Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Wasserschaden-und-Schadensersatz--f67737.html
Timestamp: 2020-01-26 15:03:07
Document Index: 167178606

Matched Legal Cases: ['§ 536', '§ 634', '§ 280', '§ 4', '§ 3', '§ 11']

Wasserschaden und Schadensersatz - frag-einen-anwalt.de
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05.07.2009 10:52 |
1.Kann der Mieter mich als Vermieter für Schadensersatz für seine Möbel haftbar machen bzw. Mietkürzungen vornehmen, wenn
a) die Ursache ein Wasserschaden ist oder
Mieter Mieter Schaden Wasserschaden Schimmel
1. Hat die Mietsache zur Zeit der Überlassung an den Mieter einen Mangel, der ihre Tauglichkeit zum vertragsgemäßen Gebrauch aufhebt, oder entsteht während der Mietzeit ein solcher Mangel, so kann der Mieter für die Zeit, in der die Tauglichkeit aufgehoben ist, die Miete gemäß § 536 BGB mindern. In folgenden Entscheidungen hielten die Gerichte bei Schimmelbefall eine Minderungsquote i. H. v. 10 % für angemessen:
+ LG Hamburg, Urteil vom 10.04.1984 - 16 S 211/83, WM 1985, S. 21
+ AG Darmstadt, Urteil vom 17.01.1979 - 37 C 2894/78
Der Umfang der Mietminderung kann allerdings nicht pauschal bestimmt werden. Es kommt immer auf sämtliche Umstände des Einzelfalles an.
Ob vorliegend eine Mietminderung berechtigt ist, bleibt fraglich und müsste im Streitfall unter Umständen durch ein kostspieliges Sachverständigengutachten geklärt werden. Die Ursachen für die Schimmelbildung können vielfältig sein: Unzureichendes Lüften und Beheizen, Wasserschaden, undichte Rohre, sonstige Baumängel, usw.
Die in einem Prozess unterliegende Partei müsste nicht nur für Gerichts - und Anwaltsgebühren sondern auch für die veranlassten Kosten eines Sachverständigengutachtens aufkommen.
3. Gegenüber dem Installateur können Sie gemäß §§ 634 Nr. 4 BGB i. V. m. § 280 Abs. 1 BGB Schadensersatz fordern, wenn er den Schaden fahrlässig (ohne die im Verkehr erforderliche Sorgfalt) verursacht hat. Dass der Installateur fahrlässig gearbeitet hat und damit den Schaden kausal verursacht hat, müssten Sie im Streitfall vor Gericht darlegen und auch beweisen.
4. Außerdem kommen gegen den Hersteller der Abwasserpumpe Schadensersatzansprüche auf Grund sogenannter Produkthaftung in Betracht.
Hierfür genügt es, dass das Produkt fehlerhaft ist und gewerblich in den Vertrieb gelangte.
Hersteller i. S. d. § 4 ProdHaftG ist nicht nur der Endproduzent des Produkts, sondern auch ein Hersteller von Komponenten. Wie Hersteller behandelt werden Händler, die keinen Hersteller benennen können („no-name-Produkte“), sowie Importeure von Waren aus Gebieten außerhalb der EU.
Ein Produkt hat einen Fehler, wenn es nicht die Sicherheit bietet, die unter Berücksichtigung aller Umstände berechtigterweise erwartet werden kann; vgl.: § 3 ProdHaftG.
Ein Verschulden des Herstellers ist für die Haftung also nicht erforderlich.
Im Falle einer Sachbeschädigung hat der Geschädigte allerdings gemäß § 11 ProdHaftG einen Schaden bis zu einer Höhe von 500 Euro selbst zu tragen.