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Timestamp: 2016-10-27 09:04:17
Document Index: 276659486

Matched Legal Cases: ['Art. 70', 'Art. 82', 'Art. 86', 'Art. 90', 'Art. 83', 'BGE', 'Art. 89', 'Art. 99', 'Art. 95', 'Art. 96', 'Art. 106', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 105', 'Art. 2', 'Art. 43', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 63', 'Art. 65', 'Art. 67', 'Art. 29', 'Art. 6', 'Art. 30', 'Art. 30', 'Art. 1', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 12', 'BGE', 'Art. 5', 'Art. 170', 'Art. 170', 'Art. 70', 'Art. 70', 'Art. 70', 'Art. 70', 'BGE', 'BGE', 'Art. 166', 'Art. 52', 'BGE', 'BGE', 'Art. 32', 'Art. 70', 'Art. 66', 'Art. 68']

2C_94/2015 (19.08.2015)
{T�0/2} 2C_94/2015 � � Urteil vom 19. August 2015
X.________ AG, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Roger Lippuner,
Departement f�r Volkswirtschaft und Soziales Graub�nden,
Amt f�r Landwirtschaft und Geoinformation des Kantons Graub�nden.
Direktzahlungen 2012,
Beschwerde gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, Abteilung II, vom 4. Dezember 2014.
Die X.________ AG ist eine Aktiengesellschaft, die Bio-Obstbau betreibt. Am 7. Mai 2010 verlegte sie ihren Sitz aus dem Kanton St. Gallen in den Kanton Graub�nden. Mit Schreiben vom 7. Mai 2012 wies die X.________ AG das Amt f�r Landwirtschaft und Geoinformation des Kantons Graub�nden (im Folgenden: Amt) darauf hin, dass ihr noch keine Gesuchsformulare f�r die Direktzahlungen f�r das Jahr 2012 zugestellt worden seien. Es sei ihr mitzuteilen, in welchem Kanton sie ihr Gesuch einzureichen habe. Mit Schreiben vom 24. Mai 2012 stellte das Amt der X.________ AG die Erhebungsunterlagen f�r das Jahr 2012 zu und forderte sie auf, innert 30 Tagen verschiedene Unterlagen einzureichen und diverse Fragen zu beantworten, da der bisherige Bewirtschafter des Betriebs gem�ss Publikation im Amtsblatt aus der X.________ AG ausgeschieden sei.
�Nachdem die X.________ AG innert der gesetzten Frist die verlangten Unterlagen und Antworten nicht eingereicht hatte, verf�gte das Amt am 27. September 2012, dass der Landwirtschaftsbetrieb X.________ AG ab dem Beitragsjahr 2012 nicht als direktzahlungsberechtigter Betrieb anerkannt werde. Die X.________ AG habe deshalb die f�r dieses Jahr ausgerichteten Beitr�ge zur�ckzuerstatten.
Gegen diese Verf�gung erhob die X.________ AG am 12. Oktober 2012 Beschwerde beim Departement f�r Volkswirtschaft und Soziales des Kantons Graub�nden (im Folgenden: Departement) und beantragte, der Landwirtschaftsbetrieb X.________ AG sei ab dem Beitragsjahr 2012 als direktzahlungsberechtigter Betrieb anzuerkennen. Mit Verf�gung vom 8. November 2013 wies das Departement die Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat. Zugleich hob es Ziff. 2 des Dispositivs der Verf�gung des Amtes vom 27. September 2012 betreffend die R�ckforderung der Akontozahlung f�r �kobeitr�ge auf.
Dagegen erhob die X.________ AG am 6. Dezember 2013 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragte, die Verf�gung des Departements vom 8. November 2013 und diejenige des Amtes vom 27. September 2013 seien aufzuheben. Die X.________ AG sei auch f�r das Beitragsjahr 2012 als direktzahlungsberechtigt anzuerkennen. Die Sache sei zur Berechnung und Ausrichtung der Direktzahlungen an das Amt, eventuell an das Departement zur�ckzuweisen. Subeventualiter sei die Sache zur Anerkennung des Betriebs sowie zur Berechnung und Ausrichtung der Direktzahlungen an das Amt zur�ckzuweisen.
Mit Urteil vom 4. Dezember 2014 wies das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde ab, soweit darauf einzutreten war.
Die X.________ AG erhebt mit Eingabe vom 26. Januar 2015 beim Bundesgericht Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Antrag, in Aufhebung des angefochtenen Entscheids sei der Landwirtschaftsbetrieb X.________ AG f�r das Betriebsjahr 2012 als direktzahlungsberechtigter Betrieb anzuerkennen, A.________ sei als beitragsberechtigter Bewirtschafter der X.________ AG f�r das Jahr 2012 anzuerkennen und das Amt sei anzuweisen, der X.________ AG die r�ckst�ndigen Direktzahlungen f�r das Jahr 2012 zuz�glich Zinsen auszubezahlen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an das Amt zur�ckzuweisen.
Das Departement beantragt, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Das Bundesamt f�r Landwirtschaft �ussert sich, ohne einen ausdr�cklichen Antrag zu stellen. Das Amt, das Bundesverwaltungsgericht und das Eidgen�ssische Departement f�r Wirtschaft, Bildung und Forschung verzichten auf Vernehmlassung.
Angefochten ist ein Endentscheid �ber die Ausrichtung von Direktzahlungen gem�ss Art. 70 ff. des Bundesgesetzes vom 29. April 1998 �ber die Landwirtschaft (Landwirtschaftsgesetz, LwG; SR 910.1). Dagegen ist die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zul�ssig ist (Art. 82 lit. a, Art. 86 Abs. 1 lit. a und Art. 90 BGG), da auf die fraglichen Beitr�ge ein Anspruch besteht und somit kein gesetzlicher Ausschlussgrund vorliegt (Art. 83 lit. k BGG; Urteil 2C_560/2010 vom 18. Juni 2011 E. 1.1, nicht publ. in: BGE 137 II 366). Die Beschwerdef�hrerin hat vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen, ist als direkte Adressatin des angefochtenen Urteils von diesem besonders ber�hrt und hat ein schutzw�rdiges Interesse an dessen Aufhebung oder �nderung, weshalb sie zur Beschwerde berechtigt ist (vgl. Art. 89 Abs. 1 BGG). Auf die Beschwerde ist grunds�tzlich einzutreten. Vor Bundesgericht sind allerdings neue Begehren nicht zul�ssig (Art. 99 Abs. 2 BGG). Der erstmals vor Bundesgericht gestellte Antrag, A.________ sei als beitragsberechtigter Bewirtschafter anzuerkennen, ist daher nicht zul�ssig. Insofern ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.
2.1.�Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 und Art. 96 BGG ger�gt werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG), doch pr�ft es, unter Ber�cksichtigung der allgemeinen R�ge- und Begr�ndungspflicht (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), grunds�tzlich nur die geltend gemachten Vorbringen, sofern allf�llige weitere rechtliche M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 138 I 274 E. 1.6 S. 280 mit Hinweis). Die Verletzung von Grundrechten sowie von kantonalem und interkantonalem Recht untersucht es in jedem Fall nur insoweit, als eine solche R�ge in der Beschwerde pr�zise vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 139 I 229 E. 2.2 S. 232; 134 II 244 E. 2.2 S. 246).
2.2.�Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz von Amtes wegen oder auf R�ge hin berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Artikel 95 beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1, Art. 105 Abs. 2 BGG).
3.1.�Die Einzelheiten der landwirtschaftlichen Direktzahlungen (u.a. Berechnung, Auszahlung, K�rzung und Verweigerung) sind heute in der Verordnung vom 23. Oktober 2013 �ber die Direktzahlungen an die Landwirtschaft (Direktzahlungsverordnung, DZV, SR 910. 13) und in ihren Anh�ngen 1-8 geregelt. Danach k�rzen oder verweigern die Kantone die Beitr�ge nach Anhang 8 (Art. 105 Abs. 1 DZV).
�Streitig sind vorliegend jedoch Direktzahlungen f�r das Jahr 2012. In materieller Hinsicht anwendbar ist daher noch die Direktzahlungsverordnung vom 7. Dezember 1998 (aDZV; AS 1999 229) in der im Jahre 2012 in Kraft stehenden Fassung.
