Source: https://sadaba.de/GSLT_LWaldG.html
Timestamp: 2020-02-21 03:45:43
Document Index: 360822840

Matched Legal Cases: ['Art.1', 'Art.3', '§ 1', '§ 205', '§ 1', '§ 29', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 22', '§ 16', '§ 24', '§ 11', '§ 8', '§ 11', '§ 10', '§ 32', '§ 19', '§ 19', '§ 19', '§ 20', '§ 20', '§ 19', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 93', '§ 94', '§ 95', '§ 19', '§ 11', '§ 15', '§ 11', '§ 19', '§ 13', '§ 13', '§ 28', '§ 30', '§ 40', '§ 37', '§ 15', '§ 26', '§ 8', '§ 9', '§ 8', '§ 11', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 13', '§ 16', '§ 17', '§ 22', '§ 25', '§ 27', '§ 36']

Text: LWaldG-Landeswaldgesetz
BS-Nr.790-14
Gesetz Nr.1069
(Landeswaldgesetz)
vom 26.10.77 (Amtsbl_77,1009)
zuletzt geändert durch Art.1 iVm Art.3 des Gesetzes Nr.1809 zur Änderung des Gesetzes zur Regelung der Zuständigkeiten im Schornsteinfegerwesen sowie zur Änderung des Landeswaldgesetzes
vom 26.06.13 (Amtsbl_I_13,268)
[ Änderungen-2013 ] [ 2009 ] [ 2008 ] [ 2007 ] [ 2006 ] [ Motive ]
§_1 LWaldG (F)
Funktion des Waldes; Gesetzeszweck
(1) 1Der Wald ist im Saarland ein landschaftsprägendes Element.
2Er gehört zu den Naturreichtümern des Landes, ist eine unverzichtbare Lebensgrundlage der Menschen und bietet unersetzbaren Lebensraum für Pflanzen und Tiere.
3Er besitzt daher besondere Bedeutung für die Vielfalt an Lebensräumen, Lebensgemeinschaften und Arten sowie für die genetische Vielfalt innerhalb der Arten (Biodiversität) (1).
wegen der Bedeutung des Waldes für die Umwelt, insbesondere für die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts, die Atmosphäre, das Klima, das Wasser, die Tiere und Pflanzen und deren genetische Vielfalt, den Boden (Schutzfunktion) sowie wegen seiner wirtschaftlichen Bedeutung als Ressource des wichtigen nachwachsenden Rohstoffes Holz (Nutzfunktion) und wegen seiner Bedeutung für den Menschen (Erholungsfunktion) den Wald zu erhalten, erforderlichenfalls zu mehren und seine naturnahe, insbesondere kahlschlagfreie Bewirtschaftung nachhaltig zu sichern, (2)
wegen der Bedeutung des Waldes für die Umwelt, insbesondere für die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts, die Atmosphäre, das Klima, das Wasser, die Tiere und Pflanzen, den Boden (Schutzfunktion) sowie wegen seiner Bedeutung als Ressource des wichtigen nachwachsenden Rohstoffes Holz (Nutzfunktion) und wegen seiner Bedeutung für den Menschen (Erholungsfunktion) den Wald zu erhalten, erforderlichenfalls zu mehren und seine ordnungsgemäße Bewirtschaftung nachhaltig zu sichern,
§_2 LWaldG (F)
(2) 1Als Wald gelten auch kahlgeschlagene oder verlichtete Grundflächen, Waldwege, Waldeinteilungs- und Sicherungsstreifen, Waldblößen und Lichtungen, Waldwiesen, Wildäsungsflächen (1) sowie Holzlagerplätze.
2Als Wald gelten ferner im Wald liegende oder mit ihm verbundene Pflanzgärten, Leitungsschneisen, Waldparkplätze und Flächen mit Erholungseinrichtungen, kleinere Moor-, Heide- und Ödflächen sowie Weiher, Teiche und andere Gewässer von untergeordneter Bedeutung unbeschadet der wasser-, fischerei- und naturschutzrechtlichen Vorschriften sowie weitere mit dem Wald verbundene und ihm dienende Flächen.
(3) In der Flur oder im bebauten Gebiet gelegene kleinere Flächen, die mit einzelnen Baumgruppen, Baumreihen oder mit Hecken bestockt sind oder als Baumschulen verwendet werden, sowie zum Wohnbereich gehörende Parkanlagen sind nicht Wald im Sinne dieses Gesetzes.
§_3 LWaldG
(1) Staatswald im Sinne dieses Gesetzes ist Wald, der im Alleineigentum des Saarlandes, eines anderen Bundeslandes oder des Bundes steht.
(2) aKörperschaftswald im Sinne dieses Gesetzes ist Wald, der im Alleineigentum der Gemeinden, der Gemeindeverbände, der Zweckverbände sowie sonstiger Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts steht;
bausgenommen ist der Wald von Religionsgemeinschaften und deren Einrichtungen sowie der Gehöferschaften und ähnlicher Gemeinschaften.
§_4 LWaldG
§_5 LWaldG (F)
Aufgaben und Grundsätze der forstlichen Rahmenplanung
(1) Die forstliche Rahmenplanung im Sinne dieses Gesetzes dient der Ordnung und Verbesserung der Forststruktur und ist darauf gerichtet, die für die Entwicklung der Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse notwendigen Funktionen des Waldes nach § 1 Abs.2 Nr.1 zu sichern.
(2) Bei der forstlichen Rahmenplanung sind die Ziele der Raumordnung zu beachten und die Grundsätze und sonstigen Erfordernisse der Raumordnung sowie die Zielsetzungen der Landschaftsrahmenplanung (1) zu berücksichtigen.
Wald ist nach seiner Fläche und Verteilung so zu erhalten und entwickeln, dass er die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts sicherstellt, beste Voraussetzungen als Lebensraum für die heimische Tier- und Pflanzenwelt erhält, dem Schutz vor natürlichen oder zivilisatorischen Gefahren dient und der Bevölkerung als Erholungsraum zur Verfügung steht; zugleich sollen die natürlichen Gegebenheiten sowie die wirtschaftlichen und sozialen Erfordernisse in den an das Landesgebiet angrenzenden Räumen berücksichtigt werden. (2)
Der Aufbau des Waldes soll so beschaffen sein, dass seine Funktionen entsprechend den tatsächlichen Erfordernissen nachhaltig (3) gewährleistet sind.
1In Gebieten, in denen die Schutz- oder Erholungsfunktionen des Waldes von besonderem Gewicht sind, soll Wald für Schutz- oder Erholungszwecke in entsprechender räumlicher Ausdehnung und Gliederung unter Beachtung wirtschaftlicher Belange ausgewiesen werden.
2Hierbei sollen geeignete Anlagen und Einrichtungen, insbesondere der erholungsgerechten Freizeitgestaltung, sowie sonstige Maßnahmen vorgesehen werden.
1Landwirtschaftliche Grenzertragsböden (4) sollen aufgeforstet oder über Sukzession in Wald entwickelt (4) werden, wenn dies wirtschaftlich und agrarstrukturell zweckmäßig ist und die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts verbessert wird.
2In Gebieten mit hohem Waldanteil sollen ausreichende Flächen von der Aufforstung ausgenommen werden.
Wenn geringe Grundstücksgrößen oder die Gemengelage von Grundstücken verschiedener Besitzer einer rationellen forstwirtschaftlichen Nutzung (5) entgegenstehen, sollen forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse gebildet und, soweit erforderlich, die Zusammenlegung von Grundstücken angestrebt werden.
§_6 LWaldG (F)
(1) 1Die Forstbehörde hat zur Sicherung der für die Entwicklung der Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse notwendigen forstlichen Voraussetzungen forstliche Rahmenpläne und Waldfunktionspläne für einzelne Waldgebiete oder das Landesgebiet oder Teile davon aufzustellen.
2Dabei sind die Träger öffentlicher Belange, deren Interessen durch die forstliche Rahmenplanung berührt werden, rechtzeitig zu unterrichten und anzuhören, soweit nicht nach sonstigen Vorschriften eine andere Form der Beteiligung vorgeschrieben ist.
