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Timestamp: 2017-11-21 19:29:39
Document Index: 24042149

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 5', '§ 10', '§ 10', '§ 22', '§ 7']

BArbBl. 5/2000 S.48
Bundesarbeitsblatt 5/2000 S. 48
Bek. des BMA vom 15. März 2000 - IIIc 1- 34504-7
die Neufassung der TRBA 120 ,Versuchstierhaltung" Ausgabe Oktober 1997
die Änderung der TRBA 105 ,Sicherheitsmaßnahmen bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe 3** Ausgabe März 1998
die neue TRBA 001 ,Allgemeines und Aufbau des Technischen Regelwerks zur Biostoffverordnung und zur Anwendung von Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA)"
"Sicherheitstechnische Anforderungen zur Tuberkulosediagnostik in Laboratorien"
(Beschluss 601)
Im Anschluss an die Bekanntmachung des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung vom 1. November 1999 (BArbBl. Heft 12/1999 S.54) wird bekanntgegeben:
der TRBA 120
der TRBA 105
TRBA 001
Beschluss 601 des ABAS
Ausgabe: Mai 2000
3. Beurteilung der Arbeitsbedingungen
4. Schutzstufen
Die TRBA gilt für Tierhaltungsräume, in denen gezielt mit biologischen Arbeitsstoffen oder mit Versuchstieren umgegangen wird, die mit biologischen Arbeitsstoffen infiziert wurden oder bekanntermaßen Träger humanpathogener biologischer Arbeitsstoffe sind.
Tiere, die für biologische, medizinische Experimente oder andere wissenschaftliche Zwecke verwendet werden oder werden sollen und in der Regel nur hierfür gezüchtet werden. Dazu gehören alle lebenden Wirbeltiere, jedoch keine Föten und Embryos, alle wirbellosen Tiere einschließlich ihrer freilebenden und fortpflanzungsfähigen EntwickIungsstadien.
Häufig als Versuchstiere verwendet werden z. B. folgende:
Maus, Ratte, Katze, Meerschweinchen, Hamster, Hund, Kaninchen, Schaf, Zwergschwein, Affe, Ziege, Pferd, Rind
Huhn, Wachtel, Taube, Pute, Ente, Gans
Frosch, Axolot
Taufliege, Stubenfliege, Wanze, Schabe, Schmetterling, Zecke.
2.2 Tierhaltungsräume
Räume oder Einrichtungen, in denen Versuchstiere gezüchtet, zur Quarantäne, Adaptation (Eingewöhnung), zur Durchführung von Versuchen gehalten (untergebracht) oder kleinere operative Eingriffe vorgenommen werden.
2.3 Tierhaltungsanlage
Gebäude oder räumlich abgetrennter Bereich innerhalb eines Gebäudes, bestehend aus Tierhaltungsräumen sowie Räumen und Einrichtungen, die zur ordnungsgemäßen Durchführung, Vor- und Nachbereitung von Tierversuchen erforderlich sind. Dazu gehören auch Räume zur Lagerung, Entsorgung, Reinigung sowie Umkleide-, Pausen-, und Waschräume.
2.4 Tiermaterial
Das sind beispielsweise Körperteile, Körpergewebe, Blut, Haare, Stoffwechselprodukte und Ausscheidungen von Versuchstieren sowie von diesen kontaminierte Einstreu, Käfige usw.
2.5 Bioaerosol
Luftgetragene, feinst verteilte, feste oder flüssige Partikel, die aus biologischen Arbeitsstoffen zusammengesetzt sind, diese enthaften oder von diesen stammen.
(1) Eine gesundheitliche Gefährdung der Beschäftigten ist möglich durch:
Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen, die beim Menschen Infektionen, Allergien oder toxische Wirkungen hervorrufen können
von Tieren auf den Menschen übertragbare Krankheiten.
Alle Krankheiten und Infektionen, die auf natürlichem Weg (direkter, indirekter Kontakt, Vektoren) zwischen Wirbeltieren und den Menschen übertragen werden, bezeichnet man als Zoonosen. Bedeutende Infektionen, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können (Zooanthroponosen), sind insbesondere Shigellose, Salmonellose, Toxoplasmose, Brucellose, Ornithose, Tollwut, Herpes B, Echinokokkose [1].
