Source: https://lawbrary.ch/en/browser/PAVO/211_222_338__1/?plang=de
Timestamp: 2020-07-09 00:58:21
Document Index: 239343907

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'Art. 8', 'Art. 5', 'Art. 333', 'Art. 450', 'Art. 51', 'Art. 29']

Lawbrary | PAVO - Verordnung über die Aufnahme von Pflegekindern
Familienpflege (4 - 11)
Tagespflege (12 - 12)
Heimpflege (13 - 20)
Dienstleistungsangebote in der Familienpflege (20 - 20)
Verfahren (21 - 27)
Schlussbestimmungen (28 - 30)
1Die Auf­nah­me von Min­der­jäh­ri­gen2 aus­ser­halb des El­tern­hau­ses be­darf ge­mä­ss die­ser Ver­ord­nung ei­ner Be­wil­li­gung und un­ter­steht der Auf­sicht.
2Un­ab­hän­gig von der Be­wil­li­gungs­pflicht kann die Auf­nah­me un­ter­sagt wer­den, wenn die be­tei­lig­ten Per­so­nen er­zie­he­risch, cha­rak­ter­lich oder ge­sund­heit­lich ih­rer Auf­ga­be nicht ge­wach­sen sind oder die Ver­hält­nis­se of­fen­sicht­lich nicht ge­nü­gen.
3Vor­be­hal­ten blei­ben
die Be­fug­nis­se der El­tern, der Kin­des­schutz­be­hör­de und der Ju­gend­straf­rechts­pfle­ge;
die Be­stim­mun­gen des öf­fent­li­chen Rechts zum Schutz der Min­der­jäh­ri­gen, ins­be­son­de­re über die Be­kämp­fung der Tu­ber­ku­lo­se.
4Kei­ne Be­wil­li­gung ist er­for­der­lich für die Be­treu­ung und Ver­mitt­lung im Rah­men von Schü­ler­aus­tausch­pro­gram­men, Au-pair-Ein­sät­zen so­wie ver­gleich­ba­ren Auf­ent­hal­ten aus­ser­halb des El­tern­hau­ses, die nicht be­hörd­lich an­ge­ord­net wer­den.4
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).
2 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801). Die An­pas­sung wur­de im gan­zen Text vor­ge­nom­men.
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).
1Beim Ent­scheid über die Er­tei­lung oder den Ent­zug ei­ner Be­wil­li­gung so­wie bei der Aus­übung der Auf­sicht ist vor­ran­gig das Kin­des­wohl zu be­rück­sich­ti­gen.
2Die Kin­des­schutz­be­hör­de sorgt da­für, dass das Kind, das in ei­ner Pfle­ge­fa­mi­lie oder in ei­nem Heim be­treut wird:
über sei­ne Rech­te, ins­be­son­de­re Ver­fah­rens­rech­te, ent­spre­chend sei­nem Al­ter auf­ge­klärt wird;
ei­ne Ver­trau­ens­per­son zu­ge­wie­sen er­hält, an die es sich bei Fra­gen oder Pro­ble­men wen­den kann;
an al­len Ent­schei­dun­gen, die einen we­sent­li­chen Ein­fluss auf sein Le­ben ha­ben, ent­spre­chend sei­nem Al­ter be­tei­ligt wird.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).
1Die für die Be­wil­li­gung oder die Ent­ge­gen­nah­me von Mel­dun­gen und die Auf­sicht zu­stän­di­ge Be­hör­de (Be­hör­de) ist:2
im Be­reich der Fa­mi­li­en-, Heim- und Ta­ges­pfle­ge die Kin­des­schutz­be­hör­de am Ort der Un­ter­brin­gung des Kin­des;
für Dienst­leis­tungs­an­ge­bo­te in der Fa­mi­li­en­pfle­ge ei­ne vom Kan­ton be­zeich­ne­te zen­tra­le kan­to­na­le Be­hör­de am Sitz oder im Wohn­sitz­kan­ton der An­bie­te­rin oder des An­bie­ters.
2Die Kan­to­ne kön­nen die Auf­ga­ben nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a:
im Be­reich der Fa­mi­li­en- und Heimpfle­ge an­de­ren ge­eig­ne­ten kan­to­na­len oder kom­mu­na­len Be­hör­den über­tra­gen;
im Be­reich der Ta­ges­pfle­ge an­de­ren ge­eig­ne­ten kan­to­na­len oder kom­mu­na­len Be­hör­den oder Stel­len über­tra­gen.
2 Die Be­rich­ti­gung vom 20. Ju­ni 2017 be­trifft nur den fran­zö­si­schen Text (AS 2017 3543).
1Die zu­stän­di­ge Be­hör­de kann ei­ne be­fris­te­te Plat­zie­rung von Pfle­ge­kin­dern in Fa­mi­li­en oder Hei­men im Aus­land un­ter den fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen an­ord­nen:
Sie hat ei­ne Ver­trau­ens­per­son in der Schweiz be­zeich­net, an die sich das im Aus­land be­treu­te Kind bei Fra­gen oder Pro­ble­men wen­den kann.
Sie be­zieht vor der Plat­zie­rung die zen­tra­le Be­hör­de des Kan­tons nach Ar­ti­kel 2 des Bun­des­ge­set­zes vom 21. De­zem­ber 20072 über in­ter­na­tio­na­le Kin­desent­füh­rung und die Haa­ger Über­ein­kom­men zum Schutz von Kin­dern und Er­wach­se­nen ein und holt die Zu­stim­mung der für die Plat­zie­rung zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Be­hör­de ein.
