Source: https://www.jusmeum.de/tarifvertraege/medizinische-fachangestellte-arzthelferinnen-und-pflegekraefte_36/gehaltstarifvertrag-fuer-medizinische-fachangestellte-arzthelfer_326
Timestamp: 2019-10-16 05:36:22
Document Index: 233498999

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 1', '§ 3', '§ 11', '§ 10', '§ 3', '§ 87', '§ 54', '§ 3']

Zwischen der Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Arzthelferinnen/Medizinischen Fachangestellten, Herbert-Lewin-Platz 1, 10623 Berlin, und dem Verband medizinischer Fachberufe e.V., Bissenkamp 12 - 16, 44135 Dortmund, wird folgender Gehaltstarifvertrag abgeschlossen:
(1) Dieser Tarifvertrag gilt für Medizinische Fachangestellte/Arzthelferinnen 1 , die im Bundesgebiet in Einrichtungen der ambulanten Versorgung tätig sind.
(1) Ab 01.04.2012 gilt folgende Gehaltstabelle für vollzeitbeschäftigte Medizinische Fachangestellte/Arzthelferinnen:
Tätigkeitsgruppe II (Euro) Tätigkeitsgruppe III (Euro)
(Euro) 1. - 3. 1.538 1.615 - - 4. - 6. 1.641 1.723 1.805 1.970 7. - 10. 1.755 1.843 1.931 2.107 11. - 16. 1.857 1.950 2.043 2.229 17. - 22. 1.977 2.076 2.174 2.372 23. – 29. 2.097 2.202 2.307 2.517 ab dem 30. 2.221 2.332 2.443 2.665
(2) Für die Zeit vom 01.01.2012 bis 31.03.2012 gelten die Gehälter für vollzeitbeschäftigte Medizinische Fachangestellte/Arthelferinnen gemäß dem Gehaltstarifvertrag vom 20.01.2011 weiter fort.
(3) Vollzeitbeschäftigte Medizinische Fachangestellte/Arzthelferinnen erhalten für die Monate Januar bis März 2012 in den Tätigkeitsgruppen I und II eine Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro, in den Tätigkeitsgruppen III und IV eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro, zahlbar spätestens mit dem Gehalt Mai 2012. Teilzeitbeschäftigte erhalten die Zahlung anteilig im Verhältnis zu der vereinbarten wöchentlichen Arbeitszeit. Beginnt oder endet das Beschäftigungsverhältnis in der Zeit von Januar – März 2012, ist die Einmalzahlung anteilig zu zahlen. In diesem Fall erhält die Medizinische Fachangestellte/Arzthelferin für jeden vollen Kalendermonat, in dem das Beschäftigungsverhältnis bestanden hat, 1/3tel der Einmalzahlung und für jeden angefangenen Kalendermonat hiervon 1/30tel pro Kalendertag.
(4) Für die Eingruppierung in die Tätigkeitsgruppen ist vom Berufsbild der Medizinischen Fachangestellten/Arzthelferin, wie es sich aus der Ausbildungsverordnung ergibt, sowie von den ihr in rechtlich zulässiger Weise übertragenen Tätigkeiten (Delegationsfähigkeit) auszugehen. Die Gesamtverantwortung des Arztes bleibt dabei unberührt. Unter Zugrundelegung dieses rechtlichen Rahmens gelten für die Eingruppierung folgende Definitionen:
Tätigkeitsgruppe IV: Selbstständiges Ausführen von Tätigkeiten, die besondere Anforderungen an die Handlungskompetenz und die Fach- und Führungsverantwortung stellen und die in der Regel mit Leitungsfunktionen (Personalführung, Weisungsbefugnisse) verbunden sind. Es werden die Aneignung zusätzlicher Kenntnisse auf einem oder mehreren Gebieten oder eine oder mehrere vertiefende und/oder spezialisierende Fortbildungsmaßnahme(n) von insgesamt mind. 280 Fortbildungsstunden sowie 3 Berufsjahre vorausgesetzt.
