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Timestamp: 2020-02-25 10:32:32
Document Index: 68481002

Matched Legal Cases: ['§ 23', '§ 48', '§ 1', '§ 2', '§ 48', 'Art. 19', '§ 1', '§ 44', '§ 48', '§ 247']

Landesrecht BW Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz zur einzelbetrieblichen Förderung landwirtschaftlicher Unternehmen (VwV einzelbetriebliche Förderung) | Verwaltungsvorschrift (Baden-Württemberg) | Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz zur einzelbetrieblichen Förderung landwirtschaftlicher Unternehmen (VwV einzelbetriebliche Förderung) | i. d. F. v. 06.03.2019 | gültig ab 30.06.2016 | gültig bis 31.12.2020
VwV einzelbetriebliche Förderung
I. Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP)
II. Förderung von Investitionen zur Diversifizierung
Anlage 1: Bauliche Anforderungen an eine besonders tiergerechte...
Anlage 2: Gewährung und Verwaltung von Bürgschaften
Anlage 3: Aufgaben der Betreuerin/des Betreuers im Rahmen...
Anlage 4: Förderfähige Maschinen und Geräte der Außenwirtschaft
Aktenzeichen: 27-8510.00
Erlassdatum: 29.04.2015
Fassung vom: 06.03.2019
Fundstelle: GABl. 2015, 208
Gesamtvorschrift in der Gültigkeit zum 08.03.2019 bis 31.12.2020
zur einzelbetrieblichen Förderung landwirtschaftlicher Unternehmen
(VwV einzelbetriebliche Förderung)
Vom 29. April 2015 – Az.: 27-8510.00 –
Fundstelle: GABl. 2015, S. 208
Zuletzt geändert durch Verwaltungsvorschrift vom 06.03.2019 (GABl. 2019, S. 139)
Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz zur einzelbetrieblichen Förderung landwirtschaftlicher Unternehmen (VwV einzelbetriebliche Förderung) 06.03.2019
INHALTSÜBERSICHT 31.05.2016
Abkürzungen: 31.05.2016
I. Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP) 31.05.2016
1 Zuwendungsziel 31.05.2016
2 Begriffsbestimmungen 31.05.2016
3 Rechtsgrundlagen 31.05.2016
4 Gegenstand der Förderung 06.03.2019
5 Zuwendungsempfängerinnen/Zuwendungsempfänger 23.02.2017
6 Zuwendungsvoraussetzungen 06.03.2019
7 Art und Umfang, Höhe der Zuwendungen 06.03.2019
8 Sonstige Zuwendungsbestimmungen 06.03.2019
9 Kumulierbarkeit 12.03.2018
II. Förderung von Investitionen zur Diversifizierung 31.05.2016
10 Zuwendungsziel 31.05.2016
11 Rechtsgrundlagen 31.05.2016
12 Gegenstand der Förderung 06.03.2019
13 Zuwendungsempfängerinnen/Zuwendungsempfänger 31.05.2016
14 Zuwendungsvoraussetzungen 23.02.2017
15 Art und Umfang, Höhe der Zuwendungen 06.03.2019
16 Zweckbindungsfrist 06.03.2019
17 Kumulierbarkeit 06.03.2019
III. Verfahren 31.05.2016
18 Förderantrag und Bewilligung 23.02.2017
19 Zahlungsantrag 12.03.2018
20 Zahlung und Verbuchung 31.05.2016
21 Beginn und Abschluss 31.05.2016
22 Kontrollen 31.05.2016
23 Kürzungen und Sanktionen 31.05.2016
24 Publizität 31.05.2016
25 Transparenz 31.05.2016
26 Evaluierung 31.05.2016
27 Prüfungsrechte 31.05.2016
28 Inkrafttreten, Geltungsdauer, 23.02.2017
Anlage 1: Bauliche Anforderungen an eine besonders tiergerechte Haltung 23.02.2017
Anlage 2: Gewährung und Verwaltung von Bürgschaften 23.02.2017
Anlage 3: Aufgaben der Betreuerin/des Betreuers im Rahmen der einzelbetrieblichen Investitionsförderung 12.03.2018
Anlage 4: Förderfähige Maschinen und Geräte der Außenwirtschaft 12.03.2018
Beihilferechtliche Freistellung
Förderantrag und Bewilligung
Inkrafttreten, Geltungsdauer,
Gewährung und Verwaltung von Bürgschaften
Aufgaben der Betreuerin/des Betreuers im Rahmen der einzelbetrieblichen Investitionsförderung
Förderfähige Maschinen und Geräte der Außenwirtschaft
Anhang I Produkte
Comma-separated values (Datenformat in Dateien)
Stabsstelle Steuerung und Koordinierung von EU-Maßnahmen
Zur Unterstützung einer wettbewerbsfähigen, besonders umweltschonenden und besonders tiergerechten Landwirtschaft können investive Maßnahmen in landwirtschaftlichen Unternehmen gefördert werden.
Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen;
Verbesserung des Tierwohls;
unter besonderer Berücksichtigung der Verbesserung des Verbraucher-, Umwelt- und Klimaschutzes.
Unter der Verarbeitung eines landwirtschaftlichen Erzeugnisses ist die Einwirkung auf ein Erzeugnis zu verstehen, das im Anhang I des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) genannt ist und bei dem auch das daraus entstehende Erzeugnis ein Anhang I-Produkt ist.
Kleinst- und kleine Unternehmen entsprechen der Definition im Anhang I der Verordnung (EU) Nr. 702/2014.
Operationelle Gruppen (OG) gemäß Artikel 56 der ELER-Verordnung sind Teil der Europäischen Innovationspartnerschaft »Landwirtschaftlicher Produktivität und Nachhaltigkeit« (EIP Agri). Sie werden von Landwirten und/oder Unternehmen der Verarbeitung mit anderen Interessengruppen, wie z. B. Forschern und Beratern, gegründet mit dem Ziel, innovative Erzeugnisse, Verfahren, Prozesse und Technologien zu entwickeln, durchzuführen und zu begleiten.
der Verordnung (EU) Nr. 1303/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezember 2013 mit gemeinsamen Bestimmungen über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, den Europäischen Sozialfonds, den Kohäsionsfonds, den Europäischen Landwirtwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums und den Europäischen Meeres- und Fischereifonds sowie mit allgemeinen Bestimmungen über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, den Europäischen Sozialfonds und den Europäischen Meeres- und Fischereifonds und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 des Rates (ABl. L 347 vom 20. Dezember 2013 S. 320),
der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezember 2013 über die Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005 (ABl. L 347 vom 20. Dezember 2013 S. 487), zuletzt geändert durch delegierte Verordnung (EU) Nr. 994/2014 der Kommission vom 13. Mai 2014 (ABl. L 280 vom 24. September 2014 S. 1),
der Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezember 2013 über die Finanzierung, die Verwaltung und das Kontrollsystem der Gemeinsamen Agrarpolitik und zur Aufhebung der Verordnungen (EWG) Nr. 352/78, (EG) Nr. 165/94, (EG) Nr. 2799/98, (EG) Nr. 814/2000, (EG) Nr. 1290/2005 und (EG) Nr. 485/2008 des Rates (ABl. L 347 vom 20. Dezember 2013 S. 549), geändert durch Verordnung (EU) Nr. 1310/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezember 2013 (ABl. L 347 vom 20. Dezember 2013 S. 865),
der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 808/2014 der Kommission vom 17. Juli 2014 mit Durchführungsvorschriften zur Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) (ABl. L 227 vom 31. Juli 2014 S. 18),
der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 809/2014 der Kommission vom 17. Juli 2014 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich des integrierten Verwaltungs- und Kontrollsystems, der Maßnahmen zur Entwicklung des ländlichen Raums und der Cross-Compliance (ABl. L 227 vom 31. Juli 2014 S. 69),
der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 821/2014 der Kommission vom 28. Juli 2014 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EU) Nr. 1303/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich der Einzelheiten betreffend die Übertragung und Verwaltung von Programmbeiträgen, die Berichterstattung über Finanzinstrumente, die technischen Merkmale der Informations- und Kommunikationsmaßnahmen für Vorhaben und das System zur Aufzeichnung und Speicherung von Daten (ABl. L 223 vom 29. Juli 2014 S. 7),
der delegierten Verordnung (EU) Nr. 640/2014 der Kommission vom 11. März 2014 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf das integrierte Verwaltungs- und Kontrollsystem und die Bedingungen für die Ablehnung oder Rücknahme von Zahlungen sowie für Verwaltungssanktionen im Rahmen von Direktzahlungen, Entwicklungsmaßnahmen für den ländlichen Raum und der Cross-Compliance (ABl. L 181 vom 20. Juni 2014 S. 48),
der delegierten Verordnung (EU) Nr. 807/2014 der Kommission vom 11. März 2014 zur Ergänzung, der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und zur Einführung von Übergangsvorschriften (ABl. L 227 vom 31. Juli 2014 S. 1),
der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 der Kommission vom 25. Juni 2014 zur Feststellung der Vereinbarkeit bestimmter Arten von Beihilfen im Agrar- und Forstsektor und in ländlichen Gebieten mit dem Binnenmarkt in Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (ABl. L 193 vom 1. Juli 2014 S. 1),
dem Gesetz über die Gemeinschaftsaufgabe »Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes« in der Fassung vom 21. Juli 1988 (BGBl. I S. 1055), zuletzt geändert durch Artikel 9 des Gesetzes vom 9. Dezember 2010 (BGBl. I S. 1934),
dem Maßnahmen und Entwicklungsplan Ländlicher Raum Baden-Württemberg 2014–2020 (MEPLIII),
den §§ 23 und 44 der Landeshaushaltsordnung (LHO) und den Verwaltungsvorschriften hierzu in der jeweils geltenden Fassung sowie nach Maßgabe dieser Verwaltungsvorschrift.
Die Zuwendungen werden ohne Rechtspflicht im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel durch die Bewilligungsbehörden nach pflichtgemäßem Ermessen bewilligt. Für die Aufhebung und Erstattung der Zuwendungen sind die Vorschriften des Landesverwaltungsverfahrensgesetzes (LVwVfG), insbesondere die §§ 48, 49 und 49a LVwVfG sowie Artikel 5 der Verordnung (EU) Nr. 809/2014 anzuwenden.
Förderfähig sind Investitionen in langlebige Wirtschaftsgüter einschließlich der Erschließungsmaßnahmen, die
die Voraussetzungen des Artikels 17 Absatz 1 Buchstabe a der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 (ELER) sowie für die Primärproduktion die Anforderungen des Artikel 14 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 und für die Verarbeitung und Vermarktung die Anforderungen des Artikel 17 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 erfüllen,
der Erzeugung, Verarbeitung oder Direktvermarktung von Anhang I-Produkten dienen und
durch Schaffung der baulichen und technischen Voraussetzungen einem oder mehreren der unter Nummer 1 genannten Zuwendungszwecke dienen.
