Source: https://www.rechtslupe.de/familienrecht/scheidungsverbund-teilentscheidung-zugewinnausgleich-3116594
Timestamp: 2019-10-15 06:14:03
Document Index: 360009080

Matched Legal Cases: ['§ 142', '§ 140', '§ 117', '§ 69', '§ 69', '§ 117', '§ 69', '§ 142', 'BGH', '§ 142', '§ 142', '§ 69', '§ 69']

Schei­dungs­ver­bund – und die Teil­ent­schei­dung zum Zuge­winn­aus­gleich | Rechtslupe
Scheidungsverbund - und die Teilentscheidung zum Zugewinnausgleich
Aus §§ 142 Abs. 1 i.V.m. 137 Abs. 1 FamFG folgt, dass ohne die Abtren­nung eines Ver­bund­ver­fah­rens nach § 140 FamFG Teil­ent­schei­dun­gen nicht zuläs­sig sind 1.
Liegt dage­gen eine feh­ler­haf­te Ver­bund­ent­schei­dung vor, weil eine unzu­läs­si­ge Teil­ent­schei­dung getrof­fen wur­de, so hat das Beschwer­de­ge­richt die Ent­schei­dung der ers­ten Instanz auf­zu­he­ben und das Ver­fah­ren antrags­ge­mäß zur Her­stel­lung des Ver­bunds an die­ses zurück­zu­wei­sen.
Inso­weit liegt ein wesent­li­cher Ver­fah­rens­man­gel im Sinn des §§ 117 Abs. 2 i.V.m. 538 Abs. 2 Nr. 1 ZPO vor 2.
Dies ist jeden­falls dann sinn­voll, wenn bei dem Fami­li­en­ge­richt noch eine Ver­bund­ent­schei­dung wie hier erreicht wer­den kann 3 und das Fami­li­en­ge­richt noch kei­ne umfas­sen­de Ent­schei­dung über die Sache im Sin­ne des § 69 Abs. 1 Satz 2 FamFG getrof­fen hat 4.
Selbst wenn aus der für die Fra­ge der Sach­ent­schei­dung maß­geb­li­chen Sicht des Aus­gangs­ge­richts 5 eine Sach­ent­schei­dung bereits getrof­fen sein soll­te, lie­gen auch die Vor­aus­set­zun­gen einer Zurück­ver­wei­sung gemäß § 69 Abs. 1 Satz 3 FamFG vor, wenn jeden­falls die Antrag­stel­le­rin in ihrer Beschwer­de­er­wi­de­rung die Auf­he­bung des Beschlus­ses und Zurück­ver­wei­sung der Sache an das Fami­li­en­ge­richt bean­tragt. Der in der Lite­ra­tur geführ­te Streit, ob in die­sem Fall grund­sätz­lich ein Zurück­ver­wei­sungs­an­trag not­wen­dig 6 und jeden­falls dann in Ehe- und Fami­li­en­streit­sa­chen gemäß § 117 Abs. 2 Satz 1 FamFG, 538 Abs. 2 Nr. 7, Abs. 2 Satz 3 ZPO ent­behr­lich ist oder nicht 7, kann daher dahin­ge­stellt blei­ben. Das Ver­fah­ren ist somit gem. § 69 Abs. 1 Satz 3 FamFG zurück­zu­ver­wei­sen.
Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Beschluss vom 18. März 2016 – 18 UF 38/​16
Musielak/​Borth, Fami­li­en­ge­richt­li­ches Ver­fah­ren, 5. Aufl., § 142 RZ 4; BGH Fam­RZ 2008, 2268[↩]
Musielak/​Borth a.a.O. § 142 RZ 9[↩]
Kei­del-Weber a.a.O. § 142 RZ 4[↩]
Kei­del-Ster­nal a.a.O. § 69 RZ 14a[↩]
vgl. Münch­Komm- FamFG-Fischer, 2. Aufl. § 69 RZ 40[↩]
so wohl Münch­Komm-BGB/­FamFG-Fischer a.a.O.[↩]
vgl. Kei­del-Ster­nal a.a.O.[↩]
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