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Timestamp: 2019-06-26 16:47:04
Document Index: 215899307

Matched Legal Cases: ['§19', '§ 19', '§ 19', '§ 19', '§2', '§12']

Denkmalpflegerischer Werteplan Gesamtanlage Breisach Oberstadt - PDF Free Download
Denkmalpflegerischer Werteplan Gesamtanlage Breisach Oberstadt 4/2016 Lampert-Grohe, Viola Stadt Breisach am Rhein, Gesamtanlage Breisach am Rhein ...
Denkmalpflegerischer Werteplan Gesamtanlage Weikersheim
Hauptgebäude mit giebelseitig angebrachtem Mühlrad, schlichter Putzfassade mit schmalen Fensteröffnungen und breiter Tor
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Bestandteil des Bistums Worms aus. Dominiert wird der Ort von der mittelal- terlichen Stiftskirche sowie zahlreichen,. V
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Denkmalpflegerischer Werteplan Gesamtanlage Leutkirch im AllgÃ¤u
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Werteplan Gesamtanlage Herrenberg A4 - Landesamt fÃ¼r
StraÃe/TÃ¼binger StraÃe, Hirschgasse/. SchulstraÃe sowie Frosch-/Bad- und Spital- gasse) werden von der von SÃ¼dweste
10.11.2016 - hauses GÃ¼ndlingen zu seiner Mitgliederversammlung 2016. Bitte beachten ...... tag, den 17.11., um 19.00 Uh
Stadt Westerburg Vorbereitende Untersuchungen Gebiet ‚Oberstadt
leistungsdirektion (ADD) Koblenz bestätigt. ... Teile der ehemaligen ‚Vorstadt' im Bereich der Adolfstraße werden ......
4/2016 Lampert-Grohe, Viola
Stadt Breisach am Rhein, Gesamtanlage Breisach am Rhein Historischer Gemarkungsatlas von 1882-1893
DENKMALPFLEGERISCHER WERTEPLAN GESAMTANLAGE Breisach am Rhein
Gesamtanlage gemäß § 19 DSchG
Stadt Breisach am Rhein, Gesamtanlage Breisach am Rhein Gesamtanlage gemäß § 19 DSchG Historischer Gemarkungsatlas von 1882-1893 in Überlagerung mit denkmalpflegerischem Werteplan
Stadt Breisach am Rhein, Gesamtanlage Breisach am Rhein
Breisach am Rhein, Breisgau-Hochschwarzwald Denkmalpflegerischer Werteplan Breisach am Rhein Hervorstechendes Merkmal der Oberstadt von Breisach ist ihre markante topographische Lage auf dem Bergrücken am Rhein. Trotz mehrfacher Kriegszerstörungen hat sich das Längsoval des symmetrischen mittelalterlichen Stadtgrundrisses mit einer zentralen Hauptachse und parallel verlaufenden Nebenstraßen sowie leiterartigen Verbindungsgassen erhalten. Mit drei mittelalterlichen Stadttoren sowie dem Rheintor und dem Kupfertor aus dem 17. Jahrhundert haben sich Teile der über Jahrhunderte ausgebauten, der Grenzlage zu Frankreich geschuldeten Befestigungsanlagen erhalten, die sich ebenfalls an der topographischen Situation und den erhaltenen Befestigungsmauern ablesen lassen. Die eindrucksvolle, gestaffelte Stadtsilhouette, welche die zentrale Hauptachse des mittelalterlichen Stadtgrundrisses mit dem Radbrunnenturm betont, wird vom Stephansmünster überragt. Ihre Rekonstruktion mit völlig neuem Aufriss stellt sich als Wiederaufbau aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg dar, und evoziert die historische Bedeutung der Stadtanlage. Am dichten Baubestand des 19. Jahrhunderts mit vereinzelten älteren Bauten des 17. und 18. Jahrhunderts lässt sich im einstigen Judenviertel in charakteristischer historisch-topographischer Lage nördlich des Münsterberges die Stadtbaugestalt vor den
2. Stadtbaugeschichte Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg ablesen. Bei der in den Grundzügen mittelalterlichen Stadt - im Baubestand geprägt durch mehrfache Wiederaufbauphasen - handelt es sich um eine Gesamtlage nach § 19 des DSchG, an deren Erhaltung ein besonders öffentliches Interesse besteht.
1. Naturraum und Lage Die Stadt Breisach liegt am Westufer des Rheins unmittelbar an der französischen Grenze. In Nord-Süd-Richtung erstreckt sich das ausgedehnte Stadtgebiet mit den eingemeindeten Teilorten von der Rheinaue bis an die Westhänge des Kaiserstuhls. Im Süden reicht es an die westlichen Rebhänge des Tunibergs. Die an den Rhein grenzende Rheinauenzone ist überwiegend bewaldet, die Niederterrasse in der Rheinebene wird hingegen intensiv landwirtschaftlich genutzt und ist durch weite Ackerflächen, Obstwiesen und Viehweiden charakterisiert. Die Rheinebene wird weit sichtbar von den beiden Basaltrücken des Münster- und Eckartsberges der Breisacher Kernstadt überragt, die mit dem Kaiserstuhlvulkanismus in Verbindung stehen.
Der Münsterberg, ein langgestreckter Vulkanfelsen am Rhein, ist aufgrund seiner natürlichen Schutzlage bereits in der Bronzezeit bewohnt und wurde von den Kelten „brisin-ac” (Wasserbrecher) genannt. Die verkehrstechnisch günstige Lage ließ dort früh einen Handelsplatz entstehen. In römischer Zeit befand sich an der Rheinfurt vorerst eine Straßenstation, die Römer nutzten diese im 4. Jahrhundert zur Grenzsicherung und bauten den „mons brisiacus” zu einem Kastell aus, das bis zum Rückzug der römischen Armee aus den Gebieten nördlich der Alpen im 5. Jahrhundert unterhalten wurde. In ottonischer Zeit war Breisach ein Vorort des schwäbischen Herzogtums und kam danach an das Bistum Basel. Ab 1185 teilten sich der Basler Bischof und der Staufer Heinrich VI. die Besitzrechte; gemeinsam gründeten sie die Stadt auf dem Bergrücken. Zu dieser Zeit wurde vermutlich auch das symmetrische Straßensystem mit zentraler Hauptstraße und parallelen Nebenstraßen angelegt. In dem Zusammenhang wurde das Plateau des Münsterberges nivelliert, das den Abfluss des Regenwassers und die Entwässerung der Hausstätten gewährleisten sollte. Die mittelalterliche Befestigung des Münsterberges mit dem Ausbau der Stadttore erfolgte wohl vom 12. bis ins 14. Jahrhundert.
Als 1198 Herzog Bertold V. von Zähringen Rechte in Breisach erhielt, ließ er an der Nordseite den Donjon der Burg und den Radbrunnen als höchsten Punkt des künstlich aufgeschütteten Geländeplateaus in der Mitte des Münsterbergs errichten. An der Südseite wurde um die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert mit dem Bau des Stephansmünsters begonnen. 1273 bestätigte König Rudolf von Habsburg das Stadtrecht; Breisach wurde Reichsstadt und wichtiger Hauptort für militärische und politische Belange im Oberrheingebiet. Als einzige Schiffslände auf halber Strecke zwischen Basel und Straßburg und wichtiger Rheinübergang war Breisach von hoher wirtschaftlicher und strategischer Bedeutung und entwickelte sich zu einem der zentralen Orte im südlichen Oberrheingebiet. 1330 kam die Stadt an Österreich, im Dreißigjährigen Krieg an Frankreich. Unter Ludwig XIV wurde Breisach ab 1665 vom Festungsbaumeister Vauban zur stärksten Festung am Oberrhein ausgebaut. Im 18. Jahrhundert, in dem die Stadt zwischen österreichischer und französischer Herrschaft oftmals wechselte, wurden 1743 auf Befehl der Kaiserin Maria Theresia die Festungswerke und Bauten der Burg geschleift. 1793 ging nach der militärischen Bedeutung auch die zivile Stadt im Beschuss der französischen Revolutionstruppen unter; die Klöster, das Rathaus und die meisten
Bürgerhäuser wurden zerstört. Von den einstigen bis zu vierstöckigen Häusern waren lange Zeit nur die erhaltenen Kellergeschosse bewohnbar. Für Jahrzehnte prägten Ruinen das Bild der Stadt, ihr Zentrum verlagerte sich von der Oberstadt in die Unterstadt. Auf dem Münsterberg konzentrierten sich hingegen mit den Verwaltungsbauten primär die Gebäude des öffentlichen Lebens, wobei die zahlreichen Freiflächen in der zerstörten Oberstadt als ummauerte Gartenanlagen und Rebgärten genutzt wurden. Der Wiederaufbau erfolgte insgesamt nur in bescheidenem Umfang. Auch das jüdische Viertel, das mit der Entstehung einer neuzeitlichen Gemeinde im 17. Jahrhundert innerhalb der Stadtbefestigung am Nordfuß des Münsterbergs entstanden war, wurde 1793 stark zerstört und im 19. Jahrhundert wieder aufgebaut. Seit 1827 war Breisach Sitz eines Bezirksrabbinates, das 1885 nach Freiburg verlegt wurde. Der neu geschaffene badische Staat, an den Breisach 1805 fiel, richtete ein Bezirksamt und weitere kleine Staatsbehörden ein. Wichtige Impulse für eine günstige Entwicklung gingen im 19. Jahrhundert unter anderem von der 1838 gegründeten Tapetenfabrik Erisman & Cie aus. Auf die Wiedererrichtung der 1700 zerstörten Rheinbrücke folgte 1871 zunächst die Eisenbahnlinie Freiburg-Breisach, 1878 der Bau der Eisenbahnbrücke über den Rhein bis
Colmar und 1895 die Kaiserstuhlbahn. Breisach wurde regionaler Verkehrsknotenpunkt, wozu auch die Rheinschifffahrt ihren Beitrag leistete. Die Rheinkorrektur Tullas im 19. Jahrhundert und der Bau des französischen Seitenkanals in den 1950er Jahren gab dem einst von Inseln, Auen und Seitenarmen geprägten Rhein ein neues, für die Schifffahrt sicheres Gepräge. Breisach kam 1924 zum Bezirksamt bzw. 1939 zum Landkreis Freiburg und 1973 zum Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Im Zweiten Weltkrieg wurden 1945 Ober- und Unterstadt durch erneuten Beschuss fast vollständig zerstört und die Rheinbrücke gesprengt. Die bedeutendsten historischen Bauwerke der Oberstadt - das Stephansmünster, der Radbrunnenturm und die Stadttore - wurden anschließend zügig wiederaufgebaut und erhielten damit ihre markante Stelle in der Stadtsilhouette zurück. 1959 wurde noch im Zuge des Wiederaufbaus der Münsterberg unter Denkmalschutz gestellt und gleichzeitig ein Gestaltungsplan für die Bebauung der Oberstadt entworfen. Nach dem Leitgedanken einer aufgelockerten Stadt sollten die Wohnbauten in offener Bauweise als einbis zweigeschossige Einzel- und Doppelhäuser in großen Gärten errichtet werden und sich in der Stadtsilhouette den wiederaufgebauten historischen Bauten unterordnen.
Seit den 1980er Jahren fanden eine schrittweise Verdichtung und der Übergang zu einer geschlossenen und mehrgeschossigen Bebauung statt. 3. Stadtbaugestalt Die Breisacher Oberstadt wird charakterisiert durch ihre markante Lage auf dem von weitem sichtbaren Basaltrücken des längsovalen Münsterberges. An den steil abfallenden Hangseiten lässt sich anhand der erhaltenen Mauerzüge der Verlauf der Befestigungsanlage deutlich ablesen. Am Südhang führt die Münsterbergstraße zu Oberstadt hinauf, wo das Gutgesellentor und der Hagenbachturm die Stadtanlage begrenzen. Am Westhang schließt das Kapftor am Langen Weg die Stadtanlage ab, wo unterhalb des Münsterberges das städtebaulich markante Rheintor als Überrest der Vaubanschen Festungsanlage des 17. Jahrhunderts die Stadtansicht prägt. Der mittelalterliche, symmetrische Stadtgrundriss ist trotz mehrfacher Kriegszerstörungen weitgehend erhalten geblieben. Das lang gestreckte Oval der Oberstadt wird von einer breiten Marktstraße als Hauptachse, der Radbrunnenallee, durchzogen und im Osten von einer, im Westen von zwei Parallelstraßen begleitet.
In der Mitte und an den nördlichen und südlichen Enden sind sie durch kurze Quergassen verbunden. Die Hauptachse der Radbrunnenallee verbindet den Burgbezirk an der Nordseite mit dem Münsterplatz an der Südseite des Münsterberges. Am höchsten Punkt der Oberstadt erhebt sich inmitten der Radbrunnenallee der Radbrunnenturm, der einstige Stadtbrunnen. Das herausragende Stephansmünster prägt mit seinen Chorflankentürmen als städtebauliche Dominante zusammen mit den Stadttoren und dem Radbrunnenturm die beeindruckende Stadtsilhouette von Breisach, die von weitem sichtbar die Rheinebene überragt. Im Stadtgrundriss ist die Freifläche der einstigen Burganlage als Gegenpol zum Münster bedeutend. Die Oberstadt von Breisach stellt sich als locker bebautes, in einzelnen Abschnitten verdichtetes, nahezu dörflich wirkendes Wohngebiet dar. Von den zerstörten Bürgerhäusern des 16.-18. Jahrhunderts sowie den zahlreichen Klosteranlagen, die sich an den Hangseiten des Plateaus befunden hatten, sind fragmentarisch Mauerreste und Portale erhalten, die teilweise in jüngere Bauten integriert wurden. Große ummauerte Freiflächen verweisen auf die Lage einstiger Klosterbauten, wie überhaupt ein Großteil der baulichen Geschichte der Stadt nur
mehr im Grundriss, in den Parzellen bzw. als archäologisches Erbe zu fassen ist. Die Gassen und Treppenanlagen auf dem Münsterberg sind teilweise noch mit Rheinkieseln gepflastert, in den Mauern ist häufig vulkanisches Gestein oder Buntsandstein verbaut, bei dem es sich in Teilen um wiederverwendete Reste zerstörter Bauten handelt. Die Architektur der Wiederaufbauzeit nach dem Zweiten Weltkrieg belegt vor allem in der Münsterbergstraße ein dokumentarisches Interesse und ist Ausdruck der konservativen Architekturauffassung der Nachkriegszeit, indem sie die Architektur des Bestandes oder der benachbarten Bauten aufnimmt und somit eine Bedeutung für die Stadtanlage herstellt. Nördlich des Münsterberges befindet sich mit dem einstigen Judenviertel ein Stadtteil, der von einer kompakten, traufständigen ein- bis zweigeschossigen Bebauung mit einheitlicher Straßenflucht charakterisiert wird. Im Gegensatz zur Oberstadt findet sich hier landwirtschaftliche sowie kleingewerbliche Nutzung. Am dichten Baubestand des 19. Jahrhunderts mit vereinzelten älteren Bauten des 17. und 18. Jahrhunderts lässt sich ansatzweise die Stadtbaugestalt in der Unterstadt vor den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg ablesen.
Belange der archäologischen Denkmalpflege bleiben vom denkmalpflegerischen Werteplan unberührt. Sie sind in gesonderten Verfahren/ Anhörungen zu berücksichtigen.
Soweit nich anders angegeben, wurden die Fotos dem Archiv des Landesamts für Denkmalpflege entnommen.
Quellen/ Literatur: - aktueller Katasterplan - Begründung zur Gesamtanlagenverordnung, Verordnungstext und Abgrenzung (Stand:1959) - Arbeitsblätter der Inventarisation bzw. der Bau- und Kunstdenkmalpflege - Günther Haselier: Geschichte der Stadt Breisach am Rhein, Bd. I, Breisach am Rhein 1969 - Günther Haselier: Geschichte der Stadt Breisach am Rhein, Bd. II, Breisach am Rhein 1971 - Günther Haselier: Geschichte der Stadt Breisach am Rhein, Bd. III, Breisach am Rhein 1985 - Uwe Fahrer: Ein Rundgang durch das alte Breisach, Gudensberg-Gleichen 1999
Breisach a.Rh., Ausschnitt aus dem Kupferstich von Matthäus Merian, 1650
Augustinerberg Substruktionsmauer
Kulturdenkmal (§2 DSchG - BuK)
Stützmauern an der Bergseite des Augustinerbergwegs aus Bruchsteinmauerwerk. Die Stützmauern sind ein Dokument der Besiedelung, Bebauung, Erschließung und Befestigung des Münsterberges. Mit ihrem bis in heutige Zeit fortdauerndem kontinuierlichen Unterhalt sind sie ein lebendiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte von Breisach sowie ein prägender und charakteristischer Bestandteil des Erscheinungsbildes und der Stadtsilhouette des Münsterberges der Jahrhundertwende.
Rechts: Stützmauer hinter Augustinerberg 4
Stützmauer bei Augustinerberg 8
Augustinerberg 1 Ummauerung des ehem. Augustinerklosters Mauerungen und im Boden befindliche Reste der abgegangenen Augustinerklosteranlage, darunter ein Gewölbekeller, Eingangspforte sowie ein "Memento Mori"-Stein vom ehem. Klosterfriedhof an der Grundstücksmauer des Anwesens Goldengasse 9; Gründung des Augustinerklosters 1271, 1473 Brand, danach Neubau, im 18. Jh. Aus- und Umbau, Zerstörung 1793. Das Gelände wurde bis in die 1960er Jahre ausschließlich für den Weinbau genutzt. Die Ummauerung des Augustinerklosters dokumentiert die Lage und ursprüngliche Parzelleneinteilung einer der Klosteranlagen auf dem Breisacher Münsterberg und ist ein Hinweis auf die Kirchengeschichte von Breisach. Bestandteile des mittelalterlichen Stadtgrundrisses sind durch die Ummauerung ebenfalls überliefert und ablesbar. Darüber hinaus sind die Überreste der Augustinerklosteranlage als Dokument der Zerstörungen von 1793 stadthistorisch bedeutend sowie ein Zeugnis der Stadtbau- und Umnutzungsgeschichte der Flächen auf dem Münsterberg.
