Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/73471,0.html
Timestamp: 2019-08-20 14:48:12
Document Index: 72316714

Matched Legal Cases: ['§ 212', '§ 52', '§ 239', '§ 52', '§ 253', '§ 211', '§ 212', '§ 253', '§ 251', '§ 253', '§ 253', '§ 251', '§ 239', '§ 239', '§ 253', '§ 239', '§ 250', '§ 241', '§ 52', '§ 123', '§ 241', '§ 52', '§ 53', '§ 239', '§ 212', '§ 239', '§ 255', '§ 123']

Foren-Übersicht -> Jura-Forum -> banküberfall...
Verfasst am: 16 Jun 2006 - 20:59:20 Titel: banküberfall...
Fall: Bankräuber B hat eine geladene Waffe und geht in die Sparkasse S hinein. Dort nimmt er die Person P, hält ihr die Pistole an den Kopf und fordert den Kassierer K auf das Geld herauszugeben. Kassierer K weigert sich. B ist so verärgert und erschießt die P.
Strafbarkeit des B und K.
Verfasst am: 16 Jun 2006 - 23:43:48 Titel: Hallo,
Lösung könnte lauten:
B hat sich wegen Totschlags (§ 212),
tateinheitlich (§ 52) mit
(falls das geht schweren (250, 255, 253) erpresserischen Menschenraubs (§ 239a),
dies ebenfalls tateinheitlich (§ 52)
mit (versuchter, falls K sich weiter weigert) schwerer räuberische Erpressung gem. §§ 253, 255, 249, 250, 22, 23 StGB
Mord? § 211 StGB nur den niedrigen Beweggrund prüfen. Falls nicht, § 212- Totschlag bejahen.
Dann schwere räuberische Erpressung gem. §§ 253, 255, 249, 250 prüfen (schwere räuberische Erpressung mit Todesfolge gem. § 251 tritt zurück.)
Weigert sich K weiterhin, ist der objektive Tatbestand des § 253 I nicht erfüllt, dann liegt eine versuchte schwere räuberische Erpressung gem. §§ 253, 255, 249, 250, 22, 23 StGB. (Dann würde ich § 251, 255 gleich ausschließen, da keine Vollendung.)
Oder Du prüfst gleich § 239a, Erpresserischer Menschenraub (!!!), (sowie § 239b, Geiselnahme, der aber ausscheiden dürfte.)
Das Verhältnis der §§ 253, 255, 249, 250, 22, 23 (Versuch) zu § 239a (Vollendet!) mußt Du klären.
Schwerer (§§ 250, 255, 253) vollendeter erpresserischer Menschenraub ??
bedrohung § 241 gegen P.
Verstoß gegen das Waffengesetz, §§ 52 WaffG ungefähr !?
§ 123 StGB ?
§ 241, 123, WaffG, würde ich versuchen auf dem Weg der gesetzeskonkurrenz loszuwerden, da der Unrechtsgehalt, (Waffe, Drohung) schon i d and Delikten enthalten sind u. so bestraft werden.
Tateinheit, § 52 StGB:
Natürliche Handlungseinheit +
Mehrere Straftatbestände erwirklicht +
sog. Verklammerung der Handlungen (erpress Menschenraub und Totschlag werden verklammert dur die versuchte schwere räub. Erpressung.)
Tatmehrheit, § 53 zwischen § 239a und § 212 müßte aber auch vertretbar sein. Dann aber Tateinheit zw § 239a und §§ 255, 250, 22, 23.)
Ein bissel durcheinander alles, aber ich hoffe, es hilft ein bischen weiter.
Zu K bin ich nicht mehr gekommen. (Totschlag durch Unterlassen und Fahrlässige Tötung prüfen.
Verfasst am: 17 Jun 2006 - 16:34:36 Titel:
hab jetzt nur 5 min drüber nachgedacht, aber das ist dabei rausgekommen.
Man beginnt immer mit dem Tatnächsten:
I. Mord aus Habgier, niedrige Beweggründe, Verdeckungsabsicht
> es wird wohl nur die Habgier durchgehen (B wollte Geld)
II. Gefährliche Körperverletzung (KV) an P
> tritt im Wege der Konsumtion hinter dem Mord zurück
III. Raub an S
> Problem: Vollendungszeitpunkt (Meinungsstreit)
IV. Hausfridensbruch durch Betreten der S in feindlicher Absicht
> Meinungsstreit ob Personen, die illegitime Ziele durch das Betreten erreichen wollen, sowieso schon gar nicht das Gebäude betreten dürfen
> ansonsten scheitert der § 123 bereits an der Tatbestandsmäßigkeit
V. Nötigung an K
B. Strafbarkeit des K
I. Totschlag
> scheitert am Vorsatz
II. Fahrlässige Tötung
> Problem: Täterschaft oder Teilnahme des K oder nur mittelbare Täterschaft
III. Fahrlässige KV
> tritt, falls die fahrlässige Tötung durchgeht, im Wege der Konsumtion hinter ihr zurück