Source: https://hwk-koblenz.de/ausbildung/fragen-antworten/
Timestamp: 2017-03-30 04:48:24
Document Index: 127620601

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 2', '§ 3', '§ 15', '§ 12', '§ 31', '§ 612', '§ 7']

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Themen, die hier nicht aufgelistet sind, beantworten wir gerne im persönlichen Gespräch.
Ist eine vertrauliche persönliche Beratung möglich?
Ja! Die Ausbildungsberater der Handwerkskammer helfen bei allen Fragen zur Ausbildung.
Telefon 0261 398-333, E-Mail: aubira@hwk-koblenz.de
Was ist bei den Ausbildungsinhalten zu beachten?
Der Ausbildende muss dafür sorgen, dass dem Auszubildenden die Fertigkeiten und Kenntnisse vermittelt werden, die zum Erreichen des Ausbildungszieles erforderlich sind. Er hat die Berufsausbildung planmäßig, zeitlich und sachlich gegliedert so durchzuführen, dass das Ausbildungsziel in der vorgesehenen Ausbildungszeit erreicht werden kann.
Über das Ausbildungsziel sowie die zeitliche und sachliche Gliederung der Berufsausbildung enthält die Ausbildungsordnung Regelungen. Ausbildungsordnungen sind bei der Verlagsanstalt Handwerk zu beziehen (siehe unten). Anhand dieser Unterlage ist ein späterer Vergleich mit dem tatsächlichen Ausbildungsverlauf möglich.
Der Lehrling muss an seiner eigenen Ausbildung aktiv mitwirken und sich bemühen, die Fertigkeiten und Kenntnisse zu erwerben, die erforderlich sind, um das Ausbildungsziel zu erreichen.
Hier können Sie den Berufsausbildungsvertrag online ausfüllen
Das Berufsausbildungsverhältnis beginnt mit der Probezeit. Seit 1.4.2005 beträgt diese mindestens einen Monat und darf höchstens vier Monate dauern.
Die Probezeit verlängert sich nur, wenn die Ausbildung im Betrieb während der Probezeit z.B. durch Krankheit um mehr als ein Drittel dieser Zeit unterbrochen wird. Sie kann dann um den Zeitraum der Unterbrechung verlängert werden. Dies ist der Handwerkskammer mitzuteilen.
Eine andere wie auch immer gestaltete "Verlängerung" ist nicht zulässig. Auch ein der Ausbildung vorangegangenes Praktikum wird im Streitfall auf die Probezeit angerechnet.
Da die Probezeit schon zur Berufsausbildung gehört, bestehen die vollen Pflichten des Ausbildenden und des Lehrlings. Der Ausbildende ist während der Probezeit verpflichtet, die Eignung des Lehrlings für den zu erlernenden Beruf besonders sorgfältig zu prüfen. Auch der Lernende muss prüfen, ob er die richtige Wahl getroffen hat.
Während der Probezeit kann das Berufsausbildungsverhältnis jederzeit sowohl vom Ausbildenden als auch vom Lehrling ohne Angabe von Gründen und ohne Einhalten einer Frist gekündigt werden.
Die Kündigung bedarf der Schriftform und ist der Handwerkskammer mitzuteilen.
Zum Vordruck der Kündigungsmitteilung an die Handwerkskammer
Kann die Ausbildungszeit verkürzt bzw. verlängert werden?
Die Ausbildungsdauer eines Ausbildungsberufes wird durch die der Ausbildung zu Grunde liegenden Rechtsverordnung, der so genannten Ausbildungsordnung festgelegt. An diese Ausbildungsdauer sind die Vertragsparteien grundsätzlich gebunden.
