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Timestamp: 2016-10-25 13:50:01
Document Index: 178248115

Matched Legal Cases: ['Art. 337', 'Art. 207', 'Art. 207', 'Art. 207', 'Art. 337', 'Art. 90', 'Art. 75', 'Art. 238', 'Art. 343', 'Art. 74', 'Art. 42', 'Art. 106', 'Art. 337', 'Art. 337', 'BGE', 'Art. 337', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 343', 'Art. 29', 'Art. 9', 'Art. 337', 'Art. 335', 'Art. 343', 'Art. 343', 'Art. 343', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 343', 'Art. 29', 'Art. 97', 'Art. 343', 'Art. 29', 'Art. 9', 'Art. 324', 'Art. 324', 'Art. 337', 'Art. 336', 'Art. 335', 'Art. 324', 'Art. 324', 'Art. 324', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 65', 'Art. 68']

4A_517/2010 (11.11.2010)
vertreten durch Rechtsanwalt Florian N�meth,
A.________ (Beschwerdegegner) arbeitete seit dem 29. September 2008 f�r monatlich Fr. 5'700.-- brutto als Betriebsmechaniker in der Y.________ Fischfarm, einer Zweigniederlassung der X.________ AG, (Beschwerdef�hrerin). Ein schriftlicher Arbeitsvertrag, der im Entwurf vorlag, wurde nicht unterzeichnet. Zu den Aufgaben des Beschwerdegegners geh�rten die �berwachung der technischen Anlagen und die Ausf�hrung kleinerer Reparaturen.
Am 2. Januar 2009 blieb der Beschwerdegegner der Arbeit fern, weil er erkrankt war. Er meldete sich fr�hmorgens beim Sicherheitsdienst der Fischfarm telefonisch ab. Nachmittags rief ihn die Gesch�ftsf�hrerin der Fischfarm, B.________, an und teilte ihm mit, sie ben�tige dessen Generalschl�ssel f�r die Stellvertretung. Der Schl�ssel wurde sp�ter beim Beschwerdegegner abgeholt. Am 5. Januar und am 10. Januar 2009 konsultierte dieser seinen Hausarzt, der ihn r�ckwirkend auf den 2. Januar 2009 krank schrieb. Am 10. Januar 2009 �berbrachte der Beschwerdegegner der Wachfrau der Fischfarm das Arztzeugnis. Die Wachfrau hatte die Anweisung, dem Beschwerdegegner ein Schreiben zu �bergeben. Der Beschwerdegegner verweigerte jedoch dessen Annahme.
Mit eingeschriebenem Brief vom 12. Januar 2009 stellte die Beschwerdef�hrerin dem Beschwerdegegner ein auf den 9. Januar 2009 datiertes Schreiben zu, mit dem sie ihn fristlos entliess, weil er der Arbeit unentschuldigt ferngeblieben sei. Im Begleitbrief f�hrte die Beschwerdef�hrerin aus, das Arztzeugnis k�nne aus diesem Grund nicht akzeptiert werden. In den folgenden Monaten blieb der Beschwerdegegner arbeitsunf�hig.
Mit Wirkung auf den 13. Juli 2009 wurde �ber die Zweigniederlassung Y.________ Fischfarm der Beschwerdef�hrerin der Konkurs er�ffnet. Das Konkursverfahren wurde am 17. Juli 2009 mangels Aktiven eingestellt und am 6. August 2009 im summarischen Verfahren wieder aufgenommen.
Am 30. April 2009 klagte der Beschwerdegegner beim Kreisgericht Rheintal gegen die Beschwerdef�hrerin auf Zahlung von Fr. 30'000.-- brutto, unter Vorbehalt des Nachklagerechts, betreffend Lohnersatz, Entsch�digung nach Art. 337c Abs. 3 OR in der H�he von mindestens drei Monatsl�hnen sowie Ferien- und �berstundenentsch�digung. Die Beschwerdef�hrerin beantragte die Abweisung der Klage und verlangte widerklageweise Schadenersatz aus Haftung des Arbeitnehmers in durch ein Beweisverfahren zu ermittelnder H�he (maximal Fr. 30'000.--). Das Kreisgericht lehnte die von der Beschwerdef�hrerin anl�sslich der Hauptverhandlung im Hauptstandpunkt neu beantragte Einstellung des Verfahrens nach Art. 207 SchKG ab. Mit Entscheid vom 10. November 2009 verpflichtete es die Beschwerdef�hrerin zur Zahlung von Fr. 22'180.-- netto und Fr. 6'155.10 brutto. Im Mehrbetrag wies es die Klage ab. Die Widerklage wies es ebenfalls ab.
