Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=EWiR%202006,%20201
Timestamp: 2019-12-14 05:15:49
Document Index: 292783185

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 242', '§ 714', '§ 794', '§ 242', '§ 714', '§ 794', '§ 242', '§ 714', '§ 794', '§ 242', '§ 794', '§ 714', '§ 794', '§ 128', 'BGH', 'BGH', '§ 899', 'Art. 229', '§ 21', '§ 128', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 128', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 242', 'BGH', 'BGH', '§ 128', 'BGH', '§ 171', 'BGH']

BGH, 25.10.2005 - XI ZR 402/03 - dejure.org
https://dejure.org/2005,563
BGH, 25.10.2005 - XI ZR 402/03 (https://dejure.org/2005,563)
BGH, Entscheidung vom 25.10.2005 - XI ZR 402/03 (https://dejure.org/2005,563)
BGH, Entscheidung vom 25. Januar 2005 - XI ZR 402/03 (https://dejure.org/2005,563)
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BGB § 242, § 714; ZPO § 794 Abs. 1 Nr. 5
BGB § 242 Cd, BGB § 714; ZPO § 794 Abs. 1 Nr. 5
Darlehensvertragliche Verpflichtung zur persönlichen Zwangsvollstreckungsunterwerfungdurch GbR-Gesellschaft in Höhe ihrer Beteiligungsquote enthält zugleich Beschränkungihrer Haftung aus dem Darlehen in entsprechender Höhe
Entscheidung über die Revision durch Versäumnisurteil; Beruhen des Versäumnisurteiles auf einer Sachprüfung; Formbedürftigkeit der widerruflichen Vollmacht zur Unterwerfung unter die sofortige Zwangsvollstreckung; Wirksamkeit eines Vollstreckungstitels im Sinne des § ...
Haftung des Gesellschafters aus Darlehensvertrag einer Fonds-GbR mit Vollstreckungsunterwerfung der Gesellschafter nur in Höhe der Gesellschaftsbeteiligung
Zur Treuwidrigkeit der Berufung des Gesellschafters einer GbR auf die Unwirksamkeit der für ihn vom Geschäftsführer gegenüber der kreditgebenden Bank erklärten Verpflichtung zur Abgabe einer Vollstreckungsunterwerfungserklärung
BGB § 242 § 714; ZPO § 794 Abs. 1 Nr. 5
Beschränkung der darlehensvertraglichen Haftung der Gesellschafter einer Grundstücksgesellschaft bürgerlichen Rechts
Darlehnshaftung von GbR-Gesellschaftern
BGB §§ 242, 714; ZPO § 794 Abs. 1 Nr. 5
Notarielle Unterwerfungserklärung unter die sofortige Zwangsvollstreckung bei Gesellschaftsbeteiligungen sind wirksam
Notarielle Unterwerfungserklärung unter die sofortige Zwangsvollstreckung bei Gesellschaftsbeteiligungen sind wirksam -
BGB §§ 714, 242; ZPO § 794 Abs. 1 Nr. 5; HGB § 128
Abstraktes Schuldversprechen eines beschränkt haftenden Fonds-Gesellschafters in einem Darlehensvertrag
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Versäumnisurteil des BGH vom 25.10.2005, Az.: XI ZR 402/03 (Zwangsvollstreckungsunterwerfung des Gesellschafters einer BGB-Gesellschaft)" von Vors. Richter am BGH Prof. Dr. Wulf Goette, original erschienen in: DStR 2006, 337 - 338.
LG Verden, 06.08.2002 - 7 O 410/00
OLG Celle, 21.05.2003 - 3 U 206/02
NJW-RR 2006, 683
ZIP 2006, 121
MDR 2006, 461
WM 2006, 177
WM 2006, 177)
BB 2006, 234
DB 2006, 154
EWiR 2006, 201
NZG 2006, 107
Eine Verpflichtung der Gesellschafter zur Abgabe von Vollstreckungsunterwerfungserklärungen ergibt sich daraus nicht (Senatsurteil vom 25. Oktober 2005 - XI ZR 402/03, WM 2006, 177, 179).
