Source: https://hubwen.wordpress.com/tag/zwangseinweisung/
Timestamp: 2019-10-22 06:35:15
Document Index: 161185703

Matched Legal Cases: ['§ 63', '§ 63', '§ 63', '§ 64', '§ 63', '§ 64', '§ 63', '§ 20', '§ 21', '§ 63', '§ 64', '§ 63', '§ 63', '§ 63']

Zwangseinweisung | hubwen
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Psychologie und Psychiatrie Leave a comment
Die Psychiatrie bedient hauptsächlich Sicherheitsbedürfnisse. Alles was von der Norm (wer bestimmt die?) abweicht, wird als fremd, gefährlich und psychisch krank definiert. Dabei bedienen sich Psychiater hauptsächlich auf Vermutungen oder was sie selbst glauben. Psychologie ist keine exakte Wissenschaft. Was als allgemeingefährlich gesehen wird ist eine subjektive Entscheidung des Psychiaters. Man sah ja am Fall Mollath was als allgemeingefährlich definiert wurde. Die Psychiatrie „befreit“ die Gesellschaft auch von unbequemen „Elementen“. Man weiß ja wie leicht es ist laut Paragraph 63 zwangseingewiesen zu werden. Da brauchen nur „liebe Angehörige“, wie zum Beispeil ein Ehepartner daran interessiert sein. Psychiater finden immer etwas, wenn sie wollen. Dazu haben sie ja genug Krankheitsbilder geschaffen. Individualität in ausgeprägter Form sehen Gesellschaft und Psychiatrie nicht gern. Im Interesse des Kollektivs verletzt die Psychiatrie auch Menschenrechte, angeblich um die Allgemeinheit zu schützen oder den Patienten vor sich selbst. Wenn Psychiater davon reden, dass alles zum Wohle des Patienten passiere, dann wird es ganz gefährlich.
Ausschnitt aus focus.de
Die Zahl der Zwangseinweisungen nach Paragraph 63 des Strafgesetzbuchs hat sich seit den 90er-Jahren verdoppelt. „Die Unterbringung der Täter dauert heute auch länger. Das hat mit den hohen Sicherheitsansprüchen der Gesellschaft zu tun. Sie will quasi eine Garantie, dass alles gut geht, wenn jemand entlassen wird“, sagt der forensische Psychiater. Gerichte und Gutachter entscheiden daher lieber für eine Unterbringung zu viel, als dass sie möglicherweise einen gefährlichen Psychopathen laufen lassen – oder auch einen unbequemen Mann wie Gustl Mollath.
http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/psychologie/therapie/tid-30161/die-angst-vor-der-zwangsjacke-schnell-rein-in-die-psychiatrie-aber-nicht-wieder-raus-forensische-psychiatrie-fuer-schuldunfaehige-straftaeter_aid_942700.html
Hier ein Beitrag von freigeistblog.com
Die Psychiatrie als Handlung zur Lehre der Psychologie, ist der Wahn eine Vermutung über das Recht zu stellen. Die Psychologie glaubt definieren zu können, was normal zu sein hat und die Psychiatrie wähnt sich in der Befähigung, dass dieser Zustand, an jeder x-beliebigen Person herstellbar sei. Solcherlei Anmaßungen führen zumeist an der Realität vorbei und provozieren zwangsläufig eine große Anzahl nicht therapierbarer Menschen, die dann unbefristet aus der Gesellschaft entfernt und in Hochsicherheitsgefängnissen ähnlichen, psychiatrischen Anstalten weggeschlossen werden.
Die Psychologie berechtigt ihre Existenz, wie jede andere Wissenschaft, durch Aufstellung neuer Thesen und Normen. Bei allen anthropologischen Wissenschaften beziehen diese sich zumeist auf die Festlegung von Soll-Zuständen und der Klassifizierung von Abweichungen daraus. Diese Abweichungen sind definierte Krankheitsbilder und die Anzahl neuer Klassifizierungen, also neu erschaffener Krankheitsbilder, steigt bezeichnender Weise, analog eines gesellschaftlich steigendem Sicherheitsbedürfnisses.
Der klinischen Psychologie, der Psychiatrie kommt die Aufgabe zu, eine gesamtgesellschaftliche Akzeptanz herzustellen. Zum einen gilt es ein diffuses Sicherheitsbedürfnis zu befriedigen.
