Source: http://archiv.twoday.net/stories/3620318/
Timestamp: 2018-12-13 22:43:50
Document Index: 335776471

Matched Legal Cases: ['§ 71', '§ 71', '§ 71', '§ 903', '§ 64', '§ 71', '§ 70']

Archivalia: Weg mit dem § 71 UrhG!
twoday.net > archiv > Archivrecht > Weg mit dem § 71 UrhG!
http://archiv.twoday.net/stories/832672/
Zustimmen möchte ich seinem ersten Punkt zur Verwendung des Objekts in der Bronzezeit: "Der Anschein spricht dafür, dass das Werk seinerzeit erschienen ist; die gegenteilige Annahme bedürfte des Beweises."
Schwach ist dagegen der zweite Abschnitt: "Keine Anwendbarkeit des UrhG auf ein vor circa 3800 Jahren entstandenes Werk". Meines Erachtens kann ein Werk beliebig alt sein, sofern es dem heutigen Werkbegriff genügt. Natürlich ist es zutiefst anachronistisch, mit heutigen Vorstellungen von Schöpfungshöhe
"Die Auffassung des Gerichts wirft auch die Frage auf, welche urheberrechtlichen Maßstäbe für in der Bronzezeit entstandene Werke anzuwenden wären, und sie lässt die Frage offen, ob selbst bei der (kaum vorstellbaren) Anwendung der Maßstäbe des UrhG die „Himmelsscheibe“ nicht etwa eine (nicht schutzfähige) Wiederholung eines bis heute nicht aufgefundenen oder eines zerstörten Originals sein könnte."
Wenn es von einem Werk verschiedene Fassungen gibt, erlangt diejenige den Schutz, die zuerst publiziert wird? Wenn also ein Stümper eine schlechte Kopie abdruckt und ein Wissenschaftler findet später das Original - ist es dann akzeptabel, dem Stümper für 25 Jahre das Verbotsrecht der Ausgabe des Originals zuzusprechen? (Vergessen wir nie: Verstöße gegen § 71 UrhG können eine Straftat darstellen!)
Siehe dazu auch die VG Musikedition: "Das Merkmal des "erstmaligen Erscheinens" ist nicht erfüllt, wenn sich eine Ausgabe eines bekannten und bereits erschienenen Werkes lediglich auf ein neu aufgetauchtes Autograph bezieht."
Hinsichtlich des zweiten Punkts stimme ich ganz mit den Autoren überein: "Auf Grund seiner Rechtsmacht gem. § 903 BGB kann der Sacheigentümer zwar in der Regel verhindern, dass Vervielfältigungen des Werks in Form von Fotografien oder Repliken angefertigt werden. Sobald diese jedoch einmal in der Welt sind und im Sacheigentum eines Dritten stehen, hat der Sacheigentümer nicht die Befugnis, ihre Veröffentlichung und Verbreitung zu untersagen. Die gegenteilige Aussage verkennt den grundlegenden Unterschied zwischen dem Sacheigentum und dem geistigen Eigentum. Eine Abbildung der Sache stellt eine Vervielfältigung des immateriellen, geistigen Werks dar; diesbezügliche Ausschließlichkeitsrechte ergeben sich allein aus dem Urheberrecht. Denn anderenfalls würde dem Sacheigentümer praktisch ein umfassendes ewiges Verwertungsrecht auch an dem geistigen Gut zustehen, während das Urheberrecht aus gutem Grund auf eine Schutzdauer von 70 Jahre post mortem auctoris beschränkt ist, § 64 UrhG."
http://archiv.twoday.net/stories/3766782/
KlausGraf - am Donnerstag, 19. April 2007, 04:00 - Rubrik: Archivrecht
KlausGraf meinte am 2008/03/23 17:13:
urecht] Skandalurteil des LG Magdeburg
Klaus Graf am 5. September 2004 in URECHT
editionswissenschaftliche Zeitschrift "editio" und eine
bibliothekarische Fachliteratur zur "editio princeps" zur
Bereits 1930 handelte Max Stois ueber "Editio princeps" und
Mein Fazit damals: "Vergessen wir § 71 also ganz schnell
Nur ganz am Rande bin ich in meinem Wiener Vortrag "Open
Access und Edition" dieses Jahr auf die §§ 70, 71
"Wir brauchen eine neue Kultur des wissenschaftlichen
gesetzliche Regelung der "editio princeps", die kaum einem
im Internet zugänglich sein sollte."
"Archäologischer Fund als nachgelassenes Werk -
LG Magdeburg, Urt. v. 16.10.2003 - 7 O 847/03
der Redaktion)"
Tatbestandsmerkmal "erlaubterweise", das aus der
"Was in diesem Zusammenhang der Begriff "erlaubterweise"
Gerichten überlassen werden."
"Wer ein nicht erschienenes Werk nach Erlöschen der
Urheberrechte erlaubterweise erstmals erscheinen läßt ...",
"Der Eigentümer, der ein in seinem Eigentum befindliches
läßt ..."
Zustimmung kann das Recht erworben werden. Zwar ist es -
- erlaubt, nachgelassene Werke zu edieren, aber sobald der
der Zeitschrift "Goethe-Jahrbuch" den weiteren Vertrieb des
"nach" Veroeffentlichung bzw. Erscheinen.
werden - das ist aber eine hoechst haltlose und naive