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Timestamp: 2016-12-08 20:56:53
Document Index: 47637237

Matched Legal Cases: ['Art. 345', 'Art. 261', 'Art. 261', 'Art. 256', 'Art. 181', 'Art. 181', 'Art. 772', 'Art. 1', 'Art. 323', 'Art. 38', 'Art. 57']

⭐Grundwissen Recht Frage 1 Grundlagen des Rechts. Grundwissen Recht Antwort 1. Grundwissen Recht Antwort 2
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1 Grundwissen Recht Frage 1 Grundlagen des Rechts Grundwissen Recht Antwort 1 Erklären Sie die Begriffe: Ethik Ethik Philosophische Antwort auf die Fragen: Wie soll ich mich verhalten? Warum soll ich mich so verhalten? Moral Sitte/Brauch Recht Moral Persönliche Unterscheidung von Gut und Böse. Eigenes Gewissen als Richtschnur. Sitte, Brauch Das übliche Verhalten in einer gewissen Kultur, in einer bestimmten Gesellschaftsschicht. Recht Verbindliche Normen, die mittels staatlicher Gewalt durchgesetzt werden können. Grundwissen Recht Frage 2 Grundlagen des Rechts Grundwissen Recht Antwort 2 Erklären Sie den Unterschied zwischen Öffentlichem und Privatem Recht. Das öffentliche Recht regelt die Beziehungen zwischen Staaten (Völkerrecht) oder zwischen dem Bürger und der übergeordneten Staatsgewalt (z.b. Verfassungsrecht, Strafrecht). Das private Recht regelt die Beziehungen zwischen rechtlich gleichgestellten (Privat-)Personen (z.b. ZGB). Grundwissen Recht Frage 3 Grundlagen des Rechts Grundwissen Recht Antwort 3 Neben dem zwingendem Recht gibt es auch das ergänzende. Wie nennen wir dieses ergänzende Recht mit einem Fachausdruck? Es ist das Dispositive Recht. Dieses gilt, wenn nichts Anderes vereinbart wurde. Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 12 Grundwissen Recht Frage 4 Grundlagen des Rechts Grundwissen Recht Antwort 4 Nennen Sie einige Rechtsgrundsätze, die in unserer Verfassung (also im öffentlichen Recht) verankert sind. z.b. Grundsätze rechtsstaatlichen Handelns (BV 5) Menschenwürde (BV 7) Rechtsgleichheit (BV 8) Glaubens- und Gewissensfreiheit (BV 15) Grundwissen Recht Frage 5 Grundlagen des Rechts Grundwissen Recht Antwort 5 Nennen Sie einige Rechtsgrundsätze, die in unserem Zivilgesetzbuch (also im privaten Recht) verankert sind. z.b. Handeln nach Treu und Glauben (ZGB 2) Gerichtliches Ermessen (ZGB 4) Beweislast (ZGB 8) Grundwissen Recht Frage 6 Grundlagen des Rechts Grundwissen Recht Antwort 6 Welches sind die vier Rechtsquellen in einem modernen Staat? Gewohnheitsrecht Geschriebenes Recht Gerichtspraxis Richterliches Ermessen Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 23 Grundwissen Recht Frage 7 Grundlagen des Rechts Grundwissen Recht Antwort 7 Beim Bearbeiten von Rechtsfällen können wir unterscheiden zwischen: Sachverhalt Tatbestand Rechtsfolge. Sachverhalt: Was hat ich zugetragen, was ist passiert? Tatbestand: Welche gesetzliche Regelung ist für den Sachverhalt vorgesehen? Rechtsfolge: Welche gesetzliche Folge ist aufgrund des Tatbestands vorgesehen? Welche typischen Fragen sind mit diesen drei Lösungsschritten verknüpft? Grundwissen Recht Frage 8 Grundlagen des Rechts Grundwissen Recht Antwort 8 Zählen Sie die fünf Teile unseres Zivilgesetzbuches (ZGB) auf. Erster Teil: Das Personenrecht Zweiter Teil: Das Familienrecht Dritter Teil: Das Erbrecht Vierter Teil: Das Sachenrecht Fünfter Teil: Das Obligationenrecht Grundwissen Recht Frage 9 Obligationenrecht Grundwissen Recht Antwort 9 Was ist eine Obligation? Eine Obligation ist eine Verpflichtung oder ein Schuldverhältnis. Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 34 Grundwissen Recht Frage 10 Obligationenrecht Grundwissen Recht Antwort 10 Auf welche Arten kann eine Obligation entstehen? durch Vertrag durch unerlaubte Handlung durch ungerechtfertigte Bereicherung Grundwissen Recht Frage 11 Obligationenrecht Grundwissen Recht Antwort 11 Welche Vertragsformen gibt es? formlose (z.b. mündlich) formgebundene: - Schriflichkeit - Qualifizierte Schriftlichkeit - Öffentliche Beurkundung Grundwissen Recht Frage 12 Obligationenrecht Grundwissen Recht Antwort 12 Welche Mängel bei Vertragsabschluss unterscheidet unser OR? Mängel bei Vertragsabschluss: - Irrtum (OR 23ff) - Absichtliche Täuschung (OR 28) - Furchterregung (OR 29f) Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 45 Grundwissen Recht Frage 13 Obligationenrecht Grundwissen Recht Antwort 13 Welche Fälle von Vertragsirrtum können wir unterscheiden? Erklärungsirrtum Motivirrtum Grundlagenirrtum Grundwissen Recht Frage 14 Obligationenrecht Grundwissen Recht Antwort 14 Bei der Entstehung der Obligation durch unerlaubte Handlung unterscheidet der Gesetzgeber zwei Arten der Haftung. Welche? Verschuldenshaftung Kausalhaftung Grundwissen Recht Frage 15 Obligationenrecht Grundwissen Recht Antwort 15 Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit die Verschuldenshaftung greift? Es braucht: einen Schaden die Widerrechtlichkeit den Kausalzusammenhang ein Verschulden Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 56 Grundwissen Recht Frage 16 Obligationenrecht Grundwissen Recht Antwort 16 Erklären Sie den Unterschied zwischen milder und strenger Kausalhaftung. Bei der milden Kausalhaftung kann der Schadensverursacher seine Haftung reduzieren, falls er beweist, dass es die gebührende Sorgfalt angewendet hat (z.b. Geschäftsherrenhaftung). Bei der strengen Kausalhaftung haftet der Schadensverursacher automatisch (z.b. Motorfahrzeugführer). Grundwissen Recht Frage 17 Obligationenrecht Grundwissen Recht Antwort 17 Welche Entstehungsgründe einer ungerechtfertigten Bereicherung gibt es? Ungerechtfertigte Bereicherung: Vermögenszuwendung ohne gültigen Grund Vermögenszuwendung aus einem nicht verwirklichten Grund Vermögenszuwendung aus einem nachträglich weggefallenen Grund Grundwissen Recht Frage 18 Obligationenrecht Grundwissen Recht Antwort 18 Welche Leistungsstörungen bei der Vertragserfüllung können wir unterscheiden? Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 67 Grundwissen Recht Frage 19 Obligationenrecht Grundwissen Recht Antwort 19 Welches Wahlrecht habe ich bei einem Schuldnerverzug? Grundwissen Recht Frage 20 Obligationenrecht Grundwissen Recht Antwort 20 Wie lange ist im Normalfall die Verjährungsfrist gegenüber Forderungen auf OR-Grundlage? Mit Ablauf von zehn Jahren verjähren alle Forderungen, für die das Bundeszivilrecht nicht etwas anderes bestimmt. Grundwissen Recht Frage 21 Personenrecht Grundwissen Recht Antwort 21 Was versteht man unter dem Satz: Personen sind die Subjekte unserer Rechtsordnung? D.h. die Personen nehmen am Rechtsleben teil und sind Träger von Rechten und Pflichten. Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 78 Grundwissen Recht Frage 22 Personenrecht Grundwissen Recht Antwort 22 Definieren Sie die Begriffe natürliche und juristische Person. Natürliche Personen sind Menschen aus Fleisch und Blut; juristische Personen sind vom Recht geschaffene, künstliche Gebilde. Grundwissen Recht Frage 23 Personenrecht Grundwissen Recht Antwort 23 Wer ist rechtsfähig? Jedermann ist rechtsfähig, d.h. jeder Mensch hat die Fähigkeit, Rechte und Pflichten zu haben (ZGB 11). Grundwissen Recht Frage 24 Personenrecht Grundwissen Recht Antwort 24 Wer ist handlungsfähig? Damit eine Person Rechte und Pflichten begründen kann, muss sie volljährig und urteilsfähig sein. Volljährig ist man mit Vollendung des 18. Lebensjahres (ZGB 14), urteilsfähig, wenn man vernunftsgemäss handeln kann (ZGB 16). Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 89 Grundwissen Recht Frage 25 Personenrecht Grundwissen Recht Antwort 25 Welche Stufen der Handlungsfähigkeit kennen wir? Wir unterscheiden: Volle Handlungsfähigkeit (ZGB 12 und 13) Beschränkte Handlungsunfähigkeit (ZGB 19) Volle Handlungsunfähigkeit (ZGB 17 und 18) Grundwissen Recht Frage 26 Personenrecht Grundwissen Recht Antwort 26 Unter welchen Bedingungen sind juristische Personen rechtsund handlungsfähig? Wie die natürlichen Personen sind auch juristische Personen rechtsfähig. Handlungsfähig sind sie dann (ZGB 54), wenn sie natürliche Personen als sog. Organe eingesetzt haben. Die Organe handeln dann für die juristische Person. Grundwissen Recht Frage 27 Familienrecht Grundwissen Recht Antwort 27 Welche der folgenden Phasen in einer ehelichen Gemeinschaft sind gesetzlich geregelt: Freundschaft Verlobung Ziviltrauung Kirchliche Trauung Ehe Scheidung Gesetzliche Regelungen: Freundschaft: nein Verlobung: ja Ziviltrauung: ja Kirchliche Trauung: nein Ehe: ja Scheidung: ja Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 910 Grundwissen Recht Frage 28 Familienrecht Grundwissen Recht Antwort 28 Beschreiben Sie unser Namensrecht anhand eines Beispiels: Peter Müller und Sandra Keller heiraten. Wie heissen die Eheleute in Zukunft? Und wie ihre Kinder? Grundwissen Recht Frage 29 Familienrecht Grundwissen Recht Antwort 29 Was ist ein Konkubinat und welche Wirkung entfaltet es? Eine eheähnliche Lebensgemeinschaft von zwei Personen. Im Gegensatz zu einer Ehe besteht bei einem Konkubinatsverhältnis kein gesetzlicher Erbanspruch. Kinder eines Konkubinatpaares haben die gleiche Stellung wie nicht eheliche Kinder. Trennt sich das Paar, so besteht kein Unterhaltsanspruch (vgl. ZGB 125 ff.). Grundwissen Recht Frage 30 Familienrecht Grundwissen Recht Antwort 30 Auf welche Arten kann eine Scheidung eingeleitet werden? Wir kennen die Scheidung auf gemeinsames Begehren sowie die Scheidung auf Klage. Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 1011 Grundwissen Recht Frage 31 Familienrecht Grundwissen Recht Antwort 31 Welche Alternativen zur Ehescheidung kennen Sie? Neben der Scheidung gibt es die: Aufhebung des gemeinsamen Haushalts Ehetrennung Grundwissen Recht Frage 32 Familienrecht Grundwissen Recht Antwort 32 Welches ist der gesetzliche Güterstand? Welche weiteren Güterstände sind (vertraglich) möglich? Der gesetzliche oder ordentliche Güterstand ist die Errungenschaftsbeteiligung. Daneben kennen wir die: Gütergemeinschaft und Gütertrennung. Grundwissen Recht Frage 33 Familienrecht Grundwissen Recht Antwort 33 Beschreiben Sie in eigenen Worten die Grundsätze der Errungenschaftsbeteiligung. Die Errungenschaftsbeteiligung (ZGB ): Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 1112 Grundwissen Recht Frage 34 Familienrecht Grundwissen Recht Antwort 34 Beschreiben Sie in eigenen Worten die Grundsätze der Gütergemeinschaft. Gütergemeinschaft (ZGB 221 ff.): Grundwissen Recht Frage 35 Familienrecht Grundwissen Recht Antwort 35 Beschreiben Sie in eigenen Worten die Grundsätze der Gütertrennung. Gütertrennung (ZGB 247 ff.): Grundwissen Recht Frage 36 Familienrecht Grundwissen Recht Antwort 36 Welche Arten der Beistandschaft unterscheidet das neue Erwachsenenschutzrecht? Begleitbeistandschaft (ZGB 393) Vertretungsbeistandschaft (ZGB 394) Mitwirkungsbeistandschaft (ZGB 396) Umfassende Beistandschaft (ZGB 398) Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 1213 Grundwissen Recht Frage 37 Erbrecht Grundwissen Recht Antwort 37 Erklären Sie in eigenen Worten das Schweizer Parentel-System der Erbfolge. Grundwissen Recht Frage 38 Erbrecht Grundwissen Recht Antwort 38 Wie lauten wesentliche Grundsätze der Erbteilung? Die Erben bilden eine Erbengemeinschaft, wo Entscheidungen einstimmig zu treffen sind. Die Zuteilung erfolgt zu Verkehrswerten. Jeder Erbe kann grundsätzlich jederzeit die Teilung verlangen. Eine Sonderregelung besteht zugunsten des Ehegatten für die Absicherung seiner Wohnsituation. Grundwissen Recht Frage 39 Erbrecht Grundwissen Recht Antwort 39 Was heisst auf den Pflichtteil setzen? Auf den Pflichtteil setzen heisst: Gewissen Erben nur das gesetzliche Minimum am Erbteil zu belassen. Der Pflichtteil kann immer von den Erben gefordert werden. Das Erbrecht anerkennt dem nahen Verwandtenkreis einen Pflichtteilsschutz zu. Den nicht pflichtteilsgeschützten Teil des Erbes nennen wir die frei verfügbare Quote. Die frei verfügbare Quote kann mit einem Testament oder Erbvertrag (letztwillige Verfügung) geregelt werden. Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 1314 Grundwissen Recht Frage 40 Erbrecht Grundwissen Recht Antwort 40 Wie gross sind die Pflichtteile für die einzelnen Erben? Nennen Sie mindestens zwei Beispiele. Grundwissen Recht Frage 41 Erbrecht Grundwissen Recht Antwort 41 Welche Testamentsarten gibt es? In Frage kommen das: Öffentliche Testament (ZGB 499 ff.) Eigenhändige Testament (ZGB 505) Mündliche Testament (ZGB 506 ff.) Grundwissen Recht Frage 42 Erbrecht Grundwissen Recht Antwort 42 Was gilt es beim eigenhändigen Testament zu beachten? Das eigenhändige Testament muss handschriftlich verfasst, unterzeichnet und datiert werden. Aus der Unterschrift muss klar ersichtlich sein, wer der Verfasser der Urkunde ist. Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 1415 Grundwissen Recht Frage 43 Sachenrecht Grundwissen Recht Antwort 43 Was ist Gegenstand des Sachenrechts? Es werden die Entstehung und der Umgang von Rechten von Personen an Sachen behandelt. Es geht um materielle Güter (Fahrnis- und Grundeigentum). Immaterielle Güter werden in einem speziellen Gesetz behandelt. Grundwissen Recht Frage 44 Sachenrecht Grundwissen Recht Antwort 44 Welche Grundsätze gibt es im Sacheigentum? Ist das Eigentum absolut oder gibt es Schranken? Der Eigentümer einer Sache hat jederzeit die Möglichkeit, im Rahmen des Rechts frei über die Sache zu verfügen. (ZGB 641) Schranken können z.b. das öffentliche Recht (Bauverbot) oder das Rechtsmissbrauchsverbot (ZGB 2 Abs. 2) sein. Grundwissen Recht Frage 45 Sachenrecht Grundwissen Recht Antwort 45 Erklären Sie den Unterschied zwischen Gesamteigentum und Miteigentum. Gesamteigentum: Hier hat eine bestehende Personengemeinschaft Eigentum an einer bestimmten Sache. Zwischen den Mitgliedern dieser Personengruppe besteht meist bereits eine persönliche Beziehung z.b. Erbengemeinschaft. Verfügungen müssen von allen Gesamteigentümern gemeinsam vorgenommen werden (ZGB 653 III Abs. 2). Miteigentum liegt vor, wenn mehrere Personen Eigentum an derselben Sache haben. Dadurch entsteht eine Gruppe von Eigentümern mit gegenseitigen Rechen und Pflichten. Jeder Miteigentümer hat einen Anteil an der gemeinsamen Sache, welcher durch eine Quote festgelegt wird. Verfügungen werden mit Zustimmung der Mehrheit vorgenommen. (vgl. ZGB 646 III), z.b. Stockwerkeigentum. Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 1516 Grundwissen Recht Frage 46 Sachenrecht Grundwissen Recht Antwort 46 Erklären Sie den Satz: Das Grundbuch hat die gleiche Funktion wie der Besitz beim Fahrnis. Die Eigentumsübertragung erfolgt bei einem beweglichen Gut in der Regel durch Übergabe (Besitzerwechsel), bei Grundeigentum durch den Eintrag im Grundbuch. Genauso, wie bei einem Besitzer einer beweglichen Sache angenommen wird, er sei der Eigentümer, ist der Grundbucheintrag massgebend beim Bestimmen des/der Eigentümer. Grundwissen Recht Frage 47 Sachenrecht Grundwissen Recht Antwort 47 Was ist der Unterschied zwischen Eigentum und Besitz? Der Besitzer hat die tatsächliche Gewalt einer Sache (ZGB 919)., der Eigentümer die rechtliche Verfügungsgewalt. Zudem gilt das Vermutungsprinzip: Wer die Sache besitzt, ist deren Eigentümer. Bei einer Vermietung geht zwar der Besitz an eine Person über, nicht jedoch das Eigentum. Grundwissen Recht Frage 48 Kauf und Tausch Grundwissen Recht Antwort 48 Definieren Sie den Begriff Kaufvertrag. Durch den Kaufvertrag verpflichtet sich der Verkäufer, dem Käufer den Kaufgegenstand zu übergeben und ihm das Eigentum daran zu verschaffen, und der Käufer, dem Verkäufer den Kaufpreis zu bezahlen. Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 1617 Grundwissen Recht Frage 49 Kauf und Tausch Grundwissen Recht Antwort 49 Was ist der Unterschied zwischen einem verbindlichen und unverbindlichen Angebot? Verbindliche Offerte: Verkäufer muss sich daran halten (z.b. Schaufensterauslagen mit Preisangaben) Unverbindliche Offerte: Preis kann geändert werden (z.b. Kataloge, Inserate) Grundwissen Recht Frage 50 Kauf und Tausch Grundwissen Recht Antwort 50 Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit eine Garantie greift (dispositives Recht)? Mangel der Kaufsache Käufer wusste beim Vertragsabschluss nichts vom Mangel Mängelhaftung des Verkäufers darf nicht wegbedungen worden sein Mängelrüge (OR 201) «Der Käufer soll, sobald es nach dem üblichen Geschäftsgang tunlich ist», die Kaufsache prüfen und, falls er dabei Mängel entdeckt, muss er diese dem Verkäufer sofort anzeigen. Grundwissen Recht Frage 51 Kauf und Tausch Grundwissen Recht Antwort 51 Welche Rechte hat der Käufer bei einem Mangel? Minderungsrecht (OR 205) Wegen des Minderwertes Preisnachlass gewähren Ersatzlieferungsrecht (OR 206) Die mangelhafte Ware wird sofort ersetzt. Wandelungsrecht (OR 205 und 207 ff.) Rückgängigmachen des Vertrages (Rückabwicklung). Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 1718 Grundwissen Recht Frage 52 Kauf und Tausch Grundwissen Recht Antwort 52 Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit ein Kaufvertrag zustande kommt? Sobald die beiden Willensäusserungen übereinstimmen (über Kaufgegenstand und Preis), kommt der Kaufvertrag zustande. Alle andern offenen Fragen, können später durch die Parteien geregelt werden oder dann gelten die (ergänzenden) Bestimmungen des OR bzw. eine allfällige richterliche Regelung. Grundwissen Recht Frage 53 Kauf und Tausch Grundwissen Recht Antwort 53 Was sind Spezieswaren und wann gehen Nutzen und Gefahr an diese über? Spezieswaren sind einmalige Sachen wie originale Kunstwerke (Unikate). Diese sind am Kaufort (z.b. Ausstellung) dem Käufer zu übergeben. Nutzen und Gefahr geht bei Vertragsabschluss auf den Käufer über. Spezieswaren sind Holschulden. Grundwissen Recht Frage 54 Kauf und Tausch Grundwissen Recht Antwort 54 Was sind Gattungswaren und wann gehen Nutzen und Gefahr an diese über? Gattungswaren sind vertretbare Sachen, d.h. sie sind in grossen Mengen und in gleicher Qualität vorhanden. Der Übergang von Nutzen und Gefahr geht auf den Käufer über, sobald die Kaufsache von der übrigen Ware eindeutig ausgeschieden ist (Platzkauf). Beim Distanzkauf geht Nutzen und Gefahr auf den Käufer über, sobald die Ware dem Versand übergeben wurde. Das Transportrisiko geht also an den Käufer über. Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 1819 Grundwissen Recht Frage 55 Kauf und Tausch Grundwissen Recht Antwort 55 Wie lange sollten Rechnungen und Quittungen aufbewahrt werden? Rechnungen und Quittungen müssen nach OR für 5 oder 10 Jahre aufbewahrt werden. Grundwissen Recht Frage 56 Kauf und Tausch Grundwissen Recht Antwort 56 Nennen Sie mindestens drei Beispiele von Grundstücken gemäss ZGB. Als Grundstücke gelten nach Gesetz ZGB 655: Bauland Landwirtschaftliche Grundstücke Liegenschaften Stockwerkeigentum Bergwerke Miteigentumsanteile an Grundstücken Grundwissen Recht Frage 57 Kauf und Tausch Grundwissen Recht Antwort 57 Wie lauten die drei gesetzlichen Formvorschriften für einen Grundstückkauf? 1. Schriftlichkeit 2. Öffentliche Beurkundung 3. Eintrag in das öffentliche Register (Grundbuch) Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 1920 Grundwissen Recht Frage 58 Kauf und Tausch Grundwissen Recht Antwort 58 Wie hoch ist der Höchstzinssatz für einen Kredit gemäss Konsumkreditgesetzt? 