Source: https://studylibde.com/doc/2085387/drw---r%C3%B6ntgen
Timestamp: 2020-06-07 09:49:21
Document Index: 279945982

Matched Legal Cases: ['§ 81', '§ 16', '§ 81', '§ 16', '§ 81', '§ 16', '§ 81', '§ 16', '§ 16', '§ 81', '§ 17', '§ 83', '§\n3', '§\n28', '§ 3', '§ 3']

DRW - Röntgen
Bekanntmachung der diagnostischen Referenzwerte für radiologische und nuklearmedizinische Untersuchungen
Die Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) vom 20. Juli 2001 (BGBl. I S.1714), geändert durch Artikel 2 der Verordnung zur Änderung der Röntgenverordnung und anderer atomrechtlicher Verordnungen vom 18. Juni 2002 (BGBl. I S. 1869, 1903) und die
Röntgenverordnung (RöV)) vom 8. Januar 1987 (BGBl.I S. 114) in der Fassung der
Bekanntmachung vom 30. April 2003 (BGBl. I. S. 604) sehen in § 81 Abs. 2 Satz 1
StrlSchV und in § 16 Abs. 1 Satz 3 vor, dass bei der ärztlichen Untersuchung von
Menschen diagnostische Referenzwerte zu Grunde zu legen sind. Auf der Grundlage
des § 81 Abs. 2 Satz 3 StrlSchV und des § 16 Abs. 1 Satz 2 werden die diagnostischen Referenzwerte in Tabellen für folgende Untersuchungsbereiche bekannt gemacht:
Diagnostische Referenzwerte für Röntgenaufnahmen bei Erwachsenen
Diagnostische Referenzwerte für Durchleuchtungsuntersuchungen
Diagnostische Referenzwerte für CT-Untersuchungen bei Erwachsenen
Diagnostische Referenzwerte für pädiatrische Röntgenaufnahmen
Diagnostische Referenzwerte für häufige und dosisintensive nuklearmedizinische Untersuchungsverfahrenen
Weitere Ausführungen zu Grundlagen, zur Röntgendiagnostik und zur nuklearmedizinischen Diagnostik dienen der Erläuterung der diagnostischen Referenzwerte und
enthalten Hinweise für deren Anwendung.
Salzgitter, den 10. Juli 2003
PD Dr. G. Brix
-2 Tab. 1: Diagnostische Referenzwerte für Röntgenaufnahmen bei Erwachsenen
Dosis-FlächenProdukt
[cGy x cm ]
Schädel ap/pa*
Schädel lat**
(cc und mlo)***
mlo: medio-lateral-oblique
Tab. 2: Diagnostische Referenzwerte für Durchleuchtungsuntersuchungen bei
[Gy x cm2]
Phlebographie Bein-Becken
Arteriographie Becken-Bein
PTCA**
Perkutane Transluminare Angioplastie
Perkutane Transluminare Card-Angioplastie
Tab. 3: Diagnostische Referenzwerte für CT- Untersuchungen bei Erwachsenen
CTDIw *
Gesichtsschädel/Nasennebenhöhlen**
Lendenwirbelsäule***
CTDIw : gewichteter CT-Dosisindex
Hauptindikation für diese Untersuchungsart ist die Abklärungsdiagnostik bei
Sinusitis. Im Rahmen der Frakturdiagnostik können höhere Werte erforderlich
im Rahmen der Bandscheibendiagnostik
Tab. 4: Diagnostische Referenzwerte für pädiatrische Röntgenuntersuchungen
anterior-posterior /
Frühgeborene (ca. 1000 g)
Neugeborene (ca. 3000 g)
10  2 Monate
5  2 Jahre
10  2 Jahre
Miktions-Cysto-Urographie
Bei Verwendung moderner Geräte mit gepulster Durchleuchtung und
einem Zusatzfilter von 0,1 mm Kupfer sind deutlich niedrigere Werte
erreichbar und anzustreben.
Tab. 5: Diagnostische Referenzwerte für häufige und dosisintensive nuklearmedizinische Untersuchungsverfahren
Schilddrüse Szintigraphie
- benigne Erkrankungen
[99mTc]Pertechnetat
[99mTc]MDP,-DPD,-HDP
[99mTc]Sestamibi, [99mTc]Tetrofosmin
- Zweitagesprotokoll
- Eintagesprotokoll
[ Tl]Chlorid
Perfusion/Vitalität
DRW (MBq)
[99mTc]Erythrozyten
[ Tc]MAG3
[99mTc]DTPA
[99mTc]DMSA
[99mTc]MAA
[ Tc]Aerosol
Glukose-Uptake
- 2D Modus
* im Vernebler
Bruchteile der zu verabreichenden Erwachsenen-Aktivität bei Kindern
unterschiedlichen Körpergewichts
Bruchteil der zu verabreichenden
Erwachsenenaktivität
Das Bundesamt für Strahlenschutz hat auf der Grundlage des § 81 Abs. 2 Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) und des § 16 Abs. 1 Röntgenverordnung (RöV) diagnostische Referenzwerte zu erstellen und zu veröffentlichen. Bei der Erstellung dieser
Referenzwerte waren die Strahlenschutzkommission und Fachkreise beteiligt. Die
Referenzwerte sind bei der Anwendung radioaktiver Stoffe oder ionisierender Strahlung bei ärztlichen Untersuchungen des Menschen zu Grunde zu legen (§ 81 Abs. 2
StrlSchV, § 16 Abs. 1 Satz 3 RöV).
Die Internationale Strahlenschutzkommission (ICRP) weist in Ihrer Veröffentlichung
73 von 1996 [1] über "Strahlenschutz und Sicherheit in der Medizin" auf die große
Bedeutung der beiden Strahlenschutzgrundsätze "Rechtfertigung" und "Optimierung"
bei medizinischen Expositionen hin, weil Dosisgrenzwerte hier keine Anwendung finden. Danach müssen alle medizinischen Untersuchungen und Behandlungen, die mit
einer Exposition durch ionisierende Strahlung verbunden sind, sowohl auf allgemeiner wie individueller Ebene gerechtfertigt sein, d.h. der durch die Untersuchung zu
erwartende Nutzen muss das Strahlenrisiko überwiegen. Das grundsätzliche Ziel der
Optimierung ist danach, den Netto-Nutzen zu maximieren. Die ICRP stellt in diesem
Zusammenhang fest, dass auf die Strahlenquelle bezogene Dosisschranken, deren
Bedeutung für die berufliche Strahlenexposition und die Exposition der Bevölkerung
unbestritten ist, für die medizinische Exposition von Patientinnen und Patienten kein
geeignetes Mittel des Strahlenschutzes sind. Die ICRP betont jedoch, dass " eine gewisse Begrenzung der Exposition in der medizinischen Diagnostik notwendig" ist und
empfiehlt die Anwendung diagnostischer Referenzwerte (DRW). Sie beschreibt DRW
als Werte einer messbaren Größe, die dazu dienen, Situationen zu erkennen, in denen die Patientendosis oder die verabreichte Aktivität ungewöhnlich hoch ist. DRW
sind demnach Schwellenwerte einer Dosis- bzw. Aktivitätsgröße, oberhalb derer die
Ursache für ihre Überschreitung gesucht werden muss und Abhilfemaßnahmen in
Erwägung zu ziehen sind.
Die ICRP empfiehlt die Erstellung von DRW in Form einer leicht messbaren Größe für
häufige diagnostische Untersuchungsarten und für allgemein definierte Gerätetypen.
Die DRW sollen in regelmäßigen zeitlichen Abständen überprüft und aktualisiert werden. Wenn festgestellt wird, dass bei einigen Verfahren beständig zu hohe Dosiswerte auftreten bzw. zu hohe Aktivitäten appliziert werden, die deutlich über den DRW
liegen, solle vor Ort eine Überprüfung der Geräte und der diagnostischen Verfahren
vorgenommen werden, um festzustellen, ob der Strahlenschutz in angemessener
Weise optimiert ist.
