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Timestamp: 2018-04-24 01:36:07
Document Index: 117356790

Matched Legal Cases: ['§ 203', '§ 203', '§ 6', '§ 5', '§ 6', '§ 28', '§ 4', '§ 28', '§ 4', '§ 28', '§ 28', '§ 28', '§ 3', '§ 19', '§ 28', '§ 28', '§ 28', '§ 4', '§ 28', '§ 255', '§ 28', '§ 28']

PPT - Mag. Bernhard RENNER PowerPoint Presentation - ID:803142
Mag. Bernhard RENNER PowerPoint Presentation
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Mag. Bernhard RENNER - PowerPoint PPT Presentation
Mag. Bernhard RENNER. Erhaltungs- und Herstellungsaufwendungen im Lichte des VwGH, UFS, BFH sowie der Literatur &amp; Verwaltungspraxis Innsbruck, 8. Oktober 2009. INHALT. Definitionen / Abgrenzungen Praktische Beispiele Rechtsfolgen der Unterscheidung Einzelfälle: BFH – UFS - VwGH
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Mag. BernhardRENNER
Erhaltungs- und Herstellungsaufwendungen
im Lichte desVwGH, UFS, BFH sowie der Literatur&Verwaltungspraxis
Innsbruck, 8. Oktober 2009
Definitionen / Abgrenzungen
Rechtsfolgen der Unterscheidung
Einzelfälle: BFH – UFS - VwGH
RENNER / Herstellung ~ Erhaltung
Begriffsbestimmungen /Rechtsquellen / Abgrenzung
Anschaffungskosten -Unternehmensrecht (§ 203 Abs 2 UGB)
Aufwendungen, die geleistet werden,
ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen,
soweit sie dem Vermögensgegenstand einzeln zugeordnet werden können;
unveränderter Erwerb von einem Dritten
Umfang derAnschaffungskosten
vorweggenommene Anschaffungskosten
zB Besichtigungskosten
zB Vertragserrichtung, GrESt, Provision
Kosten zur Versetzung in Betriebsbereitschaft
zB Montage-, Aufstellungskosten
KeineAnschaffungskosten
Devisenbeschaffungskosten
Wertsicherungsbeiträge für Kaufpreisstundung
Anschaffungskosten -Steuerrecht
Heranziehen der unternehmensrechtlichen Definition infolge der Maßgeblichkeit der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung
EStR 2000, Rz 2164
Identität zwischen betrieblichem und außerbetrieblichem Bereich
Abbruchkosten – „Opfertheorie“ (1)
Abbruch eines bereits länger gehaltenen Gebäudes
Gebäude ist noch nutzbar:
Sofortabzugsfähigkeit des RBW und der Abbruchkosten
VwGH 25.1.2006, 2003/14/0107
Gebäude ist baufällig:
Schicksal hängt vom Zweck des Abbruchs ab:
neu gebautes Gebäude dient Einkunftserzielung:
Betriebsausgaben/Werbungskosten
VwGH 7.6.2005, 2002/14/0011
neu gebautes Gebäude dient privaten Zwecken:
Keine Abzugsfähigkeit
Abriss zwecks Veräußerung eines unbebautes Grundstücks:
Abzugsfähigkeit, sofern Veräußerung steuerpflichtig ist
Abbruchkosten – „Opfertheorie“ (2)
Abbruch iZm Erwerb eines bebauten Grundstücks:
bisher: RBW und Abbruchkosten gehören zu Herstellungskosten des neuen Gebäudes
VwGH 15.2.1994, 93/14/0175; EstR 2000 Rz 2618
Auffassung „nicht ausgeschlossen“, dass RBW und Abbruchkosten dann sofort abzugsfähig, wenn Abbruch in zeitlicher Nähe zur Anschaffung
Zorn, RdW 2006/240, 248
Abbruchkosten gehören zu Anschaffungskosten des Bodens
VwGH 21.9.2005, 2001/13/0278
