Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=5%20AZR%20191/10
Timestamp: 2020-08-03 23:57:12
Document Index: 147076774

Matched Legal Cases: ['§ 306', '§ 307', '§ 308', 'Art 229', '§ 5', '§ 45', '§ 308', '§ 308', '§ 308', '§ 308', '§ 308', '§ 308', '§ 308', '§ 308', '§ 308', '§ 308', '§ 308', '§ 308', '§ 308', '§ 4', 'Art. 229', '§ 5', '§ 308']

BAG, 20.04.2011 - 5 AZR 191/10 - dejure.org
https://dejure.org/2011,288
BAG, 20.04.2011 - 5 AZR 191/10 (https://dejure.org/2011,288)
BAG, Entscheidung vom 20.04.2011 - 5 AZR 191/10 (https://dejure.org/2011,288)
BAG, Entscheidung vom 20. April 2011 - 5 AZR 191/10 (https://dejure.org/2011,288)
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Widerruf; AGB-Kontrolle; ergänzende Vertragsauslegung in Altfällen
§ 306 BGB, § 307 Abs 3 S 1 BGB, § 308 Nr 4 BGB, Art 229 § 5 BGBEG, § 45 ArbGG
Anpassung von arbeitsvertraglichen Altklauseln
Formale Anforderungen an einen Widerrufsvorbehalt; Ergänzende Vertragsauslegung in Altfällen; Inhaltskontrolle
Ergänzende Vertragsauslegung bei Unwirksamkeit einer Widerrufsvorbehaltsklausel in einem Alt-Arbeitsvertrag
Widerruf, AGB-Kontrolle
AGB-Kontrolle einesWiderrufsvorbehalts - Ergänzende Vertragsauslegung in Altfällen
Widerrufsvorbehalt bei AGB - ergänzende Vertragsauslegung in Altfällen
Widerrufsvorbehalt in AGB
Zulage - Widerruf durch Arbeitgeber
AGB-Kontrolle in Altfällen - Widersprüchliches vom BAG
Widerruf einer Zulage in AGB nur mit Begründung
Arbeitsrecht - Widerruf einer in AGB geregelten Zulage, ergänzende Vertragsauslegung in Altfällen
Widerruf einer in AGB geregelten Zulage
Alte Widerrufsklausel Arbeitsvertrag unwirksam
Arbeitgeberzulage: Kein Widerruf ohne Grund!
Grundloser Widerruf einer Zulage durch den Arbeitgeber unter Berufung auf seine AGB
Widerruf einer in AGB geregelten Zulage, ergänzende Vertragsauslegung
Widerrufsvorbehalt in einem Formulararbeitsvertrag
ArbG München, 14.05.2009 - 22 Ca 9062/08
NJW 2011, 2153
ZIP 2011, 1485
MDR 2011, 1238
BB 2011, 2364
BB 2011, 2431
Bei einem Freiwilligkeitsvorbehalt entsteht schon kein Anspruch auf die Leistung, bei einem Widerrufsvorbehalt hingegen hat der Arbeitnehmer einen Anspruch, der Arbeitgeber behält sich aber vor, die versprochene Leistung einseitig zu ändern (vgl. bspw. BAG 20. April 2011 - 5 AZR 191/10 - Rn. 10, EzA BGB 2002 § 308 Nr. 12; 12. Januar 2005 - 5 AZR 364/04 - zu B I 3 der Gründe, BAGE 113, 140) .
Einseitige Leistungsbestimmungsrechte, die dem Verwender das Recht einräumen, die Hauptleistungspflichten einzuschränken, zu verändern, auszugestalten oder zu modifizieren, unterliegen einer Inhaltskontrolle (BAG 11. Oktober 2006 - 5 AZR 721/05 - zu I 1 d der Gründe, AP BGB § 308 Nr. 6 = EzA BGB 2002 § 308 Nr. 6; 20. April 2010 - 5 AZR 191/10 - Rn. 10, AP BGB § 308 Nr. 9 = EzA BGB 2002 § 308 Nr. 12) .
Bei den Widerrufsgründen muss zumindest die Richtung angegeben werden, aus der der Widerruf möglich sein soll, zB wirtschaftliche Gründe, Leistung oder Verhalten des Arbeitnehmers ( BAG 12. Januar 2005 - 5 AZR 364/04 - BAGE 113, 140;… 11. Oktober 2006 - 5 AZR 721/05 - Rn. 28, 33 f., AP BGB § 308 Nr. 6 = EzA BGB 2002 § 308 Nr. 6; 20. April 2010 - 5 AZR 191/10 - Rn. 10, AP BGB § 308 Nr. 9 = EzA BGB 2002 § 308 Nr. 12; enger BAG 13. April 2010 - 9 AZR 113/09 - AP BGB § 308 Nr. 8 = EzA BGB 2002 § 308 Nr. 11) .
Der Widerruf muss im Einzelfall billigem Ermessen entsprechen (BAG 20. April 2011 - 5 AZR 191/10 - Rn. 20, AP BGB § 308 Nr. 9 = EzA BGB 2002 § 308 Nr. 12) .
