Source: http://bravors.brandenburg.de/de/verordnungen-212139
Timestamp: 2018-12-13 03:53:40
Document Index: 379653135

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 10', '§ 10', '§ 3', '§ 4', '§ 3']

Verordnung über das Naturschutzgebiet „Oberheide“
vom 2. August 2002
(GVBl.II/02, [Nr. 24], S.547)
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche im Landkreis Ostprignitz-Ruppin wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Oberheide“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 145 Hektar. Es umfasst Flächen in der Gemeinde Wittstock, Gemarkung Wittstock, Flur 27.
(1) Schutzzweck des Naturschutzgebietes als Teil eines der größten zusammenhängenden Buchenwaldbestände im Land Brandenburg ist
als Lebensraum wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere von Erlen-Bruchwald (Alnion glutinosae), Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagenion) und Waldmeister-Buchenwald (Galio-Fagenion),
als Lebensraum wild lebender Tierarten, insbesondere von Amphibien und auf Bäumen brütenden Vogelarten;
die Erhaltung und Entwicklung der Lebensräume wild lebender Pflanzenarten, darunter zahlreicher nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützter Arten, beispielsweise Leberblümchen (Hepatica nobilis), Wasser-Schwertlilie (Iris pseudacorus), Wasserfeder (Hottonia palustris);
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- beziehungsweise Rückzugsraum und poten-zielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, darunter zahlreicher nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 und 11 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützter Arten, beispielsweise Fischadler (Pandion haliaetus), Mäusebussard (Buteo buteo), Schwarzspecht (Dryocopus martius), Grasfrosch (Rana temporaria).
von Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagenion), Waldmeister-Buchenwald (Galio-Fagenion), Mitteleuropäischem Stieleichenwald oder Hainbuchenwald (Carpinion betuli) als Lebensraumtypen nach Anhang I der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen (ABl. EG Nr. L 206 S. 7), zuletzt geändert durch Richtlinie 97/62/EG vom 27. Oktober 1997 (ABl. EG Nr. L 305 S. 42) - Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie;
von Auen-Wald mit Schwarzerle (Alnus glutinosa) und Esche (Fraxinus excelsior) als prioritärer Lebensraumtyp nach Anhang I der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie.
nur heimische, standorttypische Baumarten eingebracht werden dürfen,
die in § 3 Abs. 2 Nr. 1 und 2 genannten Waldgesellschaften zu erhalten sind und innerhalb ihres Bestandes
aa) eine Nutzung ausschließlich einzelstammweise oder kleingruppenweise, das heißt von maximal zwei bis fünf Stämmen, erfolgt,
bb) stehendes Totholz mit mehr als 30 Zentimetern Stammdurchmesser in 1,30 Meter Höhe über dem Stammfuß nicht gefällt wird und liegendes Totholz an Ort und Stelle verbleibt,
cc) Horst- oder Höhlenbäume nicht gefällt werden,
dd) § 4 Abs. 1 Nr. 19 gilt;
das Aufstellen von Arbeitsschutzwagen an Waldwegen für die Dauer der forstwirtschaftlichen Maßnahme;
die Anlage von Kirrungen und Wildfütterungen außerhalb gesetzlich geschützter Biotope,
die Errichtung ortsunveränderlicher jagdlicher Einrichtungen mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde. Die Zustimmung ist zu erteilen, wenn der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird.
Transportable und mobile Ansitzeinrichtungen sind der unteren Naturschutzbehörde vor der Errichtung anzuzeigen. Die untere Naturschutzbehörde kann in begründeten Einzelfällen das Aufstellen verbieten. Die Entscheidung hierüber soll unverzüglich erfolgen. Unzulässig bleibt die Anlage von Ansaatwildwiesen und Wildäckern;
das nicht gewerbliche Sammeln von Pilzen und Waldfrüchten nach dem 31. August eines jeden Kalenderjahres;
die Waldwiese im Süden des Gebietes soll durch Maßnahmen der Landschaftspflege freigehalten werden;
die mit gebietsfremden Gehölzarten (Kulturpappel, Douglasie, Fichte, Grau-Erle, Rot-Eiche) bestockten Waldflächen sollen sukzessive zu standortgemäßen Waldtypen mit einer der potenziell natürlichen Vegetation entsprechenden Gehölzartenkombination umgewandelt werden;
innerhalb der in § 3 Abs. 2 Nr. 1 und 2 genannten Waldgesellschaften sollen Altholzinseln entwickelt werden.
Flurstücksliste zur Verordnung über das Naturschutzgebiet "Oberheide" vom 2. August 2002
Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 145 Hektar. Es umfasst folgende Flächen:
Wittstock Wittstock 27 3 anteilig, 6/2 anteilig, 7, 8 anteilig, 9, 10, 11 anteilig, 12, 13 anteilig, 21, 22 anteilig,
Sie schließen folgende Waldteile des Reviers Oberheide in der Oberförsterei Alt Daber ein (Bezeichnung Stand vom 1. Januar 1990):
Forst-Abt. 454 a7 - a8, b3 - b7
Forst-Abt. 461 a8
Forst-Abt. 462 a - b6
Forst-Abt. 463 a - c1, c2 anteilig, c3, c5 - d5, d7 und d8.