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Timestamp: 2020-07-10 03:42:01
Document Index: 282857818

Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 4', 'Art. 5', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 45', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 11', 'Art. 12', 'Art. 13', 'Art. 14', 'Art. 15', 'Art. 68', 'Art. 16', 'Art. 17', 'Art. 18', 'Art. 19', 'Art. 20', 'Art. 21', 'Art. 22', 'Art. 23', 'Art. 11', 'Art. 24', 'Art. 25', 'Art. 11', 'Art. 26', 'Art. 27', 'Art. 28', 'Art. 29', 'Art. 103', 'Art. 30', 'Art. 31', 'Art. 32', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 34', 'Art. 35', 'Art. 37', 'Art. 38', 'Art. 39', 'Art. 40', 'Art. 41', 'Art. 42', 'Art. 43', 'Art. 44', 'Art. 45', 'Art. 47', 'Art. 48', 'Art. 49', 'Art. 50', 'Art. 51', 'Art. 53', 'Art. 54', 'Art. 55', 'Art. 56', 'Art. 58', 'Art. 60', 'Art. 61', 'Art. 62', 'Art. 64', 'Art. 66', 'Art. 68', 'Art. 69', 'Art. 71', 'Art. 72', 'Art. 72', 'Art. 73', 'Art. 74', 'Art. 75', 'Art. 76', 'Art. 77', 'Art. 78', 'Art. 79', 'Art. 80', 'Art. 81', 'Art. 82', 'Art. 83', 'Art. 84', 'Art. 85', 'Art. 86', 'Art. 87', 'Art. 88', 'Art. 89', 'Art. 90', 'Art. 70', 'Art. 16', 'Art. 92', 'Art. 94', 'Art. 95', 'Art. 95', 'Art. 96', 'Art. 97', 'Art. 98', 'Art. 99', 'Art. 101', 'Art. 102', 'Art. 102', 'Art. 103', 'Art. 103', 'Art. 104', 'Art. 105', 'Art. 106', 'Art. 107', 'Art. 108', 'Art. 109', 'Art. 111', 'Art. 112', 'Art. 112', 'Art. 113', 'Art. 114', 'Art. 115', 'Art. 45', 'Art. 116', 'Art. 117', 'Art. 117', 'Art. 118', 'Art. 119', 'Art. 120', 'Art. 121', 'Art. 123', 'Art. 124', 'Art. 125', 'Art. 126', 'Art. 128', 'Art. 129', 'Art. 130', 'Art. 131', 'Art. 134', 'Art. 135', 'Art. 136', 'Art. 137', 'Art. 138', 'Art. 139', 'Art. 140']

Lawbrary | UVV - Verordnung über die Unfallversicherung
Versicherte Personen (1 - 8)
Allgemeines (9 - 11)
Unfälle und Berufskrankheiten (12 - 14)
Pflegeleistungen und Kostenvergütungen (Sachleistungen) (15 - 21)
Versicherter Verdienst (22 - 24)
Taggeld (25 - 27)
Invalidenrenten (28 - 35)
Integritätsentschädigung (36 - 36)
Hilflosenentschädigung (37 - 38)
Hinterlassenenrenten (39 - 43)
Anpassung der Renten an die Teuerung (44 - 45)
Auskauf von Renten (46 - 46)
Kürzung und Verweigerung von Versicherungsleistungen aus besonderen Gründen (47 - 52)
Festsetzung und Gewährung der Leistungen
Feststellung des Unfalls (53 - 60)
Gewährung der Leistungen (61 - 65)
Nachzahlung (66 - 66)
Medizinalrecht und Tarifwesen
Grundsätze der Versorgung (67 - 67)
Spitäler und Medizinalpersonen (68 - 69)
Rechnungstellung (69 - 69)
Zusammenarbeit und Tarife (70 - 71)
Informationspflicht (72 - 72)
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (72 - 89)
Andere Versicherer (90 - 93)
Ersatzkasse (94 - 96)
Gemeinsame Vorschriften (97 - 103)
Aufgaben des Bundes (104 - 105)
Aufgaben der Kantone (106 - 107)
Rechnungsgrundlagen und Finanzierungsverfahren (108 - 112)
Prämien (113 - 121)
Verfahren (122 - 125)
Verhältnis zu anderen Sozialversicherungszweigen (126 - 128)
Unfallversicherung von arbeitslosen Personen (129 - 133)
Freiwillige Versicherung (134 - 140)
Rechtspflege (140 - 140)
Aufhebung von Verordnungen (141 - 141)
Änderung von Verordnungen (142 - 144)
Übergangsbestimmungen (145 - 147)
Inkrafttreten (148 - 148)
Schlussbestimmungen der Änderung vom 9. Dezember 1996
Taggeld-Berechnung
Bemessung der Integritätsentschädigung
vom 20. Dezember 1982 (Stand am 1. April 2018)
gestützt auf Artikel 81 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 20001 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), auf das Bundesgesetz vom 20. März 19812 über die Unfallversicherung (Gesetz/UVG) sowie auf die Artikel 5 Absatz 3 und 44 des Versicherungsaufsichtsgesetzes vom 23. Juni 19783,4
Erster Titel: Versicherte Personen
Art. 1 Begriff des Arbeitnehmers
Als Ar­beit­neh­mer nach Ar­ti­kel 1a Ab­satz 1 des Ge­set­zes gilt, wer ei­ne un­selbst­stän­di­ge Er­werbs­tä­tig­keit im Sin­ne der Bun­des­ge­setz­ge­bung über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung (AHV) aus­übt.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Sept. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3914).
Art. 1a Versicherungspflicht in Sonderfällen
1Per­so­nen, die zur Ab­klä­rung der Be­rufs­wahl bei ei­nem Ar­beit­ge­ber tä­tig sind, sind auch ob­li­ga­to­risch ver­si­chert.
2In­sas­sen von Straf-, Ver­wah­rungs- und Ar­beits­er­zie­hungs­an­stal­ten so­wie von Er­zie­hungs­hei­men sind nur für die Zeit, wäh­rend der sie aus­ser­halb des An­stalts- oder Heim­be­trie­bes von Drit­ten ge­gen Lohn be­schäf­tigt wer­den, ob­li­ga­to­risch ver­si­chert.
3An­ge­hö­ri­ge re­li­gi­öser Ge­mein­schaf­ten sind nur für die Zeit, wäh­rend der sie aus­ser­halb der Ge­mein­schaft von Drit­ten ge­gen Lohn be­schäf­tigt wer­den, ob­li­ga­to­risch ver­si­chert.
4Bei Ver­si­cher­ten nach den Ab­sät­zen 2 und 3 gel­ten Un­fäl­le auf dem Ar­beits­weg als Be­rufs­un­fäl­le.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 15. Dez. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 151).
Art. 2 Ausnahmen von der Versicherungspflicht
1Nicht ob­li­ga­to­risch ver­si­chert sind:
mit­ar­bei­ten­de Fa­mi­li­en­glie­der, die kei­nen Bar­lohn be­zie­hen und kei­ne Bei­trä­ge an die AHV ent­rich­ten oder die nach Ar­ti­kel 1a Ab­satz 2 Buch­sta­ben a und b des Bun­des­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 19522 über die Fa­mi­li­en­zu­la­gen in der Land­wirt­schaft den selbst­stän­di­gen Land­wir­ten gleich­ge­stellt sind;
b.-d. …3
Bun­des­be­diens­te­te, die nach Ar­ti­kel 1a Ab­satz 1 Buch­sta­be b des Bun­des­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 19925 über die Mi­li­tär­ver­si­che­rung (MVG) der Mi­li­tär­ver­si­che­rung un­ter­stellt sind;
Mit­glie­der von Ver­wal­tungs­rä­ten, die nicht im Be­trieb tä­tig sind, für die­se Tä­tig­keit;
Per­so­nen, die Tä­tig­kei­ten im öf­fent­li­chen In­ter­es­se aus­üben, so­fern kein Dienst­ver­trag vor­liegt, wie ins­be­son­de­re Mit­glie­der von Par­la­men­ten, Be­hör­den und Kom­mis­sio­nen, für die­se Tä­tig­keit;
An­ge­hö­ri­ge der Mi­liz­feu­er­weh­ren.
2 SR 836.1
3 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 15. Dez. 1997, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 151).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Sept. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3914).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 15. Dez. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 151).
7 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 15. Dez. 1997 (AS 1998 151). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 9. Nov. 2016, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4393).
8 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 15. Dez. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 151).
9 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 7. Nov. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6227).
10 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 15. Dez. 1997 (AS 1998 151). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 3 der V vom 6. Sept. 2006 ge­gen die Schwarz­ar­beit, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 373).
Art. 3 Personen mit Vorrechten nach internationalem Recht
1Nicht ver­si­chert sind die Mit­glie­der des di­plo­ma­ti­schen Per­so­nals der di­plo­ma­ti­schen Missio­nen und der stän­di­gen Missio­nen oder an­de­ren Ver­tre­tun­gen bei zwi­schen­staat­li­chen Or­ga­ni­sa­tio­nen in der Schweiz, die Be­rufs­kon­su­l­ar­be­am­ten in der Schweiz so­wie die Fa­mi­li­en­glie­der die­ser Per­so­nen, die im glei­chen Haus­halt le­ben und nicht schwei­ze­ri­scher Her­kunft sind.1
2Übt ei­ne sol­che Per­son in der Schweiz ei­ne un­selb­stän­di­ge Er­werbs­tä­tig­keit zur Er­lan­gung ei­nes per­sön­li­chen Ver­diens­tes aus, so ist sie bei die­ser Tä­tig­keit für Be­rufs­un­fäl­le und Un­fäl­le auf dem Ar­beits­weg ver­si­chert.