(2) Eine Verbreitung oder eine Übertragung biologischer Arbeitsstoffe auf Beschäftigte kann insbesondere bei folgenden Vorgängen, Ereignissen oder Tätigkeiten auftreten:
Entweichen, Umsetzen, Fixieren der Tiere
Kontakt mit Tiermaterial
Austritt von Körperflüssigkeiten wie z. B. Urin, Blut, Erbrochenes
Entsorgung von Tierkadavern, Einstreu, Kot
Einschleppen von biologischen Arbeitsstoffen und Vektoren
Staub- und Aerosolbildung
Öffnen von Behältnissen
Wasser- und Nahrungsaufnahme der Tiere
Verletzungen beim Umgang mit Spritzen, Skalpellen, Sägen u. ä.
Injektion von biologischen Arbeitsstoffen
(3) Das Gefährdungspotential wird bestimmt durch
die Eigenschaften der biologischen Arbeitsstoffe
die epidemiologische Situation in der natürlichen Umwelt
Vorkommen, Verbreitung, Reservoir, Überträger
- die Verfügbarkeit von prophylaktischen (Impfstoffe) und therapeutischen Maßnahmen.
Die genannten Faktoren münden in die Eingruppierung der biologischen Arbeitsstoffe in Risikogruppen gemäß § 4 Biostoffverordnung (siehe auch TRBA 460 "Einstufung von Pilzen in Risikogruppen", TRBA 462 "Einstufung von Viren in Risikogruppen", [2]).
(1)Ziel der TRBA ist, eine mögliche Gefährdung der Beschäftigten durch eine Exposition gegenüber biologischen Arbeitsstoffen zu vermeiden oder zu minimieren. Zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen sind im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung gemäß §§ 5,7 Biostoffverordnung neben den eingesetzten oder zu erwartenden biologischen Arbeitsstoffen
die Herkunft, die Art und das Verhalten der Versuchstiere,
die Art der auszuführenden Arbeiten, damit verbunden
die Art, das Ausmaß und die Dauer der Exposition sowie
das sensibilisierende und toxische Potential und
andere, das spezifische Gefährdungspotential beeinflussende Einwirkungen
(2) Die Beurteilung muss über die tätigkeitsbezogenen Gefahren Aufschluss geben. Daraus wird die Zuordnung der Tätigkeiten und Tierhaltungsräume zu Schutzstufen gemäß Biostoffverordnung abgeleitet. Auf Grundlage der Bewertung sind die mindestens einzuhaltenden Sicherheitsmaßnahmen festzulegen. Maßgebend für Zuordnung zur Schutzstufe sind insbesondere die eingesetzten oder die zu erwartenden biologischen Arbeitsstoffe.
(3) Unter Nummer 4 sind die Anforderungen aufgeführt, die beim Umgang mit Versuchstieren gemäß der Beurteilung der Arbeitsbedingungen zu beachten und einzuhalten sind. Ziel dieser Sicherheitsmaßnahmen ist, die Infektketten (Tier - Mensch) durch eine sichere Haltung und Isolation der Tiere zu unterbrechen, um die Freisetzung von biologischen Arbeitsstoffen unter Berücksichtigung des jeweiligen Übertragungsweges zu verhindern. Dabei finden auch seuchenschutzrechtliche Maßnahmen Berücksichtigung, die eine Exposition von Beschäftigen, die nicht in diesem Bereich tätig sind, vermindern oder verhindern.
(4) Im Einzelfall können weitere oder andere das Schutzziel gewährleistende Maßnahmen (z. B. Quarantäne [2]) festgelegt werden.
(5) Die Maßnahmen einer höheren Schutzstufe schließen die Maßnahmen der niedrigeren Schutzstufe ein.
(6) Bei gezielten Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in Tierhaltungsräumen sind zur Verringerung oder Vermeidung einer gesundheitlichen Gefährdung ergänzende Sicherheitsanforderungen entsprechend der TRBA 100 "Schutzmaßnahmen für gezielte Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in Laboratorien" und der TRBA 105 "Sicherheitsmaßnahmen bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen der Risikoguppe3**" auszuwählen und einzuhalten.
4.1 Schutzstufe I
(1) Beim Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe sind mindestens die "Grundregeln guter mikrobiologischer Technik", gemäß Anlage TRBA 100 und der "Guten tierexperimentellen Technik" [3, 4] einzuhalten.
(2) Die Tiere sind in Tierhaltungsräumen fluchtsicher zu halten. Die Tierhaltungsräume müssen abschließbar, in Abhängigkeit der Belegungsdichte ausreichend belüftet, leicht zu reinigen und zu desinfizieren sein.
(3) Der Zutritt zum Raum ist auf hierzu ermächtigte Personen zu beschränken. Die Räume sind durch Hinweisschilder zu kennzeichnen (z. B. Tierhaltungsraum - Unbefugten Betreten verboten - Infektionserreger).
(4) Ein Eindringen von Wildformen der entsprechenden Versuchstierarten muss ausgeschlossen sein. Arthropoden und Nager sind in geeigneter Weise zu bekämpfen.
(5) Die Tiere sind (artgerecht) in Tierkäfigen oder anderen für die Tierart geeigneten Einrichtungen unterzubringen.
(6) Alle infizierten Tiere müssen leicht und versuchsbezogen zu identifizieren sein.
(7) Tiermaterial sowie benutzte Tierkäfige und andere Einrichtungen sind so zu transportieren, dass Verunreinigungen der Umgebung auf das geringstmögliche Maß zu reduzieren sind.
(8) Tierkäfige und andere Einrichtungen sind nach Gebrauch zu reinigen.
(9) Bei allen Arbeiten muss darauf geachtet werden, dass keine vermeidbaren Bioaerosole auftreten.
(10) Die Hände sind nach dem Umgang mit Tieren oder Tiermaterial sowie nach Kontamination durch biologische Arbeitsstoffe mindestens nach Beendigung der Tätigkeit zu waschen oder ggf. zu desinfizieren.
(11) Bei Verletzungen im Zusammenhang mit Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen und infizierten oder infektionsverdächtigen Tieren sind Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten, der Versuchsleiter zu informieren und ggf. medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
(12) Das Personal ist im Umgang mit den zu verwendenden Tieren zu unterweisen. Die für den Umgang mit Tieren verantwortliche Person muss sicherstellen, dass alle, die mit den Tieren Oder Tiermaterial in Berührung kommen, mit den örtlichen Regeln vertraut sind und alle anderen möglicherweise erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen und Verfahren kennen.
(13) Nahrungs- und Genussmittel sowie Kosmetika dürfen nur so aufbewahrt werden, dass sie nicht mit biologischen Arbeitsstoffen in Berührung kommen. Sie dürfen in Tierhaltungsräumen nicht aufbewahrt werden. Im Tierhaltungsraum darf nicht gegessen, getrunken, geraucht oder geschnupft werden.
(14) Es sind Arbeitskleidung, Berufsschuhe und wenn erforderlich versuchstierbezogene persönliche Schutzausrüstung (z. B. Schürze, Lederhandschuhe) zu tragen, die bei Verlassen des Tierhaltungsraumes zu säubern oder abzulegen ist.
(15) Abfälle, wie Einstreu, Ausscheidungen, Tierkörperteile und Tierkadaver sind gefahrlos und ordnungsgemäß zu sammeln und zu entsorgen.
4.2 Schutzstufe 2
( I ) Die Haltung der Tiere erfolgt in einer Tierhaltungsanlage. Die Tierhaltungsräume, in denen Tiere infiziert werden oder mit infizierten Tieren umgegangen wird, sind zusätzlich mit dem Warnzeichen "Biogefährdung" zu kennzeichnen.
(2) Einrichtungen zur Immobilisierung zwecks gefahrloser Handhabung infizierter oder zu infizierender Tiere sind bereitzuhalten. Eine Sicherheitsbeleuchtung ist für Arbeitsplätze mit besonderer Gefährdung, für den Fall, dass die Allgemeinbeleuchtung ausfällt, vorzusehen (Befriedung der Tiere).
