Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20104,%20172
Timestamp: 2020-02-19 13:25:25
Document Index: 60944120

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 416', '§ 292', '§ 416', '§ 440', '§ 445', 'BGH', '§ 416', 'BGH', 'BGH', '§ 416', 'BGH', 'BGH', '§ 416', 'BGH', 'BGH', '§ 440', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 440', 'BGH', '§ 440', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 440', '§ 292', 'BGH', 'BGH', '§ 440', 'BGH', 'BGH', '§ 439', '§ 416', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 416', 'BGH', 'BGH', '§ 440', '§ 292', 'BGH', 'BGH']

BGH, 13.04.1988 - VIII ZR 274/87 - dejure.org
https://dejure.org/1988,557
BGH, 13.04.1988 - VIII ZR 274/87 (https://dejure.org/1988,557)
BGH, Entscheidung vom 13.04.1988 - VIII ZR 274/87 (https://dejure.org/1988,557)
BGH, Entscheidung vom 13. April 1988 - VIII ZR 274/87 (https://dejure.org/1988,557)
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Urkunde - Echtheitsbeweis - Unterschrift - Privaturkunde - Parteivernehmung
Zu den Voraussetzungen der Beweisregel des § 416 ZPO
ZPO § 292, § 416, § 440 Abs. 2, § 445 Abs. 2
BGHZ 104, 172
NJW 1988, 2741
MDR 1988, 770
Damit kann die Beweisregel des § 416 ZPO nicht eingreifen (vgl. BGHZ 104, 172, 175 f.).
Daher muß er eine abredewidrige Ausfüllung beweisen (…BGH, Urt. v. 17. April 1986 - III ZR 215/84, NJW 1986, 3086, 3087; v. 13. April 1988 - VIII ZR 274/87, NJW 1988, 2741).
Die fehlerhafte Anwendung des § 416 ZPO führt jedoch deshalb nicht zur Zulassung der Revision, weil diese Beweisregel nur dann eingreift, wenn die vom Beweisführer beigebrachte Urkunde echt ist (BGH, Urteil vom 13. April 1988 - VIII ZR 274/87, BGHZ 104, 172, 175;… Urteil vom 8. März 2006 - IV ZR145/05, NJW-RR 2006, 847 Rn. 18).
Echt im Sinne des § 416 ZPO ist eine Privaturkunde, wenn die Unterschrift dem Namensträger zuzuordnen ist und die über der Unterschrift stehende Schrift vom Aussteller selbst stammt oder mit dessen Willen dort steht (BGH, Urteil vom 13. April 1988 - VIII ZR 247/87, BGHZ 104, 172, 176).
b) Steht die Echtheit der Unterschrift fest oder ist diese - wie hier - als echt zu unterstellen, greift zugunsten der Partei, die sich auf die Urkunde beruft, die Vermutung der Echtheit auch der über der Unterschrift stehenden Schrift nach § 440 Abs. 2 ZPO ein (BGH, Urteil vom 13. April 1988 - VIII ZR 274/87, BGHZ 104, 172, 176; Urteil vom 11. Mai 1989 - III ZR 2/88, NJW-RR 1989, 1323;… Urteil vom 8. März 2006 - IV ZR 145/05, NJW-RR 2006, 847 Rn. 18).
Ist - wie hier unstreitig -der Text über der Unterschrift von dem Aussteller weder geschrieben noch verfasst worden, erstreckt sich diese Vermutung darauf, dass der Urkundeninhalt dem Willen des Unterzeichners entspricht (BGH, Urteil vom 13. April 1988 - VIII ZR 274/87, aaO;… Urteil vom 8. März 2006 - IV ZR 145/05, aaO).
Bei einem behaupteten Blankettmissbrauch hat allerdings der Aussteller die nicht vereinbarungsgemäße Ausfüllung eines Blanketts zu beweisen (BGH, Urteil vom 13. April 1988 - VIII ZR 274/87, BGHZ 104, 172, 177; Urteil vom 11. Mai 1989 - III ZR 2/88, NJW-RR 1989, 1323).
Das gilt sogar dann, wenn er sich darauf beruft, eine von ihm unterzeichnete Blanketterklärung sei im Nachhinein abredewidrig ausgefüllt worden (BGHZ 104, 172, 175 f.).
