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Timestamp: 2016-10-22 16:09:51
Document Index: 30335382

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 97', 'Art. 5', 'BGE', 'Art. 117', 'Art. 118', 'Art. 118', 'Art. 37', 'Art. 37', 'Art. 37', 'Art. 24', 'Art. 24', 'Art. 84', 'Art. 86', 'Art. 88', 'Art. 90', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 27', 'Art. 27', 'Art. 31', 'BGE', 'Art. 94', 'Art. 36', 'Art. 94', 'Art. 31', 'Art. 31', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'Art. 3', 'BGE', 'Art. 32', 'Art. 156', 'Art. 153', 'Art. 153']

2P.52/2001 (24.10.2001)
�ffentlichrechtlichen Abteilung, M�ller, Bundesrichterin Yersin, Bundesrichter Merkli, Aeschlimann und Gerichtsschreiberin M�ller.
X.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch F�rsprecher Herbert H. Scholl, Laurenzenvorstadt 19, Aarau,
A.- Mit Verf�gung vom 10. Oktober 1990 lehnte das Gesundheitsdepartement des Kantons Aargau das Gesuch von Dr. med. X.________ um Erteilung der Bewilligung zur F�hrung einer Privatapotheke in A.________ ab. Eine dagegen erhobene Beschwerde wies der Regierungsrat des Kantons Aargau am 21. Januar 1991 ab. Dieser Entscheid ist in formelle Rechtskraft erwachsen.
X.________ das Gesuch um Erteilung der Bewilligung zur Medikamentenabgabe am Praxisstandort A.________. Nach Anh�rung der Parit�tischen Kommission �rzte/Apotheker (PKAA) wies das Gesundheitsdepartement am 23. November 1998 das Gesuch ab. Die dagegen erhobene Beschwerde wies der Regierungsrat mit Entscheid vom 19. Mai 1999 ab. Gegen diesen Entscheid erhob X.________ am 16. Juni 1999 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau. Dieses wies die Beschwerde am 12. September 2000 ab.
Der Regierungsrat des Kantons Aargau beantragt, die Beschwerden abzuweisen. Das Verwaltungsgericht hat auf eine Vernehmlassung verzichtet. Das Eidgen�ssische Departement des Innern hat sich am 23. Mai 2001 zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde vernehmen lassen, ohne jedoch einen konkreten Antrag zu stellen.
1.- Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde und der staatsrechtlichen Beschwerde wird derselbe Entscheid angefochten, wobei im vorliegenden Fall nur eines der beiden Rechtsmittel zul�ssig sein kann. Es rechtfertigt sich damit, die beiden Beschwerdeverfahren zu vereinigen.
2.- a) Das Bundesgericht pr�ft die Zul�ssigkeit der bei ihm eingereichten Beschwerden von Amtes wegen und mit freier Kognition (BGE 124 II 499 E. 1a S. 501, mit Hinweisen).
b) Das Bundesgericht beurteilt letztinstanzlich Verwaltungsgerichtsbeschwerden gegen Verf�gungen, die sich auf �ffentliches Recht des Bundes st�tzen oder st�tzen sollten (Art. 97 OG in Verbindung mit Art. 5 VwVG). Im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde sind auch auf unselbst�ndiges kantonales Ausf�hrungsrecht zum Bundesrecht gest�tzte Anordnungen zu pr�fen sowie auf �brigem kantonalem Recht beruhende Anordnungen, die einen hinreichend engen Sachzusammenhang mit der im Rahmen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu beurteilenden Frage des Bundesverwaltungsrechts aufweisen.
Soweit dagegen dem angefochtenen Entscheid selbst�ndiges kantonales Recht ohne den genannten Sachzusammenhang zum Bundesrecht zugrunde liegt, steht ausschliesslich die staatsrechtliche Beschwerde zur Verf�gung (BGE 123 I 275 E. 1b S. 277, mit Hinweisen).
c) Art. 117 BV erm�chtigt den Bund zum Erlass von Bestimmungen �ber die Kranken- und Unfallversicherung.
