Source: https://rhgsig.wordpress.com/2007/06/12/der-bgh-verwirft-erneut-die-fraud-on-the-market-theory/
Timestamp: 2018-06-21 15:55:14
Document Index: 64700443

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 826', 'BGH', '§ 826', 'BGH']

Der BGH verwirft erneut die fraud-on-the-market-theory | recht verständlich
2 Responses to “Der BGH verwirft erneut die fraud-on-the-market-theory”
Dezember 17, 2007 um 6:19 pm
Für die getäuschten Anleger ist es sicherlich ein Ärgerniss, hinsichtlich der haftungsbegründenden Kausalität weiterhin beweispflichtig zu bleiben, aber andererseits ist dies ein notwendiges Übel um zwischen tatsächlich getäuschten Anlegern und bloßen „Trittbrettfahrern“ zu differenzieren. Angesichts der immensen Folgen einer Haftung nach § 826 BGB – Rückabwicklung zu Lasten des täuschenden Vorstandsmitglieds, obwohl dieses nicht Vertragspartei war – dürfte es mit Blick auf das von jedem Anleger zu tragende Marktrisiko wohl angebracht sein, auf diesen Nachweis nicht gänzlich zu verzichten. Eine sinnvolle Handhabe bietet in solchen Fällen dann eher die sog. Anlagestimmung im Einzelfall, würde man sie nur konsequent anwenden und nicht wie der BGH zu einer allein in der Theorie existenten Anomalie verkommen lassen. Denn, warum eine solche im Fall ComRoad nicht gegeben sein soll bleibt fragwürdig. Schließlich war der Aktienkurs nahezu ausschließlich von den fehlerhaften Ad-hoc-Mitteilungen getragen (über 96% des Umsatzes waren schlicht vorgetäuscht!). Wenn aber ein solcher Kurs durch Angebot und Nachfrage zustande kommt, kann ein Kaufstimmung zugunsten des Wertpapiers wohl schwerlich verneint werden. Im übrigen entsprächen eine solcher Fall nämlich in geradzu klassischer Weise dem Anwendungsbereich des § 826 BGB; den Anleger gegenüber einer gigantischen Täuschungsmaschinerie wie ComRoad im Stich zu lassen überspannt in der Tat die zu stellenden Beweisanforderungen.
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