Source: http://www.klv-wesermarsch.de/?page_id=58&ai1ec=action~oneday%7Cexact_date~22-10-2019
Timestamp: 2019-10-22 09:17:01
Document Index: 294974773

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 1', '§ 8', '§ 100', '§ 100', '§ 8', '§ 100']

Aktuelles – klv-Wesermarsch
„Rote Gebiete“ in Moorriem: Landvolk geht von Versehen aus
Die Wesermarsch hat kein Problem mit Nitrat im Grundwasser, die Werte an den Vorfeld-Messstellen liegen bei 0,2 bis 0,6 mg und damit weit unter dem Grenzwert von 50 mg pro Liter Wasser. Deshalb ist der Kreislandvolkverband Wesermarsch überrascht, dass von der jetzt erfolgten Ausweisung der “roten Gebiete” auch ein Gebiet in Moorriem betroffen ist. „Wir können überhaupt keinen Zusammenhang zwischen der belasteten Vorfeld-Messstelle in Bornhorst am Stadtrand von Oldenburg und dem ausgewiesenen Gebiet erkennen, das sich fast ausschließlich auf Moorriem erstreckt“, sagt der Kreislandvolk-Vorsitzende Dr. Karsten Padeken. „Wasser fließt in der Regel von der Geest hinunter in die Marsch. Der umgekehrte Weg ist sehr unwahrscheinlich.“
Der Kreislandvolkverband geht davon aus, dass es sich um einen fachlichen Fehler handelt, der im weiteren Verfahren geklärt werden kann. Man werde innerhalb der kommenden drei Wochen eine entsprechende Stellungnahme verfassen, um im Rahmen der Verbandsbeteiligung noch Einfluss auf die Verordnung zu nehmen. Mitte November soll die Endfassung dann vom niedersächsischen Kabinett verabschiedet werden.
„In der Wesermarsch besteht die landwirtschaftliche Fläche zu mehr als 90 Prozent aus Grünland, außerdem haben wir viel Moorboden. Beides lässt Stickstoff nicht in die tieferen Bodenschichten durch“, erläutert Dr. Karsten Padeken. „Daher sind die Werte im gesamten Landkreis ja so niedrig.“ Auch dies spreche dafür, dass das Moorriemer Gebiet nicht für erhöhte Werte an der Messstelle am Oldenburger Stadtrand verantwortlich sein könne. Da die Moorriemer Landwirte somit auch keinen Beitrag leisten könnten, um die Werte zu verbessern, müsse das ausgewiesene Gebiet aus der Kulisse wieder hinausgenommen werden.
Am Dienstag, 10. September 2019, hatte das Niedersächsische Kabinett den Entwurf der „Verordnung über düngerechtliche Anforderungen zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigung durch Nitrat oder Phosphat“ (NDüngGewNPVO) vorgelegt. In den ausgewiesenen „roten Gebieten“ sollen künftig strengere Düngeregeln gelten. Ziel ist, die Nährstoffeinträge in belasteten Wasserkörpern durch die Landwirtschaft zu verringern und damit die Umweltziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) zu erreichen. Außerdem soll weiteren Verfahren der EU-Kommission wegen Nichtumsetzung der EG-Nitratrichtlinie wirksam entgegengewirkt werden.
Hier geht es zu einer Karte der “roten Gebiete” (darin im linken Reiter “Düngeverordnung” und “NDüngGewNPVO” auswählen).
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Die Kreislandvolkverbände Wesermarsch e.V. und Friesland e.V. sind die Interessenvertretung der Landwirtschaft mit Ihren Familien im ländlichen Raum. Wir nehmen agrarpolitische, wirtschaftliche soziale, kulturelle, rechtliche und sonstige Interessen unserer 2.500 Mitglieder wahr.
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Import-Soja: Nur 2,7 Prozent gehen nach Deutschland
Anlässlich der Greenpeace-Aktion Anfang August im Braker Hafen weist der Kreislandvolkverband Wesermarsch darauf hin, dass die deutschen Landwirte fast 90 Prozent ihrer Futtermittel aus heimischem Anbau beziehen – vor allem Gras, Heu und Getreide. Da dies den Eiweißbedarf der Tiere nicht vollständig decken kann, wird zusätzlich Soja importiert. Allerdings gehen nach Angaben der UN-Welternährungsorganisation nur 2,7 Prozent der weltweiten Soja-Importe nach Deutschland; mit einem Anteil von fast 70 Prozent ist China der größte Soja-Importeur.
„Die Milchviehbetriebe in der Region nutzen ganz überwiegend die eigenen Flächen für die Futterproduktion“, erläutert Dr. Karsten Padeken, Vorsitzender des Kreislandvolkverbands Wesermarsch. Die Hauptbestandteile des Rinderfutters seien Gras- und Maissilage, deren Transport sich wirtschaftlich nicht lohne. „Daher ist Rinderhaltung immer eine flächengebundene Landwirtschaft – die Betriebe halten nur so viele Tiere, wie sie durch die eigenen Flächen auch ernähren können“, erläutert er.
Gras und Heu seien gute Eiweißlieferanten, jedoch nicht in ausreichendem Maße. Daher seien Ölschrote wie Soja- oder Rapsschrot ein mengenmäßig kleiner, aber wichtiger Bestandteil des Tierfutters. Um dabei die Abhängigkeit von Importen zu verringern und den heimischen Eiweißpflanzenanbau zu fördern, hat die Bundesregierung bereits 2012 eine Eiweißpflanzenstrategie entwickelt.
„Viele Betriebe haben sich außerdem für die Produktion von gentechnikfreier Milch entschieden und setzen schon aus diesem Grund kaum Soja ein“, sagt Karsten Padeken. Die Verbraucherinnen und Verbraucher hätten somit bei ihrem Einkauf die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wie viel Soja bei der Produktion der Milch zum Einsatz kommt.
Landvolk rückt Wirtschaftsgrünland in den politischen Fokus
Diskutierten über Wirschaftsgrünland: (v.l.) Landwirt Dirk Hanken, Manfred Tannen (Präsident Landwirtschaftlicher Hauptverein für Ostfriesland), Meike Backes (Landwirtschaftskammer), Dr. Karsten Padeken (Vorsitzender Kreislandvolkverband Wesermarsch), Hartmut Seetzen (Vorsitzender Kreislandvolkverband Friesland), Bernhard Krüsken (Generalsekretär Deutscher Bauernverband), Dr. Hermann Onko Aeikens (Staatssekretär Bundeslandwirtschaftsministerium), Dr. Holger Hennies (Vizepräsident Landvolk Niedersachsen) und Hartmut Schlepps (Geschäftsführer Landvolk Niedersachsen).
Grünlandflächen sind ökologisch wertvoll: Sie bieten einer Vielfalt an Pflanzen und Tieren Lebensraum, sie speichern Kohlenstoff und durch die geschlossene Pflanzendecke verhindern sie Erosion. Entlang der Nordseeküste ist Grünland aber auch die wirtschaftliche Grundlage der landwirtschaftlichen Betriebe: Sie erzeugen aus Gras Milch und Fleisch und damit eine hohe Wertschöpfung für die Region. Wie kann diese Wertschöpfung dauerhaft erhalten bleiben, ohne den Naturschutz aus dem Blick zu verlieren?
Antworten auf diese Fragen gab es nicht, als jetzt Dr. Hermann Onko Aeikens, Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, und Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands, sowie zahlreiche weitere Besucher aus Berlin und Hannover auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von Dirk Hanken in Elsfleth-Birkenheide zu Gast waren. Die Gäste bekamen aber einen sehr konkreten Eindruck, wie sich politische Vorgaben zu Natur- und Klimaschutz vor Ort auswirken.
Beispiel Düngeverordnung: Die Landwirte machten deutlich, dass gerade die Abzüge bei der Düngung von Moorböden auf großes Unverständnis träfe. „Mit 145 Kilogramm N pro Hektar kommen wir auf den Moorstandorten nicht aus. Und die Probleme mit den Gänsen kommen ja noch dazu“, sagte Manfred Tannen, Präsident des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Ostfriesland. „Wenn mir die Gänse den kompletten ersten Schnitt wegfressen, bekomme ich das in die Düngebilanz ja nicht hinein.“ Zudem sei der Sinn der festgelegten Grenzwerte den Mitgliedern nur schwer vermittelbar, wenn es keinen Nachweis gebe, dass sie damit zur Lösung des Nitratproblems im Grundwasser beitrügen.
Dr. Karsten Padeken, Vorsitzender des Kreislandvolkverbands Wesermarsch, plädierte daher für eine stärkere Binnendifferenzierung innerhalb der Düngeverordnung. Statt einen Wert vorzugeben, der für ganz Deutschland gilt, sollten stärker die regionalen Besonderheiten berücksichtigt werden. „Wir Landwirte in den Küstenlandkreisen haben unsere Betriebe auf Wirtschaftsgrünland – wir erzielen mit der Milch- und Fleischproduktion eine hohe Wertschöpfung, die bei etwa 4300 Euro pro Hektar liegt und der ganzen Region zu Gute kommt“, macht er deutlich. „In anderen Regionen in Deutschland wird Grünland häufig extensiv bewirtschaftet und hat daher völlig andere Bedürfnisse. Es ist wichtig, dass die Politik diese Unterschiede berücksichtigt.“
Passiere dies nicht, bestehe die Gefahr, dass sich landwirtschaftliche Betriebe nach und nach aus der Produktion verabschiedeten, sagt Frieslands Kreislandvolk-Vorsitzender Hartmut Seetzen: „Dann verlieren wir nicht nur die regionale Wertschöpfung und unsere vielfältige Kulturlandschaft, sondern auch das regionale Produkt Milch, das vor Ort hergestellt und auf kurzen Wegen verarbeitet wird.“
Starke Milchwirtschaft hält ländlichen Raum lebendig
Sie setzen sich für eine starke Milchwirtschaft ein: (v.l.) Ellen Kromminga-Jabben (Vorsitzende KreisLandFrauenverband Friesland/Wilhelmshaven), Manfred Ostendorf (Geschäftsführer Kreislandvolkverbände Friesland und Wesermarsch), Florian Warnken (Vorsitzender Arbeitskreis junger Landwirte im Landkreis Friesland), Hartmut Seetzen (Vorsitzender Kreislandvolkverband Friesland), Dr. Karsten Padeken (Vorsitzender Kreislandvolkverband Wesermarsch), Ute Cornelius (Vorsitzende KreisLandFrauenverband Wesermarsch).
Der Strukturwandel in der Landwirtschaft ist in den vergangenen zehn Jahren nicht spurlos an der Wesermarsch und an Friesland vorbeigegangen. Die Betriebe sind weniger geworden, und sie sind gewachsen. „Aber Milchviehbetriebe sind nach wie vor Familienbetriebe, und mit der Herstellung von Milch können die Betriebe immer noch profitabel wirtschaften“, sagt Hartmut Seetzen, Vorsitzender des Kreislandvolkverbands Friesland. „Davon profitieren auch viele Betriebe im vor- und nachgelagerten Bereich – Molkereien, Lohnunternehmen, der Landhandel oder auch Handwerksbetriebe. Eine starke Milchwirtschaft hält den ländlichen Raum lebendig.“
In den Jahren 2008 und 2009 hatten viele Landwirte in den Landkreisen Wesermarsch und Friesland Sorge, dass dies irgendwann nicht mehr so sein würde. Der Milchpreis war im Keller, und bei etlichen Betrieben wurde es wirtschaftlich eng. In dieser Situation rückten die beiden Kreislandvolkverbände, die KreisLandFrauenverbände, die Arbeitskreise junger Landwirte und der Arbeitskreis aktive Bäuerinnen im Landkreis Wesermarsch zusammen und gründeten das „Aktionsbündnis Milch“. „Unser Ziel war, die Bedeutung der Milchwirtschaft für den ländlichen Raum in den öffentlichen Fokus zu rücken und gleichzeitig den Zusammenhalt der Milchbauern untereinander zu stärken“, berichten Ute Cornelius, Vorsitzende des KreisLandFrauenVerbands Wesermarsch , und Ellen Kromminga-Jabben, Vorsitzende des KreisLandFrauenVerbands Friesland/Wilhelmshaven. Jeweils zum Tag der Milch am 1. Juni wurden zahlreiche Aktionen auf die Beine gestellt – von Kundgebungen über Feiern und Partys, einer Fahrradtour, mehreren Fotoaktionen bis hin zu einem „Milch-Filmfest“ mit Präsentation eines YouTube-Clips. In diesem Jahr ist am 1. Juni eine „Nacht der Milch“ in Großenmeer geplant.
Hier geht es zur Fotogalerie mit Bildern von der “Nacht der Milch”
Die Zahl der Milchviehbetriebe in den beiden Landkreisen ist von etwa 1.100 im Jahr 2009 auf rund 720 Betriebe gesunken, aber die Zahl der Milchkühe sowie die Menge der erzeugten Milch ist nahezu konstant geblieben. „Die Milchwirtschaft auf dem Grünland ist von ihrer Struktur her eine flächengebundene Landwirtschaft“, sagt Dr. Karsten Padeken, Vorsitzender des Kreislandvolkverbands Wesermarsch. „Die Betriebe produzieren das Grundfutter für ihre Tiere auf den eigenen Flächen, daher stehen Fläche und Tierzahl in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander, und es gibt keine Nährstoffüberschüsse.“ Der regionale Kreislauf funktioniert auch bei der Weiterverarbeitung der Milch: Der allergrößte Teil wird an Molkereien im Umkreis von maximal 100 Kilometern geliefert.
„Die Milchproduktion ist die wirtschaftlichste Verwertungsmöglichkeit von Gras- und Grünland“, betont Karsten Padeken. „Die Milchwirtschaft erhält unsere einzigartige Kulturlandschaft an der Küste mit den grünen Weiden, den Wassergräben und den Deichen – aber nur, wenn damit auch Geld verdient werden kann.“ Die Landwirte und ihre Familien engagierten sich darüber hinaus auch zahlreich in Vereinen, Kirchengemeinden, in den politischen Gremien oder in der Feuerwehr und trügen somit zu einem lebendigen Dorfleben bei.
Damit es auch in den kommenden Jahrzehnten noch bäuerliche Milchviehbetriebe in der Wesermarsch und in Friesland gibt, wünschen sich die Landwirte vor allem verlässliche Rahmenbedingungen und damit finanzielle Planungssicherheit, damit sie in die Weiterentwicklung der Betriebe investieren können. Auch die gesellschaftliche Wertschätzung für ihre Arbeit ist ihnen wichtig – das Bewusstsein dafür, dass sie sieben Tage die Woche, an 365 Tagen im Jahr verlässlich für ihre Tiere da sind und so gesunde und hochwertige Lebensmittel für die Verbraucherinnen und Verbraucher herstellen. Und nicht zuletzt benötigen sie einen auskömmlichen Preis für ein gutes Produkt. „Die großen Handelsriesen dürfen ihren Preiskampf nicht auf dem Rücken der Landwirte austragen“, sind sich die Akteure einig.
Küsten müssen wolfsfreie Zonen bleiben
Gott schuf das Meer, der Friese die Küsten – heutzutage müsste noch ergänzt werden: und den Küstenschutz. Über 600 Kilometer Deich schützen die Niedersachsen vor Wassermassen, weit über 1000 Kilometer werden es, wenn man z.B. die Flussdeiche usw. mitzählt. Die Deichpflege ist daher ein elementarer Bereich des Küstenschutzes. Trotz modernster Technik geht dies aber nicht ohne Schafe. Nur durch ihren sogenannten „Goldenen Tritt“ wird zum einen die Grasnarbe gepflegt also auch der Boden festgetreten. Keine Maschine schafft das im gleichen Maße, berichten die Landvolkverbände Ostfriesland, Friesland und Wesermarsch zum Start der Weidesaison. „Für uns sind die Schafe also nicht nur hübsch auf den Deichen anzuschauen, sondern lebenswichtig.“ betont Hartmut Seetzen, Vorsitzender des Kreislandvolkverbands Friesland.
Der Beruf des Deichschäfers ist kein Beruf, sondern eine Berufung. So werden in der Ablammzeit die Tiere nicht aus den Augen gelassen, damit alle die Geburt gut überstehen und jetzt im Frühjahr über die Deiche toben können. Die Deichschäfer hoffen, dass das auch weiter möglich ist. Die Rückkehr des Wolfes treibt ihnen jedoch tiefe Sorgenfalten auf die Stirn. Sie wissen nicht, wie sie ihre Tiere davor schützen sollen. „Der Wolf ist streng geschützt, aber wer schützt unsere Deichschafe, die – im Gegensatz zum Wolf – einen so enorm wichtigen Dienst für die Küstenbewohner leisten?“ fragt sich Manfred Tannen, Präsident des Landwirtschaftlichen Hauptvereins Ostfriesland.
