Source: http://www.jurblog.de/2007/11/27/update-der-fall-marco-w-die-langsamen-muehlen-der-tuerkischen-justiz-und-die-statistik-ueber-u-haft-in-deutschland-wegen-sexueller-missbrauch-von-kindern-176-stgb/comment-page-1/
Timestamp: 2020-08-08 23:34:44
Document Index: 294938597

Matched Legal Cases: ['§ 176', '§ 174', '§ 174', '§ 176', '§ 176', '§ 243', '§ 176']

Update: Der Fall Marco W.: Die langsamen Mühlen der türkischen Justiz und die Statistik über U-Haft in Deutschland wegen sexueller Missbrauch von Kindern (§ 176 StGB) « JurBlog.de
27. November 2007 | Von E. S. | Kategorie: Recht | 30 Kommentare |
Der 17-jährige Marco sitzt in türkischer Untersuchungshaft, weil er im Urlaub ein britisches Mädchen sexuell missbraucht haben soll. Als die ersten Meldungen vor ca. sieben Monaten über die Nachrichtenticker liefen, empörte sich die deutsche Medienlandschaft über die Inhaftierung. Ein harmloser Urlaubsflirt/Händchenhalten könne schließlich nicht so unsittlich sein, so die Argumentation. Boulevardblätter liefen Amok zitierten Politiker, die die EU-Reife der Türkei in Frage stellten und deuteten unterschwellig auf den Islam und die Moralvorstellungen in der Türkei hin. Anders sei die Inhaftierung schließlich nicht zu erklären.
Nur wenige Tage vergingen, als die ersten konkreten Anschuldigungen bekannt wurden. Sexueller Missbrauch von Kindern, Spermaspuren, Gewalt etc. Ob die Vorwürfe stimmten oder nicht, jedenfalls kehrte Ruhe ein. Die Öffentlichkeit, als auch die Medienlandschaft bemerkten, dass sie voreilig berichtet hatten. So harmlos war die Tat dann wohl doch nicht. Rechtsexperten kamen zu Wort und erklärten, dass das Verfahren in der Türkei nicht anders verlaufe, wie es in Deutschland auch verlaufen würde.
Doch werden in letzter Zeit erneut – getrieben von Ungeduld – Stimmen laut, die sich über die Trägheit der türkischen Justiz empören. Schließlich könne sich eine Untersuchungshaft ja nicht über sieben Monate hinziehen. Das Europäische Parlament habe sich in den Fall eingeschaltet und auch die Bundesregierung würde sich vielleicht einer Menschenrechtsklage anschließen. Schließlich liege ein waschechter Justizskandal vor, den die Türken zu verantworten hätten. Stimmen wie:
Egal, ob Marco schuldig ist oder nicht: Einen Minderjährigen sieben Monate lang in Untersuchungshaft gefangen zu halten verstößt gegen alle rechtsstaatlichen Prinzipien der EU
Wir leben doch nicht mehr im Mittelalter, als noch Reiter Botschaften von einem Land ins andere bringen mussten
werden erneut laut. Bundeskanzlerin Angela Merkel dagegen hat in einem Interview ihre Parteifreunde zur Zurückhaltung in der Frage über den in der Türkei inhaftierten Schülers Marco W. aufgefordert. Sie sagte:
„Wir werden jetzt erst einmal das tun – wenn wir überhaupt etwas tun können – was dem Jungen hilft, und ich glaube, das sollten wir lieber nicht mit einer großen politischen Diskussion verknüpfen, über die man unterschiedlicher Meinung sein kann.“
Recht hat sie, die Frau Merkel! In der Tat kann man unterschiedlicher Meinung in diesem Fall sein. Aber auch aus einem anderen Grunde ist Zurückhaltung geboten. Laut Statistisches Bundesamt (Strafverfolgung) wurden im Jahre 2005 insgesamt 1231 Personen in Untersuchungshaft genommen wegen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (§§ 174 bis 184b StGB). Davon wurden 1001 mit Fluchtgefahr begründet. Bei 356 Personen betrug die Dauer der Untersuchungshaft sechs Monate bis ein Jahr und bei 169 mehr als ein Jahr. Bei 74 Personen betrug die Dauer der Untersuchungshaft länger als die erkannte Strafe (Seite 341).
Wem die §§ 174 bis 184b StGB zu pauschal sind, schließlich wird Marco allenfalls § 176 StGB (Sexueller Missbrauch von Kindern) vorgeworfen, schaut in den Bericht aus dem Jahr 2004. Darin sind die einzelnen Straftatbestände noch einzeln aufgeführt. Danach wurden im Jahre 2004 insgesamt 187 Tatverdächtige wegen § 176 StGB in Untersuchungshaft genommen, 131 davon wegen Fluchtgefahr. 45 Tatverdächtige wurden sechs Monate bis ein Jahr in Untersuchungshaft genommen und bei 17 Personen betrug die U-Haft über ein Jahr. Bei 15 Personen betrug die Dauer der Untersuchungshaft länger als die erkannte Strafe (Seite 343).
Nicht ohne Grund ist der renomierte Stuttgarter Rechtswissenschaftler Christian Rumpf, der sich besonders gut mit der türkischen Rechtsordnung auskennt, der Ansicht, dass derzeit noch keine offensichtlichen Verstöße gegen rechtsstaatliche Prinzipien bestehen. (Quelle: Stern) Doch werden solche Kommentare leider und wenn überhaupt nur als Anhängsel an Berichte um den inhaftierten Marco W. beigemischt.
