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Timestamp: 2016-10-21 20:10:46
Document Index: 39924513

Matched Legal Cases: ['Art. 12', 'Art. 72', 'BGE', 'Art. 7', 'Art. 74', 'BGE', 'BGE', 'Art. 93', 'Art. 93', 'BGE', 'Art. 93', 'Art. 93', 'BGE', 'Art. 93', 'BGE', 'Art. 93', 'Art. 93', 'Art. 93', 'Art. 107', 'Art. 107', 'Art. 93', 'Art. 93', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 105', 'BGE', 'BGE', 'Art. 46', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 67', 'BGE', 'de lege ferenda', 'Art. 66', 'Art. 68', 'Art. 67']

4A_471/2014 (02.02.2015)
4A_471/2014 � � Urteil vom 2. Februar 2015
Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen, Abteilung III, vom 19. Juni 2014.
A.a.�B.________, geb. 1959, hatte 1979 durch einen Verkehrsunfall w�hrend der Rekrutenschule eine Kompressionsfraktur BWK 4/5 mit anschliessender kompletter Paraplegie sub Th5 erlitten. Als Folge bezieht er seit Jahren eine Invalidenrente der Milit�rversicherung, zun�chst basierend auf einem Invalidit�tsgrad von 55 % sowie seit 1. Juni 2011 gest�tzt auf einen solchen von 90 %. Im Zeitraum vom 1. Januar 2009 bis 31. Mai 2011 hatte er zus�tzlich zur bisherigen Rente ein 25%iges Taggeld der Milit�rversicherung erhalten. �berdies wurde die bisherige auf einer Invalidit�t von 60 % (1. Februar 1980 bis 30. Juni 1984), 40 % (1. Juli 1984 bis 30. April 1990) sowie 50 % (1. Mai 1990 bis 31. Mai 2011) beruhende Teilrente der Invalidenversicherung per 1. Juni 2011 bei einer Invalidit�t von neu 100 % auf eine ganze Rente erh�ht.
A.b.�Im Rahmen einer Kollektivversicherung ist B.________ seit Mitte Juli 1999 �ber seine Arbeitgeberin, die in St. Gallen domizilierte C.________ AG, bei der Versicherung A.________ AG (nachfolgend: A.________) krankentaggeldversichert. Am 13. Februar 2012 erging eine Krankmeldung an die A.________ unter Hinweis auf eine seit 1. Mai 2011 vollst�ndige Arbeitsunf�higkeit des Mitarbeiters. Mit Klage vom 27. Februar 2013 machte die C.________ AG geltend, die Versicherung habe ihr f�r B.________ die vertraglich geschuldeten Taggeldleistungen aus g�nzlicher Arbeitsunf�higkeit seit Januar 2009 in der H�he von insgesamt Fr. 198'674.-- zuz�glich Verzugszins von 5 % ab gewichtetem mittleren Verfall auszurichten. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen wies die Rechtsvorkehr mit Urteil vom 12. November 2013 infolge fehlender Aktivlegitimation der Arbeitgeberin ab.
Am 26. Februar 2014 liess B.________ Klage gegen die A.________ erheben und beantragen, diese sei zu verpflichten, ihm wegen vollst�ndiger Arbeitsunf�higkeit f�r die Zeit ab Januar 1999, eventualiter f�r einen sp�teren Zeitraum, die aus dem Kollektivvertrag geschuldeten Krankentaggelder im Betrag von total Fr. 198'674.-- zuz�glich 5 % Verzugszins ab gewichtetem mittleren Verfall auszuzahlen. In der Folge beschr�nkte das angerufene Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen das Verfahren auf die Frage der Verj�hrung, zu welcher die Parteien Stellung nahmen. Mit Zwischenentscheid vom 19. Juni 2014 stellte das Gericht fest, dass die Forderung des Kl�gers auf Leistungen der Beklagten bei Klageerhebung nicht verj�hrt gewesen sei.
Mit Beschwerde in Zivilsachen ersucht die A.________ um Aufhebung des angefochtenen Zwischenentscheids. Die Klage sei auf Grund der eingetretenen Verj�hrung vollumf�nglich abzuweisen; eventualiter sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
W�hrend das kantonale Gericht auf eine Vernehmlassung verzichtet, l�sst B.________ auf Abweisung der Beschwerde schliessen.
