Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=02.12.2015&Aktenzeichen=XII%20ZB%20283/15
Timestamp: 2019-05-22 10:05:55
Document Index: 353115668

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 41', '§ 1796', '§ 15', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 184', '§ 184', 'BGH', '§ 184', 'BGH', '§ 184', 'BGH', 'BGH', '§ 184', 'BGH']

https://dejure.org/2015,39728
BGH, 02.12.2015 - XII ZB 283/15 (https://dejure.org/2015,39728)
BGH, Entscheidung vom 02.12.2015 - XII ZB 283/15 (https://dejure.org/2015,39728)
BGH, Entscheidung vom 02. Dezember 2015 - XII ZB 283/15 (https://dejure.org/2015,39728)
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aa) Entgegen der Auffassung des Oberlandesgerichts begründet der Abschluss von Verträgen keine entscheidende Besonderheit gegenüber der vom Senat bereits entschiedenen Fallkonstellation einer Erbausschlagung (vgl. auch Senatsbeschluss vom 2. Dezember 2015 - XII ZB 283/15 - FamRZ 2016, 296 Rn. 20; zutreffend Weber DNotZ 2015, 498, 502 ff. mwN auch zur aA;… MünchKommFamFG/Ulrici 3. Aufl. § 41 Rn. 14 ff.;… Staudinger/Veit BGB [2014] § 1796 Rn. 14).
Der Zweck eines solchen Vermerks liegt insbesondere darin, dass die Rechtssicherheit den gesicherten Nachweis des Zeitpunkts der Aufgabe zur Post für die Berechnung des Datums der Zustellung und damit des Beginns der Rechtsbehelfsfristen oder des Eintritts der Wirksamkeit einer Entscheidung erfordert (vgl. zu § 15 Abs. 2 Satz 1 Var. 2 FamFG: BGH, NJW 2016, 565 Rn. 23 mwN).
Der Urkundsbeamte muss das Schriftstück nicht selbst zur Post aufgeben; es reicht aus, wenn er aufgrund einer Erklärung des Justizwachtmeisters oder eines sonstigen Gehilfen, der das Schriftstück zur Post aufgegeben hat, das Datum der Aufgabe und die Anschrift des Empfängers des Schriftstücks beurkundet (…BGHZ 193, 353 Rn. 29 mwN;… BGH, NJW-RR 2012, 1459 Rn. 14; NJW 2016, 565 Rn. 24;… Zöller/Schultzky, ZPO, 32 Aufl., § 184 Rn. 11).
Allerdings sind aus den zuletzt genannten Gründen an die Bildung der Überzeugung von der - nunmehr ausreichenden - tatsächlichen Aufgabe zur Post auf andere Weise als aufgrund eines Vermerks nach § 184 Abs. 2 Satz 4 ZPO weiterhin strenge Anforderungen zu stellen (siehe etwa BGH, NJW 2016, 565 Rn. 23, 25).
Den Vermerk nach § 184 Abs. 2 Satz 4 ZPO hat der Urkundsbeamte der Geschäftsstelle zu erstellen (BGH, NJW 2016, 565 Rn. 24;… MünchKommZPO/Häublein, 5. Aufl., § 184 Rn. 13 mwN).
Ein Vermerk eines Justizwachtmeisters oder sonstigen Gehilfen ist hingegen nicht ausreichend (BGH, NJW 2016, 565 Rn. 24 mwN).
Die erforderliche Übernahme der Verantwortung durch einen Urkundsbeamten (vgl. BGH, NJW 2016, 565 Rn. 25) ist somit nicht erfolgt.
Über den allein maßgeblichen Umstand, ob die betroffene Sendung letztlich zur Post im Sinn von § 184 Abs. 1 Satz 2 ZPO aufgegeben worden ist, gibt die Aushändigung an einen Wachtmeister des eigenen Gerichts noch keinen hinreichend verlässlichen Aufschluss (siehe BGH, NJW 1979, 218; 2016, 565 Rn. 25).