Die Deiche dürfen beispielsweise seeseitig nicht gezäunt werden, und das Meer ist gegen den gut schwimmenden Wolf kein Hindernis. „Und wenn der Herdenschutzhund zum Einsatz kommt, ist der Deich für die Touristen absolut tabu, denn der Hund unterscheidet nicht zwischen Mensch und Wolf.“ verdeutlicht Dr. Karsten Padeken, Vorsitzender des Kreislandvolkverbands Wesermarsch, und ergänzt: „Davon mal abgesehen, etwaige Schadenszahlungen sind überhaupt kein Trost, die Schäfer wollen nicht zum Wolfsfutterzüchter werden.“
Konkret wünschen sich die Weidehalter
die Ausweisung von wolfsfreien Zonen überall dort, wo Weidetierhaltung üblich ist.
die sofortige Einführung eines echten Wolfsmanagements inklusive Bestandsregulierung in Niedersachsen und auf Bundesebene.
eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes hin zu einer 1:1-Umsetzung von EU-Recht, um Managementmaßnahmen, die Artikel 16 der FFH-Richtlinie eröffnet, rechtssicher anwenden zu können.
Der Wolfsbestand und die Größe der Rudel müssen präventiv reguliert werden können – schon bevor ein Riss passiert ist.
die Unterstellung des Wolfs unter das deutsche Jagdrecht.
Stadt Brake wird Partner von “Echt grün – Eure Landwirte”
Bürgermeister Michael Kurz (r.) und Landvolk-Vorsitzender Dr. Karsten Padeken gaben den Startschuss zur Kommunenkooperation der Stadt Brake mit der Initiative “Echt grün – Eure Landwirte”.
Die Stadt Brake wird offizieller Partner der Initiative „Echt grün – Eure Landwirte“. Mit kommunaler Unterstützung möchte die Initiative mehr Fahrt aufnehmen, um die Imagearbeit für die Landwirtschaft und die ländlichen Regionen zu bündeln. Gemeinsam haben Bürgermeister Michael Kurz und Dr. Karsten Padeken, Vorsitzender des Kreislandvolkverbands Wesermarsch, die Kooperation jetzt vorgestellt.
Die Initiative „Echt grün – Eure Landwirte“ hat sich zum Ziel gesetzt, ein besseres gesellschaftliches Verständnis einer modernen und tierfreundlichen Landwirtschaft zu schaffen. Die Kampagne diene als gemeinsame Diskussionsgrundlage, um Missverständnisse oder Irrtümer zwischen Landwirten und Verbrauchern aus dem Weg zu räumen. Bürgermeister Michael Kurz sieht die Initiative als „gelungenes Projekt zur Stärkung des ländlichen Raumes“. Landwirtschaft und der dazugehörige vor- und nachgelagerte Bereich seien ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Brake. Zwischen Stadt und Landwirtschaft bestehe seit vielen Jahren ein gutes Verhältnis, das sich durch einen regelmäßigen Austausch auszeichne.
„Mit der Kooperation bietet sich uns nun die Möglichkeit, diese gute Zusammenarbeit auch sichtbar zu signalisieren“, sagt Michael Kurz. „Dabei hat die Kommunenkooperation in erster Linie einen ideellen Charakter, es handelt sich um ein Bekenntnis zum ländlichen Raum, mit dem wir signalisieren wollen, dass wir ein verlässlicher Ansprechpartner für die Landwirtschaft in Brake sind.“
Landvolk-Vorsitzender Dr. Karsten Padeken freut sich über die Unterstützung der Stadt: „Die Kooperation dient als Grundlage für weitere gemeinsame Projekte. In einem ersten Schritt haben wir Aufsteller mit Plakaten auf städtischen Flächen direkt vor dem Rathaus und an der B 212 aufgestellt, um die Zusammenarbeit zu demonstrieren.“ Schon seit 2016 engagiert sich das Landvolk Wesermarsch in der Kampagne „Echt grün – Eure Landwirte“, an der sich aktuell elf niedersächsische Landvolk-Kreisverbände beteiligen. In der Wesermarsch bestehen weitere Kommunenkooperationen mit der Stadt Elsfleth und der Gemeinde Butjadingen.
Die Mehrheit bezieht Wissen über Natur aus den Medien
Dr. Karsten Padeken (l.), Vorsitzender des Kreislandvolkverbands Wesermarsch, und Manfred Ostendorf (r.), Geschäftsführer des Kreislandvolkverbands Wesermarsch, begrüßten den Autor Dr. Andreas Möller in Rodenkirchen.
Warum ist das Verhältnis von Landwirtschaft und Öffentlichkeit so spannungsreich? Warum gibt es zwischen Stadt und Land oft mehr Missverständnisse als Verständigung? Dr. Andreas Möller, Autor des Buchs „Zwischen Bullerbü und Tierfabrik“, empfiehlt einen Blick auf die demographische Entwicklung: Vor 100 Jahren haben noch 50 Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft gearbeitet, nach 1945 waren es immerhin noch 25 Prozent, heute gerade einmal 1,4 Prozent. „Die Mehrheit der Menschen hat heute keinerlei Bezug mehr zum landwirtschaftlichen Alltag“, konstatierte der Kommunikationsexperte bei einem Vortrag, den er jetzt bei der Jahreshauptversammlung des Kreislandvolkverbands Wesermarsch in Rodenkirchen hielt. „Ihr Wissen über die Natur speist sich aus medialisierten Bildern, nicht aus eigener Erfahrung.“
So hätten viele Menschen heute beim Stichwort Landwirtschaft eine „Bullerbü-Idylle“ vor Augen, die es aber nicht gebe und so auch nie gegeben habe. Denn die Natur habe auch Schattenseiten wie Schädlinge oder Pilzerkrankungen, die früher ganze Ernten vernichten konnten. Noch in den fünfziger Jahren seien Jugendliche zwangsverpflichtet worden zum Kartoffelkäfer-Sammeln. Wer dies nicht mehr aus eigenem Erleben kenne, dem sei der Nutzen von Pflanzenschutzmitteln nur schwer zu vermitteln. Denn anders als Landwirte, die mit und in der Natur arbeiten und sie nutzen, erlebe die Mehrheit der Menschen heute Natur als Ausgleich zu ihrem hektischen Alltag – und Pflanzenschutzmittel folgerichtig als Gift, das diese scheinbare Idylle zerstört.
Gleichzeitig habe sich die Medienlandschaft verändert. Nachrichten und Meinungen werden über das Internet und die sozialen Medien heute ungefiltert und in Echtzeit verbreitet, während vor zwanzig Jahren Leserbriefe noch per Post an Zeitungen geschickt werden mussten. „Der Ton zwischen Landwirten und Öffentlichkeit ist rauer geworden“, so Andreas Möller. Dies gelte aber auch für andere Branchen wie die Energiewirtschaft (Stichwort Kohleausstieg), die Automobilindustrie (Stichwort Diesel) oder auch den Journalismus selbst (Stichwort Lügenpresse).
Was können Landwirte diesen Entwicklungen entgegensetzen? „Wir brauchen positive Geschichten und Gesichter, die diese Geschichten glaubwürdig erzählen können“, empfahl der Kommunikationsexperte. Landwirte müssten durch Erfahrungen und Begegnungen die emotionale Ebene ansprechen. „Zu einer offensiven Kommunikation gibt es keine Alternative. In der heutigen Medienwelt müssen wir permanent darüber reden, was wir Gutes tun.“
Auf einem landwirtschaftlichen Betrieb können Schülerinnen und Schüler am Zukunftstag viele Arbeiten selbst ausprobieren und mithelfen. Bild: Landvolk Ammerland
Kühe melken, Kälber füttern und Trecker fahren – das können Schülerinnen und Schüler aus der Wesermarsch am Zukunftstag ausprobieren, der in diesem Jahr am Donnerstag, 28. März 2019, stattfinden wird. Dabei haben sie die Wahl: Entweder können Sie den Tag auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in der Nähe ihres Wohnorts verbringen, oder sie kommen nach Brake auf den Familienbetrieb von Detmer Haye. Dort werden der Kreislandvolkverband Wesermarsch und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Oldenburg-Nord, gemeinsam mit Schülern der Berufsbildenden Schule III Oldenburg ein zentrales Angebot für Schülerinnen und Schüler der 5. bis 10. Klassen auf die Beine stellen und ihnen einen Einblick in den vielseitigen Beruf des Landwirtes ermöglichen.
Die Fachschüler der BBS Oldenburg werden verschiedene Stationen gestalten, an denen die Jungen und Mädchen nicht nur praktisch tätig werden dürfen, sondern auch entsprechende Hintergrundinformationen bekommen. Geplant sind das Füttern und Melken der Kühe, die Zusammenstellung einer Futterration sowie die Kälberfütterung. Außerdem wird Getreide bestimmt und über Ackerbau informiert. An Technik interessierte Schülerinnen und Schüler haben Gelegenheit, viele verschiedene Maschinen kennen zu lernen und auf dem Trecker je nach Wetterlage das Grubbern, Pflügen, Düngerstreuen oder die Grünlandpflege mit zu machen. Zudem wird ausführlich über den Ausbildungsberuf des Landwirtes und die beruflichen Perspektiven informiert.
“Gerade landwirtschaftliche Betriebe eignen sich hervorragend, um Schülerinnen und Schüler in die Arbeit mit einzubeziehen und Ihnen hautnah zu vermitteln, dass Arbeit auch Spaß macht. Die Jugendlichen können viele Tätigkeiten eigenständig verrichten und die Landwirtschaft mit allen Sinnen erleben”, wirbt Andrea Vogt, Landvolk-Mitarbeiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, für die Teilnahme.
Die Landwirte und alle weiteren Beteiligten freuen sich darauf, die interessierten jungen Menschen für die Landwirtschaft zu begeistern und ihnen zu zeigen, dass dieser Beruf sehr vielseitig ist und ein selbständiges Arbeiten mit hohem Maß an Verantwortung für Mensch und Tier ermöglicht. Wenn man Interesse an der Natur, am Umgang mit Tieren und moderner Technik hat, lohnt es sich, über eine Ausbildung in diesem Beruf nachzudenken, auch wenn man nicht aus der Landwirtschaft kommt. Jedes Jahr steigen die Ausbildungszahlen. Bereits ein Drittel der Auszubildenden sind weiblich. Aufgrund der inzwischen ausgeprägten Technisierung ist der Beruf der Landwirtin auch für Frauen zunehmend attraktiv, denn er hat vielfältige Aufstiegsmöglichkeiten in der gesamten Agrar- und Ernährungswirtschaft.
Ansprechpartner für interessierte Schüler, Eltern und Lehrer:
Heiko Haschen, Landwirtschaftskammer, Tel: 0441-34010123 oder
Andrea Vogt, Kreislandvolkverband Wesermarsch, Telefon 04401-980522, E-Mail: vogt@klv-wesermarsch.de
Schüler, die den Zukunftstag in einem landwirtschaftlichen Betrieb verbringen möchten, sollten sich bis zum 10. März anmelden.
Neujahrsempfang in Varel: Umweltminister spricht sich für Gänsejagd aus
Die Vorsitzenden Dr. Karsten Padeken (3.v.re.) und Hartmut Seetzen (re.) konnten viele Ehrengäste beim Neujahrsempfang begrüßen (v.l.): Frieslands Landrat Sven Ambrosy, die SPD-Bundestagsabgeordneten Susanne Mittag und Siemtje Möller, Umweltminister Olaf Lies, die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann und Wesermarsch-Landrat Thomas Brückmann. Bild: Nordwest-Zeitung, Olaf Ulbrich
Landwirtschaft und Umwelt – unter diesem Vorzeichen stand der gemeinsame Neujahrsempfang der Kreislandvolkverbände Wesermarsch und Friesland im Vareler Tivoli. Gut 300 Gäste aus Landwirtschaft, Politik und Wirtschaft waren gekommen, um in lockerer Runde Gespräche zu führen und die Vorträge der Gastredner Karin Logemann, agrarpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, und Umweltminister Olaf Lies zu hören.
Zum Auftakt sprachen die Landvolk-Vorsitzenden Hartmut Seetzen und Dr. Karsten Padeken aktuelle Themen an, die den Landwirten unter den Nägeln brennen. Hartmut Seetzen erinnerte an die zahlreichen Wolfsrisse, die es vor allem in der Wesermarsch gegeben hat. „Weidetierhaltung und Wolfsausbreitung sind nicht vereinbar“, machte er deutlich. „Die Sicherheit von wolfsabweisenden Zäunen steht mittlerweile in Frage, und von der Pflege sind sie so aufwändig, dass kein Landwirt diese Arbeit leisten kann.“ Auch im Umgang mit der immer größer werdenden Zahl an Rastgänsen müsse es einen Prioritätenwechsel geben. Die entstandenen Schäden müssten fair und unabhängig von Gebietskulissen ausgeglichen werden.
Dr. Karsten Padeken sprach das Thema Düngeverordnung an, die erst 2017 überarbeitet wurde und nun nochmals verschärft werden solle, ohne überhaupt die Wirkung der Neufassung erst einmal abzuwarten. „Auf dem Grünland haben wir keine Probleme mit den Nitratwerten“, machte er deutlich. „Es ist Landwirten schwer vermittelbar, dass sie Maßnahmen umsetzen sollen, obwohl sie nicht die Verursacher sind und zur Verbesserung der Lage nichts beitragen können.“ Weitere Themen waren die Ausweisung einer Entwicklungszone für das Biosphärenreservat Wattenmeer und die Debatte um Feinstaub-Emissionen aus der Landwirtschaft.
Umweltminister Olaf Lies nahm die Sorgen der Landwirte auf und gab beim Thema Rastgänse ein klares Bekenntnis dazu ab, dass entstandene Schäden überall ausgeglichen werden müssten und nicht nur in der bislang ausgewiesenen Gebietskulisse. Zudem werde man wohl vor allem bei der Nonnengans nicht um eine Regulierung der Population herumkommen, die außerhalb der Vogelschutzgebiete auch möglich sei.
Beim Thema Wolf müsse der Anspruch sein, dass Weidetierhaltung – die ja ohnehin schon eine Herausforderung sei – dadurch nicht gefährdet werde. „Dann, wenn es ein Problem gibt, handelt der Staat“, sagte Lies. Dabei gehe es nicht um die Art Wolf an sich, sondern um einzelne Tiere wie den auffälligen Wolf GW717m aus dem Landkreis Nienburg, der nun um Abschuss freigegeben sei.
Als Umweltminister wolle er vor allem an gemeinsamen Projekten von Umwelt und Landwirtschaft arbeiten: „Landwirte sorgen nicht nur für unsere Nahrungsmittel, sondern sie sind Partner für die Umwelt“, sagte er. Er wolle sich für einen Perspektivwechsel einsetzen: „Im Moment gleichen wir vor allem die Nachteile aus, die Landwirte haben, wenn sie Umweltmaßnahmen umsetzen. Stattdessen sollten wir es honorieren, wenn Landwirtschaft eine gesellschaftliche Leistung erbringt für mehr Umweltschutz und Biodiversität. Dann gewinnen wir dafür auch Mitstreiter.“
Die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann berichtete aus ihrer Arbeit als agrarpolitische Sprecherin ihrer Fraktion, dass derzeit ein neuer Arbeitskreis „Töten und Schlachtung“ im Rahmen des Tierschutzplans 4.0 eingerichtet werde und sich der Situation in den niedersächsischen Schlachthöfen annehme. Sie stehe einer Kameraüberwachung positiv gegenüber, aber es müsse ein ganzes Bündel von Maßnahmen geben, um hier zu Verbesserungen zu kommen. Bei der Wiedereinführung der Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete sei ihr Engagement auf niedersächsischer Ebene leider nicht erfolgreich gewesen. Jetzt richteten sich alle Blicke auf die EU; sie werde sich weiter dafür einsetzen, dass auf dieser Ebene ein entsprechendes Programm aufgelegt werde.
Frieslands Landrat Sven Ambrosy bedankte sich für die gute Zusammenarbeit zwischen Kreisverwaltung und Landwirtschaft im Landkreis Friesland, etwa beim Thema FFH-Schutzgebietsausweisungen oder Landschaftsrahmenplan. Dazu gehöre, dass die Verwaltung bei allen Vorhaben die Betroffenen von Anfang an einbeziehe und Zusagen verlässlich einhalte. In seiner Funktion als Vorsteher des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands hob er die Schaffung von fünf Verbandsbezirken hervor. Die Landschaftsräume im Oldenburger Land seien sehr unterschiedlich; auf diese Weise könnten Probleme besser anhand der spezifischen örtlichen Gegebenheiten angegangen und gelöst werden.
Weitere Bilder vom Neujahrsempfang gibt es hier.
Landwirte informieren in der Oldenburger Fußgängerzone
An einem ganz normalen Sonnabend sind so einige Wesermärschler in der Oldenburger Fußgängerzone unterwegs. Eine Gruppe Landwirte hatte am Sonnabend, 19. Januar 2019, aber ein ganz besonders Anliegen: Sie haben mit Berufskollegen aus Friesland und dem Landkreis Oldenburg einen Infostand am Leffers-Eck organisiert. Ihr Motto: „Dialog statt Protest“. Zum Start der Grünen Woche in Berlin wollten Sie als Ansprechpartner zur Verfügung stehen und mit den Passanten über Fragen rund um die Landwirtschaft ins Gespräch kommen.
