Source: https://www.nlwkn.niedersachsen.de/naturschutz/schutzgebiete/die_einzelnen_naturschutzgebiete/-40804.html
Timestamp: 2020-04-02 07:26:03
Document Index: 374070077

Matched Legal Cases: ['§ 24', '§ 24', '§ 6', '§ 329', '§ 65', '§ 3', '§ 3', '§ 4']

Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Hollweger Moor" | Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Hollweger Moor"
(NSG WE 211)
Verordnung vom 10.12.1991 über das Naturschutzgebiet "Hollweger Moor" in der Stadt Westerstede, Landkreis Ammerland
Aufgrund des § 24 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes (NNatG) in der Fassung vom 02.07.1990 (Nds. GVBl. S. 235) wird verordnet:
(1) Das in Abs. 3 näher bezeichnete Gebiet wird zum Naturschutzgebiet "Hollweger Moor" erklärt.
(2) Das Naturschutzgebiet ist ca. 91 ha groß.
der Stadt Westerstede, 2910 Westerstede
Zweck der Unterschutzstellung ist es, den Landschaftsraum des "Hollweger Moores" als Lebensraum einer vielfältigen, allgemein auf Feuchtgebiete angewiesenen oder speziell an Hochmoorgebiete gebundenen Lebensgemeinschaft von Pflanzen und Tieren zu erhalten, zu sichern und durch Maßnahmen zur Biotopgestaltung zu entwickeln. In den unkultiviert verbliebenen Teilgebieten soll vor allem eine kleinflächige Hochmoorregeneration und die Erhaltung von Heideflächen gefördert werden, während die kultivierten Grünlandgebiete bei weiterer Bewirtschaftung vorrangig als Lebensraum von Lebensgemeinschaften des feuchten Grünlandes gesichert und vor Störungen geschützt werden sollen. Zudem dienen die an unkultivierte Moorflächen angrenzenden Grünländereien als Abstandszone zwischen den empfindlichen Regenerationsflächen und der intensiv genutzten Geestlandschaft.
Besondere Bedeutung kommt dem "Hollweger Moor" außerdem in seiner Funktion als Trittstein zur Vernetzung unkultivierter Hochmoorreste zwischen den ostfriesischen Zentralmooren und den Mooren des Oldenburger Landes zu.
(1) Gemäß § 24 (2) NNatG sind alle Handlungen verboten, die das Naturschutzgebiet oder einzelne seiner Bestandteile zerstören, beschädigen oder verändern.
(2) Das Naturschutzgebiet darf außerhalb der gekennzeichneten Wegen nicht betreten oder befahren werden.
1. die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung jedodch ohne:
- Umwandlung von Grünland in Acker einschließlich Ackerzwischennutzung,
- die Grünlandnarbe zu erneueren,
- Pflanzenschutzmittel anzuwenden,
- bislang nach den Regeln der Deutschen Hochmoorkultur bewirtschaftete Flächen in Sandmisch- oder Sanddeckkulturen umzuwandeln.
2. Maßnahmen, zu deren Durchführung eine gesetzliche Verpflichtung besteht. Sie sind hinsichtlich Zeitpunkt und Ausführung vor ihrer Durchführung mit der Bezirksregierung Weser-Ems - obere Naturschutzbehörde - abzustimmen,
3. das Betreten oder Befahren des Gebietes, soweit dies zur rechtmäßigen Nutzung oder Bewirtschaftung erforderlich ist, durch den Nutzungsberechtigten oder Eigentümer.
§ 6 Hinweis
(1) Gemäß § 329 Abs. 3 Strafgesetzbuch (StGB) wird mit Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer innerhalb des Naturschutzgebietes Bodenbestandteile oder Bodenschätze abbaut oder gewinnt, Abgrabungen oder Aufschüttungen vornimmt, Gewässer schafft, verändert oder beseitigt, Moore oder sonstige Feuchtgebiete entwässert, ohne in Besitz einer Befreiung zu sein.
(3) Ein Verstoß kann gemäß § 65 NNatG im Falle des § 3 Abs. 1 dieser Verordnung mit einer Geldbuße bis zu 50.000,-- DM, im Falle des § 3 Abs. 2 und 3 und § 4 Abs. 1 dieser Verordnung mit einer Geldbuße bis zu 10.000,-- DM geahndet werden.
Oldenburg, den 10.12.1991
Dr. Eckart Bode
Naturschutzgebiet "Hollweger Moor"