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Timestamp: 2018-12-12 07:52:37
Document Index: 27328122

Matched Legal Cases: ['Art. 15', 'Art. 2', 'Art. 7', 'Art. 10', 'Art. 15', 'Art. 15', 'Art. 4']

Vernehmlassung zur Revision der. Verordnung über die berufliche Grundbildung für. Logistikassistent EFZ und Logistikassistentin EFZ - PDF
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1 Vernehmlassung zur Revision der Verordnung über die berufliche Grundbildung für Logistikassistent EFZ und Logistikassistentin EFZ Bern, Mai 2006
2 Das Bildungszentrum WWF Das Bildungszentrum WWF hat zum Ziel, die Revisionen der Berufsbildungsverordnungen als Vernehmlassungs-partner zu begleiten. Es ist elementar, den Zugang aller Bevölkerungsschichten zur Bildung auf allen Stufen sowie zum lebenslangen Lernen zu verbessern, da dieser Zugang Basis ist für eine nachhaltige Entwicklung, eine soziale Integration, die Chancengleichheit sowie für eine aktive Teilnahme an den demokratischen Prozessen und am Arbeitsmarkt. Wir wollen den gemeinsamen bildungspolitischen Willen der unterzeichnenden Organisationen zum Ausdruck bringen und damit die Bildungsakteurinnen und -akteure dazu bewegen, sich aktiv und dauerhaft an einer nachhaltigen Entwicklung zu beteiligen. Deshalb fordern wir die Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Verwaltung auf, den gemeinsamen Weg der nachhaltigen Zukunftsgestaltung mitzutragen. Ausgangslage: Die globale Herausforderung und die Verantwortung der Berufsbildung Das Bildungszentrum WWF stützt sich in seinen Aktivitäten auf drei wesentliche Erkenntnisse: 1. Die existenzielle Dimension der Umweltbildung Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen ist eines der acht existenziellen Millenium Development Goals der UNO-Weltgemeinschaft und eine globale Herausforderung der Menschheit. Die Verankerung von gesellschaftlichen und persönlichen Grundwerten wie die Erkenntnis, dass die Natur die Lebensgrundlage für menschliches Leben ist und ihre Schutzwürdigkeit im Interesse der Menschen und aller Weltbürger liegt, ist zur weltweiten pädagogischen Mitverantwortung geworden. 2. Die rechtsstaatliche und völkerrechtliche Dimension der Umweltbildung Bildung, Forschung und Technologie sind durch zahlreiche völkerrechtliche und bildungsrechtliche Grundlagen verpflichtet, das Bildungswesen auf allen Stufen nach den Grundsätzen der nachhaltigen Entwicklung auszurichten: Die UNO Bildungsdekade für eine nachhaltige Entwicklung Die Generalversammlung der Vereinigten Nationen hat die Jahre zur Bildungsdekade für eine nachhaltigen Entwicklung erklärt. Das neue Berufsbildungsgesetz nbbg hat die ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit in den Aufgabenkatalog der Berufsbildung aufgenommnen (Art. 15 Abs. c). 3. Die wirtschaftliche Dimension der Umweltbildung Die Umweltmärkte in der Schweizer Wirtschaft verzeichneten in den letzten 5 Jahren ( ) in vielen Branchen exponentielle Wachstumsraten. Der schweizerische Umweltmarkt erzielte 2002 einen Umsatz von über 20 Milliarden Franken. Das Bildungswesen ist herausgefordert, mit zukunftsfähigen Curricula und verbindlichen Umweltstandards für Berufsschulen einen entscheidenden Beitrag zur Umweltinnovation sowie zur Wettbewerbsfähigkeit in den nachhaltigen Technologiefeldern zu leisten. 4. Die pädagogische Dimension der Umweltbildung Die Berufsbildung profitiert von umweltpädagogischen Projekten mehrfach: Positive emotionale Bindung an ein Gemeinwesen ist bei jungen Menschen eine Voraussetzung für positives Handeln. Um sich zu beteiligen, benötigen Jugendliche eine Beziehung zur politisch öffentlichen Gesellschaft. Eine Studie zu Jugend und Politik klassiert die Jugendlichen in der Schweiz im europäischen Vergleich bei der Partizipationserfahrung bei Umweltthemen auf den letzten Rangpositionen. Nutzen von Umweltbildung für innovative und partizipative Lernformen (Berufsbildungs-Delphi): Umweltprojekte fördern die Fähigkeiten zur Interdisziplinarität, Kooperation und Reflexion, Kreativität und Solidarität. Diese Fähigkeiten sind für das Lernen von Sozial- und Gestaltungskompetenzen wichtig. Das schweizerische Berufsbildungs-Delphi hat einen Nachholbedarf bei den neuen Lernformen und Projekterfahrungen ausgewiesen.
