Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202010,%20537
Timestamp: 2019-04-21 09:15:24
Document Index: 304332724

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 823', 'BGH', 'BGH', '§ 829', 'BGH', '§ 829', 'BGH', '§ 81', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 242', 'BGH', 'BGH', '§ 115', 'BGH']

BGH, 27.10.2009 - VI ZR 296/08 - dejure.org
Sorgfaltspflichtverstoß allein wegen Verletzung eines Gegenspielers bei einem Fußballspiel i.R.d. Geltendmachung eines Anspruchs auf Schadensersatz und Schmerzensgeld; Anpruchsbegründende Wirkung des Bestehens von Haftpflichtversicherungsschutz; Verstoß gegen die Sorgfaltspflicht bei regelgerechtem und dem Fairnessgebot entsprechenden Einsatz eines Sportlers i.R.d. Beurteilung seines Verschuldens i.S.d. § 823 Abs. 1 BGB
Fußballspiel - Schadensersatzanspruch bei regelgerechtem Verhalten?
Beinbruch beim Fußball
Schadensersatz wegen Foul beim Fußballspiel
Kein Schadenersatz bei typischer Sportverletzung
Deliktische Haftung für Sportverletzung nur bei schuldhaftem Regelverstoß
Schadensersatz bei Verletzung beim Fußballspielen nur bei Regelverstoß
Sportwettkampf (Fußball): Schadenersatz bei fahrlässiger Körperverletzung
Schadensersatz für Verletzungen beim Fußballspiel
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 27.10.2009, Az.: VI ZR 296/08 (Voraussetzungen der Haftung bei Verletzungen im Zusammenhang mit einem sportlichen Wettkampf)" von RiOLG a.D. Dr. Heinz Diehl, original erschienen in: ZfS 2010, 135.
NJW 2010, 537
MDR 2010, 83
NZV 2010, 74
NJ 2010, 119
VersR 2009, 1677
JR 2010, 537
Denn das Bestehen einer Haftpflichtversicherung kann zwar unter Umständen gegen einen konkludenten Haftungsausschluss sprechen, nicht aber das Fehlen anspruchsbegründender Tatsachen kompensieren (BGH, Urteil vom 27. Oktober 2009 - VI 296/08, NJW 2010, 537 Rn. 14).
Das Bestehen einer freiwilligen Haftpflichtversicherung rechtfertigt die Durchbrechung des Trennungsprinzips hingegen grundsätzlich nicht und kann daher - auch im Rahmen des § 829 BGB - jedenfalls nicht anspruchsbegründend wirken (Senatsurteile vom 13. Juni 1958 - VI ZR 109/57, NJW 1958, 1630, 1631 f.; vom 26. Juni 1962 - VI ZR 152/61, NJW 1962, 2201; vom 18. Dezember 1979 - VI ZR 27/78, BGHZ 76, 279, 285 ff.; vgl. auch Senatsurteil vom 27. Oktober 2009 - VI ZR 296/08, VersR 2009, 1677 Rn. 14; im Ergebnis ebenso: BeckOGK/Schneider, BGB, Stand 1. Oktober 2016, § 829 Rn. 19 f.; Staudinger/Oechsler, BGB, Neubearb.
In einem solchen Fall hat sich der Schädiger nicht fahrlässig verhalten (dazu BGH zfs 2010, 133 m. w. N.).
Eine Berücksichtigung der auf der Grundlage von § 81 Abs. 2 VVG festgesetzten Quote im Rahmen der Arbeitnehmerhaftung würde dem Grundsatz widersprechen, dass sich die Versicherung nach der Haftung und nicht umgekehrt die Haftung nach der Versicherung richtet (sog. Trennungsprinzip, vgl. BGH 27. Oktober 2009 - VI ZR 296/08 - Rn. 14, NJW 2010, 537) .
Zusatzarbeiten "netterweise" mit ausgeführt: Haftung des Auftragnehmers …
Allein dieser Umstand begründet eine Haftung nicht (BGH, Urteil vom 27.10.2009, VI ZR 296/08).
Der bestehende Versicherungsschutz wirkt damit anspruchserhaltend (BGH, NJW 2010, 537, 538).
11 Bereits eine Sorgfaltspflichtverletzung könnte aber schon dann ausscheiden, wenn die Verletzungen im sportlichen Wettkampf bei einem regelgerechten , dem Fairnessgebot entsprechenden Einsatz des Gegners entstanden sind (BGH NJW 2010, 537, 538; offengelassen von BGH NJW 2003, 2018, 2019 ob dies die Frage der Tatbestandsmäßigkeit oder der Rechtswidrigkeit betrifft).
In diesem Fall ist der Schädiger selbst keinem Haftungsrisiko ausgesetzt, seine Inanspruchnahme durch den Geschädigten verstößt nicht gegen § 242 BGB (BGH NJW 2008, 1591, 1592; BGH NJW 2010, S. 537, 538).
Dass - gegebenenfalls - zumindest im Außenverhältnis der Teilnehmer untereinander eine Haftpflichtversicherung einstandspflichtig ist (§§ 115, 117 VVG), rechtfertigt - anders als bei der Frage nach einer stillschweigenden Vereinbarung - angesichts des klar geregelten Haftungsausschlusses ebenfalls keine abweichende Beurteilung: Denn die Versicherung richtet sich nach der Haftung und nicht umgekehrt (vgl. BGH NJW 2010, 537-539 [juris Tz. 14]).
LG Köln, 27.05.2010 - 24 O 426/09