Source: http://doczz.net/doc/5733111/deutsches-namensrecht-kommentar
Timestamp: 2020-01-19 17:18:59
Document Index: 64055444

Matched Legal Cases: ['§\u20091616', '§\u20091616', '§\u20091617', '§\u20091617', '§\u20091617', '§\u20091617', '§\u20091618', '§\u20091757', '§\u20091765', '§\u20091355', '§\u20091355', '§\u20091355', '§\u20091355', '§\u20091355', '§\u20091355', '§\u20091355', 'Art. 117', 'Art. 3', '§\u20091355', '§\u20091355', '§\u20091355', '§\u20091355', '§\u20091355', '§\u200913', '§\u20091355', 'Art. 2', 'Art. 6', 'Art. 3', '§\u20091355', 'Art. 229', '§\u200911', '§\u2009370', 'Art. 4', 'Art. 10']

Henrich/Wagenitz/Bornhofen: Deutsches Namensrecht, 4. Lieferung 2007 · © Verlag für Standesamtswesen GmbH Frankfurt am Main Berlin · ISBN 978-3-8019-3506-1
Professor Dr. Dr. h.c. Dieter Henrich
Professor Dr. Thomas Wagenitz
Regierungsdirektor Heinrich Bornhofen
Stand: 4. Lieferung der Neubearbeitung (Februar 2007)
Verlag für Stande#amt#wesen
Frankfurt am Main · Berlin
© Verlag für Standesamtswesen GmbH
Frankfurt am Main · Berlin 2007
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Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, .
Mikroverﬁlmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung .
ISBN 978-3-8019-3506-1
Grundwerk ISBN 1618-3444
Vorwort zur 4. Lieferung der Neubearbeitung
Vorwort zur 1. Lieferung der Neubearbeitung
1. Die Verfassung des Deutschen Reichs vom 11. August 1919 2. Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland vom
23. Mai 1949 3. Bürgerliches Gesetzbuch vom 18. August 1896 4. Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuche in der
Fassung vom 21. September 1994 5. Gesetz über die Angelegenheiten der Vertriebenen und
Flüchtlinge (Bundesvertriebenengesetz – BVFG) in der
Fassung vom 2. Juni 1993 6. Gesetz über die Änderung von Familiennamen und
Vornamen vom 5. Januar 1938 7. Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über .
die Änderung von Familiennamen und Vornamen vom
8. Zweite Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über .
17. August 1938 9. Dritte Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über
24. Dezember 1940 10. Dritte Verordnung zum Gesetz über die Änderung von
Familiennamen und Vornamen (Löschung und Änderung von
jüdischen Zwangsnamen) vom 29. Januar 1948 11. Verordnung über Vornamen und die Berichtigung von
Eintragungen in den Personenstandsbüchern vom .
16. Februar 1948 12. Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Gesetz über die
Änderung von ­Familiennamen und Vornamen (NamÄndVwV)
vom 11. August 1980 1–152
Henrich/Wagenitz/Bornhofen