Bemessungsgrundlage der Förderung von Investitionen sind die nachfolgend aufgeführten Ausgaben, soweit sie für die zu fördernden Vorhaben notwendig sind:
Errichtung oder Modernisierung von unbeweglichem Vermögen,
Kauf von neuen Anlagen der Innenwirtschaft, einschließlich der für den Produktionsprozess notwendigen Computersoftware, bis zum marktüblichen Wert des Wirtschaftsgutes,
Kauf von neuen Maschinen und Geräten der Außenwirtschaft, die zu einer deutlichen Minderung von Emissionen bei der Aufbringung von Wirtschaftsdüngern oder zu einer deutlichen Minderung von Umweltbelastungen bei einer Anwendung von Pflanzenschutzmitteln* führen. Die Teilmaßnahme ist befristet bis zum 31. Dezember 2020. Die förderfähigen Maschinen und Geräte sind in Anlage 4 aufgeführt,
Anlage von Dauerkulturen im Obstbau,
allgemeine Aufwendungen, etwa für Architektur- und Ingenieurleistungen, Beratung, Betreuung von baulichen Investitionen, Durchführbarkeitsstudien, sowie für den Erwerb von Patentrechten und Lizenzen, bis zu einem Höchstsatz von insgesamt 12 Prozent der in den ersten vier Tirets genannten zuwendungsfähigen Ausgaben.
Eingeschränkte Förderung
Beachtung betrieblicher Referenzmengen
Investitionen in Bereichen mit betrieblichen Referenzmengen sind nur im Rahmen dieser Referenzmengen zuwendungsfähig1. Der Nachweis der betrieblichen Referenzmenge ist spätestens bei Vorlage des Verwendungsnachweises zu erbringen.
Investitionen im Sektor Obst und Gemüse
Investitionen im Sektor Obst und Gemüse sind bei Mitgliedern von Erzeugerorganisationen nur insoweit zuwendungsfähig, wie sie nicht Bestandteil des operationellen Programms der Erzeugerorganisation sind und den Förderzielen der Erzeugerorganisation nicht entgegenstehen.
Investitionen im Weinbau
In Weinbaubetrieben sind nur Investitionen zuwendungsfähig, die der Erzeugung (bis einschließlich der Traubenernte) zuzurechnen sind mit Ausnahme von Tröpfchenbewässerungsanlagen auf Rebflächen.
Investitionen in bauliche Anlagen der Tierhaltung sind zuwendungsfähig, sofern die vorhandenen und geplanten Tierplätze im antragstellenden Unternehmen die für folgende Tierarten festgelegte Anzahl an Tierplätzen nicht überschreiten:
Zuchtsauen einschließlich
Ferkel (10–30 kg)
Bei der Ermittlung der Tierplätze sind sowohl die Tierplätze zu Grunde zu legen, die im antragstellenden Unternehmen vorhanden sind, als auch die Tierplätze von Unternehmen, an denen das antragstellende Unternehmen oder dessen Betriebsinhaberin/Betriebsinhaber oder Gesellschafterin/Gesellschafter oder deren Ehe-/Lebenspartner/in beteiligt sind. Bei Unternehmensteilungen innerhalb der letzten beiden Jahre vor der Antragstellung sind bei der Ermittlung der vorhandenen Tierplätze die vor der Teilung vorhandenen Tierplätze zu Grunde zu legen. Die Bestandsobergrenzen gelten nicht für Investitionen in Anlagen der Schweine- und Geflügelhaltung, die die Anforderungen der Anlage 1 an eine besonders tiergerechte Haltung erfüllen und für Investitionen nach Nummer 7.5.4 in Modernisierungsmaßnahmen für eine besonders tiergerechte Haltung.
Für Betriebszusammenschlüsse im Sinne von Nummer 5.1.3 sind nach Zustimmung des Ministeriums Ausnahmen möglich.
Flächenbindung der Tierhaltung
Der Tierbesatz des landwirtschaftlichen Unternehmens darf nach Durchführung der Investition zwei Großvieheinheiten je Hektar selbst bewirtschafteter landwirtschaftlich genutzter Fläche nicht überschreiten. Die Berechnung der Großvieheinheiten erfolgt nach dem FAKT-Umrechnungsschlüssel.
Der Nachweis ist anhand des Investitionskonzeptes und ggfs. anhand von ergänzenden Erläuterungen zu erbringen.
Sofern zwei Großvieheinheiten je Hektar selbst bewirtschafteter landwirtschaftlich genutzter Fläche überschritten werden, kann ausnahmsweise anhand von Dungabnahmeverträgen dargelegt werden, dass der Dunganfall entsprechend verwertet werden kann. Darüber hinausgehende Vorgaben des landwirtschaftlichen Fachrechts bleiben unberührt.
Investitionen in Bewässerungsanlagen
Bei Investitionen in bestehende Bewässerungsanlagen muss bei Entnahme aus Wasserkörpern, die sich in mengenmäßig gutem Zustand befinden, ein Wassereinsparpotential von mindestens 15 Prozent erreicht werden. Bei Entnahme aus Wasserkörpern, die sich in einem schlechteren Zustand befinden, muss darüber hinaus eine effektive Wassereinsparung von 50 Prozent des in Satz 1 genannten Wassereinsparpotentials nachgewiesen werden.
Bei Investitionen, die zu einer Nettovergrößerung der bewässerten Fläche führen, müssen sich alle betroffenen Wasserkörper zumindest im guten mengenmäßigen Zustand befinden. Im Rahmen der wasserrechtlichen Genehmigung ist sicherzustellen, dass die Investitionen keine negativen Umweltauswirkungen haben. Befinden sich die betroffenen Wasserkörper in einem schlechteren als dem guten mengenmäßigen Zustand, können die Investitionen nur in Verbindung mit einer bestehenden Bewässerungsanlage gefördert werden. Dabei muss ein Wassereinsparpotential von mindestens 15 Prozent und eine effektive Wassereinsparung von 50 Prozent des Wassereinsparpotentials erreicht werden.
Diese Investitionen müssen die Bedingungen des Artikels 46 der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 erfüllen. Die Errichtung von Neuanlagen und die Erweiterung bestehender Anlagen können nur gefördert werden, wenn sie mit EU-Mitteln kofinanziert werden.
Investitionen in Frostschutzberegnungsanlagen
Investitionen in Frostschutzberegnungsanlagen sind ausschließlich für Sonderkulturen förderfähig.
Die Gebühren für die Betreuung von Investitionsvorhaben sind bei einem zuwendungsfähigen baulichen Investitionsvolumen von mehr als 100 000 Euro zuwendungsfähig.
der Erwerb von Produktionsrechten und Gesellschaftsanteilen, Tieren, Pflanzrechten oder einjährigen Pflanzen sowie Ersatzinvestitionen,
genehmigungspflichtige Vorhaben, für die keine Genehmigung vorliegt und die nicht im Einklang mit den für das Vorhaben einschlägigen umweltrechtlichen Vorgaben stehen,
Investitionen zur Anpassung an neue Anforderungen des Unionsrechts nach Artikel 17 Absatz 5 und 6 der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013,
Investitionen in die Anbindehaltung, Nachtreibehilfen, die elektrische Spannung abgeben,
Maschinen und Geräte für die Außenwirtschaft mit Ausnahme der unter Nummer 4.1 genannten Maschinen und Geräte, Maschinen der Innenwirtschaft,
Investitionen in Wohnungen, Verwaltungsgebäude und separate Gebäude mit Sozialräumen,
Umsatzsteuer, Skonti, Beiträge, unbare Eigenleistungen und sonstige Preisnachlässe,
Maschinen- und Erntelagerhallen mit Ausnahme klimatisierter Lagerräume für Obst, Gemüse und sonstige Sonderkulturen, wenn sie die von den Ländern festgelegten besonderen Anforderungen an den Ressourcenschutz erfüllen, sowie mit Ausnahme von Lagerräumen für Grobfutter im Zusammenhang mit der eigenbetrieblichen Umsetzung besonders tiergerechter oder standortangepasster Produktionsverfahren,
Energiegewinnungsanlagen sowie damit zusammenhängende bauliche Anlagen und technische Einrichtungen, die durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz oder das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz begünstigt werden können,
Investitionen in die Herstellung von Erzeugnissen zur Imitation oder Substitution von Milch oder Milcherzeugnissen.
Zuwendungsempfängerinnen/Zuwendungsempfänger sind:
Natürliche oder juristische Personen, die Unternehmen, unbeschadet der gewählten Rechtsform führen, die im Sinne des Anhangs 1 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 Kleinst- oder kleine Unternehmen sind,
wobei die Geschäftstätigkeit der natürlichen oder juristischen Personen zu wesentlichen Teilen (mehr als 25 Prozent Umsatzerlöse) darin besteht, durch Bodenbewirtschaftung oder durch mit Bodenbewirtschaftung verbundener Tierhaltung pflanzliche oder tierische Erzeugnisse zu gewinnen, und
die Unternehmen die in § 1 Absatz 2 des Gesetzes über die Alterssicherung der Landwirte (ALG) genannte Mindestgröße erreichen oder überschreiten.
Als Tierhaltung im Sinne des ersten Tirets gelten auch die Imkerei, die Aquakultur, die Binnenfischerei, die Pensionspferdehaltung sowie die Wanderschäferei.
Ein Einzelunternehmer kann auch im Rahmen eines Betriebszusammenschlusses gefördert werden. Unter einem Betriebszusammenschluss ist die erstmalige vertraglich geregelte Zusammenarbeit mehrerer Landwirtinnen und Landwirte – unbeschadet der gewählten Rechtsform – zu verstehen. Der Vertrag muss schriftlich geschlossen werden. Jede/jeder von ihnen muss ein landwirtschaftliches Einzelunternehmen als selbständiges Unternehmen geführt haben und grundsätzlich die Anforderungen nach Nummer 5.1.1 und den Nummern 6.2, 6.4 und 6.5 erfüllen.
Der Betriebszusammenschluss muss mindestens für die Dauer der Zweckbindung des gemeinsamen Vorhabens vereinbart sein. Die Mitglieder des Zusammenschlusses können ihren Anteil am Kapital des Betriebszusammenschlusses durch Geld- oder Sacheinlagen oder durch persönliche Arbeitsleistung einbringen. Die Zahl der Mitglieder darf die Anzahl fünf nicht überschreiten. Die Förderobergrenze für das gemeinschaftliche Vorhaben liegt bei 2 Millionen Euro. Für das einzelne Unternehmen des Betriebszusammenschlusses darf das anteilige zuwendungsfähige Investitionsvolumen die Obergrenze von 1,5 Millionen Euro nicht übersteigen.
Unternehmen, die sich im Sinne von Artikel 2 Nummer 14 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 in Schwierigkeiten befinden,
Bezieherinnen/Bezieher von Landwirtschaftlichem Altersgeld oder von vergleichbaren gesetzlichen Renten und Pensionen (z. B. Rente der Deutschen Rentenversicherung oder Beamtenpensionen).
Nummer 3.1 der ANBest-P findet im Bereich der EU-Förderung keine Anwendung.
