Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2080,%2080
Timestamp: 2019-08-18 20:42:14
Document Index: 318917801

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 52', 'BGH', '§ 53', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 276', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 16.02.1981 - II ZR 179/80 - dejure.org
https://dejure.org/1981,190
BGH, 16.02.1981 - II ZR 179/80 (https://dejure.org/1981,190)
BGH, Entscheidung vom 16.02.1981 - II ZR 179/80 (https://dejure.org/1981,190)
BGH, Entscheidung vom 16. Februar 1981 - II ZR 179/80 (https://dejure.org/1981,190)
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Anspruch auf Schadensersatz für den Verlust aus einem Warenterminoptionsgeschäft - Haftung aus Verschulden bei Vertragsschluss - Nichtaufklärung über die Höhe der Prämie einer gekauften Option
Kein Termineinwand des Vermittlers eines Warenterminoptionsgeschäfts gegenüber Schadensersatzanspruch aus Verschulden bei Vertragsschluß
BGHZ 80, 80
NJW 1981, 1266
ZIP 1981, 376
WM 1981, 374
BB 1981, 695
DB 1981, 1132
Ein Hinweis darauf ist entgegen der Ansicht der Beklagten zu 1) nicht etwa deshalb entbehrlich, weil auf Seiten 2 und 3 der Broschüre 1 ein Auszug aus dem Urteil BGHZ 80, 80, 83 f. [BGH 16.02.1981 - II ZR 179/80] abgedruckt und darin ausgeführt ist, die Optionsprämie entspreche den - wenn auch bereits weitgehend spekulativen - Kurserwartungen des Börsenfachhandels und kennzeichne den Rahmen des Risikobereichs, dem vom Markt als vertretbar angesehen werde.
Dann musste der Stillhalter den Optionsgegenstand zum vereinbarten Basispreis abnehmen (vgl. dazu im Einzelnen Urteile des Bundesgerichtshofs --BGH--vom 16. Februar 1981 II ZR 179/80, BGHZ 80, 80; vom 22. Oktober 1984 II ZR 262/83, BGHZ 92, 317;… Gabler, Wirtschaftslexikon, 15. Aufl., "Optionsgeschäft").
Zweck der §§ 52 und 53 BörsG und des Termineinwands ist es nicht, schuldhafte Schädigungen des Geschäftspartners sanktionslos zu lassen (BGHZ 80, 80, 86), sondern eine personell abgegrenzte Börsenrechtssphäre zu schaffen (…Schwark, BörsG 2. Aufl. § 53 Rdn. 1).
Die Pflicht des Vermittlers von Londoner Warenterminoptionen, die Käufer über die Londoner Prämie aufzuklären und auf deren Bedeutung und die wirtschaftlichen Zusammenhänge hinzuweisen, besteht unabhängig davon, ob sich der Vermittler zu umfassender Beratung bereit erklärt hat (Ergänzung zu BGHZ 80, 80 [BGH 16.02.1981 - II ZR 179/80]).
Wie der Senat im Urteil vom 16. Februar 1981 (BGHZ 80, 80 [BGH 16.02.1981 - II ZR 179/80]) im einzelnen dargelegt hat, ist die in London bezahlte Prämie der Preis für die Option.
Deshalb hat der Senat die Vermittler von Warenterminoptionsgeschäften für verpflichtet gehalten, ihre Kunden über diese wesentliche Grundlage des Geschäfts aufzuklären und auf deren Bedeutung und die wirtschaftlichen Zusammenhänge hinzuweisen (vgl. BGHZ 80, 80, 85 [BGH 16.02.1981 - II ZR 179/80];… Urt. v. 6.4.81 - II ZR 84/80, WM 1981, 552 = ZIP 1981, 845 u. Urt. v. 4.5.81, aaO).
Der Senat hat diese Frage im Urteil vom 16. Februar 1981 (BGHZ 80, 80, 82) [BGH 16.02.1981 - II ZR 179/80] im Ergebnis zwar offengelassen, aber dazu ausgeführt, es liege nicht fern, daß solche Pflichten auch dann anzunehmen wären, wenn ein gewerblicher Vermittler von Optionen die Beratungsbereitschaft in seiner Werbung nicht so ausdrücklich hervorhebe, wie das im entschiedenen Falle geschehen sei.
Nach der Rechtsprechung des Senats ist aber der Vermittler von Warenterminoptionsgeschäften verpflichtet, seine Kunden über die Höhe der Londoner Prämie aufzuklären und sie auf deren Bedeutung und die wirtschaftlichen Zusammenhänge hinzuweisen (vgl. die Sen. Urt. BGHZ 80, 80, 85 [BGH 16.02.1981 - II ZR 179/80];… Urt. v. 6.4.1981 - II ZR 84/80, WM 1981, 552 = ZIP 1981, 845;… Urt. v. 4.5.1981 - II ZR 193/80, LM BGB § 276 Nr. 36;… Urt. v. 17.5.1982 - II ZR 9/82, WM 1982, 738 = ZIP 1982, 819 u. Urt. v. 18.4.1983 aaO).
Die Verpflichtung des Vermittlers von Londoner Warenterminoptionen, die Optionskäufer über die Höhe der Londoner Optionsprämie aufzuklären und auf deren Bedeutung und die wirtschaftlichen Zusammenhänge hinzuweisen, kann grundsätzlich nur schriftlich und nicht ausschließlich fernmündlich erfüllt werden (Ergänzung zu BGHZ 80, 80 [BGH 16.02.1981 - II ZR 179/80] = NJW 1981, 1266).
Sie haben die Käufer in diesen Fällen auch dann vorsätzlich getäuscht, wenn sie nicht wußten oder wenigstens für möglich hielten, daß sie ihnen den auf den Londoner Optionspreis erhobenen Aufschlag hätten nennen müssen (vgl. BGHZ 80, 80 [BGH 16.02.1981 - II ZR 179/80]; BGHSt 30, 177, 181, 182) [BGH 08.07.1981 - 3 StR 457/80].
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