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Timestamp: 2016-10-24 10:39:32
Document Index: 11001944

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 83', 'Art. 82', 'Art. 86', 'Art. 89', 'BGE', 'Art. 89', 'BGE', 'Art. 89', 'Art. 89', 'BGE', 'Art. 50', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 6', 'Art. 12', 'BGE', 'BGE', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 66', 'BGE', 'BGE', 'Art. 68']

8C_500/2012 (22.11.2012)
8C_500/2012 � � Urteil vom 22. November 2012
handelnd durch den Gemeinderat und
dieser vertreten durch Rechtsanwalt Roger Seiler,
Sozialhilfe (Leistungsk�rzung),
Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau vom 30. April 2012.
Der 1990 geborene L.________ bezieht seit Juni 2008 Sozialhilfe der Gemeinde X.________. Mit Verf�gung vom 26. September 2011 stellte der Gemeinderat die materielle Hilfe f�r den Lebensunterhalt und die Miete wegen rechtsmissbr�uchlichen Verhaltens mit Wirkung ab 30. September 2011 ein; die medizinische Grundversorgung wurde aufrechterhalten.
Dagegen reichte L.________ beim Bezirksamt Y.________ Beschwerde ein. Dieses kam zum Schluss, dass kein rechtsmissbr�uchliches Verhalten vorliege und der angefochtene Entscheid daher aufzuheben sei. Wegen der Nichtbeachtung verf�gter Auflagen und Weisungen bez�glich der Einhaltung von Gespr�chsterminen beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) und der sehr schwierigen Zusammenarbeit ordnete es in teilweiser Gutheissung der Beschwerde eine K�rzung des Grundbedarfs II f�r die Dauer von drei Monaten ab Januar bis und mit M�rz 2012 an (Entscheid vom 12. Dezember 2011).
Das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau wies die von der Einwohnergemeinde X.________ erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 30. April 2012 ab.
Die Einwohnergemeinde X.________ f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Rechtsbegehren, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids sei ihre Verf�gung vom 26. September 2011 zu best�tigen. Zudem ersucht sie um ein kostenfreies Verfahren, eventuell um Auferlegung der bundesgerichtlichen Verfahrenskosten an den Kanton Aargau.
L.________ schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Zudem ersucht er um unentgeltliche Rechtspflege. Das Verwaltungsgericht verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Mit Verf�gung vom 3. Oktober 2012 erkannte der Instruktionsrichter der Beschwerde antragsgem�ss aufschiebende Wirkung zu.
Das Bundesgericht pr�ft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob ein Rechtsmittel zul�ssig ist (BGE 137 III 417 E. 1 S. 417; 136 II 101 E. 1 S. 103); immerhin muss die Eingabe auch bez�glich der Eintretensvoraussetzungen hinreichend begr�ndet sein (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG; BGE 134 II 120 E. 1 S. 121; Urteil 8C_1025/2009 vom 19. August 2010 E. 1).
2.1.�Angefochten ist ein letztinstanzlicher kantonaler Endentscheid in einer Angelegenheit des �ffentlichen Rechts, die unter keinen Ausschlussgrund gem�ss Art. 83 BGG f�llt und daher mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden kann (Art. 82 lit. a und Art. 86 Abs. 1 lit. d BGG).
2.2.1.�Die Einwohnergemeinde X.________ beruft sich f�r ihre Legitimation auf Art. 89 Abs. 1 BGG und somit auf das allgemeine Beschwerderecht. Danach ist zur Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten befugt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine M�glichkeit zur Teilnahme erhalten hat, durch den angefochtenen Entscheid besonders ber�hrt ist und ein schutzw�rdiges Interesse an dessen Aufhebung oder �nderung hat. Diese Regelung ist in erster Linie auf Privatpersonen zugeschnitten, doch kann sich auch das Gemeinwesen darauf st�tzen, falls es durch einen angefochtenen Entscheid gleich oder �hnlich wie ein Privater oder aber in spezifischer Weise in der Wahrnehmung einer hoheitlichen Aufgabe betroffen wird und nicht bloss das allgemeine Interesse an der richtigen Rechtsanwendung geltend macht (BGE 138 I 143 E. 1.3.1 S. 149; 137 IV 269 E. 1.4 S. 273; 136 I 265 E. 1.4 S. 268). Gest�tzt auf die allgemeine Legitimationsklausel von Art. 89 Abs. 1 BGG d�rfen Gemeinwesen nur restriktiv zur Beschwerdef�hrung zugelassen werden (BGE 136 II 274 E. 4.2 S. 279; 135 I 43 E. 1.3 S. 47; Urteil 2C_100/2012 vom 25. September 2012 E. 2.1.1, zur Publikation vorgesehen).
