Source: https://www.etl-rechtsanwaelte.de/aktuelles/untersuchungs-und-ruegeobliegenheit-trotz-nichtvorliegen-der-voraussetzungen-von-paragraf-377-hgb
Timestamp: 2019-08-25 23:15:37
Document Index: 342981081

Matched Legal Cases: ['§ 377', '§ 377', 'BGH', 'BGH', '§ 377', '§ 377', '§ 377', '§ 242']

Untersuchungs- und Rügeobliegenheit trotz Nichtvorliegen der Voraussetzungen von § 377 HGB (BGB, Handels- und Gesellschaftsrecht, HGB, Kaufrecht, Kaufvertrag, Treu und Glauben)
Untersuchungs- und Rügeobliegenheit trotz Nichtvorliegen der Voraussetzungen von § 377 HGB
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden (BGH, Beschl. v. 02.07.2019  VIII ZR 74/18 [Leitsatz zu 2.)]:
Auch ein Käufer, den die Untersuchungs- und Rügeobliegenheit nach § 377 HGB nicht trifft, kann bei Vorliegen besonderer Umstände gleichwohl eine alsbaldige Untersuchung der Ware und Anzeige etwaiger Mängel vorzunehmen haben ().
Die Nichtanwendbarkeit des § 377 HGB schließt es jedoch grundsätzlich nicht aus, dass im Einzelfall auch bei der Vertragsbeteiligung eines Nichtkaufmanns, insbesondere wenn es sich bei diesem - wie hier - nicht um den Käufer, sondern um den Verkäufer handelt, besondere Umstände vorliegen können, die es angezeigt erscheinen lassen, zu Rechtsfolgen zu gelangen, die denen des § 377 HGB entsprechen oder ähneln. Dies kann etwa über Vereinbarungen, Handelsbräuche und sonstige Verkehrssitten eintreten, darüber hinaus ausnahmsweise aber auch von Treu und Glauben (§ 242 BGB) gefordert sein, wenn besondere Umstände wie etwa die Besonderheiten der Ware oder ein besonderer Zuschnitt des Geschäfts eine rasche Mängelbehandlung gebieten und die Gegenseite begründeten Anlass hat, auf eine alsbaldige Anzeigeetwaiger Mängel vertrauen zu können ().
(Veröffentlichungsdatum: 16.08.2019)
Quelle: www.etl-rechtsanwaelte.de/aktuelles, Datum: 26.08.2019