Source: https://www.bvwg.gv.at/fachbereiche/dienst_und_disziplinarrecht.html
Timestamp: 2017-12-12 21:57:26
Document Index: 279292780

Matched Legal Cases: ['§ 64', '§ 28', '§ 14', '§ 20', '§ 38', '§ 40', '§ 41', '§ 41', '§ 64']

BVwG - Dienst- und Disziplinarrecht der öffentlich Bediensteten des Bundes
Dienst- und Disziplinarrecht der öffentlich Bediensteten des Bundes
Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet über Beschwerden gegen erstinstanzliche Bescheide in Dienstrechtsverfahren, die Beamte des Bundes betreffen. Bei diesen handelt es sich im Wesentlichen um die im Beamten-Dienstrechtsgesetz 1979 idgF (BDG) erwähnten Angehörigen des Allgemeinen Verwaltungsdienstes, des Exekutivdienstes, des Militärischen Dienstes, Universitätslehrer, Lehrer, Schul- und Fachinspektoren, Beamte des Post- und Fernmeldewesens und Beamte des Krankenpflegedienstes. Insbesondere erkennt das Bundesverwaltungsgericht über Beschwerden gegen Entscheidungen der Disziplinarkommissionen.
Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich in der Sache selbst, also meritorisch bzw. reformatorisch, und nicht bloß kassatorisch (Aufhebung von rechtswidrigen Bescheiden).
Der beim Bundeskanzleramt einzurichtenden Personalvertretungsaufsichtsbehörde obliegt im Wesentlichen die Aufsicht über die Personalvertretungsorgane, welche insbesondere die Sorge um die Gesetzmäßigkeit der Geschäftsführung der Organe der Personalvertretung umfasst. Die Aufhebung von Beschlüssen und die Auflösung eines Personalvertretungsorgans erfolgt durch Bescheid. Über Beschwerden gegen Bescheide der Personalvertretungsaufsichtsbehörde erkennt das Bundesverwaltungsgericht durch einen Senat.
Die Zuständigkeit für Streitigkeiten von Personen, die in einem privatrechtlichen Dienstverhältnis zum Bund stehen (Vertragsbedienstete) obliegt nicht dem Bundesverwaltungsgericht, sondern den ordentlichen Gerichten.
Die Frist zur Erhebung der Beschwerde ergibt sich aus der Rechtsmittelbelehrung und beträgt in Dienstrechtsangelegenheiten grundsätzlich vier Wochen, die (in der Regel) ab Zustellung des Bescheides zu laufen beginnt. Verschiedentlich sind auch kürzere Beschwerdefristen vorgesehen, wie z.B. im § 64 des Heeresdisziplinargesetzes 2002 idgF, demzufolge die Beschwerdefrist gegen Disziplinarerkenntnisse zwei Wochen, wenn jedoch der Beschuldigte zum Zeitpunkt der Fällung des Disziplinarerkenntnisses dem Miliz- oder Reservestand angehört, vier Wochen beträgt.
Die Beschwerde ist bei jener Behörde (in der Regel Dienstbehörde oder Disziplinarkommission als belangte Behörde) einzubringen, von der der Bescheid stammt.
Im Disziplinarverfahren kann sich der Beschuldigte überdies durch einen Verteidiger in Strafsachen oder eine(n) Bedienstete(n) verteidigen lassen.
In Disziplinarverfahren nach dem Heeresdisziplinargesetz kann sich der Beschuldigte zudem durch einen anderen Soldaten oder eine Frau, die Wehrdienst geleistet hat oder einen Wehrpflichtigen des Miliz- oder Reservestandes, die jeweils einen höheren Dienstgrad als Rekrut führen, oder seinen Soldatenvertreter oder ein Mitglied des für ihn zuständigen Organs der Personalvertretung verteidigen lassen (§ 28 Heeresdisziplinargesetz 2002 idgF).
Das Bundesverwaltungsgericht kann eine mündliche Verhandlung anberaumen. Zur Durchführung einer mündlichen Verhandlung.
Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet durch Einzelrichter/in, soweit nicht die Entscheidung durch einen Senat vorgesehen ist. Senatsentscheidungen erfolgen in folgenden Angelegenheiten:
Versetzung in den Ruhestand von Amts wegen (§§ 14, 15aBDG)
Kündigung des provisorischen Dienstverhältnisses (§ 20 Abs. 1 Z 2 BDG)
Versetzung von Amts wegen (§ 38 BDG)
(qualifizierte) Verwendungsänderung (§ 40 BDG)
Versetzung in ein anderes Ressort (§ 41 Abs. 2 BDG)
Beschwerde gegen die Disziplinarstrafe der Entlassung oder des Verlustes aller aus dem Dienstverhältnis fließenden Rechte und Ansprüche
Beschwerde der Disziplinaranwältin/des Disziplinaranwaltes gegen ein Erkenntnis
Beschwerde gegen einen Bescheid der Personalvertretungsaufsichtsbehörde (§ 41d B-PVG)
Bei Senatsentscheidungen haben je ein/e Vertreter/in des Dienstgebers und je ein/e Vertreter/in der Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer als fachkundige Laienrichterinnen und Laienrichter mitzuwirken.
Die Entscheidungsfrist des Bundesverwaltungsgerichts in Dienstrechtsangelegenheiten beträgt grundsätzlich sechs Monate.
In Sachen Versetzung in den Ruhestand von Amts wegen, Kündigung des provisorischen Dienstverhältnisses, Versetzung von Amts wegen, (qualifizierte) Verwendungsänderung, Versetzung in ein anderes Ressort, amtswegige Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit sowie aufgrund einer Beschwerde gegen die Disziplinarstrafe der Entlassung oder des Verlustes aller aus dem Dienstverhältnis fließenden Rechte und Ansprüche und aufgrund einer Beschwerde der Disziplinaranwältin/des Disziplinaranwaltes gegen ein Erkenntnis hat das Bundesverwaltungsgericht binnen drei Monaten nach Vorlage der Beschwerde zu entscheiden.
Über Beschwerden von Beschuldigten gegen Suspendierungen durch die Disziplinarkommissionen, Beschwerden der Disziplinaranwältin/des Disziplinaranwaltes gegen die Entscheidung der Disziplinarkommission, keine Suspendierung zu verfügen oder eine Suspendierung aufzuheben sowie Beschwerden gegen Einleitungsbeschlüsse der Disziplinarkommissionen hat das Bundesverwaltungsgericht binnen sechs Wochen nach Vorlage der Beschwerde zu entscheiden.
Über Beschwerden gegen Disziplinarerkenntnisse gem. § 64 des Heeresdisziplinargesetzes 2002 idgF hat das Bundesverwaltungsgericht ehestmöglich, längstens jedoch binnen sechs Wochen ab deren Vorlage zu entscheiden.
Ausgewählte Entscheidungen: A5 Nord/Weinviertelautobahn, Abschnitt Poysbrunn – Staatsgrenze