Source: http://juraeinmaleins.de/schema-schwere-koerperverletzung-226-ii-stgb/
Timestamp: 2019-01-20 02:56:13
Document Index: 26616812

Matched Legal Cases: ['§ 226', '§ 226', '§ 226', '§ 223', '§ 226', '§ 226', 'BGH', '§ 226', '§ 226', '§ 226', '§ 224', '§ 227']

Schema: Schwere Körperverletzung, § 226 II StGB - Juraeinmaleins
Schema: Schwere Körperverletzung, § 226 II StGB, im Überblick:
Voraussetzungen der schweren Körperverletzung, § 226 II i.V.m. Abs. 1 Nr. 1-3 StGB
Nr. 1: Verlust des Sehvermögens (auf einem oder beiden Augen), Gehörs (beide Ohren!), Sprechvermögens oder der Fortpflanzungsmöglichkeit
Nr. 3: Erhebliche und dauerhafte Entstelllung oder Verfall in Siechtum, Lähmung, geistige Krankheit oder Behinderung
Vorsatz bezüglich den Voraussetzungen des § 223 StGB
Vorsatz bezüglich den Voraussetzungen des § 226 II StGB, mindestens dolus directus 2. Grades (direkter Vorsatz).
Schema: Schwere Körperverletzung, § 226 II StGB, im Detail:
(P) Glied
Nach h.M. ist dies ein von außen sichtbarer Körperteil, mit besonderen Funktionen im Gesamtorganismus und mit dem Körper durch ein Gelenk verbunden. Demnach fallen interne Organe wie Niere, Leber, Gallenblase aus dem Schutzbereich heraus. Grund: aus rechtsgeschichtlichen Gründen soll die Phrase „wichtiges Glied“ das Wort „Verstümmelung“ ersetzen. Eine Verstümmelung innerer Organe sei daher nicht möglich.
Die Gegenansicht sieht allerdings eine gleichwertige Wichtigkeit der inneren Organen wie bei den äußeren für den Gesamtorganismus.
Eine weitere Gegenansicht verzichtet auf die Gelenkverbindung, allerdings werden Entstellungen deren Maße grundsätzlich über Nr. 3 erfasst und somit nicht erforderlich.
(P) Wichtig
Zudem muss auch dargestellt werden, was genau „wichtig“ bedeutet.
Der BGH stellt die Frage auf die Allgemeinheit ab und fragt, wie wichtig das konkrete Glied für jeden normalen Menschen ist.
Die Ansicht der Literatur sieht das etwas konkreter und fragt, wie wichtig es für die individuelle Person ist und berücksichtigt daher die persönlichen und beruflichen Verhältnisse des Opfers.
Die schwere Körperverletzung nach § 226 II StGB ist eine Qualifikation (dolus directus 2. Grades) zur einfachen Körperverletzung. § 226 I StGB hingegen ist eine Erfolgsqualifikation (Fahrlässigkeit).
Minder schwerer Fall ist in § 226 III StGB geregelt.
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