Source: http://www.umwelt.sg.ch/g/glossar_umwelt.Char__S.html
Timestamp: 2013-05-19 10:35:49
Document Index: 352355781

Matched Legal Cases: ['Art. 3', 'BGE', 'BGE', 'Art. 7', 'Art. 4', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2']

S-Sätze (www.bag.admin.ch) sind Sicherheitsratschläge für den Umgang mit gefährlichen Stoffen und Zubereitungen. Diese gelten in der ganzen EU und sind in einer Liste zusammengefasst, die zur Zeit 64 Einträge aufweist. Hinzu kommen noch 19 kombinierte S-Sätze. Beispiele: S 14: Von ... fernhalten (inkompatible Substanzen sind vom Hersteller anzugeben) S 17: Von brennbaren Stoffen fernhalten S 35: Abfälle und Behälter müssen in gesicherter Weise beseitigt werden
Bundesamt für Gesundheit BAG (www.bag.admin.ch): S-Sätze neues Fenster
Sanierung im Bereich Lärmschutz
Ortsfeste Anlagen, die wesentlich zur Überschreitung der Immissionsgrenzwerte beitragen, müssen saniert werden. Für Eisenbahnanlagen gelten Fristen bis 31. Dezember 2009, bzw. 31. Dezember 2015. Nationalstrassen müssen bis zum 31. März 2015 lärmschutzmässig saniert sein; für die übrigen Strassen gilt eine Sanierungsfrist bis zum 31. März 2018.
Belebtschlammanlage: Alle zur biologischen Reinigung des Abwassers notwendigen Schritte laufen in einer zeitlichen Abfolge im selben Behälter ab (schubweiser Zulauf von Abwasser in den Behälter).
Das Schadensausmass (Grösse der möglichen Schäden) beschreibt zusammen mit der (Eintretens-)Wahrscheinlichkeit das Risiko eines bestimmten Störfallszenarios. Für die Bevölkerung und die verschiedenen Umweltbereiche (Oberflächengewässer, Grundwasser, Boden, Sachwerte/Infrastruktur) wird das Schadensausmass separat erhoben. Die verschiedenen Schadensausmasse werden in der Regel nicht aufsummiert, sondern einzeln beurteilt.
Schutzobjekte (StFV)
Als Schutzobjekte werden die Bevölkerung, Infrastruktur, Wasserlebewesen, Bodenfruchtbarkeit und Trinkwasserqualität bezeichnet.
Schwall und Sunk entstehen durch die rasche zu- und wieder abnehmende Abgabe von (Betriebs-)Wasser aus hydroelektrischen Speicherkraftwerken bei stark schwankendem Strombedarf. Das intermittierende Turbinieren führt zu kurzfristigen, künstlichen Abfluss-Schwankungen im Wochen- und Tagesrhythmus. Dieses häufige und regelmässige Auftreten von hohem (Schwall) und tiefem Abfluss (Sunk) ist grundlegend verschieden von natürlichen Hochwasserereignissen.
Schwefeldioxid (SO2) entsteht bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe, die Schwefel enthalten (z.B. Heizöl, Diesel, Kohle). In der Schweiz hat die SO2-Belastung vor allem wegen der zunehmenden Verwendung von schwefelarmen Brenn- und Treibstoffen stark abgenommen. Schwefeldioxid trägt als Vorläuferschadstoff von Sulfat zur Bildung von Säuren und Schwebestaubpartikeln (PM10) bei.
Bei der Beurteilung eines Betriebes anhand des Kurzberichtes muss entschieden werden, ob die Kenntnis des Schadensausmasses allein bereits ausreicht, um das Risiko als akzeptierbar einstufen zu können, oder ob dies erst anhand einer tiefer gehenden Abklärung, der Risikoermittlung, möglich ist. Wenn das schlimmst mögliche Störfallszenario ein Schadensausmass kleiner als die "schwere Schädigung" ausweist, gilt das Risiko als akzeptierbar bzw. tragbar. Laut der Richtlinie "Beurteilungskriterien I zur Störfallverordnung" (www.bafu.admin.ch) gelten folgende Schadensausmasse als "schwere Schädigung":10 oder mehr Tote in der Bevölkerung; 100 oder mehr Verletzte in der Bevölkerung; 1 Mio. m3 Wasser oder 1 km2 Wasseroberfläche verunreinigt; Ausfall einer Grundwasserfassung im Ausmass von 10'000 Personenmonaten; sinngemäss kann diese Bewertung auch bei ungenutzten unterirdischen Gewässern angewendet werden; Beeinträchtigung der Bodenfruchtbarkeit von etwa 0.02 km2 * Jahre während mindestens eines Jahres; Sachschäden ausserhalb des Betriebsareals von SFr. 50 Mio. und mehr. Kurzbericht
Beurteilungskriterien I BAFU zur Störfallverordnung: www.bafu.admin.ch neues Fenster
Eine Gruppe von Metallen, die im Gestein vorkommen, nicht biologisch aubbaubar sind und in hohen Konzentrationen giftig wirken können. Dazu gehören u.a. Blei (Pb), Cadmium (Cd), Kupfer (Cu), Zink (Zn). Sie spielen bei der Belastung der Böden eine wichtige Rolle.
Das Sicherheitsdatenblatt (SDB, www.bag.admin.ch) ist dazu bestimmt, den beruflichen und gewerblichen Verwendern von Stoffen oder Zubereitungen die notwendigen physikalisch-chemischen, sicherheitstechnischen, toxikologischen und ökotoxikologischen Daten zu vermitteln. Diese werden für den korrekten Umgang benötigt, um die erforderlichen Massnahmen für Gesundheits- und Umweltschutz, sowie für die Sicherheit am Arbeitsplatz treffen zu können. Das Bundesamt für Gesundheit hat Hilfestellung sowohl für das Lesen und Verstehen als auch für die Erstellung eines Sicherheitsdatenblatts erstellt.
Sicherheitsdatenblätter: www.bag.admin.ch neues Fenster
Der Inhaber eines Betriebes oder eines Verkehrsweges muss von sich aus alle zur Verminderung des Risikos geeigneten Massnahmen treffen, die nach dem Stand der Sicherheitstechnik verfügbar, aufgrund seiner Erfahrung ergänzt und wirtschaftlich tragbar sind. Unter anderem bedeutet dies:einen geeigneten Standort auszuwählen erforderliche Sicherheitsabstände einzuhalten gefährliche Stoffe, Zubereitungen und Prozesse durch weniger gefährliche zu ersetzen Brandschutzmassnahmen und Massnahmen, die auslaufende Flüssigkeiten zurückhalten, zu treffen Stoffe unter Berücksichtigung ihrer Eigenschaften geordnet zu lagern Anlagen mit zuverlässigen Mess-, Steuer- und Regeleinrichtungen auszustatten die innerbetriebliche Zuständigkeit für das Treffen und Überwachen der Sicherheitsmassnahmen festzulegen richtig ausgebildetes Personal in genügender Anzahl einzusetzen mit Ereignisdiensten (Feuerwehr) mögliche Einsätze im Voraus abzusprechenWird in einer Risikoermittlung festgestellt, dass das Risiko nicht tragbar ist, so ordnet die Vollzugsbehörde die erforderlichen zusätzlichen Massnahmen an. Zu diesen gehören nötigenfalls auch Betriebs- oder Verkehrsbeschränkungen bzw. -verbote.
Das Bundesgericht hat mehrfach festgestellt, dass es sich beim Begriff der Siedlungsabfälle um einen bundesrechtlichen Begriff handelt. In der Regel werden darunter die aus Haushalten stammenden Abfälle sowie andere Abfälle vergleichbarer Zusammensetzung, z.B. aus Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben, verstanden (vgl. BBl 1993 1495 und Art. 3 Abs. 1 TVA). Nicht zum Siedlungsabfall zu zählen ist spezifischer Betriebsabfall, der nach seiner Zusammensetzung mit Hauskehricht nicht vergleichbar ist (z.B. Produktionsrückstände aus der Kunststoff- oder Metallverarbeitung oder Altholzabfälle des Baugewerbes). Bei vermischten Abfällen stellt sich die Frage, ob die Zusammensetzung mit derjenigen von Haushaltabfällen verglichen werden kann. Ist diese Voraussetzung erfüllt, gelten Abfälle aus Industrie und Gewerbe grundsätzlich unabhängig von der Menge als Siedlungsabfall (URP 1999, 786ff.). Sofern diese Abfälle unsortiert und damit vermischt anfallen, sind sie im Kanton St.Gallen von den Gemeinden zu entsorgen. Soweit diese Abfälle hingegen sortenrein bereitgestellt werden (z.B. als Glas, Karton, Altpapier usw.), können die Gemeinden die Entsorgungspflicht auf die Abfallinhaber übertragen. Diese können ihrerseits das Recht beanspruchen, die Abfälle in Eigenverantwortung zu entsorgen (BGE 125 II 508).
