Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=9%20C%20390/94
Timestamp: 2019-10-22 00:16:10
Document Index: 344755230

Matched Legal Cases: ['§ 133', '§ 139', '§ 60', '§ 60', '§ 124', '§ 60', '§ 60', '§ 60', '§ 60', '§ 60', 'BGH', '§ 60', '§ 60', '§ 60', '§ 60', '§ 133', '§ 139', '§ 146']

BVerwG, 07.03.1995 - 9 C 390.94 - dejure.org
BVerwG, 07.03.1995 - 9 C 390.94
https://dejure.org/1995,350
BVerwG, 07.03.1995 - 9 C 390.94 (https://dejure.org/1995,350)
BVerwG, Entscheidung vom 07.03.1995 - 9 C 390.94 (https://dejure.org/1995,350)
BVerwG, Entscheidung vom 07. März 1995 - 9 C 390.94 (https://dejure.org/1995,350)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1995,350) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Wiedereinsetzung - Rechtsmittelbegründungsfrist - Eigenverantwortliche Prüfung - Rechtsanwalt
VG Sigmaringen, 14.02.1994 - A 6 K 10776/92
NJW 1995, 2122
NVwZ 1995, 894 (Ls.)
VBlBW 1995, 387
Zwar trifft es zu, dass dort gefordert wird, der Prozessbevollmächtigte müsse nicht übliche Fristen, zu denen die im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht zu beachtenden Rechtsmittelbegründungsfristen gehörten, grundsätzlich selbst berechnen (so auch der dort zitierte Beschluss vom 7. März 1995 - BVerwG 9 C 390.94 - Buchholz a.a.O. Nr. 194) und ihre Wahrung eigenverantwortlich überwachen.
Das schließt es zwar nicht aus, dass er die Notierung, Berechnung und Kontrolle der üblichen Fristen in Rechtsmittelsachen, die in seiner Praxis häufig vorkommen und deren Berechnung keine Schwierigkeiten macht, gut ausgebildetem und sorgfältig beaufsichtigtem Büropersonal überlässt; zu den Fristen, deren Feststellung und Berechnung gut ausgebildetem und sorgfältig beaufsichtigtem Büropersonal überlassen werden darf, gehört aber nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) die in Verfahren vor diesem Gericht zu beachtende Rechtsmittelbegründungsfrist grundsätzlich nicht (BVerwG-Beschluss vom 7. März 1995 9 C 390/94, Neue Juristische Wochenschrift --NJW-- 1995, 2122).
Denn ein Prozessbevollmächtigter --im Finanzprozess auch ein mit der Prozessführung beauftragter Steuerberater-- hat den Ablauf einer Rechtsmittelbegründungsfrist jedenfalls dann eigenverantwortlich zu prüfen, wenn ihm die Akten im Zusammenhang mit einer fristgebundenen Prozesshandlung, insbesondere zu deren Bearbeitung, vorgelegt werden oder sich sonst die Notwendigkeit einer Überprüfung aufdrängt (Senatsurteil vom 29. April 2008 I R 67/06, BFHE 221, 201, BStBl II 2011, 55; s.a. BVerwG-Beschluss in NJW 1995, 2122;… Senatsbeschluss vom 3. September 2002 I R 59/01, BFH/NV 2003, 181).
VGH Bayern, 17.10.2007 - 21 ZB 07.1741
Verwaltungsprozessrecht: Maßnahmen zur Fristenüberwachung // Frist für Begründung …
Der Rechtsanwalt hat den Ablauf der Begründungsfrist stets eigenverantwortlich zu prüfen, wenn ihm die Akten im Zusammenhang mit dieser fristgebundenen Prozesshandlung vorgelegt werden (im Anschluss an BVerwG vom 7.3.1995 NJW 1995, 2122 = BayVBl 1995, 570).
