Source: https://www.ortenberg.net/html/Content_Bauen-pid-98-page-2.html
Timestamp: 2018-01-21 06:32:51
Document Index: 6877065

Matched Legal Cases: ['§9', '§9', '§ 1', '§ 5', '§19', '§14', '§20', '§9', '§9', '§9', '§9', '§9', '§81', '§9', '§ 2', '§ 18', '§42', '§ 20']

Ortenberg in Oberhessen - Bauplätze Effolderbach "Am Kirschweg", Seite 2
Bauplätze Effolderbach "Am Kirschweg"
(§9 BauGB und BauNVO)
(§9 (1) Nr. 1 BauGB und §§ 1-21 BauNVO)
Die Art des Baugebietes ist gem. § 5 BauNVO als Dorfgebiet (MD) festgesetzt.
Gem. §19 (4) BauNVO wird bestimmt, dass die zulässige Grundflächenzahl (GRZ) durch die Grundflächen von Garagen und Stellplätzen mit ihren Zufahrten, Nebenanlagen i.S. des §14 BauNVO und baulichen Anlagen unterhalb der Geländeoberfläche, durch die das Baugrundstück lediglich unterbaut wird, bis zu 50 v.H. überschritten werden darf.
Gem. §20 (3) BauNVO sind die Flächen von Aufenthaltsräumen in Nichtvollgeschossen einschließlich der zu ihnen gehörenden Treppenräume und einschl. ihrer Umfassungswände bei der Ermittlung der Geschoßfläche mitzurechnen.
Gem. §9 (1) Nr. 4 BauGB sind Stellplätze, Carports und Garagen sowohl auf den überbaubaren als auch auf den nicht überbaubaren Grundstücksflächen zulässig.
Flächen für das Anpflanzen und die Erhaltung von Bäumen und Sträuchern
(§9 (1) Nr. 25a und b BauGB)
Für die Pflanzung von Einzelbäumen sind standortgerechte heimische Laubbäume gem. Artenauswahlliste oder hochstämmige Obstbäume zu pflanzen und zu unterhalten. Je Grundstück ist mindestens ein firstüberschreitender, standortgerechter Laubbaum (gem. Pflanzliste), oder alternativ dazu ein hochstämmiger, regionaltypischer Obstbaum anzupflanzen.
Nutzungsregelungen und Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft
(§9 (1) Nr. 20 BauGB)
Auf der Ausgleichsfläche A 1 sind die vorhandenen Gehölz- und Obstbaumstrukturen zu erhalten, zu pflegen und gegebenenfalls zu ergänzen. Zur Ergänzung des Streuobstes sind vier Bäume aus heimischen, hochstämmigen Apfelsorten zu wählen, sie sind in vorhandene Lücken zu pflanzen.
Die Obstgehölze sind bis zu einem Alter von 10 Jahren durch einen Erziehungsschnitt im Abstand von 2-3 Jahren zu pflegen. Das Grünland ist einer extensiven Nutzung in Form einer 2x jährlichen Mahd zu unterziehen. Auf den Eintrag von Dünger und Pestiziden ist vollkommen zu verzichten und das Mähgut ist Abzutransportieren.
Entlang des Verbandssammlers in der Gemarkung Wippenbach (südlich des Neubaugebietes "Das Fuchsloch / Die Froschäcker) wird die Pflanzung von 10 Stück Hochstammobstbäumen festgesetzt.
Vorhandene Obstbäume, die einer Baumaßnahme nicht im Wege stehen, bzw. ein Bauvorhaben nicht wesentlich beeinträchtigen, sind zu erhalten.
Die Grundstücksstreifen entlang der öffentlichen Verkehrsflächen sind bis zu den Gebäuden gärtnerisch anzulegen und zu unterhalten, soweit sie nicht als Zufahrten, Stellplatzflächen, Zugänge oder Sitzplätze genutzt werden. Insgesamt sind 70% der nicht überbaubaren Grundstücksflächen gärtnerisch zugestalten, wobei 50% dieser Flächen mit Gehölzen gem. Pflanzliste zu versehen sind.
Auf öffentlichen und privaten Parkplätzen ist für je 4 Stellplätze ein großkroniger Laubbaum gem. Pflanzliste zu pflanzen.
Private Fußwege, Pkw-Stellplätze, Garagenzufahrten, Hofflächen, Müllcontainerplätze und Terrassen sind in wasserdurchlässiger Bauweise herzustellen, z.B. Öko-Pflaster, fugenreiches Pflaster oder Natursteinpflaster.
Im rückwärtigen Grundstücksbereich sind Einfriedigungen aus Maschendraht oder Holz mit Kletterpflanzen und Rankern zu begrünen oder als natürliche, standorttypische Hecken auszubilden. Der Bodenabstand der Zäune muss mindestens 15 cm betragen.
