Source: https://fachanwaltskanzleiberlin.de/rechtsgebiete/totschlag/
Timestamp: 2019-04-21 04:12:49
Document Index: 312724682

Matched Legal Cases: ['§ 211', '§ 218', 'BGH', '§ 217', '§ 211', 'BGH', '§ 217', '§ 28']

Totschlag - Was Sie zu diesem Vorwurf wissen müssen - Rechtsanwalt Strafrecht Berlin
Totschlag – Was Sie zu diesem Vorwurf wissen müssen
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Totschlag – Was Sie zu diesem Vorwurf wissen müssenwebgo-admin2018-10-06T20:01:11+00:00
Wird Ihnen Totschlag vorgeworfen? Wir verteidigen Sie.
Totschlag ist in Deutschland laut Kriminalstatistik zurückgegangen: 1994 (2.605 Fälle), 2004 (1.688 Fälle), 2014 (1.515 Fälle). Auch die Zahl der wegen Mord und Totschlag (§ 211–213) verurteilten Straftaten ist zurückgegangen: 2007 (697 Fälle), 2014 (535 Fälle). 2015 wurden laut Kriminalstatistik insgesamt 2.457 Menschen Opfer von versuchtem oder vollendetem Mord und Totschlag (1.676 Männer; 781 Frauen), davon wurden 589 Taten vollendet (289 Männer; 300 Frauen). Bei vollendetem Mord und Totschlag waren bei 68,4 % Verwandte oder nähere Bekannte tatverdächtig. Erst seit kurzem wird die Anzahl der Opfer von Mord und Totschlag in Partnerschaften erhoben. 2015 waren es insgesamt 415 Opfer, davon 331 Frauen (80%) und 84 Männer (20%).
Erst ab dem Beginn der Geburt werden Handlungen (nach fast unbezweifelter herrschender Meinung) gegebenenfalls als Tötungsdelikte bewertet, also insbesondere als Totschlag. Für Eingriffe vor diesem Zeitpunkt sind allein die Normen zum Schwangerschaftsabbruch, also die §§ 218 ff. StGB, relevant. Zur Begründung für diese Abgrenzung berief sich der Bundesgerichtshof (BGH) unter anderem auf den Wortlaut des (inzwischen aufgehobenen) früheren § 217 StGB („Kindstötung“), der eine Strafmilderung (Privilegierung) für die Mutter eines nichtehelichen Kindes „in oder gleich nach der Geburt“ gegenüber den §§ 211, 212 StGB darstellte. Daraus, dass das Kind auch „in der Geburt“ vor einem Tötungsdelikt im engeren Sinne geschützt wurde, folgerte der BGH, dass das Leben im Sinne dieser Tötungsdelikte mit der Geburt anfange. Der Beginn der Geburt wird nach ebenso überwiegender Auffassung beim normalen Geburtsverlauf mit dem Beginn der Eröffnungswehen (oder bei operativen Methoden der Eröffnung der Gebärmutter) gleichgesetzt. Dies wird insbesondere mit der entsprechenden Definition des Geburtsvorgangs in der Medizin und mit der hohen Gefährdung und Schutzbedürftigkeit des Kindes von diesem Punkt an begründet. Nach Aufhebung der Sonderregelung für die „Kindstötung“ (§ 217 StGB a. F.) wird diese Rechtsauffassung wegen eines fehlenden Willens des Gesetzgebers, eine Änderung der Rechtslage hinsichtlich dieser Abgrenzung durchzuführen, (weiterhin bis auf vereinzelte Gegenmeinungen) beibehalten.
Das Leben endet nach herrschender juristischer Meinung mit dem eingetretenen Hirntod, also dem Erlöschen jeglicher Aktivitäten des Gehirns, unabhängig davon, ob andere Körperfunktionen noch (zum Beispiel für geplante Organtransplantationen) aufrechterhalten werden.
Die herrschende Lehre betrachtet Totschlag als sogenanntes Grunddelikt und Mord als dessen Qualifikation; die Rechtsprechung sah bisher in Mord und Totschlag eigenständige Delikte. Diese Differenz hat in Fallkonstellationen der Beteiligung Auswirkungen auf die Anwendung von Strafrechtsnormen des Allgemeinen Teils (vgl. § 28 Abs. 1 oder 2 StGB). Der Bundesgerichtshof äußerte sich allerdings auch bereits kritisch zur Behandlung des Verhältnisses durch die Rechtsprechung.
Im Gegensatz zum Mord, welcher nicht verjährt, verjährt der Totschlag nach 20 Jahren.