Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%2010/72
Timestamp: 2019-02-19 14:06:31
Document Index: 394966069

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 675', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 675', '§ 611', 'BGH']

Rechtsprechung: VI ZR 10/72 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 18.12.1973
BGH, 04.12.1973 - VI ZR 10/72
Anspruch auf Schadensersatz gegen einen Rechtsanwalt wegen Verletzung der Anwaltspflichten in einem Vorprozess - Schuldhaftes Unterlassen eines Beweisantritts - Ursachenzusammenhang zwischen Anwaltsfehler und Prozessverlust - Anwaltspflichten bei Rechtsverfolgung aufgrund Mindermeinung
BGH, 18.12.1973 - VI ZR 10/72
VersR 1974, 488
In einem solchen Falle handelte der Beklagte nicht pflichtwidrig (vgl. BGHZ 97, 372, 376 [BGH 17.04.1986 - IX ZR 200/85]; BGH, Urt. v. 4. Dezember 1973 - VI ZR 10/72, VersR 1974, 488, 489).
Bleibt der Mandant nach einer solchen eindringlichen Belehrung bei seinem Entschluß, die Klage durchzuführen, so kann der Anwalt dem ohne Verstoß gegen seine Mandatspflicht entsprechen (BGH Urt. v. 4. Dezember 1973 aaO).
Lediglich wenn dieser nach eindringlicher Belehrung durch den Rechtsanwalt auf seiner Weisung beharrt, verstößt der Anwalt mit deren Befolgung gemäß § 675, 665 BGB nicht gegen seine Vertragspflichten (vgl. BGH, Urt. v. 4. Dezember 1972 - VI ZR 1O/72, VersR 1974, 488, 489 unter II 2;… Urt. v. 20. März 1984 - VI ZR 154/82, NJW 1985, 42, 43 unter II 1 a).
Eine solche Verpflichtung hätte nur dann bestehen können, wenn die von dem Zweitbeklagten vertretene Auffassung, das Schiedsgericht habe hier nicht über die Wirksamkeit des Vertrages zu befinden gehabt, als "zweifelhaft und allenfalls noch vertretbare juristische Meinung" hätte bezeichnet werden müssen (Senatsurteil vom 4. Dezember 1973 - VI ZR 10/72 - VersR 1974, 488, 489).
Das Berufungsgericht ist zunächst rechtsfehlerfrei und in Übereinstimmung mit der von ihm angeführten höchstrichterlichen Rechtsprechung davon ausgegangen, daß der um eine Beratung ersuchte Rechtsanwalt zu einer umfassenden und möglichst erschöpfenden Belehrung verpflichtet sei und daß er die Pflicht habe, den Mandanten vor möglichen Schädigungen zu bewahren (vgl. RGZ 151, 259, 263 f; BGH VersR 1960, 932, 933; 1974, 488, 409; BGH LM BGB § 675 Nr. 26 und Nr. 50: § 611 Nr. 26 a).
Bei geringen Erfolgsaussichten stellt die Prozeßführung nur dann keine anwaltliche Pflichtverletzung dar, wenn der Mandant besonders eindringlich belehrt worden ist und zu dem Vorgehen sein Einverständnis gegeben hat (BGH VersR 1974, 488..).
Berichtigung von Schreibfehlern in Urteilen