Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XI%20ZR%20278/14
Timestamp: 2019-07-18 10:10:51
Document Index: 141201875

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 37', '§ 37', '§ 280', '§ 187', '§ 204', '§ 43', '§ 199', '§ 132', '§ 314', '§ 56', '§ 188', '§ 204', '§ 562', '§ 563', '§ 37', '§ 37', '§ 43', 'BGH', '§ 37', '§ 43', '§ 37', '§ 37', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 195', '§ 37', 'BGH', 'BGH', '§ 37', 'BGH', 'BGH', '§ 280', 'BGH', '§ 37', 'BGH', 'BGH', '§ 280', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 24.03.2015 - XI ZR 278/14 - dejure.org
BGH, 24.03.2015 - XI ZR 278/14
https://dejure.org/2015,13273
BGH, 24.03.2015 - XI ZR 278/14 (https://dejure.org/2015,13273)
BGH, Entscheidung vom 24.03.2015 - XI ZR 278/14 (https://dejure.org/2015,13273)
BGH, Entscheidung vom 24. März 2015 - XI ZR 278/14 (https://dejure.org/2015,13273)
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WpHG § 37a (in der bis zum 4. August 2009 geltenden Fassung)
§ 37a WpHG, §§ ... 195, 199 BGB, § 280 Abs. 1 Satz 2 BGB, § 187 Abs. 1 BGB, § 204 Abs. 1 Nr. 4 BGB, § 43 WpHG, § 199 Abs. 1 Nr. 1 BGB, § 132 Abs. 3 GVG, §§ 314, 559 Abs. 2 ZPO, § 56 HGB, § 188 Abs. 2 BGB, § 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB, § 562 Abs. 1 ZPO, § 563 Abs. 1 Satz 1 ZPO
§ 37a WpHG
§ 37a WpHG vom 09.09.1998, § 43 WpHG vom 09.09.1998
Aufklärungs- oder Beratungspflichtverletzung eines Wertpapierdienstleistungsunternehmens: Verjährungsbeginn für den Schadensersatzanspruch des Anlegers
Entstehung des auf Verletzung einer Aufklärungs- oder Beratungspflicht eines Wertpapierdienstleistungsunternehmens beruhenden Schadensersatzanspruchs mit dem schuldrechtlichen Erwerb der pflichtwidrig empfohlenen Wertpapiere; Rückabwicklung der Beteiligung an einem überwiegend in offenen Immobilienfonds investierenden Dachfonds; Hinreichende Individualisierung von Ansprüchen wegen fehlerhafter Anlageberatung
Zur Entstehung des Schadensersatzanspruchs eines Anlegers bei pflichtwidrig empfohlenen Wertpapieren
Entstehung des auf Verletzung einer Aufklärungs- oder Beratungspflicht eines Wertpapierdienstleistungsunternehmens beruhenden Schadensersatzanspruchs mit dem schuldrechtlichen Erwerb der Wertpapiere (Bestätigung von BGHZ 162, 306 = WM 2005, 929)
WpHG a.F. § 37a; WpHG § 43
Objektive Klagehäufung - und die hinreichende Individualisierung
Aufklärungspflichtverletzung in der Anlageberatung - und die Entstehung des Schadensersatzanspruchs
Zur Verjährung der Schadensersatzansprüche wegen Verletzung der Aufklärungs- oder Beratungspflicht einer Bank
Beginn der Verjährung des Schadensersatzanspruchs eines Anlegers
WpHG § 37a a. F.
Zum Beginn der Verjährung eines Schadensersatzanspruchs des Anlegers bei pflichtwidrig empfohlenen Wertpapieren
Entstehung des auf Verletzung einer Aufklärungs- oder Beratungspflicht eines Wertpapierdienstleistungsunternehmens beruhenden Schadensersatzanspruchs
Verjährung der Schadensersatzansprüche wegen Verletzung der Aufklärungs- oder Beratungspflicht einer Bank
Beginn der Verjährung nach § 37a WpHG a.F
LG Hamburg, 15.03.2013 - 330 O 570/11
OLG Hamburg, 14.05.2014 - 13 U 32/13
NJW 2015, 2957
NJW-RR 2015, 1076
ZIP 2015, 1527
MDR 2015, 766
WM 2015, 1181
DB 2015, 1519
Vielmehr entstanden mit jeder unterstellten Schädigung der Klägerin durch den zeitlich gestaffelten Abschluss der Swap-Geschäfte selbständige Schadenersatzansprüche, die verjährungsrechtlich getrennt zu betrachten waren (vgl. Senatsurteil vom 24. März 2015 - XI ZR 278/14, Umdruck Rn. 26; BGH, Urteile vom 14. Februar 1978 - X ZR 19/76, BGHZ 71, 86, 93 f., vom 15. Oktober 1992 - IX ZR 43/92, WM 1993, 251, 255, vom 12. Februar 1998 - IX ZR 190/97, WM 1998, 786, 788, vom 14. Juli 2005 - IX ZR 284/01, WM 2005, 2106, 2107 und vom 1. Dezember 2005 - IX ZR 115/01, WM 2006, 148, 150; Clouth, WuB 2015, 63, 65).
