Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=08.11.2000&Aktenzeichen=IV%20ZR%201/00
Timestamp: 2019-05-24 16:11:42
Document Index: 132544602

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', '§ 3', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 08.11.2000 - IV ZR 1/00 - dejure.org
https://dejure.org/2000,1469
BGH, 08.11.2000 - IV ZR 1/00 (https://dejure.org/2000,1469)
BGH, Entscheidung vom 08.11.2000 - IV ZR 1/00 (https://dejure.org/2000,1469)
BGH, Entscheidung vom 08. November 2000 - IV ZR 1/00 (https://dejure.org/2000,1469)
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Unfallversicherung - Eingriffe - Körper - Gewollte Handlungen - Substanzverletzung - Einwirkungen - Beeinträchtigung - Körperfunktionen
Kein Geld von der Lebensversicherung bei Tod durch autoerotische Handlungen (Halstuch seiner Ehefrau um seinen Hals geschlungen und die Schlinge über die Türklinke geschoben)
AUB 88 § 2 Abs. 2 S. 1
NJW-RR 2001, 313
MDR 2001, 271
VersR 2001, 227
OLG Düsseldorf, 27.08.2002 - 4 U 223/01
Denn eine Gesundheitsschädigung durch Eingriffe, die die versicherte Person an ihrem Körper selbst vornimmt - das wäre auch bei freiwilliger Strangulation zu autoerotischen Zwecken der Fall -, sind vom Versicherungsschutz gemäß § 3 Nr. 1 c) UTZ ausgeschlossen (vgl. BGH VersR 2001, 227).
Wenngleich der mittlerweile herrschenden Meinung zuzugestehen ist, dass der Begriff "unbenutzt" relativ unbestimmt ist (…vgl. OLG Celle, a.a.O.), bleibt aber fraglich, ob der durchschnittliche Versicherungsnehmer, auf dessen Sichtweise bei der Auslegung von Allgemeinen Versicherungsbedingungen stets abzustellen ist (st. Rspr., zuletzt BGH, r + s 2000, 478, 479; VersR 2001, 227, 228), die Klausel wirklich dahingehend versteht, dass "unbenutzt" und "unbeheizt" gleichbedeutend sind.
Vorliegen eines Unfalls i. S. d. AUB 2008 bei Erstickungstod durch …
Denn unter Eingriffe sind alle gezielten Handlungen zu verstehen, die zu einer Substanzverletzung des Körpers führen oder Einwirkungen von außen sind, die eine Beeinträchtigung körperlicher Funktionen bezwecken (BGH VersR 2001, 227).
Allgemeine Versicherungsbedingungen und damit auch die Klausel 847 sind nach ständiger Rechtsprechung des BGH, der der Senat folgt, so auszulegen, wie ein durchschnittlicher Versicherungsnehmer sie bei verständiger Würdigung, aufmerksamer Durchsicht und Berücksichtigung des erkennbaren Sinnzusammenhangs verstehen muss (st. Rspr., zuletzt BGH, VersR 2001, 227, 228).