Source: https://www.rechtslupe.de/sozialrecht/kosten-fuer-gebaerdensprachdolmetscher-beim-berufsschulunterricht-366452
Timestamp: 2020-04-07 03:05:33
Document Index: 283036151

Matched Legal Cases: ['§ 103', '§ 118', '§ 114', '§ 33', '§ 114', '§ 33', '§ 114', '§ 33', '§ 60', '§ 99', '§ 97', '§ 98', '§ 99', '§ 97', '§ 98', '§ 60', '§ 60', '§ 99', '§ 103', '§ 118', '§ 33', '§ 114', '§ 33', '§ 114', '§ 33', '§ 33', 'Art 3', '§ 114', '§ 103', '§ 103', '§ 98', '§ 33', '§ 103', '§ 33', '§ 103', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 11', '§ 33', 'Art 3', '§ 114', '§ 33', '§ 114', '§ 33', '§ 102', '§ 33', '§ 64', '§ 40', '§ 60', '§ 60', '§ 33', '§ 103', '§ 103', '§ 33', '§ 101', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33']

Kos­ten für Gebär­den­sprach­dol­met­scher beim Berufs­schul­un­ter­richt | Rechtslupe
Die Bun­des­agen­tur für Arbeit hat im Rah­men der För­de­rung der berufli­chen Aus­bil­dung eines Gehör­lo­sen auch die Kos­ten für den Ein­satz von Gebärdendolmet­schern im Berufs­schul­un­ter­richt zu tra­gen.
Die in § 103 SGB III aF (ab 1.4.2012 § 118 SGB III) defi­nier­ten beson­de­ren Leis­tun­gen umfass­ten bis zum Inkraft­tre­ten des SGB IX (1.7.2001) in Nr 4 die ? in § 114 SGB III aF näher erläu­ter­ten ? "sons­ti­gen Hil­fen", die seit­her ? im Wesent­li­chen inhalts­gleich ? in § 33 Abs 3 Nr 6, Abs 8 SGB IX gere­gelt sind. Wie schon nach § 114 SGB III aF han­delt es sich um kei­nen abschlie­ßen­den Kata­log. Der Gesetz­ge­ber hat anläss­lich der Einfüh­rung des SGB IX das SGB III bewusst ledig­lich redak­tio­nell geän­dert und nach der Gesetzes­be­gründung durch § 33 Abs 8 SGB IX den bis­he­ri­gen § 114 SGB III aF ver­all­ge­mei­nert. Auf die­ser Grund­la­ge aber gehö­ren zu den beson­de­ren Leis­tun­gen bei der För­de­rung der beruf­li­chen Aus­bildung auch die Kos­ten für den Ein­satz eines Gebär­den­dol­met­schers bei Berufs­schul­un­ter­richt; sie sind eine sons­ti­ge Hil­fe iS des § 33 Abs 3 Nr 6 iVm Abs 8 SGB IX. Abwei­chen­des ergibt sich auch nicht mit Blick auf § 60 Abs 1 iVm § 99 SGB III aF. Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt schließt sich damit im Ergeb­nis der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts 1 an.
