Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%201986,%20916
Timestamp: 2019-10-14 04:48:28
Document Index: 176276048

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', '§ 823', '§ 286', 'BGH', '§ 823', 'BGH', 'BGH', '§ 36', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', '§ 36', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', '§ 286', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', '§ 640', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 636', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 636', '§ 636', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 636', '§ 723', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 426', 'BGH', '§ 101', '§ 101', '§ 101']

Rechtsprechung: VersR 1986, 916 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 10.01.1967
https://dejure.org/1986,467
BGH, 22.04.1986 - VI ZR 77/85 (https://dejure.org/1986,467)
BGH, Entscheidung vom 22.04.1986 - VI ZR 77/85 (https://dejure.org/1986,467)
BGH, Entscheidung vom 22. April 1986 - VI ZR 77/85 (https://dejure.org/1986,467)
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Fehlender Treppenhandlauf
§ 823 Abs. 1 BGB, Abgrenzung der Verkehrssicherungspflichten zwischen Eigentümer und Pächter, für baulichen Zustand ist ersterer zuständig;
§ 823 Abs. 2 BGB, § 286 ZPO, Anscheinsbeweis für Kausalität bei Verstoß gegen ein Schutzgesetz (hier: baurechtliche Vorschrift), ...
Anscheinsbeweis für den Ursachenzusammenhang zwischen der Verletzung eines Schutzgesetzes und einem Unfall - Tatsächliche Verwirklichung einer mit einem Schutzgesetz bekämpften Gefahr bei einem Unfall - Anspruch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld - Schuldhafte ...
MDR 1987, 43
VersR 1986, 916
BB 1986, 2160
DB 1986, 1815
Dafür, daß die Pflichtverletzung der Beklagten, nämlich das Unterlassen jeglicher Aufsichtsmaßnahmen, für den Schadenseintritt ursächlich war, spricht der Beweis des ersten Anscheins (vgl. BGH, Urt. v. 5. Mai 1964 - VI ZR 72/63, LM BGB § 823 (Ef) Nr. 11 b und v. 22. April 1986 - VI ZR 77/85, DB 1986, 1815).
Hat der vom Verletzten in Anspruch Genommene gegen ein Schutzgesetz verstoßen, das typischen Gefährdungsmöglichkeiten entgegenwirken soll, und ist im Zusammenhang mit dem Verstoß gerade derjenige Schaden eingetreten, der mit Hilfe des Schutzgesetzes verhindert werden sollte, so spricht grundsätzlich der Beweis des ersten Anscheins dafür, daß der Verstoß für den Schadenseintritt ursächlich gewesen ist (Senatsurteile vom 24. September 1968 - VI ZR 160/67 - VersR 1968, 1144; vom 27. Juni 1975 - VI ZR 42/74 - VersR 1975, 1007, 1008;… vom 4. Oktober 1983 aaO; vom 22. April 1986 - VI ZR 77/85 - VersR 1986, 916, 917).
Dies geschah vorliegend durch den Hotelbetrieb, und zwar auch dann, wenn dieser auf Grund eines Pachtvertrages geführt wurde (vgl. allgemein BGH NJW 1985, 270, 271; BGH NJW-RR 1986, 1350, welche Entscheidungen sich allein damit befassen, unter welchen Bedingungen ausnahmsweise die stets neben der Verkehrssicherungspflicht des Pächters stehende Haftung des Eigentümers entfällt).
Zu diesen Sicherheitsvorschriften des Bauordnungsrechts ist auch § 36 BauOBln zu zählen (vgl. allgemein BGH NJW-RR 1986, 1350; vgl. auch zur bayerischen Bauordnung: BayObLG VersR 1978, 568; BayObLGZ 1979, 138; BayObLG NJW-RR 1996, 657, 658), weil hier u.a. die Absicherung von Flächen mit einem Höhenunterschied von über einem Meter geregelt ist (Absturzsicherungen).
Denn es hat sich die Gefahr verwirklicht, vor welche die im Sinne der Bauordnung ausreichend hohen Brüstungen schützen sollen (vgl. BGH NJW 1986, 2757, 2758; BGH NJW-RR 1986, 1350; BGH WM 1996, 835, 838; BayObLG NJW-RR 1996, 657, 658; OLG Köln VersR 1999, 861; OLG Stuttgart NJW-RR 2000, 752).
