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Timestamp: 2019-06-18 20:04:30
Document Index: 17298238

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 71', '§ 60', '§ 108', '§ 137', '§ 32', 'Art. 12', '§ 3', '§ 71', '§ 71', '§ 51', '§ 51', '§ 51', '§ 78', '§ 51', '§ 60', '§ 3', 'Art. 12', 'EuG', '§ 137', '§ 71', '§ 71', '§ 3', '§ 71', '§ 71', '§ 46', '§ 73', '§ 73', '§ 60', '§ 3', 'Art. 1', '§ 51', '§ 60', '§ 108', '§ 71', '§ 71', '§ 71', '§ 71', '§ 71', '§ 51', 'Art. 51', '§ 71', '§ 51', '§ 51', '§ 51', '§ 60', '§ 51', '§ 48', '§ 49']

BVerwG, 25.11.2008 - 10 C 25.07 - dejure.org
https://dejure.org/2008,2916
BVerwG, 25.11.2008 - 10 C 25.07 (https://dejure.org/2008,2916)
BVerwG, Entscheidung vom 25.11.2008 - 10 C 25.07 (https://dejure.org/2008,2916)
BVerwG, Entscheidung vom 25. November 2008 - 10 C 25.07 (https://dejure.org/2008,2916)
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AsylVfG § 3 Abs. 1 und Abs. 2, § 71 Abs. 1; AufenthG § 60 Abs. 1 Satz 1; VwGO § 108 Abs. 1, § 137 Abs. 2; VwVfG §§ 32, 51 Abs. 1 bis 3; Richtlinie 2004/83/EG Art. 12 Abs. 2
AsylVfG § 3 Abs. 1 und Abs. 2, § 71 Abs. 1
Aktenwidrige Tatsachenfeststellung; Ausschlussgrund; Beweismaß; Beweismittel; Bindung; Dreimonatsfrist; Flüchtlingsanerkennung; Folgeantrag; Fristbeginn; Sachlage; Staatsangehörigkeit; Staatenlosigkeit; Tatsachenfeststellung im Revisionsverfahren; unstreitige Tatsache; Wiedereinsetzung.; Aktenwidrigkeit; Asylfolgeantrag; Ausländer; Ausschlussgrund; Beweismaß; Beweismittel; Bindungswirkung; Dreimonatsfrist; Flüchtlingsanerkennung; Fristbeginn; Revisionsverfahren; Sachlage; Staatenlosigkeit; Staatsangehörigkeit; Tatsachenfeststellung; Verfolgungsprognose; Wiedereinsetzung
Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft für einen türkischen Staatsangehörigen wegen Gefahr der Verfolgung aufgrund des Verdachts der Zugehörigkeit zu einer Terrororganisation; Ausbürgerung als flüchtlingsrechtlich relevante Rechtsverletzung; Beginn der Dreimonatsfrist für die Geltendmachung der Wiederaufgreifensgründe bei einem Asylfolgeantrag
AsylVfG § 71 Abs. 1; VwVfG § 51 Abs. 1 Nr. 1; VwVfG § 51 Abs. 1 Nr. 2; VwVfG § 51 Abs. 2; AsylVfG § 78 Abs. 3; VwVfG § 51 Abs. 3; AufenthG § 60 Abs. 1; AsylVfG § 3 Abs. 2; RL 2004/83/EG Art. 12 Abs. 2
Verfahrensrecht, Folgeantrag, Änderung der Sachlage, neue Beweismittel, Strafverfahren, Anklageschrift, Urkunden, Berufungszulassungsverfahren, Drei-Monats-Frist, Fristbeginn, Verschulden, Wiedereinsetzung in den vorigen Stand, Türkei, Ausbürgerung, Wiedereinbürgerung, Fahndung, Ziele und Grundsätze der Vereinten Nationen, Anerkennungsrichtlinie, Vorlageverfahren, Vorlagebeschluss, Vorabentscheidung, EuGH
Asylrecht: Aktenwidrige Tatsachenfeststellung; Ausschlussgrund; Beweismaß; Beweismittel; Bindung; Dreimonatsfrist; Flüchtlingsanerkennung; Folgeantrag; Fristbeginn; Sachlage; Staatsangehörigkeit; Staatenlosigkeit; Tatsachenfeststellung im Revisionsverfahren; unstreitige Tatsache; Wiedereinsetzung
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BVerwG v. 25.11.2008 - 10 C 25.07 (Ausschlussgrund, Folgeantrag, Fristbeginn, Tatsachenfeststellung im Revisionsverfahren, Beweismaß bei Ausschluss der Flüchtlingseigenschaft)" von Vors. RiVG Andreas Pfersich, original erschienen in: ZAR 2009, 233 - 235.