3Dies gilt entsprechend für die beteiligten Wald- und sonstigen Grundbesitzer und deren Zusammenschlüsse.
(2) 1Forstliche Rahmenpläne und Waldfunktionspläne sowie deren Änderungen und Ergänzungen sind im Amtsblatt des Saarlandes bekannt zu machen.
2Die zum jeweiligen forstlichen Rahmenplan und Waldfunktionsplan gehörenden Texte und Karten sind öffentlich auszulegen.
3In der Bekanntmachung muss auf diese öffentlich ausgelegten Texte und Karten verwiesen werden.
(3) 1Forstliche Rahmenpläne und Waldfunktionspläne sind mit ihrer Bekanntmachung nach Absatz 2 von den Behörden des Landes, den Landkreisen, dem Regionalverband (2) Saarbrücken, Gemeinden und Planungsverbänden nach § 205 des Baugesetzbuchs sowie den der Aufsicht des Landes unterstehenden Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts bei Planungen, Entscheidungen und allen sonstigen Maßnahmen zu beachten, durch die Wald in Anspruch genommen wird oder die in ihren Auswirkungen den Wald berühren.
§_7 LWaldG
Sicherung der Funktionen des Waldes bei Planungen und Maßnahmen von Trägern öffentlicher Vorhaben
die Funktionen des Waldes nach § 1 Abs.2 Nr.1 angemessen zu berücksichtigen und
die Forstbehörde bereits bei der Vorbereitung der Planungen und Maßnahmen zu unterrichten und anzuhören, soweit nicht nach diesem Gesetz oder sonstigen Vorschriften eine andere Form der Beteiligung vorgeschrieben ist.
§_8 LWaldG (F)
(1) 1Wald darf nur mit Genehmigung der Forstbehörde (1) gerodet und in eine andere Nutzungsart umgewandelt werden (Umwandlung).
2Dabei sind die Belange des Naturhaushalts und des Landschaftsbildes zu berücksichtigen.
3Soweit andere Gesetze dies vorsehen, sind bei der Erteilung der Genehmigung andere Behörden zu beteiligen.
(2) 1Bei der Entscheidung über einen Umwandlungsantrag sind die Rechte, Pflichten und wirtschaftlichen Interessen des Waldbesitzers sowie die Belange der Allgemeinheit gegeneinander und untereinander abzuwägen.
2Die Interessen der Landwirtschaft sind angemessen zu berücksichtigen.
3Die Genehmigung soll versagt werden, wenn die Erhaltung des Waldes im überwiegenden öffentlichen Interesse liegt, insbesondere wenn der Wald für die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts und die forstwirtschaftliche Erzeugung von wesentlicher Bedeutung ist oder wichtige Schutz- und Erholungsfunktionen wahrzunehmen hat.
(3) 1Die Umwandlung von Wald kann mit Bedingungen oder Auflagen verbunden oder befristet erteilt werden.
2Ist die Umwandlung innerhalb der gesetzten Frist nicht durchgeführt, so erlischt die Genehmigung.
(4) Geht das Eigentum an einem Grundstück nach Versagung der Genehmigung zur Umwandlung an einen anderen Eigentümer über, darf einem erneuten Antrag auf Umwandlung innerhalb von 10 Jahren nach der erstmaligen Versagung der Genehmigung nur stattgegeben werden, wenn ein besonderes öffentliches Interesse vorliegt.
(5) Einer Genehmigung nach Absatz 1 bedarf es nicht bei Flächen, für die in einem Bebauungsplan oder in einer städtebaulichen Satzung (2) auf Grund des Baugesetzbuchs, in einem Planfeststellungsverfahren oder in einem rechtsverbindlichen Plan die Umwandlung festgelegt ist.
(6) Bei der Umwandlung von Gemeindewald treten an die Stelle des Absatzes 1 Satz 1 die Bestimmungen des § 29 Abs.2 und 3.
§_9 LWaldG (F)
(1) 1Die Erstaufforstung von Wald bedarf der Genehmigung der Forstbehörde (1).
2Im Übrigen gilt § 8 Abs.1 Satz 2 und 3 entsprechend.
(2) 1Die Genehmigung zur Aufforstung soll versagt werden, wenn das überwiegende öffentliche Interesse entgegensteht, insbesondere wenn Maßnahmen zur Verbesserung der Agrarstruktur oder die Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege oder der naturgebundenen Erholung beeinträchtigt werden.
2Im Übrigen gilt § 8 Abs.2 entsprechend.
(3) Die Vorschriften des § 8 Abs.3 bis 5 gelten sinngemäß.
§_10 LWaldG (F)
§_11 LWaldG (F)
Grundsätze für die Bewirtschaftung des Waldes
(1) (1) 1Der Wald ist im Rahmen seiner Zweckbestimmung nach den Regeln der guten fachlichen Praxis zu bewirtschaften.
2Der Waldbesitzer hat bei der Bewirtschaftung der Bedeutung des Waldes für die Umwelt, insbesondere für die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen Boden, Wasser, Klima und Luft Rechnung zu tragen.
(2) (2) 1Bewirtschaftung nach den Regeln der guten fachlichen Praxis ist forstwirtschaftliche Nutzung, die nach den gesicherten Erkenntnissen der Wissenschaft und den bewährten Regeln der forstlichen Praxis den Wald nutzt, verjüngt, pflegt und schützt.
2Sie soll die dauerhafte Erhaltung der Bodenfunktionen sowie die Erhaltung und Förderung einer artenreichen und standortgerechten Pflanzen- und Tierwelt gewährleisten.
3Bei der Bewirtschaftung des Waldes sind die Waldbesitzer verpflichtet:
biologisch gesunde und stabile Wälder und Waldränder zu erhalten,
auf die Gestaltung und Pflege der Landschaft zu achten,
die nachhaltige natürliche Entwicklung des Waldökosystems dauerhaft zu gewährleisten,
für eine nachhaltige Holzproduktion nach Menge und Güte Sorge zu tragen sowie bestands- und bodenschonende Arbeitsverfahren und - techniken bei der Waldpflege und Holzernte zu verwenden,
unbestockte oder verlichtete Flächen sowie auf sonstige Weise entstandene Kahlflächen durch Naturverjüngung, natürliche Sukzession, Vorwälder, Saat oder Pflanzung unverzüglich wieder zu bewalden,
die natürliche Verjüngung zu fördern und Waldflächen mit standortgerechten Baumarten zu bestocken,
den Wald bedarfsgerecht unter größtmöglicher Schonung von Boden, Bestand und Landschaft zu erschließen,
auf den flächenhaften Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu verzichten,
stehendes und liegendes Biotopholz in angemessenem Anteil zu erhalten sowie
auf Wilddichten hinzuwirken, die die natürliche Verjüngung des Waldes mit Baumarten, die dem natürlichen Wuchs- und Mischungspotential des Standorts entsprechen, nicht gefährden.
(3) (3) Die Forstbehörde kann die Durchführung einzelner Maßnahmen nach Absatz 2 Nr.1 bis 9 (4) anordnen, wenn sie zur Sicherung der Schutz- und Erholungsfunktionen des Waldes erforderlich sind.
§_12 LWaldG (F)
Verbot von Kahlhieben (1)
(1) 1Um den Wald in seinen vielfältigen Funktionen zu sichern, ist seine Nutzung in der Bewirtschaftungsform der Dauerbestockung anzustreben.
2Seine Bewirtschaftung ist daher grundsätzlich im Wege der einzelbaumweisen Nutzung zu verwirklichen.
(2) 1Kahlhiebe sind mit Ausnahme der Absätze 5, 6 und 7 verboten.
2Das Verbot gilt nicht, wenn die Voraussetzungen des § 8 Abs.5 erfüllt sind.
