Source: http://www.juralit.com/2014/10/05/neues-verbraucherschutzrecht/
Timestamp: 2017-09-19 20:39:29
Document Index: 388435136

Matched Legal Cases: ['§ 312', '§ 312', '§ 355', '§ 323', '§ 314', '§ 443']

Brönneke/Tonner, Das neue Schuldrecht, 2014, Nomos
Tobias Brönneke/Klaus Tonner (Hrsg.)
Baden-Baden: Nomos, 2014, 182 S.,
ISBN 978-3-8487-1225-0
Aufgrund der Umsetzung der EU - Verbraucherrechterichtlinie v. 25.10.2011 (2011/85/EU) sind am 13. Juni 2014 neue Regelungen über Widerrufsrechte der Verbraucher und Informationspflichten bei Fernabsatzverträgen und bei außerhalb von Geschäftsräumen abgeschlossenen Verträgen (bisher: Haustürgeschäfte) in Kraft getreten. Diese Regelungen haben eine europäische Rechtsvereinheitlichung bewirkt, da die betreffenden Regelungen in ganz Europa umgesetzt werden mussten und einen weiteren Anwendungsbereich haben als dies bisher der Fall war.
Bereits seit Veröffentlichung des Richtlinientextes war aber deutllich, dass - je nach nationaler Umsetzung - in Teilbereichen Probleme bestehen würden, auch hinsichtlich der technischen Umsetzung. Von dieser Richtlinie ist nicht nur der gesamte Internethandel betroffen, sondern auch der Bereich des Mobile - Commerce, obwohl diese Relevanzen im Entstehungsprozess nur unzureichend erkannt worden sind.
Das exzellente Handbuch gibt für den Bereich des Internethandels sehr zielführende Informationen. Sämtliche Gestaltungen, die für rechtssichere Vertragsabschlüsse im Internet zukünftig notwendig sind, werden erörtert und praxisnah dargestellt.
Im Kern der Darstellung stehen der Anwendungsbereich der Vorschriften über besondere Vertriebsformen, die zentrale Problematik der gesetzlichen Widerrufsrechte und die Belehrungserfordernisse, die gesetzlichen Informationspflichten (die erheblich erweitert worden sind), die Rückabwicklung widerrufener Verträge, die teilweise sehr schwierigen Vorschriften über Kosten für Nebenleistungen, die Änderungen beim relativen Fixgeschäft und der Wegfall der Nachfristsetzung.
Es liegt auf der Hand, dass diese Reform die Vertrags - und AGB - Praxis vor erhebliche Anforderungen gestellt hat und weiter stellt, zumal etliche Anbieter immer noch keine Umstellung vorgenommen haben.Praxisnah erläutert werden in diesem Handbuch alle Auswirkungen der Umsetzung der Verbraucherrechterichtlinie sowie die Auswirkungen der Vollharmonisierung.
Im Kern betreffen die Änderungen die §§ 312 - 312 i BGB (jetzt: §§ 312 - 312 k BGB) über besondere Vertriebsformen sowie die §§ 355 - 360 BGB, die vollständig geändert wurden, wobei es sehr auf Details ankommt. Die vorvertraglichen Informationspflichten treffen jetzt erstmals auch den stationären Handel.Das Buch ist so gehalten, dass der Leser es punktuell einsetzen kann. Der Überblicksbeitrag bringt einen Überblick über die gesamte Reform und erlaubt eine systematische Einordnung, die alle bisherigen Regelungen den neuen Regelungen in Übersichten gegenüberstellt.
Die weiteren Kapitel widmen sich den Schwerpunkten der Reform, ausgehend vom Anwendungsbereich über die besonderen Vertriebsformen, über die zentrale Thematik der Widerrufsrechte nebst den jetzt bestehenden Ausnahmen, über die erheblich erweiterten Informationspflichten, die veränderte Rückabwicklung der Verträge nach Widerruf sowie die Kosten für Nebenleistungen. Die Reform hat auch Auswirkungen auf das allgemeine und besondere Schuldrecht, die hier ebenfalls dargestellt werden und zwar mit den erheblichen Änderungen des zentralen § 323 BGB nebst § 314 BGB sowie §§ 443, 474 BGB.
Das ganz exzellente Handbuch enthält alle wesentlichen Informationen für einen präzisen Umgang mit der Reform, besonders für den Bereich des Internetwarenhandels.
Oktober 5th, 2014 Posted by admin | Medienrecht, Europarecht, Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, IT - Recht | no comments