Source: https://www.dcdualvet.org/unsere-referenz/terminologie/
Timestamp: 2018-12-16 20:51:46
Document Index: 360659100

Matched Legal Cases: ['§ 18', '§ 8', '§ 8', '§ 2', '§30', '§ 30']

Die Terminologie in der dualen Berufsbildung | DC dVET
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TerminologieWebmaster2017-01-26T17:07:34+00:00
Unser Fachwortschatz
Nachfolgend werden wichtige Begriffe aus der dualen Berufsbildung erklärt. Bei jedem Begriff wird angeführt, ob es sich um einen Fachbegriff handelt, der in Deutschland (DE), Liechtenstein (LI), Österreich (AT) oder der Schweiz (CH) oder in mehreren dieser Länder gebräuchlich ist. Wenn es übereinstimmende Begriffe aus anderen Ländern gibt, wird in der Erklärung darauf Bezug genommen.
Die Auswahl der Begriffe erfolgte nach deren Bedeutung für das Verständnis der grundlegenden Ausprägungen der dualen Berufsbildung und seiner nationalen Ausformungen, aber auch von wichtigen Sonderformen.
Werden in den Texten Begriffe verwendet, die ebenfalls in der Terminologie enthalten sind, werden diese mit „→“ gekennzeichnet.
Bei den Definitionen handelt es sich, wenn nicht ausdrücklich anders angeführt, um Erklärungen, die vom Autorenteam des ibw entwickelt wurden. Begriffe, die bereits in der Publikation “Erfolgsfaktoren der dualen Berufsbildung. Transfermöglichkeiten” verwendet und von dort übernommen wurden, sind mit einem * gekennzeichnet.
DE, CH, LI In Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz die Bezeichnung für die → Lehrabschlussprüfung. Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. Sie wird vor Prüfungsausschüssen abgelegt, die aus zumindest drei fachlich geeigneten Mitgliedern bestehen.
CH Eine Form des Qualifizierungsverfahrens für Erwachsene ohne → Lehrvertrag: Nach mindestens fünfjähriger beruflicher Tätigkeit (teilweise im angestrebten Berufsfeld) kann die Abschlussprüfung abgelegt werden, ohne dass vorher ein Lehrverhältnis bestand.
DE → Externenprüfung
AT → Außerordentliche Lehrabschlussprüfung
Ausbilder/in*
DE, AT Der/die Ausbilder/in (manchmal auch Ausbildner/in) trägt stellvertretend für den/die Lehrberechtigte/n (→ Lehrberechtigter/Lehrberechtigte) die Verantwortung für die ordnungsgemäße Ausbildung. Er/Sie legt die Ziele und den Zeitablauf der Ausbildung fest, unterweist die Auszubildenden / Lehrlinge) in fachlicher Hinsicht, überwacht die Ausbildung und hält Kontakt zu den Eltern der Auszubildenden und zur → Berufsschule.
Die Anzahl der Ausbilder/innen in einem Betrieb hängt insb. von der Zahl der Lehrlinge ab. Im österreichischen → Berufsausbildungsgesetz (BAG) ist bspw. festgelegt, dass auf je fünf Lehrlinge ein/e Ausbilder/in kommen muss, die/der nicht ausschließlich Ausbildungsaufgaben hat. Auf je 15 Lehrlinge muss mindestens ein/e Ausbilder/in kommen, die/der sich ausschließlich der Ausbildung widmet.
Früher auch in der CH, LI gebräuchlich. → Berufsbildner/in
DE Dient der Feststellung der berufs- und arbeitspädagogischen Eignung der Ausbilder/innen. Mit erfolgreicher Ablegung der Prüfung erlangt man die Ausbildungsbefähigung; die Ausbildungsberechtigung erhält man nur über die bestandene Prüfung, eine abgeschlossene facheinschlägige Berufsausbildung (Lehre, Studium) und wenn der Lehrbetrieb bei der Kammer registriert ist.
Ausbildertraining*
AT Spezielles Ausbildungsangebot für → Ausbilder/innen, das in Österreich die Ausbilderprüfung ersetzt.
CH, LI: → Berufsbildner/innenkurs
DE: Ausbildung der Ausbilder (AdA)
Ausbilderprüfung*
AT, DE Die Ausbilderprüfung berechtigt den/die Ausbilder/in zur Ausbildung von Lehrlingen im Betrieb. Die Ausbilderprüfung wird in Österreich von den Meisterprüfungsstellen der Wirtschaftskammern abgenommen. Verschiedene andere Ausbildungen und Prüfungen ersetzen die Ausbilderprüfung bzw. sind ihr gleichgestellt: z.B. UnternehmerInnenprüfung, Werkmeisterschule oder ein absolviertes Ausbildertraining mit abschließendem Fachgespräch. Die Ausbilderprüfung umfasst pädagogische, psychologische und rechtliche Inhalte. Voraussetzung für die Zulassung ist die Volljährigkeit.
