Source: https://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Sperrzeit.html
Timestamp: 2019-03-18 21:48:27
Document Index: 190320217

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 159', '§ 159', '§ 159', '§ 159', '§ 159', '§ 159', '§ 159', '§ 159', '§ 159', '§ 38', '§ 45', '§ 309', '§ 38', '§ 159', '§ 148', '§ 19', '§ 5', '§ 49', '§ 3', '§ 159', '§ 4', '§ 7', '§ 4', '§ 7', '§ 159', '§ 1', '§ 1', '§ 159', '§ 1', '§ 159', '§ 159', '§ 2', '§ 2', '§ 159', '§ 159', '§ 1', 'Art.6', '§ 159', '§ 159', '§ 159', '§ 38']

Auf die­ser Sei­te fin­den Sie In­for­ma­tio­nen zu der Fra­ge, was man un­ter Sperr­zeit bzw. Sperr­frist beim Be­zug von Ar­beits­lo­sen­geld ver­steht, wel­che ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen bei Sperr­zeit­fra­gen zu be­ach­ten sind und wann die Agen­tur für Ar­beit ei­ne Sperr­zeit bzw. Sperr­frist ver­hängt.
Au­ßer­dem fin­den Sie Hin­wei­se da­zu, wel­che Fol­gen ei­ne Sperr­zeit hat, wie es mit dem Schutz in der Kran­ken- und Ren­ten­ver­si­che­rung aus­sieht und in wel­chen Fäl­len ei­ne Sperr­zeit we­gen Ar­beits­auf­ga­be ein­tritt.
Was ver­steht man un­ter ei­ner Sperr­zeit bzw. Sperr­frist?
Wo fin­den sich recht­li­che Re­ge­lun­gen zur Sperr­zeit?
Be­steht während ei­ner Sperr­zeit Schutz in der Kran­ken- und Ren­ten­ver­si­che­rung?
Wel­ches Ver­hal­ten kann ei­ne Sperr­zeit we­gen Ar­beits­auf­ga­be auslösen?
Führt die bloße Hin­nah­me ei­ner of­fen­sicht­lich rechts­wid­ri­gen Kündi­gung zur Sperr­zeit we­gen Ar­beits­auf­ga­be?
Führt die Hin­nah­me ei­ner be­triebs­be­ding­ten Kündi­gung mit Ab­fin­dungs­an­ge­bot gemäß § 1a Kündi­gungs­schutz­ge­setz (KSchG) zur Sperr­zeit we­gen Ar­beits­auf­ga­be?
Führt der ver­trag­li­che Ver­zicht auf das Kla­ge­recht ge­gen Zah­lung ei­ner Ab­fin­dung (Ab­wick­lungs­ver­trag) zur Sperr­zeit we­gen Ar­beits­auf­ga­be?
Führt die Hin­nah­me ei­ner Ände­rungskündi­gung zur Sperr­zeit we­gen Ar­beits­auf­ga­be?
Wann hat ein Auf­he­bungs­ver­trag mit Ab­fin­dung kei­ne Sperr­zeit we­gen Ar­beits­auf­ga­be zur Fol­ge?
Kann der Wunsch nach ei­ner be­ruf­li­chen Verände­rung ei­ne Ar­beits­auf­ga­be recht­fer­ti­gen?
Wann recht­fer­ti­gen Ehe oder Le­bens­part­ner­schaft ei­ne Ar­beits­auf­ga­be?
Wann recht­fer­tigt ei­ne eheähn­li­che Ge­mein­schaft ei­ne Ar­beits­auf­ga­be?
Kann das Kin­des­wohl ei­ne Ar­beits­auf­ga­be recht­fer­ti­gen?
Wann tritt ei­ne Sperr­zeit we­gen Ar­beitsab­leh­nung ein?
Wann tritt ei­ne Sperr­zeit we­gen ver­späte­ter Ar­beits­su­chend­mel­dung ein?
Wo fin­den Sie mehr zum The­ma Sperr­zeit, Sperr­frist?
Mit Sperr­zeit oder Sperr­frist ist die Zeit ge­meint, in der die Ar­beits­agen­tur dem Ar­beits­lo­sen kein Ar­beits­lo­sen­geld I zahlt, ob­wohl er ei­gent­lich leis­tungs­be­rech­tigt ist, und zwar des­halb, weil sich der Ar­beits­lo­se in ei­ner „ver­si­che­rungs­wid­ri­gen“ Wei­se ver­hal­ten hat.
An­ders als die be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer bzw. Ar­beits­lo­sen, die ei­ne Sperr­zeit meist als Stra­fe emp­fin­den, se­hen Recht­spre­chung und ju­ris­ti­sche Au­to­ren in ihr ei­nen Aus­gleich für ge­stei­ger­te Ri­si­ken in der Per­son des Ver­si­cher­ten: Wer den Ver­si­che­rungs­fall der Ar­beits­lo­sig­keit selbst ver­ur­sacht hat oder sich an sei­ner Be­sei­ti­gung nicht (aus­rei­chend) be­tei­ligt, kann Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen (zeit­wei­se) nicht in An­spruch neh­men.
Grund­la­ge für Sperr­zei­tent­schei­dun­gen ist § 159 Drit­tes Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB III).