Mit Verf�gung vom 10. Oktober 2014 wurde der Beschwerde die aufschiebende Wirkung gew�hrt.
Zu beurteilen ist die Leistungspflicht aus einer Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung. Derartige Zusatzversicherungen unterstehen gem�ss Art. 12 Abs. 2 und 3 des Bundesgesetzes vom 18. M�rz 1994 �ber die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) dem Versicherungsvertragsgesetz vom 2. April 1908 (VVG; SR 221.229.1). Streitigkeiten aus solchen Versicherungen sind privatrechtlicher Natur, sodass als Rechtsmittel an das Bundesgericht die Beschwerde in Zivilsachen gem�ss Art. 72 ff. BGG in Betracht kommt (BGE 138 III 2 E. 1.1 S. 3; 133 III 439 E. 2.1 S. 441 f. mit Hinweis). Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat als einzige kantonale Instanz im Sinne von Art. 7 ZPO entschieden. Die Beschwerde in verm�gensrechtlichen Angelegenheiten ist daher grunds�tzlich unabh�ngig von der Erreichung der Streitwertgrenze nach Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG zul�ssig (vgl. BGE 138 III 2 E. 1.2.2 S. 4 f.).
2.1.�Mit dem angefochtenen Entscheid hat die Vorinstanz die Verj�hrungseinrede der Beschwerdef�hrerin verworfen. Dieser Entscheid schliesst das Verfahren nicht ab, sondern stellt einen Vor- und Zwischenentscheid dar (vgl. dazu BGE 135 III 329 E. 1.2 S. 331, 212 E. 1.2 S. 216 f.; Urteil 4A_321/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 3.1 mit Hinweisen).
2.2.�Gegen selbstst�ndig er�ffnete Vor- und Zwischenentscheide, die weder die Zust�ndigkeit noch den Ausstand betreffen, ist die Beschwerde nur zul�ssig, wenn eine der folgenden alternativen Voraussetzungen erf�llt ist: Der Vor- und Zwischenentscheid kann einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder die Gutheissung der Beschwerde f�hrt sofort einen Endentscheid herbei und w�rde damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten f�r ein weitl�ufiges Beweisverfahren ersparen (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Die selbstst�ndige Anfechtbarkeit von Vor- und Zwischenentscheiden bildet aus prozess�konomischen Gr�nden eine Ausnahme vom Grundsatz, dass sich das Bundesgericht mit jeder Angelegenheit nur einmal befassen soll (BGE 138 III 94 E. 2.1 S. 94; 135 I 261 E. 1.2 S. 263; 134 III 188 E. 2.2 S. 191; 133 III 629 E. 2.1 S. 630 f.). Die Ausnahme ist restriktiv zu handhaben, zumal die Parteien keiner Rechte verlustig gehen, wenn sie einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG nicht selbstst�ndig anfechten, k�nnen sie ihn doch durch Beschwerde gegen den Endentscheid anfechten, soweit er sich auf dessen Inhalt auswirkt (Art. 93 Abs. 3 BGG; BGE 135 III 329 E. 1.2.2 S. 332 f.; 133 IV 288 E. 3.2 S. 292). Dementsprechend obliegt es der beschwerdef�hrenden Partei darzutun, dass die Voraussetzungen von Art. 93 BGG erf�llt sind, soweit deren Vorliegen nicht in die Augen springt (BGE 138 III 46 E. 1.2 S. 47; 134 III 426 E. 1.2 am Ende S. 429; 133 III 629 E. 2.3.1 S. 632 und E. 2.4.2 S. 633 f.).
2.3.�Dass der angefochtene Entscheid einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirken kann, macht die Beschwerdef�hrerin nicht geltend und ist auch nicht ersichtlich. Hingegen beruft sie sich auf Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG.
2.3.1.�Zur Voraussetzung von Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG, wonach das Bundesgericht, sollte es die Rechtsauffassung der Beschwerdef�hrerin teilen, einen verfahrensabschliessenden Endentscheid f�llen k�nnte, ist Folgendes zu bemerken: W�rde sich die in der Beschwerde vertretene Betrachtungsweise, dass die eingeklagten Anspr�che verj�hrt seien, als zutreffend herausstellen, w�re die Klage - gem�ss den Regeln des materiellen Rechts - abzuweisen und damit ein Endentscheid zu f�llen. Bei Gutheissung der Beschwerde entscheidet das Bundesgericht in der Sache selbst oder weist diese zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz zur�ck (Art. 107 Abs. 2 Satz 1 BGG). Gegebenenfalls erhebt es die Antr�ge der beschwerdef�hrenden Partei zum Urteil. Dabei ist es an die Begehren der Parteien gebunden und darf nicht �ber diese hinausgehen (Art. 107 Abs. 1 BGG). Nachdem vorliegend ein Antrag auf Klageabweisung gestellt wird, k�nnte bei Gutheissung der Beschwerde ein Endentscheid gef�llt, d.h. die Klage abgewiesen werden. Die erste Voraussetzung von Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG ist demnach erf�llt.
