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Timestamp: 2019-03-21 18:28:28
Document Index: 229247229

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 30', 'BGH', '§ 46', '§ 170']

Der Tod des Herrn Kurusch - Folge 40 - kommissar-keller.de - Forum
Folge 40 »
Montag, 9. März 2009, 16:22
Hochspannung von der ersten bis zur letzten Minute: ein Fall mit echtem Kult-Charakter! Wie dieser Lerche sich nach und nach in Widersprüche verstrickt hat und schlußendlich dann um seine Unschuld kämpfen mußte war schon großartig gespielt von Volkert Kraeft. Vor allem dann der Schluß: Lerche freut sich, dass Nachbar Bross den Mord begangen hat. Dabei wäre er zum Mörder geworden, wäre Bross ihm nicht zuvorgekommen. Interessant bleibt für mich die Frage, ob man ihn trotzdem wegen Mordversuchs vor Gericht stellen kann. Ich denke ja, denn er hat die tat ja bewußt geplant. Also wird Lerche sich wohl verantworten müssen!
ZZvonSchnerk
Wenn er den Hammer kauft und sich danach im Kopf einen Plan zurechtlegt, wie er Kurusch damit umbringen könnte, aber diese Tat nicht ausführt - warum sollte man ihn belangen? Schließlich war ja jemand vor ihm da und hat es bereits getan.
Montag, 9. März 2009, 21:11
warum sollte man ihn belangen ....
Ich darf in diesem Zusammenhang aufmerksam machen auf meine kleinen Abhandlungen, die auf der Hauptseite im inoffiziellen Teil zu den einzelnene Filmen abgespeichert sind. Ich habe zwar nicht alle Folgen besprochen, aber dieser Folge habe ich ein paar Gedanken gewidmet.
Wem meine kleine erfundene, fortlaufende Geschichte zu meiner kleinen fiktiven Anwaltskanzlei im München der 60er/70er-Jahre zu langweilig ist, für den sei hier das wesentliche juristische zu dieser Folge gesagt:
Nach dem Willen des Gesetzgebers (seit hunderten von Jahren) wird nicht nur der bestraft, der einen schädlichen Erfolg herbeiführt, sondern auch der, der dies versucht und es - aus welchen Gründen auch immer - nicht schafft - sei es, daß der Unglücksrabe schon tot ist, sei es, daß der Täter danebenschießt, was auch immer.
Bestraft wird der Täter, wenn er seinen Tatentschluß (Vorsatz) wenigstens anfängt auszuführen. Dabei grenzt man zwischen unmittelbarem Ansetzen zur Tat ("Jetzt geht es los !") und straflosen Vorbereitungshandlungen ab.
Das Besorgen des Hammers: straflos.
Das Betreten der Wohnung Kurusch: straflos
(zumindest als Tötungsdelikt)
Das Heben des Hammers: m.E. straflos.
Erst das Senken des Hammers wäre in meinen Augen ein unmittelbares Ansetzen gewesen. Hierzu kommt es bekanntermaßen nicht.
Ewald und sein "Kurusch"-Problem
Zunächst einmal das Unwichtigste am Anfang. Für alle, denen der kleine Fehler in der Schauspielerliste noch nicht aufgefallen ist:
Volker Kraeft heiß in der wirklich "Volkert". Als ich noch jung und knackig war und in Rosbach v.d.H. bei meinen Eltern lebte, wohnte er ebenfalls im gleichen Ort. Also "eischendlisch en Hessebub", dachte ich, als ich ihn als Jugendlicher zufällig mal traf. Er sprach allerdings hochdeutsch und war mir trotzdem sympatisch, obwohl er auf seinen "Volkert" größten Wert legte ...
SO - un nun zum Kurusch-Rezensionario:
Der Film, der mir eigentlich noch nie so richtig gefallen hat, trat am letzten Sonntag mit völlig neuen Aspekten in mein Bewusstsein. Ich hatte mir vorher noch mal das Buch von Gerald Grote geschnappt und mir den köstlichen Kommentar zur Folge verabreicht. Nun war ich bereit:
Ich achtete also auf den Mann mit dem frisch gestärkten Geizkragen und abgewetzter Aktentasche, ob dieser eigentlich außer Geld noch andere Hobbys hatte. Offenbar nicht. Kurusch war ein äußerst modester Griesgram, ein Realist zwar, aber ebenso auch ein umbequemer Zeitgenosse, dem man schon die Pest an den Hals wünschen konnte.