(3) Im Tierhaltungsraum ist eine Händedesinfektionseinrichtung bereitzustellen. Nach Abschluss der Arbeit sind die Hände zu desinfizieren. Es ist für eine Handwaschgelegenheit, vorzugsweise im Tierhaltungsraum, zu sorgen. Ist dies nicht möglich, ist sie im angrenzenden Bereich zu installieren. Wasserarmaturen sollten handbedienungslos, z. B. mit Ellenbogen-, Fuß- oder Sensorbetätigung, eingerichtet sein. Es sind Handtücher zum einmaligen Gebrauch und Hautpflegemittel zur Verfügung zu stellen.
(4) Bei Arbeiten, bei denen Aerosole entstehen können, durch die biologische Arbeitsstoffe übertragen werden können, sind spezifische, auf den Mikroorganismus bezogene technische Maßnahmen (z. B. die Verwendung einer Sicherheitswerkbank oder eines Abzuges) zu ergreifen.
(5) Das Eindringen von Vektoren (Arthropoden, Nagetiere) ist zu verhindern.
(6) Für das Arbeiten mit biologischen Arbeitsstoffen und infizierten Tieren ist ein Hygieneplan zu erstellen. Der Tierhaltungsraum ist regelmäßig, Arbeitsflächen sind nach Beendigung der TätigkeitTierkäfige und andere Einrichtungen zur Tierhaltung und kontaminierte Arbeitsgeräte sind nach Gebrauch chemisch oder thermisch zu dekontaminieren und zu reinigen.
(7) Abfälle, die biologische Arbeitsstoffe enthalten, aus solchen bestehen oder solche erfahrungsgemäß Übertragen können, einschließlich Tierkadaver, sind in geeigneten Behältern zu sammeln und vor der Beseitigung zu inaktivieren. Der innerbetriebliche Transport hat in dicht verschließbaren, gegen Bruch geschützten und von außen desinfizierten Behältern zu erfolgen.
(8) Persönliche Schutzausrüstung ist unter Beachtung der Tätigkeit und des Übertragungsweges auszuwählen, zu tragen und bei Verlassen des Tierhaltungsraumes abzulegen. Kontaminierte Schutz- und Arbeitskleidung ist gefahrlos zu sammeln, zentral zu dekontaminieren und zu reinigen. Getrennte Aufbewahrungsmöglichkeiten für Schutz-, Arbeits- und für Straßenkleidung sind vorzusehen.
(9) Bei Instandhaltungsarbeiten sind die Arbeitsbereiche einschließlich der zu wartenden sicherheitsrelevanten Einrichtungsgegenstände zu desinfizieren, sodass die Instandhaltungsarbeiten ungefährdet durchgeführt werden können. Ist dies nicht möglich, ist geeignete Schutzkleidung für die Beschäftigten zur Verfügung zu stellen. Die Beschäftigten sind arbeitsplatz- und tätigkeitsbezogen zu unterweisen.
4.3 Schutzstufe 3
(1) Beim Arbeiten mit biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe 3** ist im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu prüfen, ob die Anforderungen der nachfolgenden Ziffern 2, 3, 4 und 6 aufgrund der TRBA 105 "Sicherheitsmaßnahmen bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe 31**" entfallen können.
(2) Die Tierhaltungsräume sind von anderen Räumen der Anlage durch eine Schleuse mit zwei selbstschließenden Türen zu trennen. In der Schleuse muss in der Regel ein Handwaschbecken mit Ellenbogen-, Fuß- oder Sensorbetätigung vorhanden sein. Es sind Handtücher zum einmaligen Gebrauch zur Verfügung zu stellen. Außerhalb der Tierhaltungsräume sollten Hautpflegemittel bereitstehen. In Tierhaltungsräumen sind Händedesinfektionseinrichtungen bereitzustellen.
(3) Sofern mit humanpathogenen biologischen Arbeitsstoffen gearbeitet wird, für die eine Übertragung durch die Luft nicht ausgeschlossen werden kann, ist ständiger, durch Alarmgeber kontrollierbarer Unterdruck und eine Filtration der Abluft oder Hochleistungsschwebstoff-Filter erforderlich. Bei Tätigkeiten mit diesen biologischen Arbeitsstoffen oder infizierten Tieren ist eine Sicherheitswerkbank oder eine andere geeignete Einrichtung (Isolator) zu verwenden. Ist dies aufgrund der Tätigkeit nicht realisierbar, sind entsprechende persönliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
(4) Der Tierhaltungsraum darf entweder keine Wasserausgüsse enthalten, oder die Abwassersterilisierung ist sicherzustellen.
