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Timestamp: 2020-07-08 04:43:11
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Matched Legal Cases: ['Art. 34', 'Art. 1', 'Art. 6', 'Art. 9', 'Art. 16', 'Art. 7', 'Art. 7', 'Art. 20', 'Art. 93', 'Art. 76', 'Art. 27', 'Art. 9', 'Art. 6']

Lawbrary | EOG - Bundesgesetz über den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft
Anwendbarkeit des ATSG (1 - 1)
Die Erwerbsausfallentschädigung
I. Der Entschädigungsanspruch für Dienstleistende (1 - 2)
II. Die Entschädigungsarten (4 - 8)
III. Die Bemessung der Entschädigungen (9 - 16)
IIIa. Die Mutterschaftsentschädigung (16 - 16)
IV. Verschiedene Bestimmungen (17 - 20)
Die Organisation (21 - 23)
Rechtspflege und Strafbestimmungen (24 - 25)
Die Finanzierung (26 - 28)
Verhältnis zum europäischen Recht (28 - 28)
Schluss- und Übergangsbestimmungen (29 - 34)
Die Be­stim­mun­gen des Bun­des­ge­set­zes vom 6. Ok­to­ber 20001 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (ATSG) sind auf die Er­w­erb­ser­satz­ord­nung an­wend­bar, so­weit das vor­lie­gen­de Ge­setz nicht aus­drück­lich ei­ne Ab­wei­chung vom ATSG vor­sieht.
1Per­so­nen, die in der schwei­ze­ri­schen Ar­mee oder im Rot­kreuz­dienst Dienst leis­ten, ha­ben für je­den be­sol­de­ten Dienst­tag An­spruch auf ei­ne Ent­schä­di­gung. Aus­ge­nom­men sind An­ge­stell­te der Mi­li­tär­ver­wal­tun­gen des Bun­des und der Kan­to­ne:
de­ren Mi­li­tär­dienst­pflicht ver­län­gert wur­de;
die frei­wil­lig Mi­li­tär­dienst leis­ten; oder
die Dienst in der Mi­li­tär­ver­wal­tung leis­ten.3
1bisIn Ab­wei­chung von Ab­satz 1 ha­ben Ar­mee­an­ge­hö­ri­ge zwi­schen zwei Aus­bil­dungs­diens­ten nur An­spruch auf ei­ne Ent­schä­di­gung, wenn sie er­werbs­los sind. Selbst­stän­di­g­er­wer­ben­de und Nich­t­er­werbs­tä­ti­ge ha­ben kei­nen An­spruch. Der Bun­des­rat re­gelt das Ver­fah­ren.4
2Per­so­nen, die Zi­vil­dienst leis­ten, ha­ben für je­den an­re­chen­ba­ren Dienst­tag ge­mä­ss dem Zi­vil­dienst­ge­setz vom 6. Ok­to­ber 19955 An­spruch auf ei­ne Ent­schä­di­gung.
2bisPer­so­nen, wel­che nach der schwei­ze­ri­schen Mi­li­tär­ge­setz­ge­bung re­kru­tiert wer­den, ha­ben für je­den be­sol­de­ten Re­kru­tie­rungs­tag An­spruch auf ei­ne Ent­schä­di­gung.6
3Per­so­nen, die Schutz­dienst leis­ten, ha­ben für je­den gan­zen Tag, für den sie Sold nach Ar­ti­kel 22 Ab­satz 1 des Be­völ­ke­rungs- und Zi­vil­schutz­ge­set­zes vom 4. Ok­to­ber 20027 (BZG) be­zie­hen, An­spruch auf ei­ne Ent­schä­di­gung. Aus­ge­nom­men ist das Per­so­nal der für den Zi­vil­schutz zu­stän­di­gen kan­to­na­len und kom­mu­na­len Stel­len, das im Rah­men von Ein­sät­zen des Zi­vil­schut­zes zu­guns­ten der Ge­mein­schaft nach Ar­ti­kel 27a BZG ein­ge­setzt wird.8
4Teil­neh­mer an eid­ge­nös­si­schen und kan­to­na­len Ka­der­kur­sen von «Ju­gend und Sport» im Sin­ne von Ar­ti­kel 9 des Sport­för­de­rungs­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 20119 so­wie an Jung­schüt­zen­lei­ter­kur­sen nach Ar­ti­kel 64 des Mi­li­tär­ge­set­zes vom 3. Fe­bru­ar 199510 sind den in Ab­satz 1 ge­nann­ten Per­so­nen gleich­ge­stellt.11
4bisDer An­spruch auf ei­ne Ent­schä­di­gung er­lischt mit dem Be­zug ei­ner Al­ters­ren­te der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung, spä­tes­tens je­doch mit dem Er­rei­chen des or­dent­li­chen Ren­ten­al­ters nach Ar­ti­kel 21 des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 194612 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung (AHVG).13
5Die in den Ab­sät­zen 1-4 ge­nann­ten Per­so­nen wer­den in die­sem Ge­setz als Dienst­leis­ten­de be­zeich­net.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 14 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2005 (AS 2005 1429; BBl 2002 7522, 2003 1112 2923).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 2 des BG vom 27. Sept. 2013, in Kraft seit 1. Fe­br. 2015 (AS 2015 187; BBl 2013 2105).
4 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 10 des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2016 4277, 2017 2297; BBl 2014 6955).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2005 (AS 2005 1429; BBl 2002 7522, 2003 1112 2923).
8 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 2 des BG vom 27. Sept. 2013, in Kraft seit 1. Fe­br. 2015 (AS 2015 187; BBl 2013 2105).
11 Fas­sung ge­mä­ss Art. 34 Ziff. 4 des Sport­för­de­rungs­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2011, in Kraft seit 1. Okt. 2012 (AS 2012 3953; BBl 2009 8189).
