Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Hessen&Datum=12.05.1987&Aktenzeichen=6%20TG%20507/87
Timestamp: 2019-05-21 01:50:57
Document Index: 251234732

Matched Legal Cases: ['Art 2', 'Art 4', 'Art 5', 'Art 12', '§ 2', '§ 2', '§ 10', '§ 17', 'Art. 5']

VGH Hessen, 12.05.1987 - 6 TG 507/87 - dejure.org
https://dejure.org/1987,3609
VGH Hessen, 12.05.1987 - 6 TG 507/87 (https://dejure.org/1987,3609)
VGH Hessen, Entscheidung vom 12.05.1987 - 6 TG 507/87 (https://dejure.org/1987,3609)
VGH Hessen, Entscheidung vom 12. Mai 1987 - 6 TG 507/87 (https://dejure.org/1987,3609)
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Art 2 Abs 1 GG; Art 4 Abs 1 GG; Art 5 Abs 3 S 1 GG; Art 12 Abs 1 GG; § 2 Abs 2 ÄApprO; § 2 Abs 3 S 1 ÄApprO; § 10 Abs 1 TierSchG; § 17 Nr 1 TierSchG
Tierversuche im Praktikum Physiologie; Kein Verstoß gegen Grundrechte durch Teilnahmezwang
VG Frankfurt/Main, 17.02.1987 - V/2 G 185/87
"Wie sich bereits aus dem den Beteiligten bekannten Beschluß des Senats vom 12. Mai 1987 (- 6 TG 507/87 - AgrarR 1988, 239 = NuR 1988, 348 = WissR 21, 71 ff.) ergibt, kann die Frage, ob ein Student ein Recht auf Durchführung eines tierverbrauchsfreien Physiologiepraktikums hat, nur unter Abwägung der durch die Entscheidung tangierten Grundrechte und - wie ergänzt werden muß - sonstiger Verfassungsgrundsätze, insbesondere unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit beantwortet werden.
Nur durch eine derartige Abwägung kann im Einzelfall geklärt werden, ob der Rechtsposition des Studenten oder der Rechtsposition der Hochschule bzw. des Hochschullehrers der Vorrang gebührt (Hess. VGH, Beschluß vom 12. Mai 1987, a. a. O. mit weiteren Nachweisen; vgl. auch VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 15. November 1983 - 9 S 959/82 - ESVGH 34, 92 ff., 98 = NJW 1984, 1832 ff., 1834; Bay. VGH, Beschluß vom 18. Oktober 1988 - 7 CE 88.2150 - NVwZ-RR 1989, 549 ff., 551 mit weiteren Nachweisen).
Bei dieser Abwägung ist zu berücksichtigen, daß das Recht des für das Praktikum verantwortlichen Hochschullehrers, über die inhaltliche und methodische Gestaltung seiner Lehrveranstaltungen und damit über die Zweckmäßigkeit einer Ausrichtung des Unterrichts am Lehrgegenstand, die Auswahl des Lehrgegenstandes und seine Eignung als Mittel zur Verwirklichung des Ausbildungsziels zu entscheiden, durch Art. 5 Abs. 3 Satz 1 des Grundgesetzes - GG - verfassungsrechtlich geschützt ist (vgl. den Senatsbeschluß vom 12. Mai 1987, a. a. O.; BVerwG, Beschluß vom 29. August 1990 - 7 NB 5.90 -).