Source: https://www.arbeitspflicht.ch/checklisten
Timestamp: 2020-08-12 21:59:30
Document Index: 199669676

Matched Legal Cases: ['Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 14', 'Art. 18', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 20', 'Art. 21', 'Art. 22', 'Art. 23', 'Art. 25', 'Art. 26', 'Art. 26', 'Art. 27', 'Art. 27', 'Art. 28', 'Art. 29', 'Art. 30', 'Art. 33', 'Art. 34', 'Art. 35', 'Art. 36', 'Art. 40', 'Art. 41', 'Art. 42', 'Art. 43', 'Art. 44', 'Art. 45', 'Art. 46', 'Art. 47', 'Art. 48', 'Art. 49', 'Art. 50', 'Art. 51', 'Art. 52', 'Art. 11', 'Art. 12', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 15', 'Art. 15', 'Art. 329', 'Art. 16', 'Art. 17', 'Art. 17', 'Art. 17', 'Art. 17', 'Art. 17', 'Art. 17', 'Art. 18', 'Art. 19', 'Art. 20', 'Art. 52', 'Art. 53', 'Art. 54', 'Art. 56']

Checklisten › Arbeitspflicht
Wöchentliche Höchstarbeitszeit + Sonderregelungen
Berechnung der Höchstarbeitszeit bei mehreren Arbeitgebern
Durchbrechung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit
Tages- und Abendarbeitszeit und Ihre Grenzen
Voraussetzungen und Dauer der Überarbeitszeit
Nichteinhaltung des Arbeitszeitenschutzes
Arbeitspflicht: Hard- und Softfacts
Gebe ich nochmals eine Chance?
Checkliste „Wöchentliche Höchstarbeitszeit“
Geltungsbereich (ArG 1 – 4)
Nicht in den Anwendungsbereich des ArG fallen.
Verwaltung der Kantone
Reine Familienbetriebe, bezüglich Familienmitglieder
Arbeitnehmer, die in einem unterstellten Betrieb tätig sind
Anwendung auf alle Arbeitnehmer
Höhere leitende Angestellte
Erzieher und Aufseher in Anstalten
Der Arbeitnehmer darf nicht über die gesetzlich festgelegte wöchentliche Höchstarbeitszeit hinaus beschäftigt werden
Die wöchentliche Höchstarbeitszeit verletzende Abreden sind (teil-)nichtig (OR 20); die Zeit-Abrede ist auf das erlaubte Mass herabzusetzen
Die Arbeitszeit nach privat- und öffentlich-rechtlicher Sicht braucht nicht identisch zu sein.
Dauer der wöchentlichen Höchstarbeitszeit
Der Gesetzgeber hat nicht für alle Arbeitnehmer die wöchentliche Höchstarbeitszeit festgelegt; er bildete 2 Kategorien und Sonderregelungen:
45 Stunden als wöchentliche Höchstarbeitszeit
Arbeitnehmer der Branchen
Technische und andere Angestellte
Verkaufspersonal in Grossbetrieben des Detailhandels
vgl. ArG 9 Abs. 1 lit. a
50 Stunden als wöchentliche Höchstarbeitszeit
alle übrigen Arbeitnehmer
vgl. ArG 9 Abs. 1 lit. b
Für bestimmte Gruppen von Betrieben oder Arbeitnehmern kann die wöchentliche Höchstarbeitszeit durch Verordnung zeitweise um höchstens vier Stunden verlängert werden, sofern sie im Jahresdurchschnitt nicht überschritten wird (ArG 9 Abs. 3).
Eine Verlängerung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit um höchstens vier Stunden kann vom Bundesamt für bestimmte Gruppen von Betrieben oder Arbeitnehmern oder für bestimmte Betriebe bewilligt werden, sofern und solange zwingende Gründe dies rechtfertigen (ArG 9 Abs. 4).
Auf Büropersonal, technische und andere Angestellte, mit Einschluss des Verkaufspersonals in Grossbetrieben des Detailhandels, die im gleichen Betrieb oder Betriebsteil zusammen mit Arbeitnehmern beschäftigt werden, für die eine längere wöchentliche Höchstarbeitszeit gilt, ist diese ebenfalls anwendbar (ArG 9 Abs. 5).
