Source: http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Arbeitszeit.html
Timestamp: 2020-03-29 06:47:48
Document Index: 258766769

Matched Legal Cases: ['§ 18', '§ 5', '§ 2', '§ 3', '§ 10', '§ 10', '§ 9', '§ 30', '§ 5', 'Art.3', '§ 2', '§ 2', '§ 6', '§ 6', '§ 6', 'Art.8', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7']

Arbeitszeit und Arbeitszeitrecht - HENSCHE Arbeitsrecht
Auf die­ser Sei­te fin­den Sie In­for­ma­tio­nen zu den Fra­gen, wor­aus sich recht­li­che Gren­zen der Ar­beits­zeit im Ta­ges- und Wo­chen­ver­lauf er­ge­ben, wen das Ar­beits­zeit­ge­setz (Arb­ZG) schützt, wel­che Ru­he­pau­sen und Be­schrän­kun­gen der Nacht­ar­beit vor­ge­schrie­ben sind und un­ter wel­chen Um­stän­den vom Arb­ZG ab­ge­wi­chen wer­den kann.
Au­ßer­dem fin­den Sie Hin­wei­se zu den Son­der­re­ge­lun­gen, die für die Ar­beits­be­reit­schaft, den Be­reit­schafts­dienst und für Ruf­be­reit­schaf­ten gel­ten, so­wie zum Mit­be­stim­mungs­recht des Be­triebs­rats in Ar­beits­zeit­fra­gen.
Wor­aus er­ge­ben sich recht­li­che Be­schränkun­gen der Ar­beits­zeit?
Wen schützt das Ar­beits­zeit­ge­setz und wen nicht?
Wel­che Gren­zen gel­ten für die tägli­che Ar­beits­zeit?
Wer kann am Sonn­tag ar­bei­ten?
Wel­che Gren­zen gel­ten für die wöchent­li­che Ar­beits­zeit?
Wel­che Min­destru­he­zei­ten sind nach Ar­beits­en­de zu gewähren?
Sind Pau­sen vor­ge­schrie­ben?
Wel­che Be­schränkun­gen der Ar­beits­zeit gel­ten für die Nacht­ar­beit?
Bei wel­chen For­men der Ar­beit sind Ab­wei­chun­gen vom Ar­beits­zeit­ge­setz er­laubt?
Wer kann über Ab­wei­chun­gen vom Ar­beits­zeit­ge­setz ent­schei­den?
Wel­che Ab­wei­chun­gen vom Ar­beits­zeit­ge­setz sind bei Ar­beits­be­reit­schaft, Be­reit­schafts­dienst und Ruf­be­reit­schaft er­laubt?
Ent­spre­chen die Vor­schrif­ten des Arb­ZG über die tägli­che und die wöchent­li­che Höchst­ar­beits­zeit dem Eu­ro­pa­recht?
Kann der Be­triebs­rat bei der Ge­stal­tung der Ar­beits­zeit mit­be­stim­men?
Was hat das Ar­beits­zeit­ge­setz mit der Vergütung der Ar­beit zu tun?
Wo fin­den Sie mehr zum The­ma Ar­beits­zeit und Ar­beits­zeit­recht?
Da der Ar­beits­ver­trag und die auf sei­ner Grund­la­ge recht­lich zulässi­gen Wei­sun­gen des Ar­beit­ge­bers kei­ne aus­rei­chen­de Gewähr für die An­ge­mes­sen­heit der zeit­li­chen In­an­spruch­nah­me des Ar­beit­neh­mers bie­ten, un­ter­lie­gen Ar­beits­ver­trags­frei­heit und Wei­sungs­rech­te des Ar­beit­ge­bers hin­sicht­lich der recht­lich zulässi­gen Ar­beits­zeit seit dem 19. Jahr­hun­dert ta­rif­ver­trag­li­chen und ge­setz­li­chen Be­schränkun­gen.
Die wich­tigs­ten die­ser Be­schränkun­gen wa­ren schon im­mer und sind bis heu­te ar­beits­ver­trag­lich nicht ab­zuändern, d.h. es ist den Par­tei­en des Ar­beits­ver­trags nicht er­laubt, die zwin­gend gel­ten­den Gren­zen des ge­setz­li­chen Ar­beits­zeit­rechts per Ver­trag zu über­schrei­ten.