CH: Kursausweis im Rahmen des → Berufsbildner/innenkurses
DE: → Ausbildereignungsprüfung
Ausbildungsordnung (AO)*
DE, AT In Österreich wird in der AO das spezifische Berufsbild eines Lehrberufes mit den beruflichen Grundkenntnissen, Kenntnissen und Fertigkeiten festgelegt, die während der Lehrzeit mindestens vermittelt werden müssen und ist vergleichbar mit einem schulischen Lehrplan. Darüber hinaus enthält die AO ein Berufsprofil in dem in kurzer Aufzählung die beruflichen Anforderungen an die fertig ausgebildeten Fachkräfte dargestellt werden. Die AO werden vom Wirtschaftsministerium erlassen.
In Deutschland enthält die AO die Bezeichnung des Ausbildungsberufes, die Ausbildungsdauer, die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die mindestens Gegenstand der Berufsausbildung sind (Ausbildungsberufsbild), die sachliche und zeitliche Gliederung der Ausbildung sowie die Prüfungsanforderungen. Die AO werden vom zuständigen Fachministerium (zumeist Wirtschaftsministerium) im Einvernehmen mit dem Bildungsministerium erlassen.
CH → Verordnung über die → berufliche Grundbildung
Ausbildungsverbund*
DE, AT, CH Lehrbetriebe verpflichten sich, Lehrlinge in allen im Berufsbild angeführten Fertigkeiten und Kenntnissen auszubilden. Aufgrund der hohen Spezialisierung können manche Betriebe aber nicht alle Positionen eines Berufsbildes vermitteln, andere scheuen den (administrativen) Aufwand oder die Verantwortung über die mehrere Jahre umfassende Lehrzeit. In solchen Fällen besteht die Möglichkeit diese Inhalte im Rahmen eines Ausbildungsverbundes in anderen Ausbildungseinrichtungen (z.B. in einem anderen Betrieb) zu vermitteln.
In Deutschland existieren vier verschieden Ausbildungsverbundformen, wobei allen Varianten gemeinsam ist, dass nicht alle Inhalte einer Ausbildung im eigentlichen Ausbildungsbetrieb vermittelt werden können:
Ausbildung in einem Leitbetrieb mit Partnerbetrieb,
Auftragsausbildung,
Ausbildung mit einem Ausbildungsverein,
Das Modell Leitbetrieb mit Partnerbetrieb kommt in der Praxis sehr häufig vor. Auch die Auftragsausbildung ist eine gängige Ausbildungsform. Sie besteht meistens zwischen Großunternehmen auf der einen und Klein- und Kleinstunternehmen auf der anderen Seite.
Die Schweiz kennt zwei grundlegende Modelle von Verbundausbildungen, den → Lehrbetriebsverbund und den Ausbildungsverbund. Im Lehrbetriebsverbund schließen sich zwei oder mehrere Betriebe zusammen und bilden ergänzend aus. Verantwortlich für die Ausbildung ist der Leitbetrieb, die Partnerbetriebe decken Lernbereiche ab, die vom Leitbetrieb nicht oder die vom Partnerbetrieb besser vermittelt werden können. Ein Leitbetrieb bildet meist selbst aus, übernimmt jedoch daneben die personellen, organisatorischen, planerischen und leitenden Funktionen. Der Ausbildungsverbund verfügt über eine Leitorganisation. Diese ist i.d.R. extern organisiert und übernimmt wichtige organisatorische und administrative Aufgaben. Ausgebildet wird in den verschiedenen beteiligten Betrieben der Ausbildungsgemeinschaft. Eine Leitorganisation eines Großverbunds ist im Allgemeinen nicht an der Ausbildung der Lernenden beteiligt.
DE Verdienst des Auszubildenden im Betrieb.
AT → Lehrlingsentschädigung
CH, LI: Entschädigung für den Lernenden, auch Lehrlingslohn
Außerordentliche Lehrabschlussprüfung*
AT Zur Lehrabschlussprüfung können ausnahmsweise auch Personen zugelassen werden, die keine Lehrausbildung und auch keine dem Lehrberuf gleichzuhaltende schulische Ausbildung absolviert haben. Das sind:
Personen, die mindestens die Hälfte der Lehrzeit eines Lehrberufes absolviert haben und keine Möglichkeit haben, für die restliche Zeit einen Lehrvertrag abzuschließen.
CH → Abschlussprüfung mit direktem Zugang
CH In diesem Modell werden die Auszubildenden in der Schweiz im ersten Lehrjahr (manchmal auch in den ersten zwei Lehrjahren) in einer Vollzeitschule oder in einem externen Ausbildungszentrum ausgebildet, bevor sie in die betrieblichen Abläufe eingegliedert werden. Während der Basisausbildung findet tw. auch ein Praktikum im Lehrbetrieb statt.
