Source: http://m.hensche.de/Tarifvertrag_Betriebsuebergang_Anspruch_aus_Tarifvertrag_nach_Betriebsuebergang_LAG_Sachsen-Anhalt_4Sa215-09_u.html
Timestamp: 2018-04-26 03:30:10
Document Index: 168221506

Matched Legal Cases: ['§ 64', '§ 1', '§ 64', '§ 64', '§ 66', '§ 517', '§ 69', '§ 613', '§ 613', '§ 1', '§ 613', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 612', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 612', '§ 612', '§ 612', '§ 7', '§ 1', '§ 72']

HENSCHE Arbeitsrecht: 4 Sa 215/09
Schlag­worte: Tarifvertrag, Betriebsübergang, Bezugnahme, Betriebsübergang: Tarifvertrag
Akten­zeichen: 4 Sa 215/09
Ent­scheid­ungs­datum: 10.03.2010
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Dessau-Roßlau, Urteil vom 13.05.2009, 1 Ca 73/09
Nachgehend Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 16.05.2012, 4 AZR 320/10
1 Ca 73/09
ArbG Des­sau-Roßlau
Verkündet am: 10 März 2010
- Kläge­rin und Be­ru­fungs­be­klag­te -
hat die 4. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Sach­sen-An­halt auf die münd­li­che Ver-hand­lung vom 10. März 2010 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt als Vor­sit­zen­den so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter und als Bei­sit­zer für Recht er­kannt:
1. Die Be­ru­fung der Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge-richts Des­sau-Roßlau vom 13. Mai 2009 – 1 Ca 73/09 – wird als un­be­gründet zurück­ge­wie­sen.
2. Die Be­klag­te trägt die Kos­ten des Be­ru­fungs­ver­fah­rens.
Die Par­tei­en strei­ten darüber, ob der Kläge­rin ge­genüber der be­klag­ten Par­tei ein An-spruch auf ei­ne ta­rif­li­che Zu­satz­leis­tung aus ei­nem Sa­nie­rungs­ta­rif­ver­trag für das Jahr 2008 zu­steht.
We­gen des erst­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens der Par­tei­en nebst den dort ge­stell­ten Anträgen wird auf den Tat­be­stand des Ur­teils des Ar­beits­ge­richts Des­sau-Roßlau vom 13. Mai 2009 - 1 Ca 73/09 - auf den Sei­ten 2 - 5 (Bl. 223 - 226 d. A.) Be­zug ge­nom­men. Der Te­nor die­ser Ent­schei­dung lau­tet:
„Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin € 1.230,73 nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 01. Ju­li 2008 zu zah­len.
Der Wert des Streit­ge­gen­stan­des wird auf € 1.230,73 fest­ge­setzt.
Die Be­ru­fung wird nicht ge­son­dert gemäß § 64 Abs. 2 Buchst. a) ArbGG zu­ge­las­sen.“
We­gen der Ent­schei­dungs­gründe des vor­ge­nann­ten Ur­teils des Ar­beits­ge­richts Des­sau-Roßlau vom 13. Mai 2009 wird auf des­sen Sei­ten 6 - 11 (Bl. 227 - 232 d. A.) ver­wie­sen.
Das vollständig ab­ge­fass­te und mit Rechts­mit­tel­be­leh­rung ver­se­he­ne vor­ge­nann­te Ur­teil des Ar­beit­ge­richts Des­sau-Roßlau vom 13. Mai 2009 ist der be­klag­ten Par­tei am 2. Ju­ni 2009 zu­ge­stellt wor­den. De­ren Be­ru­fungs­schrift ist am 8. Ju­ni 2009 und de­ren Be­ru­fungs­be­gründung - nach Verlänge­rung der Be­ru­fungs­be­gründungs­frist bis zum 3. Sep­tem­ber 2009 - am 1. Sep­tem­ber 2009 beim Lan­des­ar­beits­ge­richt Sach­sen-An­halt ein­ge­gan­gen.
We­gen des zweit­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens der be­klag­ten Par­tei wird auf de­ren Be­ru­fungs­be­gründung vom 1. Sep­tem­ber 2009 nebst An­la­gen (Bl. 265 - 304 d. A.) Be­zug ge­nom­men.
Hin­sicht­lich der von den Par­tei­en in der Be­ru­fungs­ver­hand­lung am 10.3.2010 ge­stell­ten Anträge wird auf Sei­te 2 des dies­bezügli­chen Pro­to­kolls (Bl. 381 d. A.) ver­wie­sen.
Bezüglich des zweit­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens der Kläge­rin wird auf de­ren Be­ru­fungs­er­wi­de­rung vom 12. Ok­to­ber 2009 (Bl. 323 - 337 d. A.) Be­zug ge­nom­men.
