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Timestamp: 2016-10-22 01:54:52
Document Index: 211691674

Matched Legal Cases: ['Art. 9', 'Art. 5', 'BGE', 'Art. 10', 'BGE', 'BGE', 'Art. 176', 'Art. 1', 'BGE', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 1', 'Art. 19', 'Art. 19', 'BGE', 'Art. 5', 'BGE', 'EuG', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 5', 'BGE', 'BGE', 'Art. 249', 'Art. 156']

1P.513/2001 (30.08.2001)
F�raud, Ersatzrichterin Pont Veuthey und Gerichtsschreiber K�lliker.
S.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch F�rsprecher Marcel Chr. Grass, Effingerstrasse 16, Bern,
A.- Das Untersuchungsrichteramt IV Berner Oberland f�hrt gegen S.________ eine Strafuntersuchung unter anderem wegen des Verdachts auf qualifizierte Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz. Am 9. November 1999 wurde S.________ erstmals inhaftiert. Ihm wurde vorgeworfen, durch den Betrieb mehrerer Hanfl�den in der Deutschschweiz zusammen mit einem weiteren Angeschuldigten von April 1995 bis Dezember 1998 mehrere hundert Kilogramm Cannabispflanzen verkauft zu haben. Das Haftgericht IV Berner Oberland wies den Haftantrag mit Entscheid vom 11. November 1999 ab und ordnete die unverz�gliche Freilassung von S.________ an, nachdem dieser sich bereit erkl�rt hatte, "bis zu einem Freispruch oder bis zu einer Gesetzes�nderung" in seinen L�den kein Hanfkraut mehr zu verkaufen.
Am 11. Juli 2000 stellte die Stadtpolizei Bern in einem von S.________ gef�hrten Hanfladen rund 26 kg Hanfkraut bzw. -bl�ten sicher. Analysen von Hanfproben ergaben mit wenigen Ausnahmen einen THC-Gehalt zwischen 2 und 12 %.
Am 15. M�rz 2001 wurde S.________ erneut inhaftiert. Den im Haftantrag erhobenen Vorwurf, er habe seit M�rz 2000 in seinen Gesch�ften wiederum Hanfkraut verkauft, bestritt er vor dem Haftgericht nicht. Mit Entscheid vom 19. M�rz 2001 wurde S.________ wegen Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft versetzt.
Am 30. August 2000 habe er diverse Beweisantr�ge eingereicht, �ber welche erst nach Einreichung einer Rechtsverz�gerungsbeschwerde am 23. M�rz 2001 entschieden worden sei.
Wegen des R�cktritts des bisher zust�ndigen Untersuchungsrichters per 1. Juli 2001 sei mit einer weiteren Verz�gerung des Verfahrens zu rechnen. Ein dringender Tatverdacht liege zwar grunds�tzlich vor, dieser sei aber abh�ngig von der Festsetzung des zul�ssigen THC-Gehalts in Hanfprodukten und werde angesichts der einschl�gigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung und aktueller politischer Bestrebungen stark relativiert. Die bisherige Haftdauer sei zudem unverh�ltnism�ssig.
Das Haftgericht IV Berner Oberland wies das Haftentlassungsgesuch mit Entscheid vom 26. Juni 2001 ab. Es hielt unter anderem fest, der Vorwurf, das Verfahren sei nicht gen�gend bef�rderlich vorangetrieben worden, habe "bez�glich des Jahres 2000 sicherlich etwas f�r sich", doch habe der Angeschuldigte sich zu jener Zeit noch nicht in Haft befunden und durch die eingetretene Verz�gerung habe er keine Nachteile erlitten. Mit der Wiederaufnahme des Verkaufs von Hanfkraut und -bl�ten habe er selber dazu beigetragen, dass umfangreiche neue Ermittlungen erforderlich geworden seien. Derzeit durchgef�hrte polizeiliche Abkl�rungen seien zweckm�ssig und teilweise erst wegen des Aussageverhaltens des Angeschuldigten notwendig geworden. Sodann sei der dringende Tatverdacht aufgrund der heutigen Rechtslage klar erstellt.