Dies gilt aber anerkanntermaßen nicht für schwierigere Fristen wie etwa die Frist zur Begründung der Revisionszulassungsbeschwerde (§ 133 Abs. 3 VwGO) und die Revisionsbegründungsfrist nach § 139 Abs. 3 VwGO (vgl. BVerwG vom 7.3.1995 NJW 1995, 2122 = BayVBl 1995, 570).
Da ihm dazu offensichtlich die Akten vorgelegen haben, hätte er alle zur Fristwahrung erforderlichen Umstände, auch die richtige Adressierung des Begründungsschriftsatzes, eigenverantwortlich prüfen müssen (vgl. BVerwG vom 7.3.1995 a.a.O.), zumal ihm bekannt war, dass die Frist am 20. August 2007 endete (Schriftsatz vom 20.8.2007 mit der Angabe "Fristende 20.08.2007") und er vom Verwaltungsgerichtshof ausdrücklich darauf hingewiesen worden war, dass die Frist nicht verlängerbar sei.
Diese Verpflichtung, von der ihn auch Anweisungen an das Büropersonal nicht befreien konnten (vgl. BVerwG vom 7.3.1995 a.a.O. mit weiteren Rechtsprechungshinweisen), hat der Bevollmächtigte des Klägers nicht mit der gebotenen Sorgfalt wahrgenommen.
vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 7. März 1995 - 9 C 390.94 -, NJW 1995, 2122 = juris Rn.11 f., und vom 14. Februar 1992 - 8 B 121.91 -, Buchholz 310 § 60 VwGO Nr. 176 = juris Rn. 3 f.
vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 26. November 2004 5 B 33.04 -, juris Rn. 3 und vom 7. März 1995 - 9 C 390.94 -, NJW 1995, 2122 = juris Rn. 11 f.; Bier, in: Schoch/Schmidt-Aßmann/Pietzner, a.a.O., § 60 Rn. 5; Seibert, in: Sodan/Ziekow, a.a.O., § 124a Rn. 70.
a) Dabei kann dahinstehen, ob der im Schriftsatz vom 28. Februar 2000 geschilderte Verlauf mit der seinen Kern bildenden Behauptung, der Klägerbevollmächtigte selbst habe die Fristberechnung vorgenommen und auf dem angefochtenen Urteil vermerkt, aber die - ansonsten zuverlässige - Rechtsanwaltsgehilfin habe sich hierüber hinweggesetzt und gewissermaßen eigenmächtig eine andere Frist berechnet, schlüssig auf fehlendes entscheidungserhebliches Verschulden des Bevollmächtigten führt (vgl. allgemein zur Sorgfaltspflicht des Bevollmächtigten bei der Notierung von Rechtsmittelbegründungsfristen: BVerwG, Beschluß vom 7. März 1995 - BVerwG 9 C 390.94 - Buchholz 310 § 60 VwGO Nr. 194 m.w.N.; vgl. auch Beschluß vom 30. Juli 1997 - BVerwG 11 B 23.97 - Buchholz 310 § 60 VwGO Nr. 212 zu den erforderlichen organisatorischen Vorkehrungen, damit eine Frist korrekt eingetragen wird):.
47 vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 14. Februar 1992 - 8 B 121.91 -, Buchholz 310 § 60 VwGO Nr. 176 = juris Rn. 3 f., und vom 7. März 1995 - 9 C 390.94 -, NJW 1995, 2122 = juris Rn.11 f.
52 vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 26. November 2004 - 5 B 33.04 -, juris Rn. 3 und vom 7. März 1995 - 9 C 390.94 -, NJW 1995, 2122 = juris Rn.11 f.; Bier, in: Schoch/Schmidt-Aßmann/Pietzner, a.a.O., § 60 Rn. 45.