Im vor­ge­nann­ten Pro­to­koll über die Be­ru­fungs­ver­hand­lung vom 10. März 2010 heißt es auf den Sei­ten 2 - 4 (Bl. 381 - 383 d. A.) u. a.:
„Rechts­an­walt M erklärt:
Das In­kraft­tre­ten wur­de im Zu­ge der wei­te­ren Ver­hand­lun­gen auf den 1.1.2008 ver­legt, um bis da­hin ei­ne Ver­pflich­tung zu Rück­stel­lun­gen zu ver­mei­den.
Rechts­an­walt Dr. K erklärt:
Aus der Sicht der Ver­hand­lungs­part­ner auf Ge­werk­schafts­sei­te stellt sich der Sach­ver­halt so dar, dass ar­beit­ge­ber­sei­tig le­dig­lich re­dak­tio­nel­le Ände­run­gen ge-wünscht wur­den, oh­ne dass über die­se ma­te­ri­ell ge­spro­chen wur­de.
Rechts­an­walt M erklärt:
Ich ha­be eben ge­mein­sam mit Rechts­an­walt Dr. K den Kauf­ver­trag vom 28.11.2005 nebst An­la­gen (in Tei­len) durch­ge­se­hen. Es geht dort u. a. um die Re-ge­lung des Über­gangs der Ar­beits­verhält­nis­se, die Gewähr­leis­tung und im Rah­men ei­ner An­la­ge um die na­ment­lich auf­ge­lis­te­ten Ar­beit­neh­me­rin­nen. Außer­dem geht es dort dar­um, für wel­che Ansprüche Rück­stel­lun­gen ge­bil­det wur­den, nämlich in ei­nem Fal­le für ei­ne Pen­si­ons­zu­sa­ge so­wie um Ster­be­gel­der und um Ju­bi-läums­gel­der. Hin­sicht­lich Ent­gelt­um­wand­lung er­ga­ben sich kei­ne Beträge über „0“.
Kei­ne Rück­stel­lun­gen wur­den ge­bil­det für even­tu­el­le ta­rif­ver­trag­li­che Ansprüche. Al­le ge­bil­de­ten Rück­stel­lun­gen wur­den über­tra­gen.
Die Ver­trags­part­ner wa­ren sich ei­nig, dass es sich um ei­nen Be­triebsüber­gang han­delt. Sämt­li­che Ver­pflich­tun­gen soll­ten über­ge­hen mit Aus­nah­me von Ver­sor-gungs­leis­tun­gen für be­reits aus­ge­schie­de­ne Ar­beit­neh­mer/in­nen. Im Übri­gen ist ei­ne all­ge­mei­ne Haf­tungsüber­nah­me vor­ge­se­hen wor­den. Ein­schlägig war der § 1 Ziff. 7.1. - 7.7. des Ver­tra­ges.
Mit Haf­tungsüber­nah­me mei­ne ich Über­nah­me al­ler ar­beit­ge­ber­sei­ti­gen Ver­pflich­tun­gen aus den Ar­beits­verhält­nis­sen.
Die Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten der Par­tei­en erklären übe­rein­stim­mend:
Es ist nun­mehr nicht be­ab­sich­tigt, im heu­ti­gen Ter­min wei­te­re Erklärun­gen ab­zu­ge­ben.“
Die statt­haf­te (§ 64 Abs. 1 ArbGG), nach dem Wert des Be­schwer­de­ge­gen­stan­des zulässi­ge (§ 64 Abs. 2 ArbGG), form- und frist­ge­recht ein­ge­leg­te und be­gründe­te Be­ru­fung (§§ 66 Abs. 1 S. 1, 64 Abs. 6 ArbGG i. V. m. §§ 517, 519 ZPO) der be­klag­ten Par­tei ist oh­ne wei­te­res zulässig.
