Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Kuendigung-Wohnungsverhaeltnis-,-einer-ersteigerten-Wohnung-nach-Kuendigung-57-a-ZVG--f151499.html
Timestamp: 2019-12-06 00:56:49
Document Index: 91599001

Matched Legal Cases: ['§ 57', '§ 57', '§ 573', '§ 573', '§ 573', '§ 573', '§ 573']

www.frag-einen-anwalt.deMietrecht, WohnungseigentumKündigungKündigung Wohnungsve...
24.06.2011 18:17 |
ich habe am 22.6.11 eine wohnung beim amtsgericht ersteigert (auflösung einer erbengemeinschaft).
die wohnung ist an eine person seit dem 1.7.2002 vermietet.
ich möchte das mietverhältnis nach § 57 a ZVG (?) so schnell wie möglich / kürzeste frist kündigen.
- ich brauche ein "musterkündigungsschreiben"
- bis wann kann / muß ich kündigen ?
- welche frist ist einzuhalten ?
hr. heinzelmann
Von der Verwendung eines Musterschreibens muss zunächst dringend abgeraten werden, da Sie die Kündigung individuell begründen müssen.
§ 57a ZVG berechtigt nicht pauschal zur Kündigung. Die Vorschrift verweist vielmehr auf § 573d BGB (außerordentliche Kündigung mit gesetzlicher Frist). Dort wiederum wird das übliche Kündigungsrecht für anwendbar erklärt, insb. ist auch § 573 BGB anwendbar. Das bedeutet, Sie benötigen für Ihre Kündigung ein berechtigtes Interesse, das auch entsprechend im Kündigungsschreiben begründet werden muss.
Handelt es sich beispielsweise um Eigenbedarf (§ 573 Abs. 2 Ziff. 2 BGB), müsste Ihr Schreiben mindestens folgenden Inhalt haben (§ 573 Abs. 3 BGB):
• Es muss um vom Gesetz erfasste Person(en) gehen, d. h. Sie selbst, Familienangehörige oder Angehörige Ihres Haushalts. Die Person(en) sind zu benennen. Im Fall einer Überlassung an Verwandte muss z. B. auch der Grad der Verwandtschaft angegeben werden.
• Es muss dargelegt werden, dass die Wohnung zu Wohnzwecken benötigt wird.
• Der Bedarf muss in vernünftiger und nachvollziehbarer Weise begründet werden. Sicherheitshalber sollten die Umstände genau beschrieben werden, d. h. die bisherige Wohnsituation, Lebensumstände und die Gründe, die einen Umzug aus Ihrer Sicht notwendig machen. Die Schilderung sollte möglichst ausführlich sein, um keine Angriffsfläche für formale Mängel zu bieten.
Was die Frist angeht, gilt gemäß § 573d Abs. 2 BGB folgendes: »Die Kündigung ist spätestens am dritten Werktag eines Kalendermonats zum Ablauf des übernächsten Monats zulässig […] (gesetzliche Frist).«
Die Frist läuft am Montag, den 4. Juli, ab. Spätestens an dem Tag muss das Kündigungsschreiben in den Briefkasten, und zwar spätestens zu einer Zeit, zu der noch am selben Tag mit der Kenntnisnahme gerechnet werden kann (also nicht erst um 23:59 Uhr). Um ein Bestreiten des Zugangs zu vermeiden, kann die Kündigung beispielsweise unter Beisein eines Zeugen eingeworfen oder persönlich abgegeben werden.
Beachten Sie auch unbedingt: Die Kündigung muss an alle Mieter gerichtet sein, auch solche, die ggfs. bereits ausgezogen sind. Prüfen Sie also den Mietvertrag, ob es ein oder mehrere Mieter sind. Die Kündigung muss auch allen Mietern zugehen (inkl. der bereits ausgezogenen); in der Regel ist allerdings eine gegenseitige Empfangsbevollmächtigung im Mietvertrag vereinbart. Auch das müsste ggfs. anhand des Mietvertrags geprüft werden.
Insgesamt würde ich empfehlen, dass Sie einen Anwalt vor Ort aufsuchen und die Kündigung vom Anwalt aufsetzen lassen. Es gibt eine Vielzahl möglicher Fehlerquellen, die ein Mieter im Streitfall ausnutzen kann. Diesen Ärger sollten Sie durch anwaltliche Vertretung bereits im Vorfeld umgehen.
Nachfrage vom Fragesteller	24.06.2011 | 19:32
vielen dank für ihre schnelle und professionelle antwort, ich würde ihnen gerne in der o.g. angelegnheit den auftrag erteilen , bitte rufen sie mich , wenn möglich heute noch , zurück - DANKE , mfg hr. heinzelmann tel.: 0711-6772591 oder 0179-7731775 , fax.: 0711-6772592 , heinzelmann@ifvz.com
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.06.2011 | 19:38
Die Mandatsübernahme muss ich leider ablehnen: Einen Termin könnte ich im Streitfall wegen der Entfernung (knapp 600 km) nicht wahrnehmen und Sie müssten für die Beauftragung eines weiteren Anwalts dann doppelte Kosten tragen.
Ihren Interessen ist besser gedient, wenn Sie einen ortsnahen Anwalt hinzuziehen. Danke für Ihr Verständnis!