Source: http://dedocz.com/doc/88455/%C3%A4rztin-arzt
Timestamp: 2017-02-20 09:13:49
Document Index: 112174731

Matched Legal Cases: ['Art. 11', 'Art. 30', 'Art. 36', 'Art. 37', 'Art. 36', 'Art. 37', 'Art. 35', 'Art. 35', 'Art. 18', 'Art. 35', 'Art. 35', 'Art. 117', 'Art.\n22', 'Art. 23', 'Art. 31', 'Art. 5', 'Art. 22']

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Gesundheitszentren als Antwort auf die Zukunft
oder gef&auml;hrliche Konkurrenz?
Protokoll der ersten &Auml;rztekammer im Jahr 2014
Verbale della prima Camera medica 2014
Manager- und F&uuml;hrungskompetenz f&uuml;r Assistenz&auml;rzte der Allgemeinen Inneren Medizin
Trainer f&uuml;r die Hoffnung
&laquo;Zu guter Let z t&raquo; von Hans Stalder
Vorsicht mit dem Begriff Lebensqualit&auml;t!
1023 Gesundheitszentren als Antwort
auf die Zukunft oder gef&auml;hrliche
1025 Aussergerichtliche FMH-Gutachterstelle – Jahresbericht 2013
Val&eacute;rie Rothhardt
wirklich ein Fehler vor? Auf all diese Fragen finden Sie
Neben den allj&auml;hrlichen Berichten, Rechnungen, Wahlen
gebieten? Zu welchen vermeintlichen Diagnose- bzw.
Gutachten. Wie viele Gutachten gab es in welchen Fach-
Behandlungsfehlern wurde ein Gutachten erstellt? Lag
&Auml;rztekammer / Camera medica
1033 Protokoll der ersten &Auml;rztekammer
Ein &Uuml;berblick &uuml;ber die im vergangenen Jahr erstellten
und &Auml;nderungen war die Volksinitiative &laquo;F&uuml;r eine &ouml;ffentliche Krankenkasse&raquo; ein engagiert und umstritten disku-
DDQ/SAQM
1030 Qualit&auml;tssicherung und -entwicklung
ja – aber mit welchen Instrumenten?
Varja Meyer, H&eacute;l&egrave;ne Beutler,
Johannes Br&uuml;hwiler, Christoph Gehrlach,
tiertes Thema der &Auml;rztekammer vom 8. Mai. F&uuml;r das Gast-
referat konnte der Generalsekret&auml;r des Welt&auml;rztebundes
Otmar Kloiber gewonnen werden.
1051 FMH, FMH Services und HIN an der IFAS
vor allem f&uuml;r Fachgesellschaften, Gruppenpraxen, &Auml;rzte-
netzwerke oder Qualit&auml;tszirkel.
1052 In memoriam Georg Hossli
Willy Stoll, Ruth Gattiker
lyse von Qualit&auml;tsaktivit&auml;ten zur Verf&uuml;gung. Gedacht ist es
Die FMH stellt ein neues Tool zur Aufwand-Nutzen-Ana-
1054 Personalien
schildert exemplarisch die Geschichte eines suchtbetroffenen Arztes und zeigt, wie ReMed Wege aus der Krise aufzeigen konnte.
1055 Briefe an die S&Auml;Z
Auch bei Suchtproblemen kann ReMed helfen. Der Bericht
1056 Mitteilungen
1057 Assurance protection juridique
1058 Le portail des cabinets m&eacute;dicaux
1059 Stellen und Praxen
Serrnovik/Dreamstime.com
1031 Wenn &Auml;rzte Drogen missbrauchen
1068 Manager- und F&uuml;hrungskompetenzen
f&uuml;r Assistenz&auml;rzte der Allgemeinen
1072 Vorsicht mit dem Begriff Lebensqualit&auml;t!
Zwischen dem Arzt und dem betroffenen Patienten geht
die Einsch&auml;tzung der Lebensqualit&auml;t nicht selten weit auseinander. Auch die hier erw&auml;hnte Studie der Gesund-
Zuk&uuml;nftige Fach&auml;rzte f&uuml;r Allgemeine Innere Medizin auf
heitskommission der Senioren-Universit&auml;t Genf hat dies
ihrem Karriereweg unterst&uuml;tzen – hierf&uuml;r hat die Zurich
wieder gezeigt. Problematisch wird dies, wenn es um
Academy of Internal Medicine einen Lehrgang ins Leben
Therapieentscheidungen geht. Daher eine Mahnung
gerufen. Das Ziel: Pers&ouml;nlichkeit, Auftreten und Resilienz
von Hans Stalder.
st&auml;rken, F&uuml;hrungskompetenzen vermitteln, damit der
Berufsweg zielorientierter gestaltet werden kann.
obs/Stiftung Swiss Aids Care International
1070 Trainer f&uuml;r die Hoffnung
In Harare, Zimbabwe, leitet Ruedi L&uuml;thy eine ambulante
HIV-Klinik. Seit 2011 hat sein Team Verst&auml;rkung aus der
Schweiz bekommen: Wilhelm Felder und Ruedi Zollinger.
Keine leichte Aufgabe f&uuml;r ihre Zeit nach der Pensionierung haben sie sich ausgesucht.
&Auml;rzteverlag AG, Basel. Alle Rechte vor
behalten. Nachdruck, elektronische
Gesundheitszentren als Antwort auf
die Zukunft oder gef&auml;hrliche Konkurrenz?
die Zentren einen wesentlichen Beitrag zur Notfallversorgung
im Rahmen der Basisversorgung leisten. Als Grundsatz gilt f&uuml;r
Gesundheitszentren in Frankreich, dass sie im therapeuti&shy;
schen Entscheidungsprozess unabh&auml;ngig sind. Schliesslich
soll ein Gesundheitszentrum einen Mehrwert f&uuml;r den Patien&shy;
ten wie auch f&uuml;r das Fachpersonal und die Verantwortlichen
der Gesundheitsversorgung, sprich die Kantone, bieten. Dieser
besteht aber nicht alleine in Form von Kostenoptimierung,
sondern auch im Sinne eines breiten Angebots an Leistungen
verschiedenster Akteure des Gesundheitswesens. Der Informa&shy;
tionsfluss zwischen den Akteuren der Medizin, Pflege, Pharma&shy;
zie, Physiotherapie usw. wird optimiert, verk&uuml;rzt und verein&shy;
facht, wenn sich die verschiedenen Akteure regelm&auml;ssig vor
Ort austauschen. Therapien werden diskutiert und wenn n&ouml;tig
Algorithmen erstellt. Diese dienen einerseits allen Fachper&shy;
Der Begriff &laquo;Gesundheitszen&shy;
trum&raquo; begegnet uns in j&uuml;ngs&shy;
ter Zeit regelm&auml;ssig, sei es als
Ausdruck f&uuml;r Qualit&auml;tsstan&shy;
dards im Betreuungsprozess
der Patientinnen und Patien&shy;
ten oder als Bezeichnung f&uuml;r
die ambulante multidiszipli&shy;
n&auml;re Zusammenarbeit. Auch
der Blick in die Kantone zeigt,
dass der Begriff unterschied&shy;
lich verstanden wird. Der Re&shy;
gierungsrat des Kantons Bern hat im Jahr 2011 in seiner Ant&shy;
wort auf eine Motion vier Begriffe zur Charakterisierung von
Gesundheitszentren aufgef&uuml;hrt: Notfallversorgung, tages&shy;
klinische Behandlung, Assessment/Triage und Spezialisten
Sprechstunden, wobei der Allgemeinmediziner als zentraler
Spezialist auftritt.
Grunds&auml;tzlich kann man sagen, dass sich ein Gesund&shy;
heitszentrum entweder als rein &auml;rztliche Institution pr&auml;sen&shy;
tiert oder als Gruppe &auml;rztlicher und paramedizinischer Fach&shy;
personen. Im Vordergrund steht die Vernetzung der Betreuung
in Form interdisziplin&auml;rer Zusammenarbeit. Minimalanforde&shy;
rungen bestehen nicht, ein Gesundheitszentrum hat sich
jedoch regionalen und situativen Bed&uuml;rfnissen anzupassen.
Damit ein Gesundheitszentrum effizient funktioniert, muss
auch seine finanzielle und therapeutische Unabh&auml;ngigkeit
Bei Gesundheitszentren, welche in Spit&auml;ler mit &ouml;ffent&shy;
lichem Leistungsauftrag integriert sind, kommt es zu einer
Wettbewerbsverzerrung, zum Beispiel durch die Abgeltung
der gemeinwirtschaftlichen Leistungen als versteckte Sub&shy;
vention solcher Institutionen. Treten Gemeinden als Betrei&shy;
ber von Gesundheitszentren auf, so investieren sie Steuer&shy;
gelder in Zentren, die eigentlich anderswo ben&ouml;tigt w&uuml;rden.
Bei privaten Investoren und Versicherern wiederum f&uuml;hren
wirtschaftliche Interessen zu Interessenskonflikten.
In Frankreich zum Beispiel werden Gesundheitszentren
von staatlicher Seite gef&ouml;rdert und durch die Krankenversiche&shy;
rungen unterst&uuml;tzt: Zum einen werden entsprechende poli&shy;
tische und rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen, zum
anderen ist die finanzielle Unterst&uuml;tzung in Form von Krediten
m&ouml;glich, sofern die Kriterien erf&uuml;llt sind. Ein solches Kriterium
ist beispielsweise das Bereitstellen von Notfallzimmern, womit
der Betreuung in Form interdiszipli&shy;
n&auml;rer Zusammenarbeit.
sonen, die in den Behandlungsprozess involviert sind, und
stellen anderseits ein wichtiges Arbeitsinstrument dar, um
Behandlungsfehler zu reduzieren. Selbstverst&auml;ndlich gibt es
bereits diverse Formen von Qualit&auml;tszirkeln, aber oft beschr&auml;n&shy;
ken sich diese auf &Auml;rztinnen und &Auml;rzte und beziehen das para&shy;
medizinische Fachpersonal nicht mit ein.
Wir m&uuml;ssen uns bewusst sein, dass Gesundheitszentren
kein Garant daf&uuml;r sind, die Kosten zu reduzieren. Insbesondere
bev&ouml;lkerungsschwache Regionen profitieren zwar von Ge&shy;
sundheitszentren als Attraktionsf&ouml;rderern, gleichzeitig kann
sich aber bei zyklisch ung&uuml;nstigem Nachfrage Angebots
Verh&auml;ltnis die einzelne Leistung auch deutlich verteuern.
Der Begriff &laquo;Gesundheitszentrum&raquo; beschr&auml;nkt sich weder
auf den ambulanten Sektor der Spit&auml;ler noch ausschliesslich
auf die privaten Institutionen. Aber wenn die Kantone den
Gesundheitszentren mehr Kompetenz und klare Versor&shy;
gungsauftr&auml;ge &uuml;bertragen m&ouml;chten, sollten hierzu die Spiel&shy;
regeln genau definiert werden. Das heisst, dass insbesondere
was die Subventionen, Taxpunktwerte und Finanzierungs&shy;
modalit&auml;ten betrifft, verbindliche Rahmenbedingungen ge&shy;
schaffen werden m&uuml;ssen, um keine Beliebigkeit zu f&ouml;rdern.
Und trotz &ouml;konomischer Aspekte stehen immer die Patien&shy;
tinnen und Patienten bzw. die B&uuml;rger im Zentrum des &auml;rzt&shy;
lichen Handelns – das wollen wir nicht vergessen!
Wenn die Kantone den Gesundheits&shy;
zentren klare Versorgungsauftr&auml;ge
&uuml;bertragen m&ouml;chten, sollten hierzu die
Spielregeln genau definiert werden.
Dr. med. Remo Osterwalder, Mitglied des Zentralvorstandes
der FMH, Departementsverantwortlicher
Freipraktizierende &Auml;rztinnen und &Auml;rzte
Schweizerische &Auml;rztezeitung | Bulletin des m&eacute;decins suisses | Bollettino dei medici svizzeri | 2014;95: 27/28
Aussergerichtliche FMH-Gutachterstelle –
Die aussergerichtliche FMH-Gutachterstelle hat die
Aufgabe, im Auftrag eines in der Schweiz behan
delten Patienten einen oder mehrere Gutachter* zu
beauftragen, um festzustellen, ob der Arzt in der Privatpraxis oder im Spital einen Diagnose- oder
Behandlungsfehler begangen hat. Die Gutachter
werden von der betreffenden medizinischen Fachgesellschaft vorgeschlagen, so dass unabh&auml;ngige und
kompetente Gutachter gefunden werden k&ouml;nnen.
Das Honorar der Gutachterin wird von den Haftpflichtversicherern der &Auml;rzte oder Spit&auml;ler &uuml;bernommen. Der Patient muss lediglich eine Verwaltungsgeb&uuml;hr von 600 Franken zuz&uuml;glich MWSt entrichten.
Statistische Zuordnung zu den Fachgebieten
Bei den multidisziplin&auml;ren Gutachten erfolgt die
Zuordnung zum soweit erkennbar am st&auml;rksten betroffenen Fachgebiet. Beispiel: Ist ein Gutachterteam
prim&auml;r f&uuml;r die Gyn&auml;kologie und sekund&auml;r f&uuml;r die An&auml;sthesiologie eingesetzt worden, und wird ein Fehler
nur in der Gyn&auml;kologie bejaht, so wird das Gutachten der Kategorie &laquo;Gyn&auml;kologie, Fehler bejaht&raquo; zugeordnet. Wird im selben Fall in der An&auml;sthesiologie
ein Fehler bejaht, nicht aber in der Gyn&auml;kologie, so
erfolgt die Zuordnung ausschliesslich unter &laquo;An&auml;s&shy;
Leiterin der Gutachterstelle FMH
Die FMH-Gutachterstelle gibt ein Gutachten nur dann in Auftrag, wenn der
Patient einen erheblichen Gesundheitsschaden erlitten hat und zwischen
Patient und Haftpflichtversicherer keine Einigung erzielt werden konnte.
Tel. 031 / 359 12 10,
Fax 031 / 359 12 12
2013 wurden 79 Gutachten abgeschlossen, gegen&uuml;ber
64 Gutachten im Vorjahr. In fast 40% der beurteilten
F&auml;lle ging es ausschliesslich um Behandlungen durch
&Auml;rzte in der Privatpraxis. Bei den &uuml;brigen F&auml;llen (etwas mehr als 60%) ging es entweder ausschliesslich
um die Begutachtung von Spitalbehandlungen oder
von Behandlungen in beiden Institutionen. F&uuml;r die
im Jahr 2013 erstatteten Gutachten waren 26 fach&uuml;bergreifende Gutachterteams im Einsatz.
Die Fehleranerkennungsquote ist gegen&uuml;ber dem
Vorjahr gesunken und betr&auml;gt f&uuml;r das Jahr 2013
38,0% (gegen&uuml;ber 46,9 % im Jahr 2012).
In den letzten 10 Jahren, d.h. von 2004 bis 2013,
lag die Fehleranerkennungsquote zwischen 34,9 %
(2007) und 50,6 % (2010). Die Fehlerverneinungsquote bewegte sich entsprechend zwischen 45,7%
und 65,1 %.
In den letzten 5 Jahren, d.h. von 2009 bis 2013,
bewegte sich die Fehleranerkennungsquote zwischen
* Zur besseren Lesbarkeit
wird in diesem Dokument
die m&auml;nnliche Form von
Personen verwendet,
gemeint sind aber stets
thesiologie, Fehler bejaht&raquo;. Wird bez&uuml;glich beider
F&auml;cher ein Fehler festgestellt, so erscheint der Fall
statistisch unter &laquo;Gyn&auml;kologie, Fehler bejaht&raquo;.
Die Statistik spiegelt folglich nicht das gesamte
Ausmass der gutachterlichen T&auml;tigkeit wieder.
Die Gutachterstelle ist ein n&uuml;tzliches und effi
zientes Instrument f&uuml;r Patienten und &Auml;rzte. Sie erm&ouml;glicht einerseits dem Patienten die kosteng&uuml;nstige Kl&auml;rung der Frage, ob er Opfer eines &auml;rztlichen
Fehlers geworden ist. Andererseits gibt sie dem Arzt
bzw. seinem Haftpflichtversicherer und dem Patienten eine zuverl&auml;ssige Grundlage, um den Fall sinnvoll zu erledigen.
Die aussergerichtliche FMH-Gutachterstelle hat
im Jahr 2013 insgesamt 79 Gutachten erstellt. In
30 F&auml;llen wurden ein oder mehrere Diagnose- oder
Behandlungsfehler bejaht; in 49 F&auml;llen konnte kein
Fehler festgestellt werden.
Die FMH-Gutachterstelle ist nicht f&uuml;r alle Streitigkeiten zust&auml;ndig. Sie gibt ein Gutachten nur dann
in Auftrag, wenn der Patient einen erheblichen Gesundheitsschaden erlitten hat und zwischen Patient
und Haftpflichtversicherer bis anhin keine Einigung
erzielt werden konnte. Vorausgesetzt ist zudem, dass
der Fall nicht bereits vor einem Gericht h&auml;ngig ist
oder ein Gericht dar&uuml;ber entschieden hat.
Der Antrag, den der Patient ausf&uuml;hrlich zu begr&uuml;nden hat, erm&ouml;glicht eine rasche Entscheidung
dar&uuml;ber, welche Fachgesellschaft betroffen und wie
komplex ein Fall ist. Oft ist es notwendig, ein interdisziplin&auml;res Gutachterteam zu beauftragen.
&Uuml;bersicht 1982–2013.
Behandlungs-/
Ganze Schweiz (letzte 10 Jahre) 2004–2013
Ergebnisse nach Fachgebieten 1982–2013.
Oto&shy;Rhino&shy;Laryngologie ORL
Total 1982–2013
Radio&shy;Onkologie
Plast. und Wiederherstellungs&shy; 129
Herz&shy; und thorakale
Diagnosefehler bejaht Diagnosefehler
Heilungserwartung zu einem Gutachten f&uuml;hren
Kausalit&auml;t zwischen Fehler und Gesundheits
Die Feststellung, dass ein Diagnose- oder Behandlungsfehler vorliegt, f&uuml;hrt zur Abkl&auml;rung, ob der festgestellte Fehler die Ursache f&uuml;r den geltend gemachten Gesundheitsschaden ist. Die Haftung kann nur
dann bejaht werden, wenn ein Fehler vorliegt, also
die Sorgfaltspflicht verletzt wurde, ein Schaden eingetreten ist, und der Fehler f&uuml;r den Schaden urs&auml;chlich war. Der Gutachter hat f&uuml;r die Beurteilung, ob
ein Kausalzusammenhang vorliegt, festzustellen, wie
sich der Gesundheitszustand des Patienten darstellen w&uuml;rde, wenn der Fehler nicht gemacht worden
w&auml;re. W&auml;re derselbe Schaden eingetreten, war der
Fehler nicht kausal.
In zahlreichen F&auml;llen, in denen ein Fehler bejaht
wurde, lag kein oder nur ein unwahrscheinlicher
Kausalzusammenhang vor. Auch in der Medizin
haben also gl&uuml;cklicherweise nicht alle Fehler negative oder gar gravierende Konsequenzen.
38,0 % und 50,6 %. Im gleichen Zeitraum betrug die
Fehlerverneinungsquote dementsprechend zwischen
45,7 % und 62,8 %. Daraus l&auml;sst sich einerseits erkennen, dass sich die Fehleranerkennungsquote in den
letzten Jahren stabilisiert, und andererseits, dass sich
die Differenz zwischen der Zahl der anerkannten und
der verneinten Fehler verringert hat.
Die Zahlen sind vorsichtig zu interpretieren. Es
handelt sich um eine Anzahl von j&auml;hrlichen ab
geschlossenen F&auml;llen. Einige wenige F&auml;lle, deren Begutachtung am Ende des vorangehenden oder am
Anfang des folgenden Jahres abgeschlossen wird,
k&ouml;nnen die Statistik deutlich beeinflussen.
Es muss hervorgehoben werden, dass 79 Begutachtungen, welche im Jahr 2013 abgeschlossen wurden, lediglich die T&auml;tigkeit der FMH-Gutachterstelle
widerspiegeln. Deshalb sind sie nicht repr&auml;sentativ
f&uuml;r die Spital- und Arzthaftpflichtsituation in der
Schweiz. Es ist bekannt, dass anderweitig zahlreiche
private Gutachten in Auftrag gegeben werden, und
ein grosses, nicht universit&auml;res Kantonsspital j&auml;hrlich mit rund 20 bis 30 Haftpflichtf&auml;llen konfrontiert wird.
Die Fehleranerkennungsquote ist gegen&uuml;ber dem Vorjahr gesunken und
betr&auml;gt f&uuml;r das Jahr 2013 38,0 %.
Bis anhin wurde dieser Aspekt in der Statistik
nicht aufgef&uuml;hrt. F&uuml;r das Jahr 2013 wurde bei etwas
mehr als einem Viertel (27,8 %) der F&auml;lle, in denen
ein Fehler bejaht wurde, die Kausalit&auml;t eher oder klar
bejaht. In den &uuml;brigen F&auml;llen wurde die Kausalit&auml;t
verneint oder lediglich als m&ouml;glicherweise gegeben
erachtet. Dies l&auml;sst sich dadurch erkl&auml;ren, dass es oft
schwierig ist, den Einfluss einer einzigen Ursache –
hier eines Diagnose- oder Behandlungsfehlers – auf
das unbefriedigende Gesamtergebnis zu bestimmen.
H&auml;ufig wird ein Gesundheitsschaden noch durch
andere Ursachen herbeigef&uuml;hrt, wie etwa eine ung&uuml;nstige Prognose f&uuml;r die Heilung oder Vorerkrankungen.
Aufkl&auml;rung und Kommunikation zwischen Arzt
Die Frage nach der gen&uuml;genden Aufkl&auml;rung allein
kann nicht Gegenstand eines FMH-Gutachtens sein.
Sie kann aber zus&auml;tzlich zum vermuteten Diagnoseund/oder Behandlungsfehler thematisiert werden,
falls der Patient einen Aufkl&auml;rungsmangel geltend
Weil der Arzt beweisen muss, dass und, wenn ja,
wie er aufgekl&auml;rt hat, m&ouml;chten wir an dieser Stelle
darauf hinweisen, wie wichtig es ist, die Aufkl&auml;rung
hinreichend zu dokumentieren. M&ouml;glicherweise liegt
kein Diagnose- oder Behandlungsfehler vor, sondern
Die vorliegende Statistik zeigt auf, wie viele Gutachten aus welchen Fachgebieten &uuml;ber die FMHGutachterstelle abgewickelt, und wie viele Diagnosebzw. Behandlungsfehler bejaht wurden. Andere
Schlussfolgerungen k&ouml;nnen – wie bereits erw&auml;hnt –
aufgrund der geringen Datenbasis und der feh
lenden Vergleichswerte nicht gezogen werden.
Insbesondere w&auml;re es nicht zul&auml;ssig, hieraus Hoch
rechnungen betreffend die Fehlerh&auml;ufigkeit in den
verschiedenen Fachgebieten oder allgemein in der
Medizin f&uuml;r die Schweiz anzustellen.
Was die Statistik nicht zeigt, ist der grosse Aufwand an Zeit und Ressourcen f&uuml;r Anfragen, welche
dann doch nicht zu einem Gutachten f&uuml;hren – entweder, weil die Anfrage nicht vollst&auml;ndig bei uns eingeht, oder weil die betreffende medizinische Fach
gesellschaft der Ansicht ist, dass kein Anhaltspunkt
f&uuml;r ein Behandlungsfehler vorliegt, weshalb sie eine
Begutachtung ablehnt. Patienten, Anw&auml;lte, &Auml;rzte,
Versicherungen und andere Institutionen wenden
sich mit den unterschiedlichsten Fragen an die aus
sergerichtliche Gutachterstelle. Diese versucht, im
Rahmen des M&ouml;glichen n&uuml;tzliche Hinweise f&uuml;r das
weitere Vorgehen zu geben, selbst dann, wenn eine
Fragestellung nicht in ihren Zust&auml;ndigkeitsbereich
f&auml;llt. Es erweist sich oft als schwierig, den Patienten
zu vermitteln, dass das Verfahren reglementiert ist,
und dass nicht jede Komplikation oder entt&auml;uschte
Schweizerischen Gesellschaft f&uuml;r Innere Medizin
(SGIM), des Kongresses der Gyn&auml;kologen, eines Kongresses der Chef&auml;rzte und auch im Rahmen eines
Masters im Gesundheitsrecht im Kanton Neuenburg
sowie eines Seminars in Bezug auf das Arzthaftungsrecht an der Universit&auml;t St. Gallen.
Immer wieder wird die lange Verfahrensdauer bem&auml;ngelt. Vor allem die betroffenen Patienten erwarten eine baldige Antwort auf ihre Fragen. Es kommt
vereinzelt vor, dass eine Begutachtung vor Ablauf
eines Jahres seit Einreichung des Antrags abgeschlossen werden kann. Im Schnitt muss man aber mit
einer Dauer von ungef&auml;hr 17 bis 18 Monaten ab Einreichen des vollst&auml;ndigen Antrags rechnen. Diese
lange Dauer l&auml;sst sich unter anderem folgendermas
sen erkl&auml;ren: Ein reglementiertes, transparentes und
von allen akzeptables Verfahren ben&ouml;tigt Zeit. Je
nach Fall dauert allein die Suche nach kompetenten
Gutachtern mehrere Monate. Das ist vor allem dann
der Fall, wenn der vorgeschlagene Gutachter von einer der Parteien abgelehnt wird. Hinzu kommt der
Zeitaufwand f&uuml;r das juristische Lesen des Entwurfs,
welcher dann zu einer &Uuml;berarbeitung oder Erg&auml;nzung des Gutachtens f&uuml;hren kann. Wie bereits erw&auml;hnt, erh&ouml;ht sich dadurch oft die Qualit&auml;t des Gutachtens. Auch die Suche nach und die Herausgabe
von den erforderlichen medizinischen Dokumenten
bereitet h&auml;ufig Schwierigkeiten, was zu Verz&ouml;ge
rungen f&uuml;hrt. Zudem kommt es immer wieder vor,
dass Patienten nicht optimal kooperieren, weshalb
sie beispielsweise wegen mehrw&ouml;chiger Ausland
aufenthalte nicht innert n&uuml;tzlicher Frist vom Gutachter untersucht und befragt werden k&ouml;nnen.
Sind mehrere Gutachter beauftragt, so ben&ouml;tigt
jeder Verfahrensschritt mehr Zeit, begonnen bei der
Anh&ouml;rung und Untersuchung des Patienten bis zur
Schlussredaktion des Gutachtens. Nicht zu vergessen ist, dass die berufliche Belastung vieler Gut
achter derart hoch ist, dass sie die ben&ouml;tige Zeit f&uuml;r
die Ausarbeitung eines Gutachtens kaum finden
k&ouml;nnen; oft wird daf&uuml;r sogar ein Teil der Freizeit ge
Die aussergerichtliche Gutachterstelle ist eine
von vielen Anbietern von medizinischen Gutachten. &Uuml;bernimmt sie einen Fall zur Begutachtung,
wird dieser nach Reglement und f&uuml;r alle Parteien
nach denselben Massst&auml;ben erledigt.
Der wissenschaftliche Beirat &uuml;berwacht im Auftrag
des FMH-Zentralvorstandes die T&auml;tigkeit der Gut
achterstelle. Er hat keine Entscheidkompetenz im
Einzelfall, sondern entlastet den Zentralvorstand
von seiner Aufsichtspflicht und unterst&uuml;tzt die Gutachterstelle bei der L&ouml;sung allf&auml;lliger Schwierigkeiten in einem Begutachtungsverfahren. Im Berichtsjahr hat sich der Beirat zweimal zu einer Sitzung
Die Qualit&auml;tssicherung hat einen grossen Stellenwert bei der Begutachtung durch die aussergericht
liche Gutachterstelle FMH. Sie wird durch die folgenden Massnahmen sichergestellt:
– Die medizinischen Fachgesellschaften schlagen
f&uuml;r jeden Fall einen oder mehrere Gutachter
vor. Diese werden beauftragt, sobald alle Parteien
mit der Beauftragung ihrer Person einverstanden
sind. Falls erforderlich, wird ein Gutachterteam
aus verschiedenen Disziplinen zusammengestellt.
Dadurch soll einerseits sichergestellt werden,
dass die Unbefangenheit der Gutachter gew&auml;hrleistet ist, andererseits, dass die Begutachtung
kompetent durchgef&uuml;hrt wird. Wenn immer
m&ouml;glich, wird auch sichergestellt, dass die Gutachter diejenige Landessprache sprechen, welcher auch der Patient m&auml;chtig ist.
– Das nun seit Jahren verwendete Schema f&uuml;r die
Gutachter, welches im Jahr 2013 &uuml;berarbeitet
wurde, erweist sich als hilfreich. Es strukturiert
das Gutachten und stellt sicher, dass auf alle relevanten Aspekte eingegangen wird. Dadurch wird
eine Qualit&auml;t des Gutachtens erreicht, die es erlaubt, eine angemessene rechtliche L&ouml;sung des
Falles zu finden.
– Ein weiteres Instrument der Qualit&auml;tssicherung
ist das juristische Lesen des Gutachtensentwurfs
durch eine Rechtsanw&auml;ltin des Rechtsdienstes
der FMH. Die Parteien sind praktisch immer mit
diesem Vorgehen einverstanden. Das juristische
Lesen dient dazu, das Gutachten auf Klarheit,
Verst&auml;ndlichkeit auch f&uuml;r medizinische Laien,
Vollst&auml;ndigkeit, Schl&uuml;ssigkeit und rechtliche
Relevanz zu &uuml;berpr&uuml;fen.
der Arzt hat lediglich seine Aufkl&auml;rungspflicht verletzt, indem er den Patienten nicht oder nur unvollst&auml;ndig &uuml;ber den durchzuf&uuml;hrenden Eingriff auf
gekl&auml;rt hat. Falls durch die sorgf&auml;ltige Behandlung
ein Schaden entstanden ist, weil sich ein Risiko verwirklicht hat, haftet der Arzt auch in den F&auml;llen der
ungen&uuml;genden Aufkl&auml;rung. Im Jahr 2013 hat die
Gutachterstelle in drei solchen F&auml;llen bejaht.
Es hat sich immer wieder gezeigt, dass die Kommunikation zwischen Arzt und Patient nicht
optimal war. Bleibt der Behandlungserfolg aus oder
stellen sich nach einer Behandlung neue gesundheitliche Probleme ein, kann eine unbefriedigende
Kommunikation beim Patienten zu Frustration f&uuml;hren, und weckt oder verst&auml;rkt den Verdacht, dass
ein Behandlungsfehler vorliegen k&ouml;nnte.
Ausbildung der Gutachter
Die Rechtsanw&auml;lte des FMH-Rechtsdienstes referieren unter anderem an Veranstaltungen, welche die
Ausbildung medizinischer Gutachter oder das Haftpflichtrecht allgemein betreffen. Im Berichtsjahr
referierten sie anl&auml;sslich des Jahreskongresses der
Im Jahr 2013 hat ein grosser Wechsel bei der Gutachterstelle stattgefunden. Frau Susanne Friedli, ehemalige Leiterin der Gutachterstelle, welche die Dossiers
aus der Deutschschweiz und dem Tessin betreute,
hat nach ihrer 30-j&auml;hrigen T&auml;tigkeit bei der FMH gek&uuml;ndigt. Frau Friedli hatte das Pensionsalter &uuml;berschritten und sie wollte sich anderen Aktivit&auml;ten
widmen. Wir bedanken uns bei Frau Friedli herzlich
f&uuml;r ihren wertvollen Einsatz und w&uuml;nschen ihr f&uuml;r
ihre zuk&uuml;nftigen Projekte alles Gute und viel Erfolg.
Herr S&eacute;bastian Lerch betreut weiterhin die Dos
siers der Romandie. Ab 1. Oktober 2013 hat Frau
Laura Angeli Di Mambro bei der Gutachterstelle neu
angefangen. Frau Angeli Di Mambro betreut die
Dossiers aus der Deutschschweiz und dem Tessin. An
dieser Stelle m&ouml;chten wir sie in der Gruppe herzlich
Frau Val&eacute;rie Rothhardt, Rechtsanw&auml;ltin und Leiterin der Gutachterstelle, ist mit Frau Dr. iur. Ursina
Pally Hofmann f&uuml;r die rechtliche Beratung und
Unterst&uuml;tzung zust&auml;ndig. Beide Anw&auml;ltinnen sind
im Rechtsdienst der FMH t&auml;tig.
Die FMH-Gutachterstelle erm&ouml;glicht es den
Patienten, ihren Anw&auml;lten und anderen, den Pa
tienten beratenden Personen, den Fall vor Einreichung des definitiven Gutachterantrags telefonisch mit dem f&uuml;r das Dossier zust&auml;ndigen
Mitarbeiter zu besprechen. Die folgenden Fragen
k&ouml;nnen dabei gekl&auml;rt werden:
Welcher Arzt hat wahrscheinlich anl&auml;sslich welcher Behandlung einen Fehler gemacht? An welche weiteren potentiellen Fehlerquellen sollte
noch gedacht werden? Welches ist der beklagte
Gesundheitsschaden? Auf welche besonderen
Aspekte soll die Gutachterstelle den Delegierten
der Fachgesellschaft hinweisen, der einen Gutachtervorschlag unterbreiten muss? usw. Diese
Vorbesprechungen ben&ouml;tigen Zeit, sie k&ouml;nnen
aber viele R&uuml;ckfragen vermeiden und f&uuml;hren
dazu, dass das Verfahren effizienter gestaltet
Die Unterlagen f&uuml;r die Einreichung eines Antrags auf Begutachtung sind unter der folgenden Adresse erh&auml;ltlich: Aussergerichtliche Gutachterstelle der FMH, Postfach 65, 3000 Bern 15,
Tel. 031 359 12 10, vormittags von 8 bis 12 Uhr,
Fax 031 359 12 12.
Weitere Informationen unter www.fmh.ch →
Services → Gutachterstelle.
getroffen und stichprobenweise acht Gutachten
dossiers und ein Nichteintretensentscheid durchgesehen.
Die Mitglieder des Beirats sind Dr. med. Bruno
Lerf, Pr&auml;sident, Dr. med. J&uuml;rg Knessl und Rechts
anwalt Massimo Pergolis.
Die Gutachterstelle kann nur funktionieren, wenn
die einzelnen Akteure mitwirken. Wir danken den
medizinischen Fachgesellschaften und ihren Delegierten f&uuml;r die wertvolle Unterst&uuml;tzung und den
Gutachtern f&uuml;r ihre Disponibilit&auml;t und ihre gross
artige Arbeit zur Kl&auml;rung der F&auml;lle. Die Gutachterstelle dankt den behandelnden &Auml;rzten sowie den
Spitalleitungen, die auf Anfrage der Patienten offen
und fair bei den Begutachtungen mitgewirkt haben.
Herr Lerch und Frau Angeli Di Mambro betreuen
die Dossiers von der ersten Anfrage bis zum Versand
des Gutachtens. Sie sind die Ansprechpersonen f&uuml;r
alle Beteiligten eines Verfahrens und leisten viel Koordinations- und Beratungsarbeit. Hiermit bedanke
ich mich bei ihnen herzlich f&uuml;r ihren grossen Einsatz und ihre Motivation.
DDQ / SAQM
Neues Tool zur Aufwand-Nutzen-Analyse von Qualit&auml;tsaktivit&auml;ten steht zur Verf&uuml;gung
Qualit&auml;tssicherung und -entwicklung ja –
aber mit welchen Instrumenten?
b Verbindung der psychiatrisch
psychotherapeutisch t&auml;tigen
&Auml;rztinnen und &Auml;rzte der
Schweiz FMPP
c Haus&auml;rzte Schweiz MFE
d Kompetenzzentrum
e Schweizerische Gesellschaft
f&uuml;r Allgemeinmedizin SGAM
lit&auml;tsaktivit&auml;ten zu analysieren. Der Erfolg des Tools
ist am gr&ouml;ssten, wenn es mittels einer professionell
moderierten Gruppendiskussion durchgef&uuml;hrt wird.
Idealerweise setzt sich die Gruppe aus 4–8 Fachper&shy;
sonen zusammen, die mit dem Thema Qualit&auml;t im
Allgemeinen und mit den zu bewertenden Qualit&auml;ts&shy;
aktivit&auml;ten im Speziellen vertraut sind.
Ablauf der Aufwand-Nutzen-Analyse
Vor der eigentlichen Bewertung bestimmt die inter&shy;
essierte Gruppe, welche Qualit&auml;tsaktivit&auml;t sie bewer&shy;
ten m&ouml;chte. Der anschliessende Bewertungsprozess
findet zusammen mit einem professionellen und mit
dem Instrument vertrauten Moderator im Rahmen
einer Einzelbewertung und nachfolgender struktu&shy;
rierter Gruppendiskussion statt. Bewertet werden
verschiedenste Nutzen und Aufwandaspekte jeweils
betreffend die Patientinnen/Patienten, die &Auml;rztin&shy;
nen/&Auml;rzte sowie die Arztpraxis.
a FMH, Schweizerische
Akademie f&uuml;r Qualit&auml;t in
der Medizin SAQM (Projekt&shy;
Verschiedene Erhebungen der Schweizerischen Aka&shy;
demie f&uuml;r Qualit&auml;t in der Medizin SAQM der FMH
zeigen auf, dass die Bandbreite von Qualit&auml;tsakti&shy;
vit&auml;ten enorm gross ist. Qualit&auml;tsaktivit&auml;ten oder
instrumente wie beispielsweise interdisziplin&auml;re
Fallbesprechungen, Qualit&auml;tszirkel, Patientenbefra&shy;
gungen usw. geh&ouml;ren zum Alltag von &Auml;rztinnen und
&Auml;rzten. Was diese Aktivit&auml;ten aber im Einzelnen und
im jeweiligen Kontext tats&auml;chlich an Nutzen und an
Aufwand bedeuten, ist bis heute in den meisten
F&auml;llen nicht ermittelt. Um jedoch einen fundierten
und breit durchdachten Entscheid f&uuml;r oder gegen
die Einf&uuml;hrung eines Instrumentes f&auml;llen zu k&ouml;n&shy;
nen, braucht es eine systematische Be und Durch&shy;
leuchtung einzelner Instrumente hinsichtlich ihres
Nutzens bei Implementierung und dem Aufwand bei
Einf&uuml;hrung und im Routinebetrieb. Daher hat die
SAQM sich mit einem interdisziplin&auml;ren Projekt&shy;
team das Ziel gesetzt, ein praxisnahes, strukturiertes
Bewertungsinstrument aus der Praxis f&uuml;r die Praxis
H&eacute;l&egrave;ne Beutler b,
Johannes Br&uuml;hwiler c,
Christoph Gehrlach d,
Adrian Rohrbasser e
Das erarbeitete Analyseverfahren steht interessierten Organisationen
und Personen gratis zur Verf&uuml;gung.
Sind Sie an einer Bewertung von Qualit&auml;tsaktivit&auml;ten
interessiert? Mehr Informationen zur Aufwand Nut&shy;
zen Analyse von Qualit&auml;tsaktivit&auml;ten finden Sie im
Internet unter: www.saqm.ch → Qualit&auml;tsprojekte
→ Aufwand Nutzen Analyse von Qualit&auml;tsaktivit&auml;&shy;
ten AQA. Die weiteren Unterlagen wie das Bewer&shy;
tungsraster, die Anleitung f&uuml;r Moderatorinnen und
Moderatoren, eine Pr&auml;sentation zur Einf&uuml;hrung
ins Analyseinstrument sowie ein Glossar geben wir
Ihnen auf Anfrage gerne weiter. Diesbez&uuml;glich sowie
bei weiteren Fragen steht Ihnen die Projektleiterin
Varja A. Meyer gerne zur Verf&uuml;gung (saqm[at]fmh.
ch oder Telefon 031 359 11 11).
1 Beutler H, Br&uuml;hwiler J, Gehrlach C, Hersperger M, Kurz
R, Meyer V, Rohrbasser A. Nutzen und Aufwand von
Qualit&auml;tsaktivit&auml;ten: ein neues Tool bringt Licht ins
Dunkel. Schweiz &Auml;rztezeitung. 2013;94(22):817–8.
Die entwickelte Aufwand Nutzen Analyse von Qua&shy;
lit&auml;tsaktivit&auml;ten richtet sich an verschiedene Grup&shy;
pen wie beispielsweise Fachgesellschaften, Gruppen&shy;
praxen, &Auml;rztenetzwerke oder Qualit&auml;tszirkel, die
daran interessiert sind, einzelne oder mehrere Qua&shy;
FMH / SAQM, Abteilung DDQ
zu entwickeln. Genauere Angaben zu den Hinter&shy;
gr&uuml;nden der Entwicklungsarbeiten sowie ein de&shy;
taillierter &Uuml;berblick &uuml;ber das Bewertungsvorgehen
wurden vor einem guten Jahr in der Schweizerischen
&Auml;rztezeitung publiziert [1]. Unterdessen wurde
das Bewertungstool &laquo;Aufwand Nutzen Analyse von
Qualit&auml;tsaktivit&auml;ten AQA&raquo; von verschiedenen Fach&shy;
gruppen in der Praxis getestet. Aufgrund der posi&shy;
tiven Ergebnisse aus dem Praxistest stellt die SAQM
das erarbeitete Analyseverfahren nun interessierten
Organisationen und Personen gratis zur Verf&uuml;gung.
ReMed: Ausweg aus der Sucht
Wenn &Auml;rzte Drogen missbrauchen*
H&auml;ufig f&uuml;hrt ein vertrauliches Gespr&auml;ch unter Arztkollegen zum Erstkontakt mit
ReMed, dem Unterst&uuml;tzungsnetzwerk f&uuml;r &Auml;rztinnen und &Auml;rzte. Mirjam Tanner, Mitglied des ReMed-Leitungsausschusses, schildert exemplarisch die – anonymisierte –
Geschichte eines suchtbetroffenen Arztes [2] und zeigt, wie ReMed Auswege aus
der Krise aufzeigen kann.
Eine erfahrene chirurgisch t&auml;tige Beleg&auml;rztin wendet
sich mit einem E-Mail an die ReMed-Hotline. Sie bittet um Kontaktaufnahme nicht f&uuml;r sich selber, sondern wegen eines befreundeten Leitenden Arztes.
Sp&auml;ter am Telefon erz&auml;hlt sie: &laquo;Mein Bekannter hat
sich mir gegen&uuml;ber zu seinen Suchtproblemen ge
&auml;ussert. Er hat mir anvertraut, dass seine Leberwerte
v&ouml;llig normal seien, obwohl er doch regelm&auml;ssig
auch harten Alkohol tr&auml;nke. In den letzten f&uuml;nf Jahren habe er begonnen, sich zunehmend mit Methylphenidat zu dopen. Abends k&ouml;nne er dann ohne
Alkohol und Lexotanil nicht mehr ‹herunterfahren›&raquo;. Die Chirurgin meint, die Stimulanzien seien
f&uuml;r den Kollegen inzwischen wohl vom Segen zum
Fluch geworden. Sie k&ouml;nne nun endlich ihren Eindruck besser verstehen, dass er ihr charakterlich so
ver&auml;ndert erscheine. Die Kommentare anderer Kolle&shy;
gen &uuml;ber seine zunehmende Reizbarkeit, Impulsivit&auml;t und Ungeduld im Umgang mit Patienten erg&auml;ben
nun einen ganz neuen Sinn. Und sie f&uuml;gt an: &laquo;Bisher
habe ich dies alles f&uuml;r Getratsche gehalten, genauso
wie das Ger&uuml;cht, die Frau meines Freundes wolle sich
von ihm trennen oder habe sich schon getrennt.&raquo;
ReMed meldet sich bei jeder Kontaktaufnahme
innerhalb von 72 Stunden und bespricht unverbindlich und vertraulich die pers&ouml;nliche Situation und individuellen Handlungsm&ouml;glichkeiten. ReMed ist an das Arztgeheimnis gebunden.
Ben&ouml;tigen Sie Unterst&uuml;tzung? Oder eine &Auml;rztin,
ein Arzt aus Ihrem Umfeld? Dann kontaktieren
Sie ReMed: 24-Stunden-Hotline 0800 0 73633,
info[at]swiss-remed.ch, www.swiss-remed.ch
* Prof. Dr. Klaus Lieb fand in
seiner Mainzer Studie heraus,
dass jeder f&uuml;nfte Chirurg
legale oder illegale psychoaktive Substanzen einnimmt
und 15% den Konsum von
Antidepressiva bejahten. Die
Studie unterst&uuml;tzt wahrheitsgetreue Antworten mit einer
neuen Befragungstechnik. [1]
Enttabuisierend und befreiend: Szene aus &laquo;Zum Wohl&raquo;, einer neuen theatralen Auseinandersetzung zum Umgang mit
Alkohol des interaktiven Theaters Knotenpunkt (www.theater-knotenpunkt.ch). ReMed vermittelt Ihnen diese Auff&uuml;hrung, in die sich das Publikum einmischen kann und soll, gerne als Anlass f&uuml;r Ihre &Auml;rztegesellschaft, Ihr Netzwerk oder
als Fortbildungsveranstaltung am Spital. Kontakt: j.baenninger[at]hin.ch
(Foto: L&uuml;k Popp)
Wir &uuml;berlegen, wer den Kollegen am besten begleiten k&ouml;nnte im Umgang mit seinem Suchtproblem.
Intervisionsgruppen: Termine 2014
ReMed initiierte 2009 kollegiale Intervisionen,
auch auf Wunsch von Kolleginnen und Kollegen. Seither organisiert das Unterst&uuml;tzungsnetzwerk regelm&auml;ssig Peer-Groups (6–10 Teilnehmer, 2–3-mal/Jahr). Die Teilnehmenden erarbeiten gemeinsam ihre Fallfragen zu Mentoring,
Coaching, Beratung, Therapie und anderen Aspekten kollegialer Begleitung (juristisch, versicherungsrechtlich usw.). Setzen Sie sich mit
uns in Verbindung, nehmen Sie an einer Sitzung
teil und lernen Sie unsere Arbeit kennen. Kontakt: Peter Birchler, Tel. 044 342 09 10 oder
peter.birchler[at]hin.ch. Restliche Daten f&uuml;r 2014:
18. 9. Z&uuml;rich, 30. 10. Z&uuml;rich, 6. 11. Bern, 20. 11.
Ob er selber einen Hausarzt habe, dem er sich anvertrauen kann, will ich wissen. Oder ob er bereit w&auml;re,
einen solchen zu finden? Nat&uuml;rlich kann er sich
auch direkt an ReMed wenden und so auch anonym
bleiben. Ein Mitglied des ReMed-Beratungsteams kann
dann zum Beispiel sorgf&auml;ltig seine Situation mit ihm
kl&auml;ren und gemeinsam mit ihm einen gangbaren
Weg aus der Abh&auml;ngigkeit finden. Die Chirurgie-Kollegin entscheidet sich schliesslich, ihrem Bekannten
von unserem Telefongespr&auml;ch zu erz&auml;hlen und gibt
ihm E-Mail-Adresse und Telefonnummer einer ReMed-Kontaktperson.
Beim ersten Telefongespr&auml;ch mit dem suchtbetroffenen Kollegen geht es zun&auml;chst darum, einen
vertrauensvollen Rahmen zu schaffen, in dem er
sich &ouml;ffnen kann. Erst als er sicher ist, dass keine
Meldung an eine Instanz von uns droht und er gros
sen kollegialen Respekt wahrnimmt, skizziert er das
Ausmass seines Alkohol- und Medikamentenmissbrauchs und seine Verzweiflung dahinter. Auf Nachfrage des ReMed-Beraters best&auml;tigt er: &laquo;Ich w&uuml;rde
niemals von einem Patienten erwarten, eine vergleichbare Krise alleine zu bew&auml;ltigen.&raquo; Der Ratsuchende ist einverstanden, einen Gespr&auml;chstermin zu
vereinbaren. Und dankbar f&uuml;r die Chance, sich f&uuml;r
einmal um sich selber zu k&uuml;mmern und dar&uuml;ber
nachzudenken, welcher Art die professionelle Unterst&uuml;tzung sein soll, die ihn von seinen S&uuml;chten befreien kann.
1 Doping auch am Skalpell – jeder f&uuml;nfte Chirurg greift zu
leistungssteigernden Substanzen. Medscape Deutschland. Dr. Erentraud H&ouml;mberg.
www.medscapemedizin.de/artikel/4901231m (3.7.2013).
Scham, Angst, Einsamkeit
Die Anruferin m&ouml;chte nun wissen, was ReMed in einer
solchen Situation raten und unternehmen w&uuml;rde?
K&ouml;nnte ihr Bekannter anonym bleiben, wenn er selber direkt Kontakt zu ReMed suchen w&uuml;rde? Und sie
betont: &laquo;Mein Kollege scheint sehr verzweifelt zu
sein, und ich bef&uuml;rchte, dass er mit seinen Schwierigkeiten sehr allein ist.&raquo; Ich best&auml;tige, dass &Auml;rzte
h&auml;ufig einsam bleiben mit ihren pers&ouml;nlichen Pro
blemen. Sie sind es nicht gewohnt, Hilfe f&uuml;r sich selber zu beanspruchen. Wenn es um S&uuml;chte geht, kommen zur Scham noch &Auml;ngste und gar die Bef&uuml;rchtung, bei einem Eingest&auml;ndnis m&ouml;glicherweise gar
die Praxisbewilligung zu verlieren. So gehen viele
Kolleginnen lieber im Alleingang durch schwere
Lebenskrisen, verordnen sich selber Psychopharmaka oder greifen zu Drogen.
2 Ott R, Biller-Andorno N. Neuroenhancement in
der &auml;rztlichen Praxis. Schweiz &Auml;rztezeitung. 2013;
94(13/14):504–6.
Kongresshaus Biel, 8. Mai 2014
Ein Glossar mit den am
h&auml;ufigsten verwendeten
Abk&uuml;rzungen finden Sie
auf Seite 1050.
1. Begr&uuml;ssung, Mitteilungen,
Bestellung des B&uuml;ros
J&uuml;rg Schlup/Pr&auml;sident FMH begr&uuml;sst die Delegierten
und speziell alle, die heute zum ersten Mal teilneh&shy;
men, zur ersten &Auml;rztekammer 2014. Er stellt deren
Beschlussf&auml;higkeit fest. Als G&auml;ste begr&uuml;sst er Joachim
Eder/St&auml;nderat Zug. Folgende weitere G&auml;ste werden
erwartet: zu Traktandum 13 die Herren GeorgesSimon Ulrich/Direktor Bundesamt f&uuml;r Statistik (BfS),
Marco D’Angelo/Chef Sektion Gesundheit BfS, Jacques
Huguenin/Leiter Ambulante Gesundheitsversorgung und
Auswertung BfS, Oliver Peters/Vizedirektor Bundesamt
f&uuml;r Gesundheit, Hanspeter Th&uuml;r/Eidgen&ouml;ssischer Datenschutzbeauftragter, Frau Sabine Troillet, Mitarbeiterin
Datenschutzbeauftragter. Zu Traktandum 15 werden
Prof. Peter Suter/Pr&auml;sident Swiss Medical Board und zu
Traktandum 17 Prof. Peter Tschudi erwartet.
Anne-Genevi&egrave;ve B&uuml;tikofer/Generalsekret&auml;rin FMH
gibt die &uuml;blichen organisatorischen Informationen.
Anschliessend bestellt der Pr&auml;sident das B&uuml;ro der &Auml;K,
welches aus dem Pr&auml;sidenten, den Vizepr&auml;sidenten,
der Generalsekret&auml;rin und den nachfolgenden Stim&shy;
menz&auml;hlenden besteht: Pierre Vallon/SGPP, Wilfried
Oesch/KAG SG, Alain Naimi/AMG, Marcel Stampfli/
KAG BE, Peter Z&uuml;st/KAG GL, Peter Leuenberger/fmCh,
Monika Henzen,
Leiterin zentrales Sekretariat
Josef Widler/AGZ, Michael Wyssmeyer/SGNM, Karl-Olaf
L&ouml;vblad/VLSS, Daniel Schr&ouml;pfer/VSAO.
Die Stimmenz&auml;hlenden werden ohne Gegen&shy;
stimme gew&auml;hlt.
Beschluss: Die Traktandenliste wird einstimmig
Der Pr&auml;sident beantragt, die &Auml;K – wie in den Statuten
vorgesehen – sp&auml;testens um 17.00 Uhr zu beenden.
Gem&auml;ss Art. 11 Abs. 3 der Gesch&auml;ftsordnung legt er
fest, dass ab 17.00 Uhr keine Beschl&uuml;sse mehr gefasst
und auch keine Wahlen mehr vollzogen werden.