Da­nach ruht der An­spruch auf Ar­beits­lo­sen­geld für die Dau­er ei­ner Sperr­zeit,
oh­ne dafür ei­nen wich­ti­gen Grund zu ha­ben (§ 159 Abs.1 Satz 1 SGB III).
Vie­le prak­tisch wich­ti­ge Ein­zel­fra­gen zum The­ma Sperr­zeit sind von den So­zi­al­ge­rich­ten im Lau­fe der Jah­re geklärt wor­den, und dar­an ori­en­tie­ren sich die Ar­beits­agen­tu­ren bzw. ih­re Sach­be­ar­bei­ter. Um de­ren Ent­schei­dun­gen zu ver­ein­heit­li­chen und an Ge­setz und Recht­spre­chung aus­zu­rich­ten, macht die Bun­des­agen­tur für Ar­beit all­ge­mei­ne Vor­ga­ben, die Geschäfts­an­wei­sun­gen (GA) zu § 159 SGB III (Stand De­zem­ber 2016).
Die GA zu § 159 SGB III (Stand De­zem­ber 2016) gibt ei­ni­ge wich­ti­ge Ur­tei­le der So­zi­al­ge­rich­te zum The­ma Sperr­zeit wie­der und ist ei­ne ge­ne­rel­le Dienst­an­wei­sung der Behörden­lei­tung ge­genüber den Behörden­mit­ar­bei­tern. Die GA be­gründet aber im Verhält­nis zwi­schen Ver­si­cher­tem und Ar­beits­ver­wal­tung kei­ne Rech­te und Pflich­ten, son­dern be­schreibt nur die „of­fi­zi­el­le Rechts­mei­nung“ der Bun­des­agen­tur für Ar­beit.
Ei­ne Ein­zel­fall­ent­schei­dung der Ar­beits­agen­tur kann da­her recht­lich un­rich­tig sein und in ei­nem so­zi­al­ge­richt­li­chen Pro­zess für un­wirk­sam erklärt wer­den, ob­wohl sie der GA zu § 159 SGB III ent­spricht. Und um­ge­kehrt kann ei­ne Ent­schei­dung recht­lich kor­rekt sein und von den So­zi­al­ge­rich­ten bestätigt wer­den, ob­wohl sie ge­gen die GA zu § 159 SGB III verstößt.
Trotz ih­rer for­mal­ju­ris­tisch ge­rin­gen Be­deu­tung ist die GA zu § 159 SGB III prak­tisch enorm wich­tig, weil sich die Ar­beits­agen­tu­ren an ihr ori­en­tie­ren.
Ei­nen Über­blick über die der­zeit gel­ten­den Fach­li­chen Wei­sun­gen (FW) und Geschäfts­an­wei­sun­gen (GA) zum The­ma Ar­beits­lo­sen­geld fin­den Sie im In­ter­net hier: Bun­des­agen­tur für Ar­beit: Ar­beits­lo­sen­geld - Wei­sungs­samm­lung.
Wie ge­sagt tritt ei­ne Sperr­zeit gemäß § 159 Abs.1 Satz 1 SGB III ein, wenn sich der Ar­beits­lo­se ver­si­che­rungs­wid­rig ver­hal­ten hat, oh­ne ei­nen wich­ti­gen Grund dafür zu ha­ben.
Ver­si­che­rungs­wid­ri­ges Ver­hal­ten wie­der­um liegt gemäß § 159 Abs.1 Satz 2 SGB III vor, wenn
1. die oder der Ar­beits­lo­se das Beschäfti­gungs­verhält­nis gelöst oder durch ein ar­beits­ver­trags­wid­ri­ges Ver­hal­ten An­lass für die Lösung des Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses ge­ge­ben und da­durch vorsätz­lich oder grob fahrlässig die Ar­beits­lo­sig­keit her­bei­geführt hat (Sperr­zeit bei Ar­beits­auf­ga­be),
2 die bei der Agen­tur für Ar­beit als ar­beit­su­chend ge­mel­de­te (§ 38 Abs.1 SGB III) oder die ar­beits­lo­se Per­son trotz Be­leh­rung über die Rechts­fol­gen ei­ne von der Agen­tur für Ar­beit un­ter Be­nen­nung des Ar­beit­ge­bers und der Art der Tätig­keit an­ge­bo­te­ne Beschäfti­gung nicht an­nimmt oder nicht an­tritt oder die An­bah­nung ei­nes sol­chen Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses, ins­be­son­de­re das Zu­stan­de­kom­men ei­nes Vor­stel­lungs­gespräches, durch ihr Ver­hal­ten ver­hin­dert (Sperr­zeit bei Ar­beitsab­leh­nung),
3. die oder der Ar­beits­lo­se trotz Be­leh­rung über die Rechts­fol­gen die von der Agen­tur für Ar­beit ge­for­der­ten Ei­gen­bemühun­gen nicht nach­weist (Sperr­zeit bei un­zu­rei­chen­den Ei­gen­bemühun­gen),
4. die oder der Ar­beits­lo­se sich wei­gert, trotz Be­leh­rung über die Rechts­fol­gen an ei­ner Maßnah­me zur Ak­ti­vie­rung und be­ruf­li­chen Ein­glie­de­rung (§ 45) oder ei­ner Maßnah­me zur be­ruf­li­chen Aus­bil­dung oder Wei­ter­bil­dung oder ei­ner Maßnah­me zur Teil­ha­be am Ar­beits­le­ben teil­zu­neh­men (Sperr­zeit bei Ab­leh­nung ei­ner be­ruf­li­chen Ein­glie­de­rungs­maßnah­me),
5. die oder der Ar­beits­lo­se die Teil­nah­me an ei­ner in Num­mer 4 ge­nann­ten Maßnah­me ab­bricht oder durch maßnah­me­wid­ri­ges Ver­hal­ten An­lass für den Aus­schluss aus ei­ner die­ser Maßnah­men gibt (Sperr­zeit bei Ab­bruch ei­ner be­ruf­li­chen Ein­glie­de­rungs­maßnah­me),
6 die oder der Ar­beits­lo­se ei­ner Auf­for­de­rung der Agen­tur für Ar­beit, sich zu mel­den oder zu ei­nem ärzt­li­chen oder psy­cho­lo­gi­schen Un­ter­su­chungs­ter­min zu er­schei­nen (§ 309), trotz Be­leh­rung über die Rechts­fol­gen nicht nach­kommt oder nicht nach­ge­kom­men ist (Sperr­zeit bei Mel­de­versäum­nis),
7. die oder der Ar­beits­lo­se der Mel­de­pflicht nach § 38 Abs.1 SGB III nicht nach­ge­kom­men ist (Sperr­zeit bei ver­späte­ter Ar­beit­su­chend­mel­dung).
