Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%2030/65
Timestamp: 2019-06-20 10:32:04
Document Index: 231063073

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 812', '§ 195', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 812', '§ 197', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 197', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 196', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 17.02.1969 - II ZR 30/65 - dejure.org
BGH, 17.02.1969 - II ZR 30/65
https://dejure.org/1969,209
BGH, 17.02.1969 - II ZR 30/65 (https://dejure.org/1969,209)
BGH, Entscheidung vom 17.02.1969 - II ZR 30/65 (https://dejure.org/1969,209)
BGH, Entscheidung vom 17. Februar 1969 - II ZR 30/65 (https://dejure.org/1969,209)
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Forderung mit Kontokorrentbindung - Hemmung der Verjährung - Schluß der jeweiligen Rechnungsperiode - Saldoforderung - Kontokorrentverhältnis
BGHZ 51, 346
NJW 1969, 879
MDR 1969, 372
BB 1969, 331
BB 1969, 332
DB 1969, 569
Insoweit ist auch zu berücksichtigen, dass der Rückforderungsanspruch aus § 812 Abs. 1 Satz 1 Fall 1 BGB gemäß §§ 195, 199 BGB der (kurzen) regelmäßigen Verjährung von drei Jahren unterliegt und daher eine weitere Abkürzung dieser Verjährungsfrist durch Verwirkung nur noch unter ganz besonderen Umständen angenommen werden kann (vgl. BGH, Urteile vom 13. Januar 1988 - IVb ZR 7/87, BGHZ 103, 62, 68 und vom 17. Februar 1969 - II ZR 30/65, DB 1969, 569).
Der Bereicherungsanspruch besteht nur in dem Umfang, in dem das Anerkenntnis den Honoraranspruch übersteigt (vgl. BGHZ 51, 346, 348;… MünchKomm-BGB/Lieb 3. Aufl. § 812 Rdnr. 315).
Die Revision verweist demgegenüber auf die maßgebende Verjährungsfrist von vier Jahren (§§ 197, 218 Abs. 2 BGB); vor Ablauf einer derart kurzen Verjährungsfrist könne eine Verwirkung nach allgemeiner Ansicht nur aus ganz besonderen Gründen angenommen werden (vgl. etwa BGH Urteil vom 17. Februar 1969 - II ZR 30/65 - DB 1969, 569).
Richtig ist zwar, dass die Forderungen beider Parteien vereinbarungsgemäß in das Kontokorrent einzustellen waren und dass die Verjährung der einzelnen Forderung solange gehemmt ist, wie ihre Bindung durch das Kontokorrent besteht (grundlegend BGHZ 49, 24 ff. und BGH, Urt. v. 17. Februar 1969 - II ZR 30/65, BGHZ 51, 346 ff.).
Wurde hingegen die Forderung nicht in das Kontokorrent aufgenommen, so endete die Hemmung der Verjährung des Anspruchs mit dem Schluss der Rechnungsperiode, in der dieser Anspruch in das Kontokorrent hätte eingestellt werden müssen (BGHZ 51, 346 ff./juris Tz. 18).
In der Tat kann für Unterhaltsrückstände insoweit nichts anderes gelten als für andere in der Vergangenheit fällig gewordene Ansprüche, wenn auch die kurze Verjährungsfrist von vier Jahren (§§ 197, 218 Abs. 2 BGB) dem Anwendungsbereich der Verwirkung enge Grenzen setzt (vgl. dazu auch BGH DB 1969, 569).
Ist der Saldo ohne eine einzustellende Forderung anerkannt, muss der Gläubiger in der für die Forderung geltenden Verjährungsfrist das Anerkenntnis zurückfordern und die Forderung geltend machen (vgl. dazu BGH, Urt. v. 17.02.1969 - II ZR 30/65, BGHZ 51, 346, 348;… s.a. BGH Urt. v. 02.11.1967 - II ZR 46/65, BGHZ 49, 24, 27 f. = NJW 1968, 33, Tz. 7 zitiert nach juris).
Die Kontokorrentabrede hat hinsichtlich der Verjährung der jeweiligen Einzelforderung nur die Wirkung, dass eine Hemmung der Verjährung bis zum Abschluss derjenigen Rechnungsperiode eintritt, in der der Anspruch hätte in das Kontokorrent eingestellt werden müssen (BGH, Urt. v. 17.02.1969 - II ZR 30/65, a.a.O.).
Bei den kürzer verjährenden Forderungen des täglichen Lebens und den wiederkehrenden Leistungen kann eine Verwirkung vor Ablauf der Verjährungsfrist nur aus ganz besonderen Gründen angenommen werden (BGH, Urteil vom 17. Februar 1969 - II ZR 30/65, BB 1969, 332).
Die Verjährung der einzelnen Forderung ist nur solange gehemmt, wie ihre Bindung durch das Kontokorrent besteht (BGH, Urteil vom 17. Februar 1969 - II ZR 30/65, WM 1969, 1075-1077).
Für sie gilt daher, daß sie vom Schluß der Rechnungsperiode, also vom Ende des Jahres 1966 an nach den für sie maßgebenden Vorschriften, also hier nach § 196 Abs. 1 Nr. 3 BGB, verjährt sind (BGHZ 51, 346, 352), so daß auch die Berücksichtigung des behaupteten Kontokorrentverhältnisses zu keiner dem Kläger günstigeren Entscheidung führen kann.
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