Source: http://wissensmanagement-steuerberatung.de/tag/steuerberater/
Timestamp: 2018-01-21 18:29:10
Document Index: 336390405

Matched Legal Cases: ['§ 37', '§ 3', '§ 36', '§ 36', '§ 37', '§ 18', '§ 25', '§ 21', '§ 38', '§ 40', '§ 39', '§ 3', '§ 71']

Steuerberater | Kanzlei Wissensmanagement Software
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Steuerberater: Als Steuerberater (StB) wird der Angehörige eines freien Berufs bezeichnet, der in steuerrechtlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen berät. Die Berechtigung zur Berufsausübung ist in Deutschland und Österreich an bestimmte Voraussetzungen gebunden. Der Beruf des Steuerberaters wird freiberuflich ausgeübt und unterliegt daher nicht den Bestimmungen der Gewerbeordnung. In Deutschland sind der Tätigkeitsbereich und die Zulassung umfassend im Steuerberatungsgesetz und der dazugehörigen Durchführungsverordnung geregelt. Viele Beratungstätigkeiten gehören zu den Vorbehaltsaufgaben und dürfen nur von zugelassenen Steuerberatern und einigen wenigen weiteren Berufsangehörigen ausgeführt werden. Die berufsständische Vertretung der Steuerberater in Deutschland sind die Steuerberaterkammern, die sich unter dem Dach der Bundessteuerberaterkammer zusammenschließen. Steuerberater haben die Aufgabe der Hilfestellung in Steuerangelegenheiten, zur Vertretung in finanzgerichtlichen Prozessen und zur Beratung in betriebswirtschaftlichen Fragen. Die Tätigkeit kann selbständig oder im Angestelltenverhältnis ausgeübt werden.
Das Honorar für die Steuerberatung wird nach der Steuerberatervergütungsverordnung[1] (StBVV; bis 2012: Steuerberatergebührenverordnung) abgerechnet. Grundlage ist meist der Gegenstandswert oder der Zeitfaktor. Für die Richtigkeit der Steuerberatung haftet der Steuerberater dem Mandanten gegenüber und muss hierfür eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen.
Der Steuerberater muss die Tätigkeiten nicht vollständig selbst ausüben, sondern kann sich der Hilfe von fachkundigem Personal (Steuerfachangestellte, Steuerfachwirte, etc.) bedienen. Bedingung ist, dass die Mitarbeiter ausschließlich weisungsgebunden unter der fachlichen Aufsicht und beruflichen Verantwortung des Steuerberaters tätig werden. Den Beruf des Steuerberaters darf nur ausüben, wer von der zuständigen Steuerberaterkammer als Steuerberater bestellt ist. Bestellt werden kann, wer die Steuerberaterprüfung i.S.d. § 37 Steuerberatungsgesetz (StBerG) bestanden hat oder von dieser Prüfung befreit worden ist. Für die Bestellung sind – neben der bestandenen Prüfung – die persönliche Eignung des Antragstellers (z. B. geordnete wirtschaftliche Verhältnisse, keine strafgerichtliche Verurteilung) und eine Deckungszusage einer Berufshaftpflichtversicherung nachzuweisen. Wird der Beruf als Angestellter ausgeübt, ist die Aufnahme in die Haftpflichtversicherung des Arbeitgebers nachzuweisen. Die Bestellung erfolgt durch Aushändigung einer Urkunde. Zur geschäftsmäßigen Hilfeleistung in Steuersachen sind gem. § 3 StBerG aber auch Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer befugt, ohne gleichzeitig Steuerberater sein zu müssen. Die Zulassung zur Steuerberaterprüfung kann grundsätzlich auf zwei Wegen erfolgen:
Der akademische Weg über ein (Fach-)Hochschulstudium (§ 36 Abs. 1 StBerG): Voraussetzung ist der erfolgreiche Abschluss eines wirtschaftswissenschaftlichen oder rechtswissenschaftlichen Hochschulstudiums. Daran anschließend ist eine praktische Tätigkeit auf dem Gebiet des Steuerrechts vorzuweisen. Die Dauer dieser Tätigkeit ist von der Regelstudienzeit des abgeschlossenen Hochschulstudiums abhängig. Bei mindestens vier Jahren (acht Semestern) sind zwei Jahre notwendig, bei weniger als vier Jahren (acht Semestern) müssen drei Jahre praktischer Arbeit dem Studium folgen. Zu beachten ist, dass eine Unterscheidung zwischen Universität und Fachhochschule nicht mehr getroffen wird. Es ist einzig und allein die Regelstudienzeit des Studienganges ausschlaggebend. Studiengänge der Berufsakademie haben eine Regelstudienzeit von weniger als acht Semestern. Sie gelten jedoch als Studium im Sinne des StBerG. Die berufspraktische Tätigkeit nach dem Abschluss des Studiums beträgt angesichts der kurzen Ausbildungszeit mindestens drei Jahre.
