Source: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/arbeitslosengeld-ii-29109
Timestamp: 2019-05-24 11:05:29
Document Index: 384568463

Matched Legal Cases: ['§ 6', 'Art. 91', '§ 44', '§ 6', '§ 44', '§ 6', '§ 19', '§ 20', '§ 11', '§ 12']

Für erwerbsfähige Hilfebedürftige existiert seit dem 1.1.2005 diese neue Grundsicherung für Arbeitsuchende. Sie wurde eingeführt durch Zusammenlegung der Arbeitslosenhilfe mit der Sozialhilfe.
Für erwerbsfähige Hilfebedürftige existiert seit dem 1.1.2005 die Grundsicherung für Arbeitsuchende als neue Sozialleistung; sie wurde eingeführt durch Zusammenlegung der Arbeitslosenhilfe, die bis zum 31.12.2004 bei fortdauernder Arbeitslosigkeit im Anschluss an die Gewährung von Arbeitslosengeld gezahlt wurde, mit der Sozialhilfe für Erwerbsfähige; Grundlage dieses steuerfinanzierten staatlichen Unterstützungssystems ist das Vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt vom 24.12.2003 (BGBl. I 2954) (Hartz-Gesetze).
3. Träger: Nach der 2005 erfolgten Neuorganisation der Leistungserbringung sind Träger der Grundsicherung für Arbeitsuchende jeweils für bestimmte Leistungen grundsätzlich die Bundesagentur für Arbeit und die kreisfreien Städte und Gemeinden (§ 6 SGB II); die Träger können diese Aufgabe in sog. Arbeitsgemeinschaften (ARGEn) von Arbeitsagenturen und Kommunen oder getrennt wahrnehmen. Das BVerfG sah in seinem Urteil vom 20.12.2007 aber in den ARGEn eine unzulässige Mischverwaltung, die zudem gegen den Grundsatz der Verantwortungsklarheit verstößt; die Aufgabenverteilung war daher neu zu regeln. Mit dem Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes (Art. 91e) vom 21.7.2010 (BGBl. I 944) schuf der Gesetzgeber die Möglichkeit, eine gemeinsame Trägerschaft zuzulassen. Die bisherige Bezeichnung ARGE wird durch die Bezeichnung Gemeinsame Einrichtung (§ 44b SGB II) ersetzt. Gleichzeitig bleibt unter bestimmten Voraussetzungen auch die einheitliche Übernahme der Trägerschaft für alle Leistungen ausschließlich durch die Kommune (sog. Options-Kommune) erlaubt (§ 6a SGB II). Mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Organisation der Grundsicherung für Arbeitsuchende vom 3.8.2010 (BGBl. I 1112) führen die neuen Träger, die gemeinsamen Einrichtungen nach § 44b SGB II und die zugelassenen kommunalen Träger nach § 6a SGB II seit dem 1.1.2011 die Bezeichnung Jobcenter.
4. Leistungen: Die Leistungen, die das soziokulturelle Existenzminimum sichern sollen, setzen sich zusammen aus der Regelleistung, einem Mehrbedarf für bestimmte Personengruppen und der Übernahme von Kosten für Unterkunft und Heizung (§ 19 I SGB II).
Der Regelbedarf (§ 20 SGB II), der jährlich angepasst wird, beträgt ab 1.1.2018 z.B. für Alleinstehende oder Alleinerziehende 416 Euro, für Verheiratete 374 Euro pro Partner, zusammen also 748 Euro (jeweils ohne Kosten für Unterkunft und Heizung).
5. Leistungsvoraussetzungen: Die Leistungen setzen Hilfebedürftigkeit voraus. Bei ihrer Beurteilung sind Einkommen und Vermögen zu berücksichtigen (haushaltsbezogener Ansatz). Für eigenes Erwerbseinkommen bestehen Absetz- bzw. Freibeträge (§ 11b II, III SGB II): Anrechnungsfrei bleiben mind. 100 Euro. Darüber hinaus bleiben für Beträge über 100 Euro bis 800 Euro 20 Prozent und für Beträge über 800 Euro bis 1.200 Euro (bei Beziehern mit minderjährigen Kindern: bis 1.500 Euro) 10 Prozent anrechnungsfrei. Eigenes Vermögen mindert den Anspruch auf Arbeitslosengeld II. Jeder in der Bedarfsgemeinschaft lebenden Person und deren Partnerin oder Partner steht jeweils ein Grundfreibetrag von 150 EUR je vollendetem Lebensjahr zu, mindestens aber jeweils 3.100 EUR. Jedem minderjährigen leistungsberechtigten Kind steht ein Grundfreibetrag von 3.100,00 EUR zu. Jede in der Bedarfsgemeinschaft lebende leistungsberechtigte Person erhält zusätzlich einen Freibetrag von pauschal 750 EUR. Dieser ist für notwendige Anschaffungen vorgesehen (Vermögensgrundfreibetrag) (§ 12 II SGB II). Es werden auch Einkommen und Vermögen eines Lebenspartners herangezogen.
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