Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=11%20VR%2015.95
Timestamp: 2019-10-19 08:31:39
Document Index: 154759896

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 2', '§ 41', '§ 42', '§ 74', '§ 14', '§ 2', '§ 18', '§ 18', '§ 18', 'Art. 19', '§ 18', '§ 18', '§ 18']

BVerwG, 29.11.1995 - 11 VR 15.95 - dejure.org
https://dejure.org/1995,976
BVerwG, 29.11.1995 - 11 VR 15.95 (https://dejure.org/1995,976)
BVerwG, Entscheidung vom 29.11.1995 - 11 VR 15.95 (https://dejure.org/1995,976)
BVerwG, Entscheidung vom 29. November 1995 - 11 VR 15.95 (https://dejure.org/1995,976)
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Planfeststellungsbeschluß - Eisenbahn - Streckenausbau - Aufschiebende Wirkung - Raumordnungsverfahren - Linienbestimmungsverfahren - Umweltverträglichkeitsprüfung - Abschnittsbildung - Grundstückseigentum - Abwägung
§ 1 VerkPBG, § 2 VerkPBG, § 2VerkPBG, § 41 BImSchG, § 42BImSchG, § 74 VwVfG, § 14 LPlG SH, Art. RL 85/337/EWG
Planfeststellungsverfahren ohne Raumordnungsverfahren, Linienbestimmung und Planfeststellung; Abschnittsbildung; Vorauswahl von Planungsvarianten; Anspruch auf Planergänzung; Grenzwertüberschreitungen
NVwZ 1997, 165
Das Bundesverwaltungsgericht hat durch Beschluß vom 29. November 1995 - BVerwG 11 VR 15.95 - den Antrag der Kläger zu 1 bis 4, die aufschiebende Wirkung ihrer Klage gegen den Planfeststellungsbeschluß anzuordnen, abgelehnt.
Soweit die Kläger beanstanden, daß ein Raumordnungsverfahren für die Planung des Vorhabens nicht durchgeführt worden ist und dem angefochtenen Beschluß kein Linienbestimmungsverfahren nach § 2 Abs. 1 VerkPBG a.F. vorangegangen ist, hat der Senat bereits in seinem im vorläufigen Rechtsschutzverfahren der Kläger zu 1 bis 4 ergangenen Beschluß vom 29. November 1995 - BVerwG 11 VR 15.95 - (Buchholz 442.09 § 18 AEG Nr. 7 S. 16 f.) ausgeführt, daß und warum diese Rügen nicht zur Rechtswidrigkeit des angefochtenen Beschlusses führen.
Mit diesem Vorbringen hat sich der Senat ebenfalls in seinem Beschluß vom 29. November 1995 (a.a.O. S. 17 f.) bereits im einzelnen auseinandergesetzt.
Mit dieser Rüge hat sich der Senat im erwähnten Beschluß vom 29. November 1995 (a.a.O. S. 17 f.) bereits im Rahmen der Prüfung der Abschnittsbildung auseinandergesetzt; hierauf kann an dieser Stelle verwiesen werden.
Daß es dem planfestgestellten Vorhaben nicht an der erforderlichen Planrechtfertigung fehlt, hat der Senat bereits im Beschluß vom 29. November 1995 (a.a.O. S. 19 f.) im einzelnen dargelegt.
Vielmehr muss die Entscheidung der Planfeststellungsbehörde aus sich heraus den rechtlichen Anforderungen genügen (Beschlüsse vom 22. Juni 1993 - BVerwG 4 B 45.93 - VkBl 1995, 210 und vom 29. November 1995 - BVerwG 11 VR 15.95 - Buchholz 442.09 § 18 AEG Nr. 7 S. 16).
Die Zulässigkeit einer planungsrechtlichen Abschnittsbildung, die eine richterrechtliche Ausprägung des Abwägungsgebots darstellt (BVerwG…, Urteil vom 18. Juli 2013 - 7 A 4.12 - BVerwGE 147, 184 Rn. 50; Beschluss vom 29. November 1995 - 11 VR 15.95 - Buchholz 442.09 § 18 AEG Nr. 7 S. 17 = juris Rn. 6 m.w.N.), ist in der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts grundsätzlich anerkannt.
Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts kann eine Abschnittsbildung Dritte in ihren Rechten verletzen, wenn sie deren durch Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG gewährleisteten Rechtsschutz faktisch unmöglich macht oder dazu führt, daß die abschnittsweise Planfeststellung dem Grundsatz umfassender Problembewältigung nicht gerecht werden kann, oder wenn ein dadurch gebildeter Streckenabschnitt der eigenen sachlichen Rechtfertigung vor dem Hintergrund der Gesamtplanung entbehrt (vgl. Beschluß des erkennenden Senats vom 29. November 1995 - BVerwG 11 VR 15.95 - Buchholz 442.09 § 18 AEG Nr. 7 S. 17 m.w.N.).
Diese Sichtweise liegt bereits der bisherigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zum Eisenbahnrecht zugrunde (…vgl. Urteil vom 27. Juli 1990 a.a.O.; Beschluß vom 29. November 1995 - BVerwG 11 VR 15.95 -).
Entscheidend und ausreichend ist, ob die Planfeststellungsbehörde eine eigene, selbstständige Abwägung zur Trassenwahl vorgenommen hat, ohne sich an die Linienbestimmung gebunden zu fühlen, und ob sie insgesamt eine auf aktuellen sachverständigen Stellungnahmen beruhende Entscheidung über das Planvorhaben getroffen hat (Beschlüsse vom 22. Juni 1993 - BVerwG 4 B 45.93 - VkBl 1995, 210 und vom 29. November 1995 - BVerwG 11 VR 15.95 - Buchholz 442.09 § 18 AEG Nr. 7 S. 16;… zuletzt Urteil vom 12. August 2009 - BVerwG 9 A 64.07 - BVerwGE 134, 308 Rn. 26).
vgl. BVerwG, Urteil vom 9. Juni 2004 - 9 A 11.03 -, u. a. BVerwGE 121, 72 ff. und juris, Rn. 112; Beschluss vom 29. November 1995 - 11 VR 15.95 -, u. a. NVwZ 1997, 165 ff. und juris, Rn. 19; OVG NRW, Beschluss vom 4. Juli 2008 - 20 B 414/08 -.
Dies ist nicht erst bei Unausweislichkeit des Vorhabens der Fall, sondern bereits dann, wenn das Vorhaben vernünftigerweise geboten ist (BVerwG…, Urteil vom 9.11.2006 - 4 A 2001.06 - NVwZ 2007, 445, juris Rn. 34;… Urteil vom 8.7.1998 - 11 A 53.97 - BVerwGE 107, 142, juris Rn. 24; Beschluss vom 29.11.1995 - 11 VR 15.95 - NVwZ 1997, 165, juris Rn. 11, jeweils mit m. w. N.).
Dieses Darlegungserfordernis erfüllt die Beschwerde nicht, soweit sie auf den Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts vom 23. November 1995 (richtig: 29. November 1995) - BVerwG 11 VR 15.95 - (Buchholz 442.09 § 18 AEG Nr. 7 S. 14) verweist und die vom Oberverwaltungsgericht unterlassene Prüfung sämtlicher dort aufgeführter Rechtmäßigkeitsvoraussetzungen für eine Abschnittsbildung - hier die fehlende Prüfung des Aspektes ihrer sachlichen Rechtfertigung - rügt.