Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201997,%203089
Timestamp: 2019-05-25 02:23:46
Document Index: 225976317

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', '§ 138', 'BGH', 'BGH', '§ 3']

BGH, 14.07.1997 - II ZR 238/96 - dejure.org
https://dejure.org/1997,324
BGH, 14.07.1997 - II ZR 238/96 (https://dejure.org/1997,324)
BGH, Entscheidung vom 14.07.1997 - II ZR 238/96 (https://dejure.org/1997,324)
BGH, Entscheidung vom 14. Juli 1997 - II ZR 238/96 (https://dejure.org/1997,324)
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Sittenwidrigkeit eines Wettbewerbsverbotes - Freiheit der Berufsausübung - Lebenslanges Verbot, in einem Radius von 30 km um den Sitz der Gemeinschaftspraxis den Beruf als Tierarzt auszuüben
Wirksamkeit eines gesellschaftsvertraglichen Wettbewerbsverbots; Verbot der Ausübung einer Tätigkeit im Umkreis von 30 km.
Unwirksames Wettbewerbsverbot unter Ärzten
Geltungserhaltende Reduktion sittenwidriger nachvertraglicher Wettbewerbsverbote
NJW 1997, 3089
MDR 1997, 953
DNotZ 1998, 905
WM 1997, 1707
DB 1997, 2070
Sie sind nur wirksam, wenn sie in räumlicher, gegenständlicher und zeitlicher Hinsicht das notwendige Maß nicht überschreiten (BGH, Urt. v. 14.7.1997 - II ZR 238/96, WM 1997, 1707, 1708;… Urt. v. 8.5.2000 - II ZR 308/98, WM 2000, 1496, 1498;… Urt. v. 29.9.2003 - II ZR 59/02, WM 2003, 2334;… Urt. v. 18.7.2005 - II ZR 159/03, NJW 2005, 3061, 3062).
Mandantenschutz beim Ausscheiden eines Gesellschafters aus einer …
Nach der zu nachvertraglichen Wettbewerbsverboten ergangenen ständigen Rechtsprechung des Senats sind derartige Beschränkungen der Berufsausübungsfreiheit nur dann wirksam, wenn sie räumlich, zeitlich und gegenständlich das notwendige Maß nicht überschreiten (Sen.Urt. v. 14. Juli 1997 - II ZR 238/96, WM 1997, 1707 m.w.N.).
Verstößt eine solche Wettbewerbsklausel allein gegen diese zeitliche Grenze, ohne daß weitere Gründe vorliegen, deretwegen die Beschränkungen der Berufsausübungsfreiheit als sittenwidrig zu qualifizieren sind, läßt der Senat (Sen.Urt. v. 14. Juli 1997 aaO unter 3. m.w.N.) eine geltungserhaltende Reduktion auf das zeitlich tolerable Maß zu.
Alternativ oder für den Fall, dass das Gemeinschaftsunternehmen kartellrechtlich unbedenklich sein sollte, wird festzustellen sein, ob das satzungsmäßige Wettbewerbsverbot hinsichtlich seines räumlichen Umfangs - Regierungsbezirk M. - erforderlich ist, um eine Schädigung von V. zu verhindern (vgl. BGH WuW/E DE-R 2554 Tz. 15, 24 f. - Subunternehmervertrag II, zu vergleichbaren Wettbewerbsverboten in Austauschverträgen; BGH, Urt. v. 14.7.1997 - II ZR 238/96, WM 1997, 1707, 1708;… Urt. v. 18.7.2005 - II ZR 159/03, ZIP 2005, 1778, 1779 f.).
Es entspricht zwar der höchstrichterlichen Rechtsprechung, dass eine Kündigungsregelung, die allein im Hinblick auf ihre zeitlich unbegrenzte Geltung anstößig ist, bei einer zeitlich begrenzten Geltung indessen nicht zu beanstanden wäre, nur dann auf eine nach dem Grundsatz von Treu und Glauben angemessene Geltungsdauer beschränkt werden kann, wenn gegen die übrigen Vertragsteile nichts einzuwenden ist (BGHZ 105, 213, 221; Sen.Urt. v. 14. Juli 1997 - II ZR 398/96, WM 1997, 1707, 1708 m.w.Nachw.).
bb) Die räumliche Beschränkung muss dem berechtigten Interesse der Gesellschaft dienen; ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot ist nur gerechtfertigt, wenn eine räumliche Überschneidung der Wettbewerbstätigkeiten durch die Gesellschaft und den ausgeschiedenen Gesellschafter vorliegt (vgl. BGH, Urteil vom 14.07.1997 - II ZR 238/96, WM 1997, 1707).
Im Hinblick auf die oben (unter II 2 h) zitierte Rechtsprechung, insbesondere das Urteil des BGH vom 14.07.1997 (II ZR 238/96, WM 1997, 1707), dürfte dieser Punkt einer geltungserhaltenden Reduktion möglicherweise noch nicht entgegen stehen.
In Anlehnung daran ist es in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs anerkannt, dass auch eine zeitlich unbegrenzte Wettbewerbsbeschränkung auf das noch zu billigende Maß zurückgeführt werden kann (Urteil vom 29. Oktober 1990 - II ZR 241/89, WM 1990, 2121 unter 2 d; Urteil vom 14. Juli 1997 - II ZR 238/96, WM 1997, 1707 unter 3 a, jew. m.w.Nachw.).
Soweit § 9 AGBG oder § 138 BGB Prüfungsmaßstab sind, liegt in dem zeitlich, räumlich und gegenständlich begrenzten Verbot, eigene vertragliche Beziehungen zu diesen Auftraggebern aufzunehmen, keine unangemessene Benachteiligung und auch keine nicht hinnehmbare Beeinträchtigung der Handlungs- und Berufsausübungsfreiheit des Klägers (vgl. zum nachvertraglichen Wettbewerbsverbot im Gesellschaftsrecht: BGH, Urt. v. 14.7.1997 - II ZR 238/96, WM 1997, 1707 m.w.N.).
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