Der berufspraktische Weg über eine kaufmännische Berufsausbildung (§ 36 Abs. 2 StBerG): Nach Abschluss einer kaufmännischen Ausbildung und zehnjähriger praktischer Tätigkeit auf dem Gebiet des Steuerrechtes kann ebenfalls die Zulassung zur Steuerberaterprüfung erfolgen. Der Regelfall ist dabei eine Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten. Zu beachten ist, dass sich dieser Zeitraum auf sieben Jahre reduziert, wenn die Prüfung zum geprüften Bilanzbuchhalter oder Steuerfachwirt erfolgreich abgelegt wird. Abschließend können auch Beamte des gehobenen Dienstes der Finanzverwaltung zur Prüfung zugelassen werden. In diesem Fall beträgt die Dauer der praktischen Tätigkeit mindestens sieben Jahre nach bestandener Laufbahnprüfung, wobei jedoch anzumerken ist, dass Beamten des gehobenen Dienstes der Steuerverwaltung nach Abschluss ihrer Ausbildung der akademische Grad Diplom-Finanzwirt (FH) zuerkannt wird, wodurch sie regelmäßig drei Jahre nach Abschluss der Ausbildung zur Steuerberaterprüfung zugelassen werden können. Zuständig für die Durchführung der Steuerberaterprüfung sind seit 2009 die Steuerberaterkammern. Die Finanzministerien der Länder, die i. d.R. die Zuständigkeit auf die Oberfinanzdirektionen als Mittelbehörden übertragen haben, sind aber weiterhin für die Erstellung der Klausuren zuständig. Auch bei der Abnahme der mündlichen Prüfungen bleibt die Zusammensetzung der Prüfungskommissionen unverändert, d. h. der Vorsitzende jeder Kommission ist weiterhin ein Finanzbeamter. Die Steuerberaterprüfung ist in einen schriftlichen Teil aus drei Aufsichtsarbeiten und in einen mündlichen Teil gegliedert. Prüfungsgebiete sind nach § 37 Abs. 3 StBerG:
Die jeweilige Dauer der drei Aufsichtsarbeiten beträgt mindestens vier und höchstens sechs Zeitstunden (§ 18 Abs. 1 DVStB), wobei i.d.R. sechs Zeitstunden angesetzt werden. Sie sind an drei aufeinanderfolgenden Tagen zu schreiben. Zur mündlichen Prüfung, als zweitem Teil der Steuerberaterprüfung, wird nur zugelassen, wessen Leistung in der schriftlichen Prüfung mit mindestens der Note 4,5 bewertet worden ist (§ 25 Abs. 2 DVStB). Im Durchschnitt der vergangenen Prüfungsjahre war dies nur etwa die Hälfte der schriftlich geprüften Kandidaten.
Die mündliche Prüfung besteht aus einem kurzen Vortrag und sechs Prüfungsabschnitten. Aus den Einzelnoten der einzelnen Prüfungsabschnitte wird die mündliche Gesamtnote gebildet. Die Dauer der mündlichen Prüfung beträgt etwa fünf Stunden bei vier Kandidaten (Regelfall). Die Prüfung wird vor einer aus sechs Personen bestehenden Prüfungskommission abgelegt. Mitglieder der Kommission sind neben Finanzbeamten des höheren Dienstes auch Berufsträger mit langjähriger Berufserfahrung sowie Professoren oder auch Sachverständige aus der freien Wirtschaft, die auf einem prüfungsrelevanten Gebiet tätig sind.
Ein Prüfling kann gemäß § 21 DVStB bis zur Abgabe der letzten Klausur von der Prüfung zurücktreten, ohne dass der Prüfungsversuch als verbraucht gilt. Dies ermöglicht es dem Prüfling, bei einer schlechten Selbsteinschätzung seiner bis dato erbrachten Klausurleistungen einem Scheitern seines Prüfungsversuches aus dem Wege zu gehen. Die Verfassungsmäßigkeit dieser prüflingsfreundlichen Regelung ist teilweise umstritten.[2]
Bestimmte Berufsgruppen (z. B. Professoren des Steuerrechts, erfahrene Beamte der Finanzverwaltung, ehemalige Finanzrichter etc.) können sich von der Prüfung befreien lassen (§ 38 StBerG). Nach bestandener Prüfung ist die Bestellung als Steuerberater möglich. Erst nach Bestellung als Steuerberater ist man befugt, die Berufsbezeichnung „Steuerberater“ zu führen.
Die Bestellung ist nur zulässig, wenn man eine selbständige Tätigkeit auf dem Gebiet des Steuerrechtes (sogenannte Vorbehaltsaufgaben) oder auf den Gebieten der vereinbaren Tätigkeiten ausübt.
