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Timestamp: 2019-12-06 07:39:10
Document Index: 84717676

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 535', '§ 8', '§ 3', '§ 1', '§ 3']

Leasing oder Kauf eines Fahrzeuges für ein Kleinunternehmen - ...
Studienarbeit 2007 18 Seiten
2 Begriff und Abgrenzung des Leasing
2.1 Operate Leasing und Finance Leasing
2.2 Vertragsformen des KFZ-Leasing
2.3 Vor- und Nachteile von KFZ-Leasing
2.3.1 Quantitative Aspekte für KingTec
2.3.2 Qualitative Aspekte für KingTec
3 Kauf oder Leasing der Fahrzeuge
3.2 Totaler Liquiditätsvergleich
3.2.1 Basisdaten und Prämissen
3.2.2 Kauf eines Fahrzeuges
3.2.3 Leasing eines Fahrzeuges
3.2.4 Vorteile der angewandten Methode.
3.2.5 Einbeziehung qualitativer Aspekte
4 Fuhrparkmanagement bei KingTec
Anlage – 1
Die Firma KingTec beabsichtigt den Fuhrparktausch im September 2006 durchzuführen, wie sie das bislang regelmäßig nach drei Jahren praktiziert hat. Da die Firma sehr erfolgreiche Jahre hatte und nicht benötigte Liquidität von mehr als 1 Mio. € aufweist, wird das Geld aus Mangel an Alternativen in Fest- und Tagesgeldern mit 2,5 % angelegt.
Für die Firma KingTec soll eine Entscheidungsvorlage erstellt werden, ob neue Fahrzeuge aus der überschüssigen Liquidität gekauft oder über Leasing finanziert werden sollen.
Das Leasinggeschäft hat sich seit Anfang 60er Jahre mit immer steigenden Zuwachsraten konsequent entwickelt und sich als Alternative zu herkömmlichen Finanzierungsmöglichkeiten durchgesetzt. Der Begriff des „Leasing“ hat sich im deutschen Sprachgebrauch aus dem Angelsächsischen eingeordnet und bedeutet sinngemäß den Gebrauch einer Sache gegen Entgelt.1 Im Laufe der Zeit hat sich die Rechtsauffassung des BGH, dass Leasing in erster Linie Miete ist, weitgehend behauptet. Grundlegend für das Leasing ist schließlich nach der Auffassung des BGH die Abhängigkeit des Leasingvertrages von den wirtschaftlichen und insbesondere steuerlichen Angelegenheiten.2
Zunächst soll die häufig vorkommenden Begriffe des Leasing näher erläutert werden. Operate - Leasingverträge sind zivilrechtlich übliche Mietverträge im Sinne des BGB. Dabei geht es in erster Linie um die kurzfristige Vermietung von Investitionsgütern. Diese Verträge sind jederzeit unter Berücksichtigung gewisser Regeln kündbar, sodass sich der Leasingnehmer unproblematisch von dem Leasingobjekt trennen kann.3 Das gesamte Investitionsrisiko liegt bei diesen Vertragsformen grundsätzlich beim Leasinggeber. Darüber hinaus hat der Leasinggeber das Investitionsobjekt instand zu halten und zu warten.
Die Finanzierungsleasingverträge sind nach der Bestimmung des BGH in erster Linie den mietvertraglichen Bestimmungen der §§ 535 ff. BGB zuzuordnen. Hierbei ist zivilrechtlicher Eigentümer des Leasingobjektes immer die Leasinggesellschaft.4 Beim Finanzierungs-Leasing ist die vereinbarte feste Grundmietzeit, die i.d.R. zwischen 40 und 90 Prozent der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer liegt, kennzeichnend. Das Investitionsrisiko wird vom Leasingnehmer getragen, da er das Objekt nicht beliebig zurückgeben kann. Vielmehr ist er auch für die Wartung und Instandhaltung verantwortlich. Zudem orientiert sich die Gestaltung der Finanzierungsleasingverträge an den Steuervorschriften, sodass die Erlasskonformität eingehalten werden soll.5
Da die Firma KingTec die Fahrzeuge mittelfristig für eine Laufzeit von 36 Monate ohne weitere Voraussetzungen leasen kann, wird es sich um ein Finanzierungsleasing handeln. Zudem muss unterstellt werden, dass die Laufzeit, welche 3 Jahre ist, zwischen 40 % und 90 % der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer beträgt. Somit liege diese bei 6 Jahren.
Im Leasing wird eine Vielzahl an unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten geboten. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einem Vollamortisationsvertrag und einem Teilamortisationsvertrag. Beim Vollamortisationsvertrag überlässt der Leasinggeber das Leasingobjekt dem Leasingnehmer für eine bestimmte, unkündbare Zeit zur Nutzung. Die vom Leasingnehmer zu zahlende Entgelte decken die Anschaffungs- und Finanzierungskosten einschließlich des Gewinns des Leasinggebers. Eine Kauf- oder Verlängerungsoption auf der Basis des Restbuchwertes ist bei linearer Abschreibung möglich.
Beim Teilamortisationsvertrag werden die Anschaffungs-, Finanzierungs- und Nebenkosten des Leasinggebers durch zu zahlende Entgelte nur teilweise gedeckt. Die Restamortisation wird entweder durch Andienungsrecht oder den Verkauf an Dritte erreicht. Im ersten Fall ist der Leasingnehmer verpflichtet, das Leasingobjekt zum vereinbarten Preis zu kaufen. Beim zweiten Fall wird die Restamortisation mit dem über dem Restwert liegenden Verkaufserlös erzielt.6
Laut Angabe handelt es sich um die Möglichkeit eines Teilamortisationsvertrags ohne Kaufoption, da eine Km-Abrechnung von 15.000 km vorhanden ist. Das stellt für KingTec jedoch kein Restwertrisiko dar. Das wirtschaftliche Eigentum ist prinzipiell der Leasinggesellschaft zuzuordnen.
Bevor das Rechenverfahren zwischen beiden Alternativen, Kauf oder Leasing, in die Betrachtung gezogen wird, müsste untersucht werden, welche Vor- und Nachteile das Leasing gegenüber dem Kauf von Fahrzeugen für die Firma KingTec darstellt. Neben den rein quantitativen und somit monetären Faktoren dürfen dabei die qualitativen Faktoren nicht außer Acht gelassen werden.
Da sich die beiden Alternativen Leasing oder Kauf in der Erfolgswirksamkeit deren Leistungskomponenten grundsätzlich unterscheiden, führt es zu unterschiedlicher Auswirkung auf die Gewinnsituation der Firma KingTec in den einzelnen Perioden. Aufwendungen mindern sowohl beim Leasing als auch beim Kauf den Unternehmensgewinn. Vor allem spielt die steuerliche Auswirkung im Bereich der quantitativen Bewertung der Vorteilhaftigkeit des Leasing eine große Rolle, da für beide Alternativen aus den Steuereffekten resultierende Liquiditätswirkungen zu beachten sind.
Der Kauf der Fahrzeuge aus der Liquidität führt zur Gewerbesteuerentlastung durch die den Gewinn mindernden Abschreibungsbeträge.7 Außerdem könnte die Firma KingTec den Rabatt von 11,9 % in Anspruch nehmen, was die Liquiditätssituation weniger beeinträchtigt. Die vorhandene Liquidität würde jedoch um den mit Rabatt verminderten Fahrzeugpreis abnehmen.
Durch das Leasing von Fahrzeugen würden hingegen die Leasingraten zur Gewerbesteuerentlastung führen. Wenn die Fahrzeuge in der 3jährigen Nutzung weniger als 15.000 km beansprucht werden würden, würde es zur Minderkilometererstattung führen. Dieser Effekt würde auch in umgekehrter Weise zur Mehrkilometerzahlung bei Überschreiten von 15.000 km führen. Die Liquidität im Leasing würde auch weiterhin nur durch die Leasingraten geschmälert, sodass sie weitgehend erhalten bleibt.
