Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=08.10.1991&Aktenzeichen=XI%20ZR%20238%2F90
Timestamp: 2019-03-26 03:07:20
Document Index: 203050620

Matched Legal Cases: ['BGH', 'Art.16', '§ 276', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 290', 'BGH', '§ 276', 'BGH', '§ 276', '§ 6', 'BGH', '§ 276']

BGH, 08.10.1991 - XI ZR 238/90 - dejure.org
Wechsel - Spielbank - Grobe Fahrlässigkeit - Wechselforderung - Sittenwidriges Darlehn
Grobe Fahrlässigkeit der Bank bei ohne Nachforschung getätigtem Wechselankauf von Spielbank
Wechsel und Grundgeschäft, Sittenwidrigkeit und Einwendungsausschluß
WG Art.16 Abs. 2
NJW 1992, 316
ZIP 1991, 1477
MDR 1992, 369
WM 1991, 1946
DB 1991, 2478
Bei der groben Fahrlässigkeit handelt es sich um eine auch subjektiv schlechthin unentschuldbare Pflichtverletzung, die das gewöhnliche Maß der Fahrlässigkeit des § 276 Abs. 1 BGB erheblich übersteigt (BGH NJW 1992, 316, 317 m. w. Nachw.).
Der Nachprüfung unterliegt aber, ob der Tatrichter den Rechtsbegriff der groben Fahrlässigkeit verkannt oder bei der Beurteilung des Grades der Fahrlässigkeit wesentliche Umstände außer Betracht gelassen hat (Senat, Urteil vom 8. Oktober 1991 - XI ZR 238/90, WM 1991, 1946, 1948).
Ist das der Fall, kann das Revisionsgericht die Beurteilung selbst vornehmen, wenn die Feststellungen des Berufungsgerichts - wie hier - ein abgeschlossenes Tatsachenbild ergeben (vgl. dazu Senatsurteil vom 8. Oktober 1991 - XI ZR 238/90, NJW 1992, 316, 317).
Der Nachprüfung unterliegt aber, ob der Tatrichter den Rechtsbegriff der groben Fahrlässigkeit verkannt oder bei der Beurteilung des Grades der Fahrlässigkeit wesentliche Umstände außer Betracht gelassen hat (vgl. BGH, Urt. v. 8. Oktober 1991 - XI ZR 238/90, WM 1991, 1946, 1948; v. 29. September 1992 - IX ZR 265/91, NJW 1992, 3235, 3236).
Bei der groben Fahrlässigkeit handelt es sich um eine auch subjektiv schlechthin unentschuldbare Pflichtverletzung (BGHZ 10, 12, 16; 89, 153, 161; BGH, Urt. v. 8. Oktober 1991, aaO;… v. 29. September 1992, aaO; v. 13. Dezember 2004 - II ZR 17/03, NJW 2005, 981, 982;… ebenso etwa MünchKomm-InsO/Stephan, § 290 Rn. 45).
Daraus geht nicht eindeutig hervor, ob das Berufungsgericht einen sittenwidrigen Kredit für gegeben hält, wie vom erkennenden Senat bei Wechseln angenommen worden ist, denen zu Spielzwecken gewährte Kredite zugrunde lagen (Senatsurteil vom 8. Oktober 1991 - XI ZR 238/90 = ZIP 1991, 1477 f.; vgl. auch Senatsurteil vom 17. Januar 1995 - XI ZR 225/93 = NJW 1995, 1152, 1153).
Der Nachprüfung unterliegt aber, ob der Tatrichter den Rechtsbegriff der groben Fahrlässigkeit verkannt oder bei der Beurteilung des Grades der Fahrlässigkeit wesentliche Umstände außer Betracht gelassen hat (vgl. BGH, Urt. v. 8. Oktober 1991 - XI ZR 238/90, WM 1991, 1946, 1948;… Urt. v. 29. September 1992 - IX ZR 265/91, NJW 1992, 3235, 3236;… Beschl. v. 9. Februar 2006 aaO).
Der Nachprüfung unterliegt allerdings, ob der Tatrichter den Rechtsbegriff der groben Fahrlässigkeit verkannt oder bei der Beurteilung des Grades der Fahrlässigkeit wesentliche Umstände außer Betracht gelassen hat (st.Rspr., vgl. Senatsurteil vom 8. Oktober 1991 - XI ZR 238/90, WM 1991, 1946, 1948 m.w.Nachw.).
Bei der groben Fahrlässigkeit handelt es sich um eine subjektiv schlechthin unentschuldbare Pflichtverletzung, die das gewöhnliche Maß der Fahrlässigkeit des § 276 Abs. 1 BGB erheblich übersteigt (Senatsurteil vom 8. Oktober 1991 aaO. m.w.Nachw.).
Grobe Fahrlässigkeit setzt daher in der Regel das Bewusstsein der Gefährlichkeit voraus, kann aber auch dann zu bejahen sein, wenn der Handelnde die Gefährlichkeit seines Tuns leichtfertig nicht erkennt (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 08.10.1991 - XI ZR 238/90 -, NJW 1992, 316 ; Urteil vom 29.09.1992 - XI ZR 265/91 -, NJW 1992, 3235 ;… Grundmann in: MünchKomm zum BGB, 5. Aufl. 2007, § 276 Rn. 94 ff.;… Prölss/Martin, VVG, 27. Aufl. 2004, § 6 Rn. 117 f., jeweils m.w.N.).
BGH, 10.05.1994 - XI ZR 212/93
Sorgfaltspflichten der Bank bei Hereinnahme und Veräußerung von Inhaberpapieren
Das Revisionsgericht kann die Beurteilung des Verschuldensgrades selbst vornehmen, wenn die Feststellungen des Berufungsgerichts ein abgeschlossenes Tatsachenbild ergeben (Senatsurteil vom 8. Oktober 1991 - XI ZR 238/90, NJW 1992, 316, 317 m.w.Nachw.).
Bei der groben Fahrlässigkeit handelt es sich um eine auch subjektiv schlechthin unentschuldbare Pflichtverletzung, die das gewöhnliche Maß der Fahrlässigkeit des § 276 Abs. 1 BGB erheblich übersteigt (Senatsurteil vom 8. Oktober 1991 aaO. m.w.Nachw.).