Source: https://wohnungswirtschaft.online/liegenschaftskataster/
Timestamp: 2019-04-23 12:50:08
Document Index: 220240781

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 14', '§ 14', '§ 15', '§ 19', '§ 19', '§ 15', '§ 15', '§ 17']

Liegenschaftskataster - wohnungswirtschaft.online
Die Erfassung von Grund und Boden durch Vermessung und Eintragung in ein amtliches Register (= Liegenschaftskataster) schafft die Voraussetzung für eine sichere rechtliche Erfassung der Grundstücke. Ein Grundstück im vermessungstechnischen Sinn ist ein zusammenhängender Teil der Erdoberfläche, welcher amtlich vermessen ist und in der Flurkarte als eigenes Flurstück unter einer Flurstücksnummer verzeichnet ist. Diese Aufgabe ist Sache der Katasterbehörden. Näheres regeln die Kataster- und Vermessungsgesetze der Länder.
Liegenschaftskataster und Grundbuch sind eng verbunden. Das Grundbuch übernimmt im Bestandsverzeichnis die tatsächlichen Angaben des Katasters (§ 2 Abs. 2 GBO). Umgekehrt werden im Kataster die Eigentumsangaben des Grundbuchs nachrichtlich mitgeteilt.
Die Regelungen zum Berliner Liegenschaftskataster finden sich in den §§ 14 ff des Gesetzes über das Vermessungswesen in Berlin.
Nach § 14 Absatz 3 VermGBln ist das Liegenschaftskataster das amtliche Verzeichnis der Grundstücke, dass den Grundstücksangaben in den Grundbüchern zugrunde liegt. Grundstücksänderungen z.B. durch Teilungen müssen also erst im Liegenschaftskataster verzeichnet werden, bevor sie in die Grundbücher übernommen werden.
Die Bestandteile des Liegenschaftskatasters regelt § 15 VermGBln.
1. öffentlich-rechtliche Festsetzungen und Verfahren, wie Lärmschutzzonen, Umlegungen, Sanierungen,
2. amtliche Feststellungen, wie streitige Grenzen,
3. Nachweise oder Register anderer öffentlicher Stellen, wie Baulastenblatt-Nummern,
4. für Berlin in Abteilung II des Grundbuchs eingetragene Rechte und Vormerkungen,
5. Zuordnungen von Eigentümern, Erbbauberechtigten und Nutzungsberechtigten zu Eigentümerarten sowie
6. Regionalstrukturen, wie Amtsgerichte, Statistische Gebiete, Blöcke,
(4) Wird das Liegenschaftskataster in automatisierten Datenverarbeitungsverfahren geführt, so dürfen durch Fortführung und Erneuerung (§ 19) historisch gewordene Flurstücks- und Gebäudeangaben dauernd gespeichert werden.
(4) Wird das Liegenschaftskataster in automatisierten Datenverarbeitungsverfahren geführt, so sind die gespeicherten Eigentümerangaben zu löschen, sobald diese durch Fortführung (§ 19) historisch geworden sind.
Grundlage des Liegenschaftskatasters ist nach § 15 Absatz 2 VermGBln das Flurstück als geometrisch eindeutig begrenzter Teil der Erdoberfläche. Die Flurstücke finden sich im Bestandsverzeichnis des Grundbuchs wieder. Wie sich aus den §§ 15 Absatz 3 und 16 VermGBln ergibt, hält das Liegenschaftskataster nicht nur tatsächliche, sondern auch rechtliche Verhältnisse der Liegenschaften fest. Anders als das Grundbuch haben die rechtlichen Angaben im Liegenschaftskataster jedoch keinen öffentlichen Glauben.
Katasterangaben erhält man unter den Voraussetzungen des § 17 VermGBln. Danach dürfen Flurstücks- und Gebäudeangaben jedermann und Eigentümerangaben nur dann zur Verfügung gestellt werden, wenn ein berechtigtes Interesse glaubhaft gemacht werden kann.
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