Während ei­ner Sperr­zeit erhält der Ar­beits­lo­se zunächst ein­mal kein Ar­beits­lo­sen­geld, da der An­spruch gemäß § 159 Abs.1 Satz 1 SGB III ruht.
Die Dau­er des Ru­hens wird vom Ge­setz un­ter­schied­lich lang fest­ge­legt je nach­dem, für wie gra­vie­rend der Ge­setz­ge­ber das zur Sperr­zeit führen­de ver­si­che­rungs­wid­ri­ge Ver­hal­ten an­sieht.
Über das bloße Ru­hen des An­spruchs, d.h. die vorüber­ge­hen­de Aus­set­zung der Leis­tung hin­aus führt ei­ne Sperr­zeit aber auch zum endgülti­gen Weg­fall, d.h. zur ef­fek­ti­ven Min­de­rung des Ar­beits­lo­sen­geld­an­spruchs. Der Um­fang der Min­de­rung des Ar­beits­lo­sen­geld­an­spruchs stimmt im All­ge­mei­nen mit der Dau­er der Sperr­zeit übe­rein, doch gibt es auch hier Un­ter­schie­de im De­tail.
So min­dert zum Bei­spiel ei­ne Sperr­zeit we­gen Ar­beits­auf­ga­be, falls sie im Re­ge­l­um­fang von zwölf Wo­chen zu verhängen ist, den Ar­beits­lo­sen­geld­an­spruch nicht et­wa nur im Um­fang von zwölf Wo­chen, son­dern min­des­tens um ein Vier­tel der ge­sam­ten An­spruchs­dau­er (§ 148 Abs.1 Nr.4 SGB III). Bei älte­ren Ver­si­cher­ten können Auf­he­bungs­verträge da­her, falls die Ar­beits­agen­tur hierfür kei­nen wich­ti­gen Grund an­er­kennt, je nach Ge­samt­um­fang des Ar­beits­lo­sen­geld­an­spruchs zu ei­ner Min­de­rung von bis zu sechs Mo­na­ten führen.
Während des ers­ten Mo­nats ei­ner Sperr­zeit be­steht zwar kei­ne Ver­si­che­rungs­pflicht in der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung, doch hat der Ar­beits­lo­se während ei­nes Mo­nats nach Be­en­di­gung ei­ner zu­vor be­ste­hen­den Pflicht­mit­glied­schaft gemäß § 19 Abs.2 Fünf­tes Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB V) wei­ter­hin An­spruch auf Leis­tun­gen der Kran­ken­ver­si­che­rung.
Nach Ab­lauf die­ses Mo­nats, d.h. ab Be­ginn des zwei­ten Mo­nats bis zur zwölf­ten Wo­che ei­ner Sperr­zeit setzt die re­guläre Kran­ken­ver­si­che­rung der Ar­beits­lo­sen (KV­dA) ein (§ 5 Abs.1 Nr.2 SGB V). An­spruch auf Kran­ken­geld be­steht während ei­ner Sperr­zeit nicht (§ 49 Abs.1 Nr.3a SGB V).
Da der Ar­beit­neh­mer während ei­ner Sperr­zeit kein Ar­beits­lo­sen­geld be­zieht, be­steht kei­ne Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht gemäß § 3 Satz 1 Nr.3 Sechs­tes Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB VI).