Rechts­grund­la­ge für einen Anspruch des Betrof­fe­nen gegen die Beklag­te auf Erbrin­gung von Leis­tun­gen zur Teil­ha­be am Arbeits­le­ben sind § 97 Abs 1, § 98 Abs 1 Nr 2, Abs 2 SGB III 2 iVm §§ 99, 103 SGB III aF. Nach § 97 Abs 1, § 98 Abs 1 Nr 2, Abs 2 SGB III aF kön­nen behin­der­ten Men­schen Teil­ha­be­leis­tun­gen, ins­be­son­de­re auch ergän­zen­de Leis­tun­gen, ua erbracht wer­den, um deren Erwerbs­fä­hig­keit her­zu­stel­len. Anders als von der Beklag­ten ange­nom­men sind Leis­tun­gen im Berufs­schul­be­reich nicht bereits des­halb aus ihrem Zustän­dig­keits­be­reich aus­ge­nom­men, weil § 60 SGB III aF eine beruf­li­che Aus­bil­dung nur dann als för­de­rungs­fä­hig ansieht, wenn sie in einem – etwa nach dem Berufs­bil­dungs­ge­setz – aner­kann­ten Aus­bil­dungs­be­ruf erfolgt, von "schu­li­scher Aus­bil­dung" dort also nicht die Rede ist. Denn zum einen erfolg­te die För­de­rung der beruf­li­chen Aus­bil­dung, zu der der Berufs­schul­un­ter­richt als Block­un­ter­richt gehör­te (dua­le Aus­bil­dung), als "Reha-spe­zi­fi­sche Ein­zel­maß­nah­me" ohne eine Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen prak­ti­schem und schu­li­schem Teil der Aus­bil­dung. Dies wäre auch sach­wid­rig gewe­sen; denn die betrieb­li­che Aus­bil­dung wird nicht des­halb zu einer von § 60 Abs 1 SGB III aF nicht erfass­ten schu­li­schen Aus­bil­dung, weil sie im Rah­men des berufs­ord­nungs­ge­mä­ßen Ver­laufs Tei­le mit Berufs­schul­un­ter­richt (hier Block­un­ter­richt) ent­hält 3. Dar­über hin­aus han­delt es sich bei der Ein­glie­de­rung des Betrof­fe­nen nicht um die all­ge­mei­ne För­de­rung der Berufs­aus­bil­dung nach dem Fünf­ten Abschnitt des SGB III aF, son­dern um eine För­de­rung der Teil­ha­be eines behin­der­ten Men­schen am Arbeits­le­ben nach dem Sieb­ten Abschnitt des SGB III aF. Gemäß § 99 SGB III aF rich­ten sich die all­ge­mei­nen und beson­de­ren Leis­tun­gen aber nur nach den Vor­schrif­ten des Fünf­ten Abschnitts (För­de­rung der Berufs­aus­bil­dung), soweit nach­fol­gend nichts Abwei­chen­des bestimmt ist.
Abwei­chen­des im Leis­tungs­rah­men ergibt sich jedoch aus § 103 SGB III aF (ab 1.04.2012 § 118 SGB III), der die im Drit­ten Unter­ab­schnitt des Sieb­ten Abschnitts des SGB III aF behan­del­ten beson­de­ren Leis­tun­gen näher defi­niert, iVm § 33 Abs 3 Nr 6 und Abs 8 SGB IX. Zu den beson­de­ren Leis­tun­gen zäh­len auch die bis zum 30.06.2001 in § 114 SGB III 4 gere­gel­ten "sons­ti­gen Hil­fen", die mit Inkraft­tre­ten des SGB IX (01.07.2001) in § 33 Abs 3 Nr 6, Abs 8 SGB IX über­nom­men wor­den sind. Die­se Hil­fen umfas­sen "ins­be­son­de­re" die bis­her in § 114 Nr 1 bis 5 SGB III aF näher umschrie­be­nen Auf­wen­dun­gen und Leis­tun­gen, die sich heu­te in § 33 Abs 3 Nr 6 iVm Abs 8 SGB IX – ergänzt um die Kos­ten einer not­wen­di­gen Arbeits­as­sis­tenz – wie­der­fin­den. Damit ersetzt (bzw "ver­all­ge­mei­nert" 5) § 33 Abs 3 Nr 6 iVm Abs 8 SGB IX den bis­he­ri­gen, durch Art 3 SGB IX auf­ge­ho­be­nen § 114 SGB III 6. Dem­entspre­chend ist § 103 SGB III aF dahin­ge­hend redak­tio­nell über­ar­bei­tet wor­den, dass dort ua die Nr 4 (betref­fend die sons­ti­gen Hil­fen) auf­ge­ho­ben wor­den ist 7. Damit sind die sons­ti­gen Hil­fen als beson­de­re Leis­tun­gen iS des § 103 SGB III aF nicht ent­fal­len, son­dern als beson­de­re Leis­tun­gen zur Teil­ha­be am Arbeits­le­ben (vgl die eben­falls ab 01.07.2001 erfolg­te Neu­fas­sung des § 98 SGB III) in § 33 Abs 3 Nr 6 und Abs 8 SGB IX gere­gelt. Die Strei­chung des § 103 Nr 4 SGB III aF ist des­halb auch nicht als Rege­lungs­lü­cke zu inter­pre­tie­ren, soweit Auf­wen­dun­gen für sons­ti­ge Hil­fen iS des § 33 Abs 3 Nr 6 SGB IX – wie hier – kei­ne Teil­nah­me­kos­ten für eine Maß­nah­me (§ 103 Nr 3 SGB III aF) sind 8. Denn die Auf­zäh­lung der beson­de­ren Leis­tun­gen in Satz 1 der Vor­schrift ist nicht abschlie­ßend; sub­si­di­är gel­ten die Vor­schrif­ten des SGB IX 9. Zu den beson­de­ren Leis­tun­gen zählt aber auch die Über­nah­me der Kos­ten für einen Gebär­den­sprach­dol­met­scher.