Die Vollmacht dazu ist dem Gesellschaftsvertrag, sei es für den Geschäftsbesorger auch erst in Verbindung mit dem umfassenden Geschäftsbesorgungsvertrag, immanent (Jungmann EWiR 2006, 201, 202).
Denn die Unwirksamkeit hätte lediglich die Unrichtigkeit des Grundbuchs zur Folge (§ 899a BGB, Art. 229 § 21 EGBGB), änderte aber nichts daran, dass nach dem für die Gesellschafterstellung allein maßgeblichen Gesellschaftsvertrag alle Kläger, auch die sogenannten Treuhandgesellschafter, Gesellschafter der GbR geworden sind und dementsprechend für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft analog §§ 128, 130 HGB haften (vgl. schon BGH, Urteil vom 25. Oktober 2005 - XI ZR 402/03, ZIP 2006, 121 Rn. 2, 17).
Dies gilt in gleicher Weise auch für Gesellschafter einer kreditnehmenden Fondsgesellschaft (siehe Senatsurteile vom 2. Dezember 2003 - XI ZR 421/02, WM 2004, 372, 375 f., vom 15. Februar 2005 - XI ZR 396/03, WM 2005, 1698, 1700 f., vom 25. Oktober 2005 - XI ZR 402/03, WM 2006, 177, 178 f. …und vom 17. Oktober 2006 - XI ZR 19/05, aaO S. 64 und XI ZR 185/05, aaO S. 113).
Die akzessorische Haftung der Kläger für die Darlehensverbindlichkeiten der GbR in Höhe ihrer kapitalmäßigen Beteiligung begründet ebenso wie jede andere Verbindlichkeit nicht die Verpflichtung, ein entsprechendes abstraktes vollstreckbares Schuldanerkenntnis gegenüber der Beklagten als kreditgewährender Bank abzugeben und sich insoweit der sofortigen Zwangsvollstreckung in das gesamte Privatvermögen zu unterwerfen (Senatsurteile vom 25. Oktober 2005 - XI ZR 402/03, WM 2006, 177, 179 und vom 17. Oktober 2006 - XI ZR 19/05, WM 2007, 62, 67).
Nur so war die zur Verwirklichung des Gesellschaftszwecks notwendige Objektfinanzierung in Millionenhöhe, die durch eine Bank auf andere Weise grundsätzlich nicht zu erlangen ist (vgl. Senatsurteile vom 25. Oktober 2005 - XI ZR 402/03, WM 2006, 177, 179), zu erreichen.
Aus diesem Grundsatz, der in gleicher Weise auch für Gesellschafter einer Fondsgesellschaft gilt (Senatsurteile vom 2. Dezember 2003 - XI ZR 421/02, WM 2004, 372, 375 f., vom 15. Februar 2005 - XI ZR 396/03, WM 2005, 1698, 1700 f. und vom 25. Oktober 2005 - XI ZR 402/03, WM 2006, 177, 179), vermag die Beklagte aber schon deshalb für sich nichts herzuleiten, weil die von ihr mit der GbR geschlossenen Darlehensverträge eine Verpflichtung der Gesellschafter zur Abgabe von Vollstreckungsunterwerfungserklärungen nicht enthalten.
bbb) Diese Vereinbarungen sind dahin zu verstehen, dass die R. GmbH als Geschäftsführerin der Grundstücksgesellschaft nicht nur deren persönliche Haftungsübernahme und Unterwerfung unter die sofortige Zwangsvollstreckung in Höhe des vollen Grundschuldbetrages erklärt hat, sondern darüber hinaus auch entsprechende, auf die jeweiligen Beteiligungsquoten beschränkte Erklärungen der Gesellschafter abgegeben hat (vgl. BGH WM 2006, 177 ff., Rdnr. 18, zit. nach juris).
Die mit der kreditgebenden Bank getroffene Abrede stellt daher für die Gesellschafter bei wertender Betrachtung keinen Vertrag zu Lasten Dritter dar (vgl. BGH WM 2006, 177 ff., Rdnr. 19 ff., zit. nach juris).
cc) Dass sich ein mit dem persönlichen Kreditnehmer identischer Grundschuldbesteller für Bankschulden der Zwangsvollstreckung in sein gesamtes Privatvermögen unterwerfen muss, entspricht jahrzehntelanger und von der höchstrichterlichen Rechtsprechung gebilligter Praxis; soweit dies formularvertraglich geschieht, liegt hierin kein Verstoß gegen die §§ 3, 9 AGBG (…vgl. BGH WM 2005, 1698 ff., Rdnr. 26 m. w. N.; WM 2006, 177 ff., Rdnr. 21, jeweils zit. nach juris).
Die im Streitfall entscheidungserheblichen Rechtsfragen sind insbesondere durch Urteile des XI. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs aus jüngerer Zeit geklärt (vgl. BGH WM 2004, 372 ff.; WM 2005, 1698 ff.; WM 2006, 177 ff.).
Es ist deshalb aus wirtschaftlicher Sicht zwingend, diese Haftung auf ein wirtschaftlich vertretbares Maß zu beschränken (BGH WM 2006, 177ff.).
Aus dem Umstand, dass die Gesellschafter für die Darlehensschuld der GbR nach ständiger Rechtsprechung des BGH gemäß §§ 128, 130 HGB (analog) akzessorisch persönlich und mit ihrem Privatvermögen haften, ergibt sich keine Verpflichtung der Gesellschafter zur Abgabe von Vollstreckungsunterwerfungserklärungen (BGH DStR 2007, 209, 214; BGH, Urteil vom 25.10.2005, XI ZR 402/03, DStR 2006, 335, 337).
Soweit der BGH die von den Gesellschaftern dem geschäftsführenden Gesellschafter oder Geschäftsbesorger erteilte Vollmacht insoweit für wirksam erachtet hat, als sich die von ihnen vertretenen Gesellschafter der kreditnehmenden GbR gegenüber der Bank (in den vom BGH entschiedenen Fällen jeweils im Darlehensvertrag) zur Abgabe vollstreckbarer Schuldanerkenntnisse in Höhe der kapitalmäßigen Beteiligungen verpflichtet hatten (NJW 2004, 839; WM 2005, 1698; DStR 2006, 335), beruhte die Annahme der Wirksamkeit der erteilten Vollmacht, wie der BGH in seiner Entscheidung DStR 2007, 209, 214 hervorgehoben hat, maßgeblich darauf, dass die Abgabe derartiger Erklärungen der Gesellschafter in den dortigen Gesellschaftsverträgen der GbR ausdrücklich vorgesehen war.
Der Kläger kann sich nach § 242 BGB gegenüber den Beklagten nicht auf die Nichtigkeit der Vollstreckungsunterwerfung berufen, da die mit der Rechtsvorgängerin der Beklagten zu 3) geschlossenen Kreditverträge die Verpflichtung des Klägers vorsehen, die persönliche Haftung zu übernehmen und sich der sofortigen Zwangsvollstreckung in sein Privatvermögen zu unterwerfen (vgl. BGH NJW-RR 2006, 683; BGH WM 2005, 1698, 1700; WM 2004, 372, 375).
Zwar ergibt sich die Verpflichtung zur Abgaben einer Unterwerfungserklärung nicht schon aus §§ 128, 130 HGB (BGH NJW-RR 2006, 683, 684).
Eine Heilungsmöglichkeit unter dem Gesichtspunkt des Vertrauensschutzes des Geschäftsgegners gemäß §§ 171 ff. BGB scheidet hier von vornherein aus (BGH, Urteil vom 25.10.2005 - XI ZR 402/03 m. w. N.).