Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=09.10.2013&Aktenzeichen=I%20ZB%2015/13
Timestamp: 2020-04-10 03:22:22
Document Index: 124841280

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art 14', 'Art 19', '§ 765', '§ 885', 'Art. 14', 'Art. 19', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 09.10.2013 - I ZB 15/13 - dejure.org
https://dejure.org/2013,46588
BGH, 09.10.2013 - I ZB 15/13 (https://dejure.org/2013,46588)
BGH, Entscheidung vom 09.10.2013 - I ZB 15/13 (https://dejure.org/2013,46588)
BGH, Entscheidung vom 09. Januar 2013 - I ZB 15/13 (https://dejure.org/2013,46588)
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Art 14 Abs 1 GG, Art 19 Abs 4 GG, § 765a ZPO, § 885 ZPO
Räumungsvollstreckung: Unbefristete Einstellung bei Selbstmordgefahr des Vollstreckungsschuldners
Einstweilige Einstellung der Räumungsvollstreckung bzgl. eines Wohnhauses wegen Suizidgefahr des Schuldners
Unbefristete Einstellung der Räumungsvollstreckung; Suizidgefahr als Räumungshindernis
Unbefristete Einstellung der Räumungsvollstreckung ist rechtswidrig
Räumungsvollstreckung und Selbstmordgefahr
Kurznachricht zu "Aktuelle Rechtsprechung zur Zwangsversteigerung im Jahr 2015" von Prof. Roland Böttcher, original erschienen in: ZfIR 2016, 157 - 163.
LG Frankfurt/Oder, 29.05.2008 - 13 O 256/07
AG Fürstenwalde, 12.01.2012 - 16 M 3398/11
LG Frankfurt/Oder, 22.01.2013 - 19 T 21/12
NJW 2014, 2288
DNotZ 2014, 601
NZM 2014, 512
(1) Die Grundrechte des Gläubigers auf Schutz des Eigentums (Art. 14 GG) und effektiven Rechtsschutz (Art. 19 Abs. 4 GG) verpflichten den Staat dazu, effektive Mittel zur Durchsetzung titulierter Forderungen bereitzustellen (vgl. BGH…, Beschluss vom 22. November 2007 - I ZB 104/06, NJW 2008, 1000 Rn. 8; Beschluss vom 9. Oktober 2013 - I ZB 15/13, NJW 2014, 2288 Rn. 25).
BGH, 16.06.2016 - I ZB 109/15
Einstweilige Einstellung der Räumungsvollstreckung bei Wohnraum: …
In einer solchen Konstellation kommt eine befristete Einstellung der Zwangsvollstreckung unter Auflagen in Betracht, mit denen der Schuldner zu zumutbaren, dem Vollstreckungsgericht nachzuweisenden Maßnahmen angehalten wird, um durch eine Verbesserung seines Gesundheitszustands die mit der Räumung verbundenen Gefahren für Leben oder Gesundheit möglichst auszuschließen (vgl. BGH…, Beschluss vom 13. März 2008 - I ZB 59/07, NJW 2008, 1742 Rn. 11;… BGH, WuM 2010, 250 Rn. 11; BGH…, Beschluss vom 20. Januar 2011 - I ZB 27/10, NJW-RR 2011, 300 Rn. 7; Beschluss vom 9. Oktober 2013 - I ZB 15/13, NJW 2014, 2288 Rn. 25;… BGH, MDR 2016, 417 Rn. 17).
Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass der Schuldner sich ungeachtet seiner Skepsis und der Aussicht, im Falle einer erfolgreichen Therapie mit einer Fortsetzung des Zwangsversteigerungsverfahrens rechnen zu müssen, einer solchen im Falle der Unterbringung stellen würde (vgl. BGH, Beschluss vom 9. Oktober 2013 - I ZB 15/13, NJW 2014, 2288 Rn. 27).
Diesem ist es im Interesse des Gläubigers nämlich zuzumuten, auf die Verbesserung seines Gesundheitszustands hin zu arbeiten und den Stand seiner Behandlung regelmäßig nachzuweisen (Senat…, Beschluss vom 6. Dezember 2007 - V ZB 67/07, NJW 2008, 586 Rn. 10; BGH, Beschlüsse vom 9. Oktober 2013 - I ZB 15/13, NJW 2014, 2288 Rn. 24 ff., …und vom 14. Januar 2010 - I ZB 34/09, WuM 2010, 250 Rn. 11).
cc) Damit aber verbleibt im Ergebnis nur der von dem Beschwerdegericht beschrittene Weg, die Zwangsvollstreckung auf Zeit einzustellen, um nach Ablauf dieser Zeit zu überprüfen, ob und gegebenenfalls unter welchen Bedingungen der Vollstreckung Fortgang gegeben werden kann (vgl. BGH, Beschluss vom 9. Oktober 2013 - I ZB 15/13, NJW 2014, 2288 Rn. 24 ff.).
Eine Einstellung der Zwangsvollstreckung auf unbestimmte Zeit in derartigen Fällen ist auf absolute Ausnahmefälle beschränkt (…vgl. BVerfG, Kammerbeschluss vom 19. Februar 2014 - 2 BvR 2455/12, NJW-RR 2014, 583 Rn. 11;… Kammerbeschluss vom 29. Juli 2014 - 2 BvR 1400/14, NJW-RR 2014, 1290 Rn. 11; Kammerbeschluss vom 6. August 2014 - 2 BvR 1340/14, WM 2014, 1726, 1727; BGH, Beschluss vom 9. Oktober 2013 - I ZB 15/13, NJW 2014, 2288 Rn. 24 bis 27).
Auf die vom Beschwerdegericht zugelassene Rechtsbeschwerde der Gläubiger hob der Bundesgerichtshof den Beschluss des Landgerichts vom 22. Januar 2013 teilweise auf und fasste ihn insgesamt dahin neu, dass die Zwangsvollstreckung in Bezug auf die Verurteilung zur Grundstücksherausgabe bis zum 22. Januar 2015 einstweilen eingestellt wurde, weil nicht angenommen werden könne, dass eine Behandlung des Schuldners zur Abwendung der Suizidgefahr ohne weitere Prüfung auf Dauer aussichtslos bleiben werde (BGH, Beschluss vom 9. Oktober 2013 - I ZB 15/13, NJW 2014, 2218).