vgl. BGE 125 II 508 neues Fenster
Sonderabfälle sind gemäss der VeVA Abfälle, deren umweltverträgliche Entsorgung auf Grund ihrer Zusammensetzung, ihrer chemisch-physikalischen oder ihrer biologischen Eigenschaften auch im Inlandverkehr umfassende besondere technische und organisatorische Massnahmen erfordert. Die Sonderabfälle werden in der Verordnung des UVEK über Listen zum Verkehr mit Abfällen besonders bezeichnet. Verordnung über den Verkehr mit Abfällen (VeVA) neues Fenster
Verordnung des UVEK über Listen zum Verkehr mit Abfällen neues Fenster
Behandlung von Abfällen mit dem Ziel, diese in die für die weitere Verwertung oder Umwandlung unterschiedlich zu behandelnden Abfallfraktionen zu trennen.
Mit dem Stand der Sicherheitstechnik ist das aktuelle in der Fachwelt vorhandene und zugängliche Wissen über Sicherheitsmassnahmen, die bei vergleichbaren Betrieben im In- oder Ausland erfolgreich eingesetzt oder erprobt worden sind und auf andere Betriebe übertragen werden können, gemeint. Der Stand der Sicherheitstechnik umfasst somit mehr als die anerkannten Regeln der Technik oder das, was in Normen oder Verordnungen vorgeschrieben wird.
Standort (mit Abfällen belasteter)
Belastete Standorte sind Orte, deren Belastung von Abfällen stammt und die eine beschränkte Ausdehnung aufweisen. Sie umfassen Ablagerungsstandorte (Deponien), Betriebs- und Unfallstandorte. Durch den Begriff "belastete Standorte" wird auf die örtliche Begrenzung hingewiesen. So sind z.B. die direkt auf eine Quelle zurückzuführenden und räumlich eng begrenzten Bodenbelastungen belastete Standorte resp. Altlasten; grossflächige, diffuse Belastungen weiter Gebiete (z.B. Kupferbelastung auf Rebbergen, Klärschlamm in der Landwirtschaft, Bleibelastung entlang Strassen) werden aber nicht dazugezählt. Zurzeit wird ein öffentlich zugänglicher Kataster der belasteten Standorte erstellt.
Als stationäre Anlagen im Sinn der LRV gelten Bauten und andere ortsfeste Einrichtungen, Terrainveränderungen, Geräte und Maschinen sowie Lüftungsanlagen, welche die Abgase von Fahrzeugen sammeln und als Abluft an die Umwelt abgeben.
Stickoxide entstehen vor allem bei Verbrennungen unter hohen Temperaturen (z.B. in Automotoren und Turbinen). Zuerst wird vorwiegend Stickstoffmonoxid (NO) gebildet, welches durch den Sauerstoff der Luft zu giftigem Stickstoffdioxid (NO2) oxidiert wird. Die Summe beider Substanzen wird als NOx bezeichnet. Stickoxide sind Vorläufersubstanzen für die Ozonbildung und tragen - durch Umwandlung in Nitrat - zur Bildung von Säuren und Schwebestaubpartikeln (PM10) bei.
Molekularer Stickstoff ist ein Hauptbestandteil der Luft. Er ist in der Umwelt ein wichtiger Dünger, der durch Luftstickstoffbindung (vor allem durch Knöllchenbakterien in Wurzeln von Leguminosen) auf natürlichem Wege im Humus angereichert wird. In atomarer Form ist er als Baustein der Proteine ein wichtiges Hauptnährelement aller Organismen. Stickstoff ist ein zentrales Element im Stoffhaushalt der Ökosysteme und wurde, da es in Mineralien relativ selten auftritt, auf der Erdoberfläche und im Wasser fast ausschliesslich biotisch angereichert. In der Erdatmosphäre sind 75,5 Massen-Prozent oder 78,7 Volumen-Prozent Stickstoff enthalten. In der Erdkruste kommt Stickstoff nur zu 0,03 % vor. Stickstoffhaltige Mineralien sind relativ selten. In der Natur gibt es zahlreiche wichtige organische Stickstoffverbindungen, wie beispielsweise Eiweisse und Nukleinsäuren. In Form der anorganischen Nitrate und Ammoniumverbindungen erfolgt die Aufnahme bei Pflanzen über die Wurzeln. Umgekehrt werden beim Abbau organischen Materials (beispielsweise durch Verwesung) diese Verbindungen wieder frei gesetzt und stehen dem Stoffkreislauf wieder zur Verfügung (Stickstoffkreislauf). Ammonium
Als Störfall gilt ein ausserordentliches Ereignis in einem Betrieb oder auf einem Verkehrsweg, bei dem erhebliche Einwirkungen ausserhalb des Betriebsareals bzw. auf oder ausserhalb des Verkehrswegs auftreten. Am Anfang eines Störfalles steht ein Ereignis, das zu einer Abweichung vom bestimmungsgemässen Betrieb führt, die nicht mehr unter Kontrolle gebracht werden kann. Diese Störfallauslösung oder Initiierung kann von innen oder von aussen erfolgen. Als betriebsinterne Auslöser kommen u.a. in Frage:technisches Versagen von Anlageteilen (Behälterleck, Steuerungsdefekt, Alterung, Korrosion) organisatorische Mängel (z.B. unzureichende Betriebs- und Arbeitsanleitungen, ungenügende Ausbildung, zu wenig Personal, ungeeignetes Personal, Zusammenlagern von nichtkompatiblen Stoffen) menschliches Versagen (Nichteinhalten von Vorschriften, Unaufmerksamkeit) Sabotage Als externe Auslöser kommen u.a. in Frage:Überschwemmung, Erdrutsch Erdbeben Flugzeugabsturz oder andere mechanische Einwirkungen von aussen (z.B. Trümmerwurf, entgleisendes Schienenfahrzeug, von der Fahrbahn abkommendes Strassenfahrzeug) Brand/Explosion von Anlagen Dritter Terrorismus, Vandalismus
Das Risiko setzt sich zusammen aus dem Ausmass der möglichen Schädigungen durch Störfälle und der Wahrscheinlichkeit, mit der diese eintreten.Das Risiko wird in der Risikoermittlung in der Regel als Summenkurve in einem sogenannten Wahrscheinlichkeits/Ausmass-Diagramm zusammengefasst.
Wahrscheinlichkeits/Ausmass-Diagramm
Auf der Grundlage der realen Gegebenheiten eines Betriebes oder eines Verkehrsweges (Gefahrenpotenziale, Sicherheitsmassnahmen, Umgebung) und mit Erfahrungen aus dem weltweiten Störfallgeschehen gedanklich konstruierte Abfolge von Ursachen und Ereignissen, die zu erheblichen Einwirkungen und daraus allenfalls zu Schädigungen der Bevölkerung und/oder der Umwelt führen können, ergeben ein Störfallszenario. Diejenigen, die das höchste Schadensausmass bzw. Risiko verkörpern, werden auch "worst case" genannt.Ein Störfallszenario besteht im Allgemeinen aus folgenden Hauptteilen:Auslösung oder Initiierung (interne oder externe).Freisetzung von Flüssigkeiten oder Gasen (wassergefährdend und/oder toxisch und/oder brennbar und/oder explosiv).Ausbreitung von wassergefährdenden/toxischen/brennbaren/explosiblen Stoffen im Boden auf der Bodenoberfläche, auf der Wasseroberfläche oder im Luftraum. Die brennbaren oder explosiblen Stoffe können dabei beim Kontakt mit einer internen oder externen Zündquelle in Brand gesetzt werden bzw. explodieren.Wirkung von Toxizität, Ökotoxizität, Hitze, Druck oder Trümmerwurf auf die Schutzobjekte.
Auslösung oder Initiierung
Die Gesamtheit der zur Verminderung des Risikos geeigneten Sicherheitsmassnahmen, die von Inhabern und Behörden getroffen werden, wird Störfallvorsorge genannt.
