Source: https://www.censio.de/wohngebaeudeversicherung/wohngebaeudeversicherung-lexikon/
Timestamp: 2019-03-24 15:06:11
Document Index: 305780399

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 1', '§ 4', '§ 1', '§ 4', '§ 27', '§ 27', '§ 9', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 7', '§ 50', '§ 5', '§ 2', '§ 4', '§ 7', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 8', '§ 8', '§ 1128', '§ 4', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 6', '§ 7', '§ 6', '§ 2', '§ 15', '§ 12', '§ 22', '§ 6', '§ 62', '§ 25', '§ 2', '§ 26', '§ 5', '§ 24', '§ 6', '§ 9', '§ 12', '§ 1', '§ 1', '§ 12', '§ 4', '§ 4', '§ 2', '§ 1', '§ 6', '§ 6', '§ 6', '§ 26', '§ 26']

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Unser Wohngebäudeversicherung Lexikon bietet Ihnen eine alphabetische Übersicht der Fachbegriffe und Begriffserklärungen aus den Bereichen Finanzen und Versicherungen, die oftmals von Bedeutung und Interesse sind. Die Begriffe werden kurz und einfach erklärt.
Unser Wohngebäudeversicherung Lexikon haben wir zur besseren Übersicht nach einzelnen Fachbegriffen und Begriffserklärungen alphabetisch aufgelistet und systematisch gegliedert, u.a. Ableitungsrohre, Allmählichkeitsschaden, Antennen, Bauartklasse, Baupreisindex, Blitzschlag, Brand, Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel, Bewegungkosten, Entschädigung, Wohnhaus Ferienhaus, Gleitende Neuwertversicherung etc. Auf censio.de können Sie eine Wohngebäudeversicherung online vergleichen, sparen und abschließen. Unser Versicherungsportal censio.de der Versicherungsvergleich ist bestrebt, dass Versicherungslexikon laufend zu aktualisieren und mit weiteren Begriffen zu vervollständigen. Sollten Sie auf unserem Versicherungslexikon einzelne Fachbegriffe oder Erklärungen nicht finden, kontaktieren Sie uns bitte, denn wir sind bestrebt, unser Wohngebäudeversicherung Lexikon zu vervollständigen. Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und Mithilfe.
Anpassung der Versicherungssumme / Haftung
Schäden durch das Abhandenkommen von Sachen sind nicht versichert. Sollte die versicherte Sache aber infolge eines Schadenereignisses abhanden kommen, liegt ein ersatzpflichtiger Schaden vor.
Bei einem Brand entfernen Sie, als Versicherter, Ihre wertvolle, bleiverglaste Eingangstür und stellen Sie auf die Straße, damit die Tür nicht auch Opfer der Flammen wird. Ein Passant nimmt sie mit. Da die Tür eine versicherte Sache ist und im Rahmen Ihres Rettungsversuchs bei einem Brandschaden abhanden gekommen ist, ist sie über die Wohngebäude-Versicherung versichert.
Ableitungsrohre dienen der Entsorgung des “Brauchwassers” (Abwasser). “Bestimmungswidrig” aus Ableitungsrohren ausgetretenes Wasser ist Leitungswasser im Sinne der Wohngebäude-Versicherung. Für Schäden innerhalb des versicherten Grundstücks, die auf aus Ableitungsrohren ausgetretenem Wasser beruhen, besteht folglich Versicherungsschutz.
Nach § 4 Nr. 1 a VGB 2001 sind über die Wohngebäude-Versicherung auch solche Schäden geschützt, die durch den Anprall oder Absturz eines bemannten Flugkörpers, seiner Teile oder Ladung entstanden sind.
Der Begriff Luftfahrzeug wird in § 1 (2) des Luftverkehrsgesetz wie folgt definiert:
Luftfahrzeuge sind Flugzeuge, Drehflügler, Luftschiffe, Segelflugzeuge, Motorsegler, Frei- und Fesselballone, Drachen, Fallschirme, Flugmodelle und sonstige für die Benutzung des Luftraums bestimmte Geräte, insbesondere Raumfahrzeuge, Raketen und ähnliche Flugkörper.
In der Gebäudeversicherung sind je nach Tarifbedingungen auch Sachschäden, die durch allmähliche Einwirkung von Temperatur, Dämpfen, Gasen oder Feuchtigkeit entstehen eingeschlossen.
Beispiel: In einem Gebäude entstehen Feuchtigkeitsschäden nicht durch den unmittelbaren Austritt von Wasser (Rohrbruch), sondern langsam durch anhaltende Einwirkung (Schimmelpilzbildung). Diese Schäden wären dann eingeschlossen, wenn die Bedingungen die entsprechende Klausel beinhalten.
Anlagen der Warmwasserversorgung sind sämtliche mit der Warmwasserversorgung verbundenen Leitungen und Geräte. Sie fallen unter den Versicherungsschutz im Rahmen der Leitungswasser-Deckung, wenn Wasser bestimmungswidrig austritt.
Zum Schutz gegen Unterversicherung wird die “Gleitende Neuwertversicherung” angeboten. Durch die Gleitende Neuwertversicherung wird die Versicherungssumme und damit die Haftung des Versicherers an die Baupreisentwicklung angepasst.
Ein Haus hat 1960 ohne Grundstück 50.000 € gekostet. Um heute ein gleichwertiges Haus zu bauen, sind circa 280.000 € erforderlich. Wenn die Versicherungssumme nun bei 50.000 € stehen geblieben wäre, wäre das Haus im Schadenfall extrem unterversichert. Durch die “Gleitende Neuwertversicherung” dagegen wäre die Versicherungssumme automatisch auf 280.000 € angepasst worden. Diese Versicherungsart hätte vollen Versicherungsschutz gewährleistet.
Nach § 4 Nr. 1 a VGB 2001 sind auch solche Schäden über die Wohngebäude-Versicherung geschützt, die durch den Anprall oder Absturz eines bemannten Flugkörpers, seiner Teile oder Ladung entstanden sind.
Der Begriff Luftfahrzeug wird in § 1 (2) des Luftverkehrsgesetzes wie folgt definiert:
Antennen sind als Gebäudebestandteil oder Zubehör in der Wohngebäude-Versicherung versichert. Sie müssen sich aber im oder am versicherten Gebäude befinden.
Folgende Daten sind, neben anderen, in den Antrag aufzunehmen:
die zu zahlenden Beiträge
die Vorversicherung
die eventuellen Vorschäden
die Unterschriften der Vertragspartner
Sie, als Versicherter (formell: Versicherungsnehmer), haben bei Eintritt des Versicherungsfalls den Schaden unverzüglich anzuzeigen und das Abhandenkommen versicherter Gebäudebestandteile und sonstiger Gegenstände auch der zuständigen Polizeidienststelle zu melden. Hierzu ist von Ihnen ein entsprechendes Verzeichnis anzufertigen.
Schäden, die dadurch entstehen, dass Wasser aus Aquarien austritt, sind nicht versichert. Sie können jedoch auf Grund besonderer Vereinbarung in die Wohngebäude-Versicherung eingeschlossen werden.
Nicht nur der Ersatz bzw. die Reparatur versicherter Sachen werden über die Wohngebäude-Versicherung ersetzt. Der Wohngebäudeversicherer leistet auch Ersatz für Aufräumungskosten nach einem Schadenfall. Diese Aufräumungskosten beziehen sich aber nur auf versicherte Sachen.
Durch einen Sturm wird ein Baum im Garten umgeworfen. Der Baum reißt beim Sturz einen Balkon ein. Die Kosten für den Abtransport des Balkonschutts sind versichert, die Kosten für das Zersägen und Beseitigen des Baumes allerdings nicht (ggf. auf Grund besonderer Vereinbarung versicherbar). Dies liegt daran, dass der Baum nicht zu den versicherten Sachen gehört.
Analog zu 1 das Beispiel 2:
Wenn durch Löschwasser bei einem Gebäudebrand der Boden als auch der Gebäudeschutt verseucht werden, trägt der Versicherer nur die Kosten für die Entsorgung des Gebäudeschutts. Die Entsorgung des Bodens kann ggf. auf Grund besonderer Vereinbarung mitversichert werden.
Sie als Versicherter haben jede zur Schadenregulierung erforderliche Auskunft zu erteilen. Ebenso müssen Sie alle erforderlichen Belege, einschließlich eines beglaubigten Grundbuchauszuges, vorlegen.
Neben den Ausnahmen bei den einzelnen Gefahren gibt es nach § 4 Nr. 4 VGB 2001 folgende, prinzipielle Ausschlüsse vom Versicherungsschutz:
Schäden, die Sie oder Ihr Repräsentant vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt haben;
Schäden, die durch Kriegsereignisse, durch Kernenergie, innere Unruhen oder Erdbeben entstehen.
Nachstehende Punkte sind bei Auszahlung einer Entschädigung zu beachten:
· Ist der Versicherer zur Leistung verpflichtet, muss die Zahlung der Entschädigung innerhalb von zwei Wochen an Sie, als Versicherter, erfolgen (siehe § 27 Abs. 1 VGB 2001 ).
· Sie, als Versicherter, können einen Monat nach Eingang der Schadenanzeige beim Versicherer eine Abschlagszahlung verlangen (siehe § 27 Abs. 1 VGB 2001).
