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Timestamp: 2016-10-24 00:08:17
Document Index: 363500278

Matched Legal Cases: ['Art. 32', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 24', 'Art. 24', 'Art. 22', 'Art. 24', 'Art. 22', 'Art. 22', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 22', 'BGE', 'Art. 22', 'BGE', 'Art. 32', 'Art. 29', 'Art. 19', 'Art. 24', 'Art. 24', 'BGE', 'Art. 5', 'Art. 4', 'Art. 16', 'Art. 5', 'Art. 16', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 4', 'Art. 5', 'BGE', 'Art. 5', 'Art. 22', 'Art. 11', 'Art. 4', 'Art. 16', 'Art. 24', 'BGE', 'Art. 4', 'Art. 4', 'Art. 4', 'Art. 5', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 16']

139 II 13411. Auszug aus dem Urteil der I. �ffentlich-rechtlichen Abteilung i.S. Grundhof B�zberg AG gegen Regierungsrat des Kantons Aargau (Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten)
1C_423/2012 vom 15. M�rz 2013
Obligation d'autorisation pour des sondages en zone foresti�re. Des sondages en zone foresti�re n�cessitent une autorisation exceptionnelle au sens de l'art. 24 LAT lorsque le projet a de telles incidences spatiales et sur l'environnement qu'il existe pour le public et les voisins un int�r�t � un contr�le pr�alable. Sont notamment d'importance significative pour l'�valuation des effets sur le territoire, la nature et la sensibilit� du lieu dans lequel le projet est pr�vu. Compte tenu de l'emplacement particulier en zone de for�t, les effets n�gatifs du sondage litigieux sur les environs doivent �tre qualifi�s de graves, si bien qu'une autorisation en vertu de l'art. 24 LAT est n�cessaire (consid. 5.2 et 5.3). En cas d'exploitation pr�judiciable � la for�t qui ne constitue pas un d�frichement, les cantons peuvent, si des raisons importantes le justifient, d�livrer des autorisations en vertu de l'art. 16 al. 2 LFo en imposant des conditions et des charges. Est r�put�e comme telle exploitation l'utilisation ponctuelle ou n�gligeable du sol forestier pour de petites constructions ou installations non foresti�res qui ne portent pas atteinte � la structure de l'aire foresti�re (consid. 6.2). S'agissant des forages pr�vus, ils constituent une exploitation qui perturbe � tout le moins temporairement les fonctions de la for�t, ce qui n�cessite une autorisation exceptionnelle au sens de l'art. 16 al. 2 LFo (consid. 6.3). Faits � partir de page 136
A. Der Kanton Aargau will im Hinblick auf die langfristige Planung des Gesteinsabbaus Probebohrungen durchf�hren. Damit soll das Kalk- und Mergelvorkommen, das zur Zementproduktion ben�tigt wird, untersucht werden. Mit Beschluss vom 13. Dezember 2006 beauftragte der Regierungsrat des Kantons Aargau das Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau (BVU/AG), die f�r diese Probebohrungen erforderlichen enteignungsrechtlichen Verfahren einzuleiten.
Am 22. M�rz 2007 erteilte die Abteilung f�r Umwelt des BVU/AG der Abteilung f�r Raumentwicklung des BVU/AG gest�tzt auf Art. 32 GSchV (SR 814.201) und � 7 des Gesetzes des Kantons Aargau vom 22. M�rz 1954 �ber die Nutzung und den Schutz der �ffentlichen Gew�sser unter Auflagen und Bedingungen gew�sserschutzrechtliche Bewilligungen f�r Sondierbohrungen in besonders gef�hrdeten Gew�sserschutzbereichen an vier Standorten, n�mlich in den Gemeinden Effingen, Schinznach-Dorf, Thalheim und Unterb�zberg. Gem�ss dem Bestandteil der Bewilligung bildenden Gesuchsformular betr�gt die Bohrtiefe am Standort Effingen 100 m. Die Bohrl�cher, welche einen Durchmesser von maximal 20 cm aufweisen d�rfen, m�ssen nach Abschluss der Untersuchung wieder fachgerecht, nach dem Stand der Technik, verf�llt werden. Die f�r die Probebohrungen tempor�r beanspruchte Waldfl�che ist auf unter 100 m2 beschr�nkt und zweckm�ssig abzugrenzen. Die Bohrungen sollen im Y-f�rmigen Kreuzungsbereich der Waldstrassen vorgenommen werden. F�r die Bohrinstallation werden ein 25 t schwerer Bohrlastwagen (1 An- und 1 Abtransport) und ein 34 t schwerer Transportlastwagen (je 2 An- und Abtransporte) ben�tigt. Ausser dem Bohrger�t wird auf der Kreuzung eine Notstromgruppe, ein Sp�lwasserbecken und ein Rohrlager installiert. Die Wegkreuzung wird deshalb w�hrend bis zu vier Wochen mit gr�sseren Fahrzeugen nicht oder nur erschwert passierbar sein. F�r den An- und Abtransport von Kleinmaterial und Personal wird mit rund 60 Hin- und R�ckfahrten mit einem Lieferwagen (3,5 t) und mit rund 140 Hin- und R�ckfahrten mit Personenwagen (2 t) gerechnet. F�r das Befahren der Waldstrassen ist nach � 22 Abs. 1 lit. e der Verordnung vom 16. Dezember 1998 zum Waldgesetz des Kantons Aargau (AWaV/AG; SAR 931.111) eine schriftliche Ausnahmebewilligung des Gemeinderats notwendig (Ziffer 10 der Bedingungen und Auflagen zur Sondierbohrbewilligung vom 22. M�rz 2007).
