Source: http://www.kostenlose-urteile.de/BVerfG_1-BvR-55052_BVerfG-Entscheidung-von-1957-Strafvorschriften-gegen-maennliche-Homosexualitaet-nicht-verfassungswidrig.news17481.htm
Timestamp: 2016-05-26 16:28:32
Document Index: 171966129

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 175', 'Art. 3', 'Art. 2', '§ 175', '§ 175', 'Art. 3', 'Art. 2', 'Art. 3', 'BGH', '§ 184', '§ 184']

Urteil > 1 BvR 550/52 | BVerfG - BVerfG-Entscheidung von 1957: Strafvorschriften gegen männliche Homosexualität nicht verfassungswidrig < kostenlose-urteile.de wichtiger technischer Hinweis:
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Werbung0/0/5(0) Hier beginnt die eigentliche Meldung:Bundesverfassungsgericht, Urteil vom 10.05.1957 - 1 BvR 550/52 - BVerfG-Entscheidung von 1957: Strafvorschriften gegen männliche Homosexualität nicht verfassungswidrigKein Verstoß gegen den Gleichheitssatz und gegen das allgemeine Persönlich­keits­recht1957 entschied das Bundes­verfassungs­gericht, dass die Strafvorschriften gegen die männliche Homosexualität (§§ 175, 175a StGB) nicht verfassungswidrig waren. Weder haben sie gegen den Gleichheitssatz (Art. 3 GG) noch gegen das allgemeine Persönlich­keits­recht (Art. 2 Abs. 1 GG) verstoßen.In dem zugrunde liegenden Fall legte ein homosexueller Mann Verfassungsbeschwerde gegen die Strafvorschriften gegen die männliche Homosexualität (§§ 175, 175a StGB) ein. So wurde etwa nach § 175 StGB ein Mann, der mit einem anderen Mann Unzucht trieb oder sich von ihm zur Unzucht missbrauchen ließ, mit Gefängnis bestraft. Der Beschwerdeführer meinte, dass die Strafvorschriften gegen den Gleichheitssatz sowie gegen das allgemeine Persönlichkeitsrecht verstoßen haben und damit verfassungswidrig gewesen seien.Kein Verstoß gegen den GleichheitssatzDas Bundesverfassungsgericht entschied gegen den Beschwerdeführer. Die Strafvorschriften gegen die männliche Homosexualität haben nicht gegen den Gleichheitssatz (Art. 3 GG) verstoßen. Zwar sei es richtig, so die Verfassungsrichter, dass zwischen den Geschlechtern ein Verbot der Unterscheidung besteht. Dies gelte aber nur dann, wenn der zugrundeliegende Lebenssachverhalt vergleichbar ist. Dies sei hier nicht der Fall gewesen. Die Verfassungsrichter gingen davon aus, dass die männliche Homosexualität anders sei als die weibliche Homosexualität. Von ihr sollen größere Gefahren für die Gesellschaft und insbesondere für Jugendliche ausgehen, die eine Strafbarkeit rechtfertigten. Da daher ein vergleichbarer Lebenssachverhalt nicht vorgelegen habe, habe der Grundsatz der Gleichberechtigung der Geschlechter somit keine Anwendung finden können.Unterschiede zwischen männlicher und weiblicher HomosexualitätDas Bundesverfassungsgericht sah qualitative Unterscheidungen zwischen der männlichen und der weiblichen Homosexualität. So sei die männliche Sexualität stärker auf einen bloßen Lustgewinn gerichtet. Daher neige der homosexuelle Mann dazu, einem hemmungslosen Sexualbedürfnis zu verfallen. Zudem bestehe für männliche Jugendliche eine höhere Anfälligkeit gegen Verführungen zum gleichgeschlechtlichen Sex. Darüber hinaus seien Dauerbeziehungen unter männlichen Homosexuellen seltener. Vielmehr neigen sie zu ständigem Partnerwechsel und lehnen familienhafte Bindungen ab. Außerdem bestehen Unterschiede im begehrten Alter des Partners sowie in der Prostitution. Nach alldem gingen die Verfassunsgrichter von einer höheren Sozialgefährlichkeit der männlichen Homosexualität aus. Es habe eine größere Gefahr für Jugendliche und der Erregung öffentlichen Ärgernisses, insbesondere durch Propaganda und Prostitution bestanden. Keine Verletzung des allgemeinen PersönlichkeitsrechtsEbenso verneinte das Bundesverfassungsgericht eine Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts (Art. 2 Abs. 1 GG). Zwar werde durch das Grundrecht das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit gewährleistet. Da die männliche Homosexualität aber eindeutig gegen das Sittengesetz verstoße, sei die Verletzung der Achtung der Intimsphäre durch die Strafvorschriften gerechtfertigt.Die Entscheidung ist aus dem Jahre 1957 und erscheint im Rahmen der Reihe "Urteile zum Thema Homosexualität".Werbung
