Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4171.htm
Timestamp: 2018-12-11 18:48:02
Document Index: 296293276

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 64', '§ 22', '§ 33', '§ 2', '§ 33', '§ 4', '§ 5']

4.171 Hengelesweiher
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Hengelesweiher« vom 2.August 1990 (GBl. v. 29.09.1990, S. 290).
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBI. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBI. S. 199), und von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr. 4 Landesjagdgesetz in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBI. 1979 S. 12) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Isny im Allgäu, Gemarkung Großholzleute, Landkreis Ravensburg, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Hengelesweiher«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 54,4 ha. Es umfaßt auf Gemarkung Großholzleute:
· a) Flur 2 (Burkwang) die Flurstücke Nr. 105 g (teilweise -tw-), 135/2, 136/1, 138/1, 138/2 tw, 142/1, 142/2, 142/3, 143/3, 144 mit Gebäude Nr. 117, 145/ 1, 145/2, 145/3, 145/4, 146, 147, 148, 150, 150/1 (Weg), Feldweg (FW) Nr. 1 tw, FW Nr. 2 tw, FW Nr. 3, FW Nr. 6, FW Nr. 9 tw sowie den Bach Nr. 1 und das Gewässer Nr. 2 tw (Flst. Nr. 97 tw und 97/3 tw);
· b) Flur 4 (Simmerberg) die Flst. Nr. 4/2, 4/3, 4/4, 4/9, 5, 6/2, 6/3, 6/4 (Weg), 7, 8 und 9/1 tw.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 11.Juli 1990 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und rot angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen und beim Landratsamt Ravensburg in Ravensburg auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung des Hengelesweihers, seiner charakteristischen Verlandungszonen und der sich anschließenden Riedgebiete als prägende Elemente der Kulturlandschaft im Naturraum und als ökologisch hochwertiges Lebensraummosaik einer artenreichen und zum Teil hochgradig bedrohten Tier- und Pflanzenwelt im Verbund der
oberschwäbischen Feuchtgebiete.
12. das Baden im Hengelesweiher südlich der in die Schutzgebietskarte eingezeichneten Linie. Das Baden im Hengelesweiher ist nur vom nicht zum Schutzgebiet gehörenden Teil des Flurstücks Nr. 9/1 der Flur 4 (Simmerberg) aus gestattet;
13. den Hengelesweiher mit Wasserfahrzeugen aller Art zu befahren;
17. mit Luftfahrzeugen aller Art zu starten oder zu landen;
18. zu reiten.
b) Hochsitze nur als einfache Ansitzleitern aus naturbelassenen Rundhölzern neu errichtet werden,
c) das Ankirren von Wasserwild nicht zulässig ist und
d) die Jagd auf Wasserwild erst nach dem 1. November erfolgt;
2. für die ordnungsgemäße Ausübung der Fischerei in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß
a) ein Befischen des Hengelesweihers südlich der in die Schutzgebietskarte eingezeichneten Linie und des Bachs Nr. 1 zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni nicht zulässig ist,
b) höchstens 20 Fischerboote gestattet sind und
c) der Wasserspiegel des Hengelesweihers für die Mahd der Streuwiesen zwischen dem 15. August und dem 30. September abgesenkt werden muß;
3. für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung einer Teilfläche des Flst.Nr. 105 g der Flur 2 in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;
a) im kartierten Feuchtgebiet auf den schraffiert dargestellten Flächen eine zweimahdige Nutzung ohne Einsatz von flüssigem Wirtschaftsdünger (Gülle, Jauche, Schwemmist) und auf den übrigen Feuchtgebietsflächen nur eine Streuwiesennutzung (keine Düngung und die Mahd nicht vor dem 1. September) zulässig ist,
b) auf den außerhalb des Feuchtgebiets schraffiert dargestellten Flächen das Ausbringen von flüssigem Wirtschaftsdünger nicht zulässig ist und
c) die übrigen Grünlandflächen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang bewirtschaftet werden können;
5. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Entwässerungsgräben und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen einschließlich der Bootsanlegestelle für die Fischerboote und der zwei Angelstege in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung. Die Entwässerungsgräben sollen nur zwischen dem 15. September und dem 15. November geräumt werden;
6. für das Eislaufen im bisherigen Umfang;
7. für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle - im Wald im Einvernehmen mit dem zuständigen staatlichen Forstamt - veranlaßt werden;
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 33 Ab,-2 Nr. 4 des Landesjagdgesetzes handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 und § 5 Nr. 1 die Jagd ausübt.
TÜBINGEN, den 2. August 1990