Die Europäische Kommission hat das ICRP-Konzept der DRW als ein Mittel der Optimierung im Strahlenschutz aufgegriffen und in der Richtlinie 97/43/EURATOM "Über
den Gesundheitsschutz von Personen gegen die Gefahren ionisierender Strahlung bei
medizinischer Exposition" [2] (kurz: Patientenschutzrichtlinie) verankert. Dadurch
-8 sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, dieses Konzept in nationales Strahlenschutzrecht
Mit der neuen Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) [4] vom 20. Juli 2001 und der
Novellierung der Röntgenverordnung (RöV) [5] vom 18. Juni 2002 wurde das Konzept der DRW auch in Deutschland in die nuklearmedizinische Diagnostik bzw. die
Röntgendiagnostik eingeführt und damit das Konzept der europäischen Patientenschutzrichtlinie in nationales Recht überführt.
Die europäische Patientenschutzrichtlinie definiert DRW als „Dosiswerte bei strahlen-
diagnostischen medizinischen Anwendungen oder – im Falle von Radiopharmaka –
Aktivitätswerte für typische Untersuchungen an einer Gruppe von Patienten mit
Standardmaßen oder an Standardphantomen für allgemein definierte Arten von Ausrüstung. Bei Anwendung guter üblicher Praxis wird erwartet, dass diese Werte bei
Standardverfahren nicht überschritten werden."
In einer Leitlinie über DRW [3] gab die Europäische Kommission 1999 schließlich
konkrete Empfehlungen zur Einführung der DRW heraus. Danach sind einheitliche
DRW in der Europäischen Union zu bevorzugen. DRW für ein Phantom sollen nur
dann festgelegt werden, wenn dieses Phantom überall verfügbar ist und Konversionsfaktoren von der Phantomdosis zur Patientendosis existieren, wie z.B. in der
Röntgen-Mammographie. Standardpatienten werden als Patienten mit einem Gewicht
von 70 ± 3 kg definiert. Der Mittelwert der Dosis über viele unselektierte Patienten,
minimal 10, wird als ein vernünftiger Ersatz für die Dosis eines Standardpatienten
angesehen. Nach Einführung der DRW sollen bei allen Anwendern und an allen Geräten periodische Ermittlungen erfolgen mit dem Ziel, die gemessenen Dosen bzw. applizierten Aktivitäten mit den DRW zu vergleichen.
In der RöV sind DRW definiert als "Dosiswerte für typische Untersuchungen mit
Röntgenstrahlung, bezogen auf Standardphantome oder auf Patientengruppen mit
Standardmaßen, mit für die jeweilige Untersuchungsart geeigneten Röntgeneinrichtungen und Untersuchungsverfahren". In § 16 Abs.1 RöV heißt es: "Als eine Grundlage für die Qualitätssicherung bei der Durchführung von Röntgenuntersuchungen in
der Heilkunde oder Zahnheilkunde erstellt und veröffentlicht das Bundesamt für
Strahlenschutz diagnostische Referenzwerte. Die veröffentlichten diagnostischen Referenzwerte sind bei der Untersuchung von Menschen zu Grunde zu legen ." Dem
entsprechend dienen die veröffentlichten DRW den Ärzten in der diagnostischen Radiologie als obere Richtwerte, und sie sind gehalten, die Untersuchung so zu optimieren, dass die DRW im Mittel nicht überschritten werden.
In der StrlSchV sind DRW definiert als "empfohlene Aktivitätswerte bei medizinischer
Anwendung radioaktiver Arzneimittel, für typische Untersuchungen an Standardphantomen oder Patientengruppen mit Standardmaßen für einzelne Gerätekategorien." In
§ 81 Abs.2 StrlSchV heißt es: "Bei der Untersuchung von Menschen sind diagnostische Referenzwerte zugrunde zu legen. Eine Überschreitung der diagnostischen Referenzwerte ist schriftlich zu begründen. Das Bundesamt für Strahlenschutz erstellt
und veröffentlicht die diagnostischen Referenzwerte." Im Gegensatz zur Röntgendi-
agnostik sind die DRW in der nuklearmedizinischen Diagnostik keine oberen Richtwerte, sondern "Optimalwerte". Sie geben die für eine gute Bildqualität notwendige
Aktivität an und sollen bei Standardverfahren und -patienten appliziert werden.
Den Ärztlichen Stellen fällt die Aufgabe zu, die Einhaltung der DRW bei der Patientenexposition zu überprüfen. Einzelheiten wird die Richtlinie „Ziele und Anforderungen an die ärztlichen und zahnärztlichen Stellen" enthalten. Die Ärztlichen Stellen
sind verpflichtet, jede beständige, ungerechtfertigte Überschreitung der DRW der
zuständigen Landesbehörde zu melden (§ 17a Abs. 1 Satz 3 Nr. 2 RöV bzw. § 83
Abs.1 Satz 4 Buchstabe b StrlSchV). Die Behörde kann daraufhin eine Überprüfung
vor Ort veranlassen oder selbst durchführen, um die Ursachen für die beständige
Überschreitung zu finden und zusammen mit den Ärztlichen Stellen Maßnahmen zur
Verringerung der Strahlenexposition zu empfehlen.
Die DRW stellen keine Grenzwerte für Patienten dar und gelten nicht für einzelne
individuelle Untersuchungen. Hintergrund ist, dass die Dosis einer Untersuchung
bzw. die applizierte Aktivität nicht nur von der technischen Durchführung der Untersuchung abhängt, sondern von vielen weiteren Faktoren, wie z.B. den Körpermaßen
bzw. dem Gewicht des Patienten, der von den individuellen Umständen beim Patienten abhängigen Schwierigkeit, die Untersuchung durchzuführen und die Diagnose zu
stellen, der Mitarbeit des Patienten, aber auch den Fähigkeiten und der Erfahrung
des untersuchenden ärztlichen Personals. Wenn aus einem dieser Gründe die Strahlenexposition bei einem Patienten höher liegt als der DRW für diese Untersuchung,
so ist das erklärbar und erfordert keine weiteren Konsequenzen. Entscheidend ist,
dass durch die Mittelwerte der Patientendosis bzw. der applizierten Aktivität die DRW
nicht überschritten bzw. eingehalten werden.
In der Röntgendiagnostik werden die DRW als Perzentile einer beobachteten Verteilung der mittleren Patientendosen verschiedener Anwender (z.B. die 75%-Perzentile)
und nicht als idealerweise erreichbare Werte festgelegt. In der Leitlinie [3] wird das
Dosis-Flächen-Produkt als die praktischste Messgröße für DRW empfohlen.
In Tab. 1 sind die DRW für Röntgenaufnahmen in verschiedenen Messgrößen angegeben, nämlich als Dosis-Flächen-Produkt (DFP), Einfalldosis und Oberflächendosis,
wobei die Werte den europäischen DRW entsprechen. Dies berücksichtigt, dass je
nach technischer Ausstattung der Röntgeneinrichtungen unterschiedliche Messgrößen
erfasst werden. Soweit bei Altgeräten die Patientenexposition nicht, wie dies nach §
3 Abs.3 Nr. 2 b RöV bei Neugeräten gefordert ist, direkt in einer dieser Dosisgrößen
angezeigt wird, ist auf die zur Ermittlung der Körperdosis erforderlichen und nach §
28 Abs.1 Satz 2 Nr. 6 RöV aufzuzeichnenden Daten zurückzugreifen. So kann nach
DIN 6809-7 die Einfalldosis aus den 4 Parametern Hochspannung (in kV), Strom-ZeitProdukt (in mAs), Fokus-Haut-Abstand und Filter berechnet werden. Dazu ist aller-
- 10 dings die Kenntnis der Dosisausbeutefunktion der Röhre (Dosis pro mAs im Normabstand als Funktion von kV und Filter) notwendig, über die sich der Betreiber der
Röntgeneinrichtung z.B. durch den Hersteller oder Sachverständige, etwa in Form
eines Diagramms, informieren lassen kann. Richtwerte für die Dosisausbeute in Diagrammform finden sich auch in DIN 6809-7. Gegebenenfalls muss nach § 3 Abs.3 Nr.
2 Buchstabe d RöV zur Beratung in Fragen der Patientendosimetrie auch ein Medizinphysik-Experte hinzugezogen werden. Die einfachste und letztlich auch billigste
Lösung für die Betreiber ist jedoch zweifellos die Nachrüstung des Röntgengeräts mit
einem DFP-Messgerät.
Bei der Mammographie, bei der die Dosisausbeute noch zusätzlich vom Anodenmaterial abhängt, muss die wie oben nach DIN 6809-7 ermittelte Einfalldosis zur Berechnung der Oberflächendosis (zum Vergleich mit dem DRW von 10 mGy) mit einem
Rückstreufaktor multipliziert werden, der für die Mammographie 1,09 beträgt. Alternativ können hier auch Messungen der Oberflächendosis am 46 mm PMMAPrüfkörper nach DIN 6868-7 (Konstanzprüfung Mammographie) durchgeführt werden. Für diese Messungen wird ein DRW von 12 mGy bei einer optischen Dichte von
1,6 festgelegt.
In Tab. 2 sind die DRW für Durchleuchtungsuntersuchungen als DFP-Werte angegeben. An Röntgeneinrichtungen, an denen diese Untersuchungsarten durchgeführt
werden, müssen DFP-Messgeräte bzw. -Anzeigen vorhanden sein. Zusätzlich sind für
die interventionellen Maßnahmen "Perkutane Transluminare Angioplastie" (PTA) und
"Perkutane Transluminare Card-Angioplastie" (PTCA) spezifische DRW für die Durchleuchtungszeiten angegeben.
Für die Computertomographie sind in Tab. 3 die DRW als Werte des gewichteten CTDosisindex (CTDIw) und des Dosis-Längen-Produkts (DLP) zusammengestellt. Bei
neuen CT-Geräten ist nach DIN EN 60601-2-44 die Anzeige des effektiven gewichteten CTDI (CTDIw,eff bzw. CTDIVol) an der Konsole obligatorisch. Daraus können dann
CTDIw und DLP wie folgt berechnet werden:
CTDI w  CTDI Vol  p
DLP   (CTDI Vol  L) i
p  TV N  h : pitch,
Tischvorschub pro Rotation,
Zahl der Schichten pro Rotation,
Schichtkollimation bei Datenaufnahme.
L  n  TV :
Zahl der Rotationen pro Scanserie,
Zahl der Scanserien einer Untersuchung,
über die das DLP zu summieren ist (z.B.
nativ und mit Kontrastmittel).
- 11 Betreiber von Altgeräten können vom Hersteller oder Sachverständigen Informationen zum CTDIw ihres CT-Geräts erhalten. Gegebenenfalls muss nach § 3(3) Nr. 2 d)
RöV zur Beratung in Fragen der Patientendosimetrie auch ein Medizinphysik-Experte
Die in Tab. 3 angegebenen DRW basieren im wesentlichen auf den Werten der 3.
Quartile, die im Rahmen einer bundesweiten Umfrage der Deutschen Röntgengesellschaft und des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI)
aus dem Jahre 1999 ermittelt wurden [6]. Da über die Hälfte der Geräte, die bei dieser Umfrage berücksichtigt wurden, bereits zum damaligen Zeitpunkt über 4 Jahre alt
waren, sollten Betreiber moderner Spiral-CT-Geräte die angegebenen DRW, insbesondere die DRW für den CTDIw , deutlich unterschreiten. Anzustreben sind die in
Ref. [6] angegebenen Werte der 1. Quartile.
In Tabelle 4 sind die DRW als DFP-Werte für pädiatrische Röntgenuntersuchungen
jeweils für mehrere Altersgruppen zusammengestellt.
In der nuklearmedizinischen Diagnostik beziehen sich entsprechend der Leitlinie der
Europäischen Kommission [3] die DRW auf die applizierten Aktivitäten. Im Gegensatz
zur Röntgendiagnostik handelt es sich in der nuklearmedizinischen Diagnostik um
Optimalwerte, deren Einhaltung angestrebt werden soll.
In Tabelle 5 sind die DRWs für erwachsene Patientinnen und Patienten für häufige
nuklearmedizinische Untersuchungen zusammengestellt. Andere nuklearmedizinische
Untersuchungen, die keine nennenswerten Beiträge zur kollektiven effektiven Dosis
liefern, sowie Untersuchungen, die im Rahmen der Radionuklidtherapie, z.B. zur
prätherapeutischen Dosimetrie angewendet werden, sind nicht berücksichtigt.
Bei einem Teil der Untersuchungen, nämlich Knochenszintigraphie, Myokardszintigraphie, Lungenperfusionsszintigraphie sowie FDG-PET, sind jeweils zwei Referenzwerte
festgelegt worden. Dabei sind zu unterscheiden
die Referenzwerte für Knochenszintigraphie bei malignen und benignen Grunderkrankungen, um realistische Aktivitätswerte bei benignen Erkrankungen einerseits zu empfehlen und andererseits zu vermeiden, dass begründete Abweichungen (Überschreitungen) bei onkologischen Patienten nicht zur Regel
die Referenzwerte für Myokardszintigraphie mit Sestamibi bzw. Tetrofosmin
für "Eintagesprotokoll" und "Zweitagesprotokoll", um Missverständnisse bei
der Interpretation des Referenzwertes zu vermeiden;
die Referenzwerte für Lungenperfusionsszintigraphie in planarer oder SPECTTechnik, um die Untersuchungsmodalität zu berücksichtigen sowie
die Referenzwerte für FDG-PET im 2D- und 3D-Modus, ebenfalls um die Untersuchungsmodalität zu berücksichtigen.
Die bei pädiatrischen Untersuchungen zu verabreichenden Aktivitäten sind als Bruchteile der in Tabelle 5 angegebenen Erwachsenen-Aktivität in Abhängigkeit vom Körpergewicht festgelegt. Diese Bruchteile sind aus den Empfehlungen der Pädiatrischen
Arbeitsgruppe der Europäischen Gesellschaft für Nuklearmedizin [7] übernommen
und in Tabelle 6 aufgeführt.
[1] Internationale Strahlenschutzkommission; Strahlenschutz und Sicherheit in der
Medizin; ICRP-Veröffentlichung 73; BfS-SCHR-1999; Wirtschaftsverlag/Verlag
für neue Wissenschaft, Bremerhaven, 1999.
Europäische Gemeinschaften; Richtlinie 97/43/EURATOM des Rates vom 30.
Juni 1997 über den Gesundheitsschutz von Personen gegen die Gefahren ionisierender Strahlung bei medizinischer Exposition und zur Aufhebung der Richtlinie 84/466/EURATOM ABL L Nr. 180 S. 22
European Commission; Radiation Protection 109, Guidance on diagnostic reference levels (DRLs) for medical exposures, Luxembourg: Office for Official
Publications of the European Communities, 1999
Verordnung über den Schutz vor Schäden durch ionisierende Strahlen (Strahlenschutzverordnung – StrlSchV), vom 20.7.2001. BGBl. I, S. 1714 ber. I 2002,
1459), geändert durch Artikel 2 der Verordnung vom 18. Juni 2002 (BGBl. I S.
1869, 1903)
Verordnung über den Schutz vor Schäden durch Röntgenstrahlen (Röntgenverordnung - RöV) vom 8. Januar 1987 (BGBl.1, S. 114) in der Fassung der Bekanntmachung vom 30. April 2003 (BGBl. I S 604)
M. Galanski, H.D. Nagel, G. Stamm: CT-Expositionspraxis in der Bundesrepublik, Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage im Jahre 1999. Fortschr.
Röntgenstr. 173 (2001), R1-R66.
A. Piepsz, K. Hahn, I. Roca, G. Ciofetta, G. Toth, I. Gordon, J. Kolinska, J.
Gwidlet: A Radiopharmaceutical Schedule for Image in Pediatric. Recommendations of the Pediatric Task Group of the European Association of Nuclear Medicine. Eur J Nucl Med 17 (1990), 127-129.
Anhang 6b - Bundesamt für Strahlenschutz
Anhang 4 - Bundesamt für Strahlenschutz
Konfiguration für einen Desktop PC Hardware Komponente
Teilnehmerliste - Landesärztekammer Baden
Kurz-Lebenslauf von Prof
Varizellen und Herpes zoster – altbekannte Infektionen, neue
Windpocken – keine harmlose Erkrankung
Seminarkonzept Vertiefungsteil (Linster)
Artikel über Varizellen
Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften 30. 7. 1999 L 199/59
Wie lautet Ihre Blickdiagnose?
Musterseiten 190-192
Unterscheidung verschiedener Bakteriengruppen