Die aus­län­di­schen Pfle­ge­fa­mi­li­en oder Hei­me müs­sen über ei­ne Be­wil­li­gung der zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Be­hör­de ver­fü­gen und un­ter de­ren Auf­sicht ste­hen.
2Fin­det das Kind Auf­nah­me bei Ver­wand­ten oder von sei­nen El­tern be­zeich­ne­ten na­he­ste­hen­den Per­so­nen mit Wohn­sitz im Aus­land, so kann von den Vor­aus­set­zun­gen im Ein­zel­fall ab­ge­wi­chen wer­den, wenn die zu­stän­di­ge Be­hör­de vor­gän­gig ab­ge­klärt hat, dass das Wohl des Kin­des nicht ge­fähr­det ist.
1Die Kan­to­ne sind be­fugt, zum Schutz von Min­der­jäh­ri­gen, die aus­ser­halb des El­tern­hau­ses auf­wach­sen, Be­stim­mun­gen zu er­las­sen, die über die­se Ver­ord­nung hin­aus­ge­hen.
2Den Kan­to­nen ist es vor­be­hal­ten, das Pfle­ge­kin­der­we­sen zu för­dern, ins­be­son­de­re:
Mass­nah­men zu tref­fen zur Aus­bil­dung, Wei­ter­bil­dung und Be­ra­tung von Pfle­ge­el­tern und Fach­per­so­nen so­wie zur Ver­mitt­lung gu­ter Pfle­ge­plät­ze in Fa­mi­li­en und Hei­men;
Mus­ter für Pfle­ge­ver­trä­ge und For­mu­la­re für Ge­su­che und Mel­dun­gen zu er­stel­len, Richt­li­ni­en für die Fest­set­zung von Pfle­ge­gel­dern zu er­las­sen und Merk­blät­ter über die Rech­te und Pflich­ten von El­tern und Pfle­ge­el­tern her­aus­zu­ge­ben.
1Wer ein Pfle­ge­kind in sei­nen Haus­halt auf­neh­men will, be­nö­tigt ei­ne Be­wil­li­gung der Be­hör­de, wenn das Kind:
für mehr als einen Mo­nat ent­gelt­lich auf­ge­nom­men wird; oder
für mehr als drei Mo­na­te un­ent­gelt­lich auf­ge­nom­men wird.
2Wer ent­gelt­lich oder un­ent­gelt­lich Kin­der re­gel­mäs­sig im Rah­men von Kri­sen­in­ter­ven­tio­nen in sei­nen Haus­halt auf­neh­men will, be­nö­tigt un­ab­hän­gig von der Dau­er der Auf­nah­me ei­ne Be­wil­li­gung.
3Die Be­wil­li­gungs­pflicht be­steht auch, wenn das Kind:
von ei­ner Be­hör­de un­ter­ge­bracht wird;
das Wo­chen­en­de nicht in der Pfle­ge­fa­mi­lie ver­bringt.
1Die Be­wil­li­gung darf nur er­teilt wer­den, wenn die Pfle­ge­el­tern und ih­re Haus­ge­nos­sen nach Per­sön­lich­keit, Ge­sund­heit und er­zie­he­ri­scher Eig­nung so­wie nach den Wohn­ver­hält­nis­sen für gu­te Pfle­ge, Er­zie­hung und Aus­bil­dung des Kin­des Ge­währ bie­ten und das Wohl an­de­rer in der Pfle­ge­fa­mi­lie le­ben­der Kin­der nicht ge­fähr­det wird.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 29. Nov. 2002, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 4167).
1Wird kei­ne Ad­op­ti­on an­ge­strebt, so kann ein aus­län­di­sches Kind, das bis­her im Aus­land ge­lebt hat, in der Schweiz nur auf­ge­nom­men wer­den, wenn ein wich­ti­ger Grund vor­liegt.
2Die Pfle­ge­el­tern müs­sen ei­ne schrift­li­che Er­klä­rung des nach dem Recht des Her­kunfts­lan­des des Kin­des zu­stän­di­gen ge­setz­li­chen Ver­tre­ters vor­le­gen, in der die­ser an­gibt, zu wel­chem Zweck das Kind in der Schweiz un­ter­ge­bracht wer­den soll. Ist die­se Er­klä­rung nicht in ei­ner schwei­ze­ri­schen Amtss­pra­che ab­ge­fasst, so kann die Be­hör­de ei­ne Über­set­zung ver­lan­gen.
3Die Pfle­ge­el­tern müs­sen sich schrift­lich ver­pflich­ten, oh­ne Rück­sicht auf die Ent­wick­lung des Pfle­ge­ver­hält­nis­ses für den Un­ter­halt des Kin­des in der Schweiz wie für den ei­nes ei­ge­nen auf­zu­kom­men und dem Ge­mein­we­sen die Kos­ten zu er­set­zen, die es an ih­rer Stel­le für den Un­ter­halt des Kin­des ge­tra­gen hat.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Nov. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 4167).
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Dez. 1988 (AS 1989 54). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 29. Nov. 2002, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 4167).