2.3.2.�Was das zweite, kumulative Erfordernis der Bestimmung anbelangt, wurde bereits im angefochtenen vorinstanzlichen Entscheid darauf hingewiesen, es sei nicht ohne Weiteres davon auszugehen, dass die von der Vorfrage der Verj�hrung nicht erfassten materiellen Fragestellungen einfach und rasch zu erledigen w�ren. Einer einstweiligen Begrenzung des Prozessthemas k�nne daher prozess�konomische Wirkung zukommen. �ber die Frage der Verj�hrung sei folglich vorab in Form eines Zwischenentscheids zu befinden. Die Beschwerdef�hrerin legt einl�sslich dar, dass mit einem sofortigen Endentscheid der Aufwand f�r ein die Ursache der Verschlechterung des Gesundheitszustands des Beschwerdegegners und die darauf zur�ckzuf�hrende Arbeitsunf�higkeit betreffendes Beweisverfahren, welches sich auf Grund der umfangreichen medizinischen Akten der Milit�r- und Invalidenversicherung sehr weitl�ufig gestalten w�rde, erspart werden k�nnte.
Da somit beide Voraussetzungen von Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG gegeben sind, erweist sich die Beschwerde als zul�ssig und kann darauf eingetreten werden.
Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Feststellung des Sachverhaltes kann nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 2 BGG). "Offensichtlich unrichtig" bedeutet dabei "willk�rlich" (BGE 135 III 127 E. 1.5 S. 130, 397 E. 1.5 S. 401; 133 II 249 E. 1.2.2 S. 252). Die beschwerdef�hrende Partei, die sich auf eine Ausnahme von der Bindung des Bundesgerichts an die tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz beruft und den Sachverhalt gest�tzt darauf berichtigt wissen will, kann sich nicht damit begn�gen, den bestrittenen Feststellungen eigene tats�chliche Behauptungen gegen�berzustellen oder darzulegen, wie die Beweise ihrer Ansicht nach zu w�rdigen gewesen w�ren. Vielmehr muss sie substanziiert darlegen, inwiefern die Voraussetzungen gem�ss Art. 105 Abs. 2 BGG gegeben sind (BGE 136 I 184 E. 1.2 S. 187; 133 III 462 E. 2.4 S. 466). Auf eine Kritik an den tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz, die diesen Anforderungen nicht gen�gt, ist nicht einzutreten (BGE 133 II 249 E. 1.4.3 S. 254 f.).
4.1.�Nach Art. 46 Abs. 1 Satz 1 VVG verj�hren die Forderungen aus dem Versicherungsvertrag in zwei Jahren nach Eintritt der Tatsache, welche die Leistungspflicht begr�ndet. W�hrend Lehre und Rechtsprechung hierf�r urspr�nglich den Eintritt des Versicherungsfalls als massgeblich erachtet haben, wird nunmehr in der Praxis je nach Versicherungsart und Leistungsanspruch auf unterschiedliche fristausl�sende Ereignisse abgestellt. Dabei l�sst die Praxis die Verj�hrung in der Regel im Zeitpunkt beginnen, in dem die leistungsbegr�ndenden Tatsachenelemente feststehen. F�r Krankentaggelder wird die Leistungspflicht des Versicherers ausgel�st durch die krankheitsbedingte, �rztlich bescheinigte Arbeitsunf�higkeit und den Ablauf der vereinbarten Wartefrist. Das Bundesgericht hat zun�chst entschieden, die f�r die Dauer der Krankheit geltend gemachten Taggelder verj�hrten gesamthaft in zwei Jahren ab jenem Zeitpunkt (BGE 127 III 268 E. 2b S. 270 ff.). Von dieser Rechtsprechung der gesamthaften Verj�hrung ist es in der Folge mit BGE 139 III 418 wieder abgekommen. Danach verj�hren Taggeldforderungen, wenn die versicherte Person fortlaufend die Leistung von Taggeldern verlangen kann, mit der �rztlich bescheinigten Arbeitsunf�higkeit und dem Ablauf der Wartefrist nicht gesamthaft, sondern neu einzeln ab dem Tag, f�r den sie beansprucht werden (E. 3 und 4 S. 418 ff.; seither best�tigt mit Urteil 4A_184/2013 vom 27. August 2013 E. 1.1). Liegt der Verj�hrungsbeginn nach der Zeitspanne, f�r welche Taggelder gefordert werden (vgl. E. 4.2 hiernach), bleibt die Rechtsprechungs�nderung ohne Auswirkung (Urteil 4A_280/2013 vom 20. September 2013 E. 5.1 am Ende).
