Source: http://abgeltungssteuerseminare.de/
Timestamp: 2016-10-21 08:59:16
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Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20']

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Die Abgeltungssteuer in Deutschland ist eine so genannte Quellensteuer. Die Abgeltungssteuer findet Anwendung auf Kapitalertäge und Veräußerungsgewinne.
Die Abgeltungssteuer wurde zum 1. Januar 2009 geltendes Recht. Eine neue Ära im deutschen Steuerrecht.
Kapitalerträge unterliegen nicht mehr dem persönlichen Steuersatz. Sie werden mit einer Pauschalsteuer von 25 Prozent belegt. Hinzu kommen der gesetzlich festgelegte Solidaritätszuschlag sowie die Kirchensteuer (soweit zutreffend).
Die Folgen der Abgeltungssteuer im Überblick:
Mit der seit dem 1.1.2009 ergebenden Rechtslage, entstanden aus der Verabschiedung des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 vom 14.8.2007 (BGBl I 2007 Nr. 40 S. 1912) für den Steuerzahler neue Verpflichtungen zur Zahlung von Steuern auf Kapitalerträge und Veräußerungsgewinne.
Kapitalerträge, was gehört in diese steuerpflichtige Kategorie?
Die Kapitalerträge, die von der Abgeltungssteuer betroffen sind, lassen sich im Wesentlichen einteilen in
Steuerpflichtige Erträge die von der Abgeltungssteuer erfasst werden, sind also neben Zinsen und Dividenden Erträge aus Investmentfonds und Zertifikaten sowie die Erträge aus jedweder Art von Kapitalforderungen. Bei Letzteren wird vorausgesetzt, dass die Rückzahlung des Kapitalvermögens bzw. ein Entgelt für dessen Überlassung zur Nutzung vereinbart wurde oder tatsächlich geleistet worden ist. Dies trifft auch dann zu, wenn die Höhe der Rückzahlung oder die Zahlung des Entgelts von einem unbestimmten Ereignis abhängt (§ 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG). Die Pflicht zur Steuerzahlung entsteht unabhängig von der Bezeichnung bzw. der zivilrechtlichen Gestaltung der Kapitalanlage. Daraus ergibt sich: Die Unterscheidung zwischen Zinspapier, Finanzinnovation und Spekulationspapier ist irrelevant. Auch die Stillhaltergeschäfte gehören seit 2009 zu den Kapitaleinkünften (§ 20 Abs. 1 Nr. 11 EStG).
Zinsen, die aus jeglicher Art von reinen Geldanlagen resultieren, werden von der Abgeltungssteuer erfasst. Hierzu gehören
Die Veräußerungsvorgänge, aus denen sich eine Steuerpflicht ergibt, wurden in § 20 Abs. 2 EStG neu gefasst. Danach gehören zu diesen Geschäften die Veräußerung von:
Dividenden- oder Zinsscheinen (Kupons) ohne das Stammrecht,
Anteilen an Körperschaften in Form von Aktien oder Geschäftsanteilen,
Anteilen an einer stillen Gesellschaft oder eines partiarischen Darlehens,
von sonstigen Kapitalforderungen soweit diese von § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStGerfasst wird oder eine Rechtsposition i. S. des § 20 Abs. 1 Nr. 9 EStG.
Weitere steuerpflichtige Vorgänge nach § 20 Abs. 2 EStG sind:
die Gewinne aus Termingeschäften,
die Übertragung von Rechten bei Hypotheken, Grundschulden und Renten.
Bei den Dachfonds ergibt sich eine Besonderheit insofern, als nicht der Wechsel
innerhalb des Dachfonds und ein damit verbundener Wertzuwachs steuerpflichtig wird, sondern erst für den Fall, dass der Dachfonds selbst veräußert wird.
Nicht unter die Regelungen der Abgeltungssteuer fallen u. a.:
edle Metalle (Gold, Silber, Platin, Palladium) in physischer oder Münzform
Antiquitäten und Münzsammlungen
Erträge aus geschlossenen Fonds (Schiffe, Immobilien)
Leistungen aus der betrieblichen Altersvorsorge
Kapitallebens- und Rentenversicherungen, die vor 2005 abgeschlossen wurden
Kapitalerträge aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbständiger Arbeit
Für die Einkünfte aus den vorgenannten Quellen gelten jeweils die diesbezüglichen steuerrechtlichen Normen.
Abgeltungssteuer mit weniger als 25 Prozent?
Unter Umständen kann die gesetzliche Höhe der Abgeltungssteuer die mit 25 Prozent (zumindest derzeit) festgeschrieben wurde, reduziert werden. Das kann dann der Fall sein, wenn der “persönliche” (Grenz-) Steuersatz geringer ist als 25 Prozent. Ausschlaggebend hierbei ist das Jahreseinkommen. Liegt dieses bei einer Einzelperson bei ca. 15.000 Euro bzw. bei einem gemeinsam veranlagten Ehepaar bei ca. 30.000 Euro, so empfiehlt es sich, die Kapitaleinkünfte in der Steuererklärung anzugeben und auf eine individuelle Besteuerung zu bestehen. Das zuständige FA ist verpflichtet, nach dem Prinzip der “Günstiger-Regelung” zu prüfen. Liegt dieser unter 25 Prozent, wird dieser auch auf die erzielten Kapitalerträge angewendet.
Kapitalerträge aus dem Ausland
Muss Abgeltungssteuer auch auf Kapitalerträge gezahlt werden, die aus dem Ausland kommen? Soweit ein Konto (oder Depot) im Ausland besteht oder die Kapitalerträge kommen von einer ausländischen Bank oder einer Tochtergesellschaft einer deutschen Bank wird keine Abgeltungssteuer erhoben. Für den Konto/Depotinhaber jedoch besteht die Verpflichtung, seine Kapitalerträge in seiner Steuerklärung anzugeben.
Mit der zum 1. Januar 2009 eingeführten Abgeltungssteuer wurde ein Sparerpauschbetrag (§ 20 Abs. 9 EStG) definiert. In Höhe dieses Betrages kann ein Freistellungsauftrag gegenüber der Einrichtung/Institution erteilt werden, bei der der Kapitalertrag entsteht. Überwiegend wird es sich hierbei um ein entsprechendes deutsches Kreditinstitut handeln. Für Einzelpersonen beträgt der jährliche Pauschbetrag 801 Euro, für zusammen veranlagte Ehepaare 1602 Euro. Um von dieser Regelung Gebrauch zu machen bedarf es einer ausdrücklichen Erklärung mittels eines Freistellungsauftrags.
Die Abgeltungssteuer ist als Quellensteuer geregelt. Das bedeutet: Die Institution bei der die Einkünfte entstehen (Quelle) ist gegenüber dem Finanzamt verpflichtet, die Steuern in der gesetzlich festgelegten Höhe direkt abzuführen. Wurde kein Freistellungsauftrag erteilt, bleibt der gesetzlich gewährte Sparerpauschbetrag unberücksichtigt.