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Timestamp: 2020-03-31 03:03:50
Document Index: 3489883

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 432', '§ 434', '§ 435', '§ 276', '§ 276', '§ 276', '§ 276', '§ 434', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 311', '§ 311', '§ 280', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 326', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 06.04.2001 - V ZR 394/99 - dejure.org
https://dejure.org/2001,135
BGH, 06.04.2001 - V ZR 394/99 (https://dejure.org/2001,135)
BGH, Entscheidung vom 06.04.2001 - V ZR 394/99 (https://dejure.org/2001,135)
BGH, Entscheidung vom 06. April 2001 - V ZR 394/99 (https://dejure.org/2001,135)
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Verschwiegene Verlängerungsoption
§ 432 BGB, zur Fassung des Klageantrags bei Mitgläubigerschaft;
§§ 434 ff, 440 BGB <Fassung bis 31.12.01> (vgl. nunmehr § 435 BGB <Fassung seit 1.1.02>), cic-Haftung neben Rechtsmängelhaftung;
zur Abgrenzung des negativen und positiven Interesses bei cic (Herbeiführung eines ungünstigen Vertragsschlusses - ...
BGB §§ 276 Fa, 276 Fc, 434, 440 Abs. 1
BGB §§ 276, 434 a.F., 440 a.F.
Konkurrenz zwischen CIC und Gewährleistung wegen
Verhältnis der Rechtsmängelgewährleistung zu Schadensersatzansprüchen aus culpa in contrahendo bei schuldhafter Nichtaufklärung; Inhalt des Schadensersatzanspruchs ("Minderung durch c.i.c.")
Aufklärungspflicht - Rechtsmangel - Vertrauensschaden - Schadensersatz - Gewährleistungsanspruch
Kein Ausschluss des Anspruchs wegen Verschuldens bei Vertragsschluss durch Gewährleistungsansprüche wegen fehlender Rechtsmangelaufklärung
Aufklärungspflicht, - über Rechtsmangel und Vertrauensschaden; Vertrauensschaden, - bei Verletzung der Aufklärungspflicht über Rechtsmangel, Erfüllungsinteresse, - für Verschulden bei Vertragsschluß
Zur Frage der Schadensersatzansprüche des Grundstückskäufers, wenn der Verkäufer seine vorvertragliche Pflicht zur Aufklärung über einen bestehenden Rechtsmangel verletzt hat
BGB §§ 276, 434, 440 Abs. 1
Immobilienkauf - Gewährleistungsrechte und cic-Haftung
BGB §§ 276, 434, 440
Konkurrenz zwischen c.i.c. und Gewährleistung wegen Rechtsmängeln
Grundstückskauf: Schadensersatz bei Rechtsmangel
Kaufvertragsrecht; Verletzung vorvertraglicher Aufklärungspflichten
BGB §§ 434, 276, 440 Abs. 1
Kein Ausschluss des Anspruchs wegen Verschuldens bei Vertragsschluss durch Gewährleistungansprüche wegen fehlender Rechtsmangelaufklärung
Kaufrecht, c.i.c., Anwendbarkeit der culpa in contrahendo bei Vorliegen eines Rechtsmangels
Verschwiegener Rechtsmangel: Welche Ansprüche hat der Grundstückskäufer ? (IBR 2001, 459)
NJW 2001, 2875
ZIP 2001, 1465
MDR 2001, 929
WM 2001, 1302
DB 2001, 1717
BauR 2001, 1433
Abgesehen davon, dass das Gesetz - wie bereits ausgeführt - eine solche allgemeine Aufklärungspflicht nicht kennt, übersieht diese Auffassung, dass ein auf einen unterlassenen Hinweis einer möglicherweise eintretenden Eigenbedarfssituation gestützter Schadensersatzanspruch grundsätzlich nur auf den Ersatz des Vertrauensinteresses gerichtet wäre (vgl. etwa BGH, Urteile vom 6. April 2001 - V ZR 394/99, NJW 2001, 2875 unter II 2 b aa;… vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05, BB 2006, 1650 Rn. 21; jeweils mwN).
