Source: http://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/A/ausbildung_landsh/Berufe/RechtsreferendarIn.html?nn=1264394
Timestamp: 2017-10-23 15:22:45
Document Index: 50028035

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 112', '§ 32', '§ 125', '§ 8', '§ 125', '§ 9']

schleswig-holstein.de - Ausbildung - Rechtsreferendarin/ Rechtsreferendar
Rechtsreferendarin/ Rechtsreferendar
Was macht eine Rechtsreferendarin oder ein Rechtsreferendar?
Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare absolvieren nach erfolgreich abgeschlossener erster juristischer Staatsprüfung einen zweijährigen Vorbereitungsdienst, der mit der zweiten juristischen Staatsprüfung abschließt. Ist die zweite Staatsprüfung erfolgreich bestanden, sind die Juristinnen und Juristen zum Richteramt sowie zum höheren nichttechnischen Verwaltungsdienst befähigt. Dies schließt die Qualifikation für die Tätigkeit als Staatsanwältin oder Staatsanwalt, als Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt und als Notarin oder Notar mit ein.
Das Rechtsreferendariat gliedert sich in Schleswig-Holstein grundsätzlich in fünf Stationen, in denen die Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare jeweils für einige Monate in verschiedenen Rechtsgebieten praktisch ausgebildet werden. Dabei dürfen den Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendaren gemäß §§ 10, 142 Abs. 3 Gerichtsverfassungsgesetz bestimmte Aufgaben zur Erledigung unter der Aufsicht einer Richterin bzw. eines Richters oder oder einer Staatsanwältin bzw. eines Staatsanwaltes übertragen werden, wovon in Schleswig-Holstein zur Verbesserung der Ausbildungsqualität auch umfangreich Gebrauch gemacht wird. Zudem können die einer Rechtsanwältin bzw. einem Rechtsanwalt zur Ausbildung zugewiesenen Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare für diese bzw. diesen bei entsprechender Vollmachterteilung erstinstanzliche Gerichtstermine wahrnehmen.
Wer ein Rechtsreferendariat absolvieren möchte sollte...
Durchsetzungsvermögen und Überzeugungskraft besitzen.
sowohl schriftlich als auch mündlich gerne mit Sprache umgehen und rhetorisch versiert sein.
Ausdauer und gute analytische Fähigkeiten besitzen.
logisch denken können.
über "Konfliktlösungspotential" verfügen.
Erfolgreicher Abschluss der ersten juristischen Staatsprüfung (universitäre Schwerpunktbereichsprüfung und staatliche Pflichtfachprüfung) wird vorausgesetzt.
Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Personen, die ein rechtswissenschaftliches Universitätsdiplom besitzen, das außerhalb der Bundesrepublik Deutschland erlangt worden ist, zum Vorbereitungsdienst zugelassen werden (§ 112 a Deutsches Richtergesetz).
Die Einstellung in den juristischen Vorbereitungsdienst erfolgt alle zwei Monate.
Dabei findet die Einstellung in die Landgerichtsbezirke Kiel und Flensburg im Februar, Juni und Oktober jeden Jahres jeweils zum 1. Werktag im Monat und in die Landgerichtsbezirke Lübeck und Itzehoe im April, August und Dezember jeden Jahres jeweils zum 1. Werktag im Monat statt.
Ausbildungsaufbau im Rechtsreferendariat
Pflichtstationen 21 Monate
Ausbildung wird absolviert...
(1) bei einer Staatsanwaltschaft oder, im Falle der Erschöpfung der Ausbildungskapazitäten bei den Staatsanwaltschaften, bei einem Amtsgericht
in Strafsachen, 3,5 Monate
(2) bei einem ordentlichen Gericht in Zivilsachen, 4,5 Monate
(3) bei einer Verwaltungsbehörde und 4 Monate
(4) bei einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt. 9 Monate
in einem der folgenden Schwerpunktbereiche: Zivilrechtspflege, Strafrechtspflege, Familienrecht, Staat und Verwaltung, Wirtschaft und Steuern und Arbeit und Soziales. die letzten 3 Monate der Ausbildung
In besonders geregelten Fällen (§ 32 Abs. 3 bis 7 Landesverordnung über die Ausbildung der Juristinnen und Juristen) kann die Ausbildung auch an anderen Ausbildungsstellen erfolgen.
Neben der oben dargestellten Stationsausbildung finden zu Beginn der jeweiligen Stationen überwiegend verblockte Ausbildungslehrgänge statt, um den Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendaren vor dem Stationsbeginn einen Einblick in Theorie und Praxis der Rechtsanwendung zu geben und so die Grundlage für eine erfolgreiche Stationsausbildung zu schaffen. Zudem nehmen die Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare während der Dauer der Ausbildung in den Pflichtstationen an begleitenden Arbeitsgemeinschaften teil, um die in der praktischen Ausbildung erworbenen Erfahrungen theoretisch zu verarbeiten. Zur Förderung eines effektiven Unterrichts finden die Arbeitsgemeinschaften dabei in kleinen Gruppen mit grundsätzlich maximal zwanzig Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Ergänzend wird zur Vorbereitung auf das zweite juristische Staatsexamen ein freiwilliger Klausurenkurs angeboten, der einmal wöchentlich stattfindet und ausschließlich examensrelevante Klausursachverhalte beinhaltet.
Landgerichtsbezirke Kiel, Flensburg, Lübeck und Itzehoe.
Der juristische Vorbereitungsdienst wird in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis abgeleistet.