13 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 2 des BG vom 27. Sept. 2013, in Kraft seit 1. Fe­br. 2015 (AS 2015 187; BBl 2013 2105).
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2005 (AS 2005 1429; BBl 2002 7522, 2003 1112 2923).
Al­le Dienst­leis­ten­den ha­ben An­spruch auf die Grun­dent­schä­di­gung.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Dez. 1998, in Kraft seit 1. Ju­li 1999 (AS 1999 1571; BBl 1998 3418).
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 18. Dez. 1998, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 1999 (AS 1999 1571; BBl 1998 3418).
1An­spruch auf Kin­der­zu­la­gen ha­ben die Dienst­leis­ten­den2 für je­des Kind im Sin­ne von Ab­satz 2, wel­ches das 18. Al­ters­jahr noch nicht vollen­det hat. Für Kin­der, die noch in Aus­bil­dung be­grif­fen sind, kön­nen die Kin­der­zu­la­gen bis zum vollen­de­ten 25. Al­ters­jahr be­an­sprucht wer­den.
2An­spruch auf Kin­der­zu­la­gen be­steht für:
die Kin­der des Dienst­leis­ten­den;
die Pfle­ge­kin­der des Dienst­leis­ten­den, die die­ser un­ent­gelt­lich zu dau­ern­der Pfle­ge und Er­zie­hung zu sich ge­nom­men hat.3
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Dez. 1968, in Kraft seit 1. Jan. 1969 (AS 1969 310; BBl 1968 II 85).
2 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 1987, in Kraft seit 1. Jan. 1988 (AS 1987 1393; BBl 1985 I 797). Die­se Än­de­rung ist im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des Un­fall­ver­si­che­rungs­ge­set­zes, in Kraft seit 1. Jan. 1984 (AS 1982 1676 1724 Art. 1 Abs. 1; BBl 1976 III 141).
1Dienst­leis­ten­de, die mit ei­nem oder meh­re­ren Kin­dern (Art. 6) un­ter 16 Jah­ren im ge­mein­sa­men Haus­halt le­ben, ha­ben An­spruch auf ei­ne Zu­la­ge für Be­treu­ungs­kos­ten, wenn sie den Nach­weis er­brin­gen, dass we­gen des Diens­tes sol­che zu­sätz­li­chen Kos­ten für die Kin­der­be­treu­ung an­ge­fal­len sind und der Dienst min­des­tens zwei zu­sam­men­hän­gen­de Ta­ge um­fasst.
2Der Bun­des­rat setzt den Höchst­be­trag der Ent­schä­di­gung fest und re­gelt die Ein­zel­hei­ten.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Dez. 1998, in Kraft seit 1. Jan. 2000 (AS 1999 1571; BBl 1998 3418).
1An­spruch auf Be­triebs­zu­la­gen ha­ben die Dienst­leis­ten­den, die als Ei­gen­tü­mer, Päch­ter oder Nutz­nies­ser einen Be­trieb füh­ren oder als Teil­ha­ber ei­ner Kol­lek­tiv­ge­sell­schaft, als un­be­schränkt haf­ten­de Teil­ha­ber ei­ner Kom­man­dit­ge­sell­schaft oder als Teil­ha­ber ei­ner an­dern auf einen Er­werbs­zweck ge­rich­te­ten Per­so­nen­ge­samt­heit oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit an der Füh­rung ei­nes Be­trie­bes ak­tiv be­tei­ligt sind, so­fern sie nicht aus un­selb­stän­di­ger Er­werbs­tä­tig­keit ein hö­he­res Ein­kom­men er­zie­len.
2Dienst­leis­ten­de, die als mit­ar­bei­ten­de Fa­mi­li­en­glie­der in ei­nem Land­wirt­schafts­be­trieb tä­tig sind, ha­ben An­spruch auf Be­triebs­zu­la­gen, wenn we­gen ih­rer län­ge­ren Dienst­leis­tung ei­ne Er­satz­kraft im Be­trieb ein­ge­stellt wer­den muss. Der Bun­des­rat er­lässt die nä­he­ren Vor­schrif­ten.2
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 6. März 1959, in Kraft seit 1. Jan. 1960 (AS 1959 567; BBl 1958 II 1323).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 1975, in Kraft seit 1. Jan. 1976 (AS 1976 57; BBl 1975 I 1193).
Art. 9 Grundentschädigung während der Rekrutenschule und gleichgestellten Dienstzeiten
1Wäh­rend der Re­kru­tie­rung, der Re­kru­ten­schu­le und der Grund­aus­bil­dung von Per­so­nen, die ih­re Dienst­pflicht oh­ne Un­ter­bruch er­fül­len (Durch­die­ner), be­trägt die täg­li­che Grun­dent­schä­di­gung 25 Pro­zent des Höchst­be­tra­ges der Ge­sam­tent­schä­di­gung.
2Für Stel­lungs­pflich­ti­ge, Re­kru­ten und Durch­die­ner in Grund­aus­bil­dung, die An­spruch auf Kin­der­zu­la­gen ha­ben, wird die täg­li­che Grun­dent­schä­di­gung nach Ar­ti­kel 10 be­mes­sen.
2bisDen nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 1 Buch­sta­be c des Mi­li­tär­ge­set­zes vom 3. Fe­bru­ar 19952 zum Mi­li­tär­dienst zu­ge­las­se­nen Per­so­nen ste­hen für die An­zahl Ta­ge Mi­li­tär­dienst, die der Dau­er ei­ner Re­kru­ten­schu­le ent­spre­chen, 25 Pro­zent des Höchst­be­tra­ges der Ge­sam­tent­schä­di­gung zu. Ab­satz 2 ist sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.3
3Der zi­vil­dienst­leis­ten­den Per­son, die kei­ne Re­kru­ten­schu­le ab­sol­viert hat, ste­hen für die An­zahl Ta­ge des Zi­vil­diens­tes, die der Dau­er ei­ner Re­kru­ten­schu­le ent­spre­chen, 25 Pro­zent des Höchst­be­tra­ges der Ge­sam­tent­schä­di­gung zu. Ei­ne teil­wei­se ab­sol­vier­te Re­kru­ten­schu­le wird an­ge­rech­net. Ab­satz 2 ist sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.