Die Be­ru­fung der be­klag­ten Par­tei ge­gen das vor­ge­nann­te Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Des­sau-Roßlau vom 13. Mai 2009 - 1 Ca 73/09 - ist je­doch un­be­gründet und war dem­gemäß kos­ten­pflich­tig zurück­zu­wei­sen. Da­bei folgt die Be­ru­fungs­kam­mer den zu­tref­fen­den Gründen der vor­ge­nann­ten Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts Des­sau-Roßlau vom 13. Mai 2009 auch un­ter Berück­sich­ti­gung des Vor­brin­gens der be­klag­ten Par­tei in der Be­ru­fungs­in­stanz in vol­lem Um­fang und macht sich die­se Gründe auch zur Ver­mei­dung von Wie­der­ho­lun­gen aus­drück­lich zu ei­gen (§ 69 Abs. 2 ArbGG). Kurz zu­sam­men­ge­fasst gilt ins­ge­samt:
1. Das Ar­beits­ge­richt Des­sau-Roßlau hat sich in sei­nem vor­ge­nann­ten Ur­teil vom 13. Mai 2009 - 1 Ca 73/09 - zu­tref­fend auf den Stand­punkt ge­stellt, dass sei­ner­zeit so­wohl die Kläge­rin als auch die N AG nor­ma­tiv ge­bun­den ge­we­sen sei­en be­tref­fend die im Rah­men des vor­lie­gen­den Rechts­streits maßgeb­li­chen Ta­rif­verträge. Die­se ta­rif­li­chen Ver­pflich­tun­gen der N AG aus den hier maßgeb­li­chen Ta­rif­verträgen sei­en mit dem Be­triebsüber­gang auf die be­klag­te Par­tei gemäß § 613 a Abs. 1 S. 2 BGB Be­stand­teil in­ner­halb des nun­mehr zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­ses ge­wor­den. Da­zu heißt es auf Sei­te 9 des vor­ge­nann­ten Ur­teils des Ar­beits­ge­richts Des­sau-Roßlau vom 13. Mai 2009 - 1 Ca 73/09 - u. a.:
„Zum Zeit­punkt des Be­triebsüber­g­an­ges auf die Be­klag­te am 01. Ja­nu­ar 2006 wa­ren die Ansprüche der Kläge­rin aus dem TV-Z wirk­sam be­gründet, von den Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ver­bind­lich ver­ein­bart und in ih­rer Ent­ste­hung aus­sch­ließlich vom Zeit­ab­lauf abhängig. Die Ansprüche der Kläge­rin wa­ren des­halb be­reits zum da­ma­li­gen Zeit­punkt - zu­min­dest in Form ei­ner An­wart­schaft – ab­sch­ließend ge­re­gelt und nicht von späte­ren Verände­run­gen des Ta­rif­ver­tra­ges abhängig. Die Ta­ri­fent­wick­lung stand zum Zeit­punkt des Be­triebsüber­g­an­ges fest und ent­fal­te­te für die Be­klag­te gemäß § 613 a Abs. 1 Satz 2 BGB Rechts­ver­bind­lich­keit.
Dem steht nicht ent­ge­gen, dass die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en in § 1 TV-Z ein In-kraft­tre­ten des Ta­rif­ver­tra­ges erst für den 01. Ja­nu­ar 2008 vor­ge­se­hen ha­ben. Der Ver­ein­ba­rung des In­kraft­tre­tens kommt ein ei­genständi­ger Re­ge-lungs­in­halt nicht zu. Auch oh­ne ei­ne ent­spre­chen­de Re­ge­lung über den Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens im TV-Z hätte die­ser Ta­rif­ver­trag zeit­lich be­fris­te­te Ansprüche für die be­tref­fen­den Ar­beit­neh­mer un­ter den dort ge­re­gel­ten Vor­aus­set­zun­gen aus­sch­ließlich für die Jah­re 2008 bis 2010 be­gründet. Die Ver­ein­ba­rung ei­nes „In­kraft­tre­tens“ ent­fal­tet kei­ne ei­ge­ne Ge­stal­tungs­wir­kung. Wie von der Kläger­sei­te un­be­strit­ten vor­ge­tra­gen, er­folg­te die Re­ge­lung des In­kraft­tre­tens im Rah­men der Ta­rif­ver­hand­lun­gen auf Bit­ten der Ar­beit­ge­ber­sei­te auch aus­sch­ließlich aus steu­er­li­chen Gründen, um Rücks­tel-lungs­ver­pflich­tun­gen auf Sei­ten der Ar­beit­ge­ber zu ver­mei­den, nach­dem das Eck­punk­te­pa­pier zum TV-Z zunächst ein so­for­ti­ges In­kraft­tre­ten vor­ge­se­hen hat­te. Da der Ab­schluss des TV-Z in en­gem zeit­li­chen und sach­li­chen Zu­sam­men­hang mit der Ver­ein­ba­rung des Sa­nie­rungs­ta­rif­ver­tra­ges stand, ist er nicht Er­geb­nis ei­ner ta­rif­li­chen Ent­wick­lung, die sich nach dem Be­triebsüber­gang voll­zog und auf de­ren in­halt­li­che Ge­stal­tung der neue Ar­beit­ge­ber kei­ne Ein­flussmöglich­keit mehr ge­habt hat. Der TV-Z ist viel­mehr Teil der zum Zeit­punkt des Be­triebsüber­g­an­ges be­ste­hen­den ta­rif­li­chen Si­tua­ti­on, die die Be­klag­te ge­gen sich gel­ten las­sen muss. Da al­le Ansprüche aus dem TV-Z be­reits zum Zeit­punkt des Be­triebsüber­g­an­ges ver­bind­lich ge­re­gelt wa­ren und es zu ih­rer Ent­ste­hung nur noch des Zeit­ab­laufs be­durf­te, sind die Ansprüche nach § 613 a Abs. 1 Satz 2 BGB In­halt des zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­den In­di­vi­dual­ar­beits­ver­tra­ges ge­wor­den.“
