Source: https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblAuth/BGBLA_2004_II_453/BGBLA_2004_II_453.html
Timestamp: 2019-10-20 07:17:26
Document Index: 321928593

Matched Legal Cases: ['§1', '§ 2', '§ 3', '§ 5', '§ 8', '§ 9', '§ 10', '§ 12', '§ 8', '§ 13', '§ 8', '§ 12', '§ 8', '§ 8', '§ 14']

453. Verordnung:
Berufsausbildung im Lehrberuf Friseur und Perückenmacher (Stylist)/Friseurin und Perückenmacherin (Stylistin)
453. Verordnung des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit über die Berufsausbildung im Lehrberuf Friseur und Perückenmacher (Stylist)/Friseurin und Perückenmacherin (Stylistin)
Lehrberuf Friseur und Perückenmacher(Stylist)/Friseurin und Perückenmacherin (Stylistin)
§1. Der Lehrberuf Friseur und Perückenmacher (Stylist)/Friseurin und Perückenmacherin (Stylistin) ist mit einer Lehrzeit von drei Jahren eingerichtet.
§ 2. Durch die Berufsausbildung im Lehrbetrieb und in der Berufsschule soll der ausgebildete Lehrling befähigt werden, die nachfolgenden Tätigkeiten fachgerecht, selbständig und eigenverantwortlich auszuführen, wobei auf die erforderliche systematische Verwendung von Übungsköpfen bei der Ausbildung Bedacht zu nehmen ist:
§ 3 . (1) Für den Lehrberuf Friseur und Perückenmacher (Stylist)/Friseurin und Perückenmacherin (Stylistin) wird folgendes Berufsbild festgelegt, wobei die angeführten Fertigkeiten und Kenntnisse, spätestens in dem jeweils angeführten Lehrjahr beginnend, derart zu vermitteln sind, dass der Lehrling zur Ausübung einer qualifizierten Tätigkeit im Sinne des Berufsprofils befähigt wird:
Einführung in die innerbetrieb-liche Struktur und Organisation
Vertiefte Kenntnisse der innerbetrieblichen Struktur und Organisation
Handhaben, Instandhalten und Lagerung der zu verwendenden Werkzeuge, Hilfsmittel und Apparate
Desinfektion und Reinigung der zu verwendenden Werkzeuge, Apparate und Behelfe
Kenntnis der biologischen Grundlagen der Hände und Fingernägel: Aufbau, Wachstum, Pflege und Veränderungen.
Nagelpflege und dekoratives Nageldesign
Anwendung von Kompressen. Auftragen und Abnehmen von Masken und Packungen als Vorbereitung auf die dekorative Kosmetik
Dekorative Kosmetik: Kenntnis und Fertigkeiten des Augenbrauen- und Wimpern-färbens sowie Augenbrauen-formen, Grundkenntnisse der Make-up-Techniken
Dekorative Kosmetik: Kenntnis und Fertigkeiten des Augenbrauenformens, Erstellen von unterschiedlichen Make-ups für verschiedene Anlässe
Dekorative Kosmetik: Erstellen von unterschiedlichen Make-ups für verschiedene Anlässe, spezielle Schminktechniken, auch in Hinsicht auf die Tätigkeit eines Visagisten/einer Visagistin, Farb- und Typberatung
Grundkenntnisse des Rasierens und der damit verbundenen Gesichtspflege sowie Handhabung des Rasiermessers
Grundkenntnisse des Basishaarschneidens
Kenntnis und Fertigkeiten des Haarschneidens in verschiedenen Techniken, auch unter Verwendung eines Übungskopfes
Durchführung von modischen Haarschneidetechniken am Kunden
Erstellen von Dauerwellen unter Anwendung verschiedener Wickeltechniken
Erstellen von Dauerwellen am Kunden
