Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=07.06.1978&Aktenzeichen=VIII%20ZR%20146/77
Timestamp: 2019-10-23 17:21:20
Document Index: 7737800

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 447', '§ 269', '§ 447', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', '§ 2', '§ 2', 'BGH', '§ 242', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 455', '§ 449', 'BGH', 'BGH']

BGH, 07.06.1978 - VIII ZR 146/77 - dejure.org
https://dejure.org/1978,827
BGH, 07.06.1978 - VIII ZR 146/77 (https://dejure.org/1978,827)
BGH, Entscheidung vom 07.06.1978 - VIII ZR 146/77 (https://dejure.org/1978,827)
BGH, Entscheidung vom 07. Juni 1978 - VIII ZR 146/77 (https://dejure.org/1978,827)
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Möglichkeit einer stillschweigenden Einbeziehung Allgemeiner Geschäftsbedingungen als Vertragsinhalt durch wiederholte Bezugnahme in Lieferscheinen i.R laufender Geschäftsbeziehungen - Hinnahme von sog. "Fakturenvermerken" im kaufmännischen Bereich
Bezugnahme auf AGB in Lieferscheinen
NJW 1978, 2243
MDR 1979, 51
WM 1978, 978
DB 1978, 1587
JR 1979, 104
Auch im kaufmännischen Geschäftsverkehr setzt die Einbeziehung von Allgemeinen Geschäftsbedingungen in den Einzelvertrag voraus, daß die Vertragspartner ihre Anwendung ausdrücklich oder stillschweigend vereinbaren (Senatsurteil vom 18. Oktober 1978 - VIII ZR 230/77 = WM 1979, 19, 20 und vom 7. Juni 1978 - VIII ZR 146/77 = WM 1978, 978 m.w.Nachw.).
Warenschulden im Handelsverkehr sind jedoch im Zweifel Schickschulden (§ 447 BGB), Leistungsort mithin der Wohnsitz des Verkäufers (…so Palandt/Heinrichs, BGB, 49. Aufl., § 269 Anm. 3 a;… vgl. auch Soergel/Huber, BGB, 11. Aufl., § 447 Rdnr. 10; für einen ähnlichen Fall allerdings offengelassen in BGH, Urteil vom 7. Juni 1978 - VIII ZR 146/77, WM 1978, 978 unter 3).
Die stillschweigende "Dauereinbeziehung" von allgemeinen Geschäftsbedingungen stellt eine grundlegende Ausnahme vom Ordnungsgedanken des AGBG dar, so daß nur in besonders gelagerten Fällen und unter engen Vorraussetzungen hiervon ausgegangen werden darf (BGH NJW 1978, 2243, 2244).
Außerdem kann eine solche dauerhafte Unterwerfung unter allgemeine Geschäftsbedingungen nicht dadurch begründet werden, daß auf diese lediglich in Lieferscheinen - und um solche handelt es sich bei den in Anlage K 23 beigebrachten Schriftstücken - hingewiesen wird, weil Lieferscheine den vertretungsberechtigten Personen - auf die beim Vertragsschluß ankommt - im allgemeinen nicht zur Kenntnis gelangen (BGH NJW 1978, 2243, 2244;… Wolf/Horn/Lindacher, AGBG, 4. Auflage, München 1999, § 2, Rn. 63;… Palandt/Heinrichs, § 2 AGBG, Rn. 24).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) kommt eine Einbeziehung von AGB durch schlüssiges Verhalten nur in Betracht, wenn der Vertragspartner im Rahmen einer laufenden Geschäftsverbindung einen immer wiederkehrenden Hinweis auf diese Bedingungen unwidersprochen lässt (BGH-Urteile vom 7. Juni 1978 VIII ZR 146/77, Neue Juristische Wochenschrift --NJW-- 1978, 2243, und vom 7. Mai 1969 VIII ZR 142/68, Wertpapiermitteilungen 1969, 772).
Nach einer Entscheidung des BGH besteht für Lieferungen im Mineralölhandel (Belieferung einer Tankstelle durch ein Mineralölhandelsgeschäft) kein entsprechender Handelsbrauch (BGH-Urteil in NJW 1978, 2243).
Drucktechnisch derart gestaltete Allgemeine Geschäftsbedingungen werden aber nicht Vertragsinhalt (vgl. BGH, Urt. v. 7. Juni 1978 - VIII ZR 146/77, WM 1978, 978, 979;… vgl. auch Ulmer/Brandner/Hensen, AGB-Gesetz 4. Aufl. § 2 Rnr. 54;… MünchKomm-Kötz § 2 AGBG Rnr. 6;… Palandt, BGB 42. Aufl. AGBG § 2 Anm. 3 c).
Vielfach erfolgt eine weitere inhaltliche Überprüfung des Lieferscheins auch im ordnungsgemäßen Geschäftsgang erst dann, wenn die betreffende Rechnung eingeht (BGH NJW 1978, 2243, 2244).
Denn nach der oben zitierten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (NJW 1978, 2243) ist es für eine wirksame stillschweigende Einbeziehung von allgemeinen Geschäftsbedingungen gerade nicht erforderlich, daß die Geschäftsbedingungen den Rechnungen auch beigefügt sind; reichen somit schon ständige Hinweise in erteilten Rechnungen auf die nicht den Rechnungen beigefügten Allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Wirksamkeit einer stillschweigenden Vereinbarung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen aus, so ist von einer stillschweigenden Einbeziehung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen erst recht dann auszugehen, wenn diese sogar im Wortlaut auf der Rückseite jeder der übersandten Rechnungen beigefügt worden sind.
Insoweit ist der Senat der Ansicht des VIII. Zivilsenats des Bundesgerichtshofes gefolgt, wonach ein redlicher Kaufmann nach Treu und Glauben (§ 242 BGB) schlechthin nicht davon ausgehen kann, daß sich sein Vertragspartner durch die bloße widerspruchslose Entgegennahme eines wegen ungewöhnlich kleinen Drucks nur mühsam zu entziffernden Klauselwerks mit dessen Inhalt einverstanden erklärt (Urt. v. 7. Juni 1978 - VIII ZR 146/77, WM 1978, 978, 979;… vgl. ferner BGH, Urt. v. 8. Oktober 1975 - VIII ZR 81/74, WM 1975, 1203, 1206).
BGH, 20.03.1985 - VII ZR 327/83
BGH, 25.10.1978 - VIII ZR 206/77
Rumflaschen - § 455 BGB <Fassung bis 31.12.01> (nunmehr § 449 BGB …
BGH, 30.05.1979 - VIII ZR 232/78
Voraussetzungen des Anspruchs auf den Veräußerungserlös - Anforderungen an die …
FG Hamburg, 15.03.2001 - IV 156/98
Stillschweigend vereinbarter Eigentumsvorbehalt unter Kaufleuten
FG Hamburg, 05.06.2002 - IV 33/00
Vergütung von Mineralölsteuer:
OLG Hamm, 20.11.1987 - 26 U 243/86
Schadensersatz wegen fehlerhafter AnzeigenverÃ¶ffentlichung; Anzeigenauftrag als …
OLG Hamburg, 15.05.1986 - 3 U 178/85
Stillschweigende Einbeziehung einer Vertragsbedingung; Anwendbarkeit des …
BGH, 18.10.1978 - VIII ZR 230/77
Streit über das Bestehen eines Kaufvertrages - Übergehen von Beweisanträgen - …