(Ergänzung von Senatsurt. v. 6. April 2001, V ZR 394/99, NJW 2001, 2875).
aa) Nach einer Pflichtverletzung bei Vertragsverhandlungen kann die geschädigte Vertragspartei grundsätzlich nur Ersatz des Vertrauensschadens verlangen (BGHZ 114, 87, 94; 142, 51, 62;… BGH, Urt. v. 6. Juni 2000, XI ZR 235/99, ZfIR 2001, 286, 288; Senatsurt. v. 6. April 2001, V ZR 394/99, NJW 2001, 2875, 2876).
Der Geschädigte ist danach so zu stellen, wie er bei Offenbarung der für seinen Vertragsentschluss maßgeblichen Umstände stünde (Senatsurt. v. 8. Oktober 1993, V ZR 146/92, NJW-RR 1994, 76, 77; v. 6. April 2001, V ZR 394/99, NJW 2001, 2875, 2876).
Schaden ist danach der Betrag, um den der Geschädigte den Kaufgegenstand zu teuer erworben hat (BGHZ 114, 87, 94; Senatsurt. v. 6. April 2001, V ZR 394/99, NJW 2001, 2875, 2876).
Da es nur um die Bemessung des verbliebenen Vertrauensschadens und nicht um die Frage einer Anpassung des Vertrags geht, braucht der Geschädigte auch nicht nachzuweisen, dass sich der Vertragspartner auf einen Vertragsschluss zu einem niedrigeren Preis eingelassen hätte (BGHZ 69, 53, 58; 114, 87, 94;… Senat, Urt. v. 26. Januar 1996, V ZR 42/94, NJW-RR 1996, 690; Urt. v. 6. April 2001, V ZR 394/99, NJW 2001, 2875, 2876;… a. M. AnwKomm-BGB/Krebs, § 311 Rdn. 82 f.; Lorenz NJW 1999, 1001).
Da die Klägerin an dem geschlossenen Vertrag festhalten will, wäre als ersatzfähiger Schaden der Betrag anzusetzen, um den die Klägerin die Dachgeschoßwohnung im Vertrauen auf die Richtigkeit der Angaben der Zeugin Dr. L. zu teuer erworben hat (vgl. Senat, Urt. v. 6. April 2001, V ZR 394/99, NJW 2001, 2875, 2877 m.w.N.).
Zwar kann nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs in Fällen schuldhafter Irreführung sowie bei Falschangaben vor oder bei Vertragsschluss über § 311 Abs. 2, §§ 280, 249 Abs. 1 BGB eine Lösung von dem abgeschlossenen Vertrag in Betracht kommen (…vgl. BGH, Urt. v. 31.1.1962 - VIII ZR 120/60, NJW 1962, 1196, 1197;… Urt. v. 26.9.1997 - V ZR 29/96, NJW 1998, 302, 303 f.; Urt. v. 6.4.2001 - V ZR 394/99, NJW 2001, 2875 ff.).
Danach ist die Klägerin so zu stellen, wie sie bei ordnungsgemäßer Erfüllung der Beratungs- und Auskunftspflicht stünde (vgl. BGH, Urteile vom 6. April 2001 - V ZR 394/99, NJW 2001, 2875, 2876;… vom 11. Juni 2011 - V ZR 144/09, WuM 2011, 524 Rn. 8).
Sind die Voraussetzungen beider Normen erfüllt, handelt es sich nämlich um einen Fall der Anspruchskonkurrenz, bei dem sämtliche Rechtsfolgen gleichrangig nebeneinander stehen (vgl. zur Anspruchskonkurrenz Senat, Urteil vom 6. April 2001 - V ZR 394/99, NJW 2001, 2875, 2876; BGH, Urteil vom 17. März 1987 - VI ZR 282/85, BGHZ 100, 190, 201, jeweils mwN).
