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Timestamp: 2016-10-23 09:45:04
Document Index: 163245276

Matched Legal Cases: ['Art. 83', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 9']

U 505/00 (15.02.2002)
Pr�sident Borella, Bundesrichter Lustenberger und Kernen; Gerichtsschreiberin Helfenstein Franke
A.- Der 1952 geborene H.________ war seit Februar 1982 bei der W.________ AG besch�ftigt, zun�chst als Schreiner, dann als Beizer, und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen Berufs- und Nichtberufsunfall versichert. Auf Meldung der Arbeitgeberin vom 14. Juni 1995 auf Grund eines Berichts des Dr. med. P.________ vom 6. Juni 1995 wurde von der Abteilung Arbeitsmedizin der SUVA ein durch Isocyanath�rter ausgel�stes Asthma bronchiale festgestellt. Am 26. September 1995 erliess die SUVA eine Nichteignungsverf�gung f�r alle Arbeiten mit Exposition zu Isocyanaten. Bereits per 1. Juni 1995 wurde H.________ von der Arbeitgeberin an einen neuen Arbeitsplatz als Hilfsarbeiter ausserhalb der Lackiererei versetzt. Per 31. Januar 1996 wurde ihm gek�ndigt, weil die Arbeitgeberin ihn als Hilfsarbeiter l�ngerfristig nicht mehr besch�ftigen konnte. Bis 31. Januar 1996 wurde ihm ein �bergangstaggeld nach Art. 83 VUV ausgerichtet. Bis Ende Januar 1998 bezog er Taggelder der Arbeitslosenversicherung.
Nach mehrmaliger fach�rztlicher Untersuchung durch �rzte der Abteilung Arbeitsmedizin der SUVA (Berichte vom 31. Oktober 1997, 26. August 1998 und 28. April 1999), dem Beizug verschiedener Arztberichte, auch betreffend anderer gesundheitlicher Beschwerden wie Magen- und R�ckenprobleme sowie depressiver Verstimmung, deretwegen sich H.________ in �rztlicher Behandlung befand (Berichte des Dr. med. P.________, Spezialarzt FMH Pneumologie, vom 30. November 1995, 24. April 1997, des Dr. med. K.________, Spezialarzt FMH Chirurgie, vom 12. Dezember 1995, 14. M�rz 1996, 18. Februar und 16. Oktober 1997, 21. Januar und 30. April 1998, des Dr. med. U.________, Ambulant-psychiatrischer Dienst, vom 28. M�rz 1996, des Dr. med. R.________, Klinik Y.________, vom 17. August 1998, des Dr. med. S.________, Spezialarzt FMH Psychiatrie, vom 16. Januar 1998, des Dr. med. V.________, Spezialarzt FMH Innere Medizin, vom 28. August und 29. Oktober 1998, Bericht des Spitals X.________ vom 9. Oktober 1998 nach Diskushernienoperation, Bericht des Dr. med. B.________, Spezialarzt FMH Psychiatrie, vom 15. Dezember 1998) und eines MEDAS-Gutachtens vom 13. Januar 1999 stellte die SUVA mit Verf�gung vom 8. Juli 1999 ihre Taggeldleistungen ein. Auf Einsprache hin hielt die Anstalt mit Entscheid vom 16. November 1999 an ihrem Standpunkt fest.
C.- H.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit den Antr�gen, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides sei festzustellen, dass der Beschwerdef�hrer wegen ausgebrochener Berufskrankheit invalid sei, und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm die gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen r�ckwirkend und weiterhin zu erbringen.
1.- Das kantonale Gericht hat die Rechtsprechung zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen (BGE 123 V 45 Erw. 2a, 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen) und ad�quaten Kausalzusammenhang (BGE 125 V 461 Erw. 5a, 123 V 45 Erw. 2a) zwischen dem Gesundheitsschaden und einem versicherten Ereignis, insbesondere auch bei psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133; vgl. auch 123 V 99 Erw. 2a) zutreffend dargelegt, worauf verwiesen wird. Richtig ausgef�hrt hat die Vorinstanz insbesondere auch, dass die Rechtsprechung zur Ad�quanz von psychischen Fehlentwicklungen nach Unf�llen (BGE 115 V 133) bei psychischen St�rungen im Zusammenhang mit Berufskrankheiten nicht analog anwendbar ist, sondern dass die Ad�quanz danach zu beurteilen ist, ob die Berufskrankheit oder Geschehnisse in deren Zusammenhang nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet sind, psychische St�rungen der aufgetretenen Art zu verursachen (BGE 125 V 456 Erw. 5d). Darauf wird verwiesen.
