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Timestamp: 2016-10-27 08:57:01
Document Index: 118932927

Matched Legal Cases: ['Art. 9', 'Art. 58', 'Art. 679', 'Art. 57', 'BGE', 'Art. 88', 'BGE', 'Art. 48', 'BGE', 'BGE', 'Art. 270', 'Art. 270', 'Art. 270', 'Art. 90', 'BGE', 'BGE', 'Art. 84', 'Art. 84', 'Art. 156', 'Art. 159']

5P.256/2000 (04.04.2001)
5P.256/2000/min
Einwohnergemeinde Interlaken, Gemeindeverwaltung, General Guisan-Strasse 43, 3800 Interlaken, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch F�rsprecher Dr. Andreas Jost, Gesellschaftsstrasse 27, Postfach 6858, 3001 Bern,
Fintransverwag Gesellschaft f�r Finanztransaktionen und Verwaltungen AG, Mezenerweg 8a, 3013 Bern, Beschwerdegegnerin, vertreten durch F�rsprecher Dr. Bernard Rosat, Dufourstrasse 18, Postfach, 3000 Bern 6,Appellationshof des Kantons Bern, II. Zivilkammer,
(Art. 9 BV etc. , Grundeigent�merhaftung), hat sich ergeben:
A.-Die Fintransverwag ist Eigent�merin des Grundst�cks Interlaken, GBBl-Nr. 209, an der Bahnhofstrasse 1 in Interlaken, welches in der Ecke Bahnhofstrasse/Zentralstrasse liegt.
In der Bahnhofstrasse/H�henstrasse bzw. H�henweg verl�uft eine Kanalisationsleitung, der sog. Hauptsammelkanal. Dieser Kanal war urspr�nglich als undichte Kanalisationsleitung konzipiert.
L�cher auf der unteren Seite der Leitung erm�glichten das Eindringen von Grundwasser zwecks Reinigung des Kanalisationsrohrs.
In den Jahren 1976/77 dichtete die Gemeinde Interlaken den Hauptsammelkanal ab. Dies hatte zur Folge, dass fortan kein Grundwasser mehr durch den Hauptsammelkanal abgeleitet wurde. Im Fr�hjahr 1990 wurde auch die Kanalisationsnebenleitung in der Centralstrasse saniert, welche nahe an der Liegenschaft der Fintransverwag vorbei verl�uft und in der Bahnhofstrasse/H�henstrasse in den Hauptsammelkanal m�ndet.
Im Unterschied zum Hauptsammelkanal handelte es sich bei der Kanalisationsnebenleitung um eine urspr�nglich dicht konzipierte Leitung, die aber im Verlaufe der Jahre zunehmend leck geworden war. Die Abdichtung dieser Leitung hatte zur Folge, dass auch durch die Kanalisationsnebenleitung kein Grundwasser mehr abfliessen konnte. Nach Abschluss der Arbeiten am 6. April 1990 drang am 12. April 1990 Grundwasser ins Untergeschoss der Liegenschaft der Fintransverwag ein. Auch sp�ter soll es zu weiteren kleineren und gr�sseren Wassereinbr�chen und �berm�ssigen Feuchtigkeitserscheinungen gekommen sein.
B.-Am 27. Mai 1992 erhob die Fintransverwag gegen die Gemeinde Interlaken beim Appellationshof des Kantons Bern Klage und verlangte einerseits die Anordnung sichernder Massnahmen zur Verhinderung k�nftiger Wassereinbr�che, �berschwemmungen und Feuchtigkeitserscheinungen sowie f�r den Fall der Nichterf�llung die Erm�chtigung zur Ersatzvornahme; andrerseits machte sie Schadenersatz geltend und berief sich diesbez�glich auf Art. 58/59 OR und Art. 679/684 ZGB. Mit Zwischenentscheid vom 19. Dezember 1996/21. Juli 1997 bejahte der Appellationshof des Kantons Bern die Haftung der Gemeinde Interlaken. Dagegen erhob die Gemeinde Interlaken sowohl staatsrechtliche Beschwerde als auch Berufung. Mit Urteil vom 28. September 1997 trat das Bundesgericht weder auf das eine noch das andere Rechtsmittel ein, weil die Kostenvorsch�sse nicht rechtzeitig bezahlt worden waren.