56 vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 3. Dezember 2002 - 1 B 429.02 -, NVwZ 2003, 868 = juris Rn. 8, vom 14. Februar 1992 - 8 B 121.91 -, Buchholz 310 § 60 VwGO Nr. 176 = juris Rn. 3 f., und vom 7. März 1995 - 9 C 390.94 -, NJW 1995, 2122 = juris Rn.11 f.; BGH, Beschluss vom 13. Februar 2003 - V ZR 422/02 -, NJW 2003, 1528 = juris Rn. 7 f.; Bier, in: Schoch/Schmidt-Aßmann/Pietzner, a.a.O., § 60 Rn. 45; Czybulka, in Sodan/Ziekow, a.a.O., § 60 Rn.72 f.; von Albedyll, in: Bader/Funke-Kaiser/ Kuntze/von Albedyll, a.a.O., § 60 Rn. 12.
Rspr.; vgl. nur BVerwG, Beschlüsse vom 28. Februar 2002 - 6 C 23.01 -, juris, Rn. 6, und vom 7. März 1995 - 9 C 390.94 -, NJW 1995, 2122 = juris, Rn. 11.
vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 28. Februar 2002 6 C 23.01 -, juris, Rn. 6, und vom 7. März 1995 9 C 390.94 -, NJW 1995, 2122 = juris, Rn. 11; OVG NRW, Beschluss vom 24. Oktober 2003 - 12 A 5511/00 -, NVwZ-RR 2004, 221; VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 7. August 2003 - 11 S 1201/03 -, NVwZ-RR 2004, 222; OVG Berlin, Beschluss vom 14. Januar 2005 - 5 N 78.04 -, juris, Rn. 5; Bay. VGH, Beschluss vom 5. Juli 2005 - 11 ZB 05.1223 -, juris, Rn. 4.
Rspr.; vgl. nur BVerwG, Beschluss vom 7. März 1995 - 9 C 390.94 -, NJW 1995, 2122 = juris, Rn. 12; Nds. OVG, Beschluss vom 20. Januar 2010 - 2 NB 400/09 -, NJW 2010, 1391 = juris, Rn. 8; Bay. VGH, Beschlüsse vom 5. Juli 2005 - 11 ZB 05.1223 -, juris, Rn. 7, und vom 15. November 2007 - 16b D 07.952 , juris, Rn. 38; OVG NRW, Beschluss vom 12. April 2007 - 6 A 940/07 -, juris, Rn. 8 ff.
Das schließt es zwar nicht aus, daß er die Notierung, Berechnung und Kontrolle der üblichen Fristen in Rechtsmittelsachen, die in seiner Praxis häufig vorkommen und deren Berechnung keine Schwierigkeiten macht, gut ausgebildetem und sorgfältig beaufsichtigtem Büropersonal überläßt (BVerwG NJW 1995, 2122;… BSG aaO).
Allerdings darf er die Berechnung der üblichen Fristen in Rechtsmittelsachen, die in seiner Praxis häufig vorkommen und deren Berechnung keine Schwierigkeiten bereitet, gut ausgebildetem und sorgfältig beaufsichtigtem Büropersonal überlassen (vgl. nur Bundesverwaltungsgericht, Beschluss vom 7. März 1995 - BVerwG 9 C 390.94 - NJW 1995, 2122, 2123 m.w.N. und Beschluss vom 28. Februar 2002 - BVerwG 6 C 23.01 - Buchholz 310 § 60 VwGO Nr. 243).
Von dieser Pflicht zur eigenverantwortlichen Fristenkontrolle können Anweisungen an das Büropersonal bezüglich der Fristenwahrung nicht befreien (vgl. Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts vom 7. März 1995, a.a.O., S. 2123 m.w.N.).
Dies gilt aber anerkanntermaßen nicht für schwierigere Fristen wie etwa die Frist zur Begründung der Revisionszulassungsbeschwerde (§ 133 Abs. 3 Satz 1 VwGO), die Revisionsbegründungsfrist nach § 139 Abs. 3 Satz 1 VwGO (vgl. Bundesverwaltungsgericht, Beschluss vom 7. März 1995 - BVerwG 9 C 390.94 -, juris Rn. 11) und die Beschwerdebegründungsfrist nach § 146 Abs. 4 Satz 1 VwGO (…vgl. Beschluss des Senats vom 20. Mai 2019 - OVG 5 S 29.18 -, juris Rn. 4).
