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Timestamp: 2017-05-22 15:38:47
Document Index: 111467866

Matched Legal Cases: ['EuG', 'BGH', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 14', 'BGH', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', '§ 14', '§ 9', 'BGH', 'BGH']

Schutzunfähige Markenbestandteile | Wirtschaft.Recht.Aktuell
Schutzunfähige Markenbestandteile Publiziert 8. Januar 2016 Der Grundsatz, dass allein wegen der Übereinstimmung in einem schutzunfähigen Bestandteil keine zur Verwechslungsgefahr führende Zeichenähnlichkeit angenommen werden kann, ist nicht ohne weiteres und einschränkungslos auf die Fallkonstellation übertragbar, dass der potentiell kollisionsbegründende schutzunfähige Bestandteil nicht in der Klage- oder Widerspruchsmarke, sondern in der angegriffenen Marke enthalten ist.
InhaltsübersichtVerwechslungsgefahrOriginäre KennzeichnungskraftÄhnlichkeit einander gegenüberstehender ZeichenPrägende WortbestandteileÄhnlichkeit von BuchstabenfolgenDas könnte Sie auch interessieren:
Vorliegend bestätigt der Bundesgerichtshof, dass der Wortbestandteil der angegriffenen Marke „DEUTSCHE SPORTMANAGEMENT-AKADEMIE“ die Dienstleistungen der Klassen 38 und 41 beschreibt und deshalb schutzunfähig ist, weil er auf Dienstleistungen einer deutschen akademischen Einrichtung mit Bildungsangeboten der Fachrichtung Sportmanagement hinweist. Das Bundespatentgericht ist weiter zutreffend davon ausgegangen, dass die in der angegriffenen Marke enthaltene Abkürzung „DSA“ ebenfalls beschreibend ist, weil sie sich für das angesprochene Publikum erkennbar in den Anfangsbuchstaben der beschreibenden Wortfolge „DEUTSCHE SPORT-MANAGEMENTAKADEMIE“ erschöpft10. Nicht zu beanstanden ist die Beurteilung des Bundespatentgerichts, dass die in der angegriffenen Marke enthaltene Wortfolge und die Buchstabenfolge bezogen auf die Waren und Dienstleistungen der Klassen 16 und 35 keinen beschreibenden Gehalt aufweisen.
Der Bundesgerichtshof verneint desweiteren eine Prägung der angegriffenen Marke, weil der Verkehr die Marke bei mündlicher Wiedergabe auf die Buchstabenfolge verkürze, unterliegt dies allerdings rechtlichen Bedenken. Der sachliche Bezug zwischen Buchstabenfolge und Wortbestandteilen, der darin liegt, dass die Buchstabenfolge „DSA“ die Abkürzung der Wortbestandteile „DEUTSCHE SPORTMANAGEMENTAKADEMIE“ darstellt, spricht gegen eine verkürzende Wahrnehmung des Verkehrs. Angesichts der leichten Erfassbarkeit dieser Wortfolge ist nicht davon auszugehen, dass der Verkehr aufgrund von Schwierigkeiten bei der Einprägung der Wortbestandteile dazu neigt, die Wortfolge in einer die Merkbarkeit und Aussprechbarkeit erleichternden Weise zu verkürzen. Ebensowenig bestehen Anhaltspunkte dafür, der Verkehr werde die angegriffene Marke auf die Buchstabenfolge verkürzen, weil ihm die Abkürzung allgemein geläufig ist11.
Allerdings bejaht der Bundesgerichtshof eine Prägung der angegriffenen Marke „DSA Deutsche Sportakademie“ durch die Buchstabenfolge „DSA“, weil sie der Verkehr aufgrund der graphischen Hervorhebung durch Größe und Schriftgestaltung innerhalb des Gesamtzeichens als das dominierende Element wahrnimmt.
In der Entscheidung „Fläminger“ hat der Bundesgerichtshof die Verwendung einer schutzunfähigen Angabe im angegriffenen Zeichen als prägend und daher kollisionsbegründend anerkannt, weil die geographische Angabe „Fläminger“ von rechtlich beachtlichen Teilen der angesprochenen Verkehrskreise als Warenkennzeichnung und nicht lediglich als beschreibend aufgefasst wurde15. Darüber hinaus ist es aber auch gerechtfertigt, die prägende und damit kollisionsbegründende Wirkung eines schutzunfähigen Bestandteils einer angegriffenen Wort-Bild-Marke anzunehmen, wenn dieser Bestandteil zwar vom Verkehr als beschreibend erkannt, aufgrund der besonderen graphischen Gestaltung jedoch als das dominierende Element wahrgenommen wird und weitere schutzfähige Bestandteile in dem angegriffenen Zeichen nicht vorhanden sind16.
Die Wort-Bild-Marke „DSA – Deutsche Sportakademie“ wird durch die Buchstabenfolge „DSA“ geprägt. Das angesprochene Publikum erkennt auch in diesem Fall, dass die Buchstabenfolge „DSA“ aus den Anfangsbuchstaben der Wortfolge „DEUTSCHE SPORTMANAGEMENTAKADEMIE“ abgeleitet ist. Im Hinblick auf die optische Hervorhebung des Akronyms wird es in „DSA“ auch in diesem Fall den prägenden Bestandteil des zusammengesetzten Zeichens sehen.
