Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=12.12.2000&Aktenzeichen=VIII%20R%2010/99
Timestamp: 2019-06-17 07:42:40
Document Index: 43498971

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 6', '§ 16', '§ 52', '§ 4', '§ 6', '§ 16', '§ 52', '§ 6', '§ 4', '§ 4', '§ 52', '§ 52', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 6', '§ 3']

BFH, 12.12.2000 - VIII R 10/99 - dejure.org
https://dejure.org/2000,443
BFH, 12.12.2000 - VIII R 10/99 (https://dejure.org/2000,443)
BFH, Entscheidung vom 12.12.2000 - VIII R 10/99 (https://dejure.org/2000,443)
BFH, Entscheidung vom 12. Dezember 2000 - VIII R 10/99 (https://dejure.org/2000,443)
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EStG § 4 Abs. 2 Satz 2, § 6b Abs. 3, § 16 Abs. 1 und Abs. 3, § 52 Abs. 9 i. d. F. des StBereinG 1999
EStG § 4 Abs. 2 Satz 2, § 6b Abs. 3, § 16 Abs. 1 und Abs. 3, § 52 Abs. 9 i.d.F. des StBereinG 1999
Betriebsveräußerung - Betriebsaufgabe - Voraussetzungen - Bilanzänderung mit Zustimmung des FA - Bildung einer Rücklage
Bilanzänderung durch Bildung einer § 6 b-Rücklage
§§ 4, 6b, 16, 52 Abs. 9 EStG i. d. F. des StBereinG 1999
Einkommensteuer; Abwicklungszeitraum bei einer Betriebsaufgabe und Zustimmung zur Bilanzänderung
BFHE 194, 135
BB 2001, 774
DB 2001, 567
BStBl II 2001, 282
NZG 2001, 1052
Dies kann zweifelhaft sein, wenn die Betriebsaufgabe vom 3. bzw. 4. Dezember 1996 bis zum 24. April 1998 gedauert haben sollte, sie sich also über 3 Veranlagungszeiträume und 17 Monate erstreckt hätte (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 12. Dezember 2000 VIII R 10/99, BFHE 194, 135, BStBl II 2001, 282).
Im Hinblick auf die gesonderte Feststellung des vortragsfähigen Gewerbeverlustes und die damit verbundene Entscheidung über den Gewerbeverlust im Entstehungsjahr ist es --wie oben dargelegt wurde (vgl. IV.1.a bb)-- auch ausgeschlossen, die gesetzgeberische Anordnung "ist auch für Erhebungszeiträume vor 2007 anzuwenden" als Anweisung an den Normanwender dahin zu verstehen, nach welchem Recht er künftig eintretende Rechtsfolgen einer zurückliegenden Tatbestandsverwirklichung zu bestimmen hat (vgl. dazu BFH-Urteil vom 12. Dezember 2000 VIII R 10/99, BFHE 194, 135, BStBl II 2001, 282, unter II.B.4.b der Gründe für den anders gelagerten Fall der Bilanzänderung nach § 4 Abs. 2 Satz 2 EStG i.V.m. § 52 Abs. 9 EStG in der durch das StBereinG 1999 geänderten Fassung).
Dabei kann der Abwicklungszeitraum nicht dadurch verkürzt werden, dass wesentliche Betriebsgrundlagen, die alsbald veräußert werden sollen, in das Privatvermögen übernommen werden (BFH-Urteil vom 12. Dezember 2000 VIII R 10/99, BFHE 194, 135, BStBl II 2001, 282, unter II.A.2. a.E. der Gründe).
Verfassungsrechtliche Bedenken hiergegen (vgl. dazu BFH-Urteile vom 12. Dezember 2000 VIII R 10/99, BFHE 194, 135, BStBl II 2001, 282;… vom 19. Oktober 2005 I R 34/04, BFH/NV 2006, 1099) bestehen im Hinblick auf den Streitfall nicht, da der hier zu beurteilende Antrag auf Bilanzänderung erst nach In-Kraft-Treten des Steuerbereinigungsgesetzes 1999 gestellt worden ist.