Nur in Ausnahmefällen kommt einer Verlängerung oder Verkürzung der Ausbildung in Betracht:
I. Verkürzung der Ausbildungszeit
Eine Verkürzung der Ausbildungszeit ist möglich
durch eine Anrechnung einer beruflichen Vorbildung
durch eine bei der Kammer beantragte Verkürzung im Einzelfall
durch vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung (anschließendem Bestehen der Abschlussprüfung)
a) Anrechnung beruflicher Vorbildung
Ob eine berufliche Vorbildung einer berufsbildenden Schule oder sonstigen Bildungseinrichtung auf eine sich anschließende Berufsausbildung angerechnet wird, obliegt dem Verantwortungsbereich der einzelnen Bundesländer. Die Landesregierungen können durch Rechtsverordnung bestimmen, ob und in welchem Umfang der Besuch eines Bildungsganges einer berufsbildenden Schule oder die Berufsbildung in einer sonstigen Einrichtung auf die Ausbildungszeit einer betrieblichen Erstausbildung angerechnet wird.
In Rheinland-Pfalz gibt es derzeit keine Anrechnungsverordnung, so dass eine berufliche Vorbildung nur im Wege eines Antrags auf Verkürzung im Einzelfall Berücksichtigung finden kann.
b) Antrag auf Verkürzung der Berufsausbildung im Einzelfall (Antragsformular):
Auf gemeinsamen Antrag des Auszubildenden und des Ausbildenden, gerichtet an die zuständige Stelle, kann die Ausbildung unter bestimmten Voraussetzungen verkürzt werden. Zuständige Stelle ist im Falle einer handwerklichen Berufsausbildung die Handwerkskammer. Diese gibt dem Antrag auf Verkürzung der Ausbildungszeit dann statt, wenn erwartet werden kann, dass der Auszubildende das Ausbildungsziel (sprich die Gesellen- oder Abschlussprüfung) auch in der verkürzten Zeit erreichen wird. Dies richtet sich nach den Leistungen und dem Niveau des Ausbildungsstandes des Auszubildenden. Für die Ermittlung dieser Punkte sind (nur beispielsweise) heranzuziehen
erfolgreicher Besuch einer Mittel- oder höheren Schule (regelmäßig führt das Vorliegen eines Abiturs oder einer Fachhochschulreife zu einer Kürzungsmöglichkeit von 12 Monaten, Mittlere Reife zu 6 Monaten)
sonstige berufliche Vorbildung (eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung zu 12 Monaten)
Besuch einer Berufsfachschule, die nicht unter eine Berufsfaschschulanrechnungsverordnung fällt (derzeit die Regel, s. o.)
überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit und –willigkeit, dokumentiert in Ergebnissen der Zwischenprüfung bzw. Teil I der Gesellenprüfung, Berufsschulzeugnissen, Zeugnissen der Überbetrieblichen Lehrgänge usw.
höheres Alter führt nur zu einer Verkürzung, wenn damit eine größere Berufsreife einhergeht.
Der Antrag auf Verkürzung kann grundsätzlich zu jedem Zeitpunkt der Ausbildung gestellt werden. Sowohl bei Beginn der Ausbildung (im Lehrvertrag) als auch im Laufe der Berufsausbildung. Wird angedacht, den Antrag auf Verkürzung der Ausbildungszeit kurz vor der Prüfung zu stellen, kommt alternativ auch eine vorzeitige Zulassung zur Gesellen- oder Abschlussprüfung in Betracht.
Besonderheit Teilzeitberufsausbildung:
Bei berechtigtem Interesse kann sich der Antrag auf Verkürzung der Ausbildungszeit auch auf die Verkürzung der täglichen oder wöchentlichen Ausbildungszeit richten. Eine Hilfe für Menschen, denen eine Vollzeit-Berufsausbildung nicht möglich ist. Aber auch hier muss die Prognose getroffen werden können, dass das Ausbildungsziel auch in der gekürzten Zeit erreicht werden kann.
Zum Antrag auf Verkürzung
Die Verkürzung des Berufsausbildungsvertrages ist bei der Handwerkskammer zu beantragen.
c) Vorzeitige Zulassung zur Gesellen- oder Abschlussprüfung
Schließlich kann der Auszubildende nach Anhörung des Ausbildenden und der Berufsschule vor Ablauf seiner Ausbildungszeit zur Gesellen- oder Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn seine Leistungen dies rechtfertigen.
Die Möglichkeit der vorzeitigen Prüfungszulassung besteht unabhängig neben einer Abkürzung der Ausbildungszeit.
