Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%202012,%20213
Timestamp: 2020-02-16 22:17:07
Document Index: 42914641

Matched Legal Cases: ['§ 312', '§ 312', '§ 312', '§ 312', '§ 312', '§ 312', '§ 312', 'BGH', '§ 312', '§ 312', '§ 312', '§ 312']

OLG Karlsruhe, 13.09.2011 - 17 U 104/10 - dejure.org
https://dejure.org/2011,2650
OLG Karlsruhe, 13.09.2011 - 17 U 104/10 (https://dejure.org/2011,2650)
OLG Karlsruhe, Entscheidung vom 13.09.2011 - 17 U 104/10 (https://dejure.org/2011,2650)
OLG Karlsruhe, Entscheidung vom 13. September 2011 - 17 U 104/10 (https://dejure.org/2011,2650)
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Kein Fernabsatz-Widerruf von am Telefon oder per E-Mail abgeschlossenen Zertifikatekäufen
Kein Widerruf nach den Bestimmungen über Fernabsatzverträge von am Telefon oder per E-Mail abgeschlossenem Kauf von Zertifikaten
Kein Widerrufsrecht beim Zertifikatenkauf im Fernabsatz
BGB § 312b Abs. 1, 4, § 312d Abs. 4 Nr. 6, Abs. 3
Kein Fernabsatz-Widerruf von am Telefon oder per E-Mail abgeschlossenen Zertifikatskäufen
BGB §§ 312d, 312b, 280
WM 2012, 213
Das Berufungsgericht hat zur Begründung seiner in WM 2012, 213 ff. veröffentlichten Entscheidung, soweit in der Revisionsinstanz noch von Interesse, im Wesentlichen ausgeführt:.
bb) Nur ein weites Verständnis des "Preises" im Sinne des § 312d Abs. 4 Nr. 6 BGB wird Sinn und Zweck der Regelung gerecht (OLG Karlsruhe, WM 2012, 213, 216; 1860, 1862; OLG Schleswig…, Beschluss vom 27. Januar 2012 - 5 U 70/11, juris Rn. 40; Kropf, WM 2012, 1268, 1271; Pitsch, BKR 2011, 37, 38; Simon, EWiR 2011, 801, 802; a.A. LG Krefeld, BKR 2011, 32, 35 f.; Winneke, BKR 2010, 321, 327).
Daraus folgt, dass über die Einordnung in § 312d Abs. 4 Nr. 6 BGB nicht (nur) die Mechanismen entscheiden, die unmittelbar zur Bildung eines Handelsentgelts führen, sondern auch die sonstigen maßgeblich wertbestimmenden Faktoren (OLG Karlsruhe, WM 2012, 213, 216; 1860, 1862 f.).
Auch aus der Entscheidung des Oberlandesgerichts Karlsruhe vom 13.09.2011 (17 U 104/10, BeckRS 2011, 24447) lässt sich entnehmen, dass es nicht darauf ankommt, ob zwischen den Vertragsparteien bereits ein fester Preis für ein Finanzprodukt ausgehandelt wurde, sondern darauf, dass der ausgehandelte bzw. vereinbarte Preis sich mittelbar oder unmittelbar vom Preis eines Basiswertes ableitet.
Vielmehr ist bloß diskutiert worden, ob die Einzelanschaffung eines Wertpapiers eine "Ausfüllung" des Depotvertrags i.S.v. § 312b Abs. 4 S. 1 BGB in der Fassung vom 02.12.2004 darstellt (vgl. BT-Drucks. 15/2946, S. 19; OLG Karlsruhe, Urt. v. 13.09.2011 - 17 U 104/10, juris; kritisch Winneke , BKR 2010, 321, 323 f.; s. nunmehr auch § 312 Abs. 5 BGB), und unter welchen Voraussetzungen ein fernabsatzrechtliches Widerrufsrecht wegen der Abhängigkeit des Preises von Schwankungen auf dem Finanzmarkt ausgeschlossen ist (…vgl. BGH, Urt. v. 27.11.2012 - XI ZR 439/11, juris [zu § 312d Abs. 4 Nr. 6 in der Fassung vom 02.12.2004]; s. nunmehr auch § 312g Abs. 2 S. 1 Nr. 8 BGB).
Bei einem Erwerb von Zertifikaten im Fernabsatz, die - wenn auch erst zu einem späteren Zeitpunkt - an einer Börse gehandelt werden oder denen Börsenindizes als Basiswert zugrundeliegen, ist das Widerrufsrecht nach den Bestimmungen über Fernabsatzverträge gemäß § 312d Abs. 4 Nr. 6 BGB ausgeschlossen (Bestätigung des Senatsurteils vom 13.09.2011 - 17 U 104/10, ZIP 2011, 2051 = WM 2012, 213).
Dem steht schon § 312d Abs. 4 Nr. 6 BGB entgegen (vgl. dazu bereits Senat, Urteil vom 13.09.2011 - 17 U 104/10, ZIP 2011, 2051 m. Anm. Simon, EWiR 2011, 801; so auch Schleswig-Holsteinisches OLG…, Beschluss vom 27.01.2012 - 5 U 70/11, bei juris Rn. 39 f.;… OLG Düsseldorf, ZIP 2012, 419 Rn. 28 ff.;… OLG Hamm, WM 2011, 1412 Rn. 16).