Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20111,%20534
Timestamp: 2019-12-06 20:28:30
Document Index: 356313193

Matched Legal Cases: ['§ 609', '§ 488', '§ 12', '§ 12', '§ 13', '§ 12', '§ 247']

BFH, 22.02.1974 - III R 5/73 - dejure.org
BFH, 22.02.1974 - III R 5/73
https://dejure.org/1974,524
BFH, 22.02.1974 - III R 5/73 (https://dejure.org/1974,524)
BFH, Entscheidung vom 22.02.1974 - III R 5/73 (https://dejure.org/1974,524)
BFH, Entscheidung vom 22. Februar 1974 - III R 5/73 (https://dejure.org/1974,524)
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Gesellschafterdarlehn - Bewertungsrecht - Gleichbehandlung - Ertragsteuerrecht - Unbefristete Schuld - Unverzinsung - Bewertung - Fehlende Laufzeitvereinbarung - Formale Kündigung
Gesellschafterdarlehen als "verdeckte Beteiligungen"; Bewertung unverzinslicher langfristiger Schulden
BGB § 609
BFHE 111, 534
BStBl II 1974, 330
Mit Blick auf die bewertungsrechtliche Judikatur wird davon ausgegangen, dass bei unbefristeten Verbindlichkeiten ungeachtet einer formalen Kündigungsmöglichkeit darauf abzuheben ist, welche Laufzeit sich bei wirtschaftlicher Betrachtung nach den Umständen des Falles ergibt (BFH-Urteil vom 22. Februar 1974 III R 5/73, BStBl II 1974, 330; vgl. auch BFH-Urteil vom 10. Februar 1982 II R 3/80, BStBl II 1982, 351, 352).
In diesem Zusammenhang ist er davon ausgegangen, dass bei unbefristeten Verbindlichkeiten ungeachtet einer formalen Kündigungsmöglichkeit darauf abzuheben ist, welche Laufzeit sich bei wirtschaftlicher Betrachtung nach den Umständen des Falles ergibt (BFH-Urteil vom 22. Februar 1974 III R 5/73, BFHE 111, 534, BStBl II 1974, 330; vgl. auch BFH-Urteil vom 10. Februar 1982 II R 3/80, BFHE 135, 214, 216, BStBl II 1982, 351, 352).
Für die Frage, welche Laufzeit eine nicht befristete Forderung hat, ist -- entgegen der Ansicht des Beklagten -- nicht auf die formale Kündigungsmöglichkeit des § 488 Abs. 3 BGB abzustellen; vielmehr kommt es maßgeblich darauf an, welche Laufzeit des Darlehens nach den Umständen des konkreten Einzelfalles zu erwarten ist (vgl. z.B.: BFH vom 22. Februar 1974 III R 5/73, BStBl II 1974 S. 330 ; BFH vom 10. Februar 1982 II R 3/80, BStBl II 1982 S. 351 ).
BFH, 17.10.1980 - III R 52/79
Abzinsung einer niedrigverzinslichen Kapitalforderung nach der sog. …
Denn nur in dem Zusammenwirken der niedrigen Verzinsung und der längeren Unkündbarkeit liegt ein besonderer Umstand im Sinne des § 12 Abs. 1 BewG, der zu einer Bewertung der Forderung unter dem Nennwert führen kann (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 22. Februar 1974 III R 5/73, BFHE 111, 534, BStBl II 1974, 330 und die dort zitierten Entscheidungen; BFH-Beschluß vom 11. Juli 1980 III B 3/80, BFHE 131, 82, BStBl II 1980, 559).
b) Der BFH hat in mehreren Entscheidungen dargelegt, daß der Gesetzgeber in § 12 BewG eine Verzinsung von 5, 5 v.H. als normal unterstelle (vgl. Urteile vom 10. März 1970 II 83/62, BFHE 99, 133, 138, BStBl II 1970, 562, und in BFHE 111, 534, BStBl II 1974, 330), ein Grundsatz, der das gesamte Bewertungsrecht beherrscht (vgl. §§ 13, 14, 15 Abs. 1, 16, 36 BewG).
Auch die Tatsache, dass die Rekultivierungsverpflichtung nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt fällig wird, steht einer Abzinsung nicht entgegen (so BFH-Urteil vom 22. Februar 1974 III R 5/73, BFHE 111, 534, BStBl II 1974, 330, unter 3.; vgl. auch BFH-Urteil vom 19. Juli 1983 VIII R 160/79, BFHE 139, 244, BStBl II 1984, 56, unter III. 4.).
Entgegen der Auffassung der Klägerin kann nicht von einer Fälligkeit im Rahmen einer dreimonatigen Kündigungsfrist ausgegangen werden, da, abgesehen davon, dass die Kündigungsmöglichkeit nichts über die Fälligkeit einer Forderung aussagt (vgl. auch BFH-Urteil vom 22. Februar 1974 III R 5/73, BStBI II 1974, 330), vorliegend auch zu berücksichtigen ist, dass auf Grund der unterstellten Weitergeltung der Rangrücktrittserklärung davon auszugehen ist, dass eine Geltendmachung erst nach Erfüllung der Forderungen anderer Gläubiger in Betracht kommt.
Die von der Klägerin zur Stützung ihrer Auffassung angeführte Rechtsprechung ist im Streitfall nicht einschlägig: Im BFH-Urteil vom 22. Februar 1974 III R 5/73 (BStBl. II 1974, 330, unter 3.) ist lediglich ausgeführt, der Zeitraum von vier Jahren gelte als Mindest laufzeit einer als langfristig zu behandelnden Schuld.
Eine Darlehensforderung ist nur dann über dem Nennwert zu bewerten, wenn der …
Maßgebend für die Bewertung einer Darlehensforderung nach § 12 Abs. 1 BewG 1965 ist nicht, welche formellen Kündigungsmöglichkeiten der Schuldner nach § 247 Abs. 1 BGB hat, sondern welche Laufzeit des Darlehens nach den Umständen des Falles zu erwarten ist (vgl. dazu auch das BFH-Urteil vom 22. Februar 1974 III R 5/73, BFHE 111, 534, BStBl II 1974, 330).
Ob es der Klägerin möglich gewesen wäre, sich die erforderlichen Mittel auf dem Kapitalmarkt zu beschaffen, ist für die Entscheidung nicht ausschlaggebend (BFH-Urteil vom 20. März 1956 I 178/55 U, BFHE 62, 482, BStBl III 1956, 179; vgl. auch BFH-Urteile III R 52/69 und vom 22. Februar 1974 III R 5/73, BFHE 111, 534, BStBl II 1974, 330).
BFH, 11.07.1980 - III B 3/80
Wohnungsbaudarlehn - Gegenwartswert - Nennbetrag - Bewertung der Schulden