Source: https://reiserechtfuehrich.com/2018/05/30/fuehrich-bgh-beguenstigt-veranstalter-der-vertragswidrig-kreuzfahrt-vereitelt/
Timestamp: 2019-12-09 02:36:55
Document Index: 23297439

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 651', '§ 651', 'BGH', 'BGH', '§ 651', 'BGH', '§ 651']

BGH: Veranstalter vereitelt durch Buchungsfehler Kreuzfahrt – Reiserecht Prof. Dr. Führich
BGH: Veranstalter vereitelt durch Buchungsfehler Kreuzfahrt
BGB § 651f Abs. 2, § 651c Abs. 3
1. Bei der Bestimmung der Höhe des Anspruchs des Reisenden gegen den Reiseveranstalter auf eine angemessene Entschädigung wegen nutzlos auf- gewendeter Urlaubszeit sind vor allem das Ausmaß der Beeinträchtigung des Reisenden durch die nicht oder mangelhaft erbrachten Reiseleistungen und der Reisepreis zu berücksichtigen (Bestätigung von BGH, Urteil vom 11. Ja- nuar 2005 – X ZR 118/03, BGHZ 161, 389).
2. Die vollständige Vereitelung einer Reise begründet in der Regel keine Beeinträchtigung des Reisenden, die der Beeinträchtigung durch grob mangelhafte, den Erholungs-, Erlebnis- oder Bildungswert der Reise nahezu vollständig entwertende Mängel der geschuldeten Reiseleistungen gleichkäme.
3. Macht der Reisende einen Entschädigungsanspruch wegen Vereitelung der Reise geltend, stehen ihm daneben weder unter dem Gesichtspunkt des Aufwendungsersatzes nach § 651c Abs. 3 BGB noch unter dem Gesichts- punkt des Schadensersatzes die Mehrkosten einer Ersatzreise zu.
BGH, Urteil vom 29. Mai 2018 – X ZR 94/17
Zwar mag die Vereitelung der Reise auf den ersten Blick als die am weitesten reichende Form der Beeinträchtigung des vom Reiseveranstalter geschuldeten Reiseerfolgs erscheinen. Auch bei Vereitelung der Reise geht es aber bei dem Anspruch auf Entschädigung nach § 651f Abs. 2 BGB nicht um eine „zweite Rückerstattung“ des Reisepreises. Vielmehr ist allein bezweckt, den Reisenden dafür zu entschädigen, dass er seine Urlaubszeit nicht so verbringen konnte, wie mit dem Veranstalter vereinbart wurde. Die sich daraus ergebende (immaterielle) Beeinträchtigung kann bei groben Mängeln der Reiseleistung erheblich größer sein, als wenn die Reiseleistung bei einer Vereitelung der Reise überhaupt nicht erbracht wird. Da maßgeblich auf den dem Reisenden durch die Vereitelung der Reise entgangenen Nutzen abzustellen ist, ist es für die Höhe der Entschädigung auch unerheblich, wie der Reisende im Falle einer vereitelten Reise die vorgesehene Reisezeit verbracht hat.
OLG Köln – Urteil vom 19. Juli 2017 – 16 U 31/17, RRa 2017, 305
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