Source: https://www.bag-urteil.com/11-07-2019-6-azr-548-18/
Timestamp: 2020-02-22 05:03:24
Document Index: 119760357

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 186', '§ 187', '§ 188', '§ 187', '§ 9', '§ 9', '§ 5', '§ 5', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 5', '§ 5', '§ 9', '§ 5', '§ 9']

﻿ ﻿ BAG – 6 AZR 548/18 | bag-urteil.com
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 11.07.2019, 6 AZR 548/18
Auf die Revision des Klägers wird das Urteil des Landesarbeitsgerichts Hamburg vom 29. August 2018 – 6 Sa 12/18 – aufgehoben.
Auf die Berufung des Klägers wird das Urteil des Arbeitsgerichts Hamburg vom 18. Januar 2018 – 29 Ca 312/17 – abgeändert.
Es wird festgestellt, dass sich die wöchentliche Regelarbeitszeit des Klägers seit dem 17. November 2016 gemäß § 9 Abs. 5 des Manteltarifvertrags T-Systems International vom 4. November 2014 reduziert.
6 AZR 548/18 > Rn 1
6 AZR 548/18 > Rn 2
6 AZR 548/18 > Rn 3
6 AZR 548/18 > Rn 4
6 AZR 548/18 > Rn 5
6 AZR 548/18 > Rn 6
6 AZR 548/18 > Rn 7
– vom 50. bis zur Vollendung des 52. Lebensjahres auf 38 Stunden,
– vom 53. bis zur Vollendung des 54. Lebensjahres auf 36 Stunden,
– ab dem 55. Lebensjahr auf 35 Stunden.
6 AZR 548/18 > Rn 8
6 AZR 548/18 > Rn 9
Bei den Arbeitnehmern, deren Wochenarbeitszeit am Tag vor dem Überleitungsstichtag auf der Grundlage des TV WAZ-Absenkung der T-Systems Business Services befristet abgesenkt war, wird bei der Anwendung der vorstehenden Regelungen die Wochenarbeitszeit zugrunde gelegt, die vor der befristeten Wochenarbeitsverkürzung für sie maßgebend war. …“
6 AZR 548/18 > Rn 10
6 AZR 548/18 > Rn 11
6 AZR 548/18 > Rn 12
6 AZR 548/18 > Rn 13
6 AZR 548/18 > Rn 14
6 AZR 548/18 > Rn 15
6 AZR 548/18 > Rn 16
6 AZR 548/18 > Rn 17
6 AZR 548/18 > Rn 18
6 AZR 548/18 > Rn 19
6 AZR 548/18 > Rn 20
6 AZR 548/18 > Rn 21
6 AZR 548/18 > Rn 22
6 AZR 548/18 > Rn 23
a) Ein solches Feststellungsinteresse ist nur dann gegeben, wenn durch die Entscheidung über den Feststellungsantrag der Streit insgesamt beseitigt wird und das Rechtsverhältnis der Parteien abschließend geklärt werden kann. Es fehlt, wenn durch die Entscheidung kein Rechtsfrieden geschaffen wird. Die Rechtskraft der Entscheidung muss weitere gerichtliche Auseinandersetzungen über die zwischen den Parteien strittigen Fragen um denselben Fragenkomplex ausschließen (BAG 7. Februar 2019 – 6 AZR 84/18 – Rn. 15).
6 AZR 548/18 > Rn 24
b) Eine auf § 9 Abs. 5 MTV TSI bezogene Antragstellung führt zu einer vollständigen und abschließenden Klärung des Umfangs der wöchentlichen Regelarbeitszeit des Klägers (vgl. zu einer bezahlten Freistellung BAG 22. März 2018 – 6 AZR 834/16 – Rn. 15). Sie schafft Rechtsfrieden auch bzgl. des künftigen Umfangs der Arbeitspflicht bei steigendem Lebensalter des Klägers.
6 AZR 548/18 > Rn 25
6 AZR 548/18 > Rn 26
6 AZR 548/18 > Rn 27
6 AZR 548/18 > Rn 28
a) Nach § 9 Abs. 3 MTV TSI beträgt die tarifliche Wochenarbeitszeit für alle Arbeitnehmer bis zur Vollendung des 49. Lebensjahres 40 Stunden. Ab dem 50. Lebensjahr reduziert sich die wöchentliche Regelarbeitszeit nach der in § 9 Abs. 5 MTV TSI vorgesehenen Staffel. Da der Kläger am 17. November 1967 geboren wurde, begann am 17. November 2016 sein 50. Lebensjahr. Die Vollendung des 49. Lebensjahres erfolgte gemäß § 186 iVm. § 187 Abs. 2 Satz 2, § 188 Abs. 2 BGB mit Ablauf des 16. November 2016 (vgl. BAG 19. August 1965 – 2 AZR 448/64 -; BeckOGK/Fervers Stand 15. Juni 2019 BGB § 187 Rn. 44). Folglich ist die wöchentliche Regelarbeitszeit des Klägers gemäß § 9 Abs. 5 MTV TSI seit dem 17. November 2016 auf 38 Stunden reduziert.
6 AZR 548/18 > Rn 29
6 AZR 548/18 > Rn 30
3. Die Anwendbarkeit des § 9 Abs. 5 MTV TSI ist für den Kläger nicht gemäß § 5 Abs. 3 TV SR BS 2007 ausgeschlossen. Dies ergibt die Auslegung des § 5 TV SR BS 2007 (zur Tarifauslegung vgl. BAG 7. Februar 2019 – 6 AZR 44/18 – Rn. 27).
6 AZR 548/18 > Rn 31
6 AZR 548/18 > Rn 32
6 AZR 548/18 > Rn 33
6 AZR 548/18 > Rn 34
6 AZR 548/18 > Rn 35
6 AZR 548/18 > Rn 36
6 AZR 548/18 > Rn 37
6 AZR 548/18 > Rn 38
6 AZR 548/18 > Rn 39
6 AZR 548/18 > Rn 40
6 AZR 548/18 > Rn 41
6 AZR 548/18 > Rn 42
(1) Dabei ist dem Landesarbeitsgericht und der Beklagten im Ausgangspunkt darin zuzustimmen, dass die Tarifvertragsparteien – wie auch bei den vorangegangenen Umstrukturierungen (vgl. zB §§ 4, 52 TV SR TS BS) – eine Kontinuität der Arbeitsbedingungen und eine Sicherung des Besitzstands der Beschäftigten erreichen wollten. Dies belegt § 5 Abs. 1 und Abs. 2 TV SR BS 2007 ebenso wie § 6 TV SR BS 2007.
6 AZR 548/18 > Rn 43
(2) Die von der Beklagten mit Blick auf die Tarifentwicklung angenommene Differenzierung allein nach „Herkunft“ der Beschäftigten lässt sich dem TV SR BS 2007 jedoch nicht mit der vom Gebot der Normenklarheit (dazu zuletzt BAG 14. März 2019 – 6 AZR 339/18 – Rn. 34; 16. Mai 2013 – 6 AZR 836/11 – Rn. 26) verlangten Deutlichkeit entnehmen. Insbesondere ist nicht erkennbar, dass es entgegen dem eindeutigen Wortlaut des § 5 TV SR BS 2007 nicht auf das Arbeitszeitvolumen ankommen soll. Sowohl § 5 TV SR BS 2007 als auch § 9 Abs. 2 bis Abs. 7 MTV T-Systems Enterprise Services bzw. MTV TSI stellen auf die Wochenarbeitszeiten ab. Wäre allein die „Herkunft“ der Beschäftigten maßgeblich, wäre die Regelungstechnik des § 5 TV SR BS 2007 nicht nachvollziehbar. Es hätte dann keines Bezugs zur Wochenarbeitszeit bedurft um klarzustellen, dass Beschäftigte ohne bisherigen (ggf. potentiellen) Anspruch auf altersreduzierte Arbeitszeit unabhängig von ihrer Wochenarbeitszeit entgegen § 9 Abs. 2 bis Abs. 7 MTV T-Systems Enterprise Services bzw. MTV TSI keinen solchen Anspruch haben sollen.
6 AZR 548/18 > Rn 44
6 AZR 548/18 > Rn 45
6 AZR 548/18 > Rn 46
6 AZR 548/18 > Rn 47