Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=15.04.2008&Aktenzeichen=B%2014/11b%20AS%203/07%20R
Timestamp: 2019-10-22 15:14:55
Document Index: 92344259

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 21', '§ 21', '§ 9', '§ 136', '§ 20', '§ 153', '§ 136', '§ 136']

BSG, 15.04.2008 - B 14/11b AS 3/07 R - dejure.org
https://dejure.org/2008,1417
BSG, 15.04.2008 - B 14/11b AS 3/07 R (https://dejure.org/2008,1417)
BSG, Entscheidung vom 15.04.2008 - B 14/11b AS 3/07 R (https://dejure.org/2008,1417)
BSG, Entscheidung vom 15. April 2008 - B 14/11b AS 3/07 R (https://dejure.org/2008,1417)
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Arbeitslosengeld II - Mehrbedarf für kostenaufwändige Ernährung - Diabetes mellitus - Unterkunft und Heizung - befristeter Zuschlag - sozialgerichtliches Verfahren - Entscheidungsgründe - Verfahrensfehler
Sozialgerichtliches Verfahren; fehlende Entscheidungsgründe; Arbeitslosengeld II; Mehrbedarf für kostenaufwändige Ernährung; Diabetes mellitus; Empfehlungen des Deutschen Vereins kein antizipiertes Sachverständigengutachten; Aufklärungspflicht
Voraussetzungen der Gewährung von Leistungen zur Grundsicherung für Arbeitsuchende unter Berücksichtigung eines Mehrbedarfs bei krankheitsbedingter kostenaufwändiger Ernährung; Normative Wirkung von Empfehlungen des "Deutschen Vereins für öffentliche und private ...
Grundsicherung SGB II - Unterkunftskosten und Mehrbedarf
SG Stuttgart, 29.06.2006 - S 14 AS 1115/05
LSG Baden-Württemberg, 15.12.2006 - L 12 AS 4271/06
LSG Baden-Württemberg, 23.10.2009 - L 12 AS 4179/08
Wie die beiden für die Grundsicherung für Arbeitsuchende zuständigen Senate bereits entschieden haben, haben die Gerichte einen streitig gebliebenen krankheitsbedingten Mehrbedarf im Einzelfall aufzuklären (so bereits BSG Urteil vom 27.2.2008 - B 14/7b AS 32/06 R - BSGE 100, 83 = SozR 4-4200 § 20 Nr. 6 und BSG Urteil vom 15.4.2008 - B 14/11b AS 3/07 R; vgl zur Laktoseintoleranz auch BSG Urteil vom 9.6.2011 - B 8 SO 11/10 R - Juris RdNr 24) .
Auf die Revision der Klägerin hat das BSG mit Urteil vom 15.4.2008 - B 14/11b AS 3/07 R - das Urteil des LSG vom 15.12.2006 aufgehoben und die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das LSG zurückverwiesen, da es an hinreichenden tatsächlichen Feststellungen fehle, insbesondere für die von der Klägerin geltend gemachten Kosten für eine kostenaufwändige Krankenernährung gemäß § 21 Abs. 5 SGB II.
Dementsprechend hat auch das BSG bei der Prüfung der Voraussetzungen des § 21 Abs. 5 SGB II bislang stets von "Krankenernährung" oder "krankheitsbedingtem Mehrbedarf" gesprochen (BSG vom 15.4.2008 - B 14/11b AS 3/07 R) und ausgeführt, dass die tatbestandlichen Voraussetzungen der Norm nur vorliegen, wenn eine oder mehrere Erkrankungen eine kostenaufwändige Ernährung bedingen (…BSG vom 15.4.2008 - B 14/7b AS 58/06 R - SozR 4-4200 § 9 Nr. 5; vgl auch BSG vom 24.2.2011 - B 14 AS 49/10 R - zur Veröffentlichung vorgesehen).
Damit ist dem Erfordernis an eine Begründung des Urteils aus § 136 Abs. 1 Nr. 6 SGG (dazu zuletzt Urteil des Senats vom 15.4.2008 - B 14/11b AS 3/07 R - Juris RdNr 13) noch Genüge getan.
Mithin haben die Instanzgerichte jeweils den genauen krankheitsbedingten Mehrbedarf der Kläger im Einzelnen aufzuklären (so bereits BSG Urteil vom 27.2.2008 - B 14/7b AS 32/06 R - BSGE 100, 83 = SozR 4-4200 § 20 Nr. 6 und BSG Urteil vom 15.4.2008 - B 14/11b AS 3/07 R).
Diese fehlen, wenn und soweit in der Urteilsbegründung selbst oder durch Bezugnahme gemäß § 153 Abs. 2 SGG nicht mindestens die Überlegungen zusammengefasst worden sind, auf denen die Entscheidung über jeden einzelnen für den Urteilsausspruch rechtserheblichen Streitpunkt in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht beruht (vgl Urteil des Senats vom 15. April 2008 - B 14/11b AS 3/07 R RdNr 13).
Das BSG hat in seinen Urteilen vom 27. Februar 2008 (B 14/7b AS 32/06 R und B 14/7b AS 64/06) und vom 15.04.2008 (Az.: B 14/11b AS 3/07 R) im Einzelnen dargelegt, dass jeweils eine Einzelfallprüfung zu erfolgen hat, wenn der ernährungsbedingte Mehrbedarf nach Inhalt und Höhe "streitig" bleibt.
