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Timestamp: 2016-10-25 06:41:24
Document Index: 195093600

Matched Legal Cases: ['Art. 106', 'BGE', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 4', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 9', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 4', 'Art. 9', 'Art. 4', 'BGE', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 4', 'Art. 65', 'Art. 66', 'Art. 68']

8C_843/2015 (26.02.2016)
8C_843/2015 {T�0/2} � � Urteil vom 26. Februar 2016
A.________ (Jg. 1959), Krankenschwester im Wohnheim B.________, war bei der Z�rich Versicherungs-Gesellschaft AG gegen Unfall versichert, als sie am 16. Januar 2014 bei einer Skiabfahrt im Tiefschnee in einer Kurve ihr rechtes Knie �berdrehte und daraufhin ein Instabilit�tsgef�hl versp�rte. Laut Erstdiagnose im Spital C.________ vom selben Tag zog sie sich eine Kniedistorsion rechts sowie eine Subluxation der Patella rechts mit spontaner Reposition zu. Die Z�rich verneinte ihre Leistungspflicht mit Verf�gung vom 5. Mai 2014, weil weder ein Unfall noch eine unfall�hnliche K�rpersch�digung vorliege. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 13. Januar 2015 fest.
In Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde hob das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich den angefochtenen Einspracheentscheid vom 13. Januar 2015 mit Entscheid vom 3. November 2015 auf und stellte fest, dass die Z�rich f�r das Ereignis vom 16. Januar 2014 die gesetzlichen Leistungen zu erbringen habe.
Die Z�rich f�hrt Beschwerde vor Bundesgericht mit dem Begehren, unter Aufhebung des kantonalen Gerichtsentscheides sei ihr Einspracheentscheid vom 13. Januar 2015 zu best�tigen.
A.________ und das kantonale Gericht sehen ohne weitere Ausf�hrungen zur Sache von einer Stellungnahme ab und schliessen - die Vorinstanz sinngem�ss - auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Das Gericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG) und ist somit weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen (vgl. BGE 130 III 136 E. 1.4 S. 140). Es pr�ft indessen - unter Beachtung der Begr�ndungspflicht in Beschwerdeverfahren (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG) - grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254), und ist nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu pr�fen, auch wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr aufgeworfen werden.
2.1.�Einig sind sich Parteien und Vorinstanz darin, dass die Versicherte am 16. Januar 2014 keinen eigentlichen Unfall nach Art. 4 ATSG (in Verbindung mit Art. 6 Abs. 1 und 3 sowie Art. 7 und 8 UVG) erlitten hat, weil es nicht zur sch�digenden Einwirkung eines �usseren Faktors auf den K�rper gekommen ist, welcher als ungew�hnlich zu qualifizieren w�re. Damit fehlt es an einer f�r die Erf�llung des Unfallbegriffes unabdingbaren Voraussetzung. Eine Leistungspflicht der Unfallversicherung f�llt deshalb nur in Betracht, wenn sich die heutige Beschwerdegegnerin an diesem Tag eine unfall�hnliche K�rpersch�digung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV zugezogen hat.
2.2.�Die zu dieser Verordnungsbestimmung (Art. 9 Abs. 2 UVV) ergangene Rechtsprechung (vgl. BGE 139 V 327 E. 3.3.1 S. 329, 129 V 466 E. 2 und 4 S. 467 ff.; Urteil 8C_610/2015 vom 11. Januar 2016 E. 3, je mit Hinweisen) hat das kantonale Gericht zutreffend wiedergegeben, worauf verwiesen wird.
2.3.�Von keiner Seite in Frage gestellt wird, dass die erlittenen Verletzungen (Kniedistorsion rechts, Subluxation der rechten Kniescheibe sowie Partialruptur des vorderen Kreuzbandes) unter die in Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h UVV abschliessend aufgelisteten unfall�hnlichen K�rpersch�digungen fallen. Mangels diesbez�glicher R�gen wird darauf nicht zur�ckgekommen.
2.4.�Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers ist jedoch - auch wenn einer der in Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h UVV unter dem Titel "unfall�hnliche Sch�digungen" aufgef�hrten Befunde erhoben wird - nur gegeben, wenn die Verletzung, wie in Art. 4 ATSG vorgesehen, auf eine pl�tzliche, nicht beabsichtigte sch�digende Einwirkung eines �usseren Faktors zur�ckzuf�hren ist. Bei den unfall�hnlichen K�rpersch�digungen im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV entf�llt im Vergleich zu den eigentlichen Unf�llen nach Art. 4 ATSG einzig das Tatbestandselement der Ungew�hnlichkeit des auf den K�rper einwirkenden �usseren Faktors (BGE 139 V 327 E. 3.1 S. 328, 123 V 43 E. 2b S. 44 f.). Alle �brigen Begriffsmerkmale eines Unfalles m�ssen hingegen - wie das kantonale Gericht unter Hinweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung richtig festgehalten hat - auch bei unfall�hnlichen K�rpersch�digungen erf�llt sein.
