Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2041,%2095
Timestamp: 2020-04-08 03:43:31
Document Index: 28862072

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 331', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2301', '§ 328', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2301', '§ 518', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 331', '§ 328', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 516', 'BGH', 'BGH', '§ 27', '§ 81', '§ 1937', 'BGH', 'BGH', '§ 518', '§ 873', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 29.01.1964 - V ZR 209/61 - dejure.org
https://dejure.org/1964,142
BGH, 29.01.1964 - V ZR 209/61 (https://dejure.org/1964,142)
BGH, Entscheidung vom 29.01.1964 - V ZR 209/61 (https://dejure.org/1964,142)
BGH, Entscheidung vom 29. Januar 1964 - V ZR 209/61 (https://dejure.org/1964,142)
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Zuwendung des Wertpapierdepots
§§ 331, 2301 BGB
BGH, 26.02.1964 - V ZR 209/61
BGH, 14.04.1964 - V ZR 209/61
BGHZ 41, 95
NJW 1964, 1124
NJW 1964, 1952 (Ls.)
MDR 1964, 406
Daher scheitert der gewollte automatische Anteilsübergangen auf den außenstehenden Dritten nach der zwar im Schrifttum auf Widerstand stoßenden (…vgl. u.a. Harry Westermann, Personengesellschaftsrecht 2. Aufl. Rz. I 559 m.w.N.), bisher aber ständigen Rechtsprechung der Gerichte schon daran, daß eine Verfügung zugunsten Dritter für unzulässig gehalten wird (BGHZ 41, 95 f m.w.N.).
Nach feststehender Rechtsprechung kann durch Vertrag zugunsten Dritter ohne Einhaltung der für Schenkungen von Todes wegen geltenden Formvorschriften (§ 2301 BGB) dem Dritten ein schuldrechtlicher Anspruch auch dann zugewendet werden, wenn es sich im Verhältnis zwischen dem Versprechensempfänger und dem Dritten (Valutaverhältnis) um eine unentgeltliche (schenkweise) Zuwendung handelt und der Anspruchserwerb des Dritten erst mit dem Tode des Versprechensempfängers eintreten soll (§§ 328, 331 BGB; BGHZ 41, 95; 66, 8; NJW 2004, 767).
Dies gilt auch dann, wenn die Leistung auf Übereignung von Wertpapieren geht (BGHZ 41, 95).
Denn die Rechtsprechung des BGH nimmt in diesen Fällen im Hinblick auf den sogenannten "Von-Selbst-Erwerb" des Begünstigten (BGHZ 41, 95 f. = NJW 1964, 1124) sowohl Vollziehung i. S. von § 2301 II als auch Heilung des Formmangels gem. § 518 II BGB an.
Der Dritte erwirbt dann den schuldrechtlichen Anspruch gegen den Versprechenden (hier die Bank) mit dem Tode des Versprechensempfängers von selbst (BGHZ 41, 95, 96 sowie die dort angegebene Rechtsprechung und Literatur).
Die Rechtsprechung stellt es vielmehr auf ein zwischen dem Versprechensempfänger und dem Dritten wirksam zustandegekommenes Valutaverhältnis ab (BGHZ 41, 95, 97; BGH LM BGB § 331 Nr. 2; RGZ 128, 189; KG NJW 1971, 1808).
Daß eine solche Zuwendung auf den Todesfall durch Rechtsgeschäft unter Lebenden ohne Einhaltung der für Verfügungen von Todes wegen vorgeschriebenen Form rechtlich möglich ist, ergibt sich unmittelbar aus §§ 328 Abs. 2, 331 Abs. 1 BGB (RGZ 106, 1 ff; BGHZ 41, 95 [BGH 29.01.1964 - V ZR 209/61]; BGH NJW 1965, 1913; RGRK § 516 Nr. 29).
Einer erneuten (vgl. BGHZ 41, 95, 96) [BGH 29.01.1964 - V ZR 209/61] Auseinandersetzung mit der Gegenmeinung, wie sie insbesondere von Boehmer (…Staudinger/Boehmer, Erbrecht 11. Aufl. Einleitung § 27), Coing (…Kipp/Coing, Erbrecht 11. Aufl. § 81 IV) und (einschränkend) auch von Lehmann (…Staudinger/Lehmann 11. Aufl. vor § 1937 Nr. 14) vertreten wird, bedarf es nicht.
Bereits mit dem wirksamen Abschluss des Vertrages zugunsten Dritter erwirbt der Dritte einen unmittelbaren Anspruch gegen den Versprechenden, so dass bereits hierin der Schenkungsvollzug zu sehen ist (vgl. BGH, Urteil vom 29. Januar 1964 - V ZR 209/61, BGHZ 41, 95, 97;… MünchKomm-BGB/Koch, § 518 Rn. 20).
Auf die von der Revisionserwiderung behandelte Frage, ob der dingliche Vertrag nach § 873 Abs. 1 BGB auch zugunsten Dritter möglich ist (vgl. BGHZ 41, 95, 96 [BGH 29.01.1964 - V ZR 209/61]; 68, 225, 231), [BGH 10.02.1977 - II ZR 120/75]kommt es deshalb nicht an.
In dieser Entscheidung hat das Reichsgericht in der Tat eine solche Heilung angenommen, da Gegenstand der Zuwendung der Anspruch auf die Versicherungssumme bilde und dieser Anspruch vom Bezugsberechtigten mit dem Tode des Versicherungsnehmers unmittelbar gegen den Versicherer erworben, die ihm zugedachte Leistung damit bewirkt werde (vgl. auch BGHZ 41, 95, 97 für den Fall des Auftrags an eine Bank, nach dem Tode des Auftraggebers Depotpapiere an einen Dritten auszuhändigen).
Entsprechendes gilt für die Entscheidung des V. Zivilsenats in BGHZ 41, 95, 97; auch dort hatte die Begünstigte den versprochenen Anspruch gegen die Bank, den Gegenstand der Zuwendung, erworben.
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