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Timestamp: 2016-10-20 21:26:19
Document Index: 257566039

Matched Legal Cases: ['in dubio', 'Art. 81', 'Art. 319', 'in dubio', 'Art. 319', 'in dubio', 'Art. 319', 'in dubio', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 343', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68']

6B_718/2013 (27.02.2014)
6B_718/2013 � � Urteil vom 27. Februar 2014
2. A.________, vertreten durch Advokat Patrick Frey,
3. B.________, vertreten durch Advokat Erik Wassmer,
4. C.________, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Christoph Hohler,
Einstellung (Vergewaltigung, sexuelle N�tigung); Grundsatz "in dubio pro duriore",
Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern, Strafabteilung, Beschwerdekammer in Strafsachen, vom 21. Juni 2013.
X.________ erstattete am 15. Mai 2009 Strafanzeige gegen A.________, B.________ und einen unbekannten T�ter wegen mehrfacher Vergewaltigung begangen ca. im November 2005 in der damals von A.________ gemieteten Dachwohnung.
�Das Untersuchungsrichteramt IV Berner Oberland er�ffnete am 20. Mai 2009 die Untersuchung und befragte X.________ am 28. Mai 2009. Am 23. Oktober 2009 dehnte es die Voruntersuchung auf mehrfache Vergewaltigung und mehrfache sexuelle N�tigung aus und f�hrte sie anstelle der bisher unbekannten T�terschaft gegen C.________. Die Einvernahme von A.________ und B.________ erfolgte am 30. Oktober 2009. Da sich C.________ zu diesem Zeitpunkt in Israel befand, wurde er erst am 10. Juni 2010 befragt. Weitere Einvernahmen fanden mit der Schwester und dem Ex-Freund von X.________ und mit P.________, einem Kollegen der Beschuldigten, statt. Am 2. November 2010 wurde X.________ wieder befragt.
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Oberland, stellte das Verfahren gegen A.________, B.________ und C.________ wegen Vergewaltigung und sexueller N�tigung zum Nachteil von X.________ mit Verf�gung vom 12. Februar 2013 ein. Das Obergericht des Kantons Bern wies die dagegen gerichtete Beschwerde mit Beschluss vom 21. Juni 2013 ab.
X.________ f�hrt Beschwerde in Strafsachen und beantragt, der Beschluss des Obergerichts sei aufzuheben und die Staatsanwaltschaft sei anzuweisen, die Strafuntersuchung gegen A.________, B.________ und C.________ wegen mehrfacher Vergewaltigung und mehrfacher sexueller N�tigung fortzuf�hren resp. Anklage zu erheben.
Das Obergericht und die Generalstaatsanwaltschaft verzichteten auf eine Stellungnahme. B.________, C.________ und A.________ beantragen in ihren Vernehmlassungen sinngem�ss , die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden k�nne. Mit Eingabe vom 31. Januar 2014 nahm X.________ ihr Recht zur Replik war.
Die Beschwerdef�hrerin ist durch die angezeigten Straftaten in ihren Rechten unmittelbar verletzt. Sie hat sich als Privatkl�gerin konstituiert. Der angefochtene Entscheid kann sich auf die Beurteilung ihrer vorbehaltenen Zivilanspr�che auswirken (Strafanzeige vom 15. Mai 2009 S. 2). Sie ist gem�ss Art. 81 Abs. 1 lit. a und lit. b Ziff. 5 BGG zur Beschwerde berechtigt.
2.1.�Die Beschwerdef�hrerin r�gt die Verletzung von Art. 319 StPO und des Grundsatzes "in dubio pro duriore". Die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, der Einstellungsgrund nach Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO sei gegeben. Sie nehme den Entscheid in der Sache vorweg. Es sei nicht nur Anklage zu erheben, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheine als ein Freispruch, sondern auch in Zweifelsf�llen, insbesondere, wenn es sich bei den angezeigten Taten - wie vorliegend - um schwere Sexualdelikte handle (Beschwerde S. 8-10 und S. 20).
�Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, die Vorinstanz setze sich nicht gen�gend mit den von ihr aufgezeigten Ungereimtheiten und Widerspr�chen in den Aussagen der Beschwerdegegner auseinander. Es fehle eine Erkl�rung daf�r, wie sich diese in derart zentralen Punkten wie dem Beginn der sexuellen Handlungen, der Ben�tzung eines Kondoms und der Reihenfolge der sexuellen Handlungen "get�uscht" haben k�nnten. Ebenso bleibe offen, welche Version glaubhafter sei als ihre eigene Darstellung. Aufgrund der gewichtigen Unstimmigkeiten in den Aussagen der Beschwerdegegner h�tte die Vorinstanz an diesen Varianten zweifeln m�ssen. Dies umso mehr, als die Angaben des Beschwerdegegners 3 erhebliche Zweifel aufkommen liessen, ob die sexuellen Handlungen einvernehmlich stattfanden. Die Vorinstanz stelle unzutreffend fest, ihre Aussagen w�rden keinen Detailreichtum aufweisen und sie habe keine Interaktionen resp. Gespr�che wiedergegeben. Selbst wenn davon ausgegangen werde, dass ihre Angaben nicht sehr detailreich seien, k�nne daraus nicht abgeleitet werden, sie habe falsch ausgesagt. Es m�ge zwar zutreffen, dass sich erlebnisgest�tzte Aussagen im Allgemeinen durch eine Vielfalt von Detailangaben auszeichneten. Gerade bei Sexualdelikten best�nden aber Besonderheiten. Es gebe mannigfache psychologische Erkl�rungen, weshalb ein Opfer das Intimerlebnis nicht in voller Detailliertheit schildern k�nne. Es bed�rfe der Beurteilung der pers�nlichen Situation und Kompetenzen der aussagenden Person sowie gegebenenfalls der Durchf�hrung einer Sexualanamnese. Es sei Sache des Gerichts, eine detaillierte Aussageanalyse vorzunehmen. Dabei m�sse auch der Motivhintergrund �berpr�ft werden. Bei einer Anzeigeerstattung rund zwei Jahre nach der Tat stelle sich nicht unberechtigt die Frage nach dem Motiv einer m�glichen falschen Anschuldigung. Schliesslich �berspanne die Vorinstanz die Anforderungen an die Umschreibung von N�tigungsmittel und geleistetem Widerstand. Die von ihr geforderte Detailliertheit finde im Gesetz keine St�tze (Beschwerde S. 11 ff.)
2.2.�Die Vorinstanz h�lt fest, es sei unbestritten, dass es zwischen der Beschwerdef�hrerin und den drei Beschwerdegegnern in der Wohnung des Beschwerdegegners 2 zu sexuellen Handlungen gekommen sei. Bestritten sei, ob dies einvernehmlich erfolgte (Beschluss S. 9 E. 5). Die Schwester der Beschwerdef�hrerin habe best�tigt, dass sich diese ihr anvertraut habe. Ihren Aussagen lasse sich aber nicht entnehmen, dass ihr die Beschwerdef�hrerin geschildert habe, wie sie ihren Widerstand kundgetan habe und auf welche Art und Weise sich die Beschwerdegegner �ber den Widerstand hinweg gesetzt h�tten. Da zwischen den Schwestern ein enger Kontakt und ein Vertrauensverh�ltnis bestehe, mute dies eigenartig an. Aussagepsychologisch w�re zu erwarten gewesen, dass die Beschwerdef�hrerin ihrer Schwester die strafrechtlich relevanten Sachverhaltselemente detailliert erz�hlt h�tte, sofern es sich um ein Geschehen gehandelt h�tte, das gewaltsam gegen ihren erkl�rten Willen stattgefunden h�tte. Das sei nicht der Fall (Beschluss S. 10 E. 5.3).
