Source: https://www.dhpv.de/dhpv-aktuell-online/item/dhpv-aktuell-nr-112.html
Timestamp: 2019-01-16 09:14:29
Document Index: 237495556

Matched Legal Cases: ['§ 39', '§ 39', '§ 39', '§ 39', '§ 217', '§ 19']

DHPV Aktuell Nr. 112
der Koalitionsvertrag ist unterschrieben. Als Dachverband der Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Deutschland begrüßen wir die geplanten Maßnahmen für den Bereich der Hospiz- und Palliativarbeit sowie der Pflege. Sie sind ein weiterer wichtiger Schritte hin zu einer Gesellschaft, die mit Menschen am Lebensende solidarisch und fürsorglich umgeht.
Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle die Kostenübernahme für die Koordination von Hospiz- und Palliativversorgungsnetzwerken. Wir alle wissen, dass Hospizarbeit nur in einem gut koordinierten Netzwerk gelingen kann. In diesem Sinne dient die Finanzierung der Koordination der weiteren konsequenten Umsetzung des Hospiz- und Palliativgesetzes. Wie gute Netzwerke heute schon arbeiten, können Sie im aktuellen Bundes-Hospiz-Anzeiger nachlesen. Und in der hospiz zeitschrift geht es um hospizliches Ehrenamt, dass sich starken Veränderungen unterworfen sieht – ein spannendes und für den DHPV zentrales Thema.
Als Verband bringen wir die Perspektive schwerstkranker und sterbender Menschen in verschiedene gesellschaftliche Diskussionen ein, etwa in den Beirat des Bundesfamilienministeriums für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Und wie sehr hospizliches Engagement umgekehrt auf Seiten der Politik geschätzt wird, sieht man an den aktuellen Auszeichnungen für Adelheid Rieffel in Nordrhein-Westfalen oder Dr. Erich Rösch vom Bayerischen Hospiz- und Palliativverband, über die wir in diesem Newsletter berichten. Und natürlich über verschiedene Aspekte unserer laufenden Arbeit, wie die Anerkennung erbrachter Leistungen für Post- und Bundesbahnbeamte oder die im Juni stattfindende Fachtagung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.
In diesem Sinne wünsche ich eine anregende Lektüre sowie eine schöne Osterzeit.
Förderung ambulanter Hospizarbeit gem. § 39a Abs. 2 SGB V / Einbezug der erbrachten Sterbebegleitungen für Versicherte der Postbeamtenkrankenkasse (PBeaKK) sowie der Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten (KVB)
Verdienstorden für Adelheid Rieffel
DHPV im Beirat für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf
DHPV im Deutschen Institut für Menschenrechte (DIM)
Orientierungshilfe für Vorstände sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ambulante Hospiz- und Palliativdienste
Diskussion um "Anhaltende Trauerstörung"
AGUS – Angehörige um Suizid jetzt Mitglied im DHPV
§ 39a Abs. 2 SGB V / Einbezug der Post- und Bundesbahnbeamten
Vorbehaltlich der noch ausstehenden Abstimmungen zu den Änderungen in den verschiedenen vertraglichen Regelungen ergibt sich aktuell folgender Sachstand: Beginnend mit dem Förderverfahren im Jahr 2019 werden die für Versicherte der KVB und der PBeaKK im jeweiligen Vorjahr erbrachten Begleitungen im Rahmen des Förderverfahrens gem. § 39a Abs. 2 SGB V anerkannt. Diese Begleitungen werden dann im Antrag an die jeweilige federführende gesetzliche Krankenkasse auf der Landesebene bzw. regionaler Ebene mit angegeben, so dass diese Begleitungen bei der Berechnung der Leistungseinheiten berücksichtigt werden (in gleicher Weise wie die Begleitungen für Versicherte der PKV).
Der DHPV hat weitere Informationen zu dieser Neuregelung am 16.03.2018 den Landesverbänden / Landesarbeitsgemeinschaften und Überregionalen Organisationen des DHPV zur Verfügung gestellt.
Neue Kolleginnen in der Koordinierungsstelle
Seit dem 01.03.2018 wird das Team der Koordinierungsstelle für Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland durch Frau Krisztina Turna und Frau Dr. Claudia Kleinhans unterstützt. Frau Turna übernimmt zukünftig die Öffentlichkeitsarbeit für die Koordinierungsstelle sowie für die Charta und ihre Handlungsempfehlungen. Frau Dr. Claudia Kleinhans übernimmt schwerpunktmäßig die Vernetzungsarbeit.
DBfK veröffentlicht Impulspapier zur Umsetzung der Charta
Nachdem der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) die „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ mitgezeichnet hat, hat die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Palliative Care im DBfK jetzt ein Impulspapier herausgegeben, das für die Umsetzung der Charta den Bezug herstellt zum Pflegeprozess einerseits und den Rahmenbedingungen für Pflege andererseits. Es werden Empfehlungen und Forderungen formuliert und eine Verknüpfung zum ICN-Ethikkodex hergestellt, dem alle professionell Pflegenden verpflichtet sind.
Dr. Erich Rösch, Geschäftsführer des Bayerischen Hospiz- und Palliativverbandes (BHPV), ist das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen worden. Mit der Auszeichnung würdigt die Bundesrepublik die Verdienste von Dr. Rösch um den Aufbau der Hospiz- und Palliativversorgung. Herr Dr. Rösch war stellv. Vorsitzender des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV) sowie der Deutschen Hospiz- und PalliativStiftung, der Stiftung des DHPV. Der DHPV gratuliert ganz herzlich zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes und bedankt sich bei Herrn Dr. Rösch für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement auf der Bundesebene.
