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Timestamp: 2016-10-22 23:45:48
Document Index: 72709801

Matched Legal Cases: ['Art. 47', 'Art. 90', 'Art. 75', 'Art. 74', 'Art. 42', 'Art. 106', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'Art. 41', 'Art. 97', 'Art. 50', 'Art. 41', 'Art. 41', 'Art. 41', 'Art. 47', 'Art. 55', 'Art. 55', 'Art. 47', 'Art. 55', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'Art. 106', 'Art. 8', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 44', 'Art. 64', 'Art. 44', 'Art. 64']

4A_387/2010 (14.01.2011)
4A_387/2010
vertreten durch F�rsprecher Peter H�berli,
Haftpflicht; Forderung,
Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern, Appellationshof, 2. Zivilkammer, vom 19. Mai 2010.
A.________ (Beschwerdegegner) ist Eigent�mer des Flugzeugs Q.________, ausger�stet mit einem Triebwerk des Typs R.________. Im Jahr 1996 liess der Beschwerdegegner im Rahmen von Reparaturarbeiten bei der Firma Y.________ den Motor des Flugzeugs totalrevidieren. Die Y.________ nahm die Totalrevision des Motors jedoch nicht selber vor, sondern baute den Motor aus und liess ihn von der X.________ AG (Beschwerdef�hrerin) revidieren. Am 16. Oktober 1996 wurde der Motor durch die Y.________ wieder in das Flugzeug eingebaut. Die Beschwerdef�hrerin bestreitet nicht, anl�sslich dieser Motorrevision ungen�gend ausgerichtete Pleuel und ein zu knapp bemessenes Kolbenbolzenspiel �bersehen zu haben.
Anfangs Juni 1997 unternahmen der Beschwerdegegner, sein Bruder und deren Freundinnen einen Ferienflug nach Griechenland. Auf dem R�ckflug erreichten sie am 11. Juni 1997 Skopje. Zuvor hatte der Beschwerdegegner in Istanbul beide Tanks des Flugzeugs mit AFGAS volltanken lassen. Am Morgen des 12. Juni 1997 betankte ein Angestellter des Flughafens von Skopje den linken Tank des Flugzeugs aus einem Kunststoffkanister mit 50 l Autobenzin. Der Bruder des Beschwerdegegners �berwachte den Einf�llvorgang und filterte das Benzin mit einem Trichter und einem Sieb. Rund 1 � Stunden nach dem Start in Skopje Richtung Dubrovnik lief der Motor nach Aussagen des Beschwerdegegners pl�tzlich unrund und er nahm ein Vibrieren des Flugzeugs wahr. Der Beschwerdegegner entschied sich, den n�chstgelegenen Flughafen (Tirana) anzufliegen. Als die K�ste im Sinkflug bereits erreicht war, stellte der Motor schlagartig ab und der Propeller blieb in senkrechter Stellung stehen. Bei der anschliessenden Notlandung auf einem Feld in der N�he von Tirana verletzten sich der Pilot und die Passagiere schwer.
Der Beschwerdegegner erlitt durch den Unfall ein schweres Polytrauma. Ein schweres Hirntrauma f�hrte zu neuropsychologischen Funktionsst�rungen. Er erlitt eine schwere Sch�delverletzung mit Mittelgesichtsfraktur und einer Tr�mmerfraktur eines Augenh�hlenbodens sowie Zahnkontusionen, -luxationen und -frakturen, eine Fraktur der linken Hand sowie eine Tr�mmerfraktur des linken Schienbeins/Sprunggelenks. Die Operation des Gesichtsbereichs im Inselspital Bern dauerte 17 Stunden. Als Folge der Fraktur des Augenh�hlenbodens blieben Sehst�rungen zur�ck. Aufgrund der Tibia/OSG-Fraktur entwickelte sich eine Sprunggelenkarthrose sowie chronische H�ft- und R�ckenschmerzen und eine dadurch beschr�nkte Gehf�higkeit. Er leidet auch heute nach wie vor an Schmerzen im Bein, hat h�ufige Kopfschmerzen und Probleme mit den Augen und dem R�cken. Seine selbst�ndige Erwerbst�tigkeit kann er insbesondere aufgrund der massiven Einbussen seiner Konzentrationsf�higkeit nur noch sehr eingeschr�nkt betreiben. Die Konzentrationsst�rungen beeintr�chtigen ihn auch in seinem Privatleben und auch sein Geschmackssinn ist seit dem Unfall stark eingeschr�nkt.
