Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=12%20A%20102/06
Timestamp: 2020-08-14 00:14:41
Document Index: 8503972

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 1', '§ 1', '§ 4']

VG Schleswig, 30.01.2008 - 12 A 102/06 - dejure.org
https://dejure.org/2008,1466
VG Schleswig, 30.01.2008 - 12 A 102/06 (https://dejure.org/2008,1466)
VG Schleswig, Entscheidung vom 30.01.2008 - 12 A 102/06 (https://dejure.org/2008,1466)
VG Schleswig, Entscheidung vom 30. Januar 2008 - 12 A 102/06 (https://dejure.org/2008,1466)
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Europarechtskonformität der Beschränkung eines privaten gewerblichen Glücksspielveranstalters mit Sitz in Gibraltar hinsichtlich der Verwehrung einer Lizenz zur Durchführung von Online-Sportwetten; Statthafte Klageart eines in Gibraltar ansässigen ...
EuGH-Vorlage wg. deutschem Glücksspiel-Monopol
Zulässigkeit des Ausschlusses privater Glücksspielveranstalter
aa) Jedoch kommt es nicht in Betracht, die Untersagungsverfügung auf das bloße Fehlen einer Erlaubnis der Klägerin für die Vermittlung von Glücksspiel in Hamburg zu stützen (…vgl. EuGH, Urt. v. 6.3.2007, C-338/07 u.a., Rn. 63, 65 ff., Placanica;… BVerfG, Beschl. v. 22.11.2007, 1 BvR 2218/06, juris, Rn. 33; OVG Lüneburg, Beschl. v. 8.7.2008, 11 MC 71/08, juris; VG Schleswig, Beschl. v. 30.1.2008, 12 A 102/06, juris, Rn. 20;… VG Freiburg, Urt. v. 9.7.2008, 1 K 2130/06, juris, Rn. 16 ff.; a.A. OVG Berlin-Brandenburg, Beschl. v. 26.10.2010, 1 S 154.10, juris).
Das bloße Fehlen einer Erlaubnis kann jedoch dann nicht zur Begründung einer Untersagungsverfügung herangezogen werden, wenn für den betreffenden Antragsteller gar nicht die Möglichkeit besteht, eine derartige Erlaubnis zu erlangen und wenn dieser Ausschluss in Widerspruch zu höherrangigem Recht steht (…EuGH, Urt. v. 6.3.2007, C-338/07 u.a., Rn. 63, 65 ff., Placanica;… BVerfG, Beschl. v. 22.11.2007, 1 BvR 2218/06, juris, Rn. 33; OVG Lüneburg, Beschl. v. 8.7.2008, 11 MC 71/08, juris; VG Schleswig, Beschl. v. 30.1.2008, 12 A 102/06, juris, Rn. 20;… ähnlich VG Neustadt/Weinstraße, Beschl. v. 5.3.2008, 5 L 1327/07, juris, Rn. 13).
Dieses Urteil beruht auf den tatsächlichen Feststellungen des Vorlagebeschlusses (VG Schleswig, Beschl. v. 30.1.2008, 12 A 102/06, juris).
So habe sich die Anzahl der erlaubten Casinos allein vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2005 von 66 auf 81 erhöht (VG Schleswig, Beschl. v. 30.1.2008, 12 A 102/06, juris, Rn. 56).
Schließlich begründet das Verwaltungsgericht Schleswig die Inkohärenz auch damit, dass die Pferdewetten aufgrund des Rennwett- und Lotteriegesetzes vom Geltungsbereich des Glücksspielstaatsvertrages ausgenommen sind (vgl. § 1 Abs. 2 HmbGlüStVAG) und in diesem Bereich private Anbieter tätig werden dürfen (§§ 1 und 2 RennwLottG, vgl. VG Schleswig, Beschl. v. 30.1.2008, 12 A 102/06, juris, Rn. 54).
Der Vorlagebeschluss des VG Schleswig vom 30.01.2008 - 12 A 102/06 - (Vorabentscheidungsverfahren C-46/08 Carmen Media Group Ltd.) rechtfertigt ebenfalls keine Aussetzung.
(bb.) Die Vertreter der Europarechtskonformität des GlüStV argumentieren weiter damit, dass die Spielbanken sich vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2005 zwar von 66 auf 81 erhöht hätten (VG Schleswig in seinem Vorlagebeschluss vom 30. Januar 2008 - 12 A 102/06 -, Rn. 56) und die Zahl der deutschen Spielbanken im letzten Jahr bei ca. 80 gelegen habe (vgl. OVG NRW, Beschluss vom 15. November 2010 - 4 B 733/10 -).
Gleichermaßen wurde die Verlustgrenze von 60 auf 80 Euro heraufgesetzt (vgl. Schleswig-Holsteinisches VG, Beschluss vom 30. Januar 2008 - 12 A 102/06 - VG Köln…, Urteil vom 18. November 2010, a.a.O., Rn. 107; VG Halle…, Urteil vom 11. November 2010, a.a.O., S. 51 f.; VG Hamburg…, Urteil vom 2. November 2010, a.a.O., Rn. 86; VG Berlin…, Urteil vom 7. Oktober 2010, a.a.O., Rn. 141 ff.).
Von den ansonsten anhängigen Vorabentscheidungsersuchen deutscher Gerichte hat, soweit ersichtlich, lediglich der Vorlagebeschluss des VG Schleswig vom 30.01.2008 - 12 A 102/06 - einen direkten Bezug zu § 4 IV GlüStV.