Source: http://www.ib.hu-berlin.de/~kumlau/handreichungen/h66/RSWK/rswk_02.htm
Timestamp: 2017-12-16 22:41:03
Document Index: 334497067

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 7', '§ 8', '§ 9', '§ 10', '§ 11', '§ 12', '§ 13', '§ 14', '§ 15', '§ 16', '§ 17', '§ 18', '§ 19', '§ 20', '§ 1', '§ 13', '§ 2', '§ 9', '§ 7', '§ 13', '§ 15', '§ 3', '§ 7', '§ 8', '§ 8', '§ 11', '§ 9', '§ 12', '§ 10', '§ 8', '§ 12', '§ 13', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 4', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 4', '§ 4', '§ 3', '§ 6', '§ 9', '§ 7', '§ 771', '§ 5', '§ 4', '§ 5', '§ 4', '§ 3', '§ 5', '§ 737', '§ 5', '§ 5', '§ 501', '§ 767', '§ 4', '§ 4', '§ 723', '§ 4', '§ 5', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 744', '§ 4', '§ 6', '§ 13', '§ 13', '§ 315', '§ 315', '§ 14', '§ 762', '§ 8', '§ 13', '§ 12', '§ 13', '§ 13', '§ 9', '§ 7', '§ 8', '§ 324', '§ 111', '§ 8', '§ 12', '§ 11', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 18', '§ 19', '§ 19', '§ 19', '§ 19', '§ 202', '§ 12', '§ 8', '§ 10', '§ 305', '§ 8', '§ 101', '§ 201', '§ 601', '§ 707', '§ 401', '§ 314', '§ 13', '§ 324', '§ 306', '§ 13', '§ 306', '§ 13', '§ 7', '§ 415', '§ 605', '§ 708', '§ 715', '§ 724', '§ 739', '§ 304', '§ 7', '§ 111', '§ 213', '§ 305', '§ 305', '§ 304', '§ 7', '§ 9', '§ 12', '§ 10', '§ 8', '§ 19', '§ 12', '§ 18', '§ 19', '§ 19', '§ 6', '§ 20', '§ 8', '§ 312', '§ 10', '§ 306', '§ 705', '§ 205', '§ 203', '§ 306', '§ 106', '§ 203', '§ 212', '§ 306', '§ 415', '§ 612', '§ 710', '§ 202', '§ 17', '§ 11', '§ 15', '§ 401', '§ 408', '§ 415', '§ 601', '§ 708', '§ 7', '§ 315', '§ 709', '§ 7', '§ 602', '§ 106', '§ 316', '§ 306', '§ 415', '§ 602', '§ 712', '§ 715', '§ 733', '§ 209', '§ 7', '§ 712', '§ 306', '§ 8', '§ 315', '§ 317', '§ 317', '§ 303', '§ 310', '§ 7', '§ 324', '§ 305', '§ 207', '§ 611', '§ 13', '§ 13', '§ 15', '§ 202', '§ 322', '§ 504', '§ 701', '§ 15', '§ 201', '§ 201', '§ 201', '§ 324', '§ 7', '§ 8', '§ 504', '§ 6', '§ 14', '§ 15', '§ 11', '§ 13', '§ 322', '§ 116', '§ 117', '§ 504', '§ 220', '§ 116', '§ 15', '§ 406', '§ 406', '§ 405', '§ 504', '§ 504', '§ 115', '§ 15', '§ 406', '§ 16', '§ 302', '§ 102', '§ 202', '§ 302', '§ 602', '§ 709', '§ 803', '§ 109', '§ 314', '§ 17', '§ 403', '§ 503', '§ 106', '§ 415', '§ 607', '§ 710', '§ 715', '§ 716', '§ 314', '§ 314', '§ 306', '§ 305', '§ 602', '§ 206', '§ 711', '§ 206', '§ 314', '§ 18', '§ 418', '§ 19', '§ 9', '§ 9', '§ 305', '§ 9', '§ 20', '§ 8', '§ 324', '§ 20', 'Art.\n6', '§ 12']

Grundregeln Paragraph
Aufgabe der Regeln für den Schlagwortkatalog § 1
Grundbegriffe § 2
Zu erschließende Dokumente § 3
Inhaltsanalyse § 4
Erschließung mit Formschlagwörtern und Gattungsbegriffen § 5
Grundprinzipien der Schlagwortkatalogisierung § 6
Verhältnis von Schlagwort und Schlagwortkette § 7
Formen des Schlagworts § 8
Ansetzung des Schlagworts § 9
Homonymenzusatz § 10
Schlagwortkategorien, Indikatoren § 11
Verweisungen § 12
Schlagwortkette § 13
Darstellung von Beziehungen in der Schlagwortkette § 14
Reihenfolge in der Schlagwortkette, Permutationen § 15
Rechtschreibung, Zeichenvorrat § 16
Zahlen und sonstige Zeichen § 17
Codierungen in Schlagwortsätzen § 18
Bemerkungen in Schlagwortsätzen § 19
Gestaltung der Schlagwort-Recherche im Online-Katalog § 20
§ 1 Aufgabe der Regeln für den Schlagwortkatalog
1. Die RSWK regeln die Inhaltserschließung von Bibliotheksbeständen durch die Schlagwortkatalogisierung. Ausgangspunkt ist die Praxis Der Deutschen Bibliothek und der Bibliotheksverbünde, die ihre Bestände unter Nutzung der Schlagwortnormdatei (SWD) erschließen. Das Regelwerk kann jedoch in gleicher Weise lokal wie außerhalb der Bibliotheken auf andere Dokumente angewandt werden. Hierfür können Sonderbestimmungen geschaffen werden, insbesondere beim Umfang der Verweisungen.
2. Die Schlagwortkatalogisierung kann nicht alle Beziehungen zwischen Begriffen und Gegenständen darstellen. Daher sollten die Dokumente daneben auch klassifiziert werden.
3. Die Schlagwortkatalogisierung kann durch maschinelle Indexierung ergänzt werden, insbesondere bei speziellen Gattungen von Dokumenten, wie retrokonvertierten Altbeständen, Zeitschriftenaufsätzen oder elektronischen Publikationen. Hier hat die maschinelle Indexierung in erster Linie die Funktion, Sucheinstiege zu vermehren, falls der Aufwand für eine intellektuelle Schlagwortvergabe unvertretbar hoch erscheint. Soweit durch maschinelles Indexieren keine rasch les- und interpretierbaren Inhaltsbeschreibungen im Sinn von § 13 erzeugt werden, ist eine Trennung beider Datenschichten für das Retrieval sinnvoll.
4. Die RSWK haben Bezüge zu den Regeln für die Alphabetische Katalogisierung" (RAK). Die Erfassung der Daten nach beiden Regelwerken wird aufeinander abgestimmt.
5. Die RSWK berücksichtigen vorrangig die Bedürfnisse von Online-Katalogen. Für Listen- oder Zettelkataloge können sie analog angewandt werden. Spezielle Bedingungen dieser Katalogformen sowie von Bibliographien und Kettenlisten in Online-Katalogen werden als fakultative Bestimmungen aufgeführt.
§ 2 Grundbegriffe
Anm.: Die folgenden Definitionen dienen nur dem leichteren Überblick über die verwendete Terminologie.
Herangezogen wurden u.a. die einschlägigen DIN-Normen 1463 Erstellung und Weiterentwicklung von Thesauri, 2330 Begriffe und Benennungen, 31623 Indexierung zur inhaltlichen Erschließung von Dokumenten, 31631 Kategorienkatalog für Dokumente. Die Terminologie der RSWK richtet sich jedoch teilweise nach dem abweichenden bibliothekarischen Sprachgebrauch.
1. Inhaltserschließung (Sacherschließung)
Inhaltserschließung ist die Gesamtheit der Methoden und Verfahren zur inhaltlichen Beschreibung von Dokumenten. Dabei sind zu unterscheiden:
a) Verbale Inhaltserschließung (Indexierung), die dem Dokument natürlich-sprachliche Bezeichnungen zuordnet, sie suchfähig macht, anzeigt und soweit erforderlich alphabetisch sortiert. Zu unterscheiden sind:
- intellektuell vergebene Schlagwörter (Schlagwortkatalogisierung),
- Stichwörter aus dem Hauptsachtitel oder anderen Titeln sowie
- maschinelle Indexierung, die Wörter aus den Titeln oder weiteren Elementen des Dokuments wie Abstract, Inhaltsverzeichnis, Register u.a. verwendet.
Anm.: Indexierung wird überwiegend im obigen Sinn verwendet, daneben aber auch für den Aufbau von Indizes aus Datenelementen der SWD und der Titelaufnahmen.
b) Klassifikatorische Inhaltserschließung, die mit Hilfe von Notationen Inhalte wiedergibt, anzeigt, nach sachlichen Kriterien ordnet und suchfähig macht. Die Ordnung ist vorwiegend hierarchisch, auch wenn die Notation dies (etwa bei der Verwendung als Aufstellungssystematik) nicht immer ausdrückt.
2. Schlagwortkatalogisierung, Schlagwortnormdatei (SWD), Schlagwortkette
Die Schlagwortkatalogisierung basiert auf der natürlichen Sprache. Sie folgt festgelegten Regeln für die Ansetzung der Schlagwörter (vgl. § 9) sowie für deren Verwendung zur Wiedergabe eines Dokumenteninhalts. Die Schlagwörter werden in der SWD geführt.
Anm: Hierbei handelt es sich um eine bei Der Deutschen Bibliothek nach den Vorschriften dieses Regelwerks geführte, kooperativ bearbeitete Normdatei. Bei lokaler Anwendung sollte von einer Schlagwortdatei gesprochen werden.
Die SWD bzw. die Schlagwortdatei besteht aus Schlagwortsätzen. Diese enthalten Felder für Ansetzungs- und Verweisungsformen sowie ergänzend Codierungen (einschließlich der Notation einer nationalen oder lokalen Klassifikation), Bemerkungen und Verwaltungsinformationen (vgl. § 7,4).
Bei der Zuordnung der Schlagwörter zu den Dokumenten sind grundsätzlich zwei strukturell unterschiedliche Verfahren möglich:
a) Die Verwendung einzelner nicht verknüpfter Schlagwörter, die unabhängig von dokumentspezifischen Beziehungen gleichrangig nebeneinander gestellt werden (gleichordnende Indexierung).
b) Die Verknüpfung einzelner Schlagwörter zu Schlagwortketten, die den dokumentspezifischen Zusammenhängen entsprechen (syntaktische Indexierung).
Das vorliegende Regelwerk sieht Schlagwortketten (vgl. § 13) vor. Die Reihenfolge der Schlagwörter in der Schlagwortkette wird primär durch Schlagwortkategorien (vgl. § 15) und ergänzend durch inhaltliche Kriterien bestimmt.
3. Dokument (Vorlage)
Als Dokument wird die vorliegende, im Schlagwortkatalog nachzuweisende Ausgabe eines Werks bezeichnet. Je nach der Erscheinungsform sind bibliographisch selbständige Dokumente und bibliographisch unselbständige Dokumente zu unterscheiden (vgl. § 3).
4. Gegenstand des Dokuments
Als Gegenstand wird ein in einem Dokument behandeltes Thema (Sachverhalt) bezeichnet. Ein solcher Gegenstand wird durch einen oder mehrere Begriffe, die in einer sachlichen Beziehung zueinander stehen, repräsentiert (vgl. §§ 7,1; 13,4). Der Dokumenteninhalt besteht aus einem oder mehreren Gegenständen.
Ein Begriff ist das Ergebnis einer Abstraktion. In Allgemeinbegriffen (abstrakten Begriffen) sind gemeinsame Merkmale einer Menge individueller Gegenstände materieller oder immaterieller Art zusammengefasst.
Zu den Begriffen zählen auch Individualbegriffe, die durch Anschauung entstehen und konkreten individuellen Gegenständen im Denken entsprechen. Sie werden i.d.R. durch einen Individualnamen wiedergegeben, z.B. durch die Namen von Personen, Geographika oder Körperschaften. Gibt es keinen Individualnamen oder ist er sehr entlegen, so werden Individualbegriffe durch Bezeichnungen für die entsprechenden Allgemeinbegriffe in Kombination mit individualisierenden Angaben wiedergegeben (vgl. § 8,3).
6. Bezeichnung (Benennung)
Eine Bezeichnung ist ein sprachlicher Ausdruck für einen Allgemeinbegriff oder einen Individualbegriff.
7. Schlagwort (Deskriptor, Vorzugsbezeichnung, Ansetzungsform)
Ein Schlagwort ist eine terminologisch kontrollierte Bezeichnung, die in Indexierung und Retrieval für einen Begriff aus einem Dokumenteninhalt verwendet wird (vgl. §§ 8; 9).
8. Schlagwortkategorie, Indikator
Grundlegende inhaltliche Kategorien von Begriffen werden als Schlagwortkategorien unterschieden. Sie gliedern das Gesamtrepertoire der Schlagwörter, bestimmen die Rangfolge in der Schlagwortkette und werden, ebenso wie weitere Begriffskategorien, durch Indikatoren gekennzeichnet (vgl. § 11).
9. Ansetzung, Terminologische Kontrolle
Terminologische Kontrolle ist die Gesamtheit der Maßnahmen, die dazu dienen, Begriffe und Bezeichnungen eindeutig aufeinander zu beziehen (Beseitigung von Mehrdeutigkeiten, Disambiguierung). Der wichtigste Schritt ist die Ansetzung des Schlagworts (vgl. § 9), indem
- für jeden Begriff eine Ansetzungsform (Vorzugsbezeichnung) festgelegt wird, die den Begriff eindeutig vertritt (Festlegungskontrolle),
- Synonyme (nicht gewählte Ansetzungsformen) möglichst vollständig erfasst werden (Synonymiekontrolle, vgl. § 12,2),
- Homonyme und Polyseme besonders gekennzeichnet werden (Homonymiekontrolle, vgl. § 10),
- geprüft wird, ob ein komplexer Begriff in mehrere Schlagwörter zerlegt werden soll (Zerlegungskontrolle, vgl. §§ 8,5; 304,3 und 4).
- die Bestimmung der hierarchischen Relationen bzw. der hierarchischen Verweisungen,
- die Bestimmung der begriffsinhaltlichen Überschneidungen bzw. der assoziativen und chronologischen Verweisungen,
- Definitionen und Verwendungshinweise.
10. Relation (Beziehung)
Eine Relation ist die Beziehung zwischen mehreren Bezeichnungen, die denselben Begriff repräsentieren (Äquivalenzrelation), oder die Beziehung zwischen verschiedenen Begriffen aufgrund ihrer gemeinsamen Merkmale (Begriffsbeziehung: hierarchische und assoziative Relation).
11. Verweisung
Eine Verweisung ist die Darstellung der Relation zwischen Bezeichnungen bzw. Begriffen mit Hilfe einer abgekürzten Verweisungsformel (z.B. den Symbolen BS, BF usw.). Verweisungen dienen zur Führung des Benutzers, vor allem von nicht zugelassenen auf die zugelassene Bezeichnung (Vorzugsbezeichnung) oder auf hierarchisch übergeordnete, untergeordnete oder auf verwandte Begriffe (vgl. § 12).
12. Schlagwortkatalog
Der Schlagwortkatalog ist die Gesamtheit der mit der Schlagwortkatalogisierung geschaffenen Zugriffsmöglichkeiten auf Titelaufnahmen: das verwendete Vokabular und die Schlagwortketten (Schlagwortkettenregister) einschließlich der zugehörigen Titelaufnahmen.
13. Listenfunktion, Eintragung, Permutation
Listenfunktion meint die Reihung von alphabetisch sortierten Schlagwortketten in einem Kettenregister im OPAC, im Listen- oder Zettelkatalog oder in gedruckten Bibliographien.
Die Eintragung ist bei Listenfunktionen diejenige Stelle, unter der ein Gegenstand im Schlagwortkatalog durch die Schlagwortkette mit ihren Permutationsformen nachgewiesen ist.
Zu den Eintragungen zählen auch Verweisungen.
Unter Permutation wird jede Veränderung der Reihenfolge der Glieder der Schlagwortkette verstanden (z.B. Transposition: der Austausch jeweils zweier Kettenglieder, vgl. §§ 13; 15).
§ 3 Zu erschließende Dokumente
1. In den Schlagwortkatalog können grundsätzlich alle in einer Bibliothek vorhandenen selbständig erschienenen Dokumente aufgenommen werden.
2. Im jeweiligen Verbund oder in der jeweiligen Bibliothek wird festgelegt,
a) ob darüber hinaus unselbständig erschienene Dokumente, wie Aufsätze in Zeitschriften, Sammelwerken und Festschriften, die eine Titelaufnahme nach RAK-UW erhalten, erschlossen werden,
b) ob minder wichtige Literatur, zumal bei geringem Umfang oder Literaturgattungen, die vor allem unter formalen Gesichtspunkten gesammelt werden (wie Auktionskataloge, Telefonbücher, Vorlesungsverzeichnisse), von der Erschließung auszunehmen sind,
c) ob vor einem bestimmten Erscheinungsjahr erschienene Dokumente ausgenommen werden. Für Reprints und Neuauflagen ist dabei das Erscheinungsjahr des Nachdrucks maßgebend. (Zur Schlagwortvergabe bei älterer Literatur vgl. §§ 4,5; 5,7; 401a,2,c; Anl. 10),
d) ob schöne Literatur, Musikdrucke, Musiktonträger, Musikvideos, Abbildungen von Kunstwerken und vergleichbare audiovisuelle sowie elektronische Materialien durch Schlagwörter für Entstehungsgebiet, Sprache, Gattung, Zeit und Form erschlossen werden (vgl. § 5,3),
e) in welchem Umfang in wissenschaftlichen Bibliotheken schöne Literatur sowie Kinder- und Jugendliteratur erschlossen werden (vgl. § 4,6),
f) ob schöne Literatur, Kinder- und Jugendliteratur und audiovisuelle sowie elektronische Materialien vergleichbaren Inhalts durch Schlagwörter für die Gattung oder Strömungen sowie ein Formschlagwort erschlossen werden (vgl. § 5,4 und 5),
g) ob Musikdrucke, Musiktonträger und Musikvideos nach thematisch erschließbaren Inhalten (Motiv, Anlass), Form und Gattung, Besetzung, Provenienz, Zeit, Präsentation und Realisation erschlossen werden (vgl. § 5,6),
h) ob Altbestände durch Gattungsbegriffe und ein Formschlagwort erschlossen werden (vgl. § 5,7).
