Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20R%2071/10
Timestamp: 2020-07-15 18:05:00
Document Index: 165207989

Matched Legal Cases: ['§ 34', 'EuG', 'Art. 64', '§ 34', 'EuG', 'Art. 64', '§ 2', '§ 2', '§ 20', '§ 20', '§ 32', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 4', '§ 68', 'Art 56', 'Art 57', 'Art 20', 'Art 80', 'Art 63', 'Art 64', '§ 50', '§ 50', 'Art 3', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 20', '§ 20', '§ 34', '§ 34', 'EuG', '§ 34', 'EuG', '§ 34', '§ 34', '§ 14', 'Art. 20', '§ 7', '§ 26', '§ 34', '§ 26', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', 'EuG', '§ 34', 'EuG', '§ 26', 'EuG', '§ 21', 'EuG', '§ 8', 'Art. 57', 'Art. 64', '§ 34', '§ 52', 'EuG', 'EuG', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', 'Art 56', 'Art 57', 'Art 63', 'Art 64', '§ 34', '§ 34', '§ 34', '§ 34', 'Art 56', '§ 34', 'EuG', '§ 34', '§ 34', 'EuG', '§ 34', 'EuG', '§ 34', 'Art. 20', 'Art. 13', 'Art. 24', 'Art. 10', 'Art. 20', 'Art. 9', 'Art. 20', 'Art. 13', 'Art. 23', 'Art. 10', 'Art. 23', 'Art. 10', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'Art. 64', 'EuG', 'Art. 64', '§ 12', 'EuG', '§ 34', '§ 21']

Rechtsprechung: I R 71/10 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BFH, 09.02.2011
https://dejure.org/2013,46275
BFH, 18.12.2013 - I R 71/10 (https://dejure.org/2013,46275)
BFH, Entscheidung vom 18.12.2013 - I R 71/10 (https://dejure.org/2013,46275)
BFH, Entscheidung vom 18. Dezember 2013 - I R 71/10 (https://dejure.org/2013,46275)
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Anrechnungshöchstbetragsberechnung nach § 34c Abs. 1 Satz 2 EStG 2002 im Anschluss an das EuGH-Urteil "Beker und Beker" - Vereinbarkeit der sog. "per country limitation" mit Unionsrecht und Verfassungsrecht - Anwendungsbereich von Art. 64 Abs. 1 AEUV
Anrechnungshöchstbetragsberechnung nach § 34c Abs. 1 Satz 2 EStG 2002 im Anschluss an das EuGH-Urteil "Beker und Beker"; Vereinbarkeit der sog. "per country limitation" mit Unionsrecht und Verfassungsrecht; Anwendungsbereich von Art. 64 Abs. 1 AEUV
EStG § 2 Abs 3, EStG § ... 2 Abs 4, EStG § 2 Abs 5, EStG § 20 Abs 1 Nr 1, EStG § 20 Abs 4, EStG § 32a Abs 1 S 2 Nr 1, EStG § 34c Abs 1, EStG § 34c Abs 6 S 2, EStG § 34c Abs 7 Nr 1, EStG § 34d Nr 6, InvStG § 4 Abs 2 S 1, EStDV § 68a, EG Art 56, EG Art 57 Abs 1, GG Art 20 Abs 3, GG Art 80 Abs 1, EStG VZ 2007, AEUV Art 63, AEUV Art 64 Abs 1, EStG § 50 Abs 1 S 4, EStG § 50a, GG Art 3 Abs 1
§ 2 Abs 3 EStG 2002, § 2 Abs 4 EStG 2002, § 2 Abs 5 EStG 2002, § 20 Abs 1 Nr 1 EStG 2002, § 20 Abs 4 EStG 2002
Anrechnungshöchstbetragsberechnung nach § 34c Abs. 1 Satz 2 EStG 2002 - Vereinbarkeit der sog. "per country limitation" mit Unionsrecht und Verfassungsrecht
Anrechnung im Ausland für Erträge aus ausländischen Beteiligungen gezahlter Steuern; Anrechnungshöchstbetragsberechnung nach § 34c Abs. 1 Satz 2 EStG 2002 im Anschluss an das EuGH-Urteil "Beker und Beker"
Anrechnungshöchstbetragsberechnung nach § 34c Abs. 1 Satz 2 EStG 2002 im Anschluss an das EuGH-Urteil "Beker und Beker"
Anrechnungshöchstbetragsberechnung bei der Anrechnung ausländischer Steuern
Grundsätze zur Berechnung des Anrechnungshöchstbetrags nach Maßgabe von § 34c Abs. 1 S. 2 EStG 2002
Anrechnungshöchstbetragsberechnung nach § 34c Abs. 1 Satz 2 EStG 2002 - Vereinbarkeit der sog. per country limitation mit Unionsrecht und Verfassungsrecht
Höchstbetragsbegrenzung der Steueranrechnung
Unionsrechtskonforme Anrechnung ausländischer Steuern
Nachbesserungsbedarf bei Ermittlung des Höchstbetrags anrechenbarer ausländischer Steuern
Berücksichtigung von Sonderausgaben auch bei ausländischen Einkünften
Ausländische Einkünfte = Besteuerung ausländischer Einkunftsteile
Unilaterale Vermeidung der Doppelbesteuerung
Direkte Steueranrechnung und Steuerabzug
FG Baden-Württemberg, 21.07.2010 - 1 K 332/09
BFH, 09.02.2011 - I R 71/10
BFHE 244, 331
BB 2014, 1187
BB 2014, 853
DB 2014, 807
BStBl II 2015, 361
Ferner ist unerheblich, ob § 14 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 KStG die abkommensrechtliche --im Streitfall nach Art. 20 Abs. 3 DBA-Niederlande 1959 bilateral vereinbarte-- Anrechnungsmethode verdrängt, deren Rechtsfolge gerade die Einbeziehung von positiven wie negativen Einkünften in die Bemessungsgrundlage beider Vertragsstaaten ist (vgl. Senatsurteile vom 18. Dezember 2013 I R 71/10, BFHE 244, 331, BStBl II 2015, 361; vom 14. Juli 1976 I R 86/74, BFHE 119, 521, BStBl II 1977, 97).
Insoweit ist jedoch der Anwendungsvorrang des Primärrechts der EU und damit der unionsrechtlichen Grundfreiheiten vor nationalem Recht auch mit Blick auf die Steuerbelastungen der §§ 7 ff. AStG zu beachten (z.B. Senatsurteile in BFHE 227, 64, BStBl II 2010, 774; vom 18. Dezember 2013 I R 71/10, BFHE 244, 331, BStBl II 2015, 361; vom 19. Juli 2017 I R 87/15, BFHE 259, 435 - "geltungserhaltende Reduktion").
Auch im Falle einer aufgrund abkommensrechtlicher Vorschriften angeordneten Anrechnung ausländischer Steuern ist es allein Sache des innerstaatlichen deutschen Steuerrechts zu beurteilen, welche Aufwendungen den ausländischen Einkünften zuzuordnen sind; der abkommensrechtliche Einkünftebegriff ist insoweit ohne Bedeutung (Senatsurteile vom 9. April 1997 I R 178/94, BFHE 183, 114, BStBl II 1997, 657; vom 29. März 2000 I R 15/99, BFHE 191, 521, BStBl II 2000, 577; vom 18. Dezember 2013 I R 71/10, BFHE 244, 331, BStBl II 2015, 361).
Damit muss wegen des Vorrangs des Unionsrechts bzw. des FZA die Ungleichbehandlung durch eine die Geltung des FZA erhaltende Auslegung beseitigt werden (vgl. zur die Geltung des Unionsrechts erhaltenden Auslegung auch z.B. BFH-Urteile vom 22. Juli 2008 VIII R 101/02, BFHE 222, 453, BStBl II 2010, 265, Rz 19;… vom 21. Oktober 2008 X R 15/08, BFH/NV 2009, 559, Rz 12 ff.; vom 18. Dezember 2013 I R 71/10, BFHE 232, 506, BStBl II 2011, 500, Rz 27).
BFH, 18.04.2018 - I R 37/16
Voraussichtlich dauernde Wertminderung bei verzinslichen Wertpapieren - Begriff …
Die Anrechnung und deren Modalitäten richten sich deshalb allein nach innerstaatlichem (deutschem) Recht (vgl. § 26 Abs. 6 Satz 1 KStG i.V.m. § 34c Abs. 6 Satz 2 EStG) und damit für Genossenschaften, die --wie die Klägerin-- in Deutschland ansässig sind, nach § 26 Abs. 6 Satz 1 KStG i.V.m. § 34c Abs. 1 i.V.m. § 34d EStG (vgl. Senatsurteile vom 16. März 1994 I R 42/93, BFHE 174, 509, BStBl II 1994, 799; vom 9. April 1997 I R 178/94, BFHE 183, 114, BStBl II 1997, 657; vom 29. März 2000 I R 15/99, BFHE 191, 521, BStBl II 2000, 577; vom 18. Dezember 2013 I R 71/10, BFHE 244, 331, BStBl II 2015, 361).
