Source: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/monitoring-legislaturplanung/indikatoren/verzeigungen-schwere-gewaltdelikte.html
Timestamp: 2020-01-27 00:54:12
Document Index: 136216877

Matched Legal Cases: ['Art. 111', 'Art. 122', 'Art. 124', 'Art.140', 'Art. 185', 'Art. 190']

Legislaturindikator: Verzeigungen wegen schwerer Gewaltdelikte
Verzeigungen wegen schwerer Gewaltdelikte selected
Auszug aus dem Legislaturziel 15: Die Schweiz beugt Gewalt, Kriminalität und Terrorismus vor und bekämpft sie wirksam
Bedeutung des Indikators: Um die persönliche Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten, sind eine wirkungsvolle Bekämpfung der Kriminalität sowie die Vorbeugung von Gewaltanwendungen wichtig. Gewalt führt bei den betroffenen Personen meist zu physischen, psychischen und sozialen Beeinträchtigungen, die mitunter gravierende Formen aufweisen können und sogar den Verlust des Lebens bedeuten.
Der Indikator zeigt die Anzahl polizeilich registrierter Straftaten schwerer versuchter und vollendeter Gewaltstraftaten (Tötungsdelikte, schwere Körperverletzung, Vergewaltigung, schwerer Raub, Geiselnahme, Verstümmelung weiblicher Genitalien). In den Fällen schwerer Gewalt spielt das Anzeigeverhalten – zumindest für die vollendeten Delikte – eine geringere Rolle, da durch den Tod oder die notwendige stationäre Behandlung die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass die Polizei von der Straftat erfährt.
Insgesamt ist die Zahl der polizeilich registrierten schweren Gewaltstraftaten seit 2009 relativ stabil geblieben; 2010 und 2011 wurden tiefere Werte verzeichnet. 2018 erfolgten 1425 Verzeigungen wegen schwerer Gewaltstraftaten, gegenüber 1454 im Vorjahr. Davon betrafen 41% schwere Körperverletzung, 44% Vergewaltigung, 14% Tötungsdelikte (inkl. Versuche), und die restlichen 1% schweren Raub sowie einen Fall von Verstümmelung weiblicher Genitalien. Es ist jedoch möglich, dass in dieser letzten Kategorie nicht alle Straftaten angezeigt werden und somit eine Dunkelziffer verbleibt. Dies kann auch auf Vergewaltigungen zutreffen. Geiselnahme wurde der Polizei keine gemeldet.
Die schweren Gewaltstraftaten machten 2018 insgesamt 3,3% aller polizeilich registrierten Gewaltstraftaten aus.
2018 wurde gut die Hälfte (51%) der registrierten schweren Gewaltstraftaten im öffentlichen Raum begangen, d.h. an einem für viele Personen zugänglichen Ort (einschliesslich der Gemeinschaftsbereiche von Mietshäusern, z.B. Innenhof, Treppenhaus oder Waschraum). Demgegenüber fanden 47% dieser Straftaten im privaten Raum, d.h. in den «eigenen vier Wänden» bzw. an für andere Personen nicht zugänglichen Orten, statt. Die übrigen registrierten Gewaltstraftaten konnten keinem konkreten Ort zugeordnet werden.
Die Untersuchung der Beziehungen zwischen den beschuldigten und geschädigten Personen zeigt, dass 2018 gut ein Drittel (35%) der schweren Gewaltstraftaten im häuslichen Bereich, d.h. unter Paaren in bestehender oder aufgelöster ehelicher oder partnerschaftlicher Beziehung, zwischen Eltern und Kind oder zwischen weiteren Verwandten stattfand. Eingerechnet wurden lediglich Straftaten, bei denen die Art der Beziehung zwischen den beschuldigten und den geschädigten Personen erfasst wurde. Für 18% der 1425 registrierten schweren Gewaltstraftaten im Jahr 2018 wurde die Art der Beziehung nicht vermerkt.
Der Indikator zeigt die Anzahl polizeilich registrierter versuchter und vollendeter Straftaten schwerer Gewalt. Für die Berechnung des Indikators werden folgende Delikte gemäss Strafgesetzbuch (StGB) berücksichtigt: Tötungsdelikte (Art. 111-113/116), schwere Körperverletzung (Art. 122), Verstümmelung weiblicher Genitalien (Art. 124, in Kraft seit dem 1. Juli 2012), Raub mit schwerer Körperverletzung oder grausamer Behandlung (Art.140 Ziff.4), Geiselnahme (Art. 185) und Vergewaltigung (Art. 190). Das Anzeigeverhalten spielt bei den vollendeten Delikten aufgrund stationärer Behandlung oder Tod eine geringere Rolle, der Einfluss des Anzeigeverhaltens bei den versuchten Straftaten ist unbekannt. Die vollendeten Straftaten machen ca. 70% aller polizeilich registrierten schweren Gewaltdelikte aus.
Die Daten werden im Rahmen der Polizeilichen Kriminalstatistik jährlich erhoben und vom Bundesamt für Statistik in Zusammenarbeit mit der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren publiziert.
BFS – Polizeiliche Kriminalstatistik
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