Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/38529,0.html
Timestamp: 2019-10-16 03:07:38
Document Index: 323916666

Matched Legal Cases: ['§ 2247', '§2064', '§ 2087', '§ 2339', '§ 2342', '§ 11', '§ 1923']

Erbrecht - kniffliger Fall!
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juristen_spinnen
Verfasst am: 18 Okt 2005 - 14:07:51 Titel: Erbrecht - kniffliger Fall!
nachfolgend eine Aufgabe aus der letzten Klausur zu Erbrecht. Ich komme einfach nicht klar mit dieser Frage! Ich brauche kompetente Hilfe:
A. mag den R. nicht. Deshalb beauftragt er den S., R. umzubringen. Dieser erlangt jedoch Kenntnis von dem teuflischen Plan und beauftragt seinerseits den C., A. zu töten. H., die Freundin von C. und drogensüchtige Cracknutte und verkauft des Geldes wegen diese Informationen an alle Beteiligten. Auf dem Marktplatz kommt es zum großen Showdown, bei dem sich alle gegenseitig erschiessen. Polizist P. - begierig nach den Hinterlassenschaften von A, R, S, C, H - plant aus diesem Grunde deren Testamente zu fälschen.
Erläutern Sie, wie Polizist P. nach dem aktuellen Erbrecht vorgehen muß, um dies zu bewerkstelligen. Sparen Sie dabei nicht an Paragraphen, Juristendeutsch und sinnlosen Ausführungen! 12 Seiten Minimum!
tamarajenny
Verfasst am: 18 Okt 2005 - 18:58:58 Titel:
Ich bin der Meinung, dass P die Testamente nur fälschen kann, wenn er eigenhändige Testamente nach § 2247 BGB errichtet.
Als Polizist hat er zugang zu allen Daten der Personen, die er für die Errichtung eines eigenhändigen Testamentes benötigt.
Auch die Vorschriften der §§2064 ff BGB sind zu beachten.
Gem. § 2087 BGB kann er sich dann als Erbe in die Testamente einsetzen.
Nottestamente und auch das ordentliche oder öffentliche Testament scheiden bei dem Wunsch Testamente zu fälschen aus, da jeweils Dritte bei der Errichtung des Testaments anwesend sein müssen.
Sich als Vermächtnisnehmer im Testament einzusetzen ist ungeschickt, da ein Vermächtnisnehmer nur einen Anspruch gegen den Erben hat und man nicht selber Erbe wird.
Verfasst am: 22 Okt 2005 - 11:03:18 Titel:
Koennte etwas mit Erbunwuerdigkeit nach § 2339 I Nr. 1 BGB zu tun haben, die aber durch Anfechtungsklage nach § 2342 I BGB festgestellt werden muesste.
Ausserdem besteht das Problem, dass man nicht weiss, wer zuerst erschossen wurde bei dem Gemetzel. Insoweit greift die Kommorientenvermutung aus § 11 Verschollenheitsgesetz (analog) ein. D.h. A kann nicht von C beerbt werden (§ 1923 BGB), da nicht sicher ist, wer laenger gelebt hat.
Wer stellt eigentlich so bescheuerte Faelle? Koennen eigentlich nur Strafrechtler sein.
Verfasst am: 23 Okt 2005 - 10:07:53 Titel:
A, R, S, C, H
Das sind die Personen, ja? Komische Anordnung der Buchstaben, sag ich mal
Wenn dein Hilfegesuch allerdings wirklich ernst gemeint ist, dann weiterhin viel Erfolg beim Finden der Lösung