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Timestamp: 2017-12-17 08:11:22
Document Index: 336897028

Matched Legal Cases: ['§225', '§225', '§223', 'Art. 6', '§ 170', '§ 170']

ᐅ Körperverletzung an eigenem Sohn - Strafrecht / Strafprozeßrecht - JuraForum.de
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Körperverletzung an eigenem Sohn
Dieses Thema "ᐅ Körperverletzung an eigenem Sohn - Strafrecht / Strafprozeßrecht" im Forum "Strafrecht / Strafprozeßrecht" wurde erstellt von Ellen79, 7. Mai 2012.
Ellen79 Boardneuling 07.05.2012, 08:43
mal angenommen, der Familienvater taucht den erst 7-jährigen Sohn 2 x kopfüber in eine volle Regentonne, beim 1. mal werden nur die Haare nass - beim 2. mal taucht er ihn so unter, dass dem Kind Wasser in die Nase läuft.
Der Vater hat dies getan, weil der Sohn angeblich frech zu ihm war.
Der Vater ist vorher noch niemals strafrechtlich in Erscheinung getreten.
Der Sohn hat nun in der Schule davon erzählt und die Schule hat die Polizei informiert. Daraufhin wurde der Vater von der Polizei vernommen und die Sache wird an die Staatsanwaltschaft gehen....
Der Polizist erklärte, dass er nun mit einer Anzeige wegen Körperverletzung rechnen müsse...
Nun meien Fragen:
1) wird er tatsächlich eine Anzeige bekommen?
2) da er vorher nie auffällig war - wie hoch ist da die Wahrscheinlichkeit dass alles eingestellt wird
3) wenn es nicht eingestellt wird - welche Strafe könnte diesen Mann da erwarten
4) sollte sich so etwas nochmal wiederholen - welche strafe würde ihn denn dann evtl. erwarten?
alles natürlich rein fiktiv - aber trotzdem schon mal Danke für die Antworten
Gruß, Ellen79
poena Forum-Interessierte(r) 07.05.2012, 08:55
AW: Körperverletzung an eigenem Sohn
Das mit der Körperverletzung ist so eine Sache:
Eine körperliche Misshandlung stellt eine üble, unangemessene Behandlung dar, welche das körperliche Wohlbefinden nicht nur unerheblich beeinträchtigt.
Bei einer Ohrfeige z.B wird das Merkmal unerheblich oftmals verneint.
Daher kommt es m.E auf die Intensität an. Wie lange wurde der Junge denn unter Wasser gedrückt?
Domingo V.I.P. 07.05.2012, 09:19
Kopfueber in eine Regentonne hineingehalten zu werden und dabei noch Wasser in die Nase zu bekommen ist mMn keine Kleinigkeit und kein bisschen unerheblich, fuer einen 7jaehrigen ohnehin nicht.
welche Strafe könnte diesen Mann da erwarten
Freiheitsstrafe bis zu fuenf Jaren oder Geldstrafe.
Das heisst, ich weiss es nicht, ich kann keinerlei Prognosen machen. Bei einem Ersttaeter wird es aber gewiss bei einer Geldstrafe bleiben. Ich hoffe aber, dass etwas passiert, damit der Kerl nicht ohne Denkzettel davonkommt.
Kerzenlicht und Humungus gefällt das.
Ellen79 Boardneuling 07.05.2012, 11:22
@ poena
lt. Polizei muss er mit einer Anzeige wegen Körperverletzung rechnen.... und es war nicht der erste Übergriff... nur der erste der zur Anzeige gebracht wurde...
nein er hat daraus nichts gelernt - erst gestern wurde der sohn gegen die couch geschuppst...
JHS V.I.P. 07.05.2012, 12:55
lt. Polizei muss er mit einer Anzeige wegen Körperverletzung rechnen....
Die Anzeige gab es längst. Es läuft ja bereits ein Ermittlungsverfahren. Das ist die Folge der Anzeige. Es liegt nun an der Mutter, ob sie noch gesondert "Strafantrag" stellt und/oder ob die Staatsanwaltschaft das "besondere öffentliche Interesse" an der Strafverfolgung geltend macht. Letzteres sehe ich im Hinblick auf den Gesamtkontext mglw. durchaus als gegeben hat, insb. halte ich die Handlung nicht für "eine Kleinigkeit" (bin da also bei Domingo). Auch -heftigere- Ohrfeigen werden heutzutage i.Ü. gerne mal verurteilt [AG Burgwedel, 64 Ds 3643/04]
Das Jugendamt ist ja wohl -hoffentlich- mit dem Fall befasst, alleine schon wegen der Tonnensache.
