Source: http://www.sbg-jaegerschaft.at/jagd/recht-verordnungen/waffenrecht/haeufige-fragen/
Timestamp: 2018-08-17 12:47:47
Document Index: 373561403

Matched Legal Cases: ['§ 30', '§ 41', '§ 30', '§ 44', '§ 17', '§ 45', '§ 2']

Waffenrecht / Häufige Fragen
Verwahrung & KFZ
Reisen mit der Jagdwaffe
Waffengesetz & Verordnungen
Wie kaufe und verkaufe ich? Wer meldet wo?
Der Erwerb von Kategorie-B-Schußwaffen ist vom Überlasser und vom Erwerber binnen 6 Wochen bei jener Behörde anzuzeigen, die den WP oder die WBK des Erwerbers ausgestellt hat. Der Erwerb von Kategorie C- und D- Schußwaffen ist vom Erwerber binnen 6 Wochen bei einem in Österreich niedergelassenen Gewerbetreibenden (Büchsenmacher, Waffenhändler) dem zentralen Waffenregister (ZWR) zu melden. Dieser hat darüber eine Bestätigung auszustellen. Die Meldung kann auch online erfolgen - eine Anleitung finden Sie unter dem Menüpunkt "Zentraler Waffenregister". Im Falle eines Privatverkaufs hat der Überlasser dem Erwerber Einsicht in die Bestätigung der seinerzeitigen Meldung des Erwerbs zu gewähren. Der Erwerber und damit der neue Besitzer ist verpflichtet, anlässlich seiner Meldung bei einem einschlägigen Gewerbetreibenden bekannt zu geben, bei welchem Gewerbetreibenden der letzte Erwerb dieser Waffe gemeldet worden ist. Wer Kategorie-C-Waffen besitzt, hat der Behörde auf deren Verlangen die Meldung seiner Kategorie-C-Waffen nachzuweisen
Was ist eine Abkühlphase?
Schusswaffen der Kategorie C und D dürfen Erwerbern erst 3 Werktage nach Abschluss des Kaufes von Händlern und Büchsenmachern überlassen werden ("Abkühlphase"). Nur Inhaber eines WP, einer WBK oder einer gültigen Jagdkarte dürfen von einem Gewerbetreibenden gekaufte Schusswaffen der Kategorien C und D sofort übernehmen. Andere Personen müssen 3 Werktage verstreichen lassen, bevor sie die erworbene (gekaufte) Waffe in Besitz nehmen dürfen.
Waffensammler? Meldung über große Anzahl?
Die Mitteilungspflicht, dass jemand 20 oder mehr Schusswaffen in räumlichem Naheverhältnis oder Munition in großem Umfang verwahrt, lässt Zweifel ob ihrer Sinnhaftigkeit aufkommen. Einerseits wird die Behörde nicht plötzlich mehr Kapazitäten zur Überprüfung aller Sammler-Haushalte haben. Andererseits stellt sich die Frage, welche Maßnahmen denn für den Schutz vor unberechtigtem Zugriff ausreichen. Wenn diese unklare Passage in das Waffengesetz aufgenommen wurde, um eine diskutierte generelle Höchstzahl bei Schusswaffen zu ersetzen, werden wir Jäger zustimmend nicken und bei mehr als 20 Schusswaffen Meldung erstatten.
Wer muss Schusswaffen der Kategorie C oder D melden, wenn diese von einer Person nur „aufbewahrt" werden (etwa für einen Schützenverein, Hegering, als Leihwaffen oder Schulwaffen)?