4.2.�Die Taggeldzahlungen sollen nach ihrer Natur das laufende Einkommen der versicherten Person ersetzen und daher fortlaufend gefordert und erbracht werden (BGE 139 III 418 E. 4.1 S. 422 mit Hinweisen). Entsprechend f�llt die �rztliche Bescheinigung einer krankheitsbedingten Arbeitsunf�higkeit regelm�ssig in den Zeitraum, f�r den Taggelder verlangt werden k�nnen. Die Verj�hrung beginnt diesfalls nicht mit dem Datum der �rztlichen Bescheinigung, sondern mit demjenigen der �rztlich attestierten Arbeitsunf�higkeit, verl�ngert um den Ablauf der vertraglich vereinbarten Wartefrist. Im Urteil 4A_280/2013 vom 20. September 2013 wurde neben diesem typischen der als "atypisch" bezeichnete Fall beschrieben, dass die �rztliche Bescheinigung r�ckwirkend f�r eine bereits abgelaufene Zeitdauer eine krankheitsbedingte Arbeitsunf�higkeit best�tigt. In einer derartigen Konstellation ist, so das Bundesgericht im Weiteren, nicht auf den tats�chlichen Beginn der (bereits zur�ckliegenden und erst sp�ter �rztlich bescheinigten) Arbeitsunf�higkeit oder auf deren Erkennbarkeit und den Ablauf der vereinbarten Wartefrist abzustellen. Vielmehr erweist sich in einem solchen Fall das �rztliche Attest als fristausl�send. Erst in diesem Zeitpunkt sind s�mtliche Tatbestandselemente zur Bejahung des Leistungsanspruchs erf�llt, mithin nicht nur die krankheitsbedingte Arbeitsunf�higkeit, sondern auch deren �rztliche Bescheinigung. Ansonsten w�re es m�glich, dass die Verj�hrung bereits eingetreten ist, bevor die versicherte Person ihre Anspr�che �berhaupt hat geltend machen k�nnen (E. 5.3; ein dagegen erhobenes Revisionsgesuch wurde abgewiesen [Urteil 4F_20/2013 vom 11. Februar 2014]). Anzuf�gen ist, dass es auch in F�llen, in denen die Erkennbarkeit des Leistungsanspruchs noch nicht gegeben ist - etwa wenn sich erst nachtr�glich herausstellt, dass die versicherte Person keinem Arbeitgeber mehr zugemutet werden kann oder sie wegen mangelnder Einsichtsf�higkeit in ihre Erkrankung �ber das ihr Zumutbare hinaus arbeitet und sich das �rztliche Attest aus diesem Grund verz�gert -, unbillig w�re, die Verj�hrungsfrist bereits mit dem Eintritt der sich r�ckwirkend herausstellenden Arbeitsunf�higkeit beginnen zu lassen.
5.1.�Unbestrittenermassen ist die relevante (vollst�ndige) Arbeitsunf�higkeit des Beschwerdegegners (im Rahmen der seit einem Unfallereignis von 1979 relativ stabil bestehenden Restarbeitsf�higkeit von 50 %) zu einem Zeitpunkt eingetreten, der mehr als zwei Jahre vor Einreichung der Klage vom 26. Februar 2014 liegt. W�hrend der Beginn des massgeblichen Leistungsunverm�gens nach von beiden Parteien im vorinstanzlichen Verfahren vertretener Auffassung auf sp�testens Januar 2009 festzusetzen ist, veranschlagt das kantonale Gericht diesen auf Januar 2011. Es m�sste sich daher um einen "atypischen" Fall der hievor beschriebenen Art handeln, ansonsten die Anspr�che des Beschwerdegegners bei Klageeinleitung verj�hrt gewesen w�ren.
