Source: https://www.finanztip.de/gkv/krankengeld/
Timestamp: 2018-05-25 04:51:45
Document Index: 29390408

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 3', '§ 49', '§ 46', '§ 47', '§ 47', '§ 32', '§ 145']

Krankengeld: Höhe und Berechnung | Ab wann & wie lange bekommt man es? (Krankengeldrechner, Krankengeldberechnung, Wie hoch ist das Krankengeld nach 6 Wochen?) - Finanztip
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Die gesetzliche Krankenkasse (GKV) zahlt ihren Mitgliedern in der Regel Krankengeld, wenn sie länger als sechs Wochen wegen derselben Erkrankung krankgeschrieben sind und der Arbeitgeber keinen Lohn mehr zahlt.
Ein neu eingestellter Arbeitnehmer hat in den ersten vier Wochen der Beschäftigung noch keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Stattdessen gibt es in der Regel Krankengeld von der Krankenkasse.
Das Krankengeld, das die GKV zahlt, ist deutlich geringer als das letzte Gehalt: 70 Prozent des Bruttoverdienstes, aber nicht mehr als 90 Prozent vom Netto-Gehalt.
Bis zu 78 Wochen lang erhalten gesetzlich Versicherte Krankengeld wegen desselben Leidens. Nach drei Jahren beginnt die 78-Wochen-Frist neu.
Schicken Sie den einen Durchschlag Ihrer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) sofort an Ihre Krankenkasse. Den anderen Durchschlag schicken Sie Ihrem Arbeitgeber.
Berechnen Sie mit einem Online-Rechner, wieviel Krankengeld Sie voraussichtlich bekommen.
Sollte Ihre Krankenkasse nicht zahlen wollen, wenden Sie sich an Experten wie die Unabhängige Patientenberatung Deutschland, die Sie kostenlos beraten und unterstützen.
Drei Monate bevor das Krankengeld ausläuft, kontaktieren Sie unbedingt die Rentenversicherung, die Agentur für Arbeit und eventuell Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung, um Ihre zukünftige finanzielle Situation zu klären.
Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Krankengeld immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!
Komplizierter Beinbruch, Autounfall oder eine schwere Infektion: Solche Erkrankungen sind häufig mit einem Aufenthalt im Krankenhaus und längeren Ausfallzeiten am Arbeitsplatz verbunden. Die gute Nachricht ist: Sie müssen sich als Arbeitnehmer um Ihre Finanzen erst einmal keine Sorgen machen. Sie können in Ruhe gesund werden. In den ersten sechs Wochen zahlt Ihnen Ihr Arbeitgeber Ihr Gehalt weiter. Danach springt die Krankenkasse mit dem Krankengeld ein.
Im Jahr 2016 haben die Krankenkassen laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes mehr als zwei Millionen gesetzlich Versicherten Krankengeld gezahlt.
Krankengeld können Sie bekommen, wenn Sie Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind und einen Anspruch auf Krankengeld haben. Das trifft vor allem auf pflichtversicherte Arbeitnehmer (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 SGB V) in folgenden Fällen zu:
Sie werden stationär in einem Krankenhaus oder einer Reha-Einrichtung behandelt, ohne dass Sie von Ihrem Arbeitgeber weiterhin Ihr Gehalt beziehen.
Sie sind länger als sechs Wochen wegen derselben Erkrankung arbeitsunfähig und Ihr Arbeitgeber zahlt nicht mehr (§ 3 EntgeltFG).
Sie haben gerade eine neue Stelle angefangen und werden in den ersten vier Wochen krank. Ihr Arbeitgeber muss dann Ihr Gehalt nicht zahlen. Stattdessen kann Ihnen die Krankenkasse Krankengeld zahlen.
Sie bekommen Arbeitslosengeld I (ALG I) und sind länger als sechs Wochen krank. Während der ersten sechs Wochen zahlt die Agentur für Arbeit das Arbeitslosengeld weiter. Danach übernimmt die Krankenkasse mit dem Krankengeld.
