Source: https://www.bfdi.bund.de/bfdi_forum/showthread.php?t=8388&s=accda84609144f909086e1fe1eda6655&p=53010
Timestamp: 2018-10-18 12:19:18
Document Index: 232112058

Matched Legal Cases: ['Art. 6', '§7', 'Art, 13', 'Art. 6', '§7', '§ 7']

Thema: Angebot per Mail versenden - und dann?
04.07.2018, 05:32 #1
Hallo, ein Messebesucher möchte nach einem Gespräch ein Angebot zugesandt bekommen, er gibt mir seine Visitenkarte mit Email. Ich sende ihm das Angebot(Art. 6 (1), b) per Email zu. Wie darf ich ihn nach 5 Wochen kontaktieren, wenn er nicht geantwortet hat - mit Email? §7 UWG?
Art, 13 erschlage ich mit einem Link in meiner Email-Signatur.
30.07.2018, 18:49 #2
Klingt für mich nach "vorvertragliche Maßnahmen". Also sollte Nachfragen völlig ok sein. Schwieriger wäre es dem (noch nicht Vertrags-) Kunden ohne Einwilligung (oder Vertrag) jetzt mit Direktwerbung per Mail zu kommen.
Art. 6 DSGVO (1) b) "die Verarbeitung ist für die Erfüllung eines Vertrags, dessen Vertragspartei die betroffene Person ist, oder zur Durchführung vorvertraglicher Maßnahmen erforderlich, die auf Anfrage der betroffenen Person erfolgen;"
Da bin leider selbst überfragt..ich würde dennoch eine weitere Frage hinzufügen - wäre sehr dankbar, wenn es jmd beantworten könnte und zwar tun wir uns wegen der neuen DSGVO-Verordnung schwer neue Kunden zu akquirieren. Vor DSGVO haben wir es immer mit der Kalt-Akquise gemacht, sprich wir haben die Kunden angerufen. Jetzt wissen wir nicht weiter wie wir vorgehen sollten.
08.08.2018, 07:42 #4
Zitat von juliankani
wegen der neuen DSGVO-Verordnung schwer neue Kunden zu akquirieren. Vor DSGVO haben wir es immer mit der Kalt-Akquise gemacht, sprich wir haben die Kunden angerufen.
Hm, ich bin jetzt nicht der Fachmann im Werberecht, aber das scheint mir auch vorher schon nicht OK gewesen zu sein!
Und der schon erwähnte §7 UWG gilt doch trotz DSGVO noch weiter?
08.08.2018, 08:38 #5
Ja, das UWG gilt weiter.
Kalt-Akquise ist im B2C Bereich sowieso nicht erlaubt, im B2B Geschäft im Grunde auch nicht.
Da kann man aber mit dem mutmaßlichen Interesse des Angerufenen am angebotenen Produkt oder der Leistung argumentieren.
Es muss dafür aber schon eine konkrete Grundlage geben - also das Produkt oder die Leistung mit dem Business des Angerufenen in irgendeiner Verbindung stehen.
Wenn man schon Kontakt hatte, dann funktioniert die Kontaktaufnahme auch über die Begründung "vorvertragliche Maßnahmen"/Anbahnung einer Geschäftsbeziehung.
Es darf die Grenze zur Belästigung aber auch hier nicht überschreiten.
Die Aufnahme in Newsletter Verteiler oder Mailinglisten funktioniert aber auch im B2B nur mit Einwilligung.
09.08.2018, 00:14 #6
Im B2B Bereich könnte man bei der telefonischen Kalt-Akquise die "mutmaßliche Einwilligung" [UWG § 7 (2) Nr.2] anführen - wurde mir in der Behörde (Landesbeauftragte für den Datenschutz) gesagt. Die muss aber Begründet sein. Sprich am besten Dokumentieren. Warum Kunde XY ein Interesse an Ihren Produtk/ Service haben könnte. Was unter "Interesse" zählt oder nicht, wollten Sie aber auch nicht genau sagen. Graubereich - die Gerichte dürfen dann darüber entscheiden.
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