Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHSt%201,%20124
Timestamp: 2018-10-19 12:19:25
Document Index: 304860016

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 330', '§ 330', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 330', 'BGH', '§ 330', 'BGH', '§ 330', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 330', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 136', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 12.04.1951 - 4 StR 78/50 - dejure.org
BGH, 12.04.1951 - 4 StR 78/50
Kenntnis bzgl. der Neigung zur Begehung von Straftaten im Rauschzustand als Voraussetzung von § 330a Strafgesetzbuch (StGB)
StGB § 330a
BGHSt 1, 124
NJW 1951, 533
Eine zuverlässige Prognose darüber, wie sich ein Mensch im Alkoholrausch verhalten wird, lässt sich jedoch nicht stellen; die Wirkungen starken Alkoholgenusses lassen sich niemals sicher vorausberechnen (vgl. BGH, Urteile vom 12. April 1951 - 4 StR 78/50, BGHSt 1, 124, 126;… vom 27. März 2003 - 3 StR 435/02, aaO).
Die Wirkungen starken Alkoholgenusses sind nicht sicher vorauszuberechnen (vgl. BGH, Urteile vom 12. April 1951 - 4 StR 78/50, BGHSt 1, 124, 126;… vom 27. März 2003 - 3 StR 435/02, aaO).
Die Richtigkeit dieses Ergebnisses zeigt folgende Erwägung: § 330 a StGB setzt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGHSt 1, 124) zur inneren Tatseite nur voraus, dass der Täter sich schuldhaft in einen Rausch versetzt, der seine Zurechnungsfähigkeit ausschliesst.
Die Strafdrohung des § 330 a StGB will dagegen einer Gefährdung der Allgemeinheit vorbeugen (BGHSt 1, 124).
Die Vorschrift des § 330a ist daher auch nach dem Zusammenbruch als nicht auf nationalsozialistischem Gedankengut beruhend und uneingeschränkt weiter anwendbar betrachtet worden (u.a. BGHSt 1, 124/125).
Dabei sieht das Gesetz die mit Strafe bedrohte Handlung als ein zwingendes Beweisanzeichen für die Gemeingefährlichkeit des Berauschten an; dessen Vorstellungen und Willensregungen werden bei der Frage geprüft und mitberücksichtigt, ob im Rauschzustande "eine mit Strafe bedrohte Handlung" begangen worden ist (BGHSt 1, 124; BGH NJW 1952, 193/194).
Die Brutalität und Intensität des Vorgehens, die auch das Schöffengericht zutreffend bewertet hat (BGHSt 1, 124), ergibt sich eindeutig aus dem Attest des Arztes, wonach 20 bis Hühnerei große Prellungen und blaue Flecke an den Innenflächen beider Oberschenkel sowie Prellungen im Gesicht festgestellt worden sind.
Den allerdings knappen Urteilsausführungen ist noch die Feststellung zu entnehmen, daß der Angeklagte nicht derart sinnlos betrunken war, daß ihm überhaupt die Handlungsfähigkeit fehlte (vgl. BGHSt 1, 124, 127).
Die Erfordernisse zur inneren Tatseite gehen damit über das hinaus, was der Bundesgerichtshof im allgemeinen (BGHSt 1, 124, 126; 16, 124, 125; 17, 333, 334) und selbst der 5. Strafsenat (BGHSt 10, 247, 251) zur Tatbestandsverwirklichung des § 330 a StGB verlangt.
Daß sie keine Abweichung von dem Urteil BGHSt 1, 124 bedeutet, hat der Senat bereits in seinem früheren Urteil dargelegt.
Mit Recht hat jedoch das Landgericht (UA S. 21) die Entscheidung dieser Frage offengelassen (vgl. dazu BGHSt 1, 124, 126 [BGH 12.04.1951 - 4 StR 78/50]; 9, 390, 396 [BGH 15.10.1956 - GSSt - 2/56]; 10, 247, 251 [BGH 07.05.1957 - 5 StR 127/57]; 16, 124, 125) [BGH 02.05.1961 - 1 StR 139/61].
Mit der allerdings nicht unmißverständlichen Wendung (UA S. 8), der Angeklagte habe nicht mehr gewußt, was er tat (vgl. BGH NJW 1952, 193 Nr. 20; Urteile vom 15. März 1955 - 5 StR 18/55 - und vom 10. Januar 1961 - 5 StR 496/60 -), hat die Strafkammer nicht sagen wollen, daß er überhaupt nicht mehr handlungsfähig war; denn ihre Feststellungen lassen insgesamt erkennen, daß der Angeklagte imstande war, auf Grund der aus der Außenwelt empfangenen Vorstellungen seine körperliche Kraft für bestimmte Zwecke einzusetzen (BGHSt 1, 124, 126) [BGH 12.04.1951 - 4 StR 78/50]: Was der Angeklagte tat (das Holen der Waffe, das Entsichern und Spannen des Hahns, die Abgabe der Schüsse, UA S. 8, 10), waren nicht Reflexbewegungen eines Bewußtlosen, sondern mit sog. natürlichem Vorsatz begangene Handlungen (…BGH a.a.O. S. 126, 127).
BGH, 22.06.1954 - 5 StR 195/54
Diese Auffassung hat der Bundesgerichtshof in seinem Urteil 4 StR 78/50 vom 12.4.1951 (BGHSt 1, 124) zu Recht als unrichtig abgelehnt.
Die Sache mit Rücksicht auf die oben angeführte Entscheidung des 2. Strafsenats (BGHSt 1, 124) gemäß § 136 GVG dem Großen Senat für Strafsachen vorzulegen, besteht kein Anlaß.
BGH, 08.07.1959 - 2 StR 251/59
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BGH, 25.03.1954 - 4 StR 432/53
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BGH, 02.12.1954 - 3 StR 520/54
BGH, 24.06.1954 - 4 StR 164/54
BGH, 17.09.1953 - 3 StR 393/53
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BGH, 30.10.1951 - 1 StR 319/51
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Abgrenzung zwischen Vorsatz und Fahrlässigkeit neben dem Vorliegen der …