Source: https://opfer-notruf.de/page/2/
Timestamp: 2018-09-19 11:48:08
Document Index: 142029630

Matched Legal Cases: ['§ 400', '§ 395', '§ 396', '§ 251', '§ 255', '§ 850', '§ 302']

Opfer-Notruf - Page 2 of 4 - Hinweise für Opfer einer Straftat
Als Geschädigter hat man an sich keine Rechtsmittelbefugnis.
Anders ist dies aber, wenn man Nebenkläger ist. Der Nebenkläger kann selbst Rechtsmittel einlegen (§ 400 StPO). Das Rechtsmittel darf aber nicht allein deswegen eingelegt werden, um eine höhere Strafe zu erreichen; angefochten werden kann also in erster Linie ein Freispruch.
Wichtig ist, dass man die Position des Nebenklägers auch noch nach dem Urteil einnehmen kann, um Rechtsmittel einzulegen.
Autor Opfer-NotrufVeröffentlicht am 06.12.2017 26.01.2017
Wann kann ich mich als Nebenkläger anschließen?
Der Anschluss als Nebenkläger ist in jeder Lage des Verfahrens zulässig (§ 395 Abs. 4 Satz 1 StPO).
Die Erklärung kann also schon bei Erstattung der Strafanzeige, aber auch erst nach ergangenem Urteil (zur Einlegung von Rechtsmitteln) erfolgen. Die Anschlusserklärung erfolgt schriftlich gegenüber der Staatsanwaltschaft oder dem Gericht (§ 396 Abs. 1 StPO).
Autor Opfer-NotrufVeröffentlicht am 12.11.2017 26.01.2017
Darf ich als Opfer eigene Beweisanträge stellen?
In der einfachen Position als Opfer haben Sie kein Beweisantragsrecht. Allerdings sollten Sie mögliche Beweise bereits der Polizei oder Staatsanwaltschaft mitteilen, damit diese dann selbstständig diese Beweise erheben können. Das wird dann in aller Regel auch geschehen, wenn es sachdienlich erscheint.
Sind Sie dagegen Nebenkläger, haben Sie als Prozessbeteiligter auch ein Antragsrecht. Eine beantragte Beweiserhebung kann dann nur unter sehr engen Voraussetzungen abgelehnt werden.
Autor Opfer-NotrufVeröffentlicht am 23.10.2017 26.01.2017
Ich will an einem Täter-Opfer-Ausgleich teilnehmen, aber dem Täter nicht persönlich begegnen. Was kann ich tun?
Einen Täter-Opfer-Ausgleich sollten Sie nie persönlich verhandeln oder abschließen. Gerade eine persönliche Begegnung mit einem Gewalttäter ist einem Opfer kaum zuzumuten – das Aufeinandertreffen vor Gericht ist oft schon traumatisch genug.
Es ist viel besser, wenn Sie Ihren Anwalt mit der Durchführung des Täter-Opfer-Ausgleichs beauftragen. Dieser ist nicht emotional involviert und kann rein aufgrund der Sachlage Ihre Position vertreten. Und er weiß viel besser, welche Vorgehensweise üblich ist und was er für Sie erreichen kann.
Autor Opfer-NotrufVeröffentlicht am 27.09.2017 26.01.2017
Beim Täter-Opfer-Ausgleich bemüht sich der Täter selbst um den Ausgleich mit dem Opfer, also um die Wiedergutmachung des Schadens. Häufig beinhaltet der TOA auch ideelle Leistungen wie eine Entschuldigung.
Der TOA führt häufig zu einer Strafmilderung für den Täter. Für das Opfer ist es von Vorteil, dass es zumindest eine gewisse Entschädigung relativ schnell erhält, ohne ein zusätzliches Gerichtsverfahren anstrengen zu müssen.
Die Zustimmung des Opfers zu einem TOA bedeutet keinen Verzicht auf weitergehende Ansprüche.
Autor Opfer-NotrufVeröffentlicht am 29.08.2017 26.01.2017
Muss ich vor Gericht alles nochmal erzählen?
Ja, das ist leider kaum zu umgehen. Das Gericht muss sich seine Überzeugung direkt aus den zur Verfügung stehenden Beweismitteln bilden und dazu gehört auch, dass das Opfer (auch wenn es bereits vor der Polizei, der Staatsanwaltschaft oder dem Ermittlungsrichter ausgesagt hat) noch einmal dem Richter die Tat schildern muss.
Wenn alle Beteiligten zustimmen, kann jedoch das Protokoll einer früheren Vernehmung oder eine schriftliche Schilderung des Opfers in der Hauptverhandlung verlesen werden (§ 251 Abs. 1 Nr. 1 StPO). Bei bestimmten Straftaten können Minderjährige auch per Video („Bild-Ton-Aufzeichnung“, § 255a StPO) vernommen werden, die dann im Gerichtssaal vorgespielt wird.
Autor Opfer-NotrufVeröffentlicht am 11.07.2017 26.01.2017
Kann ich eine Strafanzeige auch wieder zurückziehen?
Nein. Die Strafanzeige ist ja nur eine Mitteilung an die Staatsanwaltschaft, dass irgendetwas passiert ist. Diese Kenntnis hat die Staatsanwaltschaft nun und dann muss sie von sich aus ermitteln. Daran ändert auch die Tatsache, dass es sich der Anzeigende nun anders überlegt hat, nichts.
Mehr dazu: Die Zurücknahme einer Strafanzeige – Sie hören von meinem Anwalt
Autor Opfer-NotrufVeröffentlicht am 24.06.2017 26.01.2017
Bekomme ich Schmerzensgeld, wenn der Täter pleite ist?
Wenn beim Täter, wie so oft, nichts zu holen ist, kann auch ein gerichtlich festgestellter Schmerzensgeldanspruch nicht durchgesetzt werden.
Allerdings werden Ansprüche aus einer vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlung (wozu auch vorsätzliche Straftaten zählen) privilegiert:
Gemäß § 850f Abs. 2 ZPO sind größere Teile des Arbeitseinkommens pfändbar.
Gemäß § 302 Nr. 1 InsO wird die Restschuldbefreiung bei Privatinsolvenz nicht für derartige Ansprüche gewährt. Der Geschädigte kann also weiter vollstrecken.
Autor Opfer-NotrufVeröffentlicht am 22.05.2017 26.01.2017
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