4Wäh­rend der Grund­aus­bil­dung im Zi­vil­schutz be­trägt die täg­li­che Grun­dent­schä­di­gung 25 Pro­zent des Höchst­be­tra­ges der Ge­sam­tent­schä­di­gung. Ab­satz 2 ist sinn­ge­mä­ss an­wend­bar. Der Bun­des­rat er­lässt Vor­schrif­ten für Dienst­leis­ten­de, die ei­ne mi­li­tä­ri­sche Grund­aus­bil­dung teil­wei­se oder ganz ab­sol­viert ha­ben.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2005 (AS 2005 1429; BBl 2002 7522, 2003 1112 2923).
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 10 des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2016 4277, 2017 2297; BBl 2014 6955).
1Wäh­rend Diens­ten, die nicht un­ter Ar­ti­kel 9 fal­len, be­trägt die täg­li­che Grun­dent­schä­di­gung 80 Pro­zent des durch­schnitt­li­chen vor­dienst­li­chen Er­w­erb­sein­kom­mens. Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 16 Ab­sät­ze 1-3.
2War die dienst­leis­ten­de Per­son vor Be­ginn des Diens­tes nicht er­werbs­tä­tig, so ent­spricht die täg­li­che Grun­dent­schä­di­gung den Min­dest­be­trä­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 16 Ab­sät­ze 1-3.
Bei Diens­ten nach Ar­ti­kel 30 Ab­satz 1bis des Mi­li­tär­ge­set­zes vom 3. Fe­bru­ar 19952 rich­tet sich der Ent­schä­di­gungs­an­spruch nach der Re­kru­ten­schu­le nach Ar­ti­kel 9, bei al­len üb­ri­gen Diens­te nach Ar­ti­kel 10. Ar­ti­kel 16 Ab­satz 1 fin­det kei­ne An­wen­dung.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 10 des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2016 4277, 2017 2297; BBl 2014 6955).
1Grund­la­ge für die Er­mitt­lung des durch­schnitt­li­chen vor­dienst­li­chen Er­w­erb­sein­kom­mens bil­det das Ein­kom­men, von dem die Bei­trä­ge nach dem AHVG2 er­ho­ben wer­den.3 Der Bun­des­rat er­lässt Vor­schrif­ten über die Be­mes­sung der Ent­schä­di­gung und lässt durch das Bun­des­amt für So­zi­al­ver­si­che­run­gen4 ver­bind­li­che Ta­bel­len mit auf­ge­run­de­ten Be­trä­gen auf­stel­len.
2Der Bun­des­rat kann für Dienst­leis­ten­de, die nur vor­über­ge­hend nicht er­werbs­tä­tig wa­ren oder die we­gen des Diens­tes kei­ne Er­werbs­tä­tig­keit auf­neh­men konn­ten, be­son­de­re Vor­schrif­ten über die Be­mes­sung ih­rer Ent­schä­di­gung er­las­sen.
4 Die Be­zeich­nung der Ver­wal­tungs­ein­heit wur­de in An­wen­dung von Art. 16 Abs. 3 der Pu­bli­ka­ti­ons­ver­ord­nung vom 17. Nov. 2004 (AS 2004 4937) an­ge­passt.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 6. März 1959, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1960 (AS 1959 567; BBl 1958 II 1323).
Die Kin­der­zu­la­ge be­trägt für je­des Kind 8 Pro­zent des Höchst­be­tra­ges der Ge­sam­tent­schä­di­gung.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 18. Dez. 1998, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2000 (AS 1999 1571; BBl 1998 3418).
Die Be­triebs­zu­la­ge be­trägt 27 Pro­zent des Höchst­be­tra­ges der Ge­sam­tent­schä­di­gung.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 1975, in Kraft seit 1. Jan. 1976 (AS 1976 57: BBl 1975 I 1193).
1Wäh­rend der vom Bun­des­rat be­stimm­ten Aus­bil­dungs­diens­te län­ge­rer Dau­er, die aus­ser­halb der or­dent­li­chen Aus­bil­dungs­diens­te der For­ma­tio­nen für die Er­rei­chung ei­nes hö­he­ren Gra­des oder ei­ner neu­en Funk­ti­on im Mi­li­tär­recht ver­langt wer­den, darf die täg­li­che Ge­sam­tent­schä­di­gung fol­gen­de Pro­zent­sät­ze des Höchst­be­tra­ges ge­mä­ss Ar­ti­kel 16a nicht un­ter­schrei­ten:
45 Pro­zent für Dienst­leis­ten­de oh­ne Kin­der;
65 Pro­zent für Dienst­leis­ten­de mit ei­nem Kind;
70 Pro­zent für Dienst­leis­ten­de mit min­des­tens zwei Kin­dern.
2Bei Durch­die­nern, die ei­ne Aus­bil­dung zur Er­lan­gung ei­nes hö­he­ren Gra­des zu­rück­le­gen, darf die täg­li­che Ge­sam­tent­schä­di­gung wäh­rend die­ser Aus­bil­dung und der rest­li­chen Dienst­ta­ge fol­gen­de Pro­zent­sät­ze des Höchst­be­tra­ges ge­mä­ss Ar­ti­kel 16a nicht un­ter­schrei­ten:
37 Pro­zent für Dienst­leis­ten­de oh­ne Kin­der;
55 Pro­zent für Dienst­leis­ten­de mit ei­nem Kind;
62 Pro­zent für Dienst­leis­ten­de mit min­des­tens zwei Kin­dern.
3Wäh­rend der an­de­ren Diens­te darf die täg­li­che Ge­sam­tent­schä­di­gung fol­gen­de Pro­zent­sät­ze des Höchst­be­tra­ges ge­mä­ss Ar­ti­kel 16a nicht un­ter­schrei­ten:
25 Pro­zent für Dienst­leis­ten­de oh­ne Kin­der;
40 Pro­zent für Dienst­leis­ten­de mit ei­nem Kind;
50 Pro­zent für Dienst­leis­ten­de mit min­des­tens zwei Kin­dern.
4Die Grun­dent­schä­di­gung wird ge­kürzt, so­weit sie 80 Pro­zent des Höchst­be­tra­ges ge­mä­ss Ar­ti­kel 16a über­steigt.
5Die Ge­sam­tent­schä­di­gung wird ge­kürzt, so­weit sie das durch­schnitt­li­che vor­dienst­li­che Ein­kom­men oder den Höchst­be­trag ge­mä­ss Ar­ti­kel 16a über­steigt, je­doch nur bis auf die Min­dest­be­trä­ge nach den Ab­sät­zen 1-3.
6Die Ge­sam­tent­schä­di­gung um­fasst die Grun­dent­schä­di­gung nach Ar­ti­kel 4 so­wie die nach Ar­ti­kel 6 ge­schul­de­ten Kin­der­zu­la­gen. Zu­la­gen für Be­treu­ungs­kos­ten und Be­triebs­zu­la­gen wer­den im­mer un­ge­kürzt zu­sätz­lich zur Ge­sam­tent­schä­di­gung aus­ge­rich­tet.
1Der Höchst­be­trag der Ge­sam­tent­schä­di­gung be­trägt 2452 Fran­ken im Tag.3
2Der Bun­des­rat kann frü­he­s­tens nach je zwei Jah­ren den Höchst­be­trag der Ge­sam­tent­schä­di­gung auf Jah­res­be­ginn der Loh­n­ent­wick­lung an­pas­sen, wenn sich das Lohn­ni­veau, das für die letz­te Fest­set­zung mass­ge­bend war, in die­ser Zeit um min­des­tens 12 Pro­zent ge­än­dert hat.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 1975, in Kraft seit 1. Jan. 1976 (AS 1976 57; BBl 1975 I 1193).
2 Be­trag ge­mä­ss Art. 7 Abs. 1 der V 19 vom 21. Sept. 2018 über An­pas­sun­gen an die Lohn- und Preis­ent­wick­lung bei der AHV/IV/EO, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3527).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2005 (AS 2005 1429; BBl 2002 7522, 2003 1112 2923).
1An­spruchs­be­rech­tigt ist ei­ne Frau, die:
wäh­rend der neun Mo­na­te un­mit­tel­bar vor der Nie­der­kunft im Sin­ne des AHVG1 ob­li­ga­to­risch ver­si­chert war;
in die­ser Zeit min­des­tens fünf Mo­na­te lang ei­ne Er­werbs­tä­tig­keit aus­ge­übt hat; und
im Zeit­punkt der Nie­der­kunft:
Ar­beit­neh­me­rin im Sin­ne von Ar­ti­kel 10 ATSG ist,
Selb­stän­di­g­er­wer­ben­de im Sin­ne von Ar­ti­kel 12 ATSG ist, oder
im Be­trieb des Ehe­man­nes mit­ar­bei­tet und einen Bar­lohn be­zieht.
2Die Ver­si­che­rungs­dau­er nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a wird ent­spre­chend her­ab­ge­setzt, wenn die Nie­der­kunft vor Ab­lauf des 9. Schwan­ger­schafts­mo­nats er­folgt.
3Der Bun­des­rat re­gelt die An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen für Frau­en, die we­gen Ar­beits­un­fä­hig­keit oder Ar­beits­lo­sig­keit:
die Vor­aus­set­zun­gen von Ab­satz 1 Buch­sta­be a nicht er­fül­len;
im Zeit­punkt der Nie­der­kunft nicht Ar­beit­neh­me­rin­nen oder Selb­stän­di­g­er­wer­ben­de sind.
1Der Ent­schä­di­gungs­an­spruch ent­steht am Tag der Nie­der­kunft.
2Bei län­ge­rem Spi­tal­auf­ent­halt des neu ge­bo­re­nen Kin­des kann die Mut­ter be­an­tra­gen, dass die Mut­ter­schafts­ent­schä­di­gung erst aus­ge­rich­tet wird, wenn das Kind nach Hau­se kommt.
Der An­spruch en­det am 98. Tag nach sei­nem Be­ginn. Er en­det vor­zei­tig, wenn die Mut­ter ih­re Er­werbs­tä­tig­keit wie­der auf­nimmt oder wenn sie stirbt.
1 Sie­he auch SchlB der Änd. vom 3. Okt. 2003 am Schluss die­ses Tex­tes.
1Die Mut­ter­schafts­ent­schä­di­gung wird als Tag­geld aus­ge­rich­tet.
2Das Tag­geld be­trägt 80 Pro­zent des durch­schnitt­li­chen Er­w­erb­sein­kom­mens, wel­ches vor Be­ginn des Ent­schä­di­gungs­an­spruchs er­zielt wur­de. Für die Er­mitt­lung die­ses Ein­kom­mens ist Ar­ti­kel 11 Ab­satz 1 sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.
1Die Mut­ter­schafts­ent­schä­di­gung be­trägt höchs­tens 1961 Fran­ken im Tag. Ar­ti­kel 16a Ab­satz 2 gilt sinn­ge­mä­ss.
