Source: https://www.bgbau-medien.de/dguv/109_003/titel.htm?gesamt=1
Timestamp: 2018-07-22 12:17:18
Document Index: 299512944

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 2', '§ 22', '§ 3', '§ 12', '§ 14', '§ 14', '§ 12', '§ 6', '§ 8', '§ 11', '§ 6', '§ 3', '§ 52']

DGUV Regel 109-003: Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen, Titel
DGUV Regel 109-003:
Fachausschuss "Maschinenbau, Fertigungssysteme, Stahlbau"
DGUV Regel 109-003: Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen, Inhalt
6.1 Grundforderungen
6.2 Fertigungsverfahren
6.2.2 Fertigungsablauf
6.3 Technische Schutzmaßnahmen
6.3.4 Brand- und Explosionsschutz: Schutzmaßnahmen
6.4 Organisatorische Schutzmaßnahmen
6.4.1 Beschäftigungsbeschränkungen
6.4.2 Spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen
6.4.3 Betriebsanweisungen, Unterweisungen
6.5 Persönliche Schutzausrüstungen
6.5.2 Hygienemaßnahmen
6.5.3 Sonstige persönliche Schutzausrüstungen, Arbeitskleidung
6.6 Meldepflicht, Maßnahmen bei Hautveränderungen
7 Prüfungen, Wartung
7.2 Prüfung von lufttechnischen Anlagen
7.3 Prüfung von Einrichtungen zum Abscheiden von Verunreinigungen und von Beschickungs- und Entnahmetüren
7.4 Aufbewahrung der Prüfergebnisse
8 Entsorgung, Aufbereitung, Verwertung
8.1 Wassergemischte Kühlschmierstoffe
8.2 Nichtwassermischbare Kühlschmierstoffe
8.3 Weitere Abfälle
Anhang 1: Messung und Messstrategie von Kühlschmierstoffen
Anhang 2: Muster eines Reinigungsplanes für Werkzeugmaschinen mit Minimalmengenschmierung
Anhang 3: Prüfplan für wassergemischte Kühlschmierstoffe
Anhang 4: Muster eines Prüfplanes für wassergemischte Kühlschmierstoffe
Anhang 5: Muster eines Reinigungsplanes für Kreisläufe mit wassergemischten Kühlschmierstoffen in Werkzeugmaschinen
Anhang 6: Muster eines Konservierungsplanes für wassergemischte Kühlschmierstoffe
Anhang 6a: Biozide Wirkstoffe
Anhang 7: Muster einer Betriebsanweisung für Biozide und Reiniger
Anhang 8: Basismaßnahmen zur Emissionsminderung
Anhang 9: Abgestuftes Konzept zur Beurteilung der inhalativen Belastung von Arbeitsbereichen bei Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen
Anhang 10: Muster eines Explosionsschutzdokumentes
Anhang 10a: Auswahl eines geeigneten KSS
Anhang 11: Muster einer Betriebsanweisung für wassergemischte Kühlschmierstoffe
Anhang 12: Muster einer Betriebsanweisung für wassermischbare Kühlschmierstoffe
Anhang 13: Muster einer Betriebsanweisung für nichtwassermischbare Kühlschmierstoffe
Anhang 14: Muster eines Hautschutz- und Hygieneplanes
Anhang 15: Vorschriften, Regeln und Informationen
DGUV Regel 109-003: Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen, Vorbemerkung
Diese Regel enthält Anforderungen an Kühlschmierstoffe und zugehörige Einrichtungen. Darüber hinaus enthält diese Regel ergänzende sicherheitstechnische Regelungen zur Gefahrstoffverordnung , zur Biostoffverordnung , zur Betriebssicherheitsverordnung und zu den einschlägigen Technischen Regeln hinsichtlich Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen.
gelegentlich Augenreizungen durch direkten Kontakt der Augen mit Kühlschmierstoffen oder deren Abbauprodukten
Die in dieser Regel enthaltenen technischen Lösungen schließen andere, mindestens ebenso sichere Lösungen nicht aus, die auch in technischen Regeln anderer Mitgliedsstaaten der Europäischen Union oder anderer Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum ihren Niederschlag gefunden haben können.
Prüfberichte von Prüflaboratorien, die in anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union oder in anderen Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum zugelassen sind, werden in gleicher Weise wie deutsche Prüfberichte berücksichtigt, wenn die den Prüfberichten dieser Stellen zugrunde liegenden Prüfungen, Prüfverfahren und konstruktiven Anforderungen denen der deutschen Stelle gleichwertig sind. Um derartige Stellen handelt es sich vor allem dann, wenn diese die in der Normenreihe EN 45 000 niedergelegten Anforderungen erfüllen.
DGUV Regel 109-003: Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen, 1 Anwendungsbereich
Diese Regel findet Anwendung auf Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen bei Fertigungsverfahren der spanenden und umformenden Be- und Verarbeitung von Werkstoffen sowie die zugehörigen Einrichtungen.
Tätigkeiten sind alle Arbeiten mit Verwendung von Kühlschmierstoffen im Sinne des § 3 Nr. 10 Chemikaliengesetz.
Gebrauchen, Verbrauchen, Lagern, Aufbewahren, Be- und Verarbeiten, Abfüllen, Umfüllen, Mischen, Entfernen, Vernichten, innerbetriebliches Befördern, Bedien- und Überwachungsarbeiten,
Fertigungsverfahren der
spanenden Be- und Verarbeitung sind z.B. Drehen, Bohren, Fräsen, Hobeln, Räumen, Sägen, Schneiden, Schleifen, Honen, Läppen, Stanzen,
umformenden Be- und Verarbeitung sind z.B. Walzen, Formen, Ziehen, Drücken, Weiten, Feinschneiden.
Einrichtungen sind z.B. Kühlschmierstoff-Kreisläufe, Bearbeitungsstellen, lufttechnische Anlagen, Reinigungs- und Trocknungseinrichtungen, Ansetzbecken, Hilfswerkzeuge.
Die Anforderungen einzelner Abschnitte finden auch Anwendung auf Minimalmengenschmierung (MMS) und Mindermengenkühlschmierung (MKS).
DGUV Regel 109-003: Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen, 3 Allgemeine Anforderungen
Kühlschmierstoffe müssen dem Stand der Technik entsprechend beschaffen sein, ausgewählt, verwendet und gepflegt werden.
Den Stand der Technik beschreiben z.B. die Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS), Unfallverhütungsvorschriften, Regeln und Informationen der gesetzlichen Unfallversicherungsträger, Normen, z.B. DIN-, EN-, ISO-Normen und VDI-Richtlinien.
Kühlschmierstoff-Kreisläufe, Bearbeitungsstellen und lufttechnische Anlagen in Maschinen und Anlagen, in denen Kühlschmierstoffe bei der spanenden und umformenden Be- und Verarbeitung von Werkstoffen verwendet werden oder die mit Kühlschmierstoffen in Berührung kommen, müssen den grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen des § 2 der Maschinenverordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz entsprechen.
Siehe auch VDI 3035 "Gestaltung von Werkzeugmaschinen, Fertigungsanlagen und peripheren Einrichtungen für den Einsatz von Kühlschmierstoffen".
Im Falle der Messung von Kühlschmierstoffen sind geeignete Messverfahren wie z. B. die von der DFG veröffentlichten Methode "Kühlschmierstoffaerosole und dämpfe" oder die in der IFA-Arbeitsmappe genannten Methoden "Kühlschmierstoffe" heranzuziehen (siehe Anhang 1 ).
DGUV Regel 109-003: Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen, 6 Schutzmaßnahmen
Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass bei Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen die Gefährdung durch Haut- und Augenkontakt, die Emission in die Atemluft, die Gefährdung durch Aufnahme in den Körper und Brand- und Explosionsgefahren beseitigt oder auf ein Minimum reduziert werden, soweit dies nach dem Stand der Technik möglich ist.
6.1.2 Emissionen aus Kühlschmierstoffen
Basierend auf der Zusammensetzung der Kühlschmierstoffe, den technischen Rahmenbedingungen und den physikalischen Eigenschaften sind z. B. folgende Konzentrationen in der Luft im Arbeitsbereich einzuhalten.
1. der Arbeitsplatzgrenzwert für Borsäure und Natriumborate
(bestimmt als Bor) 0,5 mg/m3,
2. folgende Arbeitsplatzgrenzwerte für Alkanolamine:
- 2-Aminoethanol 5,1 mg/m3
- 1-Aminopropan-2-ol (MIPA) 5,8 mg/m3
- 2-Amino-2-methylpropanol (AMP) 4,6 mg/m3
- 2-Diethylaminoethanol 24 mg/m3
3. Metalle im Kühlschmierstoff mit AGW aus der TRGS 900 .
4. Folgende Konzentrationen von Kühlschmierstoffen in der Luft in Arbeitsbereichen sind nach dem derzeitigen Stand der Technik in den betroffenen Branchen und Bereichen erreichbar. Bei Unterschreiten dieser Konzentrationen ist davon auszugehen, dass keine weiteren Maßnahmen nach dem Abgestuften Konzept (s. Abschnitt 6.3.3 ) notwendig sind.