BGH, 21.05.2019 - II ZR 340/18
Bestimmung des Beginns der Verjährung von Schadensersatzansprüchen eines Anlegers …
Jedoch kann nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs bereits der auf einer Aufklärungs- oder Beratungspflichtverletzung beruhende Erwerb einer für den Anlageinteressenten nachteiligen, weil seinen Anlagezielen und Vermögensinteressen nicht entsprechenden Kapitalanlage bei der gebotenen wertenden Betrachtung ohne Rücksicht auf die objektive Werthaltigkeit von Leistung und Gegenleistung für sich genommen einen Vermögensschaden darstellen (vgl. BGH…, Urteil vom 8. Juli 2010 - III ZR 249/09, BGHZ 186, 152 Rn. 24;… Urteil vom 8. November 2018 - III ZR 628/16, ZIP 2018, 2412 Rn. 14 mwN;… Urteil vom 15. Februar 2012 - IV ZR 194/09, ZIP 2012, 740 Rn. 31;… Urteil vom 11. Juli 2012 - IV ZR 164/11, BGHZ 194, 39 Rn. 70; Urteil vom 8. März 2005 - XI ZR 170/04, BGHZ 162, 306, 309 f.;… Urteil vom 26. Februar 2013 - XI ZR 498/11, BGHZ 196, 233 Rn. 25; Urteil vom 24. März 2015 - XI ZR 278/14, ZIP 2015, 1527 Rn. 19;… Urteil vom 16. Mai 2017 - XI ZR 430/16, ZIP 2017, 1152 Rn. 18;… Beschluss vom 26. März 2019 - XI ZR 372/18, ZIP 2019, 806 Rn. 13 f.).
bb) Auch nach der ständigen Rechtsprechung des XI. Zivilsenats entsteht der Schadensersatzanspruch eines Anlegers wegen fehlerhafter Anlageberatung (erst) mit dem Abschluss des schuldrechtlichen Beteiligungsvertrags, der allerdings - anders als nach der Rechtsprechung des III. und des IV. Zivilsenats - noch nicht unwiderruflich oder vollzogen sein muss (vgl. Urteil vom 8. März 2005 - XI ZR 170/04, BGHZ 162, 306, 309 f.;… Urteil vom 26. Februar 2013 - XI ZR 498/11, BGHZ 196, 233 Rn. 25;… Urteil vom 8. April 2014 - XI ZR 341/12, ZIP 2014, 1117 Rn. 25; Urteil vom 24. März 2015 - XI ZR 278/14, ZIP 2015, 1527 Rn. 19 ff.;… Urteil vom 16. Mai 2017 - XI ZR 430/16, ZIP 2017, 1152 Rn. 18; Beschluss vom 26. März 2019 - XI ZR 372/18, ZIP 2019, 806 Rn 13 f.).
Der Anleger, der aufgrund einer Verletzung der Aufklärungspflicht oder einer fehlerhaften Beratung eine für ihn nachteilige Kapitalanlage erworben hat, ist bei der gebotenen wertenden Betrachtung ohne Rücksicht auf die objektive Werthaltigkeit von Leistung und Gegenleistung bereits durch den schuldrechtlichen Erwerb der Kapitalanlage geschädigt, weil der ohne die erforderliche Aufklärung gefasste Anlageentschluss von den Mängeln der fehlerhaften Aufklärung beeinflusst ist, so dass der Schadensersatzanspruch wegen fehlerhafter Anlageberatung mit dem Abschluss des Beteiligungsvertrags entsteht (…Bestätigung Senatsurteile vom 8. März 2005 - XI ZR 170/04, BGHZ 162, 306, 309 f., vom 26. Februar 2013 - XI ZR 498/11, BGHZ 196, 233 Rn. 25…, vom 8. April 2014 - XI ZR 341/12, WM 2014, 1036 Rn. 25, vom 24. März 2015 - XI ZR 278/14, WM 2015, 1181 Rn. 19 ff. …und vom 16. Mai 2017 - XI ZR 430/16, WM 2017, 1155 Rn. 18;… BGH, Urteile vom 30. Oktober 2014 - III ZR 493/13, WM 2014, 2310 Rn. 30 …und vom 18. Oktober 2018 - III ZR 497/16, WM 2018, 2179 Rn. 26).