3Die Mit­glie­der des Ver­wal­tungs- und des tech­ni­schen Per­so­nals so­wie des Dienst­per­so­nals der di­plo­ma­ti­schen Missio­nen und der stän­di­gen Missio­nen oder an­de­rer Ver­tre­tun­gen bei zwi­schen­staat­li­chen Or­ga­ni­sa­tio­nen in der Schweiz so­wie die kon­su­la­ri­schen An­ge­stell­ten und die Mit­glie­der des Dienst­per­so­nals der kon­su­la­ri­schen Pos­ten sind nur ver­si­chert, wenn die di­plo­ma­ti­sche Missi­on, die stän­di­ge Missi­on oder an­de­re Ver­tre­tung bei zwi­schen­staat­li­chen Or­ga­ni­sa­tio­nen oder der kon­su­la­ri­sche Pos­ten dies beim Bun­des­amt für Ge­sund­heit (BAG) be­an­tragt und sich be­reit er­klärt, die dem Ar­beit­ge­ber durch das UVG auf­er­leg­ten Ver­pflich­tun­gen zu er­fül­len. Das Ge­such muss in all je­nen Fäl­len ge­stellt wer­den, in de­nen die­se Per­so­nen schwei­ze­ri­scher Her­kunft sind oder ih­ren Wohn­sitz in der Schweiz ha­ben. Der An­trag kann auch durch ein Mit­glied der di­plo­ma­ti­schen Missi­on, der stän­di­gen Missi­on oder der an­de­ren Ver­tre­tung bei zwi­schen­staat­li­chen Or­ga­ni­sa­tio­nen oder des kon­su­la­ri­schen Pos­tens für die Per­so­nen ge­stellt wer­den, die in sei­nem per­sön­li­chen Dienst ste­hen und nicht schon nach dem UVG ver­si­chert sind.2
4Übt ei­ne in Ab­satz 3 er­wähn­te Per­son in der Schweiz ei­ne un­selb­stän­di­ge Er­werbs­tä­tig­keit zur Er­lan­gung ei­nes per­sön­li­chen Ver­diens­tes aus, so ist sie für die­se Tä­tig­keit nach Ge­setz ver­si­chert.
5Die Per­so­nen nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 2 Buch­sta­be a des Gast­staat­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 20073, die Vor­rech­te, Im­mu­ni­tä­ten und Er­leich­te­run­gen ge­nies­sen und in ei­ner zwi­schen­staat­li­chen Or­ga­ni­sa­ti­on, ei­ner in­ter­na­tio­na­len In­sti­tu­ti­on, ei­nem Se­kre­ta­ri­at oder ei­nem an­de­ren durch einen völ­ker­recht­li­chen Ver­trag ein­ge­setz­ten Or­gan, ei­nem in­ter­na­tio­na­len Ge­richts­hof, ei­nem Schieds­ge­richt oder ei­nem an­de­ren in­ter­na­tio­na­len Or­gan im Sin­ne von Ar­ti­kel 2 Ab­satz 1 des Gast­staat­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007 tä­tig sind, sind nicht ver­si­chert. Ver­si­chert sind die Per­so­nen, die von ei­ner sol­chen Or­ga­ni­sa­ti­on be­schäf­tigt wer­den, oh­ne dass ih­nen die­se einen gleich­wer­ti­gen Schutz ge­gen die Fol­gen von Un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten bie­tet.4
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 16 der Gast­staat­ver­ord­nung vom 7. Dez. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 6657).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 9. Nov. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4393).
3 SR 192.12
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 16 der Gast­staat­ver­ord­nung vom 7. Dez. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 6657).
Art. 4 Entsandte Arbeitnehmer
Die Ver­si­che­rung wird nicht un­ter­bro­chen, wenn ein Ar­beit­neh­mer un­mit­tel­bar vor sei­ner Ent­sen­dung ins Aus­land in der Schweiz ob­li­ga­to­risch ver­si­chert war und wei­ter­hin zu ei­nem Ar­beit­ge­ber mit Wohn­sitz oder Sitz in der Schweiz in ei­nem Ar­beits­ver­hält­nis bleibt und die­sem ge­gen­über einen Lohn­an­spruch hat. Die Wei­ter­dau­er der Ver­si­che­rung be­trägt zwei Jah­re.1 Sie kann auf Ge­such hin vom Ver­si­che­rer bis auf ins­ge­samt sechs Jah­re ver­län­gert wer­den.
1 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Dez. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 151).
Art. 5 Transportbetriebe und öffentliche Verwaltungen
Ver­si­chert ist bei vor­über­ge­hen­der oder dau­ern­der Tä­tig­keit im Aus­land:
das Per­so­nal schwei­ze­ri­scher Ei­sen­bahn­un­ter­neh­mun­gen, das auf ei­ner ih­rer Stre­cken be­schäf­tigt wird;
das in der Schweiz an­ge­stell­te Per­so­nal von Flug­be­trie­ben mit Haupt­sitz im In­land;
das nach schwei­ze­ri­schem Recht an­ge­stell­te Per­so­nal schwei­ze­ri­scher öf­fent­li­cher Ver­wal­tun­gen und schwei­ze­ri­scher Zen­tra­len für Han­dels- oder Ver­kehrs­för­de­rung.
Art. 6 Arbeitnehmer von Arbeitgebern mit Sitz im Ausland
1Führt ein Ar­beit­ge­ber mit Wohn­sitz oder Sitz im Aus­land in der Schweiz Ar­bei­ten aus, so sind die in der Schweiz an­ge­stell­ten Ar­beit­neh­mer ver­si­chert.
2In die Schweiz ent­sand­te Ar­beit­neh­mer sind für das ers­te Jahr nicht ver­si­chert. Die­se Frist kann, falls der Ver­si­che­rungs­schutz an­der­wei­tig ge­währ­leis­tet ist, auf Ge­such hin von der Schwei­ze­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rungs­an­stalt (Su­va1) oder der Er­satz­kas­se bis auf ins­ge­samt sechs Jah­re ver­län­gert wer­den.
1 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I Abs. 1 der V vom 9. Nov. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4393). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
Art. 7 Ende der Versicherung bei Wegfall des Lohnes
1Als Lohn im Sin­ne von Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2 des Ge­set­zes gel­ten:
der nach der Bun­des­ge­setz­ge­bung über die AHV mass­ge­ben­de Lohn;
Tag­gel­der der ob­li­ga­to­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rung, der Mi­li­tär­ver­si­che­rung, der In­va­li­den­ver­si­che­rung (IV) und je­ne der Kran­ken­kas­sen und pri­va­ten Kran­ken- und Un­fall­ver­si­che­rer, wel­che die Lohn­fort­zah­lung er­set­zen, Ent­schä­di­gun­gen nach dem Er­w­erb­ser­satz­ge­setz vom 25. Sep­tem­ber 19522 so­wie Ent­schä­di­gun­gen ei­ner kan­to­na­len Mut­ter­schafts­ver­si­che­rung;
Fa­mi­li­en­zu­la­gen, die als Kin­der-, Aus­bil­dungs- oder Haus­halts­zu­la­gen im orts- oder bran­chen­üb­li­chen Rah­men ge­währt wer­den;
Löh­ne, auf de­nen we­gen des Al­ters des Ver­si­cher­ten kei­ne Bei­trä­ge der AHV er­ho­ben wer­den.
2Nicht als Lohn gel­ten:
Ent­schä­di­gun­gen bei Auf­lö­sung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses, bei Be­triebs­sch­lies­sung, bei Be­triebs­zu­sam­men­le­gung oder bei ähn­li­chen Ge­le­gen­hei­ten;
Ver­gü­tun­gen wie Gra­ti­fi­ka­tio­nen, Weih­nachts­zu­la­gen, Er­folgs­be­tei­li­gun­gen, Ab­ga­be von Ar­beit­neh­me­rak­ti­en, Tan­tie­men, Treue­prä­mi­en und Dienstal­ters­ge­schen­ke.
1 Fas­sung ge­mä­ss Art. 45 Ziff. 2 der V vom 24. Nov. 2004 zum Er­w­erb­ser­satz­ge­setz, in Kraft seit 1. Ju­li 2005 (AS 2005 1251).
Art. 8 Verlängerung der Versicherung durch Abrede
Ab­re­den mit dem Ver­si­che­rer über die Ver­län­ge­rung der Nicht­be­rufs­un­fall­ver­si­che­rung müs­sen ein­zeln oder kol­lek­tiv vor dem En­de die­ser Ver­si­che­rung ge­trof­fen wer­den.
Zweiter Titel: Gegenstand der Versicherung
Art. 9 Unfallähnliche Körperschädigungen
Kei­ne Kör­per­schä­di­gung im Sin­ne von Ar­ti­kel 6 Ab­satz 2 UVG stel­len nicht un­fall­be­ding­te Schä­den an Sa­chen dar, die in­fol­ge ei­ner Krank­heit ein­ge­setzt wur­den und einen Kör­per­teil oder ei­ne Kör­per­funk­ti­on er­set­zen.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 9. Nov. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4393).
