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Timestamp: 2016-10-22 03:39:04
Document Index: 175519825

Matched Legal Cases: ['Art. 485', 'Art. 895', 'Art. 895', 'Art. 63', 'Art. 64', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 63', 'BGE', 'Art. 895', 'Art. 64', 'BGE', 'Art. 55', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 43', 'Art. 895', 'BGE', 'Art. 895', 'Art. 895', 'Art. 3', 'Art. 933', 'Art. 884', 'Art. 895', 'Art. 895', 'Art. 895', 'Art. 63', 'Art. 895', 'Art. 55', 'Art. 895', 'Art. 884', 'Art. 895', 'Art. 884', 'Art. 3', 'BGE', 'Art. 63', 'BGE', 'BGE', 'Art. 55', 'BGE', 'Art. 895', 'Art. 63', 'Art. 63', 'BGE', 'Art. 156', 'Art. 159']

5C.263/2001 (12.02.2002)
5C.263/2001/pai
II. Zivilabteilung, Bundesrichter Raselli, Ersatzrichter
Hasenb�hler und Gerichtsschreiber Levante.
X.________, Kl�gerin und Berufungskl�gerin, vertreten durch Rechtsanwalt Fran�ois A. Bernath, Bellerivestrasse 42, Postfach, 8034 Z�rich,
Y.________, Beklagte und Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Walter H. Meier, Bienenstrasse 1, 8004 Z�rich,
Retentionsrecht, hat sich ergeben:
A.- Die A.________ AG (nachfolgend: A.________) und die B.________ AG (nachfolgend: B.________), beide in Niederhasli, liessen in der Zeit vom 6. November 1997 bis zum 26. Februar 1999 insgesamt 71'480 kg Rhabarbern geschnitten, 92'440 kg Zwiebel-W�rfel und 5'760 kg Apfel-W�rfel, nebst geringen Mengen anderer Gem�se- und Obstsorten, an das K�hl- und Lagerhaus der Y.________ in R�mikon �berf�hren und dort einlagern. Am 5./25. Januar 1999 kaufte die X.________ AG, Z�rich, von der B.________ 90'000 kg Zwiebel-W�rfel, 35'000 kg Rhabarbern geschnitten und 15'000 kg Apfel-W�rfel zum Gesamtpreis von Fr. 273'908. 25.
�ber die A.________ wurde am 27. April 1999 der Konkurs er�ffnet. Am 27. Mai 1999 gab das Konkursamt Niederglatt die bei der Y.________ eingelagerten Waren - von den Apfelw�rfeln nur 4'500 kg - zu Gunsten der X.________ AG frei, falls diese der Y.________ deren Lagerkosten bezahle.
Am 8. Juni 1999 stellte die Y.________ der X.________ AG Fr. 70'744. 15 f�r aufgelaufene Lagerkosten in Rechnung.
Ebenfalls im Juni 1999 teilte die X.________ AG der Y.________ mit, sie habe 90'000 kg Zwiebel-W�rfel an die C.________ AG in Schaan/FL verkauft und verlangte gleichzeitig die Herausgabe der eingelagerten Produkte. Daraufhin beanspruchte die Y.________ das Retentionsrecht an der gesamten Lagerware. Die X.________ AG liess das Retentionsrecht bestreiten, offerierte aber am 16. September 1999 die Hinterlegung von Fr. 73'000.-- auf ein Sperrkonto beim Bezirksgericht Z�rich nach Auslagerung der Zwiebeln. In der Folge verlangte die Y.________ AG von der X.________ AG die Auslagerung der gesamten Ware gegen Bezahlung der Lagerkosten bis zum 22. September 1999. Sp�ter verkaufte die Y.________ die bei ihr eingelagerten Zwiebel-W�rfel f�r Fr. 126'000.-- an die C.________ AG in Schaan/FL und liess die Rhabarbern und Apfel-St�cke entsorgen. Den Erl�s aus dem Verkauf der Zwiebel-W�rfel beanspruchte die Y.________ zur Deckung ihrer Lagerkosten.
B.- Am 2. Oktober 2000 erhob die X.________ AG beim Handelsgericht des Kantons Aargau Klage gegen die Y.________ und verlangte deren Verurteilung zu Schadenersatz in H�he von Fr. 273'908. 25 nebst 5% Verzugszins seit 17. Juni 1999.