Die Beschwerdef�hrerin begr�ndet eine Legitimation auf Grund des in Art. 89 Abs. 1 BGG verankerten allgemeinen Beschwerderechts nicht n�her. Ihre Ausf�hrungen befassen sich vielmehr einzig mit der Frage der Gemeindeautonomie. Es ist daher davon auszugehen, dass sie sich konkret auf eine Verletzung der Gemeindeautonomie berufen wollte.
2.2.2.�Gemeinden und andere �ffentlich-rechtliche K�rperschaften sind nach Art. 89 Abs. 2 lit. c BGG zur Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten berechtigt, wenn sie die Verletzung von Garantien r�gen, die ihnen die Kantons- oder Bundesverfassung gew�hrt. F�r das Eintreten ist allein entscheidend, dass die Beschwerde f�hrenden Gemeinden durch einen Akt in ihrer Eigenschaft als Tr�ger hoheitlicher Gewalt ber�hrt sind und eine Verletzung der Autonomie geltend machen. Ob die beanspruchte Autonomie tats�chlich besteht, ist hingegen keine Frage des Eintretens, sondern eine materielle Beurteilung. Dasselbe gilt f�r die Frage, ob die Autonomie im konkreten Fall tats�chlich verletzt worden ist (BGE 135 I 43 E. 1.2 S. 45 f.). Im vorliegenden Fall trifft der angefochtene Entscheid die Einwohnergemeinde X.________ in ihrer Eigenschaft als Tr�gerin hoheitlicher Befugnisse; da sie ferner u.a. die Verletzung ihrer Autonomie geltend macht, ist sie zur Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten legitimiert.
3.1.�Die Beschwerdef�hrerin r�gt, das Verwaltungsgericht habe ihre Autonomie verletzt, indem dieses in ihren relativ erheblichen Entscheidungsspielraum bei der konkreten Handhabung des Sozialhilfeanspruchs eines jungen arbeitsf�higen Erwachsenen eingegriffen habe, bei dem die Eingliederung ins Erwerbsleben erste Priorit�t habe. Konkret gehe es nicht darum, getreu dem Verh�ltnism�ssigkeitsprinzip und entsprechend dem Fehlverhalten eine K�rzung oder Einstellung der materiellen Hilfe vorzunehmen. Vielmehr stelle sich die Frage, welche Auflagen und Bedingungen dem seit der Entlassung aus der obligatorischen Schulpflicht nie erwerbst�tig gewesenen Sozialhilfeansprecher im Hinblick auf die Erreichung einer beruflichen Integration aufzuerlegen und welche Konsequenzen aus deren Nichtbefolgung zu ziehen seien.
3.2.�Die Gemeindeautonomie ist nach Massgabe des kantonalen Rechts gew�hrleistet (Art. 50 Abs. 1 BV). Eine Gemeinde ist in einem Sachbereich autonom, wenn das kantonale Recht diesen nicht abschliessend ordnet, sondern ihn ganz oder teilweise der Gemeinde zur Regelung �berl�sst und ihr dabei eine relativ erhebliche Entscheidungsfreiheit einr�umt. Der gesch�tzte Autonomiebereich kann sich auf die Befugnis zum Erlass oder Vollzug eigener kommunaler Vorschriften beziehen oder einen entsprechenden Spielraum bei der Anwendung des kantonalen oder eidgen�ssischen Rechts betreffen. Der Schutz der Gemeindeautonomie setzt eine solche nicht in einem ganzen Aufgabengebiet, sondern lediglich im streitigen Bereich voraus. Im Einzelnen ergibt sich der Umfang der kommunalen Autonomie aus dem f�r den entsprechenden Bereich anwendbaren kantonalen Verfassungs- und Gesetzesrecht (BGE 135 I 233 E. 2.2 S. 241 f.; 129 I 410 E. 2.1 S. 413; Urteile 8C_145/2011 vom 5. April 2011 E. 2.1; 8C_848/2010 vom 18. November 2010 E. 4.1; 2P.16/2006 vom 1. Juni 2006 E. 2.1).
