Source: https://www.kv-rlp.de/mitglieder/publikationen/kv-praxis/kv-praxis-maerz-2018/
Timestamp: 2018-08-17 21:01:39
Document Index: 249027844

Matched Legal Cases: ['§ 75', '§ 87', '§ 32', '§ 32', '§ 32', '§ 3']

KV PRAXIS | März 2018 | Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP)
Webcode 163340
www.kv-rlp.de/163340
KV PRAXIS | März 2018
vor Ihnen liegt die neueste Ausgabe der KV PRAXIS mit dem Innenteil KV KOMPAKT, in dem wir Sie über alle wichtigen und rechtlich relevanten Neuerungen für die Ausübung Ihrer vertragsärztlichen oder-psychotherapeutischen Tätigkeit informieren.
Wir sind in der Vergangenheit davon ausgegangen, dass unser Mitgliedermagazin nicht nur allen Vertragsärzten und -psychotherapeuten, sondern auch allen angestellten Ärzten und Psychotherapeuten zugänglich ist und auch gelesen wird. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung für angestellte Ärztinnen und Ärzte mussten wir jedoch feststellen, dass ein erheblicher Anteil die KV PRAXIS gar nicht kennt. Natürlich reicht es nicht, wenn nur der Praxisinhaber das Exemplar liest. Unser Anliegen ist es, dass alle Ärzte und Psychotherapeuten sowie Mitarbeiter in den rheinland-pfälzischen Praxen informiert sind.
Wir haben uns deshalb dafür entschieden, in einer Sonderaktion diese Ausgabe allen Mitgliedern der KV RLP zuzusenden. Nur so können wir sicherstellen, dass alle Mitglieder zukünftig die KV PRAXIS kennen und wissen, dass diese auch online über www.kv-rlp.de abrufbar ist. Diese Sonderaktion ist im Sinne einer offenen Informationspolitik für uns unverzichtbar, um alle Praxen in Rheinland-Pfalz bestmöglich durch den immer größer werdenden Wald von Absurditäten hindurchzunavigieren.
Wir hoffen auf Ihr Verständnis für diese Aktion und bitten Sie um Unterstützung. Sorgen Sie für gute Informationsflüsse in den Praxen und bleiben Sie als Praxisteam damit immer auf dem aktuellen Stand. Wirken Sie auch gerne mit und schreiben uns per E-Mail an kvpraxis (ÄT) kv-rlp (Punkt) de, mit welchen weiteren Informationen wir Sie in der KV PRAXIS und in KV KOMPAKT versorgen können. Wir freuen uns auf Ihre Anregungen!
Vorstandsvorsitzender der KV RLP
Schwerpunkt "Berufliche Weiterbildung"
Approbierte Ärzte und Berufsrückkehrer werden über eine Weiterbildung im Verbund organisatorisch entlastet und ersparen sich Bewerbungen bei Praxen und Kliniken.
Zurück in den Arztberuf: Dank der finanziellen Förderung und familienfreundlichen Arbeitszeiten nahm Vera Hausmann das Weiterbildungsangebot bei der hausärztlichen Internistin Dr. Gabriele Bieringer an.
Mit Sorge betrachteten Dr. Gabriele Bieringer, hausärztlich tätige Fachärztin für Innere Medizin in Ludwigshafen, und ihre Kolleginnen und Kollegen sowie weitere engagierte Bürgerinnen und Bürger aus Gesundheitsberufen vor sechs Jahren die wachsenden Nachwuchsprobleme im ärztlichen und sonstigen medizinischen Sektor. Die Gruppe war sich schließlich einig, regional etwas für die Sicherung der zukünftigen medizinischen Versorgung in der Region tun zu wollen. So wurde vor sechs Jahren der eingetragene Verein LuNoMed gegründet. Zu den Zielen von LuNoMed gehört es seither, die Kooperation zwischen den Gesundheitsberufen im Verbund zu verbessern, die Qualität der Versorgung zu erhöhen und die medizinische Kompetenz von Bürgerinnen und Bürgern durch Seminare zu steigern. Als einen Problemkomplex nennt Dr. Bieringer tendenziell familienunfreundliche Arbeitsbedingungen in Kliniken. Nicht selten würden junge Ärztinnen entweder keine Facharztweiterbildung beginnen oder diese abbrechen, weil die Weiterbildung nicht mit Kinderbetreuung vereinbar sei.
Tatsächlich waren zum Stichtag 31.12.2016 deutschlandweit 117.640 von 496.200 registrierten Ärztinnen und Ärzten ohne eine ärztliche Tätigkeit. Der große Teil davon befand sich naturgemäß im Ruhestand (68,1 Prozent), aber immerhin 7.061 Ärztinnen und Ärzte nahmen Elternzeit und weitere 5.187 widmeten sich ausschließlich Familie und Haushalt. 95 Prozent davon waren Frauen. Speziell in Rheinland-Pfalz waren zu diesem Zeitpunkt 3.291 Ärztinnen und Ärzte ohne ärztliche Tätigkeit, davon – nimmt man die bundesweite Verteilung als Basis – 2.242 im Ruhestand, 197 in Elternzeit und 144 in Familie und Haushalt. Weitere etwa 330 Ärztinnen und Ärzte in Rheinland-Pfalz waren nicht ärztlich tätig, ohne dass dafür ein Grund angegeben wurde (Bundesärztekammer: Ärztestatistik 2016).
Neben einem Komplettausstieg aus der kurativen Tätigkeit reduzieren aber auch Teilzeittätigkeiten die potenziell existierenden Behandlungskapazitäten. Inzwischen praktizieren 18 Prozent der Vertragsärzte und -psychotherapeuten in Teilzeit. Auch diese Ärztinnen und Ärzte könnten sich gegebenenfalls für eine Vollzeit- oder zumindest ¾-Stelle entscheiden, wenn Kinderbetreuungsmöglichkeiten verbessert und Arbeitszeiten flexibilisiert würden.
Verbundweiterbildung ermöglicht Facharztweiterbildung parallel zur Kinderbetreuung
Als Gründe für den Ausstieg aus der kurativen Tätigkeit in Deutschland nannten die Befragten einer Umfrage des Bundesministeriums für Gesundheit und soziale Sicherung (BMGS) im Jahre 2004 neben einer nicht leistungsgerecht empfundenen Entlohnung vor allem auch die zeitliche Belastung und die damit einhergehende mangelnde Vereinbarkeit von Beruf mit Familie und Freizeit. Das Engagement von Dr. Bieringer und LuNoMed ist also nachvollziehbar. Verbundweiterbildungen bieten eine Lösung.
Gelänge es mit flexibleren Arbeitszeiten, nur einen Teil der nicht ärztlich tätigen Ärztinnen und Ärzte zurück in ihren Beruf zu bringen, könnten gegebenenfalls einige der derzeit nicht besetzten Arztsitze wiederbesetzt werden. Auch an diesem Aspekt setzt die Verbundweiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin in Rheinland-Pfalz an. Ärztinnen, die infolge einer Familiengründung entweder keine Facharztweiterbildung begonnen oder diese aus selbigen Gründen abgebrochen haben, wird im Rahmen der Verbundweiterbildung die Möglichkeit geboten, ihre Facharztweiterbildung zunächst in einer allgemeinmedizinischen Praxis zu beginnen, in der die Arbeitszeiten gut mit Kinderbetreuung vereinbar sind. Wenn die Betreuungsanforderungen sich aufgrund des Alters der Kinder entspannt haben, können dann die klinischen Weiterbildungsabschnitte, die in der Regel auch mit Nachtschichten verbunden sind, angeschlossen werden.
Vierter Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin startete am 1. Januar 2018
Die Weiterbildungsordnung für Ärzte in Rheinland-Pfalz schreibt zwar prinzipiell nicht vor, in welcher Reihenfolge die vorgeschriebenen Weiterbildungsabschnitte zum Facharzt für Allgemeinmedizin zu absolvieren sind, der Erhalt der Weiterbildungsförderung in Höhe von bis zu 4.800 EUR brutto monatlich ist jedoch daran gebunden, dass 18 Monate Weiterbildung in der Inneren Medizin einer Klinik bereits absolviert wurden. Diese Bedingung entfällt im Rahmen von Verbundweiterbildungen. Hier kann die Weiterbildungsförderung auch dann in voller Höhe ausgezahlt werden, wenn die Facharztweiterbildung in einer Arztpraxis beginnt.
Ärztin profitiert von der Verbundweiterbildung
Eine Verbundweiterbildung ist ein Zusammenschluss von stationären Einrichtungen mit weiterbildungsberechtigten Arztpraxen zu einem Weiterbildungsverbund. Die Koordinierungsstelle Weiterbildung Allgemeinmedizin sorgte 2017 für die Initialzündung zur Gründung einer solchen Verbundweiterbildung in Ludwigshafen. Nach der ersten Kontaktaufnahme durch die Leiterin der Koordinierungsstelle Sandra Goldzinski und einem Beratungsgespräch im Sommer 2017 kam es schließlich zu einer vertraglichen Vereinbarung zwischen dem Klinikum Ludwigshafen und der Gesundheitsorganisation Ludwigshafen eG (GO-LU). GO-LU steht hier als Vertragspartner des Klinikums stellvertretend für Weiterbildungspraxen in der Region.
Die Verbundweiterbildung konnte zum 1. Januar 2018 starten und wurde von der Koordinierungsstelle Weiterbildung mit Sitz bei der KV RLP als vierter Weiterbildungsverbund in Rheinland-Pfalz anerkannt. Damit waren für die Ärztin Vera Hausmann nach einer mehrjährigen Familienpause auch die Voraussetzungen für den Wiedereinstieg in den Arztberuf geschaffen. Ihre Beweggründe für den Wiedereinstieg erklärt sie so: „Den direkten Einstieg in die Klinik hätte ich mir, vor allem wegen der Arbeitszeiten, nicht zugetraut. Das Angebot von Dr. Bieringer für einen Einstieg als Ärztin in Weiterbildung in ihrer Praxis und die Möglichkeit, die Weiterbildungsförderung direkt zu erhalten, gaben schließlich den Ausschlag. Ich entschloss mich zum Wiedereinstieg und zum Nachholen der Facharztweiterbildung. In ein bis zwei Jahren bin ich dann sicherlich so weit flexibel, dass ich die klinischen Weiterbildungsabschnitte anschließen kann.“
Vera Hausmann strebt den Abschluss „Fachärztin für Allgemeinmedizin“ an. Wo sie ihre klinischen Weiterbildungsabschnitte absolvieren wird, weiß sie dank der koordinierten Verbundweiterbildung schon jetzt, weitere Bewerbungen sind also nicht mehr notwendig. Darüber hinaus kann sie die gesamte Facharztweiterbildung auch in Teilzeit absolvieren, was ihr neben den flexiblen Arbeitszeiten bei Bedarf weitere Freiräume für die Familie schafft.
WEITERBILDUNGSVERBÜNDE IN RHEINLAND-PFALZ
Ärzte, die sich zum Facharzt für Allgemeinmedizin weiterbilden, durchlaufen sowohl im stationären als auch im ambulanten Sektor vorgeschriebene Weiterbildungsabschnitte in der Regel innerhalb von fünf Jahren. Die vorgestellten Verbünde sind offen für die Teilnahme weiterer Praxen aus der Region.
Drei Gemeinschaftspraxen + eine Einzelarztpraxis in der Region + DRK Krankenhaus Altenkirchen-Hachenburg | im November 2017 gegründet
Jürgen Ecker, Telefon 02681 882000, juergen.ecker@drk-kh-altenkirchen.de
seit Jahresbeginn ein Arzt in Weiterbildung
Vier Gemeinschaftspraxen in den Fachbereichen Allgemeinmedizin/Orthopädie/Diabetologie + zwei Einzelpraxen + Gemeinschaftsklinikum
Mittelrhein | im November 2017 gegründet
Katrin Müller, Telefon 0261 4991803, katrin.müller@gk.de und
Bettina Brühl, Telefon 0261 4992805, bettina.bruehl@gk.de
Ärztin in Weiterbildung startet bis Sommer 2018
Praxen von Allgemeinmedizinern, hausärztlich tätigen Internisten, Basisversorgern (HNO, Pädiatrie etc.) + Vinzentius-Krankenhaus Landau | im November 2017 gegründet
Dr. Joachim Gilly, Telefon 06341 17-6185, j.gilly@vinzentius.de
www.vinzentius.de > Patienten & Besucher > Jobs & Karriere > Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin Südpfalz
Ärztin in Weiterbildung startet bis Frühjahr 2018
Klinikum Ludwigshafen + Gesundheitsnetzwerk GO-LU-Gesundheitsorganisation Ludwigshafen eG | im Dezember 2017 gegründet
Dr. Gloria Schmidt, Telefon 0621 503-2066, SchmidtG@klilu.de
www.klilu.de > Jobs/Chancen > Verbundweiterbildung
seit Jahresbeginn eine Ärztin in Weiterbildung
KV RLP | Informationen, Anträge und Rechtsnormen
Rundum-sorglos-Paket für angehende Hausärzte
Vor einem Jahr wurde die Koordinierungsstelle für die Weiterbildung in der Allgemeinmedizin ins Leben gerufen. Im Gespräch mit KV PRAXIS zieht die Leiterin Sandra Goldzinski eine positive Zwischenbilanz.
