Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20R%2086/85
Timestamp: 2020-01-27 15:59:25
Document Index: 373110178

Matched Legal Cases: ['§ 55', '§ 5', '§ 5', '§ 2', '§ 3', '§ 5', '§ 5', '§ 249', '§ 5', '§ 152', '§ 39', '§ 249', '§ 266', '§ 5', '§ 249', '§ 5']

BFH, 28.06.1989 - I R 86/85 - dejure.org
https://dejure.org/1989,202
BFH, 28.06.1989 - I R 86/85 (https://dejure.org/1989,202)
BFH, Entscheidung vom 28.06.1989 - I R 86/85 (https://dejure.org/1989,202)
BFH, Entscheidung vom 28. Juni 1989 - I R 86/85 (https://dejure.org/1989,202)
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AO 1977 § 55; EStG § 5 Abs. 1; KStG 1977 §§ 5 Nr. 3a, 8 Abs. 6; GewStG § 2 Abs. 3; KStDV 1977/1984 § 3 Nr. 1
Verein - Mitgliedsbeitrag - Vereinsbeitrag - Leistungen des Vereins - Tätigkeit eines Vereins - Vermittlung von Reisen - Gewährung von Darlehn - Gewerbebetrieb - Wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb - Ungewisse Verbindlichkeit - Rückstellung - Verpflichtung zur Rückgewähr
§§ 5, 8 KStG
Körperschaftsteuer; Besteuerung von Vereinsbeiträgen
Zusammenfassung von "Neue Ansatzkriterien für Verbindlichkeitsrückstellungen? (Teil II)" von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Adolf Moxter, original erschienen in: DStR 2004, 1098 - 1102.
BB 1989, 1946
DB 1989, 2411
c) Der BFH hat die Gemeinnützigkeit wegen fehlender Selbstlosigkeit verneint, wenn ein Wettbewerbsverein (Abmahnverein) vornehmlich zur Wahrung der gewerblichen Interessen seiner unternehmerisch tätigen Mitglieder tätig wird (BFH-Urteil vom 06.10.2009 - I R 55/08, BFHE 226, 525, BStBl II 2010, 335) oder wenn sich ein Verein mit dem Zweck der sozialen, gesundheitlichen und kulturellen Betreuung von Angestellten mehrerer Banken und ihrer Angehörigen darauf beschränkt, seinen Mitgliedern preisgünstige Reisen zu vermitteln und zinsgünstige Darlehen zu gewähren (BFH-Urteil vom 28.06.1989 - I R 86/85, BFHE 157, 416, BStBl II 1990, 550).
- eine betrieblich veranlasste und konkretisierte Verbindlichkeit gegenüber einem anderen, die nach Entstehung, Grund und/oder Höhe und/oder Fälligkeit ungewiss ist; (vgl. z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 28. Juni 1989 I R 86/85, BFHE 157, 416, BStBl II 1990, 550, unter II. 7. der Gründe;… Weber-Grellet in Schmidt, Einkommensteuergesetz, 20. Aufl., § 5 Rz. 361, m.w.N.); .
Dagegen sind die Voraussetzungen für die Bildung einer Verbindlichkeitsrückstellung i. S. von § 249 Abs. 1 Satz 1 des Handelsgesetzbuches (HGB) erfüllt, da über die Höhe der Verbindlichkeit Unsicherheit besteht, die künftigen Ausgaben wirtschaftlich im abgelaufenen Wirtschaftsjahr verursacht wurden und die Inanspruchnahme nach den am Bilanzstichtag gegebenen Verhältnissen wahrscheinlich ist (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 28. Juni 1989 I R 86/85, BFHE 157, 416, BStBl II 1990, 550, m. w. N.).
Die Rückstellung mußte in der Handelsbilanz passiviert werden (Urteil in BFHE 157, 416, BStBl II 1990, 550); sie ist gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) auch für das Steuerrecht zu berücksichtigen.
Das entspricht einem allgemeinen Grundsatz ordnungsmäßiger Bilanzierung (§ 152 Abs. 7 AktG a. F. i. V. m. § 39 des Handelsgesetzbuches - HGB - a. F. - jetzt: § 249 Abs. 1, § 266 Abs. 3 Abschn. B HGB n. F. - und § 5 Abs. 1 EStG; vgl. z. B. Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 28. Juni 1989 I R 86/85, BFHE 157, 416, BStBl II 1990, 550, m. w. N.).
Eine solche Rückstellung setzt voraus, dass eine ungewisse Verbindlichkeit besteht, die im abgelaufenen Wirtschaftsjahr wirtschaftlich verursacht wurde und deren Geltendmachung gegenüber dem Steuerpflichtigen nach den Verhältnissen am Bilanzstichtag wahrscheinlich ist (BFH-Urteile vom 28. Juni 1989 I R 86/85, BFHE 157, 416, BStBl II 1990, 550; vom 4. Februar 1999 IV R 54/97, BFHE 187, 418, BStBl II 2000, 139).
Eine solche Rückstellung ist zu bilden, wenn eine ungewisse Verbindlichkeit besteht, die im abgelaufenen Wirtschaftsjahr wirtschaftlich verursacht und deren Geltendmachung gegenüber dem Steuerpflichtigen nach den Verhältnissen am Bilanzstichtag wahrscheinlich ist (BFH-Urteil vom 28. Juni 1989 I R 86/85, BFHE 157, 416, BStBl II 1990, 550).
Eine Verpflichtung muß, um rückstellungsfähig zu sein, nicht nur an Vergangenes anknüpfen, sondern auch Vergangenes abgelten (vgl. BFH, Urteile v. 28. Juni 1989 - I R 86/85, BB 1989, 1946, 1947; v. 25. August 1989 - III R 95/87, BB 1989, 2078, 2079; Adler/Düring/Schmaltz, Rechnungslegung, 5. Aufl., HGB § 249 Rdn. 70; Moxter, BB 1984, 1780, 1784; ders. Handels- und Steuerrecht FS.
Eine Rückstellung für eine ungewisse Verbindlichkeit ist danach zu bilden, wenn sie im abgelaufenen Wirtschaftsjahr wirtschaftlich verursacht und ihre Geltendmachung gegenüber dem Steuerpflichtigen nach den Verhältnissen am Bilanzstichtag wahrscheinlich ist (BFH-Urteil vom 28. Juni 1989 I R 86/85, BFHE 157, 416, BStBl II 1990, 550).
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