Source: http://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/1373-Pruefungsverordnung_Waldorfschulen
Timestamp: 2016-05-01 11:44:59
Document Index: 326705424

Matched Legal Cases: ['§ 19', '§ 4', '§ 14', '§ 18', '§ 26', '§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 5', '§ 4', '§ 7', '§ 8', '§ 9', '§ 10', '§ 11', '§ 12', '§ 13', '§ 14', '§ 27', '§ 15', '§ 16', '§ 7', '§ 17', '§ 24', '§ 18', '§ 48', '§ 48', '§ 19', '§ 47', '§ 20', '§ 21', '§ 22', '§ 59', '§ 23', '§ 57', '§ 18', '§ 24', '§ 25', '§ 26', '§ 23', '§ 48', '§ 51', '§ 54', '§ 62', '§ 27', '§ 28']

Prüfungsverordnung Waldorfschulen – WaldorfPVO
Prüfungsverordnung WaldorfschulenVollzitat: Prüfungsverordnung Waldorfschulen vom 9. März 2005 (SächsGVBl. S. 75), die zuletzt durch Artikel 3 der Verordnung vom 27. Juni 2012 (SächsGVBl. S. 348) geändert worden ist
Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus über die Prüfungen an Waldorfschulen im Freistaat Sachsen (Prüfungsverordnung Waldorfschulen – WaldorfPVO) Vom 9. März 2005 Rechtsbereinigt mit Stand vom 1. August 2012 Aufgrund von § 19 Nr. 3 des Gesetzes über Schulen in freier Trägerschaft (SächsFrTrSchulG) vom 4. Februar 1992 (SächsGVBl. S. 37), das zuletzt durch Artikel 37 des Gesetzes vom 5. Mai 2004 geändert worden ist, wird verordnet:
Abschnitt 2 Prüfung zum Erwerb des Hauptschulabschlusses,des qualifizierenden Hauptschulabschlusses unddes Realschulabschlusses § 4
Abschnitt 3 Besondere Leistungsfeststellung § 14
Abschnitt 4 Abiturprüfung § 18
Abschnitt 5 Schlussbestimmungen § 26
Abschnitt 1 Allgemeines § 1 Geltungsbereich Diese Verordnung regelt den Erwerb des Hauptschulabschlusses, des qualifizierenden Hauptschulabschlusses, des Realschulabschlusses und der allgemeinen Hochschulreife durch Schüler von Waldorfschulen. Die Verordnung sichert die Gleichwertigkeit des so erworbenen Hauptschulabschlusses, qualifizierenden Hauptschulabschlusses und Realschulabschlusses mit den im Wege der Schulfremdenprüfung an staatlichen Mittelschulen erlangten Abschlüssen sowie die Gleichwertigkeit der so erworbenen allgemeinen Hochschulreife mit der im Wege der Schulfremdenprüfung an staatlichen Gymnasien erlangten allgemeinen Hochschulreife.
§ 2 Zulassung zur Prüfung (1) Für Schüler, die an der Prüfung teilnehmen wollen, beantragt die besuchte Waldorfschule bei der Sächsischen Bildungsagentur bis spätestens zu dem vom Staatsministerium für Kultus jährlich bekanntgegebenen Termin die Zulassung zur Hauptschulabschluss-, qualifizierenden Hauptschulabschluss-, Realschulabschluss- oder Abiturprüfung unter Beifügung folgender Unterlagen:
(6) Geben die Antragsunterlagen Anlass zu der Besorgnis, dass das Bestehen der Prüfung erheblich gefährdet ist, weist die Sächsische Bildungsagentur vor der Entscheidung über die Zulassung den betroffenen Schüler, bei minderjährigen Schülern deren Eltern, und die Schulleitung der Waldorfschule auf ihre Bedenken hin.
§ 3 Ort und Termin der Prüfung Die Prüfung wird an den Waldorfschulen abgehalten. Die Prüfung findet jeweils zeitgleich mit den Prüfungen zum Erwerb des Hauptschulabschlusses, des qualifizierenden Hauptschulabschlusses und des Realschulabschlusses für Schulfremde der staatlichen Mittelschulen und der Abiturprüfung an den allgemein bildenden staatlichen Gymnasien statt.
Abschnitt 2 Prüfung zum Erwerb des Hauptschulabschlusses, des qualifizierenden Hauptschulabschlusses und des Realschulabschlusses § 4 Prüfungsgegenstände für den Erwerb des Hauptschulabschlusses (1) Die schriftliche Prüfung erstreckt sich auf die Fächer Deutsch und Mathematik.
