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Timestamp: 2019-05-24 10:33:17
Document Index: 79230136

Matched Legal Cases: ['§ 87', '§ 125', '§ 130', '§ 138', '§ 130', '§ 87', '§ 130', '§ 130', 'Art. 6', '§ 130', 'EGMR', '§ 130', '§ 108', 'Art. 103', '§ 130', '§ 130', '§ 125', '§ 130', '§ 130']

BVerwG, 21.03.2000 - 9 C 39.99 - dejure.org
https://dejure.org/2000,522
BVerwG, 21.03.2000 - 9 C 39.99 (https://dejure.org/2000,522)
BVerwG, Entscheidung vom 21.03.2000 - 9 C 39.99 (https://dejure.org/2000,522)
BVerwG, Entscheidung vom 21. März 2000 - 9 C 39.99 (https://dejure.org/2000,522)
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VwGO § 87 a Abs. 2 und 3, § 125 Abs. 2 Satz 3, § 130 a, § 138 Nr. 3
Vereinfachtes Berufungsverfahren; Entscheidung ohne mündliche Verhandlung; Beschluß; konsentierter Einzelrichter; Berichterstatter; Einverständnis der Beteiligten; Einstimmigkeit; Kollegialentscheidung; Anhörung; Anhörungsmitteilung; Ankündigung des Ausgangs des Berufungsverfahrens; Offenlegung des Verfahrensergebnisses
Vereinfachtes Berufungsverfahren; Entscheidung ohne mündliche Verhandlung; Beschluß; konsentierter Einzelrichter; Berichterstatter; Einverständnis der Beteiligten; Einstimmigkeit; Kollegialentscheidung; Anhörung; Anhörungsmitteilung; Ankündigung des Ausgangs des Berufungsverfahrens; Offenlegung des Verfahrensergebnisses.
Vereinfachtes Berufungsverfahren - Entscheidung ohne mündliche Verhandlung - Beschluß - Konsentierter Einzelrichter - Berichterstatter - Einverständnis der Beteiligten - Einstimmigkeit - Kollegialentscheidung - Anhörung - Anhörungsmitteilung - Ankündigung des Ausgangs des Berufungsverfahrens - Offenlegung des Verfahrensergebnisses
VwGO § 130 a; VwGO § 87 a
D (A), Verfahrensrecht, Vereinfachtes Berufungsverfahren, Mündliche Verhandlung, Beschluss, Einzelrichter, Konsentierter Einzelrichter, Berichterstatter, Einverständnis der Beteiligten, Einstimmigkeit, Kollegialentscheidung, Anhörung, Verfahrensmangel
Verwaltungsprozeßrecht - Vereinfachtes Berufungsverfahren; Entscheidung ohne mündliche Verhandlung; Beschluß; konsentierter Einzelrichter; Berichterstatter; Einverständnis der Beteiligten; Einstimmigkeit; Kollegialentscheidung; Anhörung; Anhörungsmitteilung; Ankündigung des Ausgangs des Berufungsverfahrens; Offenlegung des Verfahrensergebnisses
OVG Niedersachsen - 2 L 143/97
VG Schleswig, 29.09.1997 - 14 A 233.95
VG Schleswig, 29.09.1997 - 14 A 233/95
OVG Schleswig-Holstein, 11.01.1999 - 2 L 143.97
BVerwGE 111, 69
NJW 2000, 3368 (Ls.)
NVwZ 2000, 1040
DVBl 2000, 1529
DÖV 2000, 735
Mit dem Grad der Schwierigkeit der Rechtssache wächst daher zugleich auch das Gewicht der Gründe, die gegen die Anwendung des § 130a VwGO und für die Durchführung einer mündlichen Verhandlung sprechen (vgl. dazu Urteile vom 30. Juni 2004 - BVerwG 6 C 28.03 - BVerwGE 121, 211 und vom 21. März 2000 - BVerwG 9 C 39.99 - BVerwGE 111, 69 ).
Obwohl im Vergleich zur ursprünglichen Fassung der Verwaltungsgerichtsordnung die Möglichkeit, eine Entscheidung ohne mündliche Verhandlung zu treffen, erweitert wurde, erweist sich die mündliche Verhandlung im System des verwaltungsgerichtlichen Rechtsschutzes nach wie vor als gesetzlicher Regelfall und Kernstück auch des Berufungsverfahrens (vgl. Urteil vom 21. März 2000 - BVerwG 9 C 39.99 - BVerwGE 111, 69 ).