�Die Vorinstanz stellt weiter fest, die Angaben der Beschwerdegegner enthielten Unstimmigkeiten, innerhalb der einzelnen Aussagen und untereinander. Der Beschwerdegegner 2 habe ausgef�hrt, die Beschwerdef�hrerin habe bei ihm �bernachtet. In derselben Einvernahme habe er sp�ter angegeben, sie habe geduscht und sei dann nach Hause gegangen. Die Beschwerdegegner w�rden einander widersprechen soweit es um die Ben�tzung eines Kondoms, der Reihenfolge der sexuellen Handlungen oder das Verlangen einer Pause gehe. Dabei handle es sich jedoch um Randereignisse, die nichts dar�ber aussagten, ob der Geschlechtsverkehr freiwillig erfolgt sei. In Anbetracht des grossen Zeitablaufs sei es nachvollziehbar, dass sie sich nicht mehr an jedes Detail erinnern k�nnten. Auch in Bezug auf den Beginn der sexuellen Handlungen seien die Aussagen der Beschwerdegegner widerspr�chlich. W�hrend der Beschwerdegegner 2 ausgef�hrt habe, seine beiden Kollegen seien zu ihm [recte: und der Beschwerdef�hrerin] ins Schlafzimmer gekommen, habe der Beschwerdegegner 3 ausgesagt, Ersterer habe sie gerufen. Der Beschwerdegegner 4 habe angegeben, der Beschwerdegegner 3 sei ins Schlafzimmer gegangen, er sei sp�ter nachgekommen. Die Vorinstanz erw�gt, der Beginn sei f�r die Frage der Freiwilligkeit zentral. Indessen ergebe sich aus keiner Version Anhaltspunkte daf�r, dass sich die Beschwerdef�hrerin gegen die sexuellen Kontakte ausgesprochen habe und sich die Beschwerdegegner dar�ber hinweg gesetzt h�tten. Dass die Beschwerdef�hrerin habe �berredet werden m�ssen, wie es der Beschwerdegegner 3 ausgef�hrt habe, begr�nde noch keinen hinreichenden Verdacht auf das Vorliegen eines N�tigungsmittels. Die Beschwerdegegner h�tten �bereinstimmend ausgesagt, dass die sexuellen Handlungen einvernehmlich mit allen im Schlafzimmer begonnen h�tten, wobei entgegen der Aussage der Beschwerdef�hrerin auch Oralverkehr stattgefunden habe. Die Beschwerdegegner h�tten mehr und intensivere sexuelle Handlungen beschrieben als die Beschwerdef�hrerin. Sie h�tten weder sich selbst noch je den anderen belastet. Insgesamt k�nnten ihre Aussagen nicht als unglaubhaft eingestuft werden, zumal die Beschwerdegegner 2 und 3 keine Gelegenheit gehabt h�tten, sich nach Eingang der Anzeige abzusprechen. Im Zeitpunkt ihrer Einvernahmen h�tten sie den Inhalt der Anzeige nicht gekannt und nicht gewusst, was die Beschwerdef�hrerin ausgesagt habe (Beschluss S. 10 f. E. 5.5).
