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Timestamp: 2016-10-28 20:04:17
Document Index: 373148578

Matched Legal Cases: ['Art. 34', 'Art. 90', 'Art. 27', 'Art. 31', 'Art. 43', 'Art. 14', 'Art. 90', 'Art. 51', 'Art. 92', 'in dubio', 'Art. 95', 'Art. 97', 'BGE', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'in dubio', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 27', 'Art. 14', 'Art. 14', 'BGE', 'BGE', 'in dubio', 'BGE', 'Art. 27', 'Art. 14', 'Art. 90', 'Art. 43', 'Art. 90', 'Art. 41', 'in dubio', 'Art. 34', 'Art. 34', 'Art. 90', 'Art. 17', 'Art. 90', 'Art. 90', 'BGE', 'Art. 34', 'BGE', 'BGE', 'Art. 51', 'Art. 51', 'BGE', 'Art. 56', 'BGE', 'Art. 51', 'BGE', 'in dubio', 'Art. 34', 'Art. 51', 'Art. 34', 'Art. 12', 'Art. 97', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 90', 'Art. 34', 'BGE', 'Art. 92', 'Art. 51', 'Art. 31', 'Art. 90']

6B_821/2014 (02.04.2015)
6B_821/2014 � � Urteil vom 2. April 2015
Grobe Verletzung der Verkehrsregeln, mehrfache einfache Verletzung der Verkehrsregeln, pflichtwidriges Verhalten bei Unfall; Beweisw�rdigung etc.,
Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts von Graub�nden, I. Strafkammer, vom 2. April 2014.
A.a.�Das Bezirksgericht Landquart erkl�rte X.________ am 10. Juli 2013 der groben Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 34 Abs. 4 i.V.m. aArt. 90 Ziff. 2 SVG), der mehrfachen einfachen Verletzung der Verkehrsregeln (Art. 27 Abs. 1, Art. 31 Abs. 1, Art. 43 Abs. 2 SVG und Art. 14 Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 [VRV; SR 741.11] i.V.m. aArt. 90 Ziff. 1 SVG) und des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall (Art. 51 Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 92 Abs. 1 SVG) schuldig. Es verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagess�tzen zu Fr. 260.-- und einer Busse von Fr. 2'500.--.
A.b.�Das Kantonsgericht von Graub�nden best�tigte auf Berufung von X.________ am 2. April 2014 die erstinstanzlichen Schuldspr�che und die Geldstrafe. Die Busse reduzierte es auf Fr. 1'500.--.
Das Kantonsgericht h�lt folgenden Sachverhalt f�r erwiesen:
X.________ verliess am 5. Februar 2011 mit seinem Personenwagen und seiner Ehefrau als Beifahrerin bei der Autobahnausfahrt Maienfeld die A13. Vor der Einfahrt in die Hauptstrasse, Gemeindegebiet Maienfeld, blieb er vor der Haltelinie stehen. Trotz des von links (Fahrbahnrichtung Maienfeld) auf der Hauptstrasse herannahenden, von A.A.________ mit einer Geschwindigkeit von ca. 70 km/h gelenkten Personenwagens fuhr er nach links in die Hauptstrasse ein. A.A.________, der sich in Begleitung seines Vaters B.A.________ als Beifahrer befand, leitete sofort ein Bremsman�ver ein. Sein Fahrzeug kam auf der Fahrbahn vor der Einfahrt zum Stillstand, wobei er dieses beim Bremsen zwecks Verhinderung einer m�glichen Kollision leicht nach links auf die Gegenfahrbahn (Fahrbahnrichtung Bad Ragaz) lenkte. Der Personenwagen von X.________, der ebenfalls bremste und anhielt, befand sich miteinem Abstand von ca. einem Meter zum Fahrzeug von A.A.________ auf der Gegenfahrbahn.
Als sich die Fahrzeuge gegen�berstanden, versuchte X.________ rechts am Personenwagen von A.A.________ vorbeizufahren, wobei er die Front des Fahrzeugs touchierte und einen Schaden verursachte. Da er nicht vorbeifahren konnte, setzte er zwei, drei Meter zur�ck. A.A.________ stieg aus seinem Fahrzeug aus und lief auf die Fahrert�re von X.________ zu. In diesem Moment beschleunigte dieser seinen Personenwagen erheblich, passierte auf dem rechtsseitigen Trottoir das Fahrzeug von A.A.________ und entfernte sich von der Unfallstelle, obwohl er den Sachschaden bemerkt hatte. Dabei fuhr er unerwartet und mit erheblicher Beschleunigung an dem nur 50 cm neben ihm stehenden A.A.________ vorbei. Um eine Kollision zu vermeiden, wich dieser zur�ck, indem er sich von der Front des Fahrzeugs von X.________ wegstiess.
