Source: https://www.anwalt.de/rechtstipps/unfall
Timestamp: 2020-06-02 18:44:28
Document Index: 359057351

Matched Legal Cases: ['§ 142', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'EuG', 'BGH', 'BGH']

Unfall ► wenn es im Straßenverkehr gekracht hat
Unfall - Was Sie wissen und beachten müssen!
Verlässt man als Unfallbeteiligter den Unfallort, ohne ausreichend lange gewartet zu haben, begeht man Unfallflucht.
Fast immer ist es empfehlenswert, nach einem Unfall die Polizei zu rufen.
Für Schäden, die bei einem Unfall entstanden sind, muss stets der Unfallverursacher haften.
Ist ein Tier Unfallursache, kommt es darauf an, ob es sich um ein Wildtier, Haustier oder Nutztier handelt.
Trägt man bei einem Unfall Verletzungen davon, so hat man im Regelfall einen Schmerzensgeldanspruch gegen den Unfallverursacher
Wie verhält man sich nach einem Unfall am besten?
Wenn man im Straßenverkehr in einen Verkehrsunfall verwickelt wurde, steht man zunächst einmal unter Schock. Daher ist es hilfreich, wenn man genau weiß, wie man Schritt für Schritt vorgehen sollte:
1. Unfallstelle absichern: Warnblinker einschalten und anschließend mit 50 bis 100 Metern Abstand das Warndreieck aufstellen.
2. Zudem ist es empfehlenswert, die Warnweste, die man mit sich führen muss, auch anzuziehen.
3. Falls nötig, Erste Hilfe leisten, und wenn erforderlich (siehe unten), die Polizei rufen.
4. Beweise sichern. Fotos von der Unfallstelle und den Schäden an den Fahrzeugen machen.
5. Wenn es Zeugen gibt, deren Personalien aufnehmen.
6. Zusammen mit dem Unfallgegner einen Europäischen Unfallbericht ausfüllen. Hier werden sämtliche Daten angefragt, die für die Schadensabwicklung benötigt werden.
7. Vom Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen: Man braucht und sollte sich nicht selbst belasten. Daher empfiehlt es sich, im Zweifelsfall zum Unfallhergang zu schweigen.
8. Binnen einer Woche die eigene Versicherung über den Unfall in Kenntnis setzen.
Wie lange muss man warten, um eine Unfallflucht zu vermeiden?
Wenn das eigene Verhalten auch nur irgendwie einen Beitrag zu einem Unfall geleistet haben kann, muss man danach eine bestimmte Zeit am Unfallort warten. Wer z. B. beim Ausparken ein anderes Fahrzeug beschädigt hat und nur einen Zettel mit seinen Kontaktdaten hinter dem Scheibenwischer des Unfallgegners hinterlässt, verübt Unfallflucht. Dabei handelt es sich um eine Straftat. Richtig verhält sich, wer auf den anderen Unfallbeteiligten wartet oder die Polizei verständigt.
Abhängig vom jeweiligen Einzelfall muss man unterschiedlich lange am Unfallort warten. Bei einem Parkrempler kann schon eine Viertelstunde als Wartezeit genügen. Sind dagegen schwere Schäden entstanden oder sogar Personen verletzt worden, muss man zwei Stunden oder sogar noch länger warten.
Wenn man tatsächlich Fahrerflucht begeht, sind die Folgen weitreichend. Es drohen eine Geldstrafe, Punkte, ein Fahrverbot oder Führerscheinentzug sowie Ärger mit der Versicherung. Die eigene Haftpflichtversicherung begleicht zwar den Schaden des Unfallgegners, bis zu einer Höhe von 5.000 € muss man jedoch mit einer Rückforderung dieser Kosten rechnen. Darüber hinaus verweigert die Kaskoversicherung die Begleichung des eigenen Schadens und man muss diesen selbst tragen.
Drohende Bußgelder nach einem Unfall:
Liegen gebliebenes Kfz nicht ordnungsgemäß gesichert 30 € keine nein
Nach einem Unfall den Straßenverkehr nicht gesichert oder das Auto nicht sofort an den Rand gestellt 30 € keine nein
mit Sachbeschädigung 35 € keine nein
Unfallspuren entfernt, obwohl die Polizei diese noch nicht feststellen konnte 30 € keine nein
Unfallflucht (nach § 142 Strafgesetzbuch) Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahre 3 Ja
Wann sollte man nach einem Unfall die Polizei verständigen?
