Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BAG&Datum=03.06.2004&Aktenzeichen=2%20AZR%20386/03
Timestamp: 2017-11-23 07:28:14
Document Index: 199428997

Matched Legal Cases: ['§ 23', '§ 1', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 1', '§ 1', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 1', '§ 1']

BAG, 03.06.2004 - 2 AZR 386/03 - dejure.org
Wirksamkeit einer ordentlichen Kündigung durch den Beklagten mit der Begründung, der Kläger habe bis zur Kündigung keinen einzigen Auftrag akquirieren können; Anwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetzes (KSchG); Kündigung aus verhaltensbedingten und personenbedingten Gründen; Auslegung des Betriebsbegriffs; Anlnüpfung des Betriebsbegriffs an die organisatorische Einheit
Kündigung: Wer 2Jahre erfolglos arbeitet, der fliegt
Kündigung bei unzureichender Arbeitsleistung des Arbeitnehmers
KSchG § 23 Abs. 1 S. 2 § 1 Abs. 2
Was ist ein Kleinbetrieb im Sinne des KSchG?
Zusammenfassung von "Das BAG und der 'räumliche Geltungsbereich' des Kündigungsschutzes" von RA Dr. Wulf Gravenhorst, original erschienen in: FA 2005, 34 - 34.
ArbG Hamburg, 26.04.2002 - 11 Ca 470/00
NJW 2005, 90
NZA 2004, 1380
BB 2005, 48
Entscheidend ist insoweit, wo schwerpunktmäßig über Arbeitsbedingungen und Organisationsfragen entschieden wird und in welcher Weise Einstellungen, Entlassungen und Versetzungen vorgenommen werden (Senat 3. Juni 2004 - 2 AZR 386/03 - zu B II 1 der Gründe, AP KSchG 1969 § 23 Nr. 33 = EzA KSchG § 23 Nr. 27).
Die den Betrieb konstituierende Leitungsmacht wird dadurch bestimmt, dass der Kern der Arbeitgeberfunktionen in personellen und sozialen Angelegenheiten von derselben institutionalisierten Leitung im Wesentlichen selbständig ausgeübt wird, wo mithin über Arbeitsbedingungen und Organisationsfragen entschieden wird und in welcher Weise Einstellungen, Entlassungen und Versetzungen vorgenommen werden (Senat 3. Juni 2004 - 2 AZR 386/03 - AP KSchG 1969 § 23 Nr. 33 = EzA KSchG § 23 Nr. 27, zu B II 1 der Gründe).
Hinweise des Senats: Bestätigung Senatsurteil 3. Juni 2004 - 2 AZR 386/03 - AP KSchG 1969 § 23 Nr. 33 = EzA KSchG § 23 Nr. 27.
c) Der Senat ist bisher stets davon ausgegangen, dass das Kündigungsschutzgesetz - vorbehaltlich von Sonderregelungen des Gemeinschaftsrechts - nur für Betriebe gilt, die im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland die Voraussetzungen des § 23 Abs. 1 Satz 2 KSchG erfüllen (Senat 3. Juni 2004 - 2 AZR 386/03 - AP KSchG 1969 § 23 Nr. 33 = EzA KSchG § 23 Nr. 27, zu B I 4 der Gründe; 9. Oktober 1997 - 2 AZR 64/97 - BAGE 86, 374, zu II 2 a der Gründe;… APS-Moll 2. Aufl. § 23 KSchG Rn. 37;… ErfK/Kiel 7. Aufl. § 23 KSchG Rn. 3;… von Hoyningen-Huene/Linck KSchG 14. Aufl. § 23 Rn. 6;… HWK-Pods/Molkenbur 2. Aufl. § 23 KSchG Rn. 2;… KR-Weigand 8. Aufl. § 23 KSchG Rn. 19a;… Stahlhacke/Preis/Vossen-Preis Kündigung und Kündigungsschutz im Arbeitsverhältnis 9. Aufl. Rn. 894;… aA Gravenhorst FA 2005, 34;… Junker FS Konzen 2006 S. 367;… KDZ-Kittner KSchR 6. Aufl. § 23 KSchG Rn. 22;… Löwisch/Spinner KSchG 9. Aufl. Vor § 1 Rn. 33;… Mauer FS Leinemann 2006 S. 733).
b)Eine Kündigung gegenüber einem Arbeitnehmer wegen Minder- oder Schlechtleistungen kann nach § 1 Abs. 2 Satz 1 KSchG sowohl als verhaltens- als auch als personenbedingte Kündigung gerechtfertigt sein (BAG 3, 6.2004 - 2 AZR 386/03 - zu B. III. 1. der Gründe, NZA 2004, 1380).
(2)Im Prozess hat der Arbeitgeber dabei im Rahmen der abgestuften Darlegungslast zunächst nur die Minder- oder Schlechtleistungen des Arbeitnehmers vorzutragen (vgl. BAG 3, 6.2004 - 2 AZR 386/03 - zu B. III. 2. der Gründe, NZA 2004, 1380).
Hat der Arbeitgeber im Prozess hinreichend zu den Minder- oder Schlechtleistungen des Arbeitnehmers vorgetragen, so muss der Arbeitnehmer erläutern, woran die Störung des Gleichgewichts von Leistung und Gegenleistung liegen könnte und ob in Zukunft eine Besserung zu erwarten ist (vgl. BAG 3, 6.2004 - 2 AZR 386/03 - zu B. III. 2. der Gründe, NZA 2004, 1380).
Der vorliegende Fall unterscheidet sich damit von der Konstellation, die der Zweite Senat am 03.06.2004 zu entscheiden hatte (BAG 03.06.2004 - 2 AZR 386/03 - AP KSchG 1969 § 23 Nr. 33, zu B III 4 und 5 der Gründe) .
Das Landesarbeitsgericht wird hier allerdings die neuere Rechtsprechung des Senats zur Kündigung wegen Leistungsmängeln (3. Juni 2004 - 2 AZR 386/03 - AP KSchG 1969 § 23 Nr. 33 = EzA KSchG § 23 Nr. 27; 11. Dezember 2003 - 2 AZR 667/02 - AP KSchG 1969 § 1 Verhaltensbedingte Kündigung Nr. 48 = EzA KSchG § 1 Verhaltensbedingte Kündigung Nr. 62) zu berücksichtigen haben.
Kündigung per Kopie auch bei Vorlage von Original unwirksam
Dieser - richtige - Ansatz darf freilich nicht den Blick dafür verstellen, dass der kündigungsrechtliche Betriebsbegriff weitgehend vom Betriebsverfassungsgesetz geprägt wird (BAG, Urteil vom 03.06.2004, 2 AZR 386/03, NJW 2005, 90).
LAG München, 18.01.2007 - 4 TaBV 1/07
ArbG Nordhausen, 21.01.2010 - 3 Ca 1029/09