Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F11-01-2011-1C_218-2010
Timestamp: 2016-10-27 15:03:40
Document Index: 44720526

Matched Legal Cases: ['Art. 206', 'Art. 34', 'Art. 82', 'Art. 83', 'Art. 86', 'Art. 90', 'Art. 89', 'Art. 86', 'BGE', 'Art. 95', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 206', 'Art. 36', 'Art. 4', 'Art. 206', 'Art. 36', 'Art. 36', 'Art. 206', 'Art. 206', 'Art. 36', 'Art. 36', 'Art. 36', 'Art. 206', 'Art. 36', 'Art. 206', 'Art. 36', 'Art. 36', 'Art. 36', 'BGE', 'Art. 36', 'Art. 36', 'Art. 206', 'Art. 206', 'Art. 36', 'Art. 36', 'Art. 36', 'Art. 36', 'Art. 206', 'Art. 36', 'Art. 36', 'Art. 162', 'Art. 106', 'Art. 206', 'Art. 36', 'Art. 206', 'Art. 206', 'Art. 206', 'BGE', 'Art. 206', 'Art. 106', 'Art. 206', 'Art. 66', 'Art. 68', 'Art. 68']

1C_218/2010 (11.01.2011)
1C_218/2010
X.________, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Franz Hess,
Ehepaar Y.________, Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Andr� Britschgi,
Gemeinderat Beckenried, Emmetterstrasse 3,
Postfach 69, 6375 Beckenried, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Beat Zelger,
Regierungsrat des Kantons Nidwalden, Staatskanzlei, Rechtsdienst, Dorfplatz 2, 6371 Stans.
Beschwerde gegen das Urteil vom 21. Dezember 2009 des Verwaltungsgerichts des Kantons Nidwalden, Verwaltungsabteilung.
Die Parzelle Nr. 1'281, Grundbuch Beckenried, an der Seestrasse aa/bb in Beckenried, steht im Miteigentum von Herr Y.________ (4/10), der Eheleute Y.________ (3/10; Miteigentum zu je 1/2) sowie von X.________ (3/10).
Am 18. Januar 2008 reichten die Eheleute Y.________ beim Gemeinderat Beckenried ein Baugesuch f�r den Umbau und die Sanierung ihres Wohnhauses auf der Parzelle Nr. 1'281, Grundbuch Beckenried, an der Seestrasse aa in Beckenried ein. W�hrend des Auflageverfahrens erhob X.________ Einsprache beim Gemeinderat Beckenried. Der Gemeinderat Beckenried erteilte die anbegehrte Baubewilligung am 9. Juni 2008 unter Bedingungen und Auflagen.
Gegen diesen Beschluss erhob X.________ Verwaltungsbeschwerde beim Regierungsrat des Kantons Nidwalden. Mit Regierungsratsbeschluss vom 3. M�rz 2009 wurde die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten war. Der Regierungsrat erwog unter anderem, der Gemeinderat Beckenried sei zu Recht auf das Baugesuch eingetreten und das Baugesuch sei rechtsgen�glich unterzeichnet worden. Es liege zwar eine �bernutzung des Baugrundst�cks vor, der Um- bzw. Neubau bewirke hingegen keine weitere Erh�hung der Ausn�tzungsziffer im Sinne des Gesetzes. Die bauliche Massnahme sei deshalb durch die Besitzstandsgarantie gem�ss Art. 206 des Gesetzes des Kantons Nidwalden �ber die Raumplanung und das �ffentliche Baurecht vom 24. April 1988 (Baugesetz, BauG/NW; 611.1) gesch�tzt.