C.-Mit Endentscheid vom 30. November 1999/2. Juni 2000 verurteilte der Appellationshof die Gemeinde Interlaken, der Fintransverwag Fr. 406'588. 60 zu bezahlen; im �brigen wurde die Klage abgewiesen (Ziff. 1). Die Gerichtskosten von insgesamt Fr. 256'804. 70 wurden zu einem F�nftel der Fintransverwag und zu vier F�nfteln der Gemeinde Interlaken �berbunden (Ziff. 2), und die Gemeinde Interlaken wurde verpflichtet, der Fintransverwag einen Parteikostenbeitrag von Fr. 80'000.-- zu bezahlen (Ziff. 3). Schliesslich wurde die Gemeinde Interlaken verurteilt, der Fintransverwag die Gerichtskosten der vorsorglichen Beweisf�hrung von Fr. 60'889. 10 zu ersetzen und ihr den Parteikostenvorschuss von Fr. 2'500.-- zur�ckzuerstatten (Ziff. 4).
D.-Gegen das Urteil des Appellationshofs vom 30. November 1999/2. Juni 2000 sowie den Zwischenentscheid vom 19. Dezember 1996/21. Juli 1997 erhob die Einwohnergemeinde Interlaken beim Bundesgericht sowohl staatsrechtliche Beschwerde als auch Berufung. Mit ihrer staatsrechtlichen Beschwerde vom 5. Juli 2000 beantragt die Gemeinde Interlaken dem Bundesgericht, sowohl das Urteil als auch den Zwischenentscheid aufzuheben.
In ihrer Vernehmlassung vom 28. September 2000 beantragt die Fintransverwag, auf die Beschwerde nicht einzutreten, eventualiter sie abzuweisen.
Gegen das Urteil des Appellationshofs des Kantons Bern vom 30. November 1999/2. Juni 2000 erhob auch die Fintransverwag staatsrechtliche Beschwerde und Berufung.
1.-Erhebt eine Partei gleichzeitig staatsrechtliche Beschwerde und Berufung, so ist in der Regel zuerst �ber die staatsrechtliche Beschwerde zu befinden, und der Entscheid �ber die Berufung wird ausgesetzt (Art. 57 Abs. 5 OG). Im vorliegenden Fall besteht kein Anlass, anders zu verfahren, wobei vorab �ber die staatsrechtliche Beschwerde des beklagten Gemeinwesens zu entscheiden ist, weil dieses seine Haftpflicht grunds�tzlich in Frage stellt. Anschliessend wird �ber die von der Gegenpartei erhobene staatsrechtliche Beschwerde zu entscheiden sein, bevor �ber die Berufungen zu befinden ist.
2.-Das Bundesgericht pr�ft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob und inwieweit auf eine staatsrechtliche Beschwerde einzutreten ist (BGE 124 I 223 E. 1 S. 224 m.w.H.).
a) Gem�ss Art. 88 OG sind B�rger und Korporationen zur Beschwerdef�hrung u.a. dann legitimiert, wenn sie Rechtsverletzungen geltend machen, welche sie durch Verf�gungen erlitten haben, die sie pers�nlich treffen. Da die staatsrechtliche Beschwerde ein Rechtsmittel zum Schutz der Tr�ger verfassungsm�ssiger Rechte gegen �bergriffe der Staatsgewalt ist, ist eine K�rperschaft wie die Beschwerdef�hrerin zur Beschwerdef�hrung nur ausnahmsweise legitimiert. Dies ist u.a. dann der Fall, wenn die K�rperschaft nicht hoheitlich handelt, sondern sich auf dem Boden des Privatrechts bewegt oder sonstwie als dem B�rger gleichgeordnetes Rechtssubjekt auftritt und durch den angefochtenen Akt wie eine Privatperson betroffen wird. Ob diese Voraussetzungen erf�llt sind, bestimmt sich in erster Linie aufgrund der Rechtsnatur des Verh�ltnisses, das der Auseinandersetzung zugrunde liegt (BGE 125 I 173 E. 1b S. 175, 121 I 218 E. 2 S. 219 ff., 120 Ia 95 E. 1a S.97). Im vorliegenden Fall wird die Beschwerdef�hrerin nicht aus �ffentlichem Recht, sondern in ihrer Eigenschaft als Grundeigent�merin der Centralstrasse und der Kanalisationsanlage bzw. als Werkeigent�merin, mithin wie irgendeine Privatperson belangt. Entgegen der Darstellung der Beschwerdegegnerin ist nicht massgeblich, dass die T�tigkeit der Beschwerdef�hrerin, aus welcher die Beschwerdegegnerin einen Haftungsanspruch glaubt herleiten zu k�nnen, in Wahrnehmung �ffentlicher Aufgaben erfolgte. Die Legitimation der Beschwerdef�hrerin ist daher zu bejahen.
