Source: https://verbraucherschutzforum.berlin/2019-05-20/fondsboerse-deutschland-beteiligungsmakler-ag-und-solvium-capital-ag-197229
Timestamp: 2019-06-17 18:41:56
Document Index: 267824446

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 312', '§ 291', '§ 291', '§ 302', '§ 6', '§ 256', '§ 340', '§ 256', '§ 340', '§ 272', '§ 272', '§ 60', '§ 340', '§ 290', '§ 290', '§ 296', '§ 285', '§ 26', '§ 285', '§ 286', '§ 317']

Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG und Solvium Capital AG - Verbraucherschutzforum.berlin
Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG und Solvium Capital AG
O.g. Unternehmen wollen beim Online-Vertrieb von Container Investments zusammenarbeiten, vor allem auf dem Gebiet der digitalen Zeichnung von Vermögensanlagen-Emissionen. Über die uns wenig überzeugenden Angebote der Solvium-Gesellschaften haben wir ja schon öfters berichtet. Aus unserer Sicht werden hier in Zukunft zwei „Kranke“ zusammenarbeiten. Ob aber dadurch jemand gesunden wird? Nun, wir werden es sehen…
Lagebericht zum Jahresabschluss vom 31.12.2017
1 Grundlagen des Unternehmens
Die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG (FDB) ist ein Finanzdienstleistungsinstitut im Sinne des § 1 Abs. 1a KWG, mit einer von der Bundesanstalt für Finanzdienst-leistungsaufsicht (BaFin) erteilten Zulassung für die Anlage- und Abschlussvermittlung.
Die Gesellschaft besitzt langjährige Erfahrung in der Vermittlung von geschlossenen Fondsanteilen am sog. Zweitmarkt. Sie betreut seit 2004 den Handel mit geschlossenen Fondsanteilen auf der Handelsplattform „Fondsbörse Deutschland“, die von den Trägergesellschaften der Wertpapierbörsen in Düsseldorf, Hamburg und Hannover betrieben wird. Anleger können auf dieser Plattform geschlossene Fondsanteile, insbesondere Immobilien-, Schiffs-, Lebensversicherungs-, Private-Equity- und andere Spezialfonds handeln.
Die FDB ist eine nicht börsennotierte Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital in Höhe von 2 Mio. Euro, eingeteilt in 2 Mio. Aktien mit einem rechnerischen Nennwert von 1 Euro. Hauptaktionär ist der Verein der Mitglieder der Wertpapierbörse in Hamburg e.V., der 72,0005% der Aktien der FDB hält. Weitere Aktionäre waren im Berichtszeitraum Bayerische Börse AG (10%), Hansa Treuhand Schiffsbeteiligungs GmbH & Co. KG (10%), Ernst Russ AG (5,00%) 1 und Real I.S. AG (2,49995%).
1 Anmerkung: Anfang 2017 hat eine Veränderung im Aktionärskreis stattgefunden: Die König & Cie GmbH & Co. KG hat ihre Aktien unter Beachtung der satzungsgemäßen Zustimmungserfordernisse auf die Ernst Russ AG übertragen, die nunmehr ein Aktienpaket von 5% an der FDB hält.
2.1 Aufsichtsrechtliche Rahmenbedingungen
Als Finanzdienstleistungsunternehmen hat FDB eine Reihe von aufsichtsrechtlichen Vorgaben zu beachten. Wesentliche Änderungen dieser Rahmenbedingungen ergaben sich im Berichtsjahr durch die Neufassung des Geldwäschegesetzes im Zuge der Umsetzung der vierten EU-Geldwäscherichtlinie und der Novelle der Geldtransferverordnung sowie die Novellierung der MaRisk und die Konkretisierung Bankaufsichtlicher Anforderungen an die IT (sog. BAIT) im vierten Quartal 2017. FDB hat im Berichtsjahr die erforderlichen Schritte eingeleitet, um die neuen regulatorischen Vorgaben umzusetzen.
Zu den wesentlichen im Jahr 2018 in Kraft tretenden Regelungen zählen insbesondere die Umsetzung der Vorgaben der sog. MiFID II (Markets in Financial Instruments Directive) sowie der begleitenden Verordnung (MiFIR) mit gesteigerten Anforderungen an die Erbringung von Wertpapierdienstleistungen. FDB hat auch diesbezüglich intensive Vorbereitungen zur Umsetzung der sie betreffenden Anforderungen getroffen.
2.2 Gesamtwirtschaftliches Umfeld
Im Geschäftsjahr ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt preisbereinigt im Jahresdurchschnitt um +2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Die deutsche Wirtschaft ist damit das achte Jahr in Folge gewachsen. Im Vergleich zu den Vorjahren konnte das Tempo nochmals erhöht werden. Im Jahr 2016 war das BIP bereits deutlich um 1,9% und 2015 um 1,7% gestiegen. In Deutschland erhielt die Konjunktur im Berichtsjahr erneut bedeutende Impulse durch die erhöhten privaten Konsumausgaben, während die Dynamik bei den staatlichen Konsumausgaben nachließ. Die private Konsumnachfrage stieg vor dem Hintergrund einer robusten Arbeitsmarktentwicklung und einer weiterhin ausgesprochen niedrigen Verzinsung der Geldanlagen der Konsumenten um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Angesichts der anziehenden internationalen Nachfrage haben die Unternehmen ihre Ausrüstungsinvestitionen im Geschäftsjahr stärker ausgeweitet.
Im Euro-Raum legte die Wirtschaftsleistung im Geschäftsjahr gegenüber dem Vorjahr um +2,5 Prozent zu. Dabei erwies sich der private Konsum weiterhin als tragende Säule der wirtschaftlichen Erholung im Euro-Raum. Die geopolitischen Krisen und Konfliktherde sowie die mit den Brexit-Verhandlungen und der neuen US-Präsidentschaft verbundenen Unsicherheiten haben das Verbrauchervertrauen bislang nicht beeinträchtigt. Wie bereits im Vorjahr wurde die Ausgabebereitschaft der Privathaushalte auch im Berichtsjahr durch relativ niedrige Energiepreise positiv beeinflusst.
Für 2018 erwartet die Bundesregierung einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 2,4%. 2
2 Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung 2018, Seite 7, (abrufbar unter https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Wirtschaft/jahreswirtschaftsbericht-2018.html)
2.3 Branchenspezifisches Umfeld
2.3.1 Erstmarkt geschlossener Fondsanteile
Der Markt für geschlossene Beteiligungsmodelle befindet sich weiter in einer Konsolidierungsphase. Das platzierte Eigenkapitalvolumen nahm zwar zu (+19%), verharrt aber im Vergleich zu den Platzierungszahlen vor der Finanzkrise weiter auf niedrigem Niveau.
Ausweislich einer Studie von investmentcheck.de investierten Privatanleger im Jahr 2017 rund 1,6 Mrd. Euro in geschlossene Publikums-AIF. 3 Im Jahr 2016 lag das Platzierungsvolumen für geschlossene Publikums-AIF bei etwa 1,3 Mrd. Euro.
Die nach wie vor dominierende Assetklasse Immobilien (in- und ausländische Immobilien) konnte mit 1,4 Mrd. Euro den bei weitem größten Anteil des 2017 platzierten Eigenkapitals auf sich vereinen. Davon entfielen auf Deutsche Immobilien-AIF rund EUR 786 Mio. und auf ausländische EUR 518 Mio. Mit weitem Abstand folgen an zweiter und dritter Stelle jeweils Private Equity-AIF mit 109 Mio. Euro und Flugzeug-AIF mit 74 Mio. Euro platziertem Eigenkapital in 2017.
Auch wenn die Platzierungszahlen im Vergleich zum Vorjahr zugenommen haben, so hat gleichzeitig die Zahl der angebotenen Produkte abgenommen. Sollte sich das Niveau bei den Platzierungszahlen nicht nachhaltig verbessern, wird sich dies mittelfristig auf den Zweitmarkt auswirken: Verstärkt wird diese Entwicklung zusätzlich durch den Umstand, dass im Schiffssektor weiterhin Fonds liquidiert und abgewickelt werden. Somit ist absehbar, dass sich die Zahl der handelbaren Fonds weiter verringern wird.