Wichtig ist, dass Sie die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung innerhalb von einer Woche nach dem Besuch beim Arzt an die Krankenkasse schicken. Ansonsten zahlt die Krankenkasse nicht, Ihr Anspruch auf Krankengeld ruht (§ 49 Abs. 1 Nr. 5 SGB V).
Familienversicherte haben keinen Anspruch
Ehegatten und Kinder, die in der gesetzlichen Familienversicherung mitversichert sind, haben keinen Anspruch auf Krankengeld. Auch pflichtversicherte Praktikanten, Studenten und Empfänger von Arbeitslosengeld II (ALG II) kommen nicht in den Genuss. Wenn Sie ALG II beziehen, erhalten Sie weiterhin die Grundsicherung. Ihr Anspruch kann während eines bestimmten Zeitraums ruhen und später wieder aufleben, beispielsweise wenn Sie sich in Elternzeit befinden und Elterngeld beziehen.
Selbstständige in der GKV müssen sich selbst kümmern
Sind Sie als Selbstständiger freiwillig in der GKV versichert, müssen Sie sich eigenständig darum kümmern, dass Sie im Krankheitsfall abgesichert sind. Sie haben dabei vier Möglichkeiten – nicht immer gibt es Krankengeld:
Sie zahlen bei der GKV einen ermäßigten Beitrag von 14 Prozent und den kassenindividuellen Zusatzbeitrag von derzeit durchschnittlich 1 Prozent (Stand: 2018). Sie erhalten kein Krankengeld. Das ist der Regelfall.
Sie zahlen den normalen Beitragssatz von derzeit 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens und den Zusatzbeitrag. Sie erhalten Krankengeld wie ein Arbeitnehmer ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit. Sie müssen ausdrücklich gegenüber Ihrer Kasse erklären, dass Sie diesen Basisschutz wünschen.
Sie haben bei Ihrer Kasse einen Wahltarif mit Krankengeldanspruch abgeschlossen und ergänzen dadurch den Basisschutz. Ab wann und in welcher Höhe Sie Geld bekommen, hängt davon ab, was Sie mit Ihrer Krankenkasse konkret vereinbart haben.
Sie schließen eine private Krankentagegeldversicherung ab. Wann sich eher das gesetzliche Krankengeld oder das private Krankentagegeld rechnet, erfahren Sie in unserem Ratgeber Krankentagegeld.
Was ist bei der Krankschreibung zu beachten?
Der Anspruch auf Krankengeld beginnt mit dem Tag, an dem Ihr Arzt die Arbeitsunfähigkeit festgestellt hat (§ 46 Satz 1 Nr. 2 SGB V). Um Ihren Anspruch auf Krankengeld zu erhalten, muss Ihr Arzt Sie ohne Unterbrechung erneut krankschreiben, und zwar spätestens am nächsten Werktag nach dem zuletzt bescheinigten Ende der Arbeitsunfähigkeit. Samstage gelten in dem Zusammenhang nicht als Werktage.
Endet Ihre Krankschreibung zum Beispiel an einem Dienstag, müssen Sie spätestens am darauffolgenden Mittwoch erneut zum Arzt gehen. Sonst entsteht eine Anspruchslücke, und die Krankenkasse kann die Zahlung einstellen.
Die Krankschreibungen müssen sich aber nicht mehr wie früher überlappen. Diese Verbesserung für die Patienten durch das Versorgungsstärkungsgesetz gilt seit 1. Januar 2016. Dadurch sollen künftig weniger Menschen ihren Anspruch auf Krankengeld wegen formaler Fehler verlieren. Achtung: Ihr Arzt kann Sie nicht rückwirkend krankschreiben.
Wenn offen ist, wie lange Sie arbeitsunfähig sind
Auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung befindet sich ein Feld, in das der Arzt eintragen muss, wie lange Sie voraussichtlich arbeitsunfähig sein werden. Der Arzt schreibt Sie in der Regel für nicht mehr als zwei Wochen krank. Ist das Ende der Krankheit noch nicht absehbar, lassen manche Mediziner dieses Feld frei, andere schreiben „bis auf Weiteres“ hinein.
