Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/3/3254.htm
Timestamp: 2018-12-13 23:01:06
Document Index: 78721706

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 64', '§ 4']

3.254 Schlossberg-Hauberg
Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg über das Naturschutzgebiet »Schloss­berg‑Hauberg« vom 20. Januar 2000 (GBl. v. 28.02.2000, S. 119).
Auf Grund der §§ 21, 58 und 64 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 29. März 1995 (GBl. S. 386) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Triberg im Schwarzwald, Schwarzwald-Baar-Kreis, und Hornberg, Ortenaukreis, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Schlossberg‑Hauberg«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat in zwei Teilflächen eine Größe von rund 107 ha.
(2) Das Naturschutzgebiet liegt im Gutachtal zwischen Triberg‑Gremmelsbach und Homberg‑Niederwasser östlich der B 33 und umfasst im Wesentlichen den oberen Hang des Schlossbergs und den Hauberg nördlich der K 5726.
Die Hauptfläche zwischen K 5726 und dem Schlossfelsen umfasst im Wesentlichen Teile der Gewanne Untertal, Hohlenstein, Hauberg, Sommerberg, Beckenloch, Burghaldenloch, Wasserloch, Bächles Berg, Schlossberg und Am Bach. Eine weitere kleine Teilfläche liegt südlich des Gremmelsbachs im Gewann Seelenwald.
(3) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 mit durchgezogener roter Linie sowie in einer Detailkarte im Maßstab 1:5000 mit durchgezogener roter, grau angeschummerter Linie eingetragen. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Freiburg und bei den Landratsämtern Schwarzwald-Baar-Kreis und Ortenaukreis auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Wesentlicher Schutzzweck des Naturschutzgebietes ist die Erhaltung des Gebietes
- als reich strukturiertes Landschaftsmosaik mit Felsen, Blockhalden und naturnahen Wäldern,
- als Lebensraum für eine Vielzahl gefährdeter, zum Teil vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten, insbesondere felsbrütende und Wald bewohnende Vogelarten, sowie eine überregional bedeutende Flechtenflora sowie
- als Zeugnis historischer Waldbewirtschaftungsformen (Niederwälder und Eichenschälwälder).
3. Tiere einzubringen, wild lebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder die Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;
(3) Verboten ist es, bauliche Maßnahmen durchzuführen oder vergleichbare Eingriffe vorzunehmen, wie
1. das Gebiet außerhalb von Wegen und markierten Pfaden zu betreten;
2. in Felsbereichen zu klettern, ausgenommen tagsüber am Teufelsfelsen mit der Maßgabe, dass nur die für alpines Klettern erforderlichen Einstiegshilfen, Sieherungs- und Abseilhaken zulässig sind;
3. das Gebiet außerhalb befestigter Wege von mindestens 3 m Breite mit Fahrrädern zu befahren;
4. außerhalb der besonders ausgewiesenen Wege und Flächen zu reiten;
5. das Gebiet mit motorisierten Fahrzeugen aller Art zu befahren, ausgenommen Krankenfahrstühle;
6. zu zelten, zu lagern, Wohnwagen oder Verkaufsstände aufzustellen oder Kraftfahrzeuge abzustellen;
7. Luftfahrzeuge aller Art zu betreiben, insbesondere das Starten und Landen von Luftsportgeräten (z. B. Hängegleiter, Gleitsegler, Ultraleichtflugzeuge, Sprungfallschirme) und Freiballonen sowie das Aufsteigenlassen von Flugmodellen.
(1) Für die landwirtschaftliche Bodennutzung gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie ordnungsgemäß und in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang erfolgt sowie keine Düngemittel oder Pestizide ausgebracht werden.
(2) Für die forstwirtschaftliche Bodennutzung gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie ordnungsgemäß und in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang erfolgt; Voraussetzung ist weiter, dass
1. langfristige Naturverjüngungsmaßnahmen nach Möglichkeit ausgeschöpft werden;
2. die Waldflächen nur mit standortgerechten Mischbeständen heimischer Baumarten verjüngt werden; eine höchstens truppweise Beimischung nicht heimischer Baumarten (Douglasie) ist zulässig;
3. in den ehemaligen Eichenschälwäldern ein hoher Eichenanteil erhalten wird;
4. im Bereich der Felsen und Blockhalden keine Nadelbäume angepflanzt werden;
5. Kahlhiebe eine Fläche von 0,5 ha nicht überschreiten;
6. Forstwirtschaftswege nur im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde neu angelegt oder wesentlich geändert werden; zulässig sind Maschinenwege bis zu 3 m Breite, sofern Felsen und Blockhalden nicht wesentlich beeinträchtigt werden.
(3) Für die Ausübung der Jagd gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie ordnungsgemäß und in der bisherigen Art sowie im bisherigen Umfang erfolgt. Voraussetzung ist weiter, dass keine neuen Fütterungen oder Wildäcker angelegt werden.
Schutz- und Pflegemaßnahmen werden durch die höhere Naturschutzbehörde in einem Pflege- und Entwicklungsplan oder durch Einzelanordnung festgelegt.
Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer im Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig nach § 4 dieser Verordnung verbotene Handlungen vornimmt.
FREIBURG I. BR., den 20. Januar 2000