Source: https://www.haufe.de/recht/deutsches-anwalt-office-premium/lsg-nordrhein-westfalen-urteil-vom-21041993-l-17-u-10392_idesk_PI17574_HI1651994.html
Timestamp: 2019-08-20 05:07:29
Document Index: 130779252

Matched Legal Cases: ['§ 780', '§ 780', 'Art 3', '§ 780', '§ 780', '§ 539']

LSG Nordrhein-Westfalen Urteil vom 21.04.1993 - L 17 U 103/92 | Deutsches Anwalt Office Premium | Recht | Haufe
LSG Nordrhein-Westfalen Urteil vom 21.04.1993 - L 17 U 103/92
Jahresarbeitsverdienst. mitarbeitender Ehegatte einer forstwirtschaftlichen Unternehmerin. Gleichbehandlungsgrundsatz
1. Bei einem arbeitsvertraglich im forstwirtschaftlichen Unternehmen des Ehegatten beschäftigten Verletzten ist der Jahresarbeitsverdienst nach § 780 Abs 1 RVO zugrundezulegen (vergleiche LSG Essen vom 7.2.1990 - L 17 U 6/89 = HV-INFO 1991, 883).
2. In der Ungleichbehandlung des Ehegatten gegenüber den sonstigen Familienangehörigen gemäß § 780 Abs 3 RVO liegt kein Verstoß gegen den verfassungsrechtlich verankerten Gleichheitssatz des Art 3 GG. Der Ehegatte eines landwirtschaftlichen Unternehmers genießt gegenüber den Kindern eine besondere Rechtsstellung, die es als sachlicher Differenzierungsgrund rechtfertigt, ihn aus dem von § 780 Abs 3 erfaßten Personenkreis der Familienangehörigen, für die gemäß § 780 Abs 2 die als Jahresarbeitsverdienst festgesetzten Durchschnittssätze im Falle einer Versicherung nach § 539 Abs 1 Nr 1 RVO nicht gelten, auch dann auszuklammern, wenn er mit Arbeitsvertrag im landwirtschaftlichen Betrieb des anderen Ehegatten beschäftigt ist.
BVerfG (Beschluss vom 24.07.2002; Aktenzeichen 1 BvR 644/95)
Dokument-Index HI1651994