Source: https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/9796
Timestamp: 2020-08-07 01:17:41
Document Index: 82294984

Matched Legal Cases: ['§ 54', '§ 79', '§ 19', '§ 23', '§ 67', '§ 23', '§ 23', '§ 56', '§ 26', '§ 6', '§ 6', '§ 8', '§ 20', '§ 26', '§ 28']

REVOSax Landesrecht Sachsen - POVFW
01.04.2009 - 29.02.2012
Prüfungsordnung der Landesdirektion Sachsen für die Fortbildungsprüfung zum Verwaltungsfachwirt/zur Verwaltungsfachwirtin
Vollzitat: Prüfungsordnung der Landesdirektion Sachsen für die Fortbildungsprüfung zum Verwaltungsfachwirt/zur Verwaltungsfachwirtin vom 16. Januar 2008 (SächsABl. S. 238), die zuletzt durch die Verwaltungsvorschrift vom 21. Januar 2016 (SächsABl. S. 315) geändert worden ist
für die Fortbildungsprüfung zum Verwaltungsfachwirt/zur Verwaltungsfachwirtin
(POVFW)
[zuletzt geändert durch Bek vom 21. Januar 2016 (SächsABl. S. 315)
Aufgrund des Beschlusses des Berufsbildungsausschusses vom 11. Dezember 2007 erlässt das Regierungspräsidium Leipzig als zuständige Stelle nach §§ 54, 47 Abs. 1 Satz 1 und § 79 Abs. 4 Satz 1 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) vom 23. März 2005 (BGBl. I S. 931), das zuletzt durch Artikel 9b des Gesetzes vom 7. September 2007 (BGBl. I S. 2246, 2257) geändert worden ist, folgende Prüfungsordnung für die Fortbildungsprüfung zum Verwaltungsfachwirt/zur Verwaltungsfachwirtin:
(1) Die zuständige Stelle führt zum Nachweis von Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten, die durch die berufliche Fortbildung zum Verwaltungsfachwirt erworben worden sind, Fortbildungsprüfungen durch.
Entscheidung über das Vorliegen und die Folgen von Täuschungshandlungen und Ordnungsverstößen (§ 19), soweit nicht die Prüfungsausschüsse nach Absatz 2 Nr. 2 zuständig sind,
Beschlüsse über die Ergebnisse der schriftlichen Prüfung, das Gesamtergebnis sowie das Bestehen und Nichtbestehen der Fortbildungsprüfung (§ 23 Abs. 1 Satz 1).
seine Arbeitsstätte oder, soweit kein Arbeitsverhältnis besteht, seinen Hauptwohnsitz im Freistaat Sachsen hat,
einen der folgenden Bildungsabschlüsse bestanden hat:
zum Verwaltungsfachangestellten
zum Fachangestellten für Bürokommunikation
zum Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement, sofern die Ausbildung im öffentlichen Dienst einschließlich der dienstbegleitenden Unterweisung absolviert wurde,
an einem Fortbildungslehrgang von mindestens 850 Unterrichtsstunden nach Maßgabe eines zwischen den sächsischen Bildungsträgern abgestimmten und von der zuständigen Stelle in geeigneter Weise veröffentlichten Lehrplans teilgenommen hat und
zum Zeitpunkt des Beginns der Prüfung (Datum der ersten Prüfungsleistung)
eine mindestens viereinhalbjährige berufspraktische Tätigkeit
nach dem Erwerb des Bildungsabschlusses
bei juristischen Personen des öffentlichen Rechts oder des Privatrechts, an der eine oder mehrere juristische Personen des öffentlichen Rechts mehrheitlich beteiligt sind,
(2) Auf Antrag des Arbeitgebers ist abweichend von Absatz 1 Nummer 4 Buchstabe a mit einer berufspraktischen Tätigkeit von mindestens zwei Jahren zuzulassen, wer den Bildungsabschluss mindestens mit der Note „gut“ (81,00 Punkte) bestanden hat. Beamte können zur Fortbildungsprüfung nicht zugelassen werden.
