Source: https://www.hensche.de/urteile-und-kommentare-zum-thema-klage-gegen-befristung.html
Timestamp: 2020-07-11 20:49:27
Document Index: 221034530

Matched Legal Cases: ['§ 278', 'EuG', 'EuG', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 278', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 14', 'EuG', '§ 14']

Urteile und Kommentare: Klage gegen Befristung - HENSCHE Arbeitsrecht
Ur­tei­le und Kom­men­ta­re: Kla­ge ge­gen Be­fris­tung
Ur­teil­s­an­mer­kun­gen zum The­ma Kla­ge ge­gen Be­fris­tung von 2008 bis heu­te: Hen­sche Rechts­an­wäl­te, Kanz­lei für Ar­beits­recht
Un­ser Rechts­an­walts­team kom­men­tiert seit 2001 lau­fend ak­tu­el­le Ur­tei­le und wich­ti­ge Ge­set­zes­än­de­run­gen zum Ar­beits­recht, un­ter an­de­rem zum The­ma Kla­ge ge­gen Be­fris­tung.
13.06.2018. Die BAG-Recht­spre­chung, die sach­grund­lo­se Be­fris­tun­gen nach ei­ner drei­jäh­ri­gen Ka­ren­zeit er­laubt, ver­stößt ge­gen die Ge­set­zes­bin­dung der Jus­tiz: Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Be­schluss vom 06.06.2018, 1 BvL 7/14 und 1 BvR 1375/14.
17.01.2018. Ar­beits­ver­trä­ge mit Pro­fi­fuß­ball­spie­lern der Fuß­ball-Bun­des­li­ga kön­nen in al­ler Re­gel we­gen der Ei­gen­art der Ar­beits­leis­tung be­fris­tet wer­den: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 16.01.2018, 7 AZR 312/16 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
14.12.2017. Mas­ken­bild­ner ge­hö­ren zum künst­le­ri­schen Büh­nen­per­so­nal ge­mäß Nor­mal­ver­trag (NV) Büh­ne, wenn ar­beits­ver­trag­lich fest­ge­legt ist, dass sie über­wie­gend künst­le­risch tä­tig sind: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 13.12.2017, 7 AZR 369/16 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
31.08.2017. Die lang­jäh­ri­gen ZDF-Fern­seh­kom­mis­sa­re Pier­re Sa­nous­si-Bliss ("Axel Rich­ter") und Mar­kus Bött­cher ("Wer­ner Ried­mann") schei­tern mit ih­ren Ent­fris­tungs­kla­gen in Er­furt: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­tei­le vom 30.08.2017, 7 AZR 864/15 und 7 AZR 440/16 (Pres­se­mel­dung des BAG).
17/164 Be­fris­tung von Ärz­ten in der Wei­ter­bil­dung setzt Pla­nung der Wei­ter­bil­dung vor­aus
20.06.2017. Kran­ken­häu­ser müs­sen die be­ab­sich­tig­te Wei­ter­bil­dung von Ärz­ten, die zu die­sem Zweck be­fris­tet be­schäf­tigt wer­den, bei Ver­trags­schluss ge­nau pla­nen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 14.06.2017, 7 AZR 597/15 (Pres­se­mel­dung des BAG).
20.05.2017. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) be­kräf­tigt sein drei­stu­fi­ges Prü­fungs­sche­ma, das bei der ge­richt­li­chen Miss­brauchs­kon­trol­le von Ket­ten­be­fris­tun­gen mit Sach­grund an­zu­wen­den ist: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 21.03.2017, 7 AZR 369/15.
09.12.2016. Ein Ver­gleich, der auf Vor­schlag ei­ner der Par­tei­en ge­mäß § 278 Abs.6 Satz 1 Fall 1 Zi­vil­pro­zess­ord­nung (ZPO) ver­ein­bart wird, kann ein Sach­grund für ei­ne Ar­beits­ver­trags­be­fris­tung sein: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom Ur­teil vom 08.06.2016, 7 AZR 339/14.
10.11.2016. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Ba­den-Würt­tem­berg lehnt die Recht­spre­chung des Sieb­ten BAG-Se­nats zum An­schluss­ver­bot bei der sach­grund­lo­sen Be­fris­tung von Ar­beits­ver­trä­gen er­neut ab: LAG Ba­den-Würt­tem­berg, Ur­teil vom 13.10.2016, 3 Sa 34/16.
