Source: http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~cd2/drw/e/ma/mage.htm
Timestamp: 2018-12-16 21:33:05
Document Index: 68962663

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 2', '§ 2', '§ 3', '§ 5', 'Art. 6', '§ 2', '§ 5', '§ 2', 'Art. 86', '§ 3', 'Art. 60', '§ 34']

Mage (Deutsches Rechtswörterbuch - DRW)
Wortklasse: Maskulinum (auch Femininum?)
sprachliche Erläuterung: zur Etym. vgl. Kluge22 454; sehr früh im gesamten germanischen Sprachbereich belegtes, mit Beginn der Neuzeit außer Gebrauch gekommenes Wort.
Mage (I)
Erklärung: die mit einer anderen Person blutsverwandte Person außerhalb des engsten Familienkreises (idR. ab dem Geschwisterkind, vgl. aber die Belege von 1276 und 13./14. Jahrhundert), wobei die Verwandtschaftsberechnung im kanonischen Ehe- und im Erbrecht wichtig ist; auch der Verwandte allgemein oder als Kollektivum die Sippe.
bedeutungsverwandt: Sippmage.
Belegtext: gif bana of lande gewiteþ, ða magas healfne leod forgelden [wenn der Totschläger aus dem Lande entweicht, mögen die Verwandten (desselben nur) das halbe Wergeld (des Erschlagenen) zahlen]
Datierung: 601/04 Fundstelle: Liebermann,AgsG. 4
Belegtext: be minra magan dagon
Datierung: 697 (Hs. um 1100) Fundstelle: Birch,CartSax. I 137
Datierung: vor 750? Fundstelle: Beowulf(Nickel) V. 189, 408, 1178, 1391 u. 1853
Datierung: um 830 Fundstelle: Tatian 188, 4
Belegtext: propinquos abicit, magos aweorpð
Datierung: 1. Hälfte 9. Jh. Fundstelle: Wright-Wülcker I 66
Datierung: um 868 Fundstelle: Otfrid5 III 15, 15
Belegtext: affinis mâch
Datierung: 9. Jh. Fundstelle: AhdGl. I 345, 35
Belegtext: for mæg (and) for mundboran [als Verwandten und Beschützer]
Datierung: 921/938 Fundstelle: Liebermann,AgsG. 134
Belegtext: gif hy þonne ælces þinges sammæle beon, ðonne fon magas to (and) weddian heoran magan to wife (and) to rihtlife ðam ðe hire girnde [wenn nun (beide Parteien) über jedes Ding einverstanden sind, mögen (die Braut-)Sippen (das Verlöbnis) annehmen, indem sie ihre Verwandte zum Eheweibe und gesetzmässigen (Zusammen)leben demjenigen verloben, der ihrer begehrt hat]
Datierung: 970/1060 Fundstelle: Liebermann,AgsG. 442
Datierung: vor 1036 Fundstelle: DiplAngl. 337
Datierung: 1077/81 Fundstelle: Anno(Bulst) 22, 2
Belegtext: frunt unt mage
Datierung: um 1170 Fundstelle: PfaffeKonrad(Wesle)2 V. 3185
Belegtext: dit is de erste sibbetale de men to mage rekenet: bruder kint unde suster kint
Datierung: 1224/35 Fundstelle: Ssp.(Eckh.2)LR. I 3 § 3 [weitere Angaben: ebd. 27 § 2, 60 § 2 und 63 § 3]
Belegtext: mach aver jene selve sevende sin vriheit behalden, de sine mage sin, dre van vader unde dre van muder
Datierung: 1224/35 Fundstelle: Ssp.(Eckh.2)LR. III 32 § 5
Datierung: um 1230 Fundstelle: MühlhsnRb.2 98
Belegtext: sol d'r selbe mag bereden ze d'n heiligen, daz d'n vater ehaft not irret, daz er dar niht chomen moht
Datierung: 1235 Fundstelle: MainzRLFr.(Corpus) 12
Belegtext: met viue zire maghe
Datierung: 1254 Fundstelle: CorpMnlTekst. I 53
Datierung: 1270 Fundstelle: StraßbUB. IV 2 S. 7
Belegtext: "verfluochet sî der mit dem slâfet der sîn sippeteil hât gehabt." ist ieman hie, der mit dem gelegen sî den sîn geborn mâc gehabt hât ze ê oder ze unê
Datierung: um 1275 Fundstelle: Berth.v.Regensb. II 218
Belegtext: ez erbet igleich man seinen magen ventz an die sibenden sippe
Datierung: um 1275 Fundstelle: Dsp.(Eckh.1971)LR. Art. 6 § 2 [weitere Angaben: ebd. 29 § 5 und 45 § 2]
