Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Verkauf-aus-erworbenen-Erbanteilen-Deutsch-Norwegisches-DBA--f330729.html
Timestamp: 2019-11-13 06:41:44
Document Index: 220517124

Matched Legal Cases: ['§ 23', 'Art. 6', 'Art. 23', '§ 1', 'Art. 6', '§ 1', 'Art. 23']

Verkauf aus erworbenen Erbanteilen Deutsch Norwegisches DBA
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24.08.2019 18:46 |
ich habe am 08.08.2017 und 18.08.2017 notariell 30 % +30 % und 40 % eines Nachlasses (Erbengemeinschaft) erworben. Zum Nachlass gehörte ein Wohnhaus mit großem Grundstück. Sonstige werthaltige Nachlassgegenstände waren nicht vorhanden.
ich habe das Grundstück geteilt, das Wohnhaus renovieren lassen und sodann beides am 04.04.2018 mit gewissem Gewinn verkauft.
Ich bin deutsche Staatsbürgerin lebe aber ausschließlich in Norwegen und bin dort auch verheiratet und habe mit meinem Mann zwei Kinder.
Ich stelle mir nun die Frage, ob ich mit diesem Vorgang in Deutschland steuerpflichtig bin. Nach dem Deutsch norwegischen Doppelbesteuerungsabkommen besteht nur für unbewegliches Vermögen das Besteuerungsrecht der Bundesrepublik Deutschland. Die Anteile an einer Erbengemeinschaft sind nach meiner Einschätzung kein unbewegliches Vermögen und würden dann auch nicht der Besteuerung in Deutschland unterliegen, auch wenn die Erbengemeinschaft im wesentlichen nur das Grundstück beinhaltete.
Ist meine Einschätzung insoweit richtig? Gibt es andere Gründe, aus denen ich meinen Zwischengewinn in Deutschland versteuern müsste?
Ich freue mich auf Ihre kurzzeitige Antwort
Deutschland Deutschland Immobilie versteuern
Ich verstehe Ihre Anfrage dahingehend, als dass Sie einen Nachlass komplett erworben haben und der Hauptbestandteil dieses Nachlasses eine Immobilie war. Die Immobilie haben Sie nach ca. 6 Monaten verwertet.
Hier sehe ich eher eine Besteuerung des Veräußerungsgewinn des Immobilie aus § 23 EStG als eine Erbschaftssteuerproblematik.
Sie können sich zwar im Wege der Erbfolge die Haltezeiten der Immobilie des Rechtsvorgängers anrechnen lassen. Kommen Sie hier aber nicht auf 3 Jahre Eigennutzung inklusive 2017 oder 10 Jahre Eigentum, wäre der Gewinn zu versteuern.
Da Sie die Immobilie renoviert haben, können Sie diese Kosten vom Gewinn abziehen. Ihre Einschätzung ist also erst einmal so nicht richtig.
Nachfrage vom Fragesteller	27.08.2019 | 08:39
Ja, die Problematik sehe ich auch. Aber das ist keine Antwort auf meine Frage.
Diese lautet, ob der Vorgang in DE wegen der Bestimmugen des Deutsch norwegischen Doppelbesteuerungsabkommens steuerfrei ist, wenn ja ob es andere Gründe gibt, aus denen eine Steuerpflicht in DE besteht.
Diese Frage hätte ich gern KONKRET beantwortet.
Mit freundlichen Grüßen aus Norwegen.
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.08.2019 | 18:41
Aus Art. 6 Abs. 1 des DBA können die Einkünfte aus dem Verkauf der Immobilie in beiden Staaten besteuert werden.
Aus Art. 23 Abs. 1 a DBA können Sie die in Deutschland bezahlte Steuer in Norwegen voll anrechnen.
Es besteht also keine Steuerfreiheit, da Sie in Deutschland aus § 1 Abs. 4 EStG beschränkt steuerpflichtig mit Ihre deutschen Einkünften sind. Dies lässt das DBA zu.
Ergänzung vom Anwalt 29.08.2019 | 08:16
vielen Dank für Ihr Feedback. In meinem Profil habe ich die Bitte hinterlassen, mich bei Verständnisfragen weiterführend über meine hier hinterlegte E-Mail-Adresse zu kontaktieren, bevor man eine vermeintlich schlechte Bewertung abgibt.
Ich helfe Ihnen gerne weiter und möchte selbstverständlich, dass Sie hier zufrieden sind.
Sie hatten mir in der Tat eine konkrete Frage gestellt, nämlich ob der Vorgang in DE wegen der Bestimmungen des Deutsch norwegischen Doppelbesteuerungsabkommens steuerfrei ist, wenn ja ob es andere Gründe gibt, aus denen eine Steuerpflicht in DE besteht.
Ich hatte Ihnen dann geschrieben, dass Sie wegen Art. 6 DBA in beiden Ländern besteuert werden dürfen, § 1 Abs. 4 EStG die beschränkte Steuerpflicht für Sie in DE regelt und Ihnen die deutsche Steuer in Norwegen aus Art. 23 Abs. 1 a DBA angerechnet wird.
Ich dachte dies würde, unter Bezugnahme auf das Gesetz, Ihre Frage konkret beantworten. Verlässlicher als das Gesetz kann meine Antwort nicht werden, ich kann Ihnen versichern, dass ich nicht "ins Blaue hinein" schreibe.
Problematisch ist hier, dass ich Sie nur zum deutschen Recht beraten kann, die Anrechnung der Steuer aber in Norwegen erfolgen wird, ich kein Norwegisch spreche und Ihnen daher keine norwegischen Verwaltungsvorschriften liefern kann.
Ich schaue aber gerne noch einmal bzgl. einer deutschen Referenz für Sie und werde mich heute Abend hier wieder bei Ihnen melden.
Ergänzung vom Anwalt 29.08.2019 | 18:20
ich habe heute noch einmal die mir zu Verfügung stehende juristische Datenbank durchsuchen können, ich habe keinen norwegischen Präzedenzfall finden können.
Aufgrund der sehr einfachen Gesetzeslage, die ich Ihnen oben erklärt habe, überrascht dies aber auch nicht. Schreiben Sie mir, wenn Sie weitere Fragen haben.
FRAGESTELLER 27.08.2019 2,6/5,0