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Timestamp: 2016-10-25 06:50:05
Document Index: 248721247

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 6', 'Art. 232', 'BGE', 'Art. 1', 'Art. 19', 'Art. 1', 'Art. 32', 'Art. 31', 'BGE', 'Art. 19', 'Art. 31', 'Art. 17', 'BGE', 'Art. 17', 'Art. 19', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 16', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 61', 'BGE', 'BGE', 'Art. 61', 'Art. 16', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 17', 'BGE', 'Art. 17', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 55', 'Art. 197', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 237', 'BGE', 'BGE', 'Art. 240', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'Art. 89', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 221', 'Art. 232', 'BGE', 'Art. 232', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 232', 'BGE', 'BGE', 'Art. 232', 'Art. 221', 'BGE', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'Art. 229']

94 III 8316. Entscheid vom 10. September 1968 i.S. Fr�d�ric.
Application d'une faillite prononc�e en France aux biens que le d�biteur poss�de en Suisse. 1. D�lais r�gis par le droit f�d�ral. L'assimilation du samedi � un jour f�ri� l�gal (loi f�d�rale du 21 juin 1963) n'a d'effet que sur l'expiration des d�lais, non sur leur point de d�part (consid. 1). 2. Mesure de l'office au sens de l'art. 17 al. 1 LP ou simple communication de la mani�re dont l'office entend agir si des faits d�termin�s se produisent? (consid. 2). 3. Qualit� du failli pour porter plainte. Pouvoir d'attaquer par une plainte ou un recours les mesures prises pour saisir et conserver des actifs de la masse, mesures qui seraient contraires � la loi ou qui auraient �t� prises par un office incomp�tent (consid. 3). 4. La Convention entre la Suisse et la France sur la comp�tence judiciaire et l'ex�cution des jugements en mati�re civile du 15 juin 1869 consacre � son art. 6 le principe de l'unit� et de l'universalit� de la faillite dans les relations entre les deux pays (confirmation de la jurisprudence; consid. 4). 5. Lorsque les autorit�s du canton o� l'ex�cution doit avoir lieu d�clarent ex�cutoire un jugement de faillite prononc� en France, leur d�cision vaut pour toute la Suisse (consid. 5). 6. Pouvoirs du syndic de la faillite ouverte en France lorsque le jugement de faillite a �t� d�clar� ex�cutoire en Suisse. Dans la mesure o� l'application de la faillite aux biens que le d�biteur poss�de en Suisse exige des mesures d'ex�cution forc�e, les autorit�s suisses comp�tentes doivent �tre requises de pr�ter leur concours au titrede l'entraide judiciaire. Les offices requis sont tenus, en vertu du sens de la convention franco-suisse, de pr�ter leur concours et ils appliquent alors de droit suisse (consid. 6 � 8). Organisation de l'entraide judiciaire lorsque le failli poss�de des biens en Suisse en plusieurs lieux (consid. 10). 7. Banque requise, aux fins de dresser l'inventaire, d'indiquer les biens du failli qu'elle d�tient et de les mettre � la disposition de l'administration de la faillite. L'obligation d'indiquer les biens du failli en vertu de l'art. 232 al. 2 ch. 3 et 4 LP l'emporte sur le secret bancaire (consid. 8). Publication en Suisse du jugement de faillite (consid. 9). 8. L'office des faillites requis par le syndic de la faillite fran�aise de pr�ter son concours au titre de l'entraide judiciaire n'est pas comp�tent pour allouer au failli une assistance �quitable au sens de l'art. 229 al. 2 LP (consid. 11). Faits � partir de page 84
A.- Durch Urteil vom 1. Dezember 1967 er�ffnete das Handelsgericht von La Rochelle �ber den franz�sischen Staatsangeh�rigen Robert Jean Fr�d�ric, der damals in La Rochelle Wohnsitz hatte, den Konkurs. Auf Gesuch der beiden Konkursverwalter (syndics) M. Rambour und R. Courret in La Rochelle erkl�rte der Appellationshof des Kantons Bern dieses Urteil am 29. Mai 1968 als vollstreckbar. Am 27. Juni 1968 teilte das Konkursamt Bern dem Berner Anwalt des Gemeinschuldners mit, der Berner Vertreter der Konkursverwalter (der am 12. Januar 1968 f�r den Gl�ubiger Hirschler einen Arrest auf die Guthaben und Verm�genswerte des Gemeinschuldners bei der Schweizerischen Bankgesellschaft in Bern erwirkt hatte; vgl. BGE 94 III 46 ff.) habe das Konkursamt ersucht, den Konkurs auf Grund von Art. 6 des Gerichtsstandsvertrags mit Frankreich vom 15. Juni 1869 zu vollziehen; das Konkursamt gebe diesem Rechtshilfegesuch Folge und wende dabei die einschl�gigen Bestimmungen des SchKG an; die Schweiz. Bankgesellschaft werde im Sinne von Art. 232 Abs. 2 Ziff. 4 SchKG aufgefordert, die bei ihr liegenden Verm�genswerte des Gemeinschuldners zwecks Erstellung des Inventars anzugeben und sie der Konkursverwaltung zur Verf�gung zu stellen; das vollstreckbar erkl�rte Konkurserkenntnis werde unter Festlegung einer Eingabefrist im Schweiz. Handelsamtsblatt und im Amtsblatt des Kantons Bern ver�ffentlicht; das rechtfertige sich deshalb, weil der Gemeinschuldner fl�chtig sei und daher durch die Konkursverwalter �ber allf�llige in der Schweiz befindliche Aktiven und Passiven nicht befragt werden k�nne. Mit Schreiben vom gleichen Tag richtete das Konkursamt an die Schweiz. Bankgesellschaft in Bern die erw�hnte Aufforderung mit dem Beif�gen, �ber die bei ihr liegenden Verm�genswerte k�nne nur noch mit Zustimmung der Konkursverwaltung verf�gt werden.
B.- Schon am 27. Juni 1968 f�hrte der Berner Anwalt des Gemeinschuldners in dessen Namen gegen das Konkursamt BGE 94 III 83 S. 87Bern Beschwerde. Er beantragte dem Sinne nach, die ihm an diesem Tag zugestellte Verf�gung des Amtes sei aufzuheben und dem Amte sei zu verbieten, das franz�sische Konkurserkenntnis im Sinne der Gew�hrung amtlicher Rechtshilfe zu vollziehen; dem Amte sei h�chstens zu gestatten, das Ersuchen der Konkursverwalter als privaten Auftrag anzunehmen und auszuf�hren; ferner sei das Amt anzuweisen, "in der Aufforderung an die Schweiz. Bankgesellschaft in Bern das Bankgeheimnis zu respektieren und darin jede Strafandrohung im Falle (gemeint: f�r den Fall) der Nichterteilung der verlangten Ausk�nfte zu unterlassen."
Mit Entscheid vom 11. Juli 1968 wies die kantonale Aufsichtsbeh�rde die Beschwerde ab.
C.- Diesen Entscheid hat der Gemeinschuldner an das Bundesgericht weitergezogen. Seine Rekursbegehren decken sich dem Sinne nach mit den im kantonalen Verfahren gestellten Antr�gen.
1. Der Vertreter des Rekurrenten bringt vor, der angefochtene Entscheid sei ihm am 13. Juli 1968, einem Samstag, zugestellt worden; gem�ss Art. 1 des Bundesgesetzes vom 21. Juni 1963 �ber den Fristenlauf an Samstagen stehe der Samstag einem anerkannten Feiertage gleich; die Rekursfrist des Art. 19 SchKG habe deshalb erst vom 15. Juli 1968 (Montag) an zu laufen begonnen und endige am 25. Juli 1968; sie sei eingehalten.
Durch Art. 1 des genannten Bundesgesetzes (AS 1963 S. 819) wird der Samstag hinsichtlich der gesetzlichen Fristen des eidgen�ssischen Rechts und der kraft eidgen�ssischen Rechts von Beh�rden angesetzten Fristen einem anerkannten Feiertag gleichgestellt. Ob ein Tag ein anerkannter Feiertag sei, ist nur f�r die Beendigung, nicht auch f�r den Beginn der gesetzlichen Fristen des eidgen�ssischen Rechts und der kraft eidgen�ssischen Rechts von Beh�rden angesetzten Fristen von Bedeutung (vgl. namentlich Art. 32 Abs. 2 OG, Art. 31 Abs. 3 SchKG). Daher beeinflusst auch die Gleichstellung des Samstags mit einem anerkannten Feiertag nur das Ende, nicht auch den Beginn einer solchen Frist (Botschaft des Bundesrats, BBl 1962 BGE 94 III 83 S. 88II 983; BIRCHMEIER, Die formellen Voraussetzungen und die Wirkungen der Einlegung der Berufung, SJK Nr. 938, Ersatzkarte 1967, S. 1). Die in Art. 19 Abs. 1 SchKG festgesetzte zehnt�gige Frist f�r den Rekurs an das Bundesgericht lief also vom Tage der Zustellung des angefochtenen Entscheides (13. Juli 1968) an, obwohl dieser Tag ein Samstag war, und endigte daher gem�ss Art. 31 Abs. 1 SchKG entgegen der Auffassung des Vertreters des Rekurrenten schon am 23., nicht erst am 25. Juli 1968. Das schadet indessen dem Rekurrenten nicht, da der Rekurs bereits am 22. Juli 1968 zuhanden der kantonalen Aufsichtsbeh�rde der schweizerischen Post �bergeben wurde.
2. Das Konkursamt Bern hat dem Vertreter des Rekurrenten in seinem Schreiben vom 27. Juni 1968 nicht bloss mitgeteilt, wie es in Zukunft beim Eintritt bestimmter Tatsachen zu handeln gedenke. Es hat ihm vielmehr er�ffnet, es gebe dem Rechtshilfegesuch der franz�sischen Konkursverwalter Folge, und die Massnahmen genannt, die es zu diesem Zwecke treffe. Das Schreiben enth�lt daher, wie die Vorinstanz mit Recht angenommen hat, eine Verf�gung des Konkursamtes im Sinne von Art. 17 Abs. 1 SchKG (vgl. BGE 85 III 92 Erw. 2). Eine der im Schreiben vom 27. Juni 1968 genannten Massnahmen, die Aufforderung an die Schweiz. Bankgesellschaft, die bei ihr liegenden Verm�genswerte des Rekurrenten anzugeben und zur Verf�gung zu stellen, wurde im �brigen vom Konkursamt noch am gleichen Tage ergriffen (was der Vertreter des Rekurrenten erst kurz vor Einreichung des vorliegenden Rekurses erfuhr). Die Beschwerde des Rekurrenten war daher nicht verfr�ht.
3. Der Rekurrent macht geltend, das Vorgehen des Konkursamtes und der Entscheid der kantonalen Aufsichtsbeh�rde verletzten Vorschriften des schweizerischen Konkursrechts und des Gerichtsstandsvertrages mit Frankreich sowie die Bestimmungen der schweizerischen Bankengesetzgebung �ber das Bankgeheimnis. Solche Rechtsverletzungen k�nnen mit der Beschwerde im Sinne von Art. 17 SchKG und mit dem Rekurs im Sinne von Art. 19 SchKG ger�gt werden.
