Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BAG_09_02_2011_7_AZR_221_10_Fuer_den_Beginn_der_Klagefrist_d-d4408631.html
Timestamp: 2016-12-03 14:34:38
Document Index: 127327569

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 17', '§ 4', '§ 85', '§ 92', '§ 21', '§ 21', '§ 4', '§ 92', '§ 21', '§ 4']

BundesarbeitsgerichtUrt. v. 09.02.2011, Az.: 7 AZR 221/10Gericht: BAGEntscheidungsform: UrteilDatum: 09.02.2011Referenz: JurionRS 2011, 17592Aktenzeichen: 7 AZR 221/10 Verfahrensgang:vorgehend:LAG Hamm - 10.12.2009 - AZ: 15 Sa 516/09ArbG Hamm - 12.02.2009 - AZ: 5 Ca 695/08Rechtsgrundlagen:§ 21 TzBfG§ 17 S. 1, 2 TzBfG§ 4 S. 1, 4 KSchG§ 85 SGB IX§ 92 SGB IXFundstellen:BAGE 137, 113 - 122ArbR 2011, 414ArbRB 2011, 230-231AuR 2011, 364AUR 2011, 364BB 2011, 2100DB 2011, 2155DB 2011, 7EBE/BAG 2011, 118-120EzA-SD 14/2011, 18FA 2011, 283MDR 2011, 1430NJW 2011, 8 "Bedingungskontrolle bei Kündigung eines Schwerbehinderten"NZA 2011, 854-857RdW 2011, 738-739ZTR 2011, 508-509Orientierungssatz:1. Die dreiwöchige Klagefrist der §§ 21, 17 Satz 1 TzBfG beginnt nicht, wenn der Arbeitgeber weiß, dass der Arbeitnehmer schwerbehindert ist, und dennoch keine Zustimmung des Integrationsamts vor der erstrebten Beendigung durch auflösende Bedingung einholt.2. §§ 21, 17 Satz 2 TzBfG enthalten eine Lücke, die diesen Fall nicht ausdrücklich regelt. Zum Schutz schwerbehinderter Menschen ist eine analoge Anwendung des § 4 Satz 4 KSchG geboten. Dieser Schutzzweck drückt sich in §§ 92, 85 SGB IX aus. Die Interessenlage ist in den Fällen der Kündigung und der auflösenden Bedingung des Arbeitsvertrags eines schwerbehinderten Menschen vergleichbar.Amtlicher Leitsatz:Die Klagefrist für die Bedingungskontrollklage nach §§ 21, 17 Satz 1 TzBfG beginnt nicht, wenn der Arbeitgeber weiß, dass der Arbeitnehmer schwerbehindert ist, und das Integrationsamt der erstrebten Beendigung durch auflösende Bedingung nicht zugestimmt hat. Das folgt aus einer Analogie zu § 4 Satz 4 KSchG.In SachenBeklagte, Berufungsbeklagte und Revisionsklägerin,pp.Kläger, Berufungskläger und Revisionsbeklagter,hat der Siebte Senat des Bundesarbeitsgerichts aufgrund der mündlichen Verhandlung vom 9. Februar 2011 durch den Vorsitzenden Richter am Bundesarbeitsgericht Linsenmaier, die Richterin am Bundesarbeitsgericht Gallner, den Richter am Bundesarbeitsgericht Dr. Kiel sowie die ehrenamtlichen Richter Coulin und Prof. Dr. Spie für Recht erkannt:Tenor:Die Revision der Beklagten gegen das Teilurteil des Landesarbeitsgerichts Hamm vom 10. Dezember 2009 - 15 Sa 516/09 - wird zurückgewiesen.Die Beklagte hat die Kosten der Revision zu tragen.Von Rechts wegen!