Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%201996,%20634
Timestamp: 2019-10-14 17:00:29
Document Index: 138293196

Matched Legal Cases: ['§ 276', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 164', 'BGH']

OLG Schleswig, 13.01.1995 - 4 U 243/86 - dejure.org
OLG Schleswig, 13.01.1995 - 4 U 243/86
https://dejure.org/1995,3509
OLG Schleswig, 13.01.1995 - 4 U 243/86 (https://dejure.org/1995,3509)
OLG Schleswig, Entscheidung vom 13.01.1995 - 4 U 243/86 (https://dejure.org/1995,3509)
OLG Schleswig, Entscheidung vom 13. Januar 1995 - 4 U 243/86 (https://dejure.org/1995,3509)
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Prozeßdauer; Einwand; Bundesland; Passivlegitimation; Universität; Risiko; Querschnittslähmung; Operation; Aortenisthmusstenose; Aufklärung; Beweisobliegenheit; Aufklärungspflicht; Anforderungen; Plausibilität; Entscheidungskonflikt; Lebensbedrohlichkeit; Hypothetische ...
BGB §§ 276 611 823
Arzthaftung bei mangelnder Aufklärung über Operationsrisiken
NJW 1996, 1603 (Ls.)
NJW-RR 1996, 348
VersR 1996, 634
Die Aufklärung hat sich auf typische Risiken einer Operation zu erstrecken, mögen sie auch selten auftreten, insbesondere soweit die Risiken, wenn sie sich verwirklichen, die Lebensführung schwer belasten und der medizinische Laie mit ihnen nach der Natur des Eingriffs nicht zu rechnen braucht (vgl. OLG Schleswig, Urteil vom 13. Januar 1995 - 4 U 243/86 -, NJW-RR 1996, S. 348, 349 mwN).
Angesichts der vorliegend zwingenden Indikation der Operation kann sich der Entscheidungskonflikt nur auf deren Modalitäten beziehen (vgl. insoweit auch OLG Schleswig, Urteil vom 13. Januar 1995 - 4 U 243/86 -, NJW-RR 1996, S. 348, 350).
Zwar bejahen einige Judikate, bei denen die gleiche Vorerkrankung gegeben war und die gleiche Komplikation aufgetreten ist, einen Entscheidungskonflikt, unabhängig von der geringen Komplikationswahrscheinlichkeit (vgl. BGH…, Urteil vom 16. April 1991 - VI ZR 176/90 -, NJW 1991, S. 2344, 2345; OLG Schleswig, Urteil vom 13. Januar 1995 - 4 U 243/86 -, NJW-RR 1996, S. 348, 350; OLG Stuttgart…, Urteil vom 17. Dezember 1985 - 12 U 9/85 -, VersR 1987, S. 515).
Grundsätzlich muss sich die Aufklärung auf typische Risiken einer Operation erstrecken, mögen sie auch selten auftreten, insbesondere soweit die Risiken, wenn sie sich verwirklichen, die Lebensführung schwer belasten und der medizinische Laie mit ihnen nach der Natur des Eingriffs nicht zu rechnen braucht (vgl. BGH…, Urteil vom 10.10.2006 - VI ZR 74/05 - NJW 2007, 217 ff., juris Rn. 12; OLG Schleswig, Urteil vom 13. Januar 1995 - 4 U 243/86 -, NJW-RR 1996, S. 348, 349 mwN).
OLG Naumburg, 15.10.2007 - 1 U 46/07
Schmerzensgeld bei rechtswidrigem operativen Eingriff wegen unzureichender …
Für die Bemessung des Schmerzensgeldes hat es sich auf insbesondere zwei Entscheidungen gestützt, wobei es die maßgebenden Umstände im ersten Fall (OLG Celle, Urteil v. 11. Februar 1991, 1 U 71/89 = VersR 1992, 749) geringer und im zweiten Fall (OLG Schleswig, Urteil v. 13. Januar 1995, 4 U 243/86 = NJW-RR 1996, 348) schwerer als im hier vorliegenden Fall bewertete.
Dies kommt dann in Betracht, wenn die beklagte Partei im Rahmen eines Vertrages, an dem nicht sie, sondern eine andere Person beteiligt ist, über Jahre Leistungen entgegengenommen und erbracht hat, sich dann aber gegen eine Inanspruchnahme aus dem Vertrag zur Wehr setzt (BGH NJW-RR 1990, 417, 418; 1987, 335, 335) oder wenn sie erstmals nach mehrjähriger Prozessdauer geltend macht, sie sei der falsche Gegner (BGH VersR 1996, 634, VersR 1971, 227, 228; LM Nr. 33 zu § 164 BGB).
Die Angabe von Prozentsätzen ist ohnehin im Rahmen der Aufklärung regelmäßig nicht erforderlich, weil sie den Patienten eher verwirren als zu seiner Entscheidungsfindung beizutragen (Senat OLGR 1996, 19; Beschluss vom 11.3.2010, 4 U 1827/10 n.v.).
Der Senat hat denn auch keine Zweifel, dass die Klägerin mit diesem Inhalt aufgeklärt worden ist, zumal an die Beweislast der Behandlungsseite keine unbilligen Anforderungen zu stellen sind (vgl. BGH VersR 1992, 237; OLG Schleswig VersR 1996, 634).