Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=11.09.2012&Aktenzeichen=B%201%20A%202%2F11%20R
Timestamp: 2019-05-26 00:27:16
Document Index: 10851708

Matched Legal Cases: ['§ 131', '§ 54', '§ 54', '§ 55', '§ 29', '§ 207', '§ 1', '§ 171', '§ 212', '§ 112', '§ 112', '§ 212', '§ 147', '§ 171', '§ 171', '§ 131', '§ 54', '§ 35', '§ 35', '§ 171', '§ 131', '§ 35', '§ 171', '§ 21', '§ 12', '§ 172', '§ 12', '§ 207', '§ 39']

BSG, 11.09.2012 - B 1 A 2/11 R - dejure.org
https://dejure.org/2012,26088
BSG, 11.09.2012 - B 1 A 2/11 R (https://dejure.org/2012,26088)
BSG, Entscheidung vom 11.09.2012 - B 1 A 2/11 R (https://dejure.org/2012,26088)
BSG, Entscheidung vom 11. September 2012 - B 1 A 2/11 R (https://dejure.org/2012,26088)
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Sozialgerichtliches Verfahren - freiwillige kassenartenübergreifende Vereinigung zweier Krankenkassen - Fusionsgenehmigung durch Aufsichtsbehörde - Genehmigungsbescheid - Anfechtung - Klagebefugnis - Landesverband der Krankenkassen - letztverbleibende Mitgliedskasse als Rechtsnachfolgerin des Verbands - sofortige Vollziehung - Anfechtungsklage - Erledigung - Fortsetzungsfeststellungsklage - Feststellungsklage - Anfechtungsrecht Dritter - Drittschutz - Grundrechtsschutz - Rechtsreflex - Selbstverwaltung - Anhörung - Organisationsrecht
§ 131 Abs 1 S 3 SGG, § 54 Abs 1 S 1 SGG, § 54 Abs 1 S 2 SGG, § 55 Abs 1 Nr 1 SGG, § 29 SGB 4
Sozialgerichtliches Verfahren - Klagebefugnis - Streit über die Rechtmäßigkeit einer freiwilligen kassenartenübergreifenden Vereinigung zweier Krankenkassen - aufsichtsbehördliche Genehmigung - Genehmigungsbescheid - Unzulässigkeit einer Anfechtung durch Krankenkassen-Landesverband sowie letztverbleibender Mitgliedskasse als Rechtsnachfolgerin des Verbands - Dritte - Drittschutz - Rechtsreflex - Grundrechtsschutz - Selbstverwaltung - Gesamtrechtsnachfolge - Anhörung - Organisationsrecht
Zur Krankenkassenfusion - Zusammenschluss von AOK und IKK in Niedersachsen rechtens
AOK und IKK durften heiraten
Fusion AOK und IKK Niedersachsen wirksam
LSG Schleswig-Holstein, 08.09.2011 - L 5 KR 24/10
aa) Die Kläger sind als Verband der Ersatzkassen, als Landesverband und als mit den Aufgaben eines Landesverbandes betraute Krankenversicherungsträger (vgl zur IKK classic § 207 Abs. 4 S 1 SGB V iVm § 1 Abs. 5 der Satzung der IKK classic, Stand 1.8.2012, abrufbar unter www.ikk-classic.de; zur Rechtsnachfolge bei kassenartenübergreifender Vereinigung vgl BSG Urteil vom 11.9.2012 - B 1 A 2/11 R - zur Veröffentlichung in BSGE und SozR 4-2500 § 171a Nr. 1 vorgesehen; zur Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See vgl § 212 Abs. 3 SGB V) die an der damaligen Vertragsschließung beteiligten Vertragspartner nach § 112 SGB V (idF d es Gesundheitsreform-Gesetzes vom 20.12.1988, BGBl I 2477; zur Bevollmächtigung der Ersatzkassenverbände mit Abschlussbefugnis nach Änderung des Kreises der Vertragspartner durch § 112 Abs. 1 idF des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes vom 26.3.2007, BGBl I 378 mWv 1.7.2008 vgl § 212 Abs. 5 S 7 SGB V) .
In einem solchen Fall kann ein Schließungsbescheid nicht mehr durch eine die Schließung aufhebende gerichtliche Entscheidung - mit Wirkung ex tunc - beseitigt werden; in Betracht kommt vielmehr nur noch eine Beseitigung der Folgen der Schließung (…vgl entsprechend zum Zusammenschluss BSGE 68, 54, 55 f = SozR 3-2500 § 147 Nr. 2 S 3 f; BSG Urteil vom 11.9.2012 - B 1 A 2/11 R - RdNr 10 mwN, zur Veröffentlichung in BSGE und SozR 4-2500 § 171a Nr. 1 vorgesehen).