§ 5 Prüfungsgegenstände für den Erwerb des qualifizierenden Hauptschulabschlusses (1) Die schriftliche Prüfung erstreckt sich auf die Fächer Deutsch, Mathematik und eine Fremdsprache. Die schriftliche Prüfung in der Fremdsprache enthält keinen praktischen Teil.
§ 6 Prüfungsgegenstände für den Erwerb des Realschulabschlusses (1) Die schriftliche Prüfung erstreckt sich auf die Fächer Deutsch, Mathematik, eine Fremdsprache und nach Wahl des Prüfungsteilnehmers eines der Fächer Physik, Chemie oder Biologie. § 5 Abs. 1 Satz 2 gilt entsprechend.
(3) § 4 Abs. 3 gilt entsprechend, wenn nicht eine Ersetzung gemäß Absatz 2 Satz 2 erfolgt.
§ 7 Prüfungsausschuss (1) Zur Durchführung der Prüfung wird ein Prüfungsausschuss gebildet, dessen Mitglieder von der Sächsischen Bildungsagentur berufen werden. Der Prüfungsausschuss besteht neben einem Vorsitzenden und einem stellvertretenden Vorsitzenden aus drei weiteren Lehrern. Die Mitglieder des Prüfungsausschusses dürfen keine Lehrer der Waldorfschulen sein. Ein Lehrer der Waldorfschule kann beratend an den Sitzungen des Prüfungsausschusses teilnehmen.
(3) Über die Sitzungen des Prüfungsausschusses wird ein Protokoll geführt, das vom Vorsitzenden und dem protokollführenden Mitglied des Prüfungsausschusses unterschrieben wird.
§ 8 Fachausschüsse (1) Für jedes mündliche Prüfungsfach werden Fachausschüsse gebildet. Die Mitglieder der Fachausschüsse werden vom Prüfungsausschuss berufen. Einem Fachausschuss gehören neben dem Vorsitzenden, der zugleich Mitglied des Prüfungsausschusses ist, zwei weitere Lehrer an, von denen einer Lehrer der Waldorfschule sein soll.
§ 9 Bewertung der Prüfungsleistungen (1) Jede schriftliche Prüfungsarbeit wird zuerst von einem Lehrer der Waldorfschule, welcher die staatliche Lehrbefähigung für die Mittelschule in dem betreffenden Fach besitzt (Erstkorrektor), und danach von einem Lehrer des betreffenden Faches einer Mittelschule, die von der Sächsischen Bildungsagentur bestimmt wird (Zweitkorrektor), bewertet.
(3) In Fächern, in denen eine schriftliche und eine mündliche Prüfung durchgeführt wurde, bildet der Fachausschuss die Prüfungsnote aus den Ergebnissen der schriftlichen und mündlichen Prüfungen, die zu gleichen Teilen einfließen. Im Zweifel kommt dem Ergebnis der schriftlichen Prüfungsleistung dabei ein höheres Gewicht zu.
§ 10 Bestehen der Prüfung (1) Die Prüfung zum Erwerb des Hauptschulabschlusses ist bestanden, wenn
Die Prüfung ist nicht bestanden, wenn in den Fächern Deutsch und Mathematik die Prüfungsnote schlechter als „ausreichend“ lautet. (2) Die Prüfung zum Erwerb des qualifizierenden Hauptschulabschlusses ist bestanden, wenn die Prüfungsnoten in keinem Fach schlechter als „ausreichend“ bewertet wurden und der Durchschnitt aller Prüfungsnoten mindestens 3,0 beträgt.
Die Prüfung ist nicht bestanden, wenn die Prüfungsnote im Fach Deutsch schlechter als „ausreichend“ lautet. (4) Über das Bestehen der Prüfung entscheidet der Prüfungsausschuss in einer Schlusssitzung. Den Prüfungsteilnehmern ist das Ergebnis der Prüfung durch den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses mitzuteilen. Besteht ein Schüler die Prüfung nicht, wird ihm dies schriftlich durch den Prüfungsausschuss unter Hinweis auf eine eventuelle Wiederholbarkeit der Prüfung bekanntgegeben.
§ 11 Zusätzliche mündliche Prüfung (1) Prüfungsteilnehmer können auf Antrag einmal in bis zu zwei Fächern der schriftlichen oder mündlichen Prüfung eine zusätzliche mündliche Prüfung ablegen.
(3) Wurde eine zusätzliche mündliche Prüfung durchgeführt, fließen in die Prüfungsnote die Note der Prüfung dieses Faches und die Note der zusätzlichen mündlichen Prüfung in diesem Fach zu gleichen Teilen ein.