Mit Teilklage vom 25. Februar 2005 belangte der Beschwerdegegner die Beschwerdef�hrerin auf Zahlung eines gerichtlich zu bestimmenden, Fr. 50'000.-- erreichenden Betrags als Genugtuung, zuz�glich 5 % Zins seit dem Unfalltag. Er forderte lediglich eine Genugtuung und behielt sich die Geltendmachung von Schadenersatz f�r ein allf�llig weiteres Verfahren vor.
Der Gerichtspr�sident 4 des Gerichtskreises VIII Bern-Laupen kam zum Schluss, dass s�mtliche Voraussetzungen f�r die Zusprechung einer Genugtuung im Sinne von Art. 47 OR vorliegen w�rden und erachtete die geltend gemachte H�he als angemessen. Am 21. Februar 2006 verurteilte er daher die Beschwerdef�hrerin, dem Beschwerdegegner Fr. 50'000.-- zu bezahlen, zuz�glich Zins zu 5 % seit 12. Juni 1997.
Gegen dieses Urteil appellierte die Beschwerdef�hrerin mit dem Begehren um Aufhebung des angefochtenen Entscheids und Abweisung der Teilklage. Das Obergericht des Kantons Bern, Appellationshof, 2. Zivilkammer, erachtete am 19. Mai 2010 die Klage als begr�ndet. Es verpflichtete die Beschwerdef�hrerin, dem Beschwerdegegner Fr. 50'000.-- als Genugtuung zu bezahlen, zuz�glich Zins zu 5 % seit 12. Juni 1997.
Mit Beschwerde in Zivilsachen beantragt die Beschwerdef�hrerin dem Bundesgericht, das Urteil des Obergerichts vom 19. Mai 2010 aufzuheben und die Klage des Beschwerdegegners abzuweisen. Eventuell sei die Sache zur neuen Beurteilung an den Gerichtskreis VIII Bern-Laupen, subeventuell an das Obergericht, zur�ckzuweisen.
Der Beschwerdegegner begehrt die Abweisung der Beschwerde. Die Vorinstanz liess sich nicht vernehmen.
Mit Pr�sidialverf�gung vom 24. August 2010 wurde das Gesuch der Beschwerdef�hrerin, der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu erteilen, abgewiesen.
Mit dem angefochtenen Entscheid des Obergerichts wurde verfahrensabschliessend �ber die Zusprechung einer Genugtuung entschieden. Er stellt einen Endentscheid (Art. 90 BGG) einer letzten kantonalen Instanz (Art. 75 Abs. 1 BGG) dar. Der Streitwert von Fr. 50'000.-- �bersteigt die Grenze nach Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG. Da die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen ebenfalls erf�llt sind, ist unter Vorbehalt einer rechtsgen�glichen Begr�ndung (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG) auf die Beschwerde einzutreten.
2.1 Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist folglich weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann eine Beschwerde mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen (vgl. BGE 134 II 235 E. 4.3.4 S. 241). Immerhin pr�ft das Bundesgericht, unter Ber�cksichtigung der allgemeinen Begr�ndungspflicht der Beschwerde (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind. Es ist nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen werden (BGE 134 III 102 E. 1.1 S. 105; 133 III 545 E. 2.2 S. 550; 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254).
Eine qualifizierte R�gepflicht gilt hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht. Das Bundesgericht pr�ft solche R�gen nur insofern, als sie in der Beschwerde pr�zise vorgebracht und begr�ndet worden sind (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 136 I 65 E. 1.3.1; 134 II 244 E. 2.2). Macht der Beschwerdef�hrer eine Verletzung des Willk�rverbots (Art. 9 BV) geltend, gen�gt es nicht, wenn er einfach behauptet, der angefochtene Entscheid sei willk�rlich. Er hat vielmehr im Einzelnen aufzuzeigen, inwiefern dieser offensichtlich unhaltbar ist (BGE 134 II 349 E. 3 S. 352). Soweit die Beschwerdeschrift diesen Begr�ndungsanforderungen nicht gen�gt, ist darauf nicht einzutreten (BGE 136 I 65 E. 1.3.1).
