Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F06-07-2012-9C_942-2011
Timestamp: 2016-10-23 12:07:55
Document Index: 94421394

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 4', 'Art. 3', 'Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66']

9C_942/2011 (06.07.2012)
Rechtsanwalt Dr. Eugen M�tzler,
Die 1970 geborene Y.________ verf�gt �ber keine Berufsausbildung. Zuletzt war sie vom 18. ... 2002 bis ... 2006 als Mitarbeiterin Fertigschau in der Firma S.________ AG t�tig. Am 23. Januar 2006 meldete sie sich bei der Invalidenversicherung zum Rentenbezug an. Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen f�hrte erwerbliche und medizinische Abkl�rungen durch. Namentlich veranlasste sie eine medizinische Abkl�rung im Institut A.________ (Gutachten vom 5. April 2007 und Erg�nzung vom 14. August 2007). Die Gutachter regten eine station�re medikament�se Langzeitbehandlung der psychiatrischen Problematik an. Am 17. September 2007 trat Y.________ station�r in die Klinik P.________ f�r Psychiatrie, Psychotherapie und Suchtbehandlung, ein (Bericht vom 9. November 2007). Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens liess Y.________ ein Schreiben ihres Hausarztes Dr. med. U.________, Allgemeine Medizin, vom 26. M�rz 2008 ins Recht legen. Die IV-Stelle veranlasste hierauf beim Institut A.________ ein neues Gutachten vom 25. M�rz 2009. Nach erneutem Vorbescheidverfahren verf�gte die IV-Stelle am 29. September 2009 die Abweisung des Leistungsbegehrens.
Die hiegegen erhobene Beschwerde von Y.________ hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen, soweit es darauf eintrat, dahingehend gut, als es Y.________ von Februar 2006 bis Dezember 2007 eine Viertelsrente und von Januar 2008 bis April 2009 eine halbe Rente zusprach. F�r die Zeit ab Mai 2009 wies es die Beschwerde ab (Entscheid vom 28. Oktober 2011).
Gegen diesen Entscheid f�hren sowohl Y.________ als auch die IV-Stelle Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten.
Die IV-Stelle (Beschwerdef�hrerin 1) beantragt, unter Aufhebung des angefochtenen Entscheides sei ihre Verf�gung vom 29. September 2009 zu best�tigen. Y.________ schliesst auf Abweisung dieser Beschwerde (Verfahren 9C_942/2011).
Y.________ (Bescherdef�hrerin 2) ihrerseits beantragt die Aufhebung von Ziffer 1 Dispositiv des angefochtenen Entscheides wie auch der Verf�gung der IV-Stelle und die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente ab 1. Februar 2006. Eventualiter sei die Sache zur erg�nzenden Abkl�rung (neue interdisziplin�re [rheumatologische, psychiatrische] Begutachtung) und neuen Verf�gung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Die Beschwerden richten sich gegen denselben letztinstanzlichen kantonalen Entscheid, es liegt ihnen der n�mliche Sachverhalt zu Grunde und es stellen sich �hnliche Rechtsfragen. Daher rechtfertigt es sich, die Verfahren 9C_942/2011 und 9C_70/2012 zu vereinigen und in einem einzigen Urteil zu erledigen (BGE 128 V 124 E. 1 S. 126 mit Hinweisen; Urteil 9C_501/2011 und 9C_508/2011 vom 19. Dezember 2011).
2.2 Tats�chlicher Natur und somit f�r das Bundesgericht grunds�tzlich verbindlich sind insbesondere die Feststellungen zur Arbeits(un)f�higkeit, welche das kantonale Gericht gest�tzt auf medizinische Untersuchungen trifft (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 398). Zu den vom Bundesgericht nur eingeschr�nkt �berpr�fbaren Tatsachenfeststellungen z�hlt auch, ob eine anhaltende somatoforme Schmerzst�rung vorliegt, und, bejahendenfalls, ob eine psychische Komorbidit�t oder weitere Umst�nde gegeben sind, welche die Schmerzbew�ltigung behindern. Als Rechtsfrage frei �berpr�fbar ist dagegen, ob eine festgestellte psychische Komorbidit�t hinreichend erheblich ist und ob einzelne oder mehrere der festgestellten weiteren Kriterien in gen�gender Intensit�t und Konstanz vorliegen, um gesamthaft den Schluss auf eine nicht mit zumutbarer Willensanstrengung �berwindbare Schmerzst�rung und somit auf eine invalidisierende Gesundheitssch�digung zu gestatten (Urteil 9C_871/2010 vom 25. Februar 2011 E. 1.2, nicht publ. in: BGE 137 V 64; SVR 2008 IV Nr. 23 S. 71, I 683/06 E. 2.2). Soweit die Beurteilung der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen auf die allgemeine Lebenserfahrung gest�tzt wird, geht es ebenfalls um eine Rechtsfrage.
