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Timestamp: 2016-10-24 12:33:04
Document Index: 65379279

Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'Art. 23', 'Art. 2', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'BGE', 'Art. 2', 'Art. 25', 'BGE', 'Art. 1', 'Art. 3', 'BGE', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 15', 'Art. 22', 'Art. 762', 'BGE', 'Art. 620', 'Art. 6', 'Art. 626', 'Art. 698', 'Art. 7', 'Art. 650', 'Art. 704', 'Art. 17', 'Art. 698', 'Art. 19', 'BGE', 'Art. 99', 'Art. 99', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 22', 'Art. 748', 'Art. 22', 'Art. 748', 'Art. 3', 'Art. 99', 'Art. 22', 'Art. 748', 'Art. 3', 'Art. 748', 'BGE', 'Art. 748', 'Art. 22', 'Art. 3', 'Art. 748', 'Art. 1', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 4', 'Art. 99', 'Art. 3', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 2']

132 III 47053. Auszug aus dem Urteil der I. Zivilabteilung i.S. Schweizerische Bundesbahnen SBB gegen Eidgen�ssisches Amt f�r das Handelsregister (Verwaltungsgerichtsbeschwerde)
Art. 2 let. c et d, ainsi qu'art. 3 et 99 LFus, art. 22 LCFF; inadmissibilit� de la reprise d'une soci�t� anonyme de droit priv� par un institut de droit public au moyen d'une fusion par absorption. Les CFF rev�tent la forme d'une soci�t� anonyme de droit public r�gie par une loi sp�ciale et doivent, de ce fait, �tre qualifi�s d'institut de droit public au sens de l'art. 2 let. d LFus. Ils ne sauraient �tre assimil�s aux soci�t�s anonymes de droit priv� entrant dans la cat�gorie des soci�t�s de capitaux vis�es � l'art. 2 let. c LFus (consid. 3). Le renvoi au droit de la soci�t� anonyme figurant � l'art. 22 LCFF comprend, dans la mesure o� il s'agit de restructurations, l'ensemble de la nouvelle r�glementation relative aux adaptations structurelles figurant dans la LFus. En ce qui concerne les CFF, il faut prendre en compte les r�gles applicables aux instituts de droit public se trouvant aux art. 99 ss LFus; les art. 3 ss LFus ne sont pas applicables (consid. 4). Le fait que la r�gle limitative de l'art. 99 LFus ne pr�voie pas la fusion par absorption d'une soci�t� anonyme de droit priv� par un institut de droit public ne constitue pas une lacune de la loi (consid. 5). Faits � partir de page 471
A. Am 25. Mai 2005 beschlossen die Verwaltungsr�te der Schweizerischen Bundesbahnen SBB (nachstehend: SBB oder Beschwerdef�hrerin) und der Wasserkraftwerk Etzelwerk AG (EWAG), eine 100%-ige Tochtergesellschaft der SBB, die EWAG gem�ss Art. 23 Abs. 1 FusG mittels Absorptionsfusion in die SBB zu integrieren.
B. Mit Verf�gung vom 23. Dezember 2005 verweigerte das EHRA der Tagebucheintragung Nr. 2831 des Handelsregisteramtes Bern-Mittelland vom 17. Juni 2005 die Genehmigung. Zur Begr�ndung f�hrte es im Wesentlichen aus, die SBB sei ein Institut des �ffentlichen Rechts im Sinne von Art. 2 lit. d Fusionsgesetz und falle somit in den Anwendungsbereich von Art. 99 ff. des genannten Erlasses. Gem�ss diesen Bestimmungen sei die Absorptionsfusion einer Aktiengesellschaft des Privatrechts durch ein Institut des �ffentlichen Rechts nicht zul�ssig und demnach nicht eintragungsf�hig. BGE 132 III 470 S. 472
C. Die Beschwerdef�hrerin beantragt dem Bundesgericht mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die Verf�gung des EHRA vom 23. Dezember 2005 aufzuheben. Das EHRA sei anzuweisen, die Eintragung der Fusion zwischen den Schweizerischen Bundesbahnen SBB und der Etzelwerk AG in das Handelsregister Bern-Mittelland (Tagebuch-Nr. 2831) zu genehmigen. Das EHRA schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesgericht weist die Beschwerde ab.