Bei­spie­le für ei­ne Ar­beits­auf­ga­be, die gemäß § 159 Abs.1 Satz 2 Nr.1 SGB III im Nor­mal­fall zu ei­ner Sperr­zeit führt, sind
die Ei­genkündi­gung, d.h. die Kündi­gung durch den Ar­beit­neh­mer,
der Ab­schluss ei­nes Auf­he­bungs­ver­trags oder
ein Ver­s­toß ge­gen ar­beits­ver­trag­li­che Pflich­ten, der ei­ne be­rech­tig­te ver­hal­tens­be­ding­te Kündi­gung des Ar­beit­ge­bers nach sich zieht, wo­bei es nicht dar­auf an­kommt, ob die ver­hal­tens­be­ding­te Kündi­gung als außer­or­dent­li­che bzw. frist­lo­se Kündi­gung oder als or­dent­li­che Kündi­gung aus­ge­spro­chen wird.
Nimmt ein Ar­beit­neh­mer, der durch Vor­schrif­ten des Son­derkündi­gungs­schut­zes in be­son­de­rer Wei­se ge­genüber Kündi­gun­gen des Ar­beit­ge­bers ab­ge­si­chert ist, ei­ne Kündi­gung trotz ih­res Ver­s­toßes ge­gen den Son­derkündi­gungs­schutz ein­fach hin, d.h. trotz ih­rer of­fen­sicht­li­chen Un­wirk­sam­keit, stellt sich die Fra­ge, ob dar­in ei­ne „ak­ti­ve“ Be­tei­li­gung an der Lösung des Ar­beits­verhält­nis­ses zu se­hen ist. Die Fra­ge stellt sich ins­be­son­de­re dann, wenn die Hin­nah­me der Kündi­gung mit fi­nan­zi­el­len Vergüns­ti­gun­gen ver­bun­den ist.
Wenn der Ar­beit­neh­mer in ei­ner sol­chen La­ge kei­ne Kündi­gungs­schutz­kla­ge er­hebt, führt das nach Ab­lauf von drei Wo­chen da­zu, dass die Kündi­gung gemäß § 4 in Ver­bin­dung mit § 7 Kündi­gungs­schutz­ge­setz (KSchG) als wirk­sam an­zu­se­hen ist.
Noch stärker ist der Ver­lust ar­beits­ver­trag­li­cher Rech­te, wenn der Ar­beit­ge­ber ei­ne un­be­gründe­te frist­lo­se Kündi­gung aus­spricht. Auch dann steht drei Wo­chen nach Er­halt der Kündi­gung bei Nicht­er­he­bung ei­ner Kündi­gungs­schutz­kla­ge gemäß § 4 und § 7 KSchG fest, dass die Kündi­gung als wirk­sam an­zu­se­hen ist, so dass der Ar­beit­neh­mer lan­ge vor Ab­lauf der Kündi­gungs­frist ar­beits­los ist und dem­ent­spre­chend früher Ar­beits­lo­sen­geld I ver­lan­gen kann.
Zu sol­chen Fällen fin­den sich in der Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­richt (BSG) zwei Kern­aus­sa­gen:
Ers­tens: Die Untätig­keit des Ar­beit­neh­mers ge­genüber sol­chen "of­fen­kun­dig rechts­wid­ri­gen" Kündi­gun­gen ist im Prin­zip nicht als Lösung des Ar­beits­verhält­nis­ses an­zu­se­hen.
Ei­ne Ände­rung der Recht­spre­chung in dem Sin­ne, dass be­reits die Hin­nah­me ei­ner of­fen­sicht­lich rechts­wid­ri­gen Kündi­gung als sol­che ei­ne „Lösung“ des Ar­beits­verhält­nis­ses dar­stel­len könn­te, hat­te das BSG zwar ein­mal in Aus­sicht ge­stellt (BSG, Ur­teil vom 09.11.1995, 11 RAr 27/95), ei­ne sol­che Recht­spre­chungsände­rung dann aber wie­der ver­wor­fen (BSG, Ur­teil vom 25.04.2002, B 11 AL 89/01 R).
Zwei­tens: Die An­nah­me fi­nan­zi­el­ler Vergüns­ti­gun­gen durch den gekündig­ten Ar­beit­neh­mer kann je nach La­ge des Ein­zel­falls ein In­diz dafür sein, dass die Kündi­gung nur vor­ge­scho­ben ist und ei­nen von den Par­tei­en in Wahr­heit ge­woll­ten Auf­he­bungs­ver­trag ver­schlei­ern soll. Da­her kann die An­nah­me fi­nan­zi­el­ler Zu­wen­dun­gen als Zu­stim­mung zur Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses und da­mit als Lösung des Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses durch den Ar­beit­neh­mer zu be­wer­ten sein (BSG, Ur­teil vom 09.11.1995, 11 RAr 27/95).
Ab­ge­se­hen von sol­chen Aus­nah­mefällen gilt aber: Wer­den kei­ne Ab­spra­chen über die Fol­gen ei­ner of­fen­sicht­lich rechts­wid­ri­gen Kündi­gung ge­trof­fen, führt de­ren Hin­nah­me durch den Ar­beit­neh­mer auch dann nicht zur Sperr­zeit, wenn die Kündi­gung mit Vergüns­ti­gun­gen ein­her­geht, wenn al­so zum Bei­spiel im Kündi­gungs­schrei­ben ei­ne Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge ent­hal­ten ist (BSG, Ur­teil vom 25.04.2002, B 11 AL 89/01 R).
