Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Blaue-Karte-Niederlassungserlaubnis-Anspruchseinbuergerung-Miteinbuergerung--f327771.html
Timestamp: 2020-01-18 20:32:02
Document Index: 123696081

Matched Legal Cases: ['§16', '§ 25', '§30', '§33', '§9', '§9']

www.frag-einen-anwalt.deAusländerrechtBlaue Karte - Niederlassungserlaubnis - An...
19.06.2019 20:05 |
Ich möchten mich beraten lassen, was ich tun könnte, um mich reibenlos einbürgern zu lassen.
- Ich lebe in Deutschland (Bayern) seit Ende 2011 (Insgesamt 7 Jahre und 9 Monate: davon 4,25 Jahre mit Aufenthaltserlabnis als Student (§16) und 3,5 Jahre danach als Flüchtlinge (§ 25 Abs.2.1 1. Alternative mit dem blauen Passersatz)).
- Ich habe schon 63 Zahlungen an der Rentenversicherung geleistet (aus ehemaligen befristeten Teilzeitarbeitsverhältnisse und ALG1).
- Ich besitze einen deutschen Masterabschluss.
- Das Deutsch-C1 Zertifikat habe ich auch erworben.
- Den Test „Leben in Deutschland" habe ich schon bestanden.
- Ich bin verheiratet seit 4,5 Jahren. Meine Frau lebt in Deutschland seit 3 Jahren (mit AE nach §30, B1 Zertifkat hat sie erworben). Wir haben ein Kind (2 Jahre alt), der in Deutschland geboren ist (AE nach §33 mit Passersatz für Ausländer).
- Letztendlich habe ich eine unbefristete Vollzeitstelle gefunden und den Arbeitsvertrag untergeschrieben.
Ein Anwalt sagte mir, dass die blaue Karte der beste und schnellste Weg sei. Laut ihm müsse ich eine blaue Karte sofort beantragen und beim Ende der Probezeit die Niederlassungserlabnis und die Anspruchseinbürgerung gleichzeitig beantragen. Ist das wirklich wahr? Wird die Miteinbürgerung meiner Ehegattin und meines minderjährigen Kindes möglich bzw. empfohlen?
Auf eine klare und eine eindeutige Antwort Ihrer Seite würde ich mich sehr freuen.
Ich nehme gerne zunächst die einfache, die letzte Frage vorweg und beantworte diese.
Eine mit Einbürgerung ist auf jeden Fall möglich und sinnvoll.
Ich kann das so nach meiner Erfahrung nicht bestätigen, das es unbedingt die Blaue Karte EU sein muss und vor allem auch nicht die gleichzeitige Beantragung und den Erhalt der Niederlassungserlaubnis samt Einbürgerung und deren Beantragung und Erteilung des Einbürgerungsbescheid. Im Einzelnen:
Die Blaue Karte EU bietet keinen ersichtlichen Vorteil hier.
Sicher ist bei der Blauen Karte EU nur 33 Monate Rentenversicherung zu erfüllen und keine Fünfjahresfrist Aufenthaltserlaubnis einzuhalten wie bei der Niederlassungserlaubnis, um im Anschluss an die Blaue Karte EU eine Niederlassungserlaubnis zu bekommen. Aber anhand Ihrer Daten habe ich jedenfalls Zweifel, ob schon die Blaue Karte EU samt danach erfolgender Niederlassungserlaubnis beantragt werden kann.
Das erscheint schon möglich, müsste aber genau und vor allem gesondert geprüft werden.
Denn es muss sich um ein bestimmtes Arbeitsverhältnis mit einem entsprechenden Gehalt in einer gewissen Höhe handeln um um eine seiner beruflichen Ausbildung/Qualifikation angemessenen Beschäftigung.
Erst wenn man die Blaue Karte EU oder eine Niederlassungserlaubnis erworben hat, kann man die Einbürgerung beantragen und nicht zugleich.
Nachfrage vom Fragesteller	20.06.2019 | 00:32
Ich erfülle die Voraussetzungen für sowohl die Blaue Karte (Ingenieur; Jährliche Bruttogehalt > 40000) als auch die §9 Niederlassungserlaubnis (60 Monate Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung habe ich schon erreicht).
Habe ich Ihre Antwort richtig verstanden, dass meine vorherige 63 Beiträge zur Rentenversicherung im Fall der Blaue Karte nicht berücksichtigt werden können?
Das bedeutet dass die direkte Beantragung der Niederlassungserlaubnis nach §9 das beste für mich wäre.
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.06.2019 | 08:06
In Ordnung, dann sollte das klappen. Die von Ihnen gezahlten 63 Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung sind auf jeden Fall auch für die Blaue Karte EU verwendbar.
Dann ist diese auch eher zu bekommen, da Sie ja noch nicht ganz fünf Jahre die Aufenthaltserlaubnis haben.
Wenn Sie die Blaue Karte EU haben, können Sie auch die Einbürgerung direkt beantragen. Beides zusammen zu beantragen, gingen zwar, aber solange die Blaue Karte EU nicht vorliegt, wird man das Einbürgerungsverfahren aussetzen müssen.
Deswegen ist beides grundsätzlich nacheinander zu beantragen, siehe oben.