Source: https://www.flugrechte.eu/6403/umbuchung-abflughafen-tochtergesellschaft-abflugzeiten
Timestamp: 2020-08-12 23:19:55
Document Index: 92663611

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', 'Art. 7', 'EuG', 'EuG', 'Art. 5', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 19', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 19', 'Art. 19']

Eurowings Umbuchung auf einen anderen Abflughafen mit einer anderer Tochtergesellschaft und anderen Abflugzeiten - FLUGGASTRECHTE
ich habe am 21.01 bei Eurowings einen Flug Richtung Miami gebucht. Dieser Flug wurde von Eurowings annuliert, da Eurowings den Flugbetrieb von und nach Miami zwischen dem 01.05.2016 und dem 31.08.2016 aussetzt.
Datum: 12.05 - 22.05
Dieser Flug soll nun von SWISS durchgeführt werden. Das doofe dabei ist, dass dieser Flug von Zürich aus durchgeführt wird und dieser mit einem zusätzlichen Aufenthalt verbunden ist. Die Ankunftszeit verschiebt sich dadurch ebenfalls nach hinten.
"Es tut uns leid Ihnen mitteilen zu müssen, dass wir unseren Flugbetrieb von und nach Miami zeitweise aussetzen und Ihren Flug umbuchen müssen.
Um Ihre Unannehmlichkeiten möglichst gering zu halten, bringen wir Sie mit einem Germanwings-Flug von Köln nach Zürich. Von dort aus fliegen Sie mit der SWISS nach nur kurzem Aufenthalt weiter nach Miami.
Die Bordkarte für den Weiterflug erhalten Sie in Köln, so dass Sie sich in Zürich direkt zum Weiterflug begeben können. Natürlich ist auch dafür gesorgt, dass Ihr Gepäck auf den Weiterflug verladen wird."
Ist es möglich einen Schadensersatz bzw. eine Ausgleichzahlung zu fordern?
eurowings-urteile
eurowings-unabwendbares-ereignis
eurowings-flugzeiten-geändert
eurowings-umbuchung-auf-swiss
wieder getaggt 23, Mär 2016 von admin
Sie haben am 21.01 bei Eurowings einen Flug Richtung Miami gebucht. Dieser Flug wurde von Eurowings annuliert, da Eurowings den Flugbetrieb von und nach Miami zwischen dem 01.05.2016 und dem 31.08.2016 aussetzt.
Grundsätzlich steht dem Fluggast bei Annullierung des Fluges ein Anspruch aus der europäischen Fluggastrechte Verordnung zu.
EuGH, Urteil vom 13.10.2011, Az.: C-83/10 (ganz einfach zu finden,wenn Du bei Google eingibst: "EuGH C-83/10 reise-recht-wiki.de“)
Dann ergibt sich für den Fluggast ein Anspruch aus der europäischen Fluggastrechte Verordnung auf Ausgleichszahlungen. Diese bemessen sich nach der Entfernung:
Ein solcher Anspruch entfällt jedoch leider, wenn die Fluggesellschaft den Fluggast über die Annullierung zwei Wochen vor dem planmäßigen Abflug in Kenntnis setzt. Ihr Flug soll am 12.05 gehen. Damit wurden Sie mehr als zwei Wochen vorher informiert. Leider entfällt aus diesem Grund in Ihrem Fall ein Anspruch auf Ausgleichszahlungen.
Dennoch haben Sie im Falle einer Annullierung die Möglichkeit zwischen den folgenden Optionen zu wählen:
Hier erhalten Sie bereits die Möglichkeit einer anderweitigen Beförderung. Mit dieser sind Sie jedoch unzufrieden, da der Flug von Zürich aus geht und dieser mit einem zusätzlichen Aufenthalt verbunden ist.
Jedoch kann ich der Email entnehmen, dass Sie mit einem Germanwings-Flug von Köln nach Zürich geflogen werden. Von dort aus fliegen Sie mit der SWISS nach nur kurzem Aufenthalt weiter nach Miami.