Diese Voraussetzung betrifft die zu treffende Entscheidung wie die vorhergehende Entscheidung, von der abgewichen werden soll (BAG 22. Juli 2010 - 6 AZR 847/07 - Rn. 37 ff., BAGE 135, 163; 20. April 2011 - 5 AZR 191/10 - Rn. 15 ff. mwN, BAGE 137, 383) .
LAG Hamm, 21.02.2013 - 8 Sa 1588/12
Vereinbarung zur Kürzung einer Anwesenheitsprämie; Berechnung des für die …
Anders als bei einer Vertragsklausel, bei deren Abfassung spätere Änderungen der Gesetzeslage nicht absehbar waren, wie dies etwa auf die Vereinbarung einer Widerrufsklausel zutrifft (vgl. BAG 20.04.2011, 5 AZ'R 191/10, NZA 2011, 796), kann die Beklagte für sich nicht beanspruchen, bei der Aufstellung der Berechnungsgrundsätze für die Jahreserfolgsprämie sei die Reglung des § 4 a Satz 2 EFZG nicht vorhersehbar gewesen.
Das Änderungsrecht muss wegen der unsicheren Entwicklung der Verhältnisse als Instrument der Anpassung notwendig sein (vgl. BAG, 12. Januar 2005, 5 AZR 364/04, NZA 2005, 465 ; 11. Oktober 2006, 5 AZR 721/05, NZA 2007, 87 ; 11. Februar 2009, 10 AZR 222/08, NZA 2009, 428 ; 13. April 2010, 9 AZR 113/09, NZA-RR 2010, 457 ; 20. April 2011, 5 AZR 191/10, NZA 2011, 796 ).
Der Arbeitnehmer muss erkennen können, unter welchen Voraussetzungen er mit einer Änderung zu rechnen hat (vgl. zuletzt BAG, 13. April 2010, 9 AZR 113/09, NZA-RR 2010, 457 ; 20. April 2011, 5 AZR 191/10, NZA 2011, 796 ).
Nur dann, wenn die Angabe von Widerrufsgründen in einem vor dem 1. Januar 2002 abgeschlossenen Arbeitsvertrag fehlt, kommt eine ergänzende Vertragsauslegung in Betracht (vgl. zuletzt BAG, 20. April 2011, 5 AZR 191/10, NZA 2011, 796 ).
Art. 229 § 5 EGBGB schließt eine ergänzende Vertragsauslegung von Klauseln in Arbeitsverträgen, die vor dem 1. Januar 2002 vereinbart wurden, nicht aus (vgl. BAG 20. April 2011 - 5 AZR 191/10 - Rn. 14, BAGE 137, 383) .
Es ist deshalb zu fragen, was die Parteien vereinbart hätten, wenn ihnen bei Vertragsschluss die gesetzlich angeordnete Unwirksamkeit der Klausel bekannt gewesen wäre (vgl. BAG 20. April 2011 - 5 AZR 191/10 - Rn. 12 ff. mwN, BAGE 137, 383).
Andernfalls liefe die Anwendung der Anforderungen an die Vertragsformulierung auf einen vor dem 1. Januar 2002 abgeschlossenen Sachverhalt auf eine echte Rückwirkung des Schuldrechtsmodernisierungsgesetzes hinaus (vgl. ausführlich zu Widerrufsklauseln in Altverträgen BAG 20. April 2011 - 5 AZR 191/10 - Rn. 12 ff. mwN, BAGE 137, 383) .
Bei den Änderungsgründen muss zumindest die Richtung angegeben werden, aus der die Änderung möglich sein soll, zB wirtschaftliche Gründe (vgl. zum Widerrufsvorbehalt BAG 20. April 2011 - 5 AZR 191/10 - Rn. 10 mwN, BAGE 137, 383) .
Es ist deshalb nicht entscheidungserheblich, dass ein nicht näher konkretisierter Widerrufsvorbehalt nach § 308 Nr. 4 BGB unwirksam wäre und - weil der Arbeitsvertrag vor Inkrafttreten des Schuldrechtsmodernisierungsgesetzes am 1. Januar 2002 abgeschlossen wurde - eine hierdurch entstehende Lücke im Wege der ergänzenden Vertragsauslegung zu schließen wäre (vgl. BAG 12. Januar 2005 - 5 AZR 364/04 - Rn. 34, BAGE 113, 140; 20. April 2011 - 5 AZR 191/10 - Rn. 13, BAGE 137, 383).
LAG Düsseldorf, 17.04.2012 - 8 Sa 1334/11
Formularmäßige Vereinbarung der geschuldeten Arbeitszeit "nach dem jeweiligen …
LAG Hamm, 21.02.2013 - 8 Sa 1587/12
LAG Düsseldorf, 07.06.2018 - 13 Sa 207/18
Inhaltskontrolle bei der Vereinbarung eines Widerrufsrechts zum Zweck der …
LAG München, 04.11.2011 - 3 Sa 322/11
LAG Berlin-Brandenburg, 12.10.2011 - 15 Sa 1557/11
Direktionsrecht - Feststellungsinteresse bei gleichzeitiger Leistungsklage - …
LAG München, 05.08.2014 - 7 Sa 933/13
Inhaltskontrolle der Klausel; Widerruf eines Weihnachtsgeldes; Keine …