Die Vorzeitige Zulassung zur Prüfung ist ein Ausnahmefall und nur dann möglich, wenn die Leistungen des Auszubildenden dies rechtfertigen. Der Begriff des "rechtfertigens" ist ein unbestimmter Rechtsbegriff. Hier hat der Prüfungsausschuss einen Beurteilungsspielraum – starre Mindestandforderungen an die Qualität der Leistungen gibt es hier nicht.
Gefordert wird, dass sich der Prüfungsausschuss eingehend mit den Gründen, die sowohl pro als auch contra eine vorzeitige Prüfungszulassung sprechen, auseinandsersetzt. Er hat bei der Leistungsbeurteilung das gesamte Berufsausbildungsverhältnis zu betrachten und zwar so, wie es sich im Zeitpunkt der Antragstellung darstellt. Zu diesem Zweck hat der Prüfungsausschuss den Ausbildenden und bei einem berufsschulpflichtigen Auszubildenden die Berufsschule anzuhören, um sich ein Bild über den Leistungsstand verschaffen zu können. Eine Zustimmung von der Berufsschule oder dem Ausbildenden ist jedoch nicht erforderlich.
Es kommt ausschließlich auf die Leistungen des Auszubildenden an und diese müssen über dem Durchschnitt liegen, denn nur dann ist es gerechtfertigt, dem Auszubildenden dieses Privileg zuteil werden zu lassen. Je früher der Zulassungsantrag gestellt wird, desto besser müssen seine Leistungen sein. Die Berufsausbildung muss in jedem Fall soweit fortgeschritten sein, dass angenommen werden kann, dass der Auszubildende den Prüfungsgegenstand beherrscht. Alle für das Berufsbild typischen Tätigkeiten und Kenntnisse müssen vermittelt worden sein.
Es muss ein Antrag auf vorzeitige Prüfungszulassung gestellt werden. Dieser ist aber mit einer Anmeldung zur Prüfung von Ablauf der gesetzlichen Ausbildungszeit identisch, der an die zuständige Stelle (meist Handwerkskammer oder auch Innung) zu richten ist.
Besteht der Auszubildende die Gesellen- oder Abschlussprüfung, so endet das Berufsausbildungsverhältnis mit Bestehen der Prüfung.
Eine Verlängerung der Ausbildungsdauer ist möglich:
Auf Antrag des Auszubildenden auf Verlängerung im Einzelfall
bei Nichtbestehen der Abschlussprüfung auf Verlangen des Auszubildenden
bei Inanspruchnahme von Elternzeit oder bei der Ableistung von Wehr – bzw. Zivildienst.
a) Antrag des Auszubildenden auf Verlängerung im Einzelfall
Auf Antrag des Auszubildenden kann im Ausnahmefall die Ausbildungszeit durch die Handwerkskammer verlängert werden. Nur der Auszubildenden kann diesen Antrag stellen, bzw. im Falle seiner Minderjährigkeit mit Zustimmung der gesetzlichen Vertreter. Der Ausbildende hingegen hat kein Antragsrecht. Auch ist es nicht möglich, dass die die Vertragsparteien das Ausbildungsverhältnis durch eine einvernehmliche Absprache untereinander verlängern.
Die Verlängerung muss erforderlich sein, um das Ausbildungsziel zu erreichen, d.h. die Abschluss- oder Gesellenprüfung bestehen zu können. Eine Verlängerung kommt zum Beispiel in Betracht, wenn derart lange Fehlzeiten des Auszubildenden wegen Krankheit bestehen, dass das Erreichen des Ausbildungszieles gefährdet ist. Aber auch betriebliche, technische, persönliche und organisatorische Umstände aus dem Bereich des Ausbildenden können die Berufsausbildung so gefährden, dass eine Verlängerung erforderlich wird. Keine Verlängerung ist möglich, wenn die Abschlussprüfung erst nach Ausbildungsende stattfindet und dieser Zeitraum "überbrückt" werden soll.
b) bei Nichtbestehen der Abschlussprüfung auf Verlangen des Auszubildenden
Auch bei Nichtbestehen der Gesellen- oder Abschlussprüfung endet grundsätzlich das Ausbildungsverhältnis nach Ablauf der Ausbildungszeit.