Belegtext: der richter sol vragen vmb ein isleich sache gemain læute. daz main ich daz er niht envrage der levte mage. oder ir vreunde
Datierung: um 1275 Fundstelle: Dsp.(Eckh.1971)LR. Art. 86 § 3
Belegtext: heizent div chint geswistrige. vnd hebent die ersten sippe zal die man ze magen rechent
Datierung: um 1275 Fundstelle: Schwsp.(Langform Z) LR. Art. (L.) 3
Belegtext: daz [vormunt] sol sin der frowen ir wirt ... hat si des niht, so sol ez sin ir naehster mak
Datierung: 1276 Fundstelle: AugsbStR. Art. 60
Belegtext: sint dis die mage bruodere unde bruoderekint und swesterekint, eheimes kint, muomen kint, vetteren kint, basen kint und alle die nahere sint denne die
Datierung: 1276 Fundstelle: StraßbUB. IV 2 S. 11
Belegtext: kvmt ein ordel uppe dhat hus. vnde wert ghebeden dhat men maghe vnde swaghere af late ghan. so scal ein iewelc man dhe dhar maech ofte swagher to is af gan unghenomet
Datierung: 1279 Fundstelle: StadeStR. 88
Datierung: 1282 Fundstelle: BrixenUrk. I 680
Datierung: 1284 Fundstelle: CorpMnlTekst. I 812
Belegtext: dit huus ... op ons nochte op onse nacomelinghen niet comen ne mach. also langhe alse daer iment levet diere maech to es van vollen gheboerte
Datierung: 1290 Fundstelle: CorpMnlTekst. I 1444
Belegtext: isset dat jemant sine erue vorkopenn wyll, de sall dat erst bedenn sinenn negestenn magen an vor twen radtludenn
Datierung: 1294 Fundstelle: RigaStR. 30
Datierung: 1297 Fundstelle: WinterthurStR. 484
Belegtext: ich als edel bin als ir. verwîsen dürfent ir niht mir die mâge und daz geslehte min
Datierung: 2. Hälfte 13. Jh. Fundstelle: Konr.v.Würzb.,Troj. V. 21617
Datierung: um 1300 Fundstelle: FreibergStR. V § 34
Belegtext: wuerde eyner beclaget vor dem rade umb bruche des fryden und hette mage in dem rade siczen, vater, federn, oheym ... oder ander mage, die sullent uß dem rade gen
Datierung: 13./14. Jh. Fundstelle: Kohler-Koehne,Worms 38
Datierung: Anfang 14. Jh. Fundstelle: BernStR. I 13
Belegtext: weren och the tughe thes clageres maghe an dhe dhredden linien, unde ne wolde the anclagere thes nich umberen, so scholden se eynen voreth don, that se dat don thor rechtes willen unde nich dor machscop
Datierung: 1303/08 Fundstelle: BremRQ. 70
Belegtext: [Hilfsversprechen] wider aller mænnichleich an daz reiche und an wider ir geborn mag
Datierung: 1313 Fundstelle: HohenloheUB. II 41
Datierung: 1313 Fundstelle: SpeyerUB. 212
Belegtext: nimt en en erve sines maghes, de ime vernere besibbe is denne suster oder broder, des scult scal he ghelden
Datierung: 1. Hälfte 14. Jh. Fundstelle: GoslarStR. 37
Belegtext: eyn vormunder sal dat kint antwarden den menen maghen an beyden siden vri ende loys, alset mundich is
Datierung: 1. Hälfte 14. Jh. Fundstelle: ZutphenRbr. 66
Belegtext: der gemeynen lehinrecht hat mit andern luden adir mit sin geborn magen muntschart, iz sy mit dez keisers gebode, wie iz dan komet, so virlibet die lehin den gan erbin
Datierung: 1. Hälfte 14. Jh. Fundstelle: KlKaiserr.(Munzel) 346
Belegtext: R. ..., der ir erborner mag und ir rechter vogt ist
Datierung: 1353 Fundstelle: BadenArgUrk. I 27
Belegtext: hette ... eyn man nicht eliche kinder vnd hette geswisterede adir andir moge vnd mogynne mit den her gesundirt vnde geteilet were dy mogin im nicht geweren syn erbe noch syn gut czu vorgebin
Datierung: 1356 Fundstelle: BreslLR. Kap. 77 (S. 152)
Datierung: 1360 Fundstelle: GroningenUB. I 336
Datierung: 1369/74 Fundstelle: Homeyer,Klenkok 417
Belegtext: dy wile sotane mogin sein, so stirbit kein gut erbeloz