Die Bordkarte für den Weiterflug erhalten Sie in Köln, so dass Sie sich in Zürich direkt zum Weiterflug begeben können. Natürlich ist auch dafür gesorgt, dass Ihr Gepäck auf den Weiterflug verladen wird.
Dies klingt so, als wenn Ihr Flug mit keinem weiteren Aufenthalt verbunden wäre. Leider schildern Sie jedoch keine weiteren Details, wie z.B die Flugzeiten Ihres neuen Fluges. Aus diesem Grund ist für mich leider nicht ersichtlich, in wie weit sich für Sie ein zusätzlicher Aufenthalt ergibt.
Abschließend bleibt zu sagen, dass Sie nur zwischen den oben genannten drei Optionen wählen können. Entweder nehmen Sie also das Angebot mit dem anderweitigen Flug an oder Sie stornieren diesen kostenfrei.
Ein Anspruch auf Schadensersatz oder Ausgleichszahlungen steht Ihnen leider im vorliegenden Fall nicht zu.
Beantwortet 24, Mär 2016 von Pharao (3,020 Punkte)
Bearbeitet 23, Mär 2016 von Pharao
deine Schilderung lässt eine Flugannullierung vermuten.
Im Zuge dessen ist zunächst zu prüfen, ob eine wesentliche Abweichung vorliegt. Konkretisierend führt der EuGH dazu aus, dass der Luftfahrtunternehmen seine ursprüngliche Flugplanung für die vorgesehene Strecke aufgeben muss. Ein bestimmter Flug wird im Wesentlichen durch eine bestimmte Flugnummer, eine bestimmte Abflugzeit, einen Abflugort, eine Flugroute und eine konkrete ausführende Fluggesellschaft gekennzeichnet.
Im beschriebenen Fall wurde der Flug zum einen an eine andere Fluggesellschaft übertragen und zum anderen über Zürich umgeplant. Dies stellt eine erhebliche Änderung des Vertrages dar, sodass von einer Annullierung auszugehen ist.
Aufgrund der Annullierung könnte ein Anspruch auf Ausgleichszahlung gemäß Art. 7 Abs. 1 Verordnung (EG) Nr. 261/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Februar 2004 bestehen.
 du nicht spätestens 14 Tage vor Abflug Bescheid bekommen hast,
 die Fluggesellschaft für die Annullierung verantwortlich war und
 dir kein Alternativflug angeboten wurde, der innerhalb der folgenden Annullierungsfristen nur eine geringe Verspätung hat.
Hier wurde sowohl die 14tägige Frist eingehalten, als auch ein Alternativflug angeboten. Zudem ist keine erhebliche Verspätung ersichtlich.
Grundsätzlich bestehen bei einer Annullierung daher folgende Wahlmöglichkeiten:
 volle Erstattung des Ticketpreises innerhalb von sieben Tagen oder
 einer alternativen Beförderung zum frühestmöglichen Zeitpunkt oder
 einer alternative Beförderung zu einem späteren Zeitpunkt, wenn Plätze verfügbar sind, oder
 einem Rückflug zum ersten Abflugort zum frührstmöglichen Zeitpunkt.
Beantwortet 25, Mär 2016 von Addie (5,380 Punkte)
Sie haben einen Flug bei Eurowings von Köln nach Miami gebucht. Der Flug sollte ursprünglich am 12. Mai 2016 stattfinden. Sie wurden nun jedoch darüber informiert, dass der Flug gestrichen wurde. Ihnen wurde ein Germanwings-Flug von Köln nach Zürich und von dort aus weiter nach Miami angeboten.
Es handelt sich also um eine Annullierung des ursprünglich gebuchten Fluges.
EuGH, Urteil vom 13.10.2011, Az.: C-83/10 (ganz einfach zu finden, wenn Sie bei Google eingiben: " EuGH C-83/10 reise-recht-wiki“)
Sie könnten also einen Anspruch auf Ausgleichszahlungen aus der Europäischen Fluggastrechte Verordnung haben. Dieser ergibt sich aus Artikel 7 VO Nr. 261/2004 und bemisst sich nach der Entfernung.