2Die Mut­ter­schafts­ent­schä­di­gung wird ge­kürzt, so­weit sie den Höchst­be­trag nach Ab­satz 1 über­steigt.
1 Be­trag ge­mä­ss Art. 7 Abs. 2 der V 19 vom 21. Sept. 2018 über An­pas­sun­gen an die Lohn- und Preis­ent­wick­lung bei der AHV/IV/EO, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3527).
1Die Mut­ter­schafts­ent­schä­di­gung schliesst den Be­zug der fol­gen­den Tag­gel­der aus:
der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung;
der In­va­li­den­ver­si­che­rung;
der Un­fall­ver­si­che­rung;
der Mi­li­tär­ver­si­che­rung;
der Ent­schä­di­gung nach den Ar­ti­keln 9 und 10.
2Be­stand bis zum An­spruchs­be­ginn auf die Mut­ter­schafts­ent­schä­di­gung An­spruch auf ein Tag­geld nach ei­nem der fol­gen­den Ge­set­ze, so ent­spricht die Mut­ter­schafts­ent­schä­di­gung min­des­tens dem bis­her be­zo­ge­nen Tag­geld:
Bun­des­ge­setz vom 19. Ju­ni 19591 über die In­va­li­den­ver­si­che­rung;
Bun­des­ge­setz vom 18. März 19942 über die Kran­ken­ver­si­che­rung;
Bun­des­ge­setz vom 20. März 19813 über die Un­fall­ver­si­che­rung;
Bun­des­ge­setz vom 19. Ju­ni 19924 über die Mi­li­tär­ver­si­che­rung;
Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rungs­ge­setz vom 25. Ju­ni 19825.
In Er­gän­zung zu Ka­pi­tel II­Ia kön­nen die Kan­to­ne ei­ne hö­he­re oder län­ger dau­ern­de Mut­ter­schafts- oder ei­ne Ad­op­ti­ons­ent­schä­di­gung vor­se­hen und zu de­ren Fi­nan­zie­rung be­son­de­re Bei­trä­ge er­he­ben.
1Leis­tungs­be­rech­tig­te ma­chen ih­ren An­spruch bei der zu­stän­di­gen Aus­gleichs­kas­se gel­tend. Un­ter­las­sen sie dies, so sind da­zu be­fugt:
ih­re An­ge­hö­ri­gen, falls die Leis­tungs­be­rech­tig­ten ih­ren Un­ter­halts- oder Un­ter­stüt­zungs­pflich­ten ih­nen ge­gen­über nicht nach­kom­men;
der Ar­beit­ge­ber, so­weit er der leis­tungs­be­rech­tig­ten Per­son wäh­rend der Dau­er des An­spruchs einen Lohn aus­rich­tet.1
2Der Bun­des­rat be­stimmt, wel­che Aus­gleichs­kas­se zu­stän­dig ist, und re­gelt das Ver­fah­ren. Er kann Vor­schrif­ten über die Er­le­di­gung von Strei­tig­kei­ten be­züg­lich der ört­li­chen Zu­stän­dig­keit er­las­sen und da­bei von Ar­ti­kel 35 ATSG2 ab­wei­chen.3
3 Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 14 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
1Die Ent­schä­di­gung wird von der Aus­gleichs­kas­se fest­ge­setzt, bei wel­cher der An­spruch gel­tend zu ma­chen ist. Die Aus­gleichs­kas­se kann je­doch die ihr an­ge­schlos­se­nen Ar­beit­ge­ber, wel­che Ge­währ für die rich­ti­ge Er­fül­lung die­ser Auf­ga­be bie­ten, mit der Fest­set­zung der Ent­schä­di­gung für ih­re Ar­beit­neh­mer be­trau­en.
2Die Ent­schä­di­gung wird im form­lo­sen Ver­fah­ren nach Ar­ti­kel 51 ATSG1 fest­ge­setzt. Dies gilt in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 49 Ab­satz 1 ATSG auch für er­heb­li­che Ent­schä­di­gun­gen.2
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 14 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
1Die Ent­schä­di­gung wird den Leis­tungs­be­rech­tig­ten aus­be­zahlt; es gel­ten je­doch fol­gen­de Aus­nah­men:
Auf Ver­lan­gen der leis­tungs­be­rech­tig­ten Per­son wird die Ent­schä­di­gung den An­ge­hö­ri­gen aus­be­zahlt.
Kom­men Leis­tungs­be­rech­tig­te ih­ren Un­ter­halts­pflich­ten nicht nach, wer­den Ent­schä­di­gun­gen, die für die Un­ter­halts­be­rech­tig­ten be­stimmt sind, auf Ge­such hin die­sen selbst oder ih­ren ge­setz­li­chen Ver­tre­tern aus­ge­rich­tet; dies gilt in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 20 Ab­satz 1 ATSG2 auch wenn kei­ne Ab­hän­gig­keit von der öf­fent­li­chen oder pri­va­ten Für­sor­ge be­steht.
2Die Ent­schä­di­gung wird von der Aus­gleichs­kas­se, bei wel­cher der An­spruch gel­tend zu ma­chen ist, aus­ge­rich­tet. Ha­ben Leis­tungs­be­rech­tig­te vor dem Be­ginn des An­spruchs ei­ne un­selb­stän­di­ge Er­werbs­tä­tig­keit aus­ge­übt, so wird die Ent­schä­di­gung durch den Ar­beit­ge­ber aus­be­zahlt, falls kei­ne be­son­de­ren Grün­de für ei­ne Aus­zah­lung durch die Aus­gleichs­kas­se vor­lie­gen.
3Die Ent­schä­di­gung wird nur aus­be­zahlt, wenn sie vor­schrifts­ge­mä­ss gel­tend ge­macht wird und der Nach­weis er­bracht wird, dass die Leis­tungs­vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind.