· Die Entschädigung ist, soweit sie nicht innerhalb eines Monats nach Schadenmeldung nach Schadenmeldung geleistet ist, zu verzinsen.
Die Haftung des Versicherers wird gemäß § 9 Nr. 3 VGB 2001 an die Baupreisentwicklung angepasst. Entsprechend verändert sich die Prämie durch Erhöhung oder Verminderung des Gleitenden Neuwertfaktors. Der Baupreisindex zeigt die Kostenentwicklung seit 1914. Mit seiner Hilfe wird die Versicherungssumme 1914 aus den Baukosten eines bestimmten Jahres ermittelt.
Der Baupreisindex drückt die Baukosten eines Neubaus aus. Totalschäden sind aber selten. In den meisten Fällen muss der Versicherer Reparaturkosten (Teilschäden) ersetzen, bei denen der Lohnanteil wesentlich höher ist als bei einem Neubau. Löhne steigen aber häufig schneller als die Baukosten insgesamt. Um dieser Tatsache gerecht zu werden, wurde 1979/80 der Mischindex eingeführt. Durch den Mischindex werden 80 % Baupreis- und 20 % Tariflohnänderungen bei der Haftung des Versicherers berücksichtigt.
Die Beitragsberechnung zur Wohngebäude-Versicherung erfolgt bei fast allen Versicherungsgesellschaften nahezu identisch. Der Tarifbeitrag wird in Promille der Versicherungssumme ausgewiesen. Der Beitrag wird dann wie folgt ermittelt:
Beitragssatz x Wert 1914 = Beitrag 1914 in Mark
Beitrag 1914 x Gleitender Neuwertfaktor = Beitrag in EUR
Vom Beitrag 1914 werden noch eventuelle Zu- bzw. Abschläge berechnet.
b) Hierzu können Zuschläge für Gefahrerhöhungen (z. B. feuergefährlicher Betrieb im Gebäude) kommen.
c) Für das Versichern von zusätzlichen Gefahren wie Überspannungsschäden, Fußbodenheizung etc. können ebenfalls Beiträge fällig werden.
d) Neben den diversen Prämien ist es marktüblich, dass Versicherer folgende Gebühren erheben:
Ausfertigungsgebühr für die Erstellung der Police 0,50 bis 1,50 ,
Hebegebühr für die Erhebung des Folgebeitrages 0,25 bis 0,50 ,
Nachtragsgebühr für Änderungen der Police 0,50 bis 1,50 .
e) Rabatte auf den Beitrag können u.a. gewährt werden für:
Vertragsdauer (z. B. 5 Jahre),
f) Der Beitrag in der Glasversicherung kann nach folgenden Kriterien berechnet werden:
nach der Gesamtfläche der Gebäudeverglasung,
nach qm Wohnfläche,
pauschal pro Wohnung oder Einfamilienhaus.
Eine Voraussetzung für das Vorliegen eines Brandes im Sinne der Wohngebäude-Versicherung ist, dass das Feuer ohne einen bestimmungsgemäßen Herd entstanden ist oder einen bestimmungsgemäßen Herd verlassen hat. Zu den bestimmungsgemäßen Herden gehören:
Öfen aller Art,
Kerzenflammen,
Zigarettenglut etc.
Beispiel für die Entstehung eines Brandes ohne einen bestimmungsgemäßen Herd:
Mr. Dumpledore hat seine Brille auf der Zeitung am Frühstückstisch liegen gelassen. Als die Sonne durchs Fenster auf die Brille fällt, setzt sie, wie ein Brennglas, die Zeitung in Brand.
Beispiel für die Entstehung eines Brandes durch das Verlassen eines bestimmungsgemäßen Herdes:
Nasses Kaminholz verursacht Glutfunken beim Verbrennen in einem Kamin. Diese entzünden den Teppichboden. Der entstandene Schwelbrand geht auf das Zimmer/Haus über.
Ein Austritt von Leitungswasser ist bestimmungswidrig, wenn es an nicht dafür vorgesehenen Stellen austritt oder keine bestimmungsgemäße Verwendung vorliegt, beispielsweise bei einem undichten Heizkörper oder einer überlaufenden Badewanne.
Nicht versichert sind Brandschäden an versicherten Sachen, die dadurch entstehen, dass sie einem Nutzfeuer oder der Wärme zur Bearbeitung oder zu sonstigen Zwecken ausgesetzt sind.
Durch den Betrieb einer angeschlossenen Feuerung entzünden sich Rußablagerungen im Schornstein. Die Rußablagerungen als auch die Entzündung entstanden durch den Betrieb der Feuerung. Eine Leistung ist ausgeschlossen.
Über die Wohngebäude-Versicherung werden nicht nur Schäden an versicherten Sachen ersetzt, sondern auch Kosten, die durch einen Versicherungsfall entstanden sind. Zu diesen Kosten gehören unter anderem die Bewegungs- und Schutzkosten.
Ein Baum muss von einem Dach entfernt werden, damit der Sturmschaden am Dach repariert werden kann. Hierbei sind alle Sachen versichert, unabhängig davon, ob es sich um eine versicherte Sache handelt oder nicht.
Ein Blitzschlag ist der unmittelbare Übergang eines Blitzes auf Sachen (§ 5 Nr. 2 VGB 2001). Daraus resultierende Feuerschäden werden als Brandschäden durch die Wohngebäude-Versicherung ersetzt.
Versichert ist aber auch der so genannte kalte Schlag, durch den Trümmer- oder Sengschäden verursacht werden. Mitversichert sind auch mittelbare Schäden durch Blitzschlag, beispielsweise wenn der Blitz in einen Baum einschlägt und ein dadurch abgebrochener Ast die versicherte Markise beschädigt.
Versicherungsschutz durch die Wohngebäude-Versicherung bei Blitzschlag besteht für:
zündenden Blitzschlag (der Blitzschlag löst einen Brand aus),
kalten Blitzschlag (durch herabfallende Steine des Schornsteines wird der Wintergarten beschädigt),
Sengschäden durch Blitzschlag (ein Blitz versengt den Parkettfußboden im Wohnzimmer),
Luftdruckschäden durch Blitzschlag (durch den Luftdruck eines einschlagenden Blitzes platzen die Fensterscheiben des Hauses).
Zunächst ausgeschlossen von der Wohngebäude-Versicherung sind die so genannten Überspannungsschäden: Die hohe elektrische Energie beschädigt hierbei den Sicherungskasten, Steckdosen und E-Leitungen. Diese Schäden können gegen einen Mehrbeitrag durch Klausel 7160 zusätzlich eingeschlossen werden.
Der Versicherungsumfang der Wohngebäude-Versicherung zu der Gefahr Brand wird im § 5 VGB 2001 beschrieben.
Die versicherungsrelevante Definition von Feuer nach § 5 Nr. 1 VGB 2001 lautet:
Ein Feuer ist ein Verbrennungsvorgang mit Lichterscheinung (Flamme, Glut, Funken). Eine weitere Voraussetzung ist, dass das Feuer ohne einen bestimmungsgemäßen Herd entstanden ist oder ihn verlassen hat und sich aus eigener Kraft auszubreiten vermag. Unter bestimmungsgemäßen Herden bezeichnet man z. B. Öfen aller Art, Kamine, Kerzenflammen, Feuerzeuge, Zigarettenglut etc. Unter den Versicherungsschutz Brand fällt das Verbrennen oder Anbrennen, Verrußen, Versengen durch
Funkenflug eines Schadenfeuers, Verformung von Sachen, Rauchschäden (Tapete, Deckenpaneele), also alle mittelbaren und unmittelbaren Schäden eines Feuers.
Versichert sind nach § 7 Nr. 1 VGB 2001 auch Bruchschäden an den Zu- und Ableitungsrohren innerhalb des Hauses, der Warmwasser- und Dampfheizungsanlage sowie von Sprinkler- und Berieselungsanlagen.
Unter Einwirkungsschäden versteht man in der Sachversicherung Schäden, die durch die unmittelbare oder auch: direkte Einwirkung einer versicherten Gefahr entstanden sind.
Ein mächtiger Sturm beschädigt unmittelbar den hohen Schornstein der Zaubererschule Hogwarts.
Fazit: Ein Einwirkungsschaden ist also das Gegenteil eines Folgeschadens.
Als Elementarschäden bezeichnet man Schäden, die durch Hochwasser, Lawinen, Erdbeben et cetera verursacht wurden. In der Wohngebäude-Versicherung nach den VGB 88 sind Elementarschäden generell ausgeschlossen.
Es gibt Versicherer, die hier eine spezielle Elementarschadenversicherung anbieten beziehungsweise durch eine Klausel in die Wohngebäude-Versicherung einschließen.
Grundsätzlich ist gemäß § 50 VVG die Gesamtentschädigung je Versicherungsfall auf die Versicherungssumme begrenzt. Dies gilt in der Wohngebäude-Versicherung nur dann, wenn nicht zum Gleitenden Neuwert versichert wurde.
Marktüblich ist, dass die Kosten (wie Aufräumungs-, Bewegungs- und Abbruchkosten) dann nur bis 5 der Versicherungssumme versichert sind.
Bei der Gleitenden Neuwertversicherung werden die marktüblichen 5 aus der Versicherungssumme 1914 berechnet und mit dem Gleitenden Neuwertfaktor multipliziert. Dadurch werden auch die versicherten Kosten an die sich ändernden Baupreise angepasst.