(5) Teilzeitbeschäftigte Medizinische Fachangestellte/Arzthelferinnen erhalten pro Stunde der mit ihnen vereinbarten Arbeitszeit 1/167tel des jeweiligen Monatsgehaltes für vollzeitbeschäftigte Medizinische Fachangestellte/Arzthelferinnen ihrer Tätigkeitsgruppe. Es wird folgende Berechnungsformel zugrunde gelegt:
Bruttogehalt bei Vollzeitbeschäftigung: 167 Stunden pro Monat x Wochenstundenzahl der Teilzeitbeschäftigung x 4,33 = Bruttogehalt der Teilzeitbeschäftigung
(1) Die Ausbildungsvergütung beträgt ab dem 01.04.2012
im 1. Jahr monatlich im 2. Jahr monatlich im 3. Jahr monatlich 610 Euro 650 Euro 700 Euro.
(2) Für die Zeit vom 01.01.2012 bis 31.03.2012 gelten die
Ausbildungsvergütungen gemäß dem Gehaltstarifvertrag vom 20.01.2011 weiter fort.
(3) Auszubildende erhalten für die Monate Januar bis März 2012 eine Einmalzahlung in Höhe von 90 Euro, zahlbar spätestens mit der Zahlung der Ausbildungsvergütung Mai 2012. Beginnt oder endet das Ausbildungsverhältnis in der Zeit von Januar – März 2012, ist die Einmalzahlung anteilig zu zahlen. In diesem Fall erhält die Auszubildende für jeden vollen Kalendermonat, in dem das Ausbildungsverhältnis bestanden hat, 1/3tel der Einmalzahlung und für jeden angefangenen Kalendermonat hiervon 1/30tel pro Kalendertag.
Waren für die Medizinische Fachangestellte/Arzthelferin vor In-Kraft-Treten dieses Tarifvertrages günstigere Arbeitsbedingungen vereinbart, so werden diese durch diesen Vertrag nicht berührt. Medizinische Fachangestellte/Arzthelferinnen, die bei In-Kraft-Treten dieses Gehaltstarifvertrages in einem Arbeitsverhältnis stehen und in eine der Tätigkeitsgruppen I bis IV eingruppiert sind, dürfen nicht herabgestuft werden, auch wenn die in § 3 Abs. 4 genannten Anforderungen nicht erfüllt sind.
(1) Dieser Gehaltstarifvertrag ersetzt den Gehaltstarifvertrag vom 20.01.2011. Er tritt am 01.01.2012 in Kraft.
I. Zu § 1 (2) (Geltungsbereich) Angestellte ohne Lehrabschlussprüfung in der Tätigkeit von Medizinischen Fachangestellten/Arzthelferinnen, die am 1. April 1969 das 21. Lebensjahr vollendet hatten und die an diesem Stichtage mindestens fünf Jahre als Arzthelferin tätig waren, werden den Medizinischen Fachangestellten/Arzthelferinnen gleichgestellt.
II. Zu § 3 (1) (Berufsjahre) Die Berufsjahre zählen vom Ersten des Monats an, in dem die Prüfung zur Medizinischen Fachangestellten/Arzthelferin bestanden wurde. Die Berufsjahre der Sprechstundenschwestern, Sprechstundenhelferinnen und Krankenschwestern in den neuen Bundesländern werden anerkannt. Unterbrechen Medizinische Fachangestellte/Arzthelferinnen ihre berufliche Tätigkeit wegen Erziehungsurlaub/Elternzeit, so ist diese Zeit zur Hälfte auf die Berufsjahre anzurechnen.
