Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=16.01.2006&Aktenzeichen=II%20ZR%2065/04
Timestamp: 2019-12-13 05:35:33
Document Index: 360603679

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 11', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 31', 'BGH', 'BGH', '§ 9', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 16.01.2006 - II ZR 65/04 - dejure.org
https://dejure.org/2006,400
BGH, 16.01.2006 - II ZR 65/04 (https://dejure.org/2006,400)
BGH, Entscheidung vom 16.01.2006 - II ZR 65/04 (https://dejure.org/2006,400)
BGH, Entscheidung vom 16. Januar 2006 - II ZR 65/04 (https://dejure.org/2006,400)
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GmbHG §§ 11, 19, 31
Unterbilanzhaftung: Grundsätzlich keine Berücksichtigung des Unternehmenswertes vor Handelsregistereintragung; kein Erlöschen durch anderweitiges Auffüllen des Haftungsfonds
Anspruch aus Unterbilanzhaftung bei einem Startup-Unternehmen in der Phase der Vorbereitung des operativen Geschäfts; Anwendung der Regeln der Kapitalaufbringung wie bei der ursprünglichen Einlageschuld; Automatisches Erlöschen durch faktische Zweckerreichung infolge ...
Kein automatisches Erlöschen des Anspruchs aus Unterbilanzhaftung bei anderweitiger Auffüllung des Haftungsfonds
Zu den Voraussetzungen, unter denen im Rahmen der Ermittlung der Unterbilanzhaftung ausnahmsweise von einem bewertbaren Unternehmen schon im Stadium der Vor-GmbH ausgegangen werden kann; Behandlung des Anspruchs aus Unterbilanzhaftung wie ein ursprünglicher ...
Unterbilanzhaftung: Grundsätzlich keine Be-rücksichtigung des Unternehmenswertes vor Handelsregistereintragung; kein Erlöschen durch anderweitiges Auffüllen des Haftungsfonds
Gesellschafter, Gesellschaftsrecht, Haftung, Kapitalaufbringung, Unterbilanz
Gleichbehandlung der Unterbilanzhaftung nach Kapitalaufbringungsregeln wie Bareinlageschuld
Auch "Start-up"-Unternehmen sind als selbständig bewertbare Unternehmen anzusehen, wenn deren Geschäftskonzept seine Bestätigung am Markt gefunden hat
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 16.01.2006, Az.: II ZR 65/04 (Vor-GmbH: Kein automatisches Erlöschen des Anspruchs aus Unterbilanzhaftung durch faktische Zweckerreichung...)" von RA Dr. Rüdiger Werner, original erschienen in: GmbHR 2006, 486 - 487.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 16.01.2006, Az.: II ZR 65/04 (GmbH: Ende der Unterbilanzhaftung und Bewertung einer Vor-Gesellschaft als Ganzes)" von VorsRiaBGH Prof. Dr. Wulf Goette, original erschienen in: DStR 2006, 714 - 715.
Zusammenfassung von "Voraussetzungen und Rechtsfolgen der Unterbilanzhaftung nach der neueren Rechtsprechung des BGH, zugleich Besprechung von BGH, Urt. v. 16.1.2006 - II ZR 65/04, ZInsO 2006, 374 ff." von RA Dr. Uwe Paul, original erschienen in: ZInsO 2006, 589 - 592.
Kurznachricht zu "Die Unterbilanzhaftung im Kapitalaufbringungssystem der GmbH - zugleich Besprechung von BGH, Urt. v. 16.1.2006 - II ZR 65/04" von Dipl-Kfm. RA Dr. iur. Andreas Heidinger und Ass. iur. Simon Blath, original erschienen in: ZNotP 2007, 42 - 44.
Zusammenfassung von "Vorbelastungshaftung und Vorbelastungsbilanz, insbesondere bei späterer Auffüllung des Haftungsfonds - Besprechung der Entscheidung BGHZ 165, 391" von Prof. Dr. Walter Bayer und WissMit. Dr. Jan Lieder, original erschienen in: ZGR 2006, 875 - 900.
LG Leipzig, 25.07.2003 - 2 HKO 3081/02
OLG Dresden, 16.03.2004 - 2 U 1418/03
BGH, 24.04.2006 - II ZR 65/04
BGHZ 165, 391
NJW 2006, 1594
ZIP 2006, 668
MDR 2006, 1057
DNotZ 2006, 539
NZI 2007, 189
WM 2006, 719
BB 2006, 907
DB 2006, 775
NZG 2006, 390
Er ist grundsätzlich wie der Anspruch auf Leistung fehlender Einlagen zu behandeln und unterliegt deshalb im Hinblick auf Herkunft und Regelungszweck, ebenso wie die für Sacheinlagen geltende Differenzhaftung (§ 9 GmbHG), denselben strengen Regeln der Kapitalaufbringung wie die ursprüngliche Einlageschuld (BGH, Urteil vom 6. Dezember 1993 - II ZR 102/93, BGHZ 124, 282, 286; Urteil vom 16. Januar 2006 - II ZR 65/04, BGHZ 165, 391, 401).
a) Der in der Jahresbilanz zu aktivierende Anspruch aus Unterbilanzhaftung geht zwar - gleichgültig, ob diese bilanztechnische Aktivierung stattgefunden hat oder nicht - ebenso wenig wie der echte Einlageanspruch oder der Erstattungsanspruch nach § 31 GmbHG automatisch "durch Zweckerreichung" unter, wenn die Gesellschaft nach dem Stichtag aus anderen Gründen über ein die Stammkapitalziffer deckendes Vermögen verfügt (BGH, Urteil vom 16. Januar 2006 - II ZR 65/04, BGHZ 165, 391, 400 f.).
