Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%2089,%202539
Timestamp: 2018-12-17 15:55:34
Document Index: 262572031

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 287', '§ 843', 'BGH', '§ 287', 'BGH', '§ 843', '§ 843', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 843', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 287', 'BGH', 'BGH', '§ 843', 'BGH', 'BGH', '§ 287', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 06.06.1989 - VI ZR 66/88 - dejure.org
Ersatz für Hilfeleistungen unfallbedingter Beeinträchtigungen - Verrichtung von Haushaltsarbeiten als ersatzfähiger Schaden - Schadensersatz für Gartenarbeiten als Haushaltsarbeiten - Ausgleich für die Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit
VI. Zivilsenat des BGH entscheidet zu den Kriterien der Schadenshöhenschätzung im Sinne des § 287 ZPO mit Urteil vom 6.6.1989 - VI ZR 66/88 -.
BGB § 843 Abs. 1
NJW 1989, 2539
NJW-RR 1989, 1253 (Ls.)
MDR 1989, 983
NZV 1989, 387
VersR 1989, 857
Vielmehr ist in diesen Fällen zu prüfen, in welchem Umfang der dem Gericht unterbreitete Sachverhalt eine hinreichende Grundlage für die Schätzung zumindest eines in jedem Fall eingetretenen Mindestschadens bietet (…vgl. nur BGH, Urteile vom 12. Januar 2000 - VIII ZR 19/99, aaO; vom 6. Juni 1989 - VI ZR 66/88, NJW 1989, 2539 unter II 1; jeweils mwN).
Eine Schätzung nach § 287 ZPO darf mithin nur dann abgelehnt werden, wenn keinerlei brauchbare Anhaltspunkte auch nur für eine Mindestschätzung dargetan sind (vgl. BGH, Urteile vom 6. Juni 1989 - VI ZR 66/88, aaO;… vom 12. Januar 2000 - VIII ZR 19/99, aaO mwN;… vom 29. Mai 2013 - VIII ZR 174/12, NJW 2013, 2584 Rn. 20 mwN).
Die einzelne Rentenleistung wird konkret nach dem unfallbedingt dauerhaft vermehrten Bedarf des Geschädigten berechnet und geleistet (…vgl. Palandt, a. a. O., § 843 Rdnr. 3;… Mertens in Münchener Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch - MünchKomm -, 2. Aufl., § 843 Rdnr. 34, 37;… Geigel, Der Haftpflichtprozeß, 20. Aufl., S. 84; BGH in NJW-RR 1992, 791; BGH-Urteil vom 6. Juni 1989 VI ZR 66/88, NJW 1989, 2539).
Im ersten Fall ist der Bruttolohn zu erstatten, im zweiten Fall orientiert sich die Erstattung am Nettolohn (BGH VersR 1989, 857).
Der Geschädigte ist für die Anspruchsvoraussetzungen darlegungs- und beweispflichtig (vgl. BGH VersR 1989, 857).
Es ist festzustellen, welche Hausarbeiten und in welchem Umfang der Geschädigte vor dem Schadensfall verrichtet hat, inwieweit und ggf. wie lange ihm diese Arbeiten nun unfallbedingt nicht mehr möglich (oder zumutbar) sind und für wieviele Stunden folglich eine Hilfskraft benötigt wird oder - bei anderweitigem Ausgleich des Hausarbeitsdefizits - benötigt würde (BGH VersR 1989, 857).
a) In der höchstrichterlichen Rechtsprechung ist anerkannt, dass die Notwendigkeit, früher selbst vorgenommene Reparaturarbeiten nunmehr unter entsprechenden Mehraufwendungen von Handwerkern durchführen lassen zu müssen, eine schadensersatzpflichtige Vermehrung der Bedürfnisse i. S. des § 843 Abs. 1 Alt. 2 BGB ist (BGH VersR 1989, 857).
Ist die Mithilfe einer weiteren Person erforderlich, sind zumindest in diesem Umfang anfallende Lohnkosten abzusetzen (BGH VersR 1989, 857).
Dazu gehört z.B. auch, dass der Geschädigte solche Arbeiten überhaupt auszuführen in der Lage gewesen wäre (BGH VersR 1989, 857).
