Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=X%20R%2027/16
Timestamp: 2019-01-20 10:09:11
Document Index: 310943220

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 118', '§ 15', '§ 126', '§ 143', '§ 15', '§ 118', '§ 15', '§ 15', '§ 118', '§ 15', '§ 15', '§ 2']

BFH, 23.08.2017 - X R 27/16 - dejure.org
§ 15 Abs. 2 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes, § 118 Abs. 2 FGO, § 15 Abs. 2 Satz 1 EStG, § 126 Abs. 5 FGO, § 143 Abs. 2 FGO
§ 15 Abs 2 S 1 EStG 2002, § 118 Abs 2 FGO, § 15 Abs 2 S 1 EStG 2009, EStG VZ 2005, EStG VZ 2008
EStG § 15 Abs. 2 Satz 1; FGO § 118 Abs. 2
Prüfung der Gewinnerzielungsabsicht bei verschiedenen Betätigungen
EStG § 15 Abs 1 Nr 1, EStG § 15 Abs 2, EStG § 2 Abs 1
Einheitlicher Gewerbebetrieb, Liebhaberei, Totalgewinnprognose, Gewinnerzielungsabsicht, Yacht
c) An der Absicht Gewinn zu erzielen fehlt es, wenn die Prognose des zu erwirtschaftenden Totalgewinns negativ ist und der Steuerpflichtige die verlustbringende Tätigkeit nur aus im Bereich seiner Lebensführung liegenden persönlichen Gründen und Neigungen ausübt (ständige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteile vom 26. Februar 2004 IV R 43/02, BFHE 205, 243, BStBl II 2004, 455; vom 17. November 2004 X R 62/01, BFHE 208, 522, BStBl II 2005, 336, und vom 23. August 2017 X R 27/16, BFH/NV 2018, 36, Rz 16).
Beim BFH sei derzeit unter dem Aktenzeichen X R 27/16 ein Verfahren anhängig, bei dem es darum gehe, dass die Fortführung eines verlustbringenden Geschäftskonzepts über einen erheblichen Zeitraum ohne Ermittlung der Verlustursachen und Vornahme geeigneter Maßnahme ohne Feststellung besonderer privater Motive auf das Fehlen von Gewinnerzielungsabsicht schließen lasse.
Bei "echten" Verlusten bleibt die Steuerersparnis stets hinter dem erforderlichen wirtschaftlichen Aufwand zurück, so dass sie bei einem ökonomisch kalkulierenden Steuerpflichtigen nicht als Triebfeder seines Tuns in Betracht kommt (BFH, Urteil vom 28.07.2017 X R 27/16, BFH/NV 2018, 36, Rn 27).
An die Feststellung persönlicher Gründe oder Motive, die den Steuerpflichtigen trotz überwiegender Verluste zur Weiterführung seinen Unternehmens bewogen haben könnten, sind deshalb in diesen Fällen keine hohen Anforderungen mehr zu stellen (BFH-Urteil vom 23. Mai 2007 X R 33/04, BStBl. II 2007, 874, 877 m.w.N.; BFH-Beschluss vom 24. September 2008 X B 86/07, BFH/NV 2009, 18 vgl. auch BFH-Urteil vom 23. August 2017 X R 27/16 unter www.bundesfinanzhof.de Rubrik Entscheidungen online veröffentlicht am 15. November 2017).