Source: https://www.e-service-check.de/bgva3.html
Timestamp: 2017-10-18 19:59:52
Document Index: 294056163

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 7', '§ 8', '§ 22', '§ 209']

BGV A3 Prüfung - DGUV V3
In großen Firmen werden häufig elektrische Geräte in der Produktion eingesetzt. Der Umgang mit technischen Geräten, insbesondere mit elektrischen Geräten sowie elektrischen Anlagen erfordert ganz besondere Sorgfalt und Sachkenntnis. Daher werden Personen, die in Berufen wie Elektriker, Elektroingenieur oder Maschinenführer arbeiten, ganz besonders sorgfältig geschult. Um unnötige technische Defekte von Anlagen und Maschinen und eventuelle, daraus resultierende Unfälle zu verhüten, wurden Vorschriften zum Umgang mit elektrotechnischen Geräten erlassen. Diese finden sich unter anderem in den deutschen BGV A3 Vorschriften wieder.
Welchen Sinn haben die betrieblichen Unfallverhütungsvorschriften?
Sicherheit ist für jede Berufsgruppe ein wichtiges Thema. Gleichgültig ob Straßenarbeiter, Krankenschwester, Schweißer, Bergmann oder Produktionshelfer, Unfallverhütungsvorschriften für Betriebe sind grundsätzlich unter zwei verschiedenen Aspekten zu betrachten. Zum einen sollen Sie den sachgemäßen Umgang mit elektrischen Geräten und elektrischen Anlagen sicher stellen. Technische Defekte, aufgrund mangelnder Fachkompetenz in Handhabung und Wartung können unter Umständen zu schweren finanziellen Verlusten eines Unternehmens beitragen. Der zweite, und wesentlich wichtigere Aspekt ist ein technischer Defekt, der die Gesundheit oder sogar das Leben eines Angestellten oder Arbeiters gefährdet. Bei Unfällen im Betrieb wird stets die Berufsgenossenschaft in den Prozess eingeschaltet. Stellt sich im Laufe der Ermittlung der Unfallursache heraus, dass die bestehenden BGV A3 Vorschriften für die Sicherheit am Arbeitsplatz nicht vollständig beachtet oder gar komplett ignoriert wurden, kann dies enorme Auswirkungen auf den Versicherungsschutz der verunfallten Person haben. Daher sollten die BGV A3 Vorschriften stets allen Mitarbeitern und deren Vorgesetzten hinreichend bekannt sein.
Was genau ist die BGV A3?
In deutschen Betrieben gibt es für jede Berufssparte spezielle Regelungen für die Sicherheit am Arbeitsplatz. Diese beginnen mit dem Tragen der passenden Schutz- und Sicherheitsbekleidung während der Arbeit und enden bei den Vorschriften und Verhaltensweisen währen der Verrichtung der Arbeit. So gehören zum passenden Arbeitsschutz in vielen Berufen Sicherheitsschuhe, Helme, Arbeitshandschuhe, Wetter- und Temperaturbeständige Arbeitskleidung usw. Die BGV A3 wurde im Jahr 1979 erlassen und umfasst die Vorschriften zur Unfallverhütung am Arbeitsplatz. Sie ersetzte die erste bereits im Jahr 1962 veröffentlichte Version. Diese aktuelle BGV A3 Vorschrift erfüllt nicht nur deutsche Standards, sondern die BGV A 3 entspricht auch den gültigen EU Regelungen gemäß der gültigen Verordnung 98/34/EG des Europäischen Parlaments. Sie ist in insgesamt 10 BGV A3 Paragraphen zusammengefasst. Darüber hinaus wurden die Bestimmungen des BGV A3 immer wieder durch entsprechende Anhänge ergänzt.
Was beinhaltet die BGV A3 genau?
Im ersten Teil der Verordnung im § 2 des BGV A3 finden sich genaue Definitionen verschiedener Begriffe. So wird beispielsweise erklärt, unter welchen Umständen jemand elektrotechnische Tätigkeiten verrichten darf und welche Qualifikationen dafür notwendig sind. Elektro-Fachkräfte wie Elektro-Ingenieure, Elektriker oder Elektriker-Gesellen müssen beispielsweise zur Ausübung ihrer Tätigkeit ihren Ausbildungsstand schriftlich in Form eines Zeugnisses bzw. eines Berufsabschlusses nachweisen können. Erst dann erhalten Sie Ihre Berufserlaubnis.
Im § 3 des BGV A3 finden Sie unter anderem die Angaben über die Verpflichtung von Unternehmern, die elektrische Geräte oder Anlagen betreiben. Teil dieses BGV A3 Paragraphen ist die Pflicht jedes Unternehmers seine elektrischen Anlagen und Geräte ausschließlich von Fachpersonal wie Elektrikern installieren und warten zu lassen. Darüber hinaus besteht die Verpflichtung einen bestehenden Mangel sofort anzuzeigen und von Fachleuten umgehend beheben zu lassen. Alle Personen die an elektrischen Geräten arbeiten, müssen außerdem von einer geschulten und kompetenten Elektro-Fachkraft angeleitet und überwacht werden, denn es kann im Verlauf des Arbeitsprozesses immer wieder vorkommen, dass bewusst oder auch unbewusst Bewegungen des Körpers oder Bewegungen mit Geräten und Werkzeugen durchgeführt werden, die beim Arbeiten mit Strom ein erhöhtes Risiko für Leib und Leben bedeuten können. Die Fachkraft, welche die Überwachung durchführt muss lt. der Vorschriften des BGV A3 ihre volle Aufmerksamkeit der Aufgabe widmen und darf hierbei nicht durch andere Tätigkeiten behindert oder abgelenkt sein.