Der Infostand ist ganz bewusst nach Oldenburg gelegt worden: In den Städten gibt es kaum landwirtschaftliche Betriebe, die Menschen haben einfach kaum Berührungspunkte mit Landwirten. Laut einer Umfrage des Forsa-Institutes hat ein Viertel der deutschen Bevölkerung noch nie mit einem Landwirt gesprochen – in großen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern fällt diese Zahl noch deutlicher aus. 53 Prozent der befragten Menschen verneinten hier die Frage, ob sie einen Landwirt persönlich kennen. So entstehen leicht Vorurteile und einseitige Bilder in den Köpfen. Wenn sich das ändern soll, müssen die Landwirte eben in die Stadt kommen.
Mit dabei war auch Dirk Hanken, Landwirt aus Birkenheide und Vorstandsmitglied im Kreislandvolkverband Wesermarsch. „Ich war positiv überrascht, dass das Bild, was die Passanten von der Landwirtschaft hatten, gar nicht so schlecht war“, resümiert er seinen Einsatz. Aufgrund der ständigen Landwirtschaftskritik vieler Medien habe er damit gar nicht gerechnet. „Ich habe mit den Leuten zum Beispiel über Feinstaub oder die Dürre im letzten Sommer gesprochen. Die Menschen waren alle sehr interessiert und wollten wissen, ob wir noch genug Futter für unsere Tiere haben oder ob die Hilfen auch auf den Betrieben ankommen.“ Für Dirk Hanken hat sich die Aktion gelohnt: „Es hat einfach Spaß gemacht.“
Auch in weiteren Städten in Niedersachsen waren Landvolkverbände an diesem Wochenende aktiv und haben unter dem Motto „Dialog statt Protest“ für mehr Akzeptanz für die aktuellen Themen der Landwirtschaft geworben. „Unsere Bauernfamilien sind wichtige Stützen für die ländlichen Räume, für die Gesellschaft und sorgen mit ihren Produkten und Dienstleistungen für das Wohl der gesamten Bevölkerung“, sagte Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke. Daher lautet seine Forderung: „Redet mit uns statt über uns! Landwirte sind offen für den Dialog, stellen sich den Fragen der Verbraucherinnen und Verbraucher und wünschen sich, dass mehr Bürger nachfragen, was es mit der täglichen Arbeit auf den Höfen auf sich hat.“
Gemeinsam Niedersachsens Grünlandregion erhalten
Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kienast (8.v.l.) und Umweltminister Olaf Lies (6.v.l.) sowie weitere Politiker diskutierten mit Landvolk-Vertretern der Küstenlandkreise im Grünlandzentrum Ovelgönne.
Die Wettbewerbsfähigkeit der niedersächsischen Grünlandregionen stand im Mittelpunkt eines gemeinsamen Gesprächs von Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast und Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies mit Landvolk-Vertretern der Küstenlandkreise im Grünlandzentrum in Ovelgönne. Mit dabei waren ebenfalls Wissenschaftsminister Björn Thümler als zuständiger Wahlkreisabgeordneter, die landwirtschaftspolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Karin Logemann, sowie der CDU-Landtagsfraktion, Helmut Dammann-Tamke, und weitere Fachpolitiker. Die Gäste machten sich ein Bild von den Herausforderungen und ließen sich umfassend über die vielfältigen Projekte des Grünlandzentrums informieren.
Dazu sagt Ministerin Barbara Otte-Kinast: „Grünland ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und eine prägende Kulturlandschaft. Deshalb ist es notwendig, die Bewirtschaftung auf Dauer zu sichern.“ Der Meinungsaustausch habe erneut gezeigt, wie groß die Bedeutung des Grünlands auch im Hinblick auf den Klima- und Umweltschutz ist. Um die zahlreichen Erschwernisse der dort wirtschaftenden Betriebe abzupuffern, soll eine gezielte Förderung entwickelt werden. Ministerin Otte-Kinast: „Der inhaltliche und finanzielle Spielraum für weitere Unterstützungen hängt nun maßgeblich davon ab, wie die zukünftige Gemeinsame Agrarpolitik der EU ausgestaltet sein wird. Fest steht: Wir wollen die Grünlandbewirtschaftung mit geeigneten Maßnahmen erhalten.“
Positionspapier zum Thema Biosphärenreservat
In vielen Gemeinden entlang der niedersächsischen Nordseeküste gibt es derzeit eine Diskussion darüber, ob sie sich dem Biosphärenreservat Wattenmeer anschließen sollen. Eine solche Entscheidung hätte direkte Auswirkungen auf die landwirtschaftlich genutzten Flächen in diesen Gemeinden; daher hat es innerhalb des Landvolks in den vergangenen Wochen intensive Diskussionen über dieses Thema gegeben. Als Ergebnis ist ein Positionspapier entstanden, das über den nachfolgenden Link angezeigt und heruntergeladen werden kann.
Positionspapier Biosphärenreservat Nds. Wattenmeer (neu)
Erntebilanz: Unsicherheit macht Betrieben am meisten zu schaffen
Erst viel zu viel Regen, dann auf einmal gar nichts mehr – 2017 und 2018 waren für die Landwirte in der Wesermarsch extreme Jahre, die sie vor viele Probleme gestellt haben. „Was die Betriebe in diesem Sommer am meisten belastet hat war die Unsicherheit“, sagt Kreislandwirt Dr. Karsten Padeken. „Was bekommen wir an Futter von unseren Flächen, wie viel müssen wir zukaufen, um unser Vieh über den Winter zu bringen, und können wir uns das finanziell überhaupt leisten?“
Noch können viele Landwirte die Frage, ob das Futter über den Winter reicht, nicht sicher beantworten. Für etwas Erleichterung sorgt die Maisernte, die noch nicht ganz abgeschlossen ist: In der Wesermarsch wird eine verhältnismäßig gute Ernte erwartet, auch im Vergleich zu anderen Jahren. Die Pflanze ist wärmeliebend und hat auf den schweren Marschböden offenbar noch ausreichend Wasser erhalten, um Kolben auszubilden. Der Mais wird in der Regel gehäckselt und siliert und stellt einen wichtigen Teil des Grundfutters für Rinder dar.
Bei der Grasernte schätzt Karsten Padeken, dass die Erträge etwa 20 bis 30 Prozent unter denen in normalen Jahren liegen werden. Im Moment sei hier aber noch keine endgültige Bilanz möglich, da das Gras im Herbst noch wachse und es noch einen Schnitt geben werde. Ob das Futter über den Winter reichen wird, hängt außerdem davon ab, wie lange das Vieh im Herbst noch auf der Weide stehen kann und wie früh es im kommenden Jahr wieder hinauskann. Und es kommt auf den Betrieb an: Wer noch Futterreserven aus dem vergangenen Jahr hatte, sieht die Lage etwas gelassener als derjenige, der bereits jetzt für viel Geld Futter zukaufen muss, was den Betriebserlös entsprechend schmälert.
„Was uns alle Geld kosten wird ist der Preis des Kraftfutters, der voraussichtlich steigen wird, da die Getreideernte auch anderswo in Europa niedrig ausgefallen ist“, prognostiziert Karsten Padeken. „Ob diese gestiegenen Kosten über einen gestiegenen Milchpreis wieder hereingeholt werden können, muss man noch sehen.“
Die finanziellen Hilfen zum Ausgleich von Dürreschäden, die Bund und Länder zur Verfügung stellen, werden den Betrieben in der Wesermarsch voraussichtlich nicht zu Gute kommen. Nach den bisher vorliegenden Informationen müssen Betriebe bei einer Antragstellung zunächst nachweisen, dass die Erntemengen im Vergleich zu den Vorjahren um 30 Prozent geringer ausgefallen sind. Da die Landwirte in der Wesermarsch das geerntete Gras sowie den Mais in den allermeisten Fällen für den eigenen Bedarf anbauen und nicht für den Verkauf, haben sie keine verwertbaren Belege über die Erntemengen und fallen somit schon aus diesem Grund aus dem Kreis der Anspruchsberechtigten heraus. Weiteres Kriterium ist die Existenzgefährdung; dazu muss die Landwirtsfamilie ihr gesamtes Einkommen offenlegen und die finanzielle Bedürftigkeit nachweisen.
Gute Neuigkeiten: Landwirtschaftliche Fahrzeuge doch weitgehend von der Mautpflicht befreit
Alle Bundesstraßen werden zum 1. Juli 2018 mautpflichtig. Auch landwirtschaftlichen Fahrzeuge sollten somit mautpflichtig werden, mit Ausnahme von Fahrzeugen bis 40 km/h Höchstgeschwindigkeit. Der DBV forderte daraufhin für land- oder forstwirtschaftliche Fahrzeuge, die für eigene Zwecke oder im Rahmen eines Maschinenrings bauartbedingt schneller als 40 km/h fahren, ebenfalls von der Maut auszunehmen.
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer reagierte mit einem Schreiben an DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken auf diese Forderung. Nach dem Bundesfernstraßenmautgesetz sind „landwirtschaftliche Fahrzeuge im geschäftsmäßigen Güterverkehr mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von maximal 40 km/h“ nun von der Maut befreit.
Bis zum 1. Januar 2019 gilt nun diese Kulanzregelung. Voraussichtlich erst ab dem 1. Januar 2019 soll dann die von Deutschem Bauernverband (DBV), Bundesverband der Maschinenringe (BMR) und Bundesverband Lohnunternehmen (BLU) gemeinsam auf dem Weg gebrachte und von mehreren Bundesratsausschüssen letzte Woche nahezu einstimmig unterstützte Initiative greifen, das Bundesfernstraßenmautgesetz so zu ändern, dass die bisherigen und durch OVG-Urteile in Frage gestellten Ausnahmetatbestände wieder gelten.
Es sei unverhältnismäßig und bürokratisch, jetzt land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 40 km/h mit Fahrzeuggeräten zur Mauterfassung (OBU) auszurüsten, wenn diese Fahrzeuggeräte in sechs Monaten nicht mehr benötigt werden, weil keine Mautpflicht mehr besteht, teilt Bundesverkehrsminister Scheuer dem DBV mit.
Straßenmaut für land- und forstwirtschaftliche Betriebe
Ab 1. Juli 2018 werden alle Bundesstraßen mautpflichtig. Auch die Landwirtschaft ist davon betroffen, da nach aktueller Auffassung des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) nur landwirtschaftlichen Fahrzeugen bis 40 km/h Höchstgeschwindigkeit von der Maut befreit sind.
Bislang besteht die Mautpflicht auf allen Bundesautobahnen und ca. 2.300 km autobahnähnlichen Bundesstraßen. Ab dem 1. Juli kommen nun 38.000 km Bundesstraßen hinzu. Nach dem Bundesfernstraßen-Mautgesetz (BFStrMG) besteht die Mautpflicht für Kraftfahrzeuge (Kfz) oder Fahrzeugkombinationen deren zulässiges Gesamtgewicht mindestens 7,5 t beträgt und die für den Güterkraftverkehr bestimmt sind (1. Alternative) oder für den Güterkraftverkehr (2. Alternative) verwendet werden.
Mautpflicht nach der 1. Alternative
Die Mautpflicht nach der 1. Alternative betrifft Kfz, die generell nach ihrem Zweck dazu bestimmt sind, Güter gleich welcher Art zu transportieren. Es ist damit entscheidend, ob das Motor-Fahrzeug nach seinen objektiven Merkmalen dazu dienen soll, Güter zu transportieren. Dies ist sicherlich bei Sattelzügen oder Lastkraftwagen der Fall, während klassische land- und forstwirtschaftliche (lof) Ackerschlepper und lof-Geräteträger dieser Alternative nicht unterfallen, da sie zur Bewirtschaftung von lof-Flächen bestimmt sind und beispielsweise über die Zapfwelle auch andere Maschinen antreiben können. Nach aktueller Auffassung des BAG ist darunter auch der Unimog zu subsumieren, da er ursprünglich auch für den Einsatz in der Land- oder Forstwirtschaft konzipiert und bestimmt ist.
Bei der letzten Änderung des Mautgesetzes wurde der Begriff „ausschließlich“ in der Begriffsbestimmung „Fahrzeuge die ausschließlich für den Güterkraftverkehr bestimmt sind“, gestrichen. Dadurch fallen mehr Fahrzeuge unter die Mautpflicht. Das betrifft auch die sogenannten Agrotrucks oder Agrar-Lkw, das heißt zum lof-Ackerschlepper umgeschlüsselte Sattelzugmaschinen. Unabhängig von der Zulassung sind diese Fahrzeuge zur Güterbeförderung bestimmt und unterfallen der 1. Alternative. Inwieweit dennoch eine Befreiung von der Maut möglich ist, muss im jeweiligen Einzelfall mit der BAG und der Betreibergesellschaft Toll Collect geklärt werden. Die Mautpflicht nach der 1. Alternative besteht im Übrigen unabhängig
Kein Blitzer, sondern eine Kontrollsäule für die Maut auf Bundesstraßen. Ab 1. Juli 2018 sind die Geräte „scharf gestellt“ und die Maut ist fällig. (Foto: Vaupel)
davon, ob es sich um eine Privatfahrt handelt, ob tatsächlich Güter befördert werden (Leerfahrten sind damit auch von der 1. Alternative erfasst) oder ob das betreffende Kfz von der Kraftfahrzeugsteuer befreit ist.
Mautpflicht nach der 2. Alternative
Hiernach besteht unabhängig von der 1. Alternative die Mautpflicht, sofern mit Kfz oder Fahrzeugkombinationen, die zwar über keine für den Güterkraftverkehr typischen Fahrzeug- und Aufbauarten verfügen, die jedoch konkret Güterkraftverkehr nach dem Güterkraftverkehrsgesetz (GüKG) durchführen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich bei der jeweiligen Fahrt um eine entgeltliche oder geschäftsmäßige Güterbeförderung im Sinne § 1 GüKG handelt. Werden solche Transporte auch mit Standardschleppern durchgeführt, so sind diese mautpflichtig nach der 2. Alternative.
Achtung: Seit April dieses Jahres verweist das BAG auf verschiedene Urteile von Oberverwaltungsgerichten der Länder (u. a. OVG Münster, Az.: 9 B 550/16) und kommt zu dem Schluss, dass von der 2. Alternative die Beförderung jeglicher Güter erfasst ist. Die sonst angenommenen und auch bis dahin seitens des BAG akzeptierten Ausnahmen von der Maut, nach § 2 Abs. 1 Nr. 7 GüKG werden nicht mehr angewendet. Darunter fällt beispielsweise die Nachbarschaftshilfe und die Beförderung im Rahmen eines Maschinenrings e. V..
Ausnahme: Auf Betreiben von BLU, BMR und DBV mit Unterstützung der LWK Niedersachsen wurde Anfang 2017 eine wichtige Ausnahme von der Mautpflicht in § 1 Absatz 2 Ziffer 6 BFStrMG aufgenommen. Danach sind landwirtschaftliche Fahrzeuge im geschäftsmäßigen Güterverkehr mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit (bbH) von maximal 40 km/h nach beiden Alternativen generell ausgenommen (gilt ab dem 1. Juli 2018).
Die neue Auslegung des BAG führt aber dazu, dass auch lof-Fahrzeuge von Landwirten, soweit sie mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 40 km/h die mautpflichtigen Straßen nutzen, mautpflichtig sind. Da dies nicht dem Willen des Gesetzgebers entspricht, werden Lösungen gesucht, die den bisherigen Stand der Ausnahmeregelungen in diesem Punkte wiederherstellt. Ob dies bis zum 1. Juli gelingt, ist offen. Da für die Mautbefreiung das Motorfahrzeug maßgebend ist, gilt die Empfehlung alle Schlepper, die für Beförderungen auf mautpflichtigen Straßen eingesetzt werden, auf eine bbH von 40 km/h zu drosseln.
Wie hoch ist die Maut
Die Höhe der Maut ist abhängig von der auf mautpflichten Bundesautobahnen und Bundesstraßen zurückgelegten Streckenkilometer. Bei der Berechnung wird die Anzahl der Achsen des Fahrzeugs oder der Fahrzeugkombination berücksichtigt. Aktuell gibt es vier Achsklassen, die von zwei bis fünf oder mehr Achsen reichen. Bei der Berechnung werden auch Liftachsen stets mitgerechnet. Weiterhin geht in den Mautsatz auch die Emissionsklasse des Fahrzeugs ein. Da in der Landwirtschaft oftmals ältere Lkws oder Traktoren eingesetzt werden, führt dies zu hohen Mautsätzen. Denn je schlechter die Emissionsklasse, desto höher ist die Maut. Da bei vielen Traktoren die Emissionsklasse laut Zulassungsbescheinigung nicht bekannt ist, werden diese automatisch in die schlechteste Klasse eingestuft und das führt zu hohen Mautsätzen. So kann im schlechtesten Fall bei einer Fahrzeugkombination von mindestens fünf Achsen ein Mautsatz von 21,8 Cent je Streckenkilometer fällig werden. Ist die Emissionsklasse in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter der Ziffer 14. bzw. 14.1 eingetragen, passen diese Angaben aber aktuell nicht zu der vom BAG veröffentlichen Leitfaden zur Ermittlung der Schadstoffklassen und daher muss wohl erst eine Abfrage beim Kraftfahrtbundesamt für Klarheit sorgen.
Wie kann die Maut bezahlt werden
Die Betreibergesellschaft Toll Collect GmbH bietet hierfür mehrere Möglichkeiten an:
• Automatische Einbuchung per Fahrzeuggerät (On-Board-Unit) nach Registrierung bei der Betreibergesellschaft Toll Collect und Einbau des Gerätes in das mautpflichtige Fahrzeug. Das OBU wird von Toll Collect kostenlos zur Verfügung gestellt und der Halter des Fahrzeugs übernimmt die Kosten für den Einbau. Beim Einbau eines OBU bei Traktoren kann es zu Problemen kommen, da die Schlepper vielfach keine entsprechende Vorrüstung für diese Geräte haben.
• Manuelle Einbuchung per Toll-Collect-App.
• Online-Einbuchung unter www.toll-collect.de sowohl auf stationären PCs als auch mobil auf Tablets und Smartphones.
• Manuelle Einbuchung an rund 1.100 Mautstellenterminals, die an großen Tankstellen, Autohöfen und Rastplätzen stehen
Verantwortlich für die Mautentrichtung ist der Eigentümer oder Halter des Kfz, die Person, die über den Gebrauch des Kfz bestimmt, der Fahrer, die Person, auf die das Kfz zugelassen ist oder die Person, der das Kennzeichen des Kfz zugeteilt ist, wobei mehrere Mautschuldner als Gesamtschuldner haften. Kann bei einer Kontrolle die tatsächlich zurückgelegte Strecke nicht ermittelt werden, so wird pauschal eine Wegstrecke von 500 km nacherhoben. Darüber hinaus hat der Gesetzgeber bei Mautverstößen ein Bußgeld bis zu 20.000 € vorgesehen. Neben den Kontrollsäulen wird die Maut vor allem bei Vor-Ort-Kontrollen durch das BAG überprüft.
Weitere Informationen zur Maut sind bei www.bag.bund.de und www.toll-collect.de zu finden. Bei Toll Collect besteht auch die Möglichkeit Fahrzeuge, die dauerhaft nicht der Mautpflicht unterliegen, in die Liste der nicht mautpflichtigen Fahrzeuge eintragen zu lassen. Nach aktuellen Erfahrungen ist diese Mautbefreiung allerdings wenig hilfreich, da sie nicht rechtsverbindlich ist und bei Kontrollen das BAG oftmals eine Mautpflicht erteilt.
Aufgrund der in der Vergangenheit wechselnden Auskünfte zur Maut seitens des Bundesamts für Güterverkehr und den aktuellen Entwicklungen, können leider keine absoluten Aussagen zur Maut für die Land- und Forstwirtschaft getroffen werden. Es ist davon auszugehen, dass es weitere Änderungen und Anpassungen geben wird. Die nächste Änderung zur Maut ist schon beschlossen: Anfang 2019 wird nicht mehr die Anzahl der Achsen, sondern das zulässige Gesamtgewicht der Fahrzeuge berücksichtigt. Feststeht: die Maut kommt zum 1. Juli auf allen Bundesstraßen. Für alle Lkw-ähnlichen Fahrzeuge wird die Maut fällig sein. Landwirte und Lohnunternehmer die mautfrei fahren wollen, sollten ihre Schlepper auf 40 km/h drosseln.
Text: Martin Vaupel Landwirtschaftskammer Niedersachsen
Tag der Milch 2018 – Treffen mit Astrid Grotelüschen
v. li.: Dr. Karsten Padeken, Astrid Grotelüschen, Familie von Deetzen
„Frisch – die ‚Lieferanten‘ stehen gleich nebenan auf der Weide – gesund und lecker dazu!“ Mit diesem Statement startete CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen zum „Tag der Milch“ am 1. Juni 2018 ihren Besuch auf dem „Hof von Deetzen“ in Schweiburg. Familie von Deetzen melkt 160 Kühe und betreibt zusätzlich eine Milchtankstelle. Durch die Milchtankstelle hat die Familie immer viel Kontakt zu Touristen und betreibt somit tolle Öffentlichkeitsarbeit. Neben dem direkten Kontakt hat die Familie auch eine Facebookseite, auf der regelmäßig über anstehende Arbeiten und Ereignisse auf dem Hof berichtet und vieles erklärt wird. „Diese erstklassige Arbeit verdient unsere Anerkennung und vor allem einen auskömmlichen Preis für die Produkte, damit auch die nächste Generation eine Zukunft hat“, ist die Abgeordnete überzeugt.
Bei dem Treffen mit Astrid Grotelüschen standen Punkte wie die aktuelle Milchmarktsituation, aber auch das Thema „Wolf“ zur Diskussion. Kreislandvolkvorsitzender Dr. Karsten Padeken, sowie stellv. Vorsitzender Hendrik Lübben berichteten über eine aktuell recht positive Situation am Milchmarkt. Der Milchpreis ist zurzeit zufriedenstellend und auch die Pulverware fließt recht gut ab. Beide Landwirte lehnen einen politischen Eingriff in den Markt ab. Sie fordern hingegen politische Unterstützung bei der Entwicklung von neuen Instrumenten und Möglichkeiten zur Preisabsicherung am Milchmarkt.
Auch über das Thema „Wolf“ berichtete Dr. Karsten Padeken kurz. Die Kreislandvolkverbände Wesermarsch und Friesland fordern eine wolfsfreie Zone entlang der Küsten. Würde der Wolf sich in der Region niederlassen, müssten die Landwirte ihre Tiere im Stall lassen. Somit wäre zum Beispiel an Weidemilch nicht mehr zu denken.
Astrid Grotelüschen erinnerte hierzu an ihre Veranstaltung zum Thema „Wolf“ mit Helmut Dammann-Tamke, MdL im April. Sie unterstützt den Vorschlag, entlang der Küste einen Schutzstreifen für Weidehaltung und Deichschafe einzurichten. „Für mich ist wichtig, dass wir als Politik eine klare und präventive Regelung im Bund erarbeiten, damit das Land Niedersachsen diese dann politisch präzisieren kann“, so Grotelüschen abschließend.
„Wölfe in der Küstenregion sind nicht vereinbar mit der Weidehaltung“
„Wölfe in der Küstenregion sind nicht vereinbar mit der Weidehaltung“, betonte Manfred Ostendorf, Geschäftsführer der Kreislandvolkverbände Wesermarsch und Friesland, am Samstag, den 12.5.2018 in Stadland. Rund 300 Landwirte, Schäfer und Pferdezüchter hatten sich am Deich versammelt, um gegen den Wolf zu demonstrieren.
Hunderttausende Rinder oder Tausende von Schafen müssten im Stall bleiben und es gäbe keine Weidemilch mehr, wenn der Wolf sich weiter ausbreitet. Wenn sich erst ein ganzes Wolfsrudel bildet, dann ist es zu spät. Demnach fordern das Landvolk auch die Landfrauen, die Deichverbände und die Schafzüchter eine wolfsfreie Zone und klare Regelungen.
Die Deichverbände sind in Sorge um den Küstenschutz, der ohne Schafe an den Deichen in Gefahr gerate. Wolfssichere Zäune gibt es nicht und die Errichtung von wolfsabweisenden Zäunen würde allein in den Landkreisen Friesland und der Wesermarsch über 300 Millionen Euro kosten!
Kundgebung „Wolfsfreie Zonen – Zum Schutz unserer Weidetiere“
Die Kreislandvolkverbände, Deichverbände und Kreislandfrauenverbände Friesland und der Wesermarsch sowie der Landesschafzuchtverband Weser-Ems rufen zu einer gemeinsamen Kundgebung „Aktives Wolfsmanagement in Weidegebieten“. Diese Kundgebung findet statt am Samstag den 12. Mai 2018 um 10.30 Uhr an der Küstenschutzhalle des II. Oldenburgischen Deichbandes, im Kreis Wesermarsch, direkt am Jadebusendeich.
Der Wolf als Raubtier ist mit einer ausgeprägten Weidehaltung in unseren Grünlandregionen entlang der Küste und Schafhaltung an den Deichen nicht vereinbar. Wolfssichere Zäune gibt es nicht und die Errichtung von wolfsabweisenden Zäunen würde allein in den Landkreisen Friesland und der Wesermarsch über 300 Millionen Euro kosten und wäre mit nicht leistbaren, zukünftigen Unterhaltungsaufwendungen verbunden. Unser Protest richtet sich sowohl an die Politik, als auch an die unverblümte Willkommenskultur innerhalb der Gesellschaft. Sollte sich der Wolf in unseren Weidegebieten mit etabliertem Weidemilchprogramm ansiedeln, zum Beispiel durch Rudelbildung, wäre das zwangsläufig das Aus für hunderttausende von Weidetieren auf den Weiden in den Sommermonaten. Milchkühe, Rinder, Schafe und zahlreiche Pferde müssten allesamt im gesamten Sommer im Stall bleiben um sie letztendlich zu schützen. Das wollen wir nicht!
Wir wollen unsere Grünlandflächen auch weiterhin zur typischen Weidehaltung nutzen können. Unsere Weidelandschaft als besondere Kulturlandschaft, auch für den gesamten Tourismus entlang der Küste, liegt uns am Herzen. Wir wollen die ungehinderte Verbreitung des Wolfes in klassischen Weidegebieten stoppen, dafür brauchen die Weidehalter wolfsfreie Zonen und klare Regelungen auf Kreis-, Landes-, Bundes- und EU- Ebene. Dafür steht unsere Kundgebung.
Auch die Deichbände sind in großer Sorge um den Küstenschutz, der ohne Schafe an den Deichen in Gefahr gerät. Die Deichschäfer haben Angst vor Wolfsübergriffen, die es schon wiederholt in der Wesermarsch gegeben hat. Alle, die den Erhalt der Weidehaltung in unserer Region wollen, sind aufgerufen an unserer Kundgebung teilzunehmen. Wir glauben, dass vielen in der Gesellschaft die Gefahren der Wolfsverbreitung in Weidegebieten noch nicht bewusst sind, auch dafür soll unsere Kundgebung dienen. Wir wollen zum Nachdenken anregen und für unsere Positionen werben.
Am 26. April 2018 fand der Zukunftstag für Schüler statt. In der Wesermarsch hatten sich 33 interessierte Schüler angemeldet. Auf dem Betrieb von Dirk Hanken erhielten die Schüler tolle Einblicke in die Landwirtschaft.
Zunächst durften die Schüler mit in den Melkstand, um sich dort das Melken genauer anzuschauen. Als dies erledigt war, war es Zeit die Kühe raus auf die Weide zu lassen. Im Anschluss wurde zunächst eine Frühstückspause gemacht. Die Molkerei Ammerland hatte Käsewürfel, Milch und Buttermilch zur Verfügung gestellt. Im gerade fertig gestellten Aufenthaltsraum mit Blick in den Kuhstall fanden alle Schüler Platz und schauten sich gemeinsam einen Lehrfilm an, der im letzten Jahr auf dem Betrieb von Dirk Hanken erstellt worden war. So lernten die Schüler einiges zum Thema Kühe, Milch, Milchprodukte und Landwirtschaft.
Im Anschluss ging es weiter mit einem Betriebsrundgang. Vor allem die Kälber erfreuten sich großer Beliebtheit. Danach ging es mit dem Bus weiter zur Molkerei Ammerland, wo die Schüler sich die Verarbeitung der Milch anschauen konnten.
Die Schüler waren begeistert und hatten einen rundum tollen und interessanten Tag!
Bilder zum Zukunftstag sind hier zu finden!
Jahreshauptversammlung 2018 in Rodenkirchen
Am 1. März 2018 fand die Jahreshauptversammlung Wesermarsch in der Markthalle Rodenkirchen. Als Referent konnte Albert Schulte to Brinke, Präsident Landvolk Niedersachsen, gewonnen werden. Dr. Karsten Padeken begrüßte zunächst die 120 Gäste und Ehrengäste und berichtete kurz über das Jahr 2017.
Zum Thema Wolf äußerte er sich wie folgt: „Wir werden den Wolf wohl durchziehen lassen müssen. Sollte er sich hier niederlassen, werden wir ihm aber unmissverständlich klarmachen, dass er hier nichts zu suchen hat.“ Nach bereits zwei bestätigten Fällen von Wolfsrissen in der Wesermarsch sei jetzt wohl ein dritter hinzugekommen, beklagte Dr. Karsten Padeken. Er sprach sich dafür aus, die Küstenregion zur wolfsfreien Zone zu erklären. Herdenschutz wie wolfsichere Zäune sind in der Wesermarsch aus finanziellen Gründen unrealistisch. Bei Kosten von 10 Euro pro laufenden Meter müssten 100 Millionen Euro aufgewendet werden. Auch aus ökologischer Sicht – die Gräben müssen regelmäßig gereinigt, die Wiesenvögel geschützt werden – sind Schutzzäune nicht möglich. Die Weidewirtschaft ist mit dem Wolf nicht vereinbar.
Karsten Padeken machte in seinem Bericht auch das immer größer werdende Problem der Gänse deutlich. „Sie kommen früher, bleiben länger oder ziehen gar nicht mehr weiter. Die Schäden auf den Flächen haben stark zugenommen“, bilanzierte der Kreislandwirt. Er lobte den Landkreis Wesermarsch, der ein zusätzliches Gänseprogramm aufgelegt hatte. Das reicht aber nicht aus. Deshalb steigt das Kreislandvolk in das Gänsemanagement ein und legt dabei den Fokus auf die Schäden.
Im Anschluss ergriff Albert Schulte to Brinke das Wort. „Alle wollen den Wolf, wenn er aber da ist, wollen die meisten ihn wieder weg haben“, erhielt der Kreislandwirt Unterstützung von Albert Schulte to Brinke. Der neue Präsident des Niedersächsischen Landvolks wies auch auf die Panik hin, die ein Wolf in den Viehherden auf den Weiden auslöst. Die Weidehaltung darf wegen des Wolfes aber nicht aufgegeben werden. Albert Schulte to Brinke sprach sich dafür aus, dass die betroffenen Bauern selbst darüber entscheiden, was sie gegen den Wolf tun wollen – und nicht Menschen in fernen Amtsstuben.
Zum Neujahrsempfang am 29. Januar 2018 im Tivoli in Varel war es den Kreislandvolkverbänden Wesermarsch und Friesland gelungen Barbara Otte-Kinast (Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) und Björn Thümler (Minister für Wissenschaft und Kultur), beide Minister der neuen niedersächsischen Landesregierung, gewinnen zu können. Knapp 300 Gäste waren der Einladung gefolgt.
Nach dem Sektempfang eröffneten die Vorsitzenden Hartmut Seetzen und Dr. Karsten Padeken die Veranstaltung und begrüßten insbesondere die Ministerin für Landwirtschaft Barbara Otte Kinast und den Minister für Wissenschaft und Kultur Björn Thümler. In ihrer Eröffnungsansprache sprachen die Vorsitzenden viele aktuelle Themen an und formulierten klare Forderungen an die Politik. Es folgte ein Grußwort des Landrats des Landkreises Wesermarsch Thomas Brückmann.
Herr Brückmann stellte zu Beginn seiner Ausführungen fest, dass Landwirte für klare Worte stehen, und auch wenn es mal unangenehm sein kann, kann die Politik gut damit umgehen. Im Weiteren ging er auf die Gänseproblematik ein, die die Landkreise Friesland und Wesermarsch bewegen. Hier wurden unbürokratische Lösungen gesucht um den betroffenen Landwirten zu helfen. Ein weiteres Thema war der Wolf. Der Wolf hat beide Landkreise erreicht und es gab bereits einige Risse von Schafen. Die besondere Situation der Marsch mit den vielen Grünlandflächen mit weidenden Rindern muss berücksichtigt werden. Eine wolfssichere Einzäunung ist allein bei 160 km Deichlinie und 20.000 km Gewässer in der Wesermarsch unmöglich zu realisieren. Herr Brückmann sagte: „Entschädigungen sind nicht ausreichend, es muss wolfsfreie Zonen in Niedersachsen geben.“
Es folgte die Rede der Ministerin für Landwirtschaft in Niedersachsen, Barbara Otte-Kinast. Der hohe Grünlandanteil der Region ist für Frau Otte-Kinast besonders bemerkenswert und auch die hohen Leistungen der Betriebe. Sie sagt: „Die Landwirtschaft muss wieder in die Mitte der Gesellschaft rücken. Daran kann Politik mit guter Arbeit mitwirken, aber auch jeder Einzelne mit seiner aktiven Arbeit vor Ort.“ Im Weiteren ging die Ministerin auf das Thema Tierschutz ein. Wichtig ist ihr ein Tierschutz nach Augenmaß. Es reicht nicht im Tierschutz schnell große Schritte zu machen, wenn es dann keine Tierhaltung mehr in der Fläche gibt, zudem muss auch die Bürokratie für den Landwirt beherrschbar bleiben.