Die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 6 gel­ten nicht für die Auf­nah­me ei­nes aus­län­di­schen Kin­des, das bis­her im Aus­land ge­lebt hat, wenn:2
sei­ne El­tern ei­ne Auf­ent­halts- oder Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung in der Schweiz be­sit­zen;
es auf An­ord­nung oder durch Ver­mitt­lung ei­ner Bun­des­be­hör­de un­ter­ge­bracht wird.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Dez. 1988, in Kraft seit 1. Jan. 1989 (AS 1989 54).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Nov. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 4167).
1Die Be­hör­de hat die Ver­hält­nis­se in ge­eig­ne­ter Wei­se, vor­ab durch Haus­be­su­che und nö­ti­gen­falls un­ter Bei­zug von Sach­ver­stän­di­gen, ab­zu­klä­ren.
1Die Pfle­ge­el­tern müs­sen die Be­wil­li­gung vor Auf­nah­me des Kin­des ein­ho­len.
2Die Be­wil­li­gung wird ih­nen für ein be­stimm­tes Kind er­teilt; sie kann be­fris­tet und mit Auf­la­gen und Be­din­gun­gen ver­bun­den wer­den.
3Das Kind muss ge­gen die Fol­gen von Krank­heit, Un­fall und Haft­pflicht an­ge­mes­sen ver­si­chert wer­den.1
4Die Be­wil­li­gung für die Auf­nah­me ei­nes aus­län­di­schen Kin­des, das bis­her im Aus­land ge­lebt hat (Art. 6), wird erst wirk­sam, wenn das Vi­sum er­teilt oder die Auf­ent­halts­be­wil­li­gung zu­ge­si­chert ist (Art. 8a).2
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Dez. 1988 (AS 1989 54). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Nov. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 4167).
1Die Be­hör­de über­weist die Be­wil­li­gung zur Auf­nah­me ei­nes aus­län­di­schen Kin­des, das bis­her im Aus­land ge­lebt hat, mit ih­rem Be­richt über die Pfle­ge­fa­mi­lie der kan­to­na­len Mi­gra­ti­ons­be­hör­de.
2Die kan­to­na­le Mi­gra­ti­ons­be­hör­de ent­schei­det über das Vi­sum oder die Zu­si­che­rung der Auf­ent­halts­be­wil­li­gung für das Kind und teilt ih­ren Ent­scheid der Be­hör­de mit.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Dez. 1988 (AS 1989 54). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).
Die Pfle­ge­el­tern müs­sen der Be­hör­de in­ner­halb von zehn Ta­gen die Ein­rei­se des Kin­des mit­tei­len.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Dez. 1988 (AS 1989 54). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Nov. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 4167).
1Die Pfle­ge­el­tern ha­ben der Be­hör­de al­le wich­ti­gen Ver­än­de­run­gen der Ver­hält­nis­se un­ver­züg­lich zu mel­den, ins­be­son­de­re den Wech­sel der Woh­nung so­wie die Auf­lö­sung des Pfle­ge­ver­hält­nis­ses und, so­weit be­kannt, den neu­en Auf­ent­halts­ort des Kin­des.
2Sie ha­ben auch den ge­setz­li­chen Ver­tre­ter oder den Ver­sor­ger von wich­ti­gen Vor­komm­nis­sen zu be­nach­rich­ti­gen.
1Ei­ne Fach­per­son der Be­hör­de be­sucht die Pfle­ge­fa­mi­lie so oft als nö­tig, jähr­lich aber we­nigs­tens ein­mal, und führt über die­se Be­su­che Pro­to­koll.
2Die­se Per­son prüft, ob die Vor­aus­set­zun­gen für die Wei­ter­füh­rung des Pfle­ge­ver­hält­nis­ses er­füllt sind. Sie steht den Pfle­ge­el­tern bei Be­darf be­ra­tend zur Sei­te.
3Die Be­hör­de wacht dar­über, dass die ge­setz­li­che Ver­tre­tung des Kin­des ord­nungs­ge­mä­ss ge­re­gelt ist und das Kind an Ent­schei­dun­gen, die einen we­sent­li­chen Ein­fluss auf sein Le­ben ha­ben, ent­spre­chend sei­nem Al­ter be­tei­ligt wird.
1Kön­nen Män­gel oder Schwie­rig­kei­ten auch in Zu­sam­men­ar­beit mit dem ge­setz­li­chen Ver­tre­ter oder dem Ver­sor­ger nicht be­ho­ben wer­den und er­schei­nen an­de­re Mass­nah­men zur Ab­hil­fe nutz­los, so ent­zieht die Be­hör­de die Be­wil­li­gung und for­dert den ge­setz­li­chen Ver­tre­ter oder den Ver­sor­ger auf, das Kind bin­nen an­ge­mes­se­ner Frist an­ders­wo un­ter­zu­brin­gen.
2Bleibt die­se Auf­for­de­rung er­folg­los, so be­nach­rich­tigt die Be­hör­de die Kin­des­schutz­be­hör­de am Wohn­sitz und ge­ge­be­nen­falls am Auf­ent­halts­ort des Kin­des.1
3Liegt Ge­fahr im Ver­zug, so nimmt die Be­hör­de das Kind un­ter An­zei­ge an die Kin­des­schutz­be­hör­de so­fort weg und bringt es vor­läu­fig an­ders­wo un­ter.2
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Nov. 2002 (AS 2002 4167). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 1 der Ad­op­ti­ons­ver­ord­nung vom 29. Ju­ni 2011, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2010 (AS 2011 3637).