Behaltefrist*
AT Der Ausbildungsbetrieb muss einen Lehrling, dessen Lehrverhältnis durch Ablauf der im Lehrvertrag vereinbarten Lehrzeit oder durch Ablegung der Lehrabschlussprüfung endet, drei Monate im erlernten Beruf im Betrieb weiterverwenden. (Quelle: BAG § 18)
DE Studierende schließen dreijährigen Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen ab, in dem die Hälfte der Ausbildung stattfindet. Die andere Hälfte findet an der Berufsakademie statt, wobei Theorie- und Praxisphasen im Rhythmus von etwa drei Monaten wechseln.
Berufsausbildungsgesetz (BAG)*
AT Das BAG (= Berufsausbildungsgesetz) regelt die betriebliche Lehrlingsausbildung in Österreich. Es legt fest, wer Lehrlinge ausbilden darf, wie Ausbilder/innen qualifiziert sein müssen, welche Pflichten Lehrlinge, Ausbilder/innen und Eltern haben, wie Lehrverträge zu gestalten sind, Dauer der Lehrzeit, wie Ausbildungsvorschriften zu gestalten sind usw.
DE → Berufsbildungsgesetz (BBiG)
CH, LI → Berufsbildungsgesetz (BBG)
DE Die BaE in Deutschland werden von der Berufsberatung der Arbeitsagentur vermittelt und sind für junge Menschen gedacht, die keinen Ausbildungsplatz finden. Als “außerbetrieblich” wird eine Ausbildung verstanden, die (nahezu) vollständig durch staatliche Programme bzw. Programme der Arbeitsverwaltung ohne betrieblichen Ausbildungsvertrag finanziert wird. Einrichtungen der außerbetrieblichen Ausbildung sind z.B. Akademien, Bildungszentren, Fachschulen, kirchliche Einrichtungen oder Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation.
AT → Überbetriebliche Berufsausbildung (ÜBA)
CH → Überbetriebliche Kurse in Ausbildungszentren
DE, AT, CH, LI Allgemein bezeichnet der Begriff Berufsbild die gemeinsame Vorstellung einer Gruppe (oder der Allgemeinheit) von einer beruflichen Tätigkeit. Dabei werden häufig drei zentrale Aspekte berücksichtigt:
die für den Beruf geltenden Rechtsnormen und Standards,
die für den Beruf typischen Tätigkeiten und Aufgaben und der Umfang der Kompetenzen bzw. Berufsberechtigungen,
die erforderlichen formalen Ausbildungen und informellen Qualifikationen.
In der Lehrlingsausbildung ist das Berufsbild ein nach Lehrjahren gegliederter Katalog der beruflichen Grundkenntnisse, Kenntnisse und Fertigkeiten festlegt, die während der betrieblichen Ausbildung mindestens vermittelt werden müssen. Das Berufsbild ist Bestandteil der Ausbildungsordnung (AO).
CH, LI Berufsbildner/innen in Lehrbetrieben (früher: Lehrmeister/innen) und in den → überbetrieblichen Kursen vermitteln den Lernenden den praktischen Teil der → beruflichen Grundbildung im Lehrbetrieb oder stellen die Vermittlung sicher. Dabei stützen sie sich auf den Bildungsplan der jeweiligen Bildungsverordnung. Berufsbildner/innen sind eine Gruppe von → Berufsbildungsverantwortlichen.
Quelle: Lexikon der Berufsbildung, http://www.lex.berufsbildung.ch
AT, DE → Ausbilder/in
Berufsbildner/innen-kurs resp. -bildung
CH Der Kurs (40 Stunden) resp. die Bildung (100 Stunden) dient der Förderung der pädagogischen und methodisch-didaktischen Qualifikation der Berufsbildner/innen. Die Inhalte der Basisausbildung (40 Stunden) sind in einem von der Schweizerischen Berufsbildungsämter-Konferenz (SBBK) erlassenen Rahmenlehrplan festgelegt. Kantone entwickeln ihre Bildungsprogramme auf Grundlage des Lehrplans, wobei ein gewisser Spielraum für Form, Gestaltung, Methoden besteht – früher Lehrmeisterkurs genannt. Die Bildung für Berufsbildner (100 Stunden) führt zu einem eidgenössisch anerkannten Diplom, der Kurs zu einem kantonalen, eidgenössisch anerkannten Ausweis.
AT → Ausbildertraining
DE Das BBiG regelt in Deutschland die gesamte Berufsbildung (Berufsausbildung, berufliche Fortbildung, berufliche Umschulung, Berufsbildung für besondere Personengruppen) inklusive deren Organisation, die Berufsbildungsforschung und bildet die rechtliche Grundlage des → Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).
AT → Berufsausbildungsgesetz (BAG)
CH, LI Das BBG der Schweiz regelt sämtliche Berufsbildungen außerhalb der Hochschulen. Dies umfasst die → berufliche Grundbildung (=Lehrlingsausbildung), die Berufsmaturität, die höhere Berufsbildung (Höhere Fachschulen, Berufsprüfung und Höhere Fachprüfung), die berufsorientierte Weiterbildung sowie Qualifikationsverfahren (=Prüfungen), Ausweise und Titel.
