Source: https://www.nlwkn.niedersachsen.de/startseite/naturschutz/schutzgebiete/die_einzelnen_naturschutzgebiete/40843.html
Timestamp: 2020-02-19 01:43:10
Document Index: 364261167

Matched Legal Cases: ['§ 24', '§ 3', '§ 64', '§ 3', '§ 4', '§ 65', '§ 3', '§ 3', '§ 4']

Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Schwaneburger Moor-Nord" | Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Schwaneburger Moor-Nord"
Verordnung vom 08.12.1987 über das Naturschutzgebiet "Schwaneburger Moor-Nord" in der Stadt Friesoythe, Landkreis Cloppenburg
(1) Das in Abs. 3 näher bezeichnete Gebiet wird zum Naturschutzgebiet "Schwaneburger Moor-Nord" erklärt.
(2) Das Naturschutzgebiet ist ca. 137 ha groß.
(3) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in der mitveröffentlichten Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25.000 sowie in einer Karte im Maßstab 1 : 5.000 mit einem Punktraster dargestellt. Die äußere Kante des Punktraster kennzeichnet die Grenze des Schutzgebietes.
der Stadt Friesoythe, 2908 Friesoythe
Das Schwaneburger Moor-Nord umfaßt einen größeren unkultiviert verbliebenen Rest des ehemals ausgedehnten Ostermoores im Landschaftsraum der Hunte-Leda-Moorniderung. Im Zusammenhang mit angrenzenden Grünländereien soll in diesem Teil des Moores ein Lebensraum hochmoortypischer Lebensgemeinschaften für zum Teil bestandsgefährdete und hochmoorgebundene Tier- und Pflanzenarten erhalten und entwickelt werden. Das Hochmoorgrünland dient dabei in besonderer Weise den Vogelarten des ehemaligen Hochmoorrandbereiches als Brut und Nahrungsraum. Neben der ökologischen Funktion als Teil innerhalb eines Biotop-Verbundsystems von Schutzgebieten im Ostermoor kommt dem "Schwaneburger Moor-Nord" zudem heimatkundliche Bedeutung zu.
a) bislang unkultivierte Flächen in landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche oder gärtnerische Nutzung zu nehmen,
b) bislang nach den Regeln der Deutschen Hochmoorkultur bewirtschaftete Nutzflächen in Sandmisch- oder Sanddeckkulturen umzuwandeln,
c) Ackernutzung zu betreiben,
d) im Rahmen der Grünlandnutzung Pflanzenbehandlungsmittel anzuwenden,
e) Feldmieten aller Art anzulegen,
f) in der Zeit vom 01.04. bis 15.06. eines jeden Jahres zu walzen und zu schleppen,
g) auf den in der Karte im M. 1 : 5.000 fein schraffiert landwirtschaftlichen Nutzflächen darüber hinaus
- mit Flüssigmit aller Art zu düngen,
- im Zeitraum vom 01.04. - 15.06. eines jeden Jahres zu mähen und mit mehr als zwei Weidetieren pro ha zu weiden,
- die Grasnarbe umzubrechen.
(2) Das Naturschutzgebiet darf außerhalb der als Wege nicht betreten oder befahren werden.
(3) Gem. § 24 Abs. 3 NNatG ist es zur Vermeidung von Gefährdungen und Störungen verboten
- Modellflugzeuge und ähnliche Geräte in Betrieb zu nehmen.
a) Maßnahmen, zu deren Durchführung eine gesetzliche Verpflichtung besteht. Zeitpunkt und Ausführungsweise von Unterhaltungsmaßnahme sind vor ihrer Durchführung mit der Bezirksregierung Weser-Ems - obere Naturschutzbehörde - abzustimmen,
b) die im Sinne des Nds. Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung, ausgenommen die in § 3 Abs. 1 Satz 2 dieser Verordnung getroffenen Regelungen,
c) das Betreten und Befahren des Gebietes, soweit dies zur rechtmäßigen Nutzung und Bewirtschaftung erforderlich ist, durch den Nutzungsberechtigten und Eigentümer.
(2) Freigstellt sind außerdem mit der Bezirksregierung Weser-Ems - obere Naturschutzbehörde - abgestimmte Maßnahmen, die dem Schutz, der Erhaltung und der Entwicklung des Naturschutzgebietes dienen.
Von dem Verbot, das Naturschutzgebiet außerhalb der Wege zu betreten oder zu befahren, kann die Bezirksregierung Weser-Ems - obere Naturschutzbehörde - für Vorhaben, die der Forschung und Lehre dienen, auf Antrag eine Ausnahme zulassen.
(2) Gemäß § 64 NNatG handelt ordnungswidrig, wer vorsätzlich oder fahrlässig gegen die Vorschriften in § 3 und § 4 Abs. 1 a) dieser Verordnung verstößt.
(3) Ein Verstoß kann gemäß § 65 NNatG im Falle des § 3 Abs. 1 dieser Verordnung mit einer Geldbuße bis zu 50.000,-- DM, im Falle des § 3 Abs. 2 und 3 und § 4 Abs. 1 a) dieser Verordnung mit einer Geldbuße bis zu 10.000,-- DM geahndet werden.
Oldenburg, den 08.12.1987