Bei einem Unfall ist es nahezu immer empfehlenswert, die Polizei in die Aufnahme einzubeziehen. Unbedingt sollte sie gerufen werden, wenn in den Verkehrsunfall Mietwagen oder Firmenwagen verwickelt sind. Wenn größere Sachschäden vorliegen, jemand verletzt wurde oder der Unfallgegner Fahrerflucht begangen hat, sollte man ebenfalls auf jeden Fall die Polizei verständigen. Zudem kann die Polizei feststellen, wer die Verkehrsregeln missachtet hat, wenn Unfallgegner miteinander im Streit liegen.
Allerdings ist es nicht die Aufgabe der Beamten zu ermitteln, wer den entstandenen Schaden tragen muss. Daher ist es auch nicht sinnvoll, mit den Polizisten die Frage der Haftung zu erörtern.
Wer muss bei einem Unfall haften?
Generell muss derjenige den Unfallschaden tragen, der ihn verursacht hat. Obwohl diese Regel einfach wirkt, ist die Haftungsfrage bei vielen Unfällen deutlich schwerer zu lösen. Hauptgrund dafür ist, dass sich oft mehrere Verkehrsteilnehmer falsch verhalten haben und daher jeweils eine Teilschuld besitzen.
Im Straßenverkehr finden zudem folgende besondere Haftungsregeln Anwendung:
Der Fahrer eines Fahrzeugs muss für seine Fahrfehler einstehen.
Parallel dazu haftet aufgrund der Betriebsgefahr seines Fahrzeugs auch der Halter.
Bei der Ermittlung der Haftung muss die Betriebsgefahr mitberücksichtigt werden.
Zeigt sich, dass mehrere Personen an dem Unfall Schuld haben, ist die Teilschuld jedes Einzelnen vom Anteil seiner Schuld abhängig. Der Jurist spricht hier von der Haftungsquote. Diese muss in der Regel ein Gericht festlegen.
Was gilt bei von Tieren verursachten Unfällen?
Selbst wenn man vorsichtig fährt, lässt sich manchmal ein Unfall mit einem Tier nicht vermeiden. Das sollte man oft auch gar nicht um jeden Preis probieren. Bereits wenn man dreißig Kilometer pro Stunde fährt, kann ein Autounfall tödlich enden. Daher darf man auf keinen Fall die Kontrolle über sein Auto verlieren.
Wenn ein Tier den Unfall verursacht hat, ist die Haftungsfrage häufig schwer zu klären. Bei Haustieren wie Hund oder Katze haftet womöglich der Tierhalter. Man spricht hier von der Gefährdungshaftung des Halters. Bei Nutztieren ist für die Haftung ausschlaggebend, ob der Halter die Vorgaben der zuständigen Landwirtschaftskammer oder des verantwortlichen Landwirtschaftsamtes eingehalten hat. Bei Wildunfällen kommt es dagegen auf den Versicherungsschutz des Fahrers an.
Entstehen an fremden Fahrzeugen Schäden, übernimmt diese in der Regel die Haftpflichtversicherung. Schäden am eigenen Fahrzeug können womöglich von einer Teilkaskoversicherung übernommen werden. Voraussetzung dafür ist, dass es sich um einen Wildunfall handelt und der Fahrer sich richtig verhalten hat.
Welche Ansprüche können bei einem Unfall entstehen und wer muss dafür aufkommen?
Wenn man als Geschädigter an einem Unfall keine Schuld trägt, übernimmt die Kfz-Versicherung des Unfallverursachers die einem entstandenen Schäden.
