Source: https://www.rententipps.de/grv/altersrente/
Timestamp: 2019-07-17 23:21:31
Document Index: 163162562

Matched Legal Cases: ['§ 99', '§ 16', '§ 34', '§ 2', '§ 2', '§2']

Altersrente | Rententipps
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Schon durch die Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre wird klar, dass es akute Versorgungslücken im gegenwärtigen Rentensystem gibt. Doch es gibt Alternativen und Lösungen.
Die Altersrente ist sicherlich für die meisten das wichtigste Einkommen im Alter. Sie hat eine Lohn- bzw. Einkommensersatzfunktion und soll Einkommensverluste, die durch die altersbedingte Aufgabe einer Erwerbstätigkeit entstehen, zu einem großen Teil auffangen. Da die Lebenserwartung gestiegen ist, die Geburtenzahlen aber sinken musste auch das Renteneintrittsalter angepasst werden. Für Menschen, die vor 1947 geboren wurden bleibt es bei 65. Beginnend mit dem Jahrgang 1947 steigt die Altersgrenze von 65 auf 66 Jahre um einen Monat pro Jahrgang an. Die Anhebung von 66 auf 67 Jahre beginnt mit dem Jahrgang 1959 und erfolgt mit zwei Monaten pro Jahrgang. Wer vor dem 01.01.1955 geboren ist und vor dem 01. Januar 2007 Altersteilzeitarbeit vereinbart hat oder Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer des Bergbaus bezogen hat, kann weiterhin die Regelaltersrente mit dem 65. Lebensjahr beziehen. Wer nach 1963 geboren wurde darf mit 67 in Rente gehen. Das grundsätzliche Rentenalter für eine Altersrente liegt bei 65 Jahren. Wer besondere persönliche oder versicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllt, kann auch vor Vollendung des 65. Lebensjahres in Rente gehen. Häufig kommt es dann jedoch zu einer prozentualen Kürzung der Rente. Wer im Alter mehr Geld zur Verfügung haben möchte, als durch die gesetzliche Rente gewährleistet wird, sollte sich z. B. über die vom Staat geförderte Riester- und Rürup-Rente informieren.
Renten wegen Alters werden geleistet als
Die Altersrente wird auf Antrag gewährt (§ 99 SGB VI). Der Antrag ist bei dem zuständigen Rentenversicherungsträger zu stellen (§ 16 SGB I), er wird jedoch auch von allen anderen Leistungsträgern, Gemeinden und den amtlichen Vertretungen der Bundesrepublik Deutschland im Ausland entgegengenommen.
Durch den Rentenantrag wird der Rentenbeginn bestimmt. Wird der Antrag innerhalb von drei Kalendermonaten nach Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen gestellt, beginnt die Rente von dem Monat an, zu dessen Beginn die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Wird der Rentenantrag erst nach Ablauf der Dreimonatsfrist gestellt, beginnt die Rente am ersten Tag des Monats der Antragstellung.
Beispiel: Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen: 05.04.2007 Frühestmöglicher Beginn der Altersrente: 01.05.2007 Die maßgebliche Dreimonatsfrist geht vom 01.05.2007 – 31.07.2007
Der Rentenantrag wird a) am 25.02.2007 b) am 03.08.2007 gestellt.
Bei der Fallgestalltung a) beginnt die Altersrente am 01.05.2007, da der Antrag vor Ablauf der Dreimonatsfrist gestellt wurde. Bei der Fallgestaltung b) beginnt die Altersrente am 01.08.2007. Der Antrag wurde erst nach Ablauf der Dreimonatsfrist gestellt. Maßgeblich für den Rentenbeginn ist daher der Antragsmonat.
Erst durch die Antragstellung wird das Verwaltungsverfahren beim Rentenversicherungsträger ausgelöst. Damit ein reibungsloser Übergang von der Erwerbstätigkeit in das Rentnerdasein möglich ist, sollte der Rentenantrag etwa drei bis vier Monate vor Erreichen des für die Rente maßgeblichen Lebensalters gestellt werden.
