Source: https://www.rise.care/angebote/informationen-f%C3%BCr-%C3%A4rzte/
Timestamp: 2017-11-25 01:59:57
Document Index: 352076227

Matched Legal Cases: ['§ 31', '§ 8', '§ 14', 'Art. 6', '§ 30', '§ 46']

RISE Sternenkinder - Informationen für Ärzte
Betreuung von Eltern, die ihr Kind während der Schwangerschaft, unter der Geburt oder kurz nach der Geburt verlieren
Ein Kind pränatal oder perinatal zu verlieren ist für Eltern ein traumatisches Erlebnis. Jedoch ist auch die Betreuung dieser Eltern für Gynäkologen und Hausärzte eine emotional belastende Aufgabe.
Eltern, die in frühen Schwangerschaftwochen ihr Kind verloren haben bekommen hier die Möglichkeit, ihre Kinder zu betrauern.
Die Vorbereitung auf eine Abrasio oder die stille Geburt, das Abschiednehmen und die Möglichkeit, den Verlust zu betrauern, ist für die betroffenen Eltern ein wichtiger Prozess, der von medizinischer Seite angeregt und begleitet werden sollte. Natürlich bestimmen hier die Eltern, ob Beratung und/oder Begleitung erwünscht ist.
Neben einer intensiven psychischen Betreuung ist die Information der Eltern über ihre Rechte und Möglichkeiten – etwa bezüglich der Bestattung – nach einem prä- oder perinatalen Verlust des Kindes wichtig und z.T. durch den Gesetzgeber gefordert (siehe unten). Hebammen und niedergelassene Ärzte können Beratungsangebote vermitteln und dabei helfen, Berührungsängste mit diesem tabuisierten Thema abzubauen.
Die Sternenkinderambulanz im AGAPLESION Bethesda Krankenhaus Wuppertal unterstützt Ärzte und Pflegeteams bei dieser Aufgabe. Zudem bieten wir Fachkräften Schulungen und Konzeptionen an, um Berührungsängste im Umgang mit verstorben geborenen Kindern und deren Eltern zu verringern.
Gesetzliche Grundlagen für Ärzte
PStV § 31 Lebendgeburt, Totgeburt, Fehlgeburt
Für die Bestattung gilt:
Im Jahr 2003 trat in Nordrhein-Westfalen das neue Bestattungsgesetz in Kraft. In ihm werden Regelungen zur Bestattung von Kindern, die durch Fehl- oder Totgeburt zur Welt kommen, festgeschrieben. Mit dem Gesetz werden aber auch die Rechte der Betroffenen gestärkt. Eltern haben demnach das Recht, ihre Kinder unabhängig von der Schwangerschaftswoche persönlich bestatten zu lassen.
vom 17. Juni 2003 (GV. NRW S. 313
§ 8 BestG NRW(Gesetz) - Landesrecht Nordrhein-Westfalen Bestattungspflicht
§ 14 BestG NRW(Gesetz) - Erdbestattung, Ausgrabung
(2) Tot- und Fehlgeburten sowie die aus einem Schwangerschaftsabbruch stammende Leibesfrucht sind auf einem Friedhof zu bestatten, wenn ein Elternteil dies wünscht. Ist die Geburt oder der Schwangerschaftsabbruch in einer Einrichtung erfolgt, hat deren Träger sicherzustellen, dass jedenfalls ein Elternteil auf diese Bestattungsmöglichkeit hingewiesen wird. Liegt keine Erklärung der Eltern zur Bestattung vor, sind Tot- und Fehlgeburten von den Einrichtungen unter würdigen Bedingungen zu sammeln und zu bestatten. Die Kosten hierfür trägt der Träger der Einrichtung.
Auszug aus dem Bestattungsgesetz NRW
(BstG NRW; G. v. 04.06.2003)
Bestattungsgesetze anderer Bundesländer
Auszug aus dem Bestattungsgesetz Bayern
(Art. 6; G v. 26. 7. 2005, 263)
(1) 1 Für eine totgeborene oder während der Geburt verstorbene Leibesfrucht mit einem Gewicht von mindestens 500 Gramm (Totgeburt) gelten die Vorschriften dieses Gesetzes und die auf Grund dieses Gesetzes ergangenen Rechtsvorschriften über Leichen und Aschenreste Verstorbener sinngemäß.
(1) 2 Eine totgeborene oder während der Geburt verstorbene Leibesfrucht mit einem Gewicht unter 500 Gramm (Fehlgeburt) kann bestattet werden.
(1) 3 Sofern Fehlgeburten nicht nach Satz 2 bestattet werden, müssen sie, soweit und solange sie nicht als Beweismittel von Bedeutung sind, durch den Verfügungsberechtigten auf einem Grabfeld zur Ruhe gebettet oder, wenn dies nicht möglich oder zumutbar ist, durch den Inhaber des Gewahrsams unter geeigneten Bedingungen gesammelt und in bestimmten zeitlichen Abständen auf einem Grabfeld zur Ruhe gebettet werden.
(1) 4 Fehlgeburten können aber auch hygienisch einwandfrei und dem sittlichen Empfinden entsprechend eingeäschert und dann auf einem Grabfeld zur Ruhe gebettet werden.
(1) 5 Verfügungsberechtigte sind unverzüglich in angemessener Form vom Inhaber des Gewahrsams über ihr Bestattungsrecht nach Satz 2 und ihre Pflichten nach Satz 3 zu unterrichten.
(1) 6 Nach Einwilligung des Verfügungsberechtigten können Fehlgeburten auch für medizinische oder wissenschaftliche Zwecke herangezogen werden.
(1) 7 Sobald Fehlgeburten nicht mehr diesen Zwecken dienen, sind sie nach Satz 3 oder 4 auf einem Grabfeld zur Ruhe zu betten, sofern sie nicht nach Satz 2 bestattet werden.
Auszug aus dem Bestattungsgesetz Baden-Württemberg
(BestattG 21.07.1970)
§ 30 Bestattungspflicht (geändert am 28.03.2009)
(2) Fehlgeburten sind totgeborene Kinder und während der Geburt verstorbene Leibesfrüchte mit einem Gewicht unter 500 Gramm. Fehlgeburten sind auf Verlangen eines Elternteils auf Kosten der Eltern zu bestatten; § 46 Abs. 4 gilt entsprechend. Ist die Geburt in einer Einrichtung erfolgt, hat deren Träger sicherzustellen, dass mindestens ein Elternteil auf diese Bestattungsmöglichkeit hingewiesen wird. Jede aus einem Schwangerschaftsabbruch stammende Leibesfrucht (Ungeborenes) gilt als Fehlgeburt und ist als solche nach Satz 2 und 3 zu behandeln. Liegt keine Erklärung mindestens eines Elternteils nach Satz 2 vor, sind Fehlgeburten und Ungeborene von den Einrichtungen unter würdigen Bedingungen zu sammeln und zu bestatten. Die Kosten hierfür trägt der Träger der Einrichtung.