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Timestamp: 2018-10-21 19:44:30
Document Index: 171106877

Matched Legal Cases: ['§ 244', '§ 243', '§243', '§244', '§ 244', '§ 242', '§ 244', '§ 246', '§ 263', '§ 243', '§ 267', '§ 267', '§ 267', '§ 267', '§ 267', '§ 242']

HA Strafrecht groß in Heidelberg
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Verfasst am: 27 Feb 2006 - 00:41:33 Titel: HA Strafrecht groß in Heidelberg
Das Ehepaar A und B möchte sich scheiden lassen. Im Miteigentum der Eheleute steht ein wertvolles, auf ca. 1 Mio. Euro geschätztes, handsigniertes Gemälde des belgischen Surrealisten Magritte, das A besonders liebt. Um das Bild als Alleineigentümer nach der Scheidung behalten zu können, erklärt er sich im Scheidungsverfahren gegenüber B zu einer seine gesetzliche Verpflichtung übersteigenden Unterhaltsleistung bereit. Daraufhin wird die Ehe geschieden und A erhält das Alleineigentum an dem Bild.
A übernimmt die frühere eheliche Wohnung, in der sich das Bild weiterhin befindet und zu der die B ohne Wissen des A noch einen Schlüssel besitzt.
Als sich A auf einer mehrwöchigen Auslandsreise befindet, begibt sich B in seine Wohnung und nimmt das Gemälde mit. Sie beauftragt den mit ihr befreundeten Kunstmaler K, von dem Magritte eine täuschend ähnliche Kopie anzufertigen, und weiht K in ihren Plan ein, die Kopie in die Wohnung des A zu hängen und das Original unauffällig im Kunsthandel zu veräußern. Dem K verspricht sie ein Viertel des Verkaufspreises. K leistet nach Bezahlung eines Vorschusses von 80.000,- Euro gute Arbeit und stellt eine glänzend gelungene Kopie her. Im Verlauf der Arbeit kommt ihm jedoch die Idee, ohne Wissen der B eine weitere Kopie anzufertigen. Nach deren Vollendung bringt er das Original in ein Bankschließfach, um es seinerseits später gewinnbringend veräußern zu können.
B hängt nun eine der Kopien, die ihr von K übergeben wurden, in die Wohnung des A zurück, der keinen Verdacht schöpft. Die andere Kopie, die sie für das Original hält, versucht sie an den französischen Kunsthändler F zu verkaufen. Eine von F in Auftrag gegebene Expertise gelangt zu dem eindeutigen Ergebnis, dass es sich bei dem zum Verkauf angebotenem Magritte um eine Fälschung handelt, worauf der Verkauf scheitert.
Die uneheliche Tochter der B, die mäßig erfolgreiche Jurastudentin J, hat anscheinend etwas von der kriminellen Energie ihrer Mutter geerbt. Um ihre desolaten finanziellen Mittel aufzubessern, betritt sie in den Abendstunden einen fast leeren Verbrauchermarkt, in dem nur eine Kasse besetzt ist. Als kein Kunde mehr da ist, streift sie sich zwischen den Regalen eine Angela-Merkel-Maske über den Kopf, tritt an die Kasse, richtet eine echt wirkende Spielzeugpistole auf die Kassiererin S und verlangt das Geld aus der Kasse. S, ebenfalls Jurastudentin, erkennt ihre Kommilitonin jedoch an ihrer auffällig behaarten, schwarzbraun schillernden Daumenwarze. Sie bemerkt auch, dass J nur eine Spielzeugpistole hat. Trotzdem füllt S, die keinerlei Anweisungen hat, wie sie sich bei einem Überfall verhalten soll, die in der Kasse befindlichen Geldscheine (insgesamt 1.400,- Euro) auf Geheiß der J in einen Umweltbeutel des Verbrauchermarkts und übergibt ich J in der kurz vor dem Beutelpacken gefassten Absicht, sich später einen Teil der Beute zu verschaffen.
Nachdem J den Verbrauchermarkt verlassen hat, zeigt S sofort dem Marktleiter und der Kriminalpolizei an, dass sie von einer bewaffneten Maskierten zur Herausgabe des Geldes gezwungen worden sei. Am nächsten Morgen sucht sie J auf und verlangt 700,- Euro aus der Beute als Schweigegeld. Um nicht in Schwierigkeiten zu geraten, übergibt J der S zähneknirschend das Geld.
Verfasst am: 27 Feb 2006 - 00:48:29 Titel:
Der Wohnungseinbruchsdiebstahl gem. § 244 I Nr.3 liegt vor. Die Tathandlung wird allerdings auch vom Regelbsp. § 243 I S.2 Nr.1 erfasst. Soll man den §243 trotzdem prüfen, obwohl §244 vorliegt?