Sie ist also so zu behandeln, als wäre es ihr bei Kenntnis der wahren Sachlage gelungen, den Kaufvertrag zu einem günstigeren Kaufpreis abzuschließen; dabei kommt es nicht darauf an, ob sich die Beklagten mit einem niedrigeren - objektiv angemessenen - Kaufpreis einverstanden erklärt hätten (Senat, Urteil vom 6. April 2001 - V ZR 394/99, NJW 2001, 2875, 2877 mwN).
Dementsprechend standen ihnen auch die aus der Schlechtleistung folgenden Schadensersatzforderungen ebenfalls gemeinschaftlich zu (vgl. BGH, Urteil vom 3. November 1983 - IX ZR 104/82 - NJW 1984, 795, 796 zum Schadensersatz nach § 326 BGB a. F.; Urteil vom 6. April 2001 - V ZR 394/99 - NJW 2001, 2875, 2877 zum Anspruch aus c. i. c.).
Dies erfordert - im Unterschied zur Geltendmachung des Erfüllungsinteresses - nicht den Nachweis, dass sich der Vertragspartner auf einen Vertragsschluss zu einem niedrigeren Preis eingelassen hätte (BGH, Urteile vom 25.05.1977 - VIII ZR 186/75, NJW 1977, 1536, 1538 und vom 06.04.2001 - V ZR 394/99, juris Rn. 17), da es nur um die Bemessung des verbliebenen Restvertrauensschadens und nicht um die Frage einer Anpassung des Vertrags geht (BGH…, Urteil vom 19.05.2006 - V ZR 264/05, juris Rn. 22).
Entscheidend ist allein, wie sich der Getäuschte bei Kenntnis der ihm verheimlichten Umstände verhalten hätte; verbleibende Unklarheiten gehen zu Lasten des aufklärungspflichtigen Verkäufers (BGH, Urteil vom 06.04.2001 - V ZR 394/99, juris Rn. 17; BGH…, Urteil vom 06.02.2018 - II ZR 17/17, juris Rn. 13).
Die Entscheidungen des Bundesgerichtshofs sind im Wesentlichen zu Fällen ergangen, in denen Ansprüche wegen einer Pflichtverletzung bei Vertragsverhandlungen gegen den Vertragspartner geltend gemacht worden sind (so BGH, Urteil vom 06.04.2001 - V ZR 394/99, juris).
Dem entsprechend ist für die Bemessung des Schadensersatzes auf Grundlage des Restvertrauensschadens entscheidend, wie sich der Getäuschte bei Kenntnis der ihm verheimlichten Umstände verhalten hätte (BGH, Urteil vom 06.04.2001 - V ZR 394/99, juris Rn. 17; BGH…, Urteil vom 06.02.2018 - II ZR 17/17, juris Rn. 13).
Um sich mit Erfolg auf einen Restvertrauensschaden in Höhe des Minderwertes berufen zu können, muss der Geschädigte daher darlegen und im Streitfall beweisen, dass er in Kenntnis der verheimlichten Umstände bereit gewesen wäre, den Kaufvertrag zu einem geringeren Kaufpreis zu schließen, auch wenn er beweiserleichternd nicht den Nachweis erbringen muss, dass sich der Vertragspartner unter dieser Bedingung mit dem Vertragsschluss einverstanden erklärt hätte (vgl. BGH, Urteil vom 06.04.2001 - V ZR 394/99, juris Rn. 17; BGH…, Urteil vom 14.03.1991 - VII ZR 342/89, juris Rn. 29).
Dies hat der Geschädigte darzulegen und zu beweisen (vgl. BGH, Urteil vom 24. Juni 1998 - XII ZR 126/96, WM 1998, 2210, 2211; Urteil vom 6. April 2001 - V ZR 394/99, ZIP 2001, 1465, 1466;… Urteil vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05, BGHZ 168, 35 Rn. 23 mwN).
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