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Timestamp: 2019-07-16 06:27:23
Document Index: 338653950

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 2', '§ 8', '§ 8', '§ 2', '§ 2']

Autor Thema: im Ausland wohnend, gemeldet in leerstehender Whg. in D > Beitragspflicht? (Gelesen 649 mal)
« am: 28. März 2019, 18:25 »
ich bräuchte mal Eure gesammelte Kompetenz und Unterstützung in einem Fall, da ich seit Jahren mit den lieben Freunden der GEZ "streite" .
Eine Person wohnt im Ausland (Meldebescheinigung aus dem Ausland vorhanden und vorgelegt), jedoch ist die Wohnung in Deutschland noch auf den Halter gemeldet (wegen Versicherungen etc) aber ganzjährig leerstehend - eine kleine 1-Zimmer-Wohnung, falls die Person nach D zurückkommen möchte.
Die aktuelle Antwort des "Beitragsservice" auf die Bitte, diese Person zu befreien, da Wohnung leer und kein Mensch TV/ Radio in Anspruch nimmt, habe ich beigefügt als Anhang - Zitat:
Sie wenden sich gegen die von uns vorgenommene Anmeldung Ihrer Wohnung zum Rundfunkbeitrag und teilen uns mit, dass Sie die Wohnung nicht nutzen, da sich Ihr Hauptwohnsitz in Italien befindet.
Als Inhaber der Wohnung sind Sie entsprechend der gesetzlichen Regelung anmeldeplichtig.
Eine Abmeldung ist nur möglich wenn Sie Ihren Wohnsitz in Deutschland endgültig aufgeben.
Dass Sie eine Meldebescheinigung aus dem Ausland vorlegen, ist kein Nachweis, dass Sie nicht weiterhin Inhaber der Wohnung sind.
Ein Nachweis über die Aufgabe der Wohnung wäre eine Abmeldebescheinigung des deutschen Einwohnermeldeamtes.
Wir führen Ihr Beitragskonto unverändert weiter.
Person A will doch mit der Meldebescheinigung aus dem Ausland nicht nachweisen, dass Ihr die Wohnung nicht mehr gehört, sondern nachweisen, dass sie nicht in Deutschland lebt und die Wohnung leersteht.
Absolut keine Nutzung des Rundfunks (Zwangsabo)
Könnt Ihr das so nachvollziehen bzw. so bestätigen, was da drin steht oder habt Ihr einen Tipp, wie man weiter argumentieren könnte?
Aus meiner Sicht ist das äußerst verwunderlich, etwas zu bezahlen, obwohl keine Gegenleistung besteht oder in Anspruch genommen wird.
Lieben Dank im voraus für jegliche Unterstützung
Eurer Digit
Der usprüngliche Betreff "Rundfunkgebühren aus dem Ausland" war zu allgemein/ nicht aussagekräftig und musste daher präzisiert werden.
Ausnahmsweise Vollzitat ergänzt. Bitte zukünftig insbesondere bei solch vergleichsweise kurzen Schreiben selbst auch gleich ein Vollzitat der wichtigen Passagen (hier so ziemlich alle) liefern, zwecks schnellerer Erfassbarkeit und Vereinfachung der Diskussion.
Anhang war nicht vollständig anonymisiert und bedurfte daher ebenfalls noch der Anpassung.
Die Moderatoren haben keinen Kapazitäten für solche vermeidbaren Tätigkeiten.
BS Aufforderung Nachweis Abmeldung Deutschland_BMP.gif (34.89 KB, 1220x870 - angeschaut 43 Mal.)
« Letzte Änderung: 08. April 2019, 22:56 von Bürger »
Re: im Ausland wohnend, gemeldet in leerstehender Whg. in D > Beitragspflicht?
« Antwort #1 am: 08. April 2019, 06:28 »
In einem fiktiven Fall könnte vorgekommen sein, dass eine leerstehende Wohnung nicht beitragspflichtig ist.
Selbst auch dann nicht, wenn eine Person unter einer leerstehenden Wohnung gemeldet sein könnte. In einem fiktiven Fall könnte Person G seine richtige Adresse, Gründe für die leerstehende Wohnung (trotz Meldung) und Energierechnungen (Strom, Heizkosten) in einem gerichtlichen Verfahren vorgelegt haben.
Die Möglichkeit der Nutzung des ÖRR ist im Ausland nicht unbedingt gegeben, somit könnte auch in diesem fiktiven Fall eine Beitragspflicht ausgeschlossen worden sein.
« Antwort #2 am: 08. April 2019, 21:43 »
Person A kann zwar gem. § 2 Abs. 2 Satz 2 N. 1 und 2 als Inhaber = Wohnungsbewohner "vermutet" werden und müsste ggf. nachweisen, dass sie die Wohnung nicht bewohnt.
ARD-ZDF-GEZ mögen dann aber ggf. über die bereits vorgelegte Meldebescheinigung im Ausland hinausgehende weitere Nachweise benennen, mit welchen man die "Vermutung des Innehabens = Bewohnens der Wohnung" widerlegen können soll.
Es kann schließlich nicht sein, dass einem die Widerlegung der Vermutung praktisch verunmöglicht wird.
Es kommt hier ja quasi dem - kaum erbringbaren - Nachweis einer negativen Tatsache gleich - siehe u.a. web-Suche mit
"negative Tatsache"
https://www.google.com/search?q=negative+Tatsache
Das geht zu weit - und es ist auch nicht ersichtlich, aus welcher Regelung im RBStV dies konkret hervorgehen soll.