b) An der Zul�ssigkeit der vorliegenden Beschwerde gegen den Endentscheid vom 30. November 1999 und den Zwischenentscheid vom 19. Dezember 1996 �ndert auch der Umstand nichts, dass auf eine erste gegen den Zwischenentscheid vom 19. Dezember 1996 gerichtete Beschwerde wegen versp�teter Bezahlung des Kostenvorschusses nicht eingetreten wurde. Gem�ss Art. 48 Abs. 3 OG bezieht sich eine Berufung gegen den Endentscheid auch gegen vorausgegangene Zwischenentscheide, die - wie im vorliegenden Fall - nicht materiell �berpr�ft worden sind. Wenn aber eine Berufung sowohl gegen den Endentscheid als auch gegen den vorangegangenen Zwischenentscheid gegeben ist, muss das Gleiche auch f�r die staatsrechtliche Beschwerde gelten; die staatsrechtliche Beschwerde gegen einen Zwischenentscheid ist n�mlich nach der Rechtsprechung ohne weiteres zul�ssig, wenn dagegen gleichzeitig zul�ssige Berufung erhoben wird (117 II 349 E. 2b S. 351, 108 Ia 204 E. 1). Auch insoweit ist auf die staatsrechtliche Beschwerde somit einzutreten.
3.-Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist in erster Linie die Frage zu pr�fen, ob zwischen der Abdichtung der Kanalisationsleitung in der Centralstrasse, welche von der Beschwerdef�hrerin durchgef�hrt wurde, und dem Eindringen von Grundwasser in das Kellergeschoss der Liegenschaft der Beschwerdegegnerin ein ad�quater Kausalzusammenhang besteht.
a) Die Frage, ob ein nat�rlicher Kausalzusammenhang zwischen einem Ereignis und dem Eintritt eines Schadens gegeben ist, ist eine Tatsachenfrage. Die diesbez�glichen tats�chlichen Feststellungen k�nnen nicht mit Berufung, sondern nur mit staatsrechtlicher Beschwerde angefochten werden (BGE 113 II 52 E. 2 S. 56, 345 E. 2a S. 351). Demgegen�ber ist die Frage, ob ein ad�quater Kausalzusammenhang gegeben ist, eine Rechtsfrage (BGE 116 II E. 4a S. 524). Im Zusammenhang mit den Feststellungen zum Vorliegen eines ad�quaten Kausalzusammenhangs wirft die Beschwerdef�hrerin dem Appellationshof verschiedene Verfassungsverletzungen vor.
b) Zun�chst macht sie geltend, dass der Appellationshof den Anspruch auf rechtliches Geh�r verletzt habe, indem er sich geweigert habe, eine Oberexpertise anzuordnen (nachfolgend lit. aa) sowie eine Videokassette zu den Akten zu nehmen und weitere Beweiserhebungen zu treffen (nachfolgend lit. bb).
