Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ARZ%206/83
Timestamp: 2019-02-17 18:57:17
Document Index: 130598183

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 29', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 541', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 29', 'BGH', '§ 29', 'Art. 111', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 11.01.1984 - VIII ARZ 6/83 - dejure.org
Anspruch eines Wohnraummieters gegen seinen Vermieter auf Erstattung mietpreisrechtlich nicht geschuldeter Leistungen - Rückforderung zuviel gezahlter Miete - Zuständigkeit der Gerichte
Rückforderung preisrechtswidriger Leistungen; Zuständigkeit des Amtsgerichts; Mietpreisbindung; Leistungen; preisrechtswidrig; Mietzins; nicht geschuldeter; Rückforderung; Rückforderungsanspruch; ungerechtfertigte Bereicherung; Zuständigkeit; gerichtete; Amtsgericht; anschließende Zuständigkeit
BGHZ 89, 275
NJW 1984, 1615
c) Der Begriff des Wohnraums in § 29a ZPO in der bis zum 1. März 1993 geltenden Fassung entspricht dem des Wohnraums im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuchs (Senatsurteil vom 11. Februar 1981 - VIII ZR 323/79, NJW 1981, 1377 unter 2 a; vgl. Senatsbeschluss vom 11. Januar 1984 - VIII ARZ 6/83, BGHZ 89 aaO S. 280; OLG Hamm, ZMR 1986, 11).
Dazu ist nicht erforderlich, daß es sich bei der Entscheidung, von der das vorlegende Oberlandesgericht abweichen möchte, ihrerseits um einen Rechtsentscheid handelt (BGHZ 89, 275, 278) [BGH 11.01.1984 - VIII ARZ 6/83].
Zwar entfalten nach der Rechtsprechung des Senats (BGHZ 89, 275, 278 f; 101, 244, 248; 113, 188, 191) auch obergerichtliche Entscheidungen, die nicht in Form eines Rechtsentscheids ergangen sind, Bindungswirkung im Wohnraummietrecht insofern, als sie gemäß § 541 Abs. 1 S. 3 ZPO die Oberlandesgerichte für den Fall einer beabsichtigten Abweichung von einer solchen Entscheidung zur Herbeiführung eines Rechtsentscheids verpflichten.
Doch teilt der Senat diese Auffassung nicht (BGHZ 89, 275, 278 f).
Denn für die Vorlage zum Rechtsentscheid reicht aus, daß das BerGer. von anderen obergerichtlichen Entscheidungen abweichen will (BGHZ 89, 275 = NJW 1984, 1615 = LM 3. MietRÄndG Nr. 5).
Zwar haben die Oberlandesgerichte dem Bundesgerichtshof grundsätzlich dieselbe Rechtsfrage vorzulegen, die ihnen ihrerseits von den Landgerichten vorgelegt worden ist (vgl. Senatsbeschlüsse vom 11. Januar 1984 - VIII ARZ 6/83 = BGHZ 89, 275 ; vom 28. Januar 1981 - VIII ARZ 6/80 = BGHZ 79, 288, 290).
b) Dem steht nicht entgegen, daß § 29a Abs. 1 ZPO in der bis zum 11. Januar 1993 geltenden Fassung für den Fall der Wohnraummiete der Gedanke eines "sozialen Mietprozeßrechts" (BGHZ 89, 275, 281 f.;… Stein/Jonas/Roth, § 29a Rdn. 1) zugrunde lag, der sicherstellen sollte, daß ein als sozial schwächer angesehener Mieter einen derartigen Prozeß an seinem Wohnort führen kann (…Fischer, in: Bub/Treier, aaO, S. 1583).
Eine in der vom Senat vertretenen Weise praktizierte Anwendung des Rechtsentscheidsverfahrens kann auch nicht zu unerwünschten Differenzen zwischen der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs und derjenigen der Oberlandesgerichte führen; denn das Oberlandesgericht ist auch dann zur Vorlage an den Bundesgerichtshof nach Art. 111 1 S. 3 MÄG verpflichtet, wenn es die Rechtsfrage abweichend von einem dort ergangenen Urteil beantworten will (BGH Rechtsentscheid vom 11.1.1984, VIII ARZ 6/83, WuM 1984, 119 ).
Das Gericht will vom Beschluß des Kammergerichts - 24. Zivilsenat - vom 14. April 1993 - 24 W 1092/93 = WuM 1993, 423 f ebenso abweichen wie vom Beschluß des Oberlandesgerichts Hamburg vom 18. Juni 1996 - 2 Wx 20/96, WuM 1996, 637 f. Gegen die Zulässigkeit der Vorlage spricht nicht, daß das Kammergericht - 8. Zivilsenat - von Entscheidungen abweichen will, die nicht als Rechtsentscheide ergangen sind (Senat, BGHZ 89, 275, 279; 136, 314, 321).
Eine Vorlage an den Bundesgerichtshof kommt jedoch nicht in Betracht, soweit die Vorlage ganz oder teilweise unzulässig ist (BGHZ 89, 275, 281) [BGH 11.01.1984 - VIII ARZ 6/83].
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