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Timestamp: 2016-10-26 21:22:44
Document Index: 321296284

Matched Legal Cases: ['Art. 90', 'Art. 75', 'Art. 72', 'Art. 74', 'Art. 51', 'Art. 100', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 105', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 272', 'Art. 277', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 277', 'Art. 4', 'BGE', 'Art. 106', 'Art. 107', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68']

5A_179/2015 (29.05.2015)
5A_179/2015 � � Urteil vom 29. Mai 2015
vertreten durch Advokatin Dr. Cristina von Holzen,
Vollj�hrigenunterhalt,
Beschwerde gegen den Entscheid des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 19. November 2014.
Mit Urteil des Zivilgerichts Basel-Stadt vom 13. Januar 2003 wurde die Ehe von A.________ (geb. 1950) und C.________ (geb. 1958) geschieden. Das Gericht genehmigte eine Vereinbarung der Ehegatten, die unter anderem die Aufl�sung der bisher gemeinsam betriebenen Arztpraxis regelte, und �bertrug die elterliche Sorge �ber die gemeinsame Tochter B.________ (geb. 1992) der Mutter. Der Vater wurde verpflichtet, der Mutter einen monatlichen und indexierten Kindesunterhaltsbeitrag von Fr. 875.-- (zzgl. allf�lliger Kinderzulagen) bis zum zur�ckgelegten 12. Altersjahr und danach von Fr. 1'000.-- (zzgl. allf�lliger Kinderzulagen) bis zum Erreichen der Vollj�hrigkeit zu bezahlen.
B.a.�Mit Eingabe vom 24. November 2010 beantragte B.________ dem Zivilgericht Basel-Stadt, ihren Vater zur Bezahlung von angemessenen monatlichen Unterhaltsbeitr�gen r�ckwirkend ab August 2010 sowie zur Zahlung eines (einmaligen) Betrages von Fr. 4'698.50, zuz�glich Zins zu 5 Prozent seit dem 26. Juli 2007, zu verpflichten. Mit Klagebegr�ndung vom 15. November 2012 pr�zisierte sie ihr urspr�ngliches Klagebegehren und verlangte von ihrem Vater einen monatlichen Unterhaltsbetrag von mindestens Fr. 2'000.-- r�ckwirkend erstmals per August 2010. A.________ beantragte die kostenf�llige Abweisung der Klage. Mit Urteil vom 27. September 2012 verurteilte das Zivilgericht A.________ zur einmaligen Zahlung von Fr. 4'698.50 (zzgl. Zins zu 1,25 Prozent).
B.b.�Gegen dieses Urteil wandte sich B.________ an das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt. Dieses verpflichtete mit Entscheid vom 19. November 2014 A.________, seiner Tochter r�ckwirkend f�r die Monate August 2010 bis und mit Dezember 2011 einen Unterhaltsbetrag von monatlich Fr. 1'000.-- (total Fr. 17'000.--) zu bezahlen. Ferner wurde A.________ verpflichtet, seiner Tochter (r�ckwirkend) ab September 2014 und f�r die Dauer von maximal sechs Jahren einen Ausbildungsunterhaltsbetrag von monatlich Fr. 500.-- zu bezahlen. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von Fr. 2'700.-- und des Berufungsverfahrens von Fr. 4'000.-- wurden A.________ und B.________ je zur H�lfte auferlegt. Die den Parteien entstandenen ausserordentlichen Kosten beider Instanzen wurden wettgeschlagen.
C.a.�Mit Eingabe vom 5. M�rz 2015 wendet sich A.________ (Beschwerdef�hrer) an das Bundesgericht. Er verlangt die Aufhebung des Entscheids des Appellationsgerichts Basel-Stadt vom 19. November 2014, soweit damit die Berufung von B.________ (Beschwerdegegnerin) teilweise gutgeheissen worden ist. Deren Klage gem�ss Eingabe vom 24. November 2010 bzw. mit pr�zisierten Rechtsbegehren gem�ss Klagebegr�ndung vom 15. November 2011 seien vollumf�nglich abzuweisen (Ziff. 1). Zudem seien s�mtliche ordentlichen und ausserordentlichen Kosten des Verfahrens in allen drei Instanzen (Bundesgericht, Appellationsgericht Basel-Stadt und Zivilgericht Basel-Stadt) der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der Beschwerde sei aufschiebende Wirkung zu erteilen.
