Source: https://www.jusmeum.de/gesetz/buchbindmstrv
Timestamp: 2019-01-16 00:43:34
Document Index: 200569135

Matched Legal Cases: ['§ 46', '§ 24', '§ 19', '§ 2', '§ 5', 'Art. 24']

Auf Grund des § 46 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes vom 14. August 1969 (BGBl. I S. 1112), der zuletzt durch § 24 Nr. 2 des Gesetzes vom 24. August 1976 (BGBl. I S. 2525) geändert worden ist, wird nach Anhörung des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung gemäß § 19 Nr. 1 des Berufsbildungsförderungsgesetzes vom 23. Dezember 1981 (BGBl. I S. 1692) im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Wirtschaft verordnet:
(1) Zum Nachweis von Kenntnissen, Fertigkeiten und Erfahrungen, die durch die berufliche Fortbildung zum Industriemeister/zur Industriemeisterin - Fachrichtung Buchbinderei erworben worden sind, kann die zuständige Stelle Prüfungen gemäß den §§ 2 bis 10 durchführen.
(3) Die erfolgreich abgelegte Prüfung führt zum anerkannten Abschluß Geprüfter Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin - Fachrichtung Buchbinderei.
eine mit Erfolg abgelegte Abschlußprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf, der der Fachrichtung Buchbinderei zugeordnet werden kann, und danach eine mindestens einjährige einschlägige Berufspraxis oder
eine mit Erfolg abgelegte Abschlußprüfung in einem anderen gewerblich-technischen oder handwerklichen Ausbildungsberuf und danach eine mindestens zweijährige einschlägige Berufspraxis oder
(1) Die Qualifikation zum Geprüften Industriemeister/zur Geprüften Industriemeisterin – Fachrichtung Buchbinderei umfasst:
§ 5 Fachrichtungsspezifischer Teil der Fachrichtung Buchbinderei
Technologie der Werk- und Hilfsstoffe,
Allgemeine Fertigungstechnik,
Spezielle Fertigungstechnik,
Fertigkeiten in den Fertigungsverfahren.
Flächen-, Gewichts- und Mengenberechnungen, insbesondere von Fertigungs- und Hilfsmaterial;
Grundkenntnisse der Mechanik, Hydraulik und Pneumatik;
Grundkenntnisse aus der Chemie, insbesondere über Basen, Säuren, Salze, Reaktionen, Verbindungen;
Grundkenntnisse über die Zusammenhänge von Strom, Spannung und elektrischem Widerstand einschließlich Berechnen von Energiebedarf;
(3) Im Prüfungsfach "Technologie der Werk- und Hilfsstoffe" soll der Prüfungsteilnehmer nachweisen, daß er unter Anwendung der einschlägigen Werkstoffnormen die Eigenschaften der Werk- und Hilfsstoffe bestimmen, aus den Eigenschaften auf ihre Verwendung und Bearbeitung schließen und Belange des Umweltschutzes berücksichtigen kann. In diesem Rahmen können geprüft werden:
Aufbau, Eigenschaften und Verwendung von Papier, Karton, Pappe, Kunststoffolien, Klebstoffen, textilen Einbandstoffen, Faser- und Kunststoffen, Prägefolien, Heftmaterialien;
Kenntnisse über Werkstoffnormen sowie Werkstoffprüf- und Werkstoffmeßverfahren.
(4) Im Prüfungsfach "Betriebstechnik" soll der Prüfungsteilnehmer nachweisen, daß er die Funktionen der technischen Einrichtungen eines Betriebes kennt, die technischen Kommunikationsmittel bei der Erledigung seiner Aufgaben anwenden kann, die Grundlagen der Störungssuche beherrscht, Störungen eingrenzen und feststellen sowie ihre Beseitigung veranlassen kann und in der Lage ist, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten im Hinblick auf einen dauerhaften und sicheren Produktionsablauf zu überprüfen. In diesem Rahmen können geprüft werden:
Lesen einfacher technischer Zeichnungen, Abfassen von Produktionsprotokollen, Schriftverkehr, Anfertigen von Funktionsskizzen sowie Erstellen von Tabellen, Statistiken und Diagrammen einschließlich ihrer Verwendung als Entscheidungshilfen;
Allgemeine Geräte-, Maschinen- und Anlagenkunde:
Maschinenelemente und Baugruppen,
Betrieb, Wartung und Instandhaltung;
Energiearten und deren Verteilung,
Kenntnisse über die Anwendung elektronischer Datenverarbeitung;
Messen, Steuern und Regeln:
Grundbegriffe der Meß-, Steuer- und Regeltechnik,
Kenntnisse über die Anwendung mechanischer, pneumatischer, hydraulischer und elektronisch gesteuerter Anlagen.
