Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%20156/62
Timestamp: 2020-02-17 11:57:07
Document Index: 228576447

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 985', '§ 185', '§ 985', 'BGH', '§ 985', 'BGH', 'BGH', '§ 985', '§ 985', 'BGH', '§ 95', 'BGH', '§ 93', 'BGH', 'OGH', 'BGH', '§ 95', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 95', '§ 2', 'BGH']

BGH, 05.02.1964 - VIII ZR 156/62 - dejure.org
BGH, 05.02.1964 - VIII ZR 156/62
https://dejure.org/1964,1130
BGH, 05.02.1964 - VIII ZR 156/62 (https://dejure.org/1964,1130)
BGH, Entscheidung vom 05.02.1964 - VIII ZR 156/62 (https://dejure.org/1964,1130)
BGH, Entscheidung vom 05. Februar 1964 - VIII ZR 156/62 (https://dejure.org/1964,1130)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1964,1130) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Geltendmachung eines Herausgabeanspruchs im eigenen Namen i.R.e. Ermächtigung eines Dritten durch den Eigentümer
WM 1964, 426
Für die Klage des Sicherungsgebers wird ein solches in der Rechtsprechung bejaht (vgl. BGH, Urteil vom 30. Oktober 1985 - VIII ZR 251/84, BGHZ 96, 182, 185; vgl. zum Vorbehaltskäufer BGH, Urteil vom 5. Februar 1964 - VIII ZR 156/62, LM Nr. 24 zu § 985 BGB; vgl. für den Leasingnehmer OLG Karlsruhe, r+s 2014, 577, 578).
Mit dieser von der Beklagten in den Rechtsmittelzügen nicht mehr angegriffenen Auffassung befindet es sich in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Urteil vom 26. März 1952 - II ZR 209/51 = LM Nr. 1 zu § 185 BGB und Senatsurteil vom 5. Februar 1964 - VIII ZR 156/62 = LM Nr. 24 zu § 985 BGB).
Denn der Eigentümer kann jedenfalls einen Dritten ermächtigen, diesen Anspruch im eigenen Namen gerichtlich geltend zu machen (BGH Urteile v. 5. Februar 1964, VIII ZR 156/62, WM 1964, 426, 427 = LM BGB § 985 Nr. 24 und v. 8. Januar 1964, V ZR 93/63, FamRZ 1964, 137).
Sie ist widerlegt, wenn der Nutzungsberechtigte aufgrund vertraglicher Absprachen nach Ablauf der Vertragszeit das Bauwerk gegen Zahlung einer Ablösung oder unentgeltlich übernehmen darf, jedenfalls ihm die Wahl eingeräumt wird, nach Ende des Vertrages das Bauwerk zu übernehmen oder seine Beseitigung zu verlangen (BGH ständig, vgl. Urteil vom 15. November 1960 - V ZR 13/59 - WM 1961, 179; Urteil vom 5. Februar 1964 - VIII ZR 156/62 = WM 1964, 426, 427; Urteil vom 2. März 1973 - V ZR 57/71 = WM 1973, 560, 562).
BGH, 13.10.1982 - VIII ZR 197/81
Verstoß gegen die Pflicht zur Rückgabe der Mietsache - Geltendmachung des …
Gegen die Zulässigkeit einer solchen Ermächtigung bestehen, auch soweit sie sich auf den Eigentumsherausgabeanspruch (§ 985 BGB) bezieht, keine Bedenken (vgl.Senatsurteil vom 5. Februar 1964 - VIII ZR 156/62 = LM BGB § 985 Nr. 24 - WM 1964, 426, 427; RGZ 136, 422, 424).
Solche Verträge sind von der Rechtsprechung stets als Mietverträge eingeordnet worden (vgl. die Senatsurteile vom 5. Februar 1964 - VIII ZR 156/62 -, WM 1964, 426 und vom 22. Mai 1968 - VIII ZR 69/66 -, WM 1968, 799).
Dies gilt sogar dann, wenn dem Verpächter die Übernahme des Gebäudes nach Ablauf der Pachtzeit nur freigestellt ist (BGH Urteil vom 5. März 1958 - V ZR 264/56 = LM § 95 BGB Nr. 5 = JZ 1958, 362 [BGH 05.03.1958 - V ZR 264/56] = WM 1958, 564; Senatsurteil vom 5. Februar 1964 - VIII ZR 156/62 = Betrieb 1964, 368 = WM 1964, 426; Senatsurteil vom 16. Juni 1965 - VIII ZR 146/63 = Betrieb 1965, 1553 = WM 1965, 1028).
Die Parteien können die zwingenden Vorschriften der §§ 93 ff BGB nicht durch Parteivereinbarung außer Kraft setzen (Senatsurteil vom 5. Februar 1964 a.a.O.).
Soweit trotz fehlender Abtretbarkeit in Betracht kommt, dass ein Eigentümer einen Dritten ermächtigt, den Herausgabeanspruch im eigenen Namen als Prozessstandschafter geltend zu machen (vgl. BGH NJW-RR 2014, 526; WM 1964, 426; NJW-RR 1986, 158), stützt sich die Klägerin auf eine solche unabhängig von der Abtretung erteilte Ermächtigung nicht, zudem wäre ihre Prozessführungsbefugnis als Prozessstandschafterin zu verneinen.
Diese Vermutung wird nach der Rechtsprechung nicht schon bei langer Dauer des Vertrages oder bei massiver Bauart des Bauwerks hinfällig, sie kann jedoch - im Einzelfall - widerlegt werden, wenn der Grundstückseigentümer aufgrund vertraglicher Absprachen nach Ablauf der Vertragszeit das Bauwerk gegen Zahlung einer Ablösung oder unentgeltlich übernehmen darf, jedenfalls ihm die Wahl eingeräumt wird, nach Ende des Vertrages das Bauwerk zu übernehmen oder seine Beseitigung zu verlangen (vgl. RG JW 1937, 2265; OGHZ 1, 168, 169; BGH LM § 95 BGB Nr. 5 und 15; BGH WM 1964, 426, 427; BGH DB 1965, 1553; BGH v. 12.7.1984 - IX ZR 124/83, MDR 1985, 226 = NJW 1985, 789).
Soweit der BGH in seinem Urteil vom 5.2.1964 (WM 1964, 426, 427) ausgeführt hat, für die Anwendbarkeit des § 95 BGB komme es auf einen entgegenstehenden Willen der Mietvertragsparteien nicht an, lag diesem Fall nicht eine derart eindeutige vertragliche Willensbekundung zugrunde, wie sie vorliegend hinsichtlich der Frage, ob die Tankstellenanlage nur zu einem vorübergehenden Zweck geschaffen wurde, § 2 Nr. 3 des Pachtvertrages zum Ausdruck bringt.
Diese vom Gesetz gewollte Folge kann nicht durch Parteivereinbarung, auch nicht auf dem in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Beklagten gewählten Weg außer Kraft gesetzt werden (vgl. WM 1964, 426, 427; WM 1971, 822, 824).
BGH, 29.01.1968 - VIII ZR 161/65
Erhebung einer Widerklage - Zeugenbefragung bezüglich der Übernahme eines …