3.1 Die Vorinstanz erwog, obwohl die Firma S.________ AG bereit gewesen sei, die Versicherte auch nach Eintritt der gesundheitlichen Probleme weiter zu besch�ftigen, k�nne diese Arbeit nicht als "Validenkarriere" bezeichnet werden. Der dort erzielbare Lohn habe zwar dem Durchschnittseinkommen (Zentralwert) f�r Hilfsarbeiten in der Textilbranche entsprochen, er sei aber deutlich tiefer gewesen als der Durchschnittslohn �ber alle Branchen hinweg. Weil die Beschwerdef�hrerin nicht �ber eine Ausbildung im Textilbereich verf�ge, sei davon auszugehen, dass sie in eine andere Branche gewechselt h�tte, wenn ihr eine besser bezahlte Arbeit angeboten worden w�re. Als Valideneinkommen sei daher der Lohn in einer durchschnittlichen Hilfsarbeit heranzuziehen. Die Beschwerdef�hrerin k�nnte auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in jeder Branche eine behinderungsadaptierte T�tigkeit aus�ben, weshalb das Invalideneinkommen ausgehend vom selben Durchschnittslohn zu bestimmen sei. Gest�tzt auf das zweite Gutachten des Instituts A.________ betrage die Arbeitsf�higkeit in einer angepassten T�tigkeit mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit 70 %. Die Ausf�hrungen des Dr. med. R.________ seien nicht geeignet, Zweifel an der Richtigkeit dieser Arbeitsf�higkeitssch�tzung zu wecken. Die verschiedenen, nur indirekt behinderungsbedingten Nachteile (Unf�higkeit, bei entsprechendem betrieblichen Bedarf �berstunden zu leisten oder vor�bergehend an einem anderen, nicht adaptierten Arbeitsplatz t�tig zu sein, reale Gefahr �berdurchschnittlicher Krankheitsabsenzen, besondere R�cksichtnahme seitens Kolleginnen und Vorgesetzten insbesondere in Phasen starker Belastung etc.) rechtfertigten einen zus�tzlichen Abzug von 10 %. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 50'278.- (Schweizerische Lohnstrukturerhebung [LSE] 2006, Tabelle TA1, Zentralwert, durchschnittliche Wochenarbeitszeit: 41,7 Stunden) und einem Invalidenlohn von Fr. 31'675.- resultiere ein Invalidit�tsgrad von 37 %. Bei einer Arbeitsunf�higkeit von 40 % bis Ende September 2007, 50 % bis Januar 2009 und 30 % seit Februar 2009 resultiere von Februar 2006 bis Dezember 2007 ein Anspruch auf eine Viertelsrente, anschliessend bis Ende April 2009 auf eine halbe Rente. Ab Mai 2009 entfalle ein Rentenanspruch.
3.2 Die Beschwerdef�hrerin 1 macht sinngem�ss geltend, die Vorinstanz habe ihrer Berechnung zu Unrecht nicht das zuletzt erzielte, sondern ein hypothetisches, deutlich h�heres Einkommen zu Grunde gelegt. Ein sogenannter Leidensabzug sei nicht begr�ndbar. Lediglich zwischen Januar 2008 bis Ende April 2009 habe bei einem Valideneinkommen von Fr. 44'720.- und einem Invalidenlohn von Fr. 25'139.- ein rentenbegr�ndender Invalidit�tsgrad (von 44 %) bestanden. Weil die Gutachter des Instituts A.________ einzig �tiologisch-pathogenetisch unerkl�rliche syndromale Leidenszust�nde beschrieben h�tten, denen zufolge fehlender Objektivierbarkeit keine invalidisierende Wirkung zukomme, sei aber ohnehin zu keinem Zeitpunkt ein Anspruch auf eine Invalidenrente gegeben gewesen. Der vom Gutachter des Instituts A.________ gemessene, weit unterhalb des Referenzbereiches liegende Medikamentenspiegel des Antidepressivums spreche daf�r, dass sich die Versicherte selbst nicht als besonders depressiv erlebt habe. Nachdem die Gutachter des Instituts A.________ die sogenannten F�rster-Kriterien als nicht erf�llt erachtet h�tten, sei aus psychiatrischer Sicht von einer vollen Arbeitsf�higkeit auszugehen. Insofern k�nne von den beiden Gutachten des Instituts A.________ abgewichen werden, ohne dass diesen "im restlichen Teil" der Beweiswert abzusprechen sei.
