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Timestamp: 2016-10-20 21:39:15
Document Index: 363457779

Matched Legal Cases: ['Art. 122', 'Art. 231', 'in dubio', 'Art. 97', 'Art. 95', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 6', 'Art. 10', 'in dubio', 'Art. 10', 'in dubio', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 122', 'Art. 325', 'Art. 6', 'Art. 122', 'Art. 122', 'Art. 123', 'Art. 122', 'Art. 125', 'Art. 122', 'BGE', 'BGE', 'Art. 122', 'Art. 122', 'BGE', 'Art. 122', 'Art. 125', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 122', 'Art. 122', 'Art. 122', 'Art. 231', 'BGE', 'Art. 122', 'Art. 122', 'BGE', 'BGE', 'Art. 122', 'BGE', 'Art. 122', 'BGE', 'Art. 122', 'Art. 325', 'Art. 333', 'Art. 47', 'BGE', 'Art. 47', 'BGE', 'BGE', 'Art. 122', 'Art. 122', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 68', 'BGE', 'Art. 66', 'BGE', 'BGE', 'Art. 64', 'Art. 64']

6B_768/2014 (24.03.2015)
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Urteil vom 24. M�rz 2015
Schwere K�rperverletzung, Verbreiten menschlicher Krankheiten; Willk�r,
X.________ wird in der Hauptsache vorgeworfen, er habe in der Zeit von ca. Mai 2001 bis Mai 2005 sechzehn Personen vors�tzlich mit dem HI-Virus infiziert. Dabei soll er sich von einer oder mehreren HIV-infizierten Personen unter dem Vorwand, er k�nne sie heilen, regelm�ssig Blutproben oder Proben von anderem biologischem Material verschafft haben, in denen HI-Viren enthalten waren, so insbesondere von seinem Musiksch�ler A.________. Nach der Darstellung von X.________ jenem gegen�ber h�tten die Blutproben der �berpr�fung des Therapieerfolges gedient, wobei die Auswertung des Blutes durch einen geheimen Schamanenkreis erfolgt sein soll. Eine schulmedizinische Behandlung habe A.________ auf Anraten von X.________ abgelehnt. Auf diese Weise habe sich dieser ein eigenes HIV-Reservoir erschlossen. Das kontaminierte Blut oder andere biologische Material habe X.________ in der Folge immer wieder auf- und vorbereitet, um es sp�ter mittels Nadeln oder nadel�hnlichen Gegenst�nden in den K�rper seiner Opfer einbringen und diese mit dem HI-Virus infizieren zu k�nnen. Die Infizierung sei teils im Rahmen einer von ihm zur geistigen Erweiterung ("�ffnung des inneren bzw. dritten Auges") oder zur Linderung k�rperlicher oder psychischer Beschwerden durchgef�hrten "Akupunkturbehandlung" als Stich in den R�cken oder in den Nackenbereich, teils als �berraschender Stich in den R�cken oder dadurch erfolgt, dass den Opfern, welche nach der Konsumation eines Getr�nkes ungewollt das Bewusstsein verloren, das verseuchte Material w�hrend ihrer Ohnmacht in ihren K�rper eingebracht wurde. Die meisten dieser 16 Personen erkrankten innert eines Zeitraumes von rund einer bis mehreren Wochen nach dem Ereignis und zeigten diverse Symptome, die vereinbar mit einer HIV-Primoinfektion waren. Alle 16 Personen wurden nach diesen Ereignissen fr�her oder sp�ter positiv auf HIV getestet; 14 von ihnen zus�tzlich auf Hepatitis C.
Das Regionalgericht Bern-Mittelland erkl�rte X.________ mit Urteil vom 22. M�rz 2013 der mehrfachen schweren K�rperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB und des mehrfachen Verbreitens menschlicher Krankheiten im Sinne von Art. 231 Ziff. 1 Satz 1 StGB in 16 F�llen schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren und 9 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen Haft. Ferner verurteilte es ihn zur Zahlung einer Genugtuung an die Gesch�digten im Umfang von je Fr. 100'000.--, bzw. in einem Fall in der H�he von Fr. 90'000.--. Die Schadenersatzklagen der Gesch�digten hiess es dem Grundsatz nach gut und verwies sie zur Festsetzung der H�he des Schadenersatzes auf den Zivilweg. Das Verfahren wegen T�tlichkeiten sowie wegen mehrfacher Drohung und versuchter N�tigung, eventl. Drohung stellte es ein. Schliesslich entschied es �ber die Einziehung der beschlagnahmten Gegenst�nde.
Auf Berufung des Beurteilten und Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft best�tigte das Obergericht des Kantons Bern am 11. April 2014 das erstinstanzliche Urteil im Schuld- und Zivilpunkt und verurteilte X.________ zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren.
X.________ f�hrt Beschwerde in Strafsachen. Er beantragt, das angefochtene Urteil sei aufzuheben und er sei von den Vorw�rfen der schweren K�rperverletzung und des Verbreitens einer menschlichen Krankheit zum Nachteil von B.________ und von C.________ freizusprechen. Eventualiter sei er in Bezug auf diese beiden Personen der einfachen K�rperverletzung und des Verbreitens einer menschlichen Krankheit schuldig zu sprechen und zu einer Freiheitsstrafe in gerichtlich zu bestimmender H�he zu verurteilen. Ferner sei er der mehrfachen einfachen K�rperverletzung und des mehrfachen Verbreitens einer menschlichen Krankheit zum Nachteil der �brigen 14 Gesch�digten schuldig zu sprechen und zu einer Freiheitsstrafe in gerichtlich zu bestimmender H�he zu verurteilen. Subeventualiter sei die Sache zur Durchf�hrung einer neuen Hauptverhandlung und zur F�llung eines neuen Urteils an die erste, eventuell an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Ferner beantragt er, die Zivilforderungen seien nur dem Grundsatz nach zu beurteilen und im �brigen auf den Zivilweg, eventuell an die erste Instanz bzw. die Vorinstanz zu verweisen. Schliesslich ersucht er um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege.
1.1.�Der Beschwerdef�hrer r�gt zun�chst eine offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts in Bezug auf die Anklage der schweren K�rperverletzung und des Verbreitens einer menschlichen Krankheit zum Nachteil von B.________ und C.________. Er macht geltend, die beiden Gesch�digten h�tten angegeben, sie seien von ihm lediglich ein einziges Mal, kurz und unerwartet in den R�cken bzw. in die linke Schulter gestochen worden. Nach Auffassung des Gutachters sei f�r eine Infektion mit dem HI-Virus die �bertragung einer gr�sseren Menge Blut, wahrscheinlich durch eine Injektion, erforderlich gewesen. Ein Stich mit einer einfachen Nadel mit blossen Blutanhaftungen h�tte f�r eine Infektion nicht ausgereicht und die Verwendung einer Hohlnadel sei angesichts des von den Gesch�digten geschilderten Stichereignisses unrealistisch. Aufgrund dieser gutachterlichen �usserungen k�nne die Infektion der beiden Gesch�digten daher nicht im Rahmen dieses Ereignisses erfolgt sein. Mangels eines gen�gend nachgewiesenen und plausiblen Stichereignisses verletze der Schuldspruch in diesen Anklagepunkten den Grundsatz "in dubio pro reo". Soweit die Vorinstanz in ihrer Eventualbegr�ndung annehme, auch eine �bertragung mit einem �blich grossen Inokulum, mithin ohne Injektion, h�tte f�r die Ansteckung ausgereicht, weiche sie ohne triftige Gr�nde vom phylogenetischen Gutachten ab. Schliesslich lasse sich aus dem Umstand, dass bei den Gesch�digten keine Risikokontakte vorl�gen und die M�glichkeit einer artifiziellen Ansteckung durch eine Drittperson ausscheide, nicht darauf schliessen, dass es keine andere Erkl�rung f�r die Ansteckung g�be als seine T�terschaft. Aus dem phylogenetischen Gutachten allein k�nne jedenfalls nicht auf seine T�terschaft geschlossen werden. Dies gelte umso mehr, als die Staatsanwaltschaft mit Verf�gung vom 19. M�rz 2012 das Verfahren wegen mehrfacher schwerer K�rperverletzung und wegen Verbreitens menschlicher Krankheiten zum Nachteil von weiteren vier Personen eingestellt habe, obwohl ihre Viren mit denen der �brigen 16 Infizierten phylogenetisch eng verwandt seien (Beschwerde S. 7 ff.).