29.09.2016. Der Ein­satz be­fris­te­ter Ar­beits­ver­hält­nis­se zur De­ckung ei­nes Dau­er­be­darfs im Ge­sund­heits­we­sen ver­stößt ge­gen die EU-Rah­men­ver­ein­ba­rung über be­fris­te­te Ar­beits­ver­trä­ge: Eu­ro­päi­scher Ge­richts­hof, Ur­teil vom 14.09.2016, Rs. C-16/15 (López).
17.02.2016. Tor­hü­ter Heinz Mül­ler ver­liert sei­ne Ent­fris­tungs­kla­ge in der zwei­ten In­stanz ge­gen sei­nen ehe­ma­li­gen Ver­ein, den FSV Mainz 05: Lan­des­ar­beits­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Ur­teil vom 17.02.2016, 4 Sa 202/15 (Pres­se­mel­dung).
29.07.2015. Auf den wis­sen­schaft­li­chen Nach­wuchs an den Hoch­schu­len kom­men ab Herbst 2015 neue ge­setz­li­che Re­ge­lun­gen für die Be­fris­tung von Ar­beits­ver­trä­gen zu: Ge­setz­ent­wurf des Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­ri­ums zur No­vel­lie­rung des Wis­sen­schafts­zeit­ver­trags­ge­set­zes.
14.07.2015. Trotz mehr als zehn be­fris­te­ter Ar­beits­ver­trä­ge über 15 Jah­re hin­weg kann ei­ne Be­fris­tung wirk­sam sein, wenn ei­ne Kol­le­gin ver­tre­ten wird, die we­gen Kin­der­be­treu­ung aus­fällt: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 29.04.2015, 7 AZR 310/13.
08.04.2015. Bei ei­ner ge­sam­ten Ver­trags­dau­er von sechs Jah­re und acht Mo­na­ten und bei zehn hin­ter­ein­an­der ge­schal­te­ten be­fris­te­ten Ver­trä­gen kann Rechts­miss­brauch vor­lie­gen: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 04.02.2015, 15 Sa 1947/14.
30.03.2015. Der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) hat ent­schie­den, dass Lu­xem­burg zu we­nig ge­gen den Miss­brauch be­fris­te­ter Ar­beits­ver­trä­ge tut und da­her die Richt­li­nie 1999/70/EG nicht aus­rei­chend um­setzt: EuGH, Ur­teil vom 26.02.2015, C-238/14 (Kom­mis­si­on gg. Lu­xem­burg).
03.01.2015. Die jah­re­lan­ge Ket­ten­be­fris­tung von Ar­beits­ver­trä­gen mit ita­lie­ni­schen Leh­rern ver­stößt die Rah­men­ver­ein­ba­rung über be­fris­te­te Ar­beits­ver­trä­ge und da­mit ge­gen die Richt­li­nie 1999/70/EG: Eu­ro­päi­scher Ge­richts­hof, Ur­teil vom 26.11.2014, C-22/13 u.a. (Mas­co­lo).
26.06.2014. En­de 2012 be­rich­te­ten wir über ein Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Nie­der­sach­sen, mit dem das LAG ent­schie­den hat, dass Ar­beits­ver­trä­ge auch dann wirk­sam be­fris­tet wer­den kön­nen, wenn der Ar­beit­neh­mer wäh­rend der Ver­trags­lauf­zeit in den Be­triebs­rat ge­wählt wird. Ges­tern hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) die Klag­ab­wei­sung durch das LAG ab­ge­seg­net: BAG, Ur­teil vom 25.06.2014, 7 AZR 847/12.
