Source: https://www.eval.at/volv/hilfelaerm.aspx
Timestamp: 2020-02-27 03:06:04
Document Index: 321322945

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 10', '§ 4', '§ 51', '§ 14', '§ 5', '§ 6', '§ 2', '§ 3', '§ 5']

Ausfüllhilfe für das Leerformular Lärm
Nachfolgend sehen Sie Ausschnitte aus dem Leerformular Lärm mit zusätzlichen Kommentaren, die Ihnen das Ausfüllen Ihres Formulares erleichtern sollen:
In § 9 Abs. 3 Z 2 der VOLV ist zwar festgelegt, dass ein Maßnahmenprogramm gem. den §§ 10 bis 13 erst bei Überschreiten des Expositionsgrenzwertes (85 dB, bzw. 137 dB) festgelegt und durchgeführt werden muss, jedoch müssen bereits bei Überschreiten des Auslösewertes von 80 dB (bzw. 135 dB) bestimmte Überlegungen getroffen und Maßnahmen gesetzt werden. So müssen beispielsweise nach § 4 Abs. 3 VGÜ den Arbeitnehmern die Möglichkeit von regelmäßigen Untersuchungen im Sinne des § 51 ASchG angeboten werden (freiwillige Lärmuntersuchung) oder es muss nach § 14 Abs. 1 VOLV persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt werden.
Das Evaluierungsdokument für Lärm ist als Teil bzw. Anlage zur Dokumentation nach DOK-VO zu verstehen!
Dieser kann im Wesentlichen frei gewählt werden, folgende Empfehlungen werden gegeben:
im Falle von kleineren und überschaubaren Arbeitsstätten wird man mit einem einzigen Dokument sein Auslangen finden (siehe jedoch hierzu auch nächster Punkt)
Im Falle des Auftretens von Bereichen mit gehörschädigendem Lärm und Räumen mit Grenzwerten im Sinne von § 5 VOLV sollten mehrere Dokumente angelegt werden
Vor allem in größeren Arbeitsstätten sollte für jeden (abgegrenzten) Lärmbereich ein eigenes Dokument angelegt werden.
Der Anwendungsbereich kann sich grundsätzlich auch auf eine Maschine oder einen Arbeitsplatz beziehen, i.d.R. wird es sich jedoch um einen Lärmbereich (z.B. einen Raum) handeln
Der Arbeitgeber ist für die Ermittlung und Beurteilung der Gefahren am Arbeitsplatz zuständig, wobei diese Verpflichtung delegiert werden kann (z.B. an die Sicherheitsfachkraft und/oder den Arbeitsmediziner).
In jedem Fall müssen Sicherheitsfachkraft und Arbeitsmediziner sowie Betriebsrat oder (wenn kein Betriebsrat vorhanden oder von diesem delegiert) Sicherheitsvertrauensperson(en) bei Durchführung der Evaluierung beigezogen werden. Überdies wird empfohlen, Personen aus den fraglichen Bereichen (z.B. Werkstättemeister) zu beteiligen.
Nach § 6 (4) VOLV dürfen Messungen nur von fachkundigen Personen oder Diensten durchgeführt werden. Diese müssen die erforderliche Fachkenntnis besitzen und für gewissenhafte und repräsentative Messungen die nötigen Voraussetzungen mitbringen. Dies können auch Betriebsangehörige sein, empfohlen wird in jedem Fall der Besuch eines entsprechenden Fachseminars, z.B. \"Lärmmessung für Sicherheitsfachkräfte\" der AUVA. Auch die AUVA bietet die Durchführung von Lärmmessungen an. Messungen müssen wiederholt werden, wenn sich messrelevante Faktoren wie Maschinen, Arbeitsvorgänge, Werkzeuge oder bauliche Gegebenheiten ändern.
Die DOK-VO verlangt in § 2 (1) Z 3 nur die Angaben der im Bereich beschäftigten Arbeitnehmer, nähere Angaben über die jeweilige persönliche Exposition müssen in einem Lärmmessbericht enthalten sein.
Die Punkte 1 bis 3 des Dokuments sind reine Kontrollfragen und dienen als Überprüfung und Bestätigung, dass sich diese Punkte auch wirklich im Messbericht wieder finden.
