Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%201975,%20559
Timestamp: 2020-01-18 16:47:07
Document Index: 347524205

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 826']

BGH, 05.03.1975 - VIII ZR 230/73 - dejure.org
https://dejure.org/1975,1211
BGH, 05.03.1975 - VIII ZR 230/73 (https://dejure.org/1975,1211)
BGH, Entscheidung vom 05.03.1975 - VIII ZR 230/73 (https://dejure.org/1975,1211)
BGH, Entscheidung vom 05. März 1975 - VIII ZR 230/73 (https://dejure.org/1975,1211)
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Einbau einer Heizungsanlage - Abtretung einer Kaufpreisforderung für Heizkessel und Brenner - Schadensersatz wegen Störungen an Heizanlagen - Verjährung von Ansprüchen
WM 1975, 559
Es hat auch zutreffend angenommen, dass es unter Umständen genügen kann, wenn sich der Schädiger der Kenntnis dieser Tatsachen bewusst verschlossen hat (vgl. BGHZ 129, 136, 175 ; 176, 281, 296; Senatsurteil vom 24. September 1991 - VI ZR 293/90 -VersR 1991, 1413, 1414; BGH, Urteil vom 5. März 1975 - VIII ZR 230/73 - WM 1975, 559; Urteil vom 28. Februar 1989 - XI ZR 70/88 - WM 1989, 1047, 1048 f.; vom 27. Januar 1994 - I ZR 326/91 - VersR 1994, 864).
Die Anschlussrevision rügt auch mit Erfolg, dass das Berufungsgericht in fehlerhafter Weise die subjektiven Voraussetzungen eines Sittenverstoßes mit den Voraussetzungen des Schädigungsvorsatzes vermengt und verkannt hat, dass Sittenwidrigkeit und Vorsatz getrennt festzustellen sind (vgl. Senatsurteile vom 12. Juli 1966 - VI ZR 1/65 - VersR 1966, 1034, 1036; vom 27. März 1984 - VI ZR 246/81 - WM 1984, 744, 745; BGH, Urteil vom 5. März 1975 - VIII ZR 230/73 - WM 1975, 559;… Soergel/Hönn, aaO, Rn. 51;… Spindler in Bamberger/Roth, aaO, Rn. 11).
Daß solche Beweggründe hier eine ausschlaggebende Rolle gespielt hätten, scheidet nach den Feststellungen des Berufungsgerichts ebenso aus wie der Vorwurf, die Beklagten hätten ihren Sanierungsversuch leichtfertig ohne genügende wirtschaftliche Grundlage eingeleitet (vgl. BGH, Urt. v. 5.3. 75 - VIII ZR 230/73, WM 1975, 559 zu III 2).
So kann sich aus der Art und Weise des sittenwidrigen Handelns die Schlussfolgerung ergeben, dass mit Schädigungsvorsatz gehandelt worden ist (vgl. BGH, Urteil vom 5. März 1975 - VIII ZR 230/73, WM 1975, 559, 560; Urteil vom 20. März 1995 - II ZR 205/94, BGHZ 129, 136, 177;… Urteil vom 6. Mai 2008 - XI ZR 56/07, BGHZ 176, 281 Rn. 46 sowie schon RGZ 90, 106, 109).
Es kann nach den Maßstäben eines redlichen Geschäftsverkehrs nicht hingenommen werden, daß jemand einen anderen dazu veranlaßt, wertvolle Vorleistungen zu erbringen, ohne eine auch nur einigermaßen hinreichende Sicherheit zu haben, die zur Bezahlung nötigen Mittel herbeischaffen zu können; dies gilt vor allem dann, wenn es sich - nach der Behauptung der Klägerin war es so - um ein angesehenes Unternehmen handelt, auf dessen Ruf der Geschäftspartner vertrauen durfte (BGH, Urt. v. 5. März 1975 - VIII ZR 230/73, WM 1975, 559, 560).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann ein besonders leichtfertiges - und damit sittenwidriges - Verhalten den Schluß rechtfertigen, daß der Schaden nicht nur grob fahrlässig, sondern mit bedingtem Vorsatz herbeigeführt worden ist; denn da es sich hierbei um innere Vorgänge handelt, läßt sich ein bedingter Vorsatz oft nur durch den Beweis erbringen, der Schädiger habe so leichtfertig gehandelt, daß er eine Schädigung des anderen in Kauf genommen haben müsse (BGH, Urt. v. 5. März 1975 - VIII ZR 230/73, WM 1975, 559, 560 m.w.N.;… Sen.Urt. v. 14. April 1986 - II ZR 123/85, WM 1986, 904, 906; vgl. auch OLG Hamburg, WM 1989, 1239, 1240 f.).
Für das Merkmal einer vorsätzlichen Schädigung genügt die Feststellung eines bedingten Vorsatzes, was lediglich voraussetzt, daß der Handelnde die Entstehung eines Schadens für möglich gehalten und in Kauf genommen hat (BGH, Urteile vom 5. März 1975 - VIII ZR 230/73, WM 1975, 559, 560 und vom 18. Februar 1986 - X ZR 95/85, NJW-RR 1986, 1150, 1151 m.w.Nachw.).
Ein grob leichtfertiges, gewissenloses Verhalten der Beklagten zu 2) und 3), das den Vorwurf der Sittenwidrigkeit rechtfertigt, liegt darin, dass sie sich in der nach dem Auftrag von MobilCom entstandenen euphorischen Stimmung mit ihrer Mitteilung bewusst über die Fakten hinwegsetzten, obwohl ihnen bekannt war, dass Anleger und potenzielle Anleger sich auf die Richtigkeit solcher Mitteilungen verlassen und dafür u.U. ihr Vermögen auf Spiel setzen (vgl. BGH WM 1975, 559).
Ein derartig leichtfertiges Verhalten rechtfertigt auch den Schluss, dass die Beklagten zu 2) und 3) damit eine Schädigung von Anlegern durch den Erwerb von Wertpapieren, die ihren Vorstellungen und Interessen nicht entsprachen (vgl. oben 6.) in Kauf genommen haben (BGH WM 1975, 559).
b) Aus den gleichen Gründen ist im vorliegenden Falle auch der zum Verschulden notwendige Vorsatz zu bejahen (vgl. BGH Urt. v. 5. März 1975 - VIII ZR 230/73, WM 1975, 559, 560).
Schon dies begründet die Verwerflichkeit seines Tuns (vgl. BGH NJW 1994, 2289, 2291 = ZIP 1994, 789, 792; BGH WM 1966, 1150, 1151; WM 1975, 559, 560).
Es ist anerkannt, daß der Nachweis bedingten Vorsatzes sich in den Fällen der vorliegenden Art oftmals nur durch den Schluß erbringen läßt, der Schädiger habe so leichtfertig gehandelt, daß er eine Schädigung des anderen Teils in Kauf genommen haben muß (vgl. BGH WM 1975, 559, 560;… WM 1986, 904, 906- Baumgärtel, Handbuch der Beweislast im Privatrecht, Band 1, 2. Aufl., § 826 Rdn. 6).