Source: https://pt.slideshare.net/andreas_skowronek/bring-your-own-device-und-das-arbeitsrecht
Timestamp: 2019-05-23 21:56:00
Document Index: 150665168

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 87', '§ 87', '§ 87', '§ 675', '§ 280', '§ 42']

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1. Bring Your Own Device und das Arbeitsrecht Andreas Skowronek beim CIO-Treff der Aktiengesellschaft am 26.11.2012 im Club International des Auswärtigen Amtes, Berlin http://www.netfox.de/cio-treff.htmlDonnerstag, 13. Dezember 2012
2. Ich hab´ meinen eigenen Computer • “BYOD” steht dafür, dass Arbeitnehmer eigene Elektronik im Job einsetzen dürfen. <=> Bring your own deviceDonnerstag, 13. Dezember 2012
3. Klingt einfach … • … ist es aber nichtDonnerstag, 13. Dezember 2012
4. Denn wir befinden uns im Geltungsbereich des Arbeitsrechts. Und das wirft Fragen auf!Donnerstag, 13. Dezember 2012
5. Bislang fragten die meisten: • Wie ist die Rechtslage, wenn ein Mitarbeiter die Festplatte löscht? • Welche bei Xing oder LinkedIn gemachten Kontakte darf ein Arbeitnehmer mit in Den neuen Job nehmen? • Darf ein Arbeitgeber die e-Mails der Beschäftigten lesen?Donnerstag, 13. Dezember 2012
6. Bei BYOD tun sich ganz neue Fragen auf. Denn … • der Chef bringt sein iPad ins Unternehmen. • der Berater logged sich mit dem eigenen Laptop ein. • via VPN-Verbindung greifen private Computer auf Firmendaten zu. • betriebsfremde USB-Sticks, Smartphones und Tablet-Computer gelangen ins Unternehmen.Donnerstag, 13. Dezember 2012
7. Einfach ist hier gar nichts. Das zeigen bereits folgende Überlegungen: • Eine Vielzahl mobiler Geräte, die mit verschiedenen Betriebssystemen laufen, gelangen womöglich über unterschiedliche Funknetzwerke ins Internet. • Wer haftet, wenn über ein “gehacktes” Mobilgerät eines Mitarbeiters Betriebsgeheimnisse nach draußen dringen? • Wie sieht es arbeitsrechtlich mit Software- Lizenzen aus?Donnerstag, 13. Dezember 2012
8. Auch deutsche Unternehmer sind BYOD-Fans. “Rund 70% nutzen eigene Computer oder Smartphones am Arbeitsplatz. Am häufigsten werden dabei Pcs genutzt (45%), gefolgt von Laptops (36%) und Smartphones (28%).” Quelle: MulitiMedia und Recht, 4/2012, S. 205Donnerstag, 13. Dezember 2012
9. Auch bei Mitarbeitern ist BYOD äusserst beliebt “Aus Gründen der Mitarbeiterzufriedenheit wollen viele Unternehmen BYOD zulassen, da ihre Mitarbeiter auf diese Weise ihre “gewohnte“ IT auch im Unternehmen einsetzen können, die oftmals sogar aktueller als die Unternehmens- IT ist.” Quelle: Computer und REcht, 9/2012, S. 592Donnerstag, 13. Dezember 2012
10. BYOD-Nutzungsvereinbarung Umfasst Aspekte aus folgenden Rechtsgebieten: • des DATENSCHUTZES UND DER DATENSICHERHEIT • des Lizenz- und sogar des Steuerrechts • des ArbeitsrechtsDonnerstag, 13. Dezember 2012
11. • Klarstellung, wonach dem Beschäftigten die Nutzung privater Geräte für betriebliche Zwecke nur dann gestattet ist, sofern der Beschäftigte eine Nutzungsvereinbarung unterschrieben hat. <=> Der Verzicht auf eine solche Individualvereinbarung riefe das Institut namens “Betriebliche Übung” wach, was dem Unternehmen wiederum grössere Haftungsrisiken aufbürden würde.Donnerstag, 13. Dezember 2012
12. • Die Verpflichtung des Mitarbeiters, dass außer ihm kein Dritter das Engerät im Rahmen des BYOD nutzen darf. <=> Fehlt eine solche Verpflichtung, ließe sich eine “unzulässige Übermittlung personenbezogener Daten” (§ 3 Abs. 4 Nr. 3 Bundesdatenschutzgesetz) begründen. Außerdem schützt dies vor der Preisgabe von Geschäftsgeheimnissen, zu deren Wahrung das Unternehmen gegenüber einem Dritten vertraglich verpflichtet ist.Donnerstag, 13. Dezember 2012