Die Couchsache sollte man i.Ü. auch der Polizei mitteilen. Kann sich auf die Entscheidung hinsichtlich des "öffentl. Interesses" auswirken.
Ellen79 Boardneuling 07.05.2012, 14:44
das Jugendamt wurde von der Mutter bereits informiert - gab aber als Auskunft dass es da nichts machen kann, außer den Eltern eine Beratung zu empfehlen. Die Mutter wird also wohl von seiten des Jugendamtes keine Hilfe zu erwarten haben.
Auch der Hausarzt der Mutter hatte auf Initiative der Mutter Kontakt mit dem Jugendamt aufgenommen um Hilfe zu organisieren.
Alles natürlich nur rein fiktiv!
Kerzenlicht V.I.P. 07.05.2012, 20:21
Warum - um Himmels Willen - nimmt die Mutter nicht ihren Jungen unter den Arm und geht da weg!
Sorry, das klingt so sehr einfach und ich kenne auch alle Einwände, die es dagegen geben könnte und die Schwierigkeiten und und und...; es ist mir trotz allem vollkommen unverständlich, dass man das Kind dort lassen kann.
TomRohwer V.I.P. 07.05.2012, 22:07
Zitat von poena: ↑
Das dürfte hier zweifellos gegeben sein.
Körperverletzung ist aber nicht die einzige Option, sondern auch §225 StGB, "Mißhandlung von Schutzbefohlenen":
"Unter Wasser drücken" beinhaltet die Gefahr einer Sauerstoffunterversorgung und damit einer Ohnmacht, welche immer die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung mit sich bringt.
Es wird mit Sicherheit ein Ermittlungsverfahren durch die Staatsanwaltschaft geben, und meine Vermutung wäre eher §225 als §223 StGB.
da er vorher nie auffällig war - wie hoch ist da die Wahrscheinlichkeit dass alles eingestellt wird
wenn es nicht eingestellt wird - welche Strafe könnte diesen Mann da erwarten
Von Geldstrafe bis Freiheitsstrafe auf Bewährung ist alles drin. Mit viel Glück ein Strafbefehl.
sollte sich so etwas nochmal wiederholen - welche strafe würde ihn denn dann evtl. erwarten?
Wenn es mit rechten Dingen zugeht, eine höhere als beim ersten Mal.
Vor allem aber wird ihm spätestens dann das Jugendamt auf die Bude rücken.
Brati V.I.P. 07.05.2012, 22:54
Definiere mal bitte Quälen und roh (!) Misshandeln und dann subsumiere das unter den Sachverhalt
Zu Recht ist hier die Erheblichkeit schon im Bereich der KV angesprochen und problematisiert wurden. MMn kann man gut darüber streiten. Eine Rohheit der Misshandlung ist- auch in Hinblick auf den ordentlichen strafrahmen- aber schon ne Spur härter. Daher mMn 225 (-).
Bei einem nur sehr kurzen Unterwassertauchen ist zudem auch keine Lebensgefahr/ Gesundheitsgefahr gegeben (eine schwere erst recht nicht). Solange man nix über die dauer usw. weiß, würde ich diese Annahme nicht teilen.
Eine Bejahung des öffentlichen Interesses sehe ich hier unter Hinweis auf 234 RiStBV gegeben, da man den Minderjährigen bzw. seiner Mutter schwerlich zumuten kann, gegen den gewaltbereiten Familienvater vorzugehen. Darüber hinaus halte ich auch die Strafverfolgung für ein Anliegen der Allgemeinheit, letzteres vor der Wertung des Art. 6 II GG.
Ellen79 Boardneuling 08.05.2012, 07:01
ok - dann spinnen wir diesen rein fiktiven Fall mal ein bischen weiter und es werden ein paar Info´s hinzugefügt....
der Polizei ist bekannt dass in der Familie häusliche Gewalt herrscht. Die Ehefrau wurde bereits mehrfach von ihrem Mann verg...igt - dies ist der Polizei auch bekannt, diese kann jedoch nichts unternehmen, weil die Frau sich nicht traut Angaben dazu zu machen. Die Kinder der Familie wurden bisher niemals geschlagen! Seit vergangenem Jahr November jedoch änderte der Familienvater sein Verhalten dramatisch und nun bekommt auch der 7-jährige Sohn der Familie - zwar keine Schläge - aber trotzdem wird er körperlich sehr roh behandelt. Schupsen, am Kragen packen, an den Armen hochziehen und fallen lassen etc. Verbale Beschimpfungen sind auch fast täglich an der Tagesordnung. Die kleinere 6-jährige Schwester ist außen vor, da sie sich sobald Ärger aufzieht, auf ihr Zimmer geht.
