Source: http://laga.at/Dissertation/Diss-Berner.html
Timestamp: 2018-11-17 13:24:15
Document Index: 108524987

Matched Legal Cases: ['Art 5', 'Art 5', 'Art 7', 'EuG', 'Art 7', 'Art 6', 'Art 7', 'Art 7', 'Art 8', 'Art 9', 'Art 11', 'Art 11', 'Art 11', 'Art 12', 'Art 14', 'Art 9', '§ 121']

“Die Berner Übereinkunft ist heute noch das maßgebliche internationale Instrument zum Schutz der Urheber.” [335] Österreich ist Mitglied der Revidierten Fassung der Berner Übereinkunft aus 1971 [336337](RBÜ). Die Übereinkunft bezieht sich auf das Urheberrecht im engeren Sinn, d.h. auf die Inhalte des I. Hauptstücks des österreichischen Urheberrechtsgesetz. Die wichtigsten Grundsätze der RBÜ [338] sind
Inländerbehandlung: “Die Urheber genießen für die Werke, für die sie durch die RBÜ geschützt sind, [339] in allen Verbandsländern mit Ausnahme des Ursprungslandes (vgl. Art 5 Abs 4) des Werkes die Rechte, welche die einschlägigen Gesetze den inländischen Urhebern gewähren oder gewähren werden (Art 5 Abs 1)” [340]. Als Ausnahme der Inländerbehandlung ist Art 7 Abs 8 zu sehen, der den Schutzfristenvergleich einführt: Die Schutzfrist kann in dem Land, in dem der Schutz beansprucht wird, nicht länger sein als im Ursprungsland des Werkes. [341] Innerhalb der EU ist solch eine Diskriminierung allerdings nicht zulässig. Dies bestimmte schon der EuGH in seiner “Phil-Collins Entscheidung” [342], viel mehr aber noch der Rat mit seiner Richtlinie “zur Harmonisierung der Schutzdauer des Urheberrechts und bestimmter verwandter Schutzrechte” [343]. Art 7 Abs 8 der RBÜ wird dadurch innerhalb der EU obsolet. [344]
Mindestrechte: Bevor ein Staat der RBÜ beitreten kann, muß er den Urhebern ein Mindestmaß an Rechten zubilligen. [345] Diese stehen den Verbandsurhebern auch dann zu, wenn die inländische Gesetzgebung solche Rechte nicht vorsieht. [346] Dazu zählt die Anerkennung von Mindeststandards des Urheberpersönlichkeitsrechtes Art 6 bis, eine Mindestschutzfrist von 50 Jahren ab dem Tod des Urhebers (Art 7 Abs 1; anders für anonyme Werke Art 7 Abs 3), ausschließliches Übersetzungsrecht (Art 8), Vervielfältigungsrecht (Art 9), Aufführungsrecht (Art 11), Senderecht (Art 11 bis ), Vortragsrecht (Art 11 ter), Bearbeitungsrecht (Art 12) und Verfilmungsrecht (Art 14). [347] Zwar gelten diese Vorschriften wie erwähnt nur für Ausländer im Inland, um aber eine Diskriminierung der eigenen Bürger zu vermeiden, haben die Mitgliedstaaten ihren nationalen Schutz angepaßt.
Im Bezug auf die Vermittlung urheberrechtlich geschützter Werke mit Hilfe des Internets sind die Art 9, 11, 11 bis und 11 ter von Bedeutung. Sie gewähren ein exklusives Recht zur Zustimmung der Verbreitung, Sendung oder Aufführung bei “any means or process”; das bedeutet, daß nicht auf die technische Art der Verbreitung abgestellt wird. [348] Diese Artikel werden auch als “telegraph and wireless communication reproduction rights” bezeichnet.
Mit Stichtag 5.5.1998 gehören 130 Staaten der RBÜ an. [349]
[337] Kucsko, Urheberrecht 4 , s. 64; Dillenz, Internationales Urheberrecht in Zeiten der Europäischen Union, JBl 1995, 351 (353)
[340] Kucsko, Urheberrecht 4 , S. 65; Dillenz, Internationales Urheberrecht in Zeiten der Europäischen Union, JBl 1995, 351 (353); Fromm/Nordemann, Kommentar zum Urheberrechtsgesetz, 7. Auflage, zu § 121 Rn 2