Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201994,%201487
Timestamp: 2020-03-29 02:59:46
Document Index: 234071817

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 1', 'Art. 19', '§ 21', '§ 240', '§ 338', 'Art. 1', 'Art. 58', 'Art. 6', 'Art. 9', 'Art. 7', '§ 32', '§ 49', '§ 858', '§ 32', '§ 229', 'Art. 7', '§ 49', '§ 32', 'Art. 7', '§ 49', '§ 32']

Rechtsprechung: NJW 1994, 1487 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BayObLG, 29.10.1993
BVerwG, 04.01.1994 - 7 B 99.93
https://dejure.org/1994,455
BVerwG, 04.01.1994 - 7 B 99.93 (https://dejure.org/1994,455)
BVerwG, Entscheidung vom 04.01.1994 - 7 B 99.93 (https://dejure.org/1994,455)
BVerwG, Entscheidung vom 04. Januar 1994 - 7 B 99.93 (https://dejure.org/1994,455)
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Gleichsetzung der Fälle willkürlicher Enteignung mit rechtsgeschäftlichen Erwerbsvorgängen auf der Rechtsfolgenseite - Anspruch auf Rückübertragung eines Grundstücks nach dem Gesetz zur Regelung offener Vermögensfragen (VermG) - Begriff des Erwerbs bei hoheitlichen ...
Rückübertragungsanspruch; Restitutionsanspruch; Schädigungstatbestand; willkürliche Enteignung; unlautere Machenschaft; Machtmissbrauch; vorgeschobene Enteignung
Vermögensgesetz; hoheitlicher Erwerbsakt in Form willkürlicher Enteignung
VG Meiningen, 21.04.1993 - SU 2 K 92.233
VG Meiningen, 21.04.1993 - SU 2K 92.233
NJW 1994, 1487
NJ 1994, 233
DB 1994, 676
DÖV 1994, 434
Erweist sich eine tatsächlich entschädigungslos gebliebene Enteignung als Maßnahme, mit der eine staatliche Stelle machtmißbräuchlich oder nötigend spezifisch auf das Eigntum zugreifen wollte, wie dies etwa bei willkürlichen, unter Vorspiegelung eines gesetzlich zugelassenen Zwecks erfolgten Enteignungen der Fall ist (vgl. dazu BVerwG, Beschluß vom 4. Januar 1994 - BVerwG 7 B 99.93 -, NJW 1994, 1487), führt auch dies zu einer Wiedergutmachung durch Rückübertragung des Eigentums.
Zu den Voraussetzungen, unter denen eine Enteignung nach dem Aufbaugesetz der DDR als unlautere Machenschaft gemäß § 1 Abs. 3 VermG beurteilt werden kann (im Anschluß an BVerwG, Beschluß vom 4. Januar 1994 - BVerwG 7 B 99.93 - NJW 1994, 1487).
Diese Vorschrift erfaßt nicht nur rechtsgeschäftliche Erwerbsvorgänge, sondern auch hoheitliche Erwerbsakte in Form willkürlicher Enteignungen (vgl. BVerwG, Beschluß vom 4. Januar 1994 - BVerwG 7 B 99.93 - NJW 1994, 1487; ferner BVerwG…, Urteil vom 24. März 1994 - BVerwG 7 C 16.93 - a.a.O.).
So verhielt es sich in dem der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom 4. Januar 1994 (a.a.O.) zugrundeliegenden Fall.
Soweit nach der bereits zitierten Rechtsprechung des erkennenden Senats (vgl. Beschluß vom 4. Januar 1994 - BVerwG 7 B 99.93 - NJW 1994, 1487) von § 1 Abs. 3 VermG nicht nur rechtsgeschäftliche Erwerbsvorgänge, sondern auch hoheitliche Erwerbsakte in Form willkürlicher Enteignungen erfaßt werden, liegt eine solche Fallkonstellation hier nicht vor.
Eine unlautere Machenschaft (§ 1 Abs. 3 VermG), die grundsätzlich jede Art des Rechtserwerbs, einschließlich hoheitlicher Erwerbsakte in Form willkürlicher Enteignungen, erfaßt (BVerwG VIZ 1994, 185), liegt nicht vor.
Das angegriffene Urteil weiche mit der Annahme einer unlauteren Machenschaft auch von dem Beschluß des Bundesverwaltungsgerichts vom 4. Januar 1994 - BVerwG 7 B 99.93 - ab; denn anders als dort sei hier kein Enteignungszweck lediglich vorgeschoben gewesen, weil Planung und Realisierung des Vorhabens in wesentlichen Teilen identisch seien.
