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Timestamp: 2019-10-19 11:47:12
Document Index: 396015171

Matched Legal Cases: ['§ 306', '§ 306', '§ 274', '§ 298', '§ 306', '§ 306', '§ 274', '§ 274', '§ 306', '§ 300', '§ 274', '§ 274', '§ 298', '§ 306', '§ 300', '§ 274']

Bertram/Brinkmann/Kessler/Müller, Haufe HGB Bilanz Kommentar, HGB § 306 Latente Steuern | Finance Office Professional | Finance | Haufe
Bertram/Brinkmann/Kessler/Müller, Haufe HGB Bilanz Kommentar, HGB § 306 Latente Steuern
2 Ansatz latenter Steuern im Konzern
Auf Ebene des Konzerns sind für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unt latente Steuern nach § 274 HGB i. V. m. § 298 HGB und auf Konsolidierungsmaßnahmen nach §§ 306ff. HGB zu ermitteln. Die Bildung latenter Steuern erfolgt somit auf drei Ebenen. Nachdem auf Ebene des Jahresabschlusses der Konzernges. die latenten Steuern (HB I) gebildet wurden, sind im nächsten Schritt auf die Anpassung dieser Buchwerte der VG, Schulden und RAP durch die konzerneinheitliche Bewertung (HB II) folglich auch Anpassungen der latenten Steuern vorzunehmen. Schließlich stellt die Erfassung latenter Steuern auf Konsolidierungsmaßnahmen die dritte Ebene der Ermittlung latenter Steuern dar. § 306 ergänzt § 274 HGB für Zwecke der Kons., ihre Anwendungsbereiche sind aber verschieden. § 274 HGB regelt den Ansatz latenter Steuern im Jahresabschluss einschließlich der HB II (Stufen 1 und 2), während § 306 HGB auf die Konsolidierungsmaßnahmen der §§ 300–307 HGB Anwendung findet (Stufe 3).
Hier stellt sich bei der Aufstellung des Konzernabschlusses die Frage, ob das Ansatzwahlrecht für einen Aktivüberhang gem. § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB, der durch Anpassungen an die konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung entsteht, bereits in der Handelsbilanz II der einzubeziehenden Unt oder erst auf der Ebene der Summenbilanz ausgeübt wird.
Ansatzwahlrecht Aktivüberhang nach § 274 i. V. m. § 298 HGB
Die in den Konzernabschluss einbezogenen Unt stellen in ihren jeweiligen Jahresabschluss (HB I) die folgenden latenten Steuern fest, die sich bei der Erstellung der HB II nicht verändern:
MU: aktive latente Steuern
TU1: passive latente Steuern
TU2: aktive latente Steuern
Folgende mögliche Ergebnisse bei der Ausübung des Ansatzwahlrechts ergeben sich in der Summenbilanz:
Latente Steuern vor Konsolidierungsmaßnahmen
das Ansatzwahlrecht wird auf Ebene der HB II ausgeübt
das Ansatzwahlrecht wird in der HB II nicht ausgeübt
das Ansatzwahlrecht wird in der Summenbilanz nicht ausgeübt:
In Ermangelung einer gesetzlichen Regelung sind wohl alle drei in dem Beispiel dargestellten Ausweisvarianten als zulässig zu erachten. Die Ausübung des Ansatzwahlrechts auf der Ebene der Summenbilanz erscheint dem Einheitsgrundsatz folgend als die zu bevorzugende Betrachtungsweise.
Nicht erlaubt jedenfalls ist die Aktivierung von latenten Steuern nur einzelner in den Konzernabschluss einbezogener Unt (Teilaktivierung). Diese wiederspricht dem Stetigkeitsgrundsatz (Rz 31).
Es sind nunmehr nicht allein die sich im Zeitablauf ausgleichenden ergebniswirksamen Differenzen zu berücksichtigen, sondern auch alle sich im Zeitablauf abbauenden erfolgsneutral entstandenen Differenzen. Diese bilanzorientierte Betrachtungsweise wird dadurch zum Ausdruck gebracht, dass begrifflich (Steuerabgrenzung) auf die Differenz zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen der VG oder Schulden und deren steuerlichen Wertansätzen abgestellt wird.
Nach § 306 HGB sind auf Bewertungsunterschiede, die durch Konsolidierungsmaßnahmen des Vierten Titels des HGB (§§ 300–307 HGB) entstehen, latente Steuern anzusetzen, soweit sich die Differenz in Zukunft voraussichtlich wieder abbauen wird. Ebenso wie § 274...