Auf den die Frage aufwerfenden Vorlagebeschluss des BFH vom 09. Februar 2011 I R 71/10, BStBl II 2011, 500, ob die Berechnung des Anrechnungshöchstbetrags im Rahmen der Berechnungsformel für die Anrechnung ausländischer Steuern nach § 34c EStG in der auch für das Streitjahr gültigen Fassung wegen der Ausklammerung der persönlichen und familienbezogenen Aufwendungen wie Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen in dem Nenner der Berechnungsformel des § 34c EStG und die daraus resultierende Minderung des Betrags anrechnungsfähiger ausländischer Steuern gegen primäres Unionsrecht verstößt, hat der EuGH mit Urteil in der Rechtssache Beker vom 28. Februar 2013 C-168/11, BStBl II 2015, 431 entschieden, dass die Verringerung des Anrechnungshöchstbetrags im Ergebnis eine Beschränkung der Kapitalverkehrsfreiheit darstelle.
Im Anschluss hieran entschied der BFH mit Schlussurteil vom 18. Dezember 2013 I R 71/10, BStBl II 2015, 361, dass die Berechnung des Anrechnungshöchstbetrags nach Maßgabe des § 34c Abs. 1 Satz 2 EStG geltungserhaltend in der Weise vorzunehmen ist, dass die Summe der Einkünfte im Nenner der Berechnungsformel um alle steuerrechtlich abzugsfähigen personenbezogenen und familienbezogenen Positionen, vor allem Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen, aber, und insoweit über seinen o.g. Vorlagebeschluss hinausgehend, auch den Altersentlastungsbetrag sowie den Grundfreibetrag, zu vermindern ist.
Für diese Einschätzung spricht die Eigenart der vom EuGH im Urteil C-168/11 und - hierzu erweiternd - auch vom BFH in dessen Entscheidung vom 18. Dezember 2013 I R 71/10 ausdrücklich erwähnten Abzugspositionen.
Dass nunmehr die Höchstbetragsrechnungen nach EStG und KStG differieren - und sich dies auch für den Rechtsstand des Streitjahres entsprechend verhalten hat -, ist für sich genommen verfassungs- und auch europarechtlich unproblematisch (Siegers in Dötsch/Pung/Möhlenbrock, Die Körperschaft-steuer, § 26 KStG Tz 58; Sülflow-Schworck, a.a.O., die zutreffend auf die in der zitierten EuGH- und auch der BFH-Entscheidung I R 71/10 zu findende Fortbildung der Schumacker-Rechtsprechung hinweist;… a.A. Desens, a.a.O.; wohl offen Kamphaus/Nitzschke, IStR 2017, 96, unter Berücksichtigung der Gesetzeshistorie).
Obgleich diese Regelung gemäß § 21 Abs. 17 Satz 1 Nr. 1 AStG n.F. erstmals für den Veranlagungszeitraum, für den Zwischeneinkünfte hinzuzurechnen sind, die in einem Wirtschaftsjahr der Zwischengesellschaft entstanden sind, das nach dem 31. Dezember 2007 beginnt, anzuwenden ist, ist aufgrund des Anwendungsvorrangs des unionsrechtlichen Primärrechts und der verbindlichen gemeinschaftsrechtlichen Beurteilung durch den EuGH (vgl. Senatsurteile in BFHE 227, 64, BStBl II 2010, 774; vom 18. Dezember 2013 I R 71/10, BFHE 244, 331, BStBl II 2015, 361; vom 19. Juli 2017 I R 87/15, BFHE 259, 435 - "geltungserhaltende Reduktion") dem Steuerpflichtigen der unionsrechtlich gebotene Gegenbeweis über seine tatsächlichen wirtschaftlichen Aktivitäten im Einzelfall auch vor dem Inkrafttreten des § 8 Abs. 2 AStG a.F. zu ermöglichen (damit im Grundsatz übereinstimmend das Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen --BMF-- vom 8. Januar 2007, BStBl I 2007, 99, allerdings zwischenzeitlich aufgehoben durch BMF-Schreiben vom 23. April 2010, BStBl I 2010, 391; s. aber auch das amtlich nicht veröffentlichte BMF-Schreiben vom 4. November 2016 IV B 5-S 1351/07/10001, auszugsweise mitgeteilt von Schönfeld, Internationales Steuerrecht 2017, 949, 950).
