Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201992,%20763
Timestamp: 2020-02-28 16:09:17
Document Index: 216961464

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 21', '§ 21', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 21', '§ 21']

BFH, 08.04.1992 - I R 160/90 - dejure.org
https://dejure.org/1992,1743
BFH, 08.04.1992 - I R 160/90 (https://dejure.org/1992,1743)
BFH, Entscheidung vom 08.04.1992 - I R 160/90 (https://dejure.org/1992,1743)
BFH, Entscheidung vom 08. April 1992 - I R 160/90 (https://dejure.org/1992,1743)
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Kapitalerhöhung - Stille Reserven - Sacheinlage - Gewinnrealisation - Steuerverhaftung
Umwandlungsteuergesetz; keine Gewinnrealisierung bei Anteilsübergang auf nahestehende Person
BFHE 167, 429
BB 1992, 1411
DB 1992, 1707
BStBl II 1992, 753
BStBl II 1992, 763
Ansonsten hätte die Klägerin die in den GmbH-Anteilen enthaltenen stillen Reserven aufdecken müssen, weil die Anteile bei der Klägerin nach der Einbringung nicht mehr zu einem Mitunternehmeranteil oder einem Betrieb gehört hätten und daher in das steuerliche Privatvermögen überführt worden wären (vgl. zur Auslegung des Verhaltens des Steuerpflichtigen in einem insoweit vergleichbaren Fall BFH-Urteil vom 8. April 1992 I R 160/90, BFHE 167, 429, BStBl II 1992, 763, unter II.2.a).
Die derivative Steuerverstrickung tritt hier jedoch dadurch ein, dass später eine Kapitalerhöhung gegen eine Sach einlage vorgenommen wird, die unterhalb des Teilwerts eingebracht wird, so dass die stillen Reserven des eingebrachten Sachwerts teilweise auf die alten Anteile übergehen (BFH-Urteile vom 8. April 1992 I R 160/90, BFHE 167, 429, BStBl II 1992, 763, unter II.2., und vom 28. November 2007 I R 34/07, BFHE 220, 58, BStBl II 2008, 533, unter II.1.).
Veräußerung im Sinne der genannten Norm ist die entgeltliche Übertragung von Gesellschaftsanteilen auf einen anderen Rechtsträger (BFH-Urteil vom 8. April 1992 I R 160/90, BFHE 167, 429, BStBl II 1992, 763, unter II.1.).
Dann gelten auch die alten Anteile insoweit als steuerverhaftet (vgl. Senatsurteile vom 8. April 1992 I R 160/90, BFHE 167, 429, BStBl II 1992, 763, und in BFHE 220, 58, BStBl II 2008, 533).
Der Bundesfinanzhof hat mit Urteil vom 08.04.1992 I R 160/90 (BStBl. II 1992, 762) entschieden, dass - entgegen der bisherigen Rechtslage - keine Gewinnrealisation eintritt, wenn bei einer Kapitalerhöhung stille Reserven von einer Sacheinlage (§ 20 Abs. 1 UmwStG) unentgeltlich auf Altanteile und junge Anteile einer nahestehenden Person übergehen.
Allerdings hat der Bundesfinanzhof in diesem Urteil ausgeführt, dass die Altanteile insoweit ebenfalls von der Steuerverhaftung des § 21 UmwStG erfasst sind (BFH-Urteil vom 08.04.1992 I R 160/90, BStBl. II 1992, 762;… Dehmer, UmwG, UmwStG, 2. Aufl. 1996, § 21 UmwStG Rn. 10, 80;… Widmann/Mayer, Umwandlungsrecht, § 20 UmwStG Rn. 524 ff.) Mit Schreiben vom 22.01.1993 hat der BMF die Rechtsgrundsätze dieser - neuen - BFH-Rechtsprechung für allgemein anwendbar erklärt (vgl. Sarrazin, DStR 1993, 1393).
In diesem Sinne habe der Bundesfinanzhof (BFH) auch für den Fall einer GmbH entschieden (Urteil vom 8. April 1992 I R 160/90, BFHE 167, 429, BStBl II 1992, 763).
Um Wiederholungen zu vermeiden, verweist der Senat insoweit wegen der Begründung im einzelnen auf seine Urteile (Urteile in BFHE 167, 429, BStBl II 1992, 763; vom 8. April 1992 I R 128/88, BFHE 167, 424, BStBl II 1992, 761; I R 162/90, BFHE 167, 432, BStBl II 1992, 764).
Wie der Senat entschieden hat, tritt bei einer GmbH keine Gewinnrealisierung ein, wenn bei einer Kapitalerhöhung stille Reserven von einer Sacheinlage (§ 20 UmwStG 1977) unentgeltlich auch auf Altanteile und auf junge Anteile einer nahestehenden Person (Urteil in BFHE 167, 429, BStBl II 1992, 763), auf junge, nicht durch Sacheinlage erworbene Anteile eines Dritten (Urteil in BFHE 167, 424, BStBl II 1992, 761) oder auf junge, durch Bareinlage erworbene Anteile desselben Gesellschafters (Urteil in BFHE 167, 432, BStBl II 1992, 764) übergehen.
Dann gelten auch die alten Anteile insoweit als steuerverhaftet (Senatsurteil vom 8. April 1992 I R 160/90, BFHE 167, 429, BStBl II 1992, 763).
Gehen bei einer Kapitalerhöhung stille Reserven einer Sacheinlage (§ 20 Abs. 1 UmwStG 1995) unentgeltlich von Altanteilen auf junge Anteile oder umgekehrt von jungen Anteilen auf Altanteile über, so tritt zwar keine Gewinnrealisation ein; die Anteile, auf welche stille Reserven übergegangen sind, werden aber insoweit ebenfalls von der Steuerverhaftung des § 21 UmwStG 1995 erfasst (BFH-Urteile vom 08.04.1992 I R 160/90, BFHE 167, 429, BStBl II 1992, 763; BMF-Schreiben vom 25.03.1998, BStBl I 1998, 268, Tz. 21.14;… Patt in Dötsch/Pung/Möhlenbrock, § 21 UmwStG vor SEStEG, Rz. 41).
Denn zur Erleichterung der Umstrukturierung von Unternehmen wollte der Gesetzgeber mit den vorgenannten Normen ein Wahlrecht hinsichtlich des Zeitpunkts der Aufdeckung stiller Reserven zulassen, die Besteuerung der stillen Reserven aber durch ihre Übertragung auf die Anteile an der aufnehmenden Kapitalgesellschaft sichern, die der Einbringende bei der Sacheinlage erhält (BFH-Urteil vom 08.04.1992 I R 160/90, BFHE 167, 429, BStBl II 1992, 763).