13. Personenstandsgesetz in der Fassung vom 8. August 1957 14. Verordnung zur Ausführung des Personenstandsgesetzes in
der Fassung vom 25. Februar 1977 15. Gesetz über die Eingetragene Lebenspartnerschaft –
(Lebenspartnerschaftsgesetz – LPartG) vom 16. Februar 2001 16. Gesetz über die Änderung der Vornamen und die Feststellung
der Geschlechtszugehörigkeit in besonderen Fällen
(Transsexuellengesetz–TSG) vom 10. September 1980 17. Gesetz über die Konsularbeamten, ihre Aufgaben und
Befugnisse (Konsulargesetz) vom 11. September 1974 18. Ausführungsvorschriften zu den personenstandsrechtlichen
Bestimmungen des Gesetzes vom 11. September 1974 über
die Konsularbeamten, ihre Aufgaben und Befugnisse in der
Fassung vom 4. Dezember 1998 19. Gesetz zu den Übereinkommen vom ... und 4. September
1958 über das ­Personenstands- und Namensrecht
(Übereinkommen über die Änderung von Namen und
Vornamen) vom 1. August 1961 20.Gesetz zu dem Übereinkommen vom 13. September 1973
über die ­Angabe von Familiennamen und Vornamen in den
Personenstandsbüchern vom 30. August 1976 21. Gesetz zu dem Rahmenübereinkommen des Europarats vom
1. Februar 1995 zum Schutz nationaler Minderheiten vom
22. Juli 1997 Kommentar
A. Bürgerliches Gesetzbuch
I. Der Familienname des Kindes
Vor §§ 1616 ff. BGB Normengeschichte. Beurkundung des Geburtsnamens
§ 1616 BGB Geburtsname bei Eltern mit Ehenamen
§ 1617 BGB Geburtsname bei Eltern ohne Ehenamen und gemeinsamer Sorge
§ 1617a BGB Geburtsname bei Eltern ohne Ehenamen und Alleinsorge
§ 1617b BGB Name bei nachträglicher gemeinsamer Sorge oder
§ 1617c BGB Name bei Namensänderung der Eltern
§ 1618 BGB Einbenennung
§ 1757 BGB Name des Kindes
§ 1765 BGB Name des Kindes nach der Aufhebung
II. Die Namensführung in der Ehe
Vor § 1355 BGB Normengeschichte. Beurkundung des Ehenamens
§ 1355 BGB Ehename
III.Der Vorname
2. Die Voraussetzungen des Erwerbs
3. Das Recht der Vornamengebung
4. Die Vornamenswahl
5. Die Vornamensänderung
B. Der Name im öffentlichen Recht
C/143–412
I. Änderung des Familiennamens
II. Änderung des Ehenamens
III.Änderung des Vornamens
V. Feststellung eines zweifelhaften Familiennamens
C. Der Name im Internationalen Privatrecht
1. Die Entwicklung des Internationalen Namensrechts
3. Grundbegriffe des internationalen Namensrechts: Anknüpfung,
Qualifikation, Vorfragen
4. Anknüpfung kraft Gesetzes und Rechtswahl, Rückverweisung
5. Statutenwechsel
Dieser Abschnitt hat den Stand 1983–1989 und ist teilweise überholt. Wegen der zu
erwartenden Überarbeitung der NamÄndVwV wurde die Aktualisierung zunächst
zurückgestellt. Der Gliederungspunkt IV, der für die Namensänderung nach dem TSG
vorgesehen war, ist nicht belegt.
