Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Anspruch-auf-Schmerzensgeld-und-Schadenersatz-nach-einem-Hundebiss--f204264.html
Timestamp: 2018-07-21 11:11:53
Document Index: 2841260

Matched Legal Cases: ['§ 833', '§ 253', '§ 833', 'BGH', '§ 833', '§ 833', '§ 249']

www.frag-einen-anwalt.de Schadensersatz Schmerzensgeld Anspruch auf Schmerzensgeld ...
22.11.2012 02:09 |
Ich betreue Ferienhäuser und wollte ein Haus abnehmen.
Die Leute hatten eine großen Hund dabei, der sich fürchterlich aufgeregt hat als ich klingelte. Die Besitzerin meine, der Hund, Hündin würde ein Spielzeug wie ihr Jungs bewachen. Ich mag Hunde und so bin ich in das Haus rein. Der Hund war an der Leine, trotzdem hat der Hund mich angesprungen.
In der Hose war ein Riss und am Oberschenkel hatte ich einen blauen Fleck.
Die Besitzer haben mir 50 EUR für die Hose gegeben.
Zu Hause habe ich festgestellt, dass doch etwas Haut abgeschürft war, Es hat fürchterlich gebrannt. Ich bin zum Arzt, und der hat mir Antibiotika verschieben.
Nun hat mir ein Freund gesagt, ich hätte auch Anspruch auf eine Entschädigung.
Ist das richtig und wie hoch würde die Entschädigung ausfallen?
Ihre Frage geschrieben am 22.11.2012 02:09:39
Ihnen steht Schadensersatz aus Haftung als Tierhalter gem. § 833 Satz 1 BGB und ein angemessenes Schmerzensgeld gem. § 253 Abs. 2 BGB zu.
Der Gast in der Ferienwohnung muss „Tierhalter" im Sine des § 833 BGB sein. Dies ist, wer die Bestimmungsmacht über das Tier hat, aus eigenem Interesse für die Kosten des Tieres aufkommt, den allg Wert und Nutzen des Tieres für sich in Anspruch nimmt und das wirtschaftliche Risiko seines Verlustes trägt (BGH NJW-RR 88, 655, 656 mwN).
Hier ist es jedoch möglch, dass der Tierhalter einen Entlastungsbeweis nach § 833 Satz 2 BGB versucht. Es obliegt ihm nachzuweisen dass er siner Pflihct duech Anleinen geüge getan hat. Ein sicklher Entlastungsbeweis ist hiet aber schwer zu führen, ddnn trotzdem der Hund angeleint war, hat er Sie ja angesprungen. Möglich ist jedoch, dass sich der Tierhalter mit diesem Argument zur Wehr setzt.
Nach § 833 BGB ist der Tierhalter „...verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen.". Nach § 249 BGB hat, wer zum Schadensersatz verpflichtet ist, den Zustand herzustellen, der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre. Alle finanziellen Einbußen, die Sie kausal durch den Biss erlitten haben, sind also zu ersetzen (auch Zuzahlungen bei Arzt/in Apotheke, Pflasterlauf/Erwerbsschaden etc.).
Bei der Höhe des Schmerzensgeldes ist das erlittene Unwohlsein, die Art der Verletzung und Dauer u. Art der Behandlung etc. zu berücksichtigen. Ein konkreterer Betrag kann – u.a. unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes hier nicht erfolgen. Dazu muss die Kasuistik (d.h. alle Urteile, dein zu Hühnerbiss u. Schmerzensgeld erfolgten) durchforstet werden. Angesichts der Tatsache, dass hier jedoch lediglich einen Kratzer entstand, der sicherlich nur vorsorglich mit Antibiotika behandelt wurden, dürfte hier kein höheres Schmerzensgeld als 500 € angesetzt werden können (wenn überhaupt).
Als Vergleich ein Urt. des OLG Düsseldorf, 08.09.2000, 22 U 36/00:
Aus dem sog. Tatbestand des Urt.:
„Die Bekl zu 2 ist Halterin eines Yorkshireterriers. (...)Die Bekl zu 2 bat am 5. 11. 1998 die Kl, in ihrer Wohnung auf den Hund aufzupassen. Da der Hund krank war, erklärte sie der Kl, der Hund solle nichts fressen. Nachdem die Bekl zu 2 die Wohnung verlassen hatte, spielte der Hund mit einem Knochen aus Büffelhaut. Um dies zu unterbinden, stieß die Kl mit dem Fuß dem Hund den Knochen aus dem Maul. Als sie den Knochen aufheben wollte, schnappte der Hund zu. Die Kl erlitt zwei leichte Eindrücke auf der Haut der linken Hand mit Hautritzungen. Drei Tage später hatte sich eine Infektion entwickelt. In der aufgesuchten Krankenhausambulanz wurde eine Gasbrandinfektion festgestellt. Die Wunde wurde geöffnet und bis zum 16. 11. 1998 offengehalten. Es wurde auch die Möglichkeit einer Amputation erörtert. Anläßlich der Behandlung stellte sich ein Penicillinunverträglichkeit heraus. Die Verabreichung anderer Antibiotika führte zu Darmblutungen. "
Das OLG hat in einem solchen Fall ein Schmerzensgeld von ca. 2500 € als angemessen angesehen.
Die konkrete Höhe in Ihrem Fall würde ich von einem Anwalt vor Ort berechnen lassen.
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