Frau Goldzinski, vor knapp einem Jahr hat die Koordinierungsstelle ihre Arbeit aufgenommen und sich zum Ziel gesetzt, die Weiterbildung zu optimieren und individuell aus einer Hand zu organisieren. Welche Erfolge kann die Koordinierungsstelle in dieser Hinsicht bislang vorweisen?
Sandra Goldzinski: Seit November 2017 wurden in Rheinland-Pfalz vier Weiterbildungsverbünde gegründet. In jedem Verbund absolviert bereits ein Arzt seine Weiterbildung beziehungsweise steht kurz davor, das zu tun. Die Koordinierungsstelle leistet hier tatkräftig Unterstützung, indem sie Infoveranstaltungen zum Thema Verbundweiterbildung organisiert und interessierte Praxen und Krankenhäuser anspricht. Die nächste Infoveranstaltung ist übrigens bereits in Planung und wir sind in Gesprächen mit weiteren Interessenten.
Von den vier Verbünden gibt es im Verbund Altenkirchen/Hachenburg an zwei Standorten einen stationären Partner, dem sich vier Praxen angeschlossen haben. In Landau stehen neben dem Vincenzius Krankenhaus sechs Praxen für die Verbundweiterbildung bereit. Das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein in Koblenz kooperiert derzeit mit fünf Praxen und in Ludwigshafen haben sich das Klinikum Ludwigshafen und das Praxisnetz GO-LU zusammengetan. Die Konstellationen sind also recht unterschiedlich und manche Verbünde wachsen auch, das heißt, es schließen sich mehr Partner an. Das ist positiv, da der Arzt in Weiterbildung so die Möglichkeit erhält, sich verschiedene Praxen anzuschauen.
Ende Januar gab es auch eine Infoveranstaltung zum Thema Verbundweiterbildung in Prüm. Auch hier konnten wir erfolgreich einen Weiterbildungsverbund initiieren. Das St. Joseph Krankenhaus wird künftig mit drei Praxen zusammenarbeiten.
Die Koordinierungsstelle ist ja eine gemeinsame Einrichtung der KV RLP, der Landesärztekammer und der Krankenhausgesellschaft RLP. Was ist Ihr Eindruck über die Zusammenarbeit der drei Institutionen?
Die Zusammenarbeit klappt gut. Wir tauschen uns aus und informieren uns gegenseitig. Bei jeder Infoveranstaltung zum Thema Verbundweiterbildung ist auch jemand von der zuständigen Bezirksärztekammer dabei und referiert zum Thema Weiterbildungsbefugnis.
Wie fällt das Feedback bei den Teilnehmern an den Weiterbildungsverbünden bislang aus? Fühlen die sich gut betreut?
Bisher gab es nur positive Rückmeldungen. Wir werden vor allem gelobt, dass wir auf Rückfragen zeitnah reagieren und für Probleme ein offenes Ohr haben. Zudem denke ich, dass sich die Arbeit der Koordinierungsstelle insbesondere aus der Evaluation ergeben wird, die alle zwei Jahre durch die Landesärztekammer in Abstimmung mit der Koordinierungsstelle stattfinden wird.
Welchen Beitrag kann die Koordinierungsstelle leisten, um den medizinischen Nachwuchs und Seiteneinsteiger davon zu überzeugen, den Weg in die Allgemeinmedizin zu gehen?
Wir beraten alle, die sich für die Weiterbildung interessieren und sich über die Möglichkeiten zum Ein- und Umstieg in die Weiterbildung erkundigen wollen. Außerdem unterstützen wir Praxen und Kliniken dabei, Weiterbildungsverbünde zu gründen, damit Ärzten in Weiterbildung ein Rundum-sorglos-Paket in Sachen Weiterbildung angeboten werden kann. Durch einen individuell zusammengestellten Rotationsplan für den Arzt in Weiterbildung wird die Weiterbildung qualitativ aufgewertet und er kann diese schnell und nach seinen Vorstellungen gestalten. Die Koordinierungsstelle hilft auch gerne dabei, einen solchen Plan zu erstellen oder, falls einer erstellt wurde, diesen zu überprüfen, damit auch die Vorgaben der Weiterbildungsordnung beachtet werden.
Für Ärzte in Weiterbildung bietet die Verbundweiterbildung verschiedene Vorteile. Zum einen werden sie organisatorisch entlastet und zum anderen bekommen sie Planungssicherheit. Ihre Arbeitgeber stehen bereits zu Beginn der Weiterbildung fest und dadurch entfallen weitere Bewerbungen. Der Übergang zwischen stationärer und ambulanter Weiterbildung ist also nahtlos gesichert. Durch die finanzielle Förderung von bis zu 4.800 Euro monatlich im ambulanten Bereich ist außerdem auch ein festes Mindestgehalt gewährleistet.
Tauschen Sie sich auch mit Koordinierungsstellen aus anderen KV-Regionen über deren Aktivitäten aus und inwieweit kann Rheinland-Pfalz von diesen Erfahrungen profitieren?
Ja sicher. In der Regel findet zweimal im Jahr ein Erfahrungsaustauschstatt, zu dem die Kassenärztliche Bundesvereinigung einlädt. Dort kann man sich in größerer Runde mit allen Koordinierungsstellen rund um die Weiterbildung austauschen. Das ist immer sehr informativ und hilfreich. Ansonsten kann man auch immer bei den Kollegen anrufen, wenn es Fragen gibt. Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung steht uns bei Problemen oder Anregungen immer zur Seite.
Die ersten Weiterbildungsverbünde in Rheinland-Pfalz gibt es erst seit vier Monaten. Das Angebot der Koordinierungsstelle in Rheinland-Pfalz und die Verbundweiterbildung müssen daher noch bekannter werden. So erhoffen wir uns, dass wir ähnlich gute Nachfragen erzielen können wie in anderen Bundesländern, in denen es solche Angebote schon länger gibt.
Frau Goldzinski, vielen Dank für das Gespräch.
Allgemeinmedizin: Fit für die Zukunft
Ende Januar fiel der offizielle Startschuss für die Inbetriebnahme des Kompetenzzentrums Allgemeinmedizin, welches an der Universitätsmedizin Mainz angesiedelt ist.
Kooperationspartner sind neben der Universitätsmedizin Mainz die KV RLP, die Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz (KGRP) sowie die Landesärztekammer Rheinland-Pfalz (LÄK RLP). Das Kompetenzzentrum soll Qualität und Effizienz der allgemeinmedizinischen Weiterbildung fördern und so langfristig die hausärztliche Versorgung in Rheinland-Pfalz sichern. Junge Ärzte, die sich auf eine hausärztliche Tätigkeit vorbereiten, erhalten mit dem neuen Kompetenzzentrum intensive Begleitung und Unterstützung während ihrer Weiterbildung zum Allgemeinmediziner.
Weiterer Baustein für die Stärkung der Allgemeinmedizin
Das neue Kompetenzzentrum hat seinen Sitz in der Abteilung Allgemeinmedizin des Zentrums für Allgemeinmedizin und Geriatrie der Universitätsmedizin Mainz. Finanziert werden die Angebote mithilfe der gesetzlichen Weiterbildungsförderung nach § 75a SGB V durch Mittel der KV RLP sowie von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen. Die Fördersumme errechnet sich auf der Basis der eingeschriebenen Ärzte.
Anlässlich der Vertragsunterzeichnung betonte der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, dass mit dem neuen Kompetenzzentrum ein weiterer Baustein für die Stärkung der Allgemeinmedizin entsteht. „Junge Ärztinnen und Ärzte werden mit dieser Einrichtung an die Praxis des hausärztlichen Arbeitens herangeführt. Sie werden dort während ihrer Ausbildung begleitet und beraten.“
Mentoring für junge Ärzte und Train-the-Trainer-Programme für Dozenten
Zum Angebot des Kompetenzzentrums gehören beispielsweise Begleitseminare für Ärzte in Weiterbildung, die die praktische Weiterbildung intensivieren und die erworbenen Facharztkompetenzen vertiefen. Hinzu kommen Mentoring-Programme, welche die jungen Ärzte auf ihrem Weg zum Hausarzt in ihrer beruflichen Entwicklung fördern und vernetzen. Unterstützung bekommen auch die Weiterbilder. Für sie werden spezielle Fortbildungsprogramme in Form eines Train-the-Trainer-Programms angeboten, die sie bei der Entwicklung ihrer medizindidaktischen Kompetenzen fördern, damit sie ihre eigenen Kernkompetenzen weiter ausbauen und so als Dozenten den hausärztlichen Nachwuchs gezielt und praxisnah weiterbilden können.
Für Uni.-Prof. Dr. Michael Jansky, Direktor des Zentrums für Allgemeinmedizin und Geriatrie der Universitätsmedizin Mainz, trägt das neue Zentrum dazu bei, die Attraktivität des Faches Allgemeinmedizin zu steigern. Studierende und Weiterbildungsassistenten stünden in Come-together-Veranstaltungen im engen Austausch, sodass die hohe Praxisnähe der Weiterbildung gewährleistet sei. Die Praxisbezogenheit spiegelt sich auch in den zu vermittelnden Inhalten der Weiterbildung wider – sowohl medizinisch als auch betriebswirtschaftlich im Hinblick auf die eigene Niederlassung. Dabei arbeitet das Zentrum eng mit der Koordinierungsstelle Weiterbildung Allgemeinmedizin zusammen, die seit April 2017 besteht.
Emanzipation der Allgemeinmedizin im universitären Umfeld
Aus Sicht von Landesärztekammer-Präsident Dr. Günther Matheis ermöglicht die räumliche Ansiedlung des Kompetenzzentrums am Lehrstuhl Allgemeinmedizin eine nahtlose Verbindung der Aus- und Weiterbildung. „Das ist gut, denn das fördert den direkten Zugang und ermöglicht kurze Wege, um sich rasch zu vernetzen.“ Dr. Peter Heinz, Vorstandsvorsitzender der KV RLP, ergänzte: „Mit dem neuen Kompetenzzentrum und der damit verbundenen optimierten Facharztweiterbildung im stationären und ambulanten Bereich emanzipiert sich die Allgemeinmedizin nun auch im universitären Umfeld zu einem vollwertigen Fach. Darin sehen wir als KV RLP nicht zuletzt auch ein wichtiges Signal an alle Studierenden, um deren Interesse an diesem Fachgebiet zu wecken.“
Dr. Gerald Gaß, Vorsitzender der Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz und Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, verwies darauf, dass die Allgemeinmedizin eine wesentliche Säule der Gesundheitsversorgung sei. „In den Regionen, wo es immer weniger Allgemeinmediziner gibt, wird es auch für die Krankenhäuser schwer, sich zu halten.“ Daher werden die Krankenhäuser das Kompetenzzentrum nicht nur nutzen, sondern auch aktiv unterstützen.
KV PRAXIS | Juni 2017
KV-TV - Das Magazin | 156
Update für die Förderung der ärztlichen Versorgung
Die Partner des 2007 erstmals aufgelegten „Masterplans zur Stärkung der ambulanten ärztlichen Versorgung“ in Rheinland-Pfalz haben diesen weiterentwickelt und im Februar der Öffentlichkeit vorgestellt.
„Eine Fortschreibung des Masterplans lag deshalb nahe, weil sich in den letzten Jahren die Rahmenbedingungen der ärztlichen Versorgung, insbesondere auch die rechtlichen Möglichkeiten im Bereich der ärztlichen Weiterbildung oder der ärztlichen Berufsausübung, weiterentwickelt haben“, erläuterte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler anlässlich einer gemeinsamen Veranstaltung des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie in Rheinland-Pfalz (MSAGD) mit den Partnern des Masterplans – der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP), der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz, der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und dem rheinland-pfälzischen Hausärzteverband – am 15. Februar 2018. Der Masterplan umfasst ein Bündel an Maßnahmen verschiedener Gebiete, darunter die ärztliche Aus-, Weiter- und Fortbildung sowie Berufsausübung, Aktionen auf kommunaler, regionaler und Landesebene.
Land will Medizinstudierende aus anderen Bundesländern anlocken
Eines von zahlreichen Beispielen ist das Förderprogramm „PJ-Tertial Allgemeinmedizin“, mit dem das Land Medizinstudierende, die im praktischen Jahr (PJ) das Wahlfach „Allgemeinmedizin“ wählen, finanziell unter die Arme greift. Mit der Förderung soll erreicht werden, dass mehr Absolventen ein PJ in der Allgemeinmedizin wählen und sich dann auch für eine Weiterbildung in der Allgemeinmedizin entscheiden und später für die hausärztliche Versorgung in Rheinland-Pfalz zur Verfügung stehen. Das Land hat dieses Förderprogramm nun ausgebaut. So können seit 1. Januar 2018 auch Studierende gefördert werden, die nicht an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz eingeschrieben sind, das PJ-Tertial Allgemeinmedizin aber in einer rheinland-pfälzischen Akademischen Lehrpraxis absolvieren.
Aber auch andere Förderprogramme wurden ausgeweitet. So könnten seit Anfang dieses Jahres 97 Verbandsgemeinden und verbandsfreie Gemeinden Fördermittel für die Verbesserung der hausärztlichen Versorgung in Anspruch nehmen. „Wir konzentrieren uns auf die Allgemeinmedizin, weil der Bedarf an Nachwuchs hier am größten ist“, begründete Bätzing-Lichtenthäler die Fokussierung. Sie bewertete es positiv, dass die Allgemeinmedizin mit der Einrichtung eines eigenen Lehrstuhls an der Universitätsmedizin Mainz eine starke Aufwertung erfahren habe.