Der Anleger, der aufgrund einer Verletzung der Aufklärungspflicht oder einer fehlerhaften Beratung eine für ihn nachteilige Kapitalanlage erworben hat, ist bei der gebotenen wertenden Betrachtung ohne Rücksicht auf die objektive Werthaltigkeit von Leistung und Gegenleistung bereits durch den schuldrechtlichen Erwerb der Kapitalanlage geschädigt, weil der ohne die erforderliche Aufklärung gefasste Anlageentschluss von den Mängeln der fehlerhaften Aufklärung beeinflusst ist (…st. Rspr., vgl. Senatsurteile vom 8. März 2005 - XI ZR 170/04, BGHZ 162, 306, 309 f., vom 26. Februar 2013 - XI ZR 498/11, BGHZ 196, 233 Rn. 25…, vom 8. April 2014 - XI ZR 341/12, WM 2014, 1036 Rn. 25, vom 24. März 2015 - XI ZR 278/14, WM 2015, 1181 Rn. 19 ff. …und vom 16. Mai 2017 - XI ZR 430/16, WM 2017, 1155 Rn. 18).
Dass der III. Zivilsenat mittels seiner (missverständlichen) Formulierung nicht von der Senatsrechtsprechung abweichen wollte, hat er in seinem Urteil vom 30. Oktober 2014 (…III ZR 493/13, WM 2014, 2310 Rn. 30) klargestellt (zu dieser Klarstellung auch Senatsurteil vom 24. März 2015 - XI ZR 278/14, WM 2015, 1181 Rn. 21).
OLG Stuttgart, 14.09.2018 - 5 U 98/17
Anlageberatung im Verfahren Müller gegen Sarasin
Wer durch ein haftungsbegründendes Verhalten zum Abschluss eines Vertrages verleitet wird, den er ohne dieses Verhalten nicht geschlossen hätte, kann sogar bei objektiver Werthaltigkeit von Leistung und Gegenleistung einen Vermögensschaden dadurch erleiden, das die Leistung für seine Zwecke nicht voll brauchbar ist (st. Rspr., vgl. BGH, Urteil vom 8. März 2005, Az.: XI ZR 170/04, abgedruckt in BGHZ 162, 306; s. a. BGH, Urteil vom 24. März 2015, Az.: XI ZR 278/14, abgedruckt in NJW-RR 2015, 1076).
Diese Ansprüche verjährten tagegenau und unabhängig von einer Kenntnis des Anlegers drei Jahre nach Anspruchsentstehung, mithin dem Abschluss des schuldrechtlichen Vertrags, gerichtet auf Erwerb der Wertpapiere (BGH, Urteil vom 24. März 2015, XI ZR 278/14, zit. nach juris, Rn. 19).
Sofern allerdings eine vorsätzliche Pflichtverletzung vorlag, galt die reguläre - kenntnisabhängige - Verjährung nach §§ 195, 199 BGB (Gesetzesbegründung zu § 37a WpHG, BT-Drs. 13/8933, S. 97; BGH…, Urteil vom 8. März 2005, a.a.O.;… Rn. 25; BGH, Urteil vom 24. März 2015, XI ZR 278/14, Rn. 17).
OLG München, 24.09.2015 - 23 U 3491/14
Aufklärungspflichten einer Bank im Rahmen eines Currency-Related-Swap
Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung ist für den Beginn der Verjährung gemäß § 37a WpHG a. F. nicht erst das dingliche Ausführungsgeschäft, sondern bereits der schuldrechtliche Vertragsschluss maßgeblich, da der Erwerb einer pflichtwidrig empfohlenen Kapitalanlage bereits den - schuldrechtlichen - Vertragsschluss als den konkreten Vermögensinteressen des Anlegers nicht angemessen und damit als nachteilig erscheinen lässt (BGH, Urteil vom 24.03.2015, Az. XI ZR 278/14, juris, Tz. 19; BGHZ 162, 306, 310).
