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Timestamp: 2016-10-26 03:59:18
Document Index: 179195942

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

U 168/03 (09.12.2003)
U 168/03
D.________, 1977, Beschwerdef�hrerin, vertreten
durch Helsana Versicherungen AG, Schadenrecht, Birmensdorferstrasse 94, 8003 Z�rich,
Die 1977 geborene D.________ war seit 1995 als B�roangestellte bei der Firma X.________ AG t�tig und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unf�llen und Berufskrankheiten versichert. Am 7. April 1996 erlitt sie einen Unfall, indem sie beim Ausreiten vom Pferd st�rzte. Dabei zog sie sich nach Feststellung des erstbehandelnden Arztes Dr. med. K.________ eine "Kontusion und Distorsion cervikothorokal beidseits" zu. Nachdem die Versicherte bis zum 21. April 1996 vollst�ndig und anschliessend zu 50 % arbeitsunf�hig gewesen war, nahm sie am 13. Mai 1996 die Arbeit wieder vollumf�nglich auf. Wegen persistierenden Beschwerden unterzog sie sich in der Folge zahlreichen therapeutischen Massnahmen, die jedoch nicht zu einer vollst�ndigen Beschwerdefreiheit f�hrten. Seit Anfang 2000 arbeitet D.________ infolge ihrer gesundheitlichen Beschwerden lediglich noch in einem 50 %-Pensum.
Die SUVA liess bei der Medizinischen Abkl�rungsstelle der Kliniken Y.________ (MEDAS) eine interdisziplin�re Begutachtung durchf�hren und stellte sodann mit Verf�gung vom 3. September 2001 weitere Leistungen wegen fehlendem nat�rlichem Kausalzusammenhang zwischen den noch geltend gemachten Beschwerden und dem Unfall ab 1. Oktober 2001 ein. Dies best�tigte sie mit Einspracheentscheid vom 26. Februar 2002.
Dagegen liess D.________ Beschwerde erheben mit dem Rechtsbegehren um Erbringung der versicherten Leistungen. Eventualiter beantragte sie, zur Frage der Unfallkausalit�t sei ein interdisziplin�res Gutachten zu Lasten der Beschwerdegegnerin unter Mitwirkung der Parteien durchzuf�hren.
Mit Entscheid vom 15. Januar 2003 wies das Kantonsgericht Basel-Landschaft die Beschwerde ab.
D.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und die vorinstanzlich gestellten Rechtsbegehren erneuern.
Die Vorinstanz hat die massgebende Bestimmung und die Grunds�tze �ber die Gew�hrung von Versicherungsleistungen bei Unf�llen (Art. 6 Abs. 1 UVG), zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod) (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen) sowie �ber das Erfordernis des ad�quaten Kausalzusammenhangs (BGE 125 V 461 f. Erw. 5a, 123 V 103 Erw. 3d, 139 Erw. 3c, 122 V 416 Erw. 2a, 121 V 49 Erw. 3a; RKUV 1997 Nr. U 272 S. 172 Erw. 3a), namentlich bei psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 138 ff. Erw. 6f.; vgl. auch BGE 120 V 355 f. Erw. 5b/aa), wenn die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas geh�renden Beeintr�chtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zur vorliegenden, ausgepr�gten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten (BGE 123 V 99 Erw. 2a mit Hinweisen; RKUV 2002 Nr. U 465 S. 438 Erw. 3a), zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen. Richtig ist schliesslich, dass das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 nach den von der Rechtsprechung entwickelten intertemporalrechtlichen Regeln (BGE 127 V 467 Erw. 1, 121 V 366 Erw. 1b) in materiellrechtlicher Hinsicht auf den vorliegenden Sachverhalt nicht anwendbar ist.
Streitig und zu pr�fen ist, ob die noch vorhandenen, gesundheitlichen Beeintr�chtigungen der Beschwerdef�hrerin auf den am 7. April 1996 erlittenen Unfall zur�ckzuf�hren sind, oder ob die Aufhebung des Anspruchs auf Leistungen ab 1. Oktober 2001 zu Recht erfolgte.
2.1 Zur Beantwortung der Frage, ob zwischen den geltend gemachten Beschwerden und dem genannten Unfallereignis ein nat�rlicher Kausalzusammenhang bestehe, hat sich das kantonale Gericht in einl�sslicher und sorgf�ltiger W�rdigung auf die im Administrativverfahren eingeholten medizinischen Unterlagen gest�tzt. Im Ergebnis hat es jedoch nicht auf das von der SUVA in Auftrag gegebene MEDAS-Gutachten vom 26. April 2001 abgestellt. Denn daraus ergab sich, dass die mit der Abkl�rung beauftragten �rzte aus somatischer Sicht keine Befunde mehr nachweisen konnten und dass mit einer mittelschweren depressiven Episode sowie einer anhaltenden somatoformen Schmerzst�rung psychische Gesundheitsbeeintr�chtigungen im Vordergrund standen; trotzdem waren die Gutachter zum Schluss gelangt, es bestehe ein nat�rlicher Kausalzusammenhang zwischen dem erlittenen Unfall und den noch vorhandenen gesundheitlichen Beeintr�chtigungen. Die Vorinstanz stellte haupts�chlich fest, erhebliche Unklarheiten und Widerspr�che best�nden vor allem im Zusammenhang mit der Beschreibung des Unfallereignisses und des urspr�nglichen Beschwerdebildes, da mit zunehmender Verfahrensdauer auch das Unfallereignis immer dramatischer geschildert worden war. So wurde im April 1996 lediglich die Diagnose einer Kontusion und Distorsion cervikothorakal beidseits, im Juli 1997 jedoch jene eines Status nach HWS-Schleudertrauma gestellt. Im Mai 1999 wurde sodann erw�hnt, die Versicherte habe sich damals beim Sturz vom Pferd mehrmals �berschlagen und im Januar 2000 war von einer Bewusstlosigkeit von ca. 30 Sekunden die Rede. Im MEDAS-Gutachten wurde schliesslich eine urspr�ngliche Commotio cerebri attestiert, wobei eine HWS-Distorsion als wahrscheinlich erschien.
Das kantonale Gericht kam daher zum Schluss, gest�tzt auf die zahlreichen �rztlichen Stellungnahmen habe die SUVA zu Recht entschieden, dass zwischen dem Unfall und den somatischen Beschwerden kein nat�rlicher Kausalzusammenhang bestehe.
2.2 Auf Grund der �rztlichen Berichte hat die Vorinstanz erwogen, die Voraussetzung des nat�rlichen Kausalzusammenhangs sei in Bezug auf die psychischen Unfallfolgen nicht schl�ssig erstellt. Von weiteren Abkl�rungen hat sie abgesehen, da sie den ad�quaten Kausalzusammenhang verneint hat. Nachdem sie den Unfall als mittelschwer qualifiziert hatte, erkannte sie, dass die rechtsprechungsgem�ss in die Pr�fung miteinzubeziehenden Kriterien (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa) weder in geh�ufter Weise erf�llt seien, noch eines der Kriterien in besonders ausgepr�gter Form gegeben sei.
Demgegen�ber beanstandet die Beschwerdef�hrerin die Einsch�tzungen des SUVA-Arztes Dr. med. S.________ und f�hrt aus, dieser habe ohne n�here Begr�ndung vom MEDAS-Gutachten abgesehen, obschon die Anstalt es initiiert hatte. Sie macht geltend, von der Mehrheit der behandelnden �rzte sei �bereinstimmend eine HWS-Distorsion, also ein Schleudertrauma diagnostiziert bzw. von einem Status nach Schleudertrauma ausgegangen worden, wobei die von der Vorinstanz erw�hnten Unklarheiten und Widerspr�che nicht die Diagnosestellung beschlagen w�rden. Belastungsabh�ngige Kopf- und Nackenschmerzen, Schmerzen in der Schultergegend und Konzentrationsst�rungen sowie eine mittelschwere depressive Episode seien in den verschiedenen Arztberichten attestiert worden. Das diagnostizierte Schleudertrauma sei durchaus geeignet, psychische Fehlentwicklungen auszul�sen, wenn sich wie vorliegend eine Chronifizierung der Beschwerden eingestellt habe. Die unfallbezogenen objektiven Kriterien w�rden in geh�ufter, teilweise gar in ausgepr�gter Weise vorliegen, sodass die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs zu bejahen sei.