3.2.�Direktzahlungen erhalten Bewirtschafter, welche bestimmte Voraussetzungen erf�llen (Art. 2 Abs. 1 aDZV). Mit Ausnahme der Beitr�ge f�r den �kologischen Ausgleich (Art. 43 Abs. 1 aDZV) werden Direktzahlungen nicht an juristische Personen bezahlt (Art. 2 Abs. 2 lit. a aDZV). Beitragsberechtigt ist daf�r unter bestimmten Voraussetzungen die nat�rliche Person oder die Personengesellschaft, welche den Betrieb einer AG oder GmbH bewirtschaftet (Art. 2 Abs. 3-5 aDZV). Direktzahlungen werden nur auf schriftliches Gesuch hin ausgerichtet (Art. 63 Abs. 1 aDZV). Das Gesuch ist der zust�ndigen Beh�rde zwischen dem 15. April und dem 15. Mai einzureichen (Art. 65 Abs. 1 DZV). Der Kanton stellt die Beitragsberechtigung des Gesuchstellers fest und setzt die Beitr�ge aufgrund der Verh�ltnisse am Stichtag fest (Art. 67 Abs. 1 aDZV). Der Stichtag ist das Erhebungsdatum nach der Landwirtschaftlichen Datenverordnung vom 7. Dezember 1998.
4.1.�Im Unterschied zum Departement hat die Vorinstanz als unbeachtlich bezeichnet, ob das Gesuch rechtzeitig bzw. bei der zust�ndigen Beh�rde eingereicht wurde. Sie hat vielmehr darauf abgestellt, dass die Beschwerdef�hrerin die Unterlagen, die sie gem�ss Aufforderung des Amtes vom 24. Mai 2012 h�tte beibringen sollen, nicht eingereicht und damit insbesondere nicht nachgewiesen hat, wer - nach dem Ausscheiden von B.________ - im Betriebsjahr 2012 direktzahlungsberechtigter Bewirtschafter des Betriebs gewesen sei (E. 3.2.3 des angefochtenen Entscheids). Soweit die Beschwerdef�hrerin die Erw�gungen des Departements bez�glich rechtzeitiger Einreichung r�gt, ist dies deshalb nicht entscheiderheblich. Des weiteren bestreitet die Beschwerdef�hrerin nicht, dass sie die Informationen, die sie gem�ss Schreiben des Amtes vom 24. Mai 2012 h�tte liefern m�ssen, nicht innert der angesetzten Frist geliefert hat. Die Beschwerdef�hrerin macht auch nicht geltend, dass ohne diese Antworten und Unterlagen die Berechtigung f�r Direktzahlungen nachgewiesen gewesen w�re.
4.2.�Die Beschwerdef�hrerin r�gt hingegen eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1 EMRK, Art. 30 VwVG), weil das Amt sie vor der Verf�gung vom 27. September 2012 nicht zum beabsichtigten Entscheid angeh�rt habe. Soweit sich die Beschwerdef�hrerin auf Art. 30 VwVG beruft, ist zu bemerken, dass das VwVG vorbeh�ltlich hier nicht massgebender Ausnahmen f�r das Verfahren vor kantonalen Beh�rden nicht anwendbar ist (Art. 1 Abs. 1 und 3 VwVG). Die Verfassungsr�ge ist offensichtlich unbegr�ndet: Der Anspruch auf rechtliches Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV) gibt den Parteien Anspruch, vor Erlass der Verf�gung zur Sache geh�rt zu werden; es besteht jedoch kein Anspruch, sich auch zum vorgesehenen Inhalt des Entscheids zu �ussern (BGE 134 V 97 E. 2.8.2 S. 107; 129 II 497 E. 2.2 S. 504 f.). Das Amt hat der Beschwerdef�hrerin mit Schreiben vom 24. Mai 2012 Gelegenheit gegeben, sich zur Sache zu �ussern und ihr damit das rechtliche Geh�r gew�hrt. Es war nicht verpflichtet, vor dem Erlass der Verf�gung noch zum vorgesehenen Inhalt derselben eine Stellungnahme einzuholen.
4.3.�Die Beschwerdef�hrerin r�gt weiter eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes und �berspitzten Formalismus. Sie ist der Auffassung, die Beh�rde trage die Beweislast, weshalb das Amt nicht ohne erneute Nachfristansetzung und S�umnisandrohung zu ihren Lasten h�tte entscheiden d�rfen. Soweit sich die Beschwerdef�hrerin dabei auf Art. 12 und 13 VwVG beruft, ist wiederum zu bemerken, dass das VwVG hier nicht anwendbar ist. Sodann tr�gt entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin nicht die Beh�rde die Beweislast: Die Beschwerdef�hrerin beansprucht Direktzahlungen und tr�gt die Beweislast f�r das Vorliegen der daf�r geltenden Voraussetzungen (Urteil 2C_388/2008 vom 16. Dezember 2008 E. 5.1). Der Umstand, dass sie in den vorangegangenen Jahren Direktzahlungen erhalten hat, �ndert daran nichts, da diese Zahlungen f�r jedes Jahr neu festgelegt werden. Sodann gibt es keinen allgemeinen verfassungsrechtlichen Anspruch darauf, dass eine Beh�rde S�umnisfolgen androht (BGE 133 V 196 E. 1.2 S. 197 f.). Der Beschwerdef�hrerin musste aufgrund ihrer bisherigen Erfahrungen und ihrer bereits zwei Jahre fr�her erfolgten Sitzverlegung in den Kanton Graub�nden klar sein, dass sie das Direktzahlungsgesuch bei den b�ndnerischen Beh�rden einreichen musste. Das Amt hat ihr bereits eine Nachfrist angesetzt zur Einreichung der innert der ordentlichen Gesuchs-Eingabefrist nicht eingereichten Unterlagen. Ein verfassungsrechtlicher Anspruch auf Ansetzung einer (erneuten) Nachfrist besteht unter diesen Umst�nden nicht.
4.4.�Die Beschwerdef�hrerin r�gt schliesslich eine Verletzung des Verh�ltnism�ssigkeitsprinzips (Art. 5 Abs. 2 BV) und des Gesetzes: Selbst wenn von einer versp�teten Gesuchseinreichung ausgegangen werden m�sste, w�re nur eine K�rzung der Direktzahlungen, aber keine vollst�ndige Verweigerung zul�ssig.
4.4.1.�Nach Art. 170 Abs. 1 LwG k�nnen die Beitr�ge gek�rzt oder verweigert werden, wenn der Gesuchsteller dieses Gesetz, die Ausf�hrungsbestimmungen oder die gest�tzt darauf erlassenen Verf�gungen verletzt. Der Bundesrat regelt die K�rzungen bei Verletzung von Vorschriften im Bereich der Direktzahlungen und des Pflanzenbaus (Art. 170 Abs. 3 LwG). Nach Art. 70 Abs. 1 aDZV (in der Fassung vom 12. November 2008, AS 2008 5819) k�rzen oder verweigern die Kantone die Beitr�ge gem�ss der Richtlinie der Landwirtschaftsdirektorenkonferenz vom 27. Januar 2005 (Fassung vom 12. September 2008) zur K�rzung der Direktzahlungen, wenn der Gesuchsteller oder die Gesuchstellerin u.a. vors�tzlich oder fahrl�ssig falsche Angaben macht (Art. 70 Abs. 1 lit. a aDZV), Kontrollen erschwert (Art. 70 Abs. 1 lit. b aDZV) oder die Massnahmen, die er anwenden will, nicht rechtzeitig anmeldet (Art. 70 Abs. 1 lit. c aDZV). Gem�ss Ziff. B.2 dieser Richtlinie verringern sich bei versp�teter Gesuchstellung oder Anmeldung die betroffenen Direktzahlungen um 10 %, mindestens jedoch um 200, h�chstens um 5'000 Franken. Keine Direktzahlungen werden bei einer Termin�berschreitung ausgerichtet, welche eine sachgerechte Kontrolle verunm�glicht.