3.1.�In Anlehnung an die von der Rechtsprechung entwickelten Grunds�tze hat das kantonale Gericht erwogen, zwar k�nne dem Skifahren trotz erh�hter Gefahrenlage nicht generell ein gesteigertes Gef�hrdungspotenzial zugesprochen werden, sei in der Regel doch ein mehr oder weniger gleichm�ssiger Bewegungsablauf erforderlich, der sich noch im Rahmen physiologisch normaler und psychologisch beherrschter Beanspruchung des K�rpers halte. Gem�ss glaubhaften und unbestrittenen Angaben sei die Beschwerdegegnerin indessen durch zum Teil schweren Tiefschnee gefahren, womit ein �usseres Moment hinzugetreten sei, das zur Unkontrolliertheit einer K�rperbewegung f�hren konnte. Beim Drehen in der Kurve habe sich die K�rperlage ver�ndert, was durch den unerwartet schweren Tiefschnee gest�rt wurde, indem dieser die Drehung der Skis und damit auch der Unterschenkel verunm�glichte oder zumindest behinderte. Es sei naheliegend, dass dabei nicht unerhebliche Kr�fte auf das Kniegelenk wirken konnten. Indem es unter anderem zu einer Partialruptur des vorderen Kreuzbandes kam, habe sich das vorhandene Gef�hrdungspotenzial realisiert. Die Einwirkung eines �usseren Faktors im Sinne eines Geschehens mit einem gewissen gesteigerten Gef�hrdungspotenzial sei daher hier zu bejahen. Ebenso sei ein unmittelbares, einmaliges und pl�tzliches Geschehen ausgewiesen. Daraus hat die Vorinstanz geschlossen, dass die Knieverletzung der Beschwerdegegnerin durch eine unfall�hnliche K�rpersch�digung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV verursacht worden sei, f�r deren Folgen der Unfallversicherer einzustehen habe.
3.2.�Diese Betrachtungsweise vermag zu �berzeugen. Namentlich ist sie nicht bundesrechtswidrig. So hat das seinerzeitige Eidgen�ssische Versicherungsgericht (seit 1. Januar 2007: I. und II. sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) bereits im Urteil U 223/2005 vom 27. Oktober 2005 eine von einem beruflich als Skilehrer t�tigen Versicherten beim Carving-Fahren in einer Kurve erlittene Bandl�sion am Knie als unfall�hnliche K�rpersch�digung anerkannt; das dynamische Skifahren stelle ein Geschehen mit einem gesteigerten Gef�hrdungspotenzial und auch f�r einen Skilehrer eine nicht allt�gliche Lebensverrichtung wie etwa das pl�tzliche Aufstehen oder das Bewegen im Raum dar (a.a.O. E. 5). Im unl�ngst ergangenen Urteil 8C_610/2015 vom 11. Januar 2016 hat das Bundesgericht �berdies festgehalten, dass Skifahren (generell) wegen �usserer unkontrollierbarer Einfl�sse st�ndig Positions�nderungen verlange und eine fehlerhafte Steuerung der Beine dabei zu einer erh�hten Verletzungsgefahr f�hren k�nne. Dementsprechend stelle das Skifahren eine Sportart dar, welcher - unabh�ngig vom gefahrenen Stil - ein gewisses Gef�hrdungspotenzial innewohnt, sodass eine dabei zugezogene Meniskusl�sion in der Regel als unfall�hnliche K�rpersch�digung gelte (a.a.O. E. 5.2). Vor diesem Hintergrund ist die im hier angefochtenen Entscheid vom 3. November 2015 vom kantonalen Gericht vertretene Auffassung in rechtlicher Hinsicht jedenfalls nicht zu beanstanden. Das im bundesgerichtlichen Urteil 8C_610/2015 vom 11. Januar 2016 E. 5.2 Gesagte kann auch bei Abfahrten im Tiefschnee Geltung beanspruchen, ohne dass es auf die jeweiligen Schneeverh�ltnisse ank�me. Auch hier kann ein zur Unkontrollierbarkeit des Bewegungsablaufes f�hrendes �usseres Moment in Form der Pl�tzlichkeit, Br�skheit und Belastung hinzutreten, sodass - in gegebener Gefahrenlage bei gesteigertem Gef�hrdungspotenzial - ein ausserhalb des K�rpers liegendes, objektiv feststellbares und sinnf�lliges, eben unfall�hnliches, Ereignis vorliegt.