Im Lichte des oben aufgeführten erübrigt sich zum jetzigen Zeitpunkt eine hitzige Debatte über die langsamen Mühlen der türkischen Justiz. Selbstverständlich ist es nicht schön, dass solche Verfahren sich in die Länge ziehen. Selbstverständlich ist es auch wünschenswert, dass Tatverdächtige Klarheit über die drohende Strafe erlangen. Doch ist die deutsche Selbstverständlichkeit in diesem Fall leider alles andere als sachlich, vernünftig und objektiv. Während man mit dem Zeigefinger auf den anderen zeigt, übersieht man die übrigen Finger, die auf einen selbst gerichtet sind.
Dieser Artikel wird auch an die Redaktionen der großen deutschen Zeitungen verschickt mit der Bitte um irgendeine Reaktion. Wir dürfen gespannt sein, ob und wie viele tatsächlich Interesse an Zahlen und Fakten haben.
PS: Vielen Dank an Li für die Fundstellen aus dem Statistischen Bundesamt
Update wegen weiteren Zahlen über Untersuchungshaft bei Jugendlichen und Heranwachsenden:
Strafverfolgung und Sanktionierung von deutschen und ausländischen Jugendlichen und Heranwachsenden. Eine Untersuchung am Beispiel des Einbruchsdiebstahls.
Eine nur geringe Anzahl von Tatverdächtigen verweilte zwischen ein und zehn Tagen in Untersuchungshaft. Danach erfolgte ein starker Anstieg bei der Dauer zwischen 11 und 30 Tagen, wobei hier der Anteil der deutschen und ausländischen Tatverdächtigen exakt gleich groß war. Bei 31 bis 50 Tagen wurde der niedrigste Wert erreicht, wobei hier keine Deutschen vertreten waren. Darauffolgend war ein gleichmäßiger Anstieg zu verzeichnen, der bei einer Dauer von 101 bis 150 Tagen seinen Zenit hatte. Beim Anstieg war die Quote der Ausländer etwas höher als die der Deutschen, hingegen war das Verhältnis beim Höhepunkt genau umgekehrt. Danach sank die Zahl der Verfahren wieder konstant ab, wobei der Anteil der deutschen Tatverdächtigen bei einer Dauer der Untersuchungshaft von über 200 Tagen viermal so groß war, wie der der ausländischen. Die längste Dauer bei den deutschen Untersuchungshäftlingen betrug 497 Tage, bei den ausländischen war der größte Wert 202 Tage. Dies wirkte sich auch auf die durchschnittliche Länge der Untersuchungshaft aus. Insgesamt dauerte die Untersuchungshaft durchschnittlich 106 Tage. (Seite 172)
Eine weitere Fundstelle gibt ebenfalls zur Länger der U-Haft bei Jugendlichen Auskunft. Nähers dort ab Seite 160.
PS: Bis heute (27.11.2007) keine einzige Reaktion irgendeines (ca. 100) angeschriebenen Blattes!
Tags: Ausland, Blog, Bundesregierung, Deutschland, Islam, Jugendliche, Jura, JurBlog, Kinder, Medien, Politik, Strafrecht, Türkei, Türken, TV
day 23. November 2007 14:37 :
Es geht hier nicht um Durchschnittswerte, sondern darum, dass das Verfahren längst hätte eingestellt werden können.
„Er ist gerade mal 17 Jahre alt. Das heisst, er darf weder wählen, noch Auto fahren. Er darf keinen Weinbrand kaufen und keine Spielhalle betreten. Er ist noch nicht geschäftsfähig und besucht normalerweise die Schule. Das geht aber derzeit nicht, da er in türkischer Untersuchungshaft sitzt. Dort wird er behandelt, wie ein …“
http://pipeline.byto.de/viewtopic.php?t=46
li 23. November 2007 14:56 :
Da schwadroniert doch eine Frau Koch-Mehrin Ihres Zeichen EP Mitglied folgendes:
Wir leben doch nicht mehr im Mittelalter, als noch Reiter Botschaften von einem Land ins andere bringen mussten.
Richtig, aber doch nicht an die Adresse der Türkei.
Die Briten haben die Bänder und damit ist die EU im Besitz der Videoaufzeicnungen.
Was soll dann das Affentheater.
Wenn der EU wirklich an der sofortigen Freilassung gelegen ist, dann aber hurtig mit den Aufzeichnungen per Eilboten des Europäischen Parlaments ab in die Türkei.
Aber offenkundig soll Marco per Druck aus der Haft entlassen werden noch bevor die Bänder die Türkei erreichen.
Coskun 23. November 2007 21:03 :
Nun , da dieses Thema , nicht so schnell aus der Welt kommt , müssen wir uns darüber Gedanken machen.
Es gibt da bestimmte Fragen die sich mir immer wieder aufdrängen.
1. Warum ist der Junge in der Türkei Inhaft und wie würde das in der BRD aussehen ?
2. Sollte doch die Türkischejustitz nach dem motto , das ist alles Normal was das passiert ist also geht nach Hause , Reagieren bzw. wie würde die Deutschemedienwelt auf so etwas Reagieren ?
3. Warum versucht man mit allen Mittel , die Türkischejustitz so unter Druck zu setzten um den Jungen aus der Türkei zu erpressen ?
4. Worum geht es hier eigentlich ?
Fakt ist doch , darüber sind sich ja wohl alle Einig , das diese Riesenwelle die man da Verursacht hat nicht zur Klärung bzw lösung des Sachverhaltes beigetragen hat.
Also was will man oder worüber Ärgert man sich hier in Deutschland tatsächlich.
Antworten wären mir sehr gelegen.
Tony 26. November 2007 18:14 :
Das ist wiederum ein Beweis der Doppel-Moral der Deutschen Gesellschaft wenn es um die Türkei geht.
Kaum wird ein DEUTSCHER Jung, der nach Beweislage eine Minderjährige sexuell missbraucht hat in der Türkei inhaftiert, ist die Mehrheit der Deutschen Bevölkerung (Medien, Regierung, Volk) völlig fassungslos!
Ich frage mich was mit mir wäre wenn ich als Türke in Deutschland das selbige tuen würde?????
Sicherlich würde die Deutsche Gesellschaft sofort das selbige für mich fordern……WERS GLAUBT!!!!
Die „Trägheit“ der Türkischen Justiz ist sicherlich ein berechtigtes Manko an der Türkei. Jedoch sollte man auch wissen das dies einfach so ist in der Türkei.
Ein Beispiel aus eigener Erfahrung: Ein Vermieter unserer Wohnung in der Türkei hat nach der Kündigung die Wohnung völlig demoliert und die ausstehenden Mieten nicht gezahlt. Wir haben dies polizeilich angezeigt. Die Türkische Polizei sagt: Finden Sie den Mann und den Rest erledigen wir!!!!
Was ich damit sagen will ist, das man in der Türkei nicht mit der deutschen Mentalität glücklich wird.
Daher sollte man auch wenn man in anderen Ländern ist, auch damit rechnen, dass die Länder ihre EIGENEN GESETZE und VERORDNUNGEN und VERFAHREN haben!
Wie diese Länder verfahren ist nätürlich IHNEN selber überlassen. Das ist ihr GUTES RECHT.
Ich kann auch nicht wenn ich in Deutschland lebe alles nach meinem Belieben machen und dann erwarten, dass es ja in bzw. China anders ist. Auch ich muss mich der Gesellschaft in der ich bin ANPASSEN!
Stichwort Integration!!!
Sicherlich werden jetzt einige den Vergleich stellen wollen welches von den Systemen besser ist.
Ich kann nur vorab sagen dieser Vergleich würde absolut hinken, da es nicht die Frage ist welches Besser oder schlechter ist sondern der Punkt ist das die Gesetze den gegebenen Verhältnissen angepasst werden!
Abschliessend kann ich noch sagen das dieser Wirbel der gemacht wurde absolut kontraproduktiv gewesen ist.
Die Deutsche Regierung hat versucht die Türkei zu ERPRESSEN!!! (Türkei sei nicht EU-Reif usw.)
Die hat auch wiederum dazu geführt das die Türkische Justiz „beabsichtigt“ diesen Fall hinauszögert!
Coskun 27. November 2007 06:41 :
In vielen Punkten geben ich Ihnen Recht , jedoch können Sie an hande der Beispiele von Herrn Senol sehen das solche Verfahren auch hier in der BRD so schleppend behandelt werden.
Der Türkischenjustitz beabsichtigtes verlangsamen des Verfahrens zu unterstellen ist hier falsch.
Was die Türkischejutitz macht , ist hier das Verfahren nicht zu 100% sondern zu 150 % richtig zu behandeln um somit späteren Kritiker schon im Vorfeld den Wind aus den Sgeln zu nehmen.
Wie wir alle wissen ist Deutschland Weltmeister im Kritik von sich geben , aber mal den Finger auf sich selber richten ist hier eine verpöhnte Kunst.
Ausser die 1939-1945 geschehnisse , die wiederum nicht zu vertuschen oder runter zu reden waren.
LI 27. November 2007 11:07 :
Eine Frage Herr Senol: Gab es denn seitens der Redaktionen der Presse eine Reaktion auf Ihren Artikel oder Schweigen im Blätterwald?
E. S. 27. November 2007 11:23 :
Der Artikel wurde an ca. 100 deutschsprachige Blätter verschrickt. Bis heute keine einzige Reaktion darauf 🙂 Haben Sie etwas anderes erwartet?
gardener 27. November 2007 14:14 :
Der obige Artikel ist sehr subjektiv geprägt. Man kann die Länge der U-Haft für erwachsene Verdächtige, die womöglich über einen langen Zeitraum ein oder mehrere Kinder mißbraucht haben, nicht mit einem möglicherweise etwas aus dem Ruder gelaufenem Petting eines 17-Jährigen mit einer frühreifen 13-Jährigen gleichzusetzen versuchen.
Den Angaben des türkischen Arztes nach wollte Charlotte keine Polizei. Sie sprach von Einvernehmlichkeit. Außerdem haben von Journalisten befragte Touristen und Hotelangestellte die beiden schon zwei Tage vorher als „Paar“ wahrgenommen.
Der bereits vernomme zweite Junge hat ebenfalls keine Anzeichen von Gewalt bemerken können.
Was in der Erinnerung des Mädchens nach 7 Monaten Gehirnwäsche seitens der Mutter und ggf. ihres Anwalts noch von der ursprünglichen Wahrheit übrig ist, wage ich mir gar nicht auszudenken. Jedenfalls halte ich eine Aussage nach so langer Zeit für unbrauchbar.
Den o.a. Fall „Inhti H.“ findet man außerhalb der angegebenen Quelle nirgens. Dabei hätten sich doch die Medien darauf gestürzt, würde es ihn wirklich geben.
Bis dahin sieht mitteleuropäische Rechtspraxis etwa so aus: http://vorarlberg.orf.at/stories/219267/
Bei guter Führung sitzt er 4 Monate für 10-fachen GV. Als verheirateter Erwachsener. Setzt man dies in Relation zum Fall Marco, bleiben für ihn 4 Tage. Höchstens!
E. S. 27. November 2007 15:37 :
Es gibt leider nicht so viel Material über die Dauer der Untersuchungshaft bei Jugendlichen. Dennoch gibt folgende Fundstelle nähere Auskunft:
Diese Zahlen sind allerdings auf U-Haft wegen Einbruchsdiebstahl (§ 243 I Nr. 1 StGB) begrenzt, so dass längere U-Haft beim Tatbestand des Kindesmissbrauchs anzunehmen sind.
Jedenfalls belegen auch diese Zahlen die Doppelmoral aus Deutschland um den Fall Marco W.
Ihre Fundstelle schildert einen Fall, in der der Beschuldigte ein Geständnis ablegt und verurteilt wird. Daher auch keine Notwendigkeit für eine lange U-Haft. Im Fall Marco dagegen ist die Lage, wie wir es mittlerweile alle wissen, etwas komplizierter. Daher hinkt Ihr Vergleich.
LI 27. November 2007 20:43 :
aus dem Ruder gelaufenes Petting? Waren Sie dabei?
Gehirnwäsche? Sie kennen das Opfer und die Mutter und den Anwalt und den Inhalt der zwischen diesen Personen geführten Gespräche?
Das Opfer sprach von Einvernehmlichkeit?
Der Inhalt der Videovernehmung ist Ihnen also auch schon bekannt?
Klären Sie uns und die Öffentlichkeit bitte mit all Ihrem Insiderwissen auf.
gardener 27. November 2007 22:57 :
Nein, ich war nicht dabei. Ich war aber auch noch nie auf der Sonne und kenne dennoch ihre Oberflächentemperatur.
Aus den bisher veröffentlichten Puzzleteilen, naturwissenschaftlicher Logik und einer gewissen Lebenserfahrung lassen sich schon Hypothesen erstellen, die gewisse Anschuldigungen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen lassen. Und das hat nichts mit Marcos Nationalität zu tun.
– Wer einen Jungen erst ins Zimmer und dann ins eigene Bett läßt, schafft denkbar schlechte Voraussetzungen die Mindeststandards für eine Vergewaltigung zu erfüllen. Und wenn man das dann noch verschläft…
– Wenn die Gegenwehr dann noch so zaghaft ist , dass keiner der sich in unmittelbarer Nähe befindlichen Jugendlichen etwas davon merkt…
– Wenn man dem untersuchenden Arzt gegenüber jede Gewaltanwendung abstreitet und dieser auch keine Spuren diesbez. vorfindet…
– Wenn man locker und entspannt der Untersuchung folgt, nur Mama hysterisch wirkt…
– Wenn Marco völlig unvorbereitet den Ermittlungsbeamten seine Version berichtet, die zwar einvernehmlichen Sex, aber keinerlei Gewaltanwendung beinhaltet…
– Wenn Marco nach eindringlicher Beratung mit seinen Anwälten im Brief an Charlotte nicht um Entschuldigung und Vergebung bittet, sondern nur die Wahrheit fordert…
– Wenn Charlottes Mutter erst Anzeige erstattet, nachdem abzusehen ist, dass gegen sie wegen Verletzung der Aufsichtspflicht ermittelt werden würde (Opfere den Groschen und rette den Dukaten…)
– Wenn Marcos Version der Geschehnisse seit April unverändert sind, während von Charlottes Aussagen (die außer ihrem Anwalt niemand kennt) schon mindestens drei Versionen kursieren…
– Wenn auf den nur wenige Wochen nach der jungfräulichen Vergewaltigung aufgenommenen Fotos Charlotte immer das fröhlichste Gesicht von allen hat…
(siehe Fotos auf den bekannten Seiten „whitebrass“ bzw. ihrer smithills school)
– Wenn das angebliche Opfer jede Möglichkeit gegen „ihren Täter“ auszusagen, verstreichen läßt…
– Wenn eine Mitschülerin von Marco ihn als hilfsbereiten Jungen, der immer ein offenes Ohr für andere hat und nie gewalttätig war, beschreibt…
– Wenn aus den anfangs dezenten Anschuldigungen „(einvernehmlicher) sexueller Missbrauch“ nun eine Vergewaltigung mit Forderung nach Höchststrafe wurde…
(Bisher waren wir real, gehen wir mal in Richtung „Verschwörungstheorien“…)
– Wenn Spermien, die lt. Beipackzettel von Verhütungsmittel 2- 5 Tage im Vaginaltrakt überleben, schon nach weniger als 12 Stunden nur noch tot geborgen werden…
…dann ergibt sich in meiner beschränkten männlichen bzw. naturwissenschaftlichen Logik ein Bild der Vorfälle, wie zuvor beschrieben. Und dazu stehe ich.
Aber es bleibt jedem Kritiker unbenommen mich mittels Indizien bzw. daraus abgeleiteten Folgerungen in akademisch vertretbarer Qualität vom Gegenteil zu überzeugen. Schließlich kann der denkende Mensch auch seine Meinung ändern…
E. S. 27. November 2007 23:38 :
in akademisch vertretbarer Qualität
Na, bei Ihrer Zusammenstellung kann man aber auch nicht von einer akademischen Qualität sprechen. Es ist ja nicht so, als wären sämtliche Anfangsverdächtigungen später relativiert worden. Ursprünglich hieß es in den meisten Berichten über den Fall, es handele sich um „Händchenhalten“ oder „einfacher Urlaubsflirt“ etc. Von daher könnte man in „akademischer Qualität“ das ganze auch mal in die andere Richtung zuspitzen.
li 28. November 2007 11:43 :
Am besten machen Sie dem Bundestag den Vorschlag, den Tatbestand der Vergewaltigung auf wache, sich heftig wehrende, noch Wochen später heftig weinende Opfer, sowie vollumfänglich geständige Täter zu beschränken.
Wobei alles noch im Verborgenen stattzufinden hat.
In welchem Mittelalter leben Sie eigentlich.
(Vergewaltigung in der Ehe, sexueller Mißßbrauch Minderjähriger
durch Erziehungsberechtigte usw., wäre nach Ihrer Auffasung kein Thema für den Staatsanwalt)
gardener 28. November 2007 12:05 :
„Die Tatbestände der Vergewaltigung unterscheiden sich dabei von denen des sexuellen Missbrauchs insoweit, dass der Täter bei einer Vergewaltigung gegen den Willen des Opfers sexuelle Handlungen an diesem unter Anwendung von Gewalt, durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben oder unter Ausnutzung einer Lage, in der das Opfer der Einwirkung des Täters schutzlos ausgeliefert ist, vornimmt“.
(Quelle: http://www.frag-rechtstipps.de/Vergewaltigung—sexueller-Mibrauch???__f31840.html)
Diesen „Mindeststandard“ sehe ich im Fall Marco nicht gegeben.
Nach meinem Wissen war Marco weder Charlottes Erziehungsberechtigter noch mit ihr verheiratet. Was soll also diese Bemerkung?
Kindesmißbrauch im eigentlichen Sinne muß natürlich verfolgt werden. Z.B. wenn 13-jährige Mädchen im Iran bzw. 15-Jährige in der Türkei, noch völlig unerfahren, mit einem bis dato unbekannten Mann verheiratet werden und dann in der Hochzeitsnacht das komplette Programm an „Ehepflichten“ absolvieren müssen.
Ansonsten vermisse ich hier stichhaltige Beweise, die eine Inhaftierung Marcos rechtfertigen.
Die lange Haft des Marco W. | Jörg Friedrich 28. November 2007 12:12 :
[…] kann man einmal fragen, ob diese Untersuchungshaft nicht zu lang ist, auch wenn, wie man im JurBlog nachlesen kann, die Dauer auch in Deutschland gar nichts ungewöhnliches wäre. Was auch in […]
mfd 28. November 2007 15:40 :
Gardener hat in akademisch vertretbarer Qualität fast die gesamte Indizienkette aufgereiht und das Puzzle geschlossen: In der Tat liegen ausreichend Entlastende Beweise und entlastende Zeugenaussagen vor, die mangels belastender Beweise und belastender Zeugenaussagen zur abschließenden Beurteilung des Falles genügen sollten, wenn das Gericht nicht auf die protokollierte Aussage des angeblichen Opfers und ihrer Managerin hätte warten müssen. Einiges war schief gelaufen: der Tatort des Verbrechens wurde kriminaltechnisch nicht untersucht, die Aussagen der anderen Gäste und des Hotelpersonals wurden nicht protokolliert, die Klägerin, ihr Lebensabschnittpartner und ihre Töchter konnten unbehelligt entkommen.
Als sich das Gericht zu besserer Sorgfalt aufmachte, wurde es zu Unrecht der Saumseligkeit und der Verschleppungstaktik bezichtigt : in der Tat wird jetzt bekannt, dass die junge Frau und ihre Managerin erst am 17. Oktober von Interpol angehört wurden, wohl von der Ortspolizei Manchester.
die Unterstützungsinitiativen im Internet, die Mahnwachen in deutschen Städten und einige Politiker haben auf die türkische Justiz eingedroschen, und obwohl Frau Merkel und M. Sarkozy mehrfach in London waren, ist keiner auf die Idee gekommen, dort auf Beschleunigung des Verfahrens zu drängen. Der Schwarze Peter liegt also in Berlin und in Uelzen, bei dem unerfahrenen ursprünglichen Anwalt.
Der getrennt lebende Vater der jungen Frau berichtete einer ostdeutschen Zeitschrift, die Polizei habe ihnen im April geraten, mit niemand und vor allem nicht mit der Presse über den Fall zu sprechen ; möglicherweise erfuhren sie von dem weiteren Geschehen nichts. Die schlimmsten Beschuldigungen dürften wohl der orientalischen Fabulierkunst des türkischen Anwalts der Klägerin entsprungen sein ; als Marco in einem offenen Brief mit schlichten und bewegenden Worten die Charlotte anflehte, sie möge die Wahrheit sagen, qualifizierte dieser Anwalt den Konfirmanden und THW-Mann weiss als „gottlos“. Die verbalen Anschuldigungen und Gerüchte konnte das Gericht nicht als Beweise betrachten. Dass es auf Public Relations , Verständnis und Sympathiewerbung pfeift und sich den Eltern des Jungen gegenüber recht ruppig verhielt, ist verdorrten Bürokraten kaum anzulasten. Auch dass es eine Beleidigung des anständigen jungen Mannes ist, ihn von bewaffneten Wachen begleiten zu lassen, wird dorten nicht zu vermitteln sein.
