Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/3/83150000014.htm
Timestamp: 2018-11-20 22:37:29
Document Index: 220320115

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 22', '§ 2', '§ 7', '§ 8', '§ 7', '§ 33', '§ 7', '§ 64', '§ 10', '§ 64']

3.15.014 Neuershausener Mooswald
VO gilt für die LSG 3.15.014 und 3.16.009
Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg als höhere Naturschutzbehörde und obere Jagdbehörde über das Natur- und Landschaftsschutzgebiet "Neuershausener Mooswald" vom 27. September 1979 (GBl. 1979, S. 516).
Auf Grund von §§ 21, 22, 25 und 58 Abs. 2 und 4 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654) sowie auf Grund von § 22 Abs. 2 des Landesjagdgesetzes in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979, S. 12) wird verordnet:
Die in den §§ 2 bis 4 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinden Tenningen, Ortsteil Nimburg, Landkreis Emmendingen und March, Ortsteil Neuershausen, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, werden zum Natur- bzw. Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Schutzgebiet führt die Bezeichnung "Neuershausener Mooswald".
Das Schutzgebiet hat eine Größe von insgesamt 129 ha. Es besteht aus dem Mooswald, einschließlich eines dem westlichen Waldrand vorgelagerten Grünlandstreifens (Naturschutzgebiet), und einem Geländegürtel, der den Wald in wechselnder Breite umschließt (Landschaftsschutzgebiet).
Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 48 ha. Es umfaßt auf dem Gebiet der Gemeinde March, Ortsteil Neuershausen, die Grundstücke Flurstücke 1256, 1258-1283, 1285-1288, 1290-1292, 1502, 1502/1, 1503 (Weg, teilweise) und 2704.
Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von 81 ha. Seine innere Grenze bildet die Grenze des Naturschutzgebiets. Die äußere Grenze verläuft in einem Abstand von etwa 200-400 m zum Waldrand.
Die Grenzen des Schutzgebietes sind in zwei Karten des Regierungspräsidiums Freiburg vom 27. September 1979 (Maßstab 1 : 25 000 und 1 : 5 000) rot (Naturschutzgebiet) bzw. grün (Landschaftsschutzgebiet) eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der höheren Naturschutzbehörde in Freiburg verwahrt; Ausfertigungen befinden sich bei den unteren Naturschutzbehörden in Freiburg und in Emmendingen. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.
Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung des Mooswaldes und seiner näheren Umgebung, einschließlich des durch kleinräumige landwirtschaftliche Nutzung geprägten, durch Feldgehölze gegliederten Westhangs des Nimbergs,
1. als Lebensraum, insbesondere als Brut- und Nahrungsgebiet, einer schutzwürdigen Vogelwelt mit seltenen, zum Teil vom Aussterben bedrohten Vogelarten;
2. als Landschaft mit vielfältiger naturhafter Ausstattung, geprägt, insbesondere durch den naturnahen Auewald mit standortgerechter Baumartenzusammensetzung.
§ 7 Verbote- Natur- und Landschaftsschutzgebiet
In dem Schutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Naturschutzgebiets oder seiner Bestandteile oder zu einer nachhaltigen Störung im Naturschutzgebiet führen können, den Charakter des Gebiets verändern oder dem Schutzzweck in anderer Weise zuwiderlaufen.
3. Steine, Kies, Sand, Lehm oder andere Bodenbestandteile einzubringen oder abzubauen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern;
5. Flugplätze, einschließlich Modellflugplätzen, anzulegen oder zu verändern oder Modellflugzeuge zu betreiben;
6. Stätten für Sport oder Spiel anzulegen oder Motorsport jeglicher Art zu betreiben;
7. fließende oder stehende Gewässer anzulegen, zu beseitigen oder umzugestalten;
8. zu zelten, zu lagern sowie Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;
9. Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;
10. Gebüschbestände, Feld- oder Ufergehölz in ihrem Bestand zu beeinträchtigen oder zu verändern;
11. die Grundstücksnutzung zu ändern;
12. Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;
13. in der Zeit vom 1. Februar bis 31. Juli die Wege zu verlassen, Lärm zu verursachen oder an oder in der Nähe der Reiherkolonie zu fotografieren, zu filmen oder akustische Aufnahmen zu machen.