(3) Abweichend von Absatz 1 Nummer 2 werden andere Arbeitnehmer mit beruflichem Bildungsabschluss zur Fortbildungsprüfung zugelassen, wenn sie einen von der zuständigen Stelle vorgegebenen Eignungstest vor Beginn des nach Absatz 1 Nummer 3 genannten Fortbildungslehrganges erfolgreich abgeschlossen haben und zum Zeitpunkt der Prüfung eine mindestens sechsjährige berufspraktische Tätigkeit nach Absatz 1 Nummer 4 nachweisen können. In begründeten Ausnahmefällen kann der Nachweis über den erfolgreichen Abschluss des Eignungstests innerhalb des ersten Jahres des Fortbildungslehrganges erbracht werden. Nachweise über den erfolgreichen Abschluss von Eignungstests, die zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt wurden, werden nicht anerkannt.
(4) Soweit der Fortbildungslehrgang vor dem 1. Januar 2016 begonnen oder abgeschlossen wurde, sind andere Arbeitnehmer innerhalb von zwei Jahren nach Abschluss des Fortbildungslehrgangs auch ohne Nachweis über den erfolgreichen Abschluss des Eignungstests bei Vorliegen der weiteren Voraussetzungen zur Fortbildungsprüfung zuzulassen.
(5) Die berufspraktische Tätigkeit ist nachzuweisen, in der Regel durch die Tätigkeitsbeschreibung. Der Nachweis muss einen hinreichenden Aufschluss darüber zulassen, dass eine Tätigkeit ausgeübt wurde, die überwiegend dem Berufsbild eines Verwaltungsfachangestellten entspricht. Die zuständige Stelle kann die Verwendung besonderer Formulare verlangen.
(6) Behinderte Menschen sind zur Fortbildungsprüfung auch zuzulassen, wenn der Fortbildungslehrgang nicht oder die erforderliche Berufspraxis nicht in vollem Umfang absolviert worden sind, soweit Art und Schwere der Behinderung dies erfordern (§§ 67 und 65 Absatz 2 Satz 2 des Berufsbildungsgesetzes). Der Nachweis ist rechtzeitig unter Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung zu erbringen. Die zuständige Stelle kann ein amtsärztliches Gutachten verlangen.
(7) Von dem Erfordernis der Teilnahme am Fortbildungslehrgang kann abgesehen werden, wenn der Prüfungsbewerber durch Vorlage von Urkunden oder auf andere Weise glaubhaft macht, dass er die berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat, die die Zulassung zur Fortbildungsprüfung rechtfertigen.
Durch die Fortbildungsprüfung ist festzustellen, ob der Prüfungsteilnehmer die durch die berufliche Fortbildung zum Verwaltungsfachwirt zu vermittelnde berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. Der Prüfungsteilnehmer soll die erforderlichen gründlichen und umfassenden Fachkenntnisse sowie die beruflichen Fertigkeiten und Fähigkeiten nachweisen, die ihn befähigen, den Anforderungen der Qualifikationsebene des gehobenen allgemeinen Verwaltungsdienstes entsprechende komplexere und verantwortungsvollere Aufgaben mit größerem Schwierigkeitsgrad selbständig wahrzunehmen.
Rechtssystematik, Rechtsanwendung,
Allgemeines Verwaltungsrecht und Verwaltungsprozessrecht, Bescheidtechnik, Datenschutzrecht,
Öffentliches Finanzwesen,
Polizei- und Gewerberecht,
Kommunikation und Mitarbeiterführung.
(1) In der schriftlichen Prüfung sind fünf Prüfungsaufgaben aus den folgenden Lehrfächern zu bearbeiten:
1. Staats- und Verfassungsrecht, Europarecht, Bürgerliches Recht eine Prüfungsaufgabe,
2. Allgemeines Verwaltungsrecht unter Einbeziehung des Besonderen Verwaltungsrechts zwei Prüfungsaufgaben,
3. Öffentliches Dienstrecht, Kommunikation und Mitarbeiterführung eine Prüfungsaufgabe,
4. Öffentliches Finanzwesen, Wirtschaftslehre eine Prüfungsaufgabe.
In allen Prüfungsaufgaben kann auf das Verwaltungsprozessrecht, das Bürgerliche Recht und das Europarecht Bezug genommen werden. Bei den Prüfungsaufgaben nach Satz 1 Nr. 3 und 4 können die Prüfungsteilnehmer zwischen einer Aufgabenstellung für den staatlichen und den kommunalen Bereich wählen. Das Wahlrecht ist zusammen mit dem Zulassungsantrag auszuüben und ist unwiderruflich.
