Source: http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=17.08.2012_2C_91/2012
Timestamp: 2013-05-24 18:28:26
Document Index: 353233750

Matched Legal Cases: ['Art. 127', 'Art. 82', 'Art. 73', 'Art. 127', 'Art. 86', 'BGE', 'Art. 100', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 95', 'Art. 95', 'BGE', 'Art. 106', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 127', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 105', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 127', 'BGE', 'BGE', 'Art. 127', 'BGE', 'Art. 127', 'Art. 3', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 7', 'BGE', 'BGE', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 9', 'Art. 15', 'Art. 16', 'Art. 9', 'Art. 127', 'Art. 7', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 7', 'Art. 9', 'Art. 72', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 65', 'Art. 68']

2C_91/2012
Beschwerdef�hrer, beide vertreten durch Penta Treuhand GmbH
Die Eheleute X.________ und Y.________ wohnen in A.________/LU und sind dort Eigent�mer von drei Grundst�cken. Im Februar 2005 konnte Y.________ von ihrem Vater ein Mehrfamilienhaus in B.________/VD erben, dessen Steuerwert sich auf 1,8 Millionen Franken bel�uft. Die Eigent�merin erzielte mit der Liegenschaft im Jahr 2006 einen Ertrag in H�he von Fr. 127'168.--. Ebenfalls im Jahr 2006 sanierte sie das Mehrfamilienhaus f�r Fr. 474'475.--, wovon f�r steuerliche Zwecke ein Betrag von Fr. 277'961.-- als werterhaltend anerkannt ist.
Mit Verf�gung vom 19. Juni 2008 veranlagten die Steuerbeh�rden des Kantons Waadt Y.________ f�r die Steuerperiode 2006 auf ein im Kanton Waadt steuerbares Einkommen und ein steuerbares Verm�gen von je null Franken. Dies beruhte auf folgender interkantonaler Steuerausscheidung:
Total Luzern Waadt
Ertrag aus unbeweglichem Verm�gen 129'906 2'738 127'168
Ertrag aus beweglichem Verm�gen 299 299 0
Unterhaltskosten unbewegliches Verm�gen - 278'874 - 913 - 277'961
Nettoeinkommen aus Verm�gen - 148'669 2'124 - 150'793
Prozente f�r die Schuldzinsenverlegung 100% 40,07% 59.93%
Schuldzinsenverlegung - 89'302 - 35'783 - 53'519
Eink�nfte aus unselbst. Erwerbst�tigkeit 161'221 161'221 0
Diverse Abz�ge - 1'600 - 1'600 0
�bernahme durch Hauptsteuerdomizil 0 - 204'312 204'312
Nettoeinkommen insgesamt - 78'350 - 78'350 0
Sozialabz�ge - 26'600 0 - 26'600
Steuerbares Einkommen 0 0 0
Satzbestimmendes Einkommen 0 0 0
Den im Kanton Waadt eingetretenen Gewinnungskosten- und den Gesamtschuldzinsen�berschuss wies der Kanton Waadt dem Hauptsteuerdomizil zu. Nachdem die gesamten Passiven h�her ausfielen als die Aktiven, ergab sich im Kanton Waadt ein steuerbares und ein satzbestimmendes Verm�gen von je null Franken.
Mit Verf�gung vom 19. August 2010 veranlagte das Steueramt A.________ die Eheleute X.________ und Y.________ (hienach: die Steuerpflichtigen) f�r die Staats- und Gemeindesteuern der Steuerperiode 2006. Die Veranlagungsverf�gung wies ein steuerbares Einkommen von Fr. 151'900.-- (zugleich satzbestimmend) und ein Verm�gen von null Franken aus. Anders als der Kanton Waadt liess das Steueramt A.________ den Gewinnungskosten�berschuss der Liegenschaftsunterhaltskosten nicht zu, sondern gew�hrte nur die Fixpauschale von einem Drittel des Bruttoertrags, ausmachend Fr. 43'301.--.
Gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern erheben die Steuerpflichtigen mit Eingabe vom 30. Januar 2012 Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit den Antr�gen, der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern vom 15. Dezember 2011 sei aufzuheben. Zur Vermeidung einer interkantonalen Doppelbesteuerung sei der am Spezialsteuerdomizil ermittelte Gewinnungskosten�berschuss vom Hauptsteuerdomizil zu �bernehmen. Der Kanton Luzern sei mangels (Verm�gens-)Ertr�gen in anderen Kantonen zur �bernahme der gesamten geltend gemachten Schuldzinsen zu verpflichten. Demzufolge seien die Beschwerdef�hrer f�r die Steuerperiode 2006 mit einem steuerbaren Einkommen von null Franken und einem steuerbaren Verm�gen von null Franken einzusch�tzen. Die Beschwerdef�hrer r�gen eine Verletzung von Art. 127 Abs. 2 und Abs. 3 BV.