© Bethel, Reinhard Elbracht
Für ihr hospizliches Engagement wurde Adelheid Rieffel vom nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Als Vorkämpferin der Hospizbewegung war Adelheid Rieffel Mitbegründerin des „Hospiz e.V. Bethel“ und des ersten deutschen Dachverbands, der BAG Hospiz, heute DHPV. Mehrere Jahre hat Frau Rieffel im geschäftsführenden Vorstand des DHPV mitgearbeitet. Der DHPV gratuliert Adelheid Rieffel ganz herzlich und dankt ihr für ihre langjährige Arbeit für schwerstkranke und sterbende Menschen.
Dr. Anja Schneider, stellv. Vorsitzende des DHPV, ist Mitglied des unabhängigen Beirats für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf im Bundesfamilienministerium (BMFSFJ). Der Beirat besteht aus 21 Mitgliedern und befasst sich ehrenamtlich mit Fragen der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf und ihrer gesetzlichen Umsetzung. Dr. Anja Schneider bringt hier die besonderen Belange von Menschen mit hospizlich-palliativem Bedarf ein, z.B. durch den Hinweis auf die in Deutschland noch wenig bekannten und verbreiteten teilstationären Hospiz- und Palliativangebote und Tageshospize.
Der DHPV hat an einem Fachgespräch zum Thema „Langzeitpflege und Palliativpflege“ des DIM im Bundesfamilienministerium teilgenommen. Dort ging es in Vorbereitung einer Resolution der UN-Menschenrechtskommission zu den Rechten älterer Menschen um die Sichtweise Deutschlands. Mit der Hospiz- und Palliativgesetzgebung und der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen gibt es hier bereits gute Grundlagen bei der Berücksichtigung der Belange alter Menschen.
Wenn es um die Rolle des Trägers eines ambulanten Hospiz- und Palliativdienstes als Arbeitgeber geht, ist es notwendig, die ambulante Hospizarbeit in all ihren Dimensionen in den Blick zu nehmen. Was ist ihr Selbstverständnis? Welche Wurzeln hat diese Arbeit? Was sind die Aufgaben eines solchen Dienstes als Ganzes, welche die der Koordination, welche die der Ehrenamtlichen? Eine überarbeitete Orientierungshilfe des DHPV wendet sich im Wesentlichen an Hospiz- und Palliativdienste, die nach § 39a Abs. 2 Satz 8 SGB V gefördert werden und von ehrenamtlichen Vorständen geleitet werden.
Ergebnisse einer aktuellen Umfrage stützen die Position der Fachgruppe Trauer des DHPV in der aktuellen Diskussion um die „Anhaltende Trauerstörung“. Die Umfrage zeigt, dass die vorgeschlagene Diagnose "Anhaltende Trauerstörung" keine Mehrheit findet. Zudem befürchten mehr als die Hälfte der Befragten durch die Aufnahme dieser Diagnose in das ICD11 eine zunehmende Pathologisierung normaler Trauer.
AGUS – Angehörige um Suizid e.V. ist neues Fördermitglied im DHPV. Die bundesweite Selbsthilfeorganisation für Trauernde, die einen nahe stehenden Menschen durch Suizid verloren haben, war in die Vorarbeiten zur DHPV-Handreichung „Trauer und Trauerbegleitung“ involviert und teilt den kritischen Blick auf Bestrebungen, anhaltende Trauer als Krankheit zu klassifizieren.
13.03.2018 Koalitionsvertrag – Wichtige Neuerungen für Menschen am Lebensende und ihre Angehörigen
Die mittlerweile 5. Fachtagung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die am 11. Juni 2018 in Berlin stattfindet, widmet sich schwerpunktmäßig dem Thema „Bewegung / Bewegendes / Bewegtes“, von der politischen Lobbyarbeit, über das Geschichtenerzählen in der klassischen Pressearbeit, hin zum Mitnehmen von Menschen durch den Newsletter und durch die immer wichtiger werdenden Bewegtbilder. Vielen Dank für die bisherigen, zahlreichen Anmeldungen. Einige Plätze sind noch frei. Anmeldeschluss ist der 28. Mai 2018.
Bundes-Hospiz-Anzeiger zum Schwerpunkt "Regionale Hospiz- und Palliativnetzwerke"
Was hier zu bedenken ist und wie dies gelingen kann, damit beschäftigen sich die Beiträge in dieser hospiz zeitschrift.
Verfahren zur Sterbehilfe beim Bundesverfassungsgericht – Richter Müller wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt
Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat dem Antrag des Vereins Sterbehilfe Deutschland e.V., Herrn Bundesverfassungsrichter Müller wegen Besorgnis der Befangenheit abzulehnen, stattgegeben. Das BVerfG wird nun unter Ausschluss von Herrn Bundesverfassungsrichter Müller über die Verfassungsbeschwerden gegen das Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung (§ 217 StGB) entscheiden. Gem. § 19 Abs. 4 Bundesverfassungsgerichtsgesetz wird durch Los ein Richter des anderen Senats, d.h. in diesem Fall des Ersten Senats, als Vertreterin bzw. Vertreter bestimmt.