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Timestamp: 2017-09-22 17:11:14
Document Index: 73413699

Matched Legal Cases: ['§45', '§14', '§14', '§14', '§ 37', '§37', '§36', '§38', '§ 45', '§ 45']

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Unser Pflegelexikon
Wir haben für Sie im Folgenden einige nützliche Informationen zum Thema Pflegeversicherung und Pflegestufe zusammengestellt. Viele Fragen rund um das Thema Pflege werden wahrscheinlich trotzdem noch offen bleiben. Wir beraten Sie gerne kostenlos. Rufen Sie uns an unter [030] 675 15 08-0 oder schreiben sie uns an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
Wer ist im Sinne der Pflegeversicherung Pflegebedürftig?
Wer bekommt eine Pflegestufe?
Wie viel Geld bekomme ich für welche Pflegestufe?
Zusätzliche Betreuungsleistungen nach §45 SGB XI
Leistungen der Pflegeversicherung können in Anspruch genommen werden, wenn Pflegebedürftigkeit festgestellt wurde. Ob jemand Pflegebedürftig ist oder nicht wird vom MDK (Medizinischen Dienst der Krankenkassen) begutachtet. Grundlage für die Einschätzung ist der §14 des 11. Sozialgesetzbuches. Um als Pflegebedürftig eingestuft zu werden gelten folgende Kriterien:
Es muss aufgrund einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung ein Hilfebedarf für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens vorliegen
Und zwar in erheblichem oder höherem Maße
Der Hilfebedarf muss zudem auf Dauer bestehen, mindestens jedoch für sechs Monate
Die Pflegeversicherung fasst die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrende Verrichtungen des täglichen Lebens zu vier Bereichen zusammen.
„Im Bereich der Körperpflege: das Waschen, Duschen, Baden, Zahnpflege, Kämmen, Rasieren, Darm- und Blasenentleerung
im Bereich der Ernährung: das mundgerechte Zubereiten oder die Aufnahme der Nahrung
im Bereich der Mobilität: das selbständige Aufstehen und Zu-Bett-Gehen, An- und Auskleiden, Gehen, Stehen, Treppensteigen, Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung
im Bereich der hauswirtschaftlichen Versorgung: das Einkaufen, Kochen, Reinigen der Wohnung, Spülen, Wechseln und Waschen der Wäsche und Kleidung oder das Beheizen" (§14 Abs. 4 SGB XI).
Bei der nachfolgenden Einteilung der Pflegestufen ist der Zeitaufwand maßgeblich, den ein Familienangehöriger oder eine andere nicht als Pflegekraft ausgebildete Pflegeperson für die erforderlichen Leistungen der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung benötigt. Außerdem sind die angegebenen Zeiten als Wochendurchschnitt zu verstehen.
Es muss Hilfebedarf für mindestens zwei der Verrichtungen des täglichen Lebens (wie sie im §14 Abs. 4 SGB XI beschrieben sind) bestehen und
Der Pflegebedürftige muss mindestens einmal täglich im Umfang von mind. 90 Minuten Unterstützung benötigen, davon mehr als 45 Minuten im Bereich der Grundpflege.
Zusätzlich müssen mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung erforderlich sein.
Der Pflegebedürftige muss mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Uhrzeiten im Umfang von mindestens 180 Minuten Unterstützung benötigen, davon mindestens 120 Minuten im Bereich der Grundpflege.
Der Pflegebedürftige muss täglich rund um die Uhr, auch nachts, im Umfang von mindestens 300 Minuten Unterstützung benötigen, davon mindestens 240 Minuten im Bereich der Grundpflege.
Wurde eine Pflegestufe vom MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) bewilligt so gewährt die Pflegeversicherung Leistungen. Hier muss erst einmal grundsätzlich unterschieden werden, ob die pflegebedürftige Person Pflegegeld oder sogenannte Pflegesachleistungen erhalten möchte.