1Auf der Ent­schä­di­gung wer­den Bei­trä­ge be­zahlt:
an die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung;
an die In­va­li­den­ver­si­che­rung;
an die Er­w­erb­ser­satz­ord­nung;
ge­ge­be­nen­falls an die Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung.2
1bisDie Bei­trä­ge sind je zur Hälf­te von den Leis­tungs­be­rech­tig­ten und vom Aus­gleichs­fonds der Er­w­erb­ser­satz­ord­nung zu tra­gen. Der Aus­gleichs­fonds ver­gü­tet über­dies den Ar­beit­ge­ber­bei­trag für land­wirt­schaft­li­che Ar­beit­neh­mer nach Ar­ti­kel 18 Ab­satz 1 des Bun­des­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 19523 über die Fa­mi­li­en­zu­la­gen in der Land­wirt­schaft.4
2Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten und das Ver­fah­ren. Er kann be­stimm­te Per­so­nen­grup­pen von der Bei­trags­pflicht aus­neh­men und vor­se­hen, dass für kur­ze Dienst­leis­tun­gen kei­ne Bei­trä­ge be­zahlt wer­den müs­sen.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 1987, in Kraft seit 1. Jan. 1988 (AS 1987 1393; BBl 1985 I 797).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2005 (AS 2005 1429; BBl 2002 7522, 2003 1112 2923).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 3. Okt. 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2005 (AS 2005 1429; BBl 2002 7522, 2003 1112 2923).
1In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 24 ATSG2 er­lischt der An­spruch auf nicht be­zo­ge­ne Ent­schä­di­gun­gen für Dienst­leis­ten­de fünf Jah­re nach En­de des Diens­tes, der den Leis­tungs­an­spruch aus­ge­löst hat, und der An­spruch auf nicht­be­zo­ge­ne Mut­ter­schafts­ent­schä­di­gun­gen fünf Jah­re nach Ab­lauf der Ent­schä­di­gungs­dau­er ge­mä­ss Ar­ti­kel 16d.
2For­de­run­gen nach die­sem Ge­setz, dem AHVG3 und dem Bun­des­ge­setz vom 20. Ju­ni 19524 über die Fa­mi­li­en­zu­la­gen in der Land­wirt­schaft5 kön­nen mit fäl­li­gen Ent­schä­di­gun­gen ver­rech­net wer­den.
1Die Kan­to­ne haf­ten für Schä­den, die der Er­w­erb­ser­satz­ord­nung ent­stan­den sind oder zu­ge­fügt wur­den:
durch die Miss­ach­tung von Vor­schrif­ten beim Auf­ge­bot für Zi­vil­schutze­in­sät­ze nach den Ar­ti­keln 27 Ab­satz 2, 27a Ab­satz 1 Buch­sta­be b und 33-36 BZG2;
durch die Miss­ach­tung von Vor­schrif­ten bei der Be­wil­li­gung von Ein­sät­zen zu­guns­ten der Ge­mein­schaft nach Ar­ti­kel 27a Ab­satz 1 Buch­sta­be b BZG;
wi­der­recht­lich durch die Rech­nungs­füh­rer der Zi­vil­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen.
2Der Scha­den­er­satz­an­spruch ver­jährt ein Jahr, nach­dem das Bun­des­amt für So­zi­al­ver­si­che­run­gen vom Scha­den Kennt­nis er­hal­ten hat, spä­tes­tens aber zehn Jah­re nach Ein­tritt des Scha­dens. Wird der Scha­den­er­satz­an­spruch aus ei­ner straf­ba­ren Hand­lung her­ge­lei­tet, für die das Straf­recht ei­ne län­ge­re Ver­jäh­rungs­frist vor­sieht, so ist die­se Frist mass­ge­bend.
3Das Bun­des­amt für So­zi­al­ver­si­che­run­gen macht den Scha­den­er­satz durch Er­lass ei­ner Ver­fü­gung gel­tend. Das Ver­fah­ren rich­tet sich nach dem Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­setz vom 20. De­zem­ber 19683.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 2 des BG vom 27. Sept. 2013, in Kraft seit 1. Fe­br. 2015 (AS 2015 187; BBl 2013 2105).
1Die Durch­füh­rung der Er­w­erb­ser­satz­ord­nung er­folgt durch die Or­ga­ne der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung un­ter Mit­wir­kung der Rech­nungs­füh­rer der mi­li­tä­ri­schen Stä­be und Ein­hei­ten. Für den Zi­vil­schutz er­folgt die Durch­füh­rung un­ter Mit­wir­kung der Rech­nungs­füh­rer der Schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen und für den Zi­vil­dienst un­ter Mit­wir­kung des Bun­des­am­tes für Zi­vil­dienst1 und der Ein­satz­be­trie­be.2
2So­weit die­ses Ge­setz nichts Ab­wei­chen­des be­stimmt, gel­ten sinn­ge­mä­ss die Vor­schrif­ten des AHVG3 über die Ar­beit­ge­ber, die Aus­gleichs­kas­sen, den Ab­rech­nungs- und Zah­lungs­ver­kehr, die Buch­füh­rung, die Kas­sen­re­vi­sio­nen und Ar­beit­ge­ber­kon­trol­len, die Zen­tra­le Aus­gleichs­stel­le und die Ver­si­cher­ten­num­mer. Die Haf­tung für Schä­den der AHV-Or­ga­ne nach Ar­ti­kel 49 AHVG rich­tet sich nach Ar­ti­kel 78 ATSG4 und sinn­ge­mä­ss nach den Ar­ti­keln 52, 70 und 71a AHVG.5
3In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 78 ATSG un­ter­steht die Haf­tung der Rech­nungs­füh­rer der mi­li­tä­ri­schen Stä­be und Ein­hei­ten dem Mi­li­tär­ge­setz vom 3. Fe­bru­ar 19956; die Haf­tung der Rech­nungs­füh­rer der Schutz­or­ga­ni­sa­ti­on un­ter­steht dem Zi­vil­schutz­ge­setz vom 17. Ju­ni 19947.8
1 Die Be­zeich­nung der Ver­wal­tungs­ein­heit wur­de in An­wen­dung von Art. 20 Abs. 2 der Pu­bli­ka­ti­ons­ver­ord­nung vom 7. Okt. 2015 (SR 170.512.1) auf den 1. Jan. 2019 an­ge­passt.
