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Timestamp: 2016-10-26 06:00:39
Document Index: 41363557

Matched Legal Cases: ['Art. 454', 'BGE', 'Art. 50', 'Art. 25', 'Art. 37', 'Art. 50', 'Art. 248', 'Art. 31', 'Art. 82', 'Art. 73', 'Art. 37', 'Art. 73', 'Art. 29', 'Art. 5', 'Art. 248', 'Art. 42', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 50', 'Art. 50', 'Art. 50', 'Art. 248', 'Art. 50', 'Art. 264', 'BGE', 'Art. 81', 'Art. 50', 'Art. 264', 'Art. 197', 'BGE', 'Art. 50', 'Art. 197', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68']

1B_672/2012 (08.05.2013)
1B_672/2012
Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Oliver Blum,
Eidgen�ssische Steuerverwaltung, Eigerstrasse 65, 3003 Bern,
Beschwerde gegen den Beschluss vom 4./5. Oktober 2012 des Bundesstrafgerichts, Beschwerdekammer.
Die Eidgen�ssische Steuerverwaltung (ESTV) f�hrt ein Verwaltungsstrafverfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts von Abgabebetrug, eventuell Hinterziehung von Verrechnungssteuern im Umfang von ca. Fr. 21,3 Mio., begangen im Gesch�ftsbereich der X.________ SA (nachfolgend: Gesellschaft). Der Untersuchung liegt der Verdacht zugrunde, dass die Gesellschaft (im Gesch�ftsjahr 2009) ihrem Aktion�r F.________ eine verrechnungssteuerpflichtige Leistung (im Umfang von ca. Fr. 60,9 Mio.) habe zukommen lassen, ohne die darauf geschuldete Verrechnungssteuer gesetzeskonform zu deklarieren und abzurechnen. Im Rahmen der Untersuchung fand am 21. Mai 2012 eine Durchsuchung von Bankschliessf�chern statt, deren Mieter F.________ war. Dabei wurde ein elektronischer Datentr�ger sichergestellt, deren Besitzer F.________ ist, und auf dessen Einsprache hin versiegelt.
Mit Gesuch vom 24. Mai 2012 beantragte die ESTV beim Bundesstrafgericht die Entsiegelung des sichergestellten Datentr�gers bzw. dessen Freigabe zur Durchsuchung. Mit Beschluss vom 4./5. Oktober 2012 hiess das Bundesstrafgericht, Beschwerdekammer, das Entsiegelungsgesuch gut.
Gegen den Entsiegelungsentscheid der Beschwerdekammer gelangte F.________ mit Beschwerde vom 5. November 2012 an das Bundesgericht. Er beantragt im Hauptstandpunkt die Aufhebung des angefochtenen Entscheides.
Die ESTV beantragt mit Stellungnahme vom 3. Dezember 2012 die Abweisung der Beschwerde. Das Bundesstrafgericht liess sich inhaltlich nicht vernehmen. Mit prozessleitender Verf�gung vom 4. Dezember 2012 hat das Bundesgericht der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuerkannt. Der Beschwerdef�hrer replizierte am 21. Januar 2013. Zur Duplik der ESTV vom 14. Februar 2013 nahm der Beschwerdef�hrer innert der auf 8. M�rz 2013 angesetzten Frist keine Stellung.
1.2 Auch nach Inkrafttreten der Eidgen�ssischen Strafprozessordnung (SR 312.0; StPO) und des Strafbeh�rdenorganisationsgesetzes des Bundes (SR 173.71; StBOG) am 1. Januar 2011 bleibt das VStrR auf F�lle der Bundesgerichtsbarkeit in Verwaltungsstrafsachen weiterhin anwendbar. Das VStrR wurde durch die StPO (Anhang 1 Ziff. II/11) und das StBOG (Anhang Ziff. II/9) teilweise ge�ndert. Die neuen VStrR-Bestimmungen sind auf den vorliegenden Fall anwendbar, da der angefochtene erstinstanzliche Entscheid nach dem 1. Januar 2011 erging (vgl. Art. 454 Abs. 1 StPO; BGE 137 IV 145 E. 1.1 mit Hinweisen). Soweit das VStrR einzelne Fragen nicht abschliessend regelt, sind die Bestimmungen der StPO grunds�tzlich (vgl. dazu unten, E. 3.1) analog anwendbar.
