Source: https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/praevention_selbsthilfe_beratung/praevention_und_bgf/leitfaden_praevention/leitfaden_praevention.jsp
Timestamp: 2018-11-12 19:55:31
Document Index: 235636378

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20']

Leitfaden Prävention - GKV-Spitzenverband
Zugangswege: Lebensweltbezogene Prävention und Gesundheitsförderung (Setting-Ansatz) und individuelle verhaltensbezogene Prävention (Präventionskurse)
Individuelle verhaltensbezogene Prävention (Präventionskurse): Präventionskurse richten sich an die einzelnen Versicherten (nach Kapitel 5 Leitfaden Prävention). Die Kurse sollen Versicherte dazu befähigen und motivieren, sich gesundheitsförderlich zu verhalten, z. B. sich mehr zu bewegen (Verhaltensprävention).
Prävention und Gesundheitsförderung in Lebenswelten und betriebliche Gesundheitsförderung: Mit Gesundheitsförderungs- und Präventionsmaßnahmen in z. B. Kitas und Schulen sowie in Betrieben werden die Menschen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld angesprochen und erreicht. Außerdem wird dieses Lebensumfeld selbst zum Gegenstand gesundheitsförderlicher Veränderungen (Verhältnisprävention). Bei Maßnahmen der lebensweltbezogenen Gesundheitsförderung und Prävention (Setting-Ansatz) werden verhältnis- und verhaltenspräventive Elemente miteinander verknüpft. Die Gesundheitsförderungs- und Präventionsleistungen in Lebenswelten wie Kitas, Schulen, Kommunen sind in § 20a SGB V geregelt; auch die Leistungen der betrieblichen Gesundheitsförderung nach § 20b Abs. 2 SGB V sind dem Setting-Ansatz zuzuordnen.
Für die individuelle verhaltensbezogene Prävention und die betriebliche Gesundheitsförderung werden im Leitfaden Prävention die folgenden Handlungsfelder und Präventionsprinzipien beschrieben:
Empfehlung einer kombinierten Durchführung von verhältnis- mit verhaltensbezogenen Maßnahmen im Rahmen der praktischen Umsetzung der BGF
3. Handlungsfeld Überbetriebliche Vernetzung und Beratung mit dem Präventionsprinzip:
Lebensweltbezogene Gesundheitsförderung und Prävention nach § 20a SGB V
Die lebensweltbezogene Gesundheitsförderung und Prävention nach § 20a SGB V deckt bedarfsbezogen eine große Bandbreite ab mit Schwerpunkten bei den Themen Ernährung, Bewegung, Stressreduktion Entspannung, Stärkung psychischer Ressourcen, Vermeidung des/Verhinderung des Einstiegs in den Konsum von Genuss- und Suchtmitteln.
Leitfaden Prävention und Leitfaden Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen (PDF, 2,0 MB) vom 21. Juni 2000 in der Fassung vom 1. Oktober 2018
Information für Anbieter von Präventionskursen
Die Krankenkassen entscheiden über eine Förderung von Maßnahmen auf der Grundlage des GKV-Leitfadens Prävention. Sie können dabei innerhalb dieses Rahmens eigene Schwerpunkte setzen.
Zentrale Prüfstelle Prävention Die Mehrzahl der Krankenkassen hat die Zentrale Prüfstelle Prävention mit der Prüfung und Zertifizierung von Kursangeboten beauftragt. Interessierte Anbieterinnen und Anbieter können sich direkt online dahin wenden.
Kriterien zur Zertifizierung von Kursangeboten in der individuellen verhaltensbezogenen Prävention nach § 20 Abs. 4 Nr. 1 SGB V (PDF, 368 KB) Stand: Oktober 2018 // Das Dokument konkretisiert den Leitfaden Prävention. Die Inhalte des Dokuments sind ebenso verbindlich wie der Leitfaden Prävention.
Musterformulare Präventionskurse
Teilnahmebescheinigung der Anbieterin/des Anbieters, Antrag der/des Versicherten auf Bezuschussung zertifizierter Kurse (PDF, 123 KB) Für alle von der Zentralen Prüfstelle Prävention zertifizierten Kurse kann dieses Formular verwendet werden.