Am 30. Mai 2007 stellte die Abteilung f�r Raumentwicklung des BVU/AG bei der kantonalen Sch�tzungskommission nach Baugesetz BGE 139 II 134 S. 137Gesuche um befristete Enteignungen zwecks Durchf�hrung von Probebohrungen (sowie An- und Abtransport der ben�tigten Installationen) an den vier erw�hnten Standorten. Bez�glich des Standorts Effingen wurde darum ersucht, die im Eigentum der Gemeinde Effingen stehenden Parzellen Nr. 151 und 711 und die erforderlichen Zufahrtsrechte befristet zu enteignen. Gegen das �ffentlich aufgelegte Enteignungsgesuch in Effingen erhob unter anderem die Grundhof B�zberg AG Einsprache. Die Einsprecherin ist Eigent�merin des Grundst�cks Nr. 159, welches sich in unmittelbarer N�he des Bohrstandorts befindet.
Nach einer Einigungsverhandlung �berwies die Sch�tzungskommission die Einsprache am 30. Juni 2008 an den Regierungsrat des Kantons Aargau. Dieser wies die Einsprache am 14. Januar 2009 ab und ordnete die Enteignung f�r die Durchf�hrung der Probebohrungen in Effingen samt Benutzung der zu den Bohrstellen f�hrenden Waldstrassen an. Zudem wies er die Gemeinde Effingen an, auf entsprechendes Gesuch hin das f�r das Befahren der Waldstrassen gem�ss � 22 Abs. 1 lit. e AWaV/AG erforderliche Ausnahmebewilligungsverfahren durchzuf�hren.
Gegen diesen Regierungsratsentscheid reichte unter anderem die Grundhof B�zberg AG Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons Aargau ein. Das Verwaltungsgericht wies die Beschwerde mit Urteil vom 18. November 2009 ab, soweit es darauf eintrat. Auf eine von der Grundhof B�zberg AG gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil 1C_15/2010 vom 16. Juni 2010 nicht ein.
B. Am 25. Januar 2011 stellte die Abteilung Raumentwicklung des BVU/AG bei der Abteilung f�r Baubewilligungen des BVU/AG das Gesuch, es sei festzustellen, dass die geplanten Probebohrungen nebst der (bereits erteilten) gew�sserschutzrechtlichen Bohrbewilligung und der waldrechtlichen Ausnahmebewilligung gem�ss � 22 Abs. 1 lit. e AWaV/AG f�r die Benutzung der zu den Bohrstellen f�hrenden Waldstrassen weder einer Baubewilligung nach RPG (SR 700) noch einer Rodungs- oder weiteren waldrechtlichen Ausnahmebewilligung im Sinne des Waldgesetzes des Kantons Aargau vom 1. Juli 1997 (AWaG/AG; SAR 931.100) bed�rften.
Am 23. Februar 2011 verf�gte die Abteilung f�r Baubewilligungen des BVU/AG bezogen auf den Probebohrungsstandort Effingen (Parzellen Nr. 151 und 711) was folgt: BGE 139 II 134 S. 138
II. Es wird festgestellt, dass gem�ss langer kantonaler Praxis f�r die Probebohrung keine Ausnahmebewilligung f�r eine Rodung notwendig ist.