1.2.1.�Die Vorinstanz stellt gest�tzt auf die phylogenetischen Gutachten (Virenstammgutachten) des Instituts f�r Medizinische Virologie, Nationales Zentrum f�r Retroviren, vom 28. Juni 2007, 17. April 2009 und 28. Januar 2011 und die schriftlichen Erg�nzungen des Sachverst�ndigen fest, bei s�mtlichen Gesch�digten des vorliegenden Verfahrens h�tten sich genetisch eng und engst verwandte Viren gefunden. Die untersuchten Personen seien mit einer in der Schweiz einzigartigen, eng verwandten Gruppe von HIV-Sequenzen infiziert. Die Viren h�tten denselben monophyletischen Ursprung, d.h. denselben Virusvorfahren; sie k�men gewissermassen aus dem "gleichen Topf", wobei das infekti�se Material dieses "Reservoirs" von mehreren Index-Personen stammen k�nne. Bei einzelnen von ihnen seien jeweils gar identische Virensequenzen gefunden worden. Die hohe pers�nliche Virendivergenz bei einigen Gesch�digten und die Vielfalt der aufgefundenen Signaturen im variablen Segment der Virussequenzen spr�chen f�r eine Infektion mit einer un�blich grossen Menge an �bertragenem infekti�sem Material (Inokulum). Die naturwissenschaftlichen Befunde spr�chen f�r eine artifizielle Ansteckung (angefochtenes Urteil S. 58 ff., 61 ff., 228 ff.). Dass die Infektionen auf nat�rliche Weise, namentlich durch ungesch�tzten Geschlechtsverkehr oder gemeinsamen intraven�sen Drogenkonsum, oder durch eine Drittperson bzw. die Opfer selbst erfolgt sei, falle ausser Betracht. Gest�tzt auf diesen Befund gelangt die Vorinstanz zum Schluss, die artifizielle Ansteckung der Gesch�digten sei auf den Beschwerdef�hrer zur�ckzuf�hren. Dieser habe den Gesch�digten jeweils eine so grosse Menge Blut oder anderes Material injiziert, dass eine unfallm�ssige Ansteckung ausgeschlossen werden k�nne (angefochtenes Urteil S. 26 ff., 107 ff., 229 f., 232 f.).
1.2.2.�In Bezug auf die Gesch�digten B.________ und C.________ nimmt die Vorinstanz an, bei diesen sei es zu einem v�llig unerwarteten Stich ausserhalb einer "Behandlungssituation" gekommen. B.________ habe berichtet, sie sei am 19. Oktober 2003 zu Hause bei ihrer Schwester, als sie mit dem R�cken zum Beschwerdef�hrer gestanden habe, pl�tzlich und unversehens gestochen worden. Sie sei erschrocken und sofort aus dem Zimmer zu ihrer Schwester gerannt. Der Stich habe ihr wehgetan. Ihre Schwester habe sich die Stelle am R�cken angesehen und den Einstich erkannt (angefochtenes Urteil S. 150 ff.). C.________ sei nach ihrer Darstellung vom Beschwerdef�hrer im Zeitraum von ca. 1. Januar 2003 bis 31. Dezember 2004 w�hrend des Musikunterrichts beim Notenschreiben �berraschend mit einem unbekannten Gegenstand in die linke Schulter gestochen worden. Auch sie habe ausgesagt, der Stich habe ihr wehgetan. Es habe sich angef�hlt, wie wenn sie mit einem stark angespitzten Bleistift gepikst worden w�re (angefochtenes Urteil S. 187 ff.). Beide F�lle betr�fen mithin kurze Stichereignisse. Aufgrund der geschilderten Schmerzen und des von der Gesch�digten C.________ gezogenen Vergleichs mit einem spitzen Bleistift m�ssten diese allerdings eher heftiger Art gewesen sein, so dass die Nadeln durchaus relativ tief in das Gewebe eingedrungen sein k�nnten. Sodann lasse sich aus den geschilderten Umst�nden nicht zwingend schliessen, dass der Beschwerdef�hrer keine Hohlnadel oder Spritze mit zylindrischem Hohlraum verwendet habe. Schliesslich bedeute ein "�bergrosses" Inokulum nach den Ausf�hrungen des Gutachters nur, dass dieses gr�sser als bei einer nat�rlichen �bertragung sei. Es habe mithin nicht eine riesige Menge an infekti�sem Material eingespritzt werden m�ssen. Im �brigen werde auch bei nat�rlicher �bertragung, also bei �blich grossem Inokulum, in 25% der F�lle mehr als ein Virus �bertragen, womit das Vorkommen beider Signaturen (GT1 und GT2) bei den beiden Gesch�digten auch mit einem �blich grossen Inokulum erkl�rt werden k�nnte. Schliesslich sei das Ansteckungsrisiko selbst bei akzidentiellen �bertragungen durch Nadelstiche jedenfalls gleich hoch wie bei ungesch�tzten Sexualkontakten oder gemeinsamem Spritzengebrauch. Schieden solche Risikokontakte - wie vorliegend - aus und entfalle auch die M�glichkeit der artifiziellen Ansteckung durch eine Drittperson, verbleibe keine andere Erkl�rung als die T�terschaft des Beschwerdef�hrers (angefochtenes Urteil S.230, 233 f.).
1.3.�Nach Art. 97 Abs. 1 BGG kann die Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig, d.h. willk�rlich ist oder auf einer Verletzung von schweizerischem Recht im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann. Die R�ge der willk�rlichen Feststellung des Sachverhalts pr�ft das Bundesgericht gem�ss Art. 106 Abs. 2 BGG nur insoweit, als sie explizit vorgebracht und substantiiert begr�ndet worden ist. In der Beschwerde muss im Einzelnen dargelegt werden, inwiefern der angefochtene Entscheid an einem qualifizierten und offensichtlichen Mangel leidet. Auf eine blosse appellatorische Kritik am angefochtenen Urteil tritt das Bundesgericht nicht ein (BGE 138 I 171 E. 1.4; 136 II 489 E. 2.8; 133 IV 286 E. 1.4; je mit Hinweisen).
Gem�ss der aus Art. 8 und 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK sowie Art. 10 Abs. 3 StPO verankerten Maxime "in dubio pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis ihrer Schuld zu vermuten, dass die einer strafbaren Handlung beschuldigte Person unschuldig ist (Art. 10 Abs. 1 StPO). Der Grundsatz "in dubio pro reo" besagt, dass sich das Strafgericht nicht nach rein subjektivem Empfinden von einem f�r den Angeklagten ung�nstigen Sachverhalt �berzeugt erkl�ren darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel an der Erf�llung der tats�chlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat bestehen. Bloss abstrakte und theoretische Zweifel gen�gen aber nicht. Es m�ssen vielmehr erhebliche und nicht zu unterdr�ckende Zweifel vorliegen. Relevant sind mithin nur un�berwindliche, sich nach der objektiven Sachlage aufdr�ngende Zweifel (BGE 138 V 74 E. 7; 127 I 38 E. 2a; 124 IV 86 E. 2a; 120 Ia 31 E. 2b, S. 35 f.; Esther Tophinke, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, Art. 10 N 83).
Soweit das Urteil auf der Grundlage von Indizien ergeht, ist nicht die isolierte Betrachtung jedes einzelnen Beweises, sondern deren gesamthafte W�rdigung massgeblich. W�rdigt das erkennende Gericht einzelne seinem Entscheid zugrunde liegende, belastende Indizien willk�rlich oder l�sst es entlastende Umst�nde willk�rlich ausser Acht, f�hrt dies nicht zwingend zur Aufhebung des angefochtenen Urteils. Erforderlich ist, dass bei objektiver W�rdigung des ganzen Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche und schlechterdings nicht zu unterdr�ckende Zweifel an der T�terschaft zur�ckbleiben (Urteile des Bundesgerichts 6B_1077/2013 vom 22. Oktober 2014 E. 1.1.2; 6B_217/ 2012 vom 20. Juli 2012 E. 2.2.2; 781/2010 vom 13. Dezember 2010 E. 3.2 und 3.4, je mit Hinweisen).
1.4.�Den kantonalen Instanzen steht bei der Beweisw�rdigung ein weiter Spielraum des Ermessens zu. Was der Beschwerdef�hrer gegen die Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz vorbringt, ist nicht geeignet Willk�r darzutun. Nach st�ndiger Rechtsprechung gen�gt f�r die Annahme von Willk�r nicht, wenn das angefochtene Urteil mit der Darstellung des Beschwerdef�hrers nicht �bereinstimmt oder wenn eine andere L�sung oder W�rdigung vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen w�re. Willk�r im Sinne von Art. 9 BV liegt nur vor, wenn der angefochtene Entscheid auf einer schlechterdings unhaltbaren Beweisw�rdigung beruht, d.h. wenn die Beh�rde in ihrem Entscheid von Tatsachen ausgeht, die mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch stehen oder auf einem offenkundigen Fehler beruhen (BGE 140 I 201 E. 6.1; 138 I 49 E. 7.1 und 305 E. 4.3; 138 V 74 E. 7).
Im zu beurteilenden Fall trifft zu, dass der mit der Erstellung eines Virenstammgutachtens betraute Sachverst�ndige in Bezug auf die Frage, ob der HI-Virus durch einen einzigen Nadelstich �bertragen werden k�nne, in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung ausf�hrte, es sei schwer vorstellbar, dass eine Nadel mit Blutanhaftungen f�r die �bertragung des HIV gen�gt habe, zumal die �bertragungen bei den betroffenen Personen offenbar sehr effizient gewesen seien. Eine derart effiziente �bertragung k�nne fast nicht durch Stiche mit einer Nadel erkl�rt werden. Es sei eher eine Injektion n�tig gewesen. Um eine solche Effizienz zu erreichen, m�ssten gr�ssere Mengen an Blut �bertragen worden sein, als dies mit einem einzigen Nadelstich m�glich sei. Er gehe deshalb davon aus, dass nicht mit einfachen Nadeln gearbeitet worden sei (angefochtenes Urteil S. 53, 232; HV-Protokoll, Akten des Regionalgerichts act. 6762 und 6764). Doch legte der Sachverst�ndige in seinem Gutachten auch dar, die M�glichkeit der Ansteckung mittels eines einzigen Nadelstichs d�rfe, namentlich wenn das Blut von Patienten in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung stamme und die Viruslast entsprechend hoch sei, nicht untersch�tzt werden. Bei Zusammentreffen verschiedener risikoerh�hender Faktoren, namentlich etwa der Menge an mit der Nadel �bertragenem Blut und der H�he der Virenlast in diesem Blut, der Tiefe des Stichs sowie der Dauer des Verbleibens der Nadel im K�rper, k�nne das Risiko einer Virus-�bertragung betr�chtlich sein (angefochtenes Urteil S. 37 f., 42 f.; Strafakten act. 4033, 4193 f., 4266). Inwiefern die Vorinstanz, soweit sie sich auf diese Ausf�hrungen des Gutachters st�tzt, in Willk�r verfallen sein soll und dass die vorhandenen Beweise andere Schlussfolgerungen geradezu aufdr�ngen, f�hrt der Beschwerdef�hrer nicht aus. Er beschr�nkt sich vielmehr darauf, die bereits im kantonalen Verfahren erhobenen Einw�nde zu wiederholen. Dabei mag zutreffen, dass aus dem phylogenetischen Gutachten allein nicht auf die T�terschaft des Beschwerdef�hrers geschlossen werden kann (angefochtenes Urteil S. 62). Doch legt die Vorinstanz hinreichend deutlich dar, dass die Ansteckung der beiden Gesch�digten zweifelsfrei auf eine vors�tzliche artifizielle Ansteckung durch den Beschwerdef�hrer zur�ckzuf�hren ist. Die Ausf�hrungen des Gutachters stehen dem nicht entgegen. Denn wie die Vorinstanz zutreffend erw�gt, ist nach ihren Ausf�hrungen das Risiko einer Ansteckung jedenfalls etwa dann betr�chtlich, wenn die Virenlast im �bertragenen Blut hoch sei und wenn tief durch die Haut hindurch gestochen und das Virus direkt in die Unterhaut eingebracht werde. Die Vorinstanz nimmt denn aufgrund der von den beiden Gesch�digten beschriebenen Schmerzen nach den �berraschenden Stichen auch an, diese seien tief unter die Haut gef�hrt worden. Dass dieser Schluss schlechterdings unhaltbar w�re, legt der Beschwerdef�hrer nicht dar und ist auch nicht ersichtlich.
Schliesslich kann der Beschwerdef�hrer auch nichts aus dem Umstand zu seinen Gunsten ableiten, dass das Verfahren in Bezug auf vier weitere Personen eingestellt worden ist. Wie er selber ausf�hrt, hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren wegen schwerer K�rperverletzung und Verbreitens menschlicher Krankheiten zum Nachteil seiner Nichte, seines Schwagers und seines Bruders sowie von A.________ mangels eines plausiblen Stichereignisses eingestellt (Beschwerde S. 11). Nach der Einstellungsverf�gung vom 19. M�rz 2012 hat sich weder gest�tzt auf die von den betroffenen Personen gemachten Aussagen noch aufgrund der bei der phylogenetischen Analyse gewonnenen Erkenntnisse bez�glich Dauer und Anfangszeitpunkt der einzelnen Infektionen konkretisieren lassen, wann, wo und im Rahmen welcher tats�chlichen Geschehnisse die �bertragung von HIV durch den Beschwerdef�hrer stattgefunden hat oder h�tte haben k�nnen. Es fehle daher an der Grundlage f�r die Umschreibung eines hinreichenden Tatvorwurfs (Einstellungsverf�gung, Strafakten, act. 6326, 6331). Insoweit unterscheiden sich die Anklagepunkte betreffend die Gesch�digten B.________ und C.________ von den eingestellten F�llen. Denn beide Gesch�digten haben klar und deutlich ein Stichereignis geschildert, welches die Infizierung mit dem HI-Virus plausibel erkl�rt. Jedenfalls ist dieser Schluss der Vorinstanz nicht schlechterdings unhaltbar.
Das angefochtene Urteil ist in diesem Punkt nicht zu beanstanden. Die Beschwerde erweist sich insofern als unbegr�ndet.
2.1.�Der Beschwerdef�hrer r�gt im Weiteren, die rechtliche W�rdigung der Sachverhalte als schwere K�rperverletzung verletze Bundesrecht. Indem die Vorinstanz annehme, dass bei der Beurteilung der Schwere der K�rperverletzung eine generell-abstrakte Sichtweise massgeblich sei, weiche sie von den verbindlichen Vorgaben der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung ab und lege zu Unrecht einen objektiven Massstab an. Entgegen ihrer Auffassung sei in jedem der 16 angeklagten F�lle eine individuelle Analyse der konkreten Umst�nde vorzunehmen und f�r jeden Fall separat zu entscheiden, ob eine Verletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 3 StGB vorliege. Aus dem �rztlichen Bericht �ber den aktuellen Forschungsstand betreffend HIV-Infektion, den m�glichen Folgen und den medizinischen Behandlungsm�glichkeiten ergebe sich nichts, was eine von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung abweichende Auslegung rechtfertige. Mit Ausnahme des vom Experten genannten dritten Punktes seien dem Bundesgericht bei seiner Rechtsprechungs�nderung alle aufgef�hrten Punkte bekannt gewesen. Den dritten Punkt habe die Vorinstanz zudem verzerrt wiedergegeben (Beschwerde S. 12 ff.). Im Weiteren macht der Beschwerdef�hrer geltend, die Eventualbegr�ndung der Vorinstanz, wonach der Tatbestand der schweren K�rperverletzung auch bei einer subjektiven Betrachtungsweise erf�llt sei, beruhe auf einer offensichtlich unrichtigen Feststellung des Sachverhalts. Die von der Vorinstanz aufgelisteten Folgen der Infektion bei den Gesch�digten seien erst in der Erg�nzung der Anklageschrift aufgef�hrt worden. Bis kurz vor der Berufungsverhandlung h�tten sie nicht Gegenstand der Anklage gebildet. Sie seien daher nicht Gegenstand der Verhandlung vor dem Regionalgericht gewesen, weshalb er im erstinstanzlichen Verfahren diesbez�glich keine prozessualen Rechte habe geltend machen k�nnen. Daran �ndere nichts, dass die Betroffenen in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung auf die Folgen der Infektionen angesprochen worden seien. Es widerspreche dem Grundsatz des fairen Verfahrens, wenn ihm die Vorinstanz vorwerfe, im erstinstanzlichen Verfahren die bundesgerichtliche Rechtsprechung nicht antizipiert zu haben, und gleichzeitig dar�ber hinwegsehe, dass die urspr�ngliche Anklageschrift den Anforderungen von Art. 325 StPO nicht gen�gt habe. Die Erg�nzung der Anklage um die Folgen der Infektion h�tte nur unter Gew�hrung seiner prozessualen Rechte erfolgen d�rfen. Es h�tte ihm namentlich aufgrund von Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK erm�glicht werden m�ssen, die Gesch�digten zu diesem Punkt zu befragen. Zudem h�tte sein Antrag auf Erstellung eines Gutachtens zur fachm�nnischen Zuordnung der bei jenen aufgetretenen Symptome gutgeheissen werden m�ssen. Die Vorinstanz sei aufgrund der erhobenen Beweise gar nicht in der Lage gewesen zu beurteilen, ob und inwiefern ihm die m�glichen psychischen Belastungen und physischen Auswirkungen objektiv und subjektiv zugerechnet werden k�nnten. Es fehle mithin an einer rechtm�ssigen und l�ckenlosen Beweiserhebung der ihm objektiv und subjektiv zurechenbaren gesundheitlichen Verschlechterungen der Gesch�digten. Der Schluss der Vorinstanz, wonach die meisten der erwiesenen gesundheitlichen Beschwerden nicht auf die Hepatitis C (HCV) Infektion zur�ckzuf�hren sei, welche ihm nicht zur Last gelegt werde, sei falsch. Abgesehen davon impliziere er, dass jedenfalls auch nach der Auffassung der Vorinstanz wenigstens ein Teil der Beschwerden durch die HCV-Infektion bedingt seien. Aus den Expertenberichten gehe klar hervor, dass eine Behandlung der HCV-Infektion h�ufig mit schweren Nebenwirkungen einhergehe, eine die Lebensqualit�t der Betroffenen zus�tzlich einschr�nkende Belastung f�r den menschlichen Organismus darstelle und dass die HCV-Infektion bei Koinfizierten zum Hauptproblem werden k�nne. Aufgrund des ungen�genden Beweisergebnisses lasse sich nicht sagen, dass jede gesch�digte Person, selbst wenn bei einigen von ihnen einzelne der beschriebenen Beschwerden vorbestanden haben sollten, auch allein durch die HIV-Infektion und die eindeutig darauf beruhenden Folgen derart beeintr�chtigt sei, dass in jedem Fall eine schwere K�rperverletzung anzunehmen sei (Beschwerde S. 14 ff.).
