Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201998,%20339
Timestamp: 2020-01-28 20:08:25
Document Index: 336064265

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 10', '§ 9', '§ 22', '§ 10', '§ 22']

BFH, 16.12.1997 - VIII R 38/94 - dejure.org
https://dejure.org/1997,1486
BFH, 16.12.1997 - VIII R 38/94 (https://dejure.org/1997,1486)
BFH, Entscheidung vom 16.12.1997 - VIII R 38/94 (https://dejure.org/1997,1486)
BFH, Entscheidung vom 16. Dezember 1997 - VIII R 38/94 (https://dejure.org/1997,1486)
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EStG § 9 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2, § 10 Abs. 1 Nr. 1a Satz 2
Leibrentenzahlung - Sonderausgaben - Werbungskosten
§§ 9, 10 EStG
Einkommensteuer; Beschränkung des abziehbaren Teils von Leibrentenzahlungen
FG Hamburg, 15.04.1994 - V 243/90
BFHE 185, 199
NJW 1998, 2311
BB 1998, 1148
DB 1998, 1165
BStBl II 1998, 339
Die Pauschalierung als solche ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden: Sie dient der im Steuerrecht als Massenfallrecht gebotenen oder doch zumindest erlaubten Typisierung und Vereinfachung des Besteuerungsverfahrens (vgl. zur Ertragsanteilsbesteuerung BFH-Urteile vom 16. Dezember 1997 VIII R 38/94, BFHE 185, 199, BStBl II 1998, 339, unter II. d;… vom 14. Juni 2000 X R 111/98, BFH/NV 2001, 300, unter II. 2. a; allgemein BVerfG-Beschluss vom 25. September 1992 2 BvL 5, 8, 14/91, BVerfGE 87, 153, 172, BStBl II 1993, 413).
Der Mehrbetrag, der auf der Wertsicherungsklausel beruht, ist vielmehr ein Teil der Rente, der die Kontinuität des inneren Wertes der Rente sicherstellt (BFH-Urteil in BFHE 185, 199, BStBl II 1998, 339, unter II.4.b cc).
Eine "vergröbernde, die Abwicklung von Massenverfahren erleichternde Typisierung" ist jedenfalls dann verfassungsrechtlich unbedenklich, wenn sie --wie hier-- realitätsgerecht ist und nicht zu einem unverhältnismäßigen Eingriff in die Rechte der Betroffenen führt (vgl. Beschluss des BVerfG vom 25. September 1992 2 BvL 5, 8, 14/91, BVerfGE 87, 153, 172; zur Ertragsanteilsbesteuerung BFH-Urteil in BFHE 185, 199, BStBl II 1998, 339, unter II. d).
Nach ständiger Rechtsprechung rechtfertigen es weder die individuellen Verhältnisse der Rentenberechtigten (hier: das --eventuelle-- Unterschreiten der statistischen Lebenserwartung) noch das Vorhandensein anderen und neueren statistischen Materials, von den verbindlich festgelegten Ertragsanteil-Vomhundertsätzen des § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a EStG abzuweichen (BFH-Urteile vom 8. Dezember 1988 IX R 157/83, BFHE 155, 359, BStBl II 1989, 282, unter 1.; vom 16. Dezember 1997 VIII R 38/94, BFHE 185, 199, BStBl II 1998, 339).
Eine solche "vergröbernde, die Abwicklung von Massenverfahren erleichternde Typisierung" ist jedenfalls dann verfassungsrechtlich unbedenklich, wenn sie --wie hier-- nicht zu einem unverhältnismäßigen Eingriff in die Rechte der Betroffenen führt (vgl. Beschluss des BVerfG vom 25. September 1992 2 BvL 5, 8, 14/91, BVerfGE 87, 153, 172; zur Ertragsanteilsbesteuerung BFH-Urteil in BFHE 185, 199, BStBl II 1998, 339, unter II. d).
Die unterschiedliche Berechnung des Zinsanteils je nach Einkunftsart unterliegt auch keinen verfassungsrechtlichen Bedenken (vgl. dazu BFH-Urteil vom 16. Dezember 1997 VIII R 38/94, BFHE 185, 199, BStBl II 1998, 339, a.E. unter d).
Korrespondierend hiermit ist es angesichts der eindeutigen Gesetzeslage den Gerichten verwehrt, bei der Abziehbarkeit von Leibrenten nach § 10 Abs. 1 Nr. 1 a Satz 2 EStG dem auf einen höheren Ansatz des abziehbaren Teils der Rentenzahlungen gerichteten Begehren, das etwa mit der Anwendung versicherungsmathematischer Berechnungsmethoden oder mit dem Hinweis auf individuelle Verhältnisse (vor allem konkrete Abweichungen von der statistischen Lebenserwartung) oder mit neuerem statistischen Material begründet wird, Rechnung zu tragen (Urteil vom 16. Dezember 1997 VIII R 38/94, BFHE 185, 199, BStBl II 1998, 339).
Lediglich informatorisch wird daher darauf hingewiesen, dass der Bundesfinanzhof bereits in seinem Urteil vom 16.12.1997 (Az. VIII R 38/94, BFHE 185, 199 , BStBl II 1998, 339 ) ausgeführt hat, dass gegen die pauschalierte Beschränkung des Werbungskostenabzugs keine Bedenken bestehen.
Nach ständiger Rechtsprechung der Ertragsteuersenate des BFH rechtfertigen es weder die individuellen Verhältnisse der Rentenberechtigten noch das Vorhandensein anderen und neueren statistischen Materials, von den verbindlich festgelegten Ertragsanteil-Vomhundertsätzen des § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a EStG abzuweichen (BFH-Urteile vom 8. Dezember 1988 IX R 157/83, BFHE 155, 359, BStBl II 1989, 282, unter 1.; vom 16. Dezember 1997 VIII R 38/94, BFHE 185, 199, BStBl II 1998, 339, …und vom 5. Juni 2002 X R 1/00, BFH/NV 2002, 1438).