Source: https://epub.uni-regensburg.de/12085/
Timestamp: 2018-04-25 12:54:57
Document Index: 240799217

Matched Legal Cases: ['§ 63', '§ 63', '§ 63', '§ 63', '§ 64', '§ 64', '§ 64']

Therapie im Maßregelvollzug - und dann? Eine Verlaufsuntersuchung an forensischen Patienten (§§ 63 und 64 StGB) - Publikationsserver der Universität Regensburg
Therapie im Maßregelvollzug - und dann? Eine Verlaufsuntersuchung an forensischen Patienten (§§ 63 und 64 StGB)
URN zum Zitieren dieses Dokuments: urn:nbn:de:bvb:355-opus-10960
Bezzel, Adelheid (2009) Therapie im Maßregelvollzug - und dann? Eine Verlaufsuntersuchung an forensischen Patienten (§§ 63 und 64 StGB). Dissertation, Universität Regensburg.
Im Rahmen der vorliegenden Studie werden Patienten der Forensischen Klinik Regensburg, untergebracht in den Jahren 2001 bis Ende 2006, in ihrer Gesamtheit untersucht; es werden prä- und poststationäre Verläufe nachgezeichnet und Prädiktoren eines positiven Therapieabschlusses und Bewährungsverlaufes extrahiert. Der Katamnesezeitraum beträgt mindestens ein Jahr. Während zum ersten Messzeitpunkt ...
Im Rahmen der vorliegenden Studie werden Patienten der Forensischen Klinik Regensburg, untergebracht in den Jahren 2001 bis Ende 2006, in ihrer Gesamtheit untersucht; es werden prä- und poststationäre Verläufe nachgezeichnet und Prädiktoren eines positiven Therapieabschlusses und Bewährungsverlaufes extrahiert. Der Katamnesezeitraum beträgt mindestens ein Jahr. Während zum ersten Messzeitpunkt bei Entlassung 805 Probanden einbezogen werden, reduziert sich der Stichprobenumfang zum zweiten Messzeitpunkt auf 173 Probanden. Die Rücklaufquote ist hoch: 84 %.
Die anamnestischen Daten zeigen die bekannt schwierigen Entwicklungsbedingungen. Die forensische Belastung ist z. T. sehr stark; insbesondere § 63 StGB-Probanden zeigen eine erhebliche Deliktschwere. Während Zwischenfälle in der Therapie selten vorkommen, sind Suchtmittelrückfälle ein häufiges Ereignis. Im Bereich des § 64 StGB können nur 32 % auf Bewährung entlassen werden, bei 50 % wird die Therapie vorzeitig abgebrochen.
Nach Entlassung spielen extramurale Versorgungseinrichtungen bei psychiatrischen Probanden eine große Rolle. Im Suchtbereich dagegen leben sehr viele ehemalige Patienten selbständig.
Der psychopathologische Zustand beim follow-up kann bei 73 % der psychiatrischen Probanden als stabil bezeichnet werden. Suchtkranke leben zu über 65 % meist durchgängig abstinent. Die Legalbewährung, analysiert wird jedes strafbare Verhalten unabhängig von der tatsächlichen strafrechtlichen Verfolgung, gelingt bei 83 %; psychiatrische Probanden liegen mit 89 % deutlich über der Gesamtstichprobenquote, Suchtkranke mit 81 % etwas darunter.
Auch Rückmeldungen der Probanden zur Therapie und ihrer aktuellen Lebenssituation werden eingeholt. Die Therapie wird überwiegend positiv bewertet. Insbesondere Module mit Gesprächs- und Beziehungscharakter werden als wichtig erachtet. Das empfundene Machtgefälle (Team-Patient) wird als problematisch beschrieben. Konkrete Resozialisierungsmaßnahmen spielen in der Bewertung eine positive Rolle. Die Stationsatmosphäre schildern die Probanden zu beiden Messzeitpunkten als belastend. Die subjektive Einschätzung der Veränderungen seit Entlassung fällt meist positiv aus. Dabei wird deutlich, dass die Zufriedenheit mit dem Erreichten einen durchaus protektiven Wert haben kann.
This study comprehensively investigates patients, admitted to the Forensic Clinic Regensburg between 2001 � 2006. Pre- and post-inpatient clinical courses are delineated and predictors for successful completion of therapy extracted. The catamnestic interval is minimally one year. 805 examinees are included in the study at date of discharge; at date of the second assessment sample size reduces to ...
This study comprehensively investigates patients, admitted to the Forensic Clinic Regensburg between 2001 � 2006. Pre- and post-inpatient clinical courses are delineated and predictors for successful completion of therapy extracted. The catamnestic interval is minimally one year. 805 examinees are included in the study at date of discharge; at date of the second assessment sample size reduces to 173 examinees. Response rate is 84 %.
Anamnestic data demonstrate well-known difficult conditions for development. The forensic burden can be very heavy; especially § 64 StGB-examinees show high criminal offence levels. While incidents during therapy are rare, drug addiction relapses are common. In the area of § 64 StGB only 32 % can be discharged, 50 % abandon therapy prematurely.
After discharge extramural preventive services play an important role for psychiatric patients; in the field of dependence, however, many former patients live independently.
The psychopathologic state at time of follow-up is stable in 73 % of psychiatric examinees. 65 % of addicts live consistently abstinent for the most part.
Recidivism - chargeable conduct analysed independently of actual prosecution - is prevented in 83 % overall; significantly higher in psychiatric examinees (89 %), and slightly lower in addicts (81 %).
Feed-back of examinees regarding therapy and present life situation was also obtained. Therapy is predominantly well-received. Especially modules with conversational or relational character are regarded as essential. The experienced hierarchy divide (team-patient) is considered problematic. Specific rehabilitation measures influence the assessment positively. Examinees describe the ward atmosphere at both dates of assessment as oppressive. The subjective assessment of the general change since discharge is mostly positive. This makes apparent, that satisfaction with results achieved can clearly have a protective value.
Katamnese , Maßregelvollzug , Therapieerfolg , Rückmeldung , Gerichtliche Psychiatrie , Verlaufsuntersuchung , Rückfallkriminalität , Prognose , follow-up study , recidivism , prediction