VG Koblenz, 19.01.2004 - 1 K 64/04
VG Koblenz, 19.01.2005 - 1 K 64/04
OVG Rheinland-Pfalz, 10.03.2006 - 10 A 10665/05
NVwZ 2009, 595
DVBl 2009, 395
Aufgrund der Aktenwidrigkeit der Feststellung im Berufungsurteil entfällt die in § 137 Abs. 2 VwGO angeordnete Bindungswirkung (BVerwG, Urteil vom 29. April 1988 - 9 C 54.87 - BVerwGE 79, 291 und vom 25. November 2008 - 10 C 25.07 - Buchholz 402.25 § 71 AsylVfG Nr. 15 Rn. 17).
Nach dieser Vorschrift setzt ein Antrag auf Wiederaufgreifen des Verfahrens u.a. voraus, dass eine Änderung der Sach- oder Rechtslage eingetreten ist oder neue Beweismittel vorliegen und die Geeignetheit dieser Umstände für eine dem Antragsteller günstigere Entscheidung schlüssig dargelegt wird (vgl. Urteil vom 25. November 2008 - BVerwG 10 C 25.07 - Buchholz 402.25 § 71 AsylVfG Nr. 15 Rn. 11).
Denn § 3 Abs. 2 AsylVfG greift bereits dann, wenn aus schwerwiegenden Gründen die Annahme gerechtfertigt ist, dass die tatsächlichen Voraussetzungen der Tatbestandsmerkmale für die Ausschlussgründe vorliegen; das abgesenkte Beweismaß verlangt demnach nicht die volle Überzeugungsgewissheit von deren Vorliegen (Urteil vom 25. November 2008 - BVerwG 10 C 25.07 - Buchholz 402.25 § 71 AsylVfG Nr. 15 Rn. 20 ff.).
Allerdings können auch in das Revisionsverfahren in bestimmten Fällen Tatsachenfeststellungen - ggf. auch gegen den übereinstimmenden Willen der Verfahrensbeteiligten - eingeführt werden, etwa wenn es sich um offenkundige Tatsachen handelt oder um die Ersetzung aktenwidriger Feststellungen des Berufungsgerichts durch aktenkundige (vgl. etwa Urteile vom 25. November 2008 - BVerwG 10 C 25.07 - Buchholz 402.25 § 71 AsylVfG Nr. 15 Rn. 17 …und vom 25. Juni 2009 - BVerwG 2 C 68.08 - Buchholz 232.0 § 46 BBG 2009 Nr. 1 Rn. 22).
vgl. BVerwG, Urteil vom 25.11.2008 - 10 C 25.07 -, NVwZ 2009, 595 = juris, Rn. 13 f., m. w. N.; OVG NRW, Beschluss vom 6.4.2017 - 4 A 1630/15.A -, juris, Rn. 14 f.
Es kann dahinstehen, ob hierin bereits eine sachliche Prüfung der Widerrufsvoraussetzungen im Sinne des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 25.11.2008, a.a.O., zu sehen ist oder ob das Bundesamt den Anwendungsbereich des § 73 Abs. 2 a Satz 4 AsylVfG dadurch einschränken bzw. umgehen kann, dass es nach dem 1. Januar 2005 die Prüfung des Vorliegens der Voraussetzungen des § 73 Abs. 1 AsylVfG (u. U. willkürlich) auf Teilaspekte der Norm beschränkt (hier: ausschließliche Prüfung einer Änderung der Sachlage durch Verwirklichung der Voraussetzungen des § 60 Abs. 8 AufenthG).
§ 3 Abs. 2 AsylVfG übernimmt die Regelung des Art. 1 F Genfer Flüchtlingskonvention über den Ausschluss bestimmter Personen(gruppen) vom Anwendungsbereich der Genfer Flüchtlingskonvention, die anders als § 51 Abs. 3 Satz 1 AuslG a.F. (§ 60 Abs. 8 Satz 1 AufenthG) eine rechtskräftige Verurteilung nicht verlangt und von dem Erfordernis eines territorialen Bezugs etwa in Gestalt einer unmittelbaren Bedrohung der Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland absieht (vgl. BVerwG, Urteil vom 25.11.2008 - 10 C 25.07).
Insoweit dürfte zwar ein gegenüber der von § 108 Abs. 1 VwGO geforderten Überzeugungsgewissheit abgesenkter Beweismaßstab ausreichend sein (vgl. BVerwG, Urteil vom 25.11.2008 - 10 C 25.07).
vgl. BVerwG, Urteile vom 25. November 2008 - 10 C 25.07 -, Buchholz 402.25 § 71 AsylVfG Nr. 15, S. 7 (…Rn. 20), und vom 24. November 2009 - 10 C 24.08 -, BVerwGE 135, 252 (…266 f., Rn. 35).
Das ist gemäß § 71 Abs. 1 Satz 1 AsylVfG aber erst nach Rücknahme oder unanfechtbarer Ablehnung des früheren Asylantrags möglich, so dass bis zu diesem Zeitpunkt der Fristbeginn hinausgeschoben wird (BVerwG, Urt. v. 25. November 2008 - 10 C 25.07 -, juris;… Funke-Kaiser, in: GK-AsylVfG, Stand: November 2012, § 71 AsylVfG Rn. 230;… Marx, AsylVfG, 8. Aufl. 2014, § 71 Rn. 16).
Nach § 71a AsylG i.V.m. § 51 Abs. 1 bis 3 VwVfG setzt ein Antrag auf Wiederaufgreifen des Verfahrens bzw. auf Durchführung eines weiteren Asylverfahrens u.a. voraus, dass eine Änderung der Sach- oder Rechtslage eingetreten ist oder neue Beweismittel vorliegen und die Geeignetheit dieser Umstände für eine dem Antragsteller günstigere Entscheidung schlüssig dargelegt wird (…vgl. BVerwG, Urt. v. 20.02.2013 - 10 C 23/12 -, juris Rn. 14;… Urt. v. 15.12.1987 - 9 C 285/86 -, juris Rn. 18;… Urt. v. 26.06.1984 - 9 C 875/81 -, juris Rn. 20); dies gilt auch für eine geänderte Sach- oder Rechtslage (vgl. BVerwG, Urt. v. 25.11.2008 - 10 C 25/07 -, juris Rn. 12).
Die Überprüfung der Wiederaufnahmegründe ist auf diejenigen beschränkt, auf die sich der Betroffene gemäß Art. 51 Abs. 2 und 3 VwVfG zulässigerweise berufen kann (vgl. BVerwG, Urt. v. 25.11.2008 - 10 C 25/07 -, juris Rn. 13, 14;… Urt. v. 21.04.1982 - 8 C 75/80 -, juris Rn. 14;… Bergmann/Dienelt, Ausländerrecht, Kommentar, 11. Auflage 2016, AsylG, § 71 Rn 21 f.;… Kopp/Ramsauer, VwVfG, Kommentar, 16. Auflage 2015;… § 51 Rn. 11, 14, 16a).
Nach dieser Vorschrift setzt ein Antrag auf Wiederaufgreifen des Verfahrens u.a. voraus, dass eine Änderung der Sach- oder Rechtslage eingetreten ist (§ 51 Abs. 1 Nr. 1 VwVfG) oder neue Beweismittel vorliegen (§ 51 Abs. 1 Nr. 2 VwVfG) und die Geeignetheit dieser Umstände für eine dem Antragsteller günstigere Entscheidung schlüssig dargelegt wird, vgl. BVerwG, Urteil vom 20. Februar 2013 - 10 C 23.12 -, juris Rn. 14; BVerwG, Urteil vom 25. November 2008 - 10 C 25.07 -, juris Rn. 11.
Allerdings hat die Klägerin zu 2) im Verwaltungsverfahren sowie im gerichtlichen Verfahren lediglich auf den Inhalt dieser Atteste Bezug genommen, jedoch nicht schlüssig dargelegt, ob und inwieweit die in den Attesten genannten Umstände geeignet sind, eine für sie hinsichtlich der Feststellung eines Abschiebungsverbotes nach § 60 Abs. 5 und Abs. 7 Satz 1 AufenthG günstigere Entscheidung herbeizuführen, vgl. zu dem Erfordernis der schlüssigen Darlegung: BVerwG, Urteil vom 20. Februar 2013 - 10 C 23.12 -, juris Rn. 14; BVerwG, Urteil vom 25. November 2008 - 10 C 25.07 -, juris Rn. 11, Darüber hinaus besteht auch kein Anspruch der Kläger auf Wiederaufgreifen des Verfahrens nach den allgemeinen Grundsätzen gemäß § 51 Abs. 5 VwVfG i.V.m. § 48 Abs. 1 Satz 1 VwVfG bzw. § 49 Abs. 1 VwVfG.
OVG Nordrhein-Westfalen, 16.01.2019 - 4 A 4667/18
OVG Nordrhein-Westfalen, 06.04.2017 - 4 A 1630/15
Staatliche Verfolgung von Mitgliedern und ehemaligen Unterstützern des "Peoples' …
OVG Nordrhein-Westfalen, 22.03.2018 - 4 A 521/16
OVG Nordrhein-Westfalen, 06.07.2017 - 4 A 1237/17
Begründung des Zulassungsantrags innerhalb der Antragsfrist; Wiedereinsetzung in …
VG Frankfurt/Oder, 09.03.2017 - 6 L 203/17
VG München, 29.05.2009 - M 24 K 09.50005
Asylfolgeverfahren; Glaubwürdigkeit; Rückkehr in die Türkei; Nachträgliche …