1Wer sich all­ge­mein an­bie­tet, Kin­der un­ter zwölf Jah­ren ge­gen Ent­gelt re­gel­mäs­sig tags­über in sei­nem Haus­halt zu be­treu­en, muss dies der Be­hör­de mel­den.
2Die Auf­sicht der Be­hör­de rich­tet sich sinn­ge­mä­ss nach den Be­stim­mun­gen über die Fa­mi­li­en­pfle­ge (Art. 5 und 10).
3Die Be­hör­de un­ter­sagt den Ta­ges­pfle­ge­el­tern - un­ter An­zei­ge an den ge­setz­li­chen Ver­tre­ter - die wei­te­re Auf­nah­me von Kin­dern, wenn an­de­re Mass­nah­men zur Be­he­bung von Män­geln oder Schwie­rig­kei­ten er­folg­los ge­blie­ben sind oder von vorn­her­ein un­ge­nü­gend er­schei­nen.
1Ei­ner Be­wil­li­gung der Be­hör­de be­darf der Be­trieb von Ein­rich­tun­gen, die da­zu be­stimmt sind,
meh­re­re Min­der­jäh­ri­ge zur Er­zie­hung, Be­treu­ung, Aus­bil­dung, Be­ob­ach­tung oder Be­hand­lung tags- und nachts­über auf­zu­neh­men;
meh­re­re Kin­der un­ter zwölf Jah­ren re­gel­mäs­sig tags­über zur Be­treu­ung auf­zu­neh­men (Kin­derkrip­pen, Kin­der­hor­te u. dgl.).
2Von der Be­wil­li­gungs­pflicht sind aus­ge­nom­men:
kan­to­na­le, kom­mu­na­le oder ge­mein­nüt­zi­ge pri­va­te Ein­rich­tun­gen, die nach der Schul-, Ge­sund­heits- oder So­zi­al­hil­fe­ge­setz­ge­bung ei­ner be­son­de­ren Auf­sicht un­ter­ste­hen;
Fe­ri­en­ko­lo­ni­en und Fe­ri­en­la­ger, un­ter Vor­be­halt ab­wei­chen­der kan­to­na­ler Vor­schrif­ten;
3Min­der­jäh­ri­ge dür­fen erst auf­ge­nom­men wer­den, wenn die Be­wil­li­gung er­teilt wor­den ist.
4Für Hei­me, die Dienst­leis­tun­gen in der Fa­mi­li­en­pfle­ge an­bie­ten, gel­ten zu­sätz­lich die Ar­ti­kel 20a-20f.3
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).
1Das Ge­such muss al­le sach­dien­li­chen, min­des­tens aber fol­gen­de An­ga­ben ent­hal­ten:
Zweck, recht­li­che Form und fi­nan­zi­el­le Grund­la­ge des Heims;
An­zahl, Al­ter und Art der auf­zu­neh­men­den Min­der­jäh­ri­gen, ge­ge­be­nen­falls Un­ter­richts­pro­gramm oder the­ra­peu­ti­sches An­ge­bot;
Per­so­na­li­en und Aus­bil­dung des Lei­ters, An­zahl und Aus­bil­dung der Mit­ar­bei­ter;
An­ord­nung und Ein­rich­tung der Wohn-, Un­ter­richts- und Frei­zeiträu­me.
2Ist der Trä­ger des Heims ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son, so sind die Sta­tu­ten bei­zu­le­gen und die Or­ga­ne be­kannt­zu­ge­ben.
3Die Be­hör­de kann Be­le­ge und wei­te­re sach­dien­li­che Aus­künf­te ver­lan­gen.
1Die Be­wil­li­gung darf nur er­teilt wer­den:
wenn ei­ne für die kör­per­li­che und geis­ti­ge Ent­wick­lung för­der­li­che Be­treu­ung der Min­der­jäh­ri­gen ge­si­chert er­scheint;
wenn der Lei­ter und sei­ne Mit­ar­bei­ter nach Per­sön­lich­keit, Ge­sund­heit, er­zie­he­ri­scher Be­fä­hi­gung und Aus­bil­dung für ih­re Auf­ga­be ge­eig­net sind und die Zahl der Mit­ar­bei­ter für die zu be­treu­en­den Min­der­jäh­ri­gen ge­nügt;
wenn für ge­sun­de und ab­wechs­lungs­rei­che Er­näh­rung und für ärzt­li­che Über­wa­chung ge­sorgt ist;
wenn die Ein­rich­tun­gen den an­er­kann­ten An­for­de­run­gen der Wohn­hy­gie­ne und des Brand­schut­zes ent­spre­chen;
wenn das Heim ei­ne ge­si­cher­te wirt­schaft­li­che Grund­la­ge hat;
wenn ei­ne an­ge­mes­se­ne Kran­ken-, Un­fall- und Haft­pflicht­ver­si­che­rung der Min­der­jäh­ri­gen ge­währ­leis­tet ist.
2Be­vor sie die Be­wil­li­gung er­teilt, prüft die Be­hör­de in ge­eig­ne­ter Wei­se, ins­be­son­de­re durch Au­gen­schein, Be­spre­chun­gen und Er­kun­di­gun­gen und wenn nö­tig un­ter Bei­zug von Sach­ver­stän­di­gen, ob die Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind.
1Die Be­wil­li­gung wird dem ver­ant­wort­li­chen Lei­ter des Heims er­teilt und ge­ge­be­nen­falls dem Trä­ger an­ge­zeigt.
