Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20141,%20116
Timestamp: 2020-02-25 13:34:48
Document Index: 272322850

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 46', '§ 48', 'BGH', 'BGH', '§ 46', '§ 355', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 48', '§ 48', '§ 48', '§ 48', '§ 48', 'BGH', 'BGH', '§ 48', '§ 48', '§ 48', '§ 48', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 210', '§ 543', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 11.03.1999 - IX ZR 164/98 - dejure.org
https://dejure.org/1999,442
BGH, 11.03.1999 - IX ZR 164/98 (https://dejure.org/1999,442)
BGH, Entscheidung vom 11.03.1999 - IX ZR 164/98 (https://dejure.org/1999,442)
BGH, Entscheidung vom 11. März 1999 - IX ZR 164/98 (https://dejure.org/1999,442)
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§ 46 S. 2 KO (§ 48 S. 2 InsO), Unterscheidbarkeit, Umfang des Ersatzaussonderungsanspruchs bei Verbuchung auf Girokonto
Veräußerung massefremder Gegenstände - Kontokorrentkonto - Ersatzaussonderung
Ersatzaussonderungsanspruch an Veräußerungserlös bis zur Höhe des niedrigsten Tagessaldos trotz zwischenzeitlicher Saldoanerkenntnisse (Abweichung von BGHZ 58, 257)
Ersatzaussonderungsanspruch an Veräußerungserlös bis zur Höhe des niedrigsten Tagessaldos trotz zwischenzeitlicher Saldoanerkenntisse (Abweichung von BGHZ 58, 257)
KO § 46 Satz 2; HGB § 355
Unterscheidbarkeit der Gegenleistung bei Einzahlung von Veräußerungserlösen auf ein allgemeines Kontokorrentkonto
BGHZ 141, 115
BGHZ 141, 116
NJW 1999, 1709
NJW-RR 1999, 1136 (Ls.)
ZIP 1999, 626
MDR 1999, 762
NZI 1999, 265
VersR 2000, 1245
WM 1999, 784
BB 1999, 1458
DB 1999, 1547
b) Ob sich die Zahlungen der ARGE insoweit noch unterscheidbar auf dem für die Masse geführten Anderkonto befinden, wird das Berufungsgericht anhand der vom Senat im Urteil vom 11. März 1999 (BGHZ 141, 116) aufgestellten Grundsätze zu klären haben.
Ein Betrag, der dem Konto gutgeschrieben ist, aber materiell nicht der Masse gehört, gilt demnach so lange als vorhanden, wie das Konto eine ausreichende Deckung aufweist (BGH, Urteil vom 11. März 1999 - IX ZR 164/98, BGHZ 141, 116, 119;… Prütting in Kübler/Prütting/Bork, InsO, 2018, § 48 Rn. 21;… vgl. HK- InsO/ Lohmann, 9. Aufl., § 48 Rn. 11;… MünchKomm-InsO/Ganter, 3. Aufl., § 48 Rn. 58, 60, 62 f;… Schmidt/Thole, InsO, 19. Aufl., § 48 Rn. 23;… Jaeger/Henckel, InsO, 2004, § 48 Rn. 81).
Steigt der Saldo in der Folgezeit wieder an, lebt der Ersatzaussonderungsanspruch nicht wieder auf (BGH, Urteil vom 11. März 1999 - IX ZR 164/98, BGHZ 141, 116, 123;… HK- InsO/Lohmann, 9. Aufl., § 48 Rn. 11;… vgl. BeckOK-InsO/Haneke, 2018, § 48 Rn. 26, 28;… Uhlenbruck/ Brinkmann, InsO, 15. Aufl., § 48 Rn. 36;… MünchKomm-InsO/Ganter, 3. Aufl., § 48 Rn. 71).
Damit stellt sich das vom Berufungsgericht im Anschluß an das Senatsurteil BGHZ 141, 116 erörterte Problem nicht, wie zu verfahren ist, wenn die Ersatzaussonderungsrechte mehrerer Berechtigter konkurrieren, der auf dem Konto des Verwalters zur Verfügung stehende Betrag jedoch nicht ausreicht, um alle Ansprüche zu befriedigen.
Steht ein bestimmter dem Konto gutgeschriebener Betrag materiell nicht der Masse, sondern einem anderen zu, so muss er so lange als noch vorhanden gelten, wie das Konto eine ausreichende Deckung aufweist (BGHZ 141, 116, 118 f;… BGH, Urt. v. 19. Januar 2006 - IX ZR 154/03, ZIP 2006, 959, 961 Rn. 18 f).
Die in das Kontokorrent eingestellten Einzelforderungen, die durch das Saldoanerkenntnis untergegangen wären (vgl. BGHZ 141, 116, 120 m.w.N.), waren grundsätzlich nicht selbständig abtretbar, solange die Kontokorrentbindung zwischen den Beteiligten bestand.
Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat allerdings bei der Überweisung des Erlöses massefremder Gegenstände auf ein im Kontokorrent geführtes allgemeines Bankkonto des Konkursverwalters eine Ersatzaussonderung für möglich gehalten (BGHZ 141, 116, 120 ff.).
Spätere Abbuchungen heben die Unterscheidbarkeit mithin nicht auf (so BGH, Urteil vom 11.03.1999, IX ZR 164/98, BGHZ 141, 116 (119 f.).
Da Massearmut vorliegt, steht dem Kläger insoweit keine Leistungs- sondern nur eine Feststellungsklage offen (BGH, Urteil vom 11.03.1999, BGHZ 141, 116(124); Landfermann, in: Eickmann u.a., Heidelberger Kommentar zur InsO, 2. Aufl. 2001, § 210 Rn. 5 m.w.N.).
Die Revision ist gemäß § 543 I Ziff. 1, II Ziff. 1 ZPO n.F. zuzulassen, denn die hinsichtlich der vom BGH in der Entscheidung vom 11.03.1999 (BGHZ 141, 116) offengelassene Frage, wie zu verfahren ist, wenn das Guthaben nicht zur Begleichung aller Ersatzaussonderungsforderungen ausreicht, ist von grundsätzlicher Bedeutung.
Dafür genügt es, daß der Eingang durch Buchungen belegt (vgl. BGHZ 141, 116, 120 ff) und der positive Kontensaldo nicht durch Abbuchungen unter den Betrag der beanspruchten Leistung abgesunken ist.
Soweit auf das Konto Zahlungen zugunsten der Klägerin eingegangen sind, haben diese ihren eigenständigen Rechtscharakter durch den dem Kontokorrent innewohnenden antizipierten Verrechnungsvertrag (vgl. BGH ZIP 1999, 665, 666; BGHZ 107, 192, 197; BGHZ 93, 315, 323; BGHZ 93, 307, 314) zwischen der WEG und der T. E.spätestens mit der zeitnächsten Saldoanerkennung der Wohnungseigentümergemeinschaft verloren (vgl. BGHZ 58, 257, 260; BGHZ 80, 172, 176; BGHZ 141, 116, 120f.).