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Timestamp: 2020-08-15 00:12:55
Document Index: 318702663

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 22', '§ 97', '§ 86', '§ 22', '§ 7', '§ 7', '§ 21', '§ 104', '§ 105', '§ 33', '§ 22', '§ 7', '§ 105', '§ 22', '§ 104', '§ 22', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 97', '§ 102', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 22', '§ 97', '§ 33', '§ 44', '§ 7', '§ 22', '§ 97', '§ 60', '§ 7', '§ 7', '§ 104', '§ 59', '§ 104', '§ 59', '§ 104', '§ 7', '§ 22', '§ 7', '§ 27', '§ 7', '§ 97']

LSG Berlin-Brandenburg, 11.02.2008 - L 5 B 10/08 AS ER - dejure.org
LSG Berlin-Brandenburg, 11.02.2008 - L 5 B 10/08 AS ER
https://dejure.org/2008,7869
LSG Berlin-Brandenburg, 11.02.2008 - L 5 B 10/08 AS ER (https://dejure.org/2008,7869)
LSG Berlin-Brandenburg, Entscheidung vom 11.02.2008 - L 5 B 10/08 AS ER (https://dejure.org/2008,7869)
LSG Berlin-Brandenburg, Entscheidung vom 11. Februar 2008 - L 5 B 10/08 AS ER (https://dejure.org/2008,7869)
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§ 7 Abs 5 S 1 SGB 2, § 22 Abs 7 S 1 SGB 2, §§ 97 ff SGB 3, § 86b SGG
Anspruchsausschluss für Auszubildende; Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben für behinderte Menschen; Zuschuss zu den ungedeckten Kosten der Unterkunft und Heizung
Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts - Kosten für Unterkunft- und Heizung
Anforderung an die Gewährung einer Vorauszahlung für Unterkunft, Heizung und Strom an eine Gehörlose nach § 22 Abs. 7 Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II) i.R. eines Reha - Ausbildungsverhältnisses; Vorliegen eines Härtefalles nach § 7 Abs. 5 S. 2 SGB II aufgrund des ...
SG Berlin, 14.12.2007 - S 55 AS 30208/07
Es handelt sich bei dieser um eine dem Grunde nach förderungsfähige Ausbildung iS des § 7 Abs. 5 SGB II. Hieran ändert es nichts, dass deren Förderung durch Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben für behinderte Menschen erfolgt ist (Ausschluss auch bei Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben: Sächsisches LSG vom 9.9.2013 - L 7 AS 1237/13 B ER; LSG Niedersachsen-Bremen 22.1.2014 - L 13 AS 140/11, beim BSG anhängig unter dem Aktenzeichen B 14 AS 16/14 R; kein Ausschluss: s LSG Berlin-Brandenburg vom 11.2.2008 - L 5 B 10/08 AS ER; kein Ausschluss bei einer berufsvorbereitenden Maßnahme als Teilhabeleistung: LSG Berlin-Brandenburg vom 10.3.2009 - L 20 AS 47/09 B ER; LSG Nordrhein-Westfalen vom 28.11.2011 - L 20 AS 1663/10; LSG Berlin-Brandenburg vom 16.1.2011 - L 26 AS 2360/11 B ER; LSG Berlin-Brandenburg vom 26.6.2013 - L 34 AS 2690/12; LSG Nordrhein-Westfalen vom 13.3.2014 - L 9 AS 310/13, anhängig beim BSG unter dem Aktenzeichen B 14 AS 25/14 R) .
Nach Überzeugung des Gerichts zählt hierzu jedoch nicht der Mehrbedarf nach § 21 Abs. 4 Satz 1 SGB II, wenn dem Kläger zeitgleich Leistungen gem. §§ 104 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. § 105 Abs. 1 Sat 1 Nr. 1 SGB III i.V.m. § 33 SGB IX gewährt werden (a.A. LSG Berlin-Brandenburg vom 11.02.2008, Az. L 5 B 10/08 AS ER (Rn 22); zust. SG Chemnitz vom 01.04.2009, Az. S 22 AS 3533/07 (Rn 69 ff.)).
Das Gericht teilt nicht die Auffassung des LSG Berlin-Brandenburg in seiner Entscheidung vom 11.02.2008, Az. L 5 B 10/08 (Rn 22).
(2) Das Gericht folgert insbesondere aus dem systematischen Zusammenhang mit § 22 Abs. 7 Satz 1 SGB II, dass der Ausschluss des § 7 Abs. 5 Satz 1 SGB II im Falle einer Förderung nach § 105 Abs. 1 Satz 1 SGB III greift (a.A. LSG Berlin-Brandenburg vom 11.02.2008, Az. L 5 B 10/08 (Rn 22).
Aufl., § 22 Rn 120; a.A. LSG Berlin-Brandenburg vom 11.02.2008, Az. L 5 B 10/08 (Rn 22).
Es sind auch keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass die Erstreckung auf Personen, die Ausbildungsgeld nach §§ 104 ff. SGB III beziehen, auf einem gesetzgeberischen Irrtum beruht (zust. Berlit in: LPK-SGB 11, 3. Aufl., § 22 Rn 137; a.A. Berlin-Brandenburg vom 11.02.2008, Az. L 5 B 10/08 (Rn 22)).