13. • Die Gestattung spezieller Sicherheits-Tools, die die Sicherung, Veränderung, Verschlüsselung und Löschung von auf dem BYOD-GErät befindlichen Unternehmensdaten erlauben; regelmäßig auch im Wege des Fernzugriffs (Remote-Control).Donnerstag, 13. Dezember 2012
14. Die Mitbestimmungspflichtigkeit gemäss § 87 I Nr. 6 BetrVG • Da Privatgeräte im Rahmen der BYOD-Nutzung regelmäßig eine Verhaltens- und Leistungsüberwachung ermöglichen, hat der Betriebsrat gemäß § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG ein Mitbestimmungsrecht. <=> Mitbestimmungspflichtig sind die Einführung – und auch die Einführung von BYOD auf Probe – oder eine intendierte überbetriebliche Vernetzung.Donnerstag, 13. Dezember 2012
15. Die Mitbestimmungspflichtigkeit gemäss § 87 I Nr. 1 BetrVG • Unter dem Aspekt des Ordnungsverhaltens im Betrieb sind folgende Sachverhalte mitbestimmungspflichtig: • Datenroaming-Verbot bei Auslandsaufenthalten. • Anweisung, das GErät mit einem Passwort zu schützen. • Anordnung einer konkret bestimmten Abruffrequenz bzgl. des dienstlichen e-Mail- Kontos.Donnerstag, 13. Dezember 2012
16. Die drei Vorteile einer Betriebsvereinbarung • Solange es keine Individualvereinbarungen gibt, ist dem Günstigkeitsprinzip der Weg versperrt, sodass eine Anpassung der REgelungsinhalte mittels BV erheblich erleichtert wird. • Die BV unterliegt anders als eine Individualvereinbarung nicht der Inhaltskontrolle i.S.d. des AGB-Rechts. • Schließlich stellt die BV eine Erlaubnisnorm i.S.d. Datenschutzrechts dar.Donnerstag, 13. Dezember 2012
17. • egal ob Nutzungsvereinbarung oder Betriebsvereinbarung … beide sollten Regelungen enthalten, wann die Nutzung privat genutzter Geräte im Rahmen der BYOD- Nutzung beendet wird. <=> Befristungsregelung sowie Widerrufs- oder Kündigungsrecht. Für den Fall der missbräuchlichen BYOD- Nutzung sollte auf jeden Fall ein Kündigungsrecht des Arbeitgebers vereinbart werden.Donnerstag, 13. Dezember 2012
18. • Regelung zur Kostentragung (erforderlicher Aufwendungsersatz –i.S.d. §§ 675, 670 BGB) <=> Die Entschädigung mittels Einzelnachweis- Abrechnung erfordert einen unverhältnismäßigen Verwaltungsaufwand. Als weniger kompiziertes Verfahren empfiehlt sich die Pauschalierung der Kosten; insbesondere bei Nutzung einer Daten-/ Telefonflatrate.Donnerstag, 13. Dezember 2012
19. Lizenzen und Nutzungsrechte • Grundsätzlich sollte man meinen, dass das gar kein Problem ist, solange die Mitarbeiter nicht illegal software erwerben. • Problematisch wird es bei Software (Applications), die für den Privatgebrauch entgeltlich oder zu einem günstigeren preis erhältlich sind. • Lösung: Hinweis und Kostenerstattung, sobald die Software zum Einsatz kommt.Donnerstag, 13. Dezember 2012
20. Haftung bei Verlust des eingebrachten Geräts • Hat der Arbeitgeber den Verlust des GEräts zu verantworten, ergibt sich die Pflicht zum Ersatz des entstandenen Schadens aus §§ 280, 241 BGB. • Verschuldensunabhängig haftet der Arbeitgeber bei einem arbeitsbedingt eingetretenen Schaden am Eigentum des Beschäfigten. <=> Bei im Rahmen von BYOD eingesetzten Privatgeräten haftet der Arbeitgeber hiernach deshalb, weil er ansonsten eigene Geräte hätte einsetzen müssen. • Keine Haftung des Arbeitgebers, sofern der Geräteverlust auf zum allgemeinen Lebensrisiko des Beschäftigten gehörenden Umständen basiert.Donnerstag, 13. Dezember 2012
21. Benachrichtigungsplicht bei Verlust des Geräts • Das Datenschutzrecht (§ 42a BDSG) legt dem Arbeitgeber in diesem Fall eine Informationspflicht auf, der er nur nachkommen kann, wenn die Mitarbeiter ihm gegenüber den Verlust des Geräts samt der auf ihm befindlichen Daten angezeigt haben.Donnerstag, 13. Dezember 2012
22. Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! • Andreas Skowronek Phone: +49 (0) 151 – 41 26 21 79 e-Mail: redakteur1@gmail.com Web: http://about.me/askowronekDonnerstag, 13. Dezember 2012