Beschluss: Der Antrag wird einstimmig gutge&shy;
Eingangsreferat von J&uuml;rg Schlup, Pr&auml;sident FMH
Das Gesundheitswesen ist heute ein hochregulierter
Bereich mit einer Rekordzahl von Gesetzen und es
ist von einer weiteren Regulierung auszugehen. Der
Bundesrat hat 2014 zw&ouml;lf Priorit&auml;ten gesetzt. Erw&auml;hnt
sei die Qualit&auml;tsstrategie des Bundes. Hier geht es um
die Bildung eines Qualit&auml;tsinstituts des Bundes f&uuml;r
das Gesundheitswesen. Der ZV lehnt eine solche
welche die FMH in den n&auml;chsten Monaten besch&auml;fti&shy;
2. Jahresberichte 2013
2.1 Jahresbericht des SIWF
Gleich zu Beginn weist Christoph H&auml;nggeli/SIWF auf
die optischen Ver&auml;nderungen hin. Ziel war, die zwei
verschiedenen Layouts von FMH und SIWF anzuglei&shy;
chen, so dass auf einen Blick erkennbar ist, dass die
beiden Jahresberichte zur gleichen Familie geh&ouml;ren.
Neu kommen im aktuellen Jahresbericht acht Weiter&shy;
bildner zu Wort. E Papier und weiterf&uuml;hrende Infor&shy;
mationen sind unter www.siwf.ch abrufbar.
Werner Bauer/Pr&auml;sident SIWF f&uuml;hrt aus, dass die
aktuellen Strukturver&auml;nderungen sowohl im station&auml;&shy;
ren wie ambulanten Bereich Einfluss auf die zeitlichen
und finanziellen Ressourcen haben. Das SIWF will
sich nicht nur als Verwalterin und Administratorin
der Weiterbildung sehen, sondern vielmehr die Rolle
als Unterst&uuml;tzerin wahrnehmen. Aus diesem Grund
wurde 2013 ein Pilotprojekt zur Projektf&ouml;rderung aus&shy;
geschrieben, welches Innovationen in der Weiter&shy;
bildung unterst&uuml;tzen soll. Von den 62 eingereichten
Antr&auml;gen wurden schlussendlich vier Projekte (Ra&shy;
diologie Lernplattform, Zytopathologie Datenbank,
Trainingssystem f&uuml;r minimalinvasive Chirurgie, Simu&shy;
lationskurs in mechanischer Beatmung) ausgew&auml;hlt.
2013 wurde ebenfalls ein Award f&uuml;r besonderes Enga&shy;
gement in der Weiterbildung bei den Assistenz&auml;rztin&shy;
nen und &auml;rzten lanciert. Mit der Steuerung der Fach&shy;
arztweiterbildung besch&auml;ftigen sich zur Zeit Bund,
Kantone und GDK. Eine erste Studie hat sich mit der
Steuerung und den Synergien im Ausland ausein&shy;
andergesetzt. Eine zweite Studie, deren Resultate im
Herbst erwartet werden, soll ermitteln, wie der Fach&shy;
&auml;rztemix in der Schweiz effektiv zustande kommt.
Christoph H&auml;nggeli/SIWF informiert &uuml;ber den Stand
der Revision des Medizinalberufegesetzes (MedBG)
und die Forderung des SIWF nach einem vollst&auml;n&shy;
digen &Auml;rzteregister. Zusammen mit anderen Partnern
hat die FMH und das SIWF im St&auml;nderat daf&uuml;r die Zu&shy;
stimmung erreicht. Die Vorlage soll neben den bereits
bekannten Anliegen zus&auml;tzlich neu mit der Pr&uuml;fung
der Sprachkompetenz im Zweitrat beraten werden. Die
Finanzierung der &auml;rztlichen Weiterbildung besch&auml;f&shy;
tigt die GDK weiterhin. Der Senkung von urspr&uuml;nglich
CHF 24 000 resp. CHF 18 000 auf CHF 15 000 haben
nicht alle Kantone zugestimmt. F&uuml;r die Inkraftsetzung
m&uuml;ssen jedoch alle Kantone ihr Einverst&auml;ndnis geben.
An der Plenarversammlung vom 22./23. 5. 2014 wird
die GDK das weitere Vorgehen beschliessen. Schliess&shy;
lich wurde die Website www.siwf.ch &uuml;berarbeitet
und benutzerfreundlicher gestaltet.
Gut gelaunter Empfang der Delegierten der Dach- und Fachorganisationen sowie
der kantonalen &Auml;rztegesellschaften.
Bundesl&ouml;sung ab, da er &uuml;berzeugt ist, dass die FMH
bzw. die &Auml;rzteschaft ihre Qualit&auml;tsbem&uuml;hungen in ei&shy;
ner weniger zentralistischen L&ouml;sung besser einbrin&shy;
gen kann. Bei der Nachfolgel&ouml;sung f&uuml;r den aktuellen
Zulassungsstopp f&uuml;r ambulant t&auml;tige &Auml;rzte ab 2016
will der Bundesrat eine langfristige und permanente
Zulassungssteuerung einf&uuml;hren. Die zentralen Fra&shy;
gen drehen sich dabei um die Entscheidungskompe&shy;
tenz im Einzelnen. Die Verordnung &uuml;ber die Anpas&shy;
sung von Tarifstrukturen in der Krankenversiche&shy;
rung wird voraussichtlich im kommenden Oktober
in Kraft gesetzt. Die Auswirkungen werden weder
sachgerecht noch betriebswirtschaftlich sein. Der ZV
will die Dauer des Eingriffes m&ouml;glichst kurz halten
und die laufende Gesamtrevision bis Ende 2015 ab&shy;
schliessen. Nach dem Sommer wird dem Parlament
das Bundesgesetz &uuml;ber die Registrierung von
Krebserkrankungen vorgelegt und der Bericht zur
psychischen Gesundheit der Bev&ouml;lkerung wird
publiziert. Schliesslich wird noch dieses Jahr &uuml;ber
die Eckwerte des Bundesgesetzes &uuml;ber die Gesund&shy;
heitsberufe entschieden und die Massnahmen im
Vollzug des Postulats &laquo;Positionierung der Apothe&shy;
ken in der Grundversorgung&raquo; umgesetzt.
Neben diesen vom Bundesrat festgelegten Priori&shy;
t&auml;ten besch&auml;ftigt sich die FMH mit weiteren Schwer&shy;
punkten und aktuellen Themen. Die Revision des
Verj&auml;hrungsrechts sieht vor, die heutigen Verj&auml;h&shy;
rungsfristen f&uuml;r Personenschaden von 10 auf 30 Jahre
zu verl&auml;ngern. Die Revision zum Heilmittelgesetz
wurde am 7. 5. 2014 im Nationalrat verabschiedet.
Dank vereinten Kr&auml;ften innerhalb der &Auml;rzteorgani&shy;
sationen ist es der FMH gelungen, substantielle Ver&shy;
besserungen zu erreichen. Daf&uuml;r dankt der Pr&auml;sident
allen Beteiligten f&uuml;r die Unterst&uuml;tzung. Die Frag&shy;
mentierung der Versorgung wie der regionale und
sektorielle &Auml;rztemangel sind weitere Schwerpunkte,
Antrag: Der Pr&auml;sident der FMH beantragt der &Auml;K,
den Jahresbericht 2013 des SIWF zu genehmigen.
Beschluss: Der Jahresbericht wird einstimmig ge&shy;
3.1 Jahresrechnung des SIWF
Das SIWF generiert seine Einnahmen haupts&auml;chlich
&uuml;ber Geb&uuml;hren f&uuml;r die Erteilung der Facharzttitel. 2013
wurden im Vergleich zum Vorjahr leicht weniger Titel
erteilt als im Vorjahr. Die von Christoph H&auml;nggeli/SIWF
pr&auml;sentierte Jahresrechnung 2013 schliesst mit einem
Verlust von CHF 2000 ab und liegt somit CHF 123 000
&uuml;ber dem Budget. Er weist darauf hin, dass aufgrund
der gesunden Finanzsituation per 1. 1. 2014 die Ge&shy;
b&uuml;hren f&uuml;r Schwerpunkte und zus&auml;tzliche Facharzt&shy;
titel gesenkt wurden. Nachdem das provisorisch er&shy;
stellte Budget 2015 allerdings von einem hohen Ver&shy;
lust ausgeht, steht eine weitere Geb&uuml;hrenreduktion
nicht mehr zur Diskussion.
Es gibt keine Fragen oder Wortmeldungen.
3. Jahresrechnungen 2013
4. Bericht der Gesch&auml;ftspr&uuml;fungskommission
Die Zusammensetzung der GPK hat sich im Berichts&shy;
jahr 2013 ver&auml;ndert. F&uuml;r den altershalber zur&uuml;ck&shy;
getretenen Roland Schwarz wurde neu J&uuml;rg Lareida
als Nachfolger f&uuml;r die VEDAG in die GPK gew&auml;hlt.
Das Pr&auml;sidium wurde Adrian Sury &uuml;bertragen. 2013
war wiederum eine erh&ouml;hte Sitzungst&auml;tigkeit der
GPK notwendig. Dies war einerseits bedingt durch
den Pr&auml;sidiumswechsel, aber auch durch eine mas&shy;
sive Zunahme der finanzrelevanten und strukturel&shy;
len Themen der FMH. Die GPK hat sich zweimal im
Jahr zu einem Gedankenaustausch mit der FMH (J&uuml;rg
Schlup, Anne-Genevi&egrave;ve B&uuml;tikofer und Emanuel Waeber)
Budget Stabilisierungsmassnahmen Statusbe&shy;
richt: Adrian Sury/GPK nimmt Bezug auf die
&Auml;K Beschl&uuml;sse von 2007. Die Module 1 und 2 sind
umgesetzt. Das Modul 4 (Restrukturierung General&shy;
sekretariat) ist zurzeit in Umsetzung. F&uuml;r Modul 3
Antrag: Der ZV der FMH beantragt der &Auml;K, den
Jahresbericht 2013 der FMH zu genehmigen.
Beschluss: Der Jahresbericht der FMH wird ein&shy;
3.2 Jahresrechnung der FMH
Die Jahresrechnung 2013 der FMH schliesst mit einem
Verlust von CHF 194 000; budgetiert war ein Verlust
in der H&ouml;he von CHF 381 000. Emanuel Waeber/FMH
erl&auml;utert die Gr&uuml;nde wie auch die wesentlichen Er&shy;
trags und Aufwandabweichungen. Die Ausgaben
waren mit CHF 198 000 &uuml;ber dem Budget. Die Liqui&shy;
dit&auml;t ist um CHF 300 000 leicht zur&uuml;ckgegangen. Der
Aufwand f&uuml;r Drittleistungen ist um CHF 776 000
geringer ausgefallen, da nicht alle Projekte planm&auml;s&shy;
sig in Angriff genommen werden konnten. Die Ent&shy;
wicklung der Mitgliederzahlen und der damit ver&shy;
bundenen Beitr&auml;ge ist erfreulich; mit Ausnahme der
Kategorie 4 ergeben sich &uuml;berall leichte Bestandes&shy;
2.2 Jahresbericht der FMH
Anne-Genevi&egrave;ve B&uuml;tikofer/GS FMH pr&auml;sentiert den Jah&shy;
resbericht 2013, welcher sowohl mit einem anderen
Format wie auch mit neuen Inhalten hervorsticht. Das
Motto &laquo;Begegnung und Wandel&raquo; soll zeigen, wie die
FMH mit ihren Partnern zusammenarbeitet. Erstma&shy;
lig sind im Jahresbericht 2013 das Podiumsgespr&auml;ch,
die Berichte der einzelnen Abteilungen des General&shy;
sekretariats FMH, die Dienstleistungen der FMH wie
auch zwei neu dargestellte Organigramme aufgef&uuml;hrt.
Ferner wird die FMH &Auml;rztestatistik 2013 als Flyer in
Papierform beigelegt. Unter www.fmh.ch oder via APP
kann auf den Gesch&auml;ftsbericht zugegriffen werden.
Gekonnt f&uuml;hrt FMH-Pr&auml;sident Dr. med. J&uuml;rg Schlup durch die &Auml;rztekammer (zweiter von rechts). Er wird unterst&uuml;tzt durch
die Mitglieder des Zentralvorstandes sowie FMH-Generalsekret&auml;rin Anne-Genevi&egrave;ve B&uuml;tikofer (rechts).
5.1 Genehmigung Jahresrechnung des SIWF
Beschluss: Die Jahresrechnung SIWF wird einstim&shy;
mig genehmigt.
5.2 Genehmigung Jahresrechnung der FMH
Beschluss: Die Jahresrechnung der FMH wird ein&shy;
6. D&eacute;chargen-Erteilungen
Der Vorstand SIWF und der ZV FMH beantragen der
&Auml;K, den Empfehlungen der GPK sowie der Kontroll&shy;
stelle zu folgen und ihnen f&uuml;r das Gesch&auml;ftsjahr 2013
D&eacute;charge zu erteilen.
6.2 D&eacute;charge-Erteilung Zentralvorstand FMH
Beschluss: Die &Auml;K erteilt dem ZV FMH mit einer
Gegenstimme D&eacute;charge f&uuml;r das Gesch&auml;ftsjahr
7. Gastreferat
J&uuml;rg Schlup/Pr&auml;sident FMH begr&uuml;sst als Gastreferenten
Dr. med. Otmar Kloiber/Generalsekret&auml;r des Welt&auml;rztebundes (World Medical Association/WMA). Otmar
Kloiber hat in K&ouml;ln doktoriert, in Minnesota USA
geforscht und sp&auml;ter am Max Planck Institut f&uuml;r
neurologische Forschung in K&ouml;ln gearbeitet. Seit
2005 ist er Generalsekret&auml;r der WMA.
Der Welt&auml;rztebund wurde 1947 in Paris gegr&uuml;n&shy;
det. Das Sekretariat, das urspr&uuml;nglich seinen Sitz in
New York hatte, zog 1974 nach Ferney Voltaire in
Frankreich. Die WMA vertritt weltweit 106 &Auml;rzteorga&shy;
nisationen und setzt sich f&uuml;r eine qualitativ gute
Gesundheitsversorgung ein, die &uuml;berall auf der Welt
und f&uuml;r alle Menschen erreichbar ist. Die Generalver&shy;
sammlung ist das Hauptentscheidungsorgan.
Die WMA hat es im Vergleich zu anderen NGO
geschafft, dass ihren Richtlinien heute weltweit Be&shy;
achtung geschenkt wird. Zu erw&auml;hnen ist das Genfer
Gel&ouml;bnis sowie die Deklaration von Helsinki. Das 1948
verfasste &laquo;Genfer Gel&ouml;bnis&raquo; ist Bestandteil der meis&shy;
ten &auml;rztlichen Berufsordnungen, die &laquo;Deklaration von
Helsinki&raquo; hat insbesondere in der Fassung von Tokio
1975 den Massstab f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung von klini&shy;
schen Versuchen am Menschen gesetzt. An der letzt&shy;
j&auml;hrigen Generalversammlung in Brasilien wurde
eine revidierte Version der Deklaration von Helsinki
verabschiedet. Diese Deklaration enth&auml;lt ethische
Prinzipien der medizinischen Forschung am Men&shy;
schen und ist eines der wichtigsten Dokumente des
Welt&auml;rztebundes. Die Deklaration definiert einen bes&shy;
seren Schutz, insbesondere f&uuml;r vulnerable Gruppen,
fordert pr&auml;zisere und spezifischere Anforderungen f&uuml;r
Massnahmen nach Abschluss einer Studie und zieht
erstmalig den Aspekt von Kompensationen f&uuml;r Ge&shy;
sch&auml;digte mit ein. Neu ist die Forderung, dass alle
medizinischen Studien, und nicht nur die klinischen
Studien, registriert werden sollen. Weiter wurden u. a.
auch Beschl&uuml;sse zu Homosexualit&auml;t und Todesstrafe
gefasst. Homosexualit&auml;t ist keine Erkrankung und be&shy;
darf deshalb keinerlei Heilung. Direkte und indirekte
Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen
aufgrund ihrer sexuellen Orientierung seien h&auml;ufige
Ursachen f&uuml;r negative psychische und physische Er&shy;
krankung. Die Delegierten lehnten sogenannte Re&shy;
parations bzw. Konversionstherapien strikt ab. Die
WMA spricht sich weiter auch gegen eine Beteiligung
von &Auml;rzten an der Vollstreckung der Todesstrafe aus.
Mit einer Resolution demonstriert die internationale
5. Genehmigung Jahresrechnungen 2013
6.1 D&eacute;charge-Erteilung SIWF
Beschluss: Die &Auml;K erteilt dem Vorstand SIWF ein&shy;
stimmig D&eacute;charge f&uuml;r das Gesch&auml;ftsjahr 2013.
konnte das Ziel (Reduktion Betriebsaufwendungen ZV)
nicht erreicht werden. Hier erarbeitet die GPK noch in
diesem Jahr Vorschl&auml;ge an den ZV. Nicht auszuschlies&shy;
sen ist, dass die &Auml;K an ihrer Sitzung vom 30.10.2014
auf ihre 2007 getroffenen Entscheide zur&uuml;ckkommen
und &uuml;ber eine Kurs&auml;nderung entscheiden muss.
Aktuell besch&auml;ftigt sich die GPK mit der Wieder&shy;
einstiegshilfe bei Ausscheiden aus dem Amt. F&uuml;r die
GPK ist das revidierte Gesetz (mit G&uuml;ltigkeit ab Juni
2008) nicht mehr zeitgem&auml;ss. Ein neues Reglement
soll noch 2014 verabschiedet werden. Die heute ge&shy;
w&auml;hlten Mitglieder des ZV unterstehen jedoch dem
alten Reglement. Die Regelung bei der Abl&ouml;sung eines
scheidenden Pr&auml;sidenten und eines neugew&auml;hlten
Pr&auml;sidenten wurde an der &Auml;K vom 3. 10. 2013 berei&shy;
nigt. Das GS schliesst neu Leistungsvertr&auml;ge f&uuml;r Unter&shy;
st&uuml;tzungsbeitr&auml;ge mit externen Organisationen ab.
Die Thematik des IPI wurde an der letzten &Auml;K ausgie&shy;
big diskutiert. 2013 konnte die offene Pendenz HPC
Karte mit der Swisscom mittels Vergleich geregelt
werden. Der ZV konnte mit der EMH bez&uuml;glich EMH/
SMSR/OMCT eine einvernehmliche L&ouml;sung &uuml;ber den
Einsitz im VR EMH finden und die gestellten Geld&shy;
forderungen seitens EMH an die FMH zugunsten der
FMH bereinigen. Beim Projekt MARS hat sich die FMH
aufgrund untersch&auml;tzter Auswirkungen der KVG
Revision 2008 mit grossen Problemen zu befassen.
Die GPK sch&auml;tzt die grossen Anstrengungen von Pr&auml;si&shy;
dent und ZV, hier eine aktive Rolle einzunehmen
und, soweit m&ouml;glich, weitere negative Auswirkungen
des Projektes zu verhindern.
Die GPK hat an der Abschlussbesprechung der Er&shy;
folgsrechnung und Bilanz 2013 teilgenommen und
vom Ergebnis der konsolidierten Rechnung und der
korrekten Rechnungsf&uuml;hrung 2013 Kenntnis genom&shy;
men. Adrian Sury/GPK dankt dem GS FMH sowie dem
SIWF f&uuml;r die ausgezeichnete Arbeit und beantragt, die
Jahresrechnung 2013 des SIWF und der FMH zu ge&shy;
nehmigen und dem Pr&auml;sidium SIWF und dem ZV
FMH f&uuml;r das Berichtsjahr 2013 Entlastung zu erteilen.
J&uuml;rg Schlup/Pr&auml;sident FMH dankt der GPK f&uuml;r ihren
Bericht und die konstruktive Zusammenarbeit.
&Auml;rzteschaft abermals, im Einklang mit dem Genfer Ge&shy;
l&ouml;bnis, ihren uneingeschr&auml;nkten Respekt f&uuml;r mensch&shy;
liches Leben.
Gegenw&auml;rtig richten sich die Arbeitsschwer&shy;
punkte auf Projekte in Afrika. Mit der aktuellen Pr&auml;&shy;
sidentin, die aus Uganda stammt, soll die Gelegen&shy;
heit genutzt werden, die Zusammenarbeit mit Afrika
zu verst&auml;rken und eine bessere &Auml;rztevertretung zu
sichern. Weiter braucht es f&uuml;r die Verwendung von
medizinischen Daten (Gesundheitsdatenbanken) eine
neue Regelung, um Missbrauch zu vermeiden. Die Pa&shy;
tienten m&uuml;ssen &uuml;ber die Verwendung ihrer Daten auf&shy;
gekl&auml;rt werden. In vielen L&auml;ndern dieser Welt werden
Impfkampagnen durch Sponsoren bezahlt. Dabei
konnte festgestellt werden, dass diejenigen, die imp&shy;
fen, selber nicht geimpft sind. Diese Situation ist ab&shy;
surd, da diese als Multiplikator sozusagen die Krank&shy;
heiten gleichzeitig mit austragen. Der Impfstatus der
&Auml;rzte in den reichen L&auml;ndern ist leider vergleichs&shy;
weise nicht besser.
Nach seinem Referat steht Otmar Kloiber den
Delegierten f&uuml;r Fragen zur Verf&uuml;gung.
Marianna Bodenmann/ZH: Erarbeiten Sie auch
Richtlinien zur Sterbehilfe?
Otmar Kloiber/WMA: Die WMA hat sich bereits
vor 30 Jahren mit dem Thema Sterbehilfe und Sterbe&shy;
begleitung auseinandergesetzt. In der Organisation
gibt es einen Dissens darin, da sie zwei Mitgliedsorga&shy;
nisationen hat, die aktive Sterbehilfe, die Euthana&shy;
sie, bef&uuml;rworten. Ansonsten vertritt die Organisa&shy;
tion eine klare Ablehnung gegen eine Teilnahme an
Euthanasie bzw. an einem assistierten Selbstmord.
Brigitte Muff/ZH: Haben Sie irgendwelche Aktivi&shy;
t&auml;ten zur Unterst&uuml;tzung von medizinischen Hilfswer&shy;
ken, wie das IKRK, Roter Halbmond usw. und zur
Sicherheit derselben respektive auch zum Verhindern
von Missbrauch von solche Institutionen f&uuml;r politi&shy;
sche Zwecke, wie das bei Osama Bin Ladens Erfassung
Othmar Kloiber/WMA: Die WMA befasst sich mit
dieser Thematik bereits seit 50 Jahren und hat zusam&shy;
men mit dem IKRK und dem Internationalen Komi&shy;
tee f&uuml;r Milit&auml;rmedizin Richtlinien f&uuml;r die gesundheit&shy;
liche Versorgung in Kriegsf&auml;llen erarbeitet. Aktuell
wird mit dem IKRK intensiv im Projekt &laquo;Health Care
in Danger&raquo; zusammengearbeitet. Die Angriffe auf
die Gesundheitseinrichtungen sowie generell die Ge&shy;
walt an &Auml;rzten, Krankenschwestern und &uuml;brigem
Gesundheitspersonal sind bedrohlich angestiegen.
In sogenannten Communities of Concern versucht
die WMA, die Konfliktparteien anzusprechen und
ein Bewusstsein daf&uuml;r zu schaffen, dass die Gesund&shy;
heitsversorgung einen Freiraum braucht. Umgekehrt
haben die &Auml;rzte eine medizinische Neutralit&auml;t zu
wahren und jeden Patienten zu behandeln.
Caspar Brunner/ZH: Wie k&ouml;nnen in Zukunft die
Ressourcen gerechter verteilt werden?
Otmar Kloiber/WMA: Armut f&uuml;hrt zu einer
schlechten Gesundheitsversorgung. Im Rahmen der
&laquo;Millennium Development Goals&raquo; der Vereinten Na&shy;
tionen wirkt die WMA ebenfalls mit und begr&uuml;sst die
neue Politik der Weltgesundheitsorganisation von
2008 zu Primary Care, die eine prim&auml;re Gesund&shy;
heitsversorgung als Kern eines umfassenden Gesund&shy;
heitswesens sieht. Zur Entwicklung einer Gesell&shy;
schaft und ihrer Wirtschaft geh&ouml;rt eine vern&uuml;nftige
Ausstattung des Gesundheitswesens dazu.
Christine Romann/ZV FMH: Hat sich die WMA mit
der Frage der T&ouml;tung weiblicher S&auml;uglinge und der
selektiven Abtreibung weiblicher F&ouml;ten in Asien
besch&auml;ftigt? W&auml;re es hier nicht auch denkbar, eine
&auml;hnliche &Auml;chtung wie bei der Todesstrafe zu suchen?
Es widerspricht der &auml;rztlichen Ethik, aus Gr&uuml;nden
des Geschlechts eine Abtreibung vorzunehmen.
Otmar Kloiber/WMA: Es ist in der Tat ein gravie&shy;
rendes Problem und wurde im Detail noch nicht an&shy;
gesprochen. Die WMA hat sich bereits mit der gesund&shy;
heitlichen Versorgung von Frauen vor Jahren im Zu&shy;
sammenhang mit den Ereignissen in Afghanistan
besch&auml;ftigt. Aber das w&auml;re vielleicht eine Thematik,
die die FMH bearbeiten k&ouml;nnte.
J&uuml;rg Schlup/Pr&auml;sident FMH dankt Otmar Kloiber
f&uuml;r seine engagierten und interessanten Ausf&uuml;hrun&shy;
gen wie auch f&uuml;r die Jubil&auml;umsausgabe &laquo;50 Jahre De&shy;
klaration von Helsinki&raquo;.
8.1 Pr&auml;sident SIWF
Gem&auml;ss J&uuml;rg Schlup/Pr&auml;sident FMH ist ausser der Kan&shy;
didatur von Werner Bauer keine weitere eingegangen.
Er &uuml;bergibt das Wort Werner Bauer.