Die Klä­ge­rin hat auch eine beson­de­re Leis­tung zur Teil­ha­be am Arbeits­le­ben erbracht. Die Über­nah­me der Auf­wen­dun­gen für den Ein­satz der Gebär­den­sprach­dol­met­scher zur Ermög­li­chung der Teil­nah­me des Berech­tig­ten am Berufs­schul­un­ter­richt als schu­li­schem Teil einer dua­len Aus­bil­dung ist eine Leis­tung zur Teil­ha­be am Arbeits­le­ben iS von § 33 Abs 1 SGB IX. Zwar unter­fällt die Leis­tung weder § 33 Abs 3 Nr 4 noch § 33 Abs 3 Nr 6 iVm Abs 8 S 1 Nr 3 SGB IX. Es han­delt sich jedoch um eine sons­ti­ge Hil­fe zur För­de­rung der Teil­ha­be am Arbeits­le­ben nach § 33 Abs 3 Nr 6 SGB IX.
Gemäß § 33 Abs 1 SGB IX wer­den zur Teil­ha­be am Arbeits­le­ben die erfor­der­li­chen Leis­tun­gen erbracht, um die Erwerbs­fä­hig­keit Behin­der­ter oder von Behin­de­rung bedroh­ter Men­schen ent­spre­chend ihrer Leis­tungs­fä­hig­keit zu erhal­ten, zu ver­bes­sern, her­zu­stel­len oder wie­der­her­zu­stel­len und ihre Teil­ha­be am Arbeits­le­ben mög­lichst auf Dau­er zu sichern. Nach Abs 3 Nr 4 der Vor­schrift umfas­sen die Leis­tun­gen ins­be­son­de­re die beruf­li­che Aus­bil­dung, auch soweit die Leis­tun­gen in einem zeit­lich nicht über­wie­gen­den Abschnitt schu­lisch durch­ge­führt wer­den. Die Leis­tun­gen zur beruf­li­chen Aus­bil­dung (Nr 4) zie­len auf das erst­ma­li­ge Erlan­gen einer abge­schlos­se­nen Berufs­aus­bil­dung 10. Dem­ge­mäß dien­te die Finan­zie­rung des Ein­sat­zes von Gebär­den­sprach­dol­met­schern der beruf­li­chen Reha­bi­li­ta­ti­on des Betrof­fe­nen. Denn der Ein­satz der Gebär­den­sprach­dol­met­scher erfolg­te in einem die beruf­li­che Aus­bil­dung beglei­ten­den, die­se nicht über­wie­gen­den Berufs­schul­un­ter­richt; er war mit­hin auf die Her­stel­lung der Erwerbs­fä­hig­keit des Berech­tig­ten gerich­tet.
Unmit­tel­bar aus § 33 Abs 3 Nr 4 SGB IX ergibt sich der Anspruch des Betrof­fe­nen auf Kos­ten­über­nah­me für einen Gebär­den­sprach­dol­met­scher indes nicht. Denn die­se Vor­schrift betrifft nur die beruf­li­che Aus­bil­dung als sol­che. Hier­zu zäh­len nur Leis­tun­gen, die selbst Teil der Aus­bil­dung sind 11. Als inte­grier­ter Bestand­teil der Aus­bil­dung ist der Ein­satz von Gebär­den­sprach­dol­met­schern aber nicht zu ver­ste­hen. Denn der Gebär­den­sprach­dol­met­scher fun­giert ledig­lich als Sprach­mitt­ler des Aus­bil­den­den 12.