Schadenabwendungs- und Schadenminderungskosten, die vom Versicherer angeordnet wurden, werden vom Versicherer ohne Einschränkung voll übernommen.
Eine Explosion ist nach § 5 Nr. 3 VGB 2001 eine auf dem Ausdehnungsbestreben von Gasen oder Dämpfen beruhende, plötzlich verlaufende Kraftäußerung. Eine Explosion kann durch Entzündung explosiver Gase oder Dämpfe erfolgen oder durch das Bersten von Gefäßen, die unter Druck von Gasen oder Dämpfen stehen. Explosionen sind in der Wohngebäude-Versicherung enthalten.
Schäden, die von einer Implosion herrühren, sind mit der Wohngebäude-Versicherung nicht versichert.
Nicht versichert sind ohne Rücksicht auf mitwirkende Ursachen Schäden, die der Versicherungsnehmer vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeiführt.
Das Gleiche gilt für die Verletzung von so genannten Obliegenheiten: Beispielsweise das Beheizen von Gebäuden in der kalten Jahreszeit. Hier gilt ebenfalls, dass eine Leistungsfreiheit des Versicherers nicht eintritt, wenn die Verletzung einer Obliegenheit nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig erfolgte.
Die Verletzung von Obliegenheiten führt nur dann zur Leistungsfreiheit des Versicherers, wenn sie auch tatsächlich Einfluss auf den Schadenhergang oder die Schadenhöhe hatte.
Nicht ständig bewohnte Ferien-, Jagd- und Wochenendhäuser in unbewohnten Gebieten stellen wegen des erhöhten Feuerrisikos für die Wohngebäude-Versicherung ein besonderes Gefahrenmerkmal dar und erfordern einen Tarifzuschlag, beziehungsweise fallen unter die besonderen Annahmevorschriften.
Die Bauweise von Gebäuden hat einen entscheidenden Einfluss auf die Risikoeinschätzung der Gefahrengruppe Feuer und damit auch auf die Prämienberechnung.
Bei konventioneller Bauweise unterscheidet man 5 Bauartklassen (kurz: BA-Klassen). Dabei richtet sich die Einstufung der Gebäude nach der Art der Außenwände und der Art der Dacheindeckung. Des Weiteren gibt es drei Fertighausgruppen.
Eine Reihe von Wohngebäude-Versicherern unterteilt nicht mehr explizit zwischen Bauartklassen und Fertighausgruppen. Hier gelten für die Bauartklassen I und II die gleichen Grundprämiensätze für Feuer wie für die Fertighausgruppen I und II. Das bedeutet: Für die Ermittlung des Feuerrisikos wird lediglich nach dem Material der Außenwände sowie der Dacheindeckung gefragt.
Eine höhere Prämie wird nur dann berechnet, wenn das zu versichernde Gebäude Außenwände aus Holz und/oder ein Dach aus Holz, Ried, Schilf oder Stroh (Weichdach) hat.
siehe: Brand
Darüber hinaus sind auch die auf dem Baugrundstück befindlichen Bauteile und Baustoffe versichert, die zum Einbau in das Gebäude bestimmt sind. Hierbei deckt die Wohngebäude-Versicherung lediglich das Interesse des Versicherten als Bauherrn, nicht jedoch das Interesse eines Bauunternehmers.
Die Feuer-Rohbauversicherung gilt nur für Schäden aus der Gefahrengruppe Feuer. Leitungswasser- und Sturm/Hagelschäden sind im Rahmen der Feuer-Rohbauversicherung nicht versicherbar. Erst bei Bezugsfertigkeit sind auch diese Gefahrengruppen gedeckt.
Bei der Ermittlung des Versicherungswertes sowie der Antragsannahme für die jeweilige Wohngebäude-Versicherung mit Einschluss der Feuer-Rohbauversicherung wird so verfahren, als ob es sich um ein bereits fertig gestelltes Haus handelt. Hierbei muss der Versicherte mindestens die Gefahrengruppe Feuer versichern, kann aber auch schon den kompletten Versicherungsschutz mit Leitungswasser sowie Sturm/Hagel vereinbaren.
Die meisten Versicherer bieten den Versicherungsschutz für die Feuer-Rohbau-Versicherung für die ersten 6, 12 oder 24 Monate prämienfrei an, wenn eine Vertragslaufzeit von 5 Jahren vereinbart wurde.
Sollte das Wohngebäude nach Ablauf des prämienfreien Zeitraums noch nicht bezugsfertig sein, zahlt der Versicherte einen vereinbarten prozentualen Teil (zumeist 25 %) der Prämie für die Gefahrengruppe Feuer.
Die Feuer-Rohbau-Versicherung ist auch ein Instrument zur Sicherung des Realkredits: Hypothekengläubiger fordern vom Bauherren vor Auszahlung der Hypothek den Nachweis über den Abschluss eines Wohngebäude-Versicherungsvertrages, der die Feuer-Rohbau-Versicherung umfasst.
Da in der Wohngebäude-Versicherung im Beitragsanteil für die Feuerversicherung schon die Feuerschutzsteuer eingerechnet ist, ist der Einsatz der Feuerwehr oder anderer im öffentlichen Interesse zur Hilfeleistung Verpflichteter nicht in der Wohngebäude-Versicherung versichert. Die Leistung der Feuerwehr liegt im öffentlichen Interesse, da das Feuer auf andere Gebäude übergreifen könnte (§ 2 Nr. 1 VGB 2001) und ist damit kostenfrei.
Andere Leistungen der Feuerwehr (z. B. Auspumpen eines Kellers nach einem Leitungswasserschaden) hingegen können durchaus gebührenpflichtig sein. In diesem Fall sind die Leistungen als Schadenminderungskosten versichert.
Nach § 4 Nr. 1 a VGB 2001 sind auch solche Schäden mitgeschützt, die durch den Anprall oder Absturz eines bemannten Flugkörpers, seiner Teile oder Ladung entstanden sind. Ein Flugkörper ist bemannt, wenn er bei Eintritt der Schadenursache (Brand, Navigationsfehler, technischer Defekt) mit Menschen besetzt war.
Wichtig: Teils nicht versichert in der Wohngebäude-Versicherung sind Schäden durch Anprall oder Absturz unbemannter Flugkörper, wie beispielsweise ferngelenkte Flugzeuge ohne Besatzung, unbemannte Wetterballone, Satelliten.
Ein Einschluss der Schäden durch Anprall oder Absturz eines unbemannten Flugkörpers, seiner Teile oder seiner Ladung ist durch die Klausel 7162 möglich. Bei den meisten Gesellschaften ist diese Klausel ohnehin Bestandteil des Versicherungsvertrages für die Wohngebäude-Versicherung.
In der Wohngebäude-Versicherung sind auch Folgeschäden versichert: Versicherte Sachen können sowohl durch unmittelbare Einwirkungen eines Schadenereignisses als auch durch unvermeidbare Folgeschäden beeinträchtigt werden.
Durch Sturmeinwirkung wird das Hausdach der Familie Weasley abgedeckt; nachfolgender Regen beschädigt den Teppich in Rons Zimmer.
Mitversichert sind nach § 7 Nr. 2 VGB 2001 auch Frostschäden an Leitungswasser führenden Installationen (z. B. Toilettenbecken), der Warmwasserversorgung und Dampfheizung sowie Frost- und sonstige Bruchschäden an deren Zu- und Ableitungsrohren.
Auch für die Versicherung der so genannten Nebengebäude wie Garagen gilt der Grundsatz, dass nur die im Versicherungsschein bezeichneten Gebäude Versicherungsschutz genießen. Garagen werden jedoch in der Praxis gewöhnlich über Summenermittlungsbogen mit einem festgelegten Versicherungswert aufgenommen. Anschließend wird dieser Wert zum ermittelten Versicherungswert des Hauptgebäudes addiert, sodass im Antrag ein gemeinsamer Versicherungswert für 1914 eingetragen wird.
In den Bedingungen zur Wohngebäude-Versicherung gibt es keine Definition des Begriffs Gebäude.
Im Rahmen der Wohngebäude-Versicherung versicherbar sind Gebäude, die ganz oder überwiegend Wohnzwecken dienen. Überwiegend heißt, es müssen mindestens 50 der Nutzflächen zu Wohnzwecken genutzt werden. Unter Wohngebäuden versteht man im Allgemeinen
Einfamilien-, Mehrfamilien- oder Miethäuser, Ferien-, Wochenend- und Jagdhäuser, Wohngebäude mit teilweise (max. 50 ) gewerblicher Nutzung.
Gebäudebestandteile sind zur Erstellung des Gebäudes eingefügte Sachen. Würde man diese vom Gebäude trennen wollen, würden sie entweder zerstört oder in ihrem eigentlichen Wesen verändert.
Weitestgehend zählen zu Gebäudebestandteilen jene Bestandteile, die mit dem Gebäude fest verbunden sind und dazu dienen, dauerhaft gemeinsam mit dem Gebäude genutzt zu werden. Dies sind beispielsweise Türen, Fenster, Decken- und Wandvertäfelungen, Tapeten und Einbaumöbel.
Wichtig: Für die Haftung im Schadenfall ist entscheidend, wer die Gebäudebestandteile beschafft hat. Wenn ein Mieter Gebäudebestandteile auf eigene Kosten und mit entsprechender Gefahrtragung in ein Gebäude einbringt, so sind diese nicht mehr Bestandteil der Wohngebäude-Versicherung, sondern der Hausrat-Versicherung des Mieters.
Gebäudeverglasungen sind Scheiben von beispielsweise Fenstern, Türen und Wintergärten aus Normalglas, Isolierglas sowie aus Kunststoff.
Im Rahmen der Wohngebäude-Versicherung ist die zum Versicherungsort gehörende Gebäudeverglasung ohne Größenbegrenzung im Rahmen der versicherten Gefahren versichert. Ausgenommen sind Laden- und Schaufensterscheiben bei teilweise gewerblich genutzten Wohngebäuden.
siehe: Beitragsberechnung
Gebündelte Versicherung meint, dass beispielsweise zwei selbstständige Verträge, (wie die Wohngebäude- und die Glas-Versicherung) in einer einzigen Police gebündelt, beziehungsweise dokumentiert werden.
Es handelt sich trotz Bündelung um zwei rechtlich selbstständige Verträge. Allgemein werden bei der Gebündelten Versicherung mehrere Versicherungsverträge gegen Gefahren mit unterschiedlichen Bedingungen in einer Police zusammengefasst. Für jeden einzelnen Vertrag wird eine gesonderte Prämie ausgewiesen. Die Verträge sind einzeln kündbar.
Wohngebäude- und Glasversicherung in einer Police, Familienschutzversicherung mit Hausrat-, Haftpflicht-, Unfall- und Rechtsschutz-Versicherung.
Im Gegensatz dazu wird bei einer kombinierten Versicherung eine Mehrzahl von Gefahren in einem einheitlichen Bedingungswerk versichert. Es gilt das Prinzip: Ein Antrag, ein Versicherungsschein, eine Prämie. Die Kündigung der Versicherungsnehmers bezieht sich hier auf den gesamten Vertrag.
Beispiele für die kombinierte Versicherung:
Verbundene Hausratversicherung, Verbundene Wohngebäude-Versicherung
Nach § 23 Nr.1 VGB 2001 muss der Versicherungsnehmer alle Antragsfragen wahrheitsgemäß beantworten, da diese Angaben für die Übernahme der Gefahr durch den Versicherer erheblich sind. Auch spätere Erhöhungen von Gefahren muss der Versicherungsnehmer unverzüglich schriftlich mitteilen.
Eine solche Gefahrerhöhung nach Antragstellung liegt (§ 23 Nr. 3 VGB 2001) insbesondere dann vor, wenn sich ein Umstand ändert, nach dem im Antrag gefragt worden ist (z.B. 1. Holzverkleidung der Außenwände; 2. in der Nachbarschaft siedeln sich Betriebe mit hoher Feuergefahr an), ein Gebäude oder überwiegender Teil eines Gebäudes nicht genutzt wird, in dem versicherten Gebäude ein Gewerbebetrieb aufgenommen oder verändert wird.
Wichtig: Eine Gefahrerhöhung kann den Versicherer nach §§ 23-30 WG zur Kündigung berechtigen oder zur Leistungsfreiheit im Schadenfall führen.
Der Gemeine Wert ist der für Sie, als Versicherungsnehmer, erzielbare Verkaufspreis. Der gemeine Wert ist auch ohne besondere Vereinbarung der Versicherungswert, falls das Gebäude zum Abbruch bestimmt oder sonst dauernd entwertet ist. Eine dauernde Entwertung liegt insbesondere vor, wenn das Gebäude für seinen Zweck nicht mehr zu verwenden ist.
Gemeinschaftsantennen sind in der Wohngebäude-Versicherung über eine Standardklausel eingeschlossen und also mitversichert.
Ein Geräteschuppen zählt in der Wohngebäude-Versicherung zu den versicherten Sachen, wenn er im Antrag genannt ist. Ansonsten zählt er zu den Nebengebäuden und ist dann nur durch zusätzlichen Einschluss versichert (Klausel 7298).
Über die Wohngebäude-Versicherung versicherbar sind auch Wohngebäude mit einem gewerblich genutzten Flächenanteil von maximal 50 %. Der Mietverlust von gewerblich genutzten Räumen kann nicht über die Wohngebäude-Versicherung abgesichert werden. Hierzu benötigt man einen separaten Vertrag für eine Mietverlustversicherung nach den Allgemeinen Bedingungen für Mietverlust (1989).
Die Glasversicherung ist ein eigenständiger Vertrag, der zusammen mit der Wohngebäude-Versicherung abgeschlossen wird. Hier haftet der Versicherer für Schäden durch Zerbrechen von fertig eingesetzten Scheiben oder anderen Gegenständen unter Einschluss der Kosten für eine erforderliche Notverglasung. Beschädigungen durch Zerschrammen der Oberfläche sind nicht versichert.
Viele Versicherer unterscheiden bei der Gebäudeverglasung zwischen Glas des allgemeinen Gebrauchs und der gesamten Gebäudeverglasung. Zum Glas des allgemeinen Gebrauchs gehört beispielweise Glas innerhalb von Miethäusern, welches sich in gemeinschaftlich genutzten Abstellräumen, Böden, Treppenhäusern und beispielsweise Haustüren befindet.
Grundlage der Gleitenden Neuwertversicherung (G.N.) ist der Versicherungswert 1914. Dieser stellt den ortsüblichen Neubauwert des zu versichernden Gebäudes entsprechend seiner Größe und Ausstattung sowie seines Ausbaues nach Preisen des Jahres 1914 dar. Hierzu gehören auch Architektengebühren sowie sonstige Konstruktions- und Planungskosten.
Die bei Antragsaufnahme zu vereinbarende Versicherungssumme 1914 muss laut VGB 2001 über eine der dort festgelegten Ermittlungsmethoden für den Versicherungswert 1914 ermittelt werden. Die Haftung des Versicherers wird bei der Gleitenden Neuwertversicherung während der Vertragslaufzeit jährlich an die Baupreisentwicklung angepasst. Entsprechend verändert sich auch die Prämie durch die Erhöhung oder Verminderung des Gleitenden Neuwertfaktors.
Der Gleitende Neuwertfaktor erhöht oder vermindert sich jeweils zum 1. Januar eines jeden Jahres für die in diesem Jahr beginnende Versicherungsperiode entsprechend dem Prozentsatz, um den sich der jeweils für den Monat Mai des Vorjahres vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Baupreisindex für Wohngebäude und der für den Monat April des Vorjahres veröffentlichte Tariflohnindex für Baugewerbe geändert haben. Die Änderung des Baupreisindexes für Wohngebäude wird zu 80 % und die des Tariflohnindexes für das Baugewerbe zu 20 % berücksichtigt.
Innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung über die Erhöhung des Gleitenden Neuwertfaktors können Sie, als Versicherungsnehmer, durch schriftliche Erklärung die Erhöhung mit Wirkung für den Zeitpunkt aufheben, in dem sie wirksam werden sollte. Die Versicherung bleibt in diesem Fall als Neuwertversicherung in Kraft.
Die Bezeichnung Gleitender Neuwertfaktor ist an die Stelle des Begriffs Prämienfaktor oder Beitragsrichtzahl getreten. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass sich nicht nur die Prämie für Sie, als Versicherungsnehmer ändert, sondern auch die Haftung des Versicherers für entstandene Schäden.
Kurz: Die Gleitende Neuwertversicherung ist keine Prämienanpassungsklausel.
Sowohl in der Wohngebäude- als auch Glas-Versicherung sind Schäden, die Sie, als Versicherungsnehmer grobfahrlässig oder vorsätzlich herbeigeführt haben, nicht versichert.
Bei Grundstücksbestandteilen handelt es sich um unbewegliche Sachen, die mit dem Grundstück dauernd und fest verbunden sind. Damit zählen Gebäude zu den Grundstücksbestandteilen.
Schäden durch Grundwasser sind in der Wohngebäude-Versicherung nicht versichert.
Der Umfang der Sturm-/Hagelversicherung im Rahmen der Wohngebäude-Versicherung ist in § 8 Nr. 1 VGB 2001 geregelt. Voraussetzungen für die Ersatzpflicht des Versicherers ist eine wetterbedingte Luftbewegung von mindestens Windstärke 8 (62- 74 km/h).
Der Sturm kann nachgewiesen werden, wenn vom zuständigen Wetteramt am Schadentag und für den Schadenort mindestens Windstärke 8 (62- 74 km/h) festgestellt wurde oder in der Nachbarschaft gleichartige Sturmschäden aufgetreten sind oder der Schaden nach menschlichem Ermessen nur durch einen Sturm mit mindestens Windstärke 8 (62- 74 km/h) entstanden sein kann. Versichert sind alle Sachen des Hauses, die durch den Sturm selbst beschädigt oder zerstört werden; z. B. wenn die Markise zerrissen oder eine Antenne abgeknickt wird (unmittelbaren Einwirkungsschaden), die beschädigt werden, indem durch den Sturm Gegenstände wie Bäume, Äste, auf das Dach u.ä. geworfen werden (mittelbare Einwirkung), die infolge dieser unmittelbaren oder mittelbaren Sturmschäden in Mitleidenschaft gezogen werden, z. B. wenn der Sturm das Hausdach abdeckt und Regenwasser eindringt und dadurch das Mauerwerk durchnässt wird (Folgeschäden).
