Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F26-05-2015-8C_288-2015
Timestamp: 2016-10-27 11:04:39
Document Index: 389783275

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 61', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 4', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'Art. 99', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 87', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 64']

8C_288/2015 (26.05.2015)
8C_288/2015 � � Urteil vom 26. Mai 2015
Der 1976 geborene A.________ ist gelernter Metzger. Vom 17. Januar 2011 bis 30. November 2012 arbeitete er als solcher bei der Firma B._________ AG. Am 6. Juli 2013 meldete er sich bei der IV-Stelle Luzern wegen eines Knieleidens rechts zum Leistungsbezug an. Diese holte diverse Arztberichte und die Akten des Krankenversicherers ein. Mit Verf�gung vom 13. Januar 2014 verneinte die IV-Stelle den Anspruch auf Leistungen, da dem Versicherten die angestammte Arbeit als Metzger und jede andere T�tigkeit ohne Einschr�nkungen zumutbar sei.
Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht Luzern mit Entscheid vom 5. M�rz 2015 ab.
Mit Beschwerde beantragt der Versicherte, in Aufhebung des kantonalen Entscheides sei die Sache an die IV-Stelle zur�ckzuweisen; diese sei zu verpflichten, den medizinischen Sachverhalt rechtskonform abzukl�ren und gest�tzt darauf den Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen neu zu pr�fen; eventuell sei die Sache an die Vorinstanz zur�ckzuweisen und diese zu verpflichten, ein neutrales polydisziplin�res Gerichtsgutachten einzuholen; es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gew�hren.
Mit der Beschwerde kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 f. BGG ger�gt werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Dennoch pr�ft es - offensichtliche Fehler vorbehalten - nur die in seinem Verfahren beanstandeten Rechtsm�ngel (Art. 42 Abs. 1 f. BGG; BGE 135 II 384 E. 2.2.1 S. 389). Es legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann ihre Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG in Verbindung mit Art. 105 Abs. 2 BGG). Rechtsfragen sind die vollst�ndige Feststellung erheblicher Tatsachen sowie die Beachtung des Untersuchungsgrundsatzes bzw. der Beweisw�rdigungsregeln nach Art. 61 lit. c ATSG und der Anforderungen an den Beweiswert von Arztberichten (vgl. E. 2 hienach). Die aufgrund dieser Berichte gerichtlich festgestellte Gesundheitslage bzw. Arbeitsf�higkeit und die konkrete Beweisw�rdigung sind Sachverhaltsfragen (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 397; nicht publ. E. 4.1 des Urteils BGE 135 V 254, ver�ffentlicht in SVR 2009 IV Nr. 53 S. 164 [9C_204/2009]).
Die Vorinstanz hat die Grundlagen �ber die Invalidit�t (Art. 8 Abs. 1 ATSG; Art. 4 IVG), die beruflichen Massnahmen (Art. 8 Abs. 1, Abs. 3 lit. a bis und b VG) und den Beweiswert von Arztberichten (BGE 135 V 254 E. 3.3.2 S. 257, 465; 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352; Urteil 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5; vgl. auch BGE 139 V 225 E. 5.2 S. 229) richtig dargelegt. Darauf wird verwiesen.
3.1.�Die Vorinstanz hat in W�rdigung der medizinischen Akten mit einl�sslicher Begr�ndung - auf die verwiesen wird - im Wesentlichen erwogen, dass keine Diagnosen bzw. fach�rztlich schl�ssig feststellbaren Befunde vorl�gen, welche die Knieschmerzen rechts des Versicherten bzw. eine daraus resultierende Arbeitsunf�higkeit zu erkl�ren verm�chten. Die IV-Stelle habe sein Gesuch um Gew�hrung beruflicher Massnahmen zu Recht mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens abgewiesen.
Diesem Ergebnis ist beizupflichten. Die Einw�nde des Beschwerdef�hrers verm�gen hieran nichts zu �ndern.
3.2.�Der Versicherte beruft sich auf den neu aufgelegten Bericht des Dr. med. C.________, Oberarzt An�sthesie FMH, Spital D.________, vom 16. April 2015. Hierbei handelt es sich indessen angesichts des angefochtenen Entscheids vom 5. M�rz 2015 um ein unzul�ssiges und damit nicht zu ber�cksichtigendes echtes Novum (Art. 99 Abs. 1 BGG; BGE 139 III 120 E. 3.1.2 S. 123).
3.3.�Der Versicherte macht weiter geltend, nicht ge�ussert habe sich die Vorinstanz zu seinem Vorwurf, die Beurteilung sei zu fr�h erfolgt, weil die Aktenlage dies nicht zugelassen habe. Damit habe sie seinen Anspruch auf rechtliches Geh�r verletzt, was eine R�ckweisung an sie unumg�nglich mache. Dem ist entgegenzuhalten, dass die Vorinstanz darlegte, weshalb der Sachverhalt hinreichend abgekl�rt sei. Die Begr�ndungspflicht erfordert nicht, dass sich das Gericht mit allen Parteistandpunkten einl�sslich auseinandersetzt. Vielmehr kann es sich auf die f�r seinen Entscheid wesentlichen Punkte beschr�nken. Die Begr�ndungspflicht soll den Anspruch der Partei auf eine sachbezogene Begr�ndung gew�hrleisten. Sie ist erf�llt, wenn der Betroffene die entsprechenden Erw�gungen sachgerecht anfechten kann (BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236; Urteil 8C_21/2015 vom 3. M�rz 2015 E. 3.2). Dies ist hier der Fall.
3.4.�Der Versicherte bringt vor, eine R�ckweisung rechfertige sich auch deshalb, weil bei einer Neuanmeldung zum Leistungsbezug die Eintretensh�rde besonders hoch gelegt werde. Unter Umst�nden k�nne eine geeignete Therapie eingeleitet werden, die zu einer Verbesserung der Arbeitsf�higkeit f�hren w�rde. Dann k�nnte er den Nachweis einer Verschlechterung nicht mehr erbringen und der Zugang zu den beruflichen Massnahmen bliebe ihm ungerechtfertigterweise verwehrt. Dieser Einwand ist nicht stichhaltig. Da im massgebenden Zeitpunkt des Verf�gungserlasses am 13. Januar 2014 (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 S. 320) kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden vorlag, bleibt f�r eine R�ckweisung an die IV-Stelle oder Vorinstanz zu weiteren Abkl�rungen kein Raum. Falls sich der somatische und/oder psychische Gesundheitszustand des Versicherten seither verschlechtert haben sollte, bleibt es ihm unbenommen, sich bei der Invalidenversicherung neu anzumelden (Art. 87 Abs. 2 f. IVV; BGE 130 V 64 E. 5.2.5 S. 69). Von einer ungerechtfertigten Verwehrung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen kann keine Rede sein.
3.5.�Da von weiteren medizinischen Abkl�rungen keine entscheidrelevanten Ergebnisse mehr zu erwarten sind, hat die Vorinstanz darauf zu Recht verzichtet (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236).
Der unterliegende Versicherte tr�gt die Gerichtskosten (Art. 66 Abs. 1 BGG). Die unentgeltliche Rechtspflege kann ihm wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerde nicht gew�hrt werden (Art. 64 BGG).
Luzern, 26. Mai 2015