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Timestamp: 2020-01-25 08:49:05
Document Index: 233533340

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 11', '§ 13', '§ 13', '§ 87', '§ 90', '§ 13', '§ 2', '§ 3', '§ 38']

Stadt Remscheid - NEST - Buchstabe J
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Jugendarrestanstalten (JAA)
Das Jugendamt ist zweigliedrig organisiert und besteht aus dem Jugendhilfeausschuss und der Verwaltung des Jugendamtes.
Als öffentlicher Träger der Jugendhilfe hat das Jugendamt die Gesamtverantwortung für alle Leistungen und Aufgaben nach dem Achten Sozialgesetzbuch (SGB VIII - Kinder- und Jugendhilfe) und damit unterschiedliche Aufträge zu erfüllen. Insbesondere soll das Jugendamt Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl schützen. Die Wahrnehmung dieses wichtigen Schutzauftrages wird im § 8a SGB VIII beschrieben.
Darüber hinaus hat das Jugendamt u.a. unterschiedliche Leistungen wie z.B. Jugendarbeit, Kindertageseinrichtungen, Hilfen zur Erziehung bereitzuhalten und hierfür mit den freien Trägern der Jugendhilfe partnerschaftlich zusammen zu arbeiten, die freien Träger zu unterstützen und zu fördern. Weitere Aufgaben des Jugendamtes sind z.B. Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen,
Mitwirkung in gerichtlichen Verfahren oder Übernahme von Pflegschaften und Vormundschaften. Vaterschaftsanerkennungen, Unterhaltsverpflichtungen und Sorgeerklärungen können beim Jugendamt beurkundet werden .
Für die Aufgaben des Jugendamtes gibt es in Remscheid verschiedene Abteilungen und Ansprechpartner/innen:
Jugendarbeit bzw. Kinder- und Jugendarbeit ist ein Teil der Jugendhilfe gemäß § 11 SGB VIII. Kinder- und Jugendarbeit ist ein wichtiger Bildungs- und Erziehungsbereich neben Elternhaus, Schule und beruflicher Bildung vornehmlich in der Freizeit der Kinder und Jugendlichen. Ihr Ziel ist es, zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen beizutragen. Sie soll an den Interessen der jungen Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden. Junge Menschen sollen zur Selbstbestimmung befähigt werden und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und sozialem Engagement motiviert und hingeführt werden. Die Kinder- und Jugendarbeit wendet sich grundsätzlich an alle Kinder und Jugendlichen, hauptsächlich im Alter zwischen sechs und 21 Jahren.
Jugendarrest ist ein im deutschen Jugendstrafrecht als Folge einer Jugendstraftat vorgesehenes Zuchtmittel (§ 13 Abs. 2 Nr. 3 JGG), mit dessen Anordnung und Vollzug einem jugendlichen Straftäter eindringlich bewusst werden soll, dass er für das von ihm begangene Unrecht einzustehen hat – wenn einerseits die Anordnung von Erziehungsmaßregeln nicht ausreicht, andererseits eine Jugendstrafe (noch) nicht geboten ist.
Jugendarrest hat nicht die Rechtswirkungen einer Strafe (§ 13 Abs. 3 JGG) und wird auch nicht zur Bewährung ausgesetzt (§ 87 Abs. 1 JGG)
Jugendarrestanstalten (JAA) sind Anstalten des Jugendvollzugs zur Vollstreckung von Jugendarest (kurzfristigem Freiheitsentzug bis maximal 4 Wochen als schwerstes Zuchtmittel unterhalb der Schwelle von Jugendstrafe). Die Jugendlichen (14 bis einschließlich 17 Jahre) bzw. Heranwachsende (18 bis einschließlich 20 Jahre) in diesem Bereich des Vollzugs haben weder schädliche Neigungen erkennen lassen, noch sind sie mit Taten aufgefallen, bei denen die Schwere der Schuld die Verhängung einer mindestens 6 Monate langen Jugendstrafe gebietet. Sie sollen in diesen speziellen Anstalten unter strikter Trennung vom Jugendstrafvollzug und erst recht vom Regelvollzug für Erwachsene unter besonderer pädagogischer Betreuung den normalerweise erstmaligen Freiheitsentzug erleben. Vollzugsleiter ist immer der Jugendrichter des für den Vollzugsort zuständigen Amtsgerichts (§ 90 JGG).