Voraussetzungen für eine Altersrente
Drei Voraussetzungen müssen generell erfüllt sein, damit ein Anspruch auf eine Altersrente gegeben ist (§ 34 Abs. 1 SGB VI):
persönliche Voraussetzungen (z. B. Vollendung eines bestimmten Lebensalters)
besondere versicherungsrechtliche Voraussetzungen (z. B. eine gewisse Anzahl von Pflichtbeiträgen in einem bestimmten Zeitraum)
Erfüllung einer Wartezeit
Aufgabe einer Beschäftigung bei vorzeitigen Altersrenten: Um eine Altersrente vor Vollendung des 65. Lebensjahres erhalten zu können, muss eine Beschäftigung oder selbständige Tätigkeit aufgegeben werden. Wird die Beschäftigung nicht aufgegeben, kann der Hinzuverdienst dazu führen, dass die Rente nur als Teilrente gezahlt oder versagt wird.
Die Altersgrenzen für die Altersrente
für Frauen, wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit und für langjährig Versicherte werden stufenweise auf das 65. Lebensjahr, bzw. auf das 67. Lebensjahr
für schwerbehinderte Menschen wird stufenweise auf das 63. Lebensjahr, bzw. auf das 65. Lebensjahr
heraufgesetzt. Die jeweiligen Altersrenten können vor Vollendung des 65. bzw. 63. Lebensjahres in Anspruch genommen werden. Es ergibt sich dann jedoch eine Rentenminderung. Je nach Rentenart gibt es unterschiedliche Vertrauensschutzregelungen. Sind diese erfüllt, wird die Altersgrenze u. U. gar nicht oder langsamer angehoben. Es ist möglich, die Rentenminderung durch eine Ausgleichszahlung ganz oder teilweise zu vermeiden.
Für besonders langjährig Versicherte wurde eine neue Rentenart geschaffen. Sie bleiben damit von der Anhebung des Renteneintrittsalters ausgenommen. Anspruch auf die neue Rente hat, wer mindestens 45 Pflichtbeitragsjahre vorzuweisen hat. Dabei werden Zeiten des Bezugs von Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II, Zeiten einer freiwilligen Beitragszahlung oder Zeiten, die durch Versorgungsausgleich oder Rentensplitting ermittelt wurden nicht angerechnet. Ein vorzeitiger Renteneintritt ist bei der Altersrente für besonders langjährig Versicherte nicht vorgesehen.
Die traditionelle Form der Rente ist nach wie vor Garant für Ihre finanzielle Sicherheit im Alter.
Auf die Altersrente hat generell Anspruch, wer
Um diese Rente als Vollrente zu erhalten, ist es notwendig, dass eine Beschäftigung oder selbstständige Tätigkeit aufgegeben wird oder künftig nicht mehr als 400.00 EUR hinzuverdient werden.
Ist der Ehepartner selbstständig, ist ferner ein Nachweis notwendig, dass keine Innengesellschaft (Gesellschaft des bürgerlichen Rechts) vorliegt.
Im Zuge des Altersgrenzenanpassungsgesetzes wird die obere Altersgrenze stufenweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Begonnen wird dabei mit dem Geburtsjahrgang 1949. Wie bisher kann diese Altersrente frühestens nach Vollendung des 63. Lebensjahres in Anspruch genommen werden. Dann muss allerdings ein Abschlag von 14,4% gezahlt werden.
Für die Anhebung der Altersgrenze gilt der Vertrauensschutz. Das bedeutet, dass die Veränderungen schrittweise erfolgen, um die Nachteile für die Rentenbezieher möglichst gering zu halten.
Rückwirkend zum 01. Januar 2008 hat der Gesetzgeber die Hinzuverdienstgrenze angehoben. Statt bisher 355.00 EUR dürfen Rentner, die noch keine 65 Jahre alt sind, jetzt monatlich 400.00 EUR dazu verdienen. Diese Grenze gilt auch bei der Berufsunfähigkeitsrente.
Geburtsjahr / Monat
auf Alter (Jahr / Monat)
Januar 1 65 + 1 Monat
Februar 2 65 + 2 M.
März bis Dezember 3 65 + 3 M.
1950 4 65 + 4 M.
1951 5 65 + 5 M.
1952 6 65 + 6 M.
1953 7 65 + 7 M.
1954 8 65 + 8 M.
1955 9 65 + 9 M.
1956 10 65 + 10 M.
1957 11 65 + 11 M.
1958 12 66 + 0 M.
1959 14 66 + 2 M.
1960 16 66 + 4 M.
1961 18 66 + 6 M.
1962 20 66 + 8 M.
1963 22 66 + 10 M.
