Source: https://www.bmbwf.gv.at/Themen/schule/schulrecht/rs/1997-2017/2002_48.html
Timestamp: 2020-02-21 04:36:10
Document Index: 332330974

Matched Legal Cases: ['§15', '§7', '§ 78', '§ 131', '§131', '§ 7', '§ 78', '§ 131', '§7']

Spezielle Richtlinien für die Beantragung bzw. Durchführung von Schulversuchen an Hauptschulen im Schuljahr 2003/2004
Geschäftszahl: 39.407/43-I/5/02
Sachbearbeiter: Mag. Dr. Rupert Corazza
Tel.: +43/1/53120-4382
Fax: +43/1/53120-99-4382
rupert.corazza@bmbwk.gv.at
Rundschreiben Nr. 48 / 2002
Entsprechend den „Allgemeinen Richtlinien für die Beantragung von Schulversuchen im Schuljahr 2003/2004“, GZ 39.407/37-I/1a/02 werden für die Hauptschule die folgenden speziellen Planungsgesichtspunkte bekannt gegeben.
Bei allen Projekten wird gebeten, genau zu prüfen, ob die einzelnen Schulversuchsanträge die gesetzlich festgelegte Aufgabe der Hauptschule - die Vermittlung einer grundlegenden Allgemeinbildung sowie die Befähigung zum Übertritt in mittlere Schulen oder in höhere Schulen durch Förderung je nach Interesse, Neigung, Begabung und Fähigkeit (vgl. SCHOG §15) – erfüllen.
2. Anregungen zu mittelfristigen Entwicklungen
Im Folgenden sind bereits bestehende Entwicklungen, denen häufig mittelfristig Bedeutung beigemessen wird, aufgelistet. Es wird angeregt, sie in die koordinierenden Überlegungen und Konzepte des jeweiligen Landesschulrats bzw. Stadtschulrates für Wien einzubeziehen.
Wenn Schulversuche in einem Zusammenhang zu anderen Projekten und Entwicklungen stehen, zum Beispiel „regionale Entwicklungspläne“, möge zum besseren Verständnis auf diese verwiesen werden.
„Tabelle: Entwicklungsfelder im Hauptschulbereich nach Zielen und Inhalten / Maßnahmen / Prozessen – BMBWK, Abt. I/5, Nov. 2002“
Ziele Inhalte / Maßnahmen / Prozesse Sachgebiet*
A) Schulversuche zur Sicherung von Wirkungen und Effektivität von Schule
A-1) Sicherung sowohl grundlegender (traditionelle) Fertigkeiten und Kompetenzen als auch neuer Kompetenzen und Bereitschaften
- Unterrichtsentwicklung, wie Planung, Vernetzung, Zielklarheit, Motivation, Schülerbeteiligung, Differenzierung, Methodik, Zielerreichung, Beurteilung
- Entwicklung und Umgang mit Standards für Prozesse, Output, Lernzuwächse lbu, lp, st, ...
A-2) Optimierung und Rationalisierung im Betrieb Schule
- Flexibilisierungen der Vorgaben (SchOG und SchUG soweit Schulversuche soweit dazu möglich, Lehrplan, usw.);
- Kooperationsformen zwischen Schularten z.B. einer Region;
- Ausbau von Systemen zur Beobachtung und Sicherung von Qualität;
- (Weiter)Entwicklung von Indikatoren und Messinstrumenten und Methoden der Evaluation und des Monitorings; schwp, std, ...
A-3) Fairness, Gerechtigkeit, Angemessenheit von Einstufungen, Noten und Berechtigungen; Schutz bestimmter Bezeichnungen
- qualitätsstiftende Kriterien und Standards entwickeln und absichern bzw. anwenden;
- Einstufungs- und Beurteilungsfragen, Optimierung und Reflexion der eingesetzten Verfahren;
- Vermeidung von selektiven Prozessen, die an Schwächen orientiert sind
- Fairere Einstufung;
- Erprobung alternativer Formen der Leistungsdifferenzierung;
- Schutz von Schul- und Schwerpunktbezeichnungen;
- Gütesiegel; st, schwp, lbu, ...
B) Schulversuche zur Entwicklung neuer Lehrplaninhalte
B-1) Mehrsprachigkeit
- Lehrplanentwicklung;
- Unterrichtsentwicklung;
- Entwicklung von Standards; fremd, lp, schwp, st, ...
B-2) Informations- und Kommunikationstechnik
- Entwicklung von Standards; it, lp, schwp, st, ...
B-3) Berufsorientierung
- Entwicklung von Standards; bo, lp, schwp, st, ...
B-4) Soziale und dynamische Fähigkeiten
- Entwicklung von Standards; lp, schwp, st, ...
C) Verbesserung didaktischer und methodischer Arbeitsformen
C-1) Individualisierende Förderung:
C-1a) Kompensatorische Förderung, Vermeiden von Versagen
- Förderpläne;
- Förderdidaktik;
- Differenzierung; diff, lbu, std, tt, ndM, ...
C-1b) Begabende Förderung, Hebung der Motivation
- Angebote zur Wahl (oder Abwahl);
- offenes Lernen;
- Entwicklung einer „Feed-back- Kultur“; diff, lbu, std, tt, ndM, ...
C-2) Stärkung dynamischer Fähigkeiten
C-2a) Förderung der Selbstkompetenz
- Erstellung individueller Diagnosen und Profile- z.B. Portfolio, Pensenbuch, alternative Formen der Leistungsbeurteilung; lbu, lp, ...
C-2b) Stärkung des Orientierungsvermögens und übergreifender Fähigkeiten
- Stärkung der Koordination und Qualitätssicherung bei Berufsorientierung, Projektunterricht und anderen übergreifenden Verfahren und Vorhaben; bo, schwp, std, ...