Im Deutsch­land der Nach­kriegs­zeit galt auf ge­setz­li­cher Ebe­ne bis 1994 die Ar­beits­zei­t­ord­nung (AZO). Die AZO stammt aus den 30er Jah­ren bzw. aus der Na­zi­zeit. Ihr we­sent­li­cher In­halt war der (be­reits seit 1920 an­er­kann­te) Acht­stun­den­tag so­wie die Sechs­ta­ge­wo­che, wor­aus sich ei­ne im All­ge­mei­nen gel­ten­de Be­gren­zung der wöchent­li­chen Ar­beits­zeit auf (8 x 6 =) 48 St­un­den er­gab.
Im Jah­re 1994 wur­de die AZO durch das Ar­beits­zeit­ge­setz (Arb­ZG) ab­gelöst. Mit die­sem Ge­setz woll­te der deut­sche Ge­setz­ge­ber nicht nur die al­te AZO durch ei­ne neue Ar­beits­zeit­re­ge­lung er­set­zen, son­dern zu­gleich auch die Richt­li­nie 93/104/EG des Ra­tes vom 23.11.1993 (Richt­li­nie 93/104/EG) in na­tio­na­les bzw. deut­sches Recht um­set­zen. Die o.g. Richt­li­nie wird auch kurz "Ar­beits­zeit­richt­li­nie" ge­nannt. Die Ar­beits­zeit­richt­li­nie wur­de seit 1993 mehr­fach ge­ringfügig übe­r­ar­bei­tet und gilt der­zeit in Ge­stalt ei­nes "Up­dates" aus dem Jah­re 2003, d.h. die ak­tu­ell gülti­ge Ar­beits­zeit­richt­li­nie ist die Richt­li­nie 2003/88/EG des Eu­ropäischen Par­la­ments und des Ra­tes vom 04.11.2003 über be­stimm­te As­pek­te der Ar­beits­zeit­ge­stal­tung.
Wei­te­re Aus­nah­men macht das Ge­setz in § 18 Abs. 1 Arb­ZG für
lei­ten­de An­ge­stell­te im Sin­ne des § 5 Abs. 3 des Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes (Be­trVG),
Lei­ter von öffent­li­chen Dienst­stel­len und de­ren Ver­tre­ter
Ar­beit­neh­mer im öffent­li­chen Dienst, die zu selbständi­gen Ent­schei­dun­gen in Per­so­nal­an­ge­le­gen­hei­ten be­fugt sind,
Ar­beit­neh­mer, die in häus­li­cher Ge­mein­schaft mit den ih­nen an­ver­trau­ten Per­so­nen zu­sam­men­le­ben und sie ei­gen­ver­ant­wort­lich er­zie­hen, pfle­gen oder be­treu­en,
den lit­ur­gi­schen Be­reich der Kir­chen und der Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten.
Auch die­se Ar­beit­neh­mer bzw. der ge­sam­te lit­ur­gi­sche Be­reich der Kir­chen und der Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten sind da­her von den Vor­schrif­ten des Arb­ZG aus­ge­nom­men.
Pau­sen zählen da­bei nicht mit (§ 2 Abs. 1 Arb­ZG). Wer da­her mor­gens um 09:00 Uhr zum Ar­beits­be­ginn im Be­trieb er­schei­nen muss und abends um 17:45 Uhr den Be­trieb verlässt, hat nur acht St­un­den im Sin­ne des Arb­ZG ge­ar­bei­tet, wenn die ins­ge­samt acht St­un­den und 45 Mi­nu­ten be­tra­gen­de An­we­sen­heits­zeit im Be­trieb ei­ne 45 Mi­nu­ten lan­ge Mit­tags­pau­se be­inhal­tet.
Die tägli­che Ar­beits­zeit kann gemäß § 3 Satz 2 Arb­ZG auf bis zu zehn St­un­den verlängert wer­den, wenn in­ner­halb von sechs Ka­len­der­mo­na­ten oder in­ner­halb von 24 Wo­chen im Durch­schnitt acht St­un­den werktäglich nicht über­schrit­ten wer­den.
Von dem Ver­bot der Ar­beit an Sonn- und Fei­er­ta­gen macht das Ge­setz vie­le Aus­nah­men. Sie sind in § 10 Arb­ZG auf­geführt. Dort wird das Ar­beits­ver­bot
für gan­ze Bran­chen wie z.B. für das Be­wa­chungs­ge­wer­be oder für die Land­wirt­schaft,
außer Kraft ge­setzt.