Auch § 33 Abs 3 Nr 6 SGB IX beschreibt den Anspruch auf die strei­ti­ge Leis­tung nicht direkt. Nach die­ser Vor­schrift umfas­sen die Leis­tun­gen zur Teil­ha­be am Arbeits­le­ben auch sons­ti­ge Hil­fen zur För­de­rung, um behin­der­ten Men­schen eine ange­mes­se­ne und geeig­ne­te Beschäf­ti­gung oder eine selb­stän­di­ge Tätig­keit zu ermög­li­chen und zu erhal­ten; die­se Hil­fen wer­den in Abs 8 der Vor­schrift bei­spiel­haft kon­kre­ti­siert. Gemäß § 33 Abs 8 S 1 Nr 3 SGB IX umfas­sen die Leis­tun­gen nach Abs 3 Nr 6 auch die Kos­ten einer not­wen­di­gen Arbeits­as­sis­tenz für schwer­be­hin­der­te Men­schen als Hil­fe zur Erlan­gung eines Arbeits­plat­zes. Bei dem Ein­satz von Gebär­den­sprach­dol­met­schern ging es hier aber nicht um die Erlan­gung eines Arbeits­plat­zes, son­dern um die Ermög­li­chung der Teil­nah­me des Berech­tig­ten am Berufs­schul­un­ter­richt als schu­li­schem Teil der dua­len Aus­bil­dung. Der erfolg­rei­che Abschluss der Berufs­aus­bil­dung ist ledig­lich Vor­aus­set­zung für die Erlan­gung eines Arbeits­plat­zes und zielt selbst nicht auf des­sen Ver­mitt­lung; dies lässt schon die Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen der beruf­li­chen Aus­bil­dung iS des Abs 3 Nr 4 und dem Arbeits­platz iS des Abs 3 Nr 1 und Abs 8 S 1 Nr 3 des Geset­zes erken­nen 13.
Die För­de­rung des Ein­sat­zes von Gebär­den­sprach­dol­met­schern ist jedoch ein in § 33 Abs 8 SGB IX nicht näher kon­kre­ti­sier­ter Fall einer sons­ti­gen Hil­fe zur För­de­rung der Teil­nah­me am Arbeits­le­ben iS des § 33 Abs 3 Nr 6 SGB IX. Denn die in § 33 Abs 3 und Abs 8 S 1 SGB IX ent­hal­te­nen Leis­tungs­ka­ta­lo­ge sind nicht abschlie­ßend. Dies folgt aus der Wort­wahl in § 33 Abs 3 SGB IX, wonach "ins­be­son­de­re" die unter 1. bis 6. ange­spro­che­nen Auf­wen­dun­gen und Hil­fen von dem Begriff der Teil­ha­be am Arbeits­le­ben umfasst wer­den 14. Die­se Anga­ben wer­den durch Abs 8 S 1 der Vor­schrift ledig­lich kon­kre­ti­siert; denn dort heißt es, dass Leis­tun­gen nach Abs 3 Nr 1 bis 6 "auch" die nun näher in Abs 8 S 1 Nr 1 bis 6 beschrie­be­nen Maß­nah­men und Leis­tun­gen umfas­sen.