aa)Soweit die Beschwerdef�hrerin geltend macht, der Verzicht auf die Anordnung einer Oberexpertise stelle eine Geh�rsverweigerung dar, weil ein Privatgutachter zu anderen Ergebnissen als der Gerichtsgutachter gekommen sei, erweist sich die Beschwerde als unbegr�ndet. Privatgutachten, die als Stellungnahme zu gerichtlichen Gutachten vorgelegt werden, haben nur die Bedeutung von Parteivorbringen, sind als solche jedoch zu beachten (Leuch/Marbach/Kellerhals/Sterchi, Die Zivilprozessordnung f�r den Kanton Bern, 4. Auflage, Bern 2000, N. 2b zu Art. 270 ZPO). Wenn beispielsweise aufgrund eines Parteigutachtens hinsichtlich eines Gerichtsgutachtens Unklarheiten auftreten, kann der Richter gem�ss Art. 270 ZPO/BE von Amtes wegen oder auf Antrag der Parteien neue Fragen stellen oder die Sachverst�ndigen zur m�ndlichen Einvernahme vorladen. Der Richter ist auch frei, von Amtes wegen oder auf Parteiantrag hin eine neue Begutachtung durch einen anderen Sachverst�ndigen (Oberexpertise) anzuordnen, wenn das abgelieferte Gutachten erkennbare Schw�chen aufweist und nicht zu �berzeugen vermag. Eine Partei hat indessen nicht bereits dann Anspruch auf einen neuen Experten, wenn sie mit den Ergebnissen des Gutachtens nicht einverstanden ist. Vielmehr ist nach der Berner Praxis nur dann ein neuer Experte einzusetzen, wenn der Experte in Bezug auf die zu begutachtenden Sachfragen nicht gen�gend fachkundig ist, wenn das Gutachten unzul�nglich begr�ndet bzw. mit Widerspr�chen behaftet ist oder wenn das Gutachten auf unzutreffenden tats�chlichen Pr�missen beruht, wobei in Bezug auf die beiden letzten Punkte vorweg zu pr�fen ist, ob die M�ngel durch einen Erg�nzungsbericht des ersten Experten behoben werden k�nnen (Leuch/Marbach/Kellerhals/Sterchi, a.a.O., N. 3 zu Art. 270, m.w.H.). Im vorliegenden Fall erhebt die Beschwerdef�hrerin keine Einw�nde gegen die Fachkunde des Experten, sondern macht lediglich geltend, dass das Gutachten unzul�nglich begr�ndet und mit Widerspr�chen behaftet sei. Da diesbez�glich ein Erg�nzungsbericht des Sachverst�ndigen eingeholt wurde, besteht nach Berner Praxis keine Anspruch auf eine neue Expertise.
Von einer Verletzung des rechtlichen Geh�rs kann keine Rede sein. Vielmehr stellt sich einzig die Frage, ob der Appellationshof dadurch, dass er auf die Schlussfolgerungen des Gerichtsgutachters abgestellt hat, eine willk�rliche Beweisw�rdigung vorgenommen hat (nachfolgend lit. b).
bb) Auch der Umstand, dass die Videokassette "Kanalfernsehen" nicht zu den Akten genommen wurde, stellt keine Verletzung des rechtlichen Geh�rs dar. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der Appellationshof gest�tzt auf das Beweisergebnis im Sinn einer antizipierten Beweisw�rdigung darauf verzichtet hatte. Da die Beschwerdef�hrerin aber mit keinem Wort eine willk�rliche (antizipierte) Beweisw�rdigung r�gt, ist auf die Beschwerde insoweit nicht einzutreten. Aus dem gleichen Grund ist auch auf den Einwand nicht einzutreten, dass das rechtliche Geh�r dadurch verletzt worden sei, dass Dr. Haefeli nicht als Sachverst�ndiger zur Hauptverhandlung vorgeladen worden sei und diverse weitere Personen nicht angeh�rt worden seien. Auch diesbez�glich liegt eine antizipierte Beweisw�rdigung vor, welche nicht als willk�rlich beanstandet wurde. Ebenso wenig liegt eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs vor, soweit dem Appellationshof vorgeworfen wurde, zwei Berichte von Dr. Haefeli und Hans Boss nicht ber�cksichtigt zu haben. Auch in diesem Zusammenhang ist von einer antizipierten Beweisw�rdigung auszugehen, welche nur wegen Willk�r h�tte ger�gt werden k�nnen; allein mit dem Hinweis, dass Hans Boss "wesentliche Annahmen der Gerichtsexperten [widerlegt] und ... deren Methode" kritisiert habe, wird nicht substantiiert, weshalb die Beweisw�rdigung willk�rlich sein soll (Art. 90 Abs. 1 lit. bOG).
b) Im Folgenden ist zu pr�fen, ob der Appellationshof dadurch, dass er auf die Erkenntnisse des Gerichtsgutachters abstellte, die Beweise in willk�rlicher Weise gew�rdigt hat. Dabei ist zu ber�cksichtigen, dass ein Entscheid nach st�ndiger Rechtsprechung nicht schon dann willk�rlich ist, wenn eine andere L�sung ebenfalls vertretbar erschiene oder gar vorzuziehen w�re. Vielmehr hebt das Bundesgericht einen Entscheid wegen willk�rlicher Beweisw�rdigung nur auf, wenn er offensichtlich unhaltbar ist und mit den tats�chlichen Verh�ltnissen in klarem Widerspruch steht (BGE 121 I 113 E. 3a S. 114 m.w.H.).
aa) Soweit die Beschwerdef�hrerin die auf den Ergebnissen des Gerichtsgutachtens beruhenden Annahmen des Appellationshofes, dass die Abdichtung der Kanalisationsnebenleitung in der Centralstrasse zu einer Erh�hung des Grundwasserspiegels um ca. 10 cm gef�hrt habe, als willk�rlich r�gt, weil der Privatexperte Haefeli zum Schluss gelangt sei, dass selbst unter der Annahme der ung�nstigsten Bedingungen f�r die Beschwerdef�hrerin nur von einem Anstieg des Grundwasserspiegels um h�chstens 0 bis 4 cm ausgegangen werden k�nne, ist Willk�r nicht dargetan. Allein aus dem Umstand, dass der Privatgutachter zu einem anderen Ergebnis gelangt als der Gerichtsgutachter, kann nicht geschlossen werden, dass die Erkenntnisse des Gerichtsgutachters willk�rlich sind.
bb) Desgleichen ist auf die Beschwerde insoweit nicht einzutreten, als die Beschwerdef�hrerin dem Appellationshof Willk�r vorwirft, weil aufgrund einer blossen Sch�tzung des Gerichtsexperten "nicht schl�ssig" ein Anstieg des Grundwassers um ca. 10 cm abgeleitet werden k�nne. Der Appellationshof behauptet nicht, dass die Abdichtung der Kanalisationsnebenleitung mit Sicherheit zu einem Grundwasseranstieg von 10 cm gef�hrt habe, sondern dass dies mit hoher Wahrscheinlichkeit der Fall gewesen sei. Soweit die Beschwerdef�hrerin mit ihrer Kritik beanstanden sollte, dass ein falsches Beweismass - nur �berwiegende Wahrscheinlichkeit statt des strikten Beweises - verlangt worden sei, thematisiert sie eine bundesrechtliche Frage (BGE 121 III 358 E. 5 S. 363, 115 II 440 E. 5a S. 447 f. und E. 6a S. 449 f., 107 II 269 E. 1b S. 273 m.w.H.), die nur mit Berufung und nicht mit staatsrechtlicher Beschwerde angefochten werden kann (Art. 84 Abs. 2 OG). Dass in willk�rlicher Weise von einer �berwiegenden Wahrscheinlichkeit des im angefochtenen Urteil unterstellten Kausalverlaufs ausgegangen worden sei, wird nicht behauptet. Auf die Beschwerde ist auch insoweit nicht einzutreten, als die tats�chlichen Annahmen des Appellationshofes als willk�rlich beanstandet werden, weil die Gerichtsexperten selbst ausgef�hrt h�tten, dass genauere Abkl�rungen im Zentimeterbereich fraglich seien.
cc) Sodann erweist sich die Beschwerde als unbegr�ndet, soweit dem Appellationshof vorgeworfen wird, auf die Meinung der Gerichtsexperten abgestellt zu haben, obwohl diese ihre ersten Aussagen in Frage gestellt und erkl�rt h�tten, dass sie diese nochmals gr�ndlich �berpr�fen m�ssten.
Mit dieser Aussage haben die Gerichtsexperten ihre ersten Erkenntnisse keineswegs revidiert, sondern lediglich anget�nt, dass nur eine Kurzstellungnahme zum Privatgutachten abgegeben werde und eine umfangreiche Stellungnahme weitere Abkl�rungen erfordern w�rden.
dd) Weiter ist auf die Beschwerde insoweit nicht einzutreten, als die Beschwerdef�hrerin geltend macht, dass der Grundwasserspiegel durch die Reparatur der Kanalisationsleitung nur so weit habe angehoben werden k�nnen, wie er sich zuvor durch das undicht gewordene Rohr abgesenkt habe, und dass das urspr�nglich dichte Abwasserrohr keine Drainagefunktion �bernommen habe, nachdem es an verschiedenen Stellen undicht geworden sei. Ob der Anstieg des Grundwasserspiegels durch die Abdichtung eines Rohres, welches fr�her Grundwasser abgef�hrt hatte, eine Haftung des Rohreigent�mers - aus Grund- oder Werkeigent�merhaftung - ausl�sen kann, ist eine bundesrechtliche Frage, die nicht im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde, sondern der Berufung zu �berpr�fen ist. Desgleichen ist die Frage, ob das durch die Leitungssanierung verursachte Ansteigen des Grundwassers ungeachtet der baulichen Zustandes der vom Wassereintritt betroffenen Liegenschaft f�r eine Haftung der Beschwerdef�hrerin ausreicht, eine Frage des Bundesrechtes.
