Source: http://www.alg-ratgeber.de/viewtopic.php?t=24664&p=517696
Timestamp: 2019-07-19 10:24:04
Document Index: 219031664

Matched Legal Cases: ['§ 106', '§ 34', '§ 4', '§ 5', '§ 11', '§ 3']

15 Stunden Schichten - ALG-Ratgeber - Hilfe zur Selbsthilfe
15 Stunden Schichten
Beitrag von der ratlose » Fr 17. Mai 2019, 11:28
ich habe hier eine Geschichte liegen da hat jemand vom JC einen Arbeitgeber genannt bekommen.
Und der Arbeitgeber gibt nur 15 Stunden Schichten (Wachmann) vor.
Wenn keine Bereitschaft zu 15 Stundenschichten besteht dann kein Job.
Arbeitsgericht ? Diskriminierung weil man nicht bereit ist rechtswidrige Arbeitsschichten zu leisten.
Re: 15 Stunden Schichten
Beitrag von schimmy » Fr 17. Mai 2019, 12:08
Fr 17. Mai 2019, 11:28
Wurde der Arbeitgeber nur erwähnt oder ist ein VV mit RFB Rechtsfolgebelehrung ergangen?
15 Stunden am Stück zu arbeiten ist schon heftig,12 Stunden im Wachgewerbe sind schon viel aber durchaus auch gängige Praxis.
Beitrag von marsupilami » Fr 17. Mai 2019, 12:16
Gibt's in dem Bundesland einen Tarifvertrag für das Wach- und Sicherheitsgewerbe?
Der hier gilt für die Blau-Weißen im Süd-Osten von Schland. Paragraph 8:
https://www.juraforum.de/muster-vorlage ... itsgewerbe
Was sagt das Arbeitszeitgesetz?
https://www.arbeitsrechte.de/arbeitszeitgesetz/
Zwar gilt
Die Schichtarbeit legt der Arbeitgeber fest
Die Anordnung für den Schichtdienst gibt der Arbeitgeber, wobei der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht hat. Das Recht zur Arbeitszeitregelung steht laut § 106 Gewerbeordnung (GewO) dem Arbeitgeber zu:
Der Arbeitgeber kann Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung nach billigem Ermessen näher bestimmen.
So wird in vielen Berufen die Bereitschaft zum Schichtdienst vorausgesetzt. Trotzdem gelten für die Schichtarbeit strenge Gesetze, wie z. B. das Arbeitszeitgesetz .
15 h Schicht vor Ort, An-/Abfahrt 1 h = 17 h, da könnte es eng werden mit den Ruhezeiten bevor die nächste Schicht anfängt.
Hat der Laden nach § 34 Gewerbeordnung (GewO) eine Zulassung?
Ich denke, es lassen sich genügend Argumente finden, um dem JC klarzumachen, warum der Job nicht angetreten wird.
Beitrag von der ratlose » Fr 17. Mai 2019, 14:15
Das mit dem JC ist kein Thema.
Mich wundert nur die Unverfrorenheit dieser Firma, dieses auch noch so schriftlich zu bestätigen.
Im Wachgewerbe sind 12 Stunden Schichten relativ normal, aber nur wenn davon 4 Stunden reine Bereitschaft ist.
15 Stunden sind ein absoluter No Go, Arbeitsschutzgesetze,Tarifvertrag usw.
Da bekommt also jemand einen Job nicht, weil er nicht bereit ist 15 Stundenschichten zu absolvieren.
15 Stundenschichten sind definitv rechtswidrig.
Beitrag von marsupilami » Fr 17. Mai 2019, 14:35
Wenn Du bzw. der/die Betroffene da wirklich ein Faß aufmachen wollt, bringt das so nix.
Hab ich so nie gesagt, Mißverständnis, Aussage gegen Aussage.
Erst wenn ein schriftlicher AV von beiden Seiten gezeichnet ist, dann könnte man darüber nachdenken.
Muss man aber auch aufpassen, was in dem AV drinne steht.
Und dann geht das vor's Arbeitsgericht, wo jeder erstmal sein eigenes finanzielles Päckchen trägt.
D.h. auf die Übernahme von Anwalts- und sonst. Kosten muss die Gegenseite zusätzlich verklagt werden.
Hat der/die Betroffene den Nerv dazu?
Ne' "saubere Weste"? Nicht, dass man ihr/ihm noch was am Zeug flickt.
Solange das JC kein Problem ist, würde ich - da kein AV besteht - die Füsse stillhalten.
Ungesetzlich hin oder her.
Beitrag von HarzerUrvieh » Fr 17. Mai 2019, 15:50
Was ist denn dann mit Feuerwehr u. Co? Die "arbeiten" 24h-Schichten. Wenn in den 15h-Schichten ausreichend Ruhezeiten sind, dann wird es kein Problem geben. Das wissen wir aber nicht, oder?
