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Timestamp: 2020-03-28 12:22:14
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arbeitskreise:vg-wort:protokoll_regensburg2016
Protokoll VG Wort
Pilotprojekt Universität Osnabrück
Stellungnahme der FaTaMa
Vorschlag ergänzende/zusätzliche Stellungsnahme BuFaTa ET
Anwesend: Björn (HS Karlsruhe), Philipp (Uni Freiburg), Michael (Uni Ulm), Björn (THM Gießen)
Leitung des AK: Björn (HS Karlsruhe)
tl;dr - VG Wort = „GEMA“ für Texte, Unis müssen ab 1.1. 2017 jede publizierte Seite mit einem Zitat melden und abrechnen (bisher pauschal für alles), das betrifft nicht nur Skripte, sondern potentiell auch Abschlussarbeiten
Nach einer Änderung des Paragraphen (§52a) von 2013 des BGH zum Urheberrecht besteht Handlungsbedarf.
Beitrag zum Urteil
Presseartikel der Süddeutschen Zeitung
Pressemitteilung von VG Wort zum Urteil
Nachricht von Buchreport
Kommentar Uni Kiel
Regelung im Pilotprojekt an der Uni Osnabrück
Bisher wurden Zitate in Skripten pauschal von den Universitäten verrechnet.
BGH Urteil besagt, VG Wort darf jede Skriptseite/Abschlussarbeit mit einem Zitat aus einem Fachbuch geltend machen/abrechnen
Regelung gilt ab 1. Januar 2016, nach Absprache mit der VG Wort erst ab 1. Januar 2017 (für 2016 gilt noch die Pauschalabrechnung)
Eine Regelung zur neuen Abrechnung besteht allerdings noch nicht (Eventuell angedacht war ein Onlineportal, in dem jede HS die veröffentlichten Texte angeben muss)
Im Ergebnis war zu beobachten, dass die Meldungen an die VG Wort nur bei einem Viertel des Erwartungswertes lagen
[Dozenten] haben den Studierenden die Literaturbeschaffung überlassen. Knapp zwei Drittel der Studierenden gaben an, dass sich im Semester des Piloteinsatzes der Aufwand für die Literaturbeschaffung erhöht (36%) bzw. sogar stark erhöht (26%) hat. (Die Suche nach den zu zitierenden Texten hat zwischen 30 Sekunden und 38 Minuten gedauert)
Den erfolgten Meldungen mit einem Kostenumfang von ca. 5.000€ (bei 0,8ct/Seite/Teilnehmer) stehen erhebliche Aufwände bei Verwaltung, Serviceeinrichtungen und Lehrenden gegenüber.
So investierten Lehrende mindestens 3.900 Minuten = 65 Stunden in die reinen Meldevorgänge, zusätzliche Recherchen, Informationen und Rückfragen nicht eingerechnet
Insgesamt ging die Erprobung der Einzelmeldungen an der Universität Osnabrück also mit einem deutlichen Rückgang der Servicequalität und einem deutlichen Anstieg der Arbeitsbelastung für Studierende einher und verursachte Kosten in Form von Aufwänden bei Serviceeinrichtungen und Lehrenden, die die (im Pilotprojekt hypothetischen) Kosten der einzeln abgerechneten Nutzungen um ein mehrfaches überstiegen.
FAQ zum Pilotprojekt
Literaturlisten statt Skripten
Enormer Verwaltungsaufwand nicht durch Lehrende tragbar
Die FaTaMa hat eine Stellungnahme für alle BuFaTa formuliert. Der AK spricht sich dafür aus, diese zu unterzeichnen und eine ergänzende Stellungnahme zu veröffentlichen
im Jahr 2003 wurde das Urheberrechtsgesetz (UrhG), insbesondere durch das Hinzufügen von §52a „Öffentlichen Zugänglichmachung für Unterricht und Forschung“, geändert. Nach Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 20. März 2013 sind ab dem 1. Januar 2016 alle urheberrechtlich geschützten Quellen in Vorlesungsskripten und anderen Publikationen der Hochschulen an die VG Wort zu melden und abzurechnen. Der Abschlussbericht des Pilotprojekts der Universität Osnabrück vom Juni 2015 zeigt, dass dies einen enormen zeitlichen Mehraufwand für Lehrende und Mitarbeiter bedeutet. Ein Meldevorgang wird über eine Eingabemaske abgearbeitet, bei der entsprechende Literatur meist manuell eingetragen werden muss. Lehrende investieren dem Bericht zufolge mindestens 65 Stunden in Meldevorgänge oder lehnen aufgrund des erhöhten Mehraufwands die Verwendung von zu meldenen Quellen vollständig ab. Der aus dem System resultiernde Zeitaufwand wird abgelehnt und deswegen mittels Literaturangaben, anstelle von ausgearbeiteten Skripten, auf die Studierenden abgewälzt. Eine einheitliche Informationsbasis, die den Schwerpunkten der Vorlesung entspricht, kann somit nicht geschaffen werden und ist ergo nicht existent. Skripte sind für eine gute Lehre essenziell. Ihre Existenz und Qualität sind unentbehrlich und die Lehre wird durch das Gesetz und die Entscheidung des BGH enorm gefährdet.
Mit der Umsetzung des Gesetzes und insbesondere des gewählten Abrechnungsverfahrens ist die Bundesfachschaftentagung Elektrotechnik (BuFaTa ET) nicht einverstanden und spricht sich vehement dagegen aus. Im Interesse einer guten Lehre fordern wir, dass der Deutsche Bundestag sich für eine nachhaltige und umfassende Lehre an den Hochschulen einsetzt, sowie Maßnahmen ergreift, um die Qualität, das Erstellen und Publizieren von Lehr- und Lernmaterialen sicher zu stellen. Eine ausreichende Vergütung von Autoren ist grundsätzlich wichtig, jedoch rechtfertigt die vorgelegte Regelung zur Vergütung nicht, dass die Forschung und Lehre in diesem Ausmaß darunter leidet. Letztendlich ist eine pauschale Abrechnung, und nicht die sisyphusartige Aufschlüsslung einzelner Textquellen, die einzig sinnvoll umsetzbare Möglichkeit für Hochschulen.
Der AK ist nicht fertig und sollte auf weiteren Tagungen besprochen werden! Vor allem da es bis gegen Ende 2016 eventuell eine Neuerung gibt.
arbeitskreise/vg-wort/protokoll_regensburg2016.txt · Zuletzt geändert: 07.12.2016 21:38 von Ferid Mahdi