Source: https://www.bag-urteil.com/13-05-2015-4-azr-244-14/
Timestamp: 2019-09-19 23:47:13
Document Index: 194841756

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 3', '§ 3', '§ 307', '§ 1', '§ 14', '§ 1']

﻿ ﻿ BAG – 4 AZR 244/14 | bag-urteil.com
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 13.05.2015, 4 AZR 244/14
4 AZR 244/14 > Rn 1
4 AZR 244/14 > Rn 2
4 AZR 244/14 > Rn 3
4 AZR 244/14 > Rn 4
Als Ausgleich für den Zeitraum April 2007 bis März 2008 erhalten Sie außerdem eine Einmalzahlung von 400,– EUR.“
4 AZR 244/14 > Rn 5
4 AZR 244/14 > Rn 6
4 AZR 244/14 > Rn 7
4 AZR 244/14 > Rn 8
4 AZR 244/14 > Rn 9
4 AZR 244/14 > Rn 10
4 AZR 244/14 > Rn 11
4 AZR 244/14 > Rn 12
4 AZR 244/14 > Rn 13
4 AZR 244/14 > Rn 14
4 AZR 244/14 > Rn 15
4 AZR 244/14 > Rn 16
4 AZR 244/14 > Rn 17
aa) Nach dem Wortlaut des Arbeitsvertrags in § 1 wurde die Klägerin als „Buchhändlerin … Tarifgruppe I eingestellt“ und in § 3 ist für die „Gehaltszahlung“ ein „Tarifentgelt DM 2.700,–“ vorgesehen. Damit hat die Rechtsvorgängerin der Beklagten als Klauselverwenderin deutlich zum Ausdruck gebracht, sie vergüte die Klägerin entsprechend der einschlägigen tariflichen Entgeltbestimmungen, zumal sie in § 3 des Arbeitsvertrags zwischen einem Tarifgehalt und einer „etwaigen übertariflichen Zulage“ unterscheidet. Der durchschnittliche Arbeitnehmer darf bei einer derartigen Verknüpfung von einem festen Entgeltbetrag und dessen Bezeichnung als Tarifentgelt redlicherweise davon ausgehen, der in der Klausel festgehaltene Betrag werde nicht für die Dauer des Arbeitsverhältnisses statisch sein, sondern solle sich entsprechend den tariflichen Entwicklungen des maßgebenden Gehaltstarifvertrags entwickeln. Ein redlicher Arbeitgeber würde – wenn er die von ihm gestellte Klausel nicht so verstanden wissen wollte – die Bezeichnung als Tarifentgelt unterlassen, um klar und deutlich zum Ausdruck zu bringen (vgl. § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB), dass er nicht „nach Tarif“ zahlen will, sondern sich das vereinbarte Entgelt ausschließlich nach den konkret bezifferten Parteivereinbarungen richten soll (so bereits BAG 13. Februar 2013 – 5 AZR 2/12 – Rn. 17).
4 AZR 244/14 > Rn 18
4 AZR 244/14 > Rn 19
4 AZR 244/14 > Rn 20
4 AZR 244/14 > Rn 21
4 AZR 244/14 > Rn 22
4 AZR 244/14 > Rn 23
4 AZR 244/14 > Rn 24
4 AZR 244/14 > Rn 25
4 AZR 244/14 > Rn 26
4 AZR 244/14 > Rn 27
4 AZR 244/14 > Rn 28
aa) In Nr. 6 Satz 2 des Nachtrags haben die Vertragsparteien ausdrücklich geregelt, dass „alle anderen Bestimmungen des Arbeitsvertrages“ vom 1. September 1999, der in Nr. 1 des Nachtrags auch ausdrücklich aufgeführt ist, unverändert fortgelten. Mit dieser Formulierung haben sie die Bestimmungen des ursprünglichen Arbeitsvertrags erneut vereinbart. Das ergibt sich auch aus der Systematik des Nachtrags. Nach dessen Nr. 6 Satz 1 soll die Änderung der Arbeitszeit (Nr. 2) und die vereinbarte Vergütung (Nr. 3) ausschließlich in der Zeit vom 18. Juli 2011 bis zum 15. Oktober 2011 „Gültigkeit“ haben. Darüber hinaus haben die Parteien in Nr. 6 Satz 2 des Nachtrags neben der zeitlich befristeten Änderung der Arbeitszeit und des Entgelts nach Satz 1 – und damit auch außerhalb der zeitlich nur befristet geschlossenen Vereinbarungen – die uneingeschränkte Fortgeltung „aller anderen Bestimmungen“ zum Vertragsinhalt gemacht. Nach dem Ende der Vereinbarungen im Nachtrag zum 15. Oktober 2011 (Nr. 6 Satz 1) bilden dann die gesamten Regelungen des Arbeitsvertrags aus dem Jahr 1999 die maßgebende vertragliche Grundlage für das Arbeitsverhältnis. Damit werden zugleich die §§ 1 und 3 des Arbeitsvertrags einbezogen.
4 AZR 244/14 > Rn 29
4 AZR 244/14 > Rn 30
4 AZR 244/14 > Rn 31
4 AZR 244/14 > Rn 32
Zwar gelten nach Nr. 6 Satz 2 des Nachtrags „alle anderen Bestimmungen des Arbeitsvertrages“ unverändert fort. Die Parteien haben aber in Nr. 3 Satz 1 des Nachtrags eine selbständige und gegenüber der Regelung in Nr. 6 Satz 2 iVm. § 14 Satz 1 des Arbeitsvertrags vorrangige „Bestimmung“ zum Entgelt vereinbart. Es ist auch nicht ersichtlich, durch Nr. 3 Satz 1 des Nachtrags solle ein – zumal jeweils aktuelles – tariflich geregeltes Entgelt zum Inhalt der Vergütungsabrede gemacht werden. Diese eigenständige vertragliche Entgeltabrede steht einer Anwendung des GTV 2011 aufgrund einer dynamischen Bezugnahme durch Nr. 6 Satz 2 des Nachtrags iVm. §§ 1 und 3 des Arbeitsvertrag entgegen.
4 AZR 244/14 > Rn 33
4 AZR 244/14 > Rn 34
4 AZR 244/14 > Rn 35
Das Urteil BAG – 4 AZR 244/14 wird zitiert in: