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Timestamp: 2016-10-26 02:26:40
Document Index: 373492842

Matched Legal Cases: ['Art. 9', 'Art. 24', 'Art. 46', 'Art. 46', 'BGE', 'Art. 4', 'Art. 8', 'Art. 46', 'BGE', 'Art. 48', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 46', 'BGE', 'BGE', 'Art. 43', 'Art. 46', 'BGE', 'BGE', 'Art. 48', 'Art. 48', 'Art. 46', 'Art. 66', 'Art. 67', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 46', 'BGE', 'Art. 46', 'Art. 4', 'Art. 48']

139 V 28937. Auszug aus dem Urteil der II. sozialrechtlichen Abteilung i.S. S. gegen Eidgen�ssische Ausgleichskasse (Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten)
Art. 9 LPGA; art. 43bis al. 2 et art. 46 al. 2 seconde phrase LAVS; art. 48 al. 2 seconde phrase LAI (dans sa teneur en vigueur jusqu'� la fin de l'ann�e 2007); demande tardive; paiement r�troactif pour une p�riode plus longue d'une allocation pour impotent non per�ue. Qu'un �tat de fait objectivement donn� ouvrant droit � prestations n'ait pas �t� reconnaissable ou que la personne assur�e ait �t� emp�ch�e pour cause de maladie malgr� une connaissance ad�quate de d�poser une demande ou de charger quelqu'un du d�p�t de la demande, n'est admis que de mani�re tr�s restrictive par la jurisprudence; casuistique � ce propos (consid. 4). Pour le paiement r�troactif concernant une p�riode qui remonte au-del� des douze mois pr�c�dant le d�p�t de la demande, est d�terminante la connaissance de l'�tat de fait ouvrant droit � prestations de la part de la personne assur�e ou de son repr�sentant l�gal. Le fait que les tiers d�sign�s � l'art. 66 RAI et � l'art. 67 RAVS, autoris�s � faire valoir le droit aux prestations aient au besoin d�j� eu connaissance de l'�tat de fait ouvrant droit � prestations � un moment ant�rieur ne s'oppose pas � un tel droit au paiement r�troactif (confirmation de la jurisprudence ATF 108 V 226 et ATF 102 V 112 consid. 2c p. 117; consid. 6.1 et 6.2). Faits � partir de page 291
A. Die 1922 geborene S. leidet beidseitig an fortgeschrittenem gr�nem Star und einer schweren Hornhauterkrankung (vollst�ndige Erblindung des rechten Auges), an ausgepr�gter Altersschwerh�rigkeit, kognitiven Defiziten im Sinne einer dementiellen Entwicklung vom Alzheimertyp, Diabetes mellitus, Osteoporose im Frakturstadium sowie zeitweise an Harn- und Stuhlinkontinenz. Im April 2009 reichte ihr Sohn das Anmeldeformular f�r den Bezug einer Hilflosenentsch�digung der AHV ein. Mit Verf�gung vom 2. September 2010 und Einspracheentscheid vom 14. Januar 2011 sprach die Eidgen�ssische Ausgleichskasse S. mit Wirkung ab 1. April 2008 eine Hilflosenentsch�digung wegen schwerer Hilflosigkeit zu. Es sei unbestritten, dass die Versicherte seit mehreren Jahren und weiterhin in schwerem Grade hilflos sei. Es k�nne indes offenbleiben, ob die Hilfsbed�rftigkeit bereits seit 2003 oder erst ab 2004 bestehe. Zufolge versp�teter Geltendmachung k�nne die Hilflosenentsch�digung ohnehin lediglich f�r die zw�lf der Anmeldung vorangehenden Monate nachbezahlt werden. Die Voraussetzungen f�r eine weitergehende Nachzahlung seien nicht erf�llt.
C. S. f�hrt Beschwerde ans Bundesgericht mit dem Antrag auf Nachzahlung der Hilflosenentsch�digung bereits ab 1. Januar 2005.
Ausgleichskasse, kantonales Gericht und Bundesamt f�r Sozialversicherungen verzichten auf eine Vernehmlassung zur Beschwerde.