Beitrag von der ratlose » Fr 17. Mai 2019, 17:28
email ping pong.
Der Bewerber bekommt eine mail wo drinn steht das er anfangen kann. Schicht ist von 18H00 bis 09h00.
Bewerber fragt nach ob ein Tippfehler vorliegt.
Die Firma negiert und führt aus das er vorbeikommen kann um den Arbeitsvertrag zu unterschreiben und die Dienstkleidung zu empfangen.
Bewerber mailt das 15 Stundenschichten für ihn nicht diskutabel sind.
Firma sagt das sie sich wieder melden wenn sie Aufträge reinbekommt wo er nur 12 Stunden (maximal erlaubte Arbeitszeit in dem Bereich) pro Schicht arbeiten könne.
Feuerwehr und Sanis sind extra Geschichten aber auch die haben 12 Stunden Ruhezeiten usw.
Beitrag von marsupilami » Fr 17. Mai 2019, 17:47
Das Arbeitszeitgesetz § 4 ArbZG sieht auch eine Pausenregelung vor. Das wissen wir.
Und wir wissen auch
Zwischen dem Ende einer täglichen Arbeitszeit und dem Beginn einer neuen täglichen Arbeitszeit müssen mindestens 11 Stunden ununterbrochene Ruhezeit liegen (§ 5 (1) ArbZG).
8. September 2017 at 20:21
hallo ich habe da mal eine frage ich sitze über eine Sicherheitsdienst Firma als Pfötnerin in einer Klinik und muss des öfteren 6 Tage/Nächte am stück arbeiten 4 schichten a 8 Std. und 2 schichten a 12 Std. ohne pause ist dieses Gesetzlich erlaubt?
9. Oktober 2017 at 13:29
dies ist gesetzlich nicht erlaubt. Sie sollten sich dementsprechend an einen Anwalt für Arbeitsrecht wenden.
https://www.arbeitsrechte.de/sicherheitsdienst/
Rene F. says
Ich habe folgende Frage. Wir arbeiten 12 Stunden täglich im Sicherheitsdienst. Wir sollen 11 bzw. 12 Tage am Stück durcharbeiten. Unsere Chefs sagen, dass wäre kein Problem, mit der Begründung : Nach § 11 Abs. 3 ArbZG ist für Sonn-und Feiertagsarbeit ein Ersatzruhetag notwendig, der für die Sonntagsarbeit innerhalb eines den Beschäftigungstag einschließenden Zeitraums von zwei Wochen zu gewähren ist. Heisst, Wenn jemand am Montag anfängt zu arbeiten und dann einschließlich der nächsten 2 Sonntage durcharbeitet, tritt die Verpflichtung zur Gewährung des Ersatzruhetages erst nach dem 1. Sonntag auf. Damit könnte also 7 + 12 Tage hintereinander gearbeitet werden. Somit sind im Extremfall auch 19 Arbeitstage in Folge möglich. Ist dies bei 12 Stunden Diensten richtig oder trifft dies bei einer 40 Stunden Woche zu ?
5. Dezember 2017 at 14:43
Hallo Rene F.,
zwölf Tage am Stück jeweils zwölf Stunden zu arbeiten, erscheint uns unter anderem in Bezug auf § 3 ArbZG etwas viel. Um sicherzugehen, wie sich das Ganze in Ihrem individuellen Fall verhält, sollten Sie allerdings einen Anwalt für Arbeitsrecht konsultieren.
Gleiche Quelle.
Oder auch mal bisken hier stöbern:
http://wachschutzforum.de/index.php/Thr ... Schichten/
Die 24-h-Schichten bei der Feuerwehr, Krankenhausärzte, sehen aber doch ein wenig anders aus und sind auch was anderes.
Beitrag von Günter » Fr 17. Mai 2019, 20:16
Wenn´s mich beträfe, ich würde mich nicht auf den Rat von juristischen Laien verlassen, ich würde einen Arbeitsrechtler fragen, da es mich nicht betrifft, werde ich schweigen.
Beitrag von Der Doc » Mo 1. Jul 2019, 15:01
Ich hab jahrelang als Werkschutzfachkraft gearbeitet, du hast jemand vom Fach
15h .. Gesetzeswiedrig !
Arbeitszeitschutzgesetz dies gilt auch für die Sicherheitsbranche in diesem ist ganz klar geregelt 10:00 reine Arbeitszeit bei 45min Pause 10:45. 12h Schicht sind erlaubt in der Sicherheitsbranche aber: Wie hier schon geschrieben dürfen davon maximal 10:00 Arbeitszeit sein ! Bei 12h Regelung müssen freizeiten sprich 60h/Woche freies WE etc... berücksichtig werden
Wenn er das Schriftlich hat sofort zum Gewerbeaufsichtsamt das für die Region zuständig ist wo der Hauptsitzt der Firma ist und es wird rauchen