"Uns Volkert" war in Verlegenheit und sagte etwas im Vorfeld zu seiner Freundin, was mir zu denken gab: "In Zeiten von Kreditkarten ..." - DONNERWETTER! Ob das 1971 schon so im Drehbuch stand, bleibt dahin gestellt. Zwar wurde American Express als erste 1964 in Deutschland eingeführt, aber wer hatte denn schon 1971 Kreditkarten? Egal!
Das Ding ging schief, Kurusch war bereits tot und der Mörder noch in der Wohnung. Es war fast so öminös, wie die "Steintaler"-Story aus der KOMPLOTT-Folge. Wie will man in solchen Fällen seine Unschuld als Mörder beweisen. Er wollte es und er tat es. Mit juristischen Wortspielchen brachte er nicht nur den Zuschauer zum kochen, sondern auch das KK-Team. Ob und in weit man ihn für seinen Mord-Plan belangen könnte, hat bereits unser werter Torsten Pieper im Kommentar zur Serie sehr eindrucksvoll beschrieben.
Aber was war das? Unsere Conny Froboes war ja wirklich "bös", indem sie immer wieder felsenfest behauptete, "Uns Volkert" sei der Mörder. Es kann ja schließlich nur so sein. Na ja; ihr kleines "2 Italiener-Gehirn" sowie ihre trocken konzentrierte und arrogant wirkende Art machten sie filmtechnisch gesehen nie zum wirklichen Publikumsliebling. Gleichzusetzen mit einer "kleinen Maria Schell-Show" nervte sie mich hier ganz gewaltig mit ihrer Begriffsstutzigkeit (bis zum Schluß).
Am besten gefiel mir die Rolle von Martha Wallner als "Hilda Kurusch". Permanent im Whisky-Rausch und anscheinend doch bei der Sache:
"Wissen sie, wem sie ab jetzt ihre Miete zahlen? MMMM I R !!!
Es gab und gibt auch heute kaum Frauen, die eine Säuferin gut spielen können. Sie konnte es. Schade, daß sie in weiteren Folgen nicht mehr zu sehen war.
Auch wenn die Folge zum ersten mal gesehen hätte, hätte ich als Täter sofort auf "Heinz Baumann" getippt. Er hat schon immer zwielichtige Rollen gespielt; diese passte zu ihm.
Für Otto Bolesch war es er erste Kommi; wir dürfen ihn schon bald in "Schwester Ignatia" als abgewrackten Alkoholiker bewundern (köstlich). Alt-Synchro-Meister Wolfgang Engels sprach und spielte wieder einmal so wie man ihn kannte. Nach 1983 leider auf Wolke 7.
Im Großen und Ganzen eine durchaus gelungene Folge, an die ich mich wegen der vielen Kleinigkeiten gewöhnen könnte.
Als Volkert mit dem Hammer um die Ecke schlich sah man auch einen schönen Wandschmuck. Der alte Kurusch stand auf Spitzweg
Montag, 9. März 2009, 23:55
juristische Zusatzfrage...
.....@ Torsten:
Gibt es nicht einen sogenannten "straffreien Rücktritt" von der Tatausführung ?
Und kann dieser "Rücktritt" auch dann noch straffrei sein, weil dem Möchtegern-Täter nur jemand zuvorkam ???
(Ich hab da immer noch das schöne Bild im Kopf, wo der Bankräuber - weil die Kassiererin ihn bös anguckt - sich die Maske vom Kopf reisst und sagt: "Dann eben nicht - dann zahl ich halt was ein!")
ubrimuc
Dienstag, 10. März 2009, 02:16
Vorname des Herrn Kurusch
was ich an dieser Folge so eigenwillig fand, ist die Tatsache, dass der Vorname des ermordeten Herrn Kurusch weder in der Programmzeitschrift, noch im großen FANBUCH "Der Kommissar - eine Serie und Ihre Folgen" genannt wird. Mir ist nach wie vor unklar, wie der gute Mann mit Vornamen hieß. Aber schließlich muss er doch einen Vornamen gehabt haben.... echt seltsam.
Vielleicht weiß einer von Euch, ob der Vorname im Laufe der Folge genannt wird. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, den Vornamen des Herrn Kurusch auch nur ein einziges Mal gehört zu haben.