2Die Be­wil­li­gung hält fest, wie vie­le und was für Per­so­nen auf­ge­nom­men wer­den dür­fen; sie kann auf Pro­be er­teilt oder be­fris­tet und mit Auf­la­gen und Be­din­gun­gen ver­bun­den wer­den.
3Wech­selt der ver­ant­wort­li­che Lei­ter, so ist ei­ne neue Be­wil­li­gung ein­zu­ho­len.
1Ein Heim darf auf­ge­nom­me­ne Min­der­jäh­ri­ge nur dann in ei­ne Pfle­ge­fa­mi­lie oder ein an­de­res Heim um­plat­zie­ren, wenn:
die Pfle­ge­fa­mi­lie oder das an­de­re Heim über ei­ne Be­wil­li­gung ver­fügt und be­auf­sich­tigt wird;
die Per­son oder Be­hör­de, wel­che die Plat­zie­rung im Heim ver­an­lasst hat, der Um­plat­zie­rung zu­ge­stimmt hat; und
das Kind an der Ent­schei­dung ent­spre­chend sei­nem Al­ter an­ge­mes­sen be­tei­ligt wor­den ist.
2Für Um­plat­zie­run­gen ins Aus­land gilt zu­sätz­lich Ar­ti­kel 2a.
3Die Ab­sät­ze 1 und 2 gel­ten auch für re­gel­mäs­si­ge Wo­chen­end- und für Fe­ri­en­plat­zie­run­gen.
1Über die auf­ge­nom­me­nen Min­der­jäh­ri­gen ist ein Ver­zeich­nis mit fol­gen­den An­ga­ben zu füh­ren:
Per­so­na­li­en des Min­der­jäh­ri­gen und sei­ner El­tern,
frü­he­rer Auf­ent­halts­ort,
ge­setz­li­cher Ver­tre­ter und Ver­sor­ger,
Da­tum des Ein­tritts und des Aus­tritts,
ärzt­li­che Fest­stel­lun­gen und An­ord­nun­gen,
be­son­de­re Vor­komm­nis­se.
2Bei Ein­rich­tun­gen, die Kin­der nur tags­über auf­neh­men, müs­sen le­dig­lich die Per­so­na­li­en der Kin­der und ih­rer El­tern oder Pfle­ge­el­tern auf­ge­führt wer­den.
1Der Lei­ter und ge­ge­be­nen­falls der Trä­ger des Heims ha­ben der Be­hör­de be­ab­sich­tig­te we­sent­li­che Än­de­run­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on, der Ein­rich­tun­gen oder der Tä­tig­keit des Heims, ins­be­son­de­re auch die Er­wei­te­rung, Ver­le­gung oder Ein­stel­lung des Be­triebs, recht­zei­tig zum vor­aus mit­zu­tei­len.
2Aus­ser­dem sind al­le be­son­dern Vor­komm­nis­se zu mel­den, wel­che die Ge­sund­heit oder die Si­cher­heit der Min­der­jäh­ri­gen be­tref­fen, ins­be­son­de­re schwe­re Krank­hei­ten, Un­fäl­le und To­des­fäl­le.
3Die Be­wil­li­gung darf nur be­ste­hen blei­ben, wenn das Wohl der Min­der­jäh­ri­gen wei­ter­hin ge­währ­leis­tet ist; sie ist ge­ge­be­nen­falls zu än­dern und mit neu­en Auf­la­gen und Be­din­gun­gen zu ver­bin­den.
1Sach­kun­di­ge Ver­tre­ter der Be­hör­de müs­sen je­des Heim so­oft als nö­tig, we­nigs­tens aber al­le zwei Jah­re be­su­chen.
2Sie ha­ben die Auf­ga­be, sich in je­der ge­eig­ne­ten Wei­se, na­ment­lich auch im Ge­spräch, ein Ur­teil über das Be­fin­den und die Be­treu­ung der Min­der­jäh­ri­gen zu bil­den.
3Sie wa­chen dar­über, dass die Vor­aus­set­zun­gen für die Er­tei­lung der Be­wil­li­gung er­füllt und die da­mit ver­bun­de­nen Auf­la­gen und Be­din­gun­gen ein­ge­hal­ten wer­den.
1Kön­nen Män­gel durch Be­ra­tung oder Ver­mitt­lung fach­kun­di­ger Hil­fe nicht be­sei­tigt wer­den, so for­dert die Be­hör­de den Lei­ter des Heims un­ter Mit­tei­lung an den Trä­ger auf, un­ver­züg­lich die zur Be­he­bung der Män­gel nö­ti­gen Vor­keh­ren zu tref­fen.
2Die Be­hör­de kann das Heim ei­ner be­son­dern Auf­sicht un­ter­stel­len und da­für be­son­de­re Vor­schrif­ten er­las­sen.
3Sind die­se Mass­nah­men er­folg­los ge­blie­ben oder er­schei­nen sie von vorn­her­ein un­ge­nü­gend, so ent­zieht die Be­hör­de die Be­wil­li­gung. Sie trifft recht­zei­tig die zur Schlies­sung des Heims er­for­der­li­chen An­ord­nun­gen und un­ter­stützt nö­ti­gen­falls die Un­ter­brin­gung der Min­der­jäh­ri­gen; liegt Ge­fahr im Ver­zug, so ver­fügt sie un­ver­züg­lich die not­wen­di­gen Mass­nah­men.1
Ge­gen­über der zen­tra­len kan­to­na­len Be­hör­de mel­de­pflich­tig und de­ren Auf­sicht un­ter­stellt ist, wer ent­gelt­lich oder un­ent­gelt­lich Dienst­leis­tun­gen in der Fa­mi­li­en­pfle­ge an­bie­tet (An­bie­te­rin oder An­bie­ter), ins­be­son­de­re:
Pfle­ge­plät­ze für Min­der­jäh­ri­ge in Pfle­ge­fa­mi­li­en ver­mit­telt;
das Pfle­ge­ver­hält­nis so­zi­al­päd­ago­gisch be­glei­tet;
Pfle­ge­el­tern aus- und wei­ter­bil­det; oder
Be­ra­tun­gen und The­ra­pi­en für Pfle­ge­kin­der durch­führt.
1Der Mel­dung der An­bie­te­rin oder des An­bie­ters muss min­des­tens fol­gen­de An­ga­ben und Be­le­ge ent­hal­ten:
Zweck und recht­li­che Form so­wie, wenn es sich um ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son han­delt, Sta­tu­ten und Or­ga­ne;
Per­so­na­li­en und be­ruf­li­che Qua­li­fi­ka­tio­nen der mit den Dienst­leis­tun­gen be­trau­ten Per­so­nen;
Straf­re­gis­ter­aus­zug der ge­schäfts­füh­ren­den Per­so­nen und de­ren Er­klä­rung, wo­nach die mit den Dienst­leis­tun­gen be­trau­ten Per­so­nen bei Stel­len­an­tritt so­wie wäh­rend der Dau­er des An­stel­lungs­ver­hält­nis­ses jähr­lich ent­spre­chend über­prüft wer­den;
Kon­zept zu den an­ge­bo­te­nen Dienst­leis­tun­gen; im Kon­zept ist ins­be­son­de­re dar­zu­le­gen, ob ge­nü­gend per­so­nel­le und fi­nan­zi­el­le Mit­tel für die Dienst­leis­tun­gen vor­han­den sind;
de­tail­lier­te An­ga­ben zu den Ta­ri­fen für die an­ge­bo­te­nen Dienst­leis­tun­gen.
2Die Mel­dung ist in­ner­halb drei­er Mo­na­te nach Auf­nah­me der Tä­tig­keit zu ma­chen.
1Die An­bie­te­rin­nen und An­bie­ter müs­sen we­sent­li­che Än­de­run­gen der Tä­tig­keit, ins­be­son­de­re sol­che, die Ge­gen­stand der Mel­de­pflicht wa­ren, der Be­hör­de un­ver­züg­lich und un­auf­ge­for­dert mel­den.
2Zu mel­den sind ins­be­son­de­re:
we­sent­li­che Än­de­run­gen der Sta­tu­ten, der Or­ga­ni­sa­ti­on, der Tä­tig­keit und des Kon­zepts;
Wech­sel der ge­schäfts­füh­ren­den Per­so­nen;
die Er­wei­te­rung, Ver­le­gung oder Ein­stel­lung der Tä­tig­keit.
1Die An­bie­te­rin­nen und An­bie­ter müs­sen Ver­zeich­nis­se füh­ren über:
die Pfle­ge­fa­mi­li­en, mit de­nen sie zu­sam­men­ar­bei­ten und bei de­nen sie Pfle­ge­plät­ze ver­mit­teln;
die Kin­der, für die sie Pfle­ge­plät­ze ver­mit­telt ha­ben.
2Die Ver­zeich­nis­se müs­sen min­des­tens fol­gen­de An­ga­ben ent­hal­ten:
Per­so­na­li­en der Pfle­ge­el­tern;
Per­so­na­li­en des Kin­des;
Per­so­na­li­en der El­tern des Kin­des;
Da­tum der Plat­zie­rung, ei­ner all­fäl­li­gen Um- oder Rück­plat­zie­rung so­wie der Be­en­di­gung der Fremd­plat­zie­rung.
3Um­fasst die Tä­tig­keit auch Dienst­leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 20a Buch­sta­ben b-d, so müs­sen die Ver­zeich­nis­se zu­sätz­lich fol­gen­de An­ga­ben ent­hal­ten:
ärzt­li­che Fest­stel­lun­gen und An­ord­nun­gen, die im Zu­sam­men­hang mit dem Pfle­ge­platz oder der Be­treu­ungs­si­tua­ti­on ste­hen;
be­son­de­re Vor­komm­nis­se;
Ent­schei­dun­gen, die einen we­sent­li­chen Ein­fluss auf das Le­ben der be­treu­ten Kin­der ha­ben, so­wie de­ren Mei­nung zu die­sen Ent­schei­dun­gen.
4Die Ver­zeich­nis­se sind der Be­hör­de jähr­lich zu­zu­stel­len.
5Die Be­hör­de kann zu­sätz­li­che Un­ter­la­gen und Aus­künf­te ver­lan­gen.
1Die Be­hör­de prüft jähr­lich die Ver­zeich­nis­se der An­bie­te­rin­nen und An­bie­ter so­wie all­fäl­li­ge wei­te­re ver­lang­te Un­ter­la­gen. Sie führt Pro­to­koll über die Auf­sichtstä­tig­keit.
2Sie bil­det sich auf ge­eig­ne­te Wei­se, ins­be­son­de­re durch Au­gen­schein, Be­spre­chun­gen und Er­kun­di­gun­gen, ein Ur­teil über die aus­ge­üb­te Tä­tig­keit.
1Stellt die Be­hör­de im Rah­men ih­rer Auf­sicht Män­gel bei der Aus­übung der Tä­tig­keit fest, die das Wohl der plat­zier­ten Kin­der ge­fähr­den kön­nen, so ord­net sie ge­eig­ne­te Mass­nah­men zur Be­he­bung der Män­gel an.
2Trägt die An­bie­te­rin oder der An­bie­ter den An­ord­nun­gen der Be­hör­de nicht Rech­nung und ist da­durch das Wohl der plat­zier­ten Kin­der ge­fähr­det, so kann die Be­hör­de die Aus­übung der Tä­tig­keit vor­über­ge­hend un­ter­sa­gen.
3Die­se Mass­nah­me gilt, so­lan­ge die An­bie­te­rin oder der An­bie­ter ge­gen­über der Be­hör­de nicht dar­le­gen kann, dass die fest­ge­stell­ten Män­gel be­ho­ben sind.
4Un­ter­sagt die Be­hör­de die Aus­übung der Tä­tig­keit, so in­for­miert sie:
die Pfle­ge­fa­mi­li­en, die mit der An­bie­te­rin oder dem An­bie­ter zu­sam­men­ge­ar­bei­tet ha­ben;
die be­trof­fe­nen Kin­des­schutz­be­hör­den oder, wenn das Kind nicht auf be­hörd­li­che An­ord­nung hin plat­ziert wur­de, die In­ha­be­rin oder den In­ha­ber der el­ter­li­chen Sor­ge oder der el­ter­li­chen Ob­hut; und
die üb­ri­gen kan­to­na­len Auf­sichts­be­hör­den.
1Die Be­hör­de führt Ak­ten:1
über die Kin­der in Fa­mi­li­en­pfle­ge, mit fol­gen­den An­ga­ben: Per­so­na­li­en des Kin­des und der Pfle­ge­el­tern, Be­ginn und En­de des Pfle­ge­ver­hält­nis­ses, Er­geb­nis­se der Be­su­che und all­fäl­li­ge Mass­nah­men;
über die Ta­ges­pfle­ge­el­tern mit fol­gen­den An­ga­ben: Per­so­na­li­en der Pfle­ge­el­tern, Zahl der Pfle­ge­plät­ze, Er­geb­nis­se der Be­su­che und all­fäl­li­ge Mass­nah­men;
über die Hei­me mit fol­gen­den An­ga­ben: Per­so­na­li­en des Lei­ters, ge­ge­be­nen­falls der Trä­ger, Zahl der Min­der­jäh­ri­gen, Er­geb­nis­se der Be­su­che und all­fäl­li­ge Mass­nah­men;
über die An­bie­te­rin­nen und An­bie­ter von Dienst­leis­tun­gen in der Fa­mi­li­en­pfle­ge, mit fol­gen­den An­ga­ben: Per­so­na­li­en der ge­schäfts­füh­ren­den Per­so­nen; Per­so­na­li­en der Pfle­ge­el­tern, mit de­nen ei­ne Zu­sam­men­ar­beit be­steht; Per­so­na­li­en der Kin­der, für die Pfle­ge­plät­ze ver­mit­telt oder die plat­ziert wur­den; Er­geb­nis­se der Auf­sichtstä­tig­keit und all­fäl­li­ge Mass­nah­men.
2Das kan­to­na­le Recht kann die Er­he­bung wei­te­rer Da­ten vor­se­hen.3
3Das Eid­ge­nös­si­sche Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ment kann sta­tis­ti­sche Er­he­bun­gen über die Pfle­ge­kin­der an­ord­nen und die nö­ti­gen Be­stim­mun­gen er­las­sen; das Bun­des­amt für Sta­tis­tik führt die Er­he­bun­gen durch.4
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. Okt. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 5801).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Dez. 1988, in Kraft seit 1. Jan. 1989 (AS 1989 54).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Dez. 1988, in Kraft seit 1. Jan. 1989 (AS 1989 54).
Al­le in der Pfle­ge­kin­der­auf­sicht tä­ti­gen Per­so­nen sind ge­gen­über Drit­ten zur Ver­schwie­gen­heit ver­pflich­tet.
1Die Ein­woh­ner­kon­trol­le der Ge­mein­de mel­det der Be­hör­de neu zu­ge­zo­ge­ne Min­der­jäh­ri­ge, die nicht bei ih­ren El­tern woh­nen.1
2Er­fährt die Be­hör­de, dass ein Kind aus­wärts in ei­ner Pfle­ge­fa­mi­lie un­ter­ge­bracht wird, so be­nach­rich­tigt sie die dort zu­stän­di­ge Be­hör­de; das gilt sinn­ge­mä­ss, wenn ei­ne Pfle­ge­fa­mi­lie ih­ren Wohn­sitz ver­legt.
Die mit der Pfle­ge­kin­der­auf­sicht be­trau­ten Be­hör­den und die üb­ri­gen für den Schutz des Kin­des ver­ant­wort­li­chen Be­hör­den leis­ten ein­an­der Amts- und Rechts­hil­fe.