Altersrente für langjährig Versicherte – mit Vertrauensschutz
1. nach dem 31.12.1947 geboren sind und
a) vor dem 01. Januar 1955 geboren sind und vor dem 01. Januar 2007 Altersteilzeitarbeit
bestimmt sich die Altersgrenze für die vorzeitige Inanspruchnahme nach der folgenden Tabelle:
Geburtsjahr / Monat vorzeitige Inanspruchnahme möglich ab
Januar – Februar 62 + 11
März – April 62 + 10
Mai – Juni 62 + 9
Juli – August 62 + 8
September – Oktober 62 + 7
November – Dezember 62 + 6
Januar – Februar 62 + 5
März – April 62 + 4
Mai – Juni 62 + 3
Juli – August 62 + 2
September – Oktober 62 + 1
November – Dezember 62 + 0
1950 – 1963 62 + 0
Durch das RV-Altersgrenzenanpassungsgesetz wurde diese neue Altersrente eingeführt. Anspruch auf diese Altersrente für besonders langjährig Versicherte kann erstmals ab dem 01.01.2012 entstehen, wenn Versicherte
• das 65. Lebensjahr vollendet,
• die Wartezeit von 45 Jahren erfüllt haben und
• der Beruf aufgegeben wurde oder nur noch Einkünfte innerhalb der gesetzlichen Hinzuverdienstmöglichkeiten erzielt werden.
Wer diese Voraussetzungen erfüllt, kann diese Rente ohne Rentenabschlag beziehen.
Versicherungszeiten, die auf die Wartezeit von 45 Jahren angerechnet werden
Auf die Wartezeit werden Kalendermonate mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung und Berücksichtigungszeiten angerechnet.
Gleiches gilt für Zeiten des Wehr- und Zivildienstes sowie des Krankengeldbezuges.
Auch aus geringfügigen versicherungsfreien Beschäftigungen werden Wartezeitmonate ermittelt.
Pflichtbeitragszeiten, in denen Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II oder Arbeitslosenhilfe bezogen worden ist, zählen jedoch nicht!
Nicht berücksichtigt werden auch Kalendermonate aus dem Versorgungsausgleich oder dem Rentensplitting sowie Monate mit freiwilligen Beiträgen.
Ebenfalls werden keine Schul- und Studienzeiten berücksichtigt.
Dies hat somit zur Folge, daß diese Altersrente nur einem sehr eingeschränkten Personenkreis zugänglich gemacht wird.
Die gegenwärtigen Versorgungslücken betreffen jeden, der Anspruch auf eine Rente hat.
Auf die Altersrente für schwerbehinderte Menschen hat Anspruch, wer
bei Beginn der Altersrente als schwerbehinderter Mensch (§ 2 Abs. 2 SGB IX) anerkannt ist und
Schwerbehinderte Menschen im Sinne § 2 Abs. 2 SGB IX sind Personen deren Grad der Behinderung mindestens 50% beträgt. Wer einem Schwerbehinderten nach §2 Abs. 356BIX nur gleichgestellt ist, hat keinen Anspruch.
Um diese Rente als Vollrente zu erhalten, ist es notwendig, dass eine Beschäftigung oder selbstständige Tätigkeit aufgegeben wird oder künftig nicht mehr als 400.00 EUR monatlich hinzuverdient werden. Werden die 400.00 EUR überschritten, kann die Rente als Teilrente gezahlt werden. Ist der Ehepartner selbstständig, ist ein Nachweis notwendig, dass keine Innengesellschaft (Gesellschaft des bürgerlichen Rechts) vorliegt.
Die Anhebung der Altersgrenze auf das 65. Lebensjahr erfolgt in monatlichen Schritten – 1 Monat pro Jahrgang. Ab dem Jahrgang 1959 wird die Anhebung mit zwei Monaten pro Jahrgang vollzogen. Begonnen wird mit dem Geburtsjahrgang 1952. Eine vorzeitige Inanspruchnahme dieser Altersrente ist frühestens ab Vollendung des 62. Lebensjahres möglich.