Die Antragstellerin/der Antragsteller hat:
die beruflichen Fähigkeiten für eine ordnungsgemäße Führung des Betriebes nachzuweisen. Bei juristischen Personen und Personengesellschaften muss mindestens ein Mitglied der Unternehmensleitung diese Voraussetzungen erfüllen.
die zur Evaluierung dieses Programmes und zur Prüfung der Zuwendungsfähigkeit erforderlichen Daten in geeigneter Form und Qualität zur Verfügung zu stellen und dazu
eine Vorwegbuchführung für mindestens zwei Jahre vor Bewilligung vorzulegen, wobei die Abschlüsse grundsätzlich dem BMEL-Jahresabschluss entsprechen und der Bewilligungsbehörde digital im CSV-Format zu übermitteln sind. Im Fall von Investitionen in Maschinen mit einem förderfähigen Investitionsvolumen von nicht mehr als 150.000 Euro kann ein vereinfachtes Investitionskonzept ohne Deckungsbeitragsrechnung verwendet werden.
eine Buchführung (Auflagenbuchführung) für mindestens sieben Jahre vom Zeitpunkt der Bewilligung an fortzuführen und diese vorzulegen.
einen Nachweis in Form eines Investitionskonzeptes über die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens und der durchzuführenden Maßnahmen zu erbringen.
Im Falle einer Förderung im Rahmen von Operationellen Gruppen (EIP) sind zusätzlich der Operationsplan sowie gegebenenfalls sonstige Unterlagen, die die Projektzielsetzung aufzeigen, vorzulegen.
Aus der Vorwegbuchführung soll sich der Erfolg der bisherigen Bewirtschaftung des Unternehmens nachweisen lassen (Rentabilität, Stabilität und Liquidität). Das Investitionskonzept soll eine Abschätzung über die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens auf Grund der durchzuführenden Maßnahme zulassen.
Bei Einzelunternehmen, die während eines Zeitraumes von höchstens zwei Jahren vor Antragstellung gegründet wurden und die auf eine erstmalige selbständige Existenzgründung zurückgehen, gelten die Zuwendungsvoraussetzungen der Nummer 6.2 mit der Maßgabe, dass
ein angemessener Eigenkapitalanteil am Unternehmen und am zu fördernden Vorhaben sowie
die Wirtschaftlichkeit der durchzuführenden Maßnahmen durch eine differenzierte Planungsrechnung (Investitionskonzept)
Diese Bestimmungen gelten nicht für Unternehmen, die infolge einer Betriebsteilung oder im Rahmen der Hofnachfolge neu gegründet werden.
Junglandwirte (Landwirte, die zum Zeitpunkt der Antragstellung höchstens 40 Jahre alt sind), die nach Nummer. 7.6 gefördert werden, müssen zusätzlich zur Erfüllung der in Nummern 6.1, 6.2 sowie gegebenenfalls Nummer 6.3 genannten Voraussetzungen nachweisen, dass die geförderte Investition während eines Zeitraumes von fünf Jahren nach der erstmaligen Niederlassung als Allein- oder Mitunternehmer in einem landwirtschaftlichen Betrieb getätigt wird. Ist der Junglandwirt Mitglied in einem Betriebszusammenschluss, muss er innerhalb des Betriebszusammenschlusses landwirtschaftlich tätig sein.
Prosperitätsregelung
Die Summe der positiven Einkünfte aller Einkunftsarten gemäß § 2 Einkommensteuergesetz (Prosperitätsgrenze) der Antragstellerin und des Antragstellers, einschließlich Ehepartner oder Ehepartnerin bzw. Lebenspartner oder Lebenspartnerin, darf zum Zeitpunkt der Antragstellung im Durchschnitt der letzten drei Steuerbescheide 140 000 Euro je Jahr bei Unverheirateten und 170 000 Euro je Jahr bei Verheirateten nicht überschreiten.
Bei juristischen Personen und Personengesellschaften gelten diese Voraussetzungen für alle Gesellschafterinnen, Gesellschafter, Genossenschaftsmitglieder, Aktionärinnen und Aktionäre (jeweils einschließlich ihrer Ehepartner und Ehepartnerinnen oder Lebenspartner und Lebenspartnerinnen), sofern diese hauptberuflich im Unternehmen tätig sind oder über einen Kapitalanteil von mehr als 5 Prozent verfügen. Falls die Summe der positiven Einkünfte eines der genannten Kapitaleignerinnen oder Kapitaleigner 140 000 Euro je Jahr bei Unverheirateten und 170 000 Euro je Jahr bei Verheirateten überschreitet, werden die zuwendungsfähigen Ausgaben der Zuwendungsempfängerin/des Zuwendungsempfängers um den Anteil vom Hundert gekürzt, der dem Kapitalanteil dieser Gesellschafterin oder dieses Gesellschafters, dieses Genossenschaftsmitglieds oder dieser Aktionärin oder dieses Aktionärs entspricht.
Darüber hinaus sind besondere Anforderungen in mindestens einem der Bereiche Verbraucher-, Umwelt- oder Klimaschutz zu erfüllen.
Unternehmen mit überwiegendem Ackerbau, die in Stallbauten investieren, müssen in jedem Fall eine Gülle/Jauchelagerkapazität von mindestens neun Monaten mindestens für die erweiterte Tierhaltung nachweisen.
Zusätzlich sind im Falle von Stallbauinvestitionen die besonderen Anforderungen im Bereich Tierschutz entsprechend den Vorgaben der Anlage 1 A – Basisanforderungen zu erfüllen.
Die in Anlage 4 genannten förderfähigen Maschinen erfüllen die besonderen Anforderungen hinsichtlich Umwelt- und Klimaschutz durch ihre Eigenschaft der deutlichen Minderung von Emissionen.
des Verbraucherschutzes werden erfüllt, wenn die Herstellung der Produkte nach den Anforderungen eines anerkannten Lebensmittelqualitätsprogramms nach Artikel 16 der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 (ELER) oder im Rahmen der Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten erfolgt,
des Umwelt- und Klimaschutzes sind in geeigneter Weise, insbesondere durch eine Verbesserung der Effizienz des Ressourceneinsatzes (z. B. von Wasser und/oder Energie) oder durch eine Verringerung der Stoffausträge oder der Emissionen nachzuweisen.
Die besonderen Anforderungen werden in einer separaten Handreichung zur Verfügung gestellt.
Die Zuwendungen werden als Projektförderung in Form von
Zuschüssen oder
gewährt. Die Vergabe von Bürgschaften erfolgt erst nach Inkrafttreten einer entsprechenden beihilferechtlichen Genehmigung durch die Europäische Kommission.
Das Mindestinvestitionsvolumen beträgt 20 000 Euro zuwendungsfähige Ausgaben.
Die Förderung wird begrenzt auf ein zuwendungsfähiges Investitionsvolumen von 1,5 Millionen Euro pro Unternehmen. Abweichend hiervon beträgt das zuwendungsfähige Investitionsvolumen für Gewächshäuser 2 Millionen Euro pro Unternehmen. Für Betriebszusammenschlüsse gilt eine Förderobergrenze von 2 Millionen Euro. Diese Obergrenzen können in den Jahren von 2014 bis 2020 höchstens einmal ausgeschöpft werden.
Der Gesamtwert der nach den Nummern 7.5 bis 7.7 und 7.9 gewährten Beihilfen darf, ausgedrückt als Prozentsatz der Bemessungsgrundlage, den Wert von 40 Prozent nicht übersteigen.
Für Investitionen nach Nummer 4.1 sowie für Erschließungsmaßnahmen kann ein Zuschuss in Höhe von 20 Prozent der Bemessungsgrundlage als Anteilsfinanzierung gewährt werden. Erschließungskosten sind nur zuwendungsfähig, wenn und soweit die Erschließung einer Verlegung des Betriebes oder wesentlicher Betriebsteile in den Außenbereich dient und die Betriebsverlegung im erheblichen öffentlichen Interesse liegt. Ein erhebliches öffentliches Interesse liegt vor, wenn die Baugenehmigung erteilt wurde.
Für Investitionen nach Nummer 4.1, die die baulichen Anforderungen an eine besonders tiergerechte Haltung gemäß Anlage 1 erfüllen, kann ein Zuschuss bis zu 40 Prozent der Bemessungsgrundlage als Anteilsfinanzierung gewährt werden.
Der Abstand zwischen dem Fördersatz für Investitionen, nach Anlage 1 A – Basisanforderungen und Anlage 1 B – Premiumanforderungen muss mindestens 20 Prozentpunkte betragen. Bei der Haltung von Milchkühen und deren Aufzuchtrindern, Mastrindern und Mutterkühen beträgt der Abstand 10 Prozentpunkte.
Im Falle von Modernisierungsmaßnahmen für eine besonders tiergerechte Haltung können Investitionen nach Nummer 4.1, die im Rahmen einer Umstellung der Haltung von Jung- oder Zuchtsauen (Deckzentrum oder Abferkelbereich) oder der Umstellung von Anbindehaltung auf Laufstallhaltung bei Milchkühen, Aufzuchtrindern, Mastrindern oder Mutterkühen durchgeführt werden, einen Aufschlag von 10 %-Punkten auf die unter Nummer 7.5.1 genannten Zuschusshöhe erhalten. Diese Teilmaßnahme ist befristet bis zum 31.12.2025.
Bei Junglandwirten nach Nummer 6.4 kann zusätzlich ein Zuschuss von bis zu 10 Prozent der Bemessungsgrundlage als Anteilsfinanzierung gewährt werden, jedoch maximal in Höhe von 20 000 Euro.
Bei Investitionen mit einem zuwendungsfähigen baulichen Investitionsvolumen von über 100 000 Euro soll grundsätzlich eine Betreuerin oder ein Betreuer (siehe Anlage 3) eingeschaltet werden. Betreuungsgebühren werden in einer Höhe von
bis zu 2,5 Prozent des förderfähigen Investitionsvolumens bis zu 500 000 Euro,
bis zu 1,5 Prozent des 500 000 Euro überschreitenden förderfähigen Investitionsvolumens
als förderfähig anerkannt. Der Sockelbetrag der förderfähigen Betreuergebühren beträgt 6000 Euro, der Höchstbetrag 17 500 Euro. Der Fördersatz beträgt maximal 60 Prozent der förderfähigen Betreuergebühren. Eine weitere Förderung der Betreuung mit Zuschüssen nach den Nummern 7.5 und 7.6 ist ausgeschlossen.
Höhe der Zuwendung im Falle von Investitionen im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft »Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit« (EIP Agri)
Für Investitionen nach Nummer 4, die im Rahmen des EIP durchgeführt werden, kann ein Aufschlag von 20 Prozentpunkten auf die unter Nummer 7.5 genannten Zuschusssätze gewährt werden.
Für Kapitalmarktdarlehen, die zur Sicherstellung der Gesamtfinanzierung der zuwendungsfähigen Investitionen erforderlich sind, können gemäß Anlage 2 vom Land anteilige modifizierte Ausfallbürgschaften in Höhe von bis zu einer Million Euro übernommen werden, soweit das Darlehen nicht durch bankübliche Sicherheiten gedeckt und mit der Zahlung der vertraglich vereinbarten Zins- und Tilgungsleistungen gerechnet werden kann.
