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Timestamp: 2020-08-03 08:45:32
Document Index: 171564841

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 123', '§ 4']

Abenteuer Werbewildnis: Guerilla-Marketing - CMS Blog
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Selbstverständlich wirken Plakatwerbung und andere „antiquierte″ Werbeformen wie Anzeigen, Funk- und Fernsehspots und Mailings auch heute noch. Doch so richtig in den Fokus der Aufmerksamkeit gelangen häufig eher ungewöhnliche Werbeaktionen, die auffallen und polarisieren: Guerilla-Marketing erscheint daher sehr verlockend. Doch ist das werberechtlich überhaupt erlaubt?
Die typische Antwort aus juristischer Sicht lautet: „Es kommt darauf an″. Denn genauso wenig wie es „das″ Guerilla-Marketing gibt, gibt es spezielle Regelungen, die Guerilla-Marketing als solches verbieten. Nachdem es sich allerdings auch bei dem Guerilla-Marketing um Werbung handelt (siehe hierzu auch Teil 1 unserer Serie), müssen sich solche unkonventionellen Werbeaktionen an den Regelungen des UWG messen lassen.
Guerilla-Marketing kann auch gegen § 4 Nr. 2 UWG verstoßen. Diese Regelung verbietet das Ausnutzen von Leichtgläubigkeit, Angst und Zwangslagen. § 4 Nr. 2 UWG hat insbesondere geschäftlich unerfahrene Personengruppen wie Kinder und Jugendliche im Blick. Wendet sich eine Marketingkampagne mit Guerilla-Elementen an solche Personengruppen, sollte daher ganz genau hingesehen werden, ob eine Verletzung von § 4 Nr. 2 UWG droht.
Keine Tarnmanöver
Besonders erfolgversprechend aus Sicht der Werbenden erscheinen Guerilla-Marketing-Maßnahmen, die auf den ersten und sogar auf den zweiten Blick gar nicht als Werbung wahrgenommen werden. Denn je werbeferner eine solche Aktion ist, desto eher bleibt sie nach der Enthüllung des Werbegedankens im Gedächtnis. Das UWG duldet „getarnte″ Werbung aber nicht: § 4 Nr. 3 UWG regelt, dass der werbliche Charakter von Werbeaktionen nicht verschleiert werden darf.
Guerilla-Marketing findet häufig in „freier Wildbahn″ statt. Dabei ist fremdes Eigentum zu respektieren: Wer eine Guerilla-Werbeaktion plant, die zumindest auch darauf beruht, Sachen Dritter zu beschädigen, muss insoweit die zivil- und strafrechtlichen Folgen einkalkulieren. Zudem können Guerilla-Aktionen auf fremden Grund und Boden den Tatbestand des Hausfriedensbruchs (§ 123 StGB) erfüllen. Wird ein solcher Hausfriedensbruch zur Anzeige gebracht, kann daraus ein Strafverfahren werden – Guerilla-Marketing hin oder her.
Soll die Guerilla-Marketing-Aktion im öffentlichen Raum (also zum Beispiel auf Straßen, in Fußgängerzonen oder an Flüssen) stattfinden, ist nicht selten auch die zuständige Gemeinde- oder Stadtverwaltung im Vorfeld einzubinden und um eine Genehmigung zu bitten. Denn nicht alles, was im öffentlichen Raum stattfindet, ist genehmigungsfrei.
Wie aber passt das anarchische Guerilla-Marketing mit so vielen Regeln zusammen? Sehr gut, wenn Guerilla-Marketing pfiffig, ruhig ein bisschen frech, dafür aber transparent und alles in allem ungefährlich ist.
Tags: Ausnutzung von Unerfahrenheit Genehmigung Guerilla Marketing Hausfriedensbruch Kinder öffentlicher Raum Sachbeschädigung Schockwerbung übertriebenes Anlocken unsachliche Einflussnahme Verschleierungsverbot § 4 UWG