Betrifft Impulslärm, für den in § 3 (1) Z 3 ein Expositionsgrenzwert von 140 Pa (entspricht: Lc,peak = 137 dB) festgelegt ist. Tritt Impulslärm auf, müssen im Rahmen der Evaluierung Maßnahmen ergriffen werden, um die Exposition auf einen Wert unterhalb des Expositionsgrenzwertes zu senken.
Betrifft Grenzwerte für bestimmte Räume nach § 5 (1) Z 1 – 3, - überwiegend geistige Tätigkeit, einfach Bürotätigkeit, Aufenthalts- und Bereitschaftsräume, Sanitätsräume und Wohnräume, siehe hierzu auch 2.1 dieser Ausfüllhilfe. Handelt es sich um solche Räume, muss auf Grund der Ergebnisse der Messung festgelegt werden, ob der Impulszuschlag KI oder der Zuschlag für Tonhaltigkeit KT zum Lärmexpositionspegel LA,EX,TO addiert werden muss.
Der Impulszuschlag KI von 6 dB für impulshältiges Geräusch ist dann zuzuschlagen, wenn sich der A-bewertete Maximalpegel bei der Anzeigedynamik um mindestens 2 dB von dem bei der Anzeigedynamik unterscheidet.
Der Tonzuschlag KT von 6 dB ist dann zuzuschlagen, wenn Tonkomponenten deutlich hörbar sind und die Terzbandanalyse ergibt, dass der Pegel eines (oder zweier) Terzbänder die Pegel der benachbarten Bänder um 5 dB oder mehr übersteigt. Bei Auftreten von Impulsgeräuschen und tonhaltigen Geräuschen ist nur ein Pegel heranzuziehen.
Zu den besonders schutzbedürftigen Personen in diesem Sinne zählen insbesondere Schwangere und stillende Mütter, Jugendliche und Lehrlinge, ältere Arbeitnehmer und behinderte Arbeitnehmer. Sind solche Arbeitnehmer im Lärmbereich, müssen Maßnahmen überlegt werden (z.B. Wechsel des Arbeitsplatzes nach dem Mutterschutzgesetz)
Für den Fall, dass Warnsignale (z.B. Brandalarm, sich nähernder Stapler,…) im betrieblichen Geschehen wichtig sind, muss dies in Lärmbereichen berücksichtigt werden. So könnten zum Beispiel akustische Warnsignale durch optische Signale ergänzt oder ersetzt werden. Dasselbe gilt bei der Notwendigkeit, andere Geräusche hören zu müssen.
Häufig treten Lärm und Vibrationsbelastungen gemeinsam auf. In diesem Fall muss unter anderem die persönliche Schutzausrüstung auf diese besondere Situation abgestimmt sein. Auch im Falle des Auftretens von Lärm und bestimmten Schadstoffen (ototoxische Belastung) sind unter Umständen spezielle Maßnahmen erforderlich.
Der "klassische" Beurteilungspegel zielt auf einen 8 – Stunden Arbeitstag ab, bei kürzerer Aufenthaltsdauer im Lärmbereich verringert sich der persönliche Beurteilungspegel dementsprechend. Wird jedoch länger als 8 Stunden im Lärmbereich gearbeitet, können auch schon Pegel unter 85 dB (bzw. 80 dB) als Expositionsgrenzwert bzw. Auslösewert gelten.
Nicht alle der vorgeschlagenen Maßnahmen, die prinzipiell möglich sind, werden im Sinne des unter "Risikobeurteilung" gesagtem auch durchgeführt werden können – darum auch das Fragezeichen nach Maßnahme. Es sind also drei Varianten bez. Maßnahmen denkbar:
Variante 1: Eine vorgeschlagene Maßnahme ist nicht möglich ? "nein" ankreuzen, Spalte rechts bleibt leer
Variante 2: Eine vorgeschlagene Maßnahme wäre zwar grundsätzlich möglich, ist jedoch (derzeit) zu aufwendig ? "ja" ankreuzen, Spalte rechts bleibt (trotzdem) leer
Variante 3: Eine vorgeschlagene Maßnahme ist möglich und soll auch umgesetzt werden ? "ja" ankreuzen, Spalte ausfüllen, Übertrag in das (Haupt)Dokument