Mit Blick auf diese Grunds�tze kann auf die den rechtlichen Ausf�hrungen vorangestellte, eigene Sachverhaltsdarstellung der Beschwerdef�hrerin, in welcher diese verschiedentlich vom vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt abweicht oder diesen erweitert, nicht abgestellt werden, zumal sie diesbez�glich keine rechtsgen�glich begr�ndete Sachverhaltsr�ge erhebt.
Die Beschwerdef�hrerin wendet sich dagegen, dass die Vorinstanz sie zur Bezahlung einer Genugtuung verurteilte und bringt vor, trotz Bestreitung ihrer Passivlegitimation habe die Vorinstanz diese zu Unrecht bejaht.
3.1 Vor der Vorinstanz bestritt die Beschwerdef�hrerin ihre Passivlegitimation mit dem Argument, eine Haftung aus unerlaubter Handlung (Art. 41 OR) sei gegen�ber einer Vertragshaftung (Art. 97 OR) subsidi�r. Die Vorinstanz erwog mit Verweis auf Art. 50 und 51 OR, es stehe dem Beschwerdegegner frei, an welchen der solidarisch haftenden Ersatzpflichtigen er sich halten wolle. Seien die Voraussetzungen von Art. 41 OR erf�llt, hafte die Beschwerdef�hrerin dem Beschwerdegegner direkt und origin�r. Ihre Passivlegitimation stehe somit ausser Frage.
Die Beschwerdef�hrerin bringt vor Bundesgericht gegen diese Erw�gungen der Vorinstanz nichts vor, sondern macht neu geltend, Art. 41 OR sei auf juristische Personen nicht anwendbar. In den vorinstanzlichen Verfahren seien andere Haftungstatbest�nde als Art. 41 OR oder Zurechnungsnormen in rechtsfehlerhafter Weise nicht �berpr�ft worden. Dieses nicht weiter begr�ndete, pauschale Vorbringen stellt keine rechtsgen�glich motivierte R�ge einer Bundesrechtsverletzung dar (vgl. Erw�gung 2.1).
Die R�ge l�uft ohnehin ins Leere. Die Vorinstanz hat den vom Beschwerdegegner geltend gemachten Betrag von Fr. 50'000.-- f�r immaterielle Unbill gest�tzt auf Art. 47 OR zugesprochen. Sie bejahte das Vorliegen einer immateriellen Unbill, der Widerrechtlichkeit, des ad�quaten Kausalzusammenhangs sowie eines Verschuldens. Wie die Beschwerdef�hrerin zwar zutreffend vorbringt, �usserte sich die Vorinstanz nicht zum Umstand, dass es sich bei der Beschwerdef�hrerin um eine Aktiengesellschaft handelt, sowie zur Zurechenbarkeit des Verhaltens der f�r die Beschwerdef�hrerin handelnden Personen. Die Beschwerdef�hrerin vermag daraus jedoch nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Denn eine Haftung der Beschwerdef�hrerin ergibt sich entweder - was nahe liegt - aus Art. 55 OR (Gesch�ftsherrenhaftung bei einem Handeln von Arbeitnehmern oder anderen Hilfspersonen in Aus�bung ihrer dienstlichen oder gesch�ftlichen Verrichtungen f�r die Beschwerdef�hrerin) oder gegebenenfalls aus Art. 55 ZGB i.V.m. Art. 47 OR (Organhaftung bei einem Handeln eines Organs der Beschwerdef�hrerin).
Die Beschwerdef�hrerin behauptet nicht explizit, dass sie weder nach der Gesch�ftsherrenhaftung noch nach der Organhaftung haftbar w�re. Insbesondere beruft sie sich nicht darauf, alle nach den Umst�nden gebotene Sorgfalt aufgewendet zu haben, um eine immaterielle Unbill der eingetretenen Art zu verh�ten, oder dass die immaterielle Unbill auch bei Anwendung dieser Sorgfalt eingetreten w�re (Art. 55 Abs. 1 OR). Ebenso bestreitet sie nicht, dass verantwortliche Organe kein Verschulden treffen w�rde.
3.2 Die R�ge der Beschwerdef�hrerin, wonach der Sachverhalt im Zusammenhang mit einer Zurechnungsnorm ungen�gend abgekl�rt worden sei, scheitert bereits mangels rechtsgen�glicher Begr�ndung. Da die Beschwerdef�hrerin mit keinem Wort darlegt, welche Sachverhaltselemente ihrer Ansicht nach nicht festgestellt worden w�ren, kann darauf nicht eingetreten werden (vgl. Erw�gung 2).
Die Parteien streiten sich im Wesentlichen �ber die Ursache des Motorausfalls.
Nach Ansicht des Beschwerdegegners geht der Motorschaden auf die ungen�gende Revision des Triebwerks durch die Beschwerdef�hrerin zur�ck, d.h. auf ihr �bersehen der ungen�gend ausgerichteten Pleuel und des zu knapp bemessenen Kolbenbolzenspiels. Die Beschwerdef�hrerin stellt sich demgegen�ber auf den Standpunkt, dass qualitativ minderwertiger Benzinkraftstoff zu einer klopfenden Verbrennung gef�hrt habe und im Vergleich dazu die Nichtparallelit�t und Verdrehung der Pleuel sowie das ungen�gende Kolbenbolzenspiel unbedeutend, d.h. nicht schadensverursachend, gewesen seien.
4.1 Gem�ss Vorinstanz war die Unfallursache Gegenstand langj�hriger Abkl�rungen durch das B�ro f�r Flugunfalluntersuchung (BFU) und die Eidgen�ssische Flugunfallkommission (EFUK). Im Rahmen dieser Verfahren sowie der erstinstanzlichen Hauptverhandlung wurden zahlreiche Gutachten und Berichte eingeholt sowie der Beschwerdegegner und zahlreiche Zeugen angeh�rt. In W�rdigung dieser Beweismittel kam der Gerichtspr�sident zum Schluss, in �bereinstimmung mit dem ETH-Gutachten sei die Nichtparallelit�t der Pleuel bzw. das ungen�gende Spiel zwischen Kolbenbolzen und Pleuelstange als Hauptursache des Motorversagens zu betrachten.
Die Vorinstanz holte ein weiteres Gutachten zur Unfallverursachung ein. Sie f�hrte aus, es handle sich im Unterschied zu s�mtlichen bisherigen Gutachten und Expertenberichten um ein gerichtliches Gutachten, das nach den hierf�r geltenden Verfahrensregeln erstellt worden sei. Entsprechend sei ihm bei der Beweisw�rdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverl�ssigkeit der Expertise sprechen w�rden. Die Vorinstanz setzte sich in der Folge eingehend mit den Vorbringen der Beschwerdef�hrerin gegen das gerichtliche Gutachten auseinander, so insbesondere mit dem Argument der Beschwerdef�hrerin, die gr�sste Schwachstelle des Gutachtens sei die Verneinung einer klopfenden Verbrennung. Sie befand auch die weiteren Argumente der Beschwerdef�hrerin (Theorie der "Ausweitung" und Behauptung des Schadenseintritts innert weniger Betriebsstunden nach der Revision, Bestreitung der Urs�chlichkeit der Revisionsm�ngel mit dem Verweis auf die unauff�llig verlaufenen �lfilterkontrollen, Anpassung der Herstellertoleranzen) f�r nicht �berzeugend. Nach einer W�rdigung verschiedener Zeugenaussagen, Berichte und Gutachten kam die Vorinstanz zum Schluss, die Vorbringen der Beschwerdef�hrerin verm�chten die Schl�ssigkeit des gerichtlichen Gutachtens nicht zu ersch�ttern. Sie befand, dieses Gutachten sei seri�s und ausf�hrlich ausgearbeitet, wirke �berzeugend und erkennbare Schw�chen seien nicht ersichtlich. Demzufolge sah sie keine Veranlassung, von den Schlussfolgerungen der gerichtlichen Gutachter abzuweichen, wonach das Versagen des Motors auf eine ungen�gende Bohrung des Pleuelauges und damit verbunden auf ein zu geringes Spiel der Kolbenbolzen im Pleuelauge zur�ckzuf�hren und ein Kraftstoffproblem als Ursache auszuschliessen sei.
4.2 Die Beschwerdef�hrerin r�gt vor Bundesgericht eine willk�rliche Beweisw�rdigung und ungen�gende Abkl�rung des Sachverhalts. Die Vorinstanz habe willk�rlich gehandelt, indem sie sich allein auf das gerichtliche Gutachten abgest�tzt und ihre Beweisantr�ge hinsichtlich der Zeugen B.________, C.________, D.________, E.________, F.________ und G.________ abgewiesen habe. Zudem habe das Gericht den Zeitpunkt des Umschaltens vom rechten auf den linken Tank unvollst�ndig ermittelt.
4.3.1 Willk�r im Sinne von Art. 9 BV liegt nach st�ndiger Rechtsprechung nicht schon dann vor, wenn eine andere L�sung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen w�re. Das Bundesgericht hebt einen kantonalen Entscheid wegen Willk�r nur auf, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, zur tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft. Willk�r liegt zudem nur vor, wenn nicht bloss die Begr�ndung eines Entscheids, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist (BGE 135 V 2 E. 1.3; 134 II 124 E. 4.1 S. 133; 134 I 140 E. 5.4 S. 148; je mit Hinweisen). Die den Willk�rvorwurf begr�ndenden Elemente sind in der Beschwerdeschrift im Einzelnen aufzuzeigen (vgl. Erw�gung 2).
Zu beachten ist, dass dem Sachgericht im Bereich der Beweisw�rdigung ein erheblicher Ermessensspielraum zusteht (BGE 120 Ia 31 E. 4b S. 40). Das Bundesgericht greift auf Beschwerde hin nur ein, wenn das Sachgericht sein Ermessen missbraucht, insbesondere offensichtlich unhaltbare Schl�sse zieht, erhebliche Beweise �bersieht oder solche willk�rlich ausser Acht l�sst (vgl. BGE 132 III 209 E. 2.1; 129 I 8 E. 2.1). Kommt das Sachgericht in antizipierter Beweisw�rdigung zum Schluss, ein angebotenes Beweismittel sei beweisuntauglich oder verm�ge die bereits gewonnene �berzeugung zum Sachverhalt von vornherein nicht zu ersch�ttern, greift das Bundesgericht nur ein, wenn die antizipierte Beweisw�rdigung willk�rlich und damit offensichtlich unhaltbar ist, namentlich wenn sie eine prozessuale Vorschrift oder einen unumstrittenen Grundsatz des Beweisrechts krass verletzt oder sonstwie in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft (BGE 122 II 464 E. 4a S. 469; Urteil 4D_144/2009 vom 4. Februar 2010 E. 3.1).
4.3.2 Der Richter weicht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gr�nde von der Einsch�tzung des Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verf�gung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widerspr�chlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in �berzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegens�tzliche Meinungs�usserungen anderer Fachexperten dem Richter als triftig genug erscheinen, die Schl�ssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass er die �berpr�fung durch einen Oberexperten f�r angezeigt h�lt, sei es, dass er ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/aa; 118 V 286 E. 1b S. 290, 112 V 30 E. 1a mit Hinweisen).
4.4 Die Beschwerdef�hrerin zeigt nicht auf, inwiefern die Vorinstanz anl�sslich ihrer Beweisw�rdigung dem im Rahmen des Appellationsverfahrens durch das Gericht eingeholten Gutachten vom 23. Februar 2009 sowie dem Zusatzgutachten vom 16. Dezember 2009 der Experten H.________ und I.________ in Verletzung des Willk�rverbots gefolgt w�re. Insbesondere legt sie nicht dar, inwiefern die Aussagen der von ihr beantragten Zeugen die Schl�ssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen verm�chten und sich anhand dieser Zeugenaussagen der Schluss, die Gerichtsexpertise sei nicht widerspr�chlich, als willk�rlich erweisen k�nnte. Die Vorinstanz durfte in antizipierter Beweisw�rdigung auf die von der Beschwerdef�hrerin beantragten Zeugen verzichten. Inwiefern die Vorinstanz dabei willk�rlich gehandelt h�tte, zeigt die Beschwerdef�hrerin nicht auf.