4.1 Entgegen den Ausf�hrungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist es nicht �berwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdef�hrerin beim Unfall vom 7. April 1996 ein Schleudertrauma erlitten hat. Das f�r ein Schleudertrauma typische Beschwerdebild (BGE 119 V 338 Erw. 1) setzt eine H�ufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Ged�chtnisst�rungen, �belkeit, rasche Erm�dbarkeit, Visusst�rungen, Reizbarkeit, Affektlabilit�t, Depression oder Wesensver�nderungen voraus. Diese Symptome werden in den massgeblichen medizinischen Akten unmittelbar nach dem Unfall, aber auch in einem Bericht von Dr. med. E.________ vom 8. Juli 1997, nicht umschrieben. Demnach hat das kantonale Gericht die Beurteilung der Ad�quanz der Kausalit�t zu Recht nach den in BGE 115 V 133 ff. genannten Kriterien (Kausalit�tsbeurteilung f�r psychische Fehlentwicklung) gepr�ft.
4.2 Ebenfalls zutreffend hat die Vorinstanz festgestellt, dass beim erlittenen Reitunfall von einem mittelschweren Unfall auszugehen ist. Zu pr�fen ist somit die Frage, ob die massgebenden unfallbezogenen Kriterien in geh�ufter oder auffallender Weise erf�llt sind.
Eine besondere Dramatik oder besondere Begleitumst�nde liegen im vorliegenden Fall nicht vor. Die Beschwerdef�hrerin konnte kurze Zeit nach dem Sturz ihr Pferd wieder besteigen und nach Hause reiten. Es liegen auch keine besonders schweren Verletzungen vor, nachdem die Verunfallte einzig Schmerzmittel zu sich nahm und Physiotherapie angeordnet wurde. Zudem ist festzustellen, dass die �rztliche Behandlung nicht ungew�hnlich lange dauerte und immer wieder unterbrochen wurde. Insbesondere waren keine l�ngeren station�ren Aufenthalte zu verzeichnen. Als einziges Kriterium ist dasjenige der k�rperlichen Dauerschmerzen teilweise als erf�llt zu betrachten. Ferner liegt keine �rztliche Fehlbehandlung vor und es ergaben sich weder ein schwieriger Heilungsverlauf noch Komplikationen. Schliesslich sind Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunf�higkeit nicht gegeben. Die Beschwerdef�hrerin hat kurz nach dem Unfall ihre Arbeit wieder zu 100 % aufgenommen und sie w�hrend mehr als zwei Jahren voll ausge�bt. Demzufolge ist die mittlerweile reduzierte Arbeitsf�higkeit auf psychische Gr�nde zur�ckzuf�hren und daher nicht massgebend.
4.3 Zusammenfassend ist der ad�quate Kausalzusammenhang mit der Vorinstanz zu verneinen, wobei die Einwendungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu keinem anderen Ergebnis zu f�hren verm�gen. Das kantonale Gericht hat zu Recht festgehalten, auf Grund der in jeder Hinsicht vollst�ndigen und �berzeugenden dokumentierten medizinischen Akten sei klar erwiesen, dass die Versicherte die gesetzlich erforderlichen Leistungsvoraussetzungen nicht mehr erf�lle und unter den gegebenen Umst�nden auch von einem zus�tzlichen interdisziplin�ren Gutachten kein entscheidwesentlicher Aufschluss zu erwarten sei, weshalb davon abgesehen werden k�nne. Der Einspracheentscheid der SUVA und der kantonale Entscheid erweisen sich nach dem Gesagten als rechtens.