Mit ihrer dagegen gerichteten, vom FG zugelassenen Revision rügen die Kläger die Verletzung materiellen Rechts und tragen unter Berufung auf das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 12. Dezember 2000 VIII R 10/99 (BFHE 194, 135, BStBl II 2001, 282) vor: Die durch § 52 Abs. 9 EStG angeordnete Rückwirkung sei nur dann unbedenklich, wenn das Änderungsbegehren eine nach dem 31. Dezember 1998 bzw. nach dem 24. März 1999, dem Tag der Verabschiedung des StEntlG 1999/2000/2002, eingereichte Bilanz für ältere Veranlagungszeiträume betreffe.
Die im Wortlaut unklare Übergangsregelung erfasst ihrem Sinn entsprechend alle nach dem 31. Dezember 1998 gestellten Anträge auf Bilanzänderung (BFH-Urteil in BFHE 194, 135, BStBl II 2001, 282 zu II.B.4. der Entscheidungsgründe, m.w.N.).
Ob auch in diesem Fall eine sog. echte Rückwirkung anzunehmen wäre, die nur in Ausnahmefällen dem Rechtsstaatsprinzip entspricht (BFH-Urteil in BFHE 194, 135, BStBl II 2001, 282 zu II.B.4.a der Entscheidungsgründe, m.w.N.) kann im Streitfall ebenso dahinstehen wie die vom FG verneinte Frage nach einer Verletzung des Gleichheitssatzes durch eine nur den bilanzierenden Steuerpflichtigen treffende Beschränkung der Ausübung von Wahlrechten (…s. auch Stapperfend in Herrmann/Heuer/Raupach, Einkommensteuer- und Körperschaftsteuergesetz, Kommentar, 21. Aufl., § 4 EStG Anm. 358, m.w.N.).
Diese Verfassungsfragen wären nur entscheidungserheblich, wenn dem Kläger ein Rechtsanspruch auf Zustimmung zur Bilanzänderung nach § 4 Abs. 2 Satz 2 EStG a.F. zustehen würde (s. auch BFH-Urteil in BFHE 194, 135, BStBl II 2001, 282).
Eine solche verdeckte Regelungslücke ist im Wege der ergänzenden Rechtsfortbildung dadurch zu schließen, dass die verfassungsrechtlich erforderlichen Einschränkungen dem Gesetzeswortlaut hinzuzufügen sind (vgl. BFH-Urteile vom 12. Dezember 2000 VIII R 10/99, BFHE 194, 135, BStBl II 2001, 282; vom 25. März 2004 IV R 2/02, BFHE 206, 21, BStBl II 2004, 728;… Senatsurteil vom 19. Oktober 2005 I R 34/04, BFH/NV 2006, 1099, jeweils zur echten Rückwirkung, sowie BFH-Urteile vom 14. Dezember 2006 III R 27/03, BFHE 215, 442, BStBl II 2007, 332; vom 23. März 2011 X R 28/09, BFHE 233, 404, BStBl II 2011, 753, jeweils zur unechten Rückwirkung).
Sie ersetzt die Regelung des § 4 Abs. 2 Satz 2 EStG i.d.F. des Steuerentlastungsgesetzes 1999/2000/2002 (StEntlG 1999/2000/2002) vom 24. März 1999 --BGBl I 1999, 402, BStBl I 1999, 304-- (Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 12. Dezember 2000 VIII R 10/99, BFHE 194, 135, BStBl II 2001, 282, unter II.B.4.
FG Schleswig-Holstein, 09.03.2005 - 1 K 198/01
Rückwirkende Anwendung des § 4 Abs. 2 Satz 2 EStG i.d.F. des StEntlG …
Rücklagenbildung nach §§ 6b, 6c EStG bei gleichzeitiger Betriebsaufgabe
Antrag auf Bilanzänderung nach Betriebsprüfung - Änderungsrahmen - Eigentum an …
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