Teilnahmebescheinigung und Verpflichtungserklärung der Anbieterin/des Anbieters, Antrag der/des Versicherten auf Bezuschussung (PDF, 98 KB) Für alle nicht von der Zentralen Prüfstelle zertifizierten Kurse ist dieses Musterformular zu verwenden, in dem u. a. die Kenntnisnahme möglicher rechtlicher Folgen von Verstößen gegen den Leitfaden Prävention bestätigt wird.
Häufige Fragen zu den fachlichen Mindeststandards für die Anbieterqualifikation in der individuellen verhaltensbezogenen Prävention
Was bedeutet die Qualifikationsprüfung nach fachlichen Mindeststandards?
Die Mindeststandards beschreiben fachwissenschaftliche, fachpraktische und fachübergreifende Kompetenzen, die Kursleitende im Rahmen ihrer Qualifizierung erworben haben müssen, damit ihr Präventionsangebot durch Krankenkassen gefördert werden kann.
Welchen Vorteil bietet die Qualifikationsprüfung nach fachlichen Mindeststandards?
Die Möglichkeiten für eine Anerkennung wurden fachlich fundiert erweitert. Kursleiterinnen und -leiter haben durch die Umstellung der Qualifikationsprüfung die Möglichkeit, verschiedene handlungsfeldbezogene Ausbildungen (Studium, Berufsausbildung) und Weiterbildungen zum Nachweis der Erfüllung der Mindeststandards zu nutzen.
Im Handlungsfeld Bewegungsgewohnheiten sowie im Handlungsfeld Stressmanagement, Präventionsprinzip Förderung von Entspannung (Fernöstliche Verfahren Hatha-Yoga, Tai Chi, Qigong) können die Mindeststandards auch mit einer nichtformalen beruflichen Qualifizierung mit Abschluss nachgewiesen werden, wenn die fachlichen Mindeststandards zu 100 Prozent erfüllt sind.
Die Umstellung auf Mindeststandards trägt der gewandelten Ausbildungs- und Studienlandschaft mit einer wachsenden Vielfalt multidisziplinärer Abschlüsse Rechnung. Außerdem fördert sie das lebenslange Lernen, indem ein einmal erworbener Abschluss eine Quermobilität in andere Bereiche nicht mehr generell ausschließt.
In welchem Umfang können fehlende Inhalte in Bezug auf die Mindeststandards durch weitere Qualifizierungsmaßnahmen ergänzt werden?
Bei staatlich anerkannten Berufs- oder Studienabschlüssen muss die Erfüllung der Mindeststandards im Umfang von mindestens 60 Prozent aus diesen staatlich anerkannten Berufsausbildungen und/oder wissenschaftlichen Studiengängen jeweils mit Abschluss nachgewiesen werden. Zur Erfüllung des Umfangs von 60 Prozent können staatlich anerkannte Berufsausbildungen und Studiengänge auch kombiniert werden. Fehlende Inhalte können bis zu 40 Prozent durch weitere Qualifizierungsmaßnahmen an Institutionen der Aus-, Fort- und Weiterbildung oder von Berufs- und Fachverbänden ergänzt werden. Im Handlungsfeld Bewegungsgewohnheiten und im Handlungsfeld Stressmanagement, Förderung von Entspannung (Fernöstliche Verfahren Hatha-Yoga, Tai Chi, Qigong) können alternativ die Mindeststandards auch durch eine nichtformale berufliche Qualifizierung mit Abschluss erfüllt werden. Die Mindeststandards sind hier vollständig durch eine nichtformale berufliche Qualifizierung mit Abschluss zu erbringen. Eine Kombination mehrerer nichtformaler beruflicher Qualifizierungen mit Abschluss ist nicht möglich.
Wann treten die neuen Standards zur Qualifikationsprüfung von Kursleiterinnen und -leitern in Kraft?
Ab dem 01.10.2020 kommen die fachlichen Mindeststandards bei der Prüfung von Präventionskursen nach § 20 SGB V zur Anwendung.
Was ist die Grundlage für die Qualifikationsprüfung ab dem 01.10.2020?
Die Prüfgrundlage ist nach wie vor der Leitfaden Prävention in seiner aktuellen Fassung.
Wo können die fachlichen Mindeststandards nachgelesen werden bzw. wo kann ich mich darüber informieren?