Die Entfernung zwischen Köln und Miami beträgt 7.621 km. Sie könnten also einen Anspruch auf 600 EUR pro Fluggast haben.
Gemäß Artikel 5 Absatz 1 c) i) entfällt der Anspruch auf Ausgleichszahlungen jedoch, wenn Sie über die Annullierung mindestens zwei Wochen vor der planmäßigen Abflugzeit unterrichtet werden. In Ihrem Fall wurden Sie bereits im März über die Annullierung des Fluges informiert. Die Frist wurde also eingehalten. Sie haben also leider keinen Anspruch auf Ausgleichszahlungen.
Sie könnten sich also entweder die Flugscheinkosten erstatten lassen oder die Alternative wahrnehmen, die Ihnen von der Airline angeboten wird.
Beantwortet 25, Mär 2016 von Jendrik (11,600 Punkte)
Ein Anspruch auf eine Ausgleichszahlung könnte dann vorliegen, wenn ein Flug annulliert wird oder sich erheblich verspätet. In Ihrem Fall liegt unstreitig eine Annullierung vor. Sie wurde jedoch lange genug im Voraus bekannt gegeben, sodass ein Anspruch auf eine Ausgleichszahlung gem. Art. 5, Abs. 1, li. c), subli. i) Verordnung 261/2004 nicht gegeben ist:
„Fluggästen steht ein Anspruch auf eine Ausgleichszahlung im Sinne des Art. 7 der Verordnung (EG) Nr. 261/2004 zu, wenn der Flug Annulliert wird und die Annullierung nicht bis zu 2 Wochen vor dem geplanten Abflug bekanntgegeben wird.“
Wenn Sie das Angebot der Ersatzbeförderung nicht annehmen wollen, besteht jedoch weiterhin die Möglichkeit, den gesamten Flug stornieren zu lassen und die Erstattung des Flugpreises u verlangen. Dazu Art. 8, Abs. 1, li. a) VO 261/2004:
a) – der binnen sieben Tagen zu leistenden vollständigen Erstattung der Flugscheinkosten nach den in Artikel 7 Absatz 3 genannten Modalitäten zu dem Preis, zu dem der Flugschein erworben wurde, für nicht zurückgelegte Reiseabschnitte sowie für bereits zurückgelegte Reiseabschnitte, wenn der Flug im Hinblick auf den ursprünglichen Reiseplan des Fluggastes zwecklos geworden ist, gegebenenfalls in Verbindung mit […]“
Gemäß Art. 9 der Verordnung 261/2004 muss der Beförderer sogenannte Betreuungsleistungen erbringen, wenn durch die Annullierung oder Verspätung sich die Wartezeit erheblich erweitert. Zu diesen Leistungen gehören:
„a) Mahlzeiten und Erfrischungen in angemessenem Verhältnis zur Wartezeit,
Bei weiteren Kosten ist eventuell eine Entschädigung auf Grundlage des Art. 19 Montrealer Übereinkommen möglich:
Beantwortet 31, Mär 2016 von pulang ambon (5,020 Punkte)
Bearbeitet 31, Mär 2016 von pulang ambon
Ihr Flug mit Eurowings nach Miami wurde annuliert. Stattdessen sollen Sie von Köln nach Zürich, und von dort mit Swiss nach Miami gebracht werden. Sie fragen nach Ihren Ansprüchen.
Ein Anspruch auf Ausgleichszahlungen, wie er Ihnen bei einer Annulierung gemäß Artikel 5, 7 EU-Fluggastrechteverordnung zukommen könnte, entfällt, falls Sie von der Fluggesellschaft zwei Wochen vor dem planmäßigen Abflug in Kenntnis gesetzt werden. Sie wurden mehr als zwei Wochen vor dem 12.05. informiert, und ein Anspruch auf Ausgleichszahlungen entfällt leider.