Quelle: Bundesverfassungsgericht, ra-online (zt/NJW 1957, 865/rb) Dokument-Nr. 17481 Gleichlautende Entscheidung:BVerfG-Entscheidung von 1973: Bestrafung homosexueller Handlungen von Männern über 18 Jahren mit Männern unter 18 Jahren verfassungsgemäß(Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 02.10.1973[Aktenzeichen: 1 BvL 7/72])Eine weitere Entscheidung zu diesem Thema:Strafbarkeit homosexueller Handlungen: Überwindung des inneren Widerstands eines zur Unzucht nicht bereiten unter 21jährigen ist ein "Verführen"(Bundesgerichtshof, Urteil vom 10.11.1961[Aktenzeichen: 4 StR 70/61])Rechtsfragen zum diesem Thema auf refrago:Seit wann ist Homosexualität in Deutschland nicht mehr strafbar? » Aktuelle Urteile aus dem Staatsrecht | Verfassungsrecht | Strafrecht Urteile zu den Schlagwörtern: allgemeiner Gleichheitssatz (Art. 3 Abs.1 GG) | allgemeines Persönlichkeitsrecht | Homosexualität | strafbare Handlungen | Straftaten | Strafbarkeit | verfassungsgemäß | Verletzung der ... | Verletzung des ... | Verstoß gegen die ... | Verstoß gegen das ... | Verstoß gegen den ... Fundstellen in der Fachliteratur: Sammlung: Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts (BVerfGE), Band: 6, Seite: 389 BVerfGE 6, 389 | Zeitschrift: Die Öffentliche Verwaltung (DÖV)Jahrgang: 1957, Seite: 790 DÖV 1957, 790 | Zeitschrift: JuristenZeitung (JZ)Jahrgang: 1957, Seite: 484 JZ 1957, 484 | Zeitschrift: Monatsschrift für Deutsches Recht (MDR)Jahrgang: 1957, Seite: 403 MDR 1957, 403 | Zeitschrift: Neue Juristische Wochenschrift (NJW)Jahrgang: 1957, Seite: 865 NJW 1957, 865 Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: http://www.kostenlose-urteile.de/Urteil17481Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.Bewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0 Sie brauchen Hilfe vom Profi?Postleitzahl, Ort ... Startseite die neuesten Urteile gern gelesen Kommentare (0) NameE-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) Ihr Kommentar MusterkommentarRechtsanwalt Michael MusterMuster Rechtsanwältepräsentiert vom Deutschen Anwaltsregisterschrieb neulichMusterallee 27a, 08151 Musterdorfwww.anwaltsregister.defacebookGoogle+XINGTwitterSeien Sie als Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt mit Ihrer Kompentenz da präsent, wo potentielle Mandanten ihre Probleme diskutieren!Werbung
DruckenVerwenden Sie diese Kurz-URL für Ihre Verlinkungenhttp://www.kostenlose-urteile.de/Urteil7096Sie haben eine Meinung zu diesem Urteil? Geben Sie jetzt den ersten Kommentar ab!0zuletzt wurde kommentiert...vor 42 Minuten von :BFH zur umsatzsteuerfreien Postdienstleistungvor 5 Stunden von :Dash-Cam-Aufzeichnungen durch parkenden PKW: Grund­stücks­eigentümer steht Unter­lassungs­anspruch zuvor 9 Stunden von :Piratenpartei darf vor türkischer Botschaft demonstrierenGern gelesen LG Hamburg erlässt einstweilige Verfügung gegen Jan Böhmermann »Gefälschte Urteilsabschrift ist keine strafbare Urkundenfälschung »BGH: Quoten­abgeltungs­klausel bei unrenoviert oder renovierungs­bedürftig überlassener Wohnung unwirksam »BVerwG zu den Voraussetzungen für eine zulässige Kürzung des Pflegegeldes bei "Großelternpflege" »Hartz IV: Leistungen des Jobcenters entfalten