Zudem sei die hier drohende Mindeststrafe von Zuchthaus oder Gef�ngnis nicht unter einem Jahr noch l�ngst nicht erreicht; auf Spekulationen �ber die zuk�nftige Rechtslage k�nne nicht eingegangen werden. Schliesslich sei auch der Haftgrund der Wiederholungsgefahr weiterhin gegeben und seien keine Ersatzmassnahmen ersichtlich, welche den Angeschuldigten am erneuten Delinquieren hindern k�nnten.
C.- Am 28. Juni 2001 erhob S.________ Rekurs bei der Anklagekammer des Obergerichts des Kantons Bern. Zus�tzlich zu seinen bisherigen Vorbringen machte er eine Verletzung seiner Verteidigungsrechte geltend.
Die Anklagekammer wies das Rechtsmittel in ihrem Beschluss vom 19. Juli 2001 ab. Sie erwog im Wesentlichen, die Analysen der in den L�den des Angeschuldigten verkauften Hanfprodukte h�tten mehrheitlich einen THC-Gehalt von mehr als 0,3 % ergeben, weshalb diese Produkte nach der j�ngeren Praxis des Bundesgerichts als Bet�ubungsmittel g�lten. Das Haftgericht habe den dringenden Tatverdacht zu Recht bejaht.
Da der Angeschuldigte sein Handeln nach wie vor f�r rechtm�ssig halte, sei auch nicht zu beanstanden, dass das Haftgericht Wiederholungsgefahr angenommen und von der Anordnung einer milderen Massnahme als der Untersuchungshaft abgesehen habe. Deren bisherige Dauer sei angesichts der drohenden Mindeststrafe nicht unverh�ltnism�ssig. Seit der erneuten Verhaftung des Angeschuldigten werde die Voruntersuchung mit der gebotenen Beschleunigung weiter gef�hrt und es liege weder eine Verschleppung des Verfahrens durch die Untersuchungsbeh�rden vor, noch seien die Parteirechte des Angeschuldigten verletzt worden.
D.- S.________ hat gegen den Beschluss der Anklagekammer des Obergerichts am 8. August 2001 eine staatsrechtliche Beschwerde eingereicht. Er beantragt, der Beschluss vom 19. Juli 2001 sei aufzuheben. Mit der staatsrechtlichen Beschwerde r�gt er einen Verstoss gegen Art. 9 und 10 Abs. 2 BV sowie Art. 5 Ziff. 1 lit. c bzw. Ziff. 3 EMRK. Auch vor Bundesgericht behauptet der Beschwerdef�hrer eine Verletzung des Beschleunigungsgebots, eine Relativierung des dringenden Tatverdachts sowie die Unverh�ltnism�ssigkeit der bisherigen Haftdauer.
Die �brigen Verfahrensbeteiligten haben auf eine Vernehmlassung verzichtet.
In der Replik vom 23. August 2001 h�lt S.________ an seinen Ausf�hrungen fest.
1.- Der Beschwerdef�hrer beantragt neben der Aufhebung des angefochtenen Entscheides seine Haftentlassung. Dieses Begehren ist in Abweichung vom Grundsatz der kassatorischen Natur der staatsrechtlichen Beschwerde zul�ssig, da im Falle einer nicht gerechtfertigten strafprozessualen Haft der verfassungsm�ssige Zustand nicht schon mit der Aufhebung des angefochtenen Entscheids, sondern erst durch eine positive Anordnung hergestellt werden kann (BGE 124 I 327 E. 4b/aa S. 332 f.; 115 Ia 293 E. 1a S. 297, je mit Hinweisen).
