Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201989,%203161
Timestamp: 2020-08-06 22:30:35
Document Index: 311650267

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BGH, 28.03.1989 - VI ZR 232/88 - dejure.org
BGH, 28.03.1989 - VI ZR 232/88
https://dejure.org/1989,1527
BGH, 28.03.1989 - VI ZR 232/88 (https://dejure.org/1989,1527)
BGH, Entscheidung vom 28.03.1989 - VI ZR 232/88 (https://dejure.org/1989,1527)
BGH, Entscheidung vom 28. März 1989 - VI ZR 232/88 (https://dejure.org/1989,1527)
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Beibringungsgrundsatz im Zivilprozess - Verfahrenfehler wegen Abschneidung des rechtlichen Gehörs - Würdigung von Indizien - Würdigung von Indiztatsachen eine Wahrscheinlichkeitsberechnung an Hand des sogenannten Bayes'schen Theorems
NJW 1989, 3161
NZV 1989, 468
NZV 1989, 469
VersR 1989, 637
Der Vorgang der Überzeugungsbildung ist nicht von objektiven Kriterien oder Wahrscheinlichkeitsberechnungen abhängig (BGH NJW 1989, S. 3161 [BGH 28.03.1989 - VI ZR 232/88] ).
So kann bei Vorliegen einer Vielzahl von voneinander unabhängigen (… Berz/Burmann/Born , Hdb. des Straßenverkehrsrechts, 20. Aufl. 2007, Kap. 5 D Rz. 39) Indizien für einen gestellten Unfall - obwohl es für den Bereich der vorsätzlichen Unfallherbeiführung nach Meinung auch des BGH " keine einigermaßen gesicherte empirische Daten " gibt (BGH NJW 1989, 3161 [3162]) - eine Überzeugungsbildung des Gerichtes von einem Unfallhergang, der nur auf eine vorsätzliche Selbstschädigung des Klägers hindeutet, in Betracht kommen (für den Bereich der Kfz-Haftpflichtversicherung grdl.
BGHZ 71, 339 [345] = VersR 1978, 242 = NJW 1978, 2154; VersR 1979, 514 [515]; OLG Hamm NJW-RR 1987, 1239; VersR 1993, 1418; OLG München - 5. ZS - NZV 1990, 32; KGstRspr., zuletzt NZV 2006, 262 [263] und 429 [430];… str., vgl. dagegen etwa OLG Düsseldorf NZV 1996, 321 und zuletzt Urt. v. 20.08.2007 - I-1 U 198/06; Krumbholz DAR 2004, 67; Eggert VA 2007, 159 [162 unter IV 2]; anders für den provozierten Unfall BGH NZV 1989, 468).
18Die einzelnen Hilfstatsachen müssen aber feststehen, also unstreitig oder bewiesen sein (BGH NJW 1989, 3161 [3162]; Senat , Hinweis v. 09.08.2006 - 10 U 3619/06;… Berz/Burmann/Born a.a.O. Rz. 34; Eggert VA 2007, 159 [163 unter IV 4]), um in ihrer Kombination bei fallbezogener Gesamtwürdigung (… Berz/Burmann/Born a.a.O. Rz. 34, 37, 38, 71) ihr Gewicht zu erlangen.
Ähnlich wie beim abgesprochenen Unfall kann auch beim provozierten Unfall die Überzeugungsbildung des Gerichts durch eine Vielzahl von typischen Umständen herbeigeführt werden, die in ihrem Zusammenwirken nach der Lebenserfahrung den Schluss zulassen, dass der Unfall vorsätzlich herbeigeführt worden ist (vgl. KG, Urt. v. 22.6.2000, 12 U 606/99, jurisRn. 11 unter Hinweis auf BGH NZV 1989, 468, 469; OLG Hamm NZV 1994, 227, 228 = DAR 1994, 278, 279).
Die Überzeugung des Gerichts kann nicht mit mathematischen Methoden ermittelt und darf deshalb nicht allein auf mathematische Wahrscheinlichkeitsberechnungen gestützt werden (BGH, Urteil vom 28.03.1989 - VI ZR 232/88, NJW 1989, 3161).
Der Versicherung kann bei Vorliegen einer Vielzahl von voneinander unabhängiger (…Senat, Urt. v. 07.03.2008 - 10 U 5394/07;… Berz/Burmann/Born/K. Schneider, Hdb. des StraßenverkehrsR, 25. Aufl. 20110, Kap. 5 D Rz. 39) Indizien für einen gestellten Unfall - obwohl es für den Bereich der vorsätzlichen Unfallherbeiführung nach Meinung auch des BGH "keine einigermaßen gesicherte empirische Daten" gibt (BGH NJW 1989, 3161 [3162]) - eine Beweiserleichterung (Indizienbeweis) zu Hilfe kommen.
Die einzelnen Hilfstatsachen müssen aber feststehen, also unstreitig oder bewiesen sein (BGH NJW 1989, 3161 [3162]; OLG Hamm NZV 2008, 91 [92];… Senat, Urt. v. 07.03.2008 - 10 U 4855/07;… Berz/Burmann/Born/K. Schneider a. a. O. Rz. 34; Eggert VA 2007, 159 [163 unter IV 4]), um in ihrer Kombination bei fallbezogener Gesamtwürdigung (…Senat, Urt. v. 07.03.2008 - 10 U 5394/07;… Berz/Burmann/Born/K. Schneider a. a. O. Rz. 34, 37, 38, 71) ihr Gewicht zu erlangen.
OLG Hamm, 13.01.1994 - 6 U 173/93
Haftungsverteilung bei provoziertem Unfall; Ersatz der entgangenen Nutzung eines …
Ähnlich wie beim abgesprochenen Unfall kann auch beim provozierten Unfall die Überzeugungsbildung des Gerichts durch eine Vielzahl von typischen Umständen herbeigeführt werden, die in ihrem Zusammenwirken nach der Lebenserfahrung den Schluß zulassen, daß der Unfall vorsätzlich herbeigeführt worden ist (s. insoweit BGH NZV 89, 468).
Die Feststellung des Berufungsgerichts, es sei ein Gesellschaftsvertrag zustande gekommen, verstößt daher gegen den Beibringungsgrundsatz, wonach das Gericht seiner Entscheidung nur solche Tatsachen zugrunde legen darf, welche die Parteien vorgetragen haben (BGH, Urt. v. 28. März 1989 - VI ZR 292/88, NJW 1989, 3161, 3162).
LG Frankenthal, 26.02.2019 - 6 O 165/18
Unterlassungsanspruch des Angebots eines Motivs zum Bedrucken von …
OLG Frankfurt, 01.06.2018 - 2 U 30/17
OLG Koblenz, 06.12.2013 - 10 U 255/13
Zum Indizienbeweis bei Vermutung eines gestellten Unfalls