Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%201991,%20347
Timestamp: 2019-05-20 15:51:58
Document Index: 229251409

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', '§ 37', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 30.10.1990 - VI ZR 340/89 - dejure.org
https://dejure.org/1990,937
BGH, 30.10.1990 - VI ZR 340/89 (https://dejure.org/1990,937)
BGH, Entscheidung vom 30.10.1990 - VI ZR 340/89 (https://dejure.org/1990,937)
BGH, Entscheidung vom 30. Januar 1990 - VI ZR 340/89 (https://dejure.org/1990,937)
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StVO § 3 Abs. 1, § 37 Abs. 2 Nr. 5
Danach kann der Straßenbahnführer in der Regel darauf vertrauen, dass ein Verkehrsteilnehmer, den er vor sich auf den Gleisen in einem Abstand sieht, der dem Bremsweg der Bahn nahe kommt, diese rechtzeitig vor der herannahenden Straßenbahn verlässt (BGH NZV 1991, 114, 115).
In dieser Verkehrslage gab es für ihn nur eine Verhaltensmaßnahme, nämlich seine Geschwindigkeit sofort so weit herabzusetzen, daß er notfalls noch vor der Gefahrenstelle anhalten konnte (vgl. Senatsurteil vom 30. Oktober 1990 - VI ZR 340/89 - VersR 1991, 320, 321 m.w.N.).
Zwar kann nach der Rechtsprechung bei schweren Verletzungen das Feststellungsinteresse nur verneint werden, wenn aus der Sicht des Klägers bei verständiger Beurteilung kein Grund bestehen kann, mit Spätfolgen wenigstens zu rechnen (vgl. BGH, Urt. v. 30.10.1990 - VI ZR 340/89, VersR 1991, 320 - 321, juris, Rdn. 18; BGH, VersR 1972, 459 (460); BGH, VersR 1974, 248; BGH, VersR 1989, 1055 f).
Indes muss es sich nach der Rechtsprechung um schwere Verletzungen handeln wie etwa um Abrisse im Bereich der versorgenden Gefäße des Dünn- und Dickdarms, so dass der Dünndarm um 1, 5 m verkürzt werden musste (vgl. BGH, Urt. v. 30.10.1990 - VI ZR 340/89, VersR 1991, 320 - 321, jurisRdn. 1).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs darf der Führer eines Zuges grundsätzlich darauf vertrauen, dass ein die Gleise querender Fußgänger den Gleisbereich rechtzeitig vor dem herannahenden Zug verlässt und er daher nicht vorsorglich zu verlangsamen braucht (…vgl. BGH, Urt. v. 15.11.1966 - VI ZR 280/64, VersR 1967, 138 - 139, juris Rdn. 15 ff; BGH; VersR 1975, 259; BGH, Urt. v. 30.10.1990 - VI ZR 340/89, NJW-RR 1991, 347 - 348, juris Rdn. 6).
Der Senat weist hierzu darauf hin, daß das Feststellungsinteresse bei so schweren Verletzungen, wie sie der Kläger erlitten hat, nur verneint werden kann, wenn aus der Sicht des Klägers bei verständiger Beurteilung kein Grund bestehen kann, mit Spätfolgen wenigstens zu rechnen (s. zuletzt Senatsurteil vom 30. Oktober 1990 - VI ZR 340/89 - VersR 1991, 320, 322 m.w.N.).
Auch der Feststellungsanspruch wäre angesichts der Schwere der Verletzungen sowie der im Zeitpunkt der erstinstanzlichen mündlichen Verhandlung noch nicht abgeschlossenen stationären Behandlung begründet gewesen (vgl. BGH NJW-RR 1989, 1367 = NZV 1991, 114 = DAR 1991, 57 = VersR 1991, 320).
Es genügt, daß der Kläger die aus seiner Sicht bei verständiger Würdigung nicht eben fern liegende Möglichkeit künftiger Verwirklichung der Schadensersatzpflicht durch das Auftreten weiterer Folgeschäden aufzeigt (Senatsurteil vom 25. Januar 1972 - VI ZR 20/71 - VersR 1972, 459, 460; vom 30. Oktober 1973 - VI ZR 51/72 - VersR 1974, 248 und vom 30. Oktober 1990 - VI ZR 340/89 - zur Veröffentlichung bestimmt).
OLG Düsseldorf, 12.07.1993 - 1 U 161/92
Haftungsverteilung bei einem Auffahrunfall einer Straßenbahn auf ein in ihrem …