Mit Urteil vom 6. September 2001 wies das Handelsgericht die Klage ab.
C.- Mit eidgen�ssischer Berufung beantragt die X.________ AG dem Bundesgericht, es sei die Y.________ zu verpflichten, ihr Schadenersatz in der H�he von Fr. 251'264.-- nebst Zinsen zu 5% seit 10. M�rz 2000 zu bezahlen (Antrag Ziff. 1). Eventualiter verlangt sie, es sei die Sache zur Durchf�hrung eines Beweisverfahrens an die Vorinstanz zur�ckzuweisen (Antrag Ziff. 2) sowie bei Annahme eines g�ltigen Retentionsrechts die Y.________ zu verpflichten, ihr Fr. 177'990.-- nebst Zins zu 5% seit 10. M�rz 2000 zu bezahlen (Antrag Ziff. 3).
Das Handelsgericht des Kantons Aargau hat auf Gegenbemerkungen verzichtet. Eine Berufungsantwort ist nicht eingeholt worden.
1.- Die Kl�gerin begr�ndet ihre Schadenersatzforderung im Wesentlichen damit, dass die Beklagte durch ungerechtfertigte Retention der bei ihr eingelagerten Waren und durch �berlanges Zuwarten den Untergang der verderblichen Produkte herbeigef�hrt und ihr dadurch Schaden zugef�gt habe. Das Handelsgericht hat festgehalten, dass die A.________ und sp�ter die B.________ in der Zeit vom 6. November 1997 bis zum 26. Februar 1999 Tiefk�hlprodukte in das K�hl- und Lagerhaus der Beklagten einliefern lassen hatten. In Anwendung von Art. 485 Abs. 3 OR in Verbindung mit Art. 895 (Abs. 3) ZGB ist die Vorinstanz davon ausgegangen, f�r die Frage nach der Gutgl�ubigkeit der Beklagten komme es entscheidend darauf an, ob diese den Einlieferer der Lagerware als zur Einlieferung in ihr Tiefk�hl- und Lagerhaus f�r berechtigt ansehen durfte. Sie hat im Wesentlichen festgestellt, dass die Beklagte auf s�mtlichen der A.________ gestellten Rechnungen - auch auf nach Dezember 1998 datierenden Einlagerungsrechnungen, f�r welche die Lieferscheine auf die B.________ lauteten - die "Einlagerung vom ... LKW A.________" vermerkt und die A.________ die Einlagerung nie beanstandet hatte. In der Parteibefragung habe sich ergeben, dass die Einlagerungen auch ab Dezember 1998 gleich abgewickelt worden seien wie bis anhin; weder der Ablauf noch das �ussere Erscheinungsbild der ab Dezember 1998 erfolgten Einlagerungen h�tten sich ge�ndert, und die Einlagerungsrechnungen seien weiterhin auf die A.________ ausgestellt worden. Nichts habe ab diesem Zeitpunkt vorgelegen, was f�r die Beklagte Zweifel an der Berechtigung der f�r die B.________ handelnden Personen h�tte begr�nden k�nnen, die angelieferten Waren weiterhin auf Rechnung der A.________ einzulagern. Gest�tzt auf diese Tatsachenfeststellungen hat die Vorinstanz gefolgert, dass die Gutgl�ubigkeit der Beklagten (im Sinne von Art. 895 Abs. 3 ZGB) mit Bezug auf die Einlagerungsberechtigung der f�r die A.________ und ab Dezember 1998 f�r die B.________ handelnden Personen f�r den Zeitpunkt der Einlagerung gegeben gewesen sei; der Beklagten stehe ein Retentionsrecht an den bei ihr eingelagerten Tiefk�hlprodukten zu und sie habe dieses Recht nicht �berm�ssig ausge�bt.
2.- a) Im Berufungsverfahren hat das Bundesgericht seiner Entscheidung die Feststellungen der letzten kantonalen Instanz �ber tats�chliche Verh�ltnisse zugrunde zu legen, es sei denn, sie seien unter Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften zustande gekommen oder w�rden auf einem offensichtlichen Versehen beruhen (Art. 63 Abs. 2 OG); vorbehalten bleibt aufgrund von Art. 64 OG ausserdem die Erg�nzung eines unvollst�ndigen Sachverhalts.
b) Die Kl�gerin wirft dem Handelsgericht vor, die f�r die Beurteilung des guten Glaubens notwendigen Umst�nde entweder gar nicht oder doch nur ungen�gend abgekl�rt zu haben. Insbesondere habe es die erforderlichen Beweiserhebungen nicht vorgenommen, obschon sie insbesondere den Zeugen S.________ angeboten habe. Indem die Vorinstanz auf diesen Beweisantrag nicht eingegangen sei, habe sie bundesrechtliche Beweisvorschriften (Art. 8 ZGB) verletzt.
