Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=HRRS%202011%20Nr.%20287
Timestamp: 2019-06-26 11:48:27
Document Index: 157099609

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 212', '§ 22', '§ 23', '§ 261', '§ 15', '§ 21', '§ 21', '§ 212', '§ 224', '§ 400', '§ 21', '§ 400', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 400', 'BGH', 'BGH', '§ 400', '§ 400', '§ 400', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 25.11.2010 - 3 StR 364/10 - dejure.org
https://dejure.org/2010,8101
BGH, 25.11.2010 - 3 StR 364/10 (https://dejure.org/2010,8101)
BGH, Entscheidung vom 25.11.2010 - 3 StR 364/10 (https://dejure.org/2010,8101)
BGH, Entscheidung vom 25. November 2010 - 3 StR 364/10 (https://dejure.org/2010,8101)
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§ 212 StGB; § 22 StGB; § 23 StGB; § 261 StPO; § 15 StGB; § 21 StGB
Versuchter Totschlag (Vorsatz; Beweiswürdigung; besonders gefährliche Gewalthandlung; Todesdrohung; affektive Erregung; hohe Hemmschwelle); erheblich verminderte Schuldfähigkeit
§ 21 StGB, § 212 StGB, § 224 StGB, § 400 Abs 1 Alt 1 StPO
Abgrenzung zwischen bedingtem Tötungsvorsatz und Körperverletzungsvorsatz bei gefährlichen Gewalthandlungen; Prüfungsumfang bei Revision des Nebenklägers
Annahme eines Tötungsvorsatzes im Falle affektiver Erregung und unter der enthemmenden Wirkung von Alkohol und Rauschgift bei körperlicher Unterlegenheit und verminderter Steuerungsfähigkeit des Täters; Annhame eines bedingten Tötungsvorsatzes bei einem Messerstich in den Brustkorb des Tatopfers sowie ausgesprochener Drohung "ich steche dich ab, du bist tot"
StGB § 21; StPO § 400 Abs. 1
LG Stade, 10.05.2010 - 10a Ks 5/09
NStZ 2011, 338
NStZ-RR 2011, 73
HRRS 2011 Nr. 287
Die Gefährlichkeit der Tathandlung und der Grad der Wahrscheinlichkeit eines Erfolgseintritts sind jedoch keine allein maßgeblichen Kriterien für die Entscheidung, ob ein Angeklagter mit bedingtem Vorsatz gehandelt hat; vielmehr kommt es auch bei in hohem Maße gefährlichen Handlungen auf die Umstände des Einzelfalls an (vgl. Senat, Beschluss vom 26. April 2016 . 2 StR 484/14, NStZ 2017, 22, 23; BGH, Urteil vom 25. November 2010 . 3 StR 364/10, NStZ 2011, 338, 339).
Eingeschränkte Revisibilität der tatrichterlichen Beweiswürdigung; …
Zudem ist anerkannt, dass insbesondere bei spontanen, unüberlegten, in affektiver Erregung ausgeführten Handlungen aus dem Wissen um den möglichen Eintritt des Todes nicht ohne Berücksichtigung der sich aus der Tat und der Persönlichkeit des Täters ergebenden Besonderheiten darauf geschlossen werden kann, dass das - selbständig neben dem Wissenselement stehende - voluntative Vorsatzelement gegeben ist (vgl. BGH, Urteil vom 25. November 2010 - 3 StR 364/10, NStZ 2011, 338 mwN).
Der Senat neigt mit dem 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs (BGH…, Beschluss vom 23. April 2002 - 3 StR 106/02, BGHR StPO § 400 Abs. 1 Prüfungsumfang 3; siehe zudem BGH, Urteile vom 25. November 2010 - 3 StR 364/10, NStZ-RR 2011, 73, 74 …und vom 30. Juli 2015 - 4 StR 561/14, BGHR StPO § 400 Abs. 1 Prüfungsumfang 5, aber auch LR/Hilger, 26. Aufl., § 400 Rn. 20) wegen der Beschränkung der Rechtsmittelberechtigung der Nebenklage durch § 400 Abs. 1 Alt. 1 StPO dazu, einen derartigen Prüfungsumfang zu verneinen.
Auch die Einordnung und Würdigung des Handelns in affektiver Erregung obliegt dem Tatrichter (BGH, Urteil vom 25. November 2010 - 3 StR 364/10, NStZ 2011, 338 f. mwN).
Insbesondere bei spontanen, unüberlegt oder in affektiver Erregung ausgeführten Handlungen kann aus der Kenntnis der Gefahr des möglichen Todeseintritts nicht ohne Berücksichtigung der sich aus der Tat und der Persönlichkeit des Täters ergebenden Besonderheiten geschlossen werden, dass das - selbständig neben dem Wissenselement stehende - voluntative Vorsatzelement gegeben ist (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 25. November 2010 - 3 StR 364/10, NStZ 2011, 73, mit zahlreichen Nachweisen).
Angesichts der hohen Hemmschwelle bei Tötungsdelikten bedarf die Frage der Billigung des Todes indes einer Gesamtschau aller objektiven und subjektiven Tatumstände, in die vor allem auch die psychische Verfassung des Täters bei der Tatbegehung sowie seine Motive mit einzubeziehen sind (vgl. BGH, Urteil vom 25.11.2010, 3 StR 364/10 mwN; BGH, Beschluss vom 22.02.2006 - 5 StR 583/05).
Insbesondere bei spontanen, unüberlegten, in affektiver Erregung ausgeführten Handlungen kann aus dem Wissen um den möglichen Eintritt des Todes nicht ohne Berücksichtigung der sich aus der Tat und der Persönlichkeit des Täters ergebenden Besonderheiten geschlossen werden, dass das - selbstständig neben dem Wissenselement stehende - voluntative Vorsatzelement gegeben ist (BGH, Urteil vom 25.11.2010, 3 StR 364/10 mwN).
BGH, 28.02.2012 - 3 StR 17/12
Beweiswürdigung (Anforderungen bei Annahme von Tötungsvorsatz)
BGH, 27.06.2013 - 3 StR 115/13
Fehlerhafte Beweiswürdigung (Verstoß gegen Denkgesetze)