Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=4%20B%2038.99
Timestamp: 2019-07-19 22:15:17
Document Index: 22877502

Matched Legal Cases: ['§ 35', '§ 22', '§ 22', '§ 1', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 35', '§ 34', '§ 35']

BVerwG, 28.07.1999 - 4 B 38.99 - dejure.org
https://dejure.org/1999,407
BVerwG, 28.07.1999 - 4 B 38.99 (https://dejure.org/1999,407)
BVerwG, Entscheidung vom 28.07.1999 - 4 B 38.99 (https://dejure.org/1999,407)
BVerwG, Entscheidung vom 28. Juli 1999 - 4 B 38.99 (https://dejure.org/1999,407)
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Nachbarklage; heranrückende Wohnbebauung; Außenbereich; unbeplanter Innenbereich; Rücksichtnahmegebot; Schädliche Umwelteinwirkungen; Kleinfeuerungsanlage, Emissionsgrenzwerte; erhebliche Belästigung der Nachbarschaft.
Nachbarklage - Heranrückende Wohnbebauung - Außenbereich - Unbeplanter Innenbereich - Rücksichtnahmegebot - Schädliche Umwelteinwirkungen - Kleinfeuerungsanlage - Nachbarschaft - Emissionsgrenzwerte - Erhebliche Belästigung der Nachbarschaft
Bebauungsrecht; Immissionsschutzrecht - Nachbarklage; heranrückende Wohnbebauung; Außenbereich; unbeplanter Innenbereich; Rücksichtnahmegebot; Schädliche Umwelteinwirkungen; Kleinfeuerungsanlage, Emissionsgrenzwerte; erhebliche Belästigung der Nachbarschaft.
Hat Gärtner gegen heranrückende Wohnbebauung Nachbarschutz? (IBR 2000, 92)
DÖV 2000, 81
- zur Verankerung des Rücksichtnahmegebots in § 35 Abs. 3 Nr. 3 BauGB vgl.: BVerwG, Beschluss vom 28. Juli 1999 - 4 B 38.99 - BRS 62 Nr. 189 - unvereinbar wäre.
Zu den immissionsschutzrechtlichen Betreiberpflichten nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und 2 BImSchG zum Schutz der Allgemeinheit und der Nachbarschaft vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch elektromagnetische Felder gemäß BImSchV 26. (vgl. hierzu auch: BVerwG, Beschl. v. 28.7.1999 - 4 B 38/99 -, NVwZ 2000, 552).(Rn.45).
45 a) Die immissionsschutzrechtlichen Betreiberpflichten nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und 2 BImSchG zum Schutz der Allgemeinheit und der Nachbarschaft vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch elektromagnetische Felder werden durch die 26. BImSchV - im Rahmen ihres Anwendungsbereichs (§ 1 der 26. BImSchV) - normativ konkretisiert (vgl. BVerwG, Beschl. v. 28.7.1999 - 4 B 38/99 - NVwZ 2000, 552).
Drittschützende Wirkung entfaltet lediglich das in § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 BauGB enthaltene Gebot der Rücksichtnahme (…vgl. BVerwG, Urt. v. 27.6.2017 - 4 C 3.16 - juris Rn. 11; Beschl. v. 28.7.1999 - 4 B 38.99 - ZfBR 1999, 351 = juris Rn. 6;… Urt. v. 21.1.1983 - 4 C 59.79 - BauR 1983, 143 = juris Rn. 13).
Dementsprechend fehlt auch ein bestimmter Gebietscharakter, an dessen Erhaltung ein Interesse bestehen könnte (vgl. BVerwG, Beschluss vom 28. Juli 1999 - 4 B 38/99 -, NVwZ 2000, 552 = juris Rn. 5; VGH BW…, Beschluss vom 24. Januar 2012 - 3 S 20/11 -, juris Rn. 5).
Nachbarschutz im Rahmen von § 35 BauGB hinsichtlich (schädlicher) Immissionen kommt vielmehr nur über das in dem öffentlichen Belang des § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 BauGB enthaltene Gebot nachbarlicher Rücksichtnahme in Betracht (vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 28. Juli 1999, a.a.O. = juris Rn. 5, …und vom 3. April 1995, a.a.O. = juris Rn. 2;… Urteil vom 27. Juni 2017 - 4 C 3/16 -, BauR 2017, 1978 = juris Rn. 11).
Zum Schutz eines im Außenbereich privilegierten Betriebes ist deshalb das in § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 BauGB enthaltene drittschützende Gebot der Rücksichtnahme heranzuziehen (vgl. BVerwG, Beschluss vom 28.07.1999 - 4 B 38.99 -, BauR 1999, 1439).
Der ferner von den Klägern zitierten Auffassung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs in dessen Urteil vom 08.09.1998 (- 27 B 96.1407 - BRS 60 Nr. 93) folgt der Senat nicht, da sie in Widerspruch zu der - später ergangenen - bereits zitierten Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts (Beschluss vom 28.07.1999, a.a.O.) steht.
Einen "grundsätzlichen Anspruch auf Bewahrung des Außenbereichs für privilegierte Betriebe" als eine Art Gebietserhaltungsanspruch, wie er nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts für durch Bebauungsplan festgesetzte Baugebiete und für den unbeplanten Innenbereich nach § 34 Abs. 2 BauGB besteht, gibt es nämlich für den Außenbereich - wie das Verwaltungsgericht zutreffend dargelegt hat - nicht (vgl. BVerwG vom 28.7.1999 Az. 4 B 38/99, RdNr. 5 = NVwZ 2000, 552).
Vielmehr ist insoweit allein das in den öffentlichen Belangen des § 35 Abs. 3 BauGB enthaltene drittschützende Rücksichtnahmegebot maßgebend (vgl. BVerwG vom 10.12.1982 Az. 4 C 28/81, juris RdNr. 18 = BayVBl. 1983, 277; vom 28.7.1999 a.a.O. RdNr. 5).
BVerwG, Beschluss vom 28.7.1999 - 4 B 38.99 -, BRS 62 Nr. 189.
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