Dazu wird die Gesellschaft von der physischen Anwesenheit des Abweichlers befreit und er aus ihr entfernt. Zum anderen ist der Rechtsfrieden wieder herzustellen. Ein Grundsatz des Rechtsfriedens ist: Alle haben die gleichen Rechte, sind vor dem Gesetz gleich und werden für Verfehlungen bestraft.
Abweichler von gesellschaftlichen Normen, werden im Rechtsempfinden einer Mehrheit als undankbar und verräterisch empfunden, ein allgemein anerkannt, maßregelungswürdiges Verhalten. Der Widerspruch, das gerade der Grundsatz der Rechtsfriedens den Abweichler von Rechts wegen vor einer Maßregelung schützt, also in die Gesellschaft frei lässt, wird mit einem juristischen Widerspruch in sich, überbrückt. Die Psychiatrie folgert: Wen das Recht nicht richten kann, den darf es auch nicht schützen.
Dem Abweichler wird mittels psychiatrischem Gutachten die Schuldunfähigkeit attestiert, damit unausgesprochen entmündigt und aus dem Bereich der Gültigkeit des Gesetzes entfernt. Wer nicht innerhalb des Gesetzes steht, kann sich auch nicht auf Recht und Gesetz berufen. Er ist schutzlos allem ausgeliefert.
Aufgrund des gesellschaftlichen Auftrages an die Psychiatrie und dem eigenen Anspruch der Psychologie an sich als Wissenschaft, steht nicht das Wohl des Einzelnen im Mittelpunkt der Interessen.
Der gesellschaftliche Konsens ist der Motor der Entrechtung von Abweichlern. Es ist der Wunsch nach einem kollektiven, leicht zu beeinflussendem und kontrollierbarem Bewusstsein, als Blaupause für Jedermann. Hilfreich ist die grundsätzlich vermutete Allwissenheit der Psychologie, dem Unfehlbarkeitsglauben der Wissenschaft, als Legitimation Krankheitsbilder zu definieren. Im Ergebnis kann das alles sein, was eine gesellschaftliche Mehrheit nicht nachvollziehen kann und der Gemeinschaft Unannehmlichkeiten bereitet.
Der Wille der Masse als Maß der Dinge, ist die offene Positionierung zur Quantität vor Qualität. Die geistigen Gesundheit des Kollektivs, gegeben als naturwissenschaftliches Gesetz, ist eine von der Psychologie zu verantwortende, irrwitzige These, mit der sich alle Kriege und Genozide der Geschichte rechtfertigen lassen. Als ob Idiotie nicht auch ein Massenphänomen sei.
Dieser Frevel an der Individualität, ist ein dunkles Gespinst der Normierung des Geistes, eine Tyrannei gegen fremde Gedanken. Es ist nicht falsch andere Gedanken und andere Meinungen zu haben und sie werden nicht zu einer Krankheit, nur weil viele andere, eine andere haben.
Die Angst vor fremden Gedanken, hat schon in vielen Gewändern, eine unrühmliche Rolle in der Geschichte gespielt.
Es fanden sich immer scheinbar wahnsinnige Menschen deren Gedanken als gefährlich, utopisch und anarchistisch attestiert wurden. Sie wurden verfolgt, eingesperrt, zum widerrufen ihrer Gedanken gezwungen oder getötet. Nur wenige, heute berühmte Opfer, wie Sokrates, Galileo Galilei und Nietszsche, stehen stellvertretend für ein unüberschaubares Heer, an ihrem Geist gefolterter und entrechteter Menschen. Heute übernimmt das die Psychiatrie, als Vollstreckerin der Psychologie, mit Hilfe von Methoden, die von der UN als weiße Folter deklariert werden, wie der Wahrheits- und Einsichtsfindung durch Psychopharmaka, Sinnesentzug, Zwangssedierung- oder Fixierung. Der Anzug ist sauberer geworden, aber das Handwerk blieb schmutzig.