03.06.2014. Die im­mer er­neu­te Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­ver­hält­nis­ses kann miss­bräuch­lich und da­mit un­wirk­sam sein, wenn es der Ar­beit­ge­ber aus Ei­gen­nutz zu­las­ten des Ar­beit­neh­mers über­treibt. Ei­ne miss­bräuch­li­che Aus­nut­zung der ge­setz­li­chen Be­fris­tungs­mög­lich­kei­ten liegt ty­pi­scher­wei­se bei lan­gen Be­fris­tungs­ket­ten in dem­sel­ben Ar­beits­ver­hält­nis vor. Sie kann aber auch ge­ge­ben sein, wenn sich ver­schie­de­ne Ar­beit­ge­ber in der Ar­beit­ge­ber­rol­le ab­wech­seln, um auf die­se Wei­se im­mer wie­der ei­ne (auf den ers­ten Blick le­ga­le) be­fris­te­te Neu­ein­stel­lung vor­neh­men zu kön­nen. In ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) deut­lich ge­macht, dass die Miss­brauchs­kon­trol­le in Fäl­len ei­nes Ar­beit­ge­ber­tauschs nicht all­zu streng be­trie­ben wer­den soll­te: BAG, Ur­teil vom 19.03.2014, 7 AZR 527/12.
15.04.2014. Nach­dem das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) in sei­nem Ur­teil zur Köl­ner Jus­tiz­an­ge­stell­ten Kü­cük klar­ge­stellt hat, dass Ket­ten­be­fris­tun­gen ei­ner ver­stärk­ten Miss­brauchs­kon­trol­le un­ter­zo­gen wer­den müs­sen, stel­len sich vie­le Fol­ge­fra­gen, ins­be­son­de­re zum Miss­brauch be­fris­te­ter Ar­beits­ver­trä­ge durch den fort­lau­fen­den Aus­tausch des Ar­beit­ge­bers ("Ar­beit­ge­ber-Ka­rus­sell"). Zum Ar­beit­ge­ber­ka­rus­sell hat das BAG jetzt ent­schie­den, dass im­mer nur der letz­te Ver­trags­ar­beit­ge­ber zu ver­kla­gen ist, d.h. die Miss­brauchs­kon­trol­le rich­tet sich ge­gen ihn: BAG, Ur­teil vom 22.01.2014, 7 AZR 243/12.
07.03.2014. Ar­beits­ver­trä­ge kön­nen be­fris­tet wer­den, wenn die Vor­aus­set­zun­gen des § 14 Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz (Tz­B­fG) vor­lie­gen. Un­ter er­leich­ter­ten Vor­aus­set­zun­gen ist ei­ne Be­fris­tung mit wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­tern auf Ba­sis des Wis­sen­schafts­zeit­ver­trags­ge­setz (Wiss­Zeit­VG) mög­lich. Fremd­spra­chen­lek­to­ren sind aber kei­ne Wis­sen­schaft­ler: Ar­beits­ge­richt Ham­burg, Ur­teil vom 26.02.2014, 27 Ca 307/13.
02.04.2014. Vor drei Jah­ren über­rasch­te das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) die ar­beits­recht­li­che Fach­welt mit ei­ner weit­ge­hen­den Er­leich­te­rung von sach­grund­lo­sen Be­fris­tun­gen ge­mäß § 14 Abs. 2 Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz (Tz­B­fG). Liegt ein frü­he­res Ar­beits­ver­hält­nis län­ger als drei Jah­re zu­rück, soll es ei­ner Be­fris­tung oh­ne Sach­grund nicht im We­ge ste­hen, so das BAG. Da­mit stößt das BAG aber auf mas­si­ve Kri­tik und man­che Ge­rich­te fol­gen ihm nicht, so auch vor kur­zem das LAG Ba­den-Würt­tem­berg: LAG Ba­den-Würt­tem­berg, Ur­teil vom 21.02.2014, 7 Sa 64/13.
12.11.2013. Be­fris­te­te Ar­beits­ver­trä­ge sind nach dem Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz (Tz­B­fG) nur zu­läs­sig, wenn sie höchs­ten zwei Jah­re dau­ern oder durch ei­nen Sach­grund ge­recht­fer­tigt sind, z.B. durch die Ver­tre­tung ei­nes an­de­ren Ar­beit­neh­mers (§ 14 Abs. 1 Satz 2 Nr.3 Tz­B­fG). Ver­tre­tungs­be­fris­tun­gen kön­nen nicht nur auf den Aus­fall ei­ner Stamm­kraft auf­grund per­sön­li­cher Um­stän­de (z.B. El­tern­zeit, län­ge­re Krank­heit) ge­stützt wer­den, son­dern auch dar­auf, dass die Stamm­kraft we­gen vor­über­ge­hen­der Ab­ord­nung ver­tre­ten wer­den muss. In die­sen "Ab­ord­nungs­fäl­len" wird die Be­fris­tung des Ver­trags mit dem Ver­tre­ter al­ler­dings stren­ger als in nor­ma­len Ver­tre­tungs­fäl­len kon­trol­liert: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 13.2.2013, 7 AZR 324/11.