Werner Bauer/Pr&auml;sident SIWF sieht das SIWF nach
vierj&auml;hriger Amtszeit als eine Institution, die ihre
Arbeit bestens erf&uuml;llt. Die Gesch&auml;ftsleitung wie die
&Uuml;berraschungsgast Dr. med. Otmar Kloiber, General
sekret&auml;r der World Medical Association, stellte seine bei
Genf ans&auml;ssige Organisation vor.
dium in Z&uuml;rich absolviert. Nach dem Studium und
verschiedenen Assistenzstellen er&ouml;ffnete er in Frauen&shy;
feld als Hausarzt eine Praxis. W&auml;hrend dieser Zeit war
er 15 Jahre im Vorstand der &Auml;rztegesellschaft Thur&shy;
gau, davon f&uuml;nf Jahre als Pr&auml;sident. Von 2003 bis
2013 war er ebenfalls Vorstandsmitglied VEDAG. Er
amtete vier Jahre als Qu&auml;stor bei der Schweiz. Gesell&shy;
schaft f&uuml;r Arbeitsmedizin und war Gr&uuml;ndungsmit&shy;
glied zur Rose. Ab 2011 wurde er im Kanton Thurgau
zum Kantonsarzt gew&auml;hlt. Nach seiner Fr&uuml;hpensio&shy;
nierung 2014 ist er wieder aktiv in der Grundversor&shy;
gung t&auml;tig. Gerne stellt er sich der Standespolitik f&uuml;r
dieses Amt zur Verf&uuml;gung.
Da es keine Fragen und Wortmeldungen gibt,
wird &uuml;ber die Wahl abgestimmt. J&uuml;rg Schlup/Pr&auml;sident
FMH pr&auml;zisiert die &Uuml;bergangsmodalit&auml;ten. Der neu&shy;
gew&auml;hlte Vizepr&auml;sident &uuml;bernimmt ab heute alle
neueingehenden F&auml;lle. Urs Strebel arbeitet die h&auml;ngi&shy;
gen F&auml;lle bis zur n&auml;chsten &Auml;K ab. Was bis dahin noch
pendent ist, wird Mathias Wenger &uuml;bernehmen.
Beschluss: Werner Bauer wird grossmehrheitlich
mit einer Enthaltung zum Pr&auml;sidenten des SIWF
bis 2016 wiedergew&auml;hlt.
J&uuml;rg Schlup/Pr&auml;sident FMH gratuliert Werner Bauer
zu seiner Wiederwahl. Der Wiedergew&auml;hlte be&shy;
dankt sich bei den Anwesenden f&uuml;r das Vertrauen.
8.2 Vize-Pr&auml;sident Standeskommission FMH
Urs Strebel tritt aus Altersgr&uuml;nden als Vizepr&auml;sident
der Standeskommission zur&uuml;ck. J&uuml;rg Schlup/ Pr&auml;sident
FMH informiert, dass neben der eingegangenen Kan&shy;
didatur von Mathias Wenger keine weiteren Vor&shy;
schl&auml;ge eingereicht wurden.
Mathias Wenger stellt sich den Delegierten vor.
1956 im Thurgau geboren, hat er sein Medizinstu&shy;
J&uuml;rg Schlup/Pr&auml;sident FMH gratuliert Mathias Wenger
zur Wahl. Der Neugew&auml;hlte bedankt sich f&uuml;r das Ver&shy;
Mitarbeitenden sind sehr engagiert und verf&uuml;gen
&uuml;ber eine hohe Fachkompetenz. Die Zusammenarbeit
innerhalb des SIWF wie auch mit der FMH ist sehr
gut. Die Weiter und Fortbildung auch in den kom&shy;
menden Jahren mitzugestalten habe ihn bewogen,
sich nochmals f&uuml;r eine Wiederwahl zur Verf&uuml;gung zu
Hans-Ruedi Koelz/Vizepr&auml;sident SIWF erkl&auml;rt, dass
es bei der heutigen Wiederwahl um die Dauer von
zwei Jahren geht, damit der Wahlrhythmus wieder
gew&auml;hrleistet ist. Der Vorstand des SIWF hat sich am
6. 3. 2014 einstimmig f&uuml;r Werner Bauer ausgespro&shy;
chen. Er hat das SIWF in den letzten vier Jahren mit
Umsicht, Kompetenz und Erfolg geleitet, weshalb er
f&uuml;r die Wiederwahl bis 2016 empfohlen wird.
Hanspeter Kuhn/FMH weist auf die statutarische
Altersgrenze hin, welche Werner Bauer in diesem Jahr
Da es keine weiteren Wortmeldungen gibt, wird
&uuml;ber die Wiederwahl abgestimmt.
Beschluss: Mathias Wenger wird mit 149 Ja, 1 Nein
und 5 Enthaltungen zum neuen Vizepr&auml;sidenten
der Standeskommission gew&auml;hlt.
8.3 Kontrollstelle
Gem&auml;ss Art. 30 Abs. 3 der Statuten ist eine neue Kon&shy;
trollstelle f&uuml;r die Periode von zwei Jahren zu w&auml;hlen.
Mit dem Wechsel soll das Ziel verfolgt werden, auf
die Jahresrechnung und das IKS der FMH einen kri&shy;
tischen Blick zu werfen und sicherzustellen, dass
die gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben an
die eigene Revisionsgesellschaft eingehalten werden.
Nach siebenj&auml;hriger und zur Zufriedenheit ausge&shy;
f&uuml;hrter T&auml;tigkeit als Revisionsstelle der FMH beab&shy;
sichtigt die FMH, die Von Graffenried AG Treuhand
Emanuel Waeber/FMH orientiert, dass aufgrund
definierter Anforderungskriterien und des Pr&uuml;fungs&shy;
auftrags drei Gesellschaften zur Offertstellung ein&shy;
geladen wurden, n&auml;mlich BDO AG, CORE Cotting
Revisions AG sowie Gfeller+Partner AG, alle mit Sitz
in Bern. Nach Pr&uuml;fung der Unterlagen, der vorhande&shy;
nen Referenzen und der Erfahrungen im Gesund&shy;
heitswesen empfiehlt die Generalsekret&auml;rin, die Firma
BDO AG in Bern als neue Revisionsgesellschaft der
FMH zu w&auml;hlen. Die GPK unterst&uuml;tzt diesen Antrag
SIWF-Pr&auml;sident Dr. med. Werner Bauer wird in seinem Amt deutlich best&auml;tigt.
Antrag: Der ZV beantragt der &Auml;K, die Firma BDO
AG in Bern als Kontrollstelle der FMH f&uuml;r die
Amtsdauer von 2014–2016 zu w&auml;hlen.
Beschluss: Die Firma BDO AG in Bern wird als
neue Kontrollstelle der FMH f&uuml;r die Amtsdauer
2014–2016 mit 164 Ja und 3 Enthaltungen ge&shy;
Bisher: Ralph A. Schmid, Br&uuml;gg
Neu ab 8. 5. 2014: Bernhard Egger, Zimmerwald
9.1 Ordentliche Delegierte
Die &Auml;K stimmt &uuml;ber die Best&auml;tigung der folgenden
ordentlichen Delegierten der DV ab:
Antrag: Die antragstellenden Organisationen be&shy;
antragen der &Auml;K, die aufgef&uuml;hrten ordentlichen
DV Delegierten neu zu best&auml;tigen.
Beschluss: Die drei neuen Delegierten werden mit
166 Ja und 1 Einhaltung gew&auml;hlt.
10.1 Erg&auml;nzung der FMH-Statuten
10.2 &Auml;nderung Art. 36a und Art. 37
der FMH-Statuten
Die heutigen Statuten schr&auml;nken die Einsatzm&ouml;glich&shy;
keiten f&uuml;r DV Delegierte zu stark ein und sollen ge&shy;
lockert werden, ohne die Kontinuit&auml;t der Delegier&shy;
ten zu verw&auml;ssern. Die Dachverb&auml;nde sollen frei sein,
einen oder zwei Ersatzdelegierte zu w&auml;hlen. Zudem
soll der Begriff &laquo;Vorsitzender der DV&raquo; im franz&ouml;si&shy;
schen und deutschen Text der Statuten harmonisiert
werden. Die DV hat diese Antr&auml;ge am 19. 3. 2014 gross&shy;
9.2 Ersatzdelegierte
Ersatzdelegierten der DV ab:
10. &Auml;nderungen in Statuten,
Gesch&auml;ftsordnung und Standesordnung
Antrag: Die DV beantragt der &Auml;K folgende Statu&shy;
ten&auml;nderungen:
FMH-Statuten Art. 36a Wahlen
Die Wahl der DV-Delegierten und von einem oder zwei
DV-Ersatzdelegierten pro Organisation f&uuml;r die DV findet alle vier Jahre statt. W&auml;hlbar sind ausschliesslich
stimm- und antragsberechtigte &Auml;K-Delegierte.
Neu ab 8. 5. 2014: Susanna St&ouml;hr, Basel
Bisher: Guillaume Favre, Gen&egrave;ve
Neu ab 8. 5. 2014: Christophe Gallay, Gen&egrave;ve
Bisher: Antoine M. Oesch, Br&uuml;gg
Neu ab 8. 5. 2014: Ralph A. Schmid, Bern
antragen der &Auml;K, die aufgef&uuml;hrten DV Ersatz&shy;
delegierten der FMH zu best&auml;tigen.
Beschluss: Die drei neuen Ersatzdelegierten werden
mit 166 Ja und 1 Enthaltung gew&auml;hlt.
Bisher: H&eacute;l&egrave;ne Beutler, Bern
Neu ab 8. 5. 2014: Christian Bernath, Oberrieden
Bisher: Christian Bernath, Oberrieden
Neu ab 8. 5. 2014: H&eacute;l&egrave;ne Beutler, Bern
9. Best&auml;tigung der von den Dachverb&auml;nden
nominierten DV-Delegierten
FMH-Statuten Art. 37 Zust&auml;ndigkeit
Die DV hat folgende Aufgaben und Kompetenzen:
[...] g) Wahl des DV-Pr&auml;sidenten und seines Stellvertreters f&uuml;r eine vierj&auml;hrige Amtsperiode.
Beschluss: Der Antrag wird mit 166 Ja und 1 Ent&shy;
haltung gutgeheissen.
10.2 Revision der FMH-Gesch&auml;ftsordnung
Die Mitglieder des Zentralvorstands, im Vordergrund Dr. med. Christoph Bosshard, verfolgen
die intensiven Debatten der &Auml;rztekammer.
10.2.1 Beitragskategorie 7
Die FMH beabsichtigt, die Wahrnehmung innerhalb
der eigenen Mitglieder langfristig und nachhaltig zu
optimieren. Zu diesem Zweck soll das vielf&auml;ltige An&shy;
gebot der FMH noch besser positioniert werden, um
den Mitgliedern einen messbaren Nutzen beziehungs&shy;
weise einen Mehrwert zu vermitteln. Gem&auml;ss Emanuel
Waeber/FMH soll es auch darum gehen, die laufende
Rechnung der FMH finanziell zu entlasten. Bis anhin
erhielten die Mitglieder der Kategorien 7 die Schweize&shy;
10.3.1.3 Streichung der zur&uuml;ckgezogenen
SAMW Richtlinie &laquo;Biobanken&raquo;
Die SAMW hat u.a. infolge Inkrafttretens des Human&shy;
forschungsgesetzes die SAMW Richtlinie Biobanken
zur&uuml;ckgezogen. Aus diesem Grund ist diese Richtlinie
in der Standesordnung zu streichen.
Antrag: Der ZV beantragt der &Auml;K die Streichung
des Verweises auf die SAMW Richtlinie Biobanken
in der FMH Standesordnung.
Zu den drei Antr&auml;gen gibt es keine Wortmeldungen
und es wird global dar&uuml;ber abgestimmt.
Beschluss: Die drei Antr&auml;ge werden mit 163 Ja zu
4 Nein angenommen.
10.3.2 Neuer Art. 35a der FMH Standesordnung
Im Auftrag der aussergerichtlichen Gutachterstelle
der FMH und des wissenschaftlichen Beirats unter&shy;
breitet der ZV der &Auml;K einen neuen Art. 35a mit der
Sach&uuml;berschrift &laquo;Gutachten f&uuml;r die FMH Gutach&shy;
terstelle&raquo;. Val&eacute;rie Rothhardt/FMH erkl&auml;rt, dass der
Gutachterstelle h&auml;ufig die lange Verfahrensdauer
vorgeworfen wird. Feststellbar ist, dass die erteilte
Frist von drei Monaten beim Erstellen des Gutachter&shy;
entwurfs nur selten eingehalten wird. Mit dem
neuen Artikel in der Standesordnung will die Gut&shy;
achterstelle das heutige Verfahren optimieren und
erreichen, dass die Fristen k&uuml;nftig eingehalten wer&shy;
den. Die DV hat der Einf&uuml;hrung des neuen Artikels
Die Delegierten haben die M&ouml;glichkeit, zu diesem
Antrag Stellung zu beziehen. Nach den Fragen und
Diskussionen werden weitere Antr&auml;ge gestellt:
Antrag: Der ZV und die DV empfehlen der &Auml;K, der
Einf&uuml;hrung eines j&auml;hrlichen Beitrags von 1⁄5 des
Mitgliederbeitrags (CHF 132) f&uuml;r die Mitglieder
der Kategorie 7 zuzustimmen. Mitglieder, die nach
40 Jahren ordentlicher Mitgliedschaft von der
Kategorie 7 in die Kategorie 9 wechseln, werden
vom Beitrag befreit, k&ouml;nnen diesen aber freiwillig
Beschluss: Der Antrag wird mit 107 Ja zu 31 Nein
und 9 Enthaltungen gutgeheissen.
die revidierte Fassung von 2013 der Helsinki
rische &Auml;rztezeitung zusammen mit dem Swiss Medi&shy;
cal Forum zum Preis von CHF 395 unentgeltlich zu&shy;
Daniel Schr&ouml;pfer/VSAO findet diesen Antrag rich&shy;
tig und macht den Delegierten beliebt, diesem zuzu&shy;
stimmen. Von den 600 neuen Mitgliedern im ersten
Quartal 2014 hat der VSAO fast &uuml;ber zwei Drittel
10.3 Revision/Erg&auml;nzung der FMH-Standes
ordnung (neu)
10.3.1.1 &Uuml;bernahme der SAMW Richtlinie
&laquo;Intensivmedizinische Massnahmen (2013)&raquo;
Hanspeter Kuhn/FMH informiert, dass die SAMW ihre
Richtlinie von 1999 zu &laquo;Grenzfragen der Intensiv&shy;
medizin&raquo; 2013 revidiert und in &laquo;Intensivmedizini&shy;
sche Massnahmen&raquo; umbenannt hat. Die erste Richt&shy;
linie zur Intensivmedizin von 1999 wurde damals
von der FMH nicht &uuml;bernommen, da der ZV die Auf&shy;
fassung vertrat, sie betreffe nicht eine breite &Auml;rzte&shy;
schaft. Die Nicht&uuml;bernahme ins Standesrecht w&auml;re
heute jedoch erkl&auml;rungsbed&uuml;rftig.
Antrag: Der ZV beantragt der &Auml;K die &Uuml;bernahme
der SAMW Richtlinie &laquo;Intensivmedizinische Mass&shy;
nahmen (2013)&raquo; in die FMH Standesordnung.
10.3.1.2 &Uuml;bernahme der Fassung 2013
der Helsinki Deklaration
Hanspeter Kuhn/FMH erl&auml;utert, dass die World Medi&shy;
cal Association 2013 ihre Helsinki Deklaration revi&shy;
diert hat. Seit vielen Jahren verweist die FMH Stan&shy;
desordnung f&uuml;r forschungsethische Fragen auf diese
Deklaration. Die Deklaration definiert einen besseren
Schutz, insbesondere f&uuml;r vulnerable Gruppen, fordert
pr&auml;zisere und spezifischere Anforderungen f&uuml;r Mass
nahmen nach Abschluss einer Studie und zieht erst&shy;
malig den Aspekt von Kompensationen f&uuml;r Gesch&auml;&shy;
digte mit ein. Neu ist die Forderung, dass jede medi&shy;
zinische Studie und nicht nur klinische Studien
registriert werden sollen. Die Nicht&uuml;bernahme der
aktuellen Fassung w&auml;re erkl&auml;rungsbed&uuml;rftig.
Antrag: Der ZV beantragt der &Auml;K die Aktualisie&shy;
rung der FMH Standesordnung durch Verweis auf
Antrag Hans-Jakob Riedtmann-Klee/ZH: &laquo;m&ouml;glichst
rasch&raquo; soll durch &laquo;fristgerecht&raquo; ersetzt werden.
Beschluss: Der Antrag wird entgegengenommen.
Antrag Thomas Heuberger/BE: Der 2. Satz: &laquo;Er oder
sie arbeitet konstruktiv mit der Gutachterstelle
und dem f&uuml;r das juristische Lesen zust&auml;ndigen Ju&shy;
risten oder der Juristin zusammen&raquo; ist ersatzlos
Antrag Jean-Pierre Pavillon/VD: Unterst&uuml;tzung An&shy;
trag Riedtmann mit folgender Erg&auml;nzung: &laquo;Er
oder sie arbeitet konstruktiv mit der Gutachter&shy;
stelle der FMH und mit dem/der f&uuml;r das juristi&shy;
sche Lesen zust&auml;ndigen Juristen oder Juristin zu&shy;
sammen, was das Gutachten betrifft.&raquo;
10.3.1 Revision Art. 18 FMH Standesordnung
Es wird in folgender Reihenfolge &uuml;ber die Antr&auml;ge
Gem&auml;ss Emanuel Waeber/FMH betr&auml;gt die Varia&shy;
tion Unterjahr maximal ca. 3–4 Mio.
Daniel Schr&ouml;pfer/VSAO fragt, ob diese Massnahme
zu einer Erh&ouml;hung der Mitgliederbeitr&auml;ge f&uuml;hren wird.
Urs Stoffel/ZV FMH kann dies verneinen, da es sich
hier lediglich um eine strategische Umverteilung han&shy;
delt, welche den Marktwert der Firma erh&ouml;ht.
Vincenco Liguori /TI macht darauf aufmerksam,
dass der Jahresbeitrag trotz des technologischen Fort&shy;
schritts seit Jahren gleich hoch ist. Als Arzt hat man
kaum Alternativen f&uuml;r einen Wechsel. Es stellt sich
die Frage, ob es vern&uuml;nftig ist, wenn die FMH als Ak&shy;
tion&auml;rin in eine solche Firma eine weitere Million in&shy;
vestiert, wo die Zukunft ungewiss ist und die &Auml;rzte&shy;
schaft nie profitieren wird. Die Erfahrungen mit der
HPC waren ern&uuml;chternd und schlecht. HIN sollte
die Kommunikation zwischen &Auml;rzten und Spit&auml;lern
erleichtern, was heute jedoch noch nicht der Fall ist,
weil jede Organisation einen anderen Kommunika&shy;
tionskanal verwendet. Auch fehlt die M&ouml;glichkeit des
Austauschs auf Italienisch.
Urs Stoffel/FMH h&auml;lt nochmals fest, dass die FMH
f&uuml;r diese Kapitalerh&ouml;hung CHF 500 000 investiert und
nicht eine Million. Es gibt im Internet g&uuml;nstigere An&shy;
gebote, jedoch sind diese mit jenen von HIN nicht
zu vergleichen. HIN bietet eine gr&ouml;ssere Sicherheit bei
der &Uuml;bermittlung und die elektronische Identifikation
wird k&uuml;nftig immer wichtiger. Keine andere Firma,
die in der Schweiz im eHealth Bereich t&auml;tig ist, hat so
viele &Auml;rztinnen und &Auml;rzte sowie Spit&auml;ler als Kunden.
Es ist richtig, dass die Erfahrungen mit der HPC un&shy;
befriedigend waren. Was die Sprachproblematik be&shy;
trifft, hat sich der VR bereits damit befasst und wird
Massnahmen ergreifen, die Akzeptanz in der S&uuml;d&shy;
schweiz und in der Romandie zu erh&ouml;hen.
F&uuml;r Jean-Claude Br&uuml;ckner/GE f&uuml;hrt die heutige
Struktur zu einem Monopol. In einer heute liberalen
Gesellschaft wie der unsrigen hat ein Monopol keine
Zukunft. Er zweifelt daran, ob es zur Aufgabe der FMH
geh&ouml;rt, ein solches Unternehmen zu unterst&uuml;tzen.
Urs Stoffel/ZV FMH f&uuml;hrt aus, dass dem VR diese
Problematik bewusst ist. Dieses Monopol war aber
immer ein von der &Auml;rzteschaft ausdr&uuml;cklich ge&shy;
w&uuml;nschtes Ziel, das an der &Auml;K im Fr&uuml;hjahr 2011 noch&shy;
mals bekr&auml;ftigt wurde. Die Absicht der HIN ist die
Gestaltung marktgerechter Preise und eine gute Posi&shy;
tionierung der Unternehmung in einem sehr kom&shy;
plexen und umstrittenen Marktumfeld im eHealth
Bereich – und dies zusammen mit der &Auml;rzteschaft.
Micha&euml;l Hagmann/VD informiert, dass der Kanton
Waadt aktuell eine andere Richtung einschl&auml;gt und
sich an Projekten der Cybersant&eacute; auf einer anderen
Informatikbasis orientiert. Trotzdem ist die Frage be&shy;
rechtigt – und sie wird sich bei jeder k&uuml;nftigen Kapi&shy;
talerh&ouml;hung stellen –, ob die FMH die Mehrheit be&shy;
Urs Stoffel/ZV FMH best&auml;tigt, dass die FMH zu&shy;
sammen mit anderen &Auml;rzteschaften die Mehrheit
behalten wird. Die Vorgabe der &Auml;K aus dem Jahre
Antrag Pavillon/VD: &laquo;m&ouml;glichst rasch&raquo; ist mit
&laquo;fristgerecht&raquo; zu ersetzen. Und &laquo;Er oder sie arbei&shy;
tet konstruktiv mit der Gutachterstelle und dem
f&uuml;r das juristische Lesen zust&auml;ndigen Juristen oder
Juristin zusammen, was das Gutachten betrifft.&raquo;
Beschluss: Der Antrag Pavillon wird mit 52 Ja zu
83 Nein und 20 Enthaltungen abgelehnt.
Antrag Riedtmann/ZH: &laquo;m&ouml;glichst rasch&raquo; ist mit
&laquo;fristgerecht&raquo; zu ersetzen.
Beschluss: Der Antrag Riedtmann wird mit 131 Ja
zu 16 Nein und 11 Enthaltungen angenommen.
Beschluss: Der neue Art. 35a der FMH Standesord&shy;
nung wird mit 118 Ja zu 33 Nein und 2 Enthaltun&shy;
gen angenommen und in die Standesordnung
FMH aufgenommen.
11. Aktienkapitalerh&ouml;hung HIN
Bei der Aktienkapitalerh&ouml;hung geht es gem&auml;ss Urs
Stoffel/ZV FMH um eine strategische Investition der
FMH in eine Unternehmung, wo die Aktienmehrheit
der &Auml;rzteschaft geh&ouml;rt. An der &Auml;K vom 26. 5. 2011
wurde der ZV beauftragt, eine Kapitalerh&ouml;hung der
HIN AG (Health Info Net AG) vorzunehmen. Die Um&shy;
setzung erfolgte am 15. 5. 2013. Der ZV beantragte der
&Auml;K vom 3. 10. 2013 eine weitere Kapitalerh&ouml;hung der
HIN von CHF 2,0 Mio. auf CHF 3,0 Mio. F&uuml;r eine Ab&shy;
stimmung fehlte damals das Quorum, weshalb das
Gesch&auml;ft heute nochmals beraten wird. Die Erh&ouml;hung
des Aktienkapitals dient der Verbesserung der Eigen&shy;
kapitalsquote, welche durch die grossen Investitio&shy;
nen (Erneuerung Plattform, Verst&auml;rkung Marktaktivi&shy;
t&auml;ten) gesunken ist, auf neu 62 %. Die HIN hat f&uuml;r
die &Auml;rzteschaft eine f&uuml;hrende Rolle im Schweizer
eHealth Umfeld eingenommen und konnte sich
sehr gut am Markt positionieren. Mit einer gesunden
Eigenkapitalsquote kann die Firma, unabh&auml;ngig von
Bankinstituten, mit der Technologie in einem sich
rasch wechselnden Umfeld mithalten.
Roland A. J. Schwarz/BL will wissen, wie es mit dem
Umlaufverm&ouml;gen der FMH unterj&auml;hrig steht, wenn
der Kapitalerh&ouml;hung zugestimmt wird.
Art. 35a FMH Standesordnung lautet neu: &laquo;Der von
der aussergerichtlichen Gutachterstelle der FMH be&shy;
auftragte Gutachter oder die Gutachterin verfasst das
Gutachten sorgf&auml;ltig und fristgerecht. Er oder sie
arbeitet konstruktiv mit der Gutachterstelle und dem
f&uuml;r das juristische Lesen zust&auml;ndigen Juristen oder der
Juristin zusammen.&raquo;
Antrag Thomas Heuberger/BE: Satz 2 &laquo;Er oder sie
arbeitet konstruktiv mit der Gutachterstelle und
dem f&uuml;r das juristische Lesen zust&auml;ndigen Juris&shy;
ten oder der Juristin zusammen&raquo; ist ersatzlos zu
Beschluss: Der Antrag Heuberger wird mit 55 Ja zu
82 Nein und 16 Enthaltungen abgelehnt.
Antrag: Die &Auml;K beschliesst eine Stimmfreigabe (li&shy;
bert&eacute; de vote) der FMH zur Volksinitiative &laquo;F&uuml;r
eine &ouml;ffentliche Krankenkasse&raquo;.
Beschluss: Der Antrag auf Stimmfreigabe wird
mit 132 Ja zu 11 Nein und 13 Enthaltungen gutge&shy;
12. Volksinitiative
J&uuml;rg Schlup/Pr&auml;sident FMH informiert, dass fr&uuml;hestens
am 28. 9. 2014 und sp&auml;testens am 8. 3. 2015 die Volks&shy;
abstimmung &uuml;ber die Initiative &laquo;F&uuml;r eine &ouml;ffentliche
Krankenkasse&raquo; stattfinden wird. Die bei den Organisa&shy;
tionen der FMH durchgef&uuml;hrte Vernehmlassung hat
gezeigt, dass die meisten sich zu dieser Volksinitiative
noch nicht positioniert haben. Es bestehen innerhalb
und zwischen den &Auml;rzteorganisationen stark diver&shy;
gierende Meinungen, weshalb der ZV wie auch die
DV Stimmfreigabe empfehlen. Die Volksinitiative ist
13. Aufbau der ambulanten Gesundheits
Zu diesem Traktandum begr&uuml;sst J&uuml;rg Schlup/Pr&auml;sident
FMH Georges-Simon Ulrich/Direktor BfS, Marco D’Angelo/
Chef Sektion Gesundheit BfS, Jacques Huguenin/Leiter
Antrag: Der ZV beantragt der &Auml;K, einer weiteren
Kapitalerh&ouml;hung der HIN von CHF 2,0 Mio. auf
3,0 Mio. zuzustimmen.
