Source: https://www.experto.de/businesstipps/recht-auf-teilzeitarbeit.html
Timestamp: 2020-06-02 17:04:08
Document Index: 7315563

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 8', '§ 4', '§ 80', '§ 8', '§ 8']

Recht auf Teilzeitarbeit - experto.de
Lesezeit: 2 Minuten Was bedeutet eigentlich Teilzeit? Eine sogenannte Legaldefinition des teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmers, also eine Erklärung durch das Gesetz, finden Sie in § 2 des Teilzeit-und Befristungsgesetzes (TzBfG).
Danach ist der Arbeitnehmer teilzeitbeschäftigt, dessen regelmäßige Wochenarbeitszeit kürzer ist als die eines vergleichbaren vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers. Wird also in einem Betrieb zum Beispiel regelmäßig 40 Stunden in der Woche gearbeitet, ist ein Arbeitnehmer mit 37,5 Stunden schon ein Teilzeitbeschäftigter.
Gleiche Rechte der Teilzeitbeschäftigten
Arbeitnehmern in Teilzeit stehen die gleichen Rechte zu, wie Mitarbeitern in Vollzeit!
Wichtig: Teilzeitbeschäftigt ist auch ein Arbeitnehmer, der eine geringfügige Beschäftigung nach § 8 Abs. 1 Nr. 1 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch (SGB IV) ausübt, also der typische Minijobber, auch 450-€-Kraft genannt.
Der Arbeitgeber darf Teilzeitkräfte grundsätzlich nicht anders behandeln als Vollzeitkräfte. Ausnahme: Der Arbeitgeber hat einen sachlichen Grund. So steht es in § 4 TzBfG. Und der Betriebsrat hat darauf zu achten, dass dieses Verbot auch eingehalten wird. Die Überwachungspflicht ergibt sich aus § 80 Abs. 1 Nr. 2a und b BetrVG.
Auch die Einhaltung von § 8 TzBfG gehört zu den Pflichten des Arbeitgebers. Dieser Paragraph gibt Arbeitnehmern einen Anspruch auf die Reduzierung ihrer Arbeitszeit unter folgenden Voraussetzungen:
Der Arbeitnehmer muss die Verringerung seiner Arbeitszeit und den Umfang der Verringerung spätestens drei Monate vor deren Beginn geltend machen. Er soll dabei die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit angeben.
Der Arbeitgeber hat mit dem Arbeitnehmer die gewünschte Verringerung der Arbeitszeit mit dem Ziel zu erörtern, zu einer Vereinbarung zu gelangen. Er hat mit dem Arbeitnehmer Einvernehmen über die von ihm festzulegende Verteilung der Arbeitszeit zu erzielen.
Der Arbeitgeber hat der Verringerung der Arbeitszeit zuzustimmen und ihre Verteilung entsprechend den Wünschen des Arbeitnehmers festzulegen, soweit betriebliche Gründe nicht entgegenstehen. Ein betrieblicher Grund liegt insbesondere vor, wenn die Verringerung der Arbeitszeit die Organisation, den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigt oder unverhältnismäßige Kosten verursacht. Die Ablehnungsgründe können durch Tarifvertrag festgelegt werden. Im Geltungsbereich eines solchen Tarifvertrages können nicht tarifgebundene Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Anwendung der tariflichen Regelungen über die Ablehnungsgründe vereinbaren.
Haben sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht über die Verringerung der Arbeitszeit geeinigt und hat der Arbeitgeber die Arbeitszeitverringerung nicht spätestens einen Monat vor deren gewünschtem Beginn schriftlich abgelehnt, verringert sich die Arbeitszeit in dem vom Arbeitnehmer gewünschten Umfang.
Haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer über die Verteilung der Arbeitszeit kein Einvernehmen nach erzielt und hat der Arbeitgeber nicht spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn der Arbeitszeitverringerung die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit schriftlich abgelehnt, gilt die Verteilung der Arbeitszeit entsprechend den Wünschen des Arbeitnehmers als festgelegt.
Der Arbeitgeber kann die festgelegte Verteilung der Arbeitszeit wieder ändern, wenn das betriebliche Interesse daran das Interesse des Arbeitnehmers an der Beibehaltung erheblich überwiegt und der Arbeitgeber die Änderung spätestens einen Monat vorher angekündigt hat.
Was eine Betriebsvereinbarung regeln darf – und was nicht
Lesezeit: 2 Minuten Grundsätzlich darf eine Betriebsvereinbarungen nur Sachverhalte regeln, die nicht bereits gesetzlich oder tariflich geregelt sind. Gesetzliche und tarifliche Regelungen dürfen allerdings ausnahmsweise in Betriebsvereinbarungen auftauchen, wenn die in einer Betriebsvereinbarung festgelegte Klausel ausnahmsweise günstiger ist als die gesetzliche bzw. tarifliche Regelung. Deshalb kann der gesetzliche Anspruch auf eine unbefristete Verringerung der Arbeitszeit (§ 8 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG)) nicht durch eine erzwingbare Betriebsvereinbarung zur Regelung der Lage der Arbeitszeit eingeschränkt werden.
Familienpflegegesetz hilft bei Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Lesezeit: < 1 Minute Mit dem Familienpflegegesetz hat der Gesetzgeber Anreize für Arbeitgeber und Arbeitnehmer geschaffen, für eine bestimmte Zeit die Pflege von nahen Angehörigen zu übernehmen und trotzdem in Teilzeit weiter zu arbeiten. Das Angebot von Familienpflegezeit kann im Rahmen von Personalentwicklungskonzepten ein Instrument der Mitarbeiterbindung sein. (Stand Dezember 2013)