Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IX%20ZR%20256/91
Timestamp: 2019-11-20 08:53:33
Document Index: 228618597

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 287', '§ 675', '§ 1990', '§ 1991', '§ 287', '§ 287', 'BGH', '§ 287', 'BGH', 'BGH', '§ 287', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1967', 'BGH', '§ 780', 'BGH', 'BGH', '§ 1992', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 287', '§ 287', 'BGH']

BGH, 02.07.1992 - IX ZR 256/91 - dejure.org
https://dejure.org/1992,506
BGH, 02.07.1992 - IX ZR 256/91 (https://dejure.org/1992,506)
BGH, Entscheidung vom 02.07.1992 - IX ZR 256/91 (https://dejure.org/1992,506)
BGH, Entscheidung vom 02. Juli 1992 - IX ZR 256/91 (https://dejure.org/1992,506)
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Schadensersatz vom Rechtsanwalt - Anwaltshaftung - Nachlaßverwaltung - Darlegungslast - Beweislast - Dürftigkeitseinrede - Schadensberechnung - Nachlaßverbindlichkeit des Erben - Vorbehalt der beschränkten Erbenhaftung - Beschränkte Erbenhaftung - Pflichverletzung - ...
Der IX. Zivilsenat des BGH entscheidet mit Urteil vom 2.7.1992 - IX ZR 256/91 - zur Bedeutung des § 287 ZPO als Darlegungs- und Beweiserleichterung zu Gunsten des Klägers.
BGB § 675, § 1990, § 1991; ZPO § 287
NJW 1992, 2694
MDR 1992, 1186
FamRZ 1992, 1409
WM 1992, 2020
Die Frage, wie der Vorprozeß richtigerweise hätte entschieden werden müssen, beantwortet sich nach § 287 ZPO, weil es sich um ein Element der haftungsausfüllenden Kausalität handelt (BGH, Urt. v. 2. Juli 1992 - IX ZR 256/91, WM 1992, 2020, 2022; v. 5. November 1992 - IX ZR 12/92, WM 1993, 382).
Nach dem - hier anzuwendenden - § 287 ZPO reicht eine deutlich überwiegende, auf gesicherter Grundlage beruhende Wahrscheinlichkeit, daß ein Schaden entstanden ist, für die richterlicher Überzeugungsbildung aus (BGH, Urt. v. 2. Juli 1992 - IX ZR 256/91, NJW 1992, 2694, 2695; v. 5. November 1992 - IX ZR 12/92, NJW 1993, 734).
Die Klage darf nicht wegen eines lückenhaften Vortrags zum Schaden abgewiesen werden, solange greifbare Anhaltspunkte für eine Schätzung vorhanden sind (…BGH, Urt. v. 23. Oktober 1991 - XII ZR 144/90, NJW-RR 1992, 202, 203; v. 2. Juli 1992 - IX ZR 256/91, aaO S. 2695 f.;… v. 5. November 1992 - IX ZR 12/92, aaO).
Dieses wird zu beachten haben, daß die Ermittlung, ob aus der Pflichtverletzung ein Schaden entstanden ist (sogenannte haftungsausfüllende Kausalität) nach § 287 ZPO zu erfolgen hat (vgl. BGH, Urt. v. 2. Juli 1992 - IX ZR 256/91, NJW 1992, 2694, 2695).
Danach erst betrifft er die unter Umständen auftretende Frage, ob die auf der Pflichtverletzung beruhenden Folgen dem Schädiger billigerweise auch zugerechnet werden können (vgl. BGH, Urteil vom 2. Juli 1992 - IX ZR 256/91, NJW 1992, 2694, 2695;… vom 24. Oktober 1995 - KZR 3/95, aaO …und vom 17. Oktober 2002 - IX ZR 3/01 aaO).
Das Berufungsgericht wird nunmehr zu der Frage, ob die Beklagten unter den Umständen des Streitfalls den Vorbehalt der beschränkten Erbenhaftung in den Titel hätten aufnehmen lassen müssen (zur grundsätzlichen Pflicht eines Rechtsanwalts, dies zu tun, vgl. BGH, Urt. v. 2. Juli 1992 - IX ZR 256/91, WM 1992, 2020, 2021 m.w.N.), und zum Nachlaßwert (vgl. oben I 1 a aa) die erforderlichen Feststellungen zu treffen haben.
In Höhe einer etwaigen Verwalterhaftung der Frau EB... würde dann die Klägerin als deren Alleinerbin gemäß §§ 1967, 1992, 1991 Abs. 1, 1978 BGB auch mit ihrem Eigenvermögen haften (vgl. BGH NJW 1992, 2694), da eine Haftungsbeschränkung auf den Nachlass der Frau EB... nicht vorbehalten wurde, § 780 ZPO.
Das zeigt auch die Begründung in BGH NJW 1992, 2694 Rz. 27. Hier wurde darauf abgestellt, dass die Erben jahrelang mit dem Nachlass gewirtschaftet hatten, ohne ihn an die Gläubiger herauszugeben.
Es fehlt folglich insoweit an dem vom BGH im Rahmen von §§ 1992, 1991, 1978 BGB für unerlässlich gehaltenen konkreten Vortrag der Klägerin über den Bestand und den Verbleib des Nachlasses (vgl. BGH NJW 1992, 2694 Rz. 28; ZEV 2008, 237).
Solange greifbare Anhaltspunkte für die Darstellung eines Klägers vorhanden sind, darf eine Schadensersatzklage nicht wegen eines lückenhaften Vortrages abgewiesen werden (vgl. BGH, Urt. v. 02.07.1992 - IX ZR 256/91, NJW 1992, 2694, 2695).
Er betrifft die erst danach auftretende Frage, ob diese auf die Pflichtverletzung ursächlich zurückzuführenden Folgen dem Schädiger billigerweise zugerechnet werden können (vgl. BGHZ 96, 157, 172; BGH, Urt. v. 2. Juli 1992 - IX ZR 256/91, NJW 1992, 2694, 2695; v. 24. Oktober 1995 - KZR 3/95, NJW 1996, 311, 312).
Dafür ist die Klägerin als Anspruchstellerin beweispflichtig; die Beurteilung hat nach dem Maßstab des § 287 ZPO zu erfolgen (vgl. Senatsurt. v. 2. Juli 1992, aaO; v. 27. Januar 2000 - IX ZR 45/98, NJW 2000, 1572, 1573).
Da sich § 287 ZPO auch auf die Darlegungslast des Geschädigten auswirkt, darf die Klage im Rahmen des Anwendungsbereichs diese Vorschrift nicht wegen eines lückenhaften Vortrags abgewiesen werden, solange greifbare Anhaltspunkte für die Darstellung des Klägers vorhanden sind (…vgl. BGH, Urteile vom 5. November 1992 aaO. und vom 2. Juli 1992 - IX ZR 256/91 - NJW 1992, 2694, 2695 f).
Schadenersatzanspruch in Form von entgangenem Gewinn nach der Kündigung des …