Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Berlin-Brandenburg&Datum=18.01.2006&Aktenzeichen=2%20A%207.05
Timestamp: 2019-10-23 07:03:00
Document Index: 374058772

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 42', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9']

OVG Berlin-Brandenburg, 18.01.2006 - 2 A 7.05 - dejure.org
https://dejure.org/2006,7268
OVG Berlin-Brandenburg, 18.01.2006 - 2 A 7.05 (https://dejure.org/2006,7268)
OVG Berlin-Brandenburg, Entscheidung vom 18.01.2006 - 2 A 7.05 (https://dejure.org/2006,7268)
OVG Berlin-Brandenburg, Entscheidung vom 18. Januar 2006 - 2 A 7.05 (https://dejure.org/2006,7268)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2006,7268) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Normenkontrolle (erfolglos); Bebauungspläne; isolierte Straßenplanung; Antragsbefugnis; Rechtsschutzbedürfnis; Planrechtfertigung; Abwägung; (kein) Abwägungsausfall wegen Vorab-Bindung des Plangebers; (kein) Abwägungsdefizit; Trassenauswahl; "Grobanalyse";
Anforderungen an die Durchführung eines Normenkontrollverfahrens; Voraussetzungen für die Rechtmäßigkeit eines Bebauungsplans über die Festsetzung eines Straßenkörpers als öffentliche Verkehrsfläche; Beeinträchtigung von sich unmittelbar im Einwirkungsbereich des durch ...
Bebauungspläne der Stadt Oranienburg für Verbindungsstraße zur B 96 neu sind rechtmäßig
Anbindung der Ortsumfahrung (B 96 - neu -) an das Stadtzentrum von Oranienburg
BVerwG, 10.01.2007 - 4 BN 14.06
Kommt den Belangen des Verkehrs (§ 1 Abs. 5 Satz 2 Nr. 8 BauGB a.F.) im konkreten Einzelfall eine besondere Bedeutung zu, kann auch ein Bebauungsplan, der sich in der Festsetzung von Verkehrsflächen erschöpft (so genannte isolierte Straßenplanung), für die städtebauliche Entwicklung und Ordnung erforderlich sein (vgl. Urteil des Senats vom 18. Januar 2006 - OVG 2 A 7.05 - m.w.N.).
Die Überschreitung der Schwelle hat jedoch nicht zur Folge, dass die Planung zwingend einen entsprechenden planerischen Ausgleich schaffen muss (vgl. Urteil des Senats vom 18. Januar 2006 - OVG 2 A 7.05 -).
Dass die passiven Lärmschutzmaßnahmen nicht im einzelnen im Bebauungsplan festgesetzt wurden, ist ebenfalls nicht zu beanstanden, denn die Konfliktbewältigung ist bei passiven Lärmschutz außerhalb des Planungsverfahrens dadurch sichergestellt, dass § 42 BImSchG unmittelbar Anwendung findet mit der Folge, das Lärmbetroffene direkt aus dieser Norm einen Anspruch haben und geltend machen können (vgl. BayVGH, Urteil vom 29. Juni 2006, NVwZ-RR 2007, 161, 165; Senatsurteil vom 18. Januar 2006 - 2 A 7.05).
In Rechtsprechung und Literatur besteht Einigkeit darin, dass verkehrslenkende Maßnahmen oder Maßnahmen der Verkehrssicherung, wie zum Beispiel Geschwindigkeitsbegrenzungen, nicht Gegenstand der Festsetzung von Verkehrsflächen nach § 9 Abs. 1 Nr. 11 BauGB sein können (vgl. z.B. OVG RP…, Urteil vom 14. November 1990 - 10 C 10236/90.OVG -, NVwZ-RR 1992, S. 342, 342 f.; OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 18. Januar 2006 - OVG 2 A 7.05 -, juris, Rn. 58 f.;… Spannowsky/Baumann, in: Spannowsky/Uechtritz, BauGB, 1. A. 2009, § 9, Rn. 43.1;… Söfker, in: Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautzberger, BauGB, § 9, Stand 1/05, Rn. 105).
Halbsatz BauGB (vgl. OVG RP…, Urteil vom 14. November 1990, a.a.O.) oder als "sonstige Vorkehrung zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen" gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 24 BauGB festgesetzt werden (vgl. OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 18. Januar 2006, a.a.O., Rn. 49).
Bei einer Straßenplanung durch Bebauungsplan gilt nichts anderes (BayVGH vom 15.1.2003 - 26 N 00.3510 - juris; OVG BB vom 18.1.2006 - 2 A 7.05 - juris).
Das Rechtsschutzinteresse für einen Antrag auf gerichtlichen Rechtsschutz fehlt nur, wenn die Inanspruchnahme des Gerichts für den Antragsteller nutzlos erscheint, weil er mit der begehrten gerichtlichen Entscheidung seine derzeitige Rechtsstellung nicht verbessern kann (vgl. BVerwG, Beschl. v. 11.2.2004, BauR 2004, 1264; BayVGH, Beschl. v. 9.3.2006 - 1 NE 05.2570 - OVG Berlin-Brandenburg, Urt. v. 18.1.2006 - 2 A 7.05 -).
Im Übrigen kann die Festsetzung des Gehrechtes auch Grundlage für eine spätere Enteignung sein (vgl. OVG Berlin-Brandenburg, Urt. v. 18.1.2006 - 2 A 7.05 - Gierke in: Brügelmann, aaO, § 9 RdNr. 388).
Diese Überlegungen sind aber rechtlich nicht haltbar und rechtfertigen es nicht, die Interessen der Antragstellerin, insbesondere ihre privaten Eigentümerinteressen als Bergwerkseigentümerin und ihr Interesse an der Sicherung von Rohstoffvorkommen, die bei der Abwägung zu berücksichtigende Belange darstellen, bei der Abwägung außer Acht zu lassen (vgl. OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 18.01.2006 - OVG 2 A 7.05 - OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 18.12.2009 - 7 D 124/07.NE und 7 D 128/08.NE -).
Für die Trassenwahl ist entscheidend, dass der Plangeber alle abwägungserheblichen Belange berücksichtigt hat und auch im Rahmen der "Grobanalyse" nicht von erkennbar unzureichenden oder unzutreffenden Annahmen ausgeht, sofern diese bei der vergleichenden Prüfung der von den möglichen Varianten jeweils berührten öffentlichen und privaten Belangen von Bedeutung sind (OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 18.01.2006 - OVG 2 A 7.05 - OVGE BE 1-34).