Source: http://www.swiss-insurance-law.ch/schweizer-versicherungsaufsichtsgesetz/home/art-22-vag
Timestamp: 2019-07-22 01:55:41
Document Index: 60103799

Matched Legal Cases: ['Art. 22', 'Art. 21', 'Art. 23', 'Art. 96', 'Art. 96', 'Art. 97', 'Art. 98', 'Art. 98', 'Art. 22', 'Art. 22']

Art. 22 VAG - Swiss Insurance Law
> Art. 21 Beteiligungen
< Art. 23 Aktuar: Bestellung und Funktion
English translation of article 22 of the Swiss Insurance Supervision Act
Art. 96 AVO Ziel und Inhalt
1 Das Versicherungsunternehmen stellt durch ein seinen Geschäftsverhältnissen angemessenes Risikomanagement und durch interne Kontrollmechanismen sicher, dass frühzeitig:
a. Risikopotenziale erkannt und beurteilt werden, und
b. Massnahmen zur Verhinderung oder Absicherung erheblicher Risiken und Risikokumulationen eingeleitet werden.
a. die Festlegung und regelmässige Überprüfung der Strategien und Massnahmen hinsichtlich aller eingegangenen Risiken durch die Leitungsgremien;
b. eine Absicherungspolitik, welche den Auswirkungen der GeschäftsstrategieRechnung trägt und eine angemessene Kapitalausstattung beinhaltet;
c. geeignete Verfahren, die sicherstellen, dass die Risikoüberwachung in die Geschäftsorganisation integriert sind;
d. die Identifikation, die Überwachung, die Quantifizierung und die Steuerung aller wesentlichen Risiken;
e. ein internes Berichtssystem zur Ermittlung, Beurteilung und Kontrolle der Risiken und Risikokonzentrationen wie auch der damit verbundenen Geschäftsprozesse.
3 Die internen Kontrollmechanismen umfassen eine wirksame Compliance-Funktion und wirksame Compliance-Prozesse. Sie stellen in ihrer Gesamtheit sicher, dass die Rechtsnormen und die internen Vorschriften eingehalten werden.
4 Die Risikomanagement-Funktion und die Compliance-Funktion müssen unabhängig sein. Sie sind nach Massgabe der Grösse, der Geschäfts-
und Organisationskomplexität und der Risiken des Versicherungsunternehmens auszustatten.
Art. 96a AVO Selbstbeurteilung der Risikosituation und des Kapitalbedarfs
1 Das Versicherungsunternehmen nimmt mindestens jährlich vorausschauend eine Beurteilung vor:
a. der Risiken, denen es ausgesetzt ist, einschliesslich der signifikanten Risikokonzentrationen und gruppenweiten Risiken (Gesamtrisikoprofil);
b. des gesamten Kapitalbedarfs;
c. der Einhaltung der Anforderungen an die versicherungstechnischen Rückstellungen und an das gebundene Vermögen;
d. der Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagements.
2 Diese Selbstbeurteilung der Risikosituation und des Kapitalbedarfs sind in der Geschäftsstrategie und der Geschäftsplanung zu berücksichtigen.
3 Das Versicherungsunternehmen erstattet der FINMA jährlich Bericht über die Ergebnisse der Selbstbeurteilung.
4 Die FINMA kann eine Berichterstattung in kürzeren Abständen anordnen, wenn dies aufgrund der Risikosituation angezeigt ist. Sie kann in begründeten Fällen Ausnahmen von der Berichterstattungspflicht zulassen.
Art. 97 AVO Dokumentation
1 Das Versicherungsunternehmen hält sein Risikomanagement in einer Dokumentation fest. Diese ist laufend zu aktualisieren.
2 Die Dokumentation umfasst insbesondere folgende Punkte:
a. Beschrieb der Organisation des unternehmensweiten Risikomanagements sowie der diesbezüglichen Kompetenzen und Verantwortlichkeiten;
b. Anforderungen an das Risikomanagement;
c. Risikopolitik einschliesslich Risikotoleranz;
d. Verfahren zur Identifikation der wesentlichen Risiken sowie Darstellung der Methode, Instrumente und Prozesse zu deren Messung, Überwachung und Steuerung;
e. Darstellung der geltenden Limiten-Systeme für Risikoexpositionen sowie der Kontrollmechanismen;
f. unternehmensinterne Richtlinien zum Risikomanagement und der damit verbundenen Prozesse.
Art. 98 AVO Operationelle Risiken
1 Das Versicherungsunternehmen erfasst und beurteilt die operationellen Risiken in eigener Verantwortung.
2 Die FINMA bespricht die Ergebnisse dieser Beurteilung periodisch mit dem Versicherungsunternehmen.
3 Sie kann zur Unterstützung der Selbstbeurteilung Fragebögen abgeben. Diese sind ihr innert drei Monaten nach Jahresabschluss, versehen mit der Unterschrift der Geschäftsleitung, ausgefüllt zurückzusenden.
4 Zeigen sich bei der Selbstbeurteilung Risiken, die zu einer ungenügenden Solvabilität führen könnten, so kann die FINMA insbesondere die Kontrolltätigkeit beim Versicherungsunternehmen intensivieren.
5 Das Versicherungsunternehmen sammelt und analysiert die Daten zu Schäden aus operationellen Risiken.
Art. 98a AVO Liquiditätsanforderungen
1 Das Versicherungsunternehmen muss jederzeit über so viel Liquidität verfügen, dass es seinen Zahlungsverpflichtungen auch in Stresssituationen nachkommen kann (quantitative Liquiditätsanforderungen).
2 Es muss zudem folgende qualitative Liquiditätsanforderungen erfüllen:
a. Es verfügt über adverse Szenarien und führt entsprechende Stresstests zur Ermittlung seiner Liquiditätsposition durch. Es berücksichtigt dabei insbesondere Liquiditätsflüsse aus ausserbilanziellen Geschäftsvorgängen und anderen Eventualverbindlichkeiten.
b. Es verfügt über ein Notfallkonzept mit wirksamen Strategien im Umgang mit Liquiditätsengpässen. Es legt die Zuständigkeiten, Kommunikationswege und die in Betracht gezogenen Massnahmen fest.
siehe: FINMA Rundschreiben 2016 03 ORSA.pdf
siehe: FINMA Rundschreiben 2013 05 Liquidität Versicherer.pdf
siehe: FINMA Rundschreiben 2008 42 Rückstellungen Schadenversicherung.pdf
siehe: Gesetzesmaterialien zu Art. 22 VAG
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