Source: https://enphotoblog.com/mithilfe-im-haushalt/
Timestamp: 2020-07-11 05:31:50
Document Index: 326085379

Matched Legal Cases: ['§ 1619', '§ 1619', '§ 5', '§ 1619', '§ 1626', '§ 1619']

Kinder müssen im haushalt helfen: haushaltsplan für teenager
Können Kinder mithelfen?
… und wie viel? Muss ich meinem Kind Taschengeld zahlen?
Was ist mit dem Verbot von Kinderarbeit?
Im Haushalt helfen: Was ist die Dienst­leis­tungs­pflicht von Kindern und Jugend­lichen?
Wie viele Stunden muss ein Kind oder ein Jugend­licher im Haushalt helfen?
Wann dürfen Kinder und Jugend­liche nicht im Haushalt helfen?
Wie grenzt sich die Mithilfe im Haushalt vom Arbeits­verbot für Kinder ab?
Müssen Kinder und Jugend­liche für ihre Mithilfe im Haushalt bezahlt werden?
Es muss nicht immer Geld zur Belohnung sein
Hauptanteil der Hausarbeit sollte bei Eltern liegen
Das Elternhaus: Hotel oder Zuhause?
Helfen heißt nicht nur putzen
Kindern feste Aufgaben zuteilen
Wer ernst genommen werden will, muss auch andere ernst nehmen
Eltern müssen es aushalten, wenn es länger dauert
Aufgaben für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren
Aufgaben für Kinder zwischen 6 und 10 Jahren
Was müssen Eltern bei der Übertragung der Pflichten beachten?
Welche Aufgaben dürfen Eltern ihren Kindern konkret geben?
Können Eltern ihr Kind verklagen, wenn es sich weigert, im Haushalt zu helfen?
Messer, Gabel, Schere, Licht – für Kinder oder nicht?
Es helfen mehr Kinder im Haushalt als man denkt
Selber machen heißt lernen
„Kinderarbeit ist verboten!“, mault der Teenager, als er die Spülmaschine ausräumen soll. Eltern kennen das: den Nachwuchs zu bewegen, sich an der Hausarbeit zu beteiligen, ist eine schwierige Sache.
Doch werden Heranwachsende im elterlichen Haushalt wirklich vom Gesetz vor Arbeit geschützt? Im Gegenteil.
Kinder können nicht nur mit Hausarbeiten betraut werden – sie sollen mithelfen und sind eigentlich sogar per Gesetz dazu verpflichtet.
Wenn Ihr Spross mal wieder denkt, er sei bei Ihnen VIP-Gast im Hotel Mama oder Papa, können Sie ihm getrost das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) unter die Nase halten.
► In Paragraf 1619, das Dienstleistungen in Haus und Geschäft regelt, steht:
Tipp: Damit können Sie Ihre Position im Streit um lästige Hausarbeit untermauern. Dass man in Deutschland trotzdem kaum einen Richter finden wird, der Ihr Kind zum täglichen Staubsaugen verurteilt, müssen Sie ja nicht sofort verraten.
Das strikte Verbot, Kinder zu beschäftigen, hat mit der Hausarbeit nichts zu tun.
▶︎ Im Gegenteil: Das Jugend-Arbeitsschutzgesetz gilt ausdrücklich „nicht für die Beschäftigung durch die Personensorgeberechtigten im Familienhaushalt.“
Neben Eltern können also auch Vormünder oder andere Sorgeberechtigte sagen, wo und wie der Nachwuchs mitarbeiten soll.
Info: Die strengen Vorschriften, wie Jugendliche zu beschäftigen sind, haben gerade dort Ausnahmen, wo es nötig ist, dass der Nachwuchs in einem Familienunternehmen mitarbeitet.
Die Macht ist also mit Ihnen, wenn die Teenies mal wieder nichts machen wollen. Es durchzusetzen, bleibt aber Ihre Erziehungsaufgabe.
Kleinen Kindern macht es oft Spaß, sich nützlich zu machen und ihren Eltern bei der Hausarbeit zu helfen. Aber das lässt nach, wenn die Kinder älter werden. Daher gehören Strei­te­reien zwischen Eltern und Teenagern zum Beispiel über deren unaufgeräumtes Zimmer wohl zu den häufigsten Konflikten in Familien. Aller­dings lassen sich viele Mütter und Väter davon nicht abhalten, ihren Kindern Aufgaben im Haushalt zu geben.