Beschluss: Der Antrag wird mit 118 Ja zu 24 Nein
und 8 Enthaltungen gutgeheissen.
einerseits durchaus systemrelevant, andererseits setzt
eine Positionierung der FMH eine breite interne
Unterst&uuml;tzung voraus. Diese Unterst&uuml;tzung ist f&uuml;r den
inneren Zusammenhalt wie auch f&uuml;r die Glaub&shy;
w&uuml;rdigkeit nach aussen wichtig. Eine Stimmfreigabe
unter der FMH erscheint auch angesichts der Er&shy;
fahrung bei der Abstimmung zur Managed Care
Vorlage richtig und w&uuml;rde dem Umstand gerecht,
dass es gute Argumente sowohl f&uuml;r als auch gegen die
Volksinitiative gibt.
Die anschliessenden Voten der Redner zeigen, dass
die Meinung und das Engagement zu dieser Volks&shy;
initiative innerhalb der &Auml;rzteschaft divergierend sind
bzw. noch nicht &uuml;berall eine abschliessende Meinung
gebildet werden konnte. Die Unzufriedenheit mit
dem bestehenden System ist gross. Die Delegierten
sind sich einig, dass ein allf&auml;lliger Wechsel von einem
Wettbewerb zwischen mehreren Versicherern zu einer
einzigen &ouml;ffentlichen Krankenkasse im jetzigen Zeit&shy;
punkt eine f&uuml;r das Schweizerische Gesundheitswesen
gewichtige Entscheidung w&auml;re. Eine Empfehlung aus
Sicht der &Auml;rzteschaft zur Initiative w&auml;re deshalb ein&shy;
zig dann angezeigt, wenn diese von einem sehr brei&shy;
ten Konsens getragen w&uuml;rde. Die Meinungen inner&shy;
halb der &Auml;rzteschaft gehen allerdings auseinander.
2011 gilt nach wie vor. Neben dem VR Pr&auml;sidium ist
die FMH mit weiteren drei VR Mitgliedern vertreten.
Michel Matter/GE fragt, ob dies nicht einer Flucht
nach vorne gleichkomme. Vielleicht ist an einer
n&auml;chsten &Auml;K wiederum einer Erh&ouml;hung zuzustim&shy;
men, ohne sich mit der Frage der Konkurrenz ausein&shy;
anderzusetzen. Will die FMH zu den grossen Firmen
wie Post oder Swisscom, ohne hier die internationalen
Firmen zu erw&auml;hnen, in Konkurrenz treten? Das heu&shy;
tige System kostet die &Auml;rzte viel Geld und es gibt be&shy;
reits andere und billigere Systeme.
Urs Stoffel/ZV FMH h&auml;lt fest, dass mit der Aktien&shy;
kapitalerh&ouml;hung eine gr&ouml;ssere Unabh&auml;ngigkeit ver&shy;
folgt wird. Die Konkurrenzfirmen k&ouml;nnen kein billi&shy;
geres Produkt mit vergleichbarem Sicherheitslevel an&shy;
Beat Gafner/BE appelliert, dass auf diese Plattform
nicht verzichtet werden kann, da diese von den &Auml;rzten
jeden Tag gebraucht wird.
Die &Auml;rztekammerdelegierten – das interessierte und engagierte &laquo;Parlament&raquo; der Schweizer &Auml;rzteschaft – entscheidet &uuml;ber
alle Gesch&auml;fte der FMH.
nern (Roko und NewIndex) in elektronischer Form
vor oder k&ouml;nnen &uuml;ber Web Services in den elektroni&shy;
schen Fragebogen des BfS integriert werden. Die Pi&shy;
lotphase 1 (Testing Fragebogen/Web Service) dauert
bis Ende 2014. Bis Mitte 2015 wird die Pilotphase II
(Hauptprobe/Systemtest) geplant und Ende 2015
sind die Erhebung der Daten 2014 produktiv.
Oliver Peters/BAG gibt eine Einsch&auml;tzung aus Sicht
des BAG und zitiert aus dem Bericht der OECD (2011)
&laquo;OECD Reviews of Health Systems, Switzerland&raquo;. Ge&shy;
m&auml;ss diesem Bericht ist die Formulierung von Emp&shy;
fehlungen, welche Richtung das Schweizerische Ge&shy;
sundheitssystem bei der Bew&auml;ltigung von zuk&uuml;nfti&shy;
gen Herausforderungen einschlagen sollte, aufgrund
eines mangelhaften Gesundheitsinformationssys&shy;
tems erschwert. Es sind mehr Angaben &uuml;ber Behand&shy;
lungsresultate und Morbidit&auml;t in Verbindung mit
der Gesundheitsversorgung notwendig, damit die
politischen Entscheidungstr&auml;ger in der Schweiz ge&shy;
nau identifizieren k&ouml;nnen, welches die gr&ouml;ssten Ge&shy;
sundheitsrisiken sind und wer in der Bev&ouml;lkerung
diesen Risiken am meisten ausgesetzt ist. F&uuml;r eine
qualifizierte Politik ist ein minimaler Datenbestand
mit den wichtigsten Gesundheitsinformationen un&shy;
erl&auml;sslich. Mit Art. 117a (neu) des Bundesbeschlusses
&uuml;ber die medizinische Grundversorgung soll eine an&shy;
gemessene Abgeltung der Leistungen der Hausarzt&shy;
medizin sorgen. F&uuml;r diese Umsetzung fehlen jedoch
Daten. Im Bereich &laquo;Versorgungsforschung&raquo; w&uuml;rde
interessieren, welche Patientengruppen welche Art
von Leistungen wie oft bei welchen Leistungserbrin&shy;
gern beanspruchen. Es interessiert auch, was nach
dem Spitalaufenthalt passiert. Was wird heute aktuell
vom station&auml;ren Bereich in den ambulanten Bereich
verschoben? Schliesslich braucht es auch umfassen&shy;
dere Informationen dar&uuml;ber, wie chronisch Kranke
oder potentiell chronisch Kranke heute versorgt wer&shy;
den und wie diese Versorgung sich regional unter&shy;
schiedlich ausgestaltet. Detaillierte Informationen
&uuml;ber die erbrachten Gesundheitsleistungen und Pa&shy;
tienten sind in der Schweiz heute fast ausschliesslich
auf den station&auml;ren Bereich (Spit&auml;ler und Pflege&shy;
heime) beschr&auml;nkt. &Uuml;ber den ambulanten Bereich
weiss man in der Schweiz fast nichts.
Die Delegierten haben die M&ouml;glichkeit, den Ver&shy;
tretern der Bundes&auml;mter sowie dem Eidgen&ouml;ssischen
Datensch&uuml;tzer Fragen zu stellen.
Beat Gafner/BE m&ouml;chte wissen, ob der Fragebogen
nebst der elektronischen Version auch in Papierform
Marco D’Angelo/Bfs erkl&auml;rt, dass f&uuml;r das Pilotpro&shy;
jekt nur der elektronische Fragebogen vorgesehen ist.
Die Problematik ist bekannt und wurde auch schon
mit der FMH besprochen. Mit dem Pilot werden ent&shy;
sprechende Erfahrungen gesammelt und ausgewertet.
Sollten &Auml;nderungen notwendig sein, werden Mass&shy;
nahmen ergriffen.
Philippe Vuillemin/VD erkundigt sich, nach wel&shy;
cher Frist die erhobenen Daten gel&ouml;scht werden. Mit
einiger Konsternation haben die &Auml;rzte zur Kenntnis
Ambulante Gesundheitsversorgung und Auswertung BfS,
Oliver Peters/Vizedirektor BAG, Hanspeter Th&uuml;r/Eidgen&ouml;ssischer Datenschutzbeauftragter sowie Frau Sabine
Troillet/Mitarbeiterin Datenschutzbeauftragter.
Christoph Bosshard/ZV FMH erl&auml;utert – ausgehend
von der unbefriedigenden konfrontativen Situation
im Sommer 2012 – die gesetzlichen Grundlagen (Art.
22a KVG, Art. 23 KVG, Art. 31 KVV, Art. 5 BstatG),
die die Leistungserbringer zur Datenerhebung ver&shy;
pflichten. Die &Auml;rzteschaft fand damals mit ihren
Anliegen kein Geh&ouml;r mehr. Anfang 2013 konnten
auf strategischer Ebene Wege f&uuml;r eine konstruktive
Vorgehensweise festgelegt werden und der FMH bot
sich damit die Gelegenheit, ihre Kritikpunkte einzu&shy;
bringen. F&uuml;r die FMH ist es ein zentrales Anliegen,
dass der Aufwand einer solchen Datenerhebung f&uuml;r
die &Auml;rzteschaft m&ouml;glichst klein ist. Ein Teil der zu er&shy;
hebenden Daten liegt bereits heute bei der FMH
(myfmh) oder deren Partnern (Roko und NewIndex)
in elektronischer Form vor. Die so bereits bestehen&shy;
den Daten k&ouml;nnen – die Einwilligung des betroffenen
Leistungserbringers stets vorausgesetzt – durch einen
Webservice direkt in den Fragebogen des BfS einge&shy;
f&uuml;gt werden.
Georges-Simon Ulrich/BfS weist darauf hin, dass die
Datenlage insbesondere im ambulanten Bereich be&shy;
deutende L&uuml;cken aufweist. Heute bestehen keine sys&shy;
tematischen Statistiken, welche dem Entscheidungs&shy;
tr&auml;ger mit fundierten und datenbasierten Informa&shy;
tionen zur Verf&uuml;gung stehen. Mit der Revision des
Bundesgesetzes &uuml;ber die Krankenversicherung hat
der Gesetzgeber mit den Art. 22a und 23 KVG einen
Ausbau der Datengrundlage f&uuml;r die Schliessung der
L&uuml;cken im ambulanten Bereich verabschiedet. Der
Bundesrat hat ausserdem im letzten Jahr das Projekt
MARS als eine von den zehn priorisierten Massnah&shy;
men integriert.
Marco D’Angelo/BfS geht in seinem Referat auf
die zentralen Punkte des Projekts MARS ein. Das Pro&shy;
jekt umfasst sieben Teilprojekte (TP 1: Strukturdaten
spitalambulant, TP 2: Patientendaten spitalambu&shy;
lant, TP 3: Strukturdaten Arztpraxen und ambulante
Zentren, TP 4: Aufbau Auswertungsdaten, TP 5: Pati&shy;
entendaten Arztpraxen und ambulante Zentren, TP
6: Patientendaten Spitex, TP 7: Daten der Apotheke).
Das TP 3 ist ein Teilprojekt von mehreren, welches
priorisiert wurde. Aus diesem Grunde ist es wichtig,
dass die Erhebung mit den bestehenden Erhebungen
im BfS konsistent ist. Im station&auml;ren Bereich existiert
bereits heute eine gute Datengrundlage. Diese Daten
werden gemeinsam erhoben. Einerseits f&uuml;r die auf&shy;
sichtsrechtlichen Zwecke gem&auml;ss KVG und anderer&shy;
seits f&uuml;r die &ouml;ffentliche Statistik. Geplant ist eine
j&auml;hrliche Erhebung bei den Leistungserbringern mit&shy;
tels elektronischem Fragebogen. Die Daten, welche
f&uuml;r die &ouml;ffentliche Statistik verwendet werden, wer&shy;
den anschliessend anonymisiert. Das BfS will den
Aufwand minimieren und bereits bestehende Daten
verwenden. Ein Teil der zu erfragenden Daten liegen
bereits heute bei der FMH (myfmh) oder deren Part&shy;
Dr. Georges-Simon Ulrich, Direktor des Bundesamtes f&uuml;r
Statistik, informierte &uuml;ber den Aufbau der Statistiken der
ambulanten Gesundheitsversorgung (Projekt MARS).
teilt. Es ist davon auszugehen, dass in einem der
n&auml;chsten Teilprojekte die Patientendaten erhoben
werden. Da sind bereits heute schon Bedenken vor&shy;
handen, dass die Sicherheit nicht 100 % gew&auml;hrleis&shy;
Oliver Peters/BAG informiert, dass die station&auml;re
Statistik es bereits heute erm&ouml;glicht, einzelne Spital&shy;
aufenthalte mit einem anonymen Verbindungscode
zu verkn&uuml;pfen. Das heisst, es ist nie zur&uuml;ckverfolg&shy;
bar, wer es war und in welchem Zusammenhang was
passiert ist. Aber es ist zur&uuml;ckverfolgbar, dass es die
gleiche Person war. Warum ist das wichtig? Im Spital
weiss man anhand solcher Verkn&uuml;pfungen, wann be&shy;
stimmte Patienten rehospitalisiert werden m&uuml;ssen.
Man weiss auch, wie viel davon im eigenen Spital
und wie viel davon in einem anderen rehospitalisiert
werden. Das ist nicht ganz unwesentlich, um z. B. die
Behandlungsqualit&auml;t festzustellen. Und &uuml;ber diesen
gleichen anonymen Verbindungscode wird es auch
in Zukunft m&ouml;glich sein, ambulante Behandlungs&shy;
daten mit station&auml;ren Behandlungsdaten zu ver&shy;
kn&uuml;pfen, ohne auf den einzelnen Patienten zur&uuml;ck&shy;
Hanspeter Th&uuml;r/Eidg. Datenschutzbeauftragter er&shy;
l&auml;utert, dass im heutigen Gesetz nur der Grundsatz
beschrieben ist und der Bundesrat &uuml;ber Fragen, die
jetzt angesprochen werden, wie Art der Erhebung, Be&shy;
arbeitung, Weitergabe und Ver&ouml;ffentlichung entspre&shy;
chende Vorschriften in einer Verordnung zu erlassen
hat. Die Ausf&uuml;hrungen von Oliver Peters m&uuml;ssten
dann eben in dieser noch fehlenden Verordnung fest&shy;
gehalten sein. Erst nach Vorliegen dieser Verordnung
kann der Datensch&uuml;tzer beurteilen, ob und wie die
datenschutzrechtlichen Aspekte und Grunds&auml;tze
eingehalten werden. Er kritisiert an diesem Projekt die
noch wenig pr&auml;zis vorliegenden Vorgaben. Es gibt
wohl seitens des BAG Vorstellungen, aber von einer
rechtsstaatlichen Konzeption aus m&uuml;sste dies m&ouml;g&shy;
lichst bald geschehen, da das Pilotprojekt in der End&shy;
realisierungsphase ist.
Pierre-Alain Schneider/GE ist nicht sicher, ob zwi&shy;
schen der Anonymisierung und der besprochenen
Pseudoanonymisierung R&uuml;ckschl&uuml;sse auf Daten ge&shy;
macht werden k&ouml;nnen. Er ist immer davon ausgegan&shy;
genommen, dass diese Zust&auml;ndigkeit ebenfalls in der
Kompetenz des Bundes liegt. Er verweist auf die
Datenerhebung anl&auml;sslich der EXPO vor 50 Jahren,
welche gel&ouml;scht wurde, da diese nicht den Erwartun&shy;
gen des Bundes entsprach.
Oliver Peters/BAG geht davon aus, dass im statio&shy;
n&auml;ren Bereich &uuml;ber 1 Mio. Daten erhoben werden.
Dabei handelt es sich nicht um personenbezogene
Daten, sondern um Daten zu statistischen Erhe&shy;
bungszwecken. Und diese m&uuml;ssen, um auch sp&auml;ter
Analysen &uuml;ber Qualit&auml;t zu gew&auml;hrleisten, mehrere
Beat Coradi/ZH interessiert, ob die elektronischen
Matrizen mit der elektronischen Krankengeschichte
&uuml;bereinandergelegt werden k&ouml;nnten, welche den Ab&shy;
ruf der Resultate automatisiert.
Marco D’Angelo/BfS meint, dass technisch vieles
m&ouml;glich ist. Beim aktuellen Projekt geht es um die Er&shy;
hebung der Strukturdaten bei den &Auml;rzten, die elekt&shy;
ronische Krankengeschichte ist ein anderes Thema.
Die Patientendaten werden im TP 5 &laquo;Patientendaten
Arztpraxen&raquo; behandelt. Mit dem Web Service ist tech&shy;
nisch garantiert, dass bestehende Daten benutzer&shy;
freundlich integriert werden k&ouml;nnen.
Ricardo Torriani/ZH macht darauf aufmerksam,
dass viele Daten z. B. im Roko schon vorhanden sind.
Es ist nicht so, wie die Verwaltung heute den Anschein
macht, dass keine Daten vorliegen. Wenn der Staat
st&auml;ndig zus&auml;tzliche Informationen will, m&ouml;chte er
f&uuml;r den Aufwand entsch&auml;digt werden, da die &Auml;rzte per
Gesetz zur Datenlieferung gezwungen werden. Weiter
m&ouml;chte er wissen, wie es sich mit den aufsichtsrecht&shy;
lichen Aspekten verh&auml;lt.
Christoph Bosshard/ZV FMH erkl&auml;rt, dass es Auf&shy;
gabe der FMH sei, die &Auml;rzteschaft in diesem Prozess zu
unterst&uuml;tzen. Die &Auml;rzte sollen die M&ouml;glichkeit haben,
bereits existierende Daten rasch per Knopfdruck in
den Fragebogen des BfS einfliessen zu lassen. Die FMH
entwickelt zurzeit entsprechende Instrumente, die
nachher zur Verf&uuml;gung gestellt werden k&ouml;nnen.
Oliver Peters/BAG versteht unter &laquo;aufsichtsrecht&shy;
lich&raquo; zwei Aspekte. Beim ersten Aspekt geht es um die
Qualit&auml;t und die Frage nach Qualit&auml;tsindikatoren, die
immer wichtiger werden. Der zweite Aspekt bezieht
sich auf Finanzdaten, die notwendig sind, um Tarif&shy;
strukturen zu plausibilisieren, jedoch aktuell weniger
Gerhard Schilling/SGAM und IPI geht mit den Vor&shy;
rednern einig, dass zuverl&auml;ssige und gute Daten im
Gesundheitswesen notwendig sind. Er ist jedoch der
Meinung, dass es eine L&ouml;sung braucht, die Daten auto&shy;
matisch von bereits vorhandenen Daten generiert.
Marco D’Angelo/BfS h&auml;lt fest, dass es beim Frage&shy;
bogen um die Erhebung von Struktur und nicht um
Patientendaten geht. Die Patientendaten sind nicht
Gegenstand dieser Befragung.
Thomas Heuberger/BE will wissen, wie das BfS
die Datensicherheit, und hier im Besonderen die
Verkn&uuml;pfung von Praxis und Patientendaten, beur&shy;
scher Patient behandelt worden ist und welches Er&shy;
gebnis am Schluss vorliegt. Das sind wichtige und
zentrale Verkn&uuml;pfungen. Was die Finanzen betrifft,
sind alle Leistungserbringer, die zulasten der obliga&shy;
torischen Krankenversicherung abrechnen, gesetz&shy;
lich verpflichtet, Informationen &uuml;ber Kosten aus ihrer
T&auml;tigkeit und die erzielten Ertr&auml;ge zu liefern. Im sta&shy;
tion&auml;ren Bereich ist dies bereits lange der Fall, im am&shy;
bulanten Bereich fehlt dies noch. Er erinnert daran,
dass die Finanzdaten nicht allein aus MARS entnom&shy;
men werden k&ouml;nnen, sondern auch bei den Kran&shy;
kenversicherern erh&auml;ltlich sind, die gesetzlich f&uuml;r die
Datenweitergabe verpflichtet sind.
Samuel Iff/Gesellschaft f&uuml;r Pr&auml;vention und Gesundheitswesen weist darauf hin, dass die Forschung heute
schon mit anonymisierten und pseudonymisierten
Daten arbeitet. Die Diskussionen &uuml;ber die Anonymi&shy;
sierung er&uuml;brigen sich, weil es ja schon immer so ge&shy;
Roland Schwarz/BL fragt, ob zu den bereits verlang&shy;
ten Finanzdaten, die nur das KVG betreffen, neu auch
Rechnungsabschl&uuml;sse f&uuml;r andere Gesetzesbereiche
erstellt werden m&uuml;ssen.
Nach Marco D’Angelo/BfS unterscheidet das BfS
nach den Kostentr&auml;gern und erhebt die Gesamtsicht
von den Unternehmen. Es werden jedoch nur Daten
weitergegeben, die das KVG betreffen. Das BfS wird
keine neuen Daten verlangen.
Daniel Zwahlen/Radioonkologie will wissen, wie
der Gesetzgeber die richtige Datenerhebung pr&uuml;ft
und welche Sanktionen bei Qualit&auml;tsm&auml;ngeln ge&shy;
plant sind.
Oliver Peters/BAG erwidert, dass der Bund in erster
Linie Interesse daran hat, ob gewisse Patientengrup&shy;
pen, die eine bestimmte Art Behandlung ben&ouml;tigen, in
einem ad&auml;quaten Behandlungszusammenhang sind
und wie das qualitativ festgestellt werden kann. Es
geht hier nicht um praxisindividuelle Daten, sondern
um Gesamtbilder. Da im Moment keine Gesamtin&shy;
formationen vorhanden sind, gibt es keine Anhalts&shy;
punkte &uuml;ber die Qualit&auml;t. Es besteht keine Absicht zu
zwecklosen b&uuml;rokratischen &Uuml;bungen. Das BAG ist zur
Zeit daran, Qualit&auml;tsindikatoren im station&auml;ren Be&shy;
reich zu ver&ouml;ffentlichen. Hier geht es nicht um Sank&shy;
tionen, sondern darum, Qualit&auml;t transparent zu
Christoph Bosshard/ZV FMH weist darauf hin, dass
die FMH &uuml;ber die SAQM mit dem Pilotprojekt
&laquo;Sektoren&uuml;bergreifende Behandlungspfade Colon
Karzinom&raquo; Grundlagen f&uuml;r diese Fragestellungen
erarbeitet. Weiter engagiert sich die FMH aktiv im
Verein QualiCare, wo es um die Verbesserung der
Behandlung chronischer Krankheiten geht. Es ist
wichtig, zuerst grundlegende Aspekte zu ber&uuml;cksich&shy;
tigen, bevor irgendwelche Daten gesammelt werden.
Daniel Schr&ouml;pfer/VSAO findet die Diskussionen
interessant, stellt jedoch aufgrund des Zeitplans den
Ordnungsantrag, die Diskussionen zu beenden.
gen, dass die erhobenen Daten einmal gel&ouml;scht wer&shy;
den. Die heutige Information zeigt jedoch, dass die
Daten quasi f&uuml;r die Ewigkeit behalten werden. Hier
verlangt er eine klare und unmissverst&auml;ndliche Kom&shy;
Jacques Huguenin/BfS erkl&auml;rt, dass es sich bei der
Anonymisierung um eine echte Anonymisierung
handelt. Beim BfS gibt es keine Daten, die R&uuml;ck&shy;
schl&uuml;sse auf Personen zulassen k&ouml;nnten. Die Daten,
die das BfS aufbewahrt, sind mit einem anonymisier&shy;
ten Code versehen, welcher es erm&ouml;glicht, Daten zu
einer Person wiederzufinden, jedoch keine wie Name
oder Vorname.
J&uuml;rg Nadig/SGIM meint, dass alle an guten und zu&shy;
verl&auml;ssigen Daten interessiert sind. Wenn er das Ge&shy;
setz richtig interpretiert, sind die Leistungserbringer
nur f&uuml;r die Lieferung der Daten verpflichtet. Die
Auswertung geschieht an einem anderen Ort, wo
diese keinen Datenzugriff mehr haben. Die
Leistungserbringer sind anschliessend mit Interpre&shy;
tationen von Daten konfrontiert, ohne Einsichts&shy;
recht zu haben. Ist das richtig?
Gem&auml;ss Oliver Peters/BAG handelt es sich hier
nicht um geheime Daten. Die Daten der Statistik sind
allen zug&auml;nglich und k&ouml;nnen zu Forschungszwecken
Marianna Bodenmann/ZH will wissen, ob die Zu&shy;
sammenarbeit bei der Erhebung der Daten zwischen
Bund und Kantonen nicht noch komplizierter wird.
Marco D’Angelo/BfS weist darauf hin, dass im sta&shy;
tion&auml;ren Bereich die Spit&auml;ler die Daten zuerst an die
Kantone und dann an das BfS liefern. Dieser Prozess
funktioniert nicht, weshalb beschlossen wurde, dass
das BfS die Daten direkt bei den Leistungserbringern
erhebt und die Kantone &uuml;ber die GDK in der Begleit&shy;
gruppe einbezogen sind. Es finden regelm&auml;ssig Infor&shy;
mationsveranstaltungen statt. F&uuml;r den ambulanten
Bereich ist der Prozess anders und gekl&auml;rt.
Hans-Jakob Riedtmann-Klee/ZH stimmt die Aus&shy;
sage von Oliver Peters/BAG, wonach Daten im statio&shy;
n&auml;ren Bereich nachverfolgt werden k&ouml;nnen, nach&shy;
denklich. Ihn interessiert jedoch vielmehr, was das
BfS mit dem Inhalt &laquo;Finanzen&raquo; macht. Er sieht nicht
ein, was sein Personalaufwand oder Kapitalertrag mit
der Volksgesundheit zu tun hat. Es ist f&uuml;r ihn ein
wesentlicher Unterschied, ob er der FMH diese Daten
&uuml;ber Roko f&uuml;r die Publikation des &Auml;rzteeinkommens
oder ob er diese dem Bund zur Verf&uuml;gung stellt.
Oliver Peters/BAG f&uuml;hrt aus, dass ein einseitiges
Anonymisierungsverfahren in der medizinischen Sta&shy;
tistik angewendet werden kann, d. h. in eine Richtung
anonymisiert, sodass, wenn von gleichen Patienten&shy;
daten ausgegangen wird, ein gleicher gemeinsamer
Schl&uuml;ssel dabei herauskommt, ohne dass man das
r&uuml;ckw&auml;rts auf den einzelnen Patienten wieder anwen&shy;
den k&ouml;nnte. Dies ist wichtig, um die Gesamtqualit&auml;t
des Behandlungsverlaufs einzusch&auml;tzen. Im ambu&shy;
lanten Bereich wird die Beurteilung wesentlich sein,
durch wie viele Leistungserbringer z. B. ein onkologi&shy;
Die &Auml;rztekammer – stets auch eine Gelegenheit zum Austausch f&uuml;r die 200 Delegierten.
F&uuml;r das Jahr 2015 Genehmigung eines Sonderbei&shy;
trages in der H&ouml;he von CHF 312 500, welche an
der &Auml;K vom 30. Oktober 2014 zu bewilligen ist.