Anm.: Der jeweilige Umfang der Beschlagwortung Der Deutschen Bibliothek ist in den Praxisregeln" festgelegt.
3. Bei mehrbändigen begrenzten Werken ist i.d.R. das Gesamtwerk zu erschließen. Es wird jedoch zusätzlich der Einzelband erschlossen, wenn er ein im Verhältnis zum Gesamttitel klar abgegrenztes und sachlich eingeschränktes Thema behandelt. Dies gilt insbesondere, wenn zur Erschließung andere Schlagwörter zu verwenden sind als für das Gesamtwerk oder wenn der Titel des Gesamtwerks nur eine lose Klammer für die Einzelbände bildet, z.B. bei Einzelbänden, die in zahlreichen, unterschiedlichen Auflagen erschienen sind. Auf die Erschließung des Gesamtwerks kann verzichtet werden, wenn es sich um sehr allgemeine Themen handelt, z.B. bei Handbüchern ganzer Wissenschaften.
Anm. 1: Dies gilt unabhängig von der Form der Titelaufnahme des Einzelbandes als Stücktitel (nach MAB h-Satz) oder mit bloßer Bandaufführung (nach MAB u-Satz). Auch Abteilungen eines Gesamtwerks (nach MAB y-Satz) können, wo sinnvoll, erschlossen werden.
Anm. 2: Ist ein Gesamtwerk nicht vollständig vorhanden oder noch nicht vo llständig erschienen, so richtet sich (insbesondere in Verbundsystemen) die Erschließung dennoch nach dem geplanten Umfang der Publikation.
Anm. 3: Der jeweilige Umfang der Beschlagwortung Der Deutschen Bibliothek ist in den Praxisregeln" festgelegt.
Titel: ¬Der¬ deutsche Roman / hrsg. von Benno von Wiese. - 1965
Bd. 1 Vom Barock bis zur späten Romantik
Bd. 2 Vom Realismus bis zur Gegenwart
Erschlossen wird nur das Gesamtwerk. Einzelbände, die sich nur durch die zeitliche Gliederung unterscheiden, sollten nicht getrennt erschlossen werden.
Titel: ¬Die¬ Kunst im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation / Wolfgang Braunfels. - 1979-1989
Bd. 1-3 Die Räume
1. ¬Die¬ weltlichen Fürstentümer
2. ¬Die¬ geistlichen Fürstentümer
3. Reichsstädte, Grafschaften, Reichsklöster
Bd. 4-5 Die Grenzen
4. Grenzstaaten in Westen und Süden. Deutsche und romanische Kultur
5. Grenzstaaten in Osten und Norden. Deutsche und slawische Kultur
Bd. 6 Die Zeiten
6. ¬Das¬ Werk der Kaiser, Bischöfe, Äbte und ihrer Künstler: 750-1250
(Bd. 7 und 8, 1250-1870 nicht erschienen)
Erschlossen wird nur das Gesamtwerk, da das Werk auf einer individuellen Gesamtkonzeption beruht, die Einzelbände nicht in sich abgeschlossene Einheiten darstellen und ihre Gliederung für eine Erschließung wenig geeignet ist.
Titel: Fouilles de Delphes / École Française dAthènes
Bd 2 Topographie et architecture
Bd 2,1,3 ¬Le¬ trésor des Atheniens / par Jean Audiat. - 1933
Die Einzelbände werden nicht erschlossen, da der wichtigste Suchbegriff (Delphi) identisch wäre. In einer Spezialbibliothek kann dies auch anders gehandhabt werden.
Titel: Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre / Erich Gutenberg. - 1965-1970
Bd. 1 ¬Die¬ Produktion
Bd. 2 ¬Der¬ Absatz
Bd. 3 ¬Die¬ Finanzen
Da Einzelbände in zahlreichen Auflagen erschienen sind, liegt es nahe, sowohl das Gesamtwerk als auch die Einzelbände zu erschließen.
Titel: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte : 1815-1945. Bd. 1-22.
Bd. 1 Ost- und Westpreußen. - 1975
Erschlossen wird sowohl das mehrbändige Werk wie der Einzelband, da es sich um klar abgegrenzte Themen handelt.
Titel: Handbuch der Altertumswissenschaft
Abt. 1 Einleitende und Hilfsdisziplinen
Abt. 2 Griechische Grammatik, lateinische Grammatik, Rhetorik
Abt. ...
Gesamtwerk bzw. Abteilungen umfassen jeweils zahlreiche Bände, die nur lose zusammenhängen. Erschlossen werden daher nur die Einzelbände.
Titel: Handbuch der Orientalistik
5. Abt. Japan. - 1988 -
Bd. 1,2 Sprache und Schrift Japans / Bruno Lewin. - 1989
Erschlossen werden die Abteilung und die Einzelbände. Das Gesamtwerk hat nur einen losen Zusammenhang.
Titel: ¬Der¬ Duden : in 12 Bänden
Bd. 1 Duden, Rechtschreibung der deutschen Sprache. - 1991
Erschlossen wird nur der Einzelband, da der Inhalt des Gesamtwerks zu unspezifisch ist.
Titel: Gesammelte Werke / Jean-Paul Sartre
<Abt.> Schriften zur Literatur
5. Der Idiot der Familie ; Bd. 1. - 1986
6. Der Idiot der Familie ; Bd. 2. - 1986
7. Der Idiot der Familie ; Bd. 3. - 1986
Das Gesamtwerk wird nicht erschlossen, da es sich um ein Dokument vermischten Inhalts handelt (vgl. § 4,4). Einzelbände einer Werkausgabe können erschlossen werden, wenn es sich um ein klar abgegrenztes Einzelwerk handelt.
Titel: Monumenta Egrana : Denkmäler des Egerlandes als Quelle für dessen Geschichte / hrsg. von H. Gradl. Bd. 1 (1886) [mehr nicht erschienen]
Erschlossen wird der tatsächlich erschienene Inhalt (Geschichte 805-1322).
Titel: ¬The¬ international whos who [Erscheint 1935-]
Bei Werken, die in regelmäßiger Neuauflage erscheinen, wird nur das Gesamtwerk erschlossen.
4. Bei Schriftenreihen wird i.d.R. nur der Stücktitel erschlossen. Die Schriftenreihe kann zusätzlich erschlossen werden, wenn es sich um ein spezielles Thema handelt, das durch die Erschließung der Stücktitel nicht abgedeckt wird.
Titel: Schriften zum öffentlichen Recht
Schriftenreihe mit mehreren hundert Titeln. Erschlossen werden nur die Einzelbände.
Titel: Materialien zur Fremdenverkehrsgeographie
Schriftenreihe, deren Einzelbände speziellere Themen behandeln. z.B.
Bd.14. Städtetourismus als Teil der kommunalen Imageplanung / Mechthild May. - 1986
Bd. 16. Gemeinnützige Familienferienstätten / Burkhard Schmidt. - 1988
Erschlossen werden sowohl die Serie wie die Einzelbände.
5. Bei Zeitschriften, Zeitungen und zeitschriftenartigen Reihen mit einzelnen Stücktiteln werden i.d.R. sowohl das Gesamtwerk wie die Stücktitel erschlossen.
§ 4 Inhaltsanalyse
1. Die Schlagwortkatalogisierung umfasst die Analyse des begrifflichen Inhalts eines vorliegenden Dokuments und dessen Umsetzung in Schlagwörter, deren Ansetzung sowie die Bildung von Schlagwortketten.
Die Inhaltsanalyse umfasst die einzelnen Schritte bei der intellektuellen Erfassung eines Dokumenteninhalts zum Zwecke einer möglichst präzisen und spezifischen Inhaltserschließung. Ihre Grundprinzipien sind unabhängig von dem jeweiligen Erschließungsverfahren. Neben allgemeinen Normen sind fachspezifische Aspekte sowie folgende Grundsätze bzw. Phasen zu berücksichtigen:
- Feststellen des Inhalts bzw. der inhaltlichen Schwerpunkte eines vorliegenden Dokuments, also der darin behandelten Gegenstände. Maßgebend für die Wahl der Schlagwörter ist der Inhalt, nicht die jeweilige Titelfassung mit den sich daraus ergebenden Stichwörtern.
- Gewichtung und Auswahl der zu erschließenden inhaltlichen Aspekte unter Berücksichtigung der Aufnahmeprinzipien für den Schlagwortkatalog (vgl. § 3) und der Grundprinzipien der Schlagwortkatalogisierung (vgl. § 6).
- Ermittlung eines oder mehrerer Begriffe, die den wesentlichen Inhaltskomponenten eines Dokuments entsprechen.
- Umsetzung der ausgewählten Begriffe in prägnante Bezeichnungen zum Zweck der möglichen Ansetzung einzelner Schlagwörter (vgl. § 9).
- Spezifizierung der Beziehungen zwischen den ermittelten Begriffen bzw. der Anzahl der im Dokument behandelten Gegenstände im Hinblick auf die vorgegebenen Regeln zur Bildung von Schlagwortketten (vgl. §§ 7; 13; 14).
Anm.: Als Indexierungsnormen für die Inhaltsanalyse sind zu nennen ISO/DIS 5963 Methods for examining documents, determining their subjects and selecting indexing terms und DIN 31623 Indexierung zur inhaltlichen Erschließung von Dokumenten.
2. Der Standpunkt oder eine Weltanschauung des Verfassers wird im Allgemeinen nicht berücksichtigt. Er wird aber durch ein Schlagwort ausgedrückt, wenn er sich auf Methode und Thematik der vorliegenden Darstellung deutlich auswirkt. Die Sicht von Kirchen, Parteien und ähnlichen Körperschaften wird berücksichtigt, wenn es sich um eine Stellungnahme mit offiziellem bzw. repräsentativem Charakter handelt.
Titel: Gesellschaft - Staat - Recht : zur Kritik der bürgerlichen Ideologie über die Entstehung von Gesellschaft, Staat und Recht / Werner Sellnow. - 1975
Der Autor geht zwar vom marxistischen Standpunkt aus, unterscheidet sich jedoch von bürgerlichen" Darstellungen nur in der Bewertung.
SWW Sozialphilosophie ; Geschichte 1750-1880
Titel: Scientology: eine neue Sicht des Lebens / L. Ron Hubbard. - 1983
SW Scientology
Titel: Verführung statt Erleuchtung : Sekten, Scientology, Esoterik / hrsg. von Hans Michael Baumgartner. - 1994
SWW Scientology ; Aufsatzsammlung
Beim ersten Dokument handelt es sich um eine Schrift des Begründers der Scientology, beim zweiten um eine Kritik aus katholischer Sicht.
Titel: ¬Der¬ erzwungene Krieg : die Ursachen und Urheber des Zweiten Weltkriegs / David L. Hoggan. - 1997
SWW Weltkrieg <1939-1945> ; Kriegsschuldfrage
Nicht berücksichtigt wird, dass die Thesen Hoggans der Geschichtswissenschaft völlig widersprechen.
Titel: ¬The¬ arena of capital / Michael Dunford ... - 1983
Das Werk ist stark methodisch orientiert. Es untersucht den Wert der marxistischen Wirtschaftstheorie zur Analyse der Industrialisierung Großbritanniens im Vergleich mit anderen Ansätzen. Marxismus stellt hier mehr als einen weltanschaulichen Standpunkt dar.
SWW Großbritannien ; Industrialisierung ; Marxismus ; Wirtschaftstheorie
Titel: Schwangerschaftsabbruch und Bewahrung des Lebens : eine Arbeitshilfe / hrsg. vom Diakonischen Werk Bayerns. - 1986
SWW Schwangerschaftsabbruch ; Evangelische Kirche ; Aufsatzsammlung
Es handelt sich um eine offizielle Stellungnahme der evangelischen Kirche.
Titel: Selbstanalyse : ein leicht verständliches Handbuch mit Tests und Übungen zur Selbsthilfe ... / L. Ron Hubbard. - 1983
Die Anleitung ist spezifisch auf Verfahren und Zweck der Scientology zugeschnitten.
SWW Selbstanalyse ; Dianetik
3. Die Zielgruppe des Autors wird bei der Erschließung des Dokuments i.d.R. nur berücksichtigt, wenn dies einen wesentlichen Einfluss auf den Inhalt hat. Das Niveau der Darstellung wird nur angegeben, wo dies im Regelwerk ausdrücklich vorgesehen ist, z.B. mit den Formschlagwörtern Einführung, Schulbuch, Jugendsachbuch, Lehrbuch sowie bei der Beschlagwortung von Materialien für die Berufsausbildung (vgl. § 771).
Titel: Physik, Strahlenkunde und Chemie : eine Einführung ... für Angehörige der Heilberufe und Krankenpflegeschulen / von O. K. Linde ... - 1986
Der Inhalt ist nicht eng auf die genannten Berufe zugeschnitten; die Zielgruppe hat jedoch Auswirkungen auf das Niveau der Darstellung. Dieses wird durch ein Formschlagwort bezeichnet.
SWW Physik ; Einführung
SWW Medizinische Radiologie ; Einführung
SWW Chemie ; Einführung
Titel: Gesetzeskunde für Apotheker / Rudolf Schiedermair. - 1982
Die Zielgruppe bedingt hier eine inhaltliche Einengung des Themas.
SW Apothekenrecht
SW Arzneimittelrecht
Inhalt: Hygiene : ein Arbeitsbuch für Pflegeberufe
Der Inhalt beschränkt sich weitgehend auf Hygienemaßnahmen, die bei der Krankenpflege zu treffen sind.
SWW Hygiene ; Krankenpflege
4. Nicht erschlossen werden Dokumente sehr allgemeinen oder vermischten Inhalts und solche, die keinen bestimmten Gegenstand behandeln:
Titel: Gesammelte Werke / Michail Bakunin. - Nachdr. - 1975
kein Schlagwort (auch nicht z.B.: Anarchismus ; Quelle)
Titel: Forschung : Mitteilungen der DFG. - 1979-
Enthält Berichte aus allen Wissenschaftsgebieten; deshalb kein Schlagwort.
Dazu können insbesondere Erbauungsliteratur, Gebetbücher, Gesangbücher, Kalender und Almanache allgemeiner Art, meditative Literatur, Sammlungen von Lebensweisheiten, Streitschriften ohne klar erkennbaren Inhalt u.ä. zählen.
Anm.: Zur Erschließung mit Gattungsbegriffen vgl. jedoch § 5.
Titel: Auf dem Weg zur Meisterschaft des Lebens : Erkenntnisse und Begegnungen, die das Leben schenkt / Rosmarie Stüssi. - 1995
Titel: Wir bleiben das Volk / Horst Eckert. - 1994
Der Autor behandelt zahlreiche Themen der deutschen und internationalen Politik aus rechtsradikaler Sicht in kursorischer Weise; kein Schlagwort.
5. Ältere Literatur und klassische Texte können nach den Bestimmungen dieses Regelwerks erschlossen werden. Eine Beschlagwortung erfolgt aus heutiger Sicht, d.h. für den heutigen Leser mit heutiger Terminologie, die allerdings rezipierte historische Begriffe einschließt.
Der Inhalt solcher Werke (unabhängig davon, ob es sich um die Originalausgabe, einen Reprint oder eine nicht überarbeitete Neuauflage handelt) ist gegenüber der Entstehungszeit unverändert. Es besteht jedoch vielfach ein verändertes Interesse, aus dem heraus das Werk heute gelesen wird: Es gibt Literatur, die heute unverändert relevant ist; andere Literatur ist veraltet und wird deswegen in den Schlagwortkatalog nicht aufgenommen, oder sie wird heute unter veränderten Aspekten gelesen: als Quelle für einen bestimmten Stand der Sache oder der Forschung (vgl. Anl. 10).
a) Beschlagwortung wie ein neues Werk
Titel: Abriß der Geologie von Bayern rechts des Rheins : in 6 Abteilungen - 1923-1929
noch heute brauchbare, umfassende Darstellung
SWW Bayern ; Geologie
Titel: Zur Soziologie des Parteiwesens in der modernen Demokratie / Robert Michels. - 4. erg. Aufl. - 1989. Inhaltlich unveränderter Nachdruck der 2. Aufl. 1925.
Es handelt sich um ein klassisches Werk der Parteienforschung von 1911, dessen Thesen heute nicht mehr akzeptiert werden. Im Hinblick auf die heute noch notwendige Auseinandersetzung mit diesem Werk ist jedoch eine Beschlagwortung auf die gleiche Weise wie bei einem neuen Werk sinnvoll.
SWW Partei ; Soziologie
Titel: Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes / John Maynard Keynes. - 1983
Klassisches Werk von 1936, das für die aktuelle wissenschaftliche Diskussion noch heute wesentlich ist.
SW Geldtheorie
SW Konjunkturtheorie
SW Keynessche Theorie
Titel: ¬A¬ letter concerning toleration / John Locke. - 1690-1692
SWW Religiöse Toleranz ; Philosophie
Im Hinblick auf die spezielle Thematik ist eine Erschließung im Schlagwortkatalog sinnvoll. Unveränderte Relevanz kann man vor allem bei spezielleren Themen annehmen.
Titel: Vite de pittori, scultori ed architetti genovesi / Raffaello Soprani e Carlo G. Ratti. - [Nachdr. der Ausg.] 1768-1797
Bei biographischen Nachschlagewerken sind oft auch ältere Werke heute noch relevant, da sie vielfach für weniger bedeutende Personen den einzigen Nachweis bringen.
SWW Genua ; Künstler ; Geschichte Anfänge-1740 ; Biographie
Titel: ¬Un¬ manuel de construction des galères / éd. annot. par Jan Fennis. - Repr. - 1985
Bei diesem Gegenstand ist es nur von geringer Bedeutung, ob es sich um ein älteres oder um ein modernes Werk handelt.
SWW Galeere ; Schiffbau
b) Keine Beschlagwortung
Titel: De arte poetica / Aristoteles. - 1968
Titel: Kritik der reinen Vernunft / Immanuel Kant. - 1984
Hier handelt es sich um klassische Werke, die vor allem historisch relevant sind. Ein Erschließen im Schlagwortkatalog ist jedoch entbehrlich.
c) Beschlagwortung aus heutiger Sicht
Für die Beschlagwortung heute überholter Literatur gelten die Gesichtspunkte, unter denen das Werk heute von Interesse ist. Der zeitliche Aspekt wird mit Geschichte und Jahreszahl oder durch ein anderes Zeitschlagwort ausgedrückt; i.d.R. wird das Formschlagwort Quelle hinzugefügt. Dies geschieht insbesondere, wenn ohne Zeit- und Formschlagwort ein unzutreffender Eindruck über den Inhalt des Werks entstünde. Im Zweifelsfall wird nach § 4,5,a beschlagwortet.