3.3 Die Beschwerdef�hrerin 2 r�gt haupts�chlich die vorinstanzliche Beweisw�rdigung. Insbesondere stelle das kantonale Gericht ausschliesslich und in Verletzung von Bundesrecht auf das zweite, den Beweiswertanforderungen und namentlich den Kriterien von BGE 137 V 210 nicht gen�gende Gutachten des Instituts A.________ ab. Bundesrechtswidrig gew�rdigt worden sei sodann der Bericht des Dr. med. R.________; auch der Sachverhalt sei falsch festgestellt worden. Auf die bereits im vorinstanzlichen Verfahren ger�gten M�ngel des zweiten Gutachtens des Instituts A.________ sei das kantonale Gericht nicht eingegangen und habe den Anspruch auf rechtliches Geh�r verletzt. Ausgehend von den beweiskr�ftigen Einsch�tzungen des Dr. med. R.________ betrage die Arbeitsunf�higkeit 70 % und es bestehe Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.
4.1 Die Beweisw�rdigung des kantonalen Gerichts beschl�gt Fragen tats�chlicher Natur und ist daher f�r das Bundesgericht grunds�tzlich bindend (E. 2.2 hievor). Eine Bindungswirkung fehlt, wenn die Beweisw�rdigung willk�rlich ist, was nicht bereits dann zutrifft, wenn eine andere L�sung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen w�re, sondern erst, wenn der Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, zur tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht oder auf einem offenkundigen Fehler beruht (BGE 127 I 54 E. 2b S. 56; vgl. auch BGE 135 V 2 E. 1.3 S. 4 f).
4.2 Der das psychiatrische Teilgutachten des Instituts A.________ (Untersuchung vom 17. Februar 2009) verfassende Dr. med. G.________ begr�ndete ausf�hrlich, weshalb die im Jahre 2007 gestellten Diagnosen (Neurasthenie und Schmerzverabeitungsst�rung) nicht mehr zutreffen. Er f�hrte aus, depressive Symptome seien derzeit gen�gend ausgepr�gt f�r die Diagnose einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.0). Zus�tzlich best�nden psychosoziale und emotionale Belastungsfaktoren mit angespannter finanzieller Situation und schwieriger Beziehungssituation in der Familie. Diagnostisch liege eine anhaltende somatoforme Schmerzst�rung (ICD-10 F45.4) vor, die eine vollst�ndige Arbeitsunf�higkeit nicht zu begr�nden verm�ge. Die Versicherte k�nne sich nicht mehr vorstellen, zu arbeiten und gehe nicht v�llig ad�quat mit ihren Beschwerden um; sie f�hle sich mehr beeintr�chtigt als dies den objektiven Tatsachen entspreche. Die erwartete, aber nicht eingetroffene Beschwerdefreiheit habe psychisch zu Verunsicherung und Entt�uschung gef�hrt, es h�tten sich regressive Verhaltensweisen eingestellt und ein nicht ad�quater Umgang mit den Schmerzen. Diese h�tten im Sinne einer psychischen �berlagerung zugenommen und sich ausgeweitet, dabei h�tten auch kulturelle Faktoren eine Rolle gespielt. Trotz ihrer Schmerzen w�ren der Versicherten einfache T�tigkeiten zumutbar; sie k�nne - wenn auch mit Pausen - Mahlzeiten kochen, gehe kleinere Dinge mit dem Auto einkaufen und leide nicht unter einer schweren chronischen somatischen Erkrankung. Sie habe im Untersuchungsgespr�ch gut verbalisieren k�nnen und keine deutlichen Konzentrationsst�rungen gezeigt, auch innerhalb der Familie bestehe keine Stumpfheit der Umgebung gegen�ber. Ein emotionaler R�ckzug sei nicht ausgepr�gt, die n�chtlichen Schlafschwierigkeiten w�rden durch den relativ unstrukturierten Tagesablauf verst�rkt und zum sozialen R�ckzug gegen�ber Kolleginnen sei es gekommen, weil diese schlecht verstehen k�nnten, weshalb sie anhaltend krank sei und oft verstimmt reagiere. Die therapeutischen M�glichkeiten seien prinzipiell nicht ausgesch�pft. Aus psychiatrischer Sicht w�re eine den k�rperlichen Einschr�nkungen angepasste T�tigkeit zu 70 % zumutbar, im idealsten Fall in einem ganzt�gigen Pensum mit einem durch die erh�hte Erm�dbarkeit bedingten vermehrten Pausenbedarf.