3 Marktanalyse der Geschlossenen Publikums-AIF 2018 – investmentcheck.de, Stefan Loipfinger
2.3.2 Zweitmarkt geschlossener Fondsanteile
Der Handel von geschlossenen Fondsanteilen im Zweitmarkt erfolgt seit Jahren über unterschiedliche Kanäle, insbesondere offene Handelsplattformen wie z.B. die Fondsbörse Deutschland oder die von der Deutsche Zweitmarkt AG (DZAG) betriebene Handelsplattform sowie hauseigene Angebote von Initiatoren oder Direktankäufe durch professionelle Aufkäufer. Konsolidierte Zahlen für die am Zweitmarkt über die unterschiedlichen Handelsmöglichkeiten getätigten Umsätze existieren seit einigen Jahren nicht mehr. 4 Das von FDB und DZAG über die Fondsbörse Deutschland vermittelte Nominalvolumen (= Summe des Nominalwertes aller gehandelten Anteile) der Transaktionen betrug EUR 312 Mio. (Vorjahr: EUR 263 Mio.).
Dabei lag der Handelsschwerpunkt wie auch in den Vorjahren im Bereich der Immobilienfonds.
4 Während in der Vergangenheit seitens des Branchenverbandes Bundesverband für Sachwerte und Investmentvermögen (bsi) versucht wurde, durch Umfragen konsolidierte Zahlen für den Zweitmarkt zu ermitteln, existiert seit 2014 kein vergleichbares Zahlenwerk.
2.4 Geschäftsverlauf
Die geschäftliche Situation der Gesellschaft hat 2017 eine sehr erfreuliche Entwicklung genommen. Mit einem vermittelten Nominalvolumen von rund EUR 242 Mio. wurde die höchste Vermittlungsleistung der Firmengeschichte erzielt.
Die Zahl der Vermittlungen übertraf mit 5.786 sowohl den historischen Höchstwert des Vorjahres (5.022). Infolge der guten Vermittlungsumsätze sind die Courtageeinnahmen gegenüber dem Vorjahr (EUR 4,6 Mio.) um rund 26% auf EUR 5,8 Mio. gestiegen.
Den größten Teil des Nominalumsatzes an der Fondsbörse Deutschland bildete mit rund 70% der Handel mit Anteilen an in- und ausländischen Immobilienfonds (EUR 169 Mio.). Der nominale Umsatz im Bereich Schiffsbeteiligungen (EUR 39 Mio.) ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen (EUR 33,5 Mio.). Der Anteil am Gesamtvolumen lag bei 16%. In den übrigen Fondsgattungen wie etwa Flugzeug-, Lebensversicherungs- oder Private Equity Fonds betrug der Anteil am Gesamtumsatz 2017 etwa 13,6%, was einem nominalen Umsatz von EUR 33 Mio. entspricht (Vorjahr EUR 38,6 Mio.).
Der Kurswert aller gehandelten Fondsanteile betrug EUR 138 Mio. (Vorjahr: EUR 111,8 Mio.) bei einem Durchschnittskurs von 57,2% (Vorjahr: 55,5%).
Positiv ausgewirkt hat sich die seit März 2016 praktizierte Bündelung der Vermittlungsaufträge von FDB und DZAG in einem einheitlichen Orderbuch der Fondsbörse Deutschland. Dies bildet einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Liquidität und Optimierung der Handelsqualität.
Die Gesellschaft hat ihre Bemühungen zur Standardisierung des Zweitmarktgeschäftes weiter fortgeführt und u.a. die Abstimmung mit den Fondsgesellschaften zur Nutzung eines einheitlichen Kauf- und Übertragungsvertrages für Zweitmarkttransaktionen weiter vorangetrieben.
Im zweiten Quartal 2017 hat FDB ihre neue Transaktionsplattform für den Erstmarkt in Betrieb genommen und damit ihre Vermittlungstätigkeit im Hinblick auf Anteile an geschlossenen alternativen Investmentfonds ausgeweitet, die sich noch in der Platzierungsphase befinden. Langfristiges Ziel ist gemeinsam mit Marktteilnehmern Erst- und Zweitmarktgeschäfte bei geschlossenen Investmentvermögen zu standardisieren und insbesondere auch die Abwicklungsprozesse durch Bereitstellung einer Plattform mit einheitlichen Standards zu optimieren. Umsätze konnten bislang noch nicht verzeichnet werden.
2.5 Vermögen-, Finanz- und Ertragslage
Forderungen an Kreditinstitute 2.541 915
Forderungen an Kunden 1.956 1.082
Treuhandvermögen 23.897 14.377
Immaterielle Anlagewerte 1.153 1.561
Treuhandverbindlichkeiten 23.897 14.377
Rückstellungen 594 480
Eigenkapital 3.883 3.384
Bilanzsumme 30.661 19.258
Provisionsergebnis 5.070 3.975
Sonstige betriebliche Erträge 723 633
Einstellung in den Fonds für allgemeine Bankrisiken 475 275
Allgemeine Verwaltungsaufwendungen 3.672 3.280
Abschreibungen 522 493
Erträge aus Ergebnisabführungsvertrag 223 273
Außerordentliche Aufwendungen 303 266
Jahresüberschuss 500 0
Betriebsergebnis (EBIT) 804 267
* jeweils zum 31.12. des Jahres in TEUR
Die FDB hat im Geschäftsjahr 2017 ein gestiegenes Betriebsergebnis (EBIT 5) in Höhe von TEUR 804 (Vorjahr: TEUR 267) erzielt.
Die für dieses Ergebnis maßgeblichen Faktoren waren auf der Ertragsseite insbesondere die Courtage aus dem Maklergeschäft sowie das Entgelt, das für die Abwicklung von Fremdwährungsgeschäften erhoben wird. Aufgrund des im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheren Anteils des klassischen Maklergeschäfts am Gesamtumsatz konnten die Courtageerträge signifikant gesteigert werden (TEUR 5.818 gegenüber TEUR 4.649 im Vorjahr).
Verantwortlich für den im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnenden Anstieg der allgemeinen Verwaltungsaufwendungen waren im Wesentlichen die Positionen Personal, Werbung, IT, Bank sowie Prüfung und Beratung. Die Mitarbeiterzahl beträgt unverändert zum Vorjahr 27.
Aufgrund des mit der DZAG bestehenden Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages wird nach Feststellung des Jahresabschlusses der DZAG ein Betrag in Höhe von TEUR 223 an die FDB abgeführt.
Zur Stärkung des aufsichtsrechtlichen Kernkapitals stellte das Unternehmen zum 31. Dezember 2017 einen Betrag in Höhe von TEUR 475 in den Fonds für allgemeine Bankrisiken ein. Die entsprechenden Aufwendungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Einstellung in Sonderposten mit Rücklagenanteil ausgewiesen.
Zur Rückführung eines von dem Verein der Mitglieder der Hanseatischen Wertpapierbörse in Hamburg e.V. (Börsenverein Hamburg) in Vorjahren gewährten bedingten Zuschusses in Höhe von insgesamt 1.200 TEUR wird die Gesellschaft per 31. Dezember 2017 eine Schlusszahlung in Höhe von TEUR 303 zur abschließenden Tilgung an den Börsenverein Hamburg leisten. Der Rückforderungsanspruch des Börsenvereins Hamburg beruht auf einer im Jahre 2009 getroffenen Vereinbarung der FDB und dem Börsenverein Hamburg und den weiteren Aktionären über einen bedingten Zuschuss zur Förderung der Marketingaktivitäten der FDB (Zuschussvereinbarung). Der Rückforderungsanspruch des Börsenvereins Hamburg in Höhe der in den Jahren 2008 bis 2010 tatsächlich gezahlten Marketingzuschüsse entsteht unter der aufschiebenden Bedingung und jeweils in Höhe eines vor Berücksichtigung des Rückforderungsanspruchs sonst entstehenden positiven Jahresüberschusses der FDB. Die FDB weist zum 31.12.2017 eine Rückzahlungsverpflichtung gegenüber dem Börsenverein Hamburg in Höhe von TEUR 303 unter den sonstigen Verbindlichkeiten aus (Vorjahr: TEUR 266), da die aufschiebende Bedingung der Zuschussvereinbarung eingetreten ist. Die entsprechenden Aufwendungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den außerordentlichen Aufwendungen ausgewiesen.