Da die Fahrzeuge aus der Liquidität gekauft werden könnten, spielt hier die Anrechnung der 50 % der Dauerschuldzinsen der Fremdfinanzierung gemäß § 8 Nr. 1 GewStG keine Rolle. Lediglich die Abschreibungsbeträge bzw. Leasingraten haben Auswirkungen auf die Gewerbeertrag- und Körperschaftsteuer.
Bei der Nutzungsüberlassung im Leasing handelt es sich um eine sonstige Leistung gemäß § 3 Abs. 9 UStG. Die zu zahlenden Leasingraten unterliegen somit als „sonstige Leistungen“ im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 1 und § 3 Abs. 8 UStG der Umsatzsteuer. Da die Firma KingTec zum Vorsteuerabzug berechtigt ist und die Fahrzeuge zum unternehmerischen Zweck eingesetzt werden, kann man bei dem Vergleich grundsätzlich von einer Umsatzsteuerneutralität gegenüber Kauf von Fahrzeugen ausgehen. Der nicht unternehmerisch genutzte Anteil also Privatnutzung unterliegt hingegen weiterhin der Umsatzbesteuerung.8
Qualitative Aspekte haben in der Praxis bei Leasingentscheidungen eine mindestens genauso große Bedeutung wie monetäre Aspekte. Das unternehmerische Investitions- und Eigentumsrisiko birgt die Gefahr der Fehlinvestition, sowie der vorzeitigen Wertminderung der Fahrzeuge. Beim Kauf der Fahrzeuge liegt das Restwertrisiko bei KingTec. Nach 3 Jahren könnte es sein, dass die Fahrzeuge einen niedrigeren Verkehrswert als der Restbuchwert nach der Abschreibung aufweisen bzw. wertlos aufgrund intensiver Nutzung und Beschädigung sind und somit nur ein geringer Verkaufserlös erzielt werden würde. Außerdem stellt es zusätzlichen Verwaltungsaufwand bei dem Fuhrparkmanagement dar.
1 Jendrek, P.: Miet-, Leasing- und Pachtrecht, Köln: Heymann, 1990, S. 117.
2 Eckstein, W./Feinen, K.: Leasing-Handbuch, 7., völlig neu bearb. Aufl., Frankfurt (Main): Fritz Knapp, 2000, S. 35.
3 Gabele, E./Kroll, M.: Leasingverträge optimal gestalten; Vertragsformen, Vor- und Nachteile, steuerliche Analyse, 3., akt. Aufl., Wiesbaden: Gabler, 2001, S. 4.
4 Gabele, E./Kroll, M.: Leasingverträge optimal gestalten; Vertragsformen, Vor- und Nachteile, steuerliche Analyse, 3., akt. Aufl., Wiesbaden: Gabler, 2001, S. 22.
5 BdF-Schreiben v. 22.12.1975, IV B 2, S. 2170, 161/75 in BB (1976), S. 72.
6 Eckstein , W./Feinen, K.: Leasing-Handbuch, 7., völlig neu bearb. Aufl., Frankfurt (Main): Fritz Knapp, 2000, S. 36.
7 Gabele, E./Kroll, M.: Leasingverträge optimal gestalten; Vertragsformen, Vor- und Nachteile, steuerliche Analyse, 3., akt. Aufl., Wiesbaden: Gabler, 2001, S. 111.
8 Ketter/ Högl/ Badura: Das Kfz im Steuerrecht; Umsatz-, Einkommen- und Kfz-Steuer, Kfz-Leasing, 2., Aufl., Nürnberg: DATEV, 2005, S. 24.
9783638850964
9783638872829
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Leasing Kauf Fahrzeuges Kleinunternehmen KingTec Fallstudie Rechnungswesen