CH, LI Schweizerische Bezeichnung für die Lehrlingsausbildung. Diese erfolgt entweder zweijährig (Abschluss: eidgenössisches Berufsattest – EBA) oder drei- bis vierjährig (Abschluss: eidgenössisches Fähigkeitszeugnis – EFZ). Sie kann betrieblich oder schulisch organisiert sein. Im ersten Fall (rund 90 % aller Lehrverhältnisse spricht man auch von → Betriebslehre
AT, DE: Lehre
Berufsausbildung gem. § 8b BAG
AT Die Berufsausbildung gem. § 8b BAG (früher: integrative Berufsausbildung) ist ein Ausbildungsmodell, mit dem am Arbeitsmarkt benachteiligten Personen ermöglicht wird, eine berufliche (Teil)Qualifikation zu erlangen. Im Rahmen der integrativen Berufsausbildung können bestimmte Personen (z.B. Personen ohne bzw. mit negativem Hauptschulabschluss, Behinderte im Sinne des Behinderteneinstellungsgesetzes) eine Lehrlingsausbildung (Lehre) mit einer um ein Jahr (in Ausnahmefällen zwei Jahren) verlängerten Lehrzeit erwerben, oder sie können im Wirtschaftsleben verwertbare Teilqualifikationen eines oder mehrerer Lehrberufe erwerben.
DE Der Berufsausbildungsvertrag ist in Deutschland der schriftliche Vertrag zwischen einem Auszubildenden und seinem Ausbildungsbetrieb. Im → Berufsbildungsgesetz (BBiG) werden die Mindestbestandteile des Berufsausbildungsvertrages festgelegt. Dazu gehören insb. Namen und Anschriften der Vertragspartner, Ziel, inhaltliche und zeitliche Gliederung, Beginn und Dauer der Ausbildung, Ausbildungsort, Arbeitszeiten, Höhe der → Ausbildungsvergütung usw.
AT, CH, LI → Lehrvertrag
DE In Deutschland ein Gremium aus Vertreter/innen von Arbeitgeber-, Arbeitnehmer/innen und Berufsschullehrkräften. Er muss von der jeweils zuständigen Stelle (Kammern, Bereiche des öffentlichen Dienstes etc.) eingerichtet werden und ist deren zentrales Beratungs- und Beschlussgremium. Er ist an allen wichtigen Angelegenheiten der beruflichen Bildung zu beteiligen (z.B. Belange der Berufsausbildungsvorbereitung, der Berufsausbildung, der beruflichen Fortbildung und der beruflichen Umschulung).
AT → Bundes-Berufsausbildungsbeirat
CH → Eidgenössische Berufsbildungskommission
CH Das BBG unterscheidet drei Gruppen von Berufsbildungsverantwortlichen: → Berufsbildner/innen, Lehrkräfte an → Berufsfachschulen und andere Berufsbildungsverantwortliche. Die rechtlichen Grundlagen (BBG, Berufsbildungsverordnung (BBV) und Rahmenlehrpläne) regeln die Ausbildung der Berufsbildungsverantwortlichen.
CH, LI Die Berufsfachschule (früher: Berufsschule) vermittelt die schulische Bildung gemäß Bildungsverordnung und Bildungsplan. Daneben hat sie einen eigenständigen Bildungsauftrag. Im berufskundlichen Unterricht wird v.a. der theoretische Teil des zu erlernenden Berufs vermittelt. Im allgemeinbildenden Unterricht werden Inhalte thematisiert, die die Entfaltung der Persönlichkeit sowie die Bildung eigenständiger Meinungen fördern. Viele Berufsfachschulen führen eine Abteilung für den Unterricht der Berufsmaturität.
Quelle: Lexikon der Berufsbildung (http://www.lex.berufsbildung.ch)
AT, DE → Berufsschule
AT Ist eine Sonderform der Berufsreifeprüfung. Die Vorbereitungskurse und drei von vier Teilprüfungen können während der Lehre absolviert werden. Dazu kann die Lehrzeit verlängert werden. Die Berufsreifeprüfung berechtigt zum uneingeschränkten Zugang zu Universitäten, Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen und Kollegs. Wird auch als „Lehre mit Matura“ bezeichnet.
CH → Berufsmaturität
CH Die eidg. Berufsmaturität ergänzt die berufliche Grundbildung mit eidg. Fähigkeitszeugnis (EFZ) mit einer erweiterten Allgemeinbildung. Die erweiterte Allgemeinbildung wird mit der Berufsmaturitätsprüfung abgeschlossen. Die Inhaber/innen eines eidg. Berufsmaturitätszeugnisses sind zum prüfungsfreien Zugang an eine dem Beruf verwandte Studienrichtung an einer Fachhochschule berechtigt Quelle: Lexikon der Berufsbildung (http://www.lex.berufsbildung.ch)
AT → Berufsmatura
AT Berufsprofil ist ein Begriff aus der Lehrlingsausbildung und bezeichnet eine kurze Aufzählung der beruflichen Anforderungen an einen fertig ausgebildeten Lehrling. Das Berufsprofil ist i.d.R. Bestandteil der Ausbildungsordnung (AO).
AT, DE Die Berufsschule ist neben dem Lehrbetrieb der zweite Lernort im Rahmen der Lehrlingsausbildung. In der Berufsschule erwerben die Lehrlinge den für die Ausübung ihres Berufes notwendigen theoretischen Hintergrund und erweitern ihre Allgemeinbildung. Auch zusätzliche fachpraktische Kenntnisse werden in der Berufsschule vermittelt.
CH, LI → Berufsfachschule
CH Betrieblich organisierte → berufliche Grundbildung
CH, LI Betriebe in der Schweiz, die ausbilden wollen, benötigen eine sogenannte Bildungsbewilligung, die sie zur Ausbildungstätigkeit berechtigt. Zuständig sind die kantonalen Berufsbildungsämter.
AT: In Österreich entspricht dem der Feststellungsbescheid (→ Feststellungsverfahren).
DE: Prüfung der Eignung von Ausbildungsstätten
Bundes-Berufsausbildungsbeirat*
AT Der Bundes-Berufsausbildungsbeirat ist ein Gremium aus Sozialpartnervertreter/innen, das vom Wirtschaftsministerium bestellt wird und das Ministerium in Fragen der Lehrlingsausbildung berät und bei Gesetzesänderungen und Neuordnungen Stellungnahmen und Konzepte vorlegt. (BMWFW 2014, S. 21)
DE → Berufsausbildungsausschuss
DE Das BIBB hat die Aufgabe, durch wissenschaftliche Forschung zur Berufsbildungsforschung in Deutschland beizutragen. Die Forschung wird auf der Grundlage eines jährlichen Forschungsprogramms durchgeführt. Dieses bedarf der Genehmigung durch das Bildungsministerium.
CH → Eidgenössisches Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB)
Doppellehre*
AT In der österreichischen Lehrlingsausbildung besteht die Möglichkeit gleichzeitig zwei Lehrberufe zu erlernen (=Doppellehre). Voraussetzung ist, dass der Lehrbetrieb so eingerichtet ist, dass die Ausbildung in beiden Berufen möglich ist. Außerdem dürfen die beiden Berufe nicht voll miteinander verwandt sein.
Eine Doppellehre dauert höchstens 4 Jahre. Der Besuch der → Berufsschule ist bei Doppellehren unterschiedlich geregelt.
Grundsätzlich muss aber pro Lehrjahr in einem der beiden Berufe die Berufsschule besucht werden.
CH Die EBBK berät das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation in Fragen der Entwicklung und Koordination der Berufsbildung. Sie beurteilt Projekte zur Entwicklung der Berufsbildung und Gesuche um Beiträge für besondere Leistungen im öffentlichen Interesse. Die vom Bundesrat gewählte Kommission besteht aus Vertreter/innen von Bund, Kantonen und OdA.
DE → Berufsbildungsausschuss
CH Das EHB ist die schweizerische Expertenorganisation für die Aus- und Weiterbildung von Berufsbildungsverantwortlichen, für die Berufsentwicklung sowie für die Berufsbildungsforschung.
In Deutschland übernimmt das → Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) zumindest Teile dieser Aufgaben. In Österreich sind diese Aufgaben auf unterschiedliche Institutionen aufgeteilt.
DE → Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Ergänzende Ausbildungsmaßnahme
AT Wenn ein Lehrbetrieb die in den Ausbildungsvorschriften vorgeschriebenen Fertigkeiten und Kenntnisse nicht vollständig vermitteln kann, ist die Ausbildung trotzdem zulässig, wenn eine ergänzende Ausbildung in einem anderen geeigneten Betrieb oder in einer anderen geeigneten Einrichtung im Rahmen eines →Ausbildungsverbunds erfolgen kann. Die ergänzende Ausbildung ist im Feststellungsbescheid (→ Feststellungsverfahren) inhaltlich und zeitlich (bezogen auf das Lehrjahr) festzulegen und auch mit dem Lehrling im → Lehrvertrag zu vereinbaren. (vgl. BAG § 2a)
DE → Überbetriebliche Berufsbildungsstätten (ÜBS)
CH → Überbetriebliche Kurse
DE Unter bestimmten Voraussetzungen können in Deutschland auch Personen zur Lehrabschlussprüfung zugelassen werden, die keine Berufsausbildung absolviert haben, aber über ausreichend berufliche Praxis verfügen. Sie nehmen dann als „Externe“ an der Prüfung für einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf teil. Über die Zulassung entscheidet die jeweils zuständige Stelle.
In Österreich besteht eine vergleichbare Regelung über die „Außerordentliche Zulassung“ zur Lehrabschlussprüfung.
DE Einrichtungen der beruflichen Weiterbildung. Die Bildungsgänge in den Fachbereichen schließen an eine berufliche Erstausbildung und an Berufserfahrungen an. Sie führen in unterschiedlichen Organisationsformen (Vollzeit- oder Teilzeit) zu einem staatlichen postsekundären Berufsabschluss.
Hinweis: In Österreich bezeichnet der Begriff Fachschulen 3 bis 4jährige berufsbildende mittlere Schulen auf der Sekundarstufe II.
Feststellungsverfahren*
AT Verfahren zur Feststellung, ob ein Betrieb die Voraussetzung für die Ausbildung von Lehrlingen in einem bestimmten Lehrberuf erfüllt. Das Verfahren wird auf Antrag des (Lehr)Betriebes von der örtlich zuständigen Lehrlingsstelle in Zusammenarbeit mit der Arbeiterkammer durchgeführt. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, erhält der Betrieb einen Feststellungsbescheid, der bescheinigt, dass der Betrieb Lehrlinge aufnehmen und ausbilden darf.
CH → Bildungsbewilligung
CH, LI Umfasst in der Schweiz und in Liechtenstein alle beruflichen Ausbildungen auf Tertiärstufe 5B (Berufsprüfungen, Höhere Fachprüfungen, Höhere Fachschulen).
Interne Ausbildungsstätten
CH Die internen Ausbildungsstätten in der Schweiz sind räumlich und organisatorisch vom normalen Produktions- oder Dienstleistungsbereich abgegrenzte Einrichtungen des Ausbildungsbetriebs, die für Bildungszwecke verwendet werden. Die Ausbildungsstätten gehören jedoch zum Lehrbetrieb und werden durch diesen finanziert. Oftmals werden in ihnen auch Lernende aus anderen Unternehmen ausgebildet, wobei die Ausbildungsstätte in diesem Fall als externes Ausbildungszentrum fungiert.
Manche Betriebe haben heute die entsprechenden Aufgaben an die Leitorganisation eines → Ausbildungsverbundes delegiert.
DE, AT: Lehrwerkstätten
CH Das wichtigste Vollzugsorgan für die Aufgaben des Kantons im Bereich der Berufsbildung ist das Berufsbildungsamt, in manchen Kantonen auch Mittelschul- und Berufsbildungsamt genannt. Sie begleiten die Lehrvertragsparteien, fördern die Berufsbildung, sichern die Qualität der Bildung, sind zuständig für die Koordination aller Beteiligten der Berufsbildung (Betrieb, → überbetrieblicher Kurs und → Berufsfachschule) und nehmen auch eine Aufsichtsfunktion wahr. In operativen, berufsbezogenen Fragen kann das Amt durch Expert/innen aus den OdA unterstützt werden.
Lehrabschlussprüfung (LAP)*
AT Die Lehre wird mit der LAP abgeschlossen. Diese besteht aus einer praktischen und einer theoretischen Prüfung. Für Lehrlinge, die die Berufsschule ohne “Nicht genügend” abgeschlossen haben, entfällt der theoretische Prüfungsteil.
Bei der LAP wird festgestellt, ob die Lehrlinge das zur Ausübung ihres Berufes notwendige Know-how erworben haben. Sie legen die Prüfung vor Experten/Expertinnen ihres Berufes ab.
DE → Abschlussprüfung
CH → Qualifikationsverfahren, Abschlussprüfung
Lehrberechtigter/ Lehrberechtigte*
AT Der/die Lehrberechtigte ist die für die Lehrlingsausbildung im Betrieb verantwortliche Person.
CH → Berufsbildner/in im Lehrbetrieb
DE → Ausbilder/in
Lehrberufe*
AT Lehrberufe sind Berufe, für die die Berufsausbildung über das duale System (Duale Ausbildung) erfolgt. In Ausbildungs- und Prüfungsordnungen werden vom Gesetzgeber die Ausbildungsinhalte festgelegt und bestimmt, welche Kenntnisse und Fähigkeiten in der Lehrabschlussprüfung (LAP) überprüft werden müssen. Voraussetzung für das Erlernen eines Lehrberufes ist die Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht und der Abschluss eines Lehrvertrages mit einem Lehrbetrieb.
Es gibt in Österreich 197 gewerbliche und 14 land- und forstwirtschaftliche Lehrberufe (Stand September 2015).
DE: Ausbildungsberufe
CH, LI → Berufliche Grundbildung
Lehrberufsliste*
AT Die Lehrberufsliste ist ein alphabetisches Verzeichnis aller gewerblichen, industriellen und dienstleistungsorientierten Lehrberufe, die vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und der Wirtschaftskammer Österreich herausgegeben wird. Die Liste enthält die Lehrzeit, die Verwandtschaftsregelungen und einen Hinweis auf die gültigen Ausbildungs- und Prüfungsordnungen der einzelnen Lehrberufe. Nicht enthalten sind die 14 land- und forstwirtschaftlichen Lehrberufe.
CH Der Lehrbetriebsverbund ist eine Verbindung von Unternehmen, deren Hauptziel die Erstellung von Produkten oder Dienstleistungen darstellt und nicht Ausbildungsaufgaben. Er wird eingerichtet, um eine ausreichend breite Ausbildung zu ermöglichen, trotz spezialisierter Betriebe. Im Gegensatz dazu ist der → Ausbildungsverbund eine Organisation, deren zentrale Aufgabenstellung auf die Bildung zielt. Ausbildungsverbünde wurden und werden geschaffen, um Lehrbetriebe von organisatorischen Aufgaben zu entlasten, die Dauer der Verantwortlichkeit zu reduzieren und Lehrbetriebe von der Belastung bei Problemen mit den Lernenden zu befreien. Sie können auch als Mittel zur Professionalisierung des Bildungsmanagements verstanden werden.
Lehrlingsentschädigung*
AT Lehrlinge leisten während ihrer Ausbildung bereits produktive Arbeit. Deshalb erhalten sie vom Ausbildungsbetrieb die so genannte Lehrlingsentschädigung. Diese wird auch für die Zeit des Berufsschulbesuches ausbezahlt.
DE → Ausbildungsvergütung
Lehrlingsstelle*
AT Die Lehrlingsstelle ist die erste Anlaufstelle bei Fragen rund um die Lehrlingsausbildung. In jedem Bundesland gibt es eine Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer (für alle gewerblichen Lehrberufe) und eine Land- und forstwirtschaftliche Lehrlings- und Fachausbildungsstelle (für alle land- und forstwirtschaftlichen Lehrberufe). Bei der Lehrlingsstelle wird der Lehrvertrag protokolliert, und dort erfolgt die Anmeldung zur Lehrabschlussprüfung (LAP).
DE: Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer
CH: → Kantonale Berufsbildungsämter
Lehrvertrag*
AT, CH, LI Der Lehrvertrag ist ein schriftlicher Vertrag zwischen Lehrling und Lehrberechtigtem/Lehrberechtigter mit gesetzlich genau geregeltem Inhalt. Der Lehrvertrag ist die Basis für die Ausbildung des Lehrlings. Bei Lehrlingen unter 18 Jahren muss auch der/die gesetzliche Vertreter/in (Elternteil) unterschreiben.
In der Schweiz ist der Lehrvertrag eine besondere Form des Arbeitsvertrags und wird deshalb im Obligationenrecht geregelt, nicht im BBG.
DE → Berufsausbildungsvertrag
Modularisierung*
AT Modularisierung bezeichnet in der Lehrberufsentwicklung einen bausteinartigen Aufbau der Lehrausbildung mit mehreren Kombinations- und Spezialisierungsmöglichkeiten. Durch die verpflichtende Ausbildung in einem „Grundmodul“ wird eine breite Basisausbildung gewährleistet. Ein Modullehrberuf setzt sich dabei aus drei „Bausteinen“ zusammen:
Das Grundmodul dauert i.d.R. zwei Jahre und beinhaltet jene Kenntnisse und Fertigkeiten, die den grundlegenden Tätigkeiten eines Lehrberufes oder mehrerer Lehrberufe eines bestimmten Berufsbereiches entsprechen.
Modularisierungskonzepte gibt es auch in der Schweiz.
CH, LI Unter OdA werden in der Schweiz Berufs- und Branchenverbände bzw. Arbeitgeber/innenverbände verstanden.
Protokollierung des Lehrvertrages*
AT Protokollierung des Lehrvertrages ist die Bewilligung des Lehrverhältnisses durch die Lehrlingsstelle. Dabei prüft die Lehrlingsstelle die Daten des Lehrvertrages und die Eignung des Lehrbetriebes. Die Protokollierung ist die Voraussetzung für die spätere Zulassung des Lehrlings zur Lehrabschlussprüfung. (BMWFW 2014, S. 17)
AT, DE In der Lehrlingsausbildung legt die allgemeine Prüfungsordnung die Bestimmungen zur Durchführung von Lehrabschlussprüfungen, von Zusatzprüfungen, Wiederholungsprüfungen sowie Teil- und Zwischenprüfungen gemäß Berufsausbildungsgesetz (BAG) fest.
CH: Verordnung über die berufliche Grundbildung
CH, LI In der Schweiz ein Oberbegriff für alle Prüfungsverfahren, die zur Feststellung dienen, ob jemand über die Kompetenzen verfügt, die zum Erwerb eines eidgenössisch anerkannten Abschlusses notwendig sind.
AT → Lehrabschlussprüfung
CH Das SBFI ist das schweizerische Kompetenzzentrum des Bundes für national und international ausgerichtete Fragen der Bildungs-, Forschungs- und Innovationspolitik.
Teilqualifikation*
AT Von Teilqualifikation spricht man, wenn die Ausbildung in einem Lehrberuf auf Teile des Berufsbildes beschränkt und nicht das gesamte Berufsbild ausgebildet wird. Eine Teilqualifizierung ist nur zulässig, wenn der/die Auszubildende aus bestimmten Gründen nicht in der Lage ist, das gesamte Berufsbild zu erlernen, nicht, wenn der Betrieb nicht in der Lage ist, das Berufsbild vollständig auszubilden. Nach einer Novelle des BAG im Jahr 2015 können dazu standardisierte Ausbildungsprogramme eingerichtet werden.
Überbetriebliche Ausbildung (ÜBA)*
AT, LI Unter überbetrieblicher Ausbildung (auch: überbetriebliche Lehrlingsausbildung) versteht man die Ausbildung von Personen in einem Lehrberuf, wenn diese nicht in einem Betrieb, sondern in einem Ausbildungszentrum erfolgt. Voraussetzung ist, dass dieses Ausbildungszentrum so ausgestattet ist, dass die praktischen Fertigkeiten und Kenntnisse im jeweiligen Lehrberuf vermittelt werden können. Die überbetriebliche Ausbildung ist insb. für Jugendliche gedacht, die keine betriebliche Lehrstelle finden. Lehrlinge in überbetrieblicher Ausbildung sind Lehrlingen in betrieblicher Ausbildung sowohl hinsichtlich Berufsschulpflicht als auch Sozialversicherungsrecht gleichgestellt. (vgl. BAG §30 und § 30b)
DE → Berufsbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE)
DE In Deutschland kann die Ausbildungsordnung vorsehen, dass Teile der Berufsausbildung in geeigneten Einrichtungen außerhalb der Ausbildungsstätte in ÜBS durchgeführt werden. Diese decken Ausbildungsbereiche ab, die von einem einzelnen Betrieb (meist KMU) nicht abgedeckt werden können.
Eine Besonderheit ist die gezielte Förderung der Weiterentwicklung von ÜBS zu sogenannten „Kompetenzzentren“ von Seiten des Bundes. Ziel dabei ist, geeignete Bildungsstätten zu Berufsbildungsdienstleistern zu entwickeln. Sie bieten neben Bildungs- und Qualifizierungskonzepten auch Beratungen an, insb. zu neuen Technologien einschließlich deren Anwendung und Vermarktung speziell für KMUs.
AT → Ergänzende Ausbildungsmaßnahmen
CH Die Lehrlingsausbildung in der Schweiz umfasst neben den Lernorten Betrieb und Berufsschule auch überbetriebliche Kurse, weswegen manchmal auch von einem „trialen System“ gesprochen wird. Diese Kurse dauern je nach Beruf zwischen einigen Tagen und mehreren Wochen und dienen der Ergänzung der beruflichen Praxis und der schulischen Bildung. Überbetriebliche Kurse werden in Ausbildungszentren durchgeführt, die meist von den Organisationen der Arbeitswelt betrieben werden.
Eine solche triale Ausbildungsstruktur findet sich in Österreich nur im Bausektor (Lehrbetrieb, Berufsschule und Bauakademien).
Verhältniszahlen*
AT Verhältniszahlen geben das Betreuungsverhältnis zwischen Ausbilder/in und Lehrlingen an, d.h. wie viele Lehrlinge auf eine/n Ausbilder/in kommen dürfen.
Entsprechende Regelungen bestehen auch in DE, LI und der CH. Der Terminus wird aber so nicht verwendet.
CH, LI Die in der Schweiz so genannten Verordnungen über die berufliche Grundbildung (auch Bildungsverordnungen (BiVo) genannt) enthalten u.a. Gegenstand und Dauer der Ausbildung, Angaben zu Lernorten und Unterrichtssprache, die Handlungskompetenzen, über die jemand zur Ausübung seines Berufs verfügen muss, die Anforderungen an Ausbildungsbetriebe und Angaben zum Qualifikationsverfahren (=Abschlussprüfung). Sie werden vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation erlassen. Die Bildungsverordnungen beziehen sich bei den meisten Lehrberufen lediglich auf den berufskundlichen Teil der Ausbildung. Die Allgemeinbildung ist im berufsübergreifenden „Rahmenlehrplan Allgemeinbildung“ geregelt. Zielsetzung und Ablauf der Ausbildung ist, aufgeteilt auf die drei Lernorte, im Bildungsplan geregelt, einem selbständigen Anhang der Verordnung.
DE, AT → Ausbildungsordnung
CH Regelt seit 2014 als bundesweites Rahmengesetz die gesamte (non-formale) Weiterbildung. Das Gesetz enthält auch Regelungen bezüglich Forschung & Entwicklung im Weiterbildungsbereich und über Förderung der Grundkompetenzen von Erwachsenen.
DE Anhand der im BBiG verbindlich vorgeschriebenen Zwischenprüfung muss der Lehrling zeigen, auf welchem Lern-Niveau er sich befindet. Die Zwischenprüfung findet etwa in der Mitte der Lehrlingsausbildung statt.