4.3 Dr. med. R.________, seit ... 2009 behandelnder Psychiater, f�hrte am 17. M�rz 2010 aus, biografische Entt�uschungen (namentlich unerf�llt gebliebene W�nsche nach einer Ausbildung/ h�heren Bildung und nach weiteren Kindern) h�tten einen depressiven Grundkonflikt bewirkt. Die Pers�nlichkeitsentwicklung sei gepr�gt gewesen von �berh�hten "�ber-Ich-Forderungen", �berangepasstheit, gef�giger Unterordnung, Selbstverleugnung, Konfliktscheu und Aggressionshemmung. Eine "lebensgeschichtlich veranlagte Disposition" habe eine anhaltende depressive St�rung (ICD-10 F32.8) bewirkt, es pr�sentiere sich das Bild einer komplexen St�rung mit psychischen, kognitiven und k�rpernahen Ph�nomenen, welche diagnostisch einzuordnen sei als chronische Schmerzst�rung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.42). Weil das Schmerzsyndrom insoweit einen organischen Kern habe, als es mit pathophysiologisch relevanten und klinisch fassbaren Vorg�ngen korreliere (Trigenimus-Neuralgie [ICD-10 G50.0]; chronischer Spannungskopfschmerz [ICD-10 G44.2]), k�nne keine anhaltende somatoforme Schmerzst�rung diagnostiziert werden. Sodann best�nden kognitive Einschr�nkungen in Form "gedanklicher Leere", ansonsten sei das Denken der Form nach unauff�llig, d.h. normal in Tempo und Linienf�hrung, klar, geordnet und in sich folgerichtig. Die Versicherte artikuliere sich anschaulich und differenziert. Inkonsistenzen, wahllose Antworten oder sonstiges Aussageverhalten, die Zweifel an der Validit�t ihrer Schilderungen wecken k�nnten, fehlten. Inhaltlich pr�gnant sei die Schilderung von Erlebnisweisen, welche typisch depressiven Symptomen entspr�chen (Verlust von Interesse oder Freude an gew�hnlich angenehmen Dingen, Reizbarkeit, stark erh�hte Erm�dbarkeit, Hemmung beim Beginn einer Verrichtung, Schwierigkeiten eine Sache zu Ende zu f�hren, fr�hmorgendliches Erwachen unter Schmerzen, anschliessend angstvolles und resignatives Gr�beln, massloses Minderwertigkeitserleben, gemessenes Schuld- und Schamempfinden). Hinsichtlich des Leistungsverm�gens f�hrte Dr. med. R.________ aus, die Beschwerdef�hrerin erledige im Haushalt lediglich das Abstauben alleine, die �brigen Arbeiten �bern�hmen Ehemann und Sohn oder sie w�rden aufgeteilt. Die Versicherte sei nicht passiv, sondern leiste den ihr m�glichen Beitrag und werde nicht geschont. Sie sei w�hrend sehr weniger Stunden am Tag in der Lage, f�r sich selbst und die Familie zu sorgen; was sie sich zumute, entspreche nur einer leichten k�rperlichen Arbeit. Der behandelnde Ergotherapeut habe geschildert, dass die Versicherte bestenfalls nach zwanzig Minuten sichtbar erm�de. Durch Respektierung ihrer Belastungsgrenzen verm�ge sie einen gewissen Arbeitsrhythmus aufrecht zu erhalten. In einer Gesamtschau resultiere ein in sich stimmiges Profil weitreichender Einschr�nkungen unmittelbar schmerzbegr�ndender, depressionsbedingter und kognitiv erkl�rbarer Art. Gest�tzt auf seine klinische und gutachtliche Erfahrung, unter Ber�cksichtigung des Verlaufs und in �bereinstimmung mit der Beurteilung der Klinik P.________ sei er �berzeugt, dass die Funktionseinschr�nkungen derart schwer w�gen, dass sie willentlich durch weitere Therapien nicht mehr zu �berwinden seien. Auch in leichten k�rperlichen Arbeiten bestehe eine vollst�ndige Arbeitsunf�higkeit.