Zwar bleibt die erw�hnte Richtlinie als so genannte Verwaltungsverordnung f�r das Bundesgericht rechtlich unverbindlich (BGE 139 V 122 E. 3.3.4 S. 125; 137 V 1 E. 5.2.3 S. 8 f.; 136 II 415 E. 1.1 S. 417; 133 II 305 E. 8.1 S. 315). Das Bundesgericht orientiert sich aber an solchen Richtlinien, sofern diese eine �berzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben enthalten (BGE 139 V 122 E. 3.3.4 S. 125; 133 V 587 E. 6.1 S. 591; 133 II 305 E. 8.1 S. 315), was vorliegend zutrifft. Ausserdem hat der in der Richtlinie der Landwirtschaftsdirektorenkonferenz vorgesehene Mechanismus - Abstufung zwischen K�rzung und Verweigerung der Direktzahlungen je nach dem Schweregrad der Vers�umnisse des Gesuchstellers, grunds�tzliche Verweigerung der Beitr�ge, wenn eine sachgerechte Kontrolle nicht (mehr) m�glich ist - Eingang in die heute geltende Verordnungsregelung gefunden (vgl. etwa Ziff. 1.1-1.4, Ziff. 3.3. und Ziff. 3.4 Anhang 8 DZV). Es rechtfertigt sich, die versp�tete Einreichung von Unterlagen einer versp�teten Einreichung des Gesuchs gleichzustellen.
4.4.2.�Die Vorinstanz hat ausgef�hrt, die Beschwerdef�hrerin habe erst am 12. Oktober 2012 im kantonalen Beschwerdeverfahren die vom Amt am 24. Mai 2012 eingeforderten Unterlagen eingereicht. Sie habe damit die anspruchsbegr�ndenden Voraussetzungen f�r die Ausrichtung von Direktzahlungen nicht nachgewiesen. Der Beschwerdef�hrerin sei ihr Anspruch nicht gest�tzt auf die Direktzahlungsk�rzungsrichtlinie gek�rzt worden; eine solche K�rzung h�tte den Bestand eines Anspruchs vorausgesetzt, was von der Erstinstanz gerade verneint worden sei (E. 3.2.3 des angefochtenen Entscheids).
4.4.3.�Der K�rzungstatbestand ist zugeschnitten auf F�lle, in denen an sich Anspruch auf die Direktzahlungen besteht; wenn hingegen der Anspruch aufgrund falscher Angaben verneint werden muss oder infolge fehlender Angaben nicht beurteilt werden kann, f�hrt dies nicht zu einer blossen K�rzung, sondern zur Verweigerung der Direktzahlungen (vgl. Urteil 2C_88/2012 vom 28. August 2012 E. 5.2). Insoweit ist der Vorinstanz zuzustimmen.
4.4.4.�Allerdings ergibt sich aus den Feststellungen der Vorinstanz auch, dass die Beschwerdef�hrerin (erst, aber immerhin) im kantonalen Beschwerdeverfahren die fehlenden Unterlagen eingereicht hat. Die Frage ist somit, ob dann, wenn mangelnde Unterlagen zwar nicht im erstinstanzlichen Verfahren, wohl aber im Beschwerdeverfahren eingereicht werden, von fehlender Anspruchsberechtigung (mit der Folge einer Verweigerung der Beitr�ge) oder von versp�tet nachgewiesener Anspruchsberechtigung (mit der Folge einer K�rzung der Beitr�ge) auszugehen ist.
4.4.5.�Die Antwort auf diese Frage h�ngt davon ab, ob im Beschwerdeverfahren neue Tatsachen zul�ssig sind. Ist dies zu bejahen, dann muss es als zul�ssig anerkannt werden, im Beschwerdeverfahren neue Tatsachen vorzubringen, welche die Anspruchsberechtigung belegen. Diese Vorbringen sind dann zwar versp�tet und k�nnen zu einer K�rzung f�hren, nicht aber zu einer Verweigerung.