Das Recht bestätigt dieses elterliche Verhalten. So legt der kaum bekannte und für viele überraschende § 1619 im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) fest, dass Kinder dazu verpflichtet sind, ihren Eltern zu helfen.
Solange ein Kind bei seinen Eltern wohnt und von ihnen unterhalten wird, muss das Kind „in einer seinen Kräften und seiner Lebensstellung entsprechenden Weise den Eltern in ihrem Hauswesen und Geschäft Dienste“ leisten, heißt es in dem kurzen Paragraphen.
Das schließt nicht nur die Pflicht des Kindes ein, seinen Eltern im Haushalt zu helfen, sondern auch im Geschäft, in der Gaststätte oder dem Bauernhof. Dazu verpflichtet ist jedes Kind, das noch zu Hause wohnt – selbst wenn es volljährig oder verhei­ratet ist. Erst wenn ein Kind von zu Hause auszieht, endet diese Pflicht.
Das BGB sagt nichts darüber aus, wie lange Kinder und Jugendliche etwa im Haushalt helfen sollen, es gibt keine verbindlichen Regeln. „Am besten ist es, wenn man solche Fragen in der Familie aushandelt“, sagt der Rechtsanwalt Burkhard Bühre von der Arbeitsgemeinschaft Familienrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). „Der zeitliche Umfang der Mithilfe hängt etwa vom Alter des Kindes, seinem Gesundheitszustand und von seiner körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit ab. “
Für einen 14jährigen kann es angemessen sein, bis zu sieben Stunden in der Woche im Haushalt zu helfen. Die Stundenzahl kann sich erhöhen, wenn die Eltern krank oder berufstätig sind.
Allerdings muss man beachten: Die Mithilfe im Haushalt darf nicht dazu führen, dass einem Kind keine Zeit mehr bleibt, um seine Hausaufgaben zu erledigen, für Klassenarbeiten zu lernen oder seinen Hobbys nachzugehen. Von der Pflicht zur Mithilfe befreit sind ohnehin zum größten Teil Jugendliche, die etwa eine Ausbildung absolvieren.
Darüber hinaus gibt es weitere Grenzen für die Mithilfe von Kindern und Jugendlichen im Haushalt. Diese Grenzen zeigen sich vor allem beim Einkaufen, denn Kinder sind bis zum 18. Lebensjahr nur beschränkt geschäftsfähig. Zwar können sie bereits ab dem 7. Lebensjahr kleinere Einkäufe tätigen, größere aber nicht unbedingt.
Und bei Alkohol und Tabak ist die Gesetzeslage eindeutig: „Das Jugendschutzgesetz verbietet es, Tabak an Kinder unter 18 Jahre zu verkaufen“, sagt der Oldenburger Familienrechtsexperte Burkhard Bühre. „Das gilt auch für Hochprozentiges wie Spirituosen.“ Bier, Wein, Sekt oder Mischgetränke dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren weder kaufen noch konsumieren.
Die Mithilfe im Haushalt nach § 1619 des BGB widerspricht nicht dem grundsätzlichen Verbot der Kinderarbeit, die in § 5 des Jugendarbeitsschutzgesetzes verankert ist. Dieses Verbot bezieht sich nur auf arbeitsrechtliche Dienstverhältnisse.
In beson­deren Fällen kann aber die Mithilfe von Kindern und Jugend­lichen in bestimmten Arten von Gaststätten mit dem Jugend­ar­beits­schutz­gesetz kolli­dieren.
Trotz der im BGB festgeschriebenen Pflicht eines Kindes, im Haushalt zu helfen, können Eltern ihr Kind rechtlich nicht dazu zwingen. Zumindest ist dies nicht etwa über den gerichtlichen Weg möglich, was ohnehin kein Elternteil tun würde. Umgekehrt können Kinder nicht auf Geld für ihre Hilfe pochen. „Eltern müssen ihre Kinder nicht entlohnen, wenn diese im Haushalt helfen“, sagt Bühre. Denn die Hilfe des Kindes gleicht sich mit dem Unterhalt und den Sachmitteln der Eltern aus.