Art. 8 ZGB verleiht einen bundesrechtlichen Anspruch auf Abnahme von Beweisen, die zum Nachweis einer rechtserheblichen Tatsache frist- und formgerecht anerboten worden sind. Der Beweisf�hrungsanspruch ist insbesondere dann verletzt, wenn der kantonale Richter �ber rechtserhebliche Tatsachen �berhaupt nicht Beweis f�hren l�sst.
Art. 8 ZGB bestimmt indessen nicht, mit welchen Mitteln der Sachverhalt abzukl�ren ist und wie der Sachrichter das Ergebnis der Abkl�rungen zu w�rdigen hat. Art. 8 ZGB schliesst auch die vorweggenommene Beweisw�rdigung nicht aus, verbietet dem Richter also nicht, einem beantragten Beweismittel die Erheblichkeit und Tauglichkeit abzusprechen (BGE 123 III 219 E. 3c S. 223). Das Handelsgericht hat in tats�chlicher Hinsicht aus den Einlagerungsrechnungen und der Parteibefragung sowie den konkreten Umst�nden den Schluss gezogen, die Beklagte habe die A.________ auch noch ab Dezember 1998 als zur Einlagerung des Gefriergutes berechtigt ansehen d�rfen. Wenn das Handelsgericht von der Einvernahme des Zeugen S.________ abgesehen hat, weil es seine �berzeugung bereits aus anderen Beweisen gewonnen hat und davon ausgegangen ist, weitere Abkl�rungen w�rden am massgeblichen Sachverhalt nichts mehr �ndern, stellt dies eine vorweggenommene Beweisw�rdigung dar. Soweit die Kl�gerin mit der R�ge der Nichtber�cksichtigung von Zeugen die (vorweggenommene) Beweisw�rdigung des kantonalen Gerichts kritisiert, kann sie im Berufungsverfahren nicht geh�rt werden; sie wendet sich damit vergeblich gegen die f�r das Bundesgericht verbindlichen vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen (Art. 63 Abs. 2 OG).
c) Sodann bringt die Kl�gerin vor, sie habe im kantonalen Verfahren formgerecht die Sachbehauptung aufgestellt, dass die Beklagte um das Dritteigentum an den eingelagerten Produkten gewusst habe, und sie - die Kl�gerin - habe auch daf�r Beweisantr�ge gestellt. Die Vorinstanz habe sich zu Unrecht auf den Standpunkt gestellt, es sei unerheblich, ob und ab wann die Beklagte gewusst habe oder h�tte wissen m�ssen, dass die A.________ nicht Eigent�merin der eingelagerten Ware gewesen sei.
Das Wissen des Retentionsgl�ubigers darum, dass die Sache nicht im Eigentum des Schuldners steht, vermag grunds�tzlich die Entstehung des Retentionsrechts nicht zu hindern. Vielmehr ist die f�r den Erwerb des Retentionsrechts erforderliche Voraussetzung des guten Glaubens auch dann gegeben, wenn der Gl�ubiger zwar um das Dritteigentum weiss, aber annimmt bzw. annehmen darf, der Schuldner sei zur Schaffung einer Retentionslage am Dritteigentum berechtigt (BGE 85 II 580 E. 4c S. 590 ff.; Zobl, Berner Kommentar; Rampini/Schulin/Vogt, Basler Kommentar, N. 50 zu Art. 895 ZGB). Wenn die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid erwogen hat, angesichts der zu bejahenden Gutgl�ubigkeit der Beklagten hinsichtlich der Einlagerungsberechtigung der f�r die A.________ handelnden Personen sei unerheblich, ob und ab welchem Zeitpunkt die Beklagte gewusst habe oder h�tte wissen m�ssen, dass die A.________ nicht Eigent�merin der eingelieferten Ware war, so ist dies nicht zu beanstanden.
