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Timestamp: 2020-02-27 08:55:56
Document Index: 7051754

Matched Legal Cases: ['§ 27', '§ 1', '§ 13', '§ 19', '§ 27', '§ 19']

Erbschaftsteuer: Mehrfacher Erwerb desselben Vermögens / 2.3 Letzterwerb | Finance Office Professional | Finance | Haufe
Erbschaftsteuer: Mehrfacher Erwerb desselben Vermögens / 2.3 Letzterwerb
Der Letzterwerb muss zwingend ein Erwerb von Todes wegen sein. Nach der Rechtsprechung des BFH ergibt sich dies aus dem klaren Gesetzeswortlaut des § 27 Abs. 1 ErbStG.
Die Vorschrift des § 1 Abs. 2 ErbStG findet keine Anwendung (vgl. auch R E 1.1 Satz 3 Nr. 9 ErbStR 2019). Nach dieser gelten die Vorschriften über Erwerbe von Todes wegen auch für Schenkungen unter Lebenden.
Zweiterwerb durch Schenkung unter Lebenden
Vater V schenkt seinem Sohn S am 1.10.2016 ein zu Wohnzwecken vermietetes Einfamilienhaus (gemeiner Wert 877.000 EUR). Im Oktober 2019 wendet S das Grundstück im Wege der vorweggenommenen Erbfolge seiner Tochter T zu. Es soll hier keine Kettenschenkung angenommen werden, d. h. S schenkt das Grundstück aus eigenem Willen der Tochter.
Schenkung von V an Sohn S
Grundstückszuwendung (nach Anwendung des § 13c ErbStG) 789.300 EUR
Steuerpflichtiger Erwerb 389.300 EUR
Hieraus ergibt sich bei einem Steuersatz von 15 % (§ 19 Abs. 1 ErbStG) eine Schenkungsteuer in Höhe von 58.395 EUR.
Schenkung von Sohn S an dessen Tochter T
Die Steuerermäßigung des § 27 ErbStG greift hier nicht, da der Zweiterwerb kein Erwerb von Todes wegen gewesen ist. Infolgedessen sieht die Besteuerung von T wie folgt aus:
Hieraus ergibt sich bei einem Steuersatz von 15 % (§ 19 Abs. 1 ErbStG) ebenfalls eine Schenkungsteuer in Höhe von 58.395 EUR)