Source: https://www.rechtslupe.de/verwaltungsrecht/beamtenrecht/der-dienstbeschaedigungsausgleich-eines-ehemaligen-nva-soldaten-370746
Timestamp: 2020-02-23 19:54:49
Document Index: 77264831

Matched Legal Cases: ['§ 44', '§ 2', 'Art 6', '§ 2', '§ 2', '§ 31', '§ 84', 'Art 1', '§ 84', '§ 31', '§ 68', 'Art 3', '§ 68', '§ 106', '§ 254', '§ 106', '§ 68', '§ 154', '§ 106', '§ 154', '§ 59', '§ 2', '§ 84', '§ 84', '§ 2', '§ 84', 'Art 3', '§ 84', 'Art. 2']

Der Dienst­be­schä­di­gungs­aus­gleich eines ehe­ma­li­gen NVA-Sol­da­ten | Rechtslupe ")}}return a.proceed()});scriptParent=document.getElementsByTagName("script")[0].parentNode;if(scriptParent.tagName.toLowerCase!=="head"){head=document.getElementsByTagName("head")[0];aop_around(head,"insertBefore");aop_around(head,"appendChild")}aop_around(scriptParent,"insertBefore");aop_around(scriptParent,"appendChild");var a2a_config=a2a_config||{};a2a_config.no_3p=1;var addthis_config={data_use_cookies:false};var _gaq=_gaq||[];_gaq.push(["_gat._anonymizeIp"])}
Der Dienstbeschädigungsausgleich eines ehemaligen NVA-Soldaten
Der Dienst­be­schä­di­gungs­aus­gleich eines ehe­ma­li­gen NVA-Sol­da­ten
Für das Begeh­ren eines ehe­ma­li­gen NVA-Sol­da­ten, bestands­kräf­ti­ge Fest­set­zun­gen auf Dienst­be­schä­di­gungs­aus­gleich (DbA) im Über­prü­fungs­ver­fah­ren auf­zu­he­ben und ihm einen DbA ohne Berück­sich­ti­gung zusätz­li­cher Bewer­tungs­ele­men­te in Höhe der Grund­ren­te "West" zu gewäh­ren, gibt es im Bun­des­recht kei­ne Rechts­grund­la­ge.
Es kann vor­lie­gend offen blei­ben, von wel­chem Recht bei der Beur­tei­lung der Rechts­wid­rig­keit der nach § 44 Abs 1 S 1 SGB X zurück­zu­neh­men­den Beschei­de aus­zu­ge­hen ist. Sowohl § 2 Abs 1 S 1 DbAG in sei­ner zum 1. Janu­ar 1997 in Kraft getre­te­nen Neu­fas­sung durch Art 6 Nr 3 Buchst a SER/D­bAG-ÄndG 1 als auch § 2 Abs 1 S 1 DbAG 2 jeweils in Ver­bin­dung mit den von ihnen in Bezug genom­me­nen Vor­schrif­ten ? haben DbA-Berech­tig­ten ledig­lich einen Anspruch auf einen DbA in Höhe einer abge­senk­ten Grund­ren­te ein­ge­räumt.
Nach § 2 Abs 1 S 1 DbAG idF vom 19.6.2006 wird der DbA in Höhe der Grund­ren­te nach § 31 iVm § 84a S 1 des Bun­des­ver­sor­gungs­ge­set­zes (BVG) in des­sen Neu­fas­sung durch Art 1 des Geset­zes vom 19.6.2006 geleis­tet. § 84a S 1 Halbs 1 BVG ver­weist auf den Eini­gungs­ver­trag (EinigVtr). Die­ser ord­net in Anla­ge I Kapi­tel VIII Sach­ge­biet K Abschnitt III Nr 1 Buchst a Abs 1 Satz 1 als Maß­ga­be für das Inkraft­tre­ten von § 31 Abs 1, 5 BVG im Bei­tritts­ge­biet an, dass die dort in der jeweils gel­ten­den Fas­sung genann­ten Deut­sche Mark-Beträ­ge mit dem vom Hun­dert­satz zu mul­ti­pli­zie­ren sind, der sich aus dem jewei­li­gen Ver­hält­nis der ver­füg­ba­ren Stan­dard­ren­te (§ 68 Abs 3 SGB VI) in dem in Art 3 des Ver­tra­ges genann­ten Gebiet zur ver­füg­ba­ren Stan­dard­ren­te in dem Gebiet, in dem das BVG schon vor dem Bei­tritt gegol­ten hat, ergibt.
