Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4217.htm
Timestamp: 2018-12-15 05:15:43
Document Index: 333185128

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 22', '§ 2', '§ 4', '§ 60', '§ 59']

4.217 Galgenberg (2 Teilgebiete)
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Galgenberg« vom 20.Januar 1993 (GBl. v. 26.03.1993, S. 175).
Auf Grund von §§ 21, 58 und 64 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch das Biotopschutzgesetz vom 19. November 1991 (GBl. S. 701), und der §§ 22 und 33 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 197~ S. 12) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Laichingen, (LK Alb-Donau-Kreis)eingefügt:LfU werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Galgenberg«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 8,5 ha. Es umfaßt auf Gemarkung Laichingen im wesentlichen die Flurstücke Nrn. 5222, 5223, 5228 (teilweise), 5229 und 5233.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 4. Dezember 1991 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und rot angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Im Falle des Widerspruchs zwischen der textlichen Beschreibung und der zeichnerischen Darstellung gelten die in der Karte getroffenen Festlegungen. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen und beim Landratsamt Alb-Donau-Kreis in Ulm auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
· die Erhaltung einer ehemaligen Schafweide der Schwäbischen Alb mit ihren extensiv genutzten Flächen als Rückzugsgebiet für zahlreiche Pflanzen‑ und Tierarten, die in der intensiv landwirtschaftlich genutzten Umgebung keinen Lebensraum mehr finden;
· die Erhaltung der landschaftsprägenden Schönheit und Eigenart des Gebietes als Relikt früherer Nutzungsweise;
· die Schaffung eines Bindegliedes im Heideverbund Laichingen‑Merklingen‑Nellingen zur Sicherung der regionalen Funktion als Überlebensraum für an diese Standorte besonders angepaßte Arten;
· die Enzian‑Schillergras‑Gesellschaft der ehemals beweideten Kalkmagerrasen;
· die Felsstandorte mit der Mauerrauten-Blasenfarn-Gesellschaft;
· die Gebüschgruppen als Brut‑ und Nahrungsraum für zahlreiche Vogelarten;
· die durch das artenreiche Vegetationsmosaik bedingte reichhaltige Insektenfauna, darunter zahlreiche Schmetterlinge und andere Insekten.
12. das Schutzgebiet während der Vogelbrutzeit und Vegetationsperiode vom 1. März bis 31. August außerhalb der Wege zu betreten oder zu befahren;
17. Luftfahrzeuge aller Art einschließlich Modellflugzeugen zu starten und zu landen.
1. für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß keine jagdlichen Einrichtungen und keine Wildfutterstellen errichtet werden;
2. für die ordnungsgemäße land‑ und forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß
a) auf den Flurstücken Nrn. 5222 und 5223 nur noch die Schafbeweidung in extensiver Hütehaltung ohne Pferche ausgeübt werden darf und
b) auf der übrigen Teilfläche des Schutzgebietes die bisherige land‑ und forstwirtschaftliche Nutzung weiterhin zulässig ist.
§ 4 der Verordnung über Anwendungsverbote für Pflanzenschutzmittel (Pflanzenschutz‑Anwendungsverordnung) vom 27. Juli 1988 (BGBl. 1 S. 1196), geändert durch Verordnung vom 22. März 1991 (BGBl. 1 S. 796), bleibt unberührt;
3. für die Ablagerung von Lesesteinen auf dem vorhandenen Lesesteinplatz auf Flst. Nr. 5223;
6. für notwendige Altlastenerkundungen und ‑sanierungen;
Gemäß § 60a NatSchG ist eine etwaige Verletzung der in § 59 NatSchG genannten Verfahrens‑ und Formvorschriften nur beachtlich, wenn sie innerhalb eines Jahres nach dem Erlaß der Verordnung gegenüber dem Regierungspräsidium Tübingen schriftlich geltend gemacht worden ist; der Sachverhalt, der die Verletzung begründen soll, ist darzulegen.
TÜBINGEN den 20. Januar 1993