Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Hamburg&Datum=13.05.2005&Aktenzeichen=1%20U%2087/04
Timestamp: 2019-06-17 21:53:07
Document Index: 3125545

Matched Legal Cases: ['§ 37', 'BGH', '§ 37', 'BGH', '§ 37', 'BGH']

OLG Hamburg, 13.05.2005 - 1 U 87/04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,8509
OLG Hamburg, 13.05.2005 - 1 U 87/04 (https://dejure.org/2005,8509)
OLG Hamburg, Entscheidung vom 13.05.2005 - 1 U 87/04 (https://dejure.org/2005,8509)
OLG Hamburg, Entscheidung vom 13. Mai 2005 - 1 U 87/04 (https://dejure.org/2005,8509)
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Schadensersatz wegen der Verletzung von Informationspflichten bzw. Beratungspflichten im Zusammenhang mit dem Erwerb von synthetischen Anleihen; Verwechslung einer synthetischen Anleihe mit einer brasilianischen Staatsanleihe; Annahme eines bedingt vorsätzlichen Verhaltens nach den Grundsätzen über die Behauptungen "ins Blaue hinein"; Beginn des Laufs der Verjährungsfrist mit dem Zeitpunkt des Wertpapiererwerbs; Anwendbarkeit des § 37a Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) auf deliktische Schadensersatzansprüche; Verminderung des Anlegerschutzes; Übertragbarkeit der Grundsätze zur Sekundärverjährung auf Fälle der Anlagenberatung vonseiten Wertpapierdienstleister
Erfasst werden nicht nur Schadensersatzansprüche aus fehlerhafter Beratung, sondern auch solche aus einer Informationspflichtverletzung (…BGH WM 2007, 487, Rn. 13 und 15 bei juris; OLG Frankfurt BKR 2006, 501, 502 f; OLG Hamburg NJOZ 2006, 4101 f).
Die dreijährige Verjährungsfrist beginnt mit dem Erwerb des jeweiligen Finanzinstrumentes; dann ist der für die Anspruchsentstehung im Sinne des § 37 a WpHG maßgeblich Schaden bereits angelegt und lässt die Verjährung beginnen (…BGH WM 2007, 487, Rn. 9 und 13 bei juris; OLG Frankfurt BKR 2006, 501; OLG Hamburg NJOZ 2006, 4101).
Die für die Haftung von Rechtsanwälten und Steuerberatern entwickelten Grundsätze zur sog. Sekundärverjährung sind, gerade wegen des gesetzgeberischen Willens, eine kurze Verjährungsfrist einzuführen, nicht auf Haftungsansprüche nach dem WpHG bzw. die Frist des § 37a WpHG anzuwenden (BGH NJW 2005, 1579; OLG Frankfurt BKR 2006, 501, 503; OLG Hamburg NJOZ 2006, 4101, 4106).
Wenn jemand infolge eines haftungsbegründenden Verhaltens ein risikoreiches und daher seinen Bedürfnissen nicht entsprechendes Rechtsgeschäft eingeht, ist bereits zum Zeitpunkt des Erwerbs der Sache ein Vermögensschaden eingetreten (so auch die Rechtsprechung in Kapitalanlagesachen, vgl. z.B. OLG Hamburg, Urt. v. 13.05.2005 - I U 87/04, NJOZ 2006, 4101).
Auch das Vorliegen einer von den Klägern behaupteten objektiven Pflichtverletzung indiziert noch kein vorsätzliches Handeln des Mitarbeiters der Beklagten (zur Darlegungs- und Beweislast für vorsätzliches Handeln im Falle einer Beratungspflichtverletzung vgl. auch OLG Frankfurt, 23. Zivilsenat…, Urteil vom 18.2.2011, a. a. O.; OLG Hamburg Urteil vom 13.5.2005, Az.: 1 U 87/04. juris).
Auch das Vorliegen einer von den Klägern behaupteten objektiven Pflichtverletzung indiziert noch kein vorsätzliches Handeln des Mitarbeiters der Beklagten (…zur Darlegungs- und Beweislast für vorsätzliches handeln im Falle einer Beratungspflichtverletzung vgl. auch OLG Frankfurt, 23. Zivilsenat, 18.2.2011, a. a. O.; OLG Hamburg Urteil vom 13.5.2005, Az.: 1 U 87/04. juris).
Der Zeitpunkt des Erwerbs kann auch vor dem Zeitpunkt der Wertstellung liegen (Hanseatisches Oberlandesgericht, Urteil vom 13.5.2005, Az. 1 U 87/04, Rn. 3 und 35).