X.________ beantragt mit Beschwerde in Strafsachen, das Urteil vom 2. April 2014 sei aufzuheben und die Sache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz bzw. an das Bezirksgericht zur�ckzuweisen. Eventualiter sei er vollumf�nglich freizusprechen. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
Das Kantonsgericht und die Staatsanwaltschaft beantragen die Abweisung der Beschwerde.
1.1.�Der Beschwerdef�hrer r�gt, der Vorwurf der Missachtung des Vortrittsrechts von A.A.________ st�tze sich auf eine willk�rliche Sachverhaltsfeststellung und verletze den Grundsatz "in dubio pro reo" als Beweislast- sowie Beweisw�rdigungsregel. Er macht im Wesentlichen geltend, die Argumentation der Vorinstanz beruhe einzig auf den Aussagen von A.A.________ bzw. auf der unbestrittenen Tatsache, dass dieser sein Fahrzeug abgebremst habe. Dies stelle im Ergebnis eine Umkehr der Beweislast dar, da einzig aus dem Abbremsen von A.A.________ auf ein Fehlverhalten seinerseits geschlossen werde. Aus dessen Angaben zu Distanz (von wo dieser das Fahrzeug in die Hauptstrasse einm�nden sah) und Geschwindigkeit ergebe sich keine Notwendigkeit f�r ein Brems- oder Ausweichman�ver. Die Vorinstanz setze sich damit nicht auseinander und w�rdige das Privatgutachten aktenwidrig.
1.2.�Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz kann vor Bundesgericht nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Offensichtlich unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn sie willk�rlich ist (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3; 134 IV 36 E. 1.4.1; vgl. zum Begriff der Willk�r: BGE 138 I 305 E. 4.3; 137 I 1 E. 2.4). Die Willk�rr�ge muss in der Beschwerde explizit vorgebracht und substanziiert begr�ndet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG). Auf eine rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt das Bundesgericht nicht ein (BGE 140 III 264 E. 2.3; 137 IV 1 E. 4.2.3; 136 II 489 E. 2.8; je mit Hinweisen).
Dem Grundsatz "in dubio pro reo" kommt als Beweisw�rdigungsregel im Verfahren vor Bundesgericht keine �ber das Willk�rverbot von Art. 9 BV hinausgehende Bedeutung zu (BGE 138 V 74 E. 7; 127 I 38 E. 2a).
1.3.�Signale und Markierungen sowie die Weisungen der Polizei sind zu befolgen (Art. 27 Abs. 1 Satz 1 SVG). Wer zur Gew�hrung des Vortritts verpflichtet ist, darf den Vortrittsberechtigten in seiner Fahrt nicht behindern. Er hat seine Geschwindigkeit fr�hzeitig zu m�ssigen und, wenn er warten muss, vor Beginn der Verzweigung zu halten (Art. 14 Abs. 1 Satz 1 und 2 VRV).
W�hrend fr�her eine Behinderung bereits angenommen wurde, wenn der Vortrittsberechtigte seine Fahrt nicht gleichm�ssig und ungest�rt fortsetzen konnte, fasst die Rechtsprechung den Begriff heute enger. Sie bejaht eine Behinderung, falls der Berechtigte seine Fahrweise br�sk �ndern muss, d.h. vor, auf oder kurz nach einer Verzweigung zu br�skem Bremsen, Beschleunigen oder Ausweichen gezwungen wird. Diese Begriffseinschr�nkung erfolgte, um den besonderen Verh�ltnissen bei hohem Verkehrsaufkommen Rechnung zu tragen. Das darf aber nicht zur Entwertung des Vortrittsrechts - einer Grundregel des Strassenverkehrs - f�hren. Solche Regeln m�ssen klar und einfach zu handhaben sein. Deshalb ist unter dem Gesichtspunkt von Art. 14 Abs. 1 VRV eine erhebliche Behinderung nur ausnahmsweise zu verneinen (vgl. BGE 114 IV 146; Urteile 6B_453/2012 vom 19. Februar 2013 E. 2.2.2; 6B_10/2011 vom 29. M�rz 2011 E. 2.2.2; je mit Hinweisen).