Versicherte, die zu den sogenannten rentennahen Jahrgängen gehören, können sich auf einen Vertrauensschutz bei der Anhebung der Altersgrenze berufen. Wenn sie am 1. Januar 2007 als schwerbehinderter Mensch anerkannt waren, vor dem 1. Januar 1955 geboren sind und vor dem 1. Januar 2007 Altersteilzeitarbeit vereinbart haben erhalten Sie die Rente auch weiterhin ohne Abschlag mit 63 Jahren. Denselben Anspruch haben auch Menschen, die vor dem 1. Januar 1951 geboren wurden und bei Beginn der Altersrente berufs- oder erwerbsunfähig nach dem am 31. Dezember 2000 geltenden Recht waren.
Die Altersrente für schwerbehinderte Menschen können die Versicherten weiterhin ohne Abschlag zu ihrem 60. Geburtstag in Anspruch nehmen, die
bis zum 16.11.1950 geboren sind und am 16.11.2000 schwerbehindert, berufsunfähig oder erwerbsunfähig nach dem am 31.12.2000 geltenden Recht waren.
Auch Versicherte, für die das nicht zutrifft, können mit vollendetem 60 Lebensjahr diese Rente beantragen. Sie müssen jedoch mit Abschlägen von bis zu 10,8 Prozent rechnen.
Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit als Anspruchsvoraussetzung
Bis zum 31.12.2000 konnte diese Rente auch in Anspruch genommen werden, wenn statt einer Schwerbehinderung Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit vorlag. Im Rahmen einer weiteren Bestandsschutzregelung gilt dieses Recht für Versicherte weiter, die vor dem 1.1.1951 geboren sind. Die Beurteilung, ob Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit vorliegt, erfolgt nach dem 31.12.2000 geltenden Recht und der ergangenen Rechtsprechung.
Berufsunfähigkeit vor, wenn die Leistungsfähigkeit eines Versicherten aus gesundheitlichen Gründen auf weniger als die Hälfte der Leistungsfähigkeit eines körperlich, geistig und seelisch gesunden Versicherten mit ähnlicher Ausbildung, gleichwertigen Kenntnissen und Fähigkeiten gesunken ist,
Erwerbsunfähigkeit vor, wenn infolge von Krankheit oder anderen Gebrechen oder von Schwäche der körperlichen oder geistigen Kräfte eine dauerhafte und regelmäßige Erwerbstätigkeit nicht mehr ausgeübt oder nur noch ein geringes Arbeitseinkommen erzielt werden kann.
Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit nach dem am 31.12.2000 geltenden Recht kann auch vorliegen, wenn das Leistungsvermögen eines Versicherten aus gesundheitlichen Gründen zwar eingeschränkt ist, jedoch noch über die oben beschriebenen Grenzen hinaus geht und es keinen dem Restleistungsvermögen des Versicherten angepassten Arbeitsplatz auf dem Teilzeitarbeitsmarkt gibt.
Viele Faktoren führen zu Arbeitslosigkeit, einige lassen sich nicht beeinflussen. Dennoch ist ein gewisser Anteil an Rente einem jeden vergönnt.
Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit erhält, wer
vor dem 01.01.1952 geboren ist,
entweder a) zum Rentenbeginn arbeitslos ist und nach Vollendung des Lebensalters von 58 Jahren und 6 Monaten insgesamt 52 Wochen arbeitslos war oder b) die Arbeitszeit aufgrund von Altersteilzeitarbeit für mindestens 24 Kalendermonate vermindert hat,
in den letzten 10 Jahren für mindestens acht Jahre Pflichtbeiträge gezahlt hat und
die Wartezeit von 15 Jahren erfüllt hat.
Um diese Rente als Vollrente zu erhalten, ist es notwendig, dass eine Beschäftigung oder selbstständige Tätigkeit aufgegeben wird oder künftig nicht mehr als 400.00 EUR hinzuverdient werden und auch keine Ehegattengesellschaft (Gesellschaft des Bürgerlichen Rechts) vorliegt.
Für diese Rente wurde in der Zeit vom 01.01.1997 – 31.12.2001 die Altersgrenze vom 60. Lebensjahr auf das 65. Lebensjahr angehoben. Wer nach dem 31.11.1941 bis einschließlich 1945 geboren ist, bekommt diese Rente ohne Abschlag erst nach Vollendung des 65. Lebensjahres. Die Rente kann zwar ab 60 in Anspruch genommen werden; es muss dann aber ein Abschlag in Kauf genommen werden. Dieser kann bis zu 18 % betragen.
