Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=26%20U%2011/11
Timestamp: 2017-09-20 07:37:52
Document Index: 311649927

Matched Legal Cases: ['§ 13', '§ 104', '§ 288', '§ 288', '§ 288', 'Art. 229', '§ 5', '§ 104', '§ 104', '§ 104', '§ 104', 'BGH', '§ 323', '§ 634', '§ 636', '§ 104']

OLG Frankfurt, 01.03.2012 - 26 U 11/11 - dejure.org
Bauvertrag: Voraussetzungen einer berechtigten Ersatzvornahme nach § 13 Abs. 5 Nr. 2 VOB/B 1992
Verfahrensrecht - Anspruch auf Zinsen für verauslagte Gerichtskosten?
Voraussetzungen für Ansprüche auf Ersatzvornahme und Schadensersatz aus einem Bauvertrag betreffend die Durchführung von Sanierungsarbeiten; Erfordernis einer klaren und unmissverständlichen Aufforderung zur Mängelbeseitigung bei Geltendmachung von Ansprüchen im Werkvertragsrecht
Kläger obsiegt: Zinsen auf verauslagte Gerichtskosten als Schadensersatz! (IBR 2012, 304)
LG Frankfurt/Main, 20.01.2011 - 4 O 493/97
LG Frankfurt/Main, 24.01.2011 - 4 O 493/97
NJW-RR 2012, 791
NZBau 2012, 497
BauR 2012, 1150
Während beim prozessualen Kostenerstattungsanspruch eine Verzinsung erst frühestens mit dem Eingang des Antrages auf Kostenfestsetzung verlangt werden kann, § 104 Abs. 1 Satz 2 ZPO, kommt eine frühere Verzinsung des grundsätzlich anerkannten materiellen Kostenerstattungsanspruchs (vgl. z. B. OLG München…, Urteil vom 04.11.2016, 10 U 2346/15, zitiert nach juris Rdnr. 43;… Gödicke, JurBüro 2001, 512 [513] m.w.N.) im Sinne des § 288 BGB in Betracht (OLG Frankfurt, Urteil vom 01.03.2012, 26 U 11/11, zitiert nach juris Rdnr. 139; OLG Karlsruhe…, Urteil vom 10.07.2012, 8 U 66/11, zitiert nach juris Rdnr. 51.).
Andererseits hat der 26. Zivilsenat des OLG Frankfurt am Main eine Verzinsung des materiellen Kostenerstattungsanspruches nach § 288 Abs. 1 BGB schon bei einem Verzug des Schuldners mit der Hauptforderung angenommen (vgl. OLG Frankfurt, Urteil vom 01.03.2012, 26 U 11/11, zitiert nach juris Rdnr. 139 ff.).
Vergeblich beruft sich die Klägerin für ihren gegenteiligen Standpunkt auf die - noch zum alten Schuldrecht ergangene - Entscheidung des OLG Naumburg vom 24.08.1999 (13 U 87/98) und die Entscheidung des OLG Frankfurt vom 01.03.2012 (26 U 11/11; IBR 2012, 304).
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Dies gilt auch in Bezug auf den Feststellungsantrag hinsichtlich des Zinsanspruches zwischen der Einzahlung der Gerichtskosten und dem Zeitpunkt des Eingangs des Festsetzungsantrags (vgl. OLG Frankfurt, NJW-RR 2012, 791, zitiert nach juris, dort Rn. 139 ff.).
Das OLG Frankfurt (Urteil vom 1.3.2012 - 26 U 11/11, zitiert nach juris, dort Rz. 139 ff.) bejaht einen Zinsanspruch in Höhe von 4 Prozent nach § 288 BGB a. F. (der über Art. 229 § 5 EGBGB Anwendung fand) unter dem Gesichtspunkt des Verzuges, wobei ebenfalls die Ansicht vertreten wird, dass § 104 Abs. 1 S. 2 ZPO den Anspruch nicht ausschließe.
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Klarstellend ist darauf hinzuweisen, dass der Anspruch des Klägers auf Verzinsung der verauslagten Gerichtskosten (vgl. OLG Frankfurt, Urteil vom 01.03.2012 - 26 U 11/11, ibr-online) von dem Kläger zutreffend berechnet wurde.
Eine Verzinsung der vorliegend verauslagten Gerichtskosten kann nämlich nicht im Kostenfestsetzungsverfahren geltend gemacht werden, weil die Vorschrift des § 104 Abs. 1 ZPO nur den Zeitpunkt ab Eingang des Festsetzungsantrags betrifft (vgl. OLG Frankfurt, NJW-RR 2012, 791, 794, m.w.N.).
Diesbezüglich war auch dem Klageantrag zu 3) - allerdings nur in Höhe eines Zinssatzes von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz - zu entsprechen (vgl. OLG Frankfurt, NJW-RR 2012, 791, 794).
Der Feststellungsantrag ist zulässig und begründet, da eine Verzinsung der verauslagten Gerichtskosten nicht im Kostenfestsetzungsverfahren geltend gemacht werden kann, weil die Vorschrift des § 104 Abs. 1 ZPO nur den Zeitpunkt ab Eingang des Festsetzungsantrages betrifft und im Übrigen § 104 Abs. 1 ZPO einen über die Verzinsung ab Eingang des Kostenfestsetzungsgesuches hinausgehender Schadenersatzanspruch auch nicht ausschließt (OLG Frankfurt 01.03.2012, 26 U 11/11) erkennt die Rechtsprechung verschiedentlich einen entsprechenden materiell-rechtlichen Kostenerstattungsanspruch an (…OLG Frankfurt, a.a.O. m.w.N.).
Es ist anerkannt, dass es für eine Fristsetzung zur Nacherfüllung bzw. Mangelbeseitigung nicht ausreicht, den Schuldner aufzufordern, sich binnen einer Frist über seine Leistungsbereitschaft zu erklären oder mit der Mangelbeseitigung zu beginnen (BGH, Urteil vom 16.9.1999, VII ZR 456/98 = zitiert nach juris; Urteil vom 23.2.2006, VII ZR 84/05 = NJW 2006, 2254; OLG Düsseldorf, Urteil vom 27.12.2001, 21 U 81/01 = BauR 2002, 963; OLG Frankfurt, Urteil vom 1.3.2012, 26 U 11/11 = NJW-RR 2012, 791, Palandt/Grüneberg, a.a.O., § 323 BGB Rn. 13;… Staudinger/Peters/Jacoby, Neub. 2013, § 634 BGB Rn. 53, MünchKomm/Busche, 6. A., § 636 BGB Rn. 5).
Im Übrigen aber schließt § 104 Abs. 1 ZPO einen über die Verzinsung ab Eingang des Kostenfestsetzungsgesuches hinausgehenden Schadensersatzanspruch auch nicht aus, weshalb die Rechtsprechung schon verschiedentlich einen entsprechenden materiell-rechtlichen Kostenerstattungsanspruch anerkannt hat (OLG Frankfurt, Urteil v. 0103.2012-26 U 11/11, Rn. 139, m.w.N.).
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