Ebenso unterl�sst es die Beschwerdef�hrerin zu begr�nden, inwiefern der Zeitpunkt des Umschaltens vom rechten auf den linken Tank von der Vorinstanz in willk�rlicher Weise unvollst�ndig ermittelt worden und inwiefern dieses Sachverhaltselement f�r den Ausgang des Verfahrens wesentlich w�re. Die Vorinstanz erwog, dass das Umschalten bei Erreichen der Reiseflugh�he von 10'000 Fuss und damit drei Viertelstunden vor Eintreten des Motorausfalls erfolgt sei. Wenn der Motor aber drei Viertelstunden lang mit dem fraglichen Treibstoff habe betrieben werden k�nnen, sei "schlechter Most" als Schadensursache auszuschliessen. Mit dieser Argumentation der Vorinstanz setzt sich die Beschwerdef�hrerin nicht auseinander, weshalb auf die entsprechende R�ge nicht eingetreten werden kann.
Weiter r�gt die Beschwerdef�hrerin, die Vorinstanz habe unter Verstoss gegen die Dispositionsmaxime und in Verletzung von Art. 8 ZGB eigene Internetrecherchen zur Feststellung des Sachverhalts angestellt. Sie erblickt darin zugleich eine unzul�ssige antizipierte Beweisw�rdigung.
5.1 Im vorinstanzlichen Verfahren richtete sich die Beschwerdef�hrerin dagegen, dass das gerichtliche Gutachten eine klopfende Verbrennung verneinte. Im Zusammenhang mit dieser R�ge bezog die Vorinstanz in ihre Beweisw�rdigung insbesondere die Steigrate des Flugzeugtyps mit Hinweis auf die Internetseite der Q.________ ein und kam zum Schluss, schlechter Treibstoff und damit zusammenh�ngend eine klopfende Verbrennung seien auch mit dem von der Beschwerdegegnerin behaupteten Flugverlauf nicht in Einklang zu bringen.
5.2 Die R�gen der Beschwerdef�hrerin erweisen sich allesamt als unbehelflich.
Der angefochtene Entscheid erging am 19. Mai 2010 und somit noch vor dem Inkrafttreten der Schweizerischen Zivilprozessordnung in Anwendung kantonalen Zivilprozessrechts. Die Dispositionsmaxime geh�rte (vor dem Inkrafttreten der Schweizerischen Zivilprozessordnung) dem kantonalen Recht an (BGE 109 II 452 E. 5d S. 460). Die Anwendung kantonalen Rechts kann das Bundesgericht jedoch nur unter dem Blickwinkel einer Verletzung von Bundesrecht, namentlich des Willk�rverbots, pr�fen (BGE 133 III 462 E. 2.3 S. 466) und unter der Voraussetzung, dass eine solche R�ge vorgebracht und rechtsgen�glich begr�ndet wird (Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. Erw�gung 2.1). Da die Beschwerdef�hrerin bloss eine Verletzung der Dispositionsmaxime r�gt, ohne indessen geltend zu machen, dass diese willk�rlich angewendet worden w�re, kann auf die R�ge der Verletzung kantonalen Rechts nicht eingetreten werden. Zudem verkennt die Beschwerdef�hrerin, dass es sich vorliegend nicht um ein Problem der Dispositions-, sondern der Verhandlungsmaxime gehandelt h�tte.
Ebenso kann die Beschwerdef�hrerin mit ihrer pauschalen R�ge einer unzul�ssigen antizipierten Beweisw�rdigung nicht geh�rt werden. Sie unterl�sst es aufzuzeigen, inwiefern die von der Vorinstanz vorgenommene Beweisw�rdigung willk�rlich w�re (vgl. Erw�gungen 2 und 4.3.1).
Zudem ist keine Verletzung von Art. 8 ZGB ersichtlich. Art. 8 ZGB regelt nach der Rechtsprechung einerseits f�r den Bereich des Bundeszivilrechts die Beweislastverteilung und gibt andererseits der beweispflichtigen Partei einen bundesrechtlichen Anspruch darauf, f�r rechtserhebliche Vorbringen zum Beweis zugelassen zu werden, wenn ihr Beweisantrag nach Form und Inhalt den entsprechenden Vorschriften entspricht (BGE 133 III 295 E. 7.1 S. 299; 130 III 591 E. 5.4 S. 601; 129 III 18 E. 2.6 S. 24 f.; je mit Hinweisen). Die Vorinstanz hat mit Hinweis auf die Internetseite des Flugzeugherstellers die Steigrate des betreffenden Flugzeugtyps in ihre Beweisw�rdigung miteinbezogen. Damit hat sie weder den bundesrechtlichen Beweisf�hrungsanspruch verletzt noch die Beweislast falsch verteilt.
Weiter bringt die Beschwerdef�hrerin vor, die Vorinstanz habe eine unrichtige Feststellung im Sinne von Art. 97 BGG begangen, indem sie das gerichtliche Gutachten der Experten H.________ und I.________ aktenwidrig dahingehend interpretiert habe, dass der von den Experten festgehaltene Revisionsfehler als gravierend qualifiziert worden sei. Das Gutachten spreche in keiner Weise von einem gravierenden Fehler.
Mit dieser R�ge kann die Beschwerdef�hrerin von vornherein nicht geh�rt werden, da sie nicht darlegt, inwiefern die Behebung des von ihr ger�gten Mangels f�r den Verfahrensausgang entscheidend w�re (vgl. Erw�gung 2.2). Zudem ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdef�hrerin mit ihrem Vorbringen - richtig besehen - nicht eine falsche Sachverhaltsfeststellung r�gt, sondern die vorinstanzliche W�rdigung der anl�sslich der Motorrevision begangenen Fehler unter dem Gesichtspunkt der Gewichtung des Verschuldens. Diesbez�glich erfolgt aber auch keine rechtsgen�gliche Anfechtung.
Schliesslich r�gt die Beschwerdef�hrerin, die Vorinstanz habe ein m�gliches Selbstverschulden des Beschwerdegegners im Sinne von Art. 44 OR nicht abgekl�rt und die Anrechnung der Betriebsgefahr nach Art. 64 Abs. 1 LFG, die der Beschwerdegegner in seiner Eigenschaft als Flugzeughalter zu vertreten habe, nicht ber�cksichtigt.
Mit ihrem Vorwurf der Nichtber�cksichtigung eines m�glichen Selbstverschuldens des Beschwerdegegners geht die Beschwerdef�hrerin fehl. Sie verkennt, dass die Vorinstanz die Erw�gungen des erstinstanzlichen Richters betreffend die H�he der Genugtuung als �berzeugend befand und der Gerichtspr�sident zur Bemessung und Festsetzung der Genugtuungsleistung insbesondere ausf�hrte, die in Art. 44 OR erw�hnten Herabsetzungsgr�nde k�nnten analog herangezogen werden. Ein m�gliches Selbstverschulden wurde somit erwogen. Indessen wurde keine Reduktion der Genugtuung infolge Selbstverschuldens des Beschwerdegegners vorgenommen, da ein solches nicht vorlag. Die Beschwerdef�hrerin zeigt im �brigen in ihrer Beschwerde nicht auf, worin sie ein Selbstverschulden des Beschwerdegegners erblicken w�rde.
Auch das Vorbringen der Beschwerdef�hrerin, die Betriebsgefahr von Art. 64 Abs. 1 LFG sei nicht ber�cksichtigt worden, ist nicht stichhaltig. Diese Bestimmung betrifft die Haftpflicht der Luftfahrzeughalter gegen�ber Drittpersonen. Inwiefern die Beschwerdef�hrerin daraus etwas zu ihren Gunsten ableiten k�nnte, zeigt sie nicht auf und ist nicht ersichtlich.