Source: http://www.insoinfo.de/pages/insolvenzrecht/227-Auffanggesellschaften+%28+echte+und+unechte+%29
Timestamp: 2017-04-23 11:58:47
Document Index: 346625848

Matched Legal Cases: ['§ 613', '§ 25', '§ 25', '§ 129', '§ 613', 'BGH']

Auffanggesellschaften ( echte und unechte )
Bei Sanierungsgesellschaften bleibt das Not leidende Unternehmen rechtsidentisch mit der Sanierungsgesellschaft. Bei der Sanierungsgesellschaft kommen regelmäßig neue Gesellschafter hinzu.Im Gegensatz zur Sanierungsgesellschaft handelt es sich bei der Auffanggesellschaft um eine rechtlich neue Gesellschaft, die das Krisenunternehmen mit Anlage- und Umlaufvermögen entweder aus der Insolvenz oder vorher zum Zerschlagungswert übernimmt.Begrifflich unterscheidet man zwischen der echten und der unechten Auffanggesellschaft: 1. Echte AuffanggesellschaftDie echte Auffanggesellschaft ist auf Zeit angelegt, rechtlich selbständig, von Gläubigern oder von Dritten gegründet. Zielstellung ist das Schuldnerunternehmen weiterzuführen bis zur nachhaltigen Gesundung oder optimalen Verwertung.Durch einen geschlossenen Pacht-oder Treuhandvertrag werden die Nachteile einer echten Übernahme z.B Umsatzsteuer, Grunderwerbsteuer und Formerfordernisse vermieden.§ 613 a BGB findet Anwendung, d.h. die Auffanggesellschaft tritt in die Rechte und Pflichten aus den im Zeitpunkt des Übergangs bestehenden Arbeitsverhältnissen ein. § 25 Abs. 1 S. 1 HGB findet ebenfalls Anwendung, d.h. die Auffanggesellschaft haftet für alle Verbindlichkeiten des früheren Inhabers.2. Unechte AuffanggesellschaftDie unechte Auffanggesellschaft ist rechtlich selbständig und von Gläubigern oder Dritten gegründet. Die Gesellschaft erwirbt das Vermögen des Not leidenden Unternehmens, ohne gleichzeitig auch die Schulden zu übernehmen. Soweit der Kaufpreis dem tatsächlichen Wert des Unternehmens entspricht, kommt eine Übernahmehaftung nach § 25 HGB nicht in Betracht. Auch die Insolvenzanfechtung nach §§ 129 ff InsO scheidet aus.§ 613 a BGB kann auch bei der unechten Auffanggesellschaft nicht ausgeschlossen werden. 28.02.2008
Gescheiterte Sanierung einer Auffanggesellschaft – verdeckte Sacheinlage
BGH, Urteil vom 18. Februar 2008 – II ZR 132/06 – "Rheinmöve"