Im An­schluss dar­an hat das Ar­beits­ge­richt Des­sau-Roßlau in sei­ner vor­ge­nann­ten Ent­schei­dung vom 13. Mai 2005 - 1 Ca 73/09 - aus­geführt, der An­spruch der Kläge­rin sei auch un­abhängig von sei­ner Gel­tend­ma­chung nicht durch Ab­lauf ta­rif­ver­trag­li­cher Aus­schluss­fris­ten ver­fal­len. § 18 MTV Ein­zel­han­del Sach­sen-An­halt be­stim­me in Zif­fer 1., dass Ansprüche auf Zah­lung oder Rück­zah­lung von Ge­halt oder Lohn, ta­rif­li­che Ein­grup­pie­rung und höhe­re ta­rif­li­che Ein­grup­pie­rung ver­fal­len, wenn sie nicht in­ner­halb von 3 Mo­na­ten nach En­de des Ab­rech­nungs­zeit­raums, in dem sie hätten berück­sich­tigt wer­den müssen, schrift­li­che gel­tend ge­macht wer­den. Der hier von der Kläge­rin gel­tend ge­mach­te An­spruch auf ta­rif­li­che Zu­satz­zah­lung wer­de von die­ser Aus­schluss­frist je­doch nicht er­fasst, da es sich hier­bei nicht um ei­nen An­spruch auf Zah­lung von Ge­halt oder Lohn, ta­rif­li­che Ein­grup­pie­rung oder höhe­re ta­rif­li­che Ein­grup­pie­rung han­de­le. Der An­spruch der Kläge­rin - so das Ar­beits­ge­richt Des­sau-Roßlau in sei­ner vor­ge­nann­ten Ent­schei­dung vom 13. Mai 2009 wei­ter - sei auch nicht gemäß § 18 Abs. 2 MTV Ein­zel­han­del Sach­sen-An­halt ver­fal­len, da das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en fort­be­ste­he und die an das Aus­schei­den des Ar­beit­neh­mers an­knüpfen­de Aus­schluss­frist des § 18 Abs. 2 MTV Ein­zel­han­del Sach­sen-An­halt nicht in Gang ge­setzt sei. Ob der An­spruch wirk­sam gel­tend ge­macht wor­den sei, könne des­halb da­hin­ste­hen.
Ob sich der An­spruch der Kläge­rin darüber hin­aus aus dem Gleich­be­hand­lungs­grund­satz oder aus dem Ge­sichts­punkt ei­nes Ver­s­toßes ge­gen das Maßre­ge­lungs­ver­bot des § 612 a BGB er­ge­be, bedürfe nach al­le­dem kei­ner Ent­schei­dung.
2. Ergänzend gilt nach Auf­fas­sung der Be­ru­fungs­kam­mer zu al­le­dem Fol­gen­des:
a) Her­vor­zu­he­ben ist zunächst, dass die hier im Streit ste­hen­de ta­rif­li­che Zu­satz­leis­tung al­len Ar­beit­neh­mern/in­nen ge­zahlt wird bis auf die­je­ni­gen, die ge­werk­schaft­lich or­ga­ni­siert und außer­dem nicht be­reit sind, ei­nen neu­en Ar­beits­ver­trag zu un­ter­zeich­nen.
b) Nach den Erklärun­gen der Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten der Par­tei­en in der Be­ru-fungs­ver­hand­lung vom 10. März 2010 wur­de das In­kraft­tre­ten der hier ein­schlägi­gen ta­rif­ver­trag­li­chen Re­ge­lun­gen im Zu­ge der wei­te­ren Ver­hand­lun­gen auf den 1.1.2008 ver­legt, um bis da­hin ei­ne Ver­pflich­tung zu Rück­stel­lun­gen zu ver­mei-
den. Aus der Sicht der Ver­hand­lungs­part­ner auf Ge­werk­schafts­sei­te hat sich die­ser Sach­ver­halt so dar­ge­stellt, dass ar­beit­ge­ber­sei­tig le­dig­lich re­dak­tio­nel­le Ände­run­gen gewünscht wur­den, oh­ne dass über die­se ma­te­ri­ell ge­spro­chen wor­den sei. Im Übri­gen sieht der Kauf­ver­trag vom 28. No­vem­ber 2005 zwi­schen Veräußer­in und Er­wer­be­rin kei­ne Rück­stel­lun­gen für even­tu­el­le ta­rif­ver­trag­li­che Ansprüche vor. Al­le ge­bil­de­ten Rück­stel­lun­gen sind über­tra­gen wor­den. Der Rück­stel­lungs­be­trag ha­be ins­ge­samt mit Stand 30. Ju­ni 2005 5.931,00 € be­tra­gen. We­gen der dies­bezügli­chen Pro­zes­serklärun­gen der Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten der Par­tei­en in der Be­ru­fungs­ver­hand­lung vom 10. März 2010 wird ergänzend auf das dies­bezüg-li­che Pro­to­koll ver­wie­sen (Bl. 380 - 383 d. A.). Folg­lich ging man all­seits da­von aus, dass die Be­leg­schaft da­mit auch im Rah­men von § 613 a BGB hin­rei­chend geschützt wird, oh­ne dass hier­mit zu­gleich ei­ne Ver­pflich­tung der Ar­beit­ge­be­rin zu Rück­stel­lun­gen ein­her­ge­hen soll­te.