2.- a) Der Freiheitsentzug stellt einen Eingriff in das verfassungsm�ssige Recht der pers�nlichen Freiheit gem�ss Art. 10 Abs. 2 BV dar. Ein solcher Eingriff ist nur zul�ssig, wenn er auf einer ausreichenden gesetzlichen Grundlage beruht, im �ffentlichen Interesse liegt und verh�ltnism�ssig ist. Zudem darf die pers�nliche Freiheit weder v�llig unterdr�ckt noch ihres Gehalts als Institution der Rechtsordnung entleert werden (BGE 124 I 80 E. 2c S. 81, mit Hinweis).
Bei staatsrechtlichen Beschwerden, die gest�tzt auf das verfassungsm�ssige Recht der pers�nlichen Freiheit wegen der Ablehnung eines Haftentlassungsgesuches erhoben werden, pr�ft das Bundesgericht im Hinblick auf die Schwere des Eingriffes die Auslegung und Anwendung des entsprechenden kantonalen Rechts frei. Soweit jedoch reine Sachverhaltsfragen und damit Fragen der Beweisw�rdigung zu beurteilen sind, greift es nur ein, wenn die tats�chlichen Feststellungen der kantonalen Instanz willk�rlich sind (BGE 123 I 268 E. 2d S. 271, mit Hinweis).
b) Nach Art. 176 Abs. 2 des bernischen Gesetzes �ber das Strafverfahren vom 15. M�rz 1995 (StrV) kann eine angeschuldigte Person unter anderem dann in Untersuchungshaft versetzt werden, wenn sie eines Verbrechens oder Vergehens dringend verd�chtig ist und zudem ernsthafte Gr�nde zur Annahme bestehen, sie werde weitere Verbrechen oder Vergehen begehen, wenn sie w�hrend der Dauer des Verfahrens dies bereits mindestens einmal getan hat (Ziff. 3).
c) Der Beschwerdef�hrer stellt das Vorliegen eines dringenden Tatverdachts nicht grunds�tzlich in Abrede, macht jedoch geltend, dieser sei zu relativieren. Ein Tatverdacht bestehe nur, wenn von einem zul�ssigen THC-Gehalt in Hanfprodukten von 0,3 % ausgegangen werde. Dieser von der Rechtsprechung festgesetzte Grenzwert sei zu tief. In diesem Bereich bestehe f�r die Justizbeh�rden eine gewisser "Spielraum" bzw. ein "erhebliches Potential ..., um gewisse Handlungen dem Bet�ubungsmittelgesetz zu unterstellen oder eben nicht".
aa) Im Gegensatz zum erkennenden Sachrichter haben Haftrichter und Bundesgericht bei der �berpr�fung des allgemeinen Haftgrundes des dringenden Tatverdachts keine ersch�pfende Abw�gung s�mtlicher belastender und entlastender Beweisergebnisse vorzunehmen. Macht ein Inhaftierter geltend, es bestehe kein ausreichender Tatverdacht, ist vielmehr allein zu pr�fen, ob gen�gend konkrete Anhaltspunkte daf�r bestehen, dass der Beschwerdef�hrer eine Straftat begangen hat und das Bestehen eines dringenden Tatverdachts mit vertretbaren Gr�nden bejaht werden kann. Dazu geh�rt auch die summarische Pr�fung der Frage, ob die vorgeworfenen Handlungen rechtlich �berhaupt als Straftat qualifiziert werden k�nnen.