Verfehlt ist die Auffassung der Beklagten, eine unlautere Machenschaft scheide schon deswegen aus, weil kein Sachverhalt vorliege, der die in dem Beschluß des Senats vom 4. Januar 1994 - BVerwG 7 B 99.93 - (Buchholz 112 § 1 VermG Nr. 12) für Enteignungsfälle aufgestellten Voraussetzungen erfülle.
BVerwG, 25.02.1994 - 7 C 32.92
Vermögensfragen - Bodenreformgrundstücke - Rückführung - Entschädigungslose …
Zwar werden nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats (vgl. Beschluß vom 4. Januar 1994 - BVerwG 7 B 99.93 -, ZAP EN-Nr. 70/94) von § 1 Abs. 3 VermG nicht nur rechtsgeschäftliche Erwerbsvorgänge, sondern auch hoheitliche Erwerbsakte in Form willkürlicher Enteignungen erfaßt.
Die Bestimmung setzt voraus, daß die Verwaltungsentscheidungen (zu diesem Begriff Beschluß des Bundesverwaltungsgerichts - BVerwG - vom 25. Januar 1994 11 B 53/93, ThürVBl 1994, 108 = Buchholz, Sammel- und Nachschlagewerk der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts 111 Art. 19 Nr. 1 EinigVtr) wirksam sind.
BVerwG, 03.07.2002 - 7 B 62.02
Bau eines Rohkohleheizwerks für den VEB Strumpfkombinat auf Grundlage des …
BVerwG, 30.05.2000 - 8 B 37.00
Rückübertragung eines Grundstücks - Vorliegen einer unlauteren Machenschaft
BVerwG, 22.06.2000 - 8 B 100.00
BVerwG, 11.11.1997 - 7 B 262.97
BVerwG, 19.05.1999 - 7 B 324.98
Erfassen von hoheitlichen Erwerbsakten in Form willkürlicher Enteignungen durch …
BayObLG, 29.10.1993 - 4St RR 175/93
https://dejure.org/1993,5131
BayObLG, 29.10.1993 - 4St RR 175/93 (https://dejure.org/1993,5131)
BayObLG, Entscheidung vom 29.10.1993 - 4St RR 175/93 (https://dejure.org/1993,5131)
BayObLG, Entscheidung vom 29. Januar 1993 - 4St RR 175/93 (https://dejure.org/1993,5131)
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GVG § 21e Abs. 1; StGB § 240; StPO § 338 Nr. 1
NJW 1994, 1487 (Ls.)
NZV 1994, 116
Auf diesen Flächen gilt dann auf Grund dessen die Straßenverkehrs-Ordnung (…vgl. BayVGH vom 29.5.1990 a.a.O.; BayObLG vom 29.10.1993 = BayVBl 1994, 220;… Zeitler a.a.O. Nr. 29 zu Art. 1).
Aus diesem Grund kann die zuständige Behörde, d.h. hier die Gemeinde, die den Weg als Straßenbaubehörde insgesamt verwaltet (vgl. Art. 58 Abs. 2 Nr. 3 BayStrWG, Art. 6 LStVG), die durch den Antragsteller herbeigeführte Störung der öffentlichen Ordnung (Art. 9 Abs. 1 Satz 1 LStVG) mit einer Beseitigungsanordnung nach Art. 7 Abs. 2 Nrn. 1 und 2 StVG , § 32 Abs. 1 , § 49 Abs. 1 Nr. 27 StVO abwehren (…vgl. BayVGH vom 29.5.1990, a.a.O.; BayObLG vom 29.10.1993 a.a.O.).
Insbesondere wird nach dieser Rechtsprechung die Eigenschaft einer tatsächlichöffentlichen Verkehrsfläche nicht dadurch beseitigt, dass diese durch den Grundeigentümer eigenmächtig i. S. v. § 858 BGB gesperrt wird (vgl. etwa BayVGH, B. v. 11.1.2005 - 8 CS 04.3275 - juris Rn. 12 unter Bezugnahme auf BayObLG, B. v. 29.10.1993 - 4St RR 175/93 - BayVBl 1994, 220 - juris Rn. 13;… BayVGH, B. v. 14.7.2010 - 8 ZB 10.475 - juris Rn. 10; vgl. zum Ganzen auch Scheidler, Möglichkeiten behördlichen Einschreitens gegen das Blockieren tatsächlichöffentlicher Wege und Straßen durch den Eigentümer, KommPrax BY 2012, 99-102).
