Source: https://www.jewiki.net/wiki/Anlageverm%C3%B6gen
Timestamp: 2017-12-13 07:26:48
Document Index: 10584372

Matched Legal Cases: ['§ 247', '§ 247', '§ 266', '§ 253', '§ 253', '§ 253', '§ 253']

Anlagevermögen – Jewiki
Zum Anlagevermögen (engl. „fixed assets“) gehören
a) alle auf der Aktivseite einer Bilanz ausgewiesenen Vermögensgegenstände, die am Bilanzstichtag dazu bestimmt sind, dem Geschäftsbetrieb eines Unternehmens dauernd zu dienen,
b) alle Vermögensgüter, die länger als ein Jahr wiederholt oder dauerhaft in der Produktion eingesetzt werden.
1.5 Internationale Regelungen
In § 247 Abs. 2 HGB ist vorgesehen, dass zum Anlagevermögen alle Vermögensgegenstände eines Unternehmens gehören, die dazu bestimmt sind, dauerhaft dem Geschäftsbetrieb zu dienen. Es umfasst alle Vermögensteile, die zum Aufbau und zur Ausstattung eines Betriebes nötig und langfristig im Unternehmen gebunden sind. Das Anlagevermögen wird im Gegensatz zum Umlaufvermögen nicht weiter be- oder verarbeitet und geht nicht in den Prozess der betrieblichen Leistungserstellung ein.
Das Anlagevermögen bildet neben dem Umlaufvermögen die Hauptposition in einer Bilanz. Es umfasst diejenigen Vermögensgegenstände, die repetitiv für den Produktionsprozess eingesetzt werden und daher dem Geschäftsbetrieb dauerhaft dienen (§ 247 Abs. 2 HGB). Es kommt mithin auf die wirtschaftliche Zweckbestimmung an, ob ein Vermögensposten zum Anlage- oder Umlaufvermögen gerechnet werden muss. Sind Gegenstände für die Eigennutzung im Unternehmen vorgesehen, gehören sie zum Anlagevermögen; zum Verkauf oder Verbrauch bestimmte Gegenstände hingegen zum Umlaufvermögen. Das Kriterium „dauernd“ ist entscheidend für die Abgrenzung zwischen Anlage- und Umlaufvermögen.[1]
Zwecks Einheitlichkeit, Bilanzklarheit, Bilanzwahrheit und Bilanzkontinuität verlangt § 266 Abs. 2 HGB eine Unterteilung des Anlagevermögens in immaterielle Vermögensgegenstände („intangible assets“), Sachanlagen („tangible assets“) und Finanzanlagen („financial assets“). Diese Regelung entspricht internationalen Gepflogenheiten.
Immaterielle Vermögensgegenstände sind nicht-körperliche, also nicht wahrnehmbare Objekte, insbesondere der Geschäfts- oder Firmenwert, selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte (Patente/Lizenzen) sowie entgeltlich erworbene Schutzrechte und Konzessionen.
Zum Sachanlagevermögen gehören vor allem Grundstücke (bebaut oder unbebaut), Maschinen und maschinelle Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung oder Fahrzeuge.
Zum Finanzanlagevermögen gehören insbesondere Kapitalbeteiligungen, Wertpapiere des Anlagevermögens und langfristige Ausleihungen.
Siehe Hauptartikel Aktivierung (Rechnungswesen).
Die Bewertung der einzelnen Gegenstände des nicht abnutzbaren Anlagevermögens erfolgt zu ihren Anschaffungskosten, die die absolute Wertobergrenze bilden. Bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist (etwa Gebäude), sind als Bilanzwert die fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten anzusetzen. Diese werden zum Zeitpunkt des Erwerbs festgestellt und umfassen den Anschaffungspreis und eventuelle Nebenkosten, wie zum Beispiel Zulassungsgebühren bei Kraftfahrzeugen. Die Summe dieser Werte wird als Bruttosachanlagevermögen bezeichnet. Der Wert muss anschließend planmäßig über die Nutzungszeit des Anlagegutes abgeschrieben werden (§ 253 Abs. 3 HGB), verringert sich also mit zunehmendem Alter des Gegenstandes (Nettosachanlagevermögen). Nach dem geltenden gemilderten Niederstwertprinzip müssen temporäre Wertminderungen gegenüber dem ursprünglichen Buchwert unberücksichtigt bleiben, nur dauerhaften Wertminderungen ist durch Abschreibungen zu begegnen (§ 253 Abs. 1 und 3 HGB). Eine dauernde Wertminderung ist ein nachhaltiges – zumindest einen erheblichen Teil der Nutzungsdauer bestehendes – Absinken des aktuellen Werts unter den Buchwert.[2] Entfällt später der Grund für die Abschreibung, so ist eine Zuschreibung im Rahmen der Wertaufholung vorzunehmen (§ 253 Abs. 5 Satz 1 HGB), aber nicht beim Firmenwert (§ 253 Abs. 5 Satz 2 HGB).
Homogen mit dem deutschen Recht sind die internationalen Gliederungsvorschriften sowie die Zuordnungsfragen zum Anlage- oder Umlaufvermögen. Sehr heterogen – und hier nicht sinnvoll einzubringen – sind die internationalen Bewertungsvorschriften.
Datei:Sachvermögen.png
„weil er nicht durch Produktionstätigkeit gemehrt werden kann. Der Grund und Boden zählt zu den nichtproduzierten Vermögensgütern, deren Wert in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen nur in größeren Zeitabständen ermittelt wird.“[3]
Coenenberg, Adolf G.: Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse, 21. Auflage, Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2009; ISBN 3791027700
Statistisches Bundesamt, Dr. Oda Schmalwasser, Dipl.-Kauffrau Nadine Weber: „Revision der Anlagevermögensrechnung 1991 bis 2001“ Wirtschaft und Statistik November 2012 (im Internet abrufbar)
↑ Stefan Müller/Inge Wulf, Bilanztraining, 2009, S. 186
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