Source: https://www.niemands-kinder.ch/adoption/politische-vorst%C3%B6%C3%9Fe/
Timestamp: 2017-09-19 22:34:52
Document Index: 338335973

Matched Legal Cases: ['Art. 268', 'Art. 268', 'Art. 267', 'Art. 12', 'Art. 264', 'EGMR', 'Art. 264']

Politische Vorstöße - Zwangsadoption-Schweiz
AKTUELLE PARLAMENTARISCHE GESCHÄFTE
Unter Parlamentsuche findet man stets die neuen Geschäfte zu Adoption
PFLEGEKINDER-VERORDNUNG
Letzte Aktualisierung der Links: 31.1. 2017
REVIDIERTES UNTERHALTSRECHT
Tritt in Kraft am 1.1. 2017
Für eine harmonische Entwicklung ist das Kind nicht nur darauf angewiesen, dass es auf eine gute Beziehung zu beiden Elternteilen zählen kann. Das Kind braucht auch verlässliche Betreuungsverhältnisse und finanzielle Sicherheit. Das Recht des Kindes auf Unterhalt soll deshalb gestärkt werden, und zwar unabhängig vom Zivilstand seiner Eltern. Eine Reihe von Gesetzesänderungen sollen die Situation des Kindes verbessern, die Last für den betreuenden Elternteil mildern und einen Ausgleich zwischen beiden Elternteilen ermöglichen.
HOMOSEXUELLE DÜRFEN KÜNFTIG STIEFKINDER ADOPTIEREN
Nach dem Ständerat hat auch die Grosse Kammer Ja zu einer Lockerung des Adoptionsrechts gesagt. Die Grosse Kammer sagte mit 115 zu 65 Stimmen bei 5 Enthaltungen Ja. Demnach dürfen künftig auch Homosexuelle leibliche Kinder ihrer Partner adoptieren. Gewisse Gegner sehen in der Gesetzesanpassung eine «Salamitaktik». Zudem wurde ein Referendum angekündigt.
Die Befürworter erinnerten insbesondere an die Dringlichkeit, das Adoptionsrecht auf den Stand der heutigen Formen des familiären Zusammenlebens zu bringen. «Es gibt Einelternfamilien, es gibt Regenbogenfamilien, es gibt Patchworkfamilien und anderes mehr», hielt etwa Evi Allemann (SP/BE) fest. Diese Vielfältigkeit der Familienformen müsse nun im Adoptionsrecht abgebildet werden.
Das Mindestalter adoptionswilliger Personen wird von 35 auf 28 Jahre gesenkt.
Die Mindestdauer der Paarbeziehung wird von 5 auf 3 Jahre gesenkt. Ausschlaggebend für die Berechnung soll neu die Dauer des gemeinsamen Haushalts sein.
Im Sinne einer Flexibilisierung der Adoptionsvoraussetzungen wird es neu zudem möglich sein, von diesen abzuweichen, wenn das Kindeswohl dies verlangt. Beispielsweise beim Mindestalter oder dem minimalen Altersunterschied zwischen Adoptivkind und Adoptiveltern.
Adoptionen: Darum geht es
Ja des Ständerates zur Lockerung des Adoptionsrechts
Ergänzend zum Beschluss des Ständerates hat der Nationalrat auf Antrag seiner Kommission beschlossen, dass ein adoptiertes Kind nicht nur über seine leiblichen Eltern, sondern auch über seine leiblichen Geschwister Auskunft erhalten soll.
Zudem will der Nationalrat eine gesetzliche Grundlage für Suchdienste schaffen: Die kantonale Stelle, die für die Auskunft über leibliche Eltern und Kinder zuständig ist, soll einen spezialisierten Suchdienst beauftragen können. Die Vorlage geht nun zurück an den Ständerat. Die konservative Kleinpartei EDU hat bereits das Referendum angkündigt.
Auch Homosexuelle dürfen künftig Stiefkinder adoptieren
Ein liberales Familienrecht sollte das abbilden, was gelebt werde, meinte Justizministerin Simonetta Sommaruga. Es gehe nicht an, Kindern die rechtliche Absicherung und damit etwa den Unterhaltsanspruch zu verweigern, nur weil der leibliche Vater oder die leibliche Mutter nicht geheiratet habe. «Wenn es Ihnen nicht passt, dass erwachsene Menschen ohne Trauschein zusammenleben, und dann noch ein Kind dabei ist, dann bestrafen sie doch nicht das Kind dafür», richtete sich Sommaruga an die Gegner der Vorlage.