Das Bundessozialgericht hat dazu entschieden, dass bei einer Krankschreibung „bis auf Weiteres“ die Krankenkasse die Zahlung von Krankengeld nicht einfach einstellen darf. Denn es gibt keine Regel, wonach krankenversicherte Personen in regelmäßigen Abständen erneuerte Bescheinigungen vorlegen müssen. Im konkreten Fall war es daher unzulässig, dass die Kasse die Auszahlung gestoppt hatte (BSG, Urteil vom 10. Mai 2012, Az. B 1 KR 20/11 R, LSG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 16. April 2015, Az. L5 KR 254/14).
Was müssen Sie tun, um Krankengeld zu bekommen?
Sie müssen keinen gesonderten Antrag stellen, um Krankengeld zu erhalten. Ihre Krankenkasse nimmt mit Ihnen Kontakt auf, um die weitere Vorgehensweise abzustimmen. So ist der übliche Ablauf:
Verdienstbescheinigung - Ihre Krankenkasse schickt zum Ende der sechs Wochen Lohnfortzahlung einen Vordruck für Ihre Verdienstbescheinigung an Ihren Arbeitgeber. Der ist verpflichtet, das ausgefüllte Formular wieder an Ihre Kasse zurückzuschicken. Er muss dabei alle notwendigen Angaben machen, damit die Kasse das Krankengeld berechnen kann.
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung - Für Krankschreibungen gibt es seit 2016 nur noch ein Formular. Der bisherige Auszahlschein für das Krankengeld ist nicht mehr nötig, er ist in der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung enthalten. Auf dem neuen Muster bescheinigt der Arzt Ihre Arbeitsunfähigkeit während der Entgeltfortzahlung und während der Krankengeldzahlung durch die Krankenkasse.
Patienten bekommen einen Durchschlag der Krankschreibung für ihre Unterlagen. Dieser enthält den Hinweis, dass für den Bezug von Krankengeld ein lückenloser Nachweis der Arbeitsunfähigkeit erforderlich ist. Zudem gibt es eine Ausfertigung für den Arbeitgeber und eine für die Krankenkasse.
Versand per Einschreiben mit Rückschein - Um zu verhindern, dass Ihre Krankenkasse behauptet, Ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung sei nie angekommen, empfehlen wir Ihnen, das Dokument als Einschreiben mit Rückschein zu verschicken. Das ist zwar etwas teurer als ein normaler Brief, Sie haben aber auf jeden Fall einen Beleg dafür, dass Ihre Kasse die Bescheinigung auch erhalten hat. Manche Krankenkassen ermöglichen es Ihnen, die eingescannte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf einem Service-Portal hochzuladen.
Prüfung und Auszahlung - Sie bekommen das Krankengeld, sobald Sie die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung eingereicht haben und die Kasse sie geprüft hat. Das Krankengeld wird immer rückwirkend bis zum ersten Tag der bescheinigten Arbeitsunfähigkeit gezahlt.
Information an Ihren Arbeitgeber - Vergessen Sie nicht, Ihren Arbeitgeber zu informieren. Auch wenn er keinen Lohn mehr zahlt, muss er wissen, ob und wann Sie wieder arbeiten können. Sollten Sie arbeitslos sein und ALG I beziehen, informieren Sie die Agentur für Arbeit.
Die Höhe des Krankengelds ist gesetzlich vorgeschrieben: Es beträgt 70 Prozent des Bruttoverdienstes, aber nicht mehr als 90 Prozent des Nettoverdienstes (§ 47 SGB V). Der geringere dieser beiden Werte wird um die Arbeitnehmeranteile zur gesetzlichen Sozialversicherung gekürzt. Dabei werden die entsprechenden Beiträge direkt von den Zahlungen abgezogen. Den Restbetrag bekommen Sie dann als Krankengeld ausgezahlt.
Tipp: Einige Krankenkassen bieten im Internet Krankengeldrechner an, mit deren Hilfe Sie die Höhe Ihres Krankengelds berechnen können, zum Beispiel die TK.
