Source: http://videopunks.de/quelle-youtube/
Timestamp: 2013-12-11 12:23:00
Document Index: 306422217

Matched Legal Cases: ['§ 50', '§ 50', '§1', '§138', '§ 50', 'BGH']

Quelle: YouTube | Videopunk - Anarchy in Web-TV
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Wer kennt es nicht: Im Fernsehen wird mal wieder ein Video-Clip aus diesem Internet gezeigt. Und weil es manche Redaktionen nicht so genau mit der Quellenangabe nehmen, freut sich ein gewisser Urheber namens “Internet” über die Namensnennung. Digital angehauchte Journalisten lassen sich gar zu einer feingliedrigen Benamung hinreissen: Dann wird aus dem “Internet” schnell ein “YouTube”. Dummerweise ist beides nicht korrekt und verstößt gegen das deutsche Urheberrecht.
Wenn es um Urheber- und Nutzungsrechte geht, springen deutsche Medienunternehmen ganz schnell von ihren Empörungsstühlen. An die eigene Nase darf nicht einmal der HNO-Arzt packen, Fehltritte sind dennoch an der Tagesordnung. Prominentestes Beispiel im Webvideo-Bereich: Die Videos von YouTube.
Dabei hat die Google-Tochter die Nutzung für Medien klar geregelt. Da keine deutsche Redaktion anscheinend bis jetzt den Pressebereich des Videoportals gefunden hat, ein Blick in diese Halle der Weisheit:
Unter dem Punkt “YouTube für Medien” heißt es:
Erneute Ausstrahlung von Videos
Richtlinien zur Einbettung von YouTube-Content in eine Show
Dahinter verstecken sich zwei rechtliche Aspekte:
Das Urheberrecht liegt nicht bei YouTube, sondern (zumindest auf den ersten Blick) beim jeweiligen YouTube-Nutzer, der das Video hochgeladen hat. Für eine weitere Auswertung bedarf es eben dieser Zustimmung des Nutzers.
Das Nutzungsrecht liegt bei YouTube, deswegen muss auch YouTube erwähnt werden. Die Fraktion “Quelle: Internet” hat an dieser Stelle leider schon verloren und darf direkt in die Kabine zum Duschen gehen.
Nun ist YouTube ein (jugendlich geprägtes) soziales Netzwerk und nicht jeder Nutzer antwortet auf private Nachrichten von fremden Personen. Für diesen Fall weiß auch YouTube keine Lösung, empfiehlt aber:
Was passiert, wenn ich von dem Nutzer keine Rückmeldung erhalte?
Wir ermutigen dich, Nutzer zu kontaktieren. Letztendlich sollten deine Redaktionsrichtlinien dir Hinweise darüber geben, ob ein direkter Kontakt zu Nutzern vor der erneuten Ausstrahlung von Videos erforderlich ist.
Der schwarze Peter liegt also weiterhin bei den Redaktionen – zu Recht! Dies geschieht übrigens nicht nur aus Schutz dem Urheber gegenüber, sondern auch aus einfachen presserechtlichen Überlegungen. Die Echtheit eines Videos lässt sich nicht ermitteln, wenn kein Kontakt zum Urheber möglich ist. Wessen Redaktionsrichtlinien keine Quellenprüfung vorsehen, sollte vielleicht lieber den Job in den Medien mit dem eines Geldwäschers tauschen.
Für manche Redaktionen bedeutet diese Regelung, auf Videos verzichten zu müssen. Denn selbst für das wacklige deutsche Zitatrecht ist ein eindeutiger Urheber erforderlich.
Journalism webtv webvideo youtube	2011-08-22
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28 Kommentare	Henning Krieg 22. August 2011 um 21:53
Guter Punkt. Ich bin – immer noch – jedes Mal überrascht, wenn ich entsprechende Hinweise in der Berichterstattung sehe. Die “etablierten Medien” (eigentlich vermeide ich derartige Begriffe, aber im Kontext dieser Diskusison ist dieser durchaus angemessen) greifen in wirklich bemerkenswerter Weise Content von den Kanälen ab, welche sie im anderen Kontext so hart angreifen, wenn ihre eigenen Contents betroffen sind. § 50 UrhG mag dies mitunter sogar im Zusammenhang mit einer “tagesaktuellen Berichterstattung” erlauben – doch merkt man spätestens dann, wenn entsprechender Content auch auf langer Zeit noch eingebunden wird, dass man sich in vielen Medienhäusern über urheberrechtliche Fragen doch durchaus nicht immer viele Gedanken macht (einfach mal nach “Twitter Notlandung Hudson River” googeln…). § 50 UrhG ist eine der Normen, der meiner Meinung nach Momentan viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, die aber in der Diskussion, wie wir (alle) die Medien nutzen, von überrragender Bedeutung ist. So spröde das Thema klingt – ich glaube, die Vorschrift verdient ein bißchen mehr
Markus Hündgen 22. August 2011 um 21:58
Ah vielen Dank für die Ergänzung auf den lustigen “50er” (hier: http://bit.ly/pCZuBc). In der Tat wird dieser viel zu häufig missbraucht. Und wer seine Inhalte auf Longtail ausgelegt hat (bei Video fast jeder vernünftige Mensch), kann sich eben nicht auf den 50er berufen.
