Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=24.10.2000&Aktenzeichen=VI%20R%2065/99
Timestamp: 2019-06-27 03:53:11
Document Index: 337424865

Matched Legal Cases: ['§ 66', '§ 66', '§ 66', '§ 66', '§ 155', '§ 163', '§ 66', '§ 66', '§ 66', '§ 163', '§ 155', '§ 66', '§ 66', '§ 66', '§ 89', '§ 89', '§ 66', '§ 66', '§ 52', '§ 89', '§ 52', '§ 163', '§ 89', '§ 89']

BFH, 24.10.2000 - VI R 65/99 - dejure.org
https://dejure.org/2000,939
BFH, 24.10.2000 - VI R 65/99 (https://dejure.org/2000,939)
BFH, Entscheidung vom 24.10.2000 - VI R 65/99 (https://dejure.org/2000,939)
BFH, Entscheidung vom 24. Januar 2000 - VI R 65/99 (https://dejure.org/2000,939)
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EStG § 66 Abs. 3 a. F.
EStG § 66 Abs. 3 a.F
Kindergeld - Ausschlußfrist des § 66 Abs. 3 EStG - Prüfungen durch die Familienkasse - Prüfung von Amts wegen
EStG a.F. § 66 Abs. 3; AO 1977 § 155 Abs. 4; AO 1977 § 163
D (A), Kindergeld, Antragstellung, Rückwirkung, Fristen, Ausschlussfrist
Kindergeld - Ausschlussfrist
EStG § 66 Abs. 3 (a.F.)
Einkommensteuer; Wirksamkeit des Sechsmonatszeitraums beim Kindergeld nach § 66 Abs. 3 EStG a. F.
FG Münster, 24.09.1998 - 14 K 8654/97
BFHE 193, 361
FamRZ 2001, 831 (Ls.)
BStBl II 2001, 109
BStBl II 2001, 112
Die Sechsmonatsfrist nach § 66 Abs. 3 aF wurde vom BFH als eine anspruchsvernichtende materiell-rechtliche Ausschlussfrist ausgelegt, dh der Anspruch auf Zahlung von Kindergeld für zurückliegende Monate erlosch, wenn er nicht spätestens innerhalb von sechs Monaten bei der zuständigen Behörde geltend gemacht wurde (BFH-Urteil vom 24. Oktober 2000 VI R 65/99, BFHE 193, 361, BStBl II 2001, 109 mwN).
Das Revisionsgericht darf Verwaltungsanweisungen daher nicht selbst auslegen, sondern nur darauf überprüfen, ob die Auslegung durch die Behörde möglich ist (vgl. BFH-Urteile vom 18. September 1986 VI R 102/85, BFHE 148, 25, BStBl II 1987, 128; vom 24. Oktober 2000 VI R 65/99, BFHE 193, 361, BStBl II 2001, 109).
Der Senat folgt insoweit der Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 24. Oktober 2000 VI R 65/99 (BFHE 193, 361, BStBl II 2001, 109) und nimmt wegen der Begründung auf die Ausführungen in diesem Urteil Bezug.
In einem solchen --hier offensichtlich nicht gegebenen-- Härtefall kommt eine Billigkeitsmaßnahme nach § 163 i.V.m. § 155 Abs. 4 AO 1977 in Betracht, ohne dass die Verfassungsmäßigkeit des § 66 Abs. 3 EStG a.F. durch die unbilligen Auswirkungen in einem atypischen Fall in Frage gestellt würde (vgl. BVerfG-Beschluss vom 22. Juni 1995 2 BvR 552/91, BStBl II 1995, 671, 672; BFH-Urteil in BFHE 193, 361, BStBl II 2001, 109).
Dem Ablauf der Frist des § 66 Abs. 3 EStG a.F. kommt ausnahmsweise dann keine ausschließende Wirkung zu, wenn die Berufung der Behörde auf diese Vorschrift gegen Treu und Glauben verstößt (BFH-Urteil in BFHE 193, 361, BStBl II 2001, 109, m.w.N.;… Felix in Kirchhof/Söhn, Einkommensteuergesetz, § 66 Rdnr. D 14).
§ 89 Satz 1 AO 1977 setzt ein laufendes, noch nicht abgeschlossenes Verwaltungsverfahren voraus; vor Beginn und nach Beendigung eines Verfahrens besteht keine Beratungspflicht der Behörde (BFH-Urteile vom 8. Februar 1994 VII R 88/92, BFHE 174, 197, BStBl II 1994, 552; in BFHE 193, 361, BStBl II 2001, 109;… Söhn in Hübschmann/Hepp/Spitaler, Kommentar zur Abgabenordnung und Finanzgerichtsordnung, § 89 AO Rz. 7).
FG Niedersachsen, 25.10.2018 - 10 K 141/18
§ 66 Abs. 3 EStG Regelung des Festsetzungsverfahrens
Der BFH hat in ständiger Rechtsprechung zu der damaligen Vorschrift (vgl. u.a. BFH-Urteil vom 24. Oktober 2000 VI R 65/99, BStBl II 2001, 109; vom 23. März 2001 VI R 181/98, juris;… vom 14. Mai 2002 VIII R 68/00, BFH/NV 2002, 1293; vom 14. Mai 2002 VIII R 50/00, juris; 13. September 2012 V R 59/10, BFHE 239, 59) entschieden, dass sie den Kindergeldanspruch materiell-rechtlich ausschließe.
