Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=X%20ZR%2042/97
Timestamp: 2019-12-14 18:12:11
Document Index: 265666962

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 242', '§ 90', '§ 531', 'BGH', '§ 530', 'BGH', 'BGH', '§ 530', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 531', 'BGH', 'BGH', '§ 531', '§ 2325', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 818', 'BGH']

BGH, 19.01.1999 - X ZR 42/97 - dejure.org
https://dejure.org/1999,623
BGH, 19.01.1999 - X ZR 42/97 (https://dejure.org/1999,623)
BGH, Entscheidung vom 19.01.1999 - X ZR 42/97 (https://dejure.org/1999,623)
BGH, Entscheidung vom 19. Januar 1999 - X ZR 42/97 (https://dejure.org/1999,623)
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BGB §§ 242, 528 Abs. 1; BSHG §§ 90, 92c Abs. 2
Gegenansprüche des Beschenkten bei Schenkungswiderruf
Schenkung - Widerruf wegen groben Undanks - Entreicherung - Verwendungsersatzanspruch
Entreicherungs- oder Verwendungsersatzanspruch des Beschenkten für vermögensmindernde Aufwendungen auch bei Widerruf der Schenkung wegen groben Undanks
BGB §§ 531, 530, 812, 818 ff.
Entreicherung des Beschenkten in Höhe der vor Widerruf der Schenkung gemachten Aufwendungen
Vermögensmindernde Aufwendungen des Beschenkten nach Rückabwicklung der Schenkung wegen groben Undanks
Rückabwicklung bei Widerruf einer Schenkung wegen groben Undanks
BGHZ 140, 275
NJW 1999, 1626
NJW-RR 1999, 1063 (Ls.)
ZIP 1999, 659
MDR 1999, 1053
NZM 1999, 521
WM 1999, 1071
DB 1999, 1315 (Ls.)
Zwar bleibt die Frage, wann eine als grober Undank zu wertende schwere Verfehlung im Sinne von § 530 Abs. 1 BGB anzunehmen ist, weitgehend der nach den konkreten Umständen des jeweiligen Einzelfalles vorzunehmenden tatrichterlichen Beurteilung überlassen (BGHZ 87, 145, 149; 91, 273, 278; 140, 275, 277;… BGH, Urt. v. 30. Juni 1993, XII ZR 210/91, NJW-RR 1993, 1410, 1411).
Eine schwere Verfehlung im Sinne von § 530 Abs. 1 BGB, durch die sich der Beschenkte des groben Undanks gegenüber dem Schenker schuldig macht, setzt demnach objektiv ein gewisses Maß an Schwere und subjektiv eine tadelnswerte Gesinnung voraus, die einen Mangel an Dankbarkeit gegenüber dem Schenker erkennen läßt (BGHZ 87, 149; 91, 278;… BGH, Urt. v. 30. Juni 1993, XII ZR 210/91 aaO, 1411; Urt. v. 9. Januar 1999, X ZR 42/97,NJW 1999, 1626, 1627, insoweit nicht abgedruckt in BGHZ 140, 275).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs geht der in § 531 Abs. 2 BGB eingeräumte Anspruch bei Widerruf einer gemischten Schenkung grundsätzlich nur dann auf Rückübertragung des überlassenen Gegenstandes, wenn der Wert der Gegenleistung weniger als die Hälfte des effektiven Wertes des Geschenkes betrug (BGH, Urteil vom 19. Januar 1999 - X ZR 42/97, NJW 1999, 1626, 1627 [zu I 2 b aa; insoweit nicht in BGHZ 140, 275];… Urteil vom 11. April 2000 - X ZR 246/98, NJW 2000, 598, juris Rn. 13;… Urteil vom 18. Oktober 2011 - X ZR 45/10, NJW 2012, 605 Rn. 15).
Dies trägt im rechtlichen Ausgangspunkt der ständigen höchstrichterlichen Rechtsprechung Rechnung, wonach im Falle groben Undanks der in § 531 Abs. 2 BGB eingeräumte Anspruch nur dann auf Rückübertragung des überlassenen Gegenstandes geht, wenn es sich bei dem widerrufenen Geschäft um eine - zumindest gemischte - Schenkung handelte, bei der, soweit eine Gegenleistung in Betracht kommt, der unentgeltliche Charakter des Geschäfts überwog, was dann anzunehmen ist, wenn der Wert der Gegenleistung weniger als die Hälfte des effektiven Wertes des Geschenkes betrug (Sen.Urt. v. 19.01.1999 - X ZR 42/97, NJW 1999, 1626, 1627 m.w.N.).
Um dagegen eine ergänzungspflichtige Schenkung im Sinne von §§ 2325 ff. BGB annehmen zu können, bedarf es zunächst objektiv einer Bereicherung des einen Vertragspartners (zu übernommenen Lasten und Gegenleistungen vgl. BGHZ 107, 156, 159 ff.; BGH, Urteil vom 19. Januar 1999 - X ZR 42/97 - NJW 1999, 1626 unter I 2 b).
Eine zumindest gemischte Schenkung liegt nur dann vor, wenn der unentgeltliche Charakter des Geschäfts überwiegt, was dann anzunehmen ist, wenn der Wert der Gegenleistung weniger als die Hälfte des effektiven Wertes des Geschenks beträgt (ständige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs s. dazu BGH Urteil vom 11.4.2000 - X ZR 246/98 - NJ 2000 S. 598; Urteil vom 19.1.1999 - X ZR 42/97 - NJW 1999 S. 1626 f).
Diese Form der Rückabwicklung kann der Schenker nur verlangen, wenn der unentgeltliche Charakter des Vertrags überwiegt, die Zuwendung des Schenkers also den doppelten Wert im Vergleich zur Gegenleistung hat (st. Rspr. seit BGH, Urteil vom 27. November 1952 - IV ZR 146/52, NJW 1953, 501; vgl. BGH, Urteil vom 19. Januar 1999 - X ZR 42/97, NJW 1999, 1626).
Soweit die behaupteteten Verwendungen überhaupt für die umstrittenen Grundstücke getätigt wurden, scheitert ein Bereicherungsanspruch im vorliegenden Fall daran, daß dieser Anspruch nicht auf die geltend gemachte Wertsteigerung der Grundstücke gerichtet werden kann, sondern in deren etwa erhöhtem Verkehrswert wegen § 818 Abs. 3 BGB nur seine Grenze findet (vgl. BGHZ 140, 275, 283).
OLG Koblenz, 13.09.2001 - 5 U 1435/99
Rechtsnatur der Übertragung eines Hausgrundstücks bei Übernahme dinglicher …