Source: http://www.awtirol.at/chapter.php?chapterId=127&anth=1
Timestamp: 2020-01-21 06:56:52
Document Index: 40239969

Matched Legal Cases: ['Art. 8', 'Art. 23', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 67']

Stand: 07.01.202014.7. Allgemeine Mehrwertsteuerregelung
In der Schweiz ist grundsätzlich jede mit der Erzielung von Einnahmen verbundene gewerbliche oder berufliche Tätigkeit mehrwertsteuerpflichtig. Bis Ende 2017 sah das Mehrwertsteuergesetz der Schweizerischen Eigenossenschaft eine Steuerbefreiung für Unternehmer vor, welche im Jahr nicht mehr als 100.000 CHF Umsatz aus nicht von der Steuer ausgenommen Leistungen in der Schweiz erzielten. Diese Regelung galt auch für ausländische Unternehmer.
Wesentliche Änderungen für ausländische Unternehmen ergeben sich mit Inkrafttreten des revidierten MWST-Gesetz ab 1. Januar 2018:
Alle ausländischen Unternehmen, die Leistungen in der Schweiz erbringen und einen weltweiten Umsatz über 100.000 CHF aus nicht von der Steuer ausgenommenen Leistungen erzielen, sind ab 1. Januar 2018 grundsätzlich mehrwertsteuerpflichtig in der Schweiz.
z.B. Werklieferungen, Grundstücksleistungen, usw.
Eine freiwillige Eintragung ins Register der Mehrwertstuerpflichtigen ist für Unternehmen, die die weltweite Umsatzgrenze von 100.000 CHF nicht erreichen, möglich.
Steuersatzänderung:
Normalsatz: 7.7% (vorher 8%)
Sondersatz: 3,7% (vorher 3,8%)
Reduzierter Satz: unverändert 2,5%
Saldosteuersätze individuell
Ab 1. Januar 2019 werden neu in der Schweiz mehrwertsteuerpflichtig, wer für mindestens 100.000 CHF pro Jahr von der Einfuhrsteuer befreite Kleinsendungen (d.h. Einfuhrsteuer beträgt nicht mehr als 5 CHF) vom Ausland in die Schweiz sendet (Versandhandelsregelung).
Steuerbefreiung für ausländische Unternehmen
Von der Steuerpflicht befreit sind weiterhin ausländische Unternehmen, unabhängig vom Umsatz, die ausschließlich eine oder mehrere der folgenden Leistungen in der Schweiz erbringen:
der Bezugsteuer (Übergang der Steuerschuld auf den Leistungsempfänger, vergleichbar mit Reverse Charge) unterliegende Dienstleistungen (Ort des Leistungsermpfängers):
z.B. Beratungsleistungen, Personalverleih, Warenbeförderung, Datenverarbeitung, Entsorggungsleistung, Immaterielle Rechte, Werbeleistungen (Art. 8, Abs. 1 MWSTG)
(nicht von der Steuerpflicht befreit ist jedoch, wer Telekommunikations- oder elektronische Dienstleistungen an nicht steuerpflichtige Empfänger im Inland erbringt).
Der Bezugsteuer unterliegende Lieferungen von Elektrizität, Gas und Fernwärme an steuerpflichtige Personen im Inland.
Von der Steuer befreite Leistungen (Art. 23 MWSTG)
Hat sich ein ausländisches Unternehmen auf Grund einer Lieferung gem. Art. 7 Abs. 1 MWSTG (z.B. werkvertragliche Lieferungen), oder auf Grund einer Dienstleistung gem. Art. 8 Abs. 2 (z.B. Grundstücksleistungen) ins Register der Mehrwertsteuerpflichtigen eingetragen, so schuldet es auch für die Dienstleistungen gem. Art. 8 Abs. 1 die Umsatzsteuer in der Schweiz. Bezugsteuer (Reverse Charge) kann nicht mehr angewendet werden. Nur wer ausschließlich Leistungen nach Art. 8 ABs. 1 MWSTG in der Schweiz erbringt, kann die Bezugsteuer anwenden.
Steuervertretung/Fiskalvertretung:
Ein ausländisches Unternehmen, welches im schweizerischen MWST-Register eingetragen ist, muss gemäss Art. 67 Abs. 1 MWSTG eine Vertretung mit Wohn- und Geschäftssitz in der Schweiz bestimmen.
Als Steuervertreter wird eine natürliche oder juristische Person mit Wohn-oder Geschäftssitz in der Schweiz anerkannt. Es muss nicht zwingendermaßen ein Angehöriger einer bestimmten Berufsgruppe (Steuerberater, Treunhänder, Anwalt) sein. Es kann sich auch um eine Privatperson handeln.
Sicherstellung der voraussichtlichen Schulden durch Bareinlage, solvente Solidarbürgschaften, Bankgarantien etc. von schweizerischen Schuldnern.
14.8. Versteuerung der Montage- und Bauleistungen mit Einf... 14.6. Kautionspflichten für bestimmte Handwerke und Täti...