Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201977,%201603
Timestamp: 2019-10-15 02:58:51
Document Index: 97934963

Matched Legal Cases: ['§ 65', '§ 1', '§ 65', 'Art. 6', '§ 65', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 839', '§ 65', '§ 65', '§ 65', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 24']

Rechtsprechung: NJW 1977, 1603 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BVerwG, 08.03.1977
BVerwG, 09.03.1977 - 1 CB 41.76
https://dejure.org/1977,392
BVerwG, 09.03.1977 - 1 CB 41.76 (https://dejure.org/1977,392)
BVerwG, Entscheidung vom 09.03.1977 - 1 CB 41.76 (https://dejure.org/1977,392)
BVerwG, Entscheidung vom 09. März 1977 - 1 CB 41.76 (https://dejure.org/1977,392)
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Notwendigkeit einer Beiladung - Ausländischer Ehegatte - Ausgewiesener Ausländer - Anfechtungsprozeß - Ausweisungsverfügung
DÖV 1977, 685
Diese Rechtswirkungen sind aber nicht so beschaffen, daß über den Aufenthalt von Eheleuten nur einheitlich entschieden werden könnte (vgl.Beschluß vom 9. März 1977 - BVerwG 1 CB 41.76 - [Buchholz 310 § 65 VwGO Nr. 46 = NJW 1977, 1603 = DÖV 1977, 358]).
Das Nebeneinander gleichartiger Ansprüche ergibt nach der Rechtsprechung (vgl. BVerwG, Beschluß vom 9. März 1977 - BVerwG 1 CB 41.76 - [NJW 1977, 1603]; OVG Lüneburg, Beschluß vom 16. Februar 1978 - X OVG B 216/77 u.a. - [Leitsatz NJW 1978, 1279]) keine Situation, die die Annahme einer notwendigen Beiladung rechtfertigen könnte.
Das bedeutet aber nicht, daß sie an dem in diesem Rechtsstreit streitigen Rechtsverhältnis beteiligt wären (vgl. BVerwGE 55, 8 ; Urteil vom 5. Juli 1974 - BVerwG 4 C 50.72 - Buchholz 406.11 § 1 BBauG Nr. 9 S. 42 f.; Beschlüsse vom 9. März 1977 - BVerwG 1 CB 41.76 - und vom 4. März 1988 - BVerwG 4 B 36.88 - Buchholz 310 § 65 VwGO Nr. 46 S. 11 bzw. Nr. 89 S. 3).
Ein etwaiger Eingriff läge vielmehr in den angefochtenen Verfügungen der Beklagten (vgl. Beschluß vom 9. März 1977 a.a.O.).
Nach der Rechtsprechung des 1. Senats ist der Ehegatte eines ausgewiesenen Ausländers in dem Anfechtungsprozeß des Ausländers gegen die Ausweisungsverfügung nicht notwendig beizuladen, obwohl er durch die Ausweisung in seinen eigenen Rechten aus Art. 6 Abs. 1 GG berührt wird (vgl. Urteil vom 25. Oktober 1977 - BVerwG 1 C 31.74 - BVerwGE 55 S. 8; Beschluß vom 9. März 1977 - BVerwG 1 CB 41.76 - Buchholz 310 § 65 VwGO Nr. 46).
So ist die Rechtsverfolgung gegen den Dritten unzumutbar, wenn dieser erkennbar vermögenslos ist, wenn eine Rechtsverfolgung im Ausland erforderlich ist, deren Erfolgsaussichten im hohen Maße unsicher ist oder wenn der Geschädigte die Voraussetzungen des anderweitigen Anspruch nicht beurteilen kann (so BGH DÖV 1977, 685; BGHZ 61, 101, 109; BGH NJW 1982, 1328;… ebenso Papier in Münchener Kommentar zum BGB, 4. Auflage 2003, § 839 RN 318).
Nur wenn aus Rechtsgründen gegenüber allen Beteiligten eine einheitliche Entscheidung geboten ist, ist die Beiladung notwendig (vgl. hierzu BVerwG, Beschluss vom 9. März 1977 - BVerwG 1 CB 41.76 -, NJW 1977, 1603;… Kopp/Schenke, VwGO, 13. Aufl. 2003, § 65 Rdnr. 14).
