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Timestamp: 2019-06-17 10:07:27
Document Index: 376906528

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 13', 'EuG', 'EuG', 'Art. 194', '§ 13']

BFH, 10.02.2005 - V R 56/03 - dejure.org
https://dejure.org/2005,7363
BFH, 10.02.2005 - V R 56/03 (https://dejure.org/2005,7363)
BFH, Entscheidung vom 10.02.2005 - V R 56/03 (https://dejure.org/2005,7363)
BFH, Entscheidung vom 10. Februar 2005 - V R 56/03 (https://dejure.org/2005,7363)
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Antrag auf Vergütung von Vorsteuerbeträgen aus Leasingraten; Voraussetzungen eines Vorsteuervergütungsverfahrens; Gewährung eines Vorsteuervergütung bei Ansässigkeit der Geschäftsleitung einer GmbH im Ausland; Auslegung der Begriffe "Ansässigkeit" und "Sitz der wirtschaftlichen Tätigkeit"; Steuerpflichtigkeit eines Unternehmens nach dem Sitz der wirtschaftlichen Tätigkeit eines Steuerpflichtigen und seinem statutarischen Sitz; Vorbringen einer Unternehmerbescheinigung zur Ermittlung des Sitzes einer GmbH; Erbringung eines Nachweises über das Fehlen einer geschäftsleitenden Tätigkeit im Inland
HFR 2005, 1208
Folglich ist der Begriff der Ansässigkeit richtlinienkonform auszulegen (BFH-Urteile vom 22. Mai 2003 V R 97/01, BFHE 203, 193, BStBl II 2003, 819; vom 10. Februar 2005 V R 56/03, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung 2005, 1208).
Der Begriff ansässig ist mithin richtlinienkonform umzusetzen, so dass nach deutschem Recht maßgebliche Anknüpfungsbegriffe nach §§ 8 ff Abgabenordnung ( AO ) am Gemeinschaftsrecht auszurichten sind (vgl. auch BFH-Urteil vom 10. Februar 2005 V R 56/03, HFR 2005, 1208, m.w.N.; Mößlang in Sölch/Ringleb, UStG , § 13 b , Rz 14).
Das setzt voraus, dass sie einen hinreichenden Grad an Beständigkeit sowie eine Struktur hat, die von der personellen und technischen Ausstattung her eine autonome Erbringung der betreffenden Dienstleistungen ermöglicht (EuGH-Urteil vom 17. Juli 1997 C-190/95 ARO Lease BV, EuG-HE1997, I-4383; BFH-Urteil vom 10. Februar 2005 V R 56/03, HFR 2005, 1208 m.w.N.).
Für das Vorliegen einer festen Niederlassung / Zweigniederlassung entscheidungserhebliche Kriterien sind u.a., ob vom Sitz der Niederlassung aus die Geschäftsleitung ganz oder teilweise ausgeübt wurde, welcher Art. die von der Niederlassung aus wahrgenommenen Aufgaben waren, ob die Niederlassung im Telefonbuch eingetragen war, ob unter ihrer Firma Büroräume angemietet waren, ob sie Arbeitsverträge abgeschlossen hatte, wo und wann etwaige Arbeitnehmer für sie in der Niederlassung tätig waren und welche Arbeiten sie erledigt haben, ob am Ort der Niederlassung Umsatzsteuererklärungen abgegeben wurden und ob von den zuständigen Behörden ihr gegenüber Umsatzsteuerbescheide erlassen wurden (vgl. BFH-Urteil vom 10. Februar 2005 V R 56/03, HFR 2005, 1208).
FG München, 13.09.2007 - 14 K 3679/05
Versteuerung der Umsätze eines ausländischen Unternehmens aus der Gestellung von …
21 Abs. 1 Buchst. a Unterabs. 2 der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Umsatzsteuern (Richtlinie 77/388/EWG) jetzt Art. 194 der Mehrwertsteuersystemrichtlinie (MwStSystRL) ist durch § 13 b Abs. 1-4 UStG in nationales Recht umgesetzt und insoweit gemeinschaftskonform auszulegen (vgl. BFH-Urteil vom 10. Februar 2005 V R 56/03, HFR 2005, 1208), erlaubt allerdings nur dann den Kläger als Steuerschuldner heranzuziehen, wenn er nicht im Ausland ansässig war, d.h. seinen Firmensitz im Ausland hatte.
Der Begriff der "Ansässigkeit" ist mithin am Gemeinschaftsrecht auszurichten (vgl. BFH- Urteile vom 22. Mai 2003 V R 97/01, BFHE 203, 193, BStBI II 2003, 819; vom 10. Februar 2005 V R 56/03, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung 2005, 1208).
Das FG wird dies im zweiten Rechtsgang unter Berücksichtigung derjenigen Merkmale zu klären haben, die der V. Senat in seinen Urteilen vom 22. Mai 2003 V R 97/01 (BFHE 203, 193, BStBl II 2003, 819) und vom 10. Februar 2005 V R 56/03 (Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung 2005, 1208) zum Vorliegen einer festen Niederlassung aufgestellt hat.
Deshalb hat der BFH die Sache zur Feststellung zurückverwiesen, ob A über eine solche "feste Niederlassung" im Inland verfügt habe, und zwar unter Berücksichtigung derjenigen Merkmale, die der V. Senat in seinen Urteilen vom 22. Mai 2003 V R 97/01 (BFHE 203, 193, BStBl II 2003, 819) und vom 10. Februar 2005 V R 56/03 (Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung 2005, 1208) aufgestellt habe.
Der BFH (Urteile vom 22. Mai 2003 V R 97/01, BFHE 203, 193, BStBl II 2003, 819 und vom 10. Februar 2005 V R 56/03, HFR 2005, 1208) hat diesbezüglich folgende Kriterien als entscheidungserheblich angesehen:.
Da der Begriff der "Ansässigkeit" somit ein solcher des Gemeinschaftsrechts ist, ist seine Auslegung am Gemeinschaftsrecht auszurichten (vgl. BFH-Urteile vom 22. Mai 2003 V R 97/01, BFHE 203, 193, BStBl II 2003, 819; vom 10. Februar 2005 V R 56/03, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung 2005, 1208).
Diese Auslegung ist auch gemeinschaftsrechtlich geboten (vgl. zur richtlinienkonformen Auslegung der nationalen Vorschriften über das Vorsteuer-Vergütungsverfahren: BFH-Urteile vom 22. Mai 2003, V R 97/01, BFHE 203, 193, BStBl II 2003, 819;… vom 22. Oktober 2003, V R 95/01, BFH/NV 2004, 828; vom 23. Oktober 2003, V R 48/01, BFHE 203, 531, BStBl II 2004, 196; vom 10. Februar 2005, V R 56/03, HFR 2005, 1208; vom 18. Januar 2007, V R 23/05, BFHE 217, 32, BStBl II 2007, 430).