Source: http://www.rechtsanwalt-fruehauf.de/comment-page-13/
Timestamp: 2017-12-15 21:43:24
Document Index: 170006617

Matched Legal Cases: ['§16', '§18', '§16', '§ 2', '§ 18', '§9', '§10']

Ausländerrecht, Aufenthaltserlaubnis, Einbürgerung | § Rechtsanwalt Frühauf
Aufenthaltsrecht, Ausländerrecht, Visumsverfahren, Staatsangehörigkeitsrecht, Einbürgerung, Beibehaltungsgenehmigung, Wiedereinbürgerung, doppelte Staatsangehörigkeit, Strafverteidigung
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121 Kommentare zu “”
15. November 2017 in 16:15
Hallo Herr Frühauf,
ich schildere kurz mein Problem. Als Flüchtling kam ich 1995 nach Deutschland aus dem ehem. Jugoslawien. Ich war 6 Jahre alt, daher wurde ich eingeschult, ging hier bis zur ditten Klasse auf eine Grundschule. 1998 wurden wir abgeschoben und mussten zurück nach Bosnien. Ich habe in Bosnien studiert und meinen Bachelor gemacht. 2013 habe ich mich in Giessen für einen Studienplatz beworben und wurde angenommen für das Masterstudium. Das Studium lief sehr gut nur die Thesis zieht sich bei mir hin. Ich finaziere mich selbst, habe eine eigene Wohnung und verdiene auch gut neben dem Studium. Meine Frage ist: Ist es möglich von dem Studentenvisum zu einer Arbeitgenehmigung zu wechseln, ohne das studium beendet zu haben? Ich arbeite als Integrationshelferin an einer Förderschule und betreue seit über einem Jahr ein Autistisches Kind. Er ist auf mich angwiesen und darf auch nicht ohne mich beschult werde. gibt es irgendwelche Ausnahmen? Mein Studentenvisum läuft im März ab.
7. Dezember 2017 in 17:12
Grundsätzlich ist es nicht möglich von einer Aufenthaltsgenehmigung zu Studienzwecken gemäß §16 AufenthG zu einer
Aufenthaltsgenehmigung zu Erwerbszwecken gemäß §18 AufenthG zu wechseln, wenn das Studium nicht abgeschlossen ist.
Es würde sich insoweit um einen Zweckwechsel der Aufenthaltserlaubnis handeln, was nicht erlaubt ist.
Es ist Ihnen zu empfehlen, eine Verlängerung des Studentenvisums zu beantragen.
Darüber hinaus könnten Sie versuchen, von der Ausländerbehörde eine Erlaubnis über die in
§16 Absatz 3 AufenthG vorgesehene Beschäftigungsmöglichkeit, von 120 ganzen oder 240 halben Tagen zu erhalten.
Eine über die gesetzlich erlaubten Beschäftigungsmöglichkeiten hinausgehende längerfristige Erwerbstätigkeit (zum Beispiel ganzjährig) kann zugelassen werden, wenn dadurch der auf das Studium beschränkte Aufenthaltszweck nicht verändert und das Studienziel nicht erschwert oder verzögert wird. Durch die Zulassung einer Erwerbstätigkeit darf ein Wechsel des Aufenthaltszwecks nicht vor Abschluss des Studiums ermöglicht werden. Es würde sonst eine Unterbrechung des Studiums vorliegen. Eine ganzjährige Vollzeitbeschäftigung kommt somit nicht infrage, allenfalls eine Teilzeitbeschäftigung. Die Zulassung zu einer derartigen Beschäftigung liegt im Ermessen der Ausländerbehörde und bedarf, sofern sie nicht zustimmungsfrei ist (§§ 2 bis 16 Beschäftigungsverordnung), der Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit.
Da Sie sozial engagiert sind, kann durchaus mit einer wohlwollenden Entscheidung der Ausländerbehörde gerechnet werden,
soweit der Studienzweck nicht gefährdet wird.
Vivanco Valdez sagt:
24. November 2017 in 15:15
es geht um mein Cousine in Peru die gerne als Krankenpflegerin in Deutschland arbeiten möchte. Dazu müsste Sie erstmal einen Antrag zur Anerkennung/Gleichwertigkeit der ausländischen Diploms in Deutschland stellen. Meistens muss ein Anpassungslehrgang im Krankenhaus von einem Jahr gemacht werden.
Mit dem Bescheid der Landesprüfungsanstalt und dem Beweis dass man ein Anpassungslehrgang macht, könnte Sie ein Visum zur Einreise gemäß 17a beantragen. Soweit konnten wir uns informieren.
Unsere Frage wäre ob meine Cousine mit einem Jobangebot und einem Zertifikat eines Deutschkurses erstmal als Krankenpflegehelferin oder Altenpflegehelferin nach Deutschland einreisen kann um dann erst später, ich sage mal nach 1 Jahr den Antrag zur Anerkennung zustellen . Somit könnten wie den finanziellen Aufwand der für anfallen würde, erstmal nach hinten schieben.
H. Vivanco Valdez
6. Dezember 2017 in 17:11
Sehr geehrter Herr Valdez,
Ihre Cousine müsste eine Aufenthaltserlaubnis zu Erwerbszwecken gemäß § 18 AufenthG beantragen.
Die Erteilung eines entsprechenden Aufenthaltstitels liegt im Ermessen der Ausländerbehörde
und bedarf deshalb einer ausreichend detailierten Begründung.
Darüber hinaus ist zu bedenken, dass außerdem die Genehmigung der Bundes Agentur für Arbeit
einzuholen ist.
Diese hat zu prüfen, ob der angebotene Arbeitsplatz nicht auch von einem deutschen oder
EU Bewerber besetzt werden könnte.
Da Ihre Cousine einen Arbeitsplatz in einem sog.“Mangelberuf“ sucht, hat sie eine gute
Chance eine entsprechende befristete Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten.
Zied Maalej sagt:
4. Dezember 2017 in 22:26
ich habe einen Integrationskurs besucht und habe sowohl die Deutschprüfung als auch die Prüfung Leben in Deutschland bestanden (Zertifikat liegt vor). ich möchte die Staatsangehörigkeit nach stag paragraph 9 beantragen. Muss ich den Einbürgetungstest schreiben ?
6. Dezember 2017 in 13:24
Da Sie wohl die deutsche Staatsangehörigkeit nach §9 StAG beantragen möchten,
gehe ich davon aus, dass Sie mit einem Deutschen verheiratet sind.
Ein Einbürgerungstest, wie in §10 Absatz 1 nr.7 StAG ist demnach nicht erforderlich.
Die von Ihnen abgelegte Deutschprüfung muss aber dem Sprachniveau B1 entsprechen.
Ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache sind nachzuweisen.