Source: http://www.hensche.de/arbeitsrecht-urteile-lag-duesseldorf-8-sa-500-16-25.10.2016-dynamische-bezugnahmeklausel-u.html
Timestamp: 2018-10-23 13:51:36
Document Index: 44162830

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 2', '§ 1', '§ 3', '§ 5', '§ 8', '§ 77', '§ 70', '§ 2', '§ 305', '§ 77', '§ 305', '§ 64', '§ 66', '§ 253', '§ 256', '§ 305', '§ 305', '§ 305', '§ 77', '§ 3', '§ 2', '§ 305', '§ 77', '§ 2', '§ 3', '§ 97', '§ 72']

LAG Düsseldorf, Urteil vom 25.10.2016, 8 Sa 500/16 - HENSCHE Arbeitsrecht
LAG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 25.10.2016, 8 Sa 500/16
Schlagworte: Tarifvertrag, Allgemeine Geschäftsbedingungen, AGB, Bezugnahmeklausel
Aktenzeichen: 8 Sa 500/16
Leitsätze: Zur planwidrigen Lückenhaftigkeit einer Betriebsvereinbarung, die bezüglich der Vergütung der Arbeitnehmer auf den "Vergütungstarifvertrag BAT" und den diesen ändernden und ergänzenden Bestimmungen Bezug nimmt, vor dem Hintergrund der Ersetzung des BAT durch den TVöD/TL-L.
Vorinstanzen: Arbeitsgericht Essen, Urteil vom 02.05.2016, 6 Ca 541/16
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 11.04.2018, 4 AZR 119/17
Lan­des­ar­beits­ge­richt Düssel­dorf, 8 Sa 500/16
1. Die Be­ru­fung des Klägers ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Es­sen vom 25.05.2016 - Az. 6 Ca 541/16 - wird kos­ten­pflich­tig zurück­ge­wie­sen.
2. Die Re­vi­si­on zu­guns­ten des Klägers wird zu­ge­las­sen.
2 Die Par­tei­en strei­ten über die Fra­ge, ob dem Kläger ei­ne Vergütung nach Maßga­be ei­nes der ak­tu­el­len Ge­halts­ta­rif­verträge für den Öffent­li­chen Dienst zu­steht.
3 Die Be­klag­te gehört zu der Un­ter­neh­mens­grup­pe D./N. aus C.. Sie be­treibt in F. ein Se­nio­ren- und Pfle­ge­zen­trum, wel­ches sie durch ei­nen Be­triebsüber­gang er­warb. Der Kläger ist seit dem 1. Sep­tem­ber 1991 bei der Be­klag­ten bzw. de­ren Rechts­vorgängern als Mas­seur beschäftigt. Ursprüng­lich wur­de am 30. Sep­tem­ber 1991 zwi­schen der Rechts­vorgänge­rin der Be­klag­ten und dem Kläger ein schrift­li­cher Ar­beits­ver­trag ge­schlos­sen, der in § 8 fol­gen­de Ver­ein­ba­rung enthält:
4 "Ansprüche, die sich aus die­sem Ver­trag er­ge­ben, erlöschen 3 Mo­na­te nach Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses, wenn sie nicht vor­her schrift­lich gel­tend ge­macht wor­den sind."
5 Un­ter dem 16. De­zem­ber 1992 schloss der Kläger mit der Rechts­vorgänge­rin der Be­klag­ten ei­ne Zu­satz­ver­ein­ba­rung ab, in der die Ar­beits­zeit re­du­ziert wur­de. Gleich­zei­tig wur­de ver­ein­bart:
6 "Die Vergütung für die ver­ein­bar­te Tätig­keit beträgt mo­nat­lich in der Grup­pe BAT Vc/3 = DM 2.527,80 brut­to."
7 Am 17. Fe­bru­ar 1993 schloss die Rechts­vorgänge­rin der Be­klag­ten mit dem bei ihr ge­bil­de­ten Be­triebs­rat ei­ne "Be­triebs­ver­ein­ba­rung zur Re­ge­lung der ar­beits­recht­li­chen Verhält­nis­se für die An­ge­stell­ten, Ar­bei­ter/-in­nen und Aus­zu­bil­den­den der Ein­zel­fir­ma Se­nio­ren­zen­trum D." (im Fol­gen­den BV) ab, in der un­ter an­de­rem ge­re­gelt ist:
8 "§ 2 Lohn und Vergütungs­richt­li­ni­en
9 1. Für die An­ge­stell­ten nach § 1 die­ser Be­triebs­ver­ein­ba­rung gel­ten ana­log die für die An­ge­stell­ten des Bun­des und der Länder ver­ein­bar­ten Be­stim­mun­gen des Lohn- und Vergütungs­ta­rif­ver­trags - BAT vom 11. Ja­nu­ar 1961.
10 4. Ände­run­gen be­zie­hungs­wei­se Ergänzun­gen der Be­stim­mun­gen der Absätze 1, 2 und 3 tre­ten zu dem Zeit­punkt in Kraft, in de­nen die Ände­run­gen be­zie­hungs­wei­se Ergänzun­gen für An­ge­stell­te, Ar­bei­ter/-in­nen und Aus­zu­bil­den­de des Bun­des und der Länder gel­ten."
11 In § 3 der BV, we­gen des­sen wei­te­ren In­halts auf Blatt 27 ff. der Ak­te ver­wie­sen wird, fin­den sich "Son­der­re­ge­lun­gen" zur Nicht­an­wend­bar­keit von Be­stim­mun­gen des Rah­men­ta­rif­ver­tra­ges BAT, zu Kran­ken­bezügen, Kran­ken­geld­zuschüssen, Zu­wen­dun­gen bei Hei­rat, Ge­bur­ten und im Fal­le des Ab­le­bens, Ju­biläums- und Weih­nachts­zu­wen­dun­gen, Ur­laubs­geld, Zeit­zu­schlägen und zur Dienst­be­frei­ung am Ro­sen­mon­tag. Nach § 5 der BV soll­ten de­ren Be­stim­mun­gen au­to­ma­tisch Be­stand­teil von Ar­beits­verträgen wer­den, die vor Fe­bru­ar 1993 ge­schlos­sen wor­den wa­ren; die be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer soll­ten ei­nen ent­spre­chen­den Nach­trag zum Ar­beits­ver­trag er­hal­ten.
12 Ei­nen sol­chen Nach­trag un­ter­zeich­ne­ten die Rechts­vorgänge­rin der Be­klag­ten und der Kläger im März 1993. Dort heißt es:
13 "Die Be­stim­mun­gen der o.g. Be­triebs­ver­ein­ba­rung wur­den mit de­ren In­kraft­tre­ten au­to­ma­tisch Be­stand­teil Ih­res Ar­beits­ver­tra­ges.
14 Al­le in der Be­triebs­ver­ein­ba­rung ge­trof­fe­nen Be­stim­mun­gen set­zen die ent­spre­chen­den Re­ge­lun­gen des Ar­beits­ver­trags außer Kraft. Al­le Ver­trags­be­stim­mun­gen, die durch die­se Be­triebs­ver­ein­ba­rung nicht ge­re­gelt sind, wer­den von die­sem Nach­trag nicht berührt und be­hal­ten ih­re Gültig­keit. (...).