3.3.�Nicht jeder unbestimmte Gesetzesbegriff des kantonalen Rechts gew�hrt der Gemeinde einen gesch�tzten Autonomiebereich. Ob die der Gemeinde gew�hrte Entscheidungsfreiheit in einem bestimmten Bereich "relativ erheblich" ist, ergibt sich aus ihrer Bedeutung f�r den Sinn der kommunalen Selbst�ndigkeit, das heisst daraus, ob nach der kantonalen Gesetzgebung durch die kommunale Gestaltung mehr Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie eine bessere und sinnvollere Aufgabenerf�llung auf lokaler Ebene erm�glicht werden soll. Geht es um eine Entscheidungsfreiheit, die nicht in erster Linie deshalb besteht, weil einer Verschiedenheit der lokalen Bed�rfnisse Rechnung zu tragen ist, sondern die sich daraus ergibt, dass in jedem Einzelfall im Interesse der Betroffenen sachgerechte Entscheidungen gef�llt werden sollen, besteht von der Sache her grunds�tzlich noch keine Autonomie der einzelnen Gemeinden. Erst ein erheblicher Ermessensspielraum, der auch die Ber�cksichtigung erg�nzender eigener Kriterien erlaubt, begr�ndet in solchen F�llen Autonomie (Urteile 2P.230/2005 vom 10. Juli 2006 E. 2.3; 2P.16/2006 E. 2.1, bereits erw�hnt).
Das Gesetz des Kantons Aargau vom 6. M�rz 2001 �ber die �ffentliche Sozialhilfe und die soziale Pr�vention (Sozialhilfe- und Pr�ventionsgesetz, SPG; SAR 851.200) legt fest, dass die Gemeinde am Unterst�tzungswohnsitz zust�ndig und zur wirksamen Hilfeleistung verpflichtet ist (� 6 Abs. 1). Anspruch auf Sozialhilfe besteht, sofern die eigenen Mittel nicht gen�gen und andere Hilfeleistungen nicht rechtzeitig erh�ltlich sind oder nicht ausreichen (� 5 Abs. 1 SPG). Bemessung der Existenzsicherung (� 10 Abs. 1 SPG; � 10 der Sozialhilfe- und Pr�ventionsverordnung des Kantons Aargau vom 28. August 2002 [SPV]) und Leistungsziel (� 1 SPG) werden f�r das ganze Kantonsgebiet grunds�tzlich einheitlich geregelt; in diesen Bereichen geniessen die Gemeinden gegen�ber den Rechtsmittelinstanzen keinen Autonomieschutz.
Die materielle Hilfe wird in der Regel durch Geldleistungen oder durch Erteilung von Kostengutsprachen gew�hrt (� 9 Abs. 1 SPG), w�hrend die immaterielle Hilfe insbesondere Beratung, Betreuung und Vermittlung von Dienstleistungen umfasst (� 8 SPG). Die Gew�hrung materieller Hilfe kann mit Auflagen und Weisungen verbunden werden (� 13 Abs. 1 SPG). Werden Auflagen und Weisungen, die unter Androhung der Folgen bei Missachtung erlassen wurden, nicht befolgt, k�nnen die Leistungen gek�rzt werden (� 13 Abs. 2 SPG). Ziel und Zweck von Auflagen und Weisungen ist es, vorbeugend die richtige Verwendung der materiellen Hilfe zu sichern oder die Lage der Hilfe suchenden Person und ihrer Angeh�rigen zu verbessern (� 14 Abs. 1 SPV). Diese k�nnen unter anderem eine Beratung und Betreuung durch eine geeignete Person oder Stelle (lit. a), Bestimmungen �ber die Aufnahme einer Arbeit, die Teilnahme an einem Besch�ftigungsprogramm oder die Verwendung eigener Mittel (lit. e) sowie den Erlass von Verhaltensregeln (lit. f) zum Gegenstand haben. Diese rechtlichen Umschreibungen sind relativ unbestimmt und geben gewisse Entscheidungsspielr�ume, welche es den Gemeinden erm�glichen, dem konkreten Lebenssachverhalt Rechnung zu tragen und die geeignete Unterst�tzungsform zu finden. In diesem Rahmen k�nnen sie sich mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vor Bundesgericht gegen eine Autonomieverletzung zur Wehr setzen (vgl. Urteil 8C_464/2009 vom 1. Februar 2010 E. 4.3.2 mit Hinweisen).
