Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/300772,0.html
Timestamp: 2019-06-18 23:57:32
Document Index: 16919502

Matched Legal Cases: ['§ 765', '§ 765', '§ 766', '§ 488', '§ 488', '§ 765', '§ 771']

Fall BGB
Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> Fall BGB
Verfasst am: 23 Jul 2013 - 12:37:21 Titel: Fall BGB
Die Bank könnte von Hannise die Zahlung der 237.000 EUR aus § 765 I BGB verlangen.
I. 1) Dazu müsste zwischen der Bank und Hannise ein Bürgschaftsvertrag geschlossen sein. Indem sich Hannise bei der Bank für die termingerechte Rückzahlung der 237.000 EUR verpflichtet und die Bank dies akzeptiert, kommen Angebot und Annahme iSd §§ 765, 147, 145 BGB zustande. Also ist ein Bürgschaftsvertrag zwischen den beiden Parteien geschlossen
2) Dieser müsste auch wirksam sein. Fraglich ist, ob dieser auch schriftlich iSd §§ 766 S.1, 125 BGB ist. Hannise hat sich bei der Bank als Bürge schriftlich verpflichtet. Also ist dieser Bürgschaftsvertrag auch wirksam.
3) Weiterhin müsst eine Hauptverbindlichkeit zwischen Jens und der Bank zugrundeliegen. Hier könnte ein Gelddarlehensvertrag iSd § 488 BGB infrage kommen. Indem Jens bei der Bank ein Darlehen über 237.000 EUR möchte und die Bank dieses akzeptiert und dem Jens auch auszahlt, kommen Angebot und Annahme iSd §§ 488, 147, 145 BGB zustande. Also ist ein Gelddarlehensvertrag zwischen der Bank und Jens zustande gekommen. Indem keine Nichtigkeitsgründe ersichtlich sind, ist dieser auch wirksam. Also liegt dem Bürgschaftsvertrag eine Hauptverbindlichkeit zwischen Jens und der Bank zugrunde.
Damit ist der Anspruch der Bank entstanden.
II. Der Anspruch der Bank ist nicht untergegangen.
III. Fraglich ist, ob der Anspruch der Bank durchsetzbar ist. Nicht durchsetzbar wäre der Anspruch, wenn Hannise die Befriedigung der Bank verweigern würde und die Bank nicht eine Zwangsvollstreckung gegen Jens ohne Erfolg versucht hätte. Hannise hat die Befriedigung der Bank (noch) nicht verweigert und die Bank hat keine Zwangsvollstreckung gegen den Jens ohne Erfolg versucht. Also ist der Anspruch der Bank (noch bis zur Verweigerung des Hannise) durchsetzbar.
Ergebnis: Die Bank kann von Hannise die Zahlung der 237.000 EUR aus § 765 I BGB verlangen.
Was haltet Ihr von meiner Lösung? Sry. für das schlechte Subsumieren, aber ich bin WiWi.
Zuletzt bearbeitet von KarstenBeck am 31 Jul 2013 - 10:28:38, insgesamt einmal bearbeitet
Verfasst am: 23 Jul 2013 - 20:40:03 Titel:
Was du in der Durchsetzbarkeit schreibst, verstehe ich irgendwie nicht. Sonst sollte das stimmen. Ist ja unproblematisch, so wie ich das auf den ersten Blick sehe.
Verfasst am: 24 Jul 2013 - 09:51:20 Titel:
Habe vergessen § 771 S. 1 BGB dort zu zitieren. Ist das falsch, was ich da schreibe?