Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=15.04.2008&Aktenzeichen=4%20StR%20639/07
Timestamp: 2019-05-24 04:22:13
Document Index: 79040494

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 315', '§ 212', '§ 15', '§ 315', 'BGH', 'BGH', '§ 315', '§ 26', 'BGH', '§ 315', '§ 315', '§ 26', '§ 26', '§ 41', '§ 26', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 316', '§ 26', '§ 41', '§ 42', 'BGH', '§ 315', '§ 315', '§ 315', '§ 315', '§ 26', '§ 315', '§ 41', '§ 42', 'BGH', '§ 315', '§ 315', '§ 315', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 15.04.2008 - 4 StR 639/07 - dejure.org
https://dejure.org/2008,2655
BGH, 15.04.2008 - 4 StR 639/07 (https://dejure.org/2008,2655)
BGH, Entscheidung vom 15.04.2008 - 4 StR 639/07 (https://dejure.org/2008,2655)
BGH, Entscheidung vom 15. April 2008 - 4 StR 639/07 (https://dejure.org/2008,2655)
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§ 315c Abs. 1 Nr. 1 Buchst. b, Nr. 2 Buchst. c StGB; § 212 StGB; § 15 StGB
Gefährdung des Straßenverkehrs (absolute und relative Fahruntüchtigkeit: Bedeutung von Fahrfehlern; Überholen an Fußgängerüberwegen); Tötungsvorsatz (Totschlag; Hemmschwelle)
Annahme einer absoluten Fahruntüchtigkeit bei körperlichen Entzugserscheinungen eines Rauschgiftabhängigen; Anforderungen an die Feststellung eines Körperverletzungsvorsatzes im Fall des Anfahrens eines Fußgängers durch einen unter Suchtdruck stehenden Rauschgiftabhängigen
StGB § 315c Abs. 1 Nr. 1 a, Nr. 2 c
Absolute und relative Fahruntauglichkeit; "Fußgängerüberwege"
Drogenfahrt - Drogenfahrt: Annahme relativer Fahruntüchtigkeit
Gefährdung des Straßenverkehrs - Falschfahren an Fußgängerüberwegen
Drogenthemen - Drogen im Straf- und Ordnungswidrigkeitenrecht - Fahrerlaubnisthemen
Straßenverkehrsgefährdung - Zebrastreifen
Fahruntüchtigkeit bei Drogenkonsum
Straftat Straßenverkehrsgefährdung - Fußgängerüberwege sind nur Zebrastreifen
Relative Fahruntüchtigkeit durch drogenbedingte Entzugserscheinungen
Fahrt unter Drogen: Wann ist strafbare Fahruntüchtigkeit anzunehmen?
Tötungsvorsatz bei Straßenverkehrsstraftaten und Fahruntüchtigkeit bei Suchtdruck
Kurznachricht zu "Praxistipp zum Urteil des BGH vom 15.04.2008, Az.: 4 StR 639/07 (Gefährdung des Straßenverkehrs)" von RiOLG Detlef Burhoff, original erschienen in: VRR 2008, 314.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 15.04.2008, Az.: 4 StR 639/07 (StGB § 315 c Abs. 1 Nr. 1 b, StVO § 26)" von Prof. Dr. Felix Herzog und WissMit. Christian Laustetter, original erschienen in: JR 2009, 122 - 125.
Zusammenfassung von "Von Entzugserscheinungen und ampelgesicherten Fußgängerüberwegen" von MinR Prof. Dr. Peter König, original erschienen in: NZV 2008, 492 - 495.
NZV 2008, 528
JR 2009, 120
Das sind allein die durch Zeichen 293 (Zebrastreifen) markierten Fahrbahnflächen (vgl. BGH, Urteil vom 15. April 2008 - 4 StR 639/07, NZV 2008, 528, 529;… König in: Leipziger Kommentar zum StGB, 12. Aufl., § 315c Rn. 102;… SSW-StGB/Ernemann, 2. Aufl., § 315c Rn. 17 mwN), an denen zu Fuß Gehende und ihnen gleichgestellte Verkehrsteilnehmer nach § 26 Abs. 1 Satz 1 StVO vor Fahrzeugen uneingeschränkt Vorrang haben und Fahrzeug Fahrende gemäß § 26 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 und 3 StVO sowie § 41 Abs. 1 StVG i.V.m. Anlage 2 und Zeichen 293 besonderen Pflichten unterliegen (…Einzelheiten bei König in: Hentschel/König/ Dauer, Straßenverkehrsrecht, 43. Aufl., StVO, § 26 Rn. 18-21, 23-25 mwN).