Gem�ss den kantonalen Sachverhaltsfeststellungen hat der Beschwerdegegner mehrere Beratungstermine beim RAV nicht eingehalten, obwohl ihn die Sozialhilfebeh�rde vorg�ngig mittels Verf�gung dazu aufgefordert hatte, diese regelm�ssig wahrzunehmen. Mit Verf�gung vom 21. M�rz 2011 habe ihn der Gemeinderat dazu angehalten, sich intensiv um eine Arbeitsstelle zu bem�hen und seine Bewerbungsunterlagen zusammen mit der Beraterin des RAV zu �berarbeiten. Aufgrund der Missachtung diverser Weisungen habe der Gemeinderat bereits in der Vergangenheit verschiedentlich K�rzungen der materiellen Hilfe verf�gt. Zudem habe ihn das Bezirksamt Y.________ mit Strafbefehl vom 4. Dezember 2008 wegen Sozialhilfebetrugs zu einer Geldstrafe von 20 Tagess�tzen zu je Fr. 30.- bedingt verurteilt. Hintergrund des Strafverfahrens war das Erwirken von unrechtm�ssigem Sozialhilfebezug im Betrag von Fr. 603.75, indem der Beschwerdegegner gegen�ber den Gemeindebeh�rden verschwiegen hatte, gleichzeitig Leistungen der Arbeitslosenversicherung zu beziehen. Am 3. August und 5. September 2011 sei er zudem der Aufforderung der Gemeinde zur Teilnahme an einem Gespr�ch nicht nachgekommen und habe dieser mitgeteilt, nur noch schriftlich mit ihr verkehren zu wollen.
Das Verwaltungsgericht hat daraus, wie schon das Bezirksamt Y.________, den Schluss gezogen, das unzuverl�ssige und unkooperative Verhalten des Beschwerdegegners rechtfertige Sanktionen, nicht aber eine Einstellung der Sozialhilfe wegen Rechtsmissbrauchs.
Als nicht erstellt betrachtete es das kantonale Gericht, dass der Beschwerdegegner die Geltendmachung von Rentenleistungen der Invalidenversicherung unterlassen oder deren Einstellung durch Verletzung von Mitwirkungspflichten veranlasst h�tte. Da keine Verf�gung ihn zum Erscheinen beim Amt Z.________ verpflichtet habe, kann dem Beschwerdegegner nach Auffassung der Vorinstanz auch nicht entgegen gehalten werden, dass er dort nicht vorgesprochen hat. Auch das Unterlassen einer Mitteilung �ber die dreiw�chige Ferienabwesenheit kann dem Beschwerdegegner laut angefochtenem Entscheid nicht zur Last gelegt werden.
Das Verwaltungsgericht hat mit diesen Erw�gungen nicht die Voraussetzungen des Anspruchs auf Sozialhilfe im Sinne von � 5 Abs. 1 SPG gepr�ft, sondern ob ein rechtsmissbr�uchliches Verhalten vorliegt, welches laut � 15 Abs. 3 SPV allenfalls eine K�rzung oder Einstellung der materiellen Hilfe rechtfertigen kann. Das grunds�tzliche Fehlen der Anspruchsvoraussetzungen zum Sozialhilfebezug betrachtete das kantonale Gericht als nicht erwiesen.
