Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=LSG%20Nordrhein-Westfalen&Datum=28.02.2006&Aktenzeichen=L%209%20B%2099/05
Timestamp: 2019-10-16 15:59:01
Document Index: 144537384

Matched Legal Cases: ['§ 22', 'Art. 3', 'Art. 3', '§ 22', 'Art. 3', '§ 22', '§ 12', '§ 12', '§ 12']

LSG Nordrhein-Westfalen, 28.02.2006 - L 9 B 99/05 AS ER - dejure.org
LSG Nordrhein-Westfalen, 28.02.2006 - L 9 B 99/05 AS ER
https://dejure.org/2006,3934
LSG Nordrhein-Westfalen, 28.02.2006 - L 9 B 99/05 AS ER (https://dejure.org/2006,3934)
LSG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 28.02.2006 - L 9 B 99/05 AS ER (https://dejure.org/2006,3934)
LSG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 28. Februar 2006 - L 9 B 99/05 AS ER (https://dejure.org/2006,3934)
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Beurteilung der Angemessenheit der Leistungen für Unterkunft und Heizung im Sinne des § 22 Abs. 1 Sozialgesetzbuch - Zweites Buch (SGB II); Begriff der "Angemessenheit" als gerichtlich umfassend überprüfbarer unbestimmter Rechtsbegriff; Zugrundelegung des Mietspiegels, der ...
Anspruch auf Arbeitslosengeld II, Angemessenheit der Unterkunfts- und Heizkosten bei selbstgenutztem Haus- oder Wohnungseigentum
SG Köln, 30.09.2005 - S 11 AS 64/05
Die Begrenzung mittels eines Vergleichs zum angemessenen Mietaufwand, die in der Rechtsprechung teilweise akzeptiert wird (LSG NRW, Beschluss vom 28. Februar 2006 - L 9 B 99/05 AS ER;… Bayrisches LSG aaO; für die Belange des einstweiligen Verfahrens offengelassen LSG NRW, Beschluss vom 7. März 2006 - L 20 B 31/06 AS ER;… nicht von einer "Vergleichsmiete" ausgehend auch LSG Niedersachsen-Bremen aaO; SG Aurich, Beschluss vom 18. Oktober 2005 - S 25 AS 167/05 ER), kann für sich in Anspruch nehmen, in nachvollziehbarer Weise für jeden Anspruchsberechtigten unabhängig von den tatsächlichen Wohnverhältnissen zu betragsgleichen (nur regional nach den Verhältnissen am Mietmarkt variierenden) Ergebnissen zu führen (dies wird vom LSG NRW, Beschluss vom 28. Februar 2006, aaO für aus Art. 3 Abs. 1 Grundgesetz zwingend geboten erachtet).
Vielmehr ermöglicht er lediglich, dass die Antragstellerin das selbst bewohnte Hausgrundstück nicht vorrangig als Vermögen einsetzen muss und bewirkt, dass ihr überhaupt erst Leistungen gewährt werden können (ebenso LSG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 28. Februar 2006 - L 9 B 99/05 AS ER - abgedruckt in Juris;… LSG Niedersachsen-Bremen a.a.O.).
Vor allem wegen des Gleichbehandlungsgebotes in Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG) ist eine Besserstellung von Haus- oder Wohnungseigentümern gegenüber Mietern in gleicher Situation bei der Gewährung von Leistungen für die Unterkunft nach § 22 Abs. 1 SGB II nicht zu rechtfertigen (vgl. LSG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 28. Februar 2006 a.a.O.; LSG Niedersachsen-Bremen, Beschlüsse vom 11. Januar 2006 - L 8 AS 409/05 ER und vom 30. März 2006 - L 9 AS 67/06 ER -).
Es wird daher unter dem Gesichtspunkt der Anwendung des Gleichbehandlungsgebots nach Art. 3 Abs. 1 Grundgesetz (GG) die Ansicht vertreten, dass eine Besserstellung von Haus- oder Wohnungseigentümern gegenüber Mietern in gleicher Situation bei der Gewährung von Leistungen für die Unterkunft nach § 22 SGB II unzulässig und daher allein an die üblichen Mietkosten anzuknüpfen sei (so: LSG Niedersachsen-Bremen, Beschluss vom 11.01.2006 - L 8 AS 409/05 ER - Beschluss vom 30.03.2006 - L 9 AS 67/06 ER - LSG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 28.02.2006 - L 9 B 99/05 AS ER -).
