Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=31.07.2009&Aktenzeichen=2%20StR%2095/09
Timestamp: 2019-07-24 07:59:34
Document Index: 260986274

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 266', '§ 64', '§ 266', '§ 64', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 266', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 31.07.2009 - 2 StR 95/09 - dejure.org
https://dejure.org/2009,975
BGH, 31.07.2009 - 2 StR 95/09 (https://dejure.org/2009,975)
BGH, Entscheidung vom 31.07.2009 - 2 StR 95/09 (https://dejure.org/2009,975)
BGH, Entscheidung vom 31. Juli 2009 - 2 StR 95/09 (https://dejure.org/2009,975)
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GmbH-Untreue (Pflichtwidrigkeit bei Untreuehandlungen zulasten konzernintegrierter GmbHs bei Zustimmung der Alleingesellschafterin); Vermögensnachteil (Anforderungen an die Feststellungen zur vermögensschädigenden Überschuldung konzernabhängiger Gesellschaften durch Darlehensgewährung bei zentralem Cash-Management); Untreuevorsatz (mangelnde Kenntnis der Folgen einer Sicherungsabtretung)
StGB § 266 Abs. 1; GmbHG § 64 S. 3 i. d. F. vom 23. Oktober 2008
Pflichtwidrigkeit i.R.v. Untreuehandlungen zu Lasten konzernintegrierter GmbHs bei Zustimmung der Alleingesellschafterin; Treuwidrige und wirkungslose Vermögensverfügung gegenüber einer Gesellschaft i.R.v. Scheingeschäften; Begründung des Untreuevorwurfes zum Nachteil einer beherrschten Gesellschaft durch "existenzgefährdende" Abforderungen des Vorstandes; Anforderungen an die Feststellungen zur vermögensschädigenden Überschuldung konzernabhängiger Gesellschaften durch Darlehensgewährung bei zentralem Cash-Management
Untreuestrafbarkeit des Vorstands der herrschenden Gesellschaft bei existenzgefährdenden Eingriffen zu Lasten konzernintegrierter GmbH
StGB § 266 Abs. 1; GmbHG § 64 Satz 3
Geschäftsführer, Gesellschafterhaftung, Haftung Geschäftsleiter, verbundene Unternehmen, Vermögensbetreuungspflicht, Vermögensdelikte, Vermögensübertragung
Untreuerisiko durch Cash-Pooling im Konzern
matzen-partner.de (Zusammenfassung)
Untreuestrafbarkeit bei Existenzgefährdung
Strafbare Untreue durch AG-Vorstandsmitglied
Strafbarkeit des Vorstands einer AG für existenzgefährdende Eingriffe (RA Dr. Erich Waclawik; Status:Recht 2009, 220)
Untreue im Konzernverbund (RA Ulrich Leimenstoll, Köln; ZIS 2/2010, S. 143-148)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH v. 31.7.2009, Az.: 2 StR 95/09 (Strafbarkeit wegen Untreue wegen Vermögensschädigung zu Lasten konzernintegrierter GmbH)" von Ltd. OStA Folker Bittmann, original erschienen in: GmbHR 2009, 1202 - 1208.
BGHSt 54, 52
NJW 2009, 3666
ZIP 2009, 1860
NStZ 2010, 89
NZI 2009, 736
StV 2010, 74
DB 2009, 2089
NZG 2009, 1152
Da die Pflichtwidrigkeit des Handelns Merkmal des Untreuetatbestands ist, schließt das Einverständnis des Inhabers des zu betreuenden Vermögens die Tatbestandsmäßigkeit aus (BGH, Urteil vom 21. Dezember 2005 - 3 StR 470/04, BGHSt 50, 331, 342; Beschluss vom 31. Juli 2009 - 2 StR 95/09, BGHSt 54, 52, 57; Urteil vom 27. August 2010 - 2 StR 111/09, BGHSt 55, 266, 278).
Denn nach der Rechtsprechung bildet der existenzgefährdende Eingriff als Grenze der Verfügungsbefugnis des Gesellschafters wohl den Oberbegriff, der die Unterfälle Beeinträchtigung des Stammkapitals sowie Entziehung der Produktionsgrundlagen oder Gefährdung der Liquidität umfasst (BGH, Beschluss vom 31. Juli 2009 - 2 StR 95/09, BGHSt 54, 52, 58; vgl. auch BGH, Urteil vom 13. Mai 2004 - 5 StR 73/03, BGHSt 49, 147, 158).
Zwar war es den Angeklagten R. nicht erlaubt, der H. GmbH dasjenige Vermögen zu entziehen, das die Gesellschaft noch zur Begleichung ihrer Verbindlichkeiten benötigte (vgl. BGH, Urteil vom 13. Mai 2004 - 5 StR 73/03, BGHSt 49, 147, 158 f.; BGH, Beschluss vom 31. Juli 2009 - 2 StR 95/09, BGHSt 54, 52 mwN).
Da der Untreuetatbestand den Zweck hat, das dem Treupflichtigen anvertraute fremde Vermögen zu schützen (vgl. BGHSt 43, 293, 297), sind Verfügungen, die in Übereinstimmung mit dem Vermögensinhaber erfolgen, grundsätzlich nicht pflichtwidrig im Sinne des § 266 Abs. 1 StGB ( BGHSt 50, 331, 342; 54, 52, 57), sofern das Einverständnis nicht aus bestimmten Gründen unwirksam ist (vgl. BGHSt 54, 52, 57 f.; NJW 2012, 2366, 2369).
Wie der Generalbundesanwalt in seiner Antragsschrift vom 30. Juli 2009 zutreffend ausgeführt hat, kommt die Begehung einer Untreue gegenüber der P. D. sowohl durch einen Angriff auf das Stammkapital als auch durch eine Existenzgefährdung, insbesondere eine Liquiditätsgefährdung in Betracht (vgl. hierzu im Einzelnen Senatsbeschluss vom 31. Juli 2009 - 2 StR 95/09 - zur Veröffentlichung in BGHSt vorgesehen).
Der Fall unterscheidet sich insoweit von den in der höchstrichterlichen Rechtsprechung entschiedenen Fällen, in denen eine Vermögensbetreuungspflicht nur im Hinblick auf die existenzerhaltende Liquidität von Tochtergesellschaften angenommen wurde (etwa BGH, Urteil vom 13.05.2004 - 5 StR 73/03 -, Tz. 47 ff., zitiert nach Juris; BGH, Urteil vom 31.07.2009 - 2 StR 95/09 -, Tz. 24 ff., zitiert nach Juris).