Wird oder wurde mit dem Erwerb einer Schusswaffe der Kategorie C („meldepflichtige Schusswaffe") nicht auch das Eigentum an der Waffe erworben (Vereinseigentum, Waffe des Hegeringes, zur Verfügung gestellte Waffe), besteht dennoch die Meldepflicht, wenn die Innehabung entweder gegen Entgelt oder für länger als vier Wochen eingeräumt wird (§ 30 Abs. 2 WaffG 1996). Der „Verwahrer" hat daher die Meldung abzugeben, wenn die Frist von vier Wochen überschritten wird. Schusswaffen der Kategorie D sind nicht zu melden, wären aber bei der Ermittlung der Gesamtzahl der verwahrten Schusswaffen (räumliches Naheverhältnis) mitzuzählen (§ 41 WaffG 1996). Jene Person, die für die faktische (tatsächliche) Verwahrung dieser Waffen sorgt, hat die Meldung durchzuführen.
Sind Dekorationswaffen meldepflichtig? Genügt es, die Zündstifte oder den Schlagbolzen zu entfernen?
Dekorationswaffen (also Waffen, die als Wandschmuck dienen) sind ebenfalls Waffen. Diese müssen beim Waffenfachhändler oder – falls es sich um Halbautomaten handelt – bei der Behörde gemeldet werden. Bloße Waffenattrappen sind allerdings keine Waffen. Allerdings ist auch eine unvollständige Schusswaffe als Waffe anzusehen. Entscheidend ist, ob die Waffe durch Reparatur oder entsprechende Bearbeitung gebrauchsfähig gemacht werden kann.
Sind Flinten mit „Drall" meldepflichtig?
Ja. Solche Flinten sind Schusswaffen mit gezogenem Lauf, die nicht in Kategorie A oder B fallen (§ 30 WaffG). Bei Unklarheit hinsichtlich einer oder mehrerer Schusswaffen kann ein Antrag auf Erlassung eines Feststellungsbescheides bei der zuständigen Behörde eingebracht werden (§ 44 WaffG). Eine bestimmte Schusswaffe ist dann einer Kategorie (A bis D) bescheidmäßig zuzuweisen.
Sind Pumpguns ab 1. 7. 1997 freie Waffen, wenn sie länger als 90 cm sind oder einen Lauf aufweisen, der länger als 45 cm ist?
Nein! Flinten (Schrotgewehre) mit Vorderschaftrepetiersystem sind gem. § 17 Abs. 1 Ziff 4 WaffG 1996 Schusswaffen der Kategorie A („verbotene Waffen"). Der Besitz oder das Führen solcher Waffen ist nur im Rahmen einer Ausnahmebewilligung zulässig.
Bringt das pünktliche Verlängern der Jagdkarte wirklich etwas?
Ja! Abgesehen von den Pflichten als Jagdpächter oder Jagdaufseher und von an gültige Jagdkarten gekoppelte Versicherungen knüpft das WaffG zahlreiche Ausnahmen an die gültige Jagdkarte eines österreichischen Bundeslandes: keine Abkühlphase, kein „Psychotest", Jagdkarte zur Glaubhaftmachung von Rechtfertigung und Bedarf, Führen von Schusswaffen der Kategorie C und D ohne Waffenpass, kein „geschlossenes Behältnis", weil Berechtigung zum Führen. Das ist doch was? Und man erspart sich neben einem jagdrechtlichen Strafverfahren auch ein waffenrechtliches Strafverfahren, wenn man im Jänner ohne gültige Jagdkarte beim Sauriegeln oder Frettieren erwischt wird!
Sind Luftdruckwaffen und Einsteckläufe meldepflichtig?
Luftdruckwaffen und CO2-Waffen sind nicht meldepflichtig, sofern das Kaliber nicht 6 mm oder mehr beträgt (§ 45 WaffG). Für Einsteckläufe mit Kaliber unter 5,7 mm gelten die Bestimmungen über Schusswaffen nicht (§ 2 WaffG).
Fristen für Neuerworbene Schusswaffen bzw. für alle Schusswaffen
Privatverkauf und -erwerb von Schusswaffen der Kategorie B: Veräußerer und Erwerber haben beide die Überlassung binnen 6 Wochen jener Behörde schriftlich anzuzeigen, die das Waffendokument des Erwerbers ausgestellt hat. Anzugeben sind: Art und Kaliber, Marke, Type und Herstellungsnummer der Waffe sowie die persönlichen Daten von Überlasser und Erwerber, die Daten der Waffendokumente und das Datum der Überlassung.