X.________ gelangte daraufhin an das Verwaltungsgericht des Kantons Nidwalden, Verwaltungsabteilung, welches die Beschwerde mit Urteil vom 21. Dezember 2009 abwies, soweit darauf einzutreten war.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 26. April 2010 beantragt X.________ die Aufhebung des angefochtenen Urteils des Verwaltungsgerichts. Die Baubewilligung f�r den Umbau und die Sanierung des bestehenden Wohnhauses auf Grundst�ck Nr. 1'281, Grundbuch Beckenried, sei aufzuheben. Eventuell sei die Sache im Sinne der Erw�gungen des Bundesgerichts zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Gleichzeitig ersucht die Beschwerdef�hrerin um Gew�hrung der aufschiebenden Wirkung.
Die Eheleute Y.________ sowie der Gemeinderat Beckenried beantragen die Abweisung der Beschwerde. Der Regierungsrat und das Verwaltungsgericht des Kantons Nidwalden verzichten auf eine Stellungnahme.
Die Beschwerdef�hrerin hat zu den Vernehmlassungen Stellung genommen. Sie h�lt sinngem�ss an ihren Antr�gen fest.
Mit Pr�sidialverf�gung vom 20. Mai 2010 hat das Bundesgericht das Gesuch der Beschwerdef�hrerin um aufschiebende Wirkung gutgeheissen.
1.1 Dem angefochtenen Entscheid liegt ein Beschwerdeverfahren �ber eine baurechtliche Bewilligung zugrunde. Nach Art. 34 Abs. 1 RPG (SR 700) gelten f�r die Rechtsmittel an die Bundesbeh�rden die allgemeinen Bestimmungen �ber die Bundesrechtspflege. Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 lit. a BGG steht auf dem Gebiet des Raumplanungs- und Baurechts zur Verf�gung. Das Bundesgerichtsgesetz enth�lt keinen Ausschlussgrund (Art. 83 BGG). Angefochten ist ein Entscheid einer letzten kantonalen Instanz, welcher das Verfahren abschliesst (Art. 86 Abs. 1 lit. d, Art. 90 BGG). Die Beschwerdef�hrerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist als Miteigent�merin der Parzelle Nr. 1'281, Grundbuch Beckenried, und als Nachbarin durch den angefochtenen Entscheid besonders ber�hrt und hat ein schutzw�rdiges Interesse an dessen Aufhebung oder �nderung (Art. 89 Abs. 1 BGG). Sie ist daher ohne Weiteres zur Beschwerde legitimiert.
1.2 Soweit die Beschwerdef�hrerin auch die Aufhebung der Baubewilligung f�r den Umbau und die Sanierung des bestehenden Wohnhauses auf Grundst�ck Nr. 1'281, Grundbuch Beckenried, beantragt, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten (Art. 86 Abs. 1 lit. d BGG). Dieser Entscheid ist durch das Urteil des Verwaltungsgerichts ersetzt worden (sog. Devolutiveffekt) und gilt als inhaltlich mitangefochten (BGE 134 II 142 E. 1.4 S. 144).
1.3 Der angefochtene Entscheid st�tzt sich in der Sache auf kantonales Planungs- und Baurecht. Dessen Verletzung stellt keinen Beschwerdegrund nach Art. 95 BGG dar. Das Verwaltungsgerichtsurteil kann daher nur darauf �berpr�ft werden, ob es auf willk�rlicher Gesetzesanwendung beruht oder sonst wie gegen Verfassungsrecht verst�sst (vgl. BGE 133 II 249 E. 1.2.1 S. 251 f.). Diesbez�glich gilt eine qualifizierte R�gepflicht. Das Bundesgericht pr�ft solche R�gen nur insofern, als sie in der Beschwerde pr�zise vorgebracht und begr�ndet worden sind (Art. 106 Abs. 2 BGG). Wird eine Verletzung des Willk�rverbotes geltend gemacht, muss anhand der angefochtenen Subsumtion im Einzelnen dargelegt werden, inwiefern der Entscheid an einem qualifizierten und offensichtlichen Mangel leidet (BGE 135 III 127 E. 1.6 S. 130; 134 II 244 E. 2.1 und 2.2 S. 245 f.; je mit Hinweisen).