In dem Landschaftsschutzgebiet ist zur Erhaltung des Charakters des Schutzgebiets und zur Erhaltung des Naturschutzgebiets insbesondere verboten:
3. das Landschaftsbild nachteilig zu ändern oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise zu beeinträchtigen;
5. die Gebüschbestände, Feld- oder Ufergehölze in ihrem Bestand zu beeinträchtigen oder zu verändern;
6. Anlagen oder Einrichtungen zu schaffen oder in der Zeit vom 01. Februar bis 31. Juli Handlungen vorzunehmen, von denen Unruhe auf das Naturschutzgebiet ausgeht.
(1) Handlungen im Landschaftsschutzgebiet, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis.
Dies gilt insbesondere für die in § 8 Nrn. 1-9 aufgeführten Handlungen im Landschaftsschutzgebiet.
(3) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendigen Gestattung ersetzt, wenn diese mit Zustimmung der Naturschutzbehörde ergeht.
1. für die ordnungsgemäße Ausübung der Einzeljagd auf Haarwild und des Jagdschutzes;
2. für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung mit der Maßgabe, daß das Grünland im Naturschutzgebiet nicht in Acker oder Wald umgewandelt werden darf;
3. für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung mit der Maßgabe:
a) daß der Waldbestand im Bereich der Reiherkolonie nur einzelstammweise genutzt werden darf;
b) daß der Waldbestand im Umkreis von 200 m um die Reiherkolonie nicht großflächig geräumt und - damit Horste erforderlichenfalls umgesetzt werden können- nur nach vorheriger Anzeige bei der höheren Naturschutzbehörde verjüngt werden darf;
c) daß im Umkreis von 300 m um die Reiherkolonie vom 1. Februar bis 31. Juli - von besonderen Fällen abgesehen - keine forstlichen Arbeiten durchgeführt werden dürfen;
d) daß im ganzen Waldbestand Bäume mit Horsten und unmittelbar daneben stehende Bäume nur geschlagen werden dürfen, wenn dies zur Abwehr von Gefahren erforderlich ist und die höhere Naturschutzbehörde zustimmt oder innerhalb eines Monats nach Anzeige der Maßnahme nicht widerspricht;
e) daß der Charakter des Waldes als eines artenreichen Laubmischwaldes mit standortgerechter Baumartenzusammensetzung erhalten bleibt;
4. für die ordnungsgemäße Nutzung der Gebüschbestände, Feld- und Ufergehölze sowie für Maßnahmen, die der Pflege und Erhaltung dieser Grünbestände dienen, in der Zeit vom 1. Oktober bis 31. Januar;
5. für die ordnungsgemäße Unterhaltung der Straßen, Wege, Gewässer und sonstigen rechtmäßigerweise bestehenden Anlagen und Einrichtungen mit der Maßgabe, daß Gebüschbestände, Feld- oder Ufergehölze nicht in ihrem Bestand beeinträchtigt oder verändert und im Umkreis von 300 m um die Reiherkolonie vom 1. Februar bis 31. Juli keine Arbeiten durchgeführt werden dürfen;
8. für notwendige Handlungen im Rahmen einer amtlichen oder ehrenamtlichen Überwachungstätigkeit.
(1) Über die Zulassung von Handlungen im Naturschutzgebiet entscheidet die höhere Naturschutzbehörde.
(2) Über die Zulassung von Handlungen im Landschaftsschutzgebiet entscheidet die untere Naturschutzbehörde mit Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde.
1. entgegen §§ 7 bis 9 die Jagd ausübt, handelt ordnungswidrig im Sinne des § 33 Abs. 2 Nr. 4 Landesjagdgesetz,
2. durch eine andere als die in Nr. 1 genannte Handlung gegen §§ 7 bis 9 verstößt, handelt ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG,
3. entgegen § 10 ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen können, handelt ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG.
Freiburg i. Br., den 27. September 1979