Eine Fortsetzungsfeststellungsklage ist nach Eintritt eines erledigenden Ereignisses zulässig, wenn die ursprüngliche Anfechtungsklage zulässig gewesen ist, ein klärungsfähiges Rechtsverhältnis besteht und ein Feststellungsinteresse vorliegt (vgl BSG Urteil vom 11.9.2012 - B 1 A 2/11 R - RdNr 13 mwN, zur Veröffentlichung in BSGE und SozR 4-2500 § 171a Nr. 1 vorgesehen; Hauck in Hennig, SGG, Stand Dezember 2012, § 131 RdNr 55).
Die Klagebefugnis für eine Anfechtungsklage besteht, wenn der Kläger behaupten kann, durch den angefochtenen, von ihm als rechtswidrig angesehenen Verwaltungsakt beschwert zu sein (vgl § 54 Abs. 1 S 2 und Abs. 2 S 1 SGG;… BSGE 98, 129 = SozR 4-2400 § 35a Nr. 1, RdNr 12;… BSGE 107, 287 = SozR 4-2500 § 35 Nr. 4, RdNr 21; BSG Urteil vom 11.9.2012 - B 1 A 2/11 R - RdNr 14 mwN, zur Veröffentlichung in BSGE und SozR 4-2500 § 171a Nr. 1 vorgesehen; Hauck in Hennig, SGG, Stand Dezember 2012, § 131 RdNr 10).
Die hier betroffene Ausübung der Staatsaufsicht über Sozialversicherungsträger erschöpft sich nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats regelmäßig allein in der Wahrung der Gleichgewichtslage zwischen Staat und Selbstverwaltungskörperschaft (…vgl zB BSGE 98, 129 = SozR 4-2400 § 35a Nr. 1, RdNr 13 mwN; zuletzt BSG Urteil vom 11.9.2012 - B 1 A 2/11 R - Juris RdNr 15, zur Veröffentlichung in BSGE und SozR 4-2500 § 171a Nr. 1 vorgesehen) .
Von dem Verwaltungsakt dürfen in Bezug auf die Dritten nicht nur Rechtsreflexe ausgehen (s. BSG, Urteil vom 11. September 2012, B 1 A 2/11 R, BSGE 111, 280 ff., mwN).
Es dient nach der seit dem 1. Juli 2008 geltenden Rechtslage nur mehr der vollständigen Sachverhaltsermittlung im Sinne des § 21 Sozialgesetzbuch Zehntes Buch - Sozialverwaltungsverfahren und Sozialdatenschutz - SGB X. Durch die Anhörung werden die Verbände jedoch nicht Beteiligte im Sinne der §§ 12, 24 SGB X, mit der möglichen Konsequenz einer Anfechtbarkeit der jeweiligen Verwaltungsakte im Falle der unterbliebenen Anhörung (vgl. BSG, Urteil vom 11. September 2012, a.a.O., mwN; vorhergehend LSG Schleswig-Holstein, Urteil vom 8. September 2011, L 5 KR 24/10 KL;… LSG Hamburg, a.a.O., mwN;… Baier, a.a.O., § 172 SGB V, Rn. 3; hinsichtlich der Versicherten vgl. LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 12. Mai 2000, L 4 KR 4625/99).
Im Übrigen vermitteln die verfahrensrechtlichen Normen der §§ 12, 24 SGB X grundsätzlich keinen Drittschutz, sondern setzen ihn vielmehr voraus (vgl. BSG, Urteil vom 11. September 2012, a.a.O.).
Auch aus der organisationsrechtlichen Regelung über die Bildung und Vereinigung von Landesverbänden ( § 207 SGB V ) kann ein Drittschutz für den Landesverband oder für die letztverbleibende Mitgliedskasse nicht abgeleitet werden (hierzu ausführlich BSG, Urteil vom 11. September 2012, a.a.O.).
Finanzielle, wirtschaftliche oder ideelle Interessen genügen nicht; es ist zu fragen, ob die Rechtsvorschrift, auf die sich der jeweilige Kläger beruft, auch seinen Individualinteressen zu dienen bestimmt ist (LSG Schleswig-Holstein, Urteil vom 08.09.2011 - L 5 KR 24/10 KL -, Revision zu B 1 A 2/11 R anhängig).
BSG, 15.02.2013 - B 1 KR 34/12 B
Die Klägerin setzt sich weder mit der Rechtsprechung des BSG zum fehlenden Rechtsschutzbedürfnis einer Anfechtungsklage im Falle einer Erledigung des angefochtenen Verwaltungsakts auf andere Weise iS von § 39 Abs. 2 SGB X (vgl nur BSG Urteil vom 27.3.2007 - B 13 RJ 43/05 R - Juris RdNr 13 mwN) noch zum Feststellungsinteresse einer sich daran anschließenden Fortsetzungsfeststellungsklage (vgl nur BSG Urteil vom 11.9.2012 - B 1 A 2/11 R - Juris RdNr 13) auseinander.