Source: https://www.vidomed.com/leistungen/pflegeversicherung/
Timestamp: 2020-07-16 16:34:24
Document Index: 318913832

Matched Legal Cases: ['§36', '§37', '§41', '§45', '§39', '§37', '§7', '§37', '§ 45']

Pflegedienst VidoMed GmbH - Pflegeversicherung
Die Pflegeversicherung ist ein eigenständiger Bereich der Sozialversicherung. Gesetzlich Versicherte zahlen neben dem Beitrag für die Krankenversicherung auch einen Beitrag für die Pflegeversicherung zur Absicherung des Risikos der Pflegebedürftigkeit.
Die Pflegeversicherung leistet Pflegebedürftigen Hilfe, die aufgrund der Schwere ihrer Pflegebedürftigkeit auf solidarische Unterstützung angewiesen sind.
Die Hilfen der Pflegeversicherung können von Pflegebedürftigen in Form von Pflegegeld oder Sachleistungen bzw. einer Kombination der beiden (Kombinationsleistungen) in Anspruch genommen werden.
Jeder (gesetzlich) Pflegeversicherte kann unabhängig von seiner Einkommens- und Vermögenssituation bei Eintreten von Pflegebedürftigkeit die Leistungen der Pflegeversicherung beantragen. Nach Antragsstellung führt der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) eine Begutachtung zur Ermittlung der Pflegebedürftigkeit durch und erkennt bei entsprechender Pflegebedürftigkeit einen Pflegegrad an. Die Höhe der Leistungen ist abhängig von dem jeweiligen anerkannten Pflegegrad.
Zum 01.01.2017 wurde mit dem 2. Pflegstärkungsgesetz auch ein neues Begutachtungsverfahren zur Feststellung des Pflegegrades eingeführt.
Entscheidend ist nicht mehr der individuelle Bedarf, sondern die Beeinträchtigung der Selbständigkeit in den folgenden sechs Bereichen:
5. Umgang mit Krankheit
6. Gestaltung des Alltaglebens
Im Rahmen der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) werden für diese sechs Aktivitätsbereiche jeweils Punkte vergeben. Je mehr Punkte ermittelt werden, desto höher der Pflegegrad. Das neue Begutachtungsassessment (NBA) sieht die folgenden Einstufungen vor:
47 bis unter 70 Punkte
schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit mit
besonderen Anforderungen für die pflegerische Versorgung
90 bis unter 100 Punkte
Pflegebedürftige, die zur Sicherstellung ihrer pflegerischen Versorgung einen durch die Pflegeversicherungen zugelassenen Pflegedienst in Anspruch nehmen, haben Anspruch auf Sachleistungen. Die erbrachten Leistungen rechnet der Pflegedienst direkt mit der Pflegeversicherung ab.
Pflegebedürftige, die keinen Pflegedienst in Anspruch nehmen und ihre pflegerische Versorgung (z.B. durch Angehörige etc.) selbst sicherstellen, haben einen Anspruch auf Pflegegeld. Das Pflegegeld wird direkt an den Pflegebedürftigen ausgezahlt. Dieser hat damit die Möglichkeit, denjenigen, die ihn pflegen, eine finanzielle Anerkennung zukommen zu lassen.
Pflegebedürftige, die einen zugelassenen Pflegedienst in Anspruch nehmen und gleichzeitig einen Teil der pflegerischen Versorgung (z.B. durch Angehörige) selbst sicherstellen, haben einen Anspruch auf Kombinationsleistungen. Hierbei rechnet der Pflegedienst seine erbrachten Leistungen mit der Pflegekasse ab und der Pflegebedürftige hat einen Restanspruch auf die Leistungen, die nicht durch den Pflegedienst aufgebraucht wurden in Form eines anteiligen Pflegegeldes, das er seinen pflegenden Angehörigen als finanzielle Anerkennung zukommen lassen kann.
Wie hoch sind die Leistungen der Pflegeversicherung?
Die Leistungen der Pflegeversicherung sind abhängig vom jeweils anerkannten Pflegegrad.
Seit dem 01.01.2017 gelten die folgenden monatlichen Beträge:
(§36 SGB XI)
3 1.298,00 €
4 1.612,00 €
5 1.995,00 €
Pflegegeldleistungen (§37 SGB XI)
Welche weiteren Leistungen werden durch die Pflegeversicherung erbracht?
Zusätzlich zu den oben genannten Leistungen haben Pflegebedürftige mit den Pflegegraden 2 bis 5 Anspruch auf folgende Leistungen:
- Tages- und Nachtpflege (§41 SGB XI)
- Entlastungsbetrag (§45b SGB XI)
- Verhinderungspflege (§39 SGB XI)
- Beratungseinsätze (§37 Abs.3 SGB XI)
Um Menschen mit einer geringen Beeinträchtigung der Selbständigkeit (Pflegegrad 1) in der Häuslichkeit zu unterstützen, erhalten sie folgende Leistungen:
- Pflegeberatung durch die Pflegekassen (gemäß §7a, 7b SGB XI)
- Beratung in der eigenen Häuslichkeit (gemäß §37, Abs. 3, SGB XI)
- Wohngruppenzuschlag (in ambulant betreuten Wohngruppen)
- Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen
- Entlastungsbetrag nach § 45b SGB XI
- Zuschuss bei freigewählter stationärer Pflege
- Zusätzliche Betreuung und Aktivierung in stationären Einrichtungen
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