1.4.�Die Vorinstanz stellt auf die �bereinstimmenden Aussagen von A.A.________ und B.A.________ sowie des Beschwerdef�hrers ab, wonach dessen Fahrzeug vollst�ndig auf der Fahrbahn Richtung Bad Ragaz zum Stillstand kam (vgl. angefochtenes Urteil S. 19 f.). Die gegenteilige Wahrnehmung der Zeugin C.________ zieht sie insoweit nicht heran. Diese sagte sinngem�ss aus, das Fahrzeug des Beschwerdef�hrers habe die Mittellinie noch nicht vollst�ndig passiert, sondern sei mit der Front auf der Gegenfahrbahn und mit dem Heck auf der Fahrbahn von A.A.________ gestanden (vgl. kant. Akten, act. 3.7 S. 1 f. und act. 3.12 S. 3 f.). Aus der polizeilich dokumentierten Endposition des Fahrzeugs von A.A.________ auf der H�he der Autobahneinfahrt ergibt sich dennoch, dass es dem Beschwerdef�hrer trotz des Bremsman�vers von A.A.________ bis hin zum Stillstand nur knapp m�glich war, rechtzeitig auf die Gegenfahrbahn zu gelangen. Die Vorinstanz geht daher willk�rfrei davon aus, der Beschwerdef�hrer habe das Vortrittsrecht von A.A.________ nicht beachtet und diesen zum Bremsman�ver gezwungen. Was der Beschwerdef�hrer dagegen vorbringt, l�sst die W�rdigung der Vorinstanz nicht schlechterdings unhaltbar erscheinen. Diese stellt entgegen dessen Einwand nicht ausschliesslich auf die Aussagen von A.A.________ ab, sondern ber�cksichtigt namentlich auch die Position der Fahrzeuge auf der Fahrbahn nach den Bremsman�vern.
Der Beschwerdef�hrer machte im kantonalen Verfahren geltend, A.A.________ habe sein Fahrzeug abgebremst, anschliessend wieder beschleunigt und ihn so an der Weiterfahrt gehindert. Er habe ihn damit erziehen wollen, was schweizerischen Verkehrsgepflogenheiten leider nicht v�llig fremd sei. Die Vorinstanz erw�gt, dieser Einwand finde in den Akten keine St�tze und die allgemeine Lebenserfahrung spreche gegen ein derartiges Verhalten. Sie verf�llt nicht in Willk�r, wenn sie die Schilderung des Geschehensablaufs von A.A.________ und dessen Vater als glaubw�rdiger sowie realit�tsnaher einstuft und auf die gegenteiligen Aussagen des Beschwerdef�hrers nicht abstellt (vgl. angefochtenes Urteil S. 21 f.).
Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, A.A.________ sei mit ungef�hr 70 km/h (bei einer zul�ssigen H�chstgeschwindigkeit von 80 km/h) gefahren. Nicht zu beanstanden ist, wenn sie keine Feststellungen dazu trifft, aus welcher Distanz A.A.________ den Beschwerdef�hrer einm�nden sah und wie dieser das Beschleunigungsman�ver bei der Einfahrt in die Kantonsstrasse durchf�hrte (vgl. Beschwerde S. 9). Dies l�sst sich im Nachhinein schwer nachvollziehen. Die Vorinstanz gibt diesbez�glich nur die verst�ndlicherweise wenig pr�zise Aussage von A.A.________ wieder, wonach er ca. 50-100 m vor der Ausfahrt Maienfeld S�d gesehen habe, wie ein Fahrzeug in die Hauptstrasse eingebogen sei (angefochtenes Urteil S. 16 unten). Da aufgrund der Endposition der Fahrzeuge auf der Fahrbahn und der Aussagen von A.A.________ davon auszugehen ist, das Einm�ndungsman�ver des Beschwerdef�hrers habe Ersteren zum br�sken Bremsen veranlasst, er�brigten sich die vom Beschwerdef�hrer verlangten Berechnungen. Immerhin weist die Vorinstanz darauf hin, dass selbst das auf Hypothesen beruhende Privatgutachten und das Video eine Behinderung dokumentieren w�rden (vgl. angefochtenes Urteil S. 22). Weshalb sie das Gutachten und das Video willk�rlich gew�rdigt haben soll, zeigt der Beschwerdef�hrer nicht substanziiert auf. Dessen Einwand vor Bundesgericht zielt darauf ab, ein Bremsman�ver sei nicht notwendig gewesen, da er auch ohne ein solches rechtzeitig auf die Gegenfahrbahn h�tte einbiegen k�nnen. Damit verkennt er, dass es nicht darum geht, zu beweisen, ob es ohne Bremsman�ver von A.A.________ zu einer Kollision gekommen w�re. Nach der Rechtsprechung gen�gt vielmehr, wenn der Vortrittsberechtigte bremsen muss, um eine kritische Situation zu vermeiden (vgl. BGE 114 IV 146 S. 148).
1.5.�Als Beweislastregel bedeutet der Grundsatz "in dubio pro reo", dass es Sache der Anklagebeh�rde ist, die Schuld des Angeklagten zu beweisen. Der Grundsatz ist verletzt, wenn der Strafrichter einen Angeklagten (einzig) mit der Begr�ndung verurteilt, er habe seine Unschuld nicht nachgewiesen (BGE 127 I 38 E. 2a mit Hinweis). Dies war vorliegend nicht der Fall. Die Vorinstanz w�rdigt die Beweise und gelangt gest�tzt darauf willk�rfrei zur �berzeugung, der Beschwerdef�hrer habe A.A.________ durch sein Einm�ndungsman�ver zum Abbremsen gezwungen.
1.6.�Die Vorinstanz bejaht zu Recht eine Missachtung von Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 14 Abs. 1 VRV. Aufgrund des Beweisergebnisses ist erstellt, dass der Beschwerdef�hrer das Vortrittsrecht von A.A.________ nicht beachtete, da er diesen als Folge seines unachtsamen Einbiegens in die Hauptstrasse zu einem abrupten Bremsman�ver zwang. Dadurch wurde diesem die M�glichkeit genommen, sich im Rahmen seiner Vortrittsberechtigung frei im Verkehr zu bewegen (vgl. angefochtenes Urteil S. 22). Auf dem betreffenden Strassenabschnitt bestand im Tatzeitpunkt ein geringes Verkehrsaufkommen, da lediglich die Fahrzeuge der Beteiligten und der Zeugin C.________ zugegen waren. Davon geht zumindest implizit auch die Vorinstanz aus. Der Schuldspruch wegen einfacher Verkehrsregelverletzung im Sinne von aArt. 90 Ziff. 1 SVG ist bundesrechtskonform.
2.1.�Der Beschwerdef�hrer ficht die Verurteilung wegen Fahrens mit einem Personenwagen auf dem Trottoir (Art. 43 Abs. 2 i.V.m. aArt. 90 Ziff. 1 SVG) an. Wegen der rechtswidrigen Blockierung seines Fahrstreifens sei er berechtigt gewesen im Sinne eines schutzw�rdigen Bed�rfnisses nach rechts, teilweise �ber das Trottoir auszuweichen und wegzufahren.
2.2.�Die R�ge ist unbegr�ndet. Aus Art. 41 Abs. 2 VRV ergibt sich entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers nicht, dass zur Umfahrung von Hindernissen auf der Fahrbahn kurzfristig eine Trottoirfl�che beansprucht werden kann, um den Verkehrsfluss zu gew�hrleisten (vgl. Urteil 6S.234/2002 vom 9. Juli 2002 E. 3.3). Hinzu kommt, dass auch das vom Beschwerdef�hrer geltend gemachte schutzw�rdige Bed�rfnis nicht gegeben ist. Dieser befand sich gem�ss den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz in keiner Notwehr- oder Notstandssituation, da von A.A.________ keine Gefahr ausging. Er w�re nach dem Unfall vielmehr zum Anhalten verpflichtet gewesen (vgl. hinten E. 3.2.3. und 3.5).
3.1.�Der Beschwerdef�hrer r�gt bez�glich des Vorwurfs der groben Verkehrsregelverletzung durch ungen�genden Abstand, die Vorinstanz stelle den Sachverhalt offensichtlich unrichtig und unvollst�ndig fest und verletze die Beweislast- und Beweisw�rdigungsregel "in dubio pro reo" sowie seinen Anspruch auf rechtliches Geh�r. Er sei f�r A.A.________ nicht �berraschend und auch nicht mit einer hohen Geschwindigkeit weggefahren, sondern im Schritttempo. Der Standort von A.A.________ und dessen Verhalten w�hrend der Fahrbewegungen seien nicht zuverl�ssig abgekl�rt worden, obschon dies f�r die Beurteilung der Widerhandlung von Art. 34 Abs. 4 SVG notwendig gewesen w�re. Die Vorinstanz beschr�nke sich auf die Angabe eines seitlichen Abstands von 50 cm ohne n�here Hinweise, in welchem Zeitpunkt und in welcher Fahrphase dieser Abstand bestanden haben soll.