Augustinerberg 4 Streckgehöft
Traufständiges, eingeschossiges Streckgehöft in Hanglage, verputzter Massivbau, Erschließung über kurze Eingangstreppe, rückwärtig an die Substruktionsmauer zur "Burg" angelehnt, Pultdach; 19. Jh., Anfang 21. Jh. Veränderung der Proportionen durch Vergrößerung der Fenster und den Einbau eines weiteren Fensters; nordwestlich anschließender Schopf, verputzter Massivbau mit leicht vorspringendem, verbrettertem Obergeschoss; Wiederaufbau von 1949. Das Gebäude dokumentiert den bescheidenen Wiederaufbau des 19. Jhs. nach den umfassenden Zerstörungen auf dem Breisacher Münsterberg von 1793 sowie den Wiederaufbau nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg.
Nebengebäude von SW
Augustinerberg 6 Wohnhaus
Prüffall (BuK)
Eingeschossiges Wohnhaus in steiler Hanglage über hohem Kellergeschoss mit Rustika, verputzt, Zwerchhäuser mit Zierfachwerk, abgewalmte Dächer; 1906 erbaut vom Breisacher Architekten Heinrich Albrecht. Das Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel für die Bebauung um 1900, an der sich der moderate wirtschaftliche Aufschwung in Breisach ablesen lässt. Als eines der wenigen Beispiele von einem nicht kriegszerstörten oder teilwiederaufgebautem Gebäude ist es ein wichtiger Hinweis auf die Stadtbaugeschichte.
Wohnhaus von Nordwesten
Wohnhaus, Westseite
Augustinerberg 8 Wirtschaftsgebäude
Giebelständiges, eingeschossiges Wirtschaftsgebäude, teilverputzter Massivbau mit großen Lüftungsöffnungen an der Traufe, Pultdach; 18. Jh., 2. H. 19. Jh. Veränderung durch Ausbau zu Wohnzwecken mit Durchfensterung an der Nordostseite des Gebäudes. Das Wirtschaftsgebäude ist ein Hinweis auf die Bebauung des 18. Jhs. an der Nordseite des Münsterberges und als solcher erhaltenswerter Bestandteil der Gesamtanlage.
Augustinerberg 10 Gewölbekeller und Mikwe
Gewölbekeller und Mikwe in einem erneuerten Wohnhaus, 17./18. Jh.; rückwärtig Stützmauern an der Bergseite des Augustinerbergwegs aus Bruchsteinmauerwerk. Die Mikwe ist ein Dokument des einst blühenden jüdischen Lebens in Breisach, das sich im Judenviertel im Umkreis der Rheintorstraße konzentrierte, und von hohem heimatgeschichtlichem Wert. Die rückwärtigen Stützmauern sind ein Dokument der Besiedelung, Bebauung, Erschließung und Befestigung des Münsterberges. Mit ihrem bis in heutige Zeit fortdauerndem kontinuierlichen Unterhalt sind sie ein lebendiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte von Breisach sowie ein prägender und charakteristischer Bestandteil des Erscheinungsbildes und der Stadtsilhouette des Münsterbergs.
Erneuertes Gebäude über Gewölbekeller und Mikwe
Bajakel, früher Rheinstieg Weg
Treppenanlage, die das steil abfallende Gelände am Westhang des Münsterberges von der Martin-Schongauer-Straße zur Fischerhalde am Rheinufer herabführt, eingefasst von Mauerungen, Pflasterbelag mit Rheinkieseln; vermutlich seit dem 3./4. Jh. bestehender Abstieg vom Römerkastell auf dem Berg zum Rheinufer; Tordurchgang am Eingang des Treppenabgangs mit großen und kleine Bossenquadern im Wechsel; 17./18. Jh. Der Name geht auf das elsässische „bajäkle“ zurück (rennen, springen) und verweist auf die schnelle Wegverbindung von der Oberstadt zum Rheinufer. Die Treppenanlage ist Bestandteil des mittelalterlichen Stadtgrundrisses. Als Bestandteil des vielfältigen Wegenetzes, das die topographisch markant gelegene Oberstadt auf einem Basaltrücken erschließt, ist es für die historische Stadtstruktur von Bedeutung und prägt das Erscheinungsbild des Breisacher Münsterberges.
Bajakel, Ansicht von S
Substruktionsmauer, rückwärtig von Fischerhalde 38
Burgberg Burg
Am nördlichen Bergsporn des Münsterberges Grünfläche mit Baumbestand und Mauerresten der einstigen Burganlage sowie Tullaturm, Kriegerdenkmal und Einzelbauten der Breisacher Festspiele; von 1198 bis 1218 ließ Berthold V. von Zähringen auf dem heutigen Schloßplatz einen Donjon errichten, der Mittelpunkt der späteren Burganlage war, ab 1273 Erhebung zur Reichsburg, 1745 Zerstörung durch französischen Beschuss, danach Schaffung des heutigen Zugangs über den alten Graben, Abbruch der Ruinen bis 1782, der Schloßplatz war anschließend mit Wald bedeckt und wurde zu Beginn des 19. Jhs. wieder urbar gemacht. Seit 1962 ist der Schloßplatz Spielstätte der 1924 gegründeten Breisacher Festspiele. Mit Verweis auf die Lage der einstigen Burg ist der Schloßplatz ein wichtiger Bestandteil der mittelalterlichen Stadtanlage und ein zentrales Dokument der Stadtbaugeschichte, auch wenn sich wenig Bauliches erhalten hat. Darüber hinaus ist er aufgrund seiner wechselhaften Geschichte, in der sich das Schicksal der Stadt Breisach mit den vielfältigen Zerstörungen wiederspiegelt, stadthistorisch bedeutsam.
Stützmauer und Grabenbereich
Substruktionsmauern und Grabenbereich
Fischerhalde Treppenanlage
Von der Fischerhalde ausgehende Verbindungstreppe mit Substruktionsmauern zur Münsterbergstraße; im Mittelalter bereits angelegt, heutige Treppe aus der Nachkriegszeit (Metzgertreppe), Rheinstiege fast unverändert. Die Treppenanlage ist für das Erscheinungsbild des Breisacher Münsterberges von Bedeutung, und Bestandteil des vielfältigen Wegenetzes, das die topographisch markant gelegene Oberstadt auf einem Basaltrücken erschließt.
Reliefplatte an Substruktionsmauer
Treppe von der Münsterbergstraße zur Fischerhalde
Fischerhalde
Am westlichen Hangfuß des Münsterbergs schmale Straße, die der Topographie von Norden nach Südosten folgt, zum Rhein steil abfallendes Gelände mit Stützmauern und Nutzgärten, zum Münsterberg kompakte, meist traufständige Bebauung mit rückwärtigen Gärten, die bis an die Substruktionsmauern des Münsterbergs reichen; gleichförmige Grundstückszuschnitte, Gebäude überwiegend aus dem 19. Jh. nach Schleifung der einstigen Kasernen sowie der Wiederaufbauzeit nach starken Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs, teilweise überformt; Treppenanlage mit Substruktionsmauern am Aufgang der Fischerhalde zur Münsterbergstraße. Der Name nimmt Bezug auf die bis in das 19. Jh. umfassend betriebene Berufsfischerei am nahe gelegenem Rhein. Die Fischerhalde prägt mit ihrer kompakten Bebauung die Stadtansicht von Westen. Die rückwärtigen Stützmauern sind ein herausragendes Dokument der Besiedelung und Befestigung des Münsterbergs. Mit ihrem bis in heutige Zeit kontinuierlichen Unterhalt sind sie ein lebendiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte und charakteristischer Bestandteil der Stadtsilhouette.
Fischerhalde, Ansicht von NW
Fischerhalde 2 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus, mit der östlichen Giebelseite unmittelbar an das Nachbargebäude Fischerhalde 4 grenzend, langgestreckte, verputzte Fassade mit seitlichem Eingang, dem Verlauf der Straße entsprechend leicht abgewinkelt, Satteldach mit profiliertem Traufgesims; 17.-19. Jh. Das Gebäude ist charakteristischer Bestandteil der geschlossenen Reihe traufständiger Bauten an der Fischerhalde. Aufgrund des Baualters seiner Kernsubstanz und als eines der wenigen Gebäude am Münsterberg, die im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt aber nicht zerstört worden sind, besitzt es dokumentarischen Wert für die Stadtbaugeschichte und Stadtbaugestalt.
Fischerhalde 4 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus in steiler Hanglage am Treppenaufgang zur Rheinstiege, mit der westlichen Giebelseite unmittelbar an das Nachbargebäude Fischerhalde 2 grenzend, verputzte Fassade mit seitlichem Eingang, Satteldach mit profiliertem Traufgesims; 17. bis 19. Jh. Das Gebäude ist charakteristischer Bestandteil der geschlossenen Reihe traufständiger Bauten an der Fischerhalde. Aufgrund des Baualters seiner Kernsubstanz und als eines der wenigen Gebäude am Münsterberg, die im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört worden sind, besitzt es dokumentarischen Wert für die Stadtbaugeschichte und Stadtbaugestalt.
Wohnhaus, Nordseite
Fischerhalde 8 Keller
In die Substruktionsmauer integrierter Keller im rückwärtigen Bereich des Grundstücks, 19. Jh. Die Kühl- und Aufbewahrungsanlage veranschaulicht die Konservierungsmöglichkeiten und damit Ernährungsgewohnheiten der Bewohner des 19.Jhs. Geschickt wurden die klimatischen Vorzüge des Berges und der Substruktionen genutzt um Lebensmittel über die Ernte hinaus haltbar zu machen. Der Keller ist ein Zeugnis der Heimatgeschichte und der Stadtentwicklung.
Kellereingang im Hintergrund
Fischerhalde 10 Wohnhaus
Traufständiges, eingeschossiges Wohnhaus über niedrigem Kellergeschoss, verputzter Massivbau, mittiger Eingang und seitlich rundbogige Toreinfahrt, Satteldach mit profiliertem Traufgesims und vier straßenseitigen Giebelgauben, Wiederaufbau von 1949, in den 1990er Jahren Veränderungen durch den Neubau einer Garage; rückwärtig Substruktionsmauern. Der Entwurf stammt vom Architekten Ernst Willig. Das Wohnhaus ist für die Kleinteiligkeit des vor der Stadtbefestigung gelegenen Fischerviertels typisch und erhaltenswerter Bestandteil der kompakten, traufständigen Bebauung an der Fischerhalde mit den rückwärtig angrenzenden Substruktionsmauern. Indem sich die einfache Formensprache am einstigen Baubestand des 19. Jhs. orientierte, spiegelt der Wiederaufbau die konservative Architekturauffassung der Nachkriegszeit wider und ist ein Beispiel für die Wiederaufbaugeschichte in Breisach.
Fischerhalde 38 Wohnhaus
Traufständiges, eingeschossiges Wohnhaus, verputzter Massivbau, Giebel in verputztem Fachwerk, mit der nördlichen Giebelseite an das Nachbargebäude grenzend, Satteldach mit profiliertem Traufgesims, 19. Jh., im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört, Ende der 1940er Jahre instand gesetzt, nachträgliche Veränderungen durch den Einbau einer breiten Schleppgaube; rückwärtig Substruktionsmauern. Das Wohnhaus ist für die Kleinteiligkeit des vor der Stadtbefestigung gelegenen Fischerviertels typisch und erhaltenswerter Bestandteil der kompakten, traufständigen Bebauung an der Fischerhalde mit den rückwärtig angrenzenden Substruktionsmauern. Mit seiner Instandsetzung nach dem Zweiten Weltkrieg ist es ein Beispiel für die Wiederaufbaugeschichte in Breisach und ein Hinweis auf die historische Gebäude- und Sozialstruktur. Ansicht von W
Rückwärtige Substruktionsmauern
Fischerhalde 40 Wohnhaus
Traufständiges, eingeschossiges Wohnhaus über leicht vorspringendem Kellersockel, mit der nördlichen Giebelseite an das Nachbargebäude grenzend, verputzter Massivbau, südöstlich anschließende kurze Grundstücksmauer mit segmentbogiger Tür zum rückwärtigen Hofbereich, Satteldach; 19. Jh., nachträgliche Veränderungen durch mehrfache Erweiterungen des Wohnhauses in den 1980er und 1990er Jahren und zu Beginn des 21. Jhs. sowie den Einbau einer breiten Schleppgaube; rückwärtig Substruktionsmauern. Das Wohnhaus ist für die Kleinteiligkeit des vor der Stadtbefestigung gelegenen Fischerviertels typisch und erhaltenswerter Bestandteil der kompakten, traufständigen Bebauung an der Fischerhalde mit den rückwärtig angrenzenden Substruktionsmauern. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört und ist somit ein seltener und wichtiger Hinweis auf die historische Gebäude- und Sozialstruktur. Ansicht von NW
Fischerhalde 42 Wohnhaus
Traufständiges, eingeschossiges Wohnhaus über niedrigem Kellersockel, mit den Giebelseiten an die Nachbargebäude grenzend, verputzter Massivbau mit seitlichem Eingang, Satteldach; Wiederaufbau der 1950er Jahre, nachträgliche Veränderungen der Fensterproportionen und durch den Einbau von drei Giebelgauben, Neubau von 1998; rückwärtig Substruktionsmauern. Das Wohnhaus ist für die Kleinteiligkeit des vor der Stadtbefestigung gelegenen Fischerviertels typisch und erhaltenswerter Bestandteil der kompakten, traufständigen Bebauung an der Fischerhalde mit den rückwärtig angrenzenden Substruktionsmauern. Mit seiner Instandsetzung nach dem Zweiten Weltkrieg ist es ein Beispiel für die Wiederaufbaugeschichte in Breisach und ein Hinweis auf die historische Gebäude- und Sozialstruktur. Ansicht von W
Fischerhalde 52 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus über niedrigem Kellersockel, mit den Giebelseiten an die Nachbargebäude grenzend, verputzter Massivbau mit symmetrischer Fassadengliederung und seitlichem Eingang, Satteldach mit profiliertem Traufgesims; 19. Jh., in den 1990er Jahren Veränderungen durch den Ausbau des Dachgeschosses zu Wohnzwecken und Einbau einer Schleppgaube; rückwärtig Substruktionsmauern. Das Wohnhaus ist für die Kleinteiligkeit des vor der Stadtbefestigung gelegenen Fischerviertels typisch und erhaltenswerter Bestandteil der kompakten, traufständigen Bebauung an der Fischerhalde mit den rückwärtig angrenzenden Substruktionsmauern. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört und ist somit ein seltener und wichtiger Hinweis auf die Gebäude- und Sozialstruktur des 19. Jhs.
Fischerhalde 54 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus über niedrigem Kellersockel aus roten Sandsteinquadern, mit den Giebelseiten an die Nachbargebäude grenzend, verputzter Massivbau mit Gliederung durch Sandsteinelemente und Geschossunterteilung durch Horizontalgesims, symmetrische Fassade mit Rundbogenfenstern im Erdgeschoss, Satteldach; 17.-19. Jh., geht in der Substanz auf eine Kaserne zurück, die bis 1741/45 an der Fischerhalde stand, um 1846 Bau des Hauses, 1940 Beschädigung im Zweiten Weltkrieg, 1942 Sanierung, 1960 Brand der oberen Geschosse mit anschließender Instandsetzung, nachträgliche Veränderung durch Verkleinerung der Fenster; im Innern Gewölbekeller; rückwärtig Substruktionsmauern. Das Gebäude ist mit den Resten der Kaserne an der Fischerhalde ein seltenes Zeugnis der Stadt- und Militärbaugeschichte von Breisach. Er besitzt als wichtiger Bestandteil der kompakten, traufständigen Bebauung an der Fischerhalde mit seiner aussagekräftigen Bausubstanz dokumentarischen Wert, in der sich die Wiederaufbaugeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg wiederspiegelt.
Fischerhalde 56 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus über niedrigem Kellersockel, mit den Giebelseiten an die Nachbargebäude grenzend, verputzter Massivbau mit symmetrischer Fassadengliederung und seitlichem Eingang, Satteldach mit profiliertem Traufgesims; 19. Jh.; rückwärtig Substruktionsmauern. Das Wohnhaus ist für die Kleinteiligkeit des vor der Stadtbefestigung gelegenen Fischerviertels typisch und erhaltenswerter Bestandteil der kompakten, traufständigen Bebauung an der Fischerhalde mit den rückwärtig angrenzenden Substruktionsmauern. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört und ist somit ein seltener und wichtiger Hinweis auf die Gebäude- und Sozialstruktur des 19. Jhs.
Fischerhalde 58 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus über niedrigem Kellersockel, mit den Giebelseiten an die Nachbargebäude grenzend, verputzter Massivbau mit symmetrischer Fassadengliederung und seitlichem Eingang, Satteldach mit profiliertem Traufgesims; 19. Jh., Beschädigung im Zweiten Weltkrieg und Wiederaufbau durch den Breisacher Architekten Adolf Stölker um 1948; rückwärtig Substruktionsmauern. Das Gebäude ist charakteristischer Bestandteil der Bebauung an der Fischerhalde mit den rückwärtig angrenzenden Substruktionsmauern und als solches erhaltenswert. Mit seiner Instandsetzung nach dem Zweiten Weltkrieg ist es ein Hinweis auf die Wiederaufbaugeschichte von Breisach.