bb) Hanfkraut f�llt als Rohmaterial grunds�tzlich unter die vom Bet�ubungsmittelgesetz erfassten Substanzen (Art. 1 Abs. 2 lit. a Ziff. 4 BetmG; BGE 124 IV 44 E. 2b S. 46), dies unabh�ngig vom Gehalt an psychoaktiven Substanzen, namentlich Delta-Tetrahydrocannabinol (THC). Dient das Hanfkraut der Gewinnung von Bet�ubungsmitteln, so verbietet Art. 8 Abs. 1 lit. d BetmG ausnahmslos Anbau und Inverkehrbringen, wobei das Verbot die ganze Pflanze und nicht bloss Teile mit hohem THC-Gehalt betrifft (BGE 126 IV 60 E. 2a S. 62 f.). Wann Hanfkraut als gebrauchsfertiges Bet�ubungsmittel zu gelten hat, l�sst sich nach der Rechtsprechung des Kassationshofs des Bundesgerichts aus der Gesetzgebung zu den Lebensmitteln und der Landwirtschaft herleiten. Der Kassationshof hat festgestellt, der Anbau und Verkauf von Hanf sei in bestimmten F�llen gestattet. Hanf und Hanfprodukte k�nnten zugelassene Bestandteile von Lebensmitteln sein und der Anbau einiger namentlich aufgef�hrter Hanfsorten sei zu landwirtschaftlichen Zwecken erlaubt. Die von den jeweils zust�ndigen Bundes�mtern festgesetzten Grenzwerte f�r den Gehalt an THC, die nicht �berschritten werden d�rften, um einen Missbrauch der zugelassenen Produkte und Hanfsorten als Bet�ubungsmittel zu vermeiden, k�nnten auch als Massstab daf�r dienen, ab welchem Gehalt an THC ein Hanfprodukt als Bet�ubungsmittel gelten m�sse und nach Art. 8 Abs. 1 lit. d BetmG nicht mehr in Verkehr gebracht werden d�rfe. Danach liege der Grenzwert f�r Industriehanf bei einem THC-Gehalt von 0,3 %, jener bei Lebensmitteln zwischen 0,00002 und 0,005 % (BGE 126 IV 198 E. 1 S. 199 f.).
Der Haftrichter hat sich an dieser Rechtsprechung zu orientieren. �ber die vom Beschwerdef�hrer aufgeworfenen Fragen zur Kriminalisierung des Verkaufs von Hanfprodukten hat er nicht zu befinden.
cc) Der Beschwerdef�hrer soll angeblich Handel mit Hanfprodukten mit einem THC-Gehalt von mehr als 0,3 % betrieben haben. Es wird ihm deshalb der Verkauf von Bet�ubungsmitteln im Sinne von Art. 1 BetmG vorgeworfen. Dieses Verhalten wird gem�ss Art. 19 Ziff. 1 BetmG mit Gef�ngnis oder Busse bestraft, in schweren F�llen mit Zuchthaus oder Gef�ngnis nicht unter einem Jahr, womit eine Busse bis zu einer Million Franken verbunden werden kann. Vorliegend fallen die Qualifikationsgr�nde des banden- und gewerbsm�ssigen Handels (Art. 19 Ziff. 2 lit. b und c BetmG) in Betracht.
Die kantonalen Beh�rden haben bei dieser Sach- und Rechtslage zu Recht angenommen, dass der Beschwerdef�hrer unter dringendem Verdacht steht, ein Vergehen oder ein Verbrechen begangen zu haben.
d) In Zusammenhang mit dem Haftgrund der Wiederholungsgefahr bestreitet der Beschwerdef�hrer sodann die Verh�ltnism�ssigkeit einer weiteren Inhaftierung.
