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Timestamp: 2016-10-23 01:28:14
Document Index: 303413537

Matched Legal Cases: ['Art. 132', 'Art. 104', 'Art. 132', 'Art. 132', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 28', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

I 841/05 (05.07.2006)
IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, 6300 Zug, Beschwerdef�hrerin,
P.________, 1957, Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanw�ltin Petra Oehmke Schiess, Bahnhofplatz 9, 8910 Affoltern am Albis
Der 1957 geborene P.________ war vom 22. Juni 1998 bis zur Entlassung aus gesundheitlichen Gr�nden auf Ende Juni 2004 als Steinhauer bei der Firma X.________ AG angestellt. Am 29. M�rz 2004 meldete er sich wegen R�ckenschmerzen zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Die IV-Stelle des Kantons Zug kl�rte die medizinischen sowie die beruflich-erwerblichen Verh�ltnisse ab. Sie holte zu diesem Zwecke insbesondere den Bericht des Dr. med. K.________, Facharzt FMH f�r Neurochirurgie, vom 3. Mai 2004 sowie eine Auskunft der Arbeitgeberin vom 11. Mai 2004 ein. Die IV-Stelle ermittelte einen Invalidit�tsgrad von 32 %, weshalb sie mit Verf�gung vom 9. Februar 2005 den Anspruch auf eine Invalidenrente ablehnte, w�hrend sie mit Verf�gung vom gleichen Tag Beratung und Unterst�tzung bei der Stellensuche gew�hrte. An der Verweigerung einer Rente hielt sie mit Einspracheentscheid vom 26. April 2005 fest.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde hob das Verwaltungsgericht des Kantons Zug den Einspracheentscheid vom 26. April 2005 auf und stellte fest, dass der Versicherte ab 1. Juni 2004 Anspruch auf eine Viertelsrente der Invalidenversicherung habe; im �brigen wies es die Beschwerde ab (Entscheid vom 29. September 2005).
Die IV-Stelle f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Rechtsbegehren, es sei der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben.
W�hrend P.________ die Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt, verzichtet das Bundesamt f�r Sozialversicherung auf eine Vernehmlassung.
Der angefochtene Entscheid betrifft Leistungen der Invalidenversicherung. Nach Art. 132 Abs. 1 OG kann das Eidgen�ssische Versicherungsgericht in Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen in Abweichung von den Art. 104 und 105 OG auch die Unangemessenheit der angefochtenen Verf�gung beurteilen und ist an die vorinstanzliche Feststellung des Sachverhalts nicht gebunden. Gem�ss Art. 132 Abs. 1 OG in der Fassung gem�ss Ziff. III. des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 �ber die �nderung des IVG (in Kraft seit 1. Juli 2006) gelten diese Abweichungen nicht, wenn der angefochtene Entscheid Leistungen der Invalidenversicherung betrifft. Nach Ziff. II lit. c dieses Gesetzes gilt indessen bisheriges Recht f�r die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der �nderung beim Eidgen�ssischen Versicherungsgericht h�ngigen Beschwerden. Da die hier zu beurteilende Beschwerde am 1. Juli 2006 beim Eidgen�ssischen Versicherungsgericht h�ngig war, richtet sich dessen Kognition noch nach Art. 132 Abs. 1 OG.
Da in zeitlicher Hinsicht grunds�tzlich diejenigen Rechtss�tze massgebend sind, die bei der Erf�llung des zu Rechtsfolgen f�hrenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 129 V 4 Erw. 1.2 mit Hinweisen), sind im vorliegenden Fall die auf den 1. Januar 2004 in Kraft getretenen Bestimmungen des IVG vom 21. M�rz 2003 und der IVV vom 21. Mai 2003 (4. IV-Revision) anwendbar.
Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen und Grunds�tze �ber den Begriff der Invalidit�t (Art. 8 Abs. 1 ATSG), den Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 IVG), die Invalidit�tsbemessung bei Erwerbst�tigen nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG), die Ermittlung des hypothetischen Invalideneinkommens anhand von Tabellenl�hnen bei Versicherten, die nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine Erwerbst�tigkeit aufgenommen haben (BGE 126 V 76 Erw. 3b/bb), und die zul�ssigen Abz�ge von den herangezogenen Tabellenl�hnen (BGE 126 V 79 Erw. 5b), die Entstehung des Rentenanspruchs (Art. 29 Abs. 1 IVG) sowie die Bedeutung �rztlicher Ausk�nfte f�r die Belange der Invalidit�tsbemessung (BGE 115 V 133 Erw. 2, 105 V 156 Erw. 1) zutreffend dargelegt. Richtig sind des Weiteren die Erw�gungen �ber den sozialversicherungsrechtlich massgebenden Regelbeweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 125 V 195 Erw. 2 mit Hinweisen). Darauf wird verwiesen.