Titel: Publication der Röm. Kays. Mayestät ... Augsburg. - 1583
Es handelt sich um eine Quelle zur Einführung des Gregorianischen Kalenders in Augsburg.
SWW Augsburg ; Gregorianischer Kalender ; Geschichte 1583 ; Quelle
Titel: Dictionnaire des richesses de la langue française / Pons-Augustin Alletz. - 1968
Nachdruck eines Wörterbuchs von 1770
SWW Französisch ; Wortschatz ; Geschichte 1770 ; Wörterbuch
Titel: Sozialismus und Krieg / Vladimir I. Lenin. - 1915
SWW Kommunismus ; Weltkrieg <1914-1918> ; Quelle
Titel: Five early guides to Rome and Florence. - 1972
Enthält einen Nachdruck von 5 Kunstführern. Ist nicht mehr als Reiseführer, sonders als Quelle für den damaligen Zustand der Kunstdenkmäler relevant.
SWW Rom ; Kunst ; Geschichte 1480-1554 ; Quelle
SWW Florenz ; Kunst ; Geschichte 1510 ; Quelle
d) Auf eine Beschlagwortung klassischer Werke der Belletristik nach Abs. 5,c wird jedoch verzichtet.
Anm.: Vgl. jedoch die Erschließung nach § 5,3 und 4 sowie die Erschließung der Themen nach § 4,6.
Titel: Dramen / Friedrich Schiller. - 1984
keine Beschlagwortung
6. Die Aufnahme von schöner Literatur, von Kinder- und Jugendliteratur beschränkt sich i.d.R. auf Dokumente, die einen bestimmten, als Problem, Ereignis oder mit einem Namen benennbaren Gegenstand behandeln. Zur Kennzeichnung dieser Dokumentgruppen tritt ein Formschlagwort hinzu (vgl. §§ 3,2,e; 760; 763)
Anm.: Zur Erschließung mit Gattungsbegriffen vgl. jedoch § 5,3 und 4.
Titel: Hölderlin : ein Roman / Peter Härtling. - 1989
SWW Hölderlin, Friedrich ; Belletristische Darstellung
SWW Dinosaurier ; Kinderbuch
7. Für audiovisuelle Materialien und elektronische Publikationen gelten die gleichen Regeln wie für anderes Bibliotheksmaterial, doch wird die Art des Datenträgers durch ein Formschlagwort gekennzeichnet, ggf. zusätzlich zur Form der Darstellung (vgl. § 737; 737a).
Anm.: Zur Erschließung mit Gattungsbegriffen vgl. § 5,5
SWW Einzeller ; Film 16 mm
SWW Psychologie ; Bibliographie ; CD-ROM
§ 5 Erschließung mit Formschlagwörtern und Gattungsbegriffen
Neben Schlagwörtern für den begrifflichen Inhalt eines Werks sind auch Schlagwörter für Form oder Gattung des Dokuments möglich. Eine solche Erschließung ist teils obligatorisch (Abs. 1 und 2), teils fakultativ (Abs. 3-7). Bei den Regeln für Ansetzung, Verknüpfung und für die Präsentation im OPAC ist auf Eindeutigkeit und Verständlichkeit im Retrieval Rücksicht zu nehmen.
1. Formschlagwörter für die Erscheinungsweise, die Art der Darstellung, die physische Form eines Dokuments (Dokumenttyp) sowie in Einzelfällen für das Niveau der Darstellung bilden zusammen mit den Schlagwörtern für den begrifflichen Inhalt eine Schlagwortkette (vgl. §§ 501-506).
SWW p Kleist, Heinrich ¬von¬ ; f Zeitschrift (Erscheinungsweise)
SWW s Wirtschaftswachstum ; f Statistik (Art der Darstellung)
SWW s Junges Deutschland ; s Essay ; f Anthologie (Art der Darstellung)
SWW g Griechenland ; s Landeskunde ; f Tonbildreihe (physische Form)
SWW g Greifswald ; f Belletristische Darstellung (Niveau der Darstellung)
2. Schulbücher und Lehrmittel für den Unterricht werden neben eventuellen Schlagwörtern für den Inhalt mit solchen für die Zweckbestimmung (Unterrichtsfach, Schulart, Schulstufe, Schuljahr, Ausbildungsberuf, Geltungsbereich) sowie mit einem Formschlagwort erschlossen (vgl. §§ 767-773).
SWW s Optik ; s Physikunterricht ; f Schulbuch
3. Schöne Literatur, Kinder- und Jugendliteratur, Musikdrucke, Musiktonträger, Musikvideos, Kunstwerke und deren Reproduktionen, sowie audiovisuelle Materialien und elektronische Publikationen vergleichbaren Inhalts (z.B. Spielfilme) können bei einer lokalen Anwendung dieses Regelwerks durch Schlagwörter für Entstehungsgebiet, Sprache, Gattung, Zeit (i.d.R. das Jahr der ersten Veröffentlichung) sowie ein Formschlagwort erschlossen werden. Werden diese Gattungsbezeichnungen für das Retrieval gemeinsam mit Schlagwortketten, die nach § 4 gebildet sind, angezeigt, so tritt ein Formschlagwort hinzu.
Titel: Umthate uzala umlotha / I. S. Kubheka. - 1993
SWW g Südafrika <Staat> ; g Zulu-Sprache ; s Roman ; z Geschichte 1993 ; f Text
Für einen vorliegenden Roman. Das Geographikum wird bei dieser Erschließung nicht als pleonastisch behandelt, obwohl die Zulu-Sprache nur in Südafrika gesprochen wird.
Inhalt: Bach, Johann Sebastian: Der Herr ist mein getreuer Hirt: BWV 112
SWW g Deutschland ; s Kantate ; z Geschichte 1731 ; f CD
Für eine Audio-CD. Jahreszahl nach Bach-Werke-Verzeichnis (Entstehungsjahr)
Titel: ¬Die¬ Apokalypse von Angers / Pierre-Marie Auzas. - 1985 [Bildband]
SWW g Frankreich ; s Bildteppich ; z Geschichte 1380 ; f Bildband.
Entstehungsland und Jahr sind nach dem Stand der Forschung angegeben. Daneben nach der Grundregel § 4 und § 723 obligatorisch
SW Apokalypse von Angers ; Bildband
Titel: Schrei wenn Du kannst [Bildtonträger] / Regie Claude Chabrol. - 1959
SWW g Frankreich ; s Film ; z Geschichte 1959 ; f Film 35 mm
4. Schöne Literatur, Kinder- und Jugendliteratur kann bei einer lokalen Anwendung dieses Regelwerks durch Schlagwörter für die literarische Gattung oder für literarische Strömungen erschlossen werden. Bei der Erschließung kann auf sehr spezielle Schlagwörter verzichtet werden, indem die Literatur unter Oberbegriffen zusammengefasst wird. Auf den Nachweis unter sehr häufig vorkommenden Begriffen kann verzichtet werden. Werden diese Gattungsbezeichnungen für das Retrieval gemeinsam mit Schlagwortketten, die nach § 4 gebildet sind, angezeigt, so tritt das Formschlagwort Text hinzu.
Anm. 1: Anthologien werden jedoch nach § 5,1 beschlagwortet.
Anm. 2: Zur Erschließung des sachlichen Inhalts vgl. § 4,5
SWW s Epos ; f Text
SWW s Schauerroman ; f Text
SWW s Junges Deutschland ; s Roman ; f Text
Für ein vorliegendes Epos, einen Schauerroman, einen Roman des Jungen Deutschland, aber nicht: s Roman ; f Text oder s Liebesroman ; f Text, da beides sehr häufig vorkommt.
5. Filme, Videos, Hörfunk- und Fernsehsendungen können bei lokaler Anwendung analog zu Abs. 4 mit Form- und Gattungsbegriffen oder mit Bezeichnungen für künstlerische Strömungen erschlossen werden. Werden diese Gattungsbezeichnungen für das Retrieval gemeinsam mit Schlagwortketten, die nach § 4 gebildet sind, angezeigt, so tritt ein Formschlagwort für das physische Material hinzu.
Anm.: Zur Erschließung des sachlichen Inhalts vgl. § 4,7.
6. Musikdrucke, Wiedergaben musikalischer Werke auf Tonträgern und Musikvideos können bei einer lokalen Anwendung des Regelwerks nach thematisch erschließbaren Inhalten (Motiv, Anlass), Form und Gattung, Besetzung, Provenienz, Zeit, Präsentation und Realisation erschlossen werden. Vgl. Regeln für den Schlagwortkatalog (RSWK) / Musikalien und Musiktonträger. - Entwurf. - Berlin: Deutsches Bibliotheksinstitut, 1991" (sowie § 744).
Titel: Toccata D-Dur : für 2 Tromp. u. Org. bearb. ... / Alessandro Scarlatti. - 1978
SWW s Toccata ; s Trio , Trompete 1,2 Orgel ; f Musikdruck
7. Für die Katalogisierung von Altbeständen (z.B. Erscheinungsjahr vor 1800 wie in RAK), die nicht nach § 4,5 erschlossen werden, können bei einer lokalen Anwendung nicht nur schöne Literatur, Kinder- und Jugendliteratur, sondern auch Bücher, die einer anderen literarischen Gattung zuzuordnen sind, mit Gattungsbegriffen erschlossen werden (vgl. Anl. 10). Entsprechend Abs. 4 tritt das Formschlagwort Text hinzu (vgl. Anl. 10).
SWW s Pflanzenbuch ; f Text
für ein vorliegendes Pflanzenbuch
§ 6 Grundprinzipien der Schlagwortkatalogisierung
1. Die Schlagwortkatalogisierung erschließt das Dokument als Ganzes, nicht einzelne Teile oder besonders relevante Aspekte. (Wenn mehrere Gegenstände behandelt werden vgl. § 13,4.) Einschränkungen ergeben sich nur dort, wo eine zusammenfassende Bezeichnung wesentlich weniger bekannt ist als ihre Unterbegriffe (vgl. § 13,5). Daneben ist im Einzelfall auch zusätzlich die Berücksichtigung einzelner Teilaspekte möglich, um besondere Sammelschwerpunkte und Spezialbestände tiefer zu erschließen.
Titel: Deutsche Kaisergeschichte in der Zeit der Salier und Staufer / Karl Hampe. - 1985
Trotz der Gliederung in zwei große Kapitel handelt es sich um eine fortlaufende Darstellung.
SWW Deutschland ; Geschichte 1024-1250
Titel: Von Wyhl nach Gorleben / Dieter Rucht. - 1980
SWW Deutschland <Bundesrepublik> ; Antikernkraftbewegung ; Geschichte
Inhalt: Politische Systeme der baltischen Staaten
Das Dokument enthält eine zusammenfassende, vergleichende Darstellung. Wäre die Darstellung nach Staaten gegliedert, so wären die einzelnen Staaten zu beschlagworten. Baltikum kann nicht nur im geographischen Sinn verwendet werden, sondern für alle Sachgebiete.
SWW Baltikum ; Politisches System
nicht: Litauen ; Politisches System usw.
2. Das Dokument wird möglichst spezifisch, präzise erschlossen, d.h. je nach Sachverhalt werden speziellere oder allgemeinere Schlagwörter verwendet. Einschränkungen ergeben sich dort, wo eine Differenzierung mit verbalen Mitteln nur sehr schwer möglich ist (vgl. u.a. Quasisynonyme § 315, Namen chemischer Verbindungen § 315,4) und bei der Darstellung von Beziehungen (vgl. § 14,1) sowie bei der Beschlagwortung von Belletristik, Kinder- und Jugendliteratur (vgl. §§ 762, 765 sowie 5,3).
Inhalt: Der Aminosäuregehalt einiger Mutanten und Rekombinanten von Phaseolus coccineus
SWW Feuerbohne ; Aminosäuren
nicht: Bohne ; Aminosäuren
Titel: Chapbooks : zur Literaturgeschichte des einfachen Lesers ; englische Konsumliteratur 1680-1840 / Rainer Schöwerling. - 1980
SWW Chapbook ; Leser
nicht: Großbritannien ; Leser ; Geschichte 1680-1840
oder: Englisch ; Unterhaltungsliteratur ; Geschichte 1680-1840
Inhalt: Geschichte der ETA
SWW ETA ; Geschichte
nicht: Baskenland ; Unabhängigkeitsbewegung ; Geschichte
Individualnamen werden als spezifischeres Schlagwort bevorzugt verwendet (vgl. § 8,2). Wenn neben dem spezifischen auch der allgemeine Gegenstand behandelt wird, vgl. jedoch § 13,4.
3. Der Dokumenteninhalt und die Gesamtheit der vergebenen Schlagwörter sollen deckungsgleich sein. Es werden keine über den Dokumenteninhalt hinausgehenden Schlagwörter verwendet, z.B. keine Oberbegriffe (oder keine zusätzlichen allgemeineren Schlagwörter) zusätzlich zu den für den Dokumenteninhalt erforderlichen Schlagwörtern. Der sachliche Kontext des im Dokument behandelten Gegenstands wird i.d.R. nur durch Verweisungen auf der begrifflichen Ebene in der SWD bzw. durch eine Klassifikation abgedeckt (vgl. § 12 und § 13,4).
SW HP LaserJet IV
OB Laserdrucker
nicht: Laserdrucker / HP LaserJet IV
Titel: Informieren, unterhalten, bilden : Medien zwischen Wirkung und Nutzen / Joachim Paschen. - 1994
SWW Medienkonsum ; Massenmedien ; Wirkung ; Politischer Unterricht ; Lehrmittel
nicht zusätzlich: Medienpädagogik. Medienpädagogik ist nicht Oberbegriff zu einem der verwendeten Begriffe, sondern das weitere Sachgebiet, zu dem die vorliegenden Spezialabhandlung gehört. Es handelt sich auch nicht um einen zweiten Gegenstand (vgl. § 13,4). Ein solcher sachlicher Bezug kann nur durch eine Klassifikation abgedeckt werden.
4. Gleiche Gegenstände werden gleich erschlossen. Dies gilt insbesondere für verschiedene Ausgaben desselben Werks (vgl. auch § 9,2).
§ 7 Verhältnis von Schlagwort und Schlagwortkette
1. Bei der Schlagwortkatalogisierung sind drei Ebenen zu unterscheiden:
- der Begriff: Er wird durch das Schlagwort repräsentiert.
- der Gegenstand: Er wird durch die Schlagwortkette repräsentiert.
- der Dokumenteninhalt: Er wird durch die Gesamtheit der für ein Dokument vergegebenen Schlagwortketten repräsentiert.
Ein Dokumenteninhalt kann aus nur einem Gegenstand, ein Gegenstand aus nur einem Begriff bestehen.
2. Die wichtigste Ebene für Erschließung und Retrieval ist das Schlagwort. Es muss einerseits so spezifisch sein, dass es einen eindeutig festgelegten Begriffsumfang hat (Differenzierung von Homonymen). Andererseits kann die Verwendung in unterschiedlichen Zusammenhängen nicht immer auf der Begriffsebene dargestellt werden, v.a. bei Allgemeinbegriffen. Hier erfolgt die Differenzierung durch die Bildung von Schlagwortketten. Auch die Zerlegungskontrolle bei komplexen Begriffen kann zur Verwendung von Schlagwortketten führen (vgl. §§ 8,5; 304,3).
SW Einstellung <Arbeitsrecht>
SW Einstellung <Prozessrecht>
nicht: Einstellung ; Arbeitnehmer
oder: Einstellung ; Prozess
Etymologisch gesehen haben beide Begriffe zwar den gleichen Ursprung, wegen ihrer semantischen Unterschiede werden sie jedoch als Homonyme behandelt.
SW Strafe
Beispiele für Schlagwortketten:
SWW Strafe ; Lernpsychologie
SWW Strafe ; Rechtstheorie
Der Begriff Strafe wird in Philosophie, Pädagogik und Recht benutzt. Es handelt sich dabei um ein Polysem mit jeweils gleicher Grundbedeutung. Da es zusammenfassende Darstellungen gibt, ist die Trennung durch Homonymenzusätze nicht möglich. Die spezifische Bedeutung wird daher durch die Schlagwortketten ausgedrückt.
SWW Eisenlegierung ; Amorpher Zustand
nicht: Amorphe Eisenlegierung
SW Politische Willensbildung
Q Politikwiss.
nicht: Willensbildung ; Politik
3. Ist in einer Schlagwortkette die Verwendung mehrerer hierarchisch übergeordneter Begriffe denkbar, so soll der jeweils spezifischste Begriff verwendet werden (zum Pleonasmus in der Schlagwortkette vgl. § 324).
SWW Schulleistung ; Leistungsmessung
nicht: Schulleistung ; Messung
oder: Schule ; Leistungsmessung
4. Die Schlagwörter werden in der SWD geführt.
Anm.1: Personenschlagwörter werden gemeinsam mit den für die Formalerschließung benötigten Personennamen in der Personennamendatei (PND) geführt. Soweit in vorliegendem Regelwerk von der SWD die Rede ist, sind damit i.d.R. auch die als Schlagwörter genutzten Datensätze der PND gemeint.
Anm. 2: Die im Folgenden verwendeten Symbole können im OPAC oder in Listenfunktionen anders wiedergegeben werden, z.B. durch s. bzw. s.a., durch die Bezeichnung der Verweisung (z.B. Oberbegriff) oder auf andere Weise.
Überblick über die wichtigsten in Schlagwortsätzen enthaltenen Informationen (vgl. auch §§ 111a; 213a; 318; 405a; 503a; 620a).