Falls die Ar­bei­ten nicht an Werk­ta­gen vor­ge­nom­men wer­den können, dürfen Ar­beit­neh­mer gemäß § 10 Abs. 1 Arb­ZG auch an Sonn- und Fei­er­ta­gen ab­wei­chend von § 9 beschäftigt wer­den
in Not- und Ret­tungs­diens­ten so­wie bei der Feu­er­wehr,
zur Auf­recht­er­hal­tung der öffent­li­chen Si­cher­heit und Ord­nung so­wie der Funk­ti­onsfähig­keit von Ge­rich­ten und Behörden und für Zwe­cke der Ver­tei­di­gung,
in Gaststätten und an­de­ren Ein­rich­tun­gen zur Be­wir­tung und Be­her­ber­gung so­wie im Haus­halt,
bei Mu­sik­aufführun­gen, Thea­ter­vor­stel­lun­gen, Film­vorführun­gen, Schau­stel­lun­gen, Dar­bie­tun­gen und an­de­ren ähn­li­chen Ver­an­stal­tun­gen,
bei nicht­ge­werb­li­chen Ak­tio­nen und Ver­an­stal­tun­gen der Kir­chen, Re­li­gi­ons­ge­sell­schaf­ten, Verbände, Ver­ei­ne, Par­tei­en und an­de­rer ähn­li­cher Ver­ei­ni­gun­gen,
beim Sport und in Frei­zeit-, Er­ho­lungs- und Vergnügungs­ein­rich­tun­gen, beim Frem­den­ver­kehr so­wie in Mu­se­en und wis­sen­schaft­li­chen Präsenz­bi­blio­the­ken,
beim Rund­funk, bei der Ta­ges- und Sport­pres­se, bei Nach­rich­ten­agen­tu­ren so­wie bei den der Ta­ges­ak­tua­lität die­nen­den Tätig­kei­ten für an­de­re Pres­se­er­zeug­nis­se ein­sch­ließlich des Aus­tra­gens, bei der Her­stel­lung von Satz, Fil­men und Druck­for­men für ta­ges­ak­tu­el­le Nach­rich­ten und Bil­der, bei ta­ges­ak­tu­el­len Auf­nah­men auf Ton- und Bildträger so­wie beim Trans­port und Kom­mis­sio­nie­ren von Pres­se­er­zeug­nis­sen, de­ren Ers­ter­schei­nungs­tag am Mon­tag oder am Tag nach ei­nem Fei­er­tag liegt,
bei Mes­sen, Aus­stel­lun­gen und Märk­ten im Sin­ne des Ti­tels IV der Ge­wer­be­ord­nung so­wie bei Volks­fes­ten,
in Ver­kehrs­be­trie­ben so­wie beim Trans­port und Kom­mis­sio­nie­ren von leicht­ver­derb­li­chen Wa­ren im Sin­ne des § 30 Abs. 3 Nr. 2 der Straßen­ver­kehrs­ord­nung,
Nach § 5 Abs.1 Arb­ZG müssen Ar­beit­neh­mer "nach Be­en­di­gung der tägli­chen Ar­beits­zeit" ei­ne un­un­ter­bro­che­ne Ru­he­zeit von min­des­tens elf St­un­den ha­ben.
Mit die­ser ge­setz­li­chen Re­ge­lung soll die in Art.3 der Ar­beits­zeit­richt­li­nie ent­hal­te­ne Vor­ga­be ei­ner Min­destru­he­zeit von elf zu­sam­menhängen­den St­un­den pro 24-St­un­den-Zeit­raum in na­tio­na­les Recht um­ge­setzt wer­den.
Nacht­ar­beit ist im Ge­setz de­fi­niert als Ar­beit, die mehr als zwei St­un­den der Nacht­zeit um­fasst (§ 2 Abs. 3 Arb­ZG). Un­ter Nacht­zeit im Sin­ne des Arb­ZG wie­der­um ist im All­ge­mei­nen die Zeit von 23:00 Uhr bis 06:00 Uhr zu ver­ste­hen. Für Bäcke­rei­en und Kon­di­to­rei­en ist die "Nacht­zeit" um ei­ne St­un­de vor­ver­legt, d.h. als Nacht­zeit gilt in die­sem Ge­wer­be die Zeit von 22:00 bis 05:00 Uhr.
Nacht­ar­beit­neh­mer sind gemäß § 2 Abs. 4 Arb­ZG Ar­beit­neh­mer, die
auf­grund ih­rer Ar­beits­zeit­ge­stal­tung nor­ma­ler­wei­se Nacht­ar­beit in Wech­sel­schicht zu leis­ten ha­ben oder
Nacht­ar­beit an min­des­tens 48 Ta­gen im Ka­len­der­jahr leis­ten.
