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Timestamp: 2020-06-07 00:47:46
Document Index: 123368706

Matched Legal Cases: ['§ 23', '§ 314', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 242', '§ 23', '§ 23', '§ 2', '§ 23', '§ 23', '§ 611']

BAG, 21.02.2001 - 2 AZR 579/99 - dejure.org
https://dejure.org/2001,727
BAG, 21.02.2001 - 2 AZR 579/99 (https://dejure.org/2001,727)
BAG, Entscheidung vom 21.02.2001 - 2 AZR 579/99 (https://dejure.org/2001,727)
BAG, Entscheidung vom 21. Februar 2001 - 2 AZR 579/99 (https://dejure.org/2001,727)
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Ordentliche Kündigung eines Kirchenmusikers durch evangelische Kirchengemeinde; Anwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetzes?
Ordentliche Kündigung - Kirchenmusiker - Evangelische Kirchengemeinde - Anwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetzes - Abmahnung
Ordentliche Kündigung eines Kirchenmusikers durch eine zur Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover gehörende Kirchengemeinde; Unanwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetzes gemäß § 23 Abs. 1 KSchG , Notwendigkeit der Anhörung des Arbeitnehmers und einer vergeblichen ...
Kündigungsschutz; keine Abmahnung bei ordentlicher Kündigung im Leihbetrieb
ArbG Hannover, 10.03.1998 - 7 Ca 802/97
BAGE 97, 141
NZA 2001, 651
NZA 2001, 951
BB 2001, 1902
DB 2001, 1997
Dagegen ist die Auffassung der Revision, allein die Betriebszugehörigkeit von fünfundzwanzig Jahren führe bereits zur Anwendung der nach dem Kündigungsschutzgesetz geltenden Maßstäbe, unzutreffend (vgl. auch BAG 21. Februar 2001 - 2 AZR 579/99 - BAGE 97, 141).
Zutreffend - jedenfalls für den Zeitraum vor Inkrafttreten des § 314 BGB - hat das Landesarbeitsgericht erkannt, daß dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit insoweit nur im Rahmen des normierten Kündigungsschutzes Bedeutung zukommt (vgl. BAG 21. Februar 2001 - 2 AZR 579/99 - BAGE 97, 141 mwN).
Andere Beschäftigungsmöglichkeiten hat der Arbeitgeber nur im Anwendungsbereich des § 1 Abs. 2 KSchG in Betracht zu ziehen, weil dieses Erfordernis auf der Anwendung des dem gesetzlichen Kündigungsschutz nach § 1 Abs. 2 KSchG zugrunde liegenden Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes beruht (BAG 22. Mai 2003 - 2 AZR 426/02 - AP KSchG 1969 § 1 Wartezeit Nr. 18 = EzA BGB 2002 § 242 Kündigung Nr. 2; ebenso in Bezug auf das Abmahnungserfordernis BAG 21. Februar 2001 - 2 AZR 579/99 - BAGE 97, 141, 148).
Dieser Grundsatz ist indes bei der Beurteilung der Wirksamkeit von Kündigungen außerhalb des Kündigungsschutzgesetzes nicht anwendbar (BAG 21. Februar 2001 - 2 AZR 579/99 - BAGE 97, 141 mwN).
Dementsprechend setzt beispielsweise die Wirksamkeit einer Kündigung aus Gründen im Verhalten des Arbeitnehmers außerhalb des Anwendungsbereichs des Kündigungsschutzgesetzes in der Regel nicht voraus, dass dem Arbeitnehmer zuvor eine vergebliche Abmahnung erteilt worden ist (vgl. Senat 21. Februar 2001 - 2 AZR 579/99 - BAGE 97, 141, 148).
Ausnahmsweise kann aber eine vorherige vergebliche Abmahnung geboten sein, wenn sich der Arbeitgeber andernfalls mit einer Kündigung in Widerspruch zu seinem bisherigen Verhalten setzen würde (BAG 21. Februar 2001 - 2 AZR 579/99 - aaO).
Der Vorwurf willkürlicher, sachfremder oder diskriminierender Ausübung des Kündigungsrechts scheidet dagegen aus, wenn ein irgendwie einleuchtender Grund für die Rechtsausübung vorliegt (ständige Rechtsprechung, BAG 21.02.2001 - 2 AZR 579/99 - BAG 28.08.2003 - 2 AZR 333/02 -, juris).
Es geht vor allem darum, Arbeitnehmer vor willkürlichen oder auf sachfremden Motiven beruhenden Kündigungen zu schützen (…BAG, Urt. v. 25. April 2001, 5 AZR 360/99; Urt. v. 21. Februar 2001, 2 AZR 579/99;… Urt. v. 6. Februar 2003, 2 AZR 672/01).
Insoweit ist zunächst zu berücksichtigen, dass dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit insoweit nur im Rahmen des normierten Kündigungsschutzes Bedeutung zukommt (BAG, Urt. v. 21. Februar 2001, 2 AZR 579/99).
Gerade kleinere Betriebe sind für Missstimmungen und Querelen besonders anfällig (BAG, Urt. v. 21. Februar 2001, 2 AZR 579/99).
Bedienen sich die Kirchen wie jedermann der Privatautonomie zur Begründung von Arbeitsverhältnissen, so findet auf diese das staatliche Arbeitsrecht mit seinen kündigungsschutzrechtlichen Vorschriften Anwendung (st. Rspr. vgl. Senat 21. Februar 2001 - 2 AZR 579/99 - BAGE 97, 141; 12. November 1998 - 2 AZR 459/97 - AP KSchG 1969 § 23 Nr. 20 = EzA KSchG § 23 Nr. 20).
arbeitgeberübergreifend ausgestaltet ist (Senat 21. Februar 2001 - 2 AZR 579/99 - BAGE 97, 141;… APS/Kiel 2. Aufl. § 2 KSchG Rn. 588).
cc) Der Senat hat bislang dahin stehen lassen, ob sich Überlegungen zum arbeitgeberübergreifenden Kündigungsschutz im Rahmen eines gemeinschaftlich geführten Betriebs mehrerer Unternehmen auf den öffentlichen Dienst bzw. eine Kirche übertragen lassen (21. Februar 2001 - 2 AZR 579/99 - BAGE 97, 141; 12. November 1998 - 2 AZR 459/97 - AP KSchG 1969 § 23 Nr. 20 = EzA KSchG § 23 Nr. 20).
Es geht nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (vgl. BVerfG…, Beschluss vom 27. Januar 1998 - 1 BvL 15/87 - a. a. O.; dem folgend das BAG in ständiger Rechtsprechung: BAG, Urteil vom 21. Februar 2001 - 2 AZR 579/99 - BAGE 97, 141 = AP Nr. 26 zu § 611 BGB Abmahnung = NZA 2001, 951; BAG…, Urteil vom 21. Februar 2001 - 2 AZR 15/00 - a. a. O.) darum, Arbeitnehmer vor willkürlichen oder auf sachfremden Motiven beruhenden Kündigungen zu schützen.
Ein durch langjährige Mitarbeit erdientes Vertrauen in den Fortbestand eines Arbeitsverhältnisses darf nicht unberücksichtigt bleiben (BAG…, Urteil vom 28. August 2003 - 2 AZR 333/02 - a. a. O.; BAG, Urteil vom 21. Februar 2001 - 2 AZR 579/99 - a. a. O.; BAG…, Urteil vom 21. Februar 2001 - 2 AZR 15/00 - a. a. O.).
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