Die Förderung von Investitionen erfolgt unter dem Vorbehalt des Widerrufs für den Fall, dass die geförderten
Bauten und baulichen Anlagen innerhalb eines Zeitraumes von zwölf Jahren ab Abschlusszahlung,
Maschinen, technischen Einrichtungen und Geräte innerhalb eines Zeitraumes von fünf Jahren ab Abschlusszahlung
veräußert oder nicht mehr dem Zuwendungszweck entsprechend verwendet werden. Überschreitet die Dauer der Zweckbindung die Dauer der Aktenaufbewahrungspflicht, sind diese über die Dauer der Zweckbindung aufzubewahren. Im Übrigen sind im Fall einer ELER-Kofinanzierung die Regelungen zur Dauerhaftigkeit des Artikel 71 der VO (EU) Nr. 1303/2013 zu beachten; die Dauerhaftigkeit beginnt mit dem 01.01. des auf die Abschlusszahlung folgenden Jahres und endet mit dem 31.12. des fünften Jahres nach dem Jahr der Abschlusszahlung.
Die Evaluierung des Agrarinvestitionsförderungsprogramms erfolgt auf der Grundlage der Unternehmensbuchführung. Hierfür ist die Vorwegbuchführung vor Bewilligung und die Auflagenbuchführung jeweils spätestens neun Monate nach Abschluss des Wirtschaftsjahres im BMEL-Code als CSV-Datei digital bei der zuständigen Stelle vorzulegen. Wird das Unternehmen, in dem die Investition durchgeführt wurde, im Laufe der Auflage geteilt und werden in der Folge mehrere Abschlüsse erstellt, hat die Zuwendungsempfängerin/der Zuwendungsempfänger einen konsolidierten Abschluss der aus der Teilung hervorgegangenen Unternehmen vorzulegen. Anstelle des BMEL-Jahresabschlusses kann in Ausnahmefällen zur Vermeidung von Härten von den Bewilligungsbehörden auch die Vorlage eines steuerlichen Jahresabschlusses akzeptiert werden. In diesem Falle kann jedoch die Vorlage zusätzlicher Unterlagen zur Beurteilung der Förderungswürdigkeit verlangt werden. Die Erfassung und Übermittlung der erforderlichen Informationen erfolgt dann durch Vordrucke.
Sollte sich während des Evaluierungszeitraums die geforderte Datengrundlage ändern, ist die Zuwendungsempfängerin/der Zuwendungsempfänger verpflichtet, fehlende Werte rückwirkend nachzuliefern. Die Vordrucke können im Infodienst unter der Seite Förderzeitraum 2014-2020 abgerufen werden.
Folgende Abschnitte des BMEL-Jahresabschlusses sind von der Zuwendungsempfängerin/vom Zuwendungsempfänger vorzulegen:
Abschnitt 1: Bilanz mit Aktiva, Passiva
Bilanz mit Aktiva, Passiva
Abschnitt 2: Gewinn- und Verlustrechnung
Abschnitt 3: Anhang zur Bilanz mit
Bewertung des Tiervermögens
Abschnitt 4: Ernteflächen
Abschnitt 6: Betriebsfläche
Abschnitt 7: Arbeitskräfte
Vorhaben, die aus Mitteln anderer öffentlicher Förderungsprogramme gefördert werden, dürfen nicht gleichzeitig nach dieser Verwaltungsvorschrift gefördert werden. Eine Kumulation mit Mitteln der Landwirtschaftlichen Rentenbank, COSME (Programm für Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und für KMU) des Europäischen Investitionsfonds (EIF) oder der Förderbank des Landes ist möglich. Neben einer investiven Förderung ist in demselben Bereich eine Förderung nach der Maßnahme FAKT, Teilmaßnahme G möglich. Die Förderhöchstgrenzen dürfen bei einer Kumulation nicht überschritten werden.
Die gesamtwirtschaftlichen und sektoralen Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft bedingen deren stetigen Strukturwandel. Nicht alle Betreiberinnen und Betreiber landwirtschaftlicher Unternehmen werden auch in Zukunft ein ausreichendes Einkommen aus der landwirtschaftlichen Produktion erwirtschaften können. Die Schaffung zusätzlicher Einkommensquellen aus selbständiger Tätigkeit wird unterstützt, um damit einen Beitrag zur Erhaltung der Wirtschaftskraft des ländlichen Raumes zu leisten.
Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezember 2013 über die Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005 (ABl. L 347 vom 20. Dezember 2013 S. 487) zuletzt geändert durch delegierte Verordnung (EU) Nr. 994/2014 der Kommission vom 13. Mai 2014 (ABl. L 280 vom 24. September 2014 S. 1),
der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 821/2014 der Kommission vom 28. Juli 2014 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EU) Nr. 1303/2013, S. 865), des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich der Einzelheiten betreffend die Übertragung und Verwaltung von Programmbeiträgen, die Berichterstattung über Finanzinstrumente, die technischen Merkmale der Informations- und Kommunikationsmaßnahmen für Vorhaben und das System zur Aufzeichnung und Speicherung von Daten (ABl. L 223 vom 29. Juli 2014 S. 7),
der Verordnung (EU) Nr. 1407/2013 der Kommission vom 18. Dezember 2013 über die Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union auf De-minimis-Beihilfen (ABl. L 352 vom 24. Dezember 2013 S. 1),
dem Maßnahmen und Entwicklungsplan Ländlicher Raum Baden-Württemberg 2014–2020,
Die Zuwendungen werden ohne Rechtspflicht im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel durch die Bewilligungsbehörden nach pflichtgemäßem Ermessen bewilligt. Für die Aufhebung und Erstattung der Zuwendungen sind die Vorschriften des Landesverwaltungsverfahrensgesetzes (LVwVfG), insbesondere die §§ 48, 49 und 49a sowie Artikel 5 der Verordnung (EU) Nr. 809/2014 anzuwenden.
Gefördert werden Investitionen zur Schaffung zusätzlicher Einkommensquellen im ländlichen Raum, die die Bedingungen des Art. 19 Absatz 1 Buchstabe b (Investitionen in die Schaffung und Entwicklung nichtlandwirtschaftlicher Tätigkeiten) der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 (ELER) sowie die Bedingungen der Verordnung (EU) Nr. 1407/2013 erfüllen. Die zusätzlichen Einkommensquellen sollen geschaffen werden insbesondere durch Errichtung oder Modernisierung von Gebäuden einschließlich der technischen Einrichtung zur
Herstellung, Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftsnaher Produkte (Nicht-Anhang I-Produkte);
Verarbeitung und Vermarktung von Anhang I-Produkten;
Bereitstellung von Dienstleistungen, insbesondere
in landwirtschaftsnahen Bereichen,
in hauswirtschaftsnahen Bereichen,
für gastronomische Zwecke,
Verarbeitung und Vertrieb von Biomasse zur energetischen Nutzung durch Endverbraucher.
Bemessungsgrundlage für die Förderung sind die nachfolgend aufgeführten Ausgaben, soweit sie für die zu fördernden Vorhaben notwendig sind:
Errichtung oder Modernisierung von unbeweglichem Vermögen;
Erstanschaffung von neuen Maschinen und neuen Anlagen der Innenwirtschaft einschließlich Computersoftware, bis zum marktüblichen Wert des Wirtschaftsgutes;
allgemeine Aufwendungen, etwa für Architektur- und Ingenieurleistungen sowie für Beratung, Betreuung von baulichen Investitionen, Durchführbarkeitsstudien, den Erwerb von Patentrechten und Lizenzen, bis zu einem Höchstsatz von insgesamt 12 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben.
Investitionen im Bereich »Urlaub auf dem Bauernhof« können nur bis zur Gesamtkapazität von 25 Gästebetten gefördert werden.
Bei Brennereien sind nur Investitionen im Bereich der Direktvermarktung von Abfindungs- sowie Verschlusskleinbrennereien (mit einer jährlichen Alkoholproduktion bis zu 10 hl) zuwendungsfähig. Brennereigeräte können gefördert werden, soweit es sich um die Modernisierung bestehender Brennereien handelt.
Bei Investitionen in die Pensionspferdehaltung sind folgende baulichen Anforderungen an eine besonders tiergerechte Haltung zu erfüllen:
Für jedes Pferd ist ein Fressplatz bereitzustellen. Sollte dies nicht möglich sein, z. B. bei Computer gesteuerter Fütterung, ist durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass jederzeit eine Futteraufnahme möglich ist.
Die Liegefläche muss mit einem planbefestigten Boden ausgestattet sein, der ausreichend mit geeigneter trockener Einstreu versehen wird.
Ein besonderes Abteil für kranke, verletzte, unverträgliche oder neu eingestallte Tiere muss bei Bedarf eingerichtet werden können. Dieses muss mindestens Sicht-, Hör-, und Geruchskontakt zu einem anderen Pferd gewährleisten.
Investitionen, die die Erzeugung von Anhang I-Produkten betreffen,
der Erwerb von Produktionsrechten und Gesellschaftsanteilen sowie Ersatzinvestitionen,
Maschinen und Geräte für die Außenwirtschaft,
Biogasanlagen, Blockheizkraftwerke, Photovoltaikanlagen,
Landkauf.
Natürliche und juristische Personen, die Unternehmen, unabhängig von der gewählten Rechtsform führen, die im Sinne des Anhangs 1 der Verordnung (EG) Nr. 702/2014 Kleinst- oder kleine Unternehmen sind, wobei
die Geschäftstätigkeit der natürlichen und juristischen Personen zu wesentlichen Teilen (mehr als 25 Prozent Umsatzerlöse) darin besteht, durch Bodenbewirtschaftung oder durch mit Bodenbewirtschaftung verbundene Tierhaltung pflanzliche oder tierische Erzeugnisse zu gewinnen, und
Inhaberinnen/Inhaber landwirtschaftlicher Einzelunternehmen im Sinne der Tirets 1 und 2 der Nummer 14.1.1, deren Ehe-/Lebenspartner/in sowie mitarbeitende Familienangehörige gem. § 1 Absatz 8 ALG, soweit sie in räumlicher Nähe zum landwirtschaftlichen Betrieb erstmalig eine selbständige Existenz gründen oder entwickeln.
Bezieher von Landwirtschaftlichem Altersgeld oder von vergleichbaren gesetzlichen Renten und Pensionen (z. B. Rente der Deutschen Rentenversicherung oder Beamtenpensionen).
Die Zuwendungsempfängerin oder der Zuwendungsempfänger hat in Form eines Investitions- und Marketingkonzeptes einen Nachweis über die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens und des durchzuführenden Projektes zu erbringen. Bei Investitionen mit baulichen Investitionskosten von über 100 000 Euro soll grundsätzlich eine Betreuerin oder ein Betreuer eingeschaltet werden.
Bei juristischen Personen und Personengesellschaften einschließlich der GmbH & Co. KG gelten diese Voraussetzungen für alle Gesellschafterinnen oder Gesellschafter, Genossenschaftsmitglieder und Aktionärinnen oder Aktionäre (jeweils einschließlich ihrer Ehe- oder Lebenspartner oder ihrer Ehe- oder Lebenspartnerinnen), sofern diese hauptberuflich im Unternehmen tätig sind oder über einen Kapitalanteil von mehr als 5 Prozent verfügen. Falls die Summe der positiven Einkünfte eines der oben genannten Kapitaleigner 140 000 Euro je Jahr bei Unverheirateten und 170 000 Euro je Jahr bei Verheirateten überschreitet, werden die zuwendungsfähigen Ausgaben der Zuwendungsempfängerin oder des Zuwendungsempfängers um den Anteil vom Hundert gekürzt, der dem Kapitalanteil dieser Gesellschafterin oder dieses Gesellschafters, dieses Genossenschaftsmitglieds oder dieser Aktionärin oder dieses Aktionärs entspricht.
