Source: https://www.advocado.de/ratgeber/gesellschaftsrecht-ma/unternehmensgruendung/existensgruendung.html
Timestamp: 2020-07-14 15:34:51
Document Index: 206232082

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 705', '§ 105', '§ 161', '§ 1', '§ 14', '§ 15', '§1', '§1', '§ 34']

Existenzgründung - in 9 Schritten ein Unternehmen gründen
Ratgeber Gesellschaftsrecht / M&A Unternehmensgründung Unternehmensgründung: in 9 Schritten zur eigenen Existenzgründung
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Beke Worthmann (jur. Redaktion) | Stand: 19.12.2016
Welche Rechtsform eignet sich für meine Unternehmensgründung?
Welche Schritte muss ich für den Weg in die Unternehmensgründung beachten?
Unternehmen gründen: Steuern, Versicherungen und Behörden im Überblick
Checkliste: In 9 Schritten ein Unternehmen gründen
Existenzgründung: Hilfreiche Nutzungstools
Risiken der Unternehmensgründung
PRAXISTIPP: kostenlose Ersteinschätzung von einem Anwalt für Gesellschaftsrecht
Förderung und Finanzierung von Existenzgründungen
Hier bieten wir ihnen ausführliche Informationen rund um das Thema Unternehmensgründung. Sie erfahren in diesem Artikel unter anderem welche Rechtsform sich für Ihr Unternehmen eignet, welche Schritte Sie bei der Gründung beachten müssen und welche Möglichkeiten es zur Finanzierung gibt.
► Dazu haben Sie die Möglichkeit, die Gründung kostenlos mit unserem Anwalt für Gesellschaftsrecht zu besprechen.
1. Welche Rechtsform eignet sich für meine Unternehmensgründung?
Neben einer Geschäftsidee ist das Konzept der Umsetzung entscheidend. Ausschlaggebend für die Existenzgründung ist die Wahl der Rechtsform von Unternehmen, die sich in ihren Anforderungen stark unterscheiden. Zentrale Fragen beziehen sich u. a. auf die Haftung der Gründer und das Einbringen von Startkapital.
Grundsätzlich unterscheidet man bei den Rechtsformen, bzw. Gesellschaftsformen zwischen Kapital- und Personengesellschaften. Zu den Kapitalgesellschaften zählen typischerweise:
Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) – § GmbHG,
Unternehmergesellschaft (UG) – § 5a GmbHG,
Aktiengesellschaft (AG) – § AktG.
Kapitalgesellschaften sind juristische Personen und auf ein hohes Startkapital und eine beschränkte Haftung ausgelegt.
Mindestens ein Gründer (Aktionär)
Haftung beschränkt auf Gesellschafts-vermögen
Gewinnverteilung nach Anteilen am Grundkapital
Personengesellschaften hingegen sind natürliche Personen, die sich besonders durch eine unbeschränkte Haftung auszeichnen:
Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) – § 705 ff. BGB,
Offene Handelsgesellschaft (oHG) – § 105–160 HGB,
Kommanditgesellschaft (KG) – § 161–177a HGB.
Kein gesetzliches Mindestkapital
Ein Komplementär, ein Kommanditist
Haftung unbeschränkt (Vollhafter)
Komplementär haftet unbeschränkt (Vollhafter), Kommanditist haftet beschränkt (Teilhafter)
Gewinnverteilung nach Köpfen
Kapitalanteile werden mit 4 % verzinst, darüber hinaus nach Regelungen im Gesellschaftsvertrag
Gemeinsame Geschäftsführung der Gesell-schafter
Geschäftsführung obliegt jedem Gesellschafter
Im Gegensatz dazu bildet das Einzelunternehmen die große Ausnahme, die eine alleinige Person zur Selbstständigkeit befähigt. Diese Person ist Kaufmann im Sinne des § 1 HGB und haftet vollständig mit seinem Privatvermögen. Der sogenannte Inhaber kann Gewerbetreibender oder Freiberufler sein, der für den Aufbau dieses Unternehmens kein gesetzlich vorgeschriebenes Mindestkapital benötigt. Das Einzelunternehmen ist eine schnelle und einfache Möglichkeit, Selbstständigkeit im Beruf zu erlangen.
„Eine Existenzgründung ist in der Regel spannend, aufregend und erfolgsversprechend. Sie sollten jedoch niemals im Desaster im persönlichen und familiären Bereich enden“, sagt Rechtsanwalt und Notar Franz-Josef Rehmann, der sich mit seiner Kanzlei auf Unternehmensgründungen spezialisiert hat und sich täglich mit den Problemen der Gründer auseinandersetzt. So kann die Möglichkeit der Kapslung der Existenzgründung durch z. B. eine GmbH eine Haftung im privaten Bereich ausschließen und lässt zu, Geschäftliches und Privates zu trennen.
