Source: https://www.anwalt.org/einbruch/
Timestamp: 2019-02-22 14:27:47
Document Index: 46354468

Matched Legal Cases: ['§ 242', '§ 244', '§ 243', '§ 123', '§ 243', '§ 244', '§ 243', '§ 243', '§ 243', '§ 244', '§ 244', '§ 242', '§ 242', '§ 243', '§ 243', '§ 244', '§ 244']

Einbruch: Strafmaß und Gesetzesregelung - Anwalt.org
Einbruch: Straftat im Sinne des StGB
Welche Strafe droht beim Einbruchdiebstahl gemäß StGB?
Wer einem anderen eine fremde bewegliche Sache wegnimmt und dabei die Absicht hat, sich diese entweder selbst oder aber einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, der begeht einen Diebstahl. So besagt es die Vorschrift des § 242 Strafgesetzbuch (StGB).
Ein Täter hat dabei in Deutschland mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit einer Geldstrafe zu rechnen. Im folgenden Ratgeber wollen wir uns einer speziellen Form des Diebstahls widmen, dem Einbruch. Was verbirgt sich hinter dem Begriff? Welche Strafe wird für einen Einbruch gemäß StGB verhängt? Wo finden sich gesetzliche Regelungen? Lesen Sie im Folgenden die Antworten auf diese und weitere Fragen zum Thema.
1 Begriff „Einbruch“: Was ist gemeint?
1.1 Besonders schwerer Fall des Diebstahls
1.2 Wohnungseinbruchdiebstahl nach § 244 StGB
2 Einbruch: Welches Strafmaß sieht das Gesetz vor?
2.1 Einbruchdiebstahl: Strafmaß des § 243 StGB
2.2 Strafe beim Wohnungseinbruchdiebstahl
3 Gibt es Tipps, wie Sie einen Einbruch verhindern können?
3.1 Statistiken zum Einbruch
3.2 Opfer von Einbruch: Was tun?
Begriff „Einbruch“: Was ist gemeint?
Welche Tathandlungen kennzeichnen einen Einbruch?
Unter dem Begriff „Einbruch“ ist das unerlaubte Eindringen in einen abgegrenzten Bereich zu verstehen, bei dem ein Hindernis oder eine Absicherung überwunden wird. Ein klassisches Beispiel ist hierbei der Einbruch in eine Wohnung oder in die Geschäftsräume einer anderen Person in dem Vorhaben, eine fremde Sache zu entwenden.
Dringt eine Person hingegen unbefugt in fremde Räumlichkeiten ein, ohne dabei die Zueignungsabsicht hinsichtlich fremder Sachen zu haben, kommt der Tatbestand des Hausfriedensbruchs im Sinne des § 123 StGB in Betracht.
Im StGB wird ein Einbruch indes begrifflich nicht als solcher bezeichnet. In Betracht kommen stattdessen die Tatbestände des besonders schweren Falles des Diebstahls (§ 243 Absatz 1 Nummer 1 StGB) sowie der des Wohnungseinbruchdiebstahls (§ 244 Absatz 1 Nummer 3 StGB), bei denen ein Einbruch verübt wird.
Beide Tatbestände des deutschen Strafrechts sollen im Folgenden näher betrachtet werden.
Einen Einbruch begeht eine Person im Sinne des § 243 Absatz 1 Nummer 1 StGB, wenn sie
Die Tathandlung des Einbrechens meint das gewaltsame Öffnen einer Umschließung mittels einer gewissen Krafteinwirkung. Das Betreten des umschlossenen Raumes ist dabei übrigens nicht zwingend vonnöten. Einen Einbruch begeht also jemand, der eine Tür gewaltsam aufbricht und sodann lediglich in den Raum hineingreift. Einsteigen hingegen meint das Hineingelangen in einen Raum durch eine zum ordnungsgemäßen Eintritt nicht bestimmte Öffnung. Ein Beispiel hierfür wäre das Hineinklettern in einen Raum durch ein Fenster statt durch eine Tür.
Beim “Eindringen mittels falschem Schlüssel” verschafft sich der Einbrecher Zutritt zu einem Raum mit einem solchen Schlüssel, der dem Berechtigten beispielsweise abhandengekommen ist.
Wo ist der Einbruch gesetzlich geregelt?
Es handelt sich beim Einbruchdiebstahl gemäß § 243 StGB um ein sogenanntes Regelbeispiel. Bei einem solchen zählt das Gesetz beispielhaft Fälle auf, in denen „in der Regel“ ein strafschärfender, besonders schwerer Fall vorliegt. Dieser beeinflusst die Strafzumessung.
Gemäß § 243 Absatz 2 StGB liegt ein Einbruch als besonders schwerer Fall des Diebstahls indes nicht vor, wenn es sich bei der in Rede stehenden Sache um eine solche geringen Wertes handelt. Wenn also beispielsweise jemand in einen Raum einbricht und dort eine Dose Cola für 1,50 Euro stiehlt, handelt es sich nicht um einen besonders schweren Fall.