Die bundesgerichtlichen Entscheide dar�ber, ob und unter welchen Voraussetzungen der Gemeinschuldner sich gegen Massnahmen der Konkursorgane beschweren kann, betreffen durchwegs Beschwerden gegen Verwertungsmassnahmen (BGE 88 III 34 /35 mit Hinweisen, 77). Der Gemeinschuldner ist nach diesen Entscheiden befugt, Verf�gungen der Konkursverwaltung BGE 94 III 83 S. 89und Gl�ubigerbeschl�sse �ber die Verwertung der Aktiven der Konkursmasse durch Beschwerde anzufechten, wenn sie in seine gesetzlich gesch�tzten Rechte und Interessen eingreifen, wobei Willk�r, Ermessensmissbrauch und Ermessens�berschreitung einem Verstoss gegen positive Verfahrensvorschriften gleichzuachten sind. Die Massnahmen des Konkursamtes Bern, die der Rekurrent anficht, betreffen nicht die Verwertung der Aktiven seiner Masse, sondern die Erfassung und Sicherung von zu dieser Masse geh�renden Verm�genswerten. Auch gegen solche Massnahmen kann der Gemeinschuldner Beschwerde f�hren und rekurrieren, um geltend zu machen, sie seien gesetzwidrig oder das Konkursamt sei nach den einschl�gigen Vorschriften des Bundesrechts mit Einschluss der Staatsvertr�ge des Bundes �berhaupt nicht zust�ndig, Vollstreckungsmassnahmen gegen ihn zu ergreifen. Hiebei bleibt es auch, wenn der Gemeinschuldner ein im Ausland wohnender Ausl�nder ist und die streitigen Massnahmen dem Vollzug eines im Ausland er�ffneten Konkurses dienen. F�r das Vorgehen der schweizerischen Vollstreckungsorgane ist das schweizerische Recht, zu dem auch die von der Schweiz abgeschlossenen Staatsvertr�ge zu rechnen sind, als das am Sitz des handelnden Organs geltende Recht massgebend (vgl. BGE 93 III 102 oben), und dieses Recht beherrscht auch die Rechtsmittel, die gegen Massnahmen schweizerischer Vollstreckungsorgane ergriffen werden k�nnen.
Der Rekurrent war also befugt, wegen der von ihm behaupteten Rechtsverletzung Beschwerde zu f�hren und Rekurs zu erheben.
4. Der Gerichtsstandsvertrag mit Frankreich vom 15. Juni 1869 (BS 12 S. 347; allein massgebender franz�sischer Originaltext in RS 12 S. 315) regelt in Art. 6 Abs. 1 die �rtliche Zust�ndigkeit f�r die Er�ffnung des Konkurses �ber einen Franzosen mit einer Handelsniederlassung in der Schweiz und �ber einen Schweizer mit einer Handelsniederlassung in Frankreich. Art. 6 Abs. 2 bestimmt, die Vorlegung des Konkurserkenntnisses im andern Lande verleihe dem Konkursverwalter oder Massevertreter, nachdem das Erkenntnis gem�ss Art. 16 des Gerichtsstandsvertrages als vollstreckbar erkl�rt worden sei, das Recht, die Erstreckung des Konkurses auf das bewegliche und unbewegliche Verm�gen des Gemeinschuldners in diesem Lande zu verlangen. Art. 6 Abs. 3 befasst sich mit der Einziehung BGE 94 III 83 S. 90der Guthaben und mit der Verwertung des beweglichen und unbeweglichen Verm�gens des Gemeinschuldners durch den Konkursverwalter, und in Art. 6 Abs. 4 und 5 wird die Verteilung des Erl�ses aus den Verm�genswerten der Konkursmasse behandelt.
Nach st�ndiger Rechtsprechung und nach einhelliger Lehre stellt Art. 6 des Gerichtsstandsvertrags von 1869 f�r die Beziehungen zwischen der Schweiz und Frankreich nicht bloss mit Beschr�nkung auf die in Abs. 1 genannten Sonderf�lle (Franzosen mit Handelsniederlassung in der Schweiz und umgekehrt), sondern in umfassender Weise den Grundsatz der Einheit und Allgemeinheit des Konkurses auf (BGE 93 I 719 und BGE 94 III 48 /49, je mit zahlreichen Hinweisen, sowieBGE 58 I 316f.).
Der Appellationshof des Kantons Bern hat das franz�sische Konkurserkenntnis �ber den Rekurrenten gem�ss Art. 16 des Gerichtsstandsvertrages als vollstreckbar erkl�rt. Dieser Entscheid ist rechtskr�ftig geworden. Die franz�sischen Konkursverwalter sind daher nach Art. 6 Abs. 2 des genannten Vertrages befugt, unter Vorlegung des Konkurserkenntnisses die Erstreckung des Konkurses auf das bewegliche und unbewegliche Verm�gen des Rekurrenten in der Schweiz zu verlangen, und sie haben hinsichtlich der Eintreibung der Guthaben und der Verwertung die in Art. 6 Abs. 3 vorgesehenen Rechte.
5. Die Konkursverwalter haben die Vollstreckbarerkl�rung des franz�sischen Konkurserkenntnisses im Kanton Bern verlangt, weil sie erfahren hatten, dass der Rekurrent dort Verm�gen hat. Falls der Rekurrent auch noch anderswo in der Schweiz Verm�genswerte besitzen sollte, wor�ber die �ffentliche Bekanntmachung des Konkurserkenntnisses im Schweiz. Handelsamtsblatt Aufschluss bringen soll, so stellt sich die Frage, ob die im Kanton Bern erfolgte Vollstreckbarerkl�rung nur f�r diesen Kanton oder f�r die ganze Schweiz wirke.
Art. 61 BV, wonach die in einem Kanton gef�llten rechtskr�ftigen Zivilurteile in der ganzen Schweiz sollen vollzogen werden k�nnen, ist auf kantonale Entscheide �ber die Vollstreckbarerkl�rung ausl�ndischer Urteile selbst dann nicht anwendbar, wenn es sich dabei um Urteile in Zivilsachen handelt (BGE 54 III 169). Um so weniger l�sst sich ein kantonaler Entscheid, der nicht ein ausl�ndisches Zivilurteil, sondern BGE 94 III 83 S. 91ein ausl�ndisches Konkurserkenntnis als vollstreckbar erkl�rt, als Zivilurteil im Sinne von Art. 61 BV betrachten. Das Bundesrecht enth�lt auch sonst keine Vorschrift, die den Wirkungsbereich der Vollstreckbarerkl�rung eines ausl�ndischen Konkurserkenntnisses ausdr�cklich regeln w�rde. Daher bleibt nur zu pr�fen, ob das Bundesrecht mit Einschluss der vom Bund abgeschlossenen Staatsvertr�ge wenigstens dem Sinne nach vorschreibe, dass die in einem Kanton erfolgte Vollstreckbarerkl�rung eines franz�sischen Konkurserkenntnisses, wie sie im vorliegenden Fall in Frage steht, f�r die ganze Schweiz gelte.
a) Art. 16 des Gerichtsstandsvertrags von 1869, der nach Art. 6 Abs. 2 dieses Vertrages f�r die zur Erstreckung des Konkurses auf den andern Vertragsstaat erforderliche Vollstreckbarerkl�rung des Konkurserkenntnisses massgebend ist (vgl.BGE 58 I 316), schreibt in Abs. 1 vor, die Partei, zu deren Gunsten ein Urteil vollzogen werden soll, habe eine beglaubigte Ausfertigung desselben samt Zustellungs- und Rechtskraftsbescheinigung dem Gericht oder der zust�ndigen Beh�rde "des Ortes oder eines der Orte" vorzulegen, wo die Vollziehung stattfinden soll. Schon diese Wendung spricht daf�r, dass in F�llen, wo ein Urteil an mehrern Orten des andern Vertragsstaates vollzogen werden soll, die Vollstreckbarerkl�rung an einem dieser Orte gen�gt, m.a.W. dass die an einem dieser Orte erwirkte Vollstreckbarerkl�rung die Vollziehung des Urteils auch an andern Orten des betreffenden Staates erlaubt (gleicher Ansicht L. JACOT, La faillite dans les relations de droit international priv� de la Suisse, Diss. Neuch�tel 1932, S. 171, � 73 a. E.). Die wiedergegebene Ausdrucksweise l�sst sich kaum anders als damit erkl�ren, dass dies die Meinung der vertragschliessenden Staaten war.
b) Soweit das Bundesrecht ein Verfahren auf Vollstreckbarerkl�rung (Exequaturverfahren) vorsieht und der an der Vollstreckung interessierten Partei auf Durchf�hrung dieses Verfahrens Anspruch gibt, muss die in diesem Verfahren ergehende Entscheidung, wie GULDENER (Das internationale und interkantonale Zivilprozessrecht der Schweiz, 1951, S. 154 Fussnote 127 a) zutreffend bemerkt, von Bundesrechts wegen beachtet werden, mithin im ganzen Gebiete der Eidgenossenschaft. Die weitere Bemerkung GULDENERS (S. 154 Fussnote 127 d), der Gerichtsstandsvertrag mit Frankreich erw�hne eine Vollstreckbarerkl�rung �berhaupt nicht, ist wenigstens bez�glich BGE 94 III 83 S. 92der Konkurserkenntnisse ungenau; denn Art. 6 Abs. 2 spricht ausdr�cklich von der Vollstreckbarerkl�rung dieser Erkenntnisse nach den Regeln des Art. 16. Damit gibt der Gerichtsstandsvertrag, der als vom Bund abgeschlossener Staatsvertrag zum schweizerischen Bundesrecht geh�rt, dem Konkursverwalter unzweifelhaft Anspruch darauf, dass das Konkurserkenntnis bei Erf�llung der Bedingungen des Art. 16 (und beim Fehlen von Weigerungsgr�nden im Sinne von Art. 17) im andern Vertragsstaat f�rmlich als vollstreckbar erkl�rt wird (vgl. GULDENER, S. 187 Ziff. 2 mit Fussnote 36). Hat ein franz�sischer Konkursverwalter einen bundesrechtlichen Anspruch auf Vollstreckbarerkl�rung des franz�sischen Konkurserkenntnisses in der Schweiz, so muss die in einem Kanton ausgesprochene Vollstreckbarerkl�rung nach dem eingangs dieses Abschnittes angef�hrten Grundsatz in der ganzen Schweiz gelten.
c) GULDENER will den eben erw�hnten Grundsatz auch insoweit gelten lassen, als die Frage der Zust�ndigkeit des ausl�ndischen Urteilgerichts im Rahmen des Staatsvertrags nach kantonalem Gerichtsstandsrecht beurteilt wurde (a.a.O. S. 154 Fussnote 127 a). M. PETITPIERRE vertritt ebenfalls ohne Vorbehalt die Auffassung, ein kantonaler Entscheid, der die Vollstreckbarerkl�rung eines ausl�ndischen Urteils in Anwendung des (internen) Bundesrechts oder eines Staatsvertrages des Bundes gew�hrt oder verweigert, wirke in allen Kantonen (La reconnaissance et l'ex�cution des jugements civils �trangers en Suisse, Paris 1925, S. 22, und Le droit international de la Suisse, Nr. 292, erschienen in dem von A. DE LAPRADELLE und J.-P. NIBOYET ver�ffentlichten R�pertoire de droit international, VII, Paris 1930, S. 172 = Extrait du R�pertoire de droit international S. 28 Nr. 292). Demgegen�ber ist R. PROBST der Ansicht, ein kantonaler Exequaturentscheid, der in Anwendung eines vom Bund abgeschlossenen Staatsvertrags gef�llt wurde, wirke nur dann im ganzen Gebiet der Eidgenossenschaft, "wenn materiell f�r das Exequatur nur Bundesrecht massgebend war und nicht daneben - sei es auch bloss indirekt - kantonales Recht eingriff"; wo das Vollstreckungserfordernis der Zust�ndigkeit des urteilenden Gerichts mangels einschl�giger Vorschriften des Staatsvertrags oder des (internen) eidgen�ssischen Rechts nach kantonalem Recht zu beurteilen sei, blieben die Wirkungen des Exequaturentscheides auf das Gebiet des betreffenden Kantons beschr�nkt (Die Vollstreckung BGE 94 III 83 S. 93ausl�ndischer Zivilurteile in der Schweiz nach den geltenden Staatsvertr�gen, Berner Diss. 1936, S. 31). Zu dieser Meinungsverschiedenheit braucht im vorliegenden Falle nicht Stellung genommen zu werden, da die Frage, ob das Handelsgericht von La Rochelle im Sinne von Art. 17 lit. a des Gerichtsstandsvertrages von 1869 zur Er�ffnung des Konkurses �ber den Rekurrenten zust�ndig war, im durchgef�hrten Exequaturverfahren nicht nach kantonalem Recht zu beurteilen war und auch nicht nach diesem Rechte beurteilt wurde. Die Kantone sind nicht befugt, die �rtliche Zust�ndigkeit f�r die Konkurser�ffnung zu regeln, sondern diese Zust�ndigkeit wird vom Bundesrecht (SchKG und Staatsvertr�ge) beherrscht (vgl. z.B.BGE 54 I 46ff.,BGE 58 I 317, BGE 93 I 718 ff.).