Indem der erkennende Senat der behördlichen Namensfeststellung und damit der gerichtlichen Entscheidung über die Rechtmäßigkeit der Feststellung nur Bedeutung für die Personen gibt, die von der Feststellung betroffen sind, und eine Beteiligung von Ehefrau und Kindern im Sinne des § 65 Abs. 2 VwGO verneint, folgt er der Linie der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zur notwendigen Beiladung im Bereich des Ausländerrechts (Beschluß vom 9. März 1977 - BVerwG 1 CB 41.76 - [NJW 1977, 1603]; Urteil vom 25. Oktober 1977 - BVerwG 1 C 31.74 - [NJW 1978, 1762]), des Baurechts (Urteil vom 5. Juli 1974 - BVerwG 4 C 50.72 - [DVBl. 1974, 767 [768] = NJW 1975, 70 [71]; insoweit nicht in BVerwGE 45, 309]) und auch anderer Rechtsgebiete (vgl. BVerwGE 18, 124 [125 f.]; 39, 135 [137]; 51, 268 [275]).
Das kommt auch darin zum Ausdruck, daß der (deutsche oder ausländische) Ehegatte in dem -- von dem ausländischen Ehepartner allein betriebenen -- Anfechtungsprozeß gegen eine Ausweisung nicht notwendig beizuladen ist (s. dazu BVerwG, Beschl. vom 9.3.1977, NJW 1977, 1603 = DÖV 1977, 685; Urteil vom 25.10.1977, BVerwGE 55, 8), da die gerichtliche Entscheidung dem Ehegatten gegenüber nicht aus Rechtsgründen nur einheitlich ergehen muß (s. § 65 Abs. 2 VwGO).
Daß der Ehegatte eines ausgewiesenen Ausländers zu dem Anfechtungsprozeß gegen die Ausweisungsverfügung nicht notwendig beizuladen ist, hat das Bundesverwaltungsgericht wiederholt ausgesprochen und im wesentlichen damit begründet, daß der Ehegatte, obwohl auch er durch die Ausweisungsverfügung in seinen Rechten betroffen werde und gegebenenfalls ein inhaltsgleiches Recht auf Aufhebung dieser Verfügung habe, an dem betreffenden Rechtsverhältnis jedenfalls nicht selbst beteiligt sei (BVerwG, 09.03.1977 - 1 CB 41.76 -, NJW 1977, 1603, 25.10.1977 - 1 C 31.74 -, BVerwGE 55, 8 = NJW 1978, 1762).
VGH Hessen, 29.03.1990 - 12 TE 258/90
Zur Beiladung eines Ausländers im Prozeß des Ehegatten auf Erteilung der …
OVG Nordrhein-Westfalen, 19.03.2009 - 7 E 232/09
OVG Nordrhein-Westfalen, 09.08.2001 - 7 E 265/01
BVerwG, 07.06.1979 - 1 CB 42.77
BVerwG, 27.05.1977 - 1 B 95.77
Warum der Gesetzgeber den unter § 24 StaRegG fallenden Personenkreis gegenüber den sonstigen zu Unrecht Eingebürgerten derart begünstigen sollte, wäre nicht verständlich, zumal geklärt ist, dass unter den Anwendungsbereich des § 24 StaRegG auch arglistig erschlichene Einbürgerungen nach den genannten Bestimmungen des StaRegG fallen ( BVerwG, Urteil vom 8. März 1977 - I C 15/73 -, NJW 1977, 1603).
Warum der Gesetzgeber den unter § 24 StaRegG fallenden Personenkreis gegenüber den sonstigen zu Unrecht Eingebürgerten begünstigen sollte, bleibt unerfindlich, zumal geklärt ist, dass unter den Anwendungsbereich des § 24 StaRegG auch arglistig erschlichene Einbürgerungen nach den genannten Bestimmungen des StaRegG fallen (BVerwG, Urteil vom 8. März 1977 - l C 15/73 -, NJW 1977, 1603).