Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F06-04-2011-5A_354-2010
Timestamp: 2016-10-26 21:08:52
Document Index: 140452151

Matched Legal Cases: ['Art. 172', 'Art. 72', 'Art. 90', 'BGE', 'BGE', 'Art. 98', 'Art. 106', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 176', 'Art. 176', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68']

vertreten durch Rechtsanw�ltin HSG Nicole Nobs,
Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen, Einzelrichter im Familienrecht, vom 31. M�rz 2010.
X.________ (Jahrgang 1967) und Y.________ (Jahrgang 1968) heirateten am 9. M�rz 2000. Sie sind die Eltern der zwei unm�ndigen Kinder A.________ (geboren 2000) sowie B.________ (geboren 2001).
Die Ehefrau widmete sich vorwiegend der Kinderbetreuung, w�hrend der Ehemann in einem Vollzeitpensum erwerbst�tig war. Am 6. Mai 2008 erfolgte die Trennung. Mit dringlicher Anordnung vom 7. Mai 2008 stellte die Eheschutzrichterin des Kreisgerichts St. Gallen die beiden Kinder in die Obhut des Ehemannes, da die Ehefrau zusammen mit ihrem damaligen neuen Freund anscheinend einen Wegzug nach Frankreich plante (in der Folge aber nie vollzog). Mit Entscheid vom 4. M�rz 2009 wurden die famili�ren Verh�ltnisse abschliessend geregelt: Gest�tzt auf einen eingeholten Sozialbericht beliess die Eheschutzrichterin die Kinder in der Obhut des Ehemannes. Sie anerkannte zwar die "grunds�tzlich nicht umstrittenen Erziehungsf�higkeiten" der Mutter, stellte aber entscheidend darauf ab, dass der Vater weniger dazu neige, um die Kinder zu k�mpfen und sie f�r sich zu vereinnahmen. Sodann regelte die Eheschutzrichterin insbesondere das Recht der Ehefrau auf Kontakt mit den Kindern, ordnete in diesem Zusammenhang eine Beistandschaft an, wies das eheliche Einfamilienhaus dem Ehemann und den Kindern zur alleinigen Nutzung zu und verpflichtete den Ehemann zu folgenden Unterhaltszahlungen: Fr. 3'125.-- vom 1. Mai 2008 bis zum 30. April 2009; Fr. 1'455.-- vom 1. Mai 2009 bis zum 30. April 2010 sowie Fr. 255.-- ab 1. Mai 2010.
Gegen diesen Entscheid rekurrierten beide Ehegatten an das Kantonsgericht St. Gallen. Mit Zwischenentscheid vom 16. April 2009 regelte der Einzelrichter das Kontaktrecht der Ehefrau neu und ordnete seinerseits eine Beistandschaft zwecks Kinder�bergabe sowie zur Vermittlung an. Im Mai 2009 wurde beim Kinder- und Jungendpsychiatrischen Dienst des Kantons Z�rich (Dienststelle C.________) ein Gutachten zur Obhutsfrage in Auftrag gegeben. Anfangs Februar 2010 lag dieses vor. Das von einer Ober�rztin und zwei Psychologinnen erstellte Gutachten kam zum Schluss, dass die beiden Kinder in die Obhut der Mutter zu stellen seien. Mit Entscheid vom 31. M�rz 2010 stellte der Einzelrichter im Familienrecht des Kantonsgerichts St. Gallen die beiden Kinder - entgegen der gutachterlichen Empfehlung - in die Obhut des Ehemannes, regelte das Besuchs- und Ferienrecht der Ehefrau und verpflichtete den Ehemann, der Ehefrau monatlich im Voraus folgende Ehegattenunterhaltsbeitr�ge zu bezahlen: Fr. 3'000.-- ab 7. Mai 2008, Fr. 2'350.-- ab 1. Januar 2010 sowie Fr. 1'600.-- ab 1. Juli 2010; im �brigen best�tigte er den vorinstanzlichen Entscheid (betreffend Beistandschaft, Wohnungszuweisung sowie Kostenverlegung).
