Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XI%20ZR%20429/02
Timestamp: 2019-10-20 13:14:07
Document Index: 245486932

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 767', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 1', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'Art. 1', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 134', 'BGH', '§ 767', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 1', '§ 1', 'BGH', '§ 134', 'Art. 1', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 02.12.2003 - XI ZR 429/02 - dejure.org
https://dejure.org/2003,2315
BGH, 02.12.2003 - XI ZR 429/02 (https://dejure.org/2003,2315)
BGH, Entscheidung vom 02.12.2003 - XI ZR 429/02 (https://dejure.org/2003,2315)
BGH, Entscheidung vom 02. Dezember 2003 - XI ZR 429/02 (https://dejure.org/2003,2315)
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Rechtsschutz gegen eine Zwangsvollstreckung aus notarieller Urkunde; Prozessuale Gestaltungsklage bei Angriffen gegen die Wirksamkeit des Vollstreckungstitels; Verletzung von Aufklärungspflichten und Hinweispflichten beim Darlehensvertrag nach Maßgabe der Person des ...
Sie können aber zum Gegenstand einer prozessualen Gestaltungsklage in entsprechender Anwendung des § 767 Abs. 1 ZPO gemacht werden (st.Rspr., siehe z.B. BGH, Urteil vom 22. Oktober 2003 - IV ZR 398/02, WM 2003, 2372, 2373; Senatsurteile vom 18. November 2003 - XI ZR 332/02, WM 2004, 27, 29 und vom 2. Dezember 2003 - XI ZR 421/02, WM 2004, 372, 374 und XI ZR 429/02, Umdruck S. 8), die mit der Vollstreckungsgegenklage verbunden werden kann (BGHZ 118, 229, 236; BGH…, Urteil vom 22. Oktober 2003 - IV ZR 398/02, aaO; Senatsurteil vom 18. November 2003 - XI ZR 332/02, WM 2004, 27, 29).
Der erkennende Senat hat sich dieser Ansicht bereits in seinem Urteil vom 18. November 2003 (XI ZR 332/02, WM 2004, 27, 30) angeschlossen und sich mit den gegen sie erhobenen Einwendungen in seinen Entscheidungen vom 2. Dezember 2003 (XI ZR 421/02, WM 2004, 372, 375; XI ZR 428/02, Umdruck S. 13 und XI ZR 429/02, Umdruck S. 13) auseinandergesetzt.
Da der Kläger ihr insoweit eine nichtige prozessuale Vollmacht erteilt hat, müßte er deren Erklärung gegenüber der Beklagten genehmigen und ihr damit rückwirkend Wirksamkeit verleihen; der Kläger ist deshalb gehindert, aus der bisherigen Nichterfüllung seiner vertraglichen Verpflichtungen Vorteile zu ziehen (st.Rspr., siehe BGH, Nichtannahmebeschluß vom 30. Oktober 1986 - III ZR 262/85, WM 1987, 307, 308; Nichtannahmebeschluß des Senats vom 18. Februar 2003 - XI ZR 138/02, Umdruck S. 3; BGH, Urteil vom 22. Oktober 2003 - IV ZR 398/02, WM 2003, 2372, 2374; Senatsurteile vom 18. November 2003 - XI ZR 332/02, WM 2004, 27, 30 und vom 2. Dezember 2003 - XI ZR 421/02, WM 2004, 372, 376, XI ZR 428/02, Umdruck S. 18 f. sowie XI ZR 429/02, Umdruck S. 18 f.).
Da bei einer derartigen "Vollbetreuung" des Bauvorhabens die Wahrnehmung wirtschaftlicher Interessen des Auftraggebers im Vordergrund steht, ist es sachlich gerechtfertigt, die daneben üblicherweise anfallende Rechtsbesorgung als bloßen Nebenzweck anzusehen (…BGHZ aaO S. 272 f. m.w.Nachw.; Senatsurteile vom 2. Dezember 2003 - XI ZR 421/02, aaO, XI ZR 428/02 und XI ZR 429/02, jeweils Umdruck S. 10).
Die Nichtigkeit des Geschäftsbesorgungsvertrages erfaßt nach dem Schutzgedanken des Art. 1 § 1 RBerG auch die der Geschäftsbesorgerin erteilte umfassende Abschlußvollmacht (st.Rspr., BGH, Urteil vom 11. Oktober 2001 - III ZR 182/00, WM 2001, 2260, 2261 f., zuletzt Senatsurteile vom 2. Dezember 2003 - XI ZR 53/02, WM 2004, 417, 421, XI ZR 421/02, ZIP 2004, 303, 305, XI ZR 428/02, Umdruck S. 11 und XI ZR 429/02, Umdruck S. 11 jeweils m.w.Nachw.).
Dem hat sich der erkennende Senat in seinem Urteil vom 18. November 2003 (XI ZR 332/02, WM 2004, 27, 30; bestätigt durch Urteile vom 2. Dezember 2003 - XI ZR 421/02, ZIP 2004, 303, 305, XI ZR 428/02 und XI ZR 429/02, jeweils Umdruck S. 11 f.) angeschlossen.
Die von einem Teil der instanzgerichtlichen Rechtsprechung und Literatur vertretene Gegenmeinung überzeugt nicht (vgl. dazu näher Senatsurteile vom 2. Dezember 2003 (XI ZR 421/02, ZIP 2004, 303, 306, XI ZR 428/02 und XI ZR 429/02, jeweils Umdruck S. 13).