Die Mutter stellt sich schützend vor ihre Kinder - und sie macht sich auch Sorgen um diese und hat auch schon versucht von seiten der eigenen Familie bzw. der Schwiegerfamilie Hilfe zu bekommen. Diese jedoch kennen den Familienvater nur als sensiblen und treusorgenden Vater und können sich nicht vorstellen, dass dieser auch anders sein kann - also keine Hilfe! Ebenso keine Hilfe von seiten des Jugendamtes! Die Mutter selbst hat zwar einen Job aber sie traut sich nicht, sich von ihrem Mann zu trennen, da die Kinder dann zum Familienvater gehen müssten zwecks Besuchsrecht. Dort wäre sie aber nicht dabei um auf die Kinder aufzupassen. Sie hat den Polizisten bei der Vernehmung daraufhin angesprochen, dass sie sich im Falle der Trennung und einem Besuchsrecht Sorgen um die Gesundheit ihrer Kinder macht. Dieser antwortete ihr: "Na Ihr Mann wird die Kinder schon nicht umbringen"... Sie resigniert langsam.
Der Vater ist zwar schon bei der Polizei als durchaus aggressiv bekannt - jedoch hat er noch niemals eine Anzeige bekommen. Er ist 33 Jahre alt und berufstätig. Er nimmt keine Drogen und hat auch keine psychische Erkrankung. Vergangenes Jahr wurde ein gutartiger Hirntumor entfernt, welcher aber nach Aussagen der Ärzte keine Wesensveränderung hervorrufen konnte. Mittlerweile trinkt er Abends sobald die Kinder im Bett sind regelmäßig Alkohol, aber nur so viel dass er nicht richtig betrunken ist. In diesem Zustand jedoch hat er sich gegenüber seiner Frau im Bett kaum unter Kontrolle.
Die Familie besuchte an einem Sonntag-Nachmittag die Eltern des Familienvaters. Es war ein schöner - warmer Tag. Die Familie trank Kaffee auf der Terrasse der Großeltern und die Kinder saßen in der Hollywoodschaukel und alberten herum. Die Stimmung allgemein war normal bis ausgelassen. Als die Kinder anfingen sich zu zanken wurde der Vater bereits aggressiver. Er wollte diese zankerei unterbinden, nahm den Sohn hoch, legte ihn sich über die Schulter und sagte ihm er würde ihn unter Wasser tauchen, wenn er damit nicht aufhört. Dem Sohn, seiner Mutter und den Großeltern war da die Ernsthaftigkeit der Situation noch nicht bewusst, da es noch nicht als "Ernst" erschien. Der Mann ging dann mit dem Sohn über der Schulter zur Regentonne und tauchte ihn kurz mit den Haaren unter. Die Mutter wurde schon aufmerksam und beobachtete - als sie aber sah dass der Sohn noch lachte dachte sie nicht an eine ernsthafte Gefährdung. Als der Sohn zu seinem Vater lachend sagte, er höre nicht damit auf die kleine Schwester zu ärgern wurde der Vater zornig, sagte ihm dass er ihn nochmal untertaucht wenn er nicht damit aufhört und tauchte den Sohn wieder unter Wasser. Der Sohn war nur relativ kurz unter Wasser - er zog ihn auch gleich wieder raus. Trotz allem hat der Sohn bei diesem Vorgang Wasser in die Nase bekommen und sein T-Shirt war auch nass geworden. Der Sohn strampelte arg mit den Beinen als er unter Wasser war und fing an zu schreien als er wieder aus dem Wasser herausen war. Als der Vater ihn dann wieder hinstellte, war der Sohn ganz ruhig und sichtlich verwirrt und ging gleich zu seiner Mutter. Die Mutter saß ca. 10 Meter von der Regentonne entfernt - bis sie dort war, war der Sohn auch schon wieder aus dem Wasser raus.
Die Schwiegermutter hat alles mitbekommen und nichts unternommen. Sie hat dann zwar für den Enkel ein Handtuch besorgt spielte den Vorgang aber herunter. Das Kind solle sich nicht so anstellen - er wäre jetzt lediglich beleidigt - schlimm konnte es für das Kind nicht sein, denn Husten musste es ja nicht.
Die Mutter macht sich Vorwürfe dass sie die Ernsthaftigkeit der Situation nicht ehr erkannt hat und deshalb auch nicht rechtzeitig dazwischen gegangen ist.