Aus den gleichen Gründen folgt auch eine Haftung der Beklagten aus § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 36 Abs. 4 BauOBln, weil diese Vorschrift des Bauordnungsrechts als Schutzgesetz im Sinn des § 823 Abs. 2 BGB anzusehen ist (vgl. BGH NJW-RR 1986, 1350; vgl. auch zur bayerischen Bauordnung näher BayObLGZ 1994, 276, 284 f.).
Sie sind typischerweise dazu bestimmt und auch geeignet, Treppenstürze zu verhindern, und sei es auch nur dadurch, daß der Benutzer der Treppe Handlauf bzw. Geländer in der konkreten Gefahrensituation ergreift (BGH VersR 86, 916).
Denn zur Begründung einer Haftung der Beklagten genügt es schon, daß der Sturz des Klägers jedenfalls abgemildert worden wäre, wenn der Kläger einen Handlauf bzw. ein Geländer erfaßt hätte (vgl. BGH VersR 86, 916).
Wird gegen eine Schutzvorschrift verstoßen, die auf bestimmten Erfahrungen über die Gefährlichkeit einer Handlungsweise beruht - hier die Pflicht zum jederzeitigen Anhalten auf Parkplätzen gemäß § 1 Abs. 2 StVO -, so kann bei einem Schadenseintritt prima facie darauf geschlossen werden, dass sich die von ihr bekämpfte Gefahr verwirklicht hat, sofern sich der Schadensfall - wie hier - in zeitlichem und sachlichem Zusammenhang mit dem vorschriftswidrigen Verhalten ereignet hat (…Geigel/Knerr, Der Haftpflichtprozess, 26. Aufl., Kap. 37 Rn. 47; vgl. auch BGH, Urteil vom 22.04.1986 - VI ZR 77/85, VersR 1986, 916;… Prütting/Gehrlein/Laumen, ZPO, 3. Aufl., § 286 Rn. 32 m.w.N.).
Handläufe sind vielmehr typischerweise dazu bestimmt und geeignet, im Bereich des Handlaufs Treppenstürze zu verhindern und sei es auch nur dadurch, dass der Benutzer der Treppe den Handlauf in der konkreten Gefahrensituation ergreift (BGH DB 1986, 1815; DB 1957, 258; VersR 1957, 198).
Festgestellt werden muss demnach, dass sich der Sturz im Einwirkungsbereich der Gefahrenstelle ereignet hat, also in einem Bereich, in welchem ein Handlauf ihn hätte verhindern oder jedenfalls abmildern können (BGH DB 1986, 1815; DB 1974, 426 - ständige Rechtsprechung).
Voraussetzung hierfür ist aber, daß das Schutzgesetz typischen Gefährdungsmöglichkeiten entgegenwirken soll und sich die von dem Schutzgesetz bekämpfte Gefahr tatsächlich verwirklicht hat (Senatsurteil vom 22. April 1986 - VI ZR 77/85 - VersR 1986, 916).
Diese Voraussetzungen sind in der Regel nicht nur bei Verletzung von Schutzgesetzen (vgl. etwa: BGH NJW-RR 1986, 1350 = LM § 823 (Ef) BGB Nr. 17 = VersR 1986, 916 (917)) und bei Verstößen gegen Unfallverhütungsvorschriften (vgl. etwa: BGH LM § 640 RVO Nr. 20 = VersR 1984, 775 (776)), sondern auch bei der Verletzung von Verkehrssicherungspflichten anzunehmen.
OLG Düsseldorf, 25.09.1998 - 22 U 59/98
Verkehrssicherungspflicht bei nassen Fliesen im Eingangsbereich einer Apotheke
LAG Baden-Württemberg, 19.02.1997 - 3 Sa 1/97
https://dejure.org/1967,705
BGH, 10.01.1967 - VI ZR 77/65 (https://dejure.org/1967,705)
BGH, Entscheidung vom 10.01.1967 - VI ZR 77/65 (https://dejure.org/1967,705)
BGH, Entscheidung vom 10. Januar 1967 - VI ZR 77/65 (https://dejure.org/1967,705)
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Bürgerlich-rechtliche Schadenshaftung für die Folgen eines Arbeitsunfalls - Pflicht zur Ergreifung von Sicherheitsmaßnahmen zur Minderung von Gefahren am Ausgang eines Bürogeländes - Verletzung einer arbeitsvertraglichen Fürsorgepflicht - Rechtsgeschäftlicher Ausschluss ...