Der § 4 des BVG A3 regelt die Ansprüche an die Beschaffenheit von elektrischen Geräten und Anlagen. So ist beispielsweise unbedingt sicher zu stellen, dass alle Geräte die unter elektrischer Spannung stehen ausreichend gegen Berührungen durch Personen isoliert bzw. geschützt sind. Nach DIN EN 50274/VDE 0660 Teil 514 sollte ein geeigneter Schutz nicht unbeabsichtigt zu entfernen oder zu verschieben sein. Er erfordert vielmehr den Einsatz von Spezialwerkzeug oder einen eigens dafür konzipierten Spezial-Schlüssel.
Ein weiterer und nicht minder wichtiger Teil beim täglichen Umgang und Arbeiten mit elektrischen Anlagen und Geräten ist die Wartung und die Prüfung auf eventuell vorhandene Defekte und Mängel. In § 5 des BGV A3 finden sich die Angaben zur fachgerechten Prüfung von Anlagen und Geräten elektrischer Natur wieder. Ein wichtiger Aspekt beim Thema Sicherheit sind hier die Prüfungsintervalle. Diese müssen unter anderem so angelegt sein, dass eventuelle Schäden rechtzeitig entdeckt und somit behoben werden können. Weiterhin regelt dieser Paragraph den weiteren Umgang mit Strom. Die notwendigen Schutzmaßnahmen und das geeignete Werkzeug für die Arbeitsvorgänge werden hier erwähnt. Dazu gehören lt. BGV A3 unter anderem auch Utensilien wie:
Handschuhe mit spezieller Isolierung
Phasenprüfer etc
BGV A3 und weiteres Vorgehen beim Arbeiten mit Strom und elektrischen Geräten und Anlagen
Beim Arbeiten mit elektrischen Anlagen und deren Wartung ist darüber hinaus eine bestimmte Reihenfolge einzuhalten, um Schäden oder Unfälle zu vermeiden. Dies wird im BGV A3 unter anderem in § 6 genau festgelegt. Ein wichtiger Teil ist hierbei ein spannungsfreier Zustand der Geräte. Weitere Grundsätze lauten:
Absicherung gegen ungewolltes Wiedereinschalten der Anlagen und Geräte
Spannungsfreiheit prüfen
Gerät erden und Gerät Kurzschließen,
Benachbarte, ebenfalls unter Strom stehende Teile durch abdecken oder durch abgrenzen schützen
Auch alle Personen, die in der Nähe von elektrischen Anlagen arbeiten, müssen zu ihrer Sicherheit bestimmte Regeln wie beispielsweise einen ausreichenden Sicherheitsabstand einhalten. Dies gilt ganz besonders dann, wenn die betreffenden Anlagen und Geräte aus unterschiedlichen Gründen nicht durch eine spezielle Abdeckung oder andere Maßnahmen geschützt werden können. In § 7 der BGV A3 Bestimmungen wird eben dies genau geregelt. Dieser Abschnitt der BGV A3 beinhaltet unter anderem eine Tabelle, welche die Bestimmung der Gefahrenzone im Spannungsfeld angibt. Der Paragraph regelt nebenbei auch, dass beim Arbeiten in der Nähe eines Spannungsfeldes stets eine Aufsichtsperson vorhanden sein muss, welche die Arbeiter überwacht und gegebenenfalls vor Gefahren oder Gefahrenzonen warnt.
In BGV A3 und dem § 8 wird unter anderem auch festgelegt unter welchen Umständen das Arbeiten an und mit Elektrogeräten und elektrischen Anlagen möglich oder unmöglich ist. Das gesundheitliche Risiko für den Arbeiter muss lt. DIN VDE 31000 Teil 2 auf ein Minimum zu reduzieren sein. In Tabelle 5 des Paragraphen findet sich im BGV A3 die Liste mit Kriterien. Diese Kriterien sollen dabei helfen, das Risiko beim Arbeiten mit Strom auf ein absolutes Minimum einzugrenzen. Auch das Jugendschutzgesetz findet beim Umgang mit elektrischen Geräten und Anlagen Anwendung. Der § 22 des Jugendarbeitsschutzgesetzes verbietet den Einsatz von Jugendlichen beim Umgang mit Strom, da von einem nicht ausreichenden Sicherheitsbewusstsein auszugehen ist. Ausnahmen sind im Sinne des BGV A3 jedoch dann genehmigt, wenn der Jugendliche eine Ausbildung im Elektro-Bereich durchführt und das Arbeiten mit Strom Ausbildungsinhalt ist.
Auch die Regelungen für Prüfungen im Bereich Elektrik sind ein weiterer Bestandteil des BGV A3. So gilt für Berufe wie: Elektro-Ingenieure, Elektriker und andere Elektro-Fachkräfte eine Prüfung nur dann als bestanden, wenn neben den handwerklichen Fertigkeiten auch ausreichende Kenntnisse der Sicherheitsbedingungen und Vorschriften vorhanden sind. Personen, die diesen Anforderungen nicht genügen müssen die Prüfung wiederholen. Der letzte Teil des BGV A3 beinhaltet die Information, dass alle Personen, die den Paragraphen 3, 5, 6 und 7 wissentlich oder unwissentlich zuwiderhandeln eine Ordnungswidrigkeit im Sinne des § 209 Abs. 1 Nr. 1 Siebten Buch Sozialgesetzbuches (SGB VII) begehen. Das BGV A3 ist für alle interessierten außerdem im Internet einsehbar und bei Bedarf als PDF Download verfügbar. https://www.dguv-vorschrift-3.info/files/e-service-check/bilder/theme/PDF%20s%20Vorschriften/BGVA3.pdf