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Timestamp: 2016-10-22 01:54:42
Document Index: 154001396

Matched Legal Cases: ['Art. 43', 'Art. 61', 'Art. 95', 'Art. 61', 'Art. 66', 'Art. 68', 'BGE']

8C_278/2015 (27.08.2015)
8C_278/2015 {T�0/2} � � Urteil vom 27. August 2015
Der 1977 geborene A.________ war seit 1. Juni 2008 als Bauhilfsarbeiter bei der Firma B.________ AG t�tig gewesen und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) u.a. f�r die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert. Am 7. April 2009 rutschte er auf einer Treppe aus und st�rzte. Der am 5. Mai 2009 konsultierte Hausarzt �berwies ihn an das Spital C.________, wo eine Ellbogenkontusion links und der Verdacht auf ein Nervus ulnaris-Syndrom diagnostiziert wurden. Nach weiteren medizinischen Abkl�rungen verf�gte die SUVA am 7. Mai 2010 die Einstellung der bisher in Form von Heilbehandlung und Taggeldern erbrachten Leistungen per 17. Mai 2010. Auf Einsprache hin veranlasste der Unfallversicherer erg�nzende neurologische Untersuchungen. Mit Einspracheentscheid vom 14. M�rz 2011 beschied die SUVA die Rechtsvorkehr abschl�gig, da die geklagten Beschwerden weder auf ein objektivierbares, unfallkausales organisches Substrat zur�ckzuf�hren seien noch ein ad�quater Kausalzusammenhang zwischen diesen und dem Sturz best�nde. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich ab (Entscheid vom 22. August 2012). Das hierauf angerufene Bundesgericht hiess die Beschwerde in Aufhebung des angefochtenen Entscheids mit Urteil 8C_851/2012 vom 16. April 2013 teilweise gut und wies die Sache zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zur�ck.
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich beauftragte in der Folge Prof. Dr. med. D.________, Neurologie FMH, Universit�tsklinik f�r Neurologie, Spital E.________, mit der Erstellung eines Gutachtens, welches am 24. April 2014 verfasst wurde. A.________ gab im Weiteren einen Bericht des Dr. med. F.________, Neurologie FMH, vom 8. Oktober 2014 und einen am Spital C.________ erhobenen MRI-Befund beider Ellbogen vom 26. November 2014 zu den Akten. Mit Entscheid vom 25. Februar 2015 wies das kantonale Gericht die Beschwerde ab.
A.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren und beantragen, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids sei die Angelegenheit zur erg�nzenden Abkl�rung und Neubeurteilung an das kantonale Gericht bzw. an die SUVA zur�ckzuweisen. Ferner sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege (Prozessf�hrung, Verbeist�ndung) zu gew�hren.
Die SUVA schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Die Vorinstanz und das Bundesamt f�r Gesundheit verzichten auf eine Vernehmlassung.
Mit Eingaben vom 27. April sowie 5. und 7. Mai 2015 teilte A.________ mit, dass er nicht l�nger anwaltlich vertreten sei.
2.1.�Streitig ist, ob die �ber den 17. Mai 2010 hinaus geklagten Beschwerden des Versicherten in einem rechtsgen�glichen, die Beschwerdegegnerin zu Leistungen verpflichtenden Zusammenhang zum Sturz vom 7. April 2009 stehen. Dabei ist rechtskr�ftig erstellt, dass der Unfallversicherer nicht f�r auf eine psychische Fehlentwicklung zur�ckzuf�hrende Einschr�nkungen einzustehen hat (erw�hntes Urteil 8C_851/2012 E. 3.3.2 am Ende; vorinstanzlicher Entscheid E. 2.3 am Ende). Auf Grund des bundesgerichtlichen R�ckweisungsurteils vom 16. April 2013 ist einzig noch die Frage zu pr�fen, ob ein Sulcus ulnaris-Syndrom links besteht, dieses bejahendenfalls auf den Unfall vom 7. April 2009 zur�ckzuf�hren ist und es sich auf die Arbeitsf�higkeit des Beschwerdef�hrers auswirkt.