Fischerhalde 66 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus über niedrigem Kellersockel, mit den Giebelseiten an die Nachbargebäude grenzend, verputzter Massivbau mit Eckquaderung, nordwestliche anschließende, leicht zurückversetzte Tordurchfahrt zum rückwärtigen Hofbereich, Satteldach; 17.-19. Jh., geht in der Substanz auf eine Kaserne zurück, die bis 1741/45 an der Fischerhalde stand, Wiederaufbau 1954/55 nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg unter Verwendung von vorhandenen Mauern; rückwärtig Substruktionsmauern. Das Gebäude wurde von Architekt Karlheinz Hörauf entworfen und war 1955-58 Wohnhaus und Atelier des Bildhauer-Ehepaares Karl Heinz Engelin und Gisela Engelin-Hommes. Das Wohnhaus ist für die Kleinteiligkeit des vor der Stadtbefestigung gelegenen Fischerviertels typisch und erhaltenswerter Bestandteil der kompakten, traufständigen Bebauung an der Fischerhalde mit den rückwärtig angrenzenden Substruktionsmauern. Mit seiner Instandsetzung und dem Wiederaufbau ist es ein Beispiel für die Wiederaufbaugeschichte in Breisach. Aufgrund des Baualters seiner Kernsubstanz besitzt es darüber hinaus historischen Wert für die Stadtbaugeschichte und Stadtbaugestalt.
Fischerhalde 68 Wohnhaus
Giebelständiges, eingeschossiges Wohnhaus, mit der südlichen Giebelseite an das Nachbargebäude grenzend, verputzt, mit Eckquaderung, Krüppelwalmdach, südöstlich leicht zurückversetzter eingeschossiger Anbau mit Satteldach, nordwestlich anschließender Schopf, frühes 19. Jh.; Tordurchfahrt zum Hofbereich; rückwärtig Substruktionsmauern. Das Gebäude ist charakteristischer Bestandteil der Bebauung an der Fischerhalde mit den rückwärtig angrenzenden Substruktionsmauern. Aufgrund des Baualters seiner Kernsubstanz und als eines der wenigen Gebäude am Münsterberg, die nicht im Zweiten Weltkrieg zerstört worden sind, besitzt es historischen Wert für die Stadtbaugeschichte und Stadtbaugestalt.
Fischerhalde 70 Gasthaus
Traufständiges Wohnhaus über niedrigem Kellersockel, straßenseitig zweigeschossig, rückseitig eingeschossig, verputzt, im Obergeschoss und Giebel aufgemaltes Fachwerk (darunter Original-Fachwerk), Satteldach mit profiliertem Traufgesims; 17./18. Jh.; rückwärtig Substruktionsmauern mit Stützpfeilern. Das Gebäude war vom 17. Jh. bis 1888 als Gasthaus "Zum Schwanen" ein Traditionslokal der Fischer und Schiffsleute. Das Gebäude ist charakteristischer Bestandteil der Bebauung an der Fischerhalde mit den rückwärtig angrenzenden Substruktionsmauern. Aufgrund seines Baualters seiner Kernsubstanz und als eines der wenigen Gebäude am Münsterberg, die nicht im Zweiten Weltkrieg zerstört worden sind, besitzt es dokumentarischen Wert für die Stadtbaugeschichte und Stadtbaugestalt. Darüber hinaus ist es als ehem. Gasthaus stadthistorisch von Bedeutung.
Fischerhalde 86 Ökonomiegebäude
Rückgebäude an Substruktionsmauern der Kapftorstiege gelehnt, massive, unverputzte Bauweise aus Bruchsteinmauerwerk mit Eckquaderung. Das Gebäude besitzt in seinem Zusammenhang mit den Substruktionsmauern bauhistorische Bedeutung für die Gesamtanlage mit ihrer einstigen Befestigungsanlage und den Zugängen auf den Münsterberg.
Bauwerk aus Bruchstein von Nordwesten
Goldengasse
Vom Kapftor ausgehende Straße mit Pflasterbelag, die geradlinig in leicht ansteigendem Gelände von Westen nach Osten zur Radbrunnenallee führt; die ursprüngliche Bebauung wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, der heutige Bestand mit seinem einheitlichen Straßenbild traufständiger, meist eingeschossiger Wohnhäuser geht überwiegend auf die Nachkriegszeit zurück. Der Name verweist auf die Bezeichnung "Guldengasse" des einstigen Wohnsitzes der Münzmeister. Die Gasse ist Bestandteil des mittelalterlichen Stadtgrundrisses und eine leiterartige, wichtige Verbindung vom westlichen Stadttor zur zentralen Mittelachse der Radbrunnenallee. Mit der Bebauung aus der 2. H. des 20. Jhs. ist sie ein Zeugnis der Wiederaufbaugeschichte in Breisach. Goldengasse, Ansicht von O
Goldengasse, Ansicht von O von der Tullstraße
Goldengasse Einfriedungsmauer
Grundstücksmauer aus unverputztem Bruchstein, die einst einen Gartenbezirk des Augustinerklosters begrenzte; 15. - 19. Jh., vom Augustinergarten ist ein winkelförmiger Bereich erhalten. Auf dem heute bebauten Grundstück stand neben dem Kapftor bis ins 17. Jh. das Gasthaus "Zum Salmen". Die Grundstücksmauer mit der Freifläche sind Bestandteil des historischen Stadtgrundrisses, indem sie auf die Lage des einstigen Augustinerklostergartens verweisen. Als Dokument der Kirchengeschichte von Breisach wie auch der Kriegszerstörungen von 1793 sind sie stadthistorisch bedeutend. Grundstücksmauer entlang der Ostseite des Grundstücks
Grundstücksmauer entlang der Südseite des Grundstücks
Goldengasse 1 Stadttor, sog. Kapftor bzw. Salmentor Kapftor oder Salmentor, massives verputztes Stadttor mit Eckquaderung am westlichen Ende der Goldengasse, segmentbogige Durchfahrt, im Obergeschoß ehem. Torwächterwohnung mit dazugehörigem seitlichen Treppenhausanbau, Satteldach mit Staffelgiebeln; wahrscheinlich im Zuge der oberen Stadtbefestigung im 13. Jh. erbaut und erstmals 1359 erwähnt, im Zweiten Weltkrieg Beschädigung des Daches, in den 1950er Jahren instand gesetzt, 1992 Sanierung. Der Name Kapftor leitet sich von mhd. "kaphe" (=Aussicht) ab. Später Salmentor benannt, nach dem nördlich angrenzenden Gasthaus "Zum Salmen". 1893 bis vermutlich 1903 war im Tor eine Arrestzelle für das in Breisach stationierte Militär eingerichtet, seither dient es als städtisches Wohngebäude. Das Stadttor ist wesentlicher und aussagekräftiger Bestandteil der einstigen Befestigungsanlage und besitzt für den mittelalterlichen Stadtgrundriss dokumentarischen Wert. Darüber hinaus ist es ein Zeugnis für die Militärgeschichte. Seine Instandsetzung nach dem Zweiten Weltkrieg ist ein Hinweis auf die Wiederaufbaugeschichte in Breisach. Ansicht von W
Kapftor von Osten
Goldengasse 5 Wohnhaus
Traufständiges, eingeschossiges Wohnhaus in Hanglage über niedrigem Kellergeschoss, mit der östlichen Giebelseite unmittelbar an das Nachbargebäude grenzend, verputzt, Erschließung über eine kurze Treppe an der westlichen Giebelseite, Satteldach mit zwei straßenseitigen Giebelgauben, nach dem Zweiten Weltkrieg Wiederaufbau des abgebrannten Wohnhauses durch den Breisacher Architekten Adolf Stölker unter Verwendung von Architekturfragmenten des Augustinerklosters. Das Wohnhaus ist charakteristischer Bestandteil der traufständig ausgerichteten Bebauung in der Goldengasse. Als Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg ist es ein Beispiel für die Breisacher Wiederaufbaugeschichte, in der sich die konservative Architekturauffassung der Nachkriegszeit wiederspiegelt.
Goldengasse 6 Wohnhaus
Traufständiges, eingeschossiges Wohnhaus in Hanglage über niedrigem Kellergeschoss, verputzt, Satteldach mit verbrettertem Dachspitz, östlich anschließende Mauer mit segmentbogigem Garagentor, unmittelbar an Hofmauer von Goldengasse 8 grenzend; nach dem Zweiten Weltkrieg Wiederaufbau um 1952 durch den Breisacher Bau-Ingenieur Karl Wiedensohler unter Verwendung der vorhandenen Kellerumfassungswände. Das Wohnhaus ist charakteristischer Bestandteil der traufständig ausgerichteten Bebauung in der Goldengasse. Als Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg ist es ein Beispiel für die Breisacher Wiederaufbaugeschichte, in der sich die konservative Architekturauffassung der Nachkriegszeit wiederspiegelt.
Goldengasse 8 Wohnhaus
Traufständiges, eingeschossiges Wohnhaus in Hanglage über niedrigem Kellergeschoss mit Gewölbekeller, verputzt, Satteldach; 1957 durch den Breisacher Architekten Werner Sick erbaut; westlich anschließende Mauer unmittelbar an Hofmauer von Goldengasse 6 grenzend; 1978 Neubau einer Doppelgarage mit segmentbogigem Garagentor. Das Wohnhaus ist charakteristischer Bestandteil der traufständig ausgerichteten Bebauung in der Goldengasse. Der Neubau nach dem Zweiten Weltkrieg spiegelt die konservative Architekturauffassung der Nachkriegszeit wieder, indem sich seine architektonische Formensprache in das Gesamterscheinungsbild der Goldengasse einfügt.
HL-Aufstieg Weg
Befestigter Fußweg mit Treppenanlagen, der im steilen Gelände an der südlichen Hangseite des Münsterberges eine direkte Verbindung von der Münsterbergstraße zur Südseite des Münsterplatzes herstellt; der Zugang ist von Substruktions- und Begrenzungsmauern eingefasst, die das Plateau des Münsterplatzes an der Südseite unterfangen, mit Replik des romanischen Löwens von der westlichen Münsterfassade; Pflasterbelag aus Rheinkieseln. Der Name bezieht sich auf den Meister HL (vermutlich Hans Loy), der den Breisacher Hochaltar geschaffen hat. Die Verbindunsgasse ist Bestandteil des mittelalterlichen Stadtgrundrisses. Mit ihren Substruktions- und Begrenzungsmauern ist sie ein Dokument der Besiedelung, Bebauung und Erschließung des Münsterberges. Ihr bis in heutige Zeit fortdauernder Unterhalt ist ein lebendiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte von Breisach sowie prägender und charakteristischer Bestandteil des Erscheinungsbildes und der Stadtsilhouette des Münsterbergs. HL-Aufstieg an der Münsterbergstraße
HL-Aufstieg, nach Westen HL-Aufstieg, Ansicht von N
Kapftorstiege Weg
Befestigter Fußweg mit Treppenanlagen, der im steilen Gelände an der Westseite des Münsterberges vom Rheintorplatz ausgehend eine direkte Verbindung zum Kapftor auf den Münsterberg herstellt; beidseitig von Substruktions- und Begrenzungsmauern eingefasst, Pflasterbelag aus Rheinkieseln; 17. Jh. oder früher. Der Fußweg wurde nach dem Kapftor benannt. Die Kapftorstiege ist Bestandteil des historischen Stadtgrundrisses. Mit ihren Substruktionsund Begrenzungsmauern ist sie ein Dokument der Besiedelung, Bebauung und Erschließung des Münsterberges seit dem Mittelalter. Ihr bis in heutige Zeit fortdauernder Unterhalt ist ein lebendiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte von Breisach sowie prägender und charakteristischer Bestandteil des Erscheinungsbildes und der Stadtsilhouette des Münsterbergs. Ansicht von N
Geradlinige, von Süden nach Norden parallel zur Leitlinie der Radbrunnenallee verlaufende Gasse, nach Süden lockere Bebauung des 20. Jhs. mit freistehenden Wohnhäusern, dazwischen Freiflächen, auf denen sich bis 1793 das Kapuziner- und Franziskanerkloster auf den Grundstücken Kapuzinergasse 2, 4, 6, 8 und 10 befunden hatten, im nördlichen Abschnitt kompaktere Bebauung des späten 18. und 19. Jhs. nach den Zerstörungen von 1793, sowie Neubauten nach städtebaulichem Konzept der 1980er Jahre. Die durch Kriegszerstörungen entstandenen Freiflächen blieben bis ins 20. Jh. unverbaut und wurden teilweise als Rebgärten genutzt. Die Gasse wurde nach dem 1624 erbauten Kapuzinerkloster benannt, das sich 1793 auf den Grundstücken Kapuzinergasse 6, 8 und 10 befunden hatte. Die Kapuzinergasse ist wichtiger Bestandteil des mittelalterlichen Stadtgrundrisses, dessen Struktur trotz mehrfacher Kriegszerstörungen überliefert ist. Sie ist somit ein aussagekräftiges Dokument der Stadtbaugeschichte und für die Gesamtanlage von zentraler Bedeutung. Darüber hinaus dokumentiert sie mit den Freiflächen und den Mauerresten den Verlust der einstigen Klöster in der Oberstadt und zeugt mit der Bebauung des 18.-20 Jhs. von der Wiederaufbaugeschichte Breisachs.
Ansicht nach N
Ansicht nach S
Kapuzinergasse 4 Grundstücksmauer und Reste des Franziskanerklosters Mauereinfriedung mit Resten vom einst an dieser Stelle befindlichen Franziskanerkloster, dazwischen Freifläche im Bereich des ehem. Kloster- und Rebgartens; 14.-19. Jh. Das Franziskanerkloster wurde 1302 gegründet und 1793 zerstört. 1820 Abriss der Überreste und Errichtung eines Amtshauses als Sitz des Bezirksamts Breisach (auf Flurstück Kapuzinergasse 2), 1945 zerstört. Die Mauern mit der Freifläche sind ein wichtiges Zeugnis der Breisacher Stadtbaugeschichte und Bestandteil des historischen Stadtgrundrisses, indem sie auf die Lage des einstigen Franziskanerklosters verweisen. Als Dokument der Kirchengeschichte von Breisach wie auch der Kriegszerstörungen von 1793 sind sie stadthistorisch bedeutend und ein Hinweis auf die Stadtbau- und Umnutzungsgeschichte im Umgang mit den durch die Kriegszerstörungen entstandenen Flächen auf dem Münsterberg. Die Freifläche ist ein wichtiges Beispiel der historischen Gärten der Stadt und veranschaulicht die Dimension des ehem. Klosters.
Kapuzinergasse 10 Reste des ehemaligen Kapuzinerklosters Fundamentreste des Kirchenchores und Columbarien des einstigen Kapuzinerklosters; 17. Jh. Das von Erzherzog Leopold V. von Österreich gestiftete Kapuzinerkloster bestand seit 1624 und wurde 1793 zerstört. Die Fundamentreste des einstigen Kapuzinerklosters sind ein wichtiges Zeugnis der Breisacher Stadtbaugeschichte und Bestandteil des Stadtgrundrisses, indem sie auf die Lage der Klosteranlage verweisen. Als Dokument der Kirchengeschichte von Breisach wie auch der Kriegszerstörungen von 1793 sind sie stadthistorisch bedeutend und ein Hinweis auf die Stadtbau- und Umnutzungsgeschichte im Umgang mit den durch die Kriegszerstörungen entstandenen Flächen auf dem Münsterberg Blick nach Osten
Kapuzinergasse 12 Wohnhaus
Traufständiges, eingeschossiges Wohnhaus über niedrigem Kellergeschoss, verputzter Massivbau, Satteldach mit profiliertem Traufgesims und zwei straßenseitigen Walmgauben; 18./19. Jh. Veränderungen um 1964 durch den südlich anschließenden Anbau mit Garage und Balkonaufbau; nördlich Tordurchfahrt, südlich an das Gebäude anschließende Mauer mit Türöffnung. Das Gebäude ist eines der wenigen Häuser auf dem Münsterberg, die nicht im Zweiten Weltkrieg zerstört worden sind und somit ein wichtiger Hinweis auf die Breisacher Stadtbaugeschichte nach 1793.
Kapuzinergasse 13 Wohnhaus
Giebelständiges, zweigeschossiges Wohnhaus an der Ecke zur Pforrgasse, das sich aus den Gebäuden Kapuzinergasse 13 und Pforrgasse 1 mit jeweils eigenen Hauseingängen zusammensetzt, verputzter Massivbau über niedrigem Kellergeschoss mit kleinem Gewölbekeller, Erschließung an der Kapuzinergasse über doppelläufige Freitreppe, Walmdach; 1826 nach den Zerstörungen von 1793 eingeschossig wiederaufgebaut, im 20. Jh. um ein Geschoss aufgestockt; Einfriedungsmauer an der Ostseite des Gebäudes. 1835-1849 als eines der ganz wenigen Häuser der Oberstadt in jüdischem Besitz. Von 1935-1942 war das Gebäude Wohnort des Theologen und Gegner des Nationalsozialismus Prof. Joseph Schmidlin (1944 im KZ Schirmeck ermordet). Das Gebäude in markanter Ecklage ist charakteristischer Bestandteil der Bebauung der Kapuzinergasse sowie Pforrgasse und städtebaulich bedeutend. Darüber hinaus besitzt es aus stadthistorischen Gründen dokumentarischen Wert für den Wiederaufbau im frühen 19. Jh.
Ansicht von N
Kapuzinergasse 14 Gartenpavillon
Gartenpavillon, ehem. Treppenturm der Kanzlei, Massivbau mit Walmdach, rückwärtig an Stadtmauer grenzend; Mauerreste an der Kapuzinergasse, im rückwärtigen Bereich sowie am Abgang zur Muggensturmstraße, um 1700 Brand und Abbruch. Auf dem Grundstück befanden sich vom 15. Jh. bis 1643 Rathaus und Kanzlei, das Gebäude wurde anschließend als Wohnung des französischen Festungskommandanten genutzt. Die massive Einfriedung mit dem heutigen Gartenpavillon bildet eine wichtige Verbindung zwischen dem Weg an der Stadtmauer (Schlossrain) und der Oberstadt. Sie ist ein Dokument der Breisacher Stadt- und Stadtbaugeschichte, indem sie auf die unterschiedliche Nutzung des Grundstückes verweist.