4.4.6.�Ob im Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Departement neue Tatsachen zul�ssig sind, richtet sich grunds�tzlich nach kantonalem Recht. Indessen muss nach einem allgemeinen verfahrensrechtlichen Grundsatz die Kognition in unterer Instanz mindestens so weit sein wie vor der Beschwerdeinstanz. Da die kantonalen Beschwerdeentscheide betreffend Direktzahlungen beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar sind (Art. 166 Abs. 2 LwG) und dort neue tats�chliche Vorbringen zul�ssig sind (K�lz/H�ner/Bertschi, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. A. 2013, S. 362 Rz. 1021; Seethaler/Bochsler, Praxiskommentar VwVG, 2009, Art. 52 Rz. 80; Moser/Beusch/Kneub�hler, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, S. 117 f.; BGE 136 II 165 E. 4.2; insbesondere in Bezug auf landwirtschaftliche Direktzahlungen: Urteil 2C_388/2008 vom 16. Dezember 2008 E. 4.2), muss dasselbe auch vor der kantonalen Beschwerdeinstanz gelten. Allerdings wird es nach herrschender, wenn auch nicht unbestrittener Auffassung im Beschwerdeverfahren f�r zul�ssig erachtet, Vorbringen ausser Acht zu lassen, die auf nachl�ssiger Prozessf�hrung beruhen oder der Verschleppung des Prozesses dienen (BGE 136 II 165 E. 4.3). Diese Auffassung st�tzt sich auf Art. 32 Abs. 2 VwVG, der in erster Linie f�r das erstinstanzliche Verwaltungverfahren gilt. F�r die hier streitige Materie besteht jedoch mit Art. 70 Abs. 1 aDZV eine spezialrechtliche Regelung, wonach versp�tete Vorbringen nicht unzul�ssig sind, aber zu einer K�rzung f�hren (vgl. zum heute geltenden Recht Ziff. 3.4.1 Anhang 8 DZV). Dasselbe muss auch f�r das Beschwerdeverfahren gelten.
4.5.�Insgesamt ergibt sich, dass zwar die Beschwerdef�hrerin die verlangten Unterlagen, welche zur Abkl�rung des Direktzahlungsanspruchs notwendig waren, versp�tet eingereicht hat, dass sie das aber immerhin im Beschwerdeverfahren nachgeholt hat. Dies f�hrt jedenfalls zu einer K�rzung der Direktzahlungen, aber aufgrund der vorstehenden Erw�gungen nicht per se zu einer Verweigerung. Allerdings steht nicht fest, ob aufgrund der im Beschwerdeverfahren eingereichten Unterlagen der Direktzahlungsanspruch wirklich besteht, namentlich ob infolge der von der Beschwerdef�hrerin zu vertretenden Verz�gerungen eine sachgerechte Kontrolle der Verh�ltnisse im streitbetroffenen Jahr (2012) �berhaupt noch m�glich ist. Dem Hauptantrag der Beschwerdef�hrerin kann daher nicht gefolgt werden. Hingegen ist der Eventualantrag begr�ndet, wobei die Sache nicht an das Amt, sondern an das Departement zur�ckzuweisen ist; dieses wird zu pr�fen haben, ob unter Ber�cksichtigung der im Beschwerdeverfahren nachgereichten Unterlagen der (zu k�rzende) Anspruch auf Direktzahlungen f�r das Jahr 2012 ausgewiesen ist.
Die R�ckweisung mit ergebnisoffenem Ausgang gilt als Obsiegen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die bundesgerichtlichen Kosten dem Kanton Graub�nden aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 und 4 BGG). Dieser hat ausserdem die Beschwerdef�hrerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren angemessen zu entsch�digen (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist. Der Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 4. Dezember 2014 wird aufgehoben. Die Sache wird im Sinne der Erw�gungen zur weiteren Abkl�rung und Neubeurteilung an das Departement f�r Volkswirtschaft und Soziales Graub�nden und zur Neuregelung der Kosten- und Entsch�digungsfolgen des vorinstanzlichen Verfahrens an das Bundesverwaltungsgericht zur�ckgewiesen.
Die Gerichtskosten von Fr. 3'000.-- werden dem Kanton Graub�nden auferlegt.
Der Kanton Graub�nden hat der Beschwerdef�hrerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Parteientsch�digung von Fr. 3'000.-- zu bezahlen.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Bundesverwaltungsgericht, Abteilung II, dem Bundesamt f�r Landwirtschaft und dem Eidgen�ssischen Departement f�r Wirtschaft, Bildung und Forschung, schriftlich mitgeteilt.