Dr. Heinz: Gute Versorgung ist Standortfaktor für Kommunen
Eine Aktion, die das Ministerium gemeinsam mit der KV RLP realisieren will, ist eine Beratungsstelle für Kommunen. Mit diesem kostenlosen Beratungsangebot sollen die Gemeinden unterstützt werden, wenn sich vor Ort bei der ärztlichen Versorgung Probleme abzeichnen. Geplant ist, die Beratungsstelle in der KV RLP bis zum Sommer einzurichten. „Für die Kommunen ist eine gute ärztliche Versorgung inzwischen zum wichtigen Standortfaktor im Wettbewerb untereinander geworden“, so der Vorstandsvorsitzender der KV RLP, Dr. Peter Heinz. Die geplante Beratungsstelle könnte das umfassende Beratungs-Know-how innerhalb der KV RLP optimal ergänzen.
Um die junge Ärztegeneration für ein hausärztliches Engagement auf dem Land zu gewinnen, müsse bereits frühzeitig im Medizinstudium angesetzt werden. Dabei habe das Zentrum für Allgemeinmedizin und Geriatrie an der Unimedizin Mainz viele Initiativen gestartet, damit Studierende an die Allgemeinmedizin herangeführt werden, wie deren Leiter Prof. Dr. Michael Jansky hervorhob. „Im Projekt ‚Mainzer Allgemeinmedizin – Begleitetes Studieren‘, das bereits erfolgreich gestartet ist, können Medizinstudierende die Hausarztmedizin über einen längeren Zeitraum hautnah kennenlernen und sich so ein realistisches Bild von der Vielfalt der hausärztlichen Tätigkeit machen.“ Von Beginn an werden die Studierenden in die Patientenbetreuung eingebunden.
Erhöhung der Zahl der Medizinstudienplätze gefordert
Der Hauptgeschäftsführer der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz Dr. Jürgen Hoffart hob hervor, dass seine Institution bereits frühzeitig auf den Ärztemangel hingewiesen und daher als erste Kammer Deutschlands den Quereinstieg in die Allgemeinmedizin in der Weiterbildungsordnung verankert habe. 44 Ärzte haben bis Ende 2017 eine entsprechende Facharztprüfung abgeschlossen „Wir benötigen jedoch mindestens eine Erhöhung der Zahl der Studienplätze um zehn Prozent“, forderte Dr. Hoffart. Statt Ärzte im Ausland zu suchen, müsse der Nachwuchs im eigenen Land ausgebildet werden. Im Schnitt kämen derzeit acht Bewerber auf einen Studienplatz.
Die Forderung nach mehr Medizinstudienplätzen machte sich auch Dr. Hans-Dieter Grüninger, stellvertretender Vorsitzender des Hausärzteverbands Rheinland-Pfalz, zu eigen. Er kündigte gezielte praktische Angebote des Hausarztverbandes für Medizinstudierende in Hausarztpraxen an. Insgesamt lobte der Hausärzteverband die gute Zusammenarbeit der Masterplanpartner, die sich bei der Entwicklung und beginnenden Umsetzung der verschiedenen Maßnahmen zur Sicherung speziell auch der hausärztlichen Versorgung gezeigt habe. Diesem positiven Zwischenfazit konnten alle Vertreter der beteiligten Partner am Masterplan uneingeschränkt zustimmen.
Masterplan 2020 | www.hausarzt.rlp.de
KV-TV Praxis - Das Magazin | 157
Zwischenresümee: Es gibt noch viel zu tun
Gut ein Jahr nach dem Wechsel an der Spitze der KV RLP ziehen die Vorstandsmitglieder im Gespräch mit KV PRAXIS eine erste positive Bilanz ihrer bisherigen Amtszeit.
„Die Kollegen, die bald das Ruhestandsalter erreicht haben, müssen verstehen, wie die jüngere Ärztegeneration tickt."
Dr. Peter Heinz, Vorstandsvorsitzender
In seiner Bewerbungsansprache im Januar 2017 hatte der heutige Vorstandsvorsitzende Dr. Peter Heinz angekündigt, beim Thema Bereitschaftsdienst an einem „Feintuning“ zu arbeiten und die Schnittstelle ambulant und stationär weiter auszugestalten. Ein erster wichtiger Schritt ist aus Sicht von Dr. Heinz bereits vollzogen: So wurden die Öffnungszeiten an den Hauptstandorten der Ärztlichen Bereitschaftspraxen vereinheitlicht und auf alle Wochentage ausgedehnt. „Das Feintuning ist aber noch lange nicht abgeschlossen. Wir werden auch künftig die Inanspruchnahme der Ärztlichen Bereitschaftspraxen weiter beobachten.“
Generell soll die Vermittlung an eine Ärztliche Bereitschaftspraxis zentraler gestaltet werden. Dr. Heinz verweist in diesem Zusammenhang auf das Pilotprojekt DEMAND, das in diesem Jahr an den Start gehen und über den Innovationsfonds finanziert werden soll. DEMAND sieht eine standardisierte Ersteinschätzung via Telefon (Nummer 116117) oder an einem vom Krankenhaus und KV gemeinsam geführten Tresen vor. Durch die Ersteinschätzung sollen Patienten zu Rettungsdienst, Notaufnahme, unmittelbarer ambulanter Behandlung, späterer Behandlung oder telefonischer ärztlicher Beratung gesteuert werden.
In diesem Jahr sind keine Regresse mehr zu erwarten
Auf einem „sehr guten Weg“ sieht Dr. Heinz das Bemühen der KV RLP, die Regresswahrscheinlichkeit für die niedergelassenen Ärzte in Rheinland-Pfalz deutlich zu reduzieren. So führe die 2017 abgeschlossene Arzneimittel-Prüfvereinbarung dazu, dass für dieses Jahr generell Durchschnittswert- und Richtgrößenprüfungen ausgeschlossen sind und somit hierdurch kein Regress zu erwarten ist. Dem Umstand, dass die Arzneimittelhersteller ihre Preise relativ frei gestalten können, ohne sich für deren Kalkulation rechtfertigen zu müssen, habe die Ärzteschaft leider nichts entgegenzusetzen. „Allerdings müssen wir Ärzte aufpassen, dass die pharmazeutischen Unternehmen nicht ungerechtfertigt riesige Summen aus den Kassen der Solidargemeinschaft herausnehmen, die uns dann letztlich beim Honorar fehlen und im Bereich der Sicherstellung die Versorgung einschränken.“
Ganz oben auf der Agenda steht nach wie vor, die Qualität der flächendeckenden Sicherstellung aufrechtzuerhalten. Mit der im vergangenen Jahr eingeführten Kampagne „KV initiativ“ zur Zukunft der wohnortnahen ambulanten Versorgung werde der Schulterschluss auch mit den Kommunen gesucht. Die eigentliche Herausforderung stehe aber noch an: nämlich die älteren Kollegen, die bald das Ruhestandsalter erreicht haben, bei der Suche nach einer Praxisnachfolge zu einem grundsätzlichen Umdenken zu bewegen. „Diese Kollegen müssen verstehen, wie die jüngere Ärztegeneration tickt“, mahnt Dr. Heinz.
Zwar sei die Einzelpraxis nach wie vor ein bewährtes Modell. Allerdings zeige das Interesse der nachfolgenden Generation, dass es sehr schwierig werden wird, die Anzahl der Einzelpraxen in dieser Form zu erhalten. „Wir können uns sehr gut vorstellen, KV-eigene Einrichtungen in Form eines MVZ zu betreiben. Hier lässt sich beispielsweise ein Arztsitz halbieren oder vierteln. Dadurch lassen sich auch Kolleginnen einbinden, die aus familiären Gründen nur wenige Wochenstunden praktizieren können. Solche flexiblen Arbeitszeitmodelle sind bei der Übernahme einer Einzelpraxis natürlich nicht möglich.“ Derzeit sei der Betrieb solcher Einrichtungen nur in unterversorgten Gebieten erlaubt. „Wir möchten den Gesetzgeber davon überzeugen, dass wir als KV diese Möglichkeit grundsätzlich benötigen, um unseren Sicherstellungsauftrag erfüllen zu können. Die Strukturen sollen in ärztlicher Hand bleiben. Wir möchten uns lediglich als Geburtshelfer betätigen“, beschreibt Dr. Heinz den Grundgedanken.
Zufrieden blickt Dr. Heinz auf die bisherige vertrauensvolle Zusammenarbeit innerhalb des Vorstandes zurück. „Wir haben seit einem Jahr im Vorstand eine ganze Menge auf die Beine gestellt und sind zuversichtlich, dass wir auch die vor uns liegenden Aufgaben erfolgreich bewältigen können.“
„Wir müssen das Potenzial, das in der Ambulantisierung medizinischer Leistungen
steckt, nutzen und weiter vergrößern.“
Dr. Andreas Bartels, stellvertretender Vorstandsvorsitzender
Beim Amtsantritt als neuer stellvertretender Vorstandsvorsitzender legte Dr. Andreas Bartels bereits eine Menge an berufspolitischem Engagement und Erfahrung in die Waagschale. Bereits in seiner Zeit als stellvertretender rheinland-pfälzischer Landesvorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten machte er sich für die Sicherung der fachärztlichen Versorgung stark. „Der Erhalt des selbstständigen freien Arztberufs einschließlich freier Arztwahl für die Patienten stehen zur Disposition – hier müssen Weichen gestellt werden, um die Wettbewerbsungerechtigkeiten zu beseitigen“, betont Dr. Bartels.
Ein Lösungsansatz ist aus seiner Sicht, die Möglichkeiten aus den Paragrafen 115 und 122 SGB V zur kurzstationären Versorgung im ambulanten Sektor konsequent zu nutzen. Die medizinischen und wirtschaftlichen Vorteile dieser Versorgungsformen liegen auf der Hand: Kurzzeitstationäre medizinische Versorgung im vertragsärztlichen Bereich kann betriebswirtschaftlich nicht mehr tragbare Krankenhausstrukturen ersetzen. Behandelt würden sie dann von ihrem vertrauten Haus- oder Facharzt. Hierfür müssen sich sowohl die Gremien der KBV dieses Themas annehmen als auch auf Landesebene konkrete Gesetzgebungsvorgaben umgesetzt werden.
Potenzial in der Ambulantisierung medizinischer Leistungen
Insgesamt könne von einer zufriedenstellenden sektorenübergreifenden Kooperation keine Rede sein. Hier müsse noch eine ganze Menge passieren. „Sektorenübergreifende Versorgung darf nicht heißen, dass die Krankenhäuser einseitig für die ambulante Versorgung geöffnet werden“, stellt Dr. Bartels klar. „Stattdessen müssen wir das Potenzial, das in der Ambulantisierung medizinischer Leistungen steckt, nutzen und weiter vergrößern.“ Voraussetzung dafür seien gleiche finanzielle Rahmenbedingungen zwischen stationären und ambulanten Leistungserbringern, zum Beispiel durch eine identische Förderung der zunehmenden Kosten für Hygienemaßnahmen. Um auch zu vergleichbaren Vergütungen zu gelangen, werden derzeit schon in der KBV gemeinsam mit dem Zi sowie im Sachverständigenrat der Bundesregierung Lösungsvorschläge erarbeitet.
Der Vorstand der KV RLP konnte das erste Jahr seit der Wahl erfolgreich nutzen, um politische Kontakte in Rheinland-Pfalz und in Berlin aufzubauen, berichtet Dr. Bartels. „Es ist wichtig, Koalitionen zu schmieden, die uns beim gemeinsamen Ziel unterstützen, die flächendeckende ambulante Versorgung auch in den nächsten Jahren zu gewährleisten.“ Ebenso sei der Vorstand bestrebt, die Beziehungen zu den berufsständischen Kammern und Verbänden nicht nur zu festigen, sondern weiter auszubauen.
Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende sieht es als seine Hauptaufgabe in der nächsten Zeit an, die Budgetierung im fachärztlichen Bereich aufzuheben. „Während sich die Budgetierung im hausärztlichen Bereich praktisch überhaupt nicht auswirkt, sehen wir uns im fachärztlichen Bereich mit einer Auszahlungsquote von durchschnittlich knapp 90 Prozent konfrontiert. Das heißt, über zehn Prozent der fachärztlichen Leistungen werden derzeit nicht bezahlt“, beschreibt Dr. Bartels die erhebliche Diskrepanz. Daher führten auch aktuelle Diskussionen um die Einführung einer Bürgerversicherung aus seiner Sicht in eine völlig falsche Richtung. „Selbst wenn die kassenärztliche Vergütung für manche Leistungen höher wäre als die privatärztliche, bekomme ich nur Letztere immer bezahlt. Das GKV-Honorar ist jedoch nur gewährleistet, solange ich innerhalb meiner Budgetgrenzen bleibe.“ Das sei das eigentliche Problem und nicht die Anzahl der Sprechstundenzeiten. Die durchschnittliche Arbeitszeit niedergelassener Vertragsärzte liege bei über 50 Stunden wöchentlich – dies werde zukünftig bei der Kompensation durch angestellte Ärzte Lücken reißen, die nicht zu schließen seien. Zudem werde ohne eine zukünftige Steuerung der Patientenströme das Gesundheitssystem durch die anhaltende „Flatrate-Mentalität“ in der Bevölkerung über kurz oder lang überfordert sein – gerade bei der immer knapper werdenden Ressource Arzt.