Wie gestern bekannt wurde, liegt das Videoprotokoll nun endlich dem Gericht in antalya vor. Es steht zu hoffen, dass die türkische Übersetzung bis zur 8. anhörung am 14. Dezember vorliegt, und dass die Verteidigung sowie der Betroffene, der Hauptzeuge eine Mitschrift erhält. Wenn Weiss mit englischen weibern rummachen kann, wird er auch deren Sprache verstehen, da deren sprachliches Niveau sicher so hoch ist wie ihr sittliches. .
Der Beschuldigte hilft allerdings dem Gericht recht wenig : Lt Pressebericht sitzt er wortlos und verstört auf der anklagebank, während in einer fremden Sprache über seinen Kopf hinweg seine Sache verhandelt wird. Er muss sein Erscheinen von der Bereitstellung eines simultandolmetschers abhängig machen um so in sein Verfahren eingreifen zu können. Ansonsten setzt er das Verfahren und den Prozess der Nichtigkeit wegen Formfehlers aus.
Was Gardener nicht erwähnt, wohl aber Prof. Christian Pfeiffer : der Beschuldigte, dessen Verbrechen nicht in der Tat an sich sondern im amtlichen alter des angeblichen Opfers liegt, befand sich im Tatirrtum (korrigieren Sie mein Gedächtnis, Herr RA) : Die täterin hat sich nach Aussage des Beschuldigten für 15 ausgegeben sie wurde von dem Gynäkologen für „16 oder 17“ Jahre gehalten , desgleichen von einem nicht protokollierten Zeugen aus Manchester. . und nach Aussagen von Hotelgästen, die nach allgemeinem Wissen auch nicht protokolliert wurden , trug die junge Frau ein grünes Plastikband am Handgelenk, das volljährige Personen zur Einnahme von alkoholischen Getränken an der Disco-Bar berechtigt, während Minderjährige ein rosarotes Bändchen tragen. Weiss hatte somit keine Veranlassung, die Personalpapiere der Person zu prüfen, genau wie er vom Aussehen des Staatsanwalts ausgehen kann, dass dieser volljährig ist. Gutgläubig ist er in eine ebenso ungewollte, weil triebhafte, Sexfalle getappt. Es ist hier der Fall eines anatomischen Skandals, der Diskrepanz zwischen biologischem Alter und tatsächlichem alter. Mein Enkel ist mit 14 so groß wie ich; in seinem Alter war ich 10 cm kleiner und wog 10 kg weniger. Wenn mich die Erinnerung nicht trügt, sind im benachbarten Iran Mädchen eben auf Grund dieses biologischen Alters mit 13 ehefähig.
Man kann von der jungen Frau und ihrer Managerin kaum verlangen, dass sie wie die tapferen Eltern von Marco zu jedem Termin in die Türkei fliegen ; das Erscheinen des „missbrauchten Kindes“ würde vielleicht auch den vertrockneten Bürokraten am Richtertisch ein fröhliches Gelächter entlocken.
Möglicherweise kommen die Damen bei anderer Gelegenheit zurück nach antalya. Ein Bekannter, der gerade vom Besuch in seiner englischen Heimat zurückkam, wusste von dem Fall Marco nichts, wohl aber einiges von antalya : „Antalya is great for sex. Anything goes. Mostly British and German wommen.“
Özgürlük için Marco ! Justice pour Marco ! Nous
soutenons http://www.freiheit-fuer-marco.de
LI 28. November 2007 22:17 :
ich bin ja immer wieder erstaunt wie viele Fachleute des Mißbrauchstatbestand § 176 StGB und Kenner des türkischen Strafprozeßrechts sich so finden lassen.
Schön, dass Sie der Auffassung sind, daß Kindesmißbrauch auch in der Türkei zu verfolgen ist.
Nichts anderes macht das türkische Gericht.
Ihr gedanklicher Ausschlusstatbestand wäre dann also, es sei denn der Täter ist ein Deutscher.
gardener 28. November 2007 22:55 :
„Schön, dass Sie der Auffassung sind, daß Kindesmißbrauch auch in der Türkei zu verfolgen ist.
Nichts anderes macht das türkische Gericht.“
Leider nicht mit der richtigen Priorität. Petting mit 13-Jährigen ist nicht nur in Holland, Spanien, auf Malta, in Österreich, Holland, Finnland etc. straffrei sondern sogar in der Wiege der Moral, d.h. dem Vatikanstaat. Irgendwann müssens die Mädels ja lernen. Das ist in Deutschland in der Praxis nicht anders.
Siehe folgende Statistik: http://www.axelspringer.de/inhalte/pressese/inhalte/presse/zeitschriften/1093.html
Der eigentliche Kindesmissbrauch findet ja statt, wenn 15-jährige unerfahrene Mädchen mit einem doppelt so alten Verwandten oder sonst unbekannten Mann verheiratet werden und dann gleich in die „Vollen“ müssen. Hier hätte das Muselvolk noch jede Menge Kinderschänder wegzusperren. Den amtierenden Präsidenten eingeschlossen. Hat er sich doch als 30-Jähriger eine 15-Jährige als Frau zuführen lassen. Die alte Schweinebacke…
E. S. 28. November 2007 23:17 :
Ihre Art der Diskussion ist hier nicht erwünscht. Drücken Sie sich künftig bitte gewählter aus!
