Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/2/82360000047.htm
Timestamp: 2018-12-13 23:00:05
Document Index: 244975137

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 2', '§ 4', '§ 7', '§ 4', '§ 64', '§ 4', '§ 5', '§ 7', '§ 9', '§ 14']

2.36.047 Bauschlotter Au
Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe über das Natur‑ und Landschaftsschutzgebiet »Bauschlotter Au« (Gemeinden Neulingen und Ölbronn-Dürrn, Enzkreis) vom 22. Dezember 1999 (GBl. v. 26.01.2000, S. 37).
Auf Grund von §§ 21 und 58 Abs. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vorn 29. März 1995 (GBI. S. 385) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Neulingen, Gemarkung Bauschlott und der Gemeinde Ölbronn-Dürrn, Gemarkungen Ölbronn und Dürrn, werden zum Natur‑ und Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Natur‑ und Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung »Bauschlotter Au«.
(1) Das Natur‑ und Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rd. 218 ha. Davon entfallen rund 192 ha auf das Naturschutzgebiet und rund 26 ha auf das Landschaftsschutzgebiet. Es umfasst den Talraum unterhalb der westlich angrenzenden B 294 bis zur K 4525, die südexponierten Hänge unterhalb der Hochebene der Bauschlotter Platte, die Auewiesen und den Mühlau-Wald (Distrikt Eichelberg) westlich der K 4525 und die Streuobstwiesen der höher gelegenen Wuchsorte sowie den Laile-Wald (Distrikt Laile).
(2) Die Grenzen des Natur‑ und Landschaftsschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 mit durchgezogener roter Linie (Naturschutzgebiet) und mit durchgezogener grüner Linie (Landschaftsschutzgebiet) sowie in 7 Detailkarten im Maßstab 1 : 2 500 mit durchgezogener roter, grau angeschummerter Linie (Naturschutzgebiet) und mit durchgezogener grüner, flächig schwarz punktierter Linie (Landschaftsschutzgebiet), eingetragen. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Karlsruhe und beim Landratsamt Enzkreis in Pforzheim auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
1. die Gewährleistung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit eines ausgewogenen Naturhaushalts;
3. die Erhaltung der Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Natur und Landschaft sowie ihre Sicherung als besonderer Erholungswert für die Allgemeinheit;
4. die Erhaltung der offenen Landschaft mit den Mähwiesen als erweiterter Lebensraum der Vogelwelt, insbesondere der Wiesenbrüter, Nahrungsgäste und Zugvögel;
5. die empfindlichen Flächen des Naturschutzgebietes im Bereich der Talaue des Erlenbaches als erweiterte Schutzzone vor Beeinträchtigungen zu schützen.
4. das Landschaftsbild nachteilig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt wird oder eine Beeinträchtigung im Naturschutzgebiet nach § 4 herbeigeführt wird;
5. Luftfahrzeuge aller Art zu betreiben, insbesondere das Starten und Landen von Luftsportgeräten (z. B. Hängegleiter, Gleitsegel, Ultraleichtflugzeuge, Sprungfallschirme, Fallschirme) und Freiballonen sowie das Aufsteigenlassen von Flugmodellen;
6. fließende oder stehende Gewässer anzulegen, zu beseitigen oder zu verändern sowie Entwässerungs- oder andere Maßnahmen durchzuführen, die den Wasserhaushalt verändern;
7. Gegenstände zu lagern, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstücks erforderlich sind;
9. Art und Umfang der bisherigen Grundstücksnutzung entgegen dem Schutzzweck zu ändern;
11. zu zelten, zu lagern, Wohnwagen oder Verkaufsstände aufzustellen;
13. Dauergrünland oder Dauerbrache umzubrechen;
14. Wiesen vor dem 1. Juli zu mähen, vom 15. April bis zum Schnittzeitpunkt zu beweiden, zu walzen, oder einzuebnen;
15. wesentliche Landschaftsbestandteile wie landschaftsprägende Bäume, Hecken, Gebüsche sowie Böschungen zu beschädigen oder zu zerstören.
(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 7 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, dass die Wirkungen der, Handlung, dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.
1. ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung mit der Maßgabe, dass
b) Dauergrünland ‑ außer zur kleinflächigen Ausbesserung von Weideschäden sowie auf den in den Karten Maßstab 1: 2500 gekennzeichneten Flächen ‑ oder Dauerbrache nicht umgebrochen wird,
c) wesentliche Landschaftsbestandteile wie landschaftsprägende Bäume, Hecken, Gebüsche sowie Böschungen nicht beschädigt oder zerstört werden;
e) eine bodenverträgliche, die Grasnarbe nicht zerstörende Beweidung mit Rindern sowie mit Schafen ohne Pferchen oder Koppelhaltung zulässig ist, einschließlich der Errichtung einfacher, landschaftsangepasster Weidezäune,
das Recht, die landwirtschaftliche Nutzung wieder aufzunehmen, die auf Grund vertraglicher Bewirtschaftungsbeschränkungen oder der Teilnahme an einem Extensivierungs‑ oder Stilllegungsprogramm zeitweise eingeschränkt oder aufgegeben war, bleibt unberührt;
(2) Unberührt bleiben auch die Unterhaltung und Instandsetzung rechtmäßigerweise bestehender Einrichtungen.
Schutz‑ und Pflegemaßnahmen werden durch die höhere Naturschutzbehörde in einem Pflege‑ und Entwicklungsplan oder durch Einzelanordnung festgelegt, soweit sie nicht für Waldflächen im Forsteinrichtungswerk integriert sind. §§ 4, 7 und 8 dieser Verordnung sind insoweit nicht anzuwenden.
Ordnungswidrig im Singe des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig
1. im Naturschutzgebiet nach § 4 oder § 5 dieser Verordnung verbotene Handlungen vornimmt,
2. im Landschaftsschutzgebiet nach § 7 oder § 9 dieser Verordnung verbotene Handlungen vornimmt,
§ 14 Außerkrafttreten
Die Verordnung über das Natur‑ und Landschaftsschutzgebiet »Erlen‑, Metten‑ und Gründelbachniederung« vom 31.Juli 1986 (GBI. S.363) tritt insoweit außer Kraft, als sie dieser Verordnung widerspricht.
KARLSRUHE, den 22. Dezember 1999