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Timestamp: 2019-01-17 16:14:59
Document Index: 23687504

Matched Legal Cases: ['§ 280', '§ 361', '§ 280', '§ 361', '§ 360', '§ 355']

OLG Düsseldorf, 13.05.2016 - I-17 U 182/15 - dejure.org
OLG Düsseldorf, 13.05.2016 - I-17 U 182/15
Widerrufsbelehrung mit Nicht für Fernabsatzgeschäfte unwirksam
Weitere Schlappe für die deutschen Sparkassen - Widerrufsbelehrungen der Sparkassen sind fehlerhaft
LG Duisburg, 06.11.2015 - 6 O 126/15
Zum anderen war der Fußnotentext über die hochgestellte "2" in den Belehrungstext einbezogen, so dass er sich erkennbar an den Gegner des Verwenders und nicht an dessen Mitarbeiter richtete (…vgl. auch OLG Düsseldorf, Urteile vom 21. Januar 2016 aaO und vom 13. Mai 2016 - I-17 U 182/15, juris Rn. 20; OLG München…, Urteil vom 21. Oktober 2013 aaO).
Eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung begründet daher eine Pflichtverletzung im Sinne des § 280 Abs. 1 BGB (OLG Düsseldorf, Urteil vom 13. Mai 2016 - 17 U 182/15, BeckRS 2016, 10256, Rn. 25 m.w.N.;… Fritsche in: MüKo, BGB, 7. Aufl. 2016, § 361 Rn. 9).
Diese bezieht sich auf die Rechtsfolgen der Ausübung des Widerrufsrechts, hindert aber nicht die Geltendmachung von schon im Zusammenhang mit dem Vertragsschluss durch Erteilung einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung entstandenen Schäden (OLG Düsseldorf, Urteil vom 13. Mai 2016 - 17 U 182/15, juris Rn. 30 m.w.N.; a.A. OLG Karlsruhe…, Urteil vom 14. April 2015 - 17 U 72/14, BeckRS 2016, 05030, Rn. 12).
Der abweichenden Rechtsauffassung anderer Oberlandesgerichte (OLG Hamm…, Urteil vom 4.11.2015 - I 31 U 64/15 Rn. 29; OLG Düsseldorf, Urteil vom 13.05.2016 - 17 U 182/15, Rn. 30; OLG Saarbrücken…, Urteil vom 3.11.2016 - 4 U 54/15 Rn. 90) folgt der Senat angesichts des eindeutigen Gesetzeswortlauts und der Systematik der Norm nicht.
Die fehlerhafte Widerrufsbelehrung seitens der Beklagten begründet in dem vorliegenden Fall eine Pflichtverletzung i.S.d. § 280 Abs. 1 BGB (vgl. OLG Düsseldorf, Urteil vom 13.5.2016 - 17 U 182/15, BeckRS 2016, 10256;… Münchener Kommentar zum BGB/Fritsche/Masuch, 7. Aufl., § 361 Rz, 8/9, § 360 Rz. 44;… Palandt/Grüneberg, a.a.O., § 355 Rz. 13 und Einführung zur BGB-InfoVO Rz. 8ff).
Denn der Fußnotentext war über die hochgestellte "2" in den Belehrungstext einbezogen, so dass er sich erkennbar an den Gegner des Verwenders und nicht an dessen Mitarbeiter richtete (…vgl. auch OLG Düsseldorf, Urteile vom 21. Januar 2016 aaO und vom 13. Mai 2016 - I-17 U 182/15, juris Rn. 20; OLG München…, Urteil vom 21. Oktober 2013 aaO).
Diese Umstände lassen für den durchschnittlichen Verbraucher kein anderes Verständnis zu, als dass die Widerrufsbelehrung in seinem Fall zu erteilen war und dass der in der Fußnote erwähnte Ausschlussgrund "nicht für Fernabsatzverträge" in seinem Fall nicht einschlägig war (OLG Celle, Beschluss vom 18.05.2016 - 3 U 120/16; OLG Köln, Beschluss vom 07.03.2016 - 13 U 27/16; OLG München, Beschluss vom 20.04.2015 - 17 U 709/15 ; OLG München, Urteil vom 09. November 2015 - 19 U 4833/14; LG Bielefeld, Urteil vom 04.04.2016 - 6 O 350/15; LG Paderborn, Urteil vom 28.10.2015 - 4 O 165/15; a.A: OLG Düsseldorf, Urteil vom 13.05.2016 - I-17 U 182/15).
Anders als bei der Fußnote 2, aus deren Text erkennbar ist, dass es sich dabei um einen Ausfüllhinweis handelt, wird der Verbraucher, der die erste Fußnote liest, den Eindruck gewinnen, eine (von ihm vorzunehmende) Prüfung seines Falles könne zu dem Ergebnis kommen, dass ein Widerrufsrecht nicht besteht (wie hier OLG Düsseldorf, Urt. v. 13.05.2016 - 17 U 182/15, Tz. 20; a. A. OLG München, Beschl. v. 20.04.2015 - 17 U 709/15, Tz. 4; Beschl. v. 21.05.2015 - 17 U 709/15, Tz. 6;… Urt. v. 09.11.2015 - 19 U 4833/14, Tz. 47;… OLG Nürnberg, Urt. v. 13.06.2016 - 14 U 2246/15, Bl. 345 ff. d. A.).
Die streitgegenständliche Widerrufsbelehrung war daher geeignet, beim Kläger den Eindruck hervorzurufen, eine (von ihm vorzunehmende) Prüfung seines Einzelfalls könnte zum Ergebnis eines Fernabsatzgeschäfts führen (OLG Düsseldorf, Urteil vom 13. Mai 2016 - I-17 U 182/15, 17 U 182/15 -, juris [Rn 20]; OLG Nürnberg, Urteil vom 11. No¬vember 2015 - 14 U 2439/14 -, juris [Rn 31]).
aa) Der Übernahme des Musters steht bereits die Verwendung von Fußnoten entgegen, die zugleich einen inhaltlichen Eingriff darstellt (OLG Düsseldorf, Urteil vom 13. Mai 2016 - I-17 U 182/15, 17 U 182/15 -, juris [Rn 23]; OLG Köln, Beschluss vom 13. April 2016 - 13 U 241/15 -, juris [Rn 6]; OLG Nürnberg, Urteil vom 11. November 2015 - 14 U 2439/14 -, juris [Rn 31]; OLG Hamm, Urteil vom 10. Februar 2016 - 31 U 41/15 -, juris [Rn 30]).
Auch die von den Klägern angeführte Entscheidung des OLG Düsseldorf vom 13.05.2016 - 17 U 182/15 - (Seite 3 des Schriftsatzes vom 17.08.2016; GA 368 ff.) veranlasst keine Zulassung der Revision.
Das Gericht folgt auch nicht der jüngst mehrfach in der obergerichtlichen Rechtsprechung vertretenen Auffassung, dass das Widerrufsrecht deshalb missbräuchlich ausgeübt werde, weil es nicht mit der Zielsetzung begründet worden sei, dem Verbraucher aus erst nachträglich eingetretenen Gründen, nämlich wegen des gesunkenen Zinsniveaus, die Loslösung vom Vertrag zu ermöglichen (OLG Düsseldorf, Urt. v. 21, 1.2016, 6 U 296/14 OLG Hamburg, Urt. v. 16.3.2016, 13 U 86/15 anders etwa OLG Brandenburg, Urt. v. 1.6.2016, 4 U 125/15 OLG Frankfurt, Urt. v. 27.4,2016, 23 U 50/15 OLG Düsseldorf, Urt. v. 13.5.2016, 17 U 182/15).