Hierbei dürften unter Beachtung der Entscheidungen, die im Streit um laufende Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende ergangen seien, die Anforderungen an die Glaubhaftmachung eines Anordnungsanspruchs nicht überspannt werden (vgl. LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 11. Februar 2008, L 5 B 10/08 AS ER, juris).
Die Regelung des § 7 Abs. 5 SGB II ist als den Zugang zu existenzsichernden Leistungen nach dem SGB II einschränkende Norm eng auszulegen (LSG Berlin-Brandenburg vom 11. Februar 2008, L 5 B 10/08 AS ER, juris).
Da der Gesetzgeber in § 7 Abs. 5 SGB II nicht darauf ab stellt, aufgrund welcher Vorschriften Ausbildungen der in dem Absatz genannten Art durchgeführt werden, sondern nur darauf, ob die Ausbildungen dem Grunde nach nach anderen Regelungssystemen förderungsfähig sind, kann der Systematik des Gesetzes nur entnommen werden, dass generell Leistungen der Teilhabe am Arbeitsleben von dem Ausschluss des § 7 Abs. 5 SGB II nicht erfasst sind (…i.E. ebenso: Hackethal in: juris-PK, § 7, Rn. 58; für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nach §§ 97 ff. SGB III wohl auch LSG Berlin-Brandenburg vom 11. Februar 2008, L 5 B 10/08 AS ER, a. a. O.).
Bei der Bezugnahme auf Vorschriften, die das Ausbildungsgeld betreffen, mag der Gesetzgeber einem Irrtum unterlegen sein (so LSG Berlin-Brandenburg v. 11.02.2008, L 5 B 10/08 AS ER, a.a.O.).
Der Senat teilt die in der obergerichtlichen Rechtsprechung überwiegend vertretene Auffassung, dass behinderte Menschen, deren Ausbildung im Rahmen der §§ 102 ff. SGB II dem Grunde nach förderfähig ist, nicht unter den Anwendungsbereich des § 7 Abs. 5 SGB II (in der seit 1. April 2011 geltenden Fassung) fallen (vgl. LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 11. Februar 2008 - L 5 B 10/08 AS ER - JURIS-Dokument Rdnr. 22 ff.; LSG Berlin-Brandenburg…, Beschluss vom 10. März 2010- L 20 AS 2047/09 B ER, L 20 AS 2050/09 B PKH - JURIS-Dokument Rdnr. 16; Sächs. LSG…, Beschluss vom 6. September 2010 - L 7 B 633/08 AS-ER - JURIS-Dokument Rdnr. 27 ff.; Hess. LSG…, Urteil vom 24. November 2010 - L 6 AS 168/08 - JURIS-Dokument Rdnr. 33 ff.; LSG Sachsen-Anhalt…, Beschluss vom 6. September 2010 - L 5 AS 429/10 B ER - JURIS-Dokument Rdnr. 25 ff.; LSG Sachsen-Anhalt…, Beschluss vom 6. Dezember 2011 - L 2 AS 438/11 B ER - JURIS-Dokument Rdnr. 15 ff.; Schlesw.-Holst.
Das Ausbildungsgeld ist eine im SGB III geregelte eigenständige Leistung mit eigenen Anspruchsgrundlagen (vgl. zum Ausbildungsgeld als aliud zur Berufsausbildungsbeihilfe: LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 11. Februar 2008, a. a. O., Rdnr. 22; Hess. LSG…, Urteil vom 24. November 2010, a. a. O., Rdnr. 33; LSG Sachsen-Anhalt…, Beschluss vom 6. Dezember 2011, a. a. O., Rdnr. 25).
Diese Eigenständigkeit des Ausbildungsgeldes spricht dafür, dass es in § 7 Abs. 5 Satz 1 SGB II hätte unmittelbar angesprochen werden müssen, um einen Leistungsausschluss zu regeln, der den verfassungsrechtlichen Anforderungen an eine hinreichende Normenklarheit genügt (vgl. auch LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 11. Februar 2008 - L 5 B 10/08 AS ER - JURIS-Dokument Rdnr. 22; Hess. LSG…, Urteil vom 24. November 2010, a. a. O., Rdnr. 33; Schlesw.-Holst. LSG…, Beschluss vom 14. Juni 2011, a. a. O., Rdnr. 26).
Eine erweiternde Auslegung von § 7 Abs. 5 SGB II in diesem Sinne wurde bis zur Einführung von § 22 Abs. 7 SGB II zum 1. Januar 2007 weder in der sozialgerichtlichen Rechtsprechung noch in der Literatur, sondern allenfalls in der Praxis der SGB II-Behörden vertreten (vgl. LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 11. Februar 2008, a. a. O., Rdnr. 22, m. w. N.).
