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Timestamp: 2019-11-18 06:58:50
Document Index: 313482422

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 7', '§ 50', '§ 15', '§ 7', '§ 14']

LAG Köln, Beschluss vom 13.04.2010, 7 Sa 1224/09 - HENSCHE Arbeitsrecht
LAG Köln, Be­schluss vom 13.04.2010, 7 Sa 1224/09
Schlagworte: Befristung: Kettenbefristung, Vertragsverlängerung, Befristung: EU-Recht
Aktenzeichen: 7 Sa 1224/09
Vorinstanzen: Arbeitsgericht Köln, Beschluss vom 31.08.2006, 15 Ca 3575/06
Han­delt es sich um ei­ne sol­che hin­rei­chend kon­kre­te Zweck­set­zung, wenn das Haus­halts­ge­setz, wie hier § 7 Abs. 3 HG NRW 2004/05, le­dig­lich an­ord­net, die Haus­halts­mit­tel sei­en für ei­ne be­fris­te­te Tätig­keit als „Aus­hilfs­kraft“ be­stimmt?
Gilt dies auch dann, wenn un­ter der Tätig­keit ei­ner „Aus­hilfs­kraft“ in die­sem Sin­ne nicht nur ei­ne Tätig­keit ver­stan­den wird, die ent­we­der da­zu dient, ei­nen vorüber­ge­hend erhöhten Ar­beits­an­fall ab­zu­de­cken oder ei­ne vorüber­ge­hend aus­fal­len­de Stamm­ar­beits­kraft in de­ren Tätig­keit zu ver­tre­ten, son­dern wenn der Be­griff „Aus­hilfs­kraft“ auch schon dann als erfüllt an­ge­se­hen wird, wenn der Ar­beit­neh­mer aus Haus­halts­mit­teln be­zahlt wird, die da­durch frei­ge­wor­den sind, dass ei­ne in der­sel­ben Dienst­stel­le täti­ge Stamm­ar­beits­kraft vorüber­ge­hend ausfällt, ob­wohl die „Aus­hilfs­kraft“ mit Tätig­kei­ten beschäftigt wird, die ei­nem ständig an­fal­len­den Dau­er­be­darf des Ar­beit­ge­bers zu­zu­ord­nen sind und die kei­nen in­halt­li­chen Be­zug zu der Tätig­keit der aus­fal­len­den Stamm­ar­beits­kraft auf­wei­sen, oder
wi­der­spricht die in Fra­ge 3 c) be­schrie­be­ne Aus­le­gung des Be­griffs der „Aus­hilfs­kraft“ dem Sinn und Zweck der Rah­men­ver­ein­ba­rung über be­fris­te­te
Sch­ließlich wur­de die Kläge­rin mit Ar­beits­ver­trag vom 12.12.2005 9
(Bl. 16 – 17 d. A.) be­fris­tet bis zum 30.06.2006 wei­ter­beschäftigt, „und zwar we­gen Vor­lie­gen des fol­gen­den sach­li­chen Grun­des: Vorüber­ge­hend freie Haus­halts­mit­tel (§ 7 Abs. 3 HHG) der be­fris­tet nutz­ba­ren Stel­len­an­tei­le der Jus­tiz­an­ge­stell­ten H (0,5) we­gen Son­der­ur­laub gem. § 50 Abs. 1 BAT und der Jus­tiz­an­ge­stell­ten H (0,5) we­gen be­fris­te­ter Re­du­zie­rung der Ar­beits­zeit gem. § 15 b) Abs. 1 BAT.“
Seit Be­ginn des ers­ten Ar­beits­verhält­nis­ses am 03.07.1997 wur­de die 10
Kläge­rin dau­er­haft und un­verändert bis zu­letzt als Ser­vice­kraft auf der
Geschäfts­stel­le der 23. Zi­vil­kam­mer des Land­ge­richts K ein­ge­setzt.
