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Timestamp: 2019-08-21 08:00:52
Document Index: 262717097

Matched Legal Cases: ['§ 199', '§ 199', '§ 199', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 199', 'BGH', 'BGH']

Rück­for­de­rung von Archi­tek­ten­ho­no­rar und die Zeitho­no­rar­ver­ein­ba­rung | Rechtslupe
Bei § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB ist für die Fra­ge des Ver­jäh­rungs­be­ginns auf die Kennt­nis sol­cher anspruchs­be­grün­den­den Umstän­de abzu­stel­len, die not­wen­dig ist, um eine Kla­ge Erfolg ver­spre­chend, wenn auch nicht risi­ko­los, erhe­ben zu kön­nen1. Erfor­der­lich ist für den Bau­herrn die Kennt­nis der Tat­sa­chen, die eine Über­zah­lung begrün­den. Die Über­zah­lung ist regel­mä­ßig durch einen Ver­gleich des Zeitho­no­rars mit dem Hono­rar zu ermit­teln, das sich aus der Hono­rar­ord­nung für Archi­tek­ten und Inge­nieu­re ergibt. Dazu ist im Regel­fall jeden­falls die Kennt­nis der für die Hono­rar­be­rech­nung not­wen­di­gen Para­me­ter:
Der Hin­weis, der Ver­jäh­rungs­be­ginn wer­de durch einen Rechts­irr­tum nicht gehin­dert, ist zwar grund­sätz­lich rich­tig2, jedoch unbe­hel­flich, soweit es um die den Anspruch begrün­den­den Tat­sa­chen geht. Es kann des­halb dahin­ste­hen, ob und inwie­weit die Kennt­nis im Sin­ne des § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB ange­nom­men wer­den kann, wenn ein Zah­lungs­an­spruch sich dar­auf grün­det, dass die mit einem Archi­tek­ten getrof­fe­ne Hono­rar­ver­ein­ba­rung unwirk­sam ist und die Unwirk­sam­keit aus einer kom­ple­xen, nicht ohne Wei­te­res nach­voll­zieh­ba­ren Rechts­la­ge her­ge­lei­tet wird3.
Grob fahr­läs­si­ge Unkennt­nis im Sin­ne des § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB liegt vor, wenn die im Ver­kehr erfor­der­li­che Sorg­falt in beson­ders schwe­rem Maße ver­letzt wor­den ist und der Gläu­bi­ger auch ganz nahe­lie­gen­de Über­le­gun­gen nicht ange­stellt oder das nicht beach­tet hat, was im gege­be­nen Fall jedem hät­te ein­leuch­ten müs­sen4. Inwie­weit der Gläu­bi­ger zur Ver­mei­dung der gro­ben Fahr­läs­sig­keit zu einer akti­ven Ermitt­lung gehal­ten ist, hängt von den Umstän­den des Ein­zel­falls ab. Das Unter­las­sen einer sol­chen Ermitt­lung ist nur dann als grob fahr­läs­sig ein­zu­stu­fen, wenn wei­te­re Umstän­de hin­zu­tre­ten, die das Unter­las­sen aus der Sicht eines ver­stän­di­gen und auf sei­ne Inter­es­sen bedach­ten Gläu­bi­gers als unver­ständ­lich erschei­nen las­sen5. Für den Gläu­bi­ger müs­sen kon­kre­te Anhalts­punk­te für das Bestehen eines Anspruchs ersicht­lich sein, so dass er aus ver­stän­di­ger Sicht gehal­ten ist, die Vor­aus­set­zun­gen des Anspruchs auf­zu­klä­ren, soweit sie ihm nicht ohne­hin bekannt sind. Nach die­sen Grund­sät­zen kann eine grob fahr­läs­si­ge Unkennt­nis nicht allein dar­aus her­ge­lei­tet wer­den, dass den Bau­herrn oder der Ver­wal­ter der Woh­nungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft bei Prü­fung der Stun­den­ab­rech­nun­gen nicht erkannt haben, dass das Zeitho­no­rar die Höchst­sät­ze der Hono­rar­ord­nung für Archi­tek­ten und Inge­nieu­re über­steigt. Solan­ge die – wovon in der Revi­si­on aus­zu­ge­hen ist – im Hono­rar­recht uner­fah­re­ne Klä­ge­rin oder ihr Ver­wal­ter kei­nen kon­kre­ten Hin­weis dar­auf hat­ten, dass das nach der Hono­rar­ord­nung zu berech­nen­de Hono­rar gerin­ger ist als die geleis­te­ten Zah­lun­gen, fällt ihnen kei­ne grob fahr­läs­si­ge Unkennt­nis zur Last, wenn sie inso­weit kei­ne Ermitt­lun­gen anstell­ten. Eine grob fahr­läs­si­ge Unkennt­nis kann auch nicht des­halb ange­nom­men wer­den, weil die Bau­kos­ten Gegen­stand eines Beschlus­ses der Woh­nungs­ei­gen­tü­mer­ver­samm­lung waren. Allein die Kennt­nis der Bau­kos­ten ver­setz­te den Bau­herrn nicht in die Lage, das gesetz­li­che Hono­rar zu ermit­teln.
