Source: http://www.gesetze-im-internet.de/mechatronikerausbv/BJNR151600011.html
Timestamp: 2019-04-21 05:20:01
Document Index: 362334181

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 17', '§ 10', '§ 11', '§ 12', '§ 13', '§ 14', '§ 15', '§ 16', '§ 17', '§ 18', '§ 19', '§ 38', '§ 3', '§ 19', '§ 9', '§ 3']

MechatronikerAusbV - Verordnung über die Berufsausbildung zum Mechatroniker und zur Mechatronikerin
MechatronikerAusbV
"Mechatroniker-Ausbildungsverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Juni 2018 (BGBl. I S. 1057)"
Stand: Neugefasst durch Bek. v. 28.6.2018 I 1057
Diese Rechtsverordnung ist eine Ausbildungsordnung im Sinne des § 4 des Berufsbildungsgesetzes. Der Rahmenlehrplan für die Berufsschule, veröffentlicht als Beilage Nummer 168a zum Bundesanzeiger Nr. 168 vom 9. September 1998, gilt fort.
(+++ Zur Anwendung vgl. §§ 17 u. 19 F 2018-06-07 +++)
§ 10 Gegenstand der Zusatzqualifikationen
§ 11 Antrag auf Prüfung der Zusatzqualifikation, Zeitpunkt
§ 12 Anforderungen für die Prüfung der Zusatzqualifikation Digitale Vernetzung
§ 13 Anforderungen für die Prüfung der Zusatzqualifikation Programmierung
§ 14 Anforderungen für die Prüfung der Zusatzqualifikation IT-Sicherheit
§ 15 Anforderungen für die Prüfung der Zusatzqualifikation Additive Fertigungsverfahren
§ 16 Durchführung und Bestehen der Prüfung der Zusatzqualifikation
§ 17 Bestandsschutz
§ 18 Änderung bestehender Berufsausbildungsverhältnisse
§ 19 Zusatzqualifikation für bestehende Berufsausbildungsverhältnisse
Anlage 1: Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Mechatroniker und zur Mechatronikerin
Anlage 2: Ausbildungsrahmenplan für die Zusatzqualifikationen
(2) Die Berufsausbildung zum Mechatroniker und zur Mechatronikerin gliedert sich wie folgt (Ausbildungsberufsbild):
Die Abschlussprüfung besteht aus den beiden zeitlich auseinanderfallenden Teilen 1 und 2. Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. In der Abschlussprüfung soll der Prüfling nachweisen, dass er die dafür erforderlichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem im Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die Berufsausbildung wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist zugrunde zu legen. Dabei sollen Qualifikationen, die bereits Gegenstand von Teil 1 der Abschlussprüfung waren, in Teil 2 der Abschlussprüfung nur insoweit einbezogen werden, als es für die Feststellung der Berufsfähigkeit nach § 38 des Berufsbildungsgesetzes erforderlich ist.
(2) Teil 1 der Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 1 für das erste Ausbildungsjahr und das dritte Ausbildungshalbjahr aufgeführten Qualifikationen sowie auf den im Berufsschulunterricht entsprechend dem Rahmenlehrplan zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.
(3) Teil 1 der Abschlussprüfung besteht aus dem Prüfungsbereich „Arbeiten an einem mechatronischen Teilsystem“.
(4) Der Prüfling soll zeigen, dass er in der Lage ist,
(5) Der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen, die situative Fachgespräche und schriftliche Aufgabenstellungen beinhaltet.
(6) Die Prüfungszeit beträgt acht Stunden, wobei die situativen Fachgespräche insgesamt höchstens zehn Minuten umfassen sollen. Die schriftlichen Aufgabenstellungen sollen einen zeitlichen Umfang von 90 Minuten haben.