Verbale Elemente:
- Ansetzungsform (ggf. mehrgliedrig) (vgl. §§ 8-10)
- Alternative Ansetzungsform für öffentliche Bibliotheken (wird für wissenschaftliche Bibliotheken in eine Verweisungsform umgesetzt; analog wird dann bei öffentlichen Bibliotheken mit der Ansetzungsform verfahren) (Symbol ÖB)
- Synonyme (Symbol BS / BF) (zu Verweisungen vgl. § 12)
- Oberbegriffe (Symbol OB)
- Unterbegriffe (Symbol UB)
- Mehrgliedrige Oberbegriffe (Symbol MO)
- Unterbegriffe zu den mehrgliedrigen Oberbegriffen (Symbol MU)
- Verwandte Begriffe (Symbol VB)
- Chronologische verwandte Begriffe (Symbole CF früher, CF später)
- Indikator (vgl. § 11)
- Notation einer oder mehrerer Klassifikationen (Symbol SYS) (vgl. § 18,1)
- Ländercode (Symbol LC) (vgl. § 18,2)
- Sprachencode (Symbol SC) (vgl. § 18,3)
- Zeitcode (Symbol ZC) (vgl. §§ 18,4; 418)
- Quelle für die Ansetzungsform (Symbol Q) (vgl. § 19,1)
- Definition des Begriffs (Symbol D) (vgl. § 19,2)
- Verwendungshinweis (Symbol H) (vgl. § 19,3)
- Redaktionelle Bemerkung (Symbol R) (vgl. § 19,4)
- Daten der Bearbeitung
- Geschichte des Satzes
- Kennzeichnung nicht mehr verwendeter Sätze
- Verknüpfung mit der GKD (Symbol GKD) (vgl. §§ 202,2; 602,2).
5. Neben den Schlagwörtern werden in die SWD auch Hinweissätze mit Schlagwortketten aufgenommen, soweit eine Verweisung auf die Verknüpfung mehrerer Schlagwörter erforderlich ist. Die Synonymie-Verweisungen werden mit dem Symbol BF (Benutzt für) dargestellt, andere Verweisungen mit den gleichen Symbolen wie Verweisungen in Schlagwortsätzen (OB, UB, VB). Beim jeweiligen Titel wird nicht der Hinweissatz verwendet, sondern die einzelnen Schlagwörter, aus denen die Schlagwortkette besteht.
Anm. 1: In der SWD ist dies noch nicht realisiert. Die Schlagwortkette ist erfasst wie ein mehrgliedriges Schlagwort; Synonymie-Verweisungen werden mit BS bzw. BF dargestellt. Diese Schlagwortsätze enthalten derzeit die Bemerkung: Eigentlich Verknüpfungskette und Benutze-Kombination-Hinweis".
Anm. 2: Permutationsmuster dieser Schlagwortketten werden nicht in der SWD dargestellt und nicht als Synonyme erfasst.
Anm. 3: Daneben gibt es in der SWD Schlagwortketten als mehrgliedrige Oberbegriffe (vgl. § 12,4), für die kein eigener Normdatensatz existiert.
SWD 4388788-0 Beton ; Korrosion
BF Betonkorrosion
Titel: Betonkorrosion / red. Bearb.: Friedrich Breckner. - 1987
SWW 4006111-5 Beton ; 4032518-0 Korrosion
Beim Titel werden die Schlagwortsätze Beton und Korrosion verwendet.
SWD Israel ; Palästinenser
BF Israel / Araber
Araber / Israel
SWD Weinbau ; Fachsprache
SWD Lyonnais ; Mundart
Die Schlagwortkette wird benötigt, um weitere Verweisungen auf einzelne Ortsmundarten zu machen.
§ 8 Formen des Schlagworts
1. Ein Schlagwort kann aus einem oder aus mehreren Wörtern oder einer Verbindung von Wörtern bzw. Buchstaben mit Ziffern (sowie ggf. Sonderzeichen) bestehen und durch einen Homonymenzusatz (vgl. § 10) ergänzt werden, z.B. einfaches Substantiv, Kompositum, Adjektiv-Substantiv-Verbindung, Wortfolge (vgl. § 305), mehrgliedriges Schlagwort (§ 8,4), Familien- und Vorname (vgl. § 101), Individualname von geographischen/ethnographischen Einheiten (vgl. §§ 201; 212) und Körperschaften (vgl. § 601), Werktitel (vgl. §§ 707; 708) sowie Zeitangaben mit Jahreszahlen (vgl. § 401) und Formeln (vgl. § 314).
Anm.: Kompositum, Adjektiv-Substantiv-Verbindung, Schlagwörter mit Homonymenzusatz, Wortfolge und mehrgliedriges Schlagwort werden unter dem Begriff Präkombinierte Bezeichnung bzw. Präkombiniertes Schlagwort zusammengefasst.
2. Bei den Schlagwörtern werden Individualnamen und Bezeichnungen für Allgemeinbegriffe (abstrakte Begriffe) unterschieden; erstere werden bevorzugt verwendet. Wenn dies der Fall ist, werden einschlägige Allgemeinbegriffe ggf. als Oberbegriffe zu Individualnamen berücksichtigt (zu pleonastischen Begriffen in der Schlagwortkette vgl. § 13,3 und § 324,3). Auf die Verwendung von Individualnamen kann jedoch verzichtet werden, wenn
- im vorliegenden Dokument der Individualbegriff nicht substantiell behandelt wird
- wenn Allgemeinbegriffe für eine Erschließung besser geeignet sind, z.B. bei sehr entlegenen Gegenständen, Namen von Produkten, Projekten, Programmen oder Verfahren ohne Nachweis in den Nachschlagewerken (vgl. u.a. § 306a,10).
Anm.: Zur Verwendung mehrerer Schlagwortketten vgl. aber § 13,4
SW HAWIK
OB Intelligenztest
Titel: ¬Die¬ Frauen von Isabey / Magda Taroni. - 1986
Es handelt sich um einen Bildband, der die geachtete Stellung der Frau im türkischen Dorf darlegen möchte. Das Dorf Isabey wird nicht substantiell behandelt.
SWW Türkei ; Frau ; Ländlicher Raum ; Bildband
Inhalt: 2,7 (Bis-dimethylamino)-9,9-dimethylanthracen
SW Anthracenderivate
vgl. § 306a,8 und die Praxisregel dazu: Die präzise chemische Bezeichnung ist zur Erschließung nicht geeignet.
Aber nach § 13,4:
Titel: Bescheidenliche Tortur : der ehrbare Rat der Stadt Nördlingen im Hexenprozeß 1593/94 gegen die Kronenwirtin Maria Holl / Gloria Eschbaumer. - 1983
Es werden sowohl der spezielle Hexenprozess wie auch der Gegenstand Hexenprozess in Nördlingen behandelt.
SWW Holl, Maria ; Hexenprozess
SWW Nördlingen ; Hexenprozess ; Geschichte 1593-1594
3. Einzelne konkrete Gegenstände, die keinen Individualnamen haben, werden durch Bezeichnungen für einschlägige Allgemeinbegriffe in Kombination mit anderen individualisierenden Angaben (z.B. dem Individualnamen eines Orts) wiedergegeben und i.d.R. nicht in die SWD aufgenommen. Beim einzelnen Titel wird eine Schlagwortkette (Verknüpfungskette) aus dem einschlägigen Allgemeinbegriff und einem Individualnamen gebildet. (Zur Ansetzung als mehrgliedriges Schlagwort vgl. jedoch Abs. 4, zur Aufnahme von Schlagwortketten als Hinweissatz in die SWD vgl. § 7,5.)
Titel: ¬Die¬ Schnabelkanne vom Dürrnberg / Fritz Moosleitner. - 1985
SWW Dürrnberg <Hallein> ; Schnabelkanne
Es handelt sich um einen einzelnen Gegenstand; wenn weitere Schnabelkannen am Dürrnberg gefunden würden, würden diese gleich beschlagwortet, also nicht differenziert.
4. Kann ein Individualname nicht durch ein einzelnes Wort, ein Kompositum, eine Adjektiv-Substantiv-Verbindung oder eine Wortfolge ausgedrückt werden, so wird er als mehrgliedriges Schlagwort (Ansetzungskette) angesetzt und in die SWD aufgenommen. In der Darstellung werden die Teile durch Spatium Schrägstrich Spatium getrennt und nicht permutiert.
Mehrgliedrige Schlagwörter werden vor allem gebildet, wenn alle Teile aus Individualnamen bestehen. Abweichend von Abs. 3 können in folgenden Fällen mehrgliedrige Schlagwörter auch dann gebildet werden, wenn sie aus Individualnamen und Allgemeinbegriff bestehen: bei historischen Einzelereignissen (vgl. § 415a,2), Körperschaften (vgl. § 605,2), Werken (vgl. § 708,3), Titeln von Rechtsnormen (vgl. § 715), Bauwerken (vgl. §§ 724; 730; 731) und musikalischen Werken (vgl. § 739,2). Mehrgliedrige Schlagwörter aus zwei Allgemeinbegriffen sind nicht zugelassen (vgl. § 304,1,b).
Anm.: Auch Hinweissätze, die nach § 7,5 in die SWD aufgenommen sind, werden dort derzeit noch mit Spatium Schrägstrich Spatium dargestellt.
SW Düppeler Schanzen / Erstürmung
SW Kolin / Schlacht
SW Wiesbaden / Stadtrat
SW Metten / Kloster
SW Kant, Immanuel / Kritik der reinen Vernunft
SW Beethoven, Ludwig ¬van¬ / Messe op. 123
SW Österreich / Einkommensteuergesetz
SW Nibelungenlied / Handschrift C
SW Jean < Berry, Herzog > / Belles heures
SW Dürer, Albrecht / Friedrich der Weise
SW Nürnberg / Burg
5. Bevor für einen Begriff ein neues Schlagwort eingeführt wird, ist zu prüfen, ob er durch eine gebräuchliche Bezeichnung wiedergegeben oder durch zwei oder mehr Schlagwörter dargestellt werden soll (Zerlegungskontrolle).
Sowohl Allgemein- wie Individualbegriffe können durch mehrere Schlagwörter wiedergegeben werden. Für die Gebräuchlichkeit sind die Nachschlagewerke in der festgelegten Reihenfolge, der Sprachgebrauch und die Verwendung analoger Begriffe in der SWD heranzuziehen.
Nur in geringem Umfang sind präkombinierte Schlagwörter von Sachschlagwörtern mit Personenschlagwörtern (vgl. §§ 111; 305,2,d), geographischen/ethnographischen Schlagwörtern (vgl. §§ 213; 305,2,e), Formschlagwörtern (vgl. §§ 305,2,g; 502) und Körperschaftsnamen (vgl. §§ 305,2,f; 620) zugelassen.
Auch auf die Ansetzung gebräuchlicher Bezeichnungen als Schlagwort kann verzichtet werden, wenn sie nicht in die vorhandene Terminologie einzupassen sind, bestehenden Regelungen widersprechen oder aus anderem Grund nicht praktikabel sind; etwa wenn sie unzureichende Retrievalergebnisse erwarten lassen. Voraussetzung für eine Wiedergabe eines Begriffs durch mehrere Schlagwörter ist, dass die dafür benötigten, hinlänglich prägnanten Schlagwörter in der SWD vorhanden sind und dass ihre Verknüpfung dem Begriffsinhalt semantisch entspricht (vgl. § 304,2,b).
Wird eine gebräuchliche präkombinierte Bezeichnung nicht als Schlagwort angesetzt, so kann mit einem Hinweissatz auf die zu verwendenden Schlagwörter verwiesen werden (vgl. § 7,5).
SWW Musikinstrument ; Restaurierung
nicht: Musikinstrumentenrestaurierung
SWW Italien ; Wein
nicht: Italienischer Wein
SWW Beton ; Korrosion
SWW Hauslabjoch ; Gletscherleiche
BF Ötzi
§ 9 Ansetzung des Schlagworts
1. Die Ansetzung des Schlagworts umfasst
- die Festlegung der Ansetzungsform (Vorzugsbezeichnung), die den Begriff eindeutig vertritt,
- die Erfassung von Synonymen und Quasisynonymen (vgl. § 12)
- die Kennzeichnung von Homonymen und Polysemen (vgl. § 10)
- die Zerlegungskontrolle (vgl. § 8,5)
- die Festlegung einer eindeutigen Definition, soweit begriffliche Unklarheiten vorliegen (§ 19,2).
Verweisungen (§ 12), Notationen (§ 18,1) und Quellenangaben (§ 19,1) dienen in gewissem Umfang der Definition. Bei der Verweisung von Quasisynonymen werden aber Unschärfen hingenommen.
Wird ein Begriff erstmals benutzt und ist seine Definition oder sprachliche Formulierung unklar, so wird das Schlagwort mit Vorläufige Ansetzung gekennzeichnet (vgl. § 19,4).
2. Gleiche Begriffe müssen immer durch das gleiche Schlagwort bezeichnet werden (vgl. auch § 6,4).
3. Das Grundprinzip der Ansetzung ist die Gebräuchlichkeit, d.h. von mehreren Bezeichnungen wird die gebräuchlichste gewählt. Das Vokabular des Schlagwortkatalogs basiert auf der natürlichen Sprache (Allgemeinsprache und Fachsprachen). Es soll der zu erwartenden Suchsprache von Benutzern entsprechen, muss aber in der SWD einheitlich sein, auch wenn die Suchsprache verschiedener Benutzer an verschiedenen Bibliotheken und Retrievalsystemen Unterschiede aufweist. Normierungen sind daher für die Konsistenz der Erschließung notwendig. In diesem Punkt ist ggf. ein Abweichen von der natürlichen Sprache, auch den Fachsprachen, erforderlich.
Die Möglichkeit, Schlagwortketten zu bilden (syntaktische Indexierung), und die Einbettung des Prinzips der Gebräuchlichkeit in die Umgebung von Online-Katalogen mit postkoordinierender Suche (vgl. § 20,2) bedingen, dass die verwendete Terminologie das rechte Maß zwischen extremer Ausführlichkeit und extremer Verknappung sowie zwischen extremer Präkombination (z.B. komplexe Komposita, ganze Sätze oder Phrasen) und extremer Begriffszerlegung einhalten muss (Zerlegungskontrolle vgl. § 8,5).
Schlagwörter sind i.d.R. Wörter der deutschen Sprache, jedoch können auch Bezeichnungen aus anderen Sprachen gewählt werden, wenn es keine gleichwertige, gebräuchliche deutsche Bezeichnung gibt bzw. eine fremdsprachige Bezeichnung in der Fachsprache üblicher ist. Zur Feststellung der Gebräuchlichkeit sind die jeweils neueste deutschsprachige Allgemeinenzyklopädie einschließlich ihrer Nachträge, danach andere allgemeine und fachliche Nachschlagewerke einschließlich der Fachthesauri heranzuziehen. Wenn es keinen Nachweis gibt und auch die korrekte Wiedergabe des Begriffs durch mehrere verknüpfte Schlagwörter nicht möglich ist, so wird eine treffende Bezeichnung dem vorliegenden Dokument entnommen bzw. analog zu vorhandenen Schlagwörtern gemäß den Regeln und der in der SWD vorhandenen Terminologie modifiziert.
Eine Zusammenstellung von Nachschlagewerken enthält die Liste der fachlichen Nachschlagewerke zu den Normdateien (SWD, GKD, PND). - Frankfurt am Main: Die Deutsche Bibliothek" (erscheint halbjährlich als Papierausgabe und in der Mikroficheausgabe der SWD; im Folgenden zitiert als Liste der Nachschlagewerke"). Diese Liste gibt auch die Rangfolge an, in der die Nachschlagewerke zu benutzen sind.
4. Pleonastische Begriffe oder Begriffsteile, d.h. Begriffe bzw. Wortteile, die eine Häufung sinngleicher oder ähnlicher Elemente bringen, aber den Begriffsinhalt nicht wesentlich verändern, sollen vermieden werden (vgl. § 312).
SW Partei
BF Politische Partei
SW Krise
nicht: Krisensituation
SW Bibliothek
BF Bibliothekswesen
§ 10 Homonymenzusatz
1. Gleich lautende Schlagwörter (Homonyme) können sowohl Wörter verschiedenen Ursprungs sein als auch Wörter mit ursprünglich gleichem Bedeutungsinhalt, die in verschiedenen Sachgebieten unterschiedliche Bedeutungskomponenten entwickelt haben (Polyseme) (vgl. § 306). Sie werden im Allgemeinen durch Zusätze (Homonymenzusätze) unterschieden. Der Homonymenzusatz dient nicht dazu, Erläuterungen zu geben.
Anm. 1: Ausnahmen bilden u.a. die differenzierenden Zusätze <Motiv> (vgl. § 705), <für Kinder> bei Formschlagwörtern (vgl. Anl. 6), die Unterscheidung von Himmelsrichtungen bei Geographika (vgl. § 205) sowie die Homonymenzusätze bei Orten Australiens, Kanadas und der USA (vgl. § 203,3,a).
Anm. 2: Zur Behandlung von Polysemen beim Sachschlagwort vgl. § 306.
Der Homonymenzusatz ist i.d.R. in deutscher Sprache anzusetzen und auszuschreiben. Er steht in Winkelklammern und ist Bestandteil der Ansetzungsform des Schlagworts. Bei einer Sortierung bildet er mit dem Schlagwort zusammen einen Ordnungsblock.
(Homonymenzusätze für gleichnamige Personen vgl. § 106, für gleichnamige geographische Bezeichnungen vgl. § 203, für gleichnamige Ethnographika vgl. § 212b,3, für gleichnamige Sachbezeichnungen vgl. § 306, für gleichnamige historische Einzelereignisse vgl. § 415a,1,a; für gleichnamige Körperschaften vgl. § 612 , für gleichnamige Werktitel vgl. § 710.)
2. Repräsentiert eines der Homonyme die Grundbedeutung bzw. ist es sehr viel gebräuchlicher als die anderen oder ist wesentlich mehr Literatur zu diesem Thema zu erwarten, so kann hier der Homonymenzusatz entfallen.
SW Brücke
Für das Bauwerk; es handelt sich um die Grundbedeutung.
SW Brücke <Graphentheorie>
SW Brücke <Künstlervereinigung>
SW Brücke <Teppich>
SW Brücke <Zahnmedizin>
Für die Stadt in Bayern; sie ist sehr viel bekannter.
SW München <Berka, Weimar>
SW Absatz
Für den Absatz von Waren; es ist sehr viel mehr Literatur zu erwarten.
SW Absatz <Text>
SW Schuhabsatz
BF Absatz <Schuh>
3. Homonymenzusätze sind in der Ansetzungsform der SWD zu verwenden, sofern es sich nicht um Namensbestandteile handelt (vgl. §§ 202b; 203,2). Dabei entfällt i.d.R. eine dem als Homonymenzusatz verwendeten Begriff hinzugefügte unterscheidende Angabe, sofern die Eindeutigkeit nicht verlorengeht.
