Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BAGE%20114,%20272
Timestamp: 2019-12-14 20:33:15
Document Index: 295845028

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 87', '§ 559', '§ 6', '§ 6', '§ 87', '§ 6', '§ 6', 'Art. 3', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 6']

BAG, 26.04.2005 - 1 ABR 1/04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,1222
BAG, 26.04.2005 - 1 ABR 1/04 (https://dejure.org/2005,1222)
BAG, Entscheidung vom 26.04.2005 - 1 ABR 1/04 (https://dejure.org/2005,1222)
BAG, Entscheidung vom 26. April 2005 - 1 ABR 1/04 (https://dejure.org/2005,1222)
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ArbZG § 6 Abs. 5 BetrVG § 87 Abs. 1 Nr. 7 ZPO § 559
EArbZG, BetrVG, ZPO
Aufhebung und Zurückweisung der Verhandlungssache bei fehlenden Sachverhaltsfeststellungen in einem Beschluss des Landesarbeitsgerichts - Ausnahme von der Aufhebung und Zurückweisung bei zuverlässiger Feststellbarkeit des Streitstoffs - Mitbestimmung des Betriebsrats bei ...
Wirksamkeit des Beschlusses einer Einigungsstelle über den Ausgleich von Nachtarbeit
Kurznachricht zu "Anmerkung zur Entscheidung des BAG vom 26.04.2005, Az.: 1 ABR 1/04 (Mitbestimmung des Betriebsrats bei Nachtarbeit)" von AiB-Redaktion, original erschienen in: AiB 2006, 581 - 582.
Kurznachricht zu "Gemeinsame Anmerkung zu den Urteilen des BAG vom 26.04.2005, Az.: 1 ABR 1/04 und vom 31.08.2005, Az.: 5 AZR 545/04 (Mitbestimmung bei Ausgleich für Nachtarbeit)" von Jürgen Ulber, original erschienen in: AuR 2006, 125.
ArbG Heilbronn, 22.11.2002 - 6 BV 7/02
LAG Baden-Württemberg, 22.07.2003 - 8 TaBV 2/03
BAGE 114, 272
MDR 2005, 1117
NZA 2005, 884
DB 2005, 2030
Da eine tarifliche Ausgleichsregelung für geleistete Nachtarbeit iSd. § 6 Abs. 5 ArbZG für das zwischen den Parteien bestehende Arbeitsverhältnis nicht bestand (zur vorrangigen Ausgestaltung durch die Tarifvertragsparteien BAG 18. Mai 2011 - 10 AZR 369/10 - Rn. 18; 26. April 2005 - 1 ABR 1/04 - zu B II 2 a bb (1) (a) (aa) der Gründe, BAGE 114, 272) , war die Beklagte nach § 6 Abs. 5 ArbZG verpflichtet, "eine angemessene Zahl bezahlter freier Tage oder einen angemessenen Zuschlag auf das" dem Kläger zustehende Bruttoarbeitsentgelt zu gewähren.
Zwar kommt auch eine in einem angehobenen Grundentgelt enthaltene pauschale Abgeltung der gesetzlich gebotenen Zuschläge in Betracht, dieses jedoch nur ausnahmsweise dann, wenn die Tätigkeiten des Arbeitnehmers ausschließlich und dauerhaft Nachtarbeit erfordern (BAGE 114, 272 = AP Nr. 118 zu § 87 BetrVG 1972 Arbeitszeit;… Buschmann/Ulber, ArbZG, 7. Aufl 2011, § 6 RdNr 30) .
a) § 6 Abs. 5 ArbZG überlässt die Ausgestaltung des Ausgleichs für Nachtarbeit wegen der größeren Sachnähe den Tarifvertragsparteien und schafft nur subsidiär einen gesetzlichen Anspruch (BAG 26. April 2005 - 1 ABR 1/04 - zu B II 2 a bb (1) (a) (aa) der Gründe, BAGE 114, 272; 26. August 1997 - 1 ABR 16/97 - zu B II 1 a der Gründe, BAGE 86, 249) .
Den allgemeinen tariflichen Arbeitsbedingungen kann eine stillschweigende Ausgleichsregelung aber nur entnommen werden, wenn entweder der Tarifvertrag selbst entsprechende Hinweise enthält oder sich dafür aus der Tarifgeschichte oder aus Besonderheiten des Geltungsbereichs Anhaltspunkte ergeben (BAG 26. April 2005 - 1 ABR 1/04 - zu B II 2 a bb (1) (a) (aa) der Gründe, aaO; 26. August 1997 - 1 ABR 16/97 - zu B II 1 b aa der Gründe, aaO) .