C.b.�Der Pr�sident der II. zivilrechtlichen Abteilung hat der Beschwerde mit Verf�gung vom 17. M�rz 2015 f�r die bis und mit Februar 2015 geschuldeten Unterhaltsbeitr�ge aufschiebende Wirkung zuerkannt, das Gesuch im �brigen jedoch abgewiesen.
Das Bundesgericht hat das Appellationsgericht Basel-Stadt und die Beschwerdegegnerin zur Vernehmlassung eingeladen. In ihrer ausf�hrlichen Eingabe vom 5. Mai 2015 beantragt die Beschwerdegegnerin, die Beschwerde vollumf�nglich abzuweisen. Gleiches beantragt das Appellationsgericht Basel-Stadt mit Schreiben vom 30. April 2015. Die Stellungnahmen wurden dem Beschwerdef�hrer zur Wahrung des rechtlichen Geh�rs zugestellt, worauf sich dieser noch einmal �usserte.
Angefochten ist der Endentscheid des Appellationsgerichts, das als oberes Gericht kantonal letztinstanzlich auf Rechtsmittel hin �ber eine Klage auf Vollj�hrigenunterhalt entschieden hat (Art. 90 und Art. 75 BGG). Es handelt sich damit um eine Zivilsache in einer verm�gensrechtlichen Angelegenheit, wobei die erforderliche Streitwertgrenze erreicht ist (Art. 72 Abs. 1, Art. 74 Abs. 1 Bst. b und Art. 51 Abs. 4 BGG). Die im �brigen fristgerecht (Art. 100 Abs. 1 BGG) eingereichte Beschwerde in Zivilsachen ist grunds�tzlich zul�ssig. Auf formelle Einzelfragen ist im Sachzusammenhang einzugehen.
2.1.�Die Beschwerde ist zu begr�nden (Art. 42 Abs. 2 BGG). Es ist in gedr�ngter Form durch Auseinandersetzung mit den Erw�gungen des angefochtenen Entscheids darzulegen, welche Vorschriften und warum sie von der Vorinstanz verletzt worden sein sollen. Allgemein gehaltene Einw�nde, die ohne aufgezeigten oder erkennbaren Zusammenhang mit bestimmten Entscheidungsgr�nden vorgebracht werden, gen�gen nicht, da das Bundesgericht nicht gehalten ist, wie ein erstinstanzliches Gericht alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen (BGE 137 III 580 E. 1.3 S. 584; 135 II 384 E. 2.2.1 S. 389). Die Verletzung von Grundrechten pr�ft das Bundesgericht nur insofern, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und geh�rig begr�ndet wird (Art. 106 Abs. 2 BGG). Der Beschwerdef�hrer muss pr�zise angeben, welches verfassungsm�ssige Recht verletzt wurde und substantiiert anhand der Erw�gungen des angefochtenen Entscheids darlegen, worin die Verletzung besteht. Das Bundesgericht pr�ft nur ausdr�cklich vorgebrachte, klar und detailliert erhobene sowie, soweit m�glich, belegte R�gen (BGE 137 II 305 E. 3.3 S. 310 f.; 134 II 244 E. 2.2 S. 246).
2.2.�Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung kann nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig und damit willk�rlich ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 137 III 226 E. 4.2 S. 234 mit Hinweisen). Das Vorliegen dieser Voraussetzungen hat der Beschwerdef�hrer genau darzulegen. Auf rein appellatorische Kritik an der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung oder Beweisw�rdigung tritt das Bundesgericht nicht ein (BGE 137 II 353 E. 5.1 S. 356). Die Sachverhaltsfeststellung beziehungsweise Beweisw�rdigung erweist sich als willk�rlich, wenn das Gericht Sinn und Tragweite eines Beweismittels offensichtlich verkannt hat, wenn es ohne sachlichen Grund ein wichtiges und entscheidwesentliches Beweismittel unber�cksichtigt gelassen oder wenn es auf der Grundlage der festgestellten Tatsachen unhaltbare Schlussfolgerungen gezogen hat (BGE 137 III 226 E. 4.2 S. 234).