ZGB KINDESSCHUTZ KNAPPES JA
Gefordert wurde eine Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches im Kindesschutz, mit dem Antrag auf:
SCHUTZ DES KINDES VOR MISSHANDLUNG UND SEXUELLEM MISSBRAUCH
Enthalten 1%
Antrag der Parlamentsmehrheit: NICHTEINTRETEN
Schon traurig wie wenig eine versehrte Kindheit in der Schweiz wert ist.
BUNDESRAT WILL DRITTEM FAKULTATIVPROTOKOLL ZUR UNO-KINDERRECHTSKONVENTION BEITRETEN
Bern, 11.12.2015
Der Bundesrat hat die Botschaft zur Genehmigung des dritten Fakultativprotokolls zur UNO-Kinderrechtskonvention verabschiedet. Dieses stellt dem zuständigen Ausschuss der UNO neue Kontrollmechanismen zur Verfügung. Damit soll die Konvention wirksamer umgesetzt und ihre Bedeutung in der Praxis gestärkt werden.
POSTULAT: Auffinden der Sparhefte von Opfern fürsorgerischer Zwangsmassnahmen
Bern, 19.3.2015
Eingereichter Text: Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, inwiefern Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen bei der Suche nach ihren Guthaben auf Sparheften usw. unterstützt werden können, namentlich indem sie für ihre Nachforschungen bei den Banken keine Gebühren bezahlen müssen.
Postulat einsehen
BOTSCHAFT ZUR ÄNDERUNG DES SCHWEIZERISCHEN ZIVILGESETZBUCHES - ADOPTION
Mit dieser Botschaft unterbreiten wir Ihnen den Entwurf einer Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Adoption) mit dem Antrag auf Zustimmung.
29. November 2013 schickt der Bundesrat die Revision des Adoptionsrechts in die Vernehmlassung
28. November 2014 verabschiedet der Bundesrat die Botschaft zur Revision des Adoptionsrechts
Der Bundesrat will die Stiefkindadoption einem weiteren Kreis von Paaren öffnen: In Zukunft soll diese Möglichkeit nicht nur Ehepaaren, sondern auch Paaren in einer eingetragenen Partnerschaft oder – als Variante – zusätzlich Paaren in einer faktischen Lebensgemeinschaft offenstehen.
Die Revision sieht zudem Anpassungen bei den Adoptionsvoraussetzungen vor. So soll namentlich das Mindestalter adoptionswilliger Personen von 35 auf 28 Jahre gesenkt werden. Ferner sollen die zuständigen Behörden einen grösseren Ermessensspielraum erhalten, um den Umständen des Einzelfalls besser gerecht werden zu können.
Schliesslich soll das Adoptionsgeheimnis für leibliche Eltern, die Informationen über das zur Adoption freigegebene Kind erhalten möchten oder dieses Kind suchen, gelockert werden.
Änderung des Zivilgesetzbuches - Adoptionsrecht
20.06.2014 Petition wurde einstimmig abgelehnt
PETITION - zum Wohle des Kindes
Bern, 17. November 2013
Am 29. November 2013 entscheidet der Bundesrat, die neuen Bestimmungen des Zivilgesetzbuches über die gemeinsame elterliche Sorge auf den 1. Juli 2014 in Kraft zu setzen. In einem zweiten Schritt wird er die erforderlichen Anpassungen in den Ausführungsverordnungen verabschieden
Reto Wehrli (NR und Anwalt) hat bereits 2004 dem Bundesrat das gemeinsame Sorgerecht als Regelfall vorgeschlagen. Aufgrund der täglichen Erfahrung als Anwalt weis er das Väter einem Erpressungsrisiko ausgesetzt sind. "Zahlst du mir, dann gebe ich dir das elterliche Sorgerecht." Andererseits haben es sich einige Zahlväter bequem gemacht und sich nicht um die Kinder gekümmert.