In prozessualer Hinsicht wird in der Beschwerde ger�gt, die Beschwerdekammer habe kein bundesrechtskonformes Entsiegelungsverfahren durchgef�hrt. Materiellrechtlich wird (stark zusammengefasst) geltend gemacht, es fehle am hinreichenden Tatverdacht f�r Steuerdelikte, und in den sichergestellten Dateien bef�nden sich Informationen, die nichts mit dem untersuchten Sachverhalt zu tun h�tten.
3.1 Bei Durchsuchungen in Strafverfahren nach VStrR ist dem Inhaber der "Papiere" (bzw. der zu durchsuchenden Aufzeichnungen und Gegenst�nde) wenn immer m�glich Gelegenheit zu geben, sich zuvor �ber ihren Inhalt auszusprechen. Erhebt er gegen die Durchsuchung Einsprache, so werden die Papiere versiegelt und verwahrt, und es entscheidet die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts �ber die Zul�ssigkeit der Durchsuchung (Art. 50 Abs. 3 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 VStrR und Art. 37 Abs. 2 lit. b StBOG). Eine f�rmliche Frist zur Einreichung des Entsiegelungsgesuches der Untersuchungsbeh�rde kennt das VStrR nicht. Insbesondere hat der Gesetzgeber bei Erlass der StPO (per 1. Januar 2011) keine Anpassung von Art. 50 VStrR an Art. 248 Abs. 2 StPO (20-Tages-Frist f�r Entsiegelungsgesuche) vorgenommen. Lediglich die Fristen im gerichtlichen Verfahren richten sich nach der StPO (Art. 31 Abs. 2 und Art. 82 VStrR, in der Fassung gem�ss Anhang 1 Ziff. II/11 zur StPO). Das gerichtliche Verfahren nach VStrR ist im Dritten Abschnitt des Dritten Titels (Art. 73-82 VStrR) geregelt. Das Entsiegelungsverfahren vor der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts in der Untersuchung nach VStrR (Art. 37-61 VStrR) f�llt nicht darunter. Die Art. 73-82 VStrR regeln das Verfahren vor dem erkennenden kantonalen Strafgericht bzw. vor der Strafkammer des Bundesstrafgerichts nach erfolgter �berweisung (Anklage). Die untersuchende Verwaltungsbeh�rde hat allerdings - gerade bei Entsiegelungsgesuchen - dem Beschleunigungsgebot in Strafsachen ausreichend Rechnung zu tragen (Art. 29 Abs. 1 BV, Art. 5 Abs. 1 StPO). Die allgemeinen strafprozessualen und verfassungsrechtlichen Grunds�tze sind jedenfalls auch im Verwaltungsstrafverfahren zu ber�cksichtigen.
3.2 Im vorliegenden Fall erfolgte das Entsiegelungsgesuch drei Tage nach der Schliessfachdurchsuchung und Siegelung. Damit hat die ESTV dem Beschleunigungsgebot in Strafsachen offensichtlich gen�gend Rechnung getragen. Sogar die (hier nicht direkt anwendbare) Bestimmung von Art. 248 Abs. 2 StPO w�re offensichtlich eingehalten.
3.3 Weiter wird ger�gt, die Vorinstanz habe das rechtliche Geh�r des Beschwerdef�hrers verletzt, indem sie eine unaufgeforderte Stellungnahme der ESTV mitber�cksichtigt habe. Dieser Stellungnahme seien Akten beigelegt worden, die gr�sstenteils aus sichergestellten Unterlagen stammten, auf deren Versiegelung der Beschwerdef�hrer verzichtet habe. Ausserdem sei es ihm verwehrt worden, auf die Stellungnahme der ESTV zu replizieren.
