Source: https://www.sos-fachportal.de/angeboteeinrichtungen/angebote/stationaerehilfen
Timestamp: 2018-06-25 13:32:05
Document Index: 295220687

Matched Legal Cases: ['§ 27', '§ 34', '§ 78', '§ 27', '§ 34', '§ 35', '§ 27', '§ 34']

Das Leben in einer SOS-Kinderdorffamilie unterscheidet sich auf den ersten Blick kaum von dem in anderen Familien: Jeweils vier bis sechs Mädchen und Jungen unterschiedlichen Alters wohnen zusammen mit einer SOS-Kinderdorfmutter oder einem SOS-Kinderdorfvater in einem Haus oder einer Wohnung. Die Kinderdorfmutter ist rund um die Uhr für die Kinder da. Sie führt ihren Haushalt eigenständig. Sie erhält hierbei - ebenso wie im Bereich der Erziehungsarbeit - Unterstützung von einem Fachkräfteteam. Die Kinder, die in einer Kinderdorffamilie untergebracht werden, sind bei der Aufnahme im Durchschnitt sechs Jahre alt, sie können aber auch bereits als Säuglinge in eine Familie kommen. Ein primäres Ziel bei der Aufnahme ist es, Geschwister nicht zu trennen, sondern gemeinsam aufwachsen zu lassen, sofern keine pädagogischen Gründe dagegen sprechen.
Kinderdörfer im städtischen Raum
Während die meisten Kinderdörfer im ländlichen Raum beheimatet sind, hat sich in den letzten Jahren das Angebot auf Einrichtungen in Großstädten ausgeweitet. Mit dem SOS-Kinderdorf in Berlin-Moabit ist das erste deutsche städtische Kinderdorf entstanden, das inmitten eines sozialen Brennpunkts zahlreiche pädagogische Angebote von SOS-Kinderdorf unter einem Dach vereint.
Rechtsgrundlage für die Angebotsform Kinderdorffamilie
Das Angebot der SOS-Kinderdorffamilien ist ein Leistungsangebot im Rahmen der öffentlichen Erziehung auf Grundlage des § 27 in Verbindung mit den §§ 34, 35a und 41 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes im SGB VIII. Für das stationäre Angebot Kinderdorffamilie wird eine Leistungs-, Qualitäts-, und Entgeltvereinbarung nach §§ 78a ff SGB VIII getroffen.
SOS-Einrichtungen mit Kinderdorffamilien
SOS-Kinderdorf Worpswede (Worpswede)
SOS-Kinderdorf Oberpfalz (Immenreuth)
SOS-Kinderdorf Berlin (Berlin )
SOS-Kinderdorf Niederrhein (Kleve )
SOS-Kinderdorf Harksheide (Norderstedt )
Im Rahmen seiner stationären Angebote unterhält der SOS-Kinderdorfverein zahlreiche Jugendwohngruppen mit z.T. ganz unterschiedlichen konzeptionellen Ausrichtungen. Dieses Hilfeangebot richtet sich an Jugendliche, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr zuhause wohnen können. Jungen und Mädchen leben gemeinsam oder geschlechterspezifisch in Wohngemeinschaften, die vorwiegend in SOS-Jugendhilfen integriert sind. Sie werden je nach Bedarf rund um die Uhr oder tagsüber und in den frühen Abendstunden von ausgebildeten Mitarbeiter/-innen betreut. Das Ziel der Angebotsform „SOS-Kinder- und Jugendhilfen“ ist es, die Jugendlichen so weit zu unterstützen, dass sie ein möglichst selbstständiges Leben führen können. Das Leben in der Gemeinschaft einer Wohngruppe bietet ihnen einen sicheren Ort, also einen Schutz- und Lebensraum, in dem sie Unterstützung für ihre psychische und soziale Entwicklung finden.
Die stationären Angebote der Wohngruppen stellen eine Intervention im Rahmen der öffentlichen Erziehung dar und sind im SGB VIII rechtlich geregelt. Grundlage für die Unterbringung ist der § 27 in Verbindung mit den §§ 34, 35a und 41 SGB VIII. Im Sinne des § 35a werden Kinder und Jugendliche aufgenommen, die eine seelische Behinderung erlitten haben oder von einer solchen bedroht sind.
SOS-Kinderdorf Hamburg – Kinder-, Jugend- und Familienhilfen (Hamburg)
SOS-Kinderdorf München – Kinder-, Jugend- und Familienhilfe (Erding)
SOS-Kinderdorf Bremen – Kinder-, Jugend- und Familienhilfe (Bremen, Stuhr, Verden)
SOS-Kinderdorf Oberpfalz (Bayreuth, Immenreuth)
SOS-Kinderdorf Gera (Gera)
SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech (Dießen, Hagenheim, Kaufering, Landsberg)
SOS-Kinderdorf Nürnberg – Kinder-, Jugend- und Berufshilfe (Erlangen, Fürth, Nürnberg)
SOS-Kinderdorf Lippe (Schieder- Schwalenberg, Detmold)
SOS-Jugendhilfen Hünstetten-Taunusstein (Hünstetten)
SOS-Kinderdorf Göppingen – Kinder- und Jugendhilfen (Göppingen)
SOS-Kinderdorf Württemberg (Schorndorf- Oberberken)
SOS-Kinderdorf Bernburg – Kinder-, Jugend- und Familienhilfen (Brandenburg)
SOS-Erziehungsstellen
Die Erziehungsstelle ist eine konkrete Ausgestaltung der Heimunterbringung. Sie ist als stationäre Erziehungshilfe nach § 27 i.V.m. § 34 SGB VIII eine erzieherische Hilfe der Kinder- und Jugendhilfe. Die Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche, die aufgrund psychischer und sozialer Beeinträchtigungen kontinuierlich eine Bezugsperson in einem familienähnlichen, kleinen Rahmen benötigen. Bis zu zwei Kinder bzw. Jugendliche und eine Fachkraft sowie eventuell auch Angehörige bilden eine überschaubare, fachlich und institutionell abgesicherte Lebensgemeinschaft. Der Unterschied zur Pflegefamilie liegt vor allem im besonderen Betreuungsbedarf der Kinder/Jugendlichen, also beispielsweise bei Verhaltensauffälligkeiten wie Auto- oder Fremdaggression, und der daraus resultierenden Erforderlichkeit, dass mindestens eine betreuende Bezugsperson eine pädagogische Ausbildung hat.
Das Aufnahmealter reicht bis zum 15. Lebensjahr, wobei in Ausnahmefällen auch darüber hinaus aufgenommen wird. Der Betreuerschlüssel liegt optimal bei 2 zu 1, das heißt, dass kontinuierlich eine Fachkraft die Arbeit in einer Erziehungsstelle für zwei Kinder/Jugendliche leistet. Ausnahmen bilden Krankheit und Urlaub, wofür eine Vertretung bereitgestellt wird.
SOS-Einrichtungen mit Erziehungsstellen