Milchwirtschaft ist ein großer Schwerpunkt in Niedersachsen. Die finanziellen Herausforderungen für die Landwirte sind enorm und die vielschichtigen Gründe für Preisschwankungen tragen dazu bei. Es gibt kein einzelnes Instrument um den Milchmarkt zu leiten. Es bedarf einer Vielzahl von Maßnahmen die Milchwirtschaft zu unterstützen. Hierzu gehört insbesondere die Wirtschaftsförderung, Fortführung des Weidemilchprogrammes, Stärkung der Biomilcherzeugung und der regionale Absatz.
Die Gefahr der afrikanischen Schweinepest ist real und das Ministerium bereitet umfangreiche Maßnahmen zur Prävention vor.
Frau Otte-Kinast sagt zu, dass AFP überarbeitet wird, Inhalte verändert werden, um das finanzielle Volumen zu steigern. Die Obergrenzen müssen wieder auf das Bimsch Niveau angehoben werden. Die Förderung von Silageplatten und Lagerraum für Gülle soll erweitert werden. Mit den neuen Anforderungen durch die Düngeverordnung können die Landwirte nicht allein gelassen werden.
Die Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete (Grünlandprämie) wurde gestrichen. Die für 2017 beantragten Mittel werden in 2018 ausgezahlt, jedoch ist eine weitere Finanzierung der Maßnahme nicht gesichert. Die Landesregierung plant ein neues Programm zu entwickeln.
Im Anschluss folgte Björn Thümler. Auch sein Amt ist sehr verbunden mit der Landwirtschaft in Niedersachsen. Er schnitt das Thema Wolf kurz an und ist der Meinung, dass der Wolf nicht in jede Region gehört. Es muss wolfsfreie Gebiete in Deutschland geben. Dies ist auch in anderen Ländern der EU wie z.B. Schweden oder Finnland möglich.
Im Weiteren spricht der Minister die Forschung bezüglich multiresistenter Keime, die in Niedersachsen ausgebaut werden muss, an. Die Landwirtschaft ist nicht der Hauptverursacher dieses Problems und somit muss es an dieser Stelle eine wissenschaftliche Aufarbeitung geben. Ebenso wie beim Thema Biodiversität bzw. Artenvielfalt fordert der Minister, dass es in Zukunft eine Ursachenforschung gibt, da die Landwirtschaft auch an diesem Problem nicht alleine schuld ist.
Zuletzt spricht Björn Thümler noch das Grünlandzentrum an, welches er selber mit aufgebaut hat. Er ist sich ganz sicher, das Grünlandzentrum muss und wird sich weiter entwickeln. Eine enge Zusammenarbeit mit allen Einrichtungen in Niedersachsen, die sich mit Ernährung und Wissenschaft beschäftigen wird angestrebt.
In einer abschließenden Diskussionsrunde kam das Thema Kaltbrand auf. Frau Otte-Kinast war nicht bewusst, dass dieses Thema für die Landwirte noch aktuell ist und lud einige Landwirte zu einem persönlichen Gespräch nach Hannover ein, um für dieses Problem eine Lösung zu finden.
Auf Nachfrage der Landfrauen berichtete sie auch über den Sachstand des geplanten Kompetenzzentrums für Hauswirtschaft und Ernährungsfragen in Niedersachsen.
Abschließend forderte die Ministerin alle Landwirte auf sich zu jeder Zeit mit Problemen, Ideen und Anregungen an sie zu wenden.
Dieser gelungene Abend klang gemütlich bei einem Glas Bier aus.
Weitere Fotos der Veranstaltung finden sie hier.
Havarie bei der Güllelagerung
Aufgrund der hohen Niederschlagsmengen in den Monaten September, Oktober und November und der damit verbundenen Nichtbefahrbarkeit der Flächen rechnen wir bei vielen Betrieben mit einer akuten Notlage im Bereich der Güllelagerung. Nach dem Wasserhaushaltsgesetz kann gemäß § 8 i.V. mit § 100 die zuständige untere Wasserbehörde bei den Landkreisen nach pflichtgemäßen Ermessen Maßnahmen im Interesse der allgemeinen Gefahrenabwehr anordnen, um Beeinträchtigungen des Wasserhaushaltes zu vermeiden oder zu beseitigen. Dies würde beim Drohen eines Überlaufens eines Güllebehälters oder Güllekeller eintreten (Gefahr im Verzug). Wir haben diesbezüglich bereits in der letzten Woche Kontakt mit den jeweiligen unteren Wasserbehörden, Herrn Meyer im Landkreis Friesland und Herrn Griepenstroh im Landkreis Wesermarsch, aufgenommen. Somit ist den Landkreisen auch bekannt, dass sie in diesem Zusammenhang zuständig sind. Seitens der Landkreise wird eine enge Abstimmung mit der Düngebehörde der Landwirtschaftskammer Niedersachsen erfolgen. In einer entsprechenden Notsituation sollten Sie daher Kontakt mit ihrer unteren Wasserbehörde beim jeweiligen Landkreis aufnehmen. Diese kann dann in Zusammenarbeit mit der Düngebehörde im Einzelfall Genehmigungen mit spezifischen Auflagen aussprechen. Wir gehen davon aus, dass ein Vertreter des Landkreises und ein Vertreter der Düngebehörde vor Ort die Situation in Augenschein nehmen werden. Die gesamte Lagerraumsituation und die Dringlichkeit werden bei dem Vor-Ort-Termin im Vordergrund stehen. Wenn nachweislich keinerlei Möglichkeiten bestehen, Gülle in anderen Betrieben zeitweise unterzubringen, können die Landkreise provisorische Erdlager oder Ausbringung auf den Flächen unter Auflagen zulassen.
Als Anlage haben wir den neuesten Erlass des Umweltministeriums vom 14.12.2017, der an alle unteren Wasserbehörden der Landkreise gegangen ist, beigefügt. Hier sind alle Auflagen, die die Landkreise aussprechen können, im Zusammenhang mit der Zulassung von Ausbringung von Flächen aufgeführt. Im Zusammenhang mit der Prüfung von Lagermöglichkeiten in Nachbarbetrieben inklusive von zuletzt nicht mehr genutzten Kapazitäten in Altgebäuden hat der Landesverband Landvolk Niedersachsen am Mittwoch mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen vereinbart, dass hier die Bezirksstellen der Landwirtschaftskammer die Erfassung solcher freien Kapazitäten ab sofort übernehmen. Wir bitten daher Mitglieder, die noch über freie Kapazitäten verfügen bzw. über leerstehende Güllebehälter oder über leerstehende Güllekeller, solche Kapazitäten umgehend direkt bei der Landwirtschaftskammer, Bezirksstelle Außenstelle Oldenburg-Nord, unter der Nummer 0441/340 10154 oder per E-mail: renko.eilts@lwk-niedersachsen.de zu melden. Dieses Verfahren ist unter anderem auch daher wichtig, damit nachweislich auch alle Möglichkeiten der Umlagerung ausgeschöpft wurden, bevor Sonderregelungen getroffen werden können.
Neben der Ausbringung haben wir auch mit beiden Landkreisen über die Möglichkeit der Herstellung von provisorischen Erdbecken gesprochen. Auch diese Möglichkeit kann der Land-kreis im Einzelfall mit entsprechenden Auflagen zulassen. Wir gehen derzeit davon aus, dass provisorische Erdbecken, mit doppelter Silofolie ausgelegt, als ausreichend anerkannt werden.
FAQ – Häufig gestellte Fragen im Umgang mit drohenden Güllehavarien
Wann melden Sie sich bei der Unteren Wasserbehörde?
Sobald Sie wissen, dass Ihre Lagerkapazitäten nicht ausreichen, um eine Ausbringung nach dem Düngerecht sicherzustellen und Sie die Abgabe an aufnahmebereite Betriebe und/ oder Biogasanlagen im Umkreis von 40 km erfolglos geprüft haben (Nachweisplicht! – siehe Meldeformular)
Sofort, wenn die Havarie bereits eingetreten ist bzw. unmittelbar bevorsteht. Wo melden Sie sich? Bei der Unteren Wasserbehörde (UWB) des Landkreises Wesermarsch. Wir kümmern uns auch um eine evtl. nötige Beteiligung anderer (z. B. Landwirtschaftskammer).
Kontaktdaten innerhalb der regulären Erreichbarkeiten Montag bis Donnerstag 08.30 Uhr bis 12.00 Uhr und 14.00 Uhr 15.30 Uhr sowie Freitag 08.30 – 12.00 Uhr:
Telefon: 04401-927-317
Fax: 04401-927-373
Mail: Fenja.Kuegler@lkbra.de
In Vertretung: Herr Metz
Telefon: 04401-927-349
Mail: Tim.Metz@lkbra.de
Gibt es eine pauschale Regelung? Nein! Die UWB wird daher jeden Fall als Einzelfall betrachten und bewerten.
Wie prüft die UWB? Auf Grundlage von § 100 Abs. 1 Satz 2 WHG (ggf. im Zusammenwirken mit anderen Normen) prüft die UWB die Voraussetzungen zum Tätigwerden als Gefahrenabwehrbehörde. Liegen die Voraussetzungen vor, trifft die UWB unverzüglich Anordnungen um die Gefahrensituation abzuwehren. Die Prüfung der potentiellen Maßnahmen erfolgt nach Maßgabe des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes. D.h. es wird geprüft ob eine Maßnahme geeignet, erforderlich und angemessen ist. Dies kann in jedem Einzelfall unterschiedlich sein, da es sich um Einzelfallentscheidungen handelt. Grundsätzlich prüft die UWB mögliche Alternativen nach folgender Reihenfolge:
Nutzung von Alternativlagerraum oder Verwertungsalternativen
Eingeschränkte Ausbringung auf Grünland
Herstellen von provisorischem Lagerraum (in der Regel Erdbecken)
Entsorgung als Abfall
(Anmerkung: erst wenn die vorhergehende Alternative unmöglich oder nicht verhältnismäßig ist, kommt die folgende Alternative in Betracht!). Nach Auswahl der Alternative ordnet die UWB die entsprechende Maßnahme zu-nächst mündlich an und bestätigt diese schriftlich.
Welche Kosten entstehen Ihnen? Alle behördlichen Handlungen im Zuge der Gefahrenabwehrbearbeitung gehen zu Ihren Lasten. Die Abrechnung erfolgt nach der Allgemeinen Gebührenordnung (All- GO). Auch die Kosten der angeordneten Maßnahmen sind durch Sie zu tragen.
Was ist mit einer Havarie gemeint? Die Beschädigung bzw. das Überlaufen eines Lagerbehälters für Gülle, Jauche bzw. Gärrückstände („Havariefall“).
Was ist im Havariefall zu tun? Treffen Sie unverzüglich Maßnahmen, um die weitere Ausbreitung der gelagerten Stoffe zu verhindern und melden Sie den Vorfall ebenso unverzüglich an die UWB (siehe Kontaktdaten).
Kontakt außerhalb der regulären Erreichbarkeiten über:
Großleitstelle Oldenburger Land:
Außerhalb der regulären Erreichbarkeiten veranlassen Sie bitte die Leitstelle, die Untere Wasserbehörde, die Polizei und die örtliche Feuerwehr unverzüglich hinzuzuziehen.
Warum ist die Meldung zu den Lagerkapazitäten erforderlich? Die UWB kann nur im Zuge der Gefahrenabwehr tätig werden. Um beurteilen zu können, ob es sich bei Ihnen um eine Notfallmaßnahme handelt, werden seitens der Unteren Wasserbehörde diese Informationen benötigt.
Was haben Sie noch zu beachten? Mit Gülle, Jauche bzw. Gärrückständen ist gemäß dem Düngerecht und dem weiteren Umweltrecht zu verfahren. Diese Stoffe dürfen nicht rechtswidrig entsorgt werden (z. B. Ausbringen während der Sperrfristen, Einbringen in Gewässer oder Grüppen, nicht bedarfsgerechte Ausbringung). Derartige Verstöße sind straf- und prämienrechtlich zu würdigen!
Gefahr des Überlaufens eines Lagerbehälters für Gülle, Jauche bzw. Gärrück-stände („Havariefall”)
Auf Grund der feuchten Witterung in den letzten Monaten waren die landwirtschaftli-chen Flächen von Niederschlagswasser gesättigt und zumeist weder befahrbar, noch aufnahmefähig. Die Ausbringung von landwirtschaftlichen Düngemitteln war daher vor dem Beginn der Sperrfrist teilweise nicht möglich.
Es ist zu befürchten, dass die Kapazitäten zur Lagerung flüssiger Wirtschaftsdünger auf einzelnen Betrieben vor Ende der Sperrfrist weitgehend erschöpft sein werden. Ein Überlaufen oder Bersten der Lagerbehälter ist aus Umweltschutzgründen jedoch unbedingt zu verhindern. In derartigen Fällen besteht dringender Handlungsbedarf, um eine Gefährdung von Grund- und Oberflächengewässern zu verhindern.
Im ersten Schritt sind alle möglichen Alternativen zur Ausbringung von einem betroffenen Betrieb intensiv zu prüfen und nachzuweisen (siehe Meldeformular). Erst wenn die Abgabe an aufnahmebereite Betriebe und/ oder Biogasanlagen bereits geprüft und als nicht durchführbar bewertet wurden, sind andere Maßnahmen denkbar.
Eine derartige Ausnahme- bzw. Notfallsituation kann nur im Rahmen von Maßnahmen der unmittelbaren Gefahrenabwehr aufgelöst werden, um in einem derartigen Fall einen noch größeren Schaden (z. B. Einleitung ins Grundwasser, in ein Oberflächengewässer oder in die Kanalisation) zu vermeiden, der durch ein Überlaufen der flüssigen organischen Dünger und eine dadurch verursachte direkte oder auch indirekte Verunreinigung von Gewässern drohen würde. Nicht zuletzt gilt es auch strafrechtliche und prämienrelevante Konsequenzen zu vermeiden.
Werden in einem akuten Notfall zur Verhütung eines größeren Schadens außerordentliche Maßnahmen zugelassen, geschieht dies auf Grundlage spezialgesetzlicher Gefahrenabwehrregelungen (z. B. § 8 Abs. 2 WHG) oder der wasserpolizeilichen Generalklausel (§ 100 Abs. 1 Satz 2 WHG). Hierfür ist der Landkreis Wesermarsch als Untere Wasserbehörde (UWB) zuständig.
Was können Sie als Landwirt tun?
Sollte in Ihrem Betrieb eine solche Havarie drohen, dann bemühen Sie sich bitte zu-nächst um die o.g. Alternativen. Sollten Ihre Bemühungen erfolglos sein, können Sie sich in letzter Konsequenz an die UWB wenden. Wir besprechen das Problem mit Ihnen und suchen gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten.
Füllen Sie hierzu bitte das nachstehende Meldeformular aus und senden Sie es uns per E-Mail oder Fax.
Kontaktdaten innerhalb der regulären Erreichbarkeiten
Montag bis Donnerstag 08.30 Uhr bis 12.00 Uhr und 14.00 Uhr bis 15.30 Uhr sowie
Freitag 08.30 Uhr – 12.00 Uhr:
hier download LK BRA_Meldeformular
Merkblatt: Provisorische Erdbecken für den Notfall
Voraussetzungen und technische Anforderungen
Vor der Anlage eines Erdbeckens sind alle anderen Möglichkeiten der ordnungsgemäßen Lagerung zu prüfen, wie z. B. die
Abgabe an aufnahmebereite Betriebe oder Biogasanlage im Umkreis von 40 km
Ausbringung auf Grünland wurde durch die untere Wasserbehörde/Düngebehörde geprüft und ist nicht möglich
Die provisorischen Erdbecken dürfen ausschließlich im Rahmen der Gefahrenabwehr errichtet werden und entlassen den Landwirt nicht aus der Verpflichtung, ein für seine Bedürfnisse notwendiges Lagervolumen vorzuhalten.
 Der Betrieb ist zeitlich begrenzt!
Die Notwendigkeit ist dem Landkreis Wesermarsch als Untere Wasserbehörde (UWB) vorab mittels Anzeigeformular nachzuweisen.
 Der Bau des Erdbeckens darf erst nach Anordnung durch die UWB erfolgen.