c) Nach Auf­fas­sung der Be­ru­fungs­kam­mer sind im vor­lie­gen­den Streit­fall die für Stu­fen­ta­rif­verträge gel­ten­den Grundsätze her­an­zu­zie­hen. In­so­weit kann es zu Kon­stel­la­tio­nen kom­men, dass zunächst beim Ab­schluss des Stu­fen­ta­rif­ver­tra­ges bei­de Sei­ten ta­rif­ge­bun­den wa­ren und die­ses zu ei­nem späte­ren Zeit­punkt - z. B. beim In­kraft­tre­ten ei­ner wei­te­ren Stu­fe ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges - nicht mehr der Fall ist. Bei ei­ner sol­chen Kon­stel­la­ti­on kann, je­den­falls dann, wenn es in­so­weit kei­ne an­der-wei­ti­gen Re­ge­lun­gen gibt, an­zu­neh­men sein, dass die Ver­trags­par­tei­en des Stu­fen-Ta­rif­ver­tra­ges da­von aus­ge­gan­gen sind, dass des­sen sämt­li­che Stu­fen - wenn auch in zeit­li­chen Abständen - in Kraft tre­ten sol­len, und zwar un­abhängig da­von, ob z. B. am En­de beim In­kraft­tre­ten der letz­ten Stu­fe noch bei­de Sei­ten ta­rif­ge-bun­den sind oder nicht. Wenn nämlich ein Stu­fen­ta­rif­ver­trag nur zum Teil zur Gel­tung kom­men würde, so ist es durch­aus denk­bar, dass es bei ihm an der ursprüng­lich be­ab­sich­tig­ten Ge­samt­aus­ge­wo­gen­heit im Rah­men des ins­ge­samt be­ab­sich­tig­ten Sy­nal­lag­ma fehlt. Dem­ent­spre­chend heißt es bei­spiels­wei­se auch in der Ent­schei­dung des LAG Ber­lin-Bran­den­burg vom 25. Ju­ni 2009 - 25 Sa 582/09 - Re­vi­si­on beim BAG ein­ge­legt un­ter dem Ak­ten­zei­chen 4 AZR 566/09:
„...Ei­nem An­spruch steht al­ler­dings nicht be­reits ent­ge­gen, dass der Re­ge­lungs­ge­halt der Ta­rif­ver­trags­nor­men nach § 613 a Abs. 1 Satz 2 BGG sta­tisch in das Ar­beits­verhält­nis über­geht, al­so in dem Ta­rif­stand bzw. Nor­men­stand, den er zur Zeit des Be­triebsüber­gangs hat. Nach § 613 a Abs. 1
Satz 2 BGB wer­den nicht die aus den Ta­rif­nor­men sich er­ge­ben­den Ar­beits­be­din­gun­gen In­halt des Ar­beits­verhält­nis­ses, son­dern es ge­hen die Ta­rif­nor­men zu Rech­ten und Pflich­ten der Ar­beits­ver­trags­par­tei­en in das Ar­beits­verhält­nis ein (BAG 14. No­vem­ber 2007 - 4 AZR 828/06 - AP Nr. 334 zu § 613 BGB = EzA § 613 a BGB 2002 Nr. 81). Se­hen die­se Rechts­po­si­tio­nen vor, de­ren Vor­aus­set­zun­gen erst später ein­tre­ten, tritt der Er-wer­ber auch in­so­weit un­verändert in die Rechts­stel­lung des Veräußerers ein und hat die durch die Ta­rif­norm be­gründe­te Ver­pflich­tung zu erfüllen....“
Die­ses gilt im vor­lie­gen­den Streit­fall erst Recht, weil die Ta­rif­part­ner sei­ner­zeit oh­ne Wei­te­res von der un­be­ding­ten Gel­tung der ta­rif­li­chen Zu­satz­leis­tung aus dem Sa­nie­rungs­ta­rif­ver­trag aus­ge­gan­gen sind und ar­beit­ge­ber­sei­tig aus­sch­ließlich ver­mie­den wer­den soll­te, dass auf­grund die­ser ta­rif­li­chen Re­ge­lung Ver­pflich­tun­gen zur Rück­stel­lung vor dem 1.1.2008 ent­ste­hen. Es sind al­so sei­ner­zeit un­be­ding­te Rechts­ansprüche vor­ge­se­hen wor­den, de­ren Vor­aus­set­zun­gen al­ler­dings zum Teil erst später zum 1.1.2008 ein­tre­ten soll­ten. Mit­hin ist an­zu­neh­men, dass sei­ner­zeit be­ab­sich­tigt war, an­wart­schafts­rechtsähn­li­che Po­si­tio­nen in Zu­sam­men­hang mit dem Sa­nie­rungs­ta­rif­ver­trag für das Jahr 2008 be­tref­fend ta­rif­li­che Zu­satz­leis­tun­gen ab 1.1.2008 zu be­gründen. Die Be­klag­te