Source: http://www.medienrechtsberater-berlin.de/deutsch/abc---schlagworte/l/links.html
Timestamp: 2018-01-24 05:26:12
Document Index: 86573077

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§ 17', '§ 19', 'BGH', '§ 16', '§ 19']

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Das Setzen von Hyperlinks ist grundsätzlich zulässig und verletzt keine Urheberrechte.
Hyperlinks sind Bindeglieder von verschiedenen Inhalten und stellen Verknüpfungen zu anderen Stellen im Text oder anderen Webseiten her. Durch das Anklickend des Hyperlinks wird eine andere Stelle im Text oder auch eine andere Webseite aufgerufen. Ein Hyperlink, der nicht nur auf die Eingangsseite einer anderen Webseite, sondern auf eine Unterseite verweist, wird als Deep-Link bezeichnet.
Das Setzen von Hyperlinks ist im Grundsatz weder ein Eingriff in das Vervielfältigungsrecht, § 16 UrhG, noch in das Verbreitungsrecht, § 17 UrhG. Durch das Verlinken wird keine Kopie, mithin kein Vervielfältigungsstück angefertigt, sondern lediglich ein vereinfachter Zugang auf andere Inhalte hergestellt.
Durch Hyperlinks wird grundsätzlich auch nicht das Recht des Urhebers auf öffentliche Zugänglichmachung, § 19a UrhG, verletzt. Wer einen Hyperlink auf eine vom Berechtigten öffentlich zugänglich gemachte Webseite mit einem urheberrechtlich geschützten Werk setzt, begeht damit keine urheberrechtliche Nutzungshandlung, sondern verweist lediglich auf das Werk in einer Weise, die Nutzern den bereits eröffneten Zugang erleichtert. Er hält weder das geschützte Werk selbst öffentlich zum Abruf bereit, noch übermittelt er dieses selbst auf Abruf an Dritte. Nicht er, sondern derjenige, der das Werk in das Internet gestellt hat, entscheidet darüber, ob das Werk der Öffentlichkeit zugänglich bleibt, BGH, Urt. vom 17.07.2003 - I ZR 259/00 (Paperboy), ZUM 2003,855ff, 859.
Die Verletzung von Urheberrechten durch das Setzen von Hyperlinks und Deep-Links ist abweichend von den oben dargestellten Grundsätzen dann denkbar, wenn eine vom Berechtigten eingerichtete Schutzmaßnahme umgangen wird, beispielsweise wenn der Berechtigte seine Startseite mit einem ID-Zugang schützt oder sich rechtswidrige Inhalte in Kenntnis der Rechtswidrigkeit zu Eigen macht.
Von den Hyperlinks zu unterschieden sind Inline-Links und das Framing. Durch Inline-Links und Framing ist grundsätzlich einer Urheberrechtsverletzung denkbar, da ein fremder Inhalt unmittelbar in eine Webseite eingebunden wird. Damit wird insbesondere in das Vervielfältigungsrecht, § 16 UrhG, und das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung, § 19a UrhG, eingegriffen.
Mittels Inline-Links werden Inhalte – auch eigene Inhalte – von einem anderen Server abgerufen und als Bestandteil der verlinkten Seite dargestellt. Hat der Berechtigte Fotos, Videodateien auf einem anderen Server in einer sogenannten „cloud“ gespeichert, so kann er mittels eines Inline-Links diese Inhalte auf seiner eigenen Webseite als eigenen Inhalt platzieren.
Auch beim „Framing“ werden Inhalte einer „cloud“ oder einer anderen Webseite in eine andere Webseite eingebettet. Technisch betrachtet wird beim Aufruf der Webseite auch der Inhalt der anderen Webseite oder der cloud auf die Webseite mit hoch geladen. Für den Nutzer ist es nicht offensichtlich erkennbar, dass Inhalte von anderer Stelle eingebettet werden.