Source: http://shogun-hof.de/notwehrrecht2.htm
Timestamp: 2017-10-19 17:58:11
Document Index: 1738299

Matched Legal Cases: ['§ 32', '§ 33', '§ 35', '§ 49', '§ 228', '§ 230', '§ 904', '§ 15', '§ 127']

Jeder Karatéka muss sich während seiner Ausbildung mit den Grundlagen des Notwehrrechts beschäftigen. Aufgrund der Kenntnis des Notwehrrechts ist es für einen Karatéka möglich, Gefahrensituationen realistisch einzuschätzen und dadurch richtig zu reagieren. Dem Notwehrrecht liegt der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit der Mittel zugrunde. Dies bedeutet, dass ein körperlicher Angriff auf die eigene ("Notwehr") oder eine dritte Person ("Nothilfe") mittels Anwendung unmittelbaren Zwanges bis zur Beendigung des Angriffes situationsadäquat abgewehrt und der Angreifer nach Möglichkeit unter Kontrolle gebracht wird. Es wird an dieser Stelle aufgrund des Komplexität der Thematik auf rechtliche Bewertungen bewusst verzichtet. Dies ist Aufgabe der Rechtssprechung.
Das Notwehrrecht ist im Strafgesetzbuch (StGB), im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), im Ordnungswidrigkeitengesetz (OWiG) und in der Strafprozessordnung (StPO) geregelt ("JEDERMANNSRECHTE"):
§ 32 StGB "Notwehr"
§ 33 StGB "Überschreitung der Notwehr" (Notwehrexzess)
§ 35 StGB "Entschuldigender Notstand"
(2) Wer in einer gegenwärtigen, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leben, Leib oder Freiheit eine rechtswidrige Tat begeht, um die Gefahr von sich, einem Angehörigen oder einer anderen ihm nahestehenden Person abzuwenden, handelt ohne Schuld. Dies gilt nicht, soweit dem Täter nach den Umständen, namentlich weil er die Gefahr selbst verursacht hat oder weil er in einem besonderen Rechtsverhältnis stand, zugemutet werden konnte, die Gefahr hinzunehmen; jedoch kann die Strafe nach § 49 Abs. 1 gemildert werden, wenn der Täter nicht mit Rücksicht auf ein besonderes Rechtsverhältnis die Gefahr hinzunehmen hatte.
§ 228 BGB "Notstand" (Defensiver Notstand)
Wer zum Zwecke der Selbsthilfe eine Sache wegnimmt, zerstört oder beschädigt oder wer zum Zwecke der Selbsthilfe einen Verpflichteten, welcher der Flucht verdächtigt ist, festnimmt oder den Widerstand des Verpflichteten gegen eine Handlung, die dieser zu dulden verpflichtet ist, beseitigt, handelt nicht widerrechtlich, wenn obrigkeitliche Hilfe nicht rechtzeitig zu erlangen ist und ohne sofortiges Eingreifen die Gefahr besteht, dass die Verwirklichung des Anspruchs vereitelt oder wesentlich erschwert werde.
§ 230 BGB "Grenzen der Selbsthilfe"
§ 904 BGB "Notstand" (Aggressiver Notstand)
§ 15 OWiG "Notwehr"
§ 127 StPO "Vorläufige Festnahme"