Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=LSG%20Baden-W%C3%BCrttemberg&Datum=22.11.2007&Aktenzeichen=L%207%20SO%205078/06
Timestamp: 2019-07-23 04:05:44
Document Index: 278005564

Matched Legal Cases: ['§ 107', '§ 113', '§ 107', '§ 111', '§ 111', 'EuG', '§ 113', '§ 111', '§ 110', '§ 110', '§ 110', '§ 110', '§ 107']

LSG Baden-Württemberg, 22.11.2007 - L 7 SO 5078/06 - dejure.org
https://dejure.org/2007,9019
LSG Baden-Württemberg, 22.11.2007 - L 7 SO 5078/06 (https://dejure.org/2007,9019)
LSG Baden-Württemberg, Entscheidung vom 22.11.2007 - L 7 SO 5078/06 (https://dejure.org/2007,9019)
LSG Baden-Württemberg, Entscheidung vom 22. November 2007 - L 7 SO 5078/06 (https://dejure.org/2007,9019)
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Sozialhilfe - Verjährung von Kostenerstattungsansprüchen nach § 107 BSHG - kein Anspruch auf Erstattung des nicht verjährten Kostenanteils unterhalb der Bagatellgrenze - sozialrechtliches Verwaltungsverfahren - analoge Anwendung von § 113 Abs 1 SGB 10
Verteilung der Kostenerstattung bei Umzug zu Lasten des Trägers der Sozialhilfe des bisherigen Aufenthaltsortes; Regelung zur Verjährung von Kostenerstattungsansprüchen; Ermittlung der Bagatellgrenze
Kostenerstattung nach § 107 BSHG , Anwendung der Bagatellgrenze des § 111 Abs. 2 BSHG
Nach überwiegender Auffassung ist in den Fällen, in denen eine Entscheidung des erstattungspflichtigen Trägers über die Leistungspflicht nicht vorliegt und auch nicht in Betracht kommt, § 111 Satz 1 SGB X analog anzuwenden; der die Verjährungsfrist auslösende Umstand wird in der Entstehung des Erstattungsanspruches gesehen (…OVG Saarlouis Urt. v. 23.05.2012, EuG 2012, 423; LSG BW Urt. v. 28.09.2011 - L 5 KR 2152/10 - VGH München Urt. v. 03.12.2009 - 12 BV 08.2147 - OVG Bautzen Urt. v. 10.12.2007 - 4 B 160/04 - LSG BW Urt. v. 22.11.2007 - L 7 SO 5078/06 - OVG Lüneburg Urt. v. 23.01.2003, FEVS 54, 564 und v. 10.4.2002, FEVS 54, 64).
Diese Regelungslücke, die offensichtlich vom Gesetzgeber nicht gewollt war, ist durch analoge Anwendung des § 113 Abs. 1 Satz SGB X zu schließen (s. dazu LSG Baden-Württemberg Urteil vom 22.11.2007 - L 7 SO 5078/06 - m. w. N.; OVG Lüneburg Urteil vom 23. Januar 2003 - 12 LC 527/02 - jeweils zitiert nach juris).
Auch stellt die Regelung des § 111 Abs. 2 BSHG nach ihrem Wortlaut auf die vom Sozialhilfeträger (tatsächlich) aufgewendeten Kosten, nicht auf die (rechtlich) durchsetzbaren oder tatsächlich geltend gemachten Aufwendungen ab (…BSG, a.a.O. Rdnr. 12;… zustimmend Böttiger, a.a.O. Rdnr. 24, 31;… Klinge, a.a.O. Rdnr. 12;… ähnlich Schiefer in Oestreicher, § 110 SGB XII Rdnr. 21: tatsächlich aufgewendeten Kosten abzüglich Leistungen Dritter, Selbstbeteiligung und sonstiger Ersatzleistungen, die im Erstattungszeitraum tatsächlich befriedigt werden;… unklar Steimer in Mergler/Zink, Handbuch der Grundsicherung und Sozialhilfe, § 110 SGB XII Rdnr. 29 und Schoch in LPK-SGB XII, 9. Aufl. 2012, § 110 Rdnr. 9, der das Urteil des BSG vom 24. März 2009 falsch zitiert; überholt Rabe in Fichtner/Wenzel, SGB XII, 4. Aufl. 2009, § 110 Rdnr. 6 unter Berufung auf das vom BSG mit der zitierten Entscheidung aufgehobene Senatsurteil vom 22. November 2007 - L 7 SO 5078/06 - juris).
vgl. zu den Grundsätzen des intertemporalen Verwaltungsrechts und zum vergleichbaren Fall des Wegfalls des § 107 BSHG ohne Erlass von Überleitungsvorschriften: OVG NRW, Beschluss vom 23. November 2006 - 16 A 947/02 -, Juris; Beschluss vom 31. Oktober 2006 - 16 A 5085/04 -, Juris; Urteil vom 8. März 2001 - 16 A 1909/00 -, FEVS 53, 185; LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 22. November 2007 - L 7 SO 5078/06 -, Juris; LSG Bremen, Urteil vom 22. März 2007 - L 8 SO 38/06 -, FEVS 58, 549; im Übrigen: Kopp, Grundsätze des intertemporalen Verwaltungsrechts in: Die Sozialgerichtsbarkeit 1993, 593 ff.