15 Zum Zei­chen der Kennt­nis­nah­me und Ih­res Ein­verständ­nis­ses bit­ten wir Sie, die bei­gefügte Ko­pie un­ter­schrie­ben an uns zurück­zu­ge­ben."
16 Am 22. März 1995 schloss der Kläger ei­ne wei­te­re Zu­satz­ver­ein­ba­rung, in der die Ar­beits­zeit ver­rin­gert wur­de. In Zif­fer 2.) ist ge­re­gelt, dass die Vergütung in der Grup­pe Vc 2.150,27 DM beträgt.
17 Die Be­klag­te kündig­te die BV zum 31.12.2001.
18 Am 23. März 2006 erhöhten die Par­tei­en den Stel­len­an­teil des Klägers auf 0,78 VK und ver­ein­bar­ten:
19 "Das Ge­halt wird ent­spre­chend der 0,78 Stel­le auf 1.933,90 € erhöht. (...) Al­le übri­gen Be­stand­tei­le des be­ste­hen­den Ar­beits­ver­tra­ges blei­ben gültig."
20 In der Zeit von 2005 bis 2010 ver­wies die Be­klag­te in den von ihr er­teil­ten Lohn­ab­rech­nun­gen auf "Vb Stufe09" Sie zahl­te dem Kläger ab Ju­li 2006 ei­ne Vergütung nach dem Vergütungs­ta­rif­ver­trag Nr. 35 zum BAT Bund/Länder der Vergütungs­stu­fe Vb Stu­fe 09. Ge­halts­erhöhun­gen fan­den im An­schluss nicht mehr statt. Die Be­klag­te vergütet den Kläger ak­tu­ell mit 1.933,90 € brut­to pro Mo­nat. Sie gewährt Nacht­zu­schläge von 1,28 €, Sams­tags­zu­schläge von 0,64 €, Sonn­tags­zu­schläge von 3,71 € und Fei­er­tags­zu­schläge von 5,19 €, je­weils be­zo­gen auf ei­ne Ar­beits­stun­de.
21 Mit an­walt­li­chem Schrei­ben vom 25. No­vem­ber 2015 ver­lang­te der Kläger ei­ne Vergütung nach dem TVöD/VKA für den Zeit­raum seit Mai 2015 und für die Zu­kunft, wo­bei er ei­nen mo­nat­li­chen Mehr­be­trag von 479,55 € for­der­te. Die Be­klag­te wies die Ansprüche durch an­walt­li­ches Schrei­ben vom 16. De­zem­ber 2015 zurück. Im Fe­bru­ar mach­te der Kläger ei­ne Vergütung nach dem TV-L gel­tend und ver­lang­te nun­mehr ei­nen Mehr­be­trag von 666,29 € mo­nat­lich seit Au­gust 2015.
22 Der Kläger hat mit sei­ner am 1. März 2016 ein­ge­gan­ge­nen, am 7. März 2016 zu­ge­stell­ten, mit Schrift­satz vom 12. April 2016 er­wei­ter­ten und mit Schrift­satz vom 19. Mai 2016 teil­wei­se zurück­ge­nom­me­nen Kla­ge Vergütung nach der Ent­gelt­grup­pe 9 TV-L hilfs­wei­se 9 Stu­fe 4 TVöD/VKA seit dem 1. Ja­nu­ar 2013 gel­tend ge­macht.
23 Der Kläger hat erst­in­stanz­lich die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass sich der An­spruch auf Vergütung nach dem BAT bzw. mit Einführung des TV-L aus des­sen Ent­gelt­grup­pen aus der Zu­satz­ver­ein­ba­rung vom 16. De­zem­ber 1992 er­ge­be. Die späte­re Be­triebs­ver­ein­ba­rung ent­hal­te ei­ne dy­na­mi­sche Ver­wei­sung auf das Ta­rif­werk des BAT so­wie des­sen Nach­fol­ge­re­ge­lun­gen, de­ren Re­ge­lun­gen durch den Nach­trag zum Ar­beits­ver­trag dau­er­haf­ter Be­stand­teil des Ar­beits­ver­trags ge­wor­den sei­en. Hilfs­wei­se könne ein An­spruch aber auch un­mit­tel­bar auf die Be­triebs­ver­ein­ba­rung gestützt wer­den. Als Nach­fol­ge­re­ge­lung des BAT kom­me auf­grund der hier­ar­chi­schen Nähe zu dem ört­li­chen Pfle­ge­heim der TV-L, hilfs­wei­se aber der TVöD/VKA in Be­tracht, da die Be­klag­te zwar die Vergütung nach dem letz­ten Vergütungs­ta­rif­ver­trag BAT Bund/Länder ge­zahlt ha­be, in den Ab­rech­nun­gen aber die Stu­fen­zu­ord­nung nach dem BAT/VKA vor­ge­nom­men ha­be. Ein­zu­grup­pie­ren sei er in die Ent­gelt­grup­pe 9 in ei­ne in­di­vi­du­el­le Zwi­schen­stu­fe zwi­schen den Stu­fen 3 und 4 des Ent­gelt­ta­rif­ver­trags. Per 1. No­vem­ber 2008 ha­be ein Auf­stieg in die Stu­fe 4 statt­ge­fun­den, in die der Kläger ak­tu­ell noch ein­zu­ord­nen sei. Die Aus­schluss­fris­ten des TVöD/VKA bzw. TV-L fänden kei­ne An­wen­dung, da durch die Ver­ein­ba­rung der An­wen­dung des BAT bzw. der Nach­fol­ge­re­geln und der ver­trag­li­chen Aus­schluss­frist zwei Aus­schluss­fris­ten im Ar­beits­ver­trag ge­re­gelt wor­den sei­en, die nicht mit­ein­an­der zu ver­ein­ba­ren sei­en. Der Kläger hat be­haup­tet, dass zwi­schen der ihm aus die­sen Gründen zu­ste­hen­den Grund­vergütung und der aus­ge­zahl­ten ei­ne ne­ga­ti­ve Dif­fe­renz von 666,29 € mo­nat­lich be­ste­he. Er ist in­so­fern der Auf­fas­sung, dass es un­er­heb­lich ist, dass der TV-L in Nord­rhein-West­fa­len ei­ne höhe­re re­gelmäßige Ar­beits­zeit fest­le­ge als die der­zeit von der Be­klag­ten zur Vergütung her­an­ge­zo­ge­ne Ar­beits­zeit von 38,5 St­un­den in Voll­zeit. Die Vergütungs­pflicht würde nicht da­durch be­ein­flusst, dass der Kläger die sich nach den Re­geln des TV-L er­ge­ben­de Ar­beits­zeit nicht ab­ru­fe. Der Kläger ist der Auf­fas­sung, dass auch die Zu­schläge für Sonn- und Fei­er­tags­ar­beit durch die Be­klag­te fälsch­lich nach dem BAT be­rech­net würden, ob­wohl nun­mehr § 8 TV-L an­zu­wen­den sei. Die Be­klag­te schul­de Sonn­tags­zu­schläge in Höhe von 4,26 € und Fei­er­tags­zu­schläge in Höhe von 5,96 € pro St­un­de. Es er­ge­ben sich Nach­for­de­run­gen in Höhe von 48,93 €, da der Kläger im Au­gust, Ok­to­ber und No­vem­ber 2015 je­weils 10,95 St­un­den, im Sep­tem­ber 2015 5,5 St­un­den, im De­zem­ber 2015 11,5 St­un­den, im Ja­nu­ar 2016 16,95 St­un­den sonn­tags und im Ok­to­ber, No­vem­ber und De­zem­ber je­weils 5,5 St­un­den fei­er­tags ge­ar­bei­tet ha­be.