Die Grenzen von § 130a Satz 1 VwGO sind erreicht, wenn im vereinfachten Berufungsverfahren ohne mündliche Verhandlung entschieden wird, obwohl die Sache in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht außergewöhnlich große Schwierigkeiten aufweist (BVerwG, Beschluss vom 24. April 2017 - 1 B 54.17 - juris Rn. 16 m.w.N. unter Bezugnahme auf BVerwG, Urteile vom 21. März 2000 - 9 C 39.99 - BVerwGE 111, 69 , vom 30. Juni 2004 - 6 C 28.03 - BVerwGE 121, 211 und vom 9. Dezember 2010 - 10 C 13.09 - BVerwGE 138, 289).
In der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist geklärt, dass Art. 6 Abs. 1 EMRK in asyl- und ausländerrechtlichen Verfahren der vorliegenden Art keine Anwendung findet (vgl. Beschluss vom 16. Juni 1999 - BVerwG 9 B 1084.98 - Buchholz 310 § 130 a VwGO Nr. 40; Urteil vom 21. März 2000 - BVerwG 9 C 39.99 - BVerwGE 111, 69 jeweils m.w.N.; vgl. jetzt auch EGMR, Große Kammer, Urteil vom 5. Oktober 2000 - Nr. 39652/98 - EZAR 939 Nr. 1 = InfAuslR 2001, 109 (LS), Fall Maaouia).
Die verfahrensfehlerhafte Anwendung des Beschlussverfahrens nach § 130 a VwGO verletzt daher regelmäßig zugleich den Anspruch auf die Gewährung rechtlichen Gehörs nach § 108 Abs. 2 VwGO, Art. 103 Abs. 1 GG (vgl. das Urteil vom 21. März 2000 a.a.O. BVerwGE 111, 69 ).
Zugleich muss der Beschluss einstimmig und durch den gesamten Spruchkörper ergehen (BVerwGE 111, 69, 70 ff.).
Die Beteiligten müssen der Anhörungsmitteilung oder den sonstigen Umständen entnehmen können, ob das Berufungsgericht die Berufung für begründet oder unbegründet hält (BVerwGE 111, 69, 73 ff.).
Mit dem Grad der Schwierigkeit der Rechtssache wächst daher zugleich auch das Gewicht der Gründe, die gegen die Anwendung des § 130a VwGO und für die Durchführung einer mündlichen Verhandlung sprechen (vgl. dazu BVerwG, Urteile vom 21. März 2000 - 9 C 39.99 - BVerwGE 111, 69 und vom 30. Juni 2004 - 6 C 28.03 - BVerwGE 121, 211 ).
Die Anhörung gemäß § 130a Satz 2, § 125 Abs. 2 Satz 3 VwGO, die sich sowohl auf die Voraussetzungen für eine Beschlussentscheidung nach § 130a VwGO als auch auf die Sache selbst beziehen muss (BVerwGE 111, 69, 74), ist vollständig unterblieben.
Fehlt es an einer ordnungsgemäßen Anhörung, verstößt das Absehen von der mündlichen Verhandlung regelmäßig gegen das Gebot rechtlichen Gehörs, ohne dass es hierfür auf weitere Darlegungen des beschwerten Prozessbeteiligten ankommt (BVerwG, Urteil vom 21. März 2000 - 9 C 39.99 - BVerwGE 111, 69 ;… Beschluss vom 24. März 2006 - 10 B 55.05 - juris Rn. 4 m.w.N.).
Auch wenn der Anwendungsbereich nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte über das nationale Wortlautverständnis hinausgeht, werden jedenfalls Verfahren aus dem Kernbereich des öffentlichen Rechts, wozu auch das Asylrecht zählt, weiterhin nicht davon erfasst (BVerwG, Beschluss vom 16. Juni 1999 - 9 B 1084.98 - Buchholz 310 § 130a VwGO Nr. 40; Urteile vom 21. März 2000 - 9 C 39.99 - BVerwGE 111, 69 , vom 14. März 2002 - 1 C 15.01 - BVerwGE 116, 123 und vom 27. Oktober 2015 - 1 C 32.14 - BVerwGE 153, 162 ; jeweils m.w.N.).
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