Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/einkommensteuer/einkommensteuer-privat/fahrtkosten-verpflegungsmehraufwendungen-polizeibeamten-3120201
Timestamp: 2020-02-22 06:37:10
Document Index: 389901246

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 4', '§ 118', '§ 9']

Fahrt­kos­ten und Ver­pfle­gungs­mehr­auf­wen­dun­gen eines Poli­zei­be­am­ten | Rechtslupe ")}}return a.proceed()});scriptParent=document.getElementsByTagName("script")[0].parentNode;if(scriptParent.tagName.toLowerCase!=="head"){head=document.getElementsByTagName("head")[0];aop_around(head,"insertBefore");aop_around(head,"appendChild")}aop_around(scriptParent,"insertBefore");aop_around(scriptParent,"appendChild");var a2a_config=a2a_config||{};a2a_config.no_3p=1;var addthis_config={data_use_cookies:false};var _gaq=_gaq||[];_gaq.push(["_gat._anonymizeIp"])}
Allein der Umstand, dass ein Arbeit­neh­mer eine betrieb­li­che Ein­rich­tung sei­nes Arbeit­ge­bers nach­hal­tig (arbeits­täg­lich) auf­sucht, kann dort kei­ne regel­mä­ßi­ge Arbeits­stät­te begrün­den. Der Ein­wand, auch in sol­chen Fäl­len sei es dem Arbeit­neh­mer mög­lich, sich auf die Wege­kos­ten ein­zu­stel­len und auf deren Min­de­rung hin­zu­wir­ken, selbst wenn er dort ein Fahr­zeug über­nimmt und auf die­sem aus­wärts tätig wird, trifft zwar in der Sache zu, ver­mag die­se Fäl­le aber nicht aus dem Regel­ty­pus einer "Aus­wärts­tä­tig­keit" (Leis­tungs­ort außer­halb des Betriebs oder der Betriebs­stät­te des Arbeit­ge­bers) her­aus­zu­lö­sen. Im Übri­gen weist der Bun­des­fi­nanz­hof noch­mals dar­auf hin, dass die Vor­her­seh­bar­keit wech­seln­der Tätig­keits­stät­ten und die "Mög­lich­keit", Wege­kos­ten zu min­dern, nicht Tat­be­stands­merk­ma­le der in § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG gere­gel­ten Ent­fer­nungs­pau­scha­le sind. Der Umstand, dass sich der Arbeit­neh­mer in unter­schied­li­cher Wei­se auf die immer glei­chen Wege ein­stel­len und so auf eine Min­de­rung der Wege­kos­ten etwa durch die Bil­dung von Fahr­ge­mein­schaf­ten, die Nut­zung öffent­li­cher Ver­kehrs­mit­tel und gege­be­nen­falls sogar durch eine ent­spre­chen­de Wohn­sitz­nah­me hin­wir­ken kann, beschreibt ledig­lich gene­ra­li­sie­rend und typi­sie­rend den Regel­fall, nach dem sich die Rege­lung des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG als sach­ge­rech­te und fol­ge­rich­ti­ge Aus­nah­me vom objek­ti­ven Net­to­prin­zip erweist 3. Indi­vi­du­el­le Zufäl­lig­kei­ten und Beson­der­hei­ten in der tat­säch­li­chen Aus­ge­stal­tung eines Arbeits­ver­hält­nis­ses blei­ben hier­bei unbe­rück­sich­tigt 4.
Nach die­sen Grund­sät­zen ist bei der Poli­zis­tin von einer Aus­wärts­tä­tig­keit aus­zu­ge­hen, die zum Wer­bungs­kos­ten­ab­zug von Wege­kos­ten nach § 9 Abs. 1 Satz 1 EStG in tat­säch­li­cher Höhe und nach § 9 Abs. 5 EStG i.V.m. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 Satz 3 EStG von Mehr­auf­wen­dun­gen für die Ver­pfle­gung berech­tigt. Denn sie war nach den bin­den­den Fest­stel­lun­gen des Finanz­ge­richt (§ 118 Abs. 2 FGO) im Ein­satz- und Strei­fen­dienst und damit schwer­punkt­mä­ßig über­wie­gend außer­halb der Poli­zei­dienst­stel­le im Außen­dienst tätig 5. Die Aus­wärts­tä­tig­keit der Poli­zis­tin bil­de­te ent­ge­gen der recht­li­chen Wür­di­gung des Finanz­ge­richt auch den qua­li­ta­ti­ven Schwer­punkt ihrer beruf­li­chen Tätig­keit als Poli­zis­tin im Strei­fen­dienst.
vgl. zuletzt BFH, Urteil vom 26.02.2014 – VI R 68/​12, BFH/​NV 2014, 1029, m.w.N.; Schmidt/​Loschelder, EStG, 35. Aufl., § 9 Rz 186, m.w.N.[↩]
vgl. BFH, Urtei­le vom 06.11.2014 – VI R 21/​14, BFHE 247, 427, BSt­Bl II 2015, 338; und vom 15.05.2013 – VI R 18/​12, BFHE 241, 374, BSt­Bl II 2013, 838, m.w.N.[↩]
BFH, Beschluss vom 09.11.2015 – VI R 8/​15, BFH/​NV 2016, 196[↩]