Ungegliederte über 30 m² große Gebäudefassaden sind durch Anpflanzungen mit geeigneten Kletterpflanzen bzw. Spalierobst zu begrünen.
Zuordnung der Ausgleichsmaßnahmen gem. §9 (1a) BauGB:
Die Maßnahmen auf der Ausgleichsfläche A1 wird den potenziellen Hochbaumaßnahmen auf den MD-Flächen zugeordnet. Die Obstbäume entlang des Verbandsammlers in der Gemarkung Wippenbach wird den Erschließungsmaßnahmen zugeordnet.
Abgrenzung von Straßenflächen (§9 Abs. 1 Nr. 26 BauGB)
Zur Herstellung des Straßenkörpers sind in den an öffentlichen Verkehrsflächen angrenzenden Grundstücken unterirdische Stückbauwerke entlang der Grundstücksgrenze erforderlich (Hinterbeton von Randsteinen und Rabatten). Diese sind vom Grundstückseigentümer entschädigungslos zu dulden.
(§81 HBO i.V.m. mit §9 Abs. 4 BauGB)
Für Hauptgebäude sind ausschließlich Sattel-, Pult- und Walmdächer mit der durch Planeinschrieb festgesetzten Dachneigung zulässig. Eine Unterschreitung der Dachneigung (Flach- und flachgeneigte Dächer) ist nur dann zulässig, wenn diese Dächer mit einer extensiven Dachbegrünung versehen werden.
Solaranlagen sind grundsätzlich zulässig.
Gauben müssen mindestens einen Abstand von 1,50 m von der Giebelwand haben und dürfen nicht breiter als 3,00 m sein. Die Gesamtbreite mehrerer Gauben darf 50 v.H. der jeweiligen Trauflänge nicht überschreiten.
Dachflächenfenster sind nur als stehende Rechteckformate und nicht breiter als 1,15 m zulässig, ein Mindestabstand von 1,50 m von der Giebelwand ist einzuhalten.
Gebäudehöhen gem. § 2 (4) HBO
Die Traufhöhe (Schnittpunkt aufgehende Außenwand mit Dachhaut) und die Firsthöhe ist jeweils vom Anschnitt des bergseitigen natürlichen Geländes (höchst angeschnittener Geländepunkt) zu ermitteln (§ 18 BauNVO).
Alle Versorgungsleitungen sind unterirdisch zu verlegen.
Abwasseranlagen gem. §42 (2) HBO
Zur Schonung der Trinkwasserreserven ist das anfallende Dachflächenwasser in Zisternen aufzufangen und als Brauchwasser zu nutzen. Das Zisternenvolumen für die Brauchwassernutzung ist mit mind. 20 l/m² projizierter Dachfläche zu berechnen. Der Überlauf der Zisterne ist ebenso wie die Straßenentwässerung an die öffentliche Kanalisation anzuschließen.
Artenauswahlliste
Hochstämmige Obstbäume (heimische Sorten)
Feldahorn - Acer campestr
Geißblatt - Lonicera henryi
Werden bei Erdarbeiten Bodenkontaminationen festgestellt, so ist umgehend das Regierungspräsidium Darmstadt (Altlasten Grundwasserschadensfälle) zu benachrichtigen.
Bei Erdarbeiten können jederzeit Bodendenkmäler, wie Mauern, Steinsetzungen, Bodenverfärbungen und andere Funde, z.B. Scherben, Steingeräte, Skelettreste, entdeckt werden. Diese sind nach § 20 DSchG unverzüglich dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen oder der Unteren Denkmalschutzbehörde zu melden.
Werden innerhalb des Geltungsbereiches im Rahmen von Baumaßnahmen Bodenkontaminationen oder sonstige Beeinträchtigungen festgestellt, von denen eine Gefährdung für Mensch und Umwelt ausgehen kann, ist umgehend das Regierungspräsidium Darmstadt, Abt. Staatliches Umweltamt Frankfurt, der Magistrat der Stadt Ortenberg, die nächste Polizeidienststelle oder der Abfallwirtschaftsbetrieb des Wetteraukreises zu benachrichtigen um die weitere Vorgehensweise abzustimmen. Die Baumaßnahmen sind bis zu einer Entscheidung einzustellen.
Zur Sicherung der ordnungsgemäßen Behandlung und Verwertung von Erdaushub, Bauschutt und Straßenaufbruch sind folgende Vorschriften zu beachten, bzw. anzuwenden:
Gemeinsame Richtlinie für die Verwertung von Bodenmaterial, Bauschutt und Straßenaufbruch in Tagehtml und im Rahmen sonstiger Abgrabungen, veröffentlicht im Staatsanzeiger für das Land Hessen vom 14.10.2002, ab Seite 3844,
Publiziert am: Mittwoch, 16. August 2006 (16003 mal gelesen)