Opfer eines Unfalls besitzen gegenüber ihrem Unfallgegner in diesem Fall u. a. folgende Ansprüche:
Schadensersatz für die am eigenen Fahrzeug verursachten Schäden
Begleichung der Abschleppkosten
Zahlung von Nutzungsausfall oder Erstattung der Mietwagenkosten, wenn das eigene Fahrzeug nicht mehr fahrtüchtig ist
Anspruch auf Schmerzensgeld bei erlittenen Verletzungen (siehe unten)
Übernahme eines womöglich entstandenen Verdienstausfalls oder Haushaltsführungsschadens
Liegt ein Totalschaden vor, so erhalten Geschädigte dagegen von ihrer Versicherung in der Regel nur den Wiederbeschaffungswert erstattet. Im Falle einer Teilschuld am Unfall erhält man auch nur anteilig Schadensersatz.
Wie setzt man nach einem Unfall einen entstandenen Anspruch auf Schmerzensgeld durch?
Wenn man als Unfallopfer bei einem Unfall verletzt wurde, ist die Versicherung des Unfallgegners dazu verpflichtet die Behandlungskosten zu übernehmen. Darüber hinaus besitzt man in der Regel auch einen Schmerzensgeldanspruch.
Um diesen Anspruch erfolgreich durchzusetzen, geht man am besten wie folgt vor:
Zunächst muss man beweisen, dass der Gesundheitsschaden wirklich aus dem Unfall resultiert.
Daher sollte man nach einem Unfall auch bei geringfügigen Verletzungen oder minimalen Schmerzen auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.
Bei gewissen Verletzungen, wie einem Schleudertrauma, kann es passieren, dass erst nach einigen Tagen Beschwerden auftreten. Daher sollte man für die Beweisführung alle gesundheitlichen Schwierigkeiten sofort schriftlich festhalten lassen.
Man sollte sich ein ärztliches Attest besorgen und erlittene Verletzungen möglichst durch geeignete Fotos belegen.
Einschränkungen im Alltag durch erlittene Verletzungen sollten ebenso schriftlich dokumentiert werden.
Rechtstipps zu "Unfall"
Europäischer Gerichtshof – Abschalteinrichtungen in Dieselautos grundsätzlich unzulässig
26.05.2020 Rechtsanwalt Felix Fehrenbach
Der Europäische Gerichtshof befasst sich aktuell in 9 Verfahren mit dem Diesel-Abgas-Skandal. Von 6 Gerichten aus Deutschland (u. a. Landgericht Stuttgart), 2 Gerichten aus Österreich und einem Gerich … Weiterlesen
Kaskoversicherung & Alkohol: Schadensersatz, wenn Fahrfehler nicht auf Alkoholeinfluß beruht
27.05.2020 Rechtsanwalt Fachanwalt für Verkehrsrecht Sven Skana
Das Oberlandesgericht Brandenburg hatte im Januar über eine Entschädigungsleistung einer Kaskoversicherung zu entscheiden. Problematisch zeigte sich, dass der Fahrzeugführer unter geringer alkoholisch … Weiterlesen
20.05.2020 Rechtsanwältin Sandra Baumann
Mit dem Pferd vor Gericht – Was ist eigentlich Pferderecht? „Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde!“ Doch leider haben auch Pferde und ihre Besitzer das Glück nicht immer an ihrer Seite. … Weiterlesen
Die 130%-Regel
15.05.2020 Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Gottwald
Vertragsrechtsanwalt goes Schadensregulierung Gelegentlich wird man auch als Vertragsrechtsanwalt oder Firmenanwalt vom Mandanten gebeten, sich um die Regulierung eines Unfallschadens zu kümmern. Verm … Weiterlesen
Coronavirus und das Infektionsschutzgesetz
08.05.2020 Rechtsanwalt Adrian Dinkl
Wir wollen Ihnen einen Überblick zu strafrechtlichen Risiken im Zusammenhang mit dem Coronavirus geben. Was droht denn bei Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz (IfSG)? Welche strafrechtlichen Ri … Weiterlesen
12.05.2020 Rechtsanwältin Sandra Baumann
