Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=15.04.1997&Aktenzeichen=IX%20ZR%20112%2F96
Timestamp: 2019-04-25 05:19:42
Document Index: 329115148

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 276', '§ 932', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 15.04.1997 - IX ZR 112/96 - dejure.org
Aufklärungspflicht des Gläubigers gegenüber dem Bürgen über das Bürgschaftsrisiko?
Keine Pflicht der Bank zur Aufklärung über verbürgtes Risiko bei ausländischem Bürgen
BGB §§ 276, 765, 1147, 1186; ZPO § 932
Aufklärungspflicht der Gläubigerbank über das Bürgschaftsrisiko; Vollstreckung einer Arresthypothek
Duldungsanspruch aus Arresthypotehk
Sprachrisiko eines Ausländers; Sorgfaltspflicht der Bank
NJW 1997, 3230
ZIP 1997, 1058
MDR 1997, 777
VersR 1997, 1011
WM 1997, 1045
BB 1997, 1273
DB 1997, 1463
Das ist aber gewöhnlich nur bei Umständen der Fall, die die andere Vertragspartei nicht kennt und auch nicht kennen kann (Senatsurt. v. 12. Januar 2001, V ZR 322/99, BGH-Report 2001, 362; Schmidt-Räntsch, ZfIR 2004, 569, 573) oder die sie nicht durchschaut (BGH, Urt. v. 15. April 1997, IX ZR 112/96, NJW 1997, 3230, 3231; Senatsurt. v. 15. März 2002, V ZR 293/00, unveröff., Umdruck S. 8).
Fehlende Detailkenntnis - etwa über die Ausschlussfristenregelung - beruht allein auf der bewussten Entscheidung des Arbeitnehmers, sich vom genauen Vertragsinhalt keine Kenntnis zu verschaffen, und ist daher seiner Risikosphäre zuzuordnen (vgl. BGH 15. April 1997 - IX ZR 112/96 - zu I 4 a der Gründe) .
Der Sicherungsnehmer muss die eigene Einschätzung des Risikos nicht ungefragt offenbaren und sich auch nicht über den Wissensstand des Sicherungsgebers unterrichten, sofern nicht bei diesem für ihn erkennbar ein Irrtum über ein erhöhtes Risiko besteht (BGH, Urteile vom 15. April 1997 - IX ZR 112/96 - VersR 1997, 1011 unter I 4; vom 16. Januar 1996 - XI ZR 151/95 - NJW 1996, 1206 unter II 2).
Danach hat die Beklagte für einen Schadensersatzanspruch aus Verschulden bei Abschluß des Bürgschaftsvertrages, mit dem sie die Inanspruchnahme aus der Bürgschaft abwehren könnte, nicht bewiesen, daß die Klägerin bei den Verhandlungen am 7. Juni 1994 eine Aufklärungspflicht gegenüber der Beklagten verletzt hat (vgl. BGH, Urt. v. 15. April 1997 - IX ZR 112/96, WM 1997, 1045, 1047 m.w.N.).
Zwar hat der Senat mehrmals entschieden, daß bei der Beurteilung einer krassen Überforderung auch die voraussichtliche Leistungsfähigkeit des Hauptschuldners zu berücksichtigen ist (…Urt. v. 18. Januar 1996 - IX ZR 171/95, WM 1996, 519, 521 f; v. 7. März 1996 - IX ZR 43/95, WM 1996, 766, 767; v. 15. April 1997 - IX ZR 112/96, WM 1997, 1045, 1046).
Eine Aufklärungspflicht besteht nur dann, wenn wegen besonderer Umstände des Einzelfalls davon ausgegangen werden muß, daß der künftige Vertragspartner nicht hinreichend unterrichtet ist und die Verhältnisse nicht durchschaut (BGH, Urt. v. 15. April 1997, IX ZR 112/96, NJW 1997, 3230, 3231).
Insoweit trifft die Klägerin die Darlegungs- und Beweislast (…BGH, Urt. v. 7. März 1996 - IX ZR 43/95, NJW 1996, 1470, 1472; v. 15. April 1997 - IX ZR 112/96, NJW 1997, 3230, 3232; v. 2. Juli 1998 - IX ZR 255/97, WM 1998, 1675, 1676;… v. 28. Oktober 1999 - IX ZR 364/97, aaO).
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