Da­her heißt es in den GA zu § 159 SGB III (Stand De­zem­ber 2016) un­ter Punkt 159.1.1.1 (S.6 f.):
Kündigt der Ar­beit­ge­ber frist­gemäß aus be­triebs­be­ding­ten Gründen, kann er im Kündi­gungs­schrei­ben gemäß § 1a KSchG ei­ne Stan­dard-Ab­fin­dung an­bie­ten, in­dem er dar­auf hin­weist, dass die Kündi­gung auf drin­gen­de be­trieb­li­che Er­for­der­nis­se gestützt ist und dass und der Ar­beit­neh­mer bei Ver­strei­chen­las­sen der dreiwöchi­gen Kla­ge­frist die Ab­fin­dung be­an­spru­chen kann.
Wer als Ar­beit­neh­mer auf ei­ne sol­che Kündi­gung mit Ab­fin­dungs­an­ge­bot gemäß § 1a KSchG nicht re­agiert, d.h. die Drei­wo­chen­frist für ei­ne Kündi­gungs­schutz­kla­ge ab­lau­fen lässt, ris­kiert kei­ne Sperr­zeit we­gen Ar­beits­auf­ga­be.
Denn in ei­nem sol­chen Fall hat er sein Beschäfti­gungs­verhält­nis nicht im Sin­ne von § 159 Abs.1 Satz 2 Nr.1 Drit­tes Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB III) "gelöst", son­dern ein­fach nur ei­ne Kündi­gung des Ar­beit­ge­bers hin­ge­nom­men.
Nähe­re In­for­ma­tio­nen zu ei­ner sol­chen Kündi­gung fin­den Sie un­ter Ab­fin­dung nach § 1a Kündi­gungs­schutz­ge­setz (KSchG).
Mit ei­nem Ab­wick­lungs­ver­trag bestätigt der Ar­beit­neh­mer, dass ei­ne vom Ar­beit­ge­ber aus­ge­spro­che­ne Kündi­gung rech­tens bzw. wirk­sam ist, d.h. er nimmt sie aus­drück­lich als wirk­sam hin und ver­zich­tet da­mit auf sein Recht zur Er­he­bung ei­ner Kündi­gungs­schutz­kla­ge. Als Ge­gen­leis­tung wird oft ei­ne Ab­fin­dung ver­ein­bart.
Im Un­ter­schied zum Auf­he­bungs­ver­trag be­ruht die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses hier vor al­lem auf dem Han­deln des Ar­beit­ge­bers, d.h. auf sei­ner Kündi­gung, und nicht so sehr auf dem Han­deln des Ar­beit­neh­mers, der mit dem Ab­wick­lungs­ver­trag ja nur die zu­vor oh­ne sein Zu­tun aus­ge­spro­che­ne Kündi­gung des Ar­beit­ge­bers hin­nimmt.
Nach der schon lan­ge fest­ste­hen­den Recht­spre­chung des BSG ist ein Ab­wick­lungs­ver­trag ein sog. Be­tei­li­gungs­sach­ver­halt, d.h. ein ak­ti­ves Mit­wir­ken an der Lösung des Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses. Ab­wick­lungs­verträge führen da­her im All­ge­mei­nen zu ei­ner Sperr­zeit we­gen Ar­beits­auf­ga­be (BSG, Ur­teil vom 18.12.2003, B 11 AL 35/03 R, wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 03/08 Ab­wick­lungs­verträge führen zu Sperr­zeit). Die­se Recht­spre­chung hat das BSG seit­dem nicht geändert.
Ab­wick­lungs­verträge zie­hen da­her im All­ge­mei­nen ei­ne Sperr­zeit nach sich. Dies gilt nach An­sicht des BSG auch dann, wenn es vor Aus­spruch der Kündi­gung kei­ner­lei Ab­spra­chen über die Kündi­gung bzw. über ei­ne et­wai­ge gütli­che Ei­ni­gung ge­ge­ben hat.
Da­her stellt auch die GA der Bun­des­agen­tur zu § 159 SGB III für Ab­wick­lungs­verträge kei­ne an­de­ren Re­geln auf als für Auf­he­bungs­verträge. Ab­wick­lungs­verträge sind sog. "Be­tei­li­gungs­sach­ver­hal­te" und ste­hen Auf­he­bungs­verträgen im Er­geb­nis gleich (GA der Bun­des­agen­tur zu § 159 SGB III, Stand De­zem­ber 2016, Punkt 159.1.1.1, S.6, und Punkt 159.1.2.1.2, S.13).
Häufig bie­ten Ar­beit­ge­ber zu­sam­men mit ei­ner - meist be­triebs­be­ding­ten - Kündi­gung die Fort­set­zung des Ar­beits­verhält­nis­ses zu geänder­ten, in der Re­gel für den Ar­beit­neh­mer we­ni­ger güns­ti­gen Be­din­gun­gen an. Auf ei­ne sol­che Ände­rungskündi­gung kann der Ar­beit­neh­mer, der un­ter den An­wen­dungs­be­reich des KSchG fällt, in vier ver­schie­de­nen Wei­sen re­agie­ren:
Ers­tens kann er das Ände­rungs­an­ge­bot oh­ne Vor­be­halt an­neh­men und da­mit den Vor­stel­lun­gen des Ar­beit­ge­bers voll­in­halt­lich nach­kom­men.
Zwei­tens kann er die Kündi­gung im We­ge der Kündi­gungs­schutz­kla­ge an­grei­fen und das Ände­rungs­an­ge­bot aus­schla­gen, d.h. ei­ne iso­lier­te Kündi­gungs­schutz­kla­ge er­he­ben.
Drit­tens kann er das Ände­rungs­an­ge­bot un­ter dem Vor­be­halt der so­zia­len Recht­fer­ti­gung, d.h. vorläufig an­neh­men und die aus der An­nah­me des An­ge­bots fol­gen­de Ver­schlech­te­rung der Ar­beits­be­din­gun­gen ar­beits­ge­richt­lich im We­ge der Ände­rungs­schutz­kla­ge über­prüfen las­sen; die­se Möglich­keit eröff­net § 2 KSchG.
Vier­tens und letz­tens kann er sich aber auch dafür ent­schei­den, die Kündi­gung oh­ne An­nah­me des Ände­rungs­an­ge­bots hin­zu­neh­men, was zur Ar­beits­lo­sig­keit führt.
Frag­lich ist, ob die vier­te Ver­hal­tens­va­ri­an­te zur Sperr­zeit we­gen Ar­beits­auf­ga­be führt, da der Ar­beit­neh­mer ja die Möglich­keit hat­te, das Ar­beits­verhält­nis un­ter an­de­ren, nur eben ungüns­ti­ge­ren Be­din­gun­gen fort­zu­set­zen.
Hier tritt nach der Recht­spre­chung des BSG kei­ne Sperr­zeit ein, da das Ver­hal­ten des gekündig­ten Ar­beit­neh­mers ge­genüber der Kündi­gung rein pas­siv war, d.h. der Ar­beit­neh­mer hat die Kündi­gung le­dig­lich hin­ge­nom­men (trotz des von ihm aus­ge­schla­ge­nen Ände­rungs­an­ge­bots).
An­ders ist die Si­tua­ti­on al­ler­dings, wenn der Ar­beit­neh­mer das Ände­rungs­an­ge­bot un­ter dem Vor­be­halt des § 2 KSchG an­nimmt und Ände­rungs­schutz­kla­ge er­hebt. Stellt sich im Ver­lau­fe ei­nes sol­chen Pro­zes­ses her­aus, dass die Ände­rung der Ar­beits­be­din­gun­gen wohl nicht rech­tens war, wird oft­mals über ei­ne Ver­trags­be­en­di­gung im We­ge des Pro­zess­ver­gleichs ver­han­delt. Ein sol­cher Ver­gleich wäre aber als Auf­he­bungs­ver­trag an­zu­se­hen, da die ursprüng­lich aus­ge­spro­che­ne Kündi­gung des Ar­beit­ge­bers durch die vor dem Pro­zess be­reits erklärte An­nah­me des Ände­rungs­an­ge­bots er­le­digt ist.
Nach den GA zu § 159 SGB III (Stand De­zem­ber 2016) führt ein Auf­he­bungs­ver­trag mit ei­ner maßvol­len Ab­fin­dung von ma­xi­mal 0,5 Gehältern pro Beschäfti­gungs­jahr nicht zu ei­ner Sperr­zeit, wenn fol­gen­de Be­din­gun­gen erfüllt sind (GA der Bun­des­agen­tur zu § 159 SGB III, Stand De­zem­ber 2016, Punkt 159.1.2.1.1, S.12 ff.):
Der Ar­beit­ge­ber zahlt gemäß Auf­he­bungs­ver­trag ei­ne maßvol­le Ab­fin­dung von ma­xi­mal 0,5 Mo­nats­gehältern pro Jahr der Beschäfti­gung, was der Re­gel­ab­fin­dung gemäß § 1a Kündi­gungs­schutz­ge­setz (KSchG) ent­spricht (die früher von den Ar­beits­agen­tu­ren gleich­zei­tig ver­lang­te Un­ter­gren­ze für die Ab­fin­dung von 0,25 Gehälter pro Beschäfti­gungs­jahr ist nicht mehr maßgeb­lich, d.h. die Ab­fin­dung kann auch 0,1 oder 02, Gehälter pro Jahr be­tra­gen).
Die Kündi­gung ei­nes un­be­fris­te­ten Ar­beits­verhält­nis­ses und die Ein­ge­hung ei­nes dar­an an­sch­ließen­den be­fris­te­ten Ar­beits­verhält­nis­ses können da­zu führen, dass nach Ab­lauf des be­fris­te­ten Ar­beits­verhält­nis­ses Ar­beits­lo­sig­keit ein­tritt, so dass sich die Fra­ge nach ei­ner Sperr­zeit stellt.
Ist der Wech­sel von dem si­che­ren un­be­fris­te­ten in das be­fris­te­te Ar­beits­verhält­nis mit ei­nem be­ruf­li­chen Auf­stieg ver­bun­den, ins­be­son­de­re mit ei­ner bes­se­ren Be­zah­lung, liegt ein wich­ti­ger Grund für ei­ne Auf­ga­be des un­be­fris­te­ten Ar­beits­verhält­nis­ses vor (BSG, Ur­teil vom 12.07.2006, B 11a AL 55/05 R). Das gilt auch dann, wenn sich der Ar­beit­neh­mer durch den Wech­sel zwar (zunächst) fi­nan­zi­ell ver­schlech­tert, sich dafür aber ein höher­wer­ti­ges Be­rufs­feld er­sch­ließt.