Der Jahresüberschuss beträgt TEUR 500.
Die Vermögensstruktur ist im Wesentlichen geprägt durch die immateriellen Vermögensgegenstände (EUR 1,2 Mio., Vorjahr: EUR 1,6 Mio.), die unter anderem aus EDV-Software, Rechte und Lizenzen (TEUR 775), entgeltlich erworbenen Konzessionen sowie Geschäfts- und Firmenwerten (TEUR 377) aus der Übernahme von Geschäftsbetrieben resultieren, Anteile an verbundenen Unternehmen (DZAG mit TEUR 661), Forderungen an Kreditinstitute (EUR 2,5 Mio., Vorjahr EUR 0,9 Mio.) bzw. Kunden (EUR 1,9 Mio., Vorjahr EUR 1,1 Mio.) sowie durch die im Zuge der Geschäftsabwicklung im Namen und für Rechnung von Kunden vereinnahmten Gelder (Treuhandvermögen bzw. Treuhandverbindlichkeiten), deren Höhe sich auf EUR 23,9 Mio. beläuft (Vorjahr EUR 14,4 Mio.). Der höhere Bestand an Treuhandgeldern resultiert maßgeblich aus den gestiegenen Vermittlungszahlen und der damit verbundenen Zunahme an Kaufpreisabwicklungen. Dies führt zugleich zu einem Anstieg der Bilanzsumme, die EUR 30,7 Mio. beträgt (Vorjahr EUR 19,3 Mio.).
Die anderen Rückstellungen weisen ein Volumen von TEUR 594 (Vorjahr TEUR 480) auf. Maßgeblich für den Anstieg verantwortlich sind die Ausweitung der Rückstellungen für Bonus-Zahlungen an die Mitarbeiter der FDB sowie eine erhöhte Rückstellung für den Anteil der BÖAG an den Courtageerträgen.
Die Eigenkapitalausstattung sowie die Liquiditätslage der Gesellschaft waren im abgelaufenen Jahr jederzeit angemessen und gesichert. Das bilanzielle Eigenkapital der Gesellschaft belief sich per 31.12.2017 auf EUR 3,88 Mio. (Vorjahr EUR 3,38 Mio.).
5 Earnings before interest and tax: Provisionserträge + Sonstige betriebliche Erträge – Verwaltungsaufwendungen/Abschreibungen – Provisionsaufwendungen – Sonstige betriebliche Aufwendungen
2.6 Vergleich tatsächliche Geschäftsentwicklung mit Prognosen
Die nachfolgende vergleichende Darstellung maßgeblicher Kennzahlen zeigt ein Abweichen der Ist- von den Planzahlen bei den Zweitmarktgeschäften:
Prognose 2017 Ist 2017
Provisionserträge 4.706 5.818
Nominalumsatz 200.000 241.502
Handelsumsatz 105.520 138.123
Provisionsaufwendungen 609 748
Verwaltungsaufwendungen 3.478 3.672
Betriebsergebnis 12 704
Der Nominalumsatz lag ebenso wie der Handelsumsatz deutlich über den prognostizierten Werten. Ebenfalls deutlich über Plan lagen die Provisionserträge aus den in Abschnitt 2.5 genannten Gründen. Infolgedessen liegt auch das Betriebsergebnis deutlich über dem prognostizierten Wert.
3.1 Abhängigkeitsbericht
Gemäß § 312 Aktiengesetz hat der Vorstand der FDB einen Bericht über die geschäftlichen Beziehungen zu dem herrschenden Unternehmen und mit diesem verbundenen Unternehmen für das Geschäftsjahr 2017 abgegeben. In diesem erklärt der Vorstand, dass die FDB nach den Umständen, die ihm in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte mit dem herrschenden Unternehmen oder mit diesem verbundenen Unternehmen vorgenommen worden sind, in jedem Fall eine angemessene Gegenleistung erhalten hat. Maßnahmen im Interesse oder auf Veranlassung von verbundenen Unternehmen wurden weder getroffen noch unterlassen.
3.2 Deutsche Zweitmarkt AG
Die geschäftliche Situation der DZAG hat auch in 2017 eine positive Entwicklung genommen. Der vermittelte Nominalumsatz (= Summe des Nominalwertes aller gehandelten Anteile) betrug im Jahr 2017 70 Mio. in Fondswährung (Vorjahr: 62 Mio.). Das Kaufpreisvolumen betrug EUR 40 Mio. in Fondswährung an (Vorjahr EUR 33 Mio.).
Die Zahl der Vermittlungen ist gegenüber dem Vorjahreswert (1.322 Stück) um 27% auf 1.682 Stück gestiegen. Bei den Courtageerträgen konnte das Niveau des Vorjahres (TEUR 1.598) mit TEUR 1.581 gehalten werde*n.
Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft stellt sich wie folgt dar:
Forderungen an Kreditinstitute 911 1.009
Immaterielle Anlagewerte 30 14
Rückstellungen 207 187
Eigenkapital 770 770
Bilanzsumme 1.269 1.314
Provisionsergebnis 1.581 1.598
Sonstige betriebliche Erträge 81 64
Allgemeine Verwaltungsaufwendungen 1.369 1.353
Abschreibungen 18 25
Sonstige betriebliche Aufwendungen 51 33
Jahresergebnis vor EAV 223 273
Jahresergebnis 0 0
Aufgrund des mit der DZAG bestehenden Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrags nach §§ 291 ff. AktG werden die Erträge periodengleich an FDB abgeführt.
Nach Feststellung des Jahresabschlusses der DZAG in 2018 wird ein Ergebnis in Höhe von TEUR 223 an die FDB abgeführt.
4 Risikobericht
4.1 Internes Kontrollsystem und Risikomanagementsystem
Zu dem in der Gesellschaft etablierten internen Kontrollsystem zählt neben der funktionalen Trennung von Geschäftsbereichen und der Festlegung eines nach Geschäftsbereichen erstellten Geschäftsverteilungsplans des Vorstands auch die Etablierung einer Internen Revision. Diese Aufgabe wurde ausgelagert auf eine externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die in 2017 quartalsweise Prüfungen vor Ort durchgeführt und hierüber entsprechende Prüfungsberichte angefertigt hat, die sowohl dem Vorstand als auch dem Aufsichtsrat zur Kenntnis gebracht wurden.
Die Finanzdienstleistungen der FDB sind beschränkt auf die Anlage- und Abschlussvermittlung, wobei die Befugnis besteht, Eigentum oder Besitz an Kundengeldern zu erlangen. Der Handel mit geschlossenen Fondsanteilen findet ausschließlich auf fremde Rechnung statt, die FDB tätigt keine Handels- oder Eigengeschäfte. Diese Umstände haben zur Folge, dass die Risikosituation der FDB eine vergleichsweise geringe Komplexität aufweist. Hieraus abgeleitet legt der Vorstand der FDB Wert darauf, die Anforderungen der MaRisk möglichst gezielt, praktikabel und effizient zu implementieren.
FDB hat im Laufe des Jahres 2017 die Auswirkungen der in Umsetzung befindlichen Gesetze und Verordnungen auf ihre Geschäftstätigkeit analysiert und Schritte zu deren Umsetzung eingeleitet. Schwerpunktmäßig gilt dies für die erforderlichen Anpassungen aus der Ende des zweiten Quartals 2017 in Kraft getretenen Novellierung des Geldwäschegesetzes, der im vierten Quartal wirksam gewordenen Novellierung der MaRisk sowie der Einführung der BAIT. Gravierender Anpassungsbedarf der Prozesse und Geschäftsabläufe ergab sich für die FDB nicht, wohl aber zusätzlicher Dokumentationsaufwand beispielsweise im Bereich des IT Handbuchs, der Auslagerungen und der Risikoberichterstattung. Ferner wurden die erforderlichen Maßnahmen und Anpassungen eingeleitet, um die am 3.1.2018 in Kraft getretenen Regelungen der MiFID II und der PRIIP-Verordnung einzuhalten.
Mit Hilfe des in der FDB implementierten Risikomanagements sollen wesentliche Risiken frühzeitig visibel gemacht, ein ordnungsgemäßer Geschäftsablauf für die Kunden sichergestellt und die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und der MaRisk gewährleistet werden.
