Source: https://www.db-anwaelte.de/aktuelles/darlehen/widerrufsjoker-bei-darlehensvertraegen-der-degussa-bank/
Timestamp: 2020-07-05 01:34:21
Document Index: 110853679

Matched Legal Cases: ['§ 492', '§ 495', '§ 492', '§ 495', 'Art 247', '§ 6']

Widerrufsjoker bei Darlehensverträgen der Degussa Bank - Decker und Böse
Kunden, die nach dem 11.06.2010 einen Darlehensvertrag bei der Degussa Bank geschlossen haben, haben die Chance auf einen wirksamen Widerruf. Denn die Degussa Bank hat die Widerrufsbelehrung in manchen Darlehensverträgen trotz der Reform nicht angepasst. Sollten Sie eine veraltete Widerrufsbelehrung in Ihrem Darlehen finden, erhöht sich für Sie die Chance auf einen Widerruf.
Wenn Ihnen der Widerruf gelingt, haben Sie Anspruch auf Rückerstattung gezahlter Vorfälligkeitsentschädigungen bzw. Einsparung geforderter Vorfälligkeitsentschädigungen sowie auf Erstattung zu viel gezahlter Beiträge, selbst wenn das Darlehen schon seit Jahren vollständig abgezahlt ist.
In dem Verfahren vor dem OLG Frankfurt ging es um zwei Darlehen aus dem Jahr 2010. Beide Darlehen beinhalteten eine Widerrufsbelehrung auf einem zusätzlichen Formular, welche den Titel „Widerrufsbelehrung (§ 492 ff. BGB) nach §§ 495, 355- 359 BGB“ trug.
Ob auch Sie betroffen sind, können Sie schnell und einfach herausfinden.
Dafür müssen Sie lediglich überprüfen, ob in Ihrem Darlehensvertrag mit der Degussa Bank, der zwischen dem 11.06.2010 und Mitte 2011 geschlossen wurde, von einer „Widerrufsinformation“ oder von einer „Widerrufsbelehrung“ die Rede ist.
Ist von einer „Widerrufsbelehrung“ die Rede, handelt es sich um eine veraltete Widerrufsbelehrung. Diese ist von dem OLG Frankfurt im Februar 2017 als fehlerhaft bezeichnet worden, denn weder verwiesen die Belehrungen auf die Pflichtinformationen nach § 492 Abs. 2 BGB a.F. noch entsprachen sie den Anforderungen an eine Widerrufsbelehrung nach §§ 495, 492 Abs. 2 BGB a.F. i.V.m. Art 247 § 6 Abs. 2 EGBGB a.F.. Somit entspricht sie nicht den seinerzeit geltenden gesetzlichen Vorgaben. (Urteil OLG Frankfurt vom 30.01.2017 Az. 23 U 39/16)
Sie sollten dann nicht zögern, anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und einen Widerruf Ihres Darlehens prüfen zu lassen, denn die Bank wird Ihren Widerruf zunächst höchstwahrscheinlich nicht akzeptieren.