Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=03.12.1998&Aktenzeichen=III%20ZR%20288/96
Timestamp: 2019-05-27 08:47:43
Document Index: 224623845

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 816', '§ 822', '§ 816', '§ 822', '§ 816', '§ 822', 'BGH', '§ 818', '§ 818', '§ 822', '§ 822', '§ 822', '§ 822', '§ 822', '§ 822', '§ 822', '§ 822', 'BGH', '§ 822', 'BGH', 'BGH', '§ 822', 'BGH', 'BGH', '§ 812', '§ 822', '§ 822', '§ 818', 'BGH', '§ 816', 'BGH', '§ 822', '§ 818', 'BGH']

BGH, 03.12.1998 - III ZR 288/96 - dejure.org
https://dejure.org/1998,1028
BGH, 03.12.1998 - III ZR 288/96 (https://dejure.org/1998,1028)
BGH, Entscheidung vom 03.12.1998 - III ZR 288/96 (https://dejure.org/1998,1028)
BGH, Entscheidung vom 03. Dezember 1998 - III ZR 288/96 (https://dejure.org/1998,1028)
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Untreuer Vermögensverwalter
§ 816 Abs. 1 Satz 2, § 822 BGB, Subsidiarität
Bereicherungsausgleich bei pflichtwidriger Verfügung eines Treuhänders, Verfügungsbegriff in § 816 I BGB; keine Anwendung von § 822 BGB bei Bösgläubigkeit des primären Bereicherungsschuldners
Treuhänderische Verwaltung von Wertpapieren - Verfügung eines Nichtberechtigten
Keine Verfügung als Nichtberechtigter bei pflichtwidriger Verwendung des Verkaufserlöses von Wertpapieren durch Treuhänder
BGB § 816 Abs. 1, § 822
Pflichtwidrige Verfügungen des treuhänderischen Verwalters von Wertpapieren; Voraussetzungen der Inanspruchnahme des Zweitempfängers
Durchgriff auf Schenkungsempfänger im Bereicherungsrecht
NJW 1999, 1026
ZIP 1999, 59
MDR 1999, 227
WM 1999, 23
BB 1999, 868
DB 1999, 378
Er setzt neben der Unentgeltlichkeit der Weiterleitung des Erlangten voraus, daß der Erstempfänger aus Rechtsgründen nicht haftet (BGH, Urt. v. 3. Dezember 1998 - III ZR 288/96, NJW 1999, 1026, 1028), was der Fall ist, wenn er sich auf den Wegfall der Bereicherung berufen kann, § 818 Abs. 3 BGB.
In der Literatur wird zu Recht - soweit ersichtlich einhellig - angenommen, daß als "erlangt" in diesem Sinne auch Nutzungen und Surrogate des ursprünglich Erlangten im Sinne des § 818 Abs. 1 BGB anzusehen sind oder die Vorschrift auf solche Nutzungen und Surrogate jedenfalls entsprechend anzuwenden ist (…so Bamberger/Wendehorst, BGB, § 822 Rdn. 6;… Erman/Westermann, BGB, 10. Aufl., § 822 Rdn. 3;… Heimann-Trosien in RGRK z. BGB, 12. Aufl., § 822 Rdn. 6;… Lieb in MünchKomm z. BGB, 3. Aufl., § 822 Rdn. 7;… Palandt/Sprau, BGB, 63. Aufl., § 822 Rdn. 3;… Planck/Landois, BGB, 4. Aufl., § 822 Anm. 2 b a; Reuter/Martinek, Ungerechtfertigte Bereicherung, S. 369;… Soergel/Mühl, BGB, 11. Aufl., § 822 Rdn. 2;… Staudinger/Lorenz, BGB, Neubearb. 1999, § 822 Rdn. 6; s. auch BGH, Urt. v. 3.12.1998 - III ZR 288/96, NJW 1999, 1026, 1027).
Eine weitere Ausnahme von dem unter a) erwähnten Grundsatz wird in entsprechender Anwendung des § 822 BGB dann angenommen, wenn es im Deckungsverhältnis an einem Rechtsgrund fehlt, im Valutaverhältnis die Leistung unentgeltlich bewirkt ist und die Verpflichtung des Anweisenden zur Herausgabe des Erlangten - aus Rechtsgründen (vgl. BGH, Urteil vom 3. Dezember 1998 - III ZR 288/96 - NJW 1999, 1026) - ausgeschlossen ist (vgl. BGHZ 88, 232, 237).
Bei offener Stellvertretung ist der Vertretene der - berechtigte - Verfügende (vgl. Senatsurteil vom 3. Dezember 1998 - III ZR 288/96 - zur Veröffentlichung bestimmt).
Eine weitere Ausnahme wird in entsprechender Anwendung des § 822 BGB dann angenommen, wenn es im Deckungsverhältnis an einem Rechtsgrund fehlt, im Valutaverhältnis die Leistung unentgeltlich bewirkt ist und die Verpflichtung des Anweisenden zur Herausgabe des Erlangten - aus Rechtsgründen (vgl. BGH, Urteil vom 3. Dezember 1998 - III ZR 288/96 - NJW 1999, 1026) - ausgeschlossen ist (vgl. BGHZ 88, 232, 237).
Will man darin - so die Klägerin (Schriftsatz vom 8. Juni 2010, dort S. 3) - im Ergebnis eine "unentgeltliche" Zuwendung des Erlangten aus einer ungerechtfertigten Bereicherung (§ 812 Abs. 1 Satz 1 BGB) an die Beklagte seitens der ihr in der Bereicherungskette vorangehenden Kontoinhaberinnen H. und S. (zwar ohne deren Wissen, aber jeweils wirksam vertreten durch den Kontobevollmächtigten L.) sehen, scheitert ein daran anknüpfender Ersatzanspruch der Klägerin aus §§ 822, 818 Abs. 2 BGB aber jedenfalls an Folgendem: Die Vorschrift des § 822 BGB begründet eine subsidiäre Durchgriffshaftung eines Dritten (hier: der Beklagten) nur dann, wenn der ursprünglich Bereicherte (hier: zunächst Frau H., dann Frau S.) infolge der (hier unterstellt) unentgeltlichen Weitergabe des Erlangten aus Rechtsgründen (§ 818 Abs. 3 BGB) nicht zur Herausgabe der Bereicherung verpflichtet ist (BGH NJW 1999, 1026, 1027 f. m. w. N.).
Die Nichtberechtigung des Verfügenden i. S. dieser Norm ist durch die fehlende Rechtsinhaberschaft oder aber durch die fehlende Vertretungsmacht bzw. Verfügungsermächtigung gekennzeichnet (…Jauernig-Schlechtriem, BGB, 9. Aufl., § 816 Rn. 3; BGH, WM 1999, 23ff., 24).
Die Vorschrift des § 822 BGB begründet eine subsidiäre Durchgriffshaftung eines Dritten (hier: der Beklagten zu 2) nur dann, wenn der ursprünglich Bereicherte (hier: die Gesellschaft bürgerlichen Rechts) infolge unentgeltlicher Weitergabe des Erlangten aus Rechtsgründen (§ 818 Abs. 3 BGB) nicht zur Herausgabe der Bereicherung verpflichtet ist (BGH NJW 1999, 1026, 1027 f. m. w. N.).
OLG Hamm, 22.03.2002 - 29 U 8/01