Nach dem insoweit entsprechend geltenden Grundsatz der realen Kapitalaufbringung ist damit auch bei der Unterbilanzhaftung - nicht anders bei der für Sacheinlagen geltenden Differenzhaftung (§ 9 GmbHG) - ein automatisches Erlöschen des Anspruchs durch faktische Zweckerreichung infolge einer anderweitigen Auffüllung des Haftungsfonds ausgeschlossen (BGH, Urteil vom 16. Januar 2006 - II ZR 65/04, BGHZ 165, 391, 401).
Ob die Beklagte bei den entsprechenden Zahlungen eine einen etwa bestehenden Anspruch aus Unterbilanzhaftung umfassende Tilgungszweckbestimmung (vgl. BGH, Urteil vom 14. März 1977 - II ZR 156/75, BGHZ 68, 191, 198; Urteil vom 16. Januar 2006 - II ZR 65/04, BGHZ 165, 391, 402;… Beschluss vom 15. Oktober 2007 - II ZR 263/06, ZIP 2008, 1281 Rn. 6) abgegeben hat, hängt von den Gesamtumständen ab, die zu den Zahlungen geführt haben, und bedarf weiterer Aufklärung.
Durch den - unzutreffenden - Hinweis, dass sich die GmbH noch im Gründungsstadium befinde, wird im Gegenteil sogar der Rechtsschein erzeugt, die Gesellschaft werde bei ordnungsgemäßem Verlauf in der Zukunft, nämlich im Zeitpunkt der Eintragung in das Handelsregister, über einen Haftungsfonds in Höhe des Mindeststammkapitals von 25.000 EUR abzüglich der Gründungskosten oder über Ansprüche aus Unterbilanzhaftung gegen die Gründer verfügen, oder, sollte die Eintragung scheitern, Ansprüche aus der Verlustdeckungshaftung gegen die Gründer haben, auf die der Vertragspartner zurückgreifen könne (vgl. BGH, Urteil vom 27. Januar 1997 - II ZR 123/94, BGHZ 134, 333, 334 ff.; Urteil vom 16. Januar 2006 - II ZR 65/04, BGHZ 165, 391, 395 ff.).
BGH, 12.07.2011 - II ZR 71/11
GmbH-Gründung: Handelndenhaftung bei wirtschaftlicher Neugründung einer Vorrats- …
Zur Gewährleistung der realen Kapitalaufbringung als zentrales, die Haftungsbegrenzung auf das Gesellschaftsvermögen rechtfertigendes Element kommt neben der registergerichtlichen Präventivkontrolle auf der materiell-rechtlichen Haftungsebene das - auf eine Innenhaftung beschränkte - Modell der Unterbilanzhaftung (BGH, Urteil vom 27. Januar 1997 - II ZR 123/94, BGHZ 134, 333 ff.; Urteil vom 16. Januar 2006 - II ZR 65/04, BGHZ 165, 391 ff.) zur Anwendung.
Die Bedeutung dieser Norm hat mit der Aufgabe des Vorbelastungsverbots und der Anerkennung einer Unterbilanz- und Verlustdeckungshaftung der Gesellschafter (BGH, Urteil vom 9. März 1981 - II ZR 54/80, BGHZ 80, 129 ff.; Urteil vom 27. Januar 1997 - II ZR 123/94, BGHZ 134, 333 ff.; Urteil vom 16. Januar 2006 - II ZR 65/04, BGHZ 165, 391 ff.) abgenommen.
Ergeben sich aus dem dem Insolvenzverwalter vorliegenden Material hinreichende Anhaltspunkte dafür, dass das Stammkapital der Gesellschaft schon im Gründungsstadium angegriffen oder verbraucht worden ist oder sogar darüber hinausgehende Verluste entstanden sind, ist es Sache der Gesellschafter darzulegen, dass eine Unterbilanz nicht bestanden hat (…vgl. BGH a.a.O.; BGH, Urteil vom 16.01.2006, II ZR 65/04, BB 2006, 9007, Tz.18 - zitiert nach juris; jeweils m. w. N.).
OLG Köln, 18.06.2008 - 13 U 62/08
Haftung der Initiatoren eines Filmfonds wegen fehlender Leistungsfähigkeit der …
So liegt es, wenn - wie im Streitfall - die Erzielung von Steuervorteilen Hauptzweck der Beteiligung ist (BGH ZIP 06, 668).