Art. 10 Weitere Körperschädigungen
Der Ver­si­che­rer er­bringt sei­ne Leis­tun­gen auch für Kör­per­schä­di­gun­gen, die der Ver­si­cher­te durch von ihm an­ge­ord­ne­te oder sonst wie not­wen­dig ge­wor­de­ne me­di­zi­ni­sche Ab­klä­rungs­un­ter­su­chun­gen er­lei­det.
Art. 11 Rückfälle und Spätfolgen
Die Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen wer­den auch für Rück­fäl­le und Spät­fol­gen ge­währt, für Be­zü­ger von In­va­li­den­ren­ten je­doch nur un­ter den Vor­aus­set­zun­gen von Ar­ti­kel 21 des Ge­set­zes.
2. Kapitel: Unfälle und Berufskrankheiten
Art. 12 Berufsunfälle
1Als Be­rufs­un­fäl­le im Sin­ne von Ar­ti­kel 7 Ab­satz 1 des Ge­set­zes gel­ten ins­be­son­de­re auch Un­fäl­le, die dem Ver­si­cher­ten zu­stos­sen:
auf Ge­schäfts- und Dienst­rei­sen nach Ver­las­sen der Woh­nung und bis zur Rück­kehr in die­se, aus­ser wenn sich der Un­fall wäh­rend der Frei­zeit er­eig­net;
bei Be­triebs­aus­flü­gen, die der Ar­beit­ge­ber or­ga­ni­siert oder fi­nan­ziert;
beim Be­such von Schu­len und Kur­sen, die nach Ge­setz oder Ver­trag vor­ge­se­hen oder vom Ar­beit­ge­ber ge­stat­tet sind, aus­ser wenn sich der Un­fall wäh­rend der Frei­zeit er­eig­net;
bei Trans­por­ten mit be­triebs­ei­ge­nen Fahr­zeu­gen auf dem Ar­beits­weg, die der Ar­beit­ge­ber or­ga­ni­siert und fi­nan­ziert.
2Als Ar­beits­stät­te nach Ar­ti­kel 7 Ab­satz 1 Buch­sta­be b des Ge­set­zes gel­ten für land­wirt­schaft­li­che Ar­beit­neh­mer das land­wirt­schaft­li­che Heim­we­sen und al­le da­zu­ge­hö­ren­den Grund­stücke; für Ar­beit­neh­mer, wel­che in Haus­ge­mein­schaft mit dem Ar­beit­ge­ber le­ben, auch die Räum­lich­kei­ten für Un­ter­kunft und Ver­pfle­gung.
Art. 13 Teilzeitbeschäftigte
1Teil­zeit­be­schäf­tig­te Ar­beit­neh­mer, de­ren wö­chent­li­che Ar­beits­zeit bei ei­nem Ar­beit­ge­ber min­des­tens acht Stun­den be­trägt, sind auch ge­gen Nicht­be­rufs­un­fäl­le ver­si­chert.1
2Für teil­zeit­be­schäf­tig­te Ar­beit­neh­mer, de­ren wö­chent­li­che Ar­beits­zeit die­ses Min­dest­mass nicht er­reicht, gel­ten Un­fäl­le auf dem Ar­beits­weg als Be­rufs­un­fäl­le.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 20. Sept. 1999, in Kraft seit 1. Jan. 2000 (AS 1999 2879).
Art. 14 Berufskrankheiten
Die schä­di­gen­den Stof­fe und ar­beits­be­ding­ten Er­kran­kun­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 9 Ab­satz 1 des Ge­set­zes sind im An­hang 1 auf­ge­führt.
Dritter Titel: Versicherungsleistungen
1. Kapitel: Pflegeleistungen und Kostenvergütungen (Sachleistungen)
Art. 15 Behandlung im Spital
1Der Ver­si­cher­te hat An­spruch auf Be­hand­lung, Ver­pfle­gung und Un­ter­kunft in der all­ge­mei­nen Ab­tei­lung ei­nes Spi­tals (Art. 68 Abs. 1), mit dem ein Zu­sam­men­ar­beits- und Ta­rif­ver­trag ab­ge­schlos­sen wur­de.
2Be­gibt sich der Ver­si­cher­te in ei­ne an­de­re als die all­ge­mei­ne Ab­tei­lung oder in ein an­de­res Spi­tal, so über­nimmt die Ver­si­che­rung die Kos­ten, die ihr bei der Be­hand­lung in der all­ge­mei­nen Ab­tei­lung die­ses oder des nächst­ge­le­ge­nen ent­spre­chen­den Spi­tals nach Ab­satz 1 er­wach­sen wä­ren. Das Spi­tal hat nur An­spruch auf die Er­stat­tung die­ser Kos­ten.
3Für die Be­hand­lung in der all­ge­mei­nen Ab­tei­lung darf das Spi­tal vom Ver­si­cher­ten kei­nen Vor­schuss ver­lan­gen.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 9. Nov. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4393). Die Be­rich­ti­gung vom 24. Jan. 2017 be­trifft nur den ita­lie­ni­schen Text (AS 2017 237).
Art. 16 Wechsel des Arztes, des Zahnarztes, des Chiropraktors oder des Spitals
Will der Ver­si­cher­te den von ihm ge­wähl­ten Arzt, Zahn­arzt, Chi­ro­prak­tor oder das Spi­tal wech­seln, so hat er dies dem Ver­si­che­rer un­ver­züg­lich zu mel­den.
Art. 17 Behandlung im Ausland
Für ei­ne not­wen­di­ge Heil­be­hand­lung im Aus­land wird dem Ver­si­cher­ten höchs­tens der dop­pel­te Be­trag der Kos­ten ver­gü­tet, die bei der Be­hand­lung in der Schweiz ent­stan­den wä­ren.
Art. 18 Hilfe und Pflege zu Hause
1Die ver­si­cher­te Per­son hat An­spruch auf ärzt­lich an­ge­ord­ne­te me­di­zi­ni­sche Pfle­ge zu Hau­se, so­fern die­se durch ei­ne nach den Ar­ti­keln 49 und 51 der Ver­ord­nung vom 27. Ju­ni 19952 über die Kran­ken­ver­si­che­rung zu­ge­las­se­ne Per­son oder Or­ga­ni­sa­ti­on durch­ge­führt wird.
2Der Ver­si­che­rer leis­tet einen Bei­trag an:
ärzt­lich an­ge­ord­ne­te me­di­zi­ni­sche Pfle­ge zu Hau­se durch ei­ne nicht zu­ge­las­se­ne Per­son, so­fern die­se Pfle­ge fach­ge­recht aus­ge­führt wird;
nicht­me­di­zi­ni­sche Hil­fe zu Hau­se, so­weit die­se nicht durch die Hilflo­sen­ent­schä­di­gung nach Ar­ti­kel 26 ab­ge­gol­ten ist.
Art. 19 Hilfsmittel
Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment des In­nern (EDI) stellt ei­ne Lis­te der Hilfs­mit­tel auf und er­lässt Be­stim­mun­gen über de­ren Ab­ga­be.
Art. 20 Rettungs-, Bergungs-, Reise- und Transportkosten
1Die not­wen­di­gen Ret­tungs- und Ber­gungs­kos­ten und die me­di­zi­nisch not­wen­di­gen Rei­se- und Trans­port­kos­ten wer­den ver­gü­tet. Wei­ter­ge­hen­de Rei­se- und Trans­port­kos­ten wer­den ver­gü­tet, wenn es die fa­mi­li­ären Ver­hält­nis­se recht­fer­ti­gen.
2Ent­ste­hen sol­che Kos­ten im Aus­land, so wer­den sie höchs­tens bis zu ei­nem Fünf­tel des Höchst­be­tra­ges des ver­si­cher­ten Jah­res­ver­diens­tes ver­gü­tet.
3Kön­nen sich die Leis­tungs­er­brin­ger und die Ver­si­che­rer nicht ei­ni­gen, so kann das EDI für die Ver­gü­tung von Ret­tungs- und Ber­gungs­kos­ten Höchst­be­trä­ge fest­le­gen.1
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 9. Nov. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4393).
Art. 21 Kosten von Leichentransporten im Ausland
1Im Aus­land ent­ste­hen­de Kos­ten für die Über­füh­rung der Lei­che an den Be­stat­tungs­ort wer­den höchs­tens bis zu ei­nem Fünf­tel des Höchst­be­tra­ges des ver­si­cher­ten Jah­res­ver­diens­tes ver­gü­tet.
2Die Ver­gü­tung er­hält, wer nach­weist, dass er die Kos­ten ge­tra­gen hat.
2. Kapitel: Geldleistungen
1. Abschnitt: Versicherter Verdienst
Art. 22 Im Allgemeinen
1Der Höchst­be­trag des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes be­läuft sich auf 148 200 Fran­ken im Jahr und 406 Fran­ken im Tag.1
2Als ver­si­cher­ter Ver­dienst gilt der nach der Bun­des­ge­setz­ge­bung über die AHV mass­ge­ben­de Lohn mit den fol­gen­den Ab­wei­chun­gen:
Löh­ne, auf de­nen we­gen des Al­ters des Ver­si­cher­ten kei­ne Bei­trä­ge der AHV er­ho­ben wer­den, gel­ten eben­falls als ver­si­cher­ter Ver­dienst;
Fa­mi­li­en­zu­la­gen, die als Kin­der-, Aus­bil­dungs- oder Haus­halts­zu­la­gen im orts- oder bran­chen­üb­li­chen Rah­men ge­währt wer­den, gel­ten eben­falls als ver­si­cher­ter Ver­dienst;
für mit­ar­bei­ten­de Fa­mi­li­en­glie­der, Ge­sell­schaf­ter, Ak­tio­näre und Ge­nos­sen­schaf­ter wird min­des­tens der be­rufs- und orts­üb­li­che Lohn be­rück­sich­tigt;
Ent­schä­di­gun­gen bei Auf­lö­sung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses, bei Be­triebs­sch­lies­sung, Be­triebs­zu­sam­men­le­gung oder bei ähn­li­chen Ge­le­gen­hei­ten wer­den nicht be­rück­sich­tigt.
3Als Grund­la­ge für die Be­mes­sung der Tag­gel­der gilt der letz­te vor dem Un­fall be­zo­ge­ne Lohn, ein­sch­liess­lich noch nicht aus­be­zahl­ter Lohn­be­stand­tei­le, auf die ein Rechts­an­spruch be­steht.3
3bisHat­te ei­ne ver­si­cher­te Per­son bis zum Un­fall An­spruch auf ein Tag­geld nach dem Bun­des­ge­setz vom 19. Ju­ni 19594 über die In­va­li­den­ver­si­che­rung (IVG), so ent­spricht das Tag­geld min­des­tens dem bis­her be­zo­ge­nen Ge­samt­be­trag des Tag­gel­des der IV, höchs­tens aber 80 Pro­zent des Höchst­be­tra­ges des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes nach Ab­satz 1.5
4Als Grund­la­ge für die Be­mes­sung der Ren­ten gilt der in­ner­halb ei­nes Jah­res vor dem Un­fall bei ei­nem oder meh­re­ren Ar­beit­ge­bern be­zo­ge­ne Lohn, ein­sch­liess­lich noch nicht aus­be­zahl­ter Lohn­be­stand­tei­le, auf die ein Rechts­an­spruch be­steht. Dau­er­te das Ar­beits­ver­hält­nis nicht das gan­ze Jahr, so wird der in die­ser Zeit be­zo­ge­ne Lohn auf ein vol­les Jahr um­ge­rech­net. Bei ei­ner zum Vor­aus be­fris­te­ten Be­schäf­ti­gung bleibt die Um­rech­nung auf die vor­ge­se­he­ne Dau­er be­schränkt, aus­ser wenn sich nach der bis­he­ri­gen oder be­ab­sich­tig­ten Aus­ge­stal­tung der Er­werbs­ar­beits­bio­gra­fie ei­ne an­de­re Nor­mal­dau­er der Be­schäf­ti­gung er­gibt. Die Um­rech­nung ist auf die aus­län­der­recht­lich zu­läs­si­ge Zeit­span­ne be­schränkt.6
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Nov. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2014 4213).
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 21. Okt. 1987, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1988 (AS 1987 1498).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Dez. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 151).
4 SR 831.20
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 15. Dez. 1997 (AS 1998 151). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3881).
6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 9. Nov. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4393).
Art. 23 Massgebender Lohn für das Taggeld in Sonderfällen
1Be­zieht der Ver­si­cher­te we­gen Mi­li­tär­dienst, Zi­vil­dienst, Zi­vil­schutz­dienst, Un­fall, Krank­heit, Mut­ter­schaft oder Kurz­ar­beit kei­nen oder einen ver­min­der­ten Lohn, so wird der Ver­dienst be­rück­sich­tigt, den er oh­ne Mi­li­tär­dienst, Zi­vil­dienst, Zi­vil­schutz­dienst, Un­fall, Krank­heit, Mut­ter­schaft oder Kurz­ar­beit er­zielt hät­te.1
2…2
3Übt der Ver­si­cher­te kei­ne re­gel­mäs­si­ge Er­werbs­tä­tig­keit aus oder un­ter­liegt sein Lohn star­ken Schwan­kun­gen, so wird auf einen an­ge­mes­se­nen Durch­schnitts­lohn pro Tag ab­ge­stellt.
3bisEr­lei­den tem­po­rär An­ge­stell­te, die ei­ne re­gel­mäs­si­ge Er­werbs­tä­tig­keit auf der Ba­sis ei­nes Rah­men- und ei­nes Ein­satz­ver­tra­ges aus­üben, einen Un­fall, so ist der im ak­tu­el­len Ein­satz­ver­trag ver­ein­bar­te Lohn mass­ge­bend.3
4Für einen Ver­si­cher­ten, der wäh­rend ei­ner Sai­son­be­schäf­ti­gung einen Un­fall er­lei­det, gilt Ar­ti­kel 22 Ab­satz 3. Er­eig­net sich der Un­fall in der Zeit, in der er nicht er­werbs­tä­tig ist, so wird der im vor­an­ge­gan­ge­nen Jahr tat­säch­lich er­ziel­te Lohn durch 365 ge­teilt.
5War der Ver­si­cher­te vor dem Un­fall bei mehr als ei­nem Ar­beit­ge­ber tä­tig, so ist der Ge­samt­lohn aus al­len Ar­beits­ver­hält­nis­sen mass­ge­bend, un­ab­hän­gig da­von, ob die­se Ar­beits­ver­hält­nis­se ei­ne De­ckung nur bei Be­rufs­un­fäl­len oder auch bei Nicht­be­rufs­un­fäl­len be­grün­det ha­ben. Die­se Be­stim­mung gilt auch für die frei­wil­li­ge Ver­si­che­rung.4
6Bei Prak­ti­kan­ten, Vo­lon­tä­ren und zur Ab­klä­rung der Be­rufs­wahl tä­ti­gen Per­so­nen so­wie bei Ver­si­cher­ten, die zur Aus­bil­dung in be­ruf­li­chen Ein­glie­de­rungs­stät­ten für Be­hin­der­te tä­tig sind, wird ab vollen­de­tem 20. Al­ters­jahr von ei­nem Ta­ges­ver­dienst von min­des­tens 20 Pro­zent, vor vollen­de­tem 20. Al­ters­jahr von min­des­tens 10 Pro­zent des Höchst­be­tra­ges des ver­si­cher­ten Ta­ges­ver­diens­tes aus­ge­gan­gen.5
7Hat die Heil­be­hand­lung we­nigs­tens drei Mo­na­te ge­dau­ert und wä­re der Lohn des Ver­si­cher­ten in die­ser Zeit um min­des­tens 10 Pro­zent er­höht wor­den, so wird der mass­ge­ben­de Lohn für die Zu­kunft neu be­stimmt.6
8Bei Rück­fäl­len ist der un­mit­tel­bar zu­vor be­zo­ge­ne Lohn, min­des­tens aber ein Ta­ges­ver­dienst von 10 Pro­zent des Höchst­be­tra­ges des ver­si­cher­ten Ta­ges­ver­diens­tes mass­ge­bend, aus­ge­nom­men bei Rent­nern der So­zi­al­ver­si­che­rung.
9So­fern die Fol­gen ei­nes ver­si­cher­ten Er­eig­nis­ses ei­ne Be­rufs­aus­bil­dung um min­des­tens sechs Mo­na­te ver­län­gern, wird für die Dau­er der Ver­län­ge­rung, längs­tens aber für ein Jahr, ein Teil­tag­geld in der Hö­he der Dif­fe­renz zwi­schen dem Aus­bil­dungs­lohn und dem Mi­ni­mal­lohn ei­ner aus­ge­lern­ten Per­son der ent­spre­chen­den Be­rufs­gat­tung ver­gü­tet.7
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 3 Ziff. 7 der Zi­vil­dienst­ver­ord­nung vom 11. Sept. 1996, in Kraft seit 1. Okt. 1996 (AS 1996 2685).
2 Auf­ge­ho­ben durch Art. 11 der V vom 24. Jan. 1996 über die Un­fall­ver­si­che­rung von ar­beits­lo­sen Per­so­nen, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 698).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 9. Nov. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4393).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 9. Nov. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4393).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Dez. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 151).
6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Dez. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 151).
7 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 15. Dez. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 151).
Art. 24 Massgebender Lohn für Renten in Sonderfällen
1Hat der Ver­si­cher­te im Jah­re vor dem Un­fall we­gen Mi­li­tär­dienst, Zi­vil­dienst, Zi­vil­schutz­dienst, Un­fall, Krank­heit, Mut­ter­schaft, Ar­beits­lo­sig­keit oder Kurz­ar­beit einen ver­min­der­ten Lohn be­zo­gen, so wird der ver­si­cher­te Ver­dienst nach dem Lohn fest­ge­setzt, den der Ver­si­cher­te oh­ne Mi­li­tär­dienst, Zi­vil­dienst, Zi­vil­schutz­dienst, Un­fall, Krank­heit, Mut­ter­schaft, Ar­beits­lo­sig­keit oder Kurz­ar­beit er­zielt hät­te.1
2Be­ginnt die Ren­te mehr als fünf Jah­re nach dem Un­fall oder dem Aus­bruch der Be­rufs­krank­heit, so ist der Lohn mass­ge­bend, den der Ver­si­cher­te oh­ne den Un­fall oder die Be­rufs­krank­heit im Jah­re vor dem Ren­ten­be­ginn be­zo­gen hät­te, so­fern er hö­her ist als der letz­te vor dem Un­fall oder dem Aus­bruch der Be­rufs­krank­heit er­ziel­te Lohn.
3Be­zog der Ver­si­cher­te we­gen be­ruf­li­cher Aus­bil­dung am Ta­ge des Un­fal­les nicht den Lohn ei­nes Ver­si­cher­ten mit vol­ler Leis­tungs­fä­hig­keit der­sel­ben Be­rufs­art, so wird der ver­si­cher­te Ver­dienst von dem Zeit­punkt an, da er die Aus­bil­dung ab­ge­schlos­sen hät­te, nach dem Lohn fest­ge­setzt, den er im Jahr vor dem Un­fall als voll Leis­tungs­fä­hi­ger er­zielt hät­te.
4Er­lei­det der Be­zü­ger ei­ner In­va­li­den­ren­te einen wei­te­ren ver­si­cher­ten Un­fall, der zu ei­ner hö­he­ren In­va­li­di­tät führt, so ist für die neue Ren­te aus bei­den Un­fäl­len der Lohn mass­ge­bend, den der Ver­si­cher­te im Jah­re vor dem letz­ten Un­fall be­zo­gen hät­te, wenn frü­her kein ver­si­cher­ter Un­fall ein­ge­tre­ten wä­re. Ist die­ser Lohn klei­ner als der vor dem ers­ten ver­si­cher­ten Un­fall be­zo­ge­ne Lohn, so ist der hö­he­re Lohn mass­ge­bend.2
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Dez. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 151).
2. Abschnitt: Taggeld
Art. 25 Höhe
1Das Tag­geld wird nach An­hang 2 be­rech­net und für al­le Ta­ge, ein­sch­liess­lich der Sonn- und Fei­er­ta­ge, aus­ge­rich­tet.1
3Die Un­fall­ver­si­che­rung er­bringt die gan­ze Leis­tung, wenn die Ar­beits­un­fä­hig­keit ei­nes ar­beits­lo­sen Ver­si­cher­ten mehr als 50 Pro­zent be­trägt, und die hal­be Leis­tung, wenn die Ar­beits­un­fä­hig­keit mehr als 25, aber höchs­tens 50 Pro­zent be­trägt. Bei ei­ner Ar­beits­un­fä­hig­keit von 25 und we­ni­ger Pro­zent be­steht kein Tag­geldan­spruch.3
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Dez. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 151).
3 Auf­ge­ho­ben durch Art. 11 der V vom 24. Jan. 1996 über die Un­fall­ver­si­che­rung von ar­beits­lo­sen Per­so­nen (AS 1996 698). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Dez. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 151).
Art. 26 Taggeld und Hinterlassenenrente
Ent­steht mit dem Tod des Tag­geld­be­rech­tig­ten ein An­spruch auf Hin­ter­las­se­nen­ren­te, so ha­ben die Hin­ter­las­se­nen bis zum Be­ginn die­ser Ren­te wei­ter­hin An­spruch auf das Tag­geld.
Art. 27 Abzüge bei Spitalaufenthalt
1Der Ab­zug vom Tag­geld für die Un­ter­halts­kos­ten in ei­nem Spi­tal be­trägt:2
20 Pro­zent des Tag­gel­des, höchs­tens aber 20 Fran­ken bei Al­lein­ste­hen­den oh­ne Un­ter­halts- oder Un­ter­stüt­zungs­pflich­ten;
10 Pro­zent des Tag­gel­des, höchs­tens aber 10 Fran­ken bei Ver­hei­ra­te­ten und un­ter­halts- oder un­ter­stüt­zungs­pflich­ti­gen Al­lein­ste­hen­den, so­fern Ab­satz 2 nicht an­wend­bar ist.
2Bei Ver­hei­ra­te­ten oder Al­lein­ste­hen­den, die für min­der­jäh­ri­ge oder in Aus­bil­dung be­grif­fe­ne Kin­der zu sor­gen ha­ben, wird kein Ab­zug vor­ge­nom­men.
3. Abschnitt: Invalidenrenten
Art. 28 Sonderfälle der Bestimmung des Invaliditätsgrades
1Konn­te der Ver­si­cher­te we­gen ei­ner In­va­li­di­tät, wel­che die Fol­ge ei­nes ver­si­cher­ten Un­fal­les ist, ei­ne nach­weis­lich ge­plan­te und sei­nen Fä­hig­kei­ten ent­spre­chen­de be­ruf­li­che Aus­bil­dung nicht auf­neh­men oder ei­ne be­gon­ne­ne Aus­bil­dung nicht ab­sch­lies­sen, so ist für die Be­stim­mung des In­va­li­di­täts­gra­des das­je­ni­ge Er­w­erb­sein­kom­men mass­ge­bend, das er oh­ne die In­va­li­di­tät in je­nem Be­ruf er­zie­len könn­te.
2Bei Ver­si­cher­ten, die gleich­zei­tig mehr als ei­ne un­selb­stän­di­ge Er­werbs­tä­tig­keit aus­üben, ist der In­va­li­di­täts­grad ent­spre­chend der Be­hin­de­rung in sämt­li­chen Tä­tig­kei­ten zu be­stim­men. Übt der Ver­si­cher­te ne­ben der un­selb­stän­di­gen ei­ne nicht nach dem Ge­setz ver­si­cher­te oder ei­ne nicht ent­löhn­te Tä­tig­keit aus, so wird die Be­hin­de­rung in die­sen Tä­tig­kei­ten nicht be­rück­sich­tigt.
3War die Leis­tungs­fä­hig­keit des Ver­si­cher­ten auf­grund ei­ner nicht ver­si­cher­ten Ge­sund­heits­schä­di­gung vor dem Un­fall dau­ernd her­ab­ge­setzt, so ist für die Be­stim­mung des In­va­li­di­täts­gra­des der Lohn, den er auf­grund der vor­be­ste­hen­den ver­min­der­ten Leis­tungs­fä­hig­keit zu er­zie­len im­stan­de wä­re, dem Ein­kom­men ge­gen­über zu stel­len, das er trotz der Un­fall­fol­gen und der vor­be­ste­hen­den Be­ein­träch­ti­gung er­zie­len könn­te.1
4Nimmt ein Ver­si­cher­ter nach dem Un­fall die Er­werbs­tä­tig­keit al­ters­hal­ber nicht mehr auf oder wirkt sich das vor­ge­rück­te Al­ter er­heb­lich als Ur­sa­che der Be­ein­träch­ti­gung der Er­werbs­fä­hig­keit aus, so sind für die Be­stim­mung des In­va­li­di­täts­gra­des die Er­w­erb­sein­kom­men mass­ge­bend, die ein Ver­si­cher­ter im mitt­le­ren Al­ter bei ei­ner ent­spre­chen­den Ge­sund­heits­schä­di­gung er­zie­len könn­te.
Art. 29 Invalidität beim Verlust paariger Organe
1Als paa­ri­ge Or­ga­ne gel­ten Au­gen, Oh­ren und Nie­ren.
2Beim Ver­lust ei­nes paa­ri­gen Or­gans in­fol­ge ei­nes ver­si­cher­ten Un­fal­les wird der In­va­li­di­täts­grad oh­ne Be­rück­sich­ti­gung des Ri­si­kos ei­nes Ver­lus­tes des an­dern Or­gans be­stimmt.
3Ist nur der ers­te oder der zwei­te Ver­lust ei­nes paa­ri­gen Or­gans nach dem Ge­setz ver­si­chert, so wird bei Ver­lust des zwei­ten Or­gans der In­va­li­di­täts­grad nach dem Ge­samt­scha­den be­stimmt und der Ver­si­che­rer ist da­für leis­tungs­pflich­tig. Leis­tun­gen ei­ner Un­fall- oder Kran­ken­ver­si­che­rung oder ei­nes Haft­pflich­ti­gen für den nicht­ver­si­cher­ten Ver­lust ei­nes paa­ri­gen Or­gans wer­den an die Ren­te an­ge­rech­net. Ste­hen sol­che Leis­tun­gen noch aus, so muss der Ver­si­cher­te sei­ne An­sprü­che an den leis­tungs­pflich­ti­gen Ver­si­che­rer ab­tre­ten. Vor­be­hal­ten bleibt die Son­der­re­ge­lung der Mi­li­tär­ver­si­che­rung (Art. 103 UVG).
Art. 30 Übergangsrente
1Ist von der Fort­set­zung der ärzt­li­chen Be­hand­lung kei­ne nam­haf­te Bes­se­rung des Ge­sund­heits­zu­stan­des des Ver­si­cher­ten mehr zu er­war­ten, wird je­doch der Ent­scheid der IV über die be­ruf­li­che Ein­glie­de­rung erst spä­ter ge­fällt, so wird vom Ab­schluss der ärzt­li­chen Be­hand­lung an vor­über­ge­hend ei­ne Ren­te aus­ge­rich­tet; die­se wird auf­grund der in die­sem Zeit­punkt be­ste­hen­den Er­werbs­un­fä­hig­keit fest­ge­setzt. Der An­spruch er­lischt:
beim Be­ginn des An­spruchs auf ein Tag­geld der IV;
mit dem ne­ga­ti­ven Ent­scheid der IV über die be­ruf­li­che Ein­glie­de­rung;
mit der Fest­set­zung der de­fi­ni­ti­ven Ren­te.