aa) Nach der Rechtsprechung kann die Anordnung von Haft wegen Wiederholungsgefahr dem strafprozessualen Ziel der Beschleunigung dienen, indem verhindert wird, dass sich das Verfahren durch immer neue Delikte kompliziert und in die L�nge zieht (BGE 105 Ia 26 E. 3c S. 31). Gleichzeitig wird damit das Interesse an der Verh�tung weiterer Delikte gewahrt. Die Haftanordnung wegen Wiederholungsgefahr ist in verfassungs- und grundrechtlicher Hinsicht zul�ssig, wenn sie sich unter den konkreten Umst�nden als erforderlich erweist (Art. 5 Ziff. 1 lit. c EMRK; BGE 123 I 268 E. 2c; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. Oktober 1992 in Sachen R.B., E. 4c = EuGRZ 1992 S. 553 ff.). Bei der Annahme, dass der Angeschuldigte weitere Verbrechen oder Vergehen begehen k�nnte, ist allerdings Zur�ckhaltung geboten. Da Pr�ventivhaft einen schwerwiegenden Eingriff in das Recht der pers�nlichen Freiheit darstellt, muss sie auf einer hinreichenden gesetzlichen Grundlage beruhen, im �ffentlichen Interesse liegen und verh�ltnism�ssig sein (BGE 123 I 221 E. 4 S. 226). Die Anordnung von Untersuchungshaft wegen Wiederholungsgefahr ist verh�ltnism�ssig, wenn einerseits die R�ckfallsprognose sehr ung�nstig ist und andererseits die zu bef�rchtenden Delikte schwer wiegen. Die rein theoretische M�glichkeit der Ver�bung weiterer Delikte sowie die Wahrscheinlichkeit, dass nur geringf�gige Straftaten ver�bt werden, verm�gen hingegen eine Pr�ventivhaft nicht zu begr�nden (BGE 125 I 60 E. 3a S. 62). Schliesslich darf auch diese Art von Haft nur angeordnet und aufrechterhalten werden, wenn keine mildere Massnahme in Betracht f�llt (BGE 124 I 208 E. 5 S. 213 f.; 123 I 268 E. 2c S. 270 f.).
bb) Die kantonalen Beh�rden haben �bereinstimmend eine schlechte R�ckfallsprognose gestellt.
Der Beschwerdef�hrer macht nun geltend, eine Fortf�hrung seiner bisherigen T�tigkeit stehe nicht mehr zur Diskussion, er habe keinen Kontakt mehr zur kommerziellen Hanfszene und werde sich eines solchen bis zu einer verbindlichen �nderung der Rechtsgrundlagen auch enthalten. Darauf kann aber nicht unbesehen abgestellt werden. Im angefochtenen Entscheid wird zu Recht darauf hingewiesen, dass der Beschwerdef�hrer im Verlauf des Verfahrens zwei Mal r�ckf�llig geworden sei. Weil er sein Handeln nach wie vor f�r rechtm�ssig halte, sei die Gefahr weiterer Delinquenz sehr konkret. Zudem habe der Beschwerdef�hrer bereits anl�sslich der Verhandlung vom 11. November 1999 vor dem Haftrichter versichert, nach der Haftentlassung in seinen Gesch�ften kein Hanfkraut mehr zu verkaufen, doch habe er dessen ungeachtet den Verkauf im M�rz 2000 wieder aufgenommen. Wenn die Anklagekammer unter diesen Umst�nden den Ausf�hrungen des Beschwerdef�hrers keinen Glauben geschenkt und im angefochtenen Entscheid eine Wiederholungsgefahr bejaht hat, ist dies nicht willk�rlich.
cc) Somit ist zu pr�fen, ob die zu bef�rchtenden Delikte derart gravierend sind, dass sie den mit der Pr�ventivhaft verbundenen schweren Eingriff in die pers�nliche Freiheit zu rechtfertigen verm�gen. Es muss ein Schutzbed�rfnis der �ffentlichkeit bestehen, welches es rechtfertigt, dem noch nicht verurteilten, sondern lediglich verd�chtigten Angeschuldigten die Freiheit zu entziehen.
Der Beschwerdef�hrer hat bisher mit Bet�ubungsmitteln gehandelt, die ein vergleichsweise geringes Gef�hrdungspotential aufweisen. In diesem Sinne hat der Kassationshof des Bundesgerichts festgestellt, der Genuss von Drogenhanf sei in gesundheitlicher Hinsicht zwar nicht geradezu unbedenklich, doch sei das Hanfkraut und das daraus gewonnene Harz auch in grossen Mengen nicht geeignet, die k�rperliche und seelische Gesundheit vieler Menschen in eine naheliegende und ernstliche Gefahr zu bringen (BGE 120 IV 256 E. 2 S. 258 ff.; 117 IV 314 E. 2 S. 315 ff. betr. Cannabis; Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 1991 i.S. M., E. 2b, ver�ffentlicht in SJ 1992 S. 90, betr. Marihuana).
