Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BGH_19_01_2010_3_StR_499_09_Geltungsbereich_der_Vorschrift_u-d3944229.html
Timestamp: 2017-01-22 14:24:55
Document Index: 366403390

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 64', '§ 67', '§ 67', '§ 67', '§ 67', '§ 349', '§ 56', '§ 64', '§ 64', '§ 67', '§ 64', '§ 67', '§ 67', '§ 67', '§ 67', '§ 67', '§ 67', '§ 67', 'BGH', '§ 354', 'BGH', '§ 56', '§ 473']

BGH, 19.01.2010 - 3 StR 499/09 - Geltungsbereich der Vorschrift über die Reihenfolge der Vollstreckung | Urteile auf anwalt24.de
BGH, 29.01.2010 - V ZR 127/09 - Umfassung nur der Mitbenutzung vom Einverständni...…BGH, 19.01.2010 - 3 StR 499/09 - Geltungsbereich der Vorschrift über die Reihenf...BGH, 19.01.2010 - StB 27/09 - Eröffnung des Hauptverfahrens i.R.e. Anklage wegen...BGH, 19.01.2010 - VIII ZR 83/09 - Anspruch eines Mieters einer nicht preisgebund...BGH, 19.01.2010 - VIII ZR 80/09 - Voraussetzungen für die Nichtzumutung einer Ei...BGH, 19.01.2010 - 3 StR 451/09 - xBGH, 19.01.2010 - IX ZR 189/08BGH, 18.01.2010 - AnwZ (B) 65/09 - Widerruf der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft...BGH, 18.01.2010 - II ZA 4/09 - Schadensersatzpflicht des Geschäftsführers einer ...BGH, 18.01.2010 - II ZR 34/07 - Teilurteil bezüglich eines Teils der einfachen S...BGH, 18.01.2010 - II ZR 31/09 - Freistellungsanspruch und ein darauf gestütztes ...BGH, 18.01.2010 - II ZR 61/09 - Anwendbarkeit der Regeln der "wirtschaftlichen N...BGH, 18.01.2010 - AnwZ (B) 3/09 - Rechtmäßigkeit eines Widerrufs der Zulassung z...BGH, 15.01.2010 - AnwZ (B) 65/08 - Widerruf der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft...BGH, 15.01.2010 - IX ZB 236/09 - Notwendigkeit der Bezeichnung der angegriffenen...BGH, 15.01.2010 - V ZR 72/09 - Informationspflichten des Gerichts bei Abweisung ...BGH, 15.01.2010 - V ZR 80/09 - Befugnis von Wohnungseigentümern zur Übertragung ...BGH, 15.01.2010 - V ZR 40/09 - Auswirkung der Eintragungen des planenden Archite...BGH, 15.01.2010 - V ZR 114/09 - Gerichtliche Anfechtbarkeit eines Negativbeschlu...BGH, 14.01.2010 - V ZA 9/09 - Berücksichtigung von Wohngeldrückständen bei der B...BGH, 14.01.2010 - IX ZB 73/07 - Zulässigkeit einer Rechtsbeschwerde gegen einen ...BGH, 14.01.2010 - 2 ARs 562/09; 2 AR 348/09 - Ausschluss eines Verteidigers wege...…BGH, 05.01.2010 - 4 StR 478/09 - Bemessung von Freiheitsstrafen von mehr als ein...
BGH, 19.01.2010 - 3 StR 499/09 - Geltungsbereich der Vorschrift über die Reihenfolge der Vollstreckung
BundesgerichtshofBeschl. v. 19.01.2010, Az.: 3 StR 499/09Gericht: BGHEntscheidungsform: BeschlussDatum: 19.01.2010Referenz: JurionRS 2010, 12371Aktenzeichen: 3 StR 499/09 Verfahrensgang:vorgehend:LG Wuppertal - 16.07.2009Rechtsgrundlagen:§ 64 StGB§ 67 Abs. 2 S. 2, 3 StGB§ 67 Abs. 5 S. 1 StGBFundstellen:NStZ 2010, 6NStZ-RR 2010, 307-308NStZ-RR 2011, 106-107RPsych (R&P) 2010, 166-167Verfahrensgegenstand:Besonders schwerer räuberischer Diebstahl u. a.Redaktioneller Leitsatz:Dass wegen der Zäsurwirkung einer Vorverurteilung zwei getrennte Strafen gebildet werden mussten, ändert nichts daran, dass die Vorschrift über die Reihenfolge der Vollstreckung (§ 67 StGB) auf beide Strafen anzuwenden ist; deshalb ist auch die zweite ausgeurteilte Strafe bei der durch § 67 Abs. 2 Satz 3 StGB geregelten Bemessung des vor der Maßregel zu vollziehenden Teils der Strafe zu berücksichtigen.Der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Beschwerdeführers und des Generalbundesanwalts - zu 2. auf dessen Antrag - am 19. Januar 2010 gemäß § 349 Abs. 2 und 4 StPO einstimmig beschlossen:Tenor:1.Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Wuppertal vom 16. Juli 2009 im Ausspruch über die Reihenfolge der Vollstreckung dahin geändert, dass die Vollziehung von zwei Jahren vier Monaten und zwei Wochen aus beiden verhängten Freiheitsstrafen vor der Unterbringung des Angeklagten in der Entziehungsanstalt angeordnet wird.2.Die weitergehende Revision wird verworfen.3.Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die den Nebenklägerinnen im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.Gründe1Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Diebstahls mit Waffen sowie wegen gefährlicher Körperverletzung unter Einbeziehung von Strafen aus zwei Vorverurteilungen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt, die aufgrund einer der einbezogenen Strafen geleistete gemeinnützige Arbeit mit zwei Wochen nach § 56 f Abs. 3 StGB angerechnet, die Unterbringung nach § 64 StGB angeordnet und einen Vorwegvollzug der Strafe vor der Maßregel von einem Jahr und fünf Monaten bestimmt. Darüber hinaus hat es den Angeklagten wegen besonders schweren räuberischen Diebstahls zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Hiergegen richtet sich die Revision des Angeklagten mit sachlichrechtlichen Beanstandungen. Das Rechtsmittel hat den aus der Entscheidungsformel ersichtlichen Teilerfolg. Im Übrigen hat die Überprüfung des Urteils keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten erbracht.2Grundlage der Gesamtfreiheitsstrafe war unter anderem ein bewaffneter Diebstahl, dessen Beute dem heroinabhängigen Angeklagten zur Finanzierung seines Drogenkonsums dienen sollte. Den besonders schweren räuberischen Diebstahl, der Anlass zu der zweiten Freiheitsstrafe gab, beging der Angeklagte zu einem späteren Zeitpunkt, als seine Sucht bereits mit Methadon substituiert wurde.3Die Anordnung der Unterbringung in einer Entziehungsanstalt als solche hält rechtlicher Überprüfung stand. Durchgreifende Bedenken bestehen auch nicht gegen die Formulierung, wegen der Begehung des besonders schweren räuberischen Diebstahls habe die Strafkammer von der Anordnung einer Unterbringung abgesehen, weil insoweit die Voraussetzungen des § 64 StGB nicht vorlägen. Das Landgericht hat damit erkennbar nur zum Ausdruck bringen wollen, dass es diese letzte abgeurteilte Tat nicht als Symptomtat angesehen hat.4Die Entscheidung, dass ein Teil der verhängten Strafe vor der Unterbringung in einer Entziehungsanstalt zu vollziehen sei, hält im Grundsatz sachlichrechtlicher Prüfung stand. Sie soll bei zeitigen Freiheitsstrafen von über drei Jahren getroffen werden (vgl. § 67 Abs. 2 Satz 2 StGB). Umstände, die ausnahmsweise ein Absehen von der teilweisen Vorwegvollstreckung der Strafe ermöglichen würden, sind nicht erkennbar.5Rechtsfehlerhaft hat das Landgericht indes den teilweisen Vorwegvollzug der Strafe nur hinsichtlich der Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten, nicht aber auch für die daneben ausgesprochene Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten angeordnet. Die letztgenannte Strafe ist in dem Urteil verhängt worden, in welchem das Landgericht neben einer Strafe auch eine Unterbringung nach § 64 StGB angeordnet hat. Dass wegen der Zäsurwirkung einer Vorverurteilung zwei getrennte Strafen gebildet werden mussten, ändert daran nichts. Damit ist - anders als in den Fällen der Vollstreckung mehrerer Freiheitsstrafen aus verschiedenen Urteilen (vgl. hierzu Fischer, StGB 57. Aufl. § 67 Rdn. 2 f. m. w. N.) - die Vorschrift über die Reihenfolge der Vollstreckung (§ 67 StGB) auf beide Strafen anzuwenden, sodass auch die Sollvorschrift des § 67 Abs. 2 Satz 2 StGB für beide Strafen einheitlich gilt. Ebenso ist die zweite ausgeurteilte Strafe auch bei der durch § 67 Abs. 2 Satz 3 StGB geregelten Bemessung des vor der Maßregel zu vollziehenden Teils der Strafe zu berücksichtigen.6Dieses mit dem Wortlaut des Gesetzes in Einklang stehende Ergebnis wird auch dem Sinn von § 67 Abs. 2 Satz 3 StGB gerecht. Danach soll durch das Abstellen auf einen Zeitpunkt, zu dem gemäß § 67 Abs. 5 Satz 1 StGB eine Aussetzung des Strafrests zur Bewährung nach Erledigung der Hälfte der Strafe möglich ist, ein Anreiz für die Therapie gegeben und eine Entlassung nach deren erfolgreichem Abschluss ermöglicht werden, um den Verurteilten nicht erneut in den Vollzug der Freiheitsstrafe zurückverlegen oder ihn länger als erforderlich im Maßregelvollzug belassen zu müssen.7Der Senat kann in der Sache selbst entscheiden. Auch unter Berücksichtigung der zweiten Strafe sind keine Umstände ersichtlich, die Anlass geben könnten, von der Soll-Vorschrift des § 67 Abs. 2 Satz 2 StGB abzuweichen. Die für die Berechnung des Vorwegvollzugs erforderlichen Grundlagen sind sämtlich rechtsfehlerfrei festgestellt worden (vgl. BGHR StPO § 354 Abs. 1 Maßregelausspruch 1). Danach dauert die Therapie des Angeklagten voraussichtlich neun Monate. Die Summe beider Strafen beträgt sechs Jahre und drei Monate, die Hälfte hiervon sind drei Jahre, ein Monat und 2 Wochen. Somit sind zwei Jahre vier Monate und 2 Wochen Freiheitsstrafe vor der Unterbringung zu vollziehen. In diesen Vorwegvollzug ist die erlittene Untersuchungshaft einzurechnen (BGH NStZ-RR 2009, 234); Gleiches gilt für die Anrechnung nach § 56 f Abs. 3 StGB.8Der teilweise Erfolg des Rechtsmittels ist nicht von einer solchen Bedeutung, dass es unbillig wäre, den Beschwerdeführer mit den Gebühren und Auslagen in vollem Umfang zu belasten (§ 473 Abs. 4 StPO).Becker Pfister von Lienen Hubert SchäferHinweis: Das Dokument wurde redaktionell aufgearbeitet und unterliegt in dieser Form einem besonderen urheberrechtlichen Schutz. Eine Nutzung über die Vertragsbedingungen der Nutzungsvereinbarung hinaus - insbesondere eine gewerbliche Weiterverarbeitung außerhalb der Grenzen der Vertragsbedingungen - ist nicht gestattet.