5.1 Das kantonale Gericht setzte sich einl�sslich mit den divergierenden medizinischen Beurteilungen auseinander und legte in Nachachtung seiner Pflicht zu umfassender, sorgf�ltiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweisw�rdigung (BGE 132 V 393 E. 4.1 S. 400) willk�rfrei dar, weshalb es nicht auf die Einsch�tzung des Dr. med. R.________ abstellte (vgl. E. 4.1 hievor). Es trifft zu, dass auch Dr. med. R.________ im Bericht vom 17. M�rz 2010 die von der Versicherten geklagten Beschwerden detailliert beschrieb und sowohl seine Diagnosen wie auch die von Dr. med. G.________ abweichende Beurteilung ausf�hrlich begr�ndete. Die Vorinstanz mass seiner Beurteilung aber geringeren Beweiswert zu, weil er einen therapeutischen Standpunkt einnehme und die Aussagen der Versicherten zu Art und Ausmass der Beschwerden wie auch zur Alltagsgestaltung selbstverst�ndlich als richtig und objektiv qualifiziere, ohne sich mit der Frage nach einem sekund�ren Krankheitsgewinn auseinanderzusetzen oder darauf einzugehen, ob der Beschwerdef�hrerin die Willensanstrengung zur Schmerz�berwindung zumutbar w�re. Das kantonale Gericht erwog, entgegen den Ausf�hrungen des Dr. med. R.________ korrespondiere die subjektive �berzeugung der Beschwerdef�hrerin, vollst�ndig arbeitsunf�hig zu sein, nicht mit der objektiven, bei zumutbarer Willensanstrengung erreichbaren Arbeitsf�higkeit. Diese Beweisw�rdigung kann nicht als willk�rlich bezeichnet werden; eine Verletzung der Begr�ndungspflicht liegt nicht vor. In der Tat f�llt auf, dass die Beurteilung des Dr. med. R.________ massgeblich auf den subjektiv empfundenen und geschilderten Einschr�nkungen der Versicherten beruht, die er - in Wahrnehmung seiner Aufgaben als behandelnder Psychiater und mit Blick auf die Wahrung des behandlungsnotwendigen Vertrauensverh�ltnisses - sehr ernst nahm. Die Beschwerdeschilderungen der Versicherten �bernahm er weitgehend unkritisch, indem er beispielsweise w�rtlich ausf�hrte: "Was wir �ber den Alltag Frau Y.________ anhand ihres Berichts wissen, l�sst darauf schliessen, dass sie in der Lage ist, w�hrend sehr weniger Stunden am Tag f�r sich selbst und ihre Familie zu sorgen." Indes h�tte nicht zuletzt mit Blick auf die ausgepr�gte Krankheits�berzeugung der Versicherten, die in den Akten mehrfach beschrieben wird, Anlass zu einer kritischen W�rdigung dieser Schilderungen bestanden. Auch mit Blick darauf, dass nicht nur die Einsch�tzungen des Hausarztes, sondern auch jene des behandelnden Spezialisten besonders sorgf�ltig zu w�rdigen sind, ist die vorinstanzliche Beweisw�rdigung nicht bundesrechtswidrig (BGE 125 V 351 E. 3b/cc S. 353 mit Hinweisen; Urteil 8C_373/2008 vom 28. August 2008 E. 4.2).
