Source: http://ra-kellotat.de/faq-arbeitsrecht-arbeitszeit-und-arbeitspausen
Timestamp: 2017-06-28 20:47:54
Document Index: 235902194

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 3', '§ 14', '§ 5', '§ 22', '§ 23']

FAQ Arbeitsrecht: Arbeitszeit und Arbeitspausen – Anwaltskanzlei Kellotat
FAQ Arbeitsrecht: Arbeitszeit und Arbeitspausen Was zählt zur Arbeitszeit?
Wie lange darf ich täglich höchstens arbeiten?
Zählen Waschen und Umziehen als Arbeitszeit?
Gehört die Fahrzeit zur Arbeit als Arbeitszeit?
Darf ich bei weniger Arbeitszeit als 6 Stunden Arbeitszeit ich Pause machen?
Wie lange darf ich Pause machen?
Wie lange darf/ muss die Pause sein?
Wie lange muss ich nach der Arbeit frei haben?
Muss ich an Feiertagen arbeiten?
Mein Arbeitgeber gewährt mir keine Pausen. Ist das strafbar?
Arbeitszeit ist die Zeit vom Beginn bis zum Ende der Arbeit ohne die Ruhepausen, § 2 ArbG (Arbeitszeitgesetz). Das Einrichten des Arbeitsplatzes (Vorbereitungshandlungen/ Rüstzeit) zählt bereits zur Arbeitszeit.
Sind Sie bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt, werden die Arbeitszeiten zusammengerechnet.
Im Bergbau unter Tage zählen die Ruhepausen übrigens ausnahmsweise mit zur Arbeitszeit.
Die tägliche Arbeitszeit darf acht Stunden nicht überschreiten.
Sie kann ausnahmsweise auf bis zu zehn Stunden verlängert werden. Dann muss aber durch Freizeitausgleich innerhalb von 6 Monaten bzw. 24 Wochen erfolgen, so dass in dieser Zeit der Durchschnitt bei acht Stunden werktäglich liegt, § 3 ArbG.
Die tägliche Arbeitszeit darf gem. § 14 ArbZG verlängert werden, bei vorübergehenden Arbeiten in Notfällen und in außergewöhnlichen Fällen, die unabhängig vom Willen der Betroffenen eintreten und deren Folgen nicht auf andere Weise zu beseitigen sind, besonders wenn Rohstoffe oder Lebensmittel zu verderben oder Arbeitsergebnisse zu misslingen drohen..
Die Arbeitszeit beginnt mit Aufnahme der Tätigkeit am Arbeitsplatz und endet wenn Sie den Arbeitsplatz verlassen.
Das Waschen und Umziehen (Anziehen der Arbeitskleidung) vor und nach der Arbeit gehören in der Regel nicht zur Arbeitszeit. Sind besondere Hygienemaßnahmen oder Schutzkleidung für die Arbeit erforderlich, so gehören diese Tätigkeiten aber zur Arbeitszeit.
Nein, die Fahrt zur Arbeit zählt nicht als Arbeitszeit. Ausnahmen sind aber möglich, z.B. bei Rufbereitschaft eines Hausmeisters. Die Fahrt zur Arbeitsstätte wird dann als Arbeitszeit gewertet.
Ab einer Arbeitszeit vor mehr als sechs Stunden müssen sogar Ruhepausen eingelegt werden. Ohne Pause Sie dürfen nicht länger als sechs Stunden hintereinander arbeiten..
Darf ich bei weniger Arbeitszeit als 6 Stunden Arbeitszeit Pause machen?
Nur wenn Ihr Arbeitgeber dies erlaubt. Gesetzlich sind Pausen erst ab einer Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden vorgeschrieben.
Dauert die tägliche Arbeitszeit 6 bis 9 Stunden müssen die Ruhepausen insgesamt 30 Minuten betragen. Arbeiten Sie länger als 9 Stunden müssen Sie insgesamt 45 Minuten Pause machen. Dies ist das Mindestmaß.
Durch Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder in Ihrem Arbeitsvertrag können auch längere Pausen vereinbart sein.
Die Ruhepausen können in Zeitabschnitte von jeweils mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden.
Nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit müssen Arbeitnehmer eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden haben, § 5 ArbG.
Ausnahmen gibt es für
in Gaststätten und anderen Einrichtungen zur Bewirtung und Beherbergung
in Verkehrsbetrieben
sowie in der Landwirtschaft und in der Tierhaltung.
Grundsätzlich Nein. Es gibt aber zahlreiche gesetzlich zulässige Ausnahmen für bestimmte Branchen und Tätigkeiten. Als Ausnahmen gelten Arbeiten, die an Sonn- und Feiertagen nicht ruhen können, ohne einen wirtschaftlichen Schaden zu erzeugen. Es gibt z.B. Ausnahmen für folgende Branchen:
Abfall- und Entsorgungsgewerbe
Für den Einzelhandel gibt es in den Bundesländern unterschiedliche Regelungen über den Ladenschluss für die Öffnungszeiten am Sonn- und Feiertagen.
Ja. Werden die gesetzlich vorgeschriebenen Pausen nicht gewährt, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 15.000 € geahndet wird, § 22 ArbZG. Handelt Ihr Arbeitgeber vorsätzlich und gefährdet dadurch seiner Arbeitnehmer oder gewährt er mehrfach wiederholt keine Pausen, kann dies sogar mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr bestraft werden, § 23 ArbG.
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