Source: https://www.kluge-hunde.de/erfahrungsbericht-zum-%C2%A711-tierschg/
Timestamp: 2020-03-30 06:55:58
Document Index: 343122056

Matched Legal Cases: ['§11', '§11', '§11', '§11', '§11', '§11', '§11']

Hundeschulen Nürnberg | Kluge Hunde
Es ist schon eine riesige Debatte um den §11 TierSchG entbrannt. Die einen finden es gut, die anderen auch, aber die Umsetzung sch..eiße und die letzteren lassen ihren Traum als Hundetrainer/in zu arbeiten an einem Satz im Gesetz und einer sehr teuren Prüfung platzen. Im Detail will ich auf das Streitpotenzial dieser Gesetzesänderung gar nicht eingehen, da findet sich genug im Netz.
Ich erzähle dir heute, wie mich der §11 die letzten Monate verfolgt hat.
“Ich will in diesem Bereich arbeiten, also mach ich eben diese Prüfung.” So dachte ich Anfang August 2014, nachdem ich meinen kynologischen Lebenslauf mit allen Seminar-, Prüfungs- und Praktika-Unterlagen, die ich bisher im “Hunde-Bereich” erworben habe, eingereicht hatte. Der Antrag war schon mal einfach auszufüllen. Nach und nach fand ich dann mehr heraus, was in der Prüfung tatsächlich “drankommt”.
Für die Hundeschulen Nürnberg
war eine ganz tolle Sache der Infoabend zum §11, ausgerichtet von Terry Brandt-Kimpel, der V.I.P. Dogs. An diesem Abend hat Frau Dr. Rickert vom Ordnungsamt bzw. Veterinäramt in Nürnberg die Prüfungsdetails für die Hundeschulen Nürnberg bekannt gegeben und viele Fragen der teilnehmenden Hundetrainer/innen beantwortet und auch einen langen Fragebogen (insb. für die Theorie-Prüfung) ausgeteilt.
Trotz der guten Informationen brach dennoch immer wieder Unmut über uns hinein.
Denn: Gerade die gewerblichen Hundetrainer machen ihren Job sehr gewissenhaft und meistens deutlich professioneller, als es in vielen Hundevereinen der Fall ist. Vereine fallen aber nicht unter die neue Regelung. – Naja, sagen wir NOCH nicht. Und wer dann doch tierschutzrelevant (z.B. mit Stromeinwirkung oder Stachelhalsband) den Hund erziehen will, der geht dann zum Hinterhofverein. Natürlich ist es deshalb immer noch strafbar, aber wer “erwischt” solche Leute schon…
Viele Trainer fühlen sich (verständlicherweise) gegängelt. Vor allem wenn sie schon seit vielen Jahren erfolgreich in dem Bereich arbeiten, wollen Sie natürlich nicht das Risiko der Geschäftsaufgabe wegen einer Prüfung eingehen. Zudem ist das Problem, dass es keine konkreten Prüfungsinhalte gibt. Dadurch steigt das Risiko, nicht zu bestehen an, denn wer weiß schon, wie er sich richtig vorbereiten kann. Die groben Themen der Prüfung sind/waren
Erste Hilfe/Krankheiten/Parasiten
Kommunikation Mensch-Mensch
Bei dieser Aufzählung kann irgendwie alles und nichts drankommen. Aber zuerst muss die theoretische Prüfung, also der D.O.Q. Test bestanden sein, um dann zur praktischen und mündlichen Prüfung zugelassen zu werden.
Und dann ging es los: Ich war in Facebook-Gruppen zum Sachkundenachweis nach §11. Viele engagieren sich über die CoboCards, um die Fragen für die Theorieprüfung zusammenzustellen. Es war zwar hilfreich neuen Input und Fragestellungen zu lesen, andererseits war die Informationsflut auch zu groß, z.T. viel zu speziell und medizinisch und manchmal sogar widersprüchlich. Jedenfalls machte mich das irgendwann ganz durcheinander und sogar unsicher, indem, was ich eigentlich schon wusste. (Du kennst das sicher auch von früher, als sich vor der Schulaufgabe alle verrückt gemacht haben. Genau so!!)
Also ließ ich das Lesen in der Facebook-Gruppe. Mir ist bei allen Recherchen dazu aufgefallen, dass es plötzlich Tausende von Möglichkeiten gibt, sich für viel Geld auf genau diese Prüfung vorzubereiten. Alle möglichen Anbieter sprießen aus dem Boden. Ich habe jedoch leider nicht das nötige Kleingeld und auch keine Zeit für mehrtägige Seminare. Ach ja, habe ich vergessen zu erwähnen, das ich nicht einmal weiß, was die Prüfung am Ende genau kostet? So um die 400€ hieß es! In den Gruppen schrieben manche sogar von 4-stelligen Summen, die ich mir lieber gar nicht vorstelle…
Also theoretischer Inhalt: Ungewiss; Kosten: Ungewiss
Dennoch wollte ich mich ja irgendwie vorbereiten.
Ich entschied mich für eine gute “Allround”-Lektüre von Martin Krause und Sabine Breu. Das Buch heißt Tierfachkraft-Hunde und ist echt sehr empfehlenswert. Ich mache hier gern ein bisschen Werbung dafür, denn es hat mir für die Prüfung geholfen und viele gute Infos geliefert. (Als Ebook kostet es nur 29,90€.)
Das Buch, mit ca. 400 Seiten, habe ich komplett durchgearbeitet. Die Theorie-Prüfung bestand aus leichten und schweren Fragen aus allen oben genannten Gebieten. Zum Teil waren es echt blöd gestellte Fragen. Zum Beispiel “Was gehört NICHT zum Ausdrucksverhalten des Hundes”. So mussten wir Prüflinge auch auf die Fragestellung sehr Acht geben, damit nicht aus Versehen etwas Falsches angekreuzt wurde. Die Theorieprüfung habe ich Ende November bestanden. Ein erster Schritt war gemacht.
Nach der Theorieprüfung habe ich dann doch auch meinen Senf in der Facebook-Gruppe dazugegeben ;-), bin dann aber immer seltener in die Gruppe gegangen. Stattdessen wollte ich in die Facebook-Gruppe für die Praktische Prüfung, die jetzt ja relevanter war. Und der Witz an dieser Gruppe ist, dass du erstmal durch ein langes Fragenraster durch musst, bis du Zugang bekommst. Ich frage mich hier: Ist das die Gängel-Revanche?? Da mach ich nicht mit!
Ich habe mir noch den langen Fragenkatalog, den Fr. Dr. Rickert austeilte hergenommen und habe alle Fragen auf einem Block handschriftlich beantwortet, recherchiert, beantwortet usw.
Kurz vor der Prüfung (21.01.2015) habe ich die letzten Fragen durchgehabt und mir schwirrte der Kopf von all den Paragraphen, Gesetzen rund um den Hund und irgendwann legte ich den Stift beiseite.
“Wenn es nicht reicht, dann reicht es eben nicht”, war mein Gedanke. Ich weiß einiges, ich weiß nicht alles und fertig. Was soll ich mich hier bekloppt lernen, wenn vermutlich gar nichts davon drankommt.
Ich habe schon viele Prüfungen in meinem Leben gemacht, doch kurz vor dieser Prüfung war mir total schlecht. Zum Glück habe ich nach ca. 1,5 Stunden bestanden und erhalte jetzt die Zulassung vom Veterinäramt. Ich bin erstmal froh, dass sich nach einem halben Jahr §11-Traum(a) das Thema erledigt hat. Ich kann zu dieser Prüfung nur sagen, dass es sich lohnt sich vorzubereiten, aber nicht, sich verrückt zu machen (oder machen zu lassen).
Hier plaudere ich die Inhalte meiner Prüfung aus ->
Den Fragekatalog mit meinen Antworten kannst du hier bald bekommen. Ich brauche aber erst eine Pause mich davon zu erholen, bis ich sie für dich "in Form" bringe. 🙂
§11 TierSchGHundeschuleLernen mit HundSachkundenachweisÜbungen für Hundehalter
URSI IMDORF
Januar 22, 2015 at 8:29 pm
ICH GRATULIERE DIR RECHT HERZLICH ZU DER BESTANDENEN PRÜFUNG UND DANKE DIR FÜR DEINEN TOLLEN TIPPS.
GUTE ERHOLUNG UND LIEBE GRÜSSE URSI IMDORF
Februar 2, 2015 at 9:16 am
Oh, vielen lieben Dank, Ursi!
vielen Dank für die informativen Hinweise zur Ablegung der §11 Zertifizierung.
Eine Frage bleibt aber: Was ist denn bei dir die “Jesus-Übung” ???
Oktober 1, 2015 at 4:40 pm
Hallo Klaus, ich freu mich, wenn dir meine Infos weiterhelfen. Die “Jesus-Übung” ist eine Blickkontakt-Übung, wo der Hund für den Blickkontakt zum Halter belohnt wird. Hier ein Video, das die Jesus-Übung beinhaltet: http://www.shaping-dog.de/vom-locken-zum-loben/
Sonnige Hundegrüße,
März 9, 2016 at 9:30 am
Keine Praxis Prüfung?. Da haben sie ja richtig Glück gehabt.
März 9, 2016 at 4:23 pm
Doch, es gab natürlich auch eine Praxisprüfung! Da bin ich nich drum herum gekommen. 😉