1. Arbeiten an einem mechatronischen Teilsystem
2. Arbeitsauftrag 30 Prozent,
3. Arbeitsplanung 12 Prozent,
4. Funktionsanalyse 12 Prozent,
5. Wirtschafts- und Sozialkunde 6 Prozent.
(3) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der schlechter als „ausreichend“ bewerteten Prüfungsbereiche „Arbeitsplanung“, „Funktionsanalyse“ und „Wirtschafts- und Sozialkunde“ durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn dies für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis von 2:1 zu gewichten.
Über das in § 3 Absatz 2 beschriebene Ausbildungsberufsbild hinaus kann die Ausbildung in einer oder mehreren der folgenden Zusatzqualifikationen vereinbart werden:
(1) Gegenstand der Zusatzqualifikation Digitale Vernetzung sind die in Anlage 2 Abschnitt A genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten.
(2) Gegenstand der Zusatzqualifikation Programmierung sind die in Anlage 2 Abschnitt B genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten.
(3) Gegenstand der Zusatzqualifikation IT- Sicherheit sind die in Anlage 2 Abschnitt C genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten.
(4) Gegenstand der Zusatzqualifikation Additive Fertigungsverfahren sind die in Anlage 2 Abschnitt D genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten.
(1) Die Prüfung der Zusatzqualifikation Digitale Vernetzung erstreckt sich auf die in Anlage 2 Abschnitt A genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten.
(1) Die Prüfung der Zusatzqualifikation Programmierung erstreckt sich auf die in Anlage 2 Abschnitt B genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten.
Softwaremodule anzupassen und in die bestehenden Systeme zu integrieren sowie eingesetzte Software zu dokumentieren sowie
(1) Die Prüfung der Zusatzqualifikation IT-Sicherheit erstreckt sich auf die in Anlage 2 Abschnitt C genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten.
(1) Die Prüfung der Zusatzqualifikation Additive Fertigungsverfahren erstreckt sich auf die in Anlage 2 Abschnitt D genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten.
(8) Die Prüfung der jeweiligen Zusatzqualifikation ist bestanden, wenn die Prüfungsleistung mit mindestens „ausreichend“ bewertet worden ist.
Auf Berufsausbildungsverhältnisse, die vor dem 1. August 2018 bereits bestehen, ist die Mechatroniker-Ausbildungsverordnung vom 21. Juli 2011 (BGBl. I S. 1516, 1888) weiter anzuwenden.
Die Regelungen zu den Zusatzqualifikationen nach Teil 8 können ab dem 1. August 2018 auch auf Berufsausbildungsverhältnisse, die vor dem 1. August 2018 bereits bestehen, angewendet werden.
§ 19 Kursivdruck: Muss richtig "§§ 9 bis 16" lauten
Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Mechatroniker und zur Mechatronikerin
(Fundstelle: BGBl. I 2018, 1063 – 1070)
5 Digitalisierung der Arbeit, Datenschutz und
Gespräche mit Vorgesetzten und Mitarbeitern und im Team situationsgerecht führen, Sachverhalte darstellen, deutsche und englische Fachausdrücke anwenden
Möglichkeiten zur Konfliktregelung anwenden
IT-Systeme handhaben, insbesondere Software einsetzen, Peripheriegeräte anschließen und nutzen
Schaltungsunterlagen von Baugruppen und Geräten der Fluidik lesen und anwenden
technische Pläne von Baugruppen, Maschinen und Anlagen aktualisieren
technische Regelwerke, Betriebsanleitungen, Arbeitsanweisungen und sonstige technische Informationen, auch in Englisch, anwenden
Arbeitssitzungen organisieren und moderieren, Entscheidungen im Team erarbeiten und Gesprächsergebnisse schriftlich fixieren