Jura 1998 S.171: "...es ist vertretbar nur § 244 I Nr.3 zu prüfen...",
oder gibt es trotzdem Punktabzug, wegen "Nichterkennens"?
Diebstahl, § 242 I +
Qualifikation, § 244 I Nr.3 +
Unterschlagung des Schlüssels, § 246 I +
Betrug des B § 263 ?
Anstiftung zum Betrug des B ?
Anstiftung zur Beihilfe zur Hehlerei?
Hehlerei ?
versuchte Hehlerei ?
versuchter Betrug des Kunsthändlers F ?
Verfasst am: 27 Feb 2006 - 10:54:15 Titel:
Liegt Unterschlagung bzgl. des Schlüssels vor oder nicht? Es kommt darauf an, ob das Behalten des Schlüssels für einen objektiven Beobachter zweifelsfrei ein "Verheimlichen" darstellt oder nur eine Nachlässigkeit.
Also, was meint ihr: Wenn sie im Besitz des Schlüssels ohne Wissen des B ist, will sie ihn dann behalten oder ist das nicht sicher? immerhin haben sie sich gerade scheiden lassen.
Verfasst am: 23 März 2006 - 14:53:12 Titel:
Also da ich bereits dieses Semester die Vorlesung von Prof. Graul schon besucht habe (immer noch auf die Kerrektur der 2. Klausur warte)und mir deswegen schon Ihre Verbesserung der letzten Hausarbeit zu Gemüte geführt habe, kann ich nur sagen, dass sie sehr viel Wert auf Meinungsstreitigkeiten legt und man gut daran tut auch so ziemlich alles zu erwähnen, was mit dem Fall zusammen hängt. Vll gibt es für eine Möglichkeit, die Sie nicht gesehen hat einen Extrapunkt. Möglcih ist das. Also wurde ich vll § 243 kurz mal erwähnen.
Verfasst am: 28 März 2006 - 17:58:07 Titel:
Seid ihr auch der Meinung, dass bei der Strafbarkeit des K - § 267 I StGB (Urkundenfälschung) - hinsichtlich der zweiten Kopie beim Herstellen derselben noch keine Absicht zur "Täuschung im Rechtsverkehr" bestand? Zumindest sagt ja der Sachverhalt, dass K zwar "im Verlauf der Arbeit" zur ersten Kopie sich entscheidet eine zweite Kopie anzufertigen, aber nicht, dass er zu diesem Zeitpunkt auch den Vorsatz hatte B damit zu täuschen. Erst nach Vollendung verschließt er das Original und hat somit die Absicht B zu täuschen. Dies hätte Auswirkungen auf Tateinheit/Tatmehrheit des § 267 I Var.1 u. § 267 I Var. 3! Dies wären dann nicht mehr in Tateinheit sondern in Tatmehrheit begangen, da K zumindest bei der zweiten Kopie zum Zeitpunkt der Herstellung keinen Täuschungswillen hatte. Später dann beim "Gebrauchen" (§ 267 I Var. 3) hätte er jedoch vollendet und somit hinsichtl der zweiten Kopie in Tatmehrheit zu § 267 Var. 1 gehandelt.
Seht ihr das auch so, würde mich über schnelle Antwort freuen,
Verfasst am: 28 März 2006 - 18:00:33 Titel:
Verfasst am: 08 Apr 2006 - 19:17:50 Titel:
ich habe mal eine Frage, habt ihr auch soviele Tatbestände zu prüfen??
Ich bin jetzt nochmal mit einer Freundin den SV durchgegangen und wir kommen auf Insgesamt 28 Tatbeständen, wobei mindestens 24 auch einer genaueren Prüfung zu unterziehen sind...
KOmmt mir sehr viel vor...
Verfasst am: 10 Apr 2006 - 17:07:00 Titel:
ich komme bei Weitem nicht auf so viele. Bei mir sind um die 15 püfenswerte TB.
Schick doch einfach mal, ws ihr alles prüfen würdet.
Verfasst am: 11 Apr 2006 - 10:28:31 Titel:
Hallo naja ich habe für B geprüft:
§§ 242,244; 266; 246; 267 I, III Nr.2, 26; 263 I, III Nr.2 1. Alt.; 267 I 3.Var., III Nr.2 2.Alt.; 263 I; 263 I, II, 22, 23 I, 12 II; 259; 246 I, III, 22, 23 I, 12 II.
Und jetzt komme ich mal zu K!