Source: http://www.nlwkn.niedersachsen.de/naturschutz/schutzgebiete/einzelnen_naturschutzgebiete/41716.html
Timestamp: 2018-11-18 18:47:50
Document Index: 69391667

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 7', '§ 17', '§ 2', '§ 5', '§ 3']

Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Fährhof" | Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Fährhof"
(NSG LÜ 063)
Amtsblatt der Regierung in Stade 1976 Seite 71
V e r o r d n u n g über das Naturschutzgebiet "Fährhof” in den Gemarkungen Hellwege und Sottrum, Landkreis Rotenburg (Wümme) vom 13. Mai 1976, Naturschutzgebiet St 36
Aufgrund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.06.1935 (Nds. GVBl. Sb. II S. 908), zuletzt geändert durch Artikel 49 des Zweiten Anpassungsgesetzes vom 02.12.1974 (Nds. GVBl. S. 535) sowie des § 7 Abs. 1, 5 und des § 17 der Durchführungsverordnung zum Reichsnaturschutzgesetz vom 31.10.1935 (Nds. GVBl. Sb. II S. 911) wird verordnet:
Der Landschaftsteil ”Fährhof” in den Gemarkungen Hellwege und Sottrum, Samtgemeinde Sottrum, Landkreis Rotenburg (Wümme), ist in dem in § 2 näher bezeichneten Umfang als Naturschutzgebiet am 26.04.1976 unter Nr. St. 36 von mir in das Naturschutzbuch eingetragen und damit dem Schutz des Naturschutzgesetzes unterstellt worden.
(1) Das Naturschutzgebiet liegt rd. 1,5 km östlich des Ortsteiles Everinghausen und umfasst folgende Flurstücke der Flur 16, Gemarkung Hellwege: 23/1, 23/2, 23/3, 23/4, 23/5, 23/6, 23/7, 23/8 sowie die folgenden Flurstücke der Flur 6, Gemarkung Sottrum: ½, 1/3, ¼ ganz und 1/1 teilweise.
(2) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rd. 12,73 ha.
(3) Die genaue Abgrenzung ergibt sich aus dem mitveröffentlichten Kartenausschnitt im Maßstab 1: 5 000. Die Grenze verläuft an der dem Naturschutzgebiet abgewandten Seite der schwarzen Punktreihe.
(1) Im Bereich des Naturschutzgebietes dürfen keine Maßnahmen vorgenommen werden, die geeignet sind, eine Veränderung oder Beeinträchtigung der Natur, insbesondere der Pflanzen-, Vogel- und übrigen Tierwelt , der Wasser- und Nährstoffverhältnisse sowie der Oberflächengestalt des Bodens herbeizuführen.
(2) Im Schutzgebiet ist vorbehaltlich der in § 5 getroffenen Regelung deshalb insbesondere verboten:
a) die gegenwärtige Art der Bodennutzung zu ändern, insbesondere Flächen aufzuforsten,
b) in die bestehenden Verhältnisse im Wasserhaushalt der Moorbildungen einzugreifen, insbesondere Maßnahmen durchzuführen, die eine Absenkung der Wasserstände zur Folge haben können,
c) die Pflanzendecke auszureißen, auszugraben, abzubrennen oder durch chemische Stoffe zu schädigen,
d) Sträucher, Gebüsche und Bäume sowie Gehölze zu roden, zu beseitigen, kahl zu schlagen oder durch chemische Stoffe abzutöten,
e) Bodenbestandteile zu entnehmen, Sprengungen, Bohrungen oder Grabungen durchzuführen oder die Bodengestalt einschließlich der Moorbildungen auf andere Weise zu verändern,
f) Stoffe aller Art, wie z. B. Müll, Schutt, land- und forstwirtschaftliche Abfälle sowie Bodenbestandteile zu lagern, aufzuschütten oder einzubringen,
g) ortsfeste Draht- und Rohrleitungen zu bauen,
h) bauliche Anlagen aller Art sowie militärische Einrichtungen, Einfriedigungen, Absperrungen, Verkaufseinrichtungen und Stege, auch wenn sie keiner bauaufsichtlichen Genehmigung bedürfen oder nur vorübergehender Art sind, zu errichten oder aufzustellen,
i) Wege oder Straßen neu anzulegen bzw. auszubauen,
j) Lager-, Zelt- und Wohnwagenplätze anzulegen,
k) Werbeeinrichtungen, Tafeln oder Inschriften anzubringen, soweit sie sich nicht auf den Naturschutz beziehen,
l) frei lebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen,
m) die Ruhe der Natur durch Lärm oder auf andere Weise zu stören (u. a. durch Tonwiedergabegeräte jeder Art),
n) außerhalb der öffentlichen Wege Kraftfahrzeuge zu fahren,
o) Kraftfahrzeuge abzustellen oder zu waschen,
p) nicht mehr funktionsfähige Maschinen oder Teile davon abzustellen,
q) die Wege zu verlassen, zu lagern, zu zelten oder Wohnwagen und andere für die Unterkunft geeignete Fahrzeuge aufzustellen sowie unbefugt Feuer anzumachen,
r) Abfälle wegzuwerfen oder die Landschaft, speziell die Gewässer, auf andere Weise zu verunreinigen,
s) Hunde frei herumlaufen zu lassen,
t) außerhalb der öffentlichen Wege zu reiten, insbesondere in den Dünen.
Zur Beseitigung von Verunstaltungen, Veränderungen oder von Schäden haben die Grundeigentümer und Nutzungsberechtigten die von den zuständigen Naturschutzbehörden angeordneten Maßnahmen zu dulden.
a) die forstliche Bewirtschaftung und pflegerischen Maßnahmen auf den vorhandenen Forstflächen, außer Tiefumbruch,
b) die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd,
c) das Befahren des Landes außerhalb der öffentlichen Wege durch die Besitzer oder Nutzungsberechtigten,
d) von den zuständigen Naturschutzbehörden angeordnete Maßnahmen zur Sicherung und Pflege des Schutzgebietes,
e) sonstige Nutzungen sowie Maßnahmen, auf deren Ausübung bzw. auf deren Durchführung beim Inkrafttreten dieser Verordnung ein durch besonderen Verwaltungsakt begründeter Rechtsanspruch bestand,
(1) In besonderen Fällen können auf schriftlichen Antrag Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung durch den Regierungspräsidenten in Stade genehmigt werden.
Ordnungswidrig handelt ferner, wer vorsätzlich oder fahrlässig den in § 3 Abs. 2 Buchst. l) bis t) dieser Verordnung genannten Verboten zuwiderhandelt.
Die Verordnung vom 06.04.1935 (RABl. Stade, Stücke 15, vom 13.04.1935) für den Geltungsbereich dieser Verordnung.
Stade, den 13. Mai 1976
Der Regierungspräsident in Stade
In Vertretung Passow
Naturschutzgebiet "Fährhof"