Es ist ein geeigneter Standort zu wählen (landwirtschaftliche Fläche, ebenerdig). Ggf. bietet sich auch ein, nicht für die eigentliche Entwässerung benötigter, Grabenabschnitt an. Der genaue Standort wird in Abstimmung mit der Unteren Wasserbehörde und der Düngebehörde festgelegt.
Mindestabstand zu Gewässern 10 m.
Errichtung des Erdbeckens auf einem steinfreien, ebenen Untergrund , um Beschädigungen der Folienlage ausschließen zu können.
Der Erdaushub ist für die Anlage des umgebenden Erdwalls zu benutzen. Wobei die Neigung des Walles so zu wählen ist, dass eine sichere Standfestigkeit gegeben ist, jedoch nicht steiler als 1:1,5.
Es sind ausschließlich einteilige (monolithische) Silofolien anzuwenden. Überlappung und/oder Schweißungen sind unzulässig.
Für die Auskleidung ist ausschließlich eine unbeschädigte, neue Folie mindestens zweilagig, zu verwenden.
Die Lagerstätte ist mittels Einzäunung so zu sichern, dass der Unfallschutz gegeben ist und keine Gefahr für Dritte (Menschen, Tiere, etc.) gegeben ist. Entsprechende Rettungsmittel sind bereitzustellen.
Die Größe und das Fassungsvermögen des provisorischen Gülle-Erdbeckens sind auf das Volumen abzustellen, das erforderlich ist, um die Lagerkapazität für die anfallende Gülle bis zum Ende der Sperrfrist und darüber hinaus sicherzustellen.
Das Erdbecken darf nur zu 80 % gefüllt werden, um bei entsprechenden Wetterlagen (Sturm o.ä.) ein Überschwappen zu verhindern.
Bei Bedarf müssen ggf. mehrere provisorische Erdbecken errichtet werden.
Nach Ablauf der Sperrfrist sind die provisorischen Güllelager unverzüglich und vorrangig zu entleeren.
Nach vollständiger Entleerung darf das Becken erst nach Freigabe durch die Untere Wasserbehörde wieder zurückgebaut werden. Bei Bedarf wird diese einen Gutachter hinzuziehen und weitere Schritte anordnen.
Im Anschluss ist die Fläche wieder in den Ursprungszustand zurück zu versetzen.
Die genutzte Folie kann wiederverwendet werden, sofern bei der Reinigung keine Ausschwemmungen ins Gewässer zu besorgen sind.
 Hierbei handelt es sich um ein Merkblatt.
Die technischen Anforderungen an ein provisorisches Erdbecken werden im Ernstfall von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises zunächst mündlich angeordnet und anschließend schriftlich bestätigt.
Eine Abweichung von den genannten Anforderungen ist im Einzelfall möglich!
Milch-Kuhl-Tour durch die Wesermarsch
Bereits im Frühjahr 2017 wurde in Friesland eine Fahrradroute, die Milch-Kuhl-Tour, mit Infostationen zum Thema „Milch“ eingerichtet. Ein ähnliches Projekt ist nun in der Wesermarsch gestartet. Die Gemeinde Stadland beantragte eine Leader-Förderung für dieses Projekt und erhielt eine Zusage. Der Kreislandvolkverband Wesermarsch bewarb sich für die Erstellung eines Konzeptes und erhielt im Juni 2017 den Zuschlag. Geplant werden nun drei Strecken durch Stadland, Moorriem und Butjadingen. Auf jeder Strecke wird es je fünf Infostationen in Form einer Stahlkuh geben (siehe Foto). An diesen Stationen erhalten die Radfahrer Informationen zu Themen, wie z.B. Bedeutung der Milchprodukte in der Ernährung, Fütterung von Milchkühen oder Portraits von verschiedenen Milchviehbetrieben. Die Strecken werden alle je 20-25 km lang sein und somit optimal für eine Tagestour geeignet sein. Die Infostationen werden entweder mit Infotafeln oder mit QR-Codes ausgestattet, über die man ein kurzes Video abrufen kann. Die Streckenverläufe wurden bereits in Terminen mit den Bürgermeistern, Touristikern und einigen Landwirten ausgearbeitet und auch die genauen Standorte der Stahlkühe wurden bereits festgelegt. Im Weiteren erfolgt nun die inhaltliche Ausarbeitung der Themenstationen, so dass das gesamte Konzept im Januar 2018 beim Auftraggeber, der Gemeinde Stadland, abgegeben werden kann. Diese werden das Konzept prüfen und erneut ausschreiben. Gerne würden wir auch die Umsetzung der Milch-Kuhl-Tour übernehmen. Sollte dies der Fall sein, ist eine Eröffnung der Strecken für Frühjahr 2019 geplant.
Stahlkuh in Friesland
“Landvolk im Dialog”
Insgesamt sechs Veranstaltungen „Landvolk im Dialog“ fanden in diesem Herbst in der Wesermarsch und Friesland statt. Das Konzept der Bezirksversammlungen wurde in diesem Jahr durch den Vorstand ein wenig umgestellt. Die Veranstaltungen fanden vormittags in der Zeit von 10.30 bis 12.30 Uhr statt. Bei Kaffee, Tee und belegten Brötchen wurde in lockerer Atmosphäre über aktuelle Themen berichtet und diskutiert. Es wurde über Themen, wie den aktuellen Stand der Märkte, politische Entwicklungen, Aktionsbündnis Wolf, die neue Düngeverordnung, der Entwurf „Knigge für Landwirte“, sowie regionale Themen diskutiert. Sehr positiv fiel die rege Beteiligung der Mitglieder an den Diskussionen auf. Somit werden die Bezirksversammlungen auch in Zukunft am Vormittag stattfinden. Der „Knigge für Landwirte“ ist zunächst ein Entwurf, der auf den nächsten Jahreshauptversammlungen diskutiert und eventuell verabschiedet werden soll. Anregungen und Verbesserungsvorschläge nehmen wir gerne entgegen! Berichte in der NWZ: https://www.nwzonline.de/wesermarsch/wirtschaft/abbehausen-markt-40-cent-sind-bitter-noetig_a_32,1,1129149655.html https://www.nwzonline.de/friesland/wirtschaft/friesland-landvolkverband-wer-zu-viel-duengt-dem-droht-bussgeld_a_50,0,554110556.html
ENTWURF Knigge für Landwirte Die Natur- und Kulturlandschaft ist Grundlage für unser Wirtschaften. Daher sind nachfolgende Punkte besonders wichtig: • Halte Abstände zu Gewässern und Wegen. • Achte auf die Bodenbefahrbarkeit. • Nutze angemessene und schonende Landtechnik. • Setze Dünger und Pflanzenschutzmittel nur nach Bedarf ein. • Beachte Sperrfristen und Wetterlagen (Hitze oder Starkregen) bei der Ausbringung von Wirtschaftsdüngern. • Keine Gülleausbringung an Sonn- oder Feiertagen • Achte auf die Bodenfruchtbarkeit und möglichen Fruchtfolgen Durch gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr können Konflikte und Unfälle vermieden werden: • Reduziere die Geschwindigkeit in Ortschaften, große Maschinen wirken bedrohlich auf andere Verkehrsteilnehmer. • Säubere verschmutzte Straßen und Zuwegungen und schildere sie ordnungsgemäß aus. • Achte stets auf eine funktionierende und erkennbare Beleuchtung, sowohl am Schlepper als auch an allen Anhängegeräten. • Beachte die Nachtruhe und Wochenendzeiten. • Meide wenn möglich Schulen, Kindergärten oder Engpässe mit hohem Verkehrsaufkommen. • Versuche Ernteeinsätze an Siedlungen und Wohngebieten während des Tages durchzuführen. Die Gesellschaft erwartet eine transparente Lebensmittelerzeugung: • Der Hof und die Ställe sollten ordentlich aufgeräumt und sauber sein. • Achte auf Tierschutz – selbstverständlich gibt es immer wieder kranke Tiere im Bestand. Entscheidend ist, dass sie, wenn erforderlich, medizinisch behandelt und angemessen versorgt werden. • Halte Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen ein • Medikamente und Pflanzenschutzmittel sollten sicher verwahrt werden. • Bedenke, Melkstand und Milchkammer sind das Aushängeschild eines Milchviehbetriebes. Verbraucher haben ein großes Interesse an der Landwirtschaft und oftmals auch an deren Entwicklung: • Beziehe Deine Nachbarn und Dein Umfeld in Deine Betriebsentwicklung und Arbeitsabläufe ein. • Erkläre Deinen Mitmenschen bei Bedarf die Zusammenhänge, warum, was wie passiert. • Engagiere Dich in der Öffentlichkeit, soweit es Familie und Betrieb zulässt. • Zeige, was Du machst, was Du nicht zeigen kannst, sollst Du auch nicht machen. • Lass Dich nicht von Reportern überfallen; biete ihnen einen Termin zum Gespräch. • Beziehe nur Stellung zu Themen, über die Du Bescheid weißt, andere Themen können abgelehnt werden. • Verweise unrechtmäßige Besucher oder Medienvertreter freundlich des Hofes.
Beschluss der Vorstandssitzung am 20. Oktober 2017
Aktionsbündnis für ein aktives Wolfsmanagement – Wolfsfreie Zonen in Küstengebieten
Im Landkreis Wesermarsch werden derzeit über 120.000 Rinder in 780 Betrieben gehalten sowie 17.400 Schafe. Auch die Pferdehaltung spielt nach wie vor eine große Rolle bei uns. Die Besonderheit in der Wesermarsch ist aber, dass in den Sommermonaten sowohl die Deiche mit Schafen als auch die Grünlandflächen (86% der Nutzfläche) überwiegend mit Rindern beweidet werden. Die Landwirtschaftliche Nutzfläche der Wesermarsch besteht aus 25.400 Feldblöcken, die durchschnittliche Größe beträgt 2,4. Die Kosten für eine Einzäunung nach Vorstellung der Umweltministerien zum Schutz vor dem Wolf betragen ca. 5 bis 10.000,00 € je Feldblock, je nach Art der Ausführung. Bei Zäunen beidseitig der Gewässer wäre eine Gewässerunterhaltung kaum noch durchführbar. Ein Wildwechsel von allen anderen Wildtieren wäre ebenfalls nahezu ausgeschlossen. Daher ist ein ständiger Schutz von Weidetieren in der Wesermarsch oder anderen Grünlandregionen entlang der Küsten schlichtweg nicht möglich bzw. völlig unverhältnismäßig. Die Kosten beliefen sich allein bei den Milchviehhaltern auf ca. 150 bis 300.000,00 € je Betrieb. Der einzige Schutz wäre, keine Tiere mehr auf die Weiden zu bringen und alle Hofstellen wolfssicher einzuzäunen. Diese Alternative hätte fatale Auswirkungen auf unsere gesamte Kulturlandschaft, insbesondere auf unsere sehr ausgeprägte Weidehaltung in den Betrieben sowie der Weidemilcherzeugung. Auch der Küstenschutz (keine Schafe mehr auf den Deichen) wäre nicht mehr gesichert.
Die gezielte Vergrämung und Entnahme von Wölfen ist nach internationalem europäischem Recht grundsätzlich möglich. In einigen europäischen Ländern wird daher bereits ein derartiges Management umgesetzt. Die Bedingungen dafür sind bereits heute in Deutschland erfüllt, der Wolf ist keine vom Aussterben bedrohte Wildart. Eine weitere ungehinderte Ausbreitung ist in vom Menschen dicht besiedelte, für die landwirtschaftliche Nutzung einschließlich Nutztierhaltung entwickelte Kulturlandschaft für die Haltung einer gesunden europäischen Wolfspopulation weder erforderlich noch sinnvoll. Ein aktives Wolfsmanagement ist nicht nur für die Abwehr von Gefahren für Leib und Leben für Menschen, sondern vor allem auch für den Schutz von Weidetieren und zur Erhaltung von Weidelandschaften oder für die Gewährleistung der Sicherheit von Hochwasserschutz- und Seedeichen erforderlich. Für derartige Maßnahmen ist eine Änderung des Jagdrechtes zwingend erforderlich, eine Überführung des Wolfes aus Anhang IV in Anhang V der FFH-Richtlinie ist zur Entbürokratisierung eines aktiven Wolfsmanagements gleichwohl sinnvoll.
Seitens des Kreislandvolkverbandes Wesermarsch und aller angeschlossenen Tierhalter fordern wir daher eine wolfsfreie Zone in den Küstengebieten entlang der See- und Flussdeiche von mindestens 50 Kilometer. Hier ist ein spezielles Wolfsmanagement in den betroffenen Landkreisen unter Einbeziehung der örtlichen Fachbehörden bzw. Fachdienste Umwelt und der unteren Jagdbehörden erforderlich. Aus Sicht des Kreislandvolkverbandes sind die betroffenen Akteure, Landkreise, Deichverbände, Wolfsberater, aufgerufen, kurzfristig ein gemeinsames Wolfsmanagement mit der Niedersächsischen Landesregierung, dem Bundesumweltministerium und der EU zu vereinbaren.
“Leuchtender Herbst” – Braker Herbstmarkt am 30. September 2017
Der KreisLandFrauenverband Wesermarsch (KLF) und der Kreislandvolkverband Wesermarsch e.V. (KLV) laden am 30. September 3027 von 9:00 bis 13:00 Uhr zu diesem alljährlichen, ganz besonderen Markt ein. Die 15 dem KLF angeschlossenen Vereine aus der gesamten Wesermarsch, der Kreisvorstand, der Kreislandvolkverband Wesermarsch e.V. mit deren Ortsvereinen und viele, viele weitere Akteure, verwandeln die Flaniermeile in der Braker Fußgängerzone wieder in bewährter Manier in eine attraktive, bunte und abwechslungsreiche Einkaufsmeile. Die Landfrauenvereine der Wesermarsch führen die bewährte Tradition des Braker Herbstmarktes mit großem Angebot an Selbstgemachten, wie Marmeladen, Kräuterextrakten und –ölen, Säften, Likören, Eingemachtem und vielem mehr aus der schmackhaften Landfrauenküche fort. Neben der Qual der Wahl zwischen den unzähligen wunderschönen handgemachten Kränzen und Gestecken, gibt es wieder die beliebte Gemüsepyramide, für die sich in diesem Jahr der Landfrauenverein Strückhausen-Neustadt verantwortlich zeichnet. Der Verkauf des Gemüses beginnt um 10.00 Uhr. Zum Thema Tierhaltung/Tierkennzeichnung wird ein Kalb zu bewundern sein. Alte und neue Landtechnik in Form von zwei Schleppern werden ausgestellt. Landwirtschaftliche Erzeugnisse direkt vom Hof bietet ein Direktvermarkter aus der Wesermarsch an. Der Markt beginnt mit einem kleinen Umzug. Pünktlich um 9:00 Uhr setzen sich die Träger/innen der Erntekrone bei der Fußgängerunterquerung in Bewegung. Begleitet von der Abbehauser Tanzgruppe geht es durch die Fußgängerzone. Bei der Tribüne vor der LzO wird das „handgemachte gute Stück“ (in diesem Jahr von den Frauen aus Nord-Butjadingen gebunden), aufgehangen. Feierlich begleitet wird die Zeremonie mit dem Akkordeon. Die Begrüßung wird der 1. Vorsitzende des Kreislandvolkverbandes Wesermarsch e. V. Herr Dr. Karsten Padeken vornehmen. Ein Grußwort sprechen die 1. Vorsitzende Frau Ute Cornelius von dem KreisLandFrauenverband Wesermarsch und der Bürgermeister aus Brake Herr Kurz. Um 10.30 Uhr führen die Moorriemer Tanzmäuse etwas vor und um 11.00 Uhr werden die Jagdhornbläser da sein.
Des Weiteren im Angebot sind Honigprodukte direkt vom Erzeuger, Schafwolle und Wollprodukte, handgemachte Seifen, Outdoor-Kissen und vieles, vieles mehr. Neu im Angebot ist u.a. ein Stand mit handgefertigter Holzdeko für draußen und drinnen mit ausgeschnittenen Buchstaben z. B. mit Willkommensgruß/Familienname) mit individuellen Ausschnitt. Vor Ort sind auch in diesem Jahr die „Mobile Waldschule“ des Hegerings Brake, Mini-Shetty-Ponys, Schafe und Kaninchen zum Bewundern und zum Streicheln. Für die kleine Stärkung zwischendurch gibt es Kartoffelpuffer, Kuchen, Brote, Milchmixgetränke und so manches andere.
Der Herbstmarkt bietet Abwechslung für die gesamte Familie. Die Kinder können an einer Rallye teilnehmen und durchlaufen so spielend das Angebot des Herbstmarktes.