ee) Soweit die Beschwerdef�hrerin weiter geltend macht, die Abdichtung des Hauptsammelkanals in den Jahren 1976/77, welche die Hauptursache des angeblichen Anstiegs des Grundwasserspiegels sei, k�nne nicht mehr ber�cksichtigt werden, weil die absolute 10-j�hrige Verj�hrungsfrist 1987 abgelaufen sei, erweist sich die Beschwerde ebenfalls als unbehelflich. Der Appellationshof hat die Haftpflicht der Beschwerdef�hrerin nicht damit begr�ndet, dass der Grundwasserspiegel durch die Sanierung des Hauptsammelkanals erh�ht worden sei, sondern damit, dass der Grundwasserspiegel von diesem erh�hten Niveau aus durch die Abdichtung der Nebenleitung nochmals um ca. 10 cm erh�ht worden sei. Entscheidend ist nicht, ob und um wieviel sich der Grundwasserspiegel durch die Sanierung des Hauptsammelkanals erh�ht hat, sondern ob die Sanierung der Nebenleitung zu einem Ansteigen des Grundwasserspiegels und damit zu einem Wassereintritt in der beschwerdegegnerischen Liegenschaft gef�hrt hat.
ff) Auf die Beschwerde ist sodann insoweit nicht einzutreten, als die Beschwerdef�hrerin geltend macht, dass mit den Leitungssanierungen in Interlaken vorschriftsgem�ss ein dichtes Leitungsnetz geschaffen worden sei, weshalb der Appellationshof in willk�rlicher Weise von einem "Immissionsherd" spreche. Ob die vorschriftsgem�sse Sanierung undichter Leitungen ohne flankierende Massnahmen in Bezug auf den Grundwasserspiegel eine Haftung aus Nachbarrecht bzw. eine Grundeigent�merhaftung ausl�sen kann, ist eine Frage des Bundesrechtes, die im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde nicht �berpr�ft werden kann.
gg) Soweit die Beschwerdef�hrerin dem Appellationshof aktenwidrige Feststellungen vorwirft, weil im angefochtenen Urteil von Grundwasserschwankungen von 7 bis 12 cm ausgegangen werde, obwohl gem�ss erg�nzter Messungen die nat�rlichen Schwankungen im interessierenden Bereich mindestens 25 cm ausmachten, ist die Beschwerde offensichtlich unbegr�ndet. Einerseits handelt es sich bei der von der Beschwerdef�hrerin genannten Aktenstelle um eine Feststellung des Privatgutachters, so dass von Aktenwidrigkeit keine Rede sein kann, wenn der Appellationshof auf das Gerichtsgutachten und nicht auf das anders lautende Parteigutachten abstellt.
Andrerseits ist im Privatgutachten nicht von jahreszeitlichen Schwankungen von "mindestens 25 cm" die Rede; das Wort "mindestens" wurde von der Beschwerdef�hrerin hinzugef�gt.
hh) Unbegr�ndet ist auch der Vorwurf, dass der nat�rliche Kausalzusammenhang auch deshalb nicht gegeben sei, weil Messungen beim n�chst gelegenen Messpunkt erg�ben, dass die Lage des Grundwasserspiegels w�hrend des Zeitraums von 1977 bis 1981 um ca. 20 bis 30 cm h�her gewesen sei als heute. Erstens kann allein aus den Zahlen des Privatgutachtens nicht abgeleitet werden, dass die abweichenden Feststellungen im Gerichtsgutachten ohne weiteres willk�rlich sind.
