Source: http://www.migrationsportal.de/flucht-asyl/arbeitsmarktzugang
Timestamp: 2017-05-28 12:35:49
Document Index: 137047678

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 22', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 24', '§ 25', '§ 25', '§ 25', '§ 25', '§ 25', '§ 25', '§ 25', '§ 25', '§ 25']

Arbeitsmarktzugang für Geflüchtete | IQ Netzwerk Niedersachsen
Ob Geflüchtete und Asylsuchende in Deutschland arbeiten dürfen, ist vor allem von ihrem Aufenthaltsstatus und ihrer Aufenthaltsdauer in der Bundesrepublik abhängig. Personen, die eine Aufenthaltserlaubnis haben, dürfen ohne die Zustimmung der Agentur für Arbeit (keine Vorrang- oder Lohnprüfung) als Beschäftigte oder auch selbstständig in Deutschland arbeiten. In manchen Fällen ist hier lediglich die (formale) Zustimmung der Ausländerbehörde erforderlich (siehe Tab. 1). Personen mit einer Aufenthaltsgestattung, einem Ankunftsnachweis (ehemals "BüMA" - Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender), einer Duldung oder einer Duldungsfiktion dürfen - je nach Beschäftigungsart - sofort oder nach einer bestimmten Zeit in Deutschland arbeiten.
>> Zugang zur Beschäftigung mit Duldung, Aufenthaltsgestattung oder Ankunftsnachweis/BüMa (Stand 08/2016) Personen mit einer Aufenthaltserlaubnis
Tab. 1: Arbeitsmarktzugang für Personen mit einer Aufenthaltserlaubnis​ Aufenthaltserlaubnis
Aufenthaltsgrund / Zielgruppe
(nicht selbstständig)
§ 22 Satz 1 AufenthG
Aufnahme aus dem Ausland aus völkerrechtlichen oder dringenden humanitären Gründen
§ 22 Satz 2 AufenthG
Aufnahme aus dem Ausland zur Wahrung politischer Interessen
§ 23 Abs. 1 AufenthG
Aufenthaltsgewährung durch Landesbehörden (z.B. Bleiberechtsregelungen, Länderaufnahmeprogramme)
§ 23 Abs. 2 AufenthG
Jüdische Zuwanderer, irakische und syrische Kontingentflüchtlinge
§ 23 Abs. 4 AufenthG
Geflüchtete, die im Rahmen eines Resettlement-Programmes nach Deutschland kommen
Aufenthaltsgewährung in Härtefällen nach Ersuchen der Härtefallkommission
§ 24 AufenthG
Aufenthalt zum vorübergehenden Schutz für Massenfluchtsituationen ja
(muss auf Antrag erlaubt werden)
§ 25 Abs. 1 AufenthG
Asylberechtigte gem. Artikel 16a GG
§ 25 Abs. 2 AufenthG
Anerkannte Flüchtlinge nach der Genfer Flüchtlingskonvention oder internationalem subsidiärem Schutz
§ 25 Abs. 3 AufenthG
Nationaler, subsidiärer Schutz
§ 25 Abs. 4 Satz 1 AufenthG
Vorübergehender Aufenthalt aus dringenden humanitären oder politischen Gründen bis zu sechs Monaten
§ 25 Abs. 4 Satz 2 AufenthG
Verlängerung einer Aufenthaltserlaubnis zur Vermeidung eines Härtefalls
§ 25 Abs. 4a AufenthG
Opfer schwerer Straftaten wie Menschenhandel oder Zwangsprostitution, die vor Gericht als Zeugen aussagen
§ 25 Abs. 4b AufenthG
Opfer illegaler Arbeitsausbeutung, die als Zeugen vor Gericht aussagen
Personen, die unverschuldet ab der Ausreise gehindert sind
§ 25a Abs. 1 AufenthG
gut integrierte Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 20 Jahren, die zuvor geduldet wurden, seit min. vier Jahren die Schule in D. besuchen oder einen dt. Schulabschluss haben
§ 25a Abs. 2 AufenthG
Eltern gut integrierter Jugendlicher und junger Erwachsener (siehe ↑)
Geduldete Personen, die sich seit min. sechs Jahren (mit minderjährigen Kindern) bzw. acht Jahren (ohne minderjährige Kinder) in D. aufhalten und ihren Lebensunterunterhalt überwiegend durch Erwerbstätigkeit sichern
AB = formale Erlaubnis der Ausländerbehörde ist erforderlich
Praktikum, Hospitation, betriebliche Qualifizierungsmaßnahmen, Ehrenamt und mehr
Wenn geflüchtete Personen in Deutschland ein Praktikum machen möchen, gibt es Einiges zu beachten. Abhängig davon, in welchem Rahmen das Praktikum absolviert werden soll (z.B. Schule, Studium, Hospitation, Ehrenamt, Qualifizierungsmaßnahme), muss ggf. eine Arbeitserlaubnis beantragt und die Zustimmung der Arbeitsagentur eingeholt werden. Eine sehr umfangreiche und detaillierte Übersicht zum Thema Praktika für Menschen mit mit Duldung oder Aufenthaltsgestattung hat unser Kollege Claudius Voigt von der GGUA Flüchtlingshilfe erstellt:
>> Übersicht: Praktika für Menschen mit mit Duldung oder Aufenthaltsgestattung (Stand 01/2016)
Erleichterter Abreitsmarktzugang für traumatisierte Flüchtlinge Für traumatisierte Flüchtlinge, die in psychotherapeutischer oder psychiatrischer Behandlung sind, gibt es eine Härtefallregelung, die den Zugang zum Arbeitsmarkt aus therapeutischen Gründen erleichtert. Ein Beispiel einer Stellungnahme finden Sie hier. (Informationen des Netzwerks für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen e.V.)
Weitere Publikationen und Links zum Thema finden Sie in der .