Aber: Das Gesetz erkennt einem Berufsabschluss einen sehr hohen Stellenwert zu. Zum Schutze des Auszubildenden wird ihm daher das Recht eingeräumt, zu verlangen, dass sich das Ausbildungsverhältnis verlängert. Grundsätzlich bis zur nächsten Wiederholdungsprüfung, insgesamt höchstens um ein Jahr.
Diese Verlängerung tritt nur dann ein, wenn der Auszubildende dies verlangt. Der Ausbildende muss nicht zustimmen. Schlimmstenfalls kann der Auszubildende die Verlängerung gegen den Willen des Ausbildenden verlangen. Der Auszubildende kann diesen Wunsch mündlich oder schriftlich gegenüber den Ausbildenden äußern, insoweit besteht keine Formvorschrift. Ausreichend ist sogar, wenn er kommentarlos immer weiter zur Ausbildung erscheint.
Für das Geltendmachen des Verlangens gibt es keine Frist. Jedoch ist es im Interesse des Auszubildenden, dass die Ausbildung möglichst zeitnah weitergeht. Erfährt der Auszubildende vor dem Ende der vereinbarten Ausbildungszeit vom Nichtbestehen der Prüfung, so kann er bis zum eigentlichen Ablauf der Berufsausbildung die Verlängerung ohne zeitliche Begrenzung verlangen. Will er den während der Berufsausbildung entstandenen Anspruch auf Verlängerung nach Ablauf der vereinbarten Ausbildungszeit geltend machen, so muss er dies unverzüglich tun. Erhält er das nachteilige Prüfungsergebnis nachdem die Ausbildungszeit bereits geendet hat, so muss er das Verlangen auf Verlängerung in einem engen zeitlichen Zusammenhang mit der Ausbildung äußern – eine Überlegungsfrist ist ihm durchaus zuzuerkennen.
c) bei Inanspruchnahme von Elternzeit:
Nimmt der oder die Auszubildende Elternzeit in Anspruch, so bestimmt das § 20 Absatz 1 Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG), dass die Elternzeit nicht auf die Berufsbildungszeiten angerechnet wird. Das bedeutet, dass sich das Ausbildungsverhältnis ohne weiteres um diesen Zeitraum verlängert - ganz automatisch.
Zum Antrag auf Verlängerung der Ausbildungszeit
Wieviel Urlaub steht während des Ausbildungsverhältnisses zu?
Urlaubsjahr ist das Kalenderjahr!
Er beträgt pro Kalenderjahr
für Jugendliche, die zu Beginn des Kalenderjahres
Tarifverträge können einen höheren Urlaubsanspruch vorsehen, müssen aber in der Regel nur bei Tarifgebundenheit beider Vertragspartner angewandt werden (Beispiel Bauhauptgewerbe 30 Arbeitstage).
Beginnt das Beschäftigungsverhältnis in der ersten Jahreshälfte oder endet es in der zweiten Jahreshälfte, entsteht Anspruch auf den gesamten Jahresurlaub, andernfalls auf ein Zwölftel des Jahresurlaubsanspruches für jeden Beschäftigungsmonat. Die Wartezeit beträgt 6 Monate. Erst danach kann Urlaub erstmals angetreten werden (voller Anspruch).
Der Urlaub ist zusammenhängend und für Berufsschüler während der Schulferien zu gewähren.
Übersichten mit den Urlaubsansprüchen zu den einzelnen Berufen und Gewerken finden Sie hier.
Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung und wann wird sie fällig?
Die Ausbildungsvergütungen in den Handwerksberufen sind unterschiedlich hoch.
Zu vereinbaren sind die jeweils gültigen Sätze der tariflichen Vergütung oder die von den Verbänden bzw. der Handwerkskammer empfohlenen Vergütungssätze.
