Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=09.05.2000&Aktenzeichen=VIII%20R%2041/99
Timestamp: 2020-04-02 12:46:00
Document Index: 90294208

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 179', '§ 17', '§ 179', '§ 180', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 179', '§ 17', '§ 1', '§ 180', '§ 180', '§ 20', '§ 17', '§ 39', '§ 39', '§ 17']

BFH, 09.05.2000 - VIII R 41/99 - dejure.org
https://dejure.org/2000,890
BFH, 09.05.2000 - VIII R 41/99 (https://dejure.org/2000,890)
BFH, Entscheidung vom 09.05.2000 - VIII R 41/99 (https://dejure.org/2000,890)
BFH, Entscheidung vom 09. Mai 2000 - VIII R 41/99 (https://dejure.org/2000,890)
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EStG § 17; AO 1977 §§ 179, 180
Vermögensverwaltende Personengesellschaft - Kapitalbeteiligung - Gesellschaftern der Personengesellschaft - Veräußerungstatbestand - Bruchteilsbetrachtung - Veräußerungsgewinn
EStG § 17; AO (1977) § 179 § 180
Einkommensteuer; Zurechnung von Kapitalbeteiligungen an einer vermögensverwaltenden Personengesellschaft
Beteiligung i.S.d. § 17 Abs. 1 EStG
BFHE 192, 273
NJW-RR 2001, 23
BB 2000, 1976
DB 2000, 1894
BStBl II 2000, 686
NZG 2001, 576 (Ls.)
Als ähnliche Beteiligung kommt auch eine atypische (stille) Unterbeteiligung in Betracht (vgl. Blümich/Ebling, EStG, § 17 Rz 96;… Schmidt/Weber-Grellet, EStG, 29. Aufl., § 17 Rz 51; s. auch BFH-Urteile vom 9. Mai 2000 VIII R 41/99, BFHE 192, 273, BStBl II 2000, 686, unter II.2.a;… vom 22. Juli 2008 IX R 61/05, BFH/NV 2008, 2004, unter II.2.a,b).
Der erkennende Senat führte hierzu im Wesentlichen aus, dass die Feststellung von Veräußerungsgewinnen gemäß § 17 EStG nach der für diese Vorschrift geltenden Bruchteilsbetrachtung nicht Gegenstand eines Feststellungsbescheids und damit auch nicht Gegenstand eines Ergänzungsbescheids sein könne (Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 9. Mai 2000 VIII R 41/99, BFHE 192, 273, BStBl II 2000, 686).
Demgemäß ist auch im Rahmen dieses Verfahrens nicht darauf einzugehen, ob das FA überhaupt befugt war, die Kapitaleinnahmen im Falle einer atypischen Unterbeteiligung gesondert festzustellen (vgl. zum Streitstand Söhn in Hübschmann/Hepp/ Spitaler, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, § 179 AO 1977 Rz. 271, sowie das im ersten Rechtszug ergangene Senatsurteil in BFHE 192, 273, BStBl II 2000, 686;… zur Bindungswirkung rechtswidriger Feststellungsbescheide s. BFH-Beschluss vom 9. Juni 2000 X B 104/99, BFH/NV 2001, 1).
Da --wie der Senat im ersten Rechtsgang dargelegt (BFH-Urteil in BFHE 192, 273, BStBl II 2000, 686) und der Große Senat des BFH mit Beschluss vom 11. April 2005 GrS 2/02 (BFHE 209, 399, BStBl II 2005, 679, betreffend sog. Zebragesellschaften) ausdrücklich bestätigt hat-- die mit der Durchführung eines solchen Feststellungsverfahrens verbundene Durchbrechung des Grundsatzes der Einheit des Steuerfestsetzungsverfahrens unter dem Vorbehalt des Gesetzes steht, wird hierdurch zugleich auch die äußere Grenze für die Verwirklichung der genannten Zwecke eines Feststellungsverfahrens beschrieben.
cc) Ob die AO 1977 für den Fall der Zugehörigkeit von Kapitalanteilen zum Gesamthandsvermögen einer (vermögensverwaltenden) Personengesellschaft oder im Falle einer (atypischen) Unterbeteiligung die Möglichkeit eröffnet, einzelne für die Besteuerung der Gesellschafter gemäß § 17 EStG vorgreifliche Umstände und Beurteilungen rechtlicher Art --wie beispielsweise die wirtschaftliche Zurechnung der Anteilsrechte-- einheitlich und gesondert festzustellen (vgl. § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 der zu § 180 Abs. 2 AO 1977 ergangenen Verordnung vom 19. Dezember 1986, BGBl I 1986, 2663, sowie § 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a AO 1977 i.d.F. des Gesetzes vom 21. Dezember 1993, BGBl I 1993, 2310: "andere Besteuerungsgrundlagen") und hierdurch der Gefahr einer unterschiedlichen Würdigung dieser Besteuerungsmerkmale --für Zwecke des § 20 EStG einerseits sowie für Zwecke des § 17 EStG andererseits-- zu begegnen, bedarf auch im anhängigen Verfahren keiner abschließenden Prüfung, da das FA eine solche ermessensgebundene Feststellung nicht getroffen hat (vgl. auch --zum ersten Rechtsgang-- BFH-Urteil in BFHE 192, 273, BStBl II 2000, 686).
Da diese sog. Bruchteilsbetrachtung auf der Regelung des § 39 Abs. 2 Nr. 2 AO 1977 fußt (s. Senatsurteil vom 9. Mai 2000 VIII R 41/99, BFHE 192, 273, BStBl II 2000, 686) und hierdurch das (aus Sicht der Gesellschafter "mittelbare") Gesamthandsvermögen in ("unmittelbare") Bruchteilsberechtigungen "konvertiert" wird (…Fischer in Hübschmann/ Hepp/Spitaler, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, § 39 AO 1977 Rz. 242), entfällt auch unter diesem binnensystematischen Blickwinkel des § 17 EStG die Grundlage dafür, die Anerkennung der wirtschaftlichen Inhaberschaft an Kapitalgesellschaftsanteilen mit dem für Gesellschafter von Personengesellschaften geltenden gesetzlichen Regelstatut zu verknüpfen.
Eine mittelbare Beteiligung hat allein für die Frage des Erreichens der Wesentlichkeitsgrenze Bedeutung, da unmittelbare und mittelbare Beteiligungen --nach Maßgabe der rein kapitalmäßig zu bestimmenden Anteilsquoten-- zusammenzurechnen sind (vgl. BFH-Urteil vom 9. Mai 2000 VIII R 41/99, BFHE 192, 273, BStBl II 2000, 686, m.w.N.).