2.1 Die Beschwerdef�hrerin wirft dem Verwaltungsgericht Willk�r vor: Die Rechtsauffassung der Vorinstanz, wonach die �nderung der Ausn�tzungsziffer an dritter Stelle geringf�gig und vernachl�ssigbar sei, weshalb von keiner Erh�hung der Ausnutzungsziffer im Sinne des Gesetzes auszugehen sei, das geplante Bauvorhaben daher gest�tzt auf Art. 206 BauG/NW bewilligt werden k�nne und Art. 36 BauG/NW keine Anwendung finde, sei widerspr�chlich und klar rechtswidrig.
2.2 Das Verwaltungsgericht h�lt fest, dass zum gegenw�rtigen Zeitpunkt eine anrechenbare Bruttogeschossfl�che der bestehenden Baute von 454.65 m2 bei einer Grundst�cksfl�che von 184 m2 und einer zul�ssigen Ausn�tzung von 0.55 bestehe, was eine tats�chliche Ausn�tzung von 2.471 und damit eine �berschreitung von 1.921 bedeute. Umstritten sei, ob das vorgesehene Bauprojekt die bereits bestehende Ausn�tzungs�berschreitung in unzul�ssigem Mass �berschreite. Es bestehe zun�chst keine Veranlassung, die Fl�chen der Wohnungsabschlusst�ren (2 T�ren 2.35 m x 0.35 m = 0.82 m2) von der anrechenbaren Bruttogeschossfl�che in Abzug zu bringen. Aus den vorinstanzlichen Akten gehe hervor, dass die Baugesuchsteller selber eine neue Bruttogeschossfl�che von 455.47 m2 ermittelt h�tten; auf diesen Wert sei abzustellen. Ausgehend von einer neuen Bruttogeschossfl�che von 455.47 m2 bei einer Grundst�cksfl�che von 184 m2 und einer zul�ssigen Ausn�tzungsziffer von 0.55 ergebe sich eine tats�chliche neue Ausn�tzungsziffer von 2.475 (0.55/101.2 x 455.7) und damit eine �berschreitung der Ausn�tzung von 1.925. Das geplante Bauprojekt erh�he demnach die Ausn�tzungs�berschreitung um 0.004 (bestehende �berschreitung 1.921), was 0.82 m2 entspreche.
Ausn�tzungsberechnungen w�rden im Baubewilligungsverfahren aufgrund der in diesem Planungsstadium vorhandenen Grundrisspl�ne 1:100 vorgenommen. Derartigen Berechnungen wohne bereits systembedingt ein gewisser Unsicherheitsfaktor inne, indem n�mlich die f�r die exakte Fl�chenberechnung notwendige Vermassung aller relevanten Bauteile sowie die definitive Materialisierung wie auch allf�llige Detaill�sungen vom Architekten regelm�ssig erst im Rahmen der Ausf�hrungsphase erbracht w�rden (vgl. SIA-Norm 102 Art. 4.3.2 und 4.4.2). Hinzu komme, dass bei der Bauausf�hrung selber �bliche Bautoleranzen g�lten, welche etwa dem Baumeister erlaubten, in den Fertigmassen bei einer Messdistanz von 20 m bis zu 2 cm von den Planmassen abzuweichen (vgl. SIA-Norm V 414/10, Masstoleranzen im Hochbau, Tabelle 30), welche Ungenauigkeit sich durch die zugunsten weiterer Unternehmer bestehenden Toleranzen noch erh�he. Aus diesen Umst�nden ergebe sich, dass minuzi�se Korrekturen der Fl�chenberechnungen aufgrund der Baubewilligungspl�ne keinen Sinn machen w�rden, jedenfalls soweit die festgestellten Abweichungen weniger als 1 % betr�gen. Dies k�nne zwar bei gr�sseren �berbauungen in absoluten Zahlen durchaus gewichtige Fl�chendifferenzen ausmachen, sei jedoch im Interesse der Rechtsgleichheit als zwangsl�ufige Folge der Addition vermehrter Kleinstmassabweichungen hinzunehmen. Nach wie vor zu korrigieren seien demgegen�ber aber Unzul�nglichkeiten, die keine Folge von Massungenauigkeiten seien, sondern davon, dass ganze R�ume oder Raumteile entgegen den Vorschriften nicht in die Berechnung miteinbezogen worden seien.
