Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bverwg/2014-06-26/bverwg-5-c-2813
Timestamp: 2017-11-21 18:07:37
Document Index: 249623113

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 4', '§ 7', '§ 2', '§ 127', '§ 63', '§ 42', 'Art 143', '§ 5', '§ 47']

BVerwG, 26.06.2014 - BVerwG 5 C 28.13 - Fortbewegung außerhalb der Dienststätte als wesentliche und prägende Aufgaben des einem Beamten übertragenen Dienstpostens i.R.d. Dienstausübung und Dienstreise | anwalt24.de
Urt. v. 26.06.2014, Az.: BVerwG 5 C 28.13
Referenz: JurionRS 2014, 22004
Aktenzeichen: BVerwG 5 C 28.13
VGH Hessen - 26.06.2013 - AZ: 1 A 1472/12
§ 2 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 HRKG
§ 4 Abs. 1 S. 1 HRKG
§ 7 S. 1 HRKG
FStHe 2014, 489-490
NordÖR 2014, 435
NVwZ 2014, 1385-1386
Polizei 2014, 239-240 (Pressemitteilung)
ZBR 2015, 37-39
BVerwG, 26.06.2014 - BVerwG 5 C 28.13
durch die Richterin am Bundesverwaltungsgericht Stengelhofen als Vorsitzende
und die Richter am Bundesverwaltungsgericht Dr. Störmer, Dr. Häußler,
Die Revision des Beklagten ist begründet. Die entscheidungstragende Annahme des Verwaltungsgerichtshofs, es liege eine Dienstreise im Sinne von § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 des Hessischen Reisekostengesetzes vom 9. Oktober 2009 (GVBl I S. 397) - HRKG - vor, obgleich die Fahndungsfahrt selbst das Dienstgeschäft sei, verletzt revisibles Landesrecht (§ 127 Nr. 2 BRRG i.V.m. § 63 Abs. 3 Satz 2 BeamtStG, vgl. dazu Urteil vom 29. April 2010 - BVerwG 2 C 77.08 - BVerwGE 137, 30 = Buchholz 271 LBeihilfeR Nr. 37, Rn. 6 m.w.N.).
Die in diesem Sinne vom Dienstherrn zu bestimmende Besoldung ist amtsbezogen, d.h. sie wird nach einer in den unterschiedlichen Statusämtern und Besoldungsgruppen zum Ausdruck kommenden Abstufung festgesetzt. Gebieten Unterschiede im konkret-funktionellen Amt eine höhere als die nach diesen Maßstäben für alle Beamten geltende Besoldung, kann der Dienstherr dem durch die Gewährung von Zulagen wie etwa einer Stellenzulage im Sinne des § 42 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 3 Satz 1 des Bundesbesoldungsgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 19. Juni 2009 (BGBl I S. 1434), zuletzt geändert durch Gesetz vom 19. Oktober 2013 (BGBl I S. 3836), entsprechen (vgl. Beschluss vom 11. Dezember 2008 - BVerwG 2 C 121.07 - BVerwGE 132, 299 = Buchholz 11 Art 143b GG Nr. 5, Rn. 33). Mit einer derartigen Zulage sollen zusätzliche Anforderungen eines Dienstpostens abgegolten werden, die nicht bereits von der allgemeinen Ämterbewertung erfasst sind (Urteil vom 25. April 2013 - BVerwG 2 C 39.11 - ZBR 2013, 304 Rn. 7 m.w.N.). Als eine solche Zulage ist auch die dem Kläger nach Nr. 9 Abs. 1 Satz 1 der Vorbemerkungen zu den Besoldungsordnungen A und B (Anlage I zum Bundesbesoldungsgesetz) gewährte Stellenzulage anzusehen. Diese sogenannte Polizeizulage wird für die Besonderheiten des Polizeivollzugsdienstes gewährt, die durch das amtsangemessene Grundgehalt nicht erfasst werden. Zu den Besonderheiten zählen die besonderen physischen und psychischen Anforderungen des vollzugspolizeilichen Dienstes wie die Notwendigkeit, sich Gefahren für Leib und Leben auszusetzen oder in extremen Belastungssituationen in kürzester Zeit einschneidende Maßnahmen treffen zu müssen (stRspr, z.B. Urteil vom 25. August 2011 - BVerwG 2 C 22.10 - Buchholz 239.1 § 5 BeamtVG Nr. 20 Rn. 9 und 11 und Beschluss vom 3. Juni 2011 - BVerwG 2 B 13.11 - Buchholz 240 § 47 BBesG Nr. 12 = [...] Rn. 10 jeweils m.w.N.), sowie die damit einhergehenden in Nr. 9 Abs. 3 der Vorbemerkungen genannten Erschwernisse, also der mit dem Posten- und Streifendienst sowie dem Nachtdienst verbundene Aufwand und der Aufwand für Verzehr.