Source: http://asds24.de/bgh,-urteil-v.-25.1.2017,-viii-zr-249-15.html
Timestamp: 2019-07-16 18:24:18
Document Index: 304867027

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 21', 'BGH', 'BGH', '§ 28', '§ 556', '§ 556', 'BGH', 'BGH', '§ 556']

BGH, Urteil v. 25.1.2017, VIII ZR 249/15 - Abrechnungsservice & Dienstleistunen Schmidt
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BGH, Urteil v. 25.1.2017, VIII ZR 249/15
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BGH-Urteil: Verspätete WEG-Abrechnung rechtfertigt keine verspätete Betriebskostenabrechnung!
Der Bundesgerichtshof hat in einem Grundsatzurteil zu den Betriebskosten geklärt, ob eine verspätete Eigentümerabrechnung als Entschuldigungsgrund für eine verspätete Betriebskostenabrechnung herhalten kann.
Ein Vermieter hatte am 7.12.2013 seiner Mieterin die Betriebskostenabrechnung für 2010 und 2011 übergeben. Der Vermieter hatte für seine verspätete Betriebskostenabrechnung eine vermeintlich gute Entschuldigung parat: Wegen eines Verwalterwechsels, hatte die Wohnungseigentümergemeinschaft erst kürzlich den Beschluss über die Jahresabrechnungen nach § 28 Abs. 5 WEG gefasst. Deswegen konnte er auch erst jetzt seine Betriebskostenabrechnung für die Jahre 2010 und 2011 erstellen.
Gemäß § 556 Abs. 3 Satz 2 BGB müssen Vermieter jedoch innerhalb eines Jahres nach Ende des Abrechnungszeitraums über die Betriebskosten abrechnen. Das gilt auch, wenn diese eine Eigentumswohnung vermieten und erst abrechnen können, wenn sie die Eigentümerabrechnung vom Verwalter haben.
Die Betriebskostenabrechnung des Vermieters für 2010 hätte eigentlich bis zum 31.12.2011 und die Betriebskostenabrechnung für 2011 bis zum 31.12.2012 beim Mieter sein müssen und nicht erst am 7.12.2013.
Fehlendes Verschulden rettet Sie vor verspäteter Betriebskostenabrechnung
Nach § 556 Abs. 3 Satz 3 BGB können Sie als Vermieter trotz abgelaufener Abrechnungsfrist doch noch Betriebskosten vom Mieter nachfordern, wenn Sie die verspätete Abrechnung nicht zu vertreten haben.
Der Vermieter konnte die Betriebskostenabrechnung für die Jahre 2010 und 2011 nicht früher abrechnen, weil ihm die damalige und Ende 2012 abberufene WEG-Hausverwaltung für diese Zeiträume noch keine ordnungsgemäße Abrechnung erstellt hatte.
Betriebskosten: Wer zu spät abrechnet, verliert seine Nachzahlung
Die neue Hausverwaltung hatte die Eigentümerabrechnung erst im November 2013 der Wohnungseigentümergemeinschaft vorgelegt und die Wohnungseigentümergemeinschaft hatte darüber beschlossen. Kaum war die Abrechnung beschlossene Sache, schickte der Vermieter dem Mieter seine Betriebskostenabrechnung zu.
"Zu spät!", meinte der BGH und wies den Nachzahlungsanspruch des Vermieters ab (BGH, Urteil v. 25.1.2017, VIII ZR 249/15).
Der Vermieter einer Eigentumswohnung muss grundsätzlich auch dann innerhalb der Jahresfrist des § 556 Abs. 3 Satz 2 BGB über die Betriebskosten abrechnen, wenn der Beschluss der Wohnungseigentümer über die Jahresabrechnung noch nicht vorliegt.
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