Erschöpfte Mamas An diesen 10 Warnsignalen erkennt man Burnout Sagen wir doch einfach mal, wie es ist: Mama sein, ist manchmal ein echter Knochenjob! Was dazu führt, „dass immer mehr Frauen völlig erschöpft sind und unter Burnout leiden“, sagt Helen Heinemann, Leiterin des Institutes für Burnout-Prävention. Dabei sagen uns Körper und Seele ziemlich eindeutig, wenn alles zu viel wird…
Chaos im Kinderzimmer So lernen Kinder aufräumen! Nie mehr Unordnung im Kinderzimmer? Es soll da ein paar gute Tricks und Strategien geben, die unseren kleinen Chaoten das Aufräumen erleichtern. Glaubt Ihr nicht? Wir auch nicht. Aber wir stehen nun mal auf Regeln…
Kleine Kinder helfen noch gern bei der Hausarbeit. Bei Jugendlichen sieht es schon anders aus. Was viele nicht wissen: Kinder und Jugendliche sind gesetzlich zur Mithilfe im Haushalt verpflichtet. Erziehungsberater geben Tipps, wie Eltern ihre Kinder zum Anpacken bewegen und welcher Aufgaben zumutbar sind.
„Kinderarbeit ist verboten!“, grinst der 14-jährige Roman seiner Mutter frech ins Gesicht, als diese ihn dazu auffordert, den Tisch abzuräumen. Doch damit kommt er nicht weit, denn Andrea kennt sich aus mit den Gesetzen. Das Jugendarbeitsschutzgesetz verbietet zwar die Kinderarbeit, erlaubt aber ausdrücklich „die Beschäftigung durch die Personensorgeberechtigten im Familienhaushalt“.
Ab der Grundschule ist es realistisch, dass Kinder kleine Aufgaben im Haushalt übernehmen. Dazu gehören Dinge wie Müll entsorgen, den Tisch abräumen oder den Boden im Kinderzimmer für das Staubsaugen zu entrümpeln. „Am besten spricht man die Aufgabenverteilung in der Familie ab und fragt das Kind, welche es übernehmen würde“, rät Maria Große Perdekamp, Leiterin der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke).
Roman entscheidet sich dann doch lieber murrend fürs Tisch abräumen, versucht es aber noch auf einem anderen Weg: „Moritz bekommt immer Geld, wenn er mithilft. Das könnten wir doch auch mal einführen?“ Seine Mutter ist davon nicht begeistert. Sie bekommt ja auch kein Geld dafür, wenn sie seine Sportsocken wäscht.
Weitere entscheiden sich für eine Putzfrau, zu deren Bezahlung Jugendliche seinen Teil beitragen muss. Die Variante, außergewöhnliche Arbeiten mit Außergewöhnlichem zu belohnen, wird von Erziehungsberatern als „pädagogisch wertvoll“ empfohlen. Zur Belohnung muss es nicht immer Geld geben, denkbar sind auch ein Ausflug, eine Zeitschrift oder für die Kleinen eine Extra-Vorlesestunde.
„Wenn man als Jugendlicher wie ein Erwachsener behandelt werden will, dann sollte man sich auch wie einer benehmen“, findet Norbert, Vater von zwei Söhnen und einer Tochter. „Dazu gehört für mich, ein paar kleinere Aufgaben im Haushalt zu übernehmen – ohne monetäre Gegenleistung.“ Zwischen den Geschlechtern macht er keinen Unterschied: „Ich finde es einfach wichtig, dass Theresa auch einen Nagel in die Wand schlagen kann und die Jungs die Funktionen der Waschmaschine kennen.“
Eleonore meint dagegen: „Ein bisschen mithelfen ist okay, mal den Tisch abräumen oder so, aber eigentlich finde ich, dass die Kids von heute genug zu tun haben. Wenn ich mir das Schulpensum meiner Großen anschau, das entspricht doch einer 40-Stunden-Woche. Ich finde, sie sollte ihre Freizeit lieber mit Sport und Freunden verbringen. Putzen muss sie doch noch früh genug!“
Zwischen Pflichten im Haushalt und Freizeit muss ein passender Mittelweg gefunden werden. Grundsätzlich sollten sich Jugendliche angemessen beteiligen. „Zwei Drittel des Zeitkontingents sollten aber die Eltern übernehmen“, sagt Klaus Neumann, Psychologe aus München.