Die Darlegungs- und Beweislast für vorsätzliches Handeln trägt auch in diesem Zusammenhang nicht der geschädigte Anleger, weil sich dieser insoweit auf § 280 Abs. 1 Satz 2 BGB berufen kann, so dass die Bank beweisen muss, dass sie die Pflichtverletzung nicht vorsätzlich begangen hat (BGH, Urteil vom 24.03.2015, Az. XI ZR 278/14, juris, Rz. 17 m.w.Nw.).
OLG München, 02.07.2015 - 23 U 3491/14
Umfang der Aufklärungspflicht einer Bank vor dem Abschluss eines …
Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung ist für den Beginn der Verjährung gemäß § 37a WpHG a.F. nicht erst das dingliche Ausführungsgeschäft, sondern bereits der schuldrechtliche Vertragsschluss maßgeblich, da der Erwerb einer pflichtwidrig empfohlenen Kapitalanlage bereits den - schuldrechtlichen - Vertragsschluss als den konkreten Vermögensinteressen des Anlegers nicht angemessen und damit als nachteilig erscheinen lässt (BGH, Urteil vom 24.03.2015, Az. XI ZR 278/14, [...], Tz. 19; BGHZ 162, 306, 310).
Die Darlegungs- und Beweislast für vorsätzliches Handeln trägt auch in diesem Zusammenhang nicht der geschädigte Anleger, weil sich dieser insoweit auf § 280 Abs. 1 Satz 2 BGB berufen kann, so dass die Bank beweisen muss, dass sie die Pflichtverletzung nicht vorsätzlich begangen hat (BGH, Urteil vom 24.03.2015, Az. XI ZR 278/14, [...], Rz. 17 m.w.Nw.).
Denn die Erhebung einer Klage hemmt die Verjährung nicht nur für die in der Klageschrift bezeichneten materiell-rechtlichen Ansprüche, sondern für alle Ansprüche in der Gestalt und in dem Umfang, wie sie mit der Klage geltend gemacht werden, also für den streitgegenständlichen prozessualen Anspruch; damit kann der Anleger im Laufe des Schadensersatzprozesses sein Klagebegehren auf weitere Aufklärungs-, Beratungs- oder Prospektfehler, d.h. weitere materiell-rechtliche Ansprüche stützen, ohne die Einrede der Verjährung fürchten zu müssen (Grüneberg, BKR 2015, 485, 490 unter Hinweis auf BGH, WM 2015, 1181; WM 2007, 1241; WM 2015, 1319; WM 2015, 1559; WM 2015, 1679; WM 2015, 22).
Insoweit wird Bezug genommen auf die zutreffenden rechtlichen Ausführungen des Landgerichts, das sich seinerseits stützt auf die klare Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 12.05.2009 (- XI ZR 586/07 -, juris), bestätigt zuletzt durch Urteil vom 24.03.2015 (- XI ZR 278/14 -, juris).
OLG Düsseldorf, 25.01.2017 - 14 U 64/16
Beginn der Verjährung von Schadensersatzansprüchen wegen fehlerhafter …
Der auf eine Verletzung einer Aufklärungs- oder Beratungspflichtverletzung gestützte Schadensersatzanspruch entsteht im Zeitpunkt der "rechtlichen Bindung" des Klägers an seine Beteiligungsentscheidungen, also im Zeitpunkt des jeweiligen Vertragsschlusses (BGH, Urteil vom 24.03.2015 - XI ZR 278/14, juris; BGH, Urteil vom 11.04.2013 - III ZR 80/12, juris; BGH, Urteil vom 01.03.2004 - II ZR 88/02, juris).
Maßgeblich ist insoweit nicht ein etwaiges dingliches Ausführungsgeschäft, sondern der schuldrechtliche Vertragsschluss (BGH, Urteil vom 24.03.2015 - XI ZR 278/14, a.a.O.).
LG Kleve, 10.11.2015 - 4 O 211/13
Verjährung; Hemmung; Gütestelle; Güteantrag; Verfahrensordnung; Formalien, …
LG Heilbronn, 22.03.2017 - 6 O 278/16
Bankenhaftung bei Kapitalanlageberatung: Beginn der kenntnisunabhängigen …
OLG Köln, 02.05.2018 - 13 U 171/15
OLG Düsseldorf, 25.09.2015 - 7 U 171/13
Pflichten der anlageberatenden Bank bei Vermittlung von Anteilen an einem offenen …
OLG Düsseldorf, 25.09.2015 - 7 U 174/13
LG Düsseldorf, 08.04.2016 - 8 O 73/15
Schadenersatzbegehren eines Kapitalanlegers nach dessen Zeichnung einer …