d) Wenn ein franz�sisches Konkurserkenntnis in der Schweiz an einem der Orte, wo es zu vollziehen ist, als vollstreckbar erkl�rt wurde, so dr�ngt sich die Annahme, die Vollstreckbarerkl�rung wirke f�r das ganze Gebiet der Schweiz, um so mehr auf, als der Staatsvertrag den Grundsatz der Einheit und Allgemeinheit des Konkurses f�r das ganze Gebiet jedes der beiden Vertragsstaaten aufstellt (Art. 6 Abs. 2) und die Erstreckung des Konkurses auf das Verm�gen im andern Vertragsstaat nur von einer Vollstreckbarerkl�rung abh�ngig macht (vgl. LYON-CAEN et RENAULT, Trait� de droit commercial, 5. Aufl., VIII, 1936, Nr. 1317 S. 847 unter 1o), und als das interne Recht der Schweiz dem an einem Ort er�ffneten Konkurs Wirkung f�r das ganze Land beilegt (Art. 55, 197 Abs. 1 SchKG; GULDENER, a.a.O. S. 86; JAEGER, N. 5 zu Art. 197 SchKG; FAVRE, Droit des poursuites, 2. Aufl. 1967, S. 290; FRITZSCHE, Schuldbetreibung und Konkurs II, 1968, S. 51).
e) E. ROGUIN hatte in seinem 1891 erschienenen Werk �ber Conflits des lois suisses en mati�re internationale et intercantonale (Nr. 684 S. 751/52) unter Hinweis auf die Verschiedenheit des Exequaturverfahrens in den verschiedenen Kantonen der Schweiz die Auffassung vertreten, der Massevertreter werde gut daran tun, das Exequatur wenigstens so oft zu verlangen, als besondere Staaten (Kantone) vorhanden seien, in denen das Konkurserkenntnis seine Wirkungen entfalten m�sse. Diese Auffassung, der VALENSI folgte (Artikel Faillite im bereits zitierten R�pertoire de droit international, VIII, 1930, S. 363 Nr. 577), kann jedenfalls seit der Vereinheitlichung des schweizerischen Schuldbetreibungs- und Konkursrechts BGE 94 III 83 S. 94durch das am 1. Januar 1892 in Kraft getretene SchKG nicht mehr aufrechterhalten werden.
Der Entscheid des Appellationshofs des Kantons Bern vom 29. Mai 1968, der das Konkurserkenntnis des Handelsgerichts von La Rochelle vom 1. Dezember 1967 als vollstreckbar erkl�rt, ist demnach in der ganzen Schweiz zu beachten.
6. �ber das nach der Vollstreckbarerkl�rung des Konkurserkenntnisses einzuschlagende Verfahren bestimmt Art. 6 des Gerichtsstandsvertrages von 1869 nur, der Konkursverwalter k�nne die R�ckzahlung der Guthaben und unter Beobachtung des Gesetzes des Landes, wo die Gegenst�nde liegen, den Verkauf der beweglichen und unbeweglichen Verm�gensst�cke des Gemeinschuldners betreiben (Abs. 3); die Betr�ge, die der Konkursverwalter im Heimatlande des Gemeinschuldners aus dem Verkauf von beweglichem Gut und aus der Einziehung von Forderungen bezogen habe, seien in die allgemeine Masse (masse chirographaire) am Ort des Konkurses einzuwerfen und mit den �brigen Aktiven der Masse nach Vorschrift der am Konkursort geltenden Gesetze unter s�mtliche Gl�ubiger, ohne R�cksicht auf ihre Herkunft, zu verteilen (Abs. 4); der Erl�s aus den Immobilien solle nach den Gesetzen des Landes, wo sie liegen, unter die Berechtigten verteilt werden (Abs. 5).
Aus Art. 6 Abs. 3 k�nnte geschlossen werden, ein franz�sischer Konkursverwalter k�nne in der Schweiz zwecks Erstreckung des Konkurses auf dieses Land selbst gewisse Vollstreckungshandlungen vornehmen und umgekehrt. So verh�lt es sich jedoch nicht.
a) Nach franz�sischem Recht werden der oder die Konkursverwalter (syndics) vom Handelsgericht ernannt mit der Aufgabe, das Verm�gen des Gemeinschuldners zu verwalten und zu liquidieren (DALLOZ, R�pertoire de droit commercial et des soci�t�s, II, 1957, S. 52 No. 570). Die Syndics sind Justizbeauftragte (mandataires de justice, mandataires judiciaires); sie sind zwar weder Beamte noch Amtspersonen (officiers minist�riels), gelten aber allgemein als mit einem �ffentlichen Auftrag betraut (charg�s d'un minist�re de service public, d'un mandat public; DALLOZ, a.a.O. S. 56 Nos. 611, 612; LYON-CAEN et RENAULT, Trait� de droit commercial, 5. Aufl., VII, 1934, S. 547 No. 437 und VIII S. 152 No. 1073). Das gleiche gilt �brigens auch f�r die Verwalter (administrateurs) beim sog. R�glement judiciaire, BGE 94 III 83 S. 95einem konkurs�hnlichen Verfahren, das 1955 anstelle der fr�heren Liquidation judiciaire eingef�hrt wurde (DALLOZ, a.a.O. S. 8 N. 2, S. 56 Nos. 611'612). Am �ffentlichen, amts�hnlichen Charakter der Stellung und der Aufgabe von Syndic und Administrateur �ndert nichts, dass der Konkurs und das R�glement judiciaire in Frankreich nicht in einem besonderen Gesetz �ber die Zwangsvollstreckung, sondern im Rahmen des Handelsgesetzbuches geregelt sind.
