Source: http://www.captain-huk.de/urteile/ag-berlin-mitte-sieht-in-dekra-gutachten-keine-ausreichende-grundlage-den-geschaedigten-auf-stundensaetze-der-markenungebundenen-alternativwerkstatt-zu-verweisen-urt-v-18-1-2011-3-c-335410/
Timestamp: 2016-05-24 09:50:29
Document Index: 195456747

Matched Legal Cases: ['§ 249', 'BGH', '§ 249', '§ 249', '§ 249', '§ 287']

AG Berlin-Mitte sieht in DEKRA-Gutachten keine ausreichende Grundlage, den Geschädigten auf Stundensätze der markenungebundenen Alternativwerkstatt zu verweisen (Urt. v. 18.1.2011 -3 C 3354/10-). | Captain HUK
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Mittwoch, 26.01.2011 um 17:03 von Willi Wacker | · Gelesen: 68908 · heute: 8 | 8 Kommentare	Und im neuen Jahr geht es munter weiter mit den Schadensersatzurteilen gegen die HUK-Coburg. So hat am 18.1.2011 bereits schon wieder das Amtsgericht Berlin-Mitte über die Klage auf Zahlung restlichen Schadensersatzes in Form der gekürzten Sachverständigenkosten entscheiden müssen. Zudem kommt im vorliegenden Rechtsstreit noch hinzu, dass der Geschädigte zu Unrecht – wie das Gericht zutreffend festgestellt hat – auf eine preisgünstigere Referenzwerkstatt verwiesen wurde. Das DEKRA-Gutachten, in dem nur die Stundenverrechnungssätze gekürzt wurden, ist keine ausreichende Grundlage, dem Geschädigten die im Sachverständigengutachten seines Gutachters aufgeführten Stundensätze der markengebundenen Fachwerkstatt nicht zuzusprechen. Ein Verweis aufgrund des DEKRA-Gutachtens reicht nicht. Damit steht das erkennende Gericht bereits in der Reihe vieler Instanzgerichte (CH hat verschiedentlich darüber berichtet). Lest das Urteil aber selbst. Amtsgericht Mitte
Geschäftsnummer: 3 C 3354/10 verkündet am: 18.01.2011
hat das Amtsgericht Mitte, Zivilprozessabteilung 3, Littenstraße 12 – 17, 10179 Berlin, im schriftlichen Verfahren, bei dem Schriftsätze bis zum 21.12.2010 eingereicht werden konnten, durch die Richterin am Amtsgericht Klein
1. Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 558,70 Euro nebst fünf Prozent Zinsen über dem Basiszinssatz seit dem 15.09.2010 zu zahlen.
Desweiteren hat der Kläger einen Anspruch auf Erstattung der restlichen Sachverständigengebühren. Grundsätzlich zählen zu den erforderlichen Kosten gemäß § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB auch die Kosten für ein Sachverständigengutachten. Danach sind die Kosten zu erstatten, die ein verständiger wirtschaftlich denkender Mensch in der Lage des Geschädigten als zweckmäßig und angemessen zur Schadensbeseitigung erachten darf und entscheidend ist allein, ob die an den Sachverständigen gezahlten Kosten den erforderlichen Wiederherstellungsaufwand angemessen repräsentieren (BGH NJW 07, 1450). Der Geschädigte ist nicht verpflichtet Marktforschung zu betreiben und insbesondere ist ohne vorherige Begutachtung des beschädigten Fahrzeuges es ohnehin schwer möglich, einen konkreten Preisvergleich anzustellen, da es an entsprechenden Tarifübersichten fehlt. Insofern darf der Streit über die Höhe der geltend gemachten Sachverständigenkosten nicht auf dem Rücken des Geschädigten ausgetragen werden (OLG Naumburg, NJW-RR 06, 1029). Der Geschädigte darf allerdings nicht jeden beliebigen Preis mit dem Sachverständigen vereinbaren. Solange es jedoch für einen Laien nicht erkennbar ist, dass die vom Sachverständigen zugrunde gelegte Pauschale geradezu willkürlich festgesetzt wurde und ein offensichtliches Mißverhältnis zwischen Leistung und Honorar besteht, kann der Geschädigte die Erstattung dieser Kosten vom Schädiger verlangen (OLG Nürnberg, OLG Report 02471, OLG Hamm Versicherungsrecht 01, 249). So liegt es in diesem Fall. Bei Reparaturkosten von 1.135,63 Euro hat der Sachverständige ein Grundhonorar von 257,00 Euro zugrunde gelegt. Daneben werden als Pauschalen Fahrtkosten und Telefon- ­Portokosten und Schreibkosten geltend gemacht sowie Kosten für vier Lichtbilder abgerechnet. Das die Kosten für Schreib- und Portokosten sowie Fahrkosten pauschal abgerechnet werden, ist nicht ungewöhnlich. Dies mußte dem Kläger nicht als unangemessen ins Auge springen, sondern er durfte es als Orts- und branchenüblich annehmen. Insofern gehören auch die Sachverständigenkosten insgesamt zu den dem zu erstattenden Schaden. Insbesondere ist der Kläger nicht gehalten gewesen, lediglich gemäß dem Gesprächsergebnis zwischen der Beklagten und dem BVSK abzurechnen.
Das war das Urteil der Amtsrichterin aus Berlin-Mitte.