Das ist auch eine Kuriosität, denn in allen anderen Folgen vom Kommissar haben die Leute grundsätzlich schon immer einen Vornamen ;-)
Der Kommissar - die Krimiserie mit Charme und Kultcharakter für alle Junggebliebenen ;-)
Vielleicht hieß er ja Dagobert mit Vornamen?
Das für mich interessante an diesem Punkt ist, dass diese Frage nicht abschließend zu klären ist! Allein an den Ausführungen von Torsten ist gut zu erkennen, dass man, und wie wird es erst bei den Gerichten sein, unterschiedliche Auffassungen vertreten kann!
Ich bin mir nur in einem sicher, diese Frage würde vor Gericht alle Instanzen durchlaufen, bevor es zu einem abschließenden Urteil kommen wird!
Aus heutiger Sicht ist diese Frage auch deshalb kaum zu beantworten, weil wir nicht nachvollziehen können, wie die damalige Rechtsprechung war!
Torsten spricht in seinem Kommentar, siehe Inoffizieller Teil zur Folge 40, davon […] so dass beide schon wegen Verabredung eines Verbrechens dran sind – sofern eine solche Verabredung sich beweisen lässt.[…]
Wenn ich hingegen ein BGH-Urteil vom 28. Juni 2006, Az.: 3 StR 140/07, Verabredung zum Verbrechen: Anforderungen an den Tatbestand, lese, dann kommen mir Zweifel, ob Ewald Lerche und Helga Schwerin (Volkert Kraeft/Christiane Krüger) tatsächlich wg. einer Verabredung zum Verbrechen verurteilt werden!
Der BGH hebt nämlich in sein Anforderung darauf ab, dass
1. Eine Verabredung im Sinne des § 30 II StGB muss, soweit hier von Bedeutung, drei Elemente aufweisen:
Diese Anforderungen werden meines Erachtens hier nicht erfüllt, denn Helga Schwerin kann man nicht unterstellen, dass sie ebenfalls den Entschluss zur Tötung des KURUSCH hatte. Sie ist auch meines Erachtens keine Mittäterin.
Sie wusste von der Absicht ihres Freundes ja!
Sie hielt ihn nicht zurück: ja!
Sie zeigte die Tat nicht an: ja!
Mittäterschaft setzt aber voraus, dass der Täter selber den Taterfolg will! Das die Tat gemeinschaftlich begangen wird!
Vor der Tat ist nicht weder erkennbar, dass Helga Schwein an der Planung der Tat beteiligt war, noch das sie einen wesentlichen eigenen Tatbeitrag geleistet hat. Es reicht meines Erachtens noch nicht einmal zur Anstiftung oder Beihilfe. Denn den zweiten Hammer hat sie erst nach der Tat gekauft!
Also, treffen die vom BGH geforderten Tatbestandsmerkmale für die Verabredung einer Straftat, meiner Meinung nach nicht zu!
Wie gesagt, aus heutiger Sicht! Ich weiß nicht, wie die Gerichte es 1971 gesehen haben!
Uns, dem Zuschauer, bleibt also nur übrig sich damit zu trösten was Kommissar Keller zum Schluss zu Lerche sagte: „Das wird der Staatsanwalt zu klären haben.“
Dienstag, 10. März 2009, 12:17
Ja Kellner, stimmt genau
es wäre absolut hypothetisch, zu versuchen die "Rechtssprechung"/Urteilsverkündung der 70er Jahre nachvollziehen zu wollen.......
Keine Chance....das wäre schon Stoff für eine Dissertation..
PS: Vielleicht wäre es auch "versuchte Leichenschändung" gewesen.............aber den Paragraph gibt's auch nicht..........
Dienstag, 10. März 2009, 15:08
RE: Vorname des Herrn Kurusch
Original von ubrimuc
Das würde ich so nicht unterschreiben. Oft wird nur der Nachname genannt und der Zuschauer erfährt den Vornamen nie.
Ich weis, Herr Meinhardt hieß Doktor mit Vornamen
Dienstag, 10. März 2009, 20:15
Folge 40: Der Tod des Herrn Kurusch
„Ich bin kein Mörder!“
Immer wieder haut Ewald Lerche (Volkert Kraeft) dem Zuschauer diesen Satz um die Ohren!
