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Timestamp: 2016-10-25 06:50:23
Document Index: 101507500

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

Pr�sidentin Leuzinger, Bundesrichter R�edi und nebenamtlicher Richter Maeschi; Gerichtsschreiberin Sch�pfer
M.________, 1957, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Hans St�nzi, Seestrasse 162a, 8810 Horgen,
Metzger-Versicherungen, Irisstrasse 9, 8028 Z�rich, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Advokat Dr. Willy Fraefel, Peter Merian-Strasse 28, 4052 Basel
Der 1957 geborene, aus dem ehemaligen Jugoslawien stammende M.________ war bei bei der Metzgerei X.________ angestellt und bei der Metzger-Versicherungen obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen sowie Berufskrankheiten versichert gewesen. Am 25. Oktober 1995 stiess er frontal in die rechte Seite eines entgegenkommenden Personenwagens, dessen Lenkerin ihm beim Linksabbiegen den Vortritt verweigerte. Wegen Nacken- und Kopfschmerzen begab sich der Versicherte tags darauf zu Dr. med. �.________, Spezialarzt f�r Innere Medizin, welcher eine HWS-Distorsion, eventuell -Kontusion nach Schleudertrauma diagnostizierte (Arztzeugnis UVG vom 14. November 1995). In der Folge wurde Alijt Murati von zahlreichen �rzten untersucht, wobei weder mittels eines MRI (Untersuchung vom 24. November 1995), noch anl�sslich einer zur Begutachtung durchgef�hrten Hospitalisation vom 9. bis 20. Januar 1996 Spital Y.________, Bericht vom 25. Januar 1996) eine oss�re L�sion, eine Diskushernie oder sonstige Weichteilverletzungen gefunden wurden. Es wurde schliesslich die Diagnose eines durch ein Distorsionstrauma der HWS ausgel�stes schweres zervikospondylogenes Syndrom linksseitig (Y.________) mit einer starken funktionellen �berlagerung (Dr. med. H.________, Spezial�rztin f�r Neurologie, Bericht vom 22. Dezember 1995) gestellt, wobei von weiteren physikalischen Massnahmen oder gar einer Spondylodese abzusehen sei (Klinik Z.________, Berichte vom 2. Mai, 10. September und 18. Oktober 1996).
Mit Verf�gung vom 27. November 1996 stellte die Metzger-Versicherungen die Taggeld-Leistungen per 31. Dezember 1996 ein. Auf Einsprache hin wurden weitere Berichte beigezogen und Gutachten in Auftrag gegeben (Dr. R.________, Spezialarzt f�r Neurologie FMH, vom 6. M�rz 1997; Psychiatrische Klinik W.________, Dr. med. �.________, Oberarzt, vom 14. Juli 1997; Klinik Z.________, Prof. Dr. med. D.________, Chefarzt Neurologie vom 1. Dezember 1998 mit einem MRI vom 19./20. November 1998 von PD Dr. med. N.________; Neurologische Poliklinik des Spitals W.________, PD Dr. med. C.________/Dr. med. F.________ vom 19. Juli 1999; Prof. Dr. med. S.________, Spezialarzt f�r Chirurgie FMH, vom 14. Februar 2000). In der Folge erliess die Metzger-Versicherungen am 30. M�rz 2000 eine Verf�gung, mit welcher sie diejenige vom 27. November 1996 in Wiedererw�gung zog, die Leistungen auf den 31. Dezember 1996 einstellte und weitere Leistungen mangels eines ad�quaten Kausalzusammenhangs zwischen den geltend gemachten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 25. Oktober 1995 verweigerte. Mit Einspracheentscheid vom 29. Mai 2000 hielt sie an dieser Verf�gung fest. Auf die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich die Sache an die Metzger-Versicherungen zur�ck, damit diese nach Er�ffnung der Verf�gung an den Krankenversicherer von M.________ einen neuen Einspracheentscheid f�lle (Entscheid vom 31. August 2000). Am 20. November 2000 erliess die Metzger-Versicherungen einen im Wesentlichen gleich lautenden neuen Einspracheentscheid.
