Source: http://www.grenzgaenger-forum.de/forum/steuern/uberschreitung-45-tage-regel-und-anzeigepflicht/
Timestamp: 2018-10-17 12:27:38
Document Index: 67302077

Matched Legal Cases: ['§ 41', '§ 38', '§39', '§ 38', '§ 41', '§ 93', '§ 39']

Überschreitung 45 Tage Regel und Anzeigepflicht
« am: 21. Juli 2016, 11:23:57 »
weiss jemand, wer die Überschreitung der 45 Tage Frist für Grenzgänger anzeigen muss?
Ist das Aufgabe des Arbeitnehmer oder Arbeitgebers? Ich falle durch Aussendienst über durch diese Regel, nun wrid man mich richtigerweise in Deutschland versteuern. Aber was ist mit der Zeit, in der ich sozusagen nicht den Grenzgängerstatus hatte? Hätte ich da das anzeigen müssen? Muss ich mit einer Steuernachzahlung rechnen?
Re: Überschreitung 45 Tage Regel und Anzeigepflicht
« Antwort #1 am: 21. Juli 2016, 17:34:39 »
Ist deine Pflicht es anzuzeigen, interessiert den d. Arbeitgeber nicht.
Du bist Steuerschuldner und somit auch in der Pflicht.
Wenn es auffliegt, möchte ich nicht in deiner Haut stecken.
Du Franzosen verstehen da keine Spaß.
« Antwort #2 am: 25. Juli 2016, 15:04:33 »
Wieso die Franzosen??
Wenn, dann haben die deutschen Behörden ein Interesse daran...schließlich müsste man dann in Deutschland versteuern. Oder habe ich etwas falsch verstanden?
Soweit ich weiß, sollte es bei einer Steuerprüfung auffallen, halten sich die deutschen Finanzbehörden zunächst an den Arbeitgeber um die Steuerschuld einzufordern.
Am besten wäre es, sich mal bei einem Steuerberater schlau zu machen...ist in dem Fall wohl gut investiertes Geld...bzw kannst du das nicht über die Steuerberater des Arbeitgebers in Erfahrung bringen?
« Letzte Änderung: 25. Juli 2016, 15:07:13 von Stini »
« Antwort #3 am: 26. Juli 2016, 05:36:26 »
Natürlich die Deutschen aber auch die Franzosen du hast richtig gelesen.
« Antwort #4 am: 11. Juni 2017, 13:57:00 »
Zitat von: arbitrium am 21. Juli 2016, 11:23:57
die rechtliche Situation hat sich durch eine neue Vereinbarung in 2017 verändert. Dort steht auf den Seiten 5 und 6, dass der Arbeitgeber für die Überwachung und Dokumentation der tatsächlichen Arbeitsorte verantwortlich ist.
Sofern ein Arbeitnehmer die 45-Tage-Regelung überschreitet, muss der Arbeitgeber deutsche Lohnsteuer einbehalten - und zwar für das komplette Jahr nachträglich! Falls der Lohn nicht ausreicht muss der Arbeitnehmer die (nicht abgeführte) Lohnsteuer an den Arbeitgeber zurückbezahlen und es darf nicht in den nächsten Monat verschoben werden!!
Siehe auch das Original-Dokument vom Bundesfinanzministerium:
http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Internationales_Steuerrecht/Staatenbezogene_Informationen/Laender_A_Z/Frankreich/2017-03-30-durchfuehrung-des-grenzgaengerfiskalausgleichs-Artikel-13-a-DBA-Frankreich.pdf?__blob=publicationFile&v=3
Hier nochmals der Link zum Bundesfinanzministerium mit allen relevanten Dokumenten:
« Antwort #5 am: 11. Juni 2017, 14:05:39 »
Hier der direkte Text nochmals, auszugsweise Seite 5:
Zusätzlich zu den nach § 41 Absatz 1 EStG bestehenden Aufzeichnungspflichten beim Lohnsteuerabzug hat ein Arbeitgeber im Sinne des § 38 Absatz 1 EStG für französische Grenzgänger bzw. französische Leiharbeitnehmer, bei denen aufgrund einer Freistellung nach §39 Absatz 3 i. V. m. Absatz 4 Nummer 5 EStG vom Lohnsteuerabzug abzusehen ist, eineAufstellung über die Tätigkeitsorte des Arbeitnehmers im Bescheinigungszeitraum zu führen und als Beleg zum Lohnkonto zu nehmen (siehe Anlage 1). Die Aufstellung dient als Grundlage für eine mögliche Überprüfung der Grenzgängereigenschaft des betreffenden Arbeitnehmers durch die Lohnsteuer-Außenprüfung. Ferner hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer auf dessen Verlangen hin eine Bescheinigung über die Tätigkeitsorte zu erteilen, anhand der dieser ggf. gegenüber der französischen Steuerbehörde die fehlende Grenzgängereigenschaft glaubhaft machen oder nachweisen kann (Artikel 2 Absatz 7 Satz 1 Vertragsgesetz).
Der Arbeitgeber im Sinne des § 38 Absatz 1 EStG ist grundsätzlich verpflichtet, bei Beendigung des Dienstverhältnisses oder am Ende des Kalenderjahres der Finanzverwaltung bis zum letzten Tag des Monats Februar des folgenden Jahres eine elektronische Lohnsteuer-bescheinigung zu übermitteln (§ 41b Absatz 1 Satz 2 EStG i. V. m. § 93c Absatz 1 Nummer 1 AO). Dies gilt auch in den Fällen eines französischen Grenzgängers, dessen Arbeitslohn aufgrund einer Bescheinigung des Betriebsstättenfinanzamts nach § 39 Absatz 3 Satz 1 i.V. m. Absatz 4 Nummer 5 EStG vom deutschen Lohnsteuerabzug befreit ist...
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