Die Dienststelle Steuern des Kanton Luzern und das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern beantragen die Abweisung der Beschwerde, w�hrend die Eidgen�ssische Steuerverwaltung sowie die Steuerverwaltung des Kantons Waadt von einem Antrag absehen.
Die II. �ffentlich-rechtliche Abteilung des Bundesgerichts hat �ber die Beschwerde am 17. August 2012 �ffentlich beraten.
1.2 Angefochten ist ein letztinstanzlicher Endentscheid einer oberen kantonalen Gerichtsbeh�rde in einer Angelegenheit des �ffentlichen Rechts, der mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden kann (Art. 82 lit. a, 83, 86 Abs. 1 lit. d und Abs. 2, 90 BGG i.V.m. Art. 73 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 �ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG, SR 642.14]). Die allgemeinen Sachurteilsvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist grunds�tzlich einzutreten. Nicht einzutreten ist auf das Begehren, es sei auch die Verm�genssteuer festzusetzen. Die Verm�genssteuer bildete vor der Vorinstanz nicht mehr Streitgegenstand.
1.3.1 Auch auf dem Gebiet des Verbots der interkantonalen Doppelbesteuerung (Art. 127 Abs. 3 BV), dessen Verletzung die Beschwerdef�hrer r�gen, ist der Instanzenzug in einem Kanton vollst�ndig zu durchlaufen, ehe das Bundesgericht angerufen werden kann (Art. 86 Abs. 1 lit. d i.V.m. Abs. 2 BGG; Urteil 2C_785/2011 vom 1. M�rz 2012 E. 1.3). Trifft dies zu, kann zusammen mit dem noch nicht rechtskr�ftigen letztinstanzlichen Entscheid des einen Kantons auch die bereits rechtskr�ftige Veranlagungsverf�gung oder der bereits rechtskr�ftige Rechtsmittelentscheid eines weiteren Kantons bzw. mehrerer weiterer Kantone angefochten werden.
1.3.2 In Bezug auf den oder diese Verf�gungen und Entscheide aus einem oder mehreren anderen Kantonen besteht kein Erfordernis der Letztinstanzlichkeit (BGE 133 I 300 E. 2.4 S. 307 bzw. 308 E. 2.4 S. 313; Urteile 2C_918/2011 vom 12. April 2012 E. 1.4; 2C_518/2011 vom 1. Februar 2012 E. 1.2; 2C_397/2010 vom 6. Dezember 2010 E. 1.2, in: RDAF 2011 S. 127, StE 2011 A 24.21 Nr. 22). Die Beschwerdefrist bei Beschwerden wegen interkantonaler Kompetenzkonflikte beginnt sp�testens zu laufen, wenn in beiden (bzw. allen) Kantonen Entscheide getroffen worden sind, gegen welche beim Bundesgericht Beschwerde gef�hrt werden kann (Art. 100 Abs. 5 BGG).
1.3.3 Im vorliegenden Fall richtet sich die Beschwerde ausschliesslich gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern vom 15. Dezember 2011. Die rechtskr�ftige Veranlagungsverf�gung des Kantons Waadt vom 19. Juni 2008 wurde nicht angefochten, zumal sie ohnehin die steuerbaren Faktoren auf null Franken festsetzt. Damit w�ren die Steuerpflichtigen am Spezialsteuerdomizil gar nicht legitimiert gewesen, die Veranlagung anzufechten. Praxisgem�ss gilt im Steuerrecht, dass es der steuerpflichtigen Person an einem Feststellungs- oder einem andersartigen Rechtsschutzinteresse fehlt, soweit sich aufgrund der Verlustverrechnung unstreitig eine "Nullveranlagung" ergibt (dazu Urteile 2C_645/2011 vom 12. M�rz 2012 E. 3.4, in: RDAF 2012 II S. 266, StR 67/2012 S. 436, StE 2012 B 72.19 Nr. 15; 2C_375/2010 vom 22. M�rz 2011 E. 2, in: RDAF 2011 II S. 494; 2C_292/2009 vom 26. M�rz 2010 E. 1.3, in: StR 65/2010 S. 683). Hingegen weist die der Veranlagung beigelegte Steuerausscheidung des Kantons am Spezialsteuerdomizil dem Hauptsteuerdomizil je einen Gewinnungskosten- und einen Gesamtschuldzinsen�berschuss zur �bernahme zu. Das Bundesgericht pr�ft in Doppelbesteuerungssachen nicht von Amtes wegen, ob eine von der beschwerdef�hrenden Partei unangefochten gebliebene konkurrierende Veranlagungsverf�gung das Verbot der Doppelbesteuerung verletzt (Urteile 2P.22/2007 vom 10. M�rz 2008 E. 1.4; 2P.5/2002 vom 30. Juni 2004 E. 1.2, nicht publ. in BGE 130 I 205; BGE 111 Ia 44 E. 1b S. 46; 93 I 241 E. 1 S. 241; vgl. aber Urteil 2C_230/2008 vom 27. August 2008 E. 1.2, in: StR 64/2009 S. 302). Im vorliegenden Fall kann eine Mitanfechtung der Waadtl�nder Veranlagung nicht - auch nicht sinngem�ss - unterstellt werden (Urteil 2C_199/2011 vom 14. November 2011 E. 1.2). Die Beschwerde w�re daher, k�nnte sie gegen�ber dem Kanton Luzern nicht gutgeheissen werden, abzuweisen (BGE 93 I 241 E. 1 S. 241; 69 I 74 E. 1 S. 77).
