Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IV%20C%2023.69
Timestamp: 2019-10-19 08:35:19
Document Index: 96037935

Matched Legal Cases: ['§ 254', 'Art. 2', '§ 113', '§ 113', '§ 137', '§ 113', '§ 113', '§ 90', '§ 42', '§ 251', '§ 113', '§ 254', '§ 113', '§ 113', '§ 123', 'BGH', '§ 1004', '§ 113', '§ 113']

BVerwG, 25.08.1971 - IV C 23.69 - dejure.org
https://dejure.org/1971,43
BVerwG, 25.08.1971 - IV C 23.69 (https://dejure.org/1971,43)
BVerwG, Entscheidung vom 25.08.1971 - IV C 23.69 (https://dejure.org/1971,43)
BVerwG, Entscheidung vom 25. August 1971 - IV C 23.69 (https://dejure.org/1971,43)
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Folgenbeseitigungsanspruch ergibt sich aus Bundesrecht, § 254 BGB analog, Vertretenmüssen
Umfang der gerichtlichen Aufklärungspflichten - Eröffnung des Verwaltungsrechtsweges bei Folgenbeseitigungsansprüchen - Revisibilität der allgemeinen Grundsätze des Verwaltungsrechts - Zuordnung von Folgenbeseitigungsansprüchen zum Bundesrecht - Notwendigkeit des ...
GG Art. 2 f .; VwGO § 113 Abs. 1, 2
NJW 1972, 269
MDR 1972, 76
DVBl 1971, 858
DÖV 1971, 857
Der Anspruch auf Folgenbeseitigung ist nicht anders als der Anspruch auf Unterlassung künftigen rechtswidrigen Verwaltungshandelns verfassungsrechtlichen Ursprungs und wird ebenso wie dieser aus dem jeweils berührten Grundrecht (so BVerwG, Urteil vom 25. August 1971 - BVerwG 4 C 23.69 -, NJW 1972, 269;… Urteil vom 21. September 1984 - BVerwG 4 C 51.80 -, a.a.O.), teilweise auch aus dem Rechtsstaatsprinzip hergeleitet (so BVerwGE 69, 366 ).
Gerichtet ist der Folgenbeseitigungsanspruch auf die Wiederherstellung eines rechtmäßigen Zustands; zu beseitigen sind alle der handelnden Behörde zuzurechnenden rechtswidrigen Folgen ihrer Amtshandlungen (BVerwG, Urteile vom 25. August 1971 - 4 C 23.69 - Buchholz 310 § 113 VwGO Nr. 58, vom 19. Juli 1984 - 3 C 81.82 - BVerwGE 69, 366 und vom 23. Mai 1989 - 7 C 2.87 - BVerwGE 82, 76 m.w.N.).
Da es sich bei dem Folgenbeseitigungsanspruch um einen auch aus dem Grundgesetz - insbesondere aus den jeweils berührten Grundrechten und dem Rechtsstaatsprinzip - abgeleiteten Rechtssatz handelt, ist die Folgenbeseitigung als Grundsatz und Anspruch Bestandteil des Bundesrechts und damit nach § 137 Abs. 1 Nr. 1 VwGO revisibel (BVerwG, Urteil vom 25. August 1971 - 4 C 23.69 - Buchholz 310 § 113 VwGO Nr. 58).
Diese Rechtsprechung ist dann vom Bundesverwaltungsgericht dahin weiterentwickelt worden, daß der Folgenbeseitigungsanspruch seine Grundlage im Bundesverfassungsrecht hat und daß er nicht nur bei vollzogenen Verwaltungsakten, sondern bei allen Amtshandlungen besteht, die rechtswidrige Folgen nach sich gezogen haben (so insbesondere Urteil vom 25. August 1971 - BVerwG 4 C 23.69 - in Buchholz 310 § 113 Nr. 58 = DVBl. 1971, 858; ferner Urteil vom 12. Oktober 1971 - BVerwG 6 C 99.67 - in BVerwGE 38, 336 = Buchholz 232 § 90 Nr. 13; Urteil vom 18. Mai 1973 - BVerwG 7 C 21.72 - in Buchholz 451.80 Nr. 19 = NJW 1973, 1854;Urteil vom 2. Juni 1978 - BVerwG 7 C 55.75 -;Urteil vom 17. Januar 1980 - BVerwG 7 C 42.78 - in BVerwGE 59, 319 = Buchholz 310 § 42 Nr. 78).
