Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=12.01.2001&Aktenzeichen=V%20ZR%20468/99
Timestamp: 2019-05-24 22:16:42
Document Index: 193341464

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 145', '§ 253', '§ 894', '§ 145', '§ 253', '§ 894', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 524', 'BGH', 'BGH', '§ 524', '§ 524', 'BGH', 'BGH']

BGH, 12.01.2001 - V ZR 468/99 - dejure.org
https://dejure.org/2001,1244
BGH, 12.01.2001 - V ZR 468/99 (https://dejure.org/2001,1244)
BGH, Entscheidung vom 12.01.2001 - V ZR 468/99 (https://dejure.org/2001,1244)
BGH, Entscheidung vom 12. Januar 2001 - V ZR 468/99 (https://dejure.org/2001,1244)
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BGB § 145; ZPO § 253 Abs. 2 Nr. 2; ZPO § 894
Vorvertrag - Hauptvertrag - Klage auf Abgabe eines Angebots - Rechtsschutzbedürfnis
Zur Frage, ob, gestützt auf einen Vorvertrag, auf Abgabe eines Kaufangebots geklagt werden kann
BGB § 145; ZPO § 253 Abs. 2 Nr. 2, § 894
Vorvertrag - Klage auf Angebot der Gegenseite zulässig
NJW 2001, 1272
MDR 2001, 679
NZM 2001, 349
WM 2001, 634
BB 2001, 752 (Ls.)
DB 2001, 976 (Ls.)
Für einen Antrag auf Abgabe eines Angebots hätte dagegen kein Rechtsschutzbedürfnis bestanden (zu einem bereits im Vorvertrag vollständig ausformulierten künftigen Hauptvertrag BGH 12. Januar 2001 - V ZR 468/99 - Rn. 11, NJW 2001, 1272).
Zwar können aus prozeßökonomischen Gründen ausnahmsweise nach Abschluß der letzten mündlichen Verhandlung in der Berufungsinstanz eingetretene und für die materiell-rechtliche Beurteilung bedeutsame Tatsachen in der Revisionsinstanz berücksichtigt werden, wenn sie unstreitig sind und schutzwürdige Belange der Gegenpartei nicht entgegenstehen (vgl. BGHZ 139, 214, 220 ff. und BGH, Urteil vom 12. Januar 2001 - V ZR 372/99, NJW 2001, 1272 unter II 3 d, jew. m.w.Nachw.).
Die vom Bundesgerichtshof in Einzelfällen vorgenommene Einschränkung dieses Grundsatzes (zB BGH 20. Juni 1986 - V ZR 212/84 - BGHZ 98, 130) ist vorliegend ohne Bedeutung, da hier das Angebot des Klägers nicht notariell beurkundungsbedürftig ist und bei einem Tarifvertrag - wie dargelegt - nur dann eine Abschlussverpflichtung angenommen werden kann, wenn sich der vollständige Inhalt der Vereinbarung eindeutig und unmittelbar aus der Verpflichtungsvereinbarung ergibt (vgl. dazu BGH 12. Januar 2001 - V ZR 468/99 - Rn. 11) .
Die Anschlussberufung muss zwar nicht ausdrücklich als solche bezeichnet sein (BGH, NJW 1954, 266, 267; BGHZ 33, 169, 172 = NJW 1961, 28; BGH, FamRZ 1984, 657, 659; BGHZ 109, 179 = NJW 1990, 447, 449; BGH, NJW-RR 1990, 318; NJW 2001, 1272;… Zöller/Heßler, a.a.O., § 524 Rdnr. 6).
In dem Schriftsatz muss aber stets klar und eindeutig der Wille zum Ausdruck kommen, eine Änderung des vorinstanzlichen Urteils zugunsten des Rechtsmittelbeklagten zu erreichen (st. Rspr., vgl. BGH, FamRZ 1984, 657; 659; BGHZ 109, 179 = NJW 1990, 447, 449; NJW 2001, 1272;… vgl. a. Musielak/Ball, a.a.O., § 524 Rdnr. 17;… Vorwerk/Wolf/ Wulf, Beck'scher Online-Kommentar ZPO, § 524 Rdnr. 13).
Unschädlich ist, dass sie zunächst nicht als solche bezeichnet worden ist, denn eine ausdrückliche Bezeichnung ist unnötig, wenn der klare Wille des Klägers zum Ausdruck kommt, zu seinen Gunsten - hier hilfsweise - eine Änderung des erstinstanzlichen Urteils zu erreichen (BAG 30.05.2006 - 1 AZR 111/05 - NZA 2006, 1170; BGH 12.01.2001 - VZR 468/99 - NJW 2001, 1272).
Ein Vorvertrag verpflichtet lediglich zum Abschluss eines Hauptvertrages mit dem vereinbarten Inhalt, aber noch nicht zur Erfüllung von Verpflichtungen, die erst der spätere Hauptvertrag begründen soll (vgl. BGH, NJW 1997, 147; 2001, 1272; 2006, 2843).