Auf die Höfe fertig los! – Politikerpraktikum Unter dem Motto „Auf die Höfe fertig los!“ kam im Rahmen eines Hofpraktikums die SPD-Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag auf den Milchviehbetrieb von Dirk Hanken nach Varel-Birkenheide, SPD-Bundestagskandidatin Siemtje Möller auf den Betrieb von Hartmut Seetzen nach Varel-Neuenwege und Astrid Grotelüschen (CDU, Mitglied des Bundestages) auf den Betrieb von Rainer Mönnich nach Berne. Acht regionale Landvolkverbände, mit insgesamt 28.000 Mitgliedern im Nordwesten Niedersachsens, haben die Initiative „Echt grün – Eure Landwirte“ gebildet, um mit Sachargumenten für einen offenen Dialog zwischen Landwirtschaft, Politik und Gesellschaft zu werben und direkte Gespräche zu ermöglichen. Die Basis guter und sachlich orientierter Gespräche basiert auf der Kenntnis von Fakten, Zusammenhängen und idealerweise auch auf persönlichen Erfahrungen. Deshalb lud die Initiative „Echt grün – Eure Landwirte“ im Vorfeld der Bundestagswahlen 2017 politische Vertreter auf die Höfe und Betriebe ein. Im Rahmen eines „Hofpraktikums“ gab es die Möglichkeit, den Arbeitsalltag auf einem Hof einmal ganz real mitzuerleben. Am 26.7.2017 verbrachte Susanne Mittag den gesamten Tag von 9 bis 17 Uhr auf dem Betrieb von Dirk Hanken. Zunächst wartet ein Betriebsrundgang, um den Betrieb kennen zu lernen. Im Anschluss warteten Aufgaben wie z.B. Tiere umweiden, Zäune umstecken, melken und Kälber füttern. Für sie war es ein informativer und ereignisreicher Tag. Frau Mittag sagte: „Dieses Hofpraktikum ist wirklich toll um alle ungeklärten Fragen zu beantworten und einen richtigen Einblick in die Arbeit auf einem landwirtschaftlichen Betrieb zu bekommen.“ Siemtje Möller hatte sich für den 17.8.2017 für einen Praktikumstag auf dem Betrieb von Hartmut Seetzen angemeldet. Sie fand jedoch nur kurz Zeit für einen Einblick in die Arbeit auf dem Betrieb von Hartmut Seetzen. In der Zeit von 10 bis 12 Uhr wurden zunächst die Kühe aus dem Stall auf die Weide gelassen. Im Anschluss mussten Kälber eingestreut werden. Siemtje Möller packte sofort mit an, so dass die Arbeit schnell getan war. Weiter ging es bei den Rindern, die mit Kraftfutter gefüttert wurden. Danach kontrollierten Hartmut Seetzen und Siemtje Möller einen Maisacker. Es blieb noch ein wenig Zeit übrig, um noch einen Blick auf und vor allem in die Biogasanlage zu werfen. Dort wird zurzeit saniert, so dass es die Möglichkeit gab einen Behälter von innen zu sehen. Beim abschließenden Mittagessen sagte Siemtje Möller: „Das waren wirklich interessante Stunden, in denen ich viel gelernt habe und einen tollen Einblick in einen landwirtschaftlichen Betrieb bekommen konnte.“ Auch Astrid Grotelüschen meldete sich für den 11.09.2017 für ein Hofpraktikum an. Sie verbrachte den Vormittag auf dem Milchviehbetrieb von Rainer Mönnich in Berne. Um 7 Uhr begann ihr „Dienst“ auf dem Hof mit dem Melken. Da Frau Grotelüschen selbst vom Hof kommt, kannte sie das Melken von früher im Anbindestall. Nun einmal im Melkstand zu melken, war für sie eine schöne Erfahrung. Sie sagte mit einem Lächeln:“ Im Vergleich zum Melken im Anbindestall, ist der Melkstand wirklich sehr viel angenehmer und vor allem rückenfreundlicher!“ Im Anschluss blieb noch Zeit für ein ausgedehntes Gespräch und kleinere Arbeiten, wie das Kälber sortieren oder auch Futter ranschieben. In Niedersachsen wurden insgesamt 13 Hofpraktika im Vorfeld der Bundestagswahl durchgeführt. Astrid Grotelüschen (CDU) mit Familie Mönnich Dirk Hanken und Susanne Mittag (SPD-Bundestagsabgeordnete) Siemtje Möller (SPD) beim Politikerpraktikum bei Familie Seetzen
“Echt grün – Eure Landwirte”: Plakat aufgehängt in Butjadingen
v.li.: Daniela Neels, Ingo Neels und Jörg Kuck
Für die Imagekampagne “Echt grün – Eure Landwirte” wurden tolle große Plakat erstellt. Eins dieser Plakate hängt nun gut sichtbar für alle Besucher, Touristen und auch Einheimischen in Butjadingen auf dem Weg Richtung Tossens. Vielen Dank an Familie Neels, auf deren Fläche das Plakat einen schönen Platz gefunden hat!
Hans-Werner Kammer (CDU) zu Besuch in Dangast
Mit dem Landvolk Friesland und der CDU Friesland (Christel Bartelmei) war Hans-Werner Kammer (CDU), Mitglied des Bundestages, am 12.07.2017 zu Besuch auf dem landwirtschaftlichen Familienbetrieb der Familie Sauer in Dangast. Auf dem Betrieb werden ca. 100 Milchkühe, Rinder und Kälber für die eigene Nachzucht und 60 Hühner gehalten. Im Hofladen werden die eigenen Milchprodukte, sowie Gemüse und Obst verkauft. Zusätzlich vermietet die Familie Sauer Ferienhäuser an Gäste. Bei einem Betriebsrundgang zeigte Hans-Werner Kammer viel Interesse an der Landwirtschaft und fragt genau nach: „Wird denn hier automatisch gemolken?“ Mit einem Lächeln antwortete Betriebsleiter Hauke Sauer:“ Nein, das müssen wir schon selber machen.“ Im weiteren Gespräch wurden aktuelle Themen der Landwirtschaft angesprochen, wie z.B. die unangemeldeten Kontrollen der Landwirtschaftskammer Niedersachen oder des Veterinäramtes oder die neue Düngeverordnung. Hans-Werner Kammer schätzte den direkten Kontakt mit den Landwirten sehr und möchte sich ganz klar für eine Politik einsetzen, die Landwirte nicht mehr kriminalisiert, sondern ihnen endlich wieder verlässliche Rahmenbedingungen für ihre Zukunft bietet. Zudem soll den Höfen wieder mehr Freiraum gegeben, die Bürokratie abgebaut und vor allem jungen, motivierten Menschen eine Zukunftsperspektive in den landschaftsprägenden Familienbetrieben gegeben werden. „Es muss Schluss damit sein, dass die Landwirte von ständig neuen Auflagen und Regelungen erdrückt werden“, sagte Kammer. Er verspricht sich auch in der nächsten Legislaturperiode für die Landwirte einzusetzen.
Abschied von Birgit Luiken
Im Rahmen einer kleinen Feierstunde mit Vorstandsmitgliedern wurde Frau Birgit Luiken am 30. Juni offiziell verabschiedet. Frau Luiken war seit 1995 im Kreisverband Friesland und in den letzten Jahren auch in beiden Kreislandvolkverbänden für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Sie hat mit den Projekten „der Bauernhof als außerschulischer Lernort“, „Lernort Bauernhof“ und „Transparenz schaffen“ ein Stück Geschichte geschrieben. Es wurden Unterrichtskonzepte und Lerninhalte vor Ort entwickelt und landesweit zur Umsetzung gebracht. Auch ihre Pressearbeit war sehr nachhaltig, so dass sie 2014 u.a. den „Landstern“ der Land und Forst Zeitung erhalten hat. Frau Luiken hat auf eigenen Wunsch die Tätigkeit bei uns aufgegeben, um sich zukünftig neuen Herausforderungen zu stellen auch im Bereich der Bildung. Daher wünschen wir ihr für ihren weiteren Lebensweg alles Gute und sagen noch einmal Danke für ihre geleistete Arbeit. v.li.: Hartmut Seetzen, Birgit Luiken, Dr. Karsten Padeken
Alleinstellungsmerkmal: Löffel
Die TeilnehmerInnen des Workshops “Landwirtschafsbotschafter gesucht” erlebten beim dritten Termin eine Hofführung auf dem “Hof Butendiek” der Familie Cornelius-Bruns in Seefeld. Ausgerüstet mit einem Fragenkatalog analysierten sie die Führung durch Käserei und landwirtschaftlichen Betrieb, um Erkenntnisse für die künftigen eigenen Aktionen gewinnen zu können. So wurde z.B. deutlich, dass interessante betriebliche Besonderheiten manchmal in kleinen Dingen versteckt sind, wie zum Beispiel der Einsatz eines Esslöffels beim Abfüllen von Frischkäse: Durch diese schonende Methode erhält der Käse seine besondere Konsistenz und hebt sich von anderen Frischkäsen ab. Die Führung stellte immer wieder die Familie und die Geschichte des Hofes in den Mittelpunkt. Entscheidungen für bestimmte Arbeitsweisen oder betriebliche Verhältnisse wurden authentisch mit dem schlüssigen Satz “Das gefällt uns gut” begründet. So entstand der Eindruck eines harmonischen Ganzen, hinter dem alle fünf Familienmitglieder stehen. Abschließend konnten die Teilnehmer bei einer Verkostung verschiedener auf dem Betrieb hergestellter Käsesorten die Führung zusammen mit Maike Cornelius-Bruns, Niklas und Elisabeth Bruns reflektieren.
Tag der Milch 2017 – Land + Wirtschaft – Das WIR macht uns stark!
Am diesjährigen „Tag der Milch“, 1. Juni 2017, hatte das Aktionsbündnis Milch Wesermarsch-Friesland/Wilhelmshaven, Landwirte mit ihren Familien, deren Wirtschaftspartner und interessierte Bürger und Bürgerinnen aus dem Raum Friesland und Wesermarsch zu einer zentralen Kundgebung auf den Hof von Familie Seetzen in Varel-Neuenwege eingeladen. Gut 800 Gäste aus allen Bereichen folgten dieser Einladung, um unter dem Motto „Land + Wirtschaft – Das WIR macht uns stark!“ eine klare Botschaft in Richtung Politik und Gesellschaft zu senden. Großbildaktion unter dem Motto “Land + Wirtschaft – Das WIR macht uns STARK!” Bei traumhaft sonnigem Wetter fand zunächst eine gemeinsame Großbildaktion mit allen Gästen statt, ganz im Zeichen des Mottos „Gemeinsame Wirtschaftskraft im ländlichen Raum“. Im Anschluss leitete Hendrik Lübben, Vorsitzender des Milchausschusses im KLV Wesermarsch durch das abwechslungsreiche Abendprogramm. Die Landvolkvorsitzenden Hartmut Seetzen und Dr. Karsten Padeken konnten neben den vielen Gästen auch vier Politiker des Landtages Niedersachsen begrüßen, unter anderem den niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies aus Sande. Kurz ergriff er das Wort und stellte heraus was für eine große Rolle die Landwirtschaft für die gesamte Wirtschaft darstellt. Gerade im Raum Friesland und Wesermarsch ist die Landwirtschaft ein großer Wirtschaftsfaktor mit hoher Bedeutung für den ländlichen Raum und dem Tourismus. „Ohne die Landwirtschaft würde dieser Raum nicht so aussehen wie er aussieht.“ Die Junglandwirte Derk Jürgens, Florian Warnken und Marco Heckert konnten im Anschluss ihre Forderungen, im Hinblick auf die anstehenden Bundestags- und Landtagswahlen, direkt an die Politik stellen. Sie forderten die Chance auf eine wirtschaftliche Zukunft, mehr Wertschätzung für die Arbeit der Landwirte, der Arbeit entsprechende Entlohnung, objektive Berichterstattung im Internet und in den Großstädten, verlässliche politische Entscheidungen mit denen die Landwirte langfristig arbeiten können, sowie verlässliche Rahmenbedingungen für die landwirtschaftliche Produktion. „Wir müssen planen können, damit auch die nächste Generation en Betrieb fortführen kann“, hieß es. Deutlich wurde, dass sie Landwirtschaft aus Leidenschaft für Mensch, Tier und Umwelt machen. Es folgte ein Impulsvortrag zum Thema Landwirtschaft und Gesellschaft von „Bauer Willi“. Seit 2015 bloggt Dr. Willi Kremer-Schillings als “Bauer Willi” über die Sorgen, Nöte und Interessen der Landwirte. Seine zentrale Frage war: „Wer kann den Bürgerinnen und Bürgern am besten sagen, wie die heutige Landwirtschaft aussieht?“ Wenn es für ihn nach der Glaubwürdigkeit geht, sind es die Landwirte, die diese Aufgabe übernehmen sollen. Diese werden in der Gesellschaft als authentisch, und im Leben stehend angesehen, führen ein (meist) intaktes Familienleben und sind fleißig. Trotz dieser positiven Stellung in der Gesellschaft, lehnen die Verbraucher die heutige Landwirtschaft in Teilen ab. Was kann dagegen getan werden? Für Bauer Willi ist es ganz einfach: die Verbraucher müssen persönlich auf den Hof eingeladen werden, nicht im Rahmen eines „Tag des offenen Hofes“. So entsteht ein direkter Kontakt und somit auch Verständnis für die heutige Landwirtschaft. Bauer Willi postet direkt von der Bühne Die Landfrauen Ellen Kromminga-Jabben und Ute Cornelius hatten das Schlusswort, bei dem auch wieder das „WIR“ im Vordergrund stand. Sie riefen die Landwirte und ihre Familien auf stolz auf ihre Arbeit zu sein. V.li: Ellen Kromminga-Jabben, Hendrik Lübben, Ute Cornelius Der erfolgreiche Abend klang bei geselligem Beisammensein mit Speis und Trank aus.
Einspruch, Herr Minister Wenzel!
Am 05. April 2017 übergaben die Kreislandvolkverbände Friesland und Wesermarsch in Hannover zusammen 800 Einsprüche zur neuen Gewässerrandstreifenregelung an Minister Wenzel. Insgesamt hatten sich 14 Kreislandvolkverbände auf den Weg gemacht und 3500 Einsprüche sowie 4000 Unterschriften überreicht.
Landwirtschaftlicher Fachbeitrag übergeben
Am 28. März 2017 wurde der “Landwirtschaftliche Fachbeitrag” offiziell an den Landkreis Wesermarsch übergeben. Er ergänzt das Landesraumordnungsprogramm und enthält die für die Landwirtschaft bedeutsamen Aspekte und Vorranggebiete. Zahlreiche Ortsvorsitzende aus den Landvolkvereinen der Wesermarsch sowie Landfrauen arbeiteten seit 2016 im „Arbeitskreis Landwirtschaft“ Handlungsfelder und Ansprüche aus ihrer Sicht aus. V.li: Renko Eilts (LWK), Dr. Karsten Padeken, Landrat Thomas Brückmann, Daniel Siemenroth Mitte Januar 2017 trafen sich LandwirtInnen mit Mitarbeitern des Landkreises und der Landwirtschaftskammer zum Abschlussforum, um dem “Landwirtschaftlichen Fachbeitrag” den letzten Feinschliff zu verpassen. Ausgewählte Themen wurden vorgestellt und Änderungen eingeflochten. Matthias Wenholt vom Landkreis Wesermarsch lobte die konstruktive Herangehensweise, mit der die beteiligten LandwirtInnen und Landfrauen wichtige Handlungsvorschläge in verschiedenen Bereichen – sei es der demografische Wandel, die Daseinsvorsorge oder Entwicklungsmöglichkeiten der Landwirtschaft- in den “Landwirtschaftlichen Fachbeitrag” eingebracht haben. Dieser Fachbeitrag, entstanden unter der Leitung von Renko Eilts (LWK Oldenburg), kann für verschiedenste Themen, die mit der Landwirtschaft der Wesermarsch in Verbindung stehen, genutzt werden. Die Daten sind auf dem neuesten Stand, das Kartenmaterial stellt z.B. die aktuelle Nutzung der Flächen, die Ertragsstärken, Bodenarten und Bewirtschaftungsmöglichkeiten dar. Dr. Karsten Padeken bedankte sich bei den Beteiligten für die geleistete Arbeit und die gute Kooperation: “Dem Landkreis ist die Landwirtschaft und ihre Perspektive wichtig. Der Fachbeitrag dient auch der Politik zur Entscheidungsfindung. Die Landwirtschaft sollte bei geplanten Veränderungen frühzeitig eingebunden werden”. Landwirtschaftliche Fläche sei ein knappes Gut geworden, und künftig würde sich der Druck durch die neue Düngeverordnung, das Baurecht, das Wasserrecht und die Änderungen im EEG weiter erhöhen. Im Laufe dieses Jahres will die Kreisverwaltung der Politik einen ersten Entwurf des RROP (Regionalen Raumordnungsprogramm) vorlegen. Auf die politische Diskussion und Abstimmung wird eine öffentliche Auslegung folgen. Die Verabschiedung des RROP durch den Kreistag ist spätestens für 2019 vorgesehen.