Für Nacht­ar­beit­neh­mer sieht das Ge­setz ei­nen ge­ringfügig stärke­ren Ar­beits­zeit­schutz vor als für nor­ma­le Ar­beit­neh­mer. So darf die werktägli­che Ar­beits­zeit der Nacht­ar­bei­ter eben­so wie die der an­de­ren Ar­beit­neh­mer von acht auf zehn St­un­den verlängert wer­den. Doch ist der Aus­gleichs­zeit­raum, in dem ei­ne durch­schnitt­li­che Ar­beits­zeit von höchs­tens acht St­un­den gewähr­leis­tet wer­den muss, von sechs Mo­na­ten bzw. 24 Wo­chen auf ei­nen Ka­len­der­mo­nat bzw. (al­ter­na­tiv) auf vier Wo­chen be­schränkt (§ 6 Abs. 2 Arb­ZG).
Darüber hin­aus sind re­gelmäßige Ge­sund­heits­un­ter­su­chun­gen für Nacht­ar­beit­neh­mer ge­setz­lich vor­ge­schrie­ben (§ 6 Abs. 3 Arb­ZG).
Mit § 6 Arb­ZG hat Deutsch­land sei­ne aus Art.8 der Ar­beits­zeit­richt­li­nie fol­gen­den Pflich­ten um­ge­setzt. Da­nach gewähr­leis­ten die Mit­glieds­staa­ten, dass die "nor­ma­le Ar­beits­zeit" der Nacht­ar­bei­ter im Durch­schnitt acht St­un­den pro 24-St­un­den-Zeit­raum nicht über­schrei­tet.
die Ruf­be­reit­schaft.
Ar­beits­be­reit­schaft liegt vor, wenn sich der Ar­beit­neh­mer an sei­nem Ar­beits­platz auf­hal­ten und je nach Be­darf von sich aus je­der­zeit die Ar­beit auf­neh­men muss, falls das er­for­der­lich ist. Die­se Form der Ar­beit ver­rich­tet z.B. ein Verkäufer während der Zeit, in der sich kei­ne Kun­den im La­den auf­hal­ten. Ar­beits­be­reit­schaft war schon im­mer als Ar­beits­zeit im Sin­ne des Arb­ZG an­er­kannt. Nähe­re In­for­ma­tio­nen zu die­sem The­ma fin­den Sie un­ter dem Stich­wort "Ar­beits­be­reit­schaft".
Von den in § 7 Arb­ZG vor­ge­se­he­nen Möglich­kei­ten ei­ner Ab­wei­chung vom Arb­ZG können in ers­ter Li­nie die Ta­rif­par­tei­en Ge­brauch ma­chen, d.h. die Ab­wei­chun­gen vom Arb­ZG können un­ter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen in Ta­rif­verträgen ent­hal­ten sein.
Darüber hin­aus er­laubt das Ge­setz den Be­triebs­par­tei­en (Ar­beit­ge­ber und Be­triebs­rat), auf der Grund­la­ge ei­nes Ta­rif­ver­trags Ab­wei­chun­gen vom Arb­ZG aus­zu­ge­stal­ten. Hier muss es al­so ei­nen Ta­rif­ver­trag mit Ab­wei­chungs­re­ge­lun­gen ge­ben. Oh­ne ei­nen sol­chen sind die Be­triebs­par­tei­en an das Arb­ZG ge­bun­den.
Außer­dem kann un­ter be­stimm­ten, eng ge­fass­ten Vor­aus­set­zun­gen so­gar durch ar­beits­ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung von den Vor­ga­ben des Arb­ZG ab­ge­wi­chen wer­den (sog. "Opt Out").
Sch­ließlich hat der Ge­setz­ge­ber auch an die Be­son­der­hei­ten des Ar­beits­rechts in Kir­chen und kirch­li­chen Ein­rich­tun­gen ge­dacht. Da hier in al­ler Re­gel kei­ne Ta­rif­verträge gel­ten, son­dern Ar­beits­ver­trags­richt­li­ni­en (AVR), er­laubt ei­ne Son­der­re­ge­lung auch den Kir­chen, vom Arb­ZG in dem Um­fang ab­zu­wei­chen, wie dies welt­li­chen Un­ter­neh­men und Be­trie­ben möglich ist (§ 7 Abs. 4 Arb­ZG).