2.2.�Die f�r die Beurteilung relevanten rechtlichen Grundlagen wurden im Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 14. M�rz 2011, im vorinstanzlichen Entscheid vom 22. August 2012 und im Urteil des Bundesgerichts vom 16. April 2013 zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen. Anzuf�gen ist, dass im Sozialversicherungsverfahren der Untersuchungsgrundsatz sowie der Grundsatz der freien Beweisw�rdigung gelten (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Der rechtserhebliche Sachverhalt ist von Amtes wegen unter Mitwirkung der Versicherten resp. der Parteien zu ermitteln. In diesem Sinne rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abh�ngt, ob �ber den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist (Urteil 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 6.1.1, in: SVR 2013 IV Nr. 44 S. 134). Der Verzicht auf weitere Abkl�rungen oder im Beschwerdefall auf R�ckweisung der Sache zu diesem Zweck (antizipierte Beweisw�rdigung) verletzt etwa dann Bundesrecht (Art. 95 lit. a BGG), wenn der festgestellte Sachverhalt unaufl�sbare Widerspr�che enth�lt oder wenn eine entscheidwesentliche Tatfrage, wie namentlich Gesundheitszustand und Arbeitsf�higkeit einer versicherten Person, auf unvollst�ndiger Beweisgrundlage beantwortet wird (Urteil 9C_37/2015 vom 17. Juni 2015 E. 3.1 mit Hinweisen).
3.1.�Die Vorinstanz hat in W�rdigung der detailliert wiedergegebenen medizinischen Aktenlage, namentlich des von ihr bei Prof. Dr. med. D.________ veranlassten neurologischen Gutachtens vom 24. April 2014, festgestellt, es h�tten im linken Ellbogen keine objektiven klinischen Befunde einer Sch�digung des Nervus ulnaris gefunden werden k�nnen. Die elektrophysiologischen Untersuchungen h�tten einen Normalbefund ergeben. Es fehle sowohl an objektivierbaren klinischen Befunden als auch an einem elektrophysiologischen Korrelat hinsichtlich der geklagten Beschwerden. Die Diagnose eines Sulcus ulnaris-Syndroms sei wegen der generellen Schmerzschonung klinisch nicht nachvollziehbar. Das Vorliegen eines entsprechenden Befundes sei deshalb zu verneinen und dem Beschwerdef�hrer eine 100 %ige Arbeitsf�higkeit in seiner bisherigen T�tigkeit zu attestieren. Daran sei trotz des im Beschwerdeverfahren neu aufgelegten MRI-Berichts des Spitals C.________ vom 26. November 2014 festzuhalten. In ihrer Beurteilung h�tten die betreffenden �rzte zwar Anzeichen eines Sulcus ulnaris-Syndroms links mit deutlicher Neuropathie des Nervus ulnaris bejaht. Dass dieser Befund in einem Zusammenhang zum Unfall vom 7. April 2009 stehe, sei darin indessen nicht postuliert worden. Bereits in einem fr�heren MRI vom 6. Juli 2009 habe eine Pathologie des linken Ellbogens denn auch ausgeschlossen werden k�nnen. Im �brigen habe Prof. Dr. med. D.________ zur Interpretation der verschiedenen Messwerte Stellung genommen und ausf�hrlich dargelegt, weshalb diese Messparameter nicht als organisches Korrelat der beklagten Schmerzen h�tten heranzogen werden k�nnen bzw. der Befund einer Verlangsamung der Leitgeschwindigkeit im Sulcus ulnaris zur Objektivierung des organischen Ursprungs der Beschwerden ungeeignet sei.
3.2.�In der Beschwerde wird dagegen vorgebracht, das kantonale Gericht habe seine - in Art. 61 lit. c ATSG verankerte - Untersuchungspflicht verletzt, indem es den am 26. November 2014 am Spital C.________ erhobenen MRI-Befund der Ellbogen beidseits nicht Prof. Dr. med. D.________ zur erg�nzenden gutachtlichen Stellungnahme unterbreitet habe.
3.3.1.�Anl�sslich des am 26. November 2014 durchgef�hrten MRI wurde im Bereich des linken Ellbogens - im Gegensatz zum rechten Ellbogen - eine starke Hyperintensit�t des Nervus ulnaris im Sulcus nervi ulnaris in der T2-Sequenz, vergleichbar mit Synovialis, festgestellt. Die �rzte beschrieben eine Seitenasymmetrie im Bereich des Nervus ulnaris auf H�he des Kubitalkanals mit signalalteriertem, zum Teil volumenvermehrtem Nervus ulnaris linksseitig, passend zu einem Sulcus ulnaris-Syndrom links. Da im Fokus des unfallversicherungsrechtlichen Verfahrens die Frage nach der Existenz des besagten Sulcus ulnaris-Syndroms bzw. dessen Unfallkausalit�t steht (vgl. u.a. Urteil 8C_851/2012 vom 16. April 2013), sind gest�tzt auf den neuen Befund m�gliche, f�r den vorliegenden Prozess relevante R�ckschl�sse auf die gesundheitlichen Verh�ltnisse und damit auf das Leistungsverm�gen des Versicherten nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen. Daran �ndert entgegen der Betrachtungsweise des kantonalen Gerichts der Umstand nichts, dass sich die �rzte des Spitals C.________ nicht explizit dazu ge�ussert haben, ob das Syndrom auf den Sturz vom 7. April 2009 zur�ckzuf�hren sei. Wie ferner den gutachtlichen Ausf�hrungen des Prof. Dr. med. D.________ entnommen werden kann, basieren seine Schlussfolgerungen auf der Annahme unauff�lliger R�ntgen- und MRI-Aufnahmen des linken Ellbogens, welche namentlich keine mechanische Kompromittierung des Nervs gezeigt h�tten (Expertise, S. 28 unten). Dieser Hypothese zugrunde lag jedoch einzig der MRI-Befund vom 6. Juli 2009(vgl. Bericht des Instituts f�r Radiologie, G.________, vom 7. Juli 2009). Angesichts des doch klaren radiologischen Untersuchungsergebnisses vom 26. November 2014 sowie der gerade bez�glich des entsprechenden Beschwerdebildes im Vorfeld teilweise widerspr�chlichen, im erw�hnten Urteil 8C_851/2012 (E. 3) aufgef�hrten �rztlichen Angaben w�re die Vorinstanz gehalten gewesen, den entsprechenden Bericht Prof. Dr. med. D.________ vorzulegen mit der Aufforderung, dazu im Rahmen seines Gutachtensauftrags erg�nzend Stellung zu nehmen und allf�llige, durch den aktuellen MRI-Befund geweckte Zweifel auszur�umen.
3.3.2.�Vor diesem Hintergrund ist dem kantonalen Gericht eine Verletzung der ihm obliegenden Abkl�rungspflicht vorzuwerfen. Der angefochtene Entscheid ist daher aufzuheben und die Angelegenheit an die Vorinstanz zur�ckzuweisen, damit sie den medizinischen Sachverhalt im aufgezeigten Sinne (hinsichtlich Befunderhebung, Unfallkausalit�t, Auswirkungen auf die Arbeitsf�higkeit) vervollst�ndige und hernach erneut �ber den Leistungsanspruch des Beschwerdef�hrers entscheide.
4.1.�Die R�ckweisung der Sache an die Verwaltung oder an die Vorinstanz zu erneuter Abkl�rung (mit noch offenem Ausgang) gilt f�r die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Parteientsch�digung als vollst�ndiges Obsiegen im Sinne von Art. 66 Abs. 1 Satz 1 sowie Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG, unabh�ngig davon, ob sie beantragt oder ob das entsprechende Begehren im Haupt- oder im Eventualantrag gestellt wird (BGE 132 V 215 E. 6.1 S. 235; Urteil 8C_671/2007 vom 13. Juni 2008 E. 4.1).
4.2.�Demgem�ss sind die Prozesskosten der Beschwerdegegnerin zu �berbinden. Ferner hat sie dem bei Beschwerdeeinreichung noch anwaltlich vertretenen Beschwerdef�hrer eine Parteientsch�digung auszurichten. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne der Befreiung von den Gerichtskosten und der unentgeltlichen Verbeist�ndung wird damit gegenstandslos.
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 25. Februar 2015 wird aufgehoben. Die Sache wird an die Vorinstanz zur�ckgewiesen, damit sie im Sinne der Erw�gungen verfahre und hernach erneut entscheide.
Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 1'500.- zu entsch�digen.