BGH, 21.12.2011 - 4 StR 477/11
Beweisanforderungen bei einer rauschmittelbedingten Fahrunsicherheit …
Es bedarf daher neben dem positiven Blutwirkstoffbefund noch weiterer aussagekräftiger Beweisanzeichen, die im konkreten Einzelfall belegen, dass die Gesamtleistungsfähigkeit des betreffenden Kraftfahrzeugführers soweit herabgesetzt war, dass er nicht mehr fähig gewesen ist, sein Fahrzeug im Straßenverkehr eine längere Strecke, auch bei Eintritt schwieriger Verkehrslagen, sicher zu steuern (BGH, Urteil vom 15. April 2008 - 4 StR 639/07, NZV 2008, 528, 529).
aa) Als fahrunsicher ist hiernach anzusehen, wer sein Fahrzeug nicht mehr hinreichend zu beherrschen vermag (vgl. BGH, Urt. v. 15. April 2008 - 4 StR 639/07, NZV 2008, 528;… LK-StGB/König, 12. Aufl., § 316 Rn. 10 m.w.N.).
Es bedarf daher neben dem positiven Blutwirkstoffbefund noch weiterer aussagekräftiger Beweisanzeichen, die im konkreten Einzelfall belegen, dass die Gesamtleistungsfähigkeit des betreffenden Kraftfahrzeugführers soweit herabgesetzt war, dass er nicht mehr fähig gewesen ist, sein Fahrzeug im Straßenverkehr eine längere Strecke, auch bei Eintritt schwieriger Verkehrslagen, sicher zu steuern (Senatsurteil vom 15. April 2008 - 4 StR 639/07, NZV 2008, 528, 529).
Entgegen der Ansicht der Kammer erfasst diese Norm nämlich ausschließlich Fußgängerüberwege i. S. des § 26 StVO, also die durch Zeichen 293 zu § 41 StVO i. V. m. dem Hinweiszeichen 350 zu § 42 StVO markierten Zebrastreifen (vgl. BGH, Beschluss vom 15. April 2008, 4 StR 639/07;… Schönke/Schröder-Sternberg-Lieben/Hecker, 28. Aufl., § 315 c StGB Rdnr. 19;… LK-König, 12. Aufl., § 315 c StGB Rdnr. 102;… von Heintschel-Heinegg, § 315 c StGB, Rdnr. 44;… MK-Groeschke, § 315 c StGB Rdnr. 38;… Hentschel, Straßenverkehrsrecht, 41. Aufl., § 26 StVO Rdnr. 2;… weitergehend Fischer, 60. Aufl., § 315 c StGB Rdnr. 7).
LG Kassel, 19.06.2013 - 4 Qs 26/12
Zur Gefährdung des Straßenverkehrs durch Falschfahren an Fußgängerüberwegen
Das sind die durch Zeichen 293 zu § 41 StVO in Verbindung mit dem Hinweiszeichen 350 zu § 42 StVO markierten Zebrastreifen (vgl. BGH NZV 08, 528 (529);… Fischer, StGB, 58. A., § 315c StGB, Rn. 7; Burmann in Burmann/Heß/Jahnke/Janker, 22. A., Straßenverkehrsrecht, § 315c, Rn 23;… Sternberg-Lieben/Hecker in Schönke/Schröder, StGB, 28. A., § 315c, Rn. 19 jeweils m.w.N.).
Vielmehr können unter Umständen zum Nachweis der Fahrunsicherheit auch sonstige Auffälligkeiten im Verhalten des Fahrzeugführers genügen, sofern sie konkrete Hinweise auf eine schwerwiegende Beeinträchtigung seiner psychophysischen Leistungsfähigkeit, insbesondere seiner Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit geben (vgl. BGH, Urt. v. 15.04.2008 - 4 StR 639/07; ebenso BGHSt 31, 42, 44 f.; 44, 221 f.).
Die psychophysische Leistungsfähigkeit des Fahrers ist dann so vermindert und seine Gesamtpersönlichkeit so verändert, dass er den Anforderungen des Verkehrs nicht mehr durch rasches, angemessenes und zielbewusstes Handeln zu genügen vermag (vgl. zu den Voraussetzungen der Fahrunsicherheit: BGH, DAR 2008, 390 f.).