§ 7 Abs.1 Nr.1 a) Arb­ZG er­laubt ei­ne Verlänge­rung der tägli­chen Ar­beits­zeit bei Ar­beits­be­reit­schaft und/oder Be­reit­schafts­dienst un­ter fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen:
Um die­se Be­nach­tei­li­gung aus­zu­glei­chen, er­laubt es § 7 Abs.3 Arb­ZG den nicht ta­rif­ge­bun­de­nen Ar­beit­ge­bern, die ta­rif­lich vor­ge­se­he­nen Ab­wei­chun­gen durch Be­triebs- oder Dienst­ver­ein­ba­rung oder, wenn ein Be­triebs- oder Per­so­nal­rat nicht be­steht, durch schrift­li­che Ver­ein­ba­rung mit dem ein­zel­nen be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer zu über­neh­men. Können auf der Grund­la­ge ei­nes sol­chen Ta­rif­ver­trags ab­wei­chen­de Re­ge­lun­gen in ei­ner Be­triebs- oder Dienst­ver­ein­ba­rung ge­trof­fen wer­den, kann auch in Be­trie­ben ei­nes nicht ta­rif­ge­bun­de­nen Ar­beit­ge­bers da­von Ge­brauch ge­macht wer­den.
Vor­aus­set­zung für die­ses recht­li­che „An­zap­fen“ an sich nicht gel­ten­der Ta­rif­be­stim­mun­gen durch nicht ta­rif­ge­bun­de­ne Ar­beit­ge­ber ist al­ler­dings, dass der Ar­beit­ge­ber bzw. sein Be­trieb un­ter den fach­li­chen Gel­tungs­be­reich des Ta­rif­ver­trags fällt, des­sen ar­beits­zeit­li­che Re­ge­lun­gen über­nom­men bzw. zur Grund­la­ge be­trieb­li­cher oder ar­beits­ver­trag­li­cher Re­ge­lun­gen ge­macht wer­den sol­len.
So­wohl bei der Ent­schei­dung über die La­ge der Ar­beits­zeit als auch bei der Fra­ge, ob die be­triebsübli­che Ar­beits­zeit vorüber­ge­hend verkürzt oder verlängert wer­den soll, hat der Be­triebs­rat ein Initia­tiv­recht.
Nähe­re In­for­ma­tio­nen zu der Fra­ge, was der Be­triebs­rat bei der Ausübung der o.g. Mit­be­stim­mungs­rech­te zu be­ach­ten hat, fin­den Sie un­ter dem Stich­wort „Mit­be­stim­mung in so­zia­len An­ge­le­gen­hei­ten“.
Nichts. Das Ar­beits­zeit­ge­setz be­schränkt die Ge­stal­tungs­frei­heit der Ar­beits­ver­trags­par­tei­en und des Ar­beit­ge­bers, so­weit ihm in Ar­beits­zeit­fra­gen ein Wei­sungs­recht zu­steht, d.h. das Ar­beits­zeit­ge­setz legt nur den Rah­men fest, in dem sich die Ge­stal­tung der Ar­beits­zei­ten be­we­gen muss.
In­ner­halb die­ses Rah­mens sind die Par­tei­en des Ar­beits­ver­trags frei in ih­rer Ent­schei­dung darüber, wel­che Ar­beits­zei­ten wie vergütet wer­den sol­len.
Wei­te­re In­for­ma­tio­nen, die Sie im Zu­sam­men­hang mit dem The­ma Ar­beits­zeit und Ar­beits­zeit­recht in­ter­es­sie­ren könn­ten, fin­den Sie hier:
Ei­ne vollständi­ge Über­sicht un­se­rer Beiträge zum The­ma Ar­beits­zeit und Ar­beits­zeit­recht fin­den Sie un­ter:
Ur­tei­le und Kom­men­ta­re: Ar­beits­zeit
Wenn Sie Fra­gen im Zu­sam­men­hang mit dem Ar­beits­zeit­recht oder mit den recht­li­chen Mög­lich­kei­ten ei­ner Ge­stal­tung der be­trieb­li­chen Ar­beits­zeit ha­ben, be­ra­ten wir Sie je­der­zeit ger­ne. Ins­be­son­de­re bei der Re­ge­lung der be­trieb­li­chen Ar­beits­zeit im We­ge ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung oder ei­nes Fir­men­ta­rif­ver­trags sind wir ger­ne be­reit, Sie in recht­li­cher Hin­sicht zu un­ter­stüt­zen.
Ar­beits­ver­trag / be­triebs­üb­lich ver­wand­te Ar­beits­ver­trags­mus­ter
Be­trieb­li­che Re­ge­lun­gen zur Ar­beits­zeit: Wei­sun­gen des Ar­beit­ge­bers, Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen oder Fir­men­ta­rif­ver­trä­ge (falls vor­han­den)
Für den Be­trieb gel­ten­de Bran­chen­ta­rif­ver­trä­ge
Dienst­plä­ne
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