Source: https://www.jurion.de/urteile/bgh/2009-03-10/xi-zr-33_08/
Timestamp: 2019-06-16 03:46:03
Document Index: 179237818

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 355', 'BGH', 'BGH', '§ 492', '§ 355', '§ 355', '§ 355', 'BGH', '§ 7']

BGH, 10.03.2009 - XI ZR 33/08 - Verstoß einer Widerrufsbelehrung gegen das Deutlichkeitsgebot; Folgen eines Widerrufs der auf den Abschluss eines Darlehensvertrags gerichteten Vertragserklärung bei wirtschaftlicher Einheit von Verbraucherdarlehensvertrag und finanziertem Geschäft; Rückerstattung bei nicht vollständig fremdfinanzierten verbundenen Geschäften
Urt. v. 10.03.2009, Az.: XI ZR 33/08
Referenz: JurionRS 2009, 13285
Aktenzeichen: XI ZR 33/08
LG Karlsruhe - 13.10.2006 - AZ: 5 O 277/06
OLG Karlsruhe - 28.12.2007 - AZ: 17 U 397/06
§ 355 Abs. 2 S. 1, 3 BGB
BGHZ 180, 123 - 134
BB 2009, 1549-1551
BGHReport 2009, 736-738
BKR 2009, 283-286
EWiR 2009, 371
GWR 2009, 150
JurBüro 2009, 501
JZ 2009, 1114-1117
Kreditwesen 2009, 885-886
MDR 2009, 820-822
NJW 2009, 3572-3574
NZM 2009, 918-920
RÜ 2009, 412-415
VuR 2009, 261-262
WM 2009, 932-935 (Volltext mit amtl. LS)
WuB 2009, 807
ZAP EN-Nr. 380/2009
ZBB 2009, 228
ZfIR 2009, 507-510
ZGS 2009, 333-336
ZIP 2009, 952-955
Deren Lauf hängt bei einem Vertrag, der wie der streitgegenständliche Verbraucherdarlehensvertrag schriftlich abzuschließen ist ( § 492 BGB), davon ab, dass dem Verbraucher über die Widerrufsbelehrung hinaus ( § 355 Abs. 2 Satz 1 BGB) auch eine Vertragsurkunde oder sein eigener schriftlicher Antrag im Original bzw. in Abschrift zur Verfügung gestellt wird ( § 355 Abs. 2 Satz 3 BGB). Der Widerrufsbelehrung muss bei Schriftform des Vertrags also eindeutig zu entnehmen sein, dass der Lauf der Widerrufsfrist zusätzlich zu dem Empfang der Widerrufsbelehrung voraussetzt, dass der Verbraucher im Besitz einer seine eigene Vertragserklärung enthaltenden Urkunde ist. § 355 Abs. 2 Satz 3 BGB trägt insofern dem mit der Belehrung verfolgten Ziel Rechnung, dem Verbraucher sein Widerrufsrecht klar und deutlich vor Augen zu führen. Nur wenn der Verbraucher eine Vertragserklärung bereits abgegeben hat oder zumindest zeitgleich mit der Belehrung abgibt, wenn sich also die Belehrung auf eine konkrete Vertragserklärung des Verbrauchers bezieht, kann er die ihm eingeräumte Überlegungsfrist sachgerecht wahrnehmen ( BGH, Urteil vom 4. Juli 2002 - I ZR 55/00, WM 2002, 1989, 1992; vgl. auch zu § 7 VerbrKrGSenatsurteil vom 13. Januar 2009 - XI ZR 118/08, WM 2009, 350, 351, Tz. 18).
Verkündet am: 10. März 2009