Gem�ss Art. 118 Abs. 1 BV trifft der Bund im Rahmen seiner Zust�ndigkeiten Massnahmen zum Schutz der Gesundheit. Er erl�sst unter anderem Vorschriften �ber den Umgang mit Heilmitteln (Art. 118 Abs. 2 BV). Diese Kompetenz hat der Bund bisher, soweit die Selbstdispensation betreffend, nicht ausgesch�pft; er hat vielmehr in Art. 37 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 18. M�rz 1994 �ber die Krankenversicherung (KVG; SR 832. 10) die Regelung der Selbstdispensation ausdr�cklich den Kantonen zugewiesen: Gem�ss Art. 37 Abs. 3 KVG bestimmen die Kantone, unter welchen Voraussetzungen �rzte mit einer kantonalen Bewilligung zur F�hrung einer Apotheke den zugelassenen Apothekern gleichgestellt sind. Freilich schreibt der letzte Satz von Art. 37 Abs. 3 KVG den Kantonen vor, dabei insbesondere die Zugangsm�glichkeiten der Patienten zu einer Apotheke zu ber�cksichtigen. Damit legt das Krankenversicherungsgesetz ein einziges Beurteilungskriterium fest und steckt - allerdings nur sehr vage - einen Rahmen ab. �ber die Art und Weise, wie dieses Kriterium n�her zu konkretisieren und zu gewichten ist, spricht sich das Gesetz hingegen nicht aus. Im �brigen enth�lt auch das - noch nicht in Kraft gesetzte - Heilmittelgesetz vom 15. Dezember 2000 (Referendumsvorlage publiziert in BBl 2000 6115) in Art. 24 Abs. 1 keine eigene bundesrechtliche Regelung der Selbstdispensation; es verweist vielmehr f�r die Abgabe von verschreibungspflichtigen Medikamenten durch andere Medizinalpersonen als Apotheker auf die Bestimmungen �ber die Selbstdispensation (Art. 24 Abs. 1 lit. b).
Gem�ss � 32 des Gesundheitsgesetzes des Kantons Aargau vom 10. November 1987 (GesG) ist �rzten und Zahn�rzten die unmittelbare Anwendung sowie in Notf�llen auch die Abgabe von Medikamenten gestattet (Abs. 1); das Gesundheitsdepartement kann �rzten die F�hrung einer Privatapotheke in Ortschaften ohne �ffentliche Apotheke bewilligen, wenn die rasche und f�r jedermann m�gliche Versorgung mit Medikamenten nicht durch eine �ffentliche Apotheke einer nahe gelegenen Ortschaft gew�hrleistet ist (Abs. 2). Diese gesetzliche Regelung, auf die sich die angefochtene Verf�gung st�tzt, stellt nach dem Gesagten selbst�ndiges kantonales Recht dar.
d) Damit ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde im vorliegenden Fall unzul�ssig; es ist darauf nicht einzutreten.
3.- a) Da gegen den angefochtenen, kantonal letztinstanzlichen Entscheid im Bund auch kein anderes Rechtsmittel zur Verf�gung steht, ist grunds�tzlich die staatsrechtliche Beschwerde zul�ssig (Art. 84 Abs. 2 und Art. 86 Abs. 1 OG).
Der Beschwerdef�hrer ist als im Kanton Aargau praktizierender Arzt durch die Bewilligungsverweigerung in seinen rechtlich gesch�tzten Interessen betroffen und damit zur Erhebung der staatsrechtlichen Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 88 OG).
c) Die staatsrechtliche Beschwerde muss die wesentlichen Tatsachen und eine kurzgefasste Darlegung dar�ber enthalten, welche verfassungsm�ssigen Rechte bzw.
welche Rechtss�tze inwiefern durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sind (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG).
Das Bundesgericht untersucht nicht von Amtes wegen, ob ein kantonaler Hoheitsakt verfassungswidrig ist, sondern pr�ft nur rechtsgen�gend vorgebrachte und, soweit m�glich, belegte R�gen (BGE 110 Ia 1 E. 2 S. 3/4, 119 Ia 197 E. 1d S. 201).
Der Beschwerdef�hrer hat sich mit der Begr�ndung im angefochtenen Entscheid im Einzelnen auseinander zu setzen und zu erkl�ren, welches geschriebene oder ungeschriebene verfassungsm�ssige Individualrecht verletzt worden sein soll.
