Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%201992,%20977
Timestamp: 2019-11-23 02:05:14
Document Index: 102779943

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 242', 'BGH']

Rechtsprechung: WM 1992, 977 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 28.04.1992
https://dejure.org/1992,1400
BGH, 28.04.1992 - XI ZR 193/91 (https://dejure.org/1992,1400)
BGH, Entscheidung vom 28.04.1992 - XI ZR 193/91 (https://dejure.org/1992,1400)
BGH, Entscheidung vom 28. April 1992 - XI ZR 193/91 (https://dejure.org/1992,1400)
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Anforderungen an die Vorlage einer Urkunde über einen Ratenkreditvertrag - Rechtfertigung der Durchbrechung der Rechtskraft eines Vollstreckungsbescheides bei Erwirkung eines Vollstreckungsbescheid über den Anspruch aus einem sittenwidrigen Ratenkreditvertrag - Pflicht ...
Anspruch auf Einsicht in Vertragsurkunde des Gegners auch bei verschuldetem Abhandenkommen der eigenen
Zivilrecht; Vorlage von Vertragsurkunden durch die Gegenpartei
Kann man beim Gegner Einsicht in die Vertragsurkunden verlangen? (IBR 1992, 310)
NJW-RR 1992, 1072
ZIP 1992, 938
MDR 1992, 666
BB 1992, 1236
DB 1992, 1773
Sofern sein Auskunftsverlangen nicht mutwillig oder mißbräuchlich erscheint, ist es unerheblich, wie und warum er in die Lage geraten ist, erneut um Auskunft bitten zu müssen (vgl. Senatsurteil vom 28. April 1992 - XI ZR 193/91, WM 1992, 977, 979;… Gößmann, in: Hellner/Steuer, Bankrecht und Bankpraxis Rdn. 2/85 a).
Solche Umstände können vorliegen, wenn der Gläubiger einen Vollstreckungsbescheid über den Anspruch aus einem sittenwidrigen Ratenkredit erwirkt hat, obwohl er nach dem damaligen Stand der höchstrichterlichen Rechtsprechung zur Sittenwidrigkeit von Ratenkrediten erkennen konnte, daß der aus dem Kreditvertrag hergeleitete Anspruch bei Geltendmachung im Wege der Klage bereits an der gerichtlichen Schlüssigkeitsprüfung hätte scheitern müssen (BGH, Urteil vom 2. November 1989 - III ZR 144/88 - WM 1990, 391, 392 [BGH 02.11.1989 - III ZR 144/88]; Senatsurteil vom 28. April 1992 - XI ZR 193/91 - WM 1992, 977, 978).
Wenn sein Verlangen nicht aus besonderen Gründen mutwillig oder missbräuchlich erscheint, kommt es überhaupt nicht entscheidend darauf an, wie und warum der Kunde in die Lage geraten ist, das Kreditinstitut um Hilfe bei der Ergänzung seiner Unterlagen bitten zu, müssen (BGH -14.4.1988 - NJW-RR 1988, 1072 (1073); ders. - 28.11.1989 - NJW 1990, 1358; ders. - 28.4.1992 - NJW-RR 1992, 1072 (1073-74)).
Nichts anderes folgt aus der Rechtsprechung des XI. Zivilsenates, wonach ein Berechtigter gemäß § 242 BGB Auskunft über den Vertragsinhalt und Einsicht in dessen Vertragsunterlagen verlangen kann, wenn er wegen des Verlustes seines Vertragsexemplars über das Bestehen oder den Umfang seines Rechts im Ungewissen und wenn die Auskunft dem Verpflichteten unschwer, d. h. ohne diesen unbillig zu belasten, möglich ist (vgl. BGH vom 28.04.1992 -XI ZR 193/91- MDR 1992, 666).