Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=11.05.1988&Aktenzeichen=3%20StR%20110/88
Timestamp: 2019-07-17 05:29:46
Document Index: 226024093

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 223', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 226', '§ 226', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 226', 'BGH', 'BGH', '§ 226', 'BGH', '§ 226', '§ 226', 'BGH', '§ 226', 'BGH', 'BGH', '§ 226']

BGH, 11.05.1988 - 3 StR 110/88 - dejure.org
https://dejure.org/1988,5699
BGH, 11.05.1988 - 3 StR 110/88 (https://dejure.org/1988,5699)
BGH, Entscheidung vom 11.05.1988 - 3 StR 110/88 (https://dejure.org/1988,5699)
BGH, Entscheidung vom 11. Mai 1988 - 3 StR 110/88 (https://dejure.org/1988,5699)
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In dem tödlichen Ausgang muß sich die dem Grundtatbestand des § 223 StGB anhaftende eigentümliche Gefahr niedergeschlagen haben (BGH NJW 1971, 152; BGH bei Dallinger MDR 1976, 16; BGH bei Holtz MDR 1982, 102; BGHSt 31, 96, 98; 32, 25, 27; BGH JR 1986, 380; BGHR StGB § 226 Todesfolge 1 und 2; Beschluß des Senats vom 29. Oktober 1991 - 5 StR 473/91 -).
Das Hervorrufen einer solchen der Körperverletzung eigenen Todesgefahr allein genügt freilich nicht; sie muß sich auch im tödlichen Erfolg niedergeschlagen haben, um die Anwendung des § 226 Abs. 1 StGB zu begründen (vgl. BGHSt 31, 96, 98; 32, 25, 28; 33, 322, 323 [BGH 18.09.1985 - 2 StR 378/85]; BGHR StGB § 226 Todesfolge 1 und 2; BGH, NJW 1971, 152; bei Holtz, MDR 1982, 102).
Aber auch für die Tritte gegen den Körper gilt dies, da hierdurch lebenswichtige Organe geschädigt werden können (vgl. etwa BGHR StGB § 226, Todesfolge 1 und 12).
Ein Fall, in dem die Todesfolge einer Körperverletzung auch auf eine weniger naheliegende Verkettung unglücklicher Begleitumstände zurückgeht (vgl. BGHR StGB § 226 Todesfolge 1 und 6), liegt hier nicht vor.
Hat - wie das Landgericht meint - der Angeklagte in der ersten Phase nur mit Körperverletzungsvorsatz gehandelt, dagegen in der zweiten Phase "unbewußt" (was nichts anderes bedeuten kann als ohne Vorsatz), so könnte es zwischen der (gefährlichen) Körperverletzung und dem Tod des Opfers an dem für § 226 StGB vorausgesetzten unmittelbaren Zusammenhang (vgl. dazu BGHR StGB § 226 Todesfolge 1 und 2) fehlen.
Die Vorschrift setzt vielmehr voraus, daß sich in dem tödlichen Ausgang gerade eine solche Gefahr verwirklicht hat, die der Körperverletzung in spezifischer Weise anhaftete (BGHSt 31, 96, 98; 32, 25, 27; BGHR StGB § 226 Todesfolge 1).