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Timestamp: 2016-10-21 14:58:03
Document Index: 241167279

Matched Legal Cases: ['Art. 42', 'Art. 1', 'Art. 82', 'Art. 27', 'Art. 42', 'Art. 44', 'Art. 44', 'Art. 30', 'Art. 42', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 42', 'Art. 52', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 52', 'Art. 52', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

I 807/04 (10.07.2006)
I 807/04
R.________, 1961, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt J�rg B�gler, Heimst�ttenweg 8, 8413 Neftenbach,
(Entscheid vom 9. November 2004)
Die 1961 geborene, aus dem ehemaligen Jugoslawien stammende R.________ ist verheiratet und Mutter dreier Kinder (geboren 1988, 1992 und 1995). Nach der Einreise in die Schweiz im Jahre 1991 war sie von Juni 1996 bis Ende Dezember 1999 mit Unterbr�chen im Umfang von 22 Stunden pro Woche in der Firma X.________ AG als Raumpflegerin besch�ftigt. Seither geht sie keiner Erwerbst�tigkeit mehr nach. Am 5. Februar 2001 meldete sie sich unter Hinweis auf R�cken- und Nackenschmerzen sowie Nierenbeschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle des Kantons Z�rich kl�rte die erwerblichen und medizinischen Verh�ltnisse ab. Gest�tzt darauf stellte sie der Versicherten mit Vorbescheid vom 9. Juli 2001 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, da sie aus medizinischer Sicht weder in der Erwerbst�tigkeit noch im Haushalt eingeschr�nkt sei. Aufgrund der von R.________ erhobenen Einw�nde nahm die IV-Stelle weitere Abkl�rungen vor und gab am 11. Dezember 2001 beim Zentrum f�r Medizinische Begutachtung, Medizinische Abkl�rungsstelle (MEDAS) ein interdisziplin�res Gutachten in Auftrag, welches am 28. Oktober 2003 erging. Mit Verf�gung vom 15. Dezember 2003 verneinte sie einen Rentenanspruch. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 8. April 2004 fest.
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 9. November 2004 ab.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst R.________ beantragen, es sei ihr mit Wirkung ab 5. Februar 2000 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen; eventuell sei die Sache zur Wahrung des rechtlichen Geh�rs und zur umfassenden Untersuchung an die Verwaltung oder die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
1.1 Die Beschwerdef�hrerin r�gt in formeller Hinsicht eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh�r durch die IV-Stelle. Diese sei im Einspracheentscheid ihrer Begr�ndungspflicht nicht nachgekommen. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz habe der Verfahrensmangel im kantonalen Verfahren nicht geheilt werden k�nnen. Denn die IV-Stelle habe die Versicherte �berdies bis und mit Einspracheverfahren nicht zum MEDAS-Gutachten angeh�rt, obwohl sie gem�ss Art. 42 ATSG dazu verpflichtet gewesen w�re. Somit liege ein schwerwiegender, keiner Heilung zug�nglicher Mangel vor.
1.2 Am 1. Januar 2003 sind das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) und die dazugeh�rige Verordnung vom 11. September 2002 (ATSV) in Kraft getreten. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Invalidenversicherung anwendbar, soweit das Invalidenversicherungsgesetz nicht ausdr�cklich eine Abweichung vorsieht. Gem�ss Art. 82 Abs. 1 Satz 1 ATSG sind dessen materielle Bestimmungen auf die beim In-Kraft-Treten laufenden Leistungen und festgesetzten Forderungen nicht anwendbar. Wie es sich - vom kantonalen Verfahrensrecht abgesehen - mit der intertemporalrechtlichen Anwendbarkeit der formellen Vorschriften verh�lt, l�sst sich dem ATSG nicht entnehmen. Nach der Rechtsprechung sind neue Verfahrensvorschriften mangels anders lautender �bergangsbestimmungen mit dem Tag des In-Kraft-Tretens sofort und in vollem Umfang anwendbar. Die allgemeinen Verfahrensbestimmungen des 4. Kapitels des ATSG (Art. 27-62) treten somit grunds�tzlich sofort in Kraft. Die Kontinuit�t des alten und neuen verfahrensrechtlichen Systems und damit die sofortige und umfassende Anwendbarkeit des neuen Prozessrechts ist indessen in dem Sinne zu relativieren, als neues Recht nicht auf alle im Zeitpunkt seines In-Kraft-Tretens noch