(*) Sachgebiet: Das in der Zeile angeführte Ziel ist schwerpunktmäßig dem angeführten Sachgebiet zuzurechnen, bzw. scheint größtenteils im Verzeichnis „Schulversuche gemäß §7 SchOG und § 78 SchUG“ an Hauptschulen im Schuljahr 2002/03“ auf.
aktualisierte Übersicht über alle Sachgebiete, die noch um weitere ergänzt werden können (u.a. auf den Formblättern unter „Sachgebiet“ verwendete Abkürzungen):
ndM SchülerInnen mit nichtdeutscher Muttersprache
lp Lehrplan
nap NAP (nationaler Aktionsplan für Beschäftigung)
Stundentafeländerung (Gesamtstundenanzahl, verbindliche Übungen, Lernfelder, ...)
tt Zweilehrersystem (Teamteaching, Assistenzen, ...)
3. Besondere Vorgangsweise zu „Nachfolgeprojekten § 131 b“ zur Leistungsdifferenzierung
Da der Schulversuchsparagraph mit Ende des Schuljahres 2002/2003 ausläuft, sind Schulversuche, die bisher ganz oder teilweise SCHOG §131b zur Grundlage hatten, neu zu beantragen, bezogen auf § 7 SCHOG, bzw. § 78 SCHUG. Es wird auf den Unterschied (u.a. auch im Formblatt) zwischen Neu- und Wiederbeantragung hingewiesen. Für die Neubeantragung ist der Handlungsbedarf in Hinblick auf den Normenbezug zu formulieren und als Grundlage für den Schulversuch auszuführen. Es wird um eine Darstellung gebeten, welche konkreten Normen in Abweichung von den geltenden gesetzlichen Bestimmungen des Regelschulwesens angestrebt und erprobt werden sollen.
Um die Einordnung als neubeantragten Schulversuch vollziehen zu können, wird über das Formblatt hinaus gebeten, folgende Unterlagen beizulegen:
- Aktueller ausführlicher Schulversuchsplan (für jeden Schulversuchstyp einen für alle betreffenden Standorte gemeinsamen Schulversuchsplan), einschließlich einer Offenlegung der Berechtigungen, die die Schüler im jeweiligen beabsichtigten Schulversuch erwerben können,
- Übersicht über die Gesamtanzahl der Projekte (vollständige Auflistung der Standorte).
Darüber hinaus wird um Erfahrungsberichte mit allfälligen Vorprojekten gebeten.
Da es notwendig ist, dass diese Modelle bis spätestens Februar 2003 an den Schulen bekannt gemacht werden, damit rechtzeitig eine Orientierung für die betroffenen Personen erfolgen kann, gilt für die Beantragung der Schulversuche zu dieser speziellen Materie der 15.Dezember 2002 als letztmöglicher Termin der Einreichung (bitte um Berücksichtigung des Postweges). Hinweis: Dieser Termin wurde einvernehmlich auf der Konferenz der LSR-Präsidenten vom 11. April 2002 beschlossen.
4. Zu den Formblättern:
4.1 Projektbeschreibung:
Entsprechend dem allgemeinen Richtlinienerlass sind die Hauptelemente des Schulversuchs in den betreffenden Formblättern auszuweisen. Unter dem Titel „Schulversuchselemente“ mögen die Abweichungen vom Regelschulsystem in knapper Form im Formblatt angegeben werden (Den Titel „Schulversuchselemente“ im Feld „Kurze Projektbeschreibung...“ bitte einfügen) – es möge nach bereits bewährten formellen Mustern der vergangenen Jahre vorgegangen werden. Darüber hinaus ist dem Formblatt jeweils ein detaillierter Schulversuchsplan beizulegen (vgl. dazu das RS 46/2002 – „Allgemeine Richtlinien...“ Abs. 2.4.).
Es wird gebeten, ausschließlich die vorgesehenen Formblätter zu verwenden.
Als genehmigt gilt ein Schulversuchsprojekt erst dann, wenn eine Zustimmung des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur vorliegt. Allfällige Auflagen, Ergänzungen, Hinweise und Nachfragen werden im „aktualisierten Formblatt“ von der Abteilung I/5 ausgewiesen.
- Schuljahr der erstmaligen Führung,
- projektierter Endzeitpunkt,
- Jahr einer allfälligen Konzeptänderung,
- Einschätzung des aktuellen Entwicklungsstandes mit entsprechender Zuordnung in Pilotphase, Festigungsphase oder Endphase (Definition der Phasen siehe Schulversuchserlass 1996/97).
Um allfälligen Missverständnissen vorzubeugen sei hier nochmals festgestellt, dass der in den Formblättern eingetragene Endzeitpunkt die Vorstellungen des Antragstellers charakterisiert. Die Zustimmung zur Durchführung der einzelnen Schulversuche seitens des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur erfolgt im Allgemeinen nur für das jeweilige Schuljahr. Eine Fortsetzung oder Ausweitung kann nicht als selbstverständlich vorausgesetzt werden.
Es wird gebeten, ein koordinierendes Schulversuchskonzept des jeweiligen Bundeslandes bis 1. März 2003 zu übermitteln.
Die Einreichfrist für Schulversuche, die nicht als Fortführung im weitesten Sinne von SCHOG § 131b zu verstehen sind, können unter Berücksichtigung des Postweges bis spätestens 15. April 2003 wie bisher in gewohnter Art und Weise eingereicht werden.
Beilage: „Schulversuche gemäß §7... an Hauptschulen im Schuljahr 2002/2003“
Wien, 4. November 2002