Source: https://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/strahlenschutz/31067.htm
Timestamp: 2018-11-21 20:25:45
Document Index: 345644248

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 5', '§ 98', '§ 98', '§ 98', '§ 118']

﻿ Entsorgungswege - Art des strahlenschutzrechtlichen Antrags
Je nach Art der Verwertung oder Beseitigung der auftretenden radioaktiven Stoffe sind verschiedene Rechtsvorschriften und Überwachungsgrenzen zu beachten. Die anzuwendenden Rechtsvorschriften bedingen die Art der bei der Genehmigungsbehörde zu beantragenden Strahlenschutzgenehmigung (vgl. Bild 2).
Bild 2: Entsorgungsweg - Art des strahlenschutzrechtlichen Antrags
Vergrößerung von Bild 2 Entsorgungsweg - Art des strahlenschutzrechtlichen Antrags
Antrag zur Genehmigung des Umgangs mit radioaktiven Stoffen
Werden radioaktive Stoffe innerhalb der Hinterlassenschaften verwendet, verlagert oder bei der Sanierung anderer Hinterlassenschaften des Uranerzbergbaus verwendet, gelten die Regelungen von VOAS incl. DB VOAS und HaldAO (vgl. Bild 3).
Bild 3: Entsorgungsmöglichkeiten nach VOAS, HaldAO
Vergrößerung von Bild 3: Entsorgungsmöglichkeiten nach VOAS, HaldAO
In der Praxis betrifft das im Wesentlichen den Wiedereinbau vor Ort und die Verwendung von radioaktiven Stoffen aus Baumaßnahmen in Anlagen der Wismut GmbH.
Bei Baumaßnahmen nach VOAS und HaldAO ist ein Antrag zur Genehmigung des Umgangs mit radioaktiven Stoffen zu stellen (§ 4 VOAS), sofern die Freigrenze von 0,2 Bq/g überschritten wird. Veränderungen an Bauobjekten aus Haldenmaterial bedürfen immer der Zustimmung der zuständigen Genehmigungsbehörde (§ 5 HaldAO). Auch hier gilt die Freigrenze von 0,2 Bq/g.
Die Bestimmungen der HaldAO bedingen die Genehmigungspflicht durch die Strahlenschutzbehörde, die Berichtspflicht gegenüber der Strahlenschutzbehörde und die Nachweispflicht für die Verwendung von Haldenmaterial in Bauunterlagen und Abnahmeprotokollen.
Besonderheiten für den Wiedereinbau im Baustellenbereich
Der Wiedereinbau sollte nur erfolgen, wenn in die Einbaubereiche voraussichtlich nicht wieder eingegriffen wird (z. B. im Unterbau von Zuwegungen und Parkplatzflächen). Das trifft beispielsweise nicht zu auf Vorratsflächen für zukünftige Erweiterungsbauten.
Jeder erneute Eingriff in das kontaminierte Material erfordert eine neue Strahlenschutzgenehmigung.
Für Materialien mit spezifischen Aktivitäten größer 1 Becquerel pro Gramm (> 1,0 Bq/g) ist der Wiedereinbau nur dann genehmigungsfähig, wenn Expositionsbetrachtungen für alle relevanten Expositionspfade nachweisen, dass für Einzelpersonen der Bevölkerung eine effektive Dosis von 1 Millisievert im Jahr (1 mSv/a) eingehalten wird.
Besonderheiten für die Verwertung bei der Wismut GmbH
Die Verwertung bei der Wismut GmbH ist nur bei Einhalten der strahlenschutzrechtlichen und abfallrechtlichen Annahmebedingungen möglich.
Für den strahlenschutzrechtlichen Antrag beim LfULG ist die Vorlage einer Annahmeerklärung der Wismut GmbH erforderlich.
Antrag zur Genehmigung der Entlassung aus der strahlenschutzrechtlichen Überwachung
Überschreitet ein bei einer Baumaßnahme anfallender Rückstand nach Anlage XII, Teil A StrlSchV die in Anlage XII, Teil B StrlSchV genannte Überwachungsgrenze für den gewählten Beseitigungs- oder Verwertungsweg, ist ein Antrag auf Entlassung aus der strahlenschutzrechtlichen Überwachung bei der zuständigen Genehmigungsbehörde zu stellen (§ 98 StrlSchV).
Die Entlassung aus der strahlenschutzrechtlichen Überwachung ist nur zulässig, wenn die Verwertung bzw. Beseitigung so erfolgt, dass ohne weitere Maßnahmen die Strahlenexposition für Einzelpersonen der Bevölkerung den Richtwert von 1 mSv/a nicht überschreitet. Maßzahl zur Beurteilung der Überwachungsgrenze ist die spezifische Aktivität C als Summe der repräsentativ ermittelten größten spezifischen Aktivitäten der Radionuklide der Nuklidketten der Uran-238-Zerfallsreihe (U-238sec) CU-238max und der Th-232-Zerfallsreihe (Th-232-sec) CTh232max.
C ≤ CU-238max + CTh232max
Bild 4 zeigt die Möglichkeiten der Beseitigung und Verwertung von Rückständen nach Strahlenschutzverordnung.
Bild 4: Entsorgungsmöglichkeiten nach StrlSchV
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Sollen überwachungsbedürftige Rückstände verwertet werden, gilt: Die Unterschreitung des Richtwertes von 1 mSv/a für den konkreten Verwertungsweg ist durch ein Radiologisches Gutachten mit einer auf den Einzelfall bezogenen Expositionsabschätzung nachzuweisen (vgl. Anlage XII, Teil D StrlSchV). Bei der Expositionsabschätzung sind u. a. die Beschäftigten, die beim Transport etc. tätig werden, als Einzelpersonen der Bevölkerung zu berücksichtigen.
Sollen Rückstände auf einer Deponie zusammen mit anderen Rückständen und Abfällen beseitigt werden, ist ein vereinfachtes Verfahren zur Entlassung aus der strahlenschutzrechtlichen Überwachung nach den Vorgaben der Anlage XII, Teil C StrlSchV möglich.
Verwertung von Rückständen - Überwachungsgrenzen
Beseitigung von Rückständen - Überwachungsgrenzen
Gemeinsame Deponierung von überwachungsbedürftigen Rückständen mit anderen Rückständen und Abfällen - Überwachungsgrenzen
Formulare für die Entlassung von Rückständen aus der strahlenschutzrechtlichen Überwachung
Antrag auf Entlassung von überwachungsbedürftigen Rückständen gemäß § 98 Abs. 1 StrlSchV bzw. § 98 Abs. 1 i.V.m. § 118 Abs. 5 StrlSchV