Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=7%20C%2011.91
Timestamp: 2020-08-11 16:16:26
Document Index: 365841524

Matched Legal Cases: ['§ 113', '§ 61', '§ 87', '§ 7', '§ 8', '§ 75', '§ 8', '§ 74']

BVerwG, 21.02.1992 - 7 C 11.91 - dejure.org
https://dejure.org/1992,386
BVerwG, 21.02.1992 - 7 C 11.91 (https://dejure.org/1992,386)
BVerwG, Entscheidung vom 21.02.1992 - 7 C 11.91 (https://dejure.org/1992,386)
BVerwG, Entscheidung vom 21. Februar 1992 - 7 C 11.91 (https://dejure.org/1992,386)
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Abfalldeponie - Planfeststellungsbeschluss - Anlagenzulassung
Abfallrechtliche Planfeststellung: Prüfungszeitpunkt für Fragen des Gewässer- und Bodenschutzes. Entscheidung gem. § 113 Abs. 1 Satz 1 VwGO bei rechtswidriger Änderung des Planfeststellungsbeschlusses
BVerwGE 90, 42
NVwZ 1993, 366
DVBl 1992, 713
DÖV 1992, 749
Wird diese in einem gerichtlichen Verfahren aufgehoben, bleibt der Entscheidungsvorbehalt demgemäß bestehen und Grundlage für eine neue Regelung (vgl. BVerwG, Urteil vom 21. Februar 1992 - 7 C 11.91 - BVerwGE 90, 42 ).
OVG Nordrhein-Westfalen, 25.08.2010 - 7 A 749/09
Verhältnis zwischen § 61 Abs. 1 S. 2 Bauordnungsrecht NRW ( BauO NRW ) und § 87 …
- 7 C 11.91 -, BVerwGE 90, 42; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 8. Juni 1993 - 10 S 110/92 -, NVwZ 1994, 709.
So darf ein abfallrechtlicher Planfeststellungsbeschluß gemäß § 7 Abs. 1 AbfG nur erlassen werden, wenn dem Vorhaben keine zwingenden Versagungsgründe entgegenstehen, wie sie sich in abfallrechtlicher Hinsicht aus § 8 Abs. 3 AbfG und im übrigen aus solchen materiellen Rechtsvorschriften ergeben können, die bei der Planfeststellung infolge der verfahrensrechtlichen Konzentrationswirkung (§ 75 Abs. 1 Satz 1 VwVfG) zusätzlich zu beachten sind (vgl. BVerwGE 90, 42).
Ob eine Abfallentsorgungsanlage das Wohl der Allgemeinheit beeinträchtigt, ist anhand einer Abwägung zwischen den für und gegen das Vorhaben sprechenden öffentlichen Belangen zu entscheiden (vgl. BVerwGE 70, 242 (244) [BVerwG 09.11.1984 - 7 C 15/83] und BVerwGE 90, 42).
Ein Planungstorso ist zu unterscheiden von einem - hier nicht in Frage stehenden - Anlagentorso, bei dem eine Anlage oder ein Verkehrszug nach der teilweisen Aufhebung der Genehmigung nur noch ein nicht zulassungsfähiges Fragment darstellt (vgl. BVerwG, Urt. v. 21. Februar 1992 - 7 C 11.91 -, BVerw- GE 90, 42).
Das Planungsermessen findet seine rechtlichen Grenzen vor allem in den zwingenden Versagungsgründen des § 8 Abs. 3 AbfG und sonstiger infolge der Konzentrationswirkung zu beachtender Rechtsvorschriften, zum anderen in den Anforderungen des Abwägungsgebots (vgl. zum Abfallrecht: Beschluß des Senats vom 27. Mai 1986 - BVerwG 7 B 86.86 -, DVBl. 1986, 1281 (1282); BVerwGE 90, 42 (47 f) und 90, 96 (99 f.); ferner zum sonstigen Fachplanungsrecht: BVerwGE 72, 15 (20 f.) m. w. N.).
vgl. BVerwG, Urteil vom 21. Februar 1992 - 7 C 11.91 -, juris, Rn. 23; und Beschluss vom 7. Dezember 1988 - 7 B 98.88 -, juris, Rn. 9.
Es ist durch Auslegung zu ermitteln, ob ein Änderungsbescheid eigenständige ergänzende Regelungen treffen will oder die neuen Regelungen unmittelbar, d. h. ohne jede weitere verfahrensrechtliche Umsetzung an die Stelle der entsprechenden Regelungen des ursprünglichen Genehmigungsbescheides treten und auf diese Weise bewirken soll, dass wiederum ein einheitlicher wenn auch teilweise inhaltlich geänderter Genehmigungsbescheid vorliegt (vgl. BVerwG, U. v. 21.02.1992 - 7 C 11/91 -, BVerwGE 90, 42 = NVwZ 1993, 366).
vgl. BVerwG, Urteil vom 22. November 2000 - 11 C 2.00 -, u. a. BVerwGE 112, 221 ff. und juris, Rn. 27 und 31; Urteil vom 18. Juni 1997 - 4 C 3.95 -, u. a. NVwZ-RR 1998, 292 ff. und juris, Rn. 41; Urteil vom 12. Dezember 1996 4 C 29.94 -, u. a. BVerwGE 102, 331 ff. und juris, Rn. 59 f.; Urteil vom 21. Februar 1992 - 7 C 11.91 -, u. a. BVerwGE 90, 42 ff. und juris, Rn. 17 ff. (zur Notwendigkeit, die wesentlichen Fragen des Gewässer- und Bodenschutzes bei der Planfeststellung einer Abfalldeponie abschließend festzustellen); Urteil vom 23. Januar 1981 - 4 C 68.78 -, u. a. BVerwGE 61, 307 ff. und juris, Rn. 22 f.; Kopp / Ramsauer, VwVfG, a. a. O., § 74 Rn. 23 und 129 ff.
Sind zwingende Versagungsgründe nicht gegeben, so setzt die Feststellung des Plans weiter voraus, dass die allgemeinen, für alle planfeststellungsbedürftigen Vorhaben geltenden rechtlichen Bindungen, insbesondere also die Anforderungen des aus dem Wesen einer rechtsstaatlichen Planung folgenden Abwägungsgebots, eingehalten sind (vgl. BVerwG, Beschluss vom 20. Dezember 1988 - 7 NB 2.88 - BVerwGE 81, 128 und Urteil vom 21. Februar 1992 - 7 C 11.91 - BVerwGE 90, 42 ).
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