2.2.�Die Vorinstanz w�rdigt die HIV-Infektion als eine schwere Sch�digung der Gesundheit i.S.v. Art. 122 Abs. 3 StGB. Dabei setzt sie sich einl�sslich mit der neueren Rechtsprechung des Bundesgerichts und den in der Lehre vorgetragenen Argumenten zur rechtlichen W�rdigung der Infizierung mit HIV auseinander. Gest�tzt auf den aus Anlass der bundesgerichtlichen Rechtsprechungs�nderung (vgl. unten E. 2.3.2) bei Prof. Dr. med. D.________ eingeholten Bericht zur Abkl�rung des aktuellen Forschungsstandes betr. HIV-Infektion, deren m�glichen Folgen sowie den medizinischen Behandlungsm�glichkeiten vom 17. Februar 2014 (Akten des Obergerichts act. 7650, 7777 ff.; Beschwerdebeilage 5) und dessen Erg�nzung vom 26. M�rz 2014 (Akten des Obergerichts act. 7987 ff; Beschwerdebeilage 6) kommt sie zum Schluss, die Auswirkungen der HIV-Infektion auf die Gesundheit sowie das soziale und berufliche Leben der betroffenen Menschen seien als ausserordentlich stark einzustufen. Trotz aller medizinischen Fortschritte sei ihre Zukunft ungewiss und schon nur die damit verbundenen t�glichen �ngste seien �usserst einschneidend, zumal f�r die Betroffenen stets ungewiss bleibe, wie sich die Infektion weiterentwickle und ob es nicht doch zu einem Therapieversagen komme und AIDS ausbreche. Zudem bestehe eine ausgepr�gte Stigmatisierung. HIV-infizierte Menschen w�rden oft als unseri�s abgestempelt und in Verbindung mit Drogenmissbrauch oder risikoreichem Sexualverhalten gebracht. Ihre gesellschaftliche Stellung sei herabgesetzt und es k�nnten auch berufliche Einschr�nkungen entstehen. Sodann best�nden grosse Hemmnisse im sexuellen und famili�ren Bereich. Eine normale Sexualit�t sei nicht mehr m�glich. Die Angst, den Partner anzustecken, sei stets gegenw�rtig, selbst wenn die Virenlast so stark reduziert sei, dass ungesch�tzter Geschlechtsverkehr grunds�tzlich nicht mehr infekti�s sei. Auch die Familienplanung sei betr�chtlich erschwert. Abgesehen vom Ansteckungsrisiko f�r den Partner m�sse das Kind nach der Geburt medikament�s behandelt werden und werde Gewissheit, ob dieses HIV-positiv oder negativ sei, erst nach langer Zeit erlangt. All diese negativen Auswirkungen einer HIV-Infektion best�nden nach heutigem Wissensstand ein Leben lang fort. Der Umstand, dass jedes Individuum anders auf eine solche Situation reagiere, k�nne nicht dazu f�hren, dass die rechtliche Qualifikation einer HIV-Infektion unterschiedlich ausfalle. Die genannten Probleme und Einschr�nkungen in gesundheitlicher, sozialer und beruflicher Hinsicht best�nden f�r jeden einzelnen Betroffenen. Selbst wenn heute f�r Einzelne gegebenenfalls ein relativ beschwerdefreies Leben ohne grosse physische oder psychische Belastungen m�glich sein sollte, bestehe doch jederzeit das Potential f�r einen ung�nstigen Verlauf. Es m�sse im Bereich von HIV-Infektionen deshalb von einem objektiven Massstab ausgegangen werden. Im zu beurteilenden Fall komme hinzu, dass alle Gesch�digten in den Jahren 2001-2005 mit HIV-1 infiziert worden seien und sie deshalb statistisch betrachtet gegen�ber der Normalbev�lkerung eine um mehrere Jahre verk�rzte Lebenserwartung aufwiesen. Insgesamt erf�llten die Auswirkungen der Infektion auf die Gesundheit der Betroffenen und die damit verbundene ausserordentliche psychische Belastung mit ihren Auswirkungen auf das soziale und berufliche Leben den objektiven Tatbestand der schweren Gesundheitssch�digung (angefochtenes Urteil S. 97 ff., 247 ff.).
In einer Eventualbegr�ndung gelangt die Vorinstanz auch unter Anlegung eines subjektiven Massstabs zum selben Ergebnis. Die allein auf der HIV-Infektion beruhenden individuellen Folgen seien bei allen Gesch�digten derart erheblich, dass in jedem einzelnen Fall von einer schweren K�rperverletzung auszugehen sei. So werde die dauerhafte antiretrovirale Medikation von vielen Gesch�digten �bereinstimmend als sehr einschr�nkend beschrieben. Praktisch alle Gesch�digten klagten �ber Nebenwirkungen, namentlich M�digkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und verminderte Leistungsf�higkeit, wobei der Leidensdruck unterschiedlich gross sei. Zahlreiche Gesch�digten seien zudem nur noch eingeschr�nkt erwerbst�tig oder bez�gen sogar eine IV-Rente. S�mtliche Gesch�digten seien durch die Infektion psychisch ersch�ttert worden, auch wenn sie in der Folge unterschiedlich damit h�tten umgehen k�nnen. Praktisch alle Betroffenen h�tten sodann soziale Einschr�nkungen beschrieben, die mit der Angst vor Stigmatisierung begr�ndet w�rden. Der Tatbestand der schweren K�rperverletzung sei selbst dann erf�llt, wenn bei einigen Gesch�digten einzelne der beschriebenen Beschwerden vorbestanden haben oder auf die HCV-Koinfektion, welche dem Beschwerdef�hrer nicht zugerechnet werden k�nne, zur�ckzuf�hren sein sollten (angefochtenes Urteil S. 252 ff.).
2.3.1.�Gem�ss Art. 122 StGB macht sich der schweren K�rperverletzung schuldig, wer einen Menschen lebensgef�hrlich verletzt (Abs. 1); wer den K�rper, ein wichtiges Organ oder Glied eines Menschen verst�mmelt oder ein wichtiges Organ oder Glied unbrauchbar macht, einen Menschen bleibend arbeitsunf�hig, gebrechlich oder geisteskrank macht, das Gesicht eines Menschen arg und bleibend entstellt (Abs. 2); oder wer eine andere schwere Sch�digung des K�rpers oder der k�rperlichen oder geistigen Gesundheit eines Menschen verursacht (Abs. 3). Nach Art. 123 StGB wird wegen einfacher K�rperverletzung bestraft, wer einen Menschen in anderer Weise an K�rper oder Gesundheit sch�digt.