Die Wohnung muss nicht zwingend "aufgegeben" sein, um nicht beitragspflichtig zu sein.
Es ist gem. § 2 Abs. 2 Satz 1 RBStV ausreichend, dass die Wohnung - ob vorübergehend oder dauerhaft - nicht "bewohnt" wird.
Auch angesichts der heutigen Wohnungsmarktsituation und erhöhten Mietpreise bei Neuabschlüssen (aber mglw. auch nur aufgrund der nicht so schnell wiederzuerlangenden Wohnsituation) eine durchaus verständliche Handlungsweise.
Geregelt ist nämlich die "Anmeldung" und "Abmeldung" wie folgt:
§ 8 RBStV - "Anzeigepflicht"
(1) 1Das Innehaben einer Wohnung, einer Betriebsstätte oder eines beitragspflichtigen Kraftfahrzeugs ist unverzüglich schriftlich der zuständigen Landesrundfunkanstalt anzuzeigen (Anmeldung); Entsprechendes gilt für jede Änderung der Daten nach Absatz 4 (Änderungsmeldung). 2Eine Änderung der Anzahl der im Jahresdurchschnitt des vorangegangenen Kalenderjahres sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nach Absatz 4 Nr. 7 ist jeweils bis zum 31. März eines Jahres anzuzeigen; diese Änderung wirkt ab dem 1. April des jeweiligen Jahres.
Die Abmeldung seitens Person A erfolgte insofern ganz gemäß § 8 Abs. 2 RBStV:
Das Ende des "des selbst Bewohnens der Wohnung" und damit des "Innehabens der Wohnung" gem. § 2 Abs. 1 i.V. mit Abs. 2 Satz 1 RBStV wurde von Person A angezeigt. Person A hat damit die "Abmeldung" vorgenommen.
Je öfter ich die Zeilen von ARD-ZDF-GEZ lese, umso bodenloser emfinde ich diese unverschämten Tricksereien.
Ist das Schreiben des "Beitragsservice" eigentlich unterschrieben - oder wenigstens der Bearbeiter namentlich erwähnt?
Wer verantwortet diesen Wortlaut?!?
Bei sowas schwillt mir immer besonders der Kamm, wenn ich mir vorstelle, wie hier ältere oder nicht ganz so verständige Bürger in Drückermanier übers Oh gehauen werden. Das hat m.E. wirklich Stoff auch für eine gediegene (Rechts-)Aufsichtsbeschwerde.
Vielleicht sollte man denen ein schwarzes Beweis-Foto mitsenden?
"unbewohnte, leerstehende, stromlose Wohnung bei Nacht"
Wobei das Kriterium "leerstehend" ja gem. RBStV gar nicht so entscheidend ist.
Entscheidend ist gem. § 2 Abs. 2 Satz 1 RBStV vielmehr, dass die Wohnung tatsächlich nicht (i.S.d. RBStV) "bewohnt" wird.
Sofern Person A ggf. schon mal längeren Schriftverkehr hatte und ggf. weiß, wer oder was ihre "zuständige Landesrundfunkanstalt" sein soll, könnte es ggf. ratsam sein, sich direkt an die verantwortende Intendanz der "zuständigen Landesrundfunkanstalt" zu wenden und dort sachlich aber bestimmt Druck zu machen...
...und dem sog. "Beitragsservice" den Schriftverkehr lediglich zur Kenntnis ebenfalls zukommen zu lassen (per auf dem Schreiben befindlicher Fax-Nummer), auf dass die Kölner Maschine mal kurz Pause machen möge
In diesem Zuge könnte sich Person A ggf. auch über diese täuschende Aussage bei dem "Behördenleiter" beschweren, dessen Namen sie sich noch benennen lassen könnte
Und angesichts der dämlichen Gesetzesregelung könnte sich Person A dann auch gleich noch bei weiteren, diesen ganzen Bockmist verantwortenden Stellen Luft machen - siehe u.a. unter
Jedenfalls sollte Person A zügig auf das aktuelle Schreiben reagieren, um die Erstellung eines Festsetzungsbescheides zu verhindern, gegen welchen sie dann nur noch (umständlicher) Rechtsmittel wie Widerspruch etc. einlegen könnte.
Soviel erst mal auf die Schnelle.
« Letzte Änderung: 10. April 2019, 00:28 von Bürger »
« Antwort #3 am: 08. April 2019, 21:49 »
wow, Danke für die Hilfestellungen... ihr seid die Besten!
Edit "Bürger": Siehe auch zwischenzeitliche Anpassungen/ Ergänzungen.
« Letzte Änderung: 09. April 2019, 00:30 von Bürger »
« Antwort #4 am: 09. April 2019, 12:35 »
Natürlich nicht, keinerlei Bezug auf eine Person, die das verfasst hat.
Ich werde die Person A informieren, ein Schreiben aufzusetzen und schnell abzusenden.
Eure Rückmeldung ist absolut valide und seitens der GEZentrale ein Witz, mit solchen Blocktexten/ Argumentationen solch einen Fall abzuhandeln.
Um den Fall für die "Gemeinde" im Forum weiter transparent zu machen, würde ich Euch weiter darüber informieren.
« Letzte Änderung: 10. April 2019, 00:29 von Bürger »
Tags: ausland leerstehend