Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2062,%20208
Timestamp: 2020-04-02 15:38:40
Document Index: 357822758

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 315', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 10', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 649', 'BGH', '§ 649', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 07.03.1974 - VII ZR 35/73 - dejure.org
BGH, 07.03.1974 - VII ZR 35/73
https://dejure.org/1974,135
BGH, 07.03.1974 - VII ZR 35/73 (https://dejure.org/1974,135)
BGH, Entscheidung vom 07.03.1974 - VII ZR 35/73 (https://dejure.org/1974,135)
BGH, Entscheidung vom 07. März 1974 - VII ZR 35/73 (https://dejure.org/1974,135)
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Einvernehmliche Aufhebung eines Vertrages in Abgrenzung zur einseitigen Kündigung - Anspruch eines Architekten auf Vergütung für nicht erbrachte Leistungen trotz der vereinbarten Beendigung des Architektenvertrags - Kündigungsrecht nur aus wichtigem Grund - ...
Honorar bei einvernehmlicher Vertragsbeendigung
Anspruch auf Honorar für nicht erbrachte Leistungen bei einvernehmlicher Vertragsaufhebung?
BGHZ 62, 208
NJW 1974, 945
MDR 1974, 661
DB 1974, 870
BauR 1974, 213
Ohne wichtigen Grund könne er von ihr nicht nachträglich zu seinem Vorteil abgehen, weil er sich anderenfalls in Widerspruch setzen würde zu seiner der Schlußrechnung zu entnehmenden Erklärung, daß er mit ihr seine Leistungen abschließend berechnet habe (Senat…, Urteil vom 6. Mai 1985 aaO.; Senat, Urteil vom 7. März 1974 aaO.).
Bereits unter der vor Inkrafttreten der HOAI geltenden GOA hat es der Senat abgelehnt, in der Schlußrechnung eine Bestimmung der vom Auftraggeber geschuldeten Gegenleistung im Sinne der §§ 315, 316 BGB zu sehen (Senat, Urteil vom 7. März 1974 - VII ZR 35/73 = BGHZ 62, 208, 210 f).
cc) In Ermangelung besonderer Anhaltspunkte liegt in der Erteilung einer Schlußrechnung auf der Grundlage der HOAI ebenso wie unter der Geltung der GOA (vgl. Senat, Urteil vom 7. März 1974 - VII ZR 35/73 = BGHZ 62, 208, 211) kein Verzicht des Architekten auf eine ihm zustehende höhere Vergütung.
Den Ausführungen des Berufungsgerichts kann unter den Umständen des vorliegenden Falles im Ergebnis jedenfalls deshalb zugestimmt werden, weil der Beklagte aufgrund der längeren Übung der Parteien, jeweils im Herbst umfassend über die Tätigkeit des Klägers im Vorjahr abzurechnen, darauf vertrauen konnte, daß der Kläger keine weiteren Ansprüche für Tätigkeiten im Jahr 1983 nachschieben werde (vgl. dazu auch BGHZ 62, 208, 210 f.; BGH Urteil vom 13. Oktober 1977 - VII ZR 262/75 - NJW 1978, 319 [BGH 13.10.1977 - VII ZR 262/75]).
Daß der Architekt nach Treu und Glauben an seine Schlußrechnung, die er in Kenntnis der für die Berechnung seiner Vergütung maßgeblichen Umstände erteilt hat, grundsätzlich gebunden ist, gilt auch für den Geltungsbereich der HOAI (im Anschluß an BGHZ 62, 208, 211 [BGH 07.03.1974 - VII ZR 35/73]; BGH NJW 1978, 319 [BGH 13.10.1977 - VII ZR 262/75]).
Ohne wichtigen Grund kann er von ihr nicht nachträglich zu seinem Vorteil abgehen, weil er sich anderenfalls in Widerspruch setzen würde zu seiner der Schlußrechnung zu entnehmenden Erklärung, daß er mit ihr seine Leistungen abschließend berechnet habe (BGHZ 62, 208, 211 [BGH 07.03.1974 - VII ZR 35/73]; NJW 1978, 319 [BGH 13.10.1977 - VII ZR 262/75]).
Die von der Revisionserwiderung angeführte Rechtsprechung, wonach der Architekt an den nach vorzeitiger Beendigung des Vertrages mit der Schlußrechnung geforderten Betrag gebunden bleibt, betrifft den vertraglichen Honoraranspruch (vgl. BGHZ 62, 208 ff).
BGH, 18.12.1975 - VII ZR 75/75
Architektenvertrag: Nachschieben von Kündigungsgründen bei einverständlicher …
Auch nach einvernehmlicher Beendigung des Architektenvertrags kann der Auftraggeber einen wichtigen Kündigungsgrund "nachschieben" mit der Rechtsfolge, daß dem Architekten kein Honorar für nichterbrachte Leistungen zusteht (im Anschluß an BGHZ 62, 208).
Der Senat hat den klagabweisenden Teil dieses Urteils durch Urteil vom 7. März 1974 - VII ZR 35/73 = BGHZ 62, 208 mit der Begründung aufgehoben, es sei nicht ohne weiteres anzunehmen, daß der Kläger lediglich deshalb, weil er sich mit der Beendigung des Vertragsverhältnisses einverstanden erklärt hatte damit auch einen etwaigen Honoraranspruch für nicht erbrachte Leistungen aufgegeben habe.
Wie der Senat bereits im ersten Revisionsurteil (BGHZ 62, 208, 209 f) ausgeführt hat, zeigt die Regelung in § 10 der "Allgemeinen Vertragsbestimmungen zum Architektenvertrag", daß es für die Entscheidung, ob der Architekt die volle Gebühr abzüglich ersparter Aufwendungen oder nur den auf die erbrachten Leistungen entfallenden Teil der Gebühr zu beanspruchen hat, im Falle der Beendigung des Vertrags durch Kündigung nicht darauf ankommt, wer die Kündigung ausgesprochen, sondern darauf, wer den Kündigungsgrund zu vertreten hat.
Auch das hat der Senat bereits in BGHZ 62, 208 ausgesprochen.
Allerdings hat der Senat in ständiger Rechtsprechung angenommen, daß der Architekt nach Treu und Glauben an seine Schlußrechnung, die er in Kenntnis der für die Berechnung seiner Vorprüfung maßgeblichen Umstände erteilt hat, grundsätzlich gebunden ist, also in diesem Umfang keine Nachforderungen stellen kann (BGHZ 62, 208, 211; NJW 1978, 319 [BGH 13.10.1977 - VII ZR 262/75]; Urteil vom 6. Mai 1985 - VII ZR 320/84 = BauR 1985, 582 = ZfBR 1985, 222).
Ebenso ist nach § 649 Satz 2 BGB abzurechnen, wenn für keine der beiden Seiten Anlass zur Kündigung aus wichtigem Grund bestand (vgl. BGH, Urteil vom 7. März 1974 - VII ZR 35/73 -, NJW 1974, S. 945, 946;… Peters/Jacoby, in: Staudinger, BGB, Neubearb. 2008, § 649 Rn. 68;… Werner, in: Werner/Pastor, Der Bauprozess, 13. Aufl. 2011, Rn. 1160).
Im Falle einer Kündigung kommt es nicht darauf an, wer den Vertrag gekündigt, sondern darauf, wer den Kündigungsgrund zu vertreten hat (vgl. BGH, Urteil vom 7. März 1974 - VII ZR 35/73 -, NJW 1974, S. 945, 946).
BGH, 13.10.1977 - VII ZR 262/75
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