Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=01.09.1998&Aktenzeichen=VIII%20R%2046/93
Timestamp: 2019-12-06 12:29:24
Document Index: 6549732

Matched Legal Cases: ['§ 133', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 133', '§ 4', '§ 4', '§ 4']

BFH, 01.09.1998 - VIII R 46/93 - dejure.org
https://dejure.org/1998,1191
BFH, 01.09.1998 - VIII R 46/93 (https://dejure.org/1998,1191)
BFH, Entscheidung vom 01.09.1998 - VIII R 46/93 (https://dejure.org/1998,1191)
BFH, Entscheidung vom 01. September 1998 - VIII R 46/93 (https://dejure.org/1998,1191)
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Bewirtungsaufwendungen - Bewirtungskonto - Pauschbeträge für Verpflegungsaufwendungen - Persönlich haftender Gesellschafter - Betriebsausgabenabzug - Eigenverbrauch
FG Münster, 21.04.1993 - 11 K 4882/89
aa) Prozessuale und außerprozessuale Rechtsbehelfe sind nach ständiger Rechtsprechung des BFH in entsprechender Anwendung des § 133 des Bürgerlichen Gesetzbuchs auszulegen, wenn eine eindeutige und zweifelsfreie Erklärung fehlt (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 1. September 1998 VIII R 46/93, BFH/NV 1999, 596, unter I.3. der Gründe).
Vor dem Hintergrund, dass die Angaben zum Anlass und den Teilnehmern der Bewirtung materiell-rechtliche Tatbestandsvoraussetzung für den Abzug der Bewirtungsaufwendungen als Betriebsausgaben sind (ständige Rechtsprechung, s. BFH-Urteile in BFHE 205, 234, BStBl II 2004, 502; vom 1. September 1998 VIII R 46/93, BFH/NV 1999, 596, jeweils m. w. N.), ist der BFH dort von einer konkludenten Einwilligung des Bewirteten in die Offenbarung ausgegangen.
Diese Form des Nachweises ist eine materiell-rechtliche Tatbestandsvoraussetzung für den Abzug der Bewirtungsaufwendungen als Betriebsausgaben (ständige Rechtsprechung, vgl. z.B. Senatsurteil in BFHE 185, 248, BStBl II 1998, 263, und BFH-Urteil vom 1. September 1998 VIII R 46/93, BFH/NV 1999, 596, jeweils m.w.N.; so auch R 21 Abs. 8 Sätze 1 und 2 der Einkommensteuer-Richtlinien --EStR-- 2001).
Insbesondere kann der Senat die von den Beteiligten erörterte Frage offen lassen, ob die zu § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 Satz 2 EStG a.F. ergangene Rechtsprechung, die eine nachträgliche Ergänzung des Belegs um den Namen des Bewirtenden zugelassen hat (s. BFH-Urteile in BFHE 175, 256, BStBl II 1994, 894, unter II.B.3.b, und in BFH/NV 1999, 596, unter III.1.; sowie Senatsurteil vom 19. März 1998 IV R 40/95, BFHE 185, 446, BStBl II 1998, 610), auf die seit 1990 geltende Gesetzeslage übertragen werden kann (…so Schmidt/Heinicke, a.a.O., § 4 Rz. 554 a.E.;… ablehnend: Blümich/ Wacker, Einkommensteuergesetz, Körperschaftsteuergesetz, Gewerbesteuergesetz, Kommentar, 16. Aufl., § 4 EStG Rz. 269, unter aa; v. Bornhaupt, Deutsche Steuer-Zeitung 1999, 377).
Hat die Finanzbehörde über einen vom Steuerpflichtigen nicht oder nicht fristgerecht eingelegten Einspruch sachlich entschieden, ist die gegen den bestandskräftigen Verwaltungsakt erhobene Klage nach ständiger Rechtsprechung des BFH zulässig und führt zur Aufhebung der Einspruchsentscheidung (BFH-Urteil vom 1. September 1998 VIII R 46/93, BFH/NV 1999, 596, Abschn. I.1., m.w.N.).
a) Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) sind auch außerprozessuale und prozessuale Rechtsbehelfe in entsprechender Anwendung des § 133 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) auszulegen, wenn es an einer eindeutigen und zweifelsfreien Erklärung des wirklich Gewollten fehlt (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 1. September 1998 VIII R 46/93, BFH/NV 1999, 596, unter I. 3. der Gründe;… vom 19. Juni 1997 IV R 51/96, BFH/NV 1998, 6, 7, mittlere Spalte f.;… vom 30. August 1994 IX R 42/91, BFH/NV 1995, 481, unter 3. a der Gründe).
Diese Form des Nachweises ist eine materiell-rechtliche Tatbestandsvoraussetzung für den Abzug der Bewirtungsaufwendungen als Betriebsausgaben (BFH-Urteile vom 26. Februar 2004 IV R 50/01, BStBl II 2004, 502; vom 1. September 1998 VIII R 46/93, BFH/NV 1999, 596, m.w.N.).
c) Bei dieser Sachlage sieht sich der erkennende Senat nicht mehr veranlasst, der weiteren von der Revision aufgeworfenen Frage nachzugehen, welche Bedeutung die zulässige, vom Kläger aber unterlassene Nachholung der Angabe des Bewirtenden für den Streitfall haben könnte (dazu BFH-Urteil vom 1. September 1998 VIII R 46/93, BFH/NV 1999, 596, m.w.N.).
Die unterbliebene Angabe des Bewirtenden im Bewirtungsvordruck kann nachgeholt werden (BFH-Urteile vom 19. März 1998 IV R 40/95, BFHE 185, 446, BStBl II 1998, 610; vom 1. September 1998 VIII R 46/93, BFH/NV 1999, 596;… Heinicke, in: Schmidt, EStG, 28. Aufl. 2009, § 4 Rn. 554;… a.A. Wied, in: Blümich, EStG, § 4 Rn. 739;… offen lassend Bahlau, in: Hermann/Heuer/Raupach, EStG, § 4 Rn. 1235).
1. Die Klage war nicht wegen Versäumung der Einspruchsfrist als unbegründet abzuweisen (vgl. in diesem Zusammenhang: BFH-Urteil vom 1. September 1998 VIII R 46/93, BFH/NV 1999, 596).
Zulässigkeit einer finanzgerichtlichen Klage
BFH, 26.05.2009 - X B 215/08
Auslegung von Willenserklärungen - Überprüfung der Auslegung des FG durch den BFH
FG Köln, 18.12.2000 - 9 K 6647/99
Voraussetzung der Rechtswirksamkeit eines eingelegten Rechtsbehelfs