(3) Die Prüfungsaufgaben sollen praktische, fallbezogene Problemstellungen der Verwaltung enthalten, wobei der Prüfungsteilnehmer unter Beweis stellen soll, dass er komplexe Sachverhalte größeren Schwierigkeitsgrades unter Anwendung methodischer Kenntnisse analysieren, kritisch bewerten und rechtlich würdigen sowie praxisgerechte Lösungen entwickeln und begründen kann.
(4) Die schriftliche Prüfung soll innerhalb von zwei Wochen, die mündliche Prüfung innerhalb von zwei Monaten nach der schriftlichen Prüfung stattfinden.
(1) Die mündliche Prüfung besteht aus einem Aktenvortrag und einem Fachgespräch.
(2) Der Aktenvortrag ist nach einer Vorbereitungszeit von 60 Minuten einzeln vor dem Prüfungsausschuss zu halten und soll zehn Minuten nicht überschreiten. Der Prüfungsteilnehmer soll im Rahmen seines Aktenvortrages die Fähigkeit nachweisen, nach kurzer Vorbereitung in freier Rede innerhalb der Zeitvorgabe den Inhalt der Akte darzustellen, einen praktisch verwertbaren Entscheidungsvorschlag zu unterbreiten und diesen rechtlich zu begründen. Der Aktenvortrag soll Ausgangspunkt für vertiefende Nachfragen des Prüfungsausschusses sein, die nicht länger als zehn Minuten dauern sollen.
(3) Das Fachgespräch wird als Einzelprüfung durchgeführt und soll 30 Minuten nicht überschreiten.
(4) Termin und Ort der mündlichen Prüfung sollen den Prüfungsteilnehmern bis spätestens zehn Tage vor deren Beginn von der zuständigen Stelle mitgeteilt werden.
(5) Die mündliche Prüfung ist begrenzt öffentlich. Vertreter des Staatsministeriums des Innern und der zuständigen Stelle sowie Mitglieder und stellvertretende Mitglieder des Berufsbildungsausschusses können anwesend sein. Der Prüfungsausschuss kann im Einvernehmen mit der zuständigen Stelle Dritte als Zuhörer zulassen, sofern keiner der Prüfungsteilnehmer widerspricht. Teilnehmer des gleichen Prüfungstermins können nicht zugelassen werden. Bei der Beratung über das Prüfungsergebnis dürfen nur die Mitglieder des Prüfungsausschusses anwesend sein.
(3) Wird in den Fällen des Absatzes 2 ein wichtiger Grund nachgewiesen, gilt die Prüfung als nicht abgelegt. Bereits erbrachte Prüfungsleistungen werden anerkannt, wenn mindestens drei schriftliche Prüfungsarbeiten abgeschlossen sind. Das Prüfungsverfahren wird zum nächsten Prüfungstermin fortgesetzt. Die Anerkennung der bereits erbrachten Prüfungsleistungen erlischt, wenn das Prüfungsverfahren nicht spätestens im übernächsten Prüfungstermin abgeschlossen wird.
(1) Zur Vorbereitung der Beschlussfassung über die Ergebnisse der schriftlichen Prüfung wird jede Prüfungsarbeit von zwei Mitgliedern des Prüfungsausschusses für gemeinsame Aufgaben (Erst- und Zweitkorrektor) selbstständig mit einer vollen Punktzahl bewertet. Das Ergebnis ist die Durchschnittspunktzahl dieser Einzelbewertungen; § 23 Abs. 2 Satz 2 gilt entsprechend. Weichen die Einzelbewertungen um mehr als 15 Punkte voneinander ab, setzt der Prüfungsausschuss das Ergebnis im Rahmen der Bewertung der beiden Korrektoren fest. Der Prüfungsausschuss kann hierzu einen Drittkorrektor mit einem Bewertungsvorschlag beauftragen.