4. 4.1 Macht ein Versicherter den Anspruch auf eine Hilflosenentsch�digung der AHV mehr als zw�lf Monate nach dessen Entstehung geltend, so wird die Entsch�digung in Abweichung von Art. 24 Abs. 1 ATSG (SR 830.1) lediglich f�r die zw�lf Monate ausgerichtet, die der Geltendmachung vorangehen (Art. 46 Abs. 2 erster Satz AHVG). Weiter gehende Nachzahlungen werden erbracht, wenn der Versicherte den anspruchsbegr�ndenden Sachverhalt nicht kennen konnte und die Anmeldung innert zw�lf Monaten nach Kenntnisnahme vornimmt (zweiter Satz von Art. 46 Abs. 2 AHVG). BGE 139 V 289 S. 292
4.2 Unter dem anspruchsbegr�ndenden Sachverhalt ist in Anlehnung an Art. 4 und 5 IVG sowie Art. 8 und 9 ATSG der k�rperliche, geistige oder psychische Gesundheitsschaden zu verstehen, der eine voraussichtlich bleibende oder l�ngere Zeit dauernde Hilfs- oder �berwachungsbed�rftigkeit bei allt�glichen Lebensverrichtungen zur Folge hat. Mit der Kenntnis des anspruchsbegr�ndenden Sachverhalts ist nicht das subjektive Einsichtsverm�gen der versicherten Person gemeint, sondern es geht nach dem Wortlaut von Art. 46 Abs. 2 zweiter Satz AHVG vielmehr darum, ob der anspruchsbegr�ndende Sachverhalt objektiv feststellbar ist oder nicht (BGE 114 V 134; Urteil des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts H 22/02 vom 8. Juli 2002 E. 2b; vgl. auch die analog anwendbare Rechtsprechung zu Art. 48 Abs. 2 IVG [in der bis Ende 2007 g�ltig gewesenen Fassung]: BGE 120 V 89 E. 4b S. 94; BGE 102 V 112 E. 1a S. 113; BGE 100 V 114 E. 2c S. 119; ZAK 1984 S. 403, I 132/83 E. 1; Urteil 8C_262/2010 vom 12. Januar 2011 E. 4.2).
Dass ein objektiv gegebener anspruchsbegr�ndender Sachverhalt nicht erkennbar gewesen ist oder dass die versicherte Person trotz entsprechender Kenntnis krankheitsbedingt daran gehindert wurde, sich anzumelden oder jemanden mit der Anmeldung zu betrauen, wird von der Rechtsprechung nur sehr zur�ckhaltend angenommen, so namentlich bei Schizophrenie (BGE 108 V 226 E. 4 S. 228; Urteile des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts I 824/05 vom 20. Februar 2006 E. 4.3; I 705/02 vom 17. November 2003 E. 4.3; I 141/89 vom 1. M�rz 1990 E. 2b; vgl. auch RDAT 2003 I Nr. 71 S. 277, I 125/02 E. 3), bei einer schweren narzisstischen, depressiven Pers�nlichkeitsst�rung im Sinne eines Borderlinezustandes an der Grenze zur schizophrenen Psychose (Urteil des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts I 418/96 vom 12. November 1997 E. 3b), bei einer schweren Pers�nlichkeitsst�rung (Urteil des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts I 205/96 vom 21. Oktober 1996 E. 3c), bei Urteilsunf�higkeit zufolge einer (nicht n�her bezeichneten) schweren psychischen Erkrankung (Urteil des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts I 71/00 vom 29. M�rz 2001 E. 3a); allenfalls auch in F�llen von schwerer Depression (BGE 102 V 112 E. 3 S. 118) oder Pers�nlichkeitsst�rungen mit sekund�rem chronischem Alkoholismus (Urteil des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts I 149/99 vom 16. M�rz 2000 E. 3b). BGE 139 V 289 S. 293
5. Das kantonale Gericht hat festgestellt, weitergehende, d.h. sich auf einen Zeitraum vor April 2008 erstreckende Nachzahlungen im Sinne des dargelegten zweiten Satzes von Art. 46 Abs. 2 AHVG fielen schon deshalb ausser Betracht, weil ein fr�herer Anspruch auf die Hilflosenentsch�digung gar nicht rechtsgen�glich nachweisbar sei.
5.1 Diese Schlussfolgerung l�sst sich angesichts der bestehenden Aktenlage nicht halten: Nachdem der Sohn der Beschwerdef�hrerin im April 2009 im Anmeldeformular f�r eine Hilflosenentsch�digung der AHV angekreuzt hatte, dass seine Mutter bei s�mtlichen allt�glichen Lebensverrichtungen der Hilfe ihrer beiden im selben Haus wohnenden Kinder sowie der dauernden Pflege und pers�nlichen �berwachung bed�rfe, pr�zisierte er diese Angaben im Januar 2010 u.a. dahingehend, dass die Hilfsbed�rftigkeit seit 2004, die Pflegebed�rftigkeit (Verabreichen von Medikamenten und diversen Augentropfen, Wechseln der Inkontinenzhosen) seit 2002 und die �berwachungsbed�rftigkeit seit ca. 2004 bestehe. Die Versicherte k�nne zufolge ihrer Verwirrung kaum allein gelassen werden; die meiste Zeit verbringe sie auf dem Bett oder dem Sofa liegend. Der Allgemeinmediziner Dr. E., der die Beschwerdef�hrerin seit M�rz 2001 haus�rztlich betreut, bescheinigte die eingangs angef�hrten Diagnosen (lit. A hievor) und best�tigte die Angaben des Sohnes. F�r aufw�ndige pflegerische Verrichtungen (intensive Dekubitusbehandlung, Verb�nde anlegen usw.) werde die Spitex beigezogen (Bericht vom 17. Januar 2010). In Erg�nzung zu den bisherigen Angaben kl�rte die zust�ndige Sachbearbeiterin der IV-Stelle des Kantons St. Gallen am 16. Juni 2010 die Hilflosigkeit im Gespr�ch mit dem Sohn einl�sslich weiter ab und hielt im entsprechenden Bericht fest, dass die Versicherte seit mehreren Jahren an fortschreitender Demenz, starker Beeintr�chtigung der Sehf�higkeit, Schwerh�rigkeit sowie an Bewegungseinschr�nkungen zufolge Osteoporose leide. Sie m�sse bei s�mtlichen Aktivit�ten des Alltags gef�hrt und begleitet werden; von sich aus w�rde sie "kaum mehr etwas machen". Ferner lag der Verwaltung ein Zeugnis von Dr. R., stellvertretender Chefarzt an der Augenklinik des Spitals X., vom 9. Januar 2006 vor, wonach die Sehfunktion der von ihm ophthalmologisch betreuten Beschwerdef�hrerin seit Behandlungsbeginn im April 2002 stark eingeschr�nkt sei; sie sei auf fremde Hilfe angewiesen. Schliesslich l�sst sich dem im Verlaufe des Einspracheverfahrens eingereichten Schreiben des Hausarztes Dr. E. an Prof. Dr. O., Facharzt BGE 139 V 289 S. 294an der Augenklinik des Spitals Y., vom 21. Februar 2007 entnehmen, dass sich in den letzten Jahren in zunehmendem Masse kognitive Defizite im Sinne einer dementiellen Entwicklung eingestellt h�tten. Aufgrund des schleichenden, progredienten Verlaufs und bisher fehlender begleitender neurologischer Symptome sowie Ereignisse akuter cerebrovaskul�rer Isch�mien m�sse am ehesten von einer Demenz vom Alzheimertyp ausgegangen werden. Im Oktober 2006 sei die Versicherte mittels Minimentaltest (Ergebnis: 23 von 30 Punkten) und Uhrentest (Resultat: f�nf von sieben Punkten) evaluiert worden; weitere Abkl�rungen seien bisher nicht veranlasst worden.
5.2 Wenn die Vorinstanz im Lichte der angef�hrten Unterlagen von Beweislosigkeit einer vor April 2008 (zw�lf Monate vor der Anmeldung) eingetretenen leistungsbegr�ndenden Hilflosigkeit ausgeht, muss diese Beweisw�rdigung als willk�rlich bezeichnet werden. Sie ist vom Bundesgericht zu korrigieren (nicht publ. E. 1). Obgleich dem kantonalen Gericht darin beizupflichten ist, dass "ein dementielles Syndrom (...) - zumindest im Anfangsstadium - nicht zwingend eine Hilflosigkeit in den massgeblichen Lebensverrichtungen" begr�ndet, darf nicht ausgeblendet werden, dass der Hausarzt bereits in seinem Schreiben von Anfang 2007 von einer mehrj�hrigen Entwicklung gesprochen hat; sie veranlasste ihn auch zu den Abkl�rungsmassnahmen von Herbst 2006. Bei diesen Gegebenheiten durfte jedenfalls schon l�ngere Zeit vor April 2008 nicht mehr vom "Anfangsstadium" einer dementiellen Entwicklung ausgegangen werden. Entscheidend ist jedoch, dass die Hilfsbed�rftigkeit anf�nglich in erster Linie auf die fortschreitende Beeintr�chtigung der Sehfunktion beider Augen zur�ckzuf�hren war, welche fach�rztlich schon im Jahre 2002 als stark eingeschr�nkt qualifiziert wurde. Die weitere Verschlechterung f�hrte denn auch zur rechtsseitigen Erblindung. Unter diesen Umst�nden geht es - entgegen der vorinstanzlichen Auffassung - nicht an, von der haus�rztlichen Best�tigung einer sp�testens seit 2004 bestehenden Hilfs-, Pflege- und �berwachungsbed�rftigkeit abzuweichen, ohne zu begr�nden, weshalb auf die Angaben seitens Dr. E. und die anderen hievor zitierten Unterlagen nicht abgestellt werden kann. Wird die zus�tzliche gesundheitliche Fragilit�t der betagten Beschwerdef�hrerin aufgrund der Osteoporose, des medikament�s nicht immer optimal eingestellten Diabetes mellitus vom Typ 2, der fr�heren rezidivierenden Lungenembolien sowie der wiederkehrenden Harnwegsinfekte ber�cksichtigt, ist in �bereinstimmung mit der Ausgleichskasse (im Einspracheentscheid vom BGE 139 V 289 S. 29514. Januar 2011) von einer (sp�testens) 2004 vorliegenden Hilflosigkeit schweren Grades auszugehen.
6. Eine andere Frage ist, ob und - bejahendenfalls - wieweit der Beschwerdef�hrerin die ihr an sich seit Anfang 2005 zustehende (Art. 43bis Abs. 2 AHVG) Hilflosenentsch�digung gem�ss Art. 46 Abs. 2 zweiter Satz AHVG �ber April 2008 hinaus nachgezahlt werden kann. Die Ausgleichskasse verneinte jegliche Nachzahlung, weil dem Sohn der Versicherten deren prek�rer Gesundheitszustand bekannt gewesen sei und er demzufolge seine Mutter bereits fr�her h�tte anmelden k�nnen.
6.1 In seinen in BGE 108 V 226 und BGE 102 V 112 E. 2c S. 117 publizierten Urteilen vom 25. M�rz 1982 und 5. Mai 1976 hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht f�r den Anwendungsbereich von Art. 48 Abs. 2 zweiter Satz IVG (ab 1. Januar 2012: Art. 48 Abs. 2 lit. a und b IVG) und - in Analogie dazu (vgl. E. 4.2 hievor) - auch f�r denjenigen von Art. 46 Abs. 2 zweiter Satz AHVG Folgendes festgelegt: Massgebend f�r die Nachzahlung hinsichtlich eines Zeitraums, welcher �ber die der Anmeldung vorangehenden zw�lf Monate zur�ckreicht, ist die Kenntnis des anspruchsbegr�ndenden Sachverhalts vonseiten der versicherten Person oder ihres gesetzlichen Vertreters. Einem Nachzahlungsanspruch f�r mehr als zw�lf Monate vor der Anmeldung steht der Umstand nicht entgegen, dass die in Art. 66 IVV (SR 831.201) und Art. 67 AHVV (SR 831.101) genannten, zur Geltendmachung des Anspruchs befugten Drittpersonen den leistungsbegr�ndenden Sachverhalt (vgl. E. 4.2 hievor) allenfalls bereits in einem fr�heren Zeitpunkt gekannt haben (BGE 108 V 226 E. 3 S. 228; BGE 102 V 112 E. 2c S. 117). Beiden in der Amtlichen Sammlung ver�ffentlichten Urteilen lagen Beschl�sse des Gesamtgerichts zugrunde.
6.2 Entgegen der Auffassung der Verwaltung ist diese Rechtsprechung keineswegs "offensichtlich �berholt". Im Urteil des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts H 22/02 vom 8. Juli 2002 E. 2a erfuhr sie insofern eine Pr�zisierung, als der Anspruch auf eine weiter gehende Nachzahlung der Hilflosenentsch�digung der AHV abgelehnt wurde, weil die Hilflosigkeit als anspruchsbegr�ndender Sachverhalt dem Ehemann als Beistand der Versicherten (welche an seniler Demenz vom Alzheimertyp litt) erkennbar war. Ansonsten wurde die dargelegte Rechtsprechung seit Erlass der beiden Grundsatzentscheide in gegen einem Dutzend Urteilen des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts und (seit 1. Januar 2007) des Bundesgerichts BGE 139 V 289 S. 296best�tigt (vgl. etwa ZAK 1984 S. 403, I 132/83 E. 1 in fine; Urteile 9C_670/2009 vom 11. Dezember 2009 E. 2; I 705/02 vom 17. November 2003 E. 4.3; I 199/02 vom 20. August 2002 E. 2.2; I 71/00 vom 29. M�rz 2001 E. 2a; vgl. auch ANDR� PIERRE HOLZER, Verj�hrung und Verwirkung der Leistungsanspr�che im Sozialversicherungsrecht, 2005, S. 92; ULRICH MEYER-BLASER, Bundesgesetz �ber die Invalidenversicherung [IVG], in: Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Murer/Stauffer [Hrsg.], 1997, S. 284). F�r eine �nderung der Rechtsprechung besteht kein Anlass, zumal sich eine solche grunds�tzlich nur begr�nden liesse, wenn die neue L�sung besserer Erkenntnis der ratio legis, ver�nderten �usseren Verh�ltnissen oder gewandelter Rechtsanschauung entspr�che (BGE 138 II 162 E. 2.3 S. 166; BGE 138 III 270 E. 2.2.2 S. 273, BGE 137 V 359 E. 6.1 S. 361; BGE 137 III 352 E. 4.6 S. 360; BGE 137 V 133 E. 6.1 S. 137, BGE 137 V 210 E. 3.4.2 S. 252, 282 E. 4.2 S. 291, 314 E. 2.2 Ingress S. 316). Solches wird denn auch von keiner Seite geltend gemacht. An dieser Betrachtungsweise �ndert nichts, dass das Eidgen�ssische Versicherungsgericht in seinem von Verwaltung und Vorinstanz erw�hnten Urteil H 374/00 vom 9. August 2002 E. 4 - ohne Auseinandersetzung mit seiner st�ndigen Gerichtspraxis in dieser Frage - anders entschieden hat. F�r den vorliegenden Fall l�sst sich daraus nichts ableiten.
6.3 Nach dem Gesagten spielt es f�r den geltend gemachten Nachzahlungsanspruch ab 1. Januar 2005 keine Rolle, dass der Sohn der Beschwerdef�hrerin den Gesundheitszustand, welcher zur schweren Hilflosigkeit gef�hrt hatte, zweifellos kannte und seine Mutter bereits viel fr�her h�tte anmelden k�nnen (einzig seine Rechtsunkenntnis verhinderte dies).
Hingegen ist der Frage nachzugehen, inwiefern oder besser: wie lange die Beschwerdef�hrerin selber den anspruchsbegr�ndenden Sachverhalt trotz ihrer kognitiven Defizite (noch) erkennen konnte (vgl. E. 4.2 hievor). Denkbar ist auch, dass die Versicherte (anf�nglich) trotz (noch) vorhandener objektiver Kenntnis (bereits) krankheitsbedingt daran gehindert wurde, sich f�r eine Hilflosenentsch�digung anzumelden oder jemanden mit der Anmeldung zu betrauen. In diese Richtung weisen etwa die Ausf�hrungen des Dr. E. zur ablehnenden Haltung der Beschwerdef�hrerin gegen�ber einem Beizug der Spitex: Die diesbez�gliche Malcompliance sei auf die dementielle St�rung zur�ckzuf�hren (bereits erw�hntes Schreiben vom 21. Februar 2007). Das kantonale Gericht, an welches die Sache zur Vornahme erg�nzender Abkl�rungen und anschliessender neuer EntscheidungBGE 139 V 289 S. 297�ber die weiter gehende Nachzahlung der Hilflosenentsch�digung im Sinne von Art. 46 Abs. 2 zweiter Satz AHVG zur�ckzuweisen ist, wird am ehesten beim (seit Anfang 2001 behandelnden) Hausarzt der Versicherten Antworten auf die noch offenen Fragen finden. Soweit die Vorinstanz auch mit Bezug auf die spezifisch kognitiven Auswirkungen der dementiellen Entwicklung im Zeitraum vor April 2008 Beweislosigkeit annimmt, liegt wiederum eine (letztinstanzlich zu korrigierende) Bundesrechtsverletzung vor. Das kantonale Gericht �bersieht n�mlich, dass von Beweislosigkeit erst ausgegangen werden kann, wenn es sich als unm�glich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes anhand einer Beweisw�rdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit f�r sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b S. 264 mit Hinweis). Von einer derartigen beweisrechtlichen Pattsituation kann indessen im hier zu beurteilenden Fall solange nicht gesprochen werden, als noch von keiner Seite Abkl�rungen dar�ber get�tigt wurden, wie weit und gegebenenfalls wie lange die Beschwerdef�hrerin trotz ihrer dementiellen Erkrankung �berhaupt in der Lage war, sich um die Anmeldung f�r die Hilflosenentsch�digung zu k�mmern (vgl. die im zweiten Abschnitt von E. 4.2 hievor angef�hrten Urteile).
102 V 112,
108 V 226,
114 V 134,
120 V 89 suite... ,
100 V 114,
137 V 359,
art. 67 RAVS,
Art. 46 Abs. 2 AHVG suite... ,
Art. 4 und 5 IVG,
Art. 48 Abs. 2 lit. a und b IVG