Source: http://www.zbfs.bayern.de/integrationsamt/kuendigungsschutz/index.html
Timestamp: 2013-06-19 11:07:19
Document Index: 163073969

Matched Legal Cases: ['§ 84', '§ 85', '§ 85', '§ 69', '§ 60', '§ 90', '§ 85', '§ 92', '§ 87', '§ 1', '§ 4', '§ 4', '§ 92', '§ 87']

Kündigungsschutz: Der besondere Kündigungsschutz, Integrationsamt Bayern
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Der besondere Kündigungsschutzfür schwerbehinderte Menschen
Prävention & Kündigungsschutz
| Prävention (§ 84 SGB IX)
| Kündigungsschutz (§ 85 SGB IX)
Beschreibung zum Kündigungsschutz
| Broschüre 2012 zum Kündigungsschutz
| Besonderer Kündigungsschutz bedeutet nicht, dass eine Kündigung verboten oder ausgeschlossen ist; auch schwerbehinderten Menschen kann gekündigt werden. Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses eines schwerbehinderten Menschen durch den Arbeitgeber bedarf jedoch der vorherigen Zustimmung des Integrationsamts.
Die Zustimmung zur Kündigung ist erforderlich, wenn Sie als Arbeitgeber einem schwerbehinderten Arbeitnehmer (als solche gelten auch den schwerbehinderten Menschen gleichgestellte Personen) ordentlich oder außerordentlich kündigen wollen (§§ 85 ff. SGB IX). Eine ohne Zustimmung des Integrationsamts ausgesprochene Kündigung ist - nach fristgerechter Klage und entsprechender Feststellung durch das Arbeitsgericht - rechtsunwirksam (nichtig). Sinn und Zweck des Kündigungsschutz-Verfahrens
Behinderungsbedingte Nachteile schwerbehinderter Menschen auf dem Arbeitsmarkt sollen dadurch, dass vor einer beabsichtigten Kündigung die Zustimmung des Integrationsamts eingeholt werden muss, ausgeglichen werden. Das Integrationsamt hat deshalb im Kündigungsschutz-Verfahren alle Möglichkeiten - insbesondere im Rahmen der Begleitenden Hilfe zur Erhaltung des Arbeitsplatzes bzw. der Aufrechterhaltung des Arbeitsverhältnisses - auszuschöpfen. Die Entscheidung ist unter Abwägung der jeweils berechtigten Interessen des Arbeitgebers und des schwerbehinderten Menschen zu treffen.
1. Arbeitnehmer, deren anerkannter Grad der Behinderung (GdB) vom Versorgungsamt mit mindestens 50 festgestellt wurde (Schwerbehindertenausweis); 2. Arbeitnehmer, deren anerkannter Grad der Behinderung mindestens 30, aber weniger als 50 beträgt, die aber auf Antrag von der zuständigen Arbeitsagentur (früher: Arbeitsamt) einem schwerbehinderten Menschen gleichgestellt wurden (Gleichstellungsbescheid).
3. Arbeitnehmer, die innerhalb der gesetzlichen Frist (§ 69 Absatz 1 Satz 2 SGB IX) von mindestens drei Wochen vor dem Zugang der Kündigung, beim zuständigen Versorgungsamt einen Antrag auf Schwerbehinderung bzw. bei der zuständigen Arbeitsagentur einen Antrag auf Gleichstellung gestellt hatten und im Feststellungs- bzw. Gleichstellungsverfahren entsprechend § 60 Absatz 1 SGB I ordnungsgemäß mitgewirkt haben (§ 90 Absatz 2a SGB IX), ohne dass jedoch bereits über den Antrag vom Versorgungsamt bzw. von der Arbeitsagentur entschieden wurde.
Frühestmöglicher Zeitpunkt des Ausspruchs der Kündigung
Nach dem Zugang der Zustimmung durch das Integrationsamt.
Arbeitgeber und deren Bevollmächtigte, da nur die vom Arbeitgeber beabsichtigte Kündigung der vorherigen Zustimmung des Integrationsamts bedarf.
Ein Arbeitgeber hat den Antrag auf Zustimmung zur Kündigung (§ 85 SGB IX) oder zur Beendigung (§ 92 SGB IX) des Arbeitsverhältnisses schriftlich beim örtlich zuständigen Integrationsamt zu stellen (§ 87 SGB IX), d.h. bei dem Integrationsamt, in dessen Zuständigkeitsbereich der Betrieb seinen Sitz hat, unabhängig vom Wohnort des Arbeitnehmers. Der Betriebsbegriff richtet sich nach dem Betriebsverfassungsgesetz und dem Personalvertretungsgesetz. Danach ist ein Betriebsteil selbstständig, wenn er gem. § 1 BetrVG mindestens 5 ständig wahlberechtigte Arbeitnehmer, von denen 3 wählbar sind, beschäftigt und gem. § 4 BetrVG räumlich weit vom Hauptbetrieb entfernt oder durch den Aufgabenbereich und die Organisation eigenständig ist. Die Zuständigkeit richtet sich immer nach dem Sitz des Betriebsteils im Sinne des § 4 BetrVG, in dem der schwerbehinderte Arbeitnehmer beschäftigt ist, unabhängig vom Sitz der Verwaltung oder der Personalabteilung des Betriebs. Rechtsgrundlagen zum Kündigungsschutz
§ 92 SGB IX Formulare
Formulare zum Kündigungsschutz (§ 87 SGB IX)
Antrag auf Zustimmung zur Kündigung (Druckversion)
Antrag auf Zustimmung zur Kündigung (Druck- und Speicherversion)
Anlage zum Antrag bei Betriebsschließungen bzw. Insolvenzverfahren (Druckversion)
Anlage zum Antrag bei Betriebsschließungen bzw. Insolvenzverfahren (Druck- und Speicherversion)
Formularhinweise zum Kündigungsschutz | | Weiterführende Links
Prävention vor Kündigung akademie.integrationsaemter.de Wie sieht das Verfahren aus? Kündigungsschutz bei nachträglicher Anerkennung Technischer Beratungsdienst
Integrationsfachdienst | | Ansprechpartner zum Kündigungsschutz
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