Die Zuwendungen werden als Projektförderung in Form von Zuschüssen gewährt.
Maximale Höhe der Zuwendung
Der Gesamtwert der einem Unternehmen gewährten De-minimis-Beihilfen darf, unabhängig vom Beihilfegeber, 200 000 Euro, bezogen auf einen Zeitraum von drei Steuerjahren (laufendes Steuerjahr und die zwei vorangegangenen), nicht übersteigen. Vor Gewährung der De-minimis-Beihilfe hat die Antragstellerin/der Antragsteller schriftlich alle De-minimis-Beihilfen anzugeben, die er in den vorangegangenen zwei Steuerjahren und im laufenden Steuerjahr erhalten oder beantragt hat (De-minimis Erklärung). Übersteigt der Beihilfegesamtbetrag aufgrund der beantragten Beihilfe den oben genannten Höchstbetrag, kann die Beihilfe nicht (auch nicht anteilig) gewährt werden. Die für die Gewährung von De-minimis-Beihilfen maßgeblichen Unterlagen sind von den Beteiligten (Antragsteller und Behörde) zehn Jahre ab dem Jahr der Beihilfegewährung aufzubewahren. Im Falle der Prüfung sind die dafür notwendigen Unterlagen von der Zuwendungsempfängerin oder vom Zuwendungsempfänger der Bewilligungsbehörde auf Anforderung innerhalb von zehn Werktagen vorzulegen.
Höhe und Form der Zuwendung
Es kann ein Zuschuss in Höhe von 25 Prozent der Bemessungsgrundlage als Anteilsfinanzierung gewährt werden.
veräußert oder nicht mehr dem Zuwendungszweck entsprechend verwendet werden. Im Übrigen sind im Fall einer ELER-Kofinanzierung die Regelungen zur Dauerhaftigkeit des Artikel 71 der VO (EU) Nr. 1303/2013 zu beachten; die Dauerhaftigkeit beginnt mit dem 01.01. des auf die Abschlusszahlung folgenden Jahres und endet mit dem 31.12. des fünften Jahres nach dem Jahr der Abschlusszahlung.
Vorhaben, die aus Mitteln anderer öffentlicher Förderprogramme gefördert werden, dürfen nicht gleichzeitig nach dieser Verwaltungsvorschrift gefördert werden. Eine Kumulation mit Mitteln der Landwirtschaftlichen Rentenbank, COSME (Programm für Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und für KMU) des Europäischen Investitionsfonds (EIF) oder der Förderbank des Landes ist möglich, sofern und soweit hierbei die beihilferechtlichen Förderhöchstgrenzen nicht überschritten werden.
Der Förderantrag ist schriftlich mittels Antragsvordruck beim Regierungspräsidium einzureichen. Die Erfüllung der besonderen Anforderungen ist im Förderantrag anzugeben und mit dem Schlusszahlungsantrag nachzuweisen.
Die Aufgaben der Betreuerin bzw. des Betreuers sind in der Anlage 3 geregelt. Die Betreuerinnen/Betreuer müssen vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz zugelassen sein.
Der Förderantrag ist von der Bewilligungsbehörde insbesondere auf Vollständigkeit und die Einhaltung der Vorgaben dieser Verwaltungsvorschrift anhand des Kontrollberichts über die Verwaltungskontrolle zur Prüfung des Förderantrags zu prüfen. Ist der Förderantrag nicht vollständig, wird den Antragstellerinnen/den Antragstellern Gelegenheit gegeben, den Förderantrag binnen einer angemessenen Frist zu vervollständigen. Das Prüfergebnis ist in dem Kontrollbericht über die Verwaltungskontrolle zur Prüfung des Förderantrags nachvollziehbar zu dokumentieren.
Die Bewilligungsbehörde stellt die Erfüllung der Zuwendungsvoraussetzungen fest, entscheidet über die Zuwendungsfähigkeit und dokumentiert dies in dem Kontrollbericht über die Verwaltungskontrolle zur Prüfung des Förderantrags. Anschließend wird der Förderantrag gemäß Artikel 49 der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 einem Auswahlverfahren unterzogen. Die Auswahl der zu bewilligenden Vorhaben erfolgt anhand der mit dem MEPL-Begleitausschuss abgestimmten Auswahlkriterien zu festgelegten Stichtagen und mit festgelegtem Budget. Stichtage und Budget werden auf der MEPL-Homepage vorab veröffentlicht. Ergänzend zu den Stichtagen der Auswahlverfahren können Stichtage festgelegt werden, zu denen die Anträge vollständig bei den Bewilligungsbehörden vorliegen müssen. Näheres zum Auswahlverfahren ist dem Merkblatt »Auswahlkriterien des Maßnahmen- und Entwicklungsplans Ländlicher Raum Baden-Württemberg 2014–2020 (MEPL III)«, www.mepl.landwirtschaft-bw.de, zu entnehmen. Hat ein Antrag das Auswahlverfahren erfolgreich durchlaufen, wird er von der Bewilligungsbehörde zeitnah bewilligt. War ein Antrag im Auswahlverfahren nicht erfolgreich, ist dies der Antragstellerin oder dem Antragsteller mitzuteilen. Ein nicht erfolgreicher Antrag kann am folgenden Auswahlverfahren wieder teilnehmen. Die Anwendung der Auswahlkriterien sowie das Ergebnis des Auswahlverfahrens sind in dem Kontrollbericht über die Verwaltungskontrolle zur Prüfung des Förderantrags zu dokumentieren. Hat ein Antrag an vier Auswahlverfahren ohne Erfolg teilgenommen, ist er abzulehnen. Spätestens bis zum 31. Dezember des der Antragstellung folgenden Jahres ist über den Förderantrag zu entscheiden. Anträge, die bis zu diesem Zeitpunkt die Bewilligungsreife nicht erreicht haben, sind abzulehnen.
Der Zahlungsantrag nebst Belegen und Belegliste ist bei der unteren Landwirtschaftsbehörde einzureichen. Er ist anhand des Kontrollberichtes über die Verwaltungskontrolle zur Prüfung des Zahlungsantrags nach Artikel 48 der Verordnung (EU) Nr. 809/2014 zu prüfen. Der geprüfte Zahlungsantrag nebst Anlagen ist dem Regierungspräsidium zur weiteren Prüfung und Veranlassung der Auszahlung vorzulegen. Im Regierungsbezirk Karlsruhe wird der Zahlungsantrag aufgrund der geringen Fallzahl beim Regierungspräsidium eingereicht und geprüft (erstes und zweites Augenpaar).
Die Auszahlung erfolgt auf das in der Unternehmensdatei hinterlegte Konto oder auf das für das Vorhaben eingerichtete Baukonto. Zwischenzahlungen sollen 80 Prozent des bewilligten Zuschusses* nicht überschreiten. Der Teilzahlungsbetrag soll mindestens 10 000 Euro betragen.
Die durch die Betreuerin/den Betreuer bis zur Bewilligung erbrachten Leistungen erreichen 50 Prozent und mehr der Gesamtleistung. Abweichend von der Nummer 1.4 ANBest-P können nach der Bewilligung bis zu 50 Prozent des Betreuerzuschusses ausbezahlt werden. Die Auszahlung des Restbetrages erfolgt entsprechend der Anerkennung der Verwendungsnachweise.
Spätestens sechs Monate nach Abschluss des Vorhabens ist der Zahlungsantrag auf Schlusszahlung mit Verwendungsnachweis entsprechend den Bestimmungen des Zuwendungsbescheides nach Nummer 11 VV zu § 44 LHO vorzulegen. Die Schlusszahlung erfolgt nach Anerkennung des Verwendungsnachweises.
Nummer 1.4 der ANBest-P findet keine Anwendung.
Die mit der Auszahlungsfunktion verbundenen Aufgaben werden durch das Referat 13 K beim MLR, Dienstsitz Kornwestheim, vorgenommen. Die Verbuchung der Zahlungen wird von der SEU-K beim MLR, Dienstsitz Kornwestheim, ausgeführt.
Die Vorhaben sollen innerhalb eines Jahres nach Zugang des Bescheides begonnen und innerhalb von drei Jahren nach Zugang des Bescheides abgeschlossen werden. Abweichend davon müssen Vorhaben, die im Jahr 2019 bewilligt und mit EU-Mitteln kofinanziert werden, bis zum 31. August 2022 abgeschlossen sein.
Verwaltungskontrolle, Vor-Ort-Kontrolle und Expost-Kontrolle richten sich nach der innerdienstlichen Anordnung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz über die Anforderung an die Kontrollen der Förderprogramme nach dieser Vorschrift in der jeweils geltenden Fassung.
Die Europäische Kommission hat die Rücknahme beziehungsweise Kürzung der Förderung sowie die Anwendung von Verwaltungssanktionen bei Verstößen im Bereich der Agrarfonds EGFL und ELER in den Artikeln 63 und 64 der Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 geregelt. Für investive ELER-Maßnahmen werden diese Regelungen ergänzt durch Artikel 63 der Verordnung (EU) Nr. 809/2014 sowie Artikel 35 der Verordnung (EU) Nr. 640/2014. Danach wird zwischen Kürzungen und Sanktionen aufgrund von Verstößen gegen die Förderfähigkeitsregeln (Förderfähigkeit von zur Erstattung beantragter Kosten) und Sanktionen aufgrund von Verstößen gegen die Förderkriterien, Verpflichtungen und sonstigen Auflagen unterschieden.
Die Zuwendungsempfänger sind mittels des Merkblattes »Kürzungen und Sanktionen für investive Fördermaßnahmen des EGFL und des ELER« zu informieren. Zu Unrecht gezahlte Beträge sind gemäß Artikel 7 der Verordnung (EU) Nr. 809/2014 zurückzufordern. Für die Aufhebung und Erstattung ist das Landesverwaltungsverfahrensgesetz, insbesondere die §§ 48,49, und 49a LVwVfG anzuwenden.
Bei allen Investitionsvorhaben ist die Zuwendungsempfängerin bzw. der Zuwendungsempfänger verpflichtet, die Öffentlichkeit in geeigneter Weise auf die Unterstützung durch die öffentliche Hand hinzuweisen. Die Informations- und Öffentlichkeitsarbeit hat mit Postern oder Erläuterungstafeln und gegebenenfalls auf Internetseiten und bei Informations- und Kommunikationsmaterial (z. B. Broschüren, Flyern) zu erfolgen. Nähere Informationen hierzu sind dem Merkblatt »PR-Verpflichtungen der Begünstigten« (www.mepl.landwirtschaft-bw.de) zu entnehmen.
Angaben über die Empfängerinnen und Empfänger von Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raumes (ELER) und die Beträge, die jede Empfängerin / jeder Empfänger erhalten hat, werden auf der Grundlage der Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 und der Verordnung (EU) Nr. 908/2014 im Internet veröffentlicht. Diese Daten können zum Zweck des Schutzes der finanziellen Interessen der Europäischen Union von Rechnungsprüfungs- und Untersuchungseinrichtungen der Europäischen Union, des Bundes, der Länder, der Kreise und der Gemeinden verarbeitet werden. Auf die Informationen in den Antragsunterlagen wird verwiesen.
Die Zuwendungsempfängerinnen und Zuwendungsempfänger sind verpflichtet, sämtliche Auskünfte zu erteilen, die im Rahmen der gemäß der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 von externen Evaluatoren durchzuführenden Evaluierung angefordert werden. Die erforderlichen Daten können den Zeitraum vor, während und nach dem Förderzeitraum umfassen. Zusätzlich können Einzelbetriebe als Fallbeispiele evaluiert werden.
Fehlende Mitwirkung an der Evaluierung kann zum Förderausschluss führen.
Den zuständigen Behörden der Europäischen Union, des Bundes und des Landes Baden-Württemberg, ihren Beauftragten sowie ihren Prüforganen und den entsprechenden Rechnungshöfen ist im Rahmen ihrer Zuständigkeit und Befugnisse das Betreten von Geschäfts-, Betriebs- und Lagerräumen sowie von Betriebs- oder Vertragsflächen gestattet. Auf Verlangen sind von der Zuwendungsempfängerin/vom Zuwendungsempfänger die in Betracht kommenden Bücher, Aufzeichnungen, Belege, Rechnungen, Schriftstücke, Datenträger, Karten und Baupläne sowie sonstige Unterlagen zur Einsicht zur Verfügung zu stellen sowie Auskünfte zu erteilen und die erforderliche Unterstützung zu gewähren. Bei automatisiert geführten Aufzeichnungen ist die Zuwendungsempfängerin bzw. der Zuwendungsempfänger verpflichtet, auf eigene Kosten die erforderlichen Ausdrucke zu erstellen, soweit die Prüforgane dies verlangen. Ein Antrag wird abgelehnt oder die Förderung widerrufen, wenn die Zuwendungsempfängerin bzw. der Zuwendungsempfänger oder eine von diesen beauftragte oder bevollmächtigte Person die Kontrolle verweigert.
Diese Verwaltungsvorschrift tritt mit Wirkung vom 1. Januar 2015 in Kraft und mit Ablauf des 31. Dezember 2020 außer Kraft. Gleichzeitig mit dem Inkrafttreten tritt die VwV einzelbetriebliche Förderung vom 19. Mai 2014 (GABl. S. 274) außer Kraft. Sie findet weiterhin Anwendung auf Vorhaben, die vor dem 1. Januar 2015 bewilligt worden sind.
Abweichend von Absatz 1 Satz 1 tritt die Bürgschaftsregelung nach Abschnitt I Nummer 7.9 mit Ablauf des 31. Dezember 2019 außer Kraft
der Evaluation.
Anlage 1: Bauliche Anforderungen an eine besonders tiergerechte Haltung
Mit den zu fördernden Investitionen sind die über die Anforderungen der Tierschutznutztierhaltungsverordnung hinausgehenden baulichen und technischen Voraussetzungen zur Einhaltung der folgenden Anforderungen zu schaffen. Die Premiumanforderungen bauen auf den Basisanforderungen auf.
3 Prozent der Stallgrundfläche bei Schweinen und Geflügel sowie
5 Prozent bei allen übrigen Tierarten
– A – Basisanforderungen
Zuwendungsfähig sind Laufställe. Die spaltenfreie Liegefläche muss so bemessen sein, dass alle Tiere gleichzeitig liegen können.
Im Falle von Liegeboxen ist für jedes Tier eine Liegebox bereitzustellen.
Liegeplätze müssen ausreichend mit geeigneter trockener Einstreu oder anderem komfortschaffenden Material (Komfortmatten geprüfter und anerkannter Qualität) versehen werden.
Für jedes Tier ist ein Grundfutterfressplatz bereitzustellen, dessen Breite dazu ausreicht, dass alle Tiere gleichzeitig fressen können. Wenn durch geeignete technische oder manuelle Verfahren die Tiere ständig Zugang zum Futter haben, ist ein Tier-Fressplatz-Verhältnis von maximal 1,2 : 1 zulässig.
Die nutzbare Stallfläche muss mind. 5,5 m2 je Großvieheinheit betragen.
Bei Stallneubaubauten müssen die Lauf/Fressgänge bei Milchkühen mindestens 3,5 m und Laufgänge 2,5 m breit sein, so dass sich die Tiere stressfrei begegnen können.
Perforierte Böden (mit einer Spaltenbreite von max. 3,5 cm) dürfen höchstens 50 Prozent der nutzbaren Stallfläche ausmachen, es sei denn, die Liegefläche ist mit einer perforierten Gummimatte ausgelegt, die mindestens 50 Prozent der Stallfläche ausmacht.
Für jedes Tier ist ein Grundfutterfressplatz bereitzustellen, dessen Breite ausreicht, dass alle Tiere gleichzeitig fressen können. Bei Vorratsfütterung ist ein Tier-Fressplatz-Verhältnis von 1,2 : 1 zulässig.
Anforderungen an die Haltung von Aufzuchtferkeln, Zuchtläufern und Mastschweinen
mit einer Komfortliegefläche ausgestattet
Im Stall müssen für alle Tiere zugänglich mindestens drei verschiedenartige manipulierbare Beschäftigungselemente in einer ausreichenden Anzahl zur Verfügung stehen. Geeignet hierfür sind Holz an Ketten, aufgehängte Hanfseile, eine besondere Fütterungstechnik, die die Dauer der Futteraufnahme beim Tier ausdehnt und eine Beschäftigung induziert, Strohraufen oder vergleichbare Elemente.
Es muss eine uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche zur Verfügung stehen, die mindestens 20 Prozent größer ist, als nach der TierSchNutztV vorgeschrieben.
Im Falle der Trogfütterung ist je Sau bzw. Jungsau ein Fressplatz bereitzustellen, dessen Breite es zulässt, dass alle Tiere gleichzeitig fressen können.
Der Liegebereich muss für Eber, für Zucht- und Jungsauen nur im Wartebereich bzw. in der Gruppenhaltung
mit einer Komfortliegefläche
ausgestattet sein. Für Zucht- und Jungsauen im Abferkelbereich und bei Einzelhaltung im Deckbereich muss mindestens ein Teil des Liegebereichs als Komfortliegefläche (z. B. Gummimatte, im Schulterbereich) ausgestattet sein.
Im Stall müssen für alle Tiere (für Zucht- und Jungsauen nur im Wartebereich bzw. in der Gruppenhaltung) mindestens drei verschiedenartige manipulierbare Beschäftigungselemente in einer ausreichenden Anzahl zur Verfügung stehen. Für Zucht- und Jungsauen ist im Abferkelbereich und bei Einzelhaltung im Deckbereich mindestens ein Beschäftigungselement zur Verfügung zu stellen. Geeignet hierfür sind Holz an Ketten, aufgehängte Hanfseile, eine besondere Fütterungstechnik, die die Dauer der Futteraufnahme beim Tier ausdehnt und eine Beschäftigung induziert, Strohraufen oder vergleichbare Elemente.
Der Stallraum muss mit einem planbefestigten Boden sowie einer Ablamm- bzw. Absonderungsbucht ausgestattet sein.
Neben der nutzbaren Stallfläche sind zusätzlich pro Ziege mind. 0,5 m2 nutzbare Liegeflächen zu schaffen, die gegenüber der übrigen Stallfläche erhöht sind.
Es müssen Aufzuchtbuchten für Zicklein vorhanden sein, die so bemessen sind, dass alle Zicklein gleichzeitig liegen können.
Liegeplätze müssen ausreichend mit geeigneter trockener Einstreu versehen werden
Der Stall muss mit einem befestigten Kaltscharrraum verbunden sein, der mindestens einem Viertel der nutzbaren Fläche entspricht.
Der Stall muss mit einem befestigten Kaltscharrraum verbunden sein, der den Tieren ab der zehnten. Lebenswoche zur Verfügung steht und mindestens einem Viertel der nutzbaren Fläche entspricht.
Im Stall müssen den Tieren ab der dritten. Lebenswoche erhöhte Sitzstangen angeboten werden. Die Sitzstangenlänge muss für Junghennen ab der zehnten. Lebenswoche mindestens zwölf cm je Tier aufweisen. Die Sitzstangen müssen für Jung- und Legehennen so installiert sein, dass auf ihnen ein ungestörtes gleichzeitiges Ruhen aller Tiere möglich ist. In der Volierenhaltung muss für Junghennen der Zugang zu den einzelnen Ebenen regulierbar sein.
Der Einstreubereich (inklusive Kaltscharrraum) ist so zu strukturieren und auszustatten, dass den Tieren zusätzlich zur Einstreu verschiedenartig manipulierbares und auswechselbares Beschäftigungsmaterial (zum Beispiel. Heuraufen, Pickblöcke, Stroh- oder Luzerneballen) zur Verfügung steht.
Der Stall muss mindestens gemäß den bundeseinheitlichen Eckwerten für eine freiwillige Vereinbarung zur Haltung von Mastputen vom März 2013 ausgestattet sein.
Der Stall muss entweder ein Offenstall sein oder über einen Kaltscharrraum verfügen oder in ein Umtriebsystem eingebunden sein, das vorsieht, dass die Puten vom Aufzuchtstall in einen Offenstall bzw. in einen Stall mit Kaltscharrraum wechseln können. Für die Putenhenne müssen 400 cm2 und für den Putenhahn 600 cm2 Fläche im Kaltscharrraum zur Verfügung stehen.
Der Besatz im Offenstall bzw. Stall mit Kaltscharrraum darf am Ende der Mastperiode bei Putenhennen nicht über 45 kg und bei Putenhähnen 50 kg Lebendgewicht je m2 nutzbarer Stallfläche liegen.
Stall und Kaltscharrraum bzw. Wintergarten sind mit Vorrichtungen für Rückzugsmöglichkeiten und Beschäftigung (erhöhte Ebenen, Sichtbarrieren, Strohraufen) auszustatten.
Für Mobilställe ist kein Kaltscharraum erforderlich, die Bodenfläche muss aber je nach Zustand (Trockenheit) ausreichend mit geeigneter Einstreu versehen werden.
Die Besatzdichte darf zu keinem Zeitpunkt 35 kg/m2 Stallinnenfläche bzw. in der Leichtmast (unter 1600 g Endgewicht) 31 kg/m2 übersteigen.
Anforderungen für die Haltung von Pferden
Zuwendungsfähig sind Anlagen/Systeme zur Haltung in Gruppen mit Auslauf.
Für jedes Pferd ist ein ausreichend breiter Fressplatz/Fressstand bereitzustellen. Sollte dies nicht der Fall sein (z. B. computergesteuerte Fütterung), muss durch geeignete Maßnahmen sichergestellt werden, dass eine gleichzeitige Aufnahme, zumindest von Raufutter, für alle Pferde möglich ist.
Ein besonderes Abteil für kranke, verletzte unverträgliche oder neu eingestallte Tiere muss bei Bedarf eingerichtet werden können. Dieses muss mindestens Sicht-, Hör- und Geruchskontakt zu einem anderen Pferd gewährleisten.
– B – Premiumanforderungen
Mit den zu fördernden Investitionen sind aufbauend auf den Basisanforderungen der Anlage 1 A die baulichen und technischen Voraussetzungen zur Einhaltung der folgenden Anforderungen zu schaffen:
Förderungsfähig sind Laufställe, die über einen Auslauf für mindestens ein Drittel der Milchkühe (4,5 m2/GV) verfügen. Auf einen Auslauf kann bei regelmäßigem Sommerweidegang und mindestens 7 m2/GV (nutzbarer) Stallfläche verzichtet werden.
bis 350 kg Lebendgewicht mind. 3,5 m2 pro Tier und
über 350 kg Lebendgewicht mind. 4,5 m2
pro Tier betragen.
Der Stall muss über einen Auslauf für mindestens ein Drittel der Mutterkühe (4,5 m2/GV) verfügen. Auf einen Auslauf kann bei regelmäßigem Sommerweidegang und mindestens 7 m2/GV (nutzbarer) Stallfläche verzichtet werden.
Die Buchten müssen so gestaltet sein, dass sie in Liege-, Aktivitäts- und Kotbereich strukturiert werden können.
Der Liegebereich muss planbefestigt und zur Verbesserung des Liegekomforts mit Stroh (Minimaleinstreu) eingestreut werden. Alternativ dürfen gleichwertige Maßnahmen (z. B. Matten) verwendet werden. Zum Trockenhalten darf der Liegebereich ein leichtes Gefälle oder eine Drainage aufweisen.
Als eines der drei Beschäftigungselemente ist ein Beschäftigungsautomat mit Stroh oder Strohpellets vorgeschrieben.
Es muss mindestens folgendes Platzangebot zur Verfügung stehen:
0,35 m2 je Tier
0,45 m2 je Tier
0,7 m2 je Tier
1,1 m2 je Tier
1,6 m2 je Tier
Einrichtungen, wie zum Beispiel. Fütterungs- und Beschäftigungsautomat und Tränke sind in der vorgegebenen Stallgrundfläche bereits enthalten.
Der Liegebereich im Stall muss als inklusiver Bestandteil der Fläche im Stall positioniert sein und entsprechend des Lebendgewichtes der Tiere folgendes Platzangebot bieten:
0,15 m2 je Tier
0,20 m2 je Tier
0,25 m2 je Tier
0,6 m2 je Tier
0,9 m2 je Tier«
Bei Umbauten darf – bei unverändertem Gesamtplatzangebot – die Fläche des Liegebereichs 10 Prozent kleiner ausfallen. Den Tieren müssen die vorgegebenen Flächenmaße als Liegefläche uneingeschränkt zur Verfügung stehen.
Die Haltungseinrichtung für Eber muss eine Fläche aufweisen, die mindestens 20 Prozent größer ist, als nach der TierSchNutztV vorgeschrieben.
Für Jungsauen und Sauen muss im Zeitraum von über vier Wochen nach dem Decken bis eine Woche vor dem voraussichtlichen Abferkeltermin eine uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche zur Verfügung stehen, die mindestens 20 Prozent größer ist, als nach der TierSchNutztV vorgeschrieben.
Die Mindestfläche je Abferkelbucht muss 6 m2 betragen.
Die Haltungseinrichtung in der Abferkelbucht muss so ausgestaltet sein, dass sie nach dem Abferkeln dauerhaft geöffnet werden kann. Die Sau muss sich dann ungehindert umdrehen können.
Die nutzbare Stallfläche muss mind. 1,5 m2/Ziege und 0,35 m2/Zicklein betragen.
Die nutzbare Stallfläche muss mind. 1,5 m2/Schaf und 0,35 m2/Lamm betragen.
Der Stall muss über einen Dachüberstand von mindestens 2 m Breite/Tiefe über die gesamte mit Ausschlupflöchern versehene Stallseite verfügen. Die gesamte Fläche unter dem Dachüberstand muss befestigt sein.
Der Stall muss mit einem befestigten Kaltscharrraum verbunden sein, der mindestens einem Drittel der nutzbaren Fläche entspricht.
Die Zugänge vom Kaltscharrraum zum Freiland müssen über die gesamte Länge einer Außenwand verteilt und mindestens 60 cm hoch sein.
Für je 500 Legehennen müssen die Zugangsöffnungen in der Summe mindestens 200 cm breit sein.
Für Mobilställe ist kein Dachüberstand und keine Befestigung unter dem Dachüberstand erforderlich. Bei Mobilställen ist über ein entsprechendes Management sicherzustellen, dass die Grasnarbe im Auslauf erhalten bleibt.
Der Kaltscharrraum muss mindestens einem Drittel der nutzbaren Stallgrundfläche entsprechen und mit geeigneter, manipulierbarer Einstreu sowie ausreichend bemessenen und gleichmäßig verteilten Staub- oder Sandbädern ausgestattet sein.
Der Stall muss so bemessen sein, dass die Besatzdichte während der Endmastphase bei Putenhennen max. 35 kg und bei Putenhähnen max. 40 kg Lebendgewicht pro m2 nutzbarer Stallfläche nicht überschreitet.
Der Kaltscharrraum bzw. Wintergarten muss mindestens 800 cm2/Putenhahn und 500 cm2/Putenhenne umfassen und mit geeigneten, ausreichend bemessenen und gleichmäßig verteilten Staubbädern ausgestattet sein.
Die Besatzdichte darf max. 25 kg/m2 bezogen auf die Stallgrundfläche nicht überschreiten. Der vorgeschriebene Kaltscharrraum kann insoweit auf die Besatzdichte angerechnet werden, dass eine Besatzdichte von max. 29 kg/m2 bezogen auf die Stallinnenfläche nicht überschritten wird.
Der Stall muss mit einem befestigten Kaltscharraum verbunden sein, der einem Anteil von mindestens 20 Prozent an der Stallgrundfläche entspricht und an der Längsseite des Stalles anzugliedern ist.
Pro 100 m2 Stallgrundfläche bzw. 1500 Masthühnern sind mindestens insgesamt zwei Meter Lukenbreite vorzuhalten. Jede Lukenöffnung muss mindestens 50 cm breit sein, die Lukenöffnungen müssen gleichmäßig über die Längsseite des Stalles verteilt sein.
Der Stall muss so bemessen sein, dass die Besatzdichte während der Endmastphase bei Mastenten max. 20 kg und bei Mastgänsen max. 15 kg Lebendgewicht pro m2 nutzbarer Stallfläche nicht überschreitet.
Ein stallnaher Außenauslauf von mind. 2 m2/Mastente bzw. 4 m2/ Mastgans muss zur Verfügung stehen. Bei der Gänsemast muss zudem eine ausreichende Weidemöglichkeit auf Grünland oder Ackerfutter gewährleistet sein.
Die nutzbare Liegefläche muss mindestens 9 m2/Pferd und mindestens 7 m2/Pony betragen.
Für Kapitalmarktdarlehen, die zur Sicherstellung der Gesamtfinanzierung der zuwendungsfähigen Investitionen erforderlich sind, können vom Land anteilige modifizierte Ausfallbürgschaften bis zu einer Million Euro übernommen werden, soweit das Darlehen nicht durch bankübliche Sicherheiten gedeckt und mit der Zahlung der vertraglich vereinbarten Zins- und Tilgungsleistungen gerechnet werden kann.
Der Bund übernimmt hierfür befristet bis zum 31. Dezember 2019 mit gesonderter Erklärung eine Garantie von 60 Prozent.
Bürgschaften können nur für Kapitalmarktdarlehen übernommen werden, die bei Antragstellung auf Bürgschaftsübernahme noch nicht gewährt oder verbindlich zugesagt worden sind. Eine Darlehenszusage unter dem ausdrücklichen Vorbehalt der Bürgschaftsgewährung ist unschädlich.
Die Bürgschaften decken höchstens 70 Prozent des Ausfalls an der Hauptforderung, den marktüblichen Zinsen sowie den Kosten der Kündigung und Rechtsverfolgung sowie den notwendigen Auslagen bei Verwertung der Sicherheiten, für die Kosten und Auslagen jedoch nur bis zu 2 Prozent des Bürgschaftshöchstbetrages für die Hauptforderung.
Ab Eintritt des Verzugs der Kreditnehmerin/des Kreditnehmers ist der Zinssatz in die Bürgschaft einbezogen, der gegenüber der Kreditnehmerin/dem Kreditnehmer als Schadenersatzanspruch geltend gemacht werden kann. Die Höhe des Schadenersatzanspruches ist auf den Basiszinssatz nach § 247 des Bürgerlichen Gesetzbuches zuzüglich 5 Prozent p. a. begrenzt, es sei denn, im Schadensfall wird ein höherer Ersatzanspruch nachgewiesen. In keinem Fall darf jedoch der vertraglich vereinbarte und vom Land gebilligte Regelzinssatz überschritten werden.
Sonstige Verzugsschäden, Zinseszinsen, Stundungszinsen, Provisionszinsen, Strafzinsen, Überziehungszinsen, sonstige Verzugsschäden, Bearbeitungsgebühren und Prüfungskosten sind von der Bürgschaft nicht erfasst und dürfen auch nicht mittelbar in die Ausfallberechnung einbezogen werden.
Der Selbstbehalt der Hausbanken beträgt mindestens 30 Prozent; er darf nicht gesondert oder vorrangig besichert oder auf Dritte übertragen werden.
Bürgschaften unter 100 000 Euro werden nicht übernommen.
Die Darlehensnehmerin/der Darlehensnehmer hat eine marktübliche Provision (einschließlich Risikoentgelt) für die Gewährung der Bürgschaft zu entrichten und so weit wie möglich Sicherheiten – vorrangig Grundpfandrechte - zur Verfügung zu stellen. Dies gilt auch, wenn sie/er nachträglich dafür geeignetes Vermögen erlangt. Zu den Sicherheiten, die vor Feststellen des Ausfalls zu verwerten sind, gehören auch etwaige für das Darlehen gegebene Bürgschaften Dritter. Bei haftungsbeschränkenden Rechtsformen ist Voraussetzung für die Vergabe einer Ausfallbürgschaft, dass alle Gesellschafter, die einen wesentlichen Einfluss auf den Darlehensnehmer ausüben können, für das Darlehen mithaften, zumindest aber eine selbstschuldnerische Bürgschaft in Darlehenshöhe abgeben.
Die Übernahme von Bürgschaften in Sanierungsfällen ist ausgeschlossen.
Die Durchführung und Verwaltung der Bürgschaftsgewährung wird von der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg GmbH vorgenommen.
Sie trifft die Entscheidung über die Gewährung einer Ausfallbürgschaft für Kapitalmarktdarlehen im Rahmen der einzelbetrieblichen Investitionsförderung. Das Verfahren zur Bürgschaftsgewährung läuft parallel zum Antrags- und Bewilligungsverfahren auf Gewährung einer Investitionsförderung.
Hinweise zum Verfahren der Bürgschaftsgewährung
Der Antrag auf Gewährung einer Bürgschaft für das Kapitalmarktdarlehen ist bei der Hausbank (Antragsvordruck ist bei der Hausbank erhältlich) zusammen mit einer Kopie des Förderantrags und des Investitionskonzeptes einzureichen.
