Source: https://www.esche.de/publikationen/compact-2017/compact-i2017/zwischenergebniseliminierung-im-rahmen-der-equity-methode-nach-hgb/
Timestamp: 2018-10-22 22:37:59
Document Index: 378479169

Matched Legal Cases: ['§ 271', '§ 311', '§ 312', '§ 312', '§ 304', '§ 312']

Zwischenergebniseliminierung im Rahmen der Equity-Methode nach HGB | Esche Schümann Commichau
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Übt ein Konzernunternehmen auf ein nicht einbezogenes Unternehmen einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik aus und hält an diesem Unternehmen eine Beteiligung i. S. von § 271 Abs. 1 Handelsgesetzbuch (HGB), liegt ein assoziiertes Unternehmen vor (§ 311 Abs. 1 HGB). Assoziierte Unternehmen sind nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einzubeziehen (§ 312 HGB). Erfolgen Lieferungen zwischen vollkonsolidierten Konzernunternehmen und assoziierten Unternehmen, schreibt der Gesetzgeber grundsätzlich eine Zwischenergebniseliminierung vor (§ 312 Abs. 5 Satz 3 HGB). Dabei bedient es sich vor und nach dem Bilanzrichtlinienumsetzungsgesetz (BilRUG) eines Verweises auf die Vorschrift für vollkonsolidierte Unternehmen (§ 304 HGB), bei denen eine vollständige Zwischenergebniseliminierung erfolgt.Vor BilRUG enthielt das Gesetz jedoch folgende Sonderregelung: „Die Zwischenergebnisse dürfen auch anteilig entsprechend den dem Mutterunternehmen gehörenden Anteilen am Kapital des assoziierten Unternehmens weggelassen werden“ (§ 312 Abs. 5 Satz 4 HGB a. F). Weil die neue europäische Bilanzrichtlinie diese Möglichkeit nicht mehr explizit zulässt, hat der Gesetzgeber den Satz nun gestrichen.
Das Konzernmutterunternehmen hält 25 % am assoziierten Unternehmen. Das Konzernmutterunternehmen hat Waren an das assoziierte Unternehmen für € 100 geliefert. Die Anschaffungskosten des Konzernmutterunternehmens betrugen € 60. Damit ist beim Konzernmutterunternehmen ein Gewinn von € 40 entstanden. Sind die Waren am Abschlussstichtag noch im Bestand des assoziierten Unternehmens, beträgt der Wertansatz im Jahresabschluss € 100. Darin ist ein Zwischengewinn in Höhe von € 40 enthalten. Fraglich ist, ob im Konzernabschluss der Zwischengewinn vollständig in Höhe von € 40 oder anteilig in Höhe von € 10 (25 %) durch Korrektur des Beteiligungsansatz des assoziierten Unternehmens und der Umsatzerlöse zu eliminieren ist. Das Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee e.V. (DRSC) trat nach alter Rechtslage für eine nur anteilige Zwischenergebniseliminierung ein (Deutsche Rechnungslegungs Standards 8.30). Mit der vorgeschlagenen Änderung der Vorschrift im Entwurf des Deutschen Rechnungslegungs Änderungsstandards (E-DRÄS) 6 wird die anteilige Zwischenergebniseliminierung nicht mehr explizit gefordert.
Weiterhin ist eine anteilsmäßige Eliminierung auch sinnvoll, weil nur eine anteilige Beeinflussung des Konzernabschlusses durch das assoziierte oder Gemeinschaftsunternehmen erfolgt. Im Ergebnis wird man dem zustimmen und eine anteilige Eliminierung für weiter zulässig halten können.
Erfahrungsgemäß werden „bewusste und unbewusste“ Regelungslücken durch Literatur und Forschung mit einer Auslegungshilfe für den Bilanzierenden schnell geschlossen. Es bleibt abzuwarten, welcher Weg in Bezug auf die Zwischenergebniseleminierung bei at equity konsolidierten Unternehmen eingeschlagen wird.