NJW 1967, 982
MDR 1967, 482
VersR 1967, 250
DB 1967, 432
Wie der erkennende Senat mehrfach ausgesprochen hat - auch das Berufungsgericht geht davon aus -, kann die Lösung des Konflikts im Dreiecksverhältnis zwischen Geschädigtem (SVT), Unternehmer/Arbeitskollegen und Zweitschädiger bei einer Gestaltung wie hier ("gestörter Gesamtschuldnerausgleich", "hinkender Gesamtschuldnerausgleich") nicht darin gefunden werden, daß der nach §§ 636, 637 RVO freigestellte Mitschädiger gleichwohl im Ausgleich herangezogen wird (BGHZ 19, 114, 121; 24, 247, 250; 51, 37, 39; 55, 11, 15; 58, 355; Urt. v. 10. Januar 1967 - VI ZR 77/65 = VersR 1967, 250;… Urt. v. 16. Februar 1971 - VI ZR 125/69 = NJW 1971, 752).
In der Rechtsprechung ist daher seit langem anerkannt, dass die Haftungsfreistellung auch dem Regress des Mitschädigers entgegen gehalten werden kann (…Greger, Haftungsrecht des Straßenverkehrs, 3. Aufl., Anhang II, Rdnr. 10 mit Hinweis auf BGHZ 19, 114; BGH VersR 1967, 250).
BGH, 29.10.1968 - VI ZR 137/67
Rückgriff der Berufsgenossenschaft gegen einen Zweitschädiger
Das hat der Bundesgerichtshof bereits in BGHZ 19, 114 [BGH 23.11.1955 - VI ZR 193/54] entschieden und in seinem Urteil vom 10. Januar 1967 - VI ZR 77/65 - NJW 1967, 982 = VersR 1967, 250 erneut ausgesprochen.
Der erkennende Senat hat schon in seinem Urteil vom 10. Januar 1967 (a.a.O.) darauf hingewiesen, daß der zweite Schädiger nach der bisherigen Rechtsprechung (vor allem RGZ 153, 38) in Fällen des Haftungsausschlusses nach § 636 RVO in unbilliger Weise benachteiligt wird.
Soweit es um die Haftung eines Unternehmers, also um eine Freistellung gemäß § 636 RVO geht, hat der Bundesgerichtshof stets daran festgehalten, daß dieser - soweit nicht Treu und Glauben im Einzelfall ein anderes Ergebnis gebieten - grundsätzlich nicht auf dem Wege des Ausgleichs gezwungen werden kann, für den Arbeitsunfallschaden ganz oder teilweise aufzukommen (BGHZ 19, 114, 121 [BGH 23.11.1955 - VI ZR 193/54] ; 51, 37, 39 [BGH 29.10.1968 - VI ZR 137/67] ; Senatsurteil vom 10. Januar 1967 - VI ZR 77/65 - VersR 1967, 250).
Unfallversicherung, das dadurch gekennzeichnet ist, daß einerseits die Unternehmer (und ihnen Gleichgestellte) von ihrer Haftung freigestellt sind (§§ 636, 637 RVO), andererseits die Unternehmer die gesamten Lasten der Unfallversicherung durch ihre Beiträge (§ 723 RVO) allein zu tragen haben (BGHZ 26, 16, 23 [BGH 05.11.1957 - VI ZR 221/56]; 3, 298, 302 [BGH 25.10.1951 - III ZR 165/50]; ebenso BAGE 5, 1, 5 = NJW 1958, 235; Senatsurteil vom 10. Januar 1967 - VI ZR 77/65 = LM § 426 BGB Nr. 27 = VersR 1967, 250).
Der Senat folgt insoweit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (NJW 1961, 460; 1967, 983) [BGH 10.01.1967 - VI ZR 77/65] und der h.M. im Schrifttum (…vgl. Baumbach/Lauterbach/Hartmann, ZPO, 49. Aufl., § 101 Anm. 8 D;… Schneider/Herget a.a.O. § 101 Rdn. 11;… Thomas/Putzo a.a.O. § 101 Anm. 1 a cc).