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Timestamp: 2019-04-22 15:59:30
Document Index: 378252473

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 15', '§ 4', '§ 15', '§ 15', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 15', '§ 96']

BMF v. 07.05.2008 - IV B 2 -S 2144/07/0001 - NWB Datenbank
BMF v. 07.05.2008 - IV B 2 -S 2144/07/0001BStBl 2008 I S. 588
BMF v. 07.05.2008 - IV B 2 -S 2144/07/0001 BStBl 2008 I S. 588
Betrieblicher Schuldzinsenabzug nach § 4 Abs. 4a EStG; Schuldzinsen bei Mitunternehmerschaften
Bezug: Schreiben des BMF vom 17. November 2005– IV B 2 – S 2144 – 50/05 – (BStBl 2005 I S. 1019)
Bezug: Urteil des BFH vom 29. März 2007 - IV R 72/02 – (BStBl 2008 II S. 420)
Mit Urteil vom 29. März 2007 - IV R 72/02 (BStBl 2008 II S. 420) hat der BFH entschieden, dass bei Mitunternehmerschaften die Überentnahmen als Bemessungsgrundlage für die nach § 4 Abs. 4a EStG nicht abziehbaren Schuldzinsen gesellschafterbezogen zu ermitteln sind.
Im Einvernehmen mit den obersten Finanzbehörden der Länder ist Rdnr. 25 und Abschnitt VI „Schuldzinsen bei Mitunternehmerschaften” des BMF-Schreibens vom 17. November 2005 (BStBl 2005 I S. 1019) in folgender Fassung anzuwenden:
Die Regelung des § 4 Abs. 4a EStG ist eine betriebsbezogene Gewinnhinzurechnung. Der Hinzurechnungsbetrag ist daher auch für jede einzelne Mitunternehmerschaft zu ermitteln. Der Begriff der Überentnahme sowie die ihn bestimmenden Merkmale (Einlage, Entnahme, Gewinn und ggf. Verlust) ist dagegen gesellschafterbezogen auszulegen ( BFH vom 29. März 2007 - IV R 72/02 , BStBl 2008 II S. 420). Die Überentnahme bestimmt sich nach dem Anteil des einzelnen Mitunternehmers am Gesamtgewinn der Mitunternehmerschaft (Anteil am Gewinn der Gesellschaft einschließlich Ergänzungsbilanzen zuzüglich/abzüglich seines im Sonderbetriebsvermögen erzielten Ergebnisses) und der Höhe seiner Einlagen und Entnahmen (einschließlich Sonderbetriebsvermögen).
Der Kürzungsbetrag nach § 4 Abs. 4a Satz 4 EStG i.H.v. 2.050 € ist gesellschaftsbezogen anzuwenden, d. h. er ist nicht mit der Anzahl der Mitunternehmer zu vervielfältigen. Er ist auf die einzelnen Mitunternehmer entsprechend ihrer Schuldzinsenquote aufzuteilen; dabei sind Schuldzinsen, die im Zusammenhang mit der Anschaffung oder Herstellung von Wirtschaftsgütern des Sonderbetriebsvermögens stehen, zu berücksichtigen ( BFH vom 29. März 2007 - IV R 72/02 , BStBl 2008 II S. 420).
Zinsaufwendungen werden nur einbezogen, wenn sie im Rahmen der Ermittlung des Gesamtgewinns als Betriebsausgaben berücksichtigt worden sind. Zinsen eines Darlehens des Gesellschafters an die Gesellschaft i. S. d. § 15 Abs. 1 S. 1 Nr. 2, 2. HS EStG gleichen sich im Rahmen ihrer Gesamtgewinnauswirkung aus (Betriebsausgaben im Gesamthandsvermögen und Betriebseinnahmen im Sonderbetriebsvermögen), sie sind keine Schuldzinsen i. S. d. § 4 Abs. 4a EStG.
Entnahmen liegen vor, wenn Wirtschaftsgüter (Barentnahmen, Waren, Erzeugnisse, Nutzungen und Leistungen) in den privaten Bereich der Gesellschafter oder in einen anderen betriebsfremden Bereich überführt werden. In diesem Sinne ist die Zahlung der Geschäftsführungsvergütung i. S. d. § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, 2. HS EStG auf ein privates Konto des Gesellschafters eine Entnahme, die bloße Gutschrift auf dem Kapitalkonto des Gesellschafters jedoch nicht. Bei Darlehen des Gesellschafters an die Gesellschaft i. S. d. § 15 Abs. 1 S. 1 Nr. 2, 2. HS EStG stellt die Zuführung der Darlehensvaluta eine Einlage und die Rückzahlung des Darlehens an den Gesellschafter eine Entnahme dar. Die unentgeltliche Übertragung eines Wirtschaftsguts in das Sonderbetriebsvermögen eines anderen Mitunternehmers derselben Mitunternehmerschaft ist als Entnahme i. S. d. § 4 Abs. 4a EStG beim abgebenden und als Einlage i. S. d. § 4 Abs. 4a EStG beim aufnehmenden Mitunternehmer zu berücksichtigen.”
Abschnitt „VIII. Anwendungsregelung” wird um folgende Rdnr. 40 ergänzt:
Die Rdnrn. 30 bis 32d sind in allen offenen Fällen anzuwenden. Die Rdnrn. 30 bis 32d des BMF-Schreibens vom 17. November 2005 (BStBl 2005 I S. 1019) können auf gemeinsamen Antrag der Mitunternehmer letztmals für das Wirtschaftsjahr angewandt werden, das vor dem 1. Mai 2008 beginnt.”
BMF v. 07.05.2008 - IV B 2 -S 2144/07/0001
BayLfSt 17.11.2008 - S 2144
Bundesministerium der Finanzen 4.11.2008 - S 2144
BayLfSt 15.5.2008 - S 2144
BFH 12.2.2014 - IV R 22/10
BStBl 2008 I Seite 588
BB 2008 S. 1198 Nr. 23
BStBl I 2008 S. 588 Nr. 10
DB 2008 S. 1179 Nr. 22
DStR 2008 S. 1094 Nr. 23
EStB 2008 S. 242 Nr. 7
EStB 2008 S. 243 Nr. 7
FR 2008 S. 587 Nr. 12
SJ 2008 S. 31 Nr. 11
StBW 2008 S. 8 Nr. 11
WPg 2008 S. 569 Nr. 12
TAAAC-79656
NWB-Nachricht v. 06.10.2010, Einkommensteuer | Hinzurechnung nicht abziehbarer Schuldzinsen (BFH)
NWB-Nachricht v. 05.07.2010, Einkommensteuer | Anwendung des § 4 Abs. 4a EStG im kapitalistischen Konzern (FG)
Eggert, Steuerliche Besonderheiten bei Mitunternehmerschaften, BBK 19/2016 S. 952
Eggert, Vordrucke ER, SE und AVSE zum Sonderbereich bei der EÜR, BBK 9/2016 S. 430
Steger, Außerbilanzielle Zu-/Abrechnungen im Anwendungsbereich des § 15a EStG, NWB 40/2011 S. 3372
BewG § 96
BMF 1.7.2011 (IV D 3 -S 7329/11/10001) - Umsatzsteuer-Umrechnungskurse für den Monat Juni 2011
BMF 1.2.2010 (IV D 3 -S 7329/10/10001) - Umsatzsteuer-Umrechnungskurse für den Monat Januar 2010
BMF v. 07.05.2008 - IV B 2 -S 2144/07/0001 ablegen in?