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Timestamp: 2020-06-05 05:34:47
Document Index: 173184381

Matched Legal Cases: ['§ 23', '§ 8', '§ 7', '§ 8', '§ 2', '§ 2', '§ 1', '§ 8', '§ 266', '§ 10', '§ 8', '§ 8', '§ 7', '§ 43', '§ 20', '§ 43', '§ 43', '§ 20']

jura-basic (Lexikon: GmbH, Besteuerung) - Grundwissen
a) Die GmbH ist eine Körperschaft und unterliegt mit ihren Gewinnen der Körperschaftsteuer, dem Soli und der Gewerbesteuer. Die Körperschaftsteuer beträgt 15% (§ 23 Abs. 1 KStG@).
Die Körperschaftsteuer bemisst sich nach dem zu versteuernden Einkommen.
b) Das zu versteuernde Einkommen ist das Einkommen im Sinne des § 8 Abs. 1, vermindert um bestimmte Freibeträge (§ 7 Abs. 1 und 2 KStG@).
Was als Einkommen gilt und wie das Einkommen zu ermitteln ist, bestimmt sich
nach den Vorschriften des Einkommensteuergesetzes und
des KStG (vgl. § 8 Abs. 1 KStG@).
Nach dem Einkommensteuergesetzes (EStG) ist das steuerliche Einkommen der Gesamtbetrag der Einkünfte vermindert um steuerliche Ausgaben (vgl. § 2 Abs. 4 EStG@). Das steuerliche Einkommen ist das Ergebnis eines Rechenvorgangs (Einkünfte - Ausgaben; vereinfacht dargestellt). Zu den Einkünften gehören die Einkünfte aus Gewerbebetrieb (vgl. § 2 Abs. 1 EStG@). Bei Kapitalgesellschaften, wie der GmbH (§ 1 Abs. 1 Nr. 1 KStG@), sind alle Einkünfte als Einkünfte aus Gewerbebetrieb zu behandeln (§ 8 Abs. 2 KStG@).
Die Einkünfte von Kapitalgesellschaften ergeben sich im Normalfall aus dem handelsrechtlichen Jahresabschluss, der das handelsrechtliche Jahresergebnis ausweist. Das Jahresergebnis kann ein Jahresüberschuss (Gewinn) oder ein Jahresfehlbetrag (Verlust) in der Handelsbilanz sein (§ 266 Abs. 3 A.V HGB@). Das Bilanzergebnis stellt zunächst die Einkünfte der Gesellschaft dar. Zur Ermittlung des steuerliche Einkommens müssen diese Einkünfte noch unter Berücksichtigung von körperschaftsteuerlichen Regelungen bereinigt werden. Dies kann zur Folge haben, dass Geldbeträge abgezogen oder hinzugerechnet werden.
Beispiel: Für die Ermittlung des steuerlichen Einkommens müssen vom handelsrechtlichen Jahresergebnis die Zahlungen auf die Körperschaftssteuer sowie die bereits bezahlte Umsatzsteuer wieder hinzugerechnet werden, da diese Steuern den Gewinn nicht mindern dürfen. Nicht abziehbar sind die Steuern vom Einkommen und sonstige Personensteuern sowie die Umsatzsteuer für Umsätze (§ 10 KStG@). Hinzuzurechnen sind auch Zahlungen auf die GewSt, da diese steuerlich keine Betriebsausgaben sind (vgl. § 8 Abs. 5 EStG@). Vorauszahlungen fallen an, wenn das Unternehmen im Vorjahr Gewinne gemacht und Steuern bezahlt hat, da dann das Finanzamt für das neue Geschäftsjahre Vorauszahlungen in Höhe der erwarteten Steuern für das ganze Geschäftsjahr einfordert. Die erwarteten Steuern werden vom Finanzamt geschätzt und entsprechen den Steuern vom Vorjahr.
Für die Ermittlung des steuerlichen Einkommens ist es ohne Bedeutung, ob das Einkommen verteilt wird, z.B. ob an die Gesellschafter einen Geldbetrag ausgeschüttet werden soll, d.h. der auszuschüttende Betrag mindert das zu versteuernde Einkommen nicht. Auch verdeckte Gewinnausschüttungen sowie Ausschüttungen jeder Art auf Genussrechte, mit denen das Recht auf Beteiligung am Gewinn und am Liquidationserlös der Kapitalgesellschaft verbunden ist, mindern das Einkommen nicht (§ 8 Abs. 3 KStG@), z.B. bei einer verdeckten Gewinnausschüttung an einen Gesellschafter wird der Wert der gemachten Ausgabe (Ausschüttung) dem Einkommen wieder hinzugerechnet, da die Ausgabe das Jahresergebnis bereits gemindert hat. Bei der Berechnung des zu versteuernden Einkommens sind auch noch steuerliche Freibeträge mit zu berücksichtigen (§ 7 Abs. 2 KStG@).
c) Die GmbH unterliegt mit ihrem steuerlichen Einkommen der Körperschaftsteuer und der Gewerbesteuer (siehe Gewerbesteuer). Der Solidaritätszuschlag wird zur Körperschaftsteuer, als Ergänzungsabgabe erhoben, d.h. nicht auf den Gewinn der Gesellschaft, sondern auf den KSt-Betrag wird der Soli berechnet.
d) Von der Besteuerung des Gewinns der Gesellschaft ist die Besteuerung der Ausschüttung an die Gesellschafter zu trennen.
Werden Gewinne an die Gesellschafter ausgeschüttet, dann unterliegen die ausgeschütteten Gewinne der Kapitalertragsteuer (zu Kapitalerträgen iSd § 43 Abs. 1 Nr. 1 EStG@ gehören Dividenden nach § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG@). Die Kapitalertragssteuer (KapESt) beträgt 25% (§ 43a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG@). Diese führt die GmbH für die Gesellschafter an das Finanzamt ab.
Beispiel: Haben die Gesellschafter eine Ausschüttung in Höhe von 10.000 EUR beschlossen (siehe Gewinnverwendung), dann muss die Gesellschaft beim Finanzamt die Kapitalertragssteuer anmelden und 2.500 EUR KapESt an das Finanzamt abführen, den Rest (7.500 EUR) wird an die Gesellschafter ausgezahlt.
Ist der Empfänger eine natürliche Person, dann ist die Einkommensteuer mit dem Steuerabzug (Abzug der Kapitalertragssteuer) abgegolten (vgl. § 43 Abs. 5 EStG@). Die Kapitalertragssteuer ist eine Abgeltungsteuer. Der Steuerpflichtige muss keine Erklärung beim Finanzamt hinsichtlich der Kapitalerträge machen. Möglich ist auch, dass der Empfänger einer Dividende (Kapitalerträge iSd. § 20 EStG@) die bereits abgeführte Kapitalertragsteuer mit seiner Steuer verrechnet. Hierzu muss der Steuerpflichtige eine Steuererklärung abgeben, z.B. liegt der persönliche (Spitzen-)Steuersatz unter 25 % und will der Steuerpflichtige die zu hoch einbehaltene Kapitalertragsteuer erstattet bekommen, dann muss der Steuerpflichtige die Anlage KAP ausfüllen und in der Steuererklärung die "Günstigerprüfung" beantragen. Ist der Empfänger eine Kapitalgesellschaft, dann kann die Gesellschaft die bereits bezahlte Kapitalertragsteuer mit ihrer noch zu zahlenden Körperschaftsteuer verrechnen. Da die Ausschüttung (Dividendenauszahlung) an eine Kapitalgesellschaft fast steuerfrei ist (ca. 1,5% Steuer), wird fast vollständig die Kapitalertragsteuer erstattet, wenn die Kapitalgesellschaft (als Holding) ausschließlich Gewinnausschüttungen bezieht
e) Ob Gewinne im Unternehmen bleiben oder an Gesellschafter ausgeschüttet werden, wird jährlich in der Gesellschafterversammlung beschlossen (siehe Gesellschafterversammlung).
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