Landwirtschaftsbotschafter gesucht
Viele konstruktive Ideen, wie man auf seinem Betrieb Öffentlichkeitsarbeit leisten kann, kamen beim dem Workshop “Landwirtschaftsbotschafter gesucht” am 22.02.2017 zustande. Unter der Leitung von Birgit Luiken (re) entwickelten die Teilnehmenden Ansätze, wie die nichtlandwirtschaftliche Öffentlichkeit erreicht werden kann und welche Veranstaltungsformen und Inhalte entwickelt werden können. Im zweiten Teil am 09.03.2017 wird es um die beispielhafte Ausarbeitung eines konkreten, erprobbaren Konzeptes gehen. Vorgesehen ist auch ein dritter Teil mit einem Kommunikationstraining.
Bleibt dein Teller heute leer, gibt‘s wohl keine Bauern mehr Sehr geehrte Frau Bundesministerin Hendricks, wir Landwirte sind Teil der Gesellschaft. Wir haben einen Versorgungsauftrag, den wir 365 Tage im Jahr erfüllen. Wir sind bei Wind und Wetter unterwegs und bei uns muss jeder mit anpacken. Ein Bauernhof ist immer ein Familienbetrieb, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Sie haben sicher auch mitbekommen, dass wir im letzten Jahr mit der Schweine- und Milchpreiskrise kein leichtes Jahr gehabt haben. Immer mehr Familienbetriebe in der Landwirtschaft müssen aufgeben. Wie müssen täglich den Spagat schaffen, zwischen immer größeren gesellschaftlichen Erwartungen an die Landwirtschaft auf der einen Seite und einer real schwierigen Marktsituation auf der anderen Seite. Dabei betrifft das Thema Landwirtschaft (und damit Ernährung) uns alle – uns Landwirte, die „Vermarkter“ und „Produktionsformen“ – und die Verbraucher. Da werden Sie uns sicher Recht geben. Deswegen sind das Unverständnis und der Ärger bei uns groß, wenn wir uns Ihre aktuelle Kampagne „www.neuebauernregeln.de“ anschauen. Neben der Tatsache, dass dort mit Steuergeldern ein Berufszweig diffamiert wird, passiert dies auch noch erst- und einmalig. Es kann sich keiner hier erinnern, dass es ähnliche Kampagnen z.B. über die Automobilwirtschaft gegeben hat. Nein, es sind wieder wir Landwirte, die zum Sündenbock gemacht werden. Sehr geehrte Frau Hendricks, man muss uns nicht mögen, man kann Kritik haben, man kann sich auch mit uns streiten. Was wir aber erwarten, sind Respekt und Achtung. Und genau das haben Sie nicht. Denn das, was Sie mit ihrer neuen Kampagne machen, ist respektlos. Gerade in diesen Zeiten sollte Politik ein Vorbild für ein tolerantes und informiertes Miteinander sein. Schade, dass Sie mit der neuen Kampagne Ihres Hauses der Gesellschaft zeigen, dass Freundlichkeit, Achtung, Redlichkeit und Respekt im Umgang bei Ihnen offensichtlich keinen Wert haben. Vielleicht denken Sie mal darüber nach. Mit freundlichen Grüßen die 25.000 Bauern in der Initiative „Echt grün – Eure Landwirte“
Ohne die Landwirtschaft gäbe es kein “Wirtschaftswunder Deutschland”
Zum Auftakt des Neujahrsempfangs der Kreislandvolkverbände Friesland und Wesermarsch im Vareler “Tivoli” am 30.01.2017 begrüßte Hartmut Seetzen die Referentin Gitta Connemann (MdB, CDU) mit den Worten: “Sie ist eine Vertreterin des ländlichen Raumes, und das lebt sie auch!”. Dr. Karsten Padeken bedankte sich bei Gitta Connemann für ihren Einsatz, als es um die Unterstützung der Landwirte in der Milchkrise ging. V.li: Dr. Karsten Padeken, Sven Ambrosy, Gitta Connemann, Hartmut Seetzen Vor den gut 150 Gästen sprach Hartmut Seetzen die möglichen Konsequenzen der Düngeverordnung an. Die Wirtschaftlichkeit der Futterbaubetriebe werde sich verschlechtern, im Grünfutter wird weniger Eiweiß enthalten sein, so dass vermehrt Sojaschrot zugekauft werden müsse. “Ist das im Sinne der Verbesserung der heimischen Eiweißfuttermittelproduktion, die zur Zeit politisch gewollt wird?” Weitere Themen, die Seetzen anschnitt, waren die NEC-Richtlinie, der Klimaschutzplan 2050, die Biodiversität und das Tierwohl. “Wie kann die Landwirtschaft diesen Weg mitgehen?” Die Landwirte bräuchten verlässliche Rahmenbedingungen, sonst könnten Betriebe und die daran gekoppelten vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereiche nicht fortbestehen. “Der ländliche Raum darf nicht ausbluten. Frau Connemann, wo sehen Sie die landwirtschaftlichen Betriebe in 10 bis 25 Jahren?” fragte Seetzen. Landrat Sven Ambrosy betonte, dass “die größte Milcherzeugerregion Deutschlands” durchaus Selbstbewusstsein zeigen dürfe. Als Verbandsvorsteher des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV) riet er zur “verbalen Abrüstung”. Zahlen, Daten und Fakten seien die Grundlage, auf der Bundestag und Landtage über die Düngeverordnung entscheiden. Er wünscht sich für die örtliche Ebene möglichst viel Gestaltungsspielraum. “Die Kooperation mit den Landwirten muss verbessert werden, denn wir sind aufeinander angewiesen.” Gastrednerin Gitta Connemann bezeichnete die Landwirtschaft als den Motor des ländlichen Raumes:” Alles, was zur Landwirtschaft gehört, hat Niedersachsen so erfolgreich gemacht. Fünf Millionen versicherungspflichtige Arbeitsplätze gibt es in der Ernährungsindustrie, sie ist damit der viertgrößte Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Ohne die Landwirtschaft würde es das Wirtschaftswunder Deutschland nicht geben!” Doch junge Landwirte würden vermehrt fragen, wie sie mit der gesellschaftlichen Ächtung, die sie und ihre Familien zurzeit erlebten, umgehen sollen. Connemann riet den Landwirten “bei der Verbraucheraufklärung in die Offensive zu gehen”. Und wenn es um die Anhebung von Produktionsstandards (mehr Tierwohl) geht: “Wer in der Werbung sagt, er liebe Lebensmittel, der muss auch was dafür bezahlen. Und wer über Tierwohl spricht, muss auch an der Ladentheke entsprechend handeln”. Zwei Prozent der Bevölkerung lebe vegan, doch “die Deutschen lieben Fleisch, sie wissen was ihnen schmeckt”, sagte Connemann. Ernährungsstile seien mittlerweile zur Religion erhoben worden. Mit der politischen Idee, im angeblichen Sinne des Klimaschutzes Steuern auf Milchprodukte und Fleisch zu erheben, sollten Verbraucher vom Staat umerzogen werden. “Verkehr, Industrie und Energieerzeugung sind für den größten Teil der klimaschädlichen Gase verantwortlich.” Landwirtschaftlich genutztes Grünland sei dagegen der CO²-Speicher Nummer eins. Abschließend erläuterte Connemann die von der CDU unterstützten Hilfsprogramme für die Milchbauern. “Das Land Niedersachsen hat sich mit keinem Cent an der Finanzierung der Hilfsprogramme beteiligt”, bedauerte sie die Haltung des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums.
Echt grün-Eure Landwirte: Landwirtschaft zeigt Gesicht –
Regionale Aktionen unter dem Motto “Wir machen Euch satt”
Die mediale und gesellschaftliche Auseinandersetzung um die “richtige” Landwirtschaft ist zu einem ideologischen Dauerstreit geworden, in der die Landwirtschaft in „böse“ und „gut“ eingeteilt wird. Die Art und Weise der Kritik an konventioneller Landwirtschaft ist dabei streckenweise außer Kontrolle geraten. Die Missachtung trifft viele Familienbetriebe und die Menschen in der Landwirtschaft bis ins Herz. Betroffen sind hiervon vor allem die tierhaltenden Betriebe, unabhängig von ihrer Wirtschaftsweise (ökologisch oder konventionell). Gleichzeitig wissen die Verbraucher immer weniger, wie heute Lebensmittel erzeugt werden. Radikale Anti-Agrar-Aktivisten nutzen dieses Unwissen, um mit ihren Bildern ihre Ideologien medial zu vermarkten und Spendengelder für ihre Organisationen einzuwerben. Die Veranstalter der Aktion “Wir machen Euch satt” fordern eine vorurteilsfreie Betrachtung der modernen Landwirtschaft und eine sachliche Diskussion, frei von Ideologien. “Redet mit uns, nicht über uns!” fordern die beteiligten Landwirte auf vielen Veranstaltungen, die regional und zeitgleich zur Demonstration in Berlin am 21.01.2017 ablaufen. Dirk Hanken (4. v.re.) und Rainer Mönnich (im Anhänger) überbrachten die Spende an “Radieschen” in Berne. Auch der Kreislandvolkverband Wesermarsch engagierte sich zum Thema “Wir machen Euch satt” innerhalb der Kampagne “Echt grün – Eure Landwirte” und spendete am 18. und 19.1.2017 frische Lebensmittel an die Ausgabestellen “Radieschen” in Berne und “Langer Tisch” in Jaderberg. Insgesamt wurden 600 kg Kartoffeln sowie 210 l Milch und 450 Joghurts verteilt. Ine Ammermann (Mitte) freut sich über die Lebensmittel, die Rolf Baumann (li.) und Heiko Wessels (re) überreichten. Die Kampagne “Echt grün – Eure Landwirte” will die Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf die Bedeutung ihres Berufsstandes lenken: “Wir Landwirte sorgen jeden Tag dafür, dass die Verbraucher mit gesunden und wertvollen Lebensmitteln versorgt werden. Darauf sind wir stolz, denn wir leisten eine wertvolle Arbeit für unsere Gesellschaft und für die Gemeinschaft. Die Herstellung landwirtschaftlicher Produkte erfolgt durch unsere Familienbetriebe mit großem Aufwand. Bei uns packen alle mit an und zwar 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Und die tägliche Arbeit mit den Nutztieren ist für uns nicht irgendein Job, sondern wird mit großer Verantwortung für das Wohlergehen der Tiere geleistet.”
Geplante Änderung des Niedersächsischen Wassergesetzes ist ein massiver Eingriff in die Eigentumsrechte
Mit Kabinettsbeschluss vom 29. November 2016 hat die Landesregierung einen Entwurf des Niedersächsischen Umweltministeriums zur Änderung des Landeswassergesetzes sowie weiterer Gesetze für die Verbandsanhörung bis zum 13. Januar 2017 freigegeben. Gleichzeitig wurde eine Ankündigung gemacht, dass es zu keinerlei Fristverlängerungen kommen wird. Die geplanten Änderungen des Landeswassergesetzes haben gravierende Auswirkungen auf die Landwirtschaft und den ländlichen Raum in den Landkreisen Friesland und Wesermarsch und weit darüber hinaus. U.a. ist ein absolutes Ausbringungsverbot von Düngemitteln aller Art einschließlich Wirtschaftsdünger und Pflanzenschutzmitteln auf einem 5 Meter breiten Randstreifen entlang aller Oberflächengewässer unabhängig von ihrer Wasserführung vorgesehen. Das Gewässernetz umfasst im Landkreis Wesermarsch über 20.000 km. Aufgrund der Flächenstruktur wären ca. 18% der landwirtschaftlichen Nutzfläche, somit über 10.000 ha von einer derartigen Regelung im Landkreis betroffen. Aus Sicht des Kreislandvolkverbandes stellt dieses Vorhaben einen massiven Eingriff in die Verfügbarkeit von Grund und Boden dar und käme einer Enteignung gleich. Flächenverluste von 15% und mehr hätten massive Umsatzeinbußen für unsere Betriebe zur Folge. Die Futterverluste müssten durch Zukauf von Grundfutter ausgeglichen werden. Die geplanten Randstreifen wären wirtschaftlich nicht mehr nutzbar, Verpächter könnten diese nicht mehr gegen Entgelt verpachten. Die heutige Ausbringungstechnik bei Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln ist derart exakt, dass ein 5 m Randstreifen völlig unverhältnismäßig wäre, ein pauschaler Verbotsabstand von mehr als 1 m von der Graben-/Gewässeroberkante ist daher nicht begründbar und auch nicht akzeptabel. Auch die geplante Ermächtigung der Wasserbehörden, per Rechtsverordnung an Oberflächengewässern Entwicklungskorridore mit bis zu 25 Meter herzurichten, stößt auf völliges Unverständnis. Das Land plant hier entsprechende Vorkaufsrechte für das Land, für Kommunen oder sonstige Körperschaften. Bisher wurden und werden derartige Vorhaben im Rahmen von Kompensationsmaßnahmen auf freiwilliger Basis mit den Grundeigentümern und Entwässerungsverbänden vereinbart. Hier bedarf es aus Sicht des Kreislandvolkverbandes keinerlei Vorkaufsrechte Dritter. Ebenfalls für mehr als bedenklich hält der Kreislandvolkverband den Vorschlag, die bisherige landesrechtliche Abweichung vom Bundesrecht, nach der bei der Gewässerunterhaltung dem ordnungsgemäßen Wasserabfluss ein relativer Vorrang vor ökologischen Gewässerentwicklungszielen zukommt, zu streichen. Gerade in unseren Regionen mit Höhenlagen von plus 2 Meter über dem Meeresspiegel bis hin zu 4 Meter unter dem Meeresspiegel ist der ordnungsgemäße Wasserabfluss die Lebensgrundlage sowohl für die gesamte Landwirtschaft und dem ländlichen Raum als auch für alle Siedlungsbereiche im Landkreis. Jegliche Eingriffe, Verschlechterungen etc. in das Gewässersystem würden zur Folge haben, dass der Hochwasserschutz in unserem Gebiet dauerhaft nicht mehr gewährleistet sein könnte. Gerade in den letzten Jahren haben starke Niederschlagsereignisse in den Sommermonaten, aber auch in den Wintermonaten zu Problemen geführt, wenn nicht alle Gewässer ordnungsgemäß unterhalten sind. Bereits jetzt ist zu erkennen, dass Siedlungsbereiche in Niederungen Probleme mit dem Wasserabfluss haben. Wenn es hier zu weiteren Beeinträchtigungen durch ökologische Auflagen in Gewässern käme, ist zu befürchten, dass sukzessiv in einigen Regionen dauerhafte Vernässungen die Folge sind. Enttäuscht zeigt sich der Kreislandvolkverband von der Tatsache, dass derartig umfangreiche Neuregelungen über den Jahreswechsel in eine 5 wöchige interne Verbandsanhörung gehen ohne jegliche Fristverlängerung. Hier entsteht der Eindruck, dass über den Jahreswechsel Fakten auf den Weg gebracht werden sollen, die dann im Anschluss als gesetzt gelten. Der Kreislandvolkverband Wesermarsch fordert daher in einem Brief sowohl Herrn Minister Stefan Wenzel als auch Herrn Ministerpräsident Stephan Weil auf, das geplante Gesetzesvorhaben in der vorgelegten Form zurückzuziehen. Mit freundlichem Gruß gez. Dr. Karsten Padeken 1. Vorsitzender
Landwirtschaftlicher Fachbeitrag bekommt Feinschliff
Mitte Januar trafen sich LandwirtInnen des Kreislandvolkverbandes Wesermarsch mit Mitarbeitern des Landkreises und der Landwirtschaftskammer zum Abschlussforum, um dem “Landwirtschaftlichen Fachbeitrag” den letzten Feinschliff zu verpassen. Ausgewählte Themen wurden vorgestellt und Änderungen eingeflochten. Im Februar wird der Fachbeitrag offiziell dem Landkreis übergeben. Er ergänzt das Landesraum-ordnungsprogramm und enthält die für die Landwirtschaft bedeutsamen Aspekte. Matthias Wenholt vom Landkreis Wesermarsch lobte die konstruktive Herangehensweise, mit der die beteiligten LandwirtInnen und Landfrauen wichtige Handlungsvorschläge in verschiedenen Bereichen – sei es der demografische Wandel, die Daseinsvorsorge oder Entwicklungsmöglichkeiten der Landwirtschaft- in den “Landwirtschaftlichen Fachbeitrag” eingebracht haben. Dieser Fachbeitrag, entstanden unter der Leitung von Renko Eilts (LWK Oldenburg), kann für verschiedenste Themen, die mit der Landwirtschaft der Wesermarsch in Verbindung stehen, genutzt werden. Die Daten sind auf dem neuesten Stand, das Kartenmaterial stellt die aktuelle Nutzung der Flächen, die Ertragsstärken, Bodenarten und Bewirtschaftungsmöglichkeiten dar. Dr. Karsten Padeken bedankte sich bei allen TeilnehmerInnen und beim Landkreis:” Dem Landkreis ist die Landwirtschaft und ihre Perspektive wichtig. Der Fachbeitrag dient auch der Politik zur Entscheidungsfindung”.