Auf bloss allgemein gehaltene, appellatorische Kritik tritt das Bundesgericht nicht ein (BGE 107 Ia 186 E. b). Wird eine Verletzung des Willk�rverbots geltend gemacht, kann der Beschwerdef�hrer sich nicht damit begn�gen, den angefochtenen Entscheid einfach als falsch oder willk�rlich zu bezeichnen und ihm seine Sicht der Dinge gegen�berzustellen; er hat vielmehr anhand der angefochtenen Subsumtion im Einzelnen darzulegen, inwiefern der Entscheid an einem qualifizierten und offensichtlichen Mangel leidet (BGE 117 Ia 10 E. 4b S. 11/12). Soweit die Ausf�hrungen des Beschwerdef�hrers diesen Anforderungen nicht gen�gen, ist darauf nicht einzutreten.
4.- Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung der Wirtschaftsfreiheit.
a) Gem�ss Art. 27 BV ist die Wirtschaftsfreiheit gew�hrleistet. Die T�tigkeiten von Arzt und Apotheker fallen grunds�tzlich in den Schutzbereich von Art. 27 BV. Die Wirtschaftsfreiheit ist insbesondere f�r die Herstellung und den Verkauf von Heilmitteln garantiert und erstreckt sich auch auf die nebenberufliche oder bloss gelegentliche T�tigkeit (vgl. zur Handels- und Gewerbefreiheit nach Art. 31 aBV: BGE 118 Ia 175 E. 1 S. 176). W�hrend Abweichungen vom Grundsatz der Wirtschaftsfreiheit in der Bundesverfassung vorgesehen (oder durch kantonale Regalrechte begr�ndet) sein m�ssen (Art. 94 Abs. 4 BV), sind grundrechtskonforme Beschr�nkungen unter den f�r Grundrechtseingriffe allgemein geltenden Voraussetzungen des Art. 36 BV zul�ssig: Erforderlich sind demnach eine gesetzliche Grundlage (Abs. 1), ein �ffentliches Interesse (Abs. 2), Verh�ltnism�ssigkeit (Abs. 3) sowie die Beachtung des Kerngehalts (Abs. 4).
b) Im Gegensatz zum Bund, f�r den die Bundesverfassung zahlreiche Verfassungserm�chtigungen im Sinne von Art. 94 Abs. 4 BV enth�lt, sind die Kantone durchweg an den Grundsatz der Wirtschaftsfreiheit gebunden. Es ist ihnen - abgesehen vom Bereich der Regalrechte - untersagt, den Grundsatz der Wirtschaftsfreiheit zu beeintr�chtigen und wirtschaftspolitische Massnahmen im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 31 Abs. 2 aBV zu treffen (vgl.
Botschaft vom 20. November 1996 �ber eine neue Bundesverfassung, BBl 1997 I 296 f.).
Gem�ss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 31 Abs. 2 aBV sind wirtschaftspolitische oder standespolitische Massnahmen, die den freien Wettbewerb behindern, um gewisse Gewerbezweige oder Bewirtschaftungsformen zu sichern oder zu beg�nstigen, unzul�ssig. Zul�ssig sind dagegen andere im �ffentlichen Interesse begr�ndete Massnahmen, wie namentlich polizeilich motivierte Eingriffe zum Schutz der �ffentlichen Ordnung, Gesundheit, Sittlichkeit sowie von Treu und Glauben im Gesch�ftsverkehr oder sozialpolitisch begr�ndete Einschr�nkungen. Diese bed�rfen einer gesetzlichen Grundlage, m�ssen durch ein �berwiegendes �ffentliches Interesse gerechtfertigt sein und den Grundsatz der Verh�ltnism�ssigkeit sowie der Rechtsgleichheit (namentlich im Sinne der Wettbewerbsneutralit�t) wahren (BGE 125 I 417 E. 4a S. 422, mit Hinweis).
5.- a) Wenn - wie hier - kein besonders schwerer Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit vorliegt, pr�ft das Bundesgericht die Auslegung des kantonalen Rechts unter dem Gesichtswinkel der Willk�r (vgl. BGE 125 I 417 E. 4c S. 423, mit Hinweis): Das Verweigern einer Selbstdispensationsbewilligung ber�hrt die Hauptt�tigkeit eines Arztes nicht. Von einem besonders schweren Eingriff k�nnte allenfalls dann gesprochen werden, wenn ein Arzt auf die Einnahmen aus dem Medikamentenverkauf zwingend angewiesen ist, um z.B. in einer Randregion wirtschaftlich bestehen zu k�nnen. Der Beschwerdef�hrer macht eine solche wirtschaftliche Abh�ngigkeit aus dem Medikamentenverkauf jedoch nicht geltend (vgl. BGE 118 Ia 175 E. 2a S. 177).
b) Der Beschwerdef�hrer legt nicht in einer den Begr�ndungsanforderungen gen�genden Art und Weise dar, inwiefern der angefochtene Entscheid auf einer willk�rlichen Auslegung des kantonalen Rechts beruhe.
