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Timestamp: 2017-04-27 09:07:57
Document Index: 155286253

Matched Legal Cases: ['§ 246', '§ 242', '§ 77', '§ 247', '§ 11', '§ 202', '§ 205']

Briefgeheimnis / Unterschlagung in der Ehe - frag-einen-anwalt.de Hilfe & Kontakt
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24.11.2008 16:02 | Preis: ***,00 € |
Generelle Themen Beantwortet von Rechtsanwalt Johannes B. Kagerer
Daher meine Frage wie ich meinen Rechtsanspruch auf den zeitnahen/unversehrten Erhalt meiner Post (wenn ich diesen denn habe ?) vertreten lassen kann. Strafanzeige?
Unterschlagung Achtung Archiv
Das Verhalten ihrer Frau könnte eine Strafbarkeit nach § 246 StGB (Unterschlagung) oder § 242 StGB (Diebstahl) begründen. Die Straftat würde nur auf Antrag (§ 77 Abs. 1 StGB) verfolgt werden, wenn durch den Diebstahl oder die Unterschlagung ein Angehöriger verletzt wird oder der Verletzte mit dem Täter in häuslicher Gemeinschaft lebt. (vgl. § 247 StGB). Als Ehemann sind Sie jedenfalls als Angehöriger i. s. d. § 11 Abs. 1 Ziff. 1a) zu qualifizieren. Sie müsste als Antragsberechtigter den Strafantrag bis zum Ablauf einer Frist von 3 Monaten stellen. Die Frist beginnt mit dem Ablauf des Tages, an dem Sie als Berechtigter von der Tat und der Person des Täters Kenntnis erlangen. Es müssen konkrete Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Straftat vorliegen (sog. Anfangsverdacht), eine Vermutung ist nicht ausreichend. Daneben könnte eine Verletzung des Briefgeheimnisses (§ 202 Abs. 1 Nr. 1 StGB) einschlägig sein. Auch hier ist ein Strafantrag erforderlich. (vgl. § 205 Abs. 1 StGB)
Da Sie von einer psychologischen Behandlung ihrer Frau berichtet haben, die wieder abgebrochen wurde, ist es durchaus fragwürdig, ob hier ein Schuldausschließungsgrund gegeben sein könnte. Sie könnten bezüglich der strafrechtlichen Seite einen Rechtsanwalt für Strafrecht (Opferanwalt) einschalten, der ihre Rechte vertritt. Dieser könnte ggf. einen entsprechenden Strafantrag auch für Sie schriftlich aufsetzen und in einem Strafverfahren mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Ich hoffe Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben. Mit freundlichen Grüßen
RA J. Kagerer Königsallee 14
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