Die R�ge der Kl�gerin, der Sachverhalt sei ungen�gend abgekl�rt (vgl. Art. 64 OG; BGE 119 II 353 E. 535 5c/aa S. 357), erweist sich als unbehelflich, und der R�ckweisungsantrag st�sst ins Leere.
d) Die Kl�gerin bringt sodann vor, die Vorinstanz habe zu Unrecht angenommen, dass die A.________ mit den Sacheigent�mern der Tiefk�hlprodukte in einem Vertragsverh�ltnis gestanden habe und dass sie im Rahmen dieses Vertragsverh�ltnisses befugt gewesen sei, diese Produkte zu einem bestimmten Zweck - zur Einlagerung in ein K�hlhaus - der Beklagten anzuvertrauen. F�r diese tats�chlichen Feststellungen seien jedoch weder Anhaltspunkte in den Akten noch Parteibehauptungen vorhanden. Soweit die Kl�gerin dem Handelsgericht diesbez�glich vorwirft, es habe tats�chliche Feststellungen unter Verletzung von bundesrechtlichen Beweisvorschriften getroffen, kann auf ihre Vorbringen nicht eingetreten werden: Sie legt nicht dar (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG), inwiefern das Handelsgericht die Beweislastverteilung gem�ss Art. 8 ZGB oder ihren Anspruch darauf, zum Beweis zugelassen zu werden (vgl. BGE 122 III 219 E. 3c S. 223), verletzt habe. Im �brigen w�re der Vorwurf einer willk�rlichen Tatsachenfeststellung durch die Vorinstanz im Berufungsverfahren unzul�ssig (Art. 43 Abs. 1 OG).
3.- a) Der in Abs. 3 von Art. 895 ZGB vorausgesetzte gute Glaube bezieht sich auf die Zul�ssigkeit der Besitz�bertragung an den Gl�ubiger zu dem der �bertragung zugrunde liegenden Zweck (BGE 85 II 580 E. 4c S. 590 ff., m.H.; Zobl, a.a.O., N. 260 zu Art. 895 ZGB; Rampini/Schulin/Vogt, a.a.O., N. 50 zu Art. 895 ZGB). Es kommt m.a.W. darauf an, ob der Gl�ubiger den Schuldner f�r berechtigt halten durfte, ihm die Sache zu einem bestimmten Zweck zu �berlassen. Ob er das annehmen durfte, beurteilt sich nach dem Vertrauensprinzip.
Dabei spielen die Natur der Objekte, der Zweck der �bergabe und die n�heren Umst�nde eine entscheidende Rolle (Zobl, a.a.O.). Massgebend ist, ob der Gl�ubiger die redliche �berzeugung hatte, dass der Schuldner zur Besitz�bertragung an ihn berechtigt war. Da es sich bei dieser inneren �berzeugung um eine Tatsache des Seelenlebens handelt (Egger, Z�rcher Kommentar, N. 4 zu Art. 3 ZGB), kann der Sachrichter meist nur darauf abstellen, ob die redliche �berzeugung aufgrund der Merkmale des fraglichen Tatbestandes gerechtfertigt war, ob m.a.W. das Vertrauen des Gl�ubigers in die �bertragungsbefugnis des Schuldners begr�ndet war. Dabei m�ssen die Umst�nde, aus denen auf das Vorhandensein oder Fehlen der redlichen �berzeugung geschlossen wird, objektiv gew�rdigt werden (Stark, Berner Kommentar, N. 47 zu Art. 933 ZGB; Oftinger/B�r, Z�rcher Kommentar, N. 356 zu Art. 884 ZGB). Die Annahme der Berechtigung zur Besitz�bertragung auf den Gl�ubiger ist insbesondere dann gerechtfertigt, wenn diese objektiv auch im Interesse des Sacheigent�mers liegt (Zobl, a.a.O., N. 266 zu Art. 895 ZGB; Rampini/Schulin/Vogt, a.a.O.; Br�ckner, Gutgl�ubiger Erwerb des kaufm�nnischen Retentionsrechts an Sachen Dritter, SJZ 1997, S. 65 f.). Weiter gilt es zu beachten, dass auch beim Retentionsrecht der gute Glaube des Gl�ubigers vermutet wird (Oftinger/B�r, a.a.O., N. 138 zu Art. 895 ZGB; Zobl, a.a.O., N. 272 zu Art. 895 ZGB).
Die Kl�gerin r�gt, die Befugnis des Schuldners, zugunsten des Gl�ubigers f�r die fragliche Forderung eine Retentionslage zu schaffen, sei vorliegend nicht gegeben.
Die hier interessierenden Produkte seien n�mlich urspr�nglich im K�hllager der A.________ eingelagert gewesen und es habe weder f�r die B.________ noch f�r sie - die Kl�gerin - ein Interesse an der Auslagerung dieser Produkte und deren �berf�hrung in das Lager der Beklagten bestanden.
Aber selbst wenn angenommen w�rde, die A.________ sei zur Einlagerung der fraglichen Produkte bei der Beklagten befugt gewesen, so sei sie zweifellos nicht berechtigt gewesen, �ber Produkte, die ihr gar nicht geh�rten, im eigenen Interesse oder gar im Interesse der Beklagten zu verf�gen, d.h. sie der Beklagten zur Sicherung irgendwelcher Forderungen zu �berlassen. Die Vorbringen der Kl�gerin gehen fehl:
Nicht entscheidend ist, ob die A.________ zur Einlagerung der fraglichen Produkte bei der Beklagten berechtigt war; vielmehr kommt es darauf an, ob diese glaubte und glauben durfte, die A.________ sei hierzu befugt. Sodann haben sich nach den f�r das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (Art. 63 Abs. 2 OG) - wie erw�hnt (vgl. E. 1) - weder der Ablauf noch das �ussere Erscheinungsbild der Einlagerungen ge�ndert, sodass auch ab Dezember 1998 die Beklagte annehmen durfte, die f�r die B.________ handelnden Personen seien berechtigt, die angelieferten Waren weiterhin auf Rechnung der A.________ einzulagern. Dem h�lt die Kl�gerin im Wesentlichen entgegen, dass die Produkte zun�chst bei der A.________ eingelagert gewesen seien, Z.________ die A.________-Aktien als Pfand besessen habe, die A.________ bereits zur Zeit der Wareneinlieferung in schlechter finanzieller Verfassung gewesen sei, die Einlagerungen durch die A.________ bei der Beklagten begonnen h�tten, als das Darlehen von S.________ gew�hrt wurde, und die Lagergeb�hr zum voraus f�r eine gewisse Zeit bezahlt gewesen sei. Soweit die Kl�gerin vorbringt, guter Glaube der Beklagten k�nne unter diesen Umst�nden nicht angenommen werden, �bergeht sie indessen, dass die von ihr als wesentlich behaupteten Sachverhaltselemente im angefochtenen Entscheid nicht festgestellt worden sind.
Da die Kl�gerin nicht darlegt, inwiefern das Handelsgericht gest�tzt auf die verbindlichen vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen Art. 895 Abs. 3 ZGB unrichtig angewendet habe, kann auf ihre Vorbringen nicht eingetreten werden (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG).
b) Im Zusammenhang mit dem Retentionsrecht besteht keine allgemeine Erkundigungspflicht des Gl�ubigers hinsichtlich der Befugnis des Schuldners zur Besitz�bertragung und damit zur Schaffung einer Retentionslage; im Einzelfall k�nnen Verdachtsgr�nde und Zweifel aber eine Erkundigungsobliegenheit gebieten (vgl. Zobl, a.a.O., N. 272 zu Art. 895 ZGB, unter Verweis auf N. 814 ff. zu Art. 884 ZGB; Oftinger/B�r, Z�rcher Kommentar, N. 138 zu Art. 895 ZGB, unter Verweis auf N. 356 zu Art. 884 ZGB; J�ggi, Berner Kommentar, N. 128 zu Art. 3 ZGB; vgl. BGE 126 III 505 E. 5 S. 511).
Nach Ansicht der Kl�gerin habe die Beklagte nicht nur darum gewusst, dass die A.________ nicht Eigent�merin der eingelieferten Produkte gewesen sei, sondern auch Kenntnis von der seit langem bestehenden schlechten Finanzlage der A.________ gehabt, zumal sie ihr ein Darlehen von Fr. 600'000.- gew�hrt habe, nachdem die Banken der A.________ keine Kredite mehr bewilligt h�tten. Im Hinblick darauf h�tte die Beklagte sich unbedingt erkundigen m�ssen, ob die A.________ �ber die von ihr eingelieferten Produkte �berhaupt verf�gungsberechtigt gewesen sei. Das Unterlassen dieser Erkundigungsobliegenheit schliesse den Gutglaubensschutz aus, was die Vorinstanz zu Unrecht unbeachtet gelassen habe. Die Vorbringen der Kl�gerin sind unbehelflich:
Keinen Verdachtsgrund konnte der Umstand begr�nden, dass die eingelieferten Produkte nicht der A.________ geh�rten, sondern im Dritteigentum standen. Denn - wie dargelegt - hindert das Wissen des Gl�ubigers um das Fremdeigentum die Entstehung des Retentionsrechts grunds�tzlich nicht (vgl.
E. 2c). Soweit die Kl�gerin aus der Darlehensgew�hrung der Beklagten an die A.________ etwas f�r sich ableiten will, geht sie von vornherein fehl, da sie sich diesbez�glich (wiederum) lediglich auf ihre vor dem Handelsgericht vorgebrachte Tatsachenbehauptung st�tzt. Ebenso wenig l�sst sich den - f�r das Bundesgericht verbindlichen (Art. 63 Abs. 2 OG) - Tatsachenfeststellungen im angefochtenen Entscheid entnehmen, dass die A.________ bereits zur Zeit der Wareneinlieferung in schlechter finanzieller Verfassung gewesen sei. Auf die Vorbringen der Kl�gerin kann daher nicht eingetreten werden.
c) Die Kl�gerin wirft dem Handelsgericht vergeblich vor, es habe die Erw�gungen von BGE 85 II 580 ff. auf den vorliegenden Fall f�r anwendbar erkl�rt, obwohl jener Sachverhalt grundlegend anders sei als der hier zu beurteilende.
Im zitierten Entscheid ging es darum, ob der Garagist ein Auto von einem Eigentumsvorbehalts-K�ufer auch dann zur Reparatur entgegennehmen und das Retentionsrecht f�r den Werklohn aus�ben d�rfe, wenn er vom Eigentumsvorbehalt schon im Zeitpunkt der �bergabe Kenntnis hatte. Wohl wird der jenem Entscheid zugrunde liegende Sachverhalt in der Literatur als f�r das kaufm�nnische Retentionsrecht speziell und untypisch bezeichnet (Br�ckner, a.a.O., S. 65), doch kn�pfte die Vorinstanz an die Kernaussage der rechtlichen Erw�gungen an. Diese geht dahin, dass f�r die Entstehung des Retentionsrechts entscheidend sei, dass der Gl�ubiger auch bei Kenntnis des fehlenden Eigentums des Schuldners am Retentionsgegenstand ihn als berechtigt ansehen durfte, ihm die Sache zu einem bestimmten Zweck wie Transport, Aufbewahrung oder Reparatur zu �berlassen und dass daher als gutgl�ubig auch ein Erwerber zu gelten habe, der den ver�ussernden Besitzer zwar nicht als Eigent�mer, aber aus anderen Gr�nden als zur Verf�gung �ber die Sache befugt betrachten durfte (BGE 85 II 580 E. 4c S. 590 ff.). Die Kl�gerin legt nicht dar, inwiefern die Vorinstanz Bundesrecht verletzt hat, wenn sie auf diese �berlegung f�r den vorliegenden Fall abgestellt hat, in dem es auch um die Gutgl�ubigkeit des Gl�ubigers hinsichtlich der Berechtigung des Schuldners zur Besitz�bertragung zu einem bestimmten Zweck - zur Einlagerung in ein K�hlhaus - geht (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG).
d) Schliesslich dringt auch der Einwand der Kl�gerin nicht durch, dass selbst im Fall, dass die A.________ zur Einlagerung der fraglichen Produkte bei der Beklagte berechtigt gewesen w�re, sie doch keine Befugnis gehabt habe, �ber ihr nicht geh�rende Produkte zur Sicherung irgendwelcher Forderungen zu verf�gen. Soweit die Kl�gerin damit geltend macht, dass die Einlagerung der Tiefk�hlprodukte bei der Beklagten angeblich zur Sicherung des von ihr der A.________ gew�hrten Darlehens gedient habe, geht sie fehl: Es bestehen keine Tatsachenfeststellungen der Vorinstanz dahingehend, dass die Beklagte das Retentionsrecht f�r etwas anderes als f�r die Lagerkosten beansprucht habe.