h�ngigen Verfahren Anwendung findet. Vielmehr ist auf den Zeitpunkt abzustellen, in welchem sich die strittige Verfahrensfrage stellt oder dar�ber entschieden wurde. Liegt der Streitgegenstand in diesem Sinne vor dem 1. Januar 2003, ist gest�tzt auf die altrechtlichen Bestimmungen zu befinden. Ein unter den alten Verfahrensvorschriften eingeleitetes Administrativverfahren nimmt sodann unter der Hoheit des neuen Rechts seinen Fortgang, ohne dass deswegen bereits getroffene Anordnungen, welche unangefochten geblieben sind oder bisher nicht angefochten werden konnten, nach den Regeln des neuen Rechts neu aufzurollen w�ren. Ein unter altem Recht abgeschlossener Verfahrensschritt - wie beispielsweise die Anordnung einer medizinischen Begutachtung - unter neuem Recht zu wiederholen k�me der r�ckwirkenden Anwendung neuen Rechts gleich, indem Streitfragen nach einem Recht beurteilt w�rden, das zur Zeit ihrer Entstehung noch nicht in Geltung stand, was dem Grundsatz der Nichtr�ckwirkung gesetzlicher Bestimmungen widersprechen w�rde (Urteil R. vom 25. August 2004, I 570/03, erw�hnt in ZBJV 2004 S. 749).
1.3.1 Nach Art. 42 ATSG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Geh�r. Sie m�ssen nicht angeh�rt werden vor Verf�gungen, die durch Einsprache anfechtbar sind. Muss der Versicherungstr�ger zur Abkl�rung des Sachverhaltes ein Gutachten einer oder eines unabh�ngigen Sachverst�ndigen einholen, so gibt er laut Art. 44 ATSG der Partei deren oder dessen Namen bekannt. Diese kann den Gutachter aus triftigen Gr�nden ablehnen und kann Gegenvorschl�ge machen.
1.3.2 Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 12. Dezember 2001 mit, es sei eine medizinische Abkl�rung notwendig, welche durch die MEDAS erfolgen werde. Da zu jenem Zeitpunkt das ATSG noch nicht in Kraft stand, hatte die Verwaltung nicht im Sinne von Art. 44 ATSG vorzugehen und sie hatte dies nach dem in Erw. 1.2 Gesagten vor Verf�gungserlass vom 15. Dezember 2003 auch nicht nachzuholen. Der Wortlaut des Art. 30 Abs. 2 lit. b VwVG nachgebildeten Art. 42 Satz 2 ATSG befreit sodann die Beh�rde von der Pflicht, die Parteien vor Verf�gungen anzuh�ren, die mit Einsprache anfechtbar sind, verbietet ihr aber nicht, dies im Einzelfall zu tun. Sp�testens im Einspracheverfahren hat die Verwaltung indessen die Grunds�tze des rechtlichen Geh�rs zu wahren (vgl. BGE 121 V 155 Erw. 5b; in HAVE S. 354 zusammengefasstes Urteil S. vom 12. September 2005 [I 435/05]; RKUV 1992 Nr. U 152 S. 200 Erw. 3b; Roger Peter, Der Sachverst�ndige im Verwaltungsverfahren der obligatorischen Unfallversicherung, Diss. Basel 1999, S. 136; vgl. auch BGE 131 V 413 Erw. 2.1.2.2). Die Einsprache ist ein nicht devolutives Rechtsmittel, welches darauf abzielt, ungen�gende Abkl�rungen oder Fehlbeurteilungen, aber auch Missverst�ndnisse, die der Verwaltungsverf�gung zugrunde liegen, in einem kostenlosen und weitgehend formlosen Verfahren auszur�umen, ohne dass die �bergeordneten Gerichte angerufen werden m�ssen (BGE 131 V 411 Erw. 2.1.2.1). Auf Gesuch hin stellte die IV-Stelle dem damaligen Rechtsvertreter der Beschwerdef�hrerin am 29. Dezember 2003 die vollst�ndigen Akten einschliesslich MEDAS-Gutachten vom 28. Oktober 2003 zu. Im Einspracheverfahren konnte sich die Beschwerdef�hrerin in formeller und materieller Hinsicht zum Gutachten �ussern und es stand ihr auch frei, allf�llige Erg�nzungsfragen zu formulieren. Sie hat in der Einsprache von ihrem �usserungsrecht Gebrauch gemacht und dabei insbesondere die Schlussfolgerungen der Expertise kritisiert und die Einholung eines neutralen Obergutachtens beantragt. Erg�nzungsfragen hat sie in jenem Verfahren keine unterbreitet. Erst im Beschwerdeverfahren hat sie solche vorgelegt. Musste die Versicherte vor Erlass der Verf�gung vom 15. Dezember 2003 aufgrund von Art. 42 Satz 2 ATSG nicht angeh�rt werden und konnte sie sich im Einspracheverfahren umfassend zum MEDAS-Gutachten vom 28. Oktober 2003 �ussern, liegt keine Verletzung des rechtlichen Geh�rs durch die Verwaltung vor. Ablehnungs- und Ausstandsgr�nde stehen nicht zur Diskussion, wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ausdr�cklich best�tigt wird.