Zweitens unterschl�gt die Beschwerdef�hrerin, dass der von ihr erw�hnte "n�chst gelegene Messpunkt" nach den Angaben im Privatgutachten 60 bis 70 m von der beschwerdegegnerischen Liegenschaft entfernt liegt; dieser Messpunkt liegt also weit ausserhalb der Reichweite der Grundwasserspiegelabsenkung, die vom Privatexperten auf 12 bis 15 m von der Leitungsaxe beziffert wird. Und drittens vermag die Beschwerdef�hrerin keine Erkl�rung daf�r abzugeben, weshalb es in der Zeit zwischen 1977 und 1981 in der beschwerdegegnerischen Liegenschaft offenbar nie zu Grundwassereinbr�chen gekommen ist, obwohl der Grundwasserspiegel wesentlich h�her gelegen sein soll.
ii) Ebenso wenig �berzeugt der Einwand der Beschwerdef�hrerin, dass sich auch aus dem Hydrologischen Jahrbuch des Kantons Bern 1990 ergebe, dass die Grundwasserst�nde oft erheblich h�her l�gen als im April 1990. Sofern diese Aussage �berhaupt zutreffen sollte, w�rde dies den vom Appellationshof unterstellten Kausalverlauf st�tzen. Wenn es im April 1990, nur wenige Tage nach der Abdichtung des Nebenkanals, zum Eintritt von Grundwasser kam und der Grundwasserstand im April im Jahresvergleich eher tief liegt, spricht dies daf�r, dass der damalige Grundwassereintritt nicht auf die nat�rlichen Schwankungen, sondern auf k�nstliche Ver�nderungen des Grundwasserspiegels zur�ckzuf�hren war.
kk) Schliesslich ist die Beschwerde auch insoweit unbegr�ndet, als die Beschwerdef�hrerin die Bejahung eines nat�rlichen Kausalzusammenhangs f�r willk�rlich h�lt, weil die Sanierung der Nebenleitung am 6. April 1990 abgeschlossen, das Grundwasser in der beschwerdegegnerischen Liegenschaft aber erst am 12. April 1990 eingetreten sei, obwohl nach den Feststellungen des Privatgutachters eine Dauer von 6 Tagen zwischen der Beendigung der Abdichtungsarbeiten an der Leitung und dem Auftreten der Vern�ssung einen Kausalzusammenhang zwischen den beiden Ereignissen ausschliesse.
Einerseits setzt sich die Beschwerdef�hrerin nicht mit der anderen Schilderung des Vorgangs der Aufspiegelung durch den Gerichtsgutachter auseinander, sondern beschr�nkt sich darauf, die Darstellung des Privatgutachters wiederzugeben; damit ist Willk�r nicht dargetan. Andrerseits ist selbst unter der Annahme, dass die Aufspiegelung im fraglichen Bereich innerhalb von 24 Stunden abgeschlossen gewesen sein sollte, nicht ausgeschlossen, dass es noch einige Tage dauerte, bis es effektiv zum Feuchtigkeitseintritt in der beschwerdegegnerischen Liegenschaft kam.
c) Aus all diesen Gr�nden hat der Appellationshof willk�rfrei festgestellt, dass die Abdichtung der Kanalisationsnebenleitung zu einem Grundwasseranstieg von ca. 10 cm im Bereich der beschwerdegegnerischen Liegenschaft gef�hrt hat.
4.-Nebst der Frage, ob die Abdichtung der Kanalisationsnebenleitung zu einer Erh�hung des Grundwasserspiegels um ca. 10 cm gef�hrt hat, ist auch umstritten, ob der Schadenseintritt ausschliesslich auf den von der Beschwerdef�hrerin zu verantwortenden Wassereintritt oder auf fr�here, von der Beschwerdef�hrerin nicht zu vertretende Feuchtigkeitserscheinungen zur�ckzuf�hren sind.
a) Soweit die Beschwerdef�hrerin dem Appellationshof vorwirft, es sei unhaltbar, auch die Abdichtung des Hauptsammelkanals von 1976/77 zu ber�cksichtigen, scheint sie zu �bersehen, dass der Appellationshof die Verantwortlichkeit der Beschwerdef�hrerin nur aus der Sanierung der Kanalisationsnebenleitung im Fr�hjahr 1990 abgeleitet hat.
b) Ebenso wenig wird mit der Aufz�hlung von Baum�ngeln an der beschwerdegegnerischen Liegenschaft - schlechter Zustand der Kellerb�den und des Mauerwerkes, Liftsack und Heizungskeller im Grundwasser, Fundamente und Bodenkonstruktion seit 1976/77 permanent bzw. periodisch im Grundwasser, keine zureichenden Wasserdichtungsmassnahmen - dargetan, dass der auf die Leitungssanierung zur�ckzuf�hrende Grundwasseranstieg von ca. 10 cm (zus�tzlichen) Schaden verursacht hat.