3.3.1 Die Geh�rsr�ge erweist sich als unbegr�ndet, soweit sie ausreichend substanziiert erscheint (vgl. Art. 42 Abs. 2 Satz 1 BGG):
3.3.2 Die Vorinstanz verletzte kein Bundesrecht, wenn sie im Entsiegelungsverfahren (bei der Pr�fung des massgeblichen aktuellen Tatverdachtes) auch sachdienliche nicht versiegelte Unterlagen mitber�cksichtigte, die im Verlaufe der Untersuchung gesetzeskonform sichergestellt und von der ESTV im Entsiegelungsverfahren unaufgefordert eingebracht wurden. Der Beschwerdef�hrer macht geltend, er habe bei der Vorinstanz um Ansetzung einer angemessenen Frist zur Einreichung einer Replik ersucht, die Vorinstanz habe darauf aber nicht reagiert. Wie sich aus den Akten ergibt, wurde die unaufgeforderte Stellungnahme der ESTV (zur Gesuchsantwort des Beschwerdef�hrers) am 6. Juli 2012 bei der Vorinstanz eingereicht und dem Beschwerdef�hrer am 9. Juli 2012 zugestellt. Am 17. Juli 2012 stellte dieser das Gesuch um Ansetzung einer Frist zur Replik. Am 4./5. Oktober 2012 wurde der angefochtene Entscheid gef�llt, ohne dass die Vorinstanz dem Beschwerdef�hrer zuvor eine Replikfrist f�rmlich ansetzte. Zwar ist nicht ersichtlich, inwiefern es dem Beschwerdef�hrer verunm�glicht gewesen w�re, zwischen 17. Juli und 4./5. Oktober 2012 (innert angemessener Frist, wie von ihm gew�nscht) eine Replik einzureichen. Ob die Vorinstanz in diesem Zusammenhang dennoch das rechtliche Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV) verletzte oder nicht, kann jedoch offen bleiben. Selbst eine allf�llige Geh�rsverletzung w�re im Verfahren vor Bundesgericht jedenfalls "geheilt" worden. Der Beschwerdef�hrer hatte unterdessen Gelegenheit, sich auch zur fraglichen Stellungnahme der ESTV zu �ussern. Das Bundesgericht pr�ft die Anwendung des Bundesrechts im vorliegenden Fall mit freier Kognition (vgl. BGE 138 IV 186 E. 1.2 S. 189; 137 IV 122 E. 2 S. 125; 340 E. 2.4 S. 346; Urteil des Bundesgerichtes 1B_277/2011 vom 28. Juni 2011 E. 1.2). Dem prozessualen Begehren, das Bundesgericht habe dem Beschwerdef�hrer Frist anzusetzen, damit er sich zur Stellungnahme der ESTV vom 6. Juli 2012 vernehmen lassen k�nne, ist keine Folge zu leisten.
3.4 Ger�gt wird sodann, die Vorinstanz habe keine (eigene) Triage der versiegelten Aufzeichnungen und Dateien vorgenommen, sondern diese an die ESTV "delegiert". In der Beschwerde wird konkret beanstandet, dass die Vorinstanz erwog, die versiegelten Aufzeichnungen k�nnten Hinweise auf untersuchte Fiskaldelikte enthalten, die Entsiegelung sei zul�ssig, und nach Freigabe der entsiegelten Aufzeichnungen zur Durchsuchung werde es Aufgabe der ESTV sein, dar�ber zu entscheiden, welche Dateien sie als beweisrelevant erachtet und zu den Akten nehmen will.
3.5 In materiellrechtlicher Hinsicht wird in der Beschwerde sinngem�ss geltend gemacht, die versiegelten Dateien enthielten sch�tzenswerte Gesch�fts- und Privatgeheimnisse des Beschwerdef�hrers sowie von unbeteiligten Dritten.
3.5.1 Sichergestellte Papiere (und andere Datentr�ger) sind mit gr�sster Schonung der Privatgeheimnisse zu durchsuchen; insbesondere sollen sie nur dann durchsucht werden, wenn anzunehmen ist, dass sich Schriften darunter befinden, die f�r die Untersuchung von Bedeutung sind (Art. 50 Abs. 1 VStrR). Bei der Durchsuchung sind das Amtsgeheimnis und die Berufsgeheimnisse zu wahren (Art. 50 Abs. 2 VStrR). Nach dem Wortlaut von Art. 50 Abs. 3 VStrR (und dem insoweit identischen Art. 248 Abs. 1 StPO) steht das (oben, in E. 3.1 dargelegte) Einspracherecht im Entsiegelungsverfahren nur dem jeweiligen Inhaber der sichergestellten Unterlagen bzw. elektronischen Dateien zu. Dieser hat nicht nur die Schriften bzw. Datentr�ger zu benennen, die seiner Ansicht nach der Versiegelung und Geheimhaltung im Sinne von Art. 50 Abs. 3 VStrR unterliegen, sondern auch die Berufs-, Privat- oder Gesch�ftsgeheimnisse glaubhaft zu machen, die seiner Ansicht nach dem �ffentlichen Interesse an der Aufkl�rung und Verfolgung von mutmasslichen Straftaten vorgehen (Urteil des Bundesgerichtes 1B_232/2009 vom 25. Februar 2010 E. 4.2 mit Hinweisen; vgl. auch Art. 264 Abs. 1 lit. b StPO und BGE 138 IV 225 E. 7.1 S. 229; 137 IV 189 E. 4.2 S. 195; je mit Hinweisen).
