Source: http://ip-blogger.de/blog/datenschutzrecht/dsk-zu-eugh-urteil-zur-haftung-fuer-datenschutzverstoesse-von-facebook.html
Timestamp: 2018-08-22 07:27:03
Document Index: 385457804

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'Art. 26', 'EuG']

DSK zu EuGH Urteil zur Haftung für Datenschutzverstöße von Facebook – IP-Blogger.de
Die DSK hat überraschend schnell auf das Urteil des EuGH vom 5. Juni 2018 http://ip-blogger.de/blog/datenschutzrecht/eugh-urteil-vom-05-06-2018-abmahnrisiko-bei-nutzung-von-social-media-portalen-einbindungen-von-social-plugins-und-trackingmassnahmen-im-online-marketing-steigt.htmlreagiert. In der Stellungnahme vom Folgetag führt die DSK aus, dass das Urteil des EuGH zur gemeinsamen Verantwortung von Facebook und den Betreibern einer Fanpage hat unmittelbare Auswirkungen auf die Seitenbetreiber habe. Diese könnten nicht mehr allein auf die datenschutzrechtliche Verantwortung von Facebook verweisen, sondern seien selbst mitverantwortlich für die Einhaltung des Datenschutzes gegenüber den Nutzenden ihrer Fanpage. Es gebe eine gemeinsame Verantwortung von Facebook und Seitenbetreiber wie der EuGH fest gestellt habe. Wer eine Fanpage betreibe, müsse die datenschutzrechtlichen Informationen zur Verfügung stellen. https://diercks-digital-recht.de/wp-content/uploads/2018/06/Entschlie%C3%9Fung-DSK-Fanpages-EuGH-Urteil-05_06_2018.pdf
Die gemeinsame Verantwortlichkeit bedeutet, dass die Verpflichtung zu datenschutzkonformem Verhalten sowohl Facebook als auch den Fanpage-Betreiber trifft. Dies beginnt bei der Informationsverpflichtung und endet bei der Haftung. Das heißt, dass beide Verantwortlichen ihren Informationspflichten nachkommen müssen.
Soweit Facebook den Betreibern der Seiten den Abschluss von Vereinbarungen über die gemeinsame Verantwortlichkeit anbietet, könnte damit das Problem in den Griff bekommen werden. In diesen Verträgen nach Art. 26 DSGVO https://dejure.org/gesetze/DSGVO/26.htmlmuss geregelt werden, wer für die Datenschutzinformationen und für die Beantwortung von Auskunfts- und Löschungsersuchen zuständig ist. Dieser Inhalt muss dann den Nutzern kommuniziert werden.
Bis dahin sollte ein Link auf die eigene Datenschutzerklärung auf der eigenen Webseite gesetzt werden, in der sich dann eine Passage zu der Datenverarbeitung auf der Facebook-Page findet. Mehr geht momentan meiner Ansicht nach nicht. Eine wirklich vernünftige Aufklärung oder gar eine wirksame Einwilligung wie die DSK fordert ist kaum möglich, da die Informationen von Facebook hier immer noch nicht eindeutig und transparent sind.
Zurück Vorheriger Beitrag: EuGH-Urteil vom 05.06.2018: Abmahnrisiko bei Nutzung von Social Media-Portalen, Einbindungen von Social Plugins und Trackingmaßnahmen im Online-Marketing steigt
Weiter Nächster Beitrag: OLG Köln: Kein Schadensersatz-Anspruch bei unerlaubter Nutzung von Online-Foto unter Creative Common License
http://ip-blogger.de/blog/datenschutzrecht/dsk-zu-eugh-urteil-zur-haftung-fuer-datenschutzverstoesse-von-facebook.html