(3) 1Kahlhiebe im Sinne dieses Gesetzes sind flächenhafte Nutzungen von Baumbeständen über 0,3 ha Angrenzende Kahlflächen und noch nicht gesicherte Verjüngungsflächen des gleichen Forstbetriebs werden dabei mit eingerechnet.
2Kahlhieben gleichgestellt sind Eingriffe in einen Baumbestand, die die Bestockung einer Waldfläche auf weniger als 40 vom Hundert des normalen Vollbestands der betreffenden Baumart bei gleichem Alter und gleicher Ertragsklasse herabsetzen.
einer gesicherten raumhohen Verjüngung dienen, sofern mindestens zehn vom Hundert der Stammzahl des Altbestandes erhalten bleiben,
Weihnachtsbaum-, Schmuckreisigkulturen oder Stockausschlagbestände betreffen oder
aus verkehrssicherungsrechtlichen Gründen oder auf Grund von Brand oder Naturereignissen wie Sturmschäden oder Schädlingsbefall notwendig sind.
(5) 1Kahlhiebe mit einer Flächengröße bis zu einem Hektar sind der Forstbehörde spätestens sechs Wochen vor ihrer Ausführung schriftlich anzuzeigen.
2Der Nachweis der rechtzeitigen Anzeige obliegt dem Waldbesitzer.
3Die Ausführung soll unbeschadet weitergehender Rechtsvorschriften nur dann untersagt werden, wenn
die Gefahr besteht, dass die Fläche in angemessener Zeit nicht wieder bewaldet wird,
eine Umwandlung in eine andere Nutzungsart beantragt wird und Versagungsgründe nach § 8 Abs.2 Satz 3 gegeben sind,
erhebliche Nachteile für geschützte Biotope gemäß § 22 des Saarländischen Naturschutzgesetzes vom 5.April 2006 (Amtsbl.S.733) in der jeweils geltenden Fassung, für Naturschutzgebiete gemäß § 16 des Saarländischen Naturschutzgesetzes, für Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung gemäß § 24 des Saarländischen Naturschutzgesetzes oder für Arten der Roten Liste des Saarlandes eintreten, (2)
auf Grund der Bodenbeschaffenheit und der Hangneigung erhebliche Erosionsschäden zu befürchten sind oder
durch den Kahlhieb ein standortheimischer Waldbestand durch standortfremde Baumarten ersetzt werden soll.
(6) 1Kahlhiebe von über einem bis zu vier Hektar bedürfen der vorherigen Genehmigung der Forstbehörde.
2Die Genehmigung ist zu versagen, wenn Gründe des Allgemeinwohls, insbesondere des Natur- und Artenschutzes, entgegenstehen oder die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts gefährdet wird, es sei denn, der Kahlhieb ist wegen der wirtschaftlichen Situation des Betriebes unumgänglich.
(7) Der Kahlhieb kann flächenmäßig begrenzt oder mit Auflagen versehen werden, wenn dies für die Verbesserung des Waldschutzes, der Waldbewirtschaftung oder der Lebensgrundlage frei lebender Tiere oder seltener und geschützter Pflanzen notwendig ist.
§_12 LWaldG
Bestimmungen gegen die Waldverwüstung
(1) 1Der Abtrieb und die zuwachsmindernde Lichtstellung von Nadelholzbeständen unter einem Alter von 50 Jahren und von Laubholzbeständen unter einem Alter von 80 Jahren (hiebsunreife Bestände) mit Ausnahme von Stockausschlag-, Splitter- und Laubweichholzbeständen sind verboten.
2Dies gilt nicht für Weihnachtsbaumkulturen und Schmuckreisigkulturen.
(2) In Forstbetrieben mit mehr als 50 und weniger als 100 ha Waldfläche ist der Abtrieb von mehr als einem Dreißigstel und in Betrieben einer Größe von 100 ha und mehr der Abtrieb von mehr als einem Vierzigstel der zu einer Betriebseinheit gehörenden Hochwaldfläche in einem Forstwirtschaftsjahr verboten.
(3) Ausnahmen von den Absätzen 1 und 2 bedürfen der Erlaubnis der Forstbehörde.
(4) 1Abtriebe zusammenhängender Hochwaldflächen einer Betriebseinheit von mehr als 5 ha bedürfen der Genehmigung der Forstbehörde.
2Die Genehmigung ist zu versagen, wenn der Waldbesitzer seinen Verpflichtungen aus § 11 Abs.2 Nr.1 wiederholt nicht nachgekommen ist oder wenn Beeinträchtigungen des Bodens und der Bodenfruchtbarkeit, des Wasserhaushalts, der sonstigen Schutz- und Erholungsfunktionen zu erwarten sind.
(5) Das Verbot gilt nicht, wenn die Voraussetzungen des § 8 Abs.5 erfüllt sind.
§_13 LWaldG (F)
Periodische Betriebspläne und jährliche Wirtschaftspläne
(2) 1Für die übrigen Waldungen, die sich nach Größe, Lage, Zusammenhang und Waldzustand zu selbstständiger ordnungsgemäßer Forstbewirtschaftung eignen, kann die Forstbehörde die Aufstellung von periodischen Betriebsplänen anordnen.
2Die Anordnung soll in der Regel nur für Forstbetriebe mit mindestens 50 ha Waldfläche getroffen werden.
(3) Für den forstlichen Kleinbetrieb mit weniger als 50 ha Waldfläche und für Sonderfälle können einfache Betriebsgutachten zugelassen oder angeordnet werden.
2Für forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse, die bei Wahrung des Eigentums an den Grundstücken gemeinsam bewirtschaftet werden, können gemeinschaftliche Betriebspläne oder Betriebsgutachten erstellt werden.
(4) 1Die periodischen Betriebspläne und Betriebsgutachten sind durch den SaarForst Landesbetrieb oder (1) von der Forstbehörde anerkannte Sachverständige zu erstellen und bedürfen der Genehmigung der Forstbehörde.
2Die Durchführung der Betriebspläne und Betriebsgutachten ist von der Forstbehörde zu überwachen.
(5) 1Durch die periodischen Betriebspläne und Betriebsgutachten ist die Nachhaltigkeit sicherzustellen und darüber hinaus ein den wirtschaftlichen Verhältnissen des Waldeigentümers Rechnung tragender Holzvorrat mit bester Leistungsfähigkeit anzustreben.
2Der periodische Betriebsplan und das Betriebsgutachten sollen eine Darstellung des Waldzustandes, eine Herleitung des planmäßigen Einschlags für die kommende Wirtschaftsperiode und Vorschläge für die Begründung und Pflege der Waldbestände sowie Vorschläge für die Sicherung der landschaftspflegerischen Bedeutung des Waldes und für die Verbesserung seiner Erholungswirkung beinhalten.
3Die Grundsätze des § 11 Abs.1 sind dabei zu beachten.
4Die Interessen der Waldbesitzer sind angemessen zu berücksichtigen.
(7) Die Forstbehörde erlässt (2) Richtlinien für die Aufstellung und Prüfung der periodischen Betriebspläne und Betriebsgutachten sowie der jährlichen Wirtschaftspläne.
§_14 LWaldG (F)
Nachbarpflichten und Nachbarschutz
(2) 1Bei Gemengelage von Waldbesitz, dessen forstliche Bewirtschaftung nur bei weitgehender Rücksichtnahme auf die Nachbargrundstücke möglich ist, sollen die Waldbesitzer ihre Wirtschaftsmaßnahmen entsprechend aufeinander abstimmen.
2Sie haben insbesondere Maßnahmen zu unterlassen, durch die benachbarte Waldbestände der Gefahr des Windwurfs, der Aushagerung oder des Rindenbrandes ausgesetzt werden.
(3) (2) 1Bei der Errichtung von Gebäuden auf waldnahen Grundstücken ist ein Abstand von 30 Metern zwischen Waldgrenze und Außenwand des Gebäudes einzuhalten.
2Die gleichen Abstände sind bei der Neubegründung von Wald zu Gebäuden einzuhalten.
3Durch die Erweiterung bestehender Gebäude dürfen die gemäß Satz 1 einzuhaltenden Abstände nicht verkürzt werden.