Siehe Checkliste „Wöchentliche Höchstarbeitszeit + Sonderregelungen“
Checkliste „Wöchentliche Höchstarbeitszeit + Sonderregelungen“
Gesetz- und Vorordnungsgeber sehen zum Teil massive Abweichungen von der wöchentliche Höchstarbeitszeit vor
Diese Abweichungen betreffen
die generelle wöchentliche Arbeitszeit
Die Abweichungen stützen sich auf ArG 27 und sind kodifiziert in der Verordnung 2 vom 10.05.2000 zum Arbeitsgesetz (ArGV 2) (Sonderbestimmungen für bestimmte Gruppen von Betrieben oder Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen) [SR 822.112].
Folgende Sonderregelungen sind von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu beachten (Art. = ArGV2-Artikel):
Art. 7 Verlängerung der Arbeitswoche
Art. 8a Pikettdienst
Art. 14 Wöchentlicher freier Halbtag
Folgende Betriebe können von der wöchentlichen Höchstarbeitszeit abweichen (Art. = ArGV2-Artikel):
Art. 18 Arzt-, Zahnarzt- und Tierarztpraxen
Art. 19 Apotheken
Art. 19a Medizinische Labors
Art. 20 Bestattungsbetriebe
Art. 21 Tierkliniken
Art. 22 Zoologische Gärten, Tiergärten und Tierheime
Art. 23 Gastbetriebe
Art. 25 Betriebe in Fremdenverkehrsgebieten
Art. 26 Kioske und Betriebe für Reisende
Art. 26a Betriebe in Bahnhöfen und Flughäfen
Art. 27 Bäckereien, Konditoreien, Confiserien
Art. 27a Fleischverarbeitende Betriebe
Art. 28 Milchverarbeitungsbetriebe
Art. 29 Blumenläden
Art. 30 Zeitungs- und Zeitschriftenredaktionen sowie Nachrichten- und Bildagenturen
Art. 33 Telefonzentralen
Art. 34 Banken, Effektenhandel, Börsen und deren Gemeinschaftswerke
Art. 35 Berufstheater
Art. 36 Berufsmusiker
Art. 40 Sport- und Freizeitanlagen
Art. 41 Skilifte und Luftseilbahnen
Art. 42 Campingplätze
Art. 43 Konferenz-, Kongress- und Messebetriebe
Art. 44 Museen und Ausstellungsbetriebe
Art. 45 Bewachungs- und Überwachungspersonal
Art. 46 Betriebe des Autogewerbes
Art. 47 Bodenpersonal der Luftfahrt
Art. 48 Bau- und Unterhaltsbetriebe für Eisenbahnanlagen
Art. 49 Betriebe der Energie- und Wasserversorgung
Art. 50 Betriebe der Kehricht- und Abwasserentsorgung
Art. 51 Reinigungsbetriebe
Art. 52 Betriebe für die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte
Checkliste „Berechnung der Höchstarbeitszeit bei mehreren Arbeitgebern“
Für Arbeitnehmer, die mit mehreren Arbeitgebern in Arbeitsverhältnissen stehen (Haupt- und Nebenbeschäftigung), stellt sich die Frage, wie die wöchentliche Höchstarbeitszeit zu berechnen ist.
Arbeitsgesetz unterstellte Betriebe
Ist der Arbeitnehmer ausschliesslich in Betrieben tätig, die dem Arbeitsgesetz unterstellt sind, so ist für ihn die höchste der für diese Betriebe bestimmten Arbeitszeiten anwendbar.
Nicht dem Arbeitsgesetz unterstellte Betriebe
Ist der Arbeitnehmer ausschliesslich in Betrieben tätig, die nicht dem Arbeitsgesetz unterstellt sind, so darf er beliebig lange beschäftigt werden bzw. arbeiten.
Checkliste „Durchbrechung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit“
Die wöchentliche Höchstarbeitszeit darf zum Ausgleich ausfallender Arbeitszeit überschritten werden. Hiefür gelten folgende Regeln des ArG:
Ausgleich ausfallender Arbeitszeit (ArG 11)
Tägliche Höchstgrenze der Überzeitarbeit (ArG 12 Abs. 2)
Jährliche Höchstzahl der Überzeitarbeitsstunden
Bei wöchentlicher Höchstarbeitszeit von 45 Stunden (vide ArGV1)
Bei wöchentlicher Höchstarbeitszeit von 50 Stunden (vide ArGV1 und ArG 9 Abs. 3)
Art. 11 ArG
Art. 12 ArG
140 Stunden für Arbeitnehmer mit einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit von 50 Stunden.
Art. 9 ArG
1 45 Stunden für Arbeitnehmer in industriellen Betrieben sowie für Büropersonal, technische und andere Angestellte, mit Einschluss des Verkaufspersonals in Grossbetrieben des Detailhandels;
4 Eine Verlängerung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit um höchstens vier Stunden kann vom Bundesamt für bestimmte Gruppen von Betrieben oder Arbeitnehmern oder für bestimmte Betriebe bewilligt werden, sofern und solange zwingende Gründe dies rechtfertigen.
