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Timestamp: 2016-10-25 03:22:38
Document Index: 293511671

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'BGE', 'Art. 22', 'Art. 11', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

A.________, 1955, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Gian Andrea Danuser, Freyastrasse 21, 8004 Z�rich,
Der 1955 geborene A.________ war seit August 1981 bei der Bauunternehmung E.________ AG als Maurer angestellt und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherung (SUVA) unfallversichert. Am 5. Dezember 1990 st�rzte er von einem Ger�st und zog sich hiebei eine Commotio cerebri, eine Kontusion/Distorsion der Hals-, Brust- und Lendenwirbels�ule, Vorderkantenfrakturen des elften Brustwirbelk�rpers, eine Thoraxkontusion, eine Rissquetschwunde okzipital links sowie einen posttraumatischen paroxysmalen Lagerungsnystagmus zu. In der Folge konnte der Versicherte nach dem Besuch eines Kranf�hrer-Kurses als Kranf�hrer arbeiten, wobei seine Arbeitsf�higkeit bei durchschnittlich 50 % lag (Bericht des Dr. med. G.________ vom 21. Januar 1993). Gem�ss Bericht des Kreisarztes Dr. med. W.________ vom 23. April 1993 war der Versicherte damit beruflich gut integriert. Mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verf�gung vom 25. Juni 1993 sprach ihm die SUVA ab 1. Juni 1993 eine Invalidenrente bei einer Erwerbsunf�higkeit von 50 % und eine Integrit�tsentsch�digung von 15 % zu. Vom 2. bis 23. Juli 1996 war der Versicherte in der Klinik R.________ und vom 10. bis 14. Juli 1997 im Spital X.________ hospitalisiert. Ab Februar 1997 bis Ende 1997 arbeitete der Versicherte im Reiseb�ro seines Bruders in K.________. Im Rahmen eines Revisionsverfahrens best�tigte die SUVA am 11. August 1997 die Weiterausrichtung der 50%igen Invalidenrente. Vom 28. Januar bis 18. Februar 1999 war der Versicherte in der Klinik Z.________ hospitalisiert. Diagnostiziert wurden ein chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom, ein Status nach spontaner Subarachnoidalblutung im Juli 1987, ein Status nach Sturz am 5. Februar (recte Dezember) 1990, eine Epicondylopathia humeri lateralis links sowie eine zunehmende depressive Entwicklung. Am 10. Januar/9. Februar 2000 meldete der Versicherte der SUVA, sp�testens seit 20. M�rz 1998 bestehe ein R�ckfall zum Unfall vom 5. Dezember 1990; er seit seither bis auf Weiteres voll arbeits- und erwerbsunf�hig. Die SUVA holte einen Bericht des Kreisarztes Dr. med. W.________ vom 16. Juni 2000 ein. Mit Verf�gung vom 26. Juni 2000 hielt sie fest, die seit 20. M�rz 1998 geklagten Beschwerden seien nicht kausal zum Unfall vom 5. Dezember 1990, weshalb keine weitergehende Leistungspflicht bestehe. Hiegegen erhoben der Versicherte und die Krankenkasse Helsana Einsprache. Mit Schreiben vom 23. Februar 2001 zog die SUVA ihre Verf�gung vom 26. Juni 2000 zur�ck, da weitere Abkl�rungen n�tig seien. In der Folge holte sie Gutachten des Neurologen Dr. med. L.________ vom 5. Juni 2001 und des Psychiaters Dr. med. M.________ vom 10. Juli 2001 ein. Mit Verf�gung vom 3. Dezember 2001 verneinte die SUVA ihre Leistungspflicht f�r die ab 20. M�rz 1998 geklagten Beschwerden, da ein Zusammenhang mit dem Ereignis vom 5. Dezember 1990 nicht �berwiegend wahrscheinlich sei. Kein rechtserheblicher Zusammenhang bestehe auch hinsichtlich der psychischen Beschwerden. Die Rentenverf�gung vom 25. Juni 1993 sei hierdurch nicht betroffen. Die dagegen vom Versicherten erhobene Einsprache wies die SUVA mit Entscheid vom 2. August 2002 ab.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt der Versicherte, in Aufhebung des kantonalen Entscheides sei ihm wegen R�ckfalls ab 20. M�rz 1998 eine ganze SUVA-Rente zuzusprechen; eventuell sei die Sache zum Entscheid �ber das Vorliegen eines ad�quaten Kausalzusammenhangs zwischen dem R�ckfall und dem urspr�nglichen Unfall an die Vorinstanz zur�ckzuweisen; subeventuell sei ihm gest�tzt auf den erlittenen R�ckfall ab 20. M�rz 1998 eine SUVA-Rente von 25 % zuzusprechen; subsubeventuell sei die Sache an die Vorinstanz zur�ckzuweisen zwecks Durchf�hrung einer Expertise zur Frage, inwieweit das vorhandene Schmerzsyndrom zu einer Erh�hung seiner Invalidit�t f�hre.
Das kantonale Gericht hat die gesetzliche Bestimmung �ber den Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 UVG) und die Grunds�tze zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod; BGE 127 V 102, 123 V 45 Erw. 2b und 103 Erw. 3d, 119 V 337 Erw. 1, 118 V 290 Erw. 1c, je mit Hinweisen) richtig wiedergegeben. Zutreffend sind auch die Ausf�hrungen zu den Begriffen R�ckfall und Sp�tfolge als besondere revisionsrechtliche Tatbest�nde (Art. 22 UVG und Art. 11 UVV; BGE 119 V 478 Erw. 1b/aa, 118 V 296 f. E 2c; SVR 2003 UV Nr. 14 S. 43 Erw. 4; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327 Erw. 2, 1989 Nr. U 65 S. 70) sowie zum Dahinfallen der kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 Erw. 2, 1994 Nr. U 206 S. 328 Erw. 3b, SVR 2000 UV Nr. 15 S. 49 Erw. 2c, je mit Hinweisen). Richtig sind auch die Ausf�hrungen zu dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 153 Erw. 2.1 mit Hinweisen), zum Grundsatz der freien Beweisw�rdigung und zum Beweiswert �rztlicher Berichte und Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3a; AHI 2001 S. 113 Erw. 3a) sowie zur Zul�ssigkeit einer antizipierten Beweisw�rdigung unter dem Gesichtspunkt des rechtlichen Geh�rs (BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d, je mit Hinweisen; SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b). Beizupflichten ist im Weiteren den Erw�gungen der Vorinstanz, dass das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 nicht anwendbar ist (BGE 129 V 4 Erw. 1.2). Darauf wird verwiesen.
Der Neurologe Dr. med. L.________ stellte im Gutachten vom 5. Juni 2001 folgende Diagnose: Status nach Sturz am 5. Dezember 1990 mit: Commotio cerebri, Vorderkantenfraktur BWK 11, Kontusion /Distorsion von HWS, BWS und LWS sowie paroxysmalem Lagerungsschwindel; im Verlauf: chronisches cervico-cephales und panvertebrales Schmerzsyndrom bei Wirbels�ulenfehlhaltung und -fehlform (vorbestehender M. Scheuermann) sowie muskul�rer Dysbalance; depressive Entwicklung sowie Verdacht auf somatoforme Schmerzst�rung; Status nach spontaner Subarachnoidalblutung 7/87 (Angiographie negativ 7/97); Adipositas.
Gem�ss den Berichten des Dr. med. G.________ vom 21. Januar 1993 und des Kreisarztes Dr. med. W.________ vom 23. April 1993 war der Versicherte als Kranf�hrer zu 50 % arbeitsf�hig. Gem�ss letztgenanntem Bericht war dem Versicherten zudem eine leichte wechselbelastende T�tigkeit ganztags zumutbar. Dies f�hrte zur Ausrichtung einer 50%igen Invalidenrente (Verf�gung vom 25. Juni 1993). Aufgrund des Gutachtens des Dr. med. L.________ ist der Versicherte unter Ber�cksichtigung der unfallbedingten Beschwerden organischer Genese als Kranf�hrer zu 80 % arbeitsf�hig; wechselnd belastende T�tigkeiten ohne Tragen schwererer Lasten sind ihm zu 100 % zumutbar. Demnach ist eine Verschlimmerung der objektivierbaren somatischen Folgen des Unfalls vom 5. Dezember 1990 nicht nachgewiesen.
Da ein R�ckfall einen besonderen revisionsrechtlichen Tatbestand darstellt (BGE 118 V 297 Erw. 2d) und die Voraussetzungen einer Revision eindeutig nicht gegeben sind, kann an sich dahingestellt bleiben, ob �berhaupt ein R�ckfall im technischen Sinne vorliegt, was die Vorinstanz verneint.
