Source: http://www.kinderqualen.de/weitergehende-Erklarungen-Gesetzestext-Paragraph-176-StGB.1.0.html
Timestamp: 2018-09-19 05:12:52
Document Index: 256344994

Matched Legal Cases: ['§176', '§176', '§176', '§176', '§30', '§176', '§176', '§176', '§176', '§176', '§ 176', '§176', '§176', '§176', '§63', '§ 63', '§176']

weitergehende Erklärungen zum GesetzesText §176 StGB [an error occurred while processing this directive]
Willkommen, am 19.09.2018, 07.12 Uhr | Stand der Seite: 05.02.2013, 17.59 Uhr | zum Text
Gesetzestext-Paragraph-176a-StGB
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aus dem Kapitel » Gesetzestext-Paragraph-176a-StGB «
Bestimmen [in Absatz.II] meint:
beeinflussend auf den Willen des Kindes einzuwirken, so dass die sexuellen Handlungen [von dem Kind] vorgenommen werden.
Einwirken [in Absatz.IV Nr.3,4] meint:
das Hervorrufen von [möglicherweise] schädlichen Wirkungen bei dem Kind.
Der Absatz IV Nr.3 kann als 'Chatroom-Paragraph' bezeichnet werden
und er wurde in das Gesetz eingefügt, um 'AnbahnungsHandlungen' unter Strafe zu stellen.
Die Verabredung zu einem persönlichen Treffen:
- in einem Chat,
- oder sozialen Netzwerk
eines Erwachsenen mit einem Kind, wenn es bei dem Treffen zu sexuellen Handlungen kommen soll.
[Aufgrund der Weite dieser BegehungsVariante bestehen aber rechtliche Bedenken.]
Bezüglich des objektiven TatBestandes des Absatz I:
- muss es sich zunächst beim Opfer um ein Kind handeln.
[Ein Kind ist jede Person unter 14 Jahren]
Es müssen sexuelle Handlungen vorgenommen werden.
Sexuelle Handlungen stellen dabei körperliche Berührungen zwischen Täter und Opfer dar. Der TatBestand ist hier auch erfüllt, wenn die sexuellen Handlungen an schlafenden Kindern vorgenommen werden, die dies nicht bewusst wahrnehmen. Die sexuellen Handlungen müssen zwischen Täter und Opfer geschehen.
Hinsichtlich des objektiven TatBestandes des Absatz II:
- muss es sich ebenfalls um ein Kind handeln.
- Zudem muss dieses Kind bestimmt worden sein sexuelle Handlungen vorzunehmen.
Bestimmen bedeutet in diesem Fall:
- dass eine WillensBeeinflussung nicht erforderlich ist.
Ein einfaches Verursachen der sexuellen Kontakte ist hier bereits ausreichend. Dies kann durch Versprechen, Zwang, Drohung, Täuschung, Belohnung oder Wecken von Neugier geschehen. Das Bestimmen muss unmittelbar zwischen Täter/Opfer geschehen sein. Die sexuellen Handlungen müssen zwischen Opfer/Täter, oder Opfer/einem Dritten vorgenommen werden.
Der subjektive TatBestand verlangt:
- sowohl für Absatz I,
- als auch für Absatz II
den Vorsatz hinsichtlich aller objektiven TatBestandsMerkmale.
Die Absätze IV und V beschreiben TatHandlungen:
- bei denen es NICHT! zum KörperKontakt mit dem Kind kommt.
Dabei handelt es sich um eigenständige TatBestände mit milderen StrafRahmen, die aber gleichwohl noch ein erhöhtes MindestMaß aufweisen.
Hier sind zunächst die FallTypen des §176 IV StGB anzuführen:
Absatz IV - Nr.1:
Sexuelle Handlungen vor einem Kind:
Hierunter werden sexuelle Handlungen vor einem Kind gezählt, sei es.
- dass der Täter diese an sich selbst oder
- an einem Dritten vornimmt.
Das Kind muss diesen Vorgang wahrnehmen.
Dies liegt auch vor, wenn das Kind die sexuellen Handlungen des Täters über das Internet übermittelten am Bildschirm mitverfolgt.
Absatz IV - Nr.2:
Bestimmen eines Kindes zur Vornahme sexueller Handlungen:
Dabei muss der Täter das Kind bestimmen erhebliche sexuelle Handlungen vorzunehmen.
Dazu kommt es für die Vorstellung des Kindes nicht an.
Erfasst werden alle sexuellen Handlungen:
- die das Kind an sich oder
- mit seinem Körper vornimmt.
Darunter fällt auch, dass der Täter das Kind dazu bringt sexuelle Posen einzunehmen, um sodann Fotos zu machen.
Absatz IV - Nr.3:
Einwirken auf ein Kind durch Schriften zur Veranlassung sexueller Handlungen:
Dies Vorschrift trägt dem Trend Rechnung:
- dass Täter Kinder im Internet in Chatrooms kennenlernen, und
- diese zu einem Treffen im realen Leben veranlassen.
Bereits solche AnbahnungsHandlungen stehen daher unter Strafe.
Es genügt das Einwirken auf ein Kind mit Schriften, wozu auch vorübergehende elektronische Datenspeicher gehören und auch die gesamte Kommunikation im Internet erfasst wird.
Die Schriften müssen keinerlei Sexualbezug aufweisen.
Neutrale Inhalte genügen, da [wenn] sich die Täter als gleichaltrige Kinder tarnen.
Einwirken liegt bereits vor, wenn das Kind von der Schrift tatsächlich Kenntnis erlangt und dies vom Täter veranlasst wurde.
Absatz IV - Nr.4:
Einwirken auf ein Kind durch pornografische Abbildungen, Tonträger oder Reden:
Die Darstellungen, Abbildungen, Tonträger oder Reden müssen einen pornografischen Inhalt haben und erheblich sein.
Einwirken bedeutet, dass das Kind von dem pornographischen Inhalt Kenntnis erlangt.
Bei der Einwirkung durch Reden ist allerdings eine tiefer gehende Einflussnahme erforderlich.
Räumliche Nähe ist für die Erfüllung des §176 IV Nr. 4 StGB nicht notwendig.
Des Weiteren fallen hierunter die TatAlternativen des §176 V StGB.
- Anbieten eines Kindes zum Missbrauch:
Hierfür muss dem Täter ein bereits bestimmtes, aber ihm nicht notwendigerweise bekanntes Kind angeboten werden.
Anbieten bedeutet dabei, dass der Täters willens und in der Lage ist ein Kind für einen sexuellen Missbrauch zur Verfügung zu stellen.
Ob es sich dabei um die Wahrheit handelt oder ob es tatsächlich zum Angebot eines Kindes kommt, ist für die Strafbarkeit unerheblich.
- Versprechen eines Kindes zum Missbrauch:
Diese Variante verhält sich ähnlich, wie das 'Anbieten'.
Der Täter muss versprechen, ein Kind für den sexuellen Missbrauch nachzuweisen.
Der Täter muss noch kein bestimmtes Kind im Auge haben, bereits das Versprechen, also das Bemühen um einen Nachweis, genügt.
Ein solches NachweisVersprechen liegt vor, wenn der Täter gegenüber einem Dritten mit seinem Einverständnis, oder auf sein Verlangen hin zusagt, willens und in der Lage zu sein, selbst, oder über einen Dritten, den Kontakt mit einem Kind zwecks Missbrauchs herzustellen.
- Verabreden zum KindesMissbrauchs:
Diese Variante entspricht der des §30 II StGB, welche vorliegend nicht anwendbar ist, da §176 StGB lediglich VergehensCharakter hat.
Der sexuelle Missbrauch von Kindern gem. §176 I, II StGB:
wird nach dem Strafgesetzbuch mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.
Bei Verwirklichung eines besonders schweren Falls des §176 StGB ist Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr die Folge.
Bei den in §176 IV, V StGB aufgeführten Fällen:
liegt das Strafmaß zwischen drei Monaten und fünf Jahren Freiheitsstrafe.
Damit werden diese Fälle weniger schwer bestraft als solche nach Absatz I und II.
In Fällen des sexuellen Missbrauchs von Kindern ist ein Strafbefehl
prinzipiell zwar möglich, jedoch eher unwahrscheinlich, so dass eine Hauptverhandlung die Regel sein dürfte.
Der Versuch des §176 StGB wurde ebenfalls unter Strafe gestellt:
Dies gilt nicht für Taten nach Absatz IV Nr.3,4 und Absatz V.
Wird durch den Mißbrauch der Tod des Kindes verursacht:
- kommt sexueller Mißbrauch von Kindern mit Todesfolge (§ 176b StGB) in Betracht.
§176b StGB:
Verursacht der Täter durch den sexuellen Missbrauch [§176 und §176a] wenigstens leichtfertig den Tod des Kindes,
- so ist die Strafe lebenslange Freiheitsstrafe
In SexualStrafverfahren taucht regelmäßig die Frage auf:
ob von dem Betroffenen weitere SexualStraftaten zu erwarten sind, und ob er 'für die Allgemeinheit gefährlich' ist. [§63 StGB]
Zur Beantwortung dieser Frage wird gewöhnlich ein psychiatrisches Sachverständigengutachten eingeholt.
Das Gericht legt dann [in der Regel] das Gutachten des Sachverständigen bei seiner Entscheidung zugrunde, ob der Betroffene nicht nur bestraft wird, sondern auch unbefristet in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird. [§ 63 StGB]
Ergeben sich - insbesondere aus dem forensisch-psychiatrischen Gutachten - keine Anhaltspunkte für eine Allgemeingefährlichkeit, kommt eine Unterbringung jedoch nicht in Betracht.
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