In einem solchen Fall muss der Tatrichter bei Lücken oder Unklarheiten im klägerischen Vortrag zur Schadenshöhe nach pflichtgemäßem Ermessen beurteilen, ob nach § 287 ZPO die Schätzung eines Mindestschadens möglich ist (BGH, Urteil vom 23. Oktober 1991 - XII ZR 144/90, NJW-RR 1992, 202, 203; Urteil vom 6. Juni 1989 - VI ZR 66/88, NJW 1989, 2539).
Der Schaden besteht entweder konkret in dem Bruttolohn, der für die verletzungsbedingt nicht mehr ausführ- oder zumutbaren Hausarbeiten an eine Hilfskraft bezahlt wird, oder abstrakt, wenn keine Hilfskraft eingestellt wird, in dem Nettolohn, welcher der Hilfskraft bezahlt werden müsste (BGH, Urteil vom 06.06.1989 - VI ZR 66/88, NJW 1989, 2539;… Palandt/Sprau, BGB a. a. O. § 843, Rn. 8).
Bei dieser Sachlage ist dem dortigen Geschädigten mit Recht ein Ersatzanspruch zugebilligt worden (vgl. auch Senatsurteile vom 6. Juni 1989 -VI ZR 66/88 - VersR 1989, 857 m.w.N. und vom 24. Oktober 1989 - VI ZR 263/88 - NJW 1990, 1037).
Dann aber darf der Klage nicht wegen eines lückenhaften Vortrags der Beklagten zur Höhe des zur Aufrechnung gestellten Ausgleichsanspruchs stattgegeben und die Widerklage abgewiesen werden, solange greifbare Anhaltspunkte für eine Schätzung vorhanden sind (vgl. BGH, Urteil vom 24. September 1986 - IVa ZR 236/84, WM 1986, 1477 unter III 1 m.w.Nachw.; Urteil vom 6. Juni 1989 - VI ZR 66/88, NJW 1989, 2539 unter II 1 = BGHR ZPO § 287 Abs. 1 Mindestschaden 4).
Zwar ist in dem einen wie dem anderen Fall der Schaden der Klägerin meßbar an der Entlohnung, die für die verletzungsbedingt in eigener Person nicht mehr ausführbaren Hausarbeiten an eine Hilfskraft gezahlt wird oder gezahlt werden müßte (vgl. Senatsurteil vom 6. Juni 1989 - VI ZR 66/88 - NJW 1989, 2539).
Zu diesem Zwecke ist festzustellen, für wieviel Stunden nunmehr eine Hilfskraft benötigt wird oder - bei anderweitigem Ausgleich des Hausarbeitsdefizits - benötigt würde (Senatsurteil vom 6. Juni 1989 - VI ZR 66/88 -, insoweit in VersR 1989, 857 nicht mit abgedruckt.
Grundsätzlich liegt zwar in dem Verlust der Fähigkeit, Haushaltsarbeiten zu verrichten, ein ersatzfähiger Schaden (BGH, Urteil vom 06.06.1989 - VI ZR 66/88, zitiert nach juris).
Ein Anspruchsteller muss aber diejenigen Umstände vortragen und gegebenenfalls beweisen, die seine Vorstellungen zur Schadenshöhe rechtfertigen sollen (BGH, Urteil vom 06.06.1989 - VI ZR 66/88, zitiert nach juris).
Versäumt ein Antragsteller die für die Bemessung eines Haushaltsführungsschadens notwendige Darstellung, so muss er sich mit einer Mindestschätzung zufrieden geben (BGH, Urteil vom 06.06.1989 - VI ZR 66/88; OLG Düsseldorf, Urteil vom 29.08.2003 - 8 U 190/01, jeweils zitiert nach juris).
Schadensersatz beim gekündigten Mobilfunkvertrag zum Pauschaltarif
BGH, 31.01.1991 - VII ZR 63/90
OLG Köln, 25.11.2015 - 5 U 73/14
Berechnung des Haushaltsführungsschadens bei Verletzung einer Hand
LG Köln, 13.12.2006 - 4 O 350/06
OLG Düsseldorf, 26.08.2010 - 8 U 22/10
Schadensersatzanspruch eines Patienten wegen grober Behandlungsfehler eines …
BGH, 07.11.1989 - VI ZR 353/88