3.5.2 Soweit der Beschwerdef�hrer angebliche Geheimnisinteressen von dritten Personen (sinngem�ss) als Entsiegelungshindernis anruft, kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden (vgl. Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG i.V.m. Art. 50 Abs. 3 VStrR; Urteile des Bundesgerichtes 1B_567/2012 vom 26. Februar 2013 E. 1.1-1.2; 1B_492/2011 vom 2. Februar 2012 E. 2.3). Schon die Vorinstanz hat ihn darauf hingewiesen, dass er angeblich tangierte eigene Privat- und Gesch�ftsgeheimnisse nicht umschrieben hat. Auch die Beschwerdeschrift an das Bundesgericht enth�lt dazu nur sehr vage Hinweise. Bei der prozessualen Substanzierungsobliegenheit von Inhabern, welche die Siegelung verlangen, geht es nicht darum, schutzw�rdige Geheimnisse inhaltlich preiszugeben, sondern lediglich zu umschreiben, welcher Art die angeblich tangierten Geheimnisinteressen sind und inwiefern sie so wichtig seien, dass sie das Strafverfolgungsinteresse �berwiegen (vgl. Art. 264 Abs. 1 lit. b StPO). Eine solche minimale Substanzierungsobliegenheit f�hrt nicht zur Aush�hlung des Geheimnisschutzes. Sie dient vielmehr der Vermeidung, dass das Entsiegelungsverfahren rechtsmissbr�uchlich oder tr�lerisch in Anspruch genommen werden k�nnte. Wie sich aus den nachfolgenden Erw�gungen ergibt, kann im vorliegenden Fall grunds�tzlich offen bleiben, ob �berwiegende Geheimnisschutzinteressen ausreichend substanziiert werden.
3.6 Es wird ger�gt, die Annahme des Tatverdachtes von Steuerdelikten beruhe auf willk�rlichen Tatsachenfeststellungen.
3.6.1 Strafprozessuale Zwangsmassnahmen setzen einen hinreichenden Tatverdacht voraus (vgl. Art. 197 Abs. 1 lit. b StPO). Dies gilt auch f�r Strafuntersuchungen nach VStrR. Im Gegensatz zum erkennenden Sachrichter hat das Bundesgericht bei der �berpr�fung des hinreichenden Tatverdachtes keine ersch�pfende Abw�gung s�mtlicher belastender und entlastender Beweisergebnisse vorzunehmen. Bestreitet der von strafprozessualen Zwangsmassnahmen Betroffene das Vorliegen eines ausreichenden Tatverdachts, ist vielmehr zu pr�fen, ob aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse gen�gend konkrete Anhaltspunkte f�r eine Straftat vorliegen, die Justizbeh�rden somit das Bestehen eines hinreichenden Tatverdachts mit vertretbaren Gr�nden bejahen durften. Es gen�gt dabei der Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, wonach das inkriminierte Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbestandsmerkmale erf�llen k�nnte (vgl. BGE 137 IV 122 E. 3.2 S. 126; 124 IV 313 E. 4 S. 316; 116 Ia 143 E. 3c S. 146).
