Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=05.05.1958&Aktenzeichen=II%20ZR%20245/56
Timestamp: 2019-10-15 20:23:40
Document Index: 265320485

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 26', 'BGH', '§ 626', 'BGH', 'BGH', '§ 723', '§ 38', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 05.05.1958 - II ZR 245/56 - dejure.org
https://dejure.org/1958,90
BGH, 05.05.1958 - II ZR 245/56 (https://dejure.org/1958,90)
BGH, Entscheidung vom 05.05.1958 - II ZR 245/56 (https://dejure.org/1958,90)
BGH, Entscheidung vom 05. Mai 1958 - II ZR 245/56 (https://dejure.org/1958,90)
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Kündigungsgründe - Dienstverpflichteter - Kündigungserklärung - Nachträgliche Geltendmachung
Nachträgliche Geltendmachung vorhandener, dem Kündigenden aber nicht bekannter Kündigungsgründe
BGHZ 27, 220
NJW 1958, 1136
VersR 1959, 307
BB 1958, 667
DB 1958, 687
JR 1959, 17
cc) Schließlich rechtfertigt der erstmals im gerichtlichen Verfahren erhobene Vorwurf (zum Nachschieben wichtiger bei Beschlußfassung vorliegender Gründe vgl. BGHZ 27, 220, 225;… BGH, Urt. v. 14. Oktober 1991, II ZR 239/90, NJW-RR 1992, 292, 293 f; BayObLG, NJW-RR 2001, 445, 446; OLG Düsseldorf, ZMR 1997, 485, 487;… Staudinger/Bub, aaO, § 26 WEG Rdn. 392 m.w.N.), die Antragstellerin habe ohne Rücksprache der Wohnungseigentümergemeinschaft die Instandhaltungsrücklage in Form eines Bausparvertrags angelegt, ebenfalls keine sofortige Abberufung.
Die Angabe eines Kündigungsgrundes gehört nicht zum notwendigen Inhalt der Kündigungserklärung (Senat, BGHZ 27, 220, 225), wie sich auch aus § 626 Abs. 2 Satz 3 BGB ergibt.
Ein Nachschieben von in der Kündigungserklärung nicht angegebenen Gründen ist zulässig, wenn die Gründe im Zeitpunkt der Kündigung objektiv bereits vorlagen, d.h. nicht erst später eingetreten sind, und die Mitgesellschafter mit ihrer nachträglichen Geltendmachung rechnen mussten (vgl. BGH, Urteil vom 5. Mai 1958 - II ZR 245/56, BGHZ 27, 220, 225 f.;… MünchKommBGB/Ulmer/Schäfer, 5. Aufl., § 723 Rn. 24 m.w.N.).
b) Nach der Rechtsprechung des Senats ist die Zulässigkeit des Nachschiebens von Gründen bei einem Widerruf der Organstellung im allgemeinen nach denselben Grundsätzen zu beurteilen wie bei der Kündigung eines Dienstvertrages aus wichtigem Grund (vgl. Urteil vom 14. Oktober 1968 - II ZR 84/67, LM GmbHG § 38 Nr. 4 betreffend die Abberufung eines Geschäftsführers und die dortige Verweisung auf die Entscheidung BGHZ 27, 220, welche die fristlose Kündigung des Anstellungsverhältnisses eines Handelsvertreters zum Gegenstand hat).
Denn der Senat stellt zugleich im Anschluß an diese ausschließlich durch die Lage des seinerzeit zur Entscheidung stehenden Falles bedingten Ausführungen eindeutig klar (…aaO. Bl. 1 R unten), daß diese "Liniengleichheit" nicht unabdingbare Voraussetzung für das Nachschieben anderer Gründe ist, indem er darauf verweist, "daß eine Entlassung grundsätzlich noch nachträglich mit Gründen gerechtfertigt werden kann, die bei ihrem Ausspruch bereits vorgelegen haben, aber aus Unkenntnis oder anderen Gründen nicht geltend gemacht worden sind (vgl. BGHZ 27, 220)".
Eine über die in BGHZ 27, 220 gemachte Ausnahme hinausgehende Einschränkung des Rechts zum Nachschieben von Widerrufsgründen ist deshalb aus Gesichtspunkten, die sich aus der Eigenart der Abberufung und der Auseinandersetzung über ihre Begründetheit ergeben, nicht zu rechtfertigen.
Abgesehen davon, daß diese Rechtsauffassung für den Rücktritt von einem Chartervertrag ausgesprochen worden ist, steht die höchstrichterliche Rechtsprechung jedenfalls für eine fristlose Kündigung seit langem auf dem Standpunkt, daß Kündigungsgründe nicht angegeben zu werden brauchen und die Angabe eines bestimmten Kündigungsgrundes das "Nachschieben" von zur Zeit der Kündigung vorliegenden Gründen nicht ausschließt (BGHZ 27, 220, 225; 40, 13; zum Mietvertrag Senatsurteile vom 28. Mai 1975 - VIII ZR 70/74 = WM 1975, 897 unter IV 3 a und vom 28. November 1979 - VIII ZR 302/78 = WM 1980, 312 unter B II 1 a aa).
Sollte das noch nicht genügen, konnte die Klägerin die versteckte Innenprovision mit der Klage als Kündigungsgrund nachschieben, denn angesichts des benannten Kündigungsgrundes konnten weder die Fondsgesellschaft noch die Beklagte davon ausgehen, dass sich die Klägerin auf die bisher bekannten Vorwürfe beschränken würde (vgl. hierzu für die Kündigung eines Handelsvertretervertrags aus wichtigem Grund: BGHZ 27, 220, 225).
BGH, 24.05.1984 - IX ZR 149/83
BGH, 12.06.1963 - VII ZR 272/61
Kündigung des Handelsvertretervertrages aufgrund eines zum Zeitpunkt der …
BGH, 16.05.1963 - VII ZR 16/62
BGH, 01.02.1961 - VIII ZR 10/60
BayObLG, 21.10.1999 - 2Z BR 97/99
BGH, 14.10.1959 - V ZR 101/59
Heimfallanspruch des Heimstättengebers
BGH, 24.03.1959 - VIII ZR 39/58
OLG München, 14.07.1998 - 19 U 4983/96
Kündigung eines Gesellschaftsvertrages zur gemeinschaftlichen Berufsausübung; …
BGH, 14.10.1968 - II ZR 84/67
Wirksamkeit eines Gesellschafterbeschlusses über die Abberufung des …
BGH, 09.01.1964 - VII ZR 107/62
BGH, 29.05.1963 - VIII ZR 149/61
BGH, 19.05.1970 - VI ZR 6/69
Wirksame fristlose Kündigung eines Beratungsvertrages - Vorliegen eines …
BGH, 10.10.1968 - VII ZR 116/66
Fristlose Kündigung bei Vorliegen einer erheblichen Vertragsverletzung - …
BGH, 14.04.1960 - VII ZR 39/59
BGH, 11.04.1960 - II ZR 140/58
Bestehen eines Ausgleichsanspruchs bei Vorliegen eines wichtigen Grundes für eine …
BGH, 17.03.1960 - VII ZR 57/59