Andererseits ist zu bedenken, dass der Beschwerdef�hrer den Verkauf von Bet�ubungsmitteln nicht nur gelegentlich und in kleinen Mengen betrieben, sondern gesch�ftsm�ssig organisiert haben soll. Nach geltendem Recht, an welches der Richter gebunden ist (BGE 126 IV 198 E. 1 S. 200, mit Hinweisen), f�llt somit eine qualifizierte Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz mit einer Strafandrohung von Zuchthaus oder Gef�ngnis von mindestens einem Jahr in Betracht.
Dieser Strafdrohung ist bei der Auslegung des fraglichen Tatbestandes Rechnung zu tragen (BGE 117 IV 314 E. 2d S. 318, mit Hinweisen). Entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers handelt es sich deshalb bei den zu bef�rchtenden Delikten nicht um geringf�gige Straftaten; vielmehr geht es nach der Entscheidung des Gesetzgebers um Delikte schwerer Natur, welche die Anordnung von Pr�ventivhaft rechtfertigen. An diesem Schluss vermag die anstehende Revision des Bet�ubungsmittelgesetzes (vgl. die bundesr�tliche Botschaft vom 9. M�rz 2001, in BBl 2001 IV S. 3715 ff.) nichts zu �ndern, zumal das Ergebnis dieser Revision noch nicht feststeht.
dd) Mildere Massnahmen als die Inhaftierung fallen angesichts des bisherigen Verhaltens des Beschwerdef�hrers und dessen fehlender Einsicht in die Unrechtm�ssigkeit seines Handelns ausser Betracht.
3.-Der Beschwerdef�hrer r�gt auch eine Verletzung des Beschleunigungsgebots, weil das Verfahren nicht mit der gebotenen Raschheit vorangetrieben worden sei.
a) Gem�ss Art. 5 Ziff. 3 EMRK hat die inhaftierte Person Anspruch darauf, innerhalb einer angemessenen Frist abgeurteilt oder w�hrend des Verfahrens aus der Haft entlassen zu werden. Eine �berm�ssige Haftdauer liegt zum einen vor, wenn die Haftfrist in grosse N�he der konkret zu erwartenden Strafe r�ckt oder gar die mutmassliche Dauer der zu erwartenden Freiheitsstrafe �bersteigt. Zum anderen kann die Untersuchungshaft die zul�ssige Dauer auch dann �berschreiten, wenn das Untersuchungsverfahren - wie der Beschwerdef�hrer geltend macht - nicht gen�gend vorangetrieben wird.
Dies ist aufgrund der konkreten Verh�ltnisse des einzelnen Falles zu beurteilen, auch unter Ber�cksichtigung der Komplexit�t der Sache und des Verhaltens des Inhaftierten. Die von den Justizbeh�rden geleistete Arbeit ist grunds�tzlich einer Gesamtw�rdigung zu unterziehen: Zeiten, in denen das Verfahren stillsteht, sind unumg�nglich und solange keine einzelne solche Zeitspanne stossend wirkt, greift die Gesamtbetrachtung.
Perioden intensiver Aktivit�t k�nnen somit den Umstand ausgleichen, dass das betreffende Dossier wegen anderer F�lle zeitweise auf die Seite gelegt wurde (BGE 124 I 139 E. 2c S. 142).