2. Welche Schritte muss ich für den Weg in die Unternehmensgründung beachten?
„Jeder Gründer sollte sich im Vorfeld über die auf ihn zutreffenden Bereiche vor der Firmengründung informieren. Hierzu gehören eine steuerliche und rechtliche Beratung, ggf. urheberrechtliche und patentrechtliche Beratung sowie eine betriebswirtschaftliche Prüfung der Belastbarkeit des Unternehmenskonzeptes“, sagt der Experte.
Eine Geschäftsidee ist wichtig, darüber hinaus gilt es jedoch, sich über Chancen und Risiken der Betätigung zu informieren und einige wesentliche Schritte zu berücksichtigen:
Rechtliche und wirtschaftliche Beratung: Meinungen von Experten sind essenziell, um vorab eine Einschätzung und Bewertung der Geschäftsideen vorzunehmen. Rechtliche Beratung ist auch bei der Erstellung Ihrer AGB sinnvoll. Wenn Sie einen Anwalt hinzuziehen und Ihre AGB erstellen lassen, haben Sie in jedem Fall Rechtssicherheit.
Erarbeitung eines Zeitplans, in dem die Umsetzung der Ideenverwirklichung geregelt ist. „Aus unserer Erfahrung unterschätzen nahezu alle Existenzgründer den Umsetzungszeitraum“, merkt Rehmann an.
Businessplan: Nach erfolgreicher Prüfung und bei guten Zukunftsprognosen ist es an der Zeit, das Geschäft mithilfe eines Businessplans zu konzipieren und zu kalkulieren. Dazu gehören neben dem Kapitalbedarf z. B. auch die Wahl der Rechtsform des Unternehmens, der Kommunikationsmaßnahmen und auch die Beschreibung des zukünftigen Produkts oder der Dienstleistung.
Kapitalbedarfsplan: Hohe Relevanz hat weiterhin die Berechnung des Kapitalbedarfs, für den das Startkapital eine große Rolle spielt.
Startkapitalbeschaffung: Grundsätzlich müssen Gründer die Entscheidung zu treffen: Kapitalbeschaffung durch Fremdkapital oder Eigenkapital?
Gewerbeamt: Gleichzeitig steht die Anmeldung der selbstständigen Tätigkeit beim Gewerbeamt an.
Finanzamt: Darüber hinaus muss als Freiberufler oder Gewerbetreibender eine Steuernummer beim Finanzamt eingeholt werden, sodass steuerlichen Verpflichtungen nachgekommen werden kann
IHK und weitere Behördengänge: Prüfung, ob ebenfalls eine Anmeldung bei der Industrie- und Handelskammer nötig ist oder weitere Behördengänge
Versicherungen: Um das Unternehmen dann langfristig abzusichern, ist es an der Zeit, das unternehmerische Risiko durch Versicherungen für z. B. Brand- oder Maschinenschäden so weit wie möglich einzuschränken.
Regelmäßige Beratung: Eine regelmäßige rechtliche Beratung ist gerade für junge Unternehmen am Markt essenziell, denn Gründer stehen vor der großen Herausforderung, vielen rechtlichen Anforderungen gerecht zu werden, um spätere negative Auswirkungen zu vermeiden.
3. Unternehmen gründen: Steuern, Versicherungen und Behörden im Überblick
Arbeits- und sozialrechtliche Verpflichtungen wie die Auseinandersetzung mit Tarifverträgen oder Sozialversicherungen werden häufig unterschätzt. „Viele Gründer starten bei der Firmengründung mit Freelancern, ohne die damit verbundenen sozialrechtlichen Risiken zu kennen“, gibt Franz-Josef Rehmann zu bedenken. Deshalb ist es wichtig, sich bei einer Unternehmensgründung vorab zu informieren, welche Steuern gezahlt werden müssen, welche Behördengänge zu tätigen und welche Genehmigungen einzuholen sind! Anmeldungen bei Ämtern wie dem Gewerbe- und Finanzamt sowie steuerliche Bindungen sind von Rechtsform zu Rechtsform unterschiedlich.