2 Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch Art. 93 des BG vom 23. März 1962 über den Zi­vil­schutz (AS 1962 1089; BBl 1961 II 693). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 2 des BG vom 3. Okt. 2008, in Kraft seit 1. April 2009 (AS 2009 1093; BBl 2008 2707).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3453; BBl 2002 803).
7 [AS 1994 2626, 1995 1227 An­hang Ziff. 9, 1996 1445 An­hang Ziff. 14. AS 2003 4187 Art. 76 Ziff. 1]. Sie­he heu­te: das BG vom 4. Okt. 2002 über den Be­völ­ke­rungs­schutz und den Zi­vil­schutz (SR 520.1).
8 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 14 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
Zur De­ckung ih­rer Ver­wal­tungs­kos­ten er­he­ben die Aus­gleichs­kas­sen von den ih­nen an­ge­schlos­se­nen Ar­beit­ge­bern, Selb­stän­di­g­er­wer­ben­den und Nich­t­er­werbs­tä­ti­gen Ver­wal­tungs­kos­ten­bei­trä­ge. Den Aus­gleichs­kas­sen kön­nen fer­ner an ih­re Ver­wal­tungs­kos­ten Zu­schüs­se aus dem Aus­gleichs­fonds der Er­w­erb­ser­satz­ord­nung ge­währt wer­den. Ar­ti­kel 69 des AHVG2 fin­det An­wen­dung.
1Ar­ti­kel 72 AHVG3 fin­det sinn­ge­mä­ss An­wen­dung.4
2Die Eid­ge­nös­si­sche Kom­mis­si­on für die Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ver­si­che­rung5 be­stellt aus ih­rer Mit­te einen Aus­schuss für die Er­w­erb­ser­satz­ord­nung. …6 Dem Aus­schuss ob­liegt die Be­gut­ach­tung von Fra­gen über die Durch­füh­rung und Wei­ter­ent­wick­lung der Er­w­erb­ser­satz­ord­nung zu­han­den des Bun­des­ra­tes. Er hat das Recht, dem Bun­des­rat von sich aus An­re­gun­gen zu un­ter­brei­ten.
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 14 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
5 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 1987, in Kraft seit 1. Jan. 1988 (AS 1987 1393; BBl 1985 I 797).
6 Satz auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 18. Dez. 1998, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 1999 (AS 1999 1571; BBl 1998 3418).
1Über Be­schwer­den ge­gen Ver­fü­gun­gen und Ein­spra­chen­ent­schei­de kan­to­na­ler Aus­gleichs­kas­sen ent­schei­det in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 58 Ab­satz 1 ATSG2 das Ver­si­che­rungs­ge­richt am Ort der Aus­gleichs­kas­se.
2Über Be­schwer­den von Per­so­nen im Aus­land ent­schei­det in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 58 Ab­satz 2 ATSG das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt. Der Bun­des­rat kann vor­se­hen, dass die­se Zu­stän­dig­keit dem Ver­si­che­rungs­ge­richt des Kan­tons zu­ge­wie­sen wird, in wel­chem der Ar­beit­ge­ber des Ver­si­cher­ten sei­nen Wohn­sitz oder Sitz hat. Ar­ti­kel 85bis Ab­sät­ze 2 und 3 AHVG3 gilt sinn­ge­mä­ss.4
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 14 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 113 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
Die Ar­ti­kel 87-91 des AHVG1 fin­den An­wen­dung auf Per­so­nen, die in ei­ner in die­sen Be­stim­mun­gen um­schrie­be­nen Wei­se die Vor­schrif­ten der Er­w­erb­ser­satz­ord­nung ver­let­zen.
Die auf Grund die­ses Ge­set­zes zu er­brin­gen­den Leis­tun­gen wer­den fi­nan­ziert durch
Zu­schlä­ge zu den Bei­trä­gen ge­mä­ss AHVG2;
Mit­tel des Aus­gleichs­fonds der Er­w­erb­ser­satz­ord­nung.
Art. 27 Zuschläge zu den Beiträgen der Alters- und Hinterlassenenversicherung
1Bei­trags­pflich­tig sind die in den Ar­ti­keln 3 und 12 AHVG2 ge­nann­ten Ver­si­cher­ten und Ar­beit­ge­ber mit Aus­nah­me der nach Ar­ti­kel 2 AHVG ver­si­cher­ten Per­so­nen.3
2Für die Be­mes­sung der Bei­trä­ge sind die Be­stim­mun­gen des AHVG sinn­ge­mä­ss an­wend­bar. Der Bun­des­rat setzt die Hö­he der Bei­trä­ge un­ter Be­rück­sich­ti­gung von Ar­ti­kel 28 fest. Die Bei­trä­ge vom Ein­kom­men aus ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit dür­fen je­doch 0,5 Pro­zent nicht über­stei­gen. Nich­t­er­werbs­tä­ti­ge ent­rich­ten je nach ih­ren so­zia­len Ver­hält­nis­sen einen Bei­trag. Der Min­dest­bei­trag be­trägt höchs­tens 21 Fran­ken4 im Jahr. Der Höchst­bei­trag ent­spricht dem 50-fa­chen Min­dest­bei­trag. Die Bei­trä­ge die­ser Ver­si­cher­ten so­wie die Bei­trä­ge nach der sin­ken­den Ska­la wer­den in glei­cher Wei­se ab­ge­stuft wie die Bei­trä­ge der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung. Da­bei ist das Ver­hält­nis zu wah­ren zwi­schen dem vor­ste­hend er­wähn­ten Pro­zent­satz und dem un­ver­min­der­ten Bei­trags­satz nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 1 des AHVG. Des­sen Ar­ti­kel 9bis gilt sinn­ge­mä­ss.5
3Die Bei­trä­ge wer­den als Zu­schlä­ge zu den Bei­trä­gen der Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung er­ho­ben. Die Ar­ti­kel 11 und 14-16 AHVG sind sinn­ge­mä­ss an­wend­bar mit ih­ren je­wei­li­gen Ab­wei­chun­gen vom ATSG6.78
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 6 des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ver­bes­se­rung der Durch­füh­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 4745; BBl 2011 543).
