Source: http://www.etc-lowtax.net/ueberlegungen_offshore.htm
Timestamp: 2017-06-27 15:43:51
Document Index: 344726584

Matched Legal Cases: ['§42', '§8', '§ 4', '§ 9', '§ 50', '§ 44', '§ 32', '§ 3', '§ 8', '§8', 'EuG']

Offshore Firma gründen:
Grundsätzliche Überlegungen bei der Gründung von Gesellschaften in „Nullsteueroasen“ Den Inhalt dieser Webseite können Sie hier als Pdf-Datei downloaden
Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Drittstaaten (teilweise EWR) über den Informationsaustausch in Steuerangelegenheiten Gründung von Gesellschaften in Nullsteueroasen/Nicht- DBA-Sachverhalt für Mandanten außerhalb Deutschlands
Mandanten aus der Schweiz -
Mandanten aus Österreich Mandanten aus anderen Ländern
Offshore Firma gründen: Fallen bei der Gründung von Gesellschaften in sogenannten Nullsteueroasen Für die meisten unserer Mandanten kommt eine Firmengründung in bekannten Nullsteueroasen (z.B. Belize, BVI, Cayman Island, Panama) NICHT in Frage und der Mandant sollte legale Alternativen prüfen. Problemstellungen bei Firmengründungen in typischen Nullsteueroasen sind: Schnelle Annahme des Gestaltungsmissbrauchs, rechtswidrige Zwischengesellschaft, steuerlicher Durchgriff (z.B. §42 AO), Tatbestand der Steuerhinterziehung Negativwirkungen nationaler Regelungen zur Hinzurechnungsbesteuerung, in Deutschland §8 AStG (Außensteuergesetz) Negativwirkungen nationaler Gesetze im Kontext „nicht kooperativer Staaten“, in Deutschland die Steuerhinterziehungsbekämpfungsverordnung, mithin: Versagung: des Abzugs von Betriebsausgaben und Werbungskosten (§ 4 Abs. 4 EStG und § 9 EStG), der (völligen oder teilweisen) Entlastung vom Quellensteuerabzug (§ 50d Abs. 1 und 2 EStG und § 44a Abs. 9 EStG),
des gesonderten Steuertarifs für Einkünfte aus Kapitalvermögen (unter anderem § 32d EStG), des sogenannten Teileinkünfteverfahrens (§ 3 Nr. 40 Satz 1 und 2 EStG) oder der Steuerbefreiungen nach § 8b Abs. 1 und Abs. 2 KStG sowie nach vergleichbaren Vorschriften in Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung. Die meisten anderen Staaten haben ähnliche oder analoge Gesetze /Regelungen. Das Vorliegen einer Betriebsstätte im In-und Ausland definiert sich nicht über Artikel 5 Doppelbesteuerungsabkommen sondern über innerstaatliches Recht, da i.d.R. kein Doppelbesteuerungsabkommen anwendbar. Dieses bedeutet u.a., dass ein Warenlager oder eine Repräsentanz außerhalb des Sitzstaates der Steueroasengesellschaft eine Betriebsstätte auslöst
Die „Geheimhaltung“ einer solchen Gestaltung ist heutzutage kaum mehr möglich, vgl. z.B. OECD Abkommen gegen Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Terrorismus, Abkommen über den gegenseitigen Informationsaustausch in Steuerangelegenheiten mit den meisten Steueroasenländern und/oder das neue CRS (automatischer Informationsaustausch hinsichtlich Kontenguthaben bei passiven Gesellschaften ab 2016 zwischen derzeit 120 Ländern).
„Geldzuflüsse“ aus der Steueroasen-Gesellschaft an den wirtschaftlich Berechtigten oder umgekehrt bleiben nicht mehr geheim (z.B. Meldepflichten der Banken, CRS, Zahlungseingänge der Konten, Betriebsprüfung, Einkommenssteuererklärung usw..) „Umkehr der Beweislast“: Der mutmaßlich Steuerflüchtige muss den Nachweis erbringen, dass es sich im Steueroasenland nicht um eine rechtswidrige Zwischengesellschaft handelt. Kann dieser Nachweis nicht erbracht werden, so erfolgt die Ignorierung der ausländischen Betriebsstätte (steuerlicher Durchgriff) Außerhalb des jeweiligen Steueroasenlandes eröffnen Banken kein Konto für derartige Gesellschaften mehr (Vereinbarungen im Kontext der „nicht-kooperativen Staaten“) Eine „Legalisierung“ einer Firmengründung in einer Nullsteueroase ist nur möglich, sofern: Der „Ort der geschäftlichen Oberleitung“ nachweisbar im Sitzstaat belegen ist: Kein Nominee- oder Treuhand-Direktor, sondern im Sitzstaat lokal ansässige natürliche Person, die erkennbar die Geschicke der Gesellschaft lenkt, mit „vergleichbarem“ Gehalt, Angestelltenvertrag zur Gesellschaft. Die meisten Gründungsagenturen im Internet stellen einen Nominee-Direktor, welcher erkennbar NICHT die Geschicke der Gesellschaft lenkt, keine Verträge zeichnet, bei tausenden von Gesellschaften als Direktor fungiert und das Honorar lächerlich gering ist, so dass man schon auf der Grundlage des Honorars auf eine Treuhand schliessen kann.
Im Sitzstaat ein in kaufmännischer Weise eingerichteter Geschäftsbetrieb installiert wird, also angemietete Büros (Mietvertrag!) und ggf. Angestellte. Fremdvergleichsgrundsätze sind zu beachten. Der Nachweis erbracht wird, dass die geschäftlichen Tätigkeiten im Sitzstaat realisiert werden Aber selbst wenn eine Gestaltung entsprechend umgesetzt werden kann, verbleiben die Negativwirkungen nationaler Regelungen zur Hinzurechnungsbesteuerung (in Deutschland §8 AStG), sofern nur passive Tätigkeiten. Von obigen Betrachtungsweisen kann abgewichen werden, wenn im Sitzstaat (also z.B. auf den Seychellen, Cayman Islands usw.) eine Produktionsstätte, eine Stätte zur Ausbeutung von Bodenschätzen, ein land-oder forstwirtschaftlicher Betrieb oder eine Bauausführung länger als 12 Monate Dauer existiert, dann immer Betriebsstätte im Sitzstaat. Gleiches, sofern der Mandant seinen Lebensmittelpunkt und Wohnsitz in das Steueroasenland verlagert und selbst als Direktor der Gesellschaft auftritt. Legale Alternativen zur Firmengründung in Steueroasen-Länder 1. Firmengründung in der EU durch EU -Ansässige Stichworte sind:
Positivwirkung der EU-Niederlassungsfreiheit, EU-Rechtschutz, EU-Mutter-Tochter-Richtlinie, keine Negativwirkungen nationaler Regelungen zur Hinzurechnungsbesteuerung. Die EU-Niederlassungsfreiheit erlaubt sogar die gezielte Ausnutzung des Steuergefälles durch Gründung von EU-Auslandsgesellschaften (EuGH-Entscheidung Cadburry Schweppes). 2. Firmengründung mit Anwendung eines Doppelbesteuerungsabkommens, nicht EU.
Zwar keine Positivwirkung der EU Niederlassungsfreiheit /EU Rechtschutz usw.., aber eine legale Ausgestaltung ist möglich und erfordert weniger „Aufwand“. Beispiel-Länder: Schweiz, Singapur, USA, VAE/Dubai.