Es fragt sich ganz grunds�tzlich, ob die vorliegende Rechtsfrage �berhaupt den Sachbereich des Verbots der interkantonalen Doppelbesteuerung beschl�gt. Darauf ist zur�ckzukommen (E. 2).
1.4 Mit der Beschwerde kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 und 96 BGG geltend gemacht werden. Zum Bundesrecht im Sinne von Art. 95 lit. a BGG z�hlt auch das Verfassungsrecht des Bundes (BGE 136 II 5 E. 1.4 S. 9), so namentlich das Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist folglich weder an die in der Beschwerde vorgebrachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann die Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen, und es kann eine Beschwerde mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen. Trotz der Rechtsanwendung von Amtes wegen pr�ft es, unter Ber�cksichtigung der allgemeinen Begr�ndungspflicht der Beschwerde (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), an sich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 135 II 384 E. 2.2.1 S. 389; 134 III 102 E. 1.1 S. 104; 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254). Fragen des Bundesrechts untersucht das Bundesgericht mit freier Kognition (betreffend Art. 127 Abs. 3 BV die Urteile 2C_92/2012 vom 17. August 2012 E. 1.4; 2C_199/2011 vom 14. November 2011 E. 1.3; 2C_518/2010 vom 9. Februar 2011 E. 2.4).
Die Anwendung des harmonisierten kantonalen Steuerrechts pr�ft das Bundesgericht demnach mit freier Kognition, ebenso, wie es dies im Fall von Bundesrecht t�te. In den Bereichen, in welchen das Steuerharmonisierungsgesetz den Kantonen einen gewissen Gestaltungsspielraum ("une certaine marge de manoeuvre") bel�sst, beschr�nkt sich die Kognition des Bundesgerichts auf Willk�r. Wiederum mit freier Kognition zu untersuchen ist hingegen, ob die kantonale L�sung, die einen kantonalen Freiraum betrifft, die Anwendung des StHG weder in seiner horizontalen noch vertikalen Harmonisierungsfunktion beeintr�chtigt (Urteil 2C_705/2011 vom 26. April 2012 E. 1.5.2, in: StE 2012 B 44.12.3 Nr. 6).
1.5 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt zugrunde (Art. 105 Abs. 1 BGG). Deren Sachverhaltsfeststellungen k�nnen nur berichtigt werden, sofern sie offensichtlich unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen (Art. 105 Abs. 2 BGG). Dies ist dann der Fall, wenn der Sachverhalt willk�rlich ermittelt worden (Art. 9 BV) oder dessen Feststellung unter Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte und Grunds�tze zustande gekommen ist (BGE 135 II 145 E. 8.1 S. 153). Zudem muss aufgezeigt werden, dass die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG).
Die Bindung des Bundesgerichts an den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt (Art. 105 Abs. 1 BGG) und das Novenverbot (Art. 99 Abs. 1 BGG) gelten auch f�r Beschwerden in Sachen der interkantonalen Doppelbesteuerung. (BGE 133 I 300 E. 2.3 S. 306; Urteile 2C_92/2012 vom 17. August 2012 E. 1.5; 2C_514/2008 vom 8. September 2009 E. 3.1, in: StR 65/2010 S. 138 und KURT LOCHER/ PETER LOCHER, Die Praxis der Bundessteuern, III. Teil: Interkantonale Doppelbesteuerung, � 12, IV B, 3 Nr. 3).
2.1 Ein Verstoss gegen das Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung im Sinne von Art. 127 Abs. 3 BV liegt vor, wenn eine steuerpflichtige Person von zwei oder mehreren Kantonen f�r das gleiche Steuerobjekt und f�r die gleiche Zeit zu Steuern herangezogen wird (aktuelle Doppelbesteuerung) oder wenn ein Kanton in Verletzung der geltenden Kollisionsnormen seine Steuerhoheit �berschreitet und eine Steuer erhebt, die einem anderen Kanton zusteht (virtuelle Doppelbesteuerung). Ausserdem darf ein Kanton eine steuerpflichtige Person grunds�tzlich nicht deshalb st�rker belasten, weil sie nicht im vollem Umfang seiner Steuerhoheit untersteht, sondern zufolge ihrer territorialen Beziehungen auch noch in einem anderen Kanton steuerpflichtig ist (Schlechterstellungsverbot, vgl. BGE 134 I 303 E. 2.1 S. 306 f.; 133 I 308 E. 2.1 S. 311; 132 I 29 E. 2.1 S. 31 f.; XAVIER OBERSON, Droit fiscal suisse, 4. Aufl., 2012, � 20 N. 5 f.).
