Source: http://www.jagdclub-badnauheim.de/ausbildung.html
Timestamp: 2018-01-22 04:30:23
Document Index: 208673980

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 4', '§ 6', '§ 14', '§ 7', '§ 3', '§ 8', '§ 12']

Petra Philipps-Neubert, Telefon 06032/32379 oder Mobil 0175 270 6443
Lehrgangsgebühren EUR 700,00
Waffenerwerb und Waffentransport durch Personen in der Ausbildung zum Jäger
Um den praktischen Teil der Jägerprüfung, bezogen auf das Schießen mit Schrotflinten, erfolgreich absolvieren zu können, bedarf es eines besonders intensiven Trainings mit diesen Schusswaffen. Oftmals können von den Jagdvereinen im Rahmen der Ausbildung nicht genügend Schrotflinten, die für den Einzelnen aufgrund der Gestaltung des Schaftes geeignet sind, zur Verfügung gestellt werden. So kann durchaus ein befristetes Bedürfnis (§ 8 Abs. 1 WaffG) für Personen, die Ich in der Ausbildung zum Jäger befinden, vorliegen.
Es bestehen daher keine Bedenken, Personen während ihrer Ausbildungszeit zum Jäger nach eingehender Überprüfung der Voraussetzungen des § 4 Abs. 1 Nr. 1-4 WaffG eine befristete Waffenbesitzkarte für Schrotflinten auszustellen. Hierbei ist der Munitionserwerb auszuschließen. Ein Bedürfnis zum Erwerb von Kugelwaffen oder Kombinationswaffen (Flinten- und Kugelläufe) ist nicht anzuerkennen.
Hinsichtlich der persönlichen Eignung weise ich darauf hin, dass gemäß § 6 Abs. 3 Satz 2 WaffG beim Erwerb und Besitz von Schusswaffen im Sinne des § 14 Abs. 1 Satz 2 WaffG ein fachärztliches Zeugnis über die geistige Eignung auch bei Personen, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, nicht erforderlich ist (hierunter fallen auch Einzellader-Langwaffen mit glatten Läufen mit Kaliber 12 und kleiner).
Die erforderliche Sachkunde (§ 7 WaffG) im Umgang mit der Schusswaffe ist durch die Teilnahme an einem Ausbildungslehrgang zur Vorbereitung auf die Jägerprüfung und mit einer Bescheinigung über den notwendigen Kenntnisstand durch den Leiter des Ausbildungslehrganges nachzuweisen (§ 3 Abs. 1 Nr. 1 Nr. 1a AWaffV).
Aus der Bescheinigung des Leiters des Ausbildungslehrgangs muss als Nachweis des Bedürfnisses (§ 8 WaffG) auch hervorgehen, dass eine geeignete Vereinswaffe im Rahmen der Ausbildung nicht zur Verfügung gestellt werden kann. Ferner muss sie das voraussichtliche Ende der Ausbildung (voraussichtlichen Prüfungstermin) beinhalten. Um evtl. Missbräuche auszuschließen ist die Waffenbesitzkarte grundsätzlich auf den voraussichtlichen Prüfungstermin zzgl. eines Zeitraums von ca. einem Monat zu befristen.
Im Falle des Wiederholens der Prüfung ist hinsichtlich der Verlängerung der Befristung sinngemäß zu verfahren. Nach Erteilung des Jahresjagdscheins ist die Befristung auf Antrag zu streichen.
In den Fällen, in denen der volljährige Jagdscheininhaber nicht über eine eigene Waffe verfügt, sondern eine fremde erlaubnispflichtige Waffe (z.B. die der Eltern) zum Jagdausbildungslehrgang transportieren will, kommt die Erteilung einer Einzelfallausnahme nach § 12 Abs. 5 WaffG in Betracht. Diese kann auf die von dem Ausbildungsleiter anberaumten Schießausbildungstermine für die Dauer des Lehrgangs erteilt werden.
Hess. Ministerium des Innern und für Sport
Wiesbaden, den 27. September 2004 Az: LPP 72-R-021-a-04-01 i.A. Fredrich
Die Ausbildung und Vorbereitung auf die Jägerprüfung liegt – als einem der beiden im Wetteraukreis ausbildenden Vereinen – in den Händen des Jagd-Clubs Bad Nauheim. Die Ausbilderriege – 14 Ausbilder, darunter zwei Frauen – nimmt sich der umfangreichen Wissensvermittlung der Prüfungskanditatinnen und -kandidaten an. Das Spektrum der Lernfächer ist groß: Es reicht neben anderen von der Wildtierkunde über Waffenkunde und Jagdrecht bis hin zu Schießausbildung, Land-, Wald- und Feldbau, Jagdhundewesen, Brauchtum, Natur- und Artenschutz, Verhütung von Wildschäden, Wild- und Hundekrankheiten sowie praktischen Revierarbeiten.
Der Lehrgang beim Jagd-Club Bad Nauheim kostet 700 Euro und ist angelegt auf zwei Ausbildungsjahre. Wer sich vom Wissen her fit genug fühlt, kann bereits nach einem Jahr Ausbildung zur Jägerprüfung vor der Wetterauer Prüfungskommission antreten. Diese Entscheidung liegt allerdings im Ermessen des/der jeweiligen Kursteilnehmers/-teilnehmerin. Wer nach einem Jahr Ausbildung die vierteilige Prüfung (Schießprüfung, schriftliche Prüfung, praktische und mündliche Prüfung) nicht besteht, kann das zweite Ausbildungsjahr kostenlos wiederholen und im darauf folgenden Jahr vor der für den Wetteraukreis zuständigen Prüfungskommission das Examen ablegen oder an der jeweils im Herbst des selben Jahres angebotenen Jägerprüfung teilnehmen, die vor einer vom Regierungspräsidenten bestimmten hessischen Prüfungskommission abgehalten wird.
Da die Jägerausbildung nicht umsonst im Volksmund das »Grüne Abitur« genannt wird, sei auf das umfangreiche Lernpensum und das damit verbundene zeitliche Engagement hingewiesen. Regelmäßig werden zwei- bis dreimal in der Woche die verschiedenen Unterrichtseinheiten abgehalten in rund 25 verschiedenen Fächern. Hinzu kommen bisweilen an Wochenenden Seminare oder Exkursionen in Hundeausbildung, Naturschutz, Revierpraxis oder Schießwesen.
Vor Lehrgangsbeginn schließt der Jagd-Club Bad Nauheim für den/die Interessenten/in die notwendige Jagdhaftpflicht- und Unfallversicherung ab, ohne die man am Ausbildungslehrgang nicht teilnehmen kann. Diese Spezialversicherung ist für die Teilnehmer kostenlos, den Beitrag übernimmt der Jagd-Club Bad Nauheim.
Wer sich für das Thema »Jägerprüfung« interessiert, kann sich bei Petra Philipps-Neubert (Ausbildungsleitung) melden unter den Telefonnummern 06032 32379 oder 06032 35750 (Anrufbeantworter).