3. Weiter r�gt die Beschwerdef�hrerin, das EHRA habe zu Unrecht angenommen, sie sei ein "Institut des �ffentlichen Rechts" im Sinn von Art. 2 lit. d des Bundesgesetzes vom 3. Oktober 2003 �ber Fusion, Spaltung, Umwandlung und Verm�gens�bertragung (Fusionsgesetz, FusG; SR 221.301) und nicht eine "Kapitalgesellschaft" im Sinn von Art. 2 lit. c FusG, womit es die genannten Bestimmungen verletzt habe.
3.2 Nach der Legaldefinition von Art. 2 lit. c FusG gelten als "Kapitalgesellschaften" Aktiengesellschaften, Kommanditaktiengesellschaften und Gesellschaften mit beschr�nkter Haftung. Nach lit. d gelten als "Institute des �ffentlichen Rechts" im Handelsregister eingetragene, organisatorisch verselbst�ndigte Einrichtungen des �ffentlichen Rechts des Bundes, der Kantone und der Gemeinden, unabh�ngig davon, ob sie als juristische Person ausgestaltet sind oder nicht. BGE 132 III 470 S. 473
Die bundesr�tliche Botschaft vom 13. Juni 2000 zum Fusionsgesetz (BBl 2000 S. 4337 ff., 4389) f�hrt zu Art. 2 lit. d FusG aus:
Diese Rechtsform kann nicht einfach mit derjenigen der privatrechtlichen Aktiengesellschaft gleichgesetzt werden, auch wenn die Regelung ihrer Organisation an jene der privatrechtlichen Aktiengesellschaft angelehnt ist. Als spezialgesetzliche Aktiengesellschaft beruht die Beschwerdef�hrerin auf einer �ffentlich-rechtlichen Rechtsgrundlage und erh�lt ihre Rechtspers�nlichkeit kraft Gesetzes (Art. 25 SBBG). Das SBBG regelt die Errichtung, den Zweck BGE 132 III 470 S. 474und die Organisation der SBB (Art. 1 SBBG). Ihre Kernaufgabe beschl�gt Dienstleistungen im �ffentlichen Verkehr (Art. 3 Abs. 1 SBBG). Sie ist mit �ffentlich-rechtlichen Aufgaben betraut (BGE 126 II 54 E. 8 S. 62). Der Bund h�lt grunds�tzlich das Aktienkapital (Art. 7 SBBG) und �bt �ber die Festlegung der Leistungsvereinbarung und des Zahlungsrahmens (Art. 8 SBBG) massgebenden Einfluss aus. Das Personal ist grunds�tzlich �ffentlich-rechtlich angestellt (Art. 15 SBBG).
Ebenso wenig �ndert der Verweis auf die sinngem�sse Geltung der Vorschriften des OR �ber die Aktiengesellschaft (Art. 22 Abs. 1 SBBG) etwas an der �ffentlich-rechtlichen Natur der SBB. Aufgrund dieses Verweises sind die entsprechenden Bestimmungen des OR bloss als subsidi�res eidgen�ssisches �ffentliches Recht anzuwenden (VON B�REN, a.a.O., S. 180; MEIER-HAYOZ/FORSTMOSER, Schweizerisches Gesellschaftsrecht, 9. Aufl., Bern 2004, S. 11 Rz. 27; MARTIN WERNLI, Basler Kommentar, N. 6 zu Art. 762 OR; STEFAN VOGEL, Der Staat als Marktteilnehmer, Diss. Z�rich 2000, S. 54; vgl. auch BGE 83 II 353 S. 356). Das SBBG stellt wichtige Sondervorschriften auf, die von der Regelung nach Art. 620 ff. OR abweichen und namentlich die Befugnisse der Organe betreffen (vgl. insbesondere Art. 6: Bundesrat, nicht GV [Art. 626 Ziff. 3 und 4 und Art. 698 Abs. 2 Ziff. 1 OR], bestimmt die H�he des Aktienkapitals sowie Art, Nennwert und Anzahl der Beteiligungspapiere; Art. 7 Abs. 2: Bundesrat, nicht GV [Art. 650 Abs. 2 Ziff. 8, Art. 704 Abs. 1 Ziff. 6 OR], beschliesst �ber Zeichnung von Aktien durch Dritte; Art. 17 f.: Bundesrat, nicht GV [Art. 698 Abs. 2 Ziff. 4 OR], genehmigt Rechnung und regelt die Gewinnverwendung; Art. 19: Das Eidgen�ssische Departement f�r Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation [UVEK] erl�sst Ausf�hrungsvorschriften �ber die BGE 132 III 470 S. 475Rechnungslegung). Entgegen der Beschwerdef�hrerin kann daher nicht gesagt werden, die SBB unterstehe praktisch vollst�ndig dem Recht der privatrechtlichen Aktiengesellschaft, und die Abweichungen seien nur geringf�gig.