Datierung: um 1390 Fundstelle: BlumeMagdeb. 90
Belegtext: [Hilfsversprechen] usgenomen vor allen dy herschaft, do noch dy moge yn deme andirn gelede swertis halben
Datierung: 1397 Fundstelle: CulmUB. I 321
Belegtext: in allen landcope sel die naeste maech naest wesen, ende daernae die den lande naestgelegen is, om gelycke betalinge
Datierung: 1398 Fundstelle: Schwartzenberg I 287
Belegtext: der nehiste mage mannes halben heist eyn swertmage
Datierung: Ende 14. Jh. Fundstelle: GlWeichb. 285 ebd. 301
Belegtext: in geistlichim gerichte mogen sy [geistliche lute] ouch nicht vorsprechen gesien, ane vor ire kirchin, unde vor ire moghen, unde vor arme lute
Datierung: Ende 14. Jh. Fundstelle: GlWeichb. 257
Belegtext: so wie zyn leen vercoopt ..., sin maech ... mach ziere naersheide hebben ende den coop van den gronde ... omme tselve ghelt, ende omme den lyfcoop ende gods denie
Datierung: 14. Jh. Fundstelle: CoutBourgBruges III 221
Belegtext: de veere scholen ... sweren, dat se recht vreesch recht segghen schuollen, na klaghe unde na antwerde, dat en vorkome, noch dorch lef, noch dorch leyd, noch vor gave, noch vor gyft, noch vor vrunt, noch vor maghe, noch vor partye nyn dynk rychten schullen
Datierung: 1400 Fundstelle: OstfriesUB. II 683
Datierung: 1406/07 Fundstelle: ZMährSchles. 7 (1903) 258
Belegtext: der herre sol in beweren daz er sin knecht si mit siben siner nechsten mage
Datierung: 1410 Fundstelle: FreiburgÜÜbers. 79
Belegtext: doidet iemant sinen vader, sin moeder, sin suster off sin brueder, sine maige, ... alle sin wardingh hieft hi verloren, hi en doedt tot noetweer sins lives
Datierung: 1417 Fundstelle: CleveStR./ZRG. 9 (1870) 437
Belegtext: sal he zyck onschuldighen eersten myt synen ede mit drie achte mans de naesten, ende myt xxiii syner naester maghen
Datierung: 1448 Fundstelle: Richth. 323
Belegtext: sin nester gesippter magk
Datierung: 1474 Fundstelle: PössneckSchSpr. I 87
Datierung: 1480/81 Fundstelle: JurFris. I 232
Belegtext: der sun machet kind vnd die töchtern machent ouch kind, an denen zweyen kinden teylt sich die sibschaft vnd zwiget der sun in vatermag vnd die tochter in ira mans mag ... vnd darnach sol man erbe teylen
Datierung: 2. Hälfte 15. Jh. Fundstelle: Büron 112
Datierung: wohl 15. Jh. Fundstelle: StaverenStR. 199
Belegtext: [Intestaterbfolge bei einem getauften Heiden:] er gudt sterbit in die koniglichen gewalt, das ist in das gerichte. diesße fryeheid ist dorumme vorlegin, das sie der cristen moge unnd freunde nicht habin, die vor or sele bethin
Datierung: 1503/04 Fundstelle: PurgoldtRb. I 44
Belegtext: waer kynder weren, den er vader und er moder affgestorven, dar mothe neyn vormündere wesen, dan der ghenne, de negeste maech were van der swertzyden
Datierung: 1530 Region/Autor/Textsorte: Münster Fundstelle: Wigand,Denkw. 231
Datierung: 1558 Fundstelle: CoutCourtrai 453
Belegtext: [Schöffeneid:] sall vort allet doen vnd laeten, dat einem erbarn ... schepen ... gebuert, vnd des en sall ich niet laeten vmb lieff noch vmb leit, ... vmb frund noch vmb maege, vmb gonst noch vmb gaue
Datierung: 16. Jh. Fundstelle: NrhAnn. 5 (1857) 22
Belegtext: so erbet ihr [der Witwe] theil auf ihren naechsten magen, es sey weib oder mann
Datierung: 1604 Fundstelle: GubenStat. 140
Datierung: 1619 Fundstelle: CoutBruges I 50
Fundstelle: LeidenK. 1658 S. 134
Mage (II)
Erklärung: Landsmann.
Datierung: vor 750? Fundstelle: Beowulf(Nickel) V. 247 uö.
Wort davor: Mägdevogt - Wort danach: magen