Source: https://www.vermieter-forum.com/threads/neubau-mit-waermepumpe-und-heizkostenverordnung.22181/
Timestamp: 2020-05-29 13:21:21
Document Index: 32279451

Matched Legal Cases: ['§11', '§11', '§11', '§ 3', '§ 8', '§11', '§ 3', '§ 556']

Diskutiere Neubau mit Wärmepumpe und Heizkostenverordnung im Heizung Forum im Bereich Betriebs- und Heizkosten; Hallo zusammen, zur Heizkostenverordnung gibt es schon einige Beiträge. Mich interessiert, ob man die Ausnahmeregelungen nach §11 beispielsweise...
#1 smartsurfer, 22.11.2017
smartsurfer Neuer Benutzer
zur Heizkostenverordnung gibt es schon einige Beiträge. Mich interessiert, ob man die Ausnahmeregelungen nach §11 beispielsweise bei einem Neubau 2017 (aktuelle EnEv mit Wärmepumpe und Fußbodenheizung) anwenden kann und wie man aus Vermietersicht günstig damit umgeht.
Der §11 sagt ja:
a) mit Wärme aus Anlagen zur Rückgewinnung von Wärme oder aus Wärmepumpen oder …​
(2) Soweit sich die §§ 3 bis 6 und § 8 auf die Versorgung mit Warmwasser beziehen, gilt Absatz 1 entsprechend.​
-->Nur für Wärme, aber nicht für Warmwasser kann eine Ausnahme gemacht werden.
-Die Ausnahmen bewertet jeder Eigentümer/Vermieter für sich selbst. Es gibt daher kein Genehmigungsverfahren mit dem Ergebnis einer formellen Ausnahmegenehmigung, oder?
-Laut bfw-gohl.de/%C2%A7-11-ausnahmen bedeutet die Formulierung "überwiegend", dass mehr als 50% der Wärme aus Wärmepumpen erzeugt werden. Aktuelle Wärmepumpen benötigen um 25% Antriebsenergie (Strom) um 100% Heizwärme zu erzeugen, abhängig natürlich von der Außentemperatur und begrenzt durch die minimale Lufttemperatur (z.B. -22°C).Damit sollten mit aktuellen Wärmepumpen die 50% als erfüllt angesehen werden können. Oder gibt es hierzu etwas Weiteres zu beachten?
-Wenn nun beides so stimmt gilt die HeizkostenVO nicht für Wärme. Diese Inanspurchnahme der Ausnahme nimmt man dann natürlich auch schriftlich im Mietvertrag auf. Gibt es dabei etwas zu beachten?
-In vielen Beiträgen hier geht es um die korrekte Abrechnung und die möglichen Fallstricke. Wie würdet ihr die Ausnahmemöglichkeit aus eurer Praxis für euch nutzen, z.B. bei einem Haus mit zwei fast gleich großen Wohnungen(beide sollen vermietet werden)?
Eine Abrechnung rein nach Wohnfläche würde ja gerade den Mieter benachteiligen, der Sparsam ist. Daher eher Abrechnung nach Wärmemengenzähler (also der jeder Wohnung, der eigentlich nur der Verteilung dient) oder eigenes Berechnungsmodell aufstellen (und in den Mietvertrag schreiben), so dass später kein Mieter Ärger machen kann? Und wie wäre das aus Vermietersicht optimale Berechnungsmodell?
Hoffe mal, dass es nicht zu lang geworden ist
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#2 Andres, 22.11.2017
zur Heizkostenverordnung gibt es schon einige Beiträge.
Ich mag Leute mit Humor.
Das kommt darauf an, woher das Warmwasser kommt. Die Voraussetzungen für die Ausnahme werden jedenfalls separat geprüft.
Richtig. Kommt es zum Rechtsstreit mit dem Mieter, wird das natürlich alles noch einmal unter die Lupe genommen, aber vorab passiert da gar nichts.
Aktuelle Wärmepumpen benötigen um 25% Antriebsenergie (Strom) um 100% Heizwärme zu erzeugen, abhängig natürlich von der Außentemperatur und begrenzt durch die minimale Lufttemperatur (z.B. -22°C).Damit sollten mit aktuellen Wärmepumpen die 50% als erfüllt angesehen werden können.
Ähem, drastisch zu kompliziert. Gibt es eine andere Heizung? Nein? Dann 100 % Wärmepumpe, also Ausnahme.
Wie viel Strom denn nun tatsächlich benötigt wird, ist für das Vorliegen einer Ausnahme irrelevant. Wichtig wäre nur, wenn mit dem Strom (direkt) zugeheizt würde.
Man sollte den Umlagemaßstab vereinbaren, wenn man nicht mit der Wohnfläche als Regelfall zufrieden ist und z.B. die beheizte Wohnfläche als Grundlage heranziehen will. Außerdem muss natürlich allgemein die Umlage von Betriebskosten samt Vorauszahlung vereinbart sein.
