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Timestamp: 2019-07-18 18:02:28
Document Index: 7269655

Matched Legal Cases: ['§ 91', '§ 10', 'Art. 14', 'Art. 8', 'Art. 14', '§ 280', '§ 286', '§ 37', 'Art. 94', '§ 10', 'Art. 13', '§ 708']

4b O 80/09 – Übereinstimmende Erledigungserklärung | Düsseldorfer Entscheidungen
4b O 80/09 – Übereinstimmende Erledigungserklärung
Düsseldorfer Entscheidung Nr.: 1425
Schlussurteil vom 30. April 2010, Az. 4b O 80/09
III. Der Streitwert des Verfahrens wird bis zum 24.12.2009 auf 1.000 € und für die Zeit danach auf die bis dahin entstandenen Kosten festgesetzt.
Die Klägerin, eine Vereinigung von Sortenschutzinhabern, macht in gewillkürter Prozessstandschaft die Rechte der A GmbH geltend, welche Sortenschutzinhaberin bzw. Nutzungsberechtigte an der Winterweizensorte „B“ (Sortenschlüssel XXX) ist.
Der Beklagte ist Landwirt. Im Wirtschaftsjahr 2007/2008 verfügte er zumindest über Z-Saatgut der Winterweizensorte „B“. Im April 2008 (Anlage K 2) forderte die Klägerin den Beklagten auf, für das genannte Wirtschaftsjahr Auskunft über etwaigen Nachbau zu erteilen. Da der Beklagte dies unterließ, obwohl er in den Vorjahren Nachbauerklärungen betreffend die Winterweizensorte „B“ abgegeben hatte, wiederholte die Klägerin im November 2008 (Anlage K 4) und durch Schreiben ihrer Prozessbevollmächtigten vom 6.2.2009 (Anlage K 5) ihre Aufforderung zur Abgabe der Nachbauerklärung.
Mit Klageschrift vom 23.4.2009 nahm die Klägerin den Beklagten im Wege der Stufenklage zunächst auf Auskunft sowie Erstattung vorgerichtlicher Anwaltskosten und sodann nach Erteilung der Auskunft auf Nachbaugebühren/und oder Schadenersatz in Anspruch.
Die Kammer hat antragsgemäß im schriftlichen Vorverfahren am 14.7.2009 ein Teilversäumnisurteil (Bl. 13 d. GA) erlassen, mit dem der Beklagte verurteilt wurde, der Klägerin darüber Auskunft zu erteilen, ob er im Wirtschaftsjahr 2007/2008 in seinem Betrieb Erntegut, das er durch Anbau von Vermehrungsmaterial der für die A GmbH geschützten Winterweizensorte „B“ im eigenen Betrieb gewonnen hat, als Vermehrungsmaterial verwendet hat (Nachbau) und im Falle eines Nachbaus der Sorte, der Klägerin Auskunft über die Menge des von ihm verwendeten Saat- und Pflanzguts und im Falle der Fremdaufbereitung Name und Anschrift des Aufbereiters zu erteilen, sowie die erteilten Auskünfte durch geeignete Nachweise zu belegen. Darüber hinaus wurde der Beklagte verurteilt, an die Klägerin 130,50 € zu zahlen. Die Zustellung des Teilversäumnisurteils an den Beklagten erfolgte am 22.7.2009 (Bl. 20 d. GA).
Nachdem der Beklagte außergerichtlich Auskunft zum Nachbau erteilte, übersandte die Klägerin mit Schreiben vom 20.11.2009 eine Rechnung über die Nachbaugebühren, die seitens des Beklagten beglichen wurde. Die Parteien erklärten den Rechtsstreit sodann hinsichtlich des Antrages betreffend die Nachbaugebühren übereinstimmend für erledigt.
Mit Blick auf die Verurteilung im Teilversäumnisurteil vom 14.7.2009 folgt die Kostentragungspflicht aus § 91 Abs. 1 ZPO.
Der titulierte Anspruch auf Auskunft entspringt § 10a Abs. 6 SortG, Art. 14 Abs. 3, 6 Gedankenestrich GemSortV i. V. m. Art. 8 GembNachbVO. Hiernach war der Beklagte, der Nachbau betreibt, verpflichtet, dem Sortenschutzinhaber auf Verlangen Auskunft darüber zu erteilen, ob und wenn ja mit welchen Sorten und in welchem Umfang er auf seinen landwirtschaftlichen Flächen Nachbau betreibt. Die Verpflichtung geeignete Nachweise zur Überprüfung der Auskunftserteilung vorzulegen, ergibt sich aus Art. 14 Abs. 1 GemNachbV. Beiden Verpflichtungen ist der Beklagte vorprozessual nicht nachgekommen. Die Verurteilung zur Zahlung von 130,50 € basiert auf §§ 280 Abs. 1, 2 i. V. m. § 286 BGB. Obwohl die Klägerin den Beklagten zur fälligen Auskunftserteilung angemahnt hatte, hat er eine solche unterlassen, wodurch er sich in Verzug befand und die vorgerichtlichen Rechtsanwaltskosten, die durch das Schreiben vom 6.2.2009 angefallen sind, zu tragen hat.
Unter Berücksichtigung des bisherigen Sach- und Streitstandes ist davon auszugehen, dass der Beklagte ohne Eintritt des erledigenden Ereignisses, der Zahlung der ermittelten Nachbaugebühren, in dem Rechtsstreit aller Voraussicht nach unterlegen wäre. Der Klägerin stand nach § 37 Abs. 2 SortG, Art. 94 Abs. 2 GemSortV wegen verhehlten Nachbaus ein Anspruch auf Schadenersatz zu. Der Nachbau des Beklagten im Wirtschaftsjahr 2007/2008 stellt eine Sortenschutzverletzung gemäß § 10a Abs. 1 SortG, Art. 13 Abs. 3, 2 GemSortV dar.
Die Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit folgt aus §§ 708 Nr. 11, 711, 108 ZPO.
Dieser Beitrag wurde unter 2010, LG Düsseldorf abgelegt am April 30, 2010 von Admin.
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