III. Es wird festgestellt, dass es sich bei Probebohrungen, welche sich ausschliesslich auf das Areal von Waldstrassen beschr�nken, nicht um eine nachteilige Nutzung gem�ss � 13 WaG/AG handelt. Es ist keine Ausnahmebewilligung notwendig.
Der Entscheid wurde mit Hinweis auf die Einsichtsm�glichkeit in den begr�ndeten Entscheid und die Gesuchsunterlagen sowie versehen mit einer Rechtsmittelbelehrung �ffentlich publiziert.
W�hrend der Auflagefrist vom 8. M�rz bis 6. April 2011 erhob insbesondere die Grundhof B�zberg AG Beschwerde beim Regierungsrat mit dem Antrag auf Aufhebung der Verf�gung der Abteilung f�r Baubewilligungen des BVU/AG vom 23. Februar 2011. Mit Entscheid vom 28. September 2011 wies der Regierungsrat die Beschwerde ab.
Die von der Grundhof B�zberg AG erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht mit Urteil vom 18. Juni 2012 ab.
C. Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ans Bundesgericht vom 5. September 2012 beantragt die Grundhof B�zberg AG, das Urteil des Verwaltungsgerichts sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass f�r die geplanten Probebohrungen ein Baubewilligungsverfahren durch die zust�ndige Beh�rde durchgef�hrt werden m�sse.
5. 5.1 Die Baubewilligungspflicht betreffend hat die Vorinstanz erwogen, die geplanten Probebohrungen seien auf eine Fl�che von unter 100 m2 und auf eine Zeitdauer von vier Wochen beschr�nkt und hinterliessen kaum Spuren, da die Bohrl�cher nach dem Abschluss der Untersuchungen wieder aufzuf�llen seien. Die r�umlichen Auswirkungen der Probebohrungen seien nicht erheblich und gingen nicht �ber das hinaus, was der kantonale Gesetzgeber als baubewilligungsfrei erachte. Keiner Baubewilligung bed�rften namentlich BGE 139 II 134 S. 139Fahrnisbauten wie beispielsweise Festh�tten oder Zelte bis zu einer Dauer von zwei Monaten (� 30 Abs. 2 lit. d der aargauischen Bauverordnung vom 25. Mai 2011 [BauV/AG; SAR 713.121]);ebenso seien Erdsonden in der Regel baubewilligungsfrei, sofern die gew�sserschutzrechtliche Bewilligung vorliege (� 30 Abs. 2 lit. e BauV/AG). Die aus den Probebohrungen resultierenden Immissionen und die sich daraus ergebende Beschr�nkung der Befahrbarkeit der Waldstrassen gen�gten nicht f�r die Bejahung der Baubewilligungspflicht. So f�hrten beispielsweise auch Renovationsarbeiten im Geb�udeinnern regelm�ssig zu st�renden Immissionen und Behinderungen durch abgestellte Handwerkerfahrzeuge oder durch tempor�r gelagertes Baumaterial, ohne dass sie deswegen bewilligungspflichtig w�ren. Nicht entscheidend ins Gewicht falle, dass die Probebohrungen im Perimeter des BLN-Objekts Nr. 1'108 (Aargauer Tafeljura) und im Wald geplant seien. Die Probebohrungen auf den Waldstrassen beeintr�chtigten Natur und Landschaft nur unerheblich, und die Gesichtspunkte des Natur- und Landschaftsschutzes seien in einem sp�teren Zeitpunkt, n�mlich beim Entscheid, ob die planerischen Grundlagen f�r den Abbau von Kalk und Mergel geschaffen werden sollten, vertieft zu w�rdigen.
Zusammenfassend seien die r�umlichen Auswirkungen der beabsichtigten Probebohrungen nicht derart bedeutungsvoll, dass sie einer vorg�ngigen Kontrolle im Baubewilligungsverfahren bed�rften.
5.2 Die Probebohrungen sind im Waldgebiet geplant und dienen keinem forstwirtschaftlichen Zweck. In Frage steht daher die Erforderlichkeit einer Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG. Dem in Art. 24 RPG verwendeten Bauten- und Anlagenbegriff liegt das Verst�ndnis von Art. 22 RPG zugrunde, d.h. die Anwendung von Art. 24 RPG setzt das Vorliegen einer baubewilligungspflichtigen Baute oder Anlage gem�ss Art. 22 Abs. 1 RPG voraus.