11.11.2013. Ein ge­richt­li­cher Ver­gleich kann im sog. schrift­li­chen Ver­fah­ren ge­mäß § 278 Abs.6 Satz 1, Alt.1 Zi­vil­pro­zess­ord­nung (ZPO) ab­ge­schlos­sen wer­den. Da­bei rei­chen die Par­tei­en ei­nen über­ein­stim­men­den schrift­li­chen Ver­gleichs­vor­schlag beim Ge­richt ein, das dar­auf­hin per Be­schluss fest­stellt, dass die­ser Ver­gleichs­vor­schlag das Ver­fah­ren be­en­det hat. Zu we­nig Ge­richt, so das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) An­fang 2012, um dar­auf ei­ne wirk­sa­me Ver­län­ge­rung ei­nes be­fris­te­ten Ver­tra­ges grün­den zu kön­nen. Falsch, so jetzt das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Nie­der­sach­sen: LAG Nie­der­sach­sen, Ur­teil vom 05.11.2013, 1 Sa 489/13.
30.08.2013. In ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil hat der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) ent­schie­den, dass die Richt­li­nie 1999/70/EG des Ra­tes vom 28.06.1999 nicht für Leih­ar­beit­neh­mer gilt. Da­mit hat der EuGH Leih­ar­beit­neh­mern den eu­ro­pa­recht­li­chen Schutz vor Be­fris­tun­gen ver­sagt: EuGH, Ur­teil vom 11.04.2013, C-290/12 (Del­la Roc­ca).
21.06.2013. Die Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­ver­trags zur Ver­tre­tung ei­ner Stamm­kraft, die we­gen ei­ner El­tern­zeit vor­über­ge­hend fehlt, setzt nicht not­wen­dig vor­aus, dass der be­fris­tet ein­ge­stell­te Ar­beit­neh­mer die Auf­ga­ben des El­tern­zeit­lers über­nimmt: Lan­des­ar­beits­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Ur­teil vom 07.11.2012, 8 Sa 243/12.
20.07.2012. Die im­mer er­neu­te Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­ver­trags kann nach elf Jah­ren und 13 Ver­län­ge­run­gen miss­bräuch­lich und da­mit un­wirk­sam sein. Das hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) vor­ges­tern im Kü­cük-Fall ent­schie­den: BAG, Ur­teil vom 18.07.2012, 7 AZR 443/09 (Kü­cük).
11.03.2012.Be­fris­te­ter Ar­beits­ver­trag und auf­lö­sen­de Be­din­gung - Wei­ter­ar­beit nach Ein­tritt der auf­lö­sen­den Be­din­gung führt nicht zur Ent­fris­tung: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 29.06.2011, 7 AZR 6/10.
27.01.2012. Der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) hat jah­re­lan­ge "Ket­ten­be­fris­tun­gen" von Ar­beits­ver­trä­gen zur Ver­tre­tung an­de­rer Ar­beit­neh­mer ab­ge­seg­net. Für Ar­beit­neh­mer und Ge­werk­schaf­ten ist das ei­ne ent­täu­schen­de Nach­richt: EuGH, Ur­teil vom 26.01.2012, Rs. C-586/10 (Kü­cük).
15.11.2011. Ein be­fris­te­ter Ar­beits­ver­trag kann nur or­dent­lich ge­kün­digt wer­den, wenn das ver­trag­lich ver­ein­bart ist. Für ei­ne sol­che Ver­ein­ba­rung der or­dent­li­chen Künd­bar­keit ge­nügt nach An­sicht des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) be­reits die Ver­ein­ba­rung, dass im Fal­le ei­ner or­dent­li­chen Kün­di­gung die ge­setz­li­chen Kün­di­gungs­fris­ten gel­ten sol­len: BAG, Ur­teil vom 04.08.2011, 6 AZR 436/10.