Das wäre nur dann der Fall, wenn die Klägerin gegenüber der Beklagten verpflichtet wäre, sich hinsichtlich der Darlehensverbindlichkeit der sofortigen Zwangsvollstreckung zu unterwerfen (vgl. BGH, Urteile vom 22. Oktober 2003 - IV ZR 398/02, WM 2003, 2372, 2374 und IV ZR 33/03, WM 2003, 2376, 2378; Senatsurteile vom 18. November 2003 - XI ZR 332/02, WM 2004, 27, 30 und vom 2. Dezember 2003 - XI ZR 421/02, ZIP 2004, 303, 306 f., XI ZR 428/02 und XI ZR 429/02, jeweils Umdruck S. 14 ff.).
Von einer Rechtsbesorgung, die sich im Rahmen der eigentlichen Berufsaufgabe als bloße Hilfs- oder Nebentätigkeit vollzieht und daher von dem Erlaubniszwang des Art. 1 § 1 RBerG freigestellt ist, kann unter solchen Umständen keine Rede sein (BGH, Urteil vom 02.12.2003, Aktenzeichen XI ZR 429/02, Umdruck S. 9 ff. m.w.N.).
In der Entscheidung vom 2. Dezember 2003 (Aktenzeichen XI ZR 429/02) hat der BGH die Würdigung des Berufungsgerichts, ein Verstoß der Vollmacht gegen das VerbrKrG komme - in einer der vorliegenden vergleichbaren Vertragsgestaltung - nicht in Betracht, nicht beanstandet (Umdruck S. 7).
Denn der Kläger war nicht Partei dieses Vertrages (vgl. BGH, Urteil vom 02.12.2003, Aktenzeichen XI ZR 429/02, Umdruck S. 9).
Dem Kläger stand es daher frei, sich durch Zahlung des seinem Anteil entsprechenden Betrages zuzüglich Zinsen an die Cnnnnn bzw. die Beklagte von der restlichen Darlehensschuld der GbR zu befreien (BGH, Urteil vom 02.12.2003, Aktenzeichen XI ZR 429/02, Umdruck S. 18).
Soweit mit den Schuldanerkenntnissen vertragliche Beziehungen auch zwischen den Parteien gegeben sind, folgen allein daraus noch nicht die einer Bank gegenüber dem Darlehensnehmer selbst obliegenden vorvertraglichen Aufklärungspflichten (vgl. BGH, Urteil vom 02.12.2003, XI ZR 429/02, Umdruck S. 9).
Um die Wirksamkeit jeder Rechtshandlung zu verhindern, die aufgrund des nichtigen Geschäftsbesorgungsvertrages vorgenommen wird, hat die Rechtsprechung sogar eine Prozessvollmacht in das gesetzliche Verbot einbezogen (BGH Urteil vom 26.3.2003 - IV ZR 222/03; Urteil vom 2.12.2003 - XI ZR 429/02).
Diese Grundsätze finden allerdings dann keine Anwendung, wenn der rechtlichen Anerkennung der fehlerhaften Gesellschaft oder dem fehlerhaften Beitritt gewichtige Interessen der Allgemeinheit oder bestimmter schutzwürdiger Personen entgegenstehen, also in der Regel dann, wenn der Gesellschaftsvertrag gemäß § 134 BGB nichtig ist (BGH, Urteil vom 16.12.2002, Az. II ZR 109/01; Urteil vom 02.12.2003, Az.: XI ZR 429/02).
Sie können aber zum Gegenstand einer prozessualen Gestaltungsklage in entsprechender Anwendung des § 767 Abs. 1 ZPO gemacht werden (ständige Rechtsprechung, siehe z.B. BGH, Urteile vom 15.2.2005 - XI ZR 396/03, vom 22. Oktober 2003 - IV ZR 398/02, vom 18. November 2003 - XI ZR 332/02, und vom 2. Dezember 2003 - XI ZR 421/02 und XI ZR 429/02,), die mit der Vollstreckungsgegenklage verbunden werden kann (BGHZ 118, 229, 236; BGH, Urteile vom 22. Oktober 2003 - IV ZR 398/02 und vom 18. November 2003 - XI ZR 332/02).
Die Nichtigkeit erfasst nach dem Schutzgedanken des Art. 1 § 1 RBerG auch die der Geschäftsbesorgerin erteilte umfassende Abschlussvollmacht (ständige Rechtsprechung, BGHZ 153, 214, 220 f.; Urteile vom 16. März 2004 - XI ZR 60/03, vom 23. März 2004 - XI ZR 194/02, vom 20. April 2004 - XI ZR 164/03, und XI ZR 171/03, vom 26. Oktober 2004 - XI ZR 255/03, vom 9. November 2004 - XI ZR 315/03, vom 8. Oktober 2004 - V ZR 18/04, sowie vom 11. Januar 2005 - XI ZR 272/03, vom 2. Dezember 2003 - XI ZR 421/02, XI ZR 428/02, XI ZR 429/02 und vom 15. Februar 2005 - XI ZR 396/03).
Dabei spielt es keine Rolle, dass die Vollmacht, die sie der Fa. A erteilt hat und in deren Ausnutzung der Kaufvertrag geschlossen wurde, wegen Verstoßes gegen das Rechtsberatungsgesetz unwirksam ist (§ 134 BGB, Art. 1 § 1 Abs. 1 RBerG; BGH Urteil vom 18.9.2001 -XI ZR 321/00-; BGH Urteil vom 11.10.2001 -III ZR 182/00-; BGH Urteil vom 18.3.2003 -XI ZR 188/02-; BGH Urteil vom 25.3.2003 -XI ZR 227/02-; BGH Urteil vom 26.3.2003 -IV ZR 222/02-; BGH Urteil vom 29.4.2003 -XI ZR 201/02; BGH Urteil vom 16.9.2003 -XI ZR 74/02-; BGH Urteil vom 2.12.2003 -XI ZR 429/02-).