Rück­for­de­rung von Blin­den­geld Ist in einem Bescheid über die Gewäh­rung von Blin­den­geld der Hin­weis auf die Mit­tei­lungs­pflicht des Blin­des nicht in für die­sen wahr­nehm­ba­rer Form zugäng­lich gemacht wor­den, so han­delt der Blin­de nicht…
Die Zufahrt über das Grund­stück des Nach­barn Hat ein Grund­stücks­ei­gen­tü­mer den Über­bau einer Nach­bar­ga­ra­ge auf sei­nem Grund­stück auf­grund einer im Grund­buch ein­ge­tra­ge­nen Grund­dienst­bar­keit zu dul­den, sichert das dem Nach­barn nicht das Recht, auch die Zufahrt zur Gara­ge…
Zeitho­no­rar Zur schlüs­si­gen Begrün­dung eines nach Zeit­auf­wand zu bemes­sen­den Ver­gü­tungs­an­spruchs muss der Unter­neh­mer grund­sätz­lich nur dar­le­gen, wie vie­le Stun­den für die Erbrin­gung der Ver­trags­leis­tun­gen ange­fal­len sind. Die Ver­ein­ba­rung einer Stun­den­lohn­ver­gü­tung für…
Ver­jäh­rungs­be­ginn und die Leis­tungs­auf­for­de­rung durch den… Es wider­spricht dem Schutz­zweck des Rechts­in­sti­tuts der Ver­jäh­rung, den Beginn der Ver­jäh­rungs­frist an eine Leis­tungs­auf­for­de­rung des Gläu­bi­gers zu knüp­fen, da es die­ser dann in der Hand hät­te, den Ver­jäh­rungs­be­ginn und…
Nach­weis der Zustel­lung durch Auf­ga­be zur Post Die für den Ein­tritt der Zustel­lungs­fik­ti­on erfor­der­li­che Auf­ga­be zur Post unter der Anschrift der Beklag­ten ist nur dann nach­ge­wie­sen, wenn der Urkunds­be­am­te der Geschäfts­stel­le den Ver­merk des Wacht­meis­ters, dass die…
vgl. BGH, Urteil vom 14.01.2010 – VII ZR 213/​07, BauR 2010, 618 Rn. 13 = NZBau 2010, 236 = ZfBR 2010, 353 m.w.N.↩
vgl. BGH, Urteil vom 29.01.2008 – XI ZR 160/​07, BGHZ 175, 161 Rn. 26↩
vgl. Palandt/​Ellenberger, BGB, 71. Aufl., § 199 Rn. 27 m.w.N.↩
vgl. BGH, Urteil vom 14.01.2010 – VII ZR 213/​07, aaO Rn. 17 m.w.N.↩
vgl. BGH, Urteil vom 10.11.2009 – VI ZR 247/​08, NJW-RR 2010, 681 Rn. 16↩