3.1.�Eltern und Kinder sind einander allen Beistand, alle R�cksicht und Achtung schuldig, die das Wohl der Gemeinschaft erfordert (Art. 272 ZGB). Eine Verletzung dieser Pflicht, namentlich, wenn das Kind die pers�nlichen Beziehungen bewusst abbricht oder sich dem Kontakt entzieht, kann die Zahlung von M�ndigenunterhalt im Sinne von Art. 277 Abs. 2 ZGB unzumutbar machen, selbst wenn die Eltern dazu wirtschaftlich in der Lage w�ren. Vorausgesetzt ist allerdings, dass das m�ndige Kind schuldhaft seinen Pflichten der Familie gegen�ber nicht nachkommt, dass es mithin ohne Grund aus eigenem Willen die pers�nlichen Beziehungen zu den Eltern abbricht oder sich grundlos dem pers�nlichen Verkehr mit ihnen entzieht. Das Kind muss die Verantwortung daf�r tragen, dass das Eltern-Kind-Verh�ltnis erheblich gest�rt oder gar zerst�rt ist, und diese Verantwortung muss ihm subjektiv zum Vorwurf gereichen (BGE 120 II 177 E. 3c S. 179 f.; 113 II 374 E. 2 S. 376 f.; Urteile 5A_563/2008 vom 4. Dezember 2008 E. 5.1, in: FamPra.ch 2009 S. 520; 5C.231/2005 vom 27. Januar 2006 E. 2, auszugsweise in: FamPra.ch 2006 S. 488). Hat das Kind mit seinem Verhalten zwar dazu beigetragen, dass zwischen ihm und dem unterhaltspflichtigen Elternteil nie eine Beziehung aufgebaut werden konnte, ist es aber nicht alleine daf�r verantwortlich, so ist die Leistung von Vollj�hrigenunterhalt zumutbar (Urteil 5A_503/2012 vom 4. Dezember 2012 E. 3.3.2 und 4.2, in: FamPra.ch 2013 S. 525).
3.2.�Das Bundesgericht hat den fr�heren Ausnahmecharakter des Vollj�hrigenunterhalts (BGE 118 II 97 E. 4a S. 98) mit der Herabsetzung des M�ndigkeitsalters relativiert (BGE 130 V 237 E. 3.2 S. 238; 129 III 377 E. 3 S. 376 ff.) : Je j�nger ein Kind ist, desto mehr ist es auf Vollj�hrigenunterhalt angewiesen, aber auch umso weniger dazu f�hig, von traumatisierenden Erfahrungen in der Kind-Eltern-Beziehung Abstand zu gewinnen. Entsprechend h�here Anforderungen sind daher an die Einrede der Unzumutbarkeit eines sich darauf berufenden Elternteils zu stellen. Je �lter hingegen ein Kind ist, desto weniger ist es im Allgemeinen auf Vollj�hrigenunterhalt angewiesen, aber auch umso eher sollte es in der Lage sein, zu fr�heren Vorkommnissen Abstand zu gewinnen. Dies wiederum rechtfertigt es, entsprechend weniger hohe Anforderungen an die Einrede der Unzumutbarkeit des in Anspruch genommenen Elternteils zu stellen (BGE 129 III 375 E. 3.4 S. 378).
3.3.�W�hrend die Beurteilung der Zumutbarkeit gem�ss Art. 277 Abs. 2 ZGB eine Rechtsfrage darstellt, handelt es sich bei den zugrunde liegenden konkreten Umst�nden, die das Gericht zum Nachweis der Zumutbarkeit anf�hrt und als Ursachen - auch im Bereich der inneren, psychischen Vorg�nge - f�r das Fehlen der pers�nlichen Beziehung zwischen dem unterhaltspflichtigen Elterteil und dem Kind feststellt, um Tatfragen (Urteil 5A_503/2012 E. 3.3.3 mit Hinweisen; in: FamPra.ch 2013 S. 525).
