Source: https://www.wf-frank.com/detail/article/gesetzliche-erbfolge-im-erbrecht-von-oesterreich-1858.html
Timestamp: 2019-09-17 14:34:34
Document Index: 147046302

Matched Legal Cases: ['§ 727', '§ 757', '§ 732', '§ 726', 'EuG', 'OGH', 'BGH']

Gesetzliche Erbfolge im Erbrecht von Österreich
Die „gesetzlichen Erbfolge“ ist in §§ 727 ff. Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch (ABGB) geregelt.
neben Großeltern zu zwei Dritteln des Nachlasses gesetzlicher Erbe.
Sind neben Großeltern Nachkommen verstorbener Großeltern vorhanden, so erhält überdies der Ehegatte von dem restlichen Drittel des Nachlasses den Teil, der den Nachkommen der verstorbenen Großeltern zufallen würde.
Gleiches gilt für jene Erbteile, die den Nachkommen verstorbener Geschwister zufallen würden. In den übrigen Fällen erhält der Ehegatte den ganzen Nachlass (§ 757 Abs. 1 ABGB).
Zur ersten Linie gehören diejenigen, welche sich unter dem Erblasser, als ihrem Stamme, vereinigen, nämlich: seine Kinder und ihre Nachkömmlinge. Wenn alle Kinder noch leben, wird die Erbschaft unter ihnen nach Köpfen geteilt, § 732 AGBGB. Ist ein Kind des Erblassers vor ihm gestorben, und sind von demselben Ein oder mehrere Enkel vorhanden. so fällt der Anteil, dem Enkel bzw. den Enkeln gleichen Teilen zu, 733 AGBGB. Ist von diesen Enkeln ebenfalls Einer gestorben und hat Urenkel nachgelassen; so wird auf die nämliche Art der Anteil des verstorbenen Enkels unter die Urenkel gleich geteilt. Sind von einem Erblasser noch entferntere Nachkömmlinge vorhanden; so wird die Teilung verhältnismäßig nach der eben gegebenen Vorschrift vorgenommen.
Ist niemand vorhanden, der von dem Erblasser selbst abstammt, so fällt die Erbschaft den Erben der zweiten Linie zu. Dies sind die Eltern und ihre Nachkömmlinge. Leben noch beide Eltern, so erben sie zu gleichen Teilen. Ist ein Elternteil vorverstorben, so treten dessen Kinder oder Nachkömmlinge in sein Recht ein.
Zur dritten Linie gehören die Großeltern samt den Geschwistern der Eltern und ihren Nachkömmlingen.
Von der vierten Linie sind nur des Erblassers erste Urgroßeltern zur Erbfolge berufen.
Erbrecht der Vermächtnisnehmer
Will oder kann weder ein Erbe, noch ein Nacherbe die Verlassenschaft annehmen, so fällt das Erbrecht auf die gesetzlichen Erben. Entsagen auch sie der Erbschaft; so werden die Legatare verhältnismäßig als Erben betrachtet (§ 726 ABGB). Mehrere Vermächtnisnehmer erben im Verhältnis des Wertes der vermachten Vermögensgegenstände.
Ist ein Nachlass erblos und erben auch nicht die Vermächtnisnehmer, fällt die Verlassenschaft der Republik Österreich zu, 760 AGBGB.
Veit Klinger 25.11.2016
EuGH: Erhöhung des gesetzlichen Erbteils des Ehegatten im Europäischen Nachlasszeugnis auszuweisen
OGH (Österreich): Deutscher Erbschein genügt für Grundbucheintragung des Erben
BGH: Anwendbares Recht im Hinblick auf eine Stiftung bestimmt sich nach dem Gesellschaftsstatut