Source: https://www.rechtslupe.de/arbeitsrecht/wirksamkeit-allgemeinverbindlicherklaerung-tarifautonomiestaerkungsgesetz-3118333
Timestamp: 2020-08-05 05:34:29
Document Index: 389928801

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 98', '§ 98', '§ 2', '§ 98', '§ 98', '§ 2', '§ 98', '§ 98', '§ 98', '§ 98']

Wirksamkeit einer Allgemeinverbindlicherklärung - und das Tarifautonomiestärkungsgesetz | Rechtslupe
Wirksamkeit einer Allgemeinverbindlicherklärung - und das Tarifautonomiestärkungsgesetz
Das Tarif­au­to­no­mie­stär­kungs­ge­setz ent­hält hin­sicht­lich des Ver­fah­rens zur Über­prü­fung der Rechts­wirk­sam­keit von All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung oder Rechts­ver­ord­nun­gen nach § 2a Abs. 1 Nr. 5, § 98 ArbGG kei­ne Über­gangs­re­ge­lung. Die Nor­men fan­den damit unmit­tel­bar ab ihrem Inkraft­tre­ten Anwen­dung [1].
Dies gilt auch, soweit die All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung (All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung) bereits vor Inkraft­tre­ten des § 98 ArbGG nF am 16.08.2014 erlas­sen wur­de.
In dem Beschluss­ver­fah­ren nach § 2a Abs. 1 Nr. 5, § 98 ArbGG kön­nen auch vor Inkraft­tre­ten der Neu­re­ge­lung erlas­se­ne All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung oder Rechts­veror­dung einer Über­prü­fung unter­zo­gen wer­den. Davon geht das Lan­des­ar­beits­ge­richt zu Recht aus. Nach dem Geset­zes­wort­laut wird nicht zwi­schen bereits erlas­se­nen und neu­en All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung oder Rechts­veror­dung unter­schie­den. Ziel des Gesetz­ge­bers war es, die recht­li­che Über­prü­fung der Erstre­ckung von Tarif­ver­trä­gen bei den für Fra­gen des Arbeits- und Tarif­rechts beson­ders sach­na­hen Arbeits­ge­rich­ten zu kon­zen­trie­ren, kon­kur­rie­ren­de Ent­schei­dun­gen ver­schie­de­ner Gerichts­bar­kei­ten aus­zu­schlie­ßen und für mehr Rechts­si­cher­heit zu sor­gen. Aus­drück­lich soll­ten dabei bereits anhän­gi­ge Ver­fah­ren von der Aus­set­zungs­pflicht erfasst wer­den [2]. Sol­che anhän­gi­gen Ver­fah­ren konn­ten sich aber den­knot­wen­dig nur auf vor Inkraft­tre­ten des Tarif­au­to­no­mie­stär­kungs­ge­set­zes bereits erlas­se­ne All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung oder Rechts­veror­dung bezie­hen. Eine unmit­tel­ba­re Ver­pflich­tung zur Aus­set­zung lau­fen­der Rechts­strei­te nach § 98 Abs. 6 ArbGG wür­de ins Lee­re lau­fen, wenn nicht gleich­zei­tig nach § 2a Abs. 1 Nr. 5, § 98 Abs. 1 ArbGG in Bezug auf die­se All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung oder Rechts­veror­dung ein ent­spre­chen­des Nor­men­kon­troll­ver­fah­ren ein­ge­lei­tet wer­den könn­te. Dies gilt grund­sätz­lich auch für bereits außer Kraft getre­te­ne All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung oder Rechts­veror­dung [3], und zwar unab­hän­gig von der Fra­ge, ob im Ein­zel­fall noch ein recht­li­ches Inter­es­se an der begehr­ten Fest­stel­lung besteht.
Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 21. Sep­tem­ber 2016 – 10 ABR 48/​15
BAG 7.01.2015 – 10 AZB 109/​14, Rn. 9 f., 12, BAGE 150, 254 [zur Aus­set­zungs­pflicht nach § 98 Abs. 6 ArbGG]; BT-Drs. 18/​1558 S. 46; GK-ArbGG/Ah­rendt Stand Juni 2016 § 98 Rn. 60; Wal­ker JbArbR Bd. 52 S. 111[↩]
BT-Drs. 18/​1558 S. 26, 29, 46[↩]
GK-ArbGG/Ah­rendt § 98 Rn. 7; Wal­ker JbArbR Bd. 52 S. 98 f., 111[↩]