Auf Ihre Ausführungen möchte ich nicht einmal mehr eingehen. Das ist mir nicht in „akademisch vertretbarer Qualität“ 😉 Im Übrigen sollten Sie es jetzt eigentlich gut sein lassen. Schließlich soll der denkende Mensch auch seine Meinung ändern, 😉 und nicht vom ursprünglichen Thema ablenken, wenn es eng wird. Ihre Zitate!
Jörg Friedrich 29. November 2007 09:40 :
Ich nehme an, Ihre „Indizienkette“ sähe extrem anders aus, wenn sie sich statt auf deutsche Pressemeldungen und -spekulationen auf britische stützen würde.
Elysium1980 29. November 2007 10:31 :
im Namen des türkischen Volkes und aller Demokraten auf der ganzen Welt Danke ich Ihnen für Ihre zusammengetragenen Informationen.
Sie helfen dabei, Vorurteile und Unkenntnis, zwei weit verbreitete Krankheiten in Deutschland, zurück zu drängen.
Nathan 29. November 2007 11:12 :
da hier so gerne auf Prof. Rumpf bezug genommen wird, möchte ich an sein Interview im Stern erinnern:
http://www.stern.de/politik/panorama/603271.html
Herr Prof. Rumpf geht hier davon aus, dass Marco am 14.12. aus der Untersuchungshaft entlassen werden müßte, weil das Gericht sonst in Erklärungsnot gerät. Auch wird erwähnt, das ein anderer Richer Marco womöglich schon früher entlassen hätte.
Ansonsten wird mir der Fall Marco von einigen hier durch Vorverurteilung zu sehr verharmlost. Der Fall verdeutlicht allerdings sehr schön das Problem der zu langen Untersuchungshaftzeiten generell und schon deshalb wäre es angebracht wenn der Menschenrechtsgerichthof diesen Fall nutzt, um ein Exempel zu statuieren.
Gast 29. November 2007 15:44 :
Ich geben Herrn E.S. grundsätzlich Recht: Zum einen ist die Berichterstattung sehr einseitig zu Gunsten von Marco und z.T. auch unsachlich, wenn die U-Haft als von Anfang an unberechtigt gesehen wird. Zum anderen gibt es auch in Deutschland und vor allem – das ist mir wichtig – in aller Welt Fälle, die nicht nach rechtstaatlich einwandfreien Kriterien durchgeführt werden. Alle Fälle (!) sind demnach kritisch zu hinterfragen.
In anderen Punkten muss ich aber auch die Ausführungen von E.S. und anderen kritisieren, weil ich auch diese für zu einseitig halte. Natürlich liegen die Fehler nicht nur beim türk. Gericht, sondern auch bei den britischen Behörden! Darauf kommt es jedoch nicht an. Es gibt andere Punkte, die die U-Haft nicht mehr rechtfertigen: Es gab zu Beginn entlastende Aussagen: Vom Kellner, vom behandelnden Arzt und die Aussage von Marco, die in sich nicht widersprüchlich war. Wenn man dem Arzt glaubt, wovon man ausgehen muss, widersprach sich Ch. mehrfach. Ob dann noch behauptet werden kann, es bestehe dringender Tatverdacht, halte ich für sehr fraglich. M.E. ist das nicht der Fall. Dann der Punkt der Fluchtgefahr. Verhältnismäßiger wäre eine Freilassung gegen Kaution o.a.
Dann als nächstes: Die Aussagen von Prof. Rumpf sind nicht schlüssig. Wenn er davon ausgeht, am 14.12. müsse es zu einer Entscheidung kommt, dann frage ich mich, auf welcher Grundlage soll diese erfolgen. Es gab und gibt keine verwertbare Aussage von Ch.! Eine Aussage vor einer Behörde ist nicht verwertbar. Überdies hatten und haben die Anwälte von M. keine Möglichkeit Ch. zu befragen, sei es auch nicht mittelbar, wie es unserer StPO zuließe. Wenn also am 14.12. mit keiner anderen Grundlage für eine Entscheidung gerechnet werden kann, als es schon früher der Fall war, dann hätte die U-Haft aufgehoben werden müssen. Und hier liegt der Fehler dann doch bei der türk. Justiz, die die Mängel der „Beweise“ nicht erkennt.
Nathan 29. November 2007 16:32 :
Herr Prof. Rumpf spricht nicht von einer Entscheidung am 14.12., die zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht möglich ist, sondern von der Aufhebung der Untersuchungshaft, die auch er inzwischen für zu lang erachtet.
Gast 29. November 2007 16:40 :
diese Entscheidung meine ich doch. Weshalb hätte diese nicht schon jetzt erfolgen könne, wie es der Richter vorgeschlagen hat, wenn die „Aussage“ doch ohnehin keinen Beweiswert hat?
Nathan 29. November 2007 17:22 :
Möglich wäre es schon gewesen, aber das Gericht hat nun einmal von Anfang an die Verlängerung der U-Haft mit dem Fehlen der Aussage begründet. Diese ist zwar nicht verwertbar, aber das könnte sich durch eine nachträgliche Aussage von Charlotte (z.B. per Videokonferenz) ja noch ändern. Das Gericht wird sicherlich großzügig in seiner Geduld diesbezüglich sein.
Mit dem Eintreffen der Aussage ist nun erstmals eine Neubewertung der Untersuchungshaft möglich. Die Aussage definiert zudem das mögliche Strafmaß, auch wenn diese noch verwertbar gemacht werden muss. Charlotte spricht zwar von versuchter Vergewaltigung, aber das ist umgangssprachlich. Tatsächlich liegt juristisch eben kein Vergewaltigungsversuch vor, da Marco ja sofort von ihr abließ, als sie dies lautstark zum Ausdruck brachte (natürlich nur, wenn ihre Aussage stimmt).