Tilgungswirkung nur bei Zahlung auf ein vom Leistungsempfänger bestimmtes Konto »Einsatz von Trocknungsgeräten rechtfertigt Mietminderung von 100 % »Räumungsschutz eines Untermieters aufgrund durch Räumung begründeter Lebensgefahr »KFZ-Glaserei darf nach Front­scheiben­austausch weiterhin keine Schadstoffplaketten anbringen »neue Urteile Verfassungs­beschwerde von Abgeordneten wegen Verletzung des Rechts auf gesetzlichen Richter erfolglos »Kein Schadensersatz wegen nicht gewährter Beihilfe an Lebenspartner »BAG zum Anspruch auf Entgeltfortzahlung während ambulanter Kur »Betreuendes Elternteil muss Umgangskontakt zum anderen Elternteil fördern und entsprechend auf Kind einwirken »Kein Anspruch auf Schmerzensgeld nach Sturz für Stöckel­schuhträgerin »Bearbeitungsgebühr in AGB eines Unternehmer­darlehenvertrages unwirksam » Anwaltsgebühren Prozesskostenrechner Anwaltssuche Pfändungstabelle Pfändungsrechner IBAN-Rechner (D/A/CH) Hartz IV Regelsätze 2014 Hartz IV Regelsätze 2015 MietminderungstabelleDas könnte Sie auch interessieren ...Gefängnisausbruch: Ist das Ausbrechen aus einem Gefängnis für einen Strafgefangenen strafbar?Macht sich ein Strafgefangener dadurch strafbar, dass er aus einem Gefängnis ausbricht? »Grundsatz­urteil des BAG: Sonder­zahlungen können beim Mindestlohn angerechnet werdenMindestens 8,50 Euro pro Stunde müssen es sein - so will es das Mindest­lohngesetz. Eigentlich soll es Millionen von Arbeit­nehmern mehr ... Hoffnung. ... »Indonesien: Drastische neue Strafen für Kindes­missbrauch Sexueller Kindes­missbrauch kann in Indonesien künftig mit chemischer Kastration, dem Einpflanzen eines Mikrochips oder dem Tod bestraft werden. ... er. ... »Anwalt zu Kinder­pornografie: § 184 B StGB - Die Änderungen seit dem 27. Januar 2015Der Straftat­bestand der Verbreitung, des Erwerbs und Besitzes von kinder­pornographischen Schriften (§ 184 b StGB) wurde nunmehr durch ... geändert. ... »Bundes­verfassungs­gericht: Eilantrag gegen schärfere Regeln für Tabak­produkte erfolglosSchockfotos, Warn­hinweise und Verbote: Die deutsche Tabak­industrie muss mit zahlreichen Auflagen leben. Das Bundesverfassungsgericht sieht ... prüfen. ... »Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegen einzelne Regelungen des Tabak­erzeugnis­gesetzes erfolglosMit der Umsetzung der gesetzlichen Regelung verbundene Nachteile weisen kein deutlich überwiegendes Gewicht auf »„Schmäh­kritik“ gegen Erdogan: Gericht erlässt einstweilige Verfügung gegen Jan BöhmermannDas Landgericht Hamburg hat auf Antrag des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan eine einstweilige Verfügung gegen den ZDF-Moderator Jan ... wiederholen. ... »Wenn Sie einen Anwalt suchen, kann Ihnen unser Partnerportal, das Deutsche Anwaltsregister, sicher helfen:Sie suchen einen Anwalt?Das Deutsche Anwaltsregister hilft ...Name, Schwerpunkt, Ort, Postleitzahl alle Urteile vom ...Donnerstag, der 26.05.2016 »Mittwoch, der 25.05.2016 »Dienstag, der 24.05.2016 »Montag, der 23.05.2016 »Freitag, der 20.05.2016 »Donnerstag, der 19.05.2016 »Mittwoch, der 18.05.2016 »Dienstag, der 17.05.2016 »Montag, der 16.05.2016 »Freitag, der 13.05.2016 »Donnerstag, der 12.05.2016 »Mittwoch, der 11.05.2016 »Dienstag, der 10.05.2016 »Montag, der 09.05.2016 »Freitag, der 06.05.2016 »Donnerstag, der 05.05.2016 »Mittwoch, der 04.05.2016 »Dienstag, der 03.05.2016 »Montag, der 02.05.2016 »Freitag, der 29.04.2016 »Donnerstag, der 28.04.2016 »Mittwoch, der 27.04.2016 »kostenlose-urteile.de - kostenlos Urteile recherchieren, ohne Abo - kostenlos Urteile lesen, ohne Zeitbeschränkungeinige wichtige Links:Startseite | Impressum | Kontakt | über uns kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbHWerbung