Source: http://harrywoerz.de/17.html
Timestamp: 2013-05-18 09:28:14
Document Index: 227599435

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'in dubio', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'in dubio']

� Strafkammer 1 �
Hans-Thoma-Stra�e 7
20. April 1998 W � R Z Harry
Karlsruhevom 16. Januar 1998 aufzuheben.
Ich r�ge die Verletzung f�rmlichen und sachlichen Rechts.
Das Schwurgericht hat sich von der T�terschaft des Angeklagten im Wege der Ausschlu�methode �berzeugt. Zun�chst stand f�r das Gericht fest, da� es sich um einen m�nnlichen T�ter handeln mu�te, der Vinylhandschuhe trug und die Tat im Zeitraum zwischen 2.16 Uhr und 2.34 Uhr beging. Gegen den Angeklagten sprach vor allem das Ergebnis der DNS-Analyse: Das auf der Innenseite der am Tatort gefundenen abgerissenen Fingerteile Spurenmaterial konnte von dem Angeklagten stammen. Hinzu kam ma�geblich, da� es sich bei der Tat um eine sogenannte Beziehungstat handeln mu�te. Ein Einbruch kam � mangels Einbruchsspuren � schwerlich in Betracht. Vielmehr sprach alles daf�r, da� der T�ter entweder einen Schl�ssel zum Wohnanwesen besa� oder da� Andrea W. ihm die T�r ge�ffnet hat. Letztere M�glichkeit h�lt das Schwurgericht f�r �derart lebensfremd�, da� sie von vornherein auszuschlie�en war.
Die vom Schwurgericht gezogenen Schlu�folgerungen beruhen auf einer unzureichenden Aufkl�rung des Sachverhalts; insoweit sind zwei Aufkl�rungsr�gen zu erheben. Wenn die Strafkammer es f�r lebensfremd h�lt, da� die zur Tatzeit �lediglich mit einem T-Shirt bekleidete Andrea W.� einer ihr unbekannten Person um 2.15 Uhr die Haust�r ge�ffnet haben k�nnte, dann �bersieht sie, da� die zuerst am Tatort eintreffende Polizeimeisterin Sonja L. im Bereich der Beine des Tatopfers eine Jeans vorgefunden hat, die sich Andrea W. zum �ffnen der T�r �bergestreift haben konnte. Wenn die Strafkammer weiter den Bekundungen des Zeugen Rudolf K. eine Auseinandersetzung in der Tatortwohnung entnimmt, die �eindeutig f�r das Vorliegen einer Beziehungstat� spreche, dann �bersieht sie, da� die Verl��lichkeit der Wahrnehmung n�her zu �berpr�fen war: Der Zeuge hat bei seiner ersten polizeilichen Vernehmung aus frischester Erinnerung heraus angegeben, im Schlaf Stimmen geh�rt und der Sache im nachhinein Bedeutung beigemessen zu haben, als er wieder ganz zu sich gekommen war. Da� sich der Zeuge zum Zeitpunkt der Hauptverhandlung (inzwischen) sicher war, da� es sich um eine reale Wahrnehmung und nicht etwa um ein Traumerlebnis gehandelt habe, macht die Auseinandersetzung mit der Entstehung seiner Aussage erst recht unverzichtbar.
Damit entfallen zwei tragende Elemente des Beweisgef�ges. II. Erste Aufkl�rungsr�ge (Jeans) Am Tatort ist eine Plastikt�te gefunden worden, die der T�ter mitgebracht haben mu�. In ihr befanden sich verschiedene Gegenst�nde, die insofern auf den Angeklagten deuten, als er gleichartige Gegenst�nde in seinem Besitz hat. In ihr fanden sich aber auch 7g Amphetamin; wie der Angeklagte mit Amphetaminen in Verbindung gebracht werden k�nnte, ergibt sich aus dem angefochtenen Urteil nicht; genauso wenig gibt es einen Anhaltspunkt daf�r, welchen Sinn das Mitbringen dieser T�te gehabt haben k�nnte[1<] Sieht man einmal von der ausdr�cklich so ausgewiesenen Spekulation auf UA S. 75 ab..Das Auffinden der T�te h�tte dem Landgericht Anla� geben m�ssen, der Frage weiter nachzugehen, ob nicht doch ein unbekannter Dritter nachts bei Andrea W. gel�utet haben k�nnte. Denn man mu� daf�r nicht einmal unterstellen, da� Andrea W. in irgendwelche Bet�ubungsmittelgesch�fte verwickelt gewesen ist: Sie ist Polizeibeamtin. Es w�rde v�llig gen�gen, da� eine Person der �Szene� Vertrauen zu ihr gefa�t hatte und mit seinen Problemen nachts vor der T�r stand. Solchen Gedanken ist das Schwurgericht nicht nachgegangen, weil es � aus seiner Sicht mit Recht � es mehr als fernliegend hielt, da� eine Frau nachts um 2.15 Uhr einem Fremden oder nur entfernt Bekannten halbnackt die T�r �ffnet.Was aber w�re, wenn Andrea W. sich auf das L�uten hin die n�chstbeste Jeans gegriffen und �bergestreift h�tte, um die T�r zu �ffnen? W�rde nicht aus einer lebensfremden eine lebensnahe Vorstellung? Die Vernehmung der Polizeimeisterin Sonja L. als Zeugin in der Hauptverhandlung h�tte die Strafkammer davon �berzeugt, da� Andrea W. beim �ffnen der T�r nicht lediglich mit einem T-Shirt bekleidet war, sondern sich ihre Jeans �bergezogen hatte. Die Polizeimeisterin Sonja L. war die erste Beamtin am Tatort. Sie hat dar�ber noch am 29. April 1997 eine Anzeigenaufnahme gefertigt (I, 111). �ber die Auffindesituation des Tatopfers ist dort festgehalten (113): �Die Gesch�digte befand sich mit der rechten K�rperseite vor der Kellert�r auf dem Boden liegend in der stabilen Seitenlage. Die Beine waren in Richtung Schlafzimmer gerichtet.Die Augen der Gesch�digten waren geschlossen, sie war nicht ansprechbar. Atmung erfolgte r�chelnd und ungleichm��ig durch den Mund.Sie war lediglich mit einem T-Shirt bekleidet.Im Bereich der Beine der Gesch�digten lag eine Jeans sowie eine Wolldecke, welche ebenfalls weggeschoben wurden.Links neben dem Kopf der Gesch�digten lag ein abgerissenes St�ck eines Aidshandschuhs (Daumen).�Der gesamte, von Polizeimeisterin Sonja L. erstellte Anzeigenaufnahme lautet wie folgt: Die Wolldecke ist als Asservat TO 19 gesichert worden (Asservatenliste, IV (KT), 321, 323), die Jeans dagegen nicht. Sie ist im Verlauf der Ermittlungen aus dem Blickfeld geraten. Der Polizeibeamte St�hr hat die Mutter von Andrea W., Frau Marjetka Z., am 3. Mai 1997 neben vielen anderen Dingen auch dazu befragt, ob sie zu der Jeans und der Wolldecke �dort wo Andrea gefunden wurde�, etwas sagen k�nne. Die Zeugin erl�uterte, da� die Wolldecke die Schmusedecke des Sohnes Kai gewesen sei. Er habe immer mit den Fransen gespielt und dies auch gebraucht, um einzuschlafen. Zur Hose: �Die Jeans geh�rt Andrea. Es war eine frisch gewaschene, aber noch nicht geb�gelte Jeans.� (I, 463, 465).Der Umstand der bei dem Opfer liegenden, ihr geh�renden Hose ist auch noch bei dem Abschlu� der polizeilichen Ermittlungen unklar gewesen. In dem neunundvierzig Seiten umfassenden Schlu�vermerk des KHK Conle vom 26. September 1997 wird die Hose auf gerade einmal f�nf Zeilen erw�hnt (I, 13, 75). �ber die Bedeutung der Hose konnte KHK Conle nur vermuten, �da� diese Hose vom T�ter in den Flur verbracht wurde; was damit beabsichtigt war, ist nicht bekannt.� Eine plausible Erkl�rung daf�r, was sie soll � wenn Andrea W. doch w�hrend des gesamten Tatgeschehens keine Hose getragen hat � befindet sich in den Akten nicht. Im �brigen wird die Hose nirgends angesprochen.Die Polizeimeisterin Sonja L. h�tte deshalb in der Hauptverhandlung unbedingt als Zeugin vernommen werden m�ssen. Dies ist zu Unrecht unterblieben. Zwar sind der Vater und die Mutter des Opfers sowie eine Vielzahl von Ermittlungsbeamten angeh�rt worden. Doch hat das Schwurgericht ihren Bekundungen nichts entnommen, was auf die Auffindesituation dieser Hose hingedeutet h�tte. Der Verdacht und die Ermittlungen haben sich zu einem verh�ltnism��ig fr�hen Zeitpunkt auf Harry W�rz konzentriert; von daher ist verst�ndlich und nachvollziehbar, da� die Hose als gewisserma�en sinnloses Detail keine Rolle gespielt hat. Durch die Vernehmung der Polizeimeisterin Sonja L. in der Hauptverhandlung h�tte sich dagegen f�r das Schwurgericht zur sicheren �berzeugung erwiesen, da� beim Eintreffen der Polizei am Tatort im Bereich der Beine von Andrea W. eine ihr geh�rende Jeanshose lag. War der Angeklagte der T�ter, dann gibt diese Hose in der Tat keinen Sinn. Geht es aber um die M�glichkeit, da� Andrea W. einem Fremden die T�r ge�ffnet hat, kommt der Hose eine �zwanglose� Bedeutung zu: Andrea W. hat sich die Hose vor dem �ffnen �bergestreift. Die zu Unrecht unterbliebene Beweiserhebung h�tte es dem Schwurgericht verwehrt, die M�glichkeit als lebensfremd abzutun, Andrea W. habe einer dritten Person Einla� gew�hrt, weil sie �nur mit einem T-Shirt bekleidet� gewesen sei.Dem steht nicht entgegen, da� Andrea W. bei der eigentlichen Tat die Hose jedenfalls nicht getragen hat (UA S. 12). Was der Anla� zur Tat gewesen ist und was sich zwischen T�ter und Opfer genau abgespielt hat, ist unbekannt geblieben. Mag auch der Beginn der Tatausf�hrung � gest�tzt auf den Zeugen Rudolf K. � auf den Zeitraum zwischen 2.16 Uhr und 2.31 Uhr festgestellt werden k�nnen (UA S. 11), so ist doch nicht bekannt, seit wann sich der T�ter in der Wohnung aufgehalten hat. Die Annahme, es sei um 2.15 Uhr gewesen (so UA S. 49), kann sich auf nichts st�tzen. Wir wissen nicht einmal, was Andrea W. getan hat, nachdem ihr Vater sie gegen 22.30 Uhr verlassen hat oder wann sie zu Bett gegangen ist (UA S. 8). Da� also Andrea W. zum Tatzeitpunkt nur mit einem T-Shirt bekleidet war, besagt daher nichts �ber die Zeit davor. Zweite Aufkl�rungsr�ge (Zeuge Rudolf K.) Das Schwurgericht hat festgestellt, da� der T�ter etwa um 2.16 Uhr in einem lauten, erregt drohenden Tonfall ausgerufen hat: �Ich bring dich um, ich schlag dich tot. Mit mir kannst du das nicht machen!�. Mit weinerlicher Stimme hat Andrea W. darauf geantwortet: �Was willst du denn von mir?! Ich hab dir doch nichts getan. Mach mir doch nichts!� (UA S. 11). Die vom Zeugen wiedergegebenen Worte der Auseinandersetzung sprechen in den Augen des Schwurgerichts eindeutig f�r das Vorliegen einer Beziehungstat (UA S. 49). Die Bekundungen des Zeugen seien in sich widerspruchsfrei; zuverl�ssig habe der Zeuge best�tigt, da� er die von ihm geh�rten Stimmen einem Mann und einer Frau zuordnen k�nne. Der Zeuge sei sich �heute� absolut sicher, da� es sich um eine reale Wahrnehmung und nicht etwa um ein Traumerlebnis gehandelt habe (UA S. 29).Wieso ist sich der Zeuge �heute� sicher � war das fr�her einmal anders? Ist der Zeuge im Lauf der Zeit �besser� geworden? Der Blick in die Akten best�tigt diese Sorge eindeutig. Es w�re unverzichtbar gewesen, den Vernehmungsbeamten Matschke in der Hauptverhandlung als Zeugen der ersten polizeilichen Angaben des Rudolf K. zu h�ren. Rudolf K. hat n�mlich bei der ersten Vernehmung am 30. April 1997 (I, 595) angegeben, davon getr�umt zu haben, da� er mit seinem Bruder in Amerika im Spielcasino war und er �w�hrend dieser Schlafphase� eine M�nnerstimme geh�rt habe: �Ich bringe dich um, ich schlage dich tot� da� er vermute, da� diese Schreie mehrmals wiederholt wurden; er k�nne dies aber nicht mit Bestimmtheit sagen, da er noch schlaftrunken gewesen sei; er habe auch eine Frau geh�rt. Es habe sich angeh�rt, als wenn eine Frau jammere, wimmere oder weine. Die Frau habe gesagt �la� mich doch gehen, ich will doch nichts von dir�; da� er der Sache zuerst keine Bedeutung beigemessen habe; da� er, als er �nunmehr ganz zu sich gekommen war�, der Sache mehr Bedeutung beigemessen habe und aufgestanden sei; da� er aus dem Fenster geschaut und nichts geh�rt habe, ins Kinderzimmer gegangen sei, um hinauszuschauen, ob jemand herumlaufe oder ein Fahrzeug wegfahre und da� er sich auch in diesem Zeitpunkt noch immer im Zweifel war, ob er nicht blo� getr�umt habe. Insgesamt lautet die erste polizeiliche Vernehmung des Zeugen Rudolf K. wie folgt: Am Tag nach der Vernehmung, dem 30. April 1997, ist eine �Rekonstruktion� der Wahrnehmungssituation durchgef�hrt worden (UA S. 29). Dabei wurden um 22.45 Uhr von KOK K�hner (die Namensgleichheit ist zuf�llig) und von KHK St�hr genau jene S�tze, die der Zeuge Rudolf K. geh�rt zu haben meinte, im Schlafzimmer von Andrea W. gerufen. Der Zeuge Rudolf K. befand sich zu diesem Zeitpunkt zusammen mit KK Bischoff in seinem Schlafzimmer und konnte die Worte ohne weiteres h�ren und inhaltlich verstehen (UA S. 30).Kurz darauf, am 5. Mai 1997, wurde Rudolf K. erneut zu dieser Sache vernommen, diesmal von KOK K�hner (I, 605). In dieser Vernehmung konnte sich der Zeuge an das Traumgeschehen deutlich schlechter einnern, an die von ihm geh�rten Satzfetzen aber schon anders. Gegen�ber der ersten Vernehmung ist der Sinn erhalten geblieben, der Wortlaut jedoch erg�nzt und erweitert (I, 609): �An Details kann ich mich nicht mehr erinnern, doch habe ich dann pl�tzlich geh�rt, wie innerhalb dieser R�umlichkeit (Traum) eine m�nnliche Stimme rief: 'Ich bring' dich um! Ich schlag dich tot! � Mit mir kannsch du des nett machen!' Nach einer kurzen Unterbrechung, ich wei� nicht wieviel Zeit da vergangen war, aber es m��te sich im Sekundenbereich bewegt haben, habe ich eine weinerliche, wimmernde Frauenstimme geh�rt: 'Was willsch'en von mir! I heb dir doch nix getan!' Nach einer kurzen Unterbrechung habe ich dann die Frauenstimme nochmals geh�rt, die sagte: 'Mach' mir doch nix!' Ich habe dann noch einige Wortfetzen geh�rt, jedoch nichts mehr verstanden.�Auch noch in dieser zweiten Vernehmung zieht der Zeuge Rudolf K. die Grenze zwischen Schlafen und Wachen zeitlich erst nach seiner Wahrnehmung: �Ich bin dann wach geworden, lag kurzfristig im Bett und mu�te mich zun�chst einmal besinnen, wo ich war ... Ich lag im Bett wach und versuchte nun, mich dahingehend zu orientieren, ob ich alles nur getr�umt habe oder ob ich das tats�chlich geh�rt habe.�Dies �ndert sich erst mit der Nachvernehmung vom 3. Juni 1997, die ebenfalls KOK K�hner durchgef�hrt hat (I, 623). In dieser Vernehmung konnte sich der Zeuge Rudolf K. an seinen Traum nicht mehr genau erinnern: �Offensichtlich habe ich diese Nebens�chlichkeit verdr�ngt�. Die Hauptsache dagegen war deutlich in den Vordergrund getreten: �Ich kann mich aber mit Sicherheit noch ganz genau an die Worte erinnern, welche ich von der m�nnlichen und sp�ter von der weiblichen Stimme wahrgenommen habe. ... Ich hatte im Traum bereits abgeschlossen mit der Spielhalle, als ich die m�nnliche Stimme h�rte ... Je l�nger ich �ber den Vorgang nachdenke, komme ich zu dem Entschlu�, da� der eigentliche Traum von Amerika bereits abgeschlossen war, als ich diese Stimmen h�rte.�Der Zeuge Rudolf K. und der KOK K�hner sind in der Hauptverhandlung eingehend vernommen worden. Gleichwohl blieb die Vernehmung von KHK Matschke unverzichtbar. Der Zeuge Rudolf K. mag sich in der Hauptverhandlung (�heute�) sicher gewesen sein, �ber real Erlebtes zu berichten. Dar�ber, da� sich sein Erinnerungsbild � einschlie�lich des Wortlautes � durch die �Rekonstruktion� und die nachfolgenden Vernehmungen ver�ndert hatte, konnte er naturgem�� selbst nichts sagen. Die Vernehmung von KHK Matschke h�tte dagegen zur sicheren �berzeugung des Schwurgerichts erbracht, da� der Zeuge aus frischester Erinnerung heraus weder Traum noch Realit�t unterscheiden konnte, und dar�ber hinaus �ber Satzfetzen wie �mit mir kannst du das nicht machen� (f�r die m�nnliche Stimme) oder �mach mir doch nichts� (f�r die weibliche Stimme) nichts zu sagen wu�te. Die unterbliebene Beweiserhebung h�tte zum einen dazu gef�hrt, da� das Schwurgericht nicht die vom Zeugen an den Tag gelegte absolute Sicherheit �ber die Realit�t seiner Wahrnehmung �bernommen h�tte, und zum anderen w�re dem Gericht der �sichere Schlu߫ (UA S. 50) verwehrt gewesen, da� zwischen dem T�ter und dem Opfer eine pers�nliche Beziehung bestanden habe. Denn die vom Zeugen Rudolf K. in der ersten Vernehmung wiedergegebenen Worte (ohne �mit mir kannst du das nicht machen� und ohne �ich hab dir doch nichts getan. Mach mir doch nichts!�) rechtfertigen den Schlu� auf eine Beziehungstat gerade nicht.W�ren die Polizeimeisterin Sonja L. und KOK Matschke vernommen worden, h�tte sich weder ein fremder T�ter ausschlie�en noch eine Beziehungstat aus den Wahrnehmungen des Zeugen Rudolf K. herleiten lassen. Diese beiden Voraussetzungen sind es aber, die es dem Landgericht erlaubt haben, den Kreis der tatverd�chtigen Personen auf das Umfeld des Opfers einzuschr�nken und den Angeklagten mittels der �Ausschlu�methode� herauszufiltern. III. Die Sachr�ge ist allgemein erhoben. Sie wird durch gesonderten Schriftsatz n�her ausgef�hrt werden und sich insbesondere damit befassen, da� die Beweisw�rdigung insgesamt rechtlich angreifbar ist: Die vom Landgericht angewandte Ausschlu�methode ist schon deshalb unzul�nglich, weil nicht an alle Verd�chtigen der gleiche Pr�fungsma�stab angelegt worden ist. Bundesgerichtshof
� 1. Strafsenat �
Herrenstra�e 45a
27. Juli 1998 W � R Z Harrywegen des Verdachts des versuchten TotschlagsAktenzeichen: 1 StR 394/98 Auf den Antrag des Generalbundesanwalts ist zu erwidern; zudem ist die Sachr�ge n�her auszuf�hren. I.Zu den Verfahrensr�gen Erste Aufkl�rungsr�ge (Jeans) In der Tat ist der Polizeibeamte Schwemmle vernommen worden, bevor die Verfahrensbeteiligten auf die Vernehmung der Zeugin Sonja L. verzichtet haben. Die Vermutung, da� die Kammer den Zeugen Schwemmle auch zum Auffinden der Jeans geh�rt hat, liegt dagegen fern: Die schriftlichen Urteilsgr�nde belegen, da� das Schwurgericht den Bekundungen des Zeugen nichts entnommen hat, das auf das Vorhandensein und Auffinden der Jeans hinweist.Ganz im Gegenteil: Das Landgericht h�lt die Annahme f�r v�llig lebensfremd, Andrea W. k�nne einer ihr unbekannten Person nachts gegen 2.15 Uhr ge�ffnet haben, zu einem Zeitpunkt, zu dem sie �lediglich mit einem T-Shirt� bekleidet war (UA S. 49). Mit Recht weist der Generalbundesanwalt auf die polizeiliche Vernehmung des Vaters von Andrea W. vom 30. Mai 1997 hin. Denn er hat dort angegeben, er sei sich absolut sicher, da� die Jeans nicht im Flur gelegen hat, als er das erste Mal das Haus betreten hat (21.30 Uhr), und da� sie auch nicht im Flur lag, als er um 22.30 Uhr in die Einliegerwohnung hinunter ging (UA S. 8). Daraus ergibt sich, da� die Hose nicht ohnehin herumlag, sondern mit dem Tatgeschehen in Verbindung gebracht werden mu�. Liegt aber eine Hose neben dem Opfer, l��t sich der Schlu� nicht mehr rechtfertigen, Andrea W. habe keinem Dritten die T�r ge�ffnet, weil sie n�mlich halbnackt gewesen sei. Zweite Aufkl�rungsr�ge (Zeuge Rudolf K.) Der Generalbundesanwalt strapaziert den Wortlaut der polizeilichen Vernehmung des Zeugen Rudolf K. vom 30. April 1997. Es trifft zu, da� der Zeuge Rudolf K. schon damals gemeint hatte, er m�sse �offensichtlich� aufgewacht sein und weiter die M�nnerstimme geh�rt haben. Aber gerade die vielfache Verwendung des Wortes �offensichtlich� zeigt, da� der Zeuge seine Wahrnehmung erst noch rekonstruieren und zu einem schl�ssigen Gesamtbild zusammenf�gen mu�te. Dies wird vor allem dadurch belegt, da� der Zeuge der Sache zun�chst keine allzu gro�e Bedeutung zugemessen hat. Erst als er �ganz zu sich� gekommen war, hat er der Sache �mehr Bedeutung beigemessen�. Daraufhin hat er das Bett verlassen, ist aufgestanden und hat aus dem Fenster geschaut.Zu h�ren gab es zu diesem Zeitpunkt nichts mehr. Der Zeuge ist deshalb in das Wohnzimmer gegangen und hat wieder zum Wohnanwesen Wolfgang Z. hin�bergesehen; wiederum konnte er nichts h�ren. Er ist dann ins Kinderzimmer gegangen um nachzusehen, ob jemand heruml�uft oder ob ein Fahrzeug wegf�hrt. Eine entsprechende Beobachtung hat der Zeuge nicht gemacht. Nachdem der Zeuge all dies gegen�ber dem Polizeibeamten Matschke geschildert hatte, gab er ausdr�cklich an:�Ich war mir immer noch im Zweifel, ob ich diese Schreie tats�chlich geh�rt habe, oder ob ich sie getr�umt habe.� Diese vom Zeugen selbst vorgenommene Klarstellung macht deutlich, da� der vom Generalbundesanwalt angef�hrten Passage �offensichtlich bin ich dann aufgewacht� nicht mehr entnommen werden kann als eine Schlu�folgerung des Zeugen, der selbst an der Zuverl�ssigkeit ihrer Grundlage zweifelt. Die Wendung in den Urteilsgr�nden, der Zeuge sei sich �heute absolut sicher�, eine reale Wahrnehmung gemacht zu haben, verringert die Bedeutung des Aufkl�rungsmangels nicht. Es kommt nicht darauf an, ob dem Zeugen seine damalige polizeiliche Vernehmung in der Hauptverhandlung vorgehalten worden ist; auch dazu k�nnte der Zeuge nur erkl�rt haben, wie sich ihm sein Erlebnis aus heutiger Sicht darstellt. Entscheidend ist der Inhalt der polizeilichen Aussage selbst: Aus frischer Erinnerung heraus konnte der Zeuge Rudolf K. nicht angeben, ob er nicht vielleicht nur getr�umt habe. Die Erinnerung des Zeugen ist in der Zeit zwischen der Beobachtung selbst und der Vernehmung in der Hauptverhandlung mehrfach aufgefrischt worden: Nach der ersten polizeilichen Vernehmung am 30. April 1997 ist die Wahrnehmungssituation mit dem Zeugen rekonstruiert worden. Am 5. Mai 1997 wurde der Zeuge erneut polizeilich vernommen, ebenso am 3. Juni 1997. Diese letzte Vernehmung macht besonders deutlich, da� sich der Zeuge selbst mit seiner Erinnerung befa�t hat, da� er sich bem�ht hat, Wichtiges und Unwichtiges zu unterscheiden und da� er eine argumentative Zuordnung der Erinnerungsteile auch f�r sich selbst vorgenommen hatte: Der noch in der ersten polizeilichen Vernehmung geschilderte Traum war als vermeintliche Nebens�chlichkeit verdr�ngt worden und l�ngeres Nachdenken brachte den Zeugen zu dem �Entschlu߫, da� der eigentliche Traum bereits abgeschlossen war, als er seine Wahrnehmungen machte.Der gedankliche Proze� des Auseinandersetzens mit den einmal gemachten Wahrnehmungen � namentlich, wenn sie wie hier auf der Grenze zwischen Tr�umen und Wachen liegen � ist rechtlich den gleichen Regeln zu unterwerfen wie das wiederholte Erkennen von Verd�chtigen auf Lichtbildern und bei Gegen�berstellungen. Es entspricht der st�ndigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, da� die (oft vermeintliche) Verbesserung der Identifizierungsleistung eines Zeugen nicht ungepr�ft �bernommen werden darf, sondern kritisch untersucht werden mu�. Denn das Wiedererkennen eines Verd�chtigen in der Hauptverhandlung kann darauf zur�ckzuf�hren sein, da� sich der Anerkennungszeuge an einer fr�heren Lichtbildvorlage oder an einer fr�heren Gegen�berstellung orientiert (BGHR StPO � 261 / Identifizierung 13). Dies gilt vor allem dann, wenn die zeitlich erste Wiedererkennensleistung unsicher war (vgl. etwa BGHR � 261 StPO / Identifizierung 3, 13; Indizien 5; vgl. auch BGHSt 16, 204, 205; BGH NStZ 1996, 350; BGH StV 1996, 649). Das erkennende Gericht mu� in diesen F�llen die genauen Umst�nde des mehrfachen Wiedererkennens aufkl�ren, sich der Fragw�rdigkeit des Beweiswerts des letzten Wiedererkennens bewu�t sein (BGHSt 16, 204, 206) und dies im Urteil deutlich machen. Nicht anders liegt es bei einem Zeugen, der sich zun�chst selbst die Frage stellt, ob er �berhaupt eine reale Wahrnehmung gemacht hat, einen Monat sp�ter den �Entschlu߫ fa�t, nicht getr�umt zu haben und ein halbes Jahr sp�ter �absolut sicher� ist, �ber eine reale Wahrnehmung zu berichten. Die Kammer durfte es also nicht damit bewenden lassen, nur den Zeugen selbst zu seinen Wahrnehmungen zu h�ren. Es konnte auch nicht gen�gen, ihm seine erste polizeiliche Vernehmung lediglich vorzuhalten. Vielmehr mu�te sich das Schwurgericht dazu gedr�ngt sehen, sich durch die Vernehmung des Polizeibeamten Matschke einen unmittelbaren Eindruck davon zu verschaffen, wie der Zeuge Rudolf K. seine (vielleicht nur vermeintlichen) Wahrnehmung aus frischer Erinnerung heraus dargestellt hat: Als ein rekonstruktionsbed�rftiges und erst noch zu ordnendes Konglomerat von Gedanken. II.Zur Sachr�ge Einen Grund f�r die Tat hat das Schwurgericht nicht finden k�nnen. Der Angeklagte verf�gt �ber die F�higkeit zu differenzierten zwischenmenschlichen Beziehungen und weist eine kontrollierte, beherrschte und emotional eher zur�ckhaltende Pers�nlichkeitsstruktur auf (UA S. 77). Mit Fragen der anstehenden Scheidung und des Umgangsrechts mit dem Sohn ist der Angeklagte ruhig und sachlich umgegangn (UA S. 75/76); was der Angeklagte �berhaupt in jener Nacht in der Erlenstra�e 10 gewollt haben k�nnte, blieb dunkel (UA S. 75).Zu Unrecht stellt der Generalbundesanwalt in Abrede, da� die Kammer nach einem Ausschlu�verfahren vorgegangen ist, um sich von der T�terschaft des Angeklagten zu �berzeugen. Dies belegt der Gedankengang der schriftlichen Urteilsgr�nde (dazu 1). Dabei sind die rechtlichen Ma�st�be f�r eine im �brigen unerkl�rliche Tat nicht eingehalten (dazu 2). Die Beweisf�hrung des Urteils Sie erfolgt in zwei gro�en Schritten: Zun�chst �berzeugt sich das Schwurgericht davon, da� der T�ter ein Mann gewesen ist, der Vinylhandschuhe trug und die Tat zwischen 2.16 Uhr und 2.34 Uhr begangen hat (UA S. 16-33). Im Anschlu� daran er�rtert die Kammer, da� dieser Mann der Angeklagte gewesen ist (UA S. 33-65). Das Schwurgericht stellt zun�chst fest, da� Andrea W. mindestens drei Minuten lang mit einem Strangulationswerkzeug gedrosselt worden ist (1a [2]). Dieses Strangulationswerkzeug ist der am Tatort aufgefundene Wollschal (1b). Der Angriff auf Andrea W. hat im Schlafzimmer begonnen; das Tatgeschehen hat sich dann aus dem Schlafzimmer hinaus in den Wohnungsflur verlagert (1c). Der T�ter trug Vinylhandschuhe (1d). Am Tatort wurden zwei abgerissene Fingerlingteile von Einweghandschuhen aufgefunden, bei denen es sich um abgerissene Teile von zwei materialgleichen Einweghandschuhen handelt. Eine DNS-Analyse der Au�enseiten dieser Fingerlinge hat ergeben, da� beide Fingerlinge alle Merkmale von Andrea W. aufweisen. Weil die Fingerlinge nicht von dritten Personen am Tatort zur�ckgelassen worden waren, hat sich das Schwurgericht davon �berzeugen k�nnen, da� der T�ter beim Drosseln Einweghandschuhe aus Vinyl trug. Die Tatzeit konnte die Kammer f�r den Zeitraum zwischen 2.16 Uhr (Zeuge Rudolf K.) und 2.34 Uhr (Zeuge Wolfgang Z.) fixieren (1e).Die T�terschaft des Angeklagten folgt unter diesen Umst�nden f�r das Schwurgericht aus vier Gr�nden: Die DNS-Spuren auf der Innenseite der Fingerlinge k�nnen vom Angeklagten stammen, der Inhalt der im Erdgescho� gefundenen Plastikt�te kann dem Angeklagten zugeordnet werden, es liegt eine Beziehungstat vor, f�r die nur der Angeklagte nicht auszuschlie�en ist. und der Angeklagte besa� einen Schl�ssel zum Haus. Die DNS-Analyse der Innenseite der sichergestellten Fingerlinge hat keinen eindeutigen Befund ergeben. Weder lie� sich der Angeklagte trotz des Fehlens bestimmter Merkmale ausschlie�en (UA S. 39), noch war er der alleinige Spurenverursacher. Auff�llig und unverst�ndlich ist bei dem Spurenbild der Innenseite der Fingerlinge ein Umstand, dem die Kammer keinerlei Beachtung schenkt. Der Hauptspurenverursacher des im Schlafzimmer gefundenen Fingerlings ist Andrea W. selbst. Auch als Spurenverursacher f�r die Innenseite des im Flur gefundenen Fingerlings kann sie zumindest nicht ausgeschlossen werden. Weil aber der Angeklagte die Einweghandschuhe zur Tat mitgebracht haben soll, w�re eine Erkl�rung daf�r, welcher Geschehensablauf es erm�glicht haben k�nnte, da� sich Zellmaterial von Andrea W. auf der Innenseite des Fingerlings finden l��t, unverzichtbar gewesen. Tr�gt der T�ter beim Drosseln mit einem Wollschal Vinylhandschuhe, die er selber mitgebracht hat, dann versteht sich keineswegs von selbst, wie Zellmaterial des Opfers in die Innenseite des Fingerlings geraten kann.Der Angeklagte rauchte zum Zeitpunkt der Tat Marlboro, seine Freundin Claudia F. Marlboro Light. Leere Zigarettenschachteln hat er nicht immer gleich weggeworfen, sondern gelegentlich zum Aufbewahren kleinerer Gegenst�nde verwandt (UA S. 42/43). Die am Tatort gefundene Plastikt�te enthielt ein Dreieckstuch und ein Taschentuch (beides oliv), einen Einweghandschuh aus Latex und zwei Einweghandschuhe aus Vinyl sowie je eine Schachtel Marlboro und Marlboro Light. In der der Marlboro Lights Schachtel fand sich Amphetamin. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Angeklagten ist ein materialgleiches Taschentuch gefunden worden, ebenso eine Vielzahl von Einweghandschuhen. Obwohl es sich um Massenartikel handelt, scheint �irgendwie� alles zusammenzupassen: Die Zigarettenmarken passen zum Angeklagten und seiner Freundin, und Zigarettenschachteln als Beh�ltnisse zu nutzen, ist ebenso eine Angewohnheit des Angeklagten wie die h�ufige Benutzung von Einweghandschuhen. Was gar nicht passen will, ist das Amphetamin. Insoweit behilft sich das Schwurgericht mit der Vermutung, es k�nne darum gegangen sein, das Amphetamin der Andrea W. unterzuschieben, damit der Angeklagte nach einer von ihm inszenierten Aufdeckung im Sorgerechtsverfahren eine bessere Position habe. Diese � aus der Sicht der Kammer nicht fernliegende (UA S. 75) � Vermutung w�rde ihrerseits aber erst recht nicht dazu passen, da� der T�ter auch noch in das Schlafzimmer von Andrea W. geht und sich grundlos der Gefahr der Entdeckung aussetzt. Dieser gedankliche Bruch ist dem Schwurgericht �berhaupt nicht aufgefallen. Sodann er�rtert das Schwurgericht, da� es sich um eine sogenannte Beziehungstat handele. In das Anwesen ist nicht mit Gewalt eingedrungen worden, so da� entweder Andrea W. die T�r ge�ffnet oder der T�ter sich eines Schl�ssels bedient hat. An dieser Stelle ist dem erkennenden Gericht wahrscheinlich der entscheidende Denkfehler unterlaufen: Denn abgesehen von der Frage, ob Andrea W. wirklich halbnackt oder nicht doch mit einer Jeans bekleidet war (erste Aufkl�rungsr�ge), verengt die Kammer ihren Blick auf eine Tatzeit ab 2.15 Uhr (UA S. 49). Dabei ist v�llig �bersehen, da� �ber die Ereignisse in der Erlenstra�e 10 nach 22.30 Uhr (UA S. 8) absolut nichts bekannt ist. Der T�ter kann das Haus schon dreieinhalb Stunden fr�her betreten haben, als das Schwurgericht annimmt. Die Annahme einer Beziehungstat soll sich weiter auf die Bekundungen des Zeugen Rudolf K. st�tzen k�nnen. Das ist unbegreiflich: Namen oder Satzteile, die auf eine Bekanntschaft hindeuten, hat auch der Zeuge nicht geh�rt. Der einzige Ankn�pfungspunkt mag noch sein, da� T�ter und Opfer einander nicht �gesiezt� haben � was aber in der Tatsituation auch ausgesprochen fern liegt. Die Tatsachengrundlage des �sicheren Schlusses� auf das �eindeutige Vorliegen einer Beziehungstat� bleibt nicht nur dunkel, sondern sie fehlt g�nzlich. Gleichwohl: An die Annahme einer Beziehungstat kn�pft die Ausschlu�methode an. Der Vater Wolfgang Z. scheidet aus, weil sein Verhalten nach Entdeckung der Tat und seine Darstellung plausibel und stimmig erscheinen. Kaltbl�tige Schauspielerei nach der Entdeckung der Tochter h�lt das Landgericht f�r v�llig ausgeschlossen. Der objektive Spurenbefund spricht weder f�r noch gegen ihn. Daniela H. scheidet aus, weil ihre Aussage stimmig ist und sich mit der ihres Mannes deckt; vor allem aber hat der Zeuge Rudolf K. die von ihm geh�rte zweite Stimme eindeutig als die eines Mannes identifiziert. Als Spurenverursacher kommt Daniela H. ohnehin nicht in Betracht. Auch Thomas H. ist aus der Sicht des Schwurgerichts nicht der T�ter gewesen. Zwar h�tte er vom �Zeitfenster� her die M�glichkeit zur Tatausf�hrung und zur R�ckfahrt nach Hause gehabt, doch hat er drei Stunden nach der Tat mit seiner Frau geschlafen. Die Kammer h�lt ein solches Verhalten f�r wenig naheliegend. Au�erdem ist Thomas H. nicht Spurenverursacher an den Vinylhandschuhen.Auch hier hat die Beweisw�rdigung eine L�cke. Der Zeuge KOK K�hner hat ermittelt, da� Thomas H. fr�hestens gegen 2.52 Uhr wieder sein Haus in Pfinztal-Berghausen h�tte erreichen k�nnen. Er h�tte sich dann aber �unbemerkt von seiner Ehefrau ...; zu Bett begeben m�ssen� (UA S. 60). Dem Schwurgericht erscheint das sehr unwahrscheinlich � wobei es �bersieht, da� Daniela H. �gegen 3 Uhr erwacht� (UA S. 57) ist und in der K�che zwei Gl�ser Orangensaft getrunken hat. Diese zeitliche �bereinstimmung kann ein Zufall sein. Aber sie pa�t gleicherma�en zu der Vorstellung, Daniela H. sei nur deswegen erwacht, weil sich ihr Mann gerade eben wieder zu Bett gelegt (und sich dann tief schlafend gestellt) hat. Weitere Personen aus dem Umfeld von Andrea W. kamen als T�ter ebenfalls nicht in Frage. Die rechtlichen L�cken der Beweisf�hrung des Schwurgerichts Ein Motiv des T�ters ist keine unverzichtbare Voraussetzung seiner Verurteilung (vgl. BGHR StPO � 261 / Beweisw�rdigung 6). Vielmehr kann der Tatrichter die �berzeugung von der T�terschaft eines Angeklagten auch dann ohne Rechtsfehler gewinnen, wenn die Tat als solche unverst�ndlich und ein Motiv des T�ters nicht festgestellt werden kann. Kommen aber mehrere Personen als T�ter in Betracht, so sind bei jedem von ihnen die gleichen Ma�st�be anzulegen (BGHR aaO / Beweisw�rdigung, unzureichende 14). L��t sich etwa f�r den Angeklagten kein Motiv feststellen, so vermag es andere (als T�ter in Betracht kommende Personen) nicht zu entlasten, da� f�r sie ebenfalls kein Motiv gefunden werden k�nnte. Haben mehrere Personen in gleicher Weise die M�glichkeit zur Tat, so l��t sich ihre T�terschaft nur argumentativ ausschlie�en. Plausible, aber ungesicherte Annahmen entfernen sich dagegen so sehr von einer festen Tatsachengrundlage, da� sie letztlich blo� Vermutungen sind, die nicht mehr als einen � unter Umst�nden schwerwiegenden � Verdacht begr�nden (stRspr., vgl. etwa BGH StGB � 129a Abs. 3 / Unterst�tzen 5; StPO � 261 / Beweisw�rdigung, unzureichende 14; aaO / �berzeugungsbildung 4; Vermutung 1, 7 und 8; BtmG � 29 / Beihilfe 2; BtmG � 29 Abs. 1 Nr. 1 / Handeltreiben 43).In ganz besonderem Ma� ist das erkennende Gericht aber dar�ber hinaus zur Sorgfalt aufgerufen und verpflichtet, wenn die Ermittlungst�tigkeit der Polizei Anla� zu kritischer �berpr�fung gibt. Damit ist zun�chst eine Besorgnis angesprochen, die sich noch allgemein formulieren l��t: Aus der Sicht der �rtlichen Kriminalpolizei war das Opfer eine Kollegin, der Vater des Opfers ein Kollege und auch einer der beiden Hauptverd�chtigen war ein Kollege. Es ist ein gel�ufiges Ph�nomen, da� Freunde, Bekannte und Verwandte eines Verd�chtigen ihm die Tat �nicht zutrauen� und deshalb an Irrt�mer, Falschbelastungen und Konstrukte glauben. In genau dieser Situation befanden sich die Mitarbeiter der Kriminalpolizei Pforzheim. Es w�re lebensfremd anzunehmen, sie h�tten nicht gehofft, der Anfangsverdacht gegen den Kollegen Thomas H. werde wieder entfallen. Da� damit nicht der Vorwurf wissentlichen und willentlichen Fehlverhaltens erhoben wird, versteht sich von selbst.Die Besorgnis l��t sich auch konkret belegen. So hat das Schwurgericht bestimmten Aussagen und Verhaltensweisen des Angeklagten im Ermittlungsverfahren, die von der Kriminalpolizei als ihn belastend gewertet worden sind, keinerlei Bedeutung beimessen k�nnen (UA S. 68ff).Da ist etwa die angebliche auff�llige Reaktion des Angeklagten, als ihm am Abend des 29. April 1997 die am Tatort aufgefundenen Amphetamin-T�tchen vorgelegt wurden. Die Ermittlungsbeamten KOK K�hner und KHK Conle meinten, der Angeklagte habe sich beim Vorhalt der T�tchen in Erkl�rungsnot befunden, denn er habe nicht ausschlie�en k�nnen, da� sich seine Fingerabdr�cke auf den T�tchen bef�nden. Wie diese Fehlvorstellung von KHK Conle und KOK K�hner zustandegekommen ist, l��t sich effektiv nicht nachvollziehen: Im Anschlu� an die um 21.25 Uhr fortgesetzte und um 22.45 Uhr beendete (III, 27, 39) Vernehmung sind dem Angeklagten die T�tchen vorgelegt worden. Dar�ber hat KHK Conle am 5. Mai vermerkt (III, 51), der Beschuldigte habe spontan erkl�rt, solche Briefchen wohl schon gesehen zu haben; in Karlsruhe sei ihm eines zum Kauf angeboten worden. In der Nachvernehmung durch KOK K�hner am 30. April (also am n�chsten Tag; III, 55, 57) hat Harry W�rz auf die Frage erkl�rt: �Die Briefchen habe ich, da bin ich mir heute morgen sicher, nicht angefa�t�. Wenn unter diesen Umst�nden KOK K�hner und KHK Conle Schl�sse ziehen, die im glatten Widerspruch zu dem stehen, was sie selbst schriftlich zu den Akten gegeben haben, l��t sich das nur mit einer nicht tendenzfreien Erinnerungst�uschung erkl�ren. Das gleiche gilt auch f�r die �berzeugung der beiden Beamten, der Angeklagte habe T�terwissen preisgegeben, als er in der polizeilichen Vernehmung vom 6. Mai 1997 die Frage gestellt habe, wie es sein k�nne, da� sich der Sohn Kai so ruhig verhalten haben soll, wenn sogar Wolfgang Z. durch das Geschrei in der Einliegerwohnung aufgewacht ist (vgl. UA S. 73). Da� die Beamten die M�glichkeit �bersehen haben, da� der Beschuldigte diese Information aus dem Haftbefehl (der sie enthielt) entnommen haben konnte, ist noch verst�ndlich. Wesentlich schwerer wiegt, da� KOK K�hner noch am Abend des 30. April mehrfach die M�glichkeit einer lautstark gef�hrten Auseinandersetzung in den Raum gestellt und vorgehalten hatte. Das konnte und durfte er nicht �bersehen, bevor er aus der Frage des Beschuldigten am 6. Mai vermeintlich sichere Schl�sse in eine bestimmte Richtung zog.Am schlimmsten ist das m�ndliche und schriftliche �Pauschalgest�ndnis� vom 13. Mai. Das Schwurgericht hat sich eine Beurteilung versagt, ob das Verhalten der Vernehmungsbeamten �aus ermittlungstaktischer Sicht sinnvoll� gewesen ist (UA S. 70). Auf der Fahrt von Heimsheim nach Pforzheim hatten die Beamten mit dem Beschuldigten die M�glichkeit durchgesprochen, �jetzt noch ein Gest�ndnis abzulegen� (III, 231). In Anwesenheit des Verteidigers, Rechtsanwalt Schindhelm, wurde die Frage eines Gest�ndnisses nochmals besprochen. Eindringlich befragt (auch von seinem Verteidiger), erkl�rte Harry W�rz etwa um 11 Uhr, da� er mit der Tat nichts zu tun habe. Nachdem sich der Anwalt verabschiedet hatte, wurde Harry W�rz seine Vernehmung vom 8. Mai vorgelesen (III, 247). KHK St�hr brachte Pizza; w�hrend des Pizza-Essens begann Harry W�rz zu weinen und erkl�rte, er wolle nun sagen, wie es zu der Tat kam. Zu Einzelheiten befragt, f�hrte er aus, �da� er das Fahrzeug auf der Erlenstra�e h�tte stehenlassen, ca. 2 H�user vor dem eigentlichen Tatortanwesen. Er sei zu Fu� zum Tatortanwesen gegangen. Auf die Frage meinerseits, wie die Parksituation in der Stra�e bzw. vor dem Haus war, konnte er keine Angaben machen.Da er merkte, da� seine Angaben nicht stimmen, brach er sofort ab und erz�hlte, da� er sich vom Wendehammer in der Buchenstra�e, dem Tatortanwesen gen�hert habe. Auf die Frage, ob ihm etwas aufgefallen sei, erkl�rte er, nein. Auf die Frage anschlie�end, da� dies nicht stimmen k�nne, sagte er, er wisse nicht mehr, wie er zum Tatortanwesen kam. Auf die Frage, wie er in das Tatortanwesen gelangte, sagte er, da� Andrea ihm ge�ffnet h�tte. Auf die Uhrzeit angesprochen, konnte er keine Angaben machen. Auf die Frage, welche Kleidung Andrea trug und wie die Beleuchtungssituation im Tatortanwesen war, sagte er, ich wei� es nicht mehr. Auf die Frage, ob er noch mit einer anderen Person im Tatortanwesen, au�er der Andrea, Kontakt hatte, sagte er nein. Sie sei nur alleine dagewesen. Auf die Frage, wie er den Tatort verlassen habe, sagte er, ich wei� es nicht mehr. Wann er zu Hause war, konnte er nicht beantworten. Welche Kleidung er trug, wu�te er nicht mehr. Die Befragung wurde abgebrochen.�Der entsprechende Vermerk (III, 247, 249) stammt von KOK K�hner. Bemerkenswert ist folgendes: Der Vermerk enth�lt keinerlei Hinweis darauf, da� Harry W�rz seine Frau mit einem Bundeswehrtuch gew�rgt habe. Trotzdem hat KHK Conle dem Beschuldigten in der weiteren Vernehmung vom 27. Juni (III, 347, 353) vorgehalten, �gegen�ber Hubert K�hner hast Du aber verschiedene Einzelheiten angesprochen, so z.B. da� Du Andrea mit Deinem Bundeswehrtuch gew�rgt h�ttest und das Fahrzeug abgesetzt geparkt h�ttest�. Das war kein �auf-den-Busch-klopfen�: KOK K�hner hat in der Hauptverhandlung glaubhaft bekundet, da� der Angeklagte ihm gegen�ber keine solchen Angaben gemacht habe. KHK Conle hatte ihn aber effektiv so verstanden. Das Schwurgericht wertet die Sache als �Mi�verst�ndnis auf Seiten des Zeugen KHK Conle� (UA S. 70). Auch dieses Mi�verst�ndnis l��t eine Tendenz erkennen, die dem Angeklagten nicht g�nstig ist. Diese Beobachtungen h�tten das Schwurgericht veranlassen m�ssen, in der Hauptverhandlung Chancengleichheit wieder herzustellen und vor allem solche Umst�nde zu er�rtern, durch die schon w�hrend des Ermittlungsverfahrens die Weichen zum Nachteil des Angeklagten gestellt worden sind. Das Wohnanwesen des Angeklagten in Birkenfeld-Gr�fenhausen ist ab 2.55 Uhr durch Polizeibeamte observiert worden (UA S. 14). Nach dem Fahrzeug des Angeklagten ist augenscheinlich nicht gesucht worden; das Urteil beschr�nkt sich auf die Mitteilung, da� das 200 m entfernte Fahrzeug von den Polizeibeamten nicht wahrgenommen worden sei. Die Festnahme ist erst 2 � Stunden nach dem Beginn der Observation durchgef�hrt worden. Wie es sich dagegen bei Thomas H. verhalten hat, stellt das Urteil nicht dar. Es teilt lediglich mit, er sei gegen 7.20 Uhr � noch im Bett liegend � vorl�ufig festgenommen worden (UA S. 61). Die zul�ssig erhobene Aufkl�rungsr�ge �ffnet dem Senat jedoch den Blick in die Akten (BGH bei Dallinger, MDR 1972, 572; BGH, Urt. vom 30.8.94 � 1 StR 271/94). Er wird wenig finden. Einen Anhaltspunkt gibt der Vermerk �ber die Auswertung des Funkverkehrs (III, 813, 814). Danach ist um 2.56 Uhr der Ring 30 ausgel�st worden. Um 3.08 Uhr hat eine Streifenbesatzung den Kontrollpunkt B 10/Abzweigung Berghausen zugewiesen erhalten; um 3.34 Uhr wurden die beiden auf Thomas H. zugelassenen Autokennzeichen durchgesagt, und um 3.44 Uhr wurde mitgeteilt, da� beide Fahrzeuge in der Hofeinfahrt stehen. Die vorl�ufige Festnahme und wohl auch die Observation wurden durch Karlsruher Polizeibeamte durchgef�hrt (III, 385ff); der Frage, ob sich die Beamten um die Fahrzeuge von Thomas H. gek�mmert haben, ist die AG Erle erst am 3. Mai nachgegangen. Aus einem Vermerk von KOK Thielsch von diesem Tag (II, 411) ergibt sich n�mlich, da� er telefonisch herauszufinden versuchte, ob Beobachtungen hinsichtlich der Fahrzeuge der Verd�chtigten gemacht worden sind. Weder PHM Seitz noch PHM G�rner konnten hinsichtlich des Fahrzeugs W. etwas angeben. KHM Wenz vom Kriminaldauerdienst des Polizeipr�sidiums Karlsruhe erkl�rte, er habe mit dem Fahrzeug des Thomas H. �nichts zu tun gehabt�; das Fahrzeug sei durch den Kollegen Fuchs observiert worden. Herr Fuchs erkl�rte bei seiner telefonischen Befragung, er habe sich lediglich die amtlichen Kennzeichen notiert. �Eine entsprechende �berpr�fung der Motorhauben der zugelassenen Pkw wurde von Koll. Fuchs an Ort und Stelle nicht vorgenommen, da er das automatische Einschalten der Hoflichtanlage bef�rchtete.� Da kann man sich nur noch die Haare raufen.Umgekehrt ist beim Angeklagten die Untersuchung entlastender Umst�nde unterblieben. Denn selbstverst�ndlich w�re es auch hier von Interesse gewesen, ob der Motor seines Fahrzeugs noch warm gewesen ist. Mit einem so kleinen Umstand von gr��ter Beweiskraft h�tte auch bei ihm der Tatverdacht �berzeugend bekr�ftigt oder ausger�umt werden k�nnen. Aber selbst um das Fahrzeug des Angeklagten haben sich die Ermittlungsbeh�rden erst am 2. Mai n�her gek�mmert (den Abstellort hatte er schon auf der Fahrt zum Revier bekanntgegeben, III, 1, 3). Die Polizeibeamten Ernst und Jung sollten die �dort befindlichen Handschuhe� asservieren. Sie trafen das Fahrzeug unver�ndert an und stellten fest, da� unter dem Auto auf der Beifahrerseite ein Einweghandschuh lag, und da� ein weiterer Einweghandschuh am linken Au�enspiegel an der Fahrerseite eingeklemmt war (I, 173). Auf die Frage, ob der Beschuldigte beim Abstellen seines Fahrzeugs Einweghandschuhe getragen oder weggeworfen habe, antwortete er in der polizeilichen Vernehmung vom 6. Mai, er habe beim Abstellen des Fahrzeugs noch den �lstand �berpr�ft. Hierzu habe er mindestens zwei Einweghandschuhe im Motorraum seines Fahrzeugs. Ein dort aufgefundener Handschuh m�sse deshalb vermutlich �lantragungen aufweisen. Auch das Tempo-Taschentuch, mit dem er den �lstab abgeputzt habe, m�sse sich noch im Motorraum befinden (III, 143, 145). Tats�chlich enth�lt die Asservatenliste (IV, 339, 355) einen Eintrag �ber Einmal-Handt�cher mit �lantragungen, die im Motorraum des Fahrzeugs von KOK B�cklers am 7. Mai sichergestellt worden seien. Eine Untersuchung der Handschuhe auf �lantragungen ist nicht vorgenommen worden. Diese Vers�umnisse waren nicht wiedergutzumachen. Sie h�tten dem Schwurgericht aber allen Anla� gegeben, sich mit ihnen im Rahmen der Beweisw�rdigung auseinanderzusetzen. Auf den � vielleicht nicht richtigen � Eindruck, die Ermittlungsbeh�rden h�tten es gar nicht so genau wissen wollen, ob ihr Kollege als T�ter ernstlich in Betracht kommt (oder ob Harry W�rz wom�glich der Falsche ist), kommt es dabei nicht an. Es kommt darauf an, da� den polizeilichen Vers�umnissen durch eine entsprechend sorgf�ltige Beweisw�rdigung Rechnung getragen wird. Die nicht aufgekl�rten Teile des Sachverhalts legen andere M�glichkeiten des Sachverhalts nahe, die nicht �bergangen werden d�rfen. Es war daher rechtlich geboten, da� das Schwurgericht die Auffindesituation des Fahrzeugs des Angeklagten in seine �berlegungen miteinbezog. Lag genau unter dem Fahrzeug ein Einweghandschuh, konnte dies dagegen sprechen, da� das Fahrzeug nach dem Pr�fen des �lstands noch bewegt worden ist. War ein Einweghandschuh am Au�enspiegel eingeklemmt, konnte dies f�r ein Ablenkungsman�ver des wirklichen T�ters sprechen. Sprang das Auto des Angeklagten wegen Startproblemen nicht gut an, so war zu pr�fen, ob es in Tatortn�he in geeigneter Weise (an einer absch�ssigen Stelle) abgestellt werden konnte. Zu all diesen Dingen schweigt das angefochtene Urteil g�nzlich. Die T�terschaft von Thomas H. ist nicht rechtsfehlerfrei ausgeschlossen. Das Schwurgericht legt zun�chst dar (UA S. 59), er habe in der Hauptverhandlung glaubhaft �ber die Entwicklung seiner Beziehung zu Andrea W. berichtet, ebenso �ber die als belastend empfundenen Spannungen und Konflikte in seiner Ehe und Familie. Er habe nichts besch�nigt. Andrea W. habe � anders als seine Ehefrau � nicht auf eine Entscheidung gedr�ngt. Mit diesem Aussageverhalten unterscheidet er sich in nichts vom Angeklagten, der den Verlauf seiner Ehe mit Andrea W., die zunehmend auftretenden Konflikte, seine fast depressive Resignation und ihre Hinwendung zu Thomas H. offen und einf�hlbar beschrieben hat (UA S. 66). Er hat dargestellt, wie er unter der Trennung von seinem Sohn sehr gelitten, notgedrungen aber die Situation hat akzeptieren m�ssen. Das Urteil f�hrt fort, �im �brigen� habe Thomas H. ausgesagt, die Nacht zu Hause verbracht zu haben. Das Haus habe er in dieser Nacht nicht verlassen. Nichts anderes hat der Angeklagte angegeben.Dar�ber hinaus sind die Unterschiede von geringem Gewicht. Sie bestehen zum einen darin, da� die Erkl�rung des Angeklagten, keinen Schl�ssel mehr besessen zu haben, wiederlegt worden ist, und zum anderen darin, da� die Ehefrau von Thomas H. dessen Angaben best�tigt hat. Allerdings liegt die Best�tigung allein darin, da� sie ihren Mann um 3 Uhr morgens schlafend neben sich im Bett gesehen hat. Das Schwurgericht sieht zwar durchaus (UA S. 60), da� Thomas H. die M�glichkeit gehabt h�tte, das Haus zu verlassen, die Tat zu begehen und kurz vor 3 Uhr wieder zu Hause anzukommen. Es setzt sich damit aber nicht auseinander, sondern beschr�nkt sich auf die Bemerkung, das erscheine �sehr unwahrscheinlich�. Damit ist nichts begr�ndet und vor allem nicht erl�utert, warum das unwahrscheinlich sei. Denn gerade die zeitliche Koinzidenz zwischen dem m�glichen R�ckkehrzeitpunkt und dem Erwachen der Ehefrau r�ckt diese Konstellation aus dem Bereich des Fernliegenden in den Bereich des konkret M�glichen. Es kommt hinzu, da� die Eheleute H. den Nachmittag und den Abend damit verbracht haben, ihre famili�re Situation ausf�hrlich zu besprechen (UA S. 57). Auch hier bringt der � ausnahmsweise zul�ssige � Blick in die Akten zus�tzliche Information zur Situation der Eheleute H.. In ihrer polizeilichen Vernehmung am 1. Mai (I, 517, 527ff) hat Daniela H. berichtet, da� sie zwischenzeitlich im Single-Club den Willi Benz kennengelernt hatte. Ihr Mann Thomas hatte sich den ganzen Sonntag (27.4.) �ber nicht bei ihr gemeldet, sondern erst am Montag an ihrer Arbeitsstelle angerufen und mitgeteilt, da� er sich zu Hause aufhalte. Nachmittags haben die Eheleute dann miteinander gesprochen; Frau H. hatte den Eindruck, da� ihr Mann wieder nach Hause zur�ckkommen wolle. Wortw�rtlich habe er erkl�rt, er habe Angst, sie zu verlieren. Er habe aber auch Angst, mit Andrea in Urlaub zu fahren. Seine Frau machte ihm unmi�verst�ndlich klar, da� sie �bereits auf dem Sprungbrett stehe, aber noch nicht gesprungen sei. Insgesamt f�hlte sich Thomas offensichtlich im Zugzwang�. Nach einer Unterbrechung am fr�hen Abend haben die Eheleute dann abermals ausf�hrlich miteinander gesprochen. Thomas H. erkl�rte, da� er die Verbindung mit Andrea W. nicht auf die Schnelle l�sen k�nne. Er hat seiner Frau aber auch erz�hlt, da� er einen Schl�ssel zur Wohnung W. habe. Frau H. war betroffen; f�r sie war klar, da� �hier schon mehr war als nur eine Verbindung�. Und sie hat bemerkt, �da� er abends weg wollte. Er hat sich dann doch entschlossen, zu Hause zu bleiben.� Das angefochtene Urteil beschreibt den Inhalt des Gespr�chs der Eheleute H. nur pauschal. Angaben dazu, ob Frau H. gerade in diesem Gespr�ch auf eine Entscheidung gedr�ngt hat, enth�lt es nicht. Es teilt auch nicht mit, ob Thomas H. dieses Gespr�ch gesucht hat, ob es ihm aufgedr�ngt worden ist oder ob er sich gar in einer gewissen Zwangslage gesehen hat. Die Urteilsgr�nde �u�ern sich in diesem Zusammenhang auch nicht dazu, ob Thomas H. urspr�nglich die Absicht hatte, noch einmal wegzugehen.Nicht erwogen hat das Schwurgericht auch, da� Daniela H. Anla� gehabt haben konnte, ihren Mann zu decken. Es w�re nicht schwierig gewesen, gerade dann nicht, wenn sie tats�chlich bemerkt haben sollte, da� ihr Mann wieder um 3 Uhr nach Hause kam [3]. Eine Absprache der Eheleute w�re dann nicht mehr notwendig gewesen. Ein Motiv l�ge nahe. Mit einer geringf�gigen Ver�nderung der Wahrheit h�tte Daniele H. sicherstellen k�nnen, da� ihr Mann bei ihr bleiben kann, sogar bei ihr bleiben mu�. Das Schwurgericht ist nicht nur der Frage einer zielgerichteten Aussage nicht nachgegangen, sondern es hat auch �bersehen, wie m�helos diese Gunst dem Ehemann h�tte erwiesen werden k�nnen.Schlie�lich h�lt es die Kammer f�r �wenig naheliegend�, da� Thomas H. nur etwa drei Stunden nach der Tat mit seiner Ehefrau Intimverkehr gehabt haben k�nnte. Auf welchen Erfahrungssatz sich das Gericht bei dieser Erw�gung st�tzt, teilt es nicht mit. Er existiert auch nicht. Unterstellt, Thomas H. h�tte die Tat begangen: Warum kann er nicht ersch�ttert, aufgew�hlt, die Nerven blank und zutiefst besch�mt die k�rperliche N�he seiner Frau gesucht haben? Die Person des Thomas H., die im Urteil sichtbar wird, erweckt nicht das Bild eines k�hlen und abgeschotteten Mannes, den ein solches Tatgeschehen unber�hrt lie�e. Das Schwurgericht scheint anzunehmen, es gebe einen Erfahrungssatz, da� fast kein Mensch nach einer Gewalttat das Bed�rfnis nach W�rme habe, das Bed�rfnis, sich �an etwas festzuhalten�. Ein derartiger Erfahrungssatz wird nirgends berichtet; mit seiner Anwendung hat die Kammer die Grenzen zul�ssiger tatrichterlicher Beweisw�rdigung �berschritten. III.Zusammenfassung Das Urteil h�lt insgesamt rechtlicher Nachpr�fung nicht stand. Gewi� ist es eine Sache des Tatrichters, das Ergebnis der Hauptverhandlung festzustellen und zu w�rdigen. Seine Schlu�folgerungen m�ssen nicht zwingend sein. Es gen�gt, da� sie m�glich sind und da� der Tatrichter von ihrer Richtigkeit nach rechtsfehlerfreier W�rdigung � die nicht widerspr�chlich, l�ckenhaft oder unklar sein darf � �berzeugt ist. �Tats�chliche Schl�sse brauchen nicht zwingend zu sein. Damit ist jedoch nicht gesagt, da� sich der Richter dann, wenn eine Tatsache oder ein Tatsachenkomplex mehrere verschiedene Deutungen zul��t, f�r eine von ihnen entscheiden darf, ohne die �brigen in seine �berlegungen einzubeziehen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Er braucht zwar nicht jede theoretisch denkbare, den Umst�nden nach jedoch fernliegende M�glichkeit der Fallgestaltung zu ber�cksichtigen. Er erf�llt aber nicht seine Aufgabe, die Beweise ersch�pfend zu w�rdigen, wenn er von mehreren naheliegenden tats�chlichen M�glichkeiten nur eine in Betracht zieht und die anderen au�er acht l��t. Denn nur unter der Voraussetzung, da� das Tatgericht den festgestellten Sachverhalt, soweit er bestimmte Schl�sse zugunsten oder zuungunsten des Angeklagten nahelegt, in den Entscheidungsgr�nden ersch�pfend w�rdigt, gilt der Grundsatz, da� die von ihm gezogenen Schl�sse m�glich, aber nicht zwingend sein m�ssen.�Ist die Beweisw�rdigung nicht ersch�pfend, so besteht die Gefahr, da� sich die �berzeugung des Tatrichters von der unbedingt erforderlichen festen Tatsachengrundlage so weit entfernt hat, da� es sich letztlich um blo�e Vermutungen handelt (BGH, Beschl. vom 9.7.1996 � 1 StR 728/95 = NStZ-RR 1996, 374): �Zwar ist der Tatrichter in der Beweisw�rdigung frei (� 261 StPO). Seine �berzeugung mu� aber eine Grundlage in den von ihm getroffenen Feststellungen haben. Seine Feststellungen m�ssen auch dann ausreichend mit Tatsachen abgesichert sein, wenn sie aus �u�eren Umst�nden des Geschehensablaufs abgeleitet werden und d�rfen sich nicht so sehr von einer festen Tatsachengrundlage entfernen, da� sie letztlich blo�e Vermutungen sind, die nicht mehr als einen, sei es auch schwerwiegenden, Verdacht begr�nden (st. Rspr., vgl. d. Nachw. bei H�rxthal in KK 3. Aufl. � 261 Rdn. 45).�Mit solchen Vermutungen hat sich das Schwurgericht hier mehrfach begn�gt. Das �bersehene Zeitfenster Den Tatbeginn hat das Schwurgericht ohne Rechtsfehler auf 2.16 Uhr festgelegt. Es gibt aber keinen � auch keinen entfernten � Anhaltspunkt daf�r, da� der T�ter das Anwesen Erlenstra�e 10 erst kurz zuvor betreten h�tte. Es ist nicht bekannt, was sich in diesem Haus abgespielt hat, nachdem Wolfgang Z. um 22.30 Uhr zu Bett gegangen war. Wolfgang Z. ist jedenfalls alsbald eingeschlafen (UA S. 8); er w�rde es also nicht mitbekommen haben, wenn an der T�r � etwa gegen 23 Uhr � noch einmal gel�utet worden w�re.Da� Andea W. einem wildfremden Menschen nicht um 2.15 Uhr die T�r �ffnet, mag sein. Denn es ist eine au�erordentlich ungew�hnliche Uhrzeit. Ein Zeitpunkt abends �gegen 11 Uhr� ist dagegen weit weniger ungew�hnlich und vor allem noch nicht so sp�t, da� man nicht einfach die T�r �ffnet, um zu sehen, wer da l�utet. Die durch nichts zu begr�ndende Annahme, der T�ter habe die Wohnung erst um 2.15 Uhr betreten, verst��t unmittelbar gegen den Zweifelsatz. Zwar sind nicht alle �berhaupt denkbaren Gesichtspunkte, zu denen keine Feststellungen getroffen werden k�nnen, zugunsten des Angeklagten zu ber�cksichtigen (vgl. etwa BGHR StPO � 261 / in dubio pro reo 7; BGH NStZ 1983, 133 mwN). Eine Verurteilung darf aber nur aufgrund eines zur vollen �berzeugung des Tatrichters festgestellten, also bewiesenen Sachverhalts erfolgen. Der Zweifelsatz gilt deshalb f�r alle Tatsachenfeststellungen.Der Versto� gegen den Zweifelsatz ist vom Revisionsgericht zu beachten, wenn er aus dem Urteil selbst hervorgeht (BGH NJW 1951, 325). Der Tatrichter mu� von der f�r den Angeklagten g�nstigsten M�glichkeit ausgehen, die nach den gesamten Umst�nden in Betracht kommt (BGHR StPO � 261 / in dubio pro reo 7 mwN).Das Schwurgericht hat die Betretenszeit mit 2.15 Uhr objektiv willk�rlich bestimmt. Die M�glichkeit, da� ein unbekannter T�ter schon fr�her das Haus betreten hat, ist weder gesehen noch er�rtert. Dies entzieht dem Beweisgef�ge eine wesentliche St�tze.Die bei Andrea W. gefundene Jeanshose kommt hinzu. Sie belegt, da� die weitere Annahme des Schwurgerichts, Andrea W. sei beim �ffnen der T�r nicht vollst�ndig bekleidet gewesen, auf einer unvollst�ndigen Tatsachengrundlage beruht.Die am Tatort aufgefundene Plastikt�te kann zwar vom Angeklagten stammen; daf�r spricht ein Teil ihres Inhalts. Stammt die T�te aber vom Angeklagten, dann gibt sie keinen Sinn, weil sie auch Rauschgift enthielt. Der einzige denkbare Zweck, den das Schwurgericht hat vermuten k�nnen (n�mlich das Unterschieben von Rauschgift, um daraus Vorteile f�r familiengerichtliche Verfahren ziehen zu k�nnen), steht im Widerspruch zum weiteren Verhalten des T�ters, der dann bewu�t (und wiederum unsinnig) das Risiko eingegangen sein m��te, beim Betreten des Schlafzimmers Andrea W. aufzuwecken.All das pa�t nicht zusammen, und es l��t sich auch aus dem Gesamtzusammenhang der Urteilsgr�nde heraus nicht stimmig interpretieren. Der Er�rterungsbedarf ist mit H�nden zu greifen. Die DNS-Spuren Der Angeklagte benutzt gern Einweghandschuhe. Eine Materialgleichheit zwischen Handschuhen, die sich in seinem Besitz fanden und den am Tatort zur�ckgebliebenen Fingerlingen lie� sich nicht feststellen (vgl. UA S. 45). Andrea und Harry W�rz sind miteinander verheiratet und haben von September 1994 (UA S. 5) bis M�rz 1996 (UA S. 6) zusammengelebt.Das Urteil l��t nicht erkennen, zu welchem Zeitpunkt das untersuchte Zellenmaterial auf der Innen- und Au�enseite der untersuchten Fingerlinge angetragen worden ist. Eine genaue Zeitbestimmung ist unter Umst�nden auch gar nicht m�glich. Jedoch gibt es umgekehrt keinen tragf�higen Grund f�r die Annahme, das gesicherte und untersuchte Zellmaterial m�sse ann�hernd zeitgleich angetragen worden sein.Andrea W. ist Spurenverursacher auf der Au�enseite der Fingerlinge. Sie ist aber auch Spurenverursacher auf der Innenseite des Fingerlingteils aus dem Bett. Die Innenseite des Fingerlingsteils aus dem Flur zeigt ebenfalls alle Merkmale von Andrea W. mit Ausnahme der 9er-Bande, so da� sie als Spurenverursacherin jedenfalls nicht ausgeschlossen werden kann.Ein Geschehen, bei dem Andrea W. Hauptspurenverursacherin auf der Innenseite eines Fingerlings h�tte sein k�nnen, hat das Schwurgericht nicht festgestellt. Die Antragung von Zellmaterial kann also zu irgendeinem anderen Zeitpunkt erfolgt sein. Nimmt man an, Innen- und Au�enseite der Fingerlinge seien im Lauf der Ermittlungsma�nahmen einemal versehentlich vertauscht worden, �ndert sich nichts: Dann w�re Andrea W. alleinige Spurenverursacherin auf der Innenseite.Damit liegt aber nicht nur nahe, da� es sich nicht um gleichsam frische Einweghandschuhe gehandelt hat (vielmehr um solche, die bereits zu anderen Gelegenheiten benutzt worden sind), sondern auch, da� sie von Andrea W. selbst benutzt worden sein. Dies wieder bedeutet nicht nur, da� der T�ter die bei der Tat benutzten Handschuhe nicht mitgebracht haben mu�, sondern auch, da� die Antragungen von Harry W�rz (wenn sie �berhaupt von ihm stammen) nicht ohne weiteres dem Tatgeschehen zugeordnet werden k�nnen. Sie k�nnen ebenfalls aus fr�herer Zeit stammen.Zu Unrecht hat das Schwurgericht hier den Tatortspurenbefund mit dem Tatspurenbefund gleichgesetzt. Dies durfte von Rechts wegen nicht geschehen, bevor nicht ersch�pfend er�rtert und dargelegt war, da� sich der gesamte Spurenbefund auf die Tatzeit und damit die Tat zur�ckf�hren lie�. M�glicherweise hat sich das Schwurgericht den Blick auf eine Gesamtschau des Tatortspurenbefundes dadurch verstellt, da� es die DNS-Spuren auf der Au�enseite der Fingerlinge ausschlie�lich im Zusammenhang mit der Drosselung (UA S. 22ff) anspricht, die Spuren auf der Innenseite aber ebenso ausschlie�lich im Zusammenhang mit der Frage, ob die Spuren von Harry W�rz stammen k�nnen (UA S. 38ff). Dabei sind die Innen- und Au�enseiten gedanklich voneinander so sehr isoliert worden, da� die Vieldeutigkeit des Befundes nicht mehr aufgefallen ist. Rechtlich unzul�ssige Ma�st�be bei dem Zeugen Thomas H. Den Unschuldsbeteuerungen des Zeugen Thomas H. folgt das Schwurgericht, weil er glaubhafte Angaben zu seiner famili�ren Situation gemacht hat und seine Anwesenheit zu Hause von seiner Ehefrau f�r 3 Uhr morgens best�tigt worden ist. Der erste Umstand entlastet den Zeugen Thomas H. nicht mehr als den Angeklagten; den zweiten Umstand hat das Schwurgericht unbesehen von der Zeugin entgegengenommen.Man kann sich aber ohne weiteres die Gr�nde eines fiktiven, gegen Thomas H. ergangenen Urteils vorstellen, in denen es hei�t: � ...; traf zwischen 2.52 Uhr und 2.59 Uhr wieder in Pfinztal-Berghausen ein und begab sich sogleich wieder zu Bett. Da er aus Erfahrung wu�te, da� seine Ehefrau Daniela jedesmal aufzuwachen pflegte, wenn er sp�t nach Hause kam, stellte er sich sogleich fest schlafend. Die T�uschung gelang.� Oder auch: �In diesem Punkt konnte die Schwurgerichtskammer der Zeugin Daniela H. keinen Glauben schenken. Wie sie selbst freim�tig einger�umt hat, pflegte sie jedesmal zu erwachen, wenn ihr Ehemann sp�t nach Hause kam. Gerade in dieser Nacht hat sie wegen der vorangegangenen Diskussionen einen besonders leichten Schlaf gehabt. Die R�ckkehr ihres Ehemannes ist ihr nicht entgangen. Sie hat jedoch rasch erkannt, da� sich ihr hier die M�glichkeit bot, nicht nur ihren Mann zu sch�tzen, sondern ihn dadurch auch f�r die Zukunft an sich zu binden.�Auch dies w�ren m�gliche, wenn auch nicht zwingende Folgerungen eines Tatrichters, die hinzunehmen w�ren, wenn die Beweisw�rdigung im �brigen ohne L�cken w�re. Deutlicher l��t sich aber kaum aufzeigen, wie unvollst�ndig die Beweisw�rdigung des vorliegenden Urteils ausgefallen ist.Das Urteil kann keinen Bestand haben. Seine Beweisw�rdigung enth�lt in entscheidenen Punkten des Beweisgef�ges willk�rliche Elemente und un�berbr�ckbare L�cken. Fu�noten: Sieht man einmal von der ausdr�cklich so ausgewiesenen Spekulation auf UA S. 75 ab. [Zur�ck] Diese Angaben beziehen sich hier auf die Gliederung des Urteils. [Zur�ck] Im Vermerk von KHK Conle �ber die Befragung anl��lich der Durchsuchung der Wohnung H. am 29. April (I, 511) ist �brigens als Bekundung der Zeugin vermerkt: �Aufgrund der Begleitumst�nde ihrer Eheprobleme haben sie in letzter Zeit einen schlechten Schlaf und sie sei bislang immer aufgewacht, wenn ihr Ehemann Thomas sp�t nach Hause gekommen sei.� Sie k�nnte in dieser Nacht in gleicher Weise reagiert und deshalb den �kritischen� Zeitpunkt gewu�t haben.