Checkliste „Tages- und Abendarbeitszeit und ihre Grenzen“
Die Zulässigkeit der Überstundenarbeit ist eingeschränkt:
durch Zeitbeschränkungen
Grenzen der Tages- und Abendarbeit (ArG 10)
Art. 10 ArG
Checkliste „Voraussetzungen und Dauer der Überzeitarbeit“
Grenzen der Überstundenarbeit (ArG 12)
Checkliste „Ruhezeiten“
Als Ruhezeiten gelten
Pausen (ArG 15)
Tägliche Ruhezeit (ArG 15a)
Art. 15 ArG
Art. 15a ArG
Checkliste „Ferienanspruch“
Der Ferienanspruch wird geregelt bezüglich
Dauer (OR 329a)
Kürzung (OR 329b)
Zusammenhang und Zeitpunkt (OR 329c)
Ferienlohn (OR 329d)
1 Die Ferien sind in der Regel im Verlauf des betreffenden Dienstjahres zu gewähren; wenigstens zwei Ferienwochen müssen zusammenhängen.1
Art. 329d OR
Checkliste „Nachtarbeitsverbot“
Das Nachtarbeitsverbot wird durch folgende Regeln bestimmt:
Verbot der Nachtarbeit (ArG 16)
Ausnahmen vom Verbot der Nachtarbeit (ArG 17)
Dauer der Nachtarbeit (ArG 17a)
Lohn- und Zeitzuschlag (ArG 17b)
Medizinische Untersuchung und Beratung (ArG 17c)
Untauglichkeit zur Nachtarbeit (ArG 17d)
Weitere Massnahmen bei Nachtarbeit (ArG 17e)
Art. 16 ArG
Art. 17 ArG
5 Dauernde oder regelmässig wiederkehrende Nachtarbeit wird vom Bundesamt, vorübergehende Nachtarbeit von der kantonalen Behörde bewilligt.
Art. 17a ArG
Art. 17b ArG
4 Ausgleichsregelungen nach Absatz 3 Buchstabe c sind dem Bundesamt zur Beurteilung vorzulegen; dieses stellt die Gleichwertigkeit mit der gesetzlichen Ausgleichsruhezeit nach Absatz 2 fest.
Art. 17c ArG
Art. 17d ArG
Art. 17e ArG
Checkliste „Sonntagsarbeitsverbot“
Das Sonntagsarbeitsverbot wird durch folgende Regeln bestimmt:
Verbot der Sonntagsarbeit (ArG 18)
Ausnahmen vom Verbot der Sonntagsarbeit (ArG 19)
Freier Sonntag und Ersatzruhe (ArG 20)
Art. 18 ArG
Art. 19 ArG
4 Dauernde oder regelmässig wiederkehrende Sonntagsarbeit wird vom Bundesamt, vorübergehende Sonntagsarbeit von der kantonalen Behörde bewilligt.
6 Die Kantone können höchstens vier Sonntage pro Jahr bezeichnen, an denen Arbeitnehmer in Verkaufsgeschäften ohne Bewilligung beschäftigt werden dürfen.
Art. 20 ArG
Checkliste „Nichteinhaltung des Arbeitszeitenschutzes“
Als Kontrollmittel für die Behörden gelten:
die Auskunftspflicht und Betriebszutritt (ArG 45)
die Dokumentierungspflicht (ArG 46), inkl. Pflicht zur Arbeitszeiterfassung
die Mitteilungspflicht (ArG 47)
Als Sanktionsmassnahmen stehen zur Verfügung:
Massnahmen des Verwaltungszwangs (ArG 52)
Entzug und Sperre von Arbeitszeitbewilligungen (ArG 53)
Anzeigen (ArG 54)
Beschwerde gegen Verfügungen der kantonalen Behörde (ArG 56)
Art. 52 ArG
Art. 53 ArG
Art. 54 ArG
1 Die zuständigen Behörden sind verpflichtet, Anzeigen wegen Nichtbefolgung des Gesetzes, einer Verordnung oder einer Verfügung zu prüfen und, falls sie begründet sind, gemäss den Artikeln 51–53 zu verfahren.