�Die Vorinstanz h�lt ferner fest, die Aussagen der Beschwerdef�hrerin fielen oft nur knapp aus. Diese habe die Geschehnisse kaum je l�nger und in einem freien Bericht geschildert. Sie habe in ihren Aussagen oft allgemeine und abstrakte Begriffe sowie wiederholt gleiche Formulierungen verwendet. Weiter falle auf, dass die Schilderungen �ber Beginn und Ende des Vorfalls, d.h. vor und nach den sexuellen Handlungen, gewisse Details enthielten. Die Angaben zum Kerngeschehen - die sexuellen Handlungen, den Widerstand der Beschwerdef�hrerin sowie die N�tigungshandlungen - wiesen aber keinen Detailreichtum auf. Die geschilderten Tathandlungen wirkten stereotyp und seien (bis auf den bei der dritten und vierten Tathandlung fehlenden Analverkehr sowie die fehlenden Schl�ge bei der dritten Handlung) praktisch identisch. Es fehlten ungew�hnliche, einzigartige Details, die Schilderung von Interaktionen und die Wiedergabe von Gespr�chen. Nicht vorhanden seien zudem scheinbar unwichtige Nebens�chlichkeiten sowie die Schilderung eigener Gedanken und Gef�hle. Zwar seien auch die Aussagen der Beschwerdegegner zum Anfang der sexuellen Handlungen rudiment�r. Allerdings sei von einem Opfer eines traumatischen Ereignisses eine andere Schilderung zu erwarten, als von den Beschwerdegegnern, f�r die es bloss ein etwas ausgefallenes Sexerlebnis gewesen sei. Die etwas ausf�hrlicheren Aussagen des Beschwerdegegners 3 deuteten darauf hin, dass die Beschwerdef�hrerin sich nicht auf Anhieb eingelassen habe. F�r das Vorliegen einer erkennbaren und eindeutigen Weigerung reiche das indes nicht aus. Die Anforderungen an die sachverhaltliche Umschreibung von N�tigungsmittel und Widerstand als zentrale Tatbestandsmerkmale bei sexuellen Aggressionsdelikten seien hoch. Es k�nne daher nicht davon ausgegangen werden, dass die diesbez�glich rudiment�ren Aussagen der Beschwerdef�hrerin f�r eine Verurteilung ausreichten. Sie bildeten keine ausreichende Basis f�r einen Schuldspruch, zumal auch die Erstaussagen der Beschwerdef�hrerin gegen�ber einer Drittperson nicht zu einer st�rkeren Belastungssituation f�hrten und die Aussagen der Beschwerdegegner nicht von vornherein unglaubhaft seien. Daher reiche die Beweislage nicht aus, um von einem erkennbaren und eindeutigen Widerstand durch die Beschwerdef�hrerin bzw. dem Vorliegen eines N�tigungsmittels auszugehen. Eine Verurteilung erscheine nicht wahrscheinlicher als ein Freispruch. Der Grundsatz "in dubio pro duriore" sei nicht verletzt (Beschluss S. 11 f. E. 6).
2.3.1.�Die Staatsanwaltschaft verf�gt die Einstellung des Verfahrens unter anderem, wenn kein Tatverdacht erh�rtet ist, der eine Anklage rechtfertigt (Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO).
�Der Entscheid �ber die Einstellung eines Verfahrens hat sich nach dem Grundsatz "in dubio pro duriore" zu richten. Dieser ergibt sich aus dem Legalit�tsprinzip. Er bedeutet, dass eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft grunds�tzlich nur bei klarer Straflosigkeit bzw. offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen angeordnet werden darf. Hingegen ist (sofern die Erledigung mit einem Strafbefehl nicht in Frage kommt) Anklage zu erheben, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Falls sich die Wahrscheinlichkeiten eines Freispruchs oder einer Verurteilung in etwa die Waage halten, dr�ngt sich in der Regel, insbesondere bei schweren Delikten, eine Anklageerhebung auf (BGE 138 IV 186 E. 4.1, 86 E. 4.1.1 f.; je mit Hinweisen). Bei zweifelhafter Beweis- bzw. Rechtslage hat nicht die Staatsanwaltschaft �ber die Stichhaltigkeit des strafrechtlichen Vorwurfs zu entscheiden, sondern das zur materiellen Beurteilung zust�ndige Gericht. Der Grundsatz, dass im Zweifelsfall nicht eingestellt werden darf, ist auch bei der �berpr�fung von Einstellungsverf�gungen zu beachten (BGE 138 IV 86 E. 4.1.1 S. 91 mit Hinweis). Bei der Beurteilung dieser Frage verf�gen die Staatsanwaltschaft und die Vorinstanz �ber einen gewissen Spielraum, den das Bundesgericht mit Zur�ckhaltung �berpr�ft (BGE 138 IV 186 E. 4.1 mit Hinweisen).
2.3.2.�Eine sexuelle N�tigung und/oder eine Vergewaltigung begeht namentlich, wer bedroht, Gewalt anwendet, unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand unf�hig macht. Diese Tatbest�nde dienen dem Schutz der sexuellen Selbstbestimmung und erfassen alle erheblichen N�tigungsmittel. Es gen�gt der ausdr�ckliche Wille, den Geschlechtsverkehr bzw. die sexuellen Handlungen nicht zu wollen (vgl. BGE 122 IV 97 E. 2b; 119 IV 309 E. 7b; je mit Hinweis). Der entgegenstehende Wille muss unzweideutig manifestiert werden. Die von der Rechtsprechung geforderte Gegenwehr des Opfers ist nichts anderes als eine tatkr�ftige und manifeste Willensbezeugung, mit welcher dem T�ter unmissverst�ndlich klargemacht wird, mit Geschlechtsverkehr oder sexuellen Handlungen nicht einverstanden zu sein. Unter dem N�tigungsmittel der Gewalt ist nicht mehr verlangt als das Mass an k�rperlicher Kraftentfaltung, das notwendig ist, um sich �ber die entgegenstehende Willensbet�tigung des Opfers hinwegzusetzen (Urteil 6B_385/2012 vom 21. Dezember 2012 E. 3.3 mit Hinweisen). So bejahte das Bundesgericht das N�tigungsmittel der Gewalt in zwei F�llen, in denen sich der physisch �berlegene T�ter lediglich auf das Opfer gelegt hatte (Urteil 6S.558/1996 vom 2. Dezember 1996 E. 3) oder sich der T�ter mit dem Gewicht seines K�rpers auf das Opfer legte und es aufs Bett dr�ckte (Urteil 6P.74/2004 vom 14. Dezember 2004 E. 9.2). Erwachsenen wird eine st�rkere Gegenwehr zugemutet als Kindern und Jugendlichen (BGE 131 IV 167 E. 3.1 S. 171 mit Hinweisen). Vergewaltigung ist anzunehmen, wenn die Frau unter dem Druck des ausge�bten Zwangs zum Voraus auf Widerstand verzichtet oder ihn nach anf�nglicher Abwehr aufgibt (BGE 126 IV 124 E. 3c S. 130 mit Hinweis).
�Die sexuellen N�tigungstatbest�nde gelten als Gewaltdelikte und sind prinzipiell als Akt physischer Aggression zu verstehen. Die Tatbestandsvariante des Unter-psychischen-Druck-Setzens stellt aber klar, dass sich die Auswegslosigkeit der Situation auch ergeben kann, ohne dass der T�ter eigentliche Gewalt anwendet, dass dem Opfer vielmehr eine Gegenwehr unter solchen Umst�nden nicht zuzumuten ist. Auch eine kognitive Unterlegenheit oder eine emotionale wie soziale Abh�ngigkeit k�nnen einen ausserordentlichen psychischen Druck erzeugen. Ob die tats�chlichen Verh�ltnisse die tatbest�ndlichen Anforderungen eines N�tigungsmittels erf�llen, l�sst sich erst auf Grund einer umfassenden W�rdigung der relevanten konkreten Umst�nde entscheiden (BGE 126 IV 124 E. 3b mit Hinweis).
2.4.�Soweit die Beschwerdef�hrerin geltend macht, ihr Anspruch auf rechtliches Geh�r sei verletzt, ist die R�ge unbegr�ndet. Die Vorinstanz geht hinreichend auf ihre wesentlichen Ausf�hrungen ein. Es ist nicht erforderlich, dass sie sich mit all ihren Vorbringen einl�sslich auseinandersetzt und jedes ausdr�cklich widerlegt (vgl. BGE 138 IV 81 E. 2.2; 137 II 266 E. 3.2; je mit Hinweisen).