5.2.�Im angefochtenen Urteil wurde das Vorliegen einer "atypischen" Konstellation nach Massgabe des erw�hnten Urteils 4A_280/2013 bejaht. Das kantonale Gericht hat ferner erwogen, gest�tzt auf die medizinische Aktenlage sei vor Fr�hjahr 2012 keine verl�ssliche retrospektive �rztliche Beurteilung der Arbeitsf�higkeit des Beschwerdegegners ausgewiesen. Erst aus den Stellungnahmen der Dres. med. D.________, Kreisarzt der Milit�rversicherung, vom 30. M�rz 2012 und E.________, Regionaler �rztlicher Dienst (RAD) der Invalidenversicherung, vom 15. Juni 2012 h�tten sich beweisrechtlich gen�gend gesicherte R�ckschl�sse auf eine ab Januar 2011 erhebliche und dauerhafte Einschr�nkung der langj�hrig und konstant bestehenden Arbeitsf�higkeit von unter 50 % ergeben. Diese Einsch�tzungen stellten die erste geeignete Grundlage dar, die Arbeitsunf�higkeit als Leistungsvoraussetzung im Sinne von Ziff. B4.1 der Allgemeinen Versicherungsbedingungen der Beschwerdef�hrerin, Ausgabe 7/2006, (nachfolgend: AVB) zuverl�ssig ermitteln zu k�nnen. Vor M�rz 2012 und einzig auf der Basis der - den eigenen echtzeitlichen medizinischen Unterlagen widersprechenden - r�ckschauenden Beurteilung des Dr. med. F.________, FMH Allgemeine Medizin, St. Gallen, vom 31. Mai bzw. 27. und 28. Juni 2011 w�re es dem Beschwerdegegner nicht m�glich gewesen, gegen�ber der Beschwerdef�hrerin das Tatbestandselement der r�ckwirkend bestehenden leistungsbegr�ndenden Arbeitsunf�higkeit hinreichend zu belegen. Die Verj�hrungsfrist von zwei Jahren habe folglich fr�hestens Ende M�rz 2012 zu laufen begonnen. Allf�llige Anspr�che des Beschwerdegegners auf Leistungen der Beschwerdef�hrerin seien somit bei Einreichung der Klage am 26. Februar 2014 noch nicht verj�hrt gewesen.
6.1.�Wie die nachstehenden Erw�gungen zeigen, er�brigt es sich, auf die grunds�tzlich wie auch bezogen auf die Anwendung auf den vorliegenden Fall ge�usserte Kritik der Beschwerdef�hrerin an der Rechtsprechung gem�ss Urteil 4A_280/2013 n�her einzugehen (vgl. dazu auch Nathalie Lang, Atypische Verj�hrung von Krankentaggeld-Anspr�chen, in: ius.focus 11/2013, S. 16; Stephan Fuhrer, Anmerkungen zu privatversicherungsrechtlichen Entscheidungen des Bundesgerichts, in: HAVE 1/2014, S. 49 f.; Andrea Eisner-Kiefer, Privatversicherungsrecht - Wichtige Urteile, in: Strassenverkehrsrechtstagung 2014, S. 251 ff., insb. S. 271 f.).
6.2.�Wird zugunsten des Beschwerdegegners davon ausgegangen, dass es sich bei der hier zu beurteilenden Konstellation um einen sog. "atypischen" Fall im Sinne des Urteils 4A_280/2013 E. 5.3 handelt, erweist sich nach den dargestellten Rechtsprechungsgrunds�tzen der (r�ckwirkend erfolgte) �rztliche Arbeitsunf�higkeitsattest als verj�hrungsfristausl�send. Erst in diesem Zeitpunkt sind s�mtliche Tatbestandselemente zur Bejahung des Leistungsanspruchs erf�llt, mithin nicht nur die krankheitsbedingte Arbeitsunf�higkeit, sondern auch deren �rztliche Bescheinigung. Laut Ziff. B4.1 der AVB der Beschwerdef�hrerin ist Arbeitsunf�higkeit eine �rztlich attestierte durch eine Krankheit bedingte Unf�higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabengebiet zumutbare Arbeit zu leisten. Ber�cksichtigt wird dabei auch die zumutbare T�tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabengebiet. Die versicherte Person hat gem�ss Ziff. C1.1 AVB Anspruch auf Leistungen, wenn sie nach �rztlicher Feststellung mindestens 25 % arbeitsunf�hig ist. Die Beschwerdef�hrerin ist sodann berechtigt, Patientenbesuche durchzuf�hren sowie zus�tzliche Belege und sachdienliche Ausk�nfte, insbesondere �rztliche Zeugnisse und Lohnabrechnungen, zu verlangen und in amtliche Akten Einsicht zu nehmen (Ziff. D2 Satz 1 AVB ).