2.3.2.�Das Bundesgericht qualifizierte in seiner fr�heren Rechtsprechung die Infektion mit dem HI-Virus als lebensgef�hrliche schwere K�rperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB (bzw. Art. 125 Abs. 2 StGB). Es ging davon aus, eine HIV-Infektion f�hre nach ungewisser, relativ langer Zeit bei vielen Betroffenen mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Ausbruch der Immunschw�che AIDS und anschliessend mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Tod. Die HIV-Infektion sei damit lebensgef�hrlich. Dabei m�sse die Lebensgefahr nicht notwendigerweise zeitlich unmittelbar drohen bzw. akut sein. Massgeblich sei nur die erhebliche Wahrscheinlichkeit eines t�dlichen Verlaufs. Bei diesem Ergebnis k�nne dahingestellt bleiben, ob die HIV-Infektion auch als andere schwere Sch�digung der k�rperlichen und/oder geistigen Gesundheit im Sinne von Art. 122 Abs. 3 StGB qualifiziert werden k�nne und ob in diesem Zusammenhang auch eine aus der Kenntnisnahme des positiven Befunds resultierende schwere Depression samt deren Konsequenzen sowie die Nebenwirkungen einer medizinischen Behandlung mitber�cksichtigt und dem T�ter objektiv (und subjektiv) zugerechnet werden k�nnten (BGE 125 IV 242 E. 2b /dd; 131 IV 1 E. 1.1; vgl. auch BGE 116 IV 125 E. 5a).
In einem neueren Entscheid, dem die �bertragung des HI-Virus �ber ungesch�tzten Geschlechtsverkehr auf den Sexualpartner zugrunde lag, kehrte das Bundesgericht von dieser Rechtsprechung ab. Es gelangte zum Schluss, angesichts der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse und der heutigen medizinischen Behandlungsm�glichkeiten lasse sich nicht mehr sagen, dass der Zustand der Infektion mit dem HI-Virus schon als solcher generell lebensgef�hrlich im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB sei. Mit modernen antiretroviralen Kombinationstherapien sei es m�glich, den Ausbruch von AIDS hinauszuschieben, die Vermehrung der HI-Viren im K�rper aufzuhalten, die Viruslast im Blut unter die Nachweisgrenze zu senken und die Lebenserwartung von HIV-infizierten Personen erheblich zu steigern, so dass Betroffene bei fr�her Diagnose und guter Behandlung fast so lange leben k�nnten wie nicht Infizierte. Damit fehle es heute - unter der Voraussetzung medizinischer Behandlung - an der erheblichen Wahrscheinlichkeit eines t�dlichen Verlaufs und folglich an der Lebensgefahr der HIV-Infektion im Sinne der Tatbestandsvariante von Art. 122 Abs. 1 StGB (BGE 139 IV 214 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Das Bundesgericht hielt im genannten Entscheid indes fest, es stehe ausser Frage, dass die HIV-Infektion als solche auch unter Ber�cksichtigung der medizinischen Fortschritte nach wie vor eine nachteilige pathologische Ver�nderung mit Krankheitswert darstelle, welche - soweit sie auf einen �bertragungsakt zur�ckzuf�hren sei - als K�rperverletzung zu w�rdigen sei. Weiter erwog es, bei der Beurteilung der Frage, ob jene unter den Tatbestand der einfachen oder der schweren K�rperverletzung, namentlich im Sinne der Generalklausel nach Art. 122 Abs. 3 StGB (bzw. Art. 125 Abs. 2 StGB) zu subsumieren sei, sei einerseits in Rechnung zu stellen, dass die modernen (Kombinations-) Therapien effizient und in der Regel gut vertr�glich seien sowie dass die Lebenserwartung von HIV-Infizierten sich derjenigen von Gesunden angleiche. Andererseits sei die Infektion nach wie vor nicht heilbar und sei eine Impfung trotz grosser medizinischer Fortschritte nicht in Sicht. Die Therapien stellten hohe Anforderungen an die Disziplin der Betroffenen. Die Medikamente m�ssten ein Leben lang streng vorschriftsgem�ss eingenommen werden und k�nnten k�rperliche und/oder seelische Nebenwirkungen mit Beeintr�chtigung der Lebensqualit�t verursachen. �berdies bestehe das Risiko von Resistenzentwicklungen, Wechselwirkungen mit andern Medikamenten und unerw�nschten Langzeitnebenwirkungen. Insgesamt seien Betroffene trotz verbesserter Behandlungsmethoden und Medikamentenvertr�glichkeit nach wie vor komplexen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Alleine die Gewissheit, mit dem HI-Virus infiziert zu sein, k�nne zu einer Ersch�tterung des seelischen Gleichgewichts f�hren (BGE 139 IV 214 E. 3.4.3 ff.; vgl. auch BGE 140 V 356 E. 5.5.3.2).
Gest�tzt auf diese �nderung der Rechtsprechung hat das Bundesgericht in einem sozialversicherungsrechtlichen Entscheid erkannt, eine HIV-Infektion erf�lle f�r sich allein das bei der Beurteilung der Ad�quanz einer psychischen Fehlentwicklung mitzuber�cksichtigende Kriterium der "Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen" nicht in besonders ausgepr�gter Art (BGE 140 V 356 E. 5.5.3.3 und 5.5.3.5; zur sog. "Psycho-Praxis" vgl. BGE 115 V 133; ferner LOCHER/G�CHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2014, � 20 N 28; KIESER/LANDOLT, Unfall - Haftung - Versicherung, 2012, N 592 ff., 613 ff.).
2.4.1.�Die Vorinstanz subsumiert die Infizierung der Gesch�digten mit dem HI-Virus gest�tzt auf die Erl�uterungen des Sachverst�ndigen unter die Generalklausel gem�ss Art. 122 Abs. 3 StGB. Sie gelangt zum Schluss, es liege eine massive, tiefgreifende und lebenslange Beeintr�chtigung der k�rperlichen und psychischen Gesundheit vor, die in ihrer Qualit�t und in ihren Auswirkungen den in Art. 122 Abs. 2 StGB beispielhaft genannten Sch�digungen in nichts nachstehe (vgl. auch (Roth/Berkemeier, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl. 2013, Art. 122 N 9 mit Hinweisen, 20 ff.; Trechsel/Fingerhuth, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl., 2013, Art. 231 N 11; vgl. auch BGE 139 IV 214 E. 3.4.4).