4Die Forstbehörde genehmigt Ausnahmen von dem gemäß Satz 1 einzuhaltenden Abstand, wenn
5Dem Antrag auf Genehmigung einer Ausnahme ist ein Plan beizufügen, aus dem die Flurstücksbezeichnung des Grundstücks sowie die genaue Lage des zu errichtenden Gebäudes auf dem Grundstück hervorgehen.
6Die Forstbehörde überprüft den Antrag innerhalb von sechs Arbeitstagen nach Eingang auf seine Vollständigkeit und fordert fehlende Angaben und Unterlagen unverzüglich beim Antragsteller an.
7aÜber den Antrag ist innerhalb von drei Monaten nach Eingang des vollständigen Antrags zu entscheiden;
7bdie Genehmigung gilt als erteilt, wenn über den Antrag nicht innerhalb dieser Frist entschieden worden ist.
(3) (1) 1Zur Sicherung vor Gefahren durch Windwurf und Waldbrand ist bei der Errichtung von Gebäuden auf Grundstücken, die
zur Waldgrenze hin ansteigen, ein Abstand von 35 Metern,
auf gleicher Höhe mit dem angrenzenden Wald liegen, ein Abstand von 30 Metern,
die zur Waldgrenze hin abfallen, ein Abstand von 25 Metern
zwischen Waldgrenze und Außenwand des Gebäudes einzuhalten.
4Die Forstbehörde kann Ausnahmen von den nach Satz 1 erforderlichen Abständen zulassen.
§_15 LWaldG (F)
(1) 1Ist die forstliche Bewirtschaftung einer Waldfläche, insbesondere die Holzfällung und Abfuhr der Walderzeugnisse, ohne Benutzung eines fremden Grundstücks nicht oder nur mit unverhältnismäßig großen Nachteilen möglich, so ist der Eigentümer oder Nutzungsberechtigte des fremden Grundstücks verpflichtet, auf Antrag des Waldbesitzers die notwendige Benutzung zu gestatten, wenn dieser sich bereit erklärt, den durch die Benutzung entstehenden Schaden zu beheben oder zu ersetzen und wenn er auf Verlangen des Grundstückseigentümers oder Nutzungsberechtigten eine Sicherheitsleistung in Höhe des voraussichtlichen Schadens erbringt.
2Für die Benutzung nicht öffentlicher Wege kann eine angemessene Vergütung verlangt werden.
(2) (1) 1Kommt eine Einigung zwischen dem Waldbesitzer und dem zur Duldung verpflichteten Eigentümer oder Nutzungsberechtigten des Grundstücks über Art und Umfang der Duldung, über die Höhe des Schadensersatzes oder die Vergütung nicht zustande, so entscheidet die Forstbehörde nach Anhörung der Beteiligten.
2Sind landwirtschaftliche Grundstücke betroffen, trifft die Forstbehörde ihre Entscheidung im Benehmen mit der Landwirtschaftskammer für das Saarland.
3Gegen die Entscheidung der Forstbehörde ist, soweit Schadensersatz oder Vergütung nach Absatz 1 geltend gemacht wird, innerhalb eines Monats nach der Zustellung der ordentliche Rechtsweg zulässig.
(2) 1Kommt eine Einigung zwischen dem Waldbesitzer und dem Eigentümer oder Nutzungsberechtigten des zur Duldung verpflichteten Grundstücks über Art und Umfang der Duldung und über die Höhe des Schadensersatzes und der Vergütung nicht zustande, so entscheidet die Forstbehörde nach Anhörung der Beteiligten.
2Sind landwirtschaftliche Grundstücke betroffen, soll die Forstbehörde zuvor die Landwirtschaftskammer für das Saarland hören.
(3) 1Wenn es zur Erschließung eines Waldgebiets erforderlich ist, kann die Forstbehörde einen Grundstückseigentümer im Einvernehmen mit den beteiligten Behörden und der Gemeinde verpflichten, die Anlage eines Weges auf seinem Grundstück gegen angemessene Entschädigung in Geld zu dulden.
2Waldbesitzer und Dritte, die durch die Anlage des Weges Vorteile haben, können in angemessenem Umfang zu den Kosten herangezogen werden.
§_16 LWaldG
(1) Der Waldbesitzer ist verpflichtet, Schäden, die dem Wald durch tierische und pflanzliche Schädlinge, Naturereignisse, Feuer und Forstfrevel drohen, abzuwehren, soweit dies im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung möglich und ökologisch sinnvoll ist.
(2) Die Forstbehörde hat nach pflichtgemäßem Ermessen die notwendigen Anordnungen und Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung von Schäden zu treffen.
§_17 LWaldG
Nutzungsrechte und Nebennutzungen
(1) Forstnebennutzungen und Forstnutzungsrechte dürfen nur so ausgeübt werden, dass die ordnungsgemäße forstliche Bewirtschaftung nicht gefährdet wird.
(2) Forstnutzungsrechte dürfen nicht neu begründet werden,
§_18 LWaldG (F)
1Die zur Abfallentsorgung verpflichteten Körperschaften haben in ihrem Gebiet erhebliche Verunreinigungen des nicht staatlichen Waldes auf ihre Kosten zu beseitigen, soweit der Waldbesitzer die Verunreinigung nicht selbst verursacht oder geduldet hat.
2Das Zusammentragen und die Entsorgung von illegal lagernden Abfällen im Staatswald obliegt der Forstbehörde (1).
3Steht dem Waldbesitzer wegen der Verunreinigung ein Anspruch auf Schadensersatz gegen einen Dritten zu, so geht der Anspruch auf die abfallbeseitigungspflichtige Körperschaft über, soweit diese die Verunreinigung beseitigt.
Schutz-+ Erholungswald
§_19 LWaldG (F)
(1) 1Waldflächen können durch vertragliche Vereinbarung oder (1) Rechtsverordnung zu Schutzwald erklärt werden, wenn es zur Abwehr oder Verhütung wesentlicher Gefahren für das Wohl der Allgemeinheit notwendig ist, einen Wald zu erhalten und bestimmte forstliche Maßnahmen durchzuführen oder zu unterlassen.
2Vorrangig ist auf den Abschluss einer vertraglichen Vereinbarung hinzuwirken (2).
(2) Die Erklärung zu Schutzwald kommt insbesondere in Betracht zum Schutz gegen ungünstige klimatische Einwirkungen, Immissionen, Lärm, Bodenabschwemmungen, Hangrutschung, Geröllbildung, Bodenverwehung, Austrocknung, Vernässung und Uferabbruch sowie gegen Störungen des Wasserhaushalts.
(3) 1Durch die Rechtsverordnung kann den Waldbesitzern die Durchführung oder Unterlassung bestimmter Maßnahmen oder die Herstellung von Anlagen auferlegt werden.
2Kahlhiebe oder diesen in der Wirkung gleichkommende Lichtungshiebe bedürfen der Genehmigung der Forstbehörde.
(4) Die Eigentümer, Nutzungsberechtigten oder Unterhaltungspflichtigen von Grundstücken, Gebäuden, Gewässern und sonstigen Anlagen, deren Gefährdung durch die Bildung von Schutzwald herabgesetzt oder beseitigt wird oder von denen eine Gefährdung, die die Erklärung von Schutzwald erforderlich macht, ausgeht, können zum Ersatz der entstehenden Kosten angemessen herangezogen werden.
(5) 1Über die Höhe der Kosten und ihre Umlegung auf die Beteiligten entscheidet die Forstbehörde.
2Gegen deren Entscheidung ist innerhalb eines Monats nach der Zustellung der ordentliche Rechtsweg zulässig.
(6) Die Bestimmungen des § 10 Bundesfernstraßengesetz und des § 32 des Saarländischen Straßengesetzes bleiben unberührt.