Nicht versichert sind nach § 8 Nr. 4 VGB 2001 Schäden durch Sturmflut, Lawinen- oder Schneedruck, Eindringen von Niederschlägen oder Schmutz durch nicht ordnungsgemäß geschlossene Fenster, Außentüren oder andere Öffnungen.
Ähnliche Schäden können auch durch Hagelschlag verursacht werden. Hagelschäden sind nach VGB 2001 mitversichert. Gleichzeitiger Sturm ist dabei nicht Voraussetzung. Um als Schadenursache Hagel nachzuweisen, gilt Entsprechendes wie beim Nachweis für einen Sturmschaden.
Schäden durch Hochwasser sind in der Wohngebäude-Versicherung nicht versichert.
Hotel- oder ähnliche Unterbringungskosten bei Unbewohnbarkeit des Hauses oder der Wohnung nach einem Schaden sind nicht versichert.
Viele können ihren Traum vom eigenen Haus nur mit Hilfe von Bausparkassen und Banken und damit oft mit einer hohen Verschuldung verwirklichen. Hypotheken und jahrelange Abzahlungen sind meist der Preis dafür.
Eine zusätzliche finanzielle Belastung wäre von dem Eigentümer meist nicht zu verkraften. Eine Zerstörung oder eine erhebliche Beschädigung des eigenen Heimes würde leicht den wirtschaftlichen Ruin bedeuten. Aus diesem Grunde schreiben Kreditinstitute bei der Vergabe von Hypothekendarlehen den Abschluss einer Gebäude-Feuerversicherung vor. Dadurch haben sie, im Schadenfall, einen Direktanspruch an den Versicherer (§ 1128 BGB), wenn der Versicherte ihn an die Bank abgetreten hat.
Schäden, die durch innere Unruhen verursacht wurden, gehören zu den allgemeinen Ausschlüssen, können jedoch bei verschiedenen Versicherern mit in die Wohngebäude-Versciherung eingeschlossen werden.
Keller gehören zu den versicherten Gebäudeteilen. Die Kellerräume sind bei der Ermittlung der Versicherungssumme 1914 zu berücksichtigen.
siehe: Ausschlüsse
siehe: Gebündelte Versicherung
Schäden durch Blitzschlag sind im Rahmen der § 4 Nr. 1a und § 5 Nr. 2 VGB 2001 mitversichert. Nach § 5 Nr. 8 b sind jedoch Kurzschluss- und Überspannungsschäden an elektrischen Einrichtungen vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Gerade solche Schäden sind aber häufig die Folge von Gewittern.
Entlädt sich der Blitz in der Luft oder schlägt er in ein Stromkabel ein, kann ein hoher Stromstoß in elektrische Geräte gelangen. Kommt es dann zum Brand, so ist dieser im Rahmen des § 5 VGB 2001 als Brandschaden ersatzpflichtig. Bleibt es beim reinen Überspannungsschaden, so erhält der Versicherte nur eine Entschädigung, wenn er solche Schäden gemäß Klausel 7160 in seinen Vertrag eingeschlossen hat.
Diese Klausel besagt nämlich: Abweichend von § 5 Nr. 2 b VGB 2001 ersetzt der Versicherer auch Überspannungsschäden durch Blitz.
Die Entschädigung ist auf 1 % der Versicherungssumme 1914 multipliziert mit dem Gleitenden Neuwertfaktor begrenzt, sie kann allerdings bei einigen Versicherern erhöht werden.
siehe: Kurzschluss
Schäden durch Lawinen sind in der Wohngebäude-Versicherung nicht versichert.
Die Verletzung von Obliegenheiten durch den VN im Versicherungsfall können zu einer Leistungsfreiheit des Versicherers nach Maßgabe des Versicherungsvertragsgesetzes führen.
Diese Leistungsfreiheit tritt jedoch nur ein, wenn die Obliegenheitsverletzung vorsätzlich erfolgte und tatsächlich auch Einfluss auf die Feststellung des Versicherungsfalles oder den Umfang der Entschä- digung hatte und damit die Interessen des Versicherers ernsthaft beeinträchtigte und den VN ein erhebliches Verschulden trifft. Z. B. ist der Versicherer leistungsfrei, wenn der VN abhanden gekommene Gegenstände der Polizei nicht rechtzeitig angezeigt hat; Leistungsfreiheit besteht jedoch in diesem Fall nicht generell, sondern nur für die Gegen- stände, die tatsächlich nicht genannt wurden.
Nach § 6 VGB 2001 beträgt der Umfang der Leitungswasserversicherung den Ersatz von Schäden, die dadurch entstehen, dass Leitungswasser bestimmungswidrig austritt aus den Zu- oder Ableitungsrohren der Wasserversorgung oder damit verbundenen Schläuchen, dem mit dem Rohrsystem verbundenen Einrichtungen oder deren wasserführenden Teilen.
Anlagen der Warmwasserversorgung oder Dampfheizung, Klima-, Wärmepumpen- oder Solarheizungsanlagen. Wasserdampf und wärmetragende Flüssigkeiten stehen Leitungswasser gleich.
Ein Austritt von Leitungswasser ist bestimmungswidrig, wenn es an nicht dafür vorgesehenen Stellen austritt oder keine bestimmungsgemäße Verwendung vorliegt: wie bei undichten Heizkörpern, oder bei der überlaufenden Badewanne.
Mitversichert sind (nach § 7 VGB 2001) auch Frostschäden an Leitungswasser führenden Installationen, Frost- und sonstige Bruchschäden an deren Zu- und Ableitungsrohren.
Nicht versichert sind (nach § 6 Nr. 3 VGB 88) Schäden durch Plansch- oder Reinigungswasser, durch Grundwasser, stehendes oder fließendes Gewässer, Hochwasser oder Witterungsniederschläge oder durch den in diesen Fällen verursachten Rückstau, Öffnen der Sprinkler oder Bedienen der Berieselungsdüsen wegen eines Brandes, durch Druckproben oder durch Umbauten oder Reparaturarbeiten an dem versicherten Gebäude oder an der Sprinkler- oder Berieselungsanlage, durch Erdsenkung oder Erdrutsch, (es sei denn, dass Leitungswasser dafür ursächlich war), durch Schwamm.
Loggien gehören zu den mitversicherten Gebäudebestandteilen.
Mehrkosten Behördliche Auflagen
Mehrkosten Preissteigerungen
Markisen gehören zum in der Wohngebäude-Versicherung mitversicherten Gebäudezubehör.
Ersetzt werden nach § 2 Nr. 6 VGB 2001 auch die notwendigen Mehrkosten infolge behördlicher Auflagen auf der Grundlage bereits vor Eintritt des Versicherungsfalls erlassener Gesetze und Verordnungen. Sollten bereits vor dem Versicherungsfall behördliche Auflagen erteilt worden sein, wie z. B. Schneefanggitter, übernimmt die Wohngebäude-Versicherung je Versicherungsfall die hierbei entstehenden Mehrkosten marktüblich bis zu einer Höhe von 5 % der Versicherungssumme 1914 multipliziert mit dem am Schadentag aktuellen Gleitenden Neuwertfaktor.
Der Zeitpunkt des Eintritts des Versicherungsfalls ist auch gleichzeitig der Zeitpunkt für die Feststellung der Schadenhöhe und die Berechnung der Entschädigung. Diese strenge Auslegung wird in der Wohngebäude-Versicherung (nach § 15 Nr. 2 VGB 88) aufgegeben. Es werden auch die notwendigen Mehrkosten ersetzt, die infolge Preissteigerungen zwischen dem Eintritt des Versicherungsfalles und der Wiederherstellung entstehen.
Für die Einstufung von Gegenständen als Gebäudebestandteil ist einerseits die bautechnische Betrachtung maßgebend, andererseits ist jedoch auch die eigentumsrechtliche Stellung des Gefahrtragenden beziehungsweise seine wirtschaftliche Rolle von Bedeutung. Handelt es sich um Gegenstände, die ein Mieter auf eigene Rechnung eingebracht hat (Mietereinbauten) und für die er die Gefahr trägt, bezahlt nicht die Wohngebäude-Versicherung des Hauseigentümers, sondern die Hausratversicherung des Mieters.
Mietverluste für vermietete und selbstgenutzte gewerbliche Räume können in der Mietverlustversicherung (nach den ABM 89) versichert werden. Diese Mietverlustversicherung ist ein rechtlich selbstständiger Vertrag; der Versicherungsschutz kann auf einzelne Gefahren beschränkt werden. Versicherungswert ist für vermietete Räume der Wert einer Jahresmiete, für selbstgenutzte Räume der ortsübliche Jahresmietwert zuzüglich der Summe der Nebenkosten. Höchstsumme ist 1 Mio. Euro. Ersetzt wird der Mietverlust nach einem Feuer-, Leitungswasser- oder Sturmschaden längstens bis zu dem Zeitpunkt, in dem die Räume wieder benutzbar sind, höchstens jedoch für die Dauer von 12 Monaten. Eine Verlängerung auf 24 Monate Haftzeit kann gegen Prämienzuschlag vereinbart werden.
siehe: Hagel
Neuwert ist der Wiederherstellungs- bzw. Wiederbeschaffungspreis von Sachen gleicher Art und Güte in neuwertigem Zustand zum Zeitpunkt des Versicherungsfalles. Im Gegensatz dazu würde der Kunde beim Ersatz nach Zeitwert durch Alter, Abnutzung und Gebrauch eine sehr viel geringere Entschädigung erhalten.
