Source: https://www.christophbecker.org/der-bgh-entscheidet-erneut-uber-ubersetzerhonorare/
Timestamp: 2019-05-23 08:47:17
Document Index: 89718771

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 32', 'BGH', 'BGH']

Rechtsanwalt Becker: Der BGH entscheidet erneut über Übersetzerhonorare | Rechtsanwalt Christoph Becker
Pressemitteilung des BGH vom 20. Januar 2012:
Der u. a. für das Urheberrecht zuständige I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat seine Rechtsprechung zur angemessenen Honorierung von Übersetzern (BGH, Urteil vom 7. Oktober 2009 – I ZR 38/07, BGHZ 182, 337 – Talking to Addison, vgl. Pressemitteilung Nr. 207/2009 vom 7. Oktob er 2010) bestätigt und fortgeführt.
Der klagende Übersetzer h atte sich gegenüber dem beklagten Verlag im Oktober 2002 zur Übersetzung eines Sachbuchs aus dem Englischen ins Deutsche verpflichtet. Er räumte dem Verlag umfassende Nutzungsrechte an seiner Übersetzung ein. Dafür erhielt er das vereinbarte Honorar von 19 € für jede Seite des übersetzten Textes. Darüber hinaus war ihm für den Fall, dass mehr als 15.000 Exemplare der Hardcover-Ausgabe verkauft werden, ein zusätzliches Honorar von 0,5% des Nettoladenverkaufspreises zugesagt. An den Erlösen des Verlags aus der Vergabe von Taschenbuch- und Buchgemeinschaftslizenzen war er nach dem Vertrag mit 5% des Nettoverlagsanteils zu beteiligen.
Der Anspruch dürfte auf ( § 32 UrhG ) beruhen. Eine Urteil in die richtige Richtung! Hier haben sich die Richter des BGH wohl vom Autorenstreik in den USA positiv inspirieren lassen. Wenn jemand an einer erbrachten Leistung überdurchschnittlich viel Umsatz / Gewinn macht, ist es in meinen Augen nur recht und billig den Übersetzer (der durch seine gute Leistung maßgeblich zum Erfolg beiträgt) am Umsatz zu beteiligen. Dabei hat der BGH hier, mit 0,8% für Hardcover und 0,4% für Taschenbücher des Nettoladenverkaufspreises, eine angemessene Regelung gefunden, die wohl für jeden Verlag durchaus tragbar ist.
Beteiligung, Honorar, Rechtsanwalt, Übersetzer, Urheberrecht