Source: http://architektenrecht-berlin.de/Architektenrecht-Berlin-HOAI.html
Timestamp: 2020-02-21 09:07:16
Document Index: 317379957

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 11', '§ 10', '§ 15', '§ 4', '§ 16', '§ 19', '§ 7']

HOAI-Begriffe - Architektenrecht-Berlin
Die Honararordnung für Architekten und Ingenieure ist gesetzliches Preis-recht, d.h. Architekten- und Ingenieurleistungen sind grundsätzlich nach den Vorschriften dieser Verordnung abzurechnen. Eine Unterschreitung der gesetzlichen Vergütung ist in Ausnahmefällen und nur bei einer schriftlichen Vereinbarung bei Auftragerteilung zulässig.
Nachfolgend seien einige Grundbegriffe der HOAI-Abrechnung erläutert:
Der Architekt ist verpflichtet, seine Leistung gegenüber dem Bauherren prüffähig abzurechnen, § 8 HOAI. Eine solche Abrechnung kann mit einer Vielzahl von Zweifelsfragen belastet sein, die eine frühzeitige Hinzuziehung eines Anwaltes rechtfertigen können.
Ist die Schlussrechnung nicht prüffähig, so wird die Architekten Honorar-rechnung nicht fällig.
Von der Frage der Prüffähigkeit ist die Frage der Richtigkeit der Honorar-rechnung zu unterscheiden. Vereinfacht gesagt betrifft es die Prüffähigkeit, wenn man fragt, ob der Bauherr die Schlussrechnung "verstehen" kann, da-gegen die Frage der Richtigkeit, wenn man fragt, ob dem Architekten die in seiner Rechnung ausgewiesenen Forderung nach Grund und Höhe zu-steht.
Ein wesentlicher Faktor für die Bestimmung des Architektenhonorars im Hochbau ist die Einordnung des Bauvorhabens in eine Honorarzone. Die einzelnen Honorarzonen sind in §§ 11 und 12 HOAI dargestellt.
Zur Ermittlung des Architektenhonorars sind neben der Honorarzone die anrechenbaren Kosten maßgeblich. Diese sind unter Zugrundelegung der Kostenermittlungsarten nach DIN 276 (Fassung 1981!) zu ermitteln und dem Auftraggeber bekannt zu geben, § 10 HOAI.
Für die Vergütung der verschiedenen Leistungsphasen der Architekten-leistung unterscheidet man in
Die HOAI unterteilt die Leistung des Architekten im Hochbau (für Sonder-fachleute an anderer Stelle entsprechend) in § 15 HOAI in verschiedene Leistungsbilder (Leistungsphasen) um auf diese Weise die, dem Architekten zustehende Vergütung ermitteln zu können.
Wie bereits an anderer Stelle angedeutet, sind die Leistungsphasen nur für die Bestimmung des Honorars gedacht. Die Leistungspflicht des Architekten selbst soll an dieser Stelle durch die HOAI nicht geregelt werden.
Hieraus ergibt sich ein besonderes Problemfeld, wenn der Architekten einzelne Bestandteile des jeweiligen Leistungsbildes nicht, nur teilweise oder mangelhaft ausgeführt hat.
Nach § 4 HOAI richtete sich das Honorar des Architekten nach der schrift-lichen Vereinbarung bei Auftragserteilung. Das Honorar ist im Rahmen der in der HOAI festgesetzten Mindest- und Höchstsätze zu vereinbaren.
Wird bei Auftragserteilung keine schriftliche Vereinbarung getroffen, gelten die jeweiligen Mindestsätzen der HOAI als vereinbart.
Diese dürfen nur in Ausnahmefällen durch schriftliche Vereinbarung bei Auftragserteilung unterschritten werden.
Die tatsächliche Vergütung des Architekten richtet sich dann im Hochbau nach der in § 16 HOAI niedergelegten Honorartafel.
Sonderfälle, insbesondere die Vergütung für das Verfertigen mehrerer Vor- oder Entwurfsplanungen, Aufträge für mehrere Gebäude sowie Zuschläge für Umbauten und Modernisierung von Gebäuden finden sich in §§ 19 ff. HOAI.
Die anfallenden Nebenkosten (§ 7 HOAI) können pauschaliert werden, wenn dieses bei Auftragserteilung vereinbart wird. Anderenfalls sind die Nebenkos- ten konkret nachzuweisen.