Was zunächst die Grundlage und damit die rechtliche Ableitung des Folgenbeseitigungsanspruchs angeht, so stimmt der Senat dem Urteil des 4. Senats vom 25. August 1971 - BVerwG 4 C 23.69 - (…a.a.O.) darin zu, daß der Folgenbeseitigungsanspruch aus dem Bundesverfassungsrecht herzuleiten ist.
Ist der Anspruch auf Folgenbeseitigung auf die Herstellung eines (unteilbaren) Zustandes gerichtet und liegt eine zu berücksichtigende Mitverantwortung vor, so kommt in entsprechender Anwendung des § 251 Abs. 1 BGB die Zahlung eines Ausgleichsbetrages in Betracht (in Ergänzung von BVerwG, Urteil vom 25. August 1971 - BVerwG 4 C 23.69 - Buchholz 310 § 113 VwGO Nr. 58).
Es stützt sich für seine Auffassung auf eine vom erkennenden Senat gebilligte entsprechende Anwendung des § 254 BGB (vgl. BVerwG, Urteil vom 25. August 1971 - BVerwG 4 C 23.69 - Buchholz 310 § 113 VwGO Nr. 58 = DVBl. 1971, 858 = DÖV 1971, 857 mit Anm. Bachof DÖV 1971, 859).
Das entspricht der bisherigen Rechtsprechung (vgl. BVerwG, Urteil vom 25. August 1971 - BVerwG 4 C 23.69 - Buchholz 310 § 113 VwGO Nr. 58; Urteil vom 21. September 1984 - BVerwG 4 C 51.80 - Buchholz 406.16 Eigentumsschutz Nr. 40).
Dieser aus dem Eigentum folgende öffentlich-rechtliche Anspruch ist durch Klage vor den Verwaltungsgerichten geltend zu machen; in Eilfällen kann eine einstweilige Anordnung (§ 123 VwGO) erwirkt werden (BVerwG NJW 1974, 817 und 1972, 269; BGHZ 41, 264, 266;… Pikart BGB-RGRK 12. Aufl. § 1004 Rdn. 15-18;… Bender/Dohle Nachbarschutz im Zivil- und Verwaltungsrecht Rdn. 125-128).
Aus diesem Grunde wäre es ihr verwehrt, unter Vernachlässigung ihrer eigenen Verantwortlichkeit von der Beklagten die Beseitigung von etwaigen, sich aus dem Charakter der Erschließungsstraße als Privatanlage ergebenden Unzuträglichkeiten der Erschließung zu verlangen, die eine Folge einzig der zwischen ihr und der Beklagten getroffenen Vereinbarung sind (vgl. in diesem Zusammenhang Urteil vom 25. August 1971 - BVerwG IV C 23.69 - DVBl. 1971, 858 ).
Der erkennende Senat hat im Gegenteil schon bei früherer Gelegenheit ausdrücklich hervorgehoben, daß es für das Entstehen des öffentlich-rechtlichen Abwehranspruches bedeutungslos ist, in welcher Weise der Eingriff in die geschützte Rechtsposition verwirklicht wird (vgl. Urteil vom 25. August 1971 - BVerwG IV C 23.69 - in Buchholz 310 § 113 VwGO Nr. 58, S. 23/24).
Es gewährt ebenfalls Abwehr- und (Folgen)Beseitigungsansprüche, die in dem jeweils angegriffenen Rechtsgut und seinen öffentlich-rechtlichen Schutz ihre Grundlage finden, also, soweit es sich bei diesem Rechtsgut um das Eigentum handelt, Ansprüche "aus Eigentum" sind (vgl. dazu Urteil des Senats vom 25. August 1971 - BVerwG IV C 23.69 - in Buchholz 310 § 113 VwGO Nr. 58 S. 18 [23 f.]).
Richtig ist allerdings, daß - mag nun gegenüber privatrechtlichen Beseitigungsansprüchen der Gesichtspunkt mitwirkenden Verschuldens erheblich sein oder nicht - öffentlich-rechtliche Beseitigungsansprüche, und zwar auch solche "aus Eigentum", deshalb entfallen können, weil der zu beseitigende Zustand unter "erheblicher Mitverantwortlichkeit des Betroffenen" entstanden ist (vgl. das bereits eingangs angeführte Urteil des Senats vom 25. August 1971 - BVerwG IV C 23.69 - [a.a.O. S. 26]).
BSG, 18.12.1975 - 12 RJ 88/75
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