Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=10.11.2005&Aktenzeichen=III%20ZR%2073/05
Timestamp: 2019-07-18 22:49:29
Document Index: 333458811

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 817', '§ 817', '§ 812', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH']

BGH, 10.11.2005 - III ZR 73/05 - dejure.org
https://dejure.org/2005,3257
BGH, 10.11.2005 - III ZR 73/05 (https://dejure.org/2005,3257)
BGH, Entscheidung vom 10.11.2005 - III ZR 73/05 (https://dejure.org/2005,3257)
BGH, Entscheidung vom 10. November 2005 - III ZR 73/05 (https://dejure.org/2005,3257)
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Bereicherungsrecht: Rückforderung von in "Schenkkreisen" geleisteten Einsetzen; Anspruch auf Rückzahlung eines Betrages aus der Teilnahme an einem so genannten Schenkkreis; Sittenwidrigkeit eines Schenkkreises, der auf ein Schneeballsystem gerichtet ist
Rückforderung von Zahlungen in einem sog. "Schenkkreis"
Schenkkreise - Geld kann zurückgefordert werden
Verlängerung von Weihnachten durch Schenkkreise?
AG Altenkirchen, 23.09.2004 - 71 C 303/04
LG Koblenz, 16.03.2005 - 12 S 276/04
Der Bundesgerichtshof hat sich gleich in zwei Entscheidungen vom 10.11.2005 (Az. III ZR 72/05, NJW 2006, 45 f. und Az. III ZR 73/05, ZGS 2005, 446 f.) eindeutig geäußert.
Mit anwaltlichem Schreiben vom 31.01.2006 (Bl. 14, 15 GA) forderte die Klägerin die Beklagte unter Bezugnahme auf das Urteil des BGH vom 10.11.2005 (Az. III ZR 73/05) auf, einen der Beklagten im April 2003 im Rahmen der Teilnahme an dem Kettenspiel "xxx: yyy helfen yyy" übergebenen Betrag von 2.500,00 EUR bis zum 17.02.2006 an sie, die Klägerin, zurückzuzahlen.
Die Klägerin hat die Auffassung vertreten, dass ihr Anspruch auf Rückzahlung der geleisteten Zahlung nicht verjährt sei, weil die Verjährung erst zu laufen begonnen sei, nachdem der BGH mit seinen beiden Grundsatzentscheidungen vom 10.11.2005 (Az. III ZR 72/05 und III ZR 73/05) klargestellt habe, dass die Rückforderung der gezahlten Beträge wegen ungerechtfertigter Bereicherung nicht an § 817 S. 2 BGB scheitere.
c) Die Anwendung von § 817 Satz 2 BGB, der hier einer Rückforderung nach § 812 BGB entgegensteht, wird allerdings von der Rechtsprechung im Hinblick auf den Zweck des Verbotsgesetzes in Verbindung mit dem Grundsatz von Treu und Glauben in verschiedenen Fällen eingeschränkt (BGHZ 111, 308, 312 f.; 118, 142, 150; BGH, Urteil vom 10.11.2005, III ZR 73/05, zitiert nach JURIS, Rdz. 11).
LG Lüneburg, 27.12.2005 - 9 S 71/05
Einem solchen sittenwidrigen Verhalten steuert § 138 Abs. 1 BGB entgegen, indem er für entsprechende Vereinbarungen Nichtigkeit anordnet (vgl. BGH, Urteil vom 10.11.2005 in III ZR 73/05).
AG Berlin-Köpenick, 16.02.2007 - 4 C 261/06
Denn insoweit folgt das Gericht dem Urteil des BGH vom 10. November 2005, Aktenzeichen: III ZR 73/05 (veröffentlicht bei Juris), wonach es gerade nicht darauf ankommt, ob sich der Leistende der Sittenwidrigkeit der Spielanlage bewusst gewesen ist oder sich zumindest dieser Einsicht leichtfertig verschlossen hat.