Empfänger des Pflegegeldes ist der Pflegebedürftige, der es an eine oder mehrere Angehörige oder Bekannte, die die Pflege übernehmen sollen weitergibt. Voraussetzung für die Gewährung von Pflegegeld ist allerdings, „dass der Pflegebedürftige mit dem Pflegegeld, dessen Umfang entsprechend, die erforderliche Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung in geeigneter Weise selbst sicherstellt“ (§ 37 Abs.1 SGB XI).
Für Pflegegeld gelten laut (§37 Abs.1 SGV XI) folgende Geldbeträge pro Monat:
Pflegestufe 0 123 Euro
Pflegestufe I 244 Euro (für Demenzkranke: 316 Euro)
Pflegestufe II 458 Euro (für Demenzkranke: 525 Euro)
Pflegestufe III 728 Euro
Pflegesachleistung bedeutet, dass die Pflegeversicherung Pflegeeinsätze professioneller Pflegekräfte sowie hauswirtschaftliche Versorgung als so genannte Pflegesachleistung gewährt.
Für Pflegesachleistungen gelten laut (§36 Abs.3 SGV XI) folgende Beträge pro Monat, die für die Beauftragung eines Pflegedienstes wie DOMUSVITA monatlich zur Verfügung stehen:
Pflegestufe 0 100 Euro (für Demenzkranke: 231 Euro)
Pflegestufe I 468 Euro (für Demenzkranke seit 1. Januar 2013: 689 Euro)
Pflegestufe II 1144 Euro (für Demenzkranke seit 1. Januar 2013: 1298 Euro)
Pflegestufe III 1612 Euro / 1995 Euro (in Härtefällen)
Durch das Pflegestärkungsgesetz hat es in diesem Bereich verschiedene Änderungen gegeben, dessen Bedeutung in jedem Fall individuell zu prüfen ist, unsere Pflegeexperten helfen Ihnen hier gerne kostenlos weiter, rufen Sie uns hierzu unter unserer Rufnummer [030] 53 00 555 - 0 an.
Die Leistungen bei häuslicher Pflege können auch als so genannte Kombinationsleistung aus Pflegegeld und Pflegesachleistungen in Anspruch genommen werden (§38 SGB XI).
Seit dem 01.07.2008 besteht für Versicherte mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz ein zusätzlicher Leistungsanspruch. Dieser Leistungsanspruch staffelt sich je nach Umfang des Betreuungsbedarfs.
Anspruch auf die Leistung nach § 45b SGB XI haben Pflegebedürftige der Pflegestufen I, II und III und Personen, die einen Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung haben, der nicht das Ausmaß der Pflegestufe I erreicht, mit einem auf Dauer bestehenden erheblichen Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung.
Ob Anspruch auf die zusätzliche Betreuungsleistung nach § 45b SGB XI besteht, prüft der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK). Je nach Betreuungsbedarf des Versicherten wird der Grundbetrag von 100 € monatlich oder der erhöhte Betrag von 200 € monatliche gewährt.
Dieser Geldbetrag wird nicht an den Versicherten ausgezahlt sondern der Versicherte kann in Anspruch genommene sogenannte "niederschwellige Betreuungsangebote" der Pflegekasse in Rechnung stellen.
Die Inhalte dieser Seite beinhalten Auszüge aus folgenden Quellen: Sozialgesetzbuch (SGB) - Elftes Buch (XI) Soziale Pflegeversicherung (Artikel 1 des Gesetzes vom 26. Mai 1994, BGBl. I S. 1014 http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/index.html Simon, Michael: Das Gesundheitssystem in Deutschland - Eine Einführung in Struktur und Funktionsweise. Verlag Hans Huber, 2010, S. 328-333.
Änderungen durch das Pflegeneuausrichtungsgesetz, Informationen unter http://www.dmrz.de/pflege-neuausrichtungs-gesetz-png-pflegesachleistung-pflegegeld.html
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