Damit besteht eine gen�gende gesetzliche Grundlage f�r den angefochtenen Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit des Beschwerdef�hrers.
6.- Der Beschwerdef�hrer macht geltend, die Beschr�nkung der Selbstdispensation sei nicht durch ein �berwiegendes �ffentliches Interesse geboten.
a) Das Bundesgericht hat in einem Urteil aus dem Jahre 1992 festgehalten, dass das �ffentliche Interesse, dem mit einem Verbot des Verkaufs von Medikamenten durch frei praktizierende �rzte entsprochen werden soll, in der regional guten Versorgung mit Apotheken liegt (BGE 118 Ia 175 E. 2e S. 179). Daran hat sich auch heute nichts ge�ndert:
Die allgemeine Medizinalpr�fungsverordnung vom 19. November 1980 (AMV; SR 811. 112.1) sieht gest�tzt auf Art. 6 des Bundesgesetzes vom 19. Dezember 1877 betreffend die Freiz�gigkeit des Medizinalpersonals in der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 811. 11) f�r �rzte, Tier�rzte und Apotheker verschiedene Pr�fungen vor und setzt f�r sie verschiedene Ausbildungslehrg�nge voraus. Die T�tigkeit des Arztes unterscheidet sich grundlegend von derjenigen des Apothekers. Wenn daher der Kanton das Recht zur Abgabe von Medikamenten den Apothekern vorbeh�lt und den �rzten nur ausnahmsweise das Recht einr�umt, Heilmittel an Patienten abzugeben, so tr�gt er lediglich der schon im Bundesrecht vorgesehenen Aufgabenteilung zwischen �rzten und Apothekern Rechnung (BGE 118 Ia 175 E. 3b S. 182).
Die Gesundheitsgesetzgebung des Kantons Aargau beruht auf dieser Aufgabenteilung: Das Gesundheitsgesetz (� 23 und � 26) umschreibt die Pflichten der �rzte und Apotheker verschieden; weitere Vorschriften �ber das F�hren einer �ffentlichen Apotheke enth�lt die Verordnung vom 3. April 1958 �ber die Apotheken (SAR 311. 511; Apothekenverordnung).
Gem�ss � 26 Abs. 3 GesG muss die Apotheke �ber ein Sortiment an pharmazeutischen Spezialit�ten und Pharmakop�e-Pr�paraten, welches die Arzneimittelversorgung sicherstellt, verf�gen. Eine vergleichbare Pflicht besteht f�r den Arzt, der eine Privatapotheke f�hrt, nicht. Jeder Apotheker hat zudem die Apotheke pers�nlich zu f�hren; mit Bewilligung des Gesundheitsdepartements kann er zwei Assistenten besch�ftigen (� 26 Abs. 2 GesG).
Aus dieser Regelung erhellt, dass der Kanton Aargau nicht nur Wert auf ein gut ausgebautes Netz �ffentlicher Apotheken legt, sondern - im Interesse einer optimalen medizinischen Versorgung der Bev�lkerung - die Aufgaben zwischen Arzt und Apotheker aufteilt und die T�tigkeitsbereiche beider Berufe festlegt. Dabei ersch�pfen sich die Aufgaben des Apothekers nicht in der Ausf�hrung von Rezepten bzw. in der Abgabe von Heilmitteln. Die Beratungspflicht des Apothekers umfasst, wie angenommen werden darf, vielmehr auch die Medikation in leichten F�llen. Das liegt, wie das Bundesgericht schon im Jahre 1992, den Kanton Bern betreffend, ausgef�hrt hat, durchaus im Interesse des Patienten, f�r den sich damit ein aufwendiger Gang zum Arzt er�brigt. Dar�ber hinaus ist der Apotheker aufgrund seiner Ausbildung in der Lage und verpflichtet, den Patienten an den Arzt zu weisen, wo sich das als notwendig erweist. Ohne eine gen�gende Zahl �ffentlicher Apotheken k�nnte diese Funktion aber nicht mehr sichergestellt werden. Wenn daher der Kanton Aargau die Selbstdispensation durch �rzte einschr�nkt, um damit eine regional gute Streuung �ffentlicher Apotheken zu erreichen, so entspricht dies durchaus einem �ffentlichen Interesse (vgl. f�r den Kanton Bern BGE 118 Ia 175 E. 3c S. 182 f.).