Für Versicherte, die nach dem 31.12.1945 geboren sind, wird die Altersgrenze für die vorzeitige Inanspruchnahme vom 60. Lebensjahr stufenweise auf das 63. Lebensjahr angehoben. Versicherte, die vor dem 01. Januar 1952 geboren wurden und vor dem 01. Januar 2004 rechtsverbindlich über die Beendigung ihres Arbeitsverhältnisses disponiert haben (z.B. Aufhebungsvertrag oder Altersteilzeitvereinbarung) oder an diesem Stichtag arbeitslos waren oder Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer des Bergbaus bezogen haben, sind von der Anhebung der Altersgrenzen nicht betroffen. Werden diese Voraussetzungen erfüllt, ist auch für die Jahrgänge 1946 bis 1951 eine vorzeitige Inanspruchnahme der Altersrente ab dem 60. Lebensjahr mit einem dauerhaften Abschlag in Höhe von 18% möglich.
Für Versicherte, die nach dem 31.12.1951 geboren sind, wurde diese Rente abgeschafft.
52 Wochen arbeitslos
Um die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit zu erhalten, muss der Versicherte ab einem Lebensalter von 58 Jahren und 6 Monaten mindestens 52 Wochen (=364 Tage) arbeitslos sein.
Beispiel: Versicherter ist am 01.06.1943 geboren und arbeitslos seit dem 01.01.2001. Vollendung von 58 Jahren und 6 Monaten: 30.11.2001. Alle Zeiten der Arbeitslosigkeit ab dem 01.12.2001 zählen für die 364 Tage mit. Bei einer unterbrochenen Arbeitslosigkeit ist der 29.11.2002 der 364. Tag.
Auch die Ausübung eines 1-Euro-Jobs mit mehr als 15 Wochenstunden hat keine Auswirkungen auf den Rentenanspruch.
Arbeitslos ist, wer keine Arbeit hat und der Arbeitsvermittlung zur Verfügung steht. Dies geschieht in der Regel durch die Meldung beim Arbeitsamt. Die Meldung ist nicht zwingend erforderlich, jedoch lässt sich anders die Bereitschaft, einen Job zu finden, sehr schwer nachweisen. Als Zeit der Arbeitslosigkeit zählt auch die vom Arbeitsamt verhängte Sperrfrist.
Arbeitslos ist nicht, wer arbeitsunfähig ist. Zeiten der Arbeitsunfähigkeit zählen daher bei der Bestimmung des 364. Tages nicht mit. Übrigens wird die Rürup-Rente bei einem Antrag auf Arbeitslosengeld II (Hartz IV-Leistungen) nicht mit angerechnet, so lange der Renten-Vertrag vor dem Antrag auf Arbeitslosengeld II geschlossen wurde.
Die Altersteilzeit soll den gleitenden Übergang in den Ruhestand fördern.
Arbeitnehmer können demnach ab dem vollendeten 55. Lebensjahr ihre Arbeitszeit um die Hälfte vermindern, müssen aber weiterhin sozialversicherungspflichtig bleiben. Wird der Arbeitsplatz durch einen Arbeitslosen neu besetzt und sind weitere Leistungen vereinbart (Aufstockung des Gehaltes, Entrichtung zusätzlicher Beiträge zur Rentenversicherung), erhält der Arbeitgeber einen Zuschuss von der Bundesanstalt für Arbeit.
Ein Altersteilzeitarbeitsverhältnis kann längstens für 6 Jahre vereinbart werden.
Die Verminderung der Arbeitszeit um die Hälfte heißt nicht, dass der Arbeitnehmer halbtags arbeiten muss. Beliebt ist auch das sogenannte Blockmodell mit 3 Jahren Vollzeitarbeit und 3 Jahren Freistellungsphase.
8 Jahre Pflichtbeiträge
Um die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit zu erhalten, muss der Versicherte in den letzten zehn Jahren vor Rentenbeginn mindestens 8 Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit haben.
Der Zeitraum von zehn Jahren verlängert sich um Anrechnungszeiten und Zeiten des Bezugs einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, wenn nicht auch Pflichtbeiträge für diese Zeiten gezahlt worden sind.
Vollendung des 60. Lebensjahres am: 13.05.2007
Antrag gestellt am: 31.08.2007
Rentenbeginn am: 01.06.2007
10 Jahres- Zeitraum: 01.06.1997 – 31.05.2007
Pflichtbeiträge bis 07.11.2001
Anrechnungszeit (Arbeitslosigkeit) 08.11.2001 – 13.05.2007
Der 10- Jahres- Zeitraum verlängert sich um 42 Monate und reicht vom 01.12.1993 bis 31.05.2007. In diesem Zeitraum liegen 120 Pflichtbeiträge.