SW Mare Australe <Mars>
SW Mars <Planet>
SW Zell <Luzern>
SW Luzern <Kanton>
SW Alexander <Makedonien, König, III.>
SW Makedonien <Altertum>
SW Max-Niemeyer-Verlag <Halle, Saale>
Neben Halle <Saale> gibt es auch Halle <Westfalen>.
In mehrgliedrigen Schlagwörtern entfällt i.d.R. der Homonymenzusatz beim Sachschlagwort.
SW s Münster <Dom>
SW g Ulm /Münster
4. Mehrere Homonymenzusätze folgen innerhalb der Klammer aufeinander und werden durch Komma mit folgendem Spatium getrennt.
SW Otto <Römisch-Deutsches Reich, Kaiser, I.>
SW Münster <Westfalen, Diözese>
SW Weltkrieg <1939-1945, Motiv>
5. Ziffern, die lediglich der Zählung gleichartiger Sachschlagwörter dienen, werden nicht als Homonymenzusatz behandelt (vgl. § 17,2,d und 305,1,b).
Anm.: Ausnahme: Zählung bei Altersstufen, z.B. Kind <3 Jahre>.
§ 11 Schlagwortkategorien, Indikatoren
1. Fünf grundlegende inhaltliche Kategorien von Begriffen werden als Schlagwortkategorien unterschieden. Sie gliedern das Gesamtrepertoire der Schlagwörter und bestimmen die Reihenfolge in der Schlagwortkette (vgl. § 15).
a) Personenschlagwörter
b) Geographische/ethnographische Schlagwörter einschließlich Sprachbezeichnungen
c) Sachschlagwörter
d) Zeitschlagwörter
e) Formschlagwörter
2. Alle Schlagwortkategorien und weitere Begriffskategorien werden mit Indikatoren bezeichnet. Diese können zur Selektion bei der Recherche und zur Steuerung der Permutation von Schlagwortketten dienen:
c Körperschaft, deren Ansetzungsform mit einem Geographikum beginnt
f Formschlagwort
g Geographisches/ethnographisches Schlagwort, Sprachbezeichnung
k Körperschaft (soweit nicht c)
p Personenschlagwort (in der PND durch die Satzart tp ersetzt)
s Sachschlagwort
t Titel eines Werkes
z Zeitschlagwort
Erläuterung zu einzelnen Kategorien:
Als Zeitschlagwörter gelten Geschichte einschließlich seiner Komposita und Prognose, ggf. mit folgenden Jahreszahlen (Indikator z) (vgl. § 401).
Epochenbezeichnungen werden in der Schlagwortkette wie Sachschlagwörter behandelt (Indikator s) (zur Umsetzung in Jahreszahlen vgl. § 408a,1).
Historische Einzelereignisse werden in der Schlagwortkette behandelt (vgl. § 415):
- wie Personenschlagwörter, wenn ihre Ansetzungsform mit einem Personennamen beginnt (Indikator p),
- wie geographische/ethnographische Schlagwörter, wenn ihre Ansetzungsform mit einem Geographikum beginnt (Indikator g oder c),
- wie Sachschlagwörter (Indikator s).
Körperschaften werden in der Schlagwortkette behandelt (vgl. § 601,3):
- wie geographische Schlagwörter, wenn ihre Ansetzungsform mit einem Geographikum beginnt (Indikator c),
- wie Sachschlagwörter (Indikator k).
Titel von Werken werden in der Schlagwortkette behandelt (vgl. § 708):
- Verfasserwerke als mehrgliedriges Schlagwort wie Personenschlagwörter (Indikatoren p und t).
- Sachtitelwerke wie Sachschlagwörter (Indikator t).
- Urheberwerke wie Sachschlagwörter (Indikatoren k und t) bzw. wie geographische Schlagwörter (Indikatoren c und t bzw. g und t).
3. Indikatoren werden bei der Ansetzungsform und bei den Verweisungsformen erfasst. Bei Synonymen wird unabhängig von der Ansetzungsform derjenige Indikator gewählt, dem der betreffende Begriff bzw. das erste Glied der mehrgliedrigen Verweisungsform zuzuordnen ist.
SW t ¬Die¬ Ehe der Maria Braun
BF p Fassbinder, Rainer Werner / ¬Die¬ Ehe der Maria Braun
Eine Verweisung ist die Darstellung der Relation zwischen Bezeichnungen bzw. Begriffen. Sie besteht aus der Bezeichnung dessen, wovon verwiesen wird, und der Bezeichnung dessen, worauf verwiesen wird. Beide Bezeichnungen werden durch eine abgekürzte Verweisungsformel verbunden (vgl. § 7,4). Verweisungen werden reziprok dargestellt (außer den Pauschalverweisungen).
2. Synonymie-Verweisungen
a) Synonymie-Verweisungen dienen der Wiedergabe von Äquivalenzrelationen, d.h. der Beziehung zwischen mehreren Bezeichnungen, die bedeutungsgleiche oder quasisynonyme Begriffe repräsentieren. Sie führen den Benutzer von einer nicht als Schlagwort zugelassenen auf eine zugelassene Bezeichnung (Ansetzungsform). Symbole: BS (Benutze Synonym) und BF (Benutzt für).
Anm.: Unter Synonym wird in den RSWK eine nicht als Ansetzungsform gewählte Bezeichnung (auch eine Kette aus mehreren Bezeichnungen) verstanden, die als Verweisungsform erfasst wird.
SW Novalis
BF Hardenberg, Friedrich Leopold ¬von¬
Vw Hardenberg, Friedrich Leopold ¬von¬ BS Novalis
b) Zu solchen Verweisungen zählen insbesondere:
- Verweisungen auf den aktuellen Sprachgebrauch
BF Colonia Agrippinensis
- Verweisungen von einer abgekürzten auf eine ausgeschriebene Form (oder umgekehrt)
SW Deutsche Demokratische Partei
BF DDP
- Verweisungen von unterschiedlichen sprachlichen Darstellungsformen oder Schreibvarianten, um möglichst viele Sucheinstiege anzubieten, insbesondere Verweisungen von der semantisch zerlegten Darstellung auf Komposita. Ausgeschlossen sind bei Adjektiv-Substantiv-Verbindungen Verweisungen von der invertierten Form.
SW Altenarbeit
BF Alter / Sozialarbeit
Altensozialarbeit
- Verweisungen zwischen Quasisynonymen, d.h. zwischen bedeutungsähnlichen Bezeichnungen, die für Indexierung und Retrieval als Synonyme behandelt werden( vgl. § 315).
SW Psychische Belastung
BF Psychische Beanspruchung
- Verweisung vom deutschen Übersetzungstitel auf den Originaltitel (vgl. §§ 709; 733,1; 740).
- Einen Sonderfall bildet die Verweisung von einer nicht gewählten präkombinierten Wiedergabe eines Begriffs auf die zu seiner Darstellung zu verknüpfenden Schlagwörter (vgl. § 7,5).
c) Synonymie-Verweisungen werden in den Fällen wiederholt, in denen die angesetzte Bezeichnung Teil eines mehrgliedrigen Kompositums oder präkombinierten Schlagworts ist, wenn dies zur Führung des Benutzers notwendig ist.
SW Bauchspeicheldrüse
BF Pankreas
SW Bauchspeicheldrüsenkrebs
BF Pankreascarcinom
Pankreascarcinom ist fachsprachlich geläufig.
SW Ljubljana
BF Laibach
SW Ljubljana / Nationalmuseum
Ohne BF Laibach / Nationalmuseum; die Wiederholung der Verweisung bei allen ortsgebundenen Körperschaften wäre sehr aufwendig.
d) Ist bei Synonymie-Verweisungen die nicht gewählte Form mit einer gleich lautenden Ansetzungsform oder gleich lautenden Verweisungsformen anderer Schlagwörter identisch, so wird sie durch einen Homonymenzusatz von dieser unterschieden. Ausnahmen bilden die Verweisungen mehrerer gleich lautender Abkürzungen auf die Vollform (vgl. § 602,4) und von gleich lautenden Personennamen auf die gewählte Ansetzungsform (vgl. § 106,3).
SW s Ria (langgestreckte Meeresbucht)
SW s Radioimmunoassay
BF s RIA <Medizin>
SW s Fibrinogendegradationsprodukt
BF s FDP
SW k Freie Demokratische Partei
BF k FDP
SW k Freisinnig-Demokratische Partei der Schweiz
3. Hierarchische Verweisungen
a) Hierarchische Verweisungen stellen die hierarchische Relation zwischen verschiedenen Begriffen auf Grund gemeinsamer Merkmale dar, d. h. die Beziehung zwischen Unter- und Oberbegriffen. Symbole: UB (Unterbegriff) und OB (Oberbegriff). Die hierarchischen Verweisungen strukturieren das Vokabular der SWD, indem sie eine zielgerichtete Recherche vom Allgemeinen zum Spezifischen und umgekehrt erlauben.
OB Sozialarbeit
SW Sozialarbeit
UB Altenarbeit
b) Bei den hierarchischen Relationen gibt es zwei Formen, die jedoch in der SWD formal nicht unterschieden werden:
Abstraktionsrelation (logische Beziehung, generische Beziehung):
In der Abstraktionsrelation schließt der Begriffsinhalt des untergeordneten Begriffs den Begriffsinhalt des Oberbegriffs ein, wobei sich der Unterbegriff in mindestens einem zusätzlichen Merkmal, das in der betreffenden Merkmalart des Oberbegriffs nicht spezifiziert wurde, vom Oberbegriff unterscheidet. Der Begriffsumfang (Extension) des Oberbegriffs umfasst alle Unterbegriffe mit den Merkmalen des Oberbegriffs.
SW Psychotherapie
UB Gruppentherapie
Gruppentherapie hat alle Merkmale des OB Psychotherapie sowie ein zusätzliches Merkmal, welches die Art der Durchführung in Gruppen bestimmt.
Partitive Relation (Bestandsrelation, Ganzes-Teil-Beziehung):
In der partitiven Relation steht der einem Ganzen entsprechende übergeordnete Begriff mit den Unterbegriffen in einer Beziehung, die sich durch gedankliche Zerlegung des Ganzen in seine Teile ergibt. Derartige Beziehungen bestehen i.d.R. zwischen Begriffen des materiell-gegenständlichen Bereichs.
SW Bein
UB Oberschenkel
c) Im Hinblick auf die Navigation in der SWD ist anzustreben, dass Sachschlagwörter durchgängig und Individualnamen in dem vom Regelwerk definierten Umfang relationiert sind. Hierarchieleitern sollen vollständig vom speziellen bis zum allgemeinen Schlagwort wiedergegeben werden.
UB Persönlichkeitstest
SW Persönlichkeitstest
UB Wahlverfahren <Psychologie>
SW Wahlverfahren <Psychologie>
UB Farbentest
OB Persönlichkeitstest
SW Farbentest
UB Farbpyramidentest
OB Wahlverfahren <Psychologie>
SW Farbpyramidentest
OB Farbentest
Die hierarchische Verweisung erfolgt i.d.R. nur zwischen unmittelbar über- und untergeordneten Begriffen.
SW Artikulationsstörung
OB Sprachstörung
SW Stammeln
OB Artikulationsstörung
nicht: OB Sprachstörung
d) Sind mehrere Begriffe auf gleicher Stufe übergeordnet (Polyhierarchie) oder untergeordenet (Polydimensionalität), so wird mehrfach verwiesen.
Im Falle der Polyhierarchie können einem Begriff mehrere Oberbegriffe auf gleicher hierarchischer Stufe als Folge unterschiedlicher Ordnungskriterien zugeteilt werden (vgl. auch § 316,4). Polyhierarchien liegen vor, wenn ein Begriff z.B. zu mehr als einer Systemstelle bzw. Begriffsklasse gehört.
SW Herzmuskel
OB Herz (Ganzes-Teil-Beziehung)
OB Muskel (Abstraktionsbeziehung)
SW Baumtest
OB Entwicklungstest (getestetes Merkmal)
OB Persönlichkeitstest (getestetes Merkmal)
OB Zeichentest (Testverfahren)
In diesem Falle befindet sich der Unterbegriff in einer Abstraktionsrelation zu allen Oberbegriffen (er enthält jeweils alle Merkmale des jeweiligen Oberbegriffes). Diese Oberbegriffe wiederum wären in einer psychologischen Klassifikation unterschiedlichen Systemstellen zuzuordnen, wie etwa Entwicklungspsychologie, Persönlickeitspsychologie und Testpsychologie.
Im Falle der Polydimensionalität können einem Begriff mehrere Unterbegriffe auf gleicher hierarchischer Ebene zugewiesen werden. Unterbegriffe mit einem gemeinsamen nächsthöheren Oberbegriff haben entweder miteinander gemeinsam die Merkmale ihres Oberbegriffs (Abstraktionsbeziehung) oder sie sind gemeinsam Bestandteil des durch den Oberbegriff wiedergegebenen Ganzen (Ganzes-Teil-Beziehung).
SW Verbrennungsmotor
SW Dieselmotor
OB Verbrennungsmotor
Abstraktionsrelation, Unterscheidung nach Art des verbrannten Kraftstoffs
SW Ottomotor
SW Viertaktmotor
Abstraktionsrelation, Unterscheidung nach dem Funktionsprinzip
SW Zweitaktmotor
SW Krankenhaus
SW Intensivstation
OB Krankenhaus
Ganzes-Teil-Beziehung
SW Rheumaklinik
Abstraktionsbeziehung
e) Um in einem universellen Begriffsnachweissystem hierarchische Bezüge möglichst lü-ckenlos erstellen zu können, ist es u.U. erforderlich, einen Oberbegriff nachzuweisen, der für sich allein in eingeschränkter Bedeutung verwendet wird. Derartige Oberbegriffe sind üblicherweise stark polysem, jedoch im Hinblick auf die Eindeutigkeit einer Dokumentationssprache in der SWD in ihrem Begriffsinhalt eng definiert. Sie können bei generisch aufsteigender Suche nur in dem definierten Begriffsinhalt zu relevanten Treffern führen, für alle anderen möglichen Bedeutungen ist die Treffermenge leer. Es ist dann erforderlich, in der SWD sowohl die genaue begriffsinhaltliche Bestimmung des Oberbegriffs in seiner Verwendung als Schlagwort, als auch seine polyseme Funktion zu verdeutlichen.
SW Selbsttäuschung
OB Täuschung
SW Täuschung
H außerhalb des Rechts verknüpfe mit Anwendungsgebiet oder verwende spezifischeren Begriff, z.B. Selbsttäuschung
f) Hierarchische Verweisungen werden in den Datensätzen wiederholt, in denen der Unterbegriff Teil eines Kompositums oder einer adjektivischen Wendung ist, wenn dies zur Führung des Benutzers notwendig ist.
SW Steinobst
OB Obst
SW Steinobstanbau
OB Obstbau
4. Hierarchische Verweisungen mit mehrgliedrigem Oberbegriff
a) Eine Sonderform der hierarchischen Relation ist die Verweisung zwischen einem mehrgliedrigen Oberbegriff und einem Unterbegriff; Symbole: MO (Mehrgliedriger Oberbegriff) und MU (Unterbegriff zu mehrgliedrigem Oberbegriff). Diese Art der Verweisung wird v.a. für Individualnamen verwendet.
Anm. 1: Zu Individualnamen des Sachschlagworts vgl. § 306a, zu historischen Einzelereignissen vgl. § 415a, zu Körperschaften vgl. § 602,9, zu Sachtiteln von Werken vgl. §§ 712,6; 722,5, zu Rechtsnormen vgl. § 715,4, zu Filmen vgl. § 733,5, zu Nationalparks, Naturparks und Naturschutzgebieten vgl. § 209a,3. Bei Personenschlagwörtern werden keine mehrgliedrigen Oberbegriffe gebildet.
Anm. 2: Zur Aufnahme von Schlagwortketten als Hinweissätze in die SWD vgl. § 7,5.
Für den Oberbegriff wird eine Schlagwortkette gebildet, die der Beschlagwortung des Gegenstands ohne Verwendung des Individualnamens entsprechen würde. Gegebenenfalls wird auch die permutierte Form der Schlagwortkette als mehrgliedriger Oberbegriff erfasst.
SW Mathe-Master
MO Mathematikunterricht ; Autorensystem
Autorensystem ; Mathematikunterricht
SW Mathematikunterricht ; Autorensystem
MU Mathe-Master
SW Autorensystem ; Mathematikunterricht
MO Deutschland ; Partei
Partei ; Deutschland
Kann anstelle des mehrgliedrigen Oberbegriffs ein einzelnes hinlänglich genaues Schlagwort verwendet werden, so wird dieses als Oberbegriff erfasst.
SW Georg-Büchner-Preis
OB Literaturpreis
Preise werden mit ihren Individualnamen angesetzt. Der einschlägige Allgemeinbegriff wird Oberbegriff. Ein mehrgliedriger Oberbegriff ist nicht erforderlich, da die Preise oft nicht geographisch oder sprachlich gebunden sind und die Zahl solcher Ansetzungen nicht sehr groß ist.
SW Parcevals saga
OB Saga
Sachtitel anonymer Werke erhalten i.d.R. einen mehrgliedrigen Oberbegriff (vgl. § 712,6). Bei Saga entfällt jedoch Altisländisch als pleonastisch.
SW Flamenco
OB Volkstanz
nicht: MO Spanien ; Volkstanz
Gattungsbegriffe erhalten i.d.R. keinen mehrgliedrigen Oberbegriff, vgl. jedoch § 306a,7.
b) Ein mehrgliedriger Oberbegriff kann auch bei einem Allgemeinbegriff erfasst werden, wenn der Oberbegriff auf Grund der Zerlegungskontrolle (vgl. § 8,5) nicht in der SWD enthalten ist.
SW Kreuzgang
MO Kloster ; Architektur
5. Assoziative Verweisung
a) Verwandte Begriffe (Begriffe in assoziativer Relation) sind Begriffe,
- die sich in ihrem Begriffsinhalt teilweise überschneiden,
- die nicht als Synonyme oder Quasisynonyme anzusehen sind,
- die nicht in einer hierarchischen Beziehung stehen,
- auf deren gegenseitige Beziehung der Benutzer bei der Suche hingewiesen werden muss, weil möglicherweise ein Teil der mit dem einen Suchbegriff gesuchten Dokumente mit dem anderen Schlagwort erschlossen ist.
Assoziationsrelationen sind sequentielle (symmetrische) Relationen (vgl. DIN 2330 und 2331).
SW Zeus
VB Jupiter
Die griechischen und römischen Götter entsprechen sich, sie sind aber nicht identisch.
b) Verwandte Begriffe lassen sich, soweit es sich um Allgemeinbegriffe handelt, vielfach einem definierten Typ zuordnen, z.B.:
SW Kondition
Kondition ist die Ursache der Fitness
SW Endothia parasitica
VB Rindenkrebs
Der Erreger ist die Ursache der Krankheit; eine solche Verweisung wird nur bei eindeutiger kausaler Relation erfasst.
Gegensatzpaare (Gegenstände, deren Darstellung i.d.R. auch das Gegenteil mit umfasst, die aber nicht als Quasisynonyme im Sinn von § 315,2,a gelten),
SW Kommunismus
VB Antikommunismus
Mittel und Zweck,
SW Lerntechnik
Lerntechnik ist Mittel/Methode des Lernens.
Wissenschaftsdisziplin und ihr Gegenstand (vgl. § 317,2,b),
SW Sportwissenschaft
Sachgebiet und zugehörige Personengruppe (vgl. § 317,2,a),
SW Innenarchitektur
VB Innenarchitekt
SW Christentum
VB Christ
Komplementärbeziehung,
VB Psychologische Beratung
Beide Begriffe überschneiden sich, ohne dass es einen gemeinsamen Oberbegriff gibt.
SW Arbeiterin
VB Arbeiter
männliche und weibliche Form eines Schlagworts, vgl. § 303a,3
Folge bzw. Nachfolge,
SW Lateinschule
VB Humanistisches Gymnasium
Die Lateinschule ist Vorgängerin des Humanistischen Gymnasiums.
SW Lehrling
VB Auszubildender
ältere und moderne Bezeichnung mit Bedeutungsverschiebung, vgl. § 310,2
c) Auch ein in die SWD aufgenommener Hinweissatz kann für den Begriff, den er repräsentiert, als verwandter Begriff erfasst werden (vgl. § 7,5).
SWD Fußball ; Publikum
BF Fußballzuschauer
VB Fußballfan
SW Fußballfan
VB Fußball ; Publikum
d) Ein Gegenstand soll i.d.R. nicht durch zwei verwandte Begriffe erschlossen werden. Innerhalb einer Schlagwortkette dürfen zwei verwandte Begriffe nur verwendet werden, wenn ihr Verhältnis zueinander ausdrücklich thematisiert ist (vgl. § 324,2).
e) Bei Sachschlagwörtern und Körperschaftsnamen, die maßgeblich mit Personen befasst sind, kann das Personenschlagwort als verwandter Begriff erfasst werden, sofern dies für Indexierung und Retrieval erforderlich ist (vgl. §§ 305,2,d; 602,8).
SW Palladianismus
VB Palladio, Andrea
SW E.-T.-A.-Hoffmann-Gesellschaft
VB Hoffmann, Ernst Theodor Amadeus
6. Verzicht auf eine assoziative Verweisung
Folgende Beziehungen werden i.d.R. nicht als assoziative Verweisungen dargestellt:
a) Gleichordnung: Die Begriffe haben einen gemeinsamen Oberbegriff und sind einander nebengeordnet, sie schließen sich also gegenseitig aus.
SW Roman
UB Heimatroman
keine assoziative Verweisung zwischen Heimatroman und Historischer Roman
SW Gehirn
UB Zwischenhirn
keine assoziative Verweisung zwischen Zwischenhirn und Vorderhirn
Ausnahmen sind möglich, wenn eine assoziative Verweisung wegen unscharfer Begriffsverwendung zur Benutzerführung geboten erscheint.
SW Unterrichtsfilm
OB Film
VB Lehrfilm
b) Vermeintliche Ähnlichkeit: Die Begriffe werden im alltäglichen Sprachgebrauch als ähnliche Begriffe angesehen, ihre Begriffsinhalte schließen sich jedoch gegenseitig aus. Zur Vermeidung von Missverständnissen sollte beim einen Schlagwort die missverständliche Bezeichnung definiert sowie beim anderen Schlagwort als Synonym mit einem Homonymenzusatz, ggf. in Form der Ansetzungsform, erfasst werden.
SW Proband
D Zur Bewährung entlassener Strafgefangener
SW Versuchsperson
BF Proband <Versuchsperson>
SW Trainingsprogramm
D Nur für den Sport verwendet
BF Übungsprogramm <Training>
SW Übungsprogramm
D Benutzt außerhalb des Sports für Verhaltenstraining, medizinische Rehabilitation usw., wo nicht Lernprogramm verwendet werden kann
BF Trainingsprogramm <Übungsprogramm>
7. Chronologische Verweisungen
Chronologische Verweisungen sind eine Sonderform der assoziativen Verweisung; Symbole: CF früher (Chronologische Form; früher) und CF später (Chronologische Form; später). Sie werden bei geographischen Schlagwörtern (Namensänderungen vgl. § 207) sowie bei Körperschaften (Namensänderung mit grundlegender Veränderung der Natur der Körperschaft vgl. § 611,2) verwendet.
8. Pauschalverweisungen
Pauschalverweisungen treten an die Stelle von Verweisungen am einzelnen Datensatz, wenn zu einem Sachschlagwort eine Vielzahl von Verweisungen erfasst werden müsste oder wenn in Listenfunktionen der Zugriff auf nicht permutierende Kettenglieder erleichtert werden soll.
PVw Burg s.a. auch unter der einzelnen Burg, z.B. Münzenberg / Burg bzw. Eichstätt / Willibaldsburg
PVw Elisabethanisches Zeitalter s. unter dem jeweiligen Thema, z.B. England ; Kunst ; Geschichte 1559-1603
§ 13 Schlagwortkette
1. Sind zur Beschreibung eines Gegenstandes mehrere Begriffe erforderlich, so wird aus den in der SWD enthaltenen Schlagwörtern eine Schlagwortkette (Verknüpfungskette) gebildet.
Schlagwortketten dienen dazu, im OPAC und im Listenkatalog Kurz-Abstracts des Dokumenteninhalts anzuzeigen und dem Benutzer damit eine Hilfe zur Einschätzung der Relevanz und zur Selektion, insbesondere bei größeren Titelmengen, zu geben.
Die Zahl der Schlagwörter soll im Hinblick auf die Verständlichkeit sechs nicht überschreiten. In bestimmten Fällen, z.B. bei mehreren Zeit- oder Formschlagwörtern können bis zu 10 Schlagwörter verknüpft werden. Weitere Aspekte werden wie weitere Gegenstände behandelt, d.h. in zusätzlichen Schlagwortketten berücksichtigt (vgl. § 13,4 und 6).
Anm: Bei Permutationsmustern werden derzeit aus datentechnischen Gründen mehrgliedrige Schlagwörter als mehrere Kettenglieder gezählt.
SWW Darwin, Charles ; Evolutionstheorie
SWW Goethe, Johann Wolfgang ¬von¬ / Faust ; Textgeschichte ; Bibliographie
Hier handelt es sich um drei Schlagwörter (bzw. vier Kettenglieder).
Inhalt: Studien zur nordischen Rezeption der deutschen Barockliteratur
SWW Barock ; Literatur ; Deutsch ; Rezeption ; Nordische Staaten ; Geschichte 1600-1800 ; Aufsatzsammlung
SWW Deutsch ; Literatur ; Geschichte 1600-1720 ; Rezeption ; Nordische Staaten ; Geschichte 1600-1800 ; Aufsatzsammlung
2. Die Reihenfolge in der Schlagwortkette folgt zunächst den Schlagwortkategorien (Personen-, geographisches, Sach-, Zeit- und Formschlagwort vgl. § 15). Bei Zusammentreffen mehrerer Schlagwörter derselben Kategorie soll eine sinnvolle Reihenfolge gewählt werden. (Nähere Bestimmungen für sich gegenseitig einschränkende geographische Schlagwörter vgl. §§ 202,5; 205,3, für Sachschlagwörter vgl. § 322, für Formschlagwörter vgl. § 504,1, für Sprachbezeichnungen vgl. § 701,1,e.) Sind mehrere Reihenfolgen gleich sinnvoll, so kann alphabetisch geordnet werden. Die so gewählte Reihenfolge wird als Grundkette bezeichnet.
Für Listenfunktionen werden Schlagwortketten sortiert. Für diesen Zweck können die Schlagwörter der Schlagwortkette permutiert werden (vgl. § 15).
3. Das geographische/ethnographische Schlagwort oder die Sprachbezeichnung entfallen in der Kette als pleonastisch, wenn es sich um einen Sachverhalt handelt, der nur in einer bestimmten geographischen Einheit oder Sprache auftritt (vgl. §§ 201a,3; 701,5,b; 703,1,b).
SW Nuraghenkultur
BF Sardinien / Nuraghenkultur
SW Vernersches Gesetz
BF Germanisch / Vernersches Gesetz
Das geographische Schlagwort Europa entfällt bei Gegenständen, bei denen es als pleonatisch vorausgesetzt werden kann (vgl. § 201a,6).
Das geographische Schlagwort Deutschland kann bei lokaler Anwendung in Listenfunktionen als Sucheinstieg entfallen (vgl. § 201a,5).
Treffen Schlagwörter für Allgemeinbegriffe mit Individualnamen zusammen, werden grundsätzlich die spezifischen Sachschlagwörter verwendet. Schlagwörter für Allgemeinbegriffe entfallen jedoch in der Kette, wenn ihre semantischen Merkmale in Individualnamen vollständig enthalten sind. Ein geographischer, ethnographischer oder sprachlicher Bezug kann aber auch dann ausgedrückt werden, wenn er bereits in einem Individualnamen enthalten ist, aber in Verknüpfung mit einem anderen Schlagwort der Kette recherchierbar sein soll (vgl. § 324,3).
SWW Daimler-Benz-Aktiengesellschaft ; Beschäftigungspolitik
nicht: Daimler-Benz-Aktiengesellschaft ; Betriebliche Beschäftigungspolitik
oder: Daimler-Benz-Aktiengesellschaft ; Unternehmen ; Beschäftigungspolitik
Betriebliche Beschäftigungspolitik ist auf Unternehmen ; Beschäftigungspolitik verwiesen.
SWW Eichendorff, Joseph ¬von¬ ; Lyrik
nicht: Eichendorff, Joseph ¬von¬ ; Deutsch ; Lyrik
Aber (vgl. 4c):
SWW Frankreich ; Schulpolitik ; Kommunistische Partei Frankreichs
4. a) Werden in einem Dokument mehrere Gegenstände behandelt, so sind mehrere Schlagwortketten zu bilden (vgl. § 7,1). Je Dokument sollten nicht mehr als zehn Schlagwortketten gebildet werden.
Titel: Rires et sourires littéraires. - 1994
SWW Lachen ; Literatur
SWW Humor ; Literatur
Titel: Musica privata : die Rolle der Musik im privaten Leben ; Festschrift ... - 1991
SWW Salmen, Walter ; Bibliographie
SWW Hausmusik ; Geschichte ; Aufsatzsammlung
Titel: Lexikon des gesamten Buchwesens / hrsg. von Severin Corsten. - 1987 -
SWW Buch ; Wörterbuch
SWW Bibliothek ; Wörterbuch
Titel: Adelsfamilien im Umkreis der frühen Karolinger : die Verwandtschaft Irminas von Oeren und Adelas von Pfalzel / Matthias Werner. - 1982
SWW Maas-Mosel-Gebiet ; Adel ; Geschichte 600-800
SWW Karolinger ; Genealogie
SWW Irmina <von Oeren> ; Genealogie
SWW Adela <von Pfalzel> ; Genealogie
b) Ob es sich um mehrere Gegenstände oder um einen sehr komplexen einzelnen Gegenstand handelt, hängt davon ab, ob die einzelnen Begriffe in einer Beziehung zueinander stehen, sich gegenseitig einschränken. Vergleich und Gegenüberstellung zweier Sachverhalte gelten als ein einheitlicher Gegenstand. Im Zweifelsfall wird angenommen, dass mehrere Gegenstände behandelt werden.
Inhalt: Schweiz und Libanon : Vergleich zweier politischer Systeme
SWW Schweiz ; Politisches System ; Libanon
Titel: Salesman in Beijing / Arthur Miller. - 1984
SWW Miller, Arthur / Death of a salesman ; Inszenierung ; Peking / Volkstheater ; Geschichte 1984
Bei gleichgeordneten Begriffen werden mehrere Gegenstände angenommen.
Titel: Insekten und Spinnentiere am Mittelmeer / Joachim und Hiroko Haupt. - 1993
SWW Mittelmeerraum ; Insekten ; Bestimmungsbuch
SWW Mittelmeerraum ; Spinnentiere ; Bestimmungsbuch
nicht: Mittelmeerraum ; Insekten ; Spinnentiere ; Bestimmungsbuch
Titel: Lehrstücke in der Praxis : zwei Versuche mit Bertolt Brechts: Die Ausnahme und die Regel, Die Horatier und die Kuratier / hrsg. von Joachim Lucchesi. - 1979
SWW Brecht, Bertolt / ¬Die¬ Ausnahme und die Regel ; Aufführung
SWW Brecht, Bertolt / ¬Die¬ Horatier und die Kuratier ; Aufführung
nicht: Brecht, Bertolt ; Lehrstück ; Aufführung.
zur Bevorzugung des Individualbegriffs vgl. § 8,2
c) Verschiedene Aspekte desselben Themas, die eng zusammenhängen, können je als eigene Gegenstände behandelt werden, wenn es verschiedene gleichwertige Ausdrucksmöglichkeiten gibt, die sich nicht unter einem Oberbegriff zusammenfassen lassen.
Titel: Wahrnehmung von Lehrer-Kollegen in Merkmalen des zwischenmenschlichen Geschehens sowie deren Förderung durch personenzentrierte Gesprächsgruppen / Ursula Behrens-Tönnies. - 1983
SWW Lehrerkollegium ; Interaktion
SWW Lehrer ; Kollege ; Interpersonale Wahrnehmung
SWW Lehrerkollegium ; Interaktion ; Nichtdirektive Gesprächsführung ; Gruppenarbeit
Inhalt: Arbeiterbewegung und Literatur in Schweden
SWW Schwedisch ; Literatur ; Arbeiterbewegung
SWW Schwedisch ; Arbeiterliteratur
Inhalt: Das Alltagsleben im Dreißigjährigen Krieg
SWW Dreißigjähriger Krieg ; Alltag
SWW Deutschland ; Alltag ; Geschichte 1618-1648
Titel: ¬Die¬ Ostverträge / Benno Zündorf. - 1979
SWW Ostverträge ; Geschichte
SWW Deutschland <Bundesrepublik> ; Außenpolitik ; Ostblock ; Geschichte 1970-1974
Dargestellt werden nicht nur die Verträge, sondern auch die Einbindung in die Ostpolitik.
d) Als zwei Gegenstände kann die Darstellung eines Themas und die Verknüpfung desselben Themas mit einem Formschlagwort behandelt werden, wenn der Formaspekt beim vorliegenden Dokument sehr gewichtig ist (vgl. § 504,1).
Titel: Türkei / Klaus Liebe ; Gerhard P. Müller. - 1985
geschichtlich-landeskundliche Darstellung mit zahlreichen Illustrationen
SWW Türkei ; Landeskunde
SWW Türkei ; Bildband
Inhalt: Luther und Lutherforschung im 20. Jahrhundert
SWW Luther, Martin ; Aufsatzsammlung
SWW Luther, Martin ; Literaturbericht 1900-1985
SWW Luther, Martin ; Bibliographie 1900-1985
e) Ausnahmsweise können auch ein weiterer und ein engerer Gegenstand bzw. verwandter Gegenstand als zwei unterschiedliche Gegenstände angesehen werden, sofern beide gleichgewichtig als Thema auftreten.
Titel: Die öffentliche Meinung in der Staatsphilosophie von Thomas Hobbes : auf dem Hintergrund der Begriffsgeschichte und der Phänomengenesis der öffentlichen Meinung von der Antike bis zur neuen Zeit / Heinz Flieger. - 1975
Die Darstellung der Theorie beansprucht ca. ein Drittel des Umfangs.
SWW Hobbes, Thomas ; Öffentliche Meinung
SWW Öffentliche Meinung ; Theorie ; Geschichte Anfänge-1800
Titel: Friedrich Hölderlin in the context of Württemberg pietism / Priscilla A. Hayden- Roy. - 1988
Der erste Gegenstand wird auf 135 Seiten, der zweite auf 133 Seiten behandelt.
SWW Württemberg ; Pietismus ; Geschichte 1700-1800
SWW Hölderlin , Friedrich ; Pietismus
Titel: Revolutionary women : gender and the socialist revolutionary role / Marie Marmo Mullaney. - 1983
Die 5 Personen werden jeweils eigens, beispielhaft für das Thema, in einem Kapitel von ca. 50 Seiten behandelt. Das Schlusskapitel versucht, daraus eine allgemeine Theorie abzuleiten.
SWW Revolutionärin ; Sozialismus
SWW Marx-Aveling, Eleanor
SWW Kollontaj, Aleksandra M.
SWW Luxemburg, Rosa
SWW Balabanoff, Angelica
SWW Ibárruri, Dolores Gómez
5. Die Bildung mehrerer Schlagwortketten sollte jedoch immer dann vermieden werden, wenn ein passender Oberbegriff verwendet werden kann (vgl. § 6,1). Dies hängt davon ab, wie weit der Oberbegriff den Inhalt des Dokuments vollständig und angemessen wiedergibt und wie weit er für die Erschließung geeignet ist.
Inhalt: Politische Systeme Westeuropas
Es werden Großbritannien, Frankreich, Bundesrepublik Deutschland, Schweiz, Österreich, Norwegen behandelt.
SWW Westeuropa ; Politisches System
Der zusammenfassende Begriff wird gewählt, da die abgehandelten Systeme beispielhaft behandelt werden und der vergleichende Aspekt im Vordergrund steht. Anders wäre zu verfahren, wenn das Gewicht auf den einzelnen Staaten liegen würde.
Titel: Im Namen des Papstes : die verschwiegenen Truppen des Vatikan / Gordon Urquhart. - 1995
SW Fokolar-Bewegung
SW Comunione e Liberazione
SW Neocatechumenate
Als zusammenfassende Beschlagwortung wäre allenfalls Fundamentalismus ; Katholische Kirche denkbar, was aber über den Inhalt weit hinausgeht. Da die Unterbegriffe weit spezifischer sind, ist dies nicht sinnvoll.
