Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201996,%203205
Timestamp: 2020-05-30 10:17:27
Document Index: 281192165

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 1004', 'BGH', '§ 862', 'BGH', '§ 823', 'BGH', '§ 909', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 765', '§ 766', '§ 9', '§ 765', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 767', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 831', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 831', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: NJW 1996, 3205 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 24.09.1996
Die Vorschrift enthält keine Anspruchsgrundlage, sondern formuliert ein Verbot, welches nach Maßgabe des § 1004 Abs. 1 BGB (BGHZ 85, 375, 384), des § 862 Abs. 1 BGB (BGHZ 147, 45, 51) oder nach § 823 Abs. 2 BGB (…BGH, Urt. v. 15.2.2008 - V ZR 17/07, MDR 2008, 559; Urt. v. 12.7.1996 - V ZR 280/94, NJW 1996, 3205, 3206) durchzusetzen ist (…siehe auch Lemke, in: P/W/W, BGB, 4. Aufl., § 909 Rdnr. 8).
https://dejure.org/1996,1169
BGH, 24.09.1996 - IX ZR 316/95 (https://dejure.org/1996,1169)
BGH, Entscheidung vom 24.09.1996 - IX ZR 316/95 (https://dejure.org/1996,1169)
BGH, Entscheidung vom 24. September 1996 - IX ZR 316/95 (https://dejure.org/1996,1169)
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Unwirksamkeit einer weiten Zweckerklärung bei der Bürgschaft - Wahrung der Schriftform einer Bürgschaft
Wirksamkeit der weiten Zweckerklärung bei Verbürgung eines GmbH-Geschäftsführers für Schulden der GmbH
BGB § 765, BGB § 766
Wirksamkeit einer weiten Zweckerklärung beim GmbH-Geschäftsführer
Weite Bürgschaftszweckerklärung beim GmbH-Geschäftsführer als Bürgen
Prof. Dr. Lorenz (Kurzinformation und Leitsatz)
Zweckerklärung in AGB bei Bürgschaft des GmbH-Geschäftsführers
AGBG § 9; BGB §§ 765, 767
ZIP 1997, 449
Wer dagegen aufgrund seiner Stellung als Allein- oder Mehrheitsgesellschafter oder Geschäftsführer der Hauptschuldnerin den Umfang der Kreditaufnahme bestimmen kann, wird durch eine solche Formularbestimmung in seinen schutzwürdigen Belangen nicht unbillig beeinträchtigt (BGHZ 130, 19, 30; 132, 6, 9; BGH, Beschl. v. 24. September 1996 - IX ZR 316/95, NJW 1996, 3205;… Urt. v. 10. November 1998 - XI ZR 347/97, ZIP 1998, 2145).
Zwar entspricht es der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zum Bürgschaftsrecht, daß Geschäftsführer und Gesellschafter, die maßgeblichen Einfluß auf die Art und Höhe der verbürgten Geschäftsverbindlichkeiten der Gesellschaft haben, von einer weiten Zweckerklärung in Allgemeinen Geschäftsbedingungen regelmäßig nicht überrascht werden, die die Bürgenhaftung über den konkreten Anlaß der Kreditaufnahme hinaus auf weitere Forderungen erstreckt (siehe etwa BGHZ 130, 19, 30; BGH, Urteil vom 24. September 1996 - IX ZR 316/95, ZIP 1997, 449 m.w.Nachw.).
Der Geschäftsführer und Mehrheitsgesellschafter einer GmbH, der sich für deren künftige Verbindlichkeiten verbürgt, bedarf des Schutzes des § 767 Abs. 1 Satz 3 BGB nicht, weil er eine Erweiterung seines Haftungsrisikos vermeiden kann (vgl. BGHZ 130, 19, 30 [BGH 18.05.1995 - IX ZR 108/94]; BGH, Beschl. v. 24. September 1996 - IX ZR 316/95, ZIP 1997, 449).
Die Haftung des Geschäftsherrn ist nur gerechtfertigt, wenn er die Gefahr eines Schadens durch den Einsatz einer Hilfsperson erhöht hat (…vgl. Staudinger, Kommentar zum BGB, Neubearbeitung 2008, Rn. 76 zu § 831 BGB; BGH NJW 1996, 3205).
Sind mehrere Geschäftsführer vorhanden, die nach der Satzung einzeln zur Geschäftsführung und Vertretung berufen sind, so kann jeder Geschäftsführer eine Ausweitung des Kredits, für den er sich verbürgt hat, im Innenverhältnis von seiner Zustimmung abhängig machen (BGH NJW 1996, 3205; BGH WM 1968, 1329).
Dazu wäre sie aber verpflichtet gewesen, weil sich der Geschäftsherr auch insoweit von einer Haftung nach § 831 BGB entlasten muss (BGH NJW 1996, 3205, 3206).
Dass der Alleingeschäftsführer einer GmbH unabhängig von einer gleichzeitigen Gesellschafterstellung grundsätzlich die Möglichkeit hat, zu bestimmen, in welchem Umfang die Hauptschuldnerin Kredite aufnimmt, wurde und wird in der Rechtsprechung des BGH nicht in Frage gestellt (z.B. NJW 1996, 3205; ZIP 1998, 2145;… Nobbe, Bankrecht, Rz. 1165 m.w.Nachw.).
Die Gesellschafter können den Geschäftsführer nur dann zu einer von ihm nicht mitgetragenen Kreditausweitung verpflichten, wenn sichergestellt ist, dass seine Bürgschaftsverpflichtung dadurch nicht ausgeweitet wird; ggf. kann der Geschäftsführer vor der Kreditausweitung seine Bürgschaft kündigen (vgl. BGH NJW 1996, 3205; OLG Köln, GmbHR 1999, 340).
Entsprechendes gilt, wenn sich ein zu 50 % an einer GmbH beteiligter Gesellschafter, der zugleich deren Prokurist ist, für deren Schulden verbürgt (im Anschluss an BGH NJW 96, 3205).
Wie der BGH in seiner Entscheidung vom 24.09.1996 (NJW 96, 3205 - vgl. auch BGH NJW 95, 2553 [2555]) ausdrücklich entschieden hat, ist diese Rechtsprechung grundsätzlich nicht anwendbar, wenn sich ein Geschäftsführer für Schulden seiner GmbH verbürgt; denn der Bürge hat als Geschäftsführer der Hauptschuldnerin regelmäßig auch Einfluß auf Art und Höhe ihrer Kreditverbindlichkeiten.
BGH, 23.01.1997 - IX ZR 90/96