Jetzt heisst es endlich, auch im Gesetz: "Elternsein bedeutet Verantwortung tragen - für beide Elternteile"
POSTULAT- Anlauf- und Beratungsstellen für Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen
Bern, 15. Juni 2012
Der Bund prüft in Zusammenarbeit mit Kantonen, Gemeinden, den Landeskirchen und privaten Organisationen in allen Sprachregionen die Schaffung von Anlauf- und Beratungsstellen für Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen. Dabei soll auch auf bestehende Angebote (z. B. Opferhilfestellen) zurückgegriffen werden können.
ZWEITER ANLAUF: MOTION - Adoptionsgeheimnis
9.12.2009 Eingereicht von NR Jaqueline Fehr
19.03.2010 NR Annahme
10.03.2011 SR Annahme
Der Bundesrat ist aufgefordert, dem Parlament eine Änderung des Zivilgesetzbuches über das Adoptionsgeheimnis zu unterbreiten. Den leiblichen Eltern soll ein Anspruch auf Kenntnis der Personalien ihrer adoptierten Kinder zuerkannt werden, wenn diese die Volljährigkeit erreicht und ihr Einverständnis für die Kontaktaufnahme gegeben haben.
ANFRAGE - Qualitätsrichtlinien für die Kinderbetreuung
Bezugnehmend auf die Motion 08.3011 fragt man den Bundesrat an, ob in der geplanten Teilrevision der Verordnung über die Aufnahme von Kindern zur Pflege und zur Adoption verbindliche Qualitätsrichtlinien für alle Kindertagesstätten aufgenommen werden, wie sie auch die Eidgenössische Koordinationskommission für Familienfragen in ihrem kürzlich publizierten Bericht über familien- und schulergänzende Kinderbetreuung empfiehlt.
ERSTER ANLAUF: MOTION - Adoptionsgeheimnis
15.06.2006 Einreichungsdatum von NR Zapfl Rosmarie
20.02.2007 NR Der Vorstoss wird übernommen durch NR Darbellay
13.06.2008 NR Behandlungsfrist verlängert
20.03.2009 NR Abgeschrieben, weil seit mehr als zwei Jahren hängig
Ich (NR Rosmarie Zapfl) ersuche den Bundesrat, dem Parlament folgende Änderung von Artikel 268b ZGB über das Adoptionsgeheimnis zu unterbreiten: Den leiblichen Eltern soll ein Anspruch auf Kenntnis der Personalien ihrer adoptierten Kinder zuerkannt werden, wenn deren Erziehung und Ausbildung abgeschlossen ist (ab 18 Jahre); dies sofern das adoptierte Kind sein Einverständnis für die Kontaktaufnahme gegeben hat.
Adoptierte Kinder haben laut Bundesgericht einen gesetzlichen Anspruch darauf, die Identität ihrer leiblichen Eltern zu erfahren. Was hingegen nicht geklärt ist, ist die Frage, ob auch leibliche Mütter dieses Recht haben. Die Rechtslage ist unklar. Die Amtsstellen in den Gemeinden berufen sich auf das Adoptionsgeheimnis, weil unklar ist, ob die Akten herausgegeben werden dürfen. Für die betroffenen Mütter ist dieser Zustand unhaltbar. Insbesondere für die "gefallenen Mädchen", die bis in die siebziger Jahre ihre Kinder unter Druck zur Adoption freigaben, bleibt nichts anders übrig, als zu warten, dass sich ihr Kind bei ihnen meldet.
Das Adoptionsgeheimnis macht während der Erziehung des adoptierten Kindes für die Adoptivfamilie durchaus Sinn, damit sich die neue Familie unabhängig von den leiblichen Eltern entwickeln kann. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Geheimhaltung für immer gelten muss und den leiblichen Eltern die Akteneinsicht für immer verwehrt wird.
Stellungnahme des Bundesrates vom 30.08.2006
Das 1973 im Zivilgesetzbuch verankerte Adoptionsgeheimnis (Art. 268b Abs. 1 ZGB) schützt die Adoptivfamilie vor Einmischungen durch die leiblichen Eltern und Drittpersonen. Es ist zeitlich nicht befristet, d. h., es gilt auch dann, wenn das Kind mündig geworden ist und den Haushalt der Adoptiveltern verlassen hat. Dagegen kann das Adoptivkind, wenn es das 18. Lebensjahr vollendet hat, jederzeit Auskunft über die Personalien seiner leiblichen Eltern verlangen (Art. 268c ZGB).
