Source: http://www.jurablogs.com/2016/02/08/jack-russel-terrier-vs-wolfshund-tierhalterhaftung-und-mitverursachung
Timestamp: 2017-12-18 01:34:45
Document Index: 112130863

Matched Legal Cases: ['§ 833', '§ 833', '§ 90', '§ 833', '§ 833', '§ 254', '§ 833']

Nach § 833 BGB ist der Halter eines Tieres dem Verletzten zum Schadensersatz verpflichtet, wenn durch das Tier eine Sache beschädigt wird. Dabei ist unter einer beschädigten Sache im Sinne des § 833 BGB auch gemäß § 90 a BGB ein anderes Tier zu verstehen.
Im hier vorliegenden Fall hatte der Wolfshund des Beklagten den dessen Grundstück umgrenzenden Zaun übersprungen und sodann im Rahmen einer körperlichen Auseinandersetzung den Jack-Russel-Terrier des Klägers gebissen. Die Voraussetzung des Schadensersatzanspruches aus § 833 BGB sind damit gegeben. Streitig war alleine eine Mithaftung des Klägers aus der Tiergefahr seines Jack-Russel-Terriers bzw. inwieweit bei Annahme einer Mithaftung des Klägers die Haftung des Beklagten zurücktritt. Die Haftung des beklagten Wolfshund-Halters für seinen Hund tritt aus Sicht des Amtsgerichts Delmenhorst aufgrund der Mithaftung des auf Schadensersatz klagenden Jack-Russel-Halters lediglich zu 20 % zurück:
Bei einem Schadensereignis an dem zwei Hunde beteiligt sind, ist bei einem Anspruch aus § 833 BGB die mitwirkende Tiergefahr des jeweils anderen Hundes gemäß § 254 analog zu berücksichtigen1. Eine mitwirkende Tiergefahr ist selbst dann zu berücksichtigen, wenn sich der verletzte Hund bei dem Schadensereignis lediglich passiv verhalten hat. In einem entsprechenden Fall wäre lediglich diejenige Gefahr aus §§ 833, 254 Abs.1 BGB in Anschlag zu bringen, die von einem Hund originär ausgeht. Aufgrund der Tatsache, dass es sich um Tiere handelt, die angeborenen Instinkten und Revierverhalten nachgehen, ist aus Sicht des Amtsgerichts grundsätzlich zunächst von einer Mithaftung beider Hunde von 50 % auszugehen, sofern nicht Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Schaden von einem der beiden Hunde vornehmlich oder alleinig verursacht worden ist. Ferner ist im Rahmen der zu berücksichtigenden Tiergefahren auch die Größe und Konstitution der jeweiligen Hunde von Entscheidung ...
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Veröffentlicht February 8, 2016 5:22am im Blog Rechtslupe.
Zivilrecht, Tierhalterhaftung, Hundekampf