Source: http://www.rechtslupe.de/steuerrecht/einkommensteuer/kst/bestandskraeftige-steuerbescheide-haftung-3113504?pk_campaign=feed&pk_kwd=missbrauch-berufsbezeichnungen-nazi
Timestamp: 2016-09-26 17:19:18
Document Index: 265188986

Matched Legal Cases: ['§ 191', '§ 69', '§ 34', '§ 37', '§ 69', '§ 34', '§ 34', '§ 69', '§ 166', '§ 166', '§ 166', '§ 199']

Bestandskräftige Steuerbescheide -und die Haftung des Geschäftsführers | Rechtslupe
Rechtslupe » Steuerrecht » Einkommensteuer » Körperschaftsteuer » Bestandskräftige Steuerbescheide -und die Haftung des Geschäftsführers
Bestandskräftige Steuerbescheide -und die Haftung des Geschäftsführers	5. September 2016 | KörperschaftsteuerGeschätzte Lesezeit: 1 Minuten	Nach § 191 Abs. 1 Satz 1 AO kann durch Haftungsbescheid in Anspruch genommen werden, wer kraft Gesetzes für eine Steuer haftet (Haftungsschuldner). Nach § 69 Satz 1 AO haften u.a. die in § 34 AO bezeichneten Personen, soweit Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis (§ 37 Abs. 1 AO) in Folge vorsätzlicher oder grob fahrlässiger Verletzung der ihnen auferlegten Pflichten nicht oder nicht rechtzeitig festgesetzt oder erfüllt werden.
Die Haftung umfasst nach § 69 Satz 2 AO auch die in Folge der Pflichtverletzung zu zahlenden Säumniszuschläge. Nach § 34 Abs. 1 Satz 1 AO haben die gesetzlichen Vertreter juristischer Personen deren steuerliche Pflichten zu erfüllen. Nach § 34 Abs. 1 Satz 2 AO haben sie insbesondere dafür zu sorgen, dass die Steuern aus den Mitteln entrichtet werden, die sie verwalten.
Soweit der Geschäftsführer im Revisionsverfahren der Auffassung ist, die tatbestandlichen Voraussetzungen für die Inhaftungnahme gemäß §§ 69, 34 AO seien insoweit nicht erfüllt, als die angeführten Steuerverbindlichkeiten der GmbH nicht vorlägen, ist ihm nicht zu folgen. Vielmehr hat das Finanzgericht ohne Rechtsfehler erkannt, dass die materielle Rechtmäßigkeit der Bescheide über Steuern und Zinsen, die der Inanspruchnahme des Geschäftsführers zugrunde liegen, inhaltlich nicht mehr zu prüfen sind, da der Geschäftsführer die unanfechtbaren Steuerfestsetzungen wegen § 166 AO gegen sich gelten lassen muss.
Gemäß § 166 AO hat eine gegenüber dem Steuerpflichtigen unanfechtbar festgesetzte Steuer neben einem Gesamtrechtsnachfolger auch derjenige gegen sich gelten zu lassen, der in der Lage gewesen wäre, den gegen den Steuerpflichtigen erlassenen Bescheid als dessen Vertreter, Bevollmächtigter oder kraft eigenen Rechts anzufechten. Das Haftungsverfahren soll dem von § 166 AO erfassten Haftungsschuldner keine erneute Überprüfungsmöglichkeit hinsichtlich der Steuerfestsetzungen verschaffen, weil er bereits zur Anfechtung der Steuerfestsetzung befugt war oder diese bereits -erfolglos- angefochten hat.
Bundesfinanzhof, Urteil vom 6. April 2016 – I R 19/14	Weitere Informationen:Drittwirkung einer Steuerfestsetzung unter dem Vorbehalt derSteuerhaftung – und die Mittelvorsorgepflicht des…Firmenbestattung – und die Mittelvorsorgepflicht des…Anlaufhemmung der Festsetzungsfrist gegenüber einem…Anteilige Tilgung – und die Geschäftsführerhaftung…Strohmanngeschäfte – und die Haftung des…	Weiterlesen auf der Rechtslupe:
Themenseiten zu diesem Artikel: Geschäftsführerhaftung, Haftungsbescheid, Steuerbescheid	Weitere Beiträge aus diesem Rechtsgebiet: Steuerrecht | Einkommensteuer | Körperschaftsteuer
Leser dieses Artikels lasen auch:Vejährung von WEG-Ansprüchen – und die Kenntnis des… Das Wissen des Verwalters kann den einzelnen Mitgliedern einer Wohnungseigentümergemeinschaft bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche als eigene Kenntnis im Sinne von § 199 Abs. 1…Das Umspannungswerk – und das allgemeine Wohngebiet Ein Umspannwerk kann als „gewerblicher Kleinbetrieb“ im allgemeinen Wohngebiet zulässig sein; das hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden. In dem hier vom Verwaltungsgericht Berlin entschiedenen Fall…