In rechtlicher Hinsicht beanstandet der Beschwerdef�hrer, soweit �berhaupt eine Gefahrensituation eingetreten sei, sei diese ausschliesslich auf das rechtswidrige Fehlverhalten von A.A.________ zur�ckzuf�hren. Die Vorinstanz blende bei der Pr�fung von Art. 34 Abs. 4 SVG aus, dass sich jener gezielt auf das in Bewegung befindliche Fahrzeug zubegeben habe, um ihn an der Wegfahrt zu hindern. Dieser h�tte die M�glichkeit gehabt, das Kennzeichen des Fahrzeugs zu notieren und die Polizei zu avisieren, was er schliesslich auch getan habe. Der Beschwerdef�hrer kritisiert zudem, die geringe Geschwindigkeit beim Anfahren sei entgegen der Vorinstanz ein wesentliches Kriterium f�r den gebotenen seitlichen Abstand. Ein seitlicher Abstand von 50 cm begr�nde selbst bei einem raschen Beschleunigungsman�ver keine relevante Gef�hrdung, schon gar keine Gef�hrdungssituation im Sinne von aArt. 90 Ziff. 2 SVG. Er habe weder vors�tzlich noch grobfahrl�ssig bzw. r�cksichtslos gehandelt. Es fehle in subjektiver Hinsicht an den tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz.
Der Beschwerdef�hrer wendet schliesslich ein, die Vorinstanz verneine zu Unrecht eine Gefahrensituation f�r ihn. Es habe ein rechtfertigender, zumindest aber ein entschuldbarer Notstand im Sinne von Art. 17 f. StGB bestanden. Im Zusammenhang mit der An- und Wegfahrgeschwindigkeit bejahe sie ausdr�cklich eine Paniksituation. A.A.________ habe entgegen den willk�rlichen Feststellungen bereits vor der Kollision das Fahrzeug verlassen und sei mit Drohgeb�rden auf ihn zugegangen. Die Vorinstanz habe es unterlassen, diesbez�glich eine Beweisw�rdigung vorzunehmen. Unklar sei, ob sie als erstellt erachte, dass A.A.________ auf die Frontscheibe seines (des Beschwerdef�hrers) Fahrzeugs schlug. Wenn nicht, seien ihre Erw�gungen widerspr�chlich. Zumindest h�tte sie einen rechtfertigenden Putativnotstand bzw. Putativnotstandshilfe (Ehefrau) bejahen m�ssen. Das Verbleiben mit dem Fahrzeug vor Ort sei keine Alternative gewesen, da mit einer Besch�digung des Fahrzeugs durch A.A.________ zu rechnen gewesen sei. Auch ein gewaltsames Eindringen in das Fahrzeug - mit oder ohne offenem Fenster - durch diesen w�re denkbar gewesen. Selbst wenn die Subsidiarit�t oder Verh�ltnism�ssigkeit im Zuge der Aus�bung der Rechte aus der Notstands- oder Putativnotstandssituation missachtet worden w�re, h�tte die Vorinstanz pr�fen m�ssen, ob nicht ein Notstands (hilfe-) exzess vorliege.
3.2.1.�Nach aArt. 90 Ziff. 2 SVG macht sich strafbar, wer durch grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr f�r die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Der objektive Tatbestand von aArt. 90 Ziff. 2 SVG ist erf�llt, wenn der T�ter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gef�hrdet. Eine ernstliche Gefahr f�r die Sicherheit anderer ist bereits bei einer erh�hten abstrakten Gef�hrdung gegeben. Diese bedingt die naheliegende M�glichkeit einer konkreten Gef�hrdung oder Verletzung. Subjektiv erfordert der Tatbestand ein r�cksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrl�ssigem Handeln mindestens grobe Fahrl�ssigkeit (BGE 131 IV 133 E. 3.2 mit Hinweisen).
