Source: https://judicialis.de/Bundesverfassungsgericht_1-BvR-1926-96_Urteil_28.04.1999.html
Timestamp: 2019-11-12 21:31:58
Document Index: 121369063

Matched Legal Cases: ['§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 66', '§ 354', '§ 307', '§ 63', '§ 254', '§ 4', '§ 4', '§ 8', '§ 23', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 8', '§ 307', '§ 6', '§ 307', 'Art. 1', '§ 307', '§ 307', '§ 307']

Bundesverfassungsgericht, Urteil vom 28.04.1999 mit dem Az.: 1 BvR 1926/96	/* Banner Ads */
Aktenzeichen: 1 BvR 1926/96
Rechtsgebiete: SGB VI, AAÜG, AOFZVmed, RAnglG, RAV, BVerfGG
SGB VI § 307 a Abs. 2 Satz 1
SGB VI § 307 b Abs. 5
SGB VI § 307 b Abs. 1
SGB VI § 66
SGB VI § 354 b Abs. 1
SGB VI § 307 a
SGB VI § 63
SGB VI § 254 b
AOFZVmed § 4 Abs. 1
AOFZVmed § 4 Abs. 2
AOFZVmed § 8 Abs. 3
RAnglG § 23 Abs. 1 Satz 1 u. 2
RAV § 6 Abs. 1 1.
RAV § 6 Abs. 2 1.
RAV § 6 Abs. 3 1.
RAV § 8 2.
- 1 BvR 1926/96 - - 1 BvR 485/97 -
über die Verfassungsbeschwerden I. des Herrn Dr. K...,
a) das Urteil des Bundessozialgerichts vom 18. Juli 1996 - 4 RA 16/94 -,
b) das Urteil des Landessozialgerichts Sachsen-Anhalt vom 26. Januar 1994 - L 1 An 12/93 -,
c) das Urteil des Sozialgerichts Magdeburg vom 20. Januar 1993 - S (KG) 10 An 231/91 -,
d) die diesem Verfahren zugrundeliegenden Bescheide der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte und ihrer Rechtsvorgänger einschließlich des undatierten (Entgeltüberführungs-)Bescheids - BKZ 2021 -,
gegen die zugrundeliegenden Rechtsvorschriften, insbesondere gegen § 307 b Abs. 5 des Sozialgesetzbuchs Sechstes Buch in der Fassung des Gesetzes zur Ergänzung der Rentenüberleitung (Rentenüberleitungs-Ergänzungsgesetz - Rü-ErgG) vom 24. Juni 1993 (BGBl I S. 1038),
- 1 BvR 1926/96 -,
II. der Frau Dr. R...
a) das Urteil des Bundessozialgerichts vom 6. Dezember 1996 - 13 RA 1/95 -,
b) das Urteil des Landessozialgerichts Berlin vom 27. September 1994 - L 2 An 19/93 -,
c) das Urteil des Sozialgerichts Berlin vom 17. August 1995 - S 17 An 3302/95 -,
d) das Urteil des Sozialgerichts Berlin vom 26. November 1992 - S 12 Z-An 159/91 -,
e) die diesen Verfahren zugrundeliegenden Bescheide der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte und ihrer Rechtsvorgänger,
gegen die zugrundeliegenden Rechtsvorschriften, insbesondere gegen § 6 Abs. 1 Satz 1 (in Verbindung mit Anlage 3) des Gesetzes zur Überführung der Ansprüche und Anwart- schaften aus Zusatz- und Sonderversorgungssystemen des Beitrittsgebiets (Anspruchs- und Anwartschaftsüber- führungsgesetz - AAÜG) vom 25. Juli 1991 (BGBl I S. 1606, 1677) und § 307 b Abs. 1 des Sozialgesetzbuches Sechstes Buch, eingefügt durch Art. 1 Nr. 133 des Gesetzes zur Herstellung der Rechtseinheit in der gesetzlichen Renten- und Unfallversicherung (Renten-Überleitungsgesetz - RÜG) vom 25. Juli 1991 (BGBl I S. 1606),
2. a) § 307 b Absatz 1 des Sozialgesetzbuchs Sechstes Buch, eingefügt durch Artikel 1 Nummer 133 des Gesetzes zur Herstellung der Rechtseinheit in der gesetzlichen Renten- und Unfallversicherung (Renten-Überleitungsgesetz - RÜG) vom 25. Juli 1991 (Bundesgesetzbl I S. 1606), ist mit Artikel 3 Absatz 1 des Grundgesetzes unvereinbar, soweit danach bei der Neuberechnung von Bestandsrenten aus Zusatz- und Sonderversorgungssystemen der Deutschen Demokratischen Republik die während der gesamten Versicherungszeit bezogenen tatsächlichen Arbeitsentgelte oder Arbeitseinkommen zugrunde gelegt werden.
b) Der Gesetzgeber ist verpflichtet, bis zum 30. Juni 2001 eine verfassungsgemäße Regelung zu treffen.
3. Die Verfassungsbeschwerde in dem Verfahren 1 BvR 1926/96 wird zurückgewiesen.
4. a) Die Urteile des Bundessozialgerichts vom 6. Dezember 1996 - 13 RA 1/95 - und des Landessozialgerichts Berlin vom 27. September 1994 - L 2 An 19/93 - verletzen die Beschwerdeführerin in ihren Grundrechten aus Artikel 14 und Artikel 3 Absatz 1 des Grundgesetzes. Sie werden aufgehoben, soweit sie die nach § 307 b Absatz 1 des Sozialgesetzbuches Sechstes Buch berechnete Rente betreffen. Die Sache wird an das Landessozialgericht zurückverwiesen.
b) Im übrigen wird die Verfassungsbeschwerde zurückgewiesen.
c) Die Bundesrepublik Deutschland hat der Beschwerdeführerin die Hälfte ihrer notwendigen Auslagen zu erstatten.
2. das Gesamtdurchschnittseinkommen, das sich in Abhängigkeit vom Ende des der bisherigen Rentenberechnung zugrunde liegenden 20-Jahres-Zeitraums aus Anlage 12 ergibt, geteilt wird. Sind mindestens 35 Arbeitsjahre zugrunde zu legen und ergeben sich durchschnittliche Entgeltpunkte je Arbeitsjahr von weniger als 0,75, wird dieser Wert auf das 1,5fache, höchstens aber auf 0,75 erhöht. Bei den 35 Arbeitsjahren nach Satz 2 ist zusätzlich zu den Arbeitsjahren nach Absatz 3 eine Kindererziehungspauschale zu berücksichtigen. Die Kindererziehungspauschale beträgt bei einem Kind 10 Jahre, bei zwei Kindern 15 Jahre und bei mehr als zwei Kindern 20 Jahre, wenn diese Kinder bisher in der Rente berücksichtigt worden sind. § 307 a Abs. 3 bis 5 und 8 Satz 3 bis 7 ist anzuwenden.