Was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde aus dem Gutachten des Dr. med. L.________ abgeleitet wird, ist nicht durchschlagend. Dieser Arzt �ussert sich abschliessend zu den unfallbedingten Beschwerden organischer Genese. Aus dem Umstand, dass er den Versicherten als "glaubhaft leidend" beschreibt und den Unfall als "ausl�sendes Moment" f�r den aktuellen Zustand bezeichnet, kann entgegen dem Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht auf eine "ganz klare Unfallkausalit�t" der als R�ckfall vorgebrachten Beschwerden geschlossen werden. Vielmehr ist zu beachten, dass Dr. med. L.________ aus somatischer Sicht lediglich die laufende 50%ige Berentung (Verf�gung vom 25. Juni 1993) als gerechtfertigt erachtet; eine weitergehende Einschr�nkung m�sse psychiatrisch begr�ndet werden (dazu Erw. 3 hienach).
3.1 Der Psychiater Dr. med. M.________ diagnostizierte in der Expertise vom 10. Juli 2001 eine schwere depressive Episode, wobei die psychisch akzentuiert angegebenen Schmerzen einem depressiven �quivalent entspr�chen. Es handle sich mithin mehr als nur um eine anhaltende somatoforme Schmerzst�rung. Das psychische Beschwerdebild sei in den ersten Wochen und Monaten nach dem Unfall von der �ngstlichkeit und Sorge des Versicherten um sich und seine Familie gepr�gt gewesen. Es sei dabei auch zu einem narzisstischen Einbruch mit leichteren depressiven Symptomen gekommen. Auf dieser Basis sei es dann Jahre sp�ter zu einer g�nzlichen depressiven Dekompensation im Zusammenhang mit den schwindenden Lebenszielen des Versicherten durch die Kosovokrise gekommen.
3.2 Die SUVA hat die Ad�quanz von psychischen Sp�tfolgen gepr�ft, verneint und die Frage der nat�rlichen Kausalit�t unbeantwortet gelassen.
Das kantonale Gericht hat demgegen�ber die nat�rliche Kausalit�t untersucht und diese verneint. Es hat sich entgegen der SUVA im Einspracheentscheid mit dem f�r die Leistungspflicht der Unfallversicherung weiter vorausgesetzten ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen dem versicherten Unfall vom 5. Dezember 1990 und der sp�ter eingetretenen psychischen Fehlentwicklung mit Einschr�nkung der Arbeits- und Erwerbsf�higkeit nicht befasst.
Damit steht im Zentrum die Frage, ob der versicherte Unfall zumindest eine relevante Teilursache f�r den psychischen Gesundheitsschaden des Beschwerdef�hrers darstellt, der nach fach�rztlicher Beurteilung des Dr. med. M.________ die Arbeitsf�higkeit beeintr�chtigt, was f�r die Bejahung des f�r die Leistungspflicht der Unfallversicherung zun�chst erforderlichen nat�rlichen Kausalzusammenhangs gen�gen w�rde (BGE 121 V 329 Erw. 2a).
Der vorinstanzlichen Auffassung ist beizupflichten, wonach ein nat�rlicher Kausalzusammenhang zwischen dem versicherten Unfall und den sich erst Jahre sp�ter zu einer depressiven Episode ausweitenden psychischen Beschwerden nicht gegeben ist. Je gr�sser der zeitliche Abstand zwischen Unfall und Eintritt psychischer St�rungen ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des nat�rlichen Kausalzusammenhangs zu stellen. (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 Erw. 1c; Urteil S. vom 9. April 2002 Erw. 1b, U 368/01; unver�ffentlichtes Urteil A. vom 14. Januar 1999 Erw. 4b, U 146/98). Bei konkurrierenden Ursachen kommt einem �rztlich als Ausl�ser bezeichneten Faktor nicht ohne weiteres die Bedeutung einer relevanten Teilursache zu (unver�ffentlichtes Urteil B. vom 23. Dezember 1991 Erw. 4a, U 73/89). Eine differenzierte Lesart der Expertise des Dr. med. M.________ vom 10. Juli 2001 erlaubt es nicht, zwischen dem Unfall und den aktuellen psychischen Beschwerden nach dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit eine nat�rliche Kausalit�t, auch nicht im Sinne der Teilkausalit�t, zu bejahen. Die vorinstanzliche Beweisw�rdigung und die daraus gezogenen Rechtsschl�sse halten einer �berpr�fung stand.
Nach dem Gesagten ist auf Beweiserg�nzungen in medizinischer Hinsicht zu verzichten, da der rechtserhebliche Sachverhalt hinreichend erstellt ist und von weiteren Abkl�rungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 124 V 94 Erw. 4b; SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b).