Fastvoice 23. August 2011 um 07:11
Der Hinweis sei erlaubt, dass es sich bei vielen Videos aus dem Nahen Osten oder Nordafrika, die mit “Quelle: Internet” gekennzeichnet sind, nicht um YouTube-Videos handelt. Vor allem Videos aus Syrien kamen in jüngster Zeit häufig aus absichtlich anonym gehaltenen Quellen und Plattformen, denen es gar nicht recht wäre, wenn sie detailliert genannt würden.Bei der Abwägung “Urheberrecht”/”Körperliche Unversehrtheit” siegt natürlich Letzteres.
Stephan Bürger 23. August 2011 um 07:11
Leider kann ja niemand ausser dem Urheber “die Medien” verklagen.Gerade RTL und Co. bedienen sich auf schamloseste weise bei YouTube.
Kiki 23. August 2011 um 07:13
Ich möchte die Aufschreie dieser Medien und ihrer Anwälte nicht hören, sollten sich Blogger mal herausnehmen, ein Zitat oder ein Bild oder Video einzubinden mit „Quelle: Fernsehen“ oder „Quelle: Zeitung“ darunter.
Helge R 23. August 2011 um 07:40
Dieses Argument erscheint mir etwas weltfremd und unrealistisch. Soll der Fernsehjornalist dann YouTube user “puppi21″ als Quelle nennen? Gerade brisante Videos aus totalitären Staaten werden wohl selten unter vollem Namen ins Netz gestellt. Wie verhält sich das mit der Forderung nach Anonymität im Internet die gerade die “etablierten” Internet Blogger immer betont wird?
Markus Hündgen 23. August 2011 um 07:55
@Fastvoice: Woher kommen die Videos denn dann? Andere Videoportale verfolgen über eine sehr ähnliche Lizenzpolitik…@Helge R: Vor der Namensnennung muss die Kontaktaufnahme mit dem Urheber erfolgen. Da sollten sich solche Fragen beantworten lassen.
Fastvoice 23. August 2011 um 08:11
@Markus: Wir reden hier nicht von Videoportalen, sondern von Bürgerrechtlern/Widerständlern im arabisch-nordafrikanischen Raum, die explizit die anonyme Verbreitung ihrer Videos wünschen. Häufig tauchen die dann zwar auch auf YouTube etc. auf, das ist dann aber natürlich nicht die ursprüngliche Quelle.
Marc Donges 23. August 2011 um 10:32
Das ist doch eigentlich nichts neues, was mit dem Internet zu tun hat. Die Presse hat schon immer jeden so behandelt, der nicht zu ihrem Club gehoert. In den 80ern sah man das dann eben an Photos mit der Quelle “privat” (bei Erstverwendung) oder “Archiv” (bei jeder weiteren Verwendung).
stk 23. August 2011 um 10:50
Was @Fastvoice sagt. So aetzend ich die “Quelle: Internet”-Praxis finde, gerade im Kontext “geschmuggelter” Videos aus Aufstandsgebieten wird’s noch schwieriger als es sowieso schon ist: Da kommt beispielsweise TCX ins Spiel, die Einwahl- und Speicherinfrastrukturen bereitstellen und das Material auf Youtube stellen. “Quelle: werebuild.eu” ist dann zwar sachlich richtig, hat aber nix mit dem Urheber im rechtlichen Sinn zu tun, sondern ersetzt nur “Youtube” mit einer anderen Instanz.Ein (ggf. Short-)URL, der entweder auf die Quelle oder auf “Shownotes” der Fernsehsendung verweist, _das_ waere mal was feines.
