Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFH/NV%202014,%201726
Timestamp: 2019-07-18 10:27:46
Document Index: 233246663

Matched Legal Cases: ['§ 32', '§ 38', '§ 32', '§ 38', '§ 32', '§ 38', '§ 38', '§ 37', '§ 38', '§ 32', '§ 38', '§ 38', '§ 38', '§ 38', '§ 38', '§ 32', '§ 38', '§ 38', '§ 38', '§ 116', '§ 38', '§ 32', '§ 38', '§ 38']

BFH, 10.04.2014 - III R 37/12 - dejure.org
https://dejure.org/2014,24384
BFH, 10.04.2014 - III R 37/12 (https://dejure.org/2014,24384)
BFH, Entscheidung vom 10.04.2014 - III R 37/12 (https://dejure.org/2014,24384)
BFH, Entscheidung vom 10. April 2014 - III R 37/12 (https://dejure.org/2014,24384)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2014,24384) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Kindergeld - Wegfall der Arbeitsuchendmeldung i. S. des § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG - Keine ungeschriebene Meldepflicht des arbeitsuchenden Kindes nach § 38 SGB III n. F.
Kindergeld; Wegfall der Arbeitsuchendmeldung i.S. des § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG; Keine ungeschriebene Meldepflicht des arbeitsuchenden Kindes nach § 38 SGB III n.F.
§ 32 Abs 4 S 1 Nr 1 EStG 2009, § 38 Abs 2 SGB 3, § 38 Abs 4 SGB 3, § 37 SGB 3, § 38 Abs 2 SGB 3
EStG § 32 Abs. 4 S. 1 Nr. 1 ; SGB III § 38
Kindergeld: Abmeldung des arbeitsuchenden Kindes aus der Vermittlung durch die Agentur für Arbeit
Kindergeld für das volljährige Kind - und der Wegfall der Arbeitsuchendmeldung
Bewilligung von Kindergeld für ein arbeitsuchendes Kind
FG Münster, 04.07.2012 - 5 K 3809/10
BFH/NV 2014, 1726
Entscheidend ist vielmehr die nach Maßgabe des § 38 SGB III n.F. tatsächlich zu beurteilende Meldesituation (BFH-Urteile vom 10. April 2014 III R 37/12, BFH/NV 2014, 1726;… vom 26. Juli 2012 VI R 98/10, BFHE 238, 126, BStBl II 2013, 443, und in BFH/NV 2012, 1971).
Dies richtet sich nach den Vorschriften des Sozialrechts, hier insbesondere nach § 38 SGB III (Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 10. April 2014 III R 19/12, BFHE 245, 200; vom 10. April 2014 III R 37/12, BFH/NV 2014, 1726).
Ist --wie im Streitfall-- das arbeitsuchende Kind tatsächlich aus der Vermittlung abgemeldet, fehlt es aber an einer wirksam bekanntgegebenen Einstellungsverfügung, hängt der Fortbestand der Arbeitsuchendmeldung davon ab, ob das arbeitsuchende Kind eine Pflichtverletzung begangen hat, die die Agentur für Arbeit nach § 38 Abs. 3 Satz 2 SGB III zur Einstellung der Vermittlung berechtigt (BFH-Urteile in BFHE 245, 200; in BFH/NV 2014, 1726).
Umgekehrt trägt der Kindergeldberechtigte die Feststellungslast dafür, dass das Kind die ihm obliegenden Pflichten erfüllt oder nur aufgrund des Vorliegens eines wichtigen Grundes verletzt hat (BFH-Urteil in BFH/NV 2014, 1726, Rz 17).
Die Klägerin verwies auf das Urteil des BFH vom 10.04.2014 III R 37/12.
Ohne Bedeutung sei nach BFH-Urteil III R 37/12, dass die Bundesagentur für Arbeit die Vermittlung tatsächlich nach § 38 Abs. 3 Satz 2 SGB III eingestellt habe.