Kenntnisse und Fertigkeiten der verschiedenen Umformungs- beziehungsweise Einlegetechniken, wie zum Beispiel handgelegter Wasserwelle, Papillotier- und Wickeltechniken. Fönen unter Anwendung unterschiedlicher Bürsten und Techniken, auch an Übungsköpfen
Gestalten von Frisuren, auch unter Verwendung von Haarersatzteilen und Haarschmuck am Kunden, Umgang mit langen Haaren zum Gestalten von Festfrisuren
Erstellen des Frisurenfinish unter Berücksichtigung der der jeweiligen Mode entsprechenden Techniken und Produkte am Kunden
Durchführung von Tönungen und Färbungen am Kunden. Farb- und Typberatung sowie die Anwendung von farbverändernden Produkten und die unterschiedlichen Arbeitstechniken
Kenntnis der Anfertigung von Haarersatz: Tressieren, Knüpfen, Kordeln und Nähen
Kenntnisse über Erste Hilfe bei Verletzungen
(2) Die praktische Prüfung umfasst die Gegenstände:
(3) Die theoretische Prüfung umfasst die Gegenstände:
Fachzeichnen,
§ 5. (1) Die Prüfarbeit hat nach Angabe der Prüfungskommission unter Bedachtnahme auf Abs. 2 folgende Aufgaben zu umfassen:
Damenbedienen: Als Arbeitsproben sind auf ungefähr einem Drittel eines Übungskopfes handgelegte Wasserwellen, auf einem Drittel Papilloten sowie auf einem Drittel Dauerwellwickler verschieden zu setzen. Eine Hochsteckfrisur - nach Möglichkeit mit Haarschmuck und Haarersatz - ist einzulegen und auszufrisieren. Eine Farbveränderung ist durchzuführen, wobei alle Techniken, die zur gewünschten Farbveränderung führen, einschließlich schriftlicher Farbbestimmung am eigenen Modell, erlaubt sind. Ein modischer Damenhaarschnitt mit Fönfrisur ist durchzuführen, wobei auf das Farbergebnis sowie die sichtbare Föntechnik Wert zu legen ist. Während der Einwirkzeit der Haarfarbe ist eine komplette Nagelpflege an einer Hand durchzuführen. Die Fingernägel sind zu lackieren, an zwei Fingernägeln ist ein Nageldesign durchzuführen.
(2) Die Prüfungskommission hat unter Bedachtnahme auf den Zweck der Lehrabschlussprüfung und die Anforderungen der Berufspraxis jedem Prüfling eine Prüfarbeit zu stellen, die in der Regel in sechs Arbeitsstunden an einem Tag durchgeführt werden kann. Bei der Aufgabenstellung ist tunlichst auf erfolgreich abgelegte Prüfungen vor einer Prüfungskommission der zuständigen Landesinnung, die mit Zustimmung des jeweiligen Landes-Berufsausbildungsbeirates eingerichtet wurde, Bedacht zu nehmen.
(4) Die Prüfung im Gegenstand „Prüfarbeit“ ist nach sieben Arbeitsstunden zu beenden.
(4) Die Dauer der Prüfung im Gegenstand „Fachgespräch“ soll je Prüfling 15 Minuten nicht übersteigen. Eine Verlängerung kann im Einzelfall erfolgen, wenn der Prüfungskommission eine zweifelsfreie Beurteilung des Prüflings sonst nicht möglich erscheint.
§ 8. (1) Die Fachkunde hat die stichwortartige Beantwortung je einer Frage aus sämtlichen nachstehenden Bereichen zu umfassen:
§ 9. (1) Das Fachzeichnen hat nach Angabe die Darstellung von Kopfformen und Frisuren zu umfassen.
(2) Die Aufgaben sind so zu stellen, dass sie in der Regel in 75 Minuten durchgeführt werden können.
§ 10. (1) Das „Wirtschaftsrechnen“ hat zwei einfache Kalkulationsbeispiele zu umfassen.