Allenfalls Aufnahme in das ordentliche Budget
2015, wenn die finanzielle Verf&uuml;gbarkeit ausrei&shy;
chen w&uuml;rde.
– F&uuml;r das laufende Jahr 2014 Bewilligung eines
Nachtragskredits in der H&ouml;he von CHF 312 500.
15. Beitr&auml;ge an externe Organisationen
15.1 &laquo;Schweizerisches Toxikologisches
Informationszentrum&raquo; TOX
Anne-Genevi&egrave;ve B&uuml;tikofer/GS FMH informiert, dass
die FMH j&auml;hrlich fast vier Millionen Unterst&uuml;tzungs&shy;
beitr&auml;ge an externe Organisationen ausrichtet. Dies
entspricht 15 % des Betriebsertrags. Auf der Grundlage
der neuen Finanzkontrollinstrumente, die 2013 einge&shy;
f&uuml;hrt wurden, hat der ZV beschlossen, die Zweck&shy;
m&auml;ssigkeit der durch die FMH geleisteten Tr&auml;ger&shy;
schaftsbeitr&auml;ge zu &uuml;berpr&uuml;fen und f&uuml;r alle Unterst&uuml;t&shy;
zungsbeitr&auml;ge von mehr als CHF 10 000 einen
Leistungsvertrag abzuschliessen. Dabei handelt es sich
um die Sockelgeb&uuml;hr EMH/SMRS/OMCT, den Jahres&shy;
beitrag NewIndex, die WHM Stiftung zur F&ouml;rderung
der Weiterbildung in Hausarztmedizin und den Jahres&shy;
beitrag der Schweizerischen Gesellschaft f&uuml;r Vertrau&shy;
ens und Versicherungs&auml;rzte. Die verschiedenen be&shy;
troffenen Partner wurden dar&uuml;ber informiert. Die &uuml;bri&shy;
gen Unterst&uuml;tzungsbeitr&auml;ge, wo bereits schriftliche
Vereinbarungen bzw. Vertr&auml;ge bestehen, wurden auf
Beschluss des ZV ebenfalls &uuml;berpr&uuml;ft bzw. aufgehoben.
Im zweiten Halbjahr 2014 gilt es, alle Vereinbarungen
mit Beitr&auml;gen unterhalb CHF 10 000 zu analysieren.
14. Revision TARMED: Nachtragskredit
f&uuml;r zus&auml;tzliche projektbezogene Personal
F&uuml;r die Umsetzung der Gesamtrevision der Tarifstruk&shy;
tur TARMED bis Ende 2015 ben&ouml;tigt die FMH zuguns&shy;
ten der Abteilung Ambulante Tarife und Vertr&auml;ge
Schweiz f&uuml;r die Jahre 2014 und 2015 projektbezogen
zus&auml;tzliche personelle und finanzielle Ressourcen.
Gem&auml;ss Ernst G&auml;hler/ZV FMH handelt es sich um be&shy;
fristete Stellen, weshalb diese nicht &uuml;ber das ordent&shy;
liche Budget finanziert werden sollen. Die Gesamt&shy;
kosten belaufen sich auf CHF 625 000 pro Jahr. Der
ZV sowie die DV haben dem Vorhaben bereits ein&shy;
Nach Reduktion der bereits beschlossenen und
zugesagten Unterst&uuml;tzungsbeitr&auml;ge der &Auml;rztekasse –
anl&auml;sslich ihres 50 Jahre Jubil&auml;ums – von je CHF
312 500 f&uuml;r 2014 und 2015, verbleibt der FMH die
Finanzierung in demselben Umfang f&uuml;r dieses und
n&auml;chstes Jahr. Die Aufwendungen wurden f&uuml;r 2014
nicht budgetiert, deshalb soll die Finanzierung f&uuml;r
das laufende Jahr &uuml;ber einen Nachtragskredit und
f&uuml;r 2015 &uuml;ber einen Sonderbeitrag sichergestellt
werden. Die FMH wird zudem mit der &Auml;rztekasse
eine entsprechende Unterst&uuml;tzungsvereinbarung ab&shy;
Finanzierung der ben&ouml;tigten befristeten per&shy;
sonellen und befristeten Ressourcen f&uuml;r die Ge&shy;
samtrevision der Tarifstruktur TARMED zuzu&shy;
stimmen. Die Zustimmung der GPK liegt vor.
Beschluss: Der Antrag wird mit 131 Ja und 3 Ent&shy;
haltungen gutgeheissen.
J&uuml;rg Schlup/Pr&auml;sident FMH dankt den G&auml;sten f&uuml;r die
anregende und aufschlussreiche Diskussion. Die De&shy;
legierten werden gebeten, ihre Organisationen &uuml;ber
die laufenden Arbeiten zu informieren. Die Pr&auml;senta&shy;
tion von Christoph Bosshard werden sie zugestellt
Beschluss: Der Ordnungsantrag wird grossmehr&shy;
heitlich angenommen.
15.2 Austritt der FMH als Mitglied aus dem
J&uuml;rg Schlup/Pr&auml;sident FMH begr&uuml;sst Prof. Peter Suter,
Pr&auml;sident des Swiss Medical Board (SMB). Zu diesem
Gesch&auml;ft sind zwei Antr&auml;ge und ein Gegenantrag ein&shy;
gegangen und er bittet die Antragsteller um Pr&auml;senta&shy;
tion der Antr&auml;ge.
Yves Br&uuml;hlmann/Fachgesellschaft f&uuml;r Plastische, Rekonstruktive und &Auml;sthetische Chirurgie h&auml;lt fest, dass die
publizierten Beitr&auml;ge des SMB nicht den wissenschaft&shy;
lichen Standards entsprechen und zudem oft gegen
die Interessen der &Auml;rzteschaft gerichtet sind. Das ge&shy;
f&auml;hrdet die Therapiefreiheit. Die Zielsetzungen dieses
Tr&auml;gervereins werden nicht in Frage gestellt, jedoch
die erw&auml;hnten publizierten Berichte. Die Fachgesell&shy;
schaft vertritt die Meinung, dass die FMH als nationa&shy;
ler Dachverband der &Auml;rzteschaft nicht Mitglied einer
solchen Institution sein darf noch dazu einen Jahres&shy;
beitrag von CHF 150 000 bezahlt und beantragt den
sofortigen Austritt.
V&eacute;ronique Monnier-Cornuz/VD bezieht sich auf die
vom SMB ver&ouml;ffentliche Studie im Zusammenhang
mit dem systematischen Mammographie Screening.
Diese hat f&uuml;r viel Verunsicherung sowohl bei der &Auml;rz&shy;
teschaft wie bei den Patientinnen gesorgt. Da stellt
sich die Frage, ob die FMH eine Organisation unter&shy;
st&uuml;tzen soll, die nicht nach wissenschaftlichen
Methoden vorgeht und eine ungen&uuml;gende Kommu&shy;
nikation pflegt. Die &Auml;rztegesellschaft des Kantons
Waadt beantragt, den finanziellen Beitrag der FMH
an das SMB zu streichen.
Catherine Perrin/Swiss Orthopaedics beantragt f&uuml;r
die Swiss Orthopaedics, dass die FMH als Mitglied des
Tr&auml;gervereins zu einer Aussprache zwischen den Mit&shy;
Antrag: Der &Auml;K wird beantragt, die finanziellen
Engagements zur Kenntnis zu nehmen, die neu
Gegenstand eines Leistungsvertrags zwischen der
FMH und den Leistungsempf&auml;ngern sind, und
dar&uuml;ber zu entscheiden, ob die finanzielle Unter&shy;
st&uuml;tzung des Schweizerischen Toxikologischen
Informationszentrums (TOX) auf der Grundlage
eines j&auml;hrlichen Leistungsvertrags fortgesetzt
Beschluss: Die &Auml;K nimmt von den neuen Leis&shy;
tungsvertr&auml;gen Kenntnis. Der Antrag um Unter&shy;
Informationszentrums wird grossmehrheitlich
mit 1 Nein und 2 Enthaltungen gutgeheissen. Der
ZV wird beauftragt, mit dem TOX einen entspre&shy;
chenden Leistungsvertrag abzuschliessen.
gliedern des Tr&auml;gervereins (GDK, FMH, SAMW, RFL),
Vertretern von grossen Fachgesellschaften (Ortho&shy;
p&auml;die, Gyn&auml;kologie, IM usw.) und dem Fachgre&shy;
mium SMB einl&auml;dt. Ziel dieser Aussprache ist die Si&shy;
cherstellung des Beizugs von Experten aus den Fach&shy;
gesellschaften an vom SMB eingeleiteten Studien
sowie der Ber&uuml;cksichtigung von ihren Stellungnah&shy;
men, die sie im Rahmen von Vernehmlassungen ein&shy;
Christoph Bosshard/ZV FMH dankt f&uuml;r die Gele&shy;
genheit, im Rahmen der gestellten Antr&auml;ge &uuml;ber die
offenen Fragen und die Kritikpunkte zu diskutieren.
Neben einer kritischen Pr&uuml;fung geht es auch um die
Health Technology Assessments (HTA). Diese wird es
immer geben, mit oder ohne FMH. Beim R&uuml;ckzug der
FMH wird der Bund gerne diese Aufgabe &uuml;bernehmen,
denn das HTA Bundesinstitut steht unmittelbar vor
der T&uuml;r. In seiner Pr&auml;sentation, die allen Delegierten
im Anschluss an die &Auml;K elektronisch zugestellt wird,
geht er nochmals auf die Zielsetzungen und Forde&shy;
rungen f&uuml;r HTA wie auch auf die aktuellen Entwick&shy;
lungen ein. Das SMB entspringt 2008 der Initiative
der kantonalz&uuml;rcherischen Gesundheitsdirektion.
Neben der GDK haben sich auch die SAMW, die
FMH und das F&uuml;rstentum Liechtenstein angeschlos&shy;
sen und unterst&uuml;tzen das SMB finanziell. 2013 wurde
die Organisationsstruktur &uuml;berpr&uuml;ft und die Ge&shy;
sch&auml;ftsstelle neu ausgeschrieben. Das SMB will eine
klare Trennung von &laquo;Assessment&raquo; und &laquo;Appraisal&raquo;.
F&uuml;r die Arbeiten im fr&uuml;heren Fachgremium wird eine
Anbindung und enge Zusammenarbeit mit einem
Konsortium, bestehend aus universit&auml;ren Institutio&shy;
nen, gesucht. Diese Vertr&auml;ge werden demn&auml;chst un&shy;
Christoph L&uuml;ssi/Gesellschaft f&uuml;r Radiologie h&auml;lt
fest, dass die Schweizerische Gesellschaft f&uuml;r Radio&shy;
logie beim Bericht f&uuml;r das systematische Mammo&shy;
graphie Screening f&uuml;r Experten angefragt wurde.
Diese wurden jedoch nicht beigezogen, da es sich
nach Auskunft des SMB nicht um die Bild oder Be&shy;
fundqualit&auml;t handelte, sondern um den Screening
Peter Suter/SMB wird diese Frage kl&auml;ren und Chris&shy;
toph L&uuml;ssi informieren. Nach ihm werden Experten
von Fachgesellschaften, die angefragt werden, auch
in den Prozess eingebunden.
Marianna Bodenmann/ZH m&ouml;chte als ehemaliges
Mitglied der Leistungskommission Synergien nutzen
und wissen, wie die Arbeiten der Leistungs und
Grundsatzkommission wie auch die Arbeiten von
international renommierten Instituten einbezogen
Peter Suter/SMB erkl&auml;rt, dass eine Zusammenarbeit
letztes Jahr auf der Basis von NICE Berichten statt&shy;
fand. Diese Berichte m&uuml;ssen jedoch &laquo;helvetisiert&raquo;
werden, weil die Technologien nicht immer genau die
Micha&euml;l Hagmann/VD kritisiert und kann die Art
und Weise der Kommunikation des SMB, dass etwas
Zur Frage des &laquo;Schweizerischen Toxikologischen
Informationszentrums&raquo; hat der ZV keinen Beschluss
gefasst, da die &Auml;K 2012 &uuml;ber die finanzielle Unterst&uuml;t&shy;
zung entschieden hat. Es geht heute darum, einen
Entscheid &uuml;ber die weitere Ausrichtung des finan&shy;
ziellen Beitrags zu f&auml;llen und gegebenenfalls einen
Leistungsvertrag abzuschliessen.
dern des Tr&auml;gervereins (GDK, FMH, SAMW und
RFL), Vertretern von grossen Fachgesellschaften
(Orthop&auml;die, Gyn&auml;kologie, IM usw.) und dem
Fachgremium Swiss Medical Board einberuft
zwecks Aussprache. Ziel dieser Aussprache ist die
Sicherstellung der Mitbeteiligung an vom SMB
eingeleiteten Studien von Experten, die von den
Fachgesellschaften gestellt werden sowie Ber&uuml;ck&shy;
sichtigung der im Rahmen von Vernehmlassun&shy;
gen eingegangenen Stellungnahmen durch die
Fachgesellschaften vor der eigentlichen Publika&shy;
tion von Berichten.
Beschluss: Der Antrag wird grossmehrheitlich mit
11 Nein und 8 Enthaltungen angenommen. Der
ZV wird die gew&uuml;nschte Aussprache einberufen.
Gegenantrag Swiss Orthopaedics: Wir beantragen,
dass die FMH als Mitglied des Tr&auml;gervereins Swiss
Medical Board ein Treffen zwischen den Mitglie&shy;
17. Information betreffend Bundesbeschluss
&laquo;Medizinische Grundversorgung&raquo;
J&uuml;rg Schlup/Pr&auml;sident FMH begr&uuml;sst zu diesem Trak&shy;
tandum Prof. Peter Tschudi. Am 18. 5. 2014 entschei&shy;
det das Schweizer Stimmvolk, ob eine qualitativ
hochstehende und f&uuml;r alle zug&auml;ngliche medizinische
Grundversorgung mit einem neuen Verfassungsar&shy;
tikel in der Bundesverfassung verankert werden soll.
Nach Peter Tschudi ist es gelungen, einen gemein&shy;
samen Abstimmungskampf zu organisieren, welcher
sich zu einem schweizerischen Gesundheitssystem
bekennt, das auf einer starken medizinischen Grund&shy;
Antrag SVM: Wir beantragen, den finanziellen Bei&shy;
trag der FMH an das Swiss Medical Board zu
Beschluss: Der Antrag der Waadtl&auml;nder &Auml;rzte&shy;
gesellschaft wird mit 16 Ja zu 111 Nein und 6 Ent&shy;
haltungen abgelehnt.
16. Information betreffend Zusammenarbeit
mit IPI
Anne Genevi&egrave;ve B&uuml;tikofer/GS FMH erinnert daran, dass
die &Auml;K am 3. 10. 2013 der Erh&ouml;hung des Mitglieder&shy;
beitrags um CHF 30 zugestimmt hat. In der Zwischen&shy;
zeit hat der ZV mit dem IPI einen entsprechenden
Leistungsvertrag ausgearbeitet, welcher am 18. 2. 2104
unterzeichnet wurde. In diesem Leistungsvertrag sind
die Ziele und Grunds&auml;tze der Zusammenarbeit wie
auch die Leistungen, die Verpflichtungen und die
Evaluation definiert. Der neue Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer hat
im vergangenen M&auml;rz seine T&auml;tigkeit aufgenommen
und ein parit&auml;tischer Lenkungsausschuss, zust&auml;ndig
f&uuml;r die Begleitung und die Evaluierung der Einsetzung
des Leistungsvertrags zwischen der FMH und IPI,
wurde eingesetzt. Das Budget 2014 wird zum grossen
Teil f&uuml;r die Personalkosten, die Infrastruktur und Pro&shy;
jekte verwendet. Die n&auml;chsten Etappen sind sehr ehr&shy;
geizig. Business und Finanzplan 2014 sollten bis Ende
Mai 2014 vorliegen. Die Meilensteine (Teilergebnisse
Entwicklungsgrundlagen und Projekte) werden an
der 2. Sitzung des Lenkungsausschusses Ende Juni
2014 evaluiert und der ZV wird anschliessend infor&shy;
miert. Der &Auml;K wird im kommenden Herbst wieder
eingehend &uuml;ber die weitere Entwicklung des IPI Be&shy;
richt erstattet.
Philippe Vuillemin/VD bedankt sich beim ZV f&uuml;r
die grosse Arbeit. Er hat das IPI an der letzten &Auml;K
stark kritisiert und zeigt sich nun &uuml;ber die heutige
Entwicklung erfreut und zufrieden.
nicht kosteneffektiv ist, wenn man nur ein oder zwei
Patienten auf tausend retten kann, nicht nach&shy;
vollziehen. Das wird in der &Ouml;ffentlichkeit falsch ver&shy;
Peter Suter/SMB weiss, dass eine solche Kommuni&shy;
kation heikel und problematisch ist. Das SMB hat dies
analysiert und entsprechende Massnahmen ergriffen.
Beat Gafner/BE unterst&uuml;tzt den Vorschlag des ZV
wie den Gegenvorschlag von Swiss Orthopaedics. Es
ist wichtig, dass die Fachexpertenmeinung k&uuml;nftig
besser eingebunden ist. F&uuml;r ihn k&ouml;nnten die Personal&shy;
unionen im Expertenrat und im SAMW zu Interes&shy;
senkonflikten f&uuml;hren.
Daniel Schr&ouml;pfer/VSAO unterst&uuml;tzt den Antrag der
Orthop&auml;den, da der VSAO davon ausgeht, dass der
Aufbau der HTA Technologie und die Mitsprache f&uuml;r
die &Auml;rzteschaft ein wichtiger Beitrag ist.
Nach Marc M&uuml;ller/Haus&auml;rzte Schweiz ist allen be&shy;
wusst, dass es unter den &Auml;rzten immer mehrere Mei&shy;
nungen geben wird, auch wenn die Evidenz noch so
klar sein kann. Er findet die Forderung nach einem
Austritt, wenn man mit einem Resultat nicht einver&shy;
standen ist, unverh&auml;ltnism&auml;ssig. Die neue Organisa&shy;
tion, wie sie Christoph Bosshard vorgestellt hat, ist
ein lernendes System und das HTA muss unbedingt
Philippe Vuillemin/VD erstaunt die Aussage, dass
es sich hier um eine junge lernende Organisation
handelt, da das SMB bereits lange existiert. Er weiss,
dass einige Gesundheitsdirektoren sehr ver&auml;rgert sind
und will wissen, wer das Defizit &uuml;bernimmt, wenn die
GDK nicht mehr CHF 300 000 bezahlt.
Christoph Bosshard/ZV FMH informiert, dass die
GDK ihren Beitrag an das SMB reduzieren will. Hier
erwartet das SMB vom Bund ein entsprechendes En&shy;
gagement. Eine h&ouml;here finanzielle Beteiligung der
FMH am SMB braucht einen entsprechenden Be&shy;
Angesichts der Diskussionen unterst&uuml;tzt die
Schweizerische Gesellschaft f&uuml;r Plastische, Rekon&shy;
struktive und &Auml;sthetische Chirurgie den Gegenan&shy;
trag der Swiss Orthopaedics und zieht ihren Antrag
Die &Auml;rztegesellschaft des Kantons Waadt h&auml;lt an
ihrem Antrag weiterhin fest.
&Uuml;ber den Antrag der &Auml;rztegesellschaft des Kantons
Waadt und den Gegenantrag der Swiss Orthopaedics
wird wie folgt abgestimmt:
18. Informationen betreffend
&laquo;Zulassungssteuerung&raquo;
Noch dieses Jahr will der Bundesrat die Vernehmlas&shy;
sung er&ouml;ffnen, in welcher er ab 2016 eine unbefristete
Steuerung der Zulassung gesetzlich verankern will.
J&uuml;rg Schlup/Pr&auml;sident FMH informiert, dass die FMH
gegen eine solche langfristige Zulassungssteuerung
ist. Sollte es gleichwohl zu dieser Massnahme kom&shy;
men, fordert die FMH die Anwendung von Qualit&auml;ts&shy;
kriterien. &Auml;rztinnen und &Auml;rzte sind zugelassen, wenn
sie mindestens drei Jahre an einer vom SIWF aner&shy;
kannten Weiterbildungsst&auml;tte in der Schweiz gearbei&shy;
tet haben, wenn sie &uuml;ber einen anerkannten Weiter&shy;
bildungstitel verf&uuml;gen und sie eine standardisierte
Sprachpr&uuml;fung in einer Landessprache Niveau B2 er&shy;
folgreich absolviert haben. Weiter ist die Teilnahme
an einem &auml;rztlichen Notfalldienst ebenfalls ein Kri&shy;
terium. Die FMH ist der Meinung, dass diese Quali&shy;
t&auml;tskriterien national festgelegt werden. Die entspre&shy;
chenden Forderungen wurden dem Bundesrat bereits
im vergangenen Februar schriftlich mitgeteilt. Ebenso
wurde der Bundesrat darauf aufmerksam gemacht,
dass die Auswirkungen der angenommenen Massen&shy;
einwanderungsinitiative vom 9. 2. 2014 evaluiert und
in die Schlussfolgerungen einfliessen m&uuml;ssen.
J&uuml;rg Schlup/Pr&auml;sident FMH ruft die Delegierten
heute schon auf, ihre Forderungen und Anregungen
in der bevorstehenden Vernehmlassung einzubrin&shy;
versorgung und einer Hausarzt und Kindermedizin
basiert. Am Tag der Hausarztmedizin, am 1. 4. 2014,
wurde der Abstimmungskampf zusammen mit neun
weiteren Partnern lanciert. Ein gemeinsames JA am
18. 5. 2014 ist wichtig, weil es einen Systemwechsel
J&uuml;rg Schlup/Pr&auml;sident FMH bedankt sich beim Re&shy;
ferenten f&uuml;r die grosse Arbeit und die ausf&uuml;hrlichen
(Nachtr&auml;gliche Anmerkung: Das Stimmvolk sagte mit
88 % deutlich JA zum Bundesbeschluss.)
19. Information aus Zentralvorstand,
Generalsekretariat und Abteilungen
Aufgrund der fehlenden Zeit wird das Traktandum
In der Schweizer &Auml;rztekammer sitzen die Delegierten
aller &auml;rztlichen Dach- und Fachorganisationen sowie der
kantonalen &Auml;rztegesellschaften. Im Bild Dr. med. Kurt
Schreier, Pr&auml;sident der &Auml;rztegesellschaft des Kantons
20.1 Terminplan 2015
Anne Genevi&egrave;ve B&uuml;tikofer/GS FMH orientiert, dass die
DV vom 2. 10. 2014 auf den 17. 9. 2014 vorverschoben
Die Delegierten nehmen die Sitzungsdaten 2015,
welche im ZV und in der DV abgesegnet wurden, zur
Kenntnis. Sollten sich Grossveranstaltungen mit be&shy;
reits festgelegten Daten 2015 &uuml;berschneiden, bittet
die Generalsekret&auml;rin um entsprechende Mittei&shy;
lung. Die &Auml;rztekammer wird p&uuml;nktlich beendet. J&uuml;rg
Schlup/Pr&auml;sident FMH dankt allen Delegierten f&uuml;r ihr
Engagement und die konstruktive Mitarbeit. Er
w&uuml;nscht allen eine gute Heimkehr. Die n&auml;chste
&Auml;rztekammer findet am 30. 10. 2014 in Biel statt.
&Auml;rztegesellschaft des Kantons Genf
Schweizerische Akademie f&uuml;r
Qualit&auml;t in der Medizin
Schweizerische &Auml;rztezeitung
Zusammenfassung aller elektronischen Gesundheitsdienste
Schweizerische &Auml;rztezeitung AG
Foederatio Medicorum Psychiatricorum et Psychotherapeuticorum
Soci&eacute;t&eacute; M&eacute;dicale de la Suisse
Verbindung der Schweizer &Auml;rztinnen und &Auml;rzte
&auml;rztliche Weiter- und Fortbildung
Tarif Medizin f&uuml;r ambulante
kantonalen Gesundheitsdirektoren
Projekt der FMH zur Revision der
Tarifstruktur von TARMED
Internationales Komitee vom Roten
Institut f&uuml;r Praxisinformatik
Verein der Leitenden Spital&auml;rzte
&Auml;rztinnen Schweiz
Verband Schweizerische Assistenzund Ober&auml;rzt-/innen
Ordine die Medici del Cantone
Nationale Konsolidierungsstelle
21.–24. Oktober 2014, Messe Z&uuml;rich, Galeriegeschoss Halle 7
FMH-Workshop Nr. 1: Fragen rund um
FMH-Workshop Nr. 5: HIN – Datenaustausch an der
Nahtstelle ambulanter Bereich / station&auml;rer Bereich
anhand konkreter Anwendungsbeispiele
Donnerstag, 23.10.2014, 14.30 Uhr–16.45 Uhr
Referent: Stefan M&uuml;ller, HIN (Health Info Net AG),
Peer Hostettler, HIN (Health Info Net AG)
Tausende kleine und mittelgrosse Organisationen stellen
die ambulante Versorgung sicher, hunderte Institutionen
sind in der station&auml;ren Versorgung t&auml;tig. Diese Leistungserbringer arbeiten oft getrennt voneinander, wodurch
Schnittstellen entstehen und Informationen verloren
gehen. F&uuml;r das Management dieser Nahtstellen zwischen
Institutionen gibt es effiziente und effektive Massnahmen.
Wir zeigen Ihnen anhand konkreter Anwendungsf&auml;lle, wie
Sie diese einfach und sicher nutzen k&ouml;nnen.
Teil 1: 14.30 Uhr–15.30 Uhr
Teil 2: 15.45 Uhr–16.45 Uhr
Die FMH-Workshops werden durchgef&uuml;hrt im Seminarraum K6 (Zugang vom Galeriegeschoss vor Halle 7).
Donnerstag, 23.10.2014, 9.45 Uhr–10.45 Uhr
Referentinnen: Val&eacute;rie Rothhardt, avocate, cheffe du Bureau
d’expertises FMH / Gabriela Lang, Rechtsanw&auml;ltin,
stv. Leiterin Abteilung Rechtsdienst FMH
– Einsichts- und Kopienrechte des Patienten
an der Krankengeschichte
– Aufbewahrungspflicht
– Die Krankengeschichte als Beweismittel in Haftpflichtf&auml;llen
Donnerstag, 23.10.2014, 13.30 Uhr–14.15 Uhr
Referent: Christoph Lautenschlager, FMH Treuhand Services
– Unterschiede Steuern
– Unterschiede Sozialversicherungen
am Donnerstag, 23. 10. 2014
Am Donnerstag, 23. Oktober 2014 haben Sie Gelegenheit, an unseren sehr beliebten Workshops teilzunehmen. Bestimmt finden Sie in unserem Angebot das
eine oder andere Thema, das Sie besonders interessiert. Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung &uuml;ber www.
fmh.ch → Services → F&uuml;r die Mitglieder → IFAS 2014.
FMH-Workshop Nr. 4: Arztpraxis –
Einzelunternehmung versus juristische Gesellschaft
Die FMH, die FMH Services und HIN heissen Sie
gerne an der 33. Fachmesse f&uuml;r den Gesundheitsmarkt am gemeinsamen Stand auf der Galerie vor
der Halle 7 willkommen. Wir freuen uns auf den pers&ouml;nlichen Kontakt mit Ihnen und gehen gerne auf
Ihre Anliegen und Bed&uuml;rfnisse ein. Lernen Sie unsere
vielf&auml;ltigen Dienstleistungen in den Bereichen Weiterbildung, medizinische Publikationen, sicherer
Datenaustausch, Praxisgr&uuml;ndung, Praxisf&uuml;hrung,
Praxis&uuml;bergabe und Gruppenpraxis kennen!
FMH-Workshop Nr. 3: Gruppenpraxis –
wirtschaftliche und andere &Uuml;berlegungen
Donnerstag, 23.10.2014, 12.15 Uhr–13.15 Uhr
Referent: Beat B&auml;r, Leiter Beratung, FMH Consulting Services AG
– Bessere Effizienz und Qualit&auml;t in der Gruppenpraxis?
– Modelle der Zusammenarbeit, Chancen und Gefahren
– Selbst&auml;ndig oder angestellt?
– Wohin f&uuml;hrt die Entwicklung?
F&uuml;r FMH-Mitglieder und deren MPAs (sofern durch
das FMH-Mitglied angemeldet) ist die Teilnahme an
den Workshops gratis (Nicht-FMH-Mitglieder und
deren MPAs bezahlen einen Unkostenbeitrag von 30
Franken pro Workshop). Die Workshops werden ausschliesslich in deutscher Sprache durchgef&uuml;hrt.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Die Registrierung erfolgt nach Eingang der Anmeldungen. Die
Teilnahmebest&auml;tigung berechtigt zum Gratiseintritt
an die IFAS 2014.
Donnerstag, 23.10.2014, 11.00 Uhr–12.00 Uhr
Referent: Sergio Kaufmann, FMH Insurance Services
H&auml;ufig setzen sich &Auml;rzte nur wenig mit der Strategie des
Verm&ouml;gensaufbaus auseinander. Der Arzt f&uuml;hrt &uuml;blicherweise ein 3.-S&auml;ule-Konto und ist bei einer Pensionskasse angeschlossen. Was sind alternative Strategien, welche auch bei
Invalidit&auml;t f&uuml;r ausreichend Kapital sorgen? Wie erhalte ich mir
in meiner Verm&ouml;gensstrategie eine maximale Flexibilit&auml;t aufrecht? Der Workshop soll zu diesen Themen Ideen liefern.
FMH-Workshop Nr. 2: Verm&ouml;gensaufbau f&uuml;r &Auml;rzte –
Die FMH-Workshops stehen ausschliesslich &Auml;rztinnen und &Auml;rzten sowie deren MPAs offen (sofern die
Anmeldung durch den Praxisinhaber erfolgt).
Online-Anmeldeformular unter www.fmh.ch
→ Services → F&uuml;r die Mitglieder → IFAS 2014.
Nach dem Staatsexamen und nach Abschluss seiner
Dissertation zog es Georg Hossli in die Ferne. Als
Schiffsarzt auf einem schwedischen Frachter &uuml;bte er
auf der &Uuml;berfahrt nach Brasilien eine erste &auml;rztliche
T&auml;tigkeit aus.
Es folgte die Assistentenzeit an der Chirurgischen
Universit&auml;tsklinik Z&uuml;rich unter Professor Alfred
Brunner. Wie &uuml;blich hatte er als J&uuml;ngster der &Auml;rzte&shy;
schaft nach d&uuml;rftiger Einf&uuml;hrung Narkosen durchzu&shy;
f&uuml;hren. Rasch erfasste er nicht nur die technischen
und organisatorischen Unzul&auml;nglichkeiten dieses
wenig geachteten Dienstes, sondern auch das grosse
Zu einer Zeit, da es noch keine Intensivbehandlungs&shy;
stationen gab, hat Georg Hossli in der Dauerbeatmung
von Starrkrampf und Kinderl&auml;hmungspatienten
wegweisende Pionierarbeit geleistet. Schwerpunkte
seines Schaffens waren Katastrophenmedizin, Pro&shy;
bleme der Wiederbelebung, der Prim&auml;rversorgung
und des Transportes Schwerverletzter und akut lebens&shy;
bedrohter Erkrankter. Seine zahlreichen Publika&shy;
tionen auf diesem anspruchsvollen Spezialgebiet
haben ihm internationalen Ruf sowie 1985 den Auf&shy;
trag zur Organisation eines Weltkongresses in Z&uuml;rich
Als Pionier in seinem eigenen Fach hat Georg
Hossli auch die Pionierzeiten vieler chirurgischer
In seinem 93. Lebensjahr starb am vergangenen
1. Mai Prof. Dr. med. Georg Hossli, der erste Ordina&shy;
rius f&uuml;r An&auml;sthesiologie an der Universit&auml;t Z&uuml;rich.
Bis zu seinen letzten Tagen blieb sein Geist wach und
klar. Noch einmal erfreute er sich am hellen Gr&uuml;n
des Fr&uuml;hlings. Seine Gedanken flogen zur&uuml;ck ins hei&shy;
matliche Fricktal mit den bl&uuml;henden Wiesen und
Prof. Dr. med. Georg Hossli
(22.11.1921– 1.5.2014)
Entwicklungspotential der An&auml;sthesie als wichtige
Voraussetzung f&uuml;r Fortschritte auf allen Gebieten der
Chirurgie. Es war die Zeit, da sich, auf wissenschaft&shy;
lichen Grundlagen abgest&uuml;tzt, das neue Fachgebiet
der An&auml;sthesiologie etablierte. Studienreisen f&uuml;hrten
ihn nach Europa und die USA.
Mit h&ouml;flicher Bestimmtheit und diplomatisch
geschickt artikulierte er vision&auml;re Vorstellungen und
setzte sie mit nie erm&uuml;dender Beharrlichkeit um.
Wer h&auml;tte sich damals vorstellen k&ouml;nnen, dass ein&shy;
mal auf den D&auml;chern von Spit&auml;lern Helikopter mit
Notfallpatienten landen w&uuml;rden?
Mit Unterst&uuml;tzung weitblickender Fakult&auml;ts&shy;
mitglieder gelang es, 1954 eine zentrale An&auml;sthesie&shy;
abteilung einzurichten. Georg Hossli wurde zum Lei&shy;
tenden Arzt gew&auml;hlt und erhielt einen Lehrauftrag
f&uuml;r An&auml;sthesiologie, Wiederbelebung und Schock&shy;
bek&auml;mpfung. Harte Aufbauarbeit war gefordert.
Stellen im Arzt und Pflegedienst mussten erk&auml;mpft
und Schulungskonzepte entworfen werden. Man
sch&auml;tzte ihn als Lehrer und Instruktor. Seine Kon&shy;
zepte waren klar und einpr&auml;gsam. Er f&uuml;hrte durch
beispielhaftes Vorbild und stete Einsatzbereitschaft.
Seine Kritik war pr&auml;zis, wohlwollend und nie verlet&shy;
zend. 1960 habilitierte er sich mit einer Arbeit &uuml;ber
die An&auml;sthesie bei thorakalen Eingriffen.
1965 w&auml;hlte der Regierungsrat des Kantons Z&uuml;rich
PD Dr. Georg Hossli zum Extraordinarius und zum
Direktor des neu geschaffenen selbst&auml;ndigen &laquo;Insti&shy;
tuts f&uuml;r An&auml;sthesiologie der Universit&auml;tskliniken&raquo;.
An&auml;sthesiologie und Wiederbelebung wurden obliga&shy;
torische Vorlesungs und Pr&uuml;fungsf&auml;cher f&uuml;r Medizin&shy;
studenten. 1970 erfolgte die Umwandlung des Extra&shy;
ordinariats in ein Ordinariat, nach Basel das zweite
Im Rang eines Oberstleutnants der Sanit&auml;t diente
Georg Hossli als Fachdienstchef f&uuml;r An&auml;sthesiologie
und Wiederbelebung im Schweizer Armeestab. Mehr
als 25 Jahre lang war er auch kompetenter Berater
der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft und
des Schweizerischen Samariterbundes. Mit grosser
Hingabe hat er beim Aufbau der REGA mitgewirkt.
Von 1958, von Anfang an, bis 1986 stellte er seine
Dienste als Chefarzt, Notarzt bei vielen Luftrettun&shy;
gen, es sollen gegen 800 gewesen sein, und als &auml;rzt&shy;
licher Leiter bei Grosseins&auml;tzen zur Verf&uuml;gung. Sein
Funkger&auml;t sicherte seine stete Erreichbarkeit.
Georg Hossli hat in der Ausbildung von &Auml;rzten und
Pflegepersonal der An&auml;sthesie in der Schweiz eine
f&uuml;hrende Rolle gespielt. An der Besetzung von Lehr&shy;
st&uuml;hlen und Chefarztstellen auf seinem Gebiet hat er
in unserem Lande den gr&ouml;ssten Anteil. Das obligato&shy;
rische Fachexamen zur Erlangung des Titels &laquo;Spezial&shy;
arzt f&uuml;r An&auml;sthesiologie&raquo; geht zum gr&ouml;ssten Teil auf
seine Initiative zur&uuml;ck. Im Kreis seiner Sch&uuml;ler geden&shy;
ken auch 224 Zahn&auml;rzte, die er zu Milit&auml;ran&auml;sthe&shy;
Ein Einsatz besonderer Art sei noch erw&auml;hnt.
Beim Besuch von Papst Johannes Paul II. im Juni
1984 flog ein REGA Helikopter mit dem Notarzt Hossli
die ganze Strecke direkt hinter dem Papsthelikopter.
W&auml;hrend des ganzen Papstbesuchs war damit die so&shy;
fortige Interventionsm&ouml;glichkeit gegeben. Der Dank
des Papstes war ihm sicher. Diese Episode veranlasste
den Pfarrer im Rahmen der schlichten Abdankungs&shy;
feier zu sagen, es h&auml;tte wohl noch kein anderer Arzt
einen richtigen Heiligen besch&uuml;tzt.
Zu seinem 80. Geburtstag schrieb Pius Frey:
&laquo;Prof. Georg Hossli hat ein riesiges Werk geleistet.
Er wusste, was getan werden musste, wann der
rechte Zeitpunkt war, und hat die Aufgaben konse&shy;
quent durchgef&uuml;hrt. Ihm war der Satz von Hippo&shy;
krates ‹Die rechte Zeit ist nur ein Augenblick› ein
Leitsatz.&raquo;
Ein grosser Arzt und Lehrer, ein guter Freund
und lieber Mensch ist von uns gegangen.
sisten ausbildete, seiner in hoher Anerkennung und
Ein letztes Mal leistete er Notfallhilfe im Alter
von 88 Jahren. Auf einer Fahrt mit einer Gruppe von
Sanit&auml;tsoffizieren zu einer Besichtigung von Festungs&shy;
werken am Gotthard sank der Festungskommandant
in sich zusammen, pulslos, lichtstarre Pupillen.
Noch einmal f&uuml;hrte Georg Hossli. Auf der Strasse
neben dem Car reanimierte er den Leblosen, gab An&shy;
weisung zur Alarmierung des Rettungshelikopters,
defibrillierte und intubierte. Mit stabilem Kreislauf
konnte der Kommandant dem koronarchirurgi&shy;
schen Noteingriff zugef&uuml;hrt werden. Er &uuml;berlebte
ohne Schaden und blieb Georg Hossli freundschaft&shy;
lich verbunden.
Spezialgebiete am Universit&auml;tsSpital Z&uuml;rich aktiv
miterlebt und durch die Erf&uuml;llung der hohen Anfor&shy;
derungen an die An&auml;sthesie mitbeeinflusst und mit&shy;
gef&ouml;rdert: so zum Beispiel die Herzchirurgie, die
Mikrochirurgie in Neuro und Wiederherstellungs&shy;
chirurgie, die Organtransplantations und replanta&shy;
tionschirurgie und die interdisziplin&auml;re Rekonstruk&shy;
tionschirurgie der Kieferchirurgie. Der Herausfor&shy;
derung der fortschreitenden Entwicklung dieser
Spezialgebiete hat sich Georg Hossli stets souver&auml;n
gestellt, nicht zuletzt auch vertrauend auf seinen
Stab motivierter und kompetenter Mitarbeiter.
Prof. Dr. med. Willy Stoll, Prof. Dr. med. Ruth Gattiker
Jindrich Zak (1927), † 25. 3. 2014,
Facharzt f&uuml;r An&auml;sthesiologie, 6900 Lugano
Fritz Bracher (1931), † 3. 6. 2014,
Facharzt f&uuml;r Chirurgie, 2560 Nidau
Josef Kramer (1923), † 15. 4. 2014,
Facharzt f&uuml;r Chirurgie und
und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Patrick Brander,
1, rue du L&eacute;opard, 1227 Carouge GE
Boris Alexander Tutschek,
Facharzt f&uuml;r Gyn&auml;kologie und Geburtshilfe,
Gladbachstrasse 95, 8044 Z&uuml;rich
Claudia Frey-Koch, Fach&auml;rztin f&uuml;r Psychiatrie und
Psychotherapie, Marktgasse 50, 3011 Bern
Einsprache gegen dieses Vorhaben m&uuml;ssen
des &Auml;rztlichen Bezirksvereins Bern Regio ein&shy;
gereicht werden. Nach Ablauf der Frist ent&shy;
scheidet der Vorstand &uuml;ber die Aufnahme des
Gesuchs und &uuml;ber die allf&auml;lligen Einsprachen.
Dr. med. Yvonne Gilli, &Auml;rztin, Nationalr&auml;tin (Die Gr&uuml;nen)
Rezeptpflicht in Arztpraxen
Intransparentes Tauziehen bei der HMG-Revision
Stadt hat sich gemeldet:
Guido Ettlin, Facharzt f&uuml;r Innere Medizin FMH,
seit Mai 2003: Sanacare Gruppenpraxis, Z&uuml;rich&shy;
Publikation schriftlich und begr&uuml;ndet zu rich&shy;
ten an: &Auml;rztegesellschaft des Kantons Luzern,
Felix Schneuwly, Krankenkassen-Experte Comparis
Skandal&ouml;se Defizite
&Uuml;ber Kosten, Effizienz und Qualit&auml;t in der Medizin
Dr. med. Ignazio Cassis, Nationalrat
Sinn und Unsinn der neuen Regelung
Kantons Schwyz hat sich angemeldet:
Thomas B&ouml;ker-Blum, Chefarzt An&auml;sthesie,
Spital Lachen, 8853 Lachen.
schriftlich innert 20 Tagen an: Dr. med. Hugo
Dr B&eacute;atrice Deslarzes,
M&eacute;decin conseil d’Exit, Vessey
F&uuml;r mich heisst Markt, dass die Geldgeber (Kassen) wissen, wo gute Leistung f&uuml;r einen guten
Preis zu haben ist und dass sie ihre quersubventionierten Betriebe einstellen.
Wir sind billiger als der lokale Konkurrent (Base
rate), trotzdem habe ich noch nie eine Anfrage
einer Kasse bekommen, habe aber den Eindruck,
dass diese uns am liebsten weg h&auml;tten.
Sie als Kassenfunktion&auml;r sollten die Rolle der
Kassen im Gesundheitswesen neu definieren,
erworbene Facharzttitel akzeptieren, fallbezogene Komplikationen orten, zu h&auml;ufige Konsultationen hinterfragen und die Kernkompetenzen wie Weiterbildung (bei der FMH ein
zusehen) etc. nachfragen.
Zum Leserbrief von Prof. Dr. K. Beck [1]
Hallo Herr Prof. Beck
Sie sind offensichtlich Leiter des CSS-Instituts, das wahrscheinlich auch der CSS-Krankenkasse geh&ouml;rt. Falls ich richtig liege, freut es
mich sehr, dass ein hoher Kassenfunktion&auml;r
von Markt spricht.
Die Absicht des Bundesrates ist tats&auml;chlich, im
Gesundheitswesen Markt, also eine sinnvolle
Konkurrenz, einzuf&uuml;hren, was aber leider nicht
fruchtet, denn es wird mit allen Mitteln versucht, die Patienten so zu kanalisieren, dass
diese die alten Strukturen der Kantone und
leider auch der Kassen finanziell erhalten.
Die Einf&uuml;hrung des Marktes ist gescheitert, was
Sie offensichtlich noch nicht bemerkt haben.
Wie l&auml;uft dies heute ab?
1. Die grossen Kliniken geben Richtlinien heraus und gr&uuml;nden f&uuml;r jeden Handgriff ein
Zentrum, so dass sie sicher nur die einzigen
sind, die angeblich diese Richtlinien erf&uuml;llen k&ouml;nnen.
Dr. Stephan Probst, Sursee
Beck K. 26-Milliarden-KVG-Markt. Schweiz
&Auml;rztezeitung. 2014;95(24):919.
Martin J. Les soignants et la mort –
Multiples interrogations. Bull M&eacute;d Suisses.
2014;95(25):980–1.
R&eacute;f&eacute;rence: Les soignants et la mort [1]
L’article essaye de mentionner les multiples
interrogations de ce livre, mais pas toutes les
questions qui se posent en fin de vie, en particulier l’une d’entre elles, le sujet de l’auto-d&eacute;livrance.
En lisant les quelques lignes de Jean Martin, sans
avoir lu ce livre, j’ai la nette impression qu’il
s’agit d’une sorte d’hymne aux soins palliatifs
avec la bonne conscience d’un bon nombre de
ceux que l’on appelle un peu pompeusement
des palliatologues.
Un mot qui d&eacute;finit bien pour moi des m&eacute;decins
qui utilisent tous les moyens techniques et
th&eacute;rapeutiques pour prolonger la vie &agrave; tout
prix sans tellement tenir compte de l’avis et du
Cela reste pour moi toujours un pouvoir de la
m&eacute;decine qui souvent consid&egrave;re la mort encore
comme un &eacute;chec.
Je pense qu’il ne faut pas laisser sous silence
ceux qui choisissent de mettre fin &agrave; leurs jours
tout simplement apr&egrave;s m&ucirc;re r&eacute;flexion; cette
d&eacute;cision fait aussi partie des &laquo;interrogations&raquo;
que l’on peut se poser en fin de vie.
Ce n’est certes pas la majorit&eacute; des gens mais
c’est important d’en tenir compte.
C’est un moyen de respecter l’autonomie de la
personne, autonomie qui n’est souvent pas
&eacute;cout&eacute;e ni suivie par la grande majorit&eacute; des
sp&eacute;cialistes des soins palliatifs qui veulent ma&icirc;triser la vie jusqu’au bout.
Une sorte d’hymne aux soins palliatifs?
Ch&egrave;re coll&egrave;gue,
Merci de votre commentaire. En toute simplicit&eacute;, j’aimerais vous recommander de vous procurer cet ouvrage (pas cher) et de le lire. Il est
r&eacute;ellement substantiel. Bien s&ucirc;r, il ne fait pas
l’apologie du suicide assist&eacute;, par exemple. Mais
je trouve beaucoup de ses auteurs moins &laquo;traditionnels&raquo; que ce qu’on peut attendre venant de
France. Sur plusieurs sujets, une partie notable
des membres de notre corporation et d’autres
professions dans le grand pays voisin et ami
reste &laquo;coinc&eacute;e&raquo; dans des attitudes d&eacute;ontologiques qui n’acceptent pas vraiment que la personne, et particuli&egrave;rement le malade, ait la libert&eacute; pleine et enti&egrave;re de se d&eacute;terminer sur la
mani&egrave;re de mener/poursuivre son existence;
notamment de d&eacute;cider pour tout ce qui concerne les soins dont il b&eacute;n&eacute;ficie, y compris bien
entendu de les refuser sans avoir &agrave; &laquo;se justifier&raquo;.
On peut donc saluer des positions &eacute;quilibr&eacute;es
2. Die Kassen, die auch von der Politik ab
h&auml;ngig sind, gr&uuml;nden Praxen, die so kons
truiert oder von &Auml;rzten belegt sind, dass
diese auf die Spit&auml;ler versicherungs- und
wissenstechnisch angewiesen sind.
3. Damit dieser Kanal noch besser funktioniert, werden die Kunden mit Pr&auml;mien
rabatten so ausgestattet, dass diese der
M&uuml;hle beitreten.
4. Damit den Kassen dabei keine grossen Unkosten entstehen, nehmen sie sich das n&ouml;tige Geld von den Zusatzversicherungen,
zahlen guten L&ouml;hne, Top-Sozialleistungen
(z.B. 14. ML), Teilpensen ohne unbeliebte
Dienste, denn diese leisten ihre bevorzugten
Partner (Spit&auml;ler) und lange Ferien. Alles Sachen, die wir aus Kostengr&uuml;nden unserem
Personal nicht bieten k&ouml;nnen.
5. Und weiteres, z.B. Provisionen.
Dr. med. J&uuml;rg Zollikofer, Ossingen
tung, obwohl die Betreuungst&auml;tigkeiten (Pr&auml;&shy;
vention, Diagnose, Behandlung) strikt von
der medizinischen Begutachtung zu unter&shy;
scheiden sind. Eine klare Trennung dieser
beiden T&auml;tigkeiten erm&ouml;glicht es, die Eigen&shy;
heiten der beiden Aufgaben zu wahren.
Die Meldepflicht schadet den Interessen
der Allgemeinheit, denn die Gesundheit im
Strafvollzug dient ebenfalls dem Schutz der
Allgemeinheit, indem u.a. die R&uuml;ckfall&shy;
gefahr gemindert wird.
Vertraulichkeit ist f&uuml;r den Aufbau einer the&shy;
rapeutischen Beziehung unabdingbar. Das
Vertrauen steht im Zentrum dieser Bezie&shy;
hung und ihrer Wirksamkeit.
Die Meldepflicht verst&ouml;sst gegen die Grund&shy;
s&auml;tze der Nichtdiskriminierung und der
Gleichwertigkeit, da die Gesundheitsleis&shy;
tungen f&uuml;r inhaftierte Personen mit jenen
f&uuml;r die &uuml;brige Bev&ouml;lkerung vergleichbar sein
m&uuml;ssen. Die Meldepflicht steht somit im
Widerspruch zu den ethischen und berufs&shy;
ethischen Grunds&auml;tzen der Gesundheits&shy;
Die angestrebten &Auml;nderungen verlagern die
Frage nach der Sachdienlichkeit von Infor&shy;
mation, statt sie zu l&ouml;sen.
Die Meldepflicht ist ungerechtfertigterweise
auf nur eine Berufsgruppe ausgerichtet, ob&shy;
wohl die Gesundheitsfachleute nicht die
Einzigen sind, die &uuml;ber wichtige Informatio&shy;
nen verf&uuml;gen.
Die angestrebten &Auml;nderungen k&ouml;nnten die
Gesundheitsfachleute von einer medizini&shy;
schen T&auml;tigkeit im Gef&auml;ngnis abschrecken,
da das Gesundheitspersonal das Gef&uuml;hl
h&auml;tte, eine Medizin zweiter Klasse mit ge&shy;
ringeren ethischen Anforderungen auszu&shy;
Die Stellungnahme kann ab sofort unter www.
nek cne.ch → Publikationen abgerufen werden.
Gesch&auml;ftsstelle / Bureau
SGV/SSMC
Fax 052 233 00 53
info[at]vertrauensaerzte.ch
www.medecins conseils.ch
Dr. med. Roswitha Bugnon, Liebefeld
Dr. med. J&ouml;rg Eimers, Luzern
Dr. med. Beat Gr&uuml;ndler, St. Gallen
Dr. med. G&eacute;za Kanab&eacute;, Saland
Dr. med. Ursula Schafroth, Frutigen
Dr Jean Marc Wandeler, Salavaux
Vizepr&auml;sident / Vice-Pr&eacute;sident:
Dr. med. Valentin Rehli, Walenstadt
Vorstand / Comit&eacute;
Schweizerische Gesellschaft der
Vertrauens- und Versicherungs&auml;rzte
(SGV) / Soci&eacute;t&eacute; Suisse des
m&eacute;decins conseils et m&eacute;decins
d’assurances (SSMC)
Die Nationale Ethikkommission im Bereich der
Humanmedizin (NEK) hat ihre Stellungnahme
mit dem Titel &laquo;&Uuml;ber die Meldepflicht im Ge&shy;
f&auml;ngnisbereich f&uuml;r Informationen, die dem
medizinischen Berufsgeheimnis unterstehen&raquo;
ver&ouml;ffentlicht (Nr. 23/2014). Die NEK empfiehlt
einstimmig, das heutige System, das eine Meldem&ouml;glichkeit vorsieht, beizubehalten. Eine Melde&shy;
pflicht erleichtert die Beurteilung der Gef&auml;hr&shy;
lichkeit nicht und stellt somit kein Instrument
dar, um die Sicherheit der Bev&ouml;lkerung zu ver&shy;
bessern. Eine solche Pflicht kann im Gegenteil
die Sicherheit gef&auml;hrden, da inhaftierte Per&shy;
sonen, die ihre Strafe verb&uuml;sst haben, in die
Gesellschaft zur&uuml;ckkehren, ohne eine – vor
allem im psychischen Bereich – angemessene
Behandlung erhalten zu haben. Eine Melde&shy;
pflicht w&uuml;rde zudem die &Auml;rztinnen und &Auml;rzte
tendenziell davon abhalten, f&uuml;r inhaftierte Per&shy;
sonen t&auml;tig zu sein. Sie w&uuml;rde auch einen
schwerwiegenden Eingriff in die Privatsph&auml;re
der inhaftierten Personen darstellen und den
international anerkannten ethischen Grund&shy;
s&auml;tzen zuwiderlaufen. Die NEK st&uuml;tzt ihre Er&shy;
w&auml;gungen auf folgende Argumente, die gegen
die Meldepflicht sprechen:
– Das heutige System sieht bereits vor, die
Gesundheitsfachleute unter bestimmten
Umst&auml;nden vom medizinischen Berufs&shy;
geheimnis zu entbinden – namentlich,
wenn &uuml;berwiegende Interessen, die &uuml;ber
dem Berufsgeheimnis stehen, gewahrt wer&shy;
den m&uuml;ssen, oder in Notf&auml;llen.
