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Timestamp: 2018-08-19 09:24:51
Document Index: 240452250

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 20', '§ 23', '§ 2', '§ 10', '§ 10']

Tipp 10 Schenken Sie dem Finanzamt keine Verluste - Helfer in Steuersachen
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Tipp 10 Schenken Sie dem Finanzamt keine Verluste
Der Abzug von Verlusten nimmt im Steuerrecht einen breiten Raum ein. Hier das Grundsätzliche:
Verluste werden bei der Einkommensteuer im Rahmen des Verlustausgleichs oder der Verlustabzugs berücksichtigt.
⇒ Verlustausgleich
Verlustausgleich ist der Ausgleich von positiven und negativen Einkünften innerhalb eines Jahres (§ 2 Abs. 3 EStG). Der Verlustausgleich geschieht automatisch im Rahmen der Veranlagung, erfährt indessen einige Einschränkungen. So dürfen Verluste aus Kapitalvermögen nicht mit Einkünften aus anderen Einkunftsarten ausgeglichen werden. Desgleichen dürfen Verluste aus Aktienverkäufen nur mit Gewinnen aus Aktienverkäufen ausgeglichen werden (§ 20 Abs. 6 EStG). Ferner dürfen Verluste aus privaten Spekulationsgeschäften nur mit Gewinnen aus Spekulationsgeschäften ausgeglichen werden (§ 23 Abs. 3 EStG). Der Ausgleich von Verlusten im Ausland wird durch § 2 a EStG eingeschränkt.
⇒ Verlustabzug
Sind die Verluste eines Kalenderjahres höher als die positiven Einkünfte, wird der verbleibende Verlust automatisch mit positiven Einkünften des Vorjahres verrechnet (Verlustrücktrag). Hierfür ist von Ihnen keine Eintragung erforderlich.
Sofern die Verluste nicht oder nicht ganz mit positiven Einkünften des Vorjahres verrechnet werden konnten, wird der verbleibende Verlust vom Finanzamt auf Antrag gesondert festgestellt und in den folgenden Kalenderjahren im Wege des Verlustvortrags abgezogen (§ 10d EStG).
Wie Sie dies in der Steuererklärung auf den Weg bringen, dazu folgendes:
Hauptvordruck Zeile 80 - Verbleibender Verlustvortrag
Wurde für Sie oder für Ihren Ehepartner zum 31.12.2018 ein verbleibender Verlustvortrag festgestellt, kreuzen Sie in Zeile 94 des Hauptvordrucks das entsprechende Auswahlfeld an. Der Verlustvortrag wird dann automatisch vom Finanzamt bei der Veranlagung für 2019 berücksichtigt.
Hauptvordruck Zeile 95 – Antrag auf Beschränkung des Verlustrücktrags
Der Verlustrücktrag nach 2017 für nicht ausgeglichene Verluste 2018 kann der Höhe nach beschränkt werden. Falls Sie den Verlustrücktrag der Höhe nach beschränken möchten, geben Sie in Zeile 95 an, mit welchem Betrag die Verluste zurückgetragen werden sollen. Durch die Beschränkung des Verlustrücktrags können Sie erreichen, dass Verluste nur insoweit zurückgetragen werden, als sie sich steuerlich auswirken. So schonen Sie Ihre Verluste und verschenken sie nicht.
Zur Beschränkung des Verlustabzugs mehr im Beispiel 1 unten.
Sollen die Verluste nur in künftigen Jahren berücksichtigt werden, weil sie sich durch Rücktrag ins Vorjahr steuerlich nicht auswirken, beantragen Sie den Verlustvortrag, indem Sie in Zeile 95 eine 0.- € eintragen.
Nochmals: Den Verlustvortrag beantragen Sie, indem Sie in > Zeile 95 des Hauptvordrucks 0.- € eintragen.
Beispiel 1: Sie waren arbeitslos
Sie waren arbeitslos und deswegen ohne Einkünfte. Damit das Finanzamt Ihre Ausgaben für Fortbildung, Bewerbungsschreiben, berufsbedingte Fahrtkosten etc. im nächsten Jahr berücksichtigt, geben Sie eine Einkommensteuererklärung ab und machen in der Anlage N ihre Kosten als Verlust geltend. Den Verlust verrechnet das Finanzamt im nächsten Jahr mit Ihren Einnahmen aus dem neuen Arbeitsverhältnis.
Dazu kreuzen Sie im Hauptvordruck in > Zeile 2 das entsprechend Kästchen an und tragen in > Zeile 95 des Hauptvordrucks 0,- € ein. Mit dem Steuerbescheid erhalten Sie zugleich einen Feststellungsbescheid über den verbleibenden Verlustvortrag.
Weil Sie 0,-- € eingetragen haben, wird das Finanzamt Ihre Verluste aus dem Vorjahr erst im nächsten Jahr berücksichtigen.
Beispiel 2: Sie haben als Student Verluste durch Fortbildungskosten
Sie haben nach Abschluss Ihrer Berufsausbildung zum Bankkaufmann ein BWL-Studium begonnen. Die Aufwendungen für diesen zweiten Ausbildungsgang können Sie als Fortbildungskosten geltend machen. Die Kosten für das BWL-Studium bestreiten Sie im Wesentlichen aus einem Studiendarlehen in Höhe von 30.000 €, das Ihnen – vielleicht erst nach Bürgschaft Ihrer Eltern – die Sparkasse am Wohnort eingeräumt hat. Weil Sie Ihre bisherige Wohnung beibehalten haben, sind die Aufwendungen für die Wohnung am auswärtigen Ausbildungsplatz und die Heimfahrten als Werbungskosten absetzbar. Für die Berechnung der Werbungskosten gelten hierfür die Regeln der doppelten Haushaltsführung entsprechend. Insgesamt sind Ihnen durch doppelte Haushaltsführung, Studiengebühren, Anschaffung von Büchern, Computer etc. Fortbildungskosten in Höhe von 12.000 € entstanden.
Wenn Sie eine Einkommensteuererklärung abgeben mit dem Ziel, für dieses Kj. einen Verlust feststellen zu lassen, den Sie mit Ihren künftigen Einnahmen - ab dem Kj. 2019 oder 2020 - verrechnen wollen, kreuzen Sie in > Zeile 2 des Hauptvordrucks das entsprechende Kästchen an und tragen in > Zeile 95 des Hauptvordrucks 0.- € ein. Außerdem machen Sie in der Anlage N 2018 Ihre Fortbildungskosten geltend.
Quelle: § 10d EStG