Das wesentlichste Merkmal der Evolution ist die Vielfalt, durch die sich das Leben ausprobiert und neue Wege für die Zukunft sucht. Die bestmöglich angepasste Spezies und das gilt sowohl für physische als auch psychische Merkmale, wird die Zukunft für sich gewinnen. Heute sind wir das, auch als Folge unserer Gedanken und Werte, die nicht von Gesellschaften erfunden, sondern von Einzelnen erdacht wurde. Die das taten, waren zu ihrer Zeit die verrückten Illusionäre, die gefährlichen Querulanten. So gefährlich ihre Gedanken zu ihrer Zeit für die Gesellschaften waren, so grundsätzlich bestimmend sind sie heute. Viele wertvolle Ideen und Gedanken, sind in der Psychiatrien verloren gegangen und je mehr es werden, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, das wir nicht die Gedanken zulassen werden, die unsere Zukunft ermöglichen. Es ist durchaus denkbar, das sich unsere Zukunft, in den unverständlichen Gedankenwelten derer, die wir heute hinter Sicherheitszäunen gefangen halten, versteckt.
Eine forschende Psychologie kann das Verständnis des Menschen um sich selbst erweitern. Eine forensische, begutachtende und damit beurteilende Psychiatrie, steht der psychischen und geistigen Entwicklung des Menschen im Wege. Es sind die skurrilsten und anarchistischsten Weltbilder von heute, die das Morgen bestimmen werden. Tun sie das nicht, wird unser heutiges Verständnis um die Welt, morgen nicht mehr ausreichen, uns in ihr zu erhalten.
Individualität ist der Auftrag der Evolution an das Leben, vielleicht ist sie deshalb der natürliche Feind jeder Gesellschaft.
http://freigeistblog.com/2014/08/16/psychologie-und-psychiatrie/
Veröffentlicht 27. September 2014 von hubert wenzl in Psychiatrie, Psychologie
Getaggt mit Forensik, Gesellschaft, keine exate Wissenschaft, Menschenrechte, Psychiatrie, Psychologie, Sicherheitsbedürfnisse, weiße Folter, Zwangseinweisung
Zwangseinweisung nach § 63 StGB Leave a comment
Der § 63 müsste dringendst abgeändert werden. Eine Zwangseinweisung nach diesem Gesetz ist viel zu leicht möglich und es kann leicht Missbrauch damit getrieben werden. Man braucht sich ja nur den berühmtesten Psychiatrie-„Patienten“ Deutschlands, Herrn Mollath ansehen. Auffällig ist auch dass im letzten Jahrzehnt die Zwangseinweisugen massiv zugenommen habe, besonders in Bayern.
Hier ein Auszug aus patverfue.de
Fo­ren­si­sche Psychiatrie/„Maßregelvollzug“ nach § 63 StGB und § 64 StGB
Mit ei­ner psych­ia­tri­schen „Dia­gnose“ ver­leum­dete Men­schen, die eine straf­recht­lich re­le­vante (straf­rechts­sank­tio­nierte) Tat be­gan­gen ha­ben, er­fah­ren ebenso eine Son­der­be­hand­lung. Nach­dem sie für „schuld­un­fä­hig“ oder „ver­min­dert schuld­fä­hig“ er­klärt wur­den und ih­nen so­mit die Ver­ant­wor­tung für ihre Tat ab­ge­spro­chen wurde, wer­den sie – im Un­ter­schied zu so­ge­nann­ten „schuld­fä­hi­gen“ Straf­tä­te­rIn­nen, de­nen keine an­geb­li­che „psy­chi­sche Krank­heit“ un­ter­stellt wurde – nach den Ge­set­zen des Maß­re­gel­voll­zugs, § 63 oder § 64 StGB, in ei­ner An­stalt der fo­ren­si­schen Psych­ia­trie un­ter­ge­bracht.
§ 63 StGB „Un­ter­brin­gung in ei­nem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus“ :
„Hat je­mand eine rechts­wid­rige Tat im Zu­stand der Schuld­un­fä­hig­keit (§ 20) oder der ver­min­der­ten Schuld­fä­hig­keit (§ 21) be­gan­gen, so ord­net das Ge­richt die Un­ter­brin­gung in ei­nem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus an, wenn die Ge­samt­wür­di­gung des Tä­ters und sei­ner Tat er­gibt, dass von ihm in­folge sei­nes Zu­stan­des er­heb­li­che rechts­wid­rige Ta­ten zu er­war­ten sind und er des­halb für die All­ge­mein­heit ge­fähr­lich ist.”
Die An­stal­ten der psych­ia­tri­schen Fo­ren­sik nach § 63 oder § 64 StGB wer­den – ob­gleich sie mit den für Ge­fäng­nisse ty­pi­schen Ele­men­ten wie Über­wa­chungs­an­la­gen, hohe Zäu­nen, etc., aus­ge­stat­tet sind – nicht Ge­fäng­nis, son­dern Kran­ken­haus ge­nannt. Auch das Ein­sper­ren dort dient an­geb­lich in ers­ter Li­nie zur „Hei­lung“: Die an­geb­lich „psy­chisch kran­ken“ Straf­tä­te­rIn­nen wer­den so lange vor­geb­lich „the­ra­piert“ und ver­wahrt, bis sie von den psych­ia­tri­schen Gut­ach­te­rIn­nen als nicht mehr „ge­fähr­lich“ ein­ge­stuft wer­den. Es dient an­geb­lich nicht der Be­stra­fung, da die zu In­sas­sIn­nen Ver­ur­teil­ten ja an­geb­lich gar nicht schuld­fä­hig seien. Das hat An­ne­lie Pra­po­li­nat in ih­rer Dis­ser­ta­tion „Sub­jek­tive An­for­de­run­gen an eine ‚rechts­wid­rige Tat‘ bei § 63 StGB“[34] dazu ver­an­lasst, die be­mer­kens­werte Schluss­fol­ge­rung zu zie­hen, dass es sich bei den be­straf­ten Ver­hal­tens­wei­sen um Irr­tü­mer han­delt, die gar nicht be­straft wer­den dürf­ten.
Der Auf­ent­halt im psych­ia­tri­schen Maß­re­gel­voll­zug geht über die Haft­strafe in zwei we­sent­li­chen Punk­ten hin­aus:
In der fo­ren­si­schen Psych­ia­trie wer­den zwangs­weise Psy­cho­phar­maka ver­ab­reicht und so­ge­nannte an­dere „The­ra­pien“ auf­ge­zwun­gen.
In der Pra­xis fal­len die Haft­zei­ten bei psych­ia­trisch ent­mün­dig­ten Straf­tä­te­rIn­nen bei ein und der­sel­ben Straf­tat er­heb­lich län­ger aus – in Jah­ren ge­rech­net kann das auch bis zum Zehn­fa­chen sein – als für die als schuld­fä­hig be­fun­de­nen Straf­tä­te­rIn­nen, die ihre Tat nicht we­gen ei­ner an­geb­li­chen „psy­chi­schen Krank­heit“ be­gan­gen ha­ben sol­len. Die Ver­län­ge­rung oder Be­en­di­gung der Haft­zeit in der Fo­ren­sik ist al­lein ab­hän­gig von der „Pro­gnose“ der psych­ia­tri­schen Gut­ach­te­rIn­nen. Die Be­gut­ach­tung fin­det beim § 63 StGB ein­mal jähr­lich statt [35] und so ist für die In­sas­sIn­nen nicht ab­seh­bar, wann und ob sie über­haupt aus der An­stalt ent­las­sen wer­den.[36]
Zum Ab­schluss die­ses Ab­schnitts folgt ein Be­richt ei­ner Ge­fan­ge­nen aus der fo­ren­si­schen An­stalt der „Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik“ aus dem Jahr 2000. Das hier von Frau Theu­er­meis­ter ab­ge­legte Zeug­nis sagt nicht nur et­was über die Ver­hält­nisse in­ner­halb des „Maß­re­gel­voll­zugs“ aus, son­dern lie­fert auch ei­nen Ein­blick in die Struk­tu­ren und Prak­ti­ken der Zwangs-Psychiatrie im All­ge­mei­nen:
“Der Maß­re­gel­voll­zug ba­siert auf drei Säu­len: Der Phar­ma­ka­the­ra­pie, der Psy­cho­the­ra­pie und der Ar­beits­the­ra­pie. In der Phar­ma­ka­the­ra­pie wird man mit Psy­cho­phar­maka ab­ge­füllt. In der Psy­cho­the­ra­pie kann man dann über die Schä­den re­den, die das ver­ur­sacht und in der Ar­beits­the­ra­pie muss man für 1,30 DM/Stunde ar­bei­ten. Er­war­tet wird, dass man sich die­sen drei Pro­gram­men wi­der­stands­los un­ter­wirft. Dann win­ken Voll­zugs­lo­cke­run­gen wie Aus­gang und ir­gend­wann die Ent­las­sung in eine WG, wo das­selbe Pro­gramm durch­ge­zo­gen wird wie im Maß­re­gel­voll­zug. Ich ma­che nichts von al­le­dem mit. Ich werde ge­walt­sam ab­ge­spritzt: 5 Leute pa­cken mich, zer­ren mich in die Zelle, wer­fen mich aufs Bett, zie­hen mir die Ho­sen run­ter und dann werde ich ab­ge­spritzt. Das wie­der­holt sich alle 4 Wo­chen. Ich wehre mich da­bei so gut es geht. Die Sprit­zen ha­ben eine ver­hee­rende Wir­kung auf Kör­per und Geist. Ich habe keine Phan­ta­sie mehr. Meine Mu­si­ka­li­tät und Se­xua­li­tät sind völ­lig zer­stört. Meine Fin­ger sind ver­steift. Der ganze Kör­per ist häss­lich ge­wor­den. Es fließt keine Bio­en­er­gie mehr. Da­mit das al­les geht, ha­ben sie mir ei­nen Be­treuer vor die Nase ge­setzt. Der Be­treuer stimmt al­lem zu, was ich ab­lehne, also auch der Zwangs­be­hand­lung. Wenn er das nicht macht, wird er ab­ge­löst von ei­nem Be­treuer, der al­les ab­seg­net, was die Ärzte von ihm wol­len.“ [37]
„Ich kann zu­se­hen wie mein ehe­mals ge­sun­der Kör­per nach und nach völ­lig ent­stellt und ka­putt­ge­macht wird, die Seh­stärke der Au­gen nimmt dras­tisch ab. Die Mu­si­ka­li­tät und Se­xua­li­tät sind völ­lig zer­stört, mei­nen gan­zen Kör­per er­fasst ein un­will­kür­li­ches Zit­tern, in den Schul­ter­ge­len­ken hat sich Rheuma ein­ge­nis­tet. Die Fin­ger sind ver­steift. Das al­les sind Wir­kun­gen von Hal­dol. Es gibt keine Ne­ben­wir­kun­gen. Die Zer­stö­rung des Kör­pers ist das ei­gent­li­che Ziel. (…) Die Scher­gen wol­len, dass ich das Zeug frei­wil­lig ein­nehme, wie alle hier. Das wird ih­nen nicht ge­lin­gen. Neu­ro­lep­tika wir­ken wie eine stän­dige Fes­sel. Mit die­ser Fes­sel ver­spre­chen sie uns die Frei­heit. Stän­dig ge­fes­selt und kör­per­lich völ­lig ka­putt sind wir dann auch nicht mehr ‚ge­fähr­lich‘. Je­der Gut­ach­ter wird uns be­schei­ni­gen, dass wir krank sind und be­treut wer­den müs­sen.“ [38]
[33] Be­mer­kens­wert in Be­zug auf die Kon­ti­nui­tä­ten in der Psych­ia­trie ist die un­ge­bro­chene Ver­wen­dung der Be­griffe „Schwach­sinn“ und „Ab­ar­tig­keit“ in die­sem deut­schen Straf­rechts­pa­ra­gra­phen. Die so­ge­nann­ten „Schwach­sin­ni­gen“ waren die be­vor­zugte Ziel­gruppe der Eu­ge­ni­ker im Nazi- Deutsch­land und auch in an­de­ren Län­dern, da es eine auf so­ziale Kri­te­rien ge­stützte, sehr dehn­bare Ka­te­go­rie war. Tat­säch­lich ist „Schwach­sinn“ heut­zu­tage im­mer noch eine Ka­te­go­rie in der In­tel­li­genz­skala. „Ab­ar­tig­keit“ klingt wie­derum sehr nach „De­ge­ne­ra­tion“, „Ent­ar­tung“ und „Frem­dras­sig­keit“. Wei­ter­füh­rende Li­te­ra­tur dazu siehe Halmi, Alice: Kon­ti­nui­tä­ten der (Zwangs-) Psych­ia­trie. Eine kri­ti­sche Be­trach­tung. Ber­lin 2008, Seite 74-82.
Veröffentlicht 5. Dezember 2013 von hubert wenzl in Psychiatrie
Getaggt mit § 63, forensische Klinik, Missbrauch, Psychiatrie, Zwangseinweisung