§ 12 Wiederholung der Prüfung Die nicht bestandene Prüfung kann frühestens ein Jahr nach dem ersten Versuch, nur einmal und insgesamt im Rahmen der Prüfung zum Erwerb des Hauptschulabschlusses, des qualifizierenden Hauptschulabschlusses oder des Realschulabschlusses für Schulfremde an staatlichen Mittelschulen an der Waldorfschule wiederholt werden.
§ 13 Abschlusszeugnis Prüfungsteilnehmer, die die Prüfung zum Erwerb des Hauptschulabschlusses bestanden haben, erhalten ein Zeugnis über den Erwerb des Hauptschulabschlusses für Schüler der Waldorfschule. Prüfungsteilnehmer, die die Prüfung zum Erwerb des qualifizierenden Hauptschulabschlusses bestanden haben, erhalten ein Zeugnis über den Erwerb des qualifizierenden Hauptschulabschlusses für Schüler der Waldorfschule. Prüfungsteilnehmer, die die Prüfung zum Erwerb des Realschulabschlusses bestanden haben, erhalten ein Zeugnis über den Erwerb des Realschulabschlusses für Schüler der Waldorfschule. Der Prüfungsausschuss stellt den Teilnehmern, die die Prüfung bestanden haben, das jeweilige Zeugnis aus.
Abschnitt 3 Besondere Leistungsfeststellung § 14 Durchführung (1) Schüler der Jahrgangsstufe 11, die das Abitur erlangen wollen, können jeweils an der zentralen besonderen Leistungsfeststellung des Gymnasiums gemäß § 27 der Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus über allgemeinbildende Gymnasien und die Abiturprüfung im Freistaat Sachsen (Schulordnung Gymnasien Abiturprüfung – SOGYA) vom 27. Juni 2012 (SächsGVBl. S. 348), in der jeweils geltenden Fassung, teilnehmen.
§ 15 Korrektur der Arbeiten Jede Arbeit wird zuerst von einem Lehrer der Waldorfschule, welcher die staatliche Lehrbefähigung für die gymnasiale Oberstufe in dem betreffenden Fach besitzt (Erstkorrektor), und danach von einem Lehrer des betreffenden Faches eines Gymnasiums, das von der Sächsischen Bildungsagentur bestimmt wird (Zweitkorrektor), korrigiert und bewertet.
§ 16 Ausschuss für die Durchführung der besonderen Leistungsfeststellung (1) Zur Durchführung der besonderen Leistungsfeststellung für Schüler der Waldorfschulen wird ein Ausschuss gebildet, dessen Mitglieder von der Sächsischen Bildungsagentur berufen werden. Er besteht neben einem Vorsitzenden und einem stellvertretenden Vorsitzenden aus drei weiteren Lehrern. Die Mitglieder des Ausschusses dürfen keine Lehrer der Waldorfschulen sein. Ein Lehrer der Waldorfschule kann beratend an den Sitzungen des Ausschusses teilnehmen.
(3) § 7 Abs. 3 gilt entsprechend.
§ 17 Anerkennung des mittleren Schulabschlusses Ein dem Realschulabschluss gleichgestellter mittlerer Schulabschluss wird einem Schüler der Waldorfschule nachträglich zuerkannt, wenn
bei den schriftlichen Prüfungen zur allgemeinen Hochschulreife mit oder ohne Besonderer Lernleistung gemäß § 24 Abs. 1 bis 3 sowie 5 und 6 mindestens 165 Punkte erreicht wurden.
Abschnitt 4 Abiturprüfung § 18 Gliederung der Prüfung, Prüfungsfächer (1) Die Abiturprüfung gliedert sich in einen schriftlichen und einen mündlichen Teil. Die Dauer der schriftlichen Prüfungen richtet sich nach § 48 Abs. 2 Satz 4 Nr. 1 und 2 SOGYA.
§ 48 Abs. 11 Satz 2 SOGYA gilt entsprechend.
§ 19 Besondere Lernleistung Für die Erstellung und Einbringung einer Besonderen Lernleistung in die Abiturprüfung gilt § 47 SOGYA, mit folgenden Maßgaben:
die zu bildende Fachprüfungskommission besteht aus den beiden Korrektoren der Arbeit sowie dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses.
§ 20 Prüfungsausschuss (1) Zur Durchführung der Abiturprüfung wird ein Prüfungsausschuss gebildet, dessen Mitglieder von der Sächsischen Bildungsagentur berufen werden. Er besteht neben einem Vorsitzenden und einem stellvertretenden Vorsitzenden aus drei weiteren Lehrern. Die Mitglieder des Prüfungsausschusses dürfen keine Lehrer der Waldorfschulen sein. Ein Lehrer der Waldorfschule kann beratend an den Sitzungen des Prüfungsausschusses teilnehmen.