Gartenpavillon an rückwärtiger Stadtmauer
Kapuzinergasse 15 Wohnhaus
Traufständiges, eingeschossiges Wohnhaus über niedrigem Kellersockel, langgestreckter verputzter Massivbau mit seitlichem Eingang und kurzer Eingangstreppe, Satteldach mit profiliertem Traufgesims; an wiederverwendetem Scheitelstein 1758 datiert, Veränderung durch den Einbau einer straßenseitigen Giebelgaube und zwei Dachflächenfenstern. Vermutlich 1671-1702 Wohnhaus des Kunstmalers Jeremias Biedermann. Das Gebäude ist eines der wenigen Häuser auf dem Münsterberg, das nicht im Zweiten Weltkrieg zerstört und nur wenig verändert worden ist. Es ist somit ein besonders aussagekräftiges Dokument der Breisacher Stadtbaugeschichte nach 1793 und ein charakteristisches Beispiel für die einstige Gebäudestruktur und Sozialtopographie des späten 18./frühen 19. Jhs. Ansicht von SO
Kapuzinergasse 17 Einfriedungsmauer
Einfriedungsmauer entlang der Kapuzinergasse, teilverputzt mit gekehltem Rundbogenportal, in der Mauer weitere Spuren von vermauerten Rundbogenöffnungen; 17./19. Jh. Die Einfriedungsmauer ist ein Zeugnis der Breisacher Stadtbaugeschichte und Bestandteil des Stadtgrundrisses, indem sie auf die Parzellengrenzen vor den Kriegszerstörungen von 1793 und im Zweiten Weltkrieg verweist. Sie ist ein Hinweis auf die mehrfachen Kriegszerstörungen auf dem Münsterberg und ein Dokument der Wiederaufbaugeschichte in Breisach, die eine Beibehaltung der Parzellen mit ihren Einfriedungsmauern vorsah.
Kapuzinergasse 19 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus über niedrigem Kellergeschoss, verputzter Massivbau, Erschließung über kurze Eingangstreppe an seitlichem Eingang, Satteldach; 19. Jh. mit Zerstörungen im Zweitem Weltkrieg, Wiederaufbau um 1948; nördlich und südlich angrenzende Einfriedungsmauern, die zur Kapuzinergasse 19 und 21 gehören. Das Gebäude ist typischer Bestandteil der Bebauung nach 1793 in der Kapuzinergasse. Es ist auch ein Dokument der Breisacher Wiederaufbaugeschichte nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg.
Kapuzinergasse 21 Grundstücksmauer
Teilverputzte Einfriedungsmauer aus Bruchsteinen entlang der Kapuzinergasse, 19. Jh. Die Einfriedungsmauer ist ein Zeugnis der Breisacher Stadtbaugeschichte und Bestandteil des Stadtgrundrisses, indem sie auf die Parzellengrenzen vor dem Zweiten Weltkrieg verweist. Sie ist ein Hinweis auf die Kriegszerstörungen auf dem Münsterberg und ein Dokument der Wiederaufbaugeschichte in Breisach, die eine Beibehaltung der Einfriedungsmauern vorsah.
Kapuzinergasse 22 Wohnhaus
Traufständiges, eingeschossiges Wohnhaus, verputzter Massivbau, Erschließung über kurze Eingangstreppe an seitlichem Eingang, an der südlichen Giebelseite zwei kurze Stützpfeiler und Klebdach, Satteldach; nach Zweitem Weltkrieg Wiederaufbau durch den Breisacher Architekten Adolf Stölker um 1966. Das Gebäude ist schlichter, aber typischer Bestandteil der Bebauung in der Kapuzinergase. Es ist ein Hinweis auf die Breisacher Wiederaufbaugeschichte nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg.
Kapuzinergasse 29 Gasthaus
Ehem. Gasthaus "Zum Bock" bzw. "Zum Grünen Berg", seit 1895 „Zum Schlossberg“, traufständiges, zweigeschossige Gebäude in leichter Hanglage über niedrigem Kellersockel, im Erdgeschoss verputzter Massivbau, im Obergeschoss Fachwerk, Satteldach mit profiliertem Traufgesims; 1. Viertel des 19. Jhs.; nordwestlich anschließende, verschachtelte Anbauten mit Wappenstein über Toreinfahrt. Das Gebäude blieb im Zweiten Weltkrieg unzerstört und ist ein besonders wertvolles und aussagekräftiges Dokument der einstigen Gebäudestruktur auf dem Breisacher Münsterberg am Zugang zum Burggelände. Darüber hinaus besitzt es als ehem. Gasthaus aus stadthistorischen Gründen dokumentarischen Wert.
Kapuzinergasse 29 Nebengebäude
Nebengebäude des ehemaligen Gasthauses, nordwestlich anschließende verschachtelte Anbauten mit Wappenstein über Toreinfahrt, erdgeschossige Massivbauten mit Satteldächern, entstanden im 1. Viertel des 19. Jhs. Wie das Gasthaus so blieben auch die Nebengebäude im Zweiten Weltkrieg unzerstört und sind ein besonders wertvolles und aussagekräftiges Beispiel der einstigen Gebäudestruktur auf dem Breisacher Münsterberg am Zugang zum Burggelände. Die an der Gebäudeakkumulation ablesbare sukzessive Vergrößerung des Gasthauses ist für die Wirtschafts- und Stadtgeschichte von Interesse, weist aber auch auf den zunehmenden Tourismus in der Stadt hin.
Geradlinige, von Süden nach Norden parallel zur Leitlinie der Radbrunnenallee verlaufende Gasse in der Oberstadt, verschiedenartige Bebauung mit freistehenden Wohnhäusern aus der Nachkriegszeit, aus der 2. H. des 20. Jhs., Grundstückseinfassungen in Teilen noch mit historischen Umfassungsmauern. Der Name leitet sich vermutlich von den Ketten des nahe gelegenen Diebsturm ab (bis ins 18. Jh.). Die Kettengasse ist mit seiner historischen Straßenführung Bestandteil des mittelalterlichen Stadtgrundrisses, dessen Struktur trotz mehrfacher Kriegszerstörungen überliefert ist. Mit den zahlreichen Bauten aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg ist sie ist ein Hinweis auf die Wiederaufbaugeschichte von Breisach unter dem Leitgedanken einer gegliederten und aufgelockerten Oberstadt. Sie ist somit ein aussagekräftiges Dokument der Stadtbaugeschichte und für die Gesamtanlage von Bedeutung.
Kettengasse, Ansicht von N
Kettengasse, Ansicht von S von der Martin-Schongauer-Straße
Kettengasse 1 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus am "Bajakel", verputzter Massivbau mit Erker an der südwestlichen Fassadenseite, Satteldach mit Zwerchhaus, nach dem Zweiten Weltkrieg um 1951 durch den Breisacher Architekten Adolf Stölker anstelle eines zerstörten Wohnhauses aus dem 16. Jh. erbaut, in den 1990er Jahren Anbau eines Windfangs und Vergrößerung der Dachgauben; östlich anschließender Garagenanbau mit Walmdach und segmentbogigem Tor. Das vergleichsweis aufwändig gestaltete und gut überlieferte Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für den Wiederaufbau auf dem Breisacher Münsterberg unter dem Leitgedanken einer gegliederten und aufgelockerten Oberstadt. Darüber hinaus ist das freistehende, großzügige Wohnhaus mit seinem Garagenanbau ein Hinweis auf die zunehmende Automobilisierung nach dem Zweiten Weltkrieg und steht für ein neues Prestige für Wohnen am und auf dem Münsterberg. Ansicht von O
Kettengasse 2 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus, verputzter Massivbau, Satteldach; nach dem Zweiten Weltkrieg um 1946/1950 durch den Architekten Paul Wiedensohler erbaut; Veränderungen um 1975 durch den Ausbau der Dachgaube zu einer breiten straßenseitigen Schleppgaube. Das Gebäude ist ein Beispiel für den Wiederaufbau der Nachkriegszeit unter dem Leitgedanken einer gegliederten und aufgelockerten Oberstadt und charakteristischer Bestandteil des Ortsbild auf dem Münsterberg.
Kettengasse 3 Wohnhaus
Giebelständiges, zweigeschossiges Wohnhaus, verputzter Massivbau, Walmdach mit Schleppgauben; 1692 erbaut, Veränderungen durch umfassende Umbauten in den 1950er, 1980er Jahren, einem grundlegenden Neu- und Erweiterungsbau sowie Umbau der bestehenden Gebäude Anfang des 21. Jhs.; Gartenpavillon mit Walmdach, 1793 bereits vorhanden, 1816 wohl Umbau oder Erneuerung; Substruktionsmauern im Garten; Grundstücksmauer aus Basaltsteinen wurde Anfang des 21. Jhs. teilweise neu aufgemauert. Das Gebäude hat die Zerstörungen von 1793 und dem Zweiten Weltkrieg überdauert und ist daher trotz seiner umfassenden Umbauten ein seltenes Dokument der älteren Stadtbaugeschichte von Breisach.
Kettengasse 7 Wohnhaus
Traufständiges, eingeschossiges Wohnhaus über niedrigem Kellergeschoss, verputzter Massivbau, Satteldach; 1961 durch den Breisacher Architekten Werner Sick erbaut, 1966 Anbau einer nordwestlich anschließenden Garage mit Satteldach und rückwärtigem Abort. Das schlichte und charakteristische Gebäude ist ein erhaltenswertes Beispiel für die Architektur und Stadtplanung des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg.
Kettengasse 9 Wohnhaus
Traufständiges, eingeschossiges Wohnhaus in Hanglage über niedrigem Kellergeschoss, verputzter Massivbau, Satteldach; nach Zweitem Weltkrieg Wiederaufbau um 1950 durch den Breisacher Architekten Adolf Stölker; nach Süden angrenzende Grundstücksmauer mit Durchgang zum überdachten Eingang an der Giebelseite. Das bescheidene Gebäude ist ein erhaltenswertes Beispiel für den der Notlage geschuldeten Wiederaufbau der Nachkriegszeit und Bestandteil des Ortsbilds der Oberstadt.
Kettengasse 10 Wohnhaus
Doppelwohnhaus, traufständiges, eingeschossiges Gebäude, gegenüber dem Straßenniveau in leicht erhöhter Lage, verputzter Massivbau mit Satteldach und breiten Schleppgauben; 1950/60er Jahre, Anfang 21. Jhs. bei Kettengasse 10 Veränderungen durch den Anbau eines Balkons an der Giebelseite; die baugleichen Gebäude Kettengasse 8 und 10 sind durch eine einheitliche Einfriedung eingefasst, die in den 1970er Jahren neu gestaltet worden ist. Das Gebäude mit seinem Einfriedungen ist ein Beispiel für den Wiederaufbau der Nachkriegszeit unter dem Leitgedanken einer gegliederten und aufgelockerten Oberstadt und charakteristischer Bestandteil des Ortsbilds auf dem Münsterberg.
Kettengasse 11 Wohnhaus
Traufständiges, eingeschossiges Wohnhaus in Hanglage über niedrigem Kellergeschoss, verputzter Massivbau, Satteldach mit zwei straßenseitigen Giebelgauben; nach Zweitem Weltkrieg Wiederaufbau um 1950 unter Verwendung alter Gebäudeteile; nach Norden angrenzende Grundstücksmauer mit Durchgang zum überdachten Eingang an der Giebelseite. Das Gebäude wurde vom Breisacher Architekten Adolf Stölker entworfen. Das Gebäude ist ein erhaltenswertes Beispiel für den Wiederaufbau der Nachkriegszeit und charakteristischer Bestandteil des Ortsbilds der Oberstadt. Es ist auch ein Hinweis auf die Sozialtopographie mit kleineren, bescheideneren Gebäuden in den Nebengassen.
Kettengasse 16, 18 Einfriedung
erhaltenswertes Bauteil
Grundstücksmauer aus unverputzten Bruchsteinen. Die Mauer verweist auf den Straßenverlauf und die Parzellierung des historischen Stadtgrundrisses. Sie ist ein seltener Hinweis auf das Erscheinungsbild der zerstörten Oberstadt, das im 19. Jh. von den Ummauerungen der Reb- und Nutzgärten geprägt wurde.
Langer Weg Stadtbefestigung
Verbindungsstraße mit Substruktionsmauerungen, die von der Westseite am Fuß des Münsterbergs in einer Serpentine das steile Gelände hinauf zur Oberstadt führt, vereinzelte Bebauung wohl seit dem frühen 19. Jh.; vermutlich bereits in der Römerzeit als Aufstieg zum Kastell angelegt, im 12. Jh. ausgebaut; Pflasterbelag, zu Beginn des Langen Weges am Rheintorplatz Pflasterkreis mit Datierung 1933. Der Name geht auf seine Erwähnung 1319 als "longus vicus" zurück. Der Lange Weg ist mit seiner historischen Straßenführung Bestandteil des mittelalterlichen Stadtgrundrisses, dessen Struktur trotz mehrfacher Kriegszerstörungen überliefert ist. Mit den Substruktionsmauern ist er ein Dokument der Besiedelung, Bebauung und Erschließung des Münsterberges. Ihr bis in heutige Zeit fortdauernder Unterhalt ist ein lebendiges Zeugnis der Verkehrsgeschichte am steilen Münsterberg. Die Erneuerung des Straßenbelags 1933 ist ein wichtiger Hinweis auf die Zeit des Nationalsozialismus in Breisach.
Mauern entlang des Langen Weg von Westen
Mauer, westlich vom Kapftor
Langer Weg 3 Wohnhaus
Traufständiges, dreigeschossiges Wohnhaus in der Straßenserpentine und steiler Hanglage, nach Osten hin unmittelbar an Substruktionsmauern gebaut, verputzter Massivbau, im Erdgeschoss Garagentor, in den Obergeschossen segmentbogige Fenster, polygonal abgeknickte Giebelseite, Walmdach mit Rundgauben; im Kern 19. Jh., Beschädigung im Zweiten Weltkrieg, um 1953 Instandsetzung, 1956 Umbau und Aufstockung um ein Geschoss. Ein Teil der Grundmauern könnte auf den Augustinerturm zurückgehen, der 1793 zerstört wurde. Das Wohnhaus liegt in städtebaulich markanter Lage innerhalb einer Straßenserpentine des Langens Weges. Es ist mit seinen zahlreichen Umbauten ein anschauliches Beispiel für die Anpassung an die topographischen Bedingungen unter Verwendung der baulichen Gegebenheiten vor Ort. Darüber hinaus ist es ein Hinweis auf den Wiederaufbau unter Verwendung der erhalten gebliebenen Bausubstanz nach den Kriegszerstörungen des Zweiten Weltkrieges. Ansicht von W
Verbindungsstraße zwischen dem von Wohnbebauung geprägten mittleren Abschnitt der Oberstadt und dem südlichen Bereich mit dem Münster und den öffentlichen Bauten, geradliniger Verlauf von Osten nach Westen im zur Radbrunnenallee leicht ansteigenden Gelände; nach den Kriegszerstörungen wurde der Straßenraum erweitert und es entstanden sukzessiv Bauten von unterschiedlichen Volumina und Funktionen wie z.B. Wohnhäusern, dem Erweiterungsbau der Stadtverwaltung und einer Hotelanlage. Der Name geht auf den Künstler Martin Schongauer zurück, der im Breisacher Münster das Wandbild mit dem Jüngsten Gericht geschaffen hat. Der Martin-Schongauer-Straße kommt als Bestandteil des mittelalterlichen Stadtgrundrisses des Münsterberges und der historischen Stadtstruktur Bedeutung für die Gesamtanlage zu. Ansicht von O
Martin-Schongauer-Straße 2 Wohnhaus
Giebelständiges, zweigeschossiges Wohnhaus, verputzter Massivbau, mit der nördlichen Giebelseite unmittelbar an die Radbrunnenallee 2 grenzend, Satteldach mit profiliertem Traufgesims und zwei straßenseitigen Walmgauben; nach dem Zweiten Weltkrieg um 1954/55 als Neubau anstelle eines zerstörten Wohnhauses errichtet; rückwärtig großes Gartengrundstück mit Einfriedungsmauer. Das Gebäude liegt in der geschlossene Straßenflucht der Radbrunnenallee und ist ein Beispiel für den Wiederaufbau unter dem Leitbild einer gegliederten und aufgelockerten Oberstadt nach den Kriegszerstörungen im Zweiten Weltkrieg. In der Gestaltung spiegelt es die konservative Architekturauffassung der 1950er Jahre wider.
Am östlichen Hangfuß des Münsterbergs verlaufende Straße, die vom Gutgesellentor zur Rheintorstraße führt und in ihrem Verlauf der Topographie und dem einstigen Stadtgraben folgt; Bebauung von äußerst divergierendem Charakter: zu Beginn der Muggensturmstraße Bebauung des 19. Jhs. mit landwirtschaftlicher Nutzung, anschließend Neubauviertel, ehem. Friedhof und Sektkellereibetrieb, im nördlichen Abschnitt Wohnhäuser im Übergang zur Rheintorstraße und einstigem Judenviertel; westlich Substruktionsmauerungen an der Hangseite des Münsterberges sowie Reste der Befestigungsanlagen. Die Straße ist nach dem mittelalterlichen Stadtteil "Muggensturm" am alten Stadtgraben benannt. Die Muggensturmstraße ist Bestandteil des historischen Stadtgrundrisses und für die Umgrenzung der Gesamtanlage von Bedeutung. Die Stützmauern und Reste der Befestigungsanlage sind ein herausragendes Dokument der Besiedelung und Befestigung des Münsterbergs.