15% (KKG 14). Was darüber hinaus geht, gilt als Wucher. Der Bundesrat kann diesen Prozentsatz ändern. Grundwissen Recht Frage 59 Kauf und Tausch Grundwissen Recht Antwort 59 Kann von einem Kreditvertrag zurückgetreten werden? Jawohl, und zwar innert 7 Tagen nach Erhalt des Vertragsdoppels mittels eingeschriebenem Brief (KKG 16). Grundwissen Recht Frage 60 Verträge zur Gebrauchsüberlassung Grundwissen Recht Antwort 60 Welche Verträge zur Gebrauchsüberlassung kennt das Gesetz? Mietvertrag Pachtvertrag Leihe Darlehen Leasing Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 2021 Grundwissen Recht Frage 61 Verträge zur Gebrauchsüberlassung Grundwissen Recht Antwort 61 Worum geht es in einem Mietvertrag? In einem Mietverhältnis verpflichtet sich der Vermieter, dem Mieter gegen Bezahlung eines Mietzinses eine Sache zum Gebrauch zu überlassen (OR 253). Man unterscheidet zwischen der Miete von beweglichen Sachen und der Miete von Wohn- und Geschäftsräumen. Grundwissen Recht Frage 62 Verträge zur Gebrauchsüberlassung Grundwissen Recht Antwort 62 Nennen Sie einige Pflichten des Mieters. Fristgerechte Bezahlung des Mietzinses und der Nebenkosten (OR 253, 257 ff.) Sicherheiten (Kaution) durch den Mieter (OR 257e) Pflicht zu Sorgfalt und Rücksichtnahme (OR 257f) Meldepflicht (OR 257g) Duldungspflicht (OR 257h) Grundwissen Recht Frage 63 Verträge zur Gebrauchsüberlassung Grundwissen Recht Antwort 63 Nennen Sie die Pflichten des Vermieters. Übergabe der Mietsache zum vereinbarten Zeitpunkt in gebrauchsfähigem Zustand (OR 256) Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 2122 Grundwissen Recht Frage 64 Verträge zur Gebrauchsüberlassung Grundwissen Recht Antwort 64 Wie lauten die gesetzlichen Kündigungsfristen eines Mietverhältnisses? Möblierte Zimmer, Einstellplätze: 2 Wochen (OR 266e) Wohnungen: 3 Monate (OR 266c) Geschäftsräume: 6 Monate (OR 266d) Bewegliche Sachen: 3 Tage (OR 266f) Grundwissen Recht Frage 65 Verträge zur Gebrauchsüberlassung Grundwissen Recht Antwort 65 Wann ist der Vermieter zur ausserordentlichen Kündigung berechtigt? Wegen Zahlungsrückstand des Mieters (OR 257d) Wegen Verletzung der Sorgfaltspflicht (OR 257f) Bei einem Eigentümerwechsel (OR 261) Aus wichtigen Gründen (OR 266g) Bei Konkurs des Mieters (OR 266h) Grundwissen Recht Frage 66 Verträge zur Gebrauchsüberlassung Grundwissen Recht Antwort 66 Welches sind die Unterschiede zwischen einem Miet- und einem Pachtverhältnis? Während bei der Miete der Mieter die Sache zum Gebrauch erhält, überlässt der Verpächter dem Pächter die Sache zur Nutzung. Ein Pächter will im Gegensatz zum Mieter das Pachtgut, z.b. einen landwirtschaftlichen Betrieb oder ein Restaurant, nicht nur benutzen, sondern einen wirtschaftlichen Gewinn daraus erzielen. Überdies hat der Pächter das Pachtgut zu unterhalten. Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 2223 Grundwissen Recht Frage 67 Verträge zur Gebrauchsüberlassung Grundwissen Recht Antwort 67 Wann liegt eine Gebrauchsleihe vor? Gemäss der Definition der Miete in OR253 muss der Mieter für den Gebrauch der Sache einen Mietzins bezahlen. Erhält er hingegen die Sache «gratis», nennt man diesen Vertrag eine «Gebrauchsleihe». (OR 305 ff.) Grundwissen Recht Frage 68 Verträge zur Gebrauchsüberlassung Grundwissen Recht Antwort 68 Was ist Gegenstand eines Darlehensvertrags? Durch den Darlehensvertrag verpflichtet sich der Darleiher zur Übertragung des Eigentums an einer Summe Geld oder an anderen vertretbaren Sachen, der Borger dagegen zur Rückerstattung von Sachen der nämlichen Art in gleicher Menge und Güte. (OR 312 ff.) Grundwissen Recht Frage 69 Arbeitsrecht und Arbeitsverträge Grundwissen Recht Antwort 69 Welche Arten von Arbeitsverträgen unterscheidet das OR? Einzelarbeitsvertrag EAV OR Besondere Einzelarbeitsverträge (z.b. Lehrvertrag) Bes. EAV OR Gesamtarbeitsvertrag GAV OR Normalarbeitsvertrag NAV OR Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 2324 Grundwissen Recht Frage 70 Arbeitsrecht und Arbeitsverträge Grundwissen Recht Antwort 70 Welche Formvorschriften gelten für Einzelarbeitsverträge? Damit ein Einzelarbeitsvertrag zustande kommt, braucht es einen Austausch übereinstimmender Willenserklärungen gemäss OR 1 Abs. 1. Dieser Austausch muss nicht ausdrücklich, sondern kann auch konkludent (d.h. stillschweigend, durch die Tätigkeit selbst) sein. Für seine Gültigkeit setzt der Einzelarbeitsvertrag grundsätzlich keine besondere Form voraus (OR 320 Abs. 1). Grundwissen Recht Frage 71 Arbeitsrecht und Arbeitsverträge Grundwissen Recht Antwort 71 Nennen Sie mindestens drei Pflichten des Arbeitnehmers. Persönliche Arbeitspflicht (OR 321) Sorgfalts- und Treuepflicht (OR 321a) Rechenschafts- und Herausgabepflicht (OR 321b) Überstundenarbeit (OR 321c) Befolgung von Anordnungen und Weisungen (OR 321d) Haftung (OR 321e) Grundwissen Recht Frage 72 Arbeitsrecht und Arbeitsverträge Grundwissen Recht Antwort 72 Nennen Sie mindestens drei Pflichten des Arbeitgebers. Lohn (OR 322 ff.) Inkl. Vorschusszahlung und Lohnfortzahlungspflicht (OR 324a). Arbeitsgeräte und Material (OR 327) Persönlichkeitsschutz (OR 328 ff.) Arbeitszeugnis (OR 330a) Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 2425 Grundwissen Recht Frage 73 Arbeitsrecht und Arbeitsverträge Grundwissen Recht Antwort 73 Welche ordentliche Kündigungsfristen kennt das Gesetz? Die ordentliche Kündigung erfolgt schriftlich und unter Berücksichtigung der gesetzlichen oder vertraglichen Fristen und Termine (OR 335 ff.). Während der Probezeit ist eine Kündigung mit einer Frist von 7 Tagen möglich (OR 335b Abs. 1). Nach Ablauf der Probezeit ist eine Frist von 1 bis 3 Monaten zu beachten (OR 335c Abs. 1). Grundwissen Recht Frage 74 Arbeitsrecht und Arbeitsverträge Grundwissen Recht Antwort 74 Wann ist eine ausserordentliche (fristlose) Kündigung zulässig? OR 337 Abs. 1 setzt dafür einen wichtigen Grund voraus. Als wichtiger Grund gilt jeder Umstand, bei dessen Vorhandensein dem Kündigenden nach Treu und Glauben die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr zugemutet werden darf. Grundwissen Recht Frage 75 Arbeitsrecht und Arbeitsverträge Grundwissen Recht Antwort 75 Unter welchen Umständen ist eine Kündigung untersagt? Eine Kündigung ist z.b. untersagt, wenn: eine Frau schwanger ist und in den 16 Wochen nach der Niederkunft eine Person Militärdienst oder Zivildienst leisten muss bei Krankheit / Unfall bei Hilfsaktionen im Ausland Wird die Kündigung während dieser Sperrfristen ausgesprochen, ist sie nichtig. (OR 336c, 336d) Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 2526 Grundwissen Recht Frage 76 Arbeitsrecht und Arbeitsverträge Grundwissen Recht Antwort 76 Nennen Sie einige Schutzbestimmungen gemäss unseres Arbeitsgesetzes. Grundwissen Recht Frage 77 Arbeitsrecht und Arbeitsverträge ArG 6: Der Arbeitgeber ist verpflichtet, zum Schutz der Gesundheit der Arbeitnehmer alle nötigen und zumutbaren Massnahmen zu treffen. ArG 9: Die wöchentliche Höchstarbeitszeit beträgt 45 Stunden für Arbeitnehmer in industriellen Betrieben, für Büropersonal, technische und andere Angestellte (inkl. Verkaufspersonal). 50 Stunden für alle übrigen. ArG 12,13: pro Tag ist die Überzeitarbeit für den einzelnen Arbeitgeber grundsätzlich auf zwei Stunden beschränkt. ArG 15:Pausen müssen vom Arbeitgeber entschädigt werden, wenn der Arbeitnehmer den Arbeitsplatz nicht verlassen darf. ArG 15a: Arbeitnehmer haben Anrecht auf eine tägliche Ruhezeit von mindesten elf aufeinander folgenden Stunden. ArG 16-20: Nachtarbeit und Sonntagsarbeit muss mit einem Lohnzuschlag entschädigt werden. ArG stellen Mindestvorschriften für schwangere und stillende Frauen auf. Grundwissen Recht Antwort 77 Erklären Sie, worum es in Gesamtarbeitsverträgen GAV geht. Durch einen GAV regeln Arbeitgeber bzw. deren Verbände und Verbände der Arbeitnehmer bzw. Gewerkschaften gemeinsam wichtige Fragen, wie Mindestlöhne, Ferien, Krankheit, Kündigungsfristen etc. (OR 356). Gesamtarbeitsverträge gelten für alle der beteiligten Gewerkschaften und dem beteiligten Arbeitgeberverband angeschlossenen Mitglieder. Grundwissen Recht Frage 78 Arbeitsrecht und Arbeitsverträge Grundwissen Recht Antwort 78 Welche Folgen hat eine Allgemeinverbindlichkeitserklärung eines GAV s? Der Bundesrat bzw. die Kantonsbehörde kann einen GAV allgemeinverbindlich erklären. Durch die Allgemeinverbindlicherklärung gelten die Bestimmungen des GAV auch für die den Vertragsparteien nicht angeschlossenen Arbeitgeber und Arbeitnehmer der gleichen Branche. Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 2627 Grundwissen Recht Frage 79 Arbeitsrecht und Arbeitsverträge Grundwissen Recht Antwort 79 Was bezweckt das Gleichstellungsgesetz und wie regelt es die Beweislast? Das GlG bezweckt die Förderung der Gleichstellung von Frau und Mann in einem Spezialgesetz (GlG 1). Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dürfen aufgrund ihres Geschlechts in keiner Weise benachteiligt werden (GlG 3 I). Zudem soll es die Durchsetzung des verfassungsmässigen Rechts auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit erleichtern (BV 8 Abs. 3). Wird eine Diskriminierung von einer Partei behauptet, greift die Beweislasterleichterung nach GlG 6. Das Gesetz stellt nämlich die Vermutung auf, dass wenn eine Diskriminierung glaubhaft gemacht wird, diese gegeben ist. Die Beweislast wird demnach dem Arbeitgeber auferlegt; er muss beweisen, dass keine Diskriminierung vorliegt. Grundwissen Recht Frage 80 Arbeitsrecht und Arbeitsverträge Grundwissen Recht Antwort 80 Was ist ein Normalarbeitsvertrag und wozu dient er? Der NAV ist eine durch die Behörde (Bund, Kanton) erlassene Verordnung. Der NAV enthält Bestimmungen über Abschluss, Inhalt und Beendigung besonderer Arten von Arbeitsverhältnissen. Ein NAV wird v.a. dort erlassen, wo die Stellung des Arbeitnehmers besonders gefährdet erscheint und das Lohnniveau tief ist. Grundwissen Recht Frage 81 Lehrvertrag und Berufsbildung Grundwissen Recht Antwort 81 Wer muss einen Lehrvertrag unterschreiben? Für einen gültigen Lehrvertrag sind 4 Unterschriften erforderlich: 1. Der/die Auszubildende 2. Deren/dessen gesetzl. Vertreter (falls Azubi minderjährig) 3. Der Ausbildungsverantwortliche 4. Das Amt für Berufsbildung Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 2728 Grundwissen Recht Frage 82 Lehrvertrag und Berufsbildung Grundwissen Recht Antwort 82 Wie sind die Kündigungsmöglichkeiten in einem Lehrvertrag? Der Lehrvertrag ist befristet, d.h. er muss am Ende der Lehrzeit nicht gekündigt werden. Wird der Lehrvertrag innerhalb der Probezeit von sieben Tagen nicht gekündigt, besteht er für die gesamte Dauer der Lehrzeit (OR 346 Abs. 1). Er kann dann nur aus wichtigen Gründen aufgelöst werden (OR 346 Abs. 2). Eine definitive Auflösung wird vom Amt für Berufsbildung angeordnet. Grundwissen Recht Frage 83 Lehrvertrag und Berufsbildung Grundwissen Recht Antwort 83 Welche besondere Pflichten haben die lernende Person und ihre gesetzliche Vertretung gemäss OR? 1 Die lernende Person hat alles zu tun, um das Lehrziel zu erreichen. 2 Die gesetzliche Vertretung der lernenden Person hat den Arbeitgeber in der Erfüllung seiner Aufgabe nach Kräften zu unterstützen. (OR 345) Grundwissen Recht Frage 84 Lehrvertrag und Berufsbildung Grundwissen Recht Antwort 84 Nennen Sie die besonderen Pflichten des Arbeitgebers. Art. 345a Besondere Pflichten des Arbeitgebers 1 Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass die Berufslehre unter der Verantwortung einer Fachkraft steht, welche die dafür nötigen beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Eigenschaften besitzt. 2 Er hat der lernenden Person ohne Lohnabzug die Zeit freizugeben, die für den Besuch der Berufsfachschule und der überbetrieblichen Kurse und für die Teilnahme an den Lehrabschlussprüfungen erforderlich ist. 3 Er hat der lernenden Person bis zum vollendeten 20. Altersjahr für jedes Lehrjahr wenigstens fünf Wochen Ferien zu gewähren. 4 Er darf die lernende Person zu anderen als beruflichen Arbeiten und zu Akkordlohnarbeiten nur so weit einsetzten, als solche Arbeiten mit dem zu erlernenden Beruf in Zusammenhang stehen und die Bildung nicht beeinträchtigt wird. Recht Staat Wirtschaft Repetitorium Grundwissen/Lerndatei Seite 28 Mehr anzeigen
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