Aber es ist auch nicht sinnvoll, die Kinder vor der Hausarbeit zu verschonen. Denise musste zu Hause nie mithelfen und bereut es jetzt: „Es ist mir nicht bekommen. Ich habe echt ein Problem, Ordnung zu machen und sie auch beizubehalten.“
Letztendlich muss jede Familie für sich entscheiden, wie der Haushalt gehandhabt wird. „Es gibt nur selten Grund, die tägliche Praxis zu verändern, wenn die Erwachsenen fröhlich und zufrieden sind – unabhängig davon, was wir Experten meinen oder schreiben“, sagt dazu der Familientherapeut Jesper Juul. Er wundert sich aber über Eltern, die sich beklagen, ihre Kinder benähmen wie in einem Hotel. „Meine – zugegeben – ein wenig schroffe Antwort lautet meistens, dass Jugendliche dies in der Regel tun, wenn ihre Eltern ihnen auch nicht mehr angeboten haben, als ein Hotel seinen Gästen anbietet, nämlich guten Service.“
Kleine Aufgaben in der Familie haben eine große Bedeutung: Es tut jedem Menschen gut, wenn er etwas für die Gemeinschaft tun kann und merkt, dass er gebraucht wird. Das muss nicht heißen, dass jedes Kind spült oder Waschbecken putzt. „Meine Tochter kann Hausarbeit überhaupt nicht leiden. Aber sie passt gerne auf ihre kleineren Geschwister auf, spielt mit ihnen oder erklärt ihnen die Hausaufgaben. Auch geht sie immer klaglos einkaufen, wenn ich Kleinigkeiten vergessen habe“, freut sich Eleonore.
Am sinnvollsten ist, gemeinsam zu überlegen, welche Aufgaben das Kind übernehmen kann und möchte, wie der zeitliche Rahmen aussieht und unter welchen Umständen Arbeit aufgeschoben werden kann. Bei der Umsetzung ist Konsequenz nötig. Ist eine Absprache für einen nicht mehr in Ordnung, dann muss neu verhandelt werden. Bindet man das Kind bereits wenn es klein ist in altersgerechte Aufgaben ein, wird es später ganz selbstverständlich seinen Teil zum Familienhaushalt beitragen.
Wutausbrüche und Strafen haben selten Erfolg. Natürlich kann man Kinder und Jugendliche mit dem Resultat ihres Verhaltens konfrontieren. Man kann ihnen abends das Essen auf dem zurückgebliebenen Teller vom Mittag servieren, den stinkenden Abfalleimer ins Zimmer stellen oder darauf verzichten, ihnen saubere Wäsche in den Schrank zu räumen.
Oft passiert es, dass Kinder die Aufgaben nicht dann erledigen, wenn Eltern es für nötig halten, oder viel länger dafür brauchen. „Es ist dann aber kontraproduktiv, wenn Eltern die Dinge wieder an sich reißen“, warnt Große Perdekamp. An Kinder sende das eine widersprüchliche Botschaft. Das heißt: Eltern müssen es aushalten, dass Geschirr einmal stehenbleibt oder rund ums Spülbecken alles unter Wasser steht. Beim Aufteilen der Hausarbeit sei ja nicht Ziel, dass Kinder die Aufgaben genauso schnell erledigten wie die Eltern. „Sie sollen lernen: Familie ist eine Gemeinschaft, zu der jeder etwas beiträgt.“
Steuererklärung leicht gemacht: Anlage Kind – Das Formular für Eltern
So lange Kinder klein sind, können sie bekanntlich gar nicht genug davon bekommen, Mama oder Papa im Haushalt zu helfen. Welche Aufgaben Kinder ab welchem Alter im Haushalt übernehmen können, darüber gibt es innerhalb der Familie zahlreiche Diskussionen. Wann sind Kinder unterfordert? Wann sind sie überfordert? Die nachfolgende Auflistung hilft, herauszufinden, welche Tätigkeiten Kinder in welchem Alter lernen und können sollten.