Der Richter muss nun die Chancen der Anklage abwägen, Beweise liefern zu können, die ein hohes Strafmaß rechtfertigt. Sieht er diese Chancen als eher gering an, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Aussetzung der Untersuchungshaft, zumal diese für einen Jugendlichen schon ungewöhnlich lang anhält.
Kunta Kinte 2. Dezember 2007 11:57 :
Da wird also in der türkischen Hürriet über „Inti Haase“ berichtet (gibts den überhaupt?). Darüber berichtet dann „20 minutes“, darüber berichtet jurblog. Darüber liest man dann auf zeit.de. Und auf einmal ist es wahr. Blogs sind doch was tolles.
E. S. 2. Dezember 2007 12:23 :
(gibts den überhaupt?)
Das ist eine gute Frage, die Sie aber nicht hier im Blog sondern in den Zeitungsredaktionen der Republik stellen sollten. Über den Fall Marco W. gab es bereits nach wenigen Stunden angebliche Details und heute sind noch Korrespondenten unterwegs nach Antalya, um über den Fall zu berichten.
Da sollte es den fleißigen Redaktionen doch auch möglich sein, über die Existenz eines Inti Haase aus dem deutschen Leer zu berichten. Ob die Geschichte stimmt oder nicht, dürfte nicht mehr Zeit kosten, wie das online Buchen eines Flugtickets nach Antalya. Doch hat man allem Anschein nach kein Interesse an solchen Fällen.
bibsiline 8. Dezember 2007 12:48 :
Sexueller Mißbrauch, Vergewaltigung oder versuchte Vergewaltigung… Ich würde gern wissen: Wurde das Mädchen nun defloriert? Wenn nicht, liegt doch auch keine Vergewaltigung vor. Ich war auch mal 13…und wenn ich einen Jungen mit auf mein Zimmer genommen hätte, dann hätte es von meiner Mutter ein paar Watschen gegeben, mit dem Hinweis, dass ich um spätestens 22 Uhr auf dem Zimmer zu sein habe. Meine Eltern haben eben versucht Ihrer Aufsichtspflicht nachzukommen. Die Mutter von Charlotte hat diese m.E. verletzt. Bin kein Jurist – aber eine Frau. Charlotte will keinen Ärger mit ihrer Mutter (wie fast jedes Mädchen in diesem Alter) und ich bin davon überzeugt, dass sie die Wahrheiten etwas zu ihren Gunsten auslegt. Ob türkisches oder deutsches Gericht – die Mühlen der Justiz mahlen im Allgemeinen überall recht langsam. Davon abgesehen, wenn man dem türkischen Staat quasi droht, die Aufnahme in die EU zu verweigern liegt das auch an diversen Menschenrechtsverletzungen, die dort ja auch stattfinden. Liest man doch gerne in den AI Zeitschriften. Man sollte aus dem Schicksal zweier junger Menschen kein Politikum machen und die türkische Justiz unter Druck zu setzen finde ich ein ziemliches Unrecht. Die junge Dame sollte sich dann doch mal in die Türkei bewegen. By the way: Auf Menorca beobachtet: Kleine Engländerinnen im Alter von 11 Jahren mit kompletten Make-up und hohen Hacken auf denen ich mir den Hals brechen würde.. Da läuft doch wohl auch was in puncto Erziehung falsch.. Wieso hat Charlottes Mutter es zugelassen, dass das Mädchen mit dem Jungen 2 Tage lang durch die Anlage läuft (wenn diese Berichte stimmen?) Wo war Charlottes Mutter eigentlich zum Zeitpunkt des Geschehens? Wieso hat Charlotte den Jungen in ihr Zimmer gelassen? Er ist doch nicht dort eingebrochen.
mfd 2. Januar 2008 07:10 :
Am 14. Dezember 2007 lag Richter Abdullah Yildiz in Antalya die beglaubigtte Aussage der Charlotte Mathers in türkischer Übersetzung vor, was er seit der zweiten anhörung an immer gefordert hatte. Um 15.47 Uhr wurde Marco Weiss entlassen und flog noch am selben Abend mit seinem Vater, und den beiden Anwälten ab und landete am 15. Dezember um 1:27 in Nürnberg. Die vorläufige Freilassung erfolgte ohneAuflagen. Zwei Tage darauf stellte sich Marco Weiss der Öffentlichkeit in einem Gespräch. Weder er, noch seine Eltern noch seine Anwälte machten irgendwelche Kommentare über die türkische Jutiz im allgemeinen und das Gericht von Antalya im besonderen. Er zeigte schlichte Würde und Anstand ; die vielen Sympathiebeweise, Mahnwachen und Briefe- einen Waschkorb voll – hätten ihm in der zweiten Phase der Haft die notwenndige Kraft gegeben.
Zu den Fakten und Hintergründen weise ich auf die Ausführungen von Coskun, Gardener und die meinen von 28. NovEmber
Marco Weiss will sich der Verhandlung am 1. April 2008 stellen, an der Herstellung seiner Ehre und an der Niederschlagung der verleumderischen Anzeige ist ihm, der dann volljährig ist, und seinem Vater gelegen.Dem aufrechten Manne braucht niemand mehr raten, was er tun soll.
Justice pour Marco !