Source: http://www.steuerberater-bauerjuergen.de/im-dezember-2017/
Timestamp: 2018-11-16 02:10:30
Document Index: 193797366

Matched Legal Cases: ['§ 240', '§ 140', '§ 6', '§ 6', '§ 20', '§ 17', '§ 17']

im Dezember 2017 | Steuerkanzlei Bauer Jürgen | Aichach | Buchführung, Steuererklärungen, Bilanzierungen, Steuerberatung
1.1 Inventur am Ende des Wirtschaftsjahres
1.2 Erhöhung GWG-Grenze ab 01.01.2018
1.3 Sinkende Beitragssätze ab 01.01.2018
b) Künstlersozialabgabe
1.4 Verfassungsmäßigkeit von Nachzahlungszinsen i.H.v. 6 %
1.5 Die Regeln der Kassensicherungsverordnung
1.6 Die betriebsprüfungssichere Buchführung
1.7 Elektronische Abgabe von Arbeits- und Nebenverdienstbescheinigungen
1.8 Pauschalsteuer für Geschenke
2.1 Neues Investmentsteuergesetz
2.2 Tarifentlastungen und höhere Kindervergünstigungen ab 2018
2.3 Unangekündigte Kassen-Nachschau ab 2018
1 Eigenkapitalersetzende Finanzierungshilfen für eine GmbH
Die Verpflichtung zur Inventur ergibt sich aus den §§ 240 und 241a Handelsgesetzbuch sowie aus den §§ 140 und 141 Abgabenordnung. Nach diesen Vorschriften sind Jahresabschlüsse aufgrund jährlicher Bestandsaufnahmen zu erstellen. Eine Inventur ist danach nur erforderlich, wenn bilanziert wird. Die ordnungsgemäße Inventur ist eine Voraussetzung für die Ordnungs-mäßigkeit der Buchführung. Bei nicht ordnungsmäßiger Buchführung kann das Finanzamt den Gewinn teilweise oder vollständig schätzen.
● die Menge (Maß, Zahl, Gewicht)
● die verständliche Bezeichnung der Vermögensgegenstände (Art, Größe, Artikel-Nummer)
● der Wert der Maßeinheit.
1.2 Geringwertige Wirtschaftsgüter: Grenze wird ab 2018 von 410 Euro auf 800 Euro angehoben
Anschaffungs- oder Herstellungskosten für abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter, die einer selbständigen Nutzung fähig sind, können sofort im Jahr der Anschaffung oder Herstellung ge-winnmindernd abgezogen werden, wenn die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten 410 Euro nicht überschreiten (sog. geringwertige Wirtschaftsgüter, § 6 Abs. 2 EStG).
Für Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten den Betrag von 150 Euro, aber nicht 1.000 Euro überschreiten, besteht – ggf. alternativ zur Sofortabschreibung – die Mög-lichkeit, diese in einen Sammelposten einzustellen; dieser wird jedes Jahr mit 20 % abge-schrieben (vgl. § 6 Abs. 2a EStG). Der untere Schwellenwert für die Sammelpostenregelung wird ab 2018 von 150 Euro auf 250 Euro angehoben. Die obere Grenze von 1.000 Euro gilt jedoch unverändert weiter.
1.3 a) Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung sinkt
Der Beitragssatz zur allgemeinen Rentenversicherung sinkt zum 01. Januar 2018 von 18,7 Prozent auf 18,6 Prozent.
Damit können sich Minijobber noch günstiger das volle Leistungspaket der Rentenversicherung sichern. Sie zahlen ab 01.01.2018 noch eine Eigenleistung von 3,6 % des Arbeitsentgelts (bzw. 13,6 % bei Minijobs in Privathaushalten). Arbeitgeber zahlen bei Minijobbern weiterhin einen Pauschalbeitrag in Höhe von 15 % (bzw. 5 % bei Minijobs in Privathaushalten).
