Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20286/00
Timestamp: 2019-11-12 07:59:16
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Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 19.06.2001 - VI ZR 286/00 - dejure.org
https://dejure.org/2001,834
BGH, 19.06.2001 - VI ZR 286/00 (https://dejure.org/2001,834)
BGH, Entscheidung vom 19.06.2001 - VI ZR 286/00 (https://dejure.org/2001,834)
BGH, Entscheidung vom 19. Juni 2001 - VI ZR 286/00 (https://dejure.org/2001,834)
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Bewertung - Behandlungsfehler - Arzthaftung - Verstoß gegen den ärztlichen Standard
NJW 2001, 2794
MDR 2001, 1113
VersR 2001, 1115
JR 2002, 336
Es ist dem Tatrichter nicht gestattet, ohne entsprechende medizinische Darlegungen des Sachverständigen einen groben Behandlungsfehler aus eigener Wertung zu bejahen (vgl. z.B. BGHZ 138, 1, 6 f.;… Senatsurteile vom 19. November 1996 - VI ZR 350/95 - aaO; vom 16. Mai 2000 - VI ZR 321/98 - VersR 2000, 1146, 1148; sowie vom 27. März 2001 - VI ZR 18/00 -, vom 29. Mai 2001 - VI ZR 120/00 - und vom 19. Juni 2001 - VI ZR 286/00 - sämtlich zur Veröffentlichung bestimmt).
Die Art und Weise der Geburtsüberwachung, nämlich das Unterlassen einer regelmäßigen CTG-Überwachung für den Zeitraum ab 9 Uhr 05 und insbesondere das Unterlassen einer solchen Überwachung ab 11 Uhr 40 stellt sich als Fehler dar, der einen eindeutigen Verstoß gegen bewährte Behandlungsregeln darstellt, aus objektiver medizinischer Sicht nicht mehr verständlich ist, und der einem Arzt (bzw. einer Hebamme) schlechterdings nicht unterlaufen darf (BGH NJW 1983, 2080 in std. Rechtspr. vgl. zuletzt BGH NJW 2001, 2794 f., 2795 f.; OLG Köln VersR 1991, 669).
Es ist nicht auszuschließen, dass es in diesem Fall unter Berücksichtigung der hierfür geltenden Kriterien (vgl. Senatsurteile vom 28. Mai 2002 - VI ZR 42/01 - VersR 2002, 1026, 1027 f.; vom 3. Juli 2001 - VI ZR 418/99 - VersR 2001, 1116, 1117; vom 19. Juni 2001 - VI ZR 286/00 - VersR 2001, 1115, 1116 und vom 29. Mai 2001 - VI ZR 120/00 - VersR 2001, 1030, jeweils m.w.N.) einen etwaigen Behandlungsfehler als grob fehlerhaft bewertet hätte und damit zu einer Beweislastumkehr hinsichtlich der Ursächlichkeit des Fehlers für die Behinderung des Klägers gekommen wäre.
Auf die Frage, ob man die festgestellten Behandlungsfehler des Beklagten einzeln oder in der Summe als grob fehlerhaft bezeichnen kann, d. h. also, ob es sich bei dem Verhalten des Beklagten um einen eindeutigen Verstoß gegen bewährte ärztliche Behandlungsregeln oder gesicherte tiermedizinische Kenntnisse und einen Fehler handelt, der aus objektiver Sicht nicht mehr verständlich erscheint, weil er einem Tierarzt schlechterdings nicht unterlaufen darf (vgl. für den Bereich der Humanmedizin BGH, VersR 2001, 1115, ständige Rechtsprechung) kommt es hier letztendlich nicht an.
OLG Stuttgart, 04.02.2003 - 1 U 85/02
Arzthaftung: Verneinung eines groben Behandlungsfehlers bei Verabreichung von …
OLG Köln, 18.08.2010 - 5 U 7/10
Abweisung der Klage eines Patienten wegen angeblich verspäteter Feststellung …
OLG Frankfurt, 21.06.2005 - 8 U 152/01
Schmerzensgeld für Geburtsschaden durch Behandlungsfehler
AG Eisenach, 24.11.2011 - 54 C 1041/09