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Timestamp: 2017-12-11 06:00:50
Document Index: 244165122

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 30', '§ 11', '§ 53']

Ehrenamt - Anrechnung nach Zuflussprinzip? - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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12.04.2011, 19:57 #1
SPG93->Emailproblem
Ehrenamt - Anrechnung nach Zuflussprinzip?
Wie ist es aber, wenn man eine befristete ehrenamtliche Tätigkeit ausübt und die Bezahlung nicht monatlich erfolgt, sondern erst nach Ende der Tätigkeit (in meinem Fall wäre das nach 4 Monaten)?
Wird dann nach Zuflussprinzip angerechnet, also so, dass von dem gesamten Betrag am Ende lediglich 175 Euro abgesetzt werden können oder kann ich dann trotzdem pro gearbeitetem Monat 175 Euro behalten?
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12.04.2011, 20:24 #2
AW: Ehrenamt - Anrechnung nach Zuflussprinzip?
Was ist denn das für eine merkwürdige ehrenamtliche Tätigkeit? Üblich ist, dass die Aufwandspauschale monatlich gezahlt wird (ich war und bin selbst ehrenamtlich tätig). Schließlich fällt dein Aufwand ja auch in jedem Monats an, es kann ja nicht sein, dass du 4 Monate lang auslegst. Auf einen derartigen ehrenamtlichen Job würde ich mich nie einlassen
12.04.2011, 20:39 #3
Die Bezahlung erfolgt einmalig, weil es sich um eine befristete ehrenamtliche Tätigkeit handelt und es denen zu kompliziert ist, jeden Monat abzurechnen.
Ist bei fast jeder befristeten Tätigkeiten so gewesen, auf die ich mich bis jetzt beworben habe, nur habe ich am Ende keine davon bekommen.
13.04.2011, 10:41 #4
(2) 1Laufende Einnahmen sind für den Monat zu berücksichtigen, in dem sie zufließen. 2Zu den laufenden Einnahmen zählen auch Einnahmen, die an einzelnen Tagen eines Monats auf Grund von kurzzeitigen Beschäftigungsverhältnissen erzielt werden. 3Für laufende Einnahmen, die in größeren als monatlichen Zeitabständen zufließen, gilt Absatz 4 entsprechend.
14.04.2011, 15:26 #5
Haben grade ein ähnliches Angebot bekommen:
Ehrenamt, ca 3 Monate , ca 300EUR Einmalzahlung am Ende
wäre das nicht ggfls als einmalige Einnahme über mehrere Monate zu verteilen?
Und direkt hinterher gefragt: Die 175EUR sind Freibetrag? Auf gut Deutsch: der Aufstocker, der seinen Freibetrag schon ausgenutzt hat hat wieder Pech gehabt? (oder wird das einzeln berechnet?)
14.04.2011, 15:40 #6
Einmalige Einnahmen sind auf sechs Monate zu verteilen, wenn sie höher sind als der
monatliche Anspruch!
3) Einmalige Einnahmen sind in dem Monat, in dem sie zufließen, zu berücksichtigen. Sofern für den Monat des Zuflusses bereits Leistungen ohne Berücksichtigung der einmaligen Einnahme erbracht worden sind, werden sie im Folgemonat berücksichtigt. Entfiele der Leistungsanspruch durch die Berücksichtigung in einem Monat, ist die einmalige Einnahme auf einen Zeitraum von sechs Monaten gleichmäßig aufzuteilen und monatlich mit einem entsprechenden Teilbetrag zu berücksichtigen.
15.04.2011, 06:39 #7
hat noch jemand Infos zu der Freibetragskonstellation bei Aufstockern?
15.04.2011, 07:47 #8
Anstatt der 100 € Grundfreibetrag gibt's dann die 175 €, das war's.
Hier zwei Beispiele auf den Seiten 35 und 36 in den Folien zum SGB II von Harald Thomé zur Anrechnung von Einkommen von Aufwandsentschädigung bei Ehrenamtstätigkeiten und Übungsleiterpauschalen und die Seiten 33 und 34 allgemein zum Thema "175 € Grundfreibetrag":
*klick* http://www.harald-thome.de/media/fil...08.04.2011.pdf
• § 11b Abs. 1 S. 2 SGB II definiert einen Grundfreibetrag von 100 €, bis zu dem Erwerbseinkommen
unberücksichtigt bleibt, dieser erhöht sich auf 175 € bei Ehrenamtstätigkeit, wenn hier
Aufwandsentschädigung gezahlt wird und/oder Erwerbseinkommen aus nebenberuflicher
Erwerbstätigkeit („Übungsleiter“) erzielt wird (§ 11b Abs. 2 S. 2 SGB II).
