Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=B%202%20U%2040/02%20R
Timestamp: 2019-05-23 00:24:30
Document Index: 30230895

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 8', '§ 550', '§ 548', '§ 550', '§ 550', '§ 548', '§ 550', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8']

BSG, 24.06.2003 - B 2 U 40/02 R - dejure.org
https://dejure.org/2003,1391
BSG, 24.06.2003 - B 2 U 40/02 R (https://dejure.org/2003,1391)
BSG, Entscheidung vom 24.06.2003 - B 2 U 40/02 R (https://dejure.org/2003,1391)
BSG, Entscheidung vom 24. Juni 2003 - B 2 U 40/02 R (https://dejure.org/2003,1391)
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Wegeunfall - innerer Zusammenhang - unmittelbarer Weg - Umweg - bedeutende Verlängerung - unbedeutende Verlängerung - Unterbrechung - Handlungstendenz - Verlassen des Verkehrsraums - private Besorgung - Geldabheben
Arbeitsunfall; Wegeunfall; Deckungsumfang der gesetzlichen Unfallversicherung; Umwege und Unterbrechungen zur Ausübung privater Verrichtungen
Arbeitsrecht - Kleiner Umweg - gesetzlicher Unfallschutz futsch!
Private Umwege auf Arbeitsweg nicht unfallversichert // Schon 100 Meter führen zum Verlust des Unfallschutzes
Unfallversicherung; Umweg als eigenwirtschaftliche Tätigkeit beim Wegeunfall
SG Nürnberg, 08.05.2001 - S 6 U 98/00
Er besteht erst wieder, sobald sich der Versicherte wieder auf dem direkten Weg befindet und damit der Abweg beendet ist (stRspr;… vgl zB BSG vom 4.7.2013 - B 2 U 3/13 R - SozR 4-2700 § 8 Nr. 50 RdNr 14 und - B 2 U 12/12 R - SozR 4-2700 § 8 Nr. 49 RdNr 18; BSG vom 24.6.2003 - B 2 U 40/02 R - USK 2003, 103;… BSG vom 5.5.1998 - B 2 U 40/97 R - BSGE 82, 138 = SozR 3-2200 § 550 Nr. 18;… BSG vom 19.3.1991 - 2 RU 45/90 - SozR 3-2200 § 548 Nr. 8;… BSG vom 13.12.1984 - 2 RU 80/83 - SozR 2200 § 550 Nr. 69 und BSG vom 28.7.1983 - 2 RU 50/82 - SozR 2200 § 550 Nr. 57) .
Nach dieser Rechtsprechung bewirkte etwa ein Richtungswechsel mit einem Pkw auf einem grundsätzlich versicherten Heimweg, mit dem sich der Versicherte wieder in entgegengesetzter Richtung von seiner Wohnung wegbewegt, eine deutliche Zäsur, weil sich die Umkehr sowohl nach ihrer Zielrichtung als auch ihrer Zweckbestimmung von dem zunächst zurückgelegten Heimweg unterscheidet (…so auch BSG vom 19.3.1991 - 2 RU 45/90 - SozR 3-2200 § 548 Nr. 8 S 19 mwN; vgl auch für den 100 m längeren Weg zum Bankautomaten BSG vom 24.6.2003 - B 2 U 40/02 R).
Fehlt es an einem solchen inneren Zusammenhang, scheidet ein Versicherungsschutz selbst dann aus, wenn sich der Unfall auf derselben Strecke ereignet, die der Versicherte auf dem Weg nach und von dem Ort der Tätigkeit gewöhnlich benutzt (…BSG SozR 3-2200 § 550 RVO Nr. 21 mwN;… BSG SozR 3-2700 § 8 Nr. 10 mwN; zuletzt BSG Urteil vom 24. Juni 2003 - B 2 U 40/02 R -).
Dafür ist es unerheblich, ob der Versicherte lediglich seine Fortbewegung an Ort und Stelle unterbricht, um etwa in einem Geschäft am Straßenrand einzukaufen (…so die Fallgestaltung in BSGE 91, 293 = SozR 4-2700 § 8 Nr. 3), oder ob er den eingeschlagenen Weg verlässt, um an anderer Stelle einer privaten Verrichtung nachzugehen und erst danach auf den unter Versicherungsschutz stehenden Weg zurückzukehren (wie in der Entscheidung des Senats vom 24. Juni 2003 - B 2 U 40/02 R - USK 2003-103 = DAR 2003, 483).
Allerdings kann ein Weg, der nicht nur unbedeutend länger ist als der kürzeste Weg, dann ein versicherter unmittelbarer Weg iS des § 8 Abs. 2 Nr. 1 SGB VII sein, wenn die längere Wegstrecke aus der durch objektive Gegebenheiten erklärbaren Sicht des Versicherten weniger zeitaufwändig, sicherer, übersichtlicher, besser ausgebaut oder kostengünstiger als der kürzere direkte Weg ist (vgl BSG vom 24.6.2003 - B 2 U 40/02 R - HVBG-INFO 2003, 2446;… BSG vom 11.9.2001 - B 2 U 34/00 R - SozR 3-2700 § 8 Nr. 9 RdNr 18) .
Dafür ist es unerheblich, ob der Versicherte den eingeschlagenen Weg verlässt, um an einer anderen Stelle einer privaten Verrichtung nachzugehen und erst danach auf den unter Versicherungsschutz stehenden Weg zurückzukehren (BSG, Urteile vom 31. Juli 1985, 2 RU 63/84, vom 18. März 1997, 2 RU 17/96, und vom 24. Juni 2003, B 2 U 40/02 R, alle in juris; ferner Landessozialgericht [LSG] Rheinland-Pfalz, HV-Info 12/1995, 1754), oder ob er lediglich seine Fortbewegung an Ort und Stelle unterbricht, um etwa in einem Geschäft am Straßenrand einzukaufen (BSG…, Urteil vom 09. Dezember 2003, a. a. O.).
In diesem Nichtannahmebeschluss hat das BVerfG das Urteil des BSG vom 24. Juni 2003 (B 2 U 40/02 R, a. a. O.), wonach Unterbrechungen des Weges zu privaten Zwecken bei nicht nur geringfügiger Dauer grundsätzlich unversichert seien, bestätigt.
Denn nach dem dem Beschluss des BVerfG zugrunde liegenden Urteil des BSG (vom 24. Juni 2003, B 2 U 40/02 R, a. a. O.) sollte es - entgegen der früheren Rechtsprechung - nicht mehr darauf ankommen, ob das Straßengelände zur Erledigung der privaten Angelegenheit tatsächlich verlassen wird, sondern darauf, ob die Verrichtung im Bereich der Straße selbst "im Vorbeigehen" erledigt werden konnte.
gegen das Urteil des Bundessozialgericht vom 24. Juni 2003 - B 2 U 40/02 R -.
Der von dem Beamten gewählte Weg muss nicht unbedingt der im Hinblick auf die Entfernung kürzeste oder der im Hinblick auf den Zeitaufwand schnellste sein (vgl. BSG, Urteil vom 24. Juni 2003 - B 2 U 40/02 R - DAR 2003, 483).
VG Göttingen, 24.08.2016 - 1 A 144/15
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