Obwohl sich immer mehr Frauen für die Karriere entscheiden, bringt im Regelfall immernoch der Mann das Hauptgehalt nach Hause.
Versicherte Frauen haben Anspruch auf Altersrente,
wenn sie vor dem 01.01.1952 geboren sind und
das 60. Lebensjahr vollendet,
nach Vollendung des 40. Lebensjahres mehr als zehn Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit (mindestens 121 Monate) und
Um diese Rente als Vollrente zu erhalten, ist es notwendig, dass eine Beschäftigung oder selbständige Tätigkeit aufgegeben wird oder künftig nicht mehr als 400.00 EUR hinzuverdient werden. Ist der Ehemann selbstständig, ist ein Nachweis notwendig, dass keine Innengesellschaft (Gesellschaft des bürgerlichen Rechts) vorliegt.
Bei dieser Rentenart wird die Altersgrenze seit dem 1.1.2000 für Frauen, die nach dem 31.12.1939 geboren wurden, in monatlichen Schritten von der Vollendung des 60. Lebensjahres auf die Vollendung des 65. Lebensjahres angehoben. Eine vorzeitige Inanspruchnahme dieser Altersrente ist frühestens ab Vollendung des 60. Lebensjahres möglich; es kommt dann aber zu einem Abschlag bis zu 18 %.
Für Frauen, die nach dem 31.12.1951 geboren sind, wurde diese Rente abgeschafft.
Frauen, die zu den sogenannten rentennahen Jahrgängen gehören, können sich auf einen Vertrauensschutz berufen, wenn sie
bis zum 7. Mai 1941 geboren sind und am 7. Mai 1996 arbeitslos waren, Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer des Bergbaus, Vorruhestandsgeld oder Überbrückungsgeld der Seemannskasse bezogen haben oder das Arbeitsverhältnis aufgrund einer Kündigung oder Vereinbarung, die vor dem 7. Mai 1996 erfolgt ist, nach dem 6. Mai 1996 beendet worden ist,
vor dem 1. Januar 1942 geboren sind und mindestens 45 Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit ausgeübt haben (Zeiten, in denen Versicherte wegen des Bezugs von Arbeitslosengeld oder Arbeitslosengeld II versicherungspflichtig waren zählen hierbei jedoch nicht mit) oder
bis zum 7. Mai 1944 geboren sind und aufgrund einer vor dem 7. 5. 1996 genehmigten Maßnahme aus einem Betrieb der Montanindustrie ausscheiden.
Anspruch auf eine vorzeitige Altersrente (Altersrente, die vor Vollendung der Regelaltersgrenze beginnt) besteht nur, wenn eine Beschäftigung oder selbstständige Tätigkeit aufgegeben wird bzw. nur noch im Umfang der zulässigen Hinzuverdienstgrenzen ausgeübt wird.
Achtung: Die zulässige Hinzuverdienstgrenze für eine Vollrente wurde zum 01.01.2008 geändert.
Mindesthinzuverdienstgrenzen bei
Altersrenten seit dem 01.07.2007
Vollrente 400.00 EUR
ab 01. Januar 2008 400.00 EURab 01. Januar 2008
2/3-Teilrente 461.04 EUR 405.23 EUR
1/2-Teilrente 689.58 EUR 606.11 EUR
1/3-Teilrente 918.14 EUR 807.00 EUR
Als Hinzuverdienst werden Arbeitsentgelte aus einer Beschäftigung und Arbeitseinkommen aus einer selbstständigen Tätigkeit herangezogen, die neben der Rente erzielt werden.
Die Hinzuverdienstgrenzen bei vorzeitigen Altersrenten werden individuell errechnet. Sie sind abhängig von dem Verdienst, der in den letzten drei Kalenderjahren (bei Rentenbeginn vor dem 01.01.2000 im letzten Kalenderjahr) vor dem Rentenbeginn erzielt wurde. Bei einem hohen Entgelt darf mehr hinzuverdient werden als wenn nur wenig verdient wurde. Lag das Gehalt in den drei Kalenderjahren bei weniger als 50 % des Durchschnittseinkommens, gelten Mindesthinzuverdienstgrenzen.