hat die Er­star­kung die­ser an­wart­schafts­rechtsähn­li­chen Po­si­ti­on zum Voll­recht ab dem 1.1.2008 auch ak­zep­tiert. Denn die dies­bezügli­chen Leis­tun­gen wur­den klag­los an sämt­li­che Ar­beit­neh­mer/in­nen ge­zahlt bis auf die ge­werk­schaft­lich or­ga­ni­sier­ten Ar­beit­neh­me­rin­nen, die den Ab­schluss ei­nes neu­en Ar­beits­ver­tra­ges ab­ge­lehnt ha­ben. Zwar hat die Be­klag­te in­so­weit vor­ge­tra­gen, dass die neu­en Ar­beits­verträge ge­genüber den al­ten Ar­beits­verträgen Ver­schlech­te­run­gen (durch un­be­zahl­te Erhöhung der Ar­beits­zeit) vor­se­hen. Die Be­klag­te hat sich je­doch nicht aus­drück­lich dis­tan­ziert von der Gel­tung des Sa­nie­rungs­ta­rif­ver­tra­ges für das Jahr 2008 be­tref­fend ta­rif­li­che Zu­satz­leis­tun­gen, und zwar be­zo­gen auf ihr ge­sam­tes Un­ter­neh­men. Es ist in­so­weit ins­be­son­de­re nicht er­sicht­lich, dass die Be­klag­te nach dem Be­triebsüber­gang bzw. nach dem 1. Ja­nu­ar 2008 aus­drück­lich in ih­rem Be­trieb bzw. Un­ter­neh­men z. B. ge­genüber der Be­leg­schaft oder dem Be­triebs­rat erklärt hat, dass die Ver­pflich­tun­gen aus dem vor­ge­nann­ten Sa­nie­rungs­ta­rif­ver­trag für das Jahr 2008 be­tref­fend die ta­rif­li­chen Zu­satz­leis­tun­gen auf sie gemäß § 613 a BGB über­haupt nicht über­ge­gan­gen sind.
d) Auf den Sei­ten 3 und 4 des Tat­be­stands des Ur­teils des Ar­beits­ge­richts Des­sau-Roßlau vom 13. Mai 2009 - 1 Ca 73/09 - heißt es u. a.:
„Am 01. Ju­li 2008 wur­den die Mit­ar­bei­ter des Call­cen­ters in G darüber in­for­miert, dass ih­re Ar­beitsplätze nur zu er­hal­ten sei­en, wenn 95 % der ta­rif­ver­trag­lich ge­bun­de­nen Beschäftig­ten neue Ar­beits­verträge un­ter­schrie­ben, nach de­nen sie bei gleich blei­ben­der Lohn­zah­lung zu ei­ner höhe­ren St­un­den­leis­tung ver­pflich­tet wer­den soll­ten. Die Mehr­heit der ta­rif­ver­trag­lich ge­bun­de­nen Beschäftig­ten un­ter­zeich­ne­te ent­spre­chen­de Ände­rungs­verträge. Die­se Beschäftig­ten er­hiel­ten im Ok­to­ber 2008 ei­ne Ab­schluss­prämie in Höhe von € 2.000,00 so­wie wei­te­re Leis­tun­gen im Wert von € 1.473,00 von der Be­klag­ten. In ei­ner mit den Ar­beit­neh­mern ge­schlos­se­nen Ver­ein­ba­rung wur­de fest­ge­legt, dass die­se wei­te­ren Leis­tun­gen mit der ta­rif­li­chen Zu­satz­zah­lung in Höhe von € 1.473,00 ver­rech­net wer­den soll­ten, so­fern die Be­klag­te aus dem Ta­rif­ver­trag über ta­rif­li­che Zu­satz­zah­lun­gen zu wei­te­ren Leis­tun­gen ver­pflich­ten wer­den soll­te. Da die Kläge­rin den Ab­schluss ei­nes neu­en Ar­beits­ver­tra­ges ab­lehn­te, wur­den ihr ent­spre­chen­de Leis­tun­gen nicht gewährt.“
Die­se Ver­fah­rens­wei­se war in dem un­ter dem 14. Ok­to­ber 2004 ge­schlos­se­nen Ta­rif­ver­trag zur Sa­nie­rung und zur Beschäfti­gungs­si­che­rung (Bl. 37 ff. d. A.) zwi­schen der N AG und der Ge­werk­schaft v nicht vor­ge­se­hen. Dort ging es für die Beschäftig­ten u. a. um das Aus­set­zen von Ta­rif­loh­nerhöhun­gen so­wie den Weg­fall des ta­rif­li­chen Ur­laubs­gel­des und der ta­rif­li­chen Son­der­zu­wen­dung für die Jah­re 2005 - 2007. Statt­des­sen wur­de von den Ta­rif­ver­trags­par­tei­en un­ter dem 14./26. Ok­to­ber 2004 ein Ta­rif­ver­trag über ta­rif­li­che Zu­satz­zah­lun­gen (Bl. 45 f. d. A.) ab­ge­schlos­sen.