§_20 LWaldG (F)
(1) 1Wald in Verdichtungsräumen, in der Nähe von Städten und größeren Siedlungen, Kur- und Erholungsorten sowie in Erholungsgebieten kann durch vertragliche Vereinbarung oder (1) Rechtsverordnung zu Erholungswald erklärt werden, wenn es das Wohl der Allgemeinheit erfordert, Waldflächen für Zwecke der Erholung zu schützen, zu pflegen oder zu gestalten.
2§ 19 Abs.1 Satz 2 gilt entsprechend (2).
(2) Privatwald soll nur dann zu Erholungswald erklärt werden, wenn Staats- und Körperschaftswald zur Sicherung des Erholungsbedürfnisses nicht ausreichen oder wegen ihrer Lage nicht oder nur geringfügig für die Erholung in Anspruch genommen werden.
(3) In der Rechtsverordnung kann bestimmt werden, dass die Waldbesitzer
ihre Betriebsmaßnahmen dem Zweck des Erholungswaldes anpassen,
Reklameschilder und ähnliche die Landschaft verunstaltende Einrichtungen beseitigen oder deren Beseitigung dulden.
(4) Im Erholungswald ist die Anlage von Abfallbeseitigungsanlagen verboten.
(5) 1Der Waldbesitzer hat im Erholungswald die Anlage und Erhaltung von Erholungseinrichtungen zu dulden, wenn die Forstbehörde der Anlage der Erholungseinrichtungen zugestimmt oder sie angeordnet hat.
2Er ist befugt, die Erholungseinrichtungen zu benutzen, soweit sich dies mit dem Erholungszweck vereinbart, und kann ihre Beseitigung verlangen, wenn sie nicht mehr ihrer Zweckbestimmung dienen.
§_20a LWaldG (F)
Naturwaldzellen (1)
(1) Geeignete Bestände können im Einvernehmen mit den Waldeigentümern durch Rechtsverordnung zu Naturwaldzellen erklärt werden.
(2) 1Naturwaldzellen sind Waldflächen, auf denen eine durch Waldbewirtschaftung ungestörte natürliche Entwicklung von Waldlebensgemeinschaften gesichert und beobachtet werden soll.
2Sie dienen insbesondere folgenden Zwecken:
der Erhaltung und Entwicklung natürlicher Strukturen sowie standortspezifischer Lebensräume für Tiere und Pflanzen,
dem Bio-Monitoring sowie
der Sicherung genetischer Informationen.
(3) Die Verordnung regelt Näheres zum Schutzzweck, zur Dauer der Ausweisung, zu dem Verhalten der Waldbesuchenden sowie zu den erforderlichen Schutzmaßnahmen.
§_20b LWaldG (F)
Waldschutzgebiete (1)
(1) 1Waldschutzgebiete sind Waldgebiete mit einer Größe (2) von mindestens 100 Hektar, die als Naturwaldzelle oder Naturschutzgebiet ausgewiesen und dauerhaft der Bewirtschaftung entzogen sind.
2Sie dienen der langfristigen, natürlichen Entwicklung des Waldes sowie der Vermittlung ökologischen Wissens an die Bevölkerung.
(2) Aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht geschlagene Bäume sind im Waldschutzgebiet zu belassen.
§_21 LWaldG (F)
Förmliches Verfahren vor Erlass von Rechtsverordnungen
(1) Rechtsverordnungen nach den §§ 19, 20 (1) und 20a müssen:
die genaue Umschreibung des Gebiets oder die grobe Umschreibung des Gebiets und einen Verweis auf Karten, die die Grenzen des Gebiets enthalten und die eine Anlage zur Rechtsverordnung bilden, sowie
die Auflagen, Beschränkungen und Schutzmaßnahmen gemäß § 19 Abs.3, § 20 Abs.3 und § 20a Abs.3 enthalten (2).
(2) 1Der Entwurf der Rechtsverordnung und die dazu gehörenden Karten sind in den Gemeinden, in deren Gebiet sich das Vorhaben auswirkt, einen Monat lang öffentlich auszulegen.
2Ort und Dauer der Auslegung sind mindestens eine Woche vorher in der für amtliche Mitteilungen ortsüblichen Form bekannt zu machen mit dem Hinweis, dass Anregungen und Einsprüche während der Auslegungsfrist bei der Forstbehörde oder der Gemeinde schriftlich oder zur Niederschrift vorgebracht werden können.
(3) Die Forstbehörde prüft die fristgerecht vorgebrachten Einwendungen und teilt das Ergebnis den Betroffenen mit.
(4) 1Vor dem Erlass einer Rechtsverordnung ist das Einvernehmen mit der Landesplanungsbehörde und der obersten Naturschutzbehörde herzustellen, die betroffenen Waldbesitzer, die Gemeinden und die übrigen Träger öffentlicher Belange sind zu hören.
2Beim Schutzwald sind auch die in § 19 Abs.4 genannten Personen zu hören.
§_22 LWaldG
Einzelmaßnahmen zur Förderung der Erholungsfunktion des Waldes
(1) 2Einzelne Maßnahmen nach § 20 Abs.3 Nummer 2 und Abs.5 Satz 1 können durch die Forstbehörde auch ohne die Ausweisung einer Fläche als Erholungswald angeordnet werden, soweit dies für die Erholung der Bevölkerung notwendig ist.
2§ 20 Abs.5 Satz 2 gilt entsprechend.
(2) Vor Erlass einer Anordnung nach Absatz 1 und Durchführung von Maßnahmen nach § 20 Abs.3 ist der Waldbesitzer zu hören.
§_23 LWaldG (F)
(1) 1Soweit Maßnahmen auf Grund dieses Gesetzes enteignende Wirkung haben, ist dem Eigentümer oder sonstigen Nutzungsberechtigten vom Land Entschädigung in Geld zu leisten.
2Entschädigung ist auch zu leisten für Schäden und Beeinträchtigungen im Erholungswald, sofern besondere Maßnahmen zu ihrer Beseitigung erforderlich sind und ohne die Beseitigung ein erheblicher Vermögensnachteil entstehen würde.
(2) 1Über Grund und Höhe der Entschädigung entscheidet die Forstbehörde.
2Die Entscheidung über das Bestehen eines Entschädigungsanspruchs ist mit der Anordnung der Maßnahme zu verbinden (1).
3Für die Bemessung der Entschädigung gelten § 93 Abs.2 bis 4, § 94 Abs.1 und die §§ 95 bis 103 des Baugesetzbuchs entsprechend.
4Gegen die Entscheidung über die Höhe der Entschädigung ist innerhalb eines Monats nach der Zustellung der ordentliche Rechtsweg zulässig.
(3) 1Der Eigentümer des Grundstücks kann anstelle der Entschädigung vom Land die Übernahme des Grundstücks verlangen, wenn es ihm mit Rücksicht auf die zugefügten Vermögensnachteile wirtschaftlich nicht mehr zuzumuten ist, das Grundstück zu behalten.
2Kommt eine Einigung über die Übernahme nicht zustande, so kann der Eigentümer die Entziehung des Eigentums an dem Grundstück verlangen.
3Hinsichtlich des Verfahrens gelten die Landesenteignungsgesetze.
4Zuständig ist das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit (2) als Enteignungsbehörde.
(4) Begünstigte sowie Verursacher der in § 19 Abs.2 genannten Gefahren können an der nach Absatz 1 und 3 zu leistenden Entschädigung angemessen beteiligt werden.
(5) Die Bestimmungen der Absätze 1 bis 3 gelten nicht für den Staats- und Gemeindewald.
§_24 LWaldG (F)
(1) Aufwendungen für Zwecke der Erholung, die nicht auf der Verpflichtung des Waldbesitzers zu einer Bewirtschaftung nach den Regeln der guten fachlichen Praxis gemäß (1) § 11 beruhen, werden vom Land ganz oder teilweise erstattet, sofern die Forstbehörde die Maßnahmen angeordnet oder ihnen zugestimmt hat.
(2) Die Forstbehörde kann Begünstigte an der nach Absatz 1 zu leistenden Entschädigung angemessen beteiligen.
(3) Die Bestimmung des Absatzes 1 gilt nicht für den Gemeindewald.
§_25 LWaldG (F)
Betreten des Waldes (1)
(1) 1Das Betreten des Waldes zum Zwecke der naturverträglichen Erholung ist jedermann gestattet.
2aDas Radfahren, das Fahren mit Krankenfahrstühlen, das Fahren mit Kutschen sowie das Reiten im Wald ist nur auf Wegen und Straßen gestattet;
2bdie Pferde müssen gekennzeichnet sein.
3aWege im Sinne dieses Gesetzes sind nicht dem öffentlichen Verkehr gewidmete, dauerhaft angelegte oder naturfeste forstliche Wirtschaftswege;
3bMaschinenwege, Rückeschneisen, Gliederungslinien der Betriebsplanung sowie Fußpfade sind keine Wege.
(2) 1Die Kennzeichnung von Wegen im Wald als Wander-, Reit- oder Fahrradwege bedarf der Zustimmung des Waldbesitzers.
2Die Kennzeichnung bewirkt nicht den Ausschluss anderer Nutzungsarten.
(3) Nur mit Zustimmung des Waldbesitzers sind insbesondere zulässig:
das Betreten von Forstkulturen, Pflanzgärten, forst- und jagdwirtschaftlichen Einrichtungen sowie von Waldflächen, auf denen Holz eingeschlagen oder aufgearbeitet wird,
das Abstellen und Fahren von motorgetriebenen Fahrzeugen,
das Fahren mit Hundegespannen,
die Durchführung organisierter Veranstaltungen im Wald mit gewerblichem Charakter sowie
das Radfahren und Reiten abseits von Wegen und Straßen.
(4) 1Die Forstbehörde gestattet auf Antrag auch ohne Zustimmung des Waldbesitzers das Fahren mit motorgetriebenen oder land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen, wenn dies zur Bewirtschaftung land- oder forstwirtschaftlich genutzter Grundstücke erforderlich ist.
2>§ 15 Abs.1 und 2 gelten entsprechend.
(5) 1Die Benutzung des Waldes erfolgt auf eigene Gefahr. Besondere Sorgfalts- und Verkehrssicherungspflichten werden nicht begründet.
2Wer den Wald benutzt, hat sich so zu verhalten, dass die Lebensgemeinschaft Wald und die Bewirtschaftung des Waldes nicht gestört, der Wald nicht beschädigt, gefährdet oder verunreinigt sowie die Erholung anderer nicht beeinträchtigt wird.
(6) Die Vorschriften des Straßenrechts und des Straßenverkehrsrechts bleiben unberührt, ebenso andere Vorschriften des öffentlichen Rechts, die die Benutzung des Waldes einschränken oder solche Einschränkungen zulassen.
§_26 LWaldG (F)
Sperren von Waldflächen (1)
(1) 1Der Waldbesitzer kann den Zutritt zu bestimmten Waldflächen ausschließen, untersagen, zeitlich beschränken oder auf die Wege einschränken.
2Er bedarf hierfür der Genehmigung der Forstbehörde.
3Die Genehmigung kann erteilt werden, wenn die Waldfläche nur für eine bestimmte Frist gesperrt werden soll und die Sperrung aus wichtigen Gründen der Wald- und Wildbewirtschaftung oder zum Schutz der Waldbesucher erforderlich ist.
4Die Genehmigung kann widerrufen oder eingeschränkt werden, soweit ihre Voraussetzungen entfallen sind.
5Ist eine Waldfläche ohne Genehmigung gesperrt, so kann die Forstbehörde die Aufhebung der Sperrung anordnen.
(2) Waldschutzzäune sind auf das zur Bewirtschaftung nach den Regeln der guten fachlichen Praxis notwendige Maß zu beschränken und sind, wenn sie nicht mehr benötigt werden zu entfernen.
§_27 LWaldG (F)
Reiten im Wald (1)
(1) 1Auf Antrag des Waldbesitzers kann die Forstbehörde das Reiten oder Führen von Pferden sowie das Fahren mit Kutschen auf einzelnen Wegen untersagen, wenn auf Grund der hohen Benutzungsdichte oder eines anderen Grundes das Reiten oder Führen von Pferden zu einer erheblichen Gefährdung oder Beeinträchtigung anderer Nutzer führt.
2Unter gleichen Voraussetzungen können die Gemeinden das Reiten auf einzelnen ihnen gehörenden Wegen untersagen.
3Die Forstbehörde macht die Sperrung eines Weges durch Schilder kenntlich.
(2) Aufwendungen des Waldbesitzers für die Beseitigung nicht unerheblicher Schäden, die durch das Reiten auf Wegen entstanden sind, werden vom Land ersetzt.
(3) Durch Rechtsverordnung kann
das Nähere über das Reiten im Wald, insbesondere die Sperrung von Wegen und
im Einvernehmen mit dem Ministerium der Finanzen (2) das Nähere über den Ersatz von Aufwendungen der Waldbesitzer
§_28 LWaldG (F)
Zielsetzung für den Staatswald
(1) 1Der Staatswald dient in besonderem Maße dem Allgemeinwohl.
2Er ist über die Bestimmungen der §§ 11 und 12 hinaus nach den Grundsätzen der naturnahen Dauerwaldwirtschaft zu bewirtschaften (1).
3Bei der Bewirtschaftung ist insbesondere folgendes zu beachten:
Die Holzernte erfolgt im Wege der Einzelbaumnutzung.
Die Naturverjüngung hat Vorrang vor anderen Verjüngungsmethoden.
Ein angemessener Anteil an stehendem und liegendem Biotopholz (Bruch- und Totholz) in Höhe von mindestens 5 % des Durchschnittsvorrats je Hektar Holzbodenfläche ist zu gewährleisten.
Alle Fahrbewegungen finden auf einem Wege- und Erschließungsnetz statt, das 12 % der Waldfläche nicht übersteigen soll.
Auf den flächenhaften Chemie- und Düngereinsatz ist zu verzichten.
1Es ist auf Schalenwildbestände zu achten, die die natürliche Verjüngung des Waldes mit Baumarten, die dem natürlichen Wuchs- und Mischungspotential des Standorts entsprechen, nicht gefährden (2).
2Der Umfang der Schalenwildbestände ist regelmäßig zu kontrollieren (2).
(2) (3) Durch die
Förderung der Erholungs- und Schutzfunktion, insbesondere durch Ausweisung geeigneter Gebiete gemäß §§ 19 bis 20 a,
Produktion und umweltschonende Entnahme des nachwachsenden Rohstoffes Holz,
Weiterentwicklung der ländlichen und stadtnahen Kulturlandschaft,
ewahrung des kulturellen und ökologischen Erbes,
Förderung der Lebensraumfunktion (Naturschutzfunktion) des Waldes, insbesondere durch die Förderung der natürlichen Artenvielfalt
soll diese Art der Bewirtschaftung auch zu einer sozialen Stabilisierung des ländlichen Raumes und zur Berücksichtigung der besonderen Erfordernisse im Ballungsgebiet beitragen.
(3) 1Die Forstbehörde erstellt eine periodische Gesamtanalyse, Bewertung und Dokumentation der Waldzustände und der Walddynamik.
2Dabei ist vor allem die Bedeutung des Waldes für das Gesamtsystem der Umwelt zu berücksichtigen.
(4) 1Die Landesregierung legt alle fünf Jahre, beginnend mit dem 1.Oktober 2000, dem Landtag des Saarlandes einen Bericht über den Zustand des Staatswaldes vor.
2In diesem Bericht sind besonders der ökologische Zustand des Waldes, die praktizierte Bewirtschaftung, die Bedeutung des Waldes im Gesamtsystem der Umwelt und die übrigen Funktionen des Waldes darzustellen.
(5) (4) Um der Allgemeinheit Kenntnisse über den Wald und ökologische Zusammenhänge zu vermitteln, werden waldpädagogische Maßnahmen durchgeführt.
§_29 LWaldG (F)
Erhaltung des Gemeindewaldes (1)
§_30 LWaldG (F)
Periodische Betriebspläne
(1) (1) Die Gemeinde hat periodische Betriebspläne oder Betriebsgutachten nach den Grundsätzen des § 13 Abs.5 zu erstellen.
(2) Auf Antrag der Gemeinde lässt die Forstbehörde den periodischen Betriebsplan oder das Betriebsgutachten im Benehmen mit der Gemeinde und unter Berücksichtigung ihrer berechtigten Wünsche erstellen.
(3) aDie Gemeinde kann den periodischen Betriebsplan oder das Betriebsgutachten durch einen von ihr beauftragten Sachverständigen erstellen lassen;
bdie Vorschrift des § 13 Abs.4 findet Anwendung.
(4) Der Gemeinderat beschließt den Betriebsplan oder das Betriebsgutachten.
§_31 LWaldG (F)
(1) (1) Auf Grund des periodischen Betriebsplans oder Betriebsgutachtens erstellt die Gemeinde jährlich einen Wirtschaftsplan.
(2) (2) Auf Antrag der Gemeinde und in Zusammenarbeit mit ihr lässt die Forstbehörde auf Grund des periodischen Betriebsplans oder Betriebsgutachtens jährlich einen Wirtschaftsplan, verbunden mit einem Voranschlag für die Einnahmen und Ausgaben, erstellen und legt diesen der Gemeinde vor.
2Bei der Erstellung arbeiten die von der Forstbehörde beauftragte Stelle und die Gemeinde eng zusammen.
3Die Gemeinde hat die erforderlichen Daten zu liefern.
(3) (2) Bei der Erstellung des Entwurfs des Wirtschaftsplans ist auf die Leistungsfähigkeit, Bedürfnisse und besondere Anliegen der Gemeinde Rücksicht zu nehmen.
(4) (2) 1Der Gemeinderat beschließt den Wirtschaftsplan.
2Der vom Gemeinderat beschlossene Wirtschaftsplan ist Bestandteil des Haushaltsplans der Gemeinde.
§_32 LWaldG (F)
Bewirtschaftung des Gemeindewaldes (1)
(1) 1Der Gemeinde obliegt die Bewirtschaftung des Gemeindewaldes, insbesondere die Verwertung der Walderzeugnisse und die Einstellung der Arbeitskräfte.
2Dabei kann sich die Gemeinde von der Forstbehörde oder einer von dieser beauftragten Stelle beraten lassen und einzelne Aufgaben auf diese übertragen.
(2) Soweit der Gemeinderat durch Beschluss keine anderen Wirtschaftsgrundsätze aufstellt, ist der Gemeindewald nach den gemäß § 28 Abs.1 und 2 für den Staatswald geltenden Regelungen zu bewirtschaften.
(3) 1Nimmt die Gemeinde die Bewirtschaftung durch eigenes Personal wahr, muss dessen für die Bewirtschaftung verantwortlicher Leiter zumindest die Befähigung für den gehobenen Forstdienst inne haben.
2Beauftragt die Gemeinde einen Dritten mit der Bewirtschaftung, so muss dieser die fachlichen Voraussetzungen des Satzes 1 erfüllen.
§_33 LWaldG (F)
Forsttechnische Betriebsführung (1)
1Auf Antrag der Gemeinde leitet und überwacht die Forstbehörde oder eine von dieser beauftragte Stelle mit der gleichen Sorgfalt wie im Staatswald die (2) Bewirtschaftung des Gemeindewaldes im Rahmen der vom Gemeinderat beschlossenen periodischen Betriebsplanung und der (2) Wirtschaftspläne einschließlich der Abwehr von drohenden Gefahren durch tierische oder pflanzliche Schädlinge, Naturereignisse, Feuer- und Forstfrevel (forsttechnische Betriebsführung) (2).
2Das Nähere wird vertraglich mit der Gemeinde geregelt.
§_34 LWaldG
§_35 LWaldG
Mehreinschläge
(1) Einschläge, die den abgeglichenen Hiebsatz des Forstwirtschaftsjahres um nicht mehr als 50 vH überschreiten, sind mit Zustimmung der Forstbehörde zulässig, wenn gewährleistet ist, dass die Überschreitung innerhalb der Laufzeit des periodischen Betriebsplans eingespart werden kann.
(2) Überschreiten die Einschläge den abgeglichenen Hiebsatz des Forstwirtschaftsjahres um mehr als 50 vH, so gilt der gesamte Mehreinschlag als Sonderhieb.
§_36 LWaldG
Sonderhiebe
(1) 1Vorgriffe auf den Ertrag künftiger Jahre (Sonderhiebe) bedürfen der Genehmigung der Kommunalaufsichtsbehörde, die im Benehmen mit der Forstbehörde entscheidet.
2Die Einnahmen aus Sonderhieben dürfen nur zur Deckung von Ausgaben des Vermögenshaushalts verwendet werden.
(2) Die Genehmigung kann mit Auflagen verbunden werden, insbesondere kann die Einsparung des Sonderhiebes innerhalb eines bestimmten Zeitraums verlangt werden.
§_37 LWaldG (F)
(1) 1Das Land trägt die Kosten, die durch die forsttechnische Betriebsführung in den Gemeindewäldern entstehen.
(2) 1Das Land trägt die Kosten der gemäß § 30 zu erstellenden periodischen Betriebspläne und Betriebsgutachten.
21Die hierbei anfallenden Arbeitslöhne und Sachkosten mit Ausnahme der Vergütung für vom Land beauftragte Sachverständige tragen die Gemeinden.
31Lässt eine Gemeinde den periodischen Betriebsplan oder das Betriebsgutachten durch einen von ihr beauftragten Sachverständigen erstellen, gilt § 40 Abs.1 Satz 2 entsprechend.
(3) Die Aufwendungen des Landes für die Bewirtschaftung des Gemeindewaldes durch eigenes oder beauftragtes forstlich ausgebildetes Betriebspersonal sind von den Gemeinden zu erstatten.
(4) 1Wird die Bewirtschaftung des Staatswaldes von der Gemeinde durch eigenes oder beauftragtes forstliches Betriebspersonal durchgeführt, so findet Absatz 3 entsprechend Anwendung.
§_38 bis §_39 LWaldG
§_40 LWaldG (F)
Betreuung des Privatwaldes
(1) 1Die Forstbehörde fördert die Forstwirtschaft in den Privatwäldern ohne eigenes Forstpersonal durch Beratung und Betreuung.
2Nach Maßgabe des Haushaltsplans trägt die Forstbehörde die Kosten der Beratung, insbesondere auf den Gebieten des Waldbaues, der Gewinnung und Verwertung der Walderzeugnisse, des Waldschutzes und des Forstwirtschaftswegebaues sowie bis zu 50 vom Hundert der (1) Kosten der Aufstellung der periodischen Betriebspläne und Betriebsgutachten.
(2) 1Das Verfahren und die Voraussetzungen der Förderung nach Absatz 1, die Voraussetzungen der Eignung von Stellen und Einrichtungen zur Erbringung forstlicher Dienstleistungen und die Höhe der Kostenübernahme werden durch Rechtsverordnung geregelt.
2Dabei können die Gewährung und die Höhe der Kostenübernahme insbesondere davon abhängig gemacht werden, dass sich der Waldbesitzer nur der forstlichen Dienstleistungen geeigneter Stellen oder Einrichtungen bedient und sich verpflichtet, seinen Wald nach den für den Staatswald geltenden ökologischen Vorgaben zu bewirtschaften.
(3) Die Forstbehörde kann zu den Kosten für die Versicherung des Waldes gegen Brandschäden unter den Voraussetzungen des Gesetzes über die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ bis zur Hälfte der Prämie für eine angemessene Versicherung Zuwendungen gewähren.
(4) 1Die Betreuung umfasst die überwiegend im privatwirtschaftlichen Interesse liegenden Maßnahmen der einzelnen Waldbesitzer und schließt die Übernahme von Aufgaben der Betriebsplanung, der Betriebsleitung und des Betriebsvollzuges ein.