Im vorliegenden Fall betrage die Differenz zwischen der bestehenden Ausn�tzungsziffer in H�he von 2.471 und der neuen Ausn�tzungsziffer in H�he von 2.475 gerade einmal 0.004 oder 0.82 m2. Die Differenz betrage demzufolge gerundet 0.2 % der bisherigen und unter Bestandesgarantie stehenden Ausn�tzung. Nachdem Ausn�tzungsziffern �blicherweise mit maximal zwei Stellen nach dem Komma angegeben w�rden, verstehe es sich von selbst, dass eine geringf�gige �nderung der Ausn�tzungsziffer in der dritten Stelle nach dem Komma als geringf�gig und vernachl�ssigbar zu bezeichnen sei, liege die Erh�hung der Ausn�tzungsziffer hier mit 0.2 % doch auch deutlich unter dem Messtoleranz-Grenzwert von 1 %. Wenn sich der Regierungsrat daher im vorliegenden Fall auf den Standpunkt gestellt habe, die Zunahme der Ausn�tzungsziffer durch das geplante Bauprojekt von 0.004 sei nicht als Erh�hung der Ausn�tzungsziffer im Sinne des Gesetzes an-zusehen, so sei diese Auffassung nicht zu beanstanden. Darin k�nne jedenfalls weder eine Ermessens�berschreitung noch eine sonstige Rechtsverletzung gesehen werden. Mit dem Regierungsrat sei demzufolge auch darin einig zu gehen, dass die Erh�hung der Ausn�tzungsziffer um 0.004 mit der Besitzstandsgarantie im Einklang stehe und das Bauprojekt als zeitgem�sse Erneuerung des Geb�udes im Sinne von Art. 206 BauG/NW zu gelten habe. Art. 36 BauG/NW komme somit entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin nicht zur Anwendung.
2.3 Die Beschwerdef�hrerin h�lt diesen Ausf�hrungen zun�chst entgegen, Art. 36 Abs. 2 BauG/NW regle bez�glich baupolizeiwidriger Bauten speziell den Tatbestand der Ausn�tzungs�berschreitung f�r Bauten, welche vor dem 30. Juni 1990 errichtet worden seien. Es handle sich somit im Verh�ltnis zu Art. 206 BauG/NW um eine bestandesrechtliche lex specialis. Art. 206 BauG/NW regle allgemein den Fall der Bestandesgarantie f�r Bauten. Art. 36 Abs. 2 BauG/NW hingegen betreffe den speziellen Tatbestand der Bestandesgarantie f�r Bauten, die bereits am 30. Juni 1990 die Ausn�tzung �berschritten h�tten. Aus dem Wortlaut und dem Sinn und Zweck dieser Gesetzesbestimmung ergebe sich somit klar, dass Bauten, welche in Bezug auf die Ausn�tzung gesetzeswidrig seien, grunds�tzlich keine Volumenvergr�sserung erfahren d�rften. Art. 36 Abs. 2 BauG/NW lasse f�r solche Bauten nur ausnahmsweise geringe Volumenvergr�sserungen in einem geringf�gig, abschliessend umschriebenen, explizit definierten Rahmen zu (Lukarnen, Gauben und dergleichen). Weiter gehende Erweiterungen seien klar rechtswidrig und k�nnten aufgrund der in Art. 36 Abs. 2 BauG/NW abschliessend umschriebenen Erweiterungsm�glichkeiten auch nicht gest�tzt auf Art. 206 BauG/NW bewilligt werden, ansonsten Art. 36 Abs. 2 BauG/NW jederzeit �ber Art. 206 BauG/NW ausser Kraft gesetzt werden k�nnte. Die beim vorliegenden, am 30. Juni 1990 ausn�tzungsrechtlich gesetzeswidrigen Bauprojekt geplanten Volumenvergr�sserungen w�rden die von Art. 36 Abs. 2 BauG/NW abschliessend definierten Grenzen sprengen. Sowohl die Treppenhauserweiterung als auch die Anhebung des bestehenden Daches um einen Meter stellten in Bezug auf den klaren Wortlaut als auch den Sinn und Zweck von Art. 36 Abs. 2 BauG/NW unzul�ssige Volumenvergr�sserungen dar. Das angefochtene Urteil erweise sich somit als klar rechtswidrig und damit willk�rlich. Entgegen der Rechtsauffassung der Vorinstanz sei es v�llig unerheblich, ob mit dem geplanten Projekt effektiv eine Ausn�tzungs�berschreitung erfolge oder nicht. Unbestritten sei n�mlich, dass das fragliche Geb�ude bereits am 30. Juni 1990 die Ausn�tzungsziffer in massivster Weise �berschritten habe. Damit sei der speziell bestandesrechtliche Tatbestand von Art. 36 Abs. 2 BauG/NW erf�llt.
2.4 Nach der st�ndigen Praxis des Bundesgerichts liegt Willk�r in der Rechtsanwendung vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft. Das Bundesgericht hebt einen Entscheid jedoch nur auf, wenn nicht bloss die Begr�ndung, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist. Dass eine andere L�sung ebenfalls als vertretbar oder gar zutreffender erscheint, gen�gt nicht (BGE 135 V 2 E. 1.3 S. 4 f. mit Hinweisen).
2.5 Gem�ss Art. 36 Abs. 2 BauG/NW ist der Ausbau des am 30. Juni 1990 bestehenden umbauten Raumes zul�ssig, auch wenn dadurch die festgelegte Ausn�tzungsziffer �berschritten wird. Die �brigen Bauvorschriften sind einzuhalten und f�r die Mieter m�ssen gen�gend Nebenr�ume (Abstellr�ume, Keller, usw.) bestehen bleiben. Das �ussere Volumen der Bauten darf nur durch Lukarnen, Gauben und dergleichen eine Vergr�sserung erfahren (Art. 36 Abs. 2 BauG/NW). Demgegen�ber sieht Art. 206 BauG/NW vor, dass die innerhalb der Bauzonen bestehenden Bauten- und Anlagen, die den baupolizeilichen Bestimmungen widersprechen, erhalten und zeitgem�ss erneuert werden d�rfen. Neubau�hnliche Umbauten und Erweiterungen k�nnen ausnahmsweise gestattet werden, wenn keine wesentlichen �ffentlichen und privaten Interessen entgegenstehen.
2.6 F�r das Verwaltungsgericht erlaubt die in Art. 206 BauG/NW verankerte Bestandesgarantie den geplanten Umbau. Es erwog, dass Art. 36 Abs. 2 BauG/NW im vorliegenden Fall nicht anwendbar sei, weil die geplante Erh�hung der Ausn�tzungsziffer um 0.004 nicht als Erh�hung der Ausn�tzungsziffer im Sinne des Gesetzes anzusehen sei, weshalb Art. 36 Abs. 2 BauG/NW gar nicht zur Anwendung gelange.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin halten die Ausf�hrungen des Verwaltungsgerichts vor dem Willk�rverbot stand. Die Beschwerdef�hrerin geht mit ihrer Behauptung fehl, dass Art. 36 Abs. 2 BauG/NW den speziellen Tatbestand der Bestandesgarantie von Bauten regle, die bereits am 30. Juni 1990 die Ausn�tzung �berschritten h�tten. Vielmehr ist aufgrund des klaren Wortlauts dieser Norm davon auszugehen, dass sie Bauten betrifft, die vor dem 30. Juni 1990 die Ausn�tzungsziffer nicht �berschritten haben und bei denen es erst nachtr�glich durch einen Ausbau zu einer �berschreitung kommt ("auch wenn dadurch die festgelegte Ausn�tzungsziffer �berschritten wird"). Insofern st�sst die Argumentation der Beschwerdef�hrerin, Art. 36 Abs. 2 BauG/NW sei im Verh�ltnis zu Art. 206 BauG/NW eine lex specialis ins Leere, weil Art. 36 Abs. 2 BauG/NW nicht bereits �bernutzte Bauten betrifft. Wird hingegen die Ausn�tzungsziffer bereits durch den Altbau selber �berschritten, gelangen Art. 36 Abs. 2 BauG/NW und die darin vorgesehene Volumenbegrenzung gar nicht erst zur Anwendung.
2.7 Entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin ist es auch nicht willk�rlich, wenn das Verwaltungsgericht den Ausbau des Dachgeschosses trotz bestehender �bernutzung der fraglichen Liegenschaft als zul�ssig erachtet hat, zumal unbestritten ist, dass der geplante Ausbau des Dachgeschosses keinen Einfluss auf die Ausn�tzungsziffer hat, da das Dachgeschoss kein Vollgeschoss im Sinne von Art. 162 BauG/NW bildet und demnach an die Ausn�tzung nicht anrechenbar ist (Christoph Fritzsche/Peter B�sch, Z�rcher Bau- und Planungsrecht, 3. Auflage, Z�rich 2003, N. 17.2.32).
Soweit die Beschwerdef�hrerin geltend macht, die Argumentation der Vorinstanz sei widerspr�chlich, indem sie einerseits darauf hinweise, dass eine Ausn�tzungserh�hung um 0.004 erfolge, anderseits sich auf den Standpunkt stelle, eine Erh�hung der Ausn�tzungziffer drei Stellen nach dem Komma stelle keine Erh�hung der Ausn�tzungsziffer im Sinne des Gesetzes dar, gen�gt die Willk�rr�ge den Erfordernissen von Art. 106 Abs. 2 BGG nicht; darauf ist nicht einzutreten (vgl. E. 1.3 hiervor)
3.1 Schliesslich r�gt die Beschwerdef�hrerin in ihrer Replik, mit der Anhebung des Daches um einen Meter sowie dem Anbau eines Treppenhauses liege nicht eine zeitgem�sse Erneuerung des Geb�udes im Sinne von Art. 206 BauG/NW vor, sondern eine Erweiterung. Die zeitgem�sse Erneuerung beinhalte n�mlich nur das Recht auf Anpassung an moderne Komfortanspr�che, wie die Verbesserung der sanit�ren Einrichtungen und der Isolation, nicht aber ein Erweiterungsrecht. Selbst wenn Art. 36 BauG/NW keine Anwendung finden sollte, w�rde sich das angefochtene Urteil als rechtswidrig und willk�rlich erweisen. Einerseits liege keine zeitgem�sse Erneuerung im Sinne von Art. 206 BauG/NW vor, sondern eine Erweiterung des Bauvolumens. Andererseits habe es das Verwaltungsgericht unterlassen zu pr�fen, ob wesentliche �ffentliche oder private Interessen der beantragten Erweiterung des Bauvolumens entgegenstehen w�rden.
3.2 Das Verwaltungsgericht hat sich im angefochtenen Entscheid der Auffassung des Regierungsrates angeschlossen, wonach es sich bei den geplanten Arbeiten um eine zeitgem�sse Erneuerung im Sinne von Art. 206 BauG/NW handle. Der Regierungsrat hat erwogen, dass die Erweiterung des Treppenhauses als zeitgem�sse Erneuerung zu taxieren sei, schliesslich gelte es, feuerpolizeiliche Vorschriften einzuhalten. Der Hinweis sei zudem angebracht, dass auch die kantonale Denkmalpflege den Umbau in der nun vorgesehenen Form unterst�tze. Auch der Umbau des Dachgeschosses sei als zeitgem�sse Erneuerung im Sinne von Art. 206 BauG/NW zu betrachten; insbesondere habe der Umbau des Dachgeschosses keinerlei Auswirkungen auf die bereits bestehende �berschreitung der Ausn�tzungsziffer. Der Umbau des Dachgeschosses m�sse streng genommen die Besitzstandsgarantie nicht beanspruchen.
3.3 Unter zeitgem�sser Erneuerung sind bauliche Vorkehren zu verstehen, welche Bauten und Anlagen Instand halten, Instand stellen oder an die Erfordernisse der Zeit angleichen (vgl. Balthasar Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, S. 216). Dabei ist nicht ausgeschlossen, dass durch solche Massnahmen gleichzeitig in unbedeutender Weise das Volumen der Baute vergr�ssert oder ihr Erscheinungsbild ver�ndert wird (vgl. BGE 113 la 124; Konrad Willi, Die Besitzstandsgarantie f�r vorschriftswidrige Bauten und Anlagen innerhalb der Bauzonen, Diss. Z�rich 2003, S. 44).
Wenn die Vorinstanz die Erweiterung des Treppenhauses als zeitgem�sse Erneuerung nach Art. 206 BauG/NW qualifiziert hat, erscheint dies entgegen der Meinung der Beschwerdef�hrerin als haltbar, zumal die moderate Erweiterung einzig auf eine Anpassung an strengere Brandschutzvorschriften zur�ckzuf�hren ist, mithin also der Beseitigung von erheblichen polizeilichen Missst�nden, namentlich der Gefahr f�r die Gesundheit oder f�r Leib und Leben dient und auf einer objektiven Notwendigkeit beruht (vgl. Willi, a.a.O., S. 47 f.; Fritzsche/B�sch, a.a.O., N. 17.3). Ebenso wenig ist verfassungsrechtlich zu beanstanden, dass das Verwaltungsgericht den Dachausbau auch als zeitgem�sse Erneuerung eingestuft hat, da dies der besseren Nutzung des bisher nur mit zwei Mansardenzimmern versehenen Dachgeschosses dient, ohne dass der Umfang oder die Erscheinung des Dachstockes ge�ndert w�rde oder der geplante Ausbau des Dachgeschosses einen Einfluss auf die Ausn�tzungsziffer h�tte. Soweit die Beschwerdef�hrerin das Gegenteil behauptet, ist die Willk�rr�ge nicht rechtsgen�glich begr�ndet (Art. 106 Abs. 2 BGG); darauf ist nicht einzutreten (vgl. E. 1.3 hiervor). Da die Vorinstanz den Umbau als zeitgem�sse Erneuerung beurteilte, war sie auch nicht gehalten, zu pr�fen, ob dem Vorhaben wesentliche �ffentliche oder private Interessen im Sinne von Art. 206 Satz 2 BauG/NW entgegenstehen w�rden.
3.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Willk�rr�gen der Beschwerdef�hrerin gesamthaft als unbegr�ndet erweisen, soweit darauf �berhaupt eingetreten werden kann.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdef�hrerin kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG), und sie hat den privaten Beschwerdegegnern eine angemessene Parteientsch�digung zu bezahlen (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG). Der Gemeinderat Beckenried obsiegt in seinem amtlichen Wirkungskreis, weshalb ihm keine Parteientsch�digung zuzusprechen ist (Art. 68 Abs. 3 BGG).
Die Beschwerdef�hrerin hat den privaten Beschwerdegegnern f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Parteientsch�digung von Fr. 3'000.-- zu bezahlen.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Gemeinderat Beckenried, dem Regierungsrat und dem Verwaltungsgericht des Kantons Nidwalden, Verwaltungsabteilung, schriftlich mitgeteilt.