Source: https://www.zip-online.de/heft-21-2007/zip-2007-1014-2-geltendmachung-von-maengeln-am-gemeinschaftseigentum-nach-mehrheitsbeschluss-durch-die-wohnungseigent/
Timestamp: 2020-01-25 17:47:22
Document Index: 319582440

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 21', '§ 633', '§ 21', '§ 633', '§ 209', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Geltendmachung von Mängeln am Gemeinschaftseigentum nach Mehrheitsbeschluss durch die Wohnungseigentümergemeinschaft (BGH, Urt. v. 12.04.2007 – VII ZR 236/05 +) – ZIP 2007, 1014 | ZIP online
RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, KölnRWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln0723-9416Zeitschrift für WirtschaftsrechtZIP2007RechtsprechungVertrags- und HaftungsrechtWEG § 21 Abs. 5 Nr. 2; BGB a.F. §§ 633, 209 Abs. 2 Nr. 1Geltendmachung von Mängeln am Gemeinschaftseigentum nach Mehrheitsbeschluss durch die WohnungseigentümergemeinschaftWEG§ 21BGB§ 633BGB§ 209BGH, Urt. v. 12.04.2007 – VII ZR 236/05 (OLG Jena) +BGHUrt.12.4.2007VII ZR 236/05OLG Jena
1. Die Wohnungseigentümergemeinschaft kann durch Mehrheitsbeschluss die Durchsetzung der auf die ordnungsgemäße Herstellung des Gemeinschaftseigentums gerichteten Rechte der Erwerber von Wohnungseigentum wegen Mängeln des Gemeinschaftseigentums an sich ziehen. Macht sie von dieser Möglichkeit Gebrauch, begründet dies ihre alleinige Zuständigkeit. Im Gerichtsverfahren tritt die Wohnungseigentümergemeinschaft als gesetzlicher Prozessstandschafter auf.
2. Eine Wohnungseigentümergemeinschaft kann in gewillkürter Prozessstandschaft Ansprüche verfolgen, die in einem engen rechtlichen und wirtschaftlichen Zusammenhang mit der Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigen-ZIP 2007, 1015tums stehen und an deren Durchsetzung sie ein eigenes schutzwürdiges Interesse hat. Sie kann von den einzelnen Wohnungseigentümern ermächtigt werden, neben den Ansprüchen wegen Mängeln des Gemeinschaftseigentums Ansprüche wegen Mängeln des Sondereigentums geltend zu machen.
3. Ein Mahnbescheid unterbricht die Verjährung des Anspruchs auf Vorschuss auf die Mängelbeseitigungskosten auch dann, wenn – von der Sachbefugnis abgesehen – noch nicht sämtliche Anspruchsvoraussetzungen vorliegen (Bestätigung von BGH, Urt. v. 5.5.1988 – VII ZR 119/87, BGHZ 104, 268, 273 = ZIP 1988, 1083, 1084).
4. Bei Geltendmachung eines Anspruchs auf Kostenvorschuss für die Beseitigung mehrerer Mängel kommt einem Mahnbescheid verjährungsunterbrechende Wirkung nur zu, wenn für den Antragsgegner erkennbar ist, wegen welcher einzelnen Mängel und in welcher jeweiligen Höhe Ansprüche gegen ihn erhoben werden.