aa) Auf­grund der vor­ste­hen­den Umstände ist nach Auf­fas­sung der Be­ru­fungs­kam­mer außer­dem da­von aus­zu­ge­hen, dass die be­klag­te Ar­beit­ge­be­rin die Kläge­rin im Sin­ne von § 612 a BGB (All­ge­mei­nes Maßre­ge­lungs­ver­bot) be­nach­tei­ligt hat. Zweck die­ser Vor­schrift ist es, zu ver­hin­dern, dass Ar­beit­neh­mer/in­nen Rech­te nicht wahr­neh­men, weil sie bei ih­rer In­an­spruch­nah­me mit Be­nach­tei­li­gun­gen rech­nen müssen. Die­se Re­ge­lung gilt für al­le Ar­beit­neh­mer/in­nen. Es rich­tet sich ge­gen den Ar­beit­ge­ber. Ver­bo­ten ist ei­ne Be­nach­tei­li­gung des Ar­beit­neh­mers/der Ar­beit­neh­me­rin, wenn die­se/r in zulässi­ger Wei­se Rech­te ge­genüber der Ar­beit­ge­be­rin wahr­nimmt. Da­bei muss das Recht ob­jek­tiv rechtmäßig sein und tatsächlich be­ste­hen. Ei­ne Be­nach­tei­li­gung ist ge­ge­ben, wenn die Ar­beit­ge­be­rin Ar­beit­neh­mer/in­nen mit ei­ner nicht an der Rechts­ord­nung ori­en­tier­ten Ver­ein­ba­rung oder
Maßnah­me be­geg­net, die zu ei­nem Nach­teil für die Ar­beit­neh­mer/in­nen führt. Ein Nach­teil liegt auch dann vor, wenn sich die bis­he­ri­ge Rechts­po­si­ti­on ver­schlech­tert, Rech­te mit­hin verkürzt wer­den. Hin­sicht­lich der Kau­sa­lität ist zu for­dern, dass die Rechts­ausübung sei­tens des Ar­beit­neh­mers/der Ar­beit­neh­me­rin für die be­nach­tei­li­gen­de Ver­ein­ba­rung oder Maßnah­me der Ar­beit­ge­be­rin den tra­gen­den Be­weg­grund dar­stellt. Strit­tig ist in die­sem Zu­sam­men­hang, ob § 612 a BGB nur Maßnah­men und Ver­ein­ba­run­gen er­fasst, die der Rechts­ausübung zeit­lich nach­fol­gen oder auch sol­che, die vor der Rechts­ausübung lie­gen. Aus der Recht­spre­chung zu nen­nen sind Aus­schlüsse von ta­rif­li­chen Ab­fin­dungs­ansprüchen für den Fall der Er­he­bung ei­ner Kündi­gungs­schutz­kla­ge (BAG vom 6. De­zem­ber 2006 - 4 AZR 798/05 - und BAG vom 23. Fe­bru­ar 2000 - 10 AZR 1/99 -) und Ent­gelt­re­du­zie­run­gen we­gen der Be­tei­li­gung an ge­werk­schaft­lich geführ­ten Streiks (vgl. BAG vom 13. Fe­bru­ar 2007 - 9 AZR 52/06 -, BAG vom 13. Fe­bru­ar 2007 - 9 AZR 374706 -, BAG vom 31. Ok­to­ber 1995 - 1 AZR 217/95 - und BAG vom 5. No­vem­ber 1992 - 6 AZR 311/91 - so­wie BAG vom 11. Au­gust 1992 - 1 AZR 103/92 -). Da­ge­gen ist ei­ne ta­rif­li­che Be­stim­mung, nach der der Ar­beit­ge­ber für Aus­landstätig­kei­ten die re­gelmäßige wöchent­li­che Ar­beits­zeit un­ter Über­schrei­tung der 40-St­un­den-Wo­che ein­sei­tig fest­set­zen kann, wenn „die Ge­ge­ben­hei­ten des Pro­jekts oder Re­ge­lun­gen im Ein­satz­land ei­ne höhe­re St­un­den­zahl er­for­dern“ wirk­sam (BAG vom 12. De­zem­ber 1990 - 4 AZR 238/90 -).
