Source: http://www.dfr.jura.uni-koeln.de/14725.html
Timestamp: 2019-03-24 09:48:57
Document Index: 114312158

Matched Legal Cases: ['§112', 'EuG', '§112', '§112', '§1', '§5']

Deutsch-Französische Studiengänge Rechtswissenschaften: FAQ
Wie kann ich mit dem erworbenen Abschluss Anwalt werden?
Die erworbenen Abschlüsse befähigen nicht zur Ausübung des Anwalts- oder Richterberufs in Deutschland oder Frankreich. Die maîtrise ist die Zugangsvoraussetzung für die Anwalts- oder Richterschule in Frankreich. In Deutschland müssen die beiden juristischen Staatsprüfungen abgeleistet werden (§112a DRiG).
Wie funktioniert der Weg zum Volljuristen?
Eine Vielzahl der deutschen Teilnehmer legt nach Absolvierung des Studienganges in Deutschland die juristischen Staatsprüfungen ab, da ohne diese Examina der Zugang zu den "klassischen" juristischen Berufen nicht möglich ist.
Nach der Rückkehr aus Paris müssen, je nach aktueller Prüfungsordnung, noch Prüfungsleistungen an der Universität abgelegt werden, bevor die Examensvorbereitung beginnen kann. Dies sollte höchstens ein Semester in Anspruch nehmen. Die Examensvorbereitung nimmt zwei bis drei Semester in Anspruch und kann parallel zum Erwerb der universitären Leistungsnachweise erfolgen. Bei Fortsetzung des Studiums in Köln kann die erzielte Bachelorendnote (Gesamtdurchschnitt der Leistungen der 4 Jahre) zu 30% in die Examensnote eingebracht werden (als sog. Schwerpunktsnote).
An das erste Staatsexamen schließt der zweijährige juristische Vorbereitungsdienst (Referendariat) an, welcher mit dem zweiten Staatsexamen endet. Der zeitliche Unterschied der Studiendauer zum Staatsexamensstudiengang ohne jeglichen Auslandsaufenthalt beträgt maximal 2 Semester. Als Ausgleich winken aber zwei zusätzliche Studienabschlüsse und die Möglichkeit, zwei Jahre im Zentrum von Paris zu leben und zu studieren.
Werden mir meine in Frankreich erbrachten Studienleistungen in Deutschland angerechnet?
Nach derzeitiger prüfungsrechtlicher Lage kann die LL.B.-Abschlussnote an der Universität zu Köln zu 30% in die Endnote der Staatsprüfung eingebracht werden (als sog. Schwerpunktsnote). Diese Möglichkeit besteht grundsätzlich auch an anderen deutschen Universitäten. Dies sollte jeweils mit dem zuständigen Prüfungsamt geklärt werden.
Ersetzt der Master-Abschluss die Staatsprüfungen?
Derzeit ersetzt der Master of Laws noch nicht die Erste und Zweite Juristische Staatsprüfung, die formale Voraussetzung für die Zulassung zum Richteramt und zur Anwaltschaft in Deutschland sind. Auf der Grundlage der Maîtrise war bislang eine Zulassung zum Referendariat - auch nach dem Urteil des EuGH vom 13.11.2003- nicht möglich, da der französische Abschluss keinen mit dem Ersten Staatsexamen gleichwertigen Studienabschluss darstellte. Zwischenzeitlich haben sich in diesem Zusammenhang durch die Einführung des §112a DRiG allerdings wesentliche Änderungen ergeben. Die Regelung des §112a DRiG - in Kraft mit Wirkung vom 31.12.2006- erlaubt Staatsangehörigen eines Mitgliedstaats der Europäischen Union (...), die ein rechtswissenschaftliches Universitätsdiplom besitzen, das in einem dieser Staaten erworben wurde und dort den Zugang zur postuniversitären Ausbildung für den Beruf des Europäischen Rechtsanwalts gemäß §1 EuRAG eröffnet, auf Antrag zum juristischen Vorbereitungsdienst zugelassen zu werden. Voraussetzung ist, dass ihre Kenntnisse und Fähigkeiten den durch die bestandene staatliche Pflichtfachprüfung nach §5 Abs.1 DRiG bescheinigten Kenntnissen und Fähigkeiten entsprechen. Ob dies der Fall ist, wird im Wege einer Gleichwertigkeitsprüfung festgestellt. Im Falle des negativen Ausgangs der Gleichwertigkeitsprüfung kommt es zu einer Eignungsprüfung. Zuständig für beide Prüfungen sind in NRW die Präsidenten der Oberlandesgerichte.
In welchen Bereichen arbeiten die Absolventen des deutsch-französischen Bachelorstudienganges?
Die meisten Absolventen des deutsch-französischen Bachelorstudienganges kehren nach Deutschland zurück, um hier ihr Studium fortzusetzen. Die erhobenen Daten stellen sowohl die Studierenden mit bereits abgeschlossenem 1. Staatsexamen, sowie diejenigen, die sich für das Staatsexamen entschieden haben und sich entsprechend darauf vorbereiten, dar. Auch Studierende, die in Deutschland einen juristischen Master belegen (zB. Wirtschaftsjurist, Deutsch-französischer Masterstudiengang Köln/Paris1) , werden hiervon erfasst.
Die anderen Studierenden setzen ihr Studium in Frankreich (Master 2, Ecole de barreau, Ecole de la magistrature...) oder auch in einem Drittland (USA, Kanada, Skandinavien...) fort.
Die Statistik zur Fortführung des Studiums finden Sie hier.
Nach Abschluss des gesamten Studiums arbeiten die meisten Absolventen des deutsch-französischen Bachelorstudienganges als Rechtsanwälte. Auch die Forschung ist ein Hauptschwerpunk - in Form einer Promotion oder Habilitation oder in Forschungseinrichtungen im rechtlichen Bereich. Ebenfalls ein großer Teil der Absolventen geht nach dem universitären Studium (1. Staatsexamen) in den juristischen Vorbereitungsdienst für das 2. Staatsexamen (Referendariat) und ist in internationalen Organisationen tätig.
Die Statistik zu den Arbeitsbereichen der Absolventen finden Sie hier.
Wie sind die Absolventenzahlen des deutsch-französischen Bachelorstudienganges?
Erstellt am: 26. März 2017, zuletzt geändert am: 26. Februar 2019