- Wassergemischte Kühlschmierstoffe bei der Metallbearbeitung sowie bei der Glas- und Keramikbearbeitung, wassermischbare und wassergemischte Umformschmierstoffe 10 mg/m3
- Nichtwassermischbare Kühlschmierstoffe mit einem Flammpunkt > 100 °C bei der Metallbearbeitung 10 mg/m3
- Nichtwassermischbare Umformschmierstoffe 40 mg/m3
- Nichtwassermischbare Kühlschmierstoffe mit einem Flammpunkt < 100 °C bei der Metallbearbeitung 100 mg/m3
Gemessen wird jeweils die Summe aus Dampf und Aerosol.
Zur Messgenauigkeit des Verfahrens siehe Anhang 1 .
In der TRGS 402 werden als Basis für eine Gefährdungsbeurteilung auch weitere Grenzwerte benannt, u.A. MAK-Werte der DFG (z.B. für Triethanolamin in Höhe von 5 mg/m3 [E] oder für 5-Chlor-2-methyl-2,3-dihydroisothiazol-3-on / 2-Methyl-2,3-dihydro-isothiazol-3-on in Höhe von 0,2 mg/m3 [E]) und Internationale Grenzwerte (siehe auch "GESTIS - Internationale Grenzwerte für chemische Substanzen" http://www.dguv.de Webcode: d6247 )
In jedem Fall sind Abschnitt 4 der Technischen Regel für Gefahrstoffe "Schutzmaßnahmen" (TRGS 500) und die Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe "Allgemeine Hygienemaßnahmen: Mindestanforderungen" (TRBA 500 ) einzuhalten.
Technische Maßnahmen zum Schutz vor Gefahrstoffen bewirken in der Regel auch eine Verminderung bzw. Vermeidung einer Gefährdung durch biologische Arbeitsstoffe.
In Fällen, in denen Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen Schutzmaßnahmen nach Abschnitt 4 der Gefahrstoffverordnung oder keimbelasteten wassergemischten Kühlschmierstoffen der Schutzstufe 2 nach Biostoffverordnung zugeordnet sind, müssen die nachfolgend genannten Schutzmaßnahmen zusätzlich zur TRGS 500 und TRBA 500 beachtet werden.
Geeignete Maßnahmen orientieren sich an der Prioritätenreihenfolge
Substitution (Stoff/Produkt oder Verfahren),
Persönliche Maßnahmen.
Beispiele für solche Maßnahmen sind der Einsatz von:
Kühlschmierstoffen, die auf Grund ihrer Zusammensetzung und/oder Anwendung zu einer geringeren Gefährdung führen (siehe auch Abschnitt 6.3.1 ),
Trockenbearbeitung/Minimalmengenschmierung,
Mindermengenkühlschmierung.
Der Unternehmer hat entsprechend dem Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung nach Abschnitt 5 die in dieser Regel enthaltenen geeigneten Schutzmaßnahmen auszuwählen sowie für die Einhaltung dieser Maßnahmen zu sorgen.
Ergeben sich aus der Gefährdungsbeurteilung besondere betriebs- oder tätigkeitsspezifische Gefährdungen, hat der Unternehmer über die Bestimmungen dieser Regel hinaus weitere geeignete Schutzmaßnahmen zu treffen und für deren Einhaltung zu sorgen.
Besondere betriebs- und tätigkeitsspezifische Gefährdungen ergeben sich z.B. bei der Maschinenreinigung mit Hochdruckreinigungsgeräten, Trockeneisstrahlgeräten oder beim Abblasen von Werkstücken mit Druckluft.
6.2.1.2 Emissionen bei der Minimalmengenschmierung
In der BG/BGIA-Empfehlung "Einsatz der Minimalmengenschmierung bei der Metallzerspanung" sind die Kriterien für die Erfüllung des Standes der Technik festgelegt. Der Anwender erhält gezielte Hinweise zur wirksamen Reduzierung von Gefahrstoff-Emissionen sowie Vorgaben zum Einsatz der MMS als emissionsarmes Verfahren.
Siehe Information Minimalmengenschmierung bei der Metallzerspanung (BGI/GUV-I 790-023)
Bei Einhaltung der folgenden Bedingungen kann nach aktuellem Wissensstand auf Kontrollmessungen nach den Technischen Regeln für Gefahrstoffe "Ermitteln und Beurteilen der Gefährdungen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen: Inhalative Exposition" (TRGS 402 ) verzichtet werden:
Für die emissionsarme Metallbearbeitung sollten Flüssigkeiten mit geringer Verdampfungsneigung und einem hohen Flammpunkt eingesetzt werden. Zur Zeit sind dies vorzugsweise synthetische Esteröle und Fettalkohole mit einer Viskosität von > 10 mm2/s bei 40 °C.
Als Richtwerte zur Auswahl eines emissionsarmen Schmierstoffes haben sich insbesondere Flammpunkt sowie Verdampfungsverlust nach Noack bei 250 °C bewährt; siehe DIN EN ISO 2592 "Mineralölerzeugnisse; Bestimmung des Flamm- und Brennpunktes; Verfahren mit offenem Tiegel nach Cleveland" und DIN 51 581-1 "Prüfung von Mineralölerzeugnissen; Bestimmung des Verdampfungsverlustes; Teil 1: Verfahren nach Noack".
[°C] Verdampfungsverlust Noack 250 °C
DIN 51 581-01
6.2.1.3 Emissionen bei der Trockenbearbeitung
Metallstäube mit AGW aus der TRGS 900 .
6.2.1.4 Hautschutz
6.2.1.5 Wartungs- und Reinigungsplan
Eine schnelle Verschmutzung der Maschine ist oftmals ein Anzeichen für Unstimmigkeiten in der MMS-Dosierung und der Absauganlage. Im Hinblick auf die Sauberkeit der Werkzeugmaschine ist es von großer Bedeutung, dass das MMS-System korrekt eingestellt ist. Die Schmierstoffmenge muss auf den Prozess abgestimmt sein. Auch eine optimierte Absaugung wirkt der Verschmutzung der Maschine entgegen.
Einzelheiten siehe Anhang 1 ; Reinigungsplan für Werkzeugmaschinen mit Minimalmengenschmierung.
Der Unternehmer hat den Fertigungsablauf möglichst so einzurichten, dass dauernder Wechsel von Tätigkeiten mit wassergemischten und nichtwassermischbaren Kühlschmierstoffen nicht stattfindet. Ist dies aus fertigungstechnischen Gründen nicht möglich, hat er zur Vermeidung von Hauterkrankungen dafür zu sorgen, dass die jeweils geeigneten Schutzmaßnahmen (Hautschutzmittel, Handschuhe) zur Anwendung kommen. Bei unvermeidlich kurzzeitigem Wechsel zwischen wassergemischtem und nichtwassermischbarem Kühlschmierstoff ist als Ersatz für gezielten Hautschutz ein Präparat mit breiterem Wirkungsspektrum zur Verfügung zu stellen.
Dauernd wechselnder Hautkontakt ergibt sich z.B. bei
verketteten Arbeitsvorgängen, bei denen das Werkstück z.B. zuerst mit einem wassergemischten Kühlschmierstoff geschliffen und anschließend mit einem nichtwassermischbaren Kühlschmierstoff gehont wird,
beim Hantieren mit Kühlschmierstoff benetzten Werkstücken und nachfolgender Entfettung in Lösemitteln zur Durchführung von Qualitätskontrollen,
beim Hantieren mit wassergemischten Kühlschmierstoffen und Maschinenölen bzw. -fetten,
beim Einlegen von Werkstücken, die mit Korrosionsschutzmitteln vorbehandelt sind,
beim Einlegen von mit wassergemischten Kühlschmierstoffen benetzten Teilen in Dewatering-Fluids.
Hautschutzplan siehe auch Abschnitt 6.5.1 .
Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Kühlschmierstoffe nicht durch auf dem Werkstück haftende Fremdstoffe verunreinigt werden, die zur Bildung von Nitrosaminen führen können.
Dies wird z.B. erreicht, wenn nur gereinigte Werkstücke bearbeitet werden.
Fremdstoffe sind z.B. Korrosionsschutzmittel mit Nitrit und/oder sekundären Aminen die krebserzeugende Nitrosamine bilden können, Rückstände von Salzbadhärtereien, Reinigungslösungen.
Siehe auch TRGS 552, TRGS 611 und TRGS 615.
Der Unternehmer hat weiterhin dafür zu sorgen, dass keine vermeidbaren Verschmutzungen in den Kühlschmierstoff eingetragen werden.
Typische Verschmutzungen sind z.B. Zigarettenkippen, Lebensmittel und Getränke, Bodenschmutz, menschliche Ausscheidungen.