Die sons­ti­gen Hil­fen iS des § 33 Abs 3 Nr 6 SGB IX ste­hen im Zusam­men­hang mit der beruf­li­chen Tätig­keit behin­der­ter Men­schen. Die­se Rege­lung hat – wegen der Ver­wen­dung des Wor­tes "ins­be­son­de­re" im Ein­lei­tungs­satz – die Funk­ti­on eines Auf­fang­tat­be­stands; sie wie­der­holt und kon­kre­ti­siert in ihrem zwei­ten Teil ledig­lich das in Abs 1 der Vor­schrift bereits aus­ge­drück­te Rege­lungs­ziel 15. Ihr Ziel ist es mit­hin, die beruf­li­che Ein­glie­de­rung behin­der­ter Men­schen in die Gesell­schaft umfas­send zu för­dern. Da hier­zu – wie bereits aus­ge­führt – auch die beglei­ten­de schu­li­sche Berufs­aus­bil­dung zählt, gehört auch die aus­bil­dungs­be­glei­ten­de per­sön­li­che Hil­fe (hier: durch Gebär­den­sprach­dol­met­scher) zu den Auf­wen­dun­gen und Leis­tun­gen, die zur Ein­glie­de­rung in das Erwerbs­le­ben geleis­tet wer­den. In der Geset­zes­be­grün­dung zu § 33 SGB IX 16 heißt es dazu: "Die Vor­schrift beschreibt in den Absät­zen 1 und 3, wel­che Leis­tun­gen zur Teil­ha­be am Arbeits­le­ben von den hier­für zustän­di­gen Reha­bi­li­ta­ti­ons­trä­gern zu erbrin­gen sind. Die Auf­zäh­lung der wich­tigs­ten Leis­tun­gen in Absatz 3 stimmt weit­ge­hend mit § 11 Abs 2 Reha­bi­li­ta­ti­ons-Anglei­chungs­ge­setz und den ent­spre­chen­den Rege­lun­gen für die ein­zel­nen Trä­ger über­ein." Neu­es Recht ist mit­hin nicht geschaf­fen wor­den.
Dass § 33 Abs 3 Nr 6 iVm Abs 8 SGB IX den frü­he­ren, durch Art 3 SGB IX auf­ge­ho­be­nen § 114 SGB III ersetzt, ist bereits oben zu 4c erläu­tert wor­den. Ent­ge­gen den Aus­füh­run­gen der Beklag­ten ist mit den seit dem 1.07.2001 in § 33 Abs 3 Nr 6 SGB IX ver­an­ker­ten sons­ti­gen Hil­fen auch inso­weit kei­ne Rechts­än­de­rung gegen­über dem bis zum 30.06.2001 in § 114 SGB III aF ver­an­ker­ten Rechts­zu­stand ein­ge­tre­ten. Die Leis­tungs­ka­ta­lo­ge bei­der Vor­schrif­ten waren und sind offen aus­ge­stal­tet, womit der Gesetz­ge­ber dem Bestre­ben Aus­druck ver­lie­hen hat, die Mög­lich­keit einer beruf­li­chen Ein­glie­de­rung des behin­der­ten Men­schen in jeder Hin­sicht grund­sätz­lich aus­zu­schöp­fen 17. Wie die Beklag­te im Übri­gen selbst aus­führt 18, zäh­len nach ihrer Wei­sungs­la­ge zu den sons­ti­gen Hil­fen iS des § 33 Abs 3 Nr 6 SGB IX ua Auf­wen­dun­gen für einen vor­über­ge­hen­den Ein­satz eines Gebär­den­sprach­dol­met­schers im Zusam­men­hang mit der Ein­ar­bei­tung eines Hör- und Sprach­ge­schä­dig­ten sowie zusätz­li­che Kos­ten für die Teil­nah­me am Berufs­schul­un­ter­richt an einer Schu­le für Hör­ge­schä­dig­te. Selbst wenn sie damit die­se Leis­tun­gen – wie im Revi­si­ons­ver­fah­ren vor­ge­tra­gen – auf den Ein­satz von Gebär­den­sprach­dol­met­schern an einer bestimm­ten (Berufs-)Schule (Rhei­nisch-West­fä­li­sches Berufs­kol­leg in Essen) begren­zen woll­te, wäre die­se Vor­ge­hens­wei­se jeden­falls am Maß­stab der Erfor­der­lich­keit zu mes­sen (vgl § 102 Abs 1 SGB III aF, § 33 Abs 1 SGB IX). Die Erfor­der­lich­keit der För­de­rung des Betrof­fe­nen durch dua­le Berufs­aus­bil­dung mit Gestel­lung von Gebär­den­sprach­dol­met­schern ist jedoch nach den bin­den­den tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen des LSG zwei­fels­frei gege­ben.
Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 4. Juni 2013 – B 11 AL 8/​12 R
Kos­ten für Gebär­den­sprach­dol­met­scher beim… Die Bun­des­agen­tur für Arbeit hat im Rah­men der För­de­rung der berufli­chen Aus­bil­dung eines Gehör­lo­sen auch die Kos­ten für den Ein­satz von Gebärdendolmet­schern im Berufs­schul­un­ter­richt zu…
BVerwG, Urteil vom 10.01.2013 ? 5 C 24/​11[↩]
in der bis zum 31.03.2012 gel­ten­den Fas­sung – aF[↩]
vgl BSG SozR 4 – 4300 § 64 Nr 2 RdNr 10 ff; BSG SozR 3 – 4100 § 40 Nr 2; Urmers­bach in Eicher/​Schlegel, SGB III, § 60 RdNr 40 mwN, Stand Mai 2009; Strat­mann in Niesel/​Brand, SGB III, 5. Aufl 2010, § 60 RdNr 9 – jeweils mwN[↩]
Fas­sung vom 24.03.1997 – BGBl I 594[↩]
vgl die Geset­zes­be­grün­dung in BT-Drucks 14/​5074, S 107, 108[↩]
vgl Göt­ze in Hauck/​Noftz, SGB IX, K § 33 RdNr 31, Stand Ein­zel­kom­men­tie­rung Dezem­ber 2012[↩]
vgl BT-Drucks 14/​5074, S 52 zu Nr 14 und S 116 zu Nr 1 bis 26[↩]
so aller­dings BVerwG, Urteil vom 10.01.2013 – 5 C 24/​11, Behin­der­ten­recht 2013, 84, 87 – zur Erstat­tungs­fä­hig­keit der Auf­wen­dun­gen für eine fach­kom­pe­ten­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons­hil­fe, Arbeits­as­sis­tenz für die Berufs­schul­be­glei­tung eines Gehör­lo­sen in Gebär­den­spra­che[↩]
so auch Luik in Eicher/​Schlegel, SGB III, § 103 RdNr 2 mwN, Stand Juni 2006; Kel­ler in Mutsch­ler/Bart­z/­Schmidt-De Calu­we, SGB III, 3. Aufl 2008, § 103 RdNr 4 ff[↩]
vgl Bie­ritz-Har­der in Lachwitz/​Schellhorn/​Welti, SGB IX, 3. Aufl 2010, § 33 RdNr 25 mit Hin­weis auf § 101 Abs 2 SGB III aF[↩]
BSGE 100, 1 = SozR 4 – 3250 § 33 Nr 1[↩]
so auch BVerwG Urteil vom 10.01.2013 – 5 C 24/​11, Behin­der­ten­recht 2013, 84, 85[↩]
vgl BVerwG, aaO, Behin­der­ten­recht 2013, 84, 85[↩]
vgl nur Pah­len in Neu­man­n/Pah­len/­Ma­jer­ski-Pah­len, SGB IX, 12. Aufl 2010, § 33 RdNr 16; Geschäfts­an­wei­sung der BA zur För­de­rung der Teil­ha­be am Arbeits­le­ben im SGB IX, Stand 30.04.2012, Nr 33.03.1[↩]
Pah­len in Neu­man­n/Pah­len/­Ma­jer­ski-Pah­len, SGB IX, 12. Aufl 2010, § 33 RdNr 16; Wendt in GK-SGB IX, § 33 RdNr 82, Stand Ein­zel­kom­men­tie­rung August 2012[↩]
vgl BT-Drucks 14/​5074, S 107, 108[↩]
vgl auch BVerwG, aaO, Behin­der­ten­recht 2013, 84, 86[↩]
vgl Geschäfts­an­wei­sung der BA zur För­de­rung der Teil­ha­be am Arbeits­le­ben im SGB IX, Stand 30.04.2012, Nr 33.03.1[↩]
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