Die 23. Zi­vil­kam­mer des Land­ge­richts K nimmt ständig an­fal­len­de
Dau­er­auf­ga­ben der Zi­vil­recht­spre­chung wahr.
7. der Ar­beit­neh­mer aus Haus­halts­mit­teln vergütet
wird, die haus­halts­recht­lich für ei­ne be­fris­te­te Beschäfti­gung be­stimmt sind, und er ent­spre­chend beschäftigt wird.“
Das be­klag­te Land ist der An­sicht, die Kläge­rin sei auf­grund des Ar­beits­ver­tra­ges vom 12.12.2005 als ‚Aus­hilfs­kraft‘ im Sin­ne von § 7 Abs. 3 HG NW 2004/2005 i. V. m. § 14 Abs. 1 S. 2 Nr. 7 Tz­B­fG beschäftigt wor­den. Im Zeit­punkt des Ab­schlus­ses des be­fris­te­ten Ar­beits­ver­tra­ges vom 12.12.2005 sei die eben­falls beim Land­ge­richt K als Stamm­ar­beits­kraft voll­zeit­beschäftig­te Jus­tiz­an­ge­stell­te H , be­fris­tet für die Zeit bis zum
21.03.2007, nur als Teil­zeit­beschäftig­te im Um­fang der Hälf­te der re­gelmäßigen Ar­beits­zeit beschäftigt wor­den. Zu­gleich ha­be die beim Land­ge­richt K beschäftig­te Stamm­kraft H bis zum 30.06.2006 ta­rif­li­chen Son­der­ur­laub oh­ne Bezüge in An­spruch ge­nom­men. Aus den von den Mit­ar­bei­te­rin­nen H und H vorüber­ge­hend frei­ge­mach­ten Stel­len­an­tei­len ha­be die Kläge­rin vergütet wer­den können. Es ha­be je­doch da­mit ge­rech­net wer­den müssen, dass die An­ge­stell­ten H und H nach Ab­lauf ih­rer be­fris­te­ten Be­ur­lau­bung bzw. ih­rer be­fris­te­ten Ar­beits­zeit­re­du­zie­rung zukünf­tig wie­der als voll­zeit­beschäftig­te Stamm­kräfte tätig wer­den würden.
Das vor­le­gen­de Ge­richt hat ins­be­son­de­re Be­den­ken, ob ei­ne Recht­fer­ti­gung für ei­ne der­ar­ti­ge Begüns­ti­gung der Ar­beit­ge­ber des öffent­li­chen Sek­tors dar­in ge­se­hen wer­den kann, dass der öffent­li­che Ar­beit­ge­ber nur Ver­pflich­tun­gen ein­ge­hen dürfe, die haus­halts­recht­lich ge­deckt sei­en - so aber die Auf­fas­sung des be­klag­ten Lan­des Nord­rhein-West­fa­len (eben­so: BAG vom 24.10.2001,
7 AZR 542/00; BAG vom 14.2.2007, 7 AZR 193/06). Da Haus­haltspläne übli­cher­wei­se nur für be­grenz­te Zeiträume auf­ge­stellt zu wer­den pfle­gen, könn­te es mit ei­ner sol­chen Be­gründung auch ge­recht­fer­tigt wer­den, im öffent­li­chen Dienst aus­sch­ließlich be­fris­te­te Ar­beits­verhält­nis­se ab­zu­sch­ließen. Das vor­le­gen­de Ge­richt ver­steht die All­ge­mei­ne Erwägung Nr.6 der Rah­men­ver­ein­ba­rung über be­fris­te­te Ar­beits­verträge aber so, dass die­se auch für Ar­beit­ge­ber des öffent­li­chen Sek­tors gilt. Die All­ge­mei­ne Erwägung Nr.6 lau­tet be­kannt­lich: „Un­be­fris­te­te Ar­beits­verträge sind die übli­che Form des
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