3.6.2 Zur Frage des hinreichenden Tatverdachtes erw�gt die Vorinstanz Folgendes:
Die X.________ SA (nachfolgend: Darleiherin) erbringe Beratungsdienstleistungen f�r deutsche Firmen im Energiesektor. Bis zum 16. Dezember 2009 sei der Beschwerdef�hrer ihr Alleinaktion�r gewesen. Gem�ss Vertrag vom 20. Mai 2009 habe sie der Y.________ SA (in Liquidation, nachfolgend: Darlehensnehmerin) ein Darlehen in der H�he von EUR 26 Mio. (ca. CHF 39,5 Mio.) gew�hrt. Als Sicherheit f�r das Darlehen (inkl. Zinsen) habe die Darlehensnehmerin zwar ihre s�mtlichen gegenw�rtigen und zuk�nftigen Ertr�ge aus der Verwertung der Lizenzvereinbarung mit einem Gesch�ftspartner vom Dezember 2005 bis zur H�he der besicherten Forderungen an die Darleiherin abgetreten. In keiner Jahresrechnung der Darlehensnehmerin (seit ihrer Gr�ndung im Oktober 2005 bis ins Gesch�ftsjahr 2009) seien jedoch Lizenzertr�ge verbucht worden. Im Anhang ihres Jahresabschlusses 2007 sei darauf hingewiesen worden, dass ab dem Gesch�ftsjahr 2009 Lizenzeinnahmen erwartet w�rden; der Jahresabschluss des folgenden Jahres habe solche Einnahmen ab dem Gesch�ftsjahr 2010 in Aussicht gestellt.
Im Jahre 2009 seien die Aktien der Darlehensnehmerin (zu 25%, 16,8%, 33% bzw. 25%) von vier weiteren Gesellschaften gehalten worden. Der Beschwerdef�hrer habe zu diesem Zeitpunkt 100% an einer f�nften Gesellschaft gehalten, welche zu je 100% an den drei ersten vorgenannten Gesellschaften und zu 40% an der vierten vorgenannten Gesellschaft beteiligt gewesen sei. Daraus habe sich im Tatzeitraum eine indirekte Beteiligung des Beschwerdef�hrers an der Darlehensnehmerin von 54,8% ergeben. Die Auszahlung des Darlehens sei durch Begleichung einer Forderung einer sechsten Gesellschaft gegen�ber der Darlehensnehmerin in der H�he von EUR 26 Mio. erfolgt. Dabei soll es sich angeblich um die Kosten eines Gesch�ftsprojektes gehandelt haben. In einer Zusatzvereinbarung vom 20. Mai 2009 zum Darlehensvertrag, abgeschlossen zwischen der Darleiherin und der sechsten Gesellschaft, sei festgehalten worden, dass die Auszahlung des Darlehens unter anderem durch die �bertragung von Goldbarren und weiterer Verm�genswerte sowie durch Bank�berweisung des Restsaldos von EUR 9,9 Mio. h�tte erfolgen sollen. Die Darleiherin habe diesen Restsaldo indessen nicht an die sechste Gesellschaft �berwiesen, sondern mit ihrer Forderung gegen�ber einer siebten Gesellschaft verrechnet. Diese siebte Gesellschaft habe diesen Betrag nicht an die sechste Gesellschaft �berwiesen, sondern auf ein Konto des Beschwerdef�hrers. Damit seien rund EUR 9,9 Mio. der Darlehenssumme direkt an ihn geflossen.
Zur Begleichung der genannten Forderung der sechsten Gesellschaft h�tten sodann Immobilien im Wert von EUR 7,5 Mio. sowie Wohnungen im Wert von EUR 620'000.-- auf die sechste Gesellschaft �bertragen werden sollen. Gem�ss den eingeholten Registerausz�gen w�rden diese Immobilien und Wohnungen heute einer achten Gesellschaft geh�ren, obwohl die Forderung der Darlehensnehmerin "von" der sechsten Gesellschaft "stamme". Der Beschwerdef�hrer sei indirekt mit 51% an der achten Gesellschaft beteiligt. Somit k�nne er �ber diesen Teil der erfolgten Zahlung (in der H�he von ca. EUR 8,1 Mio.) zur Begleichung der Forderung der sechsten Gesellschaft weiterhin mehrheitlich verf�gen. Unbekannt sei, an wen bzw. welche Gesellschaft die restlichen Verm�genswerte (bzw. die Restanz des Darlehens) im Wert von ca. EUR 8 Mio. (gem�ss der genannten Zusatzvereinbarung) �bertragen wurden.