Ändern sich während des Bestehens des Berufsausbildungsverhältnisse die Vergütungssätze (auch nichttarifliche Vergütungssätze) so gelten diese.
Sollte ein Betrieb in mehreren Berufen ausbilden, gilt die Ausbildungsvergütung des Berufs, für den die Mehrzahl der Beschäftigten eingestellt ist, für alle Lehrlinge.
Die Ausbildungsvergütung muss dem Lehrling am letzten Arbeitstag des Kalendermonats zur Verfügung stehen.
Hier finden Sie die Liste mit den Ausbildungsvergütungen
Wie lang ist die tägliche und wöchentliche Beschäftigungsdauer?
Dauer der Arbeitszeit für Jugendliche:
Die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer darf acht Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu zehn Stunden nur verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden. Es können auch tarifliche Regelungen bestehen (bei der zuständigen Tarifvertragspartei nachfragen)!
Was ist beim Berufsschulbesuch zu beachten?
Auszubildende sind zum Berufsschulbesuch unter Fortzahlung der Vergütung freizustellen, auch in der Verlängerung der Ausbildung nach nicht bestandener Prüfung. Dabei ist es gleichgültig, ob Schulpflicht besteht oder nicht.
vor einem Unterricht, der vor 9 Uhr beginnt; dies gilt auch für Personen, die über 18 Jahre alt und noch berufsschulpflichtig sind,
Auf die Arbeitszeit werden angerechnet bei Jugendlichen:
Bei Erwachsenen (über 18 Jahre)
Bei Besuch der Berufsschule während der üblichen Arbeitszeit gilt die Zeit als erfüllt, die der Schüler in der Berufsschule einschließlich der Pausen und Wegezeiten verbrachte. Sollte an dem Berufsschultag noch Ausbildungszeit übrig bleiben, sollten Lehrlinge nur im Rahmen der Zumutbarkeit in den Betrieb einberufen werden. Die verbleibende Zeit im Betrieb muss noch sinnvoll genutzt werden können. Eine Verbleibzeit von unter 30 Minuten scheint nicht mehr sinnvoll.
Ein Berufsschulbesuch, der außerhalb der üblichen Arbeitszeit erfolgt, findet keine Anrechnung. Trotzdem soll die betriebliche Ausbildungszeit so organisiert werden, dass die gesetzliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden wöchentlich durch Berufsschul- und Ausbildungszeiten insgesamt nicht überschritten wird. Es können auch tarifliche Regelungen bestehen! Bei der zuständigen Tarifvertragspartei nachfragen.
Ein Entgeltausfall beim Lehrling darf durch den Besuch der Berufsschule nicht eintreten.
Die Anmeldung ist direkt an die Berufsschule zu schicken. Die Berufsschule informiert den ausbildenden Betrieb über die Berufsschulzeiten. Die Handwerkskammer kann hierüber keine Auskunft erteilen.
Vordruck zur Anmeldung zum Besuch der Berufsschule
Zum Adressverzeichnis der Berufsschulen im Kammerbezirk Koblenz
Kann die Ausbildungszeit verlängert werden?
Die Ausbildungsdauer wird durch die jeweilige Ausbildungsordnung vorgeschrieben. Diese Ausbildungszeit kann in bestimmten Fällen verlängert werden.
Die HwK kann in Ausnahmefällen z.B. bei längeren Krankheitszeiten - jedoch nur auf Antrag des Lehrlings - die Ausbildungszeit verlängern, wenn dies erforderlich ist, um das Ausbildungsziel zu erreichen. Vor der Entscheidung der Handwerkskammer über eine Verlängerung der Ausbildung müssen die Beteiligten, insbesondere der Lehrling und der Ausbildende, gehört werden.
Wenn der Lehrling seine Abschlussprüfung nicht besteht, so verlängert sich das Berufsausbildungsverhältnis auf sein Verlangen bis zur nächstmöglichen Wiederholungsprüfung, höchstens um ein Jahr. Das Verlangen ist vom Lehrling an den Betrieb zu stellen. Das Lehrverhältnis verlängert sich nicht automatisch!