24 Der Kläger hat be­an­tragt,
25 1.die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn 22.439,20 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über den Ba­sis­zins­satz aus 5.489,10 € seit dem 01.02.2016 so­wie aus 16.950,10 € seit dem 15.04.2016 zu zah­len
26 2.fest­zu­stel­len, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, den Kläger ab dem 01.02.2016 nach der Ent­gelt­grup­pe 9 der je­wei­li­gen Ent­gelt­ta­bel­le des TV-L Be­reich Ta­rif­ge­biet West zu vergüten,
27 3.hilfs­wei­se, fest­zu­stel­len, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, den Kläger ab dem 01.02.2016 nach der Ent­gelt­grup­pe 9 Stu­fe 4 der je­wei­li­gen Ent­gelt­ta­bel­le des TVöD Be­reich VKA zu vergüten.
28 Die Be­klag­te hat be­an­tragt,
29 die Kla­ge ab­zu­wei­sen.
30 Sie hat ge­meint, dass der Ar­beits­ver­trag und die Zu­satz­ver­ein­ba­run­gen kei­ne dy­na­mi­schen Be­zug­nah­men auf ein Ta­rif­werk ent­hiel­ten. Der Ar­beits­ver­trag re­ge­le ei­ne ste­te, mo­nat­li­che Vergütung. Die Ge­gen­zeich­nung des Schrei­bens vom März 1993 sei le­dig­lich de­kla­ra­to­ri­scher Na­tur ge­we­sen. Zu­dem hätten die Par­tei­en mit der Ände­rungs­ver­ein­ba­rung vom 23. März 2006 ei­ne neue kon­sti­tu­ti­ve Vergütungs­ver­ein­ba­rung ge­trof­fen. Der Kläger könne sich zur An­spruchs­be­gründung auch nicht auf die Be­triebs­ver­ein­ba­rung stützen, da die­se ge­gen § 77 Abs. 3 Be­trVG ver­s­toße und im Übri­gen gekündigt sei. Fer­ner sei­en die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Ta­rif­suk­zes­si­on nicht ge­ge­ben, da die An­wen­dung des TVöD bzw. TV-L nicht dem Wil­len der Be­triebs­par­tei­en ent­spre­che. Et­wai­ge Ansprüche des Klägers sei­en auf­grund der Gel­tung des § 70 BAT ver­fal­len. Die Höhe der gel­tend ge­mach­ten For­de­run­gen hat die Be­klag­te oh­ne wei­te­re Kon­kre­ti­sie­rung be­strit­ten.
31 Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge mit Ur­teil vom 25. Mai 2016 ab­ge­wie­sen. Zur Be­gründung hat es im We­sent­li­chen aus­geführt, dass der im Kla­ge­an­trag zu 1.) gel­tend ge­mach­te An­spruch we­der auf den Ar­beits­ver­trag noch auf ei­ne Aus­le­gung der BV gestützt wer­den könne. So er­ge­be ei­ne Aus­le­gung des § 2 der Ver­tragsände­rung vom 16. De­zem­ber 1992 an­hand der §§ 305 ff. BGB zwar, dass es sich um ei­ne dy­na­mi­sche Ver­wei­sungs­klau­sel auf den BAT han­de­le. Die Ände­rungs­ver­ein­ba­rung sei aber durch die Be­triebs­ver­ein­ba­rung vom 17. Fe­bru­ar 1993 ab­gelöst wor­den. Der Kläger ha­be mit der Ge­gen­zeich­nung der Mit­tei­lung vom März 1993 auf den Güns­tig­keits­ver­gleich zwi­schen Ar­beits­ver­trag und Be­triebs­ver­ein­ba­rung ver­zich­tet. Die BV fin­de auch wei­ter­hin An­wen­dung auf das Ar­beits­verhält­nis, könne aber eben­falls ei­nen An­spruch nicht be­gründen. Zwar ver­s­toße die Be­triebs­ver­ein­ba­rung nicht ge­gen § 77 Abs. 3 Be­trVG, da die Be­klag­te kei­nem ta­rif­ver­trag­li­chen Gel­tungs­be­reich un­ter­fal­le, wir­ke trotz Kündi­gung nach und sei auch nicht durch die Ände­rungs­ver­ein­ba­rung vom 23. März 2006 auf­ge­ho­ben wor­den. Es sei durch die Ta­rif­suk­zes­si­on im öffent­li­chen Dienst aber ei­ne Re­ge­lungslücke in der Be­triebs­ver­ein­ba­rung ent­stan­den, die durch das Ge­richt nicht ge­schlos­sen wer­den könne. Es bestünden nämlich kei­ne hin­rei­chen­den An­halts­punk­te dafür, wie die Be­triebs­par­tei­en die Lücke ge­schlos­sen hätten, da die Zu­gehörig­keit zu ei­ner bun­des­wei­ten Un­ter­neh­mens­grup­pe auf die An­wen­dung des TVöD/Bund eben­so in Be­tracht kom­me, wie der in Pfle­ge­ein­rich­tun­gen häufig an­ge­wand­te TVöD/VKA. Ent­spre­chend die­ser Ausführun­gen sei auch der An­trag zu 2.) un­be­gründet.
32 Der Kläger hat ge­gen das ihm am 30. Mai 2016 zu­ge­stell­te Ur­teil mit ei­nem am 20. Ju­ni 2016 beim Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nem An­walts­schrift­satz Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se mit ei­nem wei­te­ren, am 18. Ju­li 2016 bei Ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz auch be­gründet.
33 Der Kläger trägt zur Be­gründung sei­ner Be­ru­fung un­ter Wie­der­ho­lung sei­nes erst­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens im We­sent­li­chen vor, dass aus der Ge­gen­zeich­nung des Schrei­bens vom März 1993 nicht auf ei­nen Ver­zicht auf das Güns­tig­keits­prin­zip ge­schlos­sen wer­den könne, da ein durch­schnitt­li­cher Ar­beit­neh­mer un­ter Berück­sich­ti­gung der §§ 305 ff. BGB durch die Un­ter­zeich­nung des Schriftstücks nicht da­von aus­ge­hen müsse, sei­ne Rechts­po­si­ti­on nach­tei­lig zu verändern. Wäre die Un­ter­schrift nicht er­folgt, wäre wei­ter­hin die Ver­ein­ba­rung vom 16. De­zem­ber 1992 an­wend­bar. Die­se Ver­ein­ba­rung könne ergänzend aus­ge­legt wer­den, so dass nun­mehr ent­we­der der TV-L oder der TVöD An­wen­dung fände. Fer­ner könne die­se Ver­ein­ba­rung nicht außer Kraft ge­setzt wor­den sein, da sich al­lein aus ihr er­ge­be, wel­che Vergütungs­grup­pe für den Kläger maßgeb­lich sei. Bezüglich der ergänzen­den Aus­le­gung der Be­triebs­ver­ein­ba­rung ha­be das Ge­richt auf ei­nen fal­schen Zeit­punkt ab­ge­stellt, maßgeb­lich sei nämlich der Zeit­punkt des Ab­schlus­ses der Be­triebs­ver­ein­ba­rung. Zu die­sem Zeit­punkt käme al­lein ei­ne Aus­le­gung zu­guns­ten der An­wen­dung des TV-L als Nach­fol­ge­re­ge­lung zum BAT in Be­tracht. Ers­tens fin­de sich im Wort­laut kein Hin­weis dar­auf, dass die Be­triebs­par­tei­en die An­wen­dung der kom­mu­na­len Ta­rif­be­stim­mun­gen ge­wollt hätten. Zwei­tens be­haup­tet der Kläger, dass die Rechts­vorgänge­rin kei­nem bun­des­wei­ten Un­ter­neh­mens­ver­band an­gehört ha­be, son­dern aus­sch­ließlich in F. tätig war, wo­bei sie ein Schwes­ter­un­ter­neh­men in N. hat­te.
34 Der Kläger be­an­tragt,
35 1.das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Es­sen vom 25. Mai 2016, Az. 6 Ca 541/16 ab­zuändern und die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn 22.439,20 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über den Ba­sis­zins­satz aus 5.489,10 € seit dem 01.02.2016 so­wie aus 16.950,10 € seit dem 15.04.2016 zu zah­len,
36 2.fest­zu­stel­len, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, den Kläger ab dem 01.02.2016 nach der Ent­gelt­grup­pe 9 der je­wei­li­gen Ent­gelt­ta­bel­le des TV-L Be­reich Ta­rif­ge­biet West zu vergüten,
37 3.hilfs­wei­se fest­zu­stel­len, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, den Kläger ab dem 01.02.2016 nach der Ent­gelt­grup­pe 9 Stu­fe 4 der je­wei­li­gen Ent­gelt­ta­bel­le des TVöD Be­reich VKA zu vergüten.
38 Die Be­klag­te be­an­tragt,
39 die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen.
40 Die Be­klag­te ver­tei­digt das vom Kläger an­ge­foch­te­ne Ur­teil nach Maßga­be ih­rer Be­ru­fungs­er­wi­de­rung vom 6. Sep­tem­ber 2016, auf die ergänzend Be­zug ge­nom­men wird (Bl. 208 ff. d. A.). Sie ist ins­be­son­de­re der Auf­fas­sung, dass die ar­beits­ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung zwi­schen den Par­tei­en be­triebs­ver­ein­ba­rungs­of­fen aus­ge­stal­tet war. Fer­ner könne die Be­triebs­ver­ein­ba­rung nicht ergänzend aus­ge­legt wer­den, da ent­ge­gen den Vor­ga­ben der höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung ge­ra­de nicht er­sicht­lich sei, wel­cher der in Be­tracht kom­men­den Ta­rif­verträge ein­schlägig sein sol­le. Fer­ner würde ei­ne ergänzen­de Aus­le­gung in un­zulässi­ger Art und Wei­se in die Re­ge­lungs­macht der Be­triebs­par­tei­en ein­grei­fen, da die Gel­tung des TV-L oder TVöD nicht von dem Be­triebs­rat mit­be­stimmt wor­den sei.
41 We­gen des wei­te­ren Sach- und Streit­stan­des im Be­ru­fungs­ver­fah­ren wird ergänzend auf die zwi­schen den Par­tei­en ge­wech­sel­ten Schriftsätze nebst An­la­gen so­wie die Sit­zungs­nie­der­schrift vom 25. Ok­to­ber 2016 Be­zug ge­nom­men.
42 E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e :
44 Die Be­ru­fung der Be­klag­ten ist zulässig. Sie ist an sich gemäß § 64 Abs. 1, 2 lit. b) ArbGG statt­haft und form- und frist­ge­recht ein­ge­legt und be­gründet wor­den, § 66 Abs. 1 ArbGG.
46 Die Be­ru­fung ist in der Sa­che je­doch nicht er­folg­reich.
48 Die Kla­ge ist zulässig.
50 Der zu 1) ge­stell­te Zah­lungs­an­trag weist die gemäß § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO er­for­der­li­che Be­stimmt­heit auf. Der Kläger hat die ge­bo­te­ne In­di­vi­dua­li­sie­rung der Ansprüche der­ge­stalt vor­ge­nom­men, dass er­kenn­bar ist, über wel­che Streit­ge­genstände und in wel­cher Rei­hen­fol­ge das Ge­richt ent­schei­den soll (vgl. hier­zu et­wa 24.09.2014 - 5 AZR 593/12, NZA 2015, 35). Er hat klar­ge­stellt, dass er sein Pe­ti­tum auf in­di­vi­du­al­ver­trag­li­che Ansprüche und le­dig­lich hilfs­wei­se auf nor­ma­ti­ve, aus der BV vom 17.02.1993 fol­gen­de Ansprüche stützt. Er hat wei­ter­hin ver­deut­licht, dass er - wie auch die Fest­stel­lungs­anträge zei­gen - in ers­ter Li­nie von ei­ner Maßgeb­lich­keit der Be­stim­mun­gen des TV-L Ta­rif­be­reich West aus­geht und nur sub­si­diär von ei­ner sol­chen des TVöD für den Be­reich VKA. So­weit sich Lohn­be­stand­tei­le nach Maßga­be der Ta­rif­wer­ke im Ein­zel­nen nicht de­cken, hat der Kläger an­ge­ge­ben, wie und in wel­cher Rei­hen­fol­ge (Chro­no­lo­gie­prin­zip) et­wa über­schießen­de Beträge aus der An­wen­dung des TVöD-VKA zur Er­rei­chung der auf Ba­sis des TV-L Ta­rif­be­reich West er­rech­ne­ten Kla­ge­for­de­rung her­an­ge­zo­gen wer­den sol­len (vgl. Blatt 22 der Kla­ge­schrift; Pro­to­kollerklärung vom 25.10.2016).