Siehe auch Abschnitt 5.2.4 der BGI 762.
eine mechanische Reinigung – auch an schwer zugänglichen Stellen – möglich ist,
bei Kreisläufen für nichtwassermischbare Kühlschmierstoffe, die eine Vermischung von Hydraulik- und/oder Maschinenöl mit dem Kühlschmierstoff nicht vermeiden, Hydraulik- oder Maschinenöle mit aufeinander abgestimmten Additiven eingesetzt werden
Prüfplan gemäß Anhang 3 und 4 .
Muster eines Reinigungsplans siehe Anhang 5 .
Einhaltung des AGW für CO2,
Reinigungsmittel enthalten z.B. grenzflächenaktive Substanzen (Tenside) oder Sodalösung. Reinigungsmittel mit Desinfektionsmittel werden auch als Systemreiniger bezeichnet; siehe Abschnitt 2 Nummer 9 .
Regel "Benutzung von Schutzhandschuhen" (BGR/GUV-R 195 ),
Regel "Benutzung von Augen- und Gesichtsschutz" (BGR/GUV-R 192 ),
Muster eines Reinigungsplanes für Kühlschmierstoff-Kreisläufe mit wassergemischten Kühlschmierstoffen siehe Anhang 5 .
Muster eines Konservierungsplanes für Kühlschmierstoff-Kreisläufe mit wassergemischten Kühlschmierstoffen siehe Anhang 6 und 6a .
Muster einer Betriebsanweisung für Tätigkeiten mit Bioziden und Reinigern siehe Anhang 7 .
Ist ein automatisches Fertigungsverfahren nach Abschnitt 6.3.2.1 nicht möglich, hat der Unternehmer dafür zu sorgen, dass unmittelbarer Haut- oder Augenkontakt mit Kühlschmierstoffen durch geeignete Maßnahmen minimiert wird.
Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass mit Kühlschmierstoff benetzte Werkstücke nicht ohne zusätzliche Schutzeinrichtungen mit Druckluft abgeblasen werden.
Erfassung und Abscheidung von Kühlschmierstoffemissionen (Erfassungseinrichtungen, z. B. Einhausungen, Abscheider, filternde Abscheider, Absauganlagen)
Eine Skizze mit idealen lufttechnischen Verhältnissen ist in Anhang 9 und u. a. in der VDI 2262 Blatt 3 und der VDI 3802 sowie in der Regel "Arbeitsplatzlüftung - Lufttechnische Maßnahmen" (BGR 121 ) beschrieben.
6.3.3.4 Erfassung von Kühlschmierstoff-Emissionen
Erfassungseinrichtungen können als offene Systeme, halboffene Systeme oder geschlossene Systeme (Absaughauben, Einhausung, Kapselung) ausgeführt werden. Der notwendige Erfassungsluft-Volumenstrom wird umso höher, je offener das Erfassungssystem ausgeführt ist. Bei der Erfassung der Emissionen müssen alle Emissionsquellen (z. B. Austragstelle für die Späne, Spänebehälter, offene Kühlschmierstoff-Vorratsbehälter bei einzeln versorgten Maschinen) einbezogen werden. Der Erfassungsluft-Volumenstrom muss auf den jeweiligen Anwendungsfall ausgelegt werden. Bearbeitungsmaschinen mit kleinerem Bearbeitungsraum werden mit einem geringeren Volumenstrom abgesaugt als Maschinen mit einem größeren Raumvolumen. Dabei ist besonders darauf zu achten, dass nur die an die Umgebungsluft abgegebenen KSS-Emissionen abgesaugt werden und dass der KSS in der Bearbeitungsmaschine verbleibt.
Die Luftgeschwindigkeit im Erfassungsquerschnitt (häufig die Ansaugöffnung) in der Maschine muss bei gekapselten Maschinen deutlich geringer sein als die Transportgeschwindigkeit von 12 m/s bis 15 m/s in den nach geschalteten Rohrleitungen, weil der KSS nicht in das Rohrleitungssystem eingesaugt werden soll. Eine Verringerung der Luftgeschwindigkeit im Erfassungsquerschnitt kann durch Erweiterung des Erfassungsquerschnittes (z. B. Anschluss mehrerer Ansaugöffnungen) erreicht werden. Vor der Ansaugöffnung sind Prallbleche oder Tropfenabscheider anzubringen.
6.3.3.5 Abscheidetechnik
Filternde Abscheider  Oberflächenfilter
Filternde Abscheider  Tiefenfilter aus Fasern
Elektrofilter  Prozess und Raumluftreinigung
• Nassabscheider VDI 3679: 1998-12
Elektrostatische Abscheider keine Wirksamkeit bis auf wassergemischte KSS relativ gut 1) nein
Nassabscheider Nassabscheider werden in der Regel nur in Sonderfällen z. B. bei der kombinierten Nass-/Trockenbearbeitung eingesetzt.
1) Bei wassergemischten Kühlschmierstoffen können Kriechströme und dadurch Spannungsüberschläge entstehen, durch die die Abscheidewirkung verschlechtert wird.
6.3.3.6 Luftrückführung
Besteht die Möglichkeit nicht, eine Zentral- bzw. Gruppenabsauganlage mit Fortluftführung zu installieren, und befinden sich auf den einzelnen Maschinen Einzelabsaugungen mit Luftrückführung, so gelten die Anforderungen nach VDI 2262 Blatt 3 "Luftbeschaffenheit am Arbeitsplatz  Lufttechnische Maßnahmen" und es müssen weitergehende raumlufttechnische Maßnahmen durchgeführt werden. Erforderlich sind dann ein erhöhter Luftvolumenstrom der Hallenlüftung und eine Luftführung, die verhindert, dass die belastete Abluft wieder in den Arbeitsbereich der Beschäftigten gelangt. Dies ist nur mit einer Schichtströmung (Schichtlüftung) möglich.
6.3.3.7 Raumlüftung
Zur Reduzierung der KSS -Konzentrationen am Arbeitsplatz sind Absauganlagen alleine nicht ausreichend. Um diffuse Emissionsquellen von KSS (z. B. an Werkstückoberflächen) zu berücksichtigen, ist in der Regel die Errichtung einer raumlufttechnischen Anlage erforderlich.
6.3.3.8 Luftvolumenströme
6.3.3.9 Umluft
6.3.3.10 Luftführung
Die Brand- und Explosionsschutzmaßnahmen ergeben sich aus der Gefährdungsbeurteilung nach Abschnitt 5.3 .
Zunächst ist zu prüfen, ob die Werkzeugmaschine für den Einsatz von brennbaren KSS geeignet ist. Es ist ein KSS auszuwählen, der zu einer möglichst niedrigen Gefährdung führt und die Forderungen der VDI 3035 einhält.
Können Brand- und Explosionsgefahren nicht sicher ausgeschlossen werden, sind weitere Maßnahmen zu treffen.
6.3.4.2 Begleitende organisatorische Maßnahmen
Ein Beispiel ist das Kaltwalzen von Aluminium mit einem nw-KSS mit einem Flammpunkt von 85 °C.
Der Unternehmer darf an Einrichtungen, bei deren Verwendung mit Kühlschmierstoffen umgegangen wird und Gefährdungen durch
Emissionen in die Atemluft sowie Aufnahme in den Körper
zu erwarten sind, nur Versicherte beschäftigen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und mit den Einrichtungen und Fertigungsverfahren vertraut sind.
Nach der TRGS 552 dürfen Versicherte N-Nitrosodiethanolamin (NDELA) oder Nitrosomorpholin (NMOR) nur ausgesetzt sein, wenn ihre Entstehung nach dem Stand der Technik unvermeidbar ist.
Nicht ausgesetzt sein bedeutet, dass die Konzentration von N-Nitrosaminen die ubiquitäre Luftkonzentration von bis zu 0,1 µg/m3 nicht überschreitet.
Abweichend von Abschnitt 6.4.1.1 dürfen Jugendliche beschäftigt werden, soweit
dies zur Erreichung ihres Ausbildungszieles erforderlich
Nach § 22 Jugendarbeitsschutzgesetz dürfen Jugendliche nicht beschäftigt werden, wenn sie
gesundheitsschädlichen oder reizenden Gefahrstoffen
sehr giftigen, giftigen, krebserzeugenden, fruchtschädigenden, erbgutverändernden oder in sonstiger Weise den Menschen chronisch schädigenden Gefahrstoffen
ausgesetzt sind. Dies gilt jedoch nicht, wenn Tätigkeiten mit diesen Gefahrstoffen zur Erreichung des Ausbildungszieles erforderlich sind und die Jugendlichen durch einen Fachkundigen beaufsichtigt werden.
Der Unternehmer darf werdende oder stillende Mütter nur unter Berücksichtigung der Beschäftigungsbeschränkungen des Mutterschutzgesetzes und der Mutterschutzrichtlinienverordnung beschäftigen.
Siehe §§ 3 bis 5 sowie Anhang Teil 1 der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge .
Feuchtarbeit siehe Technische Regeln für Gefahrstoffe "Gefährdung durch Hautkontakt" (TRGS 401 ).
einer nur geringen verwendeten Stoffmenge
Siehe § 12 der Biostoffverordnung und § 14 der Gefahrstoffverordnung in Verbindung mit den Technischen Regeln für Gefahrstoffe "Betriebsanweisung und Unterweisung" (TRGS 555 ) und Muster von Betriebsanweisungen für wassergemischte, wassermischbare und nichtwassermischbare Kühlschmierstoffe und für Tätigkeiten mit Bioziden und Reinigern; siehe Anhang 7 und 11 bis 13.
Siehe auch Informationen "Betriebsanweisungen für den Umgang mit Gefahrstoffen" (BGI 566) und "Betriebsanweisungen nach der Biostoffverordnung" (BGI 853) sowie "Handlungshilfe für KSS-Anwender" (Fachausschuss-Informationsblatt Nr. 014).
Hautschutz- und Hygienemaßnahmen,
die Versicherten darüber zu informieren, dass Hautveränderungen zu melden sind
Im Rahmen der Unterweisung hat eine allgemeine arbeitsmedizinische Beratung zu erfolgen (§ 14 Abs. 2 GefStoffV und § 12 Abs. 2a BioStoffV ).
Hinsichtlich des Fertigungsablaufes siehe auch Abschnitt 6.2.2 .
Muster eines Hautschutz- und Hygieneplanes siehe Anhang 14 .
Im Arbeitsbereich oder in der Nähe des Arbeitsbereiches sollen Waschgelegenheiten mit fließendem warmem Wasser vorhanden sein.
Hinsichtlich Waschräume und Waschgelegenheiten siehe § 6 der Arbeitsstättenverordnung.
Geeignete Mittel zum Abtrocknen sind z.B. Rollen mit waschbaren Handtüchern, Papier-Einwegtücher; weniger geeignet sind Warmlufttrockner.
Versicherte dürfen an Arbeitsplätzen, an denen die Gefahr einer Kontamination besteht, keine Nahrungs- und Genussmittel zu sich nehmen. Der Unternehmer hat hierfür geeignete Bereiche einzurichten.
§ 8 Abs. 3 der Gefahrstoffverordnung,
§ 11 Abs. 3 der Biostoffverordnung und TRBA 500 .
Dies bedeutet ein Verbot von Essen, Trinken, Rauchen und Tabakschnupfen am Arbeitsplatz.
Vor dem Essen, Trinken, Rauchen und Schnupfen sind verschmutzte Hände mit geeigneten Reinigungsmitteln zu waschen und abzutrocknen.
Verschmutzte Hautstellen dürfen nicht mit Kühlschmierstoffen oder Lösemitteln gereinigt und benetzte Hautpartien nicht mit Druckluft abgeblasen werden.
Kontakt des Gesichtes, insbesondere des Mundes und der Augen mit verschmutzten Händen, Handschuhen oder Putztüchern ist zu vermeiden.
"Benutzung von Schutzkleidung" (BGR/GUV-R 189 ),
"Benutzung von Atemschutzgeräten" (BGR/GUV-R 190 ),
"Benutzung von Fuß- und Knieschutz" (BGR/GUV-R 191 ),
"Benutzung von Augen- und Gesichtsschutz" (BGR/GUV-R 192 ),
"Benutzung von Schutzhandschuhen" (BGR/GUV-R 195 ),
Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass abweichend von Abschnitt 6.5.3.1 Nr. 2 bei Arbeiten an drehenden Maschinenteilen, Werkzeugen und Werkstücken Schutzhandschuhe nicht getragen werden, sofern die Gefahr einer Verletzung durch Erfasstwerden der Schutzhandschuhe besteht. Der Unternehmer hat in diesem Fall ferner dafür zu sorgen, dass ein Hautkontakt mit Kühlschmierstoffen auf das unumgängliche Mindestmaß beschränkt wird und die Maßnahmen des Hautschutzplanes nach Abschnitt 6.5.1 durchgeführt werden.
Beim Eintrocknen durchnässter Arbeitskleidung bildet sich Sekundärkonzentrat mit hautreizender Wirkung, siehe Abschnitt 5.1 .
Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Hautveränderungen, die bei Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen auftreten, von den Versicherten dem Aufsichtführenden gemeldet werden.
Sind Hautveränderungen nach Abschnitt 6.6.1 aufgetreten, soll der Unternehmer Versicherte, bei denen Hautveränderungen aufgetreten sind, nur weiter mit Arbeiten mit Kühlschmierstoffkontakt beschäftigen, wenn entsprechend Abschnitt 6.4.2.1 eine erneute ärztliche Untersuchung nach den Berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen G 24 "Hauterkrankungen (mit Ausnahme von Hautkrebs)" (BGG 904) durchgeführt wurde und "keine gesundheitlichen Bedenken" oder "keine gesundheitlichen Bedenken unter bestimmten Voraussetzungen" geäußert wurden und diese Voraussetzungen eingehalten werden.
Der Unternehmer hat bei einer Meldung nach Abschnitt 6.6.1 die Ursachen der Hautveränderungen unter Mitwirkung fachkundiger Personen, z.B. des Betriebsarztes oder der Fachkraft für Arbeitssicherheit, zu ermitteln und zu prüfen, ob die Schutzwirkung der durchgeführten Maßnahmen nach Abschnitt 6.5 ausreichend ist und ob die Hautschutzmittel nach Abschnitt 6.5.1 benutzt worden sind. Gegebenenfalls hat er die erforderlichen Maßnahmen zu treffen.
Die Auswahl von Schutzmaßnahmen setzt die Kenntnis der Art des Ekzems voraus. Bei Vorliegen einer Allergie gegen den Kühlschmierstoff oder eine oder mehrere Kühlschmierstoffkomponenten ist ein Wechsel an einen Arbeitsplatz, an dem dieses Allergen nicht vorhanden ist, zu prüfen.
DGUV Regel 109-003: Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen, 7 Prüfungen, Wartung
Muster eines Prüfplanes siehe Anhang 4 .
Siehe auch Information "Keimbelastung wassergemischter Kühlschmierstoffe" (BGI 762) und TRGS 611 .
Muster eines Konservierungsplanes siehe Anhang 6 .
Muster eines Konservierungsplanes für wassermischbare und wassergemischte Kühlschmierstoffe siehe Anhang 6 .
die Verwendung gemäß den in der Zulassung eines Biozids festgelegten Bedingungen und gemäß seiner Kennzeichnung erfolgt
der Einsatz von Bioziden durch eine sachgerechte Berücksichtigung physikalischer, biologischer, chemischer und sonstiger Alternativen auf das Mindestmaß begrenzt wird,
Bezüglich der Verwendung von PSA siehe Abschnitt 6.5.3.1 .
Es sind u. a. aufzuführen:
7.2.1 Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass lufttechnische Anlagen
durch eine befähigte Person nach Betriebssicherheitsverordnung geprüft werden. Die Ergebnisse der Prüfungen sind in ein Prüfbuch oder einen Prüfbericht einzutragen.
Zur Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme (Abnahmeprüfung in Anlehnung an DIN EN 12 599 "Lüftung von Gebäuden; Prüf- und Messverfahren für die Übergabe eingebauter raumlufttechnischer Anlagen") gehören Vollständigkeits- und Funktionsprüfung sowie eine Funktionsmessung.
Befähigte Person siehe Technische Regeln für Betriebssicherheit "Befähigte Personen" (TRBS 1203 ).
Siehe auch Regel "Arbeitsplatzlüftung – Lufttechnische Maßnahmen" (BGR 121 ).
Feststellung der Wirksamkeit des Abscheiders,
Durchführung der ersten Messung bei maximaler Belastung des Abscheiders gemäß Betriebsanleitung des Herstellers,
Bei der in regelmäßigen Zeitabständen durchzuführenden Prüfung gilt der Nachweis der Einhaltung der Werte bei Reinluftrückführung auch als erbracht, wenn durch Kontrollmessungen nach den Technischen Regeln für Gefahrstoffe "Ermitteln und Beurteilen der Gefährdungen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen: Inhalative Exposition" (TRGS 402 ) die Schutzmaßnahmen ausreichend sind. Hierbei ist zu prüfen, ob die Auslegungsdaten, z.B. Nennluftstrom, der Ansauganlage eingehalten sind. Die Messungen an Abscheidern sind nach VDI 2066 "Messen von Partikeln; Manuelle Staubmessung in strömenden Gasen" durchzuführen.
Abscheideeinrichtungen für feste Verunreinigungen nach Abschnitt 6.3.1.2 ,
Fremdölabscheider nach Abschnitt 6.3.1.2 ,
vor der ersten Inbetriebnahme auf ordnungsgemäße Installation und Funktion,
in regelmäßigen Zeitabständen, mindestens jedoch einmal jährlich, auf ordnungsgemäße Beschaffenheit und Funktion
nach Änderungen auf ordnungsgemäße Beschaffenheit, Installation und Funktion
Siehe auch VDI-Richtlinie 3397 Blatt 2 "Pflege von Kühlschmierstoffen für die Metallbe- und -verarbeitung, Maßnahmen zur Qualitätserhaltung, Abfall- und Abwasserverminderung".
Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass die Prüfergebnisse nach Abschnitt 7.1 und die durchgeführten Maßnahmen in einem Prüfbuch oder in einer Datei dokumentiert werden. Die Aufzeichnungen sind mindestens drei Jahre aufzubewahren. Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass die aktuellen Prüfergebnisse nach den Abschnitten 7.2 und 7.3 und die durchgeführten Maßnahmen in einem Prüfbuch oder in einer Datei dokumentiert werden. Die Aufzeichnung der Abnahmeprüfung ist über die gesamte Nutzungsdauer aufzubewahren.
DGUV Regel 109-003: Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen, 8 Entsorgung, Aufbereitung, Verwertung
Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass nicht mehr verwendungsfähige Kühlschmierstoffe ordnungsgemäß entsorgt werden. Die Einleitung unbehandelter Kühlschmierstoffe in das Abwasser ist unzulässig. Wenn keine Fremdentsorgung erfolgt, ist bei wassergemischten Kühlschmierstoffen ab einem Anfall von ca. 5 m3 pro Woche eine Abwasservorbehandlung sinnvoll.
Im Vordergrund steht die Trennung von Öl- und Wasserphase.
Wassergemischte und nichtwassermischbare Kühlschmierstoffe müssen getrennt gesammelt, gelagert und entsorgt werden.
Siehe auch VDI 3397 Blatt 3 "Entsorgung von Kühlschmierstoffen".
8.1.1 Chemische Trenntechnik
Chemische Methoden der Öl-Wasser-Trennung sind als alleinige Behandlungsverfahren bei Industrieanwendern nicht mehr Stand der Technik, da die Belastungen der Wasserphase im Hinblick auf Salze sowohl für Entsorgung als auch für interne Anwendungen zu hoch sind.
Chemische Methoden haben auch heute noch Vorteile, sind jedoch stets Bestandteil eines Gesamtkonzeptes mit weiteren Prozessschritten, hauptsächlich Membranverfahren.
Besonderer Beachtung bedürfen in diesem Fall die Mengenbilanzen.
8.1.2 Membrantrenntechnik
Aktuell werden effiziente Verfahren der Mikro- und Ultrafiltration angeboten, die wegen der hohen Anforderungen an die Trennschärfe fast ausschließlich mit Kunststoffmembranen betrieben werden. Zusätzlich werden auch Keramikmembranen mit vergleichbarer Trennschärfe angeboten, die deutliche Verbesserungen in Bezug auf Haltbarkeit, Reinigung und wechselnde Belastungen – auch thermischer Art – bieten.
8.1.3 Thermische Spaltung
Hierzu finden z.B. Dünnschichtverdampfer Einsatz. Dünnschichtverdampfer sind von außen auf ca. 145 °C beheizte, auf ca. 500 mbar evakuierte, senkrecht stehende Rohre, in die von oben über einen Düsenring Emulsion eingebracht wird. Um die Emulsion gleichmäßig im Rohr zu verteilen rotiert ein Wischmechanismus über die Innenseite.
Das verdampfte Wasser wird im oberen Bereich über einen Brüdenabscheider kondensiert.
Das aufkonzentrierte Öl sammelt sich im unteren Bereich des Rohres und wird von Zeit zu Zeit abgelassen.
Durch Optimierung der Durchsatzmenge, der Temperatur und des angelegten Vakuums kann über Dünnschichtverdampfung das Öl der Emulsion auf einen Wassergehalt < 10 % aufkonzentriert werden.
Die anfallende Wasserphase kann ohne weitere Behandlung als Indirekteinleiter entsorgt werden, wenn die behördlichen Einleitungsgrenzwerte eingehalten sind.
Die Ölphase mit Restwassergehalt < 10% ist von zugelassenen Entsorgungsunternehmen zu entsorgen.
Nichtwassermischbare Kühlschmierstoffe mit einem Halogengehalt < 0,2 % und einem Wassergehalt < 10 % sind von zugelassenen Entsorgungsunternehmen zu entsorgen.
Bei Überschreitung eines Gesamthalogengehaltes von 0,2 % muss als Sondermüll entsorgt werden.
Bei Überschreitung des Wassergehaltes von 10 % steigen die Entsorgungskosten erheblich.
Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass mit Kühlschmierstoffen verunreinigte Putzlappen, Papiertücher und Ölbindemittel in dafür geeigneten und gekennzeichneten Behältern gesammelt werden.
Geeignet sind z.B. selbst schließende Putzwollekästen mit Pendeldach oder selbstschließende Sammelbehälter aus Metall.
DGUV Regel 109-003: Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen, 9 Zeitpunkt der Anwendung
Diese Regel ist anzuwenden ab März 2011, soweit nicht Inhalte dieser Regel nach geltenden Rechtsnormen oder als allgemein anerkannte Regeln der Technik bereits zu beachten sind. Sie ersetzt die Regel "Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen" vom Mai 2009.
Nach Ermittlung sämtlicher Randbedingungen ist festzulegen, welches Kohlenwasserstoffgemisch im Wesentlichen für die Emission verantwortlich und somit zu bewerten ist. Dabei sind sämtliche, im Arbeitsbereich verwendete Kohlenwasserstoffgemische zu berücksichtigen, insbesondere leicht flüchtige Kohlenwasserstoffe die unter den Geltungsbereich der Arbeitsplatzgrenzwerte für Kohlenwasserstoffgemische  RCP fallen.
Bei Messungen auf Kühlschmierstoffe ist grundsätzlich parallel zu der Probenahme auf Kühlschmierstoffe eine Probenahme auf leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe und Lösemittel vorzunehmen. Dazu sind parallel das Messverfahren für Kühlschmierstoff und das gaschromatographische Verfahren für die Kohlenwasserstoffgemische  RCP einzusetzen. Für Kühlschmierstoffe ist bei Messwerten, die oberhalb des festgestellten Standes der Technik liegen (vgl. Abschnitt 6.1.2 ) zu prüfen, ob bei der gaschromatographischen Auswertung der Aktivkohleröhrchen andere Emissionen festgestellt werden können.
Werden z. B. Lösemittel oder Kohlenwasserstoff  RCP als Störkomponenten in nennenswertem Umfang (z. B. bei wassergemischten Kühlschmierstoffen oder nichtwassermischbaren Kühlschmierstoffen mit Flammpunkt > 100 °C mehr als 50 % des Standes der Technik) ermittelt, ist eine Bewertung für Kühlschmierstoffe nicht möglich. Diese zweite, parallel gezogene Probe bietet somit eine gute Sicherheit, dass mögliche Beeinflussungen erkannt bzw. ausgeschlossen werden können. Aus der Auswertung der Parallelprobe lässt sich in der Regel das emissionsbestimmende Kohlenwasserstoffgemisch ermitteln und bewerten.
Die Messwerte wurden im qualitätsgesicherten Messsystem der UV-Träger zur Gefährdungsermittlung- MGU ermittelt in der Expositionsdatenbank MEGA dokumentiert und im IFA ausgewertet.
Herstellung von Verbindungselementen  Gewindewalzen
DGUV Regel 109-003: Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen, Anhang 2 Muster eines Reinigungsplanes für Werkzeugmaschinen mit Minimalmengenschmierung
Muster eines Reinigungsplanes für Werkzeugmaschinen mit Minimalmengenschmierung
Firma: Reinigungsplan Nr.:
Reinigung von Werkzeugmaschinen mit Minimalmengenschmierung
1. Zweck: Reinigen des Maschinen-Innenraumes von Metallstaub/Öl-Ablagerungen gemäß Wartungs- und Reinigungsintervall.
2. Anwendung: Für Werkzeugmaschinen mit Minimalmengenschmierung.
2.1 Leicht verschmutzte Anlagen: Durchführung mit Produktionsunterbrechung (Schichtende).
2.1.1 Reinigungsmittel: Putztücher und/oder Besen
2.1.2 Durchführung:
Spänenester und Metallknäuel auf waagerechten Oberflächen und hervorstehenden Teilen beseitigen.
Feuchte Rückstände/Belag auf Innenwänden der Maschine abreiben/abkehren in Späneförderer.
Absaugstelle der Maschine kontrollieren. Eventuelle Spänegitter reinigen (Verstopfung durch Späne verhindern).
2.2 mittel bis stark verschmutzte Anlagen: Durchführung mit Produktionsunterbrechung.
2.2.1 Reinigungsmittel: Reinigung mit Niederdruckgeräten (Druck: 3 bis 7,5 bar).
2.2.2 Durchführung: Ablagerungen auf Oberfläche vom Maschineninnenraum durch Wasserstrahl mit einer Lanze entfernen. Evtl. durch die Zugabe einer Reinigungsemulsion Reinigungswirkung verbessern und Korrosionsschutz auftragen (Lieferantenangaben beachten).
