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Timestamp: 2018-09-19 15:33:42
Document Index: 56964799

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 156', 'Art. 135', 'Art. 159', 'Art. 135', 'BGE']

U 5/03 08.10.2003
U 5/03
Bundesrichter Borella, Meyer und Lustenberger; Gerichtsschreiberin Riedi Hunold
betreffend J.________
Die 1972 geborene J.________ war als "Mitarbeiterin Prüfstelle" bei der X.________ AG bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folge von Unfällen versichert. Am 20. August 2001 liess sie sich operativ einen Weisheitszahn (Nr. 38, d.h. unten links) entfernen. Als sie am 12. September 2001 erstmals versuchte, auf der linken Seite ein Stück Brot zu beissen, zog sie sich einen Bruch des Kiefers zu (Bagatellunfallmeldung vom 18. September 2001). Die vom Spital Y.________, Klinik für Mund-, Kiefer-, Gesichts- und Oral-Chirurgie diagnostizierte Grünholzfraktur liess sich durch konservative Therapie (weiche Kost [Kauverbot] bei antibiotischer Abschirmung und speziellen Mundspülungen) versorgen, sodass die Behandlung in der Klinik am 22. Oktober 2001 abgeschlossen werden konnte (Bericht vom 15. November 2001).
Am 21. Januar 2002 teilte die SUVA J.________ mit, in ihrem Fall sei keine der leistungsbegründenden Voraussetzungen erfüllt. In diesem Sinne verfügte die SUVA am 30. Januar 2002 und hielt daran auch auf Einsprache des Krankenversicherers von J.________, der CSS Versicherung (CSS), hin mit Einspracheentscheid vom 20. Februar 2002 fest.
Die von der CSS hiegegen erhobene Beschwerde hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Zug mit Entscheid vom 14. November 2002 gut und verpflichtete die SUVA im Grundsatz zu Leistungen für die unfallähnliche Körperschädigung.
Die SUVA führt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Antrag, der kantonale Entscheid sei aufzuheben. Vorinstanz und CSS Versicherung schliessen auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) beantragt Rückweisung der Sache zur weiteren Sachverhaltsabklärung. J.________ verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Angewendet auf den hier zu beurteilenden Sachverhalt ergibt sich ohne weiteres die Begründetheit des Standpunktes der Beschwerde führenden SUVA: Beim fraglichen Kauvorgang, welcher zur Fraktur des Kiefers geführt hat, war überhaupt kein äusserer Faktor beteiligt. Das Kauen der Nahrung und der dafür erforderliche Kraftaufwand ist ein innerkörperliches Geschehen, das nicht in den Bereich der unfallähnlichen Körperschädigung fällt. Anders wäre es zu halten, wenn die Versicherte auf einen harten Gegenstand gebissen hätte. Diesfalls könnte sich, bei Verneinung der Ungewöhnlichkeit und damit des Unfallbegriffs, die Frage einer unfallähnlichen Körperschädigung stellen. Das ist hier nicht der Fall.
4.1 Streitigkeiten zwischen Versicherungsträgern über Leistungen aus Unfallfolgen für einen gemeinsamen Versicherten sind kostenpflichtig (BGE 126 V 192 Erw. 6 mit Hinweisen). Die CSS Versicherung hat deshalb als unterliegende Partei die Gerichtskosten zu tragen (Art. 156 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 135 OG).
4.2 Nach Art. 159 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 135 OG darf im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde obsiegenden Behörden oder mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen werden. In Anwendung dieser Bestimmung hat das Eidgenössische Versicherungsgericht der SUVA und den privaten UVG-Versicherern sowie - von Sonderfällen abgesehen - den Krankenkassen keine Parteientschädigungen zugesprochen, weil sie als Organisationen mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben zu qualifizieren sind (BGE 123 V 309 Erw. 10 mit Hinweisen).
In Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird der Entscheid des Verwaltungsgericht des Kantons Zug vom 14. November 2002 aufgehoben.
Die Gerichtskosten von Fr. 3000.- werden der CSS Versicherung auferlegt.
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 6000.- wird der SUVA zurückerstattet.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Zug, dem Bundesamt für Sozialversicherung und J.________ zugestellt.