II. Der Name des Kindes
1. Grundsatz: Es gilt das Heimratrecht (Personalstatut)
2. Rück- und Weiterverweisung
4. Familienrechtliche Vorfragen
5. Spätere Namensänderungen durch familienrechtliche Vorgänge
6. Intertemporales Recht
III.Der Ehegattenname
1. Grundsatz: Es gilt das Heimatrecht (Personalstatut)
3. Materiell übereinstimmende und kollidierende Namensstatute
5. Namensführung nach Scheidung der Ehe
IV. Vorname und Zwischenname
2. Zwischenname
V. Angleichungsprobleme bei fremdartigen Namensführungen
1. Eintragungen in das Geburtenbuch bei ausländischem
Namensstatut des Kindes und seiner Eltern
2. Fremdartige Namensführung bei deutschem Namensstatut,
2. Geschichtliche Entwicklung des öffentlichen .
Kommentar Deutsches Namensrecht
1. Rechtsgrundlagen für die Änderung und Feststellung .
von Familiennamen und die Änderung von Vornamen
2. Begriff des Familiennamens
3. Wesen der Namensänderung; Wahl eines neuen .
5. Wichtiger Grund
6. Antragsberechtigter Personenkreis
8. Wirkungen der Namensänderung
9. Rücknahme einer Entscheidung
C/151–272
1. Begriff des Ehenamens
2. Wesen der Ehenamensänderung; Wahl eines neuen .
4. Wichtiger Grund
5. Antragsberechtigter Personenkreis
7. Wirkungen der Änderung des Ehenamens
C/273–292
1. Wesen der Vornamensänderung; Wahl eines neuen .
oder weiteren Vornamens
4. Antragsberechtigter Personenkreis
C/293–400
IV. Änderung des Vornamens nach dem Transsexuellengesetz
2. Wesen der Namensfeststellung
3. Zweifelhaftigkeit des Familiennamens
5. Namensfeststellung oder Namensänderung
6. Wirkung (Rückwirkung) der Namensfeststellung
7. Rechtsprechungsübersicht
C/401–412
4. Anknüpfung kraft Gesetzes und Rechtswahl
Vor § 1355 BGB
Übersicht (die Zahlen bedeuten Randnummern)
I. Zur jüngeren Normengeschichte
1. Die Entwicklung bis zum FamNamRG 1 ﬀ.
2.Die Neuregelung durch das FamNamRG 6 ﬀ.
3.Änderungen durch spätere Novellen (Kindschaftsrechtsreformgesetz;.
Gesetz zur Änderung des Ehe- und Lebenspartnerschaftsnamensrechts) 9 ﬀ.
II. Zur Beurkundung der Namensführung in der Ehe in den.
Personenstandsbüchern 12 ﬀ.
1. Beibehaltung der vor der Eheschließung geführten Namen 18
a) Beurkundung im Heiratsbuch 19
b)Beurkundung im Familienbuch 20
2.Bestimmung des Ehenamens bei der Eheschließung 21 f.
a) Beurkundung im Heiratsbuch 23
b)Beurkundung im Familienbuch 24
c) Auswirkungen auf die Namensführung der Kinder 25
aa) Gemeinsame Kinder 26 ﬀ.
bb) Kinder mit Dritten 32 f.
3.Bestimmung des Ehenamens nach der Eheschließung 34 ﬀ.
a) Beurkundung im Familienbuch 37 f.
b)Beurkundung im Heiratsbuch 39 f.
4.Bestimmung und Widerruf eines Begleitnamens 41
a) Bestimmung bei oder nach der Wahl eines Ehenamens 42 ﬀ.
b)Widerruf 45 f.
c) Auswirkungen auf die Namensführung von Kindern 47 ﬀ.
5.Wiederannahme des vor der Bestimmung des Ehenamens geführten Namens 55 f.
a) Beurkundung im Familienbuch 57 f.
b)Auswirkungen auf die Namensführung von Kindern 59 f.
6.Änderung des Ehenamens 61 ﬀ.
a) Beurkundung im Familienbuch 65 f.
b)Auswirkungen auf die Namensführung von Kindern 67 f.
zur 4. Lieferung der Neubearbeitung
Mit der vorliegenden 4. Lieferung ist die Überarbeitung der Kommentierung
der bürgerlich-rechtlichen Vorschriften des Werks abgeschlossen.
Die Lieferung enthält die Neufassung der Kommentierung des Teils.
A. II. »Die Namensführung in der Ehe«. Diese war durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 18. 2. 2004 zur Wahlmöglichkeit eines Ehenamens aus einer früheren Ehe zum Ehenamen einer weiteren Ehe und die
darauf erfolgte Novellierung des § 1355 BGB durch das Gesetz zur Änderung
des Ehe- und Lebenspartnerschaftsnamensrechts vom 6. 2. 2005 (BGBl. I
S. 203) erforderlich geworden.
Die von der Lieferung ebenfalls umfasste Neufassung der Kommentierung
des Teils A. III. »Der Vorname« behandelt das Recht der Vornamengebung
unter Einbeziehung der neueren Rechtsprechung in geänderter Systematik
und kritischer Betrachtung der Fortentwicklung auch unter internationalen
Schließlich ist die Gelegenheit genutzt worden, die abgedruckten Gesetzestexte zu aktualisieren und das Werk insgesamt redaktionell zu bearbeiten
und übersichtlicher zu gestalten. Dabei wurden die Abschnitte »Einführung«
und »Das Namensrecht in der früheren DDR« herausgenommen.