2.3 Sehr stark verschmutzte Anlagen (hartnäckige Verunreinigungen, Verkrustungen): Durchführung mit Produktionsunterbrechung.
2.3.1 Reinigungsmittel: Strahlreinigung mit Trockeneis
2.3.2 Durchführung: Die zu reinigende Oberfläche mit tiefgekühlten CO2-Pellets in der Größe von Reiskörnern mit einer Strahldüse unter Druckluft strahlen. Ablösen der versprödeten Schmutzschicht vom Untergrund. Verunreinigungen in Späneförderer leiten.
Hohe Lärmentwicklung; Gehörschutz tragen.
Nur mit Schutzkleidung/Schutzanzug/Schutzhandschuhe/Schutzbrille arbeiten.
Nicht in engen, schlecht belüfteten Räumen arbeiten: Gefahr der CO2-Anreicherung!
DGUV Regel 109-003: Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen, Anhang 3 Prüfplan für wassergemischte Kühlschmierstoffe
Prüfplan für wassergemischte Kühlschmierstoffe
– für wassergemischte KSS – Nr.:
1 Wahrnehmbare Veränderungen Aussehen, Geruch täglich Ursachen suchen und beseitigen, z.B. Öl abskimmen, Filter überprüfen, KSS belüften
2 pH-Wert Labor-
methode: Vor-Ort-Mess-Methode: wöchentlich1) Bei pH-Wert-Abfall:
elektrometrisch mit pH-Meter (DIN 51 369) mit pH-Papier (Spezialindika-
toren mit geeignetem Messbereich) > 1,0 bezüglich Erstbefüllung: KSS austauschen, KSS-Kreislauf reinigen
3 Gebrauchs-
Konzentration Handrefraktometer wöchentlich1) Methode ergibt bei Fremdölgehalten falsche Werte
5 Nitritgehalt Teststäbchenmethode oder Labormethode wöchentlich1) > 20 mg/l Nitrit:
6 Nitrat-/Nitritgehalt des Ansetzwassers, wenn dieses nicht dem öffentlichen Netz entnommen wird Teststäbchenmethode oder Labormethode nach Bedarf Wasser aus öffentlichem Netz benutzen. Falls Wasser aus öffentlichem Netz.
> 50 mg/l Nitrat: Wasserwerk verständigen.
1) Die angegebenen Prüfintervalle (Häufigkeit) beziehen sich auf den Dauerbetrieb. Andere Betriebsverhältnisse können zu anderen Prüfintervallen führen; Ausnahmen nach den Abschnitten 4.4 und 4.10 der TRGS 611 sind möglich.
DGUV Regel 109-003: Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen, Anhang 4 Muster eines Prüfplanes für wassergemischte Kühlschmierstoffe
Muster eines Prüfplanes für wassergemischte Kühlschmierstoffe
Maschinenbezeichnung: Füllmenge:
Maschinennummer: Ansetzwasser Nitrat:
Bearbeitungsart: Nitrit:
Kühlschmierstoff: Härte:
Einsatzkonzentration: Refraktometerfaktor:
Biozid: Titrationsfaktor:
Biozidkonzentration: Zuständig ist:
KW, Datum Wahrnehmbare Veränderungen pH-Wert Konzentration Refraktometer Konzentration Säuretitration Nitritkonzen-
tration (mg/l) Anmerkungen (Keimbefall, Konservierungs-
maßnahmen, Korrosion, Leitfähigkeit) Prüfer
DGUV Regel 109-003: Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen, Anhang 5 Muster eines Reinigungsplanes für Kreisläufe mit wassergemischten Kühlschmierstoffen in Werkzeugmaschinen
Muster eines Reinigungsplanes für Kreisläufe mit wassergemischten Kühlschmierstoffen in Werkzeugmaschinen
Reinigung und Desinfektion von Kühlschmierstoff-Kreisläufen mit wassergemischten Kühlschmierstoffen
1. Zweck: Reinigen und Desinfizieren des KSS-Kreislaufes, z.B. bei jährlicher Reinigung oder bei KSS-Neuansatz.
2. Anwendung: Für Anlagen, die mit wassergemischten Kühlschmierstoffen befüllt sind.
2.1 Leicht verschmutzte Anlagen: Durchführung ohne Produktionsunterbrechung.
2.1.1 Reinigungsmittel: 1 bis 2 % Systemreiniger
Dem umlaufenden wassergemischten KSS, 8 bis 12 Stunden vor Wechsel, Systemreiniger zugeben (Lieferantenangaben beachten) und umwälzen.
Ablassen, nachspülen und mit frischem wassergemischten KSS befüllen.
Verfahren weniger wirksam als Durchführung mit Produktionsunterbrechung, Abschnitt 2.2.
2.2 Leicht verschmutzte Anlagen: Durchführung mit Produktionsunterbrechung.
2.2.1 Reinigungsmittel: 1 bis 2 % Systemreiniger, gegebenenfalls mit Biozidzusatz (Lieferantenangaben beachten).
2.2.2 Durchführung:
Ablassen, zugängliche Behälter und Maschinenteile mechanisch reinigen und mit Wasser nachspülen.
Anlage mit frischem wassergemischten KSS befüllen.
2.3 mittel bis stark verschmutzte Anlagen, Grundreinigung: Durchführung mit Produktionsunterbrechung.
2.3.1 Reinigungsmittel: 1 bis 2 % Systemreiniger, gegebenenfalls mit Biozidzusatz (Lieferantenangaben beachten).
2.3.2 Durchführung:
Wassergemischten KSS ablassen, zugängliche Behälter und Maschinenteile mechanisch reinigen.
Das gesamte Umlaufsystem mit Reinigungslösung durchspülen und mindestens zwei Stunden (mit Biozidzusatz sechs Stunden) lang einwirken lassen.
Ablassen, mit Wasser nachspülen.
2.4 Stark verschmutzte Anlagen: Durchführung mit Produktionsunterbrechung
2.4.1 Reinigungsmittel: Systemreiniger, gegebenenfalls mit Biozidzusatz (Lieferantenangaben beachten).
2.4.2 Durchführung:
Das gesamte Umlaufsystem und die Behälter mit 2 bis 3 %iger Reinigungslösung (Lieferantenangaben beachten) befüllen und umwälzen.
Das gesamte Umlaufsystem mit 0,5 bis 1 %iger Reinigungslösung (Lieferantenangaben beachten) mit Biozidzusatz befüllen, umwälzen und Reinigungslösung mindestens sechs Stunden lang einwirken lassen.
Bei der Reinigung von Anlagen ohne Anzeichen einer erhöhten Keimbelastung nach Abschnitt 6.3.1.2 und 7.1.1 kann wie unter Punkt 2.1 mit einem Reiniger ohne Biozid gearbeitet werden.
DGUV Regel 109-003: Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen, Anhang 6a Biozide Wirkstoffe
Stoffgruppe/
biozider Wirkstoff antimikrobielle Wirkung Bemerkungen
Bakterien Pilze/Hefen
Formaldehyd-Depots
O-Formale, z.B.
Benzylalkohol-mono(poly)hemiformal
++ (+) pH-neutral, gute Sofortwirkung
Harnstoffderivate, z.B.
N-Formale und verwandte Verbindungen z.B.
1,3,5-substituierte Hexahydrotriazine
3,3‘-Methylen-bis(5-methyloxazolidin)
5-Ethyl-3,7-dioxa-1-azabicyclo[3.3.0]-octan
1,3-Dimethylol-5,5‘-dimethylhydantoin
++ (+) alkalische Stoffe, pH-Wert-Anhebung
Andere heterocyclische Verbindungen mit überwiegend bakterizider Wirkung
1,2-Benzisothiazol-3(2H)-on ++ +
5-Chlor-2-methyl-2,3-dihydro-isothiazol-3-on (CMI)/2-Methyl-2,3-dihydro-isothiazol-3-on (MI) ++ + für Vorkonservierung nicht geeignet, schneller Abbau während des Einsatzes
Heterocyclische Verbindungen mit überwiegend fungizider Wirkung
Pyridin-2-thiol-1-oxid, Na-Salz (Natrium-pyrithion) (+) ++ bildet farbigen Komplex mit Eisen
2-n-Octyl-2,3-dihydro-isothiazol-3-on (+) ++
N-Butyl-1,2-benzisothiazol-3(2H)-on (+) ++
2-(Methoxycarbonylamino)-benzimidazol (+) ++
Phenoxyalkohole hohe Einsatzkonzentration notwendig
2-Phenoxyethanol (+) (-)
1-Phenoxy-2-propanol/
2-Phenoxy-1-propanol (+) (-)
3-Iod-2-propinyl-butylcarbamat (+) ++ pH-neutral
Abbau bei pH > 9
Quaternäre Ammoniumverbindungen ++ + Deaktivierung durch anionische Emulgatoren, Einsatz meist nur in wasserlösl. KSS
ZEICHENERKLÄRUNG (antimikrobielle Wirkung): ++ sehr gut + gut (+) schwach – sehr schwach oder keine
DGUV Regel 109-003: Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen, Anhang 7 Muster einer Betriebsanweisung für Biozide und Reiniger
Muster einer Betriebsanweisung für Biozide und Reiniger
Hat die Wirksamkeitskontrolle den Befund Schutzmaßnahmen nicht ausreichend ergeben, sind technische Schutzmaßnahmen erforderlich.
