Source: http://www.authora.de/handelsrecht/
Timestamp: 2017-09-20 23:25:13
Document Index: 37150531

Matched Legal Cases: ['§ 348', '§ 350', '§ 345', '§ 377', '§ 15', '§ 346']

Handelsrecht - Sonderprivatrecht für Kaufleute
Besondere Rechte für Kaufleute
Insbesondere werden im HGB folgende besonderen Rechte der Kaufleute im Rechtverkehr Rechnung getragen:
Die Eigenverantwortung des Kaufmannes wird etwa durch die begrenzten Vertragsstrafen (§ 348 HGB) und die Formfreiheit (§ 350 HGB) geschützt und unterstrichen.
Der Anspruch der Entgeltlichkeit für eine Leistung, die der Kaufmann ohne Sondervereinbarungen erhält (§ 345 HGB).
Die zügige Abwicklung des Geschäftes, wodurch die unverzügliche Mängelrüge gerechtfertigt wird (§ 377 HGB).
Die Publizität und die Rechtsklarheit, die insbesondere Kaufleute genießen (§§ 15, 5 HGB).
Die Integration von Handelsbräuchen in das geltende Recht (§ 346 HGB).
Fasst man das Handelsrecht im weitesten Sinne, wo werden auch noch sogenannte Nebengesetze hinzugezählt. Dazu gehören dann Wechselgesetz, gewerbliche Rechtsschutz, Gesellschaftsrecht und das Scheckgesetz. Jedoch sind die in Deutschland geltenden für das Handelsrecht maßgeblichen Paragrafen, fast ausnahmslos im HGB vertreten.
Das Handelsrecht als gesetzliche Verpflichtung und als maßgebliche Regelung für alle Kaufleute, geht bei uns in Deutschland auf die städtischen Rechte von Handelsmetropolen zurück. Dazu zählen insbesondere die freien Reichsstädte aber natürlich auch die Hansestädte. Die Geschichte der Handelsbräuche, auf denen die heutige Gesetzgebung fußt, reicht natürlich deutlich weiter zurück.
Erstmalig vom Gesetzgeber beschlossen wurde das Handelsrecht erstmals im Jahre 1861 für alle deutschen Staaten, als Allgemeines Deutsches Handelsgesetzbuch (ADHBG) gültig. Danach wurde es oft überarbeitet und wurde im Jahre 1897 vom auch heute noch erhaltenen HGB abgelöst. Welches zusammen mit dem Bürgerlichen Gesetzbuch im Januar 1900 in Kraft trat.
Für alle Kaufleute, die in Europa Handel treiben ist, es wichtig zu wissen, dass nicht automatisch in allen Staaten der EU das gleiche Handelsrecht gilt. So ist etwa in Österreich ein anderes Handelsrecht gültig im Gesetz verankert. Dieses ist zwar stark am HGB orientiert, darum sind einige handelsrechtlichen Bestimmungen nicht ganz mit dem deutschen Handelsrecht vereinbar. Wichtig ist hierbei auch, welche Absprachen die Kaufleute untereinander getroffen haben. So kann es günstig sein bereits im Vertrag, den man mit dem Handelspartner schließt, festzulegen, welches Handelsrecht für den vereinbarten Handel gelten soll.
Interessant ist auch, dass einige Staaten gar kein gesondertes Handelsrecht im Gesetz vereinbart haben. Hierzu zählt beispielsweise die Schweiz, die den Handel weitestgehend im schweizerischen Zivilgesetzbuch regelt.
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