Solange durch den Hinzuverdienst der Betrag von 400.00 EUR nicht überschritten wird, wird eine Vollrente gezahlt. Überschreitet der Hinzuverdienst diesen Wert, wird statt der Vollrente eine Teilrente gezahlt. Diese wird je nach der Höhe des Hinzuverdienstes als 2/3-Teilrente, 1/2-Teilrente oder 1/3-Teilrente geleistet. Je höher der Hinzuverdienst ist, desto niedriger ist die mögliche Teilrente. Wird die Hinzuverdienstgrenze für die 1/3-Teilrente überschritten, wird die Rente entzogen. Der Grenzbetrag darf im Laufe eines Kalenderjahres höchstens zweimal um jeweils einen Betrag bis zur Höhe der Hinzuverdienstgrenze überschritten werden. Das heißt, dass in zwei Monaten bis zum Doppelten des Grenzbetrages hinzuverdient werden kann.
Wird nur ein geringer Hinzuverdienst erzielt, gelten Mindesthinzuverdienstgrenzen. Diese entsprechen dem jeweils halben Durchschnittsverdienst in den drei Kalenderjahren (bei Rentenbeginn vor dem 01.01.2000 im letzten Kalenderjahr) vor dem Rentenbeginn.
Rentenminderung bei vorzeitiger Inanspruchnahme einer Rente
Nach der gesetzlichen Zielsetzung sollen Altersrenten erst von der Vollendung des 65. bzw. 67. Lebensjahres an beginnen (regulärer Rentenbeginn).
Es besteht jedoch die Möglichkeit, die Rente vorzeitig in Anspruch zu nehmen. In diesen Fällen kann sich die Rente für jeden Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme um 0,3% mindern. Die Rentenminderung bei einer vorzeitigen Inanspruchnahme wirkt sich auf den gesamten zukünftigen Rentenbezug aus. Das hat zur Folge, dass die Rente auch nach Vollendung des 67. Lebensjahres und bei nachfolgenden Hinterbliebenenrenten gekürzt wird.
Der reguläre Rentenbeginn ist bei
Altersrenten wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit, für Frauen und für langjährig Versicherte der Monat nach Vollendung des 67. Lebensjahres,
Altersrenten für Schwerbehinderte der Monat nach Vollendung des 63. Lebensjahres.
Der frühestmögliche Rentenbeginn ist bei
Altersrenten wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit, für Frauen und für Schwerbehinderte der Monat nach Vollendung des 60. Lebensjahres und bei
Altersrenten für langjährig Versicherte der Monat nach Vollendung des 63. Lebensjahres.
Beispiel: Ein Versicherter ist am 16.10.1944 geboren und möchte mit Vollendung des 60. Lebensjahres ab 1.11.2004 eine Altersrente wegen Arbeitslosigkeit beziehen. Eine ungekürzte Altersrente würde 1.200 EUR betragen. Der reguläre Rentenbeginn wäre der 1.11.2009 (Monat nach Vollendung des 65. Lebensjahres) . Die Rente wird also 60 Monate vorzeitig in Anspruch genommen. Sie ist daher um 18 % (60 x 0,3 %) zu mindern.
Ausgleichszahlungen zur Vermeidung der Rentenminderung
Altersrenten, die vorzeitig in Anspruch genommen werden, erhalten eine Rentenminderung. Um die so entstehende Versorgungslücke wieder zu schließen, kann eine Ausgleichszahlung geleistet werden.
Der Betrag zum Ausgleich der Rentenminderung kann von dem Versicherten und auch von Dritten – z. B. dem Arbeitgeber im Rahmen von Sozialplänen oder Abfindungen – geleistet werden. Es ist auch möglich, dass der Rentenabschlag nur teilweise ausgeglichen wird.