2Bei Ver­si­cher­ten, die im Aus­land be­ruf­lich ein­ge­glie­dert wer­den, wird die Über­gangs­ren­te bis zum Ab­schluss der Ein­glie­de­rung aus­ge­rich­tet. Geld­leis­tun­gen aus­län­di­scher So­zi­al­ver­si­che­run­gen wer­den nach Ar­ti­kel 69 ATSG be­rück­sich­tigt.2
2 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Sept. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3914).
Art. 31 Berechnung der Komplementärrenten im Allgemeinen
1Wird in­fol­ge ei­nes Un­falls ei­ne Ren­te der IV oder ei­ne gleich­ar­ti­ge Ren­te ei­ner aus­län­di­schen So­zi­al­ver­si­che­rung neu aus­ge­rich­tet, so sind bei der Be­rech­nung der Kom­ple­men­tär­ren­te auch die Kin­der­ren­ten der IV und gleich­ar­ti­ge Ren­ten aus­län­di­scher So­zi­al­ver­si­che­run­gen voll zu be­rück­sich­ti­gen. Mass­ge­bend für die Be­rech­nung ist der Wech­sel­kurs im Zeit­punkt des erst­ma­li­gen Zu­sam­men­tref­fens der bei­den Leis­tun­gen.2
2Bei der Fest­le­gung der Be­rech­nungs­ba­sis nach Ar­ti­kel 20 Ab­satz 2 des Ge­set­zes wird der ver­si­cher­te Ver­dienst um den beim erst­ma­li­gen Zu­sam­men­tref­fen gül­ti­gen Pro­zent­satz der Teue­rungs­zu­la­ge nach Ar­ti­kel 34 des Ge­set­zes er­höht.
3Teue­rungs­zu­la­gen wer­den bei der Be­rech­nung der Kom­ple­men­tär­ren­ten nicht be­rück­sich­tigt.
4Die Kür­zun­gen nach Ar­ti­kel 21 ATSG und nach den Ar­ti­keln 36-39 des Ge­set­zes wer­den bei den Kom­ple­men­tär­ren­ten vor­ge­nom­men.3 Die Teue­rungs­zu­la­gen wer­den auf der ge­kürz­ten Kom­ple­men­tär­ren­te be­rech­net.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 9. Dez. 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 3456).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Sept. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3914).
Art. 32 Berechnung der Komplementärrenten in Sonderfällen
1Ent­schä­digt ei­ne Ren­te der IV auch ei­ne nicht nach UVG ver­si­cher­te In­va­li­di­tät, wird bei der Be­rech­nung der Kom­ple­men­tär­ren­te nur je­ner Teil der Ren­te der IV be­rück­sich­tigt, wel­cher die ob­li­ga­to­risch ver­si­cher­te Tä­tig­keit ab­gilt.
2Wird in­fol­ge ei­nes Un­falls ei­ne Ren­te der IV er­höht oder ei­ne Hin­ter­las­se­nen­ren­te der AHV durch ei­ne Ren­te der IV ab­ge­löst, so wird nur die Dif­fe­renz zwi­schen der vor dem Un­fall ge­währ­ten Ren­te und der neu­en Leis­tung in die Be­rech­nung der Kom­ple­men­tär­ren­te ein­be­zo­gen. In den Fäl­len von Ar­ti­kel 24 Ab­satz 4 wird die Ren­te der IV voll an­ge­rech­net.
3Hat der Ver­si­cher­te vor dem Un­fall ei­ne Al­ters­ren­te der AHV be­zo­gen, so wird für die Fest­set­zung der Gren­ze von 90 Pro­zent nach Ar­ti­kel 20 Ab­satz 2 des Ge­set­zes ne­ben dem ver­si­cher­ten Ver­dienst auch die Al­ters­ren­te bis zum Höchst­be­trag des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes be­rück­sich­tigt.
Art. 33 Anpassung von Komplementärrenten
1Bei Um­wand­lung ei­ner Ren­te der IV in ei­ne Al­ters­ren­te der AHV er­folgt kei­ne Neu­be­rech­nung der Kom­ple­men­tär­ren­te.
2Die Kom­ple­men­tär­ren­ten wer­den den ver­än­der­ten Ver­hält­nis­sen an­ge­passt, wenn:
Kin­der­ren­ten der AHV oder der IV oder gleich­ar­ti­ge Ren­ten aus­län­di­scher So­zi­al­ver­si­che­run­gen da­hin­fal­len oder neu hin­zu­kom­men;
die Ren­te der AHV oder der IV in­fol­ge ei­ner Än­de­rung der Be­rech­nungs­grund­la­gen er­höht oder her­ab­ge­setzt wird;
sich der für die Un­fall­ver­si­che­rung mass­ge­ben­de In­va­li­di­täts­grad er­heb­lich än­dert;
sich der ver­si­cher­te Ver­dienst nach Ar­ti­kel 24 Ab­satz 3 än­dert.
Art. 33a Gegenstand der Rentenkürzung im Alter
1Die Kür­zung nach Ar­ti­kel 20 Ab­satz 2ter UVG er­folgt auf dem Be­trag der In­va­li­den­ren­te be­zie­hungs­wei­se der Kom­ple­men­tär­ren­te ein­sch­liess­lich der Teue­rungs­zu­la­gen.
2Nach An­pas­sung der Kom­ple­men­tär­ren­te nach Ar­ti­kel 33 Ab­satz 2 oder der Teue­rungs­zu­la­gen er­folgt die Kür­zung auf dem neu­en Be­trag.
Art. 33b Rentenkürzung im Alter bei mehreren Unfällen
1Er­lei­det der Be­zü­ger ei­ner In­va­li­den­ren­te der Un­fall­ver­si­che­rung einen wei­te­ren ver­si­cher­ten Un­fall, der zu ei­ner hö­he­ren In­va­li­den­ren­te führt, so wird die Kür­zung nach Ar­ti­kel 20 Ab­satz 2ter UVG für je­den Ren­ten­teil ein­zeln an­ge­wen­det. Mass­ge­bend sind da­bei:
das Al­ter des Ver­si­cher­ten im Zeit­punkt des je­wei­li­gen Un­falls;
für den An­teil des ers­ten Un­falls: der Be­trag, den die Ren­te, die für den ers­ten Un­fall ge­währt wur­de, bei Er­rei­chen des Ren­ten­al­ters hät­te, wenn sie nicht auf­grund ei­nes wei­te­ren Un­fal­les er­höht wor­den wä­re;
für den An­teil des wei­te­ren Un­falls: die Dif­fe­renz zwi­schen dem Be­trag nach Buch­sta­be b und dem ef­fek­ti­ven Be­trag bei Er­rei­chen des Ren­ten­al­ters.
2Für die Be­stim­mung des Pro­zent­punkt-Wer­tes der Kür­zung pro Jahr ist der Grad der Ge­sam­tin­va­li­di­tät beim Er­rei­chen des or­dent­li­chen Ren­ten­al­ters mass­ge­bend. Die­ser Pro­zent­punkt-Wert ist an den ge­sam­ten Ren­ten­be­trag an­zu­le­gen.
3Bei der erst­ma­li­gen Ren­ten­fest­set­zung nach meh­re­ren in­va­li­di­sie­ren­den Un­fäl­len ist für die Be­stim­mung des Aus­mas­ses der Kür­zung das Al­ter des Ver­si­cher­ten im Zeit­punkt des ers­ten in­va­li­di­sie­ren­den Un­fal­les mass­ge­bend.
Art. 33c Rentenkürzung im Alter bei Rückfällen und Spätfolgen
1Mass­ge­bend für die Be­stim­mung des Aus­mas­ses der Kür­zung nach Ar­ti­kel 20 Ab­satz 2qua­ter UVG ist die An­zahl vol­ler Jah­re seit Vollen­dung des 45. Al­ters­jah­res bis zum Aus­bruch der Ar­beits­un­fä­hig­keit nach Vollen­dung des 60. Al­ters­jah­res, die ren­ten­wirk­sam wird. Der ent­spre­chen­de Kür­zungs­satz fin­det auf die erst­ma­li­ge Ren­te oder auf den An­teil der Er­hö­hung der vor­be­ste­hen­den Ren­te An­wen­dung.
2Die Kür­zungs­re­geln von Ab­satz 1 fin­den auf ren­ten­wirk­sa­me Rück­fäl­le und Spät­fol­gen An­wen­dung un­ab­hän­gig vom Al­ter im Zeit­punkt des Un­falls.
Art. 34 Revision der Invalidenrente
1Wird ei­ne IV-Ren­te als Fol­ge der Re­vi­si­on ge­än­dert, so er­folgt auch ei­ne Re­vi­si­on der Ren­te oder Kom­ple­men­tär­ren­te der Un­fall­ver­si­che­rung.
2Die Ar­ti­kel 54-59 sind sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.
Art. 35 Abfindung des Versicherten
1Die Hö­he der Ab­fin­dung ent­spricht der Sum­me der Ra­ten ei­ner Ren­te, de­ren Hö­he und Dau­er auf­grund der Schwe­re und des Ver­laufs des Lei­dens und des Ge­sund-heits­zu­stan­des des Ver­si­cher­ten zur Zeit der Ab­fin­dung und im Hin­blick auf die Wie­der­er­lan­gung der Er­werbs­fä­hig­keit fest­zu­set­zen ist.
2Die Ab­fin­dung kann auch bei ei­ner Re­vi­si­on der Ren­te zu­ge­spro­chen wer­den.
4. Abschnitt: Integritätsentschädigung
1Ein In­te­gri­täts­scha­den gilt als dau­ernd, wenn er vor­aus­sicht­lich wäh­rend des gan­zen Le­bens min­des­tens in glei­chem Um­fang be­steht. Er ist er­heb­lich, wenn die kör­per­li­che, geis­ti­ge oder psy­chi­sche In­te­gri­tät, un­ab­hän­gig von der Er­werbs­fä­hig­keit, au­gen­fäl­lig oder stark be­ein­träch­tigt wird.1
2Für die Be­mes­sung der In­te­gri­täts­ent­schä­di­gung gel­ten die Richt­li­ni­en des An­hangs 3.
3Fal­len meh­re­re kör­per­li­che, geis­ti­ge oder psy­chi­sche In­te­gri­täts­schä­den aus ei­nem oder meh­re­ren Un­fäl­len zu­sam­men, so wird die In­te­gri­täts­ent­schä­di­gung nach der ge­sam­ten Be­ein­träch­ti­gung fest­ge­setzt.2 Die Ge­sam­tent­schä­di­gung darf den Höchst­be­trag des ver­si­cher­ten Jah­res­ver­diens­tes nicht über­stei­gen. Be­reits nach dem Ge­setz be­zo­ge­ne Ent­schä­di­gun­gen wer­den pro­zen­tu­al an­ge­rech­net.
4Vor­aus­seh­ba­re Ver­schlim­me­run­gen des In­te­gri­täts­scha­dens wer­den an­ge­mes­sen be­rück­sich­tigt. Re­vi­sio­nen sind nur im Aus­nah­me­fall mög­lich, wenn die Ver­schlim­me­rung von gros­ser Trag­wei­te ist und nicht vor­aus­seh­bar war.3
5Bei Be­rufs­krank­hei­ten, bei de­nen die be­trof­fe­ne Per­son an ei­nem Me­so­the­li­om oder an­de­ren Tu­mo­ren mit pro­gno­s­tisch ähn­lich kur­z­er Über­le­bens­zeit lei­det, ent­steht der An­spruch auf ei­ne In­te­gri­täts­ent­schä­di­gung mit dem Aus­bruch der Krank­heit.4
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3881).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Mai 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3881).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 15. Dez. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 151).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 9. Nov. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4393).
5. Abschnitt: Hilflosenentschädigung
Art. 37 Entstehung und Erlöschen des Anspruches
Der An­spruch auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung ent­steht am ers­ten Tag des Mo­nats, in dem die Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind. Er er­lischt am En­de des Mo­nats, in dem die An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen da­hin­fal­len oder der Be­rech­tig­te stirbt.
Art. 38 Höhe
1Die mo­nat­li­che Hilflo­sen­ent­schä­di­gung be­trägt bei Hilf­lo­sig­keit schwe­ren Gra­des das Sechs­fa­che, bei Hilf­lo­sig­keit mitt­le­ren Gra­des das Vier­fa­che und bei Hilf­lo­sig­keit leich­ten Gra­des das Dop­pel­te des Höchst­be­tra­ges des ver­si­cher­ten Ta­ges­ver­diens­tes.
2Die Hilf­lo­sig­keit gilt als schwer, wenn der Ver­si­cher­te voll­stän­dig hilf­los ist. Dies ist der Fall, wenn er in al­len all­täg­li­chen Le­bens­ver­rich­tun­gen re­gel­mäs­sig in er­heb­li­cher Wei­se auf die Hil­fe Drit­ter an­ge­wie­sen ist und über­dies der dau­ern­den Pfle­ge oder der per­sön­li­chen Über­wa­chung be­darf.
3Die Hilf­lo­sig­keit gilt als mit­tel­schwer, wenn der Ver­si­cher­te trotz der Ab­ga­be von Hilfs­mit­teln
in den meis­ten all­täg­li­chen Le­bens­ver­rich­tun­gen re­gel­mäs­sig in er­heb­li­cher Wei­se auf die Hil­fe Drit­ter an­ge­wie­sen ist oder
in min­des­tens zwei all­täg­li­chen Le­bens­ver­rich­tun­gen re­gel­mäs­sig in er­heb­li­cher Wei­se auf die Hil­fe Drit­ter an­ge­wie­sen ist und über­dies ei­ner dau­ern­den per­sön­li­chen Über­wa­chung be­darf.
4Die Hilf­lo­sig­keit gilt als leicht, wenn der Ver­si­cher­te trotz der Ab­ga­be von Hilfs­mit­teln
in min­des­tens zwei all­täg­li­chen Le­bens­ver­rich­tun­gen re­gel­mäs­sig in er­heb­li­cher Wei­se auf die Hil­fe Drit­ter an­ge­wie­sen ist oder
ei­ner dau­ern­den per­sön­li­chen Über­wa­chung be­darf oder
ei­ner durch das Ge­bre­chen be­ding­ten stän­di­gen und be­son­ders auf­wen­di­gen Pfle­ge be­darf oder
we­gen ei­ner schwe­ren Sin­nes­schä­di­gung oder ei­nes schwe­ren kör­per­li­chen Ge­bre­chens nur dank re­gel­mäs­si­ger und er­heb­li­cher Dienst­leis­tun­gen Drit­ter ge­sell­schaft­li­che Kon­tak­te pfle­gen kann.
5Der Ver­si­che­rer kann für Hilf­lo­sig­keit, die nur zum Teil auf einen Un­fall zu­rück­zu­füh­ren ist, von der AHV oder der IV den Be­trag der Hilflo­sen­ent­schä­di­gung be­an­spru­chen, den die­se Ver­si­che­run­gen dem Ver­si­cher­ten aus­rich­ten wür­den, wenn er kei­nen Un­fall er­lit­ten hät­te.
6. Abschnitt: Hinterlassenenrenten
Art. 39 Geschiedener Ehegatte
Die Ver­pflich­tung zu Un­ter­halts­bei­trä­gen an den ge­schie­de­nen Ehe­gat­ten nach Ar­ti­kel 29 Ab­satz 4 des Ge­set­zes muss durch ein rechts­kräf­ti­ges Ge­richts­ur­teil oder ei­ne ge­richt­lich ge­neh­mig­te Schei­dungs­kon­ven­ti­on aus­ge­wie­sen sein.
Art. 40 Pflegekinder
1Kin­der, die zur Zeit des Un­fal­les un­ent­gelt­lich zu dau­ern­der Pfle­ge und Er­zie­hung auf­ge­nom­men wa­ren, sind Kin­dern nach Ar­ti­kel 30 Ab­satz 1 des Ge­set­zes gleich­ge­stellt.
2Der Ren­ten­an­spruch er­lischt, wenn das Pfle­ge­kind zu den El­tern zu­rück­kehrt oder von die­sen un­ter­hal­ten wird.
3Ren­ten­be­rech­tig­te Pfle­ge­kin­der kön­nen beim spä­te­ren To­de ih­res Va­ters oder ih­rer Mut­ter kei­nen wei­te­ren Ren­ten­an­spruch gel­tend ma­chen.
Art. 41 Unterhaltsbeiträge nach ausländischem Recht
War der ver­stor­be­ne Ver­si­cher­te auf­grund aus­län­di­schen Rechts nur zur Leis­tung ei­nes Un­ter­halts­bei­tra­ges an ein aus­ser­ehe­li­ches Kind ver­pflich­tet, so hat die­ses An­spruch auf ei­ne Wai­sen­ren­te, so­fern die Ver­pflich­tung durch ein rechts­kräf­ti­ges
Ge­richts­ur­teil aus­ge­wie­sen ist.
Art. 42 Vollwaisen
Ster­ben Va­ter und Mut­ter an den Fol­gen ver­si­cher­ter Un­fäl­le, so wird die Voll­wai­sen­ren­te auf­grund des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes des Va­ters und je­nes der Mut­ter
be­rech­net, wo­bei die Sum­me der bei­den Ver­diens­te nur bis zum Höchst­be­trag des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes be­rück­sich­tigt wird.
Art. 43 Berechnung der Komplementärrenten
1Bei der Be­rech­nung der Kom­ple­men­tär­ren­ten wer­den die Wit­wen-, Wit­wer- und Wai­sen­ren­ten der AHV so­wie gleich­ar­ti­ge Ren­ten aus­län­di­scher So­zi­al­ver­si­che­run­gen voll be­rück­sich­tigt. Für die Be­rech­nung ist der Wech­sel­kurs im Zeit­punkt des erst­ma­li­gen Zu­sam­men­tref­fens der aus­län­di­schen und der in­län­di­schen Leis­tun­gen mass­ge­bend.2
2Wird in­fol­ge ei­nes Un­falls ei­ne zu­sätz­li­che Wai­sen­ren­te der AHV oder ei­ne gleich­ar­ti­ge Ren­te ei­ner aus­län­di­schen So­zi­al­ver­si­che­rung aus­ge­rich­tet, so wird nur die Dif­fe­renz zwi­schen der vor dem Un­fall ge­währ­ten Ren­te und der neu­en Leis­tung in die Kom­ple­men­tär­ren­ten­be­rech­nung ein­be­zo­gen.3
3Bei der Be­rech­nung der Kom­ple­men­tär­ren­ten an Voll­wai­sen wird die Sum­me der ver­si­cher­ten Ver­diens­te bei­der El­tern­tei­le bis zum Höchst­be­trag des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes be­rück­sich­tigt.