6. Ist ein Gegenstand so komplex, dass er in einer Schlagwortkette nicht mehr verständlich darzustellen ist, so soll er nach Möglichkeit durch mehrere Ketten wiedergegeben werden. Das kann z.B. beim Zusammentreffen von mehr als drei Sachschlagwörtern der Fall sein.
Titel: Elektrodynamische Eigenschaften von Hochtemperatur-Supraleitern im THz-Bereich / Rainer Buhleier. - 1994
SWW Yttriumverbindungen ; Bariumverbindungen ; Praseodymverbindungen ; Cuprate ; Hochtemperatursupraleiter
SWW Hochtemperatursupraleiter ; Optische Eigenschaft ; Terahertzbereich
§ 14 Darstellung von Beziehungen in der Schlagwortkette
1. Die in einer Schlagwortkette verknüpften Schlagwörter stehen untereinander in einer sachlichen Beziehung. Dabei sind vielfach nicht nur die vorliegenden, sondern auch weitere Beziehungen denkbar. Da in der Schlagwortkette keine Rollenoperatoren verwendet werden, kann die Art der Beziehung nicht dargestellt werden. Die Darstellung eines Gegenstands in der Schlagwortkette ist daher nicht immer eindeutig.
SWW USA ; Geographieunterricht
Dies kann sowohl den Geographieunterricht in den USA wie die Behandlung der USA im Geographieunterricht meinen.
2. Die Richtung von Beziehungen in einer Schlagwortkette wird nicht dargestellt. Werden Permutationen gemacht, so erhalten Ausgangs- und Zielpunkt je eine Eintragung.
Titel: ¬An¬ English-Arabic lexicon / George P. Badger. - 1980
ebenso für ein arabisch-englisches Wörterbuch und für ein Wörterbuch in beide Richtungen
Titel: ¬La¬ déportation sous le premier Empire : les Espagnols en France (1808-1814) / Jean-René Aymes. - 1983
SWW Frankreich ; Deportation ; Spanier ; Geschichte 1808-1814
3. Unklarheiten in der Beziehung können durch eine präzise Beschlagwortung vielfach vermieden werden. Es werden aber keine präkombinierten Schlagwörter angesetzt, nur um Unklarheiten in der Schlagwortkette zu vermeiden.
Titel: ¬Der¬ gute und der schlechte Sportlehrer aus Schülersicht / Manfred Messing. - 1988
SWW Sportlehrer ; Schülerurteil
nicht: Sportlehrer ; Schüler
Inhalt: Die Beurteilung der Schüler im Sportunterricht
SWW Sportunterricht ; Schülerbeurteilung
4. Wenig aussagekräftige Schlagwörter wie Beeinflussung, Beziehung, Darstellung, Kritik, Thema, Verhältnis werden nicht verwendet, wenn sie nur dazu dienen würden, die Beziehung der Schlagwörter in der Schlagwortkette zu verdeutlichen.
Titel: Staatsgrenzen und ihr Einfluss auf Raumstrukturen und Verhaltensmuster / hrsg. von J. Maier. - 1983
SWW Staatsgrenze ; Regionalstruktur
ohne Schlagwort Einfluss
Inhalt: Die französische Revolution in der Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts
SWW Französische Revolution ; Geschichtsschreibung ; Geschichte 1815-1900
ohne Schlagwort Darstellung
Titel: ¬Die¬ Volksschule des Obrigkeitsstaates und ihre Kritiker / hrsg. von Ludwig Fertig. - 1979
SWW Deutschland ; Volksschule ; Kritik ; Geschichte 1777-1888 ; Quelle
Titel: Hölderlin und die deutsche Nation / Werner Bantscher. - 1942
SWW Hölderlin, Friedrich ; Rezeption ; Deutschland
Inhalt: Lehrer und Schulräte : ein strukturell gestörtes Verhältnis
SWW Lehrer ; Einstellung ; Schulaufsicht
§ 15 Reihenfolge in der Schlagwortkette, Permutationen
1. Die Reihenfolge der Schlagwörter in der Schlagwortkette richtet sich zunächst nach den Schlagwortkategorien (vgl. §§ 11 und 13,2):
Für Listenfunktionen können die Schlagwörter permutiert werden. Dabei erhält jedes Schlagwort i.d.R. nicht mehr als eine Eintragung.
2. Treffen Schlagwörter derselben Schlagwortkategorie zusammen, so wird die Grundkette nach § 13,2 gebildet (sinnvolle Reihenfolge bzw. im Zweifelsfall alphabetische Ordnung).
Wenn die Glieder der Schlagwortkette permutiert werden, so erhält i.d.R. jedes Schlagwort nicht mehr als eine Eintragung. Auf die Eintragung unter Sachschlagwörtern, denen im vorliegenden Zusammenhang kein selbständiges Gewicht zukommt, kann verzichtet werden (vgl. §§ 322,3; 325).
In der Permutation wird für einzelne Schlagwörter eine sinnvolle Reihenfolge gewählt. Gibt es mehrere sinnvolle Reihenfolgen, so wird die Transposition gewählt, bei der jeweils zwei Kettenglieder ausgetauscht werden.
Sache 1 ; Sache 2 ; Sache 3 ; Sache 4
s 2 ; s 1 ; s 3 ; s4
s 3 ; s 2 ; s 1 ; s 4
s 4 ; s 2 ; s 3 ; s 1
Analog wird beim Zusammentreffen mehrerer Schlagwörter derselben Kategorie mit einem Schlagwort einer anderen Kategorie verfahren.
3. Personenschlagwörter gehen in der Grundkette den geographischen/ethnographischen, Sach-, Zeit- und Formschlagwörtern voran (vgl. §§ 116ff.). Bei der Permutation für Listenfunktionen wird i.d.R. mit den geographischen/ethnographischen Schlagwörtern und den Sachschlagwörtern je eine Eintragung gemacht. (Ausnahmen vgl. § 117,4; Anl. 2).
4. Geographische/ethnographische Schlagwörter gehen in der Grundkette den Sach-, Zeit-, und Formschlagwörtern voran. (Ausnahmen vgl. §§ 504,2 und 3; 702; 770). Bei der Permutation für Listenfunktionen wird i.d.R. mit den Sachschlagwörtern je eine Eintragung gemacht. (Ausnahmen vgl. § 220,4; Anl. 5).
5. Treffen mehrere Personen- oder geographische/ethnographische Schlagwörter mit mehreren Sachschlagwörtern zusammen, so hat in der Grundkette die Darstellung der Beziehung Personenschlagwort - Sachschlagwort bzw. geographisches/ethnographisches Schlagwort - Sachschlagwort Vorrang vor der Beziehung zwischen den Personenschlagwörtern bzw. den geographischen/ethnographischen Schlagwörtern. Sach- und gegebenenfalls Zeitschlagwörter werden dabei demjenigen Schlagwort zugeordnet, zu dem sie gehören. Sachbegriffe, die zu beiden Personen- oder geographischen/ethnographischen Schlagwörtern gehören, werden nur dem ersten Schlagwort zugeordnet (vgl. §§ 116,2; 218,2, zu vergleichenden Darstellungen vgl. aber § 15,9).
6. Sachschlagwörter gehen in der Grundkette den Zeit- und Formschlagwörtern voran.
7. Das Zeitschlagwort steht in der Grundkette an letzter Stelle vor dem Formschlagwort. Es wird i.d.R. nicht als erstes oder einziges Schlagwort in der Schlagwortkette verwendet (Ausnahme vgl. § 406,3). Nach dem Zeitschlagwort können jedoch noch weitere Schlagwörter folgen, für die die zeitliche Eingrenzung des Zeitschlagworts nicht gilt (vgl. § 406,4), z.B. bei der Behandlung einer Epoche in einer anderen literarischen oder sachlichen Form, bei der Eingrenzung durch einen Sachbegriff, der nur der Erläuterung dient und wenn Geschichte als Sachbegriff gemeint ist (vgl. § 405).
8. Formschlagwörter stehen grundsätzlich an letzter Stelle in der Grundkette (vgl. § 504,1). (Ausnahmen vgl. § 504,2 und 3; 505; 702; Anl. 6).
9. Bei Vergleichen und der Darstellung gegenseitiger Beeinflussung kann sich die Reihenfolge der Schlagwortkategorien innerhalb einer Schlagwortkette wiederholen (vgl. §§ 115a,2; 219,2; 406,3).
10. Schemata zur Reihenfolge und Permutation der Schlagwortkategorien:
Die Grundkette ist jeweils in Vollform, die fakultativ zu bildenden weiteren Eintragungen sind verkürzt dargestellt. Zur Reihenfolge bei mehreren Schlagwörtern der gleichen Kategorie vgl. Abs. 2.
a) Formschlagwort
Nur am Ende einer Schlagwortkette (Ausnahmen vgl. § 15,8)
b) Zeitschlagwort
Zeit ; Form
Als erstes Schlagwort in der Schlagwortkette nur bei Komposita mit Geschichte (vgl. § 406,3)
c) Sachschlagwort
1. Sache ; Form
2. Sache ; Zeit ; Form
3. Sache 1 ; Sache 2
s 2 ; s 1
4. Sache 1 ; Sache 2 ; Zeit ; Form
s 2 ; s 1 ; z ; f
5. Sache 1 ; Sache 2 ; Sache 3
s 2 ; s 1 ; s 3 (oder eine andere sinnvolle Reihenfolge)
s 3 ; s 2 ; s 1
6. Sache 1 ; Sache 2 ; Sache 3 ; Zeit ; Form
s 2 ; s 1 ; s 3 ; z ; f (oder eine andere sinnvolle Reihenfolge der Sachschlagwörter)
s 3 ; s 2 ; s 1 ; z ; f
d) Geographisches Schlagwort (umfasst auch ethnographisches Schlagwort und Sprachbezeichnung)
1. Geographikum ; Form
2. Geographikum ; Zeit ; Form
3. Geographikum ; Sache ; Zeit ; Form
s ; g ; z ; f
4. Geographikum ; Sache 1 ; Sache 2 ; Zeit ; Form
s 1 ; s 2 ; g ; z ; f
s 2 ; s 1 ; g ; z ; f
5. Geographikum 1 ; Geographikum 2 ; Form
g 2 ; g 1 ; f
6. Geographikum 1 ; Geographikum 2 ; Zeit ; Form
g 2 ; g 1 ; z ; f
Bei Vergleichen und gegenseitiger Beeinflussung zwischen mehreren geographischen Schlagwörtern mit mehrfachem Ablauf der Reihenfolge:
7. Geographikum 1 ; Sache ; Geographikum 2 ; Zeit ; Form
s ; g 1 ; g 2 ; z ; f
g 2 ; s ; g 1 ; z ; f
8. Geographikum 1 ; Sache 1 ; Sache 2 ; Geographikum 2 ; Zeit ; Form
s 1 ; s 2 ; g 1 ; g 2 ; z ; f
s 2 ; s 1 ; g 1 ; g 2 ; z ; f
g 2 ; s 1 ; s 2 ; g 1 ; z ; f
9. Geographikum 1 ; Sache 1 ; Geographikum 2 ; Sache 2 ; Zeit ; Form
s 1 ; g 1 ; g 2 ; s 2 ; z ; f
g 2 ; s 2 ; g 1 ; s 1 ; z ; f
s 2 ; g 2 ; g 1 ; s 1 ; z ; f
10. Geographikum 1 ; Sache 1 ; Zeit 1 ; Geographikum 2 ; Sache 2 ; Zeit 2
s 1 ; g 1 ; z 1 ; g 2 ; s 2 ; z 2
g 2 ; s 2 ; z 2 ; g 1 ; s 1 ; z 1
s 2 ; g 2 ; z 2 ; g 1 ; s 1 ; z 1
e) Personenschlagwort
1. Person ; Form
2. Person ; Zeit ; Form
3. Person ; Sache ; Zeit ; Form
s ; p ; z ; f
4. Person ; Sache 1 ; Sache 2 ; Zeit ; Form
s 1 ; s 2 ; p ; z ; f
s 2 ; s 1 ; p ; z ; f
5. Person ; Geographikum ; Form
g ; p ; f
6. Person ; Geographikum ; Sache ; Zeit ; Form
g ; s ; p ; z ; f
s ; g ; p ; z ; f
7. Person 1 ; Person 2 ; Form
p 2 ; p 1 ; f
Bei Vergleichen und gegenseitiger Beeinflussung zwischen mehreren Personenschlagwörtern mit mehrfachem Ablauf der Reihenfolge:
8. Person 1 ; Sache ; Person 2 ; Zeit ; Form
s ; p 1 ; p 2 ; z ; f
p 2 ; s ; p 1 ; z ; f
9. Person 1 ; Sache 1 ; Sache 2 ; Person 2 ; Zeit ; Form
s 1 ; s 2 ; p 1 ; p 2 ; z ; f
s 2 ; s 1 ; p 1 ; p 2 ; z ; f
p 2 ; s 1 ; s 2 ; p 1 ; z ; f
10. Person 1 ; Sache 1 ; Person 2 ; Sache 2 ; Zeit ; Form
s 1 ; p 1 ; p 2 ; s 2 ; z ; f
p 2 ; s 2 ; p 1 ; s 1 ; z ; f
s 2 ; p 2 ; p 1 ; s 1 ; z ; f
11. Person 1 ; Sache 1 ; Zeit 1 ; Person 2 ; Sache 2 ; Zeit 2
s 1 ; p 1 ; z 1 ; p 2 ; s 2 ; z 2
p 2 ; s 2 ; z 2 ; p 1 ; s 1 ; z 1
s 2 ; p 2 ; z 2 ; p 1 ; s 1 ; z 1
§ 16 Rechtschreibung, Zeichenvorrat
1. Schlagwörter und Verweisungen werden grundsätzlich mit großen Anfangsbuchstaben geschrieben. (Ausnahme vgl. u.a. § 302,2.)
2. Maßgeblich für die Rechtschreibung der Schlagwörter ist die jeweils neueste Ausgabe des Duden, Rechtschreibung der deutschen Sprache". Wenn das Wort dort nicht enthalten ist, werden auch für die Rechtschreibung Allgemeinenzyklopädien sowie fachliche Nachschlagewerke herangezogen. (Einzelheiten und Ausnahmen bei Personennamen vgl. §§ 102; 109; 110, bei geographischen/ethnographischen Begriffen vgl. §§ 202; 212b, bei Sachbegriffen vgl. § 302, bei Körperschaften vgl. § 602, bei Werktiteln vgl. § 709).
3. Es werden die in MAB2 Anhang 2 vorgesehenen Zeichen verwendet (Codierung nach ISO 5424). Akzente und diakritische Zeichen (vgl. RAK § 803,2-4) werden in Fremdwörtern und fremdsprachigen Namen unabhängig von der Form des Nachschlagewerks berücksichtigt. Für nichtlateinische Schriftzeichen gelten i.d.R. die nach RAK maßgeblichen Umschrifttabellen. (Vgl. auch §§ 109; 110, Formeln vgl. § 314.)
Anm. 1: Es können nicht alle Kombinationen von Zeichen und Diakritika dargestellt werden.
Anm. 2: Das Zeichen ß" war bis 1997 in der SWD nicht realisiert.
4. In Wörtern und Namen der lateinischen Sprache wird der Buchstabe j als i angesetzt. Lehnwörter richten sich nach der deutschen Rechtschreibung.
5. Bei strittiger Schreibweise von c, k und z in biologischen, chemischen und medizinischen Bezeichnungen wird i.d.R. c gewählt. Von den anderen üblichen Schreibvarianten wird verwiesen.
6. Sind bei der Ansetzungsform von Fremdwörtern oder fremdsprachigen Namen Akzente oder diakritische Zeichen berücksichtigt, und werden diese datentechnisch anders behandelt als die Grundform, so wird diese als Synonym erfasst.
§ 17 Zahlen und sonstige Zeichen
1. Zahlen und sonstige Zeichen werden, soweit im Folgenden nichts anderes bestimmt ist, unter einer verbalen Auflösung angesetzt.
SW Zwanzigster Juli
SW Kohlendioxid
SW Einundzwanzig-Zentimeter-Linie
SW Dreißigjähriger Krieg
SW Dekalog
BF Zehn Gebote
2. Sie werden in folgenden Fällen nicht aufgelöst:
a) Jahresangaben
aa) Jahresangaben in Verbindung mit Geschichte, einem Kompositum mit -geschichte und Prognose (vgl. § 403) oder einem Formschlagwort (vgl. § 503). Die Ziffern werden nach Spatium angehängt.
SWW Wien ; Geschichte 1915-1955
SWW Deutschland ; Sozialgeschichte 1517-1585
SWW Weltwirtschaft ; Prognose 1998-2000
SWW Fontane, Theodor ; Biographie 1840-1860
ab) Jahreszahlen als Homonymenzusatz bei Personennamen vgl. § 106,3, bei historischen Einzelereignissen vgl. § 415a,1,a, bei Veranstaltungen vgl. § 607, bei Werktiteln vgl. § 710, bei Gesetzen vgl. § 715,10, bei Verträgen und Verfassungen vgl. §§ 716; 717. Die Ziffern werden in Winkelklammern nachgestellt.
SW Butler, Samuel <Schriftsteller, 1835-1902>
SW Weltkrieg <1939-1945>
SW Deutschland / Reichshofratsordnung <1654>
SW Frankreich / Verfassung < 1958>
b) Formeln, naturwissenschaftliche und technische Zeichen und Symbole (vgl. § 314)
ba) Ziffern innerhalb oder am Ende der Bezeichnung werden im allgemeinen durch einen Bindestrich mit den Buchstaben verbunden.
SW SU-3-Symmetrie
SW Uran-235
SW H-II-Gebiet
Eine ungünstige Sortierung in Listenfunktionen wird in Kauf genommen.
bb) Ziffern als Bestandteil chemischer Namen und anderer fachsprachlicher Bezeichnungen, die bei der alphabetischen Einordnung übergangen werden, werden als Homonymenzusatz in Winkelklammern nachgestellt (vgl. § 314,2,b).
SW Nitrophenol <2->
c) Ziffern im Innern oder am Ende von Individualnamen, z.B. geographischen Namen, Produkt- und Typenbezeichnungen (vgl. § 306a,3) werden nach Vorlage, im Zweifelsfall zwischen Spatium bzw. nach Spatium angesetzt.
SW Autobahn 93
SW K 2
SW DB2
SW OS/2
d) Ziffern, die lediglich der Zählung gleichartiger Schlagwörter dienen, werden mit Spatium nachgestellt. (vgl. § 305,1,b). Ausnahme: Zählung bei Altersstufen, z.B. Kind <3 Jahre>) und Zählung bei Körperschaften (vgl. § 602,5).
SW Schuljahr 1
SW Hauptsatz der Thermodynamik 2
e) Ziffern in Titeln von Werken, sofern der Einheitssachtitel mit Ziffern angesetzt wird (vgl. RAK § 206,1).
SW Cambio 16
SW Fahrenheit 451
f) Zählungen der Teile von Werken werden mit Spatium an den Werktitel angehängt (vgl. § 711,2).
SW Johannesevangelium 1,1-18
g) Zahlen, Symbole und sonstige Zeichen in Körperschaftsnamen werden nach RAK § 206,1 angesetzt. Dies gilt analog für andere Namen.
SW Verein 1000 Jahre Kronach
SW Berlin 2000 Olympia GmbH
3. a) Römische Ziffern werden verwendet bei Herrschernamen und für die Wertigkeit chemischer Elemente in Verbindungen.
SW Leo <Papst, I.>
SW Arsenik
BF Arsenoxid <Arsen(III)-oxid>
b) Römische Ziffern können bei Sachtiteln von Werken und in Individualnamen nur verwendet werden, sofern sie gebräuchlich sind. Bei schwankendem Gebrauch von römischen und arabischen Ziffern wird auf arabische Ziffern normiert.
SW Goethe, Johann Wolfgang ¬ von¬ / Faust I
SW FORTRAN IV
SW PL 1
4. Formeln, naturwissenschaftliche und technische Zeichen und Symbole vgl. § 314.
§ 18 Codierungen in Schlagwortsätzen
Die Codierungen der SWD-Sätze dienen u.a. dem Wiederauffinden von Schlagwörtern zum Zwecke des Indexierens und der Terminologiearbeit sowie darüber hinaus der systematischen Recherche und dem Erstellen fachlicher Teilausgaben der SWD.
1. SWD-Notation
Die Schlagwörter werden in der SWD nach den SWD-Sachgruppen klassifiziert (vgl. Systematische Liste der SWD-Notationen" im Beiheft zur Mikrofiche-Ausgabe der SWD). Geographische Schlagwörter und Sprachbezeichnungen erhalten keine SWD-Notation, sondern nur einen oder mehrere Ländercodes bzw. Sprachencodes. Die Notation wird mit dem Symbol SYS eingeleitet. Schlagwörter können bis zu fünf Notationen erhalten.
SW Mathematikunterricht
SYS 6.4
SW Informationsverarbeitung
SYS 5.3; 5.5; 27.3d; 30; 31.9b
Unspezifische Allgemeinbegriffe, die nur in Verbindung mit anderen Schlagwörtern und nichtpermutierend zu benutzen sind, sowie nicht klassifizierbare Personennamen erhalten die Notation 00 bzw. 00p. Allgemeinbegriffe, die in Verknüpfung mit anderen Schlagwörtern aussagekräftig und in mehr als fünf SWD-Sachgruppen fachsprachlich gebräuchlich sind, erhalten die Notation 1.
SW Typ C
SYS 00
SW Buchan, Bertha ¬von¬
SYS 00p
D Jugendliebe Theodor Storms
SW Merkmal
2. Ländercode
Der Ländercode nach DIN EN 23166 (Symbol LC) systematisiert folgende Gruppen von Schlagwörtern nach ihrer geographischen Zugehörigkeit:
- Geographische Namen,
LC XA-DE
- Ethnographische Namen,
SW Sioux
LC XD-US
- Sprachbezeichnungen,
SW Catawba-Sprache
- Personennamen,
SW Beckett, Samuel
SYS 12.2p
LC XA-IE; XA-GB; XA-FR
- Körperschaftsnamen,
SW IBM Deutschland Informationssysteme GmbH
SYS 10.12b
LC XA-DE*BW
BF Stuttgart / IBM Deutschland Informationssysteme GmbH
SW Bremen / Kunstverein Bremen
SYS 13.1a
LC XA-DE*HB
- Sachschlagwörter, in denen (z.B. durch die Verweisung oder durch die Notation 16.5) ein geographischer Bezug zum Ausdruck gebracht wird,
SW Kibbuz
SYS 9.3b
LC XA-IS
BF Israel / Kibbuz
- Anonyme Werktitel mit eindeutigem geographischen Bezug,
SW ¬Der¬ Zürcher Oberländer
LC XA-CH
MO Schweiz ; Zeitung
Zeitung ; Schweiz
- Mehrgliedrige Schlagwörter für Individualbegriffe, die mit einem Schlagwort angesetzt werden, das einen Ländercode erhält.
SW Drusen / Aufstand <1925-1926>
SYS 16.5
LC XB-SY
MO Syrien ; Geschichte 1925-1926
3. Sprachencode
Der Sprachencode (Symbol SC) nach ISO/DIS 639-2/B systematisiert folgende Gruppen von Schlagwörtern nach ihrer sprachlichen Zugehörigkeit:
Anm.: Hierbei handelt es sich um eine fakultative Anwendung. Zur Zeit wird der Sprachencode in der SWD nur für Werke der Antike angewandt.
SC sio
- Personen, die sprachgebundene Werke (z.B. literarische, philosophische usw.) verfasst haben,
SC eng ; fre
Beckett hat Werke in mehreren Sprachen verfasst.
- Werktitel für sprachgebundene Werke,
SW Exodus <Altenglisches Epos>
SYS 12.2b
LC XA-GB
MO Altenglisch ; Epos
SW Beckett, Samuel / Mal vu mal dit
LC XA-IE, XA-GB; XA-FR
- Sachschlagwörter für Begriffe der Linguistik und literarische Gattungen, die nur in einer Sprache vorkommen.
SYS 12.3
LC XA-FR
- Körperschaften, deren Aufgabenschwerpunkt mit Sprache oder Literatur verbunden ist.
SW Darmstadt / Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung
SYS 11.1a; 12.1b; 6.5
LC XA-DE*HE
SC ger
4. Zeitcode
Der Zeitcode (Symbol ZC) dient dem Retrieval von zeitlichen Aspekten in einfacher, stets gleich strukturierter Form. Er soll sowohl allein wie in Kombination mit anderen Datenelementen suchfähig sein (vgl. § 418; Anl. 9).
§ 19 Bemerkungen in Schlagwortsätzen
Die Quellenangabe ist Nachweis der Gebräuchlickeit eines Schlagwortes (vgl. § 9,3) und dient damit der terminologischen Kontrolle. Sie wird mit dem Symbol Q eingeleitet und enthält folgende Angaben:
- Angabe der Quelle des Schlagworts in abgekürzter Form entsprechend der Liste der Nachschlagewerke" (vgl. § 9,3). Ist das Schlagwort in keinem dieser Nachschlagewerke nachweisbar, so ist die Quellenangabe Vorlage oder der Titel eines weiteren Nachschlagewerks in möglichst kurzer Form.
SW Niveaulinie
Q Naas-Schmid
- Erfolgt die Ansetzung eines Schlagwortes unter Bezug auf eine bestimmte Regelung der RSWK oder der Praxisregeln", so wird im Feld für die Quelle die Formulierung Nach § ... RSWK bzw. Nach Praxisregel zu § ... RSWK erfasst.
SW Islamische Presse
Q Nach Praxisregel zu § 305,2 RSWK
- Erfolgt die Ansetzung eines Schlagwortes entsprechend einer in der SWD festgelegten Leitlinie, z.B. dem Hinweis, dass mit einem bestimmten Grundwort in einem definierten Sachgebiet Komposita zu bilden sind, so wird in der Quellenangabe analog eingetragen. Dem Vermerk analog sollte stets der Hinweis auf das Schlagwort folgen, bei dem die herangezogene Regelung im Verwendungshinweis verankert ist.
SW Handel
H Mit dem jeweiligen Gut wird i.d.R. ein Kompositum gebildet.
SW Bernsteinhandel
Q analog Verwendungshinweis bei Handel
Definitionen (Symbol D) dienen der Information der Benutzer und der Festlegungskontrolle. Sie sind nur dann erforderlich, wenn begriffliche Unklarheiten vorliegen, insbesondere dann, wenn ein Schlagwort allgemeinsprachigen Missverständnissen unterliegt. Im Zweifelsfalle ist eine Definition anzugeben. Die Angabe der Quelle oder der SWD-Notation ersetzt nicht die Definition.
SW Nichtsesshafter
D Person ohne festen Wohnsitz, die im Gegensatz zu Obdachlosen keine Obdachlosen- oder Notunterkünfte bewohnt.
Die Definition ist erforderlich zur Abgrenzung von Obdachloser.
Die Definition ist erforderlich, weil unter Proband überwiegend eine Versuchsperson verstanden wird.
3. Verwendungshinweis
Verwendungshinweise enthalten für Benutzer wie für Bearbeiter Informationen über die Benutzung eines Schlagworts in Ansetzungen und Verknüpfungen. Sie werden mit dem Symbol H eingeleitet und
erläutern die Verknüpfungsmöglichkeiten eines Schlagwortes mit anderen Schlagwörtern zu einer Schlagwortkette,
SW Wissensrepräsentation
H Verknüpfe mit Anwendungsgebiet, z.B. Erkenntnistheorie, Kognitive Psychologie oder spezifischeren Schlagwörtern. Künstliche Intelligenz entfällt als pleonastisch.
weisen auf die Verwendung anderer Schlagwörter in anderen bzw. ähnlichen Zusammenhängen hin,
D Mehrtägige meist organisierte Wanderung i.d.R. mit Führer durch unwegsames oder unerschlossenes Gebiet meist außerhalb Europas.
H Wandern bzw. Bergwandern für kürzere bzw. eintägige Touren und für Hüttenwandern bevorzugt zu benutzen.
grenzen das Schlagwort gegenüber anderen Schlagwörtern ab,
H Außerhalb des Sports nicht zu verwenden, stattdessen Übung, z.B. Aufmerksamkeit ; Übung
geben Hinweise zur Ansetzung von Komposita,
SW Bewältigung
HIn Verbindung mit kritischen Lebensereignissen (Krankheit, Tod von Angehörigen) i.d.R. nicht permutierendes Schlagwort. Keine Kompositumbildung außer mit Angst, Konflikt, Leben, Stress, Vergangenheit. In Verbindung mit Formschlagwort Ratgeber und Sachverhalten wie Koabhängigkeit, Alkoholismus oder vergleichbaren verhal- tensrelevanten Besonderheiten entfällt Bewältigung als redundant.
weisen auf bestimmte Regeln hin und geben damit Hinweise auf weitere Suchmöglichkeiten.
SW Schule
H Einzelne Schulen werden als Körperschaft behandelt, z.B. Frankfurt <Main> / Freie Schule. Im übertragenen Sinne für die Schulen einzelner Künstler, Wissenschaftler etc. in Verbindung mit Personennamen wird Schule nicht benutzt, statt dessen werden die Personen mit Schlagwörtern wie Künstlerschule, Philosophenschule oder Wissenschaftliche Schule (bzw. Verknüpfung aus jeweiliger Wissenschaftsdisziplin und Wissenschaftliche Schule) verknüpft.
4. Redaktionelle Bemerkung
Redaktionelle Bemerkungen (Symbol R) enthalten für die Bearbeiter Informationen zur Genese eines Schlagwortsatzes. Solche Informationen weisen u.a. hin
auf die Gründe für die Ansetzung eines Schlagwortes und auf die Entscheidungsbildung bei Änderungen oder bei der Löschung von Schlagwörtern zugunsten einer Normierung auf eine Vorzugsbezeichung.
SW Streptococcus
R Synonymie-Verweisung von Lactococcus wurde gelöscht, da Lactococcus als Gattung 1985 neu definiert wurde.
auf die Vorläufigkeit einer Ansetzung (vgl. § 9,1).
5. Bemerkungen zu einzelnen Verweisungsformen
Zu einzelnen Verweisungsformen werden bei Bedarf Bemerkungen mit * erfasst, z.B. Quasisynonym, die Quelle der Verweisungsform (nur in begründeten Fällen), Früherer Titel, Späterer Titel, Erscheinungsjahr usw.
BF Barcelonès*Katalanische Namensform
§ 20 Gestaltung der Schlagwort-Recherche im Online-Katalog
1. Die Gestaltung des Retrievals von Schlagwörtern und ihrer Anzeige im Online-Katalog wird durch das vorliegende Regelwerk nicht normiert, sondern ist Aufgabe des jeweiligen OPACs. Im Folgenden können nur einzelne Hinweise gegeben werden, insbesondere zu Punkten, an denen die Regeln für die Erschließung mit der Gestaltung des Retrievals zusammenhängen.
2. Die besondere Stärke des Online-Katalogs ist das postkoordinierende Retrieval. Darunter versteht man die Eigenschaft eines Indexierungs- und Retrievalsystems, beliebige Sachverhalte aus ihren begrifflichen Komponenten im Zuge des Retrievals zusammenzusetzen - im Unterschied zur Präkombination, bei der Begriffe während der Indexierung zusammengesetzt werden.
Auf der Ebene der Schlagwörter erfordert dies, dass das Vokabular der SWD so gewählt werden muss, dass es für ein postkoordinierendes Retrieval geeignet ist. Dies wird mit Hilfe der Zerlegungskontrolle (vgl. § 8,5) gesichert.
Auf der Ebene der Schlagwortketten erfordert dies, dass - soweit nötig - auch pleonastische Begriffe oder Begriffsteile in der Schlagwortkette verwendet werden (vgl. § 324).
3. Dieses Regelwerk geht aus von der Führung der SWD (einer Schlagwortdatei) in einer getrennten Datei (Normdatei), die mit den Titeldaten verknüpft ist.
Die Schlagwortsätze werden wortweise indexiert. Eine phrasenweise Indexierung (insbesondere für Einwortbegriffe) ist jedoch ebenso erforderlich. Homonymenzusätze sollten getrennt indexiert werden, z.B. mit den Winkelklammern, da sie bei Allgemeinbegriffen einen hohen Anteil an Ballast ergeben.
Synonyme werden zusammen mit den Ansetzungsformen indexiert. Die Suche mit der synonymen Form führt automatisch zur Ansetzungsform, mit der in den Titeldaten weiter recherchiert wird. Synonomie-Verweisungen sollten also automatisch nachvollzogen werden.
Andere Formen von Verweisungen sollten gemeinsam mit Ansetzungen und Synonymen wie auch in getrennten Suchfragen angezeigt werden können, da Schlagwortsätze häufig sehr komplexe Informationen enthalten.
Codierungen, Notationen und Indikatoren sollten jeweils getrennt suchbar sein (vgl. § 20,6).
4. Eine Suchanfrage kann entweder auf die SWD oder auf Schlagwortketten gerichtet sein. Ein Wechsel zwischen beiden Formen der Suche sollte abhängig von der Treffermenge möglich sein.
Bei der Suche in der SWD sollten als Retrievalergebnis, ggf. abhängig von der Treffermenge, Schlagwortsätze der SWD oder direkt Titelsätze angezeigt werden (zweistufige oder einstufige Suche).
Die SWD sollte sowohl mit ihren einzelnen Schlagwortsätzen wie in Registerform angezeigt werden können. Der Umfang der Anzeige der Schlagwortsätze hängt vom jeweiligen OPAC ab.
5. Die Suche nach Schlagwortketten sollte sowohl im Anschluss an eine Suche in der SWD als auch direkt möglich sein. Als Ergebnis sollten, ggf. abhängig von der Treffermenge, Titelsätze oder Schlagwortketten angezeigt werden (einstufige oder zweistufige Suche). Eine Phrasensuche (insbesondere für Ketten aus nur einem Schlagwort) ist jedoch ebenfalls erforderlich.
Die Schlagwortketten sollten, um ein Browsing durch den Benutzer zu erleichtern, in Listen aufbereitet (sortiert) werden. Sortierte Schlagwortkettenlisten eignen sich darüber hinaus sehr gut als sachlich informative Kurzanzeigeform für Suchergebnisse aller Art.
6. Welche Indikatoren online indexiert werden, hängt von den jeweiligen Bedürfnissen ab.
Formschlagwörter sollten i.d.R. getrennt indexiert werden, da sonst in vielen Fällen ein hoher Anteil an Ballast entsteht, wenn nach dem gleichlautenden Sachschlagwort gesucht wird.
Formschlagwörter können in der Anzeige als solche gekennzeichnet werden (z.B. mit dem Indikator und farbig unterlegt), um die Verständlichkeit der Schlagwortkette zu verbessern.
7. Suchanfragen des Benutzers sollten durch Hilfsmittel der Benutzerführung unterstützt werden, insbesondere, wenn kein Treffer erzielt wird:
- Semantische Zerlegung von Suchanfragen,
- Reduktion auf die Stammform, z.B. von Plural auf den Singular,
- Phonetische Suche.
Die SWD berücksichtigt dies insoweit, als Verweisungen von der semantisch zerlegten, postkoordinierten Form auf das als Schlagwort gewählte Kompositum i.d.R. gemacht werden (vgl. § 12,2,b). Verweisungen, die unterschiedliche Flexionsformen oder phonetische Schreibvarianten berücksichtigen, werden hingegen nur in geringem Umfang ausgeführt. Für diese Sucheinstiege sollten entsprechende maschinelle Verfahren implementiert werden.
Anm: Die Verweisung von zwei oder mehr Schlagwörtern auf das Kompositum wird jedoch i.d.R. gemacht.
8. Im Hinblick auf das Stichwort-Retrieval im Online-Katalog wird i.d.R. auf Übergehungsverweisungen verzichtet.
SW Deutscher Verein für das Höhere Mädchenschulwesen
ohne Vw von Verein für das Höhere Mädchenschulwesen
Auf Umkehrungsverweisungen und die Permutation von mehrgliedrigen Oberbegriffen wird jedoch im Hinblick auf Listenfunktionen nicht verzichtet.
SW London / British Library
BF British Library / London
9. Verweisungen werden in der SWD und in Registern reziprok dargestellt. In der SWD soll zwischen verschiedenen Verweisungsformen gewechselt werden können (Navigieren).