Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201986,%20252
Timestamp: 2020-01-28 00:10:27
Document Index: 40319760

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 413', '§ 414', 'BGH', 'BGH', '§ 314', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 765', '§ 765', '§ 765', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 60', '§ 13', '§ 13', '§ 13', 'BGH', 'BGH']

BGH, 10.06.1985 - III ZR 63/84 - dejure.org
https://dejure.org/1985,569
BGH, 10.06.1985 - III ZR 63/84 (https://dejure.org/1985,569)
BGH, Entscheidung vom 10.06.1985 - III ZR 63/84 (https://dejure.org/1985,569)
BGH, Entscheidung vom 10. Juni 1985 - III ZR 63/84 (https://dejure.org/1985,569)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1985,569) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Rückübertragung von geleisteten Sicherheiten für einen Kontokorrentkredit - Umfang eines Schuldbeitritts und einer Sicherungsabrede - Wirksamkeit der Kündigung einer Partei eines Gesamtschuldverhältnisses - Wirksamkeit der Kündigung eines unbefristet eingegangenen ...
Kein Recht eines ausgeschiedenen GmbH-Gesellschafters zur fristlosen Befreiung von seinem Schuldbeitritt für Kontokorrentkredit der Gesellschaft
BGB §§ 413, 607, §§ 414, 425
NJW 1986, 252
NJW-RR 1986, 116 (Ls.)
ZIP 1985, 1189
ZIP 1985, 1192
MDR 1986, 31
BB 1985, 1688
Er enthält für den Fall, daß die Gesellschafterstellung des Bürgen endet, auch keine Regelungslücke, die durch ergänzende Vertragsauslegung zu schließen wäre (vgl. BGH, Urt. v. 10. Juni 1985 - III ZR 63/84, WM 1985, 1059, 1060;… im Ergebnis ebenso BuB/Schröter Rdnr. 4/1144; vgl. aber Schröter WuB I F 1 a. - 6.85; a.A. RG HRR 1935 Nr. 581; Stolzenburg ZIP 1985, 1189, 1191; Meinhardt, Beendigung der Haftung aus Bürgschaften eines Gesellschafters oder Geschäftsführers bei dessen Ausscheiden aus der Gesellschaft? Diss. Göttingen 1990 S. 103 ff).
Da zwischen der Klägerin und der Hauptschuldnerin durch die Zurverfügungstellung des Bürgschaftslimits, das auch revolvierend ausgenutzt werden konnte, eine dauerhafte Geschäftsverbindung bestand, ist auch der auf unbestimmte Zeit geschlossene (Rück-) Bürgschaftsvertrag zwischen den Parteien zur Absicherung der sich hieraus auch künftig ergebenden Forderungen als Dauerschuldverhältnis anzusehen (vgl. auch BGH NJW 1986, 252;… Palandt/Grüneberg, BGB, 73. Aufl., § 314 Rn. 5).
a) Dieses Recht folgt bereits aus dem Grundsatz, dass bei einem unbefristeten Dauerschuldverhältnis jeder Vertragspartner nach Treu und Glauben berechtigt ist, den Vertrag nach Ablauf eines gewissen Zeitraums mit Wirkung für die Zukunft zu beenden (BGH, WM 1985, 1059ff., 1061).
Gegen ein hierdurch bedingtes Anwachsen seiner Schuld kann sich der Bürge durch Kündigung unter Wahrung einer angemessenen Frist schützen (vgl. BGH, Urt. v. 10. Juni 1985 - III ZR 63/84, NJW 1986, 252, 253 [BGH 10.06.1985 - III ZR 63/84] unter II 2; OLG Zweibrücken WM 1985, 1291, 1292;… Staudinger/Horn aaO § 765 Rdn. 81;… Erman/Seiler, BGB 8. Aufl. § 765 Rdn. 8;… Palandt/Thomas, BGB 52. Aufl. § 765 Rdn. 7; P. Bydlinski, Die Bürgschaft im österreichischen und deutschen Handels-, Gesellschafts- und Wertpapierrecht S. 57 ff; ferner Senatsurt. v. 4. Juli 1985 - IX ZR 135/84, NJW 1985, 3007, 3008 unter 2; v. 22. Mai 1986 - IX ZR 108/85, NJW 1986, 2308, 2309 unter 3 a).
