhG Rdn. 76 und 89).
d) Das Verbot von Werbung im Hinblick auf den Verkauf von Erzeugnissen, die hauptsächlich hergestellt werden, um die Umgehung wirksamer technischer Maßnahmen zu ermöglichen, ist verfassungsrechtlich unbedenklich (vgl. OLG München GRUR-RR 2005, 372).
Im Streitfall kommt es darauf jedoch nicht an, weil dem Kläger nicht die - ohne die Umgehung eines Kopierschutzes grundsätzlich zulässige - Anfertigung von Privatkopien von CDs mithilfe des Programms "Clone-CD", sondern die Werbung für den Verkauf des auch für Vervielfältigungen zu anderen Zwecken nutzbaren "Allesbrenners" untersagt werden soll (vgl. OLG München GRUR-RR 2005, 372, 373).
Teilweise wird aufgrund des auf ein Verbot beschränkten Wortlauts ("dürfen ... nicht", "Verboten sind ...") und der systematischer Stellung in Teil 4 des UrhG die Regelung in § 95a UrhG nur so gedeutet, dass Sanktionsmöglichkeiten lediglich durch die Vorschriften des Straf- und Ordnungswidrigkeitenrechts (§§ 108b und 111a Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 UrhG) gegeben seien ( Spieker , GRUR 2004, 475 ff., nur auf § 823 Abs. 2 BGB abstellend auch OLG München, Urt. v. 28.7.2005 - 29 U 2887/05, BeckRS 2005 10116 für Linkhaftung).
Dieser kommt den Inhabern solcher Rechte zugute, die sich wirksamer technischer Schutzmaßnahmen i.S. von § 95a I UrhG bedienen (vgl. auch OLG München, Urt. v. 28.7.2005 - 29 U 2887/05, BeckRS 2005 10116).
Brennersoftware wie die streitgegenständliche Software war gerade Anlass der Schaffung der gesetzlichen Regelung und ist daher unter § 95a Abs. 3 UrhG zu subsumieren (vgl. auch OLG München, Urt. v. 28.7.2005 - 29 U 2887/05, BeckRS 2005 10116;… Peukert , in: Loewenheim, Handbuch, a.a.O., § 34 Rn. 19 a.E.;… Wandtke/Ohst , a.a.O., § 95 a Rn. 85 a.E.).
Werbung bedeutet danach "jede Äußerung bei der Ausübung eines Handels, Gewerbes, Handwerks oder freien Berufs mit dem Ziel, den Absatz von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen, einschließlich unbeweglicher Sachen, Rechte oder Verpflichtungen zu fördern"" (so auch OLG München, Urt. v. 28.7.2005 - 29 U 2887/05, BeckRS 2005 10116).
(wie hier auch Dreyer , a.a.O., § 95a Rn.44 sowie wohl auch OLG München, Urt. v. 28.7.2005 - 29 U 2887/05, BeckRS 2005 10116).
Gegen das im Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes letztinstanzliche Urteil (OLG München, MMR 2005, S. 768) legte der Beklagte Verfassungsbeschwerde ein.
In dem Verfahren über die Verfassungsbeschwerde der H ... GmbH & Co. KG, vertreten durch die persönlich haftende Gesellschafterin H ... GmbH, diese vertreten durch die Geschäftsführer, - Bevollmächtigte: Rechtsanwälte Taylor Wessing, Neuer Wall 44, 20354 Hamburg - gegen a) das Urteil des Oberlandesgerichts München vom 28. Juli 2005 - 29 U 2887/05 -, b) das Endurteil des Landgerichts München I vom 7. März 2005 - 21 O 3220/05 - hat die 1. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch den Präsidenten Papier, die Richterin Hohmann-Dennhardt und den Richter Hoffmann-Riem gemäß § 93 b in Verbindung mit § 93 a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 3. Januar 2007 einstimmig beschlossen:.
Dieses Verbot hat das Berufungsgericht in seinem Urteil (veröffentlicht in MMR 2005, S. 768 ff.) bestätigt.
Landgericht (vgl. GRUR-RR 2005, 214 ff. - DVD-Kopierschutz) und Senat (vgl. GRUR-RR 2005, 372 ff - AnyDVD I) lehnten ein Verbot der Berichterstattung wegen des Gewichts der Pressefreiheit ab, verboten der Beklagten aber die Linksetzung.
Die Klägerinnen gingen im Winter 2003/2004 gegen einen Internetinformationsdienst vor, der im Rahmen eines Berichts über Kopierschutzumgehungsprogramme einen Link auf die Homepage eines von Antigua aus operierenden Software- Herstellern, der derartige Programme anbietet, geschaltet hatte (Urteil der Kammer vom 7.3.2005 21 O 3220/05, MMR 2005, 385; OLG München MMR 2005 Seite 768 ­ später ergangenes Berufungsurteil).
Die Klägerinnen beziehen sich insoweit auf das genannte Urteil des OLG München MMR 2005, 768 im vorangegangenen Verfahren.
Die Einschränkungen, die das OLG München in seiner Entscheidung vom 28.07.2005, "Kopierschutzumgehung" (MMR 2005, 768, 771) angesichts der dort nicht ausreichend nachgewiesenen Ursächlichkeit für tatsächliche Verkäufe des zur Aushebelung des Kopierschutzes geeigneten Softwareprodukts, aufstellte, greifen daher vorliegend nicht.
Zu den "Erzeugnissen" i.S.d. Vorschrift zählen auch Softwareprodukte (vgl. OLG München MMR 2005, 768, 770).
LG München I, 11.10.2006 - 21 O 4/06
Die Klägerinnen gingen im Winter 2003/2004 gegen einen Internetinformationsdienst vor, der im Rahmen eines Berichts über Kopierschutzumgehungsprogramme einen Link auf die Homepage eines von Antigua aus operierenden Software-Herstellers, der derartige Programme anbietet, geschaltet hatte (Urteil der Kammer vom 07.03.2005 - 21 0 3220/05 - , MMR 2005, 385 [LG München I 07.03.2005 - 21 O 3220/05] ; OLG München MMR 2005 Seite 768 - später ergangenes Berufungsurteil).
Die Klägerinnen beziehen sich insoweit auf das genannte Urteil des OLG München MMR 2005, 768 [OLG München 28.07.2005 - 29 U 2887/05] im vorangegangenen Verfahren.