Source: http://www.wassersport-akademie.org/Powerkurse/UmstellungderSBFPr%C3%BCfungen.aspx
Timestamp: 2017-10-23 19:10:03
Document Index: 307624461

Matched Legal Cases: ['§5', '§4', '§1', '§4', '§1', '§1', '§3', '§3', '§3', '§244']

Umstellung der Sportbootführerschein-Prüfungen am 1. Mai 2012 - SBF See, SBF Binnen
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Umstellung der Prüfungen: Der kritische Blick
Wichtiger Hinweis: Die folgenden Betrachtungen sind nicht für Sportboot-Führerschein-Anwärter gedacht!
Sie setzen sich kritisch mit den neuen Fragenkatalogen des Sportbootführerscheins See und des Sportbootführerscheins Binnen auseinander, können aber nichts am Prüfungsverfahren selbst ändern.
Wenn du gerade in deiner Prüfungsvorbereitung steckst, solltest du gar nicht erst weiterlesen.
Hinweis: Im Folgenden werden Meinungen wiedergegeben, die nicht zwingend auch Meinung der Wassersport Akademie und ihrer Betreiber sind. Vielmehr wollen wir hier das Recht auf freie Meinungsäußerung nutzen und das Thema der Fragenkataloge aus verschiedenen Perspektiven beleuchten.
Mit der Umstellung der Fragenkataloge "Sportbootführerschein Binnen" und "Sportbootführerschein See" ist zwar vieles anders geworden, aber nicht alles besser. Und obwohl man sich viele Jahre Zeit nahm und die Einführung der neuen Prüfungen ein ums andere Mal verschob, strotzen die Kataloge vor Ungereimtheiten, Irritationen und Fehlern...
Wir wollen diese kritische Betrachtung nutzen und eine Sammlung der Probleme, Fehler und Irritationen zusammenstellen...
Wir haben eine sorgfältig auszuwählende Sorgfaltspflicht!
Katalog Sportbootführerschein Binnen
(beide in der Fassung vom 26. April 2012; also 4 Tage vor der offiziellen Einführung)
Quelle Huby Breitscheid, Blog-Artikel (PDF-Dokument)
Problematische Fragen 76
Diese Frage zielt auf die allgemeine Sorgfaltspficht ab. Eine Pflicht, die man bei der Zusammenstellung der Antworten hier nun etwas laxer sieht, als es die Sportbootführerschein-Aspriranten machen dürfen.
Abgesehen von der Antwort (C) ("Gefährdung von Menschenleben, Beschädigungen an Fahrzeugen, Anlagen oder Ufern und Beeinträchtigung der Umwelt."), die schon offensichtlicher Blödsinn ist, sind alle anderen Antworten richtig. Der Scheinanwärter soll nun aber nicht etwa nur die richtige, sondern sogar die richtigste Antwort finden und ankreuzen.
Und dabei setzt man auf das Verwirrspiel von Auslassungen und Einfügungen... Mal wird "Vermeidung der Gefährdung von Menschenleben" ausgelassen, mal ist es die "Vermeidung von Beschädigungen an Anlagen oder Ufern".
Aber auch Antwort (C), die einfach nur auf das Wort "Vermeidung" verzichtet (und nur deshalb falsch ist), stellt einzig darauf ab, flüchtige Leser zu fangen.
Sinn stiftend? Oder doch einfach nur irritierend?
Wortschwall oder wichtige Information?
(in der Fassung vom 26. April 2012; also 4 Tage vor der offiziellen Einführung)
Problematische Fragen 119 (symbolisch)
Um das Problem dieser Frage darzustellen, lassen wir sie einfach mal unkommentiert:
"Mehrere Kleinfahrzeuge sollen gemeinsam vom Oberwasser in das Unterwasser geschleust werden. Worauf ist bei deren Einfahrt in die Schleuse und während des Schleusens besonders zu achten?"
Das letzte Kleinfahrzeug muss so weit einfahren, dass es beim Leeren der Schleuse nicht auf den Drempel aufsetzen kann. Die Festmacherleinen sind so zu bedienen, dass Stöße gegen Schleusenwände, Schleusentore, andere Fahrzeuge vermieden werden und ein sicheres Fieren der Leinen möglich ist.
Das erste Kleinfahrzeug muss so weit einfahren, dass es beim Leeren der Schleuse nicht auf den Drempel aufsetzen kann. Die Festmacherleinen sind so zu bedienen, dass Stöße gegen Schleusenwände, Schleusentore, andere Fahrzeuge vermieden werden und ein sicheres Fieren der Leinen möglich ist.
Das erste Kleinfahrzeug muss so weit einfahren, dass es beim Füllen der Schleuse nicht auf den Drempel aufsetzen kann. Die Festmacherleinen sind so zu bedienen, dass Stöße gegen Schleusenwände, Schleusentore, andere Fahrzeuge vermieden werden und ein sicheres Fieren der Leinen möglich ist.
Das letzte Kleinfahrzeug muss so weit einfahren, dass es beim Füllen der Schleuse nicht auf den Drempel aufsetzen kann. Die Festmacherleinen sind so zu bedienen, dass Stöße gegen Schleusenwände, Schleusentore, andere Fahrzeuge vermieden werden und ein sicheres Fieren der Leinen möglich ist.
Ja, hier sind die Frage und ihre Antworten zu Ende. Nicht verwechseln! :)
Nun? Hast du herausbekommen, worauf man uns hier stoßen will?
Lösung: ˙lǝdɯǝɹp ɹǝp ʇsı sǝ
Was hätte es wohl gekostet, aus dieser Frage - und vor allem aus ihren Antworten - mehrere Fragen mit kürzeren Antworten zu machen, die man auch BEGREIFEN kann?! Wem hilft dieser unglaubliche Komplexitätsgrad der Antworten, wenn es doch um EINEN - durchaus wichtigen - Punkt geht?
"Nähern" und "Befinden" ... Lehramtsstudenten als Fragenerfinder?
Katalog Sportbootführerschein See
Problematische Fragen 81
Diese Frage beschäftigt sich mit dem Überholen.
"Wann gilt ein Fahrzeug als überholendes Fahrzeug?"
Streichen wir großzügig Antwort (2), die nun wirklich falsch ist, bleiben immer noch drei diskussionswürdige Antworten:
Beginnen wir mit Antwort (4), deren Fehler ein offensichtlicher Schreibfehler zu sein scheint: Der Bereich des Hecklichts beginnt bei 22,5° achterlicher als querab. Was steht da in Klammern? Topp? Heck? Who cares?! Die Zahl stimmt. Die Beschreibung stimmt. Eine - noch dazu in Klammern gefasste, also zur Beiläufigkeit erklärte - Erläuterung zu einer Zahl soll ... antwort-relevant sein?! Unfassbar! Da hat offenbar jemand den Sinn von Klammern ebenso, wie den von Multiple-Choice-Tests sehr großzügig interpretiert!
Noch unglaublicher wird es bei der Auswahl der Antworten (1) und (3). Hier unterscheiden wir zwischen "nähern" und "befinden".
"Nähern" beschreibt einen zeitlichen Ablauf. "Befinden" beschreibt einen Zeitpunkt. ... Aber nirgendwo steht geschrieben, dass ich den Ablauf zu bevorzugen habe! Auch ein Überholvorgang setzt sich aus Zeitpunkten zusammen, liebe Fragenerfinder! Es ist durch den gesunden Menschenverstand, der auch - und gerade - im Bereich der seemännischen Sorgfaltspflicht immer wieder beschworen wird, nicht zu rechtfertigen, dass eine Antwort nur deshalb richtiger sein soll, weil der Fragenerfinder Gedanken im Kopf hatte (hier offenbar die bei Regel 13 aufgeschlagenen KVR), die mitzuteilen er vergaß!
"'Befinden' muss ja nicht meinen, dass er auch überholen will oder wird", denkst du gerade? Stimmt! Genauso, wie "nähern" nicht meinen muss, dass er tatsächlich überholen will oder wird. Aber in jedem Fall gelten die Kollisionsverhütungsregeln Regel 13 Abs (b). Nähern, rumtreiben ... oder eben stehen, also befinden: Die KVR interessiert das nicht:
"Steht es gegenüber dem zu überholenden Fahrzeug so, dass es bei Nacht nur dessen Hecklicht, aber keines der Seitenlichter sehen könnte, gilt es als Überholer und hat sich entsprechend zu verhalten."
Worin unterscheiden sich "stehen" und "befinden" noch gleich?!
Noch einmal zurück auf Anfang, Jungs: Wollen wir Paragraphenreiter haben, oder wollen wir "seemännische Kenntnisse und Fertigkeiten" vermitteln, wie es die Sportbootführerscheinverordnungen vorschreiben?
Korinthenkacker? ... Oder doch nicht?
Problematische Fragen 232
Bist du zufällig Beamter? Wenn nicht, dürften dir die spitzfindigen Unterschiede zwischen "amtlichen Kennzeichzen" und "amtlich anerkannten Kennzeichen" nicht nur ziemlich weit am Allerwertesten vorbeigehen - du wirst sie nicht einmal bemerken. Denn rein logisch sind "amtliche Kennzeichen" ebenfalls "amtlich anerkannte Kennzeichen". Oder erkennen die Behörden neuerdings "amtliche Kennzeichen" nicht mehr an?!
Der Unterschied steht übrigens in der "Verordnung über die Kennzeichnung von auf Binnenschifffahrtsstraßen verkehrenden Kleinfahrzeugen" (kurz: KIFzKV-BinSch). Und dort heißt es:
Amtlich anerkannte Kennzeichen (§5):
Amtliche Kennzeichen (§4): (Hier folgt eine lange Liste von amtlichen Kennzeichen, deren Varianten und Herausgeber)
Kurz gesagt: Der Unterschied dürfte jeden WasserSPORTLER ziemlich periper tangieren und bestenfalls Bürokraten mit Selbsterhaltungstrieb und Arbeitsbeschaffungsinteresse in Extase versetzen. Ganz zu schweigen davon, dass SOLCHE Fragen ganz sicher nicht "sichere Seemannschaft" oder andere für SPORTLER und HOBBYISTEN relevante Informationen vermitteln.
Korinthenkacker, die Zweite...
Problematische Fragen 253
Auch diese Frage ist eine reine Bürokraten-Freude und hat nix, aber auch gar nix, mit dem realen Leben da draußen zu tun.
Die Antwort "Eine Radarfahrt ist eine Fahrt bei unsichtigem Wetter mit Radar" ist zwar nach BinSchStrO §1.01 Abs 27 völlig richtig, aber ... Wayne Interessiert's?! Den FREIZEIT-Leuten ist es aber sowas von egal, ob "Radarfahrt" eine Fahrt mit Radar oder eine Fahrt mit Radar bei unsichtigem Wetter ist. Und daran wird auch eine Wiederholungsprüfung nichts ändern...
Seerechts-Juristen-Ausbildung mit falschen Musterlösungen?
Auch hier gibt es deutlichen Gesprächsbedarf: Nach §4 Abs. 1 der SeeSchStrO sieht es so aus:
Der Fahrzeugführer und jeder sonst für die Sicherheit Verantwortliche haben die Vorschriften dieser Verordnung über das Verhalten im Verkehr und über die Ausrüstung der Fahrzeuge mit Einrichtungen für das Führen und Zeigen der Sichtzeichen und das Geben von Schallsignalen zu befolgen. Auf Binnenschiffen ist neben dem Fahrzeugführer hierfür auch jedes Mitglied der Besatzung verantwortlich, das vorübergehend selbständig den Kurs und die Geschwindigkeit des Fahrzeugs bestimmt.
Wonach klingt das hier? Nach "Der Fahrzeugführer oder sein Stellvertreter", wie die angeblich richtige Antwort lauten soll? - Oder doch eher nach "Der Fahrzeugführer und jeder sonst Verantwortliche"?
Muss der Rudergänger fachlich geeignet sein? ... Oder nicht?
Katalog Sportbootführerschein Binnen (in der Fassung vom 26. April 2012; also 4 Tage vor der offiziellen Einführung)
Quelle Arne Goerndt, Blog-Artikel
Problematische Fragen 80, 214
In Frage 80 des Katalogs lautet die Frage "Welche Anforderungen muss der Rudergänger eines Sportbootes mit Antriebsmaschine grundsätzlich auf den Binnenschifffahrtsstraßen erfüllen?" Und die richtige Antwort heißt "Er muss mindestens 16 Jahre alt und körperlich, geistig und fachlich geeignet sein."
In Frage 214 des Katalogs lautet die Frage "Wem darf der Schiffsführer das Ruder eines motorisierten Sportbootes überlassen?" Hier heißt die richtige Antwort nun jedoch "Einer Person, die mindestens 16 Jahre alt, sowie körperlich und geistig und fachlich geeignet ist."
Fachliche Eignung? Quatsch! ... Oder doch nicht Quatsch, also erforderlich? Oder wie jetzt?!
Was ist das überhaupt: "Fachliche Eignung"? Warum so ein Aufriss darum?
Die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung (BinSchStrO) (PDF-Dokument) sagt in §1.02 zur "fachlichen Eignung", dass dazu einige Voraussetzungen zu erfüllen sind. Beispielsweise ist ein Eignungszeugnis (Sportbootführerschein, unter bestimmten Umständen auch ein Ausweis eines Spitzenverbandes des deutschen Wassersports) oder eine sonstige Erlaubnis zum Führen von Fahrzeugen für Fahrzeugart und Strecke erforderlich.
Nach §1.09 (Besetzung des Ruders) ist hingegen nur eine "geeignete Person" erforderlich. Geeignet ist, so beschreibt es der Absatz 3 dann ausführlich, wer Informationen und Weisungen empfangen und geben kann, freie Sicht hat und alle Schallsignale wahrnehmen kann. Also: Eignung? Ja! Aber von "fachlicher Eignung" keine Spur...
Und das bringt uns in eine spannende Situation: Nach Frage 214 könnte ich JEDEM das Ruder überlassen; auch meinem Kind oder einem Gast aus der staubtrockenen Wüste, der noch nie Wasser in solchen Mengen gesehen hat. Nach Frage 80 darf ich allerdings nur Sportbootführerschein-Besitzern (Binnen) das Ruder überlassen. ... Wie wirst du entscheiden, (zukünftiger) Schiffsführer?
Absicherung der Unfallstelle?
Sportbootführerschein Binnen & Sportbootführerschein See
Katalog Sportbootführerschein Binnen & Sportbootführerschein See
Problematische Fragen 70
In Frage 70 des Katalogs lautet die Frage "Wie hat man sich nach einem Zusammenstoß zu verhalten?" Und die richtige Antwort heißt "Hilfe leisten und so lange am Unfallort bleiben, bis ein weiterer Beistand nicht mehr erforderlich ist; alle erforderlichen Daten austauschen."
Daran gibt es nichts auszusetzen. Auch hier fehlen allerdings fundamentale Informationen: Ein Zusammenstoß kann auch mit dem Sinken des Fahrzeugs verbunden sein. Und in diesem Fall gelten weitreichende zusätzliche Anforderungen, die jedoch hier ausgelassen werden.
Und während man bei "Alkohol-Fragen" auch 144 einzelne Wörter nicht scheut, um den Umfang des Gebotes klarzustellen, geht es bei fundamentalen Sicherheitsfragen eben auch mit 20 Worten. Wahrschau für herannahmende Fahrzeuge? ... Wer braucht's? Wer muss das wissen?
Geschwindigkeit reduzieren? ... Um jeden Preis?
Problematische Fragen
Beide Kataloge: 36, 61
Sportbootführerschein Binnen: 155, 197, 249
In den oben genannten Fragen taucht als richtige Antwort-Option immer "Geschwindigkeit herabsetzen" auf.
Offenbar sind die Erfinder dieser Fragen selbst gern schnell unterwegs oder halten zumindest alle Führerschein-Anwärter für potenzielle Raser, die stets am oberen Limit der Geschwindigkeit unterwegs sind. Anders lässt es sich jedenfalls nicht erklären, dass dem Interessenten so nachdrücklich eingehämmert wird, um jeden Preis (offenbar auch um den der Manövrierfähigkeit) die Geschwindkeit herabsetzen zu sollen.
Dass es aucht besser geht, beweist hingegen die Frage 237. Dort steht richtig, dass die Geschwindigkeit angepasst werden soll...
Wer bist du?! Was soll ich machen? Ausweichen? Draufhalten?
Problematische Fragen 141
In dieser Frage begegnet ein Fahrzeug mit Topplicht und Seitenlichtern einem Fahrzeug mit Seitenlichtern. Beide befinden sich auf Kollisionskurs.
"Wie muss sich ein Fahrzeug mit Topplicht und Seitenlichtern gegenüber einem Kleinfahrzeug mit Seitenlichtern, welches sich auf Kollisionskurs befindet, verhalten?"
Klauben wir es mal auseinander:
Das Fahrzeug, das nur mit Seitenlichtern daher kommt, ist unzweifelhaft ein Segelboot (vgl. §3.13 Abs. 4 BinSchStrO).
Das Fahrzeug mit Topplicht und Seitenlichtern hingegen ...
... ist ein Kleinfahrzeug nach §3.13 BinSchStrO, wenn es das Topplicht auf Höhe der Seitenlichter führt.
... ist kein Kleinfahrzeug, wenn es nach §3.08 BinSchStrO daherkommt.
Das bringt uns jetzt aber in echte Bedrängnis, denn aus der Fragestellung geht nicht hervor, um welches der beiden es sich handelt...
Wenn es sich um ein Kleinfahrzeug handelt, dann ist es gegenüber dem Segelboot ausweichpflichtig und Antwort (D) richtig ("Es muss ausweichen.").
Sollte es sich hingegen nicht um ein Kleinfahrzeug handeln, so ist das Segelboot ausweichpflichtig und folglich Antwort (A) ("Es hält Kurs und Geschwindigkeit bei.") richtig.
Die Zulässigkeit nur einer Interpretation ist mutig und setzt zwingend voraus, dass der Führerschein-Aspirant keinen genauen Blick auf die Binnenschifffahrts-Ordnung geworfen hat und/oder auch der Trainer ihn nicht mit der Anordnung von Lichtern belästigte...
War das Ziel der Novellierung, liebe Erfinder?
Nun aber! Ausweichen! ... Oder doch nicht?!
Problematische Fragen 184
Gerade haben wir in Frage 141 gelernt, dass wir offensichtlich offensichtlich über "Nicht-Kleinfahrzeug" reden, da fliegt uns das nächste Ding um die Ohren...
"Ein Fahrzeug unter Segel kreuzt eine Binnenschifffahrtsstraße. In der Fahrwassermitte kommt ihm ein Fahrzeug mit Maschinenantrieb zu Berg entgegen. Wer ist ausweichpflichtig?"
Sollen wir jetzt annehmen, dass es sich bei dem Fahrzeug mit Maschinenantrieb um ein Nicht-Kleinfahrzeug handelt und Antwort (C) ("Fahrzeug unter Segel") nehmen?
Nein! Falsch! Diesmal sollen wir eine spontane Eingebung haben und annehmen, dass es sich bei dem "Fahrzeug mit Maschinenantrieb" um ein Kleinfahrzeug handelt, das gegenüber dem Segelboot ausweichpflichtig ist. Hier ist also zur Abwechslung dann Antwort (A) ("Fahrzeug mit Maschinenantrieb") richtig...
Aber woher soll diese Eingebung kommen? Fahren Nicht-Kleinfahrzeuge nicht mit Maschinenantrieb? Fahren sie nie zu Berg? Oder sind sie nie auf Binnenschifffahrtsstraßen unterwegs? ... Woran kann man erkennen, ob es sich um ein Kleinfahrzeug oder ein Nicht-Kleinfahrzeug handelt?
Was ist der "kritische Winkel"?
Problematische Fragen 263, 264
Die Fragen 263 und 264 beschäftigen sich mit "kritischen Winkeln". Listigerweise gehen sie aber ziemlich abstrakt mit dem Begriff um, denn in beiden fällen ist zwar ein kritischer Winkel im aufrichtenden Moment gemeint; in beiden Fällen redet man aber von unterschiedlichen kritischen Winkeln...
Während die Frage 263 vom kritischen Winkel des MAXIMALEN Kraftmonents spricht, redet man in Frage 264 vom kritischen Winkel des MINIMALEN Kraftmoments. Das ist zwar technisch gesehen völlig richtig - es macht allerdings das Verständnis (und damit den Hintergrund) ziemlich kompliziert...
Schwert hoch = Kenterung weg?
Problematische Fragen 282
Diese Frage schleppt sich schon seit dem alten Fragenkatalog mit durch. Und auch die Novellierung hat sie keineswegs richtig gestellt...
"Wie sollte das Schwert einer Jolle auf Vorwindkurs gefahren werden und warum?"
Die - angeblich - richtige Antwort lautet: "Es sollte aufgeholt werden. Dadurch vermindert sich der Reibungswiderstand, aber auch die Gefahr der Kenterung bei einer unfreiwilligen Halse."
Und wie das so häufig ist: Auch eine halb-falsche Antwort ist eine falsche Antwort.
Aufholen? Ja, unbedingt! Reibungswiderstand vermindern? Ja, selbstverständlich! ... Aber "Gefahr einer Kenterung verringern"? Hallo? Geht's noch?!
Mit dem richtigen Boot, einer sehr erfahrenen Besatzung, einem perfekten Timing, der richtigen Windstärke und Welle (oder einfach nur mit einem ordentlichen Batzen Glück) kann man in der Tat eine Patenthalse "seitlich ausgleiten", was mit halb oder ganz gestecktem Schwert völlig unmöglich wäre. Aber im Regelfall wird der Kahn sich sowas von locker-flockig in wenigen Sekundenbruchteilen auf die andere Seite legen, weil er unter Wasser keinen nennenswerten Widerstand und damit keinen Gegendruck hat, wenn das Schwert weg ist.
Folglich STEIGT die Gefahr einer Kenterung bei einer Patenthalse mit gezogenem Schwert!
... Glaubt ihr nicht, liebe Prüfungserfinder? --- Lasst es uns testen: Kommt vorbei! Wir probieren aus, was ihr da den Leuten erzählt! ... Und vergesst die Wechselsachen nicht!
Und wenn ihr es auch trockenen Fußes glaubt: Was ist so schwierig daran, es endlich richtig zu stellen, nachdem es schon im letzten Fragenkatalog fehlerhaft war?!
Der Sinn der Übung ... just my 2 cents ...
Nun hat man in jahrelangem Gezerre die Prüfungen umgestellt. Und es wäre ein günstiger Zeitpunkt gewesen, hier mal ordentlich aufzuräumen. Aber offenbar sind die Lobbys stark genug...
Warum Multiple Choice?
Multiple Choice Tests (MC-Tests) werden typischerweise eingesetzt, um bereits vorhandenes Wissen abzufragen. Ein Vokabel-Test ist beispielsweise eine hervorragende Umgebung für einen MC-Test. Aber auch zur Erarbeitung und Wiederholung von Wissen lassen sich MC-Tests gut einsetzen. Vorausgesetzt, sie trennen Wissen und Erläuterung strikt.
Was habt ihr uns da gegeben?
Einmal abgesehen vom handwerklichen Pfusch, der uns in den Katalogen entgegengrinst: Was haben wir nach all den Jahren bekommen?
Ein wüstes Durcheinander von Wissensvermittlungs- und Wissensabfrage-Versuchen, die imstande sind, auch das letzte Quentchen Spaß am Lernen zu ersticken. Wieder wird es den Sportbootführerschein-Interessenten vollständig allein überlassen, sich das erforderliche PRÜFUNGswissen anzueignen. Wieder können sich Bootsfahrschulen auf das reine Abkassieren der Wassersport-Interessenten zurückziehen. Wieder wird es dem Kommerz - ja, sogar dem schweren Bandendiebstahl (§244a StGB) - leicht und der Wissensvermittlung schwer gemacht.
Ihr macht es damit jenen "Bootsfahrschulen" leicht, die nichts anderes als die Kursgebühr der Teilnehmer im Sinn haben. Und ihr macht es all jenen, die wirklich Wissen vermitteln wollen, nun noch schwerer als bisher...
War das Ziel? - Nun, dann: Chapeau! Ihr habt's geschafft!
Ermüdend lange Antwort-Texte, die man kaum zu lesen, geschweige denn zu verstehen, imstande ist. Spitzfindige Antworten, die sich teilweise nur in der Nachkommastelle einer Zahl unterscheiden. Korinthenkackerei über Gesetzen und Erbsenzählerei über Vorschriften. Sachlich und logisch falsche Antworten. Praxisferne Fragestellungen, die einzig die Expertise des verantwortlichen Beamten ausweisen. ... und ... und ... und.
Du bist Sportbootführerschein-Interessent und hast das hier trotz der Warnung gelesen? Und nun bist du verwirrt und irritiert? - Musst du nicht: Auch diese Ausführungen werden am Pfusch nichts ändern. Lerne, was du lernen musst, mache dir keine Gedanken darum! Bestehe die Prüfung, und dann beginne das "richtige Lernen"!
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(0381) 210 71 24
Tipps zum Umgang mit den Ankreuz-Fragen