b) Der Beschwerdef�hrer r�gt unter anderem, durch das Selbstdispensationsverbot solle ein Einfluss auf die �konomische Situation der Apotheker genommen werden, welcher sich strukturpolitisch auswirken solle, indem dadurch eine erh�hte Apothekendichte erreicht werde; damit handle es sich beim Selbstdispensationsverbot um eine - nicht zul�ssige - wirtschaftspolitische Regelung, die der planm�ssigen Lenkung des wirtschaftlichen Geschehens dienen solle.
Zwar hat ein grunds�tzliches Verbot der Selbstdispensation strukturpolitische Auswirkungen - die darin bestehen, dass ein gewisser Anteil am Heilmittelmarkt den Apothekern zugewiesen wird -; diese Massnahme dient aber gerade dem �ffentlichen Interesse an einer optimalen medizinischen Versorgung der Bev�lkerung, das unter anderem durch ein gut ausgebautes Netz �ffentlicher Apotheken erreicht werden soll. Die Massnahme ist daher mit dem Grundsatz der Wirtschaftsfreiheit vereinbar.
c) Der Beschwerdef�hrer erachtet es als stossend, dass der Kanton Aargau einerseits, weil er in der mit der Selbstdispensation verbundenen Konkurrenz zwischen �rzten und Apothekern eine Gef�hrdung des Zieles einer fl�chendeckenden Versorgung des Landes mit Apotheken erblickt, die Selbstdispensation beschr�nkt, anderseits aber der MediService AG den Versandhandel mit Medikamenten gestattet habe, der doch die Apotheken in mindest gleicher Weise konkurrenziere.
Die MediService AG, Zuchwil, ein von der Krankenkasse Y.________ beherrschtes Unternehmen, darf gest�tzt auf eine Bewilligung des Departements des Innern des Kantons Solothurn vom 26. M�rz 1997 eine �ffentliche Apotheke betreiben und Medikamente nicht nur in ihrer Offizin verkaufen, sondern auch versenden, wobei der Heilmittelversand nur f�r �rztlich verschriebene Pr�parate erlaubt ist und keine Kunden in Kantonen beliefert werden d�rfen, in denen der Versand mit Heilmitteln verboten ist. Der Regierungsrat hat mit Beschluss vom 31. M�rz 1999 festgestellt, dass die MediService AG f�r ihre T�tigkeit als �ffentliche Apotheke aufgrund der Betriebsbewilligung des Departementes des Innern des Kantons Solothurn vom 26. M�rz 1997 im Kanton Aargau keine Bewilligung ben�tige. Wie das Gesundheitsdepartement des Kantons Aargau in seinem Schreiben vom 27. April 1999 an den Aargauischen Apothekerverein darlegt, hat der Regierungsrat diesen Beschluss gest�tzt auf das Bundesgesetz vom 6. Oktober 1995 �ber den Binnenmarkt (Binnenmarktgesetz, BGBM, SR 943. 02) gef�llt; er ist dabei zum Schluss gekommen, dass f�r eine Beschr�nkung des Zugangs zum Markt im Sinne von Art. 3 BGBM keine rechtsgen�glichen Gr�nde vorl�gen.
Die Zulassung des Versandhandels durch die MediService AG - wobei der Kanton den Zulassungsentscheid gest�tzt auf Bundesrecht getroffen hat, ohne dass ihm dabei ein grosser Entscheidspielraum geblieben w�re - kann allenfalls die im Kanton Aargau ans�ssigen Apotheken wirtschaftlich benachteiligen.
Das bedeutet aber nicht, dass es dem Kanton Aargau nun verwehrt sein m�sste, dem �ffentlichen Interesse an einer optimalen Versorgung mit Medikamenten auf andere Weise Nachachtung zu verschaffen, gerade zum Beispiel durch die Beschr�nkung der Selbstdispensation der �rzte. Im �brigen weist das Verwaltungsgericht zu Recht darauf hin, dass die MediService AG eine �ffentliche Apotheke betreibt. Es werden nur Medikamente aufgrund von Arztrezepten ausgeliefert.
Die Rezeptbestellungen werden unter Aufsicht von Apothekern �berpr�ft. Damit ist der Grundsatz "wer rezeptiert, dispensiert nicht" eingehalten und die Doppelkontrolle sichergestellt. Auch wenn das Argument der Doppelkontrolle bei der Frage der Zul�ssigkeit des Verbots der Selbstdispensation nicht im Vordergrund steht (vgl. BGE 118 Ia E. 3d S. 183), ist es doch nicht unbeachtlich und vermag jedenfalls eine unterschiedliche Behandlung des Versandhandels zu rechtfertigen.
d) Der Beschwerdef�hrer f�hrt ins Feld, es liege im �ffentlichen Interesse, dass die Gesundheitskosten und damit die Leistungen der Krankenkassen nicht dauernd steigen; die Medikamentenkosten, die einen grossen Teil der Gesundheitskosten ausmachen w�rden, seien aber in den Kantonen mit Selbstdispensation tiefer als in den Kantonen mit dem Rezepturmodell.
aa) Das Verwaltungsgericht ist zum Schluss gekommen, dass heute zum Zusammenhang zwischen Selbstdispensation und Arzneikosten keine gesicherten Aussagen m�glich sind. Dabei hat es verschiedene Studien ber�cksichtigt. Es verweist unter anderem auf Andreas Dummermuth, der in seiner Studie (Andreas Dummermuth, Selbstdispensation, Der Medikamentenverkauf durch �rzte, Cahiers de l'institut de hautes �tudes en administration publique [IDHEAP] Nr. 114, Lausanne 1993, S. 74 mit Hinweisen) im Rahmen eines Vergleichs zwischen den Kantonen Aargau (eingeschr�nkte Selbstdispensation) und Luzern ("reine" Selbstdispensation; d.h. praktisch jeder Arzt darf Medikamente abgeben) f�r den Kanton Aargau tiefere Arzt- und Medikamentenkosten pro Einwohner errechnet.
Das Verwaltungsgericht zitiert im Weiteren die Autoren Ren� Gr�flin und Christoph Z�llig (in: Schweizerische �rztezeitung, Heft 41/1995, S. 1652 f.), die demgegen�ber zum Schluss gekommen sind, die Medikamentenkosten seien in Kantonen mit selbstdispensierenden �rzten - zumindest im ersten Halbjahr 1995 - tiefer als in Kantonen mit Rezeptur. Es verweist ferner auf Bernd Schips und Peter Sohre ("Ist die Selbstdispensation durch �rzte tats�chlich kosteng�nstiger als die Rezeptur?", in KSK Aktuell, Nr. 11/95, S. 177 f.), die betonen, in die Beurteilung der Kostensituation m�ssten auch sozio�konomische Einflussfaktoren einfliessen, die das Nachfrageverhalten der Konsumenten beeinflussten, etwa die Leichtigkeit des Zugangs zu medizinischer Versorgung, die Hemmschwelle, medizinische Leistungen in Anspruch zu nehmen, die stark von der Altersstruktur abh�ngige Krankheitsanf�lligkeit und Schwere der Erkrankungen der Patienten sowie kulturelle Unterschiede in Bezug auf die Einstellung zur modernen Medizin. Schips und Sohre kommen aufgrund ihrer Untersuchungen zum Schluss, dass sich die Arzneimittelkosten mit erh�hter �rztedichte, vermehrtem Anteil an Personen �ber 55 Jahren und zunehmendem Anteil an franz�sisch- und italienischsprachiger Bev�lkerung erh�hen, hingegen mit zunehmendem Anteil von Erwerbst�tigen im 1. Sektor abnehmen. Die Kostenunterschiede in den einzelnen Kantonen k�nnten im Ergebnis zu mindestens 80 % mit den genannten sozio�konomischen Faktoren erkl�rt werden, hingegen nicht - zumindest nicht signifikant - mit den Unterschieden in den Vertriebssystemen f�r Arzneimittel (Selbstdispensation und Rezeptur).
Das Verwaltungsgericht zitiert weiter ein Arbeitspapier der Helsana Versicherungen AG, welchem zu entnehmen ist, dass es bislang nicht gelungen ist, den Einfluss des Verkaufskanals der Medikamente auf die Arzneimittelkosten nachzuweisen; wohl h�tten Kantone mit tieferen Medikamentenkosten vorwiegend ein System der direkten Medikamentenabgabe, umgekehrt aber sei in diesen Regionen eine markant tiefere �rztedichte zu verzeichnen, was wiederum unmittelbar die H�he der Kosten und Pr�mien beeinflusse. Kantone, die von der direkten Medikation zur Rezeptur gewechselt h�tten (Schaffhausen, Graub�nden, Bern) verzeichneten Kostensch�be, weil �rzte ihren Einkommensausfall mit zus�tzlichen medizinischen Leistungen kompensierten. Das Verwaltungsgericht relativiert aufgrund der �berlegungen in diesem Arbeitspapier den von Christoph Bangerter und Michael Egli ("Der Einfluss des Vertriebskanals auf die Medikamentenkosten" in: Schweizer �rztezeitung, Heft 8/1999 S. 448 f.) gemachten Hinweis betreffend den Anstieg der Medikamentenkosten im Kanton Graub�nden nach Einschr�nkung der Selbstdispensation.
Was der Beschwerdef�hrer dagegen einwendet, ist nicht geeignet, die Schlussfolgerung des Verwaltungsgerichts, wonach zum Zusammenhang zwischen Selbstdispensation und Arzneikosten keine gesicherten Aussagen m�glich sind, als falsch erscheinen zu lassen, beschr�nkt er sich doch auf das einseitige Verweisen auf diejenigen Gutachten, die seinen Ansatz st�tzen.
bb) Der Beschwerdef�hrer beantragt, beim Konkordat der Schweizerischen Krankenversicherer die aktuellen Medikamentenkosten der verschiedenen Kantone beizuziehen.
7.- Der Beschwerdef�hrer h�lt den Grundrechtseingriff f�r unverh�ltnism�ssig.
Nach der Rechtsprechung verlangt der Grundsatz der Verh�ltnism�ssigkeit, dass der Grundrechtseingriff zur Erreichung des angestrebten Zieles geeignet und erforderlich ist und dass das verfolgte Ziel in einem vern�nftigen Verh�ltnis zu den eingesetzten Mitteln, den zu seiner Verwirklichung notwendigen Freiheitsbeschr�nkungen, steht (Verh�ltnism�ssigkeit im engeren Sinne; vgl. 115 Ia 27 E. 4b S. 31, mit Hinweis).
a) Die Beschr�nkung der Selbstdispensation ist grunds�tzlich geeignet, eine optimale Versorgung der Bev�lkerung mit Medikamenten sicherzustellen, weil sie indirekt eine gen�gende Apothekendichte f�rdert. F�hrt sie aber dazu, dass den Patienten f�r die Beschaffung von Medikamenten allzu grosse Opfer abverlangt werden, dient sie dem urspr�nglichen Ziel nicht mehr.
Das aargauische Gesundheitsgesetz kommt den Patienten schon dadurch entgegen, dass es dem Arzt erlaubt, Medikamente unmittelbar anzuwenden sowie in Notf�llen auch abzugeben (� 32 Abs. 1 GesG).
In den �brigen F�llen k�nnen die Patienten des Beschwerdef�hrers nicht frei w�hlen, ob sie ihre Medikamente bei ihrem Arzt oder in einer Apotheke beziehen wollen.
Diese Einschr�nkung ist aber von ihnen hinzunehmen, denn das �ffentliche Interesse an einer gen�genden Apothekendichte geht einem allf�lligen Eingriff in die "Wahlfreiheit" der Patienten, die ohnehin kein eigenst�ndiges Grundrecht darstellt, ohne weiteres vor. Im �brigen w�rde eine solche "Wahlfreiheit" durch die unbeschr�nkte Zulassung der Selbstdispensation gerade nicht garantiert: Verliert eine bestehende Apotheke in einer l�ndlichen Gegend aufgrund der Zulassung der Selbstdispensation ihre Existenzgrundlage, haben die entsprechenden Patienten im Einzugsgebiet auch keine "Wahlfreiheit" mehr.
Das Verwaltungsgericht verweist f�r die Auslegung von � 32 Abs. 2 GesG auf die Praxis des Regierungsrats, wonach eine rasche und f�r jedermann zug�ngliche Medikamentenversorgung dann vorliegt, wenn der totale Zeitaufwand f�r den einfachen Weg von der Arztpraxis zur Apotheke bei der Benutzung �ffentlicher Verkehrsmittel nicht mehr als eine Stunde betr�gt und ungef�hr st�ndlich ein �ffentliches Verkehrsmittel zur Verf�gung steht, wobei der gesamte zeitliche und finanzielle Aufwand f�r den Hin- und R�ckweg zumutbar erscheinen muss. Soweit der Beschwerdef�hrer diese Praxis als willk�rlich taxiert, zielt er an der Sache vorbei: Im vorliegenden Verfahren ist nicht die Praxis des Kantons Aargau zur Auslegung von Art. 32 Abs. 2 GesG auf ihre Verfassungsm�ssigkeit zu �berpr�fen, sondern ein Entscheid des Verwaltungsgerichts in einem konkreten Anwendungsfall.
Im vorliegenden Fall hat das Verwaltungsgericht festgehalten, dass f�r den Weg von A.________ zur n�chstgelegenen Apotheke nach B.________ - je nach Tageszeit - zu jeder halben oder ganzen Stunde ein Postauto zur Verf�gung steht, und dass unter Ber�cksichtigung der Wegstrecke von der Arztpraxis zur Bushaltestelle ein Zeitaufwand von rund 26 Minuten zur Medikamentenbeschaffung in der Apotheke zu veranschlagen sei. Der Beschwerdef�hrer macht nicht geltend, diese durch das Verwaltungsgericht vorgenommene Sachverhaltsfeststellung sei willk�rlich; es ist daher auf diese Zahlen abzustellen.
Ein Beschaffungsweg von 26 Minuten f�r ein Medikament kann aber f�r einen Patienten nicht als unzumutbar gelten. Daran �ndert nichts, dass dieser je nach Wohnort auch schon bis zur Arztpraxis einen l�ngeren Weg zur�cklegen muss. Dadurch, dass es bei der Frage der Zumutbarkeit des Beschaffungswegs auf die Benutzung der �ffentlichen Verkehrsmittel abgestellt hat, hat das Verwaltungsgericht im �brigen den �lteren, behinderten oder aus anderen Gr�nden nicht motorisierten Patienten Rechnung getragen; von deren Diskriminierung kann nicht die Rede sein.
b) Die Beschr�nkung der Selbstdispensation ist zum Erreichen bzw. Aufrechterhalten einer gen�genden Apothekendichte erforderlich; mildere Massnahmen sind keine ersichtlich.
c) Der Grundrechtseingriff verletzt auch nicht das Erfordernis der Verh�ltnism�ssigkeit im engeren Sinne:
Dem Beschwerdef�hrer bleibt seine Hauptt�tigkeit als Arzt; der mit der Beschr�nkung der Selbstdispensation verbundene Einkommensausfall f�r eine Nebenbesch�ftigung muss gegen�ber dem �ffentlichen Interesse an der optimalen Versorgung der Bev�lkerung mit Medikamenten zur�cktreten.
8.- Inwiefern der angefochtene Entscheid den Kerngehalt der Wirtschaftsfreiheit verletzen soll, wie der Beschwerdef�hrer behauptet, ist weder dargetan noch ersichtlich (vgl.
9.- Es er�brigt sich, die vom Beschwerdef�hrer beantragten Beweise (Parteibefragung, Stellungnahmen der Wettbewerbskommission sowie des Kantonsapothekers) beizuziehen:
Soweit deren Erhebung im vorliegenden Verfahren zul�ssig w�re, sind sie jedenfalls f�r die Beurteilung der staatsrechtlichen Beschwerde nicht entscheidwesentlich.
Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens dem Beschwerdef�hrer aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 153 und Art. 153a OG).
4.- Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 5'000.-- wird dem Beschwerdef�hrer auferlegt.
5.- Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, dem Regierungsrat und dem Verwaltungsgericht des Kantons Aargau,
3. Kammer, sowie dem Eidgen�ssischen Departement des Innern schriftlich mitgeteilt.