Diese rechtliche W�rdigung verletzt kein Bundesrecht. Entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers widerspricht sie auch nicht der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Das Bundesgericht hat in seiner Rechtsprechungs�nderung lediglich die generelle, unbesehen der konkreten Umst�nde des Einzelfalls vorgenommene Qualifizierung als�
lebensgef�hrliche Verletzung�im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB als bundesrechtswidrig erachtet. Zur Frage, ob die HIV-Infektion unter die Generalklausel im Sinne von Art. 122 Abs. 3 StGB gefasst werden kann, hat es sich aufgrund des Umstands, dass diese in jenem Entscheid nicht Gegenstand der Anklage und der vorinstanzlichen Urteile bildete, explizit nicht ge�ussert (BGE 139 IV 214 E. 3.4.5; vgl. auch angefochtenes Urteil S. 247 f.). Nicht zu beanstanden ist zudem, dass die Vorinstanz im zu beurteilenden Fall bei der rechtlichen W�rdigung von einer objektiven Sichtweise ausgeht. Im Unterschied zu dem BGE 139 IV 214 zugrunde liegenden Fall liegen hier sowohl eine gen�gende Anklageschrift als auch ein hinreichendes Beweismaterial vor, welche eine W�rdigung der Taten als schwere K�rperverletzung im Sinne der Generalklausel erlauben. So nannte die Staatsanwaltschaft bereits in der Anklageschrift vom 29. August 2012 als anwendbare Gesetzesbestimmung Art. 122 Abs. 3 StGB (Strafakten act. 6426, 6433; vgl. auch act. 7854). �berdies liegen bei den Akten diverse medizinische Unterlagen sowie einl�ssliche Aussagen der Gesch�digten �ber ihren Gesundheitszustand. Schliesslich holte die Vorinstanz aufgrund eines Antrags des Beschwerdef�hrers (Akten des Obergerichts act. 7496, 7505 f. und 7645, 7650) bei Prof. Dr. med. D._______, Klinik f�r Infektionskrankheiten und Spitalhygiene des Universit�tsspitals Z�rich, einen Expertenbericht zu den allgemeinen Folgen einer HIV-Infektion ein (oben E. 2.2). Dieser kommt zum Ergebnis, eine unbehandelte HIV-Infektion verlaufe nach wie vor t�dlich und sei nach heutigem Wissensstand nicht heilbar. Eine antiretrovirale Therapie m�sse lebensl�nglich eingenommen werden, wobei die Anzahl und Frequenz mit der Schwere der Resistenz zunehme. Langzeitnebenwirkungen und Organtoxizit�ten seien auch mit den heutigen Medikamenten durchaus denkbar. Weitere Faktoren wie Alter, Komorbidit�ten und psychische Konstitution des Patienten k�nnten den Verlauf einer HIV-Infektion ung�nstig beeinflussen. Die Belastung f�r K�rper und Psyche sei auch heute noch enorm und die Krankheit sei mit einer ausgepr�gten Stigmatisierung verbunden. Zudem h�tten Personen, welche in den Jahren 2001-2005 mit HIV-1 infiziert und diagnostiziert worden seien, aufgrund von Hochrechnungen gegen�ber der Normalbev�lkerung eine deutlich, um mehrere Jahre verk�rzte Lebenserwartung (angefochtenes Urteil S. 97 ff., 100; Akten des Obergerichts act. 7650, 7777 ff.; 7987 ff; Beschwerdebeilage 5 und 6). Diese Folgen bestehen nach den unmissverst�ndlichen Erkl�rungen des Sachverst�ndigen f�r alle Betroffenen gleichermassen. Dass ein individueller Betroffener diese Folgen im Einzelfall unterschiedlich gewichten mag, ist f�r die rechtliche Qualifikation der HIV-Infektion ohne Bedeutung. Wie die Vorinstanz zutreffend erkennt (angefochtenes Urteil S. 250), kann es nicht vom subjektiven Empfinden des Betroffenen abh�ngen, ob die Infektion den Tatbestand der schweren oder der einfachen K�rperverletzung erf�llt. Etwas anderes l�sst sich auch nicht aus BGE 139 IV 214 ableiten. Die Wendung in der Regeste des publizierten Entscheids, wonach die HIV-Infektion "unter Ber�cksichtigung der konkreten Umst�nde des Einzelfalls als einfache oder als schwere K�rperverletzung zu qualifizieren" sei, ist im Zusammenhang mit der dem Entscheid zugrunde liegenden W�rdigung der HIV-Infektion als�
lebensgef�hrliche K�rperverletzung�von Art. 122 Abs. 1 StGB zu sehen. Darin liegt keine Reduktion der rechtlichen W�rdigung auf einen rein subjektiven Massstab. Im Weiteren hat das Bundesgericht im genannten publizierten Entscheid erwogen, das kantonale Gericht werde gegebenenfalls ein Gutachten einholen m�ssen, um sich in tats�chlicher Hinsicht ein besseres Bild vom aktuellen Forschungsstand, den medizinischen Behandlungsm�glichkeiten und deren Folgen zu machen (BGE 139 IV 214 E. 3.4.5). Dem ist die Vorinstanz im zu beurteilenden Fall, wie ausgef�hrt, nachgekommen, so dass sie �ber eine ausreichende Entscheidgrundlage verf�gte.
2.4.2.�Selbst wenn man der subjektiven Wahrnehmung der konkreten Folgen der HIV-Infektion durch die betroffenen Gesch�digten st�rkeres Gewicht beimessen wollte, ist im vorliegenden Fall die W�rdigung als schwere K�rperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 3 StGB nicht zu beanstanden. Was der Beschwerdef�hrer gegen die Eventualbegr�ndung der Vorinstanz einwendet, verf�ngt nicht. So ist zun�chst nicht zu beanstanden, dass die Staatsanwaltschaft mit Erg�nzung der Anklageschrift vom 5. M�rz 2014 (vgl. dazu angefochtenes Urteil S. 17; Akten des Obergerichts act. 8043 ff.) die Anklage um die gesundheitlichen Folgen, welche einer HIV-Infektion immanent und bei den betroffenen Personen konkret aufgetreten sind, pr�zisierte (Akten des Obergerichts act. 7838 ff.). Daraus l�sst sich entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers nicht ableiten, die urspr�ngliche Anklageschrift h�tte den Anforderungen von Art. 325 StPO nicht gen�gt. Die Vorinstanz nimmt denn auch zutreffend an, es handle sich nicht um eine �nderung der Anklage im Sinne von Art. 333 Abs. 1 StPO, sondern um eine blosse Erg�nzung (Beschluss vom 2. April 2014, Akten des Obergerichts act. 8043, 8048 f.). Diese st�tzt sich im �brigen auf die in der Untersuchung erhobenen Aussagen der Betroffenen und erfolgte somit gest�tzt auf die bestehende Aktenlage. Ausserdem wurden in der Verhandlung vor der Vorinstanz zahlreiche Arztberichte zu den Akten erkannt (Akten des Obergerichts, HV-Protokoll, act. 8090 f.). Der Beschwerdef�hrer konnte hiezu in der Berufungsverhandlung Stellung nehmen, womit er seine Rechte hinreichend wahrnehmen konnte, zumal selbst eine �nderung der Anklage nach der Rechtsprechung noch in der Berufungsverhandlung zul�ssig ist (Urteile des Bundesgerichts 6B_777/2011 vom 10. April 2012 E. 2; 6B_428/2013 vom 15. April 2014 E. 3.3 mit Hinweisen). Inwieweit sodann die Feststellungen der Vorinstanz auf einer unrichtigen Feststellung des Sachverhalts beruhen sollen, ist nicht ersichtlich. Was der Beschwerdef�hrer in diesem Kontext vorbringt, ersch�pft sich weitgehend in einer unzul�ssigen appellatorischen Kritik.
Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegr�ndet, soweit sie den Begr�ndungsanforderungen gen�gt.
3.1.�Der Beschwerdef�hrer wendet sich schliesslich gegen die pauschale Festsetzung der den Gesch�digten zugesprochenen Genugtuungen auf Fr. 100'000.-- bzw. Fr. 90'000.--. Er macht geltend, aus dem angefochtenen Urteil lasse sich ableiten, dass die Vorinstanz die Infektion mit dem Hepatits C Virus, welche ihm strafrechtlich nicht angelastet werde, bei der Beurteilung der Zivilforderungen ber�cksichtigt habe. In dieser Hinsicht sei das vorinstanzliche Urteil zumindest unklar. Insofern verletze die Vorinstanz ihre Begr�ndungspflicht. Im Weiteren r�gt der Beschwerdef�hrer, die Vorinstanz habe bei der Bemessung der Genugtuungsleistungen ihr Ermessen verletzt. Da sie bei den Ausf�hrungen zu den einzelnen Gesch�digten die Zurechnung der einzelnen Beschwerden der Gesch�digten nicht individuell �berpr�ft habe, sei davon auszugehen, dass sie s�mtliche gesundheitlichen Beschwerden der Betroffenen in die Festsetzung der Genugtuungen miteinbezogen habe, unabh�ngig davon, ob sie ihm tats�chlich zurechenbar seien oder nicht. Damit seien Umst�nde ber�cksichtigt worden, welche im Einzelfall keine Rolle h�tten spielen d�rfen. Zudem stamme der Entscheid, auf den sich die Vorinstanz f�r die Bemessung der Basisgenugtuung berufe, aus dem Jahr 1992 und sei somit zu einem Zeitpunkt ergangen, in welchem davon habe ausgegangen werden m�ssen, dass eine HIV-Infektion in l�ngstens acht Jahren zum Tode f�hrte. Heute h�tten sich die Verh�ltnisse aufgrund des Fortschritts der medizinischen Therapiem�glichkeiten indes massgeblich verbessert, was sich schon aus der �nderung der Rechtsprechung in Bezug auf die strafrechtliche W�rdigung der HIV-Infektion ergebe. Diese g�nstigen Faktoren habe die Vorinstanz bei der Bemessung der Genugtuung nicht ber�cksichtigt.
Unabh�ngig davon hat die Vorinstanz nach Auffassung des Beschwerdef�hrers auch dadurch Bundesrecht verletzt, dass sie in pauschaler Weise s�mtlichen Gesch�digten denselben Betrag als Genugtuung zugesprochen hat. Die Rechtsprechung des Bundesgerichts verlange eine differenzierte Abw�gung s�mtlicher Umst�nde, welche den individuellen Auswirkungen und den konkreten Umst�nden f�r jede Einzelne der gesch�digten Personen Rechnung trage. Eine derartige, die konkreten Auswirkungen der strafbaren Handlungen auf jeden einzelnen Gesch�digten ber�cksichtigende W�rdigung habe die Vorinstanz unterlassen. Die Genugtuungsforderungen m�ssten daher neu beurteilt werden. Aufgrund des damit verbundenen unverh�ltnism�ssigen Aufwands seien die Forderungen nur dem Grundsatz nach gutzuheissen, im �brigen aber auf den Zivilweg zu verweisen. Eventualiter seien die Zivilforderungen an eine der kantonalen Instanzen zur�ckzuweisen (Beschwerde S. 20 ff.).