2.2 Streitgegenstand ist die Ermittlung des steuerbaren und satzbestimmenden Einkommens am Hauptsteuerdomizil f�r die Steuerperiode 2006. W�hrend der Kanton Waadt als Nebensteuerdomizil (hier: Spezialsteuerdomizil) den werterhaltenden Geb�udeunterhalt vollumf�nglich zul�sst, setzt der Kanton Luzern als Hauptsteuerdomizil diesen auf den H�chstbetrag gem�ss der in diesem Kanton herrschenden Fixpauschale herab.
2.3 In Konkurrenz stehen damit das Haupt- und ein Spezialsteuerdomizil. Das Bundesgericht hat sich hierzu in der neueren Praxis verschiedentlich ausgesprochen und dabei betont, dass die Veranlagung im Liegenschaftskanton ihre Grenzen (auch) an der wirtschaftlichen Leistungsf�higkeit der steuerpflichtigen Person finde (siehe zum Ganzen BGE 137 I 145 E. 4.3 S. 151 ff.). Im vorliegenden Fall steht die Besteuerung am Hauptsteuerdomizil zur Diskussion. Der Kanton Luzern veranlagt die Steuerpflichtigen, ohne die Aufwand�bersch�sse zu ber�cksichtigen.
Aus dieser Nichtber�cksichtigung ergibt sich im betreffenden Steuerjahr f�r die Steuerpflichtigen eine Mehrbelastung. Damit ist der Tatbestand der aktuellen Doppelbesteuerung dem Grundsatz nach erf�llt (Urteile 2P.65/2006 vom 31. August 2006 E. 3.1, in: RDAF 2006 II 518 und LOCHER/LOCHER, a.a.O., � 9, II Nr. 40; 2P.289/2000 vom 8. Januar 2002 E. 4d, in: ASA 71 S. 416 und LOCHER/LOCHER, a.a.O., � 7, I B Nr. 46; vgl. auch H�HN/M�USLI, Interkantonales Steuerrecht, 4. Aufl., 2000, S. 42; PETER LOCHER, Einf�hrung in das interkantonale Steuerrecht, 3. Aufl., 2009, S. 13; PETER M�USLI-ALLENSPACH, in: Zweifel/ Beusch/M�usli-Allenspach [Hrsg.], Kommentar Interkantonales Steuerrecht, 2011, N. 28 zu � 3; DANIEL DE VRIES REILINGH, La double imposition intercantonale, 2005, S. 20).
2.4 Der Umstand, dass im Jahr 2006 im Kanton Waadt keine Steuer anf�llt, verdeutlicht, dass das Interesse der Steuerpflichtigen einzig auf die Vornahme einer Korrektur im Kanton Luzern gerichtet ist. Hierzu ist das Instrumentarium im Sinne von Art. 127 Abs. 3 BV vorliegend freilich nicht geeignet. Ungeachtet der j�ngsten Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 137 I 145 E. 4.3 S. 151 ff.) d�rfen die Kantone n�mlich das steuerbare Gesamteinkommen (bzw. Gesamtgewinn) und das steuerbare Gesamtverm�gen (bzw. Gesamtkapital) weiterhin aufgrund ihres jeweiligen kantonalen Steuerrechts ermitteln (LOCHER, a.a.O., S. 23; M�USLI-ALLENSPACH, a.a.O., N. 1 zu � 23; VALLENDER/WIEDERKEHR, in: Die schweizerische Bundesverfassung, Ehrenzeller/Mastronardi/Schweizer/Vallender [Hrsg.], 2. Aufl., 2008, N. 77 zu Art. 127 BV). Dies folgt im �brigen auch aus der grunds�tzlichen Steuerhoheit der Kantone, welche ihrerseits auf der subsidi�ren kantonalen Generalkompetenz (Art. 3 BV) beruht (Urteil 2C_348/2010 vom 19. Oktober 2010 E. 3, in: LOCHER/LOCHER, a.a.O., � 9, II, Nr. 45).
Die streitige Steuerausscheidung des Kantons Luzern ist folglich nicht im Lichte des Verbots der interkantonalen Doppelbesteuerung zu pr�fen. Das Doppelbesteuerungsverbot �bt vorliegend im Ergebnis auf die interkantonale Steuerausscheidung keinen Einfluss aus. Die fehlende Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsf�higkeit, welche die Steuerpflichtigen im Grunde r�gen, liegt nicht im Umstand, dass das Besteuerungsrecht zweier Kantone zur Diskussion steht, sondern in der Ausgestaltung der Fixpauschale des Luzerner Steuerrechts. Bef�nde sich die Waadtl�nder Liegenschaft im Kanton Luzern, erg�be sich dasselbe Ergebnis.