1Die Be­hör­de darf für die Auf­sicht über Fa­mi­li­en- und Ta­ges­pfle­ge­ver­hält­nis­se nur Ge­büh­ren er­he­ben, wenn ein Pfle­ge­platz zu wie­der­hol­ten oder schwe­ren Be­an­stan­dun­gen An­lass gibt.
2Aus­la­gen, die der Be­hör­de zu­sätz­lich an­fal­len, wie Kos­ten für Ar­bei­ten von Drit­ten, dür­fen den Ge­such­stel­lern be­las­tet wer­den.1
1Wer die Pflich­ten, die sich aus die­ser Ver­ord­nung oder aus ei­ner ge­stützt dar­auf er­las­se­nen Ver­fü­gung er­ge­ben, vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig ver­letzt, wird von der Be­hör­de mit ei­ner Ord­nungs­bus­se bis zu 1000 Fran­ken be­legt.2
2Wird ei­ne Ord­nungs­bus­se aus­ge­spro­chen, so kann die Be­hör­de für die vor­sätz­li­che Wie­der­ho­lung Be­stra­fung mit Bus­se we­gen Un­ge­hor­sams ge­gen ei­ne amt­li­che Ver­fü­gung nach Ar­ti­kel 292 des Straf­ge­setz­bu­ches3 an­dro­hen.4
3Be­hör­den oder Be­am­te, die in ih­rer dienst­li­chen Tä­tig­keit ei­ne Wi­der­hand­lung ge­gen Be­stim­mun­gen die­ser Ver­ord­nung wahr­neh­men oder da­von Kennt­nis er­hal­ten, sind ver­pflich­tet, sie der Be­hör­de so­fort an­zu­zei­gen.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Dez. 1988, in Kraft seit 1. Jan. 1989 (AS 1989 54).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Dez. 1988, in Kraft seit 1. Jan. 1989 (AS 1989 54).
4 Fas­sung ge­mä­ss Art. 333 des Straf­ge­setz­bu­ches (SR 311.0) in der Fas­sung des BG vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 3459; BBl 1999 1979).
1Ver­fü­gun­gen, wel­che die Kin­des­schutz­be­hör­de ge­stützt auf die­se Ver­ord­nung er­lässt, un­ter­lie­gen der Be­schwer­de an das zu­stän­di­ge Ge­richt (Art. 450 ZGB).1
2Sind an­de­re Stel­len mit den Be­fug­nis­sen der Be­hör­de be­traut, so rich­tet sich die Wei­ter­zie­hung der Ver­fü­gung nach kan­to­na­lem Recht.
1Be­wil­li­gun­gen, die bis 31. De­zem­ber 1977 nach dem bis­he­ri­gen kan­to­na­len Recht er­teilt wor­den und auch in die­ser Ver­ord­nung vor­ge­schrie­ben sind, blei­ben in Kraft; sie sind, so­weit nö­tig, bis zum 31. De­zem­ber 1978 dem neu­en Recht an­zu­pas­sen.
2Die Auf­sicht rich­tet sich in je­dem Fall nach den Be­stim­mun­gen die­ser Ver­ord­nung.
3Für Pfle­ge­ver­hält­nis­se, die nach dem bis­he­ri­gen Recht kei­ner Be­wil­li­gungs­pflicht un­ter­la­gen, für die aber das neue Recht ei­ne Be­wil­li­gung ver­langt, ist das Be­wil­li­gungs­ge­such bis zum 30. Ju­ni 1978 ein­zu­rei­chen; das gilt sinn­ge­mä­ss für Mel­dun­gen, die das neue Recht vor­schreibt.
1Mit dem In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung sind die kan­to­na­len Be­stim­mun­gen über den Schutz von Min­der­jäh­ri­gen, die aus­ser­halb des El­tern­hau­ses le­ben, auf­ge­ho­ben, so­weit nicht bun­des­recht­lich et­was an­de­res vor­ge­se­hen ist (Art. 51 SchlT ZGB).
2Be­ste­hen­de kan­to­na­le Be­stim­mun­gen über die Or­ga­ni­sa­ti­on des Schut­zes von Min­der­jäh­ri­gen, die aus­ser­halb des El­tern­hau­ses le­ben, blei­ben in Kraft, so­lan­ge die Kan­to­ne nichts an­de­res be­stim­men.
Art. 29a Übergangsbestimmung zur Änderung vom 10. Oktober 2012
1Für Pfle­ge­ver­hält­nis­se, die nach dem bis­he­ri­gen Recht kei­ner Be­wil­li­gungs­pflicht un­ter­la­gen, für die aber das neue Recht ei­ne Be­wil­li­gung ver­langt, ist das Be­wil­li­gungs­ge­such bis zum 31. März 2013 ein­zu­rei­chen. Be­ste­hen­de Pfle­ge­ver­hält­nis­se dür­fen wei­ter­ge­führt wer­den, bis die Be­hör­de über das Ge­such ent­schie­den hat.
2Die Be­hör­de nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 1 Buch­sta­be b ist am 1. Ja­nu­ar 2014 ein­zu­set­zen.
3An­bie­te­rin­nen und An­bie­ter von Dienst­leis­tun­gen in der Fa­mi­li­en­pfle­ge müs­sen ih­re Tä­tig­keit auf den Zeit­punkt der Ein­set­zung die­ser Be­hör­de in ih­rem Sitz- oder Wohn­sitz­kan­ton mel­den.
Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. Ja­nu­ar 1978 in Kraft.