Die Beschwerdef�hrerin erkl�rte Berufung an das Kantonsgericht St. Gallen und beantragte weiterhin die Einstellung des Verfahrens nach Art. 207 SchKG, eventualiter die Abweisung der Klage und die Gutheissung der Widerklage. Mit Entscheid vom 22. Juli 2010 hielt das Kantonsgericht fest, dass die Klage und die Widerklage getrennt w�rden (Dispositivziffer 1) und das Verfahren betreffend die Widerklage eingestellt werde (Dispositivziffer 2). Das Gericht befand, betreffend den Passivprozess (Klage gegen die Beschwerdef�hrerin) bewirke die Konkurser�ffnung �ber die Zweigniederlassung keine Einstellung nach Art. 207 SchKG. In teilweiser Gutheissung der Berufung verpflichtete das Kantonsgericht die Beschwerdef�hrerin, dem Beschwerdegegner Fr. 19'380.-- netto und Fr. 6'155.10 brutto zu bezahlen. Im Mehrbetrag wies es die Klage ab (Dispositivziffer 3). Wie das Kreisgericht hielt auch das Kantonsgericht die fristlose K�ndigung f�r nicht gerechtfertigt. Es sprach dem Beschwerdegegner f�r die Monate Januar, Feb-ruar und M�rz 2009 Lohnersatz von Fr. 13'680.-- zu. Die Entsch�digung nach Art. 337c Abs. 3 OR, die das Kreisgericht auf Fr. 8'500.-- festgesetzt hatte, reduzierte es auf Fr. 5'700.-- (einen Monatslohn). Ferner best�tigte es die zugesprochene Ferienentsch�digung von Fr. 2'358.60 und die �berstundenentsch�digung von Fr. 3'796.50.
Die Beschwerdef�hrerin beantragt mit Beschwerde in Zivilsachen, den Entscheid des Kantonsgerichts mit Bezug auf Dispositivziffer 3 aufzuheben und das Verfahren an die Vorinstanz zur Durchf�hrung eines Beweisverfahrens zur�ckzuweisen. Eventualiter sei Dispositivziffer 3 aufzuheben und die Klage lediglich im Umfang von Fr. 9'690.-- gutzuheissen.
Mit Pr�sidialverf�gung vom 11. Oktober 2010 wurde das Gesuch der Beschwerdef�hrerin, der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu erteilen, abgewiesen.
Der angefochtene Entscheid des Kantonsgerichts ist ein verfahrensabschliessender Endentscheid (Art. 90 BGG) einer letzten kantonalen Instanz (Art. 75 Abs. 1 BGG). Namentlich war eine Nichtigkeitsbeschwerde an das Kassationsgericht des Kantons St. Gallen ausgeschlossen (Art. 238 lit. c des Zivilprozessgesetzes des Kantons St. Gallen vom 20. Dezember 1990 [ZPO/SG; sGS 961.2] i.V.m. Art. 343 Abs. 2 OR). Sodann �bersteigt der Streitwert von Fr. 28'335.10 die Grenze nach Art. 74 Abs. 1 lit. a BGG. Unter Vorbehalt einer rechtsgen�glichen Begr�ndung (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG) ist auf die Beschwerde einzutreten.
