Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=25.11.1982&Aktenzeichen=III%20ZR%2055/81
Timestamp: 2019-10-15 17:50:57
Document Index: 223966101

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 31', '§ 31', 'BGH', '§ 31', '§ 31', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 31', 'BGH']

BGH, 25.11.1982 - III ZR 55/81 - dejure.org
https://dejure.org/1982,919
BGH, 25.11.1982 - III ZR 55/81 (https://dejure.org/1982,919)
BGH, Entscheidung vom 25.11.1982 - III ZR 55/81 (https://dejure.org/1982,919)
BGH, Entscheidung vom 25. November 1982 - III ZR 55/81 (https://dejure.org/1982,919)
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Schadensersatz nach den Grundsätzen der Amtshaftung - Voraussetzungen einer Amtspflichtverletzung - Anspruch auf Entschädigung aus dem Gesichtspunkt des enteignungsgleichen Eingriffs - Vorwurf der verzögerlichen Bearbeitung eines Baugesuchs
BauGB § 2 Abs. 4
VersR 1983, 239
WM 1983, 158
BauR 1983, 231
Jedoch hat der Senat ausgesprochen, daß dieser Grundsatz dann nicht zum Zuge kommt, wenn vom Standpunkt der Auslegung aus, die das Berufungsgericht selbst dem irrevisiblen Recht gegeben hat, die Urteilsbegründung verfahrensrechtlich zu beanstanden ist (Senatsurteil vom 25. November 1982 - III ZR 55/81 = WM 1983, 158/9).
Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts als auch des Bundesgerichtshofs tritt eine bauplanerische Festsetzung wegen Funktionslosigkeit nur dann außer Kraft, wenn und soweit die Verhältnisse, auf die sie sich bezieht, in der tatsachlichen Entwicklung einen Zustand erreicht haben, der eine Verwirklichung der Festsetzung auf unabsehbare Zeit ausschließt, und wenn die Erkennbarkeit dieser Tatsache einen Grad erreicht hat, der einem etwa dennoch in die Fortgeltung der Festsetzung gesetzten Vertrauen die Schutzwürdigkeit nimmt (BVerwGE 54, 5; Senatsurteile vom 25. November 1982 - III ZR 55/81 = WM 1983, 158 und vom 19. September 1985 - III ZR 162/84 = BGHZ 97, 1, 5) [BGH 19.09.1985 - III ZR 162/84].
Zwar liegt die Entscheidung über die Erteilung einer Befreiung dem Wortlaut nach ("kann") im Ermessen der Baugenehmigungsbehörde, so dass das Vorliegen der Voraussetzungen allein für die Erteilung einer Befreiung noch keinen Anspruch auf die Befreiung vermittelt (…BVerwG, Urt. v. 16.5. 1991 - 4 C 17.90 - Urt. vom 19.9. 2002 - 4 C 13.01 - BGH, Urt. vom 25.11.1982 - III ZR 55.87 -, BauR 1983, 231).
"...Zwar liegt die Entscheidung über die Erteilung einer Befreiung dem Wortlaut nach ("kann") im Ermessen der Baugenehmigungsbehörde, so dass das Vorliegen der Voraussetzungen allein für die Erteilung einer Befreiung noch keinen Anspruch auf die Befreiung vermittelt (BVerwG, Urteil vom 16. Mai 1991 - 4 C 17.90 - Urteil vom 19. September 2002 - 4 C 13.01 - BGH, Urteil vom 25. November 1982 - III ZR 55.87 -, BauR 1983, 231).
Diese Auslegung widerspricht dem Wortlaut cter Kann-Vorschrift und auch der Interpretation, die ähnlich formulierte Befreiungsvorschriften, beispielsweise § 31 Abs. 2 BauGB (früher § 31 Abs. 2 BBauG) erfahren (vgl. dazu BVerwGE 40, 268 [BVerwG 14.07.1972 - IV C 69/70]; 56, 71 [BVerwG 07.06.1978 - 7 C 5/78]; BGH, BauR 1983, 231 ).
