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Timestamp: 2019-03-22 12:21:17
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Matched Legal Cases: ['§ 14', '§ 1', '§ 13', '§ 16', '§ 18', '§ 22', '§ 27', '§ 28', '§ 30', '§ 1', '§4', '§ 2', '§ 4', '§ 3', '§ 4', '§28', '§ 5', '§ 6', '§ 7', '§ 28', '§ 13']

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Teil 1: Laut-Buchstaben-Zuordnungen
Anmerkung: Gelegentlich verwendete Lautschrift- und andere Sonderzeichen werden in dieser HTML-Version nicht korrekt wiedergegeben.
Kurzer Kommentar: Das Reformregelwerk enthält in diesem Teil recht breite Ausführungen über Ausnahmen von den gewöhnlichen Laut-Buchstaben-Zuordnungen, sogar bezüglich dem an sich uferlosen Fremdwörterbereich, aber auch betreffs der ä/e-Frage, die allerdings auf Regelwerkebene für den Anwender noch keine schlüssige Auskunft bieten. Denn für die festen oder teils auch varianten Zuordnungen wird kein festes, durchgängiges Prinzip formuliert. Das ist speziell deswegen problematisch, weil hier von den Reformern vereinzelt Schreibweisen gegenüber dem bisherigen Gebrauch verändert wurden, der Anwender also generell nicht von gewohnten Schreibungen ausgehen darf. Sehr anschaulich tritt dieser Mangel im Wortlaut der §§ 14 und 15 hervor. Die "wenigen Wörter" aus dem Regeltext sind anscheinend doch nicht so wenige, daß sie gleich alle genannt werden - welche mag es außerdem noch geben? Es gilt also nach wie vor, daß in solchen Fällen Gewißheit nur ein Nachschlagen im Wörterbuch geben kann. Aus diesem Grund vermeidet es Ickler, für Bereiche, in denen Unregelmäßigkeiten vorliegen, Scheinregeln anzubieten, die nur auf (u. U. nicht näher erörterte) Einzelfälle anwendbar wären.
reformierte Rechtschreibung (amtliche Fassung) herkömmliche Rechtschreibung (formuliert von Th. Ickler)
A	Laut-Buchstaben-Zuordnungen
In manchen Fällen werden durch verschiedene Laut-Buchstaben-Zuordnungen gleich lautende Wörter unterschieden (zum Beispiel malen Ø mahlen, leeren Ø lehren).
a) zitierte fremdsprachige Wörter und Wortgruppen (zum Beispiel: Die Engländer nennen dies “one way mind”);
1	Vokale
1.1	Grundlegende Laut-Buchstaben-Zuordnungen
§ 1 Als grundlegend im Sinne dieser orthographischen Regelung gelten die folgenden Laut-Buchstaben-Zuordnungen.