Eigentlich sollte man nur als Zeuge vor Gericht erscheinen. Doch durch eine falsche Aussage kann man plötzlich selbst auf der Anklagebank landen. Was bei einer Aussage vor Gericht zu beachten ist, les … Weiterlesen
EuGH-Stellungnahme im Abgasskandal: Durchbruch für betrogene Diesel- Fahrer
06.05.2020 Rechtsanwalt Andreas Lutz
Egal ob Daimler, BMW, Opel, Ford, VW, Audi, Seat, Skoda oder Porsche: Verbraucher, die sich bislang über ihren Schummel-Diesel ärgerten, können sich jetzt freuen. Der Gerichtshof der Europäischen Unio … Weiterlesen
Sonderform "Strafschadensersatz" in den USA – Special claim of "Punitive Damages"
04.05.2020 Rechtsanwältin Vera Mueller
Sonderform: Strafschadensersatz Die "Punitive Damages" (zu deutsch: Strafschadensersatz) stellen eine besondere Form des Schmerzensgeldes dar. Die USA hat diese Anspruchsvariante etabliert, um mit dem … Weiterlesen
Querschnittslähmung nach Fahrradunfall – Urteil BGH vom 23.04.2020
30.04.2020 Rechtsanwalt Christian Steffgen
Der BGH hat am 23. April 2020 – Az.: III ZR 250/17 und III ZR 251/17 – die Rechte von Radfahrern nach einem Unfall gestärkt. Grundsätzlich hat man sein Fahrzeug führen, dass das Fahrzeug ständig beher … Weiterlesen
EuGH-Generalanwältin stärkt im Diesel-Abgasskandal Verbraucher / VW hat EU-Recht gebrochen
30.04.2020 Rechtsanwalt Dr. Ralf Stoll
Für VW sieht es im Diesel-Abgasskandal vor dem Europäischen Gerichtshof EuGH nach einer Niederlage aus. Im ersten VW-Verfahren ( Az.: C-693/18 ) machte die Generalanwältin Eleanor Sharpston klar, dass … Weiterlesen
30.04.2020 Rechtsanwältin Maha Zelzili
Versterben nahe Angehörige, etwa aufgrund eines ärztlichen Kunstfehlers oder nach einem Verkehrsunfall, so können die Hinterbliebenen Schadensersatzansprüche geltend machen und zwar als Ausgleich für … Weiterlesen
Die Neuerungen in der StVO – erfreuliche Nachrichten für Fahrradfahrer
29.04.2020 Rechtsanwalt Gunnar Stark
Mit der StVO-Novelle am 28. April 2020 sind bekanntlich auch einige Inhalte der Straßenverkehrsordnung (StVO) und der Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV) geändert worden. Eines der Intention des Gesetzg … Weiterlesen
27.04.2020 Rechtsanwalt Ernst Böttcher
Eine Entscheidung des OLG Rostock vom 25.10.2019, Az: 5 U 55/17, das sich mit dem Mitverschulden des Geschädigten beschäftigt, verdient Beachtung. Sachverhalt Die 16-jährige Klägerin war zu zwei Bekan … Weiterlesen
27.04.2020 Rechtsanwältin Katharina Liffers
Mit Urteil vom 23.04.2020, Az.: III ZR 250/17 und III ZR 251/17 hat der BGH entschieden, dass ein Radfahrer grundsätzlich nicht mit einem quer über einen Feldweg gespannten, ungekennzeichneten Stachel … Weiterlesen
Maskenpflichten in allen Bundesländern für kommende Woche beschlossen. Begrenzung der Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter rechtswidrig. Hamburger Sportgeschäft darf dennoch nicht voll öffnen. BGH ents … Weiterlesen
Coronavirus-Infektion am Arbeitsplatz und Covid-19-Erkrankung: Arbeitsunfall?
24.04.2020 Rechtsanwalt Alexander Bredereck
Ein Beitrag von Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen. Bessere Heilbehandlung, Kuren, Unfallrente: Die Anerkennung eines Arbeitsunfalls ist für den Arbeitnehmer meist von V … Weiterlesen
Nach einem Unfall: Schalten Sie einen Anwalt ein
23.04.2020 Rechtsanwältin Şölen Izmirli
Gerade in Krisenzeiten, wie der derzeitigen, macht sich jeder Gedanken darüber, an welcher Stelle er am ehesten sparen kann und keine unnötigen Kosten verursacht. Diesen Umstand nutzen viele Haftpflic … Weiterlesen
Arbeitsunfall182
Autounfall87
Bergunfall1
Haushaltsunfälle1