Daraus erwächst dem Baubewerber grundsätzlich nicht eine eigentumsmäßig verfestigte Position (Senatsurteile vom 27. November 1961 - III ZR 112/60 S. 32 f; vom 10. März 1977 - III ZR 195/74 = WM 1977, 624, 627 und vom 25. November 1982 - III ZR 55/81 = WM 1983, 158 = BauR 1983, 231, 232 f; s. auch BVerfGE 63, 152, 174).
Sie widerspricht dem Wortlaut der Kann-Vorschrift und auch der Interpretation, die ähnlich formulierte Befreiungsvorschriften, beispielsweise § 31 Abs. 2 BauGB (früher § 31 Abs. 2 BBauG) erfahren (vgl. dazu BVerwGE 40, 288 [BVerwG 24.08.1972 - III C 51/70]; 56, 71 [BVerwG 07.06.1978 - 7 C 5/78]; BGH, BauR 1983, 231 ).
Zum Inhalt und Umfang der Amtspflichten, die den Bediensteten der Baugenehmigungsbehörde gegenüber demjenigen obliegen, der einen Antrag auf Baugenehmigung oder auf Befreiung von Festsetzungen eines Bebauungsplanes stellt, hat der Senat in zahlreichen Entscheidungen Stellung genommen (vgl. u.a. Senatsurteile vom 8. Mai 1980 - III ZR 27/78 = VersR 1980, 847 und vom 25. November 1982 - III ZR 55/81 = VersR 1983, 239; vgl. auch Senatsbeschluß vom 27. Oktober 1983 - III ZR 100/82 = VersR 1984, 142).
Eine bauplanerische Festsetzung tritt wegen Funktionslosigkeit außer Kraft, wenn und soweit die Verhältnisse, auf die sie sich bezieht, in der tatsächlichen Entwicklung einen Zustand erreicht haben, der eine Verwirklichung der Festsetzung auf unabsehbare Zeit ausschließt, und die Erkennbarkeit dieser Tatsache einen Grad erreicht hat, der einem etwa dennoch in die Fortgeltung der Festsetzung gesetzten Vertrauen die Schutzwürdigkeit nimmt (BVerwGE 54, 5; 85, 273, 281 f; Senatsurteile BGHZ 97, 1, 5 f [BGH 19.09.1985 - III ZR 162/84] und vom 25. November 1982 - III ZR 55/81 - WM 1983, 158, 159).
Zum Inhalt und Umfang der Amtspflichten, die den Bediensteten der Baugenehmigungsbehörde gegenüber demjenigen obliegen, der einen Antrag auf Baugenehmigung oder auf Befreiung von Festsetzungen eines Bebauungsplanes stellt, hat der Senat in zahlreichen Entscheidungen Stellung genommen (vgl. Senatsurteile vom 23. Februar 1978 - III ZR 97/76 = VersR 1978, 640, vom 17. April 1980 - III ZR 167/78 = VersR 1980, 765, vom 8. Mai 1980 - III ZR 27/78 = VersR 1980, 847, vom 10. Juli 1980 - III ZR 23/79 - VersR 1980, 943 und vom 25. November 1982 - III ZR 55/81 = VersR 1983, 239; vgl. auch Senatsbeschluß vom 27. Oktober 1983 - III ZR 100/82 = VersR 1984, 142).
Die für die von dem Kläger beantragte Baugenehmigung erforderliche Befreiung von der Geschoßvorschrift des Staffelbauplans stand im pflichtgemäßen Ermessen des Bauordnungsamts, das dazu der Zustimmung der höheren Verwaltungsbehörde bedurfte (§ 31 Abs. 2 BBauG; vgl. dazu Senatsurteil vom 25. November 1982 - III ZR 55/81 = VersR 1983, 239).
BGH, 19.09.1985 - III ZR 162/84
Sie sind infolgedessen auch anfälliger, durch tatsächliche Entwicklungen in ihrer Funktion gestört und dadurch in ihrer Geltung in Frage gestellt zu werden (Senatsurteil vom 25. November 1982 - III ZR 55/81 = WM 1983, 158 = BauR 1983, 231; BVerwGE 54, 5, 9).