Bei zahlreichen Bearbeitungsverfahren kann davon ausgegangen werden, dass die alleinige Umsetzung der Basismaßnahmen nicht ausreicht, um den Befund Schutzmaßnahmen ausreichend zu erhalten. Zu diesen Verfahren gehören z. B.:
Nach Durchführung der Maßnahmen hat eine Wirksamkeitskontrolle zu erfolgen, hat diese den Befund Schutzmaßnahmen nicht ausreichend ergeben, sind weitere Maßnahmen erforderlich.
Umsetzung der Basismaßnahmen und weiterführende technische Schutzmaßnahmen  Prozesslufttechnische Maßnahmen
Umsetzung der Basismaßnahmen und weiterführende technische Schutzmaßnahmen  Hallenlufttechnische Maßnahmen
Die hallenlufttechnischen Maßnahmen sind gemäß VDI 3802 Blatt 1 Lüftungstechnische Maßnahmen in Industriebetrieben auszulegen. Wegen der Komplexität dieser Maßnahmen sollte die Planung der gesamten Lüftungstechnik (Hallenlüftung und Prozesslüftung) von einem qualifizierten Ingenieurbüro (z. B. das Ingenieurbüro kann durch das Vorlegen von Referenzen belegen, dass es derartige Maßnahmen bereits erfolgreich umgesetzt hat) durchgeführt werden.
Umsetzung der Basismaßnahmen und technische Schutzmaßnahmen nach dem Modell Best Practice gemäß Anhang 9.3 dieser TRGS
Bei der Umsetzung des Best Practice Modells sind folgende Punkte zu berücksichtigen:
Die Erfassung und Absaugung umfasst alle Maschinen, Fertigungsanlagen und peripheren Einrichtungen (VDI 3035 "Gestaltung von Werkzeugmaschinen, Fertigungsanlagen und peripheren Einrichtungen für den Einsatz von Kühlschmierstoffen") und ist entsprechend dem Stand der Technik ausgelegt (VDI 2262 Blatt 4 "Erfassen luftfremder Stoffe" und VDI 3802 Blatt 2 "Lüftungstechnische Maßnahmen bei Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen" (Entwurf). Die erfasste Luft wird Abscheidern zugeführt und die Luft nach den Abscheidern wird unter Berücksichtigung der BImSchV. nach außen abgeführt. Die Systeme zur Erfassung, Absaugung und Abscheidung unterliegen einer regelmäßigen Prüfung und Wartung entsprechend der Vorgaben der Regel "Arbeitsplatzlüftung  Lufttechnische Maßnahmen" (BGR 121 ).
DGUV Regel 109-003: Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen, Anhang 10 Muster eines Explosionsschutzdokumentes
Muster eines Explosionsschutzdokumentes
Explosionsschutz – Dokumentation nach BetrSichV § 6
Arbeitsbereich: Kaltwalzen von Aluminium
Bezeichnung der Anlage: Walzgerüst 1
Lageplan Ex-Zonenplan (Anhang A )
3 Einsatzstoffe und sicherheitstechnische Kennzahlen
Siedepunkt: 150 – 290 °C
Dampfdruck: < 3,1 mbar
Flammpunkt: 65 – 85 °C
Zündtemperatur: ca. 210 °C
UEG: 0,7 Vol-%
OEG: 5 Vol-%
4 Beurteilung der Explosionsgefahr
Gefährliche explosionsfähige Atmosphäre (g.e.A.) kann auftreten:
Im Nahbereich des Walzenspaltes wird durch Eindüsen von Petroleum eine g.e.A. durch das Aerosol/Dampf/Luft-Gemisch erzeugt (Vol. = ca. 300 Liter). Durch starke Konvektion in diesem Bereich, eine Objektabsaugung oberhalb des Walzengerüstes und dem niedrigen Dampfdruck des Petroleums kommt es zur starken Verdünnung in den angrenzenden Bereichen. Die maximale Temperatur am Walzenspalt beträgt ca. 150 °C, somit beträgt der Abstand zur Zündtemperatur ca. 60 °C (80 % der Zündtemp.= 168 °C). Andere Zündquellen in diesem Bereich sind u.a. das Rollenlager.
Durch Folienabriss (Materialstau) oder Lagerüberhitzung können sich im Bereich des Walzenspaltes wirksame Zündquellen bilden. Da das Petroleum auch bei einer Störung weiter in diesen Bereich eindüst, kann es zur Zündung der g.e.A. kommen. Durch die mit Petroleum benetzten Oberflächen ist eine schnelle Brandausbreitung gegeben.
5.1 Technische Maßnahmen Das Walzengerüst wird mit 50 000 m3/h abgesaugt. Die Lüftungsleistung wird durch Strömungswächter kontrolliert. Der Walzprozess schaltet bei Störung der Lüftung ab.
Die Walzenlager werden alle 8 h ausgewechselt, hierdurch wird eine Überhitzung durch mechanische Belastung weitestgehend vermieden.
Über Temperatur- und optische Sensoren im Walzenbereich wird eine automatische zweistufige CO2-Feuerlöschanlage (6 und 12 kg) ausgelöst.
5.2 Zoneneinteilung Zone 0: Im Nahbereich der Eindüsung und der Walzen (40 cm auf der gesamten Rollenbreite)
Zone 1: weitere 10 cm um die Zone 0
Zone 2: ca. 50 cm um die Zone 1 unterhalb der Walzen (ungelüftete Bereiche)
Siehe Ex-Zonenplan (Anhang A )
5.3 Betriebsmittel in Zone 2 Auswahlkriterium:
Elektrische Betriebsmittel mit potentiell eigenen Zündquellen sind im Bereich der Zonen nicht vorhanden
Nichtelektrische Betriebsmittel mit potentiell eigenen Zündquellen im Normalbetrieb sind nicht vorhanden.
Nichtelektrische Betriebsmittel ohne potentiell eigene Zündquelle:
Rollenlager (Temperatur)
Rollenoberfläche
Materialstau am Walzenspalt (Störung)
5.4 Konstruktiver Explosionsschutz ---
5.5 Organisation Alarmplan
Unterweisung wird jährlich durchgeführt
Absauganlage alle 12 Monate (Fa. …)
Rollenlager alle 8 h Wechsel und Wartung
Gesamtwalzengerüst: …
Freigabeverfahren bei Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten ist vorhanden.
5.6 Kennzeichnung nach Arbeitsstättenverordnung
DGUV Regel 109-003: Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen, Anhang 10a Auswahl eines geeigneten KSS
Auswahl eines geeigneten KSS
Bei der spanenden Bearbeitung entstehen in Abhängigkeit vom eingesetzten Kühlschmierstoff und vom angewendeten Bearbeitungsverfahren folgende Emissionen:
Aerosole durch mechanische Beanspruchung des Kühlschmierstoffes (Partikel von 0,5 bis 50 µm Durchmesser),
Dämpfe bzw. Feinstaerosole durch thermische Beanspruchung des Kühlschmierstoffes.
(Siehe auch Quelle BGIA Report 09/2006).
Durch die Auswahl emissionsarmer Kühlschmierstoffe kann die Aerosol- und Dampfbildung durch KSS am Arbeitsplatz reduziert werden (Tabelle X). Emissionsarme Kühlschmierstoffe bestehen z.B. aus verdampfungsarmen Kohlenwasserstoffen (Mineralöle oder synthetische Öle) oder synthetischen Estern. Die Wirkung wird verstärkt durch den Zusatz von Antinebeladditiven.
Grundsätzlich wird empfohlen, den KSS mit geringstem Verdampfungsverlust und dem höchsten Flammpunkt bei der vom Bearbeitungsprozess vorgegebenen und nach Möglichkeit hohen Viskosität zu wählen.
Grundsätzlich wird empfohlen, auf Basis der geforderten Viskositätsklasse den KSS mit dem geringsten Verdampfungsverlust und dem höchsten Flammpunkt zu wählen.
Tendenz Viskositätsklasse
nach DIN 51 519
(ISO 3448:1992) Viskosität
nach DIN 51 562 Flammpunkt nach
ISO 2592 (Verfahren
mit offenem Tiegel
nach Cleveland) Verdampfungsverlust
bei 250 °C nach
DIN 51 581-1
(Verfahren nach Noack) Bearbeitungs-
verfahren beispielhaft
abnehmende Brand- und Explosionsgefahr ISO VG 5
ISO VG 46 4,14 – 5,06 mm2/s
6,12 – 7,48 mm2/s
9 – 11 mm2/s
13,5 – 16,5 mm2/s
19,8 – 24,2 mm2/s
28,8 – 35,2 mm2/s
41,4 – 50,6 mm2/s > 120 °C
> 145 °C
> 155 °C
> 220 °C < 85 %
< 11 % Honen, Reiben
Tabelle X: Kenndaten von nichtwassermischbaren Kühlschmierstoffen (Quelle: E DIN 31 007:2003-10 S. 6)
In der Praxis kann der Kühlschmierstoff durch Einschleppungen seine guten tribologischen Eigenschaften verlieren. Daher gilt es, Einschleppungen von Fremdölen und Rückständen wie z.B.
Maschinenreinigungs- und Pflegemittel,
Reinigungs- und Lösemittel von Werkstücken,
Fremdöle etc.
DGUV Regel 109-003: Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen, Anhang 11 Muster einer Betriebsanweisung für wassergemischte Kühlschmierstoffe
Muster einer Betriebsanweisung für wassergemischte Kühlschmierstoffe
DGUV Regel 109-003: Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen, Anhang 12 Muster einer Betriebsanweisung für wassermischbare Kühlschmierstoffe
Muster einer Betriebsanweisung für wassermischbare Kühlschmierstoffe
DGUV Regel 109-003: Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen, Anhang 13 Muster einer Betriebsanweisung für nichtwassermischbare Kühlschmierstoffe
Muster einer Betriebsanweisung für nichtwassermischbare Kühlschmierstoffe
DGUV Regel 109-003: Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen, Anhang 14 Muster eines Hautschutz- und Hygieneplanes
Muster eines Hautschutz- und Hygieneplanes
"Mechanische Fertigung"
Handschuhe Hautmittel für
Maschinenbedienung Hautkontakt zu wassergemischten KSS
leicht stark normale Haut
Maschinenbedienung Hautkontakt zu nicht wassermischbaren KSS
Mehrmaschinenbedienung, wechselnder Hautkontakt zu wassergemischten und nicht wassermischbaren KSS
DGUV Regel 109-003: Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen, Anhang 15 Vorschriften, Regeln und Informationen
Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSG) und Verzeichnis Maschinen zum Gerätesicherheitsgesetz (veröffentlicht im Bundesarbeitsblatt),
Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des europäischen Parlaments und des Rates zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH),
Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des europäischen Parlaments und des Rates über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, zur Änderung und Aufhebung der Richtlinien 67/548/EWG und 1999/45/EG und zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (CLP-Verordnung, GHS),
Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz, KrwAbfG,
Mutterschutzgesetz und Mutterschutz-Richtlinienverordnung,
TRGS 200 "Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen, Zubereitungen und Erzeugnissen" ,
TRGS 201 "Kennzeichnung von Abfällen beim Umgang", Bekanntmachung 220 "Sicherheitsdatenblatt",
TRGS 400 "Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen" ,
TRGS 401 "Gefährdung durch Hautkontakt, Ermittlung – Beurteilung - Maßnahmen" ,
TRGS 402 "Ermitteln und Beurteilen der Gefährdungen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen: Inhalative Exposition" ,
TRGS/TRBA 406 "Sensibilisierende Stoffe für die Atemwege" ,
TRGS 500 "Schutzmaßnahmen" ,
TRGS 551 "Pyrolyseprodukte aus organischem Material" ,
TRGS 552 "Nitrosamine",
TRGS 555 "Betriebsanweisung und Information der Beschäftigten" ,
TRGS 560 "Luftrückführung beim Umgang mit krebserzeugenden Gefahrstoffen" ,
TRGS 611 "Verwendungsbeschränkungen für wassermischbare bzw. wassergemischte Kühlschmierstoffe, bei deren Einsatz N Nitrosamine auftreten können" ,
TRGS 900 "Arbeitsplatzgrenzwerte" ,
TRGS 905 "Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe" ,
TRGS 906 "Verzeichnis krebserzeugender Tätigkeiten oder Verfahren nach § 3 Abs. 2 Nr. 3 GefStoffV" ,
TRGS 907 "Verzeichnis sensibilisierender Stoffe (Bekanntmachung des BMA nach § 52 Abs. 3 Gefahrstoffverordnung" ,
Biostoffverordnung (BioStoffV) mit zugehörigen Technischen Regeln für biologische Arbeitsstoffe (TRBA), insbesondere
TRBA 400 "Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen" ,
TRBA 500 "Allgemeine Hygienemaßnahmen: Mindestanforderungen" ,
TRBS 2152 "Gefährliche explosionsfähige Atmosphäre – Allgemeines" ,
TRBS 2152-1 "Beurteilung der Explosionsgefährdung" ,
TRBS 2152-2 "Vermeidung oder Einschränkung gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre" ,
ASR A1.3 "Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung" ,
PSA-Benutzungsverordnung (PSA-BV) .
Bei Ihrem zuständigen Unfallversicherungsträger und unter
Grundsätze der Prävention (BGV/GUV-V A1) ,
Arbeitsmedizinische Vorsorge (BGV/GUV-V A4).
Arbeitsplatzlüftung – Lufttechnische Maßnahmen (BGR 121 ),
Benutzung von Schutzkleidung (BGR/GUV-R 189) ,
Benutzung von Atemschutz (BGR/GUV-R 190) ,
Benutzung von Fuß- und Knieschutz (BGR/GUV-R 191) ,
Benutzung von Augen- und Gesichtsschutz (BGR/GUV-R 192) ,
Benutzung von Schutzhandschuhen (BGR/GUV-R 195) ,
Sicherheit durch Betriebsanweisungen (BGI 578),
Hautschutz in Metallbetrieben (BGI 658),
Minimalmengenschmierung in der spanenden Fertigung (BGI 718),
Brand- und Explosionsschutz an Werkzeugmaschinen (BGI/GUV-I 719),
Keimbelastung wassergemischter Kühlschmierstoffe [Handlungshilfe nach Biostoffverordnung] (BGI 762).
Minimalmengenschmierung bei der Metallzerspanung (BGI/GUV-I 790-023),
Handlungsanleitungen für die arbeitsmedizinische Vorsorge (BGI/GUV-I 504).
BIA-Report 4/2004 "Einsatz von Kühlschmierstoffen bei der spanabhebenden Metallbearbeitung".
BGIA-Report 9/2006 "Absaugen und Abscheiden von Kühlschmierstoffemissionen".
3 Normen/VDI-Richtlinien
DIN 51 385 Schmierstoffe; Kühlschmierstoffe; Begriffe,
DIN 51 369 Prüfung von Kühlschmierstoffen; Bestimmung des pH-Wertes von wassergemischten Kühlschmierstoffen,
DIN 51 520 Schmierstoffe; Kühlschmierstoffe; Nichtwassermischbare Kühlschmierstoffe SN; Mindestanforderungen,
DIN 51 521 Schmierstoffe; Kühlschmierstoffe; Wassermischbare Kühlschmierstoffe SE; Anforderungen,
DIN 51 581-1 Prüfung von Mineralölerzeugnissen; Bestimmung des Verdampfungsverlustes; Teil 1: Verfahren nach Noack,
DIN EN 374 Schutzhandschuhe gegen Chemikalien und Mikroorganismen,
DIN EN 482 Arbeitsplatzatmosphäre - Allgemeine Anforderungen an die Leistungsfähigkeit von Verfahren zur Messung chemischer Arbeitsstoffe
DIN EN 12 599 Lüftung von Gebäuden – Prüf- und Messverfahren für die Übergabe eingebauter raumlufttechnischer Anlagen,
DIN EN ISO 2592 Mineralölerzeugnisse; Bestimmung des Flamm- und Brennpunktes; Verfahren mit offenem Tiegel nach Cleveland,
VDI 2066 Messen von Partikeln; Manuelle Staubmessung in strömenden Gasen,
VDI 2262 Blatt 1 Luftbeschaffenheit am Arbeitsplatz; Minderung der Exposition durch luftfremde Stoffe; Allgemeine Anforderungen,
VDI 2262 Blatt 4 Luftbeschaffenheit am Arbeitsplatz; Minderung der Exposition durch luftfremde Stoffe; Erfassen luftfremder Stoffe (künftiger Ersatz für VDI 3929),
VDI 3035 Gestaltung von Werkzeugmaschinen, Fertigungsanlagen und peripheren Einrichtungen für den Einsatz von Kühlschmierstoffen,
VDI 3397 Blatt 1 Kühlschmierstoffe für spanende und umformende Fertigungsverfahren,
VDI 3397 Blatt 2 Pflege von Kühlschmierstoffen für die Metallbe- und -verarbeitung; Maßnahmen zur Qualitätserhaltung, Abfall- und Abwasserverminderung,
VDI 3397 Blatt 3 Entsorgung von Kühlschmierstoffen,
VDMA 24 176 Inspektion von technischen Anlagen und Ausrüstungen in Gebäuden.
4 Weitere Schriften
"Absaugen und Abscheiden von Kühlschmierstoff-Emissionen", W. Pfeiffer, St. Augustin
aus: TÜ Band 46 (2005) Nr. 4
Webcode: M1529-1