VGH Hessen, 24.09.2008 - 5 A 1486/08
Eigenverantwortliche Überprüfung von Rechtsmittelbegründungsfristen durch einen …
VGH Baden-Württemberg, 12.06.2007 - A 9 S 315/07
Asylverfahren - Notwendigkeit der Berechnung und Überprüfung der zweiwöchigen …
BVerwG, 28.02.2002 - 6 C 23.01
Voraussetzungen für die Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand - Pflichten …
VGH Baden-Württemberg, 07.08.2003 - 11 S 1201/03
Fristeinhaltung durch Behörde: Wiedereinsetzung - Verschulden - Umstellung auf …
OVG Nordrhein-Westfalen, 24.01.2008 - 13 E 50/08
Zulässigkeit der Beschwerde gegen eine Streitwertfestsetzung; Beginn der Frist …
OVG Nordrhein-Westfalen, 01.04.2014 - 6 A 408/14
Wiedereinsetzung in die Frist zur Begründung des Antrags auf Zulassung der …
BVerwG, 06.09.2005 - 5 B 10.05
Zulässigkeit einer Übertragung der Einhaltung der Rechtsmittelbegründungsfrist an …
BVerwG, 05.10.2000 - 6 C 17.00
BVerwG, 15.08.2000 - 3 C 22.00
Antrag auf Fristverlängerung nach Ablauf der eigentlichen Frist - Pflicht des …
BVerwG, 30.12.1999 - 7 PKH 70.99
OVG Berlin-Brandenburg, 20.05.2019 - 5 S 29.18
Beschwerde; vorläufiger Rechtsschutz; Versäumung der Beschwerde- und …
BVerwG, 07.12.2000 - 7 B 141.00
OVG Nordrhein-Westfalen, 24.01.2008 - 13 E 40/08
Versäumung der Beschwerdefrist aufgrund eines anwaltlichen Verschuldens; …
OVG Nordrhein-Westfalen, 06.10.2005 - 1 B 1550/05
Bemessung des Streitwertes in Fällen der Feststellung des Verlustes der …
OVG Niedersachsen, 30.06.2004 - 12 LB 51/04
Der Zeitpunkt der Zustellung an einen Rechtsanwalt ergibt sich aus dem …
VGH Bayern, 11.06.2018 - 20 ZB 18.911
Unzulässiger Berufungszulassungsantrag wegen Anwaltsverschuldens bei Irrtum über …
BVerwG, 02.02.2011 - 6 C 44.10
OVG Nordrhein-Westfalen, 05.08.2010 - 6 A 2083/08
Wiedereinsetzung in die Begründungsfrist bei unterlassener eigenverantwortlicher …
BVerwG, 30.12.1999 - 7 B 184.99
Erfolgsaussichten einer Nichtzulassungsbeschwerde - Versäumung der …
OVG Nordrhein-Westfalen, 10.05.2012 - 6 A 128/12
BVerwG, 01.02.2012 - 2 B 131.11
VGH Bayern, 28.10.2011 - 10 CE 11.2237
Organisationsverschulden des Bevollmächtigten; Überwachung der …
OVG Sachsen, 13.04.2011 - 4 A 650/10
Berufungsbegründungsfrist, Wiedereinsetzung, Verschulden, Rechsanwalt, …
BVerwG, 29.11.1996 - 1 B 240.96
OVG Sachsen, 29.09.2014 - 3 A 273/14
Versäumung der Berufungsbegründungsfrist, Wiedereinsetzung, Verschulden des …
BVerwG, 05.10.2000 - 6 PKH 8.00