3 Verordnung über die berufliche Grundbildung für den Logistikassistenten und die Logistikassistentin EFZ A. Generelle Würdigung Seit dem 1. Mai 2006 ist die Verordnung des BBT über die Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung (VMAB) in Kraft. In dieser Verordnung heisst es in Art. 2: "Die Allgemeinbildung bezweckt insbesondere (...) die Förderung von wirtschaftlichen, ökologischen, sozialen und kulturellen Kenntnissen und Fähigkeiten, welche die Lernenden dazu befähigen, zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen". Bis Ende 2008 haben die Schweizer Berufsfachschulen Zeit, ihre Schullehrpläne anzupassen. In der Verordnung über die berufliche Grundbildung der Logistikassistentin EFZ / des Logistikassistentin EFZ wird in Abschnitt 3 über Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz (Art. 7 Abs. 1) beschrieben, dass "die Anbieter der Bildung (...) den Lernenden zu Beginn der Bildung Vorschriften und Empfehlungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz" abgeben und sie ihnen erklären. In Abschnitt 5 (Art. 10 Abs. 3 lit. d) soll überdies gewährleistet werden, dass der Bildungsplan "die Vorschriften und Empfehlungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz" festlegt. In der konkreten Ausführung dem Bildungsplan ist der Grundsatz des Umweltschutzes respektive der nachhaltigen Entwicklung nur im Bereich der Leitziele vorhanden. Eine Konkretisierung fehlt. Nach Ansicht des WWF Schweiz sind die Vorgaben der Verordnung über die berufliche Grundbildung der Logistikassistentin EFZ / den Logistikassistenten EFZ in den Bildungsplan aufzunehmen und zu konkretisieren. Ökologisches Verhalten ist aus dem Berufsalltag nicht mehr wegzudenken. Der Logistikassistentin EFZ / den Logistikassistenten EFZ sind deshalb bereit, betriebliche Umwelt- und Klimaschutzmassnahmen anzuwenden und Verbesserungspotenziale zu erkennen und umzusetzen. B. Antrag zum Bildungsplan über die Logistikassistentin EFZ / den Logistikassistent EFZ Im Bildungsplan über die Logistikassistentin EFZ / den Logistikassistenten EFZ wird ökologische Nachhaltigkeit ausschliesslich in den Leitzielen erwähnt. Das Bildungszentrum WWF ist der Meinung, dass dies nicht ausreicht, um eine nachhaltige Entwicklung im Bereich von Ökologie und Sozialem zu fördern und fordert eine Konkretisierung von Umwelt- und Sozialstandards als Richtziel im Bildungsplan für die Logistikassistentin EFZ /den Logistikassistenten EFZ. Es ist von elementarer Bedeutung, dass die Sensibilisierung zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung nicht nur in den Fachkompetenzen, sondern insbesondere auch in den Handlungskompetenzen festgehalten wird. Wir fordern folgende Zusätze (Neu=kursiv): I: HANDLUNGSKOMPETENZEN 3. Sozial- und Selbstkompetenzen Neu: LogistikassistentInnen werden befähigt, mit ihren Kenntnissen und Fertigkeiten in der Beschaffung, Distribution, Entsorgung, Lagerung und im Transport einen Beitrag an eine ökologisch, wirtschaftlich und soziale nachhaltige Entwicklung zu leisten. In Art. 15 Abs. 2 des BBG verlangt der Gesetzgeber diese Kompetenzen
4 II: FACHKOMPETENZEN Leitziel 1.1 Beschaffung Beschaffung umfasst die Sicherstellung der notwendigen Mittel für die Produktion, den Handel und die Dienstleistung, wobei ökonomische und ökologische Gesichtspunkte bedeutsam sind. Mit der Beschaffung soll sichergestellt werden, dass jederzeit genügend Güter und Material in der richtigen Qualität für die Produktion, den Handel und die Dienstleistung verfügbar ist. Logistikassistenten sind fähig, grundlegende Zusammenhänge der Logistik sowie Eigenschaften verschiedener Güter zu erklären und den Prozess der Beschaffung von der Bestellung bis zur Gütereinlagerung zu planen, durchzuführen, zu kontrollieren. Neu: Richtziel Logistikassistenten sind fähig, die Bedeutung der Logistik für die Wirtschaft differenziert zu erklären und grundlegende Zusammenhänge fachgerecht zu beschreiben. Sie kennen die ökologische, sozialen und wirtschaftlichen Fragen in der Logistik und können mit Lösungsvorschlägen einen Beitrag an eine nachhaltige Logistik leisten. Neu: Richtziel Logistikassistenten sind fähig, Umwelt-, Energie- und Soziallabels im Beschaffungswesen zu berücksichtigen Neu: Leistungsziel Logistikassistenten kennen ökologische und soziale Standards und Labels im Beschaffungswesen und sind fähig, mit Lösungsvorschlägen einen Beitrag an eine nachhaltige Beschaffung zu leisten. Im neuen Berufsbildungsgesetz (nbbg) wird im 2. Abschnitt, Art. 15 lit 2c beschrieben, dass die berufliche Grundbildung insbesondere die Vermittlung und den Erwerb der wirtschafltichen, ökologischen, sozialen und kulturellen Kenntnisse und Fähigkeiten umfassen muss, welche Lernende dazu befähigen, zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen.
5 Leitziel 1.8 Sicherheit und Umweltschutz Das Umsetzen der Massnahmen zu Hygiene, Arbeitssicherheit, Umweltschutz und Gesundheitsschutz sind von grundlegender Bedeutung, um Mitarbeitende, Betrieb, Kunden und die Produkte vor negativen Auswirkungen zu verschonen. Logistikassistenten verhalten sich in der ganzen Logistikkette vorbildlich in Bezug auf die Arbeitssicherheit, den Umweltschutz und den Gesundheitsschutz. Sie setzen die gesetzlichen Vorschriften und betrieblichen Regelungen pflichtbewusst und eigenständig um. Richtziel Logistikassistenten wissen um die Wichtigkeit einer nachhaltigen Entwicklung, insbesondere im Bereich von nachhaltigem Warentransport, kombinierter Mobilität und der gesamten Logistikkette. Leistungsziel Logistikassistenten sehen und erkennen Verbesserungspotenziale in ihrem Betrieb/Berufsfeldbereich und sind in der Lage, Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten. Das CO 2 -Gesetz vom ist Kernstück der schweizerischen Klimapolitik, mit welcher die Schweiz auf die Erwärmung der Atmosphäre reagiert. Die Reduktion der CO2-Emissionen soll in erster Linie durch Massnahmen der Energie-, Verkehrs-, Umwelt- und Finanzpolitik sowie durch freiwillige Massnahmen der Unternehmen und Privaten erreicht werden. Zu den freiwilligen Massnahmen zählt gemäss Art. 4 des CO 2 -Gesetzes, dass sich die Verbraucher von fossilen Brenn- und Treibstoffen freiwillig verpflichten, die Emissionen zu begrenzen. Mit bestem Dank für Ihre Würdigung. Bildungszentrum WWF Ueli Bernhard Direktor Kontaktadresse: Bollwerk Bern
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