Source: https://www.immobilienbewertung-lehradt.de/de/blog/posts/sachverstaendiger-fuer-immobilienbewertung.php
Timestamp: 2019-12-06 16:42:46
Document Index: 239192646

Matched Legal Cases: ['§36', '§91', '§132', '§36', '§91', '§132', '§ 404', '§194']

Der „Sachverständige für Immobilienbewertung“. Welcher ist der Richtige?
Grundsätzlich ist jeder „Sachverständige für Immobilienbewertung“ geeignet!
Ernennung durch
Beurkundung (u.a. TÜV, Dekra)
Zertifizierung (Bsp. IQ-Zert)
Öffentliche Bestellung (Bsp. IHK und HK)
§36 GWO, §91 HWO
Ja, gemäß §132 a StGB
Freie Sachverständige, sind ohne behördliche Zulassung oder sonstige staatliche Bestellung oder hoheitliche Anerkennung als Sachverständige tätig. Der freie Sachverständige erlangt seine Ernennung durch die Beurkundung von Verbänden/Organisationen (Bsp. TÜV und DEKRA).
Zertifizierte Sachverständige (DIN EN ISO/IEC 17024) erhält seine Zertifizierung von einer sogenannten privatrechtlich akkreditierten Zertifizierungsstelle (Bsp. IQ-Zert). Diese hat die persönliche und fachliche Kompetenz und Eignung eines Sachverständigen zu prüfen.
Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige (öbuv SV). Der öbuv SV erlangt seine öffentliche Bestellung durch eine Industrie- und Handelskammer (IHK), Architekten- oder Ingenieurkammer. Im Unterschied zum freien und zertifizierten Sachverständigen hat der öbuv SV eine rechtliche Grundlage (u.a. §36 GWO oder §91 HWO) und sein Titel ist rechtlich geschützt (StGB §132 a). Der öbuv SV wird bevorzugt zur Gutachtenerstattung von den Gerichten herangezogen (§ 404 Absatz 2 ZPO).
Grundlage für alle Sachverständigen für Immobilienbewertung ist der §194 BauGB sowie die Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV). Auf dieser Basis wird eine objektive Wertermittlung von Immobilie/Grundstück durchgeführt. Das heißt, dass in der Theorie grundsätzlich alle Sachverständigen denselben Immobilienwert ermitteln würden. Formvorschriften für das Erstellen von Gutachten gibt es nicht. Vereinfacht gesagt gibt die ImmoWertV Inhalte und Berechnungsverfahren zur Ermittlung von Verkehrswerten vor.
Was macht jetzt aber den Unterschied aus? Grundsätzlich können sie als Kunde davon ausgehen, dass die Zertifizierung sowie die öffentliche Bestellung und Vereidigung eine zusätzliche Qualitätssicherung darstellt. Es ist eine Dienstleistung die von Industrie- und Handelskammer (oder IK, AK) oder einer Zertifizierungsstelle erbracht wird. Die Dienstleistung der Qualitätssicherung beinhaltet unter anderem Investitionskosten wie Seminare/Lehrgänge, Gebühren für öffentliche Bestellung und Vereidigung oder Kosten für das Rezertifizieren. Das gilt selbstverständlich auch für Beurkundungen durch Organisationen und Verbände wie dem TÜV. In der Wertschöpfungskette für ein Gutachten werden die Dienstleistungs-/Qualitätssicherungskosten mit eingepreist.
Welchen Sachverständigen wählen?
Ich empfehle zur Wahl eines Sachverständigen die Beachtung von drei Faktoren:
Die Ausbildung/Hintergrundwissen welches einem Sachverständigen zur Verfügung steht. Egal ob Bauingenieur, Immobilienmakler oder Handwerker (Spezialist in seinem Gewerk). Jeder Sachverständige hat seine Berechtigung. Ein Beispiel: der Dachdeckermeister wäre perfekt als Bausachverständiger für die Erstellung eines Schadengutachtens im Bereich des Daches. Er wird den allgemein ausgebildeten, zertifizierten oder öbuv Sachverständigen mit seiner Expertise voraus sein.
Das Netzwerk welches dem Sachverständigen zur Verfügung steht. Reicht das eigene Wissen nicht aus, so gibt es immer noch einen Kollegen, der mit Rat aushelfen kann. Beispiele dafür sind Mitgliedschaften beim Ausbildungsträger wie die Sachverständigen Akademie Aachen oder „Bauexperts“ ein deutschlandweites Netzwerk von Sachverständigen.
Und letztlich sollten Sie auf das eigene Bauchgefühl achten. Allgemein das seriöse Auftreten. Nimmt sich der Sachverständige genügend Zeit für Sie? Strukturiertes Arbeiten und eine gute Beratung. Also weiche Faktoren, die Ihnen das Gefühl vermitteln, die richtige Wahl zu treffen.