2Die Forstbehörde und der SaarForst Landesbetrieb wirken auf die Umsetzung der naturnahen Waldwirtschaft im Privatwald hin (2).
§_41 LWaldG
§_42 LWaldG (F)
(1) 1Die Forstbehörde hat darauf hinzuwirken, dass Forstbetriebe, die sich nach Größe, Lage und Zusammenhang nicht für die Bewirtschaftung als Einzelbetrieb eignen, forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse bilden.
2Sie können sich auch im Rahmen des von der Forstbehörde aufgestellten Organisationsplans einem benachbarten staatlichen oder kommunalen Forstbetriebsbezirk anschließen.
3§ 37 Abs.3 (1) gilt entsprechend.
(2) Bildung und Tätigwerden dieser Zusammenschlüsse regeln sich nach den §§ 15 bis 40 des Gesetzes zur Erhaltung des Waldes und zur Förderung der Forstwirtschaft (Bundeswaldgesetz) vom 2.Mai 1975 (BGBl.I S.1037) in der jeweils geltenden Fassung.
§_43 LWaldG (F)
Forstbehörde; Ermächtigung
(1) 1Forstbehörde ist das Ministerium für Umwelt (1).
2Die Forstbehörde nimmt die Aufgaben der obersten (1) und der unteren Forstbehörden wahr und ist zuständige Behörde im Sinne des Bundeswaldgesetzes.
(2) Zuständig für den Erlass von Rechtsverordnungen nach dem Bundeswaldgesetz und nach diesem Gesetz ist das Ministerium für Umwelt (2) als Forstbehörde.
§_44 LWaldG (F)
§_45 bis §_46 LWaldG
§_47 LWaldG
Forstaufsicht; Aufgaben der Forstbehörde; Betretungsrecht
(1) 1Forstaufsicht ist die hoheitliche Tätigkeit, die das Land ausübt, um den Körperschaftswald und den Privatwald zu erhalten, vor Schaden zu bewahren und seine ordnungsgemäße Bewirtschaftung zu sichern.
2Die Forstbehörde hat insbesondere darüber zu wachen, dass die Waldbesitzer ihre Verpflichtungen nach diesem Gesetz und anderen auf die Erhaltung und Pflege des Waldes sowie die Abwehr von Schäden gerichteten Vorschriften erfüllen, und Zuwiderhandlungen der Waldbesitzer gegen diese Bestimmungen zu verhüten.
(2) Die Forstbehörde hat die Öffentlichkeit über die vielfältigen Funktionen des Waldes zu informieren.
(3) Die Forstbehörde soll bei Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege auch außerhalb des Waldes mitwirken.
(4) Die Bediensteten der Forstbehörde und Personen, die im Auftrag der Forstbehörde handeln, sind zur Durchführung ihres Auftrags berechtigt, fremde Waldgrundstücke zu betreten.
§_48 LWaldG
Anordnungen der Forstbehörde
(1) 1Verstoßen Waldbesitzer gegen die ihnen durch dieses Gesetz auferlegten Pflichten, so hat die Forstbehörde auf die Mängel hinzuweisen.
2Bleiben die Hinweise innerhalb der festgesetzten Frist unbeachtet, so kann die Forstbehörde die erforderlichen Anordnungen treffen.
(2) aKommt ein kommunaler Waldbesitzer einer ihm nach diesem Gesetz obliegenden Verpflichtung nicht ordnungsgemäß nach, so stellt die Forstbehörde im Einvernehmen mit der Kommunalaufsichtsbehörde die Verpflichtung fest;
bfür weitere Maßnahmen ist die Kommunalaufsichtsbehörde zuständig.
§_49 LWaldG (F)
Polizeibefugnisse von Forstbeamten
1Soweit Forstbeamte Ermittlungspersonen (1) der Staatsanwaltschaft sind, haben sie die Befugnisse der Beamten des Polizeivollzugsdienstes.
2Sie haben sich in Ausübung dieser Tätigkeit auf Verlangen auszuweisen.
§_50 LWaldG (F)
Waldflächen ohne Genehmigung der Forstbehörde sperrt oder entgegen einer vollziehbaren Anordnung der Forstbehörde nach § 26 Abs.1 (1) eine Sperrung nicht beseitigt,
ohne Genehmigung der Forstbehörde Wald umwandelt (§ 8 Abs.1) oder Wald ohne Genehmigung der Forstbehörde neu anlegt (§ 9 Abs.1), die vollziehbaren Auflagen nach § 8 Abs.3 nicht erfüllt oder durch vollziehbare Anordnung nach § 11 Abs.3 (2) angeordnete Aufforstungs- und Pflegemaßnahmen trotz nochmaliger Aufforderung unterlässt,
entgegen dem Verbot des § 12 Abs.2 Kahlhiebe vornimmt, (3)
die nach § 12 Abs.5 erforderliche Anzeige unterlässt oder die nach § 12 Abs.6 erforderliche Genehmigung nicht einholt, (4)
die nach § 13 erforderlichen Betriebspläne oder Betriebsgutachten nicht aufstellt oder den bei der Genehmigung der Betriebspläne durch die Forstbehörde festgesetzten Hiebsatz trotz Verwarnung überschreitet, (5)
die vollziehbare Anordnung der Forstbehörde zur Verhütung und Bekämpfung von Schäden nach § 16 Abs.2 nicht befolgt, (5)
Nebennutzungen entgegen den Bestimmungen des § 17 Abs.1 so ausübt, dass die ordnungsgemäße forstliche Bewirtschaftung nicht mehr gewährleistet ist, (5)
die vollziehbare Anordnung der Forstbehörde nach § 22 Abs.1 nicht befolgt, (5)
den Vorschriften einer auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsverordnung zuwiderhandelt, sofern diese Verordnung für einen bestimmten Tatbestand auf diese Bußgeldvorschrift verweist (5).
(2) (6) Ordnungswidrig handelt ferner, wer vorsätzlich oder fahrlässig
entgegen den Bestimmungen des § 25 Abs.3 ohne Zustimmung des Waldbesitzers
a) gesperrte Waldflächen und Waldwege sowie Forstkulturen, Pflanzgärten, forst- und jagdwirtschaftliche Einrichtungen und Waldflächen, auf denen Holz eingeschlagen oder aufgearbeitet wird, betritt,
b) motorgetriebene Fahrzeuge im Wald fährt oder abstellt,
c) mit Kutschen oder Hundegespannen fährt, (10)
d) abseits von Straßen und Wegen Rad fährt oder reitet,
e) im Wald zeltet oder organisierte Veranstaltungen mit gewerblichem Charakter durchführt.
entgegen § 27 Abs.1 auf gesperrten Wegen Pferde reitet oder führt.
(3) (7) Die Ordnungswidrigkeiten nach Absatz 1 Nummer 2, 3 (12) und 7 (8) können mit einer Geldbuße bis zu 15.000 Euro, alle übrigen Ordnungswidrigkeiten können mit einer Geldbuße bis zu 5.000 Euro geahndet werden.
(4) (7) Zuständige Verwaltungsbehörden im Sinne des § 36 Abs.1 Nr.1 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten in der Fassung der Bekanntmachung vom 19.Februar 1987 (BGBl.I S.602), zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 22.August 2002 (BGBl.I S.3387), in der jeweils geltenden Fassung (9) ist das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (11).
§_51 LWaldG
Das Land kann im Rahmen von Förderprogrammen nach Maßgabe der im Landeshaushaltsplan bereitgestellten Mittel Beihilfen und Darlehen zur Förderung der Forstwirtschaft und vordringlicher forstlicher Aufgaben gewähren.
§_52 bis §_53 LWaldG
§_54 LWaldG
Soweit in anderen Rechtsvorschriften auf die durch dieses Gesetz aufgehobenen Vorschriften verwiesen ist, treten die entsprechenden Vorschriften dieses Gesetzes an ihre Stelle.
§_55 LWaldG (F)
Dieses Gesetz tritt am 1. Dezember 1977 in Kraft (5).
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