Bauten und Anlagen gem�ss Art. 22 Abs. 1 RPG sind jene k�nstlich geschaffenen und auf Dauer angelegten Einrichtungen, die in fester Beziehung zum Erdboden stehen und geeignet sind, die Vorstellung �ber die Nutzungsordnung zu beeinflussen, sei es, dass sie den Raum �usserlich erheblich ver�ndern, die Erschliessung belasten oder die Umwelt beeintr�chtigen. Massstab daf�r, ob eine bauliche Massnahme erheblich genug ist, um sie dem Baubewilligungsverfahren zu unterwerfen, ist die Frage, ob mit der Realisierung der Baute oder Anlage im Allgemeinen, nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge, so wichtige r�umliche Folgen verbunden sind, dass ein Interesse der BGE 139 II 134 S. 140�ffentlichkeit oder der Nachbarn an einer vorg�ngigen Kontrolle besteht (BGE 120 Ib 379 E. 3c S. 383 mit Hinweisen). Die Baubewilligungspflicht soll es mithin der Beh�rde erm�glichen, das Bauprojekt in Bezug auf seine r�umlichen Folgen vor seiner Ausf�hrung auf die �bereinstimmung mit der raumplanerischen Nutzungsordnung und der �brigen einschl�gigen Gesetzgebung zu �berpr�fen (BGE 123 II 256 E. 3 S. 259).
Als Bauten gelten nach der bundesgerichtlichen Praxis auch Fahrnisbauten, welche �ber nicht unerhebliche Zeitr�ume ortsfest verwendet werden. Diese Voraussetzungen sind f�r vorbereitende Handlungen zu einem die Umwelt belastenden Werk jedenfalls dann als erf�llt anzusehen, wenn sie ein f�r die Orts- oder Regionalplanung erhebliches Ausmass annehmen, wie dies das Bundesgericht f�r rund zw�lf Monate dauernde Probebohrungen zur Abkl�rung eines Standorts f�r die Lagerung radioaktiver Abf�lle angenommen hat (BGE 111 Ib 102 E. 6 S. 109). F�r geotechnische Untersuchungen d�rften die genannten Voraussetzungen erf�llt sein, wenn die damit verbundenen Terrainver�nderungen zu betr�chtlichen Eingriffen in die Umwelt f�hren und w�hrend l�ngerer Zeit sichtbar bleiben (im Ergebnis offengelassen in BGE 118 Ib 1 E. 2c S. 9). Der Baubewilligungspflicht k�nnen indes auch blosse Nutzungs�nderungen unterstehen, die zwar keine massgeblichen Terrainver�nderungen bewirken, aber erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt haben (vgl. BGE 119 Ib 222 E. 3a S. 226 bez. eines H�ngegleiterlandeplatzes).
Nicht bewilligungspflichtig sind nach Art. 22 Abs. 1 RPG Kleinvorhaben, die nur ein geringes Ausmass haben und weder �ffentliche noch nachbarliche Interessen ber�hren. Darunter fallen zum Beispiel bauliche Ver�nderungen im Innern von Geb�uden oder f�r kurze Zeit aufgestellte Zelte oder Wohnwagen. Wesentlich f�r die Frage, ob eine Kleinbaute der Bewilligungspflicht untersteht oder nicht, sind die Art und die Empfindlichkeit der Umgebung, in welcher das Vorhaben realisiert werden soll (vgl. hierzu und zum Ganzen ANDREAS BAUMANN, Das Baubewilligungsverfahren nach aargauischem Recht, 2007, S. 46 ff., insb. 50).
5.3 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung h�ngt die Bewilligungspflicht von Probebohrungen folglich von deren konkreten r�umlichen Auswirkungen im Einzelfall ab (BGE 118 Ib 1 E. 2c S. 9; zur Kasuistik vgl. auch WALDMANN/H�NNI, Raumplanungsgesetz, Handkommentar, 2006, N. 15 zu Art. 22; CHRISTIAN M�DER, Das Baubewilligungsverfahren, 1991, S. 90 f.). Entscheidend ist nach dem BGE 139 II 134 S. 141 Gesagten, ob die Probebohrungen so gewichtige Auswirkungen auf Raum und Umwelt haben, dass ein Interesse der �ffentlichkeit oder der Nachbarn an einer vorg�ngigen Kontrolle besteht; von massgeblicher Bedeutung f�r die Beurteilung der r�umlichen Folgen sind insbesondere auch die Art und die Empfindlichkeit der Umgebung.
