Source: http://www.rechtsprechung.saarland.de/cgi-bin/rechtsprechung/list.py?Gericht=sl&amp;Art=en&amp;Datum=2018-5
Timestamp: 2019-04-22 10:11:14
Document Index: 179637067

Matched Legal Cases: ['§ 55', '§ 55', 'Art. 14', '§ 47', '§ 47', '§ 31', '§ 1564', '§ 86', '§ 12', '§ 3', '§ 34', '§ 85', '§ 82', 'Art. 3']

Entscheidungen aus dem Monat Mai 2018
VG Saarlouis 3. Kammer 29.5.2018 3 L 2386/17
Zur Frage, wann ein Grundstück erschlossen und innerhalb der geschlossenen Ortslage im Sinne des Straßenrechts liegt.
OVG Saarlouis 2. Senat 28.5.2018 2 A 480/17
Bei hinreichenden Anhaltspunkten für die Ausführung der Fassadensanierung durch illegale Schwarzarbeit besteht kein Anspruch auf Gewährung von Fördermitteln.
VG Saarlouis 6. Kammer 25.5.2018 6 K 166/18
OVG Saarlouis 1. Senat 24.5.2018 1 A 700/17
Einzelfall einer erfolglosen Klage auf Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft
OVG Saarlouis 2. Senat 24.5.2018 2 A 551/17
1. Eine Rahmenbetriebsplanzulassung verlangt nicht zwingend den Nachweis der Gewinnungsberechtigung für das gesamte Gebiet, sofern zum Entscheidungszeitpunkt nicht völlig ausgeschlossen ist, dass der Unternehmer die Berechtigung noch erlangen kann.
2. § 55 Abs. 1 Nr. 5 BBergG und § 55 Abs. 1 Nr. 9 BBergG kommt keine individuelle drittschützende Wirkung zu.
3. Die Reihenfolge des Abbaus ist für den Erfolg der Wiedernutzbarmachung der einzelnen Bauabschnitte unerheblich.
4. Aus dem Erfordernis der Durchführung eines Raumordnungsverfahrens ergibt sich eine Indizwirkung für das Vorliegen einer überörtlichen Bedeutung.
5. Eine Beeinträchtigung der gemeindlichen Planungshoheit kommt in Betracht, wenn durch das zugelassene Vorhaben eine hinreichend konkrete und verfestigte Planung der Gemeinde gestört wird.
6. Eine nachhaltige Störung der Planungshoheit der Gemeinde liegt nicht vor, wenn die Verwirklichung der städtebaulichen Planungen mit dem Ziel der Naherholung und des Naturschutzes lediglich hinausgezögert wird.
7. Das gemeindliche Eigentum ist nicht durch Art. 14 Abs. 1 GG als Freizeitsrecht gewährleistet, sondern unterliegt von seinem Zweck her dem Gemeindewohl.
VG Saarlouis 3. Kammer 24.5.2018 3 K 2651/16
Rechtsmittel-AZ: 2 A 208/18
OVG Saarlouis 1. Senat 23.5.2018 1 A 689/17
OVG Saarlouis 1. Senat 23.5.2018 1 A 691/17
OVG Saarlouis 1. Senat 23.5.2018 1 A 710/17
OVG Saarlouis 2. Senat 22.5.2018 2 C 427/17
1. Ein Automatenaufsteller kann sich zur Begründung seiner Antragsbefugnis gegen einen Bebauungsplan, der Vergnügungsstätten sowie Schank- und Speisewirtschaften, die Geldspielgeräte aufweisen, für unzulässig erklärt, weder auf das Eigentumsrecht noch auf die Berufsfreiheit berufen.
2. Die Aufhebung des § 47 Abs. 2 a VwGO führt nicht dazu, dass ein nach der bisher geltenden Rechtslage unzulässiger Normenkontrollantrag im Nachhinein zulässig wird. Dies gilt jedenfalls dann, wenn die Frist für die Stellung eines (neuen) Normenkontrollantrags im Zeitpunkt des Außerkrafttretens des § 47 Abs. 2 a VwGO bereits abgelaufen war.
OVG Saarlouis 1. Senat 17.5.2018 1 A 22/16
1. Die Besoldung der Beamten des Saarlandes in der Besoldungsgruppe A 11 war in dem dem Senat unterbreiteten Prüfungszeitraum der Jahre 2011 bis 2016 in verfassungswidriger Weise zu niedrig bemessen.
2. Die Vermutung einer verfassungswidrigen Unteralimentation kann auch dann bestehen, wenn nur zwei der fünf vom Bundesverfassungsgericht für die Prüfung auf der ersten Stufe benannten Parameter erfüllt sind, dies aber in besonders deutlicher Weise.
3. Der vierte Parameter umfasst neben dem systeminternen Besoldungsvergleich auch die Prüfung, ob der gebotene Mindestabstand von 15 % zwischen den unteren Besoldungsgruppen und dem sozialrechtlichen Grundsicherungsniveau eingehalten ist. Ein Verstoß gegen den Mindestabstand stellt angesichts des besoldungsintern geltenden Abstandsgebots in Bezug auf höhere Besoldungsgruppen ein besonders gewichtiges Indiz dar, das die Vermutung, die Alimentation in den höheren Besoldungsgruppen sei ebenfalls verfassungswidrig, in ganz besonderen Maße stützt. Diesem Parameter kommt im Rahmen der ersten Prüfungsstufe hervorgehobene Bedeutung zu.