Positiv bewertet Dr. Bartels den Beschluss der VV im vergangenen Jahr, das finanzielle Fördervolumen für die ärztliche Weiterbildung auf alle ärztlichen Fachgruppen auszudehnen. Natürlich sei der Zuschuss nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“, um drohende Versorgungslücken zu schließen. Entscheidend ist nach Meinung von Dr. Bartels jedoch etwas ganz anderes: „Wenn die Weiterbildung vom stationären in den ambulanten Sektor verschoben wird, kommen die angehenden Ärzte überhaupt erst auf den Geschmack für die Niederlassung und sehen, dass es Spaß macht. Wir müssen die Kollegen im Krankenhaus davon überzeugen, dass eine hohe Qualität und ein zufriedenstellendes Arbeiten auch in der Niederlassung möglich sind.“
„Auch die Politik erkennt inzwischen, dass ein Ungleichgewicht zwischen sprechender und übriger Medizin besteht.“
Peter Andreas Staub, Vorstandsmitglied
Seine Wahl vor einem Jahr in den Vorstand der KV RLP war ein Meilenstein, denn mit Peter Andreas Staub ist erstmals auch die psychotherapeutische Fachrichtung an der Spitze der ärztlichen Selbstverwaltung in Rheinland-Pfalz vertreten. Von Anfang an hat der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut aus Freinsheim klargemacht, nicht nur für die Psychotherapeuten, sondern für die Haus- und Fachärzte gleichermaßen sprechen zu wollen.
Seit Beginn der Vorstandstätigkeit ist ihm wichtig, die Psychotherapie als eigenständigen Versorgungsbereich sichtbar zu machen. Im Gespräch mit KV PRAXIS zeigte er sich zufrieden über erste wichtige Einzeletappen, die in dieser Hinsicht in den vergangenen zwölf Monaten erreicht werden konnten. Ein Fortschritt sei beispielsweise, dass sich Ärzte und Psychotherapeuten in der Gruppenpsychotherapie nachqualifizieren können und dafür von der KV RLP einen Förderzuschuss erhalten. Die langfristige Zusammenlegung der Terminservicestelle (TSS) mit dem Gesundheits-Informations-Service (GIS) ist für ihn ein weiteres erwähnenswertes Etappenziel. „Wir stärken das Patiententelefon und damit auch den Servicecharakter, denn die Vermittlung für Psychotherapie nimmt einen großen Anteil der Anrufe ein“, erläutert Peter Andreas Staub. Ebenso erscheint für Mitglieder erstmals ein Psychotherapie-Wegweiser mit einem separaten Online-Abrechnungsleitfaden.
Sonderbedarfszulassung für Psychotherapeuten angestrebt
Handlungsbedarf sieht der gebürtige Saarländer in der Zulassung zusätzlicher Psychotherapeuten für die flächendeckende Versorgung. „Leider sind viel zu wenige Psychotherapeuten niedergelassen – aufgrund einer Bedarfsplanung, die zu einer Zeit entstand, als man eine angebliche Ärzteschwemme bekämpfen wollte. Der Bedarf in der Psychotherapie wurde Ende der Neunzigerjahre falsch angepasst. Die Nachfrage ist höher, als Sitze ausgeschrieben werden.“
Ebenso hätten die Krankenkassen die Kostenerstattung zurückgefahren mit der Begründung, die TSS würde alles regeln. „Deshalb haben wir beschlossen, den echten Bedarf zu prüfen und für Regionen, zum Beispiel in der Eifel, mit zu wenigen Therapieplätzen eine Sonderbedarfszulassung vorzuschlagen“, schildert das Vorstandsmitglied die Hintergründe. „An genügend Bewerbern mangelt es nicht. Und für die restlichen Mitglieder entstehen keine zusätzlichen Kosten, da die Sonderbedarfszulassung extrabudgetär finanziert wird.“
Als Dauerbaustelle sieht Peter Andreas Staub die Verbesserung der Honorarsituation bei den Psychotherapeuten an. „Die Arbeitszeit in der fachärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung ist in etwa vergleichbar, doch die Erträge nach Abzug der Kosten unterscheiden sich eklatant. So beträgt für einen Psychotherapeuten, ärztlich wie psychologisch, der Bruttostundenüberschuss etwa nur die Hälfte wie der der übrigen Fachärzte.“ Peter Andreas Staub verweist hierzu auf das Zi-Praxis-Panel von 2015, in dem die Praxiseinnahmen aus der fachärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung in der KV-Region Rheinland-Pfalz ausgewertet wurden. „Im Falle einer Reform des fachärztlichen EBMs muss die sprechende Medizin besser vergütet werden. Auch die Politik erkennt inzwischen, dass ein Ungleichgewicht zwischen sprechender und übriger Medizin besteht.“
Hoffnung auf verlängerte Frist für den Anschluss an die Telematik-Infrastruktur
Bezüglich des aktuellen Standes des Anschlusses der ärztlichen und psychotherapeutischen Praxen an die Telematik-Infrastruktur (TI) hofft Peter Andreas Staub auf eine weitere Verlängerung der Sanktionsfrist, die ab 1. Januar 2019 gelten soll. Bislang haben in Rheinland-Pfalz erst knapp 600 Praxen einen Praxisausweis beantragt, mehr als die Hälfte ist an die TI angebunden. „Es gibt lediglich einen Konnektor, hier beherrscht ein Anbieter den Markt. Vereinbart war, dass die Höhe der Erstausstattungspauschale im zweiten und dritten Quartal sinkt. Leider ist eine Preisbewegung bei den Herstellern bislang nicht zu erkennen.“
Rundum positiv bewertet er die bisherige Zusammenarbeit unter den Vorstandsmitgliedern. „Es ist eine entspannte Atmosphäre, die von Vertrauen geprägt ist. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass alle Verantwortlichen in der KV von dem Bewusstsein beseelt sind, die KV RLP für die Mitglieder und Mitarbeiter positiv weiterzuentwickeln.“
Plädoyer für verbindliche Kooperationsstrukturen
Austausch intensivieren, Arbeitsabläufe erleichtern – bei der Therapie von psychisch kranken Kindern und Jugendlichen gibt es erhebliches Verbesserungspotenzial in der Koordination zwischen den Behandlern.
Über Kooperationserfahrungen in der Praxis und ein von der KBV entwickeltes Kompetenzverbund-Modell informierte eine von der KV RLP unterstützte gemeinsame Fortbildungsveranstaltung der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz mit dem Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am 27. Januar 2018. Einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zum Krankheitsbild „Fetales Alkoholsyndrom“ (FAS) gab der Diplom-Psychologe Dr. Reinhold Feldmann, der in der Tagesklinik Walstedde in Drensteinfurt bei Münster psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche betreut. FAS gehöre zu den häufigsten Schädigungen von neugeborenen Kindern. Die hirnorganischen Schädigungen seien denen von ADHS sehr ähnlich; rund 60 Prozent der Kinder mit FAS leiden zusätzlich auch an dieser Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Da die leibliche Mutter in der Regel mit Alkoholproblemen zu kämpfen hat, leben rund 80 Prozent der betroffenen Kinder in Pflege- oder Adoptiv-Familien. Daher müsse die Aufklärung bereits früh in den Schulen einsetzen. „Wichtig ist mir, dass FAS ein Bestandteil der psychotherapeutischen Ausbildung wird“, betonte Dr. Feldmann.
Alkoholsyndrom kommt in allen sozialen Schichten vor
Während der Schwangerschaft könne es durch den Konsum von Alkohol zu Hemmungsmissbildungen beim Embryo kommen. Grundsätzlich können alle Organe geschädigt sein. Dr. Feldmann präsentierte auf Fotos einige typische körperliche Merkmale von FAS-Kindern wie kleine Augen, schmale Oberlippe, kurze Nase oder der schwach ausgebildete Mittelgesichtsknochen. Auch wenn das Krankheitsbild schon mehrere Hundert Jahre alt ist, wurde FAS erstmals in den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts in einer Weinbaugegend in Frankreich entdeckt. Mit einem Verhältnis von 1:330 tritt FAS bei Kindern häufiger auf als beispielsweise das Down-Syndrom. Dr. Feldmann wies darauf hin, dass das Krankheitsbild quer durch alle sozialen Schichten vorkomme und gerade sehr wohlhabende Familien betreffe, in denen viel Alkohol getrunken werde.
Für die psychotherapeutische Behandlung empfahl Dr. Feldmann, mit praktischen Hilfsmitteln wie Bildern zu arbeiten. Dies könne dazu beitragen, dass sich die Kinder, die oft sehr vergesslich sind, im Alltag besser zurechtfinden. Sehr gut wirksam in der Behandlung sei eine Medikation wie bei Aufmerksamkeitsstörungen.
Viele Leistungen im Vorfeld der Therapie unbezahlt
Wie wichtig es ist, dass in der psychotherapeutischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen die einzelnen Behandler Hand in Hand arbeiten, verdeutlichte die Psychologische Psychotherapeutin Sabine Maur, Vorstandsmitglied der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz. Der Abschlussbericht der Aktion Psychisch Kranke, an dem Kinder- und Jugendpsychiater sowie die Bundespsychotherapeutenkammer beteiligt waren, zeigte auf, dass für Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen und Störungen zwar ein vielfältiges Angebot an Unterstützungs-, Förder- und Therapiemöglichkeiten bereitsteht. Es gebe aber vielfältige Schnittstellenprobleme, oftmals sei es von Zufällen abhängig, wo ein Patient erstmalig in das Hilfesystem gelange.
Am Beispiel eines FAS-Kindes veranschaulichte Sabine Maur, dass viele Leistungen im Vorfeld der Therapie – sei es Befunde zu schreiben, Telefonate mit Kinder- und Jugendpsychiater, Schulen und Jugendämtern zu führen – gar nicht oder sehr unangemessen bezahlt werden. „Die Grundpauschale, 30 Euro im Quartal, in denen diese ganzen Leistungen enthalten sein sollen, ist viel zu niedrig und deckt keineswegs den zeitlichen Aufwand ab“, kritisierte Sabine Maur.
Viele Symptome bei FAS-Kindern seien durch eine Psychotherapie nicht beeinflussbar. Die Psychologin warb aber dafür, mit den jungen FAS-Patienten mit traumatischen Lebenserfahrungen auch traumatherapeutisch zu arbeiten und auch medikamentöse Ansätze nach Indikation zu nutzen. Wichtig sei, die Bezugspersonen wie Pflegeeltern einzubeziehen, da diese Kinder extrem viel Unterstützung im Alltag benötigen. Die bisherige Koordination der psychotherapeutischen Arbeit mit anderen relevanten Berufsgruppen bezeichnet Maur als „informelle Kooperation auf persönlicher Ebene“. Denn letztlich hänge diese Art der Kooperation von der individuellen Bereitschaft des Psychotherapeuten zu überdurchschnittlichem Engagement ab, was bedeute, mehr zu arbeiten, als das Honorar hergibt.
Kompetenzverbund-Modell im Rahmen des Kollektivvertrags angestrebt
Potenzial für eine strukturierte Kooperation könnte das in der Vertragswerkstatt der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) entwickelte Kompetenzverbund-Modell haben. Die Idee dieses Kompetenzverbundes ist eine vertraglich vereinbarte strukturierte Kommunikation und Kooperation. „Wir wollen ein multiprofessionelles Angebot abbilden und möglichst zügig geeignete Behandlungsplätze zur Verfügung stellen“, erläuterte Dr. Gundolf Berg, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie in Mainz und Vorsitzender des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendpsychiater und -psychotherapeuten (BKJPP). Das KBV-Modell definiert für die Kooperation Anforderungen, die den unterschiedlichen Regionen in Deutschland gerecht werden. „Wir brauchen im Hunsrück sicherlich eine andere Art der Vernetzung als in einer Großstadt wie Mainz“, so Dr. Berg. Hier seien flexible Lösungen gefragt. Als Mindestanforderung wurde die Teilnahme eines Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten und eines Kinder- und Jugendpsychiaters festgelegt. Hinzu kommen weitere Behandler wie Hausärzte oder Kliniken. „Es geht in dem Modell auch um eine Therapiekoordination und eine Kontinuität in der psychotherapeutischen Versorgung“, unterstrich Dr. Berg. In der Kommunikation sollen gewisse Standards, beispielsweise gemeinsame Fallbesprechungen, etabliert werden.
Entscheidend für die Umsetzung dieses Kompetenzverbund-Modells ist eine Regelung im Kollektivvertrag. Dagegen sei eine selektivvertragliche Regelung nicht praktikabel. „Außerdem ist der Arbeitsaufwand für den Aufbau einer solchen Struktur nicht zu unterschätzen“, argumentierte Dr. Berg. Über das Kooperationsmodell finden derzeit Gespräche zwischen der KBV und dem GKV-Spitzenverband statt. KV RLP-Vorstandsmitglied Peter Andreas Staub regte in der anschließenden Diskussion an, das Vertragsmodell des Kompetenzverbundes als Anlage zum Bundesmantelvertrag für Ärzte beizufügen.
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Geplantes Ausgabenvolumen nicht ausgeschöpft
Ärzte in Rheinland-Pfalz bleiben auf der sicheren Seite: Für das vergangene Jahr wird es nach Auswertungen der KV RLP keine statistischen Auffälligkeitsprüfungen für Arznei- und Verbandmittel geben.