Dabei fällt die Gewährung von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben gemäß §§ 97 ff SGB III i.V.m. § 33 und §§ 44 ff SGB IX nicht unter die Leistungen im Sinne des § 7 Abs. 5 Satz 1 SGB II, die zu einem Ausschluss bzw. zu einer Einschränkung (vgl. § 22 Abs. 7 SGB II) von Leistungen nach dem SGB II führen (vgl. Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 11.02.2010, L 5 B 10/08 AS ER und vom 10.03.2009, L 20 AS 47/09 B; Sozialgericht Düsseldorf, Beschluss vom 06.12.2007, S 28 AS 331/07 ER; Sozialgericht Berlin, Urteil vom 05.12.2008, S 37 AS 23403/08; so auch Brühl/Schoch in LPK-SGB 11, 3.
Die Vorschriften zu Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben gemäß §§ 97 ff SGB III, also Leistungen, die der Förderung behinderter Menschen zur Integration in das Arbeitsleben dienen, sind als gegenüber der Berufsausbildungsförderung gemäß der §§ 60 bis 62 SGB III speziellere Regelungen zu betrachten, die diese allgemeinen Vorschriften verdrängen (vgl. Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 11.02.2010, L 5 B 10/08 AS ER).
Gerade diese Möglichkeit wird aber als Begründung für den Leistungsausschluss des § 7 Abs. 5 Satz 1 SGB II herangezogen (vgl. Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 11.02.2010, L 5 B 10/08 AS ER).
Der nachträglich geschaffenen Regelung kann jedenfalls keine Erweiterung des Leistungsausschlusses nach § 7 Abs. 5 SGB II entnommen werden (so überzeugend Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 10.03.2009, L 20 AS 47/09 B; vgl. auch Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 11.02.2010, L 5 B 10/08 AS ER).
Vielmehr hätte der Gesetzgeber, wenn er auch insoweit einen Ausschlusstatbestand hätte schaffen wollen, die entsprechenden Vorschriften in Bezug nehmen können und müssen (Hessisches LSG, Urteil vom 24.11.2010 - L 6 AS 168/08; LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 11.02.2008 - L 5 B 10/08 AS ER); denn es handelt sich bei dem Ausbildungsgeld nach § 104 SGB III, dass der Kläger während seiner Ausbildung zum Kaufmann im Gesundheitswesen bezog, um ein aliud zur BAB nach § 59 SGB III. Wer - wie der Kläger - während einer Maßnahme zur Teilhabe am Arbeitsleben nach § 104 Abs. 1 Nr. 1 SGB III Anspruch auf Ausbildungsgeld hat, hat nicht daneben noch Anspruch auf BAB nach §§ 59 ff. SGB III. Zwar gelten nach § 104 Abs. 2 SGB III für das Ausbildungsgeld die Vorschriften über die BAB entsprechend, soweit im Folgenden nichts Abweichendes bestimmt ist.
Darüber hinaus widerspräche es auch der Ausgestaltung des § 7 Abs. 5 SGB II, der als Ausnahmevorschrift und Ansprüche ausschließende Norm grundsätzlich eng auszulegen ist und in der Vergangenheit über Jahrzehnte auch entsprechend ausgelegt wurde, den Irrtum des Gesetzgebers nunmehr - wegen der Einfügung des § 22 Abs. 7 SGB II - durch eine über den Wortlaut des § 7 Abs. 5 SGB II hinausgehende Auslegung zu korrigieren (vgl. LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 11.02.2008 - L 5 B 10/08 AS ER).
LSG Sachsen-Anhalt, 06.12.2011 - L 2 AS 438/11
Diesem Leitbild entsprächen die behinderte Menschen nicht, die eine Ausbildung oder eine berufsvorbereitende Maßnahme sinnvoll nur in einer besonderen Einrichtung für behinderte Menschen absolvieren können (LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 11. Februar 2008 - L 5 B 10/08 AS ER mit weiteren Hinweisen).
Im Ergebnis kann deshalb angenommen werden, die Erwähnung der Auszubildenden mit Anspruch auf Ausbildungsgeld im § 27 Abs. 3 SGB II "laufe ins Leere", denn sie beruhe letztlich auf einer unbeachtlichen Fehlinterpretation des Regelungsinhalts des § 7 Abs. 5 SGB II (so LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 11. Februar 2008 - L 5 B 10/08 AS ER - zitiert nach juris).
Bei der Bezugnahme auf Vorschriften, die das Ausbildungsgeld betreffen, mag der Gesetzgeber einem Irrtum unterlegen sein (so LSG Berlin-Brandenburg vom 11. Februar 2008 - L 5 B 10/08 AS ER - a. a. O.).
Denn die Gewährung von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nach §§ 97 ff SGB III verdrängen die allgemeinen Regelungen (vgl. LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 11. Februar 2008, L 5 B 10/08 AS ER, juris, Rn. 22).
Hätte der Gesetzgeber auch insoweit einen Ausschlusstatbestand schaffen wollen, so hätte er die entsprechenden Vorschriften in Bezug nehmen können und müssen (LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 11. Februar 2008, L 5 B 10/08 AS ER, aaO, mwN).
LSG Berlin-Brandenburg, 10.03.2010 - L 20 AS 2047/09
LSG Niedersachsen-Bremen, 14.12.2011 - L 7 AS 1235/11
SG Berlin, 05.12.2008 - S 37 AS 23403/08