• Dieser Grundfreibetrag ersetzt die Absetzbeträge nach § 11b Abs. 1 Nr. 3 - 5 SGB II (z.B. Werbungskosten
von 15,33 €, Versicherungspauschale, Beiträge für Riester-Rente, Fahrtkosten …).
Zusätzlich zum Grundfreibetrag sind immer die Beiträge zur Sozialversicherung, z.B. Zusatzbeiträge,
vom Einkommen abzusetzen (§ 11b Abs. 1 Nr. 2 SGB II).
• Bei Einkommen über 400 € brutto können höhere Absetzbeträge geltend gemacht werden (hier
gelten die Regelungen von § 11b Abs. 2 S. 1 SGB II). Bei Erhalt von Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche
Tätigkeiten und/oder Einkommen als Übungsleiter sind die höheren Absetzbeträge ab 175 €
geltend machbar (11b Abs. 3 S. 3 SGB II).
15.04.2011, 09:54 #9
Prüf mal bitte ob ich das begriffen habe:
Einmalzahlung aus Ehrenamt: 300,- EUR
wird verteilt auf 6 Monate: 6 x 50,-EUR
Weil Ehrenamt, Erhöhung des Freibetrages von 100,- auf 175,- für die ganzen 6 Monate (!?)
1. 6 x 50 EUR bleiben Anrechnungsfrei, die vollen 300,- kommen beim Ehrenamtler an
2. 6 x 25 EUR ungenutzter Freibetrag, die dem Aufstocker für sein reguläres Gehalt zur Verfügung stehen?
Ergäbe ein gesamtplus von 450,- EUR ? (wenn der aufstocker mit min 25,-EUR im 1:1 anzurechnenden Bereich ist)
Ist das wirklich so richtig?
16.04.2011, 11:24 #10
Ich persönlich denke nicht, dass sie die Anrechnung der auf einmal ausgezahlten Aufwandsentschädigung auf mehrere Monate verteilen, wenn Du durch eine Einmalanrechnung nicht aus dem Leistungsbezug fällst.
Laut H. Thomé - wenn ich es richtig verstanen habe anhand seines Beispiels - fließt die Aufwandsenschädigung durch Ehrenamtstätigkeit nicht in die Freibetragsberechnung nach altem § 30 (neuer § 11b) mit ein - ob das so stimmt, kann ich Dir nicht beantworten. Bei Nebeneinkünften wie z.B. Übungsleiterpauschalen ist es wohl anders.
Du könntest aber zusätzlich zu den 175 € Grundfreibetrag noch weiter Absetzungen gelten machen, wenn diese höher als 175 € sind, was Du nachweisen müsstest (Fahrtkosten etc.)
18.04.2011, 07:52 #11
Stimmt leider, Danke.
Es läuft also wieder darauf hinaus, das sich Mehrarbeit nicht lohnt, weil in den höheren Aufstockerstufen nicht ein Cent übrigbleibt.
18.04.2011, 13:25 #12
18.04.2011, 13:27 #13
Zitat von SPG93
oder kann ich dann trotzdem pro gearbeitetem Monat 175 Euro behalten?
rein rechtlich gesehen hat man da die arschkarte, denn grundsätzlich gilt
das zuflussprinzip.
vorausgesetzt natürlich, das amt weiss von dem geldeingang ...
edit: ach so, oder man muss halt glaubhaft machen, dass es sich bei
den 300 euro zur hälfte um fahrkostenerstattung handelt (also nicht um
eine pauschale oder einen stundensatz für die ehrenamtliche tätigkeit.)
18.04.2011, 16:06 #14
und wie schaut das ganze aus bei einer Ehrenamtlichen Betreuung (mit Urkunde vom Amtsgericht) dort kann man einal im Jahr eine Pauschale geltend machen die bei ca 320€ liegt .
anrechnung, ehrenamt, zuflussprinzip
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