Source: https://www.internationales-erbrecht.de/artikel/detail/1/vietnamesisches-erbrecht-gesetzliche-erbfolge/schrift/98.html
Timestamp: 2020-02-28 08:08:41
Document Index: 183399549

Matched Legal Cases: ['Art 675', 'Art. 675', 'Art. 676', 'Art. 676', 'Art. 676', 'Art. 677', 'Art. 678', 'Art. 679', 'Art. 680', 'Art. 680', 'Art. 680']

Nach Art 675 Ziff. ZGB tritt gesetzliche Erbfolge in folgenden Fällen ein:
a. Es wurde kein Testament errichtet
b. Das Testament entspricht nicht den gesetzlichen Anforderungen
c. alle testamentarischen Erben sind vorverstorben oder nicht mehr existent.
d. alle testamentarischen Erben sind erbunwürdig oder haben ausgeschlagen
Nach Art. 675 Ziff. 2. ZGB tritt gesetzliche Erbfolge außerdem im Hinblick auf folgenden Teil des Nachlasses ein:
a. Der Teil über welchen nicht mittels Testament verfügt wurde;
b. Der Teil des Nachlasses über den nicht wirksam verfügt wurde;
c. Der Teil des Nachlasses, welcher einer Person zugewandt wurde, welche erbunwürdig oder nicht mehr existent ist oder welche die Erbschaft ausgeschlagen hat.
Nach Art. 676 Ziff. 1 ZGB erben die gesetzlichen Erben nach Ordnungen:
a. Erben der ersten Ordnung sind der Ehegatte, der biologischen und angenommenen Elternteile, biologische und adoptierte Kinder
b. Erben der zweiten Ordnung sind die Großeltern, biologischen Geschwister, Enkelkinde
c. Erben der dritten Ordnung sind die Ur-Großeltern, biologische Onkel, biologische Neffen/Nichten und Ur-Großenkel
Nach Art. 676 Ziff. 2 ZGB erben Personen einer Ordnung zu gleichen Teilen.
Nach Art. 676 Ziff. 3 ZGB sind erben der nachfolgenden Ordnung nur berechtigt, wenn es keinen Begünstigten der vorgehenden Ordnung gibt.
Ist ein Kind des Erblassers vorverstorben oder gleichzeitig mit dem Erblasser verstorben, erhält das Enkelkind dessen Anteil. Entsprechendes gilt, wenn auch das Enkelkind vorverstorben ist, Art. 677 ZGB.
Ein adoptiertes Kind und seine Adoptiveltern sind gegenüber einander voll erbberechtigt, Art. 678 ZGB.
Ist das Verhältnis zwischen Stiefkind und Stiefelternteil von gegenseitiger Rücksichtnahme und Hilfe geprägt, besteht ein gegenseitiges Erbrecht, Art. 679 ZGB.
Haben die Eheleute zu Zeiten der Ehe das eheliche Vermögen aufgeteilt, ist der überlebende Ehegatte gleichwohl erbberechtigt, Art. 680 Ziff. 1 ZGB.
Haben die Ehegatten einen Antrag auf Scheidung der Ehe gestellt, aber wurde die Scheidung noch nicht gerichtlich erklärt oder ist die Erklärung noch nicht rechtskräftig, besteht gleichwohl ein gesetzliches Erbrecht, Art. 680 Ziff. 2 ZGB.
Eine Eheschließung nach dem Tod führt nicht zum Verlust des Erbrechts des Ehegatten auf dessen Tod, Art. 680 Ziff. 3 ZGB.