Insoweit kann die Kl�gerin mit ihrer Argumentation von vornherein nicht geh�rt werden.
4.- a) Die Vorinstanz hat - was den Vorwurf der �berm�ssigen Aus�bung des Retentionsrechts betrifft - erwogen, dass der Retentionsgl�ubiger nur so viele Gegenst�nde zur�ckbehalten d�rfe als er zur Sicherstellung und Befriedigung seiner Forderung ben�tige, dass er aber nicht verpflichtet sei, den Wert der Retentionsobjekte genau zu sch�tzen; vielmehr d�rfe er soviel zur�ckbehalten, dass er in jedem Fall gedeckt sei. Es verhalte sich dabei analog zum Recht des Bestellers auf R�ckbehaltung von Werklohn zur Durchsetzung des Nachbesserungsrechts bei einem mangelhaften Werk. Das Leistungsverweigerungsrecht des Bestellers und Werklohnschuldners sei gleich wie das Retentionsrecht ein Druckmittel, um bei der Gegenpartei den Willen zur Erf�llung ihrer Leistungspflicht zu wecken und es d�rfe deshalb in einem so weitgehenden Umfang ausge�bt werden, dass der Gegenanspruch des Gl�ubigers "ausgiebig" gedeckt sei. In der deutschen Gerichtspraxis zum Werkvertrag werde der zul�ssige R�ckbehalt des �ftern auf das Zwei- bis Dreifache der zu erwartenden Verbesserungskosten angesetzt. Eine analoge Wertung sei auch hinsichtlich des Umfanges des Retentionsrechts gerechtfertigt, weil es auch dabei um ein Zur�ckbehaltungsrecht des Gl�ubigers zur Durchsetzung seiner Forderung f�r die von ihm im Zusammenhang mit der zur�ckbehaltenen Sache get�tigten Aufwendungen gehe. Wenn vorliegend die Beklagte die auch nur teilweise Herausgabe von Lagergut im Wert von mindestens Fr. 100'000.-- (Zwiebeln) f�r einen Lagergeldanspruch von �ber Fr. 70'000.-- verweigert habe, so liege darin keine �berm�ssige Aus�bung des Retentionsrechts. Die �brige Lagerware (Rhabarbern und Apfel-W�rfel), deren Herausgabe von der Kl�gerin gar nie verlangt worden sei, habe die Beklagte mit Blick auf das entweder schon abgelaufene oder bevorstehende Verfalldatum als praktisch wertlos einstufen d�rfen, weshalb sie nicht verpflichtet gewesen sei, diese Produkte anstelle der herausverlangten Zwiebeln freizugeben.
b) Die Kl�gerin macht geltend, mit dem Sicherungszweck des Retentionsrechts sei es entgegen der Auffassung des Handelsgerichts nicht vereinbar, wenn der Retentionsgl�ubiger noch eine Sicherheitsmarge zur�ckbehalte, um auf den Schuldner Druck auszu�ben. Vorliegend habe die Beklagte im Juni 1999 gewusst, dass mit dem Verkauf der Zwiebeln f�r Fr. 126'060.- die Lagerkosten von Fr. 70'774. 15 l�ngst gedeckt gewesen seien, und sie h�tte den Deckungs�berschuss, d.h. die Rhabarbern und �pfel, ohne weiteres herausgeben k�nnen. Wenn sie diese gleichwohl und grundlos zur�ckbehalten habe, so habe sie das Retentionsrecht �berm�ssig und sogar rechtsmissbr�uchlich ausge�bt.
c) Dem Umfang nach darf der Gl�ubiger so viele Retentionsgegenst�nde zur�ckbehalten, dass seine Forderung durch den voraussichtlichen Verwertungserl�s hinreichend gedeckt ist. Er darf m.a.W. genug retinieren, um auf alle F�lle gedeckt zu sein (BGE 46 II 381 E. 4 S. 390). Dabei darf nicht �bersehen werden, dass es sich beim Retentionsrecht um ein gesetzliches Sicherungsinstitut zugunsten des Gl�ubigers handelt und dass dieser oft nicht in der Lage ist, den Wert der Retentionsgegenst�nde genau zu beurteilen.