Grundlage des vorhandenen Risikomanagements bildet eine detaillierte schriftliche Risikomatrix, in der die Risiken inventarisiert, bewertet, quantifiziert und Möglichkeiten zur Steuerung niedergelegt sind. In Anbetracht ihrer Tätigkeit und des Geschäftsablaufs hat die FDB auf dieser Basis im Rahmen ihrer Risikostrategie das operationelle Risiko, das Liquiditätsrisiko sowie das Beteiligungsrisiko als wesentliche Risiken festgelegt. Daneben existieren weitere Risiken, die als nicht wesentlich im Sinne der MaRisk bewertet werden.
Alle Risiken werden nachfolgend näher beschrieben. Im Rahmen des Risikomanagements wird regelmäßig die Risikotragfähigkeit ermittelt. Im Zuge der Risikotragfähigkeitsberechnung wird geprüft, ob die der FDB zur Verfügung stehenden Mittel (= Risikodeckungspotenzial) die wesentlichen quantifizierbaren Risiken laufend abdecken. Der Vorstand hat für die wesentlichen Risiken in Euro bemessene und abgestufte Teil-Verlustobergrenzen festgelegt, die nicht überschritten werden dürfen.
Im Rahmen regelmäßig durchgeführter Szenarioanalysen werden die Auswirkungen ermittelt, die bei Veränderung maßgeblicher Parameter entstehen können. Dabei wird auch überprüft, ob und wie lange das der Gesellschaft zur Verfügung stehende Eigenkapital und die Liquidität bei der jeweiligen Szenariobetrachtung ausreichend vorhanden sind.
4.2.1.1 Operationelles Risiko
Die FDB versteht unter operationellen Risiken die Gefahr von unmittelbaren und mittelbaren Verlusten, die infolge von Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder infolge von externen Ereignissen eintreten.
Operationelle Risiken im betrieblichen Ablauf werden durch technische Systeme und klare Regeln begrenzt, die ständig an die wechselnden Anforderungen angepasst werden. Hierzu zählen im Rahmen des weiterentwickelten Internen Kontrollsystems insbesondere die verstärkte Anwendung des Vier-Augen-Prinzips, das durch die Festlegung eines nach Geschäftsbereichen erstellten Geschäftsverteilungsplans für den Vorstand auch auf dieser Ebene Anwendung findet, sowie die Tätigkeit der Internen Revision, die auf eine externe Gesellschaft ausgelagert ist. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Maßnahmen im IT-Bereich, für welchen detaillierte Notfallpläne vorliegen.
Für die Erbringung der angebotenen Dienstleistungen verfügt die FDB über eine adäquate Infrastruktur inklusive der dafür notwendigen Mitarbeiterkapazitäten. Sowohl Verträge, als auch AGBs sowie die von der BÖAG Börsen AG als Betreiber der Fondsbörse Deutschland erlassene Marktordnung sind eindeutig formuliert. Technische Systeme und Handlungsanweisungen setzen klar definierte Grenzen. Versicherungen sorgen für eine weitere Risikobegrenzung. Sämtliche Vorsorgemaßnahmen unterliegen einer kontinuierlichen Überwachung und Anpassung.
4.2.1.2 Liquiditätsrisiko
Hierunter werden alle Risiken subsumiert, welche dazu führen könnten, dass die FDB wegen Liquiditätsknappheit ihren Zahlungsverpflichtungen nicht fristgerecht und/oder in voller Höhe nachkommen könnte. Die Liquidität der FDB stammt im Wesentlichen aus den laufenden Courtage- und Entgelteinnahmen.
Oberstes Ziel des Liquiditätsmanagements der FDB ist die Gewährleistung ihrer jederzeitigen Zahlungsbereitschaft. Zum einen stellt das Rechnungswesen daher bei der Liquiditätsplanung die kalkulierten Mittelzuflüsse für den Zeitraum von 12 Monaten den erwarteten Mittelabflüssen gegenüber. Grundlage dieser Liquiditätsplanung sind die realen Mittelab- und -zuflüsse, welche sich auf monatlicher Basis aus den Buchungsabschlüssen ergeben. Zum anderen dient eine Mittelfristplanung über einen Zeitraum von 36 Monaten als Grundlage für eine möglichst präzise Prognose zukünftiger Mittelzuflüsse bzw. -abflüsse. Die Disposition der täglichen Liquidität ist einem erfahrenem Mitarbeiterteam übertragen, das direkt dem zuständigen Vorstand unterstellt ist. Regelmäßige Stresstests tragen zur besseren Beurteilbarkeit der Liquiditätsrisiken bei. Die monatlichen GuV- und Liquiditätsrechnungen sowie die Meldungen an die Deutsche Bundesbank werden gemeinsam vom Vorstand und dem Leiter Rechnungswesen analysiert.
Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat quartalsmäßig im Rahmen seiner Risikoberichte über den Liquiditätsbestand und die Liquiditätsreserven sowie die Auswirkungen verschiedener Szenariobetrachtungen auf die Liquidität.
4.2.1.3 Beteiligungsrisiko
Das Beteiligungsrisiko besteht grundsätzlich in der Gefahr, dass aufgrund der geschäftlichen Entwicklung der DZAG auf den Bilanzwert dieser Beteiligungsposition Wertberichtigungen vorzunehmen sind.
In Folge des Abschlusses des Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages mit der DZAG ist die FDB während der gesamten Laufzeit des Unternehmensvertrages zum Ausgleich etwaiger Verluste bei der DZAG verpflichtet. Aufgrund der engen Anbindung der DZAG an die FDB und der aktuellen wirtschaftlichen Situation der DZ AG erscheint das Risiko, das mit einer Verpflichtung zur Verlustübernahme generell für die FDB als Organträger verbunden ist, gut beherrschbar zu sein. Erforderlichenfalls können frühzeitig geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um drohende Verluste abzuwenden.
4.2.2 Nicht wesentliche Risikoarten
Die im Folgenden dargestellten Risiken werden als nicht wesentlich im Sinne der MaRisk bewertet.
4.2.2.1 Adressenausfallrisiko
Als Adressenausfallrisiko ist das Risiko anzusehen, dass ein Vertragspartner nicht oder nicht fristgerecht leistet bzw. nicht in vollem Umfang seine Verbindlichkeiten der FDB gegenüber bedient.
Durch die Abläufe in der Geschäftsabwicklung ist sichergestellt, dass dem Käufer nach einer Vermittlung neben dem Kaufpreis zugleich die von ihm zu zahlenden und der FDB zustehenden Provisionen und Entgelte in Rechnung gestellt werden. Der vom Verkäufer zu tragende Provisions- und Entgeltanteil wird bei der späteren Auszahlung des Kaufpreises von der FDB automatisch einbehalten. Ein mögliches Adressenausfallrisiko bei einer Vermittlung ist somit ausschließlich auf die Käuferseite beschränkt.
Zur Risikobegrenzung werden offene Rechnungen laufend kontrolliert und deren Begleichung angemahnt.
Vor diesem Hintergrund wird das Adressenausfallrisiko als nicht wesentliches Risiko eingestuft.
4.2.2.2 Marktpreisrisiko
Unter dem Marktpreisrisiko sind die Aspekte des Kurs- und Währungsrisikos zusammengefasst. Maßgeblicher Faktor auf der Ertragsseite der FDB sind die Courtageeinnahmen, deren Bemessungsgrundlage die Kaufpreise der gehandelten Anteile sind. Da FDB keinen Eigenhandel betreibt, unterliegt sie somit nur einem indirekten Marktpreisrisiko, das nicht als Marktpreisrisiko im Sinne der MaRisk zu werten ist.
Vor diesem Hintergrund wird das Marktpreisrisiko als nicht wesentliches Risiko eingestuft. Gleichwohl ist eine wesentliche Einnahmequelle der FDB direkt abhängig von der Entwicklung der Kurse, die am Zweitmarkt für geschlossene Beteiligungen erzielbar sind. Sinkende durchschnittliche Kurswerte konnten in der Vergangenheit durch den Anstieg bei der Zahl der Vermittlungen sowie eine Anhebung der Courtagesätze kompensiert werden. Zudem garantiert die Berechnung einer Mindestcourtage unabhängig von der Kursentwicklung einen festen Mindestcourtageertrag bei jeder Vermittlung.