(1) Kurze einfache Vokale Laute Buchstaben Beispiele
ab, Alter, warm, Bilanz
enorm, Endung, helfen, fett, penetrant, Prozent
Atem, Ballade, gering, nobel
immer, Iltis, List, indiskret, Pilot
[�], [o]
ob, Ort, folgen, Konzern, Logis, Obelisk, Organ
[¿], [O]
öfter, Öffnung, wölben, Ökonomie
[U], [u]
unten, Ulme, bunt, Museum
[Y], [y]
Küste, wünschen, Püree
(2) Lange einfache Vokale Laute Buchstaben Beispiele
artig, Abend, Basis
edel, Efeu, Weg, Planet
äsen, Ära, Sekretär
(in einheimischen Wörtern:) Liebe, Dieb
oben, Ofen, vor, Chor
öde, Öfen, schön
Ufer, Bluse, Muse, Natur
üben, Übel, fügen, Menü, Molekül
(3) Diphthonge Laute Buchstaben Beispiele
eigen, Eile, beiseite, Kaleidoskop
auf, Auge, Haus, Audienz
euch, Eule, Zeuge, Euphorie
1.2	Besondere Kennzeichnung der kurzen Vokale
Ebbe; Paddel; schlaff, Affe; Egge; generell, Kontrolle; schlimm, immer; denn, wann, gönnen; Galopp, üppig; starr, knurren; Hass, dass (Konjunktion), bisschen, wessen, Prämisse; statt (Ø Stadt), Hütte, Manschette
(2) die fremdsprachigen Suffixe -ik und -it, die mit kurzem, aber auch mit langem Vokal gesprochen werden können, zum Beispiel:
(5) Wörter mit den nicht mehr produktiven Suffixen -d, -st und -t, zum Beispiel:
(2) die Suffixe -in und -nis sowie die Wortausgänge -as, -is, -os und -us, wenn in erweiterten Formen dem Konsonanten ein Vokal folgt, zum Beispiel:
Ärztin - Ärztinnen, Königin - Königinnen
Beschwernis - Beschwernisse, Kenntnis - Kenntnisse
Ananas - Ananasse, Ukas - Ukasse
Iltis - Iltisse, Kürbis - Kürbisse
Albatros - Albatrosse, Rhinozeros - Rhinozerosse
Diskus - Diskusse, Globus - Globusse
E: In Zusammensetzungen mit fremdsprachigen Präfixen wie ad-, dis-, in-, kon-/con-, ob-, sub- und syn- ist deren auslautender Konsonant in manchen Fällen an den Konsonanten des folgenden Wortes angeglichen, zum Beispiel: Affekt, akkurat, Attraktion (vgl. aber Advokat, addieren); ebenso: Differenz, Illusion, korrekt, Opposition, suggerieren, Symmetrie
1.3	Besondere Kennzeichnung der langen Vokale
ah:	nahen, bejahen (aber ja)
eh:	Darlehen, drehen
uh:	Kuh (wegen Kühe), Ruhe, Schuhe
äh:	fähig, Krähe, zäh (Ausnahme säen)
öh:	Höhe (Ausnahme Bö, trotz Böe, Böen)
üh:	früh (wegen früher)
gedeihen, Geweih, leihen (Ø Laien), Reihe, Reiher, seihen, verzeihen, weihen, Weiher; aber sonst: Blei, drei, schreien
ah:	Dahlie, lahm, ahnen, Bahre
eh:	Befehl, benehmen, ablehnen, begehren
oh:	hohl, Sohn, bohren
uh:	Pfuhl, Ruhm, Huhn, Uhr
äh:	ähneln, Ähre
öh:	Höhle, stöhnen, Möhre
üh:	fühlen, Bühne, führen
E1: Zu unterscheiden sind gleich lautende, aber unterschiedlich geschriebene Wortstämme wie: Mahl Ø Mal, mahlen Ø malen, Sohle Ø Sole; dehnen Ø denen; Bahre Ø Bar, wahr Ø er war, lehren Ø leeren, mehr Ø Meer, Mohr Ø Moor, Uhr Ø Ur, währen Ø sie wären
E3: In Fremdwörtern steht bis auf wenige Ausnahmen wie Allah, Schah
kein h.
Aal, Aas, Haar, paar, Paar, Saal, Saat, Staat, Waage
Beere, Beet, Fee, Klee, scheel, Schnee, See, Speer, Tee, Teer; außerdem eine Reihe von Fremdwörtern mit ee im Wortaus- gang wie: Armee, Idee, Kaffee, Klischee, Tournee, Varietee
1.4	Umlautschreibung bei [E]
§ 13 Für kurzes [E] schreibt man ä statt e, wenn es eine Grundform mit a gibt.
E2: Für langes [e:] und langes [E:], die in der Aussprache oft nicht unterschieden werden, schreibt man ä, sofern es eine Grundform mit a gibt, zum Beispiel: quälen (wegen Qual). Wörter wie sägen, Ähre (Ø Ehre), Bär sind Ausnahmen.
