Source: http://sievers-steuerberater.de/steuer_news/news_3_Dezember_2018.htm
Timestamp: 2020-02-27 10:09:37
Document Index: 2161099

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 4', '§ 9', '§ 4', '§ 9', '§ 6']

﻿ Steuer News Dez. 2018 - Einkommensteuer - Harald Sievers, Steuerberater in Nortorf
Einkommensteuer - Dez. 2018
§ 4 EStG - Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte bei 1 %-Regelung
Der positive Unterschiedsbetrag gemäß § 4 Abs. 5 EStG ist bei Anwendung der 1 %-Regelung auch dann unter Ansatz von 0,03 % des inländischen Listenpreises des Fahrzeugs je Kalendermonat zu berechnen, wenn der Steuerpflichtige im Monat durchschnittlich weniger als 15 Fahrten zur Betriebs-stätte unternommen hat.
Ermittelt der Steuerpflichtige den Privatanteil für die Nutzungs-entnahme pauschal durch die 1 %-Methode, dann sind Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb zusätzlich mit 0,03 % zu be-rechnen.
Bei pauschaler Ermittlung entsprechen die nicht abziehbaren Betriebsausgaben für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb dem positiven Unterschiedsbetrag zwischen 0,03 % des Brutto-listenpreises pro Entfernungskilometer und der Entfernungs-pauschale, die der Arbeitnehmer nach § 9 Abs. 1 EStG als Werbungskosten geltend machen kann.
Streitig war, wie bei einem Steuerpflichtigen, der den Privat-anteil seines zum notwendigen Betriebsvermögen gehörenden Pkws nach der 1 %-Regelung ermittelt, der nicht abziehbare Teil der Betriebsausgaben zu ermitteln ist, der auf Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb entfällt.
Nach § 4 Abs. 5 EStG dürfen Aufwendungen für die Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte den Gewinn nicht min-dern, soweit sich ein positiver Unterschiedsbetrag zwischen 0,03 % des inländischen Listenpreises und dem sich nach § 9 Abs. 1 EStG (der Entfernungspauschale) ergebenden Betrag ergibt.
Der BFH hat hierzu entschieden, dass die „0,03 %-Regelung“ zur Ermittlung der nicht abziehbaren Betriebsausgaben auch dann zur Anwendung kommt, wenn der Steuerpflichtige im Monat durchschnittlich weniger als 15 Fahrten zur Betriebs-stätte unternommen hat.
Für eine fahrtenbezogene Ermittlung lässt das Gesetz dagegen keinen Raum.
Es handelt sich bei der für Fahrzeuge des notwendigen Betriebsvermögens anzuwendenden 1 Prozent-Regelung um eine grundsätzlich zwingende, grob typisierende und pau-schalierende Bewertungsregelung, die nur dann nicht gilt, wenn der Steuerpflichtige von dem in § 6 Abs. 1 EStG vorgesehenen Wahlrecht Gebrauch macht und die für das Kfz insgesamt ent-stehenden Aufwendungen durch ein ordnungsgemäßes Fahrten-buch nachweist.