Richtig, Ewald Lerche hat nicht mit dem extra für die Tat gekauften Hammer zugeschlagen, obwohl er den Mord wollte!
Die juristische Frage haben wir bereits durch gesonderte Beiträge zu klären versucht! Zu klären? Naja, zu erörtern!
Aber genau mit diesem Wissen, Lerche war es nicht, wird der Zuschauer durch die Folge geführt!
Der Zuschauer weiß nämlich etwas, was der Kommissar und sein Team, aber auch die Nichte des Ermordeten, Annemarie Kurusch (Cornelia Froboess), nicht wissen können! Lerche hat tatsächlich nicht zu geschlagen!
Kurz bevor Lerche zuschlägt, findet er sein ausgesuchtes Opfer bereits tot im Sessel vor!
Sein Ziel ist somit erreicht, aber
„Ich bin kein Mörder!“!
Sein Vorbereitungen, Hammer kaufen, Nachschlüssel herstellen, in das Nachbarhaus schleichen, den richtigen Zeitpunkt abpassen, sind vollständig getroffen. Lerche muss nur noch das Eisen des Hammers auf die Schädeldecke des Opfers schlagen!
Das Motiv von Lerche wabert allerdings ein bisschen im Dunkeln!
Wollte Lerche die mit Mieteinnahmen gefüllte Tasche? Also Geldgier?
Oder wollte er einfach sein Opfer töten, weil er es ihm abgrundtief unsympathisch war?
Oder war es eine Mischung aus beidem?
Für mich ist das Motiv von Lerche nicht klar!
Was erfahren wir über das Opfer, über Herrn Kurusch?
Ein unsympathischer, vergnatzter, geldgieriger Vermieter?
Dem es Spaß macht seine Vermieter an jedem Ersten zu schikanieren, in dem er sich die Miete bar auszahlen und den Empfang des Geldes in einem extra zu führenden Mietbuch quittieren lässt?
Auf dem ersten Blick ja! Denn er wird ja als solches von seinem „Ich bin kein Mörder“-Lerche so beschrieben.
Auch die Nichte beschreibt ihn mit den Worten: „Das Geld, wenn er es erst hatte, interessierte ihn nicht mehr!“
Auch der Kommissar war der Meinung diesen Typ zu kennen: „ Die haben eine Menge Geld, aber sie wissen nichts damit anzufangen. Ihr einziges Vergnügen ist, diese Menge Geld zu besitzen!“
Also Eigenschaften, die von der Masse der Menschen als negative Eigenschaften empfunden werden!
Aber ein Blick hinter den Kulissen lässt das Opfer in einem etwas anderen Licht erscheinen!
Sicherlich war er jemand, der sich grundsätzlich mit seinen Mitmenschen überworfen hat! Der es seinem Umfeld nicht einfach gemacht hat!
Seine Nichte Annemarie weiß aber zu berichten, dass er sich gerne wieder mit seinem Bruder vertragen hätte. Und das er seine Frau immer noch liebte. Es deshalb auch nicht ertrug, wenn sie betrunken und bettelnd vor seiner Wohnungstür stand. Also offensichtlich ein Mensch, der es einfach nicht schaffte auf andere Menschen zuzugehen und dadurch immer schwieriger für seine Umwelt wurde!
Ja und das Motiv von Brass?
Auch hier bekommt der Zuschauer keine richtige Antwort.
Reine Geldgier? Glaube ich nicht. Eher der Versuch mit der Tat seine Position gegenüber der Witwe zu festigen. Denn wenn Frau Kurusch erst einmal das Geld geerbt hat, dann wird er sich auch „sein schönes Leben“ machen können!
Auf jeden Fall nutzte Brass kaltblütig die sich ihm bietende Möglichkeit aus, in dem er den von Lerche weggeworfenen Hammer nahm und diesen nochmals auf Kurusch`s Schädel schlug. Denn ansonsten hätte der Hammer nicht die entsprechenden Spuren aufweisen können!
Wie viel wusste die denn tatsächlich? Es bleibt für den Zuschauer etwas im Dunkeln. Es wird nicht richtig klar, wie viel sie von den Plänen Brass`s wusste bzw. wie sicher sie sich sein musste, dass Brass tatsächlich der Täter war!
Gut gemacht fand ich, wie sich der Tatverdacht gegen Lerche erhärtete.
