Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VG%20Stuttgart&Datum=18.11.2015&Aktenzeichen=5%20K%201265/14
Timestamp: 2018-11-16 10:43:31
Document Index: 204150300

Matched Legal Cases: ['Art 8', 'Art 19', '§ 113', '§ 35', '§ 27', '§ 15', '§ 8', '§ 5', '§ 6', '§ 43']

VG Stuttgart, 18.11.2015 - 5 K 1265/14 - dejure.org
Rechtswidrigkeit des Einsatzes der Polizei am 30. September 2010 im Schlossgarten in Stuttgart
Art 8 GG, Art 19 Abs 4 GG, § 113 Abs 1 S 4 VwGO, § 35 VwVfG, § 27a Abs 1 PolG BW, § 15 VersammlG
Bundesverfassungsrecht; Feststellungsklage; Fortsetzungsfeststellungsklage und allgemeine Leistungsklage einschließlich Unterlassungsklage; Verwaltungsakt (u. a. Bestandskraft, Begründung, Bekanntgabe, Bestimmtheit, Heilung, Nebenbestimmung, Nichtigkeit, Rücknahme, Umdeutung, Widerruf, Wiederaufgreifen); Allgemeines Polizeirecht; (polizeiliches) Obdachlosenrecht; Versammlungsrecht; Vereinsrecht - Platzverweis; Versammlung; Unfriedlichkeit einer Versammlung; Verhinderungsblockade; Demonstrative Blockade; Sperrwirkung des Versammlungsrechts; Polizeifestigkeit des Versammlungsrechts; Unmittelbarer Zwang; Wasserwerfer
zeit.de (Pressemeldung, 18.11.2015)
Polizeieinsatz gegen Bahnhofsgegner war rechtswidrig
"Schwarzer Donnerstag" bei Stuttgart 21 - "Erhebliche Zweifel" an Verhältnismäßigkeit von Wasserwerfereinsatz
stuttgarter-zeitung.de (Pressemeldung, 18.11.2015)
"Schwarzer Donnerstag": Einsatz der Polizei war rechtswidrig
taz.de (Pressebericht, 19.11.2015)
Applaus für die Richter
taz.de (Pressebericht zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung, 28.10.2015)
Stuttgart 21: Wasserwerfer vor Gericht
Klagen wegen Polizeieinsatz am 30.09.2010 im Stuttgarter Schlossgarten
faz.net (Meldung mit Bezug zur Entscheidung, 21.11.2016)
Stuttgart-21-Demonstrant soll 120.000 Euro Schmerzensgeld erhalten
VG Stuttgart, 13.06.2014 - 5 K 1265/14
Ein weiterer Indikator für das besondere öffentliche Interesse an der Transparenz aller sich möglicherweise auf die Baumrodungen im Stuttgarter Schlossgarten auswirkenden Tätigkeiten ist zudem der Umstand, dass bereits verschiedene behördliche Maßnahmen und Handlungen im Zusammenhang mit den Rodungen Gegenstand von Gerichtsverfahren (vgl. VG Stuttgart, Urteil vom 18.11.2015 - 5 K 1265/14 - juris) sowie zweier Untersuchungsausschüsse im baden-württembergischen Landtag waren (vgl. LT-Drs. 14/7111, LT-Drs. 14/7500 sowie LT-Drs. 15/4640, LT-Drs. 15/8008 [Untersuchungsausschuss "Polizeieinsatz Schlossgarten II"]).
Hierbei handelt es sich nicht um einen Verwaltungsakt (vgl. VG Stuttgart, Urteil vom 18. November 2015 - 5 K 1265/14, juris Rn. 20 ff.).
Die Rechtmäßigkeit der Anwendung unmittelbaren Zwangs gem. § 8 Abs. 1 Satz 1 n. F. des Verwaltungsverfahrensgesetzes Berlin - VwVfG Bln - bzw. § 5a Satz 1 VwVfG Bln a. F. i. V. m. §§ 6, 9, 12, 14, 15 des Verwaltungsvollstreckungsgesetzes - VwVG - durch Festhalten der Klägerin richtet sich in der vorliegenden Konstellation nach der Rechtmäßigkeit der zugrunde liegenden Grundverfügung (vgl. ausführlich hierzu: VG Stuttgart, Urteil vom 18. November 2015, a. a. O., juris Rn. 55).
Die Statthaftigkeit der Feststellungsklage scheitert hier auch nicht an der Subsidiarität nach § 43 Abs. 2 VwGO, denn bei der Anwendung unmittelbaren Zwangs zur Fesselung der Klägerin handelt es sich nicht um einen Verwaltungsakt, sondern lediglich um einen Realakt (vgl. VG Stuttgart, Urt. v. 18.11.2015 - 5 K 1265/14 -, juris Rn. 21).