Source: https://www.steuerlupe.de/urkundenfaelschung-bei-der-umsatzsteuervoranmeldung-8159392/
Timestamp: 2020-04-10 09:07:34
Document Index: 165975308

Matched Legal Cases: ['§ 267', '§ 267', '§ 267', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Urkundenfälschung bei der Umsatzsteuervoranmeldung | Steuerlupe
Urkundenfälschung bei der Umsatzsteuervoranmeldung
Urkun­den­fälschun­gen kön­nen jew­eils in Tatein­heit mit der Steuer­straftat1 ste­hen. Jedoch müssen die dem Finan­zamt über­mit­tel­ten Unter­la­gen die Merk­male von Urkun­den im Sinne von § 267 Abs. 1 StGB aufweisen.
Dabei ist es ohne Bedeu­tung, ob die ver­fälscht­en oder gefälscht­en Unter­lage möglicher­weise den Finanzbe­hör­den nicht in Papier­form, son­dern auf elek­tro­n­is­chem Weg vorgelegt wor­den sind.
Denn in der Über­tra­gung auf elek­tro­n­is­chem Weg – wie dies auch bei einem Tele­fax der Fall ist – kann ein Gebrauch­machen von der Urschrift liegen2.
Dies set­zt jedoch voraus, dass die erstell­ten oder ver­fälscht­en Schrift­stücke die Merk­male ein­er Urkunde im Sinne des § 267 Abs. 1 StGB aufweisen3.
Selb­st mit com­put­ertech­nis­chen Maß­nah­men – wie der Verän­derung einges­can­nter Doku­mente – erstell­ten Schrift­stück­en ist man­gels Bewei­seig­nung kein Urkun­den­charak­ter beizumessen, wenn sie nach außen als bloße Repro­duk­tion erscheinen4. Sie sind aber dann (unechte) Urkun­den, wenn die (verän­derten) Repro­duk­tio­nen Orig­i­nalurkun­den so ähn­lich sind, dass die Möglichkeit ein­er Ver­wech­slung nicht aus­geschlossen wer­den kann5.
Läßt sich nicht fest­stellen, ob die für die Vor­lage an das Finan­zamt ver­wen­de­ten Schrift­stücke die erforder­lichen Merk­male ein­er Urkunde im Sinne von § 267 Abs. 1 StGB aufwiesen, ist daher nicht belegt, dass der Angeklagte gegenüber den Finanzbe­hör­den von ver­fälscht­en oder unecht­en Urkun­den Gebrauch gemacht hat.
Gefälschte Kun­den­quit­tun­gen
vgl. BGH, Beschluss vom 11.09.2003 – 5 StR 253/03, wis­tra 2003, 429 [↩]
vgl. BGH, Urteile vom 16.06.2016 – 1 StR 20/16, wis­tra 2017, 20 mwN; und vom 11.05.1971 – 1 StR 387/70, BGHSt 24, 140 [↩]
vgl. BGH, Beschluss vom 28.07.1999 – 5 StR 684/98, NStZ 1999, 620 [↩]
vgl. BGH, Urteil vom 16.06.2016 – 1 StR 20/16, wis­tra 2017, 20 und Beschluss vom 09.03.2011 – 2 StR 428/10, wis­tra 2011, 307 mwN [↩]