Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IVa%20ZR%201/80
Timestamp: 2019-10-23 03:55:45
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BGH, 08.05.1980 - IVa ZR 1/80 - dejure.org
BGH, 08.05.1980 - IVa ZR 1/80
https://dejure.org/1980,189
BGH, 08.05.1980 - IVa ZR 1/80 (https://dejure.org/1980,189)
BGH, Entscheidung vom 08.05.1980 - IVa ZR 1/80 (https://dejure.org/1980,189)
BGH, Entscheidung vom 08. Mai 1980 - IVa ZR 1/80 (https://dejure.org/1980,189)
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Anspruch auf Zahlung von Maklerlohn (Käuferprovision) - Rechtsfolgen der (erfolgreichen) Anfechtung eines Kaufvertrages für den Provisionsanspruch - Arglistige Täuschung beim Verkauf einer Immobilie - Umfang der Offenbarungspflicht des Verkäufers
NJW 1980, 2460
MDR 1980, 914
WM 1980, 983
DB 1980, 2076
Derjenige, der gutgläubig falsche Angaben macht, handelt nämlich grundsätzlich nicht arglistig, mag der gute Glaube auch auf Fahrlässigkeit oder selbst auf Leichtfertigkeit beruhen (BGH, Urteil vom 8. Mai 1980 - IVa ZR 1/80, NJW 1980, 2460, 2461;… Senatsurteil vom 12. Januar 2001 - V ZR 322/99, BGHReport, 2001, 362, 363).
b) Arglistig kann aber auch derjenige handeln, der einem anderen versichert, eine bestimmte Kenntnis von Vorgängen oder Umständen zu haben, diese Kenntnis aber in Wirklichkeit nicht hat; eine vertragliche Zusicherung kann daher den Arglistvorwurf begründen, wenn sie zwar nicht bewußt den Tatsachen widerspricht, jedoch ohne jede sachliche Grundlage abgegeben und dieser Umstand dem Vertragspartner gegenüber verschwiegen wird (vgl. BGH, Urt. v. 8. Mai 1980, IVa ZR 1/80, NJW 1980, 2460, 2461;… Urt. v. 18. März 1981, VIII ZR 44/80, NJW 1981, 1441, 1442; Senatsurt. v. 26. September 1997, V ZR 29/96, NJW 1998, 302, 303 m.w.N.).
Das arglistige Verhalten liegt hier gerade darin, dass dem Erklärenden, was ihm auch bewusst war, jegliche zur sachgemäßen Beantwortung erforderliche Kenntnis fehlte und dass er gleichwohl diesen Umstand gegenüber dem anderen Teil verschwieg (vgl. BGH, Urteil vom 8. Mai 1980 - IVa ZR 1/80 -, NJW 1980, S. 2460, 2461).
Bei den einem Vertragsschluß vorhergehenden Verhandlungen besteht grundsätzlich die Verpflichtung der Vertragspartner, den anderen Teil von sich aus über die Umstände aufzuklären, die zur Vereitelung des Vertragszwecks geeignet und daher für die Entschließung des anderen Teils von wesentlicher Bedeutung sind; die Offenbarungspflicht setzt voraus, daß der Vertragsgegner die Mitteilung der betreffenden Tatsache nach Treu und Glauben unter Berücksichtigung der Verkehrsauffassung erwarten durfte (BGH Urteile vom 8. Mai 1980 - IVa ZR 1/80 = NJW 1980, 2460, 2461;… vom 20. April 1988 - VIII ZR 35/87 = BGHR BGB § 123 Abs. 1 Viehkauf 1;… vom 13. Juli 1988 - VIII ZR 224/87 = BGHR BGB § 123 Abs. 1 Kauf 3 m.w.Nachw.).
Es bedarf keiner Entscheidung darüber, ob die Beklagte zu 1 Kaufinteressenten über die Zusatzvereinbarung schon deshalb ungefragt informieren mußte, weil es sich um einen Umstand handelte, der zur Vereitelung des Vertragszwecks geeignet und für die Willensbildung des Vertragspartners daher offensichtlich von ausschlaggebender Bedeutung war (vgl. BGH, Urt. v. 8. Mai 1980, IVa ZR 1/80, NJW 1980, 2460, 2461).
Nach ständiger Rechtsprechung ist arglistiges Verschweigen eines Mangels auch dann zu bejahen, wenn ein Verkäufer auf Fragen des Käufers ohne tatsächliche Anhaltspunkte "ins Blaue hinein" unrichtige Angaben über Mängelfreiheit macht (BGH NJW 1980, 2461; BGH NJW 1981, 864, 865;… OLG Celle NJW-RR 1987, 744, s.a. Palandt-Heinrichs, BGB, 59. Aufl., § 123 Rn. 11): Arglistig handelt danach grundsätzlich zwar nicht, wer gutgläubig unrichtige Angaben macht, mag auch der gute Glaube selbst auf Leichtfertigkeit beruhen (BGH NJW-RR 1986, 700; BGH NJW 1980, 2460 [2461]).
Der Vorwurf der Arglist wird in diesen Fällen dadurch begründet, dass der Erklärende den Anschein erweckt, man könne sich auf seine Angaben verlassen (vgl. BGH NJW 1980, 2460 [2461]; BGH NJW 1981, 864; BGH NJW-RR 1986, 700).
Richtig ist allerdings, daß der Verkäufer arglistig gehandelt hat, indem er eine Zusicherung, auf die es der Klägerin erkennbar ankam, ohne ausreichende Kenntnis ("ins Blaue hinein") abgab (vgl. BGH, Urt. v. 8. Mai 1980 - IVa ZR 1/80, NJW 1980, 2460, 2461; v. 18. März 1981 - VIII ZR 44/80, NJW 1981, 1441).
Das arglistige Verhalten liegt hier gerade darin, dass dem Erklärenden, was ihm auch bewusst war, jegliche zur sachgemäßen Beantwortung erforderliche Kenntnis fehlte und er gleichwohl diesen Umstand gegenüber dem anderen Teil verschwieg (BGH NJW 1980, 2460).
Nicht einmal der gute Glaube an die Richtigkeit des Erklärten schließt in einem solchen Falle Arglist aus (vgl. BGH, Urteil vom 08.05.1980 - IV a ZR 1/80;… Palandt/Heinrichs, BGB, 66. Auflage, § 123, Rn. 11 m.w.N.).
LG München I, 20.11.2003 - 26 O 12901/02
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Arglist des Bauunternehmers, der nicht bei Auftragserteilung auf seine fehlende …
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BGH, 06.12.1985 - V ZR 2/85
Schadensatzanspruch aufgrund arglistiger Täuschung bei Verkauf eines Grundstücks …
BGH, 07.10.1992 - IV ZR 224/91
Wissenszurechnung beim Versicherer und Obliegenheitsverletzung beim Versicherten …
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Arglist bei Angaben ins Blaue hinein im Hinblick auf einen Unfallschaden; …
Ansprüche des Käufers eines Hausgrundstücks wegen arglistigen Verschweigens von …
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