Der geplante Standort der Probebohrungen in Effingen befindet sich ausserhalb der Bauzone im Wald im Perimeter des BLN-Objekts Nr. 1'108 (Aargauer Tafeljura) und liegt in einem besonders gef�hrdeten Gew�sserschutzbereich (vgl. insoweit Art. 32 Abs. 2 lit. f i.V.m. Art. 29 GSchV [SR 814.201] und Art. 19 Abs. 2 GSchG [SR 814.20]; vgl. ferner die Sondierbohrbewilligung der Abteilung f�r Umwelt des BVU/AG vom 22. M�rz 2007). Damit aber unterscheidet sich der zu beurteilende Fall massgeblich von den von der Vorinstanz angef�hrten Vergleichsbeispielen. Der Anwendungsbereich von � 30 Abs. 2 BauV/AG ist ausdr�cklich auf Bauzonen beschr�nkt. Ausserhalb der Bauzonen hingegen ist namentlich die Installation von Erdsonden bewilligungspflichtig, d.h. es bedarf hierf�r einer Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG. Auch die von der Vorinstanz erw�hnten Renovationsarbeiten im Geb�udeinnern betreffen in aller Regel Geb�ude im Baugebiet, sodass hier die r�umlichen Folgen bzw. die Auswirkungen auf die Umgebung deutlich geringer sind als bei Probebohrungen im Wald.
Die geplanten Probebohrungen nehmen zwar eine verh�ltnism�ssig geringe Waldfl�che von unter 100 m2 in Anspruch und erstrecken sich �ber eine relativ kurze Zeitdauer von maximal vier Wochen. Dennoch sind die Auswirkungen erheblich, da neben dem ben�tigten Bohrger�t eine Notstromgruppe, ein Sp�lwasserbecken und ein Rohrlager angeliefert, installiert, betrieben und wieder abtransportiert werden m�ssen. Damit ist gleichzeitig gesagt, dass die Auswirkungen nicht auf den eigentlichen Standort beschr�nkt bleiben. Vielmehr tangieren die mutmasslich rund 200 Hin- und R�ckfahrten durch den Wald auch �briges Waldgebiet, wobei die genaue Anzahl und der Zeitpunkt der Fahrten sowie die zu w�hlende Route bislang noch nicht verbindlich festgelegt sind.
Angesichts des besonderen Standorts - Waldgebiet, BLN-Objekt und besonders gef�hrdeter Gew�sserschutzbereich - sind die mit den Probebohrungen verbundenen negativen Auswirkungen auf die Umgebung im Ergebnis als so erheblich einzustufen, dass das Bauvorhaben einer Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG bedarf. BGE 139 II 134 S. 142
6. 6.1 Die Abteilung f�r Baubewilligungen des BVU/AG stellte mit Entscheid vom 23. Februar 2011 fest (vgl. Sachverhalt lit. B. hiervor), f�r die Probebohrungen sei keine Ausnahmebewilligung f�r eine Rodung erforderlich (vgl. Art. 5 des Waldgesetzes vom 4. Oktober 1991 [WaG; SR 921.0] und Art. 4 der Waldverordnung vom 30. November 1992 [WaV; SR 921.01]), und bei den Probebohrungen handle es sich auch nicht um eine nachteilige Nutzung des Waldes, f�r welche eine Ausnahmebewilligung notwendig w�re (vgl. Art. 16 WaG). Die Vorinstanz hat diese Einsch�tzung im angefochtenen Urteil best�tigt und in ihrer Begr�ndung unter Bezugnahme auf die Erw�gungen des Regierungsrats ausgef�hrt, die Probebohrungen beschr�nkten sich auf das Gebiet von Waldstrassen. Deren Zweckentfremdung sei mit maximal vier Wochen kurz befristet. Die auf die Waldbewirtschaftung mit grossen und schweren Fahrzeugen ausgelegten Waldstrassen verm�chten die mit den Probebohrungen verbundenen Fahrten schadlos zu bew�ltigen, und die Funktion der Waldstrassen als forstliche Anlagen bleibe auf Dauer erhalten. Der Umstand, dass die Waldweggabelung w�hrend eines Monats nicht oder nur erschwert mit zweispurigen Fahrzeugen befahrbar sei, schr�nke die Produktionsf�higkeit des angrenzenden Waldbodens nicht ein. Auch das Wild werde durch die Bohrarbeiten samt den damit verbundenen Fahrten mutmasslich nicht st�rker gest�rt als durch ordentliche Forstarbeiten. Insbesondere sei damit zu rechnen, dass das Wild die Umgebung der Bohrstelle nur vor�bergehend meide und nicht dauerhaft vertrieben werde. Ebenfalls nur geringf�gig beeintr�chtigt sei schliesslich die Erholungsfunktion des Waldes.
Bei dieser Ausgangslage sei f�r die Probebohrungen keine Rodungsbewilligung gem�ss Art. 5 WaG notwendig. Ebenso wenig sei eine Ausnahmebewilligung f�r eine nachteilige (Wald-)Nutzung nach Art. 16 WaG bzw. � 13 AWaG/AG erforderlich, da die Funktion und die Bewirtschaftung des Waldes weder gef�hrdet noch relevant beeintr�chtigt w�rden.
6.2 Das Waldgesetz bezweckt die Erhaltung und den Schutz des Waldes, soll daf�r sorgen, dass der Wald seine Funktionen erf�llen kann, und die Waldwirtschaft f�rdern und erhalten (Art. 1 Abs. 1 WaG). Als Wald gelten auch Waldstrassen (Art. 2 Abs. 2 lit. b WaG). Bauvorhaben, die den Waldboden dauernd oder vor�bergehend zweckentfremden, bed�rfen einer Rodungsbewilligung (Art. 4 WaG). Rodungen sind grunds�tzlich verboten (vgl. Art. 5 Abs. 1 WaG). Eine BGE 139 II 134 S. 143Ausnahmebewilligung darf gem�ss Art. 5 Abs. 2 WaG erteilt werden, wenn der Gesuchsteller nachweist, dass f�r die Rodung wichtige Gr�nde bestehen, die das Interesse an der Walderhaltung �berwiegen und zudem die folgenden Voraussetzungen erf�llt sind: das Werk, f�r das gerodet werden soll, muss auf den vorgesehenen Standort angewiesen sein (lit. a); das Werk muss die Voraussetzungen der Raumplanung sachlich erf�llen (lit. b); die Rodung darf zu keiner erheblichen Gef�hrdung der Umwelt f�hren (lit. c). Die Erteilung einer Rodungsbewilligung befreit nicht von der Einholung einer Baubewilligung nach Art. 22 oder 24 RPG (vgl. Art. 11 Abs. 1 WaG). Die Beanspruchung von Waldboden f�r forstliche Bauten und Anlagen sowie f�r nichtforstliche Kleinbauten und -anlagen gilt nach Art. 4 lit. a WaV nicht als Rodung und stellt somit keine Zweckentfremdung des Waldes dar. Umgekehrt folgt daraus, dass nichtforstliche Bauvorhaben, ausgenommen Kleinbauten und -anlagen, als eine Zweckentfremdung des Waldes zu betrachten sind. Sie bed�rfen deshalb einer Rodungsbewilligung und, wie die forstlichen Bauvorhaben, immer auch einer Baubewilligung nach RPG.
F�r den Wald nachteilige Nutzungen, die keine Rodung darstellen, sind grunds�tzlich unzul�ssig, d�rfen aber von den Kantonen aus wichtigen Gr�nden unter Auflagen und Bedingungen bewilligt werden (Art. 16 WaG). Als solche Nutzungen gelten punktuelle oder unbedeutende Beanspruchungen von Waldboden f�r nichtforstliche Kleinbauten und -anlagen, wie bescheidene Rastpl�tze, Feuerstellen, Sport- und Lehrpfade, erdverlegte Leitungen und Kleinantennenanlagen, die das Bestandesgef�ge des Waldes nicht beeintr�chtigen (Botschaft des Bundesrats vom 29. Juni 1988 zum WaG, BBl 1988 III 191). Die nichtforstlichen Kleinbauten und -anlagen ben�tigen somit zwar keine Rodungsbewilligung, weil sie den Wald nicht geradezu zweckentfremden. Da sie f�r diesen jedoch nachteilig sind, bed�rfen sie einer Ausnahmebewilligung des Kantons und, weil sie als nachteilige Nutzungen dem Zweck des Waldes jedenfalls nicht ganz entsprechen, einer Baubewilligung nach Art. 24 RPG.
Die Beurteilung, ob eine nichtforstliche Kleinbaute vorliegt, hat in erster Linie mit Blick auf den Umfang und die Intensit�t des beanspruchten Waldbodens zu erfolgen, wobei ein strenger Massstab anzusetzen ist, damit der Zweck der Waldgesetzgebung, namentlich die Erhaltung des Waldbestands, nicht weitgehend in Frage gestellt wird (vgl. STEFAN M. JAISSLE, Der dynamische Waldbegriff und die Raumplanung, 1994, S. 136). Weist eine Baute eine derartige Gr�sse auf, BGE 139 II 134 S. 144dass von einer punktuellen oder unbedeutenden Beanspruchung des Waldbodens nicht mehr gesprochen werden kann, l�sst sie sich bereits aus diesem Grund nicht mehr unter den Begriff der "Kleinbaute" im Sinne von Art. 4 lit. a WaV subsumieren. Geht eine Baute allein unter dem Gesichtspunkt ihrer fl�chenm�ssigen Ausdehnung nicht �ber die genannte Beanspruchung hinaus, folgt daraus jedoch nicht zwingend, dass sie als Kleinbaute einzustufen ist. Vielmehr ist in einem solchen Fall weiter zu pr�fen, ob ihr Zweck auch den Einbezug eines gewissen Umschwungs bedingt und wie intensiv die Nutzung in diesem Bereich ist. Ob eine Baute oder Anlage als nichtforstliche Kleinbaute oder -anlage im Sinne der Waldgesetzgebung in Betracht f�llt, ist somit in jedem Einzelfall anhand der gesamten Umst�nde zu pr�fen (Urteil 1A.32/2004 vom 30. September 2004 E. 3.1; in: Pra 2005 Nr. 87 S. 645).
6.3 Die geplanten Probebohrungen dienen keinem forstwirtschaftlichen Zweck und stellen damit eine Zweckentfremdung der Waldstrassen als Waldboden dar. Hiervon geht im �brigen auch die Vorinstanz aus. Eine einmalige, kurzfristige und punktuelle Beanspruchung von Waldboden (wie etwa durch das Skifahren abseits der Piste) darf mit Blick auf den zeitlichen Faktor noch nicht als vor�bergehende Zweckentfremdung angesehen werden (vgl. JAISSLE, a.a.O., S. 115 Fn. 5). Bei einer Beanspruchung des Waldbodens w�hrend einer Zeitdauer von vier Wochen ist das Merkmal "vor�bergehend" hingegen erf�llt. Damit liegt grunds�tzlich eine vor�bergehende Zweckentfremdung des Waldbodens im Sinne von Art. 4 WaG vor.
Indes gilt die Beanspruchung von Waldboden f�r nichtforstliche Kleinbauten und -anlagen gem�ss Art. 4 lit. a WaV nicht als Rodung. Auf der Basis der beispielhaften Aufz�hlung in der bundesr�tlichen Botschaft, wonach etwa erdverlegte Leitungen und Kleinantennenanlagen nicht als Rodung gelten, und in Anbetracht dessen, dass vorliegend die beanspruchte Waldbodenfl�che weniger als 100 m2 betr�gt und die Nutzungsdauer auf maximal vier Wochen beschr�nkt ist, ist bei den geplanten Probebohrungen von einer punktuellen Beanspruchung des Waldbodens auszugehen, welche das Bestandesgef�ge des Waldes nicht tangiert und daher keiner Rodungsbewilligung nach Art. 5 Abs. 2 WaG bedarf. Allerdings machen die Probebohrungen, wie dargelegt, die Anlieferung, die Installation, den Betrieb und den Abtransport von Bohrger�t, einer Notstromgruppe, eines Sp�lwasserbeckens und eines Rohrlagers sowie mutmasslich rund 200 Hin- und R�ckfahrten durch das Waldgebiet notwendig. BGE 139 II 134 S. 145Aufgrund dieser mit dem Vorhaben verbundenen negativen Auswirkungen auf die Umgebung handelt es sich um eine die Funktionen des Waldes zumindest tempor�r beeintr�chtigende nachteilige Nutzung im Sinne von Art. 16 Abs. 1 WaG. Eine solche erfordert eine kantonale Ausnahmebewilligung, deren Erteilung gem�ss Art. 16 Abs. 2 WaG an das Vorliegen wichtiger Gr�nde gekn�pft ist.