2.5.�Der von der Vorinstanz vorgenommenen W�rdigung der Aussagen und ihren Schlussfolgerungen kann gr�sstenteils nicht gefolgt werden. Soweit sie die Aussagen der Beschwerdef�hrerin analysiert, scheint sie u.a. aufgrund der fehlenden Details in den Schilderungen zum Kerngeschehen von einer tiefen Aussagequalit�t auszugehen. In ihre W�rdigung bezieht sie weder das Aussageverhalten noch die pers�nliche Kompetenz der aussagenden Person mit ein (zur Aussageanalyse BGE 129 I 49 E. 5; 128 I 81 E. 2; je mit Hinweisen; vgl. auch BAUMER/LUDEWIG/TAVOR, Wie k�nnen aussagepsychologische Erkenntnisse Richtern, Staatsanw�lten und Anw�lten helfen?, in AJP 11/2011, S. 1415 ff.). Aktenwidrig ist sodann die vorinstanzliche Feststellung, in den Ausf�hrungen der Beschwerdef�hrerin fehlten Schilderungen von Interaktionen und Gespr�chen ("Ich fragte ihn, was er hier mache und um was es hier gehe [...]. B.________ gab dann zur Antwort, dass wir uns nicht st�ren lassen sollen und er nicht einschlafen k�nne. Ich fragte dann A.________ [..]", Einvernahme der Beschwerdef�hrerin vom 28. Mai 2009, Zeilen 116 ff.; vgl. auch Einvernahme vom 2. November 2010, Zeilen 85 ff.) sowie von scheinbar unwichtigen Nebens�chlichkeiten ("... und h�rte irgendwann mal die Dusche...", Einvernahme vom 28. Mai 2009, Zeile 179; "Zwischendurch h�rte ich immer wieder das Wasser in der Dusche. Auch der Fernseher lief.", a.a.O., Zeilen 212 f.; "Die Unterhosen hatte ich an. Der BH wurde mir von B.________ ge�ffnet.", a.a.O., Zeile 240) oder eigenen Gedanken und Gef�hlen ("Ich drehte mich erschrocken um [...]", a.a.O., Zeile 115; "Ich war sehr entt�uscht [...]", a.a.O., Zeile 122; "Durch die Hand auf meinem R�cken bin ich sehr erschrocken", Einvernahme vom 2. November 2010, Zeile 85).
�Ob die belastenden Aussagen glaubhaft und �berzeugend sind, l�sst sich vorliegend im �brigen erst aufgrund des pers�nlichen Eindrucks der Beschwerdef�hrerin beurteilen. Art. 343 Abs. 3 StPO sieht vor, dass ein im Vorverfahren ordnungsgem�ss erhobenes Beweismittel nochmals abzunehmen ist, sofern seine unmittelbare Kenntnis f�r die Urteilsf�llung notwendig erscheint. Die gerichtliche Einvernahme erlaubt namentlich, erg�nzende Fragen zu stellen, die im Hinblick auf die Zuverl�ssigkeit einer Aussage von Bedeutung sind. Die Vorinstanz weist darauf hin, es w�rden einzigartige Details usw. fehlen. Indessen ist nicht bekannt, warum solche Angaben in den Einvernahmeprotokollen nicht vorhanden sind. Es sind verschiedene Gr�nde denkbar, weshalb sich eine aussagende Person in ihrer (freien) Schilderung kurz h�lt. Wenn die Vorinstanz daf�rh�lt, von einem allf�lligen Opfer eines solchen traumatischen Ereignisses sei ein detaillierter Bericht zu erwarten und die (teilweise) rudiment�ren Aussagen der Beschwerdef�hrerin w�rden f�r eine Verurteilung nicht ausreichen, so l�sst sich eine derartige Feststellung ohne erg�nzende Befragung und ohne pers�nlichen Eindruck nicht treffen. Gerade bei Sexualdelikten, die in der Regel aufgrund einer Beweiskonstellation der "Aussage gegen Aussage" zu beurteilen sind, ist die unmittelbare Wahrnehmung durch das Gericht unverzichtbar. Andernfalls beruht die Aussagew�rdigung auf einer unvollst�ndigen Grundlage, was bei sich widersprechenden Angaben um so st�rker ins Gewicht f�llt (hierzu Hans Mathys, Erstinstanzliches Hauptverfahren - Berufungsverfahren, in: Schweizerische Strafprozessordnung, Tag/Hauri [Hrsg.], 2010, S. 133 ff.).
