Source: http://www.steuerlinks.de/richtlinie/lsth-2011/hin39b.6.html
Timestamp: 2018-05-23 20:09:12
Document Index: 321361689

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 39', '§ 19', '§ 39', '§ 34', '§ 39', '§ 34']

[ Hinweis 39b.5 LStH 2011 ]
[ Hinweis 39b.7 LStH 2011 ]
a) Dienstverhältnis beim Arbeitgeber A vom 1.1. bis 31.3., Arbeitslohn 8.400 EUR
b) Dienstverhältnis beim Arbeitgeber B vom 1.5. bis 30.6., Arbeitslohn 4.200 EUR
Ein Arbeitgeber zahlt im April einem 65jährigen Arbeitnehmer einen sonstigen Bezug (Umsatzprovision für das vorangegangene Kalenderjahr) in Höhe von 5.000 EUR. Der Arbeitnehmer ist am 28.2. 2011 in den Ruhestand getreten. Der Arbeitslohn betrug bis dahin monatlich 2.300 EUR. Seit dem 1.3. 2011 erhält der Arbeitnehmer neben dem Altersruhegeld aus der gesetzlichen Rentenversicherung Versorgungsbezüge i. S. d. § 19 Abs. 2 EStG von monatlich 900 EUR. Außerdem hat das Finanzamt einen Jahresfreibetrag von 750 EUR bescheinigt.
I. Neben dem Arbeitslohn für die Zeit vom 1.1. bis 28.2. von (2 x 2.300 EUR =) 4.600,00 EUR
gehören zum voraussichtlichen Jahresarbeitslohn die Versorgungsbezüge vom 1.3. an mit monatlich 900 EUR; voraussichtlich werden gezahlt (10 x 900 EUR) 9.000,00 EUR
Der voraussichtliche Jahresarbeitslohn beträgt somit 13.600,00 EUR
II. Vom voraussichtlichen Jahresarbeitslohn sind folgende Beträge abzuziehen (>§ 39b Abs. 3 Satz 3 EStG):
( 30,4 % von 10.800 EUR = 3.283,20 EUR höchstens 2.280 EUR zuzüglich 684 EUR = 2.964 EUR, davon 10/12) 2.470,00 EUR
b) der Altersentlastungsbetrag unabhängig von der Höhe des bisher berücksichtigten Betrags ( 30,4 % von 4.600 EUR = 1.398,40 EUR höchstens 1.444 EUR) 1.398,40 EUR
c) vom Finanzamt bescheinigter Freibetrag von jährlich 750,00 EUR
Gesamtabzugsbetrag somit 4.618,40 EUR
III. Der maßgebende Jahresarbeitslohn beträgt somit (13.600 EUR ./. 4.618,40 EUR) 8.981,60 EUR
IV. Von dem sonstigen Bezug in Höhe von 5.000,00 EUR
ist der Altersentlastungsbetrag in Höhe von 30,4 %, höchstens jedoch der Betrag, um den der Jahreshöchstbetrag von 1.444 EUR den bei Ermittlung des maßgebenden Jahresarbeitslohns abgezogenen Betrag überschreitet, abzuziehen
( 30,4 % von 5.000 EUR = 1.520 EUR, höchstens 1.444 EUR abzüglich 1.398.40 EUR) 45,60 EUR
Der zu versteuernde Teil des sonstigen Bezugs beträgt somit 4.954,40 EUR
V. Der maßgebende Jahresarbeitslohn einschließlich des sonstigen Bezugs beträgt somit ( 8.981,60 EUR + 4.954,40 EUR) 13.936,00 EUR
Maßgebend ist der erste Versorgungsbezug (900 EUR) × 12 Monate > § 19 Abs. 2 Satz 4 EStG .
Ein Arbeitgeber zahlt seinem Arbeitnehmer, dessen Jahresarbeitslohn 40.000 EUR beträgt, im Dezember einen sonstigen Bezug (Weihnachtsgeld) in Höhe von 3.000 EUR und daneben eine Jubiläumszuwendung von 2.500 EUR, von dem die Lohnsteuer nach § 39b Abs. 3 Satz 9 i. V. m. § 34 EStG einzubehalten ist.
Jahresarbeitslohn 40.000 EUR 9.000 EUR
zzgl. Weihnachtsgeld 3.000 EUR
43.000 EUR 10.000 EUR = LSt auf das Weihnachtsgeld 1.000 EUR
zzgl. 1/5 der Jubiläumszuwendung 500 EUR
= 43.500 EUR 10.150 EUR = LSt auf 1/5 der Jubiläumszuwendung = 150 EUR x 5 750 EUR
LSt auf beide sonstigen Bezüge = 1.750 EUR
Ein Arbeitgeber zahlt seinem ledigen Arbeitnehmer, dessen Jahresarbeitslohn 78.000 EUR beträgt, im Dezember eine steuerpflichtige Abfindung von 62.000 EUR, von der die Lohnsteuer nach § 39b Abs. 3 Satz 9 i. V. m. § 34 EStG einzubehalten ist. Das Finanzamt hat einen Freibetrag (Verlust V+V) i. H. v. 80.000 EUR bescheinigt.
abzüglich Freibetrag 80.000 EUR
zuzüglich Abfindung 62.000 EUR
Allgemeine Grundsätze > BMF vom 24.5.2004 (BStBl I S. 505, berichtigt BStBl I S. 633)
Bei Aktienoptionsprogrammen kann die Fünftelungsregelung angewendet werden, wenn die Laufzeit zwischen Einräumung und Ausübung der Optionsrechte mehr als 12 Monate beträgt und der Arbeitnehmer in dieser Zeit auch bei seinem Arbeitgeber beschäftigt ist. Dies gilt auch dann, wenn dem Arbeitnehmer wiederholt Aktienoptionen eingeräumt worden sind und die jeweilige Option nicht in vollem Umfang in einem Kalenderjahr ausgeübt worden ist (>BFH vom 18.12.2007 - BStBl 2008 II S. 294).
> R 34.4 EStR , H 34.4 EStH
Bei der Berechnung der Lohnsteuer für einen sonstigen Bezug, der einem (ehemaligen) Arbeitnehmer nach einem Wechsel von der unbeschränkten in die beschränkte Steuerpflicht in diesem Kalenderjahr zufließt, ist der während der Zeit der unbeschränkten Steuerpflicht gezahlte Arbeitslohn im Jahresarbeitslohn zu berücksichtigen (>BFH vom 25.8.2009 - BStBl 2010 II S. 150).