Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Karlsruhe&Datum=28.08.2002&Aktenzeichen=6%20U%2014/02
Timestamp: 2019-06-25 06:58:15
Document Index: 4986925

Matched Legal Cases: ['§ 359', '§ 358', '§ 359', '§ 2', '§ 7', '§ 9', '§ 358', 'BGH', '§ 2', '§ 7', 'BGH', '§ 5']

OLG Karlsruhe, 28.08.2002 - 6 U 14/02 - dejure.org
https://dejure.org/2002,2276
OLG Karlsruhe, 28.08.2002 - 6 U 14/02 (https://dejure.org/2002,2276)
OLG Karlsruhe, Entscheidung vom 28.08.2002 - 6 U 14/02 (https://dejure.org/2002,2276)
OLG Karlsruhe, Entscheidung vom 28. August 2002 - 6 U 14/02 (https://dejure.org/2002,2276)
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Finanzierter Beitritt zu einer Fonds-Gesellschaft: Widerruflichkeit des Kreditvertrages nach den Grundsätzen der verbundenen Geschäfte bei Verbraucherverträgen bzw. als Haustürgeschäft
Kein Einwendungsdurchgriff mangels Austauschverhältnisses zwischen Einlageschuld und Mitgliedschaft bei Widerruf/Kündigung eines finanzierten Beitritts zu einer Immobilienfonds-Publikums-GbR
Finanzierter Beitritt zu einem geschlossenen Immobilienfonds
Verpflichtung zur Darlehensrückzahlung an einem geschlossenen Immobilienfonds
Rückzahlung eines Darlehens zur Finanzierung eines Beitritts zu einem geschlossenen Immobilienfonds; Aufklärungspflicht der kreditgewährenden Bank; Voraussetzungen für die Anwendbarkeit des Einwendungsdurchgriffs nach § 359 Satz 1 in Verb. mit § 358 Abs. 1 und 3 BGB; Verbundenes Geschäft; Austauschverhältnis; Grundsätze von der fehlerhaften Gesellschaft bei Mängeln des Beitritts zu der Fondsgesellschaft; Ausübung des Widerrufsrechts nach Haustürwiderrufsgesetz nach Erlöschen des Widerrufsrechts nach dem Verbraucherkreditgesetz; Erforderlichkeit des Tätigwerdens des Anlagevermittlers mit Vollmacht der Bank
BGB §§ 359, 358, 705; HWiG a. F. §§ 2, 1, 5 Abs. 2; VerbrKrG §§ 7, 9
VerbrKrG § 9; BGB §§ 358 f.
ZIP 2003, 202
WM 2003, 1218
Das Oberlandesgericht (dessen Urteil in ZIP 2002, 676 mit ablehnender Anm. v. Tetzlaff EWiR 2003, 437 abgedruckt ist) hat sie abgewiesen.
Soweit ersichtlich, ist die Anwendung der Grundsätze über die fehlerhafte Gesellschaft bei Publikumsgesellschaften allgemein wie auch bei atypischen stillen Gesellschaften in der Rechtsprechung der Oberlandesgerichte nach wie vor weitgehend anerkannt (vgl. OLG Stuttgart, ZIP 2002, Seite 1885 und ZIP 2003, Seite 763 (764);… OLG Hamm, BB 2003, S. 653; OLG Karlsruhe, ZIP 2003, Seite 202 (203);… OLG Dresden, ZIP 2002, S. 1293)).
Liegt ein solcher Fehler vor, besteht ein Kündigungsrecht mit der Folge einer gesellschaftsrechtlichen Auseinandersetzung (…BGH 29.6.1992 - II ZR 284/91 = NJW 1992, S. 2696 (2698); OLG Karlsruhe 28.8.2002 - 6 U 14/02 = ZIP 2003, S. 203 (205);… OLG Dresden 19.6.2002 - 8 U 630/02 = BB 2002, S. 1776 (1776);… Thüringer OLG 26.2.2003 - 4 U 786/02 = DB 2003, S. 766 (766);… OLG Stuttgart 6.11.2002 - 14 U 21/02 = ZIP 2003, S. 763 (764)).
Soweit ersichtlich ist die Anwendung der Grundsätze über die fehlerhafte Gesellschaft bei Publikumsgesellschaften allgemein wie auch bei atypischen stillen Gesellschaften im Besonderen in der Rechtsprechung der Oberlandesgerichte nach wie vor weitgehend anerkannt (…vgl. aus neuerer Zeit OLG Stuttgart 29.7.2002 - 6 U 42/02 = ZIP 2002, S. 1885 (1889) und Urteil vom 6.11.2002 - 14 U 21/02 = ZIP 2003, S. 763 (764); OLG Hamm 26.11.2002 - 27 U 66/02 = BB 2003, S. 653 (654); OLG Karlsruhe 28.8.2002 - 6 U 14/02 = ZIP 2003, S. 202 (203); OLG Dresden 19.6.2002 - 8 U 630/02 = BB 2002, S. 1776 (1777)).
Das ist aber nicht der Fall, da § 2 Abs. 1 Satz 4 HWiG a. F. eine längere Widerrufsfrist gewährt als § 7 Abs. 1, Abs. 2 Satz 3 VerbrKrG a. F. und das Widerrufsrecht der Klägerin nach dem VerbrKrG bereits erloschen ist (BGH ZIP 2002, 1078 ; OLG Karlsruhe, ZIP 2003, 202, 206 = OLGR 2003, 75).
Vielmehr können besondere Umstände seine Bejahung begründen (OLG Karlsruhe, 4. Zivilsenat, NJW-RR 2003, 191; OLG Karlsruhe, 6. Zivilsenat, ZIP 2003, 202, 207 = OLGR 2003, 75).
Ob der Beitritt zu einer GbR überhaupt unmittelbar oder unter dem Gesichtspunkt des Umgehungsgeschäftes (§ 5 Abs. 1 HWiG) den Vorschriften des HWiG unterfällt oder ob es nicht (so der 6. Zivilsenat des OLG Karlsruhe, ZIP 2003, 202, 205, 206 = OLGR 2003, 75) an einem Austauschgeschäft fehlt, kann hier offen bleiben.
Es ist bereits höchst zweifelhaft, ob der Gesellschaftsbeitritt als ein mit dem Kreditvertrag zur Finanzierung der Einlage verbundenes Geschäft verstanden werden kann (ablehnend OLG Karlsruhe, ZIP 2003, 202).
Diese ist jedoch keine Gegenleistung für den Erwerb der Gesellschafterstellung (OLG Karlsruhe sind ZIP 2003, 202).
Der Kläger kann daher seine Stellung als Gesellschafter nur mit ex-nunc-Wirkung beseitigen (so auch OLG Karlsruhe, ZIP 2003, 202).