Gibt ein Ar­beit­neh­mer sei­ne Beschäfti­gung auf und nimmt die an­sch­ließen­de Ar­beits­lo­sig­keit in Kauf, um zu sei­nem Ehe­part­ner oder ein­ge­tra­ge­nen Le­bens­part­ner in ei­ne an­de­re Stadt zu zie­hen, ist die Ar­beits­auf­ga­be durch ei­nen wich­ti­gen Grund, nämlich die Fort­set­zung der ehe­li­chen Ge­mein­schaft, ge­recht­fer­tigt, so dass ei­ne Sperr­zeit nicht ein­tritt. Hier können sich Ar­beits­lo­se auf den grund­recht­li­chen Schutz von Ehe und Fa­mi­lie, d.h. auf Art.6 Grund­ge­setz (GG) be­ru­fen.
Soll die Ar­beits­auf­ga­be die Hei­rat oder Ein­ge­hung ei­ner ein­ge­tra­ge­nen Le­bens­part­ner­schaft erst ermögli­chen, ver­lan­gen die Ar­beits­agen­tu­ren im All­ge­mei­nen ei­nen "un­mit­tel­ba­ren zeit­li­chen Zu­sam­men­hang" zwi­schen der Auflösung des Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses und der ge­plan­ten Ein­ge­hung der Ehe bzw. Le­bens­part­ner­schaft. Kündigt der Ar­beit­neh­mer und schließt ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag ab, muss er nach ei­ner vernünf­ti­gen Pla­nung da­von aus­ge­hen können, dass die Ehe bzw. Le­bens­part­ner­schaft noch bis zum En­de des Ar­beits­verhält­nis­ses oder kurz da­nach ge­schlos­sen wird (BSG, Ur­teil vom 20.04.1977, 7 RAr 112/75). Lie­gen zwi­schen Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses und Ehe­sch­ließung meh­re­re Mo­na­te, kann man sich nicht mehr auf ei­ne ge­plan­te Hei­rat be­ru­fen (BSG, Ur­teil vom 17.11.2005, B 11a/11 AL 49/04 R).
An­ders als bei der Ehe und der ein­ge­tra­ge­nen Le­bens­part­ner­schaft ist ein Orts­wech­sel zur (erst­ma­li­gen) Be­gründung ei­ner (bis­her nicht be­ste­hen­den) nicht­ehe­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft kein wich­ti­ger Grund für die Lösung ei­nes Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses (BSG, Ur­teil vom 17.10.2002, B 7 AL 96/00 R). An­ders ist es aber dann, wenn ei­ne eheähn­li­che Ge­mein­schaft zum Zeit­punkt der Ar­beits­auf­ga­be schon be­stand und da­her durch ei­nen Um­zug in ei­ne an­de­re Stadt fort­ge­setzt wer­den soll. Dann kann ein wich­ti­ger Grund für die Lösung des Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses vor­lie­gen (BSG, Ur­teil vom 17.10.2002, B 7 AL 96/00 R).
In den GA) zu § 159 SGB III (Stand De­zem­ber 2016), S.11) heißt es da­zu:
"Ei­ne eheähn­li­che Ge­mein­schaft ist ei­ne auf Dau­er an­ge­leg­te Le­bens­ge­mein­schaft zwi­schen ei­ner Frau und ei­nem Mann, die so eng ist, dass sie von den Part­nern ein ge­gen­sei­ti­ges Ein­ste­hen im Be­darfs­fall er­war­ten lässt. Die­se wird ver­mu­tet, wenn Part­ner
länger als ein Jahr zu­sam­men­le­ben oder
mit ei­nem ge­mein­sa­men Kind zu­sam­men­le­ben oder
Kin­der oder An­gehöri­ge im Haus­halt ver­sor­gen oder
be­fugt sind, über Ein­kom­men oder Vermögen des an­de­ren zu verfügen."
In ei­nem sol­chen Fall recht­fer­tigt die "Fort­set­zung oder Wie­der­her­stel­lung" der eheähn­li­chen Ge­mein­schaft die Lösung des Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses, d.h. Auf­he­bungs­ver­trag und Ei­genkündi­gung ha­ben kei­ne Sperr­zeit zur Fol­ge.
Auch oh­ne kon­kre­te Hei­rats­ab­sicht oder zeit­na­hen Hoch­zeits­ter­min kann die Ar­beits­auf­ga­be mit dem Ziel, zum Ver­lob­ten oder zum Part­ner ei­ner eheähn­li­chen Ge­mein­schaft um­zu­zie­hen, durch ei­nen wich­ti­gen Grund ge­recht­fer­tigt sein, wenn der Ar­beits­lo­se durch den Orts­wech­sel bzw. die Ar­beits­auf­ga­be die Möglich­keit erhält, sein Kind oder das sei­nes Part­ners ge­mein­sam mit die­sem be­treu­en zu können (BSG, Ur­teil vom 17.11.2005, B 11a/11 AL 49/04 R; BSG, Ur­teil vom 17.10.2007, B 11a/7a AL 52/06 R).
Hier wird die Be­treu­ungs­bedürf­tig­keit ei­nes Kin­des als wich­ti­ger Grund für die Ar­beits­auf­ga­be an­er­kannt.