Aus diesem Richtwert für die Heizkosten pro Quadratmeter und der angemessenen Wohnfläche, hier in Ermangelung eines konkret bezifferten Sachverhalts 90 m² für vier Haushaltsangehörige, vgl. BSG, Urteil vom 18. Februar 2010 - B 14 AS 73/08 R -, juris (…Rn. 22); LSG NRW, Beschluss vom 28. Februar 2006 - L 9 B 99/05 AS ER -, juris (Orientierungssatz 3).
SG Aurich, 13.09.2006 - S 15 AS 103/06
Der Begriff "Angemessenheit" ist ein unbestimmter Rechtsbegriff, der in vollem Umfang der gerichtlichen Kontrolle unterliegt (vgl. LSG Niedersachsen-Bremen, Beschluss vom 01.04.2005 -L 8 AS 55/05 ER-; LSG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 28.02.2006 -L 9 B 99/05 AS ER-;… Berlit, a.a.O. Rn 23).
Zum Teil wird jede Differenzierung zwischen Miet- und Eigentumsobjekten abgelehnt und bei letzteren als Vergleichsmaßstab ebenfalls das örtliche Mietzinsniveau für Wohnungen im unteren Bereich herangezogen (vgl. etwa Beschluss des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen vom 11.01.2006 - L 8 AS 409/05 ER - ; Beschluss des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen vom 28.02.2006 - L 9 B 99/05 AS ER -).
29 Bei Ermittlung der angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung ist auch bei selbstbewohntem Hauseigentum auf denselben Vergleichsmaßstab wie bei Mietwohnungen abzustellen (vgl LSG Nordrhein-Westfalen, Beschl v 28.02.2006 - L 9 B 99/05 AS ER -;offen gelassen LSG Niedersachsen-Bremen, Beschl v 22.01.2007 - L 9 AS 771/06 ER - aA LSG Niedersachsen-Bremen, Beschl v 08.06.2006 - L 7 AS 443/05 ER -).
Ein solcher ergibt sich jedenfalls nicht daraus, dass die Grenzen der Angemessenheit im Rahmen des Vermögensschutzes nach § 12 Abs. 3 Nr. 4 SGB II anders beurteilt werden (vgl LSG Nordrhein-Westfalen, Beschl v 28.02.2006 - L 9 B 99/05 AS ER -, Rn 18/19) .
Bei Ermittlung der angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung ist auch bei selbstbewohntem Hauseigentum auf denselben Vergleichsmaßstab wie bei Mietwohnungen abzustellen (vgl LSG Nordrhein-Westfalen, Beschl v 28.02.2006 ? L 9 B 99/05 AS ER ?;offen gelassen LSG Niedersachsen-Bremen, Beschl v 22.01.2007 ? L 9 AS 771/06 ER ?; aA LSG Niedersachsen-Bremen, Beschl v 08.06.2006 ? L 7 AS 443/05 ER ?).
Ein solcher ergibt sich jedenfalls nicht daraus, dass die Grenzen der Angemessenheit im Rahmen des Vermögensschutzes nach § 12 Abs. 3 Nr. 4 SGB II anders beurteilt werden (vgl LSG Nordrhein-Westfalen, Beschl v 28.02.2006 ? L 9 B 99/05 AS ER ?, Rn 18/19).
Bei Ermittlung der angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung ist auch bei selbstbewohntem Hauseigentum auf denselben Vergleichsmaßstab wie bei Mietwohnungen abzustellen (vgl LSG Nordrhein-Westfalen, Beschl v 28.02.2006 - L 9 B 99/05 AS ER -;offen gelassen LSG Niedersachsen-Bremen, Beschl v 22.01.2007 - L 9 AS 771/06 ER - aA LSG Niedersachsen-Bremen, Beschl v 08.06.2006 - L 7 AS 443/05 ER -).
Ein solcher ergibt sich jedenfalls nicht daraus, dass die Grenzen der Angemessenheit im Rahmen des Vermögensschutzes nach § 12 Abs. 3 Nr. 4 SGB II anders beurteilt werden (vgl LSG Nordrhein-Westfalen, Beschl v 28.02.2006 - L 9 B 99/05 AS ER -, Rn 18/19).
Auch das LSG NRW (L 9 B 99/05 AS ER, Beschluss vom 28.02.2006) ginge davon aus, dass persönliche und berufliche Bedürfnisse zu berücksichtigen seien.
Bundesverfassungsgericht (BVerfG), Beschluss vom 12.05.2005 - 1 BvR 569/05 - ebenso LSG NRW, Beschlüsse vom 06.01.2006 - L 1 B 13/05 AS ER - und vom 28.02.2006 - L 9 B 99/05 AS ER -.
LSG Nordrhein-Westfalen, 07.03.2006 - L 20 B 31/06