Source: http://mainz-kwasniok.de/steuertipps-im-familienrecht/steuer-%C3%A4nderungen-2013/
Timestamp: 2017-09-22 06:00:28
Document Index: 253017109

Matched Legal Cases: ['§ 26', '§ 26', '§ 10', '§ 35', '§ 25', '§ 26', '§ 26', '§ 35', '§ 26']

Steuer: Änderungen 2013
Steuer bei Trennung/Scheidung: Änderungen 2013
Ab 2013 gelten neue Regeln für die Ehegatten-Veranlagung (Veranlagungsarten). Durch das Steuervereinfachungsgesetz 2011 wurden die Veranlagungsarten für Eheleute von sieben auf nur noch vier mögliche Veranlagungs- und Tarifvarianten reduziert. Die getrennte Veranlagung mit Grundtarif, die besondere Veranlagung mit Grundtarif und das Witwensplitting fallen weg.
Ab dem Veranlagungszeitraum 2013 sind noch folgende Veranlagungsarten möglich:
Für Ehegatten, die sich mit Trennung und Scheidung befassen, ist also vor allem relevant: Ab dem 1.1.2013 fällt also die Möglichkeit der getrennten Veranlagung weg. Stattdessen ist eine Einzelveranlagung möglich, siehe § 26a EStG.
Ehegatten haben künftig ein Veranlagungswahlrecht zwischen der Einzelveranlagung und der Zusammenveranlagung. Die Einzelveranlagung ersetzt die bisherige getrennte Veranlagung. Mit der Einzelveranlagung können Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen/Handwerkerleistungen nicht mehr steueroptimierend frei zugeordnet werden. Sie werden demjenigen zugerechnet, der sie wirtschaftlich getragen hat. Auf Antrag ist eine hälftige Zuordnung der Aufwendungen möglich.
Veranlagungsart nicht mehr beliebig oft ändern
Bisher konnten Eheleute die mit Abgabe der Steuererklärung ausgeübte Wahl der Veranlagungsart nachträglich bis zur Bestandskraft des Steuerbescheides bzw. im Rahmen von Änderungsveranlagungen, Einspruchsverfahren oder finanzgerichtlichen Verfahren beliebig oft ändern.
Ab dem 1.1.2013 ist die Änderung der gewählten Veranlagungsart grundsätzlich nur noch bis zur Bestandskraft des Steuerbescheids möglich (§ 26 Abs. 2 Satz 4 EStG).
Sie kann nach Unanfechtbarkeit des Steuerbescheids nur noch dann geändert werden, wenn folgende Voraussetzungen kumulativ gegeben sind:
Tipp: Ab dem 1.1.2012 wird die Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten deutlich vereinfacht (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 EStG): - Die Kosten sind einheitlich nur noch als Sonderausgaben abziehbar. Die Unterscheidung nach erwerbsbedingtem und nicht erwerbsbedingtem Aufwand wird aufgegeben, die persönlichen Anspruchsvoraussetzungen spielen keine Rolle mehr, Betreuungskosten werden unterschiedslos für Kinder ab der Geburt bis zum 14. Lebensjahr berücksichtigt.
Einzelveranlagung für Ehegatten
- Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und die Steuerermäßigung nach § 35a EStG (für Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen) werden dem Ehegatten zuzurechnen, der die Aufwendungen wirtschaftlich getragen hat. Die Ehegatten können aber auch beantragen, dass die Aufwendungen ihnen jeweils zur Hälfte zugerechnet werden sollen.
- Bei außergewöhnlichen Belastungen allgemeiner Art wird die zumutbare Belastung nach dem Gesamtbetrag der Einkünfte eines jeden Ehegatten bestimmt und nicht wie bisher bei der getrennten Veranlagung nach dem Gesamtbetrag der Einkünfte beider Ehegatten. Dies entspricht dem Prinzip der Individualbesteuerung.
Anders als bisher bei der getrennten Veranlagung ist es künftig nicht mehr möglich, die Zuordnung in einem beliebigen Verhältnis auf beide Ehegatten zu verteilen. Für die hälftige Zurechnung genügt ein "übereinstimmender" Antrag, nicht erforderlich ist ein "gemeinsamer" Antrag. Hierdurch tritt ein Vereinfachungseffekt ein, denn weder die Finanzverwaltung noch der Steuerbürger ist auf die Erklärung des anderen Ehegatten angewiesen.
Neuregelung (§ 25 Abs. 3 EStG)
(3) Die steuerpflichtige Person hat für den Veranlagungszeitraum eine eigenhändig unterschriebene Einkom-mensteuererklärung abzugeben. Wählen Ehegatten die Zusammenveranlagung (§ 26b), haben sie eine gemeinsame Steuererklärung abzugeben, die von beiden eigenhändig zu unterschreiben ist.
Neuregelung (§ 26 EStG)
2. die Änderung der Wahl der Veranlagungsart der zuständigen Finanzbehörde bis zum Eintritt der Un-anfechtbarkeit des Änderungs- oder Berichtigungsbescheides schriftlich oder elektronisch mitgeteilt oder zur Niederschrift erklärt worden ist und
(1) Bei Einzelveranlagung von Ehegatten sind jedem Ehegatten die von ihm bezogenen Einkünfte zuzurech-nen. Einkünfte eines Ehegatten sind nicht allein deshalb zum Teil dem anderen Ehegatten zuzurechnen, weil dieser bei der Erzielung der Einkünfte mitgewirkt hat.
(2) Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und die Steuerermäßigung nach § 35a werden demje-nigen Ehegatten zugerechnet, der die Aufwendungen wirtschaftlich getragen hat. Auf übereinstimmenden Antrag der Ehegatten werden sie jeweils zur Hälfte abgezogen. Der Antrag des Ehegatten, der die Auf-wendungen wirtschaftlich getragen hat, ist in begründeten Einzelfällen ausreichend. § 26 Absatz 2 Satz 3 gilt entsprechend.
Ehegatten-Splitting auch für Homosexuelle
Homo-Ehen haben auch ein Recht auf den Steuervorteil genannt Ehegattensplitting. Das entschied am 6.6.2013 das Bundesverfassungsgericht. Die Regelung für eingetragene Lebenspartner soll sogar rückwirkend bis zum Jahr 2001 greifen.