2.5 Unbestritten ist, dass die Anwendung der Luzerner Fixpauschale das steuerbare Einkommen 2006 in einer Weise beeinflusst, die f�r die Steuerpflichtigen im Moment offenkundig nachteilig ist. So werden die effektiven Unterhaltskosten lediglich im Umfang dieser Fixpauschale wirksam. Wohl k�nnten die Steuerpflichtigen den Gewinnungskosten�berschuss des Jahres 2006 im Kanton Luzern in den kommenden Jahren aufgrund der Fixpauschale etwas abtragen, ist sie doch auffallend grossz�gig bemessen. Dies bedingte freilich, dass die Eigent�merin die Liegenschaft nicht schon bald ver�ussert. Tragen die Steuerpflichtigen im Grunde vor, die Luzerner Veranlagung f�hre zu einer Besteuerung, die ihren wirtschaftlichen Verh�ltnissen unangemessen sei, ist die Veranlagung im Licht der Steuerharmonisierungsgesetzgebung zu w�rdigen.
3.1 Bis Ende 2009 liess sich Art. 9 StHG keine ausdr�ckliche Regelung der Unterhalts-, Betriebs- und Verwaltungskosten entnehmen. Damit war in der hier interessierenden Steuerperiode 2006 die Generalklausel gem�ss Art. 9 Abs. 1 StHG in der Fassung vom 14. Dezember 1990 (AS 1991 1256) massgebend. Ihr zufolge galt, dass "von den gesamten steuerbaren Eink�nften (...) die zu ihrer Erzielung notwendigen Aufwendungen und die allgemeinen Abz�ge abgerechnet" werden k�nnen.
3.2 Diese Generalklausel im Verbund mit Art. 7 Abs. 1 StHG bringt die Reinverm�genszugangstheorie zum Ausdruck ("imposition du revenu global net"; dazu BGE 133 II 287 E. 2.1 S. 289). Im Bereich der Grundst�cke bedeutet dies, dass die mit der Erzielung des Mietertrages oder Eigenmietwertes zusammenh�ngenden werterhaltenden Kosten als organische Abz�ge zu ber�cksichtigen sind (BGE 133 II 287 E. 2.2 S. 290). F�r die sachliche Bemessung gilt, dass der Katalog der Abz�ge, wie ihn Art. 9 StHG vorsieht, grunds�tzlich abschliessender Natur ist (BGE 128 II 66 E. 4b S. 71 f.). Die sachliche Bemessung ist insofern harmonisierungsrechtlich vorgegeben und bel�sst den Kantonen im Bereich der Bewirtschaftungskosten von Grundst�cken an sich keinen Spielraum. Das Koh�renzprinzip verlangt die identische Behandlung von Verm�genszug�ngen und Verm�gensabg�ngen. Demnach sind zum einen s�mtliche Ertr�ge von Grundst�cken des Privatverm�gens steuerlich zu erfassen, zum andern aber auch s�mtliche damit zusammenh�ngenden Grundst�ckaufw�nde. Ausnahmen bestehen nur, soweit die Aufw�nde wertvermehrender Natur oder den privaten Lebenshaltungskosten zuzurechnen sind (vgl. Urteil 2C_390/2012 vom 7. August 2012 E. 2.1 a.E.).
3.3 Aus Gr�nden der vertikalen Steuerharmonisierung ist die Praxis zu den gleichartigen Bestimmungen des DBG zur Auslegung des Steuerharmonisierungsgesetzes analog heranzuziehen (BGE 133 II 114 E. 3.2 S. 116; Urteile 2C_705/2012 vom 26. April 2012 E. 4.3.2, in: StR 67/2012 S. 522 StE 2012 B 44.12.3 Nr. 6; Urteil 2C_519/2011 vom 24. Februar 2012 E. 1.3.1, in: StR 67/2012 S. 367, StE 2012 B 97.3 Nr. 9, 2C_272 vom 5. Dezember 2011 E. 1.3, in: StR 67/2012 S. 127). Die Abzugsf�higkeit der Unterhalts-, Betriebs- und Verwaltungskosten von Grundst�cken des Privatverm�gens war im DBG schon in der urspr�nglichen Fassung Gegenstand einer ausdr�cklichen Regelung (Art. 32 Abs. 2 Satz 1 DBG; AS 1991 1184). Die Novelle vom 3. Oktober 2008, in Kraft seit dem 1. Januar 2010, hat insofern keine �nderung gebracht.
