Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=ZGS%202004,%20271
Timestamp: 2019-04-20 23:21:32
Document Index: 332527861

Matched Legal Cases: ['§ 444', '§ 474', '§ 434', '§ 90', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: ZGS 2004, 271 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OLG Düsseldorf, 02.04.2004
OLG Düsseldorf, 02.04.2004 - I-14 U 213/03
Grenzen des Gewährleistungsausschlusses bei arglistigem Verschweigen und bei Garantieübernahme (§ 444 BGB n.F.), Reichweite eines Haftungsausschlusses, Tiere als "neu hergestellte Sachen"
Rücktritt von Kaufvertrag; Rechtliche Bewertung einer Ankaufsuntersuchung; Voraussetzungen eines Verbrauchsgüterkaufs; Verwendung eines Formularkaufvertrages zum Ankauf eines Pferdes; Beurteilung eines Tieres als "neu" oder "gebraucht" im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuchs; Zuchtuntauglichkeit eines Pferdes als Mangel
LG Düsseldorf, 22.08.2003 - 15 O 24/03
(3) Ob und wann ein Tier auch unabhängig von der Frage, welchem Zweck es dienen soll und ob es dafür schon verwendet worden ist, allein durch Ablauf einer gewissen Zeitspanne nach der Geburt zur "gebrauchten" Sache wird (vgl. OLG Düsseldorf, ZGS 2004, 271, 273 f.), bedarf im vorliegenden Fall keiner Entscheidung.
Es sei nämlich neben dem gebrauchsbedingten stets auch das altersabhängige Sachmängelrisiko zu berücksichtigen (…MüKo zum BGB/Lorenz, 4. Aufl. 2004, § 474 Rn. 14, 16 a; vgl. auch OLG Düsseldorf ZGS 2004, 271 ff. zur Rückabwicklung eines Kaufvertrages über ein im Verkaufszeitpunkt bereits 4 Jahre altes Pferd).
Das ist bezüglich "H. " der Fall, denn sie war bereits vor dem Verkauf mehrfach geritten und ausgebildet worden; im Übrigen kann bei einer zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses bereits fast sechs Jahre alten Stute aber auch unabhängig vom vorangegangenen Einsatz des Pferdes nicht mehr von einer "neuen Sache" die Rede sein (vgl. hierzu OLG Düsseldorf, ZGS 2004, 271 ff.).
Gemäß § 434 Abs. 1 BGB, der nach § 90a BGB auf Tiere entsprechend anzuwenden ist, ist ein Tier nur dann mangelfrei, wenn es bei Gefahrübergang auch die vereinbarte Beschaffenheit hat (BGH, RdL 2007, Seiten 120 ff. = NJW 2007, Seiten 1351 ff. = ZGS 2007, Seiten 186 ff. = BGH-Report 2007, Seiten 485 ff.; OLG Celle, RdL 2008, Seiten 37 f.; OLG Saarbrücken, OLG-Report 2007, Seiten 645 f. = RdL 2008, Seiten 10 ff.; OLG Düsseldorf, ZGS 2004, Seiten 271 ff.; OLG Düsseldorf, Urteil vom 25.03.2003, Az.: I-21 U 100/02, u. a. in: "juris"; LG Düsseldorf, Urteil vom 19.11.2007, Az.: 12 O 18/07, u. a. in: BeckRS 2008, Nr.: 19405 und in: "juris"; LG Mosbach, Beschluss vom 30.08.2005, Az.: 1 C 94/04, u. a. in: BeckRS 2005, Nr.: 12241; LG Kleve, Urteil vom 21.11.2003, Az.: 5 S 99/03, u. a. in: Jagdrechtliche Entscheidungen XVIII Nr. 83 und in: "juris"; LG Kleve, Urteil vom 29.05.2002, Az.: 2 O 323/01, u. a. in: "juris"; AG Coesfeld, Urteil vom 02.03.2004, Az.: 4 C 584/03, u. a. in: "juris" ).
I-14 U 213/03.