Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20112/09
Timestamp: 2019-02-21 06:57:47
Document Index: 226774551

Matched Legal Cases: ['§ 249', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 287', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 254', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 287', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Nach der gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann der Geschädigte vom Schädiger und dessen Haftpflichtversicherung nach § 249 Abs. 2 S. 1 BGB als erforderlichen Herstellungsaufwand den Ersatz derjenigen Mietwagenkosten verlangen, die ein verständiger, wirtschaftlich denkender Mensch in der Lage des Geschädigten für zweckmäßig und notwendig halten darf (BGH, NJW 2011, 1947; BGH, NJW 2010, 1445; BGH, NJW-RR 2010, 679; BGH, NJW 2007, 3782; BGHZ 160, 377, 383 f.; BGH, NJW 2006, 360; BGH, NJW-RR 2005, 1371; BGH, NJW 2005, 1043).
Dabei ist der Normaltarif der Tarif, der für den Selbstzahler Anwendung findet und unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten gebildet wird (BGH, NJW 2011, 1947; BGH, NJW 2010, 1445; BGH, NJW-RR 2010, 679; BGH, NJW 2007, 3782; BGHZ 160, 377, 383 f.; BGH, NJW 2006, 360; BGH, NJW-RR 2005, 1371; BGH, NJW 2005, 1043).
Inwieweit besondere Leistungen der Unfallsituation einen höheren Preis rechtfertigen, hat der bei der Schadensabrechnung nach § 287 ZPO besonders freigestellte Tatrichter im Zweifel zu schätzen (BGH, NJW-RR 2010, 679, 680; BGH, NJW 2005, 1933; BGH, NJW 2006, 360) wobei unter Umständen auch ein pauschaler Aufschlag auf den Normaltarif in Betracht kommt (BGH, NJW-RR 2010, 679, 680).
Zur Rechtfertigung der besonderen unfallveranlassten Leistungen genügt es, wenn spezifische Leistungen bei der Vermietung an die Unfallgeschädigten allgemein den Mehrpreis rechtfertigen (BGH, NJW-RR 2010, 679, 680; BGH, NJW 2008, 2910; BGH, NJW 2007, 1124; BGH, NJW 2007, 1122; BGH, NJW 2006, 1726; BGH, NJW 2006, 1506; BGH, NJW 2006, 1508).
Da es bei der Prüfung der Erforderlichkeit um die Feststellung der Schadenshöhe geht, ist nach allgemeinen Grundsätzen der Geschädigte darlegungs- und gegebenenfalls beweisbelastet (BGH, NJW-RR 2010, 679, 680 f.; BGH, NJW 2009, 58; BGH, NJW 2008, 1519; BGH, NJW 2007, 3782; BGH, NJW 2006, 1506; BGH, NJW 2005, 1933).
Das heißt, es ist zu prüfen, ob ihm unter Berücksichtigung seiner individuellen Erkenntnis- und Einflussmöglichkeiten sowie der gerade für ihn bestehenden Schwierigkeiten unter zumutbaren Anstrengungen auf dem in seiner Lage zeitlich und örtlich relevanten Markt kein wesentlich günstigerer Tarif zugänglich war (BGH, NJW-RR 2010, 679, 681; BGH, NJW 2007, 3782, 3783; BGH, NJW 2005, 1933).
Gleiches gilt, wenn feststeht, dass unfallbezogene Mehraufwendungen betriebswirtschaftlich gerechtfertigt sind, der Schädiger aber nach § 254 BGB nur einen niedrigeren Schadensersatz leisten möchte (BGH, NJW-RR 2010, 679, 681; BGH, NJW 2008, 2910).
Jeweils hat der Schädiger nach allgemeinen Grundsätzen darzulegen und gegebenenfalls zu beweisen, dass dem Geschädigten in der konkreten Situation ein günstigerer Normaltarif ohne Weiteres zugänglich war und er durch die Anmietung zu höheren Kosten seine Schadensminderungspflicht verletzt hat (BGH, NJW-RR 2010, 679, 681; BGH, NJW 2010, 1445, 1446; BGH, NJW 2008, 2910).
Hierbei ist maßgeblich, ob nach den Umständen des Einzelfalls ein vernünftiger und wirtschaftlich denkender Geschädigter unter dem Aspekt des Wirtschaftlichkeitsgebots zu einer Nachfrage nach einem günstigeren Tarif gehalten gewesen wäre, wobei die Höhe des angebotenen Unfalltarifs eine maßgebende Rolle spielt, wenn sich daraus Bedenken gegen die Angemessenheit ergeben können, und sich ein Verstoß gegen die Erkundigungspflicht auch tatsächlich ausgewirkt hat (BGH, NJW-RR 2010, 679, 681; BGH, NJW 2010, 1445, 1446; BGH, NJW 2007, 1122; BGH, NJW 2007, 1124; BGH, NJW 2006, 2106; BGH, NJW 2006, 1506).
Demgemäß hat der Bundesgerichtshof mehrfach betont, dass der Tatrichter in Ausübung des Ermessens nach § 287 ZPO den Normaltarif grundsätzlich auch auf Grundlage des Schwacke-Mietpreisspiegels im Postleitzahlengebiet des Geschädigten ermitteln kann (BGH, NJW 2008, 1519; BGH, NJW-RR 2010, 679; BGH, NJW 2011, 1947, 1948: BGH, NJW-RR 2011, 1109; BGH, NJW 2006, 2106; BGH, NJW 2007, 1124; BGH, NJW 2007, 2758; BGH, NJW 2008, 2910).