Source: http://www.koenigstein-anwalt-frankfurt.de/rechtspsychologie.html
Timestamp: 2019-04-20 14:58:00
Document Index: 136506267

Matched Legal Cases: ['de lege lata', 'de lege ferenda', 'Art. 6', '§ 1626', '§ 21', '§ 6']

Rechts-||psychologie
ist einer der ältesten Zweige der angewandten Psychologie, schon Ende des 18.Jahrhunderts, z. b. Schaumann 1792, und im Verlauf des 19. Jahrhunderts erschienen dazu erste systematische Darstellungen, z.B. Hoffbauer 1808,. Friedreich 1835 und Kraft-Ebbing 1872. Mit der Etablierung der Psychologie als eine selbständige Wissenschaft am Beginn des 20. Jahrhunderts formierte sich nun die forensische Psychologie zunächst noch stark im Gewandt der Aussage-Psychologie. In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts erfolgte eine Ausweitung im Sinne einer umfassenden Rechtpsychologie. Ausführlicher zur Geschichte des Zweiges, vgl. u.a. Undeutsch 1967, Dettenborn u.a. 1989, Kette 1987, Hommers, 1991.
Gegenstand der Rechtspsychologie sind Erleben und Verhalten in Bezug auf Recht, d.h. beim Nichtbefolgen bzw. Missachten, sowie beim Nutzen und Mißbrauchen, beim Durchsetzen des bzw. der Weiterentwicklung des Rechts.
Die Aufgaben der Rechtspsychologie sind
Beiträge zu effektiver Rechtsverwirklichung
-de lege lata, Durchsetzung geltenden Rechts, z.B. sachgerechte Konflikt-Behandlung im Sorgerechtsverfahren
-de lege ferenda, Anwendung der Psychologie bei Gesetzesänderungen
Analyse der Erlebens,- und Verhaltensweisen der im Rechtssystem agierenden Gruppen und Personen, d. h. bei professionellen Rechtsanwendern, wie bei Klägern, Beklagten, Beschuldigten und Zeugen z. B Untersuchungen zu Verhandlungsführungen, zur Vernehmung, zum Zeugenverhalten , zur Täter - Opfer- Beziehung.
Analyse der Entstehung, Funktionsweise und Wirkung des Rechts unter psychologischen Aspekten.
-Psychologische relevante Grundannahmen des Rechts
-Grundprozesse der Urteilsbildung beteiligter Individuen, Gruppen und Institutionen.
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Familienrechtlicher bzw. familienpsychologischer Gutachten Art. 6 GG, §§ 1626 ff BGB
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Waffenpsychologie Waffenrechtlicher bzw. waffenpsychologischer Gutachten § 6 WaffG
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Die Steuerpsychologie wurde maßgeblich von Günter Schmölders begründet und in der Finanzwissenschaft etabliert; in den 1950er Jahren erweiterte er bestehende Modelle und theoretische Ansätze im Sinne der sozialökonomischen Verhaltensforschung um finanz- und sozialpsychologische, politologische und soziologische Aspekte und prägte Begriffe wie Steuerbelastung, Steuermoral und Steuermentalität. Bei der Steuerbelastung wird zwischen 'objektiver' und 'subjektiver' Steuerlast unterschieden: Die 'objektive Steuerbelastung' steht für die tatsächlich durch Besteuerung verursachten Einkommenseinbußen, während die 'subjektive Steuerbelastung' (das sogenannte 'Steuerbelastungsgefühl') von psychischen Wahrnehmungsfiltern (zum Beispiel die Merklichkeit und Dauerhaftigkeit der Steuer oder die eigene finanzielle Lage) beeinflusst wird. Die 'Steuermentalität' umschreibt vor allem die allgemeine Einstellung zur Besteuerung insgesamt, also Einstellungen zur Steuerpflicht, Steuergerechtigkeit, Steuerehrlichkeit etc. Die 'Steuermoral' schließlich spiegelt sich in den Einstellungen der Steuerpflichtigen zur Frage der Erfüllung oder Vernachlässigung ihrer steuerlichen Pflichten wider, d. h. in den Einstellungen zur Frage des Steuerdeliktes. Steuerbelastung, Steuermentalität und Steuermoral wirken sich dem steuerpsychologischen Modell Schmölders' zufolge auf den Steuerwiderstand aus und können Steuerpflichtige zur Steuerhinterziehung veranlassen.
Neuere internationale Studien zur Steuerhinterziehung haben "zahlreiche empirische Resultate vorgelegt, die allerdings nicht wesentlich über das hinausgehen, was Schmölders bereits vor zwei Jahrzehnten veröffentlicht hat";[1] neben steuerpsychologischen Aspekten stehen vor allem Persönlichkeitsmerkmale und situative Faktoren im Zentrum der Analysen.
Siehe auch 1.Quellen
G. Wiswede: Psychologie der Besteuerung. In: G. Wiswede: Einführung in die Wirtschaftspsychologie. München/ Basel 2000, S. 159.
W. Franzen: Was wissen wir über Steuerhinterziehung? Teil 1: Theoretische Erklärungsansätze für eine weitverbreitete Ausnahme von der Regel. In: Neue Kriminalpolitik. 2/2008, S. 72–79.
W. Franzen: Was wissen wir über Steuerhinterziehung? Teil 2: Empirische Forschung - außer Spesen nichts gewesen? In: Neue Kriminalpolitik. 3/2008, S. 94–101.
K.-H. Hansmeyer, K. Mackscheidt: Finanzpsychologie. In: Fritz Neumark (Hrsg.): Handbuch der Finanzwissenschaft. 3. Auflage. Tübingen 1977, S. 553–583.
E. Kirchler: The Economic Psychology of Tax Behaviour. Cambridge University Press, Cambridge 2007, ISBN 978-0-521-87674-2.
A. Lewis: The Psychology of Taxation. Oxford 1982.
K. Mackscheidt: Die Entwicklung der Kölner Schule der Finanzpsychologie. In: C. Smekal, E. Theurl (Hrsg.): Stand und Entwicklung der Finanzpsychologie. Baden-Baden 1994, S. 41–63.
G. Schmölders: Das Irrationale in der öffentlichen Finanzwirtschaft. Probleme der Finanzpsychologie. Hamburg 1960.
G. Schmölders: Finanz- und Steuerpsychologie. (= Rowohlts deutsche Enzyklopädie. Band 100/101). Reinbek bei Hamburg 1970.
G. Wiswede: Psychologie der Besteuerung. In: G. Wiswede: Einführung in die Wirtschaftspsychologie. München/ Basel 2000, S. 158–162.