Die hier be­klag­te Ar­beit­ge­be­rin hat nach al­le­dem die zu­ge­sag­ten ta­rif­li­chen Zu­satz­leis­tun­gen aus dem Sa­nie­rungs­ta­rif­ver­trag für das Jahr 2008 an­sch­ließend noch mit wei­te­ren von ihr ge­setz­ten Be­din­gun­gen ver­knüpft, nämlich die Erhöhung der Ar­beits­zeit oh­ne wei­te­re Vergütung. Da­zu war sie - wie dar­ge­legt - nicht be­rech­tigt. Die Wei­ge­rung der ge­werk­schaft­lich or­ga­ni­sier­ten Kläge­rin­nen, ei­nen ent­spre­chen­den neu­en Ar­beits­ver­trag mit höhe­ren Ar­beits­zei­ten oh­ne Ent­gel­terhöhung ab­zu­sch­ließen, ist des­halb nicht zu be­an­stan­den. Es hätte der be­klag­ten Ar­beit­ge­be­rin nämlich ins­be­son­de­re frei­ge­stan­den, die­ses Ziel der Erhöhung der Ar­beits­zeit oh­ne zusätz­li­che Vergütung durch Aus­spruch ei­ner be­triebs­be­ding­ten Ände­rungskündi­gung zu er­rei­chen. Die­sen Weg ist die be­klag­te Ar­beit­ge­be­rin je-doch nicht ge­gan­gen. Nach al­le­dem verstößt ihr Vor­ge­hen ge­gen die Be­stim­mung des § 612 a BGB.
bb) Außer­dem nor­miert § 7 AGG das Ver­bot der Be­nach­tei­li­gung in Beschäfti­gung und Be­ruf. Die Vor­schrift spricht ein ge­ne­rel­les Ver­bot der Be­nach­tei­li­gung von Beschäftig­ten we­gen ei­nes in § 1 AGG ge­nann­ten Grun­des aus. Hier geht es aber nicht dar­um, dass die maßgeb­li­chen Ta­rif­verträge ge­gen das AGG ver­s­toßen. Viel­mehr geht es nur um ei­ne un­gleichmäßige Hand­ha­bung der be­klag­ten Ar­beit­ge­be­rin in Zu­sam­men­hang mit den vor­ge­nann­ten Ta­rif­verträgen. Die Kläge­rin und die übri­gen Ar­beit­neh­me­rin­nen, die je­weils ge­werk­schaft­lich or­ga­ni­siert sind und nicht be­reit wa­ren, neue Ar­beits­verträge mit höhe­ren Ar­beits­zei­ten oh­ne höhe­re Vergütung ab­zu­sch­ließen, sind hin­sicht­lich der vor­ge­nann­ten ta­rif­ver­trag­li­chen Re­ge­lun­gen - ins­be­son­de­re be­tref­fend den Ta­rif­ver­trag über ta­rif­li­che Zu­satz­zah-lun­gen - an­ders be­han­delt wor­den, nämlich von den dort vor­ge­se­he­nen Leis­tun­gen aus­ge­nom­men wor­den. Da­zu war die be­klag­te Ar­beit­ge­be­rin - wie dar­ge­legt - nicht be­rech­tigt. Dies er­gibt sich be­reits aus Ar­ti­kel 3 Grund­ge­setz. Für die Un-gleich­be­hand­lung der Kläge­rin ge­genüber der rest­li­chen Be­leg­schaft hin­sicht­lich der ta­rif­li­chen Zu­satz­leis­tung aus dem Sa­nie­rungs­ta­rif­ver­trag für das Jahr 2008 fehlt es am sach­li­chen Grund. Des­halb sind die Leis­tun­gen der Kläge­rin „nach oben an­zu­pas­sen“, und zwar gemäß dem Te­nor des Ur­teils des Ar­beits­ge­richts Des­sau-Roßlau vom 13. Mai 2009 - 1 Ca 73/09 -, wel­cher auf Sei­te 2 die­ses Ur­teils auf­ge-führt ist.
Die Vor­aus­set­zun­gen für die Zu­las­sung der Re­vi­si­on sind gemäß § 72 (II) Nr. 1 ArbGG ge­ge­ben. Im vor­lie­gen­den Fal­le hat ei­ne ent­schei­dungs­er­heb­li­che Rechts­fra­ge grundsätz­li­che Be­deu­tung.
Für die Kläge­rin ist kein Rechts­mit­tel ge­ge­ben.
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