Nach Art. 337 OR kann der Arbeitgeber wie der Arbeitnehmer das Arbeitsverh�ltnis aus wichtigen Gr�nden jederzeit fristlos aufl�sen (Abs. 1). Als wichtiger Grund gilt jeder Umstand, bei dessen Vorhandensein dem K�ndigenden nach Treu und Glauben die Fortsetzung des Arbeitsverh�ltnisses nicht mehr zugemutet werden darf (Abs. 2). �ber das Vorhandensein solcher Umst�nde entscheidet das Gericht nach seinem Ermessen (Art. 337 Abs. 3 OR). Derartige Ermessensentscheide �berpr�ft das Bundesgericht grunds�tzlich frei. Es �bt dabei aber Zur�ckhaltung und schreitet nur ein, wenn die Vorinstanz grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grunds�tzen abgewichen ist, wenn sie Tatsachen ber�cksichtigt hat, die f�r den Entscheid im Einzelfall keine Rolle h�tten spielen d�rfen, oder wenn sie umgekehrt Umst�nde ausser Betracht gelassen hat, die zwingend h�tten beachtet werden m�ssen. Es greift ausserdem in Ermessensentscheide ein, wenn sich diese als offensichtlich unbillig, als in stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 130 III 28 E. 4.1; 213 E. 3.1 S. 220; 129 III 380 E. 2 S. 381 f.; je mit Hinweisen).
Nach der Rechtsprechung zu Art. 337 OR ist eine fristlose Entlassung nur bei besonders schweren Verfehlungen des Arbeitnehmers gerechtfertigt. Diese m�ssen einerseits objektiv geeignet sein, die f�r das Arbeitsverh�ltnis wesentliche Vertrauensgrundlage zu zerst�ren oder zumindest so tiefgreifend zu ersch�ttern, dass dem Arbeitgeber die Fortsetzung des Vertrags nicht mehr zuzumuten ist, und anderseits auch tats�chlich zu einer derartigen Zerst�rung oder Ersch�tterung des gegenseitigen Vertrauens gef�hrt haben. Sind die Verfehlungen weniger schwerwiegend, so m�ssen sie trotz Verwarnung wiederholt vorgekommen sein (BGE 130 III 213 E. 3.1 S. 220 f.; 129 III 380 E. 2.1 mit Hinweisen). Ob die dem Arbeitnehmer vorgeworfene Pflichtverletzung die erforderliche Schwere erreicht, l�sst sich nicht allgemein sagen, sondern h�ngt von den konkreten Umst�nden des Einzelfalles ab (BGE 127 III 153 E. 1a S. 155; 116 II 145 E. 6a S. 150).
Ist ein wichtiger Grund gegeben, so ist die fristlose K�ndigung sofort auszusprechen. Andernfalls ist anzunehmen, das Einhalten der ordentlichen K�ndigungsfrist sei f�r den K�ndigenden subjektiv zumutbar, und ist das Recht auf eine sofortige Vertragsaufl�sung verwirkt (BGE 130 III 28 E. 4.4 S. 34; 123 III 86 E. 2a S. 87).
3.1 Die Vorinstanz kam zum Schluss, insgesamt sei nicht nachgewiesen, dass der Beschwerdegegner seine Arbeitspflicht verletzt oder schlecht erf�llt habe. Selbst wenn aber die Behauptungen der Beschwerdef�hrerin zutr�fen, l�ge kein wichtiger Grund f�r eine fristlose K�ndigung vor.
3.2 Die Beschwerdef�hrerin r�gt in diesem Zusammenhang eine offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung, eine Verletzung der Untersuchungsmaxime nach Art. 343 Abs. 4 OR, die zugleich eine Verletzung des Geh�rsanspruchs (Art. 29 Abs. 2 BV) und des Willk�rverbots (Art. 9 BV) darstelle, sowie eine Verletzung von Art. 337 Abs. 3 OR durch eine fehlerhafte Ermessensaus�bung.
3.2.1 Die Beschwerdef�hrerin hatte als Grund f�r die fristlose K�ndigung angegeben, dass der Beschwerdegegner vom 2. bis 9. Januar 2009 unentschuldigt der Arbeit ferngeblieben sei und das Arztzeugnis versp�tet eingereicht habe. Die Vorinstanz anerkannte diese Gr�nde nicht. Sie liess es gen�gen, dass sich der Beschwerdegegner am 2. Januar 2009, morgens um 6.26 Uhr, beim Wachpersonal abgemeldet hatte. Ferner hielt sie daf�r, der Beschwerdegegner sei seiner Obliegenheit, die Absenz zu rechtfertigen, nachgekommen, indem er nach sechs Arbeitstagen, am 10. Januar 2009, das Arztzeugnis eingereicht habe, das die gesamte Absenz abgedeckt habe. Eine vertragliche Frist, w�hrend derer der Beschwerdegegner das Arztzeugnis h�tte einreichen m�ssen, habe nicht bestanden.