Art. 56 ArG
Checkliste „Arbeitspflicht: Hard- und Softfacts
(sportlich formuliert: Die Pflicht)
Die Arbeitspflicht ist einer der zentralen Punkte des Arbeitsverhältnisses. Der vorstehend Internet Content erörtert emotionslos die hardfacts:
Meistens ist das Arbeitsverhältnis auf die eine oder andere Art auch eine emotionale Sache. Angesprochen sind die ebenso wichtigen, aber selten justiziablen Softfacts.
(sportlich formuliert: Die Kür)
Ob die im Rahmen der Arbeitspflicht erbrachten Leistungen des Arbeitnehmers mässig, zufriedenstellend oder zur vollen bzw. vollsten Zufriedenheit ausfallen, sind von verschiedenen primär arbeitnehmer- und sekundär arbeitgeberseitigen Parametern abhängig:
Wie verläuft der Start nach dem Stellenantritt?
Organisiert der Arbeitgeber eine gebührende Aufnahme und Einführung in die Arbeit
Wie reagieren die Arbeitskollegen?
nimmt sich der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer an
Stimmt die „Chemie“ unter den Arbeitsvertragsparteien?
Hat der Arbeitnehmer und/oder der Arbeitgeber überzogene Erwartungshaltungen?
Jeder Arbeitnehmer hat seine Stärken und Schwächen
Interesse an der Arbeit und am Unternehmen
Jeder Arbeitnehmer ist unterschiedlich disponiert
von der Lebenseinstellung
von der Leistungsbereitschaft
aufopfernder Typ
Normaltyp (Arbeit und Freizeit sind in Balance)
Dienst nach Vorschrift-Typ
Kann der Arbeitnehmer durch entsprechende Mitarbeiterführung (noch) mehr motiviert werden?
Schaffen die Arbeitgeberbemühungen zur Mitarbeiterentwicklung eine Verbundenheit?
Alle diese Softaspekte beeinflussen die Art der Leistung aus der Arbeitspflicht ebenso wie die Hardfacts.
Checkliste „Gebe ich nochmals eine Chance?“
Tages- oder Wochenform?
Arbeitgeber wie Arbeitnehmer haben Tages- und Wochenformen. Daher sollten beide umgangssprachlich nicht sofort die „Flinte ins Korn werfen“, eine finale Meinung bilden und kündigen.
Eine, mehrere oder wieviele Chancen?
Jeder sollte meistens eine zweite, dritte oder weitere Chance haben.
Arbeitnehmerhaltung
Viele Arbeitnehmer wehren sich in der Probezeit und überstehen die schwierige Zeit
Manche lassen sich nach den üblichen 3 Monaten Probezeit gehen, fangen sich dann aber wieder
Wiederum einige meinen, sie hätten nach Ablauf der Probezeit die Stelle auf sicher
Andere suchen, wenn es nicht sofort funktioniert, den Grund beim Arbeitgeber, kündigen vorschnell und sehen immer wieder die Chance (oder besser ihr Glück) in einer neuen Stelle.
Arbeitgeberhaltung
Arbeitgeber differenzieren meistens nach
Lernwillen und Lernfähigkeit
Arbeitserfolgen und Missgeschicken
Verhalten (kluge Reaktionen auf die eine oder andere Ausnahme- oder Spontan-Situation)
Arbeitgeber führen bei qualitativ oder quantitativ mangelhafter Arbeit i.d.R. ein Mitarbeitergespräch
Arbeitgeber erwarten von sich und von den Arbeitnehmern, dass sie sich jeden Tag von neuem bewähren und gemeinsam für die Daseinsberechtigung des Unternehmens kämpfen („gemeinsam am Strick ziehen“)
Arbeitgeber gehen vom Erfahrungssatz aus, wenn sich jemand so oder anders verhält, dass er sich beim nächsten Mal wieder gleich (falsch oder richtig) verhalten wird
Arbeitgeber schliessen vom Arbeitnehmerverhalten auf das Unternehmenswohl und den Reflex auf die anderen Arbeitsplätze.
Bei Aussichtslosigkeit
Umgekehrt sollte bei Nichteinigung sofort ein Trennungsstrich gezogen werden, wobei dem Arbeitnehmer zu empfehlen ist, die Stelle erst zu wechseln, wenn er einen neuen Arbeitgeber gefunden hat.
www.verwarnung.ch
www.aenderungskuendigung.ch
www.kuendigung-arbeitsvertrag.ch
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