Source: https://www.socialnet.de/rezensionen/25344.php
Timestamp: 2019-11-17 08:41:01
Document Index: 241723556

Matched Legal Cases: ['§\u202f1568', '§\u202f1631', '§\u202f1741', '§\u202f1680', '§\u202f1686', '§\u202f1686', '§\u202f8', '§\u202f72', '§\u202f6', '§\u202f1', '§\u202f2', '§\u202f3']

Das vorliegende Buch ist ein Lehrbuch. Es richtet sich an Studierende der Sozialen Arbeit und behandelt die verfahrens- und materiellrechtlichen Regelungen der Bereiche Ehe und Lebenspartnerschaft, Scheidung und Scheidungsfolgen, Sorge- und Umgangsrecht sowie Unterhalt, Güterrecht und Gewaltschutz.
Die Autorin Sabahat Gürbüz lehrt als Vertretungsprofessorin u.a. Familienrecht an der Frankfurt University of Applied Sciences am Fachbereich für Soziale Arbeit und Gesundheit.
Das Lehrbuch ist in 15 Kapitel unterteilt. Eingangs findet sich ein Abkürzungsverzeichnis, ausgangs gibt es ein Glossar, ein Literaturverzeichnis und ein Sachverzeichnis.
1. Grundlagen des Familienrechts: Unter dieser Rubrik finden sich Hinweise zur Abgrenzung zwischen öffentlichem und privatem Recht (1.1 Allgemeines). Sodann wird ein Überblick über das Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG) und dessen Aufgaben gegeben (1.2 Verfahrensrecht). Zuletzt gibt die Autorin einen Überblick über die wesentlichen familienrechtlichen Regelungsbereiche des BGB (1.3 Materielles Recht).
Verlöbnis: Die Verfasserin behandelt Begriff, Rechtsnatur, Wirkungen des Verlöbnisses sowie seine Beendigung.
Ehe: Eingangs wird die Erstreckung der Ehe auf homosexuelle Partnerschaften dokumentiert. Die Anforderungen an eine Eheschließung werden kurz skizziert, ebenso die Ehewirkungen (z.B. Ehename, „Schlüsselgewalt“).
3. Trennung und Scheidung: Die Verfasserin thematisiert in diesem Bereich im Grundsatz knapp das Zerrüttungsprinzip (3.1). Ausgehend davon systematisiert sie verschiedene Fallgruppen einer Scheidung und erläutert die dahinter stehenden Konstellationen (3.2). Zuletzt befasst sie sich mit den Schutzklauseln des § 1568 BGB, die eine Scheidung trotz Vorliegens der Scheidungsvoraussetzungen verhindern können.
4. Aufhebung einer Ehe: In diesem Abschnitt werden Aufhebungstatbestände genannt sowie auf die für die Rechtsfolgen einer Aufhebung einschlägigen Normen verwiesen.
5. Sonderthema 1: Die Lebenspartnerschaft In diesem Kapitel gibt die Verfasserin einen Abriss über den gesellschaftlichen Wandel und deren Auswirkungen bei der Behandlung homosexueller Verbindungen.
6. Sonderthema 2: Scheidung und Trennung von Ehen mit internationalem Beug (RomIII-Verordnung) Gegenstand dieses Kapitels sind Sachverhalte mit Auslandsbezug. Hier finden sich zum einen Hinweise zum anwendbaren Recht, sodann ein Überblick über das türkische Scheidungsrecht.
7. Unterhaltsrecht: Die verschiedenen unterhaltsrechtlichen Konstellationen werden in diesem Abschnitt behandelt, beginnend mit Kindesunterhalt, über den Unterhalt bei Getrenntleben oder Scheidung sowie den Unterhalt unverheirateter Eltern bis hin zum Elternunterhalt. Mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung greift die Verfasserin praxisrelevante Fragestellungen auf, beim Minderjährigenunterhalt etwa die Düsseldorfer Tabelle, die Grundlagen der Unterhaltsberechnung sowie Sonderkonstellationen wie z.B. das Wechselmodell. Beim Volljährigenunterhalt finden sich u.A. Berechnungsbeispiele und problematische Ausbildungswege. Beim Ehegattenunterhalt werden schwerpunktmäßig die Erwerbsobliegenheit, Rangfragen, das Prinzip der Eigenverantwortung sowie der Unterhaltsbedarf aufgegriffen.
8. Scheidungsfolgen: Aus dem Scheidungsfolgenrecht wird sowohl das Güterrecht (Zugewinnausgleich) als auch der Versorgungsausgleich thematisiert.
