Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XI%20R%2050/89
Timestamp: 2019-05-26 04:26:19
Document Index: 376694791

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 6', '§ 11', '§ 4', '§ 6', '§ 249']

BFH, 08.07.1992 - XI R 50/89 - dejure.org
https://dejure.org/1992,785
BFH, 08.07.1992 - XI R 50/89 (https://dejure.org/1992,785)
BFH, Entscheidung vom 08.07.1992 - XI R 50/89 (https://dejure.org/1992,785)
BFH, Entscheidung vom 08. Juli 1992 - XI R 50/89 (https://dejure.org/1992,785)
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Rückständige Urlaubsverpflichtungen - Urlaubsentgelt - Bruttoarbeitsentgelt - Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung - Urlaubsgeld - Lohnabhängige Nebenkosten - Durchschnittsberechnung
Einkommensteuer; Bewertung von rückständigen Urlaubsverpflichtungen
DB 1992, 1960
Rückständige Urlaubsverpflichtungen sind in Höhe des Urlaubsentgelts zu passivieren, das der Arbeitgeber hätte aufwenden müssen, wenn er seine Zahlungsverpflichtung bereits am Bilanzstichtag erfüllt hätte (Bestätigung der BFH-Urteile vom 8. Juli 1992 XI R 50/89, BFHE 168, 329, BStBl II 1992, 910, und vom 10. März 1993 I R 70/91, BFHE 170, 433, BStBl II 1993, 446).
Urlaubsrückstellung Mit Urteilen vom 8. Juli 1992 XI R 50/89 (BFHE 168, 329, BStBl II 1992, 910 m. w. N.) und vom 10. März 1993 I R 70/91 (BFHE 170, 433, BStBl II 1993, 446 m. w. N.) hat der BFH entschieden, daß rückständige Urlaubsverpflichtungen als sog. Erfüllungsrückstand zurückzustellen ist und daß die Höhe der Rückstellung sich nach dem Urlaubsentgelt bestimmt, das der Arbeitgeber hätte aufwenden müssen, wenn er seine Zahlungsverpflichtung bereits am Bilanzstichtag erfüllt hätte.
Für die Ermittlung der Höhe der Urlaubsrückstellung ist deshalb das Jahresgehalt durch die Zahl der regulären Arbeitstage --ohne Berücksichtigung von Urlaubstagen des Folgejahres-- zu dividieren (BFH-Urteil vom 8. Juli 1992 XI R 50/89, BFHE 168, 329, BStBl II 1992, 910; Senatsurteile vom 10. März 1993 I R 70/91, BFHE 170, 433, BStBl II 1993, 446; vom 6. Dezember 1995 I R 14/95, BFHE 180, 258, BStBl II 1996, 406; zustimmend: Blümich/Schreiber, EStG, KStG, GewStG, § 5 EStG Rz 920 "Urlaub";… Schmidt/Weber-Grellet, EStG, 26. Aufl., § 5 Rz 550 "Urlaub"; Lambrecht in Kirchhof/ Söhn/Mellinghoff, EStG, § 5 Rz D 284; Frotscher, EStG, § 5 Rz 458 "Urlaubsrückstellung"; Mayer-Wegelin in Bordewin/ Brandt, EStG, § 6 Rz 546; Christiansen, Die steuerliche Betriebsprüfung --StBp- 1989, 221; Groh, Steuer und Wirtschaft --StuW-- 1994, 90, m.w.N).
Die von der Klägerin erneut aufgeworfene Frage, ob als Gegenstand der Urlaubsrückstellung nicht anstatt auf eine Zahlungsverpflichtung auf eine Verpflichtung zur Gewährung bezahlter Freizeit abzustellen sei --mit dem Resultat, dass die im Folgejahr aufzuwendenden Kosten des Arbeitgebers wertbestimmend wären-- ist bereits vor Klärung durch den BFH kontrovers diskutiert worden (vgl. Nachweise im BFH-Urteil in BFHE 168, 329, BStBl II 1992, 910, Gliederungspunkt II.2.).
der Gründe; vom 8. Juli 1992 XI R 50/89, BFHE 168, 329, BStBl II 1992, 910, unter II.2.
FG Rheinland-Pfalz, 15.03.2006 - 1 K 2369/03
Urlaub - Bei Urlaubsrückstellung auch Weihnachtsgeld berücksichtigen?
Mit Urteilen vom 8. Juli 1992 XI R 50/89 (BFHE 168, 329, BStBl II 1992, 910 m.w.N.) und vom 10. März 1993 I R 70/91 (BFHE 1970, 433, BStBl II 1993, 446 m.w.N.) hat der BFH entschieden, dass rückständige Urlaubsverpflichtungen als sog. Erfüllungsrückstand zurückzustellen ist und dass die Höhe der Rückstellung sich nach dem Urlaubsentgelt bestimmt, dass der Arbeitgeber hätte aufwenden müssen, wenn er seine Zahlungsverpflichtung bereits am Bilanzstichtag erfüllt hätte.
Soweit nicht durch Tarif- oder Einzelvertrag besondere Vereinbarungen getroffen sind, errechnet sich das Urlaubsentgelt nach § 11 Bundesurlaubsgesetz ?BUrlG-; an die Stelle des Urlaubsbeginns tritt der Bilanzstichtag (BFH-Urteil vom 8. Juli 1992 XI R 50/89, a.a.O.).
Nicht einzubeziehen sind dagegen jährlich vereinbarte Sondervergütungen ? wie Weihnachtsgeld, Tantiemezahlungen, Zuführungen zu Pensions- und Jubiläumsrückstellungen oder Zahlungen, die nicht Bestandteil von Lohn und Gehalt sind (vgl. BFH-Urteil vom 8. Juli 1992 XI R 50/89, a.a.O., das Bezug nimmt auf das Urteil des Bundesarbeitsgerichtes vom 17. Januar 1991 8 AZR 644/89, BB 1991, 1412).
Bei dem 13. Monatsgehalt handelt es sich nicht um eine ?jährlich vereinbarte Sondervergütung? im Sinne des BFH-Urteils vom 8. Juli 1992 XI R 50/89, a.a.O., sondern der Anspruch der Arbeitnehmer auf das 13. Monatsgehalt ergibt sich nach dem Akteninhalt und dem unwidersprochenen Vortrag des Prozessbevollmächtigten in der mündlichen Verhandlung aus dem jeweiligen Anstellungsvertrag und dem Manteltarifvertrag (MTV), ohne dass es einer weiteren Vereinbarung zwischen den Arbeitnehmern und der Bank bedurft hätte.
Es handelt sich um (betrieblich veranlasste) dem Grunde nach nicht mit Sicherheit, aber doch mit Wahrscheinlichkeit bestehende oder entstehende, in ihrer Höhe unsichere, am Bilanzstichtag wirtschaftlich verursachte Verbindlichkeiten, aus denen nach den zu diesem Zeitpunkt gegebenen Verhältnissen der Steuerschuldner wahrscheinlich in Anspruch genommen wird (s. allgemein dazu: BFH-Urteile vom 28. Juni 1989 I R 86/85, BFHE 157, 416, BStBl II 1990, 550, unter II. 7.; vom 8. Juli 1992 XI R 50/89, BFHE 168, 329, BStBl II 1992, 910; vom 6. Dezember 1995 I R 14/95, BFHE 180, 258, BStBl II 1996, 406, unter II.1., und vom 17. Dezember 1998 IV R 21/97, BFHE 187, 552, unter 3.; s. auch Knobbe-Keuk, a.a.O., § 4 V.5.c sowie zur identischen österreichischen Rechtslage: Österr.
Die Höhe der Rückstellung bestimmt sich nach dem Urlaubsentgelt, das der Arbeitgeber hätte aufwenden müssen, wenn er seine Zahlungsverpflichtung bereits am Bilanzstichtag erfüllt hätte (Anschluß an BFH-Urteil vom 8. Juli 1992 XI R 50/89, BFHE 168, 329, BStBl II 1992, 910).
Mit Urteil vom 8. Juli 1992 XI R 50/89 (BFHE 168, 329, BStBl II 1992, 910) hat der XI. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) entschieden, daß rückständige Urlaubsverpflichtungen nach Maßgabe des Urlaubsentgelts zu bemessen sind.
Denn beide Passivposten unterscheiden sich nur hinsichtlich der Gewißheit über Grund und/oder Höhe der Schuld (BFH-Urteile vom 17. Februar 1993 X R 60/89, BFHE 170, 397, BStBl II 1993, 437; vom 8. Juli 1992 XI R 50/89, BFHE 168, 329, BStBl II 1992, 910; vom 12. Dezember 1990 I R 18/89, BFHE 163, 157, BStBl II 1991, 485).
BFH, 06.10.2006 - I B 28/06
Auch dann bestünde entsprechend den zu rückständigen Urlaubsverpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern entwickelten Grundsätzen (BFH-Urteile vom 8. Juli 1992 XI R 50/89, BFHE 168, 329, BStBl II 1992, 910; vom 10. März 1993 I R 70/91, BFHE 170, 433, BStBl II 1993, 446; vom 6. Dezember 1995 I R 14/95, BFHE 180, 258, BStBl II 1996, 406) bereits zum Ende des abgelaufenen Jahres ein in der Bilanz der Gesellschaft zu passivierender Erfüllungsrückstand in Höhe des Urlaubsentgelts.
Die Gewährung von Beihilfen an Pensionäre sei mit rückständigen Urlaubsverpflichtungen vergleichbar, für die nach der Rechtsprechung des BFH (Urteile vom 8. Juli 1992 XI R 50/89, BStBl II 1992, 910 ; vom 10. März 1993 I R 70/91, BStBl II 1993, 446 ; vom 6. Dezember 1995 I R 14/95, BStBl II 1996, 406 ) ebenfalls Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten zu bilden seien.
Dem entspricht es, daß der BFH selbst bei fortbestehenden aktiven Arbeitsverhältnissen die Rückstellungen wegen rückständiger Urlaubsverpflichtungen (BFH-Urteile vom 8. Juli 1992 XI R 50/89, BStBl II 1992, 910 ; vom 10. März 1993 I R 70/91, BStBl II 1993, 446 ), für Gratifikationen (BFH-Urteil vom 7. Juli 1983 IV R 47/80, BStBl II 1983, 753 ), Jubiläumszuwendungen (BFH-Urteil vom 16. Dezember 1987 I R 68/87, BStBl II 1988, 338, 341) und für künftige Pensionszahlungen (…vgl. Ahrend/Förster/Rößler in Blümich, § 6a EStG Rz. 1) als Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten i. S. von § 249 Abs. 1 Satz 1 HGB qualifiziert hat (vgl. BFH-Urteil vom 8. Juli 1992 XI R 50/89, BStBl II 1992, 910 ).
Verbindlichkeitsrückstellungen sind nach den gleichen Grundsätzen wie Verbindlichkeiten zu bewerten (BFH-Urteil vom 8. Juli 1992 XI R 50/89, BStBl II 1992, 910 m.w.N.).
Daher ist der maßgebliche Lohnaufwand im Falle einer Durchschnittsberechnung durch die Zahl der regulären Arbeitstage zu dividieren und mit der Zahl der offenen Urlaubstage zu vervielfachen (vgl. BFH-Urteile vom 8. Juli 1992 -XI R 50/89, BFHE 168, 329, BStBl II 1992, 910;vom 10. März 1993 -I R 70/91, BFHE 170, 433, BStBl II 1993, 446; s. auch Weber-Grellet, DB 1992, 2567 m. Replik Breidenbach).
FG Münster, 17.09.1998 - 9 K 8064/97
Bildung einer Rückstellung für die Verpflichtung zur Gewährung von Beihilfen an …
BFH, 08.02.1995 - I R 72/94
FG Baden-Württemberg, 14.11.1996 - 6 K 91/95
Rückstellung für rückständigen Urlaub eines Steuerpflichtiger mit abweichendem …
FG Niedersachsen, 27.07.1999 - VI 337/97
Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Rückstellungen
FG Köln, 23.09.1996 - 13 K 962/96
Anerkennung einer Rückstellung für Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle ; Erhebung …