Source: http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/nsgdolgensee_1995/2
Timestamp: 2019-09-16 04:30:07
Document Index: 921834

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 19', '§ 2', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 4', '§ 19', '§ 73', '§ 4', '§ 5', '§ 31', '§ 20', '§ 37']

Verordnung über das Naturschutzgebiet „Dolgensee“
vom 9. Juni 1995
(GVBl.II/95, [Nr. 43], S.435, 735)
Auf Grund des § 21 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 und 2 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes vom 25. Juni 1992 (GVBl. I S. 208) verordnet der Minister für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen in den Gemeinden Dolgenbrodt und Gussow (Landkreis Dahme-Spreewald) werden als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung "Dolgensee".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 360 Hektar. Es umfaßt in den Gemarkungen
Dolgenbrodt Flur 1 Flurstücke 146-151, 152/1, 152/2,153, 154, 161-172, 145/2 anteilig, 159 anteilig (ohne Waldanteil);
Flur 3 Flurstücke 12, 25-32, 42, 47, 49-65, 110, 48 anteilig (Weg von Nordwestecke des Flurstücks 45 nach Norden);
Gussow Flur 3 Flurstücke 91, 92, 94-108, 110-141.
(2) Die Grenzen sind in topographischen Karten im Maßstab 1:10.000 und in Flurkarten mit ununterbrochener Linie eingetragen; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Die Karten können beim Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg, oberste Naturschutzbehörde, in Potsdam sowie beim Landkreis Dahme-Spreewald, untere Naturschutzbehörde, von jedermann während der Dienstzeiten kostenlos eingesehen werden.
als Standort seltener, in ihrem Bestand bedrohter wildwachsender Pflanzengesellschaften, insbesondere der ausgedehnten Ufervegetation des Dolgensees, vor allem der Schilfbestände und Schwimmblattvegetation, sowie der Erlenbruchgesellschaften und der wechselfeuchten Wiesen und der Magerrasen;
als Lebensraum bestandsbedrohter Tierarten, insbesondere als Brut- und Nahrungsgebiet für Sing- und Großvogelarten, sowie als Rückzugsraum für Reptilien und Säuger, die an den aquatischen Lebensraum gebunden sind;
wegen der besonderen Eigenart des Gebietes als bisher weitgehend intakter Lebensraum mit vorwiegend unverbauten Uferzonen und seiner regionalen Bedeutung als Überwinterungsgebiet für Wasservögel.
zu lagern, Feuer anzuzünden oder in sonstiger Weise Feuer zu verursachen, zu zelten oder Wohnwagen aufzustellen;
im Abstand von 20 Metern zu Schilf- und Röhrichtbereichen zu baden, zu tauchen oder dort Eisflächen zu betreten oder zu befahren;
wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu fangen, zu verletzen, zu töten oder ihre Entwicklungsformen, Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;
Be- oder Entwässerungsmaßnahmen über den bisherigen Umfang durchzuführen, Gewässer jeder Art entgegen dem Schutzzweck zu verändern oder in anderer Weise den Wasserhaushalt des Gebietes zu beeinträchtigen;
die im Sinne des § 11 Abs. 2 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung im bisherigen Umfang auf den bisher rechtmäßig dafür genutzten Flächen;
die im Sinne des § 11 Abs. 3 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Bodennutzung im bisherigen Umfang auf den bisher dafür genutzten Flächen;
die im Sinne des § 11 Abs. 4 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße fischerei-wirtschaftliche Flächennutzung mit der Maßgabe, daß
das Sportangeln in der Gemarkung Gussow, Flur 3, Flurstücke 106 und 108 ausgeübt werden darf und weitere Flächen im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde festgelegt werden können,
nur mit Fischotterschutzvorrichtungen versehene Reusen verwendet werden dürfen;
im Bereich der Feuchtwiesen, Schilfgürtel und Bruchwaldbereiche keine Kirrungen angelegt werden,
die Jagd auf Wasservögel vom 15. November bis zum Ende der Jagdzeit erfolgt,
die Jagd auf Fuchs und Schwarzwild verstärkt durchgeführt wird;
(2) Die in § 4 für das Betreten und Befahren des Naturschutzgebietes enthaltenen Einschränkungen gelten nicht für die Dienstkräfte der Naturschutzbehörden, die zuständigen Naturschutzhelfer und sonstige von den Naturschutzbehörden beauftragte Personen sowie für Dienstkräfte anderer zuständiger Behörden und Einrichtungen, soweit diese in Wahrnehmung ihrer gesetzlichen Aufgaben handeln. Der Genehmigungsvorbehalt nach § 19 Abs. 3 Satz 2 des Landeswaldgesetzes bleibt unberührt.
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 73 Abs. 2 Nr. 2 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 oder den Maßgaben des § 5 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.
(3) Soweit diese Verordnung keine weitergehenden Vorschriften enthält, bleiben die Regelungen über gesetzlich geschützte Teile von Natur und Landschaft (§§ 31 ff. des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes) und über den Schutz und die Pflege wildlebender Tier- und Pflanzenarten (§§ 20 ff. des Bundesnaturschutzgesetzes, §§ 37 ff. des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes) unberührt.