§ 12. (1) Für die Ausbildung im Lehrberuf Friseur und Perückenmacher (Stylist)/Friseurin und Perückenmacherin (Stylistin) werden folgende Verhältniszahlen gemäß § 8 Abs. 3 des Berufsausbildungsgesetzes (fachlich einschlägig ausgebildete Personen – Lehrlinge) festgelegt:
eine fachlich einschlägig ausgebildete Person ......................................................... zwei Lehrlinge
zwei fachlich einschlägig ausgebildete Personen .................................................... zwei Lehrlinge
drei fachlich einschlägig ausgebildete Personen ....................................................... drei Lehrlinge
vier fachlich einschlägig ausgebildete Personen ....................................................... vier Lehrlinge
ab der fünften fachlich einschlägig ausgebildeten Person auf je zwei weitere fachlich einschlägig
ausgebildete Personen .................................................................................... ein weiterer Lehrling.
Personen, die die Lehrabschlussprüfung im Lehrberuf „Friseur und Perückenmacher (Stylist)/Friseurin und Perückenmacherin (Stylistin)“ oder im Lehrberuf „Friseur und Perückenmacher (Stylist)“ abgelegt haben,
Personen, die die Lehrabschlussprüfung in einem zum Lehrberuf „Friseur und Perückenmacher (Stylist)/Friseurin und Perückenmacherin (Stylistin)“ verwandten Lehrberuf abgelegt haben und zumindest zwei Jahre fachlich einschlägig tätig waren,
(5) Werden in einem Betrieb in mehr als einem Lehrberuf Lehrlinge ausgebildet, dann sind Personen, die für mehr als einen dieser Lehrberufe fachlich einschlägig ausgebildet sind, nur auf die Verhältniszahl eines dieser Lehrberufe anzurechnen. Wenn aber in einem Betrieb nur eine einzige, jedoch für alle in Betracht kommenden Lehrberufe fachlich einschlägig ausgebildete Person beschäftigt ist, dürfen – unter Beachtung der für die einzelnen in Betracht kommenden Lehrberufe jeweils festgelegten Verhältniszahlen – insgesamt höchstens drei Lehrlinge ausgebildet werden.
§ 13. (1) Für die Ausbildung im Lehrberuf Friseur und Perückenmacher (Stylist)/Friseurin und Perückenmacherin (Stylistin) werden folgende Verhältniszahlen gemäß § 8 Abs. 7 des Berufsausbildungsgesetzes (Ausbilder – Lehrling) festgelegt:
Auf je zwei Lehrlinge zumindest ein Ausbilder, der nicht ausschließlich mit Ausbildungsaufgaben betraut ist,
(2) Die Verhältniszahl gemäß § 12 Abs. 1 darf jedoch nicht überschritten werden.
(3) Ein Ausbilder, der mit Ausbildungsaufgaben in mehr als einem Lehrberuf betraut ist, darf unter Beachtung der für die einzelnen in Betracht kommenden Lehrberufe jeweils festgelegten Verhältniszahlen gemäß § 8 Abs. 7 des Berufsausbildungsgesetzes insgesamt höchstens so viele Lehrlinge ausbilden, wie es der höchsten Lehrlingszahl gemäß § 8 Abs. 7 des Berufsausbildungsgesetzes der in Betracht kommenden Lehrberufe entspricht.
§ 14. (1) Mit dem In-Kraft-Treten dieser Verordnung tritt unbeschadet Abs. 2 die Ausbildungsordnung für den Lehrberuf Friseur und Perückenmacher (Stylist), BGBl. Nr. 636/1996, außer Kraft.
(2) Lehrlinge, die am Tag der Kundmachung dieser Verordnung im Lehrberuf Friseur und Perückenmacher (Stylist), BGBl. Nr. 636/1996, im dritten Lehrjahr ausgebildet werden, sind bis zum Ende der vereinbarten Lehrzeit nach dieser Ausbildungsordnung auszubilden und können bis ein Jahr nach Ablauf der vereinbarten Lehrzeit zur Lehrabschlussprüfung entsprechend den in dieser Ausbildungsordnung festgelegten Prüfungsvorschriften antreten. Erfolgt jedoch durch Lehrvertragsänderung ein Übergang zum Lehrberuf Friseur und Perückenmacher (Stylist)/Friseurin und Perückenmacherin (Stylistin), sind dessen Bestimmungen anzuwenden.