1.3 b) Künstlersozialabgabe sinkt ab 1. Januar 2018 auf 4,2 %
Abgabepflichtig sind ebenso alle Unternehmer, die regelmäßig Aufträge für Werbung, Öffentlichkeitsarbeit, Layouts, Anzeigen, Prospekte, Kataloge, Verpackungen oder Webdesign an selbständige Auftragnehmer erteilen.
Zu beachten ist, dass die Künstlersozialabgabe ab dem 1. Januar 2018 von derzeit 4,8 % auf 4,2 % der gezahlten Entgelte herabgesetzt wird.
1.4 6 % Nachzahlungszinsen sind verfassungsgemäß
Einspruch gegen Festsetzung von Nachzahlungszinsen in Höhe von 6 % war erfolglos
Das Finanzgericht Münster hat mit seinem Urteil vom 17.08.2017 (10 K 2472/16) entschieden, dass Nachzahlungszinsen von 6 % in den Jahren 2012 bis 2015 noch verfassungsgemäß sind.
Im Streitfall klagten Eheleute, die für das Streitjahr 2011 im Dezember 2013 zur Einkommen-steuer veranlagt wurden, nachdem sie ihre Steuererklärung im Februar desselben Jahres ab-gegeben hatten. Für das Streitjahr 2010 änderte das Finanzamt die Steuerfestsetzung im Januar 2016, nachdem ihm weitere Beteiligungseinkünfte des Klägers bekannt geworden waren.
Aus beiden Einkommensteuerbescheiden ergab sich eine Einkommensteuer-Nachzahlung, für die das Finanzamt für die Monate April 2012 bis Dezember 2015 (Nachzahlungs-) Zinsen fest-setzte. Die Kläger legten gegen die Zinsfestsetzungen Einspruch ein und machten geltend, dass die Höhe der Verzinsung angesichts der andauernden Niedrigzinsphase fernab der Realität und damit verfassungswidrig sei. Das Finanzamt hat die Einsprüche zurückgewiesen. Die erhobene Klage hat das Finanzgericht Münster abgewiesen. Die gesetzliche Verzinsungs-regelung ist verfassungsgemäß. Mit der Festlegung eines festen Zinssatzes von 0,5 % pro Monat bzw. 6 % pro Jahr für Steuernachzahlungen und Steuererstattungen hat der Gesetz-geber den Rahmen für eine verfassungsrechtlich zulässige Typisierung nicht überschritten. Die Marktzinsen haben sich in den Jahren 2012 bis 2015 auch nicht in einer Weise entwickelt, dass der Zinssatz nicht mehr als hinreichend realitätsgerecht anzusehen ist, denn in diesem Zeit-raum hätten die Mittelwerte aus den Marktzinsen für Darlehen sowie für Anlagen zwischen 4,49 % und 3,66 % gelegen. Es handelt sich insofern um eine Typisierung über einen sehr langen Zeitraum: Der Gesetzgeber hat den Zinssatz seit seiner Einführung trotz erheblicher Zinsschwankungen in beide Richtungen auch nicht geändert.
Die Pflicht zum Einsatz eines elektronischen Kassensystems mit zertifizierter Sicherheitsein-richtung gilt grundsätzlich ab 2020. Die zwischenzeitlich in Kraft getretene Kassensicherungs-verordnung präzisiert die Anforderungen der Finanzverwaltung an die elektronischen Kassen-systeme ab 2020. Im Einzelnen verlangt sie folgendes:
● Elektronische Aufzeichnungssysteme müssen die Grundaufzeichnungen einzeln, vollständig, richtig, zeitgerecht, geordnet und unveränderbar festhalten. Zu diesen elektronischen Aufzeichnungssystemen zählen elektronische oder computergestützte Kassensysteme bzw. Registrierkassen, nicht aber elektronische Buchhaltungsprogramme, Warenautomaten oder Taxameter.
● Die Protokollierung muss für jede Transaktion gesondert unter einer laufenden Transaktionsnummer erfolgen, die bei der Speicherung einzeln abgelegt und abrufbar sein muss.
● Die Kassensicherungsverordnung präzisiert die Anforderungen an die einheitliche digitale Schnittstelle, die für den standardisierten Datenexport an die Finanzbehörden notwendig ist. Ein elektronisches Aufzeichnungssystem führt zu einer Verpflichtung zur Belegausgabe – in Papierform oder als Datei in elektronischer Form. Ein solcher Beleg muss mindestens folgende Angaben enthalten:
● den vollständigen Namen und die Anschrift des leistenden Unternehmers,
● das Datum der Belegausstellung und den Zeitpunkt des Vorgangsbeginns,
● die Transaktionsnummer,
● das Entgelt und den Steuerbetrag sowie
● die Seriennummer des Aufzeichnungssystems.
Bereits seit 01.01.2017 müssen elektronische Registrierkassen die Journaldaten (Einzelumsätze) elektronisch speichern können. Wenn verwendete Registrierkassen die Anfor-derungen ab 2017 erfüllen und nach dem 25.11.2010 sowie vor dem 01.01.2020 angeschafft wurden, dürfen sie bis Ende 2022 verwendet werden, sofern sie bauartbedingt nicht nachge-rüstet werden können.
Zur ordnungsgemäßen Kassenführung gehört neben den ab 2017 geltenden Anforderungen an Registrierkassen zwingend auch die Notwendigkeit des täglichen Zählens und Erfassens in Form eines Kassenbuchs oder Kassenberichts, wobei die Grundsätze des unveränderlichen Aufbewahrens ebenfalls gelten.
1.6 Fehler vermeiden für eine prüfungssichere Buchführung
Die elektronische Buchführung und damit auch die rechtskonforme Aufbewahrung elektro-nischer Dokumente sind inzwischen stärker in den Fokus der Betriebsprüfung gerückt. Hier droht die Gefahr von Umsatz- und Gewinnschätzungen, wenn sich schwerwiegende Mängel zeigen. Besondere Bedeutung kommt hierbei der richtigen Archivierung von elektronischen Dokumenten zu. Zwar sind Sie in der Wahl des Archivierungssystems frei, allerdings erteilt die Finanzverwaltung auch keine offiziellen Testate und gibt auch keine Empfehlungen heraus. Wenn Sie die folgenden Punkte beachten, geben Sie dem Betriebsprüfer wenig Anlass zur Kritik:
● Alle elektronischen Belege sind möglichst zeitnah zum Empfang oder zur Erstellung zu archivieren, um Datenverlust oder –verfälschung zu vermeiden.
● Nachträgliche Änderungen an den elektronischen Dokumenten müssen ausgeschlossen sein oder lückenlos dokumentiert werden.
● Die Archivierungssysteme müssen eine spätere Lesbarkeit durch die Finanzverwaltung erlauben. Verdichtete Daten müssen ohne großen Aufwand lesbar gemacht werden können.
● Die Ablage muss grundsätzlich in dem Format erfolgen, in dem das Dokument empfangen worden ist. Nur bei Papierdokumenten ist eine elektronische Aufbewahrung durch ersetzendes Scannen möglich. Dann ist allerdings eine Scananweisung erforderlich.
● Alle archivierten Daten sind in einen nachvollziehbaren und eindeutigen Index mit Suchfunktion aufzunehmen.
● Der gesamte Archivierungsvorgang muss nachvollziehbar dokumentiert werden.
Nach den GoBD sind Sie als Unternehmer insbesondere verpflichtet, eine genaue Verfahrens-dokumentation zu führen, aus der ersichtlich ist, wie Belege empfangen, erfasst, digitalisiert, verarbeitet und aufbewahrt werden.
Soweit Sie per E-Mail Eingangsrechnungen erhalten oder Rechnungen versenden, sollten Sie die gesamte E-Mail-Korrespondenz aufbewahren. Der bloße Ausdruck der E-Mail erfüllt nicht die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung, da bereits nicht das Format beibehalten wird. Es empfiehlt sich, E-Mail und vor allem die Dateianhänge außerhalb des E-Mail-Programms in einem Dokumentenmanagementsystem oder einem System zur rechtssicheren Archivierung von E-Mails abzuspeichern.
1.7 Elektronische Übermittlung von Arbeits- und Nebenverdienstbescheinigungen
Deutsche und EU-Arbeitsbescheinigungen sowie Nebenverdienstbescheinigungen können nunmehr elektronisch an die Arbeitsagentur übermittelt werden. Sofern wir Ihre Lohnbuch-haltung erstellen, werden Ihre Bescheinigungen ebenfalls elektronisch transferiert.
Bitte informieren Sie Ihre Mitarbeiter per Aushang am Schwarzen Brett, dass der elektronische Datentransfer ab sofort genutzt wird.
Diese Vorsichtsmaßnahme ist erforderlich, da der Mitarbeiter der elektronischen Über-tragung widersprechen kann.
Macht ein Unternehmer seinen Geschäftsfreunden Geschenke und übernimmt er für sie deren Steuer pauschal i.H. von 30 %, so ist die von ihm gezahlte Pauschalsteuer nicht als Betriebs-ausgabe abziehbar, wenn entweder das Geschenk mehr als 35 € wert ist oder wenn es zu-sammen mit der Pauschalsteuer den Betrag von 35 € überschreitet.
Geschenke an Geschäftsfreunde sind in der Regel nicht als Betriebsausgaben abziehbar, wenn ihre Anschaffungs- oder Herstellungskosten pro Empfänger und Jahr mehr als 35 € betragen. Führt das Geschenk beim Geschäftsfreund zu Betriebseinnahmen, kann der zuwendende Unternehmer die Steuer des Geschäftsfreunds mit einem Pauschalsteuersatz von 30 % über-nehmen und an das Finanzamt abführen. Es stellt sich dann die Frage, ob die Pauschalsteuer als Betriebsausgabe abziehbar ist.
Die Klägerin war eine Konzertveranstalterin und schenkte ihren Geschäftsfreunden Konzert-karten. Sie übernahm für die Geschäftsfreunde die Steuer und führte eine Pauschalsteuer an das Finanzamt ab, die sie als Betriebsausgaben geltend machte. Das Finanzamt erkannte den Betriebsausgabenabzug unter Hinweis auf die Abzugsbeschränkung für Geschenke nicht an.
● Zum Geschenk gehört nicht nur die Freikarte, sondern auch die übernommene Steuer durch die Klägerin. Denn dadurch wurden die Geschäftsfreunde von ihrer Steuerlast befreit. Ohne
den Antrag auf Pauschalversteuerung hätten die Geschäftsfreunde die Freikarten als Beinnahmen versteuern und Steuern an das Finanzamt abführen müssen.
● Der Wert des Geschenks setzte sich damit aus dem Wert der Freikarte und aus der Pauschalsteuer von 30 % zzgl. Solidaritätszuschlag zusammen. Dieser Wert lag pro Geschäftsfreund über 35 € und wurde damit vom Abzugsverbot für Geschenke erfasst. Daher waren weder die Aufwendungen für die verschenkten Konzertkarten noch die Pauschalsteuer als Betriebsausgabe absetzbar.
Der BFH folgt damit der Auffassung der Finanzverwaltung, die die Pauschalsteuer genauso wie das Geschenk behandelt. Relevant ist das Urteil nicht nur dann, wenn bereits der Wert des Ge-schenks über 35 € liegt, sondern auch dann, wenn die Abzugsgrenze von 35 € erst aufgrund der Pauschalversteuerung überschritten wird: Beträgt der Wert des Geschenks 30 € und übernimmt der Unternehmer 30 % Pauschalsteuer, ergibt sich ein Wert von 39 €, so dass weder das Ge-schenk noch die Pauschalsteuer als Betriebsausgabe abziehbar sind. Die Pauschalsteuer von 30 % erhöht sich noch um den Solidaritätszuschlag und ggf. auch um die Kirchensteuer, so dass auch diese Erhöhungen berücksichtigt werden müssen.
2.1 Neues Investmentsteuergesetz: Besteuerung von „Alt-Anteilen“
Ab dem 1. Januar 2018 wird die Besteuerung von Investmentfonds grundlegend geändert: Anders als bisher unterliegen die Fonds selbst mit ihren inländischen Beteiligungserträgen künftig regelmäßig der Ertragsbesteuerung (mit dem Körperschaftsteuersatz von 15 %). Um dieser Vorbelastung auf der Fondsebene Rechnung zu tragen, erfolgt beim privaten Anleger eine Teilfreistellung bei der Besteuerung der laufenden Erträge.
Gewinne aus der Veräußerung von im Privatvermögen gehaltenen Investmentanteilen werden ebenso wie die laufenden Ausschüttungen eines Fonds – künftig als Kapitalerträge besteuert (siehe § 20 Abs. 1 Nr. 3 und 3a EStG). Für bereits eingetretene Wertsteigerungen von Fonds-anteilen, die schon länger im Besitz der Anleger sind und bei einem Verkauf ab 2018 von der geänderten Besteuerung betroffen wären, hat der Gesetzgeber eine Übergangsregelung ge-troffen:
Für alle Fondsanteile, die vor 2018 erworben worden sind, wird ein Verkauf zum 31. Dezember 2017 sowie eine anschließende Anschaffung der Anteile zum 1. Januar 2018 fingiert. Der Ende 2017 festgesetzte Rücknahmepreis gilt dabei regelmäßig als „Veräußerungserlös“. Ein steuer-pflichtiger Gewinn ist nach dem bis 2017 geltenden Recht zu ermitteln; die Besteuerung erfolgt aber erst dann, wenn der Anteil tatsächlich veräußert wird. Seit der Anschaffung der Fondsan-teile entstandene Wertsteigerungen bleiben so „archiviert“.
Für private Alt-Anteile an Investmentfonds, die vor dem 1. Januar 2009 (Einführung der Ab-geltungsteuer) erworben wurden, kommt eine besondere Regelung in Betracht, weil ent-sprechende Veräußerungsgewinne bislang unbefristet steuerbefreit waren. Dies gilt jetzt nur noch für die Wertsteigerungen, die bis Ende 2017 eingetreten sind.
Dagegen werden ab 2018 eintretende Wertveränderungen beim Verkauf dieser Alt-Anteile künftig steuerpflichtig, soweit ein entsprechender Veräußerungsgewinn einen Freibetrag von 100.000 Euro übersteigt.
Im Dezember 2016 wurden Steuerentlastungen für 2017 und 2018 gesetzlich festgelegt. Ab 2018 ergeben sich folgende Änderungen:
Grundfreibetrag 2017 ab 2018
(der Freibetrag für Betreuungs-, Erziehungs-oder Ausbildungsbedarf bleibt unverändert bei 2.640 €)
Im Rahmen des Abbaus der sog. kalten Progression werden darüber hinaus auch für 2018 die Grenzwerte des progressiven Steuertarifs um eine geschätzte Inflationsrate erhöht, was zu ge-ringen Steuerentlastungen führt. Ein Alleinstehender kann durch die Tarifänderung bis zu 273 Euro Einkommensteuer im Jahr einsparen – allerdings erst ab einem zu versteuernden Ein-kommen von 260.533 Euro.
Das Kindergeld wird 2018 um monatlich 2 Euro pro Kind erhöht.
2.3 Unangekündigte Kassen-Nachschau droht ab 2018
Ab 2018 darf das Finanzamt sogenannte Kassen-Nachschauen durchführen, um die Ordnungs-mäßigkeit der Aufzeichnungen und Buchungen von Kasseneinnahmen und –ausgaben zu über-prüfen. Die Nachschau kann die Finanzverwaltung ohne vorherige Ankündigung und auch zunächst anonym durch Testkäufe durchführen. Dabei kann sie computergestützte Kassen-systeme, Registrierkassen und offene Ladenkassen kontrollieren.
Spätestens zum 01.01.2018 sollten Sie alle Organisationsunterlagen rund um die Kasse bzw. das Kassensystem zusammengestellt und jederzeit griffbereit haben. Dazu gehören auf jeden Fall die Bedienungsanleitungen und die Programmier- bzw. Einrichtungsprotokolle. Sollte der Kassenprüfer unangekündigt an Ihrer Tür klingeln, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf! Wir stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
3.1 Eigenkapitalersetzende Finanzierungshilfen für eine GmbH
Werden Anteile an einer GmbH veräußert, werden der Verkaufserlös und die Anschaffungs-kosten der Beteiligung gegenübergestellt. Übersteigt der Erlös die Anschaffungskosten, ergibt sich regelmäßig ein steuerpflichtiger Gewinn; beträgt die Beteiligungs-quote mindestens 1 %, unterliegt der Gewinn regelmäßig dem Teileinkünfteverfahren. Erreicht der Veräußerungserlös nicht die Höhe der Anschaffungskosten, entsteht ein Verlust, der ggf. mit anderen Einkünften verrechnet werden kann. Ähnliche Regelungen bestehen bei Auflösung der Gesellschaft. Die Höhe der Anschaffungskosten hat somit Einfluss auf die steuerlichen Auswirkungen.
Für den Fall, dass die GmbH in eine wirtschaftliche Krise gerät und der Gesellschafter im Insol-venzverfahren Finanzierungshilfen in Form von Darlehen zur Verfügung stellt oder für Bürgschaften in Anspruch genommen wird, wurde bislang der Wert des Darlehens als nachträgliche Anschaffungskosten im Rahmen des § 17 EStG behandelt, wenn die Darlehens-gewährung gesellschaftsrechtlich veranlasst war. Davon gingen Rechtsprechung und Finanz-verwaltung regelmäßig aus, wenn die Rückzahlung des Darlehens derart gefährdet war, dass ein Fremder das Risiko einer Kreditgewährung in der Krise nicht eingegangen wäre. Entsprechendes galt für vorher gewährte Darlehen, die nach Eintritt der Krise „stehen gelassen“ wurden. Dieser Beurteilung ist jetzt der Bundesfinanzhof entgegengetreten. Das Gericht weist darauf hin, dass für derartige eigenkapitalersetzende Finanzierungshilfen seit einer Gesetzänderung vor einigen Jahren keine gesellschaftsrechtliche Kapitalbindung mehr eintritt. Infolgedessen könnten entsprechende Darlehen auch steuerlich nicht mehr als nachträgliche Anschaffungs-kosten behandelt werden. Das Urteil ist für Betroffene nachteilig. Es bedeutet, dass Aufwendungen des Gesellschafters aus einer Inanspruchnahme für Verbindlichkeiten der Gesellschaft im Insolvenzverfahren weder einen etwaigen Veräußerungs- bzw. Auflösungsgewinn mindern, noch einen entsprechenden verrechenbaren Veräußerungsverlust im Sinne des § 17 EStG erhöhen. Das Gericht hat jedoch in diesem Zusammenhang eine Vertrauensschutzregelung getroffen: Wurden eigenkapitalersetzende Finanzierungshilfen bis zum 27. September 2017 (Tag der Veröffentlichung des Urteils) geleistet oder wurde eine Finanzierungshilfe bis zu diesem Zeit-punkt eigenkapitalersetzend, können diese Vorgänge noch nach den bisherigen Grundsätzen behandelt werden.