Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NStZ%202001,%20105
Timestamp: 2019-09-23 08:08:45
Document Index: 335153363

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 244', '§ 261', '§ 72', '§ 244', '§ 261', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 22.06.2000 - 5 StR 209/00 - dejure.org
BGH, 22.06.2000 - 5 StR 209/00
https://dejure.org/2000,2782
BGH, 22.06.2000 - 5 StR 209/00 (https://dejure.org/2000,2782)
BGH, Entscheidung vom 22.06.2000 - 5 StR 209/00 (https://dejure.org/2000,2782)
BGH, Entscheidung vom 22. Juni 2000 - 5 StR 209/00 (https://dejure.org/2000,2782)
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§ 244 Abs. 4 Satz 1 StPO; § 261 StPO; § 72 StPO
Beweiswürdigung (Pflicht zur Hinzuziehung eines Glaubwürdigkeitsgutachten; Sachverständiger)
Sexueller Mißbrauch - Verfahrensfehler - Zeugenaussage - Zeuge - Glaubwürdigkeit - Beweiswürdigung - Kind
StPO § 244 Abs. 4 S. 1, § 261
NStZ 2001, 105
StV 2001, 550
Vor dem Hintergrund all dieser Besonderheiten durfte die Kammer sich nicht für befugt halten, über die Glaubhaftigkeit der den Angeklagten belastenden Aussagen der Zeugen E. und M. G. aus eigener Sachkunde zu entscheiden; vielmehr hätte es der Einholung eines aussagepsychologischen Sachverständigengutachtens bedurft (vgl. BGH NStZ 2001, 105).
Dies gilt auch für die Aussagen eines kindlichen oder jugendlichen Zeugen, der Opfer an ihm begangener Sexualdelikte geworden ist (BGH, Urteil vom 27.1.2005 - 3 StR 431/04 und BGH, Beschluss vom 22.6.2000 - 5 StR 209/00; beide zitiert nach Juris).
Ausnahmen können sich ergeben, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Erinnerungsfähigkeit einer Beweisperson aus besonderen, psychodiagnostisch erfassbaren Gründen eingeschränkt ist oder dass besondere psychische Dispositionen oder Belastungen - die auch im verfahrensgegenständlichen Geschehen selbst ihre Ursache haben können - die Zuverlässigkeit der Aussage in Frage stellen könnten, und dass für die Feststellung solcher Faktoren und ihrer möglichen Einflüsse auf den Aussageinhalt eine besondere, wissenschaftlich fundierte Sachkunde erforderlich ist, über welche der Tatrichter im konkreten Fall nicht verfügt (vgl. BGH NStZ 2001, 105).
Ausnahmen können sich ergeben, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Erinnerungsfähigkeit einer Beweisperson aus besonderen, psychodiagnostisch erfassbaren Gründen eingeschränkt ist oder dass besondere psychische Dispositionen oder Belastungen ... die Zuverlässigkeit der Aussage in Frage stellen könnten, und dass für die Feststellung solcher Faktoren und ihrer möglichen Einflüsse auf den Aussageinhalt eine besondere, wissenschaftlich fundierte Sachkunde erforderlich ist, über welche der Tatrichter im konkreten Fall nicht verfügt (vgl. BGH, NStZ 2001, 105).
Das gilt auch für die Aussagen eines kindlichen oder jugendlichen Zeugen, der - nach Anklage - Opfer eines an ihm begangenen Sexualdelikts geworden ist (vgl. BGH NStZ 1997, 355; 2001, 105).
BGH, 19.09.2006 - 4 StR 303/06
Revision bei Übergehen eines Hilfsbeweisantrages