�Indem die Vorinstanz abhandelt, die Angaben der Beschwerdegegner seien ihrer Auffassung nach nicht�
un�glaubhaft, ist noch nicht dargelegt, ob bzw. weshalb diese glaubhaft sind. Eine derartige Er�rterung h�tte sich aber aufgedr�ngt, da vorliegend strittig ist, ob die sexuellen Handlungen erkennbar gegen den Willen der Beschwerdef�hrerin erfolgten. Diesbez�gliche Erw�gungen durch die Vorinstanz w�ren auch deshalb zwingend gewesen, weil die Angaben der Beschwerdegegner etliche Unstimmigkeiten und Widerspr�che untereinander, insbesondere auch zum Beginn der sexuellen Handlungen sowie zu nicht unwichtigen Punkten, wie der Ben�tzung eines Kondoms oder das Verlangen einer Pause durch die Beschwerdef�hrerin aufweisen (Einvernahmen Beschwerdegegner 2 und 3 vom 30. Oktober 2009 sowie Einvernahme Beschwerdegegner 4 vom 10. Juni 2010). Die vorinstanzliche Feststellung, aus keiner der Versionen der Beschwerdegegner erg�ben sich Anhaltspunkte daf�r, dass sich die Beschwerdef�hrerin gegen die sexuellen Kontakte ausgesprochen habe und sich die Beschwerdegegner dar�ber hinweg gesetzt h�tten, vermag daran nichts zu �ndern. Unbehelflich ist auch der Hinweis, die Beschwerdegegner 2 und 3 h�tten nach Eingang der Anzeige keine Gelegenheit gehabt, sich abzusprechen. Entsprechende M�glichkeiten h�tten offensichtlich bestanden, zumal die Beschwerdef�hrerin die Tat erst Jahre sp�ter anzeigte. Die Beweislage erscheint u.a. auch aufgrund der Aussagen des Beschwerdegegners 3 als zweifelhaft. Dieser gab zun�chst an, der Beschwerdegegner 2 habe die Beschwerdef�hrerin "dann �berredet" (Einvernahme vom 30. Oktober 2009, Zeile 41). Sp�ter erkl�rte er, es sei nie ein "richtiges Zwingen" gewesen, es sei einfach Small Talk [gewesen] (a.a.O., Zeile 202 f.).