Der Vorbereitungsdienst in Schleswig-Holstein führt die Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare in die Aufgaben der Rechtspflege, der Verwaltung und der Anwaltschaft ein. Sie vertiefen die im Studium erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten, auch in den Schlüsselqualifikationen, und lernen, diese in der beruflichen Praxis umzusetzen. Außerdem werden sie in den einzelnen Stationen so weit wie möglich mit der selbständigen und eigenverantwortlichen Wahrnehmung von Aufgaben aus der Rechtspflege, der Verwaltung und der Anwaltschaft betraut. Am Ende der Ausbildung sollen sie befähigt sein, sich in angemessener Zeit auch in solche Tätigkeiten einzuarbeiten, in denen sie nicht gesondert ausgebildet wurden.
Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare erhalten eine monatliche Unterhaltsbeihilfe, die aus einem Grundbetrag in Höhe von derzeit 1.199,79 € (Stand Oktober 2017) und einem kindbezogenen Zuschlag besteht. Einzelheiten regelt die Landesverordnung über die Unterhaltsbeihilfe an Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare.
Bewerbungen werden nur berücksichtigt, wenn sie spätestens zwei Monate vor dem jeweiligen Einstellungstermin vollständig schriftlich eingegangen sind.
Eine Auflistung der notwendigen Bewerbungsunterlagen befindet sich im Einzelnen auf der Internetseite des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts (Referendarinformationen).
Sofern entsprechende Kapazitäten frei sind, können auch Bewerberinnen und Bewerber berücksichtigt werden, deren mündliche Prüfung erst nach Ablauf der Bewerbungsfrist stattfindet. Besondere Ortswünsche können dabei jedoch nicht berücksichtigt werden. Die Einstellung erfolgt über die Warteliste, das heißt in der Reihenfolge des Eingangs der Bewerbung. Eine Einstellung über die Leistungs- oder Härtefallliste erfolgt nicht im Nachbesetzungsverfahren.
Zuständige Behörde für die Entscheidung über die Einstellung in den juristischen Vorbereitungsdienst ist die
an die auch die Bewerbung zu richten ist.
Gemäß § 125 Landesbeamtengesetz und der Landesverordnung über die Beschränkung der Einstellung in den juristischen Vorbereitungsdienst (KapVOjVD) ist der Zugang zum juristischen Vorbereitungsdienst in Schleswig-Holstein beschränkt. Derzeit werden jährlich bis zu 348 neue Referendarplätze angeboten. Von den zur Verfügung stehenden Ausbildungsplätzen werden 20 % nach Leistung, bis zu 10 % an Härtefälle und die restlichen Plätze nach der Wartezeit vergeben.
Maßgeblich ist die Examensnote der ersten Prüfung (universitäre Schwerpunktbereichsprüfung und staatliche Pflichtfachprüfung). Bei gleicher Leistung entscheidet die längere Wartezeit, bei gleicher Leistung und Wartezeit entscheidet das Los.
Die Voraussetzungen für die Geltendmachung eines Härtefalls ergeben sich aus § 8 der KapVOjVD.
Voraussetzung für die Erlangung von Wartezeit ist eine uneingeschränkte Bewerbung, d.h. der Einstellungsantrag darf keine Vorbehalte oder Bedingungen zum Einstellungstermin oder -ort enthalten. Auch nachträgliche Vorbehalte oder Bedingungen schränken die Bewerbung ein. Bei gleicher Wartezeit entscheidet die bessere Leistung, bei gleicher Leistung und Wartezeit entscheidet das Los.
Für Bewerberinnen und Bewerber, die nach Maßgabe des § 125 Absatz 4 LBG zum Beispiel ein freiwilliges soziales Jahr, Entwicklungsdienst, Wehr- oder Wehrersatzdienst bzw. Bundesfreiwilligendienst abgeleistet haben, errechnet sich die Wartezeit nach § 9 Absatz 3 KapVOjVD.
Bewerberinnen und Bewerber, die wegen eines Notenverbesserungsversuches, unvorhergesehener Verzögerung des Promotionsstudiums, Elternzeit oder zur Überbrückung der Wartezeit längerfristige Bindungen, zum Beispiel durch Aufnahme eines Ergänzungsstudiums, durch Inanspruchnahme eines Stipendiums oder durch Abschluss eines Arbeitsvertrages eingegangen sind, können sich ohne Verlust der Wartezeit zu einem späteren Einstellungstermin zurückstellen lassen.
Richterin am Amtsgericht Dr. Franziska Kehrer
Franziska.kehrer@olg.landsh.de
SachbearbeiterInnen in Referendar - und Bewerbungsangelegenheiten:
A – H Christiane Bunzenthal 04621-861030 christiane.bunzenthal@olg.landsh.de
I – N Anja Howorek 04621-861257 anja.howorek@olg.landsh.de
O – Z Meike Peters 04621-861224 meike.peters@olg.landsh.de
A – O Frauke Knudsen 04621 - 86 1488
P – Z N.N. 04621 - 86 1199
Derzeitige Sprechzeiten:
Die wesentlichen gesetzlichen Grundlagen der Referendarausbildung finden sich im JAG (Juristenausbildungsgesetz), der JAVO (Juristenausbildungsverordnung) und der Übereinkunft der Länder Freie Hansestadt Bremen, Freie und Hansestadt Hamburg und Schleswig-Holstein über ein gemeinsames Prüfungsamt und die Prüfungsordnung für die zweite Staatsprüfung für Juristen. Weitere Einzelheiten sind der Internetseite des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts (Referendarinformationen) zu entnehmen.
Juristenausbildungsverordnung
Gemeinsames Prüfungsamt der Länder Freie Hansestadt Bremen, Freie und Hansestadt Hamburg und Schleswig-Holstein