2017 sind die budgetrelevanten Ausgaben für Arznei- und Verbandmittel ohne Sprechstundenbedarf in Rheinland-Pfalz um 2,2 Prozent auf insgesamt 1,964 Milliarden Euro gestiegen. Diese Entwicklung geht aus dem Verordnungsinformationssystem (VIS) der KV RLP mit Stand Dezember 2017 hervor. Ausgehend vom Vorjahr wurde das verhandelte Ausgabenvolumen in der Arzneimittelvereinbarung für 2017 um 4,1 Prozent erhöht. Seit Herbst 2017 ist bekannt, dass die tatsächlichen Ausgaben für 2016 unterhalb der verhandelten Summe für das genannte Jahr liegen.
Wirkstoffgruppen mit relevanten Kostenreduktionen/-zuwächsen
Nach den vorliegenden Daten unterschreitet die KV-Region Rheinland-Pfalz das verhandelte Ausgabenvolumen für 2017. Damit werden keine statistischen Auffälligkeitsprüfungen bezüglich Arznei- und Verbandmitteln (Wirtschaftlichkeit) für das vergangene Jahr durchgeführt. Betrachtet man die Ausgabenentwicklung in den einzelnen Wirkstoffgruppen, bestätigt sich der Trend aus dem ersten Halbjahr 2017:
Starke Kostenreduktionen finden sich beispielsweise bei den antiviralen Arzneimitteln (J05A) und Protonenpumpenhemmern (A02B). Bei den Antidepressiva (N06A) sorgt Duloxetin für weiterhin sinkende Kosten bezüglich der gesamten Wirkstoffgruppe.
Kostenzuwächse ergeben sich durch die steigenden Verordnungszahlen für Immunsuppressiva (L04A). Auch Enzymersatzpräparate (A16A) und die antithrombotischen Mittel (B01A) verbuchen im genannten Zeitraum höhere Kosten als im Vorjahr. Ursächlich sind die steigenden Alglucosidase-alfa- sowie NOAK- beziehungsweise DOAK-Verordnungen.
KV RLP fördert erste Praxisnetze
Zwei Gesundheitsorganisationen wurden jetzt offiziell zertifiziert.
Seit dem Jahr 2012 hat der Gesetzgeber im SGB V (§ 87b Abs. 4) die Möglichkeit geschaffen, Praxisnetze zu fördern. Die Zusammenschlüsse von Ärzten und Psychotherapeuten sollen die Qualität sowie die Effizienz und Effektivität der vertragsärztlichen Versorgung im Rahmen einer intensivierten fachlichen Zusammenarbeit steigern. Die KV RLP hat in einer Richtlinie die Kriterien zur Anerkennung von Praxisnetzen beschlossen und im Honorarverteilungsmaßstab Details zur Förderung festgelegt. Danach erhält ein Praxisnetz je Arzt im Netz und anerkannter Stufe 10 bis 25 Euro (Anlage 10 zum HVM der KV RLP).
Mit Wirkung zum 1. Januar 2018 hat die KV RLP die ersten zwei Anerkennungen für Praxisnetze beschlossen. Es handelt sich dabei um die Praxisnetze:
Gesundheitsorganisation Ludwigshafen/Ärztenetz Ludwigshafen eG (GO-LU eG)
Wormser Gesundheitsnetz eG (WoGe)
WoGe-Geschäftsführerin Birgit Sattler nennt als wichtigsten Grund, weshalb sie eine Anerkennung als Praxisnetz durch die KV RLP angestrebt hat: „Wir möchten erreichen, dass der Gesetzgeber Praxisnetze als Leistungserbringer im Gesundheitswesen anerkennt. Über den anerkannten Nachweis unserer qualitätsgestützten Arbeit im Praxisnetz sind wir für diesen Fall gleich gut aufgestellt.“ Auch Michaela Steiert, Prokuristin bei GO-LU, zeigt sich erfreut über die Anerkennung als besonders förderungswürdiges Praxisnetz. „Damit wird nach 15 Jahren erfolgreicher Netzarbeit das große Engagement der Mitgliedspraxen gewürdigt.“
Die Agentur deutscher Ärztenetze plädiert schon lange dafür, dass professionelle, anerkannte Praxisnetze in die Lage versetzt werden, Medizinische Versorgungszentren zu gründen und darin Ärzte und Ärztinnen anstellen zu können. So könnten auch Praxisnetze dazu beitragen, der nachfolgenden Ärztegeneration den Einstieg in die ambulante Versorgung zu erleichtern und damit dem Ärztemangel zu begegnen.
KBV-Praxisnetze
KBV-Praxisnetze | Anerkannte Praxisnetze nach Region
KV RLP | Praxisnetze | Anerkennung von Praxisnetzen
Wirksames Werkzeug für den kollegialen Austausch
Vor 25 Jahren haben sich in Rheinland-Pfalz die ersten Qualitätszirkel gegründet. Die stetig wachsende Zahl an Teilnehmern zeigt, dass diese Form der Vernetzung für die ambulante Versorgung inzwischen unverzichtbar geworden ist.
Ärztliche und psychotherapeutische Qualitätszirkel haben sich als bedeutendes Qualitätsförderungsinstrument etabliert und sind ein fester Bestandteil der ambulanten medizinischen Strukturen. Sie leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Qualität in der Patientenversorgung. In einem Qualitätszirkel schließen sich Ärzte, Psychotherapeuten und weitere interessierte Teilnehmer wie MFA oder Praxismitarbeiter eigeninitiativ zusammen, um sich fachlich über ihre tägliche Arbeit auszutauschen. Gemeinsam wird nach bestmöglichen Lösungen für die Patientenversorgung gesucht und somit der eigene aktuelle medizinische Kenntnisstand weiterentwickelt. Die Grundlage der Qualitätszirkelarbeit bildet das Peer-Review-Verfahren. Dieses umfasst die kritische Selbstreflexion des eigenen ärztlichen Handelns durch Gleichgestellte, die Bewertung eines gleichrangigen Fachkollegen und die Entwicklung gemeinsamer Lösungsansätze zur nachhaltigen Verbesserung von Qualität und Sicherheit der Patientenversorgung.
Strukturierte Ablaufpläne für zentrale Themen
Knapp 4.700 Mitglieder waren 2017 in Rheinland-Pfalz in rund 300 fachgleichen oder fachübergreifenden Qualitätszirkeln organisiert. Geleitet werden diese regelmäßigen kollegialen Fachtreffen von 375 speziell ausgebildeten und von der KV RLP anerkannten Moderatoren. Sie organisieren die Treffen, bereiten sie thematisch vor, moderieren und protokollieren sie. Das vorgeschriebene Akkreditierungsverfahren zur Anerkennung der Fortbildungspunkte übernimmt die KV RLP als Service für die Moderatoren. Für jeden Teilnehmer werden die Fortbildungspunkte direkt an die zuständige Kammer gemeldet. Im Hintergrund werden die Moderatoren von ausgebildeten Tutoren unterstützt. Diese sind erfahrene Qualitätszirkel-Moderatoren mit einer Zusatzausbildung zum Qualitätszirkel-Tutor. Sie kümmern sich um die Aus- und Weiterbildung der Moderatoren, unterstützen diese in fachlichen und kommunikativen Fragen und beraten den Vorstand sowie die Fachabteilungen. Die KV RLP wird zurzeit von sechs Tutoren unterstützt.
Da Qualitätszirkel das Ziel verfolgen, Standards in der Diagnose und Therapie zu entwickeln, werden für zentrale Themen strukturierte Ablaufpläne entwickelt, sogenannte Module. Sie geben dem Moderator einen Fahrplan für den Gesprächsablauf an die Hand, mit dem er seinen Zirkel Schritt für Schritt zu einem Ergebnis führen kann. Zu diesem Fahrplan gehören unter anderem die Darstellung der verschiedenen Gesprächsphasen, durch die der Moderator lenkt, ein Zeitgerüst für die Themenerarbeitung sowie verschiedene Hilfsmittel zur zielgerichteten Dokumentation.
Neues Qualitätszirkelmodul „Geriatrie“ der KV RLP
Zur Unterstützung der Moderatoren hat die KV RLP im Rahmen einer Arbeitsgruppe im vergangenen Jahr das QZ-Modul „Geriatrie“ entwickelt. Es dient als methodischer Leitfaden, um das Themenfeld Geriatrie aufwandsarm im Rahmen etablierter und bewährter regionaler Netzwerke zu behandeln. Das Modul ist in zwei Elemente unterteilt, um je nach Gruppenzusammensetzung und Fortbildungsziel schnell passende Inhalte und Arbeitsmaterialien zur Hand zu haben.
Element A umfasst eine geriatrische Fallkonferenz. Hier werden in einem geschlossenen Teilnehmerkreis konkrete Fälle durch Qualitätszirkelmitglieder vorgestellt und im Anschluss interdisziplinär und intersektoral reflektiert und diskutiert, mit dem Ziel, neue Betreuungswege zu erarbeiten.
Element B umfasst Wissenssammlungen, mit denen ein offener Teilnehmerkreis angesprochen wird. Neben Vordrucken zu geriatrischen Assessments sowie allgemeinen Themen sind bisher die Themenkomplexe „Stürze und ihre Folgen“ und „Delir“ enthalten.
Bisher wurden insgesamt 25 Qualitätszirkelmodule entwickelt. Bei Bedarf bietet die KV RLP zu einzelnen Modulen für alle Moderatoren Fortbildungen an. Die Veranstaltungen sind kostenfrei und dienen unter anderem auch dem Erfahrungsaustausch zwischen Moderatoren und Tutoren. Im Rahmen dieser Veranstaltungen besteht auch die Möglichkeit zur Teilnahme an verschiedenen Workshops. In diesen Workshops werden ausgewählte Module vertieft geschult.
Jährlich bietet die KV RLP zwei Moderatorentrainings für angehende Qualitätszirkel-Moderatoren an. Diese werden von den Tutoren in Zusammenarbeit mit der KV RLP geführt.
QZ-Hotline Telefon 0261 39002-441, qz@kv-rlp.de
Nächste Moderatorenausbildung:
14./15. September 2018 | Regionalzentrum Koblenz der KV RLP
KV RLP | Qualitätszirkel in Rheinland-Pfalz | Angebote und Gesuche
KV RLP | QZ-Modul "Geriatrie"
KBV "Module des Qualitätszirkel-Handbuchs" | http://www.kbv.de
Infektionsmanagement – Ermittlung des Status Quo
Infektionsschutz ist Kernaufgabe jeder Arztpraxis. Folglich muss sie sich mit einer Vielzahl von Maßnahmen in Bezug auf Hygiene und Medizinprodukte auseinandersetzen.
Der vor zwei Jahren entwickelte und jetzt vom Kompetenzzentrum für Hygiene und Medizinprodukte der KVen und der KBV überarbeitete Erhebungsbogen „Hygiene und Medizinprodukte – Feststellung des Status quo in der Arztpraxis“ ermöglicht Ärzten eine Einschätzung, inwieweit die Praxis die rechtlichen Anforderungen zur Umsetzung der praxisrelevanten Hygienestandards erfüllt und wo möglicherweise noch Verbesserungspotenzial besteht.
Der Erhebungsbogen ist in folgende Themenbereiche strukturiert:
Neu an der Überarbeitung ist, dass es sich jetzt nicht mehr um Fragen, sondern um Aussagen zum Thema Hygiene handelt, zum Beispiel: „Der Hygieneplan der Praxis ist auf dem aktuellen Stand.“ Die Feststellung kann mit „ja“, „nein“ oder „teilweise“ bestätigt sowie mit Bemerkungen ergänzt werden. Dazu sind die Aussagen mit Erläuterungen hinterlegt. Diese umfassen Erklärungen, Hinweise, Umsetzungsvorschläge, aber auch konkrete Rechtsgrundlagen, aus denen die einzelnen Anforderungen hervorgehen. Der Nutzer entscheidet selbst, zu welchen Aussagen er nähere Informationen lesen möchte.
Der Bogen kann sowohl ausgedruckt und per Hand ausgefüllt als auch online bearbeitet werden. Die elektronische Bearbeitung hat unter anderem den Vorteil, dass der Nutzer per Mausklick schnell zu den Hintergrundinformationen gelangt. Am Ende des Bogens sind in einer Zusammenfassung die selbst eingetragenen Bemerkungen passend zur Aussage übersichtlich aufgeführt.
Die KV RLP empfiehlt, den Erhebungsbogen zur Feststellung des Ist-Zustands in der Arztpraxis als Unterstützung zur Umsetzung der praxisrelevanten Hygienestandards zu nutzen und damit den bestmöglichen Infektionsschutz sowohl für Patienten aus auch für das gesamte Praxisteam zu gewährleisten.
Eine Anstellung bringt für den angestellten und den anstellenden Arzt neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit, erfordert aber auch klare Regeln. KV PRAXIS liefert hier Antworten auf häufig gestellte Fragen an die Beraterteams der KV RLP.
Gründe für eine Anstellung
Der Anteil der angestellten Ärzte wächst stetig. Dabei sind die Gründe ganz unterschiedlich. Für einen Praxisinhaber ist eine Anstellung interessant:
als Entlastung im Praxisalltag,
um seine Leistungsmenge auszuweiten,
um sein Leistungsspektrum auszubauen,
um einen möglichen Nachfolger in das Praxisgeschäft einzuführen oder
um die Praxis an einen Nachfolger abzugeben und bis zum Ruhestand weiterhin als Arzt tätig zu sein.
Sich anstellen zu lassen, ist hingegen für Ärzte interessant, die:
in der ambulanten Versorgung arbeiten möchten, ohne eine eigene Praxis zu führen,
die eine Praxis als Angestellter kennenlernen wollen, um sie später zu übernehmen,
oder zugunsten von Familie und Freizeit gerne in Teilzeit arbeiten möchten.