Im Rahmen des laufenden Markt-Monitorings wird die Kurs-Entwicklung kontinuierlich überwacht, so dass mögliche Handlungsoptionen laufend überprüft werden können.
4.2.2.3 Reputationsrisiko
Als Reputationsrisiko wird die Gefahr negativer wirtschaftlicher Auswirkungen angesehen, die als Folge der Schädigung des Rufs eines Unternehmens entstehen. Für die Partner und Kunden der FDB sind die beiden Aspekte, die vorrangig über das Ansehen der Gesellschaft entscheiden, zum einen die korrekte Preisfindung und zum anderen die einwandfreie Abwicklung. Daher beobachten der Vorstand und die leitenden Mitarbeiter laufend die in diesen beiden Bereichen angesiedelten Risiken. Die korrekte Preisfindung wird darüber hinaus durch die Marktordnung geregelt und durch die börsenseitige Handelsüberwachung sichergestellt.
4.2.2.4 Auslagerungsrisiko
Unter dem Begriff des Auslagerungsrisikos sind die Risiken subsumiert, die sich aus einer dauerhaften Verlagerung von originären Geschäftsprozessen an externe Dienstleister ergeben.
Die FDB hat einige Geschäftsprozesse ausgelagert, von denen die Tätigkeit der Internen Revision, der IT-Support inklusive der Pflege der Fondsdaten für die Handelsplattform sowie die Tätigkeit des Datenschutzbeauftragten als wesentlich im Sinne der MaRisk qualifiziert werden. Im Rahmen der turnusmäßigen Überwachung wurden keine Anzeichen festgestellt, dass Auslagerungsunternehmen ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen sind. Von daher sah die FDB keine Veranlassung, bestehende Auslagerungsverhältnisse aufgrund von Pflichtverletzungen oder anderen Mängeln zu beenden.
4.2.2.5 Strategisches Risiko
Als strategisches Risiko wird die Gefahr von unerwarteten Veränderungen der Markt- und Umfeldbedingungen mit negativen Auswirkungen auf die Ertragslage ebenso angesehen wie Verlustpotenziale aus Managemententscheidungen zur geschäftspolitischen Positionierung der FDB.
Für die FDB können sich mittelfristig neue Herausforderungen aus dem Umstand ergeben, dass die Zahl der Neuemissionen in den vergangenen Jahren sehr stark abgenommen hat und somit künftig weniger Anteile zur Verfügung stehen, die im Zweitmarkt handelbar sind. FDB hat dieses Risiko erkannt und daher ihre Geschäftstätigkeit im Bereich der Anlagevermittlung erweitert (vgl. Abschnitt 2.4).
4.2.2.6 Arbeitsmarktrisiko
Mit dem Begriff Arbeitsmarktrisiko ist das Risiko gemeint, am Arbeitsmarkt keine den Anforderungen des Arbeitsplatzes genügenden Arbeitskräfte zu finden und so Stellen nicht adäquat besetzen zu können, was gerade bei komplexen Arbeitsabläufen (wie bei der Abwicklung der von der FDB vermittelten Kauf- und Übertragungsverträge) aufwändige Einarbeitungen neuer Mitarbeiter erforderlich macht.
Bei der FDB haben sich die im vergangenen Jahr im Rahmen des personellen Umbruchs in der Abwicklungsabteilung neu eingestellten Mitarbeiter zwischenzeitlich gut etabliert. Die Umstrukturierung der Auftragsbearbeitung haben zusätzlich eine positive Wirkung entfaltet.
5 Chancen- und Prognosebericht
5.1 Chancenbericht
Die Verabschiedung des ersten Finanzmarktnovellierungsgesetzes und die damit einhergehenden Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen haben dazu geführt, dass die Vermittlung von Zweitmarktgeschäften einer KWG-Erlaubnis bedarf. Dies bedeutet eine Markteintrittsbarriere und führt dazu, dass andere bestehende alternative Handelsangebote nicht fortgeführt werden. Allerdings sind im Markt weiterhin Angebote anzutreffen, die scheinbar ohne die erforderliche Erlaubnis betrieben werden. Es wäre wünschenswert, wenn insoweit ein „Level Playing Field“ geschaffen wird und alle Marktakteure dem vorhandenen Aufsichtsregime unterworfen werden.
Ein wichtiger Baustein zur Gewährleistung eines attraktiven Handelsangebotes ist die Bereitstellung von aktuellen Informationen zu den Fondsgesellschaften, die für die Beurteilung der geschäftlichen Entwicklung der Gesellschaft und die Bewertung der Fondsanteile von Bedeutung sind. FDB wird das vorhandene Angebot beibehalten. Die Nutzer der Plattform und insbesondere die Kooperationspartner der FDB wissen diese Transparenz zu schätzen. Aktuell bestehen Kooperationsvereinbarungen mit rund 400 Kreditinstituten und anderen Vertriebseinheiten. Ganz überwiegend wird deren Funktion als Orderflowprovider durch die oben gennannte gesetzliche Neuerung nicht beeinträchtigt, da die erforderlichen Erlaubnisse vorhanden sind. Allen anderen soll eine Lösung angeboten werden, um weiter miteinander kooperieren zu können. Durch den gezielten Einsatz vertrieblicher Aktivitäten sowie eine intensive Betreuung bestehender Partner soll ein kontinuierlicher Orderflow und Informationsaustausch erreicht werden.
Zur Diversifizierung ihrer Geschäftsaktivitäten hat FDB ihre Vermittlungstätigkeit auf Anteile an geschlossenen Alternativen Investmentfonds ausgedehnt, die sich noch in der Platzierungsphase befinden. Ausgehend von dem Ziel, gemeinsam mit Marktteilnehmern Erst- und Zweitmarktgeschäfte bei geschlossenen Alternativen Investmentvermögen zu standardisieren und insbesondere auch die Abwicklungsprozesse durch Bereitstellung einer Plattform mit einheitlichen Standards zu optimieren, wurde im ersten Halbjahr 2017 eine B2C-Transaktionsplattform gestartet. Umsätze wurden im Berichtsjahr nicht getätigt. Mit Hilfe einer zusätzlichen B2B-Transaktionsplattform soll das vorhandene Angebot erweitert werden und erste Umsätze erzielt werden.
5.2 Prognosebericht
Die FDB geht davon aus, dass die für 2017 maßgeblichen Bedingungen des Marktumfeldes auch für das Jahr 2018 Gültigkeit besitzen. Im Erstmarkt wird die Zahl der Neuemissionen zwar voraussichtlich steigen, allerdings wird sich die Fokussierung auf institutionelle Anleger weiter fortsetzen und sich damit der in den Vorjahren schon festzustellende Trend weiter verfestigen. Das Platzierungsvolumen in der Privatkundschaft wird vermutlich zunehmen, aber zunächst auf einem geringen Niveau bleiben. Trotz der Erstmarktaktivitäten freier Vertriebe, die stabile Umsätze liefern, werden nennenswerte Steigerungen nur dann zu erwarten sein, wenn Banken und Sparkassen das Neugeschäft wieder aufnehmen. Dies dürften allerdings allenfalls einzelne Institute in Erwägung ziehen, so dass mit einer Trendumkehr vorerst nicht zu rechnen ist.
Für den Zweitmarkt erwartet FDB keine nachhaltige Erholung der Handelskurse. Fortsetzen wird sich voraussichtlich zudem der Trend, dass Anteile an Fondsgesellschaften mit solider Ausschüttung in geringerem Umfang zum Verkauf kommen. Gerade bei solchen Fonds treten mangels Anlagealternativen weniger Verkäufer an den Markt; Beteiligungen mit einer soliden Ausschüttung von 2-3% werden bei dem aktuellen allgemeinen Zinsniveau eher gehalten als verkauft. Der Mangel an Anlagealternativen wird gleichzeitig dazu führen, dass auch in 2018 wieder viele private Investoren am Zweitmarkt aktiv sein werden.