Eine nicht anerkannte Privaturkunde begründet den Beweis dafür, dass die in ihr enthaltenen Erklärungen von den Ausstellern abgegeben wurden, nur, wenn ihre Echtheit bewiesen (§ 440 ZPO) ist (BGHZ 104, 172, 175 f).
Diese Echtheit hat grundsätzlich die Klägerin zu beweisen, die sich auf die Urkunde beruft (§ 440 Abs. 1 ZPO; vgl. BGHZ 104, 172, 176;… BGH, Urt. v. 17. April 1986 - III ZR 215/84, NJW 1986, 3086).
Diese Vorschrift gilt auch für eine Blankounterschrift und einen - vom Beklagten behaupteten - Blankettmißbrauch (BGHZ 104, 172, 176;… BGH, Urt. v. 17. April 1986, aaO 3087; v. 11. Mai 1989 - III ZR 2/88, NJW-RR 1989, 1323 f).
In einem solchen Fall hat der Unterzeichner die Vermutungswirkung des § 440 Abs. 2 ZPO durch den Beweis des Gegenteils (§ 292 ZPO) zu widerlegen (Senatsurteil vom 17. April 1986 - III ZR 215/84 - WM 1986, 1238 m.w.Nachw.; BGH Urteil vom 13. April 1988 - VIII ZR 274/87 - WM 1988, 957, 958 = BGHR ZPO § 440 Abs. 2 - Echtheitsvermutung 2 -, zum Abdruck in BGHZ 104, 172 bestimmt).
Das wäre aber erforderlich gewesen, weil sich im Falle der Blankounterzeichnung die Vermutung darauf erstreckt, daß die nachträgliche Ausfüllung des Blanketts vereinbarungsgemäß erfolgt ist (BGH Urteil vom 13. April 1988 aaO).
Ist eine Privaturkunde echt im Sinne der §§ 439, 440 ZPO, so beurteilt sich ihre Beweiskraft nach § 416 ZPO (BGH Urteil vom 13. April 1988 aaO).
Die geschiedene Ehefrau des Klägers hat jedoch trotz des Hinzutritts von Tobias nur den Vorwegabzug der Unterhaltsansprüche der Beklagten als der gemeinsamen ehelichen Kinder hinzunehmen (BGHZ 104, 172 m.w.N.).
OLG Celle, 09.11.2012 - 13 U 104/12
Vertragspartner ändert "unbemerkt" die Vertragsbedingungen: Folge?
Die Beklagte bezieht sich hierzu auf eine Entscheidung des BGH vom 13. April 1988 (Aktenzeichen VIII ZR 274/87), in der der BGH entschieden hat, dass die Beweisregel des § 416 ZPO nur eingreife, wenn die von dem Beweisführer beigebrachte Privaturkunde echt ist.
Damit hat der Beklagte - hiervon ist bereits das Landgericht zutreffend ausgegangen - jedenfalls die Echtheit des Urkundentextes bestritten (BGH NJW 1988, 2741 m. w. Nw.) und geltend gemacht, die über seiner Unterschrift stehende, von Professor S. Ma. stammende Schrift stehe jedenfalls nicht mit seinem Willen dort.
Das gilt auch für Blankounterschriften und sogar bei einem Blankettmissbrauch, wie er vorliegend von dem Beklagten behauptet bzw. für möglich gehalten wird (BGH NJW 1988, 2741 m. w. Nw.).
Es ist demgemäß Sache desjenigen, der die Echtheit der Schrift (des Textes) bestreitet, die Vermutung des § 440 Abs. 2 ZPO gemäß § 292 ZPO durch den Beweis des Gegenteils, hier also des Blankettmissbrauchs zu entkräften (BGH NJW 1988, 2741 m. w. Nw.).
OLG Brandenburg, 28.02.2007 - 3 U 127/06
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LG Bonn, 13.10.2017 - 1 O 11/16
Urkundsbeweis, Echtheit Unterschrift, Blankett
LAG Köln, 26.05.2006 - 4 Sa 1541/05
Beweis der Echtheit einer Urkunde
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