Wohnungseinbruchdiebstahl nach § 244 StGB
Der Einbruch in der Variante des Wohnungseinbruchdiebstahls findet seine gesetzliche Grundlage in § 244 Absatz 1 Nummer 3 StGB. Danach wird bestraft, wer
[…] einen Diebstahl begeht, bei dem er zur Ausführung der Tat in eine Wohnung einbricht, einsteigt, mit einem falschen Schlüssel oder einem anderen nicht zur ordnungsmäßigen Öffnung bestimmten Werkzeug eindringt oder sich in der Wohnung verborgen hält.“
Bei dieser Norm handelt es sich indes um eine sogenannte Qualifikation zum Grundtatbestand des einfachen Diebstahls nach § 242 StGB, die diesen um weitere Tatbestandsmerkmale erweitert.
Einbruch: Welches Strafmaß sieht das Gesetz vor?
In diesem Abschnitt wollen wir der Frage auf den Grund gehen, welche Strafe das StGB für einen Einbruch vorsieht. Während der einfache Diebstahl gemäß § 242 StGB mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet wird, gilt es in Bezug auf Einbrüche zu differenzieren. Je nach im Einzelfall vorliegender Variante von einem Einbruch kann die Strafe unterschiedlich ausfallen.
Einbruchdiebstahl: Strafmaß des § 243 StGB
Wird ein Einbruch im Sinne des § 243 Absatz 1 Nummer 1 StGB begangen, so sieht der besonders schwere Fall des Diebstahls eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu zehn Jahren vor. Anders als beim einfachen Diebstahl gibt die Norm hier keine Geldstrafe mehr als Sanktion vor.
Einbruch und Diebstahl: Welche Strafe droht einem Täter?
Aufgrund der Strafe für einen Einbruchdiebstahl der zuvor benannten Art und Weise handelt es sich beim Diebstahl in einem besonders schweren Fall, ebenso wie beim einfachen Diebstahl, um ein sogenanntes Vergehen.
In Abgrenzung zu einem Verbrechen, bei dem das Strafmaß mindestens bei einer Freiheitsstrafe von einem Jahr liegt, sind hierbei auch geringere Strafen möglich.
Strafe beim Wohnungseinbruchdiebstahl
Wer einen Einbruch in die Wohnung eines anderen begeht, der muss gemäß § 244 StGB mit einem Strafrahmen rechnen, der eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vorsieht. Auch bei dem Qualifikationstatbestand kommt eine Geldstrafe nicht in Betracht.
Eine Besonderheit ergibt sich nach § 244 Absatz 4 StGB, sofern der Einbruch in eine Wohnung stattfindet, welche dauerhaft als Privatwohnung von einer anderen Person genutzt wird. In derartigen Fällen müssen Einbrecher sogar mit einer Freiheitsstrafe rechnen, welche von einem Jahr bis zu zehn Jahren reichen kann.
Gibt es Tipps, wie Sie einen Einbruch verhindern können?
Viele Menschen fragen sich, ob und wie es möglich ist, sich vor einem Einbruch zu schützen. Gänzlich ausgeschlossen werden kann das Risiko nie. Insbesondere in Großstädten ereignen sich häufig Einbrüche.
Schritt eins in puncto Einbruchsprävention ist jedoch in jedem Fall das Abschließen der Tür bei Verlassen der Wohnung. Wer diese nur zuzieht, macht es Einbrechern hingegen leicht. Die Kraft, die aufgewandt werden muss, um eine unverschlossene Tür zu öffnen, ist vergleichsweise gering.
Bewohner der Erdgeschosse sollten ferner die Fenster weder gänzlich geöffnet noch gekippt lassen, wenn sie das Haus verlassen. Ein Einbruch ist für Täter ansonsten ein leichtes Spiel. Zusätzlichen Schutz können außerdem die Anbringung weiterer Sicherheitsschlösser oder aber das Installieren einer Überwachungskamera gewähren. Insbesondere bei größeren Firmengebäuden wird zudem ein spezieller Wachdienst eingesetzt, der vor Einbrüchen schützen soll.
Statistiken zum Einbruch
Einbruch: Welche Aufklärungsquote liegt vor?
Der polizeilichen Kriminalstatistik zufolge gab es im Jahr 2016 ein erhöhtes Vorkommen an Einbrüchen in Wohnungen. Insgesamt wurden 167.136 Fälle verzeichnet, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 9,9 Prozent bedeutete. Zumeist wurde über leicht erreichbare Fenster eingebrochen. Dabei lag die Aufklärungsquote bei den erfassten Fällen lediglich bei 15,2 Prozent.
Opfer von Einbruch: Was tun?
Wenn in Ihre Wohnung oder Geschäftsräume eingebrochen wurde, sollten Sie nicht lange fackeln und bei der Polizei Anzeige erstatten. Nur so besteht die Chance, dass die Tat überhaupt aufgeklärt werden kann und der bzw. die Einbrecher ihre gerechte Strafe bekommen.
Viele Personen leiden, zumeist nach Wohnungseinbrüchen, psychisch massiv. Das Gefühl, dass sich ein fremder Zutritt zum privaten Lebensbereich verschafft hat, ist meist ein beklemmendes, welches die Opfer nur schwer wieder loslassen können.
In extremen Fällen können Betroffene nach einem Einbruch in die Wohnung regelrecht traumatisiert sein. Dann sollte professionelle psychische Betreuung aufgesucht werden.