Zum Antrag auf Verlängerung
Die Verlängerung des Berufsausbildungsvertrages ist bei der Handwerkskammer zu beantragen.
Wie kann ein Lehrvertrag vorzeitig beendet werden?
Während der Probezeit kann das Berufsausbildungsverhältnis ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist und ohne Angabe von Gründen schriftlich gekündigt werden.
Nach der Probezeit kann das Berufsausbildungsverhältnis nur aus einem wichtigen Grund fristlos, schriftlich unter Angabe des Grundes gekündigt oder per Auflösungsvertrag beendet werden.
Kündigung Ein wichtiger Grund ist gegeben, wenn Tatsachen vorliegen, aufgrund derer dem Kündigenden unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles und unter Abwägung der Interessen beider Vertragsparteien die Fortsetzung des Berufsausbildungsverhältnisses bis zum Ablauf der Ausbildungszeit nicht zugemutet werden kann. Eine Kündigung aus einem wichtigen Grund ist unwirksam, wenn die ihr zugrunde liegenden Tatsachen dem zur Kündigung Berechtigten länger als zwei Wochen bekannt sind.
Nach der Probezeit kann außerdem vom Auszubildenden schriftlich mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen gekündigt werden, wenn er die Berufsausbildung aufgeben oder sich für eine andere Berufstätigkeit ausbilden lassen will.
Jede Kündigung muss schriftlich und bei einer Kündigung nach der Probezeit unter Angabe der Kündigungsgründe erfolgen. Wird das Berufsausbildungsverhältnis nach Ablauf der Probezeit vorzeitig gelöst, so kann der Ausbildende oder der Auszubildende Schadensersatz verlangen, wenn der andere den Grund für die Kündigung zu vertreten hat. Dies gilt jedoch nicht bei Kündigung wegen Aufgabe oder Wechsels der Berufsausbildung. Der Anspruch erlischt, wenn er nicht innerhalb von drei Monaten nach Beendigung des Berufsausbildungsverhältnisses geltend gemacht wird.
Auflösung Während die Kündigung eine einseitige Willenserklärung darstellt, ist die Auflösung ein Vertrag, der das Einvernehmen der Vertragsschließenden voraussetzt. Die Auflösung wird formlos erstellt. Sie bedarf keiner Befristung. Es ist sinnvoll, eventuelle Ansprüche, z.B. auf Urlaub, zum Vertragsbestandteil zu machen.
Die HwK ist über eine vorzeitige Beendigung des Berufsausbildungsvertrages zu unterrichten.
Was muss bei einer Abmahnung beachtet werden?
Voraussetzung für eine Kündigung wegen Beanstandungen im Leistungs- oder Verhaltensbereich des Arbeitnehmers ist die förmliche Abmahnung. Ohne vorherige Abmahnung wird eine verhaltensbedingte Kündigung in der Regel als unwirksam angesehen.
Die Abmahnung ist als solche deutlich zu bezeichnen.
Das beanstandete Verhalten ist so konkret wie möglich darzustellen. Voraussetzung für eine Abmahnung ist, dass das beanstandete Verhalten eine vertragliche Relevanz entweder aufgrund der Schwere oder der Häufigkeit des Vorfalls hat.
Die arbeitsrechtliche Konsequenz (z. B. Kündigung) muss angedroht werden.
Eine Durchschrift der Abmahnung ist zur Personalakte zu nehmen. Eine Verpflichtung zur vorherigen Anhörung des Mitarbeiters besteht nicht, es sei denn, dass diese vertraglich vereinbart worden ist.
Die Abmahnung ist aus Beweisgründen vom Arbeitnehmer zu quittieren bzw. per Einschreiben mit Rückschein zuzusenden.
Die Abmahnung unterliegt nicht der Mitbestimmung durch den Betriebsrat. Dem Arbeitgeber steht es daher frei, dem Betriebsrat eine Durchschrift der Abmahnung zur Kenntnis zu geben.
Muss ein Berichtsheft geführt werden?
Seit 1971 sind in allen Ausbildungsberufen Berichtshefte in Form von Ausbildungsnachweisen zu führen. Sie sind zu beziehen über die jeweilige Kreishandwerkerschaft.