(2) In der mündlichen Prüfung einigen sich die Mitglieder des Prüfungsausschusses auf eine Bewertung. Bei der Ermittlung des Ergebnisses dieser Prüfungsleistung haben Aktenvortrag und Fachgespräch das gleiche Gewicht. Kommt eine Einigung nicht zustande, ist das Ergebnis die Durchschnittspunktzahl der Einzelbewertungen; § 23 Abs. 2 Satz 2 gilt entsprechend.
(2) Bei der Ermittlung des Gesamtergebnisses der Fortbildungsprüfung sind die durch fünf geteilte Summe der Ergebnisse der schriftlichen Prüfung und das Ergebnis der mündlichen Prüfung im Verhältnis zwei zu eins zu gewichten. Das Gesamtergebnis ist auf zwei Dezimalstellen zu errechnen; alle weiteren Dezimalstellen bleiben unberücksichtigt.
(3) Die Fortbildungsprüfung ist bestanden, wenn in mindestens drei schriftlichen Prüfungsarbeiten sowie im Gesamtergebnis mindestens die Note „ausreichend“ (50,00 Punkte) erreicht worden ist. Wird eine Prüfungsleistung mit der Note „ungenügend“ (0 bis 29,99 Punkte) bewertet, ist die Fortbildungsprüfung nicht bestanden.
(1) Über die bestandene Fortbildungsprüfung erhält der Prüfungsteilnehmer von der zuständigen Stelle unverzüglich nach dem Beschluss des Gesamtergebnisses ein Zeugnis (§§ 56 Abs. 1, 37 Abs. 2 Satz 1 BBiG).
(3) Die bestandene Fortbildungsprüfung berechtigt, die Bezeichnung „Verwaltungsfachwirt/Verwaltungsfachwirtin“ zu führen.
Bei nicht bestandener Fortbildungsprüfung erhält der Prüfungsteilnehmer von der zuständigen Stelle einen schriftlichen Bescheid. Die Ergebnisse der schriftlichen und mündlichen Prüfung sowie das Gesamtergebnis sind anzugeben. Auf die Möglichkeit der Wiederholung der Prüfung gemäß § 26 ist hinzuweisen.
(1) Mit dem Inkrafttreten dieser Prüfungsordnung wird der bisherige verwaltende Prüfungsausschuss zum Prüfungsausschuss für gemeinsame Aufgaben (§ 6 Abs. 1), die bisherigen durchführenden Prüfungsausschüsse werden zu Prüfungsausschüssen (§ 6 Abs. 2). Die Berufung der jeweiligen Mitglieder und stellvertretenden Mitglieder bleibt unberührt.
(2) Prüfungsbewerber, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Prüfungsordnung bereits an einem Fortbildungslehrgang nach § 8 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 teilnehmen, sind zur Fortbildungsprüfung auch zuzulassen, wenn sie die Zulassungsvoraussetzungen nach der Prüfungsordnung in der bisher geltenden Fassung erfüllen.
(3) Gegenstand und Gliederung sowie die Bewertung von nachzuholenden Prüfungsleistungen (§ 20 Abs. 3) richten sich nach der Prüfungsordnung in der für die bereits erbrachten Prüfungsleistungen maßgeblichen Fassung. Das Gleiche gilt für zu wiederholende Fortbildungsprüfungen (§ 26 Abs. 2), letztmalig jedoch für den Prüfungstermin Herbst 2009.
(1) Diese Prüfungsordnung tritt mit Wirkung vom 1. Januar 2008 in Kraft.
(2) Gleichzeitig tritt vorbehaltlich der Übergangsregelungen (§ 28 Abs. 2 und 3) die Prüfungsordnung des Regierungspräsidiums Leipzig für die Fortbildungsprüfung zum Verwaltungsfachwirt/zur Verwaltungsfachwirtin (POVFW) vom 11. September 1997 (SächsABl. S. 1113), zuletzt geändert durch Änderung vom 24. Februar 2003 (SächsABl. S. 258), außer Kraft.
(3) Die Prüfungsordnung wurde durch Erlass des Staatsministeriums des Innern vom 10. Januar 2008 – Az.: 13-0306.42/29 – genehmigt.
Leipzig, den 16. Januar 2008
SächsABl. 2008 Nr. 5, S. 238
Fsn-Nr.: 245-V08.1
Quelle: REVOSax http://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/9796 Stand vom 07.08.2020