Source: https://www.onlinesteuerportal.at/category/raeg-2014/
Timestamp: 2020-07-09 04:43:19
Document Index: 95116255

Matched Legal Cases: ['§ 211', '§ 211', '§ 211', '§ 211', '§ 226', '§ 274', '§ 235', '§ 226', '§ 235', '§ 198', '§ 202', '§ 203']

RÄG 2014 Archives - Bilanzierungs- und Steuerportal
Archiv der Kategorie: RÄG 2014
15/07/2016 steuertipps	Schreibe einen Kommentar
Auch nach dem neuen § 211 Abs 1 UGB sind Pensionsrückstellungen (wie auch die anderen langfristigen Personalrückstellungen) – wie schon bisher – mit dem sich nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ergebenden Wert anzusetzen, bei dessen Abzinsung aber nunmehr gemäß Abs 2 ein durchschnittlicher Marktzinssatz für eine Restlaufzeit von 15 Jahren angesetzt werden kann, sofern im Einzelfall keine erheblichen Bedenken bestehen.
Zugleich wird im § 211 Abs 2 aF. UGB der vereinfachende Ansatz eines Prozentsatzes der fiktiven Ansprüche zum jeweiligen Bilanzstichtag im § 211 Abs 2 UGB idF. RÄG 2014 nunmehr untersagt.
Diese Novellierung entspricht der AFRAC Stellungsnahme „Rückstellungen für Pension-, Abfertigungs-, Jubiläums und verlgeichbare langfristig fällige Verpflichtungen nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches“ vom Juni 2015.
In dessen Tz. 30 wird klargestellt, daß die Gesamtpensionsverpflichtung sich aus folgenden Kriterien ergibt:
a) der Anzahl der Berechtigten,
b) der Höhe der Pensionszahlungen,
c) dem Ansammlungszeitraum,
d) dem Verfahren für die Verteilung des Barwerts der Pensionsverpflichtung über den Ansammlungszeitraum (Ansammlungsverfahren),
e) dem Rechnungszinssatz und
f) den Wahrscheinlichkeitsannahmen,
wobei bereits laufende oder aufgeschobene Pensionen nicht zu berücksichtigen sind (diese sind als Verbindlichkeiten zu passivieren).
Bei der Wahl des Zinssatzes gibt es in Tz. 40 der Stellungnahme zwei Optionen:
Der Zinssatz zu dem sich ein Unternehmen mit hochklassiger Bonität für die durchschnittliche Restlaufzeit (vereinfachend gem. Tz. 41 können hier – in Übereinstimmung mit § 211 Abs 2 letzter Satz nF. UGB – 15 Jahre angenommen werden) refinanzieren kann. Dieser Refinanzierungszinssatz muss daher nicht unbedingt für das zu bilanzierende Unternehmen selbst zutreffend sein.
Ein Durchschnittszinssatz (im Sinne der obigen Z.1) des laufenden und der sechs vorangegangenen Abschlussstichtage.
Dokalik/Hirschler, RÄG 2014, 2015, verweisen zur Orientierung auf folgende Website der Deutschen Bundesbank: http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Statistiken/Geld_Und_Kapitalmaerkte/Zinssaetze_Renditen/abzinsungszinssaetze.pdf?__blob=publicationFile .
Kleinstkapital- gesellschaften – Die Erleichterungen
14/07/2016 steuertipps	Schreibe einen Kommentar
Entfall der Aufstellung eines Anlagegitters
Nach § 226 Abs 1 UGB idF RÄG 2014 ist die Entwicklung des Anlagevermögens zwingend im Anhang darzustellen; die bisherige Möglichkeit der Darstellung in der Bilanz entfällt. Da die Erstellung eines Anlagespiegels damit für alle Unternehmen verpflichtend ist, die einen Anhang führen müssen, haben auch kleine Unternehmen einen solchen zu erstellen. Mangels Pflicht zur Erstellung eines Anhangs ist die Führung eines Anlagespiegels für Kleinstkapitalgesellschaften nicht verpflichtend.
Wegfall der Pflicht zur Aufstellung eines Anhangs
Entfall des außerordentlichen Ergebnisses
Um die internationale Vergleichbarkeit des Jahresabschlusses zu verbessern, entfällt der Ausweis der ao Erträge und ao Aufwendungen. Diese Beträge sind den „ordentlichen“ Positionen zuzuordnen. Damit besteht für den Bilanzersteller keine Mög- lichkeit mehr, Verluste tendenziell dem außerordentlichen Bereich zuzuordnen. Allerdings sind Betrag und Wesensart von einzelnen Ertrags- und Aufwandsposten von außerordentlicher Größenordnung oder außerordentlicher Bedeutung im Anhang anzugeben. Damit stellt der Gesetzeswortlaut im Gegensatz zur geltenden Rechtslage klar, dass auch eine rein betragsmäßige Außerordentlichkeit zu einer Anhangangabe führen muss. Für Kleinstkapitalgesellschaften entfällt der Hinweis auf ao Erträge und ao Aufwendungen mangels Anhang zur Gänze.
Keine Ausnahme von der Steuerlatenz nach deutschem Vorbild
Leider gibt es keine dem § 274a Nr. 5 dHGB nachempfundene Befreiung von der Berechnung der Steuerlatenzen für kleine Kapitalgesellschaften und damit auch nicht für Kleinstkapitalgesellschaften.
Von den Ausschüttungssperren des § 235 idF vor dem RÄG 2014 verbleibt lediglich diejenige für die Auflösung aus Kapitalrücklagen, die durch eine Aufwertung auf den beizulegenden Wert im Zuge einer Umgründung entstanden sind (sog Umgründungsrücklage).
Die Ausschüttungssperre aufgrund von Zuschreibungen und die Ausschüttungssperre wegen der Beseitigung unversteuerter Rücklagen entfallen ersatzlos. Die Ausschüttungssperre aufgrund der Auflösung der Umgründungsrücklage betrifft nicht nur das Geschäftsjahr der Auflösung, sondern auch die Folgejahre. Denn die Ausschüttungssperre vermindert sich insoweit, als in den Folgejahren das Jahresergebnis der übernehmenden Gesellschaft durch die Abschreibung der aufgewerteten Vermögensgegenstände einschließlich eines Firmenwerts vermindert wird.
Die durch die Umgründung erzielten Wertzuwächse werden durch die folgenden Abschreibungen ohnedies neutralisiert. Die bisher in § 226 Abs 2 UGB idF vor dem RÄG 2014 vorgesehene Ausschüttungssperre für den Aktivüberhang bei latenten Steuern wird in § 235 Abs 2 UGB idF RÄG 2014 übernommen.
Diese Ausschüttungssperre gilt unabhängig von den Ergebniswirkungen im Geschäftsjahr.
11/07/2016 steuertipps	1 Kommentar
Für den Ansatz von latenten Steuern finden sich in § 198 Abs 10 Z 1-3 UGB wichtige Ausnahmen. Jene des Firmenwerts ist in folgendem Beitrag behandelt: Latente Steuern Firmenwert
Latente Steuern sind nicht zu berücksichtigen, soweit
2. aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld bei
einem Geschäftsvorfall, der
a) keine Umgründung im Sinn des § 202 Abs. 2 oder Übernahme im
Sinn des § 203 Abs. 5 ist, und
b) zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das bilanzielle Ergebnis
vor Steuern noch das zu versteuernde Ergebnis (den steuerlichen
Verlust) beeinflusst.
Folge dieser Regelung ergibt sich exemplarisch aus folgendem Beispiel (Quelle: Egger/Samer/Bertl, Jahresabschluss UGB, 2015, S. 144):
Erwerb eines PKW zu € 100.000.
Nutzungsdauer = 5
Hier die Steuerlatenz vor RG ohne Anwendung der Ausnahmeregelung in 198 Abs 10 Z 2 UGB
UGB STR Differenz Steuerlatenz
Anschaffung 100,000 40,000 -60,000 -15,000
2016 80,000 35,000 -45,000 -11,250
2017 60,000 30,000 -30,000 -7,500
2018 40,000 25,000 -15,000 -3,750
2019 20,000 20,000 0 0
2020 15,000 15,000 3,750
2021 10,000 10,000 2,500
2022 5000 5,000 1,250
Hier die Steuerlatenz unter Anwendung der neuen Ausnahmeregelung in 198 Abs 10 Z 2 UGB
In diesem Fall ist bei der Berechnung der Steuerlatenz der unternehmensrechtliche Stand nur mit dem steuerlichen Ansatz anzusetzen.
Anschaffung 40,000 40,000 0 0
2016 32,000 35,000 3,000 750
2017 24,000 30,000 6,000 1,500
2018 16,000 25,000 9,000 2,250
2019 8,000 20,000 12,000 3,000
2020 0 15,000 15,000 3,750