Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20R%2031/11
Timestamp: 2019-03-20 14:51:09
Document Index: 133822032

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 74', '§ 121', '§ 8', '§ 8', 'Art 3', '§ 74', '§ 121', '§ 8', '§ 8', '§ 163', 'Art. 15', '§ 119', 'Art. 15', '§ 8', '§ 74', '§ 121', '§ 8']

BFH, 28.10.2011 - I R 31/11 - dejure.org
Verfahrensaussetzung bei anhängigen Verfahren zu § 8c Abs. 1 Satz 2 KStG 2002 i. d. F. des UntStRefG 2008
§ 74 FGO, § 121 FGO, § 8c Abs 1 S 1 KStG 2002 vom 14.08.2007, § 8c Abs 1 S 2 KStG 2002 vom 14.08.2007, Art 3 Abs 1 GG
FGO § 74; FGO § 121 S. 1
Aussetzung beim Mantelkauf
Die Revisionsverfahren I R 75/12, I R 31/11 und I R 79/11 seien jeweils bis zu einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts im vorliegenden Verfahren ausgesetzt worden.
Der Bundesfinanzhof (BFH) habe mit Blick auf den Vorlagebeschluss des FG Hamburg ein anhängiges Verfahren mit Beschluss vom 28. Oktober 2011 (I R 31/11) ruhend gestellt.
Zwar bestünden mit Blick auf die Anwendung des § 8c KStG 2002 n.F. ernstliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Steuerbescheide (Hinweis auf den [Vorlage-]Beschluss des FG Hamburg vom 4. April 2011 2 K 33/10, Entscheidungen der Finanzgerichte --EFG-- 2011, 1460, den Beschluss des FG Münster vom 1. August 2011 9 V 357/11 K,G, EFG 2012, 165 [beim erkennenden Senat anhängige Beschwerde I B 150/11] und den Senatsbeschluss vom 28. Oktober 2011 I R 31/11, BFH/NV 2012, 605).
Das FA hat sich ausweislich des Tenors der Teil-Einspruchsentscheidung einer Entscheidung über die Verfassungsmäßigkeit unter Verweis auf das ebenfalls die Regelung des § 8c Abs. 1 Satz 2 KStG betreffende Verfahren I R 31/11 (s. Senatsbeschluss vom 28. Oktober 2011 I R 31/11, BFH/NV 2012, 605) ausdrücklich enthalten und bestimmt, dass insoweit keine Bestandskraft eintritt.
4.a) Die Annahme, das FA habe neben der angegriffenen Steuerfestsetzung im Rahmen einer Billigkeitsmaßnahme (§§ 163, 227 AO; BFH-Beschlüsse vom 12. Juli 2012 I R 31/11, BFHE 237, 307, BFH/NV 2012, 1853; vom 8. Dezember 2010 I R 92/09, BStBl II 2011, 488, zu Entscheidungsgründe II. 3. d) die hier in Rede stehenden Tage, an denen der Kläger von einer mehrtägigen Geschäftsreise in Drittstaaten an seinen Wohnsitz zurückgekehrt ist, bzw. die streitigen Wochenendtage als Nichtrückkehrtage i.S.v. Art. 15a Abs. 2 Satz 2 DBA-Schweiz 1992 der Besteuerung zugrunde gelegt, ist nach dem objektiven Erklärungsinhalt des angegriffenen Steuerbescheids und wie ihn der Kläger nach den ihm bekannten Umständen unter Berücksichtigung von Treu und Glauben verstehen konnte (…Brockmeyer/Ratschow in: Klein, AO, Kommentar, 11. Aufl., § 119 Anm. 5, mit weiteren Nachweisen), nicht gerechtfertigt (…vgl. in diesem Zusammenhang. Kempermann in: Flick/Wassermeyer/Kempermann, a.a.O., Art. 15a Rz. 42).
Indes ist gegen dieses Urteil Revision anhängig (I R 31/11).
Der Beklagte habe auch die Nichtaktivierung erneut im Rahmen der Veranlagung für 2010 konkludent genehmigt. Nach dem BFH-Urteil vom 12. Juli 2012 (I R 31/11) führe auch die Steuerfestsetzung unter dem Vorbehalt der Nachprüfung zu einer verbindlichen Anerkennung der Billigkeitsmaßnahme.
Der BFH hat ein Revisionsverfahren, in dem die Verfassungsmäßigkeit der hier streitentscheidenden Regelung in § 8c Abs. 1 Satz 2 KStG streitig ist, mit Beschluss vom 28.10.2011 (I R 31/11, juris) gemäß § 74, § 121 Satz 1 FGO bis zur Entscheidung des BVerfG über den Vorlagebeschluss des FG Hamburg ausgesetzt und damit verfassungsrechtliche Bedenken auch gegen die Verfassungsmäßigkeit des § 8c Abs. 1 Satz 2 KStG zu erkennen gegeben.