Lennard Timm 23. August 2011 um 11:25
Ich finde es nicht Aufgabe der Zitierenden, sich Gedanken über den Schutz der Anonymität zu machen. Jeder, der Videos bei YouTube hochlädt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass sich die persönlichen Daten unter Umständen herausfinden lassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Person eigene Videos hochlädt, im Auftrag und zum Schutz Anonymer handelt oder schlicht vorhandene Videos kopiert. Im letzten Fall müsste sie natürlich eigentlich den Urheber des kopierten Videos um Erlaubnis fragen, was schätzungsweise 0% aller Kopierer tun.
Quotator 23. August 2011 um 12:00
Warum nur hatte ich gerade fast exakt denselben Gedanken wie Kiki? Ist der so naheliegend?Möglicherweise würde aber auch ein Lerneffekt einsetzen, wenn man “Quelle: Zeitung” bzw “Quelle: Fernsehen” angäbe und es kämen fortan richtige Quellenangaben…
Jeeves 23. August 2011 um 12:06
“Das Urheberrecht liegt nicht bei YouTube, sondern (zumindest auf den ersten Blick) beim jeweiligen YouTube-Nutzer, der das Video hochgeladen hat. Für eine weitere Auswertung bedarf es eben dieser Zustimmung des Nutzers.”Der wichtigste und realistischste Satz im obigen Beitrag steht in Klammern: “Zumindest auf den ersten Blick.”Denn gerade populäre Videos sind doch oft geklaut: vom TV, von DVDs, von anderen Websites, oder es sind illegale Mitschnitte bei Konzerten (wo solch Filmen und Verwerten ausdrücklich verboten ist). Und wenn ein Video Musik verwendet, ist die in der Regel (wenn vom Einsteller nicht selbst komponiert und gespielt) auch geklaut. Wer von den Millionen von ahnungslosen oder schlichten Deppen, die da stolz ein Video mit schicker Popmusik reinstellen, hat schon die Urheber oder ihre Vertreter gefragt? Keiner. Und Google macht mit YouTube Millionengewinne. .
Fastvoice 23. August 2011 um 12:15
@Leonard Timm: Das mag für YouTube theoretisch noch einigermaßen zutreffen, aber um das ging es mir ja nur sekundär. Ich schrieb von Plattformen im arabisch-nordafrikanischen Raum, in dem explizit anonyme Videos hochgeladen und verbreitet werden.Im Zusammenhang mit TV-Sendern ist dabei der Satz “Ich finde es nicht Aufgabe der Zitierenden, sich Gedanken über den Schutz der Anonymität zu machen.” völlig daneben. Journalisten müssen selbstverständlich ihre Quellen schützen und das dürfen Sie (zumindest bei uns) auch meistens.
Lambert Heller 23. August 2011 um 12:19
Für den Zitierenden wird es natürlich viel einfacher, wenn der Urheber *allen* pauschal bestimmte Nutzungsrechte einräumt! YouTube ist in dieser Hinsicht zu loben. Seit diesem Sommer wird eine solche pauschale Rechteeinräumung (durch eine Creative-Commons-Lizenz) bei jedem Upload angeboten, ja geradezu nahegelegt, vgl. http://www.youtube.com/t/creative_commonsDiese Lizenz erübrigt nicht nur die Kontaktaufnahme für jede einzelne Verwendung, sondern klärt auch etwaige Nutzungsbedingungen wie z.B. die Nennung der Quelle, Weitergabe in bearbeiteter Form, kommerziell oder unter anderen Bedingungen etc.@stk Das wäre in der Tat was Feines – Quellennachweis mit einem richtigen echten Hyperlink. Setzt halt voraus, sich mal auf das Medium Web einzulassen…
Lennard Timm 23. August 2011 um 14:44
@ Fistvoice: Ich sehe keinen Unterschied bei der Verwendung von Pseudonymen bei YouTube und deinen Videoportalen im arabisch-nordafrikanischem Raum. Wer sich Gedanken darüber macht, dass er beim Verbreiten seiner Inhalte anonym bleibt, wird sich wohl selbst darum kümmern, dass er entweder Wegwerfadressen oder schwer nachvollziehbare Kanäle (wie Videoportale ohne Daten über den Hochladenden) benutzt. Wenn das bei YouTube ein Problem sein sollte, würde ich als Aufständischer meine Videos nicht dort hochladen. Die meisten dürften wissen, dass alles, was im Internet ist, im Zweifel öffentlich und unwiderruflich öffentlich ist.Unter genau diesem Hintergrund habe ich meinen ersten Satz geschrieben, den man zugegebenerweise falsch verstehen kann. Ich meine damit keineswegs, dass Journalisten ihre Quellen offenlegen dürfen, wenn ihnen danach ist. Aber wer eine Videoplattform benutzt, die für das Tauschen gemacht wurde, ist nun mal für jeden sichtbar.
