Source: https://www.ihre-vorsorge.de/expertenforum/archiv/detail/hoehe-hinterbliebenen-rente-unfallkasse.html
Timestamp: 2019-06-18 03:58:21
Document Index: 349114416

Matched Legal Cases: ['§ 97', '§ 65', '§ 18', '§ 64', '§ 97', '§ 93', '§ 65']

Höhe Hinterbliebenen Rente Unfallkasse | Ihre Vorsorge
Höhe Hinterbliebenen Rente Unfallkasse
nachdem ich mich belesen habe, bin ich immer noch unsicher und bitte euch um Aufklärung, damit ich für meinen Papa planen kann.
Es liegt ein Wegeunfall vor.
Der Bruttoarbeitsverdienst lag bei meiner Mama (verstorben ) bei 57000 Euro im Jahr 2015 lt Steuererklärung.
Voraussetzung für die große Witwerrente sind erfüllt. Ehe bestand über 30Jahre, Ehemann ist über 60 und zu 50% Erwerbsminderungsrentner, momentan erhält er Krankengeld infolge eines anerkannten Arbeitsunfalles, ca 700Euro + 250 Euro monatlich aus der private Unfallversicherung.
Laut dem was ich im Internet gefunden habe, erhält er unbefristet 40% vom Bruttoarbeitsverdienst :12Monate als Hinterbliebenen Rente. Dies müssten ca 1900 Euro sein.
Kann das sein, oder werden wieder Abzüge/Verrechnungen gemacht?
[quote=265096]
Nein die Rente wird nicht aus dem Verdienst berechnet.
Dies hatte ich im Internet gefunden:
Höhe der Witwen-/Witwerrente in der gesetzlichen Unfallversicherung
Bezüglich der Höhe einer Rentenleistung für den hinterbliebenen Ehepartner ist wieder der Jahresarbeitsverdienst des Versicherten die ausschlaggebende Größe, an welcher sich die Berechnung der Hinterbliebenenrente bemisst.
Haben Sie eine Grundlage oder einen Link wo ich die richtigen Informationen herbekomme?
es wird in Ihrer Anfrage nicht ganz klar, wer den Unfall hatte. Ihre Mutter oder Ihr Vater? Oben schreiben Sie, dass Ihr Vater deswegen Krankengeld bezieht, die zitierte Stelle aus dem Netz aber klingt nach einer Hinterbliebenenrente nach einem (tödlichen) Arbeitsunfall. Vielleicht konkretisieren Sie das noch mal.
11.12.2016, 15:07
Aber nicht bei der Rentenversicherung.
meine Mama ist tödlich verunglückt vor 2Wochen (Wegeunfall ).
Mein Vater hatte vor 2Jahren einen Arbeitsunfall und ist seidher zu hause.
Das wird online nicht so leicht zu klären sein.
Grundsätzlich erhält Ihr Vater von der DRV 60% Witwerrente, wobei sich der Betrag kürzen kann weil
a) die Höhe der Unfallrente eine Rolle spielt und
b) sein eigenes Einkommen.
Für die Unfallwitwerrente (a))ist die BG zuständig. Wie lange die für die Berechnung brauchen, ist unklar und nicht Gegenstand dieses Forums.
Zum eigenen Einkommen (b)): da gibt es einen Freibetrag von derzeit ca 800 € netto, wobei die private UV nicht rechnet. Erhält er wirklich nur 700 € Krankengeld würde er unter dem Freibetrag liegen - bekommt er auch noch eine EM Rente - Sie schreiben er ist 50 % EM Rentner- gibts auch da möglicherweise eine Kürzung wegen des Einkommens. Hier sindIhre Angaben nicht eindeutig.
Als Anhaltspunkt können Sie mal die in der jährlichen Renteninformation Ihrer Mutter berechnete EM rente heranziehen. Aus diesem Betrag erreichnen sich die 60% Witwerrente, aber dann kann halt a) und b) zum Tragen kommen.
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_7/__65.html
Daneben ist aber auch zu berücksichtigen, dass noch die 'normale' Witwerrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung zusteht. Allerdings ist hier die Witwerunfallrente anzurechnen - es gibt einen so genannten Grenzbetrag, der bei Zusammenrechnung beider Renten zur Kürzung der DRV-Rente führt ...wie ja bereits bei Ihrem Vater mit seiner Alters- und Unfallrente bereits durchgerechnet *). Außerdem ist bei der DRV-Witwerrente sein eigenes Einkommen (Alters- und UV-Rente) zu berücksichtigen, sofern es über 803 EUR (Freibetrag West) liegt.
