Source: https://www.zip-online.de/heft-13-1986/zip-1986-862-wirksamkeit-der-satzungsgemaessen-beschluesse-einer-gruppen-unterstuetzungskasse-trotz-verletzung-der-mitbestimmungsrechte/
Timestamp: 2020-05-25 20:50:05
Document Index: 84299796

Matched Legal Cases: ['§ 87', '§ 1', '§ 315', '§ 87', '§ 1', '§ 2', '§ 315', '§ 87', '§ 87']

Wirksamkeit der satzungsgemäßen Beschlüsse einer Gruppen-Unterstützungskasse trotz Verletzung der Mitbestimmungsrechte eines Trägerunternehmens („DGB-Unterstützungskasse“) (BAG, Urt. v. 22.04.1986 – 3 AZR 100/83) – ZIP 1986, 862 | ZIP online
ZIP 1986, 862
RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln 0723-9416 Zeitschrift für Wirtschaftsrecht ZIP 1986 Rechtsprechung V. Rechtsprechung zum Arbeits- und Sozialrecht BetrVG 1972 § 87; BetrAVG §§ 1, 2; BGB § 315Wirksamkeit der satzungsgemäßen Beschlüsse einer Gruppen-Unterstützungskasse trotz Verletzung der Mitbestimmungsrechte eines Trägerunternehmens („DGB-Unterstützungskasse“) BetrVG 1972§ 87 BetrAVG§ 1 BetrAVG§ 2 BGB§ 315 BAG, Urt. v. 22.04.1986 – 3 AZR 100/83, (LAG Düsseldorf)BAGUrt.22.4.19863 AZR 100/83(LAG Düsseldorf)
1. Betreiben mehrere Trägerunternehmen gemeinsam eine Gruppen-Unterstützungskasse, deren satzungsmäßige Organe über Form, Ausgestaltung und Verwaltung mehrheitlich entscheiden, so besteht insoweit kein Mitbestimmungsrecht nach § 87 Abs. 1 Nr. 8 BetrVG. Vielmehr haben die Betriebsräte der einzelnen Trägerunternehmen gem. § 87 Abs. 1 Nr. 10 BetrVG mitzubestimmen, soweit das Abstimmungsverhalten ihres Unternehmens bei Beschlüssen der satzungsmäßigen Unterstützungskassen-Organe über Fragen der Lohngestaltung (insbesondere des Leistungsplans) festzulegen ist.
2. Wird der Betriebsrat eines Trägerunternehmens bei mitbestimmungspflichtigen Fragen übergangen, führt das nicht zur Unwirksamkeit der Beschlüsse, die von den Organen der Gruppen-Unterstützungskasse satzungsgemäß gefaßt wurden. Welche Folgen die Rechtsverletzung im Verhältnis des Trägerunternehmens zu seinen versorgungsberechtigten Arbeitnehmern hat, bleibt unentschieden.
3. Will eine Unterstützungskasse im Rahmen eines bereits bestehenden Gesamtversorgungssystems die Anrechnung von Abgeordnetenpensionen neu einrühren, so gebietet die Billigkeit einen Besitzstandsschutz zugunsten derjenigen versorgungsberechtigten Arbeitnehmer, die vor der Neuregelung und vor der Übernahme des Abgeordnetenmandats bereits hohe unverfallbare Anwartschaften erworben hatten.