Source: http://www.juraforum.de/lexikon/erbschaft
Timestamp: 2017-03-26 11:18:53
Document Index: 243983649

Matched Legal Cases: ['§ 1922', '§ 857', '§ 1944', '§ 11', 'BGH', '§ 211', 'Art. 14', 'Art. 14', 'Art 14', '§ 2078', '§ 1944', '§ 2371']

Erbschaft: Definition, Begriff und Erklärung im JuraForum.de
Neueintrag für Anwälte	ErbschaftLexikon | Jetzt kommentieren(0) Teilen Twittern E-Mail
Erklärung zum Begriff Erbschaft
Die Definition des Ausdruckes "Erbschaft" bezeichnet im deutschen Erbrecht nach Paragraph 1922 Absatz 1 BGB (§ 1922 Abs. 1 BGB) das komplette Vermögen des Erblassers, der verstorbenen Person.
Die Erben bzw. die Erbengemeinschaft ist Gesamtrechtsnachfolger. Das heißt, die Erbschaft ist der Gegenstand eines Rechtsüberganges, welcher neben den Aktiva aber auch die Passiva beinhaltet. Das Ganze nennt sich Universalsukzession. Nach dem Paragraphen 857 des Bürgerlichen Gesetzbuches (§ 857 BGB) geht neben dem Eigentum auch der Besitz auf den Erben über. Die Nachlasshaftung verpflichtet den Erben gesetzlich, mit dem Paragraphen 857 BGB für die Passiva, die Nachlassverbindlichkeiten, gerade zu stehen. Der eingesetzte Erbe kann jedoch die Annahme des Erbes verweigern. Meldet sich der Erbberechtigte nicht innerhalb von 6 Wochen nachdem er über die Erbschaft Bescheid bekommen hat mit einer persönlichen Erklärung über die Erbausschlagung beim zuständigen Nachlassgericht, ist das Erbe angetreten. Hat der Erbe bereits die Annahme des Erbes nach Paragraph 1944 BGB (§ 1944 BGB) bestätigt, hat er einen Erbschein beantragt, ist damit die Erbschaft akzeptiert.
Im deutschen Erbrecht existieren drei sogenannte Erbrechtstitel. Dies ist die Berechtigung zu erben. Da ist das Testament, der Erbvertrag und schließlich die gesetzliche Erbfolge. Das Testament oder die letztwillige Verfügung: hierbei wird nach den Vorgaben im Dokument das Erbe unter den Erben aufgeteilt. Hierbei ist jedoch der Pflichtteil zu berücksichtigen, der Eltern, Ehegatten und Nachkommen zusteht. Dies sind 50 Prozent des Erbes für Ehepartner und Sprösslinge, 25 Prozent bei den Eltern. Wird jemand testamentarisch enterbt, müssen dafür ganz spezielle Gründe vorliegen. Entweder wurde der Erblasser von den Enterbten gröblich im Stich gelassen, der Erbe ist zu einer wenigstens 20-jährigen Haftstrafe verurteilt worden oder er hat die sogenannte „eheliche Beistandspflicht“ verletzt, sträfliche Handlungen gegen den Testamentsverfasser begangen, will heißen er ist erbunwürdig. Genauso gelten die grobe Vernachlässigung familiärer Pflichten und schließlich die verbotene Einflussnahme, als Betrug oder Zwang beim Abfassen des Testaments, der letztwilligen Verfügung. Liegt kein Testament vor, wirkt die gesetzliche Erbfolge, der Erbvertrag kann lediglich zwischen Ehepartnern notariell über 75 Prozent des Nachlasses geschlossen werden.
