Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20ZR%2082/65
Timestamp: 2019-03-18 22:40:37
Document Index: 112465203

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 31', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 31', 'BGH', 'BGH', '§ 30', 'BGH', '§ 31', 'BGH', '§ 30', 'BGH', 'BGH', '§ 31', 'BGH', '§ 31', '§ 831', 'BGH', 'BGH', '§ 166', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 30.10.1967 - VII ZR 82/65 - dejure.org
Schadensersatz wegen betrügerischer Kreditauskünfte - Bestehen eines Auskunftsvertrags - Wirksame Vertretung durch einen Handelsvertreter - Zurechenbarkeit einer unerlaubten Handlung eines Dritten - Handelsvertreter als "verfassungsmäßig berufener Vertreter" i.S.d. § 31 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) - Begehen der unerlaubten Handlungen "in Ausführung der Verrichtungen" oder nur "bei Gelegenheit"
Teilzahlungsverkäufe
BGHZ 49, 19
NJW 1968, 391
MDR 1968, 228
VersR 1968, 92
WM 1968, 35
BB 1968, 10
Dass dem Leiter Typprüfung Vorstands- oder bedeutsame, wesensmäßige Funktionen der juristischen Person zur selbständigen, eigenverantwortlichen Erfüllung zugewiesen waren (vgl. BGH…, Urteil vom 28. Juni, VI ZR 536/15, zitiert nach juris, Rz. 13; BGHZ 49, 19-24), ist nicht ersichtlich.
Ist Prospektverantwortliche eine juristische Person, so hat sie gemäß § 31 BGB für den Schaden einzustehen, den ihr "verfassungsmäßig berufener Vertreter" (zur weiten Auslegung dieses Begriffs vgl. BGH, Urteil vom 30. Oktober 1967 - VII ZR 82/65, BGHZ 49, 19, 21 mwN) durch eine unerlaubte Handlung einem Dritten zugefügt hat.
Über den Wortlaut der §§ 30, 31 BGB hinaus hat die Rechtsprechung jedoch eine Repräsentantenhaftung für solche Personen entwickelt, denen durch die allgemeine Betriebsregelung und Handhabung bedeutsame, wesensmäßige Funktionen der juristischen Person zur selbständigen, eigenverantwortlichen Erfüllung zugewiesen sind, so daß sie die juristische Person im Rechtsverkehr repräsentieren (vgl. nur BGHZ 49, 19, 21).
Daß sich die Beklagte für ihre Außendienstorganisation selbständiger Handelsvertreter bedient, schließt jedoch nicht von vornherein aus, daß ein solcher Handelsvertreter nach außen Aufgaben wahrzunehmen hat, die eine Vertreterstellung nach § 31 BGB begründen (vgl. BGHZ 49, 19, 21 f).
Über den Wortlaut der §§ 30, 31 BGB hinaus hat die Rechtsprechung eine Repräsentantenhaftung für solche Personen entwickelt, denen durch die allgemeine Betriebsregelung und Handhabung bedeutsame, wesensmäßige Funktionen der juristischen Person zur selbständigen, eigenverantwortlichen Erfüllung zugewiesen sind, so dass sie die juristische Person im Rechtsverkehr repräsentieren (vgl. nur BGH, Urteil vom 30. Oktober 1967 - VII ZR 82/65, BGHZ 49, 19, 21 f; Senat, Urteile vom 5. März 1998 - III ZR 183/96, NJW 1998, 1854, 1856 mwN und vom 10. Februar 2005 - III ZR 258/04, WM 2005, 701, 704;… MünchKommBGB/Reuter, 6. Aufl., § 31 Rn. 20 ff).
Entscheidend ist bei selbständigen Handelsvertretern vor allem, ob der Vertreter Abschlussvollmachten und Inkassobefugnisse besitzt oder sonst eine in der Hierarchie des Unternehmens herausgehobene Position als Führungskraft inne hat (BGH, Urteil vom 30. Oktober 1967 aaO;… Senat, Urteile vom 5. März 1998 und 10. Februar 2005, jeweils aaO).
Die Rechtsprechung betrachtet sämtliche Mitarbeiter eines körperschaftlich verfassten Unternehmens als Repräsentanten i.S.d. §§ 31, 30 BGB, die einen bestimmten Aufgaben- oder Funktionsbereich innerhalb der Organisation selbstständig und eigenverantwortlich wahrnehmen (…MüKoBGB/Wagner, BGB, 7. Aufl., § 831 Rn. 19-20, beck-online, BGH, Urteil vom 30. Oktober 1967 - VII ZR 82/65 -, BGHZ 49, 19-24, Rn. 11).
Begriff des »Wissenvertreters« und Zurechnung seines Wissens analog § 166 BGB zu …
Unangefochten stellt das Berufungsgericht fest, dass weder bei einem vertretungsberechtigten Organ oder Organmitglied der Beklagten, noch bei dem für sie aufgetretenen, infolge der ihm allgemein erteilten Abschlussvollmacht als verfassungsmäßig berufener Vertreter anzusehenden (vgl. BGH, Urt. v. 30. Oktober 1967, VII ZR 82/65, NJW 1968, 391 [BGH 30.10.1967 - VII ZR 82/65];… Urt. v. 21. September 1971, VI ZR 122/70, NJW 1972, 334 [BGH 21.09.1971 - VI ZR 122/70]) Beamten des Liegenschaftsamtes die Kenntnis von Umständen erwiesen ist, auf Grund deren konkret mit dem Vorhandensein von Knollenmergel gerechnet werden konnte.
Der BGH hat bereits im Urteil vom 30.10.1967 (VII ZR 82/65, Rz. 11, zitiert nach juris) dazu festgestellt:.