Source: https://www.giessen.de/Rathaus/B%C3%BCrgerservice/Leistungen-von-A-Z/Ausnahmegenehmigung-f%C3%BCr-eine-weitere-Beratungsstelle-eines-Steuerberaters-ohne-Einsetzung-eines-anderen-Steuerberaters-als-Leiter.php?object=tx,2874.2.1&ModID=10&FID=1894.346.1&NavID=1894.118&La=1&ort=640.11&NavID=1894.118&ort=640.11
Timestamp: 2020-02-21 22:27:35
Document Index: 238580044

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 7', '§ 34', '§ 34', '§ 11', '§ 34']

Ausnahmegenehmigung für eine weitere Beratungsstelle eines Steuerberaters ohne Einsetzung eines anderen Steuerberaters als Leiter / Stadt Gießen
Um eine weitere Beratungsstelle ohne einen Leiter (Steuerberater) unterhalten zu können, müssen Sie einen Antrag auf Genehmigung stellen. Eine Erteilung kann nur dann erfolgen, wenn dadurch die Erfüllung der Berufspflichten nicht beeinträchtigt wird.
An die Steuerberaterkammer Hessen, sofern Ihre berufliche Niederlassung als Steuerberater im Zuständigkeitsbereich der Steuerberaterkammer Hessen liegt. Sind Sie Mitglied einer anderen Steuerberaterkammer, richten Sie Ihren Antrag bitte an diese Steuerberaterkammer selbst dann, wenn die weitere Beratungsstelle im Zuständigkeitsbereich der Steuerberaterkammer Hessen liegt. In diesem Fall wird die Steuerberaterkammer Hessen von der für Sie zuständigen Steuerberaterkammer zu dem Antrag angehört. Umgekehrt hört die Steuerberaterkammer Hessen andere Steuerberaterkammern zu beantragten Ausnahmegenehmigungen zu weiteren Beratungsstellen außerhalb ihres Zuständigkeitsgebietes an.
Jedoch ist zur Antragsbegründung die Rücksendung eines ausgefüllten Fragebogens notwendig. Anhand der Fragen werden insbesondere auch die Kriterien des § 11 Abs. 3 Berufsordnung der Bundessteuerberaterkammer (BOStB) geprüft. Der Fragebogen kann bei der Steuerberaterkammer Hessen angefordert werden.
Für Anträge ab dem 01.01.2015 fällt eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 100 EUR an (§ 7 Abs. 1 Nr. 19 der Gebührenordnung der Steuerberaterkammer Hessen).
Vor Errichtung der weiteren Beratungsstelle, die nicht durch einen anderen Steuerberater geleitet wird, sollte die Ausnahmegenehmigung der zuständigen Steuerberaterkammer vorliegen. Ebenso sollte eine Ausnahmegenehmigung unverzüglich beantragt werden, wenn der Beratungsstellenleiter einer bereits errichteten weiteren Beratungsstelle wegfällt und der Steuerberaterkammer nicht unmittelbar anschließend ein anderer Steuerberater als Leiter benannt werden kann.
§ 34 Abs. 2 Steuerberatungsgesetz (StBerG)
Eine Ausnahmegenehmigung kann insgesamt nur für eine weitere Beratungsstelle eines Steuerberaters erteilt werden (§ 34 Abs. 2 S. 6 StBerG). Die Ausnahmegenehmigung wird grundsätzlich längstens auf 2 Jahre befristet. Die Ausnahmegenehmigung kann verlängert werden, wenn die Voraussetzungen vor Ablauf der Befristung erneut nachgewiesen werden (§ 11 Abs. 4 BOStB).
Als Nahbereich im Sinne des § 34 Abs. 2 S. 2 StBerG wird ein luftlinienförmiger Umkreis von etwa 50 km verstanden, wobei die Erreichbarkeit des Beratungsstellenleiters für Mandanten, Behörden und andere Berufsangehörige in einer angemessener Zeit von einer Stunde gewährleistet sein muss.
Hinweis: Das Nahbereichserfordernis ist kein Tatbestandsmerkmal der Ausnahmegenehmigung, sondern dient zur Prüfung, ob eine weitere Beratungsstelle ordnungsgemäß durch einen anderen Steuerberater geleitet wird. Es kann jedoch im Rahmen eines Ausnahmeantrages – neben anderen Kriterien - indiziellen Charakter dafür tragen, dass eine Verletzung von Berufspflichten im Falle einer Ausnahmegenehmigung nicht zu erwarten ist.