Beispiel 1: Herr A verdient laut seiner letzten Gehaltsabrechnung 3.000 Euro brutto. Er ist unverheiratet, 34 Jahre alt und hat keine Kinder. Sein monatlicher Nettoverdienst beläuft sich auf 1.883 Euro. Dabei ist ein Zusatzbeitrag von 1 Prozent bereits berücksichtigt.
Berechnungsgrundlage Betrag
monatliches Bruttogehalt 3.000 €
monatliches Nettogehalt (Lohnsteuerklasse 1, keine Kinder) 1.883 €
70 % des Bruttogehalts 2.100 €
90 % des Nettogehalts 1.695 €
monatliches Krankengeld brutto 1.695 €
abzüglich Anteil Rentenversicherung (9,3 %) 158 €
abzüglich Anteil Arbeitslosenversicherung (1,5 %) 28 €
abzüglich Anteil Pflegeversicherung (1,275 %) 22 €
Zuschlag für Kinderlose (0,25 % von 80 % des Bruttoarbeitsentgelts) 8 €
monatliches Krankengeld netto 1.479 €
tägliches Krankengeld brutto 56 €
tägliches Krankengeld netto 49 €
Differenz zum Nettoeinkommen 404 €
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 8. März 2018)
Zum Brutto- oder Nettoverdienst wird einmalig gezahltes Arbeitsentgelt hinzugerechnet (§ 47 Abs. 2 Satz 6 SGB V). Das heißt: Weihnachts- und Urlaubsgeld werden zu Ihren Gunsten berücksichtigt. Grundsätzlich gilt jedoch ein Höchstbetrag, der sich aus der Beitragsbemessungsgrenze ergibt. Er liegt im Jahr 2018 bei 103,25 Euro pro Tag.
Beispiel 2: Krankengeld übersteigt Höchstbetrag - Frau B erhält monatlich laut der letzten Gehaltsabrechnung 5.000 Euro brutto und 3.500 Euro netto. Nach dem Auslaufen der Lohnfortzahlung macht sie ihren Anspruch auf Krankengeld geltend.
Beispiel für eine Krankengeldberechnung mit Höchstbetrag
Beitragsbemessungsgrenze 2018 4.425 €
monatlicher Bruttoverdienst 5.000 €
monatlicher Nettoverdienst 3.500 €
70 % vom Bruttoverdienst 3.500 €
90 % vom Nettoverdienst 3.150 €
70 % der Beitragsbemessungsgrenze 3.098 €
monatliches Krankengeld brutto 3.098 €
tägliches Krankengeld brutto 103 €
monatliches Krankengeld netto 2.714 €
tägliches Krankengeld netto 90 €
Differenz zum Nettoeinkommen 786 €
Die Höhe des Krankengelds beschränkt der Gesetzgeber in diesem Beispiel auf den Höchstbetrag. Davon sind noch die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung abzuziehen. Während jemand Krankengeld bezieht, entfallen die Beiträge zur Krankenversicherung. Das ausgezahlte höchstmögliche Krankengeld beläuft sich somit auf 2.714 Euro netto. Frau B erhält also rund 790 Euro weniger als ihr letztes Nettogehalt. Die Lücke zwischen Nettogehalt und Krankengeld könnte sie durch eine private Krankentagegeldversicherung schließen.
Tipp: Einige Arbeitgeber zahlen einen Zuschuss zum Krankengeld. Dieser gleicht die Differenz zum Nettoarbeitsentgelt aus. Fragen Sie bei Ihrem Arbeitgeber nach, ob er eine solche Regelung anbietet.
Mehr dazu im Ratgeber Krankentagegeld-Versicherung
Sinnvoll für Gutverdiener und Selbstständige
Gleicht bei langer Krankheit das fehlende Einkommen aus.
Wer kein gesetzliches Krankengeld bekommt, braucht zwingend ein Tagegeld.
Von uns empfohlener Tarif:
Barmenia Tarif T+
Das Krankengeld ruht auch während der Elternzeit. Während der Anspruch auf Krankengeld ruht, zahlt die Krankenkasse kein Krankengeld. Die Leistungsdauer verkürzt sich entsprechend. In der Regel gibt es deshalb nach den sechs Wochen Entgeltfortzahlung noch bis zu 72 Wochen Krankengeld.