9 Bewertungen Punkte- und Tagespläne nicht nur für Kinder – leichtgemacht: Kreative Struktur & Belohnung (mit Vorlagen zum Ausdrucken!!)
40 Seiten – 15.11.2017 (Veröffentlichungsdatum) – Independently published (Herausgeber)
7 Bewertungen Haushalt im Griff: Einfach, schnell und nachhaltig
200 Seiten – 17.05.2018 (Veröffentlichungsdatum) – Verbraucher-Zentrale NRW (Herausgeber)
Rechte und Pflichten von Eltern liegen oft nah beieinander. Zwar müssen Mütter und Väter ihr Kind schützen. Doch sie haben auch Rechte ihrem Nachwuchs gegenüber. Schließlich wohnen die Kinder mit ihren Eltern gemeinsam im Haus, nutzen es ebenso wie die Erwachsenen.
Kein Wunder, dass das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) neben Kinderrechten auch Kinderpflichten aufzeigt. Der Anwalt Markus Mingers, Inhaber der Kölner Kanzlei Mingers & Kreuzer, über die Pflichten der Kinder, im Haushalt zu helfen.
Aufräumen, Spülen, Staubsaugen & Co.: Sind Kinder gesetzlich verpflichtet, im Haushalt zu helfen?
Tatsächlich sieht das Gesetz in § 1619 BGB (Dienstleistungen in Haus und Geschäft) vor, dass Kinder im Haushalt der Eltern helfen – und das ohne Rücksicht auf ihr Alter oder ihren Familienstand. In diesem Gesetz heißt es: „Das Kind ist, solange es dem elterlichen Hausstand angehört und von den Eltern erzogen oder unterhalten wird, verpflichtet, in einer seinen Kräften und seiner Lebensstellung entsprechenden Weise den Eltern in ihrem Hauswesen und Geschäft Dienste zu leisten.“
Zu solchen Dienstleistungen gehört z.B. den Müll wegzubringen, das Zimmer aufzuräumen, abzuwaschen oder den Tisch zu decken.
Das Gesetz sieht vor die „Kräfte und Lebensstellung im Hauswesen“ zu beachten. Dabei kommt es in erster Linie auf die Reife des Kindes und ihr Alter an. Bei Volljährigen kommen daher vielfältige Aufgaben in Betracht, wobei die körperlichen und geistigen Fähigkeiten nicht überschritten werden dürfen. Ebenso darf das Recht auf freie Gestaltung der eigenen beruflichen Ausbildung nicht eingeschränkt werden, soll heißen: Bei Kindern haben z.B. die schulischen Aufgaben Vorrang, Hausaufgaben sind wichtiger als Spülen.
Im Rahmen der elterlichen Sorge nach § 1626 BGB sind Eltern dazu verpflichtet, ihren Kindern Eigenverantwortlichkeit beizubringen. Dazu gehören beispielsweise die eingangs erwähnten Aufgaben – Zimmer aufräumen, Tisch abdecken, abwaschen oder Müll wegbringen.
Für Kinder ab 14 Jahren sind sieben Stunden Hausarbeit pro Woche gemäß einem Urteil des Bundesgerichtshofs angemessen. Jüngeren Kindern dürfen nur entsprechend weniger Aufgaben übertragen werden. Sind die Eltern krank, berufstätig oder alleinerziehend, können sie an ihre Kinder allerdings mehrere Pflichten abgeben.
Nein. Einklagbar ist dieser „Anspruch“ gegen die Kinder (noch) nicht, denn es fehlt an Umsetzungsfähigkeit. Bei dem nächsten Streit um das Abwaschen kann der § 1619 BGB aber vielleicht als ein überzeugendes Argument dienen. Ein Präzedenzfall steht allerdings noch aus.