Vernichtung oder Verlust einer Schusswaffe der Kategorie B: Die Aufgabe des Besitzes anders als durch Veräußerung ist binnen 6 Wochen der Behörde zu melden. Ein Nachweis über die Vernichtung ist zu erbringen (z. B. Bestätigung des Büchsenmachers).
Privatverkauf und -erwerb von Schusswaffen der Kategorie C: Der Erwerber hat binnen 6 Wochen den Erwerb bei einem Waffenfachhändler oder online dem zentralen Melderegister zu melden. Die Meldung hat Art und Kaliber, Marke, Type und Herstellungsnummer der Waffe zu enthalten. Der Meldepflichtige (Erwerber) erhält eine Bestätigung über die Meldung. Der Erwerber ist verpflichtet, anlässlich der Meldung bekannt zu geben, bei welchem Waffenfachhändler oder Büchsenmacher der letzte Erwerb dieser Waffe gemeldet war. Der Überlasser hat diesbezüglich Einsicht in die Bestätigung über die erfolgte Meldung des eigenen Erwerbs zu gewähren.
Verborgen von Schusswaffen der Kategorie C: Wird die Innehabung einer meldepflichtigen Schusswaffe gegen Entgelt (Vermietung) oder für länger als 4 Wochen eingeräumt, besteht für den vorübergehenden Inhaber ebenso eine Meldepflicht wie bei Eigentumserwerb an dieser Waffe.
Einfuhr von Schusswaffen der Kategorie C aus dem Ausland: Die Meldepflicht (binnen 6 Wochen) entsteht mit der Einfuhr dieser Waffe.
Privatverkauf und -erwerb von Schusswaffen der Kategorie D: Seit dem 1.10.2012 erworbene Waffen der Kat. D (egal ob vom Fachhandel oder Privat) sind ebenfalls meldepflichtig. Altbestände vor dieser Frist können, müssen aber nicht gemeldet werden.
Wohnsitzänderung, -wechsel, -neubegründung etc.: Jeder Inhaber eines Waffenpasses, einer Waffenbesitzkarte oder eines Europäischen Feuerwaffenpasses hat der ausstellenden Behörde binnen 4 Wochen schriftlich jede Änderung seines Wohnsitzes mitzuteilen.
Kauf beim Fachhändler – „Abkühlphase": Waffenfachhändler oder Büchsenmacher dürfen Schusswaffen der Kategorie C oder D erst 3 Werktage nach Abschluss des Rechtsgeschäftes aushändigen. Ausgenommen von dieser Wartefrist sind Inhaber eines Waffenpasses, einer Waffenbesitzkarte oder einer Jagdkarte. Beim Privatverkauf gibt es keine Abkühlphase.
Erreichung der „Grenze von 20 Schusswaffen": Wer 20 oder mehr Schusswaffen „in einem räumlichen Naheverhältnis" verwahrt, hat in der Folge der für den Verwahrungsort zuständigen Behörde dies mitzuteilen und die Maßnahmen der sicheren Verwahrung bekannt zu geben. Verdoppelt sich die Anzahl der verwahrten Waffen seit der letzten Meldung, ist in der Folge eine neuerliche Meldung abzugeben.
Finden von Schusswaffen oder Kriegsmaterial
Wer Schusswaffen oder Kriegsmaterial findet, hat dies unverzüglich, spätestens nach 2 Tagen, einer Sicherheitsdienststelle anzuzeigen.
Befinden sich im Nachlass Schusswaffen der Kategorien A oder B, ist dies unverzüglich der Behörde (bei Kriegsmaterial der nächsten Sicherheitsdienststelle) anzuzeigen.