Sie haben aber weiterhin gemäß Artikel 5, 8 EU-VO die Möglichkeit zu wählen zwischen:
Ihnen wird bereits eine anderweitige Beförderung über Zürich angeboten. Leider ist Ihrer Nachricht nicht zu entnehmen, wie viel Aufenthalt sich in Zürich ergeben würde, oder wie viel später sie schließlich in Miami ankommen. Aus der Nachricht, die Eurowings an Sie sendete, ist lediglich zu entnehmen, dass der Aufenthalt nur kurz sein soll, und Sie sich direkt zum Weiterflug begeben können. Aber Sie scheinen nicht damit zufrieden zu sein, und können sich selbstverständlich nach einer Alternative zu dieser Möglichkeit bei Eurowings erkundigen.
Andere Möglichkeiten als die drei aufgeführten aus Artikel 8 EU-VO haben Sie leider wahrscheinlich nicht. So könnten Sie sich also beispielsweise den vollständigen Ticketpreis erstatten lassen, und schließlich einen anderen Flug bei einer anderen Fluggesellschaft buchen.
Beantwortet 1, Apr 2016 von KatjaG (11,820 Punkte)
Bearbeitet 2, Apr 2016 von KatjaG
etwaige Ansprüche ergeben sich aus der EG (VO) 261/2004.
Da einen Annulierung vorliegt, ergibt sich aus Art. 5 folgendes:
Sie wurden jedoch mehr als zwei Wochen im Voraus über die Annulierung informiert, weswegen der Anspruch auf Leistungen aufgrund einer Annulierung entfällt.
Bearbeitet 3, Apr 2016 von CaptainCook
in dem von Ihnen geschilderten Fall ist ein Flug von Köln nach Miami von Veränderungen betroffen.
Diese Veränderungen sind im Rahmen der EU(EG) 261/2004 als Annullierung des Fluges gem. Art. 5 VO anzusehen. In einem solchen Fall besteht grundsätzlich die Möglichkeit eine Ausgleichszahlung von der Airline zu fordern. Voraussetzung für einen solchen Anspruch ist es jedoch gem. Art. 5 Abs. 1 c) i) VO, dass sie von der Airline weniger als 2 Wochen vor dem geplanten Abflug über die Änderungen informiert wurden. Da es sich Ihren Ausführungen zu Folge um Flüge handelt, die im Mai stattfinden sollen, hat die Airline in Ihrem Fall jedoch die Informationsfrist von mind. 2 Wochen eingehalten. Aus diesem Grund steht Ihnen in diesem Fall kein Anspruch auf Ausgleichszahlung gem. Art. 5 und 7 VO zu.
Alternativ könnte Ihnen jedoch ein Anspruch nach Art. 19 des Übereinkommens von Montreal zustehen. Hiernach muss der Luftfrachtführer nämlich dem Reisenden den Schaden ersetzten, der ihm u.a. durch die verspätete Beförderung entstanden ist. Ihren Ausführungen ist zu entnehmen, dass die Umbuchung dazu führt, dass sich auch Ihre Ankunftszeit in Miami nach hinten verschiebt. Mithin ist hierin eine Verspätung nach Art. 19 MÜ zu sehen. D.h. meiner Meinung nach steht Ihnen dem Grunde nach ein solcher Anspruch zu. Zu beachten im Rahmen des MÜ ist jedoch, dass dieses anderes als die europäische VO keinen pauschalen Schadenersatz gewährt, sondern dem Reisenden nur einen Anspruch darauf gibt, tatsächlich entstandene Schäden im Zusammenhang mit der Verspätung ersetzt zu verlangen. Das bedeutet, Ihnen muss allein aufgrund der Verspätung ein Schaden entstanden sein. Typischer Weise wäre dies z.B. zusätzliche Übernachtungs- oder Mietwagenkosten. Daher ist in Ihrem Fall entscheidend, ob ihnen solche Mehrkosten durch die Verspätung entstanden sind. Hierzu machen Sie leider keine Ausführungen.
Beantwortet 13, Apr 2016 von Bugrad (24,540 Punkte)