dot tilde dot 23. August 2011 um 21:30
mit gebührendem ernst zum artikel: 23. august. notiere mir, dass das internet nicht mehr nur rechtsfreier raum, sondern auch rechtsfreier urheber ist.und @6 (helge r): mir scheint, sie verwechselten nicht nur ano- mit pseudonymität, sie vermuten offensichtlich auch seltsames über unser geltendes urheberrecht.unser urheberrechtsgesetz stellt übrigens den “schutz” von anonymen und pseudonymen werken ganz schön was an (vgl. als einstieg §1ff, $66, §138 urhg u.a.). die angabe des vollen namens ist keine voraussetzung für den “schutz” eines werkes im sinne des urhg..~.
Jens 24. August 2011 um 04:49
@Helge R:Wäre das so schlimm? Oder wenn man den korrekten Link angibt? YouTube bietet dafür ja auch Verkürzungsdienste an, damit man nicht die komplette Adresse angeben muss. Das bietet ja auch den Zuschauern Mehrwert, wenn sie wissen, dass sie unter der Adresse das Video und ggf. auch weiteres Material finden.
geheim 24. August 2011 um 13:26
Das wirklich fiese an der Sache: Die gleichen Sender hetzen bei eigenen Inhalten sofort ihre Anwaltsmeute los, lassen fleißig Videos sperren oder marschieren mit teuren Abmahnungen auf. Das ist der eigentliche Skandal – mit einem freundschaftlichen Geben und Nehmen zwischen TV und Internet könnte ich leben, hier ist es aber einfach nur dreister Raub und Plünderung.
Henning Krieg 28. August 2011 um 12:13
Ein Nachtrag noch zu meinem obigen Kommentar (#1), da mir aufgefallen ist, dass er missverstanden werden könnte. § 50 UrhG rechtfertigt nicht schlechthin die ungenehmigte Übernahme fremder Contents bei tagesaktueller Berichterstattung. Im Kern der Norm geht es darum, dass die Abbildung / Aufnahme anderer Contents in der Berichterstattung erlaubt ist, wenn diese Gegenstand der Berichterstattung sind. Beispiel: Es wird über eine Theaterpremiere berichtet, und dabei eine Aufnahme aus dem Stück veröffentlich. Allerdings kann auch frühere Berichterstattung zum Gegenstand von tagesaktueller Berichterstattung werden – und dann die frühere Berichterstattung in die aktuelle Berichterstattung übernommen werden. Klingt vielleicht etwas kompliziert, daher noch ein Beispiel: In einer großen, bundesweit erscheinenden Zeitung wurde über persönliche Vorgänge eines / einer Prominenten berichtet. Andere Medien machen dann den Umgang dieser Zeitung mit dem Privatleben von Prominenten zum Gegenstand ihrer eigenen Berichterstattung – und übernehmen in diesem Zusammenhang den früheren Bericht. Ein ähnlicher Fall ist bis zum BGH gegangen, der entschieden hat, dass eine solche Nutzung fremder Contents zulässig sein kann. Im Zusammenhan mit den derzeitigen Geschehnissen / der Nutzung von Contents aus Social Media könnte man nun überlegen, dass eine Berichterstattung über die Berichterstattung durch / mittels Social Media vor Ort zu ähnlichen Ergebnissen führen könnte.
Rob Vegas 30. August 2011 um 11:37
Lese ich den Artikel richtig, so müsste nicht nur Quelle: YouTube im TV stehen, sondern zudem noch der eigentliche Urheber daneben. Ich glaube mittlerweile macht man es sich da einfach und nennt nur YouTube und meint damit so viel wie…halt ausm Netz.http://www.robvegas.de/2011/08/14/kolumne-quelle-youtube/
M1Molter 3. April 2012 um 19:07
Tja mich hat`s nun auch erwischt! Pro7 hat nun auch bei mir geklaut und die Quellangabe war auch nicht richtig ( http://www.youtube.com/watch?v=fdZJeZ1mkisMFG Mark…
M1Molter 9. Mai 2012 um 14:46
Quelle YouTube Lösung mit Pro 7 Galileo!?! von M1Molter http://www.youtube.com/watch?v=PNQ6mU1kdUs
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