– Die angestrebten &Auml;nderungen verwechseln
oder vermischen Betreuung und Begutach&shy;
Die Schweizerische Gesellschaft f&uuml;r Angiologie
verleiht einen Preis von 10 000 CHF f&uuml;r eine
wissenschaftliche Arbeit &uuml;ber Gef&auml;sskrankhei&shy;
ten. Die Arbeit kann ein zur Publikation einge&shy;
reichtes Manuskript oder bereits ver&ouml;ffentlicht
sein (2013–2014).
Bewerbung f&uuml;r den Angiologiepreis und Curri&shy;
culum Vitae sind in je f&uuml;nf Exemplaren bis zum
15. September 2014 einzusenden an Prof. Kurt
J&auml;ger, Benkenstrasse 46, 4104 Oberwil.
Der Preis wird anl&auml;sslich der 15. Jahrestagung
der Union Schweizerischer Gesellschaften
f&uuml;r Gef&auml;sskrankheiten vom 12. bis 14.11.2014
in St. Gallen verliehen.
Medizinisches Berufsgeheimnis im
Gef&auml;ngnisbereich: Die NEK empfiehlt
einstimmig die Beibehaltung des heutigen
Systems mit Meldem&ouml;glichkeit
Schweizerischer Angiologiepreis 2014
im Bereich der Humanmedizin (NEK)
f&uuml;r Angiologie
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Erster Lehrgang &laquo;Karriere-Entwicklung Assistenz&auml;rzte&raquo; der Zurich Academy
of Internal Medicine (ZAIM)
Manager- und F&uuml;hrungskompetenzen f&uuml;r Assistenz&auml;rzte der Allgemeinen Inneren Medizin
Prof. Dr. med., im Namen
des ZAIM-Stiftungsrats
Als Pr&auml;sident des ZAIM-Stiftungsrats bin ich massgeblich an
der Gestaltung des wissenschaft
lichen Programms aller ZAIMVeranstaltungen beteiligt.
Weder meine Klinik noch ich
pers&ouml;nlich beziehen Einnahmen
aus dem Lehrgang oder
der ZAIM.
Eine gute und umfassende Ausbildung der &Auml;rzte von
heute ist der Garant einer qualitativ hochstehenden
medizinischen Versorgung von morgen. Dabei ist es
mit rein medizinischer Ausbildung nicht getan. Heutzutage ist f&uuml;r die Karriere neben medizinischem Wissen und klinischer Erfahrung auch Management- und
F&uuml;hrungskompetenz gefordert. Um zuk&uuml;nftige Fach&auml;rzte f&uuml;r Allgemeine Innere Medizin (AIM) auf ihrem
Karriereweg zu unterst&uuml;tzen, hat die Zurich Academy
of Internal Medicine (ZAIM) den Lehrgang &laquo;KarriereEntwicklung Assistenz&auml;rzte&raquo; ins Leben gerufen. Die
Teilnehmer des Lehrgangs sollen ihre Pers&ouml;nlichkeit,
ihr Auftreten und ihre Resilienz st&auml;rken, sich erste
F&uuml;hrungskompetenzen aneignen und ihren Berufsweg zielorientierter gestalten.
Die ZAIM verfolgt damit ihr Ziel, den Fortbestand
einer hochstehenden Allgemeinen Innere Medizin zu
f&ouml;rdern, indem sie junge Talente f&uuml;r die Disziplin AIM
begeistert und mit dem notwendigen R&uuml;stzeug f&uuml;r
den entsprechenden Berufsweg ausstattet (siehe Kasten).
Vorbereitung f&uuml;r eine Karriere
in der Allgemeinen Inneren Medizin
Anfang April 2014 fand das erste Modul des ersten
Lehrgangs in Z&uuml;rich statt. Unter dem Motto &laquo;Sie als
Individuum&raquo; standen die Assistenz&auml;rzte mit ihrer Pers&ouml;nlichkeit im Zentrum. In dem aus Referaten, Workshops und Podiumsdiskussionen bestehenden zweit&auml;gigen Kurs analysierten die Teilnehmer ihre Chancen und Entwicklungsm&ouml;glichkeiten f&uuml;r eine Karriere
in der Allgemeinen Inneren Medizin.
de formation. On peut trouver des informations
La Zurich Academy of Internal Medicine (ZAIM)
s’engage pour une M&eacute;decine Interne G&eacute;n&eacute;rale de
demain de haute qualit&eacute;. Pour &ecirc;tre en mesure de
soutenir des futurs sp&eacute;cialistes de la M&eacute;decine
Interne G&eacute;n&eacute;rale tout au long de leur carri&egrave;re, la
ZAIM a initi&eacute; le cours de formation &laquo;D&eacute;veloppement
de carri&egrave;re des m&eacute;decins-assistants&raquo;. Ce cours de
formation offre &agrave; ses participants la possibilit&eacute; de
renforcer leur personnalit&eacute;, leur fa&ccedil;on de se pr&eacute;senter et leur r&eacute;silience, d’acqu&eacute;rir de premi&egrave;res comp&eacute;tences de direction et de mieux cibler leur parcours de carri&egrave;re. Le premier module du tout premier cours de formation a eu lieu d&eacute;but avril 2014
&agrave; Zurich, le deuxi&egrave;me module suivra fin ao&ucirc;t 2014.
Au printemps 2015 se d&eacute;roulera le prochain cours
suppl&eacute;mentaires sur www.my-zaim.ch.
Rolf Zemp, selbst&auml;ndiger Berater, Coach und
Fachhochschuldozent f&uuml;r Unternehmens- und Personalf&uuml;hrung, diskutierte mit den Teilnehmern Zukunftsperspektiven und k&uuml;nftige Anforderungen,
insbesondere im Hinblick auf nicht-medizinische
Kompetenzen wie F&uuml;hrungs- und Managementf&auml;hig
Prof. Dr. med. Edouard Battegay,
ZAIM-Stiftungsratspr&auml;sident
R&auml;mistrasse 100, RAE B 17
edouard.battegay[at]usz.ch
www.my-zaim.ch
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten ZAIM-Lehrgangs tauschten sich unter anderem &uuml;ber Zeitmanagement und
pers&ouml;nliche Ressourcen aus.
der Inneren Medizin und 65% dieser F&auml;lle sind keinem spezifischen Schwerpunkt zugeordnet.
keiten. Die Komplementarit&auml;t zwischen medizinischem und wirtschaftlichem Denken und Handeln
sollte akzeptiert und verinnerlicht werden.
Prof. Dr. med. Maria-Petra Schumm-Draeger,
Chef&auml;rztin Klinik f&uuml;r Endokrinologie, Diabetologie
und Angiologie am Klinikum Bogenhausen, St&auml;dtisches Klinikum M&uuml;nchen, gab einen Einblick in die
richtige Karriereplanung. Maria-Petra Schumm-Draeger ist in der Kommission &laquo;Struktur-Krankenhausversorgung&raquo; der Deutschen Gesellschaft f&uuml;r Innere
Medizin (DGIM) t&auml;tig und Delegierte der DGIM im
Administrative Council der European Federation of
Internal Medicine (EFIM) sowie aktives Mitglied der
&laquo;Working Group on Professional Issues in Internal
Medicine in Europe&raquo;.
Laut Maria-Petra Schumm-Draeger sind die drei
h&auml;ufigsten karrierehinderlichen Faktoren geringe
fachliche Laufbahnunterst&uuml;tzung, ung&uuml;nstige Arbeitsplatzbedingungen und extraprofessionelle Belange wie Work-Life-Balance bzw. -Interference, z. B.
die Vereinbarkeit von Beruf, Kinderbetreuung und
Familie. Aber auch Faktoren bei &Auml;rzten selbst wie Leistungsmotivation, Sozialkompetenz, Durchsetzungskraft und Flexibilit&auml;t h&auml;tten grossen Einfluss auf die
Karrierechancen. Dar&uuml;ber hinaus machte sie auf den
hohen Stellenwert der Allgemeinen Inneren Medizin
aufmerksam: In der station&auml;ren Versorgung fallen in
Deutschland beinahe 40% aller F&auml;lle in den Bereich
Engagement f&uuml;r Karriereplanung von Assistenz&auml;rztinnen und -&auml;rzten: Franziska Gottschalk,
Lukas Zimmerli, Edouard Battegay, Petra-Maria Schumm-Draeger, Rolf Zemp (v.l.n.r.)
Die eigene Pers&ouml;nlichkeit und individuelle
F&uuml;r die pers&ouml;nliche Standortbestimmung f&uuml;hrten die
Teilnehmer vorab einen Pers&ouml;nlichkeitstest durch,
dessen Ergebnis in Einzelgespr&auml;chen er&ouml;rtert wurde.
Franziska Gottschalk, Abteilungsleiterin Personalentwicklung &amp; Bildung des Human Resources Management am Universit&auml;tsSpital Z&uuml;rich, und ihr Team
arbeiteten mit den Teilnehmern in kleinen Gruppen
an deren Pers&ouml;nlichkeitsentwicklung sowie dem
Selbst- und Zeitmanagement. Mittels individuellen
Kameratrainings wurden zudem das Auftreten der
Assistenz&auml;rzte und ihre Wirkung auf Dritte analysiert
sowie Entwicklungspotentiale eruiert.
Dr. phil. et lic. iur. Mariann Grawe-Gerber und
lic. phil. Misa Yamanaka vom Klaus-Grawe-Institut
f&uuml;r Psychologische Therapie in Z&uuml;rich gaben einen
Einblick in das wichtige Thema Resilienz und pers&ouml;nliches Ressourcenmanagement. Nach der theo
retischen Einf&uuml;hrung konnten sich die Assistenz&auml;rzte
in Zweiergespr&auml;chen &uuml;ber eigene Ressourcen sowie die
M&ouml;glichkeiten deren Nutzung, aber auch &uuml;ber eigene Problembereiche und Ansatzpunkte zur Verbesserung bewusst werden.
Der Assistenzarzt als F&uuml;hrungsperson
Gem&auml;ss Aussagen der teilnehmenden Assistenz&auml;rzte
trifft das Thema Karriereplanung den Nerv der Zeit.
Die 18 Teilnehmer waren vom ersten Modul begeistert. Das zweite Modul befasst sich Ende August 2014
unter dem Motto &laquo;Sie als F&uuml;hrungsperson&raquo; und &laquo;Sie
in Ihrem Umfeld&raquo; mit den Grundlagen der F&uuml;hrung
in einem komplexen Umfeld: mit F&uuml;hrung ohne Vorgesetztenfunktion, mit Mitarbeiter-Typen, F&uuml;hrungstechniken und -stilen sowie mit Change-Management
in einer Internistischen Klinik, mit juristischen Fragen wie Aufkl&auml;rungspflicht, Dokumentation, Haftungsfragen, Arbeitsrecht und mit betriebswirtschaftlichen Zusammenh&auml;ngen.
Der n&auml;chste Lehrgang &laquo;Karriere-Entwicklung Assistenz&auml;rzte&raquo; der Zurich Academy of Internal Medicine wird im
Fr&uuml;hjahr 2015 stattfinden. Informationen hierzu und zu
weiteren Themen der ZAIM finden sich auf der Website
www.my-zaim.ch.
ZAIM: Stiftung f&uuml;r eine qualitativ hochstehende Allgemeine Innere Medizin
Die Zurich Academy of Internal Medicine (ZAIM) ist eine Stiftung, die es sich zum Ziel gesetzt hat,
durch Weiter- und Fortbildung sowie Informationsaustausch sowie Forschung zu Themen ihres Fachgebietes eine qualitativ hochstehende Allgemeine Innere Medizin zu f&ouml;rdern. Angesichts der starken
Spezialisierungstendenzen ist dies unerl&auml;sslich, um auch in Zukunft eine optimale medizinische Versorgung zu gew&auml;hrleisten. Unser Gesundheitswesen braucht hochkompetente Allgemeininternisten −
im Interesse der Patienten und der Gesellschaft.
Der Stiftungsrat besteht aus Prof. Dr. med. Edouard Battegay (Pr&auml;sident), PD Dr. med. Rubino
C. Mordasini, Prof. Dr. iur. Urs Saxer und Prof. Dr. med. Petra-Maria Schumm-Draeger.
t&auml;t Bern und Direktor der gleichnamigen Klinik, sowie von Ruedi Zollinger, Jahrgang 1947, bis 2012
Chefarzt Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienste
St. Gallen. Inzwischen haben beide drei Mal zusammen die Klinik in Harare besucht und sich mit der
Situation der Behandelnden und deren Patienten
vertraut gemacht. Als wichtigstes Ziel gehe es darum
die Therapie und damit die &Uuml;berlebenschancen der
Kinder und Jugendlichen zu verbessern, die aus ihrer
Depression heraus die Behandlung vernachl&auml;ssigten.
Die Medikamente m&uuml;ssen alle 12 Stunden eingenommen und d&uuml;rfen innerhalb von drei Wochen
Seit 2004 betreibt Prof. Ruedi L&uuml;thy, ehemals Infektiologe an der Universit&auml;t Z&uuml;rich, eine ambulante
HIV-Klinik in der Grossstadt Harare, Zimbabwe.
Etwa 4500 HIV-positive Patienten werden in der New
lands Clinic j&auml;hrlich ambulant behandelt, davon
sind ein Viertel Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. 1,4 Millionen Einwohner, rund 15% der Bev&ouml;lkerung, sind mit dem Virus infiziert, was zur Folge
hat, dass drei von vier Jugendlichen Vater, Mutter
oder beide verloren haben. Ein zentrales Element der
Behandlung ist die Therapietreue, die oft aus psychosozialen Gr&uuml;nden mangelhaft ist.
Als wichtigstes Ziel gehe es darum, die Therapie […] der Kinder
und Jugendlichen zu verbessern, die aus ihrer Depression heraus
die Behandlung vernachl&auml;ssigten.
Seit 2011 bekommt das Team in Harare Verst&auml;rkung durch zwei Berater aus der Schweiz, von Wilhelm Felder, Jahrgang 1947, bis 2012 Ordinarius f&uuml;r
Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Universi-
Verst&auml;rken das Team von Ruedy L&uuml;thy in Harare:
Wilhelm Felder …
nur einmal vergessen werden, weil sonst Gefahr von
Resistenzen besteht. Regelm&auml;ssig kommen die 15- bis
25-J&auml;hrigen in die Tagesklinik, wo sie medizinische
Hilfe, Anleitung zur Selbstversorgung und auch Nah-
... und Ruedi Zollinger.
tragen. Konkurrenz erh&auml;lt die verbliebene univer
sit&auml;re Medizin vor allem durch christliche Sekten,
die Pr&auml;vention und Therapie ablehnen oder durch
traditionelle Heiler, die ihre magischen Methoden
Die beiden Consultants haben sich f&uuml;r ihre
Pensionierungsjahre eine schwierige Aufgabe ausgesucht. Vieles entspreche der gewohnten Kliniker
fahrung unter erschwerten Bedingungen, ausserdem
w&uuml;rden sie eine Menge &uuml;ber die HIV-Infektionen
und das heutige Zimbabwe lernen. Ausser einer
Spesenentsch&auml;digung bekommen sie keinen Lohn.
Die Newlands Clinic wird von der Stiftung Swiss Aids
Care International mit Sitz in Z&uuml;rich finanziert und
rungsmittelhilfe bekommen und sich Wissen &uuml;ber
die HIV-Pr&auml;vention aneignen. Nur jedes zweite HIVpositive Baby, das bei der Geburt oder beim Stillen
angesteckt wurde, &uuml;berlebt. Viele dieser &Uuml;berlebenden sind kleinw&uuml;chsig und emotional wie intellektuell retardiert. Das Projekt, das Wilhelm Felder und
Ruedi Zollinger ausgearbeitet haben, ist ambitioniert
und, je nach finanzieller Unterst&uuml;tzung, auf vier bis
f&uuml;nf Jahre ausgelegt. Vorgesehen sind vier Teilprojekte: A. Empowerment des Klinikpersonals im psychosozialen Bereich, B. Assessment von Jugendlichen
im psychosozialen Bereich, C. Gruppentherapeu
tische Angebote und D. Tagesstrukturen f&uuml;r Kinder
Wer eine Resistenz entwickelt, bekommt eine zweite Chance,
nicht aber, wie in der Schweiz, eine dritte und vierte.
Sie daf&uuml;r die Kommentarfunktion in der OnlineVersion oder sehen Sie nach, was Ihre Kolleginnen
betrieben. Die gratis abgegeben Medikamente erh&auml;lt
sie in erster Linie vom Global Fund und der ClintonHealth-Access-Initiative. Ausserdem unterst&uuml;tzen
die DEZA sowie zahlreiche institutionelle und private Spender die Arbeit. Ein eigenes Labor bestimmt
neben der Routine die im Blut zirkulierenden HIViren und Immunzellen. Blutspiegelbestimmungen
von Medikamenten oder Resistenzpr&uuml;fungen sind
aus Kostengr&uuml;nden nicht m&ouml;glich. Wer eine Resistenz entwickelt, bekommt eine zweite Chance, nicht
aber, wie in der Schweiz, eine dritte und vierte mit
sehr viel teureren Medikamenten. Auch aus diesem
Grund komme der Motivation zur regelm&auml;ssigen
Medikamenteneinnahme eine grosse Bedeutung zu.
Sowohl Willi Felder wie auch Ruedi Zollinger sind
gerne bereit, vor interessierten Sponsoren oder bei
medizinischen Fortbildungen &uuml;ber ihre Arbeit in
Harare zu berichten.
− www.swissaidscare.ch – www.facebook.com/
Beide Berater hatten es mit &auml;hnlichen fachlichen
Problemen, wie in der Schweiz, zu tun. Was zur fehlenden Akzeptanz der chronischen Krankheit und
der Stigmatisierung dazukomme, seien die extreme
Armut, das schwierige Umfeld der Slums und die
meist fehlende Unterst&uuml;tzung durch Angeh&ouml;rige.
Zimbabwe ist in einem sehr schlechten Zustand,
Wirtschaft und Bildungswesen darben, ausgebildete
Fachkr&auml;fte und junge Menschen verlassen das Land.
Die Ausbildung des gut motivierten, einheimischen
Personals richtet sich vor allem an Pfleger und Pflegerinnen, die im Gesundheitswesen die Hauptlast
− www.newlandsclinic.org.zw − wilhelm.felder[at]hin.ch –
ruedi.zollinger[at]bluewin.ch
&laquo;Meine Lebensqualit&auml;t ist besser als vor der Krankheit, trotz meiner schweren Behinderungen.&raquo; [1]
2 Commission Sant&eacute; 2013:
Attentes de soins en fin de vie.
Universit&eacute; des s&eacute;niors. Genf
www.unige.ch/uni3/
Commission/Publications.
3 Bergner M. Quality of life,
health status, and clinical
research. Med Care. 1989;
27 (3 Suppl.):148–56.
4 Testa AM, Simonson DC.
Assessment of quality-of-life
outcomes. N Engl J Med.
1996; 334 :835–40.
5 Oppikofer S. Informationsblatt Lebensqualit&auml;t von
Menschen mit einer Demenzerkrankung. Universit&auml;t
Z&uuml;rich; 2013.
6 Arlt S, Hornung J, Eichenlaub M, Jahn H, Bullinger M,
Petersen C. The patient with
dementia, the caregiver
and the doctor: cognition,
2008;23(6):604–10.
Diese Antworten sind einer qualitativen Studie der
Gesundheitskommission der Senioren-Universit&auml;t
Genf entnommen [2]. Den Bewohnern eines Altersund Pflegeheims und ihren Pflegekr&auml;ften, Angeh&ouml;rigen und &Auml;rzten wurden die folgenden Fragen gestellt: Sollte bei Ihnen pl&ouml;tzlich eine schwere Lungenentz&uuml;ndung auftreten, was w&uuml;nschen Sie sich:
ins Spital eingewiesen zu werden oder im Pflegeheim
zu bleiben? Alle zur Verf&uuml;gung stehenden therapeutischen Massnahmen oder nur palliative Medizin?
Von den zw&ouml;lf Insassen wollte nur eine hospitalisiert
werden, w&auml;hrend sieben von zw&ouml;lf &Auml;rzten sowie sieben Pflegepersonen und sechs Angeh&ouml;rige f&uuml;r die
Hospitalisation optierten. Und nur zwei Insassen,
aber alle &Auml;rzte entschieden sich f&uuml;r den Einsatz aller
verf&uuml;gbaren Massnahmen. Nur bei einer gleichzeitig
bestehenden Demenz und dem Auftreten einer akuten Pneumonie w&uuml;rden die meisten &Auml;rzte auf eine
Hospitalisation verzichten. Aber immer noch ein
Drittel der &Auml;rzte w&uuml;rde alle verf&uuml;gbaren Behandlungen verordnen.
In ihren Antworten rechtfertigten die &Auml;rzte ihre
Entscheidung sehr h&auml;ufig mit dem Begriff &laquo;Lebensqualit&auml;t&raquo; (26-mal). Nur zwei Pflegekr&auml;fte und eine Bezugsperson verwendeten diesen Begriff und kein einziger der Heimbewohner ...
Der Begriff &laquo;Lebensqualit&auml;t&raquo; ist nur schwer greifbar. Der WHO (1994) zufolge ist Lebensqualit&auml;t die
1 Aussage eines 48-j&auml;hrigen
Patienten mit amyotropher
Lateralsklerose im fort
geschrittenen Stadium. In:
Borasio GD. Mourir. Presses
polytechniques et univer
sitaires romandes; 2014. S. 78.
Arzt: &laquo;Da sie jung ist, eine gute Lebensqualit&auml;t hat, ein
gutes Umfeld und ein intaktes soziales Netz, werde ich in
ihrem Fall alles in meiner Macht Stehende tun; ich w&uuml;rde
sie auch ins Spital einweisen und, in ihrem konkreten Fall,
falls n&ouml;tig auf die Intensivpflege. Es handelt sich um jemanden [...], der noch voll urteilsf&auml;hig ist, ohne jegliche
Anzeichen von geistigem Verfall [...] In diesem konkreten
Fall w&uuml;rde ich aggressiv vorgehen.&raquo;
Patientin: &laquo;Lassen Sie mich in diesem Moment mein
Leben beenden.&raquo;
Arzt: &laquo;Diese Person hat noch eine angemessene Lebensqualit&auml;t und nur wenige gravierende Probleme, abgesehen
von der Tatsache, dass sie Hemiplegikerin ist; und sie wird
von ihrem Mann sehr gut betreut.&raquo;
Patientin: &laquo;Ich habe Angst vor dem Leben, nicht aber vor
dem Tod ... Dann ist man alle Probleme los (lacht).&raquo;
&laquo;subjektive Wahrnehmung einer Person &uuml;ber ihre Stellung
im Leben in Relation zur Kultur und den Wertsystemen, in
denen sie lebt, und in Bezug auf ihre Ziele, Erwartungen,
Standards und Anliegen. Es handelt sich um einen weitgefassten Begriff, der auf komplexe Art das physische
Wohlbefinden einer Person, ihren psychischen Zustand,
den Grad der Unabh&auml;ngigkeit, ihre sozialen Beziehungen,
ihren pers&ouml;nlichen Glauben und ihre Beziehung zu den
Besonderheiten ihrer Umwelt umfasst.&raquo;
In der medizinischen Literatur st&ouml;sst man h&auml;ufig
auf den Begriff der &laquo;gesundheitsbezogenen Lebensqualit&auml;t&raquo; (health-associated quality of life [3]). Er ist
sowohl multidimensional (in seinen physischen, psychischen und sozialen Dimensionen) als auch subjektiv. Es gibt eine Unzahl von Frageb&ouml;gen, um die Einsch&auml;tzung der Betroffenen selbst zu erheben, denn
die Lebensqualit&auml;t kann nicht von Aussenstehenden,
und somit auch nicht von Gesundheitsfachpersonen
bewertet werden. Auch ist klar, dass unterschiedliche
Messinstrumente angezeigt sind, je nachdem ob es
sich um eine onkologische Patientin [4] oder eine betagte oder gar demente Person handelt [5, 6].
Der Begriff Lebensqualit&auml;t wird schliesslich auch
von &Ouml;konomen verwendet, die ihn als quantifizierbare Einheit definieren, mit der der Nutzen einer –
zumeist onkologischen – Behandlung gemessen wird.
Dabei wird ber&uuml;cksichtigt, dass nicht nur die &Uuml;ber
lebensdauer massgeblich ist, sondern die Qualit&auml;t
des Lebens w&auml;hrend dieser Dauer (QUALY). Wie aber
werden QUALY-Werte bei einem bestimmten Patienten gemessen, wenn es sich bei der Lebensqualit&auml;t
um eine fundamental subjektive Wahrnehmung
Fazit: Wir sollten den Begriff &laquo;Lebensqualit&auml;t&raquo; mit
Vorsicht und Bedacht verwenden. Lassen wir doch
unsere Patienten selbst definieren, was sie darunter
verstehen, bevor wir den Begriff gebrauchen. Die Arbeit der Gesundheitskommission zeigt, dass &Auml;rzte,
Pflegekr&auml;fte und Angeh&ouml;rige sich mindestens in
jedem zweiten Fall t&auml;uschen.
&Uuml;brigens: Wussten Sie, dass Z&uuml;rich in der Beurteilung der Lebensqualit&auml;t an zweiter Stelle (nach Wien)
steht? Und dass das Z&uuml;rcher Stimmvolk zu 85%
gegen ein Verbot der Sterbehilfe gestimmt hat? Offenbar ist auch die Qualit&auml;t des Sterbens Teil der Lebensqualit&auml;t ...
Hans Stalder*
* Prof. Dr. med. Hans Stalder, Facharzt f&uuml;r Innere Medizin,
Redaktionsmitglied, ist ehemaliger Direktor der Policlinique de M&eacute;decine und des D&eacute;partement de M&eacute;decine
communautaire des H&ocirc;pitaux Universitaires de Gen&egrave;ve.
Arzt: &laquo;Wir tun alles, was in unserer Macht steht, denn sie
hat eine gute Lebensqualit&auml;t, sie ist jung − deshalb m&uuml;ssen wir alles tun, um sie zu heilen.&raquo;
Patientin: &laquo;Ich habe es Ihnen bereits gesagt: nur das
absolut Notwendige.&raquo;
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