Ei­ne Sperr­zeit we­gen Ar­beitsab­leh­nung tritt gemäß § 159 Abs.1 Satz 2 Nr.2 SGB III ein, wenn
der ar­beits­su­chend ge­mel­de­te Ar­beit­neh­mer oder der Ar­beits­lo­se
trotz Be­leh­rung über die Rechts­fol­gen
ei­ne von der Agen­tur für Ar­beit un­ter Be­nen­nung des Ar­beit­ge­bers und der Art der Tätig­keit an­ge­bo­te­ne Beschäfti­gung
sa­bo­tiert, d.h. wenn er die­se Beschäfti­gung
nicht an­nimmt oder
nicht an­tritt oder
die An­bah­nung ei­nes sol­chen Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses, ins­be­son­de­re das Zu­stan­de­kom­men ei­nes Vor­stel­lungs­gespräches, durch sein Ver­hal­ten ver­hin­dert.
Die­se Re­ge­lung greift bei­spiels­wei­se dann ein, wenn der Ar­beits­lo­se ei­nen Vor­stel­lungs­ter­min bei ei­nem durch die Ar­beits­agen­tur ver­mit­tel­ten po­ten­ti­el­len Ar­beit­ge­ber zwar wahr­nimmt, bei die­ser Ge­le­gen­heit aber - et­wa durch schlam­pi­ge Klei­dung oder durch Trun­ken­heit - re­gel­recht dar­auf hin­ar­bei­tet, nicht ge­nom­men zu wer­den.
Er­laubt sind al­ler­dings „rea­lis­ti­sche“ Lohn­for­de­run­gen und der wahr­heits­gemäße Hin­weis auf feh­len­de Kennt­nis­se oder Er­fah­run­gen, wenn die­se für die zu be­set­zen­de Stel­le not­wen­dig sind.
Ei­ne Sperr­zeit von ei­ner Wo­che we­gen ver­späte­ter Ar­beits­su­chend­mel­dung tritt gemäß § 159 Abs.1 Satz 2 Nr.7 SGB III ein, wenn der Ar­beit­neh­mer bzw. Ar­beits­lo­se sei­ner Mel­de­pflicht nach § 38 SGB III nicht nach­ge­kom­men ist.
Nach die­ser Vor­schrift sind Ar­beit­neh­mer oder Aus­zu­bil­den­de, de­ren Ar­beits- bzw. Aus­bil­dungs­verhält­nis en­det, da­zu ver­pflich­tet, sich spätes­tens drei Mo­na­te vor des­sen Be­en­di­gung persönlich bei der Agen­tur für Ar­beit ar­beits­su­chend zu mel­den. Lie­gen zwi­schen der Kennt­nis des Be­en­di­gungs­zeit­punk­tes und der Be­en­di­gung des Ar­beits- oder Aus­bil­dungs­verhält­nis­ses we­ni­ger als drei Mo­na­te, hat die Mel­dung in­ner­halb von drei Ta­gen nach Kennt­nis des Be­en­di­gungs­zeit­punk­tes zu er­fol­gen. Zur Wah­rung der Frist reicht ei­ne te­le­fo­ni­sche Mit­tei­lung aus, wenn die persönli­che Mel­dung nach ter­min­li­cher Ver­ein­ba­rung nach­ge­holt wird.
Die Pflicht zur Mel­dung be­steht un­abhängig da­von, ob der Fort­be­stand des Ar­beits- oder Aus­bil­dungs­verhält­nis­ses ge­richt­lich gel­tend ge­macht oder vom Ar­beit­ge­ber in Aus­sicht ge­stellt wird. Der Ar­beits­lo­se kann sich auch nicht dar­auf be­ru­fen, dass ei­ne durch den Ar­beit­ge­ber aus­ge­spro­che­ne Kündi­gung of­fen­sicht­lich un­wirk­sam ge­we­sen sei.
Wei­te­re In­for­ma­tio­nen, die Sie im Zu­sam­men­hang mit dem The­ma Sperr­zeit, Sperr­frist in­ter­es­sie­ren könn­ten, fin­den Sie hier:
Bun­des­agen­tur für Ar­beit: Ar­beits­lo­sen­geld - Wei­sungs­samm­lung
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Ar­beits­recht ak­tu­ell: 10/016 Ar­beits­lo­sen­geld: Kündi­gung durch den Ar­beit­neh­mer führt nicht un­be­dingt zu Sper­re
Wenn Sie vor der Ent­schei­dung ste­hen, Ihr Ar­beits­ver­hält­nis zu be­en­den, et­wa durch ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag oder ei­nen Ab­wick­lungs­ver­trag, oder wenn Ihr Ar­beit­ge­ber Ih­nen ei­ne Kün­di­gung aus­ge­spro­chen oder Ih­nen ei­ne sol­che an­ge­kün­digt hat und Sie da­her Fra­gen im Zu­sam­men­hang mit Ih­rem An­spruch auf Ar­beits­lo­sen­geld ha­ben, be­ra­ten wir Sie je­der­zeit ger­ne, ins­be­son­de­re auch zu al­len Fra­gen, die mit ei­ner mög­li­chen Sperr­zeit zu­sam­men­hän­gen.
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