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Timestamp: 2020-07-05 19:50:41
Document Index: 180186678

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 349', '§ 232', '§ 232', '§ 232', '§ 46', '§ 232', '§ 46', '§ 353']

BGH 3 StR 198/18 - 14. November 2018 (LG Düsseldorf) · hrr-strafrecht.de
BGH 3 StR 198/18 - 14. November 2018 (LG Düsseldorf) [= HRRS 2019 Nr. 490]
BGH 3 StR 198/18:
HRRS-Nummer: HRRS 2019 Nr. 490
Zitiervorschlag: BGH, 3 StR 198/18, Beschluss v. 14.11.2018, HRRS 2019 Nr. 490
BGH 3 StR 198/18 - Beschluss vom 14. November 2018 (LG Düsseldorf)
Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Düsseldorf vom 2. November 2017 aufgehoben in den Aussprüchen über
die Einzelstrafen in den Fällen A.II.3. und A.II.6. der Urteilsgründe;
die Gesamtstrafe; die jeweils zugehörigen Feststellungen bleiben aufrechterhalten.
Das Landgericht hat den Angeklagten wegen ausbeuterischer und dirigistischer Zuhälterei in sieben Fällen, davon in einem Fall in Tateinheit mit Anstiftung zum Schwangerschaftsabbruch und Körperverletzung, in einem Fall in Tateinheit mit Körperverletzung, in einem Fall in Tateinheit mit Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung, gefährlicher Körperverletzung und Körperverletzung, in einem Fall in Tateinheit mit Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung, sowie wegen Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung in einem weiteren Fall zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt und eine Einziehungsentscheidung getroffen. Die auf die Rüge der Verletzung materiellen Rechts gestützte Revision des Angeklagten hat den aus der Entscheidungsformel ersichtlichen Teilerfolg; im Übrigen ist sie unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.
1. Die Einzelstrafen in den Fällen A.II.3. und A.II.6. der Urteilsgründe haben keinen Bestand; dies führt zur Aufhebung des Urteils auch im Ausspruch über die Gesamtstrafe.
a) Im Fall A.II.3. der Urteilsgründe hat das Landgericht den Angeklagten der ausbeuterischen und dirigistischen Zuhälterei in Tateinheit mit (gewerbsmäßigem) Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung, gefährlicher Körperverletzung und Körperverletzung schuldig gesprochen. Bei der Strafzumessung hat es den Strafrahmen des § 232 Abs. 3 Nr. 3 StGB in der bis zum 14. Oktober 2016 geltenden Fassung (aF) zugrunde gelegt. Einen minder schweren Fall im Sinne des § 232 Abs. 5 Halbsatz 2 StGB aF hat es verneint und dabei ebenso wie bei der konkreten Strafzumessung zu Lasten des Angeklagten gewertet, dass dieser gewerbsmäßig handelte. Damit hat es einen Umstand, der schon Merkmal des gesetzlichen (Qualifikations-) Tatbestandes des § 232 Abs. 3 Nr. 3 StGB aF ist, bei der Strafzumessung berücksichtigt und gegen das Doppelverwertungsverbot des § 46 Abs. 3 StGB verstoßen.
b) Im Fall A.II.6. der Urteilsgründe hat das Landgericht den Angeklagten wegen ausbeuterischer und dirigistischer Zuhälterei in Tateinheit mit (gewerbsmäßigem) Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung verurteilt und einen minder schweren Fall im Sinne des § 232 Abs. 5 Halbsatz 2 StGB aF angenommen. Die Erwägungen zur Strafzumessung sind so zu verstehen, dass die Strafkammer auch hier zu Lasten des Angeklagten gewertet hat, dass dieser gewerbsmäßig handelte. Zwar hat sich der darin liegende Verstoß gegen das Doppelverwertungsverbot in diesem Fall bei der Strafrahmenwahl nicht zum Nachteil des Angeklagten ausgewirkt. Es ist jedoch - ebenso wie im Fall A.II.3. der Urteilsgründe - nicht auszuschließen, dass die Strafkammer auf eine niedrigere Einzelstrafe erkannt hätte, wenn sie die Vorschrift des § 46 Abs. 3 StGB im Rahmen der konkreten Strafzumessung beachtet hätte.
2. Die Aufhebung der Einzelstrafen in den Fällen A.II.3. und A.II.6. der Urteilsgründe zieht die Aufhebung des Ausspruchs über die Gesamtstrafe nach sich. Die jeweils zugehörigen Feststellungen bleiben von den Wertungsfehlern unberührt und können aufrechterhalten bleiben (§ 353 Abs. 2 StPO); zusätzliche Feststellungen sind möglich, sofern sie den bisher getroffenen nicht widersprechen.