52 Der bzw. die wei­ter­hin ge­stell­ten Fest­stel­lungs­anträge sind eben­falls zulässig. Es han­delt sich um ei­ne auch außer­halb des Öffent­li­chen Diens­tes übli­che Ein­grup­pie­rungs­fest­stel­lungs­kla­ge, für die das von § 256 Abs. 1 ZPO ge­for­der­te Fest­stel­lungs­in­ter­es­se an­zu­neh­men ist. Durch die Ent­schei­dung über den Fest­stel­lungs­an­trag wird der Streit ins­ge­samt be­sei­tigt und das Rechts­verhält­nis der Par­tei­en ab­sch­ließend geklärt (vgl. et­wa zu ei­ner Ein­grup­pie­rung nach den AVR für das Dia­ko­ni­sche Werk BAG, Ur­teil vom 12.04.2016 - 6 AZR 284/15, NZA-RR 2016, 419). Im Hin­blick auf die Be­stimmt­heit der Fest­stel­lungs­anträge wird auf die Ausführun­gen un­ter oben 1. Be­zug ge­nom­men.
53 II.
Die Kla­ge ist ins­ge­samt un­be­gründet. Das Ar­beits­ge­richt hat je­den­falls im Er­geb­nis zu­tref­fend an­ge­nom­men, dass der Kläger kei­nen An­spruch auf Vergütung und auf Sonn- und Fei­er­tags­zu­schläge nach der Ent­gelt­ta­bel­le des TV-L Be­reich Ta­rif­ge­biet West oder des TVöD Be­reich VKA hat. Des­halb blei­ben der Zah­lungs- wie die Fest­stel­lungs­anträge er­folg­los.
56 Ein ver­trag­li­cher An­spruch be­steht nicht. Der Ar­beits­ver­trag des Klägers enthält kei­ne aus­drück­li­che oder im We­ge der ergänzen­den Ver­trags­aus­le­gung zu ge­win­nen­de Be­zug­nah­me auf ei­nes der in Re­de ste­hen­den Ta­rif­wer­ke.
58 Das Ar­beits­ge­richt hat zu Recht aus­geführt, dass Zif­fer 2. der un­ter dem 16.12.1992 von den Par­tei­en ge­trof­fe­nen Zu­satz­ver­ein­ba­rung zum Ar­beits­ver­trag vom 01.09.1991 ei­ne dy­na­mi­sche Ver­wei­sungs­klau­sel auf die Vergütungs­ord­nung des BAT enthält. Die Nen­nung ei­ner ta­rif­li­chen Vergütungs­grup­pe im Ar­beits­ver­trag durf­te der Kläger in Ge­samt­schau mit den be­reits zu­vor ge­trof­fe­nen ver­trag­li­chen Ab­re­den so ver­ste­hen, dass die Be­klag­te den Kläger künf­tig "nach Ta­rif" vergüten woll­te. Auf Zif­fer I.1.a)aa) der Ent­schei­dungs­gründe des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils wird zur Ver­mei­dung von Wie­der­ho­lun­gen Be­zug ge­nom­men.
60 Die dy­na­mi­sche In­be­zug­nah­me der Vergütungs­re­geln des BAT hat je­doch mit Ab­schluss der BV vom 17.02.1993, spätes­tens mit Un­ter­zeich­nung der Nach­trags­ver­ein­ba­rung der Par­tei­en vom März 1993 ge­en­det. Seit­dem er­gibt sich der Vergütungs­an­spruch des Klägers aus­sch­ließlich aus den Be­stim­mun­gen der BV.
61 aa.
62 Die Kam­mer hält dafür, dass es sich bei der Be­stim­mung in Zif­fer 2. der Zu­satz­ver­ein­ba­rung vom 16.12.1992 um ei­ne All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gung ge­han­delt hat, die auch un­ter Be­ach­tung der Un­klar­hei­ten­re­gel des § 305c Abs. 2 BGB (die in­halt­lich für All­ge­mei­ne Ar­beits­be­din­gun­gen schon vor In­kraft­tre­ten der Schuld­rechts­re­form und so­gar vor In­kraft­tre­ten des AGBG galt, vgl. et­wa BAG, Ur­tei­le vom 18.05.2010 - 3 AZR 373/08, NZA 2010, 935; vom 26.001.2005 - 10 AZR 331/04, NZA-RR 2005, 389) be­triebs­ver­ein­ba­rungs­of­fen ge­stal­tet war.
63 (1)Bei der Zif­fer 2. der Zu­satz­ver­ein­ba­rung zu ent­neh­men­den dy­na­mi­schen Ver­wei­sung auf die Vergütungs­re­geln des BAT han­delt es sich um ei­ne All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gung im Sin­ne des § 305 Abs. 1 BGB. Die­se wur­de von der Be­klag­ten für ei­ne Viel­zahl von Verträgen vor­for­mu­liert und dem Kläger ge­stellt. Dafür be­gründet das äußere Er­schei­nungs­bild und ins­be­son­de­re der In­halt der Klau­sel ei­ne tatsächli­che Ver­mu­tung, der kei­ne der Par­tei­en ent­ge­gen ge­tre­ten ist (vgl. hier­zu et­wa BAG, Ur­teil vom 24.09.2014 - 5 AZR 1024/12, NZA 2014, 1328). Für die Vor­stel­lung, die Be­klag­te ha­be dem Kläger an­ders als an­de­ren Mit­ar­bei­tern ex­klu­siv ei­ne zu dy­na­mi­sie­ren­de Vergütung nach dem BAT zu­sa­gen wol­len, gibt es kei­ner­lei An­halts­punk­te.
64 (2)Die Par­tei­en ha­ben kon­klu­dent ver­ein­bart, dass die In­be­zug­nah­me der Vergütungs­sys­te­ma­tik des BAT ei­ner Abände­rung durch be­trieb­li­che Nor­men un­ter­lie­gen soll.
65 (a)Ei­ne sol­che kon­klu­den­te Ver­ein­ba­rung ist re­gelmäßig an­zu­neh­men, wenn der Ver­trags­ge­gen­stand in All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen ent­hal­ten ist und ei­nen kol­lek­ti­ven Be­zug hat. Mit der Ver­wen­dung von All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen macht der Ar­beit­ge­ber für den Ar­beit­neh­mer er­kenn­bar deut­lich, dass im Be­trieb ein­heit­li­che Ver­trags­be­din­gun­gen gel­ten sol­len. Ei­ne be­triebs­ver­ein­ba­rungs­fes­te Ge­stal­tung der Ar­beits­be­din­gun­gen stünde dem ent­ge­gen. Die Ände­rung und Um­ge­stal­tung von be­triebs­ein­heit­lich gewähr­ten Leis­tun­gen wäre nur durch den Aus­spruch von Ände­rungskündi­gun­gen möglich. Der Ab­schluss von be­triebs­ver­ein­ba­rungs­fes­ten Ab­re­den würde zu­dem den Ge­stal­tungs­raum der Be­triebs­par­tei­en für zukünf­ti­ge An­pas­sun­gen von Ar­beits­be­din­gun­gen mit kol­lek­ti­vem Be­zug ein­schränken. Da All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen eben­so wie Be­stim­mun­gen in ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung auf ei­ne Ver­ein­heit­li­chung der Re­ge­lungs­ge­genstände ge­rich­tet sind, kann aus Sicht ei­nes verständi­gen und red­li­chen Ar­beit­neh­mers nicht zwei­fel­haft sein, dass es sich bei den vom Ar­beit­ge­ber ge­stell­ten Ar­beits­be­din­gun­gen um sol­che han­delt, die ei­ner Ände­rung durch Be­triebs­ver­ein­ba­rung zugäng­lich sind. Et­was an­de­res gilt nur dann, wenn Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer aus­drück­lich Ver­trags­be­din­gun­gen ver­ein­ba­ren, die un­abhängig von ei­ner für den Be­trieb gel­ten­den nor­ma­ti­ven Re­ge­lung An­wen­dung fin­den sol­len. Dem steht die Un­klar­hei­ten­re­ge­lung des § 305c Abs. 2 BGB nicht ent­ge­gen. Da­nach muss der die All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen ver­wen­den­de Ar­beit­ge­ber bei Un­klar­hei­ten die ihm ungüns­tigs­te Aus­le­gungsmöglich­keit ge­gen sich gel­ten las­sen. Die­se Aus­le­gungs­re­gel kommt al­ler­dings erst dann zur An­wen­dung, wenn der Klau­sel­in­halt nicht be­reits durch Aus­le­gung zwei­fels­frei fest­ge­stellt wer­den kann. Es müssen "er­heb­li­che Zwei­fel" an der rich­ti­gen Aus­le­gung be­ste­hen. Die ent­fern­te Möglich­keit, zu ei­nem an­de­ren Er­geb­nis zu kom­men, genügt für die An­wen­dung der Be­stim­mung nicht (Grundsätze nach BAG, Ur­teil vom 05.03.2013 - 1 AZR 417/12, NZA 2013, 916).
66 (b)Nach die­sen Grundsätzen ist auch für den zu ent­schei­den­den Sach­ver­halt ei­ne Be­triebs­ver­ein­ba­rungs­of­fen­heit an­zu­neh­men. Die An­glei­chung und Syn­chro­ni­sie­rung der be­trieb­li­chen mit ei­ner ta­rif­lich ver­ein­bar­ten, für den Be­trieb aber nicht ein­schlägi­gen Vergütungs­ord­nung be­sitzt ge­ra­de­zu ex­em­pla­risch kol­lek­ti­ven Cha­rak­ter. Ei­ne Neu­re­ge­lung durch die Be­triebs­par­tei­en war auch nicht et­wa gemäß § 77 Abs. 3 Be­trVG aus­ge­schlos­sen. Die Ar­beits­ent­gel­te der Mit­ar­bei­ter der Be­klag­ten un­ter­la­gen nicht nur im No­vem­ber 1992 kei­ner ta­rif­li­chen Bin­dung, son­dern wa­ren auch nicht übli­cher­wei­se ta­rif­lich ge­re­gelt. Viel­mehr wa­ren die Ar­beits­ent­gel­te in pri­va­ten Al­ten- und Pfle­gein­rich­tun­gen in Nord­rhein-West­fa­len nie Ge­gen­stand ei­ner Re­ge­lung in ei­nem Flächen­ta­rif­ver­trag (vgl. BAG, Ur­teil vom 26.08.2008 - 1 AZR 354/07, NZA 2008, 1426).
67 bb.
68 Die BV vom 17.02.1993 ist vor die­sem Hin­ter­grund wirk­sam ver­ein­bart wor­den. Sie hat ei­ne ei­genständi­ge Vergütungs­ord­nung ge­schaf­fen, weil sich die Be­triebs­par­tei­en ge­ra­de nicht dar­auf be­schränkt ha­ben, die ein­schlägi­gen Be­stim­mun­gen des BAT "ab­zu­schrei­ben" und da­mit die be­reits vor­her mit der Be­leg­schaft ver­trag­lich ver­ein­bar­te dy­na­mi­sche Ver­wei­sung auf das Ta­rif­werk schlicht zu über­neh­men. Das wird an den Son­der­re­ge­lun­gen des § 3 deut­lich, durch die ei­ne Rei­he vergütungs­re­le­van­ter Punk­te wie et­wa die Kran­ken­bezüge, das Ur­laubs- und Weih­nachts­geld so­wie die Zeit­zu­schläge aus­drück­lich ei­ne vom BAT ab­wei­chen­de Re­ge­lung er­fah­ren. Ein Ent­loh­nungs­grund­satz, dass für die Ar­beit­neh­mer der Be­klag­ten ge­ne­rell ein Ta­rif­werk für den Öffent­li­chen Dienst gel­ten soll, lässt sich im Er­geb­nis der BV vom 17.02.1993 nicht ent­neh­men (vgl. zu ei­ner in­halt­lich na­he­zu iden­ti­schen Be­triebs­ver­ein­ba­rung BAG, Ur­teil vom 05.05.2015 - 1 AZR 435/134, NZA 2015, 1207).
69 cc.
70 Der Kläger hat sich je­den­falls mit Un­ter­zeich­nung des Nach­trags zum Ar­beits­ver­trag im März 1993 da­mit ein­ver­stan­den erklärt, dass für sei­ne Vergütung künf­tig nicht mehr die dy­na­mi­sche Ver­wei­sung auf den BAT maßgeb­lich sein soll, son­dern die Be­stim­mun­gen der BV vom 17.02.1993. Die Kam­mer teilt die Auf­fas­sung des Ar­beits­ge­richts, dass es sich da­bei um ei­ne kon­sti­tu­ti­ve Ver­ein­ba­rung ge­han­delt hat, durch die der Kläger dar­auf ver­zich­tet hat, sich bei Zurück­blei­ben der Leis­tun­gen nach der BV auf güns­ti­ge­re Ar­beits­be­din­gun­gen nach dem BAT zu be­ru­fen.
71 Satz 1 des 2. Ab­sat­zes des Nach­trags enthält den un­miss­verständ­li­chen Pas­sus, wo­nach al­le in der BV ge­trof­fe­nen Be­stim­mun­gen die ent­spre­chen­den Re­ge­lun­gen des Ar­beits­ver­tra­ges "außer Kraft" set­zen. Das be­trifft ins­be­son­de­re §§ 2, 3 der BV. Wei­te­re Ände­run­gen enthält der Nach­trag nicht. Fass­te man Satz 1 des 2. Ab­sat­zes nicht als kon­sti­tu­ti­ve Ver­ein­ba­rung auf, blie­be un­klar, wo­mit der Kläger sich sonst ein­ver­stan­den erklärt ha­ben soll­te. Zwi­schen den Par­tei­en be­stand zwei­fel­los Ei­nig­keit, dass künf­tig al­lein die von der BV ge­schaf­fe­ne Vergütungs­ord­nung ver­bind­lich sein soll­te und nicht mehr die­je­ni­ge des BAT, die (sie­he oben bb.) er­sicht­lich nicht de­ckungs­gleich wa­ren. Die Ver­ein­ba­rung ist des­halb nicht un­klar im Sin­ne des § 305c Abs. 2 BGB. Ab­satz 1 des Nach­trags steht dem nicht ent­ge­gen. Er eröff­net al­len­falls ei­ne ent­fern­te Möglich­keit, im Hin­blick auf die ge­woll­te Maßgeb­lich­keit der BV zu ei­nem an­de­ren Aus­le­gungs­er­geb­nis zu kom­men, was für die An­wen­dung der Un­klar­hei­ten­be­stim­mung nicht genügt (vgl. BAG, et­wa Ur­teil vom 05.03.2013 - 1 AZR 417/12, NZA 2013, 916). Hätte es aus Sicht der Par­tei­en ei­ner Un­ter­zeich­nung des Nach­trags und ei­nes Ein­verständ­nis­ses des Klägers nicht be­durft, wäre viel­mehr ei­ne an­de­re For­mu­lie­rung des Schrei­bens oder ein gänz­li­ches Ab­se­hen von ei­ner sol­chen Kor­re­spon­denz zu er­war­ten ge­we­sen. Grundsätz­lich gilt nämlich, dass im Ver­trag deut­lich zum Aus­druck ge­bracht wor­den sein muss, wenn dem In­halt ei­ner ab­ge­ge­be­nen Wil­lens­erklärung kei­ne rechts­geschäft­li­che Wir­kung zu­kom­men soll, son­dern es sich nur um ei­ne de­kla­ra­to­ri­sche An­ga­be in Form ei­ner sog. Wis­sens­erklärung han­delt (BAG, et­wa im Ur­teil vom 13.05.2015 - 4 AZR 244/14, NZA-RR 2016, 6).
73 Ei­ne nach­fol­gen­de Ver­tragsände­rung des In­halts, dass nun­mehr doch wie­der un­ein­ge­schränkt und dy­na­misch die Vergütungs­be­stim­mun­gen des BAT oder ei­nes an­de­ren Ta­rif­werks für den Öffent­li­chen Dienst gel­ten sol­len, ha­ben die Par­tei­en er­sicht­lich nicht ver­ein­bart. Die Ab­re­den vom 22.03.1995 und vom 23.03.2006 be­tref­fen nur die Ände­run­gen der re­gelmäßigen wöchent­li­chen Ar­beits­zeit des Klägers. Zif­fer 2 der Zu­satz­ver­ein­ba­rung vom 22.03.1995 gibt le­dig­lich wie­der, wie hoch das Ar­beits­ent­gelt des Klägers un­ter Berück­sich­ti­gung der geänder­ten Wo­chen­ar­beits­zeit und der nach der BV ein­schlägi­gen Vergütungs­grup­pe BAT Vc künf­tig be­tragsmäßig ausfällt.
74 2.
75 Der An­spruch des Klägers er­gibt sich auch nicht aus der BV vom 17.02.1993. Nach Maßga­be der be­reits oben zi­tier­ten Ent­schei­dung des BAG vom 26.08.2008 (1 AZR 354/07, NZA 2008, 1426) wirkt die BV als teil­mit­be­stimm­te Re­ge­lung in­fol­ge ih­rer Kündi­gung zum 31.12.2001 zwar gemäß § 77 Abs. 6 Be­trVG nach. Sie ist je­doch kei­ner ergänzen­den Aus­le­gung des In­halts zugäng­lich, wo­nach nach Aus­lau­fen des BAT nun­mehr die Vergütungs­ta­ri­fe des TV-L Be­reich Ta­rif­ge­biet West oder des TVöD Be­reich VKA gel­ten sol­len (un­ten a.). Zu­dem wäre es selbst bei Er­for­der­lich­keit ei­ner ergänzen­den Aus­le­gung Sa­che der Be­triebs­par­tei­en und nicht der Ge­rich­te für Ar­beits­sa­chen, ei­ne plan­wid­ri­ge Re­ge­lungslücke in der BV zu schließen (un­ten b.).
77 Die BV vom 17.02.1993 ist durch die Nicht­fort­schrei­bung der Vergütungs­ta­bel­len des BAT nicht un­be­wusst und plan­wid­rig lücken­haft ge­wor­den. Oh­ne ei­ne sol­che Re­ge­lungslücke schei­det ei­ne ergänzen­de Aus­le­gung ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung ge­ne­rell aus (vgl. et­wa BAG, Ur­teil vom 05.05.2015 - 1 AZR 435/15, NZA 2015, 1207).
78 Ge­gen ei­ne Lücken­haf­tig­keit der BV spricht ins­be­son­de­re, dass die Be­triebs­par­tei­en in "§ 2 Lohn- und Vergütungs­richt­li­ni­en" un­ter Zif­fer 4. aus­drück­lich be­stimmt ha­ben, dass le­dig­lich Ände­run­gen und Ergänzun­gen der Vergütungs­ta­rif­verträge zum BAT zum sel­ben Zeit­punkt für die Mit­ar­bei­ter der Be­klag­ten maßgeb­lich wer­den, wie dies für die Mit­ar­bei­ter im Öffent­li­chen Dienst der Fall ist. TVöD und TV-L stel­len je­doch kei­ne Ände­run­gen oder Ergänzun­gen zum BAT dar, son­dern er­set­zen die bis­he­ri­gen Ta­rif­vor­schrif­ten. Nur wenn nach dem Wort­laut ei­ner Be­zug­nah­me­klau­sel auch die­je­ni­gen Ta­rif­verträge erwähnt wer­den, die den BAT "er­set­zen", wird da­mit auch der TVöD VKA als ein den BAT-VKA er­set­zen­der Ta­rif­ver­trag er­fasst (vgl. BAG, Be­schluss vom 22.04.2009 - 4 ABR 14/08, NZA 2009, 1286). An­halts­punk­te dafür, dass die Be­triebs­par­tei­en vor­lie­gend die Ver­wen­dung des Be­griffs "er­set­zen" un­be­wusst un­ter­las­sen ha­ben, exis­tie­ren nicht. Ge­ra­de zum BAT wa­ren viel­mehr Be­zug­nah­me­klau­seln mit dem Drei­klang "ergänzend, ändernd und er­set­zend" üblich. Ab­ge­se­hen da­von ha­ben sich die Be­triebs­par­tei­en von vorn­her­ein nicht ein­mal der Ent­loh­nungs­sys­te­ma­tik des BAT un­ein­ge­schränkt an­ge­schlos­sen, son­dern ei­ne Rei­he vergütungs­re­le­van­ter Punk­te in­halt­lich ab­wei­chend ge­re­gelt. Auf die Ausführun­gen un­ter oben 1.b.bb. wird Be­zug ge­nom­men. Wie aber ein den BAT er­set­zen­des Ta­rif­werk zu den Son­der­re­ge­lun­gen des § 3 der BV vom 17.02.1993 pas­sen würde, war nicht ab­zu­se­hen. Es kann da­her nicht aus­ge­schlos­sen wer­den, dass die Be­triebs­par­tei­en den Um­stand ei­ner Er­set­zung be­wusst nicht re­geln woll­ten, da ein der­ar­ti­ger Vor­gang sich in der Re­gel wei­ter vom Aus­gangs­punkt ent­fernt als bloße Ergänzun­gen oder Ände­run­gen.