Schuld war das Preisschild!
Die Reaktion von Lerche wurde von Volker Kraeft sehr schön dargestellt!
Den Verantwortlichen ist es meiner Meinung nach gut gelungen, einen Spannungsbogen vom „Möchtegern“- Mörder Lerche zum tatsächlichen Mörder Brass zu spannen!
Bei der Bewertung der Folge sollte man sich, meiner Meinung nach, auch ruhig mal in den Zuschauer des Jahres 1971 hinein versetzen. Es ist Freitagabend. Ein arbeitsreicher Tag geht zu Ende und jetzt steht einfach nur noch Unterhaltung auf dem Programm!
Ich kann richtig hören, wie die Bierflasche oder Weinflasche geöffnet wird und die Salzstangen dazu gestellt werden!
Zum Versuch des Tötungsdeliktes: liegt vor bei "unmittelbarem Ansetzen zur Tatbestandsverwirklichung" bzw "Tatbeitrag bei dem keine weiteren Zwischenschritte zur Tatbestandsverwirklichung mehr nötig wären". Liegt dies bei Anheben des Hammers vor? Hier bleibt Raum zum Nachdenken. In der Praxis der abschliessenden Beurteilung ist nur sicher was der Volksmund sagt:"auf hoher See und vor Gericht hilft nur noch der liebe Gott".
Zum Vornamen Kurusch: tatsächlich erfährt man diesen nicht. Auch er muss ja einen gehabt haben. Bei manchem Zeitgenossen empfindet man diesen allerdings als schnurzpiepegal. Hieran arbeiten diese kräftig mit. Der Autor der Serienfolge muss offenbar derselben Aufassung gewesen sein.
Zu den Motiven des wirklichen Täters: Habgier oder Imponiergehabe vor der Ehefrau des Opfers oder beides zusammen. Beides Mordmerkmale. Auch hier Raum zum Nachdenken: sah er wirklich keine andere Möglichkeit, eine Alkoholikerin "rumzukriegen", was immerhin auch ausschlaggebend gewesen sein könnte.
diese Folge lässt somit ausreichend Raum zu Spekulationen, gewollt oder ungewollt!
Mittwoch, 11. März 2009, 09:47
alles ist dis ku ta bel
Ja man immer verschiedener Meinung sein.
Aber in diesem Fall meine ich schon, daß die herrschende Meinung das ähnlich darstellen würde wie ich.
An Kellner Windeck:
Lieber Kellner, du übersiehst, daß Helga Schwerin dem Lerche sogar Zeichen gibt, wann die Luft rein ist.
Das kann man (wieder Wertung) durchaus als mittäterschaftlichen Tatbeitrag ansehen, denn sie gibt ihm eine information, über die er in diesem Moment nicht verfügt.
Das ist schon ein mittäterschaftlicher Tatbeitrag, so daß es hier MINDESTENS Verabredung ist. Hätte Lerche zugeschlagen, wäre sie möglicherweise als Mittäterin belangt worden - insofern glimpflich, glimpflich. Sie profitiert also auch davon, daß der Konkurrent schneller war.
An Taxifred:
Es gab damals wie heute Vorschriften zum strafbefreienden Rücktritt vom Versuch
(damals § 46 StGB alter Fassung)
Kurz gesagt: Wer im Versuchsstadium die weitere Ausführung der Tat aufgibt, bleibt straflos.
Wie war es hier ? Nach meiner Meinung - und ich halte das hier für ziemlich sattelfest - noch kein Versuch.
Aber selbst wenn man schon in dem Heben des Hammers einen Versuch sehen sollte - zumindest strafbefreiender Rücktritt für Lerche - er läßt den Hammer nach hinten fallen.
Wenn man das aber so sieht, dann ist´s wieder dumm für die Helga, denn dann ist sie dran, sie ist nicht zurückgetreten.
Die Strafbefreiung durch Rücktritt gilt nämlich nur für die Beteiligten, die dieses merkmal selbst verwirklichen.
Also der weise Satz des Kommissars lautete zu Recht:
Das wird der Staatsanwalt entscheiden - nämlich im Rahmen des § 170 StPO - was er für welchen Beteiligten anklagt.
Also ich muß schon sagen ...
... daß ich von Euch Kriminalisten begeistert bin.
