Source: https://www.suedwestbank.de/final-wAssets/docs/e-paper/berichte/2016_geschaeftsbericht/index.html
Timestamp: 2018-11-15 21:47:51
Document Index: 162535154

Matched Legal Cases: ['§ 312', '§ 312', '§ 340', '§ 340', '§ 17', '§ 18', '§ 291', '§ 325', '§ 340', '§ 340', '§ 6', '§ 6', '§ 253', '§ 253', '§ 249', '§ 256', '§ 340', '§ 340', '§ 253', '§ 286', '§ 253', '§ 274', '§ 340', '§ 340', '§ 172', '§ 172', '§ 286', '§ 312', '§ 317']

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Unabhängig – im Geist
Energiehof Weitenau – mit Biogas gewachsen
Alltägliche Symbole der Unabhängigkeit
Stipendium Hohenheim
Zollern – mit Metall zum Global Player
Gedanken von Dr. Wolfgang Kuhn
1. Lagebericht und Jahresabschluss
II. Geschäftstätigkeit und Entwicklung der SÜDWESTBANK AG
IV. Gesamtbanksteuerung
VI. Voraussichtliche Entwicklung sowie Chancen und Risiken der SÜDWESTBANK AG
G e s c h ä f t s b e r i c h t . 2 0 1 6 . Unabhängigkeit
Inhalt Brief des Vorstandes Über Unabhängigkeit Lagebericht und Jahresabschluss Organisation 2 6 30 95 Die SÜDWESTBANK auf einen Blick Bilanzsumme (in Mio. EUR) Geschäftsvolumen (in Mio. EUR) Kreditvolumen (in Mio. EUR) Kundengelder (in Mio. EUR) Kundendepotvolumen (in Mio. EUR) Wertpapierbestand (in Mio. EUR) Bilanzielles Eigenkapital (in Mio. EUR) Geschäftsstellen Mitarbeiter 2016 7.439 8.097 4.853 5.613 8.591 1.847 720 28 649 2015 7.101 7.783 4.703 5.413 8.960 1.912 673 28 647
Besonnenheit und Verbindlichkeit gehören vielleicht zu den Tugenden, die am ehesten für Zuversicht und Sicherheit in unruhigen Zeiten sorgen können. Tugenden, mit denen wir als mittelständische Privatbank seit jeher unsere Geschäfte betreiben. So haben wir auch 2016 mit Ruhe und Bedacht ganz ein­ fach das getan, was wir am besten können: das uns anvertraute Vermögen im Sinne unserer Kunden zu wahren und zu mehren. Unabhängig von aktuellen Entwicklungen haben wir unsere Kennzahlen abermals gesteigert. 1
„Es gibt keine Sicherheit, nur ver­ schiedene Grade der Unsicherheit.“ Anton Pawlowitsch Tschechow 2 2016 war geprägt von zahlreichen Unsicherheiten und unerwarteten politischen Umwälzungen: das Votum der Briten gegen die EU, der Wahlsieg von Trump, das Erstarken des Populismus auch bei uns. Rückwärtsgewandte Ressentiments und Protektionismus werden wieder salonfähig – das sind beunruhigende Ent­ wicklungen. In unserem „postfaktischen“ Zeitalter schenken die Menschen Behauptungen, Spekulationen und Gefühlen möglicherweise mehr Glauben als Tatsachen. Doch 2016 war auch ein Jahr, in dem es Deutschland sehr gut ging. Die Wirtschaft wuchs, die deutschen Firmen exportierten auf Rekordniveau, der Konsum florierte. Mit der leichten Erhöhung des Leitzinses setzte die US­ Notenbank ihren Kurs der Normalisierung nach der Finanzkrise fort. Die Rahmenbedingungen für die Finanzwirtschaft gestalteten sich auch 2016 herausfordernd: Zinsen auf unverändert niedrigem Niveau belasteten die Ertrags­ kraft der Banken. Zugleich stiegen Anzahl und Komplexität der aufsichtsrechtli­ chen Vorgaben bei Kapitalausstattung, Liquidität und Banksteuerung signi fikant. Ihre Umsetzung bindet in hohem Maße Personal und Kapital.
In diesem schwierigen Fahrwasser hat sich die SÜDWESTBANK erneut gut behauptet. Entgegen dem Branchentrend haben wir wichtige Kennzahlen gestei­ gert. Unsere langjährigen Kundenbeziehungen, das solide Geschäftsmodell und die klare Ausrichtung auf den stabilen Wirtschaftsraum Baden­Württemberg erweisen sich für uns als nachhaltiger Wettbewerbsvorteil. Damit sind wir für unsere rund 100.000 Kunden im wahrsten Sinne des Wortes eine „sichere Bank“. Nach wie vor zählt die SÜDWESTBANK zu Deutschlands größten unabhängigen Privatbanken. Unsere Bilanzsumme stieg auf 7,4 Mrd. Euro. Das Kreditvolumen steigerten wir 2016 um 4,3 Prozent, während der deutsche Markt nach Angaben der Bundesbank lediglich um 3,3 Prozent wuchs. Bei den Kundeneinlagen ver­ zeichneten wir einen leichten Zuwachs um 3,8 Prozent. Das Volumen in der Vermögensverwaltung betrug zum Jahresende 969 Mio. Euro und überschritt Anfang 2017 die Milliardengrenze. Auch im Zinsüberschuss gab es eine deutli­ che Steigerung um 23,6 Prozent, die im Wesentlichen durch das Ende 2013 von unseren Eigentümern eingebrachte Beteiligungsportfolio bedingt war. Der Provisionsüberschuss entwickelte sich wie in den Vorjahren positiv und konnte nochmals um 3,4 Prozent angehoben werden. Ursache für den Anstieg sind insbesondere die Erträge aus dem Kreditgeschäft. 3
Diese guten Ergebnisse betrachten wir als Bekenntnis unserer Kunden, die unsere Unabhängigkeit und unseren Qualitätsansatz in der Beratung zu schätzen wissen. Der persönliche Kontakt und die Präsenz vor Ort sind und bleiben die tragenden Säulen unseres Geschäftsverständnisses. Seit September 2016 gehören wir zu den 4 Prozent deutscher Geldinstitute, die die Lizenz zur Emission von Pfandbriefen haben. Pfandbriefe sind besonders in unruhigen Zeiten ein wichtiges Instrument der langfristigen Refinanzierung und dienen als Grundlage unserer Immobilienkreditvergabe. Wir sind stolz, die hohen Ansprüche der Aufsicht zu erfüllen und zu den bundesweit rund 80 sichersten Banken zu zählen. 4 Für 2017 rechnen wir erneut mit einer positiven Geschäftsentwicklung. Aller­ dings werden sich die steilen Wachstumskurven der Jahre 2014 und 2015 weiter normalisieren. Sie waren der Eigenkapitalerhöhung durch unsere Eigen tümer Ende 2013 sowie den Ausschüttungen aus dem Beteiligungsportfolio geschuldet, das Anfang 2017 erfolgreich veräußert wurde. Der Verkauf gegen bar entlastet uns in den Risikoaktiva und unterstützt den moderaten Wachs tumskurs für die Zukunft.
5 Von links: Dr. Andreas Maurer (Mitglied des Vorstandes), Dr. Wolfgang Kuhn (Sprecher des Vorstandes) und Wolfgang Jung (Mitglied des Vorstandes). Unser Dank gilt vor allem unseren Kunden, von denen uns viele seit Generationen die Treue halten. Danken möchten wir darüber hinaus unseren 649 Mitarbeite­ rinnen und Mitarbeitern. Denn entscheidend für den Erfolg unseres Hauses sind ihre Leistungen und ihr täglicher Einsatz. Auch unseren Eigentümern sowie den Mitgliedern unseres Aufsichtsrates und Beirates sprechen wir für die kon­ struktive Zusammenarbeit unseren ausdrücklichen Dank aus. Die SÜDWESTBANK setzt alles daran, auch in einer unsicheren Welt weiterhin ein zuverlässiger Begleiter in allen Finanzfragen zu sein. Stuttgart, 28. Juli 2017 SÜDWESTBANK Aktiengesellschaft Der Vorstand Dr. Wolfgang Kuhn Dr. Andreas Maurer Wolfgang Jung
Un ab hän gig ke
Entdecken Sie mit uns, wie facettenreich das Thema Unabhängig- keit in Baden-Württemberg ist. Ströme und Flüsse leisten hier und anderswo seit jeher einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Auto nomie von Städten und Regionen. Auch als Geisteshaltung scheint Unabhängigkeit eine typisch schwäbische Eigenschaft zu sein. Ob erneuerbare Energien, die eigenen vier Wände, das Moun- tainbike, finanzieller Spielraum im Studium oder unternehme- rische Strukturen: Das Thema Unabhängigkeit ist so vielfältig wie die Menschen, die hier leben. Dr. Wolfgang Kuhn, Sprecher des Vorstandes der SÜDWESTBANK, erinnert in seinem Essay schließ- lich daran, dass Unabhängigkeit und Verantwortung einander stets bedingen. Wasserwege in Baden-Württemberg — 8 Unabhängig – im Geist — 12 Energiehof Weitenau – mit Biogas gewachsen — 14 Alltägliche Symbole der Unabhängigkeit — 18 Stipendium Hohenheim — 20 Zollern – mit Metall zum Global Player — 22 Gedanken von Dr. Wolfgang Kuhn — 26 hän keit
Im Fluss T r a n s p o r t w e g Verbindung Menschen haben sich schon immer an Flüssen nieder­ gelassen. Im Mittelalter zum Beispiel waren Wasser­ straßen die einzige Alterna­ tive zum Landweg, wenn es um den Transport schwe­ rer Lasten oder die Über­ brückung großer Entfernun­ gen ging. Die Verbindung und der Austausch zwischen Städten, aber auch zwischen Sprachen, Religionen und Kulturen verdankt sich den Flüssen und Strömen. Flüsse verbinden Menschen, setzen Grenzen und prä- gen Landschaften. Entlang von Flüs- sen lässt sich auch die Geschichte des Fortschritts und der Unabhängig- keit eines Landes erzählen. Grenze Nicht selten sind Flüsse aber auch Grenzen. Die baden­württembergische Reichsstadt Ulm etwa verlor im Zuge der Neuordnung Euro ­ pas durch Napoleon das rechtsseitige Donau­ ufer an Bayern. Der Rhein wiederum bildet 8 Unabhängigkeit
Wirtschaft H a n d e l s w e g In Baden­Württemberg kommt den Wasserstraßen und ihren Häfen eine wichtige Rolle als Transport­ und Handelswege zu. Das für die gewerbliche Binnen­ schifffahrt nutzbare Wasser­ straßennetz hat eine Gesamtlänge von rund 550 Kilometern und war maßgeblich am Aufschwung der Wirtschaft des Bundeslandes beteiligt. Während andernorts zu Beginn der Industrialisierung auf Kohle gesetzt wurde, kamen in Baden­Württemberg Wasserräder und Turbinen zum Einsatz. So galt etwa Heilbronn wegen seiner wasserbetriebenen Mühlen als schwäbisches Liverpool. Heute sind entlang des Neckars zahlrei­ che Weltmarktführer zu Hause. Zudem verbindet der Neckar über den Rhein das Land mit der Nordsee. T r e n n w e g bei Mannheim die Grenze zwischen Baden­ Württemberg und Rheinland­Pfalz. Kurpfälzisch aber wird in Mannheim genauso gesprochen wie in Ludwigshafen – wo Flüsse trennen, ver­ binden Brücken. g r e b m e t t r ü W ­ n e d a B n i n e f ä h r e t ü G n e f a h t u g n e s s a M r e l a n o i g e R h c a s i e r B n e f a h n i e h R g a l h c s m u r e t ü G t . o i M 7 – 6 e h u r s l r a K n e f a h n i e h R e g n ä l i a K m k 2 7 , n n o r b l i e H n e f a H
42 km Gleise 16 km Straße 1.131 ha Gesamtfläche Rheinhafen Kehl Hafen Mannheim Neckarhafen Plochingen Hafen Rheinfelden Hafen Stuttgart Binnenhafen Weil am Rhein Mainhafen Wertheim 100.000 bis 250.000 t pro Jahr Güterumschlag Arbeitsplatz für rund 3.000 Menschen Trimodaler Binnenhafen Stellfläche für ca. 2.200 TEU (Standardcontainer) 33.000 m2 Freilager 10 Unabhängigkeit
Auch als Lieferant erneuerbarer Energie haben Flüsse eine lange Tradition. Ihre Auen sind Lebensraum zahlreicher Arten. Für Menschen sind Flüsse seit jeher Sinn- bild für den Lauf der Dinge und Symbol des Lebens. Ruhepause B e w e g u n g Lebensraum Flüsse bilden ein einzigartiges Biotop. Nirgendwo sonst ist die Artenvielfalt so groß wie im, am und auf dem Wasser. Dort, wo Flüsse und ihre Auen im Laufe der Jahrhunderte durch Begradigung oder Bebauung gefährdet oder gar zerstört wurden, gibt es inzwischen erfolgreiche Bestrebungen zur Wiederherstellung lebensfähi ­ ger Ökosysteme. Auch die Menschen in den Städten ent­ decken den Fluss für sich neu: als Naherholungsgebiet und als Wohnraum in expo nierter Lage – herrliche Aussicht und Bootssteg inklusive. Nicht zuletzt erzeugt auch dies ein Gefühl von Unabhängigkeit: einfach mit dem Boot rheinauf­ wärts zu schippern, Richtung Bodensee – ganz ohne Fahrplan. S t i l l e „Man kann nicht zwei Mal in denselben Fluss steigen“, wusste schon der Vorsokra­ tiker Heraklit. Andere Was ­ ser strömen nach, alles ist in Bewegung. Darum gibt es vielleicht kaum etwas Schö­ neres und Beruhigenderes, als vom Ufer aus aufs Was­ ser zu schauen. Im Fließen steckt gleichermaßen Ver­ gänglichkeit wie Zuversicht: Nichts bleibt, alles wird.
E s w i r d u n s l e i c h t , e t w a s d u r c h z u s e t z e n , s o b a l d w i r n u r n i c h t a n s Ziel g e t r a g e n s e i n , s o n d e r n m i t e i g e n e n F ü ß e n g e h e n w o l l e n , u n d e s n i c h t a c h t e n , w e n n z u w e i l e n e i n h a r t e s S t e i n c h e n d i e Sohle d r ü c k t . Friedrich Hölderlin Geht nicht gibt es nicht Baden­Württemberg, das mit Bodenschätzen nicht reich gesegnet ist, muss auf andere Ressourcen setzen, um erfolgreich zu sein – zum Beispiel auf Men­ schen mit Ideen, Schaffenskraft und Kreativität. Und so wundert es nicht, dass das Land seit jeher die meisten Patentanmeldungen bundesweit verzeich­ net. Doch was ist es, das die Menschen hier so er finderisch macht? Wie kommen sie immer wieder auf neue Ideen? Auf Verbesserungen? Auf Lösun­ gen? Anders gefragt: Wie kommt das Neue in die Welt? Zunächst einmal durch Missstände. Dies kön­ nen kleine, alltägliche Dinge sein wie etwa die Unmöglichkeit, Schrauben in bestimmtes Material einzu drehen. So kam der Dübel in die Welt. Oder Verhältnisse grundsätzlicher Natur wie zum Beispiel die Überwindung der Langsamkeit. So trat nicht zuletzt das Auto seinen Siegeszug an. Erfolgreich ist dabei jedoch nur, wer Regeln bricht. Wer altes Den­ ken über Bord wirft und sich lossagt von Konven­ tionen und Sätzen wie „Das haben wir immer schon so gemacht“ oder „Das geht nicht“. Mit anderen Worten: Es braucht einen unabhängigen Geist. Jeman­ den, der sich frei macht von den Meinungen und Bedenken anderer. Jemanden, der an seine Ziele Probleme k a n n m a n n i e m a l s m i t d e r s e l b e n Denkweise l ö s e n , d u r c h d i e s i e e n t s t a n d e n s i n d . Albert Einstein 12 Unabhängigkeit
D e r Mut d e r Wahrheit , d e r Glaube a n d i e Macht d e s G e i s t e s i s t d i e e r s t e B e d i n g u n g d e r P h i l o s o p h i e . D e r Mensch , d a e r G e i s t i s t , d a r f u n d s o l l s i c h s e l b s t d e s H ö c h s t e n w ü r d i g a c h t e n , v o n d e r Größe u n d M a c h t s e i n e s G e i s t e s k a n n e r n i c h t g r o ß g e n u g d e n k e n . Georg Wilhelm Friedrich Hegel M e i n e Lieblingsidee w a r , d i e Lokomotive a u f d i e Straße z u s t e l l e n . I c h w o l l t e s i e a u s i h r e r Z w a n g s l ä u f i g k e i t befreien . Carl Benz glaubt und an seine Fähigkeit, sie auch zu errei ­ chen. Und der sich auch von Vorurteilen und Rück­ schlägen nicht abschrecken lässt. Dazu ist eine gewisse Beharrlichkeit nötig. Nur wer sich auch von Einschätzungen wie „Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht überschreiten – allein schon aus Mangel an verfüg­ baren Chauffeuren“ nicht von seinem Weg abbrin­ gen lässt, wird Erfolg haben. Der Satz stammt übrigens ausgerechnet von Gottlieb Daimler, dem wir bekanntlich das erste vierrädrige Kraftfahrzeug mit Verbrennungsmotor verdanken. Er hat ganz einfach Taten sprechen lassen und damit seine eige ­ ne Prognose auf spektakuläre Weise widerlegt. Die Pionierleistungen in Forschung und Entwick­ lung, die zahlreichen Innovationen, die hier hervor­ gebracht wurden und immer noch werden, und nicht zuletzt der damit verbundene wirtschaftliche Erfolg der Unternehmen in Baden­Württemberg legen den Schluss nahe, dass diese Unabhängigkeit im Geiste vor allem eine typisch schwäbische Eigen­ schaft ist. Neugier und Fantasie sind es, die Ideen zutage fördern. Mut, Eigensinn und Unabhängigkeit machen sie erfolgreich.
Der Energiehof Weitenau in Eutingen- Weitingen setzt bereits seit 2004 auf erneuerbare Energien und hat sich vom Milchviehhalter und Schweinemäster zum erfolgreichen Energiebetrieb gewandelt. Hier werden mittlerweile nicht nur Strom und Wärme erzeugt, sondern auch Treibstoff für Fahrzeuge. „Biogas macht Wir können Stro wenn andere auf Sonne warten.“ s e e V d e i r f n W i wichtiges Anliegen, ergänzt Winfried Vees. Und darin bestehe auch die eigentliche Unabhängig­ keit: die von fossilen Ressourcen. Ihr Engage­ ment hat sich ausgezahlt: 2016 erhielt Winfried Vees den CERES Award und wurde „Energie­ landwirt des Jahres“. Ihr Wissen geben Juliane und Winfried Vees heute gerne in den hofeige­ nen Seminarräumen weiter, die im ehemaligen Stallgebäude entstanden sind. m u t s h c a W Juliane und Winfried Vees, die den Aussiedler­ hof in zweiter Generation führen, suchten nach einer alternativen Möglichkeit, zu wach­ sen. „Mit Biogas können wir das Land sinnvoll nutzen, Geld verdienen und gleichzeitig der Umwelt und der Gesellschaft etwas zurückge­ ben“, freut sich Winfried Vees. 2002 hat Familie Vees die Planung ihrer eigenen Biogasanlage gestartet, zwei Jahre später wurde die Anlage in Betrieb genommen. „Im Alltag hat sich gar nicht so viel verändert. Das Vieh musste damals gemolken, gefüttert und gepflegt werden, die Biogasanlage heute fast genauso“, lacht Juliane Vees. Insgesamt zwölf Computer überwachen inzwischen die Anlage, die sich auf dem Mobil­ telefon von Winfried Vees meldet, sobald irgendetwas nicht stimmt. Die Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energien sei ihnen ein 14 Unabhängigkeit
Etwa zehn Fahrzeuge am Tag können heute bereits an der Biogas- tankstelle volltanken. t unabhängig. tro m liefern, uf Wind und f f o t s b i e r T Die Tankstelle ist für Juliane und Winfried Vees die logische Konsequenz aus ihrem Engagement für erneuerbare Energien. Auf den Feldern rund um Eutingen wächst, womit sie ihre Biogasanlage füttern: Mais, aber auch Szarvasi­Gras, die Durchwachsene Sil­ phie, Luzerne, Ackerfutter, Wildpflanzen und Gras. Für die benötigte Menge reichen die 56 Hektar Fläche des eigenen Hofs allerdings nicht aus. Ganz bewusst haben sie sich deshalb dazu entschlossen, Kollegen aus der Umgebung einzubeziehen, die für sie Energiepflanzen anbauen. Winfried Vees freut sich, dass auf diese Weise alle von den erneuerbaren Energien profitieren. Auch Pferdemist, für die Pferdebetriebe eher ein Problem, kommt in die innovative Biogas­ anlage. Der Gärrest wiederum ist ein wert­ voller Dünger, den die Bauern für den Anbau ihrer Pflanzen nutzen können. Eine nahezu perfekte Kreislaufwirtschaft.
„Als ich klein war, hatten wir noch Tiere. Ich finde es toll, dass mein Vater inzwischen ein richtiger Biogasexperte ist.“ Clemens Vees n e n o i t a r e n e G Drei Generationen leben auf dem Aussiedlerhof, den Anna und Manfred Vees 1966 am heutigen Standort erbaut haben. Anna und Manfred Vees sind glücklich, dass sie den Hof innerhalb der Familie weiterge ­ ben konnten. Dem Biogas standen sie anfangs eher skeptisch gegenüber – hatten sie doch viel Geld und Herzblut in ihre Milchkühe inves­ tiert. Heute sind sie aber stolz auf das, was aus dem einstigen Bauernhof geworden ist. Die beiden Töchter von Juliane und Winfried Vees studieren inzwischen und sind nicht an einer Übernahme des Hofs interessiert. Der Sohn macht gerade Abitur. Ob er den Hof ein mal übernehmen möchte, ist noch unklar. Biogas ist im Vergleich mit anderen erneuer­ baren Energien recht teuer und die Förderun­ g en wurden gekürzt. Wie es weitergeht, muss sich erst noch zeigen. Doch Familie Vees blickt zuversichtlich in die Zukunft: „Die Dinge ändern sich“, resümiert Winfried Vees. „Wichtig ist, dass man flexibel bleibt. Wenn Biogas irgend­ wann nicht mehr unterstützt wird, müssen wir eben einen neuen Weg einschlagen.“ Begleitet werden sie auf ihrem Weg seit Jahrzehnten von der SÜDWESTBANK. Schon bei der Aussiedlung in den 1960er­Jahren stand die Bank der Familie zur Seite. „Die Bank hat nicht nur unsere Entscheidungen immer unterstützt, wofür wir dankbar sind“, sagt Juli­ ane Vees, „sie versteht auch wirklich etwas von erneuerbaren Energien.“ Neben Biogas setzt Familie Vees auch auf Fotovoltaik. Sämt­ liche Dachanlagen (rund 140 kW) wurden ebenfalls mit der SÜDWESTBANK finanziert.
„35 Milchkühe und 400 Schweine ernähren einen nicht ewig. Man muss auch um- denken können.“ Anna Vees
Was bedeutet für unsere Mitarbeiterin- nen und Mitarbeiter Unabhängigkeit und welche persönlichen Gegenstände bringen dies zum Ausdruck? Häufig sind es ganz alltägliche Dinge, die uns das Gefühl von Frei­ heit und Unabhängigkeit geben. Es kann ein Musikstück sein oder das Wohnmobil, der Blick von einem Gipfel, der Reisepass, aber auch das Hörgerät, das endlich wieder normale Gespräche möglich macht. Unsere kleine Umfrage jedenfalls hat gezeigt: Unabhängig­ keit ist etwas ganz Persönliches. 7% Haus und Wohneigentum Willkommen zu Hause – Rückzugsort für die einen, Familienparadies für die anderen: Die eigenen vier Wände sind der Freiraum, den sich viele wünschen. 6% Taschen und Koffer Treue Begleiter – ob zum Reisen oder beim Bummel durch die Stadt, Taschen, Koffer und Rucksäcke haben einen festen Platz an der Seite unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und können manchmal echte Lebensretter sein. Einmalig spontan „Mit Polaroidbildern verbinde ich Spontanität. Nur der Augenblick zählt und die Intuition. So entstehen oft ungewöhnliche Momentauf­ nahmen von Menschen oder Umgebungen, die auch etwas von der Unabhängigkeit desjenigen erzählen, der sie gemacht hat.“ Dirk Schweiß, Vermögens­ und Gewerbekunden 18 Unabhängigkeit
Unendlich frei „In der DDR, wo ich aufgewachsen bin, wurde jedes Jahr am 1. Mai eine Taube als ‚Friedenstaube‘ gen Himmel entsandt. Damit verband ich – wie viele ande­ re damals auch – Freiheit und Unab hängigkeit.“ Kerstin Hummel, Private und Gewerbliche Finanzierungen 14% Sportausrüstung Aktivität und Ausgleich – unsere Mitar ­ beiter genießen den Sport. Sei es mit Skiern, dem Mountainbike, Tennisschlägern oder Laufschuhen, im Segelflieger oder beim Wan­ dern: Bewegung in jeder Form, so scheint es, erzeugt ein Gefühl von Unabhängigkeit. 32% Auto Immer unterwegs – das Auto steht für viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Unabhängigkeit. Ob VW­Bus oder Sport­ wagen: Hauptsache, es bringt uns, wohin wir wollen. Und vielleicht noch ein bisschen weiter. Freiraum, Spielraum, Ungebundenheit Was unsere Mitarbeiterinnen und Mit arbeiter unter Unabhängigkeit ver­ stehen, war so vielfältig, dass wir hier nur einen kleinen Ausschnitt zeigen können. Die Gegenstände, die sie noch nann ten, reichen vom Smartphone über den Reisepass bis zu den Kontakt­ linsen. Von der Freiheitsstatue in New York über den Fußballplatz bis zum Flugzeug. Die Kreditkarte darf natürlich ebenso wenig fehlen wie der Pinky Micro Scooter oder das Schulzeugnis, das berufliche Perspektiven eröffnen kann. Es ist mit dem Gefühl von Freiheit ein wenig wie mit dem Glück. Was dem einen klein und nichtig erscheint, ist für den anderen eine Unabhängig­ keitserklärung.
Jung, begabt und engagiert Die SÜDWESTBANK vergibt jedes Jahr Deutschlandsti­ pendien an begabte Studie­ rende, die sich ehrenamtlich engagieren. Tina Winter­ halder aus dem Landkreis Schwäbisch Hall ist eine von ihnen. Sie studieren im sechsten Semester Agrarwirtschaft und engagieren sich in Ihrer Freizeit ehrenamtlich. Wie bekom­ men Sie das alles unter einen Hut? Das klappt eigentlich gut. Es ist auch gar nicht so sehr eine Frage der Zeit, sondern der Einstellung. Wenn man es wirklich will, schafft man das. Ich denke, dass eine Gesell­ schaft nur funktionieren kann, wenn es weiterhin Men­ schen gibt, die sich ehrenamtlich engagieren. Denn ohne Ehrenamt gäbe es bald unsere Sportvereine, Musikver­ eine oder Kirchengemeinden nicht mehr – und ein Leben ohne sie wäre traurig. Das ist es, was mich immer wieder dazu motiviert, mich einzubringen und zu engagieren. Wofür setzen Sie sich ein? Zunächst habe ich meine demente Großmutter gepflegt. Sie hat insgesamt acht Jahre bei uns gelebt. In den letz ten beiden Jahren musste sie eigentlich rund um die Uhr betreut werden. Inzwischen ist meine Großmutter leider verstorben. Heute engagiere ich mich vor allem in der evangelischen Jugendkirche, musiziere mit den Jugend­ lichen und betreue im Sommer ein zehntägiges Zeltlager mit etwa 120 bis 150 Kindern. Welche Voraussetzungen mussten Sie für das Stipendium erfüllen? Ich habe mich an der Universität Hohenheim um ein Deutschlandstipendium beworben. Neben meinem Zeug ­ nis musste ich auch Informationen zu meiner ehren­ 20 Unabhängigkeit
Die russische Zarentochter Katharina Pawlowna, spätere Königin von Württem­ berg, hat die Universität Hohenheim gegründet. amtlichen Tätigkeit einreichen. Mit mir waren es 350 Bewer ­ ber. Ich freue mich sehr, dass ich für das Stipendium aus­ gewählt wurde. Das Stipendium verschafft Ihnen finan­ zielle Unabhängigkeit. Wie wichtig ist das auch im Zusammenhang mit Ihrem Engagement? Durch das Stipendium erhalte ich 300 Euro monatlich. Damit ist meine Miete in der WG in Stuttgart schon mal bezahlt. Das ist natürlich super. Außerdem kann ich dadurch auch weiterhin das Zeltlager im Sommer mit­ betreuen und muss nicht stattdessen jobben gehen. Mein Engagement ist also deutlich einfacher geworden durch das Stipendium. Werden Sie sich auch nach dem Stu dium ehrenamtlich engagieren? Auf jeden Fall. Ehrenamt ist eine Lebenseinstellung. Ich würde mich ja auch ohne das Stipendium engagieren. Schon als Schülerin habe ich bei uns im Ort Schwimm ­ kurse für Kinder gegeben. Heute engagiere ich mich zum Beispiel auch noch bei der SMD (Studentenmission in Deutschland). Für die Zeit nach dem Studium habe ich noch keine Pläne, was mein Engagement betrifft, ich weiß nur: Ich werde mich auf jeden Fall weiter dort ein­ bringen, wo meine Hilfe oder Unterstützung gebraucht wird. Doch erst einmal möchte ich meinen Master in Agribusiness machen. Was bedeutet Unabhängigkeit für Sie im Leben generell? Natürlich wünsche ich mir, dass ich mir später einmal keine Sorgen ums Geld machen muss. Finanzielle Unab­ hängigkeit ist schon wichtig. Sehr viel wichtiger ist mir aber ehrlich gesagt, dass ich mein Leben leben kann, wie ich es möchte. Dass ich frei von der Meinung anderer handeln und entscheiden kann – das ist für mich wirkliche Unabhängigkeit. Die SÜDWESTBANK zeichnet seit 1997 herausragende Habi litationen, Dissertatio­ nen und Abschlussarbeiten der Uni versität Hohenheim mit dem SÜDWESTBANK­Preis aus. Darüber hinaus vergibt sie seit 2007 Stipendien an begabte Studierende, die sich ehren amtlich engagieren.
Unabhängigkeit bei der Zollern GmbH & Co. KG „Unsere Entschei- dungsspielräume sind denkbar groß. Fürst Karl Friedrich von Hohenzollern hat mir von Anfang an signa- lisiert, dass er nicht in Quartalsberichten, son- dern in Generationen denkt. Das gibt uns die Freiheit, strategisch und organisatorisch wachsen zu können.“ Die Zollern GmbH & Co. KG ist mit über 300 Jahren Firmengeschichte eines der ältes­ ten Familienunternehmen Deutschlands und dabei ein echter Global Player mit 22 Stand­ orten auf vier Kontinenten und weltweit 3.000 Mitarbeitern. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Laucherthal, einer Gemeinde in der Region Bodensee­Oberschwaben, pro­ duziert unter anderem Industriegetriebe, Hubwinden, Stahlprofile, Turboladerkompo­ nenten und zahlreiche Elemente für den Maschinenbau sowie Gießereiprodukte für anspruchsvolle Anwendungen. Die ehema­ ligen Fürstlich Hohenzollernschen Hütten­ werke gehören zur Hälfte zum Fürstlich Hohenzollernschen Vermögen. Die Vorfahren von Karl Friedrich von Hohenzollern haben die Eisenschmelze am südlichen Rand der Schwäbischen Alb einst gegründet. Allein­ geschäftsführer der Zollern­Unternehmens­ gruppe ist Dr. Klaus F. Erkes. Im Gespräch Dr. Klaus F. Erkes, Geschäftsführer Zollern ist einer der größten Metallverarbeiter in der Region. In insgesamt fünf Geschäftsbereichen fertigt das Unternehmen Produkte für die Energieerzeugung, die Fahrzeugtechnik, für Luft­ und Raumfahrt, die maritime Industrie, die Baumaschinenindustrie und den Maschinenbau: vom Sand­ und Feinguss über Getriebe, Winden, Gleitlager, hydrostatische und aero­ statische Lager bis hin zu Maschinenbauelementen und Stahlprofilen. Ein breites Angebot für eine Vielzahl unterschiedlicher Branchen sorgt letztlich auch für unternehmerische Unabhängigkeit. 22 Unabhängigkeit
„Der Markt soll bekommen, was er braucht, bevor er danach fragt. Deshalb setzen wir auf kluge Menschen, nicht auf schnelles Wachstum.“ Der Erfindergeist der Mitarbeiter und die Tatsache, dass Entwickler, Einkauf, Produk­ tion, Vertrieb und Qualitätssicherung bei Zollern direkt zusammenarbeiten, und zwar gleichzeitig – nicht wie bei anderen Betrie­ ben nacheinander –, sorgen für innovative Produkte. Dr. Klaus F. Erkes nennt die elekt­ rische Winde als Beispiel. „Wir haben gespürt, dass eine Alternative zur Hydraulik gebraucht wurde, und haben uns an die Arbeit gemacht.“ So gesehen ist der Global Player auch ein durch und durch schwäbi­ sches Unternehmen. Zunächst sei die Elek­ trowinde, die heute sehr erfolgreich ist, gar nicht lukrativ gewesen. „Aber auch das ist Zollern: Wir investieren, wenn wir an eine Idee glauben.“ Die Windentechnik von Zollern half zum Beispiel, Wartungsarbeiten an der größten Turmuhr der Welt im arabischen Mekka durchzuführen. Das Ziffernblatt dieser Uhr hat einen Durchmesser von 43 Metern, der Minutenzeiger ist 22 Meter lang.
„Der tatsächliche Standortvor- teil sind die Menschen, die hier leben und arbeiten.“ Bis zur nächsten Autobahn etwa sind es 70 Kilometer: für einen Industriebetrieb eigent­ lich undenkbar. „Unsere Mitarbeiter sind hochqualifiziert und bleiben meist lange im Unternehmen. So kann Know­how aufge­ baut und weitergegeben werden“, erläutert Dr. Klaus F. Erkes. Das Unternehmen ist tief verwurzelt in der Region und stellt sich auch der Verantwortung, die damit einhergeht. Bei Zollern setzt man beispielsweise auf alter­ native Energien und recycelt Wasser. Das Unternehmen führt außerdem einen Umwelt­ report sowie eine Abfallstatistik, um zu sehen, wo Müll vermieden werden kann. Nachhal­ tigkeit habe für die Zollern GmbH & Co. KG aber auch noch eine ganz andere Dimension, erklärt Dr. Klaus F. Erkes. „Der Fortbestand unseres 300 Jahre alten Unternehmens ist uns wichtig. Zollern soll es auch im nächsten Jahrhundert noch geben.“ 24 Unabhängigkeit
„Bei allem, was wir vorhaben, ist es wichtig, eine Bank an unserer Seite zu wissen, die uns versteht.“ Kurze Wege, schnelle Entscheidungen und ein gründliches Verständnis für die Anfor­ derungen des Mittelstands prägen die Zusammenarbeit mit der SÜDWESTBANK. „In unserem Geschäft brauchen wir ganz einfach pragmatische Lösungen – auch von unserer Bank“, fasst Dr. Klaus F. Erkes das Verhältnis zusammen. Wer ständig neue Produkte entwickelt, braucht ausge­ zeichnete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Darum investiert man bei Zollern seit Jahren auch in die Aus­ bildung von Nachwuchskräften – mit klassischen Lehr­ berufen und dualen Studiengängen in Kooperation mit der Hochschule Ulm und der Dualen Hochschule Baden­Württemberg Ravensburg­Friedrichshafen.
mittelständisch verwurzelt ganzheitlich individuell traditionsreich persönlich leistungsstark fokussiert bodenständig verlässlich zuvorkommend nachhaltig 26 Unabhängigkeit
Zentraler Wert Unabhängigkeit Gedanken von Dr. Wolfgang Kuhn Die Aussicht darauf, unser Leben autonom und selbstbestimmt zu gestalten, verheißt uns Glück und Wohlergehen. Tatsächlich waren die Möglichkeiten, frei zu entscheiden, wie und wo wir leben und arbeiten möchten, noch nie so groß wie in unserer individualisierten und digitalisierten Welt. Die jüngste Geschich­ te zeigt, dass diese Verheißung enorme Kräfte freisetzt: Staaten, die das Streben ihrer Bürgerinnen und Bürger nach Freiheit und Selbstverantwortung unterdrücken, sind langfristig zum Schei­ tern verurteilt. Auch für uns als Bank ist Unabhängigkeit ein zentraler Wert. Unsere unabhängige privatwirtschaftliche Struktur mit starken Eigentümern im Hintergrund prägt unser Denken und Handeln. Die Kunden der SÜDWESTBANK spüren dies Tag für Tag. Bei der Empfehlung von Produkten beispielsweise lassen wir uns einzig von ihren Zielen und Anforderungen leiten. Bei Leistun­ gen, die einen zusätzlichen Spezialisten erfordern, arbeiten wir mit unabhängigen Kooperationspartnern zusammen. „Geld ist geprägte Freiheit“, formulierte es der russische Schriftsteller Fjodor Michailowitsch Dostojewski. In diesem Sinne sehen wir es als unsere vornehmliche Aufgabe an, zur finanziellen Freiheit unserer Kunden beizutragen. Unsere Unabhängigkeit ist jedoch auch mit Verantwortung ver­ bunden – mit Verantwortung für das uns anvertraute Vermögen, aber auch für die Region und die Menschen, die hier leben und arbeiten. Als erfolgreicher Finanzdienstleister in Baden­Würt­ temberg engagieren wir uns seit Jahren für die Belange des Gemeinwesens und fördern zahlreiche Projekte in Kultur, Kunst, Wissenschaft und Sport sowie im sozialen Bereich. Unseren Teil zu einer lebenswerten, starken und erfolgreichen Region bei­ zutragen, ist für uns nicht nur Pflicht – es ist uns ein Anliegen.
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Inhalt 30 1. Lagebericht für das Geschäftsjahr 2016 I. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen II. Geschäftstätigkeit und Entwicklung der SÜDWESTBANK AG III. Personalentwicklung IV. Gesamtbanksteuerung V. Sonstiges VI. Voraussichtliche Entwicklung sowie Chancen und Risiken der SÜDWESTBANK AG 2. Jahresabschluss Jahresbilanz Gewinn­ und Verlustrechnung Anhang für das Geschäftsjahr 2016 3. Bericht des Aufsichtsrates 4. Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers 32 36 44 47 62 63 68 70 72 89 93
31 Lagebericht für das Geschäftsjahr 2016 1
Lagebericht I. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen 32 Entwicklung der Gesamtwirtschaft Die deutsche Wirtschaft verzeichnete ein solides Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,9 % im Jahresdurchschnitt, das geringfügig höher ausfiel als im Jahr 2015 (+ 1,7 %) und 2014 (+ 1,6 %). Die Wachstumsrate liegt über dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre (+ 1,4 %). Diese waren jedoch von großen Schwankun­ gen geprägt. Die starke Zuwanderung von Schutzsuchen­ den nach Deutschland war im vergangenen Jahr ein Hauptgrund für das deutsche Wachs­ tum. Neben den privaten Konsumausgaben (+ 2,0 %) stiegen vor allem die staatlichen Konsumausgaben kräftig (+ 4,2 %) an. Kon­ junkturstützend wirkten auch die Bauinves­ titionen, welche hauptsächlich aufgrund von höheren Investitionen in Wohnbauten preisbereinigt um 3,1 % zulegten. Die Dynamik bei den Einzelhandelsumsätzen war im vergangenen Jahr mit preisbereinigt + 1,9 % nicht mehr so hoch wie noch 2015 (+ 2,7 %). Dennoch konnten im siebten Jahr in Folge Zugewinne erzielt werden. Auch die deutschen Exporte und Importe erreichten neue Höchstwerte, wuchsen jedoch nicht mehr so stark wie im Jahr 2015. 2016 wurden Waren im Wert von 1.207,5 Mrd. Euro (+ 1,2 %) exportiert sowie Waren im Wert von 954,6 Mrd. Euro (+ 0,6 %) importiert. Die Außenhandels­ bilanz erreichte im vergangenen Jahr mit 252,9 Mrd. Euro einen neuen Rekordwert. Die anhaltend hohe Zuwanderung hat in den letzten Jahren zu einem kontinuier­ lichen Anstieg der Bevölkerung in Deutsch­ land geführt. Im Jahr 2016 nahm die Bevöl­ kerung um rund 600.000 Personen zu und überstieg mit 82,8 Mio. Menschen die bis­ herige Höchstmarke aus dem Jahr 2002. Die Zahl der Erwerbstätigen mit Wohnort in Deutschland stieg 2016 um 1,0 % an und erreichte mit 43,4 Mio. Personen den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. Damit setzte sich der nun schon über zehn Jahre anhaltende Aufwärtstrend fort. Die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte sowie eine gestiegene Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung konnten nega­ tive demographische Effekte mehr als kom­ pensieren. Die Erwerbslosenquote ging von 4,3 % auf 4,0 % weiter zurück und liegt in Deutschland auf dem zweitniedrigsten Niveau in der EU. Auch die Arbeitnehmer konnten von der guten Lage am Arbeitsmarkt profi­ tieren; die Reallöhne stiegen im vergange­ nen Jahr um 1,8 %. Die Inflation, gemessen an den Verbraucher­ preisen, lag im Jahre 2016 bei 0,5 % und damit nur leicht über dem Vorjahreswert (+ 0,3 %). Maßgeblich für den sehr modera­ ten Verbraucherpreisanstieg war die Preis­ entwicklung bei den Energieprodukten (– 5,4 %). Allerdings ergab sich hier in der zweiten Jahreshälfte ein merklicher Preis­ anstieg mit entsprechenden Auswirkungen auf die Inflationsrate. Im Jahr 2016 hielt die Regierung am Konso­ lidierungskurs fest. Der deutsche Staats­ sektor beendete das Jahr mit einem Finan­ zierungsüberschuss von 19,2 Mrd. Euro, woraus sich eine staatliche Überschussquote (Anteil des Finanzierungsüberschusses am nominalen Bruttoinlandsprodukt) von 0,6 % ergibt. Einerseits entlasteten die anhalten­ den Niedrigzinsen den Staatshaushalt, ande­ rerseits stiegen die Kosten zur Betreuung der Flüchtlinge nochmals deutlich an. Die monetäre Entwicklung Das anhaltend tiefe Zinsniveau prägte auch 2016 die Geld­ und Kapitalmärkte. Die Euro­ päische Zentralbank (EZB) reduzierte den
33 Leitzins im März 2016 nochmals um 0,05 % auf 0,0 %, wo sie ihn bis zum Jahresende beließ. Dagegen setzte die amerikanische Notenbank Federal Reserve Bank (Fed) die vorsichtige Normalisierung ihrer Geldpoli­ tik nach der ersten Zinserhöhung im Jahr 2015 fort und erhöhte den Leitzins im Dezem­ ber 2016 um 0,25 % auf 0,75 %. Die Noten­ banken der anderen großen Währungs­ gebiete behielten ihren expansiven Kurs weitestgehend bei. Die Kapitalmarktzinsen für sichere Anleihen im Euroraum erreichten abermals neue Rekordtiefststände. Die Rendite einer ein­ jährigen Bundesanleihe reduzierte sich im Jahresverlauf deutlich und lag zum Jahres­ ende mit – 0,85 % weit im negativen Bereich. Im ersten Halbjahr sanken die Zinsen, vom bereits sehr niedrigen Niveau, nochmals signifikant. Die Rendite einer 10­jährigen Bundesanleihe fiel von 0,63 % zum Jahres­ ende 2015 auf zeitweise – 0,18 % in den nega­ tiven Bereich. Zum Jahresende 2016 lag sie bei 0,20 %. In Frankreich verringerte sich der Risikoaufschlag bei 10­jährigen Anleihen geringfügig, so dass die Rendite von 0,98 % zum Jahresanfang auf 0,68 % am Jahresende sank. Die Regierungskrise in Italien und die hohen Staatsschuldenstände führten dazu, dass die Risikoprämien für italienische Anlei­ hen weiter anstiegen und sich die Rendite einer 10­jährigen Anleihe im Jahresverlauf von 1,59 % auf 1,82 % erhöhte. In Spanien dagegen sorgten bessere konjunkturelle Rah­ menbedingungen für einen Rückgang der 10­jährigen Rendite von 1,76 % auf 1,40 %. Die Risikoaufschläge bei Unternehmens­ anleihen guter Bonität blieben auf niedrigem Niveau, so dass deren Renditen im Jahres­ verlauf weiter abnahmen. Gestiegenes Vertrauen in den Bankensektor sowie ein Einlagensatz bei der EZB von – 0,40 % führten dazu, dass sich auch der wichtigste Referenzzinssatz für Interbankgeschäfte weiter reduzierte. Der 3­Monats­EURIBOR lag am Jahresende bei – 0,32 %. Das Zinsniveau in den USA erhöhte sich über alle Laufzeiten. Lag die Rendite einer einjährigen US­Staatsanleihe zum Jahres­ ende 2015 noch bei + 0,60 %, so notierte sie Ende 2016 bei 0,82 %. Die Rendite einer 10­jährigen Anleihe stieg im selben Zeitraum von 2,31 % auf 2,48 %. Der Euro verlor angesichts der gegenläufigen Zinsentwick­ lung der beiden Währungsräume 3,22 % zum US­Dollar. Der Kurs stand am Jahres­ ende bei 1,052 US­Dollar. Das Votum der britischen Bevölkerung für einen Austritt aus Europa sowie deutlich gefallene Kapitalmarktzinsen belasteten das Britische Pfund merklich. Unter größeren Schwankungen konnte der Euro 15,57 % zulegen und beendete das Jahr bei 0,851 GBP. Sorgen um die weitere konjunkturelle Ent­ wicklung drückten den Ölpreis im Januar kurzzeitig unter die Marke von 30 US­Dollar pro Barrel der Marke Brent. Im weiteren Jahresverlauf erhöhte sich der Preis jedoch deutlich und notierte am Jahresende bei 56,71 US­Dollar, was einem Anstieg um 51,71 % entspricht. Unter großen unterjährigen Schwankungen konnte der Goldpreis in 2016 seine seit einigen Jahren anhaltende Schwächephase beenden und im Jahresverlauf auf 1.151,65 US­Dollar (+ 8,55 %) zulegen. In Euro verteuerte sich der Goldpreis aufgrund des schwachen Kurses zum US­Dollar um 12,17 %.
Lagebericht 34 Entwicklung der Aktienmärkte Die Aktienmärkte waren von großen unter­ jährigen Schwankungen und einem recht heterogenen Verlauf der weltweiten Börsen geprägt. Nach starken letzten Handels­ wochen verzeichneten die meisten Aktien­ märkte jedoch ein Plus zum Jahresende. Der Ölpreisverfall zu Jahresbeginn sowie schwache Konjunkturdaten aus China und die damit verbundene Angst einer weltwei­ ten konjunkturellen Eintrübung ließen zu Beginn des letzten Jahres die Kurse an den Aktienmärkten teilweise drastisch fallen. Am deutschen Aktienmarkt mussten in den ersten Wochen starke Kursverluste verkraf­ tet werden. Der deutsche Aktienindex DAX gab von seinem Jahresschlussstand 2015 bei 10.743 Punkten bis Mitte Februar auf 8.753 Punkte nach, was einem zwischenzeit­ lichen Verlust von 18,52 % entsprach. In den darauffolgenden Monaten hellte sich das weltweite konjunkturelle Bild wieder auf und der DAX notierte zeitweise deutlich über 10.000 Zählern. Das unerwartete Ergebnis des Brexit­Votums in Großbritannien und die ebenso über­ raschende Wahl von Donald Trump zum US­ Präsidenten führten nur zu kurzfristigen Kursausschlägen. Nach der Ankündigung weiterer expansiver Maßnahmen seitens der EZB markierte der DAX ein neues Jahreshoch und konnte bis zum Jahresende weiter zulegen. Zum Jahresende stand der DAX bei 11.481 Zählern und verzeichnete damit ein Plus von 6,87 %. Die zweite deutsche Börsenliga, der MDAX, erreichte mit einer Jahresperformance von 6,81 % ein nahezu identisches Ergebnis. Lediglich der TecDAX, der Index für den Technologiesektor, verzeichnete mit – 1,04 % eine negative Performance. Die US­Börsen waren in einem deutlich geringeren Umfang von den Kursrückgän­ gen zu Beginn des Jahres betroffen. Unter geringeren Schwankungen konnten die Leit­ indices Dow Jones Industrial Average und S&P 500 ein Jahresplus von 13,42 % bzw. 9,54 % verbuchen. Der Technologieindex Nasdaq legte um 7,50 % zu. Im letzten Quar­ tal profitierten kleinere und mittlere US­ Unternehmen überproportional und erreich­ ten beachtliche Zugewinne. Gründe waren vor allem die Erwartung steigender Ausga­ ben für Infrastruktur sowie die Aussage des neuen US­Präsidenten, inländische Firmen zu bevorzugen. Mit einem Zuwachs des Nikkei 225 Index um 0,42 % gehörte Japan zu den schwäche­ ren Börsenplätzen. Die Entwicklung an den Börsen in den Emerging Markets verlief sehr unterschied­ lich. Während beispielsweise der brasiliani­ sche Leitindex BVSP Bovespa um 36,94 % zulegte, verbuchten die chinesischen Aktien­ märkte (SSE A Shares) einen Rückgang um 12,22 %. Am Jahresende verbuchte der MSCI EM ein Plus von 11,19 % und konnte damit seine seit Jahren anhaltende Schwäche­ phase beenden. Nach den leichten Verlusten im Jahr 2015 beendete der MSCI World das Jahr 2016 mit einem Plus von 8,15 %. Finanzstabilität und die Entwicklung des Bankenmarkts Das seit Jahren anhaltende Niedrigzinsniveau in Verbindung mit dem geringen Wachstums­ potenzial in Europa birgt die Gefahr, dass sich die Risiken für die Finanzstabilität verstär­ ken. Durch die anhaltende Niedrigzinsphase wird der Anteil an zinsschwachen Kapital­ anlagen in den Bankbilanzen größer. Damit
35 ist ein Anstieg des Zinsniveaus zunehmend schwieriger zu verkraften. Des Weiteren besteht die Gefahr, dass Investoren bei der Suche nach Rendite Risiken systematisch unterschätzen und die Risikoprämien dem tatsächlichen Risiko nicht gerecht werden. Die Unternehmen außerhalb des Finanzsek­ tors profitierten größtenteils vom aktuellen makroökonomischen Umfeld, nicht zuletzt durch die anhaltend niedrigen Finanzierungs­ kosten. Die Insolvenzquote der Unterneh­ men hat weiter abgenommen. Die deutschen Banken reagierten auf die weiter gesunkenen Zinsen mit einem Ausbau der Fristentransformation. Dies führte zwar zu einer Stabilisierung der Ertragslage, birgt jedoch zunehmend Zinsänderungs­ und Liquiditätsrisiken. Die Vergangenheit zeigt, dass oft nach einer längeren Phase tiefer Zinsen Zinsänderungsrisiken systematisch unterschätzt werden. Der Anteil an notleidenden Krediten ist seit 2008 von 2,6 % auf 2,1 % zurückgegangen. Gleichzeitig haben die Banken ihre Kredit­ risikovorsorge von 1,4 %, gemessen an den Nettokrediten, auf 1,0 % reduziert. Das Bewertungsergebnis stützt seit 2011 die Ertragslage der Banken, dürfte sich in den kommenden Jahren aber wieder verschlech­ tern. Um zukünftige Schocks absorbieren zu können, ist eine ausreichende Kapitali­ sierung des Bankensystems notwendig. Die deutschen Banken haben ihre aggre­ gierte regulatorische Kernkapitalquote seit Ende 2007 bis zum Halbjahr 2016 von 8,8 % auf 15,7 % signifikant erhöhen können. Teil­ weise resultiert der starke Anstieg daraus, dass die Institute in Anlagen mit geringeren Kapitalanforderungen, wie zum Beispiel in Staatsanleihen, investierten. Ein Großteil der Erhöhung ist jedoch auf eine Zuführung von frischem Kapital zurückzuführen und spricht mittlerweile für einen deutlich robus­ teren Bankensektor. Der starke Aufwärtstrend bei der Immo­ bilienpreisentwicklung hielt auch in 2016 an. Allein im ersten Halbjahr verteuerte sich Wohneigentum um 5,5 %. Auch wenn es in einigen Großstädten mittlerweile zu Übertreibungen am Wohnimmobilienmarkt kommt, so ist der allgemein starke Anstieg in den letzten Jahren weder auf eine exzes­ sive Kreditvergabe noch auf eine Abschwä­ chung der Kreditvergabestandards zurück­ zuführen. Die im Frühjahr 2016 eingeführte Wohnimmobilienkreditrichtlinie wirkt dem sogar entgegen. Die Gründe sind vielmehr der knappe Wohnraum, hauptsächlich in den Ballungszentren, sowie das niedrige Zins­ niveau und damit verbundene unattraktive alternative Anlagemöglichkeiten. Die anhaltend günstigen Refinanzierungs­ bedingungen erleichterten es den öffent­ lichen Haushalten, die Verschuldungsziele einzuhalten. Der Anteil an ausstehenden Staatsanleihen mit einer negativen Rendite erreichte in Europa neue Höchststände. Diese Entwicklung entspannt zwar kurzfris­ tig die Rahmenbedingungen zur Refinanzie­ rung, setzt jedoch keine Anreize, strukturelle Defizite anzugehen und den in Europa nach wie vor großen Reformstau endlich anzupa­ cken. Diese Entwicklung wird sich langfris­ tig negativ auf die Finanzen der einzelnen Länder auswirken und bei einem Anstieg der Zinsen die Refinanzierungskosten kräf­ tig ansteigen lassen.
Lagebericht II. Geschäftstätigkeit und Entwicklung der SÜDWESTBANK AG 36 Die SÜDWESTBANK AG ist eine unabhän­ gige mittelständische Universalbank im Privatbankensektor. Wesentliche Geschäfts­ aktivitäten umfassen das Kreditgeschäft, das Einlagengeschäft und das Vermittlungs­ geschäft mit Privat­ und Firmenkunden, basierend auf einem breiten Produktport­ folio, das hauptsächlich in Baden­Württem­ berg betrieben wird. Bis Ende 2016 zählte auch das investmentorientierte Beteili­ gungsgeschäft über das Tochterunterneh­ men SWB International S.C.S. mit Sitz in Luxembourg zu den Geschäftsaktivitäten. Mit einer Bilanzsumme von 7,4 Mrd. Euro gehört die SÜDWESTBANK AG zu den größten unabhängigen mittelständischen Privatbanken in Deutschland. Die SÜDWESTBANK AG verfolgt weiterhin ihre strategische Ausrichtung als Filial­ bank mit entsprechender Präsenz vor Ort für ihre Kunden. Die Bank verfügt zum Jahresende über 28 Geschäftsstellen und acht SB­Geschäftsstellen sowie drei weitere Standorte mit Geldautomaten. Spezielle Beratungsleistungen im Bereich der Vermögensverwaltung, des Inlands­ und Auslandszahlungsverkehrs sowie der Immo­ bilienvermittlung stellt die SÜDWESTBANK AG ihren Kunden selbst zur Verfügung. Bei der Vermittlung von Ratenkrediten sowie von Bauspar­, Versicherungs­ und Wertpapier­ produkten greift die SÜDWESTBANK AG auf Produkte und die Unterstützung ihrer Vertriebspartner zurück. Neben den Kundengeschäften betreibt die SÜDWESTBANK AG Eigengeschäfte in Wertpapieren zur strategischen Allokation des Anlagevermögens und der Liquidi­ tätsreserve sowie Handelsgeschäfte zur Aus­ nutzung von kurzfristigen Marktpreis­ schwankungen. Zur weiteren Diversifika­ tion ihrer Eigenanlagen investiert die SÜDWESTBANK AG über das Tochterunter­ nehmen SWB Immowert GmbH seit 2015 in Immobilien in süddeutschen Mittel­ und Oberzentren. Zur operativen Umsetzung der Geschäftsakti­ vitäten im Markt hat die SÜDWESTBANK AG acht Kundensegmente definiert: – Privatkunden – Vermögenskunden – Gewerbekunden – Private­Banking­Kunden – Firmenkunden – Geschäftskunden – Kunden des Landwirtschafts­ und Agrargewerbes – Institutionelle Kunden Die Privat­, Vermögens­ und Gewerbekun­ den werden von vier regionalen Markt berei­ chen (Mittlerer Neckar, Baden, Bodensee­ Oberschwaben und Hohenlohe­Franken / Mittlerer Schurwald) betreut, während die Firmen­, Geschäfts­, Landwirtschafts­ und Agrarkunden, Private­Banking­ und Institu­ tionellen Kunden einer zentralen Betreuung zugeordnet sind. Diese Organisationsstruk­ tur ist die Basis für die individuelle und per­ sönliche Betreuung unserer Kunden.
37 In den Geschäftsfeldern Privat­, Vermö­ gens­ und Gewerbekunden wirkten sich der Einsatz von multidisziplinären Betreuungs­ teams aus Anlage­ und Finanzierungsspezi­ alisten sowie die Optimierung von Bera­ tungs­ und Vertriebsunterstützungsprozes­ sen in den Filialen weiterhin positiv auf den Ertrag aus. Der Gesamtertrag in diesen Geschäftsfeldern konnte 2016 nochmals um rund 1,7 Mio. Euro (+ 5,3 %) gesteigert werden. Der Aufbau der Betreuungskapazitäten in allen Geschäftsfeldern als Zeichen der Nähe zum Kunden und als Ausdruck der Stärkung der Filialstandorte hat sich – parallel zum weiteren Ausbau des Online­ Geschäfts – als erfolgreiche Strategie der SÜDWESTBANK AG bewährt. Die wiederholt ausgezeichnete Beratungs­ qualität spiegelt sich auch in einem fortge­ setzten Anstieg des Provisionsüberschusses um 1,1 Mio. Euro (+ 3,4 %) wider. Das Bestreben der SÜDWESTBANK AG, im Wett­ bewerb durch Qualität zu überzeugen, wurde in 2016 erneut unter anderem durch die wiederholten Auszeichnungen „Beste Bera­ tung in Baden­Württemberg“ und „Elite der Vermögensverwalter“ unter Beweis gestellt. Ertragslage Im Jahr 2016 hat sich die Ertragslage der SÜDWESTBANK AG sehr positiv entwickelt. Das Betriebsergebnis vor Steuern betrug 81,6 Mio. Euro und konnte im Vergleich zum Vorjahr um 17,7 Mio. Euro (+ 27,7 %) gesteigert werden. Der Jahresüberschuss des abgelaufenen Geschäftsjahres liegt mit 56,5 Mio. Euro ebenfalls deutlich über dem Vorjahreswert (+ 10,7 Mio. Euro). Die Ertragslage der Bank stellt sich im Vorjahresvergleich wie folgt dar: Zinsüberschuss Provisionsüberschuss Handelsergebnis Verwaltungsaufwendungen a) Personalaufwendungen b) andere Verwaltungsaufwendungen Abschreibungen auf das Anlagevermögen Sonstige betriebliche Erträge / Aufwendungen und sonstige Steuern Betriebsergebnis vor Risikovorsorge- / Bewertungsergebnis Risikovorsorge- / Bewertungsergebnis Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Außerordentliches Ergebnis / Teilgewinnabführung Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Jahresüberschuss 2016 TEUR 159.616 33.474 8.934 – 54.777 – 35.378 – 4.877 – 1.858 105.134 14.818 – 38.000 81.952 – 350 – 25.078 56.524 2015 TEUR 129.166 32.385 4.645 – 52.629 – 29.606 – 4.075 2.859 82.745 – 18.470 0 64.275 – 350 – 18.096 45.829
Lagebericht 38 Der Zinsüberschuss ist 2016 um insgesamt 30,4 Mio. Euro (+ 23,6 %) auf 159,6 Mio. Euro angestiegen. Dies beruht auf einem kon­ stanten Zinsüberschuss aus dem Bankge­ schäft und einem Anstieg der Ausschüttungen aus dem Beteiligungsportfolio des Tochter­ unternehmens SWB International S.C.S. auf 56,9 Mio. Euro (+ 30,3 Mio. Euro). Der Provisionsüberschuss konnte im Ver­ gleich zum Vorjahr erneut gesteigert werden und legte um 1,1 Mio. Euro (+ 3,4 %) auf 33,5 Mio. Euro zu. Dazu trugen vor allem Dienstleistungserträge aus dem Kredit­ geschäft bei, die durch verstärkte Vermittlung von Darlehen an die Vertriebspartner um ca. 1,8 Mio. Euro gesteigert werden konnten. Im Bankgeschäft erhöhte sich der Kondi­ tionsbeitrag aus dem Kundengeschäft aktiv um rund 10 Mio. Euro auf 80,0 Mio. Euro. Maßgeblich hierfür war die Ausweitung des Kreditvolumens um 174 Mio. Euro bei einer gleichzeitigen Verbesserung der Marge um 0,10 Prozentpunkte. Auch die Kundenein­ lagen konnten um 205 Mio. Euro gesteigert werden, wobei die Marge, bedingt durch die Niedrigzinsphase, um 0,24 Prozentpunkte zurückging. Der Konditionsbeitrag aus dem Kundengeschäft passiv reduzierte sich dage­ gen um 8,3 Mio. Euro auf 11,9 Mio. Euro. Positiv entwickelte sich auch das Wert­ papiergeschäft in den Geschäftsfeldern Ver­ mögenskunden, Private Banking und Firmenkunden. Die Erträge konnten hier insgesamt um 1,4 Mio. Euro gesteigert werden. Im Auslands­ (– 10 %), im Bauspar­ (– 21 %) und im Versicherungsgeschäft (– 23 %) waren die Erträge rückläufig. Im Einzelnen entwickelte sich der Provisions­ überschuss wie folgt: Provisionsüberschuss Überschuss aus Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäften Vermittlungserträge Überschuss aus dem Zahlungsverkehr Sonstige Geschäfte Gesamt 2016 TEUR 17.014 10.709 4.542 1.209 33.474 2015 TEUR 16.551 9.609 4.443 1.782 32.385 Das Nettoergebnis des Handelsbestands erhöhte sich nach Berücksichtigung der vorzunehmenden Risikoabschläge um 4,3 Mio. Euro (+ 92,3 %) auf 8,9 Mio. Euro. Sämtliche Wertpapiere des Handelsbe­ stands wurden mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Verwaltungsaufwendungen inklusive der Abschreibungen auf das Anlagevermö­ gen sind im vergangenen Jahr deutlich um 8,7 Mio. Euro auf 95,0 Mio. Euro gestiegen. Die Personalaufwendungen erhöhten sich aufgrund des planmäßig verlaufenen Aufbaus der Mitarbeiterkapazitäten im abgelaufenen
39 Jahr um 2,1 Mio. Euro (+ 4,1 %). Die ande­ ren Verwaltungsaufwendungen nahmen um 5,8 Mio. Euro (+ 19,5 %) zu. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus weiter gestie­ genen Regulierungskosten sowie fortge­ setzten Investitionen in die Modernisierung der Infrastruktur der Bank. Das sonstige betriebliche Ergebnis belief sich im Jahr 2016 auf – 1,9 Mio. Euro und war durch Aufwendungen aus der Korrektur von Kapitalrückzahlungen eines Fonds und Zinsen aus Steuerschulden aufgrund der steuerlichen Betriebsprüfung gekennzeichnet. Aufgrund eines niedrigeren Risikovorsorge­ bedarfs und der Realisierung stiller Reserven aus den Eigenanlagen zur Stärkung des Eigenkapitals ergibt sich insgesamt ein posi­ tives Risikovorsorge­ und Bewertungsergeb­ nis von 14,8 Mio. Euro (Vorjahr: negatives Ergebnis mit – 18,5 Mio. Euro). Das außerordentliche Ergebnis in Höhe von – 0,3 Mio. Euro geht auf Zuführungen in Höhe eines Fünfzehntels des Unterschieds­ betrags aus der Neubewertung von Pensions­ rückstellungen zurück. Dieser Unterschieds­ betrag resultiert aus den geänderten Bewertungsvorschriften für Pensionsrückstel­ lungen aufgrund des Bilanzrechtsmoderni­ sierungsgesetzes (BilMoG). Vermögens- und Finanzlage Das Geschäftsvolumen der SÜDWESTBANK AG konnte im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Mrd. Euro (+ 4,03 %) auf 8,1 Mrd. Euro gesteigert werden. Die Bilanzsumme erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 4,8 % auf 7,4 Mrd. Euro.
Lagebericht 40 Die SÜDWESTBANK AG entwickelte sich im Einzelnen wie folgt: Gesamtgeschäft Bilanzsumme Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungen Unwiderrufliche Kreditzusagen Geschäftsvolumen 2016 TEUR 2015 TEUR 7.439.260 7.101.374 143.736 514.477 134.911 547.354 8.097.473 7.783.639 Die Eventualverbindlichkeiten aus Bürg­ schaften und Gewährleistungen nahmen um 6,5 % zu, wohingegen sich die unwiderruf­ lichen Kreditzusagen mit – 6,0 % rückläufig entwickelten. Außerbilanzielle Geschäfte (Nominalbeträge) Zinsswaps Optionen auf Zinsswaps Caps Floors 2016 TEUR 2015 TEUR 2.340.062 2.318.366 93.500 98.840 3.737 123.500 86.589 14.947 Sämtliche außerbilanziellen Geschäfte der Bank dienen der Zinsbuchsteuerung. Im Rahmen der Aktiv­Passiv­Steuerung wer­ den aktuell bestehende Aktiv­ und Passiv­ überhänge mit außerbilanziellen Geschäften abgesichert beziehungsweise gesteuert. Neben den bilanziellen Geschäften sind die derivativen Finanzinstrumente in die ganzheitliche Zinsbuchsteuerung der Bank einbezogen.
41 Wesentliche Aktivstrukturen Forderungen Die SÜDWESTBANK AG hat ihr Kredit­ volumen 2016 um 149,9 Mio. Euro (+ 3,2 %) ausgeweitet. Ausschlaggebend hierfür war der Anstieg der Forderungen an Kunden um 174,0 Mio. Euro (+ 4,3 %). Die Versorgung ihrer Kunden mit der benötigten Liquidität ist für die SÜDWESTBANK AG weiterhin ein zentrales Anliegen. Wertpapiere Die Wertpapieranlagen wurden gegenüber dem Vorjahr um 64,9 Mio. Euro (– 3,4 %) reduziert. Vorrangiger Grund ist ein Volumen­ abbau bei den Wertpapieren der Liquiditäts­ reserve um 60,9 Mio. Euro (– 5,7 %) sowie bei den Wertpapieren des Handelsbestands um 57,1 Mio. Euro (– 59,8 %). Die Wertpa­ piere des Anlagevermögens wurden dage­ gen um 53,2 Mio. Euro (+ 7,2 %) ausgeweitet. Im Zuge der Liquiditätsdisposition gingen die Forderungen an Kreditinstitute um 136,9 Mio. Euro oder 36,7 % zurück. Wertpapiere Anlagevermögen Liquiditätsreserve Handelsbestand Gesamt 2016 TEUR 793.426 1.014.829 38.410 1.846.665 2015 TEUR Veränderung in TEUR Veränderung in % 740.268 1.075.743 95.549 1.911.560 53.158 – 60.914 – 57.139 – 64.895 7,2 – 5,7 – 59,8 – 3,4 Zum Jahresende 2016 setzte sich der Wert­ papierbestand in den Kategorien Anlage­ vermögen und Liquiditätsreserve aus Schuldverschreibungen und anderen fest­ verzinslichen Wertpapieren im Wert von 1.380,5 Mio. Euro sowie Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren im Wert von 427,8 Mio. Euro zusammen. Im Handelsbestand befanden sich vorwiegend Anleihen und Schuldverschreibungen (34,7 Mio. Euro) sowie zu einem geringeren Teil Aktien und andere nicht festverzins­ liche Wertpapiere (3,7 Mio. Euro).
Lagebericht 42 Anteile an verbundenen Unternehmen Die Anteile an verbundenen Unterneh­ men beliefen sich zum Jahresende auf 253,7 Mio. Euro. Hierin enthalten ist im Wesentlichen die Beteiligung an der Tochter SWB International S.C.S., Luxem­ bourg mit 216,7 Mio. Euro. Die Höhe dieser Beteiligung reduzierte sich aufgrund einer Kapitalrückzahlung an die Bank um 70 Mio. Euro. Wesentliche Passivstrukturen Passivgeschäft Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Spareinlagen Andere Verbindlichkeiten Verbriefte Verbindlichkeiten Nachrangige Verbindlichkeiten 2016 TEUR 875.921 222.836 5.332.863 57.030 88.501 2015 TEUR 816.918 204.651 5.146.079 62.095 91.038 Die Verbindlichkeiten gegenüber Kredit­ instituten erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 59,0 Mio. Euro (+ 7,2 %). Wie im Vorjahr wurden auch Offenmarkt­ geschäfte mit der EZB genutzt. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden stiegen um 205,1 Mio. Euro (+ 3,8 %). Die Spareinlagen wuchsen spürbar um 18,2 Mio. Euro (+ 8,9 %). Die anderen Verbindlichkeiten erhöhten sich um 186,9 Mio. Euro (+ 3,7 %), wobei ein deut­ liches Plus der täglich fälligen Einlagen von 697,2 Mio. Euro (+ 23,3 %) einem Rück­ gang der Verbind lichkeiten mit vereinbarter Laufzeit mit 510,3 Mio. Euro (– 23,7 %) gegenüberstand. Die verbrieften Verbindlichkeiten haben sich aufgrund von Fälligkeiten um 5,1 Mio. Euro (– 8,2 %) verringert. Auch die nachrangigen Verbindlichkeiten reduzierten sich leicht um 2,5 Mio. Euro (– 3,8 %). Die bankaufsichtsrechtliche Eigenmittel­ ausstattung und Solvabilität gemäß Meldung zum 31. Dezember 2016 hat sich wie folgt entwickelt: Anrechenbare Eigenmittel in TEUR Gesamtkapitalquote in % Kernkapitalquote in % 2016 758.934 13,62 11,90 2015 700.574 12,68 11,26
43 Die gemäß Solvabilitätsverordnung (SolvV) in Verbindung mit der Eigenmittelverord­ nung CRR (Capital Requirements Regula­ tion – Verordnung (EU) Nr. 575 / 2013) geforderte Eigenmittelunterlegung der anrechnungspflichtigen Positionen von mindestens 8 % wurde im Geschäftsjahr 2016 jederzeit deutlich übertroffen. Im Jahr 2017 reduziert sich das Kern­ kapital durch eine Entnahme aus den anderen Gewinnrücklagen in Höhe von 71,5 Mio. Euro. Gegenläufig erhöht sich das Kernkapital durch die Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken um 38,0 Mio. Euro.1) Die SÜDWESTBANK AG verfügt über aus­ reichende Refinanzierungsmöglichkeiten und darüber hinaus über ein Portfolio an EZB­fähigen Kapitalmarkttiteln, die zur Liquiditätsvorsorge im Rahmen von Offen­ marktgeschäften gehalten werden. Zum 31. Dezember 2016 betrug die Liquiditäts­ kennziffer nach Liquiditätsverordnung (LiqV), die das Verhältnis der kurzfristig verfügbaren Zahlungsmittel zu den kurz­ fristigen Zahlungsverpflichtungen angibt, 4,20. Die geforderte Mindestkennziffer von 1 wurde im gesamten Jahresverlauf einge­ halten. Die Liquidity Coverage Ratio (LCR) lag mit 100 % deutlich über der aufsichts­ rechtlichen Mindestanforderung von 70 %. Liquiditätskennziffer nach LiqV LCR in % 2016 4,20 100,0 2015 3,65 122,0 Die Zahlungsbereitschaft war zu jedem Zeitpunkt voll gewährleistet. Die Vermögens­ und Finanzlage der SÜDWESTBANK AG ist geordnet. 1) Geänderter Lagebericht. Wir verweisen auf die Ausführungen im Anhang, Abschnitt C.II. Gewinn­ und Verlustrechnung.
Lagebericht III. Personalentwicklung Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit lag zum Jahresende bei rund 11 Jahren. Fünf Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen konn­ ten im Jahr 2016 ihr 25­jähriges und weitere fünf sogar das seltene 40­jährige Dienst­ jubiläum begehen. Das Durchschnittsalter der Belegschaft beläuft sich auf 42 Jahre. Die Altersstruktur stellt sich wie folgt dar: 44 Personalstruktur Am 31. Dezember 2016 waren stichtagsbe­ zogen 649 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen (Vorjahr: 647) bei der SÜDWESTBANK AG beschäftigt, von denen 632 (Vorjahr: 630) in einem aktiven Dienstverhältnis standen. Die Anzahl der Teilzeitbeschäftigten erhöhte sich auf 110 (Vorjahr: 107), die Zahl der Auszubildenden lag bei 26 (Vorjahr: 27). Unser Nachwuchsfachkräfteprogramm absol­ vierten sieben (Vorjahr: neun) Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Der Anteil der Frauen an der Gesamtbelegschaft betrug knapp 48 %. Dauer der Betriebszugehörigkeit von Mitarbeitern 245 223 e r h a J 5 2 r e b Ü e r h a J 101 80 5 2 s i b 5 1 e r h a J 5 1 s i b 5 e r h a J 5 s i B
Das Alter der SÜDWESTBANK­Mitarbeiter 21 28 29 43 54 46 61 42 41 38 53 29 46 Über 60 11 56 bis 60 51 bis 55 46 bis 50 41 bis 45 36 bis 40 31 bis 35 26 bis 30 37 22 25 Weiblich Männlich 21 bis 25 16 43 15 bis 20 45 Frauen in Führungsposition Entsprechend dem Gesetz für die gleich be­ rechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirt­ schaft und im öffentlichen Dienst hat der Aufsichtsrat der SÜDWESTBANK AG in seiner Sitzung vom 18. Mai 2015 eine Ziel­ größe für den Frauenanteil in Aufsichtsrat und Vorstand festgelegt. Aufgrund bestehen­ der Mandate und Verträge für die bis zum 30. Juni 2017 dauernde Zielperiode wurde beschlossen, die zu dem Zeitpunkt aktuellen Quoten beizubehalten. Ferner hat der Vorstand der SÜDWESTBANK AG in seiner Vorstandssitzung vom 23. Septem­ ber 2015 Beschlüsse zum Frauenanteil auf der zweiten und dritten Führungsebene der Bank gefasst. Für die zweite Führungsebene wurde aufgrund bestehender Verträge für die bis zum 30. Juni 2017 dauernde Zielpe­ riode eine Frauenquote von 0 % festgelegt. Auf der dritten Führungsebene der Bank soll der Anteil der weiblichen Führungskräfte in der Zielperiode in einem ersten Schritt auf 22 % ansteigen. Zum Jahresende 2016 lag die Quote bei 20,4 %. Zum 31. Dezember 2016 waren insgesamt 65 Führungskräfte beschäftigt, darunter zehn weibliche Führungskräfte an bedeu­ tenden Schlüsselstellen (Filialleiterinnen und Teamleiterinnen). Weiterhin wurden fünf weibliche Stellvertreterinnen sukzessive auf Führungsaufgaben vorbereitet. Unter Berück­ sichtigung der Stellvertreterinnen belief sich die Frauenquote zum Jahresende 2016 in der zweiten Führungsebene auf 6,25 %, in der dritten Führungsebene auf 30,61 %.
Lagebericht 46 Ausbildung Von den 26 Auszubildenden der SÜDWESTBANK AG wurden 15 zu Bank­ kaufleuten ausgebildet, weitere elf studier­ ten an verschiedenen Dualen Hochschulen mit dem Ziel, den Abschluss Bachelor of Arts (B. A.), Studiengang BWL­Bank, zu erwerben. Im Jahr 2016 haben acht Auszubildende oder DHBW­Studierende ihre jeweiligen Ausbil­ dungen erfolgreich abgeschlossen, teilweise mit Preisen und Belobigungen. Frei werdende Arbeitsplätze versuchen wir so weit wie möglich durch Nachwuchs aus den eigenen Reihen zu besetzen. Darauf zielt auch unser Nachwuchsfachkräfteprogramm, in dessen Rahmen im Berichtsjahr sieben angehende Fachkräfte auf ihre zukünftigen Aufgaben­ stellungen vorbereitet wurden, ab. Außer­ dem erhielten 35 Schüler und Schülerinnen und Studenten und Studentinnen die Gele­ genheit, im Rahmen einer Berufsorientierung, eines freiwilligen oder Pflichtpraktikums die verschiedenen Bereiche des Bankge­ schäfts kennenzulernen. Die Praktikums­ dauer lag je nach Bedarf und Zielsetzung bei einer Woche bis zu sieben Monaten. Weiterbildung Im Jahr 2016 wurden die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowohl durch Präsenz­ schulungen der Frankfurt School of Finance & Management, des Instituts Sommerkorn und der SÜDWESTBANK­Coaches als auch durch WebBasedTrainings intensiv auf aktuelle Themen vorbereitet. Durchschnitt­ lich absolvierte jeder Mitarbeiter rund 3 Weiterbildungstage. Mehrere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben einen Weiterbildungsabschluss erwor­ ben, beispielsweise als Bankfachwirt / ­in (IHK) oder Betriebswirt / ­in (VWA), oder haben einen Masterstudiengang absolviert und wurden hierbei von der Bank unterstützt. Sozialleistungen Wir bieten unseren Mitarbeitern und Mit­ arbeiterinnen die Möglichkeit, eine betrieb­ liche Altersvorsorge über die R+ V Pensions­ versicherung a. G. und alternativ auch über den BVV Versicherungsverein des Bank­ gewerbes a. G. abzuschließen. Betriebliches Gesundheitsmanagement Seit dem 1. Januar 2015 bietet die SÜDWESTBANK AG ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen einen betriebsärztlichen Dienst gemeinsam mit der B.A.D. GmbH sowie ein Employee Assistance Program (EAP) gemeinsam mit der CarpeDiem24 GmbH an. Die jeweils zugehörigen Betriebsärzte besuchen regelmäßig die Filialen. Seit Feb­ ruar 2016 besitzt die SÜDWESTBANK AG einen Defibrillator, der im Erste­Hilfe­Raum der Zentrale in Stuttgart angebracht wurde. Alle Ersthelfer der Zentrale wurden entspre­ chend geschult. Zudem wurden den Mitarbeitern und Mit­ arbeiterinnen verschiedene Seminare rund um das Thema Gesundheit (zum Beispiel „Nichtrauchen – ohne Zigarette leben“ und „Ernährungs­ und Entspannungstraining“) angeboten.
47 IV. Gesamtbanksteuerung (+ 0,1 Mio. Euro), den Anstieg der Aus­ schüttung des Tochterunternehmens SWB International S.C.S. auf 56,9 Mio. Euro (+ 30,3 Mio. Euro) sowie die Steigerung des Provisionsüberschusses (+ 1,1 Mio. Euro) und des Handelsergebnisses (+ 4,3 Mio. Euro) verbesserte sich das Ergebnis vor Steuern von 63,9 Mio. Euro auf 81,6 Mio. Euro (+ 17,7 Mio. Euro). Dadurch konnte im Jahr 2016 eine Eigenkapitalrentabilität in Höhe von 12,4 % (Vorjahr: 10,2 %) erreicht werden. Die Cost­Income­Ratio konnte weiter auf 47 % gesenkt werden (Vorjahr: 50 %). Sie ergibt sich als Quotient aus den Verwal­ tungsaufwendungen und dem erweiterten Rohertrag. Die Verbesserung der Cost­ Income­Ratio ist auf die gute Ertragsent­ wicklung (+ 32,3 Mio. Euro bzw. + 18,9 %) zurückzuführen, die den Anstieg des Ver­ waltungsaufwands (+ 8,8 Mio. Euro bzw. + 10,2 %) deutlich übertrifft. Die risikoadjustierte Ertragssteuerung der SÜDWESTBANK AG und die Optimierung der Kostenstruktur stehen weiterhin im Fokus der Gesamtbanksteuerung. Als strenge Nebenbedingung wird die Risikotragfähig­ keit fortlaufend gemessen und eingehalten. Unter anderem mit Blick auf die seit dem 1. Oktober 2015 verbindlich einzuhaltende Quote der LCR werden zudem die liquiden Anlagen regelmäßig und zeitnah analysiert und Simulationsrechnungen auf der Basis von unterstellten Netto­Mittelabflüssen durchgeführt. Kernstück der Steuerung der SÜDWESTBANK AG ist ein einheitliches Kennzahlensystem. Alle Steuerungsebenen der Bank, von den Geschäftsfeldern über die Marktbereiche und Filialen bis hin zu den Kundenbetreuern, berichten fortlaufend über die geplanten und erzielten Ergebnisse und Kennzahlen. Zentrale Steuerungsgrößen sind die Eigen­ kapitalrentabilität und die Cost­Income­ Ratio. Die Eigenkapitalrentabilität ermittelt sich als Verhältnis aus dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zum bilan­ ziellen Eigenkapital des Vorjahres. Durch die konstante Entwicklung des originären Zinsüberschusses aus dem Bankgeschäft
Lagebericht 48 Risikobericht Risikomanagementsystem Wesentliche Elemente des Risikomanage­ mentsystems der SÜDWESTBANK AG sind die Risikostrategie, die Risikoinventur, das Risikotragfähigkeitskonzept sowie die Risikosteuerungs­ und ­controllingprozesse. Risikoinventur Es wird mindestens jährlich eine Risiko­ inventur durchgeführt. Dabei werden die Risiken beurteilt und ein Gesamtrisiko­ profil erstellt. Die Risiken werden anhand der Kriterien „Eintrittswahrscheinlichkeit“, „Auswirkun­ gen auf die Kapitalausstattung“, „Auswir­ kungen auf die Ertragslage“ und „Auswir­ kungen auf die Liquiditätslage“ beurteilt. Wesentliche Risiken per Ende Dezember 2016 waren: – Adressenausfallrisiko – Marktpreisrisiko – Liquiditätsrisiko – Operationelles Risiko – Beteiligungsrisiko Nach dem im Januar 2017 erfolgten Verkauf der SWB International S.C.S. wird das Beteiligungsrisiko nicht mehr als wesent­ liches Risiko definiert. Aufgrund des weiter gestiegenen Bestands an Immobilien bei der Tochter SWB Immowert GmbH wurde im Januar 2017 das Immobilienrisiko als wesent­ liches Risiko eingestuft. Risikostrategie Grundlage für das Risikomanagement in der SÜDWESTBANK AG ist die Risikostrategie. Sie enthält Vorgaben zu risikoartenübergrei­ fenden Themen wie zum Beispiel das Risiko­ tragfähigkeitskonzept oder organisatorische Regelungen (zum Beispiel Funktionstrennung). Weiterhin werden die Ziele der Risikosteue­ rung definiert und Maßnahmen zur Ziel­ erreichung dargestellt. Ebenfalls Inhalt der Risikostrategie sind die Vorgaben für die Risikosteuerungs­ und ­controllingprozesse. Zur Risikosteuerung werden auch Siche­ rungsgeschäfte eingesetzt, um die ge­ wünschte Risikopositionierung zu erzielen. Diese werden durch Limite definiert, die regelmäßig überwacht werden. Somit kann nachvollzogen werden, ob die beabsichtigte Sicherungswirkung erreicht wird. Im Wesentlichen handelt es sich bei den eingesetzten Sicherungsgeschäften um Zins­ swaps zur Steuerung des Zinsänderungs­ risikos auf Gesamtbankebene (Makroebene). Positionen aus Derivategeschäften mit Kun­ den werden durch Abschluss eines gleich­ laufenden Gegengeschäfts geschlossen. Gemäß Risikostrategie werden Währungs­ positionen aus Kundengeschäften bis auf gelegentlich auftretende Währungsspitzen geschlossen, um die hieraus entstehenden Währungsrisiken zu vermeiden. Im Eigen­ geschäft können Währungsrisiken in begrenztem Umfang im Rahmen der vor­ gegebenen Limite eingegangen werden. Zur Absicherung der Kundengeschäfte so­ wie zur Steuerung der Währungsrisiken aus Eigengeschäften kommen im Wesentlichen Devisentermingeschäfte und Devisenoptio­ nen zum Einsatz. Absicherungen erfolgen sowohl auf Makro­ als auch auf Mikroebene. Die aus Sicherungsgeschäften resultie­ renden Kontrahentenrisiken werden durch Collateral­Vereinbarungen begrenzt.
49 Risikotragfähigkeit Das Risikotragfähigkeitskonzept stellt sicher, dass den eingegangenen Risiken jederzeit ausreichend Risikodeckungs­ potenzial gegenübersteht. Risikotrag­ fähigkeitsrechnungen werden regelmäßig durchgeführt. Im Rahmen des Risikotrag­ fähigkeitskonzepts werden ein GuV­orien­ tierter Going­Concern­ und ein barwertiger Liquidations­Ansatz verfolgt. Ausgehend vom Geschäftsmodell der SÜDWESTBANK AG werden die relevan­ ten Risikofaktoren und Risikotreiber identifiziert und entsprechende Stress­ szenarien definiert. Die Stresstests der SÜDWESTBANK AG erfolgen sowohl risikoartenübergreifend als auch bezogen auf einzelne Risikoarten. Weiterhin wird zwischen hypothetischen, historischen und inversen Stresstests unterschieden. Das Risikodeckungspotenzial im Going­ Concern­Ansatz setzt sich im Wesentlichen aus dem nicht zur Erfüllung aufsichtsrecht­ licher Anforderungen benötigten Eigenkapi­ tal (abzüglich eines Risikopuffers), stillen Reserven und dem Planergebnis zusammen. Das Konfidenzniveau beträgt in der Regel 99 %, die Haltedauerannahmen liegen zwi­ schen 10 Tagen und einem Jahr. Beim risikoartenübergreifenden Stresstest werden die Auswirkungen eines schweren konjunkturellen Abschwungs („Konjunktur­ krise“) simuliert. Insgesamt stellt das Stresstestprogramm der SÜDWESTBANK AG sicher, dass Stress­ tests für alle wesentlichen Risikoarten durchgeführt werden. Im Liquidations­Ansatz stellt das barwertig ermittelte Reinvermögen (abzüglich eines Risikopuffers) die Risikodeckungsmasse dar. Das Konfidenzniveau beträgt in der Regel 99,98 %. Die Haltedauerannahmen sind generell auf ein Jahr festgelegt. Die Risikoexposures werden gemessen und den vergebenen Limiten gegenübergestellt. Die Limiteinhaltung wird überwacht. Die Risikotragfähigkeit ist dann gegeben, wenn die Risikoexposures durch die Limite und die Limite durch das Risikodeckungspoten­ zial gedeckt sind. Die quantitativen Angaben zur Risikotrag­ fähigkeit sind im Kapitel „Risikolage“ ent­ halten. Stresstests Regelmäßige Stresstests dienen der Abbil­ dung von außergewöhnlichen, aber plausi­ blen Ereignissen. Risikosteuerungs­ und ­controllingprozesse Sowohl ablauf­ als auch aufbauorganisato­ risch sind insbesondere Regelungen zur Ein­ haltung der notwendigen Funktionstren­ nungen getroffen. Die Verantwortlichkeiten für das Initiieren von risikobehafteten Geschäften sind von den Verantwortlich­ keiten für das Risikocontrolling, die Markt­ folge, die Abwicklung und das Rechnungs­ wesen getrennt. Die Geschäftsleitung der SÜDWESTBANK AG legt die Risikostrategie fest. Zudem ent­ scheidet sie über die Ausgestaltung des Risikotragfähigkeitskonzepts, über die einzubeziehende Risikodeckungsmasse und die Höhe der zu vergebenden Limite. Die Aufgaben des Risikocontrollings werden durch die Risikocontrolling­Funktion der SÜDWESTBANK AG wahrgenommen.
Lagebericht 50 Struktur Risikomanagement Aufsichtsrat Vorstand Risikoausschüsse: Ω Kreditrisikoausschuss (Turnus: vierteljährlich) Ω Marktpreisrisikoausschuss (Turnus: monatlich) Ω Betriebsrisikoausschuss (Turnus: vierteljährlich) Aufgabenzuordnung: Funktion: Ω Risikocontrolling Ω Marktfolge Ω Abwicklung Ω Rechnungswesen Ω Markt Ω Handel Ω Interne Revision Ω Compliance (inkl. Geldwäsche, Fraud und Antiterrorismus­ finanzierung) Zuständiger Fachbereich: Ω Unternehmenssteuerung Ω Kreditcenter Ω Zentrale Dienstleistungen Ω Unternehmenssteuerung Ω Marktbereiche Ω Handel & Treasury Ω Revision Ω Compliance / Geldwäsche
51 Die Risikocontrolling­ und ­steuerungs­ prozesse umfassen im Wesentlichen die – Identifikation – Quantifizierung / Beurteilung – Steuerung / Überwachung – Kommunikation von Risiken. Risikokategorien Adressenausfallrisiken Unter dem Adressenausfallrisiko wird das Risiko verstanden, dass ein Kreditnehmer (Kreditrisiko), ein Emittent (Emittenten­ risiko) oder ein Kontrahent (Kontrahenten­ risiko) seinen Zahlungsverpflichtungen nicht oder nur teilweise nachkommt. Weiter­ hin umfasst das Adressenausfallrisiko das Risiko von Wertverlusten durch Bonitäts­ verschlechterungen sowie das Länderrisiko. Letzteres bezeichnet das Risiko, dass ein Kreditnehmer / Emittent aufgrund seines Sitzes im Ausland wegen Transferproble­ men seinen Verpflichtungen nicht nachkom­ men kann. Wesentliche risikotragende Positionen sind Kundenkredite (Kreditrisiko), die Wert­ papiere des Eigengeschäfts (Emittentenrisiko) und das Derivategeschäft (Kontrahenten­ risiko). Das Länderrisiko betrifft im Wesent­ lichen die Wertpapiere des Eigengeschäfts. Identifikation Zur Risikoidentifikation im Kundenkredit­ geschäft werden im Wesentlichen die VR­Ratingverfahren, die durch den Bundes­ verband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) entwickelt wurden, eingesetzt. Im Eigengeschäft basiert die Bonitätseinschätzung im Wesentlichen auf externen Ratings, die durch eigene Analysen ergänzt werden. Zur Identifikation von Risikokonzentratio­ nen erfolgen diverse Strukturauswertungen nach den Zurechnungskriterien Bonitäten, Größenklassen, Branchen, Sicherheitenkate­ gorien und Länder. Zurechnungskriterium ist die jeweils am Kunden / Emittenten in den IT­Systemen verschlüsselte Ausprägung (zum Beispiel Bonität, Branche), beispiels­ weise die Sicherheitenart sowie der Sitz des Kunden / Emittenten. Quantifizierung / Beurteilung Wesentliche Kennzahlen sind erwartete und unerwartete Verluste. Die erwarteten Verluste werden auf Basis des Kreditvolumens, der Besicherung und der 1­Jahres­Ausfallwahrscheinlichkeit ermittelt. Die unerwarteten Verluste für das Kundengeschäft werden mit einem auf CreditRisk+ basierenden Kreditportfolio­ modell ermittelt. Für die Eigengeschäfte kommt eine Faktormethode zum Einsatz.
Lagebericht 52 Werte per 31.12.2016 In Mio. EUR Kundengeschäft Eigengeschäft Unerwartete Verluste (1 Jahr) Erwartete Verluste Konfidenz niveau 99 % Konfidenz niveau 99,98 % 31,7 1,9 38,8 9,7 71,2 19,5 Zum 31. Dezember 2016 entfallen von den Inanspruchnahmen 80,0 % auf Deutschland, 11,0 % auf den Euroraum sowie weitere 2,2 % auf EU­Länder (ohne Euro raum). Auf sonstige Länder entfallen 6,8 %. Die Inan­ spruchnahmen außerhalb Deutschlands sind im Wesentlichen durch das Eigengeschäft und die Beteiligung SWB International S.C.S. bedingt. Stellt sich im Rahmen des Kreditgeschäfts ein Engagement als ausfallgefährdet dar, wird die Bildung einer Einzelrisikovorsorge geprüft. Für ausfallgefährdete Engagements wird in der Bank grundsätzlich eine Einzel­ risikovorsorge in Höhe der nicht durch die Sicherheiten­Realisationswerte gedeckten Forderungen gebildet. Auf diese Weise werden Einzelkreditrisiken ausreichend abgeschirmt. Neben den erkennbaren Einzelrisiken im Kreditgeschäft bestehen weitere latente Ausfallrisiken. Hierfür wurde eine Pauschal­ wertberichtigung (PWB) gebildet. Stellt sich heraus, dass durch neue Erkenntnisse oder Ereignisse ein Wertberichtigungsbe­ darf bei einer bestimmten Forderung nicht mehr besteht, wird die gebildete Einzel­ risikovorsorge entsprechend den gesetz­ lichen Vorschriften (Wertaufholungspflicht) zeitnah wieder aufgelöst. Steuerung / Überwachung Zur Überwachung sind umfangreiche Limit­ systeme eingerichtet. Diese beinhalten sowohl Limite auf Einzelengagementebene als auch Portfoliolimite. Länderrisiken werden ebenfalls durch Limite überwacht. Die Einhaltung der Limite wird laufend über­ wacht. Ab definierten Limitauslastungen beziehungsweise bei Limitüberschreitungen sind entsprechende Eskalationsprozesse eingerichtet. Einmal pro Quartal tagt der Kreditrisikoaus­ schuss unter Leitung des Risikovorstandes. Aufgaben sind unter anderem die Analyse der Risikosituation und die Initiierung von Steuerungsmaßnahmen. Darüber hinaus wer­ den Maßnahmen vorbereitet, die durch den Vorstand zu entscheiden sind.
53 Die VR­Ratingverfahren unterliegen einer regelmäßigen Validierung durch das für die Entwicklung dieser Ratingverfahren zustän­ dige Unternehmen parcIT GmbH. Sofern sich Anpassungen ergeben, werden diese durch die SÜDWESTBANK AG nach Prüfung übernommen. Weiterhin erfolgen mit exter­ ner Unterstützung eigene Validierungen durch die SÜDWESTBANK AG. Unter anderem führt die SÜDWESTBANK AG ein eigenes Backtesting für den Gesamtbe­ stand durch und prüft, ob Anpassungen der verwendeten Ausfallwahrscheinlichkeiten für die Bonitätsklassen erforderlich sind. Marktpreisrisiken Unter dem Marktpreisrisiko wird der po ten­ zielle Verlust aufgrund von nachteiligen Veränderungen von Marktpreisen verstanden. Das Marktpreisrisiko umfasst Zinsände­ rungsrisiken, Währungsrisiken, Kursrisiken, Spreadrisiken und sonstige Preisrisiken (zum Beispiel Rohwarenpreisrisiko) ein­ schließlich der jeweils dazugehörenden Risiken aus Optionen. Identifikation Die Identifikation von Marktpreisrisiken erfolgt im Wesentlichen durch die Bildung des Gesamtbank­Zins­Cashflows sowie die Beobachtung der Kursveränderungen der im Bestand befindlichen Positionen. Quantifizierung / Beurteilung Wesentliche Kennzahlen sind Value­at­ Risk(VaR)­Berechnungen. Für die Kursrisi­ ken wird der VaR auf Basis eines Varianz­ Kovarianz­Ansatzes ermittelt. Dabei sind Spreadrisiken einbezogen. Für die barwer­ tige Ermittlung des VaR für das Zinsände­ rungsrisiko wird eine historische Simulation durchgeführt. Das Risikoexposure für die Zinsänderungsrisiken in der GuV­orientier­ ten Betrachtung wird anhand einer Szenario­ analyse berechnet. Werte per 31.12.2016 In Mio. EUR Zinsänderungsrisiko Kursrisiken (inkl. Optionen) Risikoexposure GuV-orientiert Konfidenzniveau 99 % Risikoexposure barwertig Konfidenzniveau 99,98 % 7,5 25,5 26,7 78,2 Aufgrund ihrer Geringfügigkeit (sowohl in Euro als auch relativ zum Gesamtrisiko) werden Optionsrisiken bei den Kursrisiken mit ausgewiesen.
Lagebericht 54 Steuerung / Überwachung Zur Überwachung sind umfangreiche Limit­ systeme eingerichtet. Die Einhaltung der Limite wird laufend überwacht. Ab definier­ ten Limitauslastungen beziehungsweise bei Limitüberschreitungen sind entsprechende Eskalationsprozesse eingerichtet. Monatlich finden Sitzungen des Marktpreis­ risikoausschusses unter Vorsitz des Vor­ standssprechers statt. Neben den anderen Vorstandsmitgliedern nehmen auch die Leiter der Bereiche Unternehmenssteuerung und Handel & Treasury sowie die zuständi­ gen Referenten aus diesen Bereichen teil. Aufgaben des Marktpreisrisikoausschusses sind unter anderem die Analyse der Gesamt­ und der Marktpreisrisikosituation, der Risikotragfähigkeit und die Initiierung von Maßnahmen zur Risikosteuerung. Zur Überprüfung der Eignung des verwen­ deten Modells zur Risikomessung wird monatlich ein kontrolliertes „Clean“­Back­ testing für Handelsgeschäfte durchgeführt. Bei einer Haltedauer von einem Tag kann somit die Marktwertveränderung zwischen dem Abschluss zweier aufeinanderfolgen­ der Handelstage ermittelt werden. Hierzu stellt die Bank der tatsächlichen Wertverän­ derung des Bestandes den mittels Modell errechneten Value­at­Risk gegenüber. Ist die tatsächliche Wertveränderung größer als der Value­at­Risk, wird von einem Aus­ reißer des Modells gesprochen. Die Beur­ teilung der Anzahl an Ausreißern erfolgt anhand des Drei­Zonen­Konzepts des Baseler Ausschusses („Baseler Ampel“). Gemäß die­ ser Bewertungsskala gilt bei einer Betrach­ tung der Backtesting­Historie von 250 Han­ delstagen, dass bis zu vier Ausreißer für die Modellgüte unbedenklich sind. Bei fünf bis neun Ausreißern („Baseler Ampel gelb“) muss geprüft werden, welche Ursachen zu der hohen Anzahl an Ausreißern geführt haben. Im Jahr 2016 bewegte sich die Zahl der Aus­ reißer im grünen und im gelben Bereich des Baseler Ampelkonzepts. Die Backtesting­ Ergebnisse werden laufend analysiert. Dabei wurden die Ursachen der jeweiligen Ausrei­ ßer vertieft untersucht. Als Ergebnis wurde festgestellt, dass die Modellgüte unverän­ dert gegeben ist. Liquiditätsrisiken Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, dass die SÜDWESTBANK AG ihren gegen­ wärtigen und zukünftigen Zahlungsver­ pflichtungen nicht fristgerecht beziehungs­ weise nicht in voller Höhe nachkommen kann (Liquiditätsrisiko im engeren Sinne). Ebenfalls dem Liquiditätsrisiko zugeordnet werden das Refinanzierungsrisiko (Risiko, dass bei Bedarf nicht ausreichend Liquidität zu den erwarteten Konditionen beschafft werden kann) und das Marktliquiditätsrisiko (Risiko, dass aufgrund unzulänglicher Markttiefe oder Marktstörungen Geschäfte nicht oder nur mit Verlusten aufgelöst werden können). Identifikation Zur Identifikation des Liquiditätsrisikos im engeren Sinne werden eine Liquiditätsab­ laufbilanz (Zeithorizont bis 12 Monate) und eine Kapitalbindungsbilanz (Zeithorizont > 12 Monate) erstellt. Die Liquiditätsablauf­ bilanz basiert auf Annahmen zum Prolonga­ tionsverhalten und Ablaufprofilen für Posi­ tionen ohne feste Laufzeit. Zusätzlich werden die geplante Geschäftsentwicklung und wesentliche nichtbilanzielle Zahlungsströme berücksichtigt.
55 Zur Abbildung unplanmäßiger Entwicklun­ gen werden Liquiditätsablaufbilanzen, unter anderem unter Berücksichtigung von höheren Mittelabflüssen und geringeren Mittelzuflüssen, erstellt. Zur Erstellung der Kapitalbindungsbilanz werden die vertrag­ lichen (Rest­)Laufzeiten herangezogen. Zur Identifizierung des Refinanzierungs­ risikos wird eine Verteuerung der in den nächsten zwölf Monaten fälligen Geld­ und Kapitalmarkt­Positionen um 100 Basis­ punkte simuliert. Weiterhin wird regelmäßig das zur Deckung von Liquiditätslücken zur Verfügung ste­ hende Funding­Potenzial ermittelt. Dieses wird in drei Liquiditätsgrade unterteilt. Die Liquidität 1. Grades steht jederzeit zur Liquiditätsschöpfung zur Verfügung. Die Liquidität 2. Grades umfasst Wertpapiere, zu deren Liquidation Marktpartner benötigt werden. Die Liquidität 3. Grades beinhaltet sonstige liquidierbare Vermögensgegenstände. Das Marktliquiditätsrisiko wird anhand von Abschlägen auf die Marktwerte der in das Funding­Potenzial einfließenden Vermögens­ gegenstände identifiziert. Quantifizierung / Beurteilung Die Quantifizierung des Liquiditätsrisikos im engeren Sinne erfolgt anhand der sich rechnerisch ergebenden Liquiditäts­Gaps. Diesen wird das freie Funding­Potenzial gegenübergestellt. Freies Funding­Potenzial per 31.12.2016 In Mio. EUR Liquidität 1. Grades Liquidität 2. Grades Liquidität 3. Grades Summe Nach Abschlägen wegen Markt- liquiditätsrisiko 1.394,5 54,0 179,9 1.628,4 Standard 1.672,2 77,1 257,0 2.006,4 Die sich aus der Liquiditätsablauf­ und der Kapitalbindungsbilanz ergebenden Liquidi­ täts­Gaps sind auch unter Berücksichtigung von Abschlägen durch das freie Funding­ Potenzial gedeckt. Weitere Kennzahlen zur Quantifizierung sind die von der Bank definierte Risiko­ to leranz, bei der die Relation von täglich fälligen Kundeneinlagen und der freien Liquidität 1. Grades ermittelt wird, die Liquiditätskennziffer gemäß Liquiditäts­ verordnung und die LCR. Die Risikotole­ ranz­Kennzahl betrug zum Berichtsstichtag 45,51 % und übertraf damit – wie bereits im gesamten Jahr 2016 – deutlich den von der Bank definierten Mindestwert von 10 %. Die Liquiditätskennziffer gemäß Liquiditäts­ verordnung lag zum Jahresende bei 4,20 und damit – wie auch im gesamten Jahr 2016 –
Lagebericht 56 weit über der Mindestanforderung von 1. Die LCR erreichte per 31. Dezember 2016 einen Wert von 100 %. Auch hier war die 2016 gültige Mindestanforderung von 70 % deutlich eingehalten. Eine wesentliche Refinanzierungsquelle sind die Kundeneinlagen. Zur Diversifizie­ rung der Laufzeiten erfolgt ein weiterer Teil der Refinanzierung über längerfristige Verbindlichkeiten gegenüber institutio­ nellen Einlegern. Das Refinanzierungsrisiko, das heißt die von der SÜDWESTBANK AG unterstellte Verteu­ erung der in den nächsten zwölf Monaten fälligen Geld­ und Kapitalmarkt­Positionen, belief sich zum 31. Dezember 2016 auf 1,2 Mio. Euro. Steuerung / Überwachung Zur Überwachung des Liquiditätsrisikos im engeren Sinne wird geprüft, ob die sich rechnerisch aus den Liquiditäts­Cashflows ergebenden Liquiditäts­Gaps durch das zur Verfügung stehende freie Funding­Potenzial gedeckt sind. Zur Sicherstellung der jederzeitigen Zah­ lungsbereitschaft erfolgt die tägliche Liquidi­ tätssteuerung durch den Bereich Handel & Treasury. Zur Minderung des Marktliquiditätsrisikos wird der Großteil der Liquiditätsreserve in EZB­fähigen Wertpapieren gehalten. Zur Überwachung des Refinanzierungs­ risikos erfolgen regelmäßige Auswertungen der Refinanzierungsstruktur. Die Analyse sowie die Veranlassung von Risikosteuerungsmaßnahmen erfolgen im monatlich tagenden Marktpreisrisikoaus­ schuss (siehe Abschnitt „Marktpreisrisiko“). Operationelle Risiken Operationelle Risiken (OpRisk) bezeichnen die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Prozessen, Menschen oder Syste­ men oder durch externe Ereignisse eintreten. Diese Definition schließt Rechtsrisiken ein, beinhaltet aber nicht strategische Risiken oder Reputationsrisiken. Identifikation Zur Identifikation von operationellen Risiken kommen eine Schadensfalldatenbank, Self­ Assessments und Frühwarnindikatoren zum Einsatz. Quantifizierung / Beurteilung Ausgehend vom langjährigen Durchschnitt der in der Schadensfalldatenbank erfassten Verluste wird eine Expertenschätzung für den auf 1­Jahres­Sicht zu erwartenden Verlust getroffen. Unerwartete Verluste werden auf Basis des Self­Assessment und der offenen Rechtsfälle ermittelt. Werte per 31.12.2016 (in Mio. EUR) Verluste (aus Schadens- falldatenbank) Erwartete Verluste Unerwartete Verluste Going Concern Unerwartete Verluste Liquidation 0,4 1,0 4,7 4,7
57 Steuerung / Überwachung Zur Überwachung sind Limite eingerichtet, denen die Risikoexposures gegenüber­ gestellt werden. Die Einhaltung wird laufend überwacht. Beteiligungsrisiko Unter dem Beteiligungsrisiko wird das Risiko von Wertverlusten bei den von der SÜDWESTBANK AG eingegangenen Beteiligungen verstanden. Weiterhin sind für die Frühwarnindikatoren Schwellenwerte definiert, deren Einhaltung regelmäßig überwacht wird. Entsprechende Eskalationsprozesse ab definierten Auslas­ tungen sind eingerichtet. Zur Steuerung der operationellen Risiken ist ein umfangreiches internes Kontrollsystem eingerichtet, dessen wesentliche Funktionen das Vier­Augen­Prinzip und die Funktions­ trennung sind. Die aus Risikosicht kritischen Arbeitsschritte in den Prozessen sind iden­ tifiziert und mit entsprechenden Kontrollen versehen. Auf Basis einer Gefährdungsana­ lyse sind unter anderem Regelungen zur Ver­ hinderung von Geldwäsche und zur Betrugs­ prävention getroffen. Zusätzlich hat die Bank ein Business Con­ tinuity Management eingerichtet, das unter anderem Notfallpläne für die kritischen Geschäftsprozesse beinhaltet. IT­Risiken wird im Rahmen des IT­Sicherheitsmanage­ ments begegnet. Vierteljährlich tritt der Betriebsrisikoaus­ schuss unter Leitung des Risikovorstandes zusammen. Aufgaben sind unter anderem die Analyse der OpRisk­Situation und die Initiierung von Steuerungsmaßnahmen. Weiterhin werden Maßnahmen vorbereitet, die durch den Vorstand zu entscheiden sind. Identifikation Im Rahmen der Risikoinventur werden die für die Risikosituation der SÜDWESTBANK AG wesentlichen Beteiligungen identifiziert. Zum Berichtsstichtag wird die Beteiligung an der SWB International S.C.S. als wesentlich eingestuft. Nach dem Stichtag erfolgte im Januar 2017 der Verkauf der SWB Interna­ tional S.C.S. Die verbleibenden Beteiligun­ gen werden aus Risikosicht als nicht wesent­ lich eingestuft. Quantifizierung / Beurteilung Die wesentlichen Risiken der SWB Inter­ national S.C.S. stellen das Adressen­ ausfall­ und das Fremdwährungsrisiko dar. Analog zum Kundenkreditgeschäft der SÜDWESTBANK AG wurden sowohl der erwartete als auch der unerwartete Ver­ lust ermittelt. Das sich auf Ebene der SWB International S.C.S. ergebende Fremd­ währungsrisiko wurde weitestgehend durch Devisentermingeschäfte abgesichert. Für das verbleibende Fremdwährungsrisiko erfolgte eine Value­at­Risk­Betrachtung unter Verwendung eines Varianz­Kovarianz­ Ansatzes. Ergänzt wurde die Risikoquanti­ fizierung durch einen pauschalen Ansatz für sonstige Risiken. Die Summe dieser Risiken stellt das Beteiligungsrisiko der SÜDWESTBANK AG dar.
Lagebericht 58 Werte per 31.12.2016 (in Mio. EUR) Erwartete Verluste Risikoexposure GuV-orientiert Konfidenzniveau 99 % Risikoexposure barwertig Konfidenzniveau 99,98 % 15,4 33,1 61,2 Steuerung / Überwachung Zur Steuerung der Beteiligungen ist ein Beteiligungs­Controlling eingerichtet, das regelmäßig deren Geschäftsentwicklung überwacht. Für die Beteiligungsrisiken sind Limite vergeben, deren Einhaltung eben­ falls überwacht wird. Bei Mehrheitsbeteiligungen entsendet die Bank Vertreter in die Aufsichtsgremien. Bei der wesentlichen Beteiligung SWB International S.C.S. ist unter anderem der Gesamtvorstand der SÜDWESTBANK AG Mitglied des Investmentcommittees, das über Investitionen von wesentlicher Bedeu­ tung entscheidet. Zur Risikosteuerung wurde für die wesent­ liche Beteiligung SWB International S.C.S. eine eigenständige Risikostrategie erstellt. Außerdem wurde regelmäßig eine separate Risikotragfähigkeitsrechnung durchgeführt. Sonstige Risiken Weitere erwähnenswerte Risiken sind die Geschäftsfeldrisiken und die Reputations­ risiken. Die sonstigen Risiken werden über einen Pauschalbetrag in die Risikotrag­ fähigkeitsrechnung einbezogen. Geschäftsfeldrisiken bestehen darin, dass geplante Erträge nicht erreicht, geplante Kosten überschritten und / oder die strategi­ schen Ziele nicht erreicht werden. Die Überwachung und Steuerung des Geschäftsfeldrisikos erfolgt im Wesentlichen über den Planungsprozess und die regel­ mäßige Ermittlung der tatsächlich erreichten Ist­Ergebnisse. Im Rahmen der monatlichen Soll­Ist­Ver­ gleiche wird die geplante der tatsächlichen Entwicklung gegenübergestellt, um bereits kurzfristig auf Abweichungen und Fehlent­ wicklungen reagieren zu können. Zur Begrenzung des Reputationsrisikos erfolgt die externe Kommunikation – insbe­ sondere gegenüber Geschäftspartnern am Geld­ und Kapitalmarkt sowie der Presse – durch definierte Ansprechpartner. Weiter­ hin wird besonderer Wert auf die Seriosität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Geschäftspartner gelegt und dies bei der Personalauswahl beziehungsweise bei einzu­ gehenden Geschäftsverbindungen berück­ sichtigt.
Risikokommunikation Die SÜDWESTBANK AG hat ein umfangrei­ ches Berichtswesen implementiert. Neben regelmäßigen standardisierten Risikoberich­ ten erfolgt bei Bedarf eine Ad­hoc­Risiko­ berichterstattung. 59 Bericht Turnus Interne Empfänger Wesentliche Inhalte Risikobericht gemäß MaRisk SWB AG vierteljährlich Aufsichtsrat, Vorstand, 2. Führungsebene Kreditrisikobericht SWB AG vierteljährlich Aufsichtsrat, Vorstand, Kreditrisikoausschuss Risikotragfähigkeit, alle Risikoarten, Limit aus­ lastungen, risikoartenübergreifende Szenario­ analysen Adressenausfallrisiko (Strukturanalysen, Risiko­ kennzahlen, Limitauslastungen, bemerkenswerte Engagements) Reporting Marktpreisrisiko (inkl. Risikotragfähigkeit) SWB AG monatlich Vorstand, Marktpreis­ risikoausschuss Risikotragfähigkeit, Marktpreisrisiko (Zinsände­ rungsrisiko, Kursrisiko, Risikokennzahlen, Limitaus­ lastungen, Stresstests) Reporting Liquiditäts­ risiko SWB AG vierteljährlich Vorstand, Marktpreis­ risikoausschuss Liquiditätsrisiko (Funding, Liquiditätsablauf bilanz, Kapitalbindungsbilanz, Limitauslastungen, Stress­ tests) Reporting OpRisk SWB AG Reporting Limitsystem für Adressenausfallrisiken SWB AG vierteljährlich vierteljährlich Vorstand, Betriebsrisiko­ ausschuss Operationelle Risiken (Schadensfälle, Risiko­ indikatoren, Self­Assessment) Vorstand, Leiter Kredit­ center, Marktbereiche, Unternehmenssteuerung Adressenausfallrisiko (Strukturanalysen, Risiko­ kennzahlen, Limitauslastungen, Stresstests) Risikocontrolling­Bericht SWB AG täglich Vorstand, Marktpreis­ risikoausschuss Ergebnisse, Risiken der Handelsgeschäfte, Limitaus­ lastungen Risikobericht SWB­Gruppe vierteljährlich Aufsichtsrat, Vorstand Risikotragfähigkeit, alle Risikoarten, Limitaus­ lastungen jeweils auf Gruppenebene Risikobericht SWB Inter national S. C. S. vierteljährlich Vorstand, GL SWB Inter national S. C. S. Risikotragfähigkeit, Risiken, Limitauslastungen der wesentlichen Beteiligung SWB International S. C. S.
Lagebericht 60 Risikolage Die Risikolage der SÜDWESTBANK AG kommt in der Risikotragfähigkeitsrechnung zum Ausdruck. GuV­orientierte Risikotragfähigkeit (Going Concern) der SÜDWESTBANK AG zum 31.12.2016 (in Mio. EUR) Eingesetztes Risikodeckungs potenzial 237,6 Risiken Adressenausfallrisiko Marktpreisrisiko Operationelle Risiken Beteiligungsrisiko Pauschale Risikoposition (für sonstige Risiken) Summe Risiken Auslastung eingesetztes Risikodeckungspotenzial Überdeckung Exposure Limit Auslastung 48,5 33,0 4,7 33,1 12,0 131,2 55,2 % 106,4 65,0 59,0 6,0 44,0 12,0 186,0 78,3 % 51,6 74,6 % 55,9 % 78,0 % 75,1 % 99,7 % 70,5 %
Barwertige Risikotragfähigkeit (Liquidationsansatz) der SÜDWESTBANK AG zum 31.12.2016 (in Mio. EUR) 61 Eingesetztes Risikodeckungs potenzial 675,4 Risiken Adressenausfallrisiko Marktpreisrisiko Operationelle Risiken Beteiligungsrisiko Pauschale Risikoposition (für sonstige Risiken) Summe Risiken Auslastung eingesetztes Risikodeckungspotenzial Überdeckung Exposure Limit Auslastung 90,7 104,9 4,7 61,2 3,8 265,3 39,3 % 410,1 120,0 201,0 10,0 68,0 6,5 405,5 60,0 % 269,9 75,6 % 52,2 % 46,8 % 90,1 % 57,8 % 65,4 % In beiden Betrachtungsweisen sind die ein­ gegangenen Risiken durch die vergebenen Limite und die Limite durch das jeweilige Risikodeckungspotenzial gedeckt. Es sind deutliche Überdeckungen vorhanden. Über die Gesamtrisikolage wird im Rahmen eines vierteljährlichen Risikoberichts infor­ miert. Empfänger sind unter anderem der Aufsichtsrat und der Gesamtvorstand. Umsetzung aufsichtsrechtlicher Anforderungen Zur Ermittlung der Eigenkapitalunterlegung gemäß CRR wendet die SÜDWESTBANK AG für Adressenausfallrisiken den Kreditrisiko­ Standardansatz und für operationelle Risiken den Basisindikatoransatz an. Hierzu nutzt die Bank die Systeme des IT­Partners Fiducia & GAD IT AG.
Lagebericht V. Sonstiges 62 Der nach § 312 AktG von der SÜDWESTBANK AG erstellte Bericht über die Beziehungen zu ver­ bundenen Unternehmen stellt abschließend fest: „Nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechts­ geschäfte mit verbundenen Unternehmen im Sinne des § 312 AktG vorgenommen wurden, hat unsere Gesellschaft in jedem Fall eine angemessene Gegenleistung erhalten. Im Berichtszeitraum (1. Januar 2016 bis 31. Dezem­ ber 2016) wurden im Interesse und auf Veran­ lassung von verbundenen Unternehmen keine Maßnahmen getroffen bzw. unterlassen, die unsere Gesellschaft benachteiligt haben.“
63 VI. Voraussichtliche Entwicklung sowie Chancen und Risiken der SÜDWESTBANK AG Für das Jahr 2017 erwartet das Kieler Insti­ tut für Weltwirtschaft (ifw­Kiel) ein Wachs­ tum der Weltproduktion von 3,5 % gegen­ über 3,1 % im zurückliegenden Jahr. Im Jahr 2018 könnte sich der Anstieg der Wachs­ tumsrate von 3,6 % weiter fortsetzen. Die Dynamik der 1990er oder 2000er wird jedoch voraussichtlich in absehbarer Zeit nicht wieder erreicht werden. Sowohl in den fortgeschrittenen Volkswirt­ schaften als auch in den Schwellenländern könnte das Wachstum des Bruttoinlands­ produkts mit 2,1 % (2016: 1,7 %) bzw. 4,7 % (2016: 4,3 %) leicht an Tempo gewinnen. Positive Impulse gehen von der weiterhin expansiven Geldpolitik, der Ausschöpfung von in der Niedrigzinsphase entstandenen Freiräumen in der Fiskalpolitik sowie einer Beschleunigung des Lohnanstiegs aus. Die politischen Entwicklungen in den USA durch den überraschenden Ausgang der Präsidentenwahl und im Vereinigten König­ reich durch die Entscheidung zum Brexit führen zu Unsicherheiten im Hinblick auf die Verlässlichkeit der beiden Staaten in politischen und wirtschaftlichen Belangen. Einschätzungen der jeweiligen kurzfris­ tigen und langfristigen Folgen gehen hier auseinander. Während Steuersenkungen, umfang­ reiche staatliche Ausgabenprogramme und die Subventionierung der heimischen Wirt­ schaft in den USA kurzfristig für Wachstums­ impulse sorgen, könnten protektionistische Maßnahmen wie die Kündigung von Handels­ abkommen oder die Errichtung von Schutz­ zöllen mittelfristig die Wachstumsmöglich­ keiten der US­Wirtschaft belasten und den Welthandel beeinträchtigen. Im Vereinigten Königreich hat sich die Kon­ junktur zunächst schnell aus der Schock­ starre der Brexit­Entscheidung erholt. Eine Lockerung der Geldpolitik, eine kräftige Abwertung des Pfund Sterling und stei­ gende Aktienkurse wirkten belebend, doch zeigen sich schon rückläufige Tendenzen in der Beschäftigung und der Produktion im verarbeitenden Gewerbe. Ohne mit der Europäischen Union ein kooperatives Verhältnis über den Austausch von Waren, Dienstleistungen und Arbeitskräften abzu­ schließen, wird das Vereinigte Königreich mittelfristig an Wachstum einbüßen. In Deutschland wird sich der seit drei Jahren andauernde Aufschwung voraussichtlich auch in den Jahren 2017 und 2018 mit Wachstums­ raten von jeweils 2,0 % (2016: 1,9 %) fort­ setzen. Maßgeblich ist vor allem die binnen­ wirtschaftliche Dynamik mit dem privaten Konsum als treibender Kraft. In den Folge­ jahren könnten die Investitionen insbeson­ dere in den Wohnungsbau und die wieder ansteigenden Exporte an Relevanz gewinnen. Für die Eurozone werden für 2017 und 2018 mit jeweils 1,7 % (2016: 1,7 %) moderatere Wachstumsraten prognostiziert. Neben wie­ der aufkeimenden wirtschaftlichen Krisen, insbesondere in Griechenland und Italien, bestehen durch die anstehenden Parlaments­ wahlen in Deutschland, Frankreich, Italien und den Niederlanden Unsicherheiten über die künftige politische und wirtschaftspoli­ tische Ausrichtung. Auch die politische Ent­ wicklung in der Türkei und die Flüchtlings­ krise werden den politischen Zusammenhalt in Europa weiter auf die Probe stellen. Die Europäische Gemeinschaft steht trotz der vielen Krisensituationen zudem vor der Her­ ausforderung, die Konsolidierung der Staats­ haushalte voranzutreiben.
Lagebericht 64 Die anhaltenden geopolitischen Konflikte, insbesondere in Syrien und der Ukraine, könnten das weltwirtschaftliche Klima eben­ falls belasten. Erste Positionierungen des amerikanischen Präsidenten haben die beste­ henden Spannungen zwischen den Groß­ mächten USA und Russland nicht verringert. Die SÜDWESTBANK AG hat in den Jahren 2014 bis 2016 auf dem Fundament der Ende 2013 erfolgten Kapitalerhöhung ihre Chancen im Kundengeschäft genutzt und das Kunden­ kreditvolumen um 1,3 Mrd. Euro und die Kun­ dengelder um 2,0 Mrd. Euro steigern können. Die SÜDWESTBANK AG stützt sich in diesem Umfeld auf ihr robustes und nachhaltiges Geschäftsmodell. Dieses beruht überwiegend auf der individuellen und persönlichen Betreuung ihrer Kunden, bei der das gegen­ seitige Vertrauen im Vordergrund steht. Der in den vergangenen drei Jahren erfolgte Personalaufbau sowie die Stärkung der Beratungskompetenz in den Filialen sind abgeschlossen. Im Jahr 2017 wird der Aus­ bau des Kreditgeschäfts im Kundensegment Gewerbe­ und Firmenkunden fortgesetzt. Die Unabhängigkeit und die hohe Qualität der Produkte sowie der Beratung stehen wei­ terhin im Fokus. Dabei wird die Ausrichtung auf die anspruchsvollen Kundensegmente weiter vorangetrieben. Eine vorausschauende Kapitalplanung unter Berücksichtigung der erhöhten aufsichtsrechtlichen Anforderungen stellt auch künftig die Risikotragfähigkeit sicher. Wir setzen uns das mittelfristige Ziel einer Eigenkapitalrentabilität vor Steuern von 4–7 % und einer Cost­Income­Ratio von 60 %. Basierend auf der Geschäftsstrategie und den einzelnen Geschäftsfeldstrategien besteht eine Jahresplanung 2017, die um eine Mittel­ fristplanung bis 2020 ergänzt wird. Die Mittelfristplanung für die Jahre 2017 bis 2020 geht nun von einem moderaten Wachs­ tum des Kreditgeschäfts im Rahmen der gül­ tigen Risikostrategie um rund 300 Mio. Euro aus. Dieses Volumen wird voraussichtlich noch im Jahr 2017 überwiegend erreicht und danach im Wesentlichen konstant bleiben. Der höchste Anteil des geplanten Bestands­ zuwachses entfällt mit rund 220 Mio. Euro auf die gewerblichen Darlehen. Die Festkre­ dite sollen mit rund 190 Mio. Euro und die Förderkredite mit rund 160 Mio. Euro zum Wachstum beitragen. Wohnbaudarlehen, insbesondere mit Festzinsbindungen von mehr als 5 Jahren, werden schwerpunkt­ mäßig an Vertriebspartner vermittelt, so dass hier von einem Bestandsrückgang ausge­ gangen wird. Die Bestandsentwicklung wird mit rund 320 Mio. Euro fast ausschließlich durch das Geschäftsfeld Firmenkunden geprägt sein, während in den Kundensegmenten Privat­ und Vermögenskunden die Vermitt­ lung der Wohnbaudarlehen an die Vertriebs­ partner zu einem Bestandsrückgang von rund 120 Mio. Euro führen wird. Durch den Fokus auf Prolongationen und das Neugeschäft mit Bestandskunden wird gleichzeitig die Portfolioqualität optimiert. Bei Geschäften mit Neukunden sind die stei­ genden Liquiditäts­ und Eigenkapitalkosten zu erwirtschaften.
65 Die Kundeneinlagen sollen sich grundsätz­ lich parallel zum Kreditgeschäft entwickeln. Hierzu werden Produkte für das Privat­ und Firmenkundengeschäft bereitgestellt, die sowohl die Kundenbedürfnisse nach einer bedarfsorientierten, sicheren und rentablen Anlage abdecken als auch die Einhaltung der neuen aufsichtsrechtlichen Liquiditäts­ anforderungen unterstützen. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase erhebt auch die SÜDWESTBANK AG soge­ nannte Verwahrentgelte bei Einlagen. Die Einführung der Entgelte für institutionelle Kunden im ersten Quartal und die Ausweitung auf große Firmenkunden im vierten Quartal hatten zunächst keine bemerkenswerten Abflüsse an Kundeneinlagen zur Folge. Die SÜDWESTBANK AG wird die weitere Entwick­ lung beobachten und gegebenenfalls die Ein­ beziehung weiterer Kundensegmente prüfen. Der Zinsüberschuss wird ab 2017 zurück­ gehen, da die SÜDWESTBANK AG ihr Tochter­ unternehmen SWB International S.C.S. im Januar 2017 veräußert hat. Die bisher hier­ aus geplanten Beteiligungserträge werden ab 2017 als Bestandteil des Zinsüberschus­ ses entfallen. Um weiter steigende Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung und die Gewähr­ leistung der Risikotragfähigkeit erfüllen zu können, soll der Anteil des Provisionsüber­ schusses am Rohertrag der Bank signifikant gesteigert werden. Dazu ist eine Auswei­ tung und weitere Verbesserung der Quali­ tät des Dienstleistungsangebots der SÜDWESTBANK AG notwendig. Die inten­ sivere Vermittlung von Darlehen an die Ver­ triebspartner und die nutzungsorientierte Neugestaltung und Bepreisung der Konto­ modelle sind erste Schritte in diese Rich­ tung. Verstärkt sollen Chancen aus der Digi­ talisierung von Prozessen zwischen Kunde, Bank und Vertriebspartner genutzt werden. Die gute Kapitalausstattung bietet der SÜDWESTBANK AG weiterhin die Möglich­ keit, Marktchancen selektiv zu nutzen. Der in den Jahren 2014 bis 2016 erfolgte Aufbau der Mitarbeiterkapazitäten (MAK) um etwa 75 MAK, der mit einem Ausbau des Kunden­ volumens einherging, wird ab 2017 wieder in einen Konsolidierungsprozess übergehen. Neben der Umverteilung von Aufgaben wer­ den auch Fluktuationseffekte genutzt, um die Mitarbeiterkapazitäten an die moderate Ent­ wicklung des Kundengeschäfts anzupassen. Die mehrjährige Betrachtung der Simula­ tion des Zinsüberschusses aus dem Bank­ geschäft gemäß der Mittelfristplanung bis 2020 zeigt einen Rückgang um etwa 8 %. Unsicherheiten können hierbei aus der weiteren Entwicklung der Zinslandschaft sowie den damit einhergehenden Volumen­ umschichtungen oder ­abflüssen bei den Kundeneinlagen entstehen. An der Präsenz vor Ort und an der hohen Qualität des Personals wird die SÜDWESTBANK AG weiter festhalten und sieht darin nach wie vor ein wesentliches Erfolgselement zur Erreichung ihrer mittel­ fristigen Ziele. In einem sich weiter ver­ schärfenden Wettbewerb ist die hohe Bera­ tungsqualität der SÜDWESTBANK AG entscheidend für den Erfolg.
Lagebericht 66 Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft hat sich im Jahr 2016 weiterhin sehr positiv entwickelt. In den Folgejahren wird sie auf­ grund des lediglich moderaten Wachstums und der konsequenten Risikopolitik im Kredit­ geschäft im Wesentlichen auf normalisiertem Niveau konstant bleiben. Die konjunkturelle Entwicklung wird hierbei maßgeblichen Ein­ fluss auf die Höhe der Risikovorsorge haben. Unter den Voraussetzungen einer sich leicht nach oben verschiebenden Zinskurve und einer ausreichend stabilen Marktentwicklung ohne tiefgreifende Marktverwerfungen sind wir bestrebt, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des zurückliegenden Geschäftsjahres ohne die Erträge aus dem Beteiligungsportfolio des Tochterunterneh­ mens SWB International S.C.S. auch in den nächsten drei Jahren weiter zu steigern. Hierbei gehen wir in der Planung für 2017 von einem leicht rückläufigen Zinsüber­ schuss aus. Der Provisionsüberschuss soll dagegen im kommenden Jahr deutlich aus­ gebaut werden. Getragen werden soll diese Entwicklung vom Wertpapiergeschäft, dem Versicherungsgeschäft sowie den Erträgen aus dem Zahlungsverkehr. Bei den Verwal­ tungsaufwendungen planen wir in 2017 mit einem leichten Rückgang. Daneben wird der Erlös aus dem im Jahr 2017 erfolgten Ver­ kauf des Tochterunternehmens SWB Inter­ national S.C.S. zu einem außergewöhnlichen Anstieg des Jahresüberschusses 2017 führen. Risiken bezüglich der Ergebnisentwicklung der SÜDWESTBANK AG können insbesondere aus einer sich wider Erwarten ergebenden Konjunktureintrübung, einem starken sowie schnellen Anstieg der Zinsen sowie einem Einbruch an den Wertpapiermärkten entstehen. Eine starke Abschwächung der Konjunktur hätte Auswirkungen auf die Kreditnachfrage insbesondere für Investitions­ und Bauvor­ haben. Ein starker Anstieg des Zinsniveaus würde die Kreditnachfrage abschwächen sowie die variabel verzinslichen Kundenein­ lagen verteuern und damit das Zinsergebnis insbesondere durch die längere Zinsbindung auf der Aktivseite belasten. Mit unseren umfangreichen Stresstests simu­ lieren wir fortlaufend derartige Szenarien und sorgen für eine ausreichende Risikotrag­ fähigkeit der SÜDWESTBANK AG. Die BAWAG P.S.K. mit Sitz in Wien, Österreich, hat mit den Eigentümern der SÜDWESTBANK AG Verhandlungen über den Verkauf der SÜDWESTBANK AG aufge­ nommen. Die Vertragsunterzeichnung soll im 2. Halbjahr 2017 erfolgen. Etwaige Aus­ wirkungen aus der geplanten Transaktion sind aktuell noch nicht absehbar. 2) 2) Geänderter Lagebericht. Wir verweisen auf die Ausführungen im Anhang, Abschnitt C.II. Gewinn­ und Verlustrechnung.
672Jahresabschluss
Jahresabschluss Jahresbilanz zum 31. Dezember 2016 Aktiva EUR EUR EUR 31.12.2016 EUR 31.12.2015 TEUR 1. Barreserve a) Kassenbestand 68 b) Guthaben bei Zentralnotenbanken darunter: bei der Deutschen Bundesbank 717.765.313,01 3. Forderungen an Kreditinstitute a) täglich fällig b) andere Forderungen 4. Forderungen an Kunden darunter: durch Grundpfandrechte gesichert darunter: Kommunalkredite 5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere a) Geldmarktpapiere aa) von öffentlichen Emittenten darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank ab) von anderen Emittenten darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank b) Anleihen und Schuldverschreibungen ba) von öffentlichen Emittenten darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank bb) von anderen Emittenten darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank c) eigene Schuldverschreibungen Nennbetrag 6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 6a. Handelsbestand 7. Beteiligungen darunter: an Kreditinstituten darunter: an Finanzdienstleistungsinstituten 8. Anteile an verbundenen Unternehmen darunter: an Kreditinstituten 977.214.332,32 33.553.085,89 0,00 0,00 226.564.874,07 873.368.912,73 849.000,00 0,00 0,00 0,00 darunter: an Finanzdienstleistungsinstituten 2.625.000,00 9. Treuhandvermögen darunter: Treuhandkredite 11. Immaterielle Anlagewerte 12. Sachanlagen 14. Sonstige Vermögensgegenstände 15. Rechnungsabgrenzungsposten Summe der Aktiva Die Positionen 1c, 2, 10, 13, 16, 17 und 18 entfallen. 966.002,59 33.454.375,04 717.765.313,01 751.219.688,05 167.515.445,48 68.335.976,97 235.851.422,45 4.194.577.777,25 0,00 0,00 0,00 226.564.874,07 1.153.074.778,31 1.379.639.652,38 861.526,21 1.380.501.178,59 427.754.954,41 40.639.591,82 2.893.568,25 253.698.733,15 966.002,59 3.529.760,00 52.822.494,24 90.790.816,24 4.014.445,04 13.315 337.720 (337.720) 275.910 96.817 4.020.586 (1.008.303) (34.645) 0 (0) 0 (0) 252.390 (252.390) 1.144.738 (908.946) 2.958 (2.955) 415.925 98.139 3.214 (0) (0) 319.974 (0) (2.625) 1.399 (1.399) 2.174 51.417 60.391 4.307 7.439.260.432,08 7.101.374
Passiva 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten a) täglich fällig b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden a) Spareinlagen EUR EUR EUR 31.12.2016 EUR 31.12.2015 TEUR 49.148.595,54 52.033 826.771.979,97 875.920.575,51 764.885 69 aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten b) andere Verbindlichkeiten ba) täglich fällig 222.372.177,27 464.177,35 222.836.354,62 3.686.631.512,78 bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 1.646.231.957,85 5.332.863.470,63 5.555.699.825,25 3. Verbriefte Verbindlichkeiten a) begebene Schuldverschreibungen b) andere verbriefte Verbindlichkeiten darunter: Geldmarktpapiere darunter: eigene Akzepte und Solawechsel im Umlauf 3a. Handelsbestand 4. Treuhandverbindlichkeiten darunter: Treuhandkredite 5. Sonstige Verbindlichkeiten 6. Rechnungsabgrenzungsposten 7. Rückstellungen a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen b) Steuerrückstellungen c) andere Rückstellungen 8. (weggefallen) 0,00 0,00 966.002,59 9. Nachrangige Verbindlichkeiten 10. Genussrechtskapital darunter: vor Ablauf von zwei Jahren fällig 11. Fonds für allgemeine Bankrisiken darunter: Sonderposten nach § 340e Abs. 4 HGB 0,00 2.650.251,50 12. Eigenkapital a) gezeichnetes Kapital b) Kapitalrücklage c) Gewinnrücklagen ca) gesetzliche Rücklage cb) Rücklage für eigene Anteile cc) satzungsmäßige Rücklagen cd) andere Gewinnrücklagen1) d) Bilanzgewinn / Bilanzverlust1) Summe der Passiva 57.029.568,87 0,00 57.029.568,87 1.876.986,96 966.002,59 15.525.442.02 4.052.702,88 23.310.517,96 26.036.422,00 18.647.233,39 67.994.173,35 0,00 88.500.600,57 0,00 52.150.251,50 73.566.030,79 458.666.812,31 2.407.042,28 0,00 0,00 56.877.635,23 59.284.677,51 128.026.781,97 719.544.302,58 7.439.260.432,08 Die Position 6a entfällt. 1) Geänderte Position. Wir verweisen auf die Ausführungen im Anhang, Abschnitt C.II. Gewinn­ und Verlustrechnung. c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 0,00 143.735.597,94 204.125 526 2.989.433 2.156.647 62.095 0 (0) (0) 2.517 1.399 (1.399) 26.604 3.935 22.708 19.395 17.540 0 91.038 0 (0) 13.402 (1.902) 73.566 458.667 2.407 0 0 113.380 25.072 7.101.374 0 134.911 0 0 0 1. Eventualverbindlichkeiten a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 2. Andere Verpflichtungen a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften b) Platzierungs­ und Übernahmeverpflichtungen c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 0,00 143.735.597,94 0,00 0,00 514.476.906,66 514.476.906,66 547.354
Jahresabschluss Gewinn­ und Verlustrechnung für den Zeitraum 01.01.2016 bis 31.12.2016 Aufwendungen 70 1. Zinsaufwendungen abzügl. positive Zinsen aus dem Bankgeschäft 2. Provisionsaufwendungen 4. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen a) Personalaufwand EUR EUR 76.533.958,41 2016 EUR – 1.307.646,24 75.226.312,17 8.687.187,71 , aa) Löhne und Gehälter 45.816.485,81 ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung darunter: für Altersversorgung b) andere Verwaltungsaufwendungen 5. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 7. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und 8. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 9. Aufwendungen aus Verlustübernahme 10. Einstellungen in den Fonds für allgemeine Bankrisiken 11. Außerordentliche Aufwendungen 12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 13. Sonstige Steuern (soweit nicht unter Posten 6 ausgewiesen) 14. Aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsvertrages abgeführte Gewinne 15. Jahresüberschuss Summe der Aufwendungen 8.960.236,06 54.776.721,87 2.419.531,53 35.378.065,25 90.154.787,12 4.877.768,28 4.740.180,12 0,00 0,00 0,00 38.000.000,00 349.689,13 25.078.605,90 154.720,24 0,00 56.523.923,65 303.793.174,32 2015 TEUR 85.369 8.992 44.620 8.009 (1.652) 29.606 4.075 5.094 16.282 2.188 0 0 350 18.096 156 0 45.829 268.666
Erträge EUR EUR 2016 EUR 2015 TEUR 1. Zinserträge aus a) Kredit­ und Geldmarktgeschäften 153.031.279,32 abzügl. negative Zinsen aus Kredit­ und Geldmarktgeschäften – 1.140.730,08 151.890.549,24 b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 15.836.459,67 167.727.008,91 2. Laufende Erträge aus a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 3. b) Beteiligungen c) Anteilen an verbundenen Unternehmen Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsverträgen 4. Provisionserträge 5. Nettoertrag des Handelsbestands darunter: Zuführung Sonderposten § 340e Abs. 4 HGB 6. 7. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an ver- bundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren 8. Sonstige betriebliche Erträge 10. Außerordentliche Erträge 11. Erträge aus Verlustübernahme 9.821.339,92 295.696,35 56.868.764,59 66.985.800,86 129.686,24 42.161.483,36 8.934.414,11 , , 748.363,41 10.517.593,11 4.300.685,90 3.036.501,83 0,00 0,00 71 155.029 18.570 13.837 197 26.617 285 41.377 4.645 (256) 0 0 8.109 0 0 Summe der Erträge 303.793.174,32 268.666 Jahresüberschuss Gewinnvortrag aus dem Vorjahr Entnahmen aus Gewinnrücklagen aus der Rücklage für eigene Anteile aus anderen Gewinnrücklagen2) Einstellungen in Gewinnrücklagen in die Rücklage für eigene Anteile in andere Gewinnrücklagen2) Bilanzgewinn2) 56.523.923,65 0,00 56.523.923,65 0,00 71.502.858,32 0,00 0,00 128.026.781,97 45.829 0 45.829 0 0 0 20.757 25.072 2) Geänderte Position. Wir verweisen auf die Ausführungen im Anhang, Abschnitt C.II. Gewinn­ und Verlustrechnung.