Gegen die Beurteilung dieser Vorw�rfe bringt die Beschwerdef�hrerin nichts vor und nennt diesbez�glich auch kein von ihr beantragtes Beweismittel, das die Vorinstanz nicht abgenommen h�tte. Die entsprechenden Vorw�rfe (unentschuldigtes Fernbleiben der Arbeit, versp�tetes Einreichen des Arztzeugnisses) fallen daher zur Rechtfertigung einer fristlosen Entlassung ausser Betracht.
3.2.2 Als weitere Verfehlungen warf die Beschwerdef�hrerin dem Beschwerdegegner vor, er habe seine Arbeitspflicht verletzt, indem er �ber Stunden f�r private Zwecke im B�rotrakt am Computer gesessen sei. Er sei �ber das Funktelefon unerreichbar gewesen und jeweils erst gegen Mittag oder Abend aufgetaucht, ohne �ber seinen Verbleib Auskunft geben zu k�nnen. Zudem habe er verschiedene Arbeiten nicht oder schlecht ausgef�hrt und dadurch erheblichen Schaden an den Einrichtungen der Beschwerdef�hrerin verursacht. Schliesslich habe er mittels seines Generalschl�ssels die B�ros der Gesch�ftsleitung ohne deren Einwilligung betreten und damit deren Vertrauen gebrochen. Der Beschwerdegegner bestritt diese Vorw�rfe.
Die Vorinstanz hielt zun�chst fest, dass die Beschwerdef�hrerin die fristlose K�ndigung nur mit der versp�teten Einreichung des Arztzeugnisses begr�ndet hatte. Die weiteren Verfehlungen liess sie erst zwei Wochen nach der K�ndigung durch ihren Rechtsvertreter behaupten, der damit auf die Forderungen des Rechtsvertreters des Beschwerdegegners reagierte. Diese Umst�nde seien Anzeichen genug, dass die Beschwerdef�hrerin im Nachhinein nach Gr�nden gesucht habe, um die fristlose Entlassung zu rechtfertigen. Die Vorbringen der Beschwerdef�hrerin seien daher wenig glaubhaft, was die Anforderungen an die Substanziierung erh�he.
Die Beschwerdef�hrerin erblickt in dieser Erw�gung zu Unrecht eine Verletzung von Art. 335 OR und Art. 343 Abs. 4 OR. Die Vorinstanz schloss nicht grunds�tzlich aus, dass die erst sp�ter behaupteten Verfehlungen zur Rechtfertigung der fristlosen K�ndigung ber�cksichtigt werden k�nnten. Sie nahm jedoch bereits eine W�rdigung der Glaubw�rdigkeit der erhobenen Vorw�rfe vor, indem sie die Glaubw�rdigkeit in Anbetracht der Umst�nde, unter denen die Vorw�rfe erhoben wurden, herabgesetzt sah und daher erh�hte Anforderungen an die Substanziierung stellte. Darin ist keine Rechtsverletzung zu erkennen.