Nach dieser Rechtsprechung erfasst das Tatbestandsmerkmal der Verkehrserschwerung in § 32 Abs. 1 Satz 1 StVO somit - quasi als größtmögliche Erschwerung - auch die Verhinderung bzw. Unterbindung des Verkehrs zur Gänze, da geschütztes Rechtsgut insoweit der öffentliche Verkehr an sich sei (…so ausdrücklich BayVGH, U. v. 17.2.2003 - 11 B 99.3439 - juris Rn. 39;… B. v. 14.7.2010 - 8 ZB 10.475 - juris Rn. 10; BayObLG, B. v. 29.10.1993 - 4St RR 175/93 - BayVBl 1994, 220 - juris Rn. 13;… vgl. auch VG Neustadt, B. v. 13.5.2014 - 3 L 365/14.NW - juris Rn. 61).
Maßnahmen, die der Antragsteller in Ausübung angeblicher Eigentümer- und Nutzungsrechte an dem Weg vornimmt, stellen grundsätzlich eine verbotene Selbsthilfe dar, solange die Gerichte über die in dem anhängigen Hauptsacheverfahren zu klärenden Fragen nicht rechtskräftig entschieden haben (…vgl. § 229 BGB und BayVGH, B. v. 11.01.2005 - 8 CS 04.3275 -, juris Rn. 12;… B. v. 19.04.2007 - 11 ZB 06.2058 -, juris Rn. 47; BayObLG, B. v. 29.10.1993 - 4St RR 175/93 -, juris Rn. 13;… Sauthoff, Straße und Anlieger, Rn. 30, 540).
Vielmehr muss er zur Durchsetzung seiner Rechte die von der Rechtsordnung vorgesehenen behördlichen und gerichtlichen Mittel ergreifen (BayVGH vom 29.9.1990 FSt 1990 Nr. 252; BayObLG vom 29.10.1993 BayVBl 1994, 220).
Vielmehr muss er zur Durchsetzung seiner Rechte die von der Rechtsordnung vorgesehenen behördlichen und gerichtlichen Mittel ergreifen (BayObLG, B.v. 29.10.1993 - 4St RR 175/93 - BayVBl 1994, 220).
Hiergegen kann die zuständige Sicherheitsbehörde mit einer Untersagungs- oder Beseitigungsanordnung nach Art. 7 Abs. 2 Nr. 1 LStVG i.V.m. § 49 Abs. 1 Nr. 27, § 32 Abs. 1 Satz 1 StVO vorgehen (BayVGH, U.v. 29.5.1990 - 8 B 87.4090 - Fundstelle 1990/252;… B.v. 11.1.2005 a.a.O.;… U.v. 26.2.2013, a.a.O. Rn. 32;… B.v. 14.7.2010, a.a.O. Rn. 15;… B.v. 7.2.2011, a.a.O. Rn. 21f.; BayObLG, B.v. 29.10.1993 - 4St RR 175/93 - juris Rn. 13).
VG Augsburg, 02.10.2013 - Au 6 K 13.198
Das für die Feststellungsklage erforderliche Feststellungsinteresse ist darin zu sehen, dass der Eigentümer einer tatsächlich-öffentlichen Verkehrsfläche nicht ohne weiteres dazu berechtigt ist, die Wegefläche eigenmächtig zu sperren und sich u.U. einer Nötigung strafbar macht, wenn er nicht vor der Sperrung eine erfolgreiche Feststellungsklage erhoben hat (vgl. BayObLG, B.v. 29.10.1993 - 4St RR 175/93 - juris Rn. 12 f.).
Hiergegen kann die zuständige Sicherheitsbehörde mit einer Untersagungs- oder Beseitigungsanordnung nach Art. 7 Abs. 2 Nr. 1 LStVG i.V.m. § 49 Abs. 1 Nr. 27 , § 32 Abs. 1 Satz 1 StVO vorgehen (BayVGH, U.v. 29.5.1990 - 8 B 87.4090 - Fundstelle 1990/252;… B.v. 11.1.2005 a.a.O.;… U.v. 26.2.2013, a.a.O. Rn. 32;… B.v. 14.7.2010, a.a.O. Rn.15;… B.v. 7.2.2011, a.a.O. Rn. 21f.; BayObLG, B.v. 29.10.1993 - 4St RR 175/93 - [...] Rn. 13).