Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201988,%20766
Timestamp: 2020-02-18 22:14:04
Document Index: 325028667

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 4', '§ 4', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 4', 'BGH', 'BGH', '§ 4', 'BGH', 'BGH', '§ 4', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 10.12.1986 - I ZR 213/84 - dejure.org
BGH, 10.12.1986 - I ZR 213/84
https://dejure.org/1986,750
BGH, 10.12.1986 - I ZR 213/84 (https://dejure.org/1986,750)
BGH, Entscheidung vom 10.12.1986 - I ZR 213/84 (https://dejure.org/1986,750)
BGH, Entscheidung vom 10. Dezember 1986 - I ZR 213/84 (https://dejure.org/1986,750)
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HWG § 4 Abs. 4
"6-Punkt-Schrift"; Lesbarkeit der Pflichtangaben
Pflichtangaben in der Heilmittelwerbung sind nur dann gut lesbar, wenn die Schriftgröße mindestens 6-Punkt beträgt
Zur Lesbarkeit nach Heilmittelwerbegesetz bei Pflichtangaben
Heilmittelwerbung - Deutlichkeit des Schriftbildes - Pflichtangaben
NJW 1988, 766
NJW-RR 1988, 421 (Ls.)
MDR 1987, 470
GRUR 1987, 301
afp 1987, 548
In seinem Urteil vom 10.12.1986 (I ZR 213/84, Rn. 15 - juris) hat der Bundesgerichtshof ausgeführt, dass in der Regel eine 6-Punkt-Schrift erforderlich sei, um den Anforderungen des § 4 Abs. 4 HWG zu genügen:.
Hinsichtlich der Anforderungen an die Lesbarkeit lassen sich die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung entwickelten Grundsätze zur Lesbarkeit von Pflichtangaben hinsichtlich der Heilmittelwerbung übertragen, wonach Pflichtangaben erkennbar sein müssen (vgl. dazu BGH GRUR 1987, 301 in juris Rn 12 ff).
In der Auslegung des Bundesgerichtshofs bedeutet das eine Lesbarkeit für den durchschnittlich normalsichtigen Betrachter bzw. Leser bei normalen Sichtverhältnissen ohne besondere Konzentration und Anstrengung; eine bei Verbrauchern vorhandene Fehlsichtigkeit bleibt unberücksichtigt, weil eine solche in ganz überwiegendem Maße durch optische Hilfsmittel ausgeglichen wird und sonst wegen der Vielfältigkeit von Sehschwächen eine Abgrenzung der noch vorhandenen Erkennbarkeit kaum möglich wäre (vgl. BGH GRUR 1987, 301 in juris Rn 13).
Wettbewerbsverstoß: Lesbarkeit der Fundstellenangabe bei der Werbung mit …
Diese Voraussetzung hat der Bundesgerichtshof im Regelfall nur bei Verwendung einer Schrift als erfüllt angesehen, deren Größe 6-Punkt nicht unterschreitet, wenn nicht besondere, die Deutlichkeit des Schriftbildes in seiner Gesamtheit fördernde Umstände die tatrichterliche Würdigung rechtfertigen, dass auch eine jene Grenze unterschreitende Schrift ausnahmsweise noch ohne besondere Konzentration und Anstrengung lesbar ist (vgl. BGH, Urteil vom 10. Dezember 1986 - I ZR 213/84, zitiert nach juris, Tz. 12 ff.).
Die einschlägige Entscheidung 6-Punkt-Schrift des BGH bezieht sich auf Printmedien (GRUR 87, 301).
Wie das Landgericht überzeugend ausgeführt hat, ist die Schrift auf dem Flyer so winzig gehalten, nämlich im Bereich von 4-Punkt-Schrift, dass trotz des klaren Kontrastes durch die schwarze Schrift auf weißem Grund eine deutliche Lesbarkeit im Sinne des zitierten BGH-Rechtsprechung sowie der schon genannten Entscheidung "6-Punkt-Schrift" (GRUR 87, 301) verfehlt wird.
BGH, 24.11.1988 - I ZR 144/86
"Lesbarkeit IV"; Lesbarkeit von Pflichtangaben
Wie der Senat mit Urteil vom 10. Dezember 1986 - I ZR 213/84 ( GRUR 1987, 301, 302 = WRP 1987, 378 - 6-Punkt-Schrift) näher ausgeführt hat, war es auch nach dieser bis zum 31. Januar 1987 gültigen Gesetzesfassung geboten, die Pflichtangaben deutlich erkennbar, nämlich ohne besondere Konzentration und Anstrengung lesbar, zu gestalten.
Die Neufassung des § 4 Abs. 4 HWG hat, wie der Senat in drei Urteilen vom 13. Mai 1987 - I ZR 68/85, 85/85 und 86/85 ( GRUR 1988, 68 ff - Lesbarkeit 1, 11 u. III) ausgeführt hat, zu einer Verschärfung der Anforderungen an die Gestaltung der Pflichtangaben dahin geführt, daß diese nunmehr nicht nur - wie im Urteil vom 10. Dezember 1986 (I ZR 213/84, GRUR 1987, 301, 302 = WRP 1987, 378 - 6-Punkt-Schrift) entschieden - ohne besondere Konzentration und Anstrengung, sondern schon nach dem Gesetzeswortlaut "gut" lesbar sein müssen (…vgl. BGH a.a.O., GRUR 1988, 68, 69f - Lesbarkeit I; GRUR 1988, 70, 71 = WRP 1988, 96 - Lesbarkeit II; GRUR 1988, 71, 73 [BGH 13.05.1987 - I ZR 85/85] - Lesbarkeit III).
Je nach Größe und Deutlichkeit des für andere werbende Angaben verwendeten Druckbildes kann etwadie - bei isolierter Betrachtung gegebene - Lesbarkeit dadurch beeinträchtigt werden, dass die Angaben durch die Gesamtwirkung der Anzeige "erdrückt" und damit der Aufmerksamkeit des Betrachters entzogen werden (vgl. zur Erkennbarkeit im Rahmen des § 4 Heilmittelwerbegesetz a.F. (HWG): BGH, GRUR 1987, 301, 304 - 6-Punkte-Schrift).
Bei der Frage, ob ein Warnhinweis als deutlich lesbar bezeichnet werden kann, kommt es nicht allein auf die Größe der Buchstaben an, sondern auf die Gesamtgestaltung der Anzeige (vgl. dazu BGH, Urt. v. 10.12.1986 - I ZR 213/84, GRUR 1987, 301, 302 = WRP 1987, 378, 379 - 6-Punkt-Schrift;… Urt. v. 13.5.1987 - I ZR 68/85, GRUR 1988, 68, 70 - Lesbarkeit I;… Urt. v. 13.5.1987 - I ZR 85/85, GRUR 1988, 71, 73 - Lesbarkeit III;… Urt. v. 24.11.1988 - I ZR 144/86, WRP 1989, 482, 483 - Lesbarkeit IV).
Leserichtung bei Pflichtangaben - Schutz der Gesundheit; HWG - Pflichtangaben
Die Vorschrift des § 4 Abs. 4 HWG soll gewährleisten, daß der Werbeadressat sich ein nicht nur einseitiges Bild vom Wert eines vom Werbenden angebotenen Arzneimittels machen kann (BGH, Urt. v. 10.12.1986 - I ZR 213/84, GRUR 1987, 301, 302 = WRP 1987, 378 - 6-Punkte-Schrift;… BGH, Urt. v. 13.5.1987 - I ZR 68/85, GRUR 1988, 68, 69 - Lesbarkeit I).
BGH, 13.05.1987 - I ZR 68/85
"Lesbarkeit I"; Anforderungen an die Lesbarkeit der Pflichtangaben
LG Köln, 29.10.2019 - 33 O 55/19
BGH, 13.05.1987 - I ZR 86/85
"Lesbarkeit II"; Anforderungen an die Lesbarkeit der Pflichtangaben
OLG Koblenz, 14.03.2012 - 9 U 1248/11
Fundstellenangabe und Lesbarkeit bei der Werbung mit Testergebnissen
LG Tübingen, 29.11.2010 - 20 O 86/10
OLG Karlsruhe, 17.02.2012 - 4 U 232/11
Wettbewerbswidrigkeit der Bewerbung von Produkten mit Testergebnissen ohne Angabe …
LG München I, 16.01.2008 - 1 HKO 11928/07
Wettbewerbsverstoß: Undeutliche Lebensmittelkennzeichnung
OLG Schleswig, 16.03.2001 - 6 W 12/01
Arzneimittelwerbung - Pflichtangaben - "gut lesbar" - Werbung in Fachkreisen
OLG Hamm, 10.04.2014 - 4 U 155/13
Werbung mit einem Testergebnis als Inhalt einer Werbeanzeige