Die Ausführungen des SG zur Frage der Verfassungsmäßigkeit der Regelbedarfe lassen zwar - trotz der in der Prozessordnung nicht vorgesehenen pauschalen Bezugnahme auf Literaturstellen in "entsprechender Anwendung des § 136 Abs. 3 SGG" zur Begründung eines Urteils - noch eine eigenständige Auseinandersetzung mit dieser Problemstellung und damit hinreichende Entscheidungsgründe iS des § 136 Abs. 1 Nr. 6 SGG erkennen (dazu etwa Urteil des Senats vom 15.4.2008 - B 14/11b AS 3/07 R - juris RdNr 13) .
BSG, 19.07.2010 - B 8 SO 35/10 B
Nichtzulassungsbeschwerde - grundsätzliche Bedeutung der Rechtsfrage - …
Das Bundessozialgericht (BSG) habe in seiner Rechtsprechung (Urteil vom 15.4.2008 - B 14/11b AS 3/07 R) herausgestellt, dass die Gerichte den krankheitsbedingten Mehrbedarf im Einzelnen feststellen und begründen müssten.
Zur Darlegung der Klärungsbedürftigkeit andererseits hätte sich der Kläger nicht mit der Behauptung begnügen dürfen, höchstrichterliche Entscheidungen lägen nicht vor, obwohl er selbst eine Entscheidung des BSG vom 15.4.2008 (B 14/11b AS 3/07 R) zitiert, in der auf weitere Entscheidungen des BSG zur Rechtsnatur der Empfehlungen für die Gewährung von Krankenkostzulagen in der Sozialhilfe des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. verwiesen ist.
Unabhängig von der in der Rechtsprechung ( BSG, Urteil vom 15.04.2008 - B 14/11b AS 3/07 R; LSG NRW, Urteil vom 22.07.2007 - L 19 AS 41/08; LSG Niedersachsen-Bremen, Beschluss vom 03.02.2009 - L 9 B 339/08 AS; LSG Mecklenburg-Vorpommern, Beschluss vom 19.12.2008 - L 8 B 386/08 AS) noch ungeklärten Frage der Rechtsqualität dieser Empfehlungen, etwa als antizipiertes Sachverständigengutachten, enthalten diese jedenfalls Erfahrungssätze für die dort typisierten Regelfälle.
Das BSG (Urteil vom 15. April 2008, B 14/11 B AS 3/07; Urteil vom 27. Februar 2008, B 14/7b AS 32/06 R und B 14/7b AS 64/06 R) hatte zur Vorfassung der Empfehlungen des Deutschen Vereins aus dem Jahr 1997 ausgeführt, dass diesen hinsichtlich der Krankenkostzulagen keine Wirkung eines antizipierten Sachverständigengutachtens zukomme, weil diese nicht (mehr) unumstritten seien.
BSG, 08.12.2010 - B 14 AS 63/10 B
LSG Niedersachsen-Bremen, 03.02.2009 - L 9 B 339/08
BSG, 30.04.2013 - B 8 SO 8/13 B
LSG Nordrhein-Westfalen, 04.03.2010 - L 6 B 158/09
LSG Sachsen, 15.02.2010 - L 3 AS 780/09
LSG Sachsen, 22.06.2009 - L 7 AS 250/08
Mehrbedarf für kostenaufwändige Ernährung wegen Diabetes mellitus Typ IIa i.R.d. …
LSG Nordrhein-Westfalen, 06.04.2009 - L 19 B 6/09
LSG Nordrhein-Westfalen, 12.09.2007 - L 20 B 75/07
BSG, 26.01.2012 - B 14 AS 197/11 B
LSG Sachsen, 22.06.2009 - L 7 AS 207/07
Empfehlungen des Deutschen Vereins als Orientierungshilfe zur Feststellung eines …
BSG, 27.03.2019 - B 8 SO 61/18 B
LSG Nordrhein-Westfalen, 22.09.2011 - L 7 B 440/09
LSG Nordrhein-Westfalen, 03.01.2011 - L 7 AS 1385/10
LSG Sachsen-Anhalt, 05.03.2010 - L 5 AS 446/09
Anwendbarkeit der Empfehlungen des Deutschen Vereins zur Gewährung von …
SG Aachen, 24.04.2009 - S 20 SO 1/08
BSG, 27.06.2012 - B 4 AS 29/12 BH
SG Oldenburg, 24.11.2009 - S 21 SO 236/05
Anspruch auf einmalige Beihilfe für Nahrungsergänzungsmittel zur Linderung von …
SG Aachen, 29.10.2008 - S 26 (15) AS 148/07
SG Aachen, 19.09.2008 - S 6 AS 67/08
SG Hildesheim, 09.07.2010 - S 26 AS 1737/09
Arbeitslosengeld II - kein Mehrbedarf für kostenaufwändiger Ernährung bei …
SG Oldenburg, 25.11.2009 - S 21 SO 236/05
Sozialhilfe - Mehrbedarf für kostenaufwändige Ernährung - Einnahme von …