Ein Arbeitnehmer, der im Jahr 2007 einen Entgeltpunkt erzielt, benötigt einen Arbeitsverdienst von 29428 EUR (=Durchschnittsentgelt). Wenn man annimmt, dass dieser Arbeitnehmer bei einer Altersrente einen Rentenabschlag von 10,8% hat, muss der Verdienst zum Erzielen eines Entgeltpunktes sogar 29428 EUR/(1-0,108) = 32991.03 EUR betragen. Von diesem Verdienst wären 19.9% Beitrag zur Rentenversicherung zu zahlen, also 6565.25 EUR. Mit diesem Betrag hätte der Arbeitnehmer einen Entgeltpunkt ausgeglichen. Die Höhe des Beitragsaufwandes ist demzufolge abhängig von dem Durchschnittsentgelt, dem Beitragssatz und dem Prozentsatz, um den die Rente gemindert ist. Zieht man diesen Prozentsatz von der Zahl 1 ab, erhält man den sogenannten Zugangsfaktor. Der Zugangsfaktor in der Beispielrechnung beträgt 1-0,108=0,892.
Beispiel: Eine weibliche Versicherte aus Hamburg ist im Juni 1944 geboren und will im Monat nach Vollendung des 60. Lebensjahres (Juli 2004) in Rente gehen. Eine ungekürzte Rente hätte 50 Entgeltpunkte zur Grundlage. Da sie die Rente 54 Monate vorzeitig in Anspruch nimmt, wird sie um 16,2 % gekürzt. Der Zugangsfaktor beträgt 1 – 0,162 = 0,838. Es können insgesamt 8,1 Entgeltpunkte (16,2 % von 50) ausgeglichen werden.
Der Beitragsaufwand beträgt bei einer Zahlung im Jahr 2008:
8,1 x 30.084 x 19,9 x (0,838 x 100) = 57.866 EUR
Dieser Betrag gleicht eine Rentenminderung von monatlich 212.79 EUR aus (8,1 Entgeltpunkte x 26.27 EUR aktueller Rentenwert).
Auf diese Altersrente hat Anspruch, wer
• das 60. Lebensjahr vollendet und
• die Wartezeit von 25 Jahren mit ständigen Arbeiten unter Tage erfüllt hat.
Zeiten die sonst noch auf die Wartezeit angerechnet werden
Zeiten in denen Anpassungsgeld bezogen worden ist.
Es muß jedoch vor Beginn dieser Leistung eine Beschäftigung unter Tage ausgeübt worden sein.
Ersatzzeiten in der knappschaftlichen Rentenversicherung und Untertagearbeiten aus der Zeit vor 1968.
Altersgrenzen, die dabei zu beachten sind
Wer vor dem 01. Januar 1952 geboren ist, hat nach seinem 60. Geburtstag Anspruch auf die Altersrente für langjährig unter Tage beschäftigte Bergleute.
Für alle, die nach dem 31. Dezember 1951 geboren sind, wird die Al-tersgrenze schrittweise auf das 62. Lebensjahr angehoben.
Wer jedoch Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer des Bergbaus oder Knappschaftsausgleichsleistung erhalten hat, kann weiterhin mit 60 in Rente gehen.
Wie wird die Anhebung der Altersgrenze vorgenommen?
Für die Geburtsmonate Januar und Mai 1952 um jeweils 1 Monat
Für die Geburtsmonate Juni bis Dezember 1952 um 6 Monate
Für die Geburtsjahre 1953 bis 1958 um jeweils einen weiteren Monat pro Geburtsjahr,
Für die Geburtsjahre 1959 bis 1963 um jeweils 2 weitere Monate pro Geburtsjahr
Anspruch auf die Knappschaftsausgleichsleistung
Seit Jahrzehnten sind vor allem ältere Bergleute von der schwierigen Arbeitsmarktsituation betroffen. Da sie ihre Kenntnisse in kaum einem anderen Beruf nutzen können, wurde bereits 1963 die sogenannte Knappschaftsausgleichsleistung eingeführt.
Um die Knappschaftsausgleichsleistung (KAL) zu erhalten, muß die Beschäftigung in einem knappschaftlichen Betrieb nach Vollendung des 55. Lebensjahres beendet worden sein und ein Antrag gestellt werden.
Die KAL wird bis zum Wechsel in eine andere Rente, maximal bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze gezahlt.
Wer unverschuldet nach dem 50. Lebensjahr gekündigt worden ist und bis zum Alter von 55 Jahren Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer des Bergbaus bezogen hat, kann dennoch KAL erhalten.
Höhe der Knappschaftsausgleichsleistung
Die KAL wird grundsätzlich wie eine Rente wegen voller Erwerbsminderung aus der knappschaftlichen Rentenversicherung berechnet.
Der Antrag auf Knappschaftsausgleichsleistung ist unter der folgenden Anschrift zu stellen: