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Timestamp: 2016-10-23 01:23:08
Document Index: 377583584

Matched Legal Cases: ['in dubio', 'Art. 103', 'Art. 103', 'in dubio', 'in dubio', 'in dubio', 'in dubio', 'in dubio', 'Art. 12', 'BGE', 'Art. 15', 'BGE', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 16', 'Art. 66']

6B_432/2010 (01.10.2010)
6B_432/2010
X.________, vertreten durch Rechtsanw�ltin Stefanie Wagner,
Vors�tzliche T�tung; Notwehr (Willk�r, Grundsatz in dubio pro reo),
X.________ erhebt Beschwerde in Strafsachen. Sie beantragt, die Rechtskraft des kreisgerichtlichen Schuldspruchs wegen Widerhandlungen gegen das BetmG festzustellen und sie deswegen mit 12 Monaten Freiheitsstrafe bedingt (mit zweij�hriger Probezeit sowie unter Anrechnung der Polizei- und Untersuchungshaft) zu bestrafen und die Kosten anteilsm�ssig zu verteilen. Das obergerichtliche Urteil sei aufzuheben, und sie sei vom Vorwurf der vors�tzlichen T�tung freizusprechen. Sie sei mit Fr. 40'350.-- f�r das kreisgerichtliche und mit Fr. 14'427.-- f�r das obergerichtliche Verfahren zu entsch�digen. Die Zivilklagen seien abzuweisen, die Kaution freizugeben und die mit der Haftentlassung angeordneten Ersatzmassnahmen aufzuheben. Die kreisgerichtlichen Verfahrenskosten seien h�lftig dem Kanton und den Privatkl�gern und die obergerichtlichen Verfahrenskosten dem Kanton aufzuerlegen. Eventuell sei die Sache zur Berichtigung des Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Hinsichtlich der Zivilklagen sei als vorsorgliche Massnahme die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen. F�r das bundesgerichtliche Verfahren sei ihr eine Parteientsch�digung auszurichten.
Das Bundesgericht weist mit heutigem Entscheid die von Y.________ erhobene Beschwerde in Strafsachen betreffend (h�here) Genugtuung ab (6B_405/2010).
1.1 Die aufschiebende Wirkung der Beschwerde in Strafsachen erstreckt sich nicht auf den Entscheid �ber Zivilanspr�che (Art. 103 Abs. 2 lit. b BGG). Eine andere Anordnung (Art. 103 Abs. 3 BGG) dr�ngt sich nicht auf. Die Beschwerdef�hrerin macht nicht geltend, die Zivilkl�ger strebten bereits die Durchsetzung der Zivilforderungen an.
1.2 Die Vorinstanz stellt fest, der kreisgerichtliche Schuldspruch wegen qualifizierter Widerhandlungen gegen das BetmG sei in Rechtskraft erwachsen (Urteilsdispositiv A/I). Diese Feststellung ist nicht angefochten, weshalb es dabei bleibt. Das Bundesgericht hat das nicht erneut zu best�tigen.
In ihrer zusammenfassenden Beweisw�rdigung stellt die Vorinstanz fest, Hintergrund des T�tungsdelikts bilde eine schwierige Beziehung zwischen der Beschwerdef�hrerin und dem Opfer, welche gepr�gt gewesen sei von Streitereien und k�rperlichen �bergriffen des Opfers. Sie habe bei der Tat "mitunter Angst vor weiteren k�rperlichen Angriffen [des Opfers] auf ihre Person" gehabt. "Nebst der Angst [sei sie] aber auch w�tend und ver�rgert �ber das Verhalten ihres Ex-Freundes" gewesen. Im Laufe der Auseinandersetzungen zwischen ihnen sei das Opfer immer aggressiver geworden. Es habe sie bedr�ngt und ihre Aufforderungen ignoriert, das Haus endlich zu verlassen und ihr so kurz nach ihrem Spitalaufenthalt endlich Ruhe zu g�nnen. Nachdem sie angedroht habe, die Polizei zu alarmieren, und das Opfer dies einerseits ignoriert, sie weiter provoziert und anderseits daraufhin versucht habe, ihr das Handy wegzunehmen, habe sie sich derart in die Ecke gedr�ngt gef�hlt, dass sie, aus Angst vor weiteren �bergriffen sowie aus Wut und �rger verbunden mit einer gewissen Ohnmacht und der nicht zu vernachl�ssigenden Ersch�pfung aufgrund ihres Spitalaufenthalts, mit dem zuvor vom K�chentisch ergriffenen Messer zwei Mal kurz hintereinander in dessen Brust bzw. Oberk�rper gestochen habe (angefochtenes Urteil S. 41).
Die Beschwerdef�hrerin r�gt Willk�r und Verletzung des Grundsatzes in dubio pro reo.
3.1 Sie macht geltend, die Vorinstanz weise willk�rlich den Einwand zur�ck, das Verletzungsbild zeige, dass sie keinesfalls wuchtig zugestossen habe. Die Vorinstanz nehme aktenwidrig an, dies ergebe sich aus den Wundtiefen am Oberarm von 4,5 cm und an der Brust von 2,5 cm. Der Obduktionsbericht verwende den Begriff "Wundl�nge". Die Wundtiefe sei nicht ausgemessen worden. Das seien zwei v�llig verschiedene Begriffe. Die Vorinstanz schliesse daraus zu Unrecht, dass die Stiche heftig oder wuchtig gewesen seien.
Die Vorinstanz stellt fest, dem rechtsmedizinischen Gutachten lasse sich �ber die Heftigkeit bzw. Wuchtigkeit der Stiche nichts Ausdr�ckliches entnehmen. Der Stich in den Oberarm mit einer Wundtiefe von 4,5 cm nach Durchstechung einer Jeansjacke, drei Pullovern und einem T-Shirt setze eine relativ grosse Kraftanwendung voraus. Mit etwas weniger Kraftaufwand sei der Stich in die Brust erfolgt, aber auch hier h�tten die Kleider durchstochen werden m�ssen. Sie habe stehend mit abw�rts gerichteter Stichbewegung die Verletzungen zugef�gt. Der Stich in die Brust sei nicht todesurs�chlich gewesen. Aber ein Stich, welcher 4,5 cm in den Arm eindringe, m�sse als tief bezeichnet werden (angefochtenes Urteil S. 44 - 47).
Es muss nicht gekl�rt werden, ob der rechtsmedizinisch verwendete Begriff "Wundl�nge" von der Vorinstanz als "Wundtiefe" verstanden werden durfte. Die Beschwerdef�hrerin legt nicht dar, was sie unter Wundl�nge versteht. Entscheidend ist, dass das Messer durch die Kleidung jedenfalls derart tief in den Arm eindrang, dass es die Armarterie verletzte. Insoweit erweist sich die vorinstanzliche Annahme nicht als unhaltbar, dass die Beschwerdef�hrerin "mit einer gewissen Wucht zwei Mal kurz hintereinander auf dessen K�rper eingestochen hat" (angefochtenes Urteil S. 45). Allerdings l�sst sich nur auf eine "gewisse Wucht" schliessen. Solche Kleidung wird wohl einem Schnitt, nicht aber einem Messerstich gr�sseren Widerstand entgegen setzen k�nnen.
3.2 Die Beschwerdef�hrerin bringt weiter vor, sie habe vor der Vorinstanz ausgef�hrt, das Opfer habe ihr im Laufe ihrer Beziehung gravierende Verletzungen zugef�gt, welche sogar lebensgef�hrlich gewesen seien. Es habe sie unter anderem einmal gew�rgt, bis sie ohnm�chtig geworden sei. Die Vorinstanz habe dieses W�rgen als reine Schutzbehauptung zur�ckgewiesen. Sie habe jedoch rund ein halbes Jahr vor der vorgeworfenen Tat bei der Anzeige wegen h�uslicher Gewalt in der polizeilichen Befragung am 25. August 2005 erkl�rt, ca. eine Woche bevor sie wegen dieser Verletzung zum Arzt gegangen sei, sei sie vom Opfer gew�rgt worden: "Ich war damals fast bewusstlos" (act. III/66). Am 4. M�rz 2006 habe sie der Polizei erkl�rt, sie sei in Panik gewesen und habe verhindern wollen, dass er nochmals auf sie loskomme. Sie habe seinen J�hzorn schon zur Gen�ge gekannt. Einmal habe er sie fast erw�rgt und mit St�hlen nach ihr geworfen (act. V/347). Die Auskunftsperson B.________ habe in seiner Einvernahme am 6. M�rz 2006 ausgef�hrt, die Beschwerdef�hrerin habe ihm erz�hlt, ihr letzter Fluchtort zu Hause sei die Toilette. Einmal solle das Opfer die T�re gewaltsam aufgebrochen haben. Er habe sie neben dem Schlagen auch derart gew�rgt, dass sie ohnm�chtig geworden sei (act. IV/51; Beschwerde S. 15). Aufgrund dieser �bereinstimmenden Aussagen h�tte die Vorinstanz in dubio pro reo davon ausgehen m�ssen, dass ihr diese Verletzungen damals zugef�gt worden seien.
Die Vorinstanz erw�hnt diese Vorbringen der Beschwerdef�hrerin (angefochtenes Urteil S. 27 und ff.). Diese habe aber weder bei den Spitaleintritten 2005 und 2006 noch bei einem psychiatrischen Konsilium oder gegen�ber dem Kreisarzt auf Gewalteinwirkungen hingewiesen. Bei einer erkennungsdienstlichen Behandlung am 4. M�rz 2006 habe sie erw�hnt, dass ihre Lungenprobleme mit einer Handgreiflichkeit des Opfers eigentlich angefangen h�tten (act. V/347). Auch die Strafanzeige und die Aussagen gegen�ber der Polizei im August 2005 h�lt die Vorinstanz fest (act. III/65 ff.), und sie f�hrt aus, weder in den 16 Einvernahmen noch gegen�ber den �rzten habe die Beschwerdef�hrerin je etwas davon erw�hnt, sie habe wegen Gewalt durch das Opfer einen Lungenriss erlitten. Die Einzigen, denen sie das gesagt habe, seien B.________, C.________ und D.________ gewesen. B.________ habe zu Protokoll gegeben, sie habe ihm das indirekt gesagt, indem sie darauf hingewiesen habe, die offizielle Begr�ndung sei Husten gewesen (act. V/97; angefochtenes Urteil S. 30 lit. g). Die Vorinstanz erw�hnt auch die Einvernahme vom 20. Februar 2007 (act. V/579). Ein Lungenriss durch �bergriffe des Opfers k�nne nicht als erstellt erachtet werden. Die entsprechenden Ereignisse h�tten aber in der Subjektivit�t der Beschwerdef�hrerin mit Sicherheit eine Rolle gespielt. Das W�rgen bis zur Ohnmacht sei eine Schutzbehauptung. Sie habe dies nur einmal am 4. M�rz 2006 erw�hnt (angefochtenes Urteil S. 30 f.).
Die Beschwerdef�hrerin legt Kopien von Befragungen ins Recht (Beilagen 5 [act. III/66], 6 [act. V/347], 7 [act. IV/51] und 8 [act. V/581]). Dabei ist festzustellen, dass act. IV/51 identisch ist mit der von der Vorinstanz zitierten Befragung von act. V/97 (bzw. act. V/95 identisch ist mit act. IV/51). Die Vorinstanz zitiert sogar ausdr�cklich (in indirekter Rede) die von der Beschwerdef�hrerin erw�hnte Stelle der Einvernahme von B.________, die lautet: "Im Fr�hling 2005 erlitt [sie] durch die Schl�ge [des Opfers] einen Riss in der Lunge. Das hat sie mir indirekt erz�hlt. Die offizielle Begr�ndung von ihr war der Husten."
Somit nimmt die Vorinstanz einerseits mit haltbarer Begr�ndung an, ein durch Schl�ge verursachter Lungenriss sei nicht erstellt. Anderseits stellt sie unmissverst�ndlich fest, dass diese Ereignisse subjektiv f�r die Beschwerdef�hrerin mit Sicherheit eine Rolle spielten und dass die Beziehung von Streitereien und k�rperlichen �bergriffen gepr�gt war (oben E. 2). Die Vorinstanz setzt sich an anderer Stelle nochmals eingehend mit den Angriffen des Opfers auf die Beschwerdef�hrerin auseinander (angefochtenes Urteil S. 36 - 41). Sie verkennt somit diesen gewaltt�tigen Hintergrund in keiner Weise.
3.3 Die Beschwerdef�hrerin f�hrt ferner aus, die Vorinstanz nehme an, dass Angst im Vordergrund gestanden habe, nicht aber Todesangst. Vielmehr habe sie die Angst mit Wut und massivem �rger �ber das Opfer vermischt. Es sei aber auch ihre Aussage zu erw�hnen: "Ich hatte damals ja Pneumothorax und war damals frisch operiert. Ich bef�rchtete, dass ein m�glicher Schlag [des Opfers] mich schwer h�tte verletzen k�nnen" (Beschwerde S. 16). Wut habe sie empfunden, bevor sie vom Opfer "traktiert" worden sei. W�hrend der k�rperlichen Auseinandersetzung habe sie "riesige Angst", "Panik", "Todesangst" empfunden. An der Hauptverhandlung habe die Sachverst�ndige ausgef�hrt, das mit dem Wutanfall sei eher spekulativ, zumal es aus den Aussagen der Explorandin nicht hervor gegangen sei. Zentral sei die Angst gewesen, es k�nne aber sein, dass eine Wut im zeitlich fr�heren Geschehen sich mit in die Affektsituation einbezogen habe, sich also mit der Angst vermischt habe. Die Vorinstanz verletze den Grundsatz in dubio pro reo, wenn sie sich �ber die umschriebenen Gef�hle hinwegsetze und auf die sehr spekulativen bzw. �usserst vagen �usserungen der Sachverst�ndigen st�tze. Indem die Vorinstanz annehme, ein durch die �bergriffe des Opfers m�glicher Lungenriss k�nne nicht als erstellt erachtet werden, verletze sie den Grundsatz in dubio pro reo als Beweislastregel. Es m�sse davon ausgegangen werden, dass sie vom Opfer bereits lebensgef�hrlich verletzt worden sei und im Tatzeitpunkt um ihr Leben gebangt habe.
Die Vorinstanz kommt zum Ergebnis, dass die Beschwerdef�hrerin durch das Drangsalieren seitens des Opfers Angst vor ihm bzw. vor weiteren �bergriffen hatte. Diese Angst sei offensichtlich im Vordergrund gestanden. Es sei aber nicht von Todesangst auszugehen. Auch sei davon auszugehen, dass sich diese Angst mit Wut und massivem �rger �ber das Opfer vermischt hatte (angefochtenes Urteil S. 34, 48). Diese Beurteilung ist haltbar. Sie verletzt den Grundsatz in dubio pro reo nicht.
Die Beschwerdef�hrerin bestreitet, eventualvors�tzlich (hinsichtlich eines T�tungsdeliktes) gehandelt zu haben. Es sei nicht nachgewiesen, dass die Messerstiche mit erheblichem Kraftaufwand erfolgt seien. Entgegen der Vorinstanz sei Laien im Allgemeinen nicht bekannt, dass eine Stichverletzung im Bereich Oberarm/Achsel lebensgef�hrlich sein k�nnte, weil sich dort eine leicht verletzbare Arterie befinde (dies k�nne nur f�r die Hals- und die Herzregion angenommen werden). Auch habe das Messer "nicht �ber eine sehr lange Klinge" verf�gt. Angesichts ihrer eigenen k�rperlichen Verfassung und der massiven �berlegenheit des kokainintoxierten und damit �usserst aggressiven Opfers sei ihr Beweggrund ausschliesslich Angst gewesen. Entgegen der Vorinstanz, die ausf�hre, ihre positiven Gef�hle f�r das Opfer seien in der unmittelbaren Tatphase nicht relevant gewesen, spielten diese Gef�hle eine sehr wesentliche Rolle. Denn sie habe ihrem Exfreund in jeder Lebenslage beigestanden, vor allem in seinen h�ufigen Notlagen. So habe sie ihm auch in der Nacht vom 2. auf den 3. M�rz 2006 eine Unterkunft bei sich angeboten, weil er einmal mehr nirgends Unterschlupf gefunden habe. Sie sei ihm also ausgesprochen gut gesinnt gewesen, was entschieden dagegen spreche, dass sie nur wenige Stunden sp�ter seinen Tod in Kauf genommen h�tte. Das werde auch dadurch belegt, dass sie nach der Wahrnehmung der Verletzung sofort Hilfe gesucht habe und das Opfer habe retten wollen. Im Zuge der handgreiflichen Auseinandersetzung sei es fatalerweise zu der t�dlichen Verletzung gekommen. Es best�nden keine Anzeichen daf�r, dass sie bei der Abwehr nicht nur grosse Angst, sondern auch Wut empfunden h�tte. Sie h�tte gar kein Motiv gehabt, das Opfer zu t�ten. Bei einem Stich in den Oberarm- und Achselbereich habe sie nicht mit dem Risiko einer Tatbestandsverwirklichung rechnen m�ssen.
Nichts weist darauf hin, dass die Beschwerdef�hrerin nicht vors�tzlich zugestochen h�tte. Wer in einer dynamischen Auseinandersetzung mit einem Messer in den Schulter-Brustbereich (und damit auch in die N�he des Halsbereichs) zusticht, muss in aller Regel mit schweren Verletzungen rechnen. Bei einem Messerstich in den Brustbereich ist das Risiko einer t�dlichen Verletzung als hoch einzustufen (Urteil 6B_239/2009 vom 13. Juli 2009 E. 2.4). Eine Todesfolge liegt damit im allgemein bekannten Rahmen des Kausalverlaufs und ist somit vom Vorsatz erfasst. Die Vorsatzannahme erfordert nicht, dass der (T�tungs-)Erfolg Handlungsziel ist. Vors�tzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat f�r m�glich h�lt und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB). Allerdings kann nicht unbesehen vom Wissen auf den Willen geschlossen werden. Je schwerer aber die Sorgfaltsverletzung ist, desto eher kann auf die Inkaufnahme der Tatbestandsverwirklichung geschlossen werden (BGE 135 IV 12 E. 2.3.2).
Die Vorinstanz kommt zutreffend zum Ergebnis, dass aufgrund der Gr�sse des Risikos der Tatbestandsverwirklichung, der Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, der Beweggr�nde (Angst, Ohnmacht und Wut) und der Art der Tathandlung davon auszugehen ist, dass die Beschwerdef�hrerin eine ausreichend objektive Gefahr schuf und diese als solche auch erkennen musste, so dass der Eventualvorsatz zu bejahen und Fahrl�ssigkeit auszuschliessen sind (angefochtenes Urteil S. 49).
Die Beschwerdef�hrerin r�gt, die Vorinstanz verletze mit der Verneinung einer rechtfertigenden Notwehr Art. 15 StGB.
5.1 Die Vorinstanz bejahe zwar eine Notwehrsituation, lasse aber als bedrohtes Rechtsgut lediglich die k�rperliche Integrit�t, nicht aber das Leben gelten. Damit werde verkannt, dass sie sich nach der kurz zuvor erfolgten Lungenoperation in einem sehr geschw�chten Zustand befunden habe und bereits geringf�gige Angriffe zu schweren Verletzungen h�tten f�hren k�nnen. Nach der Aussage von B.________ habe das Opfer sie bereits mehrmals spitalreif geschlagen. Sie habe sich als gesundheitlich angeschlagene Geh�rlose mit dem kokainintoxierten und aggressiven Opfer alleine auf einem abgelegenen Hof befunden, als das Opfer sie bedroht habe. All dies �bersehe die Vorinstanz, wenn sie festhalte, das j�hzornige Verhalten des Opfers nach Kokainkonsum sei f�r sie l�ngst nichts Neues bzw. nichts Uneinsch�tzbares gewesen. Die Vorinstanz verkenne zudem, dass sich das Opfer durch das Messer nicht habe beeindrucken lassen, als sie es damit habe auf Distanz halten wollen. Wie das Kreisgericht festgestellt habe, habe sich das Opfer sogar lustig �ber sie gemacht. Damit habe sich die Lage f�r sie dramatisch zugespitzt. In dieser konkreten Situation habe sie die Grenzen der Notwehr nicht �berschritten, als sie das Messer eingesetzt und in den Arm des Opfers gef�hrt habe. Sie habe nicht mit t�dlichen Folgen ihres Verteidigungsverhaltens rechnen m�ssen. Sie habe rechtm�ssig gehandelt.
5.2 Wie erw�hnt, musste die Beschwerdef�hrerin mit den t�dlichen Folgen ihres Verteidigerverhaltens rechnen. Weiter geht die Vorinstanz zugunsten der Beschwerdef�hrerin davon aus, dass sie vor dem Messereinsatz vom Opfer geschlagen bzw. getreten und mithin angegriffen wurde und dass ein neuer Angriff drohte. Sie bejaht deshalb richtigerweise eine Notwehrsituation und schliesst eine Putativnotwehr aus (angefochtenes Urteil S. 51).
Die Vorinstanz nimmt an, dass die Beschwerdef�hrerin drei Wochen nach einer Lungenoperation "entsprechend weniger robust gegen die Gewalteinwirkungen war", dass jedoch nicht ihr Leben, wohl aber ihre k�rperliche Integrit�t bedroht war. Die dem Opfer zugef�gten Verletzungen seien jedoch nicht proportional gewesen. Dabei geht die Vorinstanz aufgrund ihrer Beweisw�rdigung willk�rfrei davon aus, dass das Opfer die Beschwerdef�hrerin fr�her nicht lebensgef�hrlich verletzt hatte und das j�hzornige Verhalten des Opfers nach Kokainkonsum f�r sie "nichts Neues bzw. Uneinsch�tzbares" darstellte. Auch habe sie aufgrund eines Vorfalls gewusst, dass sich das Opfer von einem entgegen gehaltenen Messer nicht beeindrucken lasse, sondern sich dar�ber lustig mache, ohne dass sich aber daraus ernsthafte Folgen f�r sie ergeben h�tten.
Das Beh�ndigen und Entgegenhalten des Messers h�tte die Vorinstanz zwar noch als angemessene Reaktion eingestuft. Das zweimalige relativ heftige Einstechen auf den Oberk�rper sei aber keine angemessene Abwehr gewesen. Der Grund sei nicht Todesangst, sondern ihre Wut gewesen, weil sich das Opfer nicht an die Abmachung gehalten habe. Es liege ein Notwehrexzess vor.
Entschuldbar seien nur der asthenische Affekt, nicht Wut oder Rachegef�hle. Nach dem Beweisergebnis sei aber mit der Sachverst�ndigen von Ohnmachtsgef�hlen mit zunehmender Wut gegen�ber dem Opfer auszugehen. Die psychiatrische Sachverst�ndige komme zur Diagnose einer akuten Belastungsreaktion gem�ss ICD-10 F.43.0 (angefochtenes Urteil S. 54). Die Affekte der Beschwerdef�hrerin h�tten sthenische Anteile aufgewiesen. Damit entfalle die Entschuldbarkeit des Notwehrexzesses.
5.3 Die Annahme einer rechtfertigenden Notwehr kommt nicht in Betracht. Die Angemessenheit der Abwehr ist aufgrund jener Situation zu beurteilen, in der sich die rechtswidrig Angegriffene im Zeitpunkt ihrer Tat befand. Es d�rfen zwar nicht nachtr�glich allzu subtile �berlegungen dar�ber angestellt werden, ob die Angegriffene sich nicht allenfalls auch mit anderen, weniger einschneidenden Massnahmen h�tte begn�gen k�nnen und sollen. Besondere Zur�ckhaltung ist aber bei der Verwendung von Messern zur Abwehr geboten, da deren Einsatz stets die Gefahr schwerer oder gar t�dlicher Verletzungen mit sich bringt (BGE 6B_1005/2009 vom 18. Februar 2010 E. 3.2 und 3.3; Urteil 6B_239/2009 vom 13. Juli 2009 E. 4.3 und 4.4).
Als rechtserheblicher asthenischer Affekt gilt nicht schon jedes nahe liegende Angstgef�hl, w�hrend sthenische Affekte wie Wut, Zorn oder Kampfeseifer als Schuldausschliessungsgrund nicht in Betracht kommen. Untergeordnete Anteile sthenischer Affekte schliessen allerdings die Annahme der Entschuldbarkeit nicht schon aus.
Die Beschwerdef�hrerin w�hlte in einer nicht lebensbedrohlichen Notwehrsituation trotz der Gef�hrlichkeit eines Messereinsatzes nicht eine schonendere oder mildere Abwehr (vgl. BGE 6B_1005/2009 a.a.O. E. 4.2), sondern griff direkt und aktiv das Opfer an und stach ihm zwei Mal hintereinander relativ heftig in Brust und Schulter. Damit �berschritt die Beschwerdef�hrerin die Grenzen der Notwehr (vgl. Urteil 6B_239/2009 a.a.O. E. 4.4), ohne aber dabei "in entschuldbarer Aufregung oder Best�rzung �ber den Angriff" zu handeln (Art. 16 Abs. 2 StGB bzw. Art. 33 Abs. 2 Satz 2 aStGB).
Die vorinstanzliche Beurteilung als Notwehrexzess gem�ss Art. 33 Abs. 2 Satz 1 aStGB (entsprechend Art. 16 Abs. 1 StGB) verletzt kein Bundesrecht.
Die weiteren Rechtsbegehren stehen im Zusammenhang mit einer Gutheissung der Beschwerde und sind nicht selbst�ndig begr�ndet. Darauf ist bei diesem Verfahrensausgang nicht mehr einzutreten.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Entsprechend sind der Beschwerdef�hrerin die Kosten aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).