Mit Generalversammlungsbeschluss vom 29. September 2009 sei die Darlehensnehmerin aufgel�st worden. Die Darlehensschuld gegen�ber der Darleiherin sei bei der Darlehensnehmerin als "Darlehen mit Rangr�cktritt" ausgebucht worden. Im Gegenzug seien die genannten Projektkosten im Umfang von CHF 40 Mio. abgeschrieben worden, so dass ein Liquidationsverlust von ca. CHF 0,5 Mio. resultiert habe. Am 15. M�rz 2010 sei die Darlehensnehmerin im Handelsregister gel�scht worden. Zusammenfassend ergebe sich, dass zum Zeitpunkt der Darlehensgew�hrung sowohl die Darleiherin als auch die Darlehensnehmerin mehrheitlich vom Beschwerdef�hrer "gehalten" worden seien. Seit ihrem ersten Gesch�ftsjahr sei die Darlehensnehmerin �berschuldet gewesen. Ihre Ertragssituation habe es ihr von Beginn weg verunm�glicht, je einen marktkonformen Zins f�r das erhaltene Darlehen zu bezahlen. Selbst wenn die Darleiherin das Darlehen vollst�ndig aus Eigenkapital finanziert h�tte, h�tte gem�ss Rundschreiben der ESTV f�r Vorsch�sse an Beteiligte (Nahestehende) ein Zins von mindestens 2,5% oder j�hrlich rund CHF 980'000.-- verrechnet werden m�ssen. Die Werthaltigkeit der gegebenen Sicherheit im Zeitpunkt des Abschlusses des Darlehensvertrages sei h�chst zweifelhaft, habe die Darlehensnehmerin doch seit ihrer Gr�ndung im Oktober 2005 nie einen entsprechenden Lizenzvertrag ausgewiesen und auch nie eine Lizenz aktiviert. Zudem habe die Darleiherin das Darlehen vollst�ndig abgeschrieben, ohne die daf�r geleistete Sicherheit verwertet zu haben. Daraus lasse sich schliessen, dass die Werthaltigkeit der geleisteten Sicherheit nicht gegeben gewesen sei. Nur gerade vier Monate nach Gew�hrung des Darlehens sei bereits die Aufl�sung der Darlehensnehmerin beschlossen worden. Bei ihrer Liquidation seien die angeblichen Projektkosten von CHF 40 Mio. vollst�ndig abgeschrieben worden. Somit h�tten weder die Projektergebnisse verkauft werden k�nnen, noch habe eine �bertragung auf die Darleiherin stattgefunden. Eine Gegenleistung f�r die angeblich nach Russland �bertragenen Verm�genswerte von rund CHF 40 Mio. sei nicht ersichtlich. Es sei offensichtlich, dass unter unabh�ngigen Parteien ein solches Darlehensgesch�ft angesichts der finanziellen Situation der Darlehensnehmerin nie zustande gekommen w�re. Im Zeitpunkt der Darlehensgew�hrung seien bei beiden beteiligten Gesellschaften die gleichen Personen zeichnungsberechtigt gewesen. Die Organe der Darleiherin seien somit �ber die finanzielle Situation der Darlehensnehmerin im Bild gewesen. Demnach habe die Darleiherin dem Beschwerdef�hrer eine geldwerte Leistung zukommen lassen. Es liege die Vermutung nahe, dass es sich beim fraglichen Projekt (und somit bei der Forderung der oben genannten sechsten Gesellschaft) um fingierte Gesch�fte gehandelt habe, und der Gegenwert des Darlehens indirekt dem beherrschenden Aktion�r, n�mlich dem Beschwerdef�hrer, ausgesch�ttet worden sei (vgl. angefochtener Entscheid, S. 5-7, E. 3.3-3.4).
Im Weiteren setzt sich die Vorinstanz mit den Einwendungen des Beschwerdef�hrers zum oben dargelegten Tatverdacht ausf�hrlich auseinander (vgl. angefochtener Entscheid, S. 8-9, E. 3.5; S. 10-11, E. 5).