24.05.2011. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Hamm ent­schied in ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil, dass bei ei­nem zweck­be­fris­te­ten Ar­beits­ver­hält­nis die Zweck­er­rei­chung al­lein nach ob­jek­ti­ven Tat­sa­chen zu be­stim­men sein muss und des­halb ei­ne Be­fris­tung bis zum „En­de des Be­triebs“ ei­ner Kli­nik un­wirk­sam ist: LAG Hamm, Ur­teil vom 18.11.2010, 17 Sa 1345/10.
06.05.2011. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln hat in ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil die Vor­aus­set­zun­gen ei­ner Be­fris­tung we­gen vor­über­ge­hen­den Be­darfs im Zu­sam­men­hang mit ei­nem Pro­jekt zu­sam­men­ge­fasst. Da­nach setzt ei­ne Pro­jekt­be­fris­tung vor­aus, dass es sich um ei­ne vor­über­ge­hen­de und ge­gen­über Dau­er­auf­ga­ben ab­grenz­ba­re Zu­satz­auf­ga­be han­delt, de­ren zeit­li­che Dau­er auf ei­ner sorg­fäl­ti­gen Pro­gno­se be­ruht: Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, Ur­teil vom 17.01.2011, 5 Sa 1237/10.
27.04.2011. Be­fris­tung mit Sach­grund kön­nen im­mer wie­der ver­län­gert wer­den ("Ket­ten­be­fris­tung"). Da sich der öf­fent­li­che Ar­beit­ge­ber mit ei­ner sog. haus­halts­recht­li­chen Be­fris­tung selbst so ei­nen Be­fris­tungs-Sach­grund schaf­fen kann, sind die da­mit end­los mög­li­chen Ket­ten­be­fris­tun­gen in die eu­ro­pa­recht­li­che Kri­tik ge­ra­ten. Ei­ne ent­spre­chen­de Vor­la­ge­fra­ge des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) an den Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof (EuGH) hat sich nun lei­der er­le­digt: BAG, Be­schluss vom 27.10.2010, 7 AZR 485/09 (A).
14.04.2011. Oh­ne ei­nen sach­li­chen Grund kann ein Ar­beits­ver­trag nach § 14 Abs. 2 Satz 2 Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz (Tz­B­fG) nur bei Neu­ein­stel­lun­gen be­fris­tet wer­den, d.h. nur dann, wenn die Ver­trags­par­tei­en nicht "be­reits zu­vor ein be­fris­te­tes oder un­be­fris­te­tes Ar­beits­ver­hält­nis“ hat­ten. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat ent­schie­den, dass sol­che Zu­vor-Ar­beits­ver­hält­nis­se sach­grund­lo­sen Zeit­ver­trä­gen nur dann ent­ge­gen­ste­hen, wenn sie mehr als drei Jah­re zu­rück­li­gen. Da­mit hat das BAG sach­grund­lo­se Zeit­ver­trä­ge er­heb­lich er­leich­tert: BAG, Ur­teil vom 06.04.2011, 7 AZR 716/09.
15.02.2011. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat sich mit der Fra­ge an den EuGH ge­wandt, ob die nach deut­schem Recht mög­li­che Ket­ten­be­fris­tung von Ar­beits­ver­trä­gen zum Zwe­cke Ver­tre­tung mit dem Recht der Eu­ro­päi­schen Uni­on ver­ein­bar ist: BAG, Be­schluss vom 17.11.2010, 7 AZR 443/09 (A).
12.01.2011. Die Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­ver­tra­ges muss den Vor­ga­ben des Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­set­zes (Tz­B­fG) ent­spre­chen, das wie­der­um mit dem da­hin­ter­ste­hen­den Eu­ro­pa­recht ver­ein­bar sein muss. In letz­ter Zeit sind in­so­weit Zwei­fel dar­an laut ge­wor­den, ob die nur dem öf­fent­li­chen Ar­beit­ge­ber zu­ste­hen­de Haus­halts­mit­tel­be­fris­tung die­se Vor­aus­set­zung er­füllt. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat dem Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof nun ei­ne ent­spre­chen­de Fra­ge vor­ge­legt: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 27.10.2010, 7 AZR 485/09 (A).