AG Nürnberg verurteilt HUK Coburg Allgemeine Versicherungs AG zur Zahlung der im Gutachten aufgeführten Kosten sowie der Ersatzteilpreisaufschläge und Verbringungskosten. AG Berlin-Mitte verurteilt mit klaren Worten die Sparkassen-Direktversicherung zur Zahlung restlichen Schadensersatzes aus abgetretenem Recht gemäß Urteil vom 14.9.2010 [102 C 3013/10]. Kurzes und knappes Urteil des AG Velbert bei fiktiver Abrechnung zu Stundenverrechnungssätze, UPE-Aufschläge, SV-Honorar und RA-Kosten Wieder ein Urteil gegen die HUK Coburg am AG Nürnberg – Stundenverrechnungssätze der markengebundenen Fachwerkstatt und restliches Sachverständigenhonorar Das AG Landshut verurteilt HUK-Coburg Versicherung zur Erstattung von Stundenverrechnungssätzen der markengebundenen Fachwerkstatt, zum Ausgleich der Verbringungskosten und zur Bezahlung des Sachverständigenhonorars (1 C 946/09 vom 23.03.2010) 8 Responses to AG Berlin-Mitte sieht in DEKRA-Gutachten keine ausreichende Grundlage, den Geschädigten auf Stundensätze der markenungebundenen Alternativwerkstatt zu verweisen (Urt. v. 18.1.2011 -3 C 3354/10-).
Klaus Kannenberg says:	26. Januar 2011 at 19:34	@Desweiteren hat der Kläger einen Anspruch auf 20,00 Euro Unkostenpauschale im Rahmen des § 249 BGB.
die im Urteil zugesprochenen 20 Euro Unkostenpauschale finde ich gelinde gesagt etwas wenig, zumal einige Gerichte bereits 30 Euro zusprechen.
Ironman says:	27. Januar 2011 at 21:35	Bravo,
da sieht man wieder mal die Verlogenheit der deutschen Autofahrergemeinde. Wenn es um „eigene“ Ansprüche geht ist jede Gier recht und jeglicher kaufmännischer Grundsatz ausgeschaltet, aber wehe man ist selbst der Schädiger! Dann ist der Anspruch des Gegners natürlich total überzogen, ungerechtfertigt und der Versicherer sowieso an allem Schuld. Auch an der Blödheit nicht vernünftig Auto fahren zu können.
Bodo says:	28. Januar 2011 at 11:16	„Ironman“ ist ein wirklich passender Name, z.B. für HUK-Mitarbeiter?
Wer außer einem „Ironman“ könnte die never ending story bzw. den mühsamen Marathon des aktiven (rechtswidrigen) Schadensmanagements auf Dauer sonst mental und konditionell durchhalten? Eisen ist u.a. doch auch ein Synonym für hart und kalt? Auch die Wertigkeit von FE unter den Metallen ist, wie auch die Korrosionsbeständigkeit, nicht gerade berauschend.
Übrigens: Die Geschädigten entfalten in der Regel keine „Gier“, sondern wollen nur das, was ihnen nach Recht und Gesetz (§ 249 BGB) zusteht. Geschädigte wurden unverschuldet in ein Unfallereignis involviert und erwarten lediglich eine ordnungsgemäße Entschädigung. Nicht mehr und nicht weniger.
Gier entfalten heutzutage nur Versicherungsgesellschaften, indem man die Bilanzgewinne der Versicherung (und damit auch die Erfolgsprämien der Vorstände, Führungskräfte usw.) auf Kosten der Geschädigten aufpoliert.
In Anbetracht der Tatsache, dass viele Richter nicht auf den Kopf gefallen sind, gibt es, erfreulicherweise, jede Menge rechtsfehlerfreie Urteile im Sinne des § 249 BGB (siehe oben).
Bleibt nur zu hoffen, dass bei den „Eisenmännern“ irgendwann das Gehirn der körperlichen Kondition folgt?
Lazarus says:	28. Januar 2011 at 12:55	Hallo Bodo
„Bleibt nur zu hoffen, dass bei den “Eisenmännern” irgendwann das Gehirn der körperlichen Kondition folgt?“
Dazu muß man die Eisenmänner aber auf mindestens 910 °C erhitzen, damit beim Kristallgitter etwas in Bewegung kommt. Das würde ich gerne sehen.
Bodo says:	28. Januar 2011 at 13:50	Sehen ja, riechen nein!
VAUMANN says:	28. Januar 2011 at 15:03	Hi Bodo
mittlerweile ist schon Ramschverkauf:guckstdu ebay-artikelnummer:320628210518
Netzfundstück says:	28. Januar 2011 at 20:48	Wer giert – immer und überall?
Das falsche Spiel mit Billigpolicen
Privater Krankenschutz ist ab 50 Euro im Monat zu haben. Doch die Experten raten von derartigen Billigverträgen ab. Die Leistungen seien unzureichend, zudem hätten die Tarife zahlreiche Haken.
Quelle:http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge/krankenversicherung-das-falsche-spiel-mit-billigpolicen;2741772
Netzfundstück says:	30. Januar 2011 at 17:54	Nur mal zwei Beispiele für Gier ohne Grenzen?
http://www.youtube.com/watch?v=wOCD6OoJUfM&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=1N82J43PjyA&feature=related
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CH-Team: Hallo Cordula, das CH-Team bedankt sich für die lobenden Worte. Wir glauben auch, dass dieser Blog mit...
Ruth v. K.: Hallo, Willi Wacker, hat vielleicht hat diese Richterin des AG Dachau hier Neuland betreten ? Sie hat...
Cordula: Hallo, Willi, die seit Jahr und Tag rechtswidrig vorgenommenen Schadenersatzkürzungen auf entstandene...
Ellgar M.: Hallo, Willi Wacker, man beachte den wahrscheinlich hier sogar unbewussten Einstieg in eine...
Willi Wacker: Hallo Mister L., und genau das, nämlich das Im-Regen-Stehenlassen, macht die HUK-COBURG, wie nicht nur...
G.v.H.: @ Alligator 007 was den Missbrauch des § 287 ZPO angeht, so wird noch in einem anderen Zusammenhang auf die...