Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20StR%20518/08
Timestamp: 2019-07-17 23:44:51
Document Index: 245938239

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 222', '§ 29', '§ 25', '§ 26', '§ 27', '§ 30', '§ 222', '§ 29', '§ 30', '§ 222', '§ 29', '§ 30', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 29.04.2009 - 1 StR 518/08 - dejure.org
BGH, 29.04.2009 - 1 StR 518/08
https://dejure.org/2009,2393
BGH, 29.04.2009 - 1 StR 518/08 (https://dejure.org/2009,2393)
BGH, Entscheidung vom 29.04.2009 - 1 StR 518/08 (https://dejure.org/2009,2393)
BGH, Entscheidung vom 29. April 2009 - 1 StR 518/08 (https://dejure.org/2009,2393)
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§ 222 StGB; § 29 Abs. 1 Nr. 6 b 2. Alt. BtMG; § 25 StGB; § 26 StGB; § 27 StGB; § 30 Abs. 1 Nr. 3 BtMG
Fahrlässige Tötung in Tateinheit mit vorsätzlichem Überlassen von Betäubungsmitteln zum unmittelbaren Verbrauch (eigenverantwortliche Selbstgefährdung und irrtümliche Selbstgefährdung; irrtümliches Überlassen von Heroin statt Kokain); privilegierende Spezialität
StGB § 222; BtMG § 29, § 30
Abgrenzung von fahrlässiger Tötung und strafloser Beihilfe zur Selbsgefährdung nach Tod infolge der Einnahme von Heroin; Irrtum über die Art des zur Verfügung gestellten Rauchgifts
StGB § 222; BtMG § 29 Abs. 1; BtMG § 30 Abs. 1
Wo beginnt die Strafbarkeit desjenigen, der irrtümlich eine "irrtümliche" Selbstgefährdung ermöglicht? (Prof. Dr. Susanne Walther; HRRS 12/2009, 560 ff.)
BGHSt 53, 288
NJW 2009, 2611
NStZ 2009, 504
NStZ-RR 2010, 33
StV 2011, 538
So verfügte der Geschädigte über eine lange Suchtkarriere und kannte die grundlegenden Risiken des Drogenkonsums einschließlich des Risikos einer Überdosierung (vgl. auch BGH, Urteil vom 29. April 2009 - 1 StR 518/08, BGHSt 53, 288 ff.; BayObLG, Beschlüsse vom 11. Dezember 2001 - 5St RR 298/01, vom 14. Februar 1997 - 4St RR 4/97, NStZ 1997, 341, 342, und - zu einem insoweit anders gelagerten Fall - vom 28. August 2002 - 5St RR 179/02, NJW 2003, 371).
Wer eine solche Gefährdung veranlasst, ermöglicht oder fördert, kann daher nicht wegen eines Körperverletzungs- oder Tötungsdelikts verurteilt werden; denn er nimmt an einem Geschehen teil, welches - soweit es um die Strafbarkeit wegen Tötung oder Körperverletzung geht - kein tatbestandsmäßiger und damit kein strafbarer Vorgang ist (BGH, Urteile vom 14. Februar 1984 - 1 StR 808/83, BGHSt 32, 262; vom 11. Dezember 2003 - 3 StR 120/03, BGHSt 49, 34, 39; vom 29. April 2009 - 1 StR 518/08, BGHSt 53, 288, 290).
Wer eine solche Gefährdung veranlasst, ermöglicht oder fördert, kann daher nicht wegen eines Körperverletzungs- oder Tötungsdelikts verurteilt werden; denn er nimmt an einem Geschehen teil, welches - soweit es um die Strafbarkeit wegen Tötung oder Körperverletzung geht - kein tatbestandsmäßiger und damit kein strafbarer Vorgang ist (BGH, Urteile vom 14. Februar 1984 - 1 StR 808/83, BGHSt 32, 262, 264 f.; vom 7. August 1984 - 1 StR 200/84, NStZ 1985, 25, 26; vom 11. April 2000 - 1 StR 638/99, NStZ 2001, 205; vom 7. Februar 2001 - 5 StR 474/00, BGHSt 46, 279, 288 f.; vom 29. April 2009 - 1 StR 518/08, BGHSt 53, 288, 290 Rn. 5; BGH, Beschluss vom 11. Januar 2011 - 5 StR 491/10, NStZ 2011, 341, 342).
Darüber hinaus hat der Bundesgerichtshof die Eigenverantwortlichkeit ausgeschlossen, wenn der sich Gefährdende oder Verletzende infolge einer Intoxikation bzw. Intoxikationspsychose nicht (mehr) zu einer hinreichenden Risikobeurteilung und -abwägung in der Lage ist (vgl. BGH, Urteile vom 27. November 1985 - 3 StR 426/85, NStZ 1986, 266, 267; vom 29. April 2009 - 1 StR 518/08, BGHSt 53, 288, 290 Rn. 7; BGH, Beschluss vom 11. Januar 2011 - 5 StR 491/10, NStZ 2011, 341, 342).
Tödlicher Ausgang eines Wetttrinkens
An einer freien und eigenverantwortlichen Selbstgefährdung fehlt es jedenfalls, weil der Angeklagte den Geschädigten vorsätzlich darüber täuschte, dass er wegen des beabsichtigten Konsums substantieller Mengen Wassers einen erhebliche "Vorsprung" haben würde sodass der Geschädigte das ihm drohende Risiko schwerer Trunkenheit erheblich unterschätzte (vgl. BGH 1 StR 518/08, Urteil vom 29. April 2009).
Denn diese liegen bei Kokain bei 5 g Cocainhydrochlorid (vgl. BGHSt 33, 133; BGHSt 53, 288) und bei Marihuana bei 7, 5 g Tetrahydrocannabinol (BGHSt 8, 33; BGHSt 42, 1).