Im Anschluss an Art. 32 Abs. 2 DBG ist die Verordnung vom 24. August 1992 �ber den Abzug der Kosten von Liegenschaften des Privatverm�gens bei der direkten Bundessteuer (SR 642.116) ergangen. Sie unterscheidet zwischen dem Effektivabzug (Art. 1) und einem Pauschalabzug (Art. 2), der anstelle der tats�chlichen Kosten und Pr�mien beansprucht werden kann. Er betr�gt, wenn das Geb�ude zu Beginn der Steuerperiode bis zehn Jahre alt ist, 10 Prozent vom Brutto-Mietertrag bzw. -Mietwert (Art. 2 Abs. 2 lit. a), in den �brigen F�llen 20 Prozent (lit. b; vgl. Urteil 2C_390/2012 vom 7. August 2012 E. 2.1). Unter dem Titel "Wahlm�glichkeit" h�lt Art. 3 der Verordnung sodann fest, dass die steuerpflichtigen Personen in jeder Steuerperiode und f�r jede Liegenschaft zwischen dem Abzug der tats�chlichen Kosten und dem Pauschalabzug w�hlen k�nnen. Dieses System wird als "Wechselpauschale" bezeichnet.
3.4 Eine Wechselpauschale kannte schon der seinerzeitige Bundesratsbeschluss vom 9. Dezember 1940 �ber die Erhebung einer direkten Bundessteuer (BdBSt; BS 6 390). Zum Wesen des Pauschalabzugs gem�ss BdBSt f�hrte das Bundesgericht aus, er diene in erster Linie der administrativen Vereinfachung. Der steuerpflichtigen Person werde die Arbeit des Zusammentragens und Aufbewahrens der Unterlagen, der Steuerbeh�rde die Kontrolle dieser Unterlagen erspart. Der Pauschalabzug d�rfe freilich nicht dazu f�hren, dass der Grundsatz der Besteuerung des Reineinkommens bei Liegenschaften des Privatverm�gens verletzt werde (Urteil 2A.286/1996 vom 19. April 1999 E. 2b und 2c).
Im zitierten Urteil setzte sich das Bundesgericht mit der Frage der Durchl�ssigkeit der beiden Abzugssysteme auseinander. Anlass bot die kantonale Praxis, wonach ein �bergang vom Pauschalabzug zum Effektivabzug nur bewilligt wurde, wenn die effektiven Kosten die Pauschale in jeder der drei vorangegangenen Veranlagungsperioden �berstiegen hatten. Das Bundesgericht billigte dies mit Blick darauf, dass die Fixpauschale "aufgrund ihrer H�he auch gr�ssere bzw. ausserordentliche Unterhaltsaufwendungen" abdecke (E. 2e). Eine Praxis�nderung, die den Wechsel von der Fixpauschale zum Effektivabzug erleichtere, rechtfertige sich "zum jetzigen Zeitpunkt umso weniger, als das System der Fixpauschale inzwischen [im Kanton Basel-Landschaft] aufgegeben wurde" (Urteil 2A.286/1996 vom 19. April 1999 E. 2f a.E.; vgl. auch Urteil 2P.440/1998 vom 10. Februar 2000). Die Entwicklung ist in der Zwischenzeit weit vorangeschritten. So ist heute Luzern der einzige Kanton, der noch eine Fixpauschale anwendet, nachdem der Kanton Tessin auf die Steuerperiode 2011 hin zur "reinen" Wechselpauschale �bergegangen ist (Steuerinformationen der Schweizerischen Steuerkonferenz [SSK], Band I, Steuerprobleme F, Die Besteuerung der Eigenmietwerte [Stand der Gesetzgebung: 1. Januar 2010], S. 24 ff.).
3.5 Das StHG l�sst im Einklang mit dem DBG neben dem Effektiv- auch den Pauschalabzug zu. Ebenso wenig wie das Bundessteuer- schreibt das Steuerharmonisierungsgesetz vor, welche Art der Pauschale (Fix- oder Wechselpauschale) ein Kanton anzuwenden hat (MARKUS REICH, in: Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/1, StHG, 2. Aufl., 2002, N. 14 und 20a zu Art. 9 StHG). Wohl zieht die Kommission Steuerl�cken die Fix- der Wechselpauschale vor, weil bei der Wechselpauschale im Extremfall die Unterhaltskosten doppelt abgezogen werden k�nnten (Bericht der Expertenkommission zur Pr�fung des Systems der direkten Steuern auf L�cken, 1998, S. 145 f.). Wissenschaftliche Untersuchungen beurteilen die Fixpauschale freilich kritischer und kommen zum Schluss, sie sei unter verfassungsrechtlichen Aspekten problematisch, weil sie der wirtschaftlichen Leistungsf�higkeit weniger Rechnung trage (BERNHARD ZWAHLEN, Die einkommensteuerrechtliche Behandlung von Liegenschaftskosten, 1986, S. 164 ff.; ADRIENNE HEIL-FROIDEVAUX, Steuerrechtliche Praktikabilit�t unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten, 2006, S. 273 ff.). Die Tatsache, dass - mit Ausnahme des Kantons Luzern - der Bund und s�mtliche Kantone zur Wechselpauschale �bergegangen sind, ist ein weiteres Indiz f�r die sachliche und verwaltungs�konomische �berlegenheit dieser Methode. Massvoll festgesetzt, d�rfte sich die von der Kommission Steuerl�cken festgestellte Missbrauchsgefahr in engen Grenzen halten. Sinnvoll ausgestaltet, kommt die Pauschale dem l�ngerfristig durchschnittlichen Aufwand nahe und bildet diesen realistisch ab.