(5) Im Prüfungsfach "Allgemeine Fertigungstechnik" soll der Prüfungsteilnehmer nachweisen, daß er unter Beachtung der fachbezogenen Rechtsvorschriften über allgemeine fertigungstechnische Kenntnisse verfügt und allgemeine fertigungstechnische Zusammenhänge erkennen, beurteilen und zweckentsprechende Maßnahmen einleiten kann. In diesem Rahmen können geprüft werden:
Kenntnisse der Satz-, Repro- und Drucktechnik;
fachbezogene Rechtsvorschriften;
Broschürenherstellung und Druckverarbeitung,
Mappen- und Sonderfertigung;
Schutzvorrichtungen und persönliche Schutzausrüstungen,
Schutzmaßnahmen gegen Gefahren im innerbetrieblichen Transport und Verkehr;
Möglichkeiten und Verfahren,
Prüf- und Kontrollmethoden,
Abnahmebedingungen und Liefervorschriften.
(6) Im Prüfungsfach "Spezielle Fertigungstechnik" soll der Prüfungsteilnehmer nachweisen, daß er über spezielle fertigungstechnische Kenntnisse und über die erforderlichen Detailkenntnisse in dem in Absatz 5 Nr. 3 genannten Fertigungsverfahren verfügt und die theoretischen Grundlagen zur Herstellung eines entsprechenden Zwischen- oder Endproduktes einschließlich der Fertigungsplanung beherrscht. In diesem Rahmen können geprüft werden:
Im Fertigungsverfahren Broschürenherstellung und Druckverarbeitung:
Schneiden, Falzen, Heften, Klebebindetechniken, Ausstattungstechniken, Anlege-, Ablage- und Fördersysteme;
im Fertigungsverfahren Buchherstellung:
Blockfertigung, Deckenfertigung, Präge- und Verzierungstechniken;
im Fertigungsverfahren Mappen- und Sonderfertigung:
Stanztechniken, Mappenherstellung, Hochfrequenz-Schweißen, Kaschier- und Sonderarbeiten.
(7) Im Prüfungsfach "Kalkulation" soll der Prüfungsteilnehmer nachweisen, daß er in der Lage ist, eine in sich geschlossene Kalkulation nach Vorgaben zu erstellen.
(8) Im Prüfungsfach "Fertigkeiten in den Fertigungsverfahren" soll der Prüfungsteilnehmer in einer praktischen Prüfungsarbeit nachweisen, daß er die Arbeitstechniken in den in Absatz 6 aufgeführten Fertigungsverfahren beherrscht. Dabei ist von einer spezifischen Fertigungsaufgabe mit hohem Schwierigkeitsgrad auszugehen, zu deren Lösung der Prüfungsteilnehmer die sachgerechten Arbeitstechniken auswählen, den Arbeitsablauf bestimmen und den Zeitbedarf ermitteln soll. Hierfür stehen bis zu 24 Stunden zur Verfügung.
(9) In den in den Absätzen 2 bis 7 genannten Prüfungsfächern ist schriftlich zu prüfen. Die schriftliche Prüfung soll nicht länger als 10 Stunden dauern; sie besteht je Prüfungsfach aus einer unter Aufsicht anzufertigenden Arbeit. Die Mindestzeiten betragen im Prüfungsfach:
2. Technologie der Werk- und Hilfsstoffe: 1 Stunde,
3. Betriebstechnik: 1 Stunde,
4. Allgemeine Fertigungstechnik: 1 Stunde,
5. Spezielle Fertigungstechnik: 2 Stunden,
6. Kalkulation: 2 Stunden.
(2) Die Prüfung ist bestanden, wenn der Prüfungsteilnehmer in jedem Prüfungsfach des fachrichtungsspezifischen Prüfungsteils, im schriftlichen und praktischen Teil des berufs- und arbeitspädagogischen Teils sowie im fachrichtungsübergreifenden Prüfteil mindestens ausreichende Leistungen erbracht hat. Dabei dürfen nur in einem Prüfungsfach des fachrichtungsübergreifenden Prüfungsteils nicht ausreichende Leistungen vorliegen. Bei einer ungenügenden Prüfungsleistung in einem Prüfungsfach ist die Prüfung nicht bestanden.
Diese Verordnung tritt am 1. Dezember 1988 in Kraft.
(Fundstelle: BGBl. I 1988, 761 - 762;
Herr/Frau .......................................................
geboren am ................ in ..................................
hat am ..................... die Prüfung zum anerkannten Abschluß
Fachrichtung Buchbinderei vom 10. Juni 1988 (BGBl. I S. 756),
die zuletzt durch Artikel 24 der Verordnung vom 26. März 2014
I. Fachrichtungsübergreifende Prüfung ............
II. Fachrichtungsspezifische Prüfung ............
1. Mathematische und naturwissenschaftliche
Grundlagen ............
2. Technologie der Werk- und Hilfsstoffe ............
3. Betriebstechnik ............
4. Allgemeine Fertigungstechnik ............
5. Spezielle Fertigungstechnik ............
7. Fertigkeiten in den Fertigungsverfahren ............
III. Berufs- und arbeitspädagogische Eignung ............
Eignung durch die Prüfung am ..........
Stand: Zuletzt geändert durch Art. 24 V v. 26.3.2014 I 274
1988, 756: BGBl I