b) Der Konkursbeamte des schweizerischen Rechts ist ein Beamter, und die allenfalls gem�ss Art. 237 Abs. 2 SchKG von den Gl�ubigern gew�hlte (sog. ausseramtliche) Konkursverwaltung bekleidet eine �ffentliche Stellung und f�hrt einen �ffentlichen Auftrag aus, versieht ein �ffentliches Amt (BGE 38 I 199= Sep.ausg. 15 S. 13; vgl. BGE 94 III 59; BLUMENSTEIN, Handbuch des schweiz. Schuldbetreibungsrechts, S. 730; JAEGER, N. 5 zu Art. 240 SchKG, S. 203; FAVRE, Droit des poursuites, 2. Aufl., S. 317 Ziff. 3; vgl. auch FRITZSCHE, Schuldbetreibung und Konkurs II S. 128: "amts�hnliche Stellung").
c) Die franz�sischen und die schweizerischen Konkursverwalter k�nnen die mit der beschriebenen Stellung verbundenen amtlichen Befugnisse nur im eigenen Lande voll aus�ben. Im anderen Vertragsstaat k�nnen sie, nachdem das Konkurserkenntnis dort als vollstreckbar erkl�rt worden ist, zur Erstreckung des Konkurses auf das dortige Verm�gen des Gemeinschuldners Massnahmen ergreifen, die keinen amtlichen Befehl und keinen amtlichen Zwang in sich schliessen. Sie k�nnen z.B. die ihnen bekannten Schuldner des Gemeinschuldners zur Zahlung auffordern und, wenn die Zahlung nicht freiwillig erfolgt, gegen diese Schuldner sei es selbst, sei es durch einen von ihnen beauftragten Stellvertreter (Anwalt) Klage oder (in der Schweiz) beim zust�ndigen Amte Schuldbetreibung einleiten. Auf dem Gebiete des anderen Staates eigentliche Akte der Zwangsvollstreckung selbst�ndig auszuf�hren, z.B. Dritte unter Androhung von Strafen oder anderen Rechtsnachteilen zur Anmeldung von Guthaben oder zur Ablieferung von Verm�gensst�cken des Gemeinschuldners aufzufordern und Verm�gensst�cke desselben aus eigener Machtvollkommenheit zwangsweise zu verwerten, ist ihnen dagegen nicht gestattet. Vielmehr haben sie, wenn im anderen Lande Zwangsmassnahmen n�tig werden, die zust�ndigen Beh�rden dieses Landes um Rechtshilfe zu ersuchen, die zu gew�hren die angerufenen Beh�rden verpflichtet sind BGE 94 III 83 S. 96(vgl. GULDENER, a.a.O. S. 187/188 mit Fussnote 40, sowie TH. BOVERI, Die Rechtshilfe im schweiz. Schuldbetreibungs- und Konkursrecht, Z�rcher Diss. 1948, S. 74 f.). Der Konkursverwalter kann nach Art. 6 Abs. 2 des Gerichtsstandsvertrages die Erstreckung des Konkurses auf das Verm�gen im anderen Lande "verlangen" (r�clamer) und nach Art. 6 Abs. 3 die R�ckzahlung der dortigen Forderungen und den Verkauf der dortigen Verm�gensst�cke des Gemeinschuldners "betreiben" (poursuivre), nicht aber den daf�r n�tigen Amtszwang selbst aus�ben. Die im anderen Lande zu ergreifenden Zwangsmassnahmen k�nnen sich nur nach dem dort geltenden Rechte richten. (Art. 6 Abs. 3 des Staatsvertrages bestimmt denn auch ausdr�cklich, der Verkauf sei unter Beobachtung der Gesetze des Landes, wo die Verm�gensst�cke sich befinden, zu betreiben.) Dementsprechend m�ssen solche Zwangsmassnahmen den dortigen Beh�rden vorbehalten bleiben. Auf jeden Fall begr�ndet der Gerichtsstandsvertrag nicht eine Pflicht der Vertragsstaaten, den Konkursverwaltern des anderen Landes auf ihrem Gebiet die Aus�bung von Amtszwang zu gestatten, und kann keine Rede davon sein, dass das interne schweizerische Konkursrecht, das zum �ffentlichen Rechte der Schweiz geh�rt (FAVRE, a.a.O. S.11), den franz�sischen Konkursverwaltern von sich aus (ohne staatsvertragliche Verpflichtung hiezu) die Anwendung von amtlichem Zwang auf dem Gebiete der Schweiz erlaube (zur Stellung der ausl�ndischen Konkursverwalter in Frankreich vgl. LYON-CAEN et RENAULT VIII S. 788 No. 1252, S. 845 ff. Nos. 1316 ff.). Die Verweigerung dieser Befugnis hat aber nach dem Sinne des Gerichtsstandsvertrages, der im schweizerisch-franz�sischen Verh�ltnis die Einheit und Allgemeinheit des Konkurses gew�hrleisten will, die Gew�hrung von Rechtshilfe zum notwendigen Gegenst�ck.
Die f�r den Konkurs des Rekurrenten ernannten Syndics haben sich demnach mit Recht an das Konkursamt Bern gewandt, um die zwangsweise Erfassung der in Bern befindlichen Verm�gensst�cke des Rekurrenten zu erreichen, und das Konkursamt Bern hat ihrem Gesuch mit Recht entsprochen.
7. Gegen die Annahme, der Gerichtsstandsvertrag verpflichte die schweizerischen Konkursbeh�rden zur Rechtshilfe gegen�ber einem franz�sischen Konkursverwalter, l�sst sich entgegen der Ansicht des Rekurrenten nicht die Tatsache ins Feld f�hren, dass bei Abschluss dieses Staatsvertrages in der BGE 94 III 83 S. 97Schweiz noch kein einheitliches Konkursrecht mit einheitlicher Beh�rdenorganisation bestand, sondern 25 verschiedene Konkursordnungen mit verschiedenen Beh�rdenorganisationen. Die im Sinne des Staatsvertrages liegende Rechtshilfe ist in den Vertragsstaaten nach Massgabe des Rechts zu leisten, das dort zur Zeit der Gew�hrung der Rechtshilfe gilt. In den ersten Jahren der Geltung des Gerichtsstandsvertrages hatten also die nach dem damaligen kantonalen Recht bestehenden Beh�rden die vom kantonalen Recht zur Verf�gung gestellten Zwangsmittel anzuwenden. Seit dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes �ber Schuldbetreibung und Konkurs (1. Januar 1892) sind die in diesem Gesetz vorgesehenen Beh�rden f�r die Leistung der Rechtshilfe zust�ndig und die Zwangsmassnahmen dieses Gesetzes anwendbar.
Dass der Staatsvertrag von 1869 nicht n�her bestimmt, wie ein franz�sischer Syndic in der Schweiz vorzugehen hat, ist ebenfalls kein Grund daf�r, einem solchen Konkursverwalter in der Schweiz die Rechtshilfe zu verweigern, auf die er nach dem Sinne des Staatsvertrages grunds�tzlich Anspruch hat. Das Fehlen n�herer Vorschriften hat nur zur Folge, dass die Einzelheiten der Rechtshilfe im Wege der Auslegung oder L�ckenausf�llung zu bestimmen sind.
Dem Rekurrenten kann auch nicht zugestanden werden, dass dem franz�sischen Konkursverwalter in der Schweiz deshalb keine amtliche Rechtshilfe zu gew�hren sei, weil Frankreich keine der schweizerischen entsprechende Konkursorganisation besitzt, die ein schweizerischer Konkursverwalter sich im umgekehrten Falle zunutze machen k�nnte. Bei Abschluss des Gerichtsstandsvertrages wurde in Kauf genommen, dass das Konkurswesen in den beiden Vertragsstaaten verschieden geordnet ist. Dass ein schweizerischer Konkursverwalter einen zust�ndigen Orts in der Schweiz er�ffneten Konkurs in Frankreich entgegen dem Staatsvertrag �berhaupt nicht durchsetzen k�nne, ist nicht anzunehmen. Soweit der schweizerische Konkursverwalter in Frankreich nicht selbst oder durch einen privatrechtlich beauftragten Vertreter handeln kann (vgl. Erw. 6 c hievor), sondern auf beh�rdliche Hilfe angewiesen ist, hat er sich an die zust�ndigen franz�sischen Stellen zu wenden. - Ohne die Beiziehung eines Anwalts oder Notars, die nach der Darstellung des Rekurrenten f�r einen schweizerischen Konkursverwalter praktisch unerl�sslich ist, um die Erstreckung BGE 94 III 83 S. 98des Konkurses auf das in Frankreich liegende Verm�gen des Gemeinschuldners zu erreichen, wird im umgekehrten Falle regelm�ssig auch ein franz�sischer Konkursverwalter mangels Vertrautheit mit dem schweizerischen Recht und der schweizerischen Beh�rdenorganisation nicht auskommen.
Abzulehnen ist schliesslich auch das Argument des Rekurrenten, die zwischenstaatliche Rechtshilfe sei um so eher vom Bestehen einer positiven Verfahrensvorschrift und Zust�ndigkeitsnorm abh�ngig zu machen, als die Pflicht zur Rechtshilfe im Betreibungs- und Konkursverfahren sich schon innerhalb der Schweiz nicht von selbst verstanden habe, sondern zun�chst durch eine positive Vorschrift (die in einem vom Rekurrenten nicht n�her bezeichneten Konkordat unter den Kantonen enthalten sein soll) habe eingef�hrt werden m�ssen. �ber die Pflicht der schweizerischen Betreibungs- und Konkurs�mter zu gegenseitiger Rechtshilfe bestehen nur Einzelvorschriften (vgl. namentlich Art. 89 und 221 Abs. 2 SchKG). Die allgemeine Pflicht zu solcher Rechtshilfe ergibt sich nach der Rechtsprechung daraus, dass die Schweiz f�r die Schuldvollstreckung ein einheitliches Rechtsgebiet bildet (BGE 54 I 174, BGE 83 III 130). F�r die Konkurs�mter verschiedener Kantone folgt sie auch schon aus dem Grundsatz der Einheit und Attraktivkraft (Allgemeinheit) des Konkurses (BGE 54 I 174). Dementsprechend ist aus der Tatsache, dass der Gerichtsstandsvertrag von 1869 diesen Grundsatz auf die Beziehungen zwischen der Schweiz und Frankreich ausdehnt, zu schliessen, dass im Verh�ltnis zwischen diesen beiden Staaten auch die Pflicht zur gegenseitigen Rechtshilfe bei der Erstreckung eines in einem Vertragsstaate er�ffneten Konkurses auf das Verm�gen des Gemeinschuldners im Gebiet des anderen Vertragsstaates besteht.
8. Wie schon angedeutet (Erw. 6 c, 7 Abs. 1, vgl. auch Erw. 3), wenden die Vollstreckungsorgane, die im Sinne des Gerichtsstandsvertrags von 1869 zur Erstreckung eines vom zust�ndigen Richter des andern Vertragsstaates er�ffneten Konkurses auf das im eigenen Land befindliche Verm�gen des Gemeinschuldners Rechtshilfe leisten, bei dieser T�tigkeit das Recht ihres eigenen Landes an. Das Konkursamt Bern hat daher mit Recht die Schweiz. Bankgesellschaft in Bern, bei welcher der Rekurrent Guthaben und andere Verm�genswerte besitzt, in entsprechender Anwendung von Art. 221 Abs. 1 und 232 Abs. 2 Ziff. 3 und 4 SchKG unter Androhung der in Art. 232 BGE 94 III 83 S. 99SchKG vorgesehenen Rechtsnachteile aufgefordert, die bei ihr liegenden Verm�genswerte zwecks Erstellung des Inventars bekanntzugeben und sie der Konkursverwaltung zur Verf�gung zu stellen, und der Bank mitgeteilt, �ber die fraglichen Verm�genswerte k�nne nur noch mit Zustimmung der Konkursverwaltung verf�gt werden. Die Bank hat sich denn auch gegen diese Massnahme nicht beschwert.
Zu Unrecht macht der Rekurrent geltend, das Konkursamt habe bei seiner Aufforderung an die Schweiz. Bankgesellschaft "das Bankgeheimnis zu respektieren"; es d�rfe der Bank f�r den Fall der Auskunftsverweigerung weder Strafen noch andere Rechtsnachteile androhen. Die in Art. 232 Abs. 2 Ziff. 3 und 4 SchKG statuierte Meldepflicht der Schuldner des Gemeinschuldners und der Besitzer von Verm�gensst�cken desselben gilt, wie allgemein anerkannt ist, ohne Einschr�nkung auch f�r die Banken (M. GERWIG, Die Auskunftspflicht der Banken gegen�ber dem Betreibungsamt, ZSR 1934 S. 106, 119; E. BLUMENSTEIN, Die verfahrensm�ssigen Verpflichtungen dritter Personen in der Schuldbetreibung und im Konkurs, BlSchK 1941 S. 104; A. SCHAEFER, Das Bankgeheimnis, SJZ 1953 S. 338; R. REIMANN, Kommentar zum schweiz. Bankengesetz, 1963, S. 111 Mitte; vgl. BGE 86 III 26 ff., wo die Androhung von Strafe und die Anwendung polizeilichen Zwangs gegen�ber einer Bank, die Verm�genswerte des Gemeinschuldners verwaltete, nur deshalb als unzul�ssig erkl�rt wurden, weil die Bank an diesen Verm�genswerten ein die Verwertung im Konkurs ausschliessendes Recht beanspruchte, �ber dessen Bestand und Wirkungen vorerst der Richter zu entscheiden hatte; zur Auskunftspflicht der Banken im Arrestverfahren vgl.BGE 75 III 108ff. Erw. 2 und 3, BGE 80 III 88; zur Frage der Wahrung des Bankgeheimnisses im Konkurs oder Nachlassverfahren einer Bank vgl. BGE 86 III 117, BGE 92 III 46). Die Auffassung des Rekurrenten, das Bankgeheimnis gehe der Auskunftspflicht nach Art. 232 Abs. 2 Ziff. 3 und 4 SchKG vor, h�tte zur Folge, dass der Konkurs seinen Zweck, das gesamte Verm�gen des Gemeinschuldners mit Ausnahme der Kompetenzst�cke zur gemeinschaftlichen Befriedigung der Gl�ubiger zu verwenden (vgl. BGE 93 III 107 Erw. 7), praktisch nicht erreichen k�nnte.
9. So wenig wie die an die Schweiz. Bankgesellschaft erlassene Aufforderung ist die vom Konkursamt geplante Ver�ffentlichung im Schweiz. Handelsamtsblatt und im Amtsblatt BGE 94 III 83 S. 100des Kantons Bern zu beanstanden. Diese Ver�ffentlichung ist um so eher am Platze, als der - fl�chtige - Rekurrent von den Konkursverwaltern nicht �ber seine Aktiven und Passiven in der Schweiz befragt werden konnte. Die Ver�ffentlichung bringt die Konkurser�ffnung den davon allenfalls betroffenen Personen in der Schweiz zur Kenntnis und sorgt daf�r, dass sie ihre Forderungen und sonstigen Anspr�che sowie ihre Schulden gegen�ber dem Rekurrenten anmelden und die in ihrem Besitz befindlichen Verm�gensst�cke des Rekurrenten bekanntgeben (Art. 232 SchKG).
lo. - Ergibt sich, dass der Rekurrent in der Schweiz auch ausserhalb des Amtskreises des Konkursamtes Bern Verm�gensst�cke besitzt, so kann dieses Amt zu ihrer Erfassung (insbesondere f�r die Aufnahme des Inventars, Art. 221 Abs. 2 SchKG, und f�r die Verwertung, BGE 83 III 130) die Rechtshilfe der �mter am Ort, wo diese Verm�gensst�cke sich befinden, in Anspruch nehmen. Die franz�sischen Konkursverwalter haben ihrerseits die M�glichkeit, sich - namentlich in F�llen der Dringlichkeit - unmittelbar an diese andern �mter zu wenden. Aus Gr�nden der Zweckm�ssigkeit soll jedoch in der Regel das von der franz�sischen Konkursverwaltung zuerst um Rechtshilfe ersuchte schweizerische Amt die gesamten Amtshandlungen leiten, die zur Erfassung der Verm�genswerte des Gemeinschuldners in der Schweiz erforderlich sind, indem es entweder selbst handelt oder (wo das nicht tunlich ist) auf dem Wege der Rechtshilfe andere �mter handeln l�sst.
11. Der Betrag der in der Schweiz eingezogenen Guthaben und der Erl�s aus den hier vorgefundenen und nach Massgabe des schweizerischen Rechts verwerteten beweglichen Sachen des Rekurrenten fallen nach Art. 6 Abs. 4 des Gerichtsstandsvertrags in die Konkursmasse am Konkursort in Frankreich (vgl.BGE 30 I 89Erw. 3) und sind im dort durchgef�hrten Konkurs in Anwendung des franz�sischen Rechts unter alle Gl�ubiger, ohne R�cksicht auf ihre Staatsangeh�rigkeit, zu verteilen. Das franz�sische Recht als das am Konkursort geltende und die Verwendung der allgemeinen Konkursmasse regelnde Recht beherrscht auch die Frage, ob und in welchem Umfang der Gemeinschuldner allenfalls aus Mitteln dieser Masse zu unterst�tzen sei. Der Entscheid hier�ber ist den zust�ndigen Organen am Konkursort vorbehalten (vgl. DALLOZ, a.a.O. S. 82 f. Nos. 908 ff., wonach der Juge-commissaire auf Antrag des Syndic BGE 94 III 83 S. 101oder Administrateur entscheidet, soweit die Entscheidung nicht den Gl�ubigern zusteht). Das Konkursamt Bern, das den franz�sischen Konkursverwaltern lediglich bei der Erfassung der in der Schweiz befindlichen Verm�genswerte des Rekurrenten Rechtshilfe zu leisten hat, ist zur Gew�hrung von Unterhaltsbeitr�gen im Sinne von Art. 229 Abs. 2 SchKG unzweifelhaft nicht befugt.
12. Die verlangte aufschiebende Wirkung war dem Rekurs nicht zu gew�hren, da der Rekurrent sonst die Erstreckung des Konkurses auf die in der Schweiz (insbesondere bei der Schweiz. Bankgesellschaft in Bern) liegenden Verm�genswerte h�tte vereiteln k�nnen.