Source: http://www.gegen-hartz.de/hartz-4-ratgeber/hartz-iv-mehrbedarf-fuer-erwerbsfaehige-behinderte.php
Timestamp: 2017-09-20 07:24:06
Document Index: 318245586

Matched Legal Cases: ['§ 33', '§ 54', '§ 33', '§ 7', '§ 60', '§ 28', '§ 54']

Für erwerbsfähige Personen mit einer Behinderung, die an einer Maßnahmezur Teilhabe am Arbeitsleben nach § 33 SGB IX teilnehmen, Eingliederungshilfen nach § 54 Abs. 1 S. 1 bis 3 SGB XII oder sonstige Hilfen zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt beziehen, besteht ein Anspruch auf einen Mehrbedarf in Höhe von 35 Prozent des maßgebenden Regelsatzes. Der Mehrbedarf wird zusätzlich zur Regelleistung gewährt.
Bewilligungsbescheid des Rehabilitationsträgers
Um den Mehrbedarf für erwerbsfähige Behinderte zu erhalten, muss ein aktueller Bewilligungsbescheid des Rehabilitationsträgers beim Jobcenter vorgelegt werden! Der Mehrbedarf für erwerbsfähige Personen mit Behinderung wird nur dann gewährt, wenn der Antragsteller einen aktuellen Bewilligungsbescheid des Rehabilitationsträgers beim Jobcenter vorlegt. Denn es müssen tatsächlich Leistungenzur Teilhabe am Arbeitsleben erbracht werden. Die grundsätzliche Erfüllung der Voraussetzungen wie das Vorliegen einer Behinderung reicht nicht aus, um den Mehrbedarf zu beanspruchen. Zudem dürfen sich die Leistungen nicht ausschließlich auf Beratungund Vermittlung nach § 33 Abs. 3 Nr. 1 SGB IX beschränken.
Keinen Anspruch auf den Mehrbedarf gemäß § 7 Abs. 5 SGB II haben dagegen behinderte Auszubildende, deren Ausbildung nach dem BAföG oder nach den Leistungen zur Förderung der Berufsausbildung (§§ 60 bis 62 SGB III) gefördert werden kann. Eine Ausnahme bilden Bezieher von Sozialgeld nach § 28 Abs. 1 SGB II. In solchen Fällen kann der Mehrbedarf auch für eine schulische Ausbildung oder eine Ausbildung an einer Hochschule bezogen werden, sofern die Antragsteller Eingliederungshilfe nach § 54 Abs.1 und 2 SGB XII erhalten.
Der Mehrbedarf für erwerbsfähige Behinderte kann auch nach Ende der Maßnahmen innerhalb einer angemessenen Übergangszeit, wie etwa der Einarbeitungszeit, bis zu drei Monate weiter geleistet werden. Bei Vorliegen der Voraussetzungen kann die Leistung auch rückwirkend gewährt werden.
Alleinlebende erwerbsfähige Menschen mit Behinderung haben Anspruch auf einen Mehrbedarf in Höhe von 35 Prozent der maßgebenden Regelleistung (399 Euro). Das entspricht einem monatlichen Betrag in Höhe von 139,65 Euro. Volljährige erwerbsfähige behinderte Angehörige einer Bedarfsgemeinschaft erhalten 35 Prozent der 90-prozentigen maßgebenden Regelleistung (126,00 Euro). Sonstige erwerbsfähige behinderte Mitglieder einer Bedarfsgemeinschaft erhalten 35 Prozent der 80-prozentigen maßgebenden Regelleistung, also 112,00 Euro pro Monat. (ag)