Mit Beschwerde in Zivilsachen vom 6. Mai 2010 gelangt die Ehefrau (nachfolgend Beschwerdef�hrerin) an das Bundesgericht und verlangt im Wesentlichen, die Zuteilung der Obhut �ber die beiden Kinder unter gleichzeitiger Regelung des Besuchs- und Ferienrechts des Beschwerdegegners (Ziff. 1), einen Ehegattenunterhaltsbeitrag von monatlich Fr. 4'300.-- sowie einen Kinderunterhaltsbeitrag von Fr. 800.-- pro Kind (Ziff. 2), die Zuweisung des ehelichen Einfamilienhauses (Ziff. 3), die vorinstanzliche Kostentragung gem�ss Verfahrensausgang (Ziff. 4), die aufschiebende Wirkung (Ziff. 5), einen Prozesskostenvorschuss f�r das bundesgerichtliche Verfahren von Fr. 6'000.-- (Ziff. 6) sowie eventualiter die unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung ihrer Rechtsvertreterin (Ziff. 7).
Mit Verf�gung vom 11. Mai 2010 wies die Pr�sidentin der II. zivilrechtlichen Abteilung die Gesuche um aufschiebende Wirkung sowie um vorsorgliche Massnahmen ab, sistierte das Verfahren bis zum Entscheid �ber den Prozesskostenvorschuss, f�r den der kantonale Massnahmerichter zust�ndig ist, und hielt fest, dass �ber das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gegebenenfalls sp�ter entschieden werde. Mit Entscheid vom 25. Oktober 2010 verpflichtete das Kantonsgericht St. Gallen, den Beschwerdegegner zur Leistung eines Prozesskostenvorschusses von Fr. 6'000.-- f�r das Verfahren vor Bundesgericht.
Mit Eingabe vom 14. Dezember 2010 unterbreitete die Beschwerdef�hrerin dem Bundesgericht neue Tatsachenbehauptungen und Beweismittel.
1.1 Angefochten ist ein letztinstanzlicher Entscheid �ber die Anordnung von Massnahmen zum Schutz der ehelichen Gemeinschaft (Art. 172 ff. ZGB). Es handelt sich dabei um einen Endentscheid in Zivilsachen (Art. 72 Abs. 1 BGG und Art. 90 BGG; BGE 133 III 393 E. 4 S. 395 f.). Erst als Folge der Kinderzuteilung geht es auch um die Unterhaltsbeitr�ge. Familienrechtliche Klagen mit finanziellen Nebenfolgen gelten als nicht verm�gensrechtliche Streitigkeiten, wenn die Regelung dieser Folgen notwendiger Bestandteil des Entscheides �ber die nicht verm�gensrechtliche Streitigkeit ist (Urteil 5A_108/2007 vom 11. Mai 2007 E. 1.2). Damit sind die Voraussetzungen f�r die Beschwerde in Zivilsachen gegeben.
1.2 Eheschutzentscheide sind Entscheide �ber vorsorgliche Massnahmen (BGE 133 III 393 E. 5 S. 396 f.). Nach Art. 98 BGG kann demnach nur die Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte ger�gt werden. Zur Anwendung gelangt das strenge R�geprinzip (Art. 106 Abs. 2 BGG). Es muss klar und detailliert anhand der Erw�gungen des angefochtenen Entscheides dargelegt werden, inwiefern verfassungsm�ssige Rechte verletzt worden sein sollen. Auf rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt das Bundesgericht nicht ein (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399 f.; 133 III 589 E. 2 S. 591 f.).
Wird eine Verletzung des Willk�rverbots geltend gemacht, muss im Einzelnen aufgezeigt werden, in welcher Hinsicht der Entscheid an einem qualifizierten und offensichtlichen Mangel leidet. Es reicht nicht aus, die Rechtslage aus Sicht des Beschwerdef�hrers darzulegen und den davon abweichenden angefochtenen Entscheid als willk�rlich zu bezeichnen (BGE 130 I 258 E. 1.3 S. 261 f.; 134 II 244 E. 2.2 S. 246).