3.2.2.�Gem�ss Art. 34 Abs. 4 SVG ist gegen�ber allen Strassenben�tzern ein ausreichender Abstand zu wahren, namentlich beim Kreuzen und �berholen sowie beim Neben- und Hintereinanderfahren. Diese Abstandsregel richtet sich sowohl an motorlose Fahrzeuge als auch an Motorfahrzeuge und gilt insbesondere auch gegen�ber Fussg�ngern, und zwar nicht nur beim Kreuzen und �berholen derselben, sondern bei jeglichem Vorbeifahren (Urteil 6S.366/2004 vom 16. Februar 2005 E. 2.3 mit Hinweisen). Die Gr�sse des seitlichen Abstands, der gegen�ber Fussg�ngern einzuhalten ist, kann nicht allgemein zahlenm�ssig festgelegt werden. Sie richtet sich vielmehr unter anderem nach der Breite der Fahrbahn, den Verkehrs- und Sichtverh�ltnissen, der Geschwindigkeit des Fahrzeugs sowie dem Alter und dem Verhalten der Fussg�nger (vgl. BGE 91 IV 86 E. 2; Urteil 6S.366/2004 vom 16. Februar 2005 E. 2.3). Ein Abstand von 50 cm beim �berholen eines Fussg�ngers kann unter gewissen Umst�nden, z.B. in einer engen Gasse bei geringer Geschwindigkeit, die ein sofortiges Anhalten erlaubt, gen�gen. War ein gr�sserer Abstand ohne weiteres m�glich und der Fussg�nger auf eine solche Ann�herung nicht gefasst, ist ein Abstand von nur 50 cm, der zu Fehlreaktionen des Fussg�ngers f�hren kann, gem�ss der Rechtsprechung nicht ausreichend (BGE 91 IV 86 E. 2).
3.2.3.�Ereignet sich ein Unfall, an dem ein Motorfahrzeug oder Fahrrad beteiligt ist, so m�ssen alle Beteiligten sofort anhalten (Art. 51 Abs. 1 Satz 1 SVG). Ist nur Sachschaden entstanden, so hat der Sch�diger dem Gesch�digten sofort Namen und Adresse anzugeben (vgl. Art. 51 Abs. 3 Satz 1 SVG). Diese Pflicht trifft nicht nur denjenigen, der einen Abwesenden sch�digt, indem er z.B. dessen Fahrzeug auf einem Parkplatz mit dem seinigen rammt. Auch der Fahrer, der anwesend ist und den ihm zugef�gten Sachschaden selber feststellen kann, hat Anspruch darauf, die Personalien des Sch�digers zu erfahren (BGE 90 IV 219 E. 2; 90 IV 147). Will ein Gesch�digter die Polizei bei einem blossen Sachschaden beiziehen, so haben die �brigen Beteiligten bei der Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken, bis sie von der Polizei entlassen werden (vgl. Art. 56 Abs. 2 SVG). Die Rechtsprechung leitet daraus auch ein Verbot der Ver�nderung der Unfallstelle ohne Markierung ab, wenn ein Gesch�digter auf der Nichtver�nderung und einem Beizug der Polizei besteht (vgl. BGE 105 IV 60 E. 2b und 3). Als Unfall im Sinne von Art. 51 Abs. 1 SVG gilt jedes Ereignis, das geeignet ist, einen Personen- oder Sachschaden herbeizuf�hren (BGE 122 IV 356 E. 3a; Urteil 6B_595/2009 vom 19. November 2009 E. 3).
3.3.1.�Die Einw�nde des Beschwerdef�hrers gegen die vorinstanzliche Beweisw�rdigung sind unbegr�ndet, soweit sie den Begr�ndungsanforderungen gen�gen. Die Vorinstanz erw�gt, der Abstand zwischen A.A.________ und dem Fahrzeug des Beschwerdef�hrers habe rund 50 cm betragen. Viel gr�sser k�nne er nicht gewesen sein, da A.A.________ andernfalls weder auf die Windschutzscheibe h�tte h�mmern noch sich vom Fahrzeug des Beschwerdef�hrers h�tte abstossen k�nnen (angefochtenes Urteil S. 31). Dies ist insofern widerspr�chlich, als die Vorinstanz die Behauptung des Beschwerdef�hrers, A.A.________ habe auf das Fahrzeug eingeschlagen, an anderer Stelle verwirft (vgl. angefochtenes Urteil S. 39). Im Ergebnis �ndert dies jedoch nichts daran, dass sich A.A.________ beim Vorbeifahren an der Motorhaube des Fahrzeugs des Beschwerdef�hrers abstossen konnte, um nicht vom Seitenspiegel erfasst zu werden (vgl. angefochtenes Urteil S. 30). Der sehr geringe Abstand ergibt sich zudem nicht nur aus den Aussagen von A.A.________ und B.A.________ sowie der Zeugin C.________, sondern auch aus denjenigen des Beschwerdef�hrers. Sowohl die Zeugin C.________ als auch A.A.________ und B.A.________ stuften die Fahrweise des Beschwerdef�hrers als gef�hrlich ein, da A.A.________ vom fahrenden Fahrzeug bzw. vom Seitenspiegel (m�glicherweise) erfasst worden w�re, wenn er nicht zur�ckgewichen w�re (vgl. angefochtenes Urteil S. 29 f.). Die vorinstanzliche Beweisw�rdigung ist nicht willk�rlich.