Muggenstrumstraße, Ansicht von S
Muggensturmstraße 3 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus über niedrigem Kellergeschoss, verputzt, Satteldach mit profiliertem Traufgesims; 19. Jh., im Zweiten Weltkrieg beschädigt, in den 1950er Jahren Wiederaufbau mit Ökonomieteil und Erstellung einer Behelfswohnung, Anfang der 1960er Jahre nach Süden Anbau eines Wohnhauses, in den 1980er Jahren Umbau und Erweiterung des einstigen, nördlichen Ökonomieteils zu Wohnzwecken mit nachträglicher Erweiterung des späten 20. Jhs. nach Norden. Das langgestreckte Gebäude ist ein erhaltenswertes Beispiel für den Wiederaufbau der Nachkriegszeit und prägender Bestandteil der Bebauung in der Muggensturmstraße und als solches für die Gesamtanlage von Bedeutung.
Muggensturmstraße 11 Ruine
Fassadenstück eines zweigeschossigen Wohnhauses mit zugemauerten Fensteröffnungen, unverputzter Bruchstein, Zerstörung vermutlich im Zweiten Weltkrieg, Wiederverwendung als straßenseitiger Abschluss eines Scheunengebäudes. Die Kriegsruine ist ein besonders anschauliches und seltenes Beispiel für den Wiederaufbau unter Verwendung der erhalten gebliebenen Bauteile nach den Kriegszerstörungen des Zweiten Weltkrieges in Breisach.
Vom Gutgesellentor ausgehende Straße in ansteigendem Gelände, die um die Südseite des Münsterbergs zur Oberstadt führt und an der Martin-Schongauer-Straße beim Rathaus endet; im unteren Abschnitt zwischen Gutgesellentor und Hagenbachturm kompakte Bebauung des 18.-20. Jhs. mit einheitlichem Straßenbild, das auf den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg zurückgeht; seit dem 12. Jh. bestehender Aufgang zum Münsterberg; Straßenpflasterung mit Rheinkieseln; südlich und westlich Substruktions- und Festungsmauern. Die Münsterbergstraße ist als zentraler Zugang von der Südseite des Münsterberges bedeutender Bestandteil des mittelalterlichen Stadtgrundrisses der Breisacher Oberstadt und der historischen Stadtstruktur. Darüber hinaus kommt der Bebauung hoher dokumentarischer Wert für die Stadtgestalt und Wiederaufbaugeschichte von Breisach zu. Ansicht Münsterbergstraße
Münsterbergstraße, nach Süden
Münsterbergstraße, Ansicht von W
Münsterbergstraße Mahnmal
Mahnmal mit Begrenzungsmauerungen, auf einem Postament lebensgroße Figur eines heimkehrenden Soldaten, der auf die Reliefplatte mit drei Birkenkreuzen blickt; 1955 durch den Bildhauer Karl Heinz Engelin zu Erinnerung an die Opfer der Kriege und die Heimkehrer errichtet. Das Mahnmal befindet sich in städtebaulich hervorgehobener Lage auf einem Platz mit Blick vom Münsterberg in Richtung Frankreich. Es ist ein Beispiel für Ehrenmäler aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, das für die Grenzstadt Breisach aus stadthistorischen Gründen hohen dokumentarischen Wert besitzt. Entsprechend wurde hier auch das 2004 geschaffene Mahnmal an die Deportation nach Gurs aufgestellt.
Statue von N
Mahnmal mit Begrenzungsmauerungen von Norden
Münsterbergstraße 2 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus in Hanglage, gestufter Baukörper auf Grund des Anstiegs der Münsterbergstraße mit Kopfbau an der Ecke zur Muggensturmstraße, verputzter Massivbau, Krüppelwalmdach mit Schleppgauben; nach dem Zweiten Weltkrieg Wiederaufbau um 1953 anstelle der abgebrannten Häuser. Das Wohnhaus wurde vom Breisacher Architekten Adolf Stölker entworfen. Das Wohnhaus ist ein charakteristisches Zeugnis für ein nach dem Zweiten Weltkrieg in Breisach wiedererrichtetes Haus, das die konservative Architekturauffassung der 1950er Jahre widerspiegelt. In der Gestaltung entspricht es der vorherigen, zerstörten Bebauung und lehnt sich somit an das einstige Erscheinungsbild der Münsterbergstraße an.
Münsterbergstraße 2, 4 - Wohnhaus, Nordseite
Münsterbergstraße 6 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus in Hanglage mit seitlichem Eingang, mit der westlichen Giebelseite unmittelbar an das Gebäude Münsterbergstraße 8 grenzend, Satteldach mit einer breiten Schleppgaube; nach den Zerstörungen von 1793 wiederaufgebaut (1796/98), im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1946 als Notwohnung wieder aufgebaut, 1954 Wiederaufbau des Wohnhauses mit Schlosserei unter Verwendung älterer Bausubstanz. Die Schlosserei bestand bis 1975. Das Gebäude ist charakteristischer Bestandteil der Bebauung in der Münsterbergstraße und mit seinen zahlreichen Um- und Wiederaufbauten ein Hinweis auf die Wiederaufbaugeschichte von Breisach. Ansicht von SO
Wohnhaus, Südostansicht
Münsterbergstraße 8 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus in Hanglage mit seitlichem Eingang, mit den Giebelseiten unmittelbar an die Nachbargebäude grenzend, Satteldach mit einer breiten Schleppgaube, Wiederaufbau der 1950er Jahre nach Kriegszerstörung des Zweiten Weltkrieges unter Verwendung älterer Bausubstanz. Das Gebäude ist charakteristischer Bestandteil der Bebauung in der Münsterbergstraße und ein Hinweis auf die Wiederaufbaugeschichte von Breisach.
Wohnhaus, Südseite
Münsterbergstraße 10 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus in Hanglage, gestufter Baukörper auf Grund des Anstiegs der Münsterbergstraße, verputzter Massivbau mit mittigem Eingang, darüber kleiner Balkon im Obergeschoss, Satteldach mit breiten Schleppgauben; 1954 durch den Architekten Karl Richer wieder aufgebaut. Der Wiederaufbau entspricht in der Gestaltung der vorherigen, zerstörten Bebauung und lehnt sich somit an das einstige Erscheinungsbild der Münsterbergstraße an, indem seine Gestaltung vorgibt, dass es sich um vier Einzelbauten handelt. Das Wohnhaus ist ein charakteristisches Zeugnis für ein nach dem Zweiten Weltkrieg in Breisach wiedererrichtetes Haus, das die konservative Architekturauffassung der 1950er Jahre widerspiegelt, aber auch zeitgenössische Elemente wie den Balkon verwendet.
Nr. 10, Ansicht von SO
Münsterbergstraße 19 Bauteil
Bauteile, Mauerungen; unter anderem stark geböschter Strebepfeiler, Rundbogenportal, Gewölbekeller und Substruktionsmauer am Aufgang der Münsterbergstraße; 15. Jh. Die Mauerungen und Substruktionsmauern besitzen aufgrund ihres Baualters für die Stadtbaugeschichte dokumentarischen Wert und sind Bestandteil des mittelalterlichen Stadtgrundrisses. Darüber hinaus sind die Bauteile ein anschauliches Beispiel für den Wiederaufbau unter Verwendung der erhalten gebliebenen Bausubstanz nach den Kriegszerstörungen des Zweiten Weltkrieges.
Substruktionsmauer
Strebepfeiler u. Rundbogenportal
Münsterbergstraße 20 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus in Hanglage am Beginn der Schänzletreppe, mit der westlichen Giebelseite unmittelbar an das Gebäude Münsterbergstraße 22 grenzend, verputzt, seitlicher Eingang, an der Südostecke Strebepfeiler, Satteldach; im Kern 17. Jh., im Zweiten Weltkrieg kaum zerstört, in den 1980er Jahren Veränderungen durch Um- und Erweiterungsbau mit Erker an der Ostseite und einer Außensanierung. Das Gebäude zählt zu den wenigen Gebäuden auf dem Breisacher Münsterberg, die im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört worden sind und besitzt trotz seiner Veränderungen dokumentarischen Wert für die Stadtbaugeschichte. Es befindet sich in städtebaulich markanter Lage am Aufgang zur Schänzletreppe und ist charakteristischer Bestandteil der kompakten Reihe traufständiger Bauten in der Münsterbergstraße.
Wohnhaus, Ostseite
Münsterbergstraße 22 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus in Hanglage mit seitlichem Eingang, mit den Giebelseiten unmittelbar an die Nachbargebäude grenzend, verputzt, seitlicher Eingang, Satteldach mit Sägezahnfries am Dachansatz; 17./18. Jh., eingeschossiger Wiederaufbau nach Zerstörung 1793 unter Verwendung älterer Bausubstanz (1796/97), Aufstockung um ein Geschoss 1820. Das Gebäude zählt zu den wenigen Gebäuden auf dem Breisacher Münsterberg, die im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört worden sind und besitzt aufgrund seines Erhaltungszustandes dokumentarischen Wert für die Stadtbaugeschichte. Darüber hinaus ist es charakteristischer Bestandteil der kompakten Reihe traufständiger Bauten in der Münsterbergstraße.
Münsterbergstraße 24 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus in Hanglage mit seitlichem Eingang, mit den Giebelseiten unmittelbar an die Nachbargebäude grenzend, verputzt, Satteldach mit profiliertem Traufgesims; im Kern 17./18. Jh., Wiederaufbau nach Zerstörung 1793 unter Verwendung älterer Bausubstanz (1808/09); Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg, Instandsetzung und Erweiterung des Hintergebäudes sowie Ausbau des Dachgeschosses zu Wohnzwecken und Einbau einer straßenseitigen Schleppgaube in den 1950er Jahren. Das Gebäude zählt zu den wenigen Gebäuden auf dem Breisacher Münsterberg, die im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört worden sind und besitzt aufgrund seiner aussagekräftigen Bausubstanz dokumentarischen Wert für die Stadtbaugeschichte. Darüber hinaus ist es charakteristischer Bestandteil der kompakten Reihe traufständiger Bauten in der Münsterbergstraße.
Münsterbergstraße 26 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus in Hanglage mit seitlichem Eingang, mit der östlichen Giebelseite unmittelbar an das Gebäude Münsterbergstraße 24 grenzend, verputzt, Satteldach mit Giebelgauben; 17./18. Jh., Wiederaufbau nach Zerstörung 1793 unter Verwendung älterer Bausubstanz; nach Westen anschließende Grundstücksmauer mit rundbogiger Tordurchfahrt. Das Gebäude zählt zu den wenigen Gebäuden auf dem Breisacher Münsterberg, die im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört worden sind und besitzt aufgrund seines Erhaltungszustandes dokumentarischen Wert für die Stadtbaugeschichte. Darüber hinaus ist es charakteristischer Bestandteil der kompakten Reihe traufständiger Bauten in der Münsterbergstraße.
Münsterbergstraße 28 Gasthaus Zum silbernen Turm
Gasthaus Zum Silbernen Turm, traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus in Hanglage, dessen leicht abgewinkelte Fassade dem Verlauf der Münsterbergstraße folgt, mittiger Eingang, Satteldach mit profiliertem Traufgesims und zwei Giebelgauben; 17./18. Jh., Wiederaufbau 1797 nach Zerstörung 1793 unter Verwendung älterer Bausubstanz, im 19. und 20. Jh. mehrfach umgebaut, aufgestockt und verändert, Abbruch und Erneuerung des Dachstuhls in den 1980er Jahren, westlicher Gebäudeteil 1802 nach Zerstörung 1793 neu errichtet und 1908 zum Gasthaus vereinigt; rückwärtig Gärten und Grünflächen mit Substruktionsmauern. Das Gebäude wurde bereits 1728 als Gasthaus erwähnt, der Hotel- und Gastronomiebetrieb wurde im Zweiten Weltkrieg aufgegeben, 1955 Umbau zum "Haus der Jugend", von 1959-1977 war es Sitz der Stadtbibliothek. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört und besitzt aufgrund seiner mehrfachen Umnutzungen und Umbauten Bedeutung für die Stadtgeschichte. Der langgestreckte, dominante Baukörper ist prägender Bestandteil der Bebauung im westlichen Abschnitt der Münsterbergstraße. Wohnhaus, Südseite
Wohnhaus, rückwärtig mit Substruktionsmauern und Garten
Münsterbergstraße 28 Ökonomiegebäude
An das Hauptgebäude östlich anschließender zweigeschossiger Anbau mit Aussichtsterrasse, verputzter Massivbau, im Erdgeschoss mit zwei großen Garagentoren und Inschrifttafel, im Obergeschoss mit großen Fenstern; um 1920/25 erbaut (Garagen, Veranda/Terrasse). Der Anbau mit Terrasse verweist auf die einstige Nutzung des angrenzenden Gebäudes Münsterbergstraße 28 als Gastronomiebetrieb, der die unverbaute Lage an der Münsterbergstraße mit Aussicht vom Münsterberg auf das Umland nutzt. Die Garagen sind ein Hinweis auf die zunehmende Automobilisierung zu Beginn des 20. Jhs.
Münsterbergstraße 30 Wohnhaus
Traufständige, zweigeschossige ehem. Jugendherberge, heute Wohnhaus in Hanglage, gestufter Baukörper aufgrund des Anstiegs der Münsterbergstraße, verputzter Massivbau, östlicher Baukörper mit Lochfassade, westlicher Gebäudeteil mit Fensterbändern und Laufgang im Obergeschoss, Satteldach; um 1955/1956 erbaut. Das Gebäude war mit dem benachbarten Hagenbachturm verbunden, in dem die Sammelschlafräume der Jugendherberge eingerichtet waren. Das Gebäude wurde 1957 unter Einbeziehung des Hagenbachturms als Symbol europäischer Verständigung eröffnet und bis 1989 als Jugendherberge genutzt. Das Gebäude besitzt im Sinne der Völkerverständigung nach dem Zweiten Weltkrieg hohe Bedeutung für die Stadtgeschichte der Grenzstadt Breisach. Es nimmt auf die umgebenden Bauten Rücksicht und bezieht sich in seinen Baudetails auf die Architektur des angrenzenden Stadtturms, mit dem es in seiner Nutzung als Jugendherberge auch funktionell verbunden war. Seine Formensprache spiegelt die Architekturauffassung der 1950er Jahre wider und ist ein Hinweis auf die Wiederaufbaugeschichte von Breisach.
Münsterbergstraße 32 Stadttor, sog. Hagenbachtor oder Windbruchtor Hagenbachturm oder Windbruchtor, mehrgeschossiges Stadttor, verputzter Massivbau mit Eckquaderung, spitzbogiger, kreuzgratgewölbter Durchgang, Walmdach, im Kern 14. Jh., 1793 beschädigt, 1840 notdürftig instand gesetzt und bis 1944 mit flachem Zeltdach abgedeckt, im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört, Wiederaufbau 1952/53. 1319 als Phleglerstor erstmals genannt. Der heutige Name Hagenbachturm geht auf die Inhaftierung des burgundischen Landvogtes Peter von Hagenbach im Jahre 1474 zurück. Im Hagenbachtor waren von 1957-1989 Sammelschlafräume der benachbarten Jugendherberge eingerichtet. Das Stadttor bildet den architektonischen Abschluss der Häuserreihe in der Münsterbergstraße. Als wesentlicher und aussagekräftiger Bestandteil der einstigen Befestigungsanlage besitzt es für den mittelalterlichen Stadtgrundriss dokumentarischen Wert. Darüber hinaus ist das Stadttor ein Zeugnis für die Militärgeschichte in Breisach. Seine Instandsetzung nach dem Zweiten Weltkrieg verweist auf die Wiederaufbaugeschichte in Breisach, indem der Turm unter Berufung auf die Arhardt`sche Zeichnung von 1642 ein hohes, steil abgewalmtes Dach bekam. Ansicht von O
Am südlichen Sporn des Basaltrückens gelegene ovale Platzanlage um das Münster St. Stephan, die an der Nordseite von Rathaus und Pfarrhaus eingefasst wird; an der Süd-, Ost- und Westseite großzügiges Aussichtsplateau mit Baumbestand, der Münsterfriedhof befand sich auf der Nordseite bis 1641, auf der Südseite bis 1793. Die 1924 gegründeten Breisacher Festspiele fanden bis 1961 auf dem Münsterplatz statt. Die auf dem Platz wiederaufgebauten Grundmauern geben die Lage des römischen Prätoriums an. Der Münsterplatz ist bedeutender Bestandteil des mittelalterlichen Stadtgrundrisses, dem mit seinen zentralen Bauten des öffentlichen Lebens für die Kirchen- und Stadtgeschichte von Breisach herausragende Bedeutung für die Gesamtanlage zukommt. Darüber hinaus besteht vom Plateau des Münsterberges eine Sichtverbindung zu Schwarzwald, Rhein und Vogesen. Sie veranschaulicht die verkehrsgünstige und militärstrategische Lage des Münsterberges, die die einstige Bedeutung Breisachs als römischen Verkehrsknotenpunkt oder massiv ausgebaute Festungsanlage begründete.
Münsterbergplatz, Ansicht von W
Münsterplatz 1 Rathaus
Traufständiges, zweigeschossiges Rathaus mit Staffelgiebel, verputzter Massivbau, symmetrische gegliederte Fassade, Satteldach mit Dachreiter; 1945 bis auf Außenmauern zerstört, 1950-53 unter Beibehaltung des ehem. äußeren Erscheinungsbildes wieder aufgebaut nach Plänen des Stadtbaumeisters Paul Storz und des Regierungsbaumeisters Paul Kurt Rittershausen. Im neuen Dachreiter ehem. Uhrenglocke der Spitalkirche von 1776 (v. Sebastian Bayer, Freiburg), seit 1953 läutet sie bei standesamtlichen Trauungen; westlicher zurückversetzter Anbau, ehem. Mesnerhaus, zweigeschossiger Traufseitbau mit steilem Satteldach, verputzt, im Kern 18.Jh. Auf dem Grundstück stand bis 1638 die Städtische Münze, danach Knabenschule, nach der Zerstörung 1793 wurde das Gebäude 1807 als Stadtverwaltung wieder aufgebaut und beherbergte zeitweise auch das Ober- und spätere Bezirksamt (bis 1822) sowie das Amtsrevisorat/Amtsgericht (bis 1924). Nördlicher angebauter Neubau von 1985. Ansicht von SW
Der Wiederaufbau entspricht in der Gestaltung der vorherigen, zerstörten Bebauung und lehnt sich somit an das einstige Erscheinungsbild des Münsterplatzes an, indem es als wichtige Begrenzung des Münsterplatzes wiederhergestellt wurde. Seine Formensprache spiegelt die konservative Architekturauffassung der 1950er Jahre wider. Es ist ein herausragendes Dokument der Wiederaufbaugeschichte und ein Symbol des Aufbauwillens in Breisach.