Stoffe, Zubereitungen und Sonderabfälle (StFV)
Stoffe sind natürliche oder durch ein Produktionsverfahren hergestellte chemische Elemente und deren Verbindungen. Ihnen gleichgestellt sind Zubereitungen (Gemenge, Gemische, Lösungen) und Gegenstände, die solche Stoffe enthalten (Art. 7 Abs. 5 USG, SR 814.01). Nach Handbuch l zur Störfallverordnung (www.bafu.admin.ch) sind Stoffe natürliche oder durch ein Produktionsverfahren hergestellte chemische Elemente und deren Verbindungen (Art. 4 Abs. 1 Bst.a ChemG), einschliesslich der zur Wahrung der Produktstabilität notwendigen Zusatzstoffe und der bei der Herstellung unvermeidbaren Verunreinigungen, mit Ausnahme von Lösungsmitteln, die von dem Stoff ohne Beeinträchtigung seiner Stabilität und ohne Änderung seiner Zusammensetzung abgetrennt werden können (Art. 2 Abs. 1 Bst.a ChemV). Zubereitungen sind Gemenge, Gemische oder Lösungen, bestehend aus zwei oder mehr Stoffen (Inhaltsstoffe); als Zubereitung gilt auch ein Erzeugnis, zu dessen bestimmungsgemässer Verwendung die Freisetzung oder Entnahme der in ihm enthaltenen Stoffe oder Zubereitungen gehört (Art. 2 Abs. 1 Bst.b ChemV). Sonderabfälle sind Abfälle, deren umweltverträgliche Entsorgung auf Grund ihrer Zusammensetzung, ihrer chemisch-physikalischen oder ihrer biologischen Eigenschaften auch im Inlandverkehr umfassende besondere technische und organisatorische Massnahmen erfordert (Art. 2 Abs. 2 Bst.a VeVA). Gegenstände sind Erzeugnisse, bestehend aus einem oder mehreren Stoffen oder Zubereitungen, das bei der Herstellung eine spezifische Form, Oberfläche oder Gestalt erhält, die in grösserem Masse als die chemische Zusammensetzung seine Endfunktion bestimmt; ausgenommen sind Erzeugnisse, die als Zubereitungen gelten (Art. 2 Abs. 2 Bst.a ChemV). Für Betriebe die nicht in den Geltungsbereich der StFV fallen aber bei ausserordentlichen Ereignissen infolge der grossen Mengen von Gegenständen schwer schädigen könnten, ist Artikel 10 USG direkt anwendbar.
Handbuch I zur Störfallverordnung: www.bafu.admin.ch neues Fenster
Beim Unterhalt von Strassen fällt Abfall in Form von Wischgut und Sammlerschlämmen an. Diese Abfälle müssen umweltgerecht behandelt und entsorgt werden.
Die befestigten Verkehrsflächen und auch die versiegelten Oberflächen für den ruhenden Verkehr werden in der Schweiz grösstenteils über Kanalisationsanlagen entwässert. Damit die Abschwemmung von Feststoffen in die Kanalisation möglichst reduziert werden kann, erfolgt die Einleitung der Oberflächenentwässerung über sogenannte Strassensammlerschächte. Das abgesaugte Gut aus den Schächten, die sogenannten Strassensammlerschlämme, gelten aufgrund ihrer Schadstoffbelastung (Schwermetalle, Kohlenwasserstoff usw.) als Sonderabfälle. Strassensammlerschlämme setzen sich aus den Fraktionen Wasser, Sand und Kies, organische Substanzen sowie Fein- und Feinstschlamm zusammen.
Strassenwischgut entsteht bei der (meist mechanischen) Reinigung von Strassen und Plätzen. Strassenwischgut ist in der Regel (erheblich) mit Schadstoffen wie Schwermetallen oder Kohlenwasserstoff belastet.
Sulfate sind Salze oder Ester der Schwefelsäure. Die salzartigen Sulfate enthalten als anionische Komponente das Sulfat-Ion (SO42-). Im allgemeinen findet man in unseren Gewässern einen Sulfatgehalt von etwa 10 bis 20 mg/l. Gips, das wasserhaltige Calciumsulfat, ist gut löslich. Sind die Gesteine im Einzugsgebiet eines Gewässers gipshaltig, ist der Sulfatgehalt im Wasser erhöht. So beträgt die Sulfatkonzentration im Rhein bei Diepoldsau im Mittel über 50 mg/l, während der Mittwelwert in der Thur deutlich unter 10 mg/l liegt. Sulfat kann sich aber auch als Endprodukt der Mineralisation bei der mikrobiellen Oxidation von Sulfiden, Schwefelwasserstoff oder schwefelhaltigen organischen Stoffen bilden. Daher ist in Seen öfters ein erhöhter Sulfatgehalt anzutreffen. Allerdings ist im anaeroben Milieu auch Sulfatreduktion möglich, z.B. in den Sedimenten eines Weihers oder Sees. Bei diesem Vorgang bildet sich Schwefelwasserstoffgas (H2S), das am schwefligen Geruch erkennbar ist. Industrieabwässer können ebenfalls hohe Sulfatgehalte aufweisen.