Die Jugendberufshilfe dient der Verbesserung der individuellen Voraussetzungen junger Menschen für den Zugang zu Ausbildung und Beschäftigung. Sie ist ein Schwerpunkt der Leistungen der Jugendhilfe im Rahmen der Jugendsozialarbeit (§ 13 SGB VIII) und wendet sich an "individuell beeinträchtigte" und "sozial benachteiligte junge Menschen", denen im Anschluss an die Schule ein unmittelbarer Übergang in Ausbildung oder Beschäftigung nicht gelingt.
Finanziert werden diese Maßnahmen der Jugendhilfe ganz überwiegend aus Mitteln der Bundesagentur für Arbeit. Daneben engagieren sich Länder und Kommunen mit eigenen Mitteln, Programmen und Projekten sowie die Europäische Union (Europäischer Sozialfonds - ESF) in diesem Bereich.
Die Aufgaben der Jugendhilfe werden im § 2 SGB VIII beschrieben. Grundsätzlich umfasst Jugendhilfe Leistungen und andere Aufgaben zugunsten junger Menschen und Familien.
Zu den Leistungen gehören z.B. Angebote der Jugendarbeit, Angebote zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen, Hilfe zur Erziehung, Hilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche und Hilfe für junge Volljährige (Eingliederungshilfe).
Andere Aufgaben der Jugendhilfe sind u.a. die Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen, die Erteilung, der Widerruf und die Zurücknahme der Pflegeerlaubnis, die Mitwirkung in Verfahren vor den Vormundschafts- und den Familiengerichten, die Jugendgerichtshilfe.
Man unterscheidet zwischen dem öffentlichen Träger (Jugendamt) und den freien Trägern der Jugendhilfe (z.B. Wohlfahrtsverbänden). Leistungen werden von Trägern der freien Jugendhilfe und von Trägern der öffentlichen Jugendhilfe erbracht. Andere Aufgaben werden von Trägern der öffentlichen Jugendhilfe wahrgenommen (vgl. § 3 SGB VIII).
Die Jugendgerichtshilfe gehört zu den anderen Aufgaben der Jugendhilfe, die durch das Jugendamt wahrgenommen werden.
Im § 38 Jugendgerichtsgesetz (JGG) werden die Aufgaben der Jugendgerichtshilfe beschrieben. In den Strafverfahren gegen einen Jugendlichen (zur Tatzeit 14 - 17 Jahre) oder einen Herwachsenden (zur Tatzeit 18 - 20 Jahre) muss das Jugendgericht die Jugendgerichtshilfe heranziehen.
Die Jugendgerichtshilfe bringt die erzieherischen, die sozialen und fürsorgerischen Gesichtspunkte im Verfahren vor den Jugendgerichten zur Geltung.
Die Jugendgerichtshilfe berät durch einen Jugendgerichtshelfer die jungen Straftäter und ihre Familien, nimmt an den Gerichtsverhandlungen teil, macht einen Vorschlag für ein mögliches Urteil und übt die Nachbetreuung aus.
In Remscheid finden Sie die Kollegen der Jugendgerichtshilfe in der
Der Kinder- und Jugendschutz ist gegliedert in
den gesetzlichen (bzw. eingreifenden)
den strukturellen und
den erzieherischen Kinder- und Jugendschutz.
Die Grundlagen für den gesetzlichen Jugendschutz liegen im Jugendschutzgesetz, im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag sowie im Jugendarbeitsschutzgesetz. Dieser gesetzliche (bzw. eingreifende oder kontrollierend-ordnungsrechtliche) Kinder- und Jugendschutz nimmt durch rechtliche Bestimmungen Einfluss u.a. auf das Handeln von Gewerbetreibenden und Medienanbietern, um damit junge Menschen vor gefährdenden Medien- und Konsumeinflüssen zu schützen. Das Gesetz regelt z.B. den Aufenthalt in Discos oder in Gaststätten, die Abgabe und Verkauf von Alkohol, Tabakwaren und Computerspielen oder Videos.
Beim strukturellen Kinder- und Jugendschutz handelt es sich weniger um ein Handlungsfeld als vielmehr um eine "Blickrichtung", die auf die Strukturbedingungen für das Aufwachsen und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gerichtet ist. Er strebt durch die Sicherung und Verbesserung sozio-ökonomischer und sozialräumlicher Lebensverhältnisse eine positive Einflussnahme auf die Rahmenbedingungen (Strukturen) an, die Kinder und Jugendliche betreffen (z.B. im Rahmen der Verkehrsplanung, der Flächennutzungsplanung).
Im Rahmen der Jugendhilfe ist das Jugendamt zuständig für den "erzieherischen Kinder- und Jugendschutz", der insbesondere darauf ausgerichtet ist, Kinder, Jugendliche und Eltern zu befähigen, sich und andere vor schädigenden Einflüssen zu schützen und sie zu Kritik- und Entscheidungsfähigkeit sowie Eigenverantwortlichkeit zu führen. Unter erzieherischem Kinder- und Jugendschutz sind alle präventiven und pädagogischen Aufgaben mit Bezug zum Kinder- und Jugendschutz als Querschnittsaufgabe der Kinder- und Jugendhilfe erfasst. Da schädigende Einflüsse auf die Entwicklung junger Menschen trotz rechtlicher Regelungen und technischer Vorkehrungen nicht ausgeschlossen werden können, und um Kinder und Jugendliche in ihrer eigenen Urteils- und Unterscheidungsfähigkeit zu stärken, sind vielfältige pädagogische Angebote, Hilfestellungen und Maßnahmen für unterschiedliche Gefährdungsbereiche entwickelt worden. Sie richten sich sowohl an die jungen Menschen selbst als auch an die Eltern, an Erzieher und Lehrer sowie an alle Fachkräfte aus Einrichtungen, Diensten und Behörden.
Ansprechpartner zum Thema Jugendschutz in Remscheid ist das Jugendamt im Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen der Stadt Remscheid.
Kinder- und Jugendschutz in Remscheid
Kinder- und Jugendschutz, BMFSFJ
Siehe auch Kindeswohlgefährdung
Das Jugendstrafrecht ist ein Sonderstrafrecht und Sonderstrafprozessrecht für junge Täter, die sich zur Zeit ihrer Tat in dem Übergangsstadium zwischen Kindheit und Erwachsenenalter befinden. Kinder vor Vollendung des 14. Lebensjahrs sind strafunmündig. Für Jugendliche, die während der Straftat zwischen 14 und 17 Jahre alt waren, gilt das Jugendgerichtsgesetz(JGG). Für Heranwachsende (18 - 20jährige) sind zentrale, aber nicht alle Normen des JGG anzuwenden.
Jugendstrafrecht ist Erziehungsstrafrecht, d.h. nicht Sühne, Vergeltung, Abschreckung oder Sicherung der Allgemeinheit stehen im Vordergrund. Es soll mit Erziehung, Sozialisation und Resozialisierung auf die Straftat reagiert werden.
Rechtsfolgen für eine Straftat können Erziehungsmaßregeln, z.B. die Weisung, einen sozialen Trainingskurs zu belegen oder Hilfe zur Erziehung, Zuchtmittel, d.h. eine Verwarnung, bestimmte Auflagen oder Jugendarrest oder Jugendstrafe mit Freiheitsentzug in einer Justizvollzugsanstalt für mindestens 6 Monate sein.
In einem Jugendstrafverfahren nach dem Jugendgerichtsgesetz muss die Jugendgerichtshilfe einbezogen werden.
http://bundesrecht.juris.de/jgg/
Im folgendem Link finden Sie Adressen und Informationen zu den Jugendverbänden in Remscheid:
Jugendverbände für Kinder und Jugendliche in Remscheid (PDF-Datei 4,1 MB)
Die Jugendzentren sind in der „Arbeitsgemeinschaft Offene Kinder- und Jugendarbeit Remscheid“ (AGOT) zusammen geschlossen. Mit folgendem Link gelangt man zu weiteren Informationen der Jugendzentren in Remscheid:
Siehe auch Kinder- und Jugendförderplan
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