Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4116.htm
Timestamp: 2018-11-15 13:23:31
Document Index: 145450259

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 64', '§ 2', '§ 64', '§ 4', '§ 5', '§ 2']

4.116 Wasenried
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Wasenried« vom 24. Februar 1984 (GBl. v. 13.04.1984, S. 276).
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz-NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBl. S. 199), wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Bingen und der Stadt Sigmaringen, Landkreis Sigmaringen, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Wasenried«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 11,0224 ha. Es umfaßt auf Gemarkung Bingen den südlich des Grabens liegenden Teil der Flurstücke 1159/1 bis 1170, 1171/1 und /2, 1172 bis 1179,1180/1 und /2, 1181, 1182, 1191 bis 1196 und 1207/1 jeweils mit Graben und auf Gemarkung Sigmaringen die Flurstücke 1814/3, 2053, 2054, 2058 und 2060 bis 2065.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 26. September 1983 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und rot angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen und beim Landratsamt Sigmaringen in Sigmaringen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Der wesentliche Schutzzweck ist die Erhaltung eines Feuchtgebietes (Flachmoor) mit einem in die Moorvegetationseinheit hineinragenden felsigen Waldrücken. Dadurch wird die Mannigfaltigkeit der Biotopgestaltung und der daraus folgende Artenreichtum erhöht. Es kommen zahlreiche seltene Tier‑ und Pflanzenarten vor.
8. Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut‑, Wohn- oder Zufluchtsstätten dieser Tiere freizulegen, zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;
2. für ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß im Gewann Hörnlesbühl ein naturhafter artenreicher Wald erhalten bleibt;
3. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;
4. für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle im ‑ Wald im Einvernehmen mit dem zuständigen staatlichen Forstamt ‑ veranlaßt werden;
Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 und § 5 Nr. 2 und 3 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.
(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des Regierungspräsidiums Südwürttemberg-Hohenzollern als höhere Naturschutzbehörde vom 13.September 1955 zum Schutze von Landschaftsteilen in den Kreisen Hechingen, Reutlingen und Sigmaringen (Hohenzollerische Zeitung Nr. 221, Reutlinger Amtsblatt Nr.75 und Schwäbische Zeitung, Ausgabe Sigmaringen Nr. 221 vom 24. September 1955) insoweit außer Kraft, als durch sie das in § 2 beschriebene Naturschutzgebiet betroffen ist.
TÜBINGEN, den 24. Februar 1984