Produkte und Arbeitsergebnisse bei Übergabe erläutern und in die Funktion einweisen
7 Planen und Steuern von Arbeitsabläufen, Kontrollieren und Beurteilen der Arbeitsergebnisse
Arbeitsabläufe und Teilaufgaben planen und dabei sowohl rechtliche, wirtschaftliche und terminliche Vorgaben, betriebliche Prozesse als auch vor- und nachgelagerte Bereiche berücksichtigen sowie bei Abweichungen von der Planung Prioritäten setzen
Werkzeuge, Geräte und Diagnosesysteme sowie Material und Hilfsmittel auftragsbezogen anfordern und bereitstellen
Werkzeuge, Bearbeitungsmaschinen, Prüf- und Messmittel sowie technische Einrichtungen betriebsbereit machen, überprüfen, warten sowie Maßnahmen zur Fehlerbeseitigung einleiten
eigene und von anderen erbrachte Leistungen kontrollieren und bewerten sowie dokumentieren
Material, Ersatzteile, Arbeitszeit und technische Prüfungen dokumentieren
Qualifikationsdefizite feststellen, Qualifikationsmöglichkeiten nutzen sowie unterschiedliche Lerntechniken anwenden
(§ 3 Absatz 2 Nummer 8) Normen und Spezifikationen zur Qualitätssicherheit der Produkte beachten sowie Qualität bei der Auftragserledigung unter Beachtung vor- und nachgelagerter Bereiche sichern, insbesondere
9 Prüfen, Anreißen und Kennzeichnen
10 Manuelles und maschinelles Spanen, Trennen und Umformen
11 Fügen
12 Installieren elektrischer Baugruppen und Komponenten
13 Messen und Prüfen elektrischer Größen
14 Installieren und Testen
von Hard- und Softwarekomponenten
15 Aufbauen und Prüfen von Steuerungen
Aufgabenstellung, insbesondere Bewegungsabläufe und Wechselwirkung an Schnittstellen des zu steuernden Systems, analysieren
16 Programmieren mechatronischer Systeme
17 Zusammenbauen von Baugruppen und Komponenten zu Maschinen und Systemen
fluidische Komponenten, insbesondere Zylinder und Ventile, einbauen
18 Montieren und Demontieren von Maschinen, Systemen und Anlagen;
Schutzmaßnahmen festlegen, Potentialausgleich durchführen
19 Prüfen und Einstellen von Funktionen an mechatronischen Systemen
20 Inbetriebnehmen und Bedienen mechatronischer Systeme
Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen, insbesondere Fehlerstromschutzeinrichtungen, prüfen, Isolations-, Erdungs- und Schleifenwiderstände messen
Fluidikeinrichtungen in Betrieb nehmen
Signalübertragungssysteme, insbesondere Feldbusse, prüfen und in Betrieb nehmen
21 Instandhalten mechatronischer Systeme
Ausbildungsrahmenplan für die Zusatzqualifikationen
(Fundstelle: BGBl. I 2018, 1071 – 1073)
Abschnitt A: Zusatzqualifikation Digitale Vernetzung
1 Analysieren von technischen Aufträgen und Entwickeln von Lösungen
Kundenanforderungen hinsichtlich der geforderten Funktion und der technischen Umgebung analysieren
Ausgangszustand der Systeme analysieren, insbesondere Dokumentationen auswerten sowie Netztopologien, eingesetzte Software und technische Schnittstellen klären und dokumentieren
technische Prozesse und Umgebungsbedingungen analysieren und Anforderungen an Netzwerke feststellen
Lösungen unter Berücksichtigung von Spezifikationen, technischen Bestimmungen und rechtlichen Vorgaben planen und ausarbeiten, Netzwerkkomponenten auswählen, technische Unterlagen erstellen und Kosten kalkulieren
die Lösung zur Vernetzung und zu Änderungen am System mit dem Kunden abstimmen
2 Errichten, Ändern und Prüfen von vernetzten Systemen
Netzwerkkomponenten und Netzwerkbetriebssysteme installieren, anpassen und konfigurieren und Vorgaben für eine sichere Konfiguration beachten
Datenaustausch zwischen IT-Systemen und Automatisierungssystemen beachten