Hin­sicht­lich des Ver­ständ­nis­ses die­ser ein­fach­ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten sieht sich das Bun­des­so­zi­al­ge­richt Senat im Ergeb­nis mit­tel­bar an die Vor­ga­ben des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts 3 gebun­den. Hier­nach ist nun­mehr davon aus­zu­ge­hen, dass sich der genann­ten Nor­men­ket­te aus­ge­hend vom maß­geb­li­chen Ver­ständ­nis­ho­ri­zont eines Juris­ten mit Hil­fe her­kömm­li­cher Aus­le­gungs­me­tho­den aus­rei­chen­de gesetz­li­che Vor­ga­ben für die Wert­be­stim­mung von Rech­ten auf DbA ent­neh­men las­sen, die inhalt­lich den rechts­staat­li­chen Bestimmt­heits­er­for­der­nis­sen der Rege­lungs­ma­te­rie genü­gen.
Der EinigVtr ver­weist zur Bestim­mung eines Anpas­sungs­fak­tors Ost dyna­misch auf die­je­ni­gen Beträ­ge, die sich auf der Grund­la­ge der jewei­li­gen Rechts­la­ge im SGB VI jeweils als Ver­hält­nis der ver­füg­ba­ren Stan­dard­ren­ten in den alten Bun­des­län­dern und im Bei­tritts­ge­biet erge­ben.
Für den Bezugs­zeit­raum 1.1.1999 bis 31.12.2000 gilt unmit­tel­bar der Klam­mer­hin­weis auf § 68 Abs 3 SGB VI 4. Hier­nach ergibt sich die ver­füg­ba­re Stan­dard­ren­te, indem die Brut­to­stan­dard­ren­te um den durch­schnitt­li­chen Bei­trags­an­teil zur Kran­ken­ver­si­che­rung "im Sin­ne des § 106 Abs 2 SGB VI", den Bei­trags­an­teil zur Pfle­ge­ver­si­che­rung und die ohne Berück­sich­ti­gung wei­te­rer Ein­künf­te durch­schnitt­lich auf sie ent­fal­len­den Steu­ern gemin­dert wird.
Die Brut­to­stan­dard­ren­te ent­spricht der Regel­al­ters­ren­te aus der Ren­ten­ver­si­che­rung der Arbei­ter und der Ange­stell­ten mit 45 Ent­gelt­punk­ten (EP). Da das SGB VI zwi­schen EP und EP (Ost) unter­schei­det (§ 254b SGB VI), sind bei der Berech­nung der Brut­to­stan­dard­ren­te West EP und bei der Brut­to­stan­dard­ren­te Ost EP (Ost) zugrun­de zu legen. Von dem sich auf die­ser Grund­la­ge erge­ben­den Betrag ist in Zäh­ler und Nen­ner des Bruchs glei­cher­ma­ßen jeweils allein der­je­ni­ge Bei­trags­an­teil zur Kran­ken­ver­si­che­rung in Abzug zu brin­gen, der sich aus­ge­hend von dem jeweils zum Stich­tag 1. Janu­ar bun­des­ein­heit­lich zu ermit­teln­den durch­schnitt­li­chen all­ge­mei­nen Bei­trags­satz aller Kran­ken­kas­sen auf die Brut­to­stan­dard­ren­te für die Zeit vom 1. Juli des jewei­li­gen Kalen­der­jah­res bis zum 30. Juni des Fol­ge­jah­res ergibt 5. Dage­gen kommt es auf den sons­ti­gen Inhalt von § 106 Abs 2 SGB VI nicht an 6. Eben­so ist die abwei­chen­de Ver­öf­fent­li­chungs­pra­xis des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Gesund­heit ohne Bedeu­tung. Des Wei­te­ren ist in Zäh­ler und Nen­ner des Bruchs jeweils der Bei­trag abzu­zie­hen, der sich für pflicht­ver­si­cher­te Rent­ner in der sozia­len Pfle­ge­ver­si­che­rung ergibt. Die­ses Ergeb­nis ent­spricht aus der maß­geb­li­chen Sicht des recht­lich Kun­di­gen der typi­sier­ten Ver­si­che­rungs­bio­gra­phie des Stan­dard­rent­ners. Schließ­lich ist die Brut­to­stan­dard­ren­te West/​Ost um den Betrag der Ein­kom­men­steu­er zu ver­min­dern, der ggf nach Maß­ga­be der Vor­schrif­ten des EStG ohne Berück­sich­ti­gung wei­te­rer Ein­künf­te auf den bei regu­lä­rem Ren­ten­al­ter maß­geb­li­chen Ertrags­an­teil ent­fällt.
Obwohl der Begriff der ver­füg­ba­ren Stan­dard­ren­te in der Zeit vom 1.1.2001 bis 31.12.2001 weder in § 68 Abs 3 SGB VI noch in einer ande­ren Vor­schrift die­ses Gesetz­buchs defi­niert wird, ist der geschil­der­te Berech­nungs­mo­dus auf der Grund­la­ge einer "bedeu­tungs­er­hal­ten­den Aus­le­gung" (BVerfG vom 4.6.2012 RdNr 109) auch inso­fern fort­zu­füh­ren.
Ab dem 1.1.2002 fin­det sich der Begriff der ver­füg­ba­ren Stan­dard­ren­te ? vom EinigVtr wei­ter­hin erfasst und inhalt­lich deckungs­gleich mit der frü­he­ren Defi­ni­ti­on ? in § 154 Abs 3 S 1 Nr 2 SGB VI. Auch dass die­se Vor­schrift nicht mehr auf § 106 Abs 2 SGB VI ver­weist, ist in Erman­ge­lung eines erkenn­ba­ren gesetz­ge­be­ri­schen Wil­lens, den Begriff der ver­füg­ba­ren Stan­dard­ren­te zu ändern, ohne Bedeu­tung.
Für Bezugs­zei­ten ab dem 1.1.2005 defi­niert § 154 Abs 3 S 1 Nr 2 SGB VI in der ab dann gel­ten­den neu­en Fas­sung die ver­füg­ba­re Stan­dard­ren­te als Regel­al­ters­ren­te aus der all­ge­mei­nen Ren­ten­ver­si­che­rung mit 45 EP, gemin­dert um den durch­schnitt­li­chen Bei­trags­an­teil zur Kran­ken­ver­si­che­rung und den Bei­trag zur Pfle­ge­ver­si­che­rung. Über die nun­mehr in Weg­fall gera­te­ne Rele­vanz der Steu­er­last hin­aus erge­ben sich inhalt­li­che Ände­run­gen auch hier­aus nicht. Das nun­meh­ri­ge Abstel­len auf den "Bei­trag" zur Pfle­ge­ver­si­che­rung ? statt vor­her "Bei­trags­an­teil" ? trägt begriff­lich und sach­lich der vol­len Bei­trags­tra­gung durch den in der sozia­len Pfle­ge­ver­si­che­rung pflicht­ver­si­cher­ten Rent­ner seit dem 1.4.2004 Rech­nung (§ 59 Abs 1 S 1 SGB XI). Der zum 1.1.2005 in der sozia­len Pfle­ge­ver­si­che­rung ein­ge­führ­te Bei­trag für Kin­der­lo­se bleibt inso­fern unbe­rück­sich­tigt, weil das Modell des Stan­dard­rent­ners indi­vi­du­el­le Gege­ben­hei­ten wie die Eltern­ei­gen­schaft unbe­rück­sich­tigt lässt. Dage­gen ist zu beach­ten, dass ab dem 1.7.2005 der "durch­schnitt­li­che Bei­trags­an­teil zur Kran­ken­ver­si­che­rung" auch den zusätz­li­chen Bei­trags­an­teil in Höhe von 0,9% der Stan­dard­ren­te mit umfasst.
Hier­ge­gen bestehen unter dem Gesichts­punkt der Rück­wir­kung kei­ne ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken. § 2 Abs 1 S 1 DbAG hat bereits in sei­ner ursprüng­li­chen Fas­sung ohne gleich­zei­ti­ge Bezug­nah­me auf einen bestimm­ten Per­so­nen­kreis auf den (nach dem EinigVtr) für das Bei­tritts­ge­biet gel­ten­den (nied­ri­ge­ren) Betrag der Grund­ren­te nach dem BVG ver­wie­sen. Es kann daher offen blei­ben, ob der eben­falls durch den EinigVtr ein­ge­füg­te § 84a BVG in sei­ner dama­li­gen Fas­sung auch den Per­so­nen­kreis der Klä­ger erfasst hat oder nur für "Umzüg­ler" und "Zuzüg­ler-Umzüg­ler" auf die Rege­lun­gen des EinigVtr ver­wie­sen hat, die eine "abge­senk­te" Grund­ren­te vor­se­hen. Dies gilt auch für Zei­ten ab dem 1.1.1999, weil das BVerfG aus­weis­lich der Grün­de sei­nes Urteils vom 14.3.2000 § 84a BVG nur hin­sicht­lich einer abge­senk­ten Grund­ren­te für Kriegs­op­fer für nich­tig erklärt hat. Das ? vor­lie­gend anwend­ba­re ? neue Recht (§ 2 Abs 1 S 1 DbAG iVm § 84a BVG idF vom 19.6.2006) führt zu kei­ner inhalt­li­chen Ände­rung.
Schließ­lich erge­ben sich auch kei­ne Beden­ken im Blick auf den all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz (Art 3 Abs 1 GG). Die Ungleich­be­hand­lung gegen­über Ver­sor­gungs­emp­fän­gern, die zum Stich­tag 18.5.1990 ihren Wohn­sitz in den alten Bun­des­län­dern hat­ten und gegen­über dem von § 84a S 3 BVG idF vom 19.6.2006 begüns­tig­ten Per­so­nen­kreis ist jeweils hin­rei­chend sach­lich gerecht­fer­tigt
Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 23. Okto­ber 2013 – B 5 RS 25/​12 R
Der Dienst­be­schä­di­gungs­aus­gleich eines ehe­ma­li­gen… Für das Begeh­ren eines ehe­ma­li­gen NVA-Sol­da­ten, bestands­kräf­ti­ge Fest­set­zun­gen auf Dienst­be­schä­di­gungs­aus­gleich (DbA) im Über­prü­fungs­ver­fah­ren auf­zu­he­ben und ihm einen DbA ohne Berück­sich­ti­gung zusätz­li­cher Bewer­tungs­ele­men­te in Höhe der…
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vom 19.06.2006, BGBl I 1305[↩]
vom 11.11.1996, BGBl I 1674[↩]
BVerfG, Beschluss vom 04.06.2012 – 2 BvL 9/​08 u.a.[↩]
in der ab 1.1.1997 maß­geb­li­chen Fas­sung vom 10.5.1995, BGBl I, 678[↩]
BVerfG aaO RdNrn 105, 107 ff[↩]
BVerfG aaO RdNr 107[↩]
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