3.3.2.�Die Vorinstanz nimmt an, der Beschwerdef�hrer sei �berraschend und rasant losgefahren. Sie stellt auch diesbez�glich auf die Aussagen der Zeugin C.________ ab, welche diejenigen von A.A.________ und B.A.________ best�tigen w�rden (angefochtenes Urteil S. 32 f.). Da der Beschwerdef�hrer nach der Kollision zum Anhalten verpflichtet gewesen w�re, erscheint es zumindest nicht offensichtlich unhaltbar, wenn die Vorinstanz feststellt, der Beschwerdef�hrer sei f�r A.A.________ �berraschend weggefahren. Ebenso wenig verf�llt die Vorinstanz in Willk�r, wenn sie aufgrund der erw�hnten Aussagen und der gesamten Situation von einem rasanten Wegfahren (d.h. nicht im Schritttempo) ausgeht. Daran �ndert nichts, dass sie die angebliche Paniksituation im Zusammenhang mit dem geltend gemachten Putativnotstand verneint (vgl. Beschwerde S. 18).
3.3.3.�Die Vorinstanz stellt weiter fest, es habe f�r den Beschwerdef�hrer klarerweise keine Gefahrensituation vorgelegen. Dessen �usserungen, wonach er sich aufgrund des aggressiven Verhaltens von A.A.________ bedroht gef�hlt habe und Angst bekommen habe, seien als reine Schutzbehauptungen einzustufen (angefochtenes Urteil S. 40). Die vorinstanzliche Beweisw�rdigung beruht wiederum auf den Aussagen der Zeugin C.________, die den betroffenen Geschehensablauf in voller L�nge beobachtete. Diese sagte zwar aus, A.A.________ sei gestikulierend auf das Fahrzeug des Beschwerdef�hrers zugegangen. Sein Verhalten habe jedoch nichts Bedrohliches oder Aggressives gehabt (angefochtenes Urteil S. 38 f.). Ob A.A.________ sein Fahrzeug vor oder nach der Kollision verliess, f�llt bei dieser Sachlage nicht ins Gewicht. Im �brigen stellt die Vorinstanz hierf�r auf die glaubhaften Aussagen von A.A.________ und B.A.________ ab. Der Beschwerdef�hrer zeigt nicht auf, weshalb die vorinstanzliche W�rdigung willk�rlich sein soll. Entgegen dem Einwand in der Beschwerde l�sst die Vorinstanz zudem nicht offen, ob A.A.________ mit der Hand auf das Fahrzeug des Beschwerdef�hrers einschlug, sondern verneint dies (vgl. angefochtenes Urteil S. 39). Die vorinstanzliche Beweisw�rdigung h�lt auch in diesem Punkt einer Willk�rpr�fung stand.
3.4.�Eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" als Beweislastregel ist ebenfalls nicht ersichtlich (vgl. oben E. 1.5). Die Vorinstanz wirft dem Beschwerdef�hrer nicht vor, er habe seine Unschuld nicht bewiesen.
3.5.�Die Vorinstanz bejaht zu Recht eine Verletzung von Art. 34 Abs. 4 SVG. Ihre Sachverhaltsfeststellungen sind entgegen dem Einwand des Beschwerdef�hrers ausreichend pr�zise und erlauben eine rechtliche Qualifikation der Tat. Der Beschwerdef�hrer fuhr in einer Situation, in der er an sich zum Anhalten verpflichtet gewesen w�re, �berraschend und rasant mit geringem Abstand an A.A.________ vorbei, der sich auf das Fahrzeug zubegab. Dadurch zwang er diesen zum Ausweichen. Die Vorinstanz erw�gt zutreffend, dass die Geschwindigkeit nicht von zentraler Bedeutung ist, weil auch ein rasch anfahrendes Fahrzeug, selbst wenn es bei der Vorbeifahrt noch eine tiefe Geschwindigkeit aufweist, einen Fussg�nger verletzen kann. Zudem h�tte eine unkontrollierte Bewegung seitens A.A.________ zu einer Kollision f�hren k�nnen (vgl. angefochtenes Urteil S. 32). A.A.________ kann nicht zum Vorwurf gemacht werden, dass er sich auf das Fahrzeug des Beschwerdef�hrers zubegab. Dieser w�re gem�ss Art. 51 Abs. 1 und 3 SVG vielmehr verpflichtet gewesen, auf der Unfallstelle anzuhalten und A.A.________ Name sowie Adresse bekanntzugeben.
Bei Art. 34 Abs. 4 SVG handelt es sich um eine zentrale Verkehrsvorschrift zum Schutze der anderen Verkehrsteilnehmer, insbesondere der nicht abgeschirmten Fussg�nger (Urteil 6S.366/2004 vom 16. Februar 2005 E. 2.3). Der Beschwerdef�hrer missachtete die Bestimmung in objektiv schwerer Weise, wodurch er A.A.________ konkret gef�hrdete. Entgegen der Argumentation des Beschwerdef�hrers (vgl. Beschwerde S. 29) spricht der Umstand, dass sich A.A.________ auf das Fahrzeug zubegab, nicht gegen, sondern f�r eine Gef�hrdung. Das Bundesgericht verneinte im vom Beschwerdef�hrer angerufenen Urteil 6S.366/2004 vom 16. Februar 2005 gerade deshalb eine konkrete oder erh�ht abstrakte Gef�hrdung, weil sich die Fussg�nger vom Fahrzeug wegbewegten und sich dieses beim Kreuzen in ihrem R�cken befand. Eine (Fehl-) Reaktion der Fussg�nger, beispielsweise ein Schritt zur�ck, ein Drehen des K�rpers oder eine R�ckw�rtsbewegung mit dem Arm, bei einem Abstand von 30 bis 40 cm und der gefahrenen Geschwindigkeit von 15 km/h lag nach Auffassung des Bundesgerichts daher eher fern (vgl. Urteil, a.a.O., E. 2.3).
Eventualvorsatz liegt vor, wenn der T�ter die Verwirklichung der Tat f�r m�glich h�lt und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB). Was der T�ter wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft innere Tatsachen, die das Bundesgericht nur auf Willk�r �berpr�ft (Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 137 IV 1 E. 4.2.3). Der Beschwerdef�hrer handelte mit Eventualvorsatz, da er sich gem�ss den willk�rfreien und damit verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (vgl. Art. 105 Abs. 1 BGG) der konkreten Gef�hrlichkeit seiner verkehrsregelwidrigen Fahrweise bewusst war und in Kauf nahm, dass A.A.________ unter Umst�nden von seinem Fahrzeug erfasst wird (angefochtenes Urteil S. 32).
Da von A.A.________ keine Gefahr ausging und sich der Beschwerdef�hrer auch nicht (f�lschlicherweise) in einer solchen Gefahrensituation glaubte, liegt weder ein Notstand noch ein Putativnotstand vor. Folglich stellt sich auch die Frage der Verh�ltnism�ssigkeit und der Subsidiarit�t der Gefahrenabwehr nicht. Auf die entsprechenden Ausf�hrungen des Beschwerdef�hrers ist daher nicht weiter einzugehen.
Der Schuldspruch wegen grober Verkehrsregelverletzung im Sinne von aArt. 90 Ziff. 2 i.V.m. Art. 34 Abs. 4 SVG verletzt kein Bundesrecht.
3.6.�Der angefochtene Entscheid ist ausreichend begr�ndet. Eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs ist nicht auszumachen. Das Gericht darf sich bei der Begr�ndung auf die f�r den Entscheid wesentlichen Punkte beschr�nken (BGE 139 IV 179 E. 2.2; 138 IV 81 E. 2.2; je mit Hinweis). Die Vorinstanz setzt sich mit den Vorbringen des Beschwerdef�hrers, insbesondere auch mit der Anfahrgeschwindigkeit (vgl. Beschwerde S. 25), auseinander. Dessen Einwand, er sei rechtswidrig an der Wegfahrt gehindert worden, verwirft sie, indem sie diesem vorh�lt, er habe die Unfallstelle gesetzeswidrig verlassen (angefochtenes Urteil S. 34 ff.; vgl. Beschwerde S. 25).
Den Antrag auf Freispruch von den Vorw�rfen des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall (Art. 92 Abs. 1 i.V.m. Art. 51 Abs. 1 und 3 SVG) und der Verletzung von Art. 31 Abs. 1 i.V.m. aArt. 90 Ziff. 1 SVG (Touchieren des Fahrzeugs von A.A.________) begr�ndet der Beschwerdef�hrer einzig mit dem angeblichen Notstand bzw. Putativnotstand (vgl. Beschwerde S. 6 und 48 f.). Ein solcher war wie dargelegt nicht gegeben. Die entsprechenden Schuldspr�che sind ebenfalls bundesrechtskonform.