Source: https://www.anwaltskanzlei-schuebel.de/ehegattenerbrecht.html
Timestamp: 2020-02-25 11:36:28
Document Index: 274055802

Matched Legal Cases: ['§ 1931', '§ 1371', '§ 1931', '§ 1931', '§ 1371', '§ 1371', '§ 1931', '§ 1371', '§ 1378', '§1931', '§1932', '§ 1932', '§ 1932']

Das Ehegattenerbrecht :: Kanzlei Martti Schübel - anwaltskanzlei-schuebel.de
Welcher Systematik folgt das Erbrecht des Ehegatten bei Tod des Partners?
Wenn der Erblasser kein Testament oder Erbvertrag errichtet hat gelten die gesetzlichen Bestimmungen des
§ 1931 BGB und ergänzend des § 1371 BGB
» § 1931 BGB ‑ Gesetzliches Erbrecht des Ehegatten
§ 1931 BGB ‑ Gesetzliches Erbrecht des Ehegatten
» § 1371 BGB ‑ Zugewinnausgleich im Todesfall
§ 1371 BGB ‑ Zugewinnausgleich im Todesfall
Die Erbquote des Ehepartners bestimmt sich primär nach dem Güterstand in welchem die Eheleute gelebt hatten. Bei Zugewinngemeinschaft gelten für den Ehepartner andere Erbquoten als bei Gütertrennung oder Gütergemeinschaft.
Vom Güterstand einerseits und der Anzahl der zu berücksichtigenden Abkömmlinge andererseits ist die Erbquote des Ehepartners abhängig.
Sobald die Erbquote des Ehegatten ermittelt ist steht fest welche erbrechtliche Beteiligung für die weiteren Verwandten zur Verfügung steht.
Der gesetzliche Erbteil des Ehegatten bei Zugewinngemeinschaft
Immer wenn die Eheleute keinen Ehevertrag geschlossen haben gilt der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft.
Dabei wird entweder pauschaliert das gesetzliche Erbrecht des Ehegatten um ¼ erhöht;
oder es besteht in seltenen Fällen die Möglichkeit den rechnerischen Zugewinn zu ermitteln um daneben den Pflichtteil geltend zu machen.
Neben Verwandten der 1. Ordnung z. B. Kindern des Erblassers erhält der Ehegatte gemäß § 1931 BGB zunächst ein Viertel des Nachlasses; neben Verwandten der 2. Ordnung und neben Großeltern die Hälfte.
Um den in der Ehezeit erzielten Zugewinn zugunsten des überlebenden Ehegatten zu erfassen, wird dieser gesetzliche Erbteil gemäß § 1371 BGB um ein weiteres Viertel pauschal erhöht, selbst wenn ein Vermögenszugewinn während der Ehezeit überhaupt nicht erzielt wurde. Die pauschale Erhöhung des Erbanteiles schützt den überlebenden Ehegatten davor, mit den anderen Erben über die Höhe des Zugewinnes streiten zu müssen.
Der überlebende Ehegatte kann gemäß § 1378 BGB den konkret berechneten Zugewinnausgleich geltend machen. Hierzu müssen für jeden Ehegatten eine Art Gesamtvermögensbilanz erstellt werden. Es sind gesondert für jeden Ehegatten die Anfangs- und Endvermögen zu ermittelt. Die Differenz zwischen dem Anfangs- und Endvermögen ergibt den jeweiligen Zugewinn des jeweiligen Ehegatten. Bei unterschiedlich hohem Wertzuwachs in der Ehe hat derjenige Ehegatte mit dem höheren Zuwachs dem anderen den hälftigen Wert auszugleichen.
Zum anderen kann der überlebende Ehegatte seinen Pflichtteil fordern. Die Pflichtteilsquote beträgt dann aber nur ein Achtel; die Zugewinnsumme ist dann vom Nachlass als Verbindlichkeit abzuziehen.
Der länger lebende Ehegatte hat insoweit ein Wahlrecht - auch bei testamentarischer Erbfolge.
Bitte beachten Sie, dass bei anderen Güterständen, also z.B. bei Gütertrennung oder Gütergemeinschaft andere Erbquoten – ohne Erhöhungsviertel gelten
§1931 BGB.
Der Voraus zur Absicherung des Ehegatten – vermeidet den Streit um Haushaltsgegenstände
Ist ein gesetzliches Vermächtnis, welches dem Ehepartner bei gesetzlicher Erbfolge
zusätzlich zur Erbquote zusteht. Der Voraus wird unabhängig vom Güterstand gewährt und umfasst insbesondere die Hausratsgegenstände.
§1932 BGB.
» § 1932 BGB ‑ Voraus des Ehegatten
§ 1932 BGB ‑ Voraus des Ehegatten
Der Dreißigste – ein Überbrückungsanspruch
Familienangehörige die mit dem Erblasser in einem Haushalt leben – auch der nichteheliche Partner - haben gegen den Erben einen 30-tägigen Anspruch auf Unterhalt und weitere Wohnungsnutzung.
Gibt es ein Erbrecht für geschiedene Ehegatten?
Geschiedene Partner haben keine gesetzlichen Erbrechte oder Pflichtteilsrechte mehr am Nachlass des geschiedenen Ehegatten.
Das Erbrecht endet mit Zustellung des Scheidungsantrages.
Indirekt kann der geschiedene Ehegatte bei unglücklichen Fallkonstellationen erben, weshalb sich oft die Abfassung von testamentarischen Gestaltungen empfiehlt.
Der nichteheliche Lebenspartner
Paare ohne Trauschein haben kein gesetzliches Erbrecht.
Sofern Sie ohne Trauschein zusammen leben können Sie Ihren Partner nur über günstige testamentarische oder erbvertragliche Gestaltungen sichern.
Ihr Fachanwalt für Erbrecht in Heilbronn Martti Schübel unterstützt Sie bei der Beratung und Abfassung von Geschiedenentestamenten, mit denen Sie unerwünschte Vermögensverschiebungen verhindern können.