Source: https://www.rechtslupe.de/sozialrecht/sozialversicherungspflicht-fuer-den-sohn-im-eigenen-betrieb-317961
Timestamp: 2020-01-21 15:23:59
Document Index: 111212061

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 20', '§ 1', '§ 25', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 168', '§ 7', '§ 7', '§ 5', '§ 7', '§ 168']

Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht für den Sohn im eige­nen Betrieb | Rechtslupe
Sozialversicherungspflicht für den Sohn im eigenen Betrieb
Per­so­nen, die gegen Arbeits­ent­gelt beschäf­tigt sind, unter­lie­gen in der Kranken‑, Pfle­ge-, Ren­ten- und Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung der Ver­si­che­rungs- bzw Bei­trags­pflicht (§ 5 Abs 1 Nr 1 SGB V, § 20 Abs 1 Satz 2 Nr 1 SGB XI, § 1 Satz 1 Nr 1 SGB VI, § 25 Abs 1 SGB III). Beur­tei­lungs­maß­stab für das Vor­lie­gen einer abhän­gi­gen Beschäf­ti­gung ist § 7 Abs 1 Satz 1 SGB IV. Eine Beschäf­ti­gung ist nach § 7 Abs 1 Satz 1 SGB IV die nicht­selb­stän­di­ge Arbeit, ins­be­son­de­re in einem Arbeits­ver­hält­nis. Anhalts­punk­te für eine Beschäf­ti­gung sind eine Tätig­keit nach Wei­sun­gen und eine Ein­glie­de­rung in die Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on des Wei­sungs­ge­bers.
Bei der Beschäf­ti­gung eines Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen ist zudem neben der Ein­glie­de­rung des Beschäf­tig­ten in den Betrieb und dem ggfs. abge­schwäch­ten Wei­sungs­recht des Arbeit­ge­bers von Bedeu­tung, ob der Beschäf­tig­te ein Ent­gelt erhält, das einen ange­mes­se­nen Gegen­wert für die geleis­te­te Arbeit dar­stellt, mit­hin über einen frei­en Unter­halt, Taschen­geld oder einer Aner­ken­nung für Gefäl­lig­kei­ten hin­aus­geht. Dabei kommt der Höhe des Ent­gelts ledig­lich Indi­zwir­kung zu. Wei­te­re Abgren­zungs­kri­te­ri­en sind nach der Recht­spre­chung, ob ein schrift­li­cher Arbeits­ver­trag geschlos­sen wor­den ist, ob das gezahl­te Ent­gelt der Lohn­steu­er­pflicht unter­liegt, als Betriebs­aus­ga­be ver­bucht und dem Ange­hö­ri­gen zur frei­en Ver­fü­gung aus­ge­zahlt wird, und schließ­lich, ob der Ange­hö­ri­ge eine frem­de Arbeits­kraft ersetzt.
Sind die genann­ten Vor­aus­set­zun­gen erfüllt, ist es für die Beja­hung eines Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­ses nicht erfor­der­lich, dass der Beschäf­tig­te wirt­schaft­lich auf das Ent­gelt ange­wie­sen ist 7. Der Annah­me eines Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­ses steht grund­sätz­lich auch nicht ent­ge­gen, dass die Abhän­gig­keit in der Fami­lie im All­ge­mei­nen weni­ger stark aus­ge­prägt ist und des­halb das Wei­sungs­recht mög­li­cher­wei­se nur mit gewis­sen Ein­schrän­kun­gen aus­ge­übt wird 8.
BSG, Urtei­le vom 24.01.2007 – B 12 KR 31/​06 R, SozR 4 – 2400 § 7 Nr 7; und vom 04.07.2007 – B 11a AL 5/​06 R, SozR 4 – 2400 § 7 Nr 8[↩]
zur Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der Abgren­zung zwi­schen abhän­gi­ger Beschäf­ti­gung und selb­stän­di­ger Tätig­keit: BVerfG, SozR 3 – 2400 § 7 Nr 11[↩]
vgl BSG, SozR 4 – 2400 § 7 Nr 7[↩]
BSG, SozR 3 – 2400 § 7 Nr 4; SozR 3 – 4100 § 168 Nr 18[↩]
BSGE 45, 199, 200 ff; BSG SozR 3 – 2400 § 7 Nr 13; BSGE 87, 53, 56; jeweils m.w.N.[↩]
vgl. hier­zu ins­ge­samt BSG SozR 4 – 2400 § 7 Nr 7[↩]
BSG, SozR 3 – 2500 § 5 Nr 17[↩]
BSGE 34, 207, 210; SozR 3 – 2400 § 7 Nr 1; SozR 3 – 4100 § 168 Nr 11[↩]