Münsterplatz 3 Pfarrhaus
Zweigeschossiges, traufständiges Pfarrhaus in leicht zurückversetzter Lage am nordöstlichen Rand des Münsterplatzes, verputzter Massivbau mit segmentbogigem Fenstergewände, an der Nordseite Anbau mit abgewalmtem Dach, Walmdach mit profiliertem Traufgesims; das Pfarrhaus befindet sich seit 1589 an dieser Stelle, wurde 1793 zerstört und 1817/1818 nach Plänen von Baudirektor Fischer wiederaufgebaut, in den 1970er Jahren Neubau einer Garage; Einfriedung mit Fußgängerpforte und Hoftor, in der Einfriedungsmauer zur Kapuzinergasse und zum Münsterplatz drei Grabplatten (15.-18. Jh.) sowie Platte mit Wappenschild. Das Pfarrhaus bildet in städtebaulich markanter Lage den nordwestlichen Abschluss des Münsterplatzes, an dem sich mit Pfarrkirche und Rathaus die zentralen Bauten des öffentlichen Lebens konzentrieren. Als eines der wenigen Gebäude, die im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört worden sind, ist es ein gut erhaltenes und seltenes Dokument der Kirchengeschichte von Breisach.
Münsterplatz 5 Kath. Stadtpfarrkirche St. Stephan
Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung (§12 DSchG - BuK)
Münster St. Stephan, kath. Stadtpfarrkirche, kreuzförmige Gewölbebasilika mit unterschiedlich langen Querhausarmen und Chorflankentürmen; Vollendung des Südturmes und Verlängerung des Chores seit 1270, im 15. Jh. Erweiterungsbau im Westen, 1793 Beschädigung des Dachstuhls, Zerstörungen nach Bombardement im Zweiten Weltkrieg, 1945 erste Reparaturen, 1953 Wiederaufbau der Türme und des Chores, 1954 Instandsetzung des Innenraums und der Westhalle. Im Innern historische Ausstattung mit Weltgericht im Westteil der Kirche von Martin Schongauer von 1489/91; Lettner des ausgehenden 15. Jhs.; Hochaltar von Meister HL von 1526. Das Münster ist die prägende städtebauliche Dominante des Münsterberges, welche sowohl auf Fernsicht als auch innerhalb der Stadt die Stadtsilhouette maßgeblich prägt. Es ist mit der historischen Ausstattung für die Kirchengeschichte von Breisach von herausragender Bedeutung. Darüber hinaus ist es ein Dokument des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg.
Gasse, welche die Radbrunnenallee als Hauptachse der Oberstadt mit den parallel verlaufenden Nebengassen verbindet, Verlauf von Osten nach Westen im zur Radbrunnenallee leicht ansteigendem Gelände. In ihrer Funktion als Durchgangsgasse ist die Bebauung vornehmlich von den Eckgebäuden an den Einmündungen zur Radbrunnenallee und den Nebengassen geprägt. Der Name geht auf das ehem. Wohnhaus der Patrizierfamilie von Pforr zurück, das sich auf dem Grundstück der Pforrgasse 7 befunden hatte (ehemals Salzgasse, Metzgergasse). Der Pforrgasse kommt als Bestandteil des leiterartigen mittelalterlichen Stadtgrundrisses des Münsterbergs und der historischen Stadtstruktur Bedeutung für die Gesamtanlage zu.
Pforrgasse, Ansicht von der Kapuzinergasse in Richtung W
Pforrgasse, Ansicht nach O
Pforrgasse 1 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus, verputzt, das sich aus den Gebäuden Kapuzinergasse 13 und Pforrgassse 1 mit jeweils eigenen Hauseingängen zusammensetzt, Satteldach; 19. Jh., Veränderungen mit Loggia über Eingangstür im späten 20. Jh. Das Wohnhaus ist zusammen mit dem Gebäude Kapuzinergasse 13 und aufgrund der markanten Ecklage prägender Bestandteil der Bebauung in der Pforrgasse.
Pforrgasse 2 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus, verputzter Massivbau, Walmdach mit profiliertem Traufgesims, 19. Jh.; Veränderung um 1969 durch zweigeschossige Erweiterung um eine Achse mit Garage und Werkstatt nach Westen und nachträgliche Vergrößerung der straßenseitigen Schleppgaube. Das Gebäude ist charakteristischer Bestandteil der Bebauung in der Pforrgasse mit ihrer einheitlichen Straßenflucht.
Pforrgasse 4 Wohnhaus
Giebelständiges, eingeschossiges Wohnhaus über niedrigem Kellergeschoss, verputzter Massivbau, Satteldach mit zwei straßenseitigen Schleppgauben; im Kern 17. Jh., 1793 zerstört, 1797 wieder aufgebaut, erneuter Wiederaufbau nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg um 1959 unter Verwendung der Tiefkeller; nach Norden unmittelbar angrenzender Gebäudeteil, verputzter Massivbau mit Pultdach; Grundstücksmauer an der Pforrgasse. In dem Gebäude befand sich vom 17. Jh. bis 1817 das Gasthaus "Zu den drei Königen". Das Gebäude in städtebaulich markanter Ecklage zur Kettengasse ist charakteristischer Bestandteil der Bebauung in der Pforrgasse sowie Kettengasse und ein Hinweis auf die Wiederaufbaugeschichte in Breisach nach den Zerstörungen von 1793 und dem Zweiten Weltkrieg. Darüber hinaus ist es als ehem. Gasthaus stadthistorisch von Bedeutung und wichtiger Bestandteil der Gesamtanlage.
Pforrgasse 7 Wohnhaus
Zweigeschossiges Wohnhaus in Ecklage zur Kettengasse, verputzter, massiver Winkelbau, an nordöstlicher Gebäudeecke Erker mit Relief des Bildhauers Karl Heinz Engelin, über dem Eingang mit Segmentbogen Wappenstein, Satteldach; Zerstörung des sog. Pforr ´schen Hauses im Zweiten Weltkrieg, 1956 veränderter Wiederaufbau, 1997 Errichtung eines Wintergartens an der Seite des westlichen Gebäudes. Das Gebäude ist nach dem Bürgermeister Gervasius von Pforr benannt, der an dieser Stelle 1511 einen prächtigen Profanbau mit Renaissanceerker errichten ließ. Etwa 1643-1770 städt. Haus "Zum Sternen" mit Wirtschaftsbetrieb, danach Militärhaus, 1797-1807 Rathaus. Das Wohnhaus ist ein markanter Vertreter der Wiederaufbaugeschichte in Breisach, das die konservative Architekturauffassung der 1950er Jahre widerspiegelt. In der Namensgebung und Gestaltung mit wichtigen Fragmenten wie dem Erker lehnt es sich an das vorherige, kriegszerstörte Gebäude an und stellt so eine Verbindung zu dessen stadthistorischer Bedeutung her. Das Wohnhaus ist aufgrund seiner markanten Ecklage und Gebäudegröße prägender Bestandteil der Pforrgasse sowie Kettengasse.
Von Süden nach Norden verlaufende Hauptachse der Breisacher Oberstadt, die von der Martin-Schongauer-Gasse ausgehend auf die Tullagasse und Goldengasse trifft; zum mittig gelegenen Radbrunnenturm ansteigendes Gelände, das im Mittelalter zur besseren Entwässerung aufgeschüttet wurde; im südlichen Abschnitt Wohnhäuser der Nachkriegszeit mit umgebenden Gärten, nach Norden kompaktere Bebauung des 19. Jhs.; Bepflanzungskonzept des 19.Jhs. mit Alleebäumen; in Teilen erhaltene Mauern der Gartenanlagen aus Ruinen der zerstörten Bebauung. Der Straßenname bezieht sich auf den Radbrunnenturm in der Mitte der Allee. Bereits zu röm. Zeiten Hauptzugang zum Kastell auf dem heutigen Münsterplatz. Die Leitlinie durch die Breisacher Oberstadt besitzt als Rückgrat des mittelalterlichen Stadtgrundrisses herausragenden dokumentarischen Wert für die historische Stadtstruktur. Darüber hinaus kommt der nach den Kriegszerstörungen entstanden oder wiederhergestellten Bebauung zentrale Bedeutung für die Stadtgestalt und Wiederaufbaugeschichte von Breisach unter dem Leitgedanken einer gegliederten und aufgelockerten Oberstadt zu.
Radbrunnenallee, Ansicht von N
Radbrunnenallee, Ansicht von S
Radbrunnenallee 1 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges, von der Radbrunnenallee zurückversetztes Wohnhaus, verputzter Massivbau, Satteldach mit Giebelgauben; nach dem Zweiten Weltkrieg Wiederaufbau 1950/51 als Justizwohngebäude (zu gleichem Zweck der Vorgängerbau 1882-1945); Garten mit Einfriedungsmauer, an der Westseite mit historischen Mauerteilen. Das Wohnhaus mit Einfriedungen und großzügigem Gartengrundstück ist ein anschauliches und gut erhaltenes Beispiel für den Wiederaufbau in Breisach nach dem Zweiten Weltkrieg unter dem Leitgedanken einer gegliederten und aufgelockerten Oberstadt.
Radbrunnenallee 2 Portal
Mauerstück mit eingelassenem Portal aus rotem Sandstein des einstigen Herrenzunfthauses „Zur roten Kuppe“, rundbogiger Eingang mit ionischen Halbsäulen und tympanonartigem Aufsatz, ursprünglich 16. Jh., heute Kopie unter Verwendung originaler Teile. Das Herrenzunfthaus wurde 1793 durch französisches Bombardement zerstört. Die Kopie des Portals verweist auf die einstige Bedeutung Breisachs, wovon die repräsentative Renaissancebebauung in der Radbrunnenallee vor den Kriegszerstörungen des 18. und 20. Jhs. zeugte. Seine Erhaltung ist ein Dokument der Erhaltung hist. Baudenkmäler mit Landes-, Stadtmitteln und bürgerschaftlichen Engagements in Breisach und stellt einen Bezug zur Stadtgeschichte her.
Radbrunnenallee 2 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus, verputzter Massivbau, Satteldach mit profiliertem Traufgesims; Wiederaufbau mit nachträglichen Veränderungen der 1970er Jahre; rückwärtig großes Gartengrundstück. Das Gebäude ist ein Beispiel für den Wiederaufbau unter dem Leitbild einer gegliederten und aufgelockerten Oberstadt nach den Kriegszerstörungen im Zweiten Weltkrieg. In der Gestaltung spiegelt es die konservative Architekturauffassung der 1950er Jahre wider.
Radbrunnenallee 5 Wohnhaus
Traufständiges, eingeschossiges Wohnhaus über niedrigem Kellergeschoss, verputzter Massivbau, Erschließung an der nördlichen Giebelseite, Satteldach; um 1959 erbaut; rückwärtiger Garten mit Einfriedungsmauer. Das Gebäude wurde vom Architekten Werner Sick entworfen. Das Gebäude mit seinem Einfriedungen ist ein Beispiel für den Wiederaufbau der Nachkriegszeit unter dem Leitgedanken einer gegliederten und aufgelockerten Oberstadt und charakteristischer Bestandteil des Ortsbilds auf dem Münsterberg.
Radbrunnenallee 9 Wasserturm, sog. Radbrunnenturm Wasserturm, sog. Radbrunnenturm, rechteckiger Turm in der Mitte der Radbrunnenallee, verputzter Massivbau mit Eckquaderungen, Walmdach mit Dachreiter; ab 1198 Anlage eines Trinkwasserbrunnens durch Herzog Berthold V. von Zähringen zur Wasserversorgung der Oberstadt, Anfang 13. Jh. Bau des Turmes mit erster Ratsstube, 1793 Kriegszerstörung, 1826 reduzierter Wiederaufbau, nach dem Zweiten Weltkrieg 1953/55 rekonstruiert, in den 1980er Jahren grundlegender Umbau; im Innern gemauerter Brunnenschacht von 42 m Tiefe, darüber hölzernes Tretrad; an Nordseite Bildstock, sog. Bäckersäule/Hagenbachtürmchen, 1476 datiert. Der Name geht auf das Tretrad im Innern zurück. röm. Zeit befand sich an dieser Stelle der Zugang zum Kastell auf dem heutigen Münsterplatz. Seit 1983 dient der Radbrunnenturm dem gleichnamigen Kunstkreis für Veranstaltungen. Der Radbrunnenturm, ein herausragendes Dokument der Stadtgeschichte, ist eine zentrale städtebauliche Dominante des Münsterbergs und prägt maßgeblich die gestaffelt aufgebaute Stadtsilhouette. Der erhöhte Wiederaufbau der 1950er Jahre ist für die Rekonstruktion der historischen Stadtsilhouette von Bedeutung und ein Zeugnis der Wiederaufbaugeschichte in Breisach.
Radbrunnenallee 12 Gasthaus
Giebelständiges, zweigeschossiges ehem. Gasthaus "Zum Roten Hund" bzw. "Zum Roten Windhund", dann 1851-1945 "Zum goldenen Sternen", heute Wohnhaus, verputzter Massivbau mit Gewölbekeller, an der Nordwestecke Strebepfeiler, darüber Nische mit moderner Madonna, Walmdach; 1793 zerstört und 1798 wieder aufgebaut, nach starker Beschädigung im Zweiten Weltkrieg wieder Instand gesetzt, der Eingang befand sich bis in die 1970er Jahre an der Radbrunnenallee, Veränderungen Ende des 20. Jhs. durch den Ausbau des Dachgeschosses zu Wohnzwecken mit mehreren Schleppgauben; seitlich Grundstücksmauer des 19. Jhs. Das Gebäude war das Elternhaus von Rudolf Fleischmann / Pater Meinrad (1902-1985), der als Prior des Kartäuserklosters Maria Hain in Düsseldorf während der NS-Diktatur zahlreiche jüdische Mitbürger versteckte oder ihnen zur Flucht verhalf. Das Gebäude liegt in städtebaulich hervorgehobener Ecklage zur Pforrgasse und ist wichtiger Bestandteil der Bebauung in der Radbrunnenallee. Mit den mehrfachen Wiederaufbauten ist es ein Dokument des Wiederaufbauwillens in Breisach. Als ehem. Gasthaus ist es stadthistorisch von Bedeutung und wichtiger Bestandteil der Gesamtanlage.
Radbrunnenallee 13 Wohnhaus
Traufständiges, eingeschossiges Wohnhaus, verputzter Massivbau, Satteldach mit Schleppgauben; nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg um 1954 durch den Architekten Anton Lips erbaut. Das Gebäude ist ein anschauliches und gut erhaltenes Beispiel für den Wiederaufbau in Breisach nach dem Zweiten Weltkrieg unter dem Leitgedanken einer gegliederten und aufgelockerten Oberstadt. Es ist ein für das Ortsbild auf dem Münsterberg charakteristischer Bestandteil.
Radbrunnenallee 14 Umfassungsmauer
Grundstücksmauer aus Bruchsteinen, unverputzt, mit Portalgewände des 1462 erbauten ehem. städtischen Kaufhauses, 1793 zerstört, 1813 Abbruch der Ruinen. Das Portal zeugt von der einstigen Bedeutung Breisachs und seiner repräsentativen Bebauung in der Radbrunnenallee vor den Kriegszerstörungen des 18. Jhs. Es ist ein wichtiges Zeugnis der Stadtgeschichte von Breisach.
Radbrunnenallee 15 Wohnhaus
Traufständiges, eingeschossiges Wohnhaus, ehem. Gasthaus "Zu den zwei Schwestern", mit der Nordseite unmittelbar an die Radbrunnenallee 17 grenzend, verputzter Massivbau mit Gewölbekeller, Satteldach mit Schleppgauben und kleiner straßenseitiger Rundgaube, Wappen und Hauszeichen über dem Eingang; nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg um 1953 unter Verwendung älterer Teile durch den Architekten Anton Lips erbaut, in den 1980er Jahren Veränderungen durch Ausbau des Dachgeschosses zu Wohnzwecken mit giebelseitiger Durchfensterung; rückseitig Gartengrundstück mit Einfriedung. Das Gebäude mit seinem Einfriedungen ist ein Beispiel für den Wiederaufbau der Nachkriegszeit unter dem Leitgedanken einer gegliederten und aufgelockerten Oberstadt und charakteristischer Bestandteil für das Ortsbild auf dem Münsterberg.
Radbrunnenallee 16 Wohnhaus
Traufständiges, eingeschossiges Wohnhaus über niedrigem Kellergeschoss, mit der südlichen Giebelseite unmittelbar an Grundstücksmauer Radbrunnenallee 14 und 14a grenzend, unverputzter Massivbau, seitlicher Eingang ohne Erschließungstreppe, Satteldach; um 1830, im Zweiten Weltkrieg nur leicht beschädigt. Das Gebäude zeugt von den Kriegszerstörungen in Breisach und ist ein besonders anschauliches Dokument für die bescheidenere Bebauung in der Radbrunnenallee nach 1793.