3.2.�Die Vorinstanz f�hrt aus, mit Ausnahme der Gesch�digten E._______ (Antrag auf Fr. 90'000.--) und F._______ (Antrag auf Fr. 200'000.--) h�tten alle 13 Betroffenen, welche sich als Privatkl�ger konstituiert h�tten, Zivilklage auf Leistung einer Genugtuung in der H�he von Fr. 100'000.-- erhoben. Die Vorinstanz erw�gt, in Bezug auf die Ansteckung mit HIV seien alle 13 F�lle als gleich schwer anzusehen. S�mtliche Gesch�digten seien vom Beschwerdef�hrer mit einer unbehandelt t�dlich verlaufenden Krankheit infiziert worden und h�tten voraussichtlich ihr Leben lang daran zu leiden. Auch diejenigen Betroffenen, denen es heute nach eigenen Angaben gesundheitlich "gut" oder sogar "sehr gut" gehe, h�tten mit den �brigen Folgen zu k�mpfen. Zudem h�tten sie alle allein aufgrund der HIV-Infektion statistisch mit einer Verk�rzung der Lebenserwartung von mehreren Jahren zu rechnen. Im Weiteren wiege das Verschulden des Beschwerdef�hrers in allen F�llen �hnlich schwer. Die in zwei fr�heren Entscheiden vom Bundesgericht best�tigten Genugtuungssummen von Fr. 80'000.-- k�nnten im Sinne eines Richtwertes zur Festsetzung der Basisgenugtuung herangezogen werden. Bei der Anpassung dieser Basisgenugtuung an die konkreten Umst�nden des Einzelfalls nimmt die Vorinstanz an, die strafbaren Handlungen des Beschwerdef�hrers seien mit direktem Vorsatz erfolgt, die Tatausf�hrung sei sorgf�ltig geplant worden und hinterh�ltig erfolgt. Die Taten blieben letztlich unerkl�rlich. Es sei von niederen, egoistischen Beweggr�nden auszugehen. Die Folgen der Tat f�r die Gesch�digten seien massiv. Hinzu komme der aussergew�hnliche, artifizielle Ansteckungsweg. Das Verschulden des Beschwerdef�hrers wiege in allen F�llen ausserordentlich schwer. Er habe die Gesch�digten zudem teilweise bewusst von einer schulmedizinischen Behandlung abgehalten oder habe dies zumindest versucht. Auch wenn die gesundheitlichen Folgen der HIV-Infektion und ein Teil der psychischen Auswirkungen bereits im Pr�zedenzfall enthalten seien, rechtfertige sich namentlich aufgrund des hinterh�ltigen, direktvors�tzlichen Vorgehens des Beschwerdef�hrers in jedem einzelnen Fall eine deutliche Erh�hung der Basisgenugtuung. Genugtuungsmindernde Umst�nde seien nicht zu erkennen. Selbst wenn man hinsichtlich der Auswirkungen auf die Immunschw�che von einem gewissen Selbstverschulden (etwa aufgrund der Unterbrechung der antiretroviralen Therapie oder im Zusammenhang mit einem Drogenabusus) ausgehen wollte, verm�chte dies den Anspruch nicht in einem Mass zu reduzieren, dass eine Genugtuung in der H�he von Fr. 100'000.-- nicht mehr als angemessen erschiene. Hinzu komme bei 12 der 13 Zivilkl�gerinnen und Zivilkl�gern die hier ebenfalls zu ber�cksichtigende HCV-Infektion, auch wenn diesbez�glich von einer fahrl�ssigen Ansteckung auszugehen sei. Insgesamt seien die von der ersten Instanz zugesprochenen Genugtuungssummen von je Fr. 100'000.-- - bzw. im Falle von E._______ von Fr. 90'000.-- - zu best�tigen (angefochtenes Urteil S. 277 ff.).
3.3.�Gem�ss Art. 47 OR kann der Richter bei K�rperverletzung unter W�rdigung der besonderen Umst�nde der verletzten Person eine angemessene Geldsumme als Genugtuung zusprechen. Die Genugtuung bezweckt den Ausgleich f�r erlittene seelische Unbill. Ihre Bemessung richtet sich im Wesentlichen nach der Art und Schwere der Verletzung, der Intensit�t und Dauer der Auswirkungen auf die Pers�nlichkeit des Betroffenen, dem Grad des Verschuldens des Haftpflichtigen, einem allf�lligen Selbstverschulden des Gesch�digten, sowie der Aussicht auf Linderung des Schmerzes durch die Zahlung eines Geldbetrags.
Die als Ausgleich erlittener Unbill festzulegende Summe l�sst sich naturgem�ss nicht exakt errechnen, sondern nur sch�tzen. Sie ist eine Entscheidung nach Billigkeit. Es gibt mithin nicht nur
eine�richtige Entscheidung, sondern in einer gewissen Bandbreite eine Mehrzahl von angemessenen, dem Gebot der Billigkeit gehorchenden L�sungen. Die Genugtuung darf daher nicht nach schematischen Massst�ben oder nach festen Tarifen festgesetzt werden, sondern muss sich an den Besonderheiten des Einzelfalls orientieren. Dies schliesst indes den R�ckgriff auf Pr�judizien im Sinne eines Richtwerts so wenig aus wie die Vornahme der Bewertung der immateriellen Beeintr�chtigung in zwei Phasen, n�mlich der objektiven Festlegung eines Basisbetrages als Orientierungspunkt in einem ersten Schritt und daran anschliessend der Anpassung dieses Betrages unter Ber�cksichtigung der konkreten Umst�nde des Einzelfalles. Vergleiche mit anderen F�llen k�nnen f�r sich allein noch nicht die Rechtswidrigkeit der zugesprochenen Summe begr�nden (BGE 132 II 117 E. 2.2.2 und 2.2.3; 127 IV 215 E. 2a und e; 25 III 412 E. 2c/cc; 123 III 10 E. 4c/bb, S. 15; 123 II 210 E. 2c; vgl. auch Roland Brehm, Berner Kommentar, 4. Aufl. 2013, Art. 47 N 62 ff.).
Die Festlegung der H�he der Genugtuung beruht auf richterlichem Ermessen. Ob der kantonale Richter sein Ermessen richtig ausge�bt hat, ist eine Rechtsfrage, die das Bundesgericht auf Beschwerde hin frei �berpr�ft. Das Bundesgericht �bt indes bei der �berpr�fung von Ermessensentscheiden praxisgem�ss Zur�ckhaltung und schreitet nur ein, wenn der Sachrichter grundlos von den in Lehre und Rechtsprechung ermittelten Bemessungsgrunds�tzen abweicht, wenn er Tatsachen ber�cksichtigt, die f�r den Entscheid im Einzelfall keine Rolle spielen, oder wenn er umgekehrt Umst�nde ausser Acht l�sst, die er in ihren Entscheid h�tte miteinbeziehen m�ssen. Dar�ber hinaus greift es in Entscheide ein, wenn sich diese als offensichtlich unbillig bzw. als in stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 137 III 303 E. 2.2.2; 128 IV 53 E. 7a; 127 IV 215 E. 2a; 125 III 269 E. 2a und 412 E. 2a; 123 III 10 E. 4 c/aa je mit Hinweisen). Da es sich hierbei um eine Frage der Billigkeit handelt, und nicht um eine solche des Ermessens im eigentlichen Sinne, bei welcher die �berpr�fungsbefugnis auf Missbrauch oder �berschreitung beschr�nkt ist, pr�ft das Bundesgericht frei, ob der zugesprochene Betrag der Schwere der Verletzung gen�gend Rechnung tr�gt oder ob er im Verh�ltnis zur Intensit�t des dem Opfer zugef�gten seelischen Leidens als unverh�ltnism�ssig erscheint (BGE 138 III 337 E. 6.3.1; 130 IV 699 E. 5.1; 129 IV 22 E. 7.2; 125 III 269 E. 2a).
3.4.�Die Vorinstanz h�lt fest, die Infektion der Gesch�digten mit dem Hepatitis C Virus (HCV) werde dem Beschwerdef�hrer nicht vorgeworfen. Die Anklageschrift erw�hne zwar bei einigen Personen eine bestehende HCV-Koinfektion. Als Tathandlung werde jedoch sowohl in der urspr�nglichen wie auch in der erg�nzten Anklageschrift auch bei diesen Personen jeweils einzig das Einbringen von mit HIV kontaminiertem Blut oder anderem biologischem Material umschrieben. Die HCV-Infektionen k�nnten im Rahmen der Beweisw�rdigung somit zwar als Indiz f�r die T�terschaft des Beschwerdef�hrers hinsichtlich der HIV-Infektionen gew�rdigt werden, ansonsten seien sie aber im Schuld- und Strafpunkt unbeachtlich. Hingegen stehe der Ber�cksichtigung der Hepatitis C Infektionen im Zivilpunkt nichts entgegen (angefochtenes Urteil S. 22). Im Rahmen der Beurteilung der Zivilforderungen f�hrt die Vorinstanz aus, in diesem Kontext komme "die hier ebenfalls zu ber�cksichtigende Infektion mit dem Hepatitis C Virus" hinzu, auch wenn diesbez�glich von einer fahrl�ssigen Ansteckung auszugehen sei (angefochtenes Urteil S. 278). Die Koinfektion mit Hepatitis C stelle eine betr�chtliche zus�tzliche Belastung f�r den menschlichen Organismus dar, welche die Lebensqualit�t der Betroffenen zus�tzlich einschr�nke und bei erfolgreicher HIV-Therapie zum Hauptproblem werden k�nne. Auch wenn die Hepatitis C-Infektion bislang bei den Gesch�digten unterschiedlich verlaufen sei, so w�re sie doch bei den betroffenen Privatkl�gerinnen bzw. Privatkl�gern mehr oder weniger stark genugtuungserh�hend zu ber�cksichtigen (angefochtenes Urteil S. 279).
Wie der Beschwerdef�hrer zu Recht einwendet, sind die Erw�gungen im angefochtenen Urteil in diesem Punkt nicht eindeutig. Soweit sie so zu verstehen sind, dass bei der Bemessung der Genugtuung f�r die betroffenen Personen auch die durch die HCV-Infektion bewirkten gesundheitlichen Folgen zu ber�cksichtigen sind, verletzt das angefochtene Urteil Bundesrecht. Gem�ss Art. 122 Abs. 1 StPO kann die gesch�digte Person zivilrechtliche Anspr�che aus der Straftat als Privatkl�gerschaft adh�sionsweise im Strafverfahren geltend machen. Der zivilrechtliche Anspruch muss sich indes aus der Straftat herleiten ( ANNETTE DOLGE, in: Basler Kommentar, Strafprozessrecht, 2. Aufl. 2014, Art. 122 N 65). Das ist hier in Bezug auf die Hepatitis C Infektion nicht der Fall, da die Anklage diese nicht umfasst.
Dar�ber hinaus h�lt das angefochtene Urteil auch insofern nicht vor Bundesrecht stand, als die Vorinstanz pauschal praktisch allen als Privatkl�ger bzw. Privatkl�gerinnen am Verfahren beteiligten Gesch�digten eine Genugtuung in identischer H�he zuspricht, ohne sich mit deren unterschiedlicher individueller Betroffenheit auseinanderzusetzen. Die einzige Ausnahme ergibt sich daraus, dass die Vorinstanz an das auf die Zusprechung einer tieferen Entsch�digung lautende Rechtsbegehren des betreffenden Gesch�digten gebunden war (angefochtenes Urteil S. 279). Es trifft zu, dass die Einzelf�lle bei der rechtlichen W�rdigung objektiv insofern als gleich schwer anzusehen sind, als bei s�mtlichen F�llen der Tatbestand der schweren K�rperverletzung erf�llt ist (angefochtenes Urteil S. 277), was bei der Festsetzung der Basisgenugtuung ber�cksichtigt werden kann. Doch kommt der individuellen und konkreten W�rdigung s�mtlicher Umst�nde bei den einzelnen Gesch�digten im Rahmen der zweiten Phase der Genugtuungsbemessung st�rkeres Gewicht zu als bei der strafrechtlichen W�rdigung, bei welcher ein objektiver Massstab angelegt werden kann. Bei der konkreten Bemessung der Genugtuung ist daher f�r jeden Einzelfall zu differenzieren. Wie das Bundesgericht in einem fr�heren Entscheid erkannt hat, rechtfertigt der Umstand, dass neben dem konkret betroffenen Opfer noch weitere Personen durch �hnliche Delikte des Beschwerdegegners gesch�digt wurden, nicht, auf die W�rdigung der Umst�nde des Tatvorgehens gegen�ber jedem einzelnen Opfer und den entsprechenden konkreten Auswirkungen der Pers�nlichkeitsverletzungen bei jeder einzelnen gesch�digten Person zu verzichten (Urteil des Bundesgerichts 6S.392/2002 vom 17. Dezember 2002 E. 3.2. und 3.3, nicht publ. E. von BGE 129 IV 149). Das schliesst nicht aus, dass letztlich in mehreren oder gar allen Einzelf�llen eine Genugtuung in derselben H�he zugesprochen werden kann. Doch lassen sich im vorliegenden Fall die �berlegungen, welche die Vorinstanz zu diesem Ergebnis gef�hrt haben, f�r die einzelnen Gesch�digten mangels hinreichender Feststellung der tats�chlichen Verh�ltnisse nicht nachvollziehen. Es kann somit nicht �berpr�ft werden, ob der den Privatkl�gerinnen und Privatkl�gern als Entsch�digung f�r die ihnen widerfahrene immaterielle Unbill zugesprochene Betrag im Rahmen des Ermessens liegt oder als stossend bzw. offensichtlich unbillig erscheint.
Schliesslich ist zwar grunds�tzlich nicht zu beanstanden, dass sich die Vorinstanz f�r die Bemessung der Basisgenugtuung auf ein vom Bundesgericht best�tigtes Pr�judiz st�tzt, in welchem einer von ihrem HIV-positiven Lebenspartner mit dem HI-Virus infizierten Gesch�digten eine Genugtuung von Fr. 80'000.-- zugesprochen worden war (angefochtenes Urteil S. 278; BGE 125 III 412 E. 2b/aa). Doch macht der Beschwerdef�hrer in diesem Kontext zu Recht geltend, die Festsetzung sei im Lichte der zu jenem Zeitpunkt noch weit weniger fortgeschrittenen medizinischen Behandlungsm�glichkeiten zu sehen, so dass der in jenem Entscheid best�tigte Betrag f�r die Festlegung der konkreten Genugtuung im vorliegenden Fall jedenfalls nicht unbesehen als Basisgenugtuung �bernommen werden kann. Zudem wurde in jenem Entscheid bei der Bemessung der konkreten Genugtuung auch der Besonderheit Rechnung getragen, dass die Gesch�digte von ihrer HIV-Infektion auch deshalb besonders belastet war, weil sie sich nicht nur um ihre eigene Zukunft, sondern als allein erziehende Mutter auch um die Zukunft ihrer minderj�hrigen Tochter Sorgen machte. Auf der anderen Seite darf die Vorinstanz ber�cksichtigen, dass sich die beiden F�lle in der Art und Weise, wie die Gesch�digten mit HIV angesteckt wurden, unterscheiden.
Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt somit als begr�ndet. Eine Aufhebung wegen mangelhafter Tatsachenfeststellungen kann weiterhin ohne Einvernahme der Gegenpartei erfolgen, da bei der R�ckweisung zur Sachverhaltserg�nzung der Entscheid in der Sache nicht pr�judiziert wird (BGE 133 IV 293 E. 3.4.2 a.E.).
Aus diesen Gr�nden ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, soweit darauf eingetreten werden kann; im �brigen ist sie abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Kanton Bern den Beschwerdef�hrer im Umfang seines Obsiegens f�r das bundesgerichtliche Verfahren zu entsch�digen (Art. 68 Abs. 1 BGG). Die Entsch�digung wird praxisgem�ss seinem Rechtsvertreter ausgerichtet. Insofern wird das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos (BGE 139 III 396 E. 4.1). Soweit der Beschwerdef�hrer mit seiner Beschwerde unterliegt, wird er kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Sein Gesuch um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege kann in diesem Umfang gutgeheissen werden. Seine Bed�rftigkeit ist ausgewiesen (vgl. BGE 125 IV 161 E. 4) und seine Beschwerde war nicht von vornherein aussichtslos (vgl. BGE 124 I 304 E. 2 mit Hinweisen). Es sind daher keine Kosten zu erheben (Art. 64 Abs. 1 BGG). Seinem Vertreter ist aus der Bundesgerichtskasse eine reduzierte Entsch�digung auszurichten (Art. 64 Abs. 2 BGG).
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist, das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern vom 11. April 2014 aufgehoben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen; im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen.