Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%20252/06
Timestamp: 2019-12-12 05:17:09
Document Index: 384187846

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 839', 'Art. 34', '§ 48', '§ 50', 'Art. 34', '§ 839', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 24.04.2008 - III ZR 252/06 - dejure.org
BGH, 24.04.2008 - III ZR 252/06
https://dejure.org/2008,954
BGH, 24.04.2008 - III ZR 252/06 (https://dejure.org/2008,954)
BGH, Entscheidung vom 24.04.2008 - III ZR 252/06 (https://dejure.org/2008,954)
BGH, Entscheidung vom 24. April 2008 - III ZR 252/06 (https://dejure.org/2008,954)
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Widerruf oder Rücknahme eines begünstigenden Verwaltungsakts aufgrund eines anhängigen Rechtsbehelfsverfahrens als Maßstab der Schutzwürdigkeit des Vertrauens im Amtshaftungsprozess; Zuweisung des Risikos einer Drittanfechtung in Ausnahmefällen; Suspendierung des ...
Kein erhöhtes Mitverschulden des Bauherrn im Amtshaftungsverfahren bei der Behörde vor Erlass der Baugenehmigung bekannten Drittanfechtungsgründen
Amtshaftungsansprüche des Bauherrn gegen die Baugenehmigungsbehörde bei Rechtswidrigkeit der Baugenehmigung; Mitverschulden des Bauherrn bei Kenntnis von einem Nachbarwiderspruch
Rechtswidrige Baugenehmigung: Mitverschulden des Bauherrn
Baubeginn trotz rechtswidriger Baugenehmigung und Nachbarwiderspruch
§ 839 BGB; Art. 34 GG; § 48 Abs. 2, Abs. 3 VwVfG; § 50 VwVfG
Vertrauensschutz und Mitverschulden im Rahmen des Amtshaftungsanspruchs (PD Dr. Matthias Cornils, Mainz; ZJS 2008, 534)
Art. 34 GG, §§ 839, 254 BGB
Amtshaftung bei rechtswidriger Baugenehmigung
Eilantrag gegen Baugenehmigung: Wer trägt Risiko bei Fortsetzung der Bauarbeiten? (IBR 2008, 477)
LG Leipzig, 27.05.2005 - 15 O 3117/04
OLG Dresden, 20.09.2006 - 6 U 1112/05
NJW 2008, 2502
MDR 2008, 854
NVwZ 2008, 926
NZBau 2008, 500
VersR 2008, 1691
BauR 2008, 1193
BauR 2008, 1577
ZfBR 2008, 676
Die mit dem Urteil des Senats vom 28.1.1998 eingeleitete Differenzierung der Auswirkungen der aufschiebenden Wirkung bei Statusentscheidungen im Vertragsarztrecht mit Blick auf die konkrete Rechtsfolge und deren Ordnungsfunktion ist dahin gehend fortzuentwickeln, dass die aufschiebende Wirkung eines gegen eine statusbegründende Entscheidung von einem Dritten erhobenen Rechtsbehelfs nicht auf den Zeitpunkt des Erlasses des Verwaltungsaktes zurückwirkt, sondern erst ex nunc, dh ab dem Zeitpunkt eintritt, in dem der Begünstigte hiervon Kenntnis erlangt (s hierzu auch Bundesgerichtshof , Urteil vom 24.4.2008, III ZR 252/06 = NJW 2008, 2502, 2503).
Dabei gelte der Grundsatz, dass sie - die Kläger - als Bauherren (anders als der Beklagte als Architekt, vgl. BGH BauR 1997, 159; BGH VersR 1992, 698) - nicht klüger zu sein brauchen als die Bauaufsichtsbehörde (BGH, Urteil vom 24.04.2008, III ZR 252/06, NJW 2008, 2502; BGH, Urteil vom 09.10.2003, III ZR 414/02, NZBau 2004, 103; BGH, Urteil vom 29.03.1990, III ZR 145/88, VersR 1990, 789).
Dies komme nur ab dem Zeitpunkt in Betracht, ab dem der Bauherr wisse, dass bereits während des Genehmigungsverfahrens eine Drittanfechtung erhoben worden sei (vgl. BGH, Urteil vom 24.04.2008, III ZR 252/06, NJW 2008, 2502) oder nach Erteilung der Genehmigung eine Drittanfechtung erhoben worden sei (vgl. BGH, Urteil vom 28.06.1994, III ZR 182/83, NJW 1985, 265) oder wenn er von der Verweigerung einer notwendigen Nachbargenehmigung oder dem Widerspruch der Nachbarn gegen das Bauvorhaben Kenntnis habe (vgl. BGH, Urteil vom 25.10.1984, III ZR 80/83, NJW 1985, 1692).
Entsprechendes gilt für den Einwand der Kläger, sie hätten als Bauherren (anders als der Beklagte als Architekt, vgl. BGH BauR 1997, 159; BGH VerSR 1992, 698) grundsätzlich nicht klüger zu sein brauchen als die Bauaufsichtsbehörde (vgl. BGH, Urteil vom 24.04.2008, III ZR 252/06, NJW 2008, 2502; BGH, Urteil vom 09.10.2003, III ZR 414/02, NZBau 2004, 103; BGH, Urteil vom 29.03.1990, III ZR 145/88, VersR 1990, 789).
Die Kläger stützen sich insoweit auch ohne Erfolg darauf, dass in den vom BGH bislang entschiedenen Fällen zur Amtshaftung für rechtswidrige Baugenehmigungen ein Mitverschulden des Bauherrn jeweils nur ausnahmsweise bei besonderen Fallkonstellationen angenommen worden sei, insbesondere bei Beginn (bzw. Fortsetzung) der Bauarbeiten, obwohl der Bauherr wisse, dass bereits während des Genehmigungsverfahrens (vgl. BGH, Urteil vom 24.04.2008, III ZR 252/06, NJW 2008, 2502) oder nach Erteilung der Genehmigung eine Drittanfechtung erhoben worden sei (vgl. BGH, Urteil vom 28.06.1994, III ZR 182/83, NJW 1985, 265) bzw. wenn er von der Verweigerung einer notwendigen Nachbargenehmigung oder dem Widerspruch der Nachbarn gegen das Bauvorhaben Kenntnis habe (vgl. BGH, Urteil vom 25.10.1984, III ZR 80/83, NJW 1985, 1692).
Der Subventionsbeteiligte kann - jedenfalls, wenn es sich, wie hier, um ein kleineres Unternehmen handelt - grundsätzlich davon ausgehen, dass die zuständige Fachbehörde, die mit den einzuhaltenden Verfahren in besonderem Maße vertraut sein muss, rechtmäßig verfährt (vgl. Senatsurteile BGHZ 149, 50, 55 und vom 24. April 2008 - III ZR 252/06 - NJW 2008, 2502, 2504, Rn. 19), zumal es sich bei der Anzeige- und der Wartepflicht der subventionsgewährenden Behörde um beihilferechtliche Kardinalverpflichtungen handelt und ein Verstoß hiergegen regelmäßig - wie auch hier - auf einem schwerwiegenden Verschulden beruht.