Der Leitfaden Prävention enthält pro Handlungsfeld und Präventionsprinzip Übersichten zu Inhalten und Umfängen. Die detaillierten fachlichen Inhalte sind im Dokument „Kriterien zur Zertifizierung“ (PDF, 368 KB) nachzulesen. Das Dokument konkretisiert den Leitfaden Prävention. Die Inhalte des Dokuments sind ebenso verbindlich wie der Leitfaden Prävention.
Warum enthält der Leitfaden Prävention bereits im Herbst 2018 Inhalte zu den fachlichen Mindeststandards, wenn diese erst 2020 in Kraft treten?
Die Aus- und Weiterbildungseinrichtungen, d. h. Universitäten, Fachhochschulen und weitere Bildungsträger sollen ausreichend Zeit haben, zu prüfen, ob ihre Ausbildungsordnungen/Curricula die Mindeststandards abdecken, dies entsprechend darzustellen und ggf. ihr Ausbildungsangebot zu ergänzen. Deshalb erfolgt die Veröffentlichung mit zwei Jahren Vorlauf.
Gibt es bereits vor dem Inkrafttreten am 01.10.2020 die Möglichkeit, Unterlagen zur Prüfung der Qualifikation nach Mindeststandards einzureichen?
Nein, eine Prüfung nach fachlichen Mindeststandards ist erst ab dem 01.10.2020 möglich. Die Angaben im Leitfaden Prävention sind als Vorabinformation zu verstehen.
Was muss ich zur Prüfung einreichen, um eine Qualifikationsprüfung nach den Vorgaben der fachlichen Mindeststandards ab 2020 durchführen zu lassen?
Für eine Prüfung müssen sämtliche relevanten Abschlusszeugnisse bzw. Abschlussurkunden sowie Fort- und Weiterbildungen einschließlich Curricula eingereicht werden. Die jeweiligen Curricula müssen die gelehrten Inhalte und Umfänge enthalten, um in der Prüfung berücksichtigt werden zu können.
Wer prüft die Erfüllung der Mindeststandards?
Die meisten gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland haben die Zentrale Prüfstelle Prävention mit der Prüfung von Präventionskursen einschließlich Anbieterqualifikation beauftragt. Der Prüfprozess ist vollständig online basiert. Anbieter oder Anbieterinnen bzw. Kursleiter oder Kursleiterinnen können ihre Unterlagen zur Qualifikationsprüfung in einer strukturierten Eingabemaske hochladen und den geforderten Fachbereichen zuordnen.
Wird die Anbieterqualifikation bei jeder Kurszertifizierung wieder neu geprüft?
Nein, ab dem 01.10.2020 wird die Anbieterqualifikation nur noch einmalig geprüft. Das Ergebnis gilt dauerhaft für die Kursleiterin/den Kursleiter und das entsprechenden Präventionsprinzip/den entsprechenden Themenbereich.
Erhalten Kurse und Kurskonzepte ebenfalls eine dauerhafte Anerkennung?
Nein, eine dauerhafte Anerkennung gibt es nur für die Anbieterqualifikation. Kurse und Kurskonzepte müssen alle drei Jahre rezertifiziert werden. Es müssen die Kursinhalte (Kursunterlagen) einschließlich aussagekräftiger Stundenverlaufspläne und ggf. Programmeinweisungen bei jedem Prüfantrag eingereicht werden.
Gibt es Bestandsschutz für Kursleiterinnen und Kursleiter, die bereits zertifiziert sind?
Ja. Kursleiterinnen und Kursleiter, von denen bis zum 30.09.2020 ein oder mehrere Kurse zertifiziert wurden, erhalten für das entsprechende Präventionsprinzip bzw. Entspannungsverfahren bei der nächsten (Re-)Zertifizierung eine dauerhafte Anerkennung ihrer Qualifikation. Bei den Entspannungsverfahren wird Bestandsschutz der Anbieterqualifikation im Hinblick auf das einzelne Verfahren erteilt.
Bezieht sich der Bestandsschutz auf ein Handlungsfeld oder auf ein Präventionsprinzip?