3.6.3 Was in der Beschwerde dagegen vorgebracht wird, l�sst die Annahme eines hinreichenden Tatverdachtes von Steuerdelikten nicht als bundesrechtswidrig bzw. willk�rlich erscheinen:
3.6.4 Zwar wird die Erw�gung der Vorinstanz, wonach die beiden (in E. 3.6.2 genannten) prim�r involvierten Gesellschaften sich unbestrittenermassen in einer "schlechten finanziellen Situation" bef�nden (bzw. befunden h�tten), als aktenwidrig ger�gt. Es ist jedoch nicht nachvollziehbar, inwiefern diese Erw�gung (im Ergebnis) zu offensichtlich unrichtigen entscheiderheblichen Sachverhaltsfeststellungen gef�hrt h�tte. Der Beschwerdef�hrer bestreitet auch nicht, dass die kritisierte Erw�gung der Vorinstanz sich auf die Sachdarlegung der ESTV st�tzt, wonach das Eigenkapital der Darlehensnehmerin Ende 2008 einen Negativsaldo von Fr. 2,7 Mio. aufwies.
3.6.5 Als "schlicht absurd" wird die im vorinstanzlichen Verfahren von der ESTV ge�usserte Ansicht bezeichnet, ein von den Gesuchsgegnern beschriebenes Projekt erscheine "fingiert". Dabei bezieht sich die Beschwerdeschrift nicht direkt auf die Begr�ndung des angefochtenen Entscheides. Konkret wird in diesem Zusammenhang die Erw�gung der Beschwerdekammer beanstandet, der von den Gesuchsgegnern geschilderte Sachverhalt erscheine wenig glaubw�rdig, und es best�nden etliche Hinweise auf Steuerdelikte. Darin ist im Ergebnis keine willk�rliche Sachverhaltsfeststellung ersichtlich. Unhaltbare Erw�gungen werden der Vorinstanz auch in Bezug auf ein "Darlehen" einer weiteren Gesellschaft vorgeworfen. In der Beschwerde wird jedoch nicht dargelegt, inwiefern es sich dabei um entscheiderhebliche Fragen handeln w�rde. Prim�rer Gegenstand der Untersuchung ist ein Darlehen zwischen zwei anderen Gesellschaften (vgl. oben, E. 3.6.2).
3.6.6 Auch die �brigen Vorbringen lassen die Annahme eines hinreichenden Tatverdachtes durch die Vorinstanz nicht als bundesrechtswidrig (willk�rlich bzw. geh�rsverletzend) erscheinen.
3.7 Schliesslich wird in der Beschwerde geltend gemacht, die Entsiegelung sei unverh�ltnism�ssig. Auf den sichergestellten Dateien bef�nden sich Informationen, die nichts mit dem untersuchten Sachverhalt zu tun h�tten. Der Beschwerdef�hrer habe bereits gewisse Aufzeichnungen (mit der Aufschrift des Namens der prim�r involvierten Gesellschaft) freiwillig (unversiegelt) ediert.
3.7.1 Entsiegelt werden d�rfen nur Aufzeichnungen und Dateien, welche f�r die verwaltungsstrafrechtliche Untersuchung von Bedeutung sind (Art. 50 Abs. 1 VStrR). Strafprozessuale Zwangsmassnahmen m�ssen (insbesondere) in dieser Hinsicht verh�ltnism�ssig sein (vgl. Art. 197 Abs. 1 lit. c-d und Abs. 2 StPO). Nach der Praxis des Bundesgerichtes hat der Entsiegelungsrichter (auch bei grossen Datenmengen) offensichtlich irrelevante Gegenst�nde auszusondern. Schon in ihrem Entsiegelungsgesuch hat die Untersuchungsbeh�rde darzulegen, inwiefern die versiegelten Gegenst�nde grunds�tzlich verfahrenserheblich seien. Sodann kann das Entsiegelungsgericht f�r die Triage - falls n�tig - auch Untersuchungsbeamte bzw. schriftliche Ausk�nfte der Untersuchungsbeh�rde beiziehen, um die Sichtung zu erleichtern (BGE 138 IV 225 E. 7.1 S. 229; 137 IV 189 E. 5.1.2 S. 196 f.; je mit Hinweisen). Betroffene Inhaber von Aufzeichnungen und Gegenst�nden, welche die Versiegelung beantragen bzw. Durchsuchungshindernisse geltend machen, haben ihrerseits die prozessuale Obliegenheit, das Entsiegelungsgericht bei der Sichtung und Klassifizierung von Dokumenten zu unterst�tzen. Dies umso mehr, als der Zwangsmassnahmenrichter die Einzelheiten der Untersuchung nicht kennt und die Untersuchungsbeh�rde noch keine Detaileinsicht in die versiegelten Akten nehmen kann. Auch haben die betroffenen Inhaber jene Gegenst�nde zu benennen, die ihrer Ansicht nach der Geheimhaltung unterliegen oder offensichtlich keinen Sachzusammenhang mit der Strafuntersuchung aufweisen. Dies gilt besonders, wenn sie die Versiegelung von sehr umfangreichen bzw. komplexen Dokumenten oder Dateien verlangt haben (BGE 138 IV 225 E. 7.1 S. 229; 137 IV 189 E. 4.2 S. 194 f., E. 5.1.2 S. 196 f., E. 5.3 S. 198 f.; je mit Hinweisen).
