Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VRS%20115%20(2008),%20237
Timestamp: 2020-07-15 06:03:24
Document Index: 226888044

Matched Legal Cases: ['Art 1', 'Art 7', 'Art 8', 'Art 8', '§ 3', '§ 28', '§ 28', '§ 46', '§ 46', 'Art. 8', 'EuG', '§ 28', '§ 28', '§ 3', '§ 47', '§ 28', 'Art. 8', 'EuG', '§ 28', 'Art. 8', 'EuG', '§ 28', 'EuG', 'Art. 8', '§ 28', '§ 28', '§ 28', '§ 28', '§ 28']

VGH Baden-Württemberg, 17.07.2008 - 10 S 1688/08 - dejure.org
https://dejure.org/2008,914
VGH Baden-Württemberg, 17.07.2008 - 10 S 1688/08 (https://dejure.org/2008,914)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 17.07.2008 - 10 S 1688/08 (https://dejure.org/2008,914)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 17. Juli 2008 - 10 S 1688/08 (https://dejure.org/2008,914)
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EU-Fahrerlaubnis bei fehlendem Wohnsitz des Inhabers in der Union; Feststellung der Ungültigkeit; Fahrungeeignetheit des Inhabers; Wahlrecht der Behörde
Art 1 Abs 2 EWGRL 439/91, Art 7 Abs 1b EWGRL 439/91, Art 8 Abs 2 EWGRL 439/91, Art 8 Abs 4 S 1 EWGRL 439/91, § 3 Abs 1 S 1 StVG, § ... 28 Abs 1 S 1 FeV, § 28 Abs 4 Nr 2 FeV, § 28 Abs 4 Nr 3 FeV, § 46 Abs 1 S 1 FeV, § 46 Abs 5 S 2 FeV
Fahrerlaubnis; EU-Ausland; Ablehnung der Anerkennung; feststellender Verwaltungsakt; Ordentlicher Wohnsitz; Entziehung Fahrerlaubnis; Wahlmöglichkeit
blutalkohol , S. 397
Fahrerlaubnis: Fahrerlaubnis; EU-Ausland; Ablehnung der Anerkennung; feststellender Verwaltungsakt; Ordentlicher Wohnsitz; Entziehung Fahrerlaubnis; Wahlmöglichkeit
Voraussetzungen für eine zulässige Ablehnung der Anerkennung einer im EU-Ausland erworbenen Fahrerlaubnis; Zulässigkeit einer Entziehungsverfügung bzw. eines feststellenden Verwaltungsaktes angesichts der fehlenden rechtlichen Wirkung einer EU-Fahrerlaubnis im ...
VG Karlsruhe, 09.06.2008 - 10 K 1240/08
NJW 2008, 3512
VBlBW 2008, 486
DVBl 2008, 1201 (Ls.)
VRS 115, 237
Anderer Ansicht aber Bayerischer VGH, Beschluss vom 7.8.2008 - 11 ZB 07.1259 -, Juris, sowie VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 17.7.2008 - 10 S 1688/08 -, DAR 2008, 599 = Blutalkohol 45 (2008), 328, und Urteil vom 9.9.2008 - 10 S 994/07 -, DAR 2008, 660.
BVerwG, Urteile vom 11.12.2008 - 3 C 26.07 -, DAR 2009, 212, und 3 C 38.07, juris; OVG NRW, Beschluss vom 12.1.2009 - 16 B 1610/08 -, DAR 2009, 159 = Blutalkohol 46 (2009), 109; anderer Ansicht Bay. VGH, Beschluss vom 7.8.2008 - 11 ZB 07.1259 -, DAR 2008, 662, sowie VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 17.7.2008 - 10 S 1688/08 -, NJW 2008, 3512 = VRS 115 (2008), 237 = DAR 2008, 599, und Urteil vom 9.9.2008 - 10 S 994/07 -, DAR 2008, 660.
Von der den Mitgliedstaaten durch Art. 8 Abs. 4 der Richtlinie 91/439/EWG eingeräumten Möglichkeit, unter den vom EuGH in den Urteilen vom 26.06.2008 genannten Bedingungen im EU-Ausland erworbene Fahrerlaubnisse nicht anzuerkennen, hat die Bundesrepublik Deutschland durch die Vorschrift des § 28 Abs. 4 FeV Gebrauch gemacht (vgl. Senatsbeschl. v. 17.07.2008 - 10 S 1688/08 -, DAR 2008, 599;… ebenso BayVGH, Beschl. v. 07.08.2008 - 11 ZB 07.1259 - Rn. 13; a.A. OVG NRW, Beschl. v. 12.01.2009 - 16 B 1610/08 -, juris).
Gleichfalls bedarf schließlich keiner Vertiefung, dass sich die angefochtene Verfügung auf der Grundlage des innerstaatlichen Rechts gemäß § 28 Abs. 4 Nr. 3 FeV bzw. § 3 Abs. 2 Satz 3 StVG, § 47 Abs. 1 und 2 FeV jedenfalls insoweit als rechtmäßig erweist, als sie konkludent die Feststellung enthält, dass der Kläger von seiner polnischen Fahrerlaubnis im Bundesgebiet keinen Gebrauch machen darf, und als sie diesem deshalb die Vorlage seines polnischen Führerscheins zur Eintragung des Vermerks "Fahrerlaubnis gilt nicht in der Bundesrepublik Deutschland" aufgibt (…vgl. dazu Hentschel, Straßenverkehrsrecht, 39. Aufl., § 28 FeV, Rdnr. 12 sowie VGH Mannheim, Beschl. vom 17. Juli 2008 - 10 S 1688/08 -).
Von der den Mitgliedstaaten durch Art. 8 Abs. 4 der Richtlinie 91/439/EWG eingeräumten Möglichkeit, unter den vom EuGH in den Urteilen vom 26.06.2008 genannten Bedingungen im EU-Ausland erworbene Fahrerlaubnisse nicht anzuerkennen, hat die Bundesrepublik Deutschland durch die Vorschrift des § 28 Abs. 4 Nr. 2 und 3 FeV Gebrauch gemacht (vgl. Senatsbeschl. v. 17.07.2008 - 10 S 1688/08 -, juris;… Senatsurt. v. 09.09.2008 - 10 S 994/07 - juris, Senatsurt. v. 11.09.2008 - 2116/07 - ebenso BayVGH, Beschl. v. 07.08.2008 - 11 ZB 07.1259 - Rn. 13).
Von der den Mitgliedstaaten durch Art. 8 Abs. 4 der Richtlinie 91/439/EWG eingeräumten Möglichkeit, unter den vom EuGH in den Urteilen vom 26.06.2008 genannten Bedingungen im EU-Ausland erworbene Fahrerlaubnisse nicht anzuerkennen, hat die Bundesrepublik Deutschland durch die Vorschrift des § 28 Abs. 4 Nr. 2 und 3 FeV Gebrauch gemacht (vgl. Senatsbeschl. v. 17.07.2008 - 10 S 1688/08 -, juris;… ebenso BayVGH, Beschl. v. 07.08.2008 - 11 ZB 07.1259 - Rn. 13).
Es entspricht vielmehr der mit der Entscheidungspraxis des Senats übereinstimmenden Rechtsprechung des VGH Baden-Württemberg, dass in den Fällen, wie sie den EuGH-Entscheidungen vom 26. Juni 2008 zugrunde liegen, die im EU-Ausland erworbene Fahrerlaubnis zugunsten ihres Inhabers im Bundesgebiet keine Wirkungen entfaltet, weil die Bundesrepublik Deutschland als Aufnahmemitgliedstaat von der Ermächtigung des Art. 8 Abs. 4 der 2. Führerscheinrichtlinie durch § 28 Abs. 4 Nr. 2 FeV a.F. zulässigerweise rechtssatzmäßig Gebrauch gemacht hat (vgl. Beschluss vom 17. Juli 2008, DAR 2008, 599, Rdnr. 4;… Urteil vom 9. September 2008, DAR 2008, 660, Rdnr. 21;… Beschluss vom 27. Oktober 2009, DAR 2010, 38, Rdnr. 6).
In der Sache ging es in jenem Verfahren um einen der vom VGH Baden-Württemberg im Beschluss vom 17. Juli 2008 (a.a.O.) herausgestellten "Sonderfälle".
Ausgehend von der ständigen Rechtsprechung des Senats, dass das Fehlen der Berechtigung in den in § 28 Abs. 4 Satz 1 FeV genannten Fällen unmittelbar normativ aus dieser Vorschrift folgt, dass es mithin insoweit keiner konstitutiven verwaltungsrechtlichen Einzelfallentscheidung der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde bedarf und der feststellende Verwaltungsakt nach § 28 Abs. 4 Satz 2 FeV nur deklaratorischen Charakter hat, kommt es für die Prüfung des Ablaufs der Tilgungsfrist entgegen der Auffassung des Antragstellers allein auf den Zeitpunkt der Erteilung der ausländischen Fahrerlaubnis (hier: 30.05.2005) an (vgl. Senatsbeschlüsse vom 16.09.2010 - 10 S 1730/10 - und vom 17.07.2008 - 10 S 1688/08 -, DAR 2008, 599); zu diesem Zeitpunkt war aber die Tilgungsfrist, wie das Verwaltungsgericht zutreffend dargelegt hat und der Antragsteller selbst nicht ernstlich in Zweifel zieht, hinsichtlich des Strafbefehls vom 30.07.1993 noch nicht abgelaufen.
§ 28 Abs. 4 Nr. 2 FeV ist daher anwendbar (so auch VGH Mannheim, Beschluss vom 17. Juli 2008 - 10 S 1688/08 -, BA 2008, 328).
Möglich und wegen der unterschiedlichen Rechtsauffassungen der Beteiligten auch geboten wäre indes der Erlass eines so genannten feststellenden Verwaltungsaktes gewesen, in dem die sich aus § 28 Abs. 4 Nr. 2 FeV ergebende Rechtslage klargestellt worden wäre (VGH Mannheim, Beschluss vom 17. Juli 2008 - 10 S 1688/08 -, BA 2008, 328).
VG Stuttgart, 11.11.2008 - 10 K 26/07