Source: https://www.lifeline-frsh.de/infos/ablauf-des-asylverfahrens/
Timestamp: 2020-05-28 17:26:08
Document Index: 24209212

Matched Legal Cases: ['§16', '§3', '§4', '§60', '§16', '§ 3', '§ 4', '§60', '§ 60']

Ablauf des Asylverfahrens - Das Asylverfahren lifeline
Zum Ablauf des Asylverfahrens finden Sie einen informativen Leitfaden auf der Homepage des Flüchtlingsrates Niedersachsen:
https://www.nds-fluerat.org/themen/asylrecht/ablauf-asylverfahren/
Weiterhin hat der Flüchtlingsrat Niedersachsen eine informative Broschüre zum Asylverfahren erstellt, die sich an die Jugendlichen richtet: https://b-umf.de/src/wp-content/uploads/2019/05/final-nds-fluerat-org_infobrosch_junge_geflucc88chtete_dina5_2018_16-1-2.pdf
Informationen über das Asylverfahren bei unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten und die Asylantragsstellung während der Minderjährigkeit finden Sie hier. Die Handreichung wurde vom Bundesfachverband für unbegleitete minderjährige Geflüchtete (BumF e.V.) und dem Flüchtlingsrat Thüringen erstellt: https://www.fluechtlingsrat-thr.de/sites/fluechtlingsrat/files/pdf/umF/2019_05_08_Arbeitshilfe_Asylantrag%20UMF_BumF-FLR%20THR_final.pdf
Quelle der Grafik: http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/kurzdossiers/227451/das-asylverfahren-in-deutschland?p=all
Unterschiede im Ablauf
Bei unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten gibt es einige Unterschiede im Ablauf. Unbegleitete Minderjährige werden nicht in Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht, sondern in der Regel vom örtlichen Jugendamt in Obhut genommen. Sie leben dann in einer geeigneten Jugendhilfeeinrichtung. Wenn sie mit Verwandten eingereist sind, können sie auch gemeinsam mit den Angehörigen leben, z.B. in eigenem Wohnraum oder einer Gemeinschaftsunterkunft. Weitere Informationen zur Jugendhilfe für unbegleitete minderjährige Geflüchtete finden sie unter der Rubrik Kinder- und Jugendhilfe für UMF.
Ein weiterer Unterschied zu volljährig eingereisten Geflüchteten ergibt sich im Dublin-Verfahren. Minderjährige werden nicht im Rahmen des Dublin-Verfahrens in andere EU-Länder zurückgeschickt.
Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
Die Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ist der zentrale Bestandteil des Asylverfahrens für die jungen Geflüchteten. Das BAMF prüft, ob Gründe für die Erteilung eines Schutzstatus vorliegen. Bei der Anhörung sollte das Erlebte detailreich, widerspruchsfrei und wahrheitsgemäß erzählt werden. Wir empfehlen eine ausführliche Vorbereitung auf die Anhörung. Da der unbegleitete Minderjähige noch nicht verfahrensfähig ist, muss er/sie von seinem Vormund zur Anhörung begleitet werden.
Im Rahmen des Asylverfahrens ist es unbedingt notwendig, dass die kinderspezifischen Fluchtgründe in der Anhörung vorgebracht werden.Die Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) wird bei unbegleiteten Minderjährigen durch eine*n Sonderbeauftragte*n durchgeführt.
Hier finden Sie Arbeitshilfen zur Information:
https://b-umf.de/src/wp-content/uploads/2017/12/2016_08_26_Arbeitshilfe_Asylverfahren_UMF-1.pdf
https://www.asyl.net/view/detail/News/information-zur-anhoerung-im-asylverfahren/
https://www.nds-fluerat.org/wp-content/uploads/2019/03/2019FragenAnh%C3%B6rungVorber-unabh%C3%A4ngigHKL-3.pdf
Außerdem finden Sie hier einen kurzen, mehrsprachigen Informationsfilm zur Anhörung: http://www.asylindeutschland.de/de/film-2/
Entscheidung des BAMF
Im Asylverfahren wird entschieden, ob ein Geflüchteter einen Schutzstatus und damit ein Aufenthaltserlaubnis erhält. Es gibt vier verschiedene Schutzstatus:
1. §16a Grundgesetz,
2. §3 AsylG Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft,
3. §4 AsylG Subsidiärer Schutz und
4. Abschiebungsverbote gemäß Aufenthaltsgesetz (AufenthG) §60 (5) oder (7).
§16a Grundgesetz
§ 3 AsylG Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft
§ 4 AsylG Subsidiärer Schutz
Abschiebungsverbote gemäß Aufenthaltsgesetz (AufenthG) §60 (5) oder (7):
(7) Von der Abschiebung eines Ausländers in einen anderen Staat soll abgesehen werden, wenn dort für diesen Ausländer eine erhebliche konkrete Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit besteht. Eine erhebliche konkrete Gefahr aus gesundheitlichen Gründen liegt nur vor bei lebensbedrohlichen oder schwerwiegenden Erkrankungen, die sich durch die Abschiebung wesentlich verschlechtern würden. Es ist nicht erforderlich, dass die medizinische Versorgung im Zielstaat mit der Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland gleichwertig ist. Eine ausreichende medizinische Versorgung liegt in der Regel auch vor, wenn diese nur in einem Teil des Zielstaats gewährleistet ist. Gefahren nach Satz 1, denen die Bevölkerung oder die Bevölkerungsgruppe, der der Ausländer angehört, allgemein ausgesetzt ist, sind bei Anordnungen nach § 60a Abs. 1 Satz 1 zu berücksichtigen.
Das BAMF kann den Asylantrag auch ablehnen. Bei der Ablehnung unterscheiden wir zwischen einer Ablehnung als einfach unbegründet, offensichtlich unbegründet oder unzulässig.
Nach der Anhörung versendet das BAMF postalisch den Bescheid. Gegen die Entscheidung des BAMF kann beim jeweils zuständigen Verwaltungsgericht Klage eingereicht werden. Nähere Erläuterungen zum BAMF-Bescheid sowie zum Klageverfahren finden Sie hier:
https://www.fluechtlingsrat-thr.de/sites/fluechtlingsrat/files/pdf/umF/2019_05_08_Arbeitshilfe_Umgang%20mit%20Bescheiden_BumF-FLR%20THR_final.pdf
https://www.fluechtlingsrat-thr.de/sites/fluechtlingsrat/files/pdf/umF/2019_05_14_Arbeitshilfe_Das_Klageverfahren_FRNDS_FRTH_BUMF_akt..pdf