Mitwirkende/Autoren: JuraforumWiki-RedaktionErstellt von JuraforumWiki-Redaktion, 23.10.2015 12:19Zuletzt editiert von JuraforumWiki-Redaktion, 23.10.2015 12:19 Haben Sie Fragen zu diesem Begriff? Stellen Sie eine Frage zu dem Begriff im Forum.Entscheidungen zum Begriff ErbschaftSG-LUENEBURG, 16.05.2007, S 24 AS 202/07Erbschaft ist Einkommen gemäß § 11 SGB II.SG-LUENEBURG, 01.03.2007, S 24 AS 212/07 ERErbschaft ist Einkommen.LG-AACHEN, 04.11.2004, 7 T 99/04Auch ein Sozialhilfeempfänger hat das Recht, eine Erbschaft auszuschlagen.OLG-KARLSRUHE, 26.06.2001, 9 W 34/01Zur Pflicht eine nur abstrakt mögliche künftige Erbschaft in den Schuldenbereinigungsplan aufzunehmen.LG-ESSEN, 27.03.2008, 7 T 73/07Anfechtung der Annahme der Erbschaft wegen Irrtums, verkehrswesentliche Eigenschaft des NachlassesLG-BONN, 21.08.2009, 6 T 201/09Zur Frage der Kostentragung, wenn der beklagte Erbe nach Klagezustellung wirksam die Erbschaft ausschlägt.OLG-FRANKFURT-AM-MAIN, 13.04.2011, 20 W 374/09Schlägt ein vertretungsberechtigter Elternteil eine Erbschaft für sich als Vorerbe aus und schlagen dann die Eltern die Erbschaft für die als Nacherben vorgesehenen minderjährigen Kinder aus, so besteht für die Ausschlagung keine Genehmigungspflicht.BGH, 05.07.2006, IV ZB 39/05Die irrige Vorstellung des unter Beschwerungen als Alleinerbe eingesetzten Pflichtteilsberechtigten, er dürfe die Erbschaft nicht ausschlagen, um seinen Anspruch auf den Pflichtteil nicht zu verlieren, rechtfertigt die Anfechtung einer auf dieser Vorstellung beruhenden Annahme der Erbschaft.OLG-FRANKFURT-AM-MAIN, 03.09.2013, 15 U 92/12Im Rahmen des § 211 Satz 1 BGB ist im Falle mehrerer Erben nicht auf die Annahme der Erbschaft durch den letzten Erben, sondern auf die Annahme der Erbschaft durch den Miterben abzustellen, der im Einzelfall in Anspruch genommen wird.BAYOBLG, 05.07.2002, 1Z BR 45/01Zur Frage der Wirksamkeit der Ausschlagung der Erbschaft und der Anfechtung der Ausschlagungserklärung nach BGB und ZGB-DDR in einem Fall der Nachlassspaltung.Aktuelle ForenbeiträgeErbschaft, Kontoauflösung (04.05.2012, 21:17)Mal ne Frage, kann sein das es das Thema hier schon gibt. Ein Vater ist vor 2,5 Jahren verstorben, Erbschein wurde beantragt, Erben wurden eingetragen, alle wurden benachrichtigt, Konto soll aufgelöst werden, jeder der 8 Kinder sollte eine Unterschrift bzw. eine Vollmacht an die Sparkasse geben, damit Jedem das Geld überwiesen werden...Erbschaft nicht ausbezahlt! (16.08.2013, 19:15) Was in so einem Fall??? Erbschaft!Der Fall: Erbengemeinschaft, zwei Schwestern "A" + "B", zwei Brüder "X" + "Y", ein Onkel vertreten durch Pflegschaft. Alle schien in Ordnung.:) Schwester "A" und Bruder "X" wurde Vollmacht erteilt. Es wurde die Beerdigung und offene Rechnungen bezahlt, eine Immobilie wurde verkauft. Anfang diesen...Anspruch Erbschaft (17.07.2012, 22:56)Anspruch Erbschaft
Vor etwa 50 Jahren gab es einem Sterbefall. Der Erblasser hatte 4 Kinder, 3 Töchter und einen Sohn. Der Erblasser besass ein Grundstück mit Wohnhaus, was der Sohn bekam. Die Töchter teilten nicht in dieses Erbe, wurden aber auch nicht finanziell entschädigt.
Zu jener Zeit haben die Töchter dies nicht in Frage...Erbschaft von Barvermögen (07.03.2012, 21:56)Mal angenommen A erbt ein Barvermögen von 100.000 € in Bar von seinem Vater. Gemäß Steuerfreibetrag würden hier ja keine Steuern anfallen. Nun wird das Geld auf ein Konto eingezahlt. Was passiert? Muss man den Betrag dem Finanzamt melden, obwohl er steuerfrei ist?
Nun kommt noch eine Immobilie dazu. Wert 400.000 €, was ja auch dem...
22 + Z,we i = Bisherige Kommentare zum Begriff (0)
Erbschaft – Weitere Begriffe im Umkreis
Als "Auflage" wird im Erbrecht die Anordnung eines Erblassers an einen Erben bezeichnet, eine bestimmte Leistung zu erbringen, ohne dass ein anderer einen Anspruch auf diese Leistung besitzt. Dadurch unterscheidet sich der Begünstigte einer...
Das Erbrecht besitzt eine verfasungsrechtliche Garantie, welche sich aus dem Art. 14 GG ergibt: gemäß Art. 14 Abs. 1 S. 1 GG besteht die Gewährleistung des Erbrechts als Rechtsinstitut und als Individualrecht gemäß Art 14 Abs. 1 S. 2...
Damit ein Testament angefochten werden kann, muss einer der Anfechtungsgründe vorliegen, welche gemäß den §§ 2078 und 2079 BGB definiert werden. So ist eine Anfechtung eines Testaments möglich bei: Drohung, die gegeben ist,...
Ein Erbrechtler ist derjenige, der sich mit der sehr komplizierten Rechtslage im Erbrecht auskennt. In einem Testament lauern eine Menge an Fallstricken. Erbrechtler kennen diese und können die Probleme aufgrund ihres umfassenden...
Die Erbrechtskanzlei ist in aller Regel eine Anwaltskanzlei, Sozietät oder Bürogemeinschaft diverser Anwälte, die sich auf das Rechtsgebiet Erbrecht in all seinen Facetten konzentriert haben. Oft sind die Rechtsanwälte der Kanzlei Fachanwälte für...
Als "Annahme des Erbes" wird die Umwandlung einer Erbenstellung von einer vorläufigen in eine ausdrückliche bezeichnet. Die Annahme des Erbes ist gegeben, wenn ein Erbe eine ausdrückliche oder stillschweigende Willenseklärung abgibt, das...
Als "Ausschlagung eines Erbes" wird der freiwillige Verzicht eines Erben auf sein Erbe bezeichnet. Die Ausschlagung des Erbes wird gemäß § 1944 BGB geregelt. So hat ein Erbe sechs Wochen nach Kenntnisnahme des Erbfalls Zeit, das...
Als "Erbschaftsbesitzer" wird eine Person bezeichnet, in deren Besitz sich Erbschaftsgegenstände befinden, die sie aufgrund eines ihr in Wirklichkeit nicht zustehenden Erbrechts erworben hat. Seine Legaldefinition erhält der...
Als "Ersatzerbe" wird eine Person bezeichnet, welche den tatsächlichen Erben im Erbfall ersetzt. Demzufolge wird ein Ersatzerbe nur in jenen Fällen zu einem Erben, wenn die Person, die er ersetzen soll, wegfällt. Ersatzerben werden...
Ein Kaufvertrag über eine angefallene Erbschaft wird als "Erbschaftskauf" bezeichnet, wobei derartige Verträge erst nach Eintritt des Erbfalles abgeschlossen werden dürfen. Der Erbschaftskauf wird gemäß den §§ 2371 - 2385 BGB geregelt....
Top Orte der Anwaltssuche zum Rechtsgebiet Erbrecht
Erbrecht Bochum
Erbrecht Bonn
Erbrecht Wuppertal
Rechtsanwälte Erbrecht