Anhang A. Allgemeine Angaben 72 Die SÜDWESTBANK AG mit Sitz in Stuttgart ist ein von der Santo Vermögensverwaltung GmbH abhängiges Unternehmen gemäß § 17 AktG und damit Konzernunternehmen gemäß § 18 Abs. 1 Satz 3 AktG. Die Santo Vermögensverwaltung GmbH ist ihrerseits ein von der SWB Holding GmbH abhängi­ ges Unternehmen. Die SÜDWESTBANK AG wird in den Konzernabschluss der SWB Holding GmbH mit Sitz Rosenheimer Platz 6, 81669 München, einbezogen. Die SÜDWESTBANK AG sieht gemäß § 291 Abs. 1 HGB aufgrund des befreienden Kon­ zernabschlusses der SWB Holding GmbH von der Aufstellung eines eigenen Konzern­ abschlusses ab. Der befreiende Konzern­ abschluss der SWB Holding GmbH ist nach Maßgabe des § 325 HGB im elektronischen Bundesanzeiger bekannt zu machen. Die SÜDWESTBANK AG ist beim Amtsgericht Stuttgart unter der Handelsregisternummer HRB 4100 eingetragen. Der Jahresabschluss der SÜDWESTBANK AG ist nach den Vorschriften des Handels­ gesetzbuchs, des Aktiengesetzes sowie der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute aufgestellt. Die Offenlegung der Informationen gemäß CRR (Capital Requirements Regulation – Verordnung (EU) Nr. 575 / 2013), Artikel 431 bis Artikel 451, und CRD IV (Capital Require­ ments Directive IV – EU­Richtlinie 2013 / 36 / EU) erfolgt in einem separaten Offen­ legungsbericht. B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs­ und Bewertungsmethoden Die Barreserve ist mit dem Nennwert bilanziert. Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden sind mit dem Nennwert gemäß § 340e HGB angesetzt, gegebenenfalls unter Absetzung der darauf entfallenden Wertberichtigungen. Das er­ kennbare Risiko aus dem Kreditgeschäft ist durch angemessene Einzelwertberich­ tigungen und Rückstellungen gedeckt. Dem latenten Kreditrisiko wird durch Pauschal­ wertberichtigungen Rechnung getragen. Wertpapiere sind zum Bilanzstichtag dem Handelsbestand, der Liquiditätsreserve und dem Anlagevermögen zugeordnet. Wertpapiere, die wie Anlagevermögen behandelt werden (Finanzanlagebestand), werden zu Anschaffungskosten bewertet. Bei voraussichtlich dauerhafter Wertmin­ derung werden Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenom­ men. Wertpapiere, deren Anschaffungs­ kosten über dem Rückzahlungsbetrag liegen, werden mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert, mindestens jedoch in Höhe des Rückzahlungsbetrags. Wertpapiere der Liquiditätsreserve werden nach dem stren­ gen Niederstwertprinzip bewertet. Wert­ papiere des Handelsbestands sowie sonstige Finanzinstrumente des Handelsbestands werden gemäß § 340e Abs. 3 HGB mit ihrem beizulegenden Zeitwert abzüglich eines
73 Risikoabschlags bewertet. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt auf Basis von Marktkursen bzw. beobachtbaren Marktdaten. Finanzinstrumente des Han­ delsbestands werden in der Bilanz jeweils gesondert in der Position Handelsbestand ausgewiesen. Die Beteiligungen und Anteile an verbunde­ nen Unternehmen sind entsprechend den für das Anlagevermögen geltenden Regeln zu Anschaffungskosten oder dem niedrige­ ren beizulegenden Wert ausgewiesen. Die immateriellen Anlagewerte und Sach­ anlagen sind zu Anschaffungs­ oder Her­ stellungskosten und, soweit abnutzbar, ge­ mindert um planmäßige Abschreibungen ausgewiesen. Den planmäßigen Abschrei­ bungen liegen die von der Bank geschätzten betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern zu­ grunde, die auch steuerlich geltend gemacht werden und die sich grundsätzlich an den von der Finanzverwaltung veröffentlichten Tabellen orientieren. Bei Vorliegen von dauerhaften Wertminderungen erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung. Es wird ausschließlich linear abgeschrieben. Gering­ wertige Wirtschaftsgüter mit einem Wert bis 150 Euro werden gemäß § 6 Abs. 2 EStG im Jahr ihrer Anschaffung vollständig abge­ schrieben. Für alle weiteren geringwertigen Wirtschaftsgüter mit einem Wert bis 1.000 Euro wird gemäß § 6 Abs. 2a EStG im Jahr ihrer Anschaffung ein Sammelposten gebildet, der im Wirtschaftsjahr der Anschaffung und in den folgenden 4 Jahren mit jeweils einem Fünftel abgeschrieben wird. Sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nominalwerten bilanziert. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten besteht aus im Geschäftsjahr abgegrenzten Aufwendungen für kommende Geschäfts­ jahre. Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfül­ lungsbetrag passiviert. Der Unterschied zwischen Nennbetrag und Ausgabebetrag von Verbindlichkeiten wird in die Rech­ nungsabgrenzung eingestellt und zeit­ anteilig erfolgswirksam aufgelöst. Für ungewisse Verbindlichkeiten sind Rück­ stellungen in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags gebildet. Rück stellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durch­ schnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 7 Jahre abgezinst, sofern nicht von dem Beibehaltungswahlrecht nach Artikel 67 Abs. 1 EGHGB Gebrauch gemacht wird. Der Belastung aus Einlagen mit steigender Verzinsung wird durch entsprechende Rückstellungen Rechnung getragen. Die Pensionsrückstellungen werden gemäß den Vorschriften des § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB ermittelt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr kam es hierbei zu einer Anpassung des Zeitraums für die Durchschnittsbildung bei der Feststellung des maßgeblichen Abzin­ sungssatzes von 7 auf 10 Jahre. Der sich aus dieser Bewertung ergebende Unterschieds­ betrag der Pensionsrückstellung unterliegt hierbei einer Ausschüttungssperre. Zinsbezogene Geschäfte des Bankbuchs werden im Rahmen der verlustfreien Bewertung gemäß IDW RS BFA 3 „Einzel­ fragen der verlustfreien Bewertung von zinsbezogenen Geschäften des Bankbuchs (Zinsbuchs)“ behandelt. Hierbei wird
Anhang 74 unter Anwendung der barwertigen Betrach­ tungsweise überprüft, ob ein Verpflich­ tungsüberschuss vorliegt, für welchen ent­ sprechend eine Drohverlustrückstellung gemäß § 249 Abs. 1 Satz 1 HGB zu bilden ist. Eventualverbindlichkeiten werden zum Nennbetrag abzüglich gebildeter Rück­ stellungen sowie unter Berücksichtigung gestellter Barsicherheiten bilanziert. Unwiderrufliche Kreditzusagen werden mit dem Betrag der Zusagen, denen keine entsprechende Inanspruchnahme gegen­ übersteht, bilanziert. Anhand von Einzel­ fallbetrachtungen werden die erkennbaren Risiken der Inanspruchnahme überwacht und bei Bedarf durch entsprechende Rück­ stellungen abgedeckt. Posten, denen Beträge zugrunde liegen, die auf fremde Währung lauten oder ursprünglich auf fremde Währung lauteten, werden gemäß § 256a HGB in Verbindung mit § 340h HGB in Euro umgerechnet. Die Ergebnisse aus der Währungsumrech­ nung werden für den Nicht­Handelsbestand in der Gewinn­ und Verlustrechnung im sonstigen betrieblichen Ergebnis erfasst, für Positionen des Handelsbestands erfolgt ein Ausweis im Nettoertrag bzw. ­aufwand des Handelsbestands. Besonders gedeckte Positionen wurden gemäß § 340h HGB in der Bilanz und der Gewinn­ und Verlustrechnung erfasst. Besondere Deckung liegt vor, wenn Vermö­ gensgegenstände, Schulden oder Termin­ geschäfte durch Vermögensgegenstände, Schulden oder andere Termingeschäfte in derselben Währung und in derselben Höhe gedeckt sind und entsprechend zusammen­ gefasst werden. Bei Devisentermingeschäf­ ten, die der Absicherung von zinstragen­ den Bilanzpositionen dienen, erfolgt eine Spaltung des Terminkurses und die Zins­ komponente wird im Zinsergebnis erfasst. C. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn­ und Verlustrechnung I. Bilanz Für die in der Bilanz ausgewiesenen Forde­ rungen abzüglich der Zinsabgrenzungen gelten die folgenden Restlaufzeiten:
2016 TEUR 2015 TEUR 75 6.343 36.207 10.000 0 310.918 325.881 1.351.497 1.961.813 242.535 27.069 14.966 35.375 0 291.635 332.809 1.268.354 1.921.857 203.866 Forderungen an verbundene Unternehmen Forderungen an Beteiligungsunternehmen 2016 TEUR 64.420 2015 TEUR 61.152 2016 TEUR 0 2015 TEUR 0 Forderungen an Kreditinstitute andere Forderungen bis 3 Monate mehr als 3 Monate bis 1 Jahr mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre Forderungen an Kunden bis 3 Monate mehr als 3 Monate bis 1 Jahr mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre mit unbestimmter Laufzeit In den Forderungen an Kunden sind Forde­ rungen an verbundene Unternehmen oder Beteiligungsunternehmen in folgender Höhe enthalten: Forderungen an Kunden Innerhalb der Bilanzposition Schuldver­ schreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere werden im Folgejahr fällig: von anderen Emittenten TEUR 242.293
Anhang 76 Aufgliederung der börsenfähigen Wert­ papiere in den folgenden Bilanzpositionen: Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere Beteiligungen Von den börsenfähigen Wertpapieren wur­ den Schuldverschreibungen und andere fest­ verzinsliche Wertpapiere mit einem Buch­ wert von 118.303 Tsd. Euro nicht mit dem Niederstwert bewertet, da die Papiere dem Anlagevermögen zugeordnet sind. Nachrangige Vermögensgegenstände sind in den „Aktien und anderen nicht fest­ verzinslichen Wertpapieren“ in Höhe von 11.222 Tsd. Euro enthalten. In der Position Handelsbestand sind nachrangige Vermö­ gensgegenstände mit einem Bilanzwert von 144 Tsd. Euro enthalten. Entwicklung des Anlagevermögens in TEUR: börsennotiert nicht börsennotiert 2016 TEUR 2015 TEUR 1.319.232 1.364.971 7.076 80 8.401 80 2016 TEUR 60.990 143.412 0 2015 TEUR 35.114 151.555 0 Die SÜDWESTBANK AG hält aus Diver­ sifikationsgründen und zur Portfoliooptimie­ rung Anteile an inländischen Investment­ vermögen von mehr als 10 %. Der Markt­ wert dieser Positionen beläuft sich zum 31. Dezember 2016 auf 258.634 Tsd. Euro und liegt mit 17.341 Tsd. Euro über dem Buchwert. Im laufenden Geschäftsjahr wurden keine Ausschüttungen vorgenommen. Es bestehen keinerlei Beschränkungen hinsicht­ lich der Möglichkeit der täglichen Rückgabe. Wertpapiere des Anlage- vermögens Beteiligungen Anteile an verbundenen Unternehmen Immaterielle Anlagewerte Sachanlagen Anschaffungs- / Herstellungskosten Zugänge des Geschäftsjahres Umbu chung en des Geschäftsjahres Abgänge des Geschäftsjahres Abschreibungen kumuliert Vj. Veränderung Abschreibung Abschreibungen kumuliert Zuschreibungen kumuliert Bilanzwert 31.12.2016 Abschreibungen 2016 Zuschrei bungen 2016 724.984 164.000 0 106.928 952 – 553 923 7.944 789.077 524 4.748 3.214 320.423 5 0 325 0 0 0 0 7.871 0 73.900 449 0 696 0 2.894 253.698 0 0 247 0 5.841 2.714 0 0 3.666 0 5.025 0 3.530 1.359 0 95.638 5.029 0 919 44.221 – 314 47.426 500 52.822 3.519 500 1.150.100 179.619 0 182.072 49.288 – 867 54.070 8.444 1.102.021 5.649 5.248
In den Wertpapieren des Anlagevermögens mit einem Buchwert von 789.077 Tsd. Euro sind 118.303 Tsd. Euro „Schuldverschrei­ bungen und andere festverzinsliche Wert­ papiere“ sowie 7.526 Tsd. Euro „Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere“ enthalten, die nicht mit dem Niederstwert bewertet wurden. Der beizulegende Zeitwert der „Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere“ beträgt 115.136 Tsd. Euro, der der „Aktien und ande­ ren nicht festverzinslichen Wertpapiere“ 7.435 Tsd. Euro. Da die Bank aufgrund der erwarteten wirtschaftlichen Entwicklung der betroffenen Titel davon ausgeht, dass sich diese bis zu ihrer Fälligkeit wieder erholen werden und es sich damit nicht um dauer­ hafte, bonitätsbedingte Wertminderungen handelt, sind außerplanmäßige Abschreibun­ gen gemäß § 253 Abs. 3 Satz 4 HGB unter­ blieben. Die Position Handelsbestand auf der Aktiv­ seite gliedert sich wie folgt auf: 77 Derivate Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere TEUR 3.022 34.724 3.685 Als Risikoabschlag wurde ein Value­at­Risk unter Verwendung eines Varianz­Kovarianz­ Ansatzes in Höhe von 792 Tsd. Euro ermittelt und bei der Aktivposition Handelsbestand ab­ gesetzt. Bei der Ermittlung des Value­at­Risk wird ein Konfidenzniveau von 99 % bei einer Haltedauer von 10 Tagen und einem Beobachtungszeitraum von 250 Tagen zugrunde gelegt.
Anhang 78 Sämtliche derivativen Finanzinstrumente des Handelsbestands wurden mit dem beizu­ legenden Zeitwert bewertet. Hierbei handelt es sich auf der Aktivseite um Devisentermin­ geschäfte mit positiven Marktwerten in Höhe von 3.022 Tsd. Euro und einem Nominalvolu­ men von 247.332 Tsd. Euro. Die Marktwerte der Devisentermingeschäfte werden durch Schwankungen der Währungskurse beein­ flusst. Durch die Fokussierung auf Kontra­ henten mit guter Bonität wird das Ausfall­ risiko dieser Positionen minimiert. Im laufenden Geschäftsjahr gab es keine Änderungen bei den institutsinternen Kriterien für die Einbeziehung von Finanz­ instrumenten zum Handelsbestand. Kapitalanteile, ohne Anteile von untergeordne­ ter Bedeutung gemäß § 286 Abs. 3 Satz 1 HGB: Name und Sitz ESG Entwicklungsgesellschaft mbH, Stuttgart GemeloLux S.A., Luxembourg SWB Immowert GmbH, Stuttgart SWBI Mainz 1 GmbH, Stuttgart1) SWBI Stuttgart 1 GmbH, Stuttgart1) SWBI Stuttgart 2 GmbH, Stuttgart1) SWBI Stuttgart 3 GmbH, Stuttgart1), 2) SWBI Darmstadt 1 GmbH, Stuttgart1) SWBI München 1 GmbH, Stuttgart1) SWB International GP S.a.r.l, Luxembourg3) SWB Treuhand GmbH, Stuttgart4) TwinLux ValueInvest S.A., Luxembourg SWB International S.C.S., Luxembourg3) Vertiva Family Office GmbH, Stuttgart Blue Estate GmbH, Stuttgart Blue Estate Projektentwicklungs und Verwaltungs GmbH, Stuttgart5) Blue Estate RT1 GmbH & Co. KG, Stuttgart5) Blue Estate Bodensee Immobilien GmbH, Remscheid2), 5) Tresides Asset Management GmbH, Stuttgart Anteil am Gesell- schaftskapital Eigenkapital der Gesellschaft Ergebnis des letzten Geschäftsjahres % 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 96,8 52,5 51,0 100,0 100,0 51,0 51,0 Jahr 2015 2015 2015 2015 2015 2015 2016 2015 2015 2015 2016 EUR 5.336.315,79 1.226.030,73 21.709.705,29 5.562.000,00 1.456.000,00 12.715.000,00 25.000,00 8.000,00 – 11.000,00 – 484.096,03 250.000,00 2015 2.128.109,79 Jahr 2015 2015 2015 2015 2015 2015 2016 2015 2015 2015 2016 2015 EUR 1.717.245,34 – 26.692,93 – 53.749,67 4.000,00 4.000,00 – 90.000,00 – – 6.000,00 – 36.000,00 – 470.909,65 129.686,24 – 19.245,57 2015 345.572.950,96 2015 55.063.208,32 2015 2015 2015 2015 2016 2015 328.955,22 1.382.742,63 32.024,07 117.917,01 51.000,00 2.377.883,67 2015 2015 2015 2015 2016 2015 8.739,36 480.635,01 – 1.406,67 27.008,53 – 880.032,29 1) Die Beteiligungen werden mittelbar über die SWB 3) Die Beteiligungen wurden mit Wirkung zum Immowert GmbH, Stuttgart gehalten. Die SWBI Ludwigsburg 1 GmbH wurde in SWBI München 1 GmbH umfirmiert. 2) Die Gesellschaften wurden in 2016 neu gegründet. Es liegen noch keine Jahresabschlüsse vor. Beim angegebenen Eigenkapital der Gesellschaften han­ delt es sich um das gezeichnete Kapital. 01.01.2017 veräußert. 4) Mit der SWB Treuhand GmbH, Stuttgart, besteht weiterhin ein Organschaftsverhältnis und ein Ergebnisabführungsvertrag. 5) Die Beteiligungen werden mittelbar über die Blue Estate GmbH, Stuttgart gehalten.
Über die SÜDWESTBANK AG wird ein Konzernverhältnis zur SWB Holding GmbH vermittelt. Die Tochtergesellschaften der SÜDWESTBANK AG sind somit Konzern­ unternehmen der SWB Holding GmbH. Beim ausgewiesenen Treuhandvermögen (966 Tsd. Euro) handelt es sich um Forde­ rungen an Kunden aus weitergeleiteten Treuhandkrediten. In den Sachanlagen (52.822 Tsd. Euro) sind enthalten: 79 im Rahmen der eigenen Tätigkeit genutzte Grundstücke und Gebäude Betriebs- und Geschäftsausstattung TEUR 43.724 9.098 Zum 31. Dezember 2016 befanden sich wie im Vorjahr keine eigenen Aktien im Bestand der Bank. In den sonstigen Vermögensgegenständen (90.791 Tsd. Euro) sind als Einzelposten von besonderer Bedeutung Forderungen aus Rentenversicherungen (74.224 Tsd. Euro) sowie stichtagsbedingte Bestände aus SEPA­ Lastschriften (6.198 Tsd. Euro) enthalten. Bei den aktiven Rechnungsabgrenzungs­ posten (4.014 Tsd. Euro) handelt es sich im Wesentlichen um Upfront Payments aus Zinsswapgeschäften (1.712 Tsd. Euro), Disagiobeträge (1.450 Tsd. Euro) und Bear­ beitungsentgelte aus aufgenommenen Verbindlichkeiten (261 Tsd. Euro). Die Aktiva beinhalten Fremdwährungs­ posten im Gegenwert von 246.737 Tsd. Euro. Daneben bestehen Positionen aus Termin­ käufen in Höhe von 187.458 Tsd. Euro.
Anhang 80 Für die in der Bilanz ausgewiesenen Ver­ bindlichkeiten abzüglich der Zinsabgren­ zungen gelten folgende Restlaufzeiten: Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist bis 3 Monate mehr als 3 Monate bis 1 Jahr mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre Verbindlichkeiten gegenüber Kunden Spareinlagen bis 3 Monate mehr als 3 Monate bis 1 Jahr mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre 2016 TEUR 2015 TEUR 15.031 43.791 479.134 277.100 2016 TEUR 131.763 1.668 89.405 13.858 40.455 442.047 253.894 2015 TEUR 66.272 628 137.750 andere Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist bis 3 Monate mehr als 3 Monate bis 1 Jahr mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre 521.415 218.205 192.553 695.660 1.030.595 201.273 239.417 663.570 Die nachstehenden Bilanzpositionen enthal­ ten Verbindlichkeiten gegenüber verbunde­ nen Unternehmen oder Beteiligungsunter­ nehmen: Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen 2016 TEUR 2015 TEUR 68.099 87.656 2016 TEUR 186 2015 TEUR 296 Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
81 tafeln 2005 G von Klaus Heubeck. Es wurde vom Wahlrecht des Artikels 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB Gebrauch gemacht, nach dem eine Zuführung zu den Pensionsrückstellungen bis spätestens zum 31. Dezember 2024 in jedem Geschäftsjahr zu mindestens einem Fünfzehntel anzusammeln ist. Der Fehl­ betrag der Pensionsrückstellung gemäß Artikel 67 Abs. 2 EGHGB beträgt zum 31. Dezember 2016 2.798 Tsd. Euro. Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB aus der Anpassung des Zeit­ raums für die Durchschnittsbildung bei der Feststellung des maßgeblichen Abzin­ sungssatzes von 7 auf 10 Jahre beläuft sich auf 2.048 Tsd. Euro. In den nachrangigen Verbindlichkeiten über 88.501 Tsd. Euro sind anteilige Zinsen in Höhe von 2.735 Tsd. Euro enthalten. Die Aufwendungen für das Geschäftsjahr betragen 4.744 Tsd. Euro. Mittelaufnahmen, die 10 % des Gesamt­ betrags der nachrangigen Verbindlichkeiten übersteigen, erfolgten zu folgenden Bedin­ gungen: Mittelaufnahmen > 10 % 1 2 3 Betrag Zinssatz Fälligkeit 10.000 TEUR 10.000 TEUR 10.000 TEUR 6,3 % 6,6 % 5,14 % 10.03.2020 03.05.2021 22.03.2022 Die Verzinsung der übrigen Mittelaufnahmen liegt zwischen 2,25 % und 6,6 %. Von den unter den verbrieften Verbindlich­ keiten ausgewiesenen begebenen Schuld­ verschreibungen sind 20.048 Tsd. Euro im Folgejahr fällig. Die Position Handelsbestand auf der Passiv­ seite setzt sich zusammen aus derivativen Finanzinstrumenten, die mit ihrem negativen beizulegenden Zeitwert von 1.877 Tsd. Euro bilanziert wurden. Hierbei handelt es sich um Devisentermingeschäfte mit einem Nominal­ volumen von 228.078 Tsd. Euro. Bei den Treuhandverbindlichkeiten (966 Tsd. Euro) handelt es sich um Ver­ bindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus weitergeleiteten Treuhandkrediten. Im Posten sonstige Verbindlichkeiten (15.525 Tsd. Euro) sind Verbindlichkeiten für in das Geschäftsjahr abzugrenzende Aufwendungen (5.092 Tsd. Euro), negative Marktwerte aus Devisengeschäften (3.543 Tsd. Euro), erhaltene Optionsprämien (2.383 Tsd. Euro) sowie abzuführende Kapitalertragsteuern (660 Tsd. Euro) als wesentliche Einzelbeträge enthalten. Die passiven Rechnungsabgrenzungs­ posten (4.053 Tsd. Euro) bestehen im Wesentlichen aus Upfront Payments für Zinsswaps (1.631 Tsd. Euro), Options­ prämien (889 Tsd. Euro), Disagiobeträgen (615 Tsd. Euro), die bei der Auszahlung von Forderungen in Abzug gebracht wurden, und Kreditbearbeitungsentgelten (228 Tsd. Euro). Die Pensionsrückstellung wurde mithilfe der Projected Unit Credit Method (PUC­ Methode) berechnet. Unterstellt wurden ein Rechnungszins von 4 % und ein Anwart­ schafts­ und Rententrend von 2 %. Die Fluk­ tuation blieb unberücksichtigt. Die biome­ trischen Annahmen basieren auf den Richt­
Anhang In den Passiva sind Fremdwährungsposten im Gegenwert von 251.143 Tsd. Euro ent­ halten. Daneben sind 178.500 Tsd. Euro des aktiven Fremdwährungsvolumens synthetisch über Devisentermingeschäfte refinanziert. Bei den Verbindlichkeiten aus Bürg­ schaften und Gewährleistungsverträgen (143.736 Tsd. Euro) sind vor Abzug der Bardeckung die Gewährleistungen und Vorauszahlungsbürgschaften in Höhe von 120.468 Tsd. Euro sowie die Kreditbürg­ schaften in Höhe von 35.065 Tsd. Euro von wesentlicher Bedeutung. Es bestehen Eventualverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 150 Tsd. Euro. Für Verbindlichkeiten gegenüber Kredit­ instituten wurden Vermögensgegenstände im Wert von 277.800 Tsd. Euro verpfändet. 82 Von den nachrangigen Verbindlichkeiten erfüllen 22.766 Tsd. Euro die Voraussetzungen des Artikels 63 CRR zur Anerkennung als anrechenbare Eigenmittel. 63.000 Tsd. Euro der nachrangigen Verbindlichkeiten fallen unter den Bestandsschutz des Artikels 484 ff. CRR und werden gemäß den Vorgaben von Artikel 486 CRR dem haftenden Eigenkapital zugerechnet. Das gezeichnete Kapital (73.566 Tsd. Euro) setzt sich aus 2.877.653 vinkulierten Namens­ aktien zusammen. Vom gezeichneten Kapital hält die Santo Vermögensverwaltung GmbH mehr als 50 %. In den Kapitalrücklagen (458.667 Tsd. Euro) sind 28.438 Tsd. Euro Aufgelder aus Kapital­ erhöhungen enthalten. Auf Beschluss der Hauptversammlung vom 5. Juli 2016 wurden vom Bilanzgewinn des Vorjahres 15.000 Tsd. Euro den anderen Gewinnrücklagen zugeführt. Zum Bilanzstichtag bestehen folgende Derivategeschäfte, die nicht mit dem bei­ zulegenden Zeitwert bilanziert wurden: Nominal- volumen Beizulegende Zeitwerte Buchwerte Bilanzposition Aktiva Buchwerte Bilanzposition Passiva Positiv Negativ Aktiva Nr. 14 Aktiva Nr. 15 Passiva Nr. 5 Passiva Nr. 6 Kategorie TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR Derivative Finanzinstrumente mit zinsbezogenen Marktpreisrisiken Zinsswaps Swaptions / Caps / Floors Derivative Finanzinstrumente mit währungsbezogenen Markt- preisrisiken 2.340.062 105.194 196.077 193 – 71.578 – 21.073 0 410 Devisenoptionen 1.897 122 – 122 22 0 0 0 0 2.357 0 889 26 0
83 Soweit für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente verlässliche Marktpreise verfügbar waren, wurden diese verwendet. Für die übrigen deri­ vativen Finanzinstrumente wurde der bei­ zulegende Zeitwert mithilfe von anerkannten Bewertungsmodellen (zum Beispiel Options­ preismodellen) bestimmt. Gemäß IDW RS BFA 3 besteht zum Jahres­ ende kein Verpflichtungsüberschuss für zins­ bezogene Geschäfte des Bankbuchs, weshalb keine Drohverlustrückstellung zu bilden war. Latente Steuern werden nicht ausgewiesen, da der bestehende Aktivüberhang unter Ausnutzung des Wahlrechts des § 274 HGB bilanziell nicht angesetzt wird. Die aktiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus temporären Differenzen in folgenden Positionen: – Rücklage nach § 340f HGB – Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere – Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (Thesaurierungen) – Anteile an verbundenen Unternehmen – Sachanlagen – Pensionsrückstellungen – Fonds für allgemeine Bankrisiken Bei der Bewertung der latenten Steuern wurden unternehmensindividuelle Steuer­ sätze herangezogen. Aufgrund der unter­ schiedlichen Hebesätze bezüglich der Gewerbesteuer wurde mit einem Steuersatz von 14 % gerechnet. Es ergibt sich somit ein Gesamtsteuersatz von 29,825 %, der der Berechnung zugrunde gelegt wurde. II. Gewinn- und Verlustrechnung Die wesentlichen gegenüber Dritten erbrach­ ten Dienstleistungen für Verwaltung und Vermittlung sind die Depotverwaltungen, die Vermögensverwaltungen, die Verwaltung von Treuhandkrediten sowie die Vermittlung von Immobilien, Versicherungen, Bauspar­ verträgen, Hypothekendarlehen und Leasing­ verträgen. Negative Zinsen sind in den Zinserträgen in Höhe von 1.141 Tsd. Euro ertragsmindernd erfasst. In den Zinsaufwendungen sind negative Zinsen gegenüber institutionellen Kunden in Höhe von 1.308 Tsd. Euro erfasst. Im Nettoergebnis des Handelsbestands sind die Zuführungen zum Sonderposten gemäß § 340e HGB (748 Tsd. Euro) enthalten. Bei den sonstigen betrieblichen Erträgen (3.037 Tsd. Euro) handelt es sich im Wesent­ lichen um Mieterträge (1.016 Tsd. Euro), Erträge aus der Auflösung von Rückstel­ lungen (613 Tsd. Euro), Zuschreibungen bei Grundstücken und Gebäude (200 Tsd. Euro), periodenfremde Erträge (138 Tsd. Euro) sowie Erträge aus Geschäften mit Devisen (78 Tsd. Euro).
Anhang 84 In den sonstigen betrieblichen Aufwendun­ gen (4.740 Tsd. Euro) sind als bedeutende Positionen 1.198 Tsd. Euro Aufwendungen aus der Korrektur von Kapitalrückzahlungen eines Fonds, 848 Tsd. Euro Zinsaufwendun­ gen aus der Bewertung von Rückstellungen, 824 Tsd. Euro Zinsen aus Steuerschulden, 183 Tsd. Euro Aufwendungen aus der Veräu­ ßerung von Sachanlagen und 332 Tsd. Euro periodenfremde Aufwendungen enthalten. In den übrigen Posten der Gewinn­ und Ver­ lustrechnung sind periodenfremde Erträge von 125 Tsd. Euro und periodenfremde Auf­ wendungen von 386 Tsd. Euro ausgewiesen. Hiervon entfallen auf: Art Zinserträge Zinsaufwendungen Provisionserträge Provisionsaufwendungen Allgemeine Verwaltungsaufwendungen TEUR 26 31 99 110 245 In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (25.079 Tsd. Euro) sind 23.541 Tsd. Euro Steuern für das laufende Jahr sowie 1.538 Tsd. Euro Steuernachzahlungen aus Vorjahren enthalten. Bei den außerordentlichen Aufwendungen (350 Tsd. Euro) handelt es sich um Aufwen­ dungen aus der Neubewertung von Pensions­ rückstellungen im Zuge des Bilanzrechts­ modernisierungsgesetzes (BilMoG). Der Vorstand hat am 7. März 2017 beschlos­ sen, aus dem Jahresüberschuss in Höhe von 56.524 Tsd. Euro vorab 28.237 Tsd. Euro in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen. Der verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von 28.287 Tsd. Euro wurde zur Ausschüttung an die Aktionäre vorgeschlagen. Auf Vorschlag der Bilanzprüfungskommis­ sion vom 8. Mai 2017 hat der Aufsichtsrat am 9. Mai 2017, aufgrund der beabsich­ tigten Feststellung des Jahresabschlusses gemäß § 172 AktG durch die Hauptver­ sammlung und damit auch der Festlegung des Bilanzgewinns, dem Vorschlag des Vor­ standes zur Verwendung des Bilanzgewinns nicht zugestimmt. Die Feststellung des Jahresabschlusses wurde der Hauptversamm­ lung gemäß § 172 AktG mit Beschlüssen des Vorstandes und des Aufsichtsrates vom 9. Mai 2017 überlassen. In der Hauptversammlung am 4. Juli 2017 wurde beschlossen, den Jahresüberschuss in Höhe von 56.523.923,65 Euro vollständig auszuschütten und die anderen Gewinn­ rücklagen in Höhe von 71.502.858,32 Euro aufzulösen, sodass ein Bilanzgewinn in Höhe von 128.026.781,97 Euro resultiert, der an die Aktionäre durch Zahlung einer Divi­ dende von 44,49 Euro je Anteil ausgeschüttet werden soll. Der Vorstand hat die resultierenden Ände­ rungen im Jahresabschluss und Lagebericht umgesetzt und die Hauptversammlung den geänderten Jahresabschluss am 4. Juli 2017 festgestellt.
85 D. Sonstige Angaben Vorstand Aufsichtsrat Dr. Wolfgang Kuhn Sprecher, Stuttgart Dr. Andreas Maurer Stuttgart Wolfgang Jung Freiburg Dr. Andreas Strüngmann Vorsitzender Mitglied der Geschäftsleitung Santo Holding (Deutschland) GmbH, Holzkirchen Konsul Peter Gaugg Stellvertretender Vorsitzender Geschäftsführer Silvretta Montafon GmbH, St. Gallenkirch Wolfgang Boorberg Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, Stuttgart Ursula Nell* Bankangestellte, Inzigkofen Guido M. Sollors Geschäftsführer Sollors & Co. (GmbH & Co. KG), Hamburg Hans Tauschek* Bankangestellter, Plüderhausen * Von den Arbeitnehmern gewählt.
Anhang 86 Das Vorstandsmitglied Dr. Wolfgang Kuhn übt ein gesetzliches Aufsichtsratsmandat bei der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG, Gosheim, als Mitglied des Aufsichtsrates aus. Mit Verweis auf § 286 Abs. 4 HGB wird auf die Angabe der Gesamtbezüge des Vorstan­ des verzichtet. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrates belie­ fen sich im Geschäftsjahr auf 328 Tsd. Euro. Die Gesamtbezüge ehemaliger Mitglieder des Vorstandes und ihrer Hinterbliebenen betrugen 916 Tsd. Euro. Für Pensionsver­ pflichtungen gegenüber diesem Personen­ kreis waren 7.319 Tsd. Euro zurückgestellt. Der Gesamtbetrag der gewährten Vor­ schüsse und Kredite, einschließlich der ein­ gegangenen Haftungsverhältnisse, zuguns­ ten von Mitgliedern des Aufsichtsrates betrug 0 Tsd. Euro und zugunsten von Mit­ gliedern des Vorstandes 140 Tsd. Euro. Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers von insgesamt 518 Tsd. Euro umfasst die von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesell­ schaft erbrachten Leistungen für die Ab­ schlussprüfung in Höhe von 363 Tsd. Euro (davon für das Vorjahr: 38 Tsd. Euro), andere Bestätigungsleistungen in Höhe von 149 Tsd. Euro sowie sonstige Leis­ tungen in Höhe von 7 Tsd. Euro. Die Zahl der im Jahr 2016 durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug: Vertriebsbank Produktionsbank Steuerungsbank . Vollzeitbeschäftigte Teilzeitbeschäftigte männlich weiblich Summe männlich weiblich Summe Gesamt 195 77 44 316 118 57 16 191 313 134 60 507 3 3 2 8 43 38 20 101 46 41 22 109 359 175 82 616
Aufteilung der beschäftigten Arbeitnehmer 2016 Summe der Beschäftigten: 616 Frauen Vollzeit 191 Frauen Teilzeit 101 87 Männer Vollzeit 316 Männer Teilzeit 8 Darüber hinaus haben wir durchschnittlich 20 Auszubildende beschäftigt. Ruhende Dienstverhältnisse bestanden durchschnitt­ lich mit 17 Vollzeitbeschäftigten und 4 Teil­ zeitbeschäftigten. E. Nachtragsbericht Die SÜDWESTBANK AG hat mit Wirkung zum 1. Januar 2017 die Beteiligung an der SWB International S.C.S., Luxembourg ver­ äußert. Der hierbei erzielte Veräußerungs­ gewinn wird sich deutlich positiv auf das Jahresergebnis 2017 auswirken. Darüber hinaus haben sich keine Vorgänge oder Ereignisse nach Schluss des Geschäfts­ jahres ergeben, die für die Beurteilung der Vermögens­, Finanz­ und Ertragslage der SÜDWESTBANK AG von besonderer Bedeu­ tung sind. Die BAWAG P.S.K. mit Sitz in Wien, Österreich, hat mit den Eigentümern der SÜDWESTBANK AG Verhandlungen über den Verkauf der SÜDWESTBANK AG aufgenommen. Die Vertragsunterzeich­ nung soll im 2. Halbjahr 2017 erfolgen. Stuttgart, 4. Juli 2017 SÜDWESTBANK Aktiengesellschaft Der Vorstand Dr. Wolfgang Kuhn Dr. Andreas Maurer Wolfgang Jung
89 Bericht des Aufsichtsrates 3
Bericht Bericht des Aufsichtsrates 90 Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016 hat der Aufsichtsrat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und seine Tätigkeit sorgfältig und kontinuierlich überwacht. Insbesondere wurden Recht­ mäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Ordnungs­ mäßigkeit der Geschäftsführung geprüft. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat in seinen fünf Sitzungen des Jahres 2016, aber auch zwischen den einzelnen Sitzungen des Auf­ sichtsrates durch schriftliche und mündliche Berichte ausführlich über die Lage der Bank, über grundsätzliche Fragen der Geschäfts­ politik und über sonstige wichtige Anlässe regelmäßig, zeitnah und umfassend infor­ miert. In einem Fall hat der Aufsichtsrat auch im schriftlichen Verfahren über den vorge­ legten zustimmungsbedürftigen Antrag ent­ schieden. Entscheidungen mit wesentlicher Bedeutung für die Bank wurden dem Aufsichtsrat immer zeitnah und mit ausführlichen Unterlagen zur Kenntnis oder Entscheidung vorgelegt. Die Ausschüsse des Aufsichtsrates behan­ delten sowohl in ihren Sitzungen als auch im schriftlichen Verfahren die ihnen nach Gesetz und Satzung zugewiesenen Angele­ genheiten. Über die Arbeit der Ausschüsse wurde im Plenum berichtet. Der Jahresabschluss für das Geschäfts­ jahr 2016 und der Lagebericht sowie die Buchführung wurden von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, geprüft und als mit den gesetzlichen Vor­ schriften im Einklang befunden. Der unein­ geschränkte Bestätigungsvermerk wurde erteilt. Der verantwortliche Wirtschaftsprüfer des Abschlussprüfers hat an der Sitzung der Bilanzprüfungskommission des Aufsichts­ rates am 8. Mai 2017 teilgenommen, über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet und bereitwillig Auskunft erteilt. Der Aufsichtsrat nahm das Prüfungsergebnis zustimmend zur Kenntnis. Er prüfte seiner­ seits den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns durch die von ihm eingesetzte Bilanzprüfungskommission. Das abschließende Ergebnis der vom Auf­ sichtsrat und vom Abschlussprüfer vorge­ nommenen Prüfungen hat keinen Anlass zu Beanstandungen gegeben; es waren dem­ nach keine Einwendungen zu erheben. In seiner Sitzung am 9. Mai 2017 hat der Auf­ sichtsrat unter Billigung des Jahresabschlus­ ses für 2016 beschlossen, die Feststellung des Jahresabschlusses der Hauptversamm­ lung zu überlassen. Einen entsprechenden Beschluss hat der Vorstand in seiner Sitzung am 9. Mai 2017 gefasst.
91 Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren persönlichen Einsatz, ihre Leistungen und das hohe Engagement und spricht seine Anerkennung für die im Jahr 2016 geleistete Arbeit aus. Stuttgart, 4. Juli 2017 Dr. Andreas Strüngmann Vorsitzender des Aufsichtsrates Außerdem hat der Vorstand einen Bericht gemäß § 312 Aktiengesetz über die Be­ ziehungen zu verbundenen Unternehmen erstellt und diesen mit dem hierzu von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesell­ schaft, Stuttgart, erstatteten Prüfungs­ bericht dem Aufsichtsrat vorgelegt. Die Bilanzprüfungskommission prüfte diesen Bericht des Vorstandes. Der Aufsichtsrat stimmt dem Bericht und dem Prüfungs­ ergebnis des Abschlussprüfers zu. Letzterer versah den Bericht des Vorstandes über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen mit dem folgenden Bestätigungsvermerk: „Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechts­ geschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war.“ Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung erhebt der Aufsichtsrat keine Einwen­ dungen gegen die vom Vorstand am Schluss des Berichts abgegebene Erklärung über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen.
des Abschlussprüfers 934Bestätigungsvermerk
Bestätigungsvermerk Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers 94 Wir haben den Jahresabschluss – beste­ hend aus Bilanz, Gewinn­ und Verlustrech­ nung sowie Anhang – unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der SÜDWESTBANK AG, Stuttgart, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezem­ ber 2016 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lage­ bericht nach den deutschen handelsrecht­ lichen Vorschriften liegen in der Verantwor­ tung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurtei­ lung über den Jahresabschluss unter Ein­ beziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (lDW) fest­ gestellten deutschen Grundsätze ordnungs­ mäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchfüh­ rung und durch den Lagebericht vermittel­ ten Bildes der Vermögens­, Finanz­ und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hin­ reichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäfts­ tätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berück­ sichtigt. lm Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezoge­ nen internen Kontrollsystems sowie Nach­ weise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwie­ gend auf der Basis von Stichproben beur­ teilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vor­ stands sowie die Würdigung der Gesamt­ darstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetz­ lichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßi­ ger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Ver­ mögens­, Finanz­ und Ertragslage der SÜDWESTBANK AG. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, ent­ spricht den gesetzlichen Vorschriften, ver­ mittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Diese Bestätigung erteilen wir aufgrund unserer pflichtgemäßen, am 9. Mai 2017 abgeschlossenen Abschlussprüfung und unserer Nachtragsprüfung, die sich auf die Änderung der anderen Gewinnrücklagen und des Bilanzgewinns sowie diesbezügli­ cher Aussagen im Lagebericht bezog. Auf die Begründung der Änderungen durch die Gesellschaft im geänderten Anhang wird verwiesen. Die Nachtragsprüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Stuttgart, den 9. Mai 2017 / 7. Juli 2017 KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Göller Wirtschaftsprüfer Dr. Niemeyer Wirtschaftsprüfer
Organisation 95
Organisation Weitverbreitet Unsere SÜDWESTBANK­Standorte 96 Mit 28 Standorten und 649 Mitarbei­ terinnen und Mitarbeitern ist die SÜDWESTBANK marktnah und flexibel aufgestellt. Mannheim Karlsruhe Heilbronn Schwäbisch Hall Bietigheim-Bissingen Waiblingen Fellbach Stuttgart Degerloch Schorndorf Plüderhausen Göppingen Reichenbach Reutlingen Hechingen Ulm Offenburg Freiburg Tuttlingen Bad Saulgau Ochsenhausen Sigmaringen Biberach Singen Ravensburg Tettnang Friedrichshafen
Bad Saulgau Hauptstraße 56 88348 Bad Saulgau Telefon 07581 / 20 04­0 Biberach Marktplatz 23 88400 Biberach Telefon 07351 / 581­0 Bietigheim-Bissingen Kreuzstraße 21 74321 Bietigheim­Bissingen Telefon 07142 / 352­0 Fellbach Hintere Straße 29 70734 Fellbach Telefon 0800 / 30 30 888 Freiburg Eisenbahnstraße 66 79098 Freiburg Telefon 0761 / 282 06­0 Friedrichshafen Charlottenstraße 34 88045 Friedrichshafen Telefon 07541 / 38 52­0 Göppingen Vordere Karlstraße 12 73033 Göppingen Telefon 07161 / 97 61­0 Hechingen Obertorplatz 3 72379 Hechingen Telefon 07471 / 18 07­0 Heilbronn Moltkestraße 20 74072 Heilbronn Telefon 07131 / 637­0 Karlsruhe Waldstraße 41– 43 (Ecke Kaiserstraße) 76133 Karlsruhe Telefon 0721 / 94 54 05­0 Sigmaringen Kirchberg 1 72488 Sigmaringen Telefon 07571 / 107­0 97 Singen Ekkehardstraße 12 / 2 78224 Singen Telefon 07731 / 99 69­0 Stuttgart (Zentrale) Rotebühlstraße 125 70178 Stuttgart Telefon 0711 / 66 44­0 Stuttgart-Degerloch Große Falterstraße 3 70597 Stuttgart Telefon 0711 / 66 44­0 Stuttgart (Großmarkt) Langwiesenweg 30 70327 Stuttgart Telefon 0711 / 46 47­20 Tettnang Lindauer Straße 25 88069 Tettnang Telefon 07542 / 93 59­0 Tuttlingen Königstraße 4 78532 Tuttlingen Telefon 07461 / 90 06 12­0 Ulm Bahnhofstraße 11 89073 Ulm Telefon 0731 / 14 13­0 Waiblingen Heinrich­Küderli­Straße 2 71332 Waiblingen Telefon 07151 / 568 19­0 Mannheim Friedrichsplatz 9 68165 Mannheim Telefon 0621 / 420 06­0 Ochsenhausen Bahnhofstraße 11 88416 Ochsenhausen Telefon 07352 / 20 25­0 Offenburg Hauptstraße 35 77652 Offenburg Telefon 0781 / 93 22 51­0 Plüderhausen Hauptstraße 51 73655 Plüderhausen Telefon 07181 / 92 73­0 Ravensburg Marienplatz 29 88212 Ravensburg Telefon 0751 / 374­0 Reichenbach Bahnhofstraße 1 73262 Reichenbach Telefon 07153 / 50 09­0 Reutlingen Federnseestraße 3 72764 Reutlingen Telefon 07121 / 14 97­0 Schorndorf Johann­Philipp­Palm­Straße 8 73614 Schorndorf Telefon 07181 / 92 73­0 Schwäbisch Hall Im Haal 8 74523 Schwäbisch Hall Telefon 0791 / 75 80­0
Organisation Verantwortung und Engagement Für Menschen und Region 98 Aufsichtsrat Beirat Dr. Andreas Strüngmann Vorsitzender Mitglied der Geschäftsleitung Santo Holding (Deutschland) GmbH, Holzkirchen Konsul Peter Gaugg Stellvertretender Vorsitzender Geschäftsführer Silvretta Montafon GmbH, St. Gallenkirch Wolfgang Boorberg Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, Stuttgart Ursula Nell* Bankangestellte, Inzigkofen Guido M. Sollors Geschäftsführer Sollors & Co. (GmbH & Co. KG), Hamburg Hans Tauschek* Bankangestellter, Plüderhausen Senator e. h. Dr. Peter Baumeister Vorsitzender Bankdirektor im Ruhestand, Remseck am Neckar Maximilian Wölfle Stellvertretender Vorsitzender Bankdirektor im Ruhestand, Stuttgart Martin Boschet Geschäftsführender Vorstand Hohenloher Molkerei eG, Schwäbisch Hall Stephan Bourauel Rechtsanwalt Verband Privater Rundfunkanbieter Baden­Württemberg e. V. (VPRA), Verband Südwestdeutscher Zeitungsverleger e. V. (VSZV), Stuttgart Albrecht Graf von Brandenstein­Zeppelin Rechtsanwalt, Mittelbiberach Rudolf Bühler Aufsichtsratsvorsitzender Bäuerliche Erzeugergemeinschaft, Schwäbisch Hall, Präsident ECOLAND e. V., Wolpertshausen Dr. Maximilian Dietzsch­Doertenbach Geschäftsführender Partner Doertenbach & Co. GmbH, Frankfurt am Main Wolfgang Endrich Geschäftsführer euro Lighting GmbH, Nagold * Von den Arbeitnehmern gewählt.
Irmgard Freidler Geschäftsführende Gesellschafterin Alb­Gold Teigwaren GmbH, Trochtelfingen René Marius Köhler Geschäftsführer KOEHLER GROUP Holding GmbH, Stuttgart 99 Dr. Mark Hacker Dr. Hacker & Partner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft PartGmbB, Stuttgart Joachim Hauck Ministerialdirigent Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden­Württemberg, Stuttgart Ullrich Hipp Geschäftsführer Robert­Bosch­Krankenhaus GmbH, Stuttgart Gerd Hockenberger Präsident a. D. Landesbauernverband in Baden­Württem­ berg e. V., Stuttgart S. H. Karl Friedrich Fürst von Hohenzollern Unternehmensgruppe Fürst von Hohen­ zollern, Sigmaringen Dr. Ralf Kantak Vorsitzender des Vorstandes Süddeutsche Krankenversicherung a. G. Dr. Gerhard Kempter Kempter Financial Management GmbH, Freiburg Angelika Kölle Heilbronn Rolf Krauß Dipl.­Betriebswirt (FH) Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Göppingen Bernhard Lange Geschäftsführender Gesellschafter Paul Lange & Co. OHG, Stuttgart Dieter Lebzelter Vorstand IMS Gear Management SE, Donaueschingen Prof. Günther Luz Bundesbankdirektor i. R., Metzingen Eva Mayr­Stihl Mitglied des Aufsichtsrates STIHL AG, stellvertretende Vorsitzende des Beirates STIHL HOLDING AG & Co. KG, Waiblingen Lutz Meschke Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes Dr. Ing. h. c. F. Porsche AG, Stuttgart Dr. Christoph Münzer Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen Baden e. V., Freiburg Helmut Cornelius Nanz Geschäftsführer Nanz Stiftung & Co. KG, Stuttgart
Organisation 100 S. E. Karl Eugen Erbgraf zu Neipperg Dipl.­Ingenieur agr. (FH), Schwaigern Christoph Palm Geschäftsführer Josef Wund Stiftung gemeinnützige GmbH, Stuttgart Rolf Pfisterer Rechtsanwalt Schindhelm & Pfisterer Rechtsanwälte, Pforzheim Werner Räpple Präsident Badischer Landwirtschaftlicher Haupt­ verband e. V., Freiburg Sven Röckle Geschäftsführer Versorgungswerk der Architektenkammer Baden­Württemberg, Stuttgart Jochen Röttgermann Vorstand VfB Stuttgart 1893 e. V., Stuttgart Ulrich Schnekenburger Geschäftsführer Schnekenburger Steuerberatungsgesell­ schaft mbH, Ravensburg Stefan Schöllhammer Geschäftsführer KLAFS GmbH & Co. KG, Schwäbisch Hall Johannes Schwörer Geschäftsführender Gesellschafter Schwörer Haus KG, Hohenstein­Oberstetten Thomas Vohrer Geschäftsführer und Justiziar Gartenbauverband Baden­Württemberg­ Hessen e. V., Stuttgart Dr. Wolfgang Weller Patentanwalt Witte, Weller & Partner, Stuttgart Hannelore Wörz Präsidentin a. D. LandFrauenverband Württemberg­Baden e. V., Güglingen Vorstand Dr. Wolfgang Kuhn Sprecher des Vorstandes, Stuttgart Dr. Andreas Maurer Mitglied des Vorstandes, Stuttgart Wolfgang Jung Mitglied des Vorstandes, Freiburg
Organisation Impressum 102 SÜDWESTBANK Aktiengesellschaft Rotebühlstraße 125 70178 Stuttgart Telefon 0711 / 66 44­0 www.suedwestbank.de Gestaltung Keim Identity GmbH, Zürich Fotografie Vorstand: Thomas Gasparini, Peine Reportagen: Lukas Frontzek, Stuttgart Prepress Appel Grafik Stuttgart GmbH, Stuttgart Druck studiodruck GmbH, Nürtingen­Raidwangen
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