Source: http://opinioiuris.de/entscheidung/764
Timestamp: 2015-07-31 21:24:23
Document Index: 29294966

Matched Legal Cases: ['§ 106', 'Art. 144', '§ 24', '§ 106', '§ 106', 'Art. 23', 'Art. 144', 'Art. 1', 'Art. 87']

BVerfG, 25.10.1951 - 1 BvR 24/51 | OpinioIuris
Startseite » Gerichtsentscheidungen » BVerfG BVerfG, 25.10.1951 - 1 BvR 24/51 Inhalt
§ 106 BVerfGG
Art. 144 GG
Fall: Grundrechtsgeltung in Berlin Fundstellen: BVerfGE 1, 70; DVBl 1952, 448; DÖV 1952, 221; JZ 1952, 77; NJW 1952, 59 Gericht: Bundesverfassungsgericht Datum: 25.10.1951 Aktenzeichen: 1 BvR 24/51 Entscheidungstyp: Beschluss Der Grundrechtsteil des Bonner Grundgesetzes gilt auch in West- Berlin.
des Ersten Senats vom 25. Oktober 1951 gem. § 24 BVerfGG
– 1 BvR 24/51 –
in dem Verfahren über die Verfassungsbeschwerde des A. H.
Der Beschwerdeführer rügt mit der Verfassungsbeschwerde die im Armenrechtsverfahren ergangenen Beschlüsse des Landgerichts Berlin vom 25. Februar 1950, bestätigt durch Beschluß des Kammergerichts vom 12. Juni 1950, und des Amtsgerichts Berlin-Schöneberg vom 21. September 1950, bestätigt durch Beschluß des Landgerichts Berlin-Schöneberg vom 27. Oktober 1950, in denen ihm das Armenrecht für zwei geplante Zivilprozesse verweigert worden ist.
Nach § 106 BVerfGG findet dieses Gesetz auch auf Berlin Anwendung, soweit das Grundgesetz für das Land Berlin gilt oder die Zuständigkeit des Bundesverfassungsgerichts durch ein Gesetz Berlins in Übereinstimmung mit diesem Gesetz begründet wird. Ein Gesetz Berlins hat die Zuständigkeit des Bundesverfassungsgerichts bisher nicht begründet. Nach dem Wortlaut des § 106 BVerfGG ist aber die Zuständigkeit des Bundesverfas-sungsgerichts schlechthin gegeben, "soweit das Grundgesetz für das Land Berlin gilt".
Nach Art. 23 Satz 1 in Verbindung mit Art. 144 Abs. 1 GG gilt das Grundgesetz zwar für Groß-Berlin. Im Genehmigungsschreiben vom 12. Mai 1949 haben aber die Militärgouverneure in Ziff. 4 einen Vorbehalt zum Ausdruck gebracht, der wie folgt lautet:
"A third reservation concerns the participation of Greater Berlin in the Federation. We interpret the effect of Articles 23 and 144 (2) of the Basic Law as constituting acceptance of our previous request that while Berlin may not be accorded voting membership in the Bundestag or Bundesrat nor be governed by the Federation she may, nevertheless, designate a small number of representatives to the meetings of those legislative bodies".
Damit stimmt überein, daß Art. 1 Abs. 1 und 2 der Verfassung von Berlin vom l. September 1950 (VOBl. I S. 433) ("Berlin ist ein Land der Bundesrepublik Deutschland" – "Grundgesetz und Gesetze der Bundesrepublik Deutschland sind für Berlin bindend") durch Anordnung der alliierten Kommandantura Berlin BK/O (50) 75 vom 29. August 1950 Ziffer 2 b (VOBl. I S. 440) "zurückgestellt" worden sind, und daß zu Art. 87 Abs. 3 der Berliner Verfassung ("soweit in der Übergangszeit die Anwendung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland in Berlin keinen Beschränkungen unterliegt, sind die Bestimmungen des Grundgesetzes auch in Berlin geltendes Recht. Sie gehen den Bestimmungen der Verfassung vor") dieselbe Anordnung der alliierten Kommandantura besagt: "Die Bestimmungen dieses Artike