Eintragung ins Handelsregister: Für Kaufleute, die eine Einzelunternehmung, oHG oder eine Kapitalgesellschaft wie eine GmbH gründen, ist es vor der Gewerbeanmeldung notwendig, das Geschäft ins Handelsregister eintragen zu lassen. Das Handelsregister ist ein öffentlich einsehbares Verzeichnis, in dem die wirtschaftlichen Verhältnisse wie z. B. Grund- oder Stammkapital von Unternehmen dargelegt werden. Mittlerweile ist die Eintragung nur noch elektronisch möglich. Auch werden lediglich notariell beglaubigte Anmeldungen anerkannt, sodass der Kontakt zum Notar nicht ausbleibt. Nach der Anmeldung erhalten Sie eine Handelsregisternummer, die Sie im Impressum auf Ihrer Webseite angeben müssen. Die Aufführung im Handelsregister ist nicht nur notwendig, sondern bietet zusätzlich Schutz für Ihren Firmennamen.
Gewerbeamt: Wer den selbständigen Betrieb eines stehenden Gewerbes, einer Zweigniederlassung oder einer unselbstständigen Zweigstelle anfängt, muss dies der zuständigen Behörde gleichzeitig anzeigen (§ 14 GewO). Sobald die Selbstständigkeit also ansteht, muss das zukünftige Gewerbe im zuständigen Gewerbeamt der Stadt- oder Gemeindeverwaltung angemeldet werden. Der Weg zum Gewerbeamt fällt außer für Freiberufler wie Ärzte, Anwälte oder Journalisten für jeden Gründer an – diese müssen keine Gewerbeanmeldung tätigen. Die notwendigen Unterlagen sind auf der jeweiligen Webseite des Gewerbeamts herunterzuladen. Bei der Gewerbeanmeldung prüft das Amt, ob die Voraussetzungen für die Aufnahme eines Gewerbes erfüllt sind. Hierbei sind u. a. Angaben zur Person und zum Betrieb zu machen. Nach der Anmeldung erhalten Sie einen Gewerbeschein, mit dem Sie zur Führung eines Gewerbes befähigt werden. Das Amt ist anschließend dafür zuständig, weitere Behörden wie die Berufsgenossenschaft, das Finanzamt, die Industrie- und Handelskammer oder die Handwerkskammer über die Aufnahme Ihres Gewerbes zu benachrichtigen.
Berufsgenossenschaft: Zur Stärkung des Wohlstands in Ihrem Unternehmen ist es wichtig, sich in der zuständigen Berufsgenossenschaft Ihrer Branche wie z. B. die Maschinenbau- und Metall-Berufsgenossenschaft anzumelden. Berufsgenossenschaften sind Unfallversicherungsträger für Unternehmen. Ihre Aufgabe besteht darin, arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren und Unfallrisiken zu vermeiden sowie für Prävention und Versicherungsschutz zu sorgen. Im Fall eines Arbeitsunfalls kommt die Berufsgenossenschaft für die Betreuung der Versicherten auf. Für alle Rechtsformen ist eine Anmeldung bei der jeweiligen Berufsgenossenschaft unumgänglich.
Finanzamt: Für die steuerliche Erfassung Ihres Unternehmens spielt das Finanzamt die entscheidende Rolle. Nach der Anmeldung Ihres Gewerbes beim Gewerbeamt erhalten Sie vom Finanzamt einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Hier werden u. a. Angaben zur Einschätzung von Umsätzen und Verlusten benötigt, damit realistische Steuerbeträge ermittelt werden können. Im Anschluss erhalten Sie eine Steuernummer, unter der alle steuerlichen Angelegenheiten verbucht werden. Neben der Steuernummer gibt es noch die Umsatzsteueridentifikationsnummer, die für Unternehmer Pflicht ist, die am innergemeinschaftlichen Warenverkehr der Europäischen Union teilnehmen möchten. Diese kann beim Bundeszentralamt für Steuern beantragt werden. Beide Zahlen müssen im Impressum der eigenen Webseite aufgeführt werden. Die sogenannte Steuererklärung deckt dann die womöglich entstandenen Abweichungen von allen Einschätzungswerten auf. Damit eine langfristig reibungslose Arbeit mit dem Finanzamt gewährleistet wird, ist ein Steuerberater zu empfehlen.
Bundesagentur für Arbeit: Wenn das zukünftige Unternehmenskonzept die Anstellung von Mitarbeitern vorsieht, ist der Gang zur Bundesagentur für Arbeit notwendig. Diese vergibt die sogenannte Betriebsnummer, die Sie auch für die Anmeldung bei den Sozialversicherungen und der Krankenkasse benötigen. Die Ausstellung der Betriebsnummer erfolgt beim Betriebsnummern-Service – der Antrag dafür ist schriftlich oder online bei der Bundesagentur für Arbeit einzureichen. Hier werden Informationen wie Angaben zur Person und zum wirtschaftlichen Schwerpunkt des Unternehmens gefordert.
Sozialversicherungen: Zum sozialen Netz in Deutschland zählen die gesetzliche Arbeitslosen-, Renten-, Unfall-, Kranken- und Pflegeversicherung. Damit Ihre Mitarbeiter in allen Bereichen abgesichert sind, ist die Anmeldung bei den Sozialversicherungen zwingend notwendig. Hierfür wird die Betriebsnummer benötigt, die Sie vorab bei der Bundesagentur für Arbeit einholen müssen. Unser Sozialsystem lässt trotzdem Freiheiten zu, denn als selbstständige Person können Sie zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung wählen sowie der freiwilligen Rentenversicherung. Die Beiträge der Sozialversicherungen werden sowohl vom Arbeitnehmer als auch vom Arbeitgeber anhand gesetzlich festgelegter Beitragssätze getragen. Die Ausnahme stellen hier geringfügige Beschäftigte dar. Die Anmeldung Ihrer Mitarbeiter erfolgt über die gesetzliche Krankenkasse des jeweiligen Beschäftigten, bei der Sie ihn mithilfe eines Beitragsnachweises melden und den Beitrag überweisen. Um die Aufnahme bei der Unfallversicherung zu tätigen, bedarf es der Anmeldung bei der jeweiligen Berufsgenossenschaft.
Betriebliche Versicherungen: Neben den Sozialversicherungen müssen weiterhin betriebliche Versicherungen abgeschlossen werden, die die Hauptrisiken eines Unternehmens absichern sollen. Zu den meist genutzten Versicherungen zählen unter anderem die Betriebs-Haftpflichtversicherung, Einbruchdiebstahlversicherung, Feuerversicherung, Kfz-Haftpflichtversicherung und die Produkthaftpflichtversicherung. Es gibt aber noch viele weitere, deren Nutzung Sie vor der Unternehmensgründung mithilfe eines Experten abwägen sollten.
Genehmigungen: Wer in Deutschland ein Unternehmen gründen möchte, braucht neben Gewerbeanmeldungen oder Versicherungen teilweise Genehmigungen für die Gründung, die von einer Erlaubnispflicht ausgehen. Tätigkeiten in Gastronomiebetrieben unterliegen beispielsweise Einwilligungen vom Gesundheitsamt und Arbeit im Baugewerbe setzt eine Abnahme vom Bauamt voraus. Für einen ordnungsgemäßen Betrieb der Tätigkeiten sorgt in vielen Fällen auch die Gewerbeaufsicht.
4. Checkliste: In 9 Schritten ein Unternehmen gründen
5. Existenzgründung: Hilfreiche Nutzungstools
Moderne Technologien lassen es zu, dass Unternehmensgründern heutzutage viel Unterstützung geboten wird. Es gibt zahlreiche Apps und Tools, die der reibungslosen Organisation einer neuen Existenz dienen. Der Gründerservice der Wirtschaftskammer präsentiert beispielsweise die App „GründerNavi“, die den Weg in die Selbstständigkeit erleichtern soll. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bündelt in der „StartApp“ vielfältige Unterstützungsangebote mit detaillierten Informationen zur Förderung und Finanzierung.
Neben diesen Angeboten warten noch viele weitere auf potentielle Jungunternehmer, jedoch sind fachliche Einschätzungen und Beratungen nicht durch computergesteuerte Systeme zu ersetzen.
6. Risiken der Unternehmensgründung
Das Ziel der eigenen Existenzgründung birgt neben hohem finanziellem Risiko noch viele weitere Unsicherheiten. Die fehlerhafte Einschätzung des Marktes oder eine zu optimistische Betrachtung der Umsetzungsmöglichkeiten lassen laut Statistischem Bundesamt 90 % der Gründungen scheitern. Deshalb gilt es, Selbstständigkeit nicht zu unterschätzen. Die Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung birgt ein hohes Insolvenzrisiko und damit verbundene strafrechtliche Konsequenzen. Viele Geschäftsführer melden ihre Zahlungsunfähigkeit zu spät an und bringen sich durch Insolvenzverschleppung zusätzlich in Gefahr. Laut § 15a der Insolvenzordnung (InsO) ist eine zahlungsunfähige oder überschuldete juristische Person dazu verpflichtet, spätestens drei Wochen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung den Eröffnungsantrag des Insolvenzverfahrens zu stellen. Strafrechtliche Konsequenzen wie Geldstrafen oder Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren warten auf denjenigen, der den Eröffnungsantrag nicht oder nicht richtig stellt. So belangt z. B. ein Urteil aus dem Jahr 2014 des Landgerichts Dortmund eine Angeklagte wegen Beihilfe zur Insolvenzverschleppung zu einer Geldstrafe in Höhe von 1.800 €. (Az. 33 KLs 1/14)
7. Praxistipp: kostenlose Ersteinschätzung von einem Rechtsanwalt für Gesellschaftsrecht für Gründer
„Erfahrungsgemäß werden die wirtschaftlichen Möglichkeiten der umzusetzenden Ideen unterschätzt. Gerade im B2C-Geschäft sind heute Millionenbeträge erforderlich, um Produkte und Ideen einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Dieses Geld steht häufig nicht zur Verfügung, sodass die Unternehmen vieler Gründer am fehlenden Bekanntheitsgrad scheitern“, sagt Rehmann. Das Kapital spielt beim Überleben am Markt eine wichtige Rolle und stellt oft das größte Problem dar, weshalb wirtschaftlichen Verpflichtungen – wie die rechtzeitige Begleichung von Verbindlichkeiten – nicht nachgekommen werden kann. Eine umfassende rechtliche und betriebswirtschaftliche Aufklärung der Chancen und Risiken eines Unternehmens ist also essenziell.