Es ist nicht Aufgabe des Bundesgerichts, Beweise abzunehmen und Tatsachen festzustellen, �ber die sich das kantonale Sachgericht nicht ausgesprochen hat (BGE 136 III 209 E. 6.1 S. 214). Neue Beweismittel d�rfen vor Bundesgericht einzig soweit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gab (Art. 99 Abs. 1 BGG). In der Beschwerde ist darzulegen, inwiefern diese Voraussetzungen f�r die Abnahme neuer Beweismittel erf�llt sind (BGE 133 III 393 E. 3 S. 395; 134 V 223 E. 2.2.1 S. 226 f.).
Soweit die Beschwerdef�hrerin im bundesgerichtlichen Verfahren neue Behauptungen aufgestellt bzw. Beweismittel eingereicht hat, ist darauf nicht einzutreten.
2.1 Strittig ist im vorliegenden Fall prim�r die Obhut �ber die beiden gemeinsamen Kinder. Mangels entsprechender Eventualantr�ge sind alle weiteren vorliegend strittigen Punkte (Besuchsrecht, Ferienrecht, Ehegattenunterhalt, Kinderunterhalt, Zuweisung des Einfamilienhauses sowie Verteilung der vorinstanzlichen Kosten) nur unter der Voraussetzung zu pr�fen, dass die Beschwerdef�hrerin in der Obhutsfrage obsiegt.
2.2 Das mit der "Regelung des Getrenntlebens" (Marginalie zu Art. 176 ZGB) befasste Eheschutzgericht trifft nach den Bestimmungen �ber die Wirkungen des Kindesverh�ltnisses die n�tigen Massnahmen, wenn die Ehegatten unm�ndige Kinder haben (Art. 176 Abs. 3 ZGB). F�r die Zuteilung der Obhut an einen Elternteil gelten grunds�tzlich die gleichen Kriterien wie im Scheidungsfall. Nach der Rechtsprechung hat das Wohl des Kindes Vorrang vor allen anderen �berlegungen, insbesondere vor den W�nschen der Eltern.
Vorab muss die Erziehungsf�higkeit der Eltern gekl�rt werden. Ist diese bei beiden Elternteilen gegeben, sind vor allem Kleinkinder und grundschulpflichtige Kinder demjenigen Elternteil zuzuteilen, der die M�glichkeit hat und dazu bereit ist, sie pers�nlich zu betreuen. Erf�llen beide Elternteile diese Voraussetzung ungef�hr in gleicher Weise, kann die Stabilit�t der �rtlichen und famili�ren Verh�ltnisse ausschlaggebend sein. Unter Umst�nden kann die M�glichkeit der pers�nlichen Betreuung auch dahinter zur�cktreten (Urteil 5C.212/2005 vom 25. Januar 2006 E. 4.2 und 4.4.1, in: FamPra.ch 2006 S. 753 ff.). Schliesslich ist - je nach Alter der Kinder - ihrem eindeutigen Wunsch Rechnung zu tragen. Diesen Kriterien lassen sich die weiteren Gesichtspunkte zuordnen, namentlich die Bereitschaft eines Elternteils, mit dem anderen in Kinderbelangen zusammenzuarbeiten oder die Forderung, dass eine Zuteilung der Obhut von einer pers�nlichen Bindung und echter Zuneigung getragen sein sollte (vgl. BGE 115 II 206 E. 4a S. 209; 115 II 317 E. 2 und 3 S. 319 ff.; 117 II 353 E. 3 S. 354 f.; BGE 5A_798/2009 vom 4. M�rz 2010 E. 5.3).