Dass der Schaden in willk�rlicher Weise quantifiziert worden sei, wird nicht behauptet.
c) Insgesamt erweist sich somit die Beschwerde auch insoweit als unbegr�ndet, als der nat�rliche Kausalzusammenhang zwischen dem Anstieg des Grundwasserspiegels und dem Schadenseintritt in Frage gestellt wird.
5.-Soweit die Beschwerdef�hrerin geltend macht, dass der Kausalzusammenhang durch Selbstverschulden der Beschwerdegegnerin unterbrochen worden sei, weil sie es trotz verbreiteten Grundwasserproblemen in Interlaken unterlassen habe, wirksame Massnahmen wie Innen- oder Aussenabdichtungen anzubringen bzw. Pumpen zu installieren, ist auf die Beschwerde ebenfalls nicht einzutreten. Ob in den fraglichen Umst�nden ein Selbstverschulden zu erblicken ist, welches den Kausalzusammenhang zu unterbrechen vermag, ist eine Rechtsfrage, die im Berufungsverfahren �berpr�ft werden kann. Die staatsrechtliche Beschwerde steht nicht zur Verf�gung (Art. 84 Abs. 2 OG).
6.-Schliesslich beanstandet die Beschwerdef�hrerin die Verlegung der Gerichts- und Parteikosten als willk�rlich.
a) Im Rechtsbegehren ihrer Klage vom 27. Mai 1992 hatte die Beschwerdegegnerin ihre Schadenersatzforderungen nicht beziffert. Im Verlauf des Verfahrens wurden die Rechtsbegehren mehrmals modifiziert. Zuletzt verlangte die Beschwerdegegnerin, dass die Beschwerdef�hrerin zur Bezahlung von Schadenersatz in der H�he von Fr. 432'255. 10 - worin u.a.
Fr. 60'889. 10 f�r vorsorgliche Beweisf�hrung und Fr. 2'500.-- f�r Parteikostenvorschuss enthalten waren - sowie zur Finanzierung der Sanierungsvariante "Mini+" mit Kosten von ca.
Fr. 325'000.-- zu verpflichten sei. Insgesamt ist daher von einem Streitwert von Fr. 757'255. 10 auszugehen. Effektiv zugesprochen wurden der Beschwerdegegnerin schliesslich Fr. 406'588. 60 (Ziff. 1) zuz�glich Fr. 60'889. 10 f�r vorsorgliche Beweisf�hrung und Fr. 2'500.-- f�r Parteikostenvorschuss (Ziff. 4), insgesamt also Fr. 469'977. 70.
b)Unter diesen Umst�nden ist die Beschwerdef�hrerin zu 38% unterlegen und hat nur zu 62% obsiegt. Zwar kann es bei der Verlegung der Gerichts- und Parteikosten bei teilweisem Obsiegen und Unterliegen der Parteien nicht um eine kleinliche Nachrechnerei gehen, weil dem erkennenden Gericht ein gewisser Ermessensspielraum verbleibt. Dieser Ermessensspielraum wird indessen dann verletzt, wenn bei einem Prozessausgang wie im vorliegenden Fall die betr�chtlichen Gerichts- und Parteikosten ohne besondere Begr�ndung im Verh�ltnis 20% zu 80% verteilt werden.
c) Aus diesen Gr�nden ist die staatsrechtliche Beschwerde in diesem Punkt gutzuheissen, und die Ziff. 2 bis 4 des Urteils des Appellationshofs des Kantons Bern vom 30. November 1999/2. Juni 2000 sind aufzuheben.
7.-Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtsgeb�hren zu 11/12 der Beschwerdef�hrerin und zu 1/12 der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 OG). Die Beschwerdef�hrerin ist sodann zu verpflichten, der Beschwerdef�hrerin eine reduzierte Parteientsch�digung zu bezahlen (Art. 159 Abs. 2 OG).
1.-Die staatsrechtliche Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist, und Ziff. 2 bis 4 des Urteils des Appellationshofes des Kantons Bern vom 30. November 1999/2. Juni 2000 werden aufgehoben.
2.-Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 12'000.-- wird zu 11/12 der Beschwerdef�hrerin und zu 1/12 der Beschwerdegegnerin auferlegt.
3.-Die Beschwerdef�hrerin wird verpflichtet, der Beschwerdegegnerin eine reduzierte Prozessentsch�digung von Fr. 12'000.-- zu bezahlen.