Die Motionärin will das Adoptionsgeheimnis zugunsten der leiblichen Eltern lockern. Das wirft heikle psychosoziale Fragen auf, die gründlich abgeklärt werden müssen, bevor man sich zu diesem Schritt entschliesst. Die Vermutung liegt nahe, dass das Kind, das von seinem Anspruch auf Kenntnis der leiblichen Eltern keinen Gebrauch macht, an einem Kontakt nicht interessiert ist, sodass die Hoffnungen der leiblichen Eltern schliesslich doch wieder enttäuscht werden. Gleichzeitig kann man die Augen aber nicht vor der tragischen Situation der Mutter verschliessen, die ihr Kind in der Vergangenheit - allenfalls unter gesellschaftlichem Druck - zur Adoption freigegeben hat. Es kommt hinzu, dass die Zustimmung vor 1973 lediglich zu einer einfachen Adoption erfolgte, welche die Rechtsbeziehungen zu den leiblichen Eltern nicht erlöschen liess. Nach Inkrafttreten des revidierten Adoptionsrechts konnten diese einfachen Adoptionen ohne Zustimmung der leiblichen Eltern zu Volladoptionen (Art. 267 ZGB) aufgewertet werden, für welche das Adoptionsgeheimnis gilt (Art. 12b Abs. 3 SchlT ZGB).
Der Bundesrat ist bereit, das Anliegen der Motionärin zu prüfen und gestützt auf Artikel 121 Absatz 4 des Parlamentsgesetzes - bei Annahme der Motion im Nationalrat - dem Ständerat zu beantragen, den Vorstoss im Sinn eines Prüfungsauftrags neu zu formulieren. Eine verbindliche Verpflichtung, dem Parlament die gewünschte Vorlage zu unterbreiten, lehnt er ab.
Antrag des Bundesrates vom 30.08.2006
GESCHÄFT DES BUNDESRATES - Haager Übereinkommen über den Schutz von Kindern
Bern, 19. Juni 1999
Adoptionen von Kindern aus Ländern der Dritten Welt haben in den vergangenen Jahrzehnten an Bedeutung stark zugenommen. Ihre Zahl übersteigt diejenige der rein schweizerischen oder innereuropäischen Adoptionen heute bei weitem. Internationalen Adoptionen ist eine besondere Problematik eigen, weil die Aufnahme und Pflege eines Kindes aus einem anderen Kulturkreis besondere Anforderungen an die Adoptiveltern stellt. Auch ist die Gefahr von Missbräuchen besonders gross.
Das Haager Übereinkommen über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Adoption, das 1993 von der Haager Konferenz für internationales Privatrecht verabschiedet worden ist, versucht, diesen Gefahren mit einem institutionalisierten System der Zusammenarbeit von Herkunfts- und Aufnahmestaaten zu begegnen. Durch die Formulierung von Minimalstandards, denen eine internationale Adoption genügen muss, sowie die Gewährleistung der Anerkennung von Adoptionen in anderen Vertragsstaaten verbessert es die rechtliche Stellung von Adoptivkindern massgeblich.
KINDERRECHT WIRD REVIDIERT - Verdingung endgültig verboten
1 Januar 1978
Das Kinderrecht wird revidiert. Artikel 316 ZGB tritt in Kraft. Die Bewilligungs- und Aufsichtspflicht für Pflegeverhältnisse wird auf eidgenössischer Ebene rechtlich verankert.
KONVENTION ZUM SCHUTZ DER MENSCHENRECHTE UND GRUNDRECHTEK
Abgeschlossen in Rom am 4. November 1950.
Von der Bundesversammlung genehmigt am 3. Oktober 1974.
Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 28. November 1974.
Ganzer Auszug einsehen
REVISION - von der Kindesannahme zum Adoptionsgesetz
Bern, 1. 4. 1973
Das Adoptionsgeheimnis wird unter dem Artikel 268b neu in das Adoptionsrecht aufgenommen und lautet: "Die Adoptiveltern dürfen ohne ihre Zustimmung den Eltern des Kindes nicht bekannt gegeben werden."