Rechtsanwalt Markus Mingers arbeitet seit 2010 mit Jürgen Kreuzer in der Kanzlei Mingers & Kreuzer
>> Gerichtsurteil: Kinder dürfen laute Musikinstrumente spielen
>> Gerichtsentscheidung: Dieser Vorname gefährdet das Kind
Solange Kinder zuhause wohnen, müssen sie den Eltern im Haushalt helfen. Dafür gibt es sogar ein Gesetz. Der Paragraf 1619 des Bürgerlichen Gesetzbuchs hält die Regeln und Einschränkungen fest. Die Schule geht vor und Schnaps und Zigaretten dürfen Kinder auch dann nicht einkaufen gehen, wenn Eltern das für Hilfe im Haushalt halten. Reden wir aber von realistischen Wünschen der Eltern wie zum Beispiel Aufräumen, beim Kochen helfen oder Müll rausbringen, so ist wichtiger als das Gesetz die Frage, ob Kinder helfen wollen und ob die Eltern das überhaupt wünschen. Schließlich sind nicht alle Kinder gleich und nicht jeder Vater und jede Mutter hat den gleichen Erziehungsstil.
Die Bloggerin und Mutter von drei Kindern Patricia Cammarata (sie bloggt auf dasnuf.de ) schrieb zu diesem Thema einen viel diskutierten Artikel mit der Überschrift „Messer, Gabel, Schere, Licht – sind für kleine Kinder“. Ihre Sprösslinge lässt sie im Großen und Ganzen alles im Haushalt machen, was diese wollen. Was mitunter bedeutet, dass es deutlich länger dauert, bis die Wäsche aufgehängt oder Staub gesaugt ist – beziehungsweise bedeutet, dass sie nochmal von vorne anfangen muss. Warum tut sie sich das an? Ist das nicht zeitaufwendig und stressig? „Ja“, bestätigt Patricia, „es kostet mich Nerven, aber mir ist Selbstständigkeit sehr wichtig und ich glaube, dass dieser Ansatz den Kindern Selbstbewusstsein schenkt.“
Haben Kinder und Jugendliche überhaupt Lust auf Tätigkeiten im Haushalt? Tatsächlich ist es für viele selbstverständlich, ihren Eltern zu helfen. Dies ergab eine Umfrage der Zeitschrift „Eltern family“, für die rund 1.800 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 9 und 19 Jahren befragt wurden. Danach bringen 21 Prozent der Kinder regelmäßig den Müll raus, 20 Prozent putzen, 18 Prozent helfen beim Kochen oder Backen. 15 Prozent sind für Gartenarbeiten wie beispielsweise das Rasenmähen verantwortlich. Immerhin 14 Prozent der Kinder kümmern sich eigenverantwortlich um ihre Wäsche, waschen, bügeln und räumen diese wieder in ihre Schränke ein.
Manche Eltern verzichten darauf, ihre Kinder zur Mitarbeit anzuhalten. Oft genannte Gründe sind: 1. kein Interesse, Pläne aufzustellen und bei Verstößen Strafen auszusprechen, 2. Zeitersparnis, wenn man etwas selbst erledigt, 3. Zeitnot der heutigen Kinder, die mit Schule und außerschulischen Aktivitäten zugeplant seien, 4. Angst davor, Kinder könnten sich in Küche oder Garten verletzen.
Ist es sinnvoll, Vorschulkindern Messer in die Hand zu drücken und sie Gemüse schnibbeln zu lassen? Es kommt natürlich auf das jeweilige Kind an und darauf, was Sie Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter zutrauen. Patricia Cammarata hat großes Vertrauen: „Wenn die Kinder schneiden wollen, bekommen sie scharfe Messer. Das bedeutet auch, dass sie sich alle schon geschnitten haben. Aber wir haben Pflaster und es ist nicht sehr oft passiert und es passiert danach deutlich seltener.“
Natürlich gibt es auch Bereiche, in denen Sicherheit vorgeht. Ein Kleinkind lässt man nicht mit kochendem Wasser oder heißem Öl hantieren und man drückt ihm auch kein heißes Bügeleisen in die Hand. Verbrühungen und Verbrennungen sind zu folgenschwer, um hier ein Risiko einzugehen und Vorschulkinder können Risiken noch nicht richtig abschätzen. Mit zunehmendem Alter ändert sich das, und Eltern können ihnen anspruchsvollere Aufgaben geben.
Mag ein Schulkind beispielsweise das angebotene Abendessen nicht, warum sollte es nicht die Möglichkeit bekommen, sich selbst eine Alternative zuzubereiten? Wer selbst ein Brot schmiert, Salat wäscht und anmacht oder Bratkartoffeln kocht, schält, brät, weiß, wieviel Arbeit das macht und überlegt zukünftig, ob sich Mäkelei lohnt.