Diese Gesamtbetrachtung kann in der Regel erst der Sachrichter vornehmen, der das gesamte Untersuchungs- und Strafverfahren �berblickt. Er ist verpflichtet, eine allf�llige Konventionsverletzung festzustellen und die sich daraus ergebenden Konsequenzen zu ziehen (z.B. Anrechnung der Untersuchungshaft auf die Strafe, Ber�cksichtigung bei der Strafzumessung oder Einstellung des Verfahrens). Im Haftpr�fungsverfahren ist die R�ge, das Strafverfahren werde nicht mit der verfassungs- und konventionsrechtlich gebotenen Beschleunigung gef�hrt, nur soweit von Bedeutung, als die Verfahrensverz�gerung geeignet ist, die Rechtm�ssigkeit der Untersuchungshaft in Frage zu stellen und zu einer Haftentlassung zu f�hren. Dies ist nur der Fall, wenn die Verz�gerung besonders schwer wiegt und von den Strafverfolgungsbeh�rden auch bei einer besonders bef�rderlichen Weiterf�hrung des Verfahrens nicht mehr ausgeglichen werden kann bzw. die Strafverfolgungsbeh�rden erkennen lassen, dass sie nicht gewillt oder nicht in der Lage sind, das Verfahren nunmehr mit der f�r Haftf�lle gebotenen Beschleunigung voranzutreiben und zum Abschluss zu bringen. Ist die ger�gte Verz�gerung des Verfahrens weniger gravierend, kann offen bleiben, ob eine Verletzung des Beschleunigungsgebots vorliegt. Es gen�gt diesfalls, die zust�ndige Beh�rde zur besonders bef�rderlichen Weiterf�hrung des Verfahrens anzuhalten und die Haft gegebenenfalls allein unter der Bedingung der Einhaltung bestimmter Fristen zu best�tigen.
b) aa) Der Beschwerdef�hrer ist seit gut f�nf Monaten in Haft. Es kann nicht gesagt werden, dass die Haftdauer in grosse N�he der konkret zu erwartenden Strafe r�ckt oder gar die zu erwartende Freiheitsstrafe �bersteigt. Ob dem Beschwerdef�hrer allenfalls der bedingte Strafvollzug gew�hrt werden wird, ist hier unerheblich (BGE 125 I 60 E. 3d S. 64).
bb) Der Beschwerdef�hrer macht geltend, es seien im Jahre 2000 keine wesentlichen Untersuchungshandlungen getroffen worden und der zust�ndige Untersuchungsrichter habe das Verfahren ab Ende August 2000 w�hrend sieben Monaten vollst�ndig ruhen lassen. Daraus resultierende Verfahrensverz�gerungen fanden jedoch vor der erneuten Inhaftierung des Beschwerdef�hrers statt und wirkten sich dementsprechend nicht unmittelbar auf die Dauer der Untersuchungshaft aus.
Der Beschwerdef�hrer kann deshalb aus dem seinerzeitigen Vorgehen der Untersuchungsbeh�rden nichts zu seinen Gunsten ableiten (vgl. auch nicht publizierter Entscheid des Bundesgerichts vom 20. April 1999 i.S. O. [1P. 152/1999], E. 3b).
cc) Vorliegend sind demnach einzig seit der Inhaftierung vom 15. M�rz 2001 eingetretene Verz�gerungen von Belang.
In diesem Zusammenhang bringt der Beschwerdef�hrer vor, die Untersuchungsbeh�rden h�tten Ende M�rz 2001 weitere Beweismassnahmen angeordnet und per 1. Juli 2001 einen neuen Untersuchungsrichter eingesetzt; das Verfahren stehe in keiner Weise vor dem Abschluss.