Denn die Freiheit des Kapitalverkehrs schützt auch den Verkehr mit Drittstaaten und für das Vorliegen von Direktinvestitionen im Sinne der sog. "Stand still"-Klausel (Art. 57 des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft i.d.F. des Vertrags von Amsterdam zur Änderung des Vertrags über die Europäische Union, der Verträge zur Gründung der Europäischen Gemeinschaften sowie einiger damit zusammenhängender Rechtsakte --EG--, Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften --ABlEG-- 1997, Nr. C 340, 1, jetzt Art. 64 Abs. 1 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union i.d.F. des Vertrags von Lissabon zur Änderung des Vertrags über die Europäische Union und des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft --AEUV--, Amtsblatt der Europäischen Union 2008, Nr. C 115, 47; vgl. dazu Senatsurteil vom 18. Dezember 2013 I R 71/10, BFHE 244, 331, BStBl II 2015, 361, m.w.N.) ist im Streitfall nichts ersichtlich.
§ 34c Abs. 1 Satz 2 EStG 2002 ist für Veranlagungszeiträume bis 2014 --und damit auch für das Streitjahr-- zwischenzeitlich in Gestalt des § 52 Abs. 34a EStG 2009 n.F. geändert worden, um unionsrechtlichen Anforderungen Rechnung zu tragen, welche an die Anrechnung ausländischer Steuern zu stellen sind (s. dazu EuGH-Urteil Beker vom 28. Februar 2013 C-168/11, BStBl II 2015, 431, und daran anschließend Senatsurteil vom 18. Dezember 2013 I R 71/10, BFHE 244, 331, BStBl II 2015, 361).
https://dejure.org/2011,1299
BFH, 09.02.2011 - I R 71/10 (https://dejure.org/2011,1299)
BFH, Entscheidung vom 09.02.2011 - I R 71/10 (https://dejure.org/2011,1299)
BFH, Entscheidung vom 09. Februar 2011 - I R 71/10 (https://dejure.org/2011,1299)
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Vorabentscheidungsersuchen an den EuGH: Höchstbetragsberechnung gemäß § 34c Abs. 1 Satz 2 EStG 2002 gemeinschaftsrechtswidrig?
EStG § 34c Abs 1, EStG § 34c Abs 2, EStG § 34c Abs 6 S 2, EStG § 34d Nr 6, EG Art 56, EG Art 57 Abs 1, AEUV Art 63, AEUV Art 64 Abs 1
§ 34c Abs 1 EStG 2002, § 34c Abs 2 EStG 2002, § 34c Abs 6 S 2 EStG 2002, § 34d Nr 6 EStG 2002, Art 56 EG
Höchstbetragsberechnung gem. § 34c Abs. 1 S. 2 EStG 2002 gemeinschaftsrechtswidrig?
Vorabentscheidungsersuchen an den EuGH hinsichtlich der Vereinbarkeit von § 34c Abs. 1 S. 2 Einkommensteuergesetz 2002 ( EStG 2002) mit Gemeinschaftsrecht
Anrechnung ausländischer Steuern und das EU-Recht
Anrechnungsbegrenzung des § 34c EStG 2002 gemeinschaftsrechtswidrig?
EuGH-Vorlage: Höchstbetragsberechnung gem. § 34c EStG 2002 gemeinschaftsrechtswidrig?
Anrechnung ausländischer Steuern mit Unionsrecht vereinbar?
Vorlage an den EuGH wegen Anrechnung von Quellensteuer
Die Berechnungsformel des § 34c Abs. 1 Satz 2 EStG verstößt nicht gegen die Kapitalverkehrsfreiheit
Sind die Regelungen über die Anrechnung ausländischer Steuern EU-widrig?
Bestimmungen zur Anrechnung ausländischer Steuern europarechtswidrig?
Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-Niederlande (DBA Deutschland-Niederlande), Art. 20, Abs. 2, i.V.m. Art. 13 ; Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-Schweiz 1971/1989 (DBA De... utschland-Schweiz), Art. 24, Abs. 1, Nr. 2, i.V.m. Art. 10 ; Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-Frankreich (DBA Deutschland-Frankreich), Art. 20, Abs. 1, Buchst. C, Satz 1, i.V.m. Art. 9 ; Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-Luxemburg (DBA Deutschland-Luxemburg), Art. 20 Abs. 3 i.V.m. Art. 13 ; Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-Japan (DBA Deutschland-Japan), Art. 23, Buchst. B, i.V.m. Art. 10 ; Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-USA 1989 a.F. (DBA Deutschland-USA 1989 a.F.), Art. 23, Abs. 3, i.V.m. Art. 10
juris (Verfahrensmitteilung)
BFHE 232, 506
NJW 2011, 1760
DB 2011, 15
DB 2011, 912
BStBl II 2011, 500
Es handelt sich um das --zunächst ausgesetzte und durch Senatsbeschluss vom 29. Oktober 2013 fortgeführte-- Revisionsverfahren, welches dem Vorabentscheidungsersuchen des Senats an den Gerichtshof der Europäischen Union --früher Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften-- (EuGH) durch Beschluss vom 9. Februar 2011 I R 71/10 (BFHE 232, 506, BStBl II 2011, 500) sowie dem anschließenden Urteil des EuGH vom 28. Februar 2013 C-168/11, Beker und Beker (Deutsches Steuerrecht --DStR-- 2013, 518, zur amtlichen Veröffentlichung bestimmt) zugrunde lag.
Allein das entspricht der langjährigen Spruchpraxis des EuGH, insbesondere dessen Urteil vom 12. Dezember 2002 C-385/00, de Groot (Slg. 2002, I-11819), und das gab dem Senat seinerzeit auch den Anlass, durch Beschluss in BFHE 232, 506, BStBl II 2011, 500 sein Vorabentscheidungsersuchen an den EuGH zu richten.
Der nunmehr von dem dem Verfahren beigetretenen BMF vertretenen Gegenauffassung (ebenso Pohl, Internationale Steuer-Rundschau 2013, 134), die sich auf die sog. Stand still-Klausel des Art. 64 Abs. 1 AEUV stützt, ist --nach wie vor (s. bereits Senatsbeschluss in BFHE 232, 506, BStBl II 2011, 500)-- nicht beizupflichten.
Dementsprechend hat der EuGH in seinem Urteil in DStR 2013, 518 folgerichtig nichts zu Art. 64 Abs. 1 AEUV ausgeführt, obschon ihm auch der Gesichtspunkt der Stand still-Klausel durch den Senatsbeschluss in BFHE 232, 506, BStBl II 2011, 500 zur Überprüfung vorgelegt worden ist (s. denn auch Möhlenbrock, DB, Steuerrecht kompakt vom 4. April 2013, DB 0585950; ähnlich Ismer, IStR 2013, 297, 299).
Diese Einschränkung bezieht sich jedoch unmittelbar nur auf den engen Bereich personen- und familienbezogener Steuermerkmale, nicht aber schlechthin auf sämtliche Aufwendungen der privaten Lebensführung (vgl. § 12 EStG 1999) außerhalb der eigentlichen Erwerbsaufwendungen, deren Abzug das nationale Steuerrecht --z.B. als Sonderausgaben-- zulässt (s. insoweit den Vorlagebeschluss des Senats vom 9. Februar 2011 I R 71/10, BFHE 232, 506, BStBl II 2011, 500, mit Nachweisen zu der einschlägigen EuGH-Rechtsprechung).
Soweit der Beklagte sich in diesem Zusammenhang auf den Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 9. Februar 2011 I R 71/10 stütze, in dem der BFH die im vorliegenden Fall streitige Thematik ausdrücklich offen gelassen habe, stehe das dem Erfolg ihrer Klage nicht entgegen.
Im Beschluss vom 9. Februar 2011 I R 71/10 gehe der BFH nunmehr offenbar davon aus, dass die Niederlassungsfreiheit Vorrang vor der Kapitalverkehrsfreiheit genieße, und zwar insbesondere dann, wenn eine Kontrollbeteiligung vorliege.
Dabei ist zwischen den Beteiligten unstreitig, dass im vorliegenden Verfahren keine Anrechnung im Rahmen der Steuerfestsetzung begehrt wird, wie sie z. B. nach § 34c EStG oder § 21 des Erbschaftsteuergesetzes - ErbStG - grundsätzlich auch im Rahmen des deutschen Steuerrechts möglich ist (vgl. dazu z. B. BFH-Urteil vom 22. September 2010 II R 54/09, BStBl II 2011, 247; BFH-Vorlagebeschluss vom 9. Februar 2011 I R 71/10, BStBl II 2011, 500), sondern das eigentliche, materielle Ziel der Klägerin hinsichtlich der Anrechnung der von der Tochtergesellschaft der Klägerin entrichteten französischen Körperschaftsteuer (ausschließlich) in dem parallel geführten Klageverfahren wegen der Rechtmäßigkeit der Anrechnungsverfügung zu den Körperschaftsteuerbescheiden der Streitjahre verfolgt wird.