Herstellungsaufwand – Unternehmensrecht (§ 203 Abs 3 UGB)
Aufwendungen, die entstehen für
Herstellung eines Vermögensgegenstandes,
eine über seinen ursprünglichen Zustand hinausgehende wesentliche Verbesserung
Herstellungsaufwand – Steuerrecht
Schaffung eines bislang nicht existenten Wirtschaftsgutes
„Neubau“ – „Neuerrichtung“
Änderung der Wesensart (Funktion) eines bestehenden Wirtschaftsgutes durch
Verbesserung über den ursprünglichen Zustand hinaus
(Jakom/Laudacher EStG, 2009, § 6, Rz 30 mwN)
HerstellungsaufwandUnternehmensrecht – Steuerrecht (1)
EStR 2000, Rz 2197:
im Rahmen des § 5 EStG 1988 grundsätzliche Maßgeblichkeit des unternehmensrechtlichen Begriffs
Mayr, ÖStZ 2003/56, 41
keine vollkommene Deckungsgleichheit
Doralt, EStG6, § 6, Tz 126 EStG9; § 28 Tz 136:
auch im Bereich der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung kann unternehmensrechtliche Definition herangezogen werden
HerstellungsaufwandUnternehmensrecht – Steuerrecht (2)
VwGH 24.9.2007, 2006/15/0333:
Parallelitäten zwischen Unternehmens- und Steuerrecht, aber keine Identität, weil
Zuordnung von wesentlichen Verbesserungsmaßnahmen zum Erhaltungsaufwand in § 4 Abs 7 bzw § 28 Abs 2 EStG 1988
einheitlicher Herstellungsbegriff für alle Einkunftsarten
BFH 25.9.2007, IX R 28/07:
Herstellungsaufwand bestimmt sich nach handelsrechtlichen Grundsätzen
gilt auch für Vermietung und Verpachtung
AbgrenzungAnschaffung - Herstellung
entgeltlicher Erwerb eines bereits hergestellten Wirtschaftsgutes
Überführung von fremder in eigene Verfügungsmacht
Schaffung eines neuen oder bisher nicht in dieser Form vorhandenen Wirtschaftsgutes
Wirtschaftsgut wird in ordnungsgemäßem Zustand
erhalten oder
= „Ausbesserungsmaßnahmen“
Instandsetzung (ehemals „Großreparatur“)
§ 4 Abs 7 letzter Satz EStG 1988
bezogen auf – nicht an Arbeitnehmer - zu Wohnzwecken vermietete Betriebsgebäude
§ 28 Abs 2 vierter Satz EStG 1988
bezogen auf zu Wohnzwecken vermietete Gebäude
gehören nicht zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten
erhöhen Nutzungswert wesentlich
zusammen mit Herstellungsaufwand oder
verlängern Nutzungsdauer wesentlich
„25%-Grenze“ (Gebäude)
„Wesentlichkeit“
Austausch bestimmter Gebäudeteile im Ausmaß von 25%:
Nutzungswert: EStR 2000, Rz 6463
Nutzungsdauer: EStR 2000, Rz 6465
Judikatur: kein fixer Prozentsatz, zB:
VwGH 20.10.2006, 2006/13/0044
UFS 29.6.2004, RV/1309-W/02:
50%ige bis 60%ige Sanierung
mehrjährige Betrachtung, wenn bei Beginn der Sanierung deren Ausmaß feststeht
Erhöhung desNutzungswertes
Aus Sicht des Vermieters und des Mieters zu sehen
bessere Nutzung durch höhere Mieteinnahmen
höhere Attraktivität führt zu kürzeren Leerstehungen
Verbesserung des Wohnwertes für Mieter
höherer (fiktiver) Veräußerungspreis
Verlängerung derNutzungsdauer
geringere Restnutzungsdauer vor Durchführung der Sanierung
abzustellen:
nicht auf ursprüngliche Nutzungsdauer
sondern auf im Zeitpunkt der Sanierung aktuelle Restnutzungsdauer
technisch und / oder
§ 28 Abs 2 erster Satz EStG:
nicht regelmäßig jährlich anfallend
somit zB keine jährlich durchgeführten Wartungen
Negativabgrenzung zur Instandsetzung
EStR 2000, Rz 6640:
keine wesentliche
Erhöhung des Nutzungswertes
Austausch unwesentlicher Gebäudeteile
Zusammenfallen vonHerstellung und Erhaltung
Erhaltungsaufwand, der im Zuge einer Herstellung anfällt, gehört ebenfalls zum Herstellungsaufwand
Erhaltungsaufwand ist unabhängig vom Herstellungsaufwand erforderlich:
Beurteilung als Erhaltungsaufwand, zB
Renovierung eines schadhaften Daches im Zuge eines Dachbodenausbaus
EstR 2000, Rz 6452: insgesamt Herstellung, wenn Erhaltung durch Herstellung bedingt
Teil Herstellung / Teil Erhaltung:
getrennte Beurteilung, zB
Errichtung eines Zubaues neben Sanierungsmaßnahmen
AnschaffungsnaherErhaltungsaufwand
enger (nicht mehr als dreijähriger) zeitlicher Zusammenhang mit Liegenschaftserwerb
„traditionelle“ Ansicht:
Aktivierung auf Kaufpreis
im betrieblichen Bereich und bei VuV
Verteilung auf Restnutzungsdauer
Neue Rechtsentwicklung
nicht zwangsläufig Herstellung, kann auch Erhaltung sein
Rspr des BFH und UFS; strittig ob auf Österreich übertragbar
Neuschaffung eines Wirtschaftsgutes
Anbau / Aufstockung eines Gebäudes
Umbau größeren Ausmaßes
Setzen von Trennwänden, Eingängen, Fenstern
gilt nicht für Austausch
(unwesentliche) Vergrößerung der Nutzfläche
erstmaliger Einbau einer Sanitäranlage
Einbau einer Zentralheizung statt Einzelöfen
VwGH 20.10.1971, 970/71 sowie EStR 2000, Rz 3175,aA BFH BStBl 1999 II 282
Errichtung eines Satteldaches statt eines Flachdaches
Zusammenlegung / Trennung von Wohneinheiten
Änderung der Anzahl der Räume einer Wohnung
Umbau von Büro in Wohnung
Umbau von Wohnung in Geschäftsräumlichkeit
Verbindung von Gebäuden
Umbau einer Dachterrasse zu einem Wintergarten
Umbau eines WCs in einen Baderaum
Erneuerung eines schadhaften Daches
Verputzerneuerung mit Erneuerung der Wärmedämmung
Herstellung bei erstmaliger Wärmedämmung
Asphaltierung einer bisher geschotterten Verkehrsfläche
Erstanschluss an Kanalnetz
Ersatz einer Holzdecke durch eine Betondecke
Umstellung einer Koks-Zentralheizung auf Öl-Heizungsanlage
Austausch von Bauteilen:
Türen (UFS 25.8.2003, RV/0062-W/02)
Dach, Dachstuhl (UFS 16.6.2008, RV/2142-W/05)
Maßnahmen zur Erhöhung des Wärmeschutzes
Färbeln der Fassade, Verputzausbesserung
ohne Putzerneuerung
Anstreichen von Fenstern, Austausch von Fensterflügeln
Erneuerung von Gebäudeteilen infolge höherer Gewalt
Instandsetzung bei Zerstörung sanierungs-bedürftiger Gebäudeteile (EStR 2000 Rz 6368)
Herstellung (1)Regelfall
Aktivierung - Verteilung der Aufwendungen auf Restnutzungsdauer (Normal-AfA)
Gewinnneutralität – Vermögensumschichtung(VwGH 25.1.2006, 2003/14/0107)
ggf Ermittlung einer neuen – verlängerten – Restnutzungsdauer
bei voll abgeschriebenen Wirtschaftsgütern Verteilung auf neu zu ermittelnde Nutzungsdauer
Herstellung (2)beschleunigte Abschreibung - Voraussetzung
Verteilung auf 15 Jahre (§ 28 Abs 3 EStG):
Aufwendungen nach §§ 3 bis 5 MRG