Die Hausbank prüft den Bürgschaftsantrag und leitet ihn an die Bürgschaftsbank weiter. Dabei ist zu bestätigen, dass
keine ausreichenden bankmäßigen Sicherheiten im erforderlichen Ausmaß vorhanden sind,
die Kapitaldienstfähigkeit derzeit gegeben ist und
die Folgekosten auf Dauer tragbar erscheinen.
Die Bürgschaftsbank holt beim zuständigen Regierungspräsidium eine Stellungnahme zur betriebswirtschaftlichen Beurteilung des Projektes sowie zum Vorliegen der Fördervoraussetzungen ein und entscheidet bei positiver Beurteilung des Regierungspräsidiums ggf. nach Vorlage weiterer Stellungnahmen/Gutachten und der Zustimmung durch das Ministerium über den Bürgschaftsantrag.
Die Bürgschaftsbank erstellt die Bürgschaftsurkunde und leitet diese dem Regierungspräsidium und nachrichtlich dem Ministerium zu.
Das Regierungspräsidium erlässt den Zuwendungsbescheid einschließlich der Zusage zur Übernahme der Ausfallbürgschaft und leitet die Bürgschaftsurkunde der Hausbank zu.
Sobald die Hausbank die erforderlichen Mitteilungen vorlegt, wird die Bürgschaftsbank dem Ministerium die neu vergebene Bürgschaft mit der Anlage 1 der Rückbürgschaftserklärung des Landes zur Erfassung der Bürgschaften anzeigen.
Wird der Antrag auf Gewährung einer Bürgschaft nicht genehmigt, hat das Regierungspräsidium den Förderantrag abzulehnen.
Weitere Hinweise zum Verfahren der Bürgschaftsverwaltung
Vor einer das Land als Rückbürgen belastenden Änderung von Ausfallbürgschaften hat die Bürgschaftsbank dessen Zustimmung einzuholen. Für Fälle minderer Bedeutung ist diese Zustimmung nicht erforderlich. Dies gilt insbesondere bei
Änderungen der Sicherheiten und des Verwendungszwecks, die wertmäßig (aktueller Wert) – bezogen auf den Bürgschaftsanteil – 50 000 Euro nicht übersteigen, sofern der wirtschaftliche Zweck des Vorhabens dadurch keine Beeinträchtigung erfährt,
Anpassung der Konditionen an die Bestimmungen des Förderkredites der öffentlichen Hand,
Stundung fälliger Zins- und Tilgungsbeträge, sofern die Laufzeit des verbürgten Kredits hierdurch nicht verlängert wird,
Aussetzung fälliger Tilgungsbeträge, sofern die Laufzeit des verbürgten Kredits bzw. die Bürgschaftsfrist hierdurch nicht mehr als ein Jahr verlängert wird,
Verlegung des Tilgungsbeginns und der Bürgschaftsfrist bei verspäteter Auszahlung des Kredits durch die Hausbank,
Wegfall und Änderung von Auflagen und Bedingungen, wenn damit die Basis der Bürgschaftsübernahme nicht wesentlich beeinträchtigt wird,
notwendigen Entscheidungen bei gekündigten oder sonst Not leidenden Engagements mit Ausnahme der Verlängerung von Bürgschaftsfristen.
Für die Gewährung, Bearbeitung und Betreuung erhebt die Bürgschaftsbank folgende Gebühren:
jährlich eine Bürgschaftsprovision, die die mit der Gewährung der Bürgschaft verbundenen normalen Risiken abdeckt, und nach Vereinnahmung an das Land jeweils zum 28. Februar eines jeden Jahres abzuführen ist und
eine einmalige Bearbeitungsgebühr in Höhe von 1 Prozent des genehmigten Bürgschaftsbetrages sowie jährlich ein laufendes Entgelt in Höhe von 0,2 Prozent des Kreditbetrages. Für die Bearbeitung von Änderungsanträgen wird je nach Arbeitsaufwand und Auswirkung auf das Bürgschaftsobligo eine Gebühr erhoben.
Bei einem Ausfall werden die Interessen des Landes von der L-Bank wahrgenommen.
Anlage 3: Aufgaben der Betreuerin/des Betreuers im Rahmen der einzelbetrieblichen Investitionsförderung
Die Betreuerin/der Betreuer unterstützt die Antragstellerin/den Antragsteller bei der Antragstellung und bei der Durchführung des Fördervorhabens nach Maßgabe des Zuwendungsbescheides. Dazu schließt die Betreuerin/der Betreuer mit der Antragstellerin/dem Antragsteller eine Vereinbarung ab, in der die Aufgaben gemäß dieser Verwaltungsvorschrift beschrieben sind. Sie informieren, soweit noch nicht erfolgt, binnen zwei Wochen nach dem Erstkontakt mit der potentiellen Antragstellerin / dem potentiellen Antragsteller die untere Landwirtschaftsbehörde über die Investitionsabsichten und das geplante Vorhaben.
Die Betreuung umfasst auch regelmäßige Besprechungen mit der Antragstellerin/dem Antragsteller und regelmäßige Besuche der Baustelle.
Unterstützung der Antragstellerin/des Antragstellers durch Teilnahme an Besprechungen und erforderlichen Vor-Ort-Terminen mit Behörden, Notariaten, Kreditinstituten und Auftragnehmern;
Mitwirkung bei der Standortwahl und bei der Erarbeitung einer funktionalen, wirtschaftlichen und zweckmäßigen Planung auf der Grundlage eines Raum- und Funktionsprogramms;
Mitwirkung bei der Plausibilisierung der Kosten, der Einholung von Angeboten, der Kostenschätzung und der Kostenberechnung nach DIN 276;
Hinwirken auf ausreichende Versicherungen (z. B. Haftpflichtversicherung, Bauwesenversicherung) der Bauherrin/des Bauherrn;
Mitwirkung bei der Erfüllung baurechtlicher Bestimmungen, insbesondere des Gesetzes zur Eindämmung illegaler Betätigung im Baugewerbe vom 30. August 2001 (BGBl. I S. 2267).
Erarbeitung des Investitionskonzepts, das grundsätzlich auf Buchführungsabschlüssen basiert, in Abstimmung mit der unteren Landwirtschaftsbehörde bzw. dem Regierungspräsidium;
Mitwirkung bei der Beschaffung der für die Durchführung des Vorhabens erforderlichen Finanzierungsmittel;
Mitwirkung bei der Erarbeitung des Antrags auf Bewilligung von Fördermitteln und Vorlage des Antrags (mit Anlagen) beim zuständigen Regierungspräsidium;
Mitwirkung bei der Beantragung der erforderlichen Genehmigungen;
Mitwirkung bei der Auswertung von Angeboten und der Vergabe des Bauvorhabens;
Freigabe des Vorhabens, wenn die Gesamtfinanzierung gesichert und festgestellt ist, dass die im Investitionskonzept und in den Antragsunterlagen zu Grunde gelegten Verhältnisse noch zutreffen (Baubeginnsbesprechung);
Mitwirkung bei der Einrichtung eines Baukontos, über das grundsätzlich alle Zahlungen ab Bewilligung abzuwickeln sind;
Besorgung des sich aus der Durchführung des Vorhabens ergebenden Zahlungsverkehrs;
Mitwirkung bei der Umsetzung des Bauvorhabens entsprechend des Zuwendungsbescheides;
Mitwirkung bei der Antragstellung auf Auszahlung (Zahlungsanträge) nach den jeweils geltenden Verwaltungsvorschriften;
Prüfung sämtlicher Rechnungen (Abschlags- und Schlussrechnungen) einschließlich ergänzender Unterlagen auf sachliche und rechnerische Richtigkeit;
Regelmäßige Prüfung und Dokumentation der Bauausführung auf Übereinstimmung der mit der der Bewilligung zu Grunde liegenden baurechtlich genehmigten Planung und dem Finanzierungsplan;
Erfüllung der Mitteilungspflichten gegenüber der Bewilligungsbehörde nach den Vorgaben des Zuwendungsbescheides;
Unterrichtung der Bewilligungsbehörde über Abweichungen von der dem Zuwendungsbescheid zu Grunde liegenden Konzeption, soweit die Abweichungen zu einer wesentlichen baufachlichen Änderung des Bau- und/oder Raumprogramms, einer wesentlichen Erhöhung der Betriebskosten oder einer wesentlichen Überschreitung der Baukosten führen;
Mitwirkung bei der Durchsetzung von Gewährleistungsansprüchen der Bauherrin/des Bauherrn innerhalb der Gewährleistungsfrist.
Erstellung des Verwendungsnachweises nach den Vorgaben des Zuwendungsbescheides;
Aktenaufbewahrung bis zum Ablauf von zehn Jahren ab dem Zeitpunkt der Anerkennung des Verwendungsnachweises. Die Aktenaufbewahrung kann der Zuwendungsempfängerin bzw. dem Zuwendungsempfänger unter Erfüllung derselben Auflagen übertragen werden.
Kontroll- und Evaluierungsmaßnahmen
Unterstützung der Prüfungen durch Behörden der EU, des Bundes oder Landes einschließlich der Gewährung von Akteneinsicht;
Mitwirkung bei der Evaluation.
Ausbringung* von Wirtschaftsdüngern
Injektionsgeräte für die Aufbringung von Gülle, Gärresten, Jauche und Sickersaft mit und ohne Tankwagen.
An Tankwagen angebaute Geräte zur Direkteinarbeitung von Gülle, Jauche und Sickersaft, wie Grubber, Scheibeneggen, Scheibenschlitzgeräte und vergleichbare Techniken, mit und ohne Pumptankwagen.
Aufbringungsgeräte gemäß Punkt 1.1 bis 1.3 in Verbindung mit Pumpe, Haspel und Schlauch (Verschlauchungsverfahren).
Die Geräte müssen nachweislich dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn die Geräte in einem Testverfahren nach DLG oder VERA erfolgreich geprüft wurden.
Spritz- und Sprühgeräte für den Obst-, Garten- und Weinbau, die nicht angelagerte Spritzflüssigkeit auffangen und in den Tank zurückfördern und die Abdrift um mindestens 90 Prozent gegenüber herkömmlichen Sprühgeräten verringern können, ohne die Wirksamkeit der Anwendung zu verringern.
Pflanzenschutzgeräte mit Sensorsteuerung, die entweder Lücken in der Zielfläche erkennen und die Düsen entsprechend abschalten oder die z. B. in Flächenkulturen Unkräuter oder Pilzbefall erkennen und die Düsen entsprechend einschalten. Die mögliche Mitteleinsparung der Geräte muss durch eine Prüfung des Julius Kühn-Instituts nachgewiesen werden.
Feldspritzgeräte mit Assistenzsystemen zur automatischen Teilbreitenschaltung und Gestängeführung und automatischer Innenreinigung.
Die in Nummer 2.1 bis 2.4 genannten Geräte müssen vom Julius Kühn-Institut geprüft und anerkannt worden sein.
Selbstfahrende Maschinen sind sowohl bei der Aufbringung von Wirtschaftsdüngern als auch bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln nicht förderfähig