3.1 Im Zusammenhang mit der Obhutsfrage stellte die Vorinstanz in tats�chlicher Hinsicht Folgendes fest:
Im Mai 2009 wurde beim Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst des Kantons Z�rich (Dienststelle C.________) ein Gutachten zur Beziehung zwischen Eltern und Kindern in Auftrag gegeben. Mitte 2009 berief die Vorinstanz einen runden Tisch ein, an dem sich die Eltern, deren Vertreter, die Gutachterin sowie der Beistand unter der Leitung des Kantonsgerichts beteiligten. Dabei trafen die Parteien mehrere Abmachungen zur Verbesserung der Verh�ltnisse. Wenige Stunden sp�ter ver�ngstigte die Mutter die Kinder mit einem dramatischen Auftritt vor dem Haus des Vaters. Aufgrund dieses Ereignisses wurde der Kontakt mit der Mutter einstweilen sistiert und erst mit einzelrichterlicher Verf�gung vom 29. September 2009 wieder aufgenommen.
Anfangs Februar 2010 lag das Gutachten vor; es empfahl, die Kinder in die Obhut der Mutter zu stellen, da sie eher f�r eine pers�nliche Betreuung sorgen k�nne und mehr Toleranz gegen�ber dem anderen Elternteil aufbringe. Weiter wurde die Aufnahme einer Elternberatung und die Weiterf�hrung der Beistandschaft vorgeschlagen. Etwa zur selben Zeit verbrachten die Kinder mit der Mutter Ferien in einem Wintersportort. Der Ferienaufenthalt musste auf dringenden Wunsch der Kinder vorzeitig abgebrochen werden. Seither will der Knabe der Mutter nicht mehr begegnen, und das M�dchen besucht sie nach einem Unterbruch von mehreren Wochen nur noch tageweise. Die Gutachterin hat diesen Vorfall nicht mehr untersuchen und keine Schl�sse daraus ziehen k�nnen.
Zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids (d.h. am 31. M�rz 2010) lebten die Kinder bereits seit rund 23 Monaten beim Beschwerdegegner. W�hrend dieser Zeit erschwerten mehrere Zwischenf�lle die Wiederann�herung der Kinder an die Mutter. Beide Seiten haben in individueller Weise auf den fortgesetzten Partnerkonflikt reagiert, was ihre Erziehungsf�higkeiten in unterschiedlicher Art beeintr�chtigt hat. Gem�ss den von der Vorinstanz f�r zutreffend erachteten Feststellungen der Gutachterin hat sich die Ehefrau unter dem Einfluss der erlittenen Kr�nkungen und dem dadurch ausgel�sten emotionalen Stress zu mitunter spektakul�ren Angriffen auf den Ehemann hinreissen lassen, wobei die Kinder einzelne Szenen miterlebten. Der Ehemann seinerseits hat die Kinder in den Partnerschaftskonflikt einbezogen. Er hat mit Unterst�tzung seines Umfelds die Mutter und ihre Verhaltensweisen abgewertet und den Kindern so ein negatives Elternbild vermittelt. Beide Kindern �ussern den Wunsch, beim Vater bleiben zu k�nnen, und sind derzeit nicht oder nur schwer dazu zu bewegen, Kontakt mit der Mutter zu halten.
Das Gutachten wollte indes auf diesen klar ge�usserten Kindeswillen nicht abstellen, da die damals acht bzw. neun Jahre alten Kinder damit nur die vom Vater induzierte Meinung ausdr�cken w�rden und sich kein eigenes Urteil bilden k�nnten. Folglich seien die Kinder bei der Mutter zu platzieren, denn diese w�rde ihnen wohl eine ungehinderte Beziehung zu beiden Eltern erm�glichen, w�hrend der Vater sie vermutlich negativ gegen den anderen Elternteil beeinflusse.
3.2 Die Vorinstanz erachtete die gutachterliche Beurteilung der Obhutsproblematik "als faktisch nicht ganz nachvollziehbar". Die Ehefrau habe in periodischen Gef�hlsausbr�chen mehrmals die Kontrolle �ber sich verloren und vor den Kindern ihre Abneigung gegen�ber dem Vater ausgedr�ckt. Des Weiteren folge das Gutachten offensichtlich dem Konzept der sog. Eltern-Entfremdung (Parental Alienation Syndrome; PAS) und schliesse kurzerhand auf eine Obhutsumteilung. Dies entspreche nicht dem Kindeswohl. Schliesslich habe sich die Situation nach Abschluss des Gutachtens bzw. in den mit der Mutter verbrachten Wintersportferien 2010 insoweit zugespitzt, als der Knabe den Kontakt zur Mutter verweigere und auch das M�dchen damit verst�rkt M�he bekunde. Eine Umteilung liesse sich nur mit Zwang bewerkstelligen, wodurch das Kindeswohl Schaden n�hme.
Wenn Vorinstanz und Beschwerdef�hrerin vorliegend von einer Umteilung der Obhut sprechen, meinen sie damit lediglich eine erstmalige definitive Zuteilung der Obhut, die von der provisorischen abweicht. Auch diese Problematik ist indes grunds�tzlich nach den gleichen Kriterien zu beurteilen wie eine Obhutsumteilung im eigentlichen Sinne.
4.1 Die Beschwerdef�hrerin wirft der Vorinstanz vor, diese sei bei ihren Ausf�hrungen, wonach das gerichtliche Gutachten dem Konzept der sog. Eltern-Entfremdung (Parental Alienation Syndrome; PAS) folge und deshalb fachlich nicht �berzeugend sei, nicht auf die Ausf�hrungen der Beschwerdef�hrerin eingegangen, wonach gar kein Fall von PAS vorliege und die Gutachterinnen - entgegen der vorinstanzlichen Sichtweise - sehr wohl eine individuelle Kindeswohlpr�fung vorgenommen h�tten.
Sodann erachtet es die Beschwerdef�hrerin als willk�rlich, dass die Vorinstanz - unter Hinweis auf ihre impulsiven Handlungen und Gef�hlsausbr�che - das Gutachten als "faktisch nicht ganz nachvollziehbar" bezeichnete und von ihm abwich, denn im Gutachten seien ihre impulsiven Handlungen und Gef�hlsausbr�che sowie deren Auswirkungen auf die beiden Kinder bereits ber�cksichtigt.
In den Augen der Beschwerdef�hrerin verkennt die Vorinstanz schliesslich, dass das Gutachten die Empfehlung auf Obhutszuteilung an sie insbesondere auch mit ihrer besseren Eigenbetreuungskapazit�t begr�ndet habe. Zudem habe die Vorinstanz auch zur Frage der Betreuungskontinuit�t willk�rliche Annahmen getroffen. Sie gehe n�mlich in keiner Weise auf den Umstand ein, dass der Beschwerdegegner die beiden Kinder in Zukunft nicht mehr durch die beiden Grosseltern, sondern durch seine neue Lebenspartnerin betreuen lassen wolle, wie er dies im Rahmen der gutachterlichen Befragung zum Ausdruck gebracht habe.
4.2 Diese Einwendungen erweisen sich als unberechtigt, denn die Vorinstanz hat eine eigene Kindeswohlpr�fung vorgenommen und letztlich das Kriterium der Stabilit�t der Verh�ltnisse in den Vordergrund ger�ckt, was zumindest im Ergebnis bzw. insofern als dadurch vom Gutachten abgewichen wird, nicht willk�rlich ist (s. dazu E. 4.3 hiernach).
Die Vorinstanz hat festgestellt, dass sich die Kinder an den Vater "klammern" und mit der Mutter "m�glichst wenig zu tun haben m�chten", wobei der Knabe seit den Wintersportferien 2010 den Kontakt zur Mutter g�nzlich verweigert. Beide Kindern �usserten klar den Wunsch, beim Beschwerdegegner zu bleiben.