9. Sorgerecht: Beginnend mit Überlegungen zur gerichtlichen Zuständigkeit (9.1), wird zunächst die sorgerechtliche Berechtigung der Eltern (9.2) sowie der Umfang der Sorge dargelegt (9.3). Auf dieser Basis fokussiert die Verfasserin die Situation getrennter Eltern und nennt verschiedene sorgerechtliche Konstellationen inklusive der möglichen gerichtlichen Entscheidungsmöglichkeiten. Eigens aufgegriffen (und kritisch beleuchtet) wird der Aspekt des Kindeswohles und seine Ausprägung im Streit der Eltern um die Sorge. Weiter werden das kleine Sorgerecht des Stiefelternteils (9.5) und mögliche Rechtshandlungen bzw. Entscheidungen des Familiengerichts (9.6) angesprochen.
Als Sonderthemen werden folgende weitere Aspekte behandelt (9.7):
Das Sorgerecht unverheirateter Eltern.
Die Beschneidung des männlichen Kindes (§ 1631d BGB).
Die nächtliche Fixierung des Kindes.
Abbruch der künstlichen Ernährung eines Kindes.
Das geltende Vaterschaftsanfechtungsrecht.
Auskunftsanspruch des Scheinvaters gegen die Mutter.
Die Adoption (§§ 1741–1766 BGB).
Zuletzt wird das Ruhen der elterlichen Sorge (9.8) aufgegriffen mit einem Schwerpunkt auf dem Prozedere bei der vertraulichen Geburt.
10. Tod eines Elternteils oder Entziehung des Sorgerechts (§ 1680 BGB).
11. Umgang: In diesem Kapitel wird das Umgangsrecht des Kindes sowie sonstiger Bezugspersonen dargestellt, die Möglichkeit des Umgangsausschlusses sowie die Einrichtung einer Umgangspflegschaft. Zuletzt behandelt die Verfasserin das Umgangsrecht des biologischen Vaters (§ 1686a BGB).
12. Auskunftsanspruch über die persönlichen Verhältnisse des Kindes (§ 1686 BGB).
13. Kindschaftsrecht: In diesem Kapitel werden zum einen Rechtsgrundlagen im Kindschaftsrecht, etwa die UN-Kinderrechtskonvention oder die Verfassung sowie die Kinder- und Jugendhilfe aufgelistet (13.1). Sodann wird schwerpunktmäßig das Kinder- und Jugendhilferecht nach dem SGB VIII aufgegriffen (13.2). Eingangs beleuchtet die Verfasserin das Verhältnis zwischen Jugendamt und Familiengericht und widmet sich nach einem Überblick über das Leistungsspektrum der Kinder- und Jugendhilfe sodann den Beratungs- und Unterstützungsleistungen bei Trennung und Scheidung der Eltern.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Schutz des Kindes. Eingehend dargestellt werden der Schutzauftrag und das anschließende Verfahren des Jugendamtes (§ 8a SGV III) sowie die Rolle sonstiger Stellen im Rahmen des Kindesschutzes nach dem Kinderschutzgesetz.
Als Sonderthema werden rechtliche Fragen, die sich bei minderjährigen Flüchtlingen stellen, aufgegriffen (13.3). Zuletzt wird auf das Fachkräftegebot der § 72 SGB VIII, § 6 SGB XII hingewiesen (13.4).
14. Grundzüge des Gewaltschutzes: In diesem Abschnitt behandelt die Verfasserin u.A. die Schutzmaßnahmen nach § 1 GewSchG, die Wohnungszuweisung nach § 2 GewSchG und den persönlichen Anwendungsbereich des § 3 GewSchG.
15. Fälle zu den Kapiteln und Musterlösungen: Im letzten Kapitel werden sieben Fälle, die Gerichtsentscheidungen nachgebildet sind, mit Sachverhalt und Lösungshinweisen besprochen.
Das Buch behandelt die verfahrens- und materiellrechtlichen Regelungen der Bereiche Ehe und Lebenspartnerschaft, Scheidung und Scheidungsfolgen, Sorge- und Umgangsrecht sowie Unterhalt, Güterrecht und Gewaltschutz.
Annegret Lorenz. Rezension vom 20.05.2019 zu: Sabahat Gürbüz: Familien- und Kindschaftsrecht für die Soziale Arbeit. UTB (Stuttgart) 2018. ISBN 978-3-8252-4949-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/25344.php, Datum des Zugriffs 17.11.2019.