4.1 Gem�ss � 39 Abs. 2 des Steuergesetzes [des Kantons Luzern] vom 22. November 1999 (StG/LU; SRL Nr. 620 in der bis Ende 2009 geltenden Fassung) k�nnen bei Liegenschaften im Privatverm�gen die Unterhaltskosten, die Versicherungspr�mien und die Kosten der Verwaltung durch Dritte abgezogen werden. F�r solche Liegenschaften kann an Stelle der tats�chlichen Kosten und Pr�mien ein Pauschalabzug geltend gemacht werden, der vom Regierungsrat zu regeln ist (� 39 Abs. 4 StG/LU). Von dieser Regelungskompetenz hat der Regierungsrat in � 10 der Steuerverordnung [des Kantons Luzern] vom 12. Dezember 2000 (StV/LU; SRL Nr. 621) Gebrauch gemacht. Danach betr�gt der zul�ssige Pauschalabzug 15 Prozent des Brutto-Mietertrags oder des steuerbaren Mietwerts von Geb�uden, deren Erstellungsjahr zu Beginn der Steuerperiode nicht mehr als zehn Jahre zur�ckliegt (� 10 Abs. 2 lit. a StV/LU); 25 Prozent des Brutto-Mietertrags oder des steuerbaren Mietwerts von Geb�uden, deren Erstellungsjahr zu Beginn der Steuerperiode �ber zehn Jahre, aber nicht mehr als 25 Jahre zur�ckliegt (� 10 Abs. 2 lit. b StV/LU); ein Drittel des Brutto-Mietertrags oder des steuerbaren Mietwerts der �brigen Geb�ude (� 10 Abs. 2 lit. c StV/LU).
4.2 Im Anschluss daran erlaubt � 10 Abs. 4 StV/LU einen Wechsel von der Pauschale zum Abzug der tats�chlichen Kosten, wenn nachgewiesen wird, dass der Pauschalabzug in den letzten sechs Jahren insgesamt sowie in wenigstens vier der letzten sechs Jahre die tats�chlichen Unterhalts- und Verwaltungskosten nicht deckt. Ein �bergang in umgekehrter Richtung - vom Effektiv- zum Pauschalabzug - ist demgegen�ber nach dem System der "Fixpauschale" nicht vorgesehen.
4.3 � 10 Abs. 4 StV/LU ist kritisch zu hinterfragen. Die Bestimmung geht von einer starren Ex-post-Betrachtungsweise aus. Danach sind die Ergebnisse der letzten sechs Jahre - r�ckblickend betrachtet - massgebend. Zu Recht bezeichnet die Vorinstanz die Pauschale in einem Urteil vom 23. M�rz 2010 E. 4a (A 09 28) als "eine Art R�ckstellung auf die k�nftigen Unterhaltskosten". Dies verdeutlicht, dass die Luzerner Fixpauschale zu einer Gl�ttung der Steuer f�hren will, indem der Unterhaltsaufwand �ber die Zeit verteilt wird. Auf diese Weise wendet sich � 10 Abs. 4 StV/LU bewusst von den massgebenden harmonisierungsrechtlichen Vorgaben zur zeitlichen Bemessung ab.
4.4 Ausgangspunkt der zeitlichen Bemessung nat�rlicher Personen bildet gem�ss Art. 15 StHG die zweij�hrige Steuer- und Bemessungsperiode. Den Kantonen steht es frei, eine einj�hrige Steuer- und Bemessungsperiode einzuf�hren (Art. 16 StHG). Davon hat der Kanton Luzern Gebrauch gemacht (� 53 Abs. 2 StG/LU). Mit dem DBG und dem StHG weicht das luzernische Steuerrecht im Fall nat�rlicher Personen einzig von der jahresbezogenen Sichtweise ab, soweit es um die Verlustverrechnung geht (� 38 Abs. 1 StG/LU). Die siebenj�hrige Verlustverrechnung beschr�nkt sich von vornherein auf selbst�ndig erwerbst�tige Steuerpflichtige und ist hier von keiner Bedeutung.
