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Timestamp: 2018-04-19 21:26:49
Document Index: 297024582

Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 54', 'Art. 6', 'Art. 28', 'Art. 25', '§ 4', '§ 4', 'Art. 12', '§ 7', 'Art. 34', 'Art. 32', '§ 5', '§ 3']

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Anlage 7 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für eine Schule – Seite 565 – 01.03.2016 >>
1.5 Gebäudeart/Gebäudeklasse Art. 2 Abs. 3 BayBO
In der Regel GK 3 oder GK 5, wenn die Gesamtfläche einer Schule > 400 m2
1.6 Einstufung der Baumaßnahme Art. 2 Abs. 4 BayBO
Eine Schule ist immer ein Sonderbau.
Ggf. ist die Versammlungsstättenverordnung anzuwenden, wenn die Aula oder die Kantine mehr als 200 Gäste fassen kann.
In Bayern hat die Oberste Baubehörde erlassen, dass Aulen nicht unter die Versammlungsstättenverordnung fallen, sondern im Einzelfall entsprechende Anforderungen zu stellen sind.
Auf Grund der Einstufung in die Gebäudeklasse ergeben sich formal entsprechende Anforderungen aus der Bauordnung, den technischen Baubestimmungen und den Verordnungen für technische Anlagen.
Da es sich um einen in Bayern nicht geregelten Sonderbau handelt, sind entsprechend Art. 54 Abs. 3 BayBO zusätzliche Maßnahmen vorzusehen bzw. können solche gefordert werden. In Bundesländern mit einer eingeführten Schulbaurichtlinie ist diese formal anzuwenden.
Betrachtung im Einzelfall mit allen Randbedingungen. Hier können sich auf Grund der Randbedingungen weitere oder auch geringere Maßnahmen ergeben. Es ist ein schutzzielorientiertes BS-Konzept zu erstellen oder es kann die Musterschulbaurichtlinie zur Anwendung kommen, was allerdings mit der zuständigen Bauaufsichtsbehörde zu vereinbaren ist.
Nachfolgend die Betrachtung im Einzelfall:
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Schule mit z.B. 400 Schülern, Aula z.B. für Veranstaltungen von 240 Personen, Schulspeisung mit Mensa und 200 Gastplätzen.
Schüler von 6 bis 19 Jahren
Schüler ortskundig, bei Veranstaltungen Gäste ggf. nicht ortskundig
Schüler teilweise behindert (ca. 8 % Bundesdurchschnitt)
einzelne Räume höhere Brandlast möglich, wie Lager, Physik- oder Chemieräume
ggf. Brandstiftungen möglich oder
Gefahr durch heimliche Raucher
Trennung von Nachbargebäuden durch äußere Brandwände oder Abstand
Unterteilung der Schulen mittels innerer Brandwände alle ca. 50 m
Ausbildung der Decken (Holzbalkendecken ggf. nicht feuerbeständig und auch nicht dicht)
Abtrennung der Klassenräume
Ausbildung des Tragwerks
Anzahl und Führung der baulichen Rettungswege (ggf. nur ein baulicher Rettungsweg)
Anlage 7 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für eine Schule – Seite 567 – 01.03.2016 << >>
Bauliche Ausführung der Rettungswege (fehlende Trennung der Flure vom Treppenraum)
Feuerwehraufzug in Hochhäusern
Mögliche Beurteilungsgrundlage
BayBO/MBO in Verbindung mit der Schulbaurichtlinie (ggf. nach Abstimmung mit der Behörde, wenn diese Sonderbauverordnung wie in Bayern nicht eingeführt ist).
Alle eingeführten technischen Baubestimmungen wie z.B. Leitungsanlagenrichtlinie für die Verlegung von Leitungen jeglicher Art außer Lüftungsleitungen, Lüftungsanlagenrichtlinie für die Lüftungsanlage einschließlich der Lüftungsleitungen
Bei Nutzung als Versammlungsraum für die Aula, Kantine, Sporthalle und deren Rettungswegen zusätzlich Versammlungsstättenverordnung, soweit keine anderen Festlegungen von den zuständigen Stellen getroffen wurden. In Bayern wurde von der Obersten Baubehörde festgelegt, dass die Versammlungsstättenverordnung für Aulen oder Sporthallen nicht zur Anwendung kommen soll, soweit in der Regel nur schulische Veranstaltungen durchgeführt werden sollen.
Nachfolgend wird das BS-Konzept dargestellt, welches aus den Säulen des baulichen- (einschließlich Gebäudetechnik), anlagentechnischen-, betrieblichen- und abwehrenden Brandschutz besteht.
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Diese pauschalen Angaben sind immer für den Einzelfall festzulegen. Ein BS-Konzept stellt immer die vorhandene oder gewünschte (erforderliche) brandschutztechnische Infrastruktur dar.
Wichtig ist immer die Erreichung der jeweiligen Schutzziele, welche in der Bauordnung meist den materiellen Anforderungen vorangestellt werden (meist Absatz 1 des jeweiligen Artikels). Gleiches gilt für die moderneren Sonderbauverordnungen und die eingeführten Technischen Baubestimmungen.
Nachfolgend werden die Schutzziele meist nicht erwähnt, was allerdings in einem BS-Konzept erforderlich ist. Nach dem Motto, was soll denn erreicht werden.
2.1 Bebauung der Grundstückes und die Einhaltung der Abstandsflächen (Art. 6 BayBO)
Brandabschnitte: Brandwände (Art. 28 BayBO. Ziffer 2.2 SchulbauRL)
Darlegung, wo sich die Brandwände befinden (nur teilweise aus den Eingabeplänen ersichtlich). Z.B.
Innere Brandwände sind … (alle 60 m)
Türen in inneren BW T 90 ggf. T 30 RS im Lauf von Fluren
Anforderungen an Brandwände in Abhängigkeit von der Gebäudeklasse
GK 3 F 30/F 90 B (nur äußere Brandersatzwand)
Anlage 7 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für eine Schule – Seite 569 – 01.03.2016 << >>
Tragende Teile, tragende Wände, Geschossdecken mit tragender Funktion (Art. 25 BayBO bzw. Ziffer 2.1 SchulBauRL)
Fußbodenhöhe bis 7 m, wie GK 3 feuerhemmend
Fußbodenhöhe höher 7 m, wie GK 5 feuerbeständig
Versammlungsräume in eingeschossigen Gebäuden mit Löschanlagen keine zusätzlichen Anforderungen
GK 1-3 keine Anforderungen
(GK 4 gibt es meist nicht in Schulen)
Räume mit erhöhter Brandgefahr feuerbeständig/T 30 RS
Ggf. naturwissenschaftliche Räume in Abhängigkeit der Brandgefahren
Trennwände von mehrgeschossigen Hallen (Ziffer 2.4 SchulBauRL):
Trennwände zu Versammlungsstätten (§ 4 VStättV):
Feuerbeständig (erdgeschossig feuerhemmend) auch zu Fluren
Nach BayBO in Abhängigkeit von der GK
Anlage 7 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für eine Schule – Seite 570 – 01.03.2016 << >>
Tragwerke von Dächern, wenn oberer Abschluss von Versammlungsräumen (§ 4 VStättV):
Feuerhemmend oder durch feuerbeständige Bauteile getrennt oder Löschanlage
Im Freien über Tribunen oder Szenenflächen feuerhemmend oder nichtbrennbar
Auch Bedachungen aus nichtbrennbaren Baustoffen, wenn mehr als 1.000 m2
Lichtdurchlässige Bedachungen nichtbrennbar mit Löschanlage B 1 nicht brennend abtropfend
Verlegung von Leitungen nur in nichtbrennbaren Schächten oder Kanälen
2.3 Rettungswege (Art. 12, 31 bis 36 BayBO bzw. SchulbauRL)
2.3.1 Führung der Rettungswege
mind. 2 Treppenräume ins Freie (ein TR über eine Halle oder Außentreppe)
bis zu einem sicheren Sammelplatz oder zur öffentlichen Verkehrsfläche
Breite der Rettungswege allgemein (Ziffer 3.4 SchulBauRL)
mind. 1,2 m je 200 Personen (Staffelung in 60-cm-Schritten)
Anlage 7 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für eine Schule – Seite 571 – 01.03.2016 << >>
Innerhalb der Klassenräume (Ziffer 3.4 SchulBauRL)
freihalten der Rettungswege zu einer Ausgangstür (mind. 90 cm)
Räume mit erhöhter Brandgefahr 2 Türen in Fluchtrichtung
Ab 80 Personen 2 Türen in Fluchtrichtung
Innerhalb von Versammlungsräumen (§ 7 VStättV)
Flure (Art. 34 und Ziffer 3.3 und 3.4 SchulBauRL)
Flurbreite mind. 1,5 m
Flurwände feuerhemmend mit Bekleidung aus nichtbrennbaren Baustoffen
Ab 30 m Unterteilung der Flure in Rauchabschnitte mittels RS Türen
Treppe (Art. 32 BayBO und Ziffer 3.4 und 4 SchulBauRL)
Treppenbreite mind. 1,2 m max. 2,4 m
Feuerwiderstand der Treppen nach LBO
Treppen für Versammlungsräume:
Treppenräume mit Ausgängen ins Freie (Ziffer 2.3 SchulBauRL)
GK 1, 2 und 3 feuerhemmende Treppenraumwände Bekleidung A
Anlage 7 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für eine Schule – Seite 572 – 01.03.2016 << >>
GK 4 hochfeuerhemmend (Fläche der Schule bis 400 m2)
Treppenräume von Versammlungsräumen:
Klassenraumtüren RS
Räume mit erhöhter Brandgefahr T 30 RS (auch Physik und Chemie)
weit genug vom Gebäude entfernt (Trümmerschatten, Verrauchung)
Führung der Trennwände bis an die Dachhaut oder
alternativ vorsehen oder feuerwiderstandsfähige Dachschrägen
Vorsehen von einem unmittelbaren Ausgang ins Freie oder zwei Rettungswegen; bei zwei übereinander liegenden Kellergeschossen getrennte Ausgänge nachweisen.
Anlage 7 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für eine Schule – Seite 573 – 01.03.2016 << >>
Aufzüge/Feuerwehraufzüge
Es ist eindeutig darzulegen, dass und ggf. wie alle jeweils zutreffenden Vorschriften und vor allem die beabsichtigten Schutzziele eingehalten/erreicht werden.
Bei Installationen der unterschiedlichsten Art ist das Abschottungsprinzip zu erhalten.
3.1 Gefahrenmeldeanlagen (Ziffer 9 SchulBauRL)
Hausalarmanlage in jedem Raum hörbar
Als Kompensation für Abweichungen oder bei Denkmalschutz ggf. BMA
Ab 1.000 m2 automatische BMA zusätzlich Handmelder
Ab 1.000 m2 Alarmierungs- und Lautsprecheranlagen mit Erteilung von Anweisungen
Ab 1.000 m2 dynamische Brandfallsteuerung für die Aufzüge
Anlage 7 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für eine Schule – Seite 574 – 01.03.2016 << >>
Aussagen zu den geplanten oder erforderlichen Feuerlöschanlagen
Versammlungsräume in Kellergeschossen größer 200 m2 bzw. unter 5 m
3.3 Rauch- und Wärmeabzug (BayBO und Ziffer 6 SchulbauRL)
für Treppenräume in Abhängigkeit von der GK
Rauchableitungsmöglichkeit für Halle an höchster Stelle 1 %/2 % in Wänden
Rauchableitungsmöglichkeiten aus Kellergeschossen
Ab 200 m2 bis 1.000 m2 1 %, 2 % oberes Drittel oder maschinell 36 m3/h
Versammlungsräume in KG immer
Anlage 7 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für eine Schule – Seite 575 – 01.03.2016 << >>
3.4 Blitzschutzanlagen (Ziffer 7 SchulBauRL)
3.5 Sicherheitsstromversorgung (Ziffer 10 SchulBauRL)
Für Sicherheitsbeleuchtung
3.6 Sicherheitsbeleuchtung (Ziffer 8 SchulBauRL)
Fensterlose Aufenthaltsräume
Nur in großen Gebäuden oder wenn die Bauweise die Funkversorgung in Frage stellt
4. Betrieblich-organisatorischer Brandschutz (Ziffer 11 SchulBauRL)
Die organisatorischen Maßnahmen sind im BS-Konzept festzulegen. Da im Planungszeitraum nicht immer alle Nutzungsbedingungen bekannt sind, müssen vor allem die betrieblich-organisatorischen Maßnahmen auf der Grundlage von Gefährdungsbeurteilungen festgelegt werden (§ 5 ArbSchG, § 3 ArbStättV und zutreffende Technische Regeln).
Folgende betrieblich-organisatorischen Maßnahmen sind in Schulen meist vorzusehen:
Anlage 7 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für eine Schule – Seite 576 – 01.03.2016 << >>
Belehrungen der Belegschaft und der Schüler
Freihalten der Rettungswege von Brandlasten oder Garderoben
Wartung der sicherheitstechnischen und baulichen Brandschutzvorkehrungen einschließlich der Gebäudetechnik
5.1 Feuerwehrpläne (Ziffer 11 SchulBauRL)
In der Regel erforderlich, im Einvernehmen mit der FW
Feuerwehrzufahrten, Feuerwehrzugänge
Aufstellflächen für die Drehleitern in der Regel nicht erforderlich
Festlegung der Beschilderung der Zufahrten ggf. mit Lageplänen
Darlegung, welche Löschwasserquellen vorhanden bzw. geplant sind. Erforderlich sind ca. 1.600 l/m2, in Ausnahmefällen 3.200 m2. Die Löschwasserversorgung sollte im Einvernehmen mit der zuständigen Brandschutzdienststelle festgelegt werden.
Anlage 7 Zusammenfassung der Inhalte eines Brandschutznachweises für eine Schule – Seite 577 – 01.03.2016 <<
Zur Beurteilung benötigt der Prüfer Entfernungen von Löschwasserquellen zu den Treppenräumen und die Leistung/Kapazität der Löschwasserversorgung.
In Schulen meist nicht erforderlich. Rückhaltung von Gefahrstoffen in der Regel auch nicht erforderlich, ggf. Gefahrstoffschränke für den Chemieunterricht.
Aussage, dass keine Abweichungen von baurechtlichen Vorschriften (das sind Gesetze und Verordnungen) geplant sind oder �bis auf nachfolgende Abweichungen wird das Baurecht eingehalten�.
Eigene Aussage zur Vertretbarkeit der Abweichung und der Schutzzielerreichung
7. Brandschutzmaßnahmen während der Bauzeit