6.3.�Anzumerken ist, dass sich eine �rztliche Arbeitsunf�higkeitsbescheinigung im Sinne der genannten AVB hinsichtlich ihres Aussagegehalts von den medizinischen Berichten unterscheidet, welche Grundlage einer Berentung der Invaliden- und/oder Milit�rversicherung bilden. Dies ergibt sich aus dem Umstand, dass der (VVG-) Taggeldversicherer lediglich vor�bergehend Leistungen w�hrend eines begrenzten Zeitraums der Arbeitsunf�higkeit erbringt (vgl. Versicherungspolice vom 27. Juli 1999; ferner auch Urteile 8C_465/2011 vom 7. September 2011 E. 3.1 und 8C_273/2011 vom 5. September 2011 E. 3.2.1 ). Der Anspruch auf Rentenleistungen der Sozialversicherer setzt demgegen�ber den Nachweis einer Invalidit�t, d.h. einer voraussichtlich bleibenden oder l�ngere Zeit dauernden ganzen oder teilweisen Unf�higkeit, sich im Erwerb oder im Aufgabenbereich zu bet�tigen (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]), voraus. Mit Blick auf den in der Taggeldversicherung der sozialen Krankenversicherung (Art. 67 ff. KVG) geltenden Begriff der Arbeitsunf�higkeit ist denn auch bereits ausdr�cklich festgehalten worden, dass sich dieser nicht mit demjenigen der rentenrechtlichen Invalidit�t deckt (BGE 114 V 281 E. 4b S. 288; Gebhard Eugster, Die freiwillige Taggeldversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 2. Aufl. 2007, S. 784 Rz. 1125). Die Beschwerdef�hrerin weist vor diesem Hintergrund zu Recht darauf hin, dass ein f�r die Ausrichtung von Taggeldern rechtsgen�gliches Arztzeugnis nach Ziff. B4.1 und C1.1 AVB anderen Anforderungen zu gen�gen und sich insbesondere nicht zur Dauerhaftigkeit der Arbeitsunf�higkeit zu �ussern hat. F�hrt eine Krankheit voraussichtlich zu Taggeldleistungen, ist dies dem Versicherer denn auch umgehend - innerhalb von zwei Arbeitstagen - mitzuteilen (Ziff. D1.1 AVB). Erst im weiteren Verlauf, wenn die Beeintr�chtigung andauert und Taggelder f�r eine l�ngere Periode geltend gemacht werden, erfolgt in der Regel eine eingehendere Plausibilisierung auf Grund der Diagnose, der Erfahrungswerte und der �rztlichen Angaben. Ergeben sich gest�tzt darauf Zweifel hinsichtlich der Begr�ndetheit der Arbeitsunf�higkeit, kann der Versicherer vertieft Ausk�nfte einholen und anderweitige Abkl�rungen veranlassen (Ziff. D2 Satz 1 AVB).
6.3.1.�Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen, dass die (retrospektiven) Beurteilungen des Dr. med. D.________ vom 30. M�rz 2012 und des RAD-Arztes Dr. med. E.________ vom 15. Juni 2012 die medizinische Grundlage f�r die Erh�hung der von Milit�r- und Invalidenversicherung ausgerichteten Renten per 1. Juni 2011 dargestellt h�tten. Die Vorinstanz hielt diesbez�glich namentlich fest, die Einsch�tzung des Dr. med. D.________ vom 7. November 2011 betreffend Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit (auf unter 50 %) bereits ab Anfang 2009 sei zwar m�glicherweise korrekt, verm�ge aber den Nachweis einer bereits damals eingetretenen und durchgehend anhaltenden massgeblichen Verschlechterung nicht nur des Gesundheitszustands, sondern auch der Arbeitsf�higkeit nicht hinreichend zu erbringen. Eine erhebliche Einschr�nkung der langj�hrigen und konstant bestehenden Arbeitsf�higkeit auf unter 50 % sei unter Ber�cksichtigung der Aktenlage in beweisrechtlicher Hinsicht erst im Januar 2011 als effektiv eingetreten und dauerhaft erwiesen zu betrachten. Wie hievor dargestellt, gilt in Bezug auf die gem�ss Ziff. B4.1 und C1.1 AVB erforderliche �rztliche Bescheinigung der Arbeitsunf�higkeit als Voraussetzung der Leistungserbringung ein (qualitativ) anderes Anforderungsprofil als im Invaliden- und Milit�rversicherungsbereich. Die vom kantonalen Gericht herausgestrichenen - und in den Stellungnahmen der Dres. med. D.________ und E.________ als entscheidwesentlich eingestuften - Elemente einer durchgehend anhaltenden, langj�hrigen und dauerhaft bestehenden sowie massgeblichen und erheblichen Arbeitsunf�higkeit erweisen sich zwar im Hinblick auf die Ausrichtung von Dauerleistungen als relevant. Der Anspruch auf Taggelder bedingt indessen einzig eine �rztlich festgestellte, mindestens 25%ige Beeintr�chtigung des Leistungsverm�gens.
6.3.2.�Die Vorinstanz hat - in f�r das Bundesgericht verbindlicher Weise (E. 3 hievor) - festgestellt, dass der Beschwerdegegner bis 2008 im Ausmass der seit Juli 1999 bei der Beschwerdef�hrerin versicherten Arbeitsf�higkeit von 50 % ohne dauerhafte Einschr�nkungen einsatzf�hig war. Mit Schreiben vom 21. Juni 2011 wandte der Beschwerdegegner sich an die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), Abteilung Milit�rversicherung, sowie die IV-Stelle des Kantons St. Gallen und ersuchte unter Hinweis auf eine seit 2010 aufgetretene massive Verschlechterung seines Gesundheitszustands und die dadurch ausgel�ste vollst�ndige Arbeitsunf�higkeit um Erh�hung der bisherigen Teilrenten. Am 22. November 2010 hatte Dr. med. E.________ des RAD bereits eine konsistent belegte verschlechterte gesundheitliche Situation vermerkt. Im Nachgang liess der Beschwerdegegner u.a. Berichte des Hausarztes Dr. med. F.________ vom 27. und 28. Juni 2011 einreichen. Darin wurde f�r den Zeitraum ab 2008 eine Arbeitsf�higkeit von 20-30 % und ab Juli 2010 eine solche von nurmehr 10 % bescheinigt. Mit Stellungnahme vom 6. Oktober 2011 verwies Dr. med. D.________ in der Folge auf die genannten haus�rztlichen Stellungnahmen (einschliesslich derjenigen vom 31. Mai 2011) sowie einen physiotherapeutischen Bericht vom 20. August 2011, in welchem die k�rperlichen Probleme und die erforderlichen Behandlungen ebenfalls ausf�hrlich beschrieben w�rden. Als Ergebnis einer daraufhin durchgef�hrten kreis�rztlichen Untersuchung hielt Dr. med. D.________ sodann zuhanden der Milit�rversicherung mit Bericht vom 7. November 2011 fest, dass von einer schleichenden Verschlechterung des Gesundheitszustands auszugehen sei, wobei diese seit Anfang 2011 als deutlich ausgepr�gt dokumentiert werde. Wie sich aus der Verf�gung der Milit�rversicherung vom 26. M�rz 2012 ergibt, wurde die bisherige Rente gest�tzt auf diese �rztlichen Schlussfolgerungen - und nicht diejenigen desselben Arztes vom 30. M�rz 2012 - r�ckwirkend auf 1. Juni 2011 erh�ht. Ebenso ist davon auszugehen, dass die IV-Stelle des Kantons St. Gallen ihre bisherigen Rentenleistungen, wenngleich auch mehrere Monate sp�ter (vgl. Rentenverf�gung vom 29. Oktober 2012), so doch auf derselben medizinischen Basis per 1. Juni 2011 verbessert hat. Die RAD-Stellungnahme des Dr. med. E.________ vom 15. Juni 2012 erscheint auf Grund ihres sehr rudiment�ren Aussagehalts ("Der GZ hat sich �ber die letzten Jahre sicher verschlechtert, unzweifelhaft seit Anfang 2011 [Spastik der Beine, Uroseptitiden trotz neu lleo-coecal PEG]") allein nicht geeignet, eine entsprechende Rentenerh�hung zu begr�nden und gleichsam auszul�sen. Dies gilt umso mehr, als darin eine umfassende Aufbereitung des Dossiers gefordert wurde, wovon in der Folge unter Verweis auf die Bearbeitung des Falles durch die Milit�rversicherung jedoch abgesehen wurde (vgl. Aktennotiz vom 18. Juni 2012).