Radbrunnenallee 18 Portal und Gewölbekeller Fassadenteile und Portal des sog. Alten Rathauses an der Straßenseite des Gebäudes, Portal aus gelbem Sandstein mit Triumphbogenmotiv und Porträtmedaillons von Kaiser Karl V. und König Ferdinand I. im Stil der Renaissance; 1536 datiert; im Innern 2-geschossiger Gewölbekeller. Als Haus „Zum Sternen“ 1319 erstmals erwähnt und Sitz der gleichnamigen Stubengesellschaft, ab 1643 Sitz der Stadtverwaltung, 1793 zerstört, wobei das Portal sowie die westliche Erdgeschossmauer erhalten blieb. Fassadenteil und Portal zeugen von der einstigen Bedeutung Breisachs mit der repräsentativen Renaissancebebauung in der Radbrunnenallee vor den Kriegszerstörungen des 18. Jhs. Ihre Erhaltung und Integration in einen Neubau stellen einen wichtigen Bezug zur Stadtgeschichte her.
Detail, Porträtmedaillons
Radbrunnenallee 19 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus über niedrigem Kellergeschoss, mit den Giebelseiten unmittelbar an die Radbrunnenallee 21 grenzend, verputzt mit seitlichem Eingang, Satteldach mit profiliertem Traufgesims; 19. Jh., 1954 um ein Geschoss aufgestockt, Veränderungen durch mehrfache Wohnungsumbauten in den 1970er Jahren und Anfang des 21. Jhs. mit rückwärtigen Anbauten sowie den Einbau von zwei straßenseitigen Giebelgauben. An dem Gebäude lässt sich trotz seiner zahlreichen Umbauten das Erscheinungsbild im nördlichen Abschnitt der Radbrunnenallee im 19. Jh. nach den Zerstörungen von 1793 ablesen. Darüber hinaus ist es ein Hinweis auf die Wiederaufbaugeschichte der 1950er Jahre.
Radbrunnenallee 20 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus über niedrigem Kellergeschoss, mit den Giebelseiten unmittelbar an die Nachbargebäude grenzend, verputzter Massivbau mit seitlichem Eingang, Satteldach; 18./19. Jh., im Zweiten Weltkrieg beschädigt, Wiederaufbau um 1957 durch den Architekten Anton Lips unter Verwendung der Umfassungsmauern von Keller und Erdgeschoss. An dem Gebäude lässt sich das Erscheinungsbild im nördlichen Abschnitt der Radbrunnenallee im 19. Jh. nach den Zerstörungen von 1793 ablesen. Darüber hinaus ist es ein wichtiger Hinweis auf die Wiederaufbaugeschichte von Breisach im 18. und 20. Jh.
Radbrunnenallee 21 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus über niedrigem Kellergeschoss, mit der südlichen Giebelseite unmittelbar an die Radbrunnenallee 19 grenzend, verputzt mit seitlichem Eingang, Satteldach mit profiliertem Traufgesims; 19. Jh., im Zweiten Weltkrieg beschädigt, Wiederaufbau Ende der 1940er Jahre, Veränderungen durch Aufstockung und Einbau eines Treppenhauses mit großflächiger Belichtung durch Glasbausteine an der nördlichen Giebelseite sowie den Anbau eines rückwärtigen Balkons; nach Norden angrenzende Grundstücksmauer mit Türöffnung. An dem Gebäude lässt sich trotz seiner zahlreichen Umbauten das Erscheinungsbild im nördlichen Abschnitt der Radbrunnenallee im 19. Jh. nach den Zerstörungen von 1793 ablesen. Darüber hinaus ist es ein Hinweis auf die Wiederaufbaugeschichte von Breisach nach dem Zweiten Weltkrieg.
Radbrunnenallee 22 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus über niedrigem Kellergeschoss, mit der südlichen Giebelseite unmittelbar an die Radbrunnenallee 19 grenzend, verputzt mit seitlichem Eingang, Geschossunterteilung durch Gesimsband, Satteldach mit profiliertem Traufgesims und Schleppgaube; 19. Jh. Am Gebäude lässt sich das Erscheinungsbild im nördlichen Abschnitt der Radbrunnenallee im 19. Jh. nach den Zerstörungen von 1793 ablesen. Es ist ein wichtiger Hinweis auf die Wiederaufbaugeschichte von Breisach im 18./19. Jh. Darüber hinaus ist es ein seltenes Beispiel eines Gebäudes auf dem Münsterberg, das im Zweiten Weltkrieg nicht umfassend beschädigt worden ist.
Radbrunnenallee 23 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus über niedrigem Kellergeschoss in leicht abfallendem Gelände, mit der nördlichen Giebelseite unmittelbar an die Radbrunnenalle 25 grenzend, verputzt, Satteldach mit profiliertem Traufgesims; um 1805, nach dem Zweiten Weltkrieg Beschädigung des Dachgeschosses, Wiederaufbau 1949/50 durch den Architekten Franz Danders mit rückwärtigem Anbau; nach Süden angrenzende Grundstücksmauer mit Türöffnung. An dem Gebäude lässt sich das Erscheinungsbild im nördlichen Abschnitt der Radbrunnenallee im 19. Jh. nach den Zerstörungen von 1793 ablesen. Darüber hinaus ist es ein Hinweis auf die Wiederaufbaugeschichte von Breisach.
Radbrunnenallee 26 Portal
Verputzte Bruchsteinmauer mit Portal aus rotem Sandstein an der nordwestlichen Ecke; 18./19. Jh., Portal inschriftlich 1736 datiert. Das Portal gehörte zum ehem. Theresianum in der Ursulinengasse, dem 1793 zerstörten Kloster der Nonnen der Congrégation de Notre Dame, und wurde 1962 in die Radbrunnenalle versetzt. Die Grundstücksmauer ist ein Zeugnis der Breisacher Stadtbaugeschichte und Bestandteil des historischen Stadtgrundrisses, indem sie die ursprüngliche Parzellenumgrenzung und Straßenführung dokumentiert. Darüber hinaus ist das Portal ein Dokument der Kirchengeschichte von Breisach und verweist auf die Kriegszerstörungen von 1793. Die Translozierung des Portals ist ein Zeugnis der Wiederaufbaugeschichte von Breisach, indem sich zahlreiche Portale einstiger bedeutender Bauten in der Radbrunnenallee konzentrieren und auf die einstige Bedeutung Breisachs an dieser Hauptachse der Stadt verweisen.
Portal, Ansicht von NW
Mauer, Ansicht von N
Rheinstiege Treppenanlage
Von der Fischerhalde ausgehende Verbindungstreppe mit Substruktionsmauern zur Münsterbergstraße; 19.-20. Jh. Die Treppenanlage ist für das Erscheinungsbild des Breisacher Münsterberges von Bedeutung und Bestandteil des vielfältigen Wegenetzes, das die topographisch markant gelegene Oberstadt auf einem Basaltrücken erschließt.
Zu Beginn des Langen Weges Aufweitung des Straßenraums am westlichen Hangfuß des Münsterbergs, westlich eingefasst vom Rheintor, nach Norden und Süden in die angrenzende Rheintorstraße und Fischerhalde übergehend, am Rheintorplatz Pflasterkreis mit Datierung 1933. Der Rheintorplatz ist als Vorplatz des angrenzenden Rheintors ein herausragendes Dokument der Stadtgeschichte und Stadtbaugeschichte von Breisach und ein anschauliches Zeugnis der Bedeutung als einstige Festungsstadt unter französischer Herrschaft. Darüber hinaus ist die Wiederherstellung des Straßenbelags in den 1930er Jahren ein wichtiger Hinweis auf die Zeit des Nationalsozialismus in Breisach.
Rheintorplatz, Ansicht von SO
Rheintorplatz, Ansicht von NW
Am nördlichen Hangfuß des Münsterberges verlaufende Straße, die vom Rheintorplatz ausgehend zum Kupfertorplatz führt und in ihrem Verlauf der Topographie und der Linie des einstigen Stadtgrabens folgt; zu Beginn der Rheintorstraße platzartige Aufweitung nahe des Kupfertorplatzes, die auf die Lage des alten Kupfertores zurückgeht, im weiteren Verlauf kompakte Reihe traufständiger, überwiegend zweigeschossiger Häuser, geprägt von kleingewerblicher und landwirtschaftlicher Nutzung. Die Rheintorstraße ist wichtiger Bestandteil des historischen Stadtgrundrisses und als einstiges Judenviertel für die Gesamtanlage aus stadthistorischen Gründen von großer Bedeutung. Der Straßenraum wurde im Zweiten Weltkrieg nicht umfassend zerstört, so dass sich trotz nachträglicher Veränderungen das Erscheinungsbildes eines Breisacher Straßenraums des 19. Jhs. ablesen lässt. Rheintorstraße, Ansicht von W auf Höhe des Synagogenplatzes
Rheintorstraße, Ansicht von W auf Höhe Rheintorstraße 34
Rheintorstraße 7 Wohnhaus
Traufständiges, eingeschossiges Wohnhaus mit abgewinkelter, dem Straßenverlauf folgender Fassadenflucht, verputzt, seitlicher Eingang, Satteldach mit Giebelgauben; 19. Jh.; rückwärtig Stützmauern an der Bergseite des Augustinerbergwegs aus Bruchsteinmauerwerk. Das Wohnhaus wurde im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört und ist ein gut erhaltenes Zeugnis der Gebäudetypologie im 19. Jh. Darüber hinaus ist es wichtiger Bestandteil der kompakten, traufständigen Bebauung in der Rheintorstraße und erhaltenswert für die historische Struktur des einstigen Judenviertels von Breisach.
Rheintorstraße 9 Gasthaus Bären
Traufständiges, zweigeschossiges ehem. Gasthaus Bären, heute Wohnhaus, zweiteiliges Gebäude mit unterschiedlichen Firsthöhen, nordöstlicher Gebäudeteil niedriger mit großer rundbogiger Toreinfahrt, verputzt, Satteldach mit profiliertem Traufgesims; frühes 19. Jh.; rückwärtig Stützmauern an der Bergseite des Augustinerbergwegs aus Bruchsteinmauerwerk. Ein Gasthaus "Zum Bären" wurde bereits 1319 erwähnt, eine Gaststätte wurde bis 1959 betrieben. 1947-48 diente der Saal behelfsmäßig als Kleinkinderschule. Die Ecklage am Aufgang zum Augustinerberg macht das langgestreckte Gebäude zu einem charakteristischen Element der Bebauung in der Rheintorstraße. Als ehem. Gasthaus ist es stadthistorisch von Bedeutung und erhaltenswerter Bestandteil der Gesamtanlage. Ansicht von NO
Rheintorstraße 39 Wohnhaus
Von der Rheintorstraße leicht zurückversetztes traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus über niedrigem Kellergeschoss, verputzt, seitlicher Eingang, Satteldach; 18./19. Jh.; nach Süden unmittelbar angrenzende eingeschossige Scheune, verputzt mit großer Toreinfahrt, Satteldach. Das Wohnhaus wurde im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört und ist ein aussagekräftiges Dokument der von Landwirtschaft und Kleingewerbe geprägten Bebauung des späten 18. und 19. Jhs. in der Rheintorstraße.
Rheintorstraße 41 Wohnhaus
Giebelständiges, zweigeschossiges Wohnhaus, verputzte Fassade mit Unterteilung durch Horizontalgesimse, an der Nordseite großes segmentbogiges Tor, an der Westseite großer unverputzter Strebepfeiler, Satteldach; frühes 19. Jh., um 1960 Veränderungen durch den Ausbau des Dachgeschosses zu Wohnzwecken und den Einbau von einer breiten Schleppgaube. Das Wohnhaus an der platzartigen Aufweitung am Ende der Rheintorstraße ist charakteristischer Bestandteil der von Landwirtschaft und Kleingewerbe geprägten Bebauung des späten 18. und 19. Jhs. Es ist für die historische Struktur des einstigen Judenviertels von Breisach von Bedeutung.
Rheintorstraße 45 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus über niedrigem Kellergeschoss, mit der südlichen Giebelseite an das Nachbargebäude grenzend, verputzte, symmetrische Fassade mit mittigem Eingang und seitlicher, segmentbogiger Toreinfahrt, Satteldach; 1852 erbaut; 1895 Neubau von Schopf und Stall, Umbauten 20.Jh. Das langgestreckte Wohnhaus ist markanter Bestandteil der kompakten, traufständigen Bebauung der Rheintorstraße im Übergang zum Rheintorplatz. Es zeugt von der Bebauung des 19. Jhs. in diesem Abschnitt der Rheintorstraße.
Rheintorstraße 47 Wohnhaus
Traufständiges, zweigeschossiges Wohnhaus über niedrigem Kellergeschoss, mit den Giebelseiten an die Nachbargebäude grenzend, verputzt, seitlicher Eingang, Satteldach mit Zahnschnittfries am Dachansatz; 19. Jh. Das Wohnhaus ist prägender Bestandteil der kompakten, traufständigen Bebauung der Rheintorstraße im Übergang zum Rheintorplatz. Es ist ein Hinweis auf die schlichte, zeittypische Bebauung des 19. Jhs. in diesem Abschnitt der Rheintorstraße.
Rheintorstraße 49 Wohnhaus
Traufständiges, eingeschossiges Wohnhaus, mit der nördlichen Giebelseite unmittelbar an das Nachbargebäude grenzend, verputzt, seitlicher Eingang, Satteldach mit Zahnschnittfries am Dachansatz; 1797 Wiederaufbau nach Zerstörung, in der 2. H. des 20. Jhs. Veränderungen durch den Anbau einer südlich angrenzenden Garage. 1887-1937 jüdisches Ladengeschäft. Das eingeschossige Wohnhaus ist Bestandteil der kompakten, traufständigen Bebauung der Rheintorstraße im Übergang zum Rheintorplatz. Es ist ein Hinweis auf die schlichte, zeittypische Bebauung des 19. Jhs. in diesem Abschnitt der Rheintorstraße.
Schlossrain Treppenanlage
Treppenanlage an der Ostseite des Münsterberges, die eine Verbindung zwischen der Kapuzinergasse in der Oberstadt und der Muggensturmstraße am Bergfuß herstellt, im westlichen Abschnitt von älteren Mauern begleitet und teilweise Pflasterbelag aus Rheinkieseln. Die Treppenanlage ist für das Erscheinungsbild des Breisacher Münsterberges von Bedeutung und Bestandteil des vielfältigen Wegenetzes, das die topographisch markant gelegene Oberstadt auf einem Basaltrücken erschließt.
Schlossplatz Aussichtsturm, sog. Tullaturm
Tullaturm, dreiteiliger Aussichtsturm, massive Bauweise aus rotem Sandstein, quadratischer Erdgeschoss- und runder Obergeschossgrundriss mit Zinnenkranz als oberen Abschluss; 1874 anstelle des 1198 erbauten und 1782 abgerissenen Burgturms auf dem Schloßberg nach Plänen des Offenburger Architekten Theodor Armbruster errichtet; Tulla-Relief über dem Eingang von Prof. Friedrich Moest. Der Turm erinnert als zentrales Denkmal der badischen Rheinanliegergemeinden an Johann Gottfried Tulla, den für die Rheinbegradigung verantwortlichen Ingenieur. Er dient heute als Kulisse bei den Breisacher Freilichtspielen, die seit 1962 auf dem Schloßplatz stattfinden. Der Aussichtsturm ist mit seiner topographisch markanten wie auch stadthistorisch bedeutenden Lage auf dem Schloßplatz für die Grenzstadt am Rhein ein wichtiges Dokument der Stadtgeschichte. Als städtebaulich vertikale Dominante ist es prägender Bestandteil der Stadtsilhouette des Münsterberges, wo anstelle der abgegangenen Burg das 19. Jh. ein historisierendes Wahrzeichen setzte. Tullaturm
Schlossplatz Kriegerdenkmal
Kriegerdenkmal, rechteckige gedrungene Stele mit Abdeckplatte, hellgrauer Naturstein, an der Westseite Relief mit Reiter, Pferd und Inschriftenfeld; 1929 errichtet. Das Denkmal erinnert an das 1918 bis im benachbarten Colmar stationierte Jägerregiment zu Pferd No. 3. Das Kriegerdenkmal ist eine typische Gedenkstätte im Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg und ein Dokument der Stadt- und Militärgeschichte von Breisach.
Kurzer Gassenraum an der äußeren Westkante des Münsterberges, der in ansteigendem Gelände vom Kapftor an der Goldengasse ausgehend in die Ursulinengasse übergeht und als untergeordnete Nebengasse parallel zur Hauptachse der Radbrunnenallee verläuft; Pflasterbelag aus Rheinkieseln mit mittiger Abflussrinne; der Gassenraum wird kompakt eingefasst von traufständigen, eingeschossigen Wohnhäusern des 19./20. Jhs., die sich an die topographischen Gegebenheiten anpassen und teilweise dem angrenzenden Schwanenrain zugeordnet sind. Der Name bezieht sich auf das angrenzende Schulhaus "Theresianum", das sich in der Ursulinengasse befindet. Der Gassenraum ist Bestandteil des mittelalterlichen Stadtgrundrisses, der sich trotz der Kriegszerstörungen erhalten hat. Mit den einfachen Wohnhäusern ist er ein wichtiger Hinweis auf die Sozialtopographie in Breisach in den Nebengassen der Oberstadt.
Schulgasse, Ansicht von S
Schulgasse, Ansicht von N
Schulgasse 3 Wohnhaus
Traufständiges, eingeschossiges Wohnhaus in Hanglage, langgestreckte verputzte Fassade, Erschließung an der südwestlichen Giebelseite, steiles Satteldach; frühes 19. Jh.; südwestlich angrenzende Nebengebäude; an der Westseite der Schulgasse Grundstücksmauer aus Bruchstein; 18./19. Jh. Das Wohnhaus in topgraphisch markanter Lage an einer Steilkante des Münsterberges wurde im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört. Es ist somit ein besonders anschauliches und seltenes Zeugnis der bescheidenen Wohnbebauung auf dem Münsterberg nach den Zerstörungen von 1793 und ein wichtiger Hinweis auf die Sozialtopographie. Die unregelmäßige Gebäudekubatur veranschaulicht die topographisch schwierigen Baubedingungen an den Steilhängen des Breisacher Münsterbergs.