1.4.1 Nach Art. 52 Abs. 2 Satz 2 ATSG sind die Einspracheentscheide zu begr�nden und mit einer Rechtsmittelbelehrung zu versehen. Die Begr�ndungspflicht bildet einen wesentlichen Bestandteil des verfassungsrechtlichen Geh�rsanspruchs (vgl. Art. 29 Abs. 2 BV). Sie soll verhindern, dass sich die Beh�rde von unsachlichen Motiven leiten l�sst, und es der betroffenen Person erm�glichen, die Verf�gung gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur m�glich, wenn sowohl sie wie auch die Rechtsmittelinstanz sich �ber die Tragweite des Entscheides ein Bild machen k�nnen. In diesem Sinn m�ssen wenigstens kurz die �berlegungen genannt werden, von denen sich die Beh�rde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verf�gung st�tzt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdr�cklich mit jeder tatbest�ndlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die f�r den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschr�nken (BGE 124 V 181 Erw. 1a mit Hinweisen). Die Anforderungen an die rechtsgen�gliche Begr�ndung richten sich dabei unter anderem nach den Vorbringen der Partei. Die Entscheidsbegr�ndung hat umso detaillierter auszufallen, je konkreter und substantiierter die Vorbringen der Einsprache f�hrenden Person sind. Wird zur Entscheidfindung massgeblich auf ein Gutachten abgestellt, so hat sich der Entscheidungstr�ger auch mit den diesbez�glichen Vorbringen einer Partei zumindest in den Grundz�gen auseinanderzusetzen, widrigenfalls Art. 52 Abs. 2 ATSG verletzt ist (einl�sslich dazu: Urteil D. vom 17. Juni 2005, I 3/05; zusammengefasst in: HAVE 2005 S. 242).
1.4.2 Ob die Begr�ndung im Einspracheentscheid den Anspr�chen gem�ss Art. 52 Abs. 2 ATSG zu gen�gen vermag, muss nicht abschliessend beantwortet werden. Das kantonale Gericht hat erwogen, die Verwaltung habe sich im Einspracheentscheid mit den in der Einsprache vorgebrachten R�gen nur unvollst�ndig auseinandergesetzt und ihren Entscheid somit mangelhaft begr�ndet. Es vertrat jedoch die Ansicht, dieser Mangel k�nne im Beschwerdeverfahren geheilt werden und hat aus diesem Grund seinen Entscheid sehr umfassend begr�ndet, was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ausdr�cklich anerkannt wird. Mit dem kantonalen Gericht ist davon auszugehen, dass die Geh�rsverletzung jedenfalls nicht als derart schwerwiegend zu betrachten ist, dass sie nicht mehr im, die volle Kognition erlaubenden vorinstanzlichen Verfahren h�tte geheilt werden k�nnen (BGE 127 V 437 Erw. 3d/aa, 126 I 72, 126 V 132 Erw. 2b, je mit Hinweisen), zumal entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin nicht von einer H�ufung von Verfahrensverletzungen im Administrativverfahren ausgegangen werden k�nnte.
2.1 Die Beschwerdef�hrerin bestreitet die Beweistauglichkeit des MEDAS-Gutachtens, weil dieses nur die Unterschrift des Rheumatologen Dr. med. J.________ und des Psychiaters Dr. med. W.________ tr�gt, w�hrend die mitbeteiligten �rzte Dr. med. A.________ und Dr. med. M.________ dieses nicht unterzeichnet h�tten, obwohl zumindest Dres. med. J.________, W.________ und M.________ der Kommission f�r medizinische Begutachtung angeh�rt h�tten.
2.2 Die polydisziplin�re Expertise der MEDAS gliedert sich zun�chst in drei Teile (1. Aktenauszug, 2. Subjektive Angaben der Versicherten, 3. Objektive Befunde, welche sich in einen allgemeinen internistischen, einen rheumatologischen und einen psychiatrischen Bereich unterteilen), welche je von einem Facharzt �bernommen wurden, w�hrend die Teile 4. bis 6. die Beurteilung der Kommission f�r medizinische Begutachtung wiedergeben, welcher Dres. med. J.________, M.________ und W.________ angeh�rten und welche Grundlage f�r die Gesamtbeurteilung im Gutachten bildete. Dr. med. A.________, welcher den ersten Teil bearbeitet und die Akten zusammengefasst hat, war bei der Konsensbeurteilung nicht anwesend und hat das Gutachten auch nicht unterzeichnet, was sich nicht beanstanden l�sst. Dr. med. M.________ hat die Befragung der Versicherten durchgef�hrt und die allgemeinen und internistischen Befunde erhoben. Dass das Gutachten lediglich die Unterschrift des rheumatologischen und des psychiatrischen Teilgutachters tr�gt, vermag ihm den Beweiswert nicht abzusprechen. Es gen�gt, dass es von zwei verantwortlichen Medizinern visiert worden ist. Entgegen den Ausf�hrungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann daher nicht gesagt werden, auf das Gutachten sei schon aus formellen Gr�nden nicht abzustellen.
3.1 Mit ATSG und ATSV sind verschiedene materiellrechtliche Normen im Bereich der Invalidenversicherung ge�ndert oder aufgehoben worden. In BGE 130 V 445 hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht entschieden, dass bei Erlass des Einspracheentscheids nach dem 1. Januar 2003 der Anspruch auf eine Invalidenrente f�r die Zeit bis 31. Dezember 2002 aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen, durch das ATSG ge�nderten Normen zu pr�fen ist. Ebenfalls Anwendung finden die seit 1. Januar 2004 geltenden �nderungen des IVG vom 21. M�rz 2003 (vgl. insbesondere auch die Schluss- und �bergangsbestimmungen lit. d-f) und der IVV vom 21. Mai 2003 (4. IV-Revision) sowie die damit einhergehenden Anpassungen des ATSG.
3.2 Die Versicherte stellte im Februar 2001 das Rentengesuch. Der Anfechtungsgegenstand des erstinstanzlichen Beschwerdeverfahrens bildende Einspracheentscheid wurde am 8. April 2004 erlassen. Auf eine zeitlich getrennte Beurteilung kann insofern verzichtet werden, als die massgeblichen Rechtsgrundlagen, insbesondere die Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Arbeits- und Erwerbsunf�higkeit, zur Invalidit�t, zur Einkommensvergleichsmethode und zur Festsetzung der Invalidit�t von Nichterwerbst�tigen, insbesondere im Haushalt besch�ftigten Versicherten, anwendbaren spezifischen Methode des Bet�tigungsvergleichs sowie der im Falle von teilerwerbst�tigen Versicherten beizuziehenden gemischten Methode der Invalidit�tsbemessung durch den allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts keine �nderung erfahren haben (BGE 130 V 343 und 393). Gleiches hat im �brigen f�r die im Rahmen der 4. IV-Revision per 1. Januar 2004 eingetretenen Anpassungen in diesem Bereich zu gelten (Urteil H. vom 6. Februar 2006, I 599/05). Im vorinstanzlichen Entscheid wurden die f�r die Beurteilung massgeblichen Bestimmungen und Grunds�tze zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Verwaltung und Vorinstanz haben das Leistungsbegehren im Wesentlichen gest�tzt auf das Gutachten der MEDAS vom 28. Oktober 2003 abgewiesen, welches auf internistischen, rheumatologischen und psychiatrischen Untersuchungen und umfangreichen medizinischen Vorakten beruht.
In der gutachterlichen Gesamtbeurteilung wurden keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsf�higkeit angef�hrt. Als Nebendiagnosen werden erw�hnt: Panalgiesyndrom mit funktioneller sensibler rechtsseitiger Hemisymptomatik, asthenische Pers�nlichkeit mit Schmerzfehlverarbeitung, Ausweitungstendenz, Regressionstendenz und sekund�rem Krankheitsgewinn, chronische Niereninsuffizienz unklarer Aetiologie, pyelonephritische Schrumpfniere rechts, arterielle Hypotonie mit orthostatischen Beschwerden, Ulcus duodeni im M�rz 1999. Unter Ber�cksichtigung der psychischen und somatischen Anteile sei jegliche k�rperliche Besch�ftigung im Sinne einer leichten bis mittelschweren T�tigkeit vollschichtig zumutbar.
Die von Dr. med. M.________ durchgef�hrte internistische Untersuchung hatte keine erheblichen pathologischen Befunde ergeben. Die bereits im Jahre 2000 diagnostizierte Nephropathie mit eingeschr�nkter Kreatinin Clearance hat keine Symptome zur Folge, weshalb die Arbeitsf�higkeit dadurch nicht eingeschr�nkt ist.
In rheumatologischer Hinsicht stellte Dr. med. J.________ die Diagnose eines Panalgie-Syndroms mit funktionellem sensiblem Hemisyndrom rechts. Die Halbseitensypmptomatik sei organisch nicht zuzuordnen und variiere bei mehrfacher Pr�fung.
W�hrend die geklagten Schmerzen am ganzen K�rper organisch nicht eingeordnet und gekl�rt werden konnten, waren gem�ss Dr. med. W.________ auch die Psychopathologie und der klinische Eindruck aus psychiatrischer Sicht v�llig unergiebig. Insbesondere fehlten Hinweise auf eine wesentliche depressive Erkrankung. Eine anhaltende somatoforme Schmerzst�rung bestehe sicher nicht. Es fehlten emotionale Konflikte und psychosoziale Belastungssituationen. Die in den medizinischen Unterlagen erw�hnten psychosozialen Belastungsfaktoren k�nnten in keiner Weise best�tigt werden, ausser man werte die Erkrankung des Ehegatten als belastend, was sich bei der Untersuchung indessen nicht best�tigt habe. Sodann konnte auch keine psychiatrische Erkrankung mit relevantem invalidisierendem Einfluss auf die Arbeitsf�higkeit diagnostiziert werden. Es fehlten Hinweise auf Depression, Angstst�rung, Pers�nlichkeitsst�rung oder anderweitige schwerwiegende psychiatrische Erkrankungen. Aus psychiatrischer Sicht m�sse ein sekund�rer Krankheitsgewinn angenommen werden.
In beweism�ssiger und materieller Hinsicht macht die Beschwerdef�hrerin geltend, das Gutachten vom 28. Oktober 2003 �bersehe das vom Psychiatrie-Zentrum Y.________ und von Dr. med. L.________ diagnostizierte rechtsseitige Hemisyndrom. Sie beantragt daher erg�nzende Abkl�rungen im Rahmen eines Obergutachtens. Zur psychiatrischen Beurteilung wird vorgebracht, bereits im Bericht des Universit�tsspitals B.________ vom 3. Mai 2000 sei neben dem Panvertebralsyndrom eine depressive Episode angef�hrt worden. Ebenso gehe Dr. med. L.________ im Bericht vom 28. November 2001 von einer chronischen depressiven Entwicklung sowie einem Panvertebralsyndrom aus. Im Bericht vom 1. Dezember 2004 ordne er die depressive St�rung gesondert von der Schmerzst�rung ein. Zudem liege bez�glich des aussergew�hnlichen Untergewichts keine �berzeugende Begr�ndung vor, sodass ein depressives Geschehen nicht ausgeschlossen werden k�nne. In der Zwischenzeit sei es zudem zu einer Ausweitung der psychischen Beschwerden und zur Einweisung in die psychiatrische Universit�tsklinik B.________ gekommen. Auch aus diesem Grund dr�nge sich ein Obergutachten auf. Schliesslich kritisiert die Versicherte auch die Schlussfolgerung des Gutachtens, wonach die Voraussetzungen f�r das Vorliegen einer somatoformen Schmerzst�rung nicht gegeben sind. Eine solche sei vom Psychiatrie-Zentrum Y.________ und von Dr. med. L.________ festgestellt worden. Abzukl�ren bleibe, in welchem Mass die M�glichkeit der Schmerz�berwindung eingeschr�nkt sei und ob ein beruflicher Wiedereinstieg aus sozial-praktischer Sicht in Frage komme.
6.1.1 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch einer anhaltenden somatoformen Schmerzst�rung, setzt zun�chst eine fach�rztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 130 V 398 ff. Erw. 5.3 und Erw. 6). Wie jede andere psychische Beeintr�chtigung begr�ndet indes auch eine diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzst�rung als solche noch keine Invalidit�t. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die somatoforme Schmerzst�rung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung �berwindbar sind. Bestimmte Umst�nde, welche die Schmerzbew�ltigung intensiv und konstant behindern, k�nnen den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht �ber die f�r den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verf�gt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidit�t von erheblicher Schwere, Auspr�gung und Dauer. Massgebend sein k�nnen auch weitere Faktoren, so: chronische k�rperliche Begleiterkrankungen; ein mehrj�hriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unver�nderter oder progredienter Symptomatik ohne l�ngerdauernde R�ckbildung; ein sozialer R�ckzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missgl�ckten, psychisch aber entlastenden Konfliktbew�ltigung (prim�rer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgef�hrten ambulanten oder station�ren Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person (BGE 130V352). Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgepr�gter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen f�r eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunf�higkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, in: Schmerz und Arbeitsunf�higkeit, St. Gallen 2003, S.77).
6.1.2 Beruht die Leistungseinschr�nkung auf Aggravation oder einer �hnlichen Konstellation, liegt regelm�ssig keine versicherte Gesundheitssch�digung vor (siehe Meyer-Blaser, a.a.O., S. 92 f.). Eine solche Ausgangslage ist etwa gegeben, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverst�ndigen unglaubw�rdig wirken; schwere Einschr�nkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist (siehe Kopp/Willi/Klipstein, Im Graubereich zwischen K�rper, Psyche und sozialen Schwierigkeiten, in: Schweizerische Medizinische Wochenschrift, 1997 S. 1434, mit Hinweis auf eine grundlegende Untersuchung von Winckler und Foerster; BGE 131 V 50 Erw. 1.2) (siehe sodann Henningsen: Zur Begutachtung somatoformer St�rungen, in: PRAXIS, Schweizerische Rundschau f�r Medizin, 2005 S. 2077 ff.).
6.2.1 Die �rzte des Universit�tsspitals B.________ hatten im Bericht vom 3. Mai 2000 ein chronisches Panvertebralsyndrom nebst einer leichten depressiven Episode diagnostiziert. Vom Psychiater wurde zudem der Verdacht auf eine somatoforme Schmerzst�rung ge�ussert. Im Bericht vom 10. Mai 2000 �ber die Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsf�higkeit wurde die bisher ausge�bte T�tigkeit als Raumpflegerin mit einem Pensum von 50 % als zumutbar betrachtet. Ganztags zumutbar sei jede leichte bis mittelschwere Arbeit. Im Bericht vom 2. Mai 2001 gingen die �rzte des Universit�tsspitals B.________ davon aus, dass die bisherige T�tigkeit auch ganztags zu 100 % zumutbar sei. Es wurde somit keine psychische Krankheit von erheblicher Schwere diagnostiziert, und es wurden auch keine psychiatrischen Befunde erhoben, welche nach �rztlicher Einsch�tzung objektiv eine derartige Schwere aufweisen, dass der Versicherten die Verwertung ihrer Arbeitskraft nicht mehr zumutbar w�re. Aus der Beurteilung des Universit�tsspitals B.________ kann die Beschwerdef�hrerin daher keine Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit ableiten.
6.2.2 W�hrend Dr. med. L.________ im Bericht vom 28. November 2001 ein chronisches Panvertebralsyndrom mit Somatisierungstendenz nebst einer chronischen depressiven Entwicklung diagnostizierte, ordnete er im Bericht vom 1. Dezember 2004 die depressive St�rung dem Panalgiesyndrom und die Schmerzverarbeitungsst�rung und Ausweitungstendenz der asthenischen Pers�nlichkeit zu. Wo die depressive Entwicklung oder St�rung einzureihen ist, spielt letztlich keine entscheidende Rolle, weil auch den Berichten des Hausarztes kein Hinweis auf eine schwere psychische Krankheit zu entnehmen ist. Seine Aussagen verm�gen die im Rahmen der MEDAS-Begutachtung durch einen Facharzt der Psychiatrie vorgenommene Beurteilung somit nicht in Zweifel zu ziehen. Eine anhaltende somatoforme Schmerzst�rung im Sinne von ICD-10 F 45.4 hat Dr. med. L.________ nicht diagnostiziert. Zum Begriff des Panalgiesyndroms wird im MEDAS-Gutachten vom 28. Oktober 2003 ausgef�hrt, es handle sich dabei um ein Schmerzsyndrom, bei welchem Schmerzen von Kopf bis Fuss angegeben w�rden. Vom Psychiater werde oftmals der Begriff psychosomatisches Schmerzsyndrom oder auch somatoforme Schmerzst�rung f�r eine solche Schmerzsymptomatik gebraucht. Aus psychiatrischer Sicht habe mit Bezug auf die Versicherte weder eine somatoforme Schmerzst�rung noch die fr�her diagnostizierte leichte depressive Episode best�tigt werden k�nnen. Hinweise auf Depression, Angstst�rung, Pers�nlichkeitsst�rung oder anderweitige schwerwiegende psychiatrische Erkrankungen fehlten. Damit wird klar zum Ausdruck gebracht, dass - unabh�ngig von der Begriffszuordnung - eine psychische St�rung von Krankheitswert zu verneinen ist. Die Gutachter gehen davon aus, dass von der Beschwerdef�hrerin willensm�ssig erwartet werden kann, zu arbeiten. Es seien ihr klar mehr Anstrengungen zuzumuten, um sich wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren. Sie wiesen �berdies auf eine Diskrepanz zwischen geschilderten Schmerzen und gezeigtem Verhalten anl�sslich verschiedener Untersuchungen hin und stellten teilweise grotesk anmutende Schmerzschilderungen fest. Eine organische Erkl�rung f�r die Ursache der von der Versicherten geschilderten Problematik der rechten Hand konnte nicht gefunden werden. Auch der Hausarzt bringt keine Erkl�rung daf�r, sondern wiederholt einzig die Diagnose eines Panalgiesyndroms mit funktionellem sensiblem Hemisyndrom rechts. Was das Untergewicht der Versicherten betrifft, kann diesem Umstand nicht die Bedeutung einer die Arbeitsf�higkeit beeinflussenden psychischen St�rung beigemessen werden. Gegen�ber dem Psychiater der MEDAS gab die Versicherte an, seit der Krankheit habe sie weniger Appetit, verneinte jedoch, an aktivem Erbrechen oder an Essst�rungen zu leiden. Das K�rpergewicht von 47.8 kg bei einer Gr�sse von 160 cm wirkt sich jedoch insofern aus, als wegen der nicht sehr robusten Konstitution keine schweren k�rperlichen Arbeiten m�glich sind. Zur Arbeitsf�higkeit f�hrt Dr. med. L.________ im Bericht vom 1. Dezember 2004 demgegen�ber aus, diese betrage im Bereich Haushalt 30 % und im erwerblichen Bereich in einer behinderungsangepassten T�tigkeit 10 %. Die Patientin befinde sich seit 1998 in einer eskalierenden psychischen und k�rperlichen Destabilisierung. Die von den Fach�rzten der MEDAS abweichende Einsch�tzung begr�ndet der Hausarzt nicht n�her. Damit erf�llt sein Bericht die Anforderungen an eine schl�ssige medizinische Expertise, wie sie von der Rechtsprechung umschrieben worden ist (BGE 125 V 352 Erw. 3a), nicht. In beweism�ssiger Hinsicht hat dies zur Folge, dass ihm gegen�ber dem MEDAS-Gutachten kein erh�htes Gewicht zukommt und er dieses auch nicht mit �berzeugender Begr�ndung in Frage zu stellen vermag.
6.2.3 Die �rzte des Psychiatrie-Zentrums Y.________ gingen im Bericht vom 26. August 2004 von einer Anpassungsst�rung mit depressiver Reaktion bei chronischen Schmerzen aus. Einer depressiven Reaktion ist indessen grunds�tzlich kein Krankheitswert im invalidenversicherungsrechtlichen Sinne zuzumessen (vgl. BGE 127 V 295 Erw. 4a). Im Bericht vom 1. Dezember 2004 stellten die �rzte die Verdachtsdiagnose einer somatoformen Schmerzst�rung sowie einer Konversionsst�rung mit L�hmung der rechten Hand. Diese Verdachtsdiagnose konnte bisher nicht erh�rtet werden. Eine psychische St�rung mit Krankheitswert ist aufgrund der Angaben des Psychiatrie-Zentrums Y.________ nicht erstellt. Wie die attestierte Arbeitsunf�higkeit von 100 % zu verstehen ist, l�sst sich der Stellungnahme nicht entnehmen. Unklar bleibt auch, auf welche T�tigkeiten sie sich bezieht. Bereits aus diesem Grund stellen auch die Berichte des Psychiatrie-Zentrums Y.________ keine zuverl�ssige Beurteilungsgrundlage dar. Des weitern informieren die �rzte dar�ber, dass die Versicherte wegen Verschlechterung des Zustandes in eine station�re psychiatrische Klinik eingetreten sei. Ob sich der Gesundheitszustand tats�chlich richtunggebend verschlechtert hat, braucht in diesem Verfahren nicht gepr�ft zu werden, stellt doch der Einspracheentscheid vom 8. April 2004 die zeitliche Grenze der richterlichen �berpr�fungsbefugnis dar (BGE 121 V 366 Erw. 1b; RKUV 2001 Nr. U 419 S. 101).
6.3 Bildet das MEDAS-Gutachten vom 28. Oktober 2003, wie bereits die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, eine hinreichend schl�ssige Beurteilungsgrundlage und verm�gen die weiteren medizinischen Unterlagen an den Schlussfolgerungen der Gutachter keine begr�ndeten Zweifel aufkommen zu lassen, konnte die Vorinstanz, ohne das rechtliche Geh�r der Beschwerdef�hrerin zu verletzen, in antizipierter Beweisw�rdigung von der Einholung erg�nzender Beweiserhebungen absehen. Aus demselben Grund er�brigen sich auch im letztinstanzlichen Verfahren beweism�ssige Weiterungen und es ist insbesondere von der Einholung einer Oberexpertise abzusehen.
Vorinstanz und Verwaltung sind davon ausgegangen, die Versicherte w�rde ohne Gesundheitsschaden zu 50 % einer ausserh�uslichen Erwerbst�tigkeit nachgehen und zu 50 % im Haushalt arbeiten. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird vorgebracht, die wirtschaftlichen Verh�ltnisse w�rden angesichts der Arbeitsunf�higkeit des Ehemannes f�r eine ganzt�gige Erwerbst�tigkeit sprechen. Wie es sich diesbez�glich verh�lt, braucht nicht n�her gepr�ft zu werden, da ohnehin keine rentenbegr�ndende Arbeitsunf�higkeit ausgewiesen ist.
Die Beschwerdef�hrerin beantragt selbst f�r den Fall der Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde die Zusprechung einer Parteientsch�digung f�r das kantonale Verfahren. Sie begr�ndet dies damit, dass das kantonale Gericht eine Geh�rsverletzung festgestellt habe. Nur schon aus diesem Grund habe das kantonale Rechtsmittel ergriffen werden m�ssen.
Nach der Rechtsprechung hat der eine Geh�rsverletzung Begehende erst dann und nur insoweit die Gegenpartei zu entsch�digen, als bei dieser nennenswerte (zus�tzliche) Kosten entstanden sind, die ohne die Geh�rsverletzung nicht angefallen w�ren (Urteil S. vom 10. Februar 2006, I 329/05). Dies ist mit Bezug auf die von der Versicherten vor Vorinstanz eingereichte Beschwerdeschrift nicht erstellt. F�r das kantonale Gericht bestand daher kein Anlass, ihr eine Parteientsch�digung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich, der Ausgleichskasse Z�rcher Arbeitgeber, Z�rich, und dem Bundesamt f�r Sozialversicherung zugestellt.