Zu den Adressen der Kreishandwerkerschaften
Tel.: 0211/3 90 98-27
Telefax: 0211/3 90 98-33
E-Mail: m.burkert@verlagsanstalt-handwerk.de
Bestellnr.: Loseblatt-Form 4304 P, gebunden 4304
Davon abweichende Berichtshefte führen lediglich Friseure, Schornsteinfeger, Bäcker und Bäckereifachverkäuferinnen.
Das Berichtsheft händigt der Ausbilder dem Auszubildenden bei Beginn der Ausbildung und später kostenfrei aus und weist ihn in die Führung ein (siehe auch § 2 Abs. 7 Berufsausbildungsvertrag).
Es ist vom Lehrling ordnungsgemäß zu führen und regelmäßig (wöchentlich bzw. monatlich) dem Ausbilder vorzulegen (siehe auch § 3 Abs. 7 BAV) und von diesem die Durchsicht unterschriftlich zu bestätigen.
Durch die lückenlose Führung des Nachweises soll der Ablauf der Ausbildung transparent gemacht werden.
Der ordnungsgemäß geführte Ausbildungsnachweis ist Zulassungsvoraussetzung für die Gesellen- bzw. Abschlussprüfung.
Wer bezahlt die Fahrtkosten innerhalb der Ausbildung?
Der Ausbildungsbetrieb muss seinem Lehrling die Fahrtkosten zur überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (inkl. Übernachtungskosten bei mehrtägigen Kursen) ersetzen (§§ 15 BBiG, 670 BGB).
Fahrtkosten zur Berufsschule:
Fahrtkosten zur Berufsschule muss der Ausbildungsbetrieb grundsätzlich nicht zahlen (LAG München v. 17.1.1990;EzB Nr. 2 zu § 12 Abs. 1 Nr. 2a BBiG).
Fahrtkosten zu Prüfungen:
Fahrtkosten im Zusammenhang mit der Zwischenprüfung sind vom Betrieb zu erstatten, da die Zwischenprüfung eine Ausbildungsveranstaltung (verpflichtende Lernstandskontrolle) ist. Fahrtkosten im Zusammenhang mit der Gesellen-/Abschlussprüfung muss der Ausbildungsbetrieb dagegen nicht zahlen, da diese Prüfung keine Ausbildungsveranstaltung ist. (BAG v. 14.12.1983, EzB § 31 HwO).
Der Auszubildende kann bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel die tatsächlich entstandenen Kosten der Fahrkarten (2. Klasse) erstattet verlangen. Benutzt er dagegen für die Fahrten zur ÜBL oder zum Kunden/Baustelle seinen privaten PKW, sind mangels weiterer Absprache nur die tatsächlich aufgewandten Benzinkosten zu erstatten. Eine Verpflichtung des Arbeitgebers, die steuerlich anerkannte Kilometerpauschale zu erstatten, besteht grundsätzlich nicht, es sei denn, der Betrieb zahlt diese regelmäßig seinen Arbeitnehmern (Gleichbehandlungsgrundsatz) oder es besteht eine bestimmte branchenübliche Pauschale (§ 612 Abs. 2 BGB).
Da nur die tatsächlich entstandenen Kosten zu ersetzen sind, kann der Lehrling nicht Ersatz in Höhe der Kosten für öffentliche Verkehrsmittel verlangen, wenn er für die Fahrt tatsächlich seinen Privat-Pkw benutzt hat. Besitzt der Lehrling eine Bahncard, sind bei Fahrten mit der Bahn nur die ermäßigten Fahrtkosten ersatzfähig.
Ausnahme: Im Baugewerbe gilt § 7 Nr. 4.6 des allgemein verbindlichen Bundesrahmentarifvertrags, wonach der Auszubildende - gleichgültig, wie er den Weg zurücklegt - Anspruch auf Zahlung des Preises für die Bahnfahrt 2. Klasse hat.
Teamkoordinator Ausbildungsberatung
Internetauftritt aktualisiert am Mittwoch, 29.03.2017
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