Source: https://dr-schauer.com/pflicht-zur-einzelaufzeichnung-der-geschaeftsvorfaelle/
Timestamp: 2020-04-07 02:55:04
Document Index: 194123031

Matched Legal Cases: ['§ 146', '§ 146', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22']

Pflicht zur Einzelaufzeichnung der Geschäftsvorfälle – dr. schauer – münchen und murnau – steuerberatung – heilberufeberatung – unternehmensberatung
Die elektronische Kassenführung verpflichtet zur Einzelaufzeichnung der Geschäftsvorfälle. Dies ist in § 146 Abs. 1. Satz 4 AO geregelt.
Bei der Kassenführung sind die umsatzsteuerlichen Aufzeichnungspflichten zu beachten (Tz. 3.5 AEAO zu § 146 AO). Sie folgen aus § 22 UStG und damit aus dem Gesetz. Sie sind zwingend, also nicht unzumutbar. Retrograde Kassenberichte beruhen auf fehlenden Einzelaufzeichnungen. Sie scheitern immer an den umsatzsteuerlichen Einzelaufzeichnungspflichten. Die umsatzsteuerliche Aufzeichnungspflicht folgt aus § 22 UStG und greift bei Umsätzen nur mit einem Steuersatz ein. Bei verschiedenen Steuersätzen müssen getrennte Aufzeichnungen geführt werden. Eine Gesamtsumme kann nie die nötigen getrennten Aufzeichnungen nach § 22 UStG ersetzen.
Bei getrennten Steuersätzen sind offene Ladenkassen ohne Einzelaufzeichnungen schon deshalb unzulässig (OFD Frankfurt, Verfügung v. 28.9.2018, S 0316 A – 010 – St 3a, Haufe Index 12466167, Tz. 5). Denn durch eine offene Ladenkasse jeweils für die Erlöse zu 7 % und 19 % entsteht keine ordnungsgemäße Kassenführung, zumal das nie praktikabel ist. Die nötige Einzelaufzeichnung der Erlöse gem. § 22 UStG kann nicht durch die summarische Kassenführung mit retrograden Kassenberichten ersetzt werden. Aus ihnen lässt sich entgegen Abschnitt 63 Abs.1 UStDV nicht prüfen, ob der jeweilige Umsatz steuerbar, steuerbefreit ist und dem Regelsteuersatz oder einem ermäßigtem Steuersatz unterliegt. Insofern ist es fehlerhaft, wenn die Aufzeichnung nur der vereinnahmten Beträge nicht als Verstoß gegen § 22 UStG beurteilt wird (BFH, Beschluss v. 12.7.2017, a.a.O.) Faktisch führt diese Erfassung nur der Erlöse zu einer nicht überprüfbaren Summe.
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