Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NStZ%202009,%20569
Timestamp: 2019-05-22 22:11:01
Document Index: 158399675

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 21', '§ 21', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 29.04.2009 - 2 StR 470/08 - dejure.org
https://dejure.org/2009,5186
BGH, 29.04.2009 - 2 StR 470/08 (https://dejure.org/2009,5186)
BGH, Entscheidung vom 29.04.2009 - 2 StR 470/08 (https://dejure.org/2009,5186)
BGH, Entscheidung vom 29. April 2009 - 2 StR 470/08 (https://dejure.org/2009,5186)
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Mord (Voraussetzungen der Heimtücke: Feststellung und Ablehnung des Ausnutzungsbewusstseins; Beweiswürdigung; Vortatverhalten; Nachtatverhalten)
Anforderungen an die subjektive Tatseite des Mordmerkmals der Heimtücke; Umsichtiges Tatverhalten und Nachtatverhalten eines Angeklagten als Kriterium für das Vorliegen eines Ausnutzungsbewusstseins; Hinweise auf einen beeinträchtigten Realitätsbezug i.S.d. § 21 Strafgesetzbuch (StGB) bei dem Wechsel des Tatmittels bei fortbestehendem Tötungsvorsatz und bei Verschleierungsversuchen nach der Tat
Anforderungen an die subjektive Tatseite des Mordmerkmals der Heimtücke; Umsichtiges Tatverhalten und Nachtatverhalten eines Angeklagten als Kriterium für das Vorliegen eines Ausnutzungsbewusstseins; Hinweise auf einen beeinträchtigten Realitätsbezug i.S.d. § 21 Strafgesetzbuch ( StGB ) bei dem Wechsel des Tatmittels bei fortbestehendem Tötungsvorsatz und bei Verschleierungsversuchen nach der Tat
NStZ 2009, 569
NJ 2011, 401
Er muss die Lage nicht nur in einer äußerlichen Weise wahrgenommen, sondern in ihrer Bedeutung für die Tatbegehung erfasst haben und ihm muss bewusst gewesen sein, einen durch Ahnungslosigkeit gegenüber dem Angriff schutzlosen Menschen zu überraschen (vgl. Senat, Urteil vom 29. April 2009 - 2 StR 470/08, NStZ 2009, 569, 570); das kann allerdings "mit einem Blick" geschehen (BGH, Urteil vom 8. Oktober 1969 - 3 StR 90/69, BGHSt 23, 119, 121).
Insoweit genügt es, dass der Täter die Arg- und Wehrlosigkeit in ihrer Bedeutung für die hilflose Lage des Angegriffenen und die Ausführung der Tat in dem Sinne erfasst, dass er sich bewusst ist, einen durch seine Arglosigkeit gegenüber einem Angriff schutzlosen Menschen zu überraschen (BGH NStZ 2009, 569 f).
Maßgebend für die Beurteilung ist die Lage bei Beginn des ersten mit Tötungsvorsatz geführten Angriffs (vgl. BGH, Urteile vom 4. Juli 1984 - 3 StR 199/84, BGHSt 32, 382, 383 f.; vom 9. Januar 1991 - 3 StR 205/90, NJW 1991, 1963; vom 29. April 2009- 2 StR 470/08, NStZ 2009, 569).