Es ist dem Beschwerdef�hrer grunds�tzlich beizupflichten, dass die laufende Strafuntersuchung bis anhin nicht sehr speditiv gef�hrt worden ist und die Einarbeitung eines neu mit dem Fall betrauten Untersuchungsrichters unweigerlich eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Festzustellen ist aber auch, dass der Untersuchungsrichter nach der Inhaftierung des Beschwerdef�hrers immerhin die Ausdehnung des Verfahrens, die Edition von Buchhaltungsunterlagen und Kontensperrungen verf�gte und zudem die Analyse von Bet�ubungsmitteln sowie verschiedene Hausdurchsuchungen anordnete, in deren Zusammenhang auch polizeiliche Befragungen durchgef�hrt wurden (Untersuchungsakten, Fasz. 34 ff.). In einem �hnlich gelagerten Fall hat das Bundesgericht unl�ngst eine schwere Verletzung des Beschleunigungsgebots bejaht und ausgef�hrt, (auch) in umfangreichen F�llen d�rften die Untersuchungsbeh�rden nicht bis zum vollst�ndigen Abschluss der polizeilichen Ermittlungen unt�tig bleiben, um erst dann die Ermittlungsakten auszuwerten und allf�llige untersuchungsrichterliche Einvernahmen etc. anzuordnen. Befinde sich der Angeschuldigte in Untersuchungshaft, m�sse das Untersuchungsverfahren vielmehr beschleunigt zum Abschluss gebracht werden, indem der Untersuchungsrichter die polizeilichen Ermittlungen mitverfolge und seinerseits die je nach dem Ermittlungsstand m�glichen und notwendigen Massnahmen durchf�hre (nicht publiziertes Urteil vom 30. Mai 2001 i.S.
B. [1P. 324/2001], E. 2f). In jenem Fall waren indes die Untersuchungsbeh�rden weitgehend unt�tig geblieben, w�hrend der Angeschuldigte fast ein Jahr in Haft verbracht hatte und die Voruntersuchung noch gar nicht er�ffnet worden war; beides trifft hier nicht zu. Vorliegend ist sodann zu bedenken, dass nicht nur das Vorgehen der Untersuchungsbeh�rden, sondern auch das Verhalten des Beschwerdef�hrers Verfahrensverz�gerungen mit sich gebracht hat. So dr�ngten sich neue umfangreiche Ermittlungen auf, nachdem der Beschwerdef�hrer seinen eigenen Angaben zufolge im M�rz 2000 den Verkauf von Bet�ubungsmitteln wieder aufgenommen haben soll. Zus�tzliche Beweiserhebungen wurden auch notwendig, weil der Beschwerdef�hrer gegen�ber dem bis Ende Juni 2001 zust�ndigen Untersuchungsrichter jegliche sachdienlichen Aussagen verweigerte.
Der per 1. Juli 2001 eingesetzte a.o. Untersuchungsrichter 4 hat in seiner Vernehmlassung an das Bundesgericht festgehalten, dass so schnell als m�glich ein polizeilicher Schlussbericht erstellt werde und die Fristansetzung gem�ss Art. 249 StrV nach Durchf�hrung der noch notwendigen Einvernahmen im Monat Oktober 2001 erfolgen k�nne; darauf ist abzustellen. Es ist davon auszugehen, dass die bisher eingetretenen Verfahrensverz�gerungen durch die Untersuchungsbeh�rden mit einer besonders bef�rderlichen Bearbeitung der Sache noch ausgeglichen werden k�nnen.
dd) Nach dem oben (Erw. 3a) Erw�hnten kann damit offen bleiben, ob das Beschleunigungsgebot verletzt worden ist. Einer Verletzung k�nnte gegebenenfalls der Sachrichter Rechnung tragen.
Eine Haftentlassung des Beschwerdef�hrers vermag der Verfahrensgang derzeit zwar nicht zu begr�nden. Angesichts der bisherigen Dauer der Untersuchungshaft des Beschwerdef�hrers ist der Untersuchungsrichter aber gehalten, das Verfahren nun z�gig voranzutreiben, zumal sich in beweism�ssiger Hinsicht keine besonderen Schwierigkeiten mehr stellen d�rften. Die zust�ndigen Beh�rden haben sodann m�glichst rasch die �berweisung an das urteilende Gericht vorzunehmen und Termin zur Hauptverhandlung anzusetzen. Im Falle weiterer Verz�gerungen ist der Beschwerdef�hrer aus der Haft zu entlassen.
4.- Aus den dargestellten Gr�nden ist die Beschwerde abzuweisen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend hat der Beschwerdef�hrer die bundesgerichtlichen Kosten zu tragen (Art. 156 Abs. 1 OG).