3.4.�Bei der Beurteilung der Frage, ob es den Eltern nach den gesamten Umst�nden zugemutet werden kann, f�r den Unterhalt des m�ndigen Kindes aufzukommen, steht dem Sachgericht ein weites Ermessen zu (Art. 4 ZGB; Urteil 5A_503/2012 E. 3.3.4 mit Hinweisen; in: FamPra.ch 2013 S. 525). Das Bundesgericht �bt bei der �berpr�fung solcher Entscheide Zur�ckhaltung und schreitet nur ein, wenn die Vorinstanz grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grunds�tzen abgewichen ist, wenn sie Tatsachen ber�cksichtigt hat, die f�r den Entscheid im Einzelfall keine Rolle h�tten spielen d�rfen, oder wenn sie umgekehrt Umst�nde ausser Betracht gelassen hat, die zwingend h�tten beachtet werden m�ssen. Ausserdem greift das Bundesgericht in Ermessensentscheide ein, falls sich diese als offensichtlich unbillig, als in stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 136 III 278 E. 2.2.1 S. 279; 132 III 97 E. 1 S. 99).
4.1.�Der Beschwerdef�hrer wirft der Beschwerdegegnerin vor, ihren konkreten Bedarf nicht ausgewiesen, geschweige denn diesen in der Klage oder in sp�teren Eingaben substantiiert zu haben. In der Folge sei auch im angefochtenen Urteil ein Bedarf nicht genannt worden.
4.2.�Es ist offensichtlich, dass die Beschwerdegegnerin, die ein Medizinstudium aufgenommen hat, mehr als Fr. 1'000.-- f�r ihren Lebensunterhalt braucht (vgl. auch E. 6.2 hiernach). Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz diesen Betrag f�r ausgewiesen erachtet und dar�ber keine weiteren Beweise abgenommen hat. Eine Verletzung der Behauptungs- und Substantiierungslast seitens der Beschwerdegegnerin ist nicht zu erkennen.
5.1.�Umstritten ist die Leistungsf�higkeit des Beschwerdef�hrers. Die Vorinstanz hat daf�r auf die beigebrachten Steuerunterlagen abgestellt. Anders als die erste Instanz hat sie f�r die Bestimmung des Einkommens keine Abz�ge f�r geleistete Unterhaltszahlungen, f�r Versicherungen und f�r die Altersvorsorge zugelassen. Letzteres geschah, weil sich die Vorsorgesituation des Beschwerdef�hrers im Anschluss an eine Erbschaft von EUR 140'000.-- verbessert habe. Die Vorinstanz ist dabei von folgenden Einkommensverh�ltnissen ausgegangen: ca. Fr. 83'000.-- [2007]; ca. Fr. 91'000.-- [2008]; ca. Fr. 71'000.-- [2009]; ca. Fr. 81'000.-- [2010], ca. Fr. 129'000.-- [2011] und Fr. 97'000.-- [2012]. Bei der Berechnung des durchschnittlichen Jahreseinkommens sei das Jahr 2011 allerdings nicht miteinzubeziehen, da der Beschwerdef�hrer plausibel dargelegt habe, dass es sich bei diesem (vergleichsweise h�heren) Jahresgehalt um eine eigentliche und nicht wiederkehrende Ausnahmesituation aufgrund von sozialversicherungsspezifischen Voraussetzungen handelte. Damit sei festzustellen, dass der Beschwerdef�hrer in den vergangenen Jahren durchschnittlich ein Jahreseinkommen von ca. Fr. 84'600.-- und folglich ein Monatsgehalt von ca. Fr. 7'000.-- zu erzielen vermochte.