Deshalb ist ihm grunds�tzlich ein gewisser Ermessensspielraum einzur�umen. Aus dieser Sicht kann von einer �berm�ssigen Aus�bung des Retentionsrechts erst gesprochen werden, wenn der Umfang der beanspruchten Retentionsgegenst�nde die Restforderung massiv �bersteigt. Ob dies zutrifft, ist im Einzelfall nach Treu und Glauben zu beurteilen (Zobl, a.a.O., N. 281 zu Art. 895 ZGB).
Nach den f�r das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (Art. 63 Abs. 2 OG) hatte die Lagerposition Zwiebeln im Zeitpunkt, als die Kl�gerin die Herausgabe der Lagerware verlangte, d.h. im Juni/Juli 1999, einen Wert von Fr. 100'000.--. Dabei handelte es sich um an sich rasch verderbliche Tiefk�hlprodukte, deren Wert weit weniger sicher war als derjenige anderer Objekte mit einem stabilen Marktwert. Ebenfalls nach den verbindlichen Feststellungen des Handelsgerichts betrug der Lagergeldanspruch der Beklagten damals �ber Fr. 70'000.--. Wenn die Beklagte zur Sicherung dieser Forderung Lagerware im Wert von Fr. 100'000.-- retinierte, so ist dies im Lichte der eben gemachten Ausf�hrungen bundesrechtlich nicht zu beanstanden.
Denn die Beklagte durfte im Rahmen des ihr zustehenden Ermessensspielraumes die Ungewissheit hinsichtlich des Wertes der Lagerposition Zwiebeln dadurch kompensieren, dass sie eine ausreichende Menge dieser Produkte zur�ckbehielt, um auf jeden Fall f�r ihre Lagerkosten gedeckt zu sein. In Bezug auf die Rhabarbern und die Apfel-W�rfel hat die Vorinstanz festgestellt, dass die Kl�gerin deren Freigabe nicht verlangt habe. Die Kl�gerin r�gt, dies sei unrichtig, denn sie habe mit Schreiben vom 1. Juli 1999 den Deckungs�berschuss herausverlangt. Damit wendet sie sich aber gegen tats�chliche Feststellungen bzw. die Beweisw�rdigung der Vorinstanz, was im Berufungsverfahren unzul�ssig ist. Im �brigen macht sie kein offensichtliches Versehen der Vorinstanz geltend, welche R�ge sie geh�rig h�tte substantiieren m�ssen und die ohnehin nur h�tte Erfolg haben k�nnen, wenn die ger�gte Feststellung f�r den Ausgang des Verfahrens erheblich gewesen w�re (vgl. Art. 63 Abs. 2 OG; BGE 95 II 503 E. 2a S. 506 f.).
d) Weiter hat die Vorinstanz f�r das Bundesgericht verbindlich festgestellt, dass das Verfalldatum der Rhabarbern und Apfel-W�rfel entweder schon vor Juni 1999 abgelaufen war oder aber teilweise in diesem Monat oder dann aber im August 1999 ablief, sodass ungewiss war, ob diese beiden Lagerpositionen bzw. welcher Teil davon ab Juni 1999 �berhaupt noch verwertbar gewesen sei. Soweit das Verfalldatum noch nicht abgelaufen gewesen sei, habe der Wert der betreffenden Ware vom raschen Auffinden eines K�ufers abgehangen, der die betreffenden Produkte sofort h�tte verwerten k�nnen. Vor diesem Hintergrund ist die Auffassung des Handelsgerichts, dass die Beklagte wegen der praktischen Wertlosigkeit der Rhabarbern und Apfel-W�rfel diese nicht anstelle der herausverlangten Zwiebeln unaufgefordert und ohne vorg�ngige Bezahlung der Lagerkosten der Kl�gerin h�tte freigeben m�ssen, bundesrechtlich nicht zu beanstanden.
5.- Zusammenfassend erweist sich die Berufung, soweit darauf eingetreten werden kann, als unbegr�ndet, und das angefochtene Urteil ist zu best�tigen. Dem Verfahrensausgang entsprechend wird die Kl�gerin kostenpflichtig (Art. 156 Abs. 1 OG). Eine Entsch�digungspflicht entf�llt, da auf die Einholung einer Berufungsantwort verzichtet worden ist und der Beklagten keine Kosten entstanden sind (Art. 159 Abs. 2 OG).
1.- Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist, und das Urteil des Handelsgerichts des Kantons Aargau vom 6. September 2001 wird best�tigt.