In ihrer Planungsrechnung geht die Gesellschaft insgesamt betrachtet von einem Nominalumsatz in Höhe von EUR 225 Mio. aus. Hierin enthalten sind Zweitmarktumsätze in Höhe von nominal EUR 205 Mio. und Umsätze aus der Erstmarktinitiative in Höhe von EUR 20 Mio. Insgesamt sieht die Planung wegen der Anlaufkosten für das Erstmarktprojekt einen vorläufigen Jahresüberschuss in Höhe von ca. TEUR 548 vor, in dem Erträge aus einer Ergebnisabführung in Höhe von rund TEUR 200 seitens der DZAG enthalten sind.
Wesentliche Risiken, die die Planungen negativ beeinträchtigen können, sind insbesondere Rückgänge bei den Umsätzen und/oder bei den Durchschnittskursen mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Courtageeinnahmen der FDB. Umsatzrückgänge könnten einerseits durch eine Zunahme der im Markt aktiven Aufkäufer resultieren oder dass Portfolioverkäufe professioneller Kunden aufgrund regulatorischer Vorgaben nachhaltig erschwert werden. Ein weiteres Risiko könnte darin bestehen, dass „rentable Anteile“ mit solider Ausschüttung nicht zum Handel angeboten werden, sondern von den Anteilsinhabern aufgrund der aktuellen Kapitalmarktsituation weiter im Bestand gehalten werden. Ferner besteht das Risiko, dass ein Betriebsergebnis bei der DZAG nicht in dem geplanten Umfang erzielt werden kann. Sollten die Aktivitäten im Erstmarkt nicht greifen, könnte sich dies ebenfalls negativ auf die Gesellschaft auswirken.
Bei der Mittelfristplanung sind Umsatzsteigerungen auf 240 Mio. EUR in 2019 und 257 Mio. EUR in 2020 angesetzt. Die veranschlagten Umsatzsteigerungen resultieren ausschließlich aus dem Erstmarktgeschäft. Im Bereich des Zweitmarktgeschäftes wird mit einem nominalen Handelsvolumen von 205 Mio. EUR für 2018 und 2019 kalkuliert sowie mit gleichbleibenden Durchschnittskursen auf dem Niveau des Budgets 2018 gerechnet. Die wesentlichen Risiken für die Erreichung der Mittelfristplanung entsprechen den o. g. Risiken für die Erreichung der Planzahlen 2018.
der Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG
Euro Euro TEUR
a) Kassen bestand 532,78 1
a) täglich fällig 2.541.198,49 915
3. Forderungen an Kunden 1.956.498,35 1.081
darunter: an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 Euro (0)
4. Anteile an verbundenen Unternehmen 661.375,59 661
darunter: an Finanzdienstleistungsinstituten 661.375,59 Euro (649)
5. Treuhandvermögen 23.896.819,55 14.377
darunter: Treuhandkredite 0,00 Euro (0)
b) Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnlich Rechte und Werte 775.287,56 632
c) Geschäfts- oder Firmenwert 377.333,38 639
d) geleistete Anzahlungen 0,00 1.152.620,94 290
7. Sachanlagen 96.075,37 123
8. Sonstige Vermögensgegenstände 307.120,95 496
9. Rechnungsabgrenzungsposten 48.880,59 43
Summe der Aktiva 30.661.122,61 19.258
a) andere Verbindlichkeiten 911.914,87 161
darunter: gegenüber Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 Euro (0)
2. Treuhandverbindlichkeiten 23.896.819,55 14.377
3. Sonstige Verbindlichkeiten 371.217,92 328
4. Rechnungsabgrenzungsposten 4.166,67 4
c) andere Rückstellungen 593.566,64 479
6. Fonds für allgemeine Bankrisiken 1.000.000,00 525
a) gezeichnetes Kapital 2.000.000,00 2.000
b) Kapitalrücklage 3.075.000,00 3.075
ca) gesetzliche Rücklage 100.000,00 100
d) Bilanzverlust -1.291.563,04 3.883.436,96 -1.791
Summe der Passiva 30.661.122,61 19.258
Hamburg, den 17.05.2018
Alex Gadeberg, Vorstand
Sven Marxsen, Vorstand
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017
Euro Euro Euro TEUR
1. Zinsaufwendungen 2,55 0
2. Provisionsaufwendungen 748.019,15 674
aa) Löhne und Gehälter 1.753.998,02 1.596
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 267.237,62 2.021.235,64 253
darunter: Altersversorgung 12.652,64 Euro (13)
b) andere Verwaltungsaufwendungen 1.650.837,14 3.672.072,78 1.431
4. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 521.807,92 493
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen 542.316,31 634
6. Zuführung zum Sonderposten für allgemeine Bankrisiken 475.000,00 275
7. Außerordentliche Aufwendungen 302.876,58 266
8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0,00 0
9. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 5 ausgewiesen 1.587,08 1
10. Jahresüberschuss 499.885,56 0
Summe der Aufwendungen 6.763.567,93 5.623
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 0,00 0
2. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsverträgen 223.368,69 274
3. Provisionserträge 5.817.637,42 4.649
4. Sonstige betriebliche Erträge 722.561,82 700
Summe der Erträge 6.763.567,93 5.623
1. Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag 499.885,56 0
2. Gewinnvortrag / Verlustvortrag aus dem Vorjahr -1.791.448,60 -1.791
3. Bilanzgewinn / Bilanzverlust -1.291.563,04 -1.791
Anhang zum Jahresabschluss vom 31.12.2017
Die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG, Hamburg, (FDB) wird im Amtsgericht Hamburg unter der Nummer HRB 83767 geführt.
Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), des Aktiengesetzes (AktG) sowie der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt.
Die FDB hat mit Wirkung vom 01.01.2015 mit der Deutsche Zweitmarkt AG, Hamburg (DZ AG) einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag nach § 291 Abs. 1 AktG abgeschlossen. Nach § 302 AktG hat die FDB damit die Verpflichtung zur Übernahme eines entstehenden Jahresfehlbetrages übernommen. Die Hauptversammlung hat dem Vertrag am 08.12.2015 mit der erforderlichen Mehrheit zugestimmt. Die Eintragung im Handelsregister erfolgte am 16.12.2015.
Die Barreserve wird zum Nominalwert bilanziert. Forderungen an Kreditinstitute und Kunden sind mit den Nominalwerten angesetzt.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu den Anschaffungskosten angesetzt.
Das Treuhandvermögen wird mit den Nominalwerten angesetzt.
Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, werden zu Anschaffungskosten bewertet und um planmäßige lineare Abschreibungen entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer gemindert. Geringwertige Anlagegüter werden entsprechend der steuerlichen Regelung in § 6 Abs. 2a EStG abgeschrieben.
Die immateriellen Anlagewerte enthalten unter anderem einen Geschäfts- und Firmenwert aus dem Erwerb des Geschäftsbetriebes der DAI Zweitmarkt GmbH im Wege eines Asset Deals. Die Nutzungsdauer für den Geschäfts- und Firmenwert beträgt 15 Jahre. Der Gegenwert für den Erwerb des Geschäftsbetriebes der DAI Zweitmarkt GmbH wurde geleistet, um die FDB mit der notwendigen Vertriebsstruktur und dem notwendigen Know-how etc. auszustatten. Der Kaufpreis für die Übernahme des Geschäftsbetriebes berücksichtigt, dass sich der eigene Aufbau einer entsprechenden Vertriebsstruktur durch die FDB frühestens in diesem Zeitraum (15 Jahre) amortisiert hätte.
Die sonstigen Vermögensgegenstände sind mit den Anschaffungskosten bzw. den Nominalwerten angesetzt.
Verbindlichkeiten einschließlich Treuhandverbindlichkeiten sind mit den Erfüllungsbeträgen bilanziert.
Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet. Die Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit fristadäquaten Zinssätzen abgezinst, die von der Deutschen Bundesbank bekannt gegeben worden sind. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden nicht abgezinst.
Auf Fremdwährung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten sind entsprechend § 256a S. 1 HGB zum Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtags umgerechnet. Die auf fremde Währung lautenden Bilanzbestände haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr und werden gemäß § 340h i. V. m. § 256a HGB in jeder Währung als besonders gedeckt eingestuft und bewertet. Die sich aus der Fremdwährungsumrechnung ergebenden Erträge bzw. Aufwendungen sind in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Posten Sonstige betriebliche Erträge bzw. Sonstige betriebliche Aufwendungen ausgewiesen.