Das Gutachten erachtet diesen Kindeswillen nicht f�r massgebend, da er lediglich vom Beschwerdegegner induziert sei. Diesbez�glich erwog die Vorinstanz, der Ehemann habe zwar die Kinder in den ungel�sten Partnerstreit einbezogen und mit Unterst�tzung seines Umfeldes die Mutter und ihre Verhaltensweisen abgewertet, so dass den Kindern ein negatives Elternbild vermittelt worden sei. Andererseits hielt die Vorinstanz dem Beschwerdegegner aber auch zugute, dass er in den Gerichtsverhandlungen ein gewisses Verst�ndnis f�r die schwierige Situation der Beschwerdef�hrerin ausgedr�ckt und wenigstens ansatzweise Bereitschaft zur Vers�hnung gezeigt hat.
Soweit die Beschwerdef�hrerin der Vorinstanz unter anderem auch vorwirft, die negativen Beeinflussungen des Beschwerdegegners bzw. seines Umfelds g�nzlich �bergangen zu haben, geht ihre R�ge offensichtlich fehl.
Zur Beschwerdef�hrerin erwog die Vorinstanz, diese habe in ihren periodischen Gef�hlsausbr�chen mehrmals die Kontrolle �ber sich verloren und vor den Kindern ihre Abneigung gegen�ber dem Vater ausgedr�ckt; dabei habe sie sich zu mitunter spektakul�ren Angriffen auf den Ehemann hinreissen lassen, wobei sie dadurch die Kinder ver�ngstigte, die einzelne dieser Szenen miterleben mussten.
Daraus erhellt, dass sich beide Eltern mit Blick auf das Kindeswohl unsachgem�ss verhalten haben; andererseits hat die Vorinstanz festgestellt, dass die Erziehungsf�higkeit beider Eltern - obschon beeintr�chtigt - im Grundsatz doch noch als gegeben zu betrachten sei.
4.3 Nicht nur eine Obhutsumteilung gegen den Kindeswillen, sondern auch ein - vom Kind ausdr�cklich gewollter - Verbleib in einem negativ gepr�gten Umfeld kann das Kindeswohl beeintr�chtigen (HARRY DETTENBORN, Kindeswohl und Kindeswille, 3. Aufl., 2010, S. 129 und S. 132). Eine gegen den Kindeswillen erfolgende Obhutsumteilung auf den nicht manipulativ-intriganten Elternteil ist indes grunds�tzlich nur dann in Betracht zu ziehen, wenn sich dieser Elternteil in der Vergangenheit seinerseits nicht manipulativ-intrigant oder zumindest (bez�glich der Kinder) verantwortungslos verhalten hat. Dies trifft vorliegend auf die Beschwerdef�hrerin nicht zu, auch wenn ihr ein gewisses Verst�ndnis f�r ihre schwierige Lage als Mutter mit entzogener Obhut entgegengebracht wird.
In F�llen wie dem vorliegenden, in denen sich beide Elternteile in irgendeiner Form mit Bezug auf die Kinder manipulativ-intrigant bzw. verantwortungslos verhalten haben, erscheint ein Festhalten am Status Quo grunds�tzlich sachgerechter, zumal eine Umteilung der Obhut schon per se ein heikles Unterfangen ist. Zudem f�llt vorliegend auch der Faktor Zeit ins Gewicht: Je l�nger ein Verfahren dauert, desto problematischer wird eine Obhutsumteilung gegen den Kindeswillen und desto mehr gewinnt das Kriterium der Stabilit�t der Verh�ltnisse an Bedeutung (DETTENBORN, a.a.O., S. 133). Vorliegend befanden sich die beiden Kinder bereits zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids (31. M�rz 2010) seit rund 23 Monaten in der v�terlichen Obhut. In Anbetracht dieser Umst�nde durfte die Vorinstanz, ohne in Willk�r zu verfallen, das Zuteilungskriterium der Stabilit�t der Verh�ltnisse so weit priorisieren, dass auch die bessere Eigenbetreuungskapazit�t der Beschwerdef�hrerin sowie eine allf�llige personelle �nderung im v�terlichen Betreuungsumfeld daran nichts zu �ndern verm�gen (vgl. auch Urteil 5C.212/2005 vom 25. Januar 2008 E. 4.4.1, in: FamPra.ch 2006 S. 753 ff.).
5.1 Die Beschwerdef�hrerin r�gt �berdies, die Vorinstanz habe weder Dr. med. D.________ noch Dr. E.________ als Zeuginnen bzw. Expertinnen zur Situation der Kinder befragt und dadurch das rechtliche Geh�r verletzt.
Bei der Erstgenannten handelt es sich um eine Beraterin der Beschwerdef�hrerin, bei der Zweitgenannten um eine Beraterin des Beschwerdegegners. Da die Vorinstanz zur Situation der Kinder ein Gutachten angeordnet hatte, durfte sie auf die Befragung der vorgenannten beiden Personen verzichten, und zwar namentlich auch mit Blick auf die summarische Natur des vorliegenden Verfahrens. Dass diese Befragung verlangt wurde, um abzukl�ren, in welchem Zustand sich die Kinder nach Abbruch der Wintersportferien bzw. nach Beendigung des Gutachtens befanden, �ndert daran nichts. Denn die Vorinstanz befand implizit, sie sei selbst in der Lage, sich �ber die Auswirkungen dieser j�ngsten Ereignisse auf die Kinder ein Bild zu machen. Es liegt insofern keine Verletzung des rechtlichen Geh�rs vor.
5.2 Die Beschwerdef�hrerin beanstandet weiter, die Vorinstanz habe nicht begr�ndet, wie sie - ohne die Kinder je gesehen oder angeh�rt zu haben - zum Schluss kommt, ein Obhutswechsel lasse sich nur mit eigentlichem Zwang bewerkstelligen, und es m�sse zun�chst die Mutter-Kind-Beziehung wieder aufgebaut werden (dies obwohl die Gutachterinnen festgestellt h�tten, dass die Kinder eine gute, liebe und vertrauensvolle Beziehung zu beiden Elternteilen haben).
Die Vorinstanz hat unter anderem festgestellt, dass der Knabe seit Abbruch der mit der Mutter verbrachten Wintersportferien dieser nicht mehr begegnen will, das M�dchen die Mutter - nach einem Unterbruch von mehreren Wochen - nur noch tageweise besucht und die Gutachterinnen diesen j�ngsten Vorfall bzw. seine Auswirkungen nicht mehr untersuchen konnten. Aufgrund dieser erst nach Vorliegen des Gutachtens eingetretenen ver�nderten Sachlage kann der Vorinstanz keine Willk�r vorgeworfen werden. Im �brigen ist die von der Beschwerdef�hrerin betonte gutachterliche Aussage, wonach beide Kinder eine gute, liebe und vertrauensvolle Beziehung zu beiden Elternteilen haben, aus dem Zusammenhang gerissen und verschweigt die ebenfalls bereits im Gutachten thematisierten Probleme in der Eltern-Kind-Beziehung, so dass sich allein damit keine R�ge begr�nden l�sst.
5.3 Sodann wirft die Beschwerdef�hrerin der Vorinstanz vor, sie habe ihr Abweichen vom Gutachten namentlich damit begr�ndet, dass sich die Lage seit dem Gutachten bzw. seit den Sportferien weiter zugespitzt habe. Seither w�rden sich die Kinder an den Vater "klammern", w�hrend sie mit der Mutter m�glichst wenig zu tun haben m�chten. Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, es ergebe sich aus den Akten, dass die Gutachterinnen noch vor Ablieferung des Gutachtens �ber diese j�ngsten Entwicklungen im Bild gewesen seien, dennoch aber die Zuteilung der Obhut an die Beschwerdef�hrerin empfohlen h�tten.
Die Beschwerdef�hrerin legt nicht dar, wo die erw�hnten Entwicklungen im Gutachten selbst thematisiert oder auch nur vermerkt sind. Entscheidend ist nicht die Kenntnis der Gutachterinnen, sondern das, was im Gutachten zum Ausdruck kommt. Wussten die Gutachterinnen zwar von den Ereignissen, wie dies die Beschwerdef�hrerin unter Verweis auf die Akten geltend macht, erw�hnten sie diese Ereignisse indes mit keinem Wort, durfte die Vorinstanz insofern vom Gutachten abweichen, als sie diesen Ereignissen eine wesentliche Bedeutung zumass. Dass die Vorinstanz in diesem Zusammenhang auf Weiterungen wie die Zulassung von Erg�nzungsfragen an die Gutachterinnen verzichtet hat, kann ihr - mit Blick auf die summarische Natur des vorliegenden Verfahrens - nicht als Willk�r angelastet werden.
5.4 Die Beschwerdef�hrerin r�gt weiter eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs, da E-Mails oder Telefongespr�che, mit denen die Vorinstanz auf E-Mails des Beschwerdegegners betreffend die Ereignisse in den Wintersportferien geantwortet habe, nicht in den Akten dokumentiert seien. Die Beschwerdef�hrerin verweist namentlich auf ein vom Beschwerdegegner in Form eines Papierausdrucks eingereichtes E-Mail vom 3. Februar 2010, 23:08 Uhr, das dieser dem Beistand F.________ betreffend den damals aktuellen Wintersportferienvorfall gesendet hatte. Diese E-Mail ging "CC" auch an den vorinstanzlichen Einzelrichter. Im E-Mail-Text schreibt der Beschwerdegegner nebenbei: "Hier: Besten Dank f�r die guten Ratschl�ge von Frau G.________." Bei der Genannten handelt es sich um die Gerichtsschreiberin, die den vorinstanzlichen Entscheid mitunterzeichnet hat. Die Beschwerdef�hrerin r�gt, die Gerichtsakten enthielten keine Aktennotiz �ber den in der genannten E-Mail erw�hnten Kontakt zwischen Gericht und Gegenpartei. Sie verweist zudem auf zwei weitere bei den Akten liegende E-Mail-Ausdrucke, aus denen sich ergibt, dass der Beschwerdegegner das Gericht kurze Zeit vor dem erw�hnten E-Mail kontaktiert und um Rat gefragt hat, wie er sich mit Blick auf die damals in Gang befindlichen Ereignisse in den Wintersportferien 2010 verhalten solle.
Von diesen E-Mails bzw. E-Mail-Ausdrucken erfuhr die Beschwerdef�hrerin, als ihr das Kantonsgericht mit Schreiben vom 3. M�rz 2010 die Stellungnahme des Beschwerdegegners zum eingeholten Gutachten sowie weitere Unterlagen zustellte. Mit Schreiben vom 9. M�rz 2010 wandte sich die Beschwerdef�hrerin in der Folge wiederum an die Vorinstanz, allerdings ohne die unterlassene Protokollierung zu beanstanden oder sich nach entsprechenden Aktennotizen zu erkundigen. Die Beschwerdef�hrerin legt auch nicht dar, die unterlassene Protokollierung in einer anderen Eingabe vor Erlass des vorinstanzlichen Urteils beanstandet zu haben. Infolgedessen bleibt es ihr nach Ergehen des vorinstanzlichen Urteils verwehrt, diesen Umstand vor Bundesgericht als Verletzung des rechtlichen Geh�rs zu r�gen, zumal sich die Beschwerdef�hrerin vor Erlass des vorinstanzlichen Urteils bewusst sein musste, dass die mit dem erw�hnten Kontakt zusammenh�ngenden Umst�nde (betreffend Vorfall in den Wintersportferien 2010) im Hinblick auf die Urteilsf�llung jedenfalls nicht offensichtlich belanglos sein w�rden.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Die Beschwerdef�hrerin unterliegt und wird kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Dem Beschwerdegegner ist hingegen kein entsch�digungspflichtiger Aufwand entstanden (Art. 68 Abs. 1 BGG). Nachdem der Beschwerdegegner verpflichtet wurde, der Beschwerdef�hrerin einen Prozesskostenvorschuss von Fr. 6'000.-- zu bezahlen, wird das Gesuch um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege f�r das Verfahren vor Bundesgericht gegenstandslos.