23.12.2010. Zu den ge­setz­lich aus­drück­lich ge­re­gel­ten Grün­den, we­gen der ein Ar­beits­ver­trag be­fris­tet wer­den darf, ge­hört der "vor­über­ge­hen­de Be­darf". Ob der Be­darf an der Ar­beits­kraft des Ar­beit­neh­mers tat­säch­lich nur "vor­über­ge­hend" ist, muss der Ar­beit­ge­ber bei der Be­fris­tung pro­gnos­ti­zie­ren. Da­bei darf er sich nicht auf ei­ne "Dau­men­pei­lung" be­schrän­ken, son­dern muss ge­nau nach­rech­nen. Tut er das nicht, hat der be­trof­fe­ne Ar­beit­neh­mer gu­te Chan­cen, dass die Be­fris­tung un­wirk­sam ist und ein un­be­fris­te­tes Ar­beits­ver­hält­nis be­steht: Lan­des­ar­beits­ge­richt Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Ur­teil vom 09.06.2010, 2 Sa 32/10.
06.12.2010. Die Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­ver­hält­nis­ses ist aus Ar­beit­ge­ber­sicht ei­ne an­ge­neh­me Mög­lich­keit, mit ge­rin­gem Ri­si­ko für bis zu zwei Jah­re ei­nen Ar­beit­neh­mer mit der Aus­sicht auf ei­ne un­be­fris­te­te Stel­le "ge­fü­gig" zu ma­chen. Ent­schei­det er sich am En­de die­ser Zeit ge­ge­ben den Ar­beit­neh­mer, hat die­ser - je­den­falls im Ver­gleich zu vie­len Kün­di­gungs­si­tua­tio­nen - nur we­nig Spiel­raum, um er­folg­reich ge­gen die Be­fris­tung vor­zu­ge­hen. In ei­nem vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt Rhein­land-Pfalz ver­han­del­ten Fall be­rief sich ei­ne Ar­beit­neh­me­rin bei­spiels­wei­se auf die Rechts­miss­bräuch­lich­keit der Be­fris­tung: Lan­des­ar­beits­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Ur­teil vom 13.08.2010, 9 Sa 193/10.
18.02.2008. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat sei­ne stän­di­ge Recht­spre­chung be­stä­tigt, wo­nach die "Ver­län­ge­rung" ei­nes oh­ne Sach­grund be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags nur dann als Ver­län­ge­rung im Sin­ne von § 14 Abs.2 Satz 1 Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz (Tz­B­fG) an­zu­se­hen ist, wenn die Ver­ein­ba­rung ne­ben dem Hin­aus­schie­ben des End­ter­mins kei­ne wei­te­ren Ver­trags­än­de­run­gen ent­hält. Wer­den sol­che Än­de­run­gen ver­ein­bart, ist die "Ver­län­ge­rung" recht­lich als Ab­schluss ei­nes neu­en be­fris­te­ten Ar­beit­ver­trags an­zu­se­hen. Die­ser ist nur dann wirk­sam be­fris­tet, wenn es da­für ei­nen Sach­grund gibt: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 16.01.2008, 7 AZR 603/06.
Wenn Sie Fra­gen im Zu­sam­men­hang mit ei­ner in Ih­rem Ar­beits­ver­trag ent­hal­te­nen Be­fris­tung ha­ben oder wenn Sie auf­grund ei­ner sol­chen Be­fris­tung vor der Ent­schei­dung ste­hen, ei­ne Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge zu er­he­ben oder sich auf ei­ne au­ßer­ge­richt­li­che (Ab­fin­dungs-)Lö­sung ein­zu­las­sen, be­ra­ten wir Sie je­der­zeit ger­ne. Wir un­ter­stüt­zen Sie auch ger­ne bei der Ge­stal­tung ei­nes be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags.
Sämt­li­che be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trä­ge mit dem Ar­beit­ge­ber
Ge­halts­nach­wei­se für die letz­ten drei Mo­na­te
Be­stä­ti­gung der frist­ge­mä­ßen Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses (falls vor­han­den)
Un­ter­rich­tung über die Zweck­er­rei­chung (falls vor­han­den)