E: Zu unterscheiden sind gleich lautende, aber unterschiedlich geschriebene Wörter wie: Äsche Ø Esche; Färse Ø Ferse; Lärche Ø Lerche
1.5	Umlautschreibung bei [�Y]
§ 16 Für den Diphthong [�Y] schreibt man äu statt eu, wenn es eine Grundform mit au gibt.
1.6	Ausnahmen beim Diphthong [aI]
§ 18 In wenigen Wörtern schreibt man den Diphthong [aI] ausnahmsweise ai.
E: Zu unterscheiden sind gleich lautende, aber unterschiedlich geschriebene Wortstämme wie: Bai Ø bei; Laib Ø Leib; Laich Ø Leiche; Laie, Laien Ø leihen; Saite Ø Seite; Waise Ø Weise, weisen
1.7	Besonderheiten beim e
1.8	Spezielle Laut-Buchstaben-Zuordnungen in Fremdwörtern
Butler, Cup, Make-up, Slum Eklat, Etat
Action, Camping, Fan, Gag Airbus, Chaiselongue, fair, Flair, Saison
é er et ai
Abbé, Attaché, Lamé Atelier, Bankier, Premier Budget, Couplet, Filet Cocktail, Container
y ea ee
Baby, City, Lady, sexy Beat, Dealer, Hearing, Jeans, Team Evergreen, Spleen, Teenager
au eau ot
Chaussee, Chauvinismus Niveau, Plateau, Tableau Depot, Trikot
adieu, Milieu; häufig in den Suffixen -eur, -euse: Ingenieur, Souffleuse
Laute [U], [u], [u:]
Buchstaben oo ou
Beispiele Boom, Swimmingpool Journalist, Rouge, Route, souverän
[Y],[y], [y:]
Analyse, Hymne, Physik, System, Typ; auch in den Präfixen dys- (Ø dis-), hyper-, hypo-, syl-, sym-, syn-: dysfunktional, hyperkorrekt, Hypozentrum, Syllogismus, Symbiose, synchron
[ âA], [ âA:]
an ant en ent
Branche, Chance, Orange, Renaissance, Revanche Avantgarde, Pendant, Restaurant engagiert, Ensemble, Entree, Pendant, Rendezvous Abonnement, Engagement
[ âE], [ âE:]
ain eint in
Refrain, Souterrain, Terrain Teint Bulletin, Dessin, Mannequin
[ â�], [ â�:]
Annonce, Chanson, Pardon
[ â¿], [ â¿:]
Couch, Countdown, Foul, Sound Clown, Countdown, Cowboy, Power(play)
i igh y
Lifetime, Pipeline Copyright, high, Starfighter Nylon, Recycling
Boy, Boykott
Memoiren, Repertoire, Reservoir, Toilette
ai - ä
Drainage - Dränage, Mayonnaise - Majonäse, Mohair - Mohär, Polonaise - Polonäse
é - ee
Bouclé - Buklee, Doublé - Dublee, Exposé - Exposee Café - Kaffee (mit Bedeutungsdifferenzierung), Kommuniqué - Kommunikee, Varieté - Varietee
[U], [u], [u:]
Bravour - Bravur, Bouquet - Buket(t), Doublé - Dublee, Coupon - Kupon, Nougat - Nugat
2	Konsonanten
2.1	Grundlegende Laut-Buchstaben-Zuordnungen
§ 22 Als grundlegend im Sinne dieser orthographischen Regelung gelten die folgenden Laut-Buchstaben-Zuordnungen.
backen, Baum, Obolus, Parabel
ich, Bücher, lynchen; ach, Rauch
danken, Druck, leiden, Mansarde
fertig, Falke, Hafen, Fusion
gehen, Gas, sägen, Organ, Eleganz
hinterher, Haus, Hektik, Ahorn, vehement
ja, Jagd, Boje, Objekt
Kiste, Haken, Flanke, Majuskel, Konkurs
laufen, Laut, Schale, lamentieren
machen, Mund, Lampe, Maximum
nur, Nagel, Ton, Natur, nuklear
Gang, Länge, singen, Zange
packen, Paste, Raupe, Problem
[r], [{], [Ò]
rauben, Rampe, hören, Zitrone
skurril, Skandal, Hast, hopsen
sagen, Seife, lesen, Laser
scharf, Schaufel, rauschen
tragen, Tür, fort, Optimum
wann, Wagen, Möwe
quälen, Quelle, liquid, Qualität
xylographisch, Xenophobie, boxen, toxisch
zart, Zaum, tanzen, speziell, Zenit
Konsonant am Silbenende usw.
Konsonant am Silbenanfang
Lob, löblich, du lobst
Lobes, belobigen (aber Isotop - Isotope)
trüb, trübselig, eingetrübt
trübe, eintrüben (aber Typ - Typen)
Rad, Radumfang
Rades, rädern (aber Rat - Rates)
absurde, Absurdität (aber Gurt - Gurte)
Sieg, siegreich, er siegt
siegen (aber Musik - musikalisch)
Trug, er betrog, Betrug
betrügen (aber Spuk - spuken)
gläubige (aber Plastik - Plastiken)
Möwe (aber Öfchen - Ofen)
naiv, Naivling, Naivheit
Naive, Naivität (aber er rief - rufen)
Preis, preislich, preiswert
Preise (aber Fleiß - fleißig)
Haus, häuslich, behaust
Häuser (aber Strauß - Sträuße)
E 2: Bei einer kleinen Gruppe von Wörtern ist es nicht oder nur schwer möglich, eine solche Erweiterung durchzuführen oder eine Beziehung zu verwandten Wörtern herzustellen. Man schreibt sie trotzdem mit b, d, g bzw. s, zum Beispiel: ab, Eisbein (Eis - Eises), flugs (Flug), Herbst, hübsch, jeglich, Jugend, Kies (Kiesel), Lebkuchen, morgendlich, ob, Obst, Plebs (Plebejer), preisgeben, Rebhuhn, redlich (Rede), Reis (Reisig), Reis (= Korn; Reise fachsprachlich = Reissorten; aber Grieß), ihr seid (Ø seit), sie sind, und, Vogt, weg (Weges), weissagen (weise)
2.3	Besonderheiten bei [s]
2.4	Besonderheiten bei [S]
§ 27 Für den Laut [S] am Anfang des Wortstammes vor folgendem [p] oder [t] schreibt man s statt sch.
2.5 Besonderheiten bei [N]
§ 28 Für den Laut [N] vor [k] oder [g] im Wortstamm schreibt man n statt ng.
privat, Revolution, Universität, Virus, zivil, Malve, Vase; Suffix bzw. Endung -iv, -ive: Aktivität, die Detektive, Motivation; Initiative, Perspektive
2.8	Spezielle Laut-Buchstaben-Zuordnungen in Fremdwörtern
Atmosphäre, Metapher, Philosophie, Physik
c ch qu
Clown, Container, Crew Chaos, Charakter, Chlor, christlich Mannequin, Queue
Rhapsodie, Rhesusfaktor Dessert, Kuvert, Ressort
Annonce, Chance, City, Renaissance, Service
Champignon, Chance, charmant, Chef Geisha, Sheriff, Shop, Shorts
Genie, Ingenieur, Loge, Passagier, Regime; auch im Suffix -age: Blamage, Garage Jalousie, Jargon, jonglieren, Journalist
Ethos, Mathematik, Theater, These
Virus, zivil (vgl. § 30)
Gentleman, Gin, Manager, Teenager Jazz, Jeans, Jeep, Job, Pyjama
[lj] / [j]
Billard, Bouillon, brillant, Guerilla, Medaille, Pavillon, Taille
Champagner, Kampagne, Lasagne
c t (vor [i] + Vokal)
Aceton, Celsius, Cellophan sehr häufig im Suffix -tion; außerdem häufig in Fällen wie -tie, -tiell, -tiös: Funktion, Nation, Produktion; Aktie, partiell, infektiös
Laute [tS]
Buchstaben c ch ge, dge
Beispiele Cello, Cembalo Chip, Coach, Ranch College, Bridge
-photo- - -foto-, zum Beispiel Photographie - Fotografie -graph- - -graf-, zum Beispiel Graphik - Grafik -phon- - -fon-, zum Beispiel Mikrophon - Mikrofon Delphin - Delfin, phantastisch - fantastisch
Ghetto - Getto, Joghurt - Jogurt, Spaghetti - Spagetti
Yacht - Jacht, Yoga - Joga, Mayonnaise - Majonäse
c - k qu - k
Calcit - Kalzit, Caritas - Karitas, Code - Kode, codieren - kodieren, circa - zirka Bouquet - Buket(t), Kommuniqué - Kommunikee
Katarrh - Katarr, Myrrhe - Myrre
c - ss, ß
Facette - Fassette, Necessaire - Nessessär, Sauce - Soße
ch - sch
Anchovis - Anschovis, Chicorée - Schikoree, Sketch - Sketsch
Kathode - Katode, Panther - Panter, Thunfisch - Tunfisch
c - z t - z (vor [i] + Vokal)
Acetat - Azetat, Calcit - Kalzit, Penicillin - Penizillin, circa - zirka pretiös - preziös, Pretiosen - Preziosen; potentiell - potenziell (wegen Potenz), substantiell - substanziell (wegen Substanz)
1. Die Buchstaben und ihre Verbindungen: einige Besonderheiten
§ 1 Die Buchstaben
Das Deutsche wird mit den 26 Buchstaben des lateinischen Alphabets geschrieben; hinzu kommen die Umlautbuchstaben ä, ö, ü und das Zeichen ß. Bis auf ß gibt es alle Buchstaben als Klein- und als Großbuchstaben. Aus technischen Gründen können die Zeichen ä, ö und ü durch ae, oe und ue ersetzt werden; statt ß kann ss stehen (vgl §4, Anm.). In Wörtern aus anderen Sprachen kommen Sonderzeichen vor.
§ 2 Buchstaben und Laute
(1) Grundsätzlich werden die Wörter der gesprochenen Sprache zum Zwecke der Verschriftung in so viele Abschnitte – sogenannte „Laute“ – zerlegt, daß sie durch ebenso viele Buchstaben wiedergegeben, d. h. voneinander unterschieden werden können.
(2) Für einige Laute stehen keine besonderen Einzelbuchstaben zur Verfügung. Die Schrift behilft sich hier mit Buchstabenverbindungen: ch steht für den ach/ich-Laut [x]/[ç], sch steht für [‘], ng für [4]. Die Ligatur ß (= ss) wird in bestimmten Positionen zur Bezeichnung des stimmlosen [s] mitverwendet (s. § 4): reißen.
(3) Die Einzelbuchstaben x und z stehen für die Konsonantenverbindungen [ks] bzw. [ts]. Die Buchstabenverbindung qu gibt die Konsonantenverbindung [kv] wieder, chs steht manchmal für [ks]. In Fremdwörtern gelten besondere Zuordnungen.
(4) Vor p und t wird der Anlaut [‘] durch s statt sch wiedergegeben: Spiel, Spreu, Stein, Stroh.
(5) Die Länge und Kürze der Vokale wird nicht am Vokalbuchstaben selbst erkennbar, sondern – wenn überhaupt – an seiner Umgebung, nämlich Dehnungsbuchstaben für die Länge, Verdoppelung des nachfolgenden Konsonantenbuchstabens für die Kürze. Im allgemeinen werden Konsonanten doppelt geschrieben, wenn sie zu zwei Silben gleichzeitig gehören („Silbengelenk“); dann ist der vorhergehende Vokal kurz. ch, ng und sch werden nicht verdoppelt.
§ 3 Stammschreibung
Die Wiedergabe der Laute wird ferner durch die sogenannte Stammschreibung durchkreuzt. Sie besteht darin, zusammengehörige Wörter und Wortformen ungeachtet systematischer Lautabwandlungen möglichst ähnlich zu schreiben. So wird die Auslautverhärtung im Schriftbild ignoriert: Rad (gesprochen [ra:t]) wegen Rades, Räder usw. Die weitverbreitete spirantische Aussprache des Wortausgangs -ig [iç] wird in der Schrift nicht wiedergegeben: König, fertig. Zur Stammschreibung gehört auch die Umlautschreibung: kälter wegen kalt, Häuser wegen Haus. Die Verdoppelung von Konsonantenbuchstaben als Zeichen für Silbengelenke bleibt in anderen Formen erhalten, auch wenn kein Silbengelenk mehr vorliegt: stammt wegen stammen. Bei vielen Wörtern tritt die Verdoppelung erst in Formen mit größerer Silbenzahl auf: Erlebnisse (aber Erlebnis), Ärztinnen (aber Ärztin); Asse (As), Busse (Bus) u. a.
§ 4 Das Zeichen ß
Das Zeichen ß wird erstens als Einzelbuchstabe zur Wiedergabe des stimmlosen [s] nach langen Vokalen und Diphthongen verwendet, wenn noch ein Vokal folgt; infolge der Stammschreibung auch vor dem t eines Suffixes und am Silbenende: Straße, außen; grüßen, grüßt, Gruß; heißen, heißt.
Zweitens wird ß als typographische Variante von ss verwendet, und zwar am Silbenende und vor konsonantisch anlautenden Suffixen: haßt, gehaßt, häßlich, Haß, haßerfüllt (zu hassen). Zur Unterscheidung von das schreibt man auch die Konjunktion daß mit ß.
Anm.: Bei durchgehender Verwendung von Großbuchstaben unterbleibt die Ersetzung von SS durch ß: SCHLOSSSTRASSE; in Personennamen kann es um der Eindeutigkeit willen erhalten bleiben: JOHANN WEIß. Zur Worttrennung vgl. §28.
§ 5 Das Zeichen ck
Das Zeichen ck steht für kk und wird bei der Worttrennung entsprechend aufgelöst: Zuk-ker. Nur in einigen Fremdwörtern schreibt man kk: Sakko.
§ 6 Das stumme h
Der Buchstabe h wird ohne eigenen Lautwert nicht nur als Dehnungszeichen, sondern auch zur Kennzeichnung der Silbengrenze mitverwendet: stehen, Kühe. Wegen der Stammschreibung bleibt es auch in anderen Positionen erhalten: steht, Kuh usw.
§ 7 Einsparung von Buchstaben
(1) Die Verdoppelung und Verdreifachung von Buchstaben, die sich bei Beugung, Ableitung und Zusammensetzung regelhaft ergibt, wird in einigen Fällen vermieden. Man schreibt du reist (zu reisen), Hoheit, Schlüsselein. Drei gleiche Konsonantenbuchstaben, die sich bei Zusammensetzungen ergeben würden, werden auf zwei reduziert, wenn kein weiterer Konsonant folgt: Schiffahrt, aber Sauerstoffflasche. (Zur Worttrennung s. § 28.) Drei gleiche Vokalbuchstaben werden entweder vereinfacht (Seen) oder durch einen Bindestrich entzerrt: See-Elefant, vgl. § 13 (7). In Fällen wie Knie[e], spie[e]st und geschrie[e]n kann man vereinfachen oder die gewünschte Silbenzahl durch unverkürzte Schreibung kenntlich machen.
(2) Umlautbuchstaben werden nicht verdoppelt: Saal – Säle, Boot – Bötchen.