ABLAUF DER REFERENDUMSFRIST: 5. OKTOBER 1972
Wird das Kind zum Zwecke späterer Adoption untergebracht und fehlt die Zustimmung eines Elternteils, so entscheidet die Vormundschaftsbehörde am Wohnsitz des Kindes, auf Gesuch einer Vermittlungsstelle oder der Adoptiveltern und in der Regel vor Beginn der Unterbringung, ob von dieser Zustimmung abzusehen sei. In den ändern Fällen ist hierüber anlässlich der Adoption zu entscheiden. Wird von der Zustimmung eines Elternteils abgesehen, weil er sich um das Kind nicht ernstlich gekümmert hat, so ist ihm der Entscheid schriftlich mitzuteilen.
Bei der Adoption kann dem Kind ein neuer Personenname gegeben werden
Ein Kind darf adoptiert werden, wenn ihm die künftigen Adoptiveltern während wenigstens zwei Jahren Pflege und Erziehung erwiesen haben und nach den gesamten Umstanden zu erwarten ist, die Begründung eines ehelichen Kindesverhältnisses diene seinem Wohle, ohne andere Kinder der Adoptiveltern in unbilliger Weise zurückzusetzen.
Die Zustimmung darf nicht vor Ablauf von sechs Wochen seit der Geburt des Kindes erteilt werden. Sie kann binnen sechs Wochen seit ihrer Entgegennahme widerrufen werden. 3 Wird sie nach einem Widerruf erneuert, so ist sie endgültig.
Namentlich sind die Persönlichkeit und die Gesundheit der Adoptiveltern und des Adoptivkindes, ihre gegenseitige Beziehung, die erzieherische Eignung, die wirtschaftliche Lage, die Beweggründe und die Familienverhältnisse der Adoptiveltern sowie die Entwicklung des Pflegeverhältnisses abzuklären
Und vieles mehr: Änderung Adoptionsgesetz
IN DER BOTSCHAFT KOMMENTIERT DER BUNDESRAT
"Die Fremdadoption steht und fällt nach den Erfahrungen der Praxis mit der Wahrung des Adoptionsgeheimnisses. Damit soll namentlich verhütet werden, dass die leiblichen Eltern sich nachträglich in das Verhältnis zwischen dem Kind und seinen Adoptiveltern einmischen und damit das soziale Gelingen der Adoption gefährden oder beeinträchtigen."
In seiner Dissertation zum damals neuen und bis heute gültigen Adoptionsrecht skizzierte Rolf Eichenberger 1974 das Spannungsfeld zwischen den verschiedenen Interessen bei der Neuformulierung so: "Dem Wohl des Kindes stehen die Interessen der leiblichen Eltern gegenüber. In vielen Fällen der Adoptionen liegen sie in einem Spannungsverhältnis zueinander. Für den Gesetzgeber war es schwierig, sich in diesem Feld zurechtzufinden und die beiden Pole richtig aufeinander abzustimmen."
Das Besuchsrecht der leiblichen Eltern wird im alten Adoptionsrecht nicht explizit erwähnt. Nur eine Randnotiz aus dem Jahr 1921 sagt aus: "Das Kind gehörte mit der Kindesannahme somit zwei Familien an, was sich auch darin äusserte, dass die leiblichen Eltern ein Besuchsrecht beanspruchen konnten, das ursprünglich auch durch Vertrag nicht wegbedungen und nur durch die zuständige Behörde selbst entzogen werden konnte." Dagegen postulierte der Bundesrat 1971 nun für das neue Gesetz: "Mit dem bisherigen Kindesverhältnis geht auch das Besuchsrecht der leiblichen Eltern unter."
Zivilgesetzbuch (Art. 264 bis 269c)
Am 7. Februar nehmen die Stimmbürger das eidgenössische Stimm- und Wahlrecht für Frauen mit
621'109 (66%) Ja zu
323'882 (34%) Nein
bei einer Stimmbeteiligung von 58% deutlich an.
15½ Kantone stimmen zu, 6½ Kantone der Zentral- und Ostschweiz (UR, SZ, OW, GL, SG, TG, AR und AI) lehnen mit teilweise immer noch massiven Nein-Mehrheiten ab.
Gleichzeitig wird das Frauenstimmrecht in Kantons- und Gemeindeangelegenheiten in Fribourg (74% Ja), Schaffhausen (57% Ja), Zug (63% Ja) und Aargau (52% Ja) angenommen.
Bei den Nationalratswahlen werden elf Frauen (5,5%) gewählt. In den folgenden Jahren steigt der Frauenanteil langsam.
Nach Verkündung der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" durch die Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 suchte man nach Mitteln, den aufgestellten Normen nicht nur moralisch, sondern auch rechtlich verbindlichen Charakter zukommen zu lassen. Die UNO und der Europarat haben in der Folge verschiedene Instrumente zum Schutz der Menschenrechte ausgearbeitet, wobei der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) für die Schweiz die grösste Bedeutung zukommt(Individualbeschwerdeverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, EGMR).
ÜBEREINKOMMEN nr. 29 ÜBER ZWANGS- UND PFLICHTARBEIT
28. Juni 1930 Angenommen in Genf
20. Juni 1939 Von der Bundesversammlung genehmigt
23. Mai 1940 Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt
23. Mai 1941 In Kraft getreten für die Schweiz
Geändert durch die Übereinkommen Nr. 80 und 116
Es darf nicht in Vergessenheit geraten, dass alle Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen unentgeltliche Zwangsarbeit leisten mussten, für die sie nie Geld erhielten. Dies war schon damals widerrechtlich. Es widersprach dem internationalen Übereinkommen über Zwangs- und Pflichtarbeit, in Kraft getreten für die Schweiz am 23. Mai 1941
Diese Zwangsarbeit muss nachträglich angemessen Entschädigt werden. Diese Zwangsarbeit der Betroffenen war auch eine wirtschaftliche Leistung, an der Bauern und Bund verdienten.
Stand am 19. Mai 2015
Gedacht war Adoption damals als "ein Rechtsinstitut im Interesse der Adoptionseltern." Dank Adoptionen von Nachkommen konnten kinderlose Ehepaare Name und Vermögen weitergeben. Der entsprechende Abschnitt im Gesetzeswerk umfasste fünf Artikel, Art. 264-269 ZGB. war mit "Kindesannahme" betitelt und beschrieb eine schwache, respektive offene Form der Adoption
SCHWEIZERISCHES ZIVILGESETZBUCH - ZGB 1907
10. Dezember 1907 Beschluss
1. Januar 1912 Inkrafttreten
1. Januar 2012 Letzte Revision
Die Inkraftsetzung des ZGB ist ein entscheidender Einschnitt: Mit dem neuen Gesetz wurden schweizweit «vormundschaftliche Eingriffe in die Familie», zum Beispiel Kindswegnahmen, möglich und «die Zahl der Vormundschaften über Kinder wuchs mit den neuen Bestimmungen massiv an»
Auf eidgenössischer Ebene wurden zwei Instrumente für den Schutz von Kindern und Jugendlichen festgeschrieben, welche den Vormundschaftsbehörden in den Gemeinden zur Verfügung stehen.
Sie haben die Möglichkeit mittels Obhutsentzug, den Eltern – die ihre Kinder nicht selber betreuen und erziehen können – die Kinder wegzunehmen und sie fremdzuplatzieren, oder sie können den Eltern die elterliche Sorge ganz entziehen.
Viele Kinder wurden ihren Eltern mittels der neuen Kindesschutzmassnahmen im ZGB weggenommen und in Pflegefamilien und Heimen untergebracht, wo sie aber keineswegs eine «bessere» Erziehung erhielten, sondern oft misshandelt und sexuell ausgebeutet wurden. Bürgerliche FürsorgerInnen haben im Auftrag der Armenvormundschaft, die Situation von Kindern in den Pflegefamilien zu inspizieren und aufgrund ihrer – von den zum Teil unmenschlichen Lebensumständen der Arbeiter und ihrer Frauen weit entfernten Vorstellungen über Erziehung zu beurteilten.
Website - Schweizerisches Zivilgesetzbuch
Aktualisiert am 1. Januar 2017