4Wird in­fol­ge ei­nes Un­falls ei­ne Hin­ter­las­se­nen­ren­te der AHV, ei­ne Ren­te der IV oder ei­ne gleich­ar­ti­ge Ren­te ei­ner aus­län­di­schen So­zi­al­ver­si­che­rung er­höht oder wird ei­ne Ren­te der IV oder ei­ne gleich­ar­ti­ge Ren­te ei­ner aus­län­di­schen So­zi­al­ver­si­che­rung durch ei­ne Hin­ter­las­se­nen­ren­te der AHV oder ei­ne gleich­ar­ti­ge Ren­te ei­ner aus­län­di­schen So­zi­al­ver­si­che­rung ab­ge­löst, so wird bei der Be­rech­nung der Kom­ple­men­tär­ren­te nur die Dif­fe­renz zur frü­he­ren Ren­te be­rück­sich­tigt.4
5Hat der Ver­si­cher­te vor sei­nem Tod ne­ben der un­selb­stän­di­gen noch ei­ne selb­stän­di­ge Er­werbs­tä­tig­keit aus­ge­übt, so wird für die Fest­set­zung der Gren­ze von 90 Pro­zent nach Ar­ti­kel 20 Ab­satz 2 des Ge­set­zes ne­ben dem ver­si­cher­ten Ver­dienst
auch das Ein­kom­men aus selb­stän­di­ger Er­werbs­tä­tig­keit bis zum Höchst­be­trag des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes be­rück­sich­tigt.
6Die Ar­ti­kel 31 Ab­sät­ze 3 und 4 so­wie 33 Ab­satz 2 sind an­wend­bar.
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 9. Nov. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4393).
7. Abschnitt: Anpassung der Renten an die Teuerung
Art. 44 Berechnungsgrundlagen
1Als Grund­la­ge für die Be­rech­nung der Teue­rungs­zu­la­gen gilt je­weils der für den Mo­nat Sep­tem­ber mass­ge­ben­de Lan­des­in­dex der Kon­su­men­ten­prei­se.1
2Für die erst­ma­li­ge Be­rech­nung der Teue­rungs­zu­la­gen zu ei­ner Ren­te, die seit dem In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes oder seit der letz­ten Ge­wäh­rung ei­ner Teue­rungs­zu­la­ge ent­stan­den ist, wird auf den Sep­tem­berin­dex im Un­fall­jahr und in den Fäl­len nach Ar­ti­kel 24 Ab­satz 2 auf je­nen im Vor­jahr des Ren­ten­be­gin­nes ab­ge­stellt.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 1992, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1992 1290).
Art. 45 Bemessung beim Wiederaufleben des Rentenanspruchs
Beim Wie­der­auf­le­ben ei­ner Ren­te sind die Teue­rungs­zu­la­gen gleich hoch, wie wenn die Ren­te un­un­ter­bro­chen ge­währt wor­den wä­re.
8. Abschnitt: Auskauf von Renten
1Kom­ple­men­tär­ren­ten kön­nen nur mit dem Ein­ver­ständ­nis und im of­fen­kun­di­gen lang­fris­ti­gen In­ter­es­se des Ren­ten­be­rech­tig­ten aus­ge­kauft wer­den.
2Der Bar­wert ei­ner aus­zu­kau­fen­den Ren­te wird auf­grund der Rech­nungs­grund­la­gen nach Ar­ti­kel 89 Ab­satz 1 des Ge­set­zes be­rech­net. Die Um­wand­lung in ei­ne Kom­ple­men­tär­ren­te beim Ein­tritt des Rent­ners in das AHV-Al­ter wird be­rück­sich­tigt.
3Bei ei­nem spä­te­ren Un­fall gilt ei­ne aus­ge­kauf­te Ren­te für die Be­rech­nung ei­ner Kom­ple­men­tär­ren­te als fort­be­ste­hend.
3. Kapitel: Kürzung und Verweigerung von Versicherungsleistungen aus besonderen Gründen
Art. 47 Zusammentreffen verschiedener Schadensursachen
Das Mass der Kür­zung von Ren­ten und In­te­gri­täts­ent­schä­di­gun­gen beim Vor­lie­gen un­fall­frem­der Ur­sa­chen rich­tet sich nach de­ren Be­deu­tung für die Ge­sund­heits­schä-di­gung oder den Tod, wo­bei den per­sön­li­chen und wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen des Be­rech­tig­ten eben­falls Rech­nung ge­tra­gen wer­den kann.
Art. 48 Schuldhafte Herbeiführung des Unfalles
Woll­te sich der Ver­si­cher­te nach­weis­lich das Le­ben neh­men oder sich selbst ver­stüm­meln, so fin­det Ar­ti­kel 37 Ab­satz 1 des Ge­set­zes kei­ne An­wen­dung, wenn der Ver­si­cher­te zur Zeit der Tat oh­ne Ver­schul­den gänz­lich un­fä­hig war, ver­nunft­ge­mä­ss zu han­deln, oder wenn die Selbst­tö­tung, der Selbst­tö­tungs­ver­such oder die Selbst­ver­stüm­me­lung die ein­deu­ti­ge Fol­ge ei­nes ver­si­cher­ten Un­fal­les war.
Art. 49 Aussergewöhnliche Gefahren
1Sämt­li­che Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen wer­den ver­wei­gert für Nicht­be­rufs­un­fäl­le, die sich er­eig­nen bei:
aus­län­di­schem Mi­li­tär­dienst;
Teil­nah­me an krie­ge­ri­schen Hand­lun­gen, Ter­ror­ak­ten und ban­den­mäs­si­gen Ver­bre­chen.
2Die Geld­leis­tun­gen wer­den min­des­tens um die Hälf­te ge­kürzt für Nicht­be­rufs­un­fäl­le, die sich er­eig­nen bei:
Be­tei­li­gung an Rau­fe­rei­en und Schlä­ge­rei­en, es sei denn, der Ver­si­cher­te sei als Un­be­tei­lig­ter oder bei Hil­fe­leis­tung für einen Wehr­lo­sen durch die Strei­ten­den ver­letzt wor­den;
Ge­fah­ren, de­nen sich der Ver­si­cher­te da­durch aus­setzt, dass er an­de­re stark pro­vo­ziert;
Teil­nah­me an Un­ru­hen.
Art. 50 Wagnisse
1Bei Nicht­be­rufs­un­fäl­len, die auf ein Wag­nis zu­rück­ge­hen, wer­den die Geld­leis­tun­gen um die Hälf­te ge­kürzt und in be­son­ders schwe­ren Fäl­len ver­wei­gert.
2Wag­nis­se sind Hand­lun­gen, mit de­nen sich der Ver­si­cher­te ei­ner be­son­ders gros­sen Ge­fahr aus­setzt, oh­ne die Vor­keh­ren zu tref­fen oder tref­fen zu kön­nen, die das Ri­si­ko auf ein ver­nünf­ti­ges Mass be­schrän­ken. Ret­tungs­hand­lun­gen zu­guns­ten von Per­so­nen sind in­des­sen auch dann ver­si­chert, wenn sie an sich als Wag­nis­se zu be­trach­ten sind.
Art. 51 Zusammentreffen mit anderen Sozialversicherungsleistungen
1Der Ver­si­cher­te oder sei­ne Hin­ter­las­se­nen müs­sen dem leis­tungs­pflich­ti­gen Ver­si­che­rer sämt­li­che Geld­leis­tun­gen an­de­rer in- und aus­län­di­scher So­zi­al­ver­si­che­run­gen be­kannt ge­ben.
2Der leis­tungs­pflich­ti­ge Ver­si­che­rer kann das Mass sei­ner Leis­tun­gen von der An­mel­dung des Fal­les bei an­de­ren So­zi­al­ver­si­che­run­gen ab­hän­gig ma­chen.
3Der mut­mass­lich ent­gan­ge­ne Ver­dienst ent­spricht je­nem Ver­dienst, den der Ver­si­cher­te oh­ne schä­di­gen­des Er­eig­nis er­zie­len wür­de. Das tat­säch­lich er­ziel­te Er­w­erb­sein­kom­men wird an­ge­rech­net.1
4In Här­te­fäl­len kann auf die Kür­zung ganz oder teil­wei­se ver­zich­tet wer­den.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 11. Sept. 2002, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3914).
4. Kapitel: Festsetzung und Gewährung der Leistungen
1. Abschnitt: Feststellung des Unfalls
Art. 53 Unfallmeldung
1Der Ver­un­fall­te oder sei­ne An­ge­hö­ri­gen müs­sen dem Ar­beit­ge­ber be­zie­hungs­wei­se der zu­stän­di­gen Stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung oder dem Ver­si­che­rer den Un­fall un­ver­züg­lich mel­den und Aus­kunft ge­ben über:1
Zeit, Ort, Her­gang und Fol­gen des Un­fal­les;
den be­han­deln­den Arzt oder das Spi­tal;
be­trof­fe­ne Haft­pflich­ti­ge und Ver­si­che­run­gen.
2Der Ar­beit­ge­ber über­prüft oh­ne Ver­zug Ur­sa­che und Her­gang von Be­rufs­un­fäl­len; bei Nicht­be­rufs­un­fäl­len nimmt er die An­ga­ben des Ver­si­cher­ten in die Un­fall­mel­dung auf. Dem Ver­un­fall­ten wird, aus­ser in Ba­ga­tell­fäl­len, ein Un­fall­schein über­ge­ben; die­ser bleibt bis zum Ab­schluss der ärzt­li­chen