VG Saarlouis 3. Kammer 17.5.2018 3 K 1000/17
VG Saarlouis 3. Kammer 17.5.2018 3 K 1155/16
Zur Behandlung von Kostenunterdeckung im Rahmen der Gebührenberechnung
Rechtsmittel-AZ: 1 A 209/18
OVG Saarlouis 1. Senat 16.5.2018 1 A 679/17
Nach der Auskunftslage ist davon auszugehen, dass die UNRWA ihrem Auftrag, die Grundversorgung der palästinensischen Flüchtlinge im Lager Nairab sicherzustellen, nicht mehr in dem in der Genfer Flüchtlingskonvention vorausgesetzten (Mindest-) Maß gerecht werden kann. Es ist ihr unmöglich geworden, den dort lebenden Flüchtlingen Lebensverhältnisse zu gewährleisten, die mit der ihr übertragenen Aufgabe im Einklang stehen.
VG Saarlouis 6. Kammer 16.5.2018 6 K 1623/16
OVG Saarlouis 1. Senat 15.5.2018 1 A 412/17
Einem Soldaten, der nicht juristisch vorgebildet und auch nicht mit Besoldungsfragen dienstlich befasst ist, müssen die Regelungen über die Zuordnung von Erfahrungsstufen sowie die jeweiligen Verweildauern in den betreffenden Erfahrungsstufen einschließlich hierzu bestehender Ausnahmere-gelungen nicht bekannt sein.
VG Saarlouis 3. Kammer 15.5.2018 3 K 137/17
Für ukrainische Staatsangehörige besteht eine inländische Fluchtalternative. Hier: angebliche Übergriffe russischer Separatisten
OVG Saarlouis 2. Senat 14.5.2018 2 A 382/17
1. § 31 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AufenthG knüpft Rechtsfolgen an das Bestehen der ehelichen Lebensgemeinschaft und nicht an die formale rechtliche Existenz der Ehe. Nicht maßgeblich ist in diesem Zusammenhang daher auch, ob die bürgerlich-rechtlichen Voraussetzungen für eine Ehescheidung erfüllt sind (vgl. §§ 1564f. BGB). Trotz des (formalen) Bestehens einer Ehe ist die eheliche Lebensgemeinschaft beendet, wenn sich die Eheleute endgültig getrennt haben.
2. Ein Gericht verletzt seine Aufklärungspflicht aus § 86 Abs. 1 VwGO grundsätzlich nicht, wenn es den aus seiner Sicht entscheidungserheblichen Sachverhalt aufgrund der beigezogenen Verwaltungsvorgänge für aufgeklärt hält und von einer Beweiserhebung absieht. Die Aufklärungsrüge im Berufungszulassungsverfahren dient nicht dazu, nicht gestellte Beweisanträge zu ersetzen. Bloße Ankündigungen von Beweisanträgen in die mündliche Verhandlung vorbereitenden Schriftsätzen sind insoweit nicht ausreichend.
OVG Saarlouis 2. Senat 11.5.2018 2 A 850/17
Bei der Beantwortung der nach § 12 Abs. 4 LBO 2015 aufgeworfenen Frage, ob sich eine - nicht an der Stätte der Leitung angebrachte - Werbeanlage, hier in Form einer Bemalung auf einer Giebelwand, in einem reinen oder allgemeinen Wohngebiet befindet, ist auf die Kategorisierung der §§ 3 und 4 BauNVO 1990 abzustellen und die das betroffene Grundstück prägende Bebauung in der näheren Umgebung im Verständnis des § 34 Abs. 1 Satz 1 BauGB zu bewerten.
Die sich mit Blick auf die Ermächtigungsgrundlage in dem § 85 Abs. 1 Nr. 1 und 2 LBO 2004/2015 aufdrängende Frage, ob eine allgemeine kategorisierende, ebenfalls lediglich auf "Gebiete" verweisende Regelung zur Gestaltung eines "Ortsbildes" (Nr. 1) oder zu "ortsgestalterischen Gründen" (Nr. 2) ohne einen konkreten Bezug zur Schutzwürdigkeit des jeweiligen Bereichs beziehungsweise eine entsprechende Interpretation der erwähnten Ermächtigungsgrundlage, sei es unter dem formellen Aspekt normativer Bestimmtheit oder unter (materiellen) Verhältnismäßigkeitsgesichtspunkten, mit höherrangigem Recht im Einklang zu bringen ist, kann hier offen bleiben.
Die Frage, ob bei der Überprüfung der Ermessensentscheidung bei Erlass einer Beseitigungsanordnung (§ 82 Abs. 1 LBO) eine Verletzung des aus dem allgemeinen Gleichbehandlungsgrundsatz (Art. 3 Abs. 1 GG) herzuleitenden Willkürgebots vorlag, ist ebenfalls konkret umgebungsbezogen zu untersuchen und zu beantworten.