4.1.�Der Beschwerde f�hrende Unfallversicherer setzt sich gegen den angefochtenen kantonalen Entscheid vom 3. November 2015 denn auch einzig mit der Argumentation zur Wehr, es m�sse von den "Aussagen der ersten Stunde" (vgl. BGE 121 V 45 E. 2a S. 47 und 115 V 133 E. 8c S. 143) ausgegangen werden. Nachtr�gliche �nderungen des einmal dargelegten Sachverhaltes k�nnten von �berlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst worden sein, sodass derartigen Erkl�rungen kein hoher Stellenwert zukomme.
4.2.�Zutreffen mag zwar, dass die Beschwerdegegnerin selbst erst nach Beizug ihres Rechtsvertreters in der gegen die Verf�gung vom 5. Mai 2014 gerichteten Einsprache vom 19. Mai 2015 ausdr�cklich erw�hnte, dass ihre K�rpersch�digungen beim Skifahren im Tiefschnee ausgel�st worden seien, weil die Skis und damit die Unterschenkel bis zum Knie die vom Oberk�rper vorgenommene Drehung nicht mitvollzogen, weil der unerwartet schwere Tiefschnee dies verhinderte. Bereits der Auskunft des Spitals C.________ vom 16. Januar 2014, wo es noch am Unfalltag zu einer notfallm�ssigen Einlieferung gekommen war, ist jedoch zu entnehmen, dass das inkriminierte Geschehen beim Skifahren im Tiefschnee aufgetreten ist. Davon musste auch der nunmehr Beschwerde f�hrende Unfallversicherer Kenntnis haben. Dass das Skifahren in schwerem Tiefschnee weder in der vom Arbeitgeber der Beschwerdegegnerin erstatteten Bagatellunfall-Meldung UVG vom 30. Januar 2014 noch in der am 5. Februar 2014 von der Beschwerdegegnerin selbst abgegebenen "Hergangs-Schilderung" als Ausl�ser der zugezogenen K�rpersch�digungen genannt wurde, mag seine Erkl�rung ohne weiteres darin finden, dass der im Fragebogen f�r Antworten freigelassene Raum lediglich eine sehr knappe Auskunft erm�glichte, in welcher die Bedeutung des Fahrens in schwerem Tiefschnee f�r die Leistungspflicht der Unfallversicherung aus nachvollziehbaren Gr�nden entgangen sein konnte. Der Beschwerdegegnerin allein deswegen vorzuwerfen, nicht schon in der "Aussage der ersten Stunde" darauf hingewiesen zu haben, ist nicht gerechtfertigt. Vielmehr sind die nachtr�glichen Erg�nzungen zum Geschehensablauf am 16. Januar 2014 in der Einsprache vom 19. Mai 2015 und der dem kantonalen Gericht eingereichten Beschwerde wie im angefochtenen Entscheid als nicht zu bem�ngelnde Pr�zisierungen zu akzeptieren. Dabei spielt die damalige Beschaffenheit des Schnees nach dem in vorstehender E. 3.2 Gesagten f�r die Beurteilung der Leistungspflicht des Unfallversicherers letztlich gar keine ausschlaggebende Rolle. Auch bei gelockertem, leichterem Tiefschnee (Pulverschnee) kann es bei der grunds�tzlich als gegeben anzunehmenden Gefahrenlage mit - beim Drehen in einer Kurve - gesteigertem Gef�hrdungspotenzial zu einer unfall�hnlichen Knieverletzung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV kommen. Nicht weiter einzugehen ist auf die nachtr�gliche Behauptung, die Skis seien im Tiefschnee "steckengeblieben". Diese Schilderung verm�chte allenfalls die Frage nach einem - allerdings gar nicht geltend gemachten - eigentlichen Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG aufzuwerfen. Wie es sich diesbez�glich verhielte, kann jedoch dahingestellt bleiben, nachdem jedenfalls eine unfall�hnliche K�rpersch�digung als gegeben zu betrachten ist.
Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten (Art. 65 Abs. 1 und Abs. 4 lit. a BGG) von der Beschwerdef�hrerin als unterliegender Partei zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG), welche der anwaltlich vertretenen Beschwerdegegnerin eine - im Hinblick auf Umfang und Inhalt der am 8. Januar 2016 eingereichten Stellungnahme reduzierte - Parteientsch�digung zu bezahlen hat (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).
Die Beschwerdef�hrerin hat die Beschwerdegegnerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 300.- zu entsch�digen.