Daher könne das Urteil des BFH III R 37/12 für diesen Zeitraum keine Anwendung finden.
Der Hinweis des Prozessvertreters auf das BFH-Urteil III R 37/12 geht insoweit fehl, da es in dem dort entschiedenen Fall ausschließlich um einen Anspruch auf Kindergeld nach § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG ging, bei dem das Vorliegen einer durchgehenden Meldung als Arbeitsuchender anspruchsbegründend ist.
c) Für die Auslegung des § 38 SGB III n.F. gelten nach der Rechtsprechung des III. Senats des BFH (…BFH-Urteile vom 10. April 2014 III R 19/12, BFHE 245, 200, BFH/NV 2014, 1428; vom gleichen Tag III R 37/12, www.bundesfinanzhof.de/entscheidungen), die das FG bei seiner Entscheidung noch nicht berücksichtigen konnte und der sich der erkennende Senat anschließt, folgende Grundsätze:.
b) Für die Auslegung des § 38 Abs. 3 SGB III n.F. gelten nach der Rechtsprechung des III. Senats des BFH (Urteile vom 10. April 2014 III R 19/12, BFHE 245, 200, BStBl II 2015, 29; III R 37/12, BFH/NV 2014, 1726), der sich sowohl der erkennende Senat (…Urteil vom 26. August 2014 XI R 1/13, BFH/NV 2015, 15) als auch der V. Senat des BFH (…Urteil vom 23. Oktober 2014 V R 24/14, BFH/NV 2015, 484) angeschlossen haben, folgende Grundsätze, die das FG allerdings bei seiner Entscheidung noch nicht berücksichtigen konnte.
Soweit das FG angenommen hat, zwar möge das Nichterscheinen der C zu mehreren Terminen der Arbeitsvermittlung eine Pflichtverletzung i.S. des § 38 Abs. 2 des Dritten Buchs Sozialgesetzbuch begründen, jedoch sei die hieraus resultierende Abmeldung und Einstellung der Arbeitsvermittlung zum 24. April 2012 mangels Bekanntgabe unwirksam, weicht es damit --wie die Familienkasse in der von § 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) geforderten Weise dargelegt hat-- in entscheidungserheblicher Weise von Rz 17 ff. des BFH-Urteils in BFHE 245, 200, BFH/NV 2014, 1428 ab (s.a. BFH-Urteile vom 10. April 2014 III R 37/12, BFH/NV 2014, 1726, Rz 17 ff.; vom 26. August 2014 XI R 1/13, juris, Rz 25 ff.).
Die Revisionszulassung erfolgt zudem im Hinblick auf die anhängigen Revisionsverfahren III R 19/12 und III R 37/12 zur Frage, ob nach der Neufassung des § 38 SGB III mit Wirkung ab 2009 für einen Kindergeldanspruch nach § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG weiterhin eine erneute Meldung bei der Agentur für Arbeit nach Ablauf von drei Monaten zu verlangen ist und ob, die Einstellung der Arbeitsvermittlung nach § 38 Abs. 3 Satz 2 SGB III ein bekanntzugebender Verwaltungsakt ist.
Zudem sind in dieser Frage bereits zwei Revisionsverfahren beim BFH anhängig (III R 19/12 und III R 37/12).
Fehlt es an einer wirksam bekanntgegebenen Einstellungsverfügung, hängt der Fortbestand der Meldung als Arbeitsuchender davon ab, ob das arbeitsuchende Kind eine Pflichtverletzung begangen hat, welche die Arbeitsagentur nach § 38 Abs. 3 Satz 2 SGB III n. F. zur Einstellung der Vermittlung berechtigt (vgl. BFH-Urteile vom 10.04.2014 III R 19/12, BStBl II 2015, 29; III R 37/12, BFH/NV 2014, 1726;… vom 26.08.2014 XI R 1/13, BFH/NV 2015, 15;… vom 23.10.2014 V R 24/14, BFH/NV 2015, 484).