Eine 'spannende' Summierung all dieser Einkommensarten /Berücksichtigungen /Kürzungen ;-)
*) Merkblatt Anrechnung Unfallrente/Seite 38/39:
Außerdem ist bei der DRV-Witwerrente sein eigenes Einkommen (Alters- und UV-Rente) zu berücksichtigen, sofern es über 803 EUR (Freibetrag West) liegt.
Dies passiert schon bei der Unfallwitwerrene der Unfallkasse/(Verwaltungs-)Berufsgenossenschaft und daher nicht mehr erneut bei der Witwerrente der DRV: § 97 Absatz 3 Satz 2 und 3 SGB VI.
Hallo „Tochter“,
wenn ich das jetzt richtig zusammengefasst habe, dann
- hat Ihre Mutter im öffentlichen Dienst gearbeitet und
- ist infolge eines Wegeunfalles verstorben.
Es könnten somit folgende Rentenansprüche für Ihren Vater bestehen:
1. Witwerrente aus der gesetzlichen Unfallversicherung (vermutlich Verwaltungsberufsgenossenschaft – VBG)
2. Witwerrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung (DRV) und
3. Witwenrente aus der VBL (quasi die Betriebsrente des öffentlichen Dienstes)
Das sind somit drei Rentenansprüche von drei verschiedenen Stellen mit drei verschiedenen Rechtsgrundlagen (Gesetze bzw. Satzung) und unterschiedlichen Berechnungen der Rentenhöhe. Sie (bzw. ihr Vater) muss drei Anträge stellen. Diese Anträge können alle jetzt schon gestellt werden, die Bescheide kommen aber vermutlich in folgender Reihenfolge 1. UV (VBG), 2. gesetzliche RV (DRV) 3. VBL.
1. UV- Witwerrente
Hier gilt das SGB VI, zur Berechnung schauen Sie dort bitte in den § 65. Insofern haben Sie schon die 40 % richtig recherchiert.
Hinsichtlich der Einkommensanrechnung ist mir noch nicht ganz klar, was Ihr Vater an Einkommen hat:
- Erwerbsminderungsrentner zu 50 % = teilweise Erwerbsminderungsrente, keine Zahlung, evt. wegen Verletzengeld ???
- Krankengeld wegen eines Arbeitsunfalles : vermutlich Verletztengeld, welches aber von der Krankenkasse im Auftrag der Unfallkasse ausgezahlt wird
- (noch keine) Unfallrente der gesetzlichen RV , obwohl der Arbeitsunfall bereits 2 Jahre her ist ??
Inwiefern die private Unfallrente angerechnet wird, kann ich Ihnen nicht mit letzter Gewissheit beantworten, in der gesetzlichen Rentenversicherung würde diese von den Geburtsdaten Ihrer Eltern abhängen.
Sofern die Summe der Einkommen (ggf. bereinigt um Abzüge nach § 18 b SGB IV) den Freibetrag von derzeit 803,88 Euro (in den neuen Bundesländern 756,62 Euro) übersteigt, wird 40 % des übersteigenden Einkommens angerechnet, das heißt die Unfallwitwenrente würde entsprechend gekürzt werden.
Bei Beantragung der Unfallwitwerrente bei der VBG geben Sie bitte an, dass auch eine Witwenrente in der gesetzlichen Rentenversicherung beantragt wurde, damit diese von der VBG benachrichtigt werden kann.
2. Rente der gesetzlichen Rentenversicherung (DRV)
Auch hier besteht ein Anspruch, allerdings nach dem SGB VI . Zur Berechnung könnten Sie sich durch die §§ 64 ff. kämpfen , zielführend ist das allerdings nicht. Die Witwerrente in der gesetzlichen Rentenversicherung wird aus allen bisherigen Versicherungszeiten berechnet, ggf. mit einer „Hochrechnung“ mittels einer Zurechnungszeit, sofern Ihre Mutter das 62. Lebensjahr noch nicht vollendet hatte.
Zur Bestimmung der Größenordnung der Witwerrente könnten Sie die letzte Rentenauskunft bzw. Renteninformation Ihrer Mutter anschauen, sofern Ihnen eine solche vorliegt. Der dortige Wert zur Erwerbsmindeurngsrente ist maßgebend, davon 60 bzw. 55 % sind der Bruttobetrag der Witwerrente. Davon gehen dann noch Kranken- und Pflegeversicherung ab.
Ein erneute Anrechnung des Einkommens erfolgt nicht, da dieses bereits bei der gesetzlichen Unfallwitwerrente angerechnet wurde (§ 97 SGB VI).
Allerdings wird die Witwerrente der gesetzlichen Rentenversicherung gekürzt, sofern diese Rente und die Witwerrente der gesetzlichen Unfallversicherung in der Summe einen bestimmten Grenzbetrag überschreiten (§ 93 SGB VI). Das kann ggf. dazu führen, dass die Witwenrente der gesetzlichen Rentenversicherung auf Null gekürzt wird, d.h. nicht gezahlt wird.
Da die DRV für diese Berechnung die Daten der Unfallwitwerrente benötigt, kann diese den Witwerrentenbescheid aus der gesetzlichen Rentenversicherung nicht vor dem Witwerrentenbescheid der UV (VBG) erstellen.
Im Antrag bei der DRV geben Sie bitte daher auch an, dass ein Antrag auf eine gesetzliche Unfallwitwerrente beantragt wurde.
3. VBL
Hier gilt das Satzungsrecht der VBL, die dortige Rente wird u.a. von der Witwerrentenberechnung der DRV beeinflusst. Deshalb sollten Sie nach Erhalt eine Kopie der Rentenbescheide der DRV und ggf. auch den der UV (VBG) nachreichen. Zur Höhe der Rente aus der VBL können ggf. andere Forenteilnehmer Auskunft geben.
https://www.vbl.de/de/app/media/container/_e95mqv3u.html
Eigene Rentenansprüche
Sollten Sie das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und noch eine Ausbildung / ein Studium absolvieren , so könnten ggf. Waisenrentenansprüche bei den genannten 3. Stellen bestehen, diese müssten von Ihnen dann auch beantragt werden…
ich mag Ihre Beiträge, die unaufgeregt das letzte Detail darstellen!
Es ist richtig, meine Mama war seid 1981 im öffentlichen Dienst beschäftigt.
Ich durchforste weiter die Unterlagen, um die Zusammenhänge mit dem vorliegenden Erwerbsminderungsrentenbescheid meines Vaters und dem Krankengeld zu verstehen.
Der Arbeitsunfall meines Vaters war bereits im Feb. 2014, daher ist die Akte mit der BG in seinem Fall sehr dick. Gutachter, Reha und diverse OP`s an der Wirbelsäule.
Das Landesamt für Gesundheit uns Soziales hat mit Bescheid von 10/2016, den Grad seiner Behinderung auf 50 eingestuft. Ihm würde eine lachhafte Erwerbsminderungsrente zustehen, welche aber nicht gezahlt wird, da sein Krankengeld mit 674 € über dem Betrag ist. Warum er als anerkannter Rentner (Rentenausweis hat er sich laminiert) Krankengeld bezieht, erschließt sich mir nicht.
Mein Vater brauchte sích bis dato damit nicht beschäftigen und mir fehlt die Erfahrung, daher war ich froh dieses Forum gefunden zu haben.
Ich habe heute für ihn den Mitgliedsantrag beim VdK ausgefüllt, in der Hoffnung da Hilfe zu bekommen.
bezüglich der Berechnung der Ansprüche kann ich nur auf die Ausführungen von zelda verweisen.
Bei diesem Sachverhalt, bei dem Renten von drei unterschiedlichen Stellen gezahlt werden, denen auch noch jeweils ein unterschiedliches Recht zugrunde liegt, ist online nur eine allgemeine Auskunft möglich.
Letztlich sollten Sie abwarten, bis Ihrem Vater alle Bescheide vorliegen.
Sollten dann dazu Fragen zum Rentenbescheid der Deutschen Rentenversicherung bestehen, kann Ihr Vater bei einer unserer Auskunft- und Beratungsstellen einen Termin vereinbaren und sich den Bescheid erklären lassen. Oder er stellt Ihnen eine entsprechende Vollmacht aus.
... 1. UV- Witwerrente
Hier gilt das SGB VI, zur Berechnung schauen Sie dort bitte in den § 65. ...
Kleine Korrektur: zur Unfallrente schauen Sie bitte im SGB VII nach.
Ansonsten: chapeau, zelda!
Zitat: "Zusammenhänge mit dem vorliegenden Erwerbsminderungsrentenbescheid meines Vaters und dem Krankengeld zu verstehen."
Ihr Vater bekommt kein Krankengeld, sondern Verletztengeld von der BG, welches über die KK ausgezahlt wird.
Verletztengeld wird gezahlt bis über die eigene BG Rente ihres Vaters entschieden ist.
Das Verletztengeld ist wiederum anzurechnendes EK auf die EM Rente und auch die Witwerrente der DRV.
Wenn schon die ganzen Rentengeschichten verwirrend sind, warten Sie erst mal auf die Steuererklärung für 2016, ich würde mir rechtzeitig dafür einen guten Steuerberater suchen.