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Timestamp: 2020-07-09 03:08:39
Document Index: 96667618

Matched Legal Cases: ['§ 113', '§ 3', '§ 18', '§ 25', '§ 42', '§ 42', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Der nicht vollstreckungsfähige Auskunftstitel - und die Beschwer | Rechtslupe
Hat die Aus­kunfts­ver­pflich­tung, gegen die sich der Rechts­mit­tel­füh­rer zur Wehr setzt, kei­nen voll­streck­ba­ren Inhalt, erhöht sich die Beschwer um die mit der Abwehr einer inso­weit unge­recht­fer­tig­ten Zwangs­voll­stre­ckung ver­bun­de­nen Kos­ten [1].
Der Wert der Beschwer eines Rechts­mit­tels gegen die Ver­pflich­tung zur Aus­kunfts­er­tei­lung rich­tet sich grund­sätz­lich nach dem Inter­es­se des Rechts­mit­tel­füh­rers, die Aus­kunft nicht ertei­len zu müs­sen. Abge­se­hen von dem Fall eines beson­de­ren Geheim­hal­tungs­in­ter­es­ses ist hier­bei auf den Auf­wand an Zeit und Kos­ten abzu­stel­len, den die sorg­fäl­ti­ge Ertei­lung der geschul­de­ten Aus­kunft erfor­dert [2].
Auf die­ser recht­li­chen Grund­la­ge ist der Wert der Beschwer nach § 113 Abs. 1 Satz 2 FamFG i.V.m. § 3 ZPO nach bil­li­gem Ermes­sen zu bestim­men. Das Rechts­be­schwer­de­ge­richt kann die Bemes­sung der Beschwer nur ein­ge­schränkt dar­auf über­prü­fen, ob das Beschwer­de­ge­richt die gesetz­li­chen Gren­zen über­schrit­ten oder sein Ermes­sen feh­ler­haft aus­ge­übt hat [3]. Dabei lehnt es der Bun­des­ge­richts­hof ab, ein Geheim­hal­tungs­in­ter­es­se wert­er­hö­hend zu berück­sich­ti­gen [4].
Hat die Aus­kunfts­ver­pflich­tung, gegen die sich der Rechts­mit­tel­füh­rer zur Wehr setzt, kei­nen voll­streck­ba­ren Inhalt, erhöht sich die Beschwer nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs um die mit der Abwehr einer inso­weit unge­recht­fer­tig­ten Zwangs­voll­stre­ckung ver­bun­de­nen Kos­ten. Denn im maß­geb­li­chen Zeit­punkt der Beschwer­de­ein­le­gung muss der Unter­halts­schuld­ner gewär­ti­gen, dass er in vol­lem Umfang aus dem erst­in­stanz­li­chen Titel in Anspruch genom­men wird und sich hier­ge­gen zur Wehr set­zen muss [5].
Abzu­stel­len ist dar­auf, wel­che Kos­ten dem Antrag­stel­ler ent­stün­den, um sich gegen die Voll­stre­ckung der Pflicht "ent­spre­chen­de Bestä­ti­gun­gen vor­zu­le­gen" zur Wehr zu set­zen. Im Ver­fah­ren der Zwangs­voll­stre­ckung kön­nen bis zu 0, 6 Anwalts­ge­büh­ren (§ 18 Nr. 13 RVG i.V.m. VV RVG 3309, 3310) zuzüg­lich Aus­la­gen (VV RVG 7000 ff.) und Mehr­wert­steu­er anfal­len [6]. Danach bedürf­te es im vor­lie­gen­den Fall eines Gegen­stands­werts von 1.000 €, um zu Kos­ten von über 100 € zu gelan­gen. Maß­geb­lich ist inso­weit gemäß § 25 Abs. 1 Nr. 3 RVG der Wert, den die Vor­la­ge der von Beschluss­zif­fer 4 erfass­ten Bestä­ti­gun­gen für die Antrags­geg­ne­rin hat. Inso­weit ist zwar nach § 42 Abs. 1 FamGKG grund­sätz­lich ein Bruch­teil des Mehr­be­trags zugrun­de zu legen, den die Antrags­geg­ne­rin sich im Zuge­winn­aus­gleich erhofft [7]. Die­ser Bruch­teil wäre hier zudem gege­be­nen­falls wei­ter zu redu­zie­ren, weil es nicht um die Aus­kunft selbst, son­dern ledig­lich um die Vor­la­ge von die Aus­kunft bestä­ti­gen­den Bele­gen geht. Nach­dem jedoch kei­ne Anhalts­punk­te ersicht­lich sind, anhand derer sich der von der Antrags­geg­ne­rin erhoff­te Mehr­be­trag bestim­men lässt, ist zumin­dest denk­bar, auch zur Bewer­tung der Pflicht zur Beleg­vor­la­ge auf den Auf­fang­wert des § 42 Abs. 3 FamGKG von 5.000 € zurück­zu­grei­fen [8].
im Anschluss an BGH, Beschluss vom 02.09.2015 XII ZB 132/​15 FamRZ 2015, 2142[↩]
BGH, Beschluss vom 27.07.2016 XII ZB 53/​16 FamRZ 2016, 1681 Rn. 7 mwN[↩]
vgl. hier­zu BGH, Beschlüs­se vom 30.07.2014 XII ZB 85/​14 FamRZ 2014, 1696 Rn. 9; und vom 09.04.2014 XII ZB 565/​13 FamRZ 2014, 1100 Rn. 11 mwN[↩]
BGH, Beschluss vom 02.09.2015 XII ZB 132/​15 FamRZ 2015, 2142 Rn. 17 mwN[↩]
vgl. auch BGH, Urteil vom 10.12 2008 – XII ZR 108/​05 FamRZ 2009, 495 Rn. 16[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 10.12 2008 – XII ZR 108/​05, FamRZ 2009, 495 Rn. 16[↩]
vgl. BGH, Beschluss vom 11.05.2016 – XII ZB 12/​16, FamRZ 2016, 1448 Rn.19[↩]