Source: http://transtreff.de/forum/allgemein/tg-sonstiges/namens-und-personenstands%C3%A4nderung
Timestamp: 2019-10-20 04:23:00
Document Index: 393337196

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 1', 'BGH', '§45', '§45', '§45']

17. März 2019 - 10:52
Hallo in die große Runde hier.
Hat schon jemand Erfahrungen mit dem neuen Unterparagraphen 45 b aus dem Personenstandsgesetz? Ist das auch für "uns" anwendbar?
Er löst ja indirekt das TSG ab. Die §§ 1 und 8 aus dem TSG wurde sinngemäß übernommen. Für die Personenstandsänderung ist jetzt nur ein entsprechendes ärztliches Attest erforderlich. Die damit verbundene Namensänderung ist auf Antrag beim zuständigen Amt zu stellen. Es soll nur ein Verwaltungsakt werden.
Eine angeregte Diskussion wünscht sich
31. März 2019 - 17:57
dieser Paragraph ist für Personen gedacht, die sich nicht als M oder W fühlen.
Theoretisch könnte man es auch als "Ersatz" für die §§ 1 und 8 des TSG anwenden. Aber das TSG ist ja nicht für Personen gedacht, die zwischen den beiden Geschlechtern M und W sich zugehörig fühlen. Ich denek, da ist im Personenstandsgesetz auf Grund der BGH-Entscheidung die Änderung schnell gemacht worden. Da werden bestimmt noch viele Ausführungsbestimmungen, wie es bei Gesetzen üblich ist, folgen.
12. April 2019 - 11:44
Mal einen Nachtrag zur Namens- und Personenstandsänderung.
Gewissenhafte Ärzte werden sehr genau prüfen um sich nicht strafbar zu machen. Hier eine Info dazu:
www.aerzteblatt.de/nachrichten/102378/Aerzte-duerfen-nur-Bescheinigungen-fuer-Intersexuelle-ausstellen-nicht-fuer-Transsexuelle
Natürlich werden viele "Möchtegerntranssexuelle" dieses Gesetz nutzen um den Weg über Gericht und Gutachten zu umgehen. Nur schaden wird es den wirklichen Transsexuellen, die mit sich endlich ins Reine kommen wollen.
7. Mai 2019 - 22:04
Variante der Geschlechtsentwicklung :
Liebe @Didiane: Was sind "viele Möchtegerntranssexuelle"?
13. Mai 2019 - 11:54
LarissaLin
Also, auf Twitter hab ich schon einen Tweet gesehen, wo es angeblich funktioniert hat. Mir stellen sich dabei allerdings zwei Fragen.
1. Wird es jeder Arzt so ohne weiteres machen, da er befürchten muss, sich Strafbar zu machen, da er ja wissentlich eine falsche Bestätigung ausgestellt hat?
2. Angenommen man findet einen Arzt und es geht auch alles ohne Probleme beim Standesamt, so kann ich mir gut vorstellen, dass es am Ende zu Problemen bei der KK kommen
Kann, bzgl. diverser Kostenübernahmen für HRT, EPI, Gaop ...
13. Mai 2019 - 18:53
@ all: genau diese unsicheren Diskussionen bestehen derzeit überall. Daher habe ich mal hier versucht diesen Thrade zu eröffnen.
@LarissaLin: Genau Dein letzter Satz bringt es auf den Punkt. Der Knackpunkt dabei ist ja die GaOp.
Aber auch: Wird das vom Rentenversicherungsträger anerkannt? Wird daruafhin eine neue Sozialversicherungsnummer erstellt? Nur dann funktioniert das ganze weitere Verfahren.
Gruß und Dank für die bisherigen Beiträge
14. Mai 2019 - 20:51
Hier findet sich der genaue Wortlaut des aktuell gültigen PStG §45b
https://dejure.org/gesetze/PStG/45b.html
"Personen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung können gegenüber dem Standesamt erklären ..."
Das bedeutet wenn eine "Variante der Geschlechtsentwicklung" vorliegt, dann bedarf es nur einer Erklärung gegenüber dem Standesamt.
Der Begriff "Variante der Geschlechtsentwicklung" ist vage und trifft ggf. auch auf Trans*menschen zu, denn auch hier kann eine Variante der Geschlechtsentwicklung vorliegen. Es gibt dazu eine Klarstellung des Bundesverfassungsgerichts, nach dem hängt die Zugehörigkeit eines Menschen nicht allein von den äußerlichen Geschlechtsmerkmalen bei seiner Geburt ab. (BfG, Leitsatz zum Beschluss des Ersten Senats vom 11. Januar 2011 - 1 BvR 3295/07 - )Folglich liegt bei einem "solchen" Menschen eine Variante der Geschlechtsentwicklung vor. Er ist männlich hat aber biologisch bedingt z.B. weibliche Gonaden und umgekehrt. Man kann auch die oben zitierte Richtlinie dazu lesen https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/174-001l_S2k_Geschlechtsentwicklung-Varianten_2016-08_01.pdf
Sie ist nicht so zu verstehen dass alles darin zutreffen muss, ganz im Gegenteil: Darin werden Methoden beschrieben wie man den unterchiedlichen "Varianten der Geschlechtsentwicklung" auf die Spur kommen kann: Da geht es um Gonaden, Hormonspiegel, geschlechtsunspezifisches Verhalten, Psychologische Untersuchungen, Geschlechtsidentität, Chromosomen usf.
GaOP:
Wie wir alle wissen (sollten) ist die Voraussetzung für eine GaOP nicht an eine PÄ/NÄ gebunden, noch spielt das Geschlecht eine Rolle. Auch das TSG enthält nichts dazu. Ebensowenig das PStG §45 ff.
Ich benötigte für die KK diese Dokumente:
* Bescheinigung psyhologische Betreuung (2 Jahre)
* Bescheinigung über Leben in der neuen Geschlechterrolle (>= 18 Monate)
* Bescheinigung des Operateurs
* HRT/HET
Was brauchtet Ihr als Nachweise/Bescheinigungen?
Schade, dass oft alles miteinander vermischt wird.
Das einzige was ich an Unterschied in den Auswirkungen vom TSG und PStG §45b sehe ist, dass das TSG ein starkes "Offenbarungsverbot" hat.
Mit dem Dokument welches die Änderung das Personenstandes und Namens dokumentiert kann man sich Zeugnisse, Arbeitszeugnisse, Zertifikate, Diplom-, Bachelor- und Masterurkunden ändern lassen. Die offiziellen Dokumente benötigen die Geburtsurkunde, dann den geänderten Personalausweis usf.
Renten und Versorgungsansprüche gehen keinem verloren, die würden ja jedem verloren gehen der das PStG nutzt! Klar sollte man gut Acht geben, dass nicht etwas versehentlich falsch übertragen oder vergessen wird.
15. Mai 2019 - 21:21
Hallo Amaryllis! Und erst einmal danke für Deinen Beitrag!
1. Darf ich mir deinen beitrag zum ergänzenden Verständnis ausdrucken?
2. Da habe ich wieder viel zu lesen bis zum Sonnabend und dann vorher noch zwei Termine - grummel
Donnerstag Nadelepi und Freitag Vernetzungs- und Planungstreffen CSD. Wir sind mit einem Infostand zum Straßenfest dabei!
23. Mai 2019 - 16:20
Ich habe schon in den vergangenen Jahren viele Transmenschen kennengelernt. Logischerweise auch viele Personen mit den unterschiedlichsten Karaktern. Doch leider sind darunter auch Personen gewesen, die als Mann jahrelang nur heimlich die Frau ausgelebt haben.
Außerdem habe ich genug Leute kennengelernt, die im Leben nicht klar kommen oder etwas gebacken kriegen und nun meinen, daß sie als Frau es im Leben leichter haben. Gerade diese Personen sind für mich "Möchtegerntranssexuelle", weil sie sich ein Beispiel nehmen an den Menschen, die diesen Weg erfolgreich gegangen sind und fest mit beiden Beinen im Leben stehen. Nur selbst werden sie es nie schaffen, weil sie es als Trend ansehen.
5. Juni 2019 - 23:47
Hi Didiane,
es gehört einiges dazu eine Transition anzugehen zu organisieren und durchzuführen, da erzähle ich Dir ja nichts Neues.
Meinst Du Menschen, die mit ihrem Leben nicht klar kommen, gehen gerade eine Transition an?
Da gäbe es doch viele einfachere "Wege". Wie sollten Leute die "mit ihrem Leben" nicht klar kommen DAS (Transitionieren) machen können?
Wir haben sicherlich beide viele Trans*menschen kennen gelernt und einige haben mit ihrem Transsein viel zu tun und dadurch viel von ihrem Leben verloren, sie kommen deswegen mit ihrem Leben nicht mehr klar. Doch viele fangen sich auf "magische" Weise in ihrem richtigen Leben und bekommen ihr Leben plötzlich geregelt.
Ich kenne keine "Möchtegerntranssexuellen" die diesen Weg gegangen sind soweit sie wollten. Sollte jemand mal mit dem Gedanken spielen, so soll dieser Mensch es doch tun. Wer ist schon ein "echter" Trans*mensch? Was macht uns aus? Die Abarbeitung einiger Schritte, und je mehr davon umso echter?
Ein 7 jähriges Kind etwa, das seit Jahren steif und fest behauptet ein Mädchen zu sein (äußerlich männlich) oder ein Junge (äußerlich weiblich), ist deswegen nicht weniger trans* als ein Mensch der Jahrzehnte gegen sein inneres Wissen in dem ihm zugewiesenen Geschlecht gelebt hat, so lange bis nichts mehr ging.
Trans* ist sehr vielvältig, denn auch dabei gibt es kein Schwarz und auch kein Weiß, sondern Abstufungen in unteschiedlichen Farben.
So wenig wie wir in einem nicht passenden Geschlecht leben können, können es auch andere nicht die in einem Geschlecht leben wollen nur weil's Mode ist. Für eine kurze und aufregende Zeit wahrscheinlich schon, was sicherlich eine Erfahrung für's Leben sein kann, doch auf Dauer werden sie es genau so wenig aushalten wie wir.
6. Juni 2019 - 12:07
Sehr gut und treffend geschrieben. Kompliment und ein Denkanstoß an die vielen Betroffenen hier.