Source: https://www.schmerzensgeldtabelle.net/rippenbruch/
Timestamp: 2017-12-14 04:36:29
Document Index: 48533190

Matched Legal Cases: ['§ 253', '§ 254', '§ 11', '§ 6', '§ 223', '§ 224', '§ 226', '§ 227', '§ 226', '§ 225', '§ 231', '§ 287', '§ 843', '§ 680']

Rippenbruch - Schadensersatz & Schmerzensgeld
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Schmerzensgeld bei einem Rippenbruch –Schadenersatz für eine typische Unfallfolge
Trotz der oftmals geringen Verletzungsintensität ist Schmerzensgeld nach einem Rippenbruch möglich.
Die Rippen des menschlichen Körpers verleihen nicht nur dem Brustkorb die Form, die er hat, sondern sie schützen vor allem lebenswichtige Organe wie Herz und Lunge.
Bei einem Sturz oder Unfall mit dem Auto federn die Rippen die Gewalteinwirkung zwar meist effektiv ab, aber oftmals gehen sie dabei selbst zu Bruch und verursachen Schmerzen.
In so einem Fall kann der Verletzte unter Umständen Schmerzensgeld für seinen Rippenbruch geltend machen.
Wie zum Beispiel eine Rippenserienfraktur Schmerzensgeld begründet und wie der Geschädigte zu seinen Rechten kommt, erfahren Sie in diesem Ratgeber.
1 Rippenbruch: Großer Schaden oder kleine Bagatelle?
1.1 Schmerzensgeld nach Rippenbruch: Der zivilrechtliche Schadenersatz
1.1.1 Die Verschuldenshaftung und Gefährdungshaftung als Formen des Schmerzensgeldes
2 Schmerzensgeld für einen Rippenbruch durch eine Körperverletzung
2.1 Schmerzensgeld nach einem Rippenbruch: Wie viel bekommen Sie?
2.1.1 Der Vorteilsausgleich – Was darf beim Schmerzensgeld für einen Rippenbruch geldsenkend angerechnet werden?
2.1.2 Beispiel verschiedener Schmerzensgeldurteile
2.2 Schmerzensgeld für einen Rippenbruch einfordern: Mit oder ohne Klage?
2.2.1 Nach dem Urteil kommt die Zahlung vom Schmerzensgeld nach einem Rippenbruch
2.3 Rippenbruch durch Erste-Hilfe-Maßnahme – Gibt es dafür Schmerzensgeld?
Rippenbruch: Großer Schaden oder kleine Bagatelle?
Der Mensch hat in der Regel zwölf Rippen, wobei die konkrete Anzahl individuell variieren kann. Häufig hinterlassen Unfälle, die scheinbar glimpflich und ohne Wunden verlaufen sind, im Brustkorb ein unangenehmes Ziehen beim Atmen. Solche Schmerzen können Symptom eines Rippenbruchs sein (medizinisch: Fraktur), der unbedingt von einem Arzt – notfalls im Krankenhaus – untersucht werden sollte.
Auch bei Kontaktsportarten oder Wiederbelebungsmaßnahmen kann es zu solchen inneren Verwundungen kommen, die meist innerhalb von sechs Wochen ohne Operation von selbst verheilen. Selten zieht sich der Heilungsverlauf über Monate hin.
Interessant: In 70 Prozent der Fälle liegt ein Bruch der vierten bis neunten Rippe vor.
Sind drei oder mehr Rippen auf der gleichen Seite gebrochen, wird die Verletzung als Rippenserienfraktur bezeichnet. Häufig sind auch einzelne Rippen mehrfach gebrochen. Dies wird als Stückbruch bezeichnet.
Doch so harmlos ein Rippenbruch zumeist ist, kann es auch zu Komplikationen kommen, wenn sich beispielsweise die Knochenflächen an der Bruchstelle verschieben und so innere Organe verletzen.
Außerdem kann eine Schonatmung des Betreffenden, die eigentlich der Schmerzvermeidung dient, eine Lungenentzündung hervorrufen. Daher ist es unerlässlich, eine solche Atmung durch schmerzstillende Medikamente zu unterbinden.
Schmerzen beim Atmen sind der erste Hinweis, um Schmerzensgeld nach einem Rippenbruch zu begründen.
Wenn Sie eines der folgenden Symptome bemerken, könnte bei Ihnen ein Rippenbruch vorliegen:
schmerzhaftes Einatmen im Bruchbereich
Husten löst Schmerzen über dem Bruchbereich aus
Druckausübung des verletzten Rippenbereiches ist schmerzhaft
Schmerzen im beschädigten Rippenbereich beim Vorbeugen oder Drehen des Oberkörpers
Atmung ist beeinträchtig und die Haut weist eine Blaufärbung auf
Bruchstelle ist mit einem Bluterguss (Hämatom) versehen
Bruchstelle zeigt Anzeichen einer Prellung
Suchen Sie immer einen Arzt auf, wenn Sie Anzeichen eines Rippenbruchs feststellen, damit dieser klären kann, ob eine oder mehrere Rippen betroffen sind. Die entsprechende ärztliche Bescheinigung benötigen Sie außerdem, wenn Sie Schmerzensgeld für Ihren Rippenbruch geltend machen wollen.
Schmerzensgeld nach Rippenbruch: Der zivilrechtliche Schadenersatz
Ein Rippenbruch nach einem Unfall muss nicht immer mit schweren Schmerzen einhergehen, aber dennoch kann eine solche Verletzung eine Beeinträchtigung der Lebensqualität herbeiführen.
Das ist insbesondere dann ärgerlich, wenn der Betroffene selbst diese Verletzung nicht herbeigeführt hat, sondern Opfer eines Unfalls wurde oder ihm der Bruch beispielsweise in Folge eines Behandlungsfehlers zugefügt wurde.
Doch in einem solchen Fall besteht die Möglichkeit, Schmerzensgeld für den Rippenbruch zu beantragen. Denn dieses steht jedem Betroffenen als zivilrechtlicher Anspruch zu. Gezahlt wird dieser entweder vom Schädiger oder dessen Versicherung. Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) findet sich in § 253 die gesetzliche Grundlage.
Dort ist definiert, welche Konsequenzen ein sogenannter immaterieller Schaden nach sich zieht. Unter diesen Schadenbegriff fallen sämtliche Nicht-Vermögensschäden. Der Gesetzgeber sieht für einen immeratiellen Schaden, zum Beispiel in Form von Rippenfraktur oder Oberschenkelhalsbruch, Schmerzensgeld vor.
Diese Entschädigung in Geld wird immer dann fällig, wenn sie ausdrücklich vom Gesetz gefordert wird. Außerdem werden vier Bereiche benannt, in denen das Schmerzensgeld üblicherweise zum Tragen kommt. Diese sind Traumata:
Das Bürgerliche Gesetzbuch regelt das Schmerzensgeld nach einem Rippenbruch.
Demnach begründen Schäden des Körpers den immateriellen Schadenersatz. Allerdings werden auch seelische Beschwerden vom Schmerzensgeld erfasst.
Das Schmerzensgeld ist durch zwei wesentliche Funktionen flankiert: Ausgleich und Genugtuung.
Der Ausgleich beschreibt den finanziellen Nachteilsausgleich und bezieht sich auf die Entschädigung sämtlicher Aufwendungen, die durch die Verletzung entstanden sind. Das können beispielsweise Behandlungskosten sein oder Lohnausfälle durch eine eingetretene Arbeitsunfähigkeit.
Durch das Schmerzensgeld soll es dem Geschädigten ermöglicht werden, sich Annehmlichkeiten und Erleichterungen zu verschaffen, die die Lebensfreude wiederherstellen.
Die Genugtuung wendet sich der subjektiven Seite zu und dient als Sühne des Schädigers. Er soll sich durch die Zahlung vom Schmerzensgeld für den Rippenbruch mit dem Rechtsstaat, aber in erster Linie mit dem Opfer aussöhnen.
Die Verschuldenshaftung und Gefährdungshaftung als Formen des Schmerzensgeldes
Damit Schmerzensgeld nach einem Rippenbruch erfolgreich eingefordert werden kann, muss die Verletzung vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht worden sein. Hier greift die sogenannte Verschuldenshaftung.
Ein Mitverschulden des Verletzten kann das Schmerzensgeld nach § 254 BGB mindern oder sogar vollkommen ausschließen. Daher muss stets das Verschulden beider Seiten in Betracht gezogen werden.
Eine Ausnahme bildet die Gefährdungshaftung, die insbesondere im Straßenverkehr gilt. Hiernach muss kein Verschulden vorliegen, da sich das Verhalten des Schadensverursachers durch eine latente Gefahr für seine Umwelt kennzeichnet. Verwirklicht sich dieses Risiko dann, muss die Person für den entstandenen Schaden haften. Diese Haftungsregelung betrifft neben Kraftfahrzeugbesitzern auch Hundehalter.
Im Straßenverkehrsgesetz wurde 2002 zudem ein spezieller Paragraph integriert, der die Ersatzpflicht bei einer Körperverletzung definiert. So heißt es in § 11 Straßenverkehrsgesetz (StVG);
Im Bahnwesen ist das Schmerzensgeld für einen Rippenbruch im Haftpflichtgesetz geregelt.
Eine Haftungsvorschrift ist im Haftpflichtgesetz (HPflG) enthalten. Dieses Gesetz regelt Schadenshaftung von gefährlichen Unternehmen, zu welchen unter anderem Bahnbetriebsunternehmen, aber auch Bergwerke und bestimmte Fabriken gehören.
In § 6 HPflG ist der schadenrechtliche Umgang mit einer Körperverletzung geregelt. Hier kann es ebenfalls zum Anspruch vom Schmerzensgeld kommen. Ein Rippenbruch wird allerdings nur in seltenen Fällen ausreichen, da die Verletzung eine zeitweise oder dauernde Aufhebung oder Minderung der Erwerbsfähigkeit oder eine Vermehrung der Bedürfnisse des Opfers bedingen muss.
Schmerzensgeld für einen Rippenbruch durch eine Körperverletzung
Eine der häufigsten Ursachen für Schadenersatz begründende Beeinträchtigungen, also auch für das Schmerzensgeld einer Rippenfraktur, sind Körperverletzungen. Diese können beispielsweise in Form einer Schlägerei auftreten.
Eine Körperverletzung stellt eine wissentlich oder willentliche Körpermisshandlung oder Gesundheitsschädigung einer anderen Person dar.
Als körperliche Misshandlung werden all solche Schäden betrachtet, die äußerlicher Natur sind. Innere Schäden, auch psychische Störungen, fallen unter den Bereich der Gesundheitsschädigung.
Neben der „einfachen“ Körperverletzung gemäß § 223 Strafgesetzbuch (StGB) gibt es noch qualifizierte Tatbestände. Das sind Straftaten, die den Grundtatbestand erweitern und durch besondere Merkmale ergänzen.
Zu diesen Qualifizierungen zählen die gefährliche (§ 224 StGB) und die schwere Körperverletzung (§ 226 StGB) sowie die Körperverletzung mit Todesfolge (§ 227 StGB). All diese Formen können einen Rippenbruch und damit Schmerzensgeld bedingen.
Die gefährliche Körperverletzung zeichnet sich durch eine erhöhte Gefährlichkeit der Tatausführung, beispielsweise durch den Einsatz von Gift, Waffen oder eines weiteren Beteiligten, aus.
Bei der schweren Körperverletzung liegt der Fokus auf der Intensität des verursachten Schadens. Ein Rippenbruch würde hier nicht ausreichen. Der Tatbestand setzt den Verlust des Seh-, Hör-, Sprech- oder Fortpflanzungsvermögens voraus. Auch der Verlust von Gliedmaßen wird von § 226 StGB erfasst ebenso wie Entstellungen, Lähmungen, geistige Krankheiten oder Behinderungen.
Schmerzensgeld durch einen Rippenbruch ist oft Folge einer Körperverletzung oder einer Schlägerei.
Die Körperverletzung mit Todesfolge deckt Fälle ab, in denen eine körperliche Misshandlung oder Schädigung der Gesundheit in den Tod des Opfers mündet.
In letzterem Fall kann das verstorbene Opfer kein Schmerzensgeld mehr beziehen. Allerdings ist das Schmerzensgeld vererbbar, sodass es auch dann nicht verloren gehen kann, wenn der Anspruchsinhaber selbst nicht mehr in der Lage ist, es zu erhalten.
Möglich ist es hier auch, dass ein Angehöriger selbst Schmerzensgeld aufgrund des Todes seines Verwandten einfordert. Dafür muss die Trauer über den Verlust des Familienmitgliedes pathologische Ausmaße annehmen, also als Krankheit zu betrachten sein.
Weitere Sonderformen der Körperverletzung, in deren Zusammenhang es zum Anspruch auf Schmerzensgeld wegen einem Rippenbruch kommen kann, sind die Misshandlung von Schutzbefohlenen (§ 225 StGB) und die Beteiligung an einer Schlägerei (§ 231 StGB).
Schmerzensgeld nach einem Rippenbruch: Wie viel bekommen Sie?
Viele Geschädigte, die durch einen Unfall eine Gehirnerschütterung erlitten haben und mit dem Gedanken spielen, für ihren Rippenbruch oder ihre Schulterprellung Schmerzensgeld zu beantragen, fragen sich vor allem: Wie viel Geld bekomme ich?
Im Gesetz findet sich dazu nichts Konkretes, denn dort ist nur von einer billigen Entschädigung die Rede. Was allerdings diese billige Entschädigung ist, erschließt sich nicht.
Laut § 287 Zivilprozessordnung (ZPO) obliegt die Festlegung der Summe vom Schmerzensgeld für einen Rippenbruch dem Ermessen des Gerichts. Sie bemisst sich immer an den Umständen des Einzelfalls, was eine detaillierte Beweisführung des Geschädigten voraussetzt.
Er muss alle wichtigen Informationen liefern, die in die Entscheidung des Richters einfließen können. Dazu zählen insbesondere erlittene Schäden, die mit dem Schadensereignis in einen kausalen Zusammenhang gebracht werden müssen. Auch der Heilungsprozess und möglicherweise notwendig gewordene Operationen sowie die Dauer des Aufenthalts im Krankenhaus sind umfassend zu dokumentieren.
Es sind Arzt- oder Sachverständigengutachten notwendig, die als beweiskräftig gelten. Es ist ratsam, diese sofort nach dem Verkehrsunfall oder der Körperverletzung einzuholen. Außerdem ist empfehlenswert, mehrere Gutachten anfertigen zu lassen, da auch die Gegenseite solche Bescheinigungen vorlegen wird, die das Gegenteil behaupten können.
Gerade beim Schleudertrauma nach einem Aufprallunfall ist die Beweisführung oft schwierig, weil manche Versicherungen hier von einer Harmlosigkeitsgrenze ausgehen, die überschritten sein muss, damit unfallbedingte Verletzungsfolgen vom Fahrer überhaupt möglich sind. Warten Sie in einem solchen Fall also nicht erst ein paar Tage, sondern lassen Sie sich sofort von einem Arzt untersuchen und die Verletzung bescheinigen.
Die Höhe vom Schmerzensgeld nach einem Rippenbruch hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Weitere Aspekte, die das Schmerzensgeld bei einem Rippenbruch oder anderen Verwundungen des Köpers beeinflussen ,sind:
Dauer der vollständigen Erwerbsunfähigkeit
Zeitspanne und finanzielle Auswirkungen der geminderten Erwerbsfähigkeit
Verschulden des Täters
Mitverschulden des Opfers
Das Gericht zieht bei der Entscheidung über die Höhe vom Schmerzensgeld für Rippenbruch und Co. neben der Art und dem Ausmaß der Verletzung unter anderem davon getragene Entstellungen, Beeinträchtigungen im Alltag sowie die Vermögenslagen von Opfer und Täter in Betracht.
Neben diesen Kriterien gibt es ein weiteres wichtiges Hilfsmittel, wenn es um die Festlegung vom Schmerzensgeld geht: die Schmerzensgeldtabelle. Die Liste, die auch Schmerzensgeldkatalog oder umgangssprachlich Knochentaxe genannt wird, enthält eine Übersicht verschiedener zivilrechtlicher Urteilssprüche von Schmerzensgeld. Ob Rippenbruch, Augenverletzung oder Platzwunde, diese Auflistungen enthalten die unterschiedlichsten Fälle, in denen ein Schmerzensgeld verhandelt wurde.
Durchgesetzt haben sich insbesondere die folgenden Tabellen bzw. Ratgeber:
Hacks/Ring/Böhm (Herausgeber ist der ADAC)
Üblicherweise sind diese Schmerzensgeldtabellen nach dem geschädigten Körperbereich sortiert, sodass sich zum Beispiel eine Entscheidung über ein Schmerzensgeld für einen Rippenbruch recht schnell finden lässt.
Bevor Sie eine solche Schmerzensgeldtabelle zu Rate ziehen, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass es sich dabei ausschließlich um unverbindliche Richtwerte handelt. Sie dienen lediglich dazu, eine grobe Einschätzung zu gewinnen.
Auch Gerichte nutzen eine solche Übersicht für vergleichbare Fälle. Allerdings beginnt bereits hier die Schwierigkeit bzw. die eingeschränkte Zuverlässigkeit des Ganzen. Denn so praktikabel diese Tabellen auch erscheinen, so sind auch sie nicht ohne Makel.
Schmerzensgeldtabellen nennen keine verbindlichen Summen für das Schmerzensgeld von einem Rippenbruch.
Problematisch ist der Aspekt der Vergleichbarkeit beim Schmerzensgeld. Ein gebrochener Finger hat beispielweise für einen Pianisten deutlich weitreichendere Folgen als für einen Lehrer.
Außerdem handelt es sich oftmals nur um eine überblickshafte Beschreibung der Verwundungen, sodass die individuellen Besonderheiten verloren gehen. Zusätzlich fehlen zumeist gerichtlich oder außergerichtlich getroffene Vergleiche.
Eine weitere Ungenauigkeit, derer Sie sich bewusst sein sollten, ist die Inflation, die sich in den Tabellen nicht wiederspiegelt, da zwar eine Umrechnung der Währung stattfand, nicht jedoch eine Anpassung an die wirtschaftliche Entwicklung.
Immer häufiger in Schmerzensgeldtabellen enthaltene Entscheidungen von Prominenten verzerren außerdem das Bild realistischer Summen.
Schmerzensgeldtabellen sind also mit Vorsicht zu genießen und eher als zusätzliches Werkzeug, aber nicht alleinige Entscheidungsgrundlage zu betrachten.
Der Vorteilsausgleich – Was darf beim Schmerzensgeld für einen Rippenbruch geldsenkend angerechnet werden?
Wenn nach einer Verletzung, wie einem Rippenbruch oder einem Knochenbruch des Brustbeins, einer sogenannten Sternumfraktur, Schmerzensgeld beantragt wurde, muss vom Gericht die Summe des Schadenersatzes festgelegt werden.
Hierbei spielt die erwähnte Ausgleichfunktion eine wichtige Rolle. Manchmal kann es passieren, dass dem Geschädigten durch das Schadenereignis nicht nur Nachteile in Form von Traumata erwachsen, sondern auch Vorteile. Namentlich sind dies beispielsweise private Berufsunfähigkeitsversicherungen, die durch einen Unfall zur Auszahlung gelangen.
Es stellt sich die Frage, inwiefern solche Ereignisse schmerzensgeldmindernd wirken. Für eine Anrechnung solcher Vorteile gelten folgende Voraussetzungen:
Sie muss dem Geschädigten zumutbar sein.
Sie darf dem Sinn und Zweck des Schadenersatzanspruches nicht zuwiderlaufen.
Sie soll den Schädiger nicht unbillig von seiner Haftungspflicht entlasten.
Im Falle einer privaten Unfallversicherung ist es in aller Regel so, dass diese nicht angerechnet wird. Der Grund liegt darin, dass der Versicherte die Versicherungsbeiträge im eigenen Interesse gezahlt hat und diese nun nicht dem Schädiger zu Gute kommen sollen.
Schädiger suchen oft nach Vorteilen des Geschädigten, die das Schmerzensgeld bei einem Rippenbruch mindern.
Gleiches gilt für Leistungen, die aus Sozialversicherungen bezogen werden und auch Schadensversicherungen sind nicht als Vorteil anrechenbar. Vorteile, die das Beamtenrecht gewährt, und freiwillige Aufwendungen, wie Spenden für Unfallopfer, führen gleichfalls nicht zu einer Senkung des Schmerzensgeldes.
Was jedoch bei dem Vorteilsausgleich Berücksichtigung findet, sind bestimmte private Ersparnisse.
Beispiel verschiedener Schmerzensgeldurteile
Im Folgenden finden Sie ein Beispiel für eine Schmerzensgeldtabelle. Sehen Sie, was ein Schlüsselbeinbruch für Schmerzensgeld nach ziehen und wie viel Schmerzensgeld ein verletztes Knie bewirken kann:
verletzter Bereich
genaue Verletzung
Betrag (in Euro), Gericht, Jahr
Schmerzensgeld bei verletztem Torso
Schmerzensgeld bei Schlüsselbeinbruch Schlüsselbeinfraktur 0 (AG Berlin, 2004)
Schmerzensgeld bei Thoraxprellung Brustkorbprellung mit Brustbeinprellung ca. 770 (LG Hannover, 1990)
Schmerzensgeld bei gebrochener Schulter Schulterblattfraktur, Rippenserienfraktur und Platzwunde am Kopf sowie Gehirnerschütterung 4.000 (OLG Berlin, 2003)
Schmerzensgeld bei Bandscheibenvorfall Bandscheibenvorfall sowie HWS-Syndrom, Schulter- und Unterarmprellung 7.500 (OLG Saarbrücken, 2005)
Schmerzensgeld bei Rippenbruch Rippenserienfraktur mit Unterkniefraktur, schweren Zahnschäden, Gesichts- und Zungenverletzungen sowie Gehirnerschütterung ca. 17.900 (LG Flensburg, 1995)
Schmerzensgeld gebrochener/verletzter Arm
Schmerzensgeld bei Handgelenkbruch Handgelenkfraktur mit Schürfwunden am Kopf und Prellungen ca. 1.000 (LG Landshut, 1986)
Schmerzensgeld bei Ellenbogenfraktur Ellenbogenfraktur in Verbindung mit Armfraktur ca. 2.800 (OLG München, 1986)
Schmerzensgeld bei Fingerbruch Daumenfraktur in Verbindung mit massiven Gesichtsprellungen, Gehirnerschütterung und HWS-Syndrom 4.000 (LG Köln, 2010)
Schmerzensgeld bei Armbruch Oberarmfraktur mit Schulterfraktur 20.000 (OLG Jena, 2011)
Schmerzensgeld gebrochenes/verletztes Bein
Schmerzensgeld bei Schienbeinbruch schwere Schienbeinverletzung 0 (OLG Celle, 2005)
Schmerzensgeld bei Kreuzbandriss Knieverletzung in Form eines Kniebänderrisses sowie einer Knieschürfwunde ca. 3.000 (AG Rosenheim, 2001)
Schmerzensgeld bei Bänderriss Sprunggelenkfraktur mit Sprunggelenkbänderriss und -versteifung ca. 3.100 (LG Weiden, 1996)
Schmerzensgeld Oberschenkelhalsbruch Oberschenkelfraktur in Form einer Oberschenkelhalsfraktur 7.000 (OLG Hamm, 2012)
Schmerzensgeld bei Beinbruch schwere Oberschenkelfraktur 30.000 (OLG München, 2013)
Schmerzensgeld bei verletztem Sprunggelenk Sprunggelenkverletzung mit Arthrosebildung und Dauerschaden 30.000 (OLG München, 2010)
Schmerzensgeld bei Knieverletzung Knieverletzung mit Kniebänderriss, Beinvenenthrombose, Sprunggelenkfraktur und Prellungen 55.000 (OLG Berlin, 2013)
Bei den Verwundungen, die mit 0 Euro ausgewiesen sind, handelt es sich um Bagatellschäden. Solche geringfügigen Beeinträchtigungen finden keine Berücksichtigung im Schadensrecht.
Gemeinsam mit einem Anwalt können Sie Schmerzensgeld nach einem Rippenbruch beantragen.
Der Gesetzestext enthält zwar keine Bagatellklausel, aber in der Rechtspraxis werden bestimmte Verletzungsarten nicht mit einem Schmerzensgeld versehen. Dabei handelt es sich in der Regel um:
leichte HWS-Verwundung ersten Grades
leichtere Traumata des Bewegungsapparates (geringfügige Zerrungen, Prellungen und Stauchungen)
Gerade die Versicherung des Schädigers wird darauf bedacht sein, dem Opfer eine Bagatellverletzung zu unterstellen. Daher sind ärztliche Bescheinigungen hilfreich, um die eigenen Rechte dennoch geltend machen zu können.
Grundsätzlich variieren die Beträge stark, da auch immer Zusatzverletzungen eine Rolle spielen. So kann im Einzelfall auch das Schmerzensgeld für einen Rippenbruch ganz anders ausfallen, als in dieser Tabelle dargestellt.
Schmerzensgeld für einen Rippenbruch einfordern: Mit oder ohne Klage?
Werden Sie Opfer einer Schlägerei, aus der Sie mit einem Rippenbruch hervorgehen, und entscheiden sich dann dafür, Ihren Anspruch auf Schmerzensgeld für dien Rippenbruch geltend zu machen, dann gibt es zwei Möglichkeiten.
Der wohl für viele Betroffene attraktivere Weg ist der außergerichtliche. Denn Sie können versuchen, Ihren Schadenersatzanspruch direkt beim Schädiger bzw. dessen Versicherung einzufordern.
Versicherungen neigen oftmals dazu, nur Minimalansprüche zu zahlen oder die Schadensregulierung unnötig in die Länge zu ziehen, weil sie hoffen, dass der Geschädigte nach einer gewissen Zeit von der Geltendmachung seiner Rechte absehen wird.
Spätestens dann ist der Gang zum Anwalt unumgänglich, damit Sie Ihr Schmerzensgeld für den Rippenbruch erhalten.
Achtung: Beachten Sie die Verknüpfung der verschiedenen Rechtsgebiete. Die Schlägerei wird durch das Strafrecht geahndet. Das Schmerzensgeld für den Rippenbruch ist davon losgelöst und muss in einem Zivilverfahren beantragt werden.
Laut ZPO muss eine Klageerhebung erfolgen, um Schadenersatz gerichtlich einzufordern. Dies wird durch den unbezifferten Klageantrag gewährleistet. Dieser muss sämtliche Berechnungsgrundlagen, wie die erlittenen Verwundungen, der Aufwand des Heilungsprozesses, eine potenzielle Erwerbsunfähigkeit und deren Auswirkungen sowie die Verschuldung beider Seiten, enthalten.
Eine andauernde Erwerbsunfähigkeit kann das Schmerzensgeld bei einem Rippenbruch erhöhen.
Der Kläger sollte außerdem einen Mindestwert oder eine Geldspanne nennen, die seinen Vorstellungen entspricht. Dafür kann ein Blick in eine der gängigen Schmerzensgeldtabellen helfen. Suchen Sie aber am besten verschiedene Entscheidungen zum Schmerzensgeld bei einem Rippenbruch heraus und bilden Sie dann einen Durchschnittswert.
Es besteht auch die Möglichkeit, künftige, noch nicht eingetretene Traumata in einem Feststellungsantrag festhalten zu lassen. So können Sie sich künftige immaterielle Schadenersatzansprüche sichern.
Es ist wichtig, einen Geldrahmen zu nennen, da Ihnen ansonsten keine Rechtsmittel zur Verfügung stehen, wenn das Gericht wesentlich von Ihrer Vorstellung abweicht. Bestimmen Sie jedoch einen Mindestwert, dann können Sie im Zweifelsfall die sogenannte Beschwer einlegen, falls die richterliche Entscheidung weit unter Ihrer Summe liegt.
Nach dem Urteil kommt die Zahlung vom Schmerzensgeld nach einem Rippenbruch
Wenn Sie Ihren Schadenersatzanspruch erfolgreich vor Gesetz durchgesetzt haben und eine befriedigende Summe festgelegt wurde, kann eine von drei Zahlungsoptionen genutzt werden.
Die üblichste ist die einmalige Kapitelabfindung. Leiden Sie jedoch unter Folgeschäden, was vermutlich eher weniger bei einem Rippenbruch vorkommen wird, es sei denn, dieser hat innere Organe nachhaltig verletzt, dann kommt eine Schmerzensgeldrente in Frage.
Die Bedingungen hierfür finden sich in § 843 BGB. Danach muss durch das Schadensereignis eine Minderung oder vollständige Aufhebung der Erwerbsfähigkeit oder eine Vermehrung der Bedürfnisse entstanden sein.
In manchen Fällen kann diese Rente auch durch eine Kapitalisierung einmalig ausgeschüttet werden. Diese Variante wird von der verantwortlichen Versicherung, meist bevorzugt, weil dadurch eine langwierige Schadensabwicklungen umgangen werden kann.
Rippenbruch durch Erste-Hilfe-Maßnahme – Gibt es dafür Schmerzensgeld?
Verletzungen des Brustkorbs durch Erste Hilfe ziehen kein Schmerzensgeld nach Rippenbruch nach sich.
Erste Hilfe ist eine Universalpflicht, die jeden in die Verantwortung nimmt. Doch oftmals liegen Hemmungen vor, beispielsweise eine Reanimierung durchzuführen, weil dadurch leicht eine Rippe brechen kann. Was passiert in einem solchen Fall? Kann das Opfer dann Schmerzensgeld für den Rippenbruch vom Ersthelfer verlangen?
In Normalfall sind solche Schäden gerechtfertigt und so bleibt die vermeintliche Körperverletzung durch das Brechen der Rippe beim Beatmen straffrei. Voraussetzung ist allerdings das Vorliegen einer wirksamen oder mutmaßlichen Einwilligung des Opfers oder ein rechtfertigender Notstand.
Eine wirksame Einwilligung liegt vor, wenn der Geschädigte ausdrücklich oder per Gesten sein Einverständnis zum Ausdruck bringt. Eine mutmaßliche Einwilligung kann gegeben sein, wenn das Opfer nicht bei Bewusstsein ist.
Grundsätzlich werden Personen, die in einer Notlage, nach ihren Möglichkeiten zu helfen versuchen und dabei das Opfer zusätzlich verletzen, weder strafrechtlich noch zivilrechtlich verfolgt.
Beim rechtfertigenden Notstand geht es darum, eine Gefahr durch eine eigentlich strafbare Tat abzuwenden. Wichtig ist hier, dass das geschützte Rechtsinteresse, im Fall der Ersten Hilfe also das Leben des Opfers, das beeinträchtigte Interesse, die Unversehrtheit der Rippen, übersteigt.
Ersthelfer können nur in sehr wenigen Ausnahmen vom Geschädigten wegen eines Schadens, der durch die Hilfeleistung hervorgerufen wurde, in Anspruch genommen werden. Nach § 680 BGB ist dies nur dann möglich, wenn der Helfer gewisse Beeinträchtigungen grob fahrlässig verursacht hat.
Ein Schmerzensgeld wegen Rippenbruch scheidet bei Erster Hilfe aus, weil Schäden hier gerechtfertigt sind.
Grobe Fahrlässigkeit ist dann zu bejahen, wenn der Helfer die allgemeine Sorgfalt in erheblicher Weise missachtet und die einfachsten, naheliegendsten Überlegungen nicht angestellt hat.
Rippenbrüche können auch unter Berücksichtigung der allgemein herrschenden Sorgfalt bei einem Unfall mit dem Auto entstehen, sodass hier grobe Fahrlässigkeit meist ausscheidet.
Wird allerdings bei einem Unfall nicht geholfen, drohen sowohl im Strafrecht als auch im Zivilrecht erhebliche Konsequenzen, da die betroffene Person in ihren Rechten verletzt wurde und der eigentliche Ersthelfer seine Pflichten missachtet hat.