Source: http://m.hensche.de/Kuedigung_Kirchenaustritt_Caritas_Kuedigung_nach_Kirchenaustritt_Caritas_BAG_2AZR579-12.html
Timestamp: 2017-08-20 09:54:35
Document Index: 195951000

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 4', '§ 14', '§ 15', '§ 15', '§ 16', '§ 15', '§ 16', '§ 16', '§ 626', '§ 14', '§ 626', '§ 16', '§ 626', '§ 14', '§ 15', '§ 2', '§ 4', 'Art. 5', '§ 16', '§ 626', 'Art. 140', 'Art. 137', 'Art. 5', 'Art. 4', 'Art. 5', 'Art. 4', 'Art. 5', 'Art. 5', 'EGMR', 'Art. 3', '§ 138', 'Art. 30', 'Art. 140', 'Art. 137', '§ 1', '§ 626', 'Art. 12', 'Art. 5', 'Art. 140', 'Art. 137', 'Art. 140', 'Art. 137', 'Art. 140', 'Art. 140', 'Art. 137', 'Art. 140', 'Art. 137', 'Art. 137', 'EGMR', 'EGMR', 'Art. 1', 'Art. 3', 'Art. 5', 'Art. 3', 'Art. 4', 'Art. 4', 'Art. 12', '§ 626', 'EGMR', 'EGMR', 'Art. 5', '§ 626', '§ 1', '§ 9', '§ 1', '§ 1', '§ 626', '§ 1', '§ 3', '§ 1', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', 'Art. 4', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', 'Art. 4', '§ 9', '§ 1', '§ 9', '§ 9', '§ 9', 'Art. 267', 'EGMR', 'EGMR', 'Art. 4', 'EuG', 'Art. 17', 'Art. 4', 'Art. 140', 'Art. 137', '§ 9', 'Art. 4', '§ 626', 'Art. 5', 'Art. 5', '§ 626', '§ 97']

HENSCHE Arbeitsrecht: 2 AZR 579/12
Schlag­worte: Kündigung: Außerordentlich, Kirche, Caritas, Kirchenaustritt
Akten­zeichen: 2 AZR 579/12
Ent­scheid­ungs­datum: 25.04.2013
Leit­sätze: Der Aus­tritt ei­nes im verkündi­gungs­na­hen Be­reich ein­ge­setz­ten Mit­ar­bei­ters ei­ner ih­rer Ein­rich­tun­gen aus der ka­tho­li­schen Kir­che kann die - ggf. außer­or­dent­li­che - Kündi­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses recht­fer­ti­gen.
Vor­ins­tan­zen: Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg - Kammern Mannheim , Urteil vom 9.03.2012 - 12 Sa 55/11
hat der Zwei­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 25. April 2013 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Kreft, die Rich­te­rin­nen am Bun­des­ar­beits­ge­richt Ra­chor und
Dr. Rinck so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Dr. Bartz und Eu­len für Recht er­kannt:
Die Re­vi­si­on des Klägers ge­gen das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Ba­den-Würt­tem­berg - Kam­mern Mann­heim - vom 9. März 2012 - 12 Sa 55/11 - wird auf sei­ne Kos­ten zurück­ge­wie­sen.
Der 1952 ge­bo­re­ne Kläger war seit 1992 bei dem be­klag­ten Ca­ri­tas­ver­band als So­zi­alpädago­ge beschäftigt. Der Be­klag­te ist ei­ne Un­ter­glie­de­rung des Ca­ri­tas­ver­ban­des für die Erz­diöze­se Frei­burg e.V. und des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des e.V. Er wid­met sich gem. § 5 Abs. 1 sei­ner Sat­zung vom 1. April 2006 al­len Auf­ga­ben so­zia­ler und ka­ri­ta­ti­ver Hil­fe als We­sens- und Le­bensäußerung der Ka­tho­li­schen Kir­che. Die bei ihm an­ge­stell­ten Pädago­gen und So­zi­alpädago­gen sind aus­nahms­los Mit­glie­der der christ­li­chen Kir­chen. Der Kläger gehörte der ka­tho­li­schen Kir­che an.
Im Ar­beits­ver­trag der Par­tei­en vom 1. Ja­nu­ar 1992 ist ua. be­stimmt:
„Ca­ri­tas ist ei­ne Le­bens- und We­sensäußerung der ka­tho­li­schen Kir­che. Der ... [Be­klag­te] ist dem Deut­schen Ca­ri­tas­ver­band an­ge­schlos­sen. Sei­ne Ein­rich­tung dient der Ver­wirk­li­chung des ge­mein­sa­men Wer­kes christ­li­cher Nächs­ten­lie­be. Dienst­ge­ber und Mit­ar­bei­ter bil­den ei­ne Dienst­ge­mein­schaft und tra­gen ge­mein­sam zur Erfüllung der Auf­ga­ben der Ein­rich­tung bei. Die Mit­ar­bei­ter ha­ben den ih­nen an­ver­trau­ten Dienst in Treue und in Erfüllung der all­ge­mei­nen und be­son­de­ren Dienst­pflich­ten zu leis­ten. Der Treue des Mit­ar­bei­ters muß von Sei­ten des Dienst­ge­bers die Treue und Fürsor­ge ge­genüber dem Mit­ar­bei­ter ent­spre­chen. Auf die­ser Grund­la­ge wird der
fol­gen­de Dienst­ver­trag ge­schlos­sen: ...
Für das Dienst­verhält­nis gel­ten die ,Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in den Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des’ (AVR) in ih­rer je­weils gel­ten­den Fas­sung. Dem Mit­ar­bei­ter/der Mit­ar­bei­te­rin ist Ge­le­gen­heit zur Ein­sicht­nah­me in die AVR ge­ge­ben.
Die Par­tei­en stim­men dar­in übe­rein, daß ein Ver­s­toß ge­gen Grundsätze der ka­tho­li­schen Glau­bens- und Sit­ten­leh­re Grund für ei­ne Kündi­gung sein kann.“
Die AVR ent­hal­ten in ih­rem All­ge­mei­nen Teil ua. fol­gen­de Re­ge­lun­gen:
„§ 4 All­ge­mei­ne Dienst­pflich­ten
(1) Der Dienst in der ka­tho­li­schen Kir­che for­dert vom Dienst­ge­ber und vom Mit­ar­bei­ter die Be­reit­schaft zu ge­mein­sam ge­tra­ge­ner Ver­ant­wor­tung und ver­trau­ens­vol­ler Zu­sam­men­ar­beit un­ter Be­ach­tung der Ei­gen­art, die sich aus dem Auf­trag der Kir­che und ih­rer be­son­de­ren Ver­fasst­heit er­gibt.
(2) Bei der Erfüllung der dienst­li­chen Auf­ga­ben sind die all­ge­mei­nen und für ein­zel­ne Be­rufs­grup­pen er­las­se­nen kirch­li­chen Ge­set­ze und Vor­schrif­ten zu be­ach­ten.
(3) Der Dienst in der ka­tho­li­schen Kir­che er­for­dert vom ka­tho­li­schen Mit­ar­bei­ter, dass er sei­ne persönli­che Le­bensführung nach der Glau­bens- und Sit­ten­leh­re so­wie den übri­gen Nor­men der ka­tho­li­schen Kir­che ein­rich­tet. Die persönli­che Le­bensführung des nicht ka­tho­li­schen Mit­ar­bei­ters darf dem kirch­li­chen Cha­rak­ter der Ein­rich­tung, in der er tätig ist, nicht wi­der­spre­chen.
§ 14 Or­dent­li­che Kündi­gung
(5) Nach ei­ner Beschäfti­gungs­zeit (...) von 15 Jah­ren bei dem­sel­ben Dienst­ge­ber, frühes­tens je­doch nach dem voll­ende­ten 40. Le­bens­jahr des Mit­ar­bei­ters, ist ei­ne or­dent­li­che Kündi­gung durch den Dienst­ge­ber aus­ge­schlos­sen, so­weit nicht § 15 et­was an­de­res
be­stimmt.
§ 15 Son­der­re­ge­lung für unkünd­ba­re Mit­ar­bei­ter
(1) Dem grundsätz­lich unkünd­ba­ren Mit­ar­bei­ter kann vom Dienst­ge­ber außer nach § 16 Abs. 2 gekündigt wer­den, wenn der Mit­ar­bei­ter nicht wei­ter­beschäftigt wer­den kann, weil die Ein­rich­tung, in der er tätig ist,
a) we­sent­lich ein­ge­schränkt oder
b) auf­gelöst wird.
(2) Lie­gen kei­ne Kündi­gungs­gründe nach § 15 Abs. 1 oder § 16 Abs. 2 vor, ist dem Dienst­ge­ber ei­ne Kündi­gung des Dienst­verhält­nis­ses aus an­de­ren Gründen nicht ge­stat­tet.
§ 16 Außer­or­dent­li­che Kündi­gung
(1) Beim Vor­lie­gen ei­nes wich­ti­gen Grun­des im Sin­ne des § 626 BGB kann das Dienst­verhält­nis von bei­den Ver­trags­par­tei­en oh­ne Ein­hal­tung ei­ner Kündi­gungs­frist gekündigt wer­den.