Regensburg, Karlsruhe, Berlin im März 2007
Kommentar Die Namensführung in der Ehe
Wagenitz/Bornhofen
1. Die Entwicklung bis zum FamNamRG
Nach der patriarchalisch geprägten Urfassung des BGB war es eine »natürliche Folge der Innigkeit der ehelichen Gemeinschaft«, dass Ehegatten einen
auf die Kinder zu tradierenden Ehenamen führen und der Mannesname als
Ehename festgeschrieben wird: »Die Frau erhält den Familiennamen des
Mannes« – diese knappe Formel des § 1355 a. F. sollte noch viele Jahrzehnte
Erste Risse erhielt dieses schlichte Fundament der ehelichen Namens2
führung mit der Änderung des § 1355 durch das Gleichberechtigungsgesetz. Auch künftig war, wie es nunmehr hieß, »der Ehe- und Familienname ... der
Name des Mannes«. Der Frau wurde jedoch das Recht zugesprochen, dem
mit der Eheschließung erworbenen Mannesnamen ihren Mädchennamen
Als Folge der fortschreitenden Veränderung der Rolle der Frau in Familie
und Gesellschaft wurde – rund zwanzig Jahre später – die Regelung der ehelichen Namensführung erneut auf den Prüfstand der Gleichberechtigung gestellt. Das 1. Eherechtsreformgesetz eröffnete den Ehegatten die Möglichkeit,
zwischen dem Geburtsnamen des Mannes und dem der Frau als Ehenamen
zu wählen. Für den Fall der Nichteinigung wurde kein rechtliches Ehehindernis statuiert. Vielmehr wurde, wenn die Ehegatten keine einvernehmliche
Bestimmung des Ehenamens trafen, der Mannesname zum Ehenamen.
Für die bei seinem Inkrafttreten bereits geschlossenen Ehen sah das Ge4
setz keine Altfallregelung mit der Möglichkeit der Option zugunsten des
Namens der Frau vor. In diesen Ehen sollte keine namensrechtliche Unruhe
gestiftet werden; auch sollte die Namenseinheit mit älteren Kindern gewahrt
und deshalb ein Namenswechsel der Eltern vermieden werden. Das Bundesverfassungsgericht verschloss sich solcher Fürsorge: Der frühere § 1355 Abs. 1,
so befand es mit Beschluss vom 31. 5. 1978, sei auf Grund von Art. 117 Abs. 1
GG seit dem 1. 4. 1953 verfassungswidrig; seine nachträglichen Auswirkungen seien deshalb – etwa durch eine Übergangsregelung für Altehen – zu
beseitigen. Der Gesetzgeber kam dieser Aufforderung mit dem Ehenamensänderungsgesetz nach: Ehegatten, die vor dem 1. 7. 1976 die Ehe geschlossen
und deshalb kraft Gesetzes den Mannesnamen erworben hatten, konnten
Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf dem Gebiet des Bürgerlichen Rechts (Gleichberechtigungsgesetz – GleichberG) vom 18. 6. 1957 (BGBl. I S. 609).
Erstes Gesetz zur Reform des Ehe- und Familienrechts (1. EheRG) vom 14. 6. 1976 .
(BGBl. I S. 1421).
BVerfGE 48, 327 = StAZ 1978, 263 = FamRZ 1978, 667.
Übergangsregelung zu Art. 3 Abs. 2 GG.
Gesetz über die Änderung des Ehenamens (Ehenamensänderungsgesetz – EheNÄndG)
vom 27. 3. 1979 (BGBl. I S. 401).
binnen eines Jahres erklären, nunmehr den Geburtsnamen der Frau als Ehenamen führen zu wollen. Zwingende Voraussetzung war das Bestehen der
Ehe; sie durfte also nicht etwa durch Tod, Scheidung oder Aufhebung aufgelöst oder für nichtig erklärt worden sein. Die Namensänderung erstreckte
sich auf Abkömmlinge; hatten diese das 14. Lebensjahr vollendet, setzte die
Erstreckung allerdings voraus, dass sie sich der Namensänderung binnen
Jahresfrist – gerechnet vom Tag der Ehenamensänderung – anschlossen.
Die Schwachstelle des mit dem 1. Eherechtsreformgesetz geschaffenen 5
Rechts – die subsidiäre Geltung des Mannesnamens als Ehename – hielt
erstaunlich lange: Das Bundesverfassungsgericht hatte erst 1991 über eben
diese Regelung zu befinden. War in einer früheren Entscheidung, bei der es
noch um die Verfassungsmäßigkeit des Ehenamens im Allgemeinen ging,
der subsidiäre Vorrang des Mannesnamens bereits in Frage gestellt worden,
so ließ das Bundesverfassungsgericht in seiner Entscheidung vom 5. 3. 1991
keinen Zweifel mehr an der Verfassungswidrigkeit der Regelung: Mit dem
Grundsatz der Gleichberechtigung sei es nicht vereinbar, dass der Mannesname von Gesetzes wegen Ehename werde, wenn die Ehegatten keinen Ehenamen bestimmten. Das Bundesverfassungsgericht statuierte zugleich eine
Verpflichtung des Gesetzgebers zur Regelung der »Altfälle«, um Ehefrauen,
denen nach der verfassungswidrigen Norm der Mannesname als Ehename
oktroyiert worden war, eine erneute Namenswahl nach verfassungskonformen Regeln zu eröffnen. Außerdem erließ das Gericht eine Auffangregelung
für Eheschließungen bis zum Inkrafttreten der gesetzgeberischen Nachbesserung: Ehegatten künftiger Ehen, die sich nicht auf einen Ehenamen
einigen konnten, durften ihre zur Zeit der Eheschließung geführten Namen
2. Die Neuregelung durch das Familiennamensrechtsgesetz
Der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts waren von Seiten der Par- 6
teien im Deutschen Bundestag und der Länder Überlegungen und Gesetzentwürfe vorausgegangen, die – teils in geänderter Fassung – eine Neuauflage
Die Bundesregierung legte im August 1992 einen Gesetzentwurf vor, der 7
nicht nur die vom Bundesverfassungsgericht aufgezeigte verfassungswidrige
Regelung ändern, sondern gleich weitere verfassungsrechtlich angreifbare
Schwachstellen reparieren wollte10. So sollten z. B. die namensrechtlichen
Beschluss vom 8. 3. 1988, StAZ 1988, 164.
BVerfGE 84,9 = StAZ 1991, 89.
Zu den Einzelheiten vgl. § 1355 Rn. 1, 16 ﬀ.
Zu den Entwürfen im Einzelnen vgl. Wagenitz/Bornhofen, FamNamRG, Teil B
Einführung Rn. 12 ﬀ.
10 Zum Inhalt des Entwurfs eines Gesetzes zur Neuordnung eines Familiennamensrechts (BT-Drs. 12/3163) und seiner Vorbereitung vgl. Wagenitz/Bornhofen, FamNamRG,
Teil B Einführung Rn. 13 ﬀ.; Entwurf abgedruckt a. a. O. Teil C Anhang II Nr. 1.
Wahlmöglichkeiten um geführte Namen aus Vorehen aufgestockt werden
– ein zusätzliches Wahlrecht, dessen rechtspolitische Durchsetzung freilich
noch zehn Jahre benötigte und einer weiteren verfassungsgerichtlichen Entscheidung bedurfte (vgl. unten Rn. 10). Auch die Bildung eines Ehe-Doppelnamens, dessen bis heute geltende Versagung verfassungsrechtliche Fragen
aufwirft11, sah der Gesetzentwurf vor12.
