Source: https://www.flugrechte.eu/index.php?qa=2878&qa_1=flugvorverlegung-flugzeiten%C3%A4nderung-berlin-flug%C3%A4nderung
Timestamp: 2020-06-05 03:15:08
Document Index: 187897015

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 651', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 5', '§651', 'Art. 5', 'Art. 2', 'BGH', 'Art. 7', 'EuG', 'EuG', 'BGH']

Dritte Flugvorverlegung (Flugzeitenänderung) durch Air Berlin Flugänderung Rechte - FLUGGASTRECHTE
Flugzeitenänderung Pauschalreise nach Mallorca mit Air Berlin
Entschädigung auch bei Vorverlegung des Fluges von Air Berlin um einige Tage?
Dritte Flugvorverlegung (Flugzeitenänderung) durch Air Berlin Flugänderung Rechte
ich habe soeben die dritte Flugvorverlegung von Airberlin erhalten. Wir haben damals aus gutem Grund den teureren Rückflug um 14:40 gebucht, nun wurde er zum dritten Mal vorverlegt auf 8:55 Uhr. Wir fliegen am 25.4 zurück.
wie oft darf eine Airline Flüge verschieben?
Nach der zweiten flugänderung habe ich mich schon beschwert und nur ein lapidares standardschreiben erhalten. Mich regt es wahnsinnig auf, hätte ich gleich den frühen Rückflug gebucht und Geld und Nerven gespart. Außerdem ist auch noch fraglich ob wir im Hotel noch frühstücken können schließlich muss man ja rechtzeitig am Flughafen sein.
haben wir hier irgendwer Möglichkeiten?
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Gefragt 9, Apr 2015 in Flugzeitenverschiebung von Anonym
Sollte der Flug Bestandteil einer Pauschalreise sein, so ist die Flugvorverlegung als ein Reisemangel zu bewerten. Da Sie aber schreiben, dass Sie die Air Berlin direkt angeschrieben haben bzw. von ihr die Mitteilung erhalten haben, gehe ich davon aus, dass es bei Ihnen um einen reinen Flugvertrag handelt. Ich beschreibe aber trotzdem kurz die Situation mit der Pauschalreise.
Flugzeitenänderungen ab 4 Stunden im Rahmen einer Pauschalreise gelten als ein Reisemangel, da der Reiseveranstalter die in der Reisebestätigung bzw. im Reisevertrag als voraussichtlich angegeben Flugzeiten nicht mehr ohne einen wichtigen Grund ändern darf (BGH, Urt. v. 10.12.2013, Akz. X ZR 24/13). Darüber hinaus muss die Änderung dem Reisenden zuzumuten sein. Sind Sie mit der Änderung nicht einverstanden, können Sie gem. § 651i, Abs. 1 BGB vom Vertrag zurücktreten.
Beantwortet 8, Mai 2015 von pulang ambon (5,020 Punkte)
Flugverlegungen sind oftmals sehr ärgerliche Angelegenheiten, in bestimmten Fällen können Sie dafür aber auch bestimmte Ausgleichsleistungen verlangen.
Zunächst ist zu klären, ob es sich wohl möglich um eine Annullierung des Fluges handeln könnte. Dies ist allerdings erst der Fall, wenn es sich um eine erhebliche Vorverlegung hält. Liegt diese vor können gewisse Ausgleichszahlungen aus der EU-Fluggastrechteverordnung 261/2004 verlangt werden.
Bei Ihnen handelt es sich allerdings „nur“ um eine Verlegung von 6 Stunden und reicht somit wahrscheinlich nicht aus, um als Annullierung zu gelten.
Des Weiteren schließt sich ein Anspruch auf Ersatzleistungen aus, soweit sie rechtzeitig im Voraus gemäß der Verordnung über die Verschiebung informiert wurden.
Der Ausschluss der Leistungspflicht begründet sich hier bei Informationsverteilung von mindestens 2 Woche vor Reisebeginn (siehe Art. 5 I lit. c i EU-VO Nr. 261/2004), im Anbieten von Alternativflügen von nicht mehr als 2 Stunden vor und 4 Stunden nach geplanten Abflug, bei der Mitteilung zwischen 14 und 7 Tagen vor Abflug (vgl. Art. 5 I lit. c ii EU-VO Nr. 261/2004) oder , falls Sie weniger als 7 Tage im Voraus informiert werden , mit dem Angebot weitere Flugalternativen zu Konditionen, bei denen Sie nicht mehr als eine Stunde verfrüht oder 2 Stunden verspätet als vereinbart abfliegen (gemäß Art. 5 I lit. c iii EU-VO Nr. 261/2004).
Da Sie mehr als 2 Wochen im Voraus informiert wurden, können Sie keine Entschädigung verlangen.
Beantwortet 11, Mai 2015 von Cockpit1 (21,990 Punkte)
um deine Frage beantworten zu können, wäre zunächst einmal wichtig zu wissen, von welchen Flughafen der betreffende Flug starten soll und wo er hinführt. Handelt es sich nämlich um einen Flug, der entweder von einem Flughafen in einem Mitgliedsstaat der EU startet oder um einen solchen, der in die EU zurück führt und mit einem Luftfahrtunternehmen der Gemeinschaft durchgeführt wird, wäre auf deinen Fall die Fluggastrechte-VO VO (EG) 261/2004 anwendbar.
Hiernach handelt es sich bei einer Vorverlegung der Flugzeiten, um eine Annullierung des Fluges gem. Artikel 5 VO. Gemäß diesem Artikel hat ein Reisender, der von einer Annullierung des Fluges betroffen ist, grundsätzlich drei verschiedene Ansprüche:
Anspruch auf Unterstütungsleistungen gem. Artikel 8
Anspruch auf Unterstützungsleistungen gem. Artikel 9
Anspruch auf Ausgleichsleistungen gem. Artikel 7
In einem Fall wie hier, wäre für dich vorallem ein Anspruch nach Artikel 7 interessant. Hierbei handelt es sich um eine Art Schadenersatz, mit dem alle durch die Annulllierung entstandenen matriellen und immatriellen Schäden pauschal kompensiert werden sollen.
Voraussetzung für diesen Schadenersatz ist zunächst, dass kein Ausschlussgrund gem. Artikel 5 Abs. 1 lit. c vorliegt. Dies wäre dann der Fall, wenn
du bis 2 Wochen vor der planmäßigen Abflugzeit über die Änderungen informiert wurdest
du in einer Zeit zwischen 2 Wochen und 7 Tage vor der geplanten Abflugzeit von der Änderung unterrichtet wurdest und ein Angebot zur anderweitigen Beförderung erhalten hast, bei der du nicht mehr als 2 Stunden vor der geplanten Zeit abfliegst und nicht später als 4 Stunden nach der geplanten Zeit ankommst
du weniger als 7 Tage vor der geplanten Abflugzeit unterrichtet wurdest und ein Angebot zur anderweitigen Beförderung erhalten hast, bei der du nicht mehr als 2 Stunden vor der geplanten Zeit abfliegst und nicht später als 2 Stunden nach der geplanten Zeit ankommst.
Daher ist es in deinem Fall entscheidend, wann du über diese dritte Verlegung des Fluges informiert wurdest. War dies bis zu 2 Wochen vor dem geplanten Abflug, hast du leider keinen Anspruch auf Ausgleichsleistungen nach Artikel 7 VO. War es jedoch zu einem späteren Zeitpunkt, steht dir ein solcher Anspruch zu, da du nun mehr als 2 Stunden vor dem ursprünglichen Abflug zurückfliegen sollst.
Weitere Voraussetzung für einen solchen Anspruch ist, dass die Annullierung des Fluges nicht auf außergewöhnliche Umstände zurückgehen, die auch dann nicht hätten vermieden werden können, wenn alle zumutbaren Maßnahmen von der Airline ergriffen worden wären. Zu solchen außergewöhnlichen Umständen zählen z.B. politische Instabilität, extreme Wetterbedingungen, Sicherheitsrisiken, unerwartete Flugsicherheitsmängel oder Streiks. Aus diesem Grund ist es in deinem Fall wichtig zu wissen, was der Grund für die erneute Verlegung der Flugzeit ist. Kann die Airline nachweisen, dass es sich hierbei um einen solchen außergewöhnlichen Umstand handelt, entfällt ein Anspruch auf Ausgleichsleistungen.
Ist ein Anspruch auf Ausgleichsleistungen jedoch gegeben, richtet sich seine Höhe nach der Flugstrecke. Ist diese bis zu 1.500 km lang beträgt die Ausgleichsleistung 250 € pro Reisenden. Beträgt sie zwischen 1.500 und 3.500 km, ist sie 4oo € hoch. Bei allen weiteren Flugstrecken beträgt sie 600 €.
Zu beachten ist weiterhin, dass diese Ansprüche dir zustehen, wenn du den Flug direkt und einzeln bei Airberlin gebucht hast. Ist dieser Flug jedoch ein Teil einer Pauschalreise, die du bei einem Reiseveranstalter gebucht hast, können dir in einem solchen Fall auch weitere Rechte nach dem Reisevertragsrecht des BGBs (§§651a - 651m) zustehen, wie z.B. ein Anspruch auf Minderung des Reisepreises oder Rücktritt vom Reisevertrag.
Beantwortet 19, Mai 2015 von LindaH (6,840 Punkte)
genau zu diesem Thema hat der Bundesgerichtshof in der vergangenen Woche ein Urteil gesprochen (BHG, Urt. v. 09.06.2015, X ZR 59/14).
In dem zu entscheidenden Fall ging es um eine Vorverlegung des Fluges von 17 Uhr auf 8 Uhr, also um 9 Stunden. Die Vorinstanzen gaben der Airline Recht, indem sie sagten, dass es sich bei einer Vorverlegung nicht um eine Annullierung oder Nichtbeförderung im Sinne des Art. 5 Abs. 1 Buchst. c i.V.m. Art. 2 Buchst. 1 VO (EG) Nr. 261/2004 handelt.
Der BGH hat nun aber anders geurteilt. Nach höchstrichterlicher Auffassung begründet eine nicht nur geringfügige Vorverlegung eines geplanten Fluges einen Ausgleichsanspruch nach Art. 7 Abs. 1 VO (EG) Nr. 261/2004. Ist ist für eine Annullierung kennzeichnend, dass das Luftfahrtunternehmen seine ursprüngliche Flugplanung endgültig aufgiebt, auch wenn die Passagiere auf einen anderen Flug verlegt werden.
In Anbetracht der Entscheidung vom EuGH vom 19. November 2009, C-402/07 ist dieses Urteil nur konsequent. Der EuGH hat in der besagten Entscheidung die Abgrenzung von Annullierung und großer Verspätung geklärt. Eine große Verspätung kommt danach einer Annullierung gleich. Im Falle der Vorlverlegung wird auch von der ursprünglichen Flugplanung abgewichen, sodass es zu einer faktischen Nicht beförderung kommt.
Je nach Entfernung kann nun gegenüber dem Luftfahrtunternehmen eine Ausgleichszahlung geltend gemacht werden. Die Höhe der Ausgleichszahlung richtet sich nach der Entfernung zwischen Ausgangsort und dem Zielort.
Grundsätzlich bietet es sich an, zunächst selber die Airline zu kontaktieren bevor ggf. ein Fachanwalt mit der Sache beauftragt wird.
Beantwortet 16, Jun 2015 von GabrielE (4,580 Punkte)
nach deinen Ausführungen gehe ich davon aus, dass es sich im vorliegenden Fall um einen "Nur- Flug" handelt. Bei einem "Nur- Flug" können sich Ansprüche aus der EU Fluggastrechte Verordnung ergeben.
Der Rückflug wurde von 14:40 auf 08:55 verschoben. Eine solche Flugzeitenverschiebung reicht wohl noch nicht aus, um als Annullierung zu gelten.
(bei Google-Suche zu finden unter: „512 C 15244/10 reise-recht-wiki“
BGH-X ZR 59/14 (einfach zu finden bei google unter: „ resie-recht-wiki.de“)
Folglich haben Sie keinen Anspruch auf Ausgleichszahlungen nach Artikel 7.
Jedoch könnte Ihnen eine Anspruch nach Artikel 8 zustehen. Dieser lautet wie folgt:
Beantwortet 2, Nov 2015 von AGeo (4,780 Punkte)
Sie müssen weder die erste Flugzeitenänderung, noch die zweite oder dritte Flugzeitenänderung durch Air Berlin akzeptieren. Air Berlin kann den Flug so oft ändern, wie sie wollen. Die Airline muss dann jedoch die rechtlichen Konsequenzen tragen:
Beantwortet 9, Jul 2017 von RA Bartholl (15,580 Punkte)