Da wird nicht nur ordentlich rezensiert, sondern auch bis ins Detail kriminalisiert, daß die Schwarte kracht. Selten ist über das Thema "Straftatbestände" bezüglich einer Kommi-Folge derart eifrig diskutiert worden, wie hier.
Nun ja - es gab ja im Prinzip auch "4 Sünder", die sich höchstwahrscheinlich alle bei Gericht wieder gesehen haben:
- Der Mörder BRASS (Er wird in jedem Fall verknackt)
- Die Mitwisserin HILDA KURUSCH
- Der Beinahe-Mörder EWALD LERCHE
- Und HELGA SCHWERIN
Und das alles nur, weil ein abgewetzter Geizkragen die Gemüter seiner Hausbewohner beschäftigte. Kurusch könnte noch leben, wenn er seine Marotten nicht gehabt hätte. Interessant ist allerdings die Frage, ob BRASS die Aktentasche auch mitgenommen hätte, wenn er nicht gestört worden wäre?
Mittwoch, 11. März 2009, 14:31
Auf das Jahr 2009 übertragen würde der gute Herr Kurusch eine Abmahnung nach der anderen durch den Mieterverein bekommen.
Betreten der Wohnung an jedem 1. eines Monats = ist nicht drin.
Mitbuch? Gibs nicht.
Zeigen Sie mir mal das Bad... NÖ!!!
Er kann eine Kontonummer benennen, wohin das Geld überwiesen wird und gut ist.
Für das Besichtigen einer Wohnung durch den Vermieter gibt es Regeln. Wen ich wie lange bei mir zu Besuch habe, ist meine Sache.
Also bei mir hätte der Typ mit Ärger zu rechnen, aber man könnte 1971 doch auch den Aussenseiter Theo Klinger dort unterbringen, der wird dem Kurusch schon Beine machen
Mittwoch, 11. März 2009, 19:36
ich kenne ihn eigentlich nur als pfiffigen Sudmann bei SOKO 5113. Volker Kreft war klasse, fand ich. Und der alte Flipper mit den Pilzen öffnet mein Herz immer wieder. Da steht noch einer in der Schwabinger 7...
Donnerstag, 12. März 2009, 15:06
Theo Klinger
Jawoll, Theo lässt den Hammer nach hinten sinken, weil er vorm Zuhauen erkennt, daß Dirk Dautzenberg bereits mit genagelten Stiefeln in der Wohnung war und ihm zuvorgekommen ist.
Das kam aber oft vor, dass kein Vorname erwähnt wurde!
Donnerstag, 14. Februar 2019, 11:20
Juristische Erwägungen...
.. bei TV-Krimi-Folgen empfand ich schon im Studium als ziemlich obsolet, daher hier andere...
Volkert Kraeft trägt die Folge als flattriger Möchtegern-Schlaukopf, der
sich in einen Zweikampf mit dem Kommissar hineinphantasiert, mit
aufgesetzter Arroganz Kriminalbeamte korrigiert, aber aufgrund seiner
Aufregung leider unter permanenter Verbaldiarrhoe leidet. Er sieht
als Mathematik-Student, wie er im Gespräch mit Froboess und deren
Vater (dem ruhig-abgeklärten Pfeifenraucher Wolfgang Engels), vor
allem ein Problem, zu dem es eine Lösung geben muß. Eindrucksvoll
der Gegensatz zwischen dem quecksilbrigen Kraeft und dem souveränen
Tabakhändler Engels, Christiane Krüger wirkt – leider: wie üblich
– neben dem phasenweise exaltiert agierenden Kraeft blass, ein
Beistell-Frauchen, sagt wenig und wenn, dann nur leise und zaghaft.
Seine privaten Ermittlungen als eine Art Perry Mason für Kassenpatienten
kommen bei den übrigen Hausbewohnern nicht gut an – für mich
(bzgl. unfreiwilliger Komik) die absolute Krönung: Heinz Baumann
packt Kraeft an der Jacke, wirft ihn mit den Worten „Hauen Sie ab!“
aus dem Flur und warnt mit wedelndem, erhobenen Zeigefinger: „Lassen
Sie sich nicht wieder sehen hier!“
Am Schluß ist Kraeft allerdings wieder obenauf, die Gleichung geht auf, der
Mathematiker hat seine Lösung – gelernt hat er nichts.