3.2.3 Auch ist es bundesrechtlich nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz mangels Substanziierung keinen Beweis �ber die Behauptungen abnahm, wonach der Beschwerdegegner stundenlang f�r private Zwecke am Computer gesessen sowie im Betrieb unerreichbar gewesen sei und nicht �ber seinen Verbleib habe Auskunft geben k�nnen. An der von der Beschwerdef�hrerin angerufenen Stelle auf S. 3 f. der Klageantwort werden die Vorw�rfe nur in pauschaler Weise erhoben und wird namentlich nicht konkretisiert, in welchem Zeitraum sich die Verfehlungen zugetragen haben sollen und inwiefern die beiden genannten Zeugen aus eigener Wahrnehmung zu den Verfehlungen Aussagen machen k�nnten. Der Zeitpunkt bzw. die H�ufigkeit der Verfehlungen ist aber von Relevanz, da nur bei Kenntnis dieser Umst�nde gepr�ft werden k�nnte, ob die Verfehlungen die f�r eine fristlose Entlassung erforderliche Schwere erreichen w�rden bzw. ob die Beschwerdef�hrerin das Recht zur fristlosen K�ndigung nicht wegen zu langen Zuwartens verwirkt h�tte (vgl. Erw�gung 2). Die Vorinstanz hat daher keine zu hohen Anforderungen an die Substanziierung gestellt. Die Beschwerdef�hrerin geht auch fehl, wenn sie meint, unter der Herrschaft der Untersuchungsmaxime nach Art. 343 Abs. 4 OR h�tte sich die Vorinstanz nicht auf ungen�gende Substanziierung berufen d�rfen, sondern w�re verpflichtet gewesen, ihrer richterlichen Fragepflicht nachzukommen. Die Untersuchungsmaxime gem�ss Art. 343 OR entbindet die Parteien nicht davon, an der Sammlung des Prozessstoffes aktiv mitzuwirken, ihre Standpunkte zu substanziieren und die Beweismittel zu nennen. Die Parteien tragen auch im Bereich der Untersuchungsmaxime die Verantwortung daf�r, dass die relevanten Behauptungen vorgebracht werden; ebenso sind sie grunds�tzlich f�r die Sachverhaltsermittlung verantwortlich (BGE 130 III 102 E. 2.2 S. 107; 111 II 281 E. 3; 107 II 233 E. 2c S. 236; vgl. auch BGE 125 III 231 E. 4a S. 238 f.). Das gilt insbesondere, wenn eine Partei - wie vorliegend die Beschwerdef�hrerin - von Anfang an anwaltlich vertreten ist (Urteil 4A_635/2009 vom 24. M�rz 2010 E. 2.2; vgl. auch Urteil 4C.340/2004 vom 2. Dezember 2004 E. 4.2 mit Hinweisen, nicht publ. in: BGE 131 III 243).
3.2.4 Die Beschwerdef�hrerin beanstandet, dass die Vorinstanz den beantragten Zeugen C.________ nicht befragt hat. Durch dessen Befragung h�tte der Beweis daf�r erbracht werden k�nnen, dass der Beschwerdegegner schlecht gearbeitet und dadurch M�ngel an den Einrichtungen verursacht habe, sowie dass er mittels seines Generalschl�ssels das B�ro der Gesch�ftsleitung ohne deren Einwilligung betreten habe. Die vorinstanzliche Weigerung, C.________ als Zeugen zu befragen, verstosse nicht nur gegen Art. 343 Abs. 4 OR, sondern auch gegen Art. 29 Abs. 2 BV und sei offensichtlich unhaltbar und daher willk�rlich.
Zun�chst ist der Beschwerdef�hrerin zuzugestehen, dass die Ausf�hrung der Vorinstanz problematisch ist, wonach die behaupteten M�ngel, selbst wenn sie bewiesen w�ren, kein oder nur ein schwaches Indiz f�r Pflichtverletzungen w�ren, weil der Arbeitnehmer bloss ein T�tigwerden und keinen Erfolg schulde. Da der Beschwerdegegner als Betriebsmechaniker angestellt war, k�nnten von ihm verursachte Sch�den an den Einrichtungen durchaus Indizien daf�r sein, dass er seine Arbeit schlecht ausf�hrte. Die beanstandete Erw�gung der Vorinstanz ist indessen ohne Entscheidrelevanz. Denn die Vorinstanz pr�fte trotzdem, ob die behaupteten Pflichtverletzungen hinreichend substanziiert und bewiesen seien.
Dabei ging sie davon aus, die Beschwerdef�hrerin habe dem Einwand des Beschwerdegegners, die M�ngel h�tten bereits bei dessen Arbeitsantritt bestanden und von ihm w�hrend der kurzen Zeit bei der Beschwerdef�hrerin nicht alle behoben werden k�nnen, nicht widersprochen. Die Beschwerdef�hrerin r�gt diese Feststellung der Vorinstanz als unzutreffend. Ihre R�ge erf�llt indessen die Anforderungen an eine Sachverhaltsr�ge nicht (Art. 97 Abs. 1 BGG). Die Beschwerdef�hrerin zeigt nicht klar und substanziiert auf, inwiefern die ger�gte Feststellung offensichtlich unrichtig ist. Sie verweist lediglich auf die von ihr eingereichte Liste der M�ngel. Damit belegt sie aber keine Aktenwidrigkeit, geht doch aus dieser undatierten Liste nicht hervor, wann die M�ngel aufgetreten sein sollen. Darin kann daher keine Bestreitung des Einwands, die M�ngel h�tten schon bei Arbeitsantritt bestanden, erblickt werden.