Auch die Lehre spricht sich �berwiegend f�r die �ffentlich-rechtliche Rechtsnatur der Beschwerdef�hrerin aus (VON B�REN, a.a.O., S. 180 Fn. 22; ROLF WEBER/JUDITH BISCHOF, Umstrukturierung und Privatisierung von Instituten des �ffentlichen Rechts, Z�rich/Basel/ Genf 2002, S. 39; MEIER-HAYOZ/FORSTMOSER, a.a.O., S. 10; WAGNER PFEIFER/GELZER, Z�rcher Kommentar, N. 7 Bem. vor Art. 99-101 FusG; STEFAN VOGEL, Die spezialgesetzliche Aktiengesellschaft, ZBl 104/2003 S. 418 ff., 420; derselbe, Diss., a.a.O., S. 53 f. m.w.H.; vgl. auch TSCHANNEN/ZIMMERLI, Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. Aufl., Bern 2005, S. 70; KUSTER, Basler Kommentar, N. 12 zu Art. 99 FusG und VOGEL/HEIZ/BEHNISCH, Fusionsgesetz, Kommentar, Z�rich 2005, N. 6 zu Art. 99 FusG. Demgegen�ber versteht B�CKLI, Schweizer Aktienrecht, 3. Aufl., Z�rich 2004, S. 35, Rz. 59, die Organisationsform der spezialgesetzlichen Aktiengesellschaft als "essenziell privatrechtlich", wobei er konkret f�r die SBB durchaus auf die Abweichungen von der Regelung des OR hinweist [S. 38 Rz. 68]). BGE 132 III 470 S. 476
4. Eventualiter - f�r den Fall, dass die Beschwerdef�hrerin als Institut des �ffentlichen Rechts qualifiziert werde - r�gt sie eine Verletzung von Art. 22 Abs. 1 SBBG. Diese Bestimmung verweise auf die Vorschriften des OR, namentlich jene �ber die Aktiengesellschaft. Zu diesen Vorschriften h�tten zur Zeit des Inkrafttretens des SBBG auch die damaligen Art. 748 und 749 aOR gez�hlt. Bei Art. 22 Abs. 1 SBBG handle es sich um eine dynamische, nicht um eine statische Verweisung. Werde eine Bestimmung, die im OR �ber das Aktienrecht aufgestellt war, durch eine neue Bestimmung �ber dieselbe Materie ersetzt, so solle diese - und nicht die inzwischen aufgehobene - angewendet werden. Nachdem die einschl�gigen Bestimmungen zur Fusion (Art. 748 f. aOR) gestrichen und durch die entsprechenden Bestimmungen des FusG ersetzt worden seien, seien folglich nunmehr die entsprechenden neuen Bestimmungen auf die Fusion der SBB anzuwenden. Dies seien die Art. 3 ff. FusG und nicht etwa die Art. 99 ff. FusG, denn die Verweisung in Art. 22 Abs. 1 SBBG betreffe nicht das Fusionsgesetz als Ganzes, sondern ausschliesslich jene Normen des Fusionsgesetzes, welche die Fusion von Aktiengesellschaften regelten und damit in der Nachfolge der Art. 748 ff. aOR st�nden. Damit werde die Zul�ssigkeit der vorliegend streitigen Fusion durch Art. 3 Abs. 1 lit. a FusG geregelt, der in der direkten Nachfolge von Art. 748 aOR stehe. Der Gesetzgeber habe nicht die bisher bestehenden Fusionsm�glichkeiten der SBB BGE 132 III 470 S. 477beschneiden wollen, ansonsten er dies im FusG oder durch eine �nderung des SBBG h�tte zum Ausdruck bringen m�ssen.