Die Beschwerdef�hrerin bringt vor, dem Beschwerdegegner sei es aufgrund seiner zumindest teilweisen Arbeitsf�higkeit m�glich, selber f�r seinen Lebensunterhalt zu sorgen. Das hypothetische Einkommen sei ihm anzurechnen, so dass im Sinne von � 5 Abs. 1 SPG kein Anspruch auf Sozialhilfe bestehe. Der Vorinstanz wirft sie in diesem Zusammenhang eine unzul�ssige Handhabe der Beweisf�hrungsregeln und einen Verstoss gegen das Willk�rverbot (Art. 9 BV) und das Subsidiarit�tsprinzip gem�ss Art. 6 BV vor, indem diese davon ausgehe, die Hilfe suchende Person treffe keine Beweisf�hrungslast. Nach � 2 Abs. 1 SPG sind Personen, die Leistungen geltend machen, beziehen oder erhalten haben, verpflichtet, �ber ihre Verh�ltnisse wahrheitsgetreu und umfassend Auskunft zu geben sowie die erforderlichen Unterlagen vorzulegen. Im Rahmen der Abkl�rungen ist es Aufgabe der Beh�rde, die beizubringenden Unterlagen zu bezeichnen (� 1 Abs. 2 SPV). Kommt die Gesuch stellende Person ihren Informationspflichten nicht ausreichend nach und kann der Anspruch deswegen nicht richtig festgestellt werden, kann dies unter Umst�nden zur Nichtgew�hrung von Hilfeleistungen f�hren (C LAUDIA H�NZI, Die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz f�r Sozialhilfe, 2011, S. 142). Die Beschwerdef�hrerin bezeichnet keine Beweismittel, welche ihr trotz Aufforderung nicht eingereicht worden w�ren. Zudem widerspricht sie sich selbst, wenn sie geltend macht, die Anspruchsvoraussetzungen zum Sozialhilfebezug seien nicht erf�llt. Mit Dispositiv-Ziffer 1 ihrer Verf�gung vom 26. September 2011 hat sie n�mlich die materielle Hilfe f�r den Lebensunterhalt und die Miete ausdr�cklich wegen rechtsmissbr�uchlichen Verhaltens eingestellt und nicht weil dem Beschwerdegegner ein hypothetisches Einkommen anzurechnen sei (vgl. dazu BGE 130 I 71 E. 4.3 S. 75 f.; Urteil 8C_787/2011 vom 28. Februar 2012 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). Die R�ge ist somit als unbegr�ndet abzuweisen.
7.1.�Die Beschwerdef�hrerin wirft dem Verwaltungsgericht weiter vor, den relevanten Sachverhalt offensichtlich unvollst�ndig festgestellt zu haben, indem dieses nur einzelne Vorkommnisse, nicht aber das gesamte Verhalten des Beschwerdegegners in die Beurteilung miteinbezogen habe. Zu ber�cksichtigen seien nebst den von der Vorinstanz als erstellt betrachteten Begebenheiten namentlich auch das unkooperative Verhalten im Abkl�rungsverfahren der Invalidenversicherung, die Weigerung der Teilnahme an einem Arbeitseinsatz beim Amt Z.________ und die unterlassene Meldung einer mehrw�chigen Ferienabwesenheit. Aufgrund einer gesamthaften Beurteilung ergebe sich das Bild eines jungen Erwachsenen, der noch nie einer geregelten Arbeit nachgegangen sei und sich darauf eingerichtet habe, mit Unterst�tzung der Sozialhilfe ein zwar bescheidenes, aber daf�r geruhsames und vollst�ndig selbstbestimmtes Leben zu f�hren.
7.2.1.�Nach den Feststellungen des kantonalen Gerichts lehnte die IV-Stelle mit Schreiben vom 8. Juni 2011 den Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen aufgrund fehlender Mitwirkung ab. Hinsichtlich eines allf�lligen Rentenanspruchs sei keine Verf�gung der IV-Stelle ergangen. Da die Akten keine Anhaltspunkte daf�r enthielten, dass der Beschwerdegegner die Geltendmachung von Rentenleistungen der Invalidenversicherung unterlassen oder einen allf�lligen Anspruch durch Verletzung seiner Mitwirkungspflichten verwirkt h�tte, stellte die Vorinstanz in diesem Zusammenhang keine Pflichtwidrigkeit fest.