80 Selbst wenn man ei­ne plan­wid­ri­ge Lücken­haf­tig­keit der BV für den Fall der Er­set­zung des BAT annähme, lägen kei­ne hin­rei­chen­den An­halts­punk­te dafür vor, wel­ches Ta­rif­werk an die Stel­le des BAT tre­ten soll­te.
81 aa.
82 Ei­ne Re­ge­lungslücke in ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung kann und darf von den Ge­rich­ten durch ei­ne ergänzen­de Aus­le­gung nur ge­schlos­sen wer­den, wenn sich un­ter Berück­sich­ti­gung von Treu und Glau­ben aus­rei­chen­de An­halts­punk­te für den mut­maßli­chen Wil­len der Be­triebs­par­tei­en er­ge­ben. Fehlt es hier­an, kommt ei­ne Lücken­sch­ließung nur dann in Be­tracht, wenn ei­ne be­stimm­te Re­ge­lung nach ob­jek­ti­ver Be­trach­tung zwin­gend ge­bo­ten ist. Gibt es bei tatsäch­li­cher und recht­li­cher Be­trach­tung meh­re­re Möglich­kei­ten, ei­ne fest­ge­stell­te Lücke zu schließen, be­darf es ei­ner Ent­schei­dung der Be­triebs­par­tei­en. Die Ge­rich­te für Ar­beits­sa­chen sind zu ei­ner sol­chen nicht be­fugt (Lan­des­ar­beits­ge­richt Nie­der­sach­sen 06.12.2012 - 4 Sa 454/12 B - ju­ris; vgl. zu Ta­riflücken BAG 03.11.1998 - 3 AZR 432/97 - NZA 1999, 999).
83 bb.
84 Im vor­lie­gen­den Fall gibt es meh­re­re Möglich­kei­ten der Lücken­sch­ließung. Zwar dürf­te zu­tref­fen, dass we­nig für die Ein­be­zie­hung des TVöD-VKA spricht, weil der Wort­laut der BV an meh­re­ren Stel­len von den Ta­rif­re­ge­lun­gen "des Bun­des und der Länder" spricht. Dem­ge­genüber er­scheint die Auf­fas­sung des Klägers, der mut­maßli­che Wil­le der Be­triebs­par­tei­en sei auf ei­ne In­be­zug­nah­me der Vergütungs­be­stim­mun­gen des TV-L Ta­rif­ge­biet West ge­rich­tet, kei­nes­falls zwin­gend. Es kommt eben­so die In­be­zug­nah­me des TVöD Bund in Be­tracht. Für die ergänzen­de Aus­le­gung der BV kann als rich­tig un­ter­stellt wer­den, dass es für die Er­mitt­lung des mut­maßli­chen Wil­lens auf den Zeit­punkt des Ab­schlus­ses der Be­triebs­ver­ein­ba­rung an­kommt. Das be­deu­tet aber nicht, dass zwi­schen­zeit­lich ein­ge­tre­te­ne tatsächli­che Ent­wick­lun­gen ir­re­le­vant wären. Viel­mehr ist maßgeb­lich, was die Be­triebs­par­tei­en im Jah­re 1993 ver­ein­bart hätten, wenn sie die durch die Nicht­fort­schrei­bung des BAT ent­ste­hen­de Si­tua­ti­on bei ei­ner in die­sem Zeit­punkt un­strei­tig ge­ge­be­nen Ein­bet­tung der Be­klag­ten in ei­ne bun­des­weit agie­ren­de Un­ter­neh­mens­grup­pe vor­aus­ge­se­hen hätten. Auch in­so­weit ha­ben sich die Umstände in ei­ner von den Be­triebs­par­tei­en nicht vor­her­ge­se­he­nen Art und Wei­se geändert. Käme es al­lein auf die Verhält­nis­se im Jah­re 1993 an, bestünde die Ge­fahr, ei­ne un­pas­send ge­wor­de­ne Re­ge­lung durch ei­ne an­de­re un­pas­sen­de zu er­set­zen. Das ist nicht Sinn und Zweck ei­ner ergänzen­den Ver­trags­aus­le­gung.
85 Im Übri­gen trifft nicht zu, dass die Mit­ar­bei­ter der Be­klag­ten "für al­le Zei­ten" von der Dy­na­mik der Vergütungs­ent­wick­lung im Öffent­li­chen Dienst ab­ge­kop­pelt wären. Es ist nur nicht Sa­che der Ge­rich­te für Ar­beits­sa­chen, son­dern der Be­triebs­par­tei­en, in­so­weit für ei­ne An­glei­chung zu sor­gen.
87 Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 97 Abs. 1 ArbGG. Die Kam­mer hat den für die Ent­schei­dung er­heb­li­chen Rechts­fra­gen grundsätz­li­che Be­deu­tung bei­ge­mes­sen und des­halb die Re­vi­si­on für die Be­klag­te gemäß § 72 Abs. 2 Nr. 1 ArbGG zu­ge­las­sen.
88 RECH­TSMIT­TEL­BE­LEH­RUNG
89 Ge­gen die­ses Ur­teil kann von der kla­gen­den Par­tei
90 R E V I S I O N
91 ein­ge­legt wer­den.
92 Für die be­klag­te Par­tei ist ge­gen die­ses Ur­teil kein Rechts­mit­tel ge­ge­ben.
93 Die Re­vi­si­on muss in­ner­halb ei­ner Not­frist* von ei­nem Mo­nat schrift­lich oder in elek­tro­ni­scher Form beim
94 Bun­des­ar­beits­ge­richt
95 Hu­go-Preuß-Platz 1
96 99084 Er­furt
97 Fax: 0361-2636 2000
98 ein­ge­legt wer­den.
99 Die Not­frist be­ginnt mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Ur­teils, spätes­tens mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach der Verkündung.
100 Die Re­vi­si­ons­schrift muss von ei­nem Be­vollmäch­tig­ten un­ter­zeich­net sein. Als Be­vollmäch­tig­te sind nur zu­ge­las­sen:
101 1.Rechts­anwälte,
102 2.Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern so­wie Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der,
103 3.Ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der in Num­mer 2 be­zeich­ne­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on und ih­rer Mit­glie­der oder an­de­rer Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt, und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.
104 In den Fällen der Zif­fern 2 und 3 müssen die Per­so­nen, die die Re­vi­si­ons­schrift un­ter­zeich­nen, die Befähi­gung zum Rich­ter­amt ha­ben.
105 Ei­ne Par­tei, die als Be­vollmäch­tig­ter zu­ge­las­sen ist, kann sich selbst ver­tre­ten.
106 Bezüglich der Möglich­keit elek­tro­ni­scher Ein­le­gung der Re­vi­si­on wird auf die Ver­ord­nung über den elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehr beim Bun­des­ar­beits­ge­richt vom 09.03.2006 (BGBl. I Sei­te 519) ver­wie­sen.
107 * ei­ne Not­frist ist un­abänder­lich und kann nicht verlängert wer­den.
zur Übersicht 8 Sa 500/16