4 Be­trag ge­mä­ss Art. 9 der V 19 vom 21. Sept. 2018 über An­pas­sun­gen an die Lohn- und Preis­ent­wick­lung bei der AHV/IV/EO, in Kraft seit 1. Jan. 2019 bis zum 31. Dez. 2020 (AS 2018 3527).
5 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 6 des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ver­bes­se­rung der Durch­füh­rung), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 4745; BBl 2011 543).
7 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. 14 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
8 Ein­ge­fügt durch Ziff. VII des BG vom 4. Okt. 1968 be­tref­fend Än­de­rung des BG über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung (AS 1969 111; BBl 1968 I 602).
1Un­ter der Be­zeich­nung «Aus­gleichs­fonds der Er­w­erb­ser­satz­ord­nung» (EO-Aus­gleichs­fonds) wird ein Fonds ge­bil­det, dem al­le auf die­sem Ge­setz be­ru­hen­den Ein­nah­men und Leis­tun­gen gut­ge­schrie­ben oder be­las­tet wer­den.
2Der Be­stand der flüs­si­gen Mit­tel und der An­la­gen des Aus­gleichs­fonds darf in der Re­gel nicht un­ter 50 Pro­zent ei­ner Jah­res­aus­ga­be sin­ken.
3Die Ver­wal­tung des EO-Aus­gleichs­fonds rich­tet sich nach dem Aus­gleichs­fonds­ge­setz vom 16. Ju­ni 20172.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 6 des Aus­gleichs­fonds­ge­set­zes vom 16. Ju­ni 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 7563; BBl 2016 311).
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BB vom 17. Ju­ni 2016 (Aus­deh­nung des Frei­zü­gig­keits­ab­kom­mens auf die Re­pu­blik Kroa­ti­en), in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 5233; BBl 2016 2223).
3 Ver­ord­nung (EG) Nr. 883/2004 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 29. April 2004 zur Ko­or­di­nie­rung der Sys­te­me der so­zia­len Si­cher­heit (SR0.831.109.268.1).
4 Ver­ord­nung (EG) Nr. 987/2009 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 16. Sep­tem­ber 2009 zur Fest­le­gung der Mo­da­li­tä­ten für die Durch­füh­rung der Ver­ord­nung (EG) Nr. 883/2004 über die Ko­or­di­nie­rung der Sys­te­me der so­zia­len Si­cher­heit (SR0.831.109.268.11).
Die Be­stim­mun­gen des AHVG2 be­tref­fend das Be­ar­bei­ten von Per­so­nen­da­ten, die auf­schie­ben­de Wir­kung, die Kos­ten­über­nah­me und die Post­ta­xen sind sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3453; BBl 2002 803).
1So­fern kein über­wie­gen­des Pri­vat­in­ter­es­se ent­ge­gen­steht, dür­fen Da­ten im Ein­zel­fall und auf schrift­li­ches und be­grün­de­tes Ge­such hin in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 33 ATSG2 an die mit der Durch­füh­rung des Bun­des­ge­set­zes vom 12. Ju­ni 19593 über den Wehr­pflich­ter­satz be­trau­ten Be­hör­den nach Ar­ti­kel 24 des ge­nann­ten Ge­set­zes be­kannt ge­ge­ben wer­den.
2Im Üb­ri­gen ist Ar­ti­kel 50a des AHVG4 mit sei­nen Ab­wei­chun­gen vom ATSG sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000 (AS 2000 2770; BBl 2000 255). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der BVers vom 21. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3453; BBl 2002 803).
3 SR 661. Heu­te: das BG über die Wehr­pflich­ter­satz­ab­ga­be.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 18. Dez. 1968, mit Wir­kung am 1. Jan. 1969 (AS 1969 310; BBl 1968 II 85).
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 45 des BG vom 20. März 2008 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2008 (AS 2008 3437; BBl 2007 6121).
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II Art. 6 Ziff. 8 des BG vom 25. Ju­ni 1971 über die Re­vi­si­on des Zehn­ten Ti­tels und des Zehn­ten Ti­telsbis des Ob­li­ga­tio­nen­rechts (Der Ar­beits­ver­trag), mit Wir­kung seit 1. Jan. 1972 (AS 1971 1465; BBl 1967 II 241).
In die kan­to­na­len Er­las­se be­tref­fend die Er­rich­tung der kan­to­na­len Aus­gleichs­kas­sen und in die Re­gle­men­te der Ver­bands­aus­gleichs­kas­sen sind die für die Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes not­wen­di­gen Be­stim­mun­gen auf­zu­neh­men.
1Die­ses Ge­setz tritt am 1. Ja­nu­ar 1953 in Kraft.
3Der Bun­des­rat ist mit dem Voll­zug be­auf­tragt und er­lässt die hie­für er­for­der­li­chen Vor­schrif­ten.