Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ+48,+58
Timestamp: 2018-12-13 00:39:36
Document Index: 245172402

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 28', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 14', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 8', '§ 8', 'BGH', 'BGH', '§ 17', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 14', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 14', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 29.05.1967 - III ZR 143/66 - dejure.org
Voraussetzungen einer Enteignungsentschädigung - Anspruch eines Gewerbebetriebs auf Entschädigung bei Erschwerung des Zugangs durch Straßenverlegung - Ansprüche gegen die öffentliche Hand bei Einwirkungen auf einen Gewerbebetrieb - Anforderungen an ein schutzwürdiges Vertrauen auf das Fortbestehen eines Zustands - Anforderungen an zulässige Einschränkungen des Gemeingebrauchs an Bundesstraßen - Unterschiede zwischen Enteignungen und enteignungsgleichen Eingriffen - Inhalt des Eigentums an Grundstücken an öffentlichen Straßen
BGHZ 48, 58
NJW 1967, 1752
MDR 1967, 741
DVBl 1967, 879
DVBl 1968, 90
DB 1967, 1261
DÖV 1967, 717
Die Kläger sind mit ihren Beförderungsunternehmen dem Schicksal der Straßen unterworfen, auf denen sie ihr Gewerbe ausüben; sie müssen, ebenso wie die Straßenanlieger (vgl. Urteil des Senatsvom 8. Oktober 1976 - BVerwG 7 C 24.73 -, NJW 1977, 2367 = Buchholz 442.01 § 28 PBefG Nr. 3; BGHZ 48, 58 [60]; 55, 261 [264]; 57, 359 [364]) Verkehrsregelungen oder Verlagerungen des Verkehrs grundsätzlich hinnehmen, mit denen die Straßen den sich wandelnden Bedürfnissen des Verkehrs und seiner Sicherheit und Leichtigkeit angepaßt werden.
Die Aussicht, derartige Interessenten an einen bestimmten Betrieb zu binden, kann, wenn sie von entsprechenden betrieblichen Dispositionen des Inhabers begleitet ist, die Qualität einer Rechtsposition erst dann gewinnen, wenn die diese Entwicklung begünstigende Verkehrslage auf Umständen außerbetrieblicher Art beruht, mit deren Fortbestand der Inhaber verläßlich rechnen darf (vgl. BGHZ 23, 157, 163 [BGH 28.01.1957 - III ZR 141/55] ; 40, 355, 367 [BGH 30.09.1963 - III ZR 125/62] ; 45, 150, 159 [BGH 31.01.1966 - III ZR 110/64] ; 48, 58, 60 [BGH 29.05.1967 - III ZR 143/66] ; 48, 65, 66) [BGH 29.05.1967 - III ZR 126/66] .
Wandlungen dieser Art, die beispielsweise dahin führen, daß der Verkehr von der Anliegerstraße abgezogen wird und die alte Straße verödet, halten sich grundsätzlich im Rahmen der dem Gemeingebrauch innewohnenden Aufgabenstellung und sind nicht geeignet, einen Entschädigungsanspruch zu begründen, sofern die Anliegerstraße als Kommunikationsmittel erhalten bleibt (vgl. BGHZ 8, 273, 275 [BGH 22.12.1952 - III ZR 139/50] ; 48, 58, 60 f [BGH 29.05.1967 - III ZR 143/66] ; 48, 65) [BGH 29.05.1967 - III ZR 143/66] .
Die Führung eines Gewerbebetriebes auf diesem Grundstück stellt indessen nur eine künstliche Verknüpfung zwischen dem Anlieger-Gemeingebrauch und dem Unternehmen her, die es rechtfertigt, dadurch verwirklichte Betriebsvorteile nur in engen Grenzen in die Eigentumsgarantie aufzunehmen (BGH DVBl 1967, 881; BGHZ 48, 58, 60, 62 f [BGH 29.05.1967 - III ZR 143/66] ).
Das gilt insbesondere für einen - wie hier - gegebenen straßenverkehrlichen Lagevorteil (vgl. BVerfG [Kammer] NJW 1992, 1878; BGHZ 48, 58; BGHZ 55, 261; BGHZ 94, 373).
BGH, 11.01.1979 - III ZR 120/77
Entschädigungsanspruch eines Gewerbebetriebes wegen Fahrbahnverengung und daraus …
Weitergehend hat jedoch der erkennende Senat in ständiger Rechtsprechung entschieden, ein nach Art. 14 GG entschädigungspflichtiger Eingriff könne auch darin liegen, daß die bisherige Zugangsmöglichkeit zwar nicht unterbrochen, aber doch so erschwert werde, daß damit die bisherige Benutzbarkeit des Grundstücks verändert und infolgedessen sein Wert nicht nur unerheblich gemindert wird (vgl. z.B. Urteil vom 29. Mai 1968 - III ZR 143/66 = BGHZ 48, 58, 63).
Es ist indessen nicht streitig gewesen, daß diese Vorschrift dem betroffenen Anlieger nur eine Enteignungsentschädigung gewährte (vgl. BGHZ 48, 58, 63 f).
Wird die bisherige Zugangsmöglichkeit zur öffentlichen Straße so erschwert, daß damit die bisherige Benutzbarkeit des Grundstücks verändert und infolgedessen sein Wert nicht nur unerheblich gemindert wird, dann kann darin ein entschädigungspflichtiger Eingriff liegen (BGHZ 48, 58, 62 f).
BVerwG, 21.10.2003 - 4 B 93.03
Vorliegen einer erheblichen Erschwerung der Benutzung der Zufahrten und Zugänge ; …
§ 8a Abs. 4 Satz 1 FStrG (= § 8 Abs. 4a FStrG a.F.) trägt der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs Rechnung, wonach die Unterbrechung oder wesentliche Erschwerung einer Verbindung eines Grundstücks mit der an ihm vorbeiführenden Straße einen Enteignungstatbestand bilden kann (BGH, Urteil vom 29. Mai 1967 III ZR 143/66 BGHZ 48, 58 "Rheinuferstraße").
Bloße objektivrechtlich nicht geschützte Erwerbsmöglichkeiten, Gewinnaussichten, Hoffnungen oder Chancen fallen nicht darunter (BVerwG, Urteil vom 11. November 1983 BVerwG 4 C 82.80 Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 55; BGH, Urteil vom 29. Mai 1967, a.a.O. ).
bei der Änderung des Verkehrsstroms auf öffentlichen Straßen (BGHZ 48, 58, 60),.
Das Abschneiden bloßer Chancen, Hoffnungen und Erwartungen genügt nicht (vgl. etwa BGHZ 48, 58, 61 und Senatsbeschluß vom 9. Oktober 1961 - AnwZ (B) 27/61 = EGE VII 14, 18; BVerfGE 28, 119, 142; 30, 292, 334/335).
Was andererseits die Beziehung zwischen der Eigentumsgewährleistung und insbesondere dem Anliegergebrauch anlangt, findet die oben wiedergegebene Auffassung eine hinreichende Bestätigung in der umfangreichen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur Anliegernutzung von Gewerbebetrieben, die im Sinne des "Kontaktes nach außen" (z.B. Urteile vom 29. Mai 1967 - III ZR 126/66 - in NJW 1967, 1749 [1750], - III ZR 143/66 - [NJW 1967, 752] und vom 8. Januar 1968 - - III ZR 110/67 - [DVBl. 1968, 212]) das Verhältnis zwischen dem Gewerbebetrieb und der Straße dem Rechtsgut des eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetriebes und damit dem Schutz des Art. 14 Abs. 1 GG unterstellt (vgl. dazu aus der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs insbesondere die Urteile vom 22. Dezember 1952 - III ZR 139/50 in BGHZ 8, 273 [275 f.], vom 28. Januar 1957 - III ZR 141/55 - in BGHZ 23, 157 [161 ff.], vom 15. Mai 1957 - V ZR 143/56 - in NJW 1957, 1396 [1397] sowie vom 7. Juli 1960 - III ZR 116/59 - [NJW 1960, 1995] und dazu ferner OVG Münster, Urteil vom 18. Januar 1961 [DVBl. 1961, 890 f.]).
BFH, 09.11.1994 - I R 5/94
1. Gläubiger der von einer KG bezogenen Kapitalerträge sind die Mitunternehmer (§ …
Die Minderung von Gewinnchancen ist noch kein Eingriff in konkrete Werte und Objekte (BGH-Urteil vom 29. Mai 1967 III ZR 143/66, BGHZ 48, 58 - 61 - Bonner Kommentar zum Grundgesetz, Art. 14 Rz. 84).
Vielmehr ist die Zufahrt zum Betrieb von der öffentlichen Straße her im Ergebnis so erschwert worden, daß damit die bisherige Benutzbarkeit des Grundstücks der Beklagten für ihre gewerblichen Zwecke erheblich beeinträchtigt und infolgedessen sein Wert aus betriebsbezogener Sicht beträchtlich gemindert war (vgl. Senatsurteile BGHZ 48, 58, 62 f. …und vom 11. Januar 1970 aaO).
BGH, 13.03.1975 - III ZR 152/72
Zur Möglichkeit des enteignenden Eingriffs wegen Durchschneidung des die …
BGH, 22.04.1976 - III ZR 175/73
Anfechtung eines Beschlusses der Enteignungsbehörde - Von Amts wegen zu prüfende …
BGH, 31.03.1976 - III ZR 175/73
OVG Mecklenburg-Vorpommern, 11.12.2009 - 1 M 192/09
Straßen- und Wegerecht: Anspruch auf angemessenen Ersatz bei wesentlicher …
BGH, 18.10.1979 - III ZR 177/77
Anspruch auf eine Enteignungsentschädigung nach dem Fluglärmschutzgesetz - …
BGH, 08.01.1968 - III ZR 167/65
Anspruch auf Schadensersatz aus Anlass eines Straßenbaus - Fehlerhafte und …