Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/die-natural-entlohnung-des-drogenkuriers-und-der-verfall-3100689
Timestamp: 2020-04-04 12:58:08
Document Index: 364610696

Matched Legal Cases: ['§ 73', '§ 29', '§ 33', '§ 74', '§ 73', '§ 33', '§ 74', '§ 74', '§ 73', 'BGH', 'BGH', '§ 33', '§ 33', '§ 33', 'BGH', 'BGH', '§ 33', '§ 74', '§ 33', 'BGH', 'BGH', '§ 33', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Die Natu­ral-Ent­loh­nung des Dro­gen­ku­riers – und der Ver­fall | Rechtslupe
Die Natural-Entlohnung des Drogenkuriers - und der Verfall
Erlangt ein Dro­gen­ku­rier das Rausch­mit­tel als Ent­loh­nung für sei­ne die Betäu­bungs­mit­tel­de­lik­te för­dern­den Bei­trä­ge, unter­liegt die­ses nach § 73 Abs. 1 Satz 1 StGB dem Ver­fall 1.
Dass er sich mit der Ent­ge­gen­nah­me sei­nes "Hono­rars" das Hero­in gleich­zei­tig ver­schaff­te (§ 29 Abs. 1 Nr. 1 BtMG) und die­ses – auch – als Bezie­hungs­ge­gen­stand nach § 33 Abs. 2 BtMG, §§ 74, 74a StGB hät­te ein­ge­zo­gen wer­den kön­nen, steht der Anwen­dung der Ver­falls­vor­schrif­ten nicht ent­ge­gen 2.
In Fäl­len wie dem vor­lie­gen­den, in denen sich das Rausch­gift sowohl als Tat­ob­jekt 3 als auch – weil für die Tat erlangt – als Ver­falls­ob­jekt erweist, kom­men die Vor­schrif­ten der §§ 73, 73a StGB und der § 33 Abs. 2 BtMG, §§ 74, 74a StGB neben­ein­an­der zur Anwen­dung 4.
Woll­te man in die­sen Fäl­len allein die Ein­zie­hung der Betäu­bungs­mit­tel als zuläs­sig anse­hen, wür­de nicht ange­mes­sen berück­sich­tigt, dass die­sen ein wirt­schaft­li­cher Wert inne­wohnt, den der Ange­klag­te als Gegen­leis­tung für sei­ne Tat­be­tei­li­gung erhielt und der des­halb nach Sinn und Zweck der Ver­falls­vor­schrif­ten als durch die Straf­tat her­bei­ge­führ­te unrecht­mä­ßi­ge Berei­che­rung abge­schöpft wer­den soll.
Bei der gebo­te­nen wirt­schaft­li­chen Betrach­tung ist der vor­lie­gen­de Fall im Ergeb­nis nicht anders zu bewer­ten als der­je­ni­ge, bei dem der Tat­be­tei­lig­te für sei­ne Bei­trä­ge in Geld ent­lohnt wird und die­ses zum Erwerb von Betäu­bungs­mit­teln ein­setzt.
Die Abschöp­fung des Wert­er­sat­zes wegen des zwi­schen­zeit­li­chen Kon­sums der Betäu­bungs­mit­tel schei­tert des­halb hier nicht dar­an, dass die Vor­aus­set­zun­gen des § 74c Abs. 1 StGB für die Ein­zie­hung des Wert­er­sat­zes nicht vor­la­gen, weil die Betäu­bungs­mit­tel dem Ange­klag­ten nicht gehör­ten oder zustan­den 5. Viel­mehr darf das Gericht einen Wert­er­satz­ver­fall nach § 73a StGB anord­nen, der ach dem Wert des erspar­ten Ein­kaufs­prei­ses zu berech­nen ist 6.
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 23. Juli 2015 – 3 StR 37/​15
BGH, Beschluss vom 20.03.1987 – 2 StR 77/​87, BGHR BtMG § 33 Wert­er­satz 1; Weber, BtMG, 4. Aufl., § 33 Rn. 62; vgl. auch Körner/​Patzak/​Volkmer, BtMG, 7. Aufl., § 33 Rn. 100[↩]
vgl. BGH, Beschluss vom 20.03.1987 – 2 StR 77/​87, BGHR BtMG § 33 Wert­er­satz 1[↩]
vgl. S/​S‑Eser, 29. Aufl., § 74 Rn. 12a[↩]
Hohn, Stra­Fo 2003, 302, 305; Weber, BtMG, 4. Aufl., § 33 Rn. 61; vgl. auch BGH, Beschluss vom 20.03.1987 – 2 StR 77/​87, BGHR BtMG § 33 Wert­er­satz 1[↩]
vgl. BGH, Beschlüs­se vom 11.06.1985 – 5 StR 275/​85, BGHSt 33, 233; vom 14.12 2001 – 3 StR 442/​01, NStZ-RR 2002, 118, 119; vom 17.03.2010 – 2 StR 67/​10, NStZ 2011, 100[↩]
vgl. BGH, Beschluss vom 15.03.2001 – 3 StR 21/​01, NStZ 2001, 381[↩]
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