(5) Mir sicherheitsrelevante Einrichtungen (Lüftungsanlage, Isolator) ist eine Notstromversorgung einzurichten.
(6) Im Tierhaltungsraum muss ein Autoklav oder eine gleichwertige Sterilisationseinheit vorhanden sein.
(7) Der Zutritt zum Tierhaltungsraum ist auf die Personen zu beschränken, die für die Durchführung der Versuche erforderlich sind. Die Anwesenheit der Personen ist zu dokumentieren.
(8) Eine Person darf nur dann alleine im Tierhaltungsraum arbeiten, wenn die Handhabung der Versuchstiere allein sicher beherrschbar ist und eine von innen zu betätigende, leicht erreichbare Alarmanlage oder ein anderes geeignetes Überwachungssystem vorhanden ist.
(9) Bei der Entsorgung von Tierkadavern und Tiermaterial ist Folgendes zu beachten:
Tierkadaver und Tiermaterial sind vor der Entsorgung zu sterilisieren. Die Sterilisierung hat durch Verbrennen oder eine sonstige geeignete Weise zu erfolgen, wobei sichergestellt sein muss, dass auch die Kernschichten erfasst werden.
Ist die Sterilisierung im Tierhaltungsraum nicht möglich, hat der Transport in dicht geschlossenen und gegen Bruch geschlossenen Behältern zu erfolgen, die bei der Ausschleusung außen zu desinfizieren sind.
Es wird empfohlen, Tierkadaver und Tiermaterial von einer Verwertung auszuschließen.
(10) Beim Auswechseln des Filters der Iüftungstechnischen Anlage oder der Sicherheitswerkbank muss dieser entweder am Einbauort sterilisiert oder desinfiziert oder zwecks späterer Sterilisierung durch ein ,,geräteseits vorgesehenes Austauschsystem in einen luftdichten Behälter verpackt werden, sodass eine Infektion des Wartungspersonals und anderer Personen ausgeschlossen werden kann.
4.4 Schutzstufe 4
(1) Für Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe 4 sind, mindestens die Sicherheitsmaßnahmen der Schutzstufe 4 gemäß BioStoffV festzulegen und einzuhalten.
(2) In Abhängigkeit von der Tätigkeit sind auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung weitergehende technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen für den Einzelfall festzulegen und deren Einhaltung sicherzustellen. Die Maßnahmen der Nummern 4.1 - 4.3 dieser TRBA sind dabei zu berücksichtigen.
[1] z. B. Becker, W.; Zoonose-Fibel (1996); H. Hoffmann Verlag Berlin; ISBN 3-87344-098-9.
[2] Merkblätter,,Sichere Biotechnologie"
Laboratorien ZH 1/342
Viren ZH 1/344
Parasiten ZH 1/345
Bakterien ZH 1/346
Pilze ZH 1/347
"Verhütung von Infektionen des Menschen durch Affen" (in Vorbereitung).
[3] Planung und Struktur von Versuchstierbereichen tierexperimentell tätiger Institutionen; 1988; Schrift der Gesellschaft für Versuchstierkunde; ISBN 3-906255-04-2.
[4] Gesetz zum europäischen Übereinkommen vom 18. März 1986 zum Schutz der für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendeten Wirbeltiere. BGBI 11 Nr. 46 vom 15.12.1990. S. 1486-1543.#
TRBA 105
Die TRBA 105 ,Sicherheitsmaßnahmen bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe 3**" Ausgabe März 1998 (BArbBl. Heft 4/1998 S. 78-83) wird wie folgt geändert und ergänzt:
(1). In Nummer I Anwendungsbereich wird in Absatz I Satz I der Ausdruck "(Entwurf)" durch den Ausdruck "(Biostoffverordnung)" ersetzt.
(2) Nummer 4.1 Allgemeines wie folgt gefasst: "Grundsätzlich sind für alle Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe 3** die Sicherheitsmaßnahmen der Schutzstufe 3 nach Anhang II Biostoffverordnung und der TRBA 100 ,Schutzmaßnahmen für gezielte Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in Laboratorien" einzuhalten."
In Nummer 4.3 Anforderungen, wird unter 8. nach dem Wort ,,werden" der Ausdruck,,(vgI. TRBA 120,,Versuchstierhaltung")', eingefügt.
(4) In Nummer 5.4 Erläuterungen, spezifische Hinweise wird folgende neue Nummer 15 angefügt: "15. Virus stammt von Virus bestimmter nicht menschlicher Primaten ab. Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit einer oralen Obertragung (z. B. durch virushaltige Muttermilch, Samenflüssigkeit, Flüssigkeit mit ausreichendem Virustiter)."
(5)In der Literatur wird beim Zitat [6] ,DGHM-Kommission" die Jahreszahl in ,1999" geändert. Beim Zitat [9] wird hinter dem Ausdruck "Anonymus" die Jahreszahl,1994" eingefügt.
6. Tabelle 5.3 wird wie folgt gefasst:
5.3 Viren
Erreger Hülle Erkrankung mögliche Übertragungswege Inaktivierungs-
verfahren Sonstiges
Zentraleuropäisches Zeckenenzephalitis- Virus ja ZA parenteral (durch z.B. Stich- oder Schnittverletzungen);
vektoriell (Zeckenstich); enteral autoklavieren; wirksame
Desinfektionsmittel 12 2,3
Louping-ill-Virus ja ZA parenteral (durch z.B. Stich- oder Schnittverietzungen);
vektoriell (Zeckenstich) autoklavieren; wirksame Desinfektionsmittel 12 2
Hepatitis-C-Virus ja A13 parenteral (durch z.B. Stich- oder Schnittverletzunuen); autoklavieren;
vertikal; sexuell; Bluttransfusion autoklavieren; wirksame Desinfektionsmittel 12
Hepatitis-G-Virus ja A 13 parenteral (durch z.B. Stich- oder Schnittverletzungen); autoklavieren; wirksame Desinfektionsmittel 12
Wesselsbron-Virus ja ZA parenteral (durch z.B. Stich- oder Schnittverletzungen);
vektoriell (z.B. Aedes-Arten) autoklavieren; wirksame Desinfektionsmittel 12 2
Hepatitis-B-Virus ja A13 parenteral (durch z.B. Stich- oder Schnittverletzungen);
Biss (Versuche mit Primaten); vertikal; sexuell; Bluttransfusion autoklavieren; wirksame Desinfektionsmittel 12 3
HTL V-1 15 ja A13 parenteral (durch z.B. Stich- oder Schnittverletzungen);
sexuell; vertikal; (Samen)?; Bluttransfusion autoklavieren; wirksame Desinfektionsmittel 12
HTL V-2 15 ja A13 parenteral (durch z.B. Stich- oder Schnittverletzungen);
sexuell; vertikal; Bluttransfusion autoklavieren; wirksame Desinfektionsmittel 12
HIV 1 15 ja A13 parenteral (durch z.B. Stich- oder Schnittverletzungen);
SIV`s15 ja Z parenteral (durch z.B. Stich- oder Schnittverletzungen);
sexuell ?; vertikal ? autoklavieren; wirksame Desinfektionsmittel 12
Tollwutvirus ja ZA Parenteral ( durch z.B. Stich-, Schnitt- oder Bissverletzungen);
Über Schleimhäute (z.B. Auge) oder Wunden; über Aerosole autoklavieren; wirksame Desinfektionsmittel 12 3
Chikungunya-Virus ja ZA Parenteral ( durch z.B. Stich- oder Schnittverletzungen); vektoriell ( verschiedene Mückenarten) autoklavieren; wirksame Desinfektionsmittel 12 2
Tonate-Virus ja ZA Parenteral ( durch z.B. Stich- oder Schnittverletzungen); vektoriell ( verschiedene Mückenarten) autoklavieren; wirksame Desinfektionsmittel 12 2
Everglades-Virus Ja ZA Parenteral ( durch z.B. Stich-, Schnitt-, Biss-
verletzungen); vektoriell ( verschiedene Mückenarten) autoklavieren; wirksame Desinfektionsmittel 12 2
Mucambo-Virus Ja ZA Parenteral ( durch z.B. Stich- oder Schnittverletzungen); vektoriell ( verschiedene Mückenarten) autoklavieren; wirksame Desinfektionsmittel 12 2
Andere Viren und konventionelle Agenzien
Hepatitis-E-Virus Nein A oral-enteral Autoklavieren; wirksame Desinfektonsmittel
Hepatitis-D-Virus A Parenteral ( durch z.B. Stich- oder Schnittverletzungen); siehe Hepatitis-B-Virus Autoklavieren; wirksame Desinfektonsmittel 3
Erreger Hülle Erkrankung mögliche Übertragungswege 1,11 Inaktivierungs-
verfahren Son-
Agenzien der übertragbaren spongiformen Enzephalopathie (TSE)
CJD-Agens A parenteral und enteral ( z.B. kontaminierter Therapeutika) Autoklavieren; wirksame Desinfektonsmittel
Variante des CJD-Agens A parenteral, enteral Autoklavieren; wirksame Desinfektonsmittel
BSE-Agens Andere verwandte tierische TSE ZA ?14
parenteral, enteral Autoklavieren; wirksame Desinfektonsmittel
GSS-Agens
A parenteral und enteral ? ( z.B. kontaminierte Instrumente oder Injektion kontaminierter Therapeutika) Autoklavieren; wirksame Desinfektonsmittel
Kuru-Agens A parenteral, enteral Autoklavieren; wirksame Desinfektonsmittel
C. Neue TRBA
Die Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe Allgemeines und Aufbau des Technische Regeln Technischen Regelwerks zur Biostoffverordnung
Anwendung von Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA) TRBA 001
Die Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe 001 (TRBA 001) enthält Hinweise zur technischen Regelwerk zur Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen (Biostoffverordnung - BioStoffV).
1 Das technische Regelwerk im Rahmen der Biostoffverordnung
2 Aufbau des Technischen Regelwerks
3 Anwendung von Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA)
1. Das technische Regelwerk im Rahmen der Biostoffverordnung
(1) Das technische Regelwerk beinhaltet die vom Ausschuss für biologische Arbeitsstoffe ermittelten Regeln und Erkenntnisse
- zur Erfüllung der allgemeinen Grundsätze des Arbeitsschutzgesetzes bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen,
- zur Einstufung von biologischen Arbeitsstoffen und
- zur Erfüllung der sonstigen Anforderungen, die im Regelfall unter Berücksichtigung der üblichen Betriebsverhältnisse zur Einhaltung der Vorschriften der Biostoffverordnung einschließlich ihrer Anhänge zu stellen sind sowie Anforderungen zur Vermeidung von Unfällen und Betriebsstörungen.
(2) Das technische Regelwerk besteht aus den Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA), die der jeweiligen Stand von Wissenschaft, Technik und Medizin entsprechen. Sie werden vom ABAS aufgestellt, der Entwicklung entsprechend angepasst und vorn Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung im Bundesarbeitsblatt bekanntgegeben.
(3) Der Arbeitgeber hat die für ihn zutreffenden TRBA bei der Festlegung der erforderlichen Schutzmaßnahmen zu berücksichtigen (§ 10 Abs. 1 BioStoffV). Er braucht diese nicht zu berücksichtigen, wenn andere, gleichwertige Schutzmaßnahmen getroffen werden. Die Gleichwertigkeit ist auf Verlangen der zuständigen Behörde im Einzelfall nachzuweisen. Der Arbeitgeber kann bei Anwendung einer TRBA davon ausgehen, dass die Bestimmungen der Verordnung in diesen Punkten eingehalten werden.
2. Aufbau des Technischen Regelwerks
400-499 Arbeitsplatzbewertung
600-699 Sonstige Bekanntmachungen des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung
3. Anwendung von TRBA
3.1 Berücksichtigung der TRBA
(1) Eine TRBA ist ab dem ersten Tag des auf ihre Veröffentlichung im Bundesarbeitsblatt folgenden Monats anzuwenden. Dies gilt auch für Ergänzungen, Änderungen oder Neufassungen einer bestehenden TRBA.
(2) Hat der ABAS eine TRBA beschlossen, die neue arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse enthält, so legt der ABAS für ihre Anwendung eine angemessene Frist fest, his zu deren Ablauf die Fachwelt erfahrungsgemäß die Regel allgemein übernimmt.
3.2 Übergangsregelungen
Bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen, mit denen bereits vor Bekanntmachung neuer oder neugefasster TRBA bzw. von Ergänzungen oder Änderungen von TRBA begonnen wurde, hat der Arbeitgeber festzustellen, ob diese neuen Regeln und Erkenntnisse zu berücksichtigen und die bestehenden Schutzmaßnahmen daran anzupassen sind. Grundlage dabei ist die Unterscheidung zwischen Maßnahmen des organisatorischen Arbeitsschutzes, der Arbeitsmedizin und der Hygiene sowie technischen Schutzmaßnahmen.
3.1.1 Regelungen zum organisatorischen Arbeitsschutz, zur Hygiene und zur Arbeitsmedizin
Der Arbeitgeber hat die neuen Regeln und Erkenntnisse zu berücksichtigen und die bestehenden Schutzmaßnahmen anzupassen soweit Maßnahmen, des organisatorischen Arbeitsschutzes, der Hygiene oder der Arbeitsmedizin betroffen sind; Nummer 3.1 Abs. 1 gilt entsprechend.
3.1.2 Technische Schutzmaßnahmen
Für technische Anlagen oder technische Arbeitsmittel, die bereits vor der Bekanntmachung einer neuen, ergänzten, geänderten oder neugefassten TRBA bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen eingesetzt wurden, können die bestehenden technischen Schutzmaßnahmen in der Regel beibehalten werden.
Abweichend von Satz 1 sind die bestehenden technischen Schutzmaßnahmen an die neuen Regeln und Erkenntnisse anzupassen:
unverzüglich, wenn dadurch erhebliche Gefahren für Leben oder Gesundheit der Beschäftigten vermieden werden,
nach Ablauf einer angemessenen Frist, wer sich dadurch die Arbeitssicherheit erheblich erhöht (s. auch § 10 Abs. 9 BioStoffV),
anzuwenden, wenn aufgrund einer Gefährdungsbeurteilung neue Schutzmaßnahmen festgesetzt werden müssen.
Die neuen Regeln und Erkenntnisse können Aussagen dazu treffen, wann die Bedingungen nach Nummer 1. vorliegen bzw. eine Frist nach 2. beinhalten.
3.2 Anordnungen im Einzelfall
Auf die Befugnisse der zuständigen Behörde, im Einzelfall Anordnungen zu treffen (§ 22 Abs. 3 ArbSchG), wird hingewiesen.
D. Sonstige Beschlüsse des ABAS
Beschluss des Ausschusses für
Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) Sicherheitstechnische Anforderungen zur Tuberkulosediagnostik Laboratorien 601
Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach § 7 BioStoffV sind die erforderlichen Sicherheitsmal3nahmen nach Anhang 11 so auszuwählen und festzulegen, dass die Gefährdung der Beschäftigten dadurch soweit wie möglich verringert wird. Der ABAS geht - vorbehaltlich evtl. zukünftiger spezieller Regelungen für nicht gezielte Tätigkeiten - davon aus, dass die sicherheitstechnischen Anforderungen an derartige Laboratorien erfüllt werden, wenn die Schutzmaßnahmen der TRBA 100 "Schutzmaßnahmen für gezielte Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in Laboratorien" (insbesondere Nr. 5.3) eingehalten werden.
1. Klinisches Untersuchungsgut und Anzucht von Kulturen
Tätigkeiten in Laboratorien, bei denen klinisches Untersuchungsgut nach Vorbehandlung auf Kulturmedien überimpft wird, sind nicht gezielte Tätigkeiten der Schutzstufe 2 nach BioStoffV. Mit Mycobakterien bewachsene Kulturen sind an spezialisierte Institute weiterzuleiten.
2. Tätigkeiten mit vermehrungsfähigen Tuberkulosebakterien
Laboratorien, in denen diese Tätigkeiten durchgeführt werden, müssen mindestens den Anforderungen der Schutzstufe 3 nach Anhang I I Bio-StoftV entsprechen. Die TRBA 100 (insbesondere Nr. 5.4) ist anzuwenden.
Der Ausschuss für biologische Arbeitsstoffe wird für bestehende Laboratorien, in denen Tätigkeiten nach Nummer 3 durchgeführt werden, eine Übergangsfrist zur Anpassung an die fortentwickelte Sicherheitstechnik festlegen.