Die sich gegenüberstehenden Zeichen „DSA“ und „BSA“ sind im Klang überdurchschnittlich ähnlich, weil sie über im Klangbild eher schwächere und überdies nicht leicht unterscheidbare Anlaute verfügen.
Bundesgerichtshof, Beschluss vom 9. Juli 2015 – I ZB 16/14Das könnte Sie auch interessieren:[↑]Markenverletzung durch FirmierungDas Unternehmenskennzeichen des LizenznehmersBiermarken – und die WarenähnlichkeitKopierpapier oder Printmedien?Die fehlende Unterscheidungskraft bei Waren- und…st. Rspr.; vgl. nur EuGH, Urteil vom 24.06.2010 C51/09, Slg. 2010, I5805 = GRUR 2010, 933 Rn. 32 f. Barbara Becker; BGH, Urteil vom 22.01.2014 – I ZR 71/12, GRUR 2014, 382 Rn. 14 = WRP 2014, 452 REAL-Chips; Beschluss vom 03.07.2014 – I ZB 77/13, GRUR 2015, 176 Rn. 9 = WRP 2015, 193 ZOOM/ZOOM, jeweils mwN↩vgl. EuGH, Urteil vom 21.01.2010 C398/08, Slg. 2010, I535 = GRUR 2010, 228 Rn. 33 Audi/HABM [Vorsprung durch Technik]; BGH, GRUR 2014, 382 Rn. 18 REAL-Chips; BGH, Beschluss vom 02.04.2015 – I ZB 2/14, GRUR 2015, 1127 Rn. 10 = WRP 2015, 1358 ISET/ISETsolar↩vgl. BGH, Beschluss vom 08.06.2000 – I ZB 12/98, GRUR 2000, 1031, 1032 = WRP 2000, 1155 Carl Link; Beschluss vom 01.06.2011 – I ZB 52/09, GRUR 2012, 64 Rn. 12 = WRP 2012, 83 Maalox/Melox-GRY↩vgl. BGH, Urteil vom 20.01.2011 – I ZR 10/09, GRUR 2011, 831 Rn. 18 = WRP 2011, 1174 BCC; Urteil vom 02.02.2012 – I ZR 50/11, GRUR 2012, 930 Rn. 27 = WRP 2012, 1234 Bogner B/Barbie B jeweils mwN↩vgl. BGH, Urteil vom 08.11.2001 – I ZR 139/99, GRUR 2002, 626, 628 = WRP 2002, 705 IMS; Beschluss vom 08.05.2002 – I ZB 4/00, GRUR 2002, 1067, 1068 f. = WRP 2002, 1152 DKV/OKV; Büscher in Büscher/Dittmer/Schiwy, Gewerblicher Rechtsschutz Urheberrecht Medienrecht, 3. Aufl., § 14 MarkenG Rn. 258↩vgl. BGH, GRUR 2002, 1067, 1068 DKV/OKV↩EuGH, Urteil vom 12.06.2007 C334/05, Slg. 2007, I4529 = GRUR 2007, 700 Rn. 35 Limoncello/LIMONCHELO; BGH, Urteil vom 03.04.2008 – I ZR 49/05, GRUR 2008, 1002 Rn. 23 = WRP 2008, 1434 Schuhpark; BGH, GRUR 2014, 382 Rn. 14 und 25 REAL-Chips↩vgl. BGH, Urteil vom 26.10.2006 – I ZR 37/04, BGHZ 169, 295 Rn. 24 Goldhase I; Urteil vom 25.10.2007 – I ZR 18/05, GRUR 2008, 505 Rn. 32 = WRP 2008, 797 TU- C-Salzcracker↩BGH, Urteil vom 22.03.2012 – I ZR 55/10, GRUR 2012, 635 Rn. 23 = WRP 2012, 712 METRO/ROLLER’s Metro mwN↩vgl. EuGH, Urteil vom 15.03.2012 C90/11 und C91/11, GRUR 2012, 616 – Strigl & Securvita/Öko-Invest [Multi Markets Fund MMF; NAI – Der Natur-Aktien-Index]↩vgl. BGH, GRUR 2002, 626, 628 IMS; BGH, Beschluss vom 13.12 2007 – I ZB 39/05, GRUR 2008, 719 Rn. 37 = WRP 2008, 1098 idw Informationsdienst Wissenschaft↩vgl. BGH, Beschluss vom 25.10.1995 – I ZB 33/93, BGHZ 131, 122 Innovadiclophlont; Versäumnisurteil vom 06.12 2001 – I ZR 136/99, GRUR 2002, 814 = WRP 2002, 987 Festspielhaus I↩vgl. Hacker in Ströbele/Hacker, Markengesetz, 11. Aufl., § 9 Rn. 181, 383; Büscher in Büscher/Dittmer/Schiwy aaO § 14 MarkenG Rn. 440↩vgl. Hacker, Festschrift Bornkamm [2014], S. 575, 584; ders. in Ströbele/Hacker aaO § 9 Rn. 344↩BGH, Beschluss vom 28.05.1998 – I ZB 33/95, BGHZ 139, 59, 65 f. Fläminger↩vgl. BPatG, Beschluss vom 29.10.2008 25 W (pat) 78/05 30 f.↩
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