Die Vorinstanz verzichtete sodann auf die Befragung von C.________, weil die Beschwerdef�hrerin auch im Berufungsverfahren nicht dargelegt habe, inwiefern C.________ als Angestellter einer Drittunternehmung nicht nur zu den M�ngeln, sondern auch zum Verhalten des Beschwerdegegners bei der Arbeit relevante Aussagen machen k�nnte. Sie f�hrte aus, genau aus diesem Grund habe das Kreisgericht auf eine Einvernahme von C.________ verzichtet. H�tte C.________ tats�chlich Handlungen oder Unterlassungen des Beschwerdegegners miterlebt, die als Pflichtverletzungen zu werten w�ren, h�tte die Beschwerdef�hrerin die betreffenden Umst�nde zumindest in den Grundz�gen dargelegt und beispielsweise erl�utert, in welchem Zeitraum und in welcher Funktion C.________ bei ihr t�tig war und inwiefern er dabei mit dem Beschwerdegegner zu tun hatte. Da sie dies nicht getan habe, sei auf eine Einvernahme von C.________ zu verzichten. Diese �berlegung der Vorinstanz ist nachvollziehbar und keineswegs unhaltbar. In der Tat ist nicht ohne Weiteres einsichtig, dass C.________ als Angestellter einer Drittunternehmung den Beschwerdegegner bei Pflichtverletzungen beobachtet haben k�nnte. Die Beschwerdef�hrerin erkl�rt nicht, weshalb sie nicht wenigstens im Berufungsverfahren in dieser Hinsicht Umst�nde h�tte substanziieren k�nnen. Zu einer Substanziierung h�tte sie umso mehr Grund gehabt, nachdem sich schon das Kreisgericht veranlasst sah, mangels entsprechender Darlegung auf die Einvernahme des Zeugen zu verzichten. Die Beschwerdef�hrerin kann daher der Vorinstanz nicht vorwerfen, mit dem Verzicht auf die Einvernahme von C.________ das rechtliche Geh�r oder das Willk�rverbot verletzt zu haben.
3.2.5 Die Vorinstanz beanstandete, dass die Beschwerdef�hrerin den Vorwurf, der Beschwerdegegner habe mittels seines Generalschl�ssels die B�ros der Gesch�ftsleitung ohne deren Einwilligung betreten, weder zeitlich noch anderweitig substanziiert habe. Sie verzichtete auch zu diesem Punkt auf die Befragung von C.________ mit der Begr�ndung, wenn C.________ tats�chlich beobachtet h�tte, wie sich der Beschwerdegegner in die B�ros schlich, nach der allgemeinen Lebenserfahrung zu erwarten gewesen w�re, dass die Beschwerdef�hrerin angegeben h�tte, wann und gegebenenfalls wie oft C.________ diese Beobachtungen gemacht h�tte. Die Beschwerdef�hrerin ist der Ansicht, eine Substanziierung in zeitlicher oder anderweitiger Hinsicht sei nicht n�tig. Dem ist entgegenzuhalten, dass auch betreffend diese Verfehlung (Betreten der B�ros der Gesch�ftsleitung ohne deren Einwilligung) die n�heren Umst�nde sowie die H�ufigkeit und die zeitliche Komponente unter den Aspekten der Schwere der Verfehlung und einer allf�lligen Verwirkung des Rechts zur fristlosen K�ndigung relevant sind (vgl. Erw�gung 2). Der Vorwurf ungen�gender Substanziierung bleibt daher aufrecht. Die relevanten Tatsachenbehauptungen, f�r welche die Befragung eines beantragten Zeugen Beweis erbringen soll, muss die beweisbelastete Partei aufstellen. Wenn sie dies nicht tut, stellt der Verzicht auf die Abnahme eines Beweises keine Rechtsverletzung dar.