Die Mutter hat gestern nochmals bei der Polizei angerufen um dort mitzuteilen, dass es erneut zu einem Übergriff auf den Sohn gekommen ist. Der zuständige Polizeibeamte ist diese Woche jedoch nicht im Haus. Dort hat sie aber erfahren, dass auch die Kinder und noch einige weitere Familienangehörige zu diesem Vorgang vernommen werden sollen.
Der Familienvater hat an diesem Sonntagabend der Ehefrau Vorwürfe gemacht und sie heftig beschimpft. Er rechtfertigte sein Verhalten damit, dass der Sohn frech zu ihm war und er es ihm ja schließlich auch angedroht hat ihn unterzutauchen. Der Frau warf er vor, ihn nicht zu verstehen, warum er das hatte machen müssen.
so mal soweit zu diesem fiktiven Fall... sollte ich noch eine wichtige Information vergessen haben, schreibt bitte...
Nochwas - die Mutter macht sich große Sorgen um Ihre Kinder, hat aber auch große Angst vor ihrem Mann - der Mann ändert seine Laune innerhalb von Sekunden und ist sehr streng zu seiner Familie. Alle müssen das tun was er möchte, wenn das nicht der Fall ist, flippt er aus. Der Mann hat schon so viel mit der Frau gemacht, was diese sich niemals vorstellen konnte, dass sie einfach große Angst hat vor den Dingen die sie sich bis jetzt auch nicht vorstellen konnte... Sie hat Angst und sieht ihre große Hoffnung jetzt bei der Anzeige gegen den Mann.
Angelito V.I.P. 08.05.2012, 08:04
Die Frau sollte sich DRINGEND in einem Frauenhaus beraten lassen!!!
Ellen79 Boardneuling 02.08.2012, 11:08
In diesem natürlich nur rein fiktivem Fall ist eine natürlich nur rein fiktive Entscheidung getroffen worden:
Angelito V.I.P. 02.08.2012, 12:18
Zitat von Ellen79: ↑
Wurden der Polizei und somit dem Staaatanwalt denn ALLE Fakten mitgeteilt? Oder gehen die davon aus das das eine einmalige Sache eines sonst völlig ruhigen und liebevollen Vaters war?
Ellen79 Boardneuling 02.08.2012, 12:39
dann "spinnen" wir ein paar mehr Informationen in diesen fiktiven fall...
bei der vernehmung der Mutter durch den polizeibeamten wies die Mutter daraufhin, dass noch einige dinge mehr passiert sind - auch kannte der Polizist bereits einige Vorfälle, welche aber noch nicht zur Anzeige gebracht wurden. Auf diesen Hinweis ging er nicht ein. Da der Ort des Übergriffes nicht in dem Zuständigkeitsbereiches des vernehmenden Polizeibeamten war, übergab er die Angelegenheit an eine andere Polizeidienststelle.
Die Mutter des Jungen rief die dort ermittelnde Beamtin an und fragte, ob denn die Aussage der Mutter noch ergänzt werden kann um die anderen Vorfälle die geschehen sind mit einzubeziehen. Die ermittelnde Beamtin sagte, dass das nicht möglich wäre, dass wäre eine andere Sache. Die Mutter hoffte in diese bereits durch jemand anderes veranlasste Anzeige durch weitere Informationen mehrere Dinge noch "mitreinpacken" zu können. Für eine eigene Anzeige fehlt der Mutter offensichtlich jeglicher Mut. Die Polizeibeamtin sagte, dass das so nicht funktionieren wird.
Und jetzt nach ein paar Wochen hat der Vater des Jungen ein Schreiben von der Staatsanwaltschaft erhalten, wo steht, dass nach § 170 StGB das Verfahren eingestellt wurde. Das wars!
Der Polizei ist bekannt was bereits alles vorgefallen ist... aber die dämliche Mutter traut sich nicht dass alles anzuzeigen! Sie hatte alle Hoffnung in diese anonyme Meldung gesetzt - dass ihrem Mann eine Grenze gesetzt wird - warum soll sie denn jetzt noch die anderen Dinge anzeigen, wenn noch nicht mal dass unter Wasser tauchen bestraft wird.???!!!????
Die Mutter glaubt nun, dass eine Anzeige nichts bringen wird....
Rengier2012 Aktives Mitglied 02.08.2012, 13:18
§ 170 StGB hat doch nichts mit dem Unterwassertauchen zu tun?!
Wie kann jemanden der Mut dazu fehlen, jemanden anzuzeigen, der das Leben und die Gesundheit des eigenen Kindes gefährdet? Sein Kind zu beschützen muss doch ein Ansporn sein, der alle Bedenken überragt. Andere Eltern würden sterben für Ihre Kinder!
Rengier2012
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