(2) Ei­nem Mit­ar­bei­ter, dem ge­genüber nach § 14 Abs. 5 die or­dent­li­che Kündi­gung grundsätz­lich aus­ge­schlos­sen ist, kann aus ei­nem in sei­ner Per­son oder in sei­nem Ver­hal­ten lie­gen­den wich­ti­gen Grun­de frist­los gekündigt wer­den.
Seit Sep­tem­ber 2008 ar­bei­te­te der Kläger in ei­nem so­zia­len Zen­trum, das von der Stadt M fi­nan­ziert und vom Be­klag­ten be­trie­ben wird. Das Zen­trum ist ein Pro­jekt der Er­zie­hungs­hil­fe, in dem Kin­der von der ers­ten Grund­schul-klas­se bis zum zwölf­ten Le­bens­jahr nach­mit­tags be­treut wer­den. Die Kin­der kom­men aus so­zi­al be­nach­tei­lig­ten Verhält­nis­sen und ha­ben Schwie­rig­kei­ten mit der So­zia­li­sa­ti­on. Ih­re Re­li­gi­ons­zu­gehörig­keit ist oh­ne Be­deu­tung. Das An­ge­bot um­fasst Mit­tag­es­sen, Haus­auf­ga­ben­be­treu­ung, Ein­z­elförde­rung und so­zia­le Schüler­grup­pen­ar­beit, die sich am in­di­vi­du­el­len Be­darf der Kin­der ori­en­tiert. Auch Frei­zeit­an­ge­bo­te wer­den wahr­ge­nom­men. Die Kin­der sol­len schu­lisch und in ih­rem so­zia­len Ver­hal­ten gefördert wer­den. Außer­dem sol­len
ih­re sprach­li­che und mo­to­ri­sche Ent­wick­lung un­terstützt so­wie Krea­ti­vität und Phan­ta­sie aus­ge­bil­det wer­den.
Das so­zia­le Zen­trum weist - ab­ge­se­hen vom Si­gnum des be­klag­ten Ca­ri­tas­ver­bands - kei­ne re­li­giösen Sym­bo­le auf. Den Kin­dern wer­den kei­ne re­li­giösen In­hal­te ver­mit­telt. Der Kläger ar­bei­te­te mit den Kin­dern, stand im Kon­takt mit den El­tern, ko­ope­rier­te mit den Schu­len und führ­te mit dem Ju­gend­amt Hil­fe­plan­gespräche durch.
Am 21. Fe­bru­ar 2011 trat der Kläger aus der ka­tho­li­schen Kir­che aus. Er in­for­mier­te hierüber ein Vor­stands­mit­glied des Be­klag­ten. Am 3. März 2011 führ­te das be­tref­fen­de Mit­glied mit dem Kläger ein Gespräch. Der Kläger nann­te als Be­weg­gründe für den Kir­chen­aus­tritt die Miss­brauchsfälle in ka­tho­li­schen Ein­rich­tun­gen, die Vorgänge um die Pi­us­bru­der­schaft und die Kar­frei­tags­lit­ur­gie, die in ei­ner an­ti­judäischen Tra­di­ti­on der Kir­che ste­he. Das Vor­stands­mit­glied wies den Kläger dar­auf hin, dass sich ein Kir­chen­aus­tritt nach dem Selbst­verständ­nis des Be­klag­ten nicht mit ei­ner wei­te­ren Beschäfti­gung in Ein­klang brin­gen las­se. Der Kläger erklärte, sich des­sen be­wusst zu sein.
Im An­schluss an das Gespräch in­for­mier­te der Be­klag­te die Mit­ar­bei­ter­ver­tre­tung über sei­ne Ab­sicht, das Ar­beits­verhält­nis mit dem Kläger we­gen des­sen Kir­chen­aus­tritts außer­or­dent­lich mit so­zia­ler Aus­lauf­frist zum 30. Sep­tem­ber 2011 zu kündi­gen. Die Mit­ar­bei­ter­ver­tre­tung teil­te am 8. März 2011 mit, sie ha­be ge­gen die be­ab­sich­tig­te Kündi­gung kei­ne Einwände.
Der Be­klag­te kündig­te das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en mit Schrei­ben vom 14. März 2011 außer­or­dent­lich zum 30. Sep­tem­ber 2011.
Ge­gen die Kündi­gung hat sich der Kläger recht­zei­tig mit der vor­lie­gen­den Kla­ge ge­wandt. Er hat ge­meint, zwar sei das Selbst­be­stim­mungs­recht der Kir­che grundsätz­lich an­zu­er­ken­nen. Den­noch müsse der Be­klag­te sei­nen Kir­chen­aus­tritt hin­neh­men. Zum ei­nen wir­ke sich die­ser auf sei­ne Ar­beit in dem So­zia­len Zen­trum nicht aus. Zum an­de­ren ha­be er mit sei­ner Ent­schei­dung, aus der ka­tho­li­schen Kir­che aus­zu­tre­ten, von sei­nem Grund­recht auf Glau­bens- und Ge­wis­sens­frei­heit Ge­brauch ge­macht. An­ge­sichts der Miss­brauchsfälle ha­be es die ka­tho­li­sche Kir­che letzt­lich selbst zu ver­tre­ten, dass er sich zum Aus­tritt
ent­schie­den ha­be. Er übe auch kei­ne lei­ten­de, seel­sor­ge­ri­sche oder kle­ri­ka­le Funk­ti­on aus. Zu­dem sei das So­zia­le Zen­trum ei­ne Ein­rich­tung staat­li­cher Vor­sor­ge. Für den Be­klag­ten be­ste­he dort ei­ne Pflicht zu re­li­giöser Neu­tra­lität. Im Übri­gen sei­en sei­ne Be­triebs­zu­gehörig­keit und sein Al­ter zu berück­sich­ti­gen.
fest­zu­stel­len, dass das zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis durch die außer­or­dent­li­che Kündi­gung vom 14. März 2011 nicht auf­gelöst wor­den ist.
Der Be­klag­te hat be­an­tragt, die Kla­ge ab­zu­wei­sen. Er hat sich auf das Selbst­be­stim­mungs­recht der Kir­che be­ru­fen. Die­ses grei­fe in al­len Be­rei­chen, in de­nen sich die Kir­che aus christ­li­cher Über­zeu­gung her­aus en­ga­gie­re, un­abhängig da­von, ob re­li­giöse In­hal­te in der Ar­beit of­fen zu Ta­ge träten. Der Kläger sei als So­zi­alpädago­ge da­mit be­traut, kirch­li­chen „Dienst am Men­schen“ zu leis­ten, und da­her un­mit­tel­bar in den Verkündi­gungs­auf­trag der ka­tho­li­schen Kir­che ein­be­zo­gen.
Die Vor­in­stan­zen ha­ben die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Mit der Re­vi­si­on ver­folgt der Kläger sein Kla­ge­be­geh­ren wei­ter.
I. Die Kündi­gung vom 14. März 2011 ist wirk­sam. Sie hat das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en zum 30. Sep­tem­ber 2011 be­en­det. Die Vor­aus­set­zun­gen des § 626 Abs. 1 BGB lie­gen vor. Der Kläger hat durch sei­nen Aus­tritt aus der ka­tho­li­schen Kir­che schwer­wie­gend ge­gen sei­ne ver­trag­li­chen Loya­litätsob­lie­gen­hei­ten ver­s­toßen. Un­abhängig da­von, ob dar­in ei­ne schuld­haf­te Ver­let­zung ar­beits­ver­trag­li­cher Pflich­ten liegt, stellt dies ei­nen in sei­ner Per­son lie­gen­den wich­ti­gen Grund iSv. § 16 Abs. 2 AVR iVm. § 626 Abs. 1 BGB für die vom Be­klag­ten erklärte außer­or­dent­li­che Kündi­gung dar. Die Würdi­gung des Lan-
des­ar­beits­ge­richts, der Kir­chen­aus­tritt des Klägers ma­che es dem Be­klag­ten un­zu­mut­bar, das Ar­beits­verhält­nis mit ihm als So­zi­alpädago­gen auf Dau­er fort­zu­set­zen, hält ei­ner re­vi­si­ons­recht­li­chen Über­prüfung stand.
1. Zwar ist es dem Ar­beit­ge­ber bei Kündi­gungs­gründen, die in der Per­son des Ar­beit­neh­mers lie­gen, in der Re­gel zu­zu­mu­ten, die Kündi­gungs­frist zu wah­ren. Ist der Ar­beit­neh­mer aber or­dent­lich nicht künd­bar und führt ge­ra­de der Aus­schluss der or­dent­li­chen Kündi­gung zu ei­ner un­zu­mut­ba­ren Be­las­tung des Ar­beit­ge­bers, weil die­ser dann, ob­wohl er den Ar­beit­neh­mer nicht mehr ein­set­zen kann, noch für lan­ge Zeit an den Fort­be­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses ge­bun­den wäre, kann auch ei­ne außer­or­dent­li­che Kündi­gung ge­recht­fer­tigt sein (vgl. zur krank­heits­be­dingt man­geln­den Ein­setz­bar­keit BAG 18. Ok­to­ber 2000 - 2 AZR 627/99 - zu II 3 der Gründe, BA­GE 96, 65; zur be­triebs­be­dingt man­geln­den Ein­setz­bar­keit BAG 22. No­vem­ber 2012 - 2 AZR 673/11 - Rn. 14 mwN). In die­sem Fall ist zur Ver­mei­dung ei­ner Be­nach­tei­li­gung der durch den Aus­schluss der or­dent­li­chen Kündi­gung ge­ra­de be­son­ders geschütz­ten Ar­beit­neh­mer ei­ne der or­dent­li­chen Kündi­gungs­frist ent­spre­chen­de Aus­lauf­frist ein­zu­hal­ten (vgl. BAG 22. No­vem­ber 2012 - 2 AZR 673/11 - Rn. 14 mwN).
