Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=13.10.1971&Aktenzeichen=VI%20C%20137.67
Timestamp: 2019-11-21 13:32:42
Document Index: 75386304

Matched Legal Cases: ['BGH', 'Art. 18', '§ 14', '§ 12', '§ 820', '§ 87', '§ 158', '§ 387', '§ 87', '§ 87', '§ 12', '§ 51', '§ 11', '§ 12', '§ 218', '§ 226', 'BGH', 'BGH', '§ 389', '§ 389']

BVerwG, 13.10.1971 - VI C 137.67 - dejure.org
https://dejure.org/1971,177
BVerwG, 13.10.1971 - VI C 137.67 (https://dejure.org/1971,177)
BVerwG, Entscheidung vom 13.10.1971 - VI C 137.67 (https://dejure.org/1971,177)
BVerwG, Entscheidung vom 13. Januar 1971 - VI C 137.67 (https://dejure.org/1971,177)
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OVG Nordrhein-Westfalen, 15.09.1967 - VI A 538/62
DÖV 1972, 573
Die Verrechnung ist aber - ebenso wie die Aufrechnung - keine Maßnahme der "Vollstreckung" iS der Vorschriften der ZPO oder anderer Verfahrensgesetze über die Zwangsvollstreckung (vgl BGH vom 26.5.1971 - NJW 1971, 1563; BVerwG vom 13.10.1971 - DÖV 1972, 573, 574; BFH vom 3.11.1983 - BFHE 140, 9 f; LSG Berlin-Brandenburg vom 4.10.2007 - L 8 B 1205/07 ER - juris RdNr 22, 28; FG Düsseldorf vom 10.11.2004 - 18 K 321/04 AO - juris RdNr 21; Martini in juris PR-InsR 19/2009 vom 24.9.2009, Anm 1 unter C) .
Dabei kann ebenso wie in demUrteil vom 13. Oktober 1971 - BVerwG 6 C 137.67 - (…a.a.O.) offenbleiben, ob und inwieweit ein "faktisches Beamtenverhältnis" als Rechtsgrundlage für die Fortzahlung von Bezügen im Recht des öffentlichen Dienstes anzuerkennen ist (vgl. hierzu u.a. Weiß/Niedermaier/Summer/Zängl, BayBG, Art. 18 Erl. 2 und 3; Fürst, GKÖD I, K § 14 Erl. 6; Fromme, Rechtsfolgen der fehlerhaften Beamtenernennung, DÖD 1981, 169 mit weiteren Nachweisen).
Die Gegenleistung kann im Rahmen des § 12 Abs. 2 Satz 3 BBesG berücksichtigt werden, wonach von der Rückforderung aus Billigkeitsgründen ganz oder teilweise abgesehen werden kann (vgl. hierzuUrteil vom 13. Oktober 1971 - BVerwG VI C 137.67 - [a.a.O.]).
Sie beruhten auf einem Rechtsgrund, dessen Wegfall im Sinne des § 820 Abs. 1 Satz 2 BGB nach dem Inhalt des Rechtsgeschäfts als möglich angesehen worden und der tatsächlich weggefallen ist (BVerwGE 18, 72; 24, 92 [BVerwG 11.05.1966 - VIII B 109/64][100];Urteil vom 13. Oktober 1971 - BVerwG 6 C 137.67 - [a.a.O.]).
Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist allerdings ausnahmsweise in außergewöhnlich gelagerten Fällen auch bei verschärfter Haftung eine Berufung auf den Wegfall der Bereicherung durch den Verbrauch der wegen der aufschiebenden Wirkung fortgezahlten Bezüge zum Lebensunterhalt zu berücksichtigen, wenn besondere Umstände nach Treu und Glauben verbieten, diesen Umstand unberücksichtigt zu lassen (BVerwGE 11, 283 [288]; 18, 72 [75 ff.]; 24, 92 [101 ff.]; 30, 296 [298 ff.] sowieUrteil vom 13. Oktober 1971 - BVerwG 6 C 137.67 - [a.a.O.] m. weiteren Nachweisen, in dem ausgeführt ist, daß die in BVerwGE 30, 296 [BVerwG 23.10.1968 - VI C 28/66] dargelegte, typisierend auf die "Lebensnotdurft im engen Sinne" abstellende Betrachtungsweise im Ergebnis zu nichts anderem führt).
Dafür kommt es nicht entscheidend auf die Lage in dem Zeitraum an, für den die Zahlung geleistet worden ist, sondern auf die Lage im Zeitpunkt der Rückabwicklung (vgl. hierzu BVerwGE 11, 283 [289]; 16, 2 [8]; Urteil von20. Oktober 1965 - BVerwG 6 C 117.63 - [Buchholz 252 § 87 BBG Nr. 25]; BVerwGE 30, 296 [BVerwG 23.10.1968 - VI C 28/66] [301];Urteile vom 13. Oktober 1971 - BVerwG 6 C 137.67 - [a.a.O.] sowievom 9. Dezember 1976 - BVerwG 2 C 36.72 - [Buchholz 232 § 158 BGB Nr. 31]).
Aufrechnung der Behörde - Analoge Anwendung der §§ 387 ff BGB im öffentlichen …
Sie hat sich insoweit auf die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom 13. Oktober 1971 - BVerwG 6 C 137.67 - (Buchholz 232 § 87 Nr. 48) berufen.
Insoweit stimmt der erkennende Senat der Entscheidung des 6. Senats des Bundesverwaltungsgerichts vom 13. Oktober 1971 - BVerwG 6 C 137.67 - (Buchholz 232 § 87 Nr. 48) uneingeschränkt zu (vgl. auch die Entscheidung des 7. Senats vom 9. Oktober 1959 - BVerwG 7 C 53.58 - [DVBl. 1960, 36]).
Es würde zwar - wie das Bundesverwaltungsgericht öfters unterstrichen hat (Urteile vom 13. Oktober 1971 a.a.O. …und vom 27. Oktober 1982 a.a.O.) - den Rechtsschutz des Bürgers nicht unzumutbar schmälern, ließe man die Aufrechnung der Behörde zu.
Da für die aufschiebende Wirkung mit dem Eintritt der Bestandskraft des Verwaltungsakts kein Raum mehr ist (vgl. Urteil vom 13. Oktober 1971 - BVerwG VI C 137.67 - ), scheidet die erstrebte Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung aus.
Zutreffend ist das Berufungsgericht davon ausgegangen, daß der Beklagte den Rückforderungsanspruch gegenüber dem Kläger auch im Wege der Aufrechnung geltend machen kann (vgl. Urteile vom 13. Oktober 1971 - BVerwG 6 C 137.67 - ; vom 27. Oktober 1982 - BVerwG 3 C 6.82 - <BVerwGE 66, 218 (220 ff.)> und vom 13. Juni 1985 - BVerwG 2 C 43.82 - <ZBR 1986, 87 = DÖD 1986, 36>).
Einer Billigkeitsentscheidung gemäß § 12 Abs. 2 Satz 3 BBesG bedarf es auch dann, wenn die Rückforderung - wie hier - im Wege der Aufrechnung erfolgt (Urteile vom 13. Oktober 1971 - BVerwG 6 C 137.67 - und vom 13. Juni 1985 - BVerwG 2 C 56.82 - <BVerwGE 71, 354, 357> und - BVerwG 2 C 43.82 - ).
BVerwG, Urteil vom 13.10.1971 - 6 C 137.67 -, ZBR 1972, 188.
zu Letzterem zunächst § 51 Abs. 2 Satz 1 BeamtVG und § 11 Abs. 2 BBesG sowie BVerwG, Urteile vom 13.10.1971 - 6 C 137.67 -, a. a. O., und vom 27.1.1994 - 2 C 19.92 -, BVerwGE 95, 94.
in ständiger Rechtsprechung BVerwG, Urteil vom 13.10.1971 - 6 C 137.67 -, a. a. O., m. w. N.
BVerwG, Urteil vom 13.10.1971 - 6 C 137.67 -, a. a. O., m. w. N. zur ständigen Rechtsprechung.
Durchgreifende Bedenken an der Rechtmäßigkeit der gemäß § 12 Abs. 2 Satz 3 BBesG regelmäßig auch im Falle der Aufrechnung zu treffenden Billigkeitsentscheidung, vgl. BVerwG, Urteile vom 13.10.1971 - 6 C 137.67 -, a. a. O., und vom 27.1.1994 - 2 C 19.92 -, a. a. O., hat der Senat nach eingehender Prüfung nicht.
Da die neue Entscheidung des Senats maßgeblich darauf abstellt, daß für die Verwirklichung von Ansprüchen aus dem Steuerschuldverhältnis und die Aufrechnung mit derartigen Ansprüchen besondere Vorschriften aus dem Erhebungsverfahren nach der AO 1977 (§ 218 Abs. 1, § 226) gelten, die in den Regeln des allgemeinen Verwaltungsrechts keine entsprechende Grundlage finden, weicht das vorliegende Senatsurteil, das sich auf die Frage der Aufrechnung mit Gegenforderungen aus dem Steuerschuldverhältnis beschränkt, jedenfalls nicht von den Entscheidungen des BVerwG vom 13. Oktober 1971 VI C 137.67 (Die Öffentliche Verwaltung 1972, 573), und in BVerwGE 66, 218 ab, die die Grundlage für die Senatsentscheidung in BFHE 151, 304, BStBl II 1988, 366 bildeten.
Auch mit solchen Forderungen kann also die Behörde grundsätzlich aufrechnen (vgl. Beschluß des Senats vom 6. August 1985 VII B 3/85, BFHE 144, 207, BStBl II 1985, 672; BGH-Urteil vom 11. Januar 1955 I ZR 106/53, BGHZ 16, 124, 129, 130; Urteile des BVerwG in BayVBl 1987, 439, und vom 13. Oktober 1971 VI C 137.67, Die Öffentliche Verwaltung - DÖV - 1972, 573, 574; Pietzner, Grundfragen der Aufrechnung im öffentlichen Recht, Verwaltungsarchiv - VerwArch - 74 - 1983 -, 59 ff., mit Hinweisen auf Rechtsprechung und Schrifttum).
Die Aufrechnung durch die Behörde ist ein Mittel der Rechtsverteidigung gegenüber einem vom Gegner erhobenen Anspruch, das zugleich der Befriedigung des eigenen Anspruchs dient; sie ist im wesentlichen nicht hoheitliches Handeln (BFHE 149, 482, BStBl II 1987, 536) und wesentlich den schuldrechtlichen Gestaltungsrechten zuzuordnen, die auf dem Grundsatz der freien Verfügbarkeit des eigenen Rechtsbestandes beruht, also keine rechtssystematischen Beziehungen zu Maßnahmen des Vollstreckungsrechts aufweisen (BVerwG-Urteil in DÖV 1972, 573, 574).
Zwar heißt das nicht, daß die Aufrechnungserklärung "schwebend unwirksam" ist, wie das BVerwG im Urteil in DÖV 1972, 573 offenbar meint, wohl aber, daß erst ein etwaiger rechtskräftiger Mißerfolg des Klägers im Anfechtungsverfahren die Rechtsfolge des § 389 BGB, d. h. das Erlöschen der Hauptforderung, zur Geltung kommen läßt (Appel, BayVBl 1983, 201, 202; wohl auch Martens, StuW 1974, 155, 160; vgl. Urteil des Reichsgerichts - RG - vom 9. Dezember 1912 V 203/12, RGZ 80, 371, 375, in dem es heißt: "Vollends ungeeignet, die in § 389 BGB bezeichnete Wirkung ... hervorzubringen, ist die Aufrechnung mit einem lediglich auf der vorläufigen Vollstreckbarkeit einer behördlichen Verfügung beruhenden, einer bloßen "formalen Zahlungsverbindlichkeit" entsprechenden Anspruch").
BVerwG, 02.07.1982 - 8 C 101.81
Anforderungen an die vorzeitige Entlassung eines Kriegsdienstverweigerers aus dem …
BFH, 03.11.1983 - VII R 38/83
Lohnsteuererstattungsanspruch - Aufrechnung
Kündigung; Wirksamkeit; Arbeitsverhältnis; Ernennung; Beamter; Rücknahme; …
BVerwG, 15.01.1981 - 6 B 156.80
BVerwG, 14.04.1988 - 6 B 6.88
VG Lüneburg, 22.01.1997 - 1 A 91/94
Zur Rückforderung ausbezahlter Bürgermeister-Vergütungen; Rückforderung; …
OVG Schleswig-Holstein, 18.06.1992 - 3 L 223/91