Source: http://www.jagdrecht-bayern.de/jagd-4/vegetationsgutachten/
Timestamp: 2020-07-03 20:54:44
Document Index: 158466483

Matched Legal Cases: ['Art. 32', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 32', '§ 21', 'Art. 50', 'Art. 1', 'Art. 1']

Forstliches Gutachten - Jagdrecht in Bayern
Wegen der besonderen Bedeutung der Wildschäden im Wald bestimmt Art. 32 Abs. 1 BayJG, dass die zuständigen Forstbehörden vor der Abschussplanung Gelegenheit erhalten müssen, sich auf der Grundlage eines forstlichen Gutachtens über eingetretene Wildschäden an forstlich genutzten Grundstücken zu äußern und ihre Auffassung zur Situation der Waldverjüngung darzutun.
Die Forstverwaltung erstellt deshalb alle drei Jahre für die Hegegemeinschaften Forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung (sog. Vegetationsgutachten).
Wesentlicher Maßstab bei der Bewertung der Verjüngungssituation sind der im Waldgesetz für Bayern (Art. 1 BayWaldG) formulierte Grundsatz „Wald vor Wild“ und das sogenannte „Waldverjüngungsziel“ des Bayerischen Jagdgesetzes (Art. 1 Abs. 2 BayJG):
„Dieses Gesetz soll insbesondere dazu dienen, einen standortsgemäßen und möglichst naturnahen Zustand des Waldes unter Berücksichtigung des Grundsatzes „Wald vor Wild“ zu bewahren oder herzustellen.“ (Art. 1 S. 3 Nr. 2 BayWaldG)
„Die Bejagung soll insbesondere die natürliche Verjüngung der standortgemäßen Baumarten im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen ermöglichen.“ (Art. 1 Abs. 2 Nr. 3 BayJG)
Art. 32 BayJG (Regelung der Bejagung)
(1) Der Abschussplan (§ 21 Abs. 2 des Bundesjagdgesetzes) ist für den
Zeitraum von ein bis drei Jahren zahlenmäßig getrennt nach Wildart und
Geschlecht vom Revierinhaber im Einvernehmen mit dem Jagdvorstand, bei
verpachteten Eigenjagdrevieren im Einvernehmen mit dem Jagdberechtigten
aufzustellen und von der Jagdbehörde im Einvernehmen mit dem Jagdbeirat
(Art. 50 Abs. 2 und 6) zu bestätigen oder festzusetzen. Bei der Abschussplanung
ist neben der körperlichen Verfassung des Wildes vorrangig der Zustand der
Vegetation, insbesondere der Waldverjüngung zu berücksichtigen. Den
zuständigen Forstbehörden ist vorher Gelegenheit zu geben, sich auf der
Grundlage eines forstlichen Gutachtens über eingetretene Wildschäden an
forstlich genutzten Grundstücken zu äußern und ihre Auffassung zur Situation
der Waldverjüngung darzulegen. Ist zwischen der Jagdbehörde und dem
Jagdbeirat ein Einvernehmen nicht zu erzielen, so entscheidet die nächsthöhere
Art. 1 (Gesetzeszweck)
Der Wald ist von besonderer Bedeutung für den Naturhaushalt und ist
wesentlicher Teil der natürlichen Lebensgrundlage.
Er hat landeskulturelle, wirtschaftliche, soziale und gesundheitliche
Deshalb soll dieses Gesetz insbesondere dazu dienen:
1. die Waldfläche zu erhalten und erforderlichenfalls zu vermehren,
2. einen standortgemäßen Zustand des Waldes zu bewahren oder
3. die Schutzfähigkeit des Waldes zu sichern und zu stärken,
4. die Erzeugung von Holz und anderen Naturgütern durch eine
nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes zu sichern und zu erhöhen,
5. die Erholung der Bevölkerung im Wald zu ermöglichen und die
Erholungsmöglichkeit zu verbessern,
6. die Waldbesitzer in der Verfolgung dieser Ziele zu unterstützen
7. einen Ausgleich zwischen den Belangen der Allgemeinheit und
Art. 1 Abs.2 BayJG (Gesetzeszweck)
1. einen artenreichen und gesunden Wildbestand in einem ausgewogenen
Verhältnis zu seinen natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten,
3. Beeinträchtigungen einer ordnungsgemäßen land-, forst- und
fischereiwirtschaftlichen Nutzung durch das Wild möglichst zu vermeiden,
insbesondere soll die Bejagung die natürliche Verjüngung der standortgemäßen
Baumarten im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen ermöglichen,
4. die jagdlichen mit den sonstigen öffentlichen Belangen, insbesondere mit
den Belangen der Landeskultur, des Naturschutzes und der Landschaftspflege