2. Ge­genüber dem Kläger war nach der ar­beits­ver­trag­lich in Be­zug ge­nom­me­nen Re­ge­lung des § 14 Abs. 5 AVR ei­ne or­dent­li­che Kündi­gung aus­ge­schlos­sen. Er war mehr als fünf­zehn Jah­re bei dem Be­klag­ten beschäftigt und hat­te das 40. Le­bens­jahr be­reits voll­endet. Ein Aus­nah­me­fall gem. § 15 Abs. 1 AVR lag nicht vor.
3. Mit dem Aus­tritt aus der ka­tho­li­schen Kir­che hat der Kläger ge­gen sei­ne Loya­litätsob­lie­gen­hei­ten aus der in § 2 des Ar­beits­ver­trags iVm. § 4 Abs. 2 AVR in Be­zug ge­nom­me­nen Grund­ord­nung des kirch­li­chen Diens­tes vom 22. Sep­tem­ber 1993 (GrO - Amts­blatt der Erz­diöze­se Frei­burg 1993, 250 ff.) ver­s­toßen. Gem. Art. 5 Abs. 2 GrO stellt der Kir­chen­aus­tritt ei­nen schwer­wie­gen­den Loya­litäts­ver­s­toß dar. Ein sol­cher Ver­s­toß kann ge­eig­net sein, ei­nen wich­ti­gen Grund iSv. § 16 Abs. 2 AVR iVm. § 626 Abs. 1 BGB für ei­ne außer­or­dent­li­che Kündi­gung - un­ter Gewährung ei­ner so­zia­len Aus­lauf­frist - dar­zu­stel­len.
a) Da­zu be­darf es kei­ner Klärung, ob der Loya­litäts­ver­s­toß des Klägers als schuld­haft an­ge­se­hen wer­den kann. Das er­scheint an­ge­sichts des Um­stands, dass er sich zur Be­gründung sei­ner Ent­schei­dung auf sei­ne Glau­bens- und Ge­wis­sens­frei­heit be­ru­fen hat, nicht zwei­fels­frei. Selbst wenn aber dem Kläger die Enttäuschung der Loya­litätser­war­tun­gen des Be­klag­ten nicht vor­werf­bar sein soll­te, so fehl­te ihm doch die persönli­che Eig­nung für ei­ne Wei­ter­beschäfti­gung als So­zi­alpädago­ge. Auch ein sol­cher in der Per­son lie­gen­der Grund kann, wenn der Ar­beit­neh­mer or­dent­lich nicht mehr künd­bar ist, „an sich“ ei­ne außer­or­dent­li­che Kündi­gung recht­fer­ti­gen.
b) Durch sei­nen Aus­tritt aus der ka­tho­li­schen Kir­che, an dem er auch nach dem Gespräch mit dem Vor­stands­mit­glied des Be­klag­ten im Be­wusst­sein der Kon­se­quen­zen für sein Ar­beits­verhält­nis fest­ge­hal­ten hat, fehlt dem Kläger die Eig­nung für ei­ne Wei­ter­beschäfti­gung als So­zi­alpädago­ge in den Diens­ten des Be­klag­ten. Der Be­klag­te wid­met sich als Un­ter­glie­de­rung des Ca­ri­tas­ver­ban­des der Erz­diöze­se Frei­burg so­wie des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des den Auf­ga­ben so­zia­ler und ka­ri­ta­ti­ver Hil­fe als We­sens- und Le­bensäußerung der ka­tho­li­schen Kir­che. Er kann sich des­halb auf das gem. Art. 140 GG iVm. Art. 137 Abs. 3 Satz 1 WRV ver­fas­sungs­recht­lich gewähr­leis­te­te Selbst­be­stim­mungs­recht der Kir­chen be­ru­fen. Nach kirch­li­chem Selbst­verständ­nis wiegt ein Loya­litäts­ver­s­toß in Form des Kir­chen­aus­tritts be­son­ders schwer. Er steht ei­ner Wei­ter­beschäfti­gung des Mit­ar­bei­ters ge­ne­rell ent­ge­gen (Art. 5 Abs. 5 GrO). Der Kir­chen­aus­tritt gehört nach dem Kir­chen­recht zu den schwers­ten Ver­ge­hen ge­gen die Re­li­gi­on und die Ein­heit der Kir­che. Er verträgt sich aus Sicht der Kir­che we­der mit ih­rer Glaubwürdig­keit noch mit der von ihr ge­for­der­ten ver­trau­ens­vol­len Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen den Ver­trags­par­tei­en (vgl. BVerfG 4. Ju­ni 1985 - 2 BvR 1703/83, 2 BvR 1718/83, 2 BvR 856/84 - zu B II 4 c der Gründe, BVerfGE 70, 138).
c) Die Ar­beits­ge­rich­te ha­ben bei der Be­wer­tung ein­zel­ner Loya­litätsan­for­de­run­gen die vor­ge­ge­be­nen kirch­li­chen Maßstäbe zu­grun­de zu le­gen, so­weit die Ver­fas­sung das Recht der Kir­che an­er­kennt, hierüber selbst zu be­fin­den. Es bleibt da­nach grundsätz­lich den ver­fass­ten Kir­chen über­las­sen, ver­bind­lich zu
be­stim­men, was die „Glaubwürdig­keit der Kir­che und der Ein­rich­tung, in der [die Mit­ar­bei­ter] beschäftigt sind“ (vgl. Art. 4 Abs. 4, Art. 5 Abs. 5 GrO), er­for­dert, wel­ches die zu be­ach­ten­den „Grundsätze der ka­tho­li­schen Glau­bens- und Sit­ten­leh­re“ sind (vgl. Art. 4 Abs. 1 GrO) und wel­che „Loya­litäts­verstöße“ (vgl. Art. 5 Abs. 2 GrO) aus „kir­chen­spe­zi­fi­schen Gründen“ als „schwer­wie­gend“ an­zu­se­hen sind. Auch die Ent­schei­dung darüber, ob und wie in­ner­halb der im kirch­li­chen Dienst täti­gen Mit­ar­bei­ter ei­ne Ab­stu­fung der Loya­litätsan­for­de­run­gen ein­grei­fen soll (vgl. Art. 5 Abs. 3 und Abs. 4 GrO), ist grundsätz­lich ei­ne dem kirch­li­chen Selbst­be­stim­mungs­recht un­ter­lie­gen­de An­ge­le­gen­heit (vgl. BVerfG 4. Ju­ni 1985 - 2 BvR 1703/83 ua. - zu B II 2 a der Gründe, BVerfGE 70, 138; BAG 8. Sep­tem­ber 2011 - 2 AZR 543/10 - BA­GE 139, 144; 21. Fe­bru­ar 2001 - 2 AZR 139/00 -; bestäti­gend EGMR 3. Fe­bru­ar 2011 - 18136/02 - [Sie­ben­haar] Rn. 45). Die staat­li­chen Ge­rich­te sind an die kirch­li­che Einschätzung ge­bun­den, es sei denn, sie begäben sich da­durch in Wi­der­spruch zu Grund­prin­zi­pi­en der Rechts­ord­nung, wie sie im all­ge­mei­nen Willkürver­bot (Art. 3 Abs. 1 GG), im Be­griff der „gu­ten Sit­ten“ (§ 138 Abs. 1 BGB) und im ord­re pu­blic (Art. 30 EGBGB) ih­ren Nie­der­schlag ge­fun­den ha­ben. Die Ge­rich­te ha­ben si­cher­zu­stel­len, dass die kirch­li­chen Ein­rich­tun­gen nicht in Ein­z­elfällen un­an­nehm­ba­re An­for­de­run­gen an die Loya­lität ih­rer Ar­beit­neh­mer stel­len (BVerfG 4. Ju­ni 1985 - 2 BvR 1703/83 ua. - zu B II 2 a der Gründe, aaO).
4. Die Ge­stal­tungs­frei­heit des kirch­li­chen Ar­beit­ge­bers nach Art. 140 GG, Art. 137 Abs. 3 Satz 1 WRV für die auf Ver­trags­ebe­ne be­gründe­ten Ar­beits­verhält­nis­se steht un­ter dem Vor­be­halt des für al­le gel­ten­den Ge­set­zes. Zu die­sem gehört auch das staat­li­che Kündi­gungs­schutz­recht, et­wa § 1 KSchG, § 626 BGB. Mit ihm nimmt der Staat sei­ne Schutz­pflich­ten ua. auf­grund der Be­rufs­frei­heit der Ar­beit­neh­mer aus Art. 12 Abs. 1 GG wahr. Der Wech­sel­wir­kung von kirch­li­chem Selbst­be­stim­mungs­recht und den Grund­rech­ten der Ar­beit­neh­mer ist durch ei­ne Güter­abwägung im Rah­men der kündi­gungs­schutz­recht­li­chen Be­stim­mun­gen Rech­nung zu tra­gen. Das auch für kirch­li­che Ar­beit­ge­ber gel­ten­de staat­li­che Ar­beits­recht er­laubt kei­ne An­nah­me ei­nes ab­so­lu­ten Kündi­gungs­grun­des. Das gilt auch im Fall des Kir­chen­aus­tritts, selbst wenn die­ser nach dem Selbst­verständ­nis der ka­tho­li­schen Kir­che ei­ner Wei­ter­beschäfti­gung
des Mit­ar­bei­ters „ge­ne­rell“ ent­ge­gen­steht (Art. 5 Abs. 5 GrO; vgl. da­zu Thüsing in Es­se­ner Gespräche zum The­ma Staat und Kir­che Bd. 46, 129, 130). Auch in die­sen Fällen hat nach staat­li­chem Recht ei­ne In­ter­es­sen­abwägung statt­zu­fin­den; da­bei ist dem Selbst­verständ­nis der Kir­chen ein be­son­de­res Ge­wicht bei­zu­mes­sen (vgl. BVerfG 4. Ju­ni 1985 - 2 BvR 1703/83 ua. - zu B II 1 e, B II 2 b, B II 4 c und C 1 der Gründe, BVerfGE 70, 138).
a) Der Schutz­be­reich des kirch­li­chen Selbst­be­stim­mungs­rechts er­fasst die in­di­vi­du­al- und kol­lek­tiv­recht­li­che Aus­ge­stal­tung der Ar­beits­be­din­gun­gen der in kirch­li­chen Ein­rich­tun­gen beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer (BAG 20. No­vem­ber 2012 - 1 AZR 179/11 - Rn. 94). Nach Art. 140 GG iVm. Art. 137 Abs. 3 Satz 1 WRV ord­net und ver­wal­tet je­de Re­li­gi­ons­ge­sell­schaft ih­re An­ge­le­gen­hei­ten in­ner­halb der Schran­ken der für al­le gel­ten­den Ge­set­ze. Hier­zu gehören al­le Maßnah­men, die in Ver­fol­gung der vom kirch­li­chen Grund­auf­trag be­stimm­ten Auf­ga­ben zu tref­fen sind, wie Vor­ga­ben struk­tu­rel­ler Art, die Per­so­nal­aus­wahl und die mit die­sen Ent­schei­dun­gen un­trenn­bar ver­bun­de­ne Vor­sor­ge zur Si­cher­stel­lung der „re­li­giösen Di­men­si­on“ des Wir­kens im Sin­ne des kirch­li­chen Selbst­verständ­nis­ses. Dies schließt die recht­li­che Vor­sor­ge für die Wahr­neh­mung kirch­li­cher Diens­te durch den Ab­schluss pri­vat­recht­li­cher Ar­beits­verträge ein (vgl. BVerfG 4. Ju­ni 1985 - 2 BvR 1703/83 ua. - zu B II 1 b bis c der Gründe, BVerfGE 70, 138; BAG 20. No­vem­ber 2012 - 1 AZR 179/11 - Rn. 95; 8. Sep­tem­ber 2011 - 2 AZR 543/10 - Rn. 22, BA­GE 139, 144).
b) Das durch Art. 140 GG iVm. Art. 137 Abs. 3 Satz 1 WRV ver­fas­sungs­recht­lich verbürg­te Selbst­ord­nungs- und Selbst­ver­wal­tungs­recht kommt ne­ben den ver­fass­ten Kir­chen auch den ih­nen zu­ge­ord­ne­ten, ins­be­son­de­re ih­ren ka­ri­ta­ti­ven Ein­rich­tun­gen zu (BVerfG 4. Ju­ni 1985 - 2 BvR 1703/83 ua. - zu B II 1 d der Gründe, BVerfGE 70, 138; BAG 8. Sep­tem­ber 2011 - 2 AZR 543/10 - Rn. 22, BA­GE 139, 144). Die Ver­fas­sungs­ga­ran­tie des kirch­li­chen Selbst­be­stim­mungs­rechts gewähr­leis­tet den Kir­chen darüber zu be­fin­den, wel­che Diens­te es in ih­ren Ein­rich­tun­gen ge­ben soll und in wel­chen Rechts­for­men sie wahr­zu­neh­men sind. Er­fasst sind al­le der Kir­che in be­stimm­ter Wei­se zu­ge­ord­ne­ten Ein­rich­tun­gen oh­ne Rück­sicht auf ih­re Rechts­form, wenn sie
nach kirch­li­chem Selbst­verständ­nis ih­rem Zweck oder ih­rer Auf­ga­be ent­spre­chend be­ru­fen sind, ein Stück des Auf­trags der Kir­che wahr­zu­neh­men und zu erfüllen (BVerfG 4. Ju­ni 1985 - 2 BvR 1703/83 ua. - zu B II 1 a der Gründe mwN, aaO; BAG 20. No­vem­ber 2012 - 1 AZR 179/11 - Rn. 56 und 101). Oh­ne Be­deu­tung ist des­halb, ob sich der Be­trieb ei­ner ka­ri­ta­ti­ven Ein­rich­tung sub­stan­zi­ell von dem nicht­kirch­li­cher Träger un­ter­schei­det. Die Re­li­gi­ons­ge­sell­schaft hat grundsätz­lich die Kom­pe­tenz zur Qua­li­fi­zie­rung ei­ner An­ge­le­gen­heit als ei­ge­ne (Hes­se in HdbSt­Kir­chR 2. Aufl. Bd. 1 S. 521, 541 f.; Käst­ner in Bon­ner Kom­men­tar zum Grund­ge­setz Stand No­vem­ber 2012 Art. 140 Rn. 304). Sie ent­schei­det darüber, wie sie ihr Glau­bens­be­kennt­nis lebt. Da sie ihr Wir­ken in ka­ri­ta­ti­ven Ein­rich­tun­gen als täti­ge Nächs­ten­lie­be und so­zia­len Dienst am Men­schen be­greift, ist dies zu­gleich Aus­druck ih­res Glau­bens­be­kennt­nis­ses (Schu­bert RdA 2011, 270, 273). Das gilt auch dann, wenn die Re­li­gi­ons­ge­sell­schaft beim Be­trieb sol­cher Ein­rich­tun­gen im Wett­be­werb mit nicht­kirch­li­chen Trägern steht (vgl. BAG 20. No­vem­ber 2012 - 1 AZR 179/11 - aaO).
c) Be­die­nen sich die Kir­chen wie je­der­mann der Pri­vat­au­to­no­mie, um Ar­beits­verhält­nis­se zu be­gründen, so fin­det auf die­se das staat­li­che Ar­beits­recht An­wen­dung. Die Ein­be­zie­hung der kirch­li­chen Ar­beits­verhält­nis­se in das staat­li­che Ar­beits­recht hebt de­ren Zu­gehörig­keit zu den „ei­ge­nen An­ge­le­gen­hei­ten“ der Kir­che iSv. Art. 140 GG, Art. 137 Abs. 3 Satz 1 WRV nicht auf. Sie darf des­halb die ver­fas­sungs­recht­lich geschütz­te Ei­gen­art des kirch­li­chen Diens­tes, das kirch­li­che Pro­pri­um, nicht in Fra­ge stel­len. Die Ver­fas­sungs­ga­ran­tie des Selbst­be­stim­mungs­rechts bleibt auch für die Ge­stal­tung der Ar­beits­verhält­nis­se we­sent­lich (vgl. BVerfG 4. Ju­ni 1985 - 2 BvR 1703/83 ua. - zu B II 1 d der Gründe, BVerfGE 70, 138; BAG 20. No­vem­ber 2012 - 1 AZR 179/11 - aaO). Das ermöglicht es den Kir­chen, in den Schran­ken des für al­le gel­ten­den Ge­set­zes den kirch­li­chen Dienst nach ih­rem Selbst­verständ­nis zu re­geln und da­zu für ih­re Ar­beit­neh­mer spe­zi­fi­sche Ob­lie­gen­hei­ten ver­bind­lich zu ma­chen. Wer­den Loya­litätsan­for­de­run­gen in ei­nem Ar­beits­ver­trag fest­ge­legt, nimmt der kirch­li­che Ar­beit­ge­ber nicht nur die all­ge­mei­ne Ver­trags­frei­heit für sich in An­spruch; er macht zu­gleich von sei­nem ver­fas­sungs­recht­li­chen Selbst­be­stim­mungs­recht Ge­brauch (BVerfG 4. Ju­ni 1985 - 2 BvR 1703/83 ua. - aaO; BAG 8. Sep­tem­ber
2011 - 2 AZR 543/10 - Rn. 23, BA­GE 139, 144; kri­tisch Sch­link JZ 2013, 209, 212 f.).
d) Wel­che kirch­li­chen Grund­ver­pflich­tun­gen als Ge­gen­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses be­deut­sam sein können, rich­tet sich nach den von der ver­fass­ten Kir­che an­er­kann­ten Maßstäben. Es kommt we­der auf die Auf­fas­sung der ein­zel­nen be­trof­fe­nen kirch­li­chen Ein­rich­tun­gen, bei de­nen die Mei­nungs­bil­dung von ver­schie­de­nen Mo­ti­ven be­ein­flusst sein kann, noch auf die­je­ni­ge brei­ter Krei­se un­ter Kir­chen­mit­glie­dern oder gar ein­zel­ner, be­stimm­ten Ten­den­zen ver­bun­de­ner Mit­ar­bei­ter an (BAG 8. Sep­tem­ber 2011 - 2 AZR 543/10 - Rn. 24, BA­GE 139, 144; 21. Fe­bru­ar 2001 - 2 AZR 139/00 - Rn. 53).
e) Der die Ge­stal­tungs­frei­heit des kirch­li­chen Ar­beit­ge­bers nach Art. 140 GG, Art. 137 Abs. 3 Satz 1 WRV be­gren­zen­de Vor­be­halt des für al­le gel­ten­den Ge­set­zes be­deu­tet nicht, dass staat­li­che Kündi­gungs­schutz­be­stim­mun­gen dem kirch­li­chen Selbst­be­stim­mungs­recht in je­dem Fall vor­gin­gen. Die in das Grund­ge­setz in­kor­po­rier­ten Kir­chen­ar­ti­kel der Wei­ma­rer Reichs­ver­fas­sung bil­den mit die­sem ein or­ga­ni­sches Gan­zes. Art. 137 Abs. 3 Satz 1 WRV gewähr­leis­tet mit Rück­sicht auf die Tren­nung von Staat und Kir­che ei­ner­seits das selbständi­ge Ord­nen und Ver­wal­ten der ei­ge­nen An­ge­le­gen­hei­ten durch die Kir­chen, an­de­rer­seits den staat­li­chen Schutz sons­ti­ger für das Ge­mein­we­sen be­deut­sa­mer Rechtsgüter. Die­ser Wech­sel­wir­kung von Kir­chen­frei­heit und Schran­ken­zweck ist durch Güter­abwägung Rech­nung zu tra­gen. Da­bei ist dem Selbst­verständ­nis der Kir­chen in­so­fern ein be­son­de­res Ge­wicht bei­zu­mes­sen, als es auch bei der In­ter­pre­ta­ti­on des In­di­vi­dual­ar­beits­rechts zu be­ach­ten ist. Die Ver­fas­sungs­ga­ran­tie ih­res Selbst­be­stim­mungs­rechts gewähr­leis­tet den Kir­chen, dass sie bei der ar­beits­ver­trag­li­chen Ge­stal­tung des kirch­li­chen Diens­tes das Leit­bild ei­ner christ­li­chen Dienst­ge­mein­schaft zu­grun­de le­gen und die Ver­bind­lich­keit ge­wis­ser Grund­pflich­ten be­stim­men können. Die­se Gewähr­leis­tung ist bei der An­wen­dung des staat­li­chen Kündi­gungs­schutz­rechts auf Kündi­gun­gen kirch­li­cher Ar­beits­verhält­nis­se aus ver­fas­sungs­recht­li­chen Gründen zu berück­sich­ti­gen. Ei­ne Rechts­an­wen­dung, bei der die vom kirch­li­chen Selbst­verständ­nis ge­bo­te­ne Ver­pflich­tung der Ar­beit­neh­mer auf grund­le­gen­de Ma­xi­men kirch­li­chen
Le­bens ar­beits­recht­lich oh­ne Be­deu­tung blie­be, wi­derspräche dem ver­fas­sungs­verbürg­ten Selbst­be­stim­mungs­recht der Kir­chen (BVerfG 4. Ju­ni 1985 - 2 BvR 1703/83 ua. - zu B II 1 e der Gründe mwN, BVerfGE 70, 138). Die staat­li­chen Ge­rich­te ha­ben zwi­schen den Grund­rech­ten der Ar­beit­neh­mer, et­wa dem Recht auf Glau­bens- und Ge­wis­sens­frei­heit, und dem Selbst­be­stim­mungs­recht der Re­li­gi­ons­ge­mein­schaft ab­zuwägen (BAG 8. Sep­tem­ber 2011 - 2 AZR 543/10 - Rn. 18, BA­GE 139, 144). Die­ses Abwägungs­ge­bot folgt nicht zu­letzt aus der Recht­spre­chung des Eu­ropäischen Ge­richts­hofs für Men­schen­rech­te (EGMR 3. Fe­bru­ar 2011 - 18136/02 - [Sie­ben­haar] Rn. 45; 23. Sep­tem­ber 2010 - 425/03 - [Obst] Rn. 49; 23. Sep­tem­ber 2010 - 1620/03 - [Schüth] Rn. 69). Die Be­ach­tung der Recht­spre­chung des EGMR ist ver­fas­sungs­recht­lich ge­bo­ten, so­weit dies me­tho­disch ver­tret­bar und mit den Vor­ga­ben des Grund­ge­set­zes ver­ein­bar ist (BVerfG 4. Mai 2011 - 2 BvR 2333/08 ua. - Rn. 93 f. mwN, BVerfGE 128, 326; 14. Ok­to­ber 2004 - 2 BvR 1481/04 - BVerfGE 111, 307; BAG 8. Sep­tem­ber 2011 - 2 AZR 543/10 - aaO). Grund­rech­te der Ar­beit­neh­mer sind da­bei nicht oh­ne Wei­te­res Teil des ord­re pu­blic. Ein sol­ches Verständ­nis hätte ei­ne un­mit­tel­ba­re Grund­rechts­bin­dung der Kir­chen zur Fol­ge. Die­se könn­ten ihr Selbst­be­stim­mungs­recht nur in­so­weit in An­spruch neh­men, wie an­de­re grund­recht­li­che Gewähr­leis­tun­gen da­durch nicht be­ein­träch­tigt würden. Ei­ne der­ar­ti­ge Grund­rechts­bin­dung gin­ge über die von Art. 1 Abs. 3 GG für die staat­li­che Ge­walt an­ge­ord­ne­te Grund­rechts­bin­dung noch hin­aus, da sie be­reits den Schutz­be­reich des Selbst­be­stim­mungs­rechts als sol­chen be­grenz­te (BAG 20. No­vem­ber 2012 - 1 AZR 179/11 - Rn. 105).
5. Bei An­wen­dung die­ser Grundsätze hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt zu Recht an­ge­nom­men, we­gen des Kir­chen­aus­tritts des Klägers sei dem Be­klag­ten des­sen Wei­ter­beschäfti­gung als So­zi­alpädago­ge auch un­ter Berück­sich­ti­gung sei­ner Glau­bens- und Ge­wis­sens­frei­heit auf Dau­er un­zu­mut­bar ge­we­sen.
a) Der Loya­litäts­ver­s­toß des Klägers wiegt nach dem Selbst­verständ­nis der ka­tho­li­schen Kir­che und der ihr zu­gehöri­gen Ein­rich­tun­gen be­son­ders schwer. Nach Art. 3 Abs. 4 GrO ist für kei­nen Dienst in der Kir­che ge­eig­net, wer sich kir­chen­feind­lich betätigt oder aus der ka­tho­li­schen Kir­che aus­ge­tre­ten ist.
Der Kir­chen­aus­tritt steht gem. Art. 5 Abs. 5 GrO ei­ner Wei­ter­beschäfti­gung des Mit­ar­bei­ters „ge­ne­rell“ ent­ge­gen. Der aus­ge­tre­te­ne Mit­ar­bei­ter wur­de nicht nur in ei­nem ein­zel­nen Punkt den kirch­li­chen Loya­litätsan­for­de­run­gen nicht ge­recht, son­dern hat sich ins­ge­samt von der ka­tho­li­schen Glau­bens­ge­mein­schaft ab­ge­kehrt.
b) Es be­darf im Streit­fall kei­ner Ent­schei­dung, ob die­se Qua­li­fi­zie­rung des Kir­chen­aus­tritts als be­son­ders schwer­wie­gen­der Loya­litäts­ver­s­toß von den staat­li­chen Ge­rich­ten auch dann un­ein­ge­schränkt an­zu­er­ken­nen ist, wenn ein Mit­ar­bei­ter ei­ne „verkündi­gungs­fer­ne“ Tätig­keit ausübt. Der Kläger war „verkündi­gungs­nah“ ein­ge­setzt. Er leis­te­te als So­zi­al­ar­bei­ter beim be­klag­ten Ca­ri­tas-ver­band un­mit­tel­bar „Dienst am Men­schen“ und nahm da­mit selbst am Sen-dungs­auf­trag der ka­tho­li­schen Kir­che teil. Dem steht nicht ent­ge­gen, dass in dem So­zia­len Zen­trum, in wel­chem er zu­letzt tätig war, kei­ne re­li­giösen In­hal­te ver­mit­telt wer­den. Ka­ri­ta­ti­ve Er­zie­hungs­hil­fe als sol­che gehört nach dem Selbst­verständ­nis der ka­tho­li­schen Kir­che zu ih­rem Sen­dungs­auf­trag. Nach Art. 3 Abs. 2 GrO, können kirch­li­che Dienst­ge­ber ne­ben pas­to­ra­len und ka­te­che­ti­schen in der Re­gel auch er­zie­he­ri­sche Auf­ga­ben nur ei­ner Per­son über­tra­gen, die der ka­tho­li­schen Kir­che an­gehört. Nach Art. 4 Abs. 1 GrO ist ins­be­son­de­re auch im er­zie­he­ri­schen Dienst das persönli­che Le­bens­zeug­nis im Sin­ne der Grundsätze der ka­tho­li­schen Glau­bens- und Sit­ten­leh­re er­for­der­lich. Die­sen Loya­litätsan­for­de­run­gen an ei­nen im er­zie­he­ri­schen Dienst täti­gen Mit­ar­bei­ter lie­gen we­der sach­frem­de, willkürli­che Erwägun­gen zu­grun­de, noch ste­hen sie im Wi­der­spruch zu sons­ti­gen Grund­prin­zi­pi­en der Rechts­ord­nung. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Klägers stel­len sie sich nicht des­halb als willkürlich dar, weil ka­tho­li­sche Pries­ter trotz von ih­nen be­gan­ge­ner schwer­wie­gen­der Ver­feh­lun­gen wei­ter­hin in der Kir­che tätig sind. Zum ei­nen be­trifft die­ser Um­stand nicht den be­klag­ten Ca­ri­tas­ver­band. Zum an­de­ren sind die Fälle nicht ver­gleich­bar. Pries­ter sind nicht im Rah­men ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses beschäftigt, son­dern sind In­ha­ber ei­nes Kir­chen­amts. Der Kläger hat über­dies nicht be­haup­tet, Pries­ter dürf­ten trotz ei­nes Kir­chen­aus­tritts wei­ter in der Kir­che tätig sein. Ob die in­ne­re Glaubwürdig­keit der ka­tho­li­schen Kir­che lei­det, wenn sie Pries­ter, die sich se­xu­el­ler Überg­rif­fe an Kin­dern schul­dig ge­macht ha­ben, wei­ter im Ge-
mein­de­dienst tätig sein lässt, ent­zieht sich ei­ner Be­wer­tung durch staat­li­che Ge­rich­te und ist für die Ent­schei­dung des vor­lie­gen­den Rechts­streits un­er­heb­lich.
c) Zu­guns­ten des Klägers ist des­sen gem. Art. 4 Abs. 1, Abs. 2 GG grund­recht­lich geschütz­te Glau­bens- und Ge­wis­sens­frei­heit zu be­ach­ten. Auch die­se hat ein ho­hes Ge­wicht. Der Kläger wird in ihr da­durch ein­ge­schränkt, dass ih­re Ausübung durch den Aus­tritt aus der ka­tho­li­schen Kir­che zur Be­en­di­gung sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses führen kann. Dies berührt zu­gleich sei­ne gem. Art. 12 Abs. 1 GG geschütz­te Be­rufs­frei­heit.
d) Bei der Abwägung der Grund­rech­te des Klägers mit dem kirch­li­chen Selbst­be­stim­mungs­recht im Rah­men von § 626 Abs. 1 BGB ist zu berück­sich­ti­gen, dass der Kläger in die Ob­lie­gen­heit, die an ihn ge­stell­ten Loya­litätser­war­tun­gen zu erfüllen, bei Be­gründung des Ar­beits­verhält­nis­ses mit dem Be­klag­ten ein­ge­wil­ligt hat (vgl. da­zu EGMR 3. Fe­bru­ar 2011 - 18136/02 - [Sie­ben­haar] Rn. 46; 23. Sep­tem­ber 2010 - 1620/03 - [Schüth] Rn. 71). Er hat die­sen Er­war­tun­gen bei Ver­trags­schluss zu­ge­stimmt und sich ih­nen in die­sem Sin­ne frei­wil­lig un­ter­wor­fen. Zwar liegt dar­in kein Ver­zicht auf ei­ne zukünf­tig an­de­re Ausübung sei­ner Glau­bens- und Ge­wis­sens­frei­heit. Re­li­giöse Über­zeu­gun­gen und Ge­wis­sens­ein­stel­lun­gen können sich ändern; auch dies ist von der ver­fas­sungs­recht­lich gewähr­leis­te­ten Glau­bens- und Ge­wis­sens­frei­heit um­fasst. Der Um­stand, dass der Kläger ar­beits­ver­trag­lich die Loya­litätser­war­tun­gen des Be­klag­ten an­er­kannt hat, führt aber da­zu, dass der nun­mehr an­de­ren Ausübung sei­ner Re­li­gi­ons- und Ge­wis­sens­frei­heit zu­min­dest kein höhe­res Ge­wicht als dem kirch­li­chen Selbst­be­stim­mungs­recht zu­kommt. Während die Loya­litätser­war­tun­gen des Be­klag­ten un­verändert ge­blie­ben sind, hat sich die Be­reit­schaft des Klägers, ih­nen zu ent­spre­chen, ge­wan­delt. Der Kon­flikt zwi­schen den ver­fas­sungs­recht­li­chen Gewähr­leis­tun­gen ist des­halb in sei­ner Sphäre be­gründet.
e) Die vom Kläger an­geführ­ten Gründe für sei­nen Kir­chen­aus­tritt recht­fer­ti­gen kei­ne an­de­re Würdi­gung.
aa) Die Miss­brauchsfälle und die Vorgänge um die Pi­us­bru­der­schaft mögen nicht vor­her­seh­bar ge­we­sen sein und den Wan­del in der Be­reit­schaft des Klägers, Mit­glied der ka­tho­li­schen Kir­che zu blei­ben, erklären. Es kann oh­ne Wei­te­res un­ter­stellt wer­den, dass es für den Kläger bei Ver­trags­schluss nicht ab­seh­bar war, dass er ein­mal aus die­sen Gründen mei­nen würde, aus der Kir­che aus­tre­ten zu müssen. Auch kann zu­guns­ten des Klägers an­ge­nom­men wer­den, dass der ka­tho­li­schen Kir­che ei­ne Mit­ver­ant­wor­tung für die von ihm an­geführ­ten Umstände zu­kommt. Nach dem Selbst­verständ­nis des Be­klag­ten könn­ten je­doch auch die­se As­pek­te das Ge­wicht des Loya­litäts­ver­s­toßes nicht ent­schei­dend min­dern. Selbst be­rech­tig­te Kri­tik an Missständen kann da­nach nicht den Kir­chen­aus­tritt und die Aufkündi­gung der Zu­gehörig­keit zur ge­sam­ten Glau­bens­ge­mein­schaft recht­fer­ti­gen. Der Mit­ar­bei­ter, der aus der ka­tho­li­schen Kir­che aus­tritt, kehrt sich gänz­lich von der nach ih­rem Verständ­nis auch in der Dienst­ge­mein­schaft wirk­sa­men Glau­bens­ge­mein­schaft ab. Von ihm kann nicht mehr zu­verlässig er­war­tet wer­den, dass er noch am Sen­dungs­auf­trag der Kir­che teil­neh­men und sich an der Glau­bens- und Sit­ten­leh­re der ka­tho­li­schen Kir­che ori­en­tie­ren will.
bb) Dass der Kläger auch die Kar­frei­tags­lit­ur­gie als Mo­tiv für sei­nen Aus­tritt aus der Kir­che ge­nannt hat, spricht über­dies für ei­ne Dis­tan­zie­rung nicht nur von Missständen in den kirch­li­chen In­sti­tu­tio­nen, son­dern auch von der ka­tho­li­schen Glau­bens­leh­re.
f) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat in die In­ter­es­sen­abwägung mit Recht den Um­stand ein­be­zo­gen, dass es für den Kläger auch außer­halb der ka­tho­li­schen Kir­che und ih­rer Ein­rich­tun­gen Beschäfti­gungsmöglich­kei­ten als So­zi­alpädago­ge gibt (vgl. zu die­sem Ge­sichts­punkt EGMR 23. Sep­tem­ber 2010 - 1620/03 - [Schüth] Rn. 73). Die Fol­gen ei­nes Ver­lus­tes sei­nes Ar­beits­plat­zes sind da­mit we­ni­ger schwer wie­gend, als wenn ei­ne sol­che Beschäfti­gung nur in den Diens­ten der Kir­che in Be­tracht käme. In der Ausübung sei­ner Glau­bens- und Ge­wis­sens­frei­heit und in sei­ner Be­rufs­frei­heit war der Kläger des­halb nicht im Kern be­ein­träch­tigt. So­weit er gel­tend ge­macht hat, kirch­li­che
Träger hätten im Be­reich der So­zi­al­ar­beit „häufig ein An­ge­bots­mo­no­pol“, liegt dar­in kei­ne be­acht­li­che Ver­fah­rensrüge.