3.7.2 Die Vorinstanz erw�gt zur Untersuchungsrelevanz des versiegelten Datentr�gers insbesondere Folgendes: Beim Beschwerdef�hrer handle es sich um die "im vorliegenden Verfahren im Zentrum stehende Person". Es bestehe der (oben, in E. 3.6.2 beschriebene) Verdacht, dass die untersuchten Transaktionen "get�tigt wurden", um ihm "selbst Verm�genswerte zu verschaffen". Es entspreche der allgemeinen Lebenserfahrung, dass Informationen �ber relevante Gesch�ftst�tigkeiten auch auf elektronischen Datentr�gern abgespeichert w�rden. Daher sei es ohne Weiteres m�glich, dass der Beschwerdef�hrer untersuchungsrelevante Informationen auf dem versiegelten Datentr�ger gespeichert habe. Dabei sei zu beachten, dass nicht nur die relevanten Gesch�ftsvorg�nge des Jahres 2009 (bzw. die "eigentliche Darlehensgew�hrung") von Interesse seien, sondern auch fr�here und sp�tere sachkonnexe Transaktionen, welche auf eine Verschleierung der steuerlich relevanten Vorg�nge hinwiesen. Dies gelte umso mehr, als etliche Gesellschaften in den untersuchten Sachverhalt verwickelt seien, deren Struktur bzw. Eigentumsverh�ltnisse (auch wegen ihres Auslandbezuges) intransparent seien (vgl. angefochtener Entscheid, S. 12, E. 6.2-6.3).
3.7.3 Der in der Beschwerde geltend gemachte Umstand, dass bereits gewisse Aufzeichnungen (mit der Aufschrift des Namens der prim�r involvierten Gesellschaft) freiwillig (unversiegelt) ediert worden seien, schliesst keineswegs aus, dass die versiegelten Dateien weitere untersuchungsrelevante Informationen enthalten k�nnten. Zwar wird vorgebracht, der sichergestellte elektronische Datentr�ger enthalte Aufzeichnungen, welche von "verschiedenen Gruppengesellschaften" stammten. Der Beschwerdef�hrer r�umt jedoch ein, dass er diese Gesellschaften kontrollierte, und dass es sich um eine Unternehmensgruppe mit gemeinsamer Gesch�ftsf�hrung handelte.
3.7.4 Unbegr�ndet ist sodann der Vorwurf, die ESTV habe sich den Zugang zum Bankschliessfach "in unlauterer Weise erschlichen". Soweit die Sicherstellung im Rahmen einer zul�ssigen strafprozessualen Durchsuchung bzw. Edition erfolgte und der Beschwerdef�hrer dabei kooperierte, war die Untersuchungsbeh�rde nicht auf dessen Einverst�ndnis angewiesen. Ebenso wenig musste sie den gesetzlichen Zweck der Zwangsmassnahme nach dessen W�nschen begrenzen.
3.7.5 Wenn ansonsten noch allgemein vorgebracht wird, eine Vielzahl von versiegelten Aufzeichnungen weise keine Deliktskonnexit�t auf, wird nicht substanziiert und nachpr�fbar dargelegt, bei welchen konkreten Dokumenten ein inhaltlicher Zusammenhang zum untersuchten Sachverhalt offensichtlich fehlt. Auf pauschale Verweisungen auf fr�here Rechtsschriften ist im �brigen nicht einzutreten.
3.8 Die weiteren Vorbringen haben im vorliegenden Zusammenhang keine �ber das bereits Dargelegte hinausgehende selbst�ndige Bedeutung.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdef�hrer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Eine Parteientsch�digung ist nicht zuzusprechen (Art. 68 BGG).