Hat die Medizinische Fachangestellte/Arzthelferin vor ihrer Ausbildung eine berufsnahe Tätigkeit ausgeübt, so ist diese Zeit zur Hälfte auf die Berufsjahre anzurechnen. Werden Angestellte ohne Lehrabschlussprüfung gem. Protokollnotiz I Medizinischen Fachangestellten/Arzthelferinnen gleichgestellt, so sind die ersten zwei Jahre der Berufstätigkeit bei der Ermittlung der Berufsjahre nicht anzurechnen. Die Berufsjahrberechnung gemäß § 11 (2) Satz 3 des Manteltarifvertrags vom 12.9.1997 gilt für alle Arbeitsverträge, die ab dem 1.11.1997 abgeschlossen werden. Für Arbeitsverhältnisse, die vor dem 01.11.1997 bestanden haben, gelten die Regelungen des § 10 (2) Satz 3 des Manteltarifvertrages vom 16.9.1992.
III. Zu § 3 (4) (Eingruppierung in die Tätigkeitsgruppen) Die Tätigkeitsgruppen I bis IV bauen inhaltlich aufeinander auf in dem Sinne, dass höhere Tätigkeitsgruppen Tätigkeiten aus den darunter liegenden Tätigkeitsgruppen mit umfassen. Die Eingruppierung in eine Tätigkeitsgruppe erfolgt nach den in den Tätigkeitsgruppen I bis IV jeweils genannten Kriterien und muss im jeweiligen Einzelarbeitsvertrag vereinbart werden. Vertretungen in Zeiten von Erholungsurlaub oder Krankheit bis zu sechs Wochen führen nicht zu einer Höhergruppierung.
Der Zuschlag auf die Vergütung nach Tätigkeitsgruppe I beträgt - in Tätigkeitsgruppe II 5 % - in Tätigkeitsgruppe III 10 % - in Tätigkeitsgruppe IV 20 %
� Fortbildungsmaßnahmen auf Basis der (Muster) Fortbildungs-Curricula der Bundesärztekammer oder andere gleichwertige Maßnahmen, z.B.:
- Onkologie - Ambulantes Operieren - Gastroenterologische Endoskopie - Ambulantes Operieren in der Augenheilkunde - Pneumologie - Dialyse - Patientenbegleitung und Koordination - Ernährungsmedizin
- Prävention bei Kindern und Jugendlichen - Prävention bei Jugendlichen und Erwachsenen - Ambulante Versorgung älterer Menschen - Palliativversorgung - Betriebsmedizin - Elektronische Praxiskommunikation - Nichtärztliche Praxisassistentin nach § 87 Abs. 2b Satz 5 SGB V
� Kurse auf Basis zertifizierter Angebote von Kassenärztlichen Vereinigungen, Kammern, ärztlichen Fachverbänden, des Bildungswerkes für Gesundheitsberufe e.V. und anderen anerkannten Bildungsträgern im Gesundheitswesen, z.B.:
- Qualitätsmanagementbeauftragte - Vorgesehene Maßnahmen im Rahmen von Disease-Management-
� Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung/Arztfachhelferin gemäß § 54 Berufsbildungsgesetz.
IV. Zu § 3 (4) (Eingruppierung in die Tätigkeitsgruppen) Bei den Begriffen "allgemeine Anweisung", „teilweise selbstständig“, "weitgehend selbstständig" sowie "selbstständig" im Sinne des Ausführens von Tätigkeiten nach den Tätigkeitsgruppen I bis IV sind die Verordnung der Bundesregierung über die Berufsausbildung zum Medizinischen Fachangestellten/zur Medizinischen Fachangestellten vom 26. April 2006 (BGBl. Jahrgang 2006 Teil I Nr. 22, S. 1097 bis 1108) sowie die gemeinsame Stellungnahme von Kassenärztlicher Bundesvereinigung und Bundesärztekammer zur „Persönlichen Leistungserbringung - Möglichkeiten und Grenzen der Delegation ärztlicher Leistungen“ vom 29.8.2008 zu berücksichtigen (Deutsches Ärzteblatt, Heft 41 vom 10.10.2008, S. A 2173ff).