Sanierungsmaßnahmen nach
WohnhaussanierungsG,
StartwohnungsG,
Landesgesetzen über Sanierung
Sanierungsaufwendungen nach § 19 DenkmalschutzG
Erhebung erhöhter Mieten infolge Sanierung:
Verteilung auf Laufzeit der erhöhten Mieten
mindestens 10-jährige Abschreibdauer
Herstellung (3)beschleunigte Abschreibung - Verkauf
Folgen einer Veräußerung eines Gebäudes, bei dem Herstellungsaufwendungen nach§ 28 Abs 3 EStG abgesetzt wurden:
Verlust noch nicht verrechneter Teilbeträge der beschleunigten Abschreibungen,
Nachversteuerung durch Ansatz besonderer Einkünfte gem § 28 Abs 7 EStG,
mögliche Steuerhängigkeit infolge Verlängerung der Spekulationsfrist von 10 auf 15 Jahre
Regelfall (Instandhaltung und Instandsetzung)
sofortige Abzugsfähigkeit
Sonderfall Wohngebäude:
nicht regelmäßig anfallende Instandhaltung (§ 28 Abs 2):
über Antrag Verteilung auf 10 Jahre
Instandsetzung (§ 4 Abs 7; § 28 Abs 2)
Subventionsgewährung (TS 1):
Ausscheiden aus Einkunfts- / Gewinnermittlung
ansonsten zwingende Verteilung auf 10 Jahre (TS 2)
ÜBERSICHTWohngebäude
Einzel- / Zweifelsfälle
FALL 1Anschaffungsnaher Erhaltungsaufwand (1)
VwGH 20.4.1995, 91/13/0143
Beim Erwerb eines vernachlässigten Gebäudes und anschaffungsnaher Vornahme eines Instandsetzungsaufwandes sind diese Aufwendungen grundsätzlich als Anschaffungskosten zu aktivieren
Überlegung, wonach nachgeholter Instandsetzungsaufwand für neu erworbene Mietobjekte zum Herstellungsaufwand zählt, muss außer acht gelassen werden, wenn ein mietengeschütztes Objekt erworben wurde:
durch Mietengesetzgebung ist Verfügungsrecht des Hauseigentümers sowohl in rechtlicher als auch in wirtschaftlicher Hinsicht wesentlichen Einschränkungen unterworfen
FALL 2Anschaffungsnaher Erhaltungsaufwand (2)
BFH 12.9.2001, IX R 52/00
Begriffsbestimmung, wonach Anschaffungskosten nur die Kosten sind, die aufgewendet werden, um ein Wirtschaftsgut von einem anderen zu erwerben, ist durch § 255 Abs 1 dHGB überholt.
Zu den Anschaffungskosten eines Wirtschaftsguts zählen auch Aufwendungen, die erforderlich sind, um es bestimmungsgemäß nutzen zu können.
Schönheitsreparaturen im Anschluss an den Erwerb und sonstige Instandsetzungsarbeiten an vorhandenen Gegenständen und Einrichtungen, insb an im Wesentlichen funktionierenden Installationen, führen grundsätzlich nicht zu Anschaffungskosten.
FALL 2/1Anschaffungsnaher Erhaltungsaufwand (3)
BFH 12.9.2001, IX R 39/97 - I
Anschaffungsnahe Aufwendungen nicht allein wegen ihrer Höhe oder zeitlichen Nähe zur Anschaffung eines Gebäudes Herstellungskosten; soweit sie nicht der Herstellung oder Erweiterung dienen, stellen sie nur dann Herstellungskosten dar, wenn sie zu seiner wesentlichen Verbesserung führen.
Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die für sich allein noch Erhaltungsmaßnahmen wären, können in ihrer Gesamtheit zu einer wesentlichen Verbesserung führen, wenn dadurch Gebrauchswert eines Wohngebäudes gegenüber dem Zustand im Zeitpunkt des Erwerbs deutlich erhöht wird.
FALL 2/2Anschaffungsnaher Erhaltungsaufwand (3)
BFH 12.9.2001, IX R 39/97 – II (Fortsetzung)
Gebrauchswert insb durch Modernisierung derjenigen Einrichtungen erhöht, die ihn maßgeblich bestimmen:
zB Heizungs-, Sanitär- und Elektroinstallationen, Fenster.
deutliche Erhöhung des Gebrauchswerts:
durch Modernisierung wird Gebäude von sehr einfachen auf mittleren oder von mittleren auf sehr anspruchsvollen Standard gehoben.
Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen innerhalb eines Veranlagungszeitraums dann Herstellungskosten:
Führen zwar für sich gesehen noch nicht zu einer wesentlichen Verbesserung,
sind aber Teil einer Gesamtmaßnahme, die sich planmäßig in zeitlichem Zusammenhang über mehrere Veranlagungszeiträume erstreckt, die insgesamt zu einer wesentlichen Verbesserung führt (Sanierung "in Raten").
FALL 3Anschaffungsnaher Erhaltungsaufwand (4)
UFS 12.4.2005, RV/0123-W/04:
Erwerb eines Gebäude, das vor und nach dem Erwerb (zunächst als Mieter, dann als Eigentümer) betrieblich genutzt wurde und somit "betriebsbereit" war
Aufwendungen für den Austausch von Fenstern im Folgejahr der Anschaffung – entgegen bisheriger Judikatur und österreichischen hM - sofort abzugsfähig
nicht als anschaffungsnaher Erhaltungsaufwand auf die Restnutzungsdauer des Gebäudes zu aktivieren
anhängig beim VwGH unter 2005/13/0076(Amtsbeschwerde)
FALL 4 Anschaffungsnaher Erhaltungsaufwand (5)
UFS 30.09.2008,RV/0355-L/05
Anschaffungsnahe Erhaltungsaufwendungen, die vom Erwerber eines Betriebsgrundstückes bis zur Erlangung der Betriebsbereitschaft im Sinne einer Nutzbarmachung für sämtliche seiner Betriebszweige getätigt werden, sind aktivierungspflichtig, wenn schon zum Zeitpunkt des Erwerbs feststeht, dass eine Erhöhung des Standards bzw die Anpassung an die Bedürfnisse bzw. Erfordernisse des Erwerbers - sei es im Wege eines Neubaus oder umfangreicher Sanierungen - herbeigeführt werden soll.
FALL 5Versorgungsunternehmen
UFS 15.07.2005,RV/0047-I/04
Werden bei einem Versorgungsunternehmen (Elektrizitätswerk) ältere Kabelleitungen teilweise durch neue Kabelleitungen ersetzt, liegt sofort abziehbarer Erhaltungsaufwand vor, wenn das bereits hergestellte Wirtschaftsgut "Kabelleitung" zwar verändert, aber weder erweitert noch über seinen ursprünglichen Zustand hinaus wesentlich verbessert wird.
Ersatz von Leitungen durch solche mit höherer Leistungsfähigkeit, um Kapazitätsengpässe des Netzes zu beseitigen:
Aufwendungen für den Bau der Ersatzleitung:- Herstellungskosten des Leitungsnetzes.
Aufwendungen, die durch bloßen Ersatz einer Leitung entstanden sind, wenn Austausch nur dazu dient, die Nutzungsfähigkeit des Netzes im bisherigen Umfang zu erhalten:- Erhaltungsaufwand
FALL 6Ordinationsadaptierung
UFS 24.6.2004, RV/0894-W/02:
Herstellungsaufwand bei Adaptierungskosten aus Umwandlung einer HNO-Ordination in eine Zahnarztordination
Bauliche Maßnahmen in ihrer Gesamtheit derart umfassender Umbau der Wohnung, dass von Herstellen des bisher nicht existenten Wirtschaftsgutes "zahnärztliche Ordination" auszugehen ist:
Verlegen von Gipskartonständerwänden und Mineralfaserdecken, Erneuerung der elektrischen Leitungen, Abbrechen von Zwischenwänden, Herstellen von Stahlbetonwänden und Wanddurchbrüchen, Aufstellen neuer Zwischenwände, Herstellen neuer Kalt- und Warmwasserzuleitungen, Austausch von Fenstern und Verfliesung von WCs samt Nebenarbeiten
FALL 7Dachneukonstruktion
VwGH 17.11.2004, 2002/14/0042:
Erfährt die Bausubstanz eines Gebäudes eine wesentliche Veränderung, indem das komplette Mauerwerk abgerissen und neu errichtet wird, gehen diese Arbeiten deutlich über Instandhaltung hinaus und sind zur Herstellung zu rechnen.
Werden im Zuge einer Baumaßnahme weitere Arbeiten für notwendig befunden und zeitnah durchgeführt, ist von einer einheitlichen Baumaßnahme auszugehen. Werden dadurch sämtliche Gebäudeteile ausgetauscht, wird dadurch ein Wirtschaftsgut (Gebäude) neu geschaffen, weshalb Herstellungsaufwand vorliegt.
FALL 8Wasserleitung (1)
UFS 29.9.2006,RV/0571-L/06
Brauerei erneuerte 70% ihrer Wasserversorgungsleitung (ca 2 km)
Wird eine 40 Jahre alte Wasserleitung, die bereits einem Vollverschleiß unterliegt, zu 70% erneuert, liegen Herstellungskosten vor.
Zudem ist eine ca 40%ige Erhöhung der Wassernutzungsleistung gegenüber dem Volumen der "alten Leitung" in Verbindung mit technischen Neuerungen als Kapazitätsausweitung anzusehen.
Aufhebung durch VwGH; siehe nächste Folie
FALL 8aWasserleitung (2)
VwGH 24.9.2007, 2006/15/0333
Erhaltungsaufwand liegt insb dann vor, wenn vorhandene Teile eines Wirtschaftsgutes ausgetauscht werden.
Verwendung besseren Materials oder Wahl einer moderneren Ausführung führt noch nicht zu Herstellungsaufwand, solange nicht Wesensart des Wirtschaftsgutes verändert wird (VwGH 17.5.2006, 2004/14/0080).
Geringfügige Änderungen der Trassenführung auf einem Teil der Strecke vermögen die Nämlichkeit einer unterirdischen Wasserversorgungsleitung nicht zu berühren
FALL 9Opfertheorie
VwGH 25.1.2006, 2003/14/0107:
Im Geltungsbereich des EStG 1988 ist bei einer Sachverhaltskonstellation, bei der ein Gebäude vom Unternehmer schon länger genutzt wird, im Hinblick darauf, dass Altgebäude einerseits und Neugebäude andererseits auch nicht als das nämliche Wirtschaftsgut angesehen werden können, die „Opfertheorie“ nicht mehr anzuwenden.
FALL 10Büroumbau
BFH 16.1.2007, IX R 39/05:
FALL 11Unterschiedlich genutztes Gebäude
BFH 25.9.2007, IX R 28/07
Bei Prüfung, ob eine Baumaßnahme (nach Handelsrecht) zu Herstellungsaufwand führt, darf nicht auf das gesamte Gebäude, sondern nur auf den entsprechenden Gebäudeteil abgestellt werden, wenn das Gebäude in unterschiedlicher Weise genutzt wird und deshalb mehrere Wirtschaftsgüter umfasst.
Ob eine wesentliche Verbesserung des Wirtschaftsguts erreicht wird, richtet sich danach, ob die durch die Baumaßnahme bewirkten Veränderungen vor dem Hintergrund der betrieblichen Zielsetzung zu einer höherwertigeren (verbesserten) Nutzbarkeit des Vermögensgegenstandes führen
FALL 12Ergänzung Apparat
VwGH 13.12.2007, 2002/14/0149:
Vom aktivierungspflichtigen Herstellungsaufwand zu unterscheiden ist der nicht aktivierungspflichtige Erhaltungsaufwand.
Dazu gehört auch der Ersatz einzelner unbrauchbar gewordener Teile eines Wirtschaftsgutes, und zwar auch dann, wenn besseres und längerlebiges Material eingesetzt wird.
FALL 13Umbau Friseursalon - Wohnung
UFS 11.3.2008, RV/0867-G/07:
Herstellung sind die im Rahmen des Umbaues eines Frisiersalons in eine Wohnung durchgeführten Baumaßnahmen:
alle Räumlichkeiten wurden umgestaltet, Grundriss verändert, Mauern eingezogen, Wasser-, E-Installation, erstmaliger Einbau eines Bades, Einbau einer Zentralheizung für das Gebäude.
Durch Umbau eines gewerblich genutzten Gebäudeteiles in eine Wohnung wurde die Wesensart dieses Gebäudeteiles wesentlich verändert, zumal durch das Einziehen von Mauern die Aufteilung des vorhandenen Raumes grundlegend verändert wurde.
Die Anforderungen an die Wasser- und Elektroinstallation eines Frisiersalons sind mit jenen einer Wohnung nicht vergleichbar.
Auch der erstmalige Einbau eines Bades und der Einbau einer Zentralheizung anstelle der bisherigen Heizung mit Öfen erfordert bauliche Maßnahmen, die als Herstellungsmaßnahmen zu beurteilen sind.
FALL 14Modengeschäft
UFS 25.4.2008,RV/0213-F/06
Wurden in einem Modengeschäft umfangreiche Sanierungsmaßnahmen vorgenommen, die insgesamt nicht zu einer Änderung der Wesensart des Geschäftes geführt haben, handelt es sich um eine Großreparatur, die als Erhaltungsaufwand sofort absetzbar ist.
Erneuerung der Schaufensterverglasung,
Einziehung einer Trennwand in Leichtbauweise,
Austausch der schadhaften Decke und des desolaten Bodenbelages etc.
FALL 15Dachsanierung
UFS 16.6.2008,RV/242-W/05
bei jeder Baumaßnahme ist Trennung in Erhaltungs- und Herstellungsaufwand vorzunehmen.
Ist Erhaltungsaufwand durch Herstellungsaufwand bedingt, liegt einheitlich Herstellungsaufwand vor.
Dachsanierung zeitgleich mit Dachbodenausbau (Errichtung von Wohnungen), wobei Errichtung der Wohnungen an bestehende Dachform angepasst und Dach lediglich im notwendigen Ausmaß repariert:
Dachsanierung: Instandsetzungsaufwand
Errichtung der Wohnungen: Herstellungsaufwand
FALL 16/1Sanierung denkmalgeschütztes Gebäude
VwGH 28.10.2008, 2006/15/0277 – I
Der Nutzungswert kommt insb auch in der Vermietbarkeit des Objektes zum Ausdruck und es erfährt durch den Austausch eines schadhaften Daches auch die Möglichkeit, ein Gebäude durch (Neu)Vermietung zu nutzen, eine deutliche Verbesserung.
Die in § 28 Abs 2 EStG 1988 angeordnete Behandlung von Instandsetzungsaufwendungen hängt nicht davon ab, ob Sanierungsmaßnahme auf Grund von denkmalschutz-rechtlichen Vorschriften geboten ist oder nicht.
§ 28 Abs 2 EStG 1988 ist keine Einschränkung zu entnehmen, dass eine Instandsetzungsmaßnahme dann nicht zur Verteilung der Absetzung der Erhaltungsauf-wendungen führt, wenn die Sanierung auf durch "höhere Gewalt" eingetretene Schäden zurückzuführen ist.
FALL 16/2Sanierung denkmalgeschütztes Gebäude
VwGH 28.10.2008, 2006/15/0277 – II (Fortsetzung)
(im Wesentlichen) kompletter Austausch eines schadhaften Daches erhöht Nutzungsdauer und Nutzungswert wesentlich.
EStG stellt die vor der Baumaßnahme bestehende Nutzungsdauer des Gebäudes der nach der Baumaßnahme vorliegenden Nutzungsdauer gegenüber. Um sicherzustellen, dass vergleichbare Baumaßnahmen an Gebäuden vom vergleichbarem Bauzustand eine gleiche steuerliche Behandlung erfahren, ist jeweils auf die technische und wirtschaftliche Restnutzungsdauer abzustellen.
Umstand, dass Gebäude schon im 16. Jh errichtet worden ist, kommt für Frage der wesentlichen Verlängerung der Nutzungsdauer keine Bedeutung zu.
Mayr, Anschaffungsnaher Erhaltungsaufwand gerechtfertigt?,ÖStZ 2002/69, 44
Konecny, BFH: Ende des anschaffungsnahen Erhaltungsaufwandes, RdW 2002/476, 497
Bertl/Hirschler, Aktivierungspflicht für anschaffungsnahen Erhaltungsaufwand, RWZ 2002, 262
Mayr, Herstellungsaufwand im Handelsrecht und Steuerrecht,ÖStZ 2003/56, 41
Beiser, Opfertheorie trotz Gebäudeabbruch?, ÖStZ 2004/143, 66
Zepitsch, UFS folgt aktueller BFH-Rechtsprechung, RdW 2005, 321
Schindler, Herstellungskosten bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung, SWK 2005, S 758
Gruber/Klostermann, VwGH: Abkehr von der "Opfertheorie", taxlex 2005, 437 ff
Fraberger, VwGH: Gilt die "Opfertheorie" im EStG 1988 noch?, GeS 2005, 442 ff
Zorn, VwGH: Aufgabe der Opfertheorie, RdW 2006/240, 248
Bertl/Hirschler, Neues zum Ende der Opfertheorie, RWZ 2006/51, 173
Grünberger, Das Ende der Opfertheorie?, SWK 2007, S 297
Fröhlich, UFS zum Herstellungsaufwand, RdW 2006/428, 466
Fröhlich, Erneuerung eines Wasserleitungsnetzes: Erhaltung oder Herstellung?, RdW 2006/490, 529
Pirklbauer/Wagner, Teilweise Erneuerung einer Wasserleitung: Herstellung oder Erhaltung?, RdW 2006/618, 661
Zorn, Erneuerung einer Wasserversorgungsleitung – Erhaltung oder Herstellung?,RdW 2007/710, 690
Pirklbauer/Wagner, Sanierung einer Wasserleitung stellt Erhaltungsaufwand dar, SWK 2007, S 989
Fritz-Schmied, Zur Abgrenzung von Herstellungsaufwendungen und Erhaltungsaufwendungen,taxlex 2008, 404
Renner, Abgrenzung zwischen Herstellung und Erhaltung bei Umbaumaßnahmen, ÖStZ 2008/202, 96
Bauer, Konsistente Rechtsprechungslinie des VwGH zu Erhaltungs- und Herstellungsaufwendungen, ÖStZ 2008/342, 168
Renner, Reparaturaufwendungen als sofort abziehbare Werbungskosten, ÖStZ 2008/566
Beiser, Wirtschaftsgut und Nutzenpotential markieren die Grenzlinie zwischen Erhaltung und Herstellung, ÖStZ 2009/8, 4
bernhard.renner@bmf.gv.at
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Wolfgang Renner Marburg, 6.12.2012 -Vpliv ampelotehničnih del na kakovost in aromatski potencial sorte sauvignon einfluss von lesezeitpunkt und laubwandmanagement auf die aromatik von sauvignon blanc. wolfgang renner marburg, 6.12.2012.
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Bernhard Gibis, M.D., M.P.H. -13th international conference on integrated care, april 11-12 2013, berlin, germany what strategies are required at a system level to support the adoption of integrated care solutions ‘at scale’? . bernhard gibis,
Mais Que Pai e Filho Rick e Renner -Mais que pai e filho rick e renner. pai to aqui pra dizer que valeu olha o quanto o seu filho cresceu pai olha seu sonho aqui. filho eu às vezes nem sei se mereço mesmo assim todo dia agradeço a magia de te
Mag. Bernhard RENNER -. erhaltungs- und herstellungsaufwendungen im lichte des vwgh, ufs, bfh sowie der literatur &amp; verwaltungspraxis innsbruck, 8. oktober 2009. inhalt. definitionen / abgrenzungen praktische beispiele