Hat ein neuer Drei-Jahres-Zeitraum begonnen und bei Ihnen tritt dasselbe Leiden wieder auf, wegen dem Sie bereits einmal 78 Wochen arbeitsunfähig waren, beginnt der Anspruch auf Krankengeld von vorne. Dazu müssen Sie aber weiterhin in der gesetzlichen Krankenkasse und entweder sozialversicherungspflichtig beschäftigt oder arbeitssuchend sein. Und in der Zwischenzeit darf Sie für mindestens sechs Monate kein Arzt wegen dieser einen speziellen Erkrankung krankgeschrieben haben.
Auf das Krankengeld müssen Sie keine Steuern zahlen. Es unterliegt jedoch dem Progressionsvorbehalt (§ 32b EStG). Dadurch wird das Krankengeld zum versteuernden Einkommen hinzugerechnet. Der somit ermittelte höhere Steuersatz wird auf das zu versteuernde Einkommen angewandt. So vermeidet der Fiskus, dass Versicherte, die Krankengeld bezogen haben, einen geringeren Steuersatz haben als Versicherte, die kein Krankengeld bekommen haben.
Haben Sie eine Frage zum Krankengeld? Stellen Sie sie in der Finanztip Community!
Wer hilft bei Ärger mit der Krankenkasse?
Obwohl es Ihr gutes Recht ist, Krankengeld zu beziehen, kann es in sehr seltenen Fällen vorkommen, dass sich Ihre Kasse querstellt. Zum Beispiel, weil sie der Auffassung ist, dass Sie längst wieder gesund sind und arbeiten können. Dennoch darf die Krankenkasse die Lohnersatz-Zahlungen nicht einfach so streichen. Sie muss eigene Ermittlungen anstellen, um ihre Behauptungen zu beweisen.
Sie befragt dazu in der Regel die behandelnden Ärzte und ordnet eine medizinische Untersuchung an. Die Kasse darf sich dabei nicht allein auf eine Stellungnahme des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen berufen (Hessisches Landessozialgericht, Urteil vom 18. Oktober 2007, Az. L 8 KR 228/06).
Sollten Sie Schwierigkeiten mit Ihrer Krankenkasse haben, weil sie den Krankengeldanspruch ablehnt oder Sie zu Reha-Maßnahmen auf Kosten der Rentenversicherung drängt, lassen Sie sich unbedingt beraten und unterstützen. Sie können sich dazu zum Beispiel kostenlos an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden.
Der Anspruch auf Krankengeld endet – Was kommt danach?
Sind Sie auch nach der 78. Woche der Krankengeldzahlung – dem Ende des Krankengelds – nicht arbeitsfähig, deutet vieles auf eine Erwerbsunfähigkeit hin. Sie haben eventuell Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente.
Ihre Krankenkasse fordert Sie dazu spätestens drei Monate vor dem Auslaufen des Krankengelds auf, einen Antrag auf eine medizinische Reha zu stellen. Daraufhin wird geprüft, ob eine erneute Reha-Maßnahme Ihre Arbeitsfähigkeit innerhalb von drei bis sechs Monaten wieder herstellen kann. Ist dies nicht zu erwarten, wird der Antrag auf Reha in einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente umgewandelt.
Melden Sie sich spätestens drei Monate vor Ablauf des Krankengelds bei der Agentur für Arbeit, denn Sie haben Anspruch auf ALG I (§ 145 SBG III), während die Deutsche Rentenversicherung Ihren Antrag prüft.
Achtung: Wenn Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung haben, sollten Sie frühzeitig einen Leistungsantrag bei Ihrer Versicherung stellen, schon während Sie noch Krankengeld bekommen. Denn die Entscheidung über Ihren Antrag dauert meist mehrere Monate. Sie können parallel Krankengeld und eine Berufsunfähigkeitsrente erhalten. Diese schließen sich nicht gegenseitig aus.
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