6.4.�Zusammenfassend erweisen sich die Berichte der Dres. med. D.________ und E.________ vom 30. M�rz und 15. Juni 2012 entgegen der Darstellung der Vorinstanz als nicht entscheidwesentlich f�r die Erh�hung der Rentenleistungen von Invaliden- und Milit�rversicherung. Nach dem hievor Dargelegten kommt ihnen somit erst recht auch keine Massgeblichkeit im Sinne des f�r die Geltendmachung des Taggeldanspruchs gem�ss Ziff. B4.1 und C1.1 AVB erforderlichen �rztlichen Arbeitsunf�higkeitsattests zu. Vielmehr bilden die im Verlauf des Jahres 2011 abgegebenen �rztlichen Ausk�nfte Basis f�r die r�ckwirkende Beurteilung des Leistungsverm�gens und stellen somit das ausschlaggebende leistungsbegr�ndende Element dar. Auf die anderslautenden Schlussfolgerungen des kantonalen Gerichts kann zufolge offensichtlicher Unrichtigkeit nicht abgestellt werden. Vor diesem Hintergrund sind die im Februar 2014 eingeklagten Taggeldforderungen selbst unter Annahme eines sich zugunsten des Beschwerdegegners auswirkenden sog. "atypischen" Falles im Sinne des Urteils 4A_280/2013 vom 20. September 2013 E. 5.3 als verj�hrt zu betrachten. Dessen Einwand, bereits die wegen fehlender Aktivlegitimation der Arbeitgeberin abgewiesene erste Klage vom 27. Februar 2013 habe die Verj�hrung unterbrochen, ist auf Grund der Verschiedenheit der sich gegen�berstehenden Parteien zu verwerfen. Ebenso wenig ist mangels aktueller Relevanz n�her auf die Ausf�hrungen des Beschwerdegegners zu der im Rahmen des h�ngigen VVG-Revisionsentwurfs de lege ferenda vorgesehenen Verl�ngerung der Verj�hrungsfristen bei Versicherungsleistungen einzugehen (vgl. Botschaft des Bundesrats zur Totalrevision des Versicherungsvertragsgesetzes vom 7. September 2011, BBl 2011 7705 ff., insb. 7770). Offen gelassen werden kann schliesslich auch die von der Beschwerdef�hrerin aufgeworfene Frage, ob der Beschwerdegegner die ihm gegen�ber dem Versicherer obliegenden Mitwirkungspflichten verletzt hat.
Infolge Verj�hrung der im vorliegenden Streit geltend gemachten Taggeldforderungen ist die Klage des Beschwerdegegners vom 26. Februar 2014 abzuweisen.
7.1.�Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Gerichtskosten vom Beschwerdegegner zu tragen (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG). �berdies hat er den Rechtsvertreter der Beschwerdef�hrerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren zu entsch�digen (Art. 68 Abs. 2 BGG). Die Parteientsch�digung wird nach der Praxis des Bundesgerichts auf Fr. 7'000.-- festgelegt.
7.2.�Die Sache ist zum Entscheid �ber die Kosten- und Entsch�digungsfolgen des vorinstanzlichen Verfahrens an das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen zur�ckzuweisen (Art. 67 und 68 Abs. 5 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Juni 2014 aufgehoben.
Die Klage des Beschwerdegegners vom 26. Februar 2014 wird abgewiesen.
Die Sache wird zum Entscheid �ber die Kosten- und Entsch�digungsfolgen des vorinstanzlichen Verfahrens an das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen zur�ckgewiesen.
Der Beschwerdegegner hat den Rechtsvertreter der Beschwerdef�hrerin, Rechtsanwalt Dr. Christoph D. Studer, Winterthur, f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 7'000.-- zu entsch�digen.