Source: https://www.mietrechtmuenchen.com/tag/gemeinschaftseigentum/page/2/
Timestamp: 2020-08-12 13:21:17
Document Index: 342105257

Matched Legal Cases: ['§ 669', '§ 21', '§ 27', '§ 5', '§ 10', '§ 24']

Gemeinschaftseigentum Archives - Seite 2 von 2 - Mietrecht München
Kein Vorschuss für voraussichtliche Aufwendungen bei Notgeschäftsführung in Bezug auf Gemeinschaftseigentum 0
Die Instandhaltung und Instandsetzung des Gemeinschaftseigentums ist grundsätzlich Angelegenheit und Aufgabe der Gemeinschaft, sowie Aufgabe des Hausverwalters. Unterlässt die Gemeinschaft, oder der Verwalter die erforderlichen Maßnahmen der Instandsetzung und Instandhaltung, ist eine Selbstvornahme durch einzelne Wohnungseigentümer grundsätzlich unzulässig. Vielmehr ist der Anspruch auf ordnungsmäßige Verwaltung vor Gericht durchzusetzen.
Eine Ausnahme besteht im Rahmen der Notgeschäftsführung. Insoweit können einzelne Wohnungseigentümer das Erforderliche unverzüglich veranlassen und den Ersatz ihrer Aufwendungen verlangen.
Die Notgeschäftsführung beinhaltet allerdings, ebenso wie die Geschäftsführung ohne Auftrag, lediglich einen Anspruch auf Ersatz bereits getätigter Aufwendungen. Ein Anspruch des einzelnen Wohnungseigentümers auf Vorschuss für die voraussichtlichen Aufwendungen besteht hingegen nicht (BGB §§ 669, 670; WEG § 21 Abs. 2, 5, § 27 Abs. 1; LG Karlsruhe, Beschluss vom 14.03.2016 – 11 T 635/14; vorhergehend:AG Pforzheim, 09.10.2014 – 12 C 80/14
Kausalität für Beschlussanfechtung wegen Ladungsmangel erforderlich 1
Fenster, auch Dachfenster, einschließlich ihrer Innenseiten sind zwar zwingend Gemeinschaftseigentum. Daher ist grundsätzlich die Gemeinschaft für ihre Reparatur bzw. Sanierung zuständig und hat auch die diesbezüglichen Kosten zu tragen.
Allerdings können die Eigentümer durch eine klare und eindeutige Regelung von der Zuordnung der Verpflichtung zur Instandhaltung und Instandsetzung inklusive Kostentragung abweichen.
Wird vermutet, dass ein Ladungsmangel für die angefochtene Entscheidung kausal war, müssen dennoch die Voraussetzungen für die Kausalitätsvermutung schlüssig vortragen werden. Dazu gehört insbesondere, dass der nicht eingeladene Eigentümer gegen den Beschluss gestimmt hätte und/oder das Abstimmungsverhalten der anderen Teilnehmer hätte beeinflussen können.
Fechtet der Eigentümer den Beschluss nicht an, spricht Einiges dafür, dass das Abstimmungsergebnis dessenWillen entsprach (WEG § 5 Abs. 2, § 10 Abs. 2 Satz 2, § 24 Abs. 1; AG Berlin-Mitte, Urteil vom 09.06.2016 – 29 C 53/15).