5.2 Soweit die Beschwerdef�hrerin 2 r�gt, das Gutachten des Instituts A.________ gen�ge nicht den Kriterien von BGE 137 V 210, ist festzuhalten, dass dieser Rechtsstreit bereits anh�ngig war, als jenes Urteil am 28. Juni 2011 gef�llt wurde. Zwar ist der in BGE 137 V 210 definierte Verfahrensstandard an sich auch f�r laufende Verfahren verbindlich (vgl. BGE 132 V 368 E. 2.1 S. 369). Es w�re jedoch nicht verh�ltnism�ssig, wenn nach den alten Regeln eingeholte Gutachten ungeachtet ihrer jeweiligen �berzeugungskraft den Beweiswert einb�ssten (BGE 137 V 210 E. 6 Ingress S. 266). Bildet ein nach altem Standard in Auftrag gegebenes Gutachten die massgebende Entscheidungsgrundlage, so ist diesem Umstand allenfalls bei der Beweisw�rdigung Rechnung zu tragen (Urteil 9C_776/2010 vom 20. Dezember 2011 E. 3.3). Entgegen den Vorbringen in der Beschwerde der Versicherten begr�nden die Gutachter sodann, weshalb die Arbeitsf�higkeit gegen�ber ihrer ersten Beurteilung vom 5. April 2007 h�her sei (es konnte keine Neurasthenie und keine Schmerzverarbeitungsst�rung mehr diagnostiziert werden). Der Einwand, das psychiatrische Teilgutachten des Instituts A.________ sei deshalb nicht beweistauglich, weil Dr. med. G.________ eine somatoforme Schmerzst�rung diagnostiziere, obwohl die Schmerzen teilweise organisch erkl�rbar waren, �berzeugt nicht, zumal eine somatoforme Schmerzst�rung (lediglich) voraussetzt, dass die geklagten Beschwerden organisch nicht hinreichend erkl�rbar sind, weshalb auch eine teilweise organische Ursache eine anhaltende somatoforme Schmerzst�rung nicht ausschliesst (vgl. WHO/DIMIDI, Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundeitsprobleme, 10. Revision - German Modification - Version 10 [ICD-10-GM 2010], Band 1 - Systematisches Verzeichnis, 2011, S. 191).
5.3.1 Im Gutachten des Instituts A.________ vom 25. M�rz 2009 finden sich als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsf�higkeit zum einen eine leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.0), zum andern eine anhaltende somatoforme Schmerzst�rung (ICD-10 F45.4). Dr. med. G.________ f�hrte aus, die Versicherte habe praktisch keinen Kontakt mehr zu Kolleginnen, die Beziehung zu Ehemann und Sohn sei wiederholt angespannt; die psychosozialen und emotionalen Belastungsfaktoren seien deutlich ausgepr�gt und dr�ckten sich durch den dadurch hervorgerufenen unangenehmen Effekt in den Schmerzen aus. Die als solche krankheitsfremden psychosozialen Belastungsfaktoren h�tten zu depressiven Verstimmungen gef�hrt. Die Arbeitsf�higkeit sei durch die Depression und die anhaltende somatoforme Schmerzst�rung leicht- bis mittelgradig eingeschr�nkt. Wie die Beschwerde f�hrende IV-Stelle richtig vorbringt, beurteilt sich bei einem solchen Krankheitsbild die Frage, inwieweit eine Arbeitsunf�higkeit aus medizinisch-psychiatrischer Sicht als invalidisierend im rechtlichen Sinne (Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG) anzuerkennen ist, nach der mit BGE 130 V 352 begr�ndeten Rechtsprechung (vgl. BGE 136 V 279 E. 3.2.3 S. 283 und SVR 2012 IV Nr. 1 S. 1, 9C_1040/2010 E. 3.4.1).
5.3.2 F�r die Beurteilung der Rechtsfrage, ob und gegebenenfalls inwieweit einer versicherten Person unter Aufbringung allen guten Willens die �berwindung ihrer Schmerzen und die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft zumutbar ist oder nicht, bilden die fach�rztlichen Stellungnahmen zum psychischen Gesundheitszustand und zu dem aus medizinischer Sicht (objektiv) vorhandenen Leistungspotenzial unabdingbare Grundlage (BGE 130 V 352 E. 2.2.5 S. 355). Bei ihrer Einsch�tzung der psychischen Ressourcen der Explorandin, mit den Schmerzen umzugehen, haben die begutachtenden �rzte notwendigerweise auch die massgebenden Kriterien zu beachten (BGE 135 V 201 E. 7.1.3 S. 213) und sich insbesondere dazu zu �ussern, ob eine psychische Komorbidit�t oder weitere Umst�nde gegeben sind, welche die Schmerzbew�ltigung behindern (SVR 2008 IV Nr. 23 S. 71, I 683/06 E. 2.2). Nicht erforderlich ist, dass sich eine psychiatrische Expertise in jedem Fall �ber jedes einzelne der genannten Kriterien ausspricht; massgeblich ist eine Gesamtw�rdigung der Situation (SVR 2005 IV Nr.6 S.21, I 457/02 E. 7.4 mit Hinweis, nicht publ. in: BGE 130 V 396). Gest�tzt auf die fach�rztliche Beurteilung haben die rechtsanwendenden Beh�rden als Rechtsfrage zu pr�fen, ob eine festgestellte psychische Komorbidit�t hinreichend erheblich ist und ob einzelne oder mehrere der festgestellten weiteren Kriterien in gen�gender Intensit�t und Konstanz vorliegen, um gesamthaft den Schluss auf eine im Hinblick auf eine erwerbliche T�tigkeit nicht mit zumutbarer Willensanstrengung �berwindbare Schmerzst�rung zu erlauben (Urteil 9C_482/2010 vom 21. September 2010 E. 4.3). Die Pr�fung schliesst die Beurteilung der Frage ein, inwiefern die �rztliche Einsch�tzung der psychisch bedingten Arbeitsunf�higkeit invalidit�tsfremde Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitber�cksichtigt (z.B. Urteil 9C_651/2009 vom 7. Mai 2010 E. 5.1).
5.3.3 Unbestritten ist aus orthop�discher Sicht die Arbeitsf�higkeit weder zeitlich noch leistungsm�ssig eingeschr�nkt. Hinsichtlich der psychischen Situation erwog die Vorinstanz, gest�tzt auf die Beurteilung des Dr. med. G.________ sei das psychische Leiden als IV-relevante Erkrankung zu werten. Es sei plausibel, dass die Versicherte selbst unter Einsatz der gesamten ihr zur Verf�gung stehenden Willensenergie nicht in der Lage w�re, zu 100 % einer adaptierten Erwerbst�tigkeit nachzugehen. Die krankheitsbedingt erh�hte Erm�dbarkeit k�nne nicht einfach �berwunden werden, sondern die Versicherte sei gezwungen, immer wieder Pausen einzulegen, weshalb sich die Annahme einer eingeschr�nkten Arbeitsf�higkeit rechtfertige. Die im zweiten Gutachten des Instituts A.________ attestierte Arbeitsf�higkeit von 70 % sei (in �bereinstimmung mit der Beurteilung des Regionalen �rztlichen Dienstes [RAD] vom 17. Juli 2009) �berzeugend. Dies h�lt vor Bundesrecht nicht Stand. Davon abgesehen, dass Dr. med. G.________ entgegen den vorinstanzlichen Erw�gungen keine konkreten Aussagen zur Fragen der �berwindbarkeit machte, ist die erh�hte Erm�dbarkeit Ausfluss der diagnostizierten leichten bis mittelgradigen depressiven Episode. Die depressive Verstimmtheit ihrerseits beruht wiederum auf krankheitsfremden Faktoren. Unbestritten sind zudem die anderen Kriterien, welche bei entsprechender Erheblichkeit allenfalls die Unzumutbarkeit einer Schmerz�berwindung zu begr�nden verm�chten, nicht erf�llt. Im Weiteren gilt eine leicht- bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F 32.0) praxisgem�ss nicht als gen�gend schwere psychische Erkrankung, welche die willentliche Schmerz�berwindung unzumutbar macht (z.B. Urteil 9C_86/2012 vom 6. M�rz 2012).
Weil es nach dem Gesagten an einer invalidenversicherungsrechtlich relevanten gesundheitlichen Beeintr�chtigungen fehlt und der Versicherten demzufolge sowohl die angestammte wie auch andere Hilfst�tigkeiten zumutbar w�ren, er�brigen sich Weiterungen zu den Vergleichseinkommen.
Die Beschwerde der IV-Stelle ist somit gutzuheissen, w�hrend diejenige der Versicherten abzuweisen ist. Die unterliegende Versicherte hat die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdef�hrerin 2 auferlegt.
Die Sache wird zur Neuverlegung Kosten und der Parteientsch�digung des vorangegangenen Verfahrens an das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen zur�ckgewiesen.