Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20ZR%20209/03
Timestamp: 2019-06-24 22:51:53
Document Index: 278176341

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 433', '§ 133', '§ 157', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 133', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 02.07.2004 - V ZR 209/03 - dejure.org
https://dejure.org/2004,2567
BGH, 02.07.2004 - V ZR 209/03 (https://dejure.org/2004,2567)
BGH, Entscheidung vom 02.07.2004 - V ZR 209/03 (https://dejure.org/2004,2567)
BGH, Entscheidung vom 02. Juli 2004 - V ZR 209/03 (https://dejure.org/2004,2567)
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Planwidrige Regelungslücke als Voraussetzung für eine ergänzende Vertragsauslegung durch das Gericht - Ermittlung des hypothetischen rechtsgeschäftlichen Willens der Vertragsparteien zur Schließung der Regelungslücke - Voraussetzungen des Verzugseintritts ohne vorherige Mahnung - Zeitpunkt der Erfüllung einer Zahlungsforderung im Wege der Überweisung - Erfüllungswirkung im Zeitpunkt der sogenannten Abrufpräsenz
BGB § 433 § 133 § 157
NJW 2005, 671 (Ls.)
NJW-RR 2005, 205
NZM 2005, 76
Obwohl dieser Punkt damit, auch nach den Vorstellungen der Vertragsparteien, regelungsbedürftig war, ist er ungeregelt geblieben; das macht die Ermittlung des vollständigen Inhalts der Vereinbarung unter dem Gesichtspunkt der ergänzenden Vertragsauslegung notwendig, also die Ermittlung dessen, was die Beteiligten (bei angemessener Abwägung ihrer Interessen und als redliche Vertragspartner) zur Schließung der Lücke selbst unternommen hätten (Senat, Urt. v. 2. Juli 2004, V ZR 209/03, NJW-RR 2005, 205, 206 m.w.N.).
Voraussetzung einer ergänzenden Auslegung ist nämlich stets eine Regelungslücke, die geschlossen werden muss, um den Regelungsplan der Parteien zu verwirklichen (Senat, Urt. v. 2. Juli 2004, V ZR 209/03, NJW-RR 2005, 205, 206;… BGH, Urt. v. 18. Juni 2008, VIII ZR 154/06, NJW-RR 2008, 1371, 1372).
Von einer planwidrigen Unvollständigkeit kann nur gesprochen werden, wenn der Vertrag eine Bestimmung vermissen lässt, die erforderlich ist, um den ihm zugrunde liegenden Regelungsplan der Parteien zu verwirklichen, mithin ohne Vervollständigung des Vertrages eine angemessene, interessengerechte Lösung nicht zu erzielen wäre (…vgl. BGHZ 170, 311 = NJW-RR 2007, 687 Rn. 28; BGH Urteile vom 2. Juli 2004 - V ZR 209/03 - NJW-RR 2005, 205, 206; vom 13. Februar 2004 - V ZR 225/03 - WM 2004, 2125, 2126 und vom 1. Juli 1999 - I ZR 181/96 - WM 1999, 2553, 2555).
Von einer planwidrigen Unvollständigkeit kann nur gesprochen werden, wenn der Vertrag eine Bestimmung vermissen lässt, die erforderlich ist, um den ihm zugrunde liegenden Regelungsplan der Parteien zu verwirklichen, mithin ohne Vervollständigung des Vertrages eine angemessene, interessengerechte Lösung nicht zu erzielen wäre (vgl. BGH, Urteil vom 2. Juli 2004 - V ZR 209/03, NJW-RR 2005, 205, unter 1 c bb; Urteil vom 13. Februar 2004 - V ZR 225/03, WM 2004, 2125, unter II 1 b; Urteil vom 1. Juli 1999 - I ZR 181/96, WM 1999, 2553, unter II 3 a; jew. m.w.Nachw.).
Von einer planwidrigen Unvollständigkeit kann nur gesprochen werden, wenn der Vertrag eine Bestimmung vermissen lässt, die erforderlich ist, um den ihm zugrunde liegenden Regelungsplan der Parteien zu verwirklichen, mithin ohne Vervollständigung des Vertrages eine angemessene, interessengerechte Lösung nicht zu erzielen wäre (…vgl. BGH, Urteile vom 17. Januar 2007 - VIII ZR 171/06, aaO, Rn. 28, 30; vom 2. Juli 2004 - V ZR 209/03, NJW-RR 2005, 205 unter II 1 c bb; vom 13. Februar 2004 - V ZR 225/03, NJW 2004, 1873 unter II 1 b; jeweils m.w.N.).
Ob eine vertragliche Verpflichtung zur Zahlung von Umsatzsteuer entfällt, wenn das Geschäft nicht der Umsatzsteuer unterliegt, ist deshalb im Wege der Auslegung gemäß §§ 133, 157 BGB zu ermitteln (vgl. BGH, Urteil v. 2.7.2004 - V ZR 209/03, NJW-RR 2005, 205, 206 f. m.w.Nw.).
Ebenso wie bei irrtümlicher Annahme, die Umsatzsteuer falle nicht an, diese vom leistenden Unternehmer zusätzlich zu dem vereinbarten Entgelt verlangt werden kann (vgl. BGH, Urteil v. 14.1.2000 - V ZR 416/97, NJW-RR 2000, 1652, 1653), muss eine vertragliche Verpflichtung zu deren Zahlung im Fall eines tatsächlich nicht steuerbaren Umsatzes im Sinne des § 1 UStG entfallen (vgl. BGH, Urteil v. 2.7.2004 - V ZR 209/03, a.a.O.).
Eine vergleichbare Problematik stellt sich dann, wenn eine ausdrücklich vorgesehene vertragliche Regelung nicht umgesetzt werden kann, weil sie auf einem Rechtsirrtum beruht (BGHZ 87, 227; Urt. v. 2.7.2004 - V ZR 209/03, NJW-RR 2005, 205).
Es muss von den Vertragsparteien ein wesentlicher Punkt im Vertragsplan übersehen worden sein (vgl. BGH, Urteil v. 02.04.2004, V ZR 209/03).
Der Inhalt von Verträgen ergibt sich aus den von den Parteien abgegebenen Willenserklärungen, wobei er gegebenenfalls durch Auslegung zu ermitteln ist (BGH NJW-RR 2005, 205 f.).
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