Der Neuwert und der für die Gleitende Neuwertversicherung zu ermittelnde Versicherungswert 1914 unterscheiden sich lediglich hinsichtlich der Preisbasis bzw. des Bewertungszeitpunkts. Ansonsten gelten für die Bemessung des Neuwertes dieselben Bewertungsgrundsätze wie für die Ermittlung des Versicherungswertes 1914.
Die Möglichkeiten zur Ermittlung des Versicherungswertes 1914 nach § 12 Nr. 2 a – c VGB 2001 lassen sich auf die feste Neuwertversicherung nicht anwenden. Damit entfallen auch die Regelungen zum Unterversicherungsverzicht, wie sie in der Gleitenden Neuwertversicherung vereinbart sind. Der VN hat selbst die Baupreisentwicklung zu beobachten und gegebenenfalls die Versicherungssumme anzupassen. Dazu kommt noch, dass im Gegensatz zur Gleitenden Neuwertversicherung die Gesamtentschädigung für versicherte Sachen, Kosten und Mietausfall je Versicherungsfall auf die vereinbarte Versicherungssumme begrenzt ist. Aus diesen Gründen spielt die Neuwertversicherung für die Versicherung von Wohngebäuden keine große Rolle.
Brandschäden, die an versicherten Sachen dadurch entstehen, dass sie einem Nutzfeuer oder der Nutzwärme ausgesetzt werden, sind im Rahmen der Wohngebäude-Versicherung nicht versichert. In der Wohngebäude-Versicherung stellen die Nutzwärmeschäden meist nur Bagatellschäden dar, sodass eine Klausel für Nutzwärmeschäden zu den VGB 2001 genehmigt wurde.
Der Schornstein im Hause der Familie Weasley entzündet sich dadurch, dass sich Rußablagerungen auf Grund eines Nutzfeuers entzünden und einen Dachstuhlbrand auslösen. Der Schornstein, der bestimmungsgemäß dem Nutzfeuer beziehungsweise der Wärme ausgesetzt wurde, ist nicht versichert, wohl aber der Schaden am Dachstuhl. Der Schornstein der Familie Weasley ist nur versichert, wenn die Klausel für Nutzwärmeschäden eingeschlossen wurde.
Die Nutzung des Gebäudes wirkt sich wegen der unterschiedlichen Gefährdung auf den Prämiensatz aus. Üblicherweise unterscheidet man:
reine Wohngebäude,
Wohngebäude mit gewerblicher Nutzung (max. 50 %),
Ferien-, Jagd- und Wochenendhäuser.
Gebäude der Bauartklasse V sind in der Regel nur zum Zeitwert versicherbar.
Bei vielen Versicherern sind Wohngebäude nicht versicherbar, wenn sich darin Diskotheken, Bars oder ähnliche Unterhaltungsbetriebe befinden.
Obliegenheiten sind vertragliche oder gesetzliche Pflichten des Versicherten.
Er hat (gemäß § 22 VGB 2001):
dem Versicherer den Schaden unverzüglich anzuzeigen,
das Abhandenkommen versicherter Gebäudebestandteile und sonstiger Gegenstände auch der zuständigen Polizeidienststelle zu melden,
ein Verzeichnis der abhanden gekommenen Gegenstände unverzüglich bei der Polizeidienststelle einzureichen,
den Schaden nach Möglichkeit abzuwenden oder zu mindern,
dem Versicherer jede Untersuchung zu gestatten und auf dessen Verlangen auch schriftlich Auskunft zu erteilen,
Veränderungen der Schadenstelle möglichst zu vermeiden,
dem Versicherer ein Verzeichnis aller abhanden gekommenen Gegenstände vorzulegen.
Verletzungen dieser Obliegenheiten durch den Versicherungsnehmer oder seinen Repräsentanten können zu einer Leistungsfreiheit des Versicherers nach Maßgabe des Versicherungsvertragsgesetzes führen (§ 6 Abs. 3, § 62 Abs. 2 VVG).
Parabolantennen zählen ebenso wie Antennen zu dem versicherten Gebäudezubehör, wenn sie im oder am versicherten Gebäude angebracht sind. Freistehende Parabolantennen, die sich auf dem Versicherungsgrundstück befinden, sind nur auf besondere Vereinbarung im Rahmen der Wohngebäude-Versicherung mitversichert.
Schäden durch Plansch- oder Reinigungswasser sind über die Wohngebäude-Versicherung nicht mitversichert. Dieser Ausschluss ist definitiv gültig, wenn Plansch- oder Reinigungswasser aus nicht mit dem Rohrsystem verbundenen Einrichtungen austritt (Planschbecken, Putzeimer). Bei mit dem Rohrleitungssystem verbundenen Einrichtungen (Badewannen, Wasch- oder Geschirrmaschinen) ist zu unterscheiden, ob der Schaden darauf zurückzuführen ist, dass er durch Planschen (Kinder tollen in der Wanne herum) oder dadurch entstanden ist, dass Wasser aus undichten Stellen austritt. Letzteres ist mitversichert.
Rabatte auf den Beitrag zur Wohngebäude-Versicherung können unter anderem gewährt werden für:
die Vertragsdauer (z. B. ab 5 Jahren = 10 %)
eine Selbstbeteiligung im Schadenfall
Für Gebäude, die zur Zeit des Versicherungsfalls mit Hypotheken, Reallasten, Grund- oder Rentenschulden belastet sind, wird die Entschädigung nur gezahlt, soweit ihre Verwendung zur Wiederherstellung genutzt wird. Da sich diese einfache Entschädigungsklausel auf die gesamte Entschädigungsleistung erstreckt, wird dem Interesse der Realgläubiger Rechnung getragen.
Reinigungswasser ist ebenso wie Planschwasser im Rahmen der Leitungswasserversicherung
Liegt kein Totalschaden, sondern nur ein Teilschaden vor, der noch reparaturfähig ist, werden die notwendigen Reparaturkosten zum Zeitpunkt des Versicherungsfalles von der Wohngebäude-Versicherung übernommen. Verbleibt nach der Reparatur eine Wertminderung, so wird auch dafür eine Entschädigung geleistet. Eine Reparatur muss jedoch wirtschaftlich sein; daher wird die Entschädigung für Reparaturkosten und Wertminderung auf den Versicherungswert unmittelbar vor Eintritt des Versicherungsfalles begrenzt (§ 25 Nr. 3 d VGB 2001).
Restwerte verbleiben beim Versicherten und werden auf die Ersatzleistung angerechnet.
Der Begriff Repräsentant ist in den VGB 2001 der Wohngebäude-Versicherung nicht näher definiert. Als Repräsentanten gelten in der Regel der Ehepartner oder auch der Lebensgefährte des Versicherten sowie andere volljährige Personen, die mit ihm in häuslicher Gemeinschaft wohnen. Nach der Rechtsprechung (Stand 1997) gelten als Repräsentanten nur volljährige Personen, die vom Versicherten mit bestimmten rechtlichen Pflichten sowie seiner Vertretung beauftragt wurden. Minderjährige Kinder können nicht als Repräsentanten gelten.
siehe: Reparaturkosten
Zuschläge zum Beitrag zur Wohngebäude-Versicherung erhebt der Versicherer bei Gefahrerhöhungen.
Ein feuergefährlicher Betrieb befindet sich im Gebäude oder das Gebäude ist nicht ständig bewohnt.
Rohbauten sowie die zu Ihrer Erstellung notwendigen und auf dem Baugrundstück befindlichen Baustoffe sind während des Rohbaus bis zur bezugsfertigen Herstellung bis zum Ablauf von 6 Monaten im Rahmen einer Feuer-Rohbauversicherung zu versichern.
Der Versicherungsschutz gegen Leitungswasser, Rohrbruch sowie gegen Sturm und Hagel tritt erst dann in Kraft, wenn das Gebäude bezugsfertig ist. Bezugsfertig ist ein Gebäude, wenn es für die Bewohnbarkeit nur noch an den üblichen Einrichtungsgegenständen (wie Möbel, Gardinen) fehlt.
siehe: Leitungswasser
Als Rohrsystem bezeichnet man alle leitungswasserführenden Rohre in einem Gebäude.
Rückstau ist durch Hochwasser oder Verstopfung durch die Kanalisation in den Keller gelangendes Abwasser. Es handelt sich hierbei nicht um einen ersatzpflichtigen Schaden im Rahmen der Wohngebäude-Versicherung. In modernen Häusern wird dem Rückstaurisiko durch den Einbau eines
Rückschlagventils begegnet.
Schneedruck / -last
Schadenabwendungs- und Schadenminderungskosten (Rettungskosten) sind versichert. Dabei handelt es sich um die notwendigen Kosten für diejenigen Maßnahmen, die der Versicherte zur Abwendung oder Minderung des Schadens für geboten hält. Dabei ist unerheblich, ob die Maßnahmen erfolgreich waren. Die Bestimmungen über die Entschädigungsgrenzen, wie sie für die versicherten Kosten nach § 2 Nr. 1 und 1 im § 26 VGB 2001 geregelt sind, gelten für Schadenabwendungskosten nicht.
siehe: Entschädigung
Als Schadenfall im Rahmen der Wohngebäude-Versicherung bezeichnet man die Zerstörung, Beschädigung oder das Abhandenkommen versicherter Sachen (z. B. Gebäude sowie Gebäudezubehör) durch die versicherten Gefahren und Schäden der auch einzeln versicherbaren Gefahrengruppen Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Entschädigt werden auch Bruchschäden an Rohren der Wasserversorgung und Frostschäden an sonstigen leitungswasserführenden Einrichtungen.
siehe: Schadenabwendungskosten
Kein Versicherungsschutz besteht für Schäden, die an versicherten Sachen durch die bloße Ansammlung von Gegenständen verursacht werden, wie z. B. durch Schneelasten. Dies gilt auch, wenn Schnee bei einer Windstärke von mindestens 8 auf das Gebäude fiele.
siehe: Bewegungskosten
Schwamm ist allmählicher, durch Pilzbefall bedingter Verfall des Gemäuers. Er wird durch Feuchtigkeit und schlechte Belüftung begünstigt.
Derartige Schäden werden von der Wohngebäude-Versicherung nicht übernommen.
Nach § 5 Abs.8 a VGB 2001 sind Sengschäden nicht vom Versicherungsschutz erfasst. Grundsätzlich muss man davon ausgehen, dass ein Sengschaden den Brandbegriff nicht erfüllt. Dieser Ausschluss dient zur Klarstellung.
Eine Zigarette fällt auf den Parkettboden und hinterlässt einen Sengfleck.
Sicherheitsvorschriften sind Obliegenheiten. Sie fordern vom Versicherten oder einer ihm gleichgestellten Person ein bestimmtes Verhalten im Sinne der Vorsorge beziehungsweise Vorbeugung von Versicherungsfällen oder der Minderung von Schäden. (Für die Wohngebäude-Versicherung sind diese in § 24 VGB 2001 geregelt.)
siehe: Wärmepumpenheizungsanlagen
Die Sonnenkollektoren der Solarheizungsanlagen sind als Gebäudebestandteile mitversichert. Dabei ist es egal, ob die Kollektoren auf dem Dach des versicherten Gebäudes oder außen an dem Gebäude angebracht sind. Auch für auf dem Versicherungsgrundstück befindliche Kollektoren besteht Versicherungsschutz, wenn sie gemeinsam mit dem versicherten Gebäude eine technisch-wirtschaftliche Einheit bilden.
Durch versehentliches Öffnen der Sprinkleranlage tritt Wasser aus. Obschon dies nicht gewollt war und dieser Vorfall somit als so genanntes bestimmungswidriges Austreten von Wasser gilt, besteht nach § 6 Abs.3 c VGB 2001 kein Versicherungsschutz über die Wohngebäude-Versicherung. Durch besondere Vereinbarung ist dieser Ausschluss allerdings versicherbar.
Voraussetzung für die Ersatzpflicht der Versicherung bei Sturmschäden ist eine wetterbedingte Luftbewegung von mindestens Windstärke 8 (62- 74 km/h).
Der Sturm kann nachgewiesen werden, wenn
vom zuständigen Wetteramt am Schadentag und für den Schadenort mindestens Windstärke 8 (62- 74 km/h) festgestellt wurde oder
in der Nachbarschaft gleichartige Sturmschäden aufgetreten sind oder
der Schaden nach menschlichem Ermessen nur durch einen Sturm mit mindestens Windstärke 8 (62- 74 km/h) entstanden sein kann.
Sturmflut ist ein konstitutiver Ausschluss.
Normalerweise läge ein ersatzpflichtiger Schaden vor, wenn Sturm Gegenstände auf versicherte Sachen wirft und diese beschädigt. Ohne den Ausschluss (nach § 9 Nr. 6. a VGB 88) wäre das Versicherungsunternehmen in der Haftung.
Hier handelt es sich um den zumeist den Antragsformularen beigefügten Summenermittlungsbogen zur Ermittlung der Versicherungssumme 1914. Die richtige Beantwortung der Fragen nach dem Gebäudetyp, der Ausstattung und der Wohnfläche des Gebäudes sind Voraussetzung für den Unterversicherungsverzicht nach § 12 Nr. 2 c VGB 2001.
Tapeten gehören zu den im Rahmen der Wohngebäude-Versicherung versicherten Gebäudebestandteilen. Das gilt auch für vermietete Wohnungen. War die Wohnung bei Einzug bereits tapeziert und müssen die Tapeten lediglich wegen Abnutzung vom Mieter erneuert werden, trägt der Mieter im Sinne des § 1 Nr. 4 VGB 2001 nicht die Gefahr für die Tapeten. Das bedeutet, dass bei einem ersatzpflichtigen Schaden (Brand) nicht die HR-Versicherung des Mieters, sondern die Wohngebäude-Versicherung des Vermieters für die beschädigten Tapeten aufkommen muss. Die HR-Versicherung des Mieters wäre nur leistungspflichtig, wenn der Mieter eine nicht tapezierte Wohnung bezogen und das Tapezieren auf eigene Kosten übernommen hätte.
Ebenso wie die Baupreisänderung beeinflusst auch die Veränderung des Tariflohnes für das Baugewerbe den Gleitenden Neuwertfaktor. Dabei werden die Veränderungen des Baupreisindexes für Wohngebäude zu 80 % und die Veränderungen des Tariflohnindexes für das Baugewerbe zu 20 % berücksichtigt.
Für die Gefahrengruppen Leitungswasser sowie Sturm/Hagel gelten je nach Schadenhäufigkeit Tarifzonen. Die Gebiete sind nach Postleitzahlen aufgeteilt. Die Tarifzone 1 stellt das geringere Gefahrenrisiko für die Versichertengemeinschaft dar.
Bodenbeläge und Teppichböden sind Gebäudebestandteile, wenn sie vom Gebäudeeigentümer eingebracht wurden und entweder mit dem Fußboden fest verklebt oder auf dem sonst unbewohnbaren Untergrund auch lose verlegt sind. Ansonsten zählen Bodenbeläge und Teppichböden zum Hausrat. Wurden sie vom Mieter eingebracht, so gilt § 1 Nr. 4 VGB 2001.
Der Anprall oder der Absturz unbemannter Flugkörper ist nicht versichert. Versicherungsschutz besteht jedoch, wenn ein unbemannter Flugkörper nach Absturz im versicherten Gebäude explodiert oder einen Brand verursacht.
Diese Gefahr kann jedoch über die Klausel 7162 mit eingeschlossen werden.
Innerhalb der Gefahrengruppe Sturm/Hagel sind auch Schäden versichert, die durch unmittelbare Einwirkung des Sturmes auf versicherte Sachen entstanden sind, beispielsweise wenn durch Sturm ein Baum auf ein versichertes Gebäude fällt und dieses zerstört oder beschädigt wird.
Eine Unterversicherung im Rahmen der Wohngebäude-Versicherung liegt vor, wenn die Versicherungssumme niedriger ist als der Versicherungswert unmittelbar vor Eintritt des Versicherungsfalles.
Bei Unterversicherung wird im Schadenfall nur der Teil ersetzt, der sich zur gesamten Schadensumme verhält wie die Versicherungssumme zum Versicherungswert. Kurz: Unterversicherung rächt sich mit dem ersten Versicherungsfall, denn nicht der gesamte Schaden wird ersetzt.
Wurde die Versicherungssumme (nach § 12 Nr. 2 a – c VGB 2001) richtig ermittelt und mit dem Versicherten vereinbart, verzichtet der Versicherer auf einen Abzug wegen Unterversicherung – auch wenn sich später herausstellen sollte, dass die Versicherungssumme zu niedrig angesetzt wurde. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass sich an den bei der Antragsannahme angegebenen Verhältnissen (Risikostruktur) nichts geändert hat.
Bei der Veräußerung von Gebäuden tritt der Käufer in die Pflichten und Rechte des Versicherungsvertrages ein, wenn er im Grundbuch eingetragen ist und vom Bestehen des Wohngebäude-Versicherungsvertrages Kenntnis hatte. In diesem Falle besteht nur dem Käufer eine Kündigungsmöglichkeit innerhalb eines Monats nach Eintragung bzw. Kenntnisnahme. Käufer und Veräußerer haften für die Prämie in diesem Zeitpunkt gesamtschuldnerisch.
Die Verbundene Wohngebäude-Versicherung ist eine so genannte kombinierte Versicherung, die Versicherungsschutz gegen die Gefahren Brand, Blitzschlag, Explosion, Leitungswasser, Sturm und Hagel bietet.
Entschädigt über die Wohngebäude-Versicherung werden nach § 4 Nr. 1 VGB 2001 versicherte Sachen, die durch Brand, Blitzschlag, Explosion, Anprall oder Absturz eines bemannten Flugkörpers, seiner Teile oder seiner Ladung Leitungswasser Sturm, Hagel zerstört, beschädigt werden oder infolge eines solchen Ereignisses abhanden kommen.
Nach § 4 Nr. 2 VGB 2001 werden auch Bruchschäden an Rohren der Wasserversorgung und Frostschäden an sonstigen Leitungswasser führenden Einrichtungen ersetzt.
Dabei stellen 1 a), 1 b) und 2 sowie 1 c) jeweils eine Gefahrengruppe dar, die auch jeweils einzeln versichert werden kann.