Möglichkeiten der Anstellung
Welche Möglichkeiten für eine Anstellung bestehen, hängt vom Versorgungsgrad in der Region ab. Dabei ist Rheinland-Pfalz in Planungsbereiche aufgeteilt.
Variante A: Ist der Planungsbereich offen, kann ein Praxisinhaber einen zweiten Sitz für einen angestellten Arzt beantragen. Je nach vereinbarter Arbeitszeit erhöht sich das Budget der Praxis entsprechend. Der angestellte Arzt kann somit zusätzliche Leistungen erbringen, die entsprechend dem Honorarverteilungsmaßstab der KV RLP vergütet werden. Dabei kann die Anstellung fachfremd oder fachgleich sein.
Variante B: Ist der Planungsbereich gesperrt, steht für den Angestellten kein freier Arztsitz zur Verfügung. Eine Anstellung ist nur dann möglich, wenn
ein bisher Niedergelassener auf die eigene Zulassung verzichtet, um sich selbst anstellen zu lassen,
die Anstellung in Form von Jobsharing erfolgt. Beim Jobsharing darf die Leistungsmenge der Praxis insgesamt nicht ausgeweitet werden. Außerdem muss der Angestellte aus dem gleichen Fachgebiet kommen. Der anstellende Arzt legt sich vor dem Zulassungsausschuss auf eine Leistungsbegrenzung fest. Dennoch gibt es eine Option für die Zukunft: Wenn ein gesperrter Planungsbereich zu einem späteren Zeitpunkt geöffnet wird, wird eine Jobsharing-Anstellung in eine normale Anstellung ohne Leistungsbegrenzung umgewandelt,
oder ein anderer Arzt in dem Planungsbereich aus der ambulanten Versorgung aussteigt und der anstellende Arzt diesen frei werdenden Sitz innerhalb von sechs Monaten mit einem angestellten Arzt besetzt.
Anstellung in Zweigpraxis
Soll ein angestellter Arzt in der Hauptbetriebsstätte und in einer genehmigten Zweigpraxis des Vertragsarztes tätig werden, ist neben der Anstellungsgenehmigung eine Zweigpraxisgenehmigung bei der KV RLP zu beantragen.
Grundsätzlich gilt: Jede Anstellung eines Arztes bedarf der vorherigen Genehmigung des jeweiligen Zulassungsausschusses. Praxisinhaber können nur zusammen mit einem Interessenten einen Antrag stellen.
Übrigens: Wer seine Praxis abgeben und sich selbst in der Praxis anstellen lassen möchte, sollte sich auch steuerrechtlich beraten lassen.
Anstellung als ärztliche Leiter
Auch ein ärztlicher Leiter eines MVZ kann angestellt sein. Ohne die Benennung eines ärztlichen Leiters erhält ein MVZ keine Zulassung. So soll die ärztliche Weisungsunabhängigkeit gewahrt werden. Ein ärztlicher Leiter muss mindestens halbtags angestellt und an der Betriebsstätte des MVZ tätig sein, je nach Größe des MVZ auch ganztags.
Grundsätzlich darf die KV RLP keine arbeitsvertragliche Beratung übernehmen. Vorlagen für Verträge bieten die Berufsverbände wie zum Beispiel der Marburger Bund oder der Hausärzteverband sowie die Bezirksärztekammern und die Landesärztekammer. Der Arbeitsvertrag zwischen angestelltem und anstellendem Arzt muss bei dem Zulassungsausschuss eingereicht werden. Der Anstellungsvertrag ist Bestandteil der Antragsunterlagen, die grundsätzlich vier Wochen vor der Sitzung des Zulassungsausschusses vollständig vorliegen müssen.
Bei der Kündigung eines Angestelltenverhältnisses bleibt der Angestelltensitz in der Praxis, wenn dieser einen eigenen besetzt hatte, muss jedoch innerhalb von sechs Monaten – soweit es sich um eine Anstellung ohne Leistungsbegrenzung handelt – nachbesetzt werden. Andernfalls geht der Sitz in der Bedarfsplanung auf. Wenn es sich um eine Anstellung im Jobsharing handelte, also eine Leistungsbegrenzung vorlag, wird die Leistungsmenge des Angestellten bis zur Nachbesetzung aus der Leistungsmenge der Praxis herausgerechnet. Grundsätzlich gilt: Eine Kündigung muss unverzüglich dem Zulassungsausschuss mitgeteilt werden.
Nach § 32 b Abs. 6 Satz 1 Zulassungsverordnung für Vertragsärzte (Ärzte-ZV) ist die Beschäftigung eines Vertreters auch für einen angestellten Arzt zulässig. § 32 Abs. 1 Ärzte-ZV gilt entsprechend. Danach darf sich ein Vertragsarzt bei Verhinderung an der Praxisausübung innerhalb eines Zeitraumes von zwölf Monaten bis zur Dauer von drei Monaten, eine Vertragsärztin in unmittelbarem zeitlichem Zusammenhang mit einer Entbindung bis zu einer Dauer von zwölf Monaten genehmigungsfrei vertreten lassen.
Eine darüber hinausgehende Vertretung ist nach § 32 Abs. 2 Ärzte-ZV nur nach vorheriger Genehmigung durch die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz zulässig. Für die Berechnung ist nicht das Kalenderjahr, sondern der zusammenhängende Zeitraum von zwölf
Monaten maßgebend. Sobald die Vertretung länger als eine Woche dauert, ist sie vorher der KV RLP anzuzeigen. In der Sammelerklärung zur Quartalsabrechnung ist jede Vertretung zu dokumentieren.
Als Vertretungsfall nennt das Gesetz Krankheit, Urlaub, Teilnahme an einer ärztlichen Fortbildung oder an einer Wehrübung, Entbindung sowie Sicherstellung der vertragsärztlichen Versorgung, Erziehung von Kindern oder die Pflege eines nahen Angehörigen. Weitere Vertretungsgründe sehen die gesetzlichen Bestimmungen nicht vor.
Praxisabwesenheiten, die länger als eine Woche dauern, müssen auf dem Formular „Verhinderung der Praxisausübung“ immer unverzüglich der KV RLP gemeldet werden. Bei Fehlzeiten bis zu einer Woche genügt eine Abwesenheitsmeldung auf der Sammelerklärung zur Honorarabrechnung.
Doch welche Rolle spielen angestellte Ärzte in solchen Fällen? Bei Ausfällen innerhalb der eigenen Organisationseinheit kann ein angestellter Arzt zusätzliche Leistungen übernehmen. Dies gilt, wenn er das gleiche Fach- oder Versorgungsgebiet hat und über die erforderlichen Qualifikationen und Genehmigungen zur Leistungserbringung verfügt. Er darf außerdem in Zweigpraxen Leistungen übernehmen, wenn für ihn eine Zweigpraxisgenehmigung vorliegt. Alle von dem angestellten Arzt erbrachten Leistungen werden regulär in der Quartalsabrechnung anhand seiner eigenen lebenslangen Arztnummer (LANR) sowie der Betriebs- oder Nebenbetriebsstättennummer abgerechnet.
Wichtig zu wissen: Eine wöchentliche Arbeitszeit von maximal 48 Stunden darf von angestellten Ärzten laut § 3 Arbeitszeitgesetz nicht überschritten werden, es sei denn, es wird tarifvertraglich anders geregelt (Opt-out-Regelung).
Ruhen einer Anstellung
Eine Anstellungsgenehmigung kann – wie eine Zulassung – ganz oder hälftig zum Ruhen gebracht werden. Beispielsweise kann sie im Rahmen der Elternzeit für eine bestimmte Zeit ruhen, ohne dafür einen Vertreter in der Praxis zu beschäftigen, da während des Ruhens keine vertragsärztlichen Leistungen erbracht werden dürfen. Einem Antrag auf Ruhen kann dann durch den Zulassungsausschuss entsprochen werden, wenn keine Versorgungsgründe dem entgegenstehen und die Wiederaufnahme der vertragsärztlichen Tätigkeit in angemessener Frist zu erwarten ist.
Angestellte Ärzte sind gegenüber der KV RLP nicht verpflichtet, am vertragsärztlichen Bereitschaftsdienst teilzunehmen.
Im Innenverhältnis zwischen anstellendem Praxisinhaber und angestelltem Arzt kann jedoch vertraglich geregelt werden, dass der angestellte Arzt den Bereitschaftsdienst im Namen des Praxisinhabers wahrnimmt. Gemäß der Bereitschaftsdienstordnung der KV RLP erweitert sich der Bereitschaftsdienstanteil des anstellenden Praxisinhabers nach Umfang der Anstellungsverhältnisse wie folgt:
bis 10 Stunden pro Woche: 0,25
10–20 Stunden pro Woche: 0,5
20–30 Stunden pro Woche: 0,75
über 30 Stunden pro Woche: 1,0
Wer also einen angestellten Arzt mit mehr als 30 Stunden pro Woche beschäftigt, zahlt die doppelte Bereitschaftsdienstumlage und hat eine doppelte Dienstverpflichtung.
Angestellte Ärzte können freiwillig am vertragsärztlichen Bereitschaftsdienst teilnehmen. Hierfür erhalten angestellte Ärzte, die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, eine einheitliche Vergütung in Höhe von 50 Euro pro Stunde.
Für angestellte Ärzte gilt die gleiche Fortbildungspflicht wie für anstellende Ärzte. Nach dem Gesetz müssen sie alle fünf Jahre der KV RLP mindestens 250 Fortbildungspunkte nachweisen. In Rheinland-Pfalz erfolgt dazu ein automatisierter Informationsaustausch mit den Ärztekammern, welche die Fortbildungskonten führen. Falls der KV RLP keine Information über ein erforderliches Fortbildungszertifikat vorliegt, wird zur Klärung Kontakt mit dem für die Fortbildung verantwortlichen Arbeitgeber aufgenommen.
Die Abrechnung der Leistungen des angestellten Arztes erfolgt über die Quartalsabrechnung der Arztpraxis, in der er angestellt ist. In der Quartalsabrechnung müssen alle Gebührenordnungspositionen mit der lebenslangen Arztnummer (LANR) des Leistungserbringers sowie – zur Identifikation des Leistungsortes – mit der Betriebsstättennummer (BSNR) beziehungsweise der Nebenbetriebsstättennummer (NBSNR) gekennzeichnet werden. Diese Kennzeichnungspflicht gilt auch für angestellte Ärzte.
Bestimmte ärztliche Leistungen, wie zum Beispiel Ultraschalldiagnostik oder DMP-Leistungen, unterliegen aufgrund von bundeseinheitlichen Qualitätssicherungsvereinbarungen, Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses oder Selektivverträgen einem Genehmigungsvorbehalt.
Die mit den Leistungen verbundenen Gebührenordnungspositionen dürfen erst erbracht und abgerechnet werden, wenn die erforderliche fachliche Qualifikation ebenso wie räumliche, organisatorische, personelle oder apparative Voraussetzungen nachgewiesen sind und die KV RLP eine Genehmigung erteilt hat. Dies geschieht im Rahmen eines Antrags- und Genehmigungsverfahrens, welches kostenfrei ist.
Als Arbeitgeber beantragt der anstellende Arzt für seinen angestellten Arzt die jeweilige genehmigungspflichtige Leistung bei der KV RLP. Ein bei mehreren Arbeitgebern angestellter Arzt benötigt deswegen für jedes Arbeitsverhältnis eine eigene Genehmigung, wobei das Original dem anstellenden Arzt zugeht und der Angestellte eine Kopie erhält. Die beantragten Genehmigungen können von denen des anstellenden Arztes abweichen.
Die Weiterbildung ist ein wichtiges Instrument zur nachhaltigen Sicherung des ärztlichen Nachwuchses. Daher ist es anzustreben, dass so viele Praxen wie möglich eine Weiterbildung anbieten. Auch angestellte Ärzte können eine Weiterbildungsbefugnis erhalten, sodass auch für sie die Möglichkeit besteht, einen Kollegen weiterzubilden. Die Befugnis ist bei der zuständigen Bezirksärztekammer zu beantragen.
Die Genehmigung zur Beschäftigung des Arztes in Weiterbildung und eine eventuelle Förderung müssen jedoch vom Praxisinhaber bei der KV RLP beantragt werden.
Aufgrund des steigenden Anteils angestellter Ärzte hat der Gesetzgeber für eine berufspolitische Vertretung dieser Arztgruppe gesorgt. Jede KV hat daher einen Beratenden Fachausschuss für angestellte Ärzte.
Beratender Fachausschuss: bfF_angestellte_aerzte@kv-rlp.de
Bald jeder Zweite
Der Anteil der angestellten Ärzte und Psychotherapeuten ist in Rheinland-Pfalz seit 2016 von 5 auf 25 Prozent rasant angestiegen. Modellrechnungen der KV RLP zeigen, dass dieser Anteil bis zum Jahr 2030 auf 55 Prozent steigen könnte. Damit wäre jeder zweite Arzt angestellt. Laut einer Umfrage der KBV unter Studenten geht es dem Nachwuchs vor allem um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
zugleich sind die heutigen Angestellten. 49 Prozent und damit rund die Hälfte sind jünger als 50 Jahre. Der Grund: Die Anstellung ist auch als Ausstiegsmodell für den Übergang in den Ruhestand beliebt. Rund 22 Prozent der Angestellten sind bereits über 60 Jahre alt.