4.5 Die luzernische Verordnungsbestimmung, die dem angefochtenen Urteil zugrunde liegt, ist singul�r. Das System der Fixpauschale, wie es � 10 StV/LU zum Ausdruck bringt, ist nur noch diesem Kanton bekannt. Bund und �brige Kantone sind zum System der Wechselpauschale �bergegangen. Es erm�glicht es den steuerpflichtigen Personen, von Jahr zu Jahr dar�ber zu befinden, ob der Effektiv- oder der Pauschalabzug beansprucht werden soll. Verglichen mit den Pauschalabz�gen des Bundes - zehn bzw. zwanzig Jahre - springen die empfindlich h�heren luzernischen Abz�ge ins Auge. Mit einem Ansatz von bis zu 33 Prozent erreichen sie ein Ausmass, das nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge als ausgesprochen hoch erscheint. Dieser Aspekt ist eine Frage der sachlichen Bemessung, die im Bereich der Liegenschaftsabz�ge grunds�tzlich in der Hand der Kantone liegt (Art. 9 Abs. 1 StHG) und vom Bundesgericht lediglich unter dem Gesichtspunkt der Willk�r zu pr�fen ist. Schon der Ansatz von 25 Prozent erscheint als ausgesprochen hoch, w�hrend sich jener von 33 Prozent als geradezu unhaltbar hoch darstellt. Er muss als willk�rlich bezeichnet werden und verletzt das Prinzip der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsf�higkeit (Art. 127 Abs. 2 BV) bzw. den Grundsatz der Reinverm�genszugangsbesteuerung (Art. 7 Abs. 1 und 9 Abs. 1 StHG) in stossender Weise.
4.6 Dar�ber hinaus ist keine harmonisierungsrechtliche Erm�chtigungsnorm ersichtlich, die es dem Kanton Luzern erlaubte, eine Pauschale in zeitlicher Hinsicht derart auszugestalten, dass der entstandene Aufwand �ber mehrere Perioden "abgetragen" wird. Ohnehin ist nicht sichergestellt, dass der gesamte Aufwand zumindest im Verlaufe der Zeit vollumf�nglich zum Tragen kommt. Wird die Liegenschaft, die mit der Fixpauschale "belastet" ist, bald nach Eintritt des Aufwandereignisses ver�ussert, verf�llt die Abtragungsm�glichkeit. In der Frage der zeitlichen Bemessung, die vom Bundesgericht aufgrund der (abschliessenden) Vorgaben von Art. 16 StHG mit freier Kognition zu pr�fen ist, ergibt sich eine offenkundige Bundesrechtswidrigkeit der kantonalen Verordnungsbestimmung.
4.7 Damit verst�sst � 10 StV/LU in zweierlei Hinsicht gegen das Harmonisierungsrecht. Zum einen tut er dies, indem die Norm dadurch vom System der einj�hrigen Bemessungs- und Steuerperiode abweicht (Art. 16 StHG; zeitliche Bemessung), dass unter dem Regime der Fixpauschale eine sechsj�hrige "Beobachtungsphase" besteht. Zum andern besteht keine Gew�hr daf�r, dass der gesamte Aufwand auch tats�chlich abgezogen werden kann. Dies verletzt das Prinzip der Besteuerung des Reinverm�genszugangs (Art. 7 Abs. 1 i.V.m. Art. 9 Abs. 1 StHG in der urspr�nglichen Fassung; sachliche Bemessung).
4.8 Erweist sich � 10 StV/LU damit als bundesrechtswidrig, kommt die Steuerharmonisierungsgesetzgebung unmittelbar zur Anwendung (Art. 72 Abs. 2 StHG per analogiam). Die Steuerpflichtigen sind damit aufgrund von Art. 9 Abs. 1 StHG in der damals geltenden Fassung berechtigt, (auch) im Kanton Luzern die tats�chlichen Unterhaltskosten des Jahres 2006 geltend zu machen. Sie k�nnen damit unter interkantonalen Aspekten am Hauptsteuerdomizil den Gewinnungskosten�berschuss anrechnen lassen. Der eintretende Schuldzinsen�berschuss ist nach den �blichen interkantonalen Ausscheidungsregeln vom Hauptsteuerdomizil zu Lasten des �brigen Einkommens zu �bernehmen (BGE 133 I 19 E. 6.3 S. 25 f.).
5.1 Die Beschwerde erweist sich damit als begr�ndet und ist gutzuheissen. Das angefochtene Urteil wird aufgehoben und die Sache zur Neuveranlagung im Sinne der Erw�gungen an die Dienststelle Steuern des Kantons Luzern sowie zur Neuregelung der Kosten- und Entsch�digungsfolgen des kantonalen Verfahrens an das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern zur�ckgewiesen.
5.2 Die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens sind, dem Verfahrensausgang entsprechend, dem Kanton Luzern aufzuerlegen. Er verfolgt Verm�gensinteressen (Art. 65 f. BGG). Der Kanton Luzern hat den Beschwerdef�hrern zudem eine Parteientsch�digung auszurichten (Art. 68 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen, das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern vom 15. Dezember 2011 aufgehoben und die Sache zur Neuveranlagung im Sinne der Erw�gungen an die Dienststelle Steuern des Kantons Luzern sowie zur Neuregelung der Kosten- und Entsch�digungsfolgen des kantonalen Verfahrens an das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern zur�ckgewiesen.
Der Kanton Luzern hat die Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 2'000.-- zu entsch�digen.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern, Abgaberechtliche Abteilung, und der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung schriftlich mitgeteilt.