Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%202012,%2018
Timestamp: 2019-08-24 05:44:35
Document Index: 151168449

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', '§ 311', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH']

BGH, 28.10.2011 - V ZR 212/10 - dejure.org
https://dejure.org/2011,635
BGH, 28.10.2011 - V ZR 212/10 (https://dejure.org/2011,635)
BGH, Entscheidung vom 28.10.2011 - V ZR 212/10 (https://dejure.org/2011,635)
BGH, Entscheidung vom 28. Januar 2011 - V ZR 212/10 (https://dejure.org/2011,635)
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Sittenwidrigkeit eines zur Schädigung eines Dritten abgeschlossenen Rechtsgeschäfts
Drittschädigungsabsicht bei fehlender objektiver Benachteiligung des Dritten unschädlich
Sittenwidrigkeit eines zum Schaden eines Dritten abgeschlossenen Rechtsgeschäfts bei fehlendem objektiven Nachteil für den Dritten
Sittenwidrigkeit bei Absicht der Schädigung eines Dritten bei objektiver Nichtschädigung
Zur fehlenden Sittenwidrigkeit eines Rechtsgeschäfts, welches die Parteien in der Absicht schließen, einen Dritten zu schädigen, wenn es für den Dritten nicht nachteilig ist
Grundstücksübertragung: Keine Sittenwidrigkeit ohne Schaden!
Grundstücksschenkung zu Lasten eines Dritten: Nicht immer sittenwidrig! (IMR 2012, 33)
LG Oldenburg, 30.06.2010 - 16 O 3076/09
OLG Oldenburg, 05.10.2010 - 12 U 61/10
BGH, 18.10.2011 - V ZR 212/10
NJW-RR 2012, 18
DNotZ 2012, 286
FamRZ 2012, 114
WM 2012, 461
Ein für den Dritten objektiv nicht nachteiliges Rechtsgeschäft erfüllt den Tatbestand des § 138 Abs. 1 BGB nicht (BGH Urteil vom 28. Oktober 2011 - V ZR 212/10 - NJW-RR 2012, 18 Rn. 10).
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs können Grundstückskaufverträge nach der Auflassung formlos abgeändert werden, weil die Verpflichtung zur Eigentumsübertragung mit der Auflassung erfüllt ist und deshalb nicht mehr besteht (vgl. Senat, Urteil vom 14. Mai 1971 - V ZR 25/69, WM 1971, 896; Urteil vom 25. Februar 1972 - V ZR 74/69, WM 1972, 556, 557; Urteil vom 23. März 1972 - V ZR 166/70, WM 1973, 576; Urteil vom 30. Mai 1975 - V ZR 214/73, DB 1975, 1983; Urteil vom 28. September 1984 - V ZR 43/83, WM 1984, 1539 mwN; Urteil vom 6. Mai 1988 - V ZR 50/87, BGHZ 104, 276, 277; Urteil vom 28. Oktober 2011 - V ZR 212/10, NJW-RR 2012, 18 Rn. 15; so auch schon RG, WarnR 1911, Nr. 226; HRR 1933 Nr. 1410; SeuffA 94 Nr. 53).
Änderungen eines Grundstücksübertragungsvertrags bedürfen auch dann gemäß § 311b Abs. 1 Satz 1 BGB der notariellen Beurkundung, wenn der Änderungsvertrag nach Auflassung, aber noch vor Eigentumsumschreibung geschlossen wird (entgegen BGH, Urteil vom 14.05.1971 - V ZR 25/69, m.w.N.; Urteil vom 25.02.1972 - V ZR 74/69; Urteil vom 27.10.1972 - V ZR 37/71; Urteil vom 23.031973 - V ZR 166/70; Urteil vom 09.11.1979 - V ZR 38/78; Urteil vom 28.09.1984 - V ZR 43/83, NJW 1985, 266; Urteil vom 06.05.1988 - V ZR 50/87, BGHZ 104, 276; Urteil vom 28.10.2011 - V ZR 212/10, NJW-RR 2012, 18, Rn. 15).*).
Diese Entscheidung hat der Senat mit Urteil vom 28. Oktober 2011 (V ZR 212/10, NJW-RR 2012, 18) aufgehoben.
Der Senat hat das erste Berufungsurteil unter anderem deswegen aufgehoben, weil das Berufungsgericht die unter Beweisantritt aufgestellte Behauptung des Klägers unberücksichtigt gelassen hat, der Vollzug des Übertragungsvertrags sei nur für einen absehbaren Zeitraum zurückgestellt worden, nämlich so lange, bis abzusehen gewesen sei, dass der neu eingerichtete Betrieb des Klägers gut lief und das Grundstück deshalb nicht auf Grund geschäftlicher Risiken verloren zu gehen drohte (NJW-RR 2012, 18, 19 Rn. 16).
Fehlt es damit an jeder tatsächlichen Verschlechterung der Rechtsstellung eines Dritten, besteht unter den vom Berufungsgericht festgestellten Umständen kein hinreichender Anlass, die Treuhandabrede als sittenwidrig im Sinne des § 138 Abs. 1 BGB anzusehen (vgl. BGH, Urteil vom 28. Oktober 2011 - V ZR 212/10, NJW-RR 2012, 18 Rn. 10;… Soergel/Hefermehl, aaO Rn. 29;… Staudinger/Coing, BGB, 11. Aufl., § 138 Rn. 12a).
Ein sittenwidriges Geschäft kommt aber nur dann in Betracht, wenn es für den Geschäftsherrn objektiv nachteilig ist (…BGHZ 141, 357, Rn. 15; BGH NJW-RR 2012, 18 Rn. 10).