Teilzeit siegt
bei den Angestellten in Rheinland-Pfalz. Rund 64 Prozent von ihnen arbeiten in Teilzeit.
gibt es in den Fachgruppen bei dem Anteil an Angestellten. Laborärzte und Humangenetiker führen die Spitze an mit 90 Prozent. Hausärzte liegen bei rund 18 Prozent und Psychotherapeuten bei rund 5 Prozent.
Eine Praxis zu führen, bedeutet nicht nur Eigenständigkeit und Flexibilität, sondern auch hohe Investitionskosten und wirtschaftliche Verantwortung. Für Ärzte, die das nicht wollen, aber trotzdem ambulant tätig sein möchten, bietet die Anstellung eine gute Alternative. Dr. Herbert Lutz aus Ludwigshafen hat eine Ärztin angestellt. KV-TV hat die Praxis besucht.
Die KV RLP geht davon aus, dass in fünf Jahren 50 Prozent der Ärztinnen und Ärzte im ambulanten Bereich angestellt sind. Diese wachsende Gruppe ist auch in der Vertreterversammlung der KV RLP vertreten, in Person von Dr. Karlheinz Kurfeß (Mitte), angestellter Facharzt für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin an der Hunsrück Klinik.
Werfen Sie einen Blick in den Online-Anzeigenmarkt der KV RLP. Vielleicht finden Sie in der Rubrik „Anstellung und Kooperationen“ ein passendes Angebot oder inserieren Sie sogar
Welche Themen sind Ihnen rund um das Thema Anstellung noch wichtig? Ob als Interessent, bereits angestellter oder anstellender Arzt – senden Sie uns Ihre Vorschläge an: kvpraxis (ÄT) kv-rlp (Punkt) de.
KV Praxis | September 2017 | Vorstellung des Ausschusses
Bekanntmachungen der Zulassungsausschüsse | www.aerzteblatt-rheinlandpfalz.de
Zulassung | Alles zum Thema
Ärztlicher Bereitschaftsdienst | Erklärungen
Filmothek | Angestellter in der Praxis
Filmothek | Ambulant angestellte Ärzte
Geöffnete und gesperrte Planungsbereiche | Rheinland-Pfalzpdf, 96 KB
Neues zum Labor und Wirtschaftlichkeitsbonus
Nach langen Verhandlungen einigen sich KBV und GKV-Spitzenverband auf die erste Stufe der Laborreform zum 1. April 2018. Vor allem Hausärzte profitieren davon.
Die Dynamik im Bereich Labor ist weiterhin ungebrochen. Bundesweit steigt der Umfang an Laborleistungen jährlich im Schnitt um fünf Prozent und damit stärker als die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung, aus der diese Leistungen finanziert werden. Das hat zur Folge, dass diese Leistungen aus der Regelversorgung gestützt werden müssen. Die Finanzierung erfolgte in Rheinland-Pfalz bislang je zur Hälfte durch Haus- und Fachärzte und betrug insgesamt rund 1,5 bis 2 Millionen Euro pro Quartal. Wegen dieser Nachschusspflicht gab es immer wieder kontroverse Diskussionen zwischen den beiden Versorgungsbereichen, in deren Zentrum die Frage stand, wer die Zunahme an Laborleistungen finanzieren muss: derjenige, der sie durchführt, oder derjenige, der sie überwiegend veranlasst? In die Diskussion hat sich das Bundesgesundheitsministerium eingeschaltet und die KBV aufgefordert, ungerechtfertigte Belastungen des hausärztlichen Versorgungsbereichs zu vermeiden. Mit den Beschlüssen zum 1. April 2018 wird nun die Nachschusspflicht neu geregelt und der Dynamik im Bereich Labor Rechnung getragen.
Eine gemeinsame Nachschusspflicht von Haus- und Fachärzten besteht zukünftig nur noch für den Wirtschaftlichkeitsbonus und Leistungen der Laborpraxen, die auf Muster 10 veranlasst werden. Die Aufteilung des Finanzierungsbedarfs nach Haus- und Fachärzten richtet sich jetzt nach dem Anteil der Versorgungsbereiche an der Leistungserbringung. Der Anteil der Hausärzte reduziert sich in Rheinland-Pfalz so auf etwa zwölf Prozent.
Selbst erbrachte Laborleistungen und Laborleistungen, die auf Muster 10A über die Laborgemeinschaft bezogen werden, werden jetzt direkt aus dem jeweiligen Versorgungsbereich vergütet. Die Zuordnung der Laborleistungen gemäß Muster 10A richtet sich dabei nach dem Veranlasser. Die Laborgrundpauschalen werden aus dem fachärztlichen Bereich vergütet. Damit verlagert sich die Finanzierung der Laborleistungen stärker in den jeweiligen Versorgungsbereich.
KV RLP muss Leistungsbegrenzung regeln
Die Möglichkeit der Mengensteuerung zur Leistungsbegrenzung für Laborpraxen wird in den Verantwortungsbereich der Kassenärztlichen Vereinigungen übertragen. Durch die KBV sind lediglich eine bundeseinheitliche Mindestquote von 89 Prozent (bisher feste Quote von 91,58 Prozent) für die Laborleistungen nach Muster 10 und der Wirtschaftlichkeitsbonus vorgegeben. Damit sollen Laborärzte laboratoriumsmedizinischer Leistungen zu mindestens 89 Prozent honoriert bekommen.
Die Vergütung der Laborgemeinschaften sowie der selbst erbrachten Laborleistungen im Detail muss jede KV im Rahmen des Honorarverteilungsmaßstabes (HVM) regeln. Die KV RLP hat ihren Handlungsspielraum mit Augenmaß genutzt. Die Änderungen des HVM hat die Vertreterversammlung Mitte März beschlossen. Damit gelten die neuen Vorgaben ab 1. April 2018 für alle Praxen.
Der ersten Stufe der Laborreform werden wahrscheinlich weitere Änderungen in den nächsten Jahren folgen. So werden auf Bundesebene bereits jetzt die verbindliche Mengenbegrenzung von Laborpraxen sowie die Neubewertung der Laborleistungen im EBM diskutiert.
Alle Praxen erhalten Ende März ein Sonderrundschreiben mit den neuen Vorgaben zur Laborreform und zum Wirtschaftlichkeitsbonus und zu den Änderungen des HVM.
Honorar | Alles rund um die Laborreform, den neuen HVM und den Wirtschaftlichkeitsbonus
Telematik: Pauschale muss kostendeckend sein
Ärzte sollten Angebote von Herstellern, die die Praxis an die Telematik-Infrastruktur (TI) anbinden, kritisch prüfen.
Aktuell werden viele Arztpraxen von ihren Software-Dienstleistern mit Bestellformularen für Komponenten zur Anbindung an die Telematik-Infrastruktur (TI) bedrängt. Praxen sollten vor dem Vertragsabschluss zunächst prüfen, ob die angebotenen Komponenten von der Betreibergesellschaft der TI, der gematik, eine Zulassung erhalten haben. Einzig die Komponenten einer großen Gesellschaft für Praxisverwaltungssysteme sind im Augenblick vollständig zertifiziert. Hier macht ein weiteres Zuwarten kaum Sinn. Ganz entscheidend ist jedoch, dass die im Angebot genannten Kosten durch die aktuell gültige Erstausstattungspauschale für das entsprechende Quartal abgedeckt sind. Die Höhe der Pauschale richtet sich nicht nach dem Zeitpunkt des Kaufs oder der Lieferung, sondern wird erst ausgezahlt, wenn die neue Technik in Betrieb gehen kann, also der erste Abgleich der Versichertenstammdaten durchgeführt wurde. Lassen Sie sich also die Inbetriebnahme schriftlich für das entsprechende Quartal zusichern und unterschreiben Sie nur, wenn der Preis mit der Kostenpauschale übereinstimmt.
Nachverhandlungen durch die KBV geplant
Nicht einlassen sollten sich Praxen auf Angebote, die mögliche Differenzbeträge auf den Käufer abwälzen oder die Praxisinhaber zum Abschluss drängen. Für den Fall, dass die Erstausstattungspauschale die Marktpreise nicht abdeckt, ist laut dem Bundesmantelvertrag für Ärzte eine Nachverhandlung durch die KBV vorgesehen. Bei Unsicherheiten können sich Mitglieder an die Telematik-Hotline der KV RLP wenden. Es besteht weiterhin keine Eile. Die KBV und die KVen sind überzeugt, dass durch die Zulassung der TI-Komponenten von weiteren Anbietern im zweiten und dritten Quartal die Preise sich den gesunkenen Pauschalen anpassen werden. Fazit: Sobald Ihr Software-Anbieter ein zertifiziertes und lieferbares Gesamtpaket nicht nur in Aussicht stellt, sondern liefert, anschließen und in Betrieb nehmen kann, sollten Sie über eine Bestellung nachdenken.
Zugang zum Sicheren Netz der KVen testen
Über den Konnektor ist zugleich der Zugang in das Sichere Netz der KVen (SNK) möglich. Neben der sicheren Übermittlung der Abrechnungsdaten bietet das Netz eine Fülle von Anwendungen, die den Praxisalltag erleichtern und mehr Zeit für die Behandlung der Patienten schaffen. Die KV RLP rät Praxen, die Verbindung während der Installation der TI-Komponenten über den Konnektor zum SNK zu testen. Dabei sollte die Praxis im Rahmen der Installation gegenüber dem EDV-Betreuer darauf bestehen, die KV-SafeNet*-Box, die bisher den Zugang zum sicheren Netz der KVen herstellte, auszuschalten. Nur dann kann die Verbindung über den neuen Konnektor der Telematik-Infrastruktur zum SNK getestet werden. Ist die Praxis in der Lage, sich im Mitgliederbereich der KV RLP anzumelden, war die Einrichtung des SNK erfolgreich. Ein separater Zugang zuKV-SafeNet* ist dann nicht mehr erforderlich. Praxen, die das SNK nur noch über die TI nutzen möchten, haben bei ihrem KV SafeNet*-Anbieter in der Regel ein ordentliches Kündigungsrecht von sechs Monaten.
„Es ist wichtig, dass Arztpraxen auf die Einrichtung des SNK über den Konnektor bestehen, auch wenn der EDV-Betreuer etwas anderes behauptet“, betont Dirk Zietmann, IT-Experte bei der KV RLP. „Falls der Konnektor noch nicht für das SNK konfiguriert wurde, sollten Praxisinhaber ihren EDV-Betreuer darauf ansprechen, dies nachträglich zu tun. Dafür dürfen keine weiteren Kosten entstehen.“ Die Nutzung des SNK über den Konnektor verursacht ebenfalls keine zusätzlichen Kosten. Allenfalls die schon vorhandenen Dienste des KV-Connect über KV-SafeNet* werden mit monatlichen Zusatzpauschalen wie bisher in Rechnung gestellt, zum Beispiel der eArztbrief.
Knapp 600 rheinland-pfälzische Praxen haben seit Dezember 2017 einen Praxisausweis beantragt. Mehr als die Hälfte ist mittlerweile an die TI angebunden und führt den Abgleich der Versichertenstammdaten durch. Das erste Konnektor-Modell ist seit November 2017 zugelassen. Konnektoren weiterer Hersteller werden im zweiten Quartal 2018 erwartet.
Telematik-Hotline | Telefon 0651 4603 200
TI und VSDM – Fragen und Antworten
Zugelassene Anbieter für Praxisausweise
Aktuell gültige Erstausstattungspauschale
*KV-SafeNet steht mit der Firma SafeNet, Inc., Belcamp, Maryland, USA, in keiner fi rmenmäßigen oder vertraglichen Verbindung.
Hoher Bedarf für Psychotherapie
Auch 2017 konnte die Terminservicestelle (TSS) der KV RLP allen anspruchsberechtigten Patienten einen Termin beim Facharzt vermitteln. Stark nachgefragt war die Gruppe der Psychotherapeuten.
Von den 7.420 Anrufern, die im vergangenen Jahr einen Anspruch auf Vermittlung hatten, wurde jeder Dritte (33 Prozent) an einen Psychotherapeuten vermittelt. Dicht gefolgt kommen die Nervenärzte: 30 Prozent der anrufenden Patienten erhielten einen Termin bei dieser Fachgruppe. Am dritthäufigsten gefragt waren die Internisten mit 23 Prozent, die restlichen 14 Prozent verteilen sich auf verschiedene Facharztgruppen.
Insgesamt erreichten im gesamten Jahr 2017 über 15.000 Anrufe die Mitarbeiterinnen der TSS. Allerdings konnte nur rund jeder zweite Anrufer den Nachweis der Dringlichkeit für eine
Terminvermittlung erbringen.
15.447 Anrufe
hat die TSS im Jahr 2017 entgegengenommen, doch nur rund 48 Prozent der Anrufer hatten
Anspruch auf eine Terminvermittlung bei einem Facharzt.
6.767 Termine
hat die TSS im vergangenen Jahr erfolgreich vermittelt. Besonders gefragt waren Psychotherapeuten, Nervenärzte und Internisten.
aller Anrufer haben bereits während der Begrüßungsansage oder spätestens in der Warteschleife aufgelegt, ohne Kontakt zu den Servicekräften der TSS aufgenommen zu haben.
Die Vertreterversammlung der KV RLP hat im November 2017 beschlossen, zukünftig ohne Ausnahme jede Facharztweiterbildung zu fördern.
Sorglos & Gründlich
Ein Patient muss seinen Arzt in dringenden Fällen immer erreichen können. Auch Dr. Sorglos und Dr. Gründlich müssen eine Vertretung sicherstellen.
