Source: https://www.clockodo.com/de-ch/lexikon/arbeitszeitkonto/
Timestamp: 2020-07-05 09:07:47
Document Index: 396130505

Matched Legal Cases: ['EuG', '§ 2', 'EuG', 'EuG', '§ 16', '§ 17']

Arbeitszeitkonto: Wie es geht & was es muss | clockodo
Kurz und knapp: Arbeitszeitkonto
In einem Arbeitszeitkonto halten Arbeitnehmer ihre tägliche Arbeitszeit fest.
So vergleichen sie Soll-Stunden und tatsächlich geleistete Arbeitszeit.
Durch das EuGH-Urteil zur Arbeitszeiterfassung ist ein Arbeitszeitkonto verpflichtend zu führen.
Alles zum Thema Arbeitszeitkonto:
Arbeitszeitkonto Definition: Was macht ein Arbeitszeitkonto?
Was sagt das Arbeitsrecht über ein Arbeitszeitkonto?
Was passiert bei Urlaub oder Krankheit mit dem Arbeitszeitkonto?
Hält ein Arbeitszeitkonto die Aufzeichnungspflicht ein?
Arbeitszeitkonto-Programm
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In einem Arbeitszeitkonto halten Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit fest. Es geht um die tatsächlich geleistete Arbeitszeit und nicht um die im Vertrag vereinbarte. Diese Konten werden auch Stundenkonto oder Überstundenkonto genannt.
Ein Arbeitszeitkonto kann vom Mitarbeiter digital in einem Arbeitszeitkonto-Programm oder handschriftlich als Tabelle geführt werden. Auch eine Stempeluhr beziehungsweise Stechuhr ist möglich.
Ein Arbeitszeitkonto basiert auf der Soll- und Ist-Arbeitszeit eines Beschäftigten. Die vertraglich geregelte Arbeitszeit ist als Soll hinterlegt. Die tatsächlich gearbeitete Ist-Zeit kann unter oder über dieser Grenze liegen. Es handelt sich dann um Minus- oder Plusstunden. Das Konto zeigt die abweichende Zeit an. Besonders bei flexiblen Arbeitszeiten ist das Führen eines Arbeitszeitkonto sinnvoll.
Die Nutzung eines Arbeitszeitkontos kann nur verpflichtend sein, wenn sie im Arbeitsvertrag beziehungsweise Tarifvertrag festgelegt ist. Eine Regelung in einer Betriebsvereinbarung ist auch möglich. Ist in keinem dieser Verträge eine Stundenkonto-Nutzung festgelegt, muss der Arbeitnehmer seine Arbeitszeiten nicht explizit festhalten. Das gilt jedoch nur für Branchen, die nicht in § 2a Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz festgehalten sind.
In der Arbeitszeitkonto-Regelung sollte der Umgang mit Plus- und Minusstunden genau festgelegt sein.
Nach dem EuGH-Urteil vom 14. Mai 2019 werden alle Arbeitgeber in der EU die Arbeitszeit Ihrer Mitarbeiter aufzeichnen. Mehr dazu im Ratgeber: Arbeitszeiterfassung nach EuGH-Urteil.
Angestellte fühlen sich im ersten Moment vielleicht beobachtet, wenn ihre tatsächliche Arbeitszeit von einem Arbeitszeitkonto-Programm aufgezeichnet wird. Ein Arbeitszeitkonto hat aber den Vorteil, dass jede mehr gearbeitete Minute verzeichnet ist.
Da Arbeitgeber verpflichtet sind, die Mehrarbeit ihrer Mitarbeiter festzuhalten (§ 16 Arbeitszeitgesetz), ist ein Arbeitszeitkonto eine gute Möglichkeit dazu. Bei Minijobs zum Beispiel ist ein Arbeitszeitkonto generell obligatorisch (§ 17 Mindestlohngesetz). Außerdem lässt sich die Personalplanung so überwachen und anpassen. Bei unterschiedlicher Auslastung des Unternehmens können auch Phasen mit kurzen und Phasen mit längeren Tagen realisiert werden.
Abwesenheiten wie Urlaub oder Krankheit haben keinen Einfluss auf das Arbeitszeitkonto. Diese Tage sind keine Minusstunden und das Zeitguthaben verringert sich nicht. Bei Überstundenabbau dagegen werden die Stunden naturgemäß mit dem Guthabenkonto verrechnet.
Arbeitgeber sollten die Arbeitszeitkonten ihrer Mitarbeiter im Blick behalten. Es gibt keine allgemeine Regelung im Arbeitsrecht fürs Arbeitszeitkonto. Trotzdem gibt es damit zusammenhängende Gesetze: Das Arbeitszeitgesetz schreibt bestimmte maximale Arbeitszeiten für Tage und Wochen sowie Pausen und Ruhezeiten vor. Auch der Zeitrahmen für einen Überstundenabbau ist festgelegt (24 Wochen beziehungsweise sechs Monate).
In Zukunft nehmen alle Arbeitgeber in der EU die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter auf, nicht nur die Überstunden wie bisher.
Für Minijobs, auch 450-Euro-Jobs oder geringfügige Beschäftigung genannt, besteht schon jetzt eine grundsätzliche Pflicht für die Arbeitszeiterfassung. Das gilt ebenfalls für folgende Branchen: Baugewerbe, Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe, Personenbeförderung, Speditions-, Transport- und Logistikgewerbe, Schausteller, Forstwirtschaft, Gebäudereinigung, Auf- und Abbau von Messen und Ausstellungen, Fleischwirtschaft.
Beispiel Nutzung eines Arbeitszeitkontos
Julie führt in ihrem Kleinunternehmen das Zeiterfassungssystem clockodo ein. Ihre vier Mitarbeiter beschweren sich, dass sie von nun an genau kontrolliert werden. Julie erklärt ihnen, dass von nun jede Sekunde, die sie alle arbeiten, auf das Arbeitszeitkonto fließt und jede Minute Mehrarbeit direkt als Überstunden verbucht ist. Sie erklärt, dass diese genaue Erfassung die Arbeitszeit für beide Seiten fair gestaltet.
Hans arbeitet nur als 450-Euro-Kraft bei Julie. Die Aufzeichnungspflicht für ihn hält sie somit automatisch ein. Sowohl Julie als auch Hans selbst können genau nachvollziehen, wie viele Stunden im Monat noch gearbeitet werden dürfen. Außerdem ist Julie in der Lage, bei einer Überprüfung genau zu zeigen, dass sich ihre Mitarbeiter alle an die vorgeschriebenen Pausenzeiten halten. Das kommt sowohl ihr als auch den Mitarbeitern zugute, die immer die notwendigen Erholungsphasen bekommen.
Die Zeiterfassung clockodo ist ein typisches Programm für das Aufzeichnen der Arbeitszeit. In clockodo melden sich Mitarbeiter an, wenn sie kommen, und wieder ab, wenn sie gehen. Die erfassten Ist-Arbeitszeiten werden mit den hinterlegten Soll-Arbeitszeiten verrechnet und füllen somit das Arbeitszeitkonto des Mitarbeiters. Auch die Abwesenheiten der Mitarbeiter können über clockodo verwaltet werden. So funktioniert die Zeiterfassungssoftware wie eine digitale Stempeluhr, bei der anstelle von Stempelkarten nur ein Klick notwendig ist.
Stempelkarte früher und heute
Zeitwirtschaft: Was ist das und was bringt das?
Das Arbeitszeitgesetz und seine Regelungen