Die Haftung für versicherte Kosten ergänzt und vervollständigt den Versicherungsschutz für versicherte Sachen in der Wohngebäude-Versicherung.
Damit werden (nach § 2 VGB 2001) ohne zusätzliche Vereinbarungen Kosten versichert, die neben den Schäden an versicherten Sachen ebenfalls einen erheblichen Schaden für den Versicherten darstellen würden. Hierzu gehören Aufräumungs- und Abbruchkosten, Bewegungs- und Schutzkosten, Schadenabwendungs- und Schadenminderungskosten.
Teilweise gelten Entschädigungsgrenzen. Nicht versichert sind Leistungen der Feuerwehren oder anderer Hilfeleister, wenn diese Leistungen im öffentlichen Interesse erbracht werden.
Zu den versicherten Sachen im Rahmen der Wohngebäude-Versicherung gehören (nach § 1 VGB 2001) im Versicherungsschein bezeichnete Gebäude und Zubehör, das der Instandhaltung oder dessen Nutzung zu Wohnzwecken dient. Das Zubehör ist mitversichert, wenn es sich im Gebäude befindet oder außen am Gebäude angebracht ist. Weiteres Zubehör, sowie sonstige Grundstücksbestandteile auf dem im Versicherungsvertrag bezeichneten Grundstück (Versicherungsgrundstück), wie z. B. Müllboxen, Gartenzäune; sie sind nur auf Grund besonderer Vereinbarung versichert. Nicht versichert sind in das Gebäude eingefügte Sachen, die ein Mieter auf seine Kosten beschafft oder übernommen hat und für die er die Gefahr trägt. Die Versicherung dieser Sachen kann vereinbart werden.
Die Bestimmung des Begriffs Versicherungsfall hat in der Wohngebäude-Versicherung große Bedeutung, da an den Versicherungsfall verschiedene Rechtsfolgen mit erheblichen materiellen Auswirkungen gebunden sind. Beispielsweise die Mitversicherung der Kosten, des Mietausfalls, der Entschädigung für die zerstörten Gebäudebestandteile.
Der Versicherungsfall in der Wohngebäude-Versicherung ist definiert als die Zerstörung, die Beschädigung oder das Abhandenkommen von versicherten Sachen durch eine versicherte Gefahr am Versicherungsort während der Dauer des Versicherungsschutzes.
In der Wohngebäude-Versicherung beträgt die Versicherungssteuer zur Zeit 11 für die alleinige Versicherung der Gefahrengruppe Feuer, 14,75 für die Versicherung mehrerer Gefahrengruppen einschließlich des Feuerrisikos, 16% für die Versicherung aller Gefahrengruppen außer dem Feuerrisiko.
Versicherungswert Beispiel:
Ein Kunde hat eine Versicherungssumme von 150.000 € und einen Sachschaden von 100.000 €. Bei der Schadenhöhenermittlung stellt der Gutachter einen (an sich als Versicherungssumme einzutragenden) Versicherungswert von 175.000 € fest. Die Entschädigungsleistung wird wie folgt ermittelt:
150.000 € (Versicherungssumme)
x 100.000 € (Schaden)
/ 175.000 € (Versicherungswert)
Die Entschädigung beträgt 85.714 € da der Versicherungsnehmer nur 85,7 % seines Wertes versichert hat.
Sind noch zusätzlich Aufräum- und Bewegungskosten in Höhe von 11.000 € entstanden, erhält der Kunde diese ebenfalls nur entsprechend dem Verhältnis Versicherungssumme/Versicherungswert. Dies entspricht in diesem Beispiel einer Entschädigung von 9.427 €.
Die Versicherungssumme 1914 ist die Grundlage der Gleitenden Neuwertversicherung. Ausgangspunkt für das Entstehen einer gleitenden, an die jährliche Baupreisentwicklung angepassten Versicherungsform war die rasante Steigerung der Baupreise während und nach dem ersten Weltkrieg. Diese Entwicklung erforderte eine dynamische, sich der ständigen Baupreisentwicklung anpassende Versicherungsform, ohne dass dabei die dem Vertrag zu Grunde gelegte Versicherungssumme ständig geändert werden muss. Als Ausgangspunkt wurden die Baupreise der Jahre 1913/14 gewählt, weil diese Jahre die letzten Jahre mit stabilem Preisniveau waren. Dies war letztlich der Ausgangspunkt der heutigen Gleitenden Neuwertversicherung.
Die Abkürzung VGB steht für “Allgemeine Wohngebäude-Versicherungsbedingungen”.
Der Versicherte ist verpflichtet, alle Antragsfragen, die für die Übernahme der Gefahr erheblich sind, wahrheitsgemäß zu beantworten. Dies ist notwendig, damit der Versicherer alle notwendigen Informationen über die zu versichernden Risiken erhält, auf deren Basis eine entsprechende Tarifierung und Vertragsgestaltung vorgenommen werden kann.
Im Rahmen der Wohngebäude-Versicherung sind das alle Angaben, die zur Ermittlung der Versicherungssumme 1914 sowie zur Tarifierung notwendig sind. Hierzu wird der Antrag mit dem zumeist integrierten Summenermittlungsbogen verwendet.
Klima-, Wärmepumpen- und Solarheizungsanlagen stellen gegenüber den versicherten Risiken im Rahmen der Leitungswasserversicherung ein erhöhtes Risiko dar. Deshalb werden diese Anlagen im Rahmen der VGB 2001 einer differenzierten Betrachtung unterzogen. Ist im versicher- ten Gebäude eine Anlage dieser Art installiert, wird ein Prämienzuschlag über den Einschluss einer entsprechenden Klausel erhoben.
In dieser Klausel ist geregelt:
Innerhalb versicherter Gebäude sind versichert Frost- und sonstige Bruchschäden an den Rohren der in Nr.1 genannten Anlagen, Bruchschäden durch Frost an sonstigen Einrichtungen der in Nr.1 genannten Anlagen.
Warmwasser- und Dampfheizungen werden ausdrücklich im § 6 Nr. 1 c VGB 2001 der Wohngebäude-Versicherung erwähnt, obwohl sie regelmäßig mit dem Rohrsystem verbunden und daher bereits im § 6 Nr. 1 b VGB 2001 erfasst sind.
Zu den Anlagen zählen Heizkessel mit Brenner und Kompensationsgefäß, Pumpen, Vor- und Rücklaufleitungen, Heizkörper sowie Heizschlangen von Wand- oder Fußbodenstrahlungsheizungen, wobei für die zuletzt genannten Anlagen wegen des erhöhten Risikos ein extra Zuschlag verlangt wird.
Wasserdampf steht (nach § 6 Nr. 2 VGB 2001) den Schäden durch Wasser gleich.
Eine Wertminderung ist als Mittel der Entschädigung im Rahmen der VGB 2001 nur in den Fällen vorgesehen, in denen eine Reparatur erfolgte und dennoch eine Wertminderung bleibt. Nach § 26 Nr. 1 a VGB 2001 werden die notwendigen Reparaturkosten zur Zeit des Eintritts des Versicherungsfalles zuzüglich einer Wertminderung ersetzt, die durch Reparatur nicht auszugleichen ist.
In der Gleitenden Neuwertversicherung besteht nach einem Versicherungsfall zunächst nur ein Anspruch für den Zeitwertschaden. Nach der Wiederherstellungsklausel erwirbt der Versicherte den Anspruch auf Zahlung des Teils der Entschädigung, der den Zeitwertschaden übersteigt nur, wenn er innerhalb einer Dreijahresfrist nach Eintritt des Versicherungsfalls nachweist, dass er die Entschädigung verwenden wird, um versicherte Sachen in gleicher Art und Zweckbestimmung an der bisherigen Stelle wieder herstellen wird oder diese wieder beschafft (§ 26 VGB 2001).
Immobilien sind Wertanlagen – da können
Beschädigungen oder Zerstörungen enorme finanzielle Folgen für Sie als Eigentümer bedeuten.
Ach, so: Sie sind versichert. – Dann kommt Ihre Gebäudeversicherung für Schäden auf, die durch Feuer, Sturm, Hagel oder Leitungswasser entstanden sind.
P.S. Gefahren können übrigens auch einzeln versichert werden.
Voraussetzung für die Ermittlung des Zeitwertes im Rahmen der Wohngebäude-Versicherung ist der Neuwert. Der Zeitwert errechnet sich aus dem Neuwert abzüglich der Wertminderung, die sich aus Alter und Abnutzung ergibt. Die Zeitwertversicherung besitzt bei der Versicherung von Wohngebäuden nur noch eine geringe Bedeutung.
Mitversichert ist nach den Allgemeinen Wohngebäude-Versicherungsbedingungen (VGB) über die Wohngebäude-Versicherung auch Zubehör, das im Gebäude oder außen am Gebäude angebracht ist und zur Instandhaltung des Gebäudes oder zur Nutzung zu Wohnzwecken benutzt wird.
Zum Instandhaltungszubehör zählt beispielsweise:
Fassadenfarbe, Dachziegel, Ersatzfliesen
Zum Zubehör zu Wohnzwecken zählt:
Balkonkästen, Hausbriefkästen, Treppenhauslampen
Nicht versichert ist Zubehör, das zu gewerblichen Zwecken verwendet wird. Diese sind nur durch besondere Vereinbarung versicherbar.