Die Bestellung ist jedoch abhängig von der persönlichen Eignung (§ 40 SteuerberatungsG), die Bestellung ist zu versagen wenn der Bewerber
Die Bestellung ist auch zu versagen,
wenn durch die für die Finanzverwaltung zuständige oberste Landesbehörde eine Entscheidung nach § 39a Abs. 1 ergangen ist;
Die Bestellung wird durch die zuständige Steuerberaterkammer durch Aushändigung der Berufsurkunde vollzogen. Zuvor hat der Bewerber die Versicherung abzugeben, dass er die Pflichten eines Steuerberaters gewissenhaft erfüllen wird.Statt der Berufsausübung als Einzelperson ist der Zusammenschluss mehrerer Steuerberater und die Gründung einer Kapitalgesellschaft (insbesondere GmbH oder Aktiengesellschaft) zulässig (Steuerberatungsgesellschaft). Hierzu müssen aber Vorstand bzw. Geschäftsführung und Aktionäre bzw. Gesellschafter mehrheitlich Steuerberater sein.
Abgrenzung zu ähnlichen Berufen[Bearbeiten]
EU-Probleme[Bearbeiten]
Weitere Tätigkeitsfelder der Steuerberater[Bearbeiten]
Steuerberaterverzeichnis[Bearbeiten]
Die Bundessteuerberaterkammer führt ein öffentliches Verzeichnis aller Steuerberater, das online im Internet als Steuerberatersuche abrufbar ist. Ferner führt die Zeitschrift Focus Money jährlich einen Steuerberatertest durch.[3]
Der Beruf des Steuerberaters ist ein freier Beruf und unterliegt daher nicht den Bestimmungen der Gewerbeordnung. Die berufsständische Vertretung der Steuerberater ist in Österreich die Kammer der Wirtschaftstreuhänder. Um die Tätigkeit des Steuerberaters ausführen zu dürfen, bedarf es einer Fachprüfung.
Tätigkeiten der Steuerberater[Bearbeiten]
Das Wirtschaftstreuhandberufsgesetz (WTBG) regelt welche Tätigkeiten ein Steuerberater im Rahmen seines Berufes ausüben darf bzw. welche Tätigkeiten Steuerberatern vorbehalten sind (§ 3 WTBG). Diese umfasst insbesondere folgende Tätigkeiten[4]
Verantwortlichkeit des Steuerberaters[Bearbeiten]
Ebenso wie in Deutschland ist die Anstellung in einem anderen Beruf (z. B. in einem Industrieunternehmen) mit dem Beruf des Steuerberaters vereinbar. Es besteht lediglich die Pflicht die andere Tätigkeit der Kammer der Wirtschaftstreuhänder zu melden, die diese Tätigkeit untersagen kann.
Erlangung der Berufsbefugnis[Bearbeiten]
Volle Handlungsfähigkeit[Bearbeiten]
Die Handlungsfähigkeit ist aus dem Bestimmungen des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches (ABGB) abzuleiten. Nur Personen, die über volle Handlungsfähigkeit verfügen, d.h. sich durch ihr eigenes Handeln berechtigen und verpflichten können, dürfen den Beruf eines Steuerberaters ausüben.
Besondere Vertrauenswürdigkeit[Bearbeiten]
Geordnete wirtschaftliche Verhältnisse[Bearbeiten]
Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung[Bearbeiten]
Berufssitz[Bearbeiten]
Vorbildung und praktische facheinschlägige Tätigkeit[Bearbeiten]
Fachprüfung[Bearbeiten]
Für die Fachprüfung für Wirtschaftsprüfer sind dazu noch drei viereinhalbsündige Klausuren aus den Gebieten Rechnungslegung, Abschlussprüfung und Rechtslehre zu absolvieren. Der mündliche Teil wird um die Gebiete Abschlussprüfung, Grundzüge der Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaft und Grundzüge des Bank-, Versicherungs-, Wertpapierrechts und Devisenrechts ergänzt.
Steuerberatungsgesellschaft[Bearbeiten]
Gesellschafter bzw. Aktionäre dürfen nur Berufsberechtigte, deren Ehegatten und Kinder oder andere Wirtschaftstreuhandgesellschaften sein. Es bestehen außerdem ‚interdisziplinäre Gesellschaften‘ mit Bilanzbuchhaltern (entsprechend § 71 WTBG), wobei der Bilanzbuchhalter Gesellschafter bzw. Geschäftsführer ist.
In der Schweiz gibt es keine Zulassungsbeschränkungen für den Beruf des Steuerberaters. Die Berufsbezeichnung in der Schweiz ist „Treuhänder“. Die fehlende Zugangsbeschränkung (praktisch kann jeder ein Treuhandbüro eröffnen) führt dazu, dass es umgangssprachlich sogenannte „Feld-, Wald- und Wiesentreuhänder“ gibt. Wer sich sicher und gut beraten lassen will, sollte auf jeden Fall einen ausgebildeten und geprüften Treuhänder aufsuchen.
Am 1. Januar 2008 ist das neue Revisionsaufsichtsgesetz[5] in Kraft getreten, welches die Zulassung der Revisorinnen und Revisoren bzw. der Revisionsgellschaften abschließend reglementiert. Der Vollzug erfolgt durch eine staatliche Aufsichtsbehörde.[6]