�Ob die tats�chlichen Verh�ltnisse die tatbest�ndlichen Anforderungen eines N�tigungsmittels erf�llen, l�sst sich erst auf Grund einer umfassenden W�rdigung der relevanten konkreten Umst�nde entscheiden (BGE 126 IV 124 E. 3b S. 129). Entgegen der vorinstanzlichen Auffassung ist dies beim derzeitigen Aktenstand - ohne dem Strafrichter vorzugreifen - nicht m�glich. Unter anderem ist unklar, wie die Aussage der Schwester der Beschwerdef�hrerin, "Ob sie da rausgekommen w�re, weiss ich nicht und wahrscheinlich sie selber auch nicht" (Einvernahme vom 2. Juni 2009, Zeile 37 f.), zu verstehen ist. Ihren Ausf�hrungen lassen sich zwar keine Schilderungen entnehmen, wie die Beschwerdef�hrerin im Detail ihren Widerstand kundtat. Dies mutet aber auch nicht eigenartig an, wenn zwischen den Geschwistern ein enges und vertrautes Verh�ltnis besteht. Die Vorinstanz unterl�sst es zu w�rdigen, dass die Schwester der Beschwerdef�hrerin angab, als diese erz�hlt habe, sei es sehr emotional geworden. W�hrend des Erz�hlens habe sie [die Beschwerdef�hrerin] geweint. Es sei aus ihr herausgebrochen. Sie habe dann nicht mehr alles im Detail berichtet. So wie sie es ihr dargelegt habe, habe sie am Schluss mit Dreien Geschlechtsverkehr gehabt und sei quasi auf einem Sofa festgedr�ckt worden. Wer, wie, was und die Reihenfolge habe sie ihr nicht gesagt. Das Ganze m�sse sehr gewaltvoll abgelaufen sein, so wie sie es ihr erz�hlt habe (a.a.O., Zeilen 38 ff.). Angesichts dieser Angaben ist die vorinstanzliche Auffassung, wonach aussagepsychologisch zu erwarten gewesen w�re, dass die Beschwerdef�hrerin ihre Schwester bei einem gewaltsamen Geschehen gegen ihren Willen detailliert auf die strafrechtlich relevanten Sachverhaltselemente hingewiesen h�tte (Beschluss S. 10 E. 5.3), nicht nachvollziehbar. Auffallend ist, dass die Schwester der Beschwerdef�hrerin der Meinung ist, diese sei vom Beschwerdegegner 2 recht stark emotional abh�ngig gewesen. Sie suche stark nach Liebe und habe das in ihm gesehen (a.a.O., Zeile 27 f.).
�Trotz des Ermessens der Staatsanwaltschaft und der Vorinstanz erweist sich die Beschwerde als begr�ndet. Bei zweifelhafter Beweislage ist grunds�tzlich eine gerichtliche Beurteilung angebracht. Die Einstellung kann sich indes rechtfertigen, soweit unter W�rdigung der gesamten Umst�nde eine Verurteilung als von vornherein unwahrscheinlich erscheint. Davon scheint zu Recht selbst die Vorinstanz nicht auszugehen. Indem sie zum Schluss gelangt, eine Verurteilung erscheine nicht wahrscheinlicher als ein Freispruch, ist noch nicht dargelegt, dass sie einen Freispruch als wahrscheinlicher erachtet. In Anbetracht der angezeigten schweren Sexualdelikte dr�ngt sich �berdies eine Anklageerhebung auch auf, wenn sich die Wahrscheinlichkeiten eines Freispruchs oder einer Verurteilung die Waage halten.
Die Beschwerde ist gutzuheissen. Die Sache ist an die Vorinstanz zur Neuregelung der Kosten- und Entsch�digungsfolgen und an die Staatsanwaltschaft zur Fortf�hrung der Untersuchung zur�ckzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang sind den Beschwerdegegnern die Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Da sie mit ihren Antr�gen unterliegen, haben sie der Beschwerdef�hrerin eine angemessene Entsch�digung auszurichten (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen, der Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern vom 21. Juni 2013 aufgehoben und die Sache ans Obergericht zur Neuregelung der Kosten- und Entsch�digungsfolgen sowie an die Regionale Staatsanwaltschaft Oberland zur Fortf�hrung der Untersuchung zur�ckgewiesen.
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden den Beschwerdegegnern je zu einem Drittel auferlegt, unter solidarischer Haftung f�r den ganzen Betrag.
Die Beschwerdegegner haben der Beschwerdef�hrerin eine Entsch�digung von je Fr. 1'000.-- auszurichten, unter solidarischer Haftung f�r den ganzen Betrag.