Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%2083/89
Timestamp: 2019-10-18 02:42:26
Document Index: 113072673

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

https://dejure.org/1989,1231
BGH, 12.12.1989 - VI ZR 83/89 (https://dejure.org/1989,1231)
BGH, Entscheidung vom 12.12.1989 - VI ZR 83/89 (https://dejure.org/1989,1231)
BGH, Entscheidung vom 12. Dezember 1989 - VI ZR 83/89 (https://dejure.org/1989,1231)
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Pflicht des Arztes zur Aufklärung des Patienten über das Risiko einer Schädigung des Armplexus als Folge einer Telekobaltbestrahlung - Vorwurf der Verletzung der Aufklärungspflicht sowie des Vorliegens eines Behandlungsfehlers - Befürchtung von Strahlennebenwirkungen - ...
Das gilt allerdings nur, soweit nach dem medizinischen Erfahrungsstand im Behandlungszeitpunkt ein solches Risiko bekannt und mit seinem Eintritt zu rechnen ist (BGH, Urteil vom 12.12.1989 - VI ZR 83/89 - NJW 1990, 1528 f., juris Rn. 10).
Die Pflicht zur Risikoaufklärung setzt nämlich voraus, dass ernsthafte Stimmen in der medizinischen Wissenschaft auf bestimmte mit der Behandlung verbundene Gefahren hinweisen, die nicht lediglich als unbeachtliche Außenseitermeinungen abgetan werden können, sondern als gewichtige Warnungen angesehen werden müssen (BGHZ 168, 103; VersR 1996, 233; VersR 1990, 522).
Grundsätzlich sind zwar allgemeine Überlegungen dazu, dass der Eintritt bislang unbekannter Komplikationen in der Medizin nie ganz auszuschließen ist, für die Entscheidungsfindung des Patienten nicht von Bedeutung, weil sie ihn im Einzelfall nur unnötig verwirren und beunruhigen würden (BGH VersR 1990, 522).