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Timestamp: 2019-06-19 09:46:42
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Matched Legal Cases: ['BGH', '§22', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§24', 'BGH']

Liegt ein Rücktritt vor ?
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Verfasst am: 03 März 2008 - 14:45:31 Titel: Liegt ein Rücktritt vor ?
Wie sieht es aus, wenn z.B. der A den C als mittelbaren täter benutzt, um B zu töten, C aber z.B. mitbekommt das sich bei dem angeblichen Schnaps aber eher um Salzsäure oder ähnliches handelt weil er aus Neugier daran riecht. Nun gibt er die Schnapsflasche dem A einfach zurück.
Der Versuch des A ist doch somit fehlgeschlagen, weil er im räumlcihen und Zeitlichen zusammenhang mit dem ihm zur verfügung stehenden Tatmitteln den Erfolgseintritt nicht mehr herbeiführen kann oder ?
Verfasst am: 03 März 2008 - 15:03:59 Titel:
Na klar ist der Versuch "fehlgeschlagen", das hat aber mit Rücktritt nichts zu tun, da der "Rücktritt" des C dem A natürlich nicht strafmildernd zugerechnet wird (der A wollte ja gerade nicht von der Tat FREIWILLIG zurücktreten).
Das führt a. E. zu einer Versuchsstrafbarkeit des A, der C, der als absichtslos undoloses Werkzeug handelte ist ja eh nicht strafbar.
Verfasst am: 03 März 2008 - 15:26:20 Titel:
es ging mir jetzt nur darum um den prüfungspunkt rücktritt.
also gleich schreiben ein rücktritt des A liegt nicht vor, da der versuch fehgeschlagen ist ?
Verfasst am: 04 März 2008 - 09:04:07 Titel: Re: Liegt ein Rücktritt vor ?
verlauf hat folgendes geschrieben:
Die Formulierung "A benutzt den C als mittelbaren Täter" ist etwas falsch. Juristische Formulierungen in Sachverhaltsbeschreibungen sollte man ohnehin vermeiden, weil die Täterqualität/Beteiligtenqualität der Personen ja erst zu prüfen ist.
Du sollst nicht einfach im Urteilsstil schreiben "Der Versuch ist fehlgeschlagen". Das musst du erstmal genau prüfen, also mit Definition (Fehlschlag), Subsumtion usw. im Gutachtenstil. Dann kommst du auch zum richtigen Ergebnis.
Freiwilligkeit und Fehlschlag sind übrigens zwei verschiedene Prüfungspunkte... Schau dazu mal in einem Lehrbuch nach.
Verfasst am: 04 März 2008 - 13:30:34 Titel:
Das war mir ja soweit klar, musste halt nur schnell schreiben da ich unter Zeitdruck stand.
Worum es mir geht ist eigentlich, was leider in meinen Lehrbüchern nicht erwähnt ist, wie das ganze aussieht wenn das "Werkzeug" die Tat nicht ausführt, wie oben halt beschrieben.
Ist der Versuch dann nicht fehlgeschlagen, weil der Täter sich z.B. einfach ein neues "Werzeug" suchen könnte ?
Oder, ist er fehlgeschlagen, weil der Täter mit den ihm zu Verfügung stehenden Mitteln den tatbestandlichen Erfolg nicht ohne zeitlich relevante Zäsur herbeiführen kann.
Das letzter scheint für mich sinnvoller. Wollte jetzt nur wissen ob ich mit meiner vermutung richtig liege.
Verfasst am: 04 März 2008 - 15:54:16 Titel:
Kommt allein auf die Vorstellung des Täters an.
Soweit ich mich (düster) erinnere ist nach der Auffassung des BGHs ein Versuch fehlgeschlagen, wenn der Täter erkannt hat, daß er den tatbestandlichen Erfolg nicht oder jedenfalls nicht ohne zeitlich relevante Zäsur herbeiführen kann. (Die Rechtsfigur wirst de im Wortlaut des StGB nicht finden.)
Das kann man sich eigentlich so vorstellen ...
http://www.pictureupload.de/originals/11409/040308154306_sonstige_patch_fusg_coyote.jpg
(Was unseren Freund nicht daran hindert, sich einen neuen Plan zurecht zu legen. )
Verfasst am: 06 März 2008 - 21:07:10 Titel:
Also soweit wie ich das jetzt verstanden habe, ist der versuch des A nicht fehlgeschlagen, da er ja die tat auch ein paar tage später ausführen kann mit einem anderem Werzeug dann z.B.
Jedoch liegt ein Rücktritt vom beendeten Versuch vor, weil die Tat ohne sein Zutun nicht vollendet wird ( Wessels / Beulke )RN. 644.
Verfasst am: 06 März 2008 - 23:20:03 Titel:
so .. vielleicht hilft das etwas. Hab nochmal meine alten Aufzeichnungen herausgekramt.
Also man unterscheidet zwischen
(Der dann vorliegt, wenn der Täter nach seiner Vorstellung noch nicht alles getan hat, um den tatbestandlichen Erfolg herbeizuführen.)
(Der dann vorliegt, wenn der Täter nach seiner Vorstellung schon alles Erforderliche getan hat, um den Erfolg herbeizuführen.)
Die Differenzierung zwischen beendetem und unbeendetem Versuch richtet sich allein nach dem, was der Täter glaubt, §22 !
Die Frage nach dem Rücktritt stellt sich das erste Mal nach einer Handlung des Täters - sonst schon kein Versuch - , wenn der Täter überlegt, ob er weitermachen soll. (Rücktrittshorizont - heutige Ansicht des BGH)
und hier kommt das geniale an der vom BGH vertretenen Fallgruppe des fehlgeschlagenen Versuchs zum Tragen.
Man muss nämlich, wenn man dem BGH folgt, nicht zwischen den verschiedenen Varianten des §24 unterscheiden. (Das stößt in der Literatur natürlich teilweise auf Kritik, da dem BGH eben vorgewurfen wird, dass man diese Rechtsfigur nicht braucht, wenn man sauber unter subsumiert )
Der fehlgeschlagener Versuch ist dadurch gekennzeichnet, dass die zu ihrer Ausführung vorgenommenen Handlungen ihr Ziel nicht erreicht haben und der Täter erkannt hat, dass er mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln den tatbestandlichen Erfolg entweder gar nicht mehr oder zumindest nicht ohne zeitlich relevante Zäsur herbeiführen kann.
Wie groß die zeitlich relevanter Zäsur sein muss ist dann letztendlich eine Auslegungssache. (Meiner Ansicht nach wäre es ein fehlgeschlagener Versuch, wenn der Täter erkannt hat, dass er Fortsetzen nun keinen Erfolg verspricht und er sich denkt, dass er erstmal wieder ne Gelegenheit finden muss, um neu Anzusetzen. Man muss den Korrektor halt Gründe nennen und selbst von deren Logik überzeugt sein.)