5.2.�Der Beschwerdef�hrer kritisiert die Vorinstanz, weil sie bei der Berechnung des Durchschnittseinkommens die Aufwendungen von durchschnittlich Fr. 7'368.20 in den Jahren 2007, 2008, 2009, 2010 und 2012 f�r die Altersvorsorge nicht ber�cksichtigt habe. F�lschlicherweise habe sie ihm auch die Schuldzinsen von durchschnittlich Fr. 800.--/Jahr und die Amortisation von j�hrlich ca. Fr. 50'000.-- f�r eheliche Schulden, die er bei der Scheidung �bernommen habe, nicht angerechnet. Ferner sei auch seine Steuerbelastung falsch ausgewiesen: Aktenwidrig sei die Vorinstanz von einer Steuerbelastung von Fr. 1'000.--/Monat ausgegangen, w�hrend diese tats�chlich im Durchschnitt Fr. 1'033.-- betragen habe. Zudem habe die Vorinstanz Steuernachzahlungen nicht ber�cksichtigt. Entsprechend sei sein Bedarf um monatlich Fr. 133.-- zu korrigieren. Schliesslich macht der Beschwerdef�hrer geltend, dass ihm entgegen der Praxis nur ein Zuschlag von 15 und nicht von 20 Prozent auf dem Notbedarf zugestanden worden sei.
5.3.�Wie erw�hnt hat der Unterhalt vollj�hriger Kinder bis zum Abschluss ihrer Erstausbildung mit der Herabsetzung des Vollj�hrigkeitsalters von 20 auf 18 Jahre seinen Ausnahmecharakter verloren (vorstehend E. 3.2). Vom Unterhaltspflichtigen wird daher erwartet, dass er seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommt und zu diesem Zweck seine Erwerbskapazit�ten voll aussch�pft (vgl. auch das Urteil 5A_636/2013 vom 21. Februar 2014 E. 3.4). Zu Recht hat die Vorinstanz dem Beschwerdef�hrer nicht die Amortisation der Steuerschuld und ehelicher Schulden samt aufgewendeter Schuldzinsen zugestanden. Die Unterhaltspflicht geht dem Abbau dieser Schulden vor. Ebenso wenig ist es zu beanstanden, dass die Vorinstanz dem Beschwerdef�hrer keinen Abzug f�r die Altersvorsorge gew�hrte: Der Unterhaltsanspruch auch des vollj�hrigen Kindes orientiert sich an der Lebensstellung des Unterhaltspflichtigen. Dies bringt es mit sich, dass bei der Festlegung des Unterhaltsbetrags auch das Verm�gen des Unterhaltspflichtigen zu ber�cksichtigen ist. Die Vorinstanz war deshalb nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet, der Erbschaft �ber EUR 140'000.-- Rechnung zu tragen. Im �brigen hat der Beschwerdef�hrer im kantonalen Verfahren nicht auf seine bevorstehende Pensionierung hingewiesen: Die Vorinstanz war nicht verpflichtet, diesen Umstand bei der Beurteilung der Leistungsf�higkeit des Beschwerdef�hrers von Amtes wegen zu ber�cksichtigen. Zu Recht verweist die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung den Beschwerdef�hrer in diesem Zusammenhang auf den Weg der Ab�ndungsklage. Schliesslich bewegte sich die Vorinstanz auch innerhalb des ihr zustehenden Ermessens (E. 3.4), wenn sie im konkreten Fall den Notbedarf des Beschwerdef�hrers nur um 15 und nicht wie von ihm verlangt um 20 Prozent erh�hte. Als einziger Vorwurf bleibt so jener der monatlich um Fr. 33.-- zu tief eingesetzter Steuern. Dieser Betrag erscheint nun aber nicht geeignet, den von der Vorinstanz festgesetzten Unterhalt insgesamt in Frage zu stellen.
6.1.�Zu Recht macht der Beschwerdef�hrer geltend, dass nicht nur er, sondern auch die Mutter der Beschwerdegegnerin f�r deren Unterhalt aufzukommen habe. Als vollj�hrige Person bedarf die Beschwerdegegnerin nicht mehr der Betreuung. Die Pflicht, die Tochter zu unterst�tzen, konzentriert sich damit darauf, finanziell an ihren Lebensunterhalt beizutragen. Dazu sind beide Elternteile im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Leistungsf�higkeit in gleicher Weise verpflichtet. Eine solidarische Haftung der Eltern besteht nicht (vgl. Caroline B. Meyer, M�ndigenunterhalt in der Praxis: Verschulden des Kindes, Solidarhaftung der Eltern?, in: Festschrift f�r Ingeborg Schwenzer, 2011, S. 1271 ff., S. 1275 ff., mit Hinweisen). Entsprechend kann die Beschwerdegegnerin von ihrem Vater auch nur jenen Teil an ihren Unterhalt verlangen, der auf ihn entf�llt. Will sie den vollen Unterhaltsanspruch geltend machen, muss die Beschwerdegegnerin deshalb auch ihre Mutter belangen. Im vorliegenden Fall steht fest, dass diese acht Jahre j�nger als der Vater ist und ebenfalls als �rztin arbeitet (s. Sachverhalt Bst. A). Nur in Kenntnis der konkreten Einkommens- und Verm�genssituation auch der Mutter l�sst sich letztlich entscheiden, ob und in welchem Umfang der Beschwerdef�hrer zur Bestreitung des Unterhalts seiner vollj�hrigen Tochter beitragen muss.
6.2.�Trotzdem erweist sich die Beschwerde auch in diesem Punkt als unbegr�ndet. So kritisiert der Beschwerdef�hrer zwar zu Recht, dass es die Vorinstanz vers�umt hat, die Einkommens- und Verm�gensverh�ltnisse der Mutter der Beschwerdegegnerin zu erheben. Er tut aber nicht dar, dass diese Einkommens- und Verm�gensverh�ltnisse im konkreten Fall geeignet gewesen w�ren, seinen eigenen Unterhaltsanspruch auf weniger als Fr. 1'000.-- zu reduzieren. Geht man n�mlich mit der Vorinstanz davon aus, dass ein Medizinstudium teuer ist und der Beschwerdegegnerin nur wenig Raum f�r eine eigene Erwerbst�tigkeit l�sst, wird diese auch in Zukunft auf die Unterst�tzung durch ihre Mutter angewiesen sein. Dass die Vorinstanz in diesem Zusammenhang den Sachverhalt willk�rlich festgestellt (E. 2.2) oder das ihr zugestehende Ermessen (E. 3.4) �berschritten h�tte, tut der Beschwerdef�hrer nicht dar und ist auch nicht ersichtlich.
7.1.�Nachdem der Beschwerdef�hrer mit seinem Hauptbegehren nicht durchdringt, bleibt sein Eventualbegehren zu pr�fen, wonach es an der pers�nlichen Zumutbarkeit zur Leistung von Vollj�hrigenunterhalt mangelt. Die Vorinstanz stellt in diesem Zusammenhang fest, dass die Umst�nde und Konsequenzen der Trennung und Scheidung der Eltern f�r die Beschwerdegegnerin sehr schwierig gewesen seien. Dies habe letztlich zum Abbruch des Kontaktes zwischen dem Beschwerdef�hrer und der Beschwerdegegnerin gef�hrt. Der Beschwerdegegnerin, die im Zeitpunkt der Scheidung neun Jahre alt gewesen sei, k�nne dies nicht zum Vorwurf gemacht werden. Gleichzeitig sei festzustellen, dass der Beschwerdef�hrer nachweislich immer wieder versucht habe, den Kontakt zu seiner Tochter neu aufleben zu lassen. Ein eigentliches Fehlverhalten des Beschwerdef�hrers in den vergangenen Jahren k�nne nicht dargetan werden. Seine pers�nlichen Einwendungen gegen die Unterhaltszahlungen seien daher nicht haltlos. Es sei aber genauso festzustellen, dass die derzeitige ablehnende Haltung der Beschwerdegegnerin aufgrund der erfolgten Einstellung von Unterhaltszahlungen noch vor Abschluss ihrer schulischen Ausbildung ebenfalls nachvollziehbar sei. Im vorliegenden Fall rechtfertige sich daher f�r das Studium ab September 2014 die Zusprechung eines reduzierten Unterhaltsbeitrages von Fr. 500.--.