Zugangsberechtigungen einrichten
Sicherheitssysteme, insbesondere Firewall-, Verschlüsselungs- und Datensicherungssysteme, berücksichtigen
Funktionen kontrollieren, Fehler beseitigen, Systeme in Betrieb nehmen und übergeben und Änderungen dokumentieren
3 Betreiben von vernetzten Systemen
Fehlermeldungen aufnehmen, Anlagen inspizieren, Abweichungen vom Sollzustand feststellen, Datendurchsatz und Fehlerrate bewerten und Sofortmaßnahmen zur Aufrechterhaltung von vernetzten Systemen einleiten
Anlagenstörungen analysieren, Testsoftware und Diagnosesysteme einsetzen und Instandsetzungsmaßnahmen einleiten
Instandhaltungsprotokolle auswerten und Schwachstellen analysieren und erfassen
Abschnitt B: Zusatzqualifikation Programmierung
Kundenanforderungen hinsichtlich der geforderten Funktionen analysieren
Prozesse, Schnittstellen und Umgebungsbedingungen sowie Ausgangszustand der Systeme analysieren, Anforderungen an Softwaremodule feststellen und dokumentieren
Änderungen der Systeme und Softwarelösungen unter Anwendung von Design-Methoden planen und abstimmen
2 Anpassen von Softwaremodulen
Softwaremodule anpassen und dokumentieren
3 Testen von Softwaremodulen im System
Testplan entsprechend dem betrieblichen Test- und Freigabeverfahren entwerfen, insbesondere Abläufe sowie Norm- und Grenzwerte von Betriebsparametern festlegen, und Testdaten generieren
technische Umgebungsbedingungen simulieren
Softwaremodule testen
Systemtests durchführen und Komponenten im System mit den Betriebsparametern unter Umgebungsbedingungen testen
Störungen analysieren und systematische Fehlersuche in Systemen durchführen
Abschnitt C: Zusatzqualifikation IT-Sicherheit
1 Entwickeln von Sicherheitsmaßnahmen
Sicherheitsanforderungen und Funktionalitäten von industriellen Kommunikationssystemen und Steuerungen analysieren
Schutzbedarf bezüglich Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Authentizität bewerten
Gefährdungen und Risiken beurteilen
2 Umsetzen von Sicherheitsmaßnahmen
technische Sicherheitsmaßnahmen in Systeme integrieren
IT-Nutzer und IT-Nutzerinnen über Arbeitsabläufe und organisatorische Vorgaben informieren
Dokumentation entsprechend den betrieblichen und rechtlichen Vorgaben erstellen
3 Überwachen der Sicherheitsmaßnahmen
Wirksamkeit und Effizienz der umgesetzten Sicherheitsmaßnahmen prüfen
Werkzeuge zur Systemüberwachung einsetzen
Protokolldateien, insbesondere zu Zugriffen, Aktionen und Fehlern, kontrollieren und auswerten
sicherheitsrelevante Zwischenfälle melden
Abschnitt D: Zusatzqualifikation Additive Fertigungsverfahren
1 Modellieren von Bauteilen
Bauteile durch Programme zum computergestützten Konstruieren (CAD) erstellen
für digitale 3D-Modelle parametrische Datensätze entwickeln
Gestaltungsprinzipien zur additiven Fertigung einhalten und Gestaltungsmöglichkeiten nutzen
2 Vorbereiten von additiver Fertigung
Verfahren zur additiven Fertigung auswählen
3D-Datensätze konvertieren und für das Verfahren anpassen
verfahrensspezifische Produktionsabläufe planen
Maschine zur Herstellung einrichten
additive Fertigungsverfahren anwenden und Probebauteile erstellen und bewerten
Prozesse kontrollieren, überwachen und protokollieren und Maßnahmen der Qualitätssicherung durchführen
Fehler- und Mängelbeseitigung veranlassen sowie Maßnahmen dokumentieren
Daten des Konfigurations- und Änderungsmanagements pflegen und technische Dokumentationen sichern
verfahrensspezifische Vorschriften zur Arbeitssicherheit und zum Umweltschutz einhalten