Die Beschwerdef�hrerin bringt nichts vor, was die Sachverhaltsdarstellung und Beweisw�rdigung der Vorinstanz als offensichtlich unrichtig zu begr�nden verm�chte. Nicht bestritten wird, dass der Beschwerdegegner sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet hat. Wenn die IV-Stelle jedoch offenbar nur den Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen, nicht aber auch einen solchen auf Rentenleistungen gepr�ft hat, kann dies verschiedene Motive haben und muss nicht zwingend in der fehlgeschlagenen beruflichen Eingliederung begr�ndet liegen. Denkbar w�re auch, dass keine gen�genden Hinweise f�r eine massgebende Arbeitsunf�higkeit vorlagen. Wie die Beschwerdef�hrerin selber festh�lt, ergeben sich aus den medizinischen Unterlagen zwar Hinweise auf krankhafte Ver�nderungen an der Wirbels�ule, ohne dass diese jedoch die Arbeitsf�higkeit in einer k�rperlich leichten, wechselbelastenden T�tigkeit beeintr�chtigen w�rden. Die Beschwerde ist daher in diesem Punkt abzuweisen.
7.2.2.�Die Weigerung des Beschwerdegegners, beim Amt Z.________ zu erscheinen, kann nach Ansicht der Vorinstanz nicht als Verstoss gegen eine Auflage oder Weisung gewertet werden und somit nicht zu einer K�rzung oder Einstellung von Leistungen der Sozialhilfe f�hren, da keine Verf�gung ergangen sei, mit welcher dem Betroffenen eine entsprechende Verpflichtung auferlegt worden w�re.
Soweit die Beschwerdef�hrerin bestreitet, dass Auflagen und Weisungen in Form einer Verf�gung zu ergehen h�tten und der Vorinstanz in diesem Zusammenhang eine willk�rliche Anwendung von � 13 SPG in Verbindung mit � 14 SPV vorwirft, vermag sie damit nicht durchzudingen. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts verletzt eine kantonale Praxis, wonach Auflagen und Weisungen, die mit Sozialhilfeleistungen verbunden sind, in Verf�gungsform zu erlassen sind, weder die Gemeindeautonomie noch das Willk�rverbot gem�ss Art. 9 BV und verst�sst damit nicht gegen Bundesrecht (Urteile 8C_871/2011 vom 13. Juni 2012 E. 4.1; 8C_650/2009 E. 6.2, bereits erw�hnt). Die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz f�r Sozialhilfe (SKOS), auf welche � 10 Abs. 1 SPV f�r die Bemessung der materiellen Hilfe hinweist, sehen ebenfalls vor, dass Auflagen in Form einer Verf�gung zu erlassen und der betroffenen Person klar zu kommunizieren sind. Diese muss unmissverst�ndlich wissen, was von ihr verlangt wird und welche Konsequenzen die Nichterf�llung einer Auflage nach sich zieht (SKOS 2005, A.8.1). Dass das Erscheinen beim Amt Z.________ im Hinblick auf einen m�glichen Arbeitseinsatz einschliesslich der Kl�rung der Arbeitsf�higkeit im Sinne von � 14 Abs. 1 SPV Gegenstand von Auflagen und Weisungen bilden kann, wird von der Beschwerdef�hrerin nicht bestritten. Wenn die Vorinstanz das ger�gte Verhalten des Beschwerdegegners keiner n�heren Pr�fung unterzog, weil vorg�ngig keine Verf�gung erging, mit welcher diesem eine entsprechende Verpflichtung auferlegt worden w�re, verst�sst dies nicht gegen Bundesrecht.
7.2.3.�Der Beschwerdegegner hat der Gemeinde eine mehrw�chige Ferienabwesenheit nicht vorg�ngig gemeldet. Dazu hat die Vorinstanz erwogen, die allgemeine Mitwirkungs- und Meldepflicht nach � 2 Abs. 1 SPG und � 1 Abs. 1 SPV umfasse die pers�nlichen und wirtschaftlichen Verh�ltnisse. Daher bestehe grunds�tzlich keine Meldepflicht f�r einen Ferienbezug, zumindest wenn dieser - wie vorliegend - f�r die Leistungserbringung durch die Sozialhilfebeh�rde nicht relevant sei.