Kompetenzen und Qualifikationen Anderer stiften folglich einen wichtigen Nutzen bei der Unternehmensgründung. Es gibt z. B. zahlreiche Gesetze, die für die Gründung eines neuen Unternehmens beachtet werden müssen. Daher ist die Auseinandersetzung mit Gesetzen wie dem Bundesurlaubsgesetz (§1-16 BUrlG), Umsatzsteuergesetz (§ UStG) oder dem Kündigungsschutzgesetz (§1-26 KSchG) unumgänglich. Hier kann es leicht zu Fehlern kommen. Rechtliche Beratungen können dabei helfen, Unstimmigkeiten zu vermeiden und das Scheitern des Geschäfts zu verhindern. Ebenso lassen sich vorhandene Marktchancen leichter einsehen und wirtschaftliche Risiken, die sich aus dem Geschäft ergeben, können schneller begrenzt werden. Gemeinsam kann eine solide Basis für eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens gestaltet werden!
Anwaltliche Erstberatungen kosten gem. § 34 I RVG bis zu 190 Euro. Durch unsere Kooperation mit einem Gesellschaftsrecht-Spezialisten können wir Ihnen eine Ersteinschätzung zu Ihrer Unternehmensgründung kostenlos anbieten.
► Hier haben Sie die Möglichkeit, die Gründung mit unserem Anwalt für Gesellschaftsrecht zu besprechen.
8. Förderung und Finanzierung einer Existenzgründung
Das Gründungsgeschehen in Deutschland wächst und wächst. Für dessen Förderung stellen Bund, Länder und Förderinstitute viele Programme zur Verfügung. Interessant für Gründer sind vor allem vergünstigte Kredite, Darlehen oder Zuschüsse! Letztere sind besonders beliebt, da diese in den meisten Fällen nicht zurückgezahlt werden müssen. Vor der Inanspruchnahme von Förderungsmitteln ist es jedoch wichtig, sich genau zu informieren und Investitionen nicht sofort zu tätigen. Beliebte Finanzierungsformen im Überblick:
Definition der Förderung
Kredit in Form einer Kapitalüberlassung, der über einen bestimmten Zeitraum inklusive Zinsen zurückgezahlt werden muss
Finanzierungsbetrag, der in vielen Fällen nicht zurückgezahlt werden muss
Einseitig verpflichtender Vertrag, durch den sich der Bürge gegenüber einem Gläubigen verpflichtet, für die Schulden des Dritten (Hauptschuldner) einzustehen
Beantragung erfolgt bei Hausbank
Beantragung erfolgt bei jeweiliger Initiative
Beantragung erfolgt bei Bürgschaftsbank
Wer fördert (Beispiele)?
Hausbanken, Förderbanken der Länder oder Bürgschaftsbanken
Gründungszuschüsse der Agentur für Arbeit, Stipendien von EU, EXIST Gründerstipendium
Bürgschaftsbanken oder Bürgschaft ohne Bank
Die eigene Existenzgründung stärkt nicht nur den vielfältigen Unternehmergeist in Deutschland, sondern bietet auch für den Einzelnen die Möglichkeit, sich zu entfalten. Jedoch ist der Weg von der Geschäftsidee im Kopf bis hin zur Existenz im realen Marktgeschehen lang und steinig. Gründer stehen u. a. vor der Herausforderung, sich für die richtige Rechts- und Finanzierungsform zu entscheiden, Genehmigungen einzuholen und die richtigen Ämter anzusprechen.
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