3.1 Die Vorinstanz hat einl�sslich und mit �berzeugender Begr�ndung, auf die verwiesen wird, festgestellt, dass der Versicherte umfassend medizinisch abgekl�rt wurde und hinsichtlich Arbeitsunf�higkeit auf die Beurteilung des Neurochirurgen Dr. K.________ abzustellen ist. Strittig hingegen ist deren Interpretation. Im Arztbericht vom 3. Mai 2004 wird eine Leistungsf�higkeit von 75-80 % attestiert. Zus�tzlich erw�hnt Dr. K.________, dass 6 Stunden Arbeit pro Tag m�glich seien. Die Vorinstanz schliesst hieraus, dass entsprechend der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit (41.7 Stunden) von einer Arbeitsf�higkeit von 72 % auszugehen sei. Dieser �berlegung kann nicht gefolgt werden, setzt sie doch voraus, dass sich der Arzt h�tte bewusst sein m�ssen, dass 6 Stunden Arbeit am Tag bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden exakt einer 72%igen Arbeitsf�higkeit entsprechen. In seiner Bemerkung unter Ziff. 2.2.2. h�lt er jedoch fest: "Siehe oben, bei 6 Stunden Arbeit pro Tag entspricht dies etwa 75-80 % Leistungsf�higkeit". Dieser und der Formulierung unter Ziff. 2.2.1.: "6 Stunden pro Tag [sollten] m�glich sein", ist zus�tzlich zu entnehmen, dass der Arzt von einer Gr�ssenordnung von ca. 6 Stunden ausging, was durch die angegebene Spannweite von 75 % bis 80 % Leistungsf�higkeit best�tigt wird. Die Annahme eines absoluten Wertes ist in diesem Kontext somit nicht gerechtfertigt, weshalb auch die Schlussfolgerung der Vorinstanz, dass basierend auf 6 Stunden im Tag von einer 72%igen Arbeitsf�higkeit auszugehen sei, spekulativ ist. Zudem hat Dr. K.________ auf die Zusatzfrage "Ist die von Ihnen attestierte Arbeitsunf�higkeit (rechte wohl: Arbeitsf�higkeit) realisierbar - ganztags mit reduzierter Leistung? - in Teilzeit mit voller Leistung?" die Antwort gegeben: "Je nach genauem Leistungsprofil der Arbeit sind beide Varianten denkbar". Dies best�tigt, dass der Beschwerdegegner nicht strikt auf 6 Stunden t�glicher Arbeit begrenzt ist, sondern auch vollzeitlich, aber mit der angegebenen Leistungsf�higkeit von 75-80 %, arbeitsf�hig ist. Es rechtfertigt sich daher, die Arbeitsf�higkeit auf 75 % festzulegen.
3.2 F�r den Einkommensvergleich sind die Verh�ltnisse im Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs entscheidend, wobei Validen- und Invalideneinkommen grunds�tzlich auf zeitidentischer Grundlage zu erheben sind (BGE 129 V 222 Erw. 4.1 und 4.2). Im vorliegenden Fall ist daher mit Blick auf den allf�lligen Rentenbeginn am 1. Juni 2004 auf die Lohnsituation im Jahre 2004 abzustellen. Hinsichtlich des Valideneinkommens ist mit der Vorinstanz von Eink�nften in der H�he von Fr. 62'878.- auszugehen.
3.3 Das Invalideneinkommen ist anhand der Tabellenl�hne gem�ss den vom Bundesamt f�r Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) festzusetzen. Dabei ist praxisgem�ss auf die standardisierten monatlichen Bruttol�hne (Tabellengruppe A) abzustellen (BGE 126 V 76 Erw. 3b/bb, 124 V 323 Erw. 3b/aa). Auf Grund der neu erschienen Auflage f�r das Jahr 2004 sind diese Daten an Stelle der Berechnung der Vorinstanz heranzuziehen. Im Jahr 2004 belief sich der Medianlohn (Zentralwert) f�r M�nner im Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive T�tigkeiten) im privaten Sektor bei einer Arbeitszeit von 40 Stunden in der Woche auf Fr. 4'588.- monatlich (LSE 2004 S. 53 TA1). Nach Umrechnung auf die betriebs�bliche w�chentliche Arbeitszeit von 41,6 Stunden (Die Volkswirtschaft 2006, Heft 6, S. 86 Tabelle B 9.2) ergibt sich ein Monatslohn von Fr. 4'771.52, entsprechend einem Jahreseinkommen von Fr. 57'258.24 bzw., umgerechnet auf 75 % (Erw. 3.1), Fr. 42'943.70. Von diesem Betrag ist nach der Rechtsprechung gegebenenfalls ein behinderungsbedingter Abzug vorzunehmen, der dem Umstand Rechnung tr�gt, dass der Lohn eines gesundheitlich beeintr�chtigten Versicherten in der Regel unter dem Durchschnittswert liegt (BGE 126 V 78 Erw. 5a/aa). Im vorliegenden Fall wurde zu Recht ein Leidensabzug in der H�he von 10 % vorgenommen.
3.4 Bei einer Reduktion um 10 % resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 38'649.30 und - verglichen mit dem Valideneinkommen von Fr. 62'878.- (Erw. 3.2 hievor) - demzufolge ein nicht rentenbegr�ndender Invalidit�tsgrad von gerundet 39 % (BGE 130 V 122 Erw. 3.2).
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Zug, Sozialversicherungsrechtliche Kammer, der Ausgleichskasse des Schweizerischen Gewerbes und dem Bundesamt f�r Sozialversicherung zugestellt.