Source: https://www.xn--steuerberater-aus-mnchen-etc.de/lexikon/inventur/
Timestamp: 2019-02-23 15:41:39
Document Index: 153354026

Matched Legal Cases: ['§ 240', '§ 240', '§ 242', '§ 240', '§ 6', '§ 6']

Inventur | Richter & Ebner
Inventur bedeutet die mengenmäßige Bestandsaufnahme (→ Bewertung von Wirtschaftsgütern) aller aktiven und aller passiven Wirtschaftsgüter des Betriebsvermögens. Das Ergebnis wird im → Inventar (mengen- und wertmäßiges Bestandsverzeichnis) festgehalten und zu einem Jahresabschluss zusammengefasst.
Bei der Inventur müssen nach § 240 Abs. 1 HGB alle Vermögensgegenstände, die dem Betrieb dienen, genau aufgezeichnet und im Einzelnen bewertet werden. Die Erfassung hat durch körperliche Bestandsaufnahme zu erfolgen, also durch Messen, Zählen, Wiegen. Wenn eine körperliche Bestandsaufnahme tatsächlich nicht möglich ist, wie z. B. bei Forderungen oder Schulden, muss die Erfassung auf andere Art und Weise sichergestellt werden. Das geschieht beispielsweise durch Kontoauszüge bei den Bankguthaben.
Nach § 240 Abs. 2, § 242 Abs. 1 und 2 HGB haben Kaufleute für den Schluss eines jeden Geschäftsjahrs ein Inventar, eine Bilanz und eine Gewinn- und Verlustrechnung aufzustellen. Das Inventar, in dem die einzelnen Vermögensgegenstände nach Art, Menge und unter Angabe ihres Wertes genau zu verzeichnen sind, ist aufgrund einer körperlichen Bestandsaufnahme (Inventur) zu erstellen (H 5.3 [Inventur] EStH).
Nach § 240 Abs. 2 HGB besteht die Verpflichtung, für jeden Bilanzstichtag auch ein Verzeichnis der Gegenstände des beweglichen Anlagevermögens aufzustellen (Bestandsverzeichnis, R 5.4 Abs. 1 EStR). In das Bestandsverzeichnis müssen sämtliche beweglichen Gegenstände des Anlagevermögens, auch wenn sie bereits in voller Höhe abgeschrieben sind, aufgenommen werden. Ausnahmen gelten für geringwertige Wirtschaftsgüter (§ 6 Abs. 2 EStG; → Geringwertige Wirtschaftsgüter), für Wirtschaftsgüter, die in einem Sammelposten erfasst werden (§ 6 Abs. 2a EStG) und für Wirtschaftsgüter, die mit einem → Festwert angesetzt sind. Das Bestandsverzeichnis muss
seinen Bilanzwert am Bilanzstichtag enthalten.
Das Bestandsverzeichnis ist aufgrund einer jährlichen körperlichen Bestandsaufnahme aufzustellen.
Die Inventur hat zeitnah zu erfolgen, am besten am Inventurstichtag (Betriebsbeginn, Bilanzstichtag).
Nach R 5.3 Abs. 1 EStR bedeutet zeitnah in der Regel eine Frist von zehn Tagen vor oder nach dem Bilanzstichtag.