Schwanenrain Treppenaufgang
Treppenaufstieg, der das ansteigende Gelände am Westhang des Münsterbergs von der Fischerhalde zum Langen Weg am Kapftor hinaufführt, eingefasst von Mauerungen des 17.-19. Jh. und einfacher Wohnbebauung des 19./20. Jhs.; Pflasterbelag mit Rheinkieseln. Der Name bezieht sich auf das ehem. Gasthaus "Zum Schwanen", das sich am unteren Aufgang in der Fischerhalde befand. Die Treppenanlage ist Bestandteil des historischen Stadtgrundrisses. Als Bestandteil des vielfältigen Wegenetzes, das die topographisch markant gelegene Oberstadt auf einem Basaltrücken erschließt, ist sie für die historische Stadtstruktur von Bedeutung und prägt das Erscheinungsbild des Breisacher Münsterberges. Mit der vereinzelten, einfachen Wohnbebauung mit Wohnhäusern aus der Zeit vor den Zerstörungen von 1793 ist der Schwanenrain ein wichtiger und seltener Hinweis auf die Sozialtopographie in Breisach in den untergeordneten Nebengassen der Oberstadt.
Schwanenrain, Ansicht von S
Schwanenrain, Ansicht von NO
Schwanenrain 1 Wohnhaus
Traufständiges, eingeschossiges Wohnhaus in Hanglage, verputzter Massivbau, Satteldach; 18./19. Jh., südlich angrenzender Erweiterungsbau mit Flachdach in den 1970erJahren; südlich angrenzende Grundstücksmauer. Das Wohnhaus mit unregelmäßigem Grundriss wurde im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört und ist ein Beispiel für die bescheidene Wohnbebauung, die nach den Zerstörungen von 1793 auf dem Münsterberg entstanden ist. Als Bestandteil der einfachen Bebauung im Schwanenrain, die aus den topographisch schwierigen Baubedingungen an einem Steilhang des Breisacher Münsterbergs resultiert, ist es ein wichtiger Hinweis auf die historische Sozialtopographie des Ortes.
Schwanenrain 3 Wohnhaus
Prüffall (Arch.)
Traufständiges, eingeschossiges Wohnhaus in Hanglage, verputzter Massivbau mit Buckelquadern an den Fassadenkanten, Satteldach; 18./19. Jh., im Zweiten Weltkrieg beschädigt, Instandsetzung um 1946. Das Wohnhaus ist ein Beispiel für die bescheidene Wohnbebauung, die nach den Zerstörungen von 1793 auf dem Münsterberg entstanden ist sowie ein wichtiger Hinweis auf die Sozialtopographie. Am unregelmäßigen Grundriss lassen sich die topographisch schwierigen Baubedingungen nahe der Steilhänge des Breisacher Münsterbergs ablesen.
Schänzletreppe Treppenaufgang
Treppenaufstieg, der das ansteigende Gelände am Südhang des Münsterberges von der Münsterbergstraße zum Münsterplatz hinaufführt, eingefasst von Mauerungen, Pflasterbelag in Teilen mit Rheinkieseln; 17.-20. Jh. Die Schänzletreppe erhielt ihren Namen von einer kleinen 1633 angelegten Schanzanlage zur Verteidigung der Oberstadt im Dreißigjährigen Krieg. Die Treppenanlage ist Bestandteil des mittelalterlichen Stadtgrundrisses. Als Bestandteil des vielfältigen Wegenetzes, das die topographisch markant gelegene Oberstadt auf einem Basaltrücken erschließt, ist sie für die historische Stadtstruktur von Bedeutung und prägt das Erscheinungsbild des Breisacher Münsterberges.
Ansicht von S auf Höhe der Münsterbergstraße 20
Ansicht von NO auf Höhe der Schänzletreppe 3
Um den Breisacher Münsterberg verlaufende Überreste der Stadtbefestigung mit den erhaltenen Stadttoren Kapftor, Gutgesellentor und Rheintor sowie den auf den Münsterberg führenden Straßen Langer Weg und Münsterbergstraße als Hauptzugängen zur befestigten Oberstadt; Hangseiten teilweise mit später entstandenen Substruktionsmauern und vorgelagerten Grün- und Freiflächen, die nach Auflassung der Festung teils als Rebhänge oder Gärten genutzt werden oder von Buschwerk und Bäumen bewachsen sind; 12.-18. Jh. Die Stadtbefestigung besitzt aufgrund der über mehrere Jahrhunderte erfolgten Modernisierung und Erweiterung herausragenden dokumentarischen Wert für die Stadtbzw. Stadtbaugeschichte, welche die wechselhafte Geschichte und einstige Bedeutung von Breisach veranschaulicht. Als Zeugnis des mittelalterlichen bis ins 18. Jh. reichenden Wehrbaus ist die Stadtbefestigung ebenfalls von architekturgeschichtlichem Wert. Mit den Mauerungen und vertikalen Dominanten der Stadttore ist sie markanter und charakteristischer Bestandteil der Stadtsilhouette des Münsterbergs.
Gassenraum am nordwestlichen Hangfuß des Münsterberges, der in ansteigendem Gelände von der Rheintorstraße ausgehend auf den Augustinerberg trifft; im unteren Abschnitt gut erhaltene, kompakte Bebauung des 19. Jhs. mit einheitlicher Straßenflucht, im oberen Abschnitt älterer Bestand mit freistehenden Einzelbauten; Pflasterbelag abschnittsweise mit Rheinkieseln sowie mittiger Abflussrinne. Die Gasse ist nach dem einstigen Sternenhofgut benannt. Das gut erhaltene Straßenbild mit der einer kompakten Reihe traufständiger, meist eingeschossiger Wohnhäuser ist ein seltenes Dokument des Erscheinungsbildes eines Breisacher Straßenraums des 19. Jhs. und insbesondere mit dem älteren historischen Baubestand im obersten Abschnitt ein wichtiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte. Darüber hinaus ist die Sternenhofgasse als Bestandteil des einstigen Judenviertels von Breisach für die Gesamtanlage von großer Bedeutung.
Sternenhofgasse, Ansicht von W
Sternenhofgasse, Ansicht von O
Sternenhofgasse 4 Gehöft
Langgestrecktes traufständiges, eingeschossiges Gehöft in leichter Hanglage bestehend aus Wohnhaus und anschließender Scheune, mit den Giebelseiten unmittelbar an die Nachbargebäude grenzend, verputzt, Satteldach mit stehender Dachkonstruktion und Zahnschnittfries am Dachansatz; 1832/34 erbaut, Veränderung zu Beginn des 21. Jhs. durch den Ausbau des Dachgeschosses zu Wohnzwecken und Einbau einer breiten Schleppgaube; rückwärtig offener Schopf. 1681 wurde an dieser Stelle die Herberge "Zum Sternen" erwähnt, die gegen Ende des 19. Jhs abgebrochen worden ist. Bis zum Neubau von 1832/34 befand sich dort der sog. Sternengarten. Das langgestreckte Gehöft ist prägender Bestandteil der traufständigen, größtenteils eingeschossigen Bebauung in der Sternenhofgasse. Im Zweiten Weltkrieg wurde es nicht zerstört und ist ein Dokument der schlichten Vorstadtbebauung des 19. Jhs.
Sternenhofgasse 6 Wohnhaus
Traufständiges, eingeschossiges Wohnhaus über niedrigem Kellergeschoss in leichter Hanglage, mit den Giebelseiten unmittelbar an die Nachbargebäude grenzend, verputzte Fassade mit seitlichem Eingang, Satteldach; 19. Jh., im Zweiten Weltkrieg beschädigt, Wiederaufbau der 1950er Jahre, um 1991 Veränderung durch den Einbau einer breiten Schleppgaube. Das Wohnhaus ist trotz seiner Veränderungen ein typischer Bestandteil der traufständigen, größtenteils eingeschossigen Bebauung in der Sternenhofgasse. Der bescheidene Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg verweist auf die schwierigen ökonomischen Bedingungen der Nachkriegszeit.
Sternenhofgasse 8 Wohnhaus
Traufständiges, eingeschossiges Wohnhaus in leichter Hanglage, verputzter Massivbau, mit den Giebelseiten unmittelbar an die Nachbargebäude grenzend, Straßenfassade mit seitlicher Toreinfahrt, Satteldach; Mitte 19. Jh. erbaut, im Zweiten Weltkrieg beschädigt, Wiederaufbau um 1950 unter Verwendung älterer Gebäudeteile im Keller und den Umfassungsmauern. Der Entwurf für den Wiederaufbau stammt vom Breisacher Bau-Ingenieur Karl Wiedensohler. Das Wohnhaus ist ein typischer Bestandteil der traufständigen, größtenteils eingeschossigen Bebauung in der Sternenhofgasse. Der bescheidene Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg verweist auf die schwierigen ökonomischen Bedingungen der Nachkriegszeit. Ansicht von NW
Sternenhofgasse 16 Wohnhaus
Giebelständiges, eingeschossiges Wohn- und Handwerkerhaus mit Kniestock in steiler Hanglage, verputzter Massivbau, Krüppelwalmdach mit profiliertem Traufgesims; an der Westseite zweigeschossiger Anbau mit eigenem Eingang und Satteldach sowie Einfriedungsmauer mit Rundbogentor; Wiederaufbau 1796, am Anbau Veränderung durch nachträglich geschlossene Fensteröffnungen. 1850-1919 mit Metzgerei im Erdgeschoss. Das kleine, freistehende Gebäude ist ein seltener Hinweis auf die Bebauung in Breisach im 18. Jh. und für die Stadtbaugeschichte von Bedeutung.
Sternenhofgasse 18 Wohnhaus
Ehem. Gasthaus "Zur Rose", giebelständiges, zweigeschossiges Wohnhaus in Hanglage über niedrigem Kellergeschoss, verputzter Massivbau mit Eckquaderung, Krüppelwalmdach mit Giebelgauben; 17. Jh., um 1954 Umbau der Wanderherberge unter Veränderung der Fensterproportionen, 1993 Veränderungen durch Ausbau des Dachgeschosses, heutige Nutzung als Facheinrichtung für Wohnungslose. Das markante Wohnhaus bildet den südöstlichen Abschluss der Sternenhofgasse in traufständiger Ausrichtung zum Augustinerberg. Der ortsbildprägende Bau an der Nordseite des Münsterberges ist wichtiger und seltener Bestandteil der Bebauung vor den mehrfachen Kriegszerstörungen. Als ehem. Wanderherberge ist es ebenfalls stadthistorisch von Bedeutung.
Kurzer Gassenraum an der äußeren Westkante des Münsterbergs, der in ebenem Gelände von der Schulgasse ausgehend auf die Pforrgasse trifft und als untergeordnete Nebengasse parallel zur Hauptachse der Radbrunnenallee verläuft; Pflasterbelag aus Rheinkieseln mit mittiger Abflussrinne; der Gassenraum wird dominiert vom langgestreckten Schulgebäude des Theresianums, das sich mit dem Schulplatz über die gesamte Westseite der Gasse erstreckt, an der Ostseite der Gasse Rückseiten der Gebäude an der Kettengasse. Der Name bezieht sich auf das Kloster St. Ursula, das sich auf dem Areal des Theresianums befunden hatte (1820-1927). Der Gassenraum ist Bestandteil des mittelalterlichen Stadtgrundrisses, der sich trotz der Kriegszerstörungen erhalten hat. Mit dem Theresianum ist er ein wichtiger Hinweis auf die Schulgeschichte in Breisach und verweist auf die Lage der einstigen Klosteranlage, die sich am Westhang der Oberstadt befunden hatte.
Ursulinengasse 1 Schule, Theresianum
Theresianum, langgezogenes traufständiges Schulgebäude in Hanglage am Bergkantenabschluss, hangabwärts vier- bis dreigeschossig, hangaufwärts drei- bis zweigeschossig, mehrteiliger verputzter Gebäudekomplex mit Walmdach; Schulhaus anstelle des ehem. Augustinerchorfrauenklosters Notre Dame errichtet, Bau des Internats 1777 durch Baudirektor Franz Joseph Salzmann, 1793 stark zerstört, 1810 Wiederaufbau des nördlichen Gebäudeteils, als städtisches Schulhaus von 1820-1927 ebenfalls Sitz des Klosters St. Ursula, im Zweiten Weltkrieg zerstört, 1950/51 wieder aufgebaut; auf dem Gelände Schulhofareal sowie Substruktions- und Stützmauern. Das Schulhaus ist nach seiner Förderin Kaiserin Maria Theresia benannt. Das stadtbildprägende Gebäude des Theresianums ist zentraler Bestandteil der gestaffelt aufgebauten Stadtsilhouette in der Ansicht von Westen. Als Schulgebäude und ehem. Kloster ist es ebenfalls ein herausragendes Dokument der Kirchen- und Schulgeschichte von Breisach und ein wichtiger Hinweis auf die Wiederaufbaugeschichte des 19. Jhs. und nach dem Zweiten Weltkrieg.
Ursulinengasse 4 (bei) Substruktionsmauer
Substruktionsmauer an der Ursulinengasse und Grundstücksmauer an der Kettengasse; 18./19. Jh. Die Mauern begrenzten einst den Garten des Ursulinenklosters. Die Mauerungen sind wichtiger Bestandteil des historischen Stadtgrundrisses, indem sie auf die Lage des einstigen Ursulinenklostergartens verweisen. Als Dokument der Kirchengeschichte von Breisach wie auch der Zerstörungen von 1793 sind sie stadthistorisch bedeutend.
Ansicht von NW auf Höhe des Nebengebäude Schulgasse 3
Ansicht von S auf Höhe des Eingangs Ursulinengasse 1
Augustinerberg Augustinerberg Augustinerberg 1 Augustinerberg 4 Augustinerberg 6 Augustinerberg 8 Augustinerberg 10 Bajakel, früher Rheinstieg Burgberg Fischerhalde Fischerhalde Fischerhalde 2 Fischerhalde 4 Fischerhalde 8 Fischerhalde 10 Fischerhalde 38 Fischerhalde 40 Fischerhalde 42 Fischerhalde 52 Fischerhalde 54 Fischerhalde 56 Fischerhalde 58 Fischerhalde 66 Fischerhalde 68 Fischerhalde 70 Fischerhalde 86 Goldengasse Goldengasse Goldengasse 1 Goldengasse 5 Goldengasse 6 Goldengasse 8 HL-Aufstieg Kapftorstiege Kapuzinergasse 4 Kapuzinergasse 10
Kapuzinergasse 12 Kapuzinergasse 13 Kapuzinergasse 14 Kapuzinergasse 15 Kapuzinergasse 17 Kapuzinergasse 19 Kapuzinergasse 21 Kapuzinergasse 22 Kapuzinergasse 29 Kapuzinergasse 29 Kettengasse Kettengasse 1 Kettengasse 2 Kettengasse 3 Kettengasse 7 Kettengasse 9 Kettengasse 10 Kettengasse 11 Kettengasse 16 Langer Weg Langer Weg 3 Martin-Schongauer-Straße Martin-Schongauer-Straße 2 Muggensturmstraße Muggensturmstraße 3 Muggensturmstraße 11 Münsterbergstraße Münsterbergstraße Münsterbergstraße 2 Münsterbergstraße 6 Münsterbergstraße 8 Münsterbergstraße 10 Münsterbergstraße 19 Münsterbergstraße 20 Münsterbergstraße 22 Münsterbergstraße 24
Münsterbergstraße 26 Münsterbergstraße 28 Münsterbergstraße 28 Münsterbergstraße 30 Münsterbergstraße 32 Münsterplatz Münsterplatz 1 Münsterplatz 3 Münsterplatz 5 Pforrgasse Pforrgasse 1 Pforrgasse 2 Pforrgasse 4 Pforrgasse 7 Radbrunnenallee Radbrunnenallee 1 Radbrunnenallee 2 Radbrunnenallee 2 Radbrunnenallee 5 Radbrunnenallee 9 Radbrunnenallee 12 Radbrunnenallee 13 Radbrunnenallee 14 Radbrunnenallee 15 Radbrunnenallee 16 Radbrunnenallee 18 Radbrunnenallee 19 Radbrunnenallee 20 Radbrunnenallee 21 Radbrunnenallee 22 Radbrunnenallee 23 Radbrunnenallee 26 Rheinstiege Rheintorplatz Rheintorstraße Rheintorstraße 7
Rheintorstraße 9 Rheintorstraße 39 Rheintorstraße 41 Rheintorstraße 45 Rheintorstraße 47 Rheintorstraße 49 Schlossrain Schloßplatz Schloßplatz Schulgasse Schulgasse 3 Schulgasse 3 (bei) Schwanenrain Schwanenrain 1 Schwanenrain 3 Schänzletreppe Schänzletreppe Stadtbefestigung Sternenhofgasse Sternenhofgasse 4 Sternenhofgasse 6 Sternenhofgasse 8 Sternenhofgasse 16 Sternenhofgasse 18 Substruktionsmauern Ursulinengasse Ursulinengasse 1 Ursulinengasse 4 (bei)
Verordnung über die Gesamtanlage Altstadt Schwäbisch Gmünd
Zeche Wohlverwahrt, Gesamtanlage in Horst - KuLaDig
Verdrängungsprozesse in der Marburger Oberstadt? - Uni-marburg.de
14 - NMS Imst Oberstadt
FÃ¶rderung denkmalpflegerischer MaÃnahmen - Wolfgang Karl GÃ¶hner
0 76 67 â 8 30 60 â Fax - Kaiserstuehler Hof Breisach
309 Breisach - Bad Krozingen Monta g bis Freitag S a mstag S o nn- u
Report Denkmalpflegerischer Werteplan Gesamtanlage Breisach Oberstadt