§ 21 Fachprüfungskommissionen (1) Für jedes mündliche Prüfungsfach werden an den Waldorfschulen Fachprüfungskommissionen gebildet. Die Fachprüfungskommission führt die mündliche Prüfung auf der Grundlage der vom Fachlehrer des Kurses unterbreiteten und vom Prüfungsausschuss genehmigten Aufgabenvorschläge durch.
(3) Lehrer an Waldorfschulen können als Mitglieder in die Fachprüfungskommission berufen werden, wenn sie die staatliche Lehrbefähigung für die gymnasiale Oberstufe im betreffenden Fach besitzen. Über Ausnahmen von der Voraussetzung nach Satz 1 entscheidet die Sächsische Bildungsagentur.
§ 22 Korrektur der Prüfungsarbeiten (1) Jede Prüfungsarbeit wird zuerst von einem Lehrer der Waldorfschule, welcher die staatliche Lehrbefähigung für die gymnasiale Oberstufe in dem betreffenden Fach besitzt (Erstkorrektor), und danach von einem Lehrer des betreffenden Faches eines Gymnasiums, das von der Sächsischen Bildungsagentur bestimmt wird (Zweitkorrektor), bewertet.
(2) § 59 Abs. 2 bis 5 SOGYA, gilt entsprechend.
§ 23 Bekanntgabe der Ergebnisse der schriftlichen Prüfungen Frühestens vier Tage nach Bekanntgabe der Ergebnisse der schriftlichen Prüfungen und der Fachprüfungen gemäß § 57 Abs. 1 SOGYA, werden die mündlichen Prüfungen durchgeführt. Innerhalb des Zeitraumes der mündlichen Prüfungen finden zuerst die zusätzlichen mündlichen Prüfungen gemäß § 18 Abs. 8 statt.
§ 24 Gesamtqualifikation, Ergebnis der Abiturprüfung (1) Die aus dem schriftlichen Prüfungsteil in die Gesamtqualifikation einzubringenden Punkte werden wie folgt berechnet:
(7) Der Prüfungsausschuss stellt die Gesamtqualifikation fest. Er stellt den Teilnehmern, die die Prüfung bestanden haben, das Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife für Schüler der Waldorfschule aus, das die Berechtigung zum Studium an einer Hochschule in der Bundesrepublik Deutschland bescheinigt.
§ 25 Wiederholung der Abiturprüfung (1) Besteht ein Schüler die Abiturprüfung nicht, wird ihm dies schriftlich durch den Prüfungsausschuss unter Hinweis auf eine eventuelle Wiederholbarkeit der Abiturprüfung bekanntgegeben.
Abschnitt 5 Schlussbestimmungen § 26 Entsprechende Anwendung anderer Rechtsvorschriften (1) Soweit diese Verordnung keine Bestimmungen über die Hauptschulabschlussprüfung, die Prüfung zum Erwerb des qualifizierenden Hauptschulabschlusses oder die Realschulabschlussprüfung enthält, sind die Regelungen für Schulfremde des Teils 4 der Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus über Mittel- und Abendmittelschulen im Freistaat Sachsen (Schulordnung Mittel- und Abendmittelschulen – SOMIA) vom 11. Juli 2011 (SächsGVBl. S. 277, 365), zuletzt geändert durch Artikel 5 der Verordnung vom 27. Juni 2012 (SächsGVBl. S. 348, 374), in der jeweils geltenden Fassung, entsprechend anzuwenden.
(2) Für die Abiturprüfung gelten die § 23 Abs. 2, § 48 Abs. 1, §§ 51, 53 Abs. 3, §§ 54 bis 56, 58, 60 Abs. 2 Satz 2, Abs. 3 und 7 bis 10 sowie §§ 62 und 63 SOGYA entsprechend.
§ 27 Übergangsregelung Für Schüler, die im Schuljahr 2011/12 zur Abiturprüfung zugelassen wurden und die Abiturprüfung wiederholen, gilt die Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus über die Abiturprüfung an Waldorfschulen im Freistaat Sachsen (Prüfungsverordnung Waldorfschulen – WaldorfPVO) vom 9. März 2005 (SächsGVBl. S. 75), zuletzt geändert durch Artikel 2 der Verordnung vom 18. Juli 2008 (SächsGVBl. S. 491), fort.
§ 28 Inkrafttreten und Außerkrafttreten (1) Diese Verordnung tritt mit Wirkung vom 1. August 2004 in Kraft, soweit in Absatz 2 Satz 1 nichts anderes bestimmt ist. Gleichzeitig treten, soweit in Absatz 2 Satz 2 nichts anderes bestimmt ist, außer Kraft: