Source: https://judicialis.de/Bundesarbeitsgericht_2-AZR-595-06_Urteil_19.06.2007.html
Timestamp: 2019-06-19 09:47:58
Document Index: 186089423

Matched Legal Cases: ['§ 311', '§ 311', '§ 2', 'Art. 234', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 311', '§ 311']

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19.06.2007 mit dem Az.: 2 AZR 595/06	/* Banner Ads */
Aktenzeichen: 2 AZR 595/06
Hinweise des Senats: Parallelsachen 19. Juni 2007 - 2 AZR 304/06 - (führend), - 2 AZR 305/06 -, - 2 AZR 594/06 -, - 2 AZR 595/06 - (vorliegend)
2 AZR 595/06
Die Revision der Klägerin gegen das Urteil des Sächsischen Landesarbeitsgerichts vom 4. Mai 2006 - 6 Sa 455/05 - wird auf Kosten der Klägerin zurückgewiesen.
aa) Der Senat hat vergleichbare Gruppenbildungen wiederholt als unbedenklich angesehen (vgl. zuletzt 9. November 2006 - 2 AZR 509/05 - AP BGB § 311a Nr. 1 = EzA BGB 2002 § 311 Nr. 1). Ob das Gesetz zur Umsetzung europäischer Richtlinien zur Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichbehandlung vom 14. August 2006 (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz - AGG, zuletzt geändert durch Gesetz vom 2. Dezember 2006, BGBl. I S. 2742) Altersgruppenbildung und Berücksichtigung des Lebensalters in der Sozialauswahl schlechthin verbietet, erscheint zweifelhaft, kann aber unbeschadet der Frage, ob § 2 Abs. 4 AGG die Geltung des Gesetzes für Kündigungen überhaupt ausschließt, dahinstehen, da das AGG zum Zeitpunkt der Kündigung noch nicht galt. Die verlängerte Umsetzungsfrist für die hier einschlägige Richtlinie 2000/78/EG des Rates war bei Ausspruch der Kündigung noch nicht abgelaufen. Die Voraussetzungen einer Vorlage nach Art. 234 EG-Vertrag sind nicht gegeben. Ein etwa - inhaltlich mit dem Verbot der Altersdiskriminierung in der Richtlinie 2000/78/EG des Rates übereinstimmender - allgemeiner Grundsatz des Gemeinschaftsrechts (vgl. EuGH 22. November 2005 - C-144/04 - EuGHE I 2005, 9981; vgl. dazu Schlussanträge der Generalanwältin Trstenjak 29. März 2007 - C-80/06 -; skeptisch offenbar: Schlussanträge des Generalanwalts Mazak 15. Februar 2007 - C-411/05 -) steht nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs Regelungen, die an das Lebensalter anknüpfen, nicht im Wege, so lange sie durch legitime Ziele gerechtfertigt sind (EuGH 22. November 2005 - C-144/04 - EuGHE I 2005, 9981). Deren Vorhandensein steht hier nicht im Streit (vgl. auch: Senat 9. November 2006 - 2 AZR 509/05 - AP BGB § 311a Nr. 1 = EzA BGB 2002 § 311a Nr. 1; 20. April 2005 - 2 AZR 201/04 - NZA 2005, 877).