III. Angaben zum Jahresabschluss
Fristengliederung der Forderungen und Verbindlichkeiten nach Restlaufzeiten:
bis drei Monate 0 0
mehr als drei Monate bis ein Jahr 0 0
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 0 0
mehr als fünf Jahre 0 0
Forderungen mit unbestimmter Laufzeit 0 0
bis drei Monate 1.956 1.082
mehr als drei Monate bis eine Jahr 0 0
1.956 1.082
bis drei Monate 911 161
01.01.2017 Zugänge Umbuchungen Abgänge 31.12.2017
1 Immaterielle Anlagewerte
1.1 entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.406 1 363 0 1.770
1.2 Geschäfts- und Firmenwert 3.382 0 0 0 3.382
1.3 geleistete Anzahlungen 290 73 -363 0 0
Summe 5.078 74 0 0 5.152
2 Sachanlagen
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 571 14 0 0 585
Summe 571 14 0 0 585
Anteile an verbundenen Unternehmen 661 0 0 0 661
Summe 661 0 0 0 661
4 Anlagevermögen gesamt 6.310 88 0 0 6.398
Zu-/Abschreibungen
01.01.2017 Zugänge Abgänge 31.12.2017
1.1 entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 774 221 0 995
1.2 Geschäfts- und Firmenwert 2.743 261 0 3.004
1.3 geleistete Anzahlungen 0 0 0 0
Summe 3.517 482 0 3.999
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 448 41 0 489
Summe 448 41 0 489
Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 0 0
4 Anlagevermögen gesamt 3.965 523 0 4.488
1.1 entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 775 632
1.2 Geschäfts- und Firmenwert 378 639
1.3 geleistete Anzahlungen 0 290
Summe 1.153 1.561
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 96 123
Summe 96 123
Anteile an verbundenen Unternehmen 661 661
Summe 661 661
4 Anlagevermögen gesamt 1.910 2.345
Forderungen an Kunden, die Provisionsforderungen betreffen, sind in der Bilanz mit einer Höhe von TEUR 2.541 (Vorjahr TEUR 1.082) enthalten. In der Bilanz sind Treuhandvermögen und Treuhandverbindlichkeiten in Höhe von jeweils TEUR 23.897 (Vorjahr TEUR 14.377) enthalten. Diese Beträge würden bei Nichtzuordnung zu dieser Bilanzposition in den Posten Forderungen an Kreditinstitute sowie Verbindlichkeiten gegenüber Kunden ausgewiesen werden.
In den Sonstigen Vermögensgegenständen sind Forderungen von TEUR 231 (Vorjahr TEUR 282) an verbundene Unternehmen enthalten.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden beinhalten zum 31. Dezember 2017 maßgeblich kreditorische Debitoren.
Von den Sonstigen Verbindlichkeiten betreffen TEUR 316 (Vorjahr TEUR 290) verbundene Unternehmen.
Die Anderen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Verpflichtungen gegenüber dem Aufsichtsrat, Vorstand und Mitarbeitern in Höhe von TEUR 327 (Vorjahr TEUR 208), für Courtage TEUR 87 (Vorjahr TEUR 65), Jahresabschlusserstellungskosten, weitere Prüfungskosten und Kosten für Steuerberatung TEUR 91 (Vorjahr TEUR 65) und noch nicht abgerechnete Leistungen sowie Stornorisiken TEUR 33 (Vorjahr TEUR 24).
In den Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB ist zum Bilanzstichtag ein Betrag von TEUR 475 (Vorjahr TEUR 275) eingestellt worden.
Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beträgt zum Stichtag TEUR 2.000 und ist eingeteilt in 2.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien.
Die Kapitalrücklage setzt sich folgendermaßen zusammen:
Agiobeträge aus Kapitalerhöhung 325
Disquotale Rücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB 2.750
Kapitalrücklage 3.075
Die disquotale Rücklage wurde im Geschäftsjahr 2005 nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB in entsprechender Anwendung von § 60 Abs. 3 AktG gebildet. Nach den satzungsmäßigen Bestimmungen steht die disquotale Rücklage in Höhe von TEUR 2.750 der derzeitigen Mehrheitsaktionärin zu.
Der Jahresüberschuss von TEUR 500 wird für die Reduzierung des Verlustvortrags aus den Vorjahren verwendet.
Der Bilanzverlust ergibt sich wie folgt:
Jahresüberschuss 500
Verlustvortrag -1.791
Bilanzverlust -1.291
Der Betrag der auf Währungen außerhalb des Euro lautenden Vermögensgegenstände beläuft sich auf TEUR 2.783 (Vorjahr TEUR 3.197). Dem stehen Fremdwährungsverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 2.837 (Vorjahr TEUR 2.936) gegenüber. Hierin enthalten sind Fremdwährungen in den Treuhandforderungen bzw. Treuhandverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 2.651 (Vorjahr TEUR 2.923).
Die Provisionserträge in Summe von TEUR 5.818 (Vorjahr TEUR 4.649) setzen sich aus Vermittlungsprovisionen (TEUR 5.378, Vorjahr TEUR 4.197), Fremdwährungsbearbeitungsentgelten (TEUR 280, Vorjahr TEUR 291) sowie Treuhandtransaktionsgebühren (TEUR 185, Vorjahr TEUR 161) zusammen.
Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen in Höhe von TEUR 223 (Vorjahr TEUR 273) resultieren aus dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der DZ AG.
Die sonstigen betrieblichen Erträge bestehen im Wesentlichen aus Erträgen aus der Währungsumrechnung (TEUR 475, Vorjahr TEUR 411), Erträgen aus Plattformentgelten von verbundenen Unternehmen (TEUR 92, Vorjahr TEUR 62), Aufwandsentschädigungen (TEUR 40, Vorjahr TEUR 59), Nutzungsgebühren für Fondsinformationsportale (TEUR 19, Vorjahr TEUR 39), Erträge aus der Nutzung von firmeneigenen Fahrzeugen (TEUR 39, Vorjahr TEUR 36) sowie Erstattungen von Krankenkassen (TEUR 30, Vorjahr TEUR 36).
In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge über TEUR 28 enthalten (Vorjahr TEUR 57).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen bestehen hauptsächlich aus Aufwendungen aus der Währungsumrechnung (TEUR 500, Vorjahr TEUR 422).
Daneben sind periodenfremde Aufwendungen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in einer Höhe von TEUR 24 (Vorjahr TEUR 7) enthalten.
Die Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB beläuft sich auf einen Betrag von TEUR 475 (Vorjahr TEUR 275).
Die außerordentlichen Aufwendungen betreffen die zum Bilanzstichtag bestehende Verpflichtung aus bedingt rückzahlbaren Zuschüssen in Höhe von TEUR 303 (Vorjahr TEUR 266), die ein verbundenes Unternehmen betreffen.
3. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen
Zum Bilanzstichtag bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus längerfristigen Verträgen in Höhe von TEUR 1.467 (Vorjahr TEUR 1.585), wobei TEUR 676 (Vorjahr TEUR 592) eine Laufzeit bis zu einem Jahr, TEUR 776 (Vorjahr TEUR 961) eine Laufzeit von über einem Jahr und TEUR 15 (Vorjahr TEUR 31) eine Laufzeit von mehr als 5 Jahren aufweisen.
Hierin enthalten sind sonstige finanzielle Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen in einer Höhe von TEUR 167 (Vorjahr TEUR 249).
Die FDB hält 100% des Aktienkapitals der DZ AG. Das Eigenkapital der DZ AG beträgt zum 31. Dezember 2017 TEUR 770. Das Jahresergebnis 2017 beträgt EUR 0.
Auf die Erstellung eines Konzernabschlusses nach §§ 290 ff. HGB wurde gemäß § 290 Abs. 5 i. V. m. § 296 Abs. 2 HGB verzichtet, da das Tochterunternehmen DZ AG für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist.
Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar für den Abschlussprüfer entfällt nach § 285 Nr. 17 HGB mit TEUR 27 auf Abschlussprüfungsleistungen, mit TEUR 16 auf andere Bestätigungsleistungen, mit TEUR 7 auf Steuerberatungsleistungen und mit TEUR 2 auf sonstige Leistungen.
Im Jahresdurchschnitt waren 27 Angestellte (Vorjahr 27) bei der FDB beschäftigt, davon 9 Teilzeitbeschäftigte (Vorjahr 9).
