Source: http://www.steuerlinks.de/steuerlexikon/lexikon/4-iii-rechnung-einlagen.html
Timestamp: 2018-04-24 21:11:45
Document Index: 26715038

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 9', '§ 7', '§ 7', '§ 4', '§ 6', '§ 4', '§ 6', '§ 4', '§ 7', '§ 7']

Lexikon Steuer: 4-III-Rechnung - Einlagen
> 4-III-Rechnung - Einlagen
Geldeinlagen haben bei der Einnahmenüberschussrechnung keinen Einfluss auf die Gewinnermittlung. Bei Sacheinlagen handelt es sich um einen anschaffungsähnlichen Vorgang. Die Bewertung der Sacheinlage erfolgt gem. § 6 Abs. 1 Nr. 5 u. 6 EStG . Der Einlagewert ist grundsätzlich der Teilwert .
Bei einer Einlage innerhalb von drei Jahren nach der Anschaffung/Herstellung des Wirtschaftsguts sind höchstens die (fortgeführten) Anschaffungs-/Herstellungskosten anzusetzen ( R 6.12 EStR ). Die AfA ist auch dann abzuziehen, wenn das Wirtschaftsgut vor der Einlage nicht der Einkunftserzielung gedient hat.
Sind bei der Einlage innerhalb von drei Jahren nach der Anschaffung oder Herstellung die Anschaffungs- oder Herstellungskosten während der Zugehörigkeit des Wirtschaftsguts zum Privatvermögen nach § 9 Abs. 1 Nr. 7 Satz 2 EStG in voller Höhe als Werbungskosten abgesetzt worden, beträgt der Einlagewert 0 EUR ( H 6.12 "Geringwertiges Wirtschaftsgut" EStH ).
Ein geschenktes Wirtschaftsgut ist auch dann mit dem Teilwert ins Betriebsvermögen des Beschenkten einzulegen, wenn der Schenker das eingelegte Wirtschaftsgut innerhalb der letzten drei Jahre vor der Einlage angeschafft, hergestellt oder entnommen hat ( H 6.12 "Teilwert" EStH ).
Bei der Einlage von Wirtschaftsgütern des abnutzbaren Anlagevermögens ist das Wirtschaftsgut wie bei der Anschaffung abzuschreiben. Die AfA-Bemessungsgrundlage ist der Einlagewert, wenn das Wirtschaftsgut vor der Einlage nicht der Einkunftserzielung gedient hat. Andererseits stellen die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten die Bemessungsgrundlage dar, wenn das Wirtschaftsgut vor der Einlage der Erzielung von Überschusseinkünften gedient hat ( R 7.3 Abs. 6 Satz 1-3 EStR ).
Bei beweglichen Wirtschaftsgütern kann nach der Einlage wahlweise die AfA nach § 7 Abs. 1 u. Abs. 2 EStG angewendet werden. Bei Gebäuden und Gebäudeteilen ist grundsätzlich die AfA nach § 7 Abs. 4 EStG anzuwenden ( R 7.4 Abs. 10 EStR ).
Bei Wirtschaftsgütern, die im Laufe eines (Wirtschafts-) Jahres in das Betriebsvermögen eingelegt werden, ist die AfA ab Einlage grundsätzlich zeitanteilig zu gewähren. Wenn bei dem beweglichen Wirtschaftsgut vor der Einlage keine AfA zulässig war, konnte bis einschließlich zum Jahr 2003 die Vereinfachungsregelung nach R 44 Abs. 2 Satz 3 EStR VZ 2003 analog angewendet werden ( R 44 Abs. 2 Satz 6 EStR VZ 2003 ).
Bei der Einlage von Wirtschaftsgütern des nicht abnutzbaren Anlagevermögens ist das eingelegte Wirtschaftsgut unter Angabe des Tages der Einlage mit dem Einlagewert in das besondere, laufend zu führende Verzeichnis aufzunehmen. Der Einlagewert ist bei Veräußerung und Entnahme des Wirtschaftguts als Betriebsausgabe anzusetzen ( § 4 Abs. 3 Satz 4 u. 5 EStG analog).
Die Einlage des Grund und Bodens erfolgt mit dem Teilwert in Höhe von 200.000 EUR nach § 6 Abs. 1 Nr. 5 EStG . Der Einlagewert ist aber erst als Betriebsausgabe zu erfassen, wenn der Grund und Boden veräußert oder aus dem Betriebsvermögen entnommen wird ( § 4 Abs. 3 Satz 4 EStG analog). Die Einlage des Gebäudes erfolgt mit dem Teilwert in Höhe von 280.000 EUR ( § 6 Abs. 1 Nr. 5 EStG ). Als Betriebsausgabe ist lediglich die AfA anzusetzen ( § 4 Abs. 3 Satz 3 EStG ). Die AfA-Bemessungsgrundlage bestimmt sich gemäß § 7 Abs. 1 Satz 4, Abs. 4 Satz 1 EStG aus den fortgeführten Gebäude-Herstellungskosten: Gebäude-HK 30.10.1997: 400.000 EUR; AfA nach § 7 Abs. 5 Nr. 2 EStG für 1997-2004: 8 Jahre à 5 % = 160.000 EUR; AfA-Bemessungsgrundlage ab Einlage damit 400.000 EUR - 160.000 EUR = 240.000 EUR.
Nachfolgend eine Übersicht zur steuerlichen Behandlung von Einlagen bei der Einnahmenüberschussrechnung :