g) Die Würdi­gung des Lan­des­ar­beits­ge­richts, auch an­ge­sichts der lan­gen Beschäfti­gungs­dau­er des Klägers und sei­nes Le­bens­al­ters über­wie­ge das In­ter­es­se des Be­klag­ten an ei­ner Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses, ist da­mit re­vi­si­ons­recht­lich nicht zu be­an­stan­den. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat al­le re­le­van­ten Ein­zel­fal­l­umstände in sei­ne In­ter­es­sen­abwägung ein­be­zo­gen und wi­der­spruchs­frei ge­wich­tet. Es durf­te zu­guns­ten des Be­klag­ten berück­sich­ti­gen, dass der Kläger auf­grund sei­ner Tätig­keit für die Glaubwürdig­keit der Kir­che stand. Er hat un­mit­tel­bar Dienst am Men­schen ge­leis­tet, der auch den Dienst an an­ders oder nicht gläubi­gen Men­schen um­fasst. Bei der Ar­beit des Be­klag­ten han­delt es sich um ei­ne Le­bens- und We­sensäußerung der ka­tho­li­schen Kir­che, auch wenn sie ge­genüber den be­treu­ten Kin­dern und de­ren El­tern re­li­giös neu­tral er­folgt. Zu Recht hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt dar­auf ab­ge­stellt, dass es für den Be­klag­ten oh­ne den An­spruch, den kirch­li­chen Sen­dungs­auf­trag mit Mit­ar­bei­tern zu erfüllen, die die­sen nach außen hin mit­tra­gen, kei­nen Grund gäbe, die Ar­beit in dem So­zia­len Zen­trum, in dem der Kläger tätig war, zu über­neh­men - sie könn­te auch von ei­ner an­de­ren Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on ge­leis­tet wer­den. Es kommt des­halb auch nicht dar­auf an, dass die Ein­rich­tung vom Be­klag­ten auf der Ba­sis ei­ner Leis­tungs- und Ent­gelt­ver­ein­ba­rung mit der Stadt be­trie­ben wird. Als So­zi­al­ar­bei­ter hat der Kläger an der Ver­wirk­li­chung des nach kirch­li­chem Verständ­nis ge­mein­sa­men Wer­kes christ­li­cher Nächs­ten­lie­be mit­ge­wirkt. Es ist dem Be­klag­ten nicht zu­zu­mu­ten, in die­sem verkündi­gungs­na­hen Be­reich ei­nen Mit­ar­bei­ter wei­ter­zu­beschäfti­gen, der eben nicht nur in ei­nem ein­zel­nen Punkt den kirch­li­chen Loya­litätsan­for­de­run­gen nicht ge­recht ge­wor­den ist, son­dern sich ins­ge­samt von der ka­tho­li­schen Glau­bens­ge­mein­schaft los­ge­sagt hat.
h) Die Kündi­gung er­weist sich nicht des­halb als un­verhält­nismäßig, weil die Ver­fah­rens­vor­schrift des Art. 5 Abs. 1 GrO miss­ach­tet wor­den wäre. Da­nach muss der kirch­li­che Dienst­ge­ber, wenn ein Mit­ar­bei­ter die Beschäfti­gungs­an­for­de­run­gen nicht mehr erfüllt, durch „Be­ra­tung“, dh. durch „ein klären-
des Gespräch“ ver­su­chen zu er­rei­chen, dass die­ser den Man­gel be­sei­tigt. Der Be­klag­te ist die­ser Ver­pflich­tung mit dem Gespräch vom 3. März 2011 nach­ge­kom­men.
6. Es fehlt nicht des­halb an ei­nem wich­ti­gen Grund iSd. § 626 Abs. 1 BGB, weil die Kündi­gung ge­gen §§ 1, 7 AGG ver­stieße. Die mit ihr ver­bun­de­ne Un­gleich­be­hand­lung des Klägers we­gen sei­ner Re­li­gi­on ist nach § 9 Abs. 1 und Abs. 2 AGG ge­recht­fer­tigt.
a) In Fällen, in de­nen die Kündi­gung ei­ne Be­nach­tei­li­gung iSd. §§ 1 ff. AGG mit sich bringt, sind für die Fra­ge der so­zia­len Recht­fer­ti­gung nach § 1 KSchG die Vor­schrif­ten des All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­set­zes vom 14. Au­gust 2006 (BGBl. I S. 1897) her­an­zu­zie­hen (BAG 8. Sep­tem­ber 2011 - 2 AZR 543/10 - Rn. 31, BA­GE 139, 144; 6. No­vem­ber 2008 - 2 AZR 523/07 - BA­GE 128, 238). Dies gilt glei­cher­maßen, wenn es um das Vor­lie­gen ei­nes wich­ti­gen Grun­des iSd. § 626 Abs. 1 BGB geht. Der Ver­s­toß ge­gen ei­ne Ver­hal­tens- oder Eig­nungs­an­for­de­rung, die den Ar­beit­neh­mer ih­rer­seits nach §§ 1, 7 AGG dis­kri­mi­niert, kann kei­nen wich­ti­gen Grund zur außer­or­dent­li­chen Kündi­gung bil­den.
b) Die Kündi­gung stellt ei­ne un­mit­tel­ba­re Be­nach­tei­li­gung des Klägers we­gen der Re­li­gi­on iSd. § 3 Abs. 1 AGG dar. Das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en wäre nicht gekündigt wor­den, wenn der Kläger Mit­glied der ka­tho­li­schen Kir­che ge­blie­ben wäre.
c) Die Be­nach­tei­li­gung durch die Kündi­gung knüpft da­mit zwar un­mit­tel­bar an das in § 1 AGG ge­nann­te Merk­mal der „Re­li­gi­on“ an. Sie ist je­doch nach § 9 Abs. 1 und Abs. 2 AGG ge­recht­fer­tigt.
(1) Nach § 9 Abs. 1 AGG ist ei­ne un­ter­schied­li­che Be­hand­lung we­gen der Re­li­gi­on bei der Beschäfti­gung durch Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten oder die ih­nen zu­ge­ord­ne­ten Ein­rich­tun­gen zulässig, wenn ei­ne be­stimm­te Re­li­gi­on un­ter Be­ach­tung des Selbst­verständ­nis­ses der je­wei­li­gen Re­li­gi­ons­ge­mein­schaft im Hin­blick auf ihr Selbst­be­stim­mungs­recht oder nach der Art der Tätig­keit ei­ne
ge­recht­fer­tig­te be­ruf­li­che An­for­de­rung dar­stellt. Nach § 9 Abs. 2 AGG berührt das Ver­bot un­ter­schied­li­cher Be­hand­lung we­gen der Re­li­gi­on nicht das Recht der Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten oder der ih­nen zu­ge­ord­ne­ten Ein­rich­tun­gen, von ih­ren Beschäftig­ten ein loya­les und auf­rich­ti­ges Ver­hal­ten im Sin­ne ih­res je­wei­li­gen Selbst­verständ­nis­ses ver­lan­gen zu können.
(2) § 9 AGG setzt Art. 4 Abs. 2 der Richt­li­nie 2000/78/EG des Ra­tes vom 27. No­vem­ber 2000 um. Nach des­sen Un­terabs. 2 können - so­fern die Be­stim­mun­gen der Richt­li­nie im Übri­gen ein­ge­hal­ten wer­den - die Kir­chen und an­de­re öffent­li­che oder pri­va­te Or­ga­ni­sa­tio­nen, de­ren Ethos auf re­li­giösen Grundsätzen oder Welt­an­schau­un­gen be­ruht, im Ein­klang mit den ein­zel­staat­li­chen ver­fas­sungs­recht­li­chen Be­stim­mun­gen und Rechts­vor­schrif­ten von den für sie ar­bei­ten­den Per­so­nen ver­lan­gen, dass sie sich loy­al und auf­rich­tig im Sin­ne des Ethos der Or­ga­ni­sa­ti­on ver­hal­ten. Ob da­durch le­dig­lich un­ter­schied­li­che Be­hand­lun­gen we­gen der Re­li­gi­on oder auch Be­nach­tei­li­gun­gen aus an­de­ren Gründen - zB we­gen der se­xu­el­len Aus­rich­tung - er­laubt wer­den (vgl. da­zu Thüsing Ar­beits­recht­li­cher Dis­kri­mi­nie­rungs­schutz Rn. 487 ff. mwN; KR/Tre­ber 10. Aufl. § 9 AGG Rn. 17 mwN) kann da­hin­ste­hen. Der Kläger wur­de aus­sch­ließlich we­gen der Re­li­gi­on be­nach­tei­ligt.
(3) Der Kläger genügt so­wohl im Hin­blick auf das Selbst­be­stim­mungs­recht des Be­klag­ten als auch nach Art sei­ner Tätig­keit ei­ner ge­recht­fer­tig­ten be­ruf­li­chen An­for­de­rung iSv. § 9 Abs. 1 AGG nicht. Er ist durch sei­nen Kir­chen­aus­tritt für ei­ne Tätig­keit als So­zi­alpädago­ge im Rah­men des ka­ri­ta­ti­ven Auf­trags des Be­klag­ten nicht mehr ge­eig­net. Sein Kir­chen­aus­tritt stellt außer­dem ein nach dem Selbst­verständ­nis des Be­klag­ten im Sin­ne von § 9 Abs. 2 AGG il­loya­les Ver­hal­ten dar. Der An­wen­dungs­be­reich des § 9 AGG ist für den Be­klag­ten als ka­ri­ta­ti­ve Ein­rich­tung der ka­tho­li­schen Kir­che eröff­net.