2.- a) Unbestritten ist, dass die berufliche Exposition zu Isocyanaten beim Beschwerdef�hrer 1995 ein Asthma bronchiale ausgel�st hat, welches als Berufskrankheit gem�ss Art. 9 UVG zu gelten hat. Nachdem sich aus den verschiedenen Arztberichten, insbesondere den eingehenden Berichten der Abteilung Arbeitsmedizin der SUVA, ergibt, dass sich innert kurzer Zeit nach Einhaltung der Nichteignungsverf�gung die Lungenfunktionen normalisiert haben und unter Expositionsprophylaxe bei den Atemtests normale Ausgangswerte erreicht wurden, ist davon auszugehen, dass diesbez�glich keinerlei Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit mehr besteht.
Der Versicherte war indes wegen diverser weiterer gesundheitlicher Beschwerden in �rztlicher Behandlung, so wegen Magenbeschwerden und depressiver Verstimmung. Zudem wurde am 20. Oktober 1998 eine Diskushernienoperation L4/5 im Spital X.________ durchgef�hrt. Die MEDAS nannte in ihrem Gutachten vom 13. Januar 1999 als Befunde mit Einschr�nkung der zumutbaren Arbeitsf�higkeit ein lumboradicul�res Syndrom L5 links (Status nach Operation einer computertomographisch festgestellten Discushernie L4/5 links mit Kompression der Wurzel L5 links, diskretes sensomotorisches Restdefizit links); Isocyanat-Asthma, zur Zeit unter Expositionsprophylaxe normale Lungenfunktion und keine bronchiale Hyperreagibilit�t; psychogene (konversionsneurotische) �berlagerung der k�rperlichen Beschwerden mit Anzeichen einer depressiven Dekompensierung (kognitive Leistungsschwankungen psychischer Art, keine hirnorganisch bedingte neuropsychologische Funktionsst�rung) sowie als Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit Diabetes mellitus Typ II, Hyperlipid�mie mit ung�nstigem Cholesterin HDL-Quotient sowie funktionelle Magen-/Darmbeschwerden (endoskopisch nur leichter Reizzustand im Magen und Duodenum).
b) Es fragt sich daher, ob diese weiteren Beschwerden, soweit sie die Arbeitsf�higkeit einschr�nken, in einem Kausalzusammenhang mit der Berufskrankheit stehen, nachdem der Versicherer, wenn eine Berufskrankheit einmal erwiesen ist, auch f�r die weiteren Folgen haftet, soweit diese ad�quat kausal mit der Berufskrankheit zusammenh�ngen.
Das kantonale Gericht hat dazu in sorgf�ltiger und einl�sslicher W�rdigung der umfangreichen medizinischen Unterlagen zu Recht festgehalten, dass die �brigen invalidisierenden Krankheiten, insbesondere das lumboradicul�re Syndrom L5 links und die funktionellen Magen-/Darmbeschwerden offensichtlich nicht in einem Kausalzusammenhang mit der Berufskrankheit stehen und deshalb einzig der Kausalzusammenhang zwischen der psychogenen (konversionsneurotischen) �berlagerung der k�rperlichen Beschwerden mit Anzeichen einer depressiven Dekompensierung und dem Isocyanat-Asthma als Berufskrankheit zu pr�fen ist, dieser jedoch verneint werden muss. Mit schl�ssiger und in allen Teilen �berzeugender Begr�ndung hat die Vorinstanz dargetan, dass die Berufskrankheit und die dabei durchgemachten asthmatischen Reaktionen nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung - unter Ber�cksichtigung einer weiten Bandbreite der Versicherten - nicht geeignet sind, psychische St�rungen von der Art, wie sie beim Beschwerdef�hrer vorliegen, zu verursachen.
Die Einwendungen des Beschwerdef�hrers sind nicht geeignet, dieses Ergebnis in Zweifel zu ziehen, zumal sich dieser in keiner Weise mit den ausf�hrlichen Erw�gungen des vorinstanzlichen Entscheides auseinandersetzt und seine Vorbringen, die Invalidit�t sei ad�quate Folge der Berufskrankheit, der nat�rliche Kausalzusammenhang sei erstellt und die Vorinstanz habe die entscheidende Frage nach der Ad�quanz zu Unrecht verneint, mit keinem Wort begr�ndet. Daran �ndern auch der Bericht des Dr. P.________ vom 22. Mai 2000 und der schon im vorinstanzlichen Verfahren aufgelegte Studienbericht aus der Zeitschrift CHEST nichts, zumal der Beschwerdef�hrer auf die Beilagen wie schon im vorinstanzlichen Verfahren nicht n�her eingeht.
c) Da somit der Beschwerdef�hrer nicht unter auf die Berufskrankheit zur�ckzuf�hrenden organischen Beschwerden leidet und seine psychischen St�rungen nicht ad�quate Folgen des versicherten Risikos sind, haben Verwaltung und Vorinstanz einen weitergehenden Leistungsanspruch zu Recht abgelehnt.
Appenzell I.Rh. und dem Bundesamt f�r Sozialversicherung