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Timestamp: 2019-10-17 04:34:32
Document Index: 59574322

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'Art. 5', '§ 1084', 'Art. 34', 'EuG', 'Art. 6', 'Art. 47', 'Art. 34', 'EuG', 'Art. 267', 'Art. 267', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'BGH', 'BGH']

BGH v. 24.04.2014 - VII ZB 28/13 - NWB Urteile
BGH v. 24.04.2014 - VII ZB 28/13
Gesetze: EuVTVO Art. 5, 21, 23; ZPO § 1084
Instanzenzug: AG Berlin-Köpenick v. 17.01.201232 M 8052/11 LG Berlin v. 29.04.201351 T 111/12
13 bb) Die Verordnung lässt eine ordre public-Prüfung durch die Gerichte im Vollstreckungsstaat nicht zu. Zum ordre public gehört einerseits der materiellrechtliche ordre public, der Verstöße gegen das materielle Recht und das Kollisionsrecht erfasst, und andererseits der verfahrensrechtliche ordre public (Kropholler/von Hein, Europäisches Zivilprozessrecht, 9. Aufl., Art. 34 EuGVVO Rn. 12). Zum verfahrensrechtlichen ordre public gehören unter anderem der Grundsatz des rechtlichen Gehörs und der Anspruch auf ein faires Verfahren aus Art. 6 Abs. 1 Europäische Menschenrechtskonvention und Art. 47 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (Kropholler/von Hein, aaO, Art. 34 EuGVO Rn. 15 und 15a).
20 Dies ergibt sich schon aus dem "Maßnahmenprogramm zur Umsetzung des Grundsatzes der gegenseitigen Anerkennung gerichtlicher Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen" des Rates vom 30. November 2000 (ABl. C 12 vom 15. Januar 2001, S. 1, 4). Darin heißt es: "Die Abschaffung des Exequaturverfahrens für unbestrittene Forderungen muss zu den Prioritäten der Gemeinschaft gehören. (...) Die rasche Beitreibung ausstehender Forderungen ist eine absolute Notwendigkeit für den Handel (...). " Der Rat schlug deshalb die Schaffung eines Europäischen Vollstreckungstitels für unbestrittene Forderungen als erste Stufe des Maßnahmenprogramms vor (ABl. C 12 vom 15. Januar 2001, S. 7), was mit Erlass der Verordnung durch das Europäische Parlament und den Rat am 21. April 2004 umgesetzt wurde.
35 Unter Art. 267 Abs. 1 lit. b AEUV fallen alle Handlungen der Organe der Union, also auch das gesamte sekundäre Unionsrecht einschließlich der Verordnungen (vgl. Streinz/Ehricke, EUV/AEUV, 2. Aufl., Art. 267 AEUV Rn. 19). Die Vorlagepflicht entfällt, wenn die richtige Anwendung des Unionsrechts derart offenkundig ist, dass keinerlei Raum für einen vernünftigen Zweifel an der Entscheidung der gestellten Frage bleibt (acte claire - Doktrin; grundlegend EuGH C.I.L.F.I.T., Slg. 1982, 3415, 3430; BGH, Urteil vom 4. März 2013 - NotZ (Brfg) 9/12, BGHZ 196, 271, 283). Davon darf das innerstaatliche Gericht ausgehen, wenn es überzeugt ist, dass auch für die Gerichte der übrigen Mitgliedstaaten und den Gerichtshof die gleiche Gewissheit bestünde (EuGH, aaO, 3430; BGH, Urteil vom 4. März 2013 - NotZ (Brfg) 9/12, aaO, S. 283).
FG Köln 30.9.2015 - 14 K 2097/13
BB 2014 S. 1345 Nr. 23
NJW 2014 S. 2363 Nr. 32
RIW 2014 S. 532 Nr. 8
WM 2014 S. 1045 Nr. 22
ZIP 2014 S. 1649 Nr. 34
ZIP 2014 S. 43 Nr. 22
[WAAAE-65428]
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