Source: https://www.deutsche-anwaltshotline.de/rechtsberatung/110317-amerikanische-staatsbuergerschaft-erhalten-ohne-deutsche-zu-verlieren
Timestamp: 2017-09-20 18:28:21
Document Index: 22576620

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 25', '§ 17', '§ 25', '§ 25', '§ 17']

ï»¿ Amerikanische StaatsbÃ¼rgerschaft erhalten ohne deutsche zu verlieren
Amerikanische StaatsbÃ¼rgerschaft erhalten ohne deutsche zu verlieren
Meine Mutter sowie Vater waren zum Zeitpunkt meiner Geburt in1968 in den USA lebende deutsche Bürger.
Somit habe ich die amerikanische Staatsbürgerschaft und nach Rückkehr nach Deutschland in 1974 habe ich ebenfalls die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten.
Seitdem verfüge ich über eine doppelte Staatsbürgerschaft.
In den USA gelebt habe ich nur bis zu meinem 6. Lebensjahr, danach habe ich die USA lediglich für kurze Urlaube besucht.
1998 wurde mein Sohn geboren, zu diesem Zeitpunkt war ich mit dem Vater meines Sohnes noch nicht verheiratet. Im Rahmen der Bemühungen um ein High School Jahr für meinen Sohn in den USA, habe wir durch den Hinweis der Austauschorganisation erfahren, dass mein Sohn amerikanischer Staatsbürger ist und somit nicht am Austauschprogramm teilnehmen kann. Dieses haben wir aber zwischenzeitlich durch die Alternative England gelöst.
Gerne möchte ich nun für meinen Sohn die amerikanische Staatsbürgerschaft beantragen. Ist dieses so ohne weiteres möglich, ohne dass er die deutsche Staatsangehörigkeit verliert? Was muss ich bei der Beantragung der US Bürgerschaft beachten.
Meine Tochter wurde 2002 geboren, zu diesem Zeitpunkt war ich mit dem Vater meiner Kinder verheiratet. Hier habe ich die Information, dass meine Tochter keine US Staatsangehörigkeit hat. Ist das korrekt?
Wenn Ihr Sohn bzw. Ihre Tochter nicht in den USA geboren wurden, dann haben sie nach amerikanischem Recht nicht automatisch die amerikanische Staatsangehörigkeit erworben, denn nach amerikanischem Recht kommt es nicht wie im deutschen Recht auf die Staatsangehörigkeit der Eltern an, sondern auf das Recht der Geburt in den USA an. Nur in diesem Fall wird automatisch die amerikanische Staatsangehörigkeit erworben, und bei deutschen Eltern dann automatisch eine doppelte Staatsangehörigkeit. Das scheint zwar bei Ihnen, aber nicht bei Ihren Kindern der Fall zu sein.
In Frage kommt dann in der Tat die Einbürgerung (Naturalization) der Kinder auf Antrag in den USA, die u.a. bei längerem Aufenthalt und bei amerikanischen Verwandten erleichtert möglich ist. Die Einzelheiten sollten Sie gegebenenfalls durch einen amerikanischen Kollegen klären lassen.
Der Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit im Rahmen der Einbürgerung in den USA richtet sich nach §§ 17 Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) *1) und § 25 StAG *2).
Auch wenn das deutsche Recht in § 17 StAG (leider) grundsätzlich den Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit vorsieht, wenn eine andere Staatsangehörigkeit erworben wird, so kann man nach § 25 Abs. 2 StAG eine Genehmigung zur Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit (Beibehaltensgenehmigung) beantragen.
Die zuständige Behörde zur Erteilung dieser Genehmigung ist das Bundesverwaltungsamt in Köln. Der Antrag wird beim Konsulat gestellt und weitergeleitet *3).
Was muss ich bei der Beantragung der US Bürgerschaft beachten. Meine Tochter wurde 2002 geboren, zu diesem Zeitpunkt war ich mit dem Vater meiner Kinder verheiratet. Hier habe ich die Information, dass meine Tochter keine US Staatsangehörigkeit hat. Ist das korrekt?
Antwort Rechtsanwalt: Die Information ist dann korrekt, wenn die Tochter nicht in den USA geboren wurde.
Sie müssen, bevor Sie die amerikanische Staatsangehörigkeit annehmen, darauf achten, daß zunächst eine Beibehaltungsgenehmigung nach § 25 Abs. 2 StAG erteilt wird.
Die Genehmigung wird im behördlichen Ermessen erteilt. Sie sollten daher im Rahmen des Antrags auf diese Genehmigung so ausführlich wie es eben geht, individuelle Gründe vortragen und gegebenenfalls durch geeignete Dokumente glaubhaft machen, die erkennen lassen, daß eine Aufgabe der deutschen Staatsangehörigkeit im konkreten Fall für den/die Antragsteller/in nicht zumutbar ist. So gibt es z.B. gewisse Berufe, die die deutsche Staatsangehörigkeit voraussetzen, etwa bei gewissen Beamtenposten.
Ausführungen wären gegebenenfalls auch sinnvoll, daß es keine triftigen Gründe gegen eine doppelte Staatsangehörigkeit gibt.
Je besser diese Begründung ausfällt, umso eher reduziert sich das Ermessen der Behörde, der Beibehaltung zuzustimmen.
Es gibt übrigens meines Wissens im amerikanischen Recht eine ähnliche Klausel, die grundsätzlich die Aufgabe einer ausländischen Staatsangehörigkeit verlangt, hier gibt es aber ebenfalls Ausnahmen. Diesbezüglich sollten Sie sich gegebenenfalls durch einen amerikanischen Kollegen beraten lassen.
*1) § 17 StAG
*3) http://de.wikipedia.org/wiki/Beibehaltungsgenehmigung
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