Denn ein Schuldbeitritt ist auch zu einer erst künftig entstehenden Verbindlichkeit möglich, wenn diese - wie hier - im Zeitpunkt des Schuldbeitritts genügend bestimmt bezeichnet ist (BGH, Urteil vom 10. Juli 1996 - VIII ZR 213/95 = ZIP 1996, 1657 unter II b, zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt, Urteil vom 10. Juni 1985 - III ZR 63/84 = WM 1985, 1059 unter I 1; Urteil vom 25. November 1992 - VIII ZR 176/91 = WM 1993, 213 unter I 2 c dd).
Durch diese Bestimmung - deren Auslegung vom Revisionsgericht uneingeschränkt überprüft werden kann, da das Antragsformular nicht nur im Bereich des Berufungsgerichts benutzt wird (Senatsurteil vom 10. Juni 1985 - III ZR 63/84 = WM 1985, 1059, 1060) - wird der Inhalt des Vertragsangebots eindeutig festgelegt und klargestellt, daß die Verwirklichung der im Darlehensantrag genannten besonderen Auszahlungsvoraussetzungen nicht etwa eine aufschiebende Bedingung des Vertragsschlusses sein sollte, sondern - bei wirksamer Annahme des Antrags - eine Verpflichtung des Darlehensnehmers aufgrund des bereits bindend geschlossenen Vertrages.
Gerade in einem Fall, in dem der Darlehensgeber nicht mehr an dem Erfolg einer Gesellschaft partizipieren wird und auch keinerlei Einflussmöglichkeiten auf das Geschick der Gesellschaft besitzt, würde es Treu und Glauben widersprechen, ihn auf letztlich unbestimmte Zeit an den Darlehensverträgen festhalten zu wollen (zu den Möglichkeiten des ausscheidenden Gesellschafters, für Gesellschaftsschulden bestellte Sicherheiten durch Kündigung zum Erlöschen zu bringen, vgl. BGH, Urteil vom 10.6.1985 - III ZR 63/84; OLG Celle, Urteil vom 5.10.1988 - 3 U 306/87;… Roth/Altmeppen/Altmep-pen, GmbHG, 9. Aufl. 2019, § 60 Rn. 78;… Lutter/Hommelhoff/Bayer, GmbH-Gesetz, 19. Aufl. 2016, § 13 Rn. 7;… Michalski/Heidinger/Leible/J. Schmidt, GmbH-Gesetz, 3. Aufl. 2017, § 13 Rn. 369;… MünchKomm/Merkt, GmbHG 3. Aufl. 2018, § 13 Rn. 337).
Es braucht deshalb nicht entschieden zu werden, ob ein Ausscheiden aus der Gesellschaft allein überhaupt Wirkungen auf die Bürgschaft haben könnte (verneinend OLG Zweibrücken NJW 1986, 258, 259 [OLG Zweibrücken 05.06.1985 - 2 U 25/84]; nur für eine Kündigungsmöglichkeit in derartigen Fällen BGH, Urt. v. 10. Juni 1985 - III ZR 63/84, WM 1985, 1059, 1061 unter 2).
(Für Schecks auf die LZB am Platz Vordruck 4103 verwenden).« Die darin enthaltene rechtsgeschäftliche Erklärung kann der Senat selbst auslegen, weil es sich um ein Formular der Beklagten handelt, das im ganzen Bundesgebiet verwendet wird (vgl. BGH Urt. v. 10. Juni 1985 - III ZR 63/84, WM 1985, 1059 …und Urt. v. 2. Februar 1984 - IX ZR 8/83, ZIP 1984, 420).
AG Mannheim, 11.10.2017 - 17 C 67/16