Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=30.04.2003&Aktenzeichen=6%20C%205.02
Timestamp: 2019-09-21 20:35:45
Document Index: 288754083

Matched Legal Cases: ['§ 288', '§ 43', '§ 3', '§ 1', '§ 1', 'Art. 11', '§ 113', '§ 288', 'Art. 8', '§ 6', '§ 31']

BVerwG, 30.04.2003 - 6 C 5.02 - dejure.org
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BVerwG, 30.04.2003 - 6 C 5.02 (https://dejure.org/2003,271)
BVerwG, Entscheidung vom 30.04.2003 - 6 C 5.02 (https://dejure.org/2003,271)
BVerwG, Entscheidung vom 30. April 2003 - 6 C 5.02 (https://dejure.org/2003,271)
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BGB §§ 288 Abs. 1 Satz 2, 291 Satz 2, 247; TKG § 43 Abs. 3 Satz 4; VwKostG §§ 3, 21; TNGebV § 1 i. V. m. B. 4 der Anlage zu § 1; Richtlinie 97/13/EG Art. 11 Abs. 1 Satz 1; VwGO § 113 Abs. 1 Satz 2
Gebühren für Rufnummernzuteilung; Äquivalenzprinzip; Kostendeckungsprinzip; Folgenbeseitigungsanspruch; Prozesszinsen; öffentlich-rechtlicher Erstattungsanspruch.
BGB §§ 288 Abs. 1 Satz 2; 291 Satz 2; 247
Gebühren für Rufnummernzuteilung; Äquivalenzprinzip; Kostendeckungsprinzip; Folgenbeseitigungsanspruch; Prozesszinsen; öffentlich-rechtlicher Erstattungsanspruch.; Blockzuteilung; Folgenbeseitigungsanspruch; Gebührenbemessung; Gebührenhöhe; Gebührenüberhöhung; grobes ...
BVerwG; Urteil vom 30. April 2003; Az.: 6 C 5.02
Rechtswidrigkeit der Gebührenregelung bezüglich der Zuteilung von Rufnummer für Funknetze nach der Telekommunikations-Nummerngebührenverordnung (TNGebV); Äquivalenzprinzip als Ausprägung des verfassungsrechtlichen Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit als Maßstab für die ...
NJW 2004, 873 (Ls.)
NVwZ 2003, 1385
Die Vorschrift konkretisiert das aus dem Verhältnismäßigkeitsprinzip abgeleitete Äquivalenzprinzip, nach dem die Gebühr in keinem groben Missverhältnis zu dem Wert der mit ihr abgegoltenen Leistung der öffentlichen Hand stehen darf (BVerwG, Urteil vom 30.4.2003 - 6 C 5/02 -, juris Rn. 13).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwGE 107, 304, 308; BVerwG, Urteil vom 30. April 2003 - 6 C 5/02, NVwZ 2003, 1385, 1387) kommt bei einem öffentlich-rechtlichen Erstattungsanspruch gegen eine Behörde eine Verzinsung wegen tatsächlich gezogener Nutzungen grundsätzlich nicht in Betracht, weil der Staat öffentlich-rechtlich erlangte Einnahmen in der Regel nicht gewinnbringend anlegt, sondern über die ihm zur Verfügung stehenden Mittel im Interesse der Allgemeinheit verfügt.
Welche Anforderungen sich aus dem Äquivalenzprinzip im Einzelnen ergeben, hängt von der jeweiligen rechtlichen Ausgestaltung der betreffenden Abgabe ab (für die herkömmlichen Vorzugslasten Gebühr und Beitrag differenzierend etwa: Urteil vom 30. April 2003 - BVerwG 6 C 5.02 - NVwZ 2003, 1385 einerseits…, Urteil vom 25. August 2010 - BVerwG 8 C 40.09 - VersR 2011, 94 Rn. 35 andererseits).
Das Äquivalenzprinzip ist aber nur bei einer gröblichen Störung des Ausgleichsverhältnisses zwischen der Abgabe und dem Wert der Leistung für den Empfänger verletzt und lässt Raum für die Praktikabilität der Abgabeerhebung (VerfGH vom 9.2.1968 = VerfGH 21, 28/30; BVerwG vom 25.7.2001 = BVerwGE 115, 32/44; BVerwG vom 30.4.2003 = NVwZ 2003, 1385;… Thimet, a. a. O., Art. 8 KAG, Frage 3, Anm. 1 m. w. N.).
vgl. hierzu auch BVerwG, Urteile vom 24. März 1999 - 8 C 27.97 -, BVerwGE 108, 364, und vom 30. April 2003 - 6 C 5.02 -, NVwZ 2003, 1385.
Allerdings wird dieser Spielraum einerseits begrenzt durch das Erfordernis einer Beachtung des Kostendeckungsgrundsatzes, der eine Gebührenbemessung verbietet, die sich nicht darauf beschränkt, die Kosten der abzugeltenden Leistung ganz oder teilweise zu decken, sondern sich in ihrer Höhe völlig von diesen Kosten entfernt (BVerwG, NVwZ 2003, 1385, 1386 mwN;… Senatsurteile vom 20. Mai 2015 - VIII ZR 136/14, aaO, und VIII ZR 164/14, aaO;… vom 8. Juli 2015 - VIII ZR 106/14, aaO).
Allerdings wird dieser Spielraum einerseits begrenzt durch das Erfordernis einer Beachtung des Kostendeckungsgrundsatzes, der eine Gebührenbemessung verbietet, die sich nicht darauf beschränkt, die Kosten der abzugeltenden Leistung ganz oder teilweise zu decken, sondern sich in ihrer Höhe völlig von diesen Kosten entfernt (BVerwG, NVwZ 2003, 1385, 1386 mwN; dazu nachstehend unter II 3).
Soweit dabei dem Gestaltungsspielraum der Beklagten Grenzen gesetzt sind durch das Erfordernis einer Beachtung des Kostendeckungsgrundsatzes, der eine Gebührenbemessung verbietet, die sich nicht darauf beschränkt, die Kosten der abzugeltenden Leistung ganz oder teilweise zu decken, sondern sich in ihrer Höhe völlig von diesen Kosten entfernt (BVerwG, NVwZ 2003, 1385, 1386), liegt ein zur Unbilligkeit des festgesetzten Grundpreises führender Rechtsverstoß nicht vor.
(vgl. etwa Schulte/Wiesemann in Driehaus (Hgb.), Kommunalabgabenrecht, Loseblatt, Band I/Teil III, Rn 49b zu § 6 KAG, BVerwG, Urteile vom 25.7.2001 - 6 C 8.00 -, BVerwGE 115, 32, vom 5.11.2001 - 9 B 50.01 -, NVwZ-RR 2002, 217, und vom 30.4.2003 - 6 C 5.02 -, NVwZ 2003, 1385, OVG des Saarlandes, Beschluss vom 28.7.1999 - 2 Q 14/99 -, n.v.).
(vgl. hierzu BVerwG, Urteile vom 19.9.2001 - 6 C 13.00 -, BVerwGE 115, 125, vom 30.4.2003 - 6 C 5.02 -, NVwZ 2003, 1385, und vom 13.4.2005 - 6 C 5.04 -, NVwZ-RR 2005, 592) Spätestens aus diesem Grund wäre insbesondere die Verdopplung nach Nr. 27.2.3.
hierzu auch BVerwG, Urteile vom 24.3.1999 - 8 C 27.97 -, BVerwGE 108, 364, und vom 30.4.2003 - 6 C 5.02 -, NVwZ 2003, 1385.
VGH Hessen, 13.06.2007 - 5 UE 1179/06
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