Die Kapitalrendite i. S. d. § 26a KWG beträgt bei einem Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 500 somit 25,00 %.
Vorgänge von besonderer Bedeutung i. S. d. § 285 Nr. 33 HGB sind nach dem Bilanzstichtag nicht eingetreten.
Alex Gadeberg, Norderstedt (Handelsvorstand)
Sven Marxsen, Kiel (Marktfolgevorstand)
Auf die Angabe der Gesamthöhe der Vorstandsbezüge wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.
Der Aufsichtsrat setzt sich folgendermaßen zusammen:
Dr. Friedhelm Steinberg, Hamburg, Vorsitzender
Vorsitzender des Vorstandes des Vereins der Mitglieder der Wertpapierbörse in Hamburg e. V., Hamburg
Hermann Ebel, Hamburg, stellvertretender Vorsitzender
Mitglied der Geschäftsführung der Hansa Treuhand Schiffsbeteiligungs GmbH & Co. KG, Hamburg
Dr. Thomas Ledermann, Hamburg
Mitglied des Vorstandes der BÖAG Börsen AG, Hamburg und Hannover
Jochen Schenk, München
Mitglied des Vorstands der REAL I. S. AG, München
Dr. Klaus-Dieter Schmidt, Bonn
Geschäftsführer der Jamestown Vertriebs GmbH, Köln
Matthias Grychta, Hamburg
Managing Partner der Neuhaus Partners GmbH, Hamburg
Uwe Bandow, Hamburg, Ehrenvorsitzender
Ehrenvorsitzender des Vorstandes des Vereins der Mitglieder der Wertpapierbörse in Hamburg e. V., Hamburg
Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr TEUR 41.
Der Verein der Mitglieder der Wertpapierbörse in Hamburg e. V. hält zum Bilanzstichtag 72,50005% (Vorjahr 72,50005%) der Aktien der Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG.
Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG, Hamburg
Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus Jahresbilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang – unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG, Hamburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss der Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG, Hamburg, den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Hannover, den 31. Mai 2018
Reker, Wirtschaftsprüfer
Feige, Wirtschaftsprüfer
Bericht des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2017
Der Vorstand hat den Aufsichtsrat im Berichtszeitraum im Rahmen der jeweiligen Sitzungen, die am 17. Februar 2017, 26. Juni 2017, 28. September 2017 und 6. Dezember 2017 stattfanden, umfassend über die Geschäftsentwicklung, die wirtschaftliche Situation des Unternehmens sowie über die Finanz- und Investitionsplanung informiert. In den Sitzungen wurden auch die laut Geschäftsordnung vom Aufsichtsrat zu genehmigenden Geschäfte vorgelegt, diskutiert und entschieden. Ferner erörterten Aufsichtsrat und Vorstand das Risikomanagement und die Corporate Governance ebenso wie die strategische und operative Ausrichtung des Unternehmens. Darüber hinaus stand der Vorstand auch zwischen den Sitzungen in intensivem Kontakt mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates, wo unter anderem wichtige Fragen des laufenden Geschäftsbetriebs erörtert wurden.
Das Geschäftsjahr 2017 war für das Unternehmen ein sehr erfreuliches Jahr. Das Management hat intensiv daran gearbeitet, die Geschäftsstrategie konsequent umzusetzen und die Handelsqualität noch weiter zu verbessern. Dabei erwies sich die seit 2016 praktizierte Bündelung der Vermittlungsaufträge der Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG (FDB) und der Deutsche Zweitmarkt AG (DZAG) in einem von der FDB geführten Orderbuch als wichtiger Baustein. Infolge der verbesserten Liquidität konnten Handelsabschlüsse schneller getätigt werden.
Weiter vorangetrieben hat der Vorstand das Vorhaben, die Vermittlungstätigkeit der Gesellschaft auf Anteile an geschlossenen alternativen Investmentfonds auszuweiten, die sich noch in der Platzierungsphase befinden. Im zweiten Quartal 2017 hat FDB ihre neue Transaktionsplattform für den Erstmarkt in Betrieb genommen. langfristiges Ziel ist, gemeinsam mit Marktteilnehmern Erst- und Zweitmarktgeschäfte bei geschlossenen Investmentvermögen zu standardisieren und insbesondere auch die Abwicklungsprozesse durch Bereitstellung einer Plattform mit einheitlichen Standards zu optimieren. Umsätze konnten bislang noch nicht verzeichnet werden.
Zu einem erheblichen Mehraufwand in personeller und finanzieller Hinsicht führten die Anstrengungen der Gesellschaft, das Dienstleistungsangebot an die in 2017 bzw. zu Beginn 2018 in Kraft getretenen neuen regulatorischen Vorgaben auszurichten. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang insbesondere die Novellierung des Geldwäschegesetzes und der MaRisk, die Einführung der BAIT sowie die am 3.1.2018 in Kraft tretenden Regelungen der MiFID II und der PRIIP-Verordnung.
Der Aufsichtsrat hat all diese Maßnahmen sehr eng begleitet.
Die geschäftliche Situation der Gesellschaft hat in 2017 eine sehr positive Entwicklung genommen. Mit einem vermittelten Nominalvolumen von rund 242 Mio. EUR verzeichnet die Gesellschaft die höchste Vermittlungsleistung ihrer Firmengeschichte. Die Zahl der Vermittlungen übertraf mit 5.786 sehr deutlich den bisherigen Höchstwert aus 2016 (5.022).
Zur Stärkung des Kernkapitals stellt das Unternehmen einen Betrag in Höhe von 475 TEUR in den Fonds für allgemeine Bankrisiken ein, in den dann insgesamt 1 Mio. EUR eingestellt sind. Zur vollständigen Rückführung des in den Jahren 2006 bis 2008 gewährten bedingten Zuschusses in Höhe von insgesamt 1.200 TEUR wird die Gesellschaft einen Betrag in Höhe von rund 303 TEUR nach Feststellung des Jahresabschlusses an den Verein der Mitglieder der Hanseatischen Wertpapierbörse in Hamburg e.V. auskehren. Damit ist die Verpflichtung gegenüber dem Verein vollständig getilgt
Die Liquiditätslage der Gesellschaft war jederzeit sehr auskömmlich und gesichert.
Auch die geschäftliche und wirtschaftliche Entwicklung der DZAG hat in 2017 eine sehr erfreuliche Entwicklung genommen. Aufgrund des Ende 2015 mit der DZAG geschlossenen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages wird die DZAG nach Feststellung ihres Jahresabschlusses ein Ergebnis von 223 TEUR an FDB abführen.
Der Aufsichtsrat ist zuversichtlich, dass durch die oben genannten umgesetzten Maßnahmen sowie durch gezielte flankierende vertriebliche Aktivitäten eine gute Basis für die Fortführung des positiven Trends auch in 2018 gegeben ist. Eine Fortführung dieser Entwicklung könnte allerdings erschwert werden durch negative Entwicklungen im Bereich geschlossener Fonds oder weitere Belastungen aus einer noch engmaschigeren Regulierung.
Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2017 ist von der als Abschlussprüferin bestellten Deloitte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft GmbH geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.
Der testierende Wirtschaftsprüfer hat an der Bilanzsitzung des Aufsichtsrates am 15. Juni 2018 teilgenommen.
Der Aufsichtsrat hat von dem Prüfungsergebnis Kenntnis genommen und erhebt nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfungen keine Einwendungen. Er hat daher in seiner Sitzung am 15. Juni 2018 den Jahresabschluss gebilligt, der damit im Rechtssinne festgestellt ist. Dem Vorschlag des Vorstandes zur Verwendung des Bilanzergebnisses schließt sich der Aufsichtsrat an.
Der Aufsichtsrat dankt Vorstand sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die im Berichtsjahr geleistete erfolgreiche Arbeit.
Dr. Friedhelm Steinberg, Vorsitzender
Auf Vorschlag von Aufsichtsrat und Vorstand hat die Hauptversammlung am 15.06.2018 einstimmig und ohne Enthaltung beschlossen, das festgestellte Bilanzergebnis des Geschäftsjahres 2017 auf neue Rechnung vorzutragen.
Die Feststellung des Jahresabschlusses erfolgte am 15.06.2018.