(4) Die Fra­ge, ob und in wel­chem Um­fang Art. 4 Abs. 2 der Richt­li­nie 2000/78/EG es ge­bie­tet, die kirch­li­chen Vor­ga­ben, die ei­ne Un­gleich­be­hand­lung auf­grund der Re­li­gi­on nach § 9 AGG recht­fer­ti­gen, ei­ner Plau­si­bi­litätskon­trol­le durch die staat­li­chen Ge­rich­te zu un­ter­zie­hen (vgl. da­zu KR/Grie­be­ling 8. Aufl. § 1 KSchG Rn. 71; Busch AiB 2006, 468 f.; Per­reng/Nol­lert/Bo­ras­sio
AiB 2006, 462; Thüsing in Es­se­ner Gespräche zum The­ma Staat und Kir­che Bd. 46, 129, 134 ff. mwN zum Streit­stand), und die Fra­ge, ob und in­wie­weit die vom kirch­li­chen Ar­beit­ge­ber ge­stell­ten be­ruf­li­chen An­for­de­run­gen sich zu­gleich als nach der Art der Tätig­keit ge­recht­fer­tig­te An­for­de­run­gen er­wei­sen müssen (vgl. da­zu AGG/Voigt § 9 Rn. 22 ff.; Bau­er/Göpfert/Krie­ger AGG § 9 Rn. 13 ff.; Mohr/v. Fürs­ten­berg BB 2008, 2122; KR/Tre­ber 10. Aufl. § 9 AGG Rn. 12 f. mwN; Thüsing aaO S. 136 ff. mwN zum Streit­stand; BT-Drucks. 16/1780 S. 35 f.; Schrei­ben der Kom­mis­si­on der Eu­ropäischen Uni­on vom 31. Ja­nu­ar 2008 zu dem am 28. Ok­to­ber 2010 ein­ge­stell­ten Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­ren 2007/2362 zu Nr. 2), können im Streit­fall da­hin­ste­hen. Die vom Be­klag­ten an den Kläger ge­stell­ten An­for­de­run­gen sind auch nach dem in­so­weit strengs­ten Maßstab be­rech­tigt. Ei­ne ent­schei­dungs­er­heb­li­che, die An­ru­fung des Ge­richts­hofs der Eu­ropäischen Uni­on ge­bie­ten­de Aus­le­gungs­fra­ge iSd. Art. 267 AEUV stellt sich des­halb nicht.
(a) Die an den Kläger ge­rich­te­te Er­war­tung des Be­klag­ten, aus Gründen der Loya­lität nicht aus der ka­tho­li­schen Kir­che aus­zu­tre­ten, hält ei­ner Plau­si­bi­litätskon­trol­le im dar­ge­stell­ten Sin­ne stand. Die Wahr­neh­mung er­zie­he­ri­scher Auf­ga­ben ist Ge­gen­stand des ka­ri­ta­ti­ven Wir­kens der ka­tho­li­schen Kir­che und ih­rer Ein­rich­tun­gen. Die mit er­zie­he­ri­schen Auf­ga­ben be­trau­ten Mit­ar­bei­ter ka­tho­li­scher Dienst­ge­ber verkörpern da­her auch dann, wenn die re­li­giöse Un­ter­wei­sung der von ih­nen be­treu­ten Kin­der nicht Ge­gen­stand ih­rer Tätig­keit ist, in be­son­de­rem Maße das Ethos der ka­tho­li­schen Kir­che. Sie leis­ten im Sin­ne christ­li­cher Ca­ri­tas un­mit­tel­bar Dienst am Men­schen, der nach dem Ethos der ka­tho­li­schen Kir­che die Übe­rein­stim­mung mit ih­ren Glau­bensüber­zeu­gun­gen ver­langt.
(b) Die Loya­litätser­war­tung des Be­klag­ten ist auch nach der Art der vom Kläger aus­geübten Tätig­keit ge­recht­fer­tigt. Be­son­de­re be­ruf­li­che An­for­de­run­gen sind nach der Recht­spre­chung des Eu­ropäischen Ge­richts­hofs für Men­schen­rech­te nicht nur dann ge­ge­ben, wenn sie ein gleich­sam hand­werk­li­ches Er­for­der­nis dar­stel­len, son­dern auch dann, wenn sie im Ein­klang mit der Richt­li­nie 2000/78/EG auf den re­li­giösen Grundsätzen des Ar­beit­ge­bers und der
Be­deu­tung der Tätig­keit des be­tref­fen­den Ar­beit­neh­mers für die­sen be­ru­hen (so für das Ge­bot der ehe­li­chen Treue nach dem Verständ­nis der Mor­mo­nen­kir­che EGMR 23. Sep­tem­ber 2010 - 425/03 - [Obst] Rn. 51; vgl. fer­ner EGMR 3. Fe­bru­ar 2011 - 18136/02 - [Sie­ben­haar] Rn. 46).
(c) Im Übri­gen ist Art. 4 Abs. 2 der Richt­li­nie 2000/78/EG sei­ner­seits primärrechts­kon­form aus­zu­le­gen (vgl. zu die­sem Aus­le­gungs­grund­satz EuGH 9. März 2006 - C-499/04 - [Wer­hof] Rn. 32, Slg. 2006, I-2397; 1. April 2004 - C-1/02 - [Borg­mann] Rn. 30, Slg. 2004, I-3219). Mit Art. 17 AEUV (Kon­so­li­dier­te Fas­sung, ABl. EG Nr. C 115 vom 9. Mai 2008, S. 47) ist die sog. Ams­ter­da­mer Kir­chen­erklärung Be­stand­teil des eu­ropäischen Primärrechts ge­wor­den. Da­nach ach­tet die Uni­on den Sta­tus, den Kir­chen und re­li­giöse Ver­ei­ni­gun­gen oder Ge­mein­schaf­ten in den Mit­glied­staa­ten nach de­ren Rechts­vor­schrif­ten ge­nießen, „und be­ein­träch­tigt ihn nicht“. Ob be­reits dies ei­ne Aus­le­gung von Art. 4 Abs. 2 der Richt­li­nie 2000/78/EG im Sin­ne ei­ner vollständi­gen Wah­rung des sich aus Art. 140 GG iVm. Art. 137 Abs. 3 Satz 1 WRV er­ge­ben­den kirch­li­chen Selbst­be­stim­mungs­rechts ge­bie­tet (so Fi­scher­mei­er ZMV-Son­der­heft zur Fach­ta­gung 2012 S. 30 ff.; ders. ZMV-Son­der­heft 2009 S. 10 f.; ders. KR/Fi­scher­mei­er 10. Aufl. Kirchl. ArbN Rn. 8; Scho­enau­er Die Kir­chen­klau­sel des § 9 AGG im Kon­text des kirch­li­chen Dienst- und Ar­beits­rechts 2010 S. 136 f., 163 f.; vgl. auch BAG 26. Ok­to­ber 2006 - 6 AZR 307/06 - Rn. 43, BA­GE 120, 55), be­darf kei­ner Ent­schei­dung. Art. 4 Abs. 2 der Richt­li­nie 2000/78/EG steht der Recht­fer­ti­gung ei­ner Un­gleich­be­hand­lung, die al­lein an das Merk­mal der Re­li­gi­on an­knüpft, je­den­falls dann nicht ent­ge­gen, wenn - wie hier - die kirch­li­chen Vor­ga­ben ei­ner Plau­si­bi­litätskon­trol­le stand­hal­ten und die vom kirch­li­chen Ar­beit­ge­ber ge­stell­ten be­ruf­li­chen An­for­de­run­gen zu­gleich die Vor­aus­set­zun­gen ei­ner nach der Art der Tätig­keit ge­recht­fer­tig­ten An­for­de­rung erfüllen.
II. Die Frist des § 626 Abs. 2 BGB für die Erklärung ei­ner außer­or­dent­li­chen Kündi­gung ist ge­wahrt. Der Be­klag­te hat am 23. Fe­bru­ar 2011 durch ein Mit­glied sei­nes Vor­stands von dem Kir­chen­aus­tritt des Klägers Kennt­nis er-langt. Darüber wur­de am 3. März 2011 ein Gespräch mit dem Kläger geführt.
Da­zu war der Be­klag­te nach Art. 5 Abs. 1 GrO ver­pflich­tet. Mit die­sem Gespräch wur­de zeit­lich nicht über Gebühr zu­ge­war­tet, auch wenn es nicht in­ner­halb ei­ner Ka­len­der­wo­che statt­fand. Das nach Art. 5 Abs. 1 GrO er­for­der­li­che „klären­de Gespräch“ soll durch „Be­ra­tung“ zu er­rei­chen ver­su­chen, dass der Mit­ar­bei­ter den ei­ner Wei­ter­beschäfti­gung ent­ge­gen­ste­hen­den Man­gel auf Dau­er be­sei­tigt. Hierfür er­scheint im Streit­fall ei­ne Zeit­span­ne von neun Ta­gen seit dem Be­kannt­wer­den des Kir­chen­aus­tritts des Klägers mit Blick auf die nöti­ge Vor­be­rei­tung nicht un­an­ge­mes­sen. Erst nach dem Gespräch stand fest, dass der Kläger an sei­ner Ent­schei­dung fest­hal­ten würde und wel­che Gründe ihn zu ihr be­wo­gen hat­ten. Die zweiwöchi­ge Frist des § 626 Abs. 2 BGB be­gann des­halb nicht vor die­sem Zeit­punkt zu lau­fen. Durch die spätes­tens am 16. März 2011 zu­ge­gan­ge­ne Kündi­gung wur­de sie ein­ge­hal­ten. Dar­auf, ob der Eig­nungs­man­gel des Klägers nicht oh­ne­hin als Dau­er­tat­be­stand an­zu­se­hen ist, kommt es nicht an.
III. Die Kos­ten des Re­vi­si­ons­ver­fah­rens hat gem. § 97 Abs. 1 ZPO der Kläger zu tra­gen.
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