Niederlassungsdoku | Folge 1
Das Ziel vieler Ärzte und Psychotherapeuten ist die Niederlassung in der eigenen Praxis. KV-TV begleitete zwei angehende Vertragsärzte auf ihrem Weg dorthin.
Früherkennung schützt: Standardisierte Screenings helfen beim Kampf gegen die Hautkrebsarten.
KV-TV ist das Web-TV der KV RLP für die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Rheinland-Pfalz.
Buchung wurde vereinfacht
Das Terminmanagement für das Mammographie-Screening ist seit dem Herbst vergangenen Jahres auch IT-gestützt möglich.
Wenn sich Frauen für die Teilnahme am Programm zur Brustkrebs-Früherkennung entscheiden, können sie zusätzlich online vorgeschlagene Termine zu-, absagen oder verschieben. Auf dem Einladungsschreiben ist ein zwölfstelliger Code abgedruckt. Damit können sich die Frauen im Online-Buchungssystem der Zentralen Stelle (ZS) Mammographie-Screening RLP anmelden und so vorgeschlagene Termine bestätigen beziehungsweise abändern. Dank der Registrierungsvariante über die Website ersparen sie sich so Telefonate. Oftmals erreichen die ZS tausend Anrufe oder mehr an einem Tag: Im vergangenen Jahr wurden über 124.000 Telefongespräche zwecks Terminkoordinierung bei den Screening-Einheiten geführt.
Frauen zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr erhalten im zweijährlichen Abstand eine Einladung zum Mammographie-Screening, das betrifft in Rheinland-Pfalz rund 613.000 Frauen. Jede zehnte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs.
Online-Terminbuchungssystem | www.rlp.mammotermin.de
Datenschutz-Grundverordnung erfordert Nachbesserungen
KV RLP und Heilberufskammern informieren Praxen über relevante Änderungen.
Datenschutz spielt besonders in der Medizin, in der Behandlung von Patienten und dem Umgang mit Gesundheitsdaten eine zentrale Rolle. Um dieser wichtigen Aufgabe gerecht zu werden, sollten Ärztinnen und Ärzte die geltenden rechtlichen Vorgaben kennen und beachten. Neue Regelungen kommen immer wieder hinzu. So wie die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO), die zum 25. Mai 2018 nach einer zweijährigen Übergangsfrist rechtsgültig wird.
Die neue Datenschutz-Grundverordnung wird künftig europaweit das Datenschutzrecht verbindlich und unmittelbar regeln. Derzeit bestehende nationale Regelungen bleiben nur dann anwendbar, wenn sie im Einklang mit der Grundverordnung sind. Aus diesem Grund werden derzeit die datenschutzrechtlichen Regelungen zum Beispiel in Fachgesetzen an die Vorgaben der EU-DSGVO angepasst. Im Bereich der Gesundheitsversorgung ändern sich daher die rechtlichen Bedingungen für die Verarbeitung von Patientendaten. So sind neben der EU-DSGVO auch das neu gefasste Bundesdatenschutzgesetz und bereichsspezifische Regelungen wie beispielsweise das Sozialgesetzbuch oder Landeskrankenhausgesetze maßgeblich.
Über das Thema und die bevorstehenden Rechtsänderungen werden im Laufe dieses Jahres verschiedene der damit befassten Einrichtungen, insbesondere die Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP), der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (LfDI) und die betroffenen Heilberufskammern, informieren. Damit soll Aufmerksamkeit für den Datenschutz geweckt und dabei unterstützt werden, den neuen Rechtsrahmen in den Praxen umzusetzen. Es werden zusätzliche Tipps und Hinweise vermittelt, wie Schutzmaßnahmen noch verbessert werden können und sollten.
Mit der Initiative „Mit Sicherheit gut behandelt“ bieten die KV RLP und der LfDI zudem eine landesweite Veranstaltungsreihe zu den bevorstehenden Rechtsänderungen an. Dabei sollen einzelne für Praxen bedeutsame Aspekte der EU-DSGVO erläutert und zugleich Raum für themenbezogene Diskussionen gegeben werden. Sowohl die Landesärztekammer als auch die Landespsychotherapeutenkammer unterstützen das Veranstaltungsangebot.
Die Auftaktveranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Bezirksärztekammer Trier statt. Ein weiterer digitaler Themenschwerpunkt werden Gesundheits-Apps sein.
Belegärzte müssen Versorgungsauftrag beachten
KV darf Honorar berichtigen, wenn mehr Betten als vorgegeben abgerechnet werden.
Will ein Arzt den Umfang seiner belegärztlichen Leistungen ausweiten, muss er dies bei den zuständigen Krankenkassen beantragen und von ihnen genehmigen lassen. Er hat jedenfalls keinen Anspruch darauf, die Zahl der zu versorgenden Betten eigenmächtig zu erhöhen und für diese zusätzlichen Behandlungen eine Vergütung zu erhalten. Damit wies das Bundessozialgericht (BSG) die Klage eines HNO-Arztes endgültig ab, der bereits in mehreren Vorinstanzen erfolglos gegen die Richtigstellung seines Honorarbescheids vorgegangen war.
In dem entschiedenen Fall hatte ein niedergelassener Arzt im Saarland mit einer HNO- Sonderzulassung die HNO-Abteilung eines Krankenhauses betreut. In dem Krankenhausplan waren insgesamt fünf Betten ausgewiesen. Allerdings sah der abgeschlossene Belegarztvertrag zwischen dem HNO-Arzt und dem Krankenhaus vor, dass bei Bedarf auch anderweitig nicht belegte Betten genutzt werden können. Die zuständige KV Saarland argumentierte, der HNO-Arzt habe für einige stationäre Behandlungen Honorar ohne Rechtsgrundlage erhalten. Vielfach sei die Belegung der fünf beplanten Betten deutlich überschritten worden; an einem Tag waren sogar 21 Betten belegt worden.
Die Richter gaben der Argumentation der KV Saarland statt. Werden erbrachte belegärztliche Leistungen über den bestehenden Versorgungsauftrag hinaus abgerechnet, könne dies durchaus „Gegenstand einer sachlich-rechnerischen Richtigstellung“ sein. Die Beschränkungen des Versorgungsauftrages des Krankenhauses müssten auch Belegärzte beachten, „zumal die Versicherten nur in diesem Rahmen Anspruch auf Krankenhausbehandlung haben“, so der BSG in seiner Urteilsbegründung.
BSG, Aktenzeichen: B 6 KA 33/16 R
Unterweisungspflichten in der Arztpraxis
Mit Unterweisungen informieren und qualifizieren Praxisinhaber ihre Mitarbeiter, sich gesundheitsförderlich zu verhalten. Die Teilnehmer erfahren, welche gesetzlichen Pflichten zu beachten sind, und bekommen Umsetzungstipps für den Alltag.
2. Mai 2018 | KV RLP in Koblenz | 85 Euro je Teilnehmer | 6 Fortbildungspunkte
Neue Möglichkeiten der Gruppenpsychotherapie
Sie haben eine Gruppentherapie-Zulassung und möchten die neuen Möglichkeiten der reformierten Psychotherapie-Richtlinie nutzen? Der Workshop informiert über neue Behandlungsmöglichkeiten und erläutert das genaue Antragsverfahren.
18. Mai 2018 | KV RLP in Mainz | 50 Euro je Teilnehmer | 4 Fortbildungspunkte
Arbeits- und Gesundheitsschutz | 6. Juni 2018 | Koblenz | 85 Euro | 6 Fortbildungspunkte
Erfolgreich führen – miteinander mehr erreichen | 13. Juni 2018 | Mainz – Intercity Hotel | 85 Euro | 6 Fortbildungspunkte
Gelingende Teamarbeit im Praxisalltag | 20. Juni 2018 | Koblenz | 85 Euro | 6 Fortbildungspunkte
Online-Anmeldung und weitere Termine
KV RLP-Terminkalender
Psychotherapie-Wegweiser sorgt für Durchblick.
Bei der Erbringung psychotherapeutischer Leistungen stellen sich im Versorgungsalltag viele Fragen. Der von der KV RLP erstmals veröffentlichte Wegweiser Psychotherapie gibt einen groben Durchblick in dem Dickicht an gesetzlichen Regelungen und Vorschriften. Thematisch abgedeckt werden auch alle Aspekte rund um die Praxisführung – seien es Zulassung, Verordnungen oder Praxisabgabe. Spezielle Psychotherapieregelungen werden kurz vorgestellt. Darüber hinaus ergänzt die Broschüre den Leitfaden zur Abrechnung vertragspsychotherapeutischer Leistungen. Ein weiteres Kapitel umfasst die Neuropsychologische Therapie.
In dem Wegweiser sind alle Neuerungen in der Psychotherapie mit Stand zum 31. Dezember 2017 enthalten. Antworten auf zusätzliche Anfragen von Mitgliedern werden in einer neuen Auflage berücksichtigt.
KV RLP "Wegweiser Psychotherapie – Gesetze, Praxisführung und Abrechnung" | Stand Dezember 2017pdf, 10,57 MB
ICD quer 2018
Aktualisierte Kodierhilfe enthält neues Kapitel.
Die Kodierhilfe „ICD quer“ der KV RLP ist im März in einer aktualisierten Auflage erschienen. Niedergelassene Ärzte finden darin die wichtigsten ICD-Codes zu erregerbedingten und psychischen Erkrankungen. Für ausgewählte, bei Patienten häufig gleichzeitig vorliegende Krankheitsbilder sind die ICD-Codes der Haupt- und der möglichen Nebendiagnosen übersichtlich in einem Kapitel zusammengefasst. Neu hinzugefügt wurde das Kapitel Sonographie/Koloskopie. In einigen Kapiteln wurden Codes aufgrund gesetzlicher Änderungen korrigiert oder es wurden Codes bei einigen Krankheitsbildern ergänzt. Mit „ICD
quer“ lässt sich nicht nur der Zeitaufwand für die Kodierung verringern, sondern auch die Kodierqualität verbessern.
KV RLP "ICD quer 2018 – Eine Diagnosensammlung für ausgewählte klinische Situationen" pdf, 619 KB
Für welche Zwecke darf das rosafarbene Sicherheitspapier für die Blankoformularbedruckung verwendet werden?
Die Kosten für das eingesetzte Sicherheitspapier werden von den Krankenkassen übernommen. Das Sicherheitspapier darf nur im Rahmen der vertragsärztlichen Tätigkeit des Arztes für den Druck von GKV-Vordrucken zum Einsatz kommen. Andere Verwendungen, zum Beispiel für Befundberichte, für Privatliquidationen oder als Kopierpapier, sind nicht zulässig. Das Sicherheitspapier gibt es in den Größen DIN A 4 und DIN A 5 und kann über den Formularbestellschein bei der KV RLP angefordert werden.
Das Blankoformularbedruckungsverfahren ist den Ärzten freigestellt. Der Arzt entscheidet damit individuell, ob Formulare unter Verwendung eines geeigneten Laserdruckers (Non-Impact-Drucker) auf Blankoformularpapier erstellt werden.
Auf der Website der KV RLP sind verschiedene Dokumente nur durch Eingabe eines Quartalsschlüssels einsehbar. Wo kann dieser Quartalsschlüssel angefordert werden?
Die geschützten Dokumente auf der Website sind ausschließlich den Mitgliedern der KV RLP vorbehalten. Diese erhalten den Quartalsschlüssel quartalsweise als separate Anlage zum Honorarbescheid. Außerdem ist der aktuelle Quartalsschlüssel auf der Startseite des geschützten Mitgliederbereichs eingestellt.
Im jeweils ersten Quartalsmonat sind sowohl der Schlüssel vom Vorquartal als auch der aktuelle Schlüssel gültig. In diesem Zeitraum muss zunächst das entsprechende Quartal ausgewählt werden.
MO | DI | DO 8–18 Uhr
MI 8–17 Uhr
FR 8–16 Uhr
KBV-Bundesmantelvertrag | www.kbv.de
Multimediale Plattform
Die KBV hat die Website zur 116117 überarbeitet.
Alle Informationen auf einen Blick, übersichtlich und schnell – das bietet die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) auf ihrer neuen Medienplattform an. So lassen sich die nächstgelegenen ärztlichen Bereitschaftsdienstpraxen ab sofort sowohl auf der überarbeiteten Website www.116117info.de als auch mit der BundesArztsuche-App finden. „Wir wollen den Patienten informieren und ihm alles Nötige an die Hand geben, damit er den richtigen Versorgungspfad findet. Die digitale Suche im Internet oder per App gehört dazu“, erläuterte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV.
Unter www.116117info.de finden Online-Nutzer alle Informationen über den ärztlichen Bereitschaftsdienst sowie die Eckdaten zur Funktionsweise der Rufnummer. Besucher der Website können jetzt die nächstgelegene Bereitschaftspraxis in ihrer Region finden, entweder mithilfe der Eingabe der Postleitzahl oder über die Standortsuche eines Mobilgerätes. In Rheinland-Pfalz gibt es 48 solcher Praxen, bundesweit sind es über 600. Fast flächendeckend steht diese neue Suchfunktion zur Verfügung und wird fortlaufend ausgebaut. Außerdem ist die Darstellung der Informationsseiten nun für die mobile Nutzung auf Tablets und Smartphones optimiert.
Hintergrund Ärztlicher Bereitschaftsdienst
KV PRAXIS | März 2018pdf, 3,40 MB
KV KOMPAKT
KV KOMPAKT | März 2018 pdf, 5,54 MB