Eine Regelung, die unabhängig von der tatsächlichen Heranziehung zur Nachtarbeit für alle Arbeitnehmer im Fahrdienst als pauschalen Ausgleich für Nachtarbeit dieselbe Grundvergütung vorsähe, sähe sich nach Art. 3 Abs. 1 GG auch verfassungsrechtlichen Bedenken ausgesetzt (vgl. BAG 26. April 2005 - 1 ABR 1/04 - zu B II 2 a bb (1) (a) (bb) der Gründe, BAGE 114, 272; 26. August 1997 - 1 ABR 16/97 - zu B II 1 b aa der Gründe, BAGE 86, 249) .
Um den gesetzlichen Ausgleichsanspruch aus § 6 Abs. 5 ArbZG zu ersetzen, muss eine tarifliche Regelung aber eine Kompensation für die mit der Nachtarbeit verbundenen Belastungen vorsehen (BAG 26. April 2005 - 1 ABR 1/04 - zu B II 2 a bb (1) (a) (aa) der Gründe, BAGE 114, 272) .
a) § 6 Abs. 5 ArbZG ist zwingendes Gesetzesrecht und steht nur unter dem Vorbehalt einer tarifvertraglichen Ausgleichsregelung; der Nachtarbeitnehmer erhält entweder auf tarifvertraglicher oder auf Grundlage von § 6 Abs. 5 ArbZG einen Ausgleich für geleistete Nachtarbeit (BAG 26. April 2005 - 1 ABR 1/04 - zu B II 2 a bb (2) (b) der Gründe, BAGE 114, 272) .
Wegen größerer Sachnähe ist die Ausgestaltung des Ausgleichs für Nachtarbeit den Tarifvertragsparteien überlassen und es besteht nur subsidiär ein gesetzlicher Anspruch (BAG 26. April 2005 - 1 ABR 1/04 - zu B II 2 a bb (1) (a) (aa) der Gründe, aaO; 26. August 1997 - 1 ABR 16/97 - zu B II 1 a der Gründe, BAGE 86, 249) .
Der tarifliche Ausgleich muss nicht ausdrücklich, sondern kann auch stillschweigend geregelt sein; allgemeinen tariflichen Arbeitsbedingungen kann eine stillschweigende Ausgleichsregelung aber nur entnommen werden, wenn entweder der Tarifvertrag selbst entsprechende Hinweise enthält oder sich dafür aus der Tarifgeschichte oder aus Besonderheiten des Geltungsbereichs Anhaltspunkte ergeben (BAG 26. April 2005 - 1 ABR 1/04 - zu B II 2 a bb (1) (a) (aa) der Gründe, BAGE 114, 272; 26. August 1997 - 1 ABR 16/97 - zu B II 1 b aa der Gründe, BAGE 86, 249) .
Wird der gesetzliche Anspruch des Nachtarbeitnehmers aus § 6 Abs. 5 ArbZG auf einen Ausgleich für Nachtarbeit dagegen (partiell) ausgeschlossen, ohne dass tariflich selbst ein Ausgleich für geleistete Nachtarbeit bestimmt wird, so verstößt dies gegen § 6 Abs. 5 ArbZG (BAG 26. April 2005 - 1 ABR 1/04 - zu B II 2 a bb (2) (b) der Gründe, BAGE 114, 272; 18. Mai 2011 - 10 AZR 369/10 - Rn. 23, AP ArbZG § 6 Nr. 11 = EzA ArbZG § 6 Nr. 9) .
In Fällen ständiger oder nahezu ausschließlicher Nachtarbeit - etwa bei Nachtwächtern - mag die Annahme gerechtfertigt sein, ein Nachtzuschlag sei bereits bei der Höhe der tariflichen Grundvergütung berücksichtigt (vgl. BAG 26. April 2005 - 1 ABR 1/04 - zu B II a bb (1) (a) (bb) der Gründe, BAGE 114, 272; 18. Mai 2011 - 10 AZR 369/10 - Rn. 22, AP ArbZG § 6 Nr. 11 = EzA ArbZG § 6 Nr. 9 ) .
Im Zweifel gebührt derjenigen Tarifauslegung der Vorzug, die zu einer sachgerechten, zweckorientierten und praktisch brauchbaren Regelung führt (vgl. etwa 26. April 2005 - 1 ABR 1/04 - BAGE 114, 272; 24. November 1999 - 4 AZR 479/98 -BAGE 93, 26).
In diesem Fall reduziert sich aber die gesetzlich eröffnete Wahlmöglichkeit des Arbeitgebers auf die Gewährung von Freizeitausgleich (BAG 26. April 2005 - 1 ABR 1/04 - BAGE 114, 272).
BAG, 13.05.2014 - 1 ABR 51/11
LAG Baden-Württemberg, 11.01.2019 - 9 Sa 57/18
LAG Baden-Württemberg, 11.01.2019 - 9 Sa 60/18
LAG Baden-Württemberg, 11.01.2019 - 9 Sa 58/18
LAG Baden-Württemberg, 11.01.2019 - 9 Sa 61/18
LAG Baden-Württemberg, 11.01.2019 - 9 Sa 59/18
LAG Niedersachsen, 14.07.2009 - 1 TaBV 32/09
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