Bei den Entspannungsverfahren wird zusätzlich zwischen Autogenem Training Grundstufe, Progressiver Relaxation, Hatha-Yoga, Tai Chi und Qigong unterschieden. Wird ein Prüfantrag in einem Präventionsprinzip bzw. Entspannungsverfahren gestellt, für das die Kurleiterin bzw. der Kursleiter keinen Bestandsschutz erhalten hat, muss die Kursleiterin bzw. der Kursleiter für dieses Präventionsprinzip bzw. Verfahren sämtliche Qualifikationsnachweise einreichen und eine Prüfung nach den Mindeststandards durchlaufen.
Gibt es beim Bestandsschutz weitere Regelungen?
Ja, die Qualifikation der Personen, die eine der im Leitfaden Prävention genannten Qualifikationen besitzen und die zwischen dem 01.01.2018 und dem 30.09.2020 eine Ausbildung/ein Studium begonnen und dieses bis spätestens Ende 2024 abgeschlossen haben, kann bis Ende 2024 nach den bis zum 30.09.2020 geltenden Regelungen geprüft werden. Von Kursleitenden mit Bestandsschutz, die ein anderes als das bislang zertifizierte Kurskonzept zertifizieren lassen wollen, ist für dieses eine spezifische Programmeinweisung bzw. Einweisung in die vorgesehenen Inhalte oder Verfahren nachzuweisen.
Wie und wann erhalte ich Bestandsschutz?
Bestandsschutz ihrer Anbieterqualifikation erhalten alle bis zum 30.09.2020 anerkannten Anbieterinnen und Anbieter in Bezug auf das Präventionsprinzip/Entspannungsverfahren ihrer bereits zertifizierten Kurse ab dem 01.10.2020 bei der nächsten (Re-)Zertifizierung.
Mein Berufs-/Studienabschluss entspricht nicht den bis zum 30.09.2020 geltenden Kriterien für die Anbieterqualifikation. Ist es möglich, dass meine Qualifikation anhand der Mindeststandards ab 01.10.2020 anerkannt werden kann?
Ja, ab dem 01.10.2020 kann auch von Inhabern bislang nicht anerkannter Abschlüsse eine Prüfung nach den Mindeststandards beantragt werden.
Wird die Prüfung nach Mindeststandards auch für im Ausland absolvierte Ausbildungen möglich sein?
Ja, sofern alle Unterlagen einschließlich der Curricula beglaubigt und in deutscher Sprache vorliegen, kann die Prüfung durchgeführt werden.
Ich habe keine Unterlagen mehr von meinem Studium/meiner Ausbildung. Kann ich dennoch nach dem 01.10.2020 eine Prüfung nach Mindeststandards beantragen - und wenn ja, wie?
Nein, Grundlage für eine Qualifikationsprüfung nach Mindeststandards sind detaillierte Unterlagen zu den Ausbildungsinhalten. Ohne Unterlagen ist demnach keine Prüfung möglich. Beglaubigte Kopien von Unterlagen und Curricula können ggf. als Grundlage herangezogen werden.
Wie werden zukünftig (ab 01.10.2020) die Abschlüsse bewertet, die derzeit im Leitfaden Prävention benannt sind? Ist es denkbar, dass einzelne Abschlüsse nicht mehr anerkennungsfähig sein werden?
Grundsätzlich ist es zwar möglich, dass bisher anerkannte Abschlüsse die fachlichen Mindeststandards nicht erfüllen. Die Bestandsschutzregelung für bisher tätige Kursleitende gewährleistet aber Vertrauensschutz. Durch die langen Übergangsfristen bis Ende 2024 haben Ausbildungsinstitutionen die Möglichkeit, die von ihnen angebotenen Berufsausbildungen und Studiengänge entsprechend anzupassen. Durch die frühzeitige Bekanntgabe der Mindeststandards mit zwei Jahren Vorlauf und die Möglichkeiten, auch Zusatzausbildungen und Weiterbildungen für die Erfüllung der Mindeststandards anzuerkennen, sind die Bedingungen zur Erreichung einer Anerkennung verbessert worden.
Werden die Mindeststandards auch für die Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten sowie für die betriebliche Gesundheitsförderung gelten?
Für die verhaltensbezogenen Maßnahmen in der Prävention und Gesundheitsförderung in Lebenswelten und der betrieblichen Gesundheitsförderung gelten die gleichen Qualifikationsanforderungen wie in der individuellen verhaltensbezogenen Prävention. Diese Maßnahmen prüft und zertifiziert jede Krankenkasse selbst.