In vielen Beiträgen hier geht es um die korrekte Abrechnung und die möglichen Fallstricke. Wie würdet ihr die Ausnahmemöglichkeit aus eurer Praxis für euch nutzen, z.B. bei einem Haus mit zwei fast gleich großen Wohnungen(beide sollen vermietet werden)?
Eine Abrechnung rein nach Wohnfläche würde ja gerade den Mieter benachteiligen, der Sparsam ist.
Der Witz an der Sache (und der Grund für die Ausnahme) ist, dass die Kosten insgesamt so niedrig sein sollen, dass man sich wegen solcher Kleinbeträge nicht in fanatischer Gerechtigkeit üben muss. Außerdem zahlt jeder Mieter die Hälfte jeder verschwendeten kWh selbst bzw. spart die Hälfte jeder gesparten kWh - das sollte ein ausreichender Anreiz sein.
#3 sara, 22.11.2017
was außer den Strom- u. Wartungskosten fällt denn da noch an bei - Wärme aus Wärmepumpen?
Gibt aber wahrscheinlich noch eine Gasheizung?
#4 Andres, 22.11.2017
Reinigung, Abrechnung, ggf. Verbrauchserfassung - keine wesentlichen Kostenpositionen.
In einem Neubau eigentlich nicht. Da sollte das Gebäude so gut gedämmt sein, dass die Wärmepumpe mit einer vertretbaren Jahresarbeitszahl die Hütte alleine warm bekommt.
#5 sara, 22.11.2017
Andres, vielen Dank für deine Antwort.
Ich war unsicher, durch dies:
dass mehr als 50% der Wärme aus Wärmepumpen erzeugt werden
dann müsste der Rest ja irgendwie aus anderer Quelle kommen.
#6 ehrenwertes Haus, 22.11.2017
Schau mal hier. Ich finde das dort ganz gut beschrieben.
https://www.kesselheld.de/waermepumpenheizung/
Nicht jede Variante von Wärmepumpe reicht als Alleinheizung.
#7 smartsurfer, 23.11.2017
Genau, es gibt nur die Luft-Wasser-Wärmepumpe durch die Dämmung nach EnEV (3-fach-Verglasung, Außenwandstärke d=36,5, ... ).
Allerdings gibt es eine Betriebsgrenze, und die liegt bei -22°C. Ab da funktioniert das "Prinzip umgedrehter Kühlschrank" nicht mehr und da wird dann innerhalb der Wärmepumpe elektrisch geheizt.
Aus Komfortgründen wird es jeweils 1x pro Wohnung im Bad noch einen Handtuchheizkörper geben, der aber bei der Betrachtung der Ausnahme nach §11 hoffentlich keine Rolle spielt?
Sag Bescheid, wenn es mehr als die Hälfte des Jahres kälter als -22 °C ist.
Der läuft mit Strom durch den Wohnungszähler? Das ist keine zentrale Heizungsanlage und fällt damit von Anfang an gar nicht unter die HeizkostenV.
Bleibt noch die Frage, woher das Warmwasser kommt.
#9 smartsurfer, 23.11.2017
Die Wärmepumpe sorgt auch für das Warmwasser im Haus.
#10 Andres, 23.11.2017
Komplett befreit von dem ganzen Abrechnungsgedöns ist die Anlage nicht. Für Warmwasser gilt die Ausnahme ja nur für die §§ 3 bis 6 und 8. Die Aufteilung der einheitlich entstandenen Kosten ist also weiterhin vorgeschrieben, aber hier nicht durch Wärmezähler sondern durch anerkannte Regeln der Technik - was das genau heißt, weiß ich leider nicht aus eigener Erfahrung. Die Kosten des Warmwassers werden dann nach vorhandenen Warmwasserzählern verteilt, § 556a Abs. 1 Satz 2 BGB. Gibt es solche Zähler nicht, kann man sich das ganze natürlich auch sparen - es wird dann ja wahrscheinlich nach einem gemeinsamen Maßstab abgerechnet.
#11 Duncan, 23.11.2017
ich zitiere eine Sportlehrerin: Wenn es nicht so kalt ist machen wir mit den Kindern selbstverständlich draußen Sport. - Was ist denn nicht so kalt? - Na alles wärmer als -40°C.
Ok, das Interview war in einer sibirischen Bergbaustadt, die gehen da auch mal gen -70°C.
Also aus der Erfahrung mit unserer Luft-Wasser-Wärmepumpe: auch bei -20°C hat die super funktioniert, das direkte zuheizen beschränkte sich auf wenige Tage, insgesamt in nun guten 10 Jahren Betrieb. In der Zeit verabschiedete sich nur 2 mal eine Steuerkonsole, zuletzt vor 2 Wochen. Ansonsten sehr pflegeleicht. Reichte auch in den extremeren Wintern für 26-28°C in der Thai-Massage.
#12 dots, 23.11.2017
... und physikalisch betrachtet gibt es gar keine Kälte, sondern nur (mehr oder weniger) Wärme.
Thema: Neubau mit Wärmepumpe und Heizkostenverordnung
heizkostenverordnung wärmepumpe
heizkostenverordnung gilt nicht für Wärmepumpen
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