Mit dem Inkrafttreten des Fusionsgesetzes am 1. Juli 2004 (AS 2004 S. 2617, S. 2654) wurden die Art. 748 f. aOR aufgehoben. Damit l�uft die Verweisung von Art. 22 Abs. 1 SBBG auf die Regeln des Obligationenrechts �ber die Aktiengesellschaft insofern leer. Entgegen der Meinung der Beschwerdef�hrerin treten nicht einfach nur die Art. 3 ff. FusG �ber die Fusion von Gesellschaften an die Stelle der Art. 748 f. aOR. Das Fusionsgesetz regelt die Strukturanpassungstatbest�nde, die bisher verstreut und nur unvollst�ndig normiert waren, nunmehr umfassend (WEIBEL, a.a.O., N. 8 zu Art. 1 FusG). Massgebend ist demnach diese umfassende Neuordnung. Soweit sie f�r Institute des �ffentlichen Rechts Sonderregeln aufstellt, sind diese zu beachten. Der hier zur Diskussion stehende Vorgang, mithin die Absorptionsfusion eines privaten Rechtstr�gers durch ein Institut des �ffentlichen Rechts, liegt ausserhalb des BGE 132 III 470 S. 478Anwendungsbereichs der Art. 3 ff. FusG (ANDREAS C. ALBRECHT, Z�rcher Kommentar, N. 5 zu Art. 4 FusG; Botschaft zum FusG, a.a.O., S. 4481).
5. Subeventualiter macht die Beschwerdef�hrerin geltend, aus Art. 99 Abs. 1 FusG k�nne kein Verbot von Absorptionsfusionen durch die SBB abgeleitet werden. Werde die Anwendung der Art. 3 ff. FusG auf die Absorptionsfusion der SBB mit der EWAG abgelehnt, so sei von einer planwidrigen Unvollst�ndigkeit des Gesetzes auszugehen. Es sei die klare Absicht des Gesetzgebers gewesen, neue M�glichkeiten zu schaffen, nicht aber bestehende aufzuheben.
5.1 Eine L�cke im Gesetz liegt vor, wenn sich eine Regelung als unvollst�ndig erweist, weil sie jede Antwort auf eine sich stellende Rechtsfrage schuldig bleibt oder eine Antwort gibt, die aber als sachlich unhaltbar angesehen werden muss (zum Begriff der Gesetzesl�cke bzw. der planwidrigen Unvollst�ndigkeit des Gesetzes vgl. BGE 131 II 562 E. 3.5 S. 567 f.; BGE 128 I 34 E. 3b S. 42; BGE 122 I 253 E. 6a S. 255; BGE 121 III 219 E. 1d/aa S. 225 f.; H�FELIN/M�LLER, Grundriss des Allgemeinen Verwaltungsrechts, 3. Aufl., Z�rich 1998, S. 47 Rz. 200). Hat der Gesetzgeber eine Rechtsfrage nicht �bersehen, sondern stillschweigend - im negativen Sinn - mitentschieden (qualifiziertes Schweigen), ist kein Platz f�r richterliche L�ckenf�llung (H�FELIN/M�LLER, a.a.O., S. 46 Rz. 192; H�FELIN/HALLER, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 6. Aufl., Z�rich 2005, S. 44 Rz. 143).
"In der Zeit eines raschen wirtschaftlichen Wandels will der Entwurf zum Fusionsgesetz mit der Schaffung neuer privatrechtlicher Optionen eine gr�ssere Beweglichkeit in der rechtlichen Organisation von Unternehmen, Vereinen und Stiftungen erm�glichen. Er soll L�cken des geltenden Rechts schliessen und durch klare gesetzliche Grundlagen f�r die Anpassung der rechtlichen Unternehmensstrukturen die erforderliche Rechtssicherheit und Transparenz gew�hrleisten. Die neuen Vorschriften BGE 132 III 470 S. 479erweitern in beachtlicher Weise die Handlungsm�glichkeiten und erleichtern die Anpassung der Rechtsformen der Unternehmen an ver�nderte Bed�rfnisse, ohne die Interessen der Gl�ubigerinnen und Gl�ubiger, der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie der Personen mit Minderheitsbeteiligungen zu vernachl�ssigen. Der Entwurf sieht weiter auch dringend ben�tigte gesetzliche Grundlagen f�r die �berf�hrung �ffentlich-rechtlicher Institute in privatrechtliche Rechtsformen vor."
Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. M�rz 1998 �ber die Schweizerischen Bundesbahnen (SBBG; SR 742.31),