3.3 Die R�gen der Beschwerdef�hrerin betreffend Verletzung der Untersuchungsmaxime nach Art. 343 Abs. 4 OR und Nichtabnahme von Beweisen (Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 9 BV) erweisen sich als unbegr�ndet. Ohnehin bleibt die Nichtabnahme der beantragten Beweise, namentlich der Verzicht auf die Befragung von C.________, ohne Auswirkung auf den Entscheid, weil die Vorinstanz erwog, selbst wenn die Behauptungen der Beschwerdef�hrerin zutr�fen, w�rde kein wichtiger Grund f�r eine fristlose K�ndigung vorliegen. Zum einen m�ssten sich die behaupteten Vorf�lle �ber einen gewissen Zeitraum erstreckt haben, w�hrend dessen die Beschwerdef�hrerin den Beschwerdegegner nicht einmal verwarnt habe. Die Beschwerdef�hrerin h�tte daher ihre Befugnis, den Beschwerdegegner fristlos zu entlassen, verwirkt. Zum andern w�rden die behaupteten Pflichtverletzungen auch in ihrer Gesamtheit ohne Verwarnung zu wenig schwer wiegen, um eine Weiterf�hrung des Arbeitsverh�ltnisses w�hrend der einmonatigen K�ndigungsfrist als unzumutbar erscheinen zu lassen.
Diese Beurteilung der Vorinstanz deckt sich mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. Erw�gung 2) und ist nicht zu beanstanden. Was die Beschwerdef�hrerin dagegen vorbringt, zeigt keinen Ermessensfehler auf. So trifft es nicht zu, dass die Vorinstanz "Tatsachen" (die Beschwerdef�hrerin meint die von ihr behaupteten Pflichtverletzungen des Beschwerdegegners) nicht ber�cksichtigt habe, die f�r den Entscheid eine Rolle spielten. Vielmehr legte die Vorinstanz ihrer Beurteilung gerade die Annahme zugrunde, die behaupteten Pflichtverletzungen seien bewiesen. Wenn die Beschwerdef�hrerin der Vorinstanz vorwirft, sie k�nne das Ausmass der Verfehlungen ohne Befragung der Zeugen gar nicht beurteilen, so f�llt dieser Vorwurf auf sie selber zur�ck, da sie diesbez�glich, mithin zum Ausmass bzw. der H�ufigkeit der Verfehlungen, keine substanziierten Angaben gemacht hat, �ber die h�tte Beweis abgenommen werden k�nnen (vgl. Erw�gungen 3.2.3-3.2.5). Angesichts der bloss pauschalen Vorw�rfe ist es daher nicht unhaltbar, wenn die Vorinstanz die behaupteten Pflichtverletzungen als nicht besonders schwerwiegend einstufte. Sind die Verfehlungen weniger schwerwiegend, so m�ssen sie trotz Verwarnung wiederholt vorgekommen sein, damit sie eine fristlose K�ndigung rechtfertigen. Eine Verwarnung ist aber nach dem angefochtenen Urteil nie erfolgt. F�r das Bundesgericht besteht daher kein Anlass, in den Ermessensentscheid der Vorinstanz einzugreifen.
4.1 Eventualiter f�r den Fall, dass von einer ungerechtfertigten fristlosen Entlassung ausgegangen werden sollte, macht die Beschwerdef�hrerin eine Rechtsverletzung bei der Berechnung des Lohnersatzes geltend. Eine formg�ltige schriftliche Abrede nach Art. 324a Abs. 4 OR bestehe nicht. Der Beschwerdegegner habe daher lediglich einen Lohnfortzahlungsanspruch von drei Wochen nach Art. 324a Abs. 2 OR, ausmachend Fr. 3'990.--.
4.2 Bei ungerechtfertigter fristloser Entlassung hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Ersatz dessen, was er verdient h�tte, wenn das Arbeitsverh�ltnis unter Einhaltung der K�ndigungsfrist beendigt worden w�re (Art. 337c Abs. 1 OR). Nach dem angefochtenen Urteil erhielt der Beschwerdegegner ab Anfang 2009 keinen Lohn mehr. Er erkrankte am 2. Januar 2009. Die Sperrfrist von 30 Tagen nach Art. 336c Abs. 1 lit. b OR lief bis zum 1. Februar 2009. Somit war der fr�hestm�gliche ordentliche K�ndigungstermin der 31. M�rz 2009 (Art. 335c Abs. 1 OR).
W�hrend seiner krankheitsbedingten Abwesenheit h�tte der Beschwerdegegner nach Art. 324a Abs. 2 OR Anspruch auf Lohn f�r drei Wochen gehabt. Die Vorinstanz erwog jedoch, dass nach Ziff. 4 des (nicht unterzeichneten) Arbeitsvertragsentwurfs bei Abschluss einer Kollektiv-Krankentaggeldversicherung durch die Arbeitgeberin die Lohnfortzahlungspflicht der Arbeitgeberin durch Taggeldleistungen von 80 % des Lohnes ab Beginn der krankheitsbedingten Arbeitsunf�higkeit ersetzt w�rde. Die Beschwerdef�hrerin habe dem Beschwerdegegner jeweils 1.17 % "KK-Taggeld" vom Lohn abgezogen. Durch den unwidersprochen gebliebenen Lohnabzug habe sich die Beschwerdef�hrerin konkludent zum Abschluss einer Taggeldversicherung verpflichtet und h�tten die Parteien Ziff. 4 des Vertragsentwurfs zugleich zum Inhalt des m�ndlichen Arbeitsvertrags gemacht. Die Vereinbarung h�tte zwar der Schriftform bedurft (Art. 324a Abs. 4 OR). Die Formvorschrift von Art. 324a Abs. 4 OR bezwecke indes den Arbeitnehmerschutz. Werde ein Arbeitnehmer durch eine formwidrige Abrede im konkreten Fall besser gestellt als durch die gesetzliche Regelung, so w�re eine Unwirksamkeit keine angemessene Rechtsfolge des Formmangels. Da der Beschwerdegegner im vorliegenden Fall durch die Abrede im Vergleich zur gesetzlichen Regelung besser gestellt werde, habe der Formmangel als geheilt zu gelten. Folglich habe der Beschwerdegegner Anspruch auf 80 % des Lohnes f�r die Monate Januar, Februar und M�rz 2009, ausmachend Fr. 13'680.--.
4.3 Die Beschwerdef�hrerin bestreitet nicht, dass aus dem Umstand, wonach sie dem Beschwerdegegner jeweils 1.17 % "KK-Taggeld" vom Lohn abzog, geschlossen werden k�nne, sie habe sich konkludent zum Abschluss einer Taggeldversicherung verpflichtet und Ziff. 4 des Vertragsentwurfs sei zugleich zum Inhalt des m�ndlichen Arbeitsvertrags gemacht worden. Jedenfalls hat die Beschwerdef�hrerin weder dargelegt, dass die Lohnabz�ge von 1.17 % f�r Krankentaggeldversicherung auf einem Irrtum beruhten, noch sonst eine Erkl�rung f�r diese Abz�ge geliefert. Es ist daher der Vorinstanz beizupflichten, dass der Beschwerdegegner aufgrund dieser Abz�ge annehmen durfte, er sei kollektiv-taggeldversichert und brauche sich damit nicht selber um eine L�sung f�r eine l�ngerfristige Arbeitsunf�higkeit zu k�mmern. In diesem Glauben ist er zu sch�tzen. Da die damit zur Anwendung gelangende L�sung (Anspruch von 80 % des Lohnes f�r die drei Monate Januar, Februar und M�rz 2009) f�r den Arbeitnehmer g�nstiger ist als die gesetzliche Regelung eines Anspruches auf 100 % des Lohnes f�r drei Wochen, kann die Vereinbarung trotz fehlender Schriftform als g�ltig betrachtet werden (vgl. BGE 131 III 623 E. 2.5.2).
Die Beschwerde ist aus diesen Gr�nden abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdef�hrerin kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 i.V.m. Art. 65 Abs. 4 lit. c sowie Art. 68 Abs. 2 BGG).