Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=4%20StR%20422/02
Timestamp: 2019-08-19 17:47:48
Document Index: 165657562

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 212', '§ 15', '§ 249', '§ 15', '§ 212', '§ 249', '§ 249', 'BGH', 'BGH', '§ 212', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 16.01.2003 - 4 StR 422/02 - dejure.org
https://dejure.org/2003,2489
BGH, 16.01.2003 - 4 StR 422/02 (https://dejure.org/2003,2489)
BGH, Entscheidung vom 16.01.2003 - 4 StR 422/02 (https://dejure.org/2003,2489)
BGH, Entscheidung vom 16. Januar 2003 - 4 StR 422/02 (https://dejure.org/2003,2489)
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§ 212 StGB; § 15 StGB; § 249 StGB
Bedingter Tötungsvorsatz (Beweiswürdigung; gefährliche Handlungen); Raub (finale Gewaltanwendung zur Ermöglichung der Wegnahme; fortwirkende Gewalt)
Prüfungsumfang beim Tötungsvorsatz - Fehlerhafte Annahme der Zuständigkeit des Schwurgerichts - Erhebung von Verfahrensrügen während der Hauptverhandlung - Präkludierte Rügen wegen unterlassener Geltendmachung - Erfordernis der sorgfältigen Prüfung des bedingten Tötungsvorsatzes unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls - Verurteilung wegen Raubes mit Todesfolge bei Herbeiführung des Todes des Opfers durch den Raub
StGB § 15 Abs. 1 § 212 Abs. 1 § 249 Abs. 1
b) Im Ergebnis zu Recht rügt die Revision jedoch die unzureichende Darlegung der für den Tatbestand des Raubes im Sinne des § 249 StGB auch erforderlichen finalen Verknüpfung zwischen dem eingesetzten Nötigungsmittel und der Wegnahme (vgl. dazu Senatsurteil vom 16. Januar 2003 - 4 StR 422/02, NStZ 2003, 431 m.w.N.).
Die offensichtliche Lebensgefährlichkeit einer Handlungsweise stellt dabei für den Nachweis eines bedingten Tötungsvorsatzes einen Umstand von erheblichem Gewicht dar (BGH NStZ 2003, 431), weil bei äußerst gefährlichen Gewalthandlungen ein bedingter Tötungsvorsatz nahe liegt (…BGHR StGB § 212 Abs. 1 Vorsatz, bedingter 58).
Eine andere rechtliche Beurteilung kommt nur dann in Betracht, wenn die Gewaltanwendung nicht mehr andauert, sondern nur noch in der Weise fortwirkt, dass sich das Tatopfer (nur noch) in einem Zustand der allgemeinen Einschüchterung befindet (BGH…, Beschluss vom 12. August 1992 - 3 StR 358/92, aaO; Senatsurteil vom 16. Januar 2003 - 4 StR 422/02, NStZ 2003, 431).
Als besonders gefährlich erkannte Tathandlungen, wie z. B. mehrere mit Kraft geführte Schläge gegen den besonders empfindlichen Kopf eines Menschen, der hierdurch potentiell schwerste und tödliche Verletzungen davontragen kann (…BGH Urt. v. 11.10.2000 - 3 StR 321/00 = BeckRS 2000, 30136111;… BGH Urt. v. 24.03.2005 - 3 StR 402/04 = BeckRS 2005, 04290), können dabei ein starkes Indiz für ein wenigstens billigendes Inkaufnehmen des Todeserfolges sein, wobei es angesichts der hohen Hemmschwelle bei einem Tötungsdelikt aber einer sorgfältigen Abwägung aller Umstände bedarf (BGH NStZ 2003, 431 f.) .