7.2.�Der Beschwerdef�hrer vertritt die Auffassung, dass die strikte Kontaktverweigerung seitens der Tochter nicht nur zu einer K�rzung, sondern zur vollst�ndigen Abweisung der Klage auf Vollj�hrigenunterhalt f�hren m�sse. Andernfalls w�rde er zur blossen Zahlstelle degradiert. Zudem d�rfe die Frage der pers�nlichen Zumutbarkeit ein paar Jahre nach Eintritt der M�ndigkeit erneut gestellt werden, wenn das Kind nach wie vor jeglichen Kontakt verweigere. Der einzige Vorhalt, den die Vorinstanz ihm mache, n�mlich die Einstellung des Unterhalts nach dem 18. Geburtstag seiner Tochter, sei vor dem Hintergrund zu sehen, dass er schon damals nicht einmal �ber elementare Ausbildungsfragen informiert worden sei und die Tochter in der Folge direkt Klage eingereicht habe, ohne vorher den Kontakt gesucht zu haben. Die Vorinstanz verkenne dabei aber vor allem, dass der erw�hnte Vorhalt - wenn �berhaupt - allenfalls eine Unterhaltsverpflichtung bis zur Matur (Dezember 2011) rechtfertige, nicht aber die erneute Anordnung einer Unterhaltsverpflichtung ab September 2014, also vier Jahre nach Erreichen der Vollj�hrigkeit.
7.3.�Im konkreten Fall steht fest, dass sich die Beschwerdegegnerin weder einen Kontakt zum Beschwerdef�hrer vorstellen kann noch einen solchen w�nscht. Allein damit ist aber das Schicksal der Unterhaltsklage noch nicht besiegelt. Vielmehr best�tigen die Aussagen der Tochter bloss, dass ihr Verh�ltnis zum Beschwerdef�hrer auch zehn Jahre nach der Scheidung noch nachhaltig zerr�ttet ist. Dass f�r die Zerr�ttung mittlerweile nicht mehr allein der Beschwerdef�hrer verantwortlich gemacht werden kann, ist klar. Die Vorinstanz hat dieser Tatsache dadurch Rechnung getragen, dass sie den Unterhaltsanspruch der Beschwerdegegnerin um die H�lfte k�rzte. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden. Mit dem im Urteil zus�tzlich angebrachten Hinweis, dass die Beschwerdegegnerin eine Wiederaufnahme des Kontakts zu ihrem Vater anzustreben hat, ist diese zudem gewarnt: Verweigert sie ihrem Vater weiterhin den Kontakt, riskiert sie, ihren Unterhaltsanspruch doch noch g�nzlich zu verlieren.
Die Vorinstanz hat die Gerichtskosten des Verfahrens vor erster und zweiter Instanz je zur H�lfte dem Beschwerdef�hrer und der Beschwerdegegnerin auferlegt und die Parteikosten wettgeschlagen. Begr�ndet hat sie ihren Entscheid damit, dass die Parteien gleichermassen die Verantwortung daf�r tragen, dass der Unterhaltsprozess durch zwei Instanzen gef�hrt werden musste. Zu Recht kritisiert der Beschwerdef�hrer, dass eine solche Begr�ndung nicht taugt, um von den allgemeinen Grunds�tzen �ber die Kostenverteilung abzuweichen. Diese sehen vor, dass die Prozesskosten grunds�tzlich der unterliegenden Partei aufzuerlegen sind (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Immerhin erlaubt Art. 107 Abs. 1 Bst. c ZPO dem Gericht, die von diesen Verteilungsgrunds�tzen in familienrechtlichen Verfahren abzuweichen und die Prozesskosten nach Ermessen zu verteilen. Von einem familienrechtlichen Verfahren ist auch auszugehen, wenn sich der Streit um den Unterhalt vollj�hriger Kinder dreht. Vor diesem Hintergrund ist die vorinstanzliche Kostenverteilung zumindest im Ergebnis nicht zu beanstanden (zu den Voraussetzungen einer Motivsubstitution: BGE 136 III 247 E. 4 S. 252 mit Hinweis).
Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde damit als unbegr�ndet. Damit wird der Beschwerdef�hrer kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 1 BGG).
Der Beschwerdef�hrer hat die Beschwerdegegnerin mit Fr. 2'000.-- zu entsch�digen.