Schließlich waren es eine ganze Reihe von Gründen und Einflüssen, die
zu einer rigiden Beschneidung der im Regierungsentwurf enthaltenen Bandbreite von Gestaltungsmöglichkeiten führte: So schreckte die Vorstellung,
dass ein »erheirateter« Name in eine weitere Ehe tradiert werden könnte,
manchen ebenso ab wie die große Zahl der Doppelnamen-Kombinationen
oder gar die Vision, die Deutschen würden zu einem Volk von Doppelnamenträgern werden13. Was blieb, war eine Sollvorschrift zur Bildung eines
Ehenamens, zu dessen Bestimmung nur die Wahl zwischen den Geburtsnamen der Eheschließenden eingeräumt wurde14. Bei Nichteinigung sollte
es in der Ehe bei den zur Zeit der Eheschließung geführten Namen verbleiben, also für jeden Eheschließenden bei seinem Geburtsnamen oder dem
Namen aus einer Vorehe. Das Namenproblem bei Nichteinigung war damit
zunächst – freilich um den Preis der Namenseinheit der Ehegatten und nur
vordergründig – beseitigt; denn es stellte sich zwangsläufig bei der Geburt
eines gemeinsamen Kindes – und hier mit aller Schärfe – aufs Neue. In der
Hoffnung, dass der Druck zur Bestimmung eines Kindesnamens einerseits
und der dann vielleicht aufkeimende Wunsch namensmäßiger Einheit in der
Familie andererseits zu einem späteren Zeitpunkt in einem Ehenamenskonsens münden könnten, veranlassten den Gesetzgeber, Bedenkzeit zu gewähren. Ehegatten, die sich bei der Eheschließung nicht auf einen Ehenamen
einigen konnten oder wollten, sollte die nachträgliche Bestimmung eines
Ehenamens ermöglicht werden. § 1355 Abs. 3 a. F. setzte ihnen hierfür eine
Frist von fünf Jahren ab der Eheschließung; für Ehegatten, die im Ausland
geheiratet hatten oder eingebürgert worden waren, endete die Frist frühestens mit Ablauf eines Jahres nach Rückkehr in das Inland oder ein Jahr nach
Einbürgerung15.
11 Wagenitz/Bornhofen, FamRZ 2005, 1425, 1430; Bornhofen StAZ 1994, 141, 2005, 226.
12 Staudinger/Hübner/Voppel § 1355 Rn. 32; Soergel/Hohloch Erg.-Bd. § 1355 Rn. 11; Erman/
Heckelmann Rn. 8; MünchKomm./Wacke § 1355 Rn. 13.
13 Zur Zahl der Kombinationsmöglichkeiten vgl. Schwab, FamRZ 1992, 1015; zum
»Kombinationsspiel für Heiratswillige« vgl. Eylmann, »Die Zeit« vom 25. 2. 1993; zu den
Motiven im Einzelnen vgl. Bornhofen, StAZ 1994, 141.
14 Unter dem viel versprechenden Namen des Entwurfs »Gesetz zur Neuordnung des
Familiennamensrechts (Familiennamensrechtsgesetz – FamNamRG)« wurde das am
16. 12. 1993 unterzeichnete Gesetz verkündet (BGBl. I S. 2054); es trat am 1. 4. 1994 in Kraft.
15 Die für Auslandsehen in § 13a Abs. 2 EheG getroffene Regelung wurde analog auf
eingebürgerte Ehegatten angewandt.
3. Änderungen durch spätere Novellen (Kindschaftsrechtsreformgesetz;
Gesetz zur Änderung des Ehe- und Lebenspartnerschaftsnamensrechts)
Das Kindschaftsrechtsreformgesetz16 besserte auf Anregung des Rechts- 9
ausschusses des Deutschen Bundestages die Regelung des § 1355 Abs. 3 a. F. dahin nach, als es fortan – und zwar auch für »Altfälle« – keine Frist für die
Bestimmung des Ehenamens mehr gibt. Die der Fünfjahresfrist zugrunde
liegende Auffassung, dass im Gros aller Fälle in den ersten fünf Jahren einer
Ehe Kinder geboren werden und dann namensrechtliche Klarheit herrschen
müsse, war von vornherein fragwürdig17. Der Ehename kann seit Wegfall der
Zeitschranke jederzeit bis zur Auflösung der Ehe von den Ehegatten einvernehmlich bestimmt werden. Einmal bestimmt, ist er aber unabänderbar: Das
»Umsteigen« auf den Namen des anderen Ehegatten bleibt verwehrt.
Zehn Jahre nach dem Inkrafttreten des Familiennamensrechtsgesetzes 10
hatte sich das Bundesverfassungsgericht mit der vom damaligen Regierungsentwurf vorgeschlagenen, vom Gesetzgeber aber verworfenen Möglichkeit
von Ehegatten zu befassen, den in einer Vorehe erworbenen Ehenamen
eines Ehegatten zum Ehenamen der neuen Ehe zu bestimmen. Das Gericht
entschied, dass nicht anders als der Geburtsname auch der »erheiratete
Ehename« Teil der Persönlichkeit seines Trägers ist18. Der Ausschluss des
erheirateten Namens komme einem Entzug des Namensschutzes gleich
und verletze das Persönlichkeitsrecht (Art. 2 Abs. 1 GG) sowie die Rechte aus
Art. 6 und Art. 3 Abs. 1 GG. Das daraufhin erlassene Gesetz zur Änderung des
Ehe- und Lebenspartnerschaftsnamensrechts vom 6. 2. 200519 sieht in dem
neu gefassten § 1355 Abs. 2 vor, dass neben den Geburtsnamen der Ehegatten
auch ein zum Zeitpunkt der Ehenamensbestimmung geführter Name eines
Ehegatten als Ehename wählbar ist. Zu den »geführten Namen« zählt neben
dem Ehenamen aus einer Vorehe auch ein unechter Doppelname, also auch
eine Namenskombination von erworbenem Ehenamen und hinzugefügtem
eigenem Begleitnamen (Geburtsname oder Ehename aus einer weiteren
Vorehe)20. Für »Altfälle« (vor dem Inkrafttreten des Gesetzes am 12. 2. 2005
geschlossene Ehen, für die ein Ehename bestimmt worden war) konnte binnen Jahresfrist (12. 2. 2006) noch ein von den Geburtsnamen der Ehegatten
abweichender Name, den einer der Ehegatten bei der Bestimmung des Ehenamens geführt hatte, zum neuen Ehenamen bestimmt werden (Art. 229 § 11
EGBGB); nähere Ausführungsvorschriften sind § 370b DA zu entnehmen.
16 Gesetz zur Neuordnung des Eheschließungsrechts (Eheschließungsrechtsgesetz –
EheschlRG) vom 4. 5. 1998 (BGBl. I S. 833).
17 Vgl. Änderungsantrag der Fraktion der SPD zum Entwurf des FamNamRG,
BT‑Drs. 12/5991, Begründung zu Nr. 1 Buchst. a: »willkürliche Frist«.
18 BVerfG 18. 2. 2004, StAZ 2004, 104 = FamRZ 2004, 515.
19 BGBl. I S. 203; das Gesetz ist nach seinem Art. 4 Abs. 1 am 12. 2. 2005 in Kraft getreten.
20 Zu den zur Wahl stehenden Namen vgl. Wagenitz/Bornhofen, FamRZ 2005, 1425.
Merkblatt zur Namensführung in der Ehe
Lao-tzu - Deutsche Ostasienstudien
Leitfaden für eine standesamtliche Trauung in Wendelstein
Eheschließung im Ausland - Deutsches Generalkonsulat Dubai
Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Reform
Informationen zur Namensänderung (Spätaussiedler und
Vorwort Liebe Frauen, Frauen in Scheidungs
Newsletter Pass-, Ausweis- und Melderecht
Landratsamt Schwandorf Redaktion - Markt Wernberg
(beim Namensrecht) Art. 10 Abs. 1 EGBGB
Juleica-Modul Sexuelle Vielfalt
Eheschließungen auf den Balearischen Inseln
Heiraten in Bad Vilbel - alles-deutschland.de wird total