Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%201986,%201282
Timestamp: 2019-04-22 05:25:31
Document Index: 187806239

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 74', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 242', 'BGH', 'BGH']

BGH, 14.07.1986 - II ZR 296/85 - dejure.org
Tätigkeit als Mitgesellschafter und Geschäftsführer einer im Paketreiseservice aktiven Gesellschaft - Begehen von Steuerhinterziehungen und Unterschlagungen zu Lasten der Gesellschaft - Abberufung als Geschäftsführer - Wirksamkeit eines in einem Gesellschaftsvertrag enthaltenen (nachvertraglichen) Wettbewerbsverbots
WM 1986, 1282
Ob ein gesellschaftsvertragliches Wettbewerbsverbot diesen Anforderungen entspricht, ist aufgrund einer Abwägung der beiderseitigen Interessen unter Berücksichtigung der jeweiligen Umstände des Einzelfalls, insbesondere des mit dem Wettbewerbsverbot verfolgten Zwecks, zu beurteilen (Sen. Urt. v. 14. Juli 1986 - II ZR 296/85 aaO).
Für die Abwägung ist weiter von Bedeutung, ob der wirtschaftliche Wert eines entsprechenden Wettbewerbsverbots dem ausgeschiedenen Geschäftsführer, etwa im Wege einer Karenzentschädigung (vgl. § 74 Abs. 2 HGB), zufließt (vgl. BGH, Urteil vom 14.07.1986 - II ZR 296/85, WM 1986, 1282).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes darf ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot den Verpflichteten in seiner Berufsausübung nicht übermäßig beschränken und nach Ort, Zeit und Gegenstand nicht über die schutzwerten Interessen des begünstigten Unternehmens hinausgehen (BGHZ 91, 1, 5 [BGH 26.03.1984 - II ZR 229/83]; vgl. ferner Sen.Urt. v. 14. Juli 1986 - II ZR 296/85, WM 1986, 1282; v. 19. November 1973 - II ZR 52/72, WM 1974, 74, 76; v. 9. Mai 1968 - II ZR 158/66, NJW 1968, 1717 [BGH 09.05.1968 - II ZR 158/66]; v. 7. Januar 1965 - II ZR 187/63, WM 1965, 310).
Dem entspricht es, dass bei Wettbewerbsverboten, die im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung unter Gesellschaftern stehen, der wirtschaftliche Wert des Wettbewerbs für die Bestimmung der (hier aber vertraglich ausgeschlossenen) Abfindung als Kalkulationsposten von besonderer Bedeutung ist (BGH, WM 1986, 1282 f.).
LSG Bayern, 23.02.2011 - L 2 U 556/09
Unfallversicherung: Abgrenzung von Abwicklungsarbeiten
Ein überlanges Haftungsrisiko der Beklagten als Solidargemeinschaft kann danach unbillig sein (…vgl. auch zur Ausschließlichkeitsbindung, Roth in: Münchner-Kommentar, Bürgerliches Recht, Schuldrecht Allgemeiner Teil, 5. Aufl. 2007, § 242 Rdnr. 413; zum Wettbewerbsverbot: BGH WM 1986, 1282).
Das gilt sowohl für den Gegenstand des Wettbewerbsverbots als vor allem auch für die zeitliche Dauer und den örtlichen Bereich (vgl. BGH WM 1986, 1282 m.w.N. über seine bisherige Rechtsprechung).