Die hiegegen erhobene Beschwerde, mit welcher M.________ die Zusprechung einer Komplement�rrente (zu der ihm ab 1. Oktober 1996 ausgerichteten ganzen Rente der Invalidenversicherung) auf Grund eines Invalidit�tsgrades von 100 % ab 1. Januar 1997 sowie eine Integrit�tsentsch�digung von 20 % beantragen liess, wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit der Begr�ndung ab, die psychischen Beeintr�chtigungen st�nden eindeutig im Vordergrund und der ad�quate Kausalzusammenhang zwischen den bestehenden Beschwerden und dem Unfall vom 25. Oktober 1995 sei zu verneinen.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst M.________ das erstinstanzliche Beschwerdebegehren erneuern.
Die Metzger-Versicherungen beantragt Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesamt f�r Sozialversicherung verzichtet auf eine Vernehmlassung.
1.1 Im vorinstanzlichen Entscheid werden die f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers insbesondere in Bezug auf den nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhang bei psychischen Unfallfolgen (vgl. BGE 115 V 133 ff.) und Schleudertraumen der HWS (vgl. BGE 117 V 359) sowie die f�r den Beweiswert �rztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 352 Erw. 3a) geltenden Regeln zutreffend dargelegt, sodass darauf verwiesen werden kann.
1.2 Zu erg�nzen ist, dass das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 im vorliegenden Fall nicht anwendbar ist, da nach dem massgebenden Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheids (hier: 20. November 2000) eingetretene Rechts- und Sachverhalts�nderungen vom Sozialversicherungsgericht nicht ber�cksichtigt werden (BGE 127 V 467 Erw. 1, 121 V 366 Erw. 1b).
2.1 Auf Grund der Akten steht fest, dass der Beschwerdef�hrer beim Unfall vom 25. Oktober 1995 ein Distorsionstrauma der HWS erlitten hat. Ob er sich dabei ein sog. Schleudertrauma zuzog, ist fraglich, zumal es sich beim Unfall nicht um einen Heckaufprall, sondern um eine frontal/seitliche Kollision gehandelt hat. Die Frage kann indessen offen bleiben, weil jedenfalls eine schleudertrauma�hnliche Verletzung vorliegt und die f�r die Unfallkausalit�t von Schleudertraumen der HWS geltende Rechtsprechung auch auf solche Verletzungen anwendbar ist (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 Erw. 2). Der Beschwerdef�hrer hat innert der von der medizinischen Lehrmeinung f�r die Bejahung des nat�rlichen Kausalzusammenhangs mit dem Unfall vorausgesetzten Latenzzeit von 24 bis h�chstens 72 Stunden nach dem Unfall (RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29 und Nr. U 391 S. 307; vgl. auch Debrunner/Ramseier, Die Begutachtung von R�ckensch�den in der schweizerischen sozialen Unfallversicherung, Bern 1990, S. 53) �ber Nackenbeschwerden geklagt und sich in �rztliche Behandlung begeben. Im Anschluss an den Unfall hat er �ber weitere Symptome, wie Kopfschmerzen, Verstimmungen sowie Schlaf- und Sehst�rungen geklagt, welche zum typischen Beschwerdebild von Schleudertraumen und schleudertrauma�hnlichen Verletzungen der HWS geh�ren (BGE 117 V 360 Erw. 4b). Fraglich ist, ob die in der Zeit ab 1. Januar 1997 und bis zu dem f�r die Beurteilung massgebenden Zeitpunkt des Erlasses des Einspracheentscheids (BGE 116 V 248 Erw. 1a) geltend gemachten Beschwerden (Nacken- und Kopfschmerzen, Schlafst�rungen, leichte Konzentrations- und Ged�chtnisst�rungen, Libidominderung) noch in einem nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 25. Oktober 1995 stehen.
2.2 Der Beschwerdef�hrer wurde umfassend und wiederholt auch gutachterlich untersucht. Dabei konnten keine objektiven neurologischen Befunde erhoben werden. Es fanden sich auch keine Hinweise auf eine Hirnverletzung. Eine in der Neurologischen Poliklinik des Spitals W.________ durchgef�hrte neuropsychologische Untersuchung vom 16. Juni 1999 ergab nur leichtgradige Funktionsst�rungen, welche als schmerzbedingt beurteilt wurden. Kernspintomographische Hinweise auf eine Weichteiltraumatisierung der HWS liessen sich nicht eindeutig best�tigen; zudem sind die erhobenen Befunde nach Auffassung der �rzte des Spitals W.________ und von Prof. Dr. med. S.________ klinisch nicht relevant. Anderseits wurde schon kurz nach dem Unfall der Verdacht auf eine funktionelle �berlagerung der Beschwerden ge�ussert (Bericht Dr. med. H.________ vom 22. Dezember 1995). Nachdem der Neurologe Dr. med. R.________ im Gutachten vom 6. M�rz 1997 eine schwere reaktiv-depressive Entwicklung mit Anpassungsst�rung und chronifiziertem Schmerzsyndrom der gesamten Wirbels�ule festgestellt hatte, gelangten sowohl die �rzte der Psychiatrischen Klinik W.________ (Gutachten vom 14. Juli 1997) als auch diejenigen der Neurologischen Poliklinik des Spitals W.________ (Gutachten vom 19. Juli 1999) zur Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzst�rung (ICD-10 F45.4), wobei seitens der �rzte der Psychiatrischen Universit�tsklinik differentialdiagnostisch auch eine Simulation in Erw�gung gezogen wurde. Die gutachterlichen Beurteilungen stimmen darin �berein, dass die bestehende Symptomatik als mittelbare sekund�re Folge des Unfalltraumas zu betrachten ist, welcher Auffassung sich auch Prof. Dr. med. S.________ in der versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 14. Februar 2000 angeschlossen hat. Daraus folgt, dass der Unfall vom 25. Oktober 1995 zumindest eine Teilursache der bestehenden Beschwerden (und der damit verbundenen Beeintr�chtigung der Arbeits- und Erwerbsf�higkeit) bildet, was f�r die Bejahung des nat�rlichen Kausalzusammenhangs gen�gt (BGE 119 V 337 Erw. 1). Streitig und zu pr�fen ist, ob auch die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs zu bejahen ist.
3.1 Gest�tzt auf die medizinischen Akten ist mit der erforderlichen �berwiegenden Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass beim Beschwerdef�hrer ab 1. Januar 1997 keine erheblichen organischen Unfallfolgen mehr bestanden haben und die vorhandenen Beschwerden und Beeintr�chtigungen im Wesentlichen psychisch bedingt sind. Weil die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas bzw. einer schleudertrauma�hnlichen Verletzung der HWS geh�renden Beeintr�chtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zur ausgepr�gten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten, hat die Ad�quanzbeurteilung nicht nach den f�r Schleudertraumen der HWS (BGE 117 V 359 ff.), sondern nach den f�r psychische Unfallfolgen (BGE 115 V 133 ff.) geltenden Kriterien zu erfolgen (BGE 123 V 99 Erw. 2a).
3.2 Gem�ss dem in den Akten enthaltenen Unfallprotokoll und dem Rapport der Stadtpolizei Z�rich hat sich der Unfall vom 25. Oktober 1995 wie folgt zugetragen: Die Unfallverursacherin musste an der Strassenkreuzung Seebahnstrasse/Kalkbreitestrasse in Z�rich bei Rotlicht anhalten. Als das Lichtsignal auf Gr�n schaltete, bog sie von der Seebahnstrasse nach links in die Kalkbreitestrasse ein; sie verweigerte dabei dem auf der Gegenfahrbahn auf die Kreuzung zufahrenden Beschwerdef�hrer den Vortritt, worauf es zur Kollision kam. Die rechte vordere Ecke des vom Beschwerdef�hrer gesteuerten Personenwagens VW Jetta wurde leicht eingedr�ckt und der Kotfl�gel vorne rechts verschoben. Der Sachschaden wurde auf ca. Fr. 2'500.- gesch�tzt. Die in dem vom Haftpflichtversicherer der Unfallverursacherin in Auftrag gegebenen Gutachten des Ingenieurb�ros S.________ + B.________ vom 26. Februar 1997 enthaltene Photographie zeigt, dass die Besch�digungen am Unfallfahrzeug nicht schwerwiegend waren. Auch wenn der Schaden am beteiligten anderen Fahrzeug, welches seitlich besch�digt wurde, deutlich gr�sser war (laut polizeilicher Sch�tzung ca. Fr. 7'500.-), und das Fahrzeug ausser Verkehr gesetzt wurde, weil man eine Reparatur nicht mehr als sinnvoll erachtete, kann nicht von einem schweren Unfall gesprochen werden. Nach den gesamten Umst�nden (Unfallhergang, erlittene Verletzungen, Umfang des Sachschadens) ist der Unfall dem mittleren Bereich zuzuordnen (vgl. RKUV 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.). Die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs w�re praxisgem�ss daher zu bejahen, wenn ein einzelnes der unfallbezogenen Beurteilungskriterien in besonders ausgepr�gter Weise oder mehrere der nach der Rechtsprechung massgebenden Kriterien erf�llt w�ren (BGE 115 V 140 Erw. 6c/bb).
3.3 Der Unfall hat sich nicht unter besonders dramatischen Begleitumst�nden ereignet, noch war er von besonderer Eindr�cklichkeit. Auch hat der Beschwerdef�hrer keine Verletzungen von besonderer Schwere und insbesondere keine Verletzungen erlitten, die erfahrungsgem�ss geeignet sind, psychische Fehlentwicklungen auszul�sen. Zwar k�nnen Schleudertraumen und schleudertrauma�hnliche Verletzungen der HWS grunds�tzlich zu psychischen Fehlentwicklungen f�hren; dies setzt in der Regel jedoch ein schweres Trauma voraus, was hier nicht gegeben ist. Von einer �rztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, sowie einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen kann nicht gesprochen werden. In den Arztberichten ist zwar von einem verz�gerten Heilungsverlauf die Rede. Dieser hatte seine Ursache jedoch in der psychischen Fehlentwicklung, wie im neurologischen Gutachten des Dr. med. R.________ vom 6. M�rz 1997 ausdr�cklich festgehalten wird. Es liegt sodann keine ungew�hnlich lange Dauer der �rztlichen Behandlung vor. Diese beschr�nkte sich auf ambulante Physiotherapie und eine medikament�se Behandlung mit Analgetika, Antiphlogistika und Schlafmitteln. Bereits am 10. September 1996 empfahl die Klinik Z.________, von weiteren physikalischen Massnahmen abzusehen. Die Indikation f�r eine Spondylodese wurde verneint und dem Versicherten dringend empfohlen, den von ihm getragenen Halskragen abzulegen. In der Folge wurden ausser einer medikament�sen Schmerztherapie offenbar keine medizinischen Massnahmen mehr durchgef�hrt. Soweit noch eine Behandlung erfolgte, war sie auf das psychische Leiden (anhaltende somatoforme Schmerzst�rung) gerichtet, was im Rahmen der Ad�quanzbeurteilung unber�cksichtigt zu bleiben hat. Auch das Kriterium von Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunf�higkeit kann nicht als erf�llt gelten. Nachdem die �rzte der Klinik Z.________ schon bei den orthop�dischen und neurologischen Untersuchungen vom 2. Mai und 15. August 1996 den Verdacht auf eine erhebliche funktionelle �berlagerung ge�ussert hatten, gelangten sie im Bericht vom 18. Oktober 1996 zum Schluss, dass aus rheumatologischer Sicht keine Arbeitsunf�higkeit mehr vorliege. Daraus ist zu schliessen, dass die fortbestehende Arbeitsunf�higkeit bereits im Verlauf des Jahres 1996 in zunehmendem und sp�testens ab 1997 �berwiegendem Masse psychisch bedingt war. Das Gleiche gilt bez�glich der Beschwerden, weshalb auch das Kriterium der k�rperlichen Dauerschmerzen nicht als erf�llt gelten kann. Entgegen den Ausf�hrungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, welche nach dem Gesagten zu Unrecht von den f�r Schleudertraumen der HWS (BGE 117 V 359 ff.) statt von den f�r psychische Unfallfolgen (BGE 115 V 133 ff.) geltenden Ad�quanzkriterien ausgehen, ist weder eines der f�r die Ad�quanzbeurteilung massgebenden Kriterien in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt noch sind mehrere der nach der Rechtsprechung geltenden Kriterien gegeben, weshalb die Unfallad�quanz der geltend gemachten Beschwerden und damit die Leistungspflicht ab 1. Januar 1997 zu verneinen ist.