Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=310%20O%204/09
Timestamp: 2019-12-07 13:34:03
Document Index: 276152967

Matched Legal Cases: ['§ 280', '§ 793', '§ 31', '§ 280', '§ 31', 'BGH', 'BGH']

LG Hamburg, 23.06.2009 - 310 O 4/09 - dejure.org
https://dejure.org/2009,192
LG Hamburg, 23.06.2009 - 310 O 4/09 (https://dejure.org/2009,192)
LG Hamburg, Entscheidung vom 23.06.2009 - 310 O 4/09 (https://dejure.org/2009,192)
LG Hamburg, Entscheidung vom 23. Juni 2009 - 310 O 4/09 (https://dejure.org/2009,192)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2009,192) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Schadensersatzanspruch wegen Verletzung von Aufklärungspflichten i.R.e. Anlageberatung über den Erwerb von Zertifikaten der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers; Hinweispflicht eines Zertifikathändlers gegenüber einem Anleger auf eine wegen des Vertriebs des ...
Zu den Aufklärungspflichten bei Anlageberatung über den Erwerb von Investmentzertifikaten ("Lehman Brothers")
Zur Aufklärungspflicht bei Anlageberatung über den Erwerb von Investmentzertifikaten
Schadensersatzpflicht der ein Lehman-Zertifikat verkaufenden Sparkasse wegen unterlassener Aufklärung über den fehlenden Schutz durch das Einlagensicherungssystem der Sparkassen sowie über die Gewinnmarge der Sparkasse
Schadensersatz für Käufer von Lehmann-Zertifikaten wegen fehlerhafter Anlageberatung
nomos.de , S. 30 (Auszüge und Entscheidungsbesprechung)
Aufklärungspflichten bei Lehman-Zertifikaten (fehlende Einlagensicherung und Gewinnmarge)
archive.org (Pressebericht, 23.06.2009)
Gericht spricht Lehman-Anleger Entschädigung zu
BGB § 280 Abs. 1, § 793; WpHG §§ 31, 31d
Mit Lehman-Brothers-Zertifikaten Geld verloren - Hamburger Sparkasse muss einem Anleger Schadenersatz zahlen
Schadensersatz für Käufer von Lehmann-Zertifikaten
Schadensersatz bei nicht anlagegerechter Beratung
capital.de (Pressebericht, 23.06.2009)
Doppelsieg für Anleger
rechtsanwalt-ebenhoeh.de (Kurzinformation)
LG Hamburg zu Schadensersatz wg. Lehman Zertifikaten
Aufklärung über das Fehlen einer Einlagensicherung nach dem Kreditwesengesetz - das Hamburger Lehmann-Urteil
Haspa zu Schadensersatz wegen Falschberatung eines Lehman-Anlegers verurteilt
Das Hamburger "Lehman-Urteil" - Haspa wegen Vermögensumschichtung in Lehman-Zertifikate verurteilt
Lehman-Urteil gegen die Haspa
Sparkasse zum Schadenersatz verurteilt, da sie ihrer Aufklärungspflicht gegenüber dem Kunden nicht nachgekommen ist.
Lehman-Prozess: Landgericht Hamburg verurteilt HASPA zu Schadensersatz - Pflichtwidrige Unterlassung der Aufklärung über bedeutende Umstände für Anlageentscheidung eines Bankkunden
BGB § 280; WpHG §§ 31 ff.
"Das letzte Wort” zum Anlegerschutz
rechtsanwaltskanzlei-schweitzer.de (Entscheidungsbesprechung)
Kurznachricht zu "Praxistipp zum Urteil des LG Hamburg vom 23.06.2009, Az.: 310 O 4/09 (Aufklärungspflichten bei Lehman-Zertifikaten (fehlende Einlagensicherung und Gewinnmarge))" von RA Arne Maier, original erschienen in: VuR 2009, 386 - 387.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des LG Hamburg vom 23.06.2009, Az.: 310 O 4/09 (Schadensersatz für Käufer von Lehmann-Zertifikaten wegen fehlerhafter Anlageberatung)" von RA Dr. Stephan Bausch, original erschienen in: BB 2009, 1828 - 1833.
spiegel.de (Sitzungsbericht, 24.03.2009)
Lehman-Prozess - Hohe Hürde für den Kläger
ZIP 2009, 1311
WM 2009, 1282
BB 2009, 1425
BB 2009, 1828
NZG 2009, 1112 (Ls.)
Der Schaden eines Anlegers besteht bei einer fehlerhaften Empfehlung bereits im Erwerb der für ihn nachteiligen Anlage (LG Hamburg, Urteil vom 23. Juni 2009, 310 O 4/09).
Eine Aufklärungspflicht käme hier aus Sicht des Senates allenfalls dann in Betracht, wenn die Investition in das nicht dem Einlagesicherungsfonds unterfallende Finanzprodukt mit Mittel erfolgen sollte, die einer Kapitalanlage entstammen, welche ihrerseits dem Einlagensicherungsfonds unterfiel, wenn also der Kunde von einer "gesicherten" in eine "ungesicherte" Anlage wechselt (in diesem Sinne LG Hamburg, Urteil vom 23.06.2009, 310 O 4/09, ZIP 2009, 1311).
Für nahezu jeden Anleger macht es nämlich einen erheblichen Unterschied, ob im Fall des finanziellen Zusammenbruchs des Emittenten eine - wie auch immer im Einzelnen ausgestaltete - Sicherungseinrichtung zur Verfügung steht oder nicht (so zutreffend bereits LG Hamburg WM 2009, 1282;… LG Düsseldorf Urt. v. 25.02.2010 - 2 b O 215/08 zit. n. juris).
Diese Vermutung aufklärungsrichtigen Verhaltens gilt grundsätzlich für alle Aufklärungsfehler eines Anlageberaters, also auch für die unterlassene Aufklärung bezüglich der fehlenden Einlagensicherung (so auch LG Hamburg WM 2009, 1282).
Deshalb ist es richtig, zunächst eine Vermutung zu begründen, wonach der Ersatzberechtigte, dem relevante Informationen verschwiegen wurden, Abstand von der gewählten Anlage genommen hätte und in einem zweiten Schritt zu prüfen, ob die aufklärungspflichtige Bank Umstände darlegen kann, die es als überwiegend wahrscheinlich erscheinen lassen, dass der Kunde die Anlage gleichwohl gewählt hätte (so zutreffend LG Hamburg WM 2009, 1282).
Auch die Erwägungen des Landgerichts Hamburg in seiner Entscheidung vom 23.6.2009 - Az.: 310 O 4/09 - abgedruckt in WM 2009, 1282 ff., denen sich die Kammer vorliegend anschließt, sprechen gegen die Unvermeidbarkeit des Verbotsirrtums.
Der Anleger ist bei der gebotenen weitenden Betrachtung vom Zeitpunkt des Erwerbs eines Wertpapiers an, das mit dem von ihm verfolgten Anlageziel nicht in Einklang steht, nicht nur einem erhöhten Risiko ausgesetzt, sondern bereits geschädigt (…BGH a.a.O.; Landgericht Hamburg WM 2009, 1282 ff. Rdnr. 54).
Hierbei handelt es sich um einen für die Anlageentscheidung bedeutsamen Umstand, da es für den Anleger einen erheblichen Unterschied macht, ob ihm im Fall des finanziellen Zusammenbruchs des Emittenten eine Sicherungseinrichtung zur Verfügung steht oder ob er selbst das Risiko einer Insolvenz des Emittenten und des nahezu vollständigen Verlusts des eingesetzten Kapitals trägt (so auch schon Landgericht Hamburg, Urteil vom 23.06.2009 - Az.: 310 O 4/09; Bömcke/Weck, VuR 2009, 53, 56).
Dabei bedarf es vorliegend keiner Entscheidung, ob für den hier relevanten Zeitpunkt des Jahres 2003 generell zu verneinen ist, dass mit einer Aufklärungspflicht über umsatzabhängige Vergütungen für einen Anlageberater außerhalb des Anwendungsbereichs des WpHG zu rechnen war (…für einen unvermeidbaren Rechtsirrtum OLG Dresden, Urt. v. 24.07.2009 - 8 U 1240/08, BKR 2009, 428;… OLG Oldenburg, Urt. v. 11.09.2009 - 11 U 75/08, BB 2009, 2390;… Herresthal, ZBB 2009, 348, 354 f. Gegen die Annahme eines unvermeidbaren Rechtsirrtums in dieser Hinsicht dagegen die überwiegende Meinung, siehe OLG Celle, Urt. v. 01.07.2009 - 3 U 257/08, WM 2009, 1794;… Urt. v. 21.10.2009 - 3 U 86/09;… Urt. v. 21.10.2009 - 3 U 94/09;… OLG Düsseldorf, Urt. v. 30.11.2009 - 9 U 30/09;… OLG Frankfurt, Urt. v. 19.08.2009 - 17 U 98/09, BB 2009, 2334;… Urt. v. 20.10.2009 - 14 U 98/08;… OLG Karlsruhe, Urt. v. 03.03.2009 - 17 U 149/08, NZG 2009, 1155;… OLG Stuttgart, Urt. v. 06.10.2009 - 6 U 126/09, WM 2009, 2312;… LG Berlin, Urt. v. 07.08.2009 - 4 O 404/08;… Urt. v. 02.10.2009 - 4 O 8/09;… LG Hamburg, Urt. v. 25.03.2009 - 322 O 183/08; Urt. v. 23.06.2009 - 310 O 4/09, WM 2009, 1282;… Urt. v. 22.07.2009 - 313 O 340/08, VuR 2009, 385;… LG Heidelberg, Urt. v. 14.07.2009 - 2 O 351/08;… LG Itzehoe, Urt. v. 09.10.2009 - 10 O 216/08;… LG Magdeburg, Urt. v. 04.06.2009 - 11 O 2449/08;… letztere teils unter Bezugnahme auf BGH, Urt. v. 12.05.2009 - XI ZR 586/07, BKR 2009, 342).
OLG Frankfurt, 27.12.2010 - 16 U 96/10
Zu Schadensersatz- und Bereicherungsansprüchen wegen nicht ausreichender …
Einige Landgericht bejahen eine solche Aufklärungspflicht unter Bezugnahme auf die "kick-back-Rechtsprechung" des Bundesgerichtshofs (Landgericht Hamburg WM 2009, 1282 ff., LG Frankfurt, WM 2008, 1061).