Dürfen die Gerichte daher Verwaltungsanweisungen nur darauf überprüfen, ob die Auslegung durch die Behörde möglich ist (s. nur BFH-Urteil vom 24. Oktober 2000 VI R 65/99, BFHE 193, 361, BStBl II 2001, 109, m.w.N. zu 3. der Entscheidungsgründe), so folgt die Unzulässigkeit einer Analogie verwaltungsbehördlicher Regelungen bereits aus dieser Beschränkung der Auslegungsbefugnis.
Jedoch kommt § 66 Abs. 3 EStG - wie somit auch der Übergangsvorschrift des § 52 Abs. 32 b EStG - grundsätzlich materiell ausschließende Wirkung zu (BFH-Urteil vom 24. Oktober 2000 VI R 65/99, BStBl. II 2001, S. 109).
Hierbei ist § 89 Satz 1 AO zu beachten, der der Familienkasse in einem laufenden Verwaltungsverfahren eine Beratungspflicht auferlegt (BFH-Urteil vom 24. Oktober 2000 VI R 65/99, BStBl. II 2001, S. 109).
Im Rahmen des § 52 Abs. 32 b EStG hatte er zu überprüfen, ob er sich auf die hierin gesetzlich vorgegebene materielle Ausschlussfrist berufen konnte bzw. ob er nicht wegen eines vorangegangenen, rechtsmissbräuchlichen Verwaltungshandelns nach §§ 163 i.V.m. 155 Abs. 4 AO für den Zeitraum von November 1996 bis Juni 1997 Kindergeld festzusetzen hatte (BFH-Urteil vom 24. Oktober 2000 VI R 65/99, BStBl. II 2001, S. 109).
Das Gericht hat bei seiner Entscheidung insbesondere das Urteil des BFH vom 24. Oktober 2000 beachtet (BFH-Urteil vom 24. Oktober 2000 VI R 65/99, BStBl. II 2001, S. 109).
Das Bundesverfassungsgericht (Beschluss vom 6. November 2003 2 BvR 1240/02, Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht - Rechtsprechungs-Report 2004, 81) hat diese Vorgängerregelung - wie zuvor schon der Bundesfinanzhof - BFH - (vgl. Urteile vom 24. Oktober 2000 VI R 65/99, Bundessteuerblatt - BStBl - II 2001, 109, und vom 14. Mai 2002 VIII R 68/00 Sammlung der Entscheidungen des Bundesfinanzhofs 2002, 1293) als verfassungsgemäß angesehen.
Hinzu kommt, dass auch bezüglich der in den Jahren 1996 und 1997 geltenden Vorgängervorschrift seitens des BFH (Urteil vom 24. Oktober 2000 VI R 65/99, BStBl II 2001, 109) davon ausgegangen wurde, dass sie sich auch auf Festsetzungsverfahren bezieht (so zutreffend Wendel, DStR 2018, 2065 unter 4.1 a. E.).
Zwar soll die Finanzbehörde --und damit auch der Beklagte als Familienkasse-- gemäß § 89 Satz 1 AO 1977 die Stellung von Anträgen anregen, wenn diese offensichtlich nur versehentlich oder aus Unkenntnis unterblieben sind, denn Rechtsunkundige sollen die gleiche Möglichkeit haben wie im Verfahrensrecht Erfahrene (BFH-Urteile vom 24. Oktober 2000 VI R 65/99, BFHE 193, 361, BStBl II 2001, 109, und vom 8. Februar 1994 VII R 88/92, BFHE 174, 197, BStBl II 1994, 552).
BFH, 14.05.2002 - VIII R 50/00
Kindergeld - Zahlungszeitraum - Rückwirkung - Antrag - Ausschlussfrist - …
Nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 24. Oktober 2000 VI R 65/99 (BFHE 193, 361, BStBl II 2001, 109) wird Kindergeld rückwirkend nur für die letzten sechs Monate vor Beginn des Monats gezahlt, in dem der Antrag auf Kindergeld eingegangen ist.
In der vorgenannten Entscheidung (BFHE 193, 361, BStBl II 2001, 109) sind auch die Voraussetzungen aufgeführt, unter denen der Beklagte eine Billigkeitsmaßnahme vorzunehmen hat.
Denn Verwaltungsanweisungen dürfen die Gerichte nicht selbst auslegen, sondern nur darauf überprüfen, ob die Auslegung durch die Behörde möglich ist (BFH-Urteil vom 24. Oktober 2000 VI R 65/99, BFHE 193, 361, BStBl II 2001, 109); außerdem sind Vereinfachungsregeln, die --wie das sog. Weiterleitungsverfahren-- nicht im Gesetz selbst, sondern durch allgemeine Verwaltungsanweisungen angeordnet werden, so auszulegen, wie sie die Verwaltung verstanden wissen will (…BFH-Urteil vom 25. Juli 2001 VI R 78/00, BFH/NV 2001, 1558).
FG Hamburg, 21.08.2003 - III 115/03
Kindergeld: Keine Beratungspflicht nach § 89 AO außerhalb laufender …
BFH, 23.03.2001 - VI R 181/98
Berufsausbildung - Jahresgrenzbetrag - Kindergeldbewilligung - …
BFH, 27.12.2000 - VI B 187/00
FG Brandenburg, 15.12.1999 - 6 K 2167/97
Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bei Versäumung der Sechsmonatsfrist des § …
FG Baden-Württemberg, 28.11.2000 - 6 K 145/99
Verfassungsmäßigkeit der Sechmonatsfrist für die rückwirkende Zahlung von …
FG Düsseldorf, 17.10.2007 - 4 K 3209/05
Anspruch einer öffentlichen Körperschaft auf Erlaubnis zur Entnahme von Strom zum …