Nach Darstellung der Beschwerdef�hrerin wurde der Sachverhalt insofern offensichtlich unrichtig festgestellt, als die Vorinstanz davon ausging, die Mutter des Beschwerdegegners sei f�r die Sozialhilfebeh�rde als Kontaktperson erreichbar gewesen. Deren Mitwirkung habe sich jedoch einzig auf die Mitteilung der Abwesenheit des Sohnes beschr�nkt, ohne Angaben dar�ber, wo sich dieser befand und wie er erreicht werden k�nne. Damit vermag die Beschwerdef�hrerin jedoch keine pflichtwidrige Verletzung der Mitwirkungspflicht des Beschwerdegegners bez�glich seiner Ferienabwesenheit oder eine willk�rliche Auslegung und Anwendung von � 2 SPG durch die Vorinstanz zu begr�nden. Anders verhielte es sich allenfalls dann, wenn der Sozialhilfeempf�nger w�hrend seinen Ferien finanzielle Leistungen Dritter bezogen oder die Sozialhilfe f�r teure Reisekosten zweckentfremdet h�tte. Solches wird jedoch nicht geltend gemacht. Es ist daher auch keine Verletzung des Grundsatzes der Subsidiarit�t (Art. 6 BV) ersichtlich.
Die Beschwerdef�hrerin wirft dem Verwaltungsgericht zudem unter Hinweis auf AGVE 2008 Nr. 37 S. 225 vor, sich ohne ersichtlichen Grund �ber die eigene Rechtsprechung hinweg gesetzt zu haben. Die Beschwerdef�hrerin misst dem erw�hnten Entscheid einen Sinn zu, den dieser nicht hat. Das Verwaltungsgericht hat dort mit Blick auf � 2 Abs. 3 SPG in Verbindung mit � 1 Abs. 1 SPV, wonach Ver�nderungen in den pers�nlichen und wirtschaftlichen Verh�ltnissen vom Leistungsbez�ger umgehend zu melden sind geschlossen, der Sozialhilfeempf�nger, welcher mittels Verf�gung unter Hinweis auf die S�umnisfolgen unmissverst�ndlich angewiesen worden sei, geplante Ferien- und Auslandaufenthalte zu melden, verletze seine Meldepflicht, wenn er ohne Mitteilung an den Sozialdienst ins Ausland verreise. Mithin kann keine Rede davon sein, es bestehe eine kantonale Praxis, gem�ss welcher Ferien generell zu melden sind. Der Vorwurf, ohne Gr�nde von einer publizierten Praxis abgewichen zu sein, trifft ins Leere.
Die Beschwerde erweist sich daher auch in diesem Punkt als unbegr�ndet.
7.3.�Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Vorinstanz den rechtserheblichen Sachverhalt nicht qualifiziert unrichtig festgestellt, kantonales Recht willk�rlich angewendet oder das Subsidiarit�tsprinzip verletzt hat, wenn sie die in Frage stehenden Verhaltensweisen des Beschwerdegegners im Zusammenhang mit Leistungen der Sozialversicherung, einem Arbeitseinsatz beim Amt Z.________ und der Ferienabwesenheit bei der Pr�fung des Rechtsmissbrauchs nicht in ihre Erw�gungen miteinbezogen hat.
7.4.1.�Die Beschwerdef�hrerin r�gt weiter eine willk�rliche Anwendung von � 15 Abs. 3 SPV. Sie bringt vor, das Verhalten des Beschwerdegegners sei nicht als unkooperativ, sondern als rechtsmissbr�uchlich im Sinne dieser Verordnungsbestimmung und der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu qualifizieren. Ihrer Ansicht nach ist der angefochtene Entscheid auch deshalb willk�rlich, weil mit einer Reduktion der wirtschaftlichen Hilfe um monatlich lediglich Fr. 50.- die Sanktion keinen p�dagogischen Nutzen aufweise.
7.4.2.�Gem�ss � 15 Abs. 3 SPV kann eine K�rzung der materiellen Hilfe auch unter die Existenzsicherung erfolgen oder die materielle Hilfe ganz eingestellt werden, wenn sich die unterst�tzte Person rechtsmissbr�uchlich verh�lt. Rechtsmissbrauch liegt gem�ss dieser Verordnungsbestimmung insbesondere dann vor, wenn das Verhalten der unterst�tzten Person einzig darauf ausgerichtet ist, in den Genuss von materieller Hilfe zu gelangen.
7.4.3.�Die bundesgerichtliche Rechtsprechung hat die Annahme nicht verworfen, dass das Verfassungsrecht auf Hilfe in Notlagen missbr�uchlich ausge�bt werden kann. Die Lehre ist praktisch einhellig der Auffassung, dass im Bereich der Aus�bung der sich aus Art. 12 BV ergebenden Rechte kein Raum f�r Rechtsmissbrauch existiert, da diese Bestimmung ein unantastbares Existenzminimum garantiert (BGE 134 I 65 E. 5.1 S. 73 mit Hinweisen).
Wie es sich damit verh�lt, braucht im vorliegenden Fall nicht gepr�ft zu werden. Denn nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung setzt Rechtsmissbrauch notwendigerweise voraus, dass die bed�rftige Person absichtlich die eigene Lage allein zum Zweck verursacht hat, um sich in der Folge auf das Recht auf Hilfe in Notlagen berufen zu k�nnen. Dieser Wille muss klar und unbestreitbar festgestellt werden. Der Missbrauch muss daher offensichtlich sein. Blosse Verdachtsmomente und Indizien sind ungen�gend (BGE 134 I 65 E. 5.2 S. 73; Pra 2009 Nr. 84 S. 573, 8C_927/2008 E. 5.3).
7.4.4.�Willk�r im Sinne von Art. 9 BV liegt nach st�ndiger Rechtsprechung nicht schon vor, wenn der angefochtene Entscheid nicht mit der Darstellung der Beschwerdef�hrerin �bereinstimmt oder eine andere L�sung oder W�rdigung vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen w�re, sondern nur, wenn der angefochtene Entscheid auf einer schlechterdings unhaltbaren oder widerspr�chlichen Beweisw�rdigung beruht, mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft (BGE 138 I 49 E. 7.1 S. 51; 138 V 74 E. 7 S. 82; 137 I 1 E. 2.4 S. 5, je mit Hinweisen).
7.4.5.�Dies trifft vorliegend nicht zu, hat sich doch das Verwaltungsgericht nicht etwa auf unbelegte Vermutungen gest�tzt oder Beweismittel �bersehen, sondern zwischen verschiedenen Beweiselementen abgewogen. Aufgrund einer Beurteilung der Relevanz der dem Beschwerdegegner vorzuwerfenden Elemente (Missachtung der Weisung, sich beim RAV zu melden; Verpassen von zwei Gespr�chsterminen bei der Sozialhilfebeh�rde; nur schriftliche Kommunikation mit der Beh�rde; unrechtm�ssiger Bezug von Sozialhilfe im Betrag von rund Fr. 600.-) kam das kantonale Gericht zur Auffassung, dessen Verhalten sei zwar renitent, nicht aber rechtsmissbr�uchlich. Insbesondere sei nicht erstellt, dass sich dieser in der bewussten Absicht unkooperativ verhalten habe, um weiterhin von der Sozialhilfe profitieren zu k�nnen. Daher rechtfertige sich lediglich eine K�rzung des Grundbedarfs II f�r die Dauer von drei Monaten. Die Beschwerdef�hrerin vermag keine Sachverhaltselemente zu nennen, welche die Beurteilung des kantonalen Gerichts als bundesrechtswidrig erscheinen liessen.
Das kantonale Gericht hat somit die Autonomie der Beschwerdef�hrerin in der Anwendung des kantonalen Sozialrechts nicht verletzt oder eingeschr�nkt, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
Bei diesem Verfahrensausgang tr�gt die unterliegende Beschwerdef�hrerin die Gerichtskosten (Art. 66 Abs. 1 BGG; BGE 134 I 65 E. 8 S. 74; Urteile 8C_ 145/2011 vom 5. April 2011 E. 6; 8C_1/2010 vom 2. November 2010 E. 4; 8C_464/2009 vom 1. Februar 2010 E. 13; 8C_97/2008 vom 29. Januar 2009 E. 5, nicht publ. in: BGE 135 V 134). Sie hat ausserdem dem Beschwerdegegner die Parteikosten f�r das vorliegende Verfahren zu ersetzen (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG). Damit wird dessen Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos.