Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%20222/85
Timestamp: 2019-03-21 00:15:27
Document Index: 204810644

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 1', '§ 6', '§ 8', 'BGH', '§ 141', '§ 104', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 15.01.1987 - III ZR 222/85 - dejure.org
Vorliegen eines Schuldbeitritts durch das Mitunterzeichnen eines Darlehensvertrages - Anwendbarkeit der Vorschriften des Abzahlungsgesetzes - Bestehen einer Verpflichtung zur Erfüllung der Darlehensverbindlichkeit
Pflicht zur Belehrung (hier: einer Vor-GmbH) über Nicht-Wiederaufleben des Kaufpreisanspruches durch Widerruf des Darlehensantrags beim finanzierten Abzahlungskauf
AbzG § 1b, § 6, § 8
NJW 1987, 1698
ZIP 1987, 699
MDR 1987, 561
WM 1980, 365
DB 1987, 929
Die Rechtsfolge der Nichtigkeit eines Rechtsgeschäfts setzt voraus, dass zumindest tatbestandlich ein solches Geschäft vorliegt (vgl. BGH 15. Januar 1987 - III ZR 222/85 - zu I 3 der Gründe, NJW 1987, 1699;… Palandt/Ellenberger 70. Aufl. § 141 BGB Rn. 3 und Überbl. v. § 104 Rn. 28) .
Der Ausnahmecharakter dieser im Interesse der Rechtsklarheit eng und formal auszulegenden Vorschrift (BGHZ 97, 127, 133 [BGH 19.02.1986 - VIII ZR 113/85]; BGH, Urteile vom 11. Mai 1977 - VIII ZR 32/76 = WM 1977, 866 unter II 1 a und vom 15. Januar 1987 - III ZR 222/85 = WM 1987, 365 unter I 1 b) verbietet ihre von Peters (…aaO. S. 413) befürwortete Ausdehnung auf den privaten Verkäufer.
Ein solcher Schuldbeitritt, den die Klägerin zudem hätte annehmen müssen, wäre im Übrigen auch ins Leere gegangen, da - wie ausgeführt - die mitübernommene Darlehensschuld nicht entstanden ist (vgl. BGH NJW 1987, 1698/1699; OLG Nürnberg ZIP 2000, 1975/1976 mwN).
Der Inhalt der Widerrufsbelehrung muss nicht nur zutreffend, sondern auch unmissverständlich sein und den Kunden über sein Widerrufsrecht klar und eindeutig belehren (BGH NJW 1994, 1800 f.; BGHZ 121, 52, 55 für § 1 b AbzG; vgl. auch BGHZ 91, 338, 340; BGH WM 1987, 365, 367;… Palandt/Putzo, 59. Auflage, § 2 HausTWG, Rdnr. 7).
Diese Feststellung setzt voraus, daß objektiv bestimmte Umstände (Verbindungselemente) vorliegen und dadurch subjektiv beim Darlehensnehmer - für den Darlehensgeber erkennbar - der Eindruck erweckt wird, Verkäufer und Darlehensgeber stünden ihm gemeinsam als Vertragspartner gegenüber (BGHZ 83, 301, 304; 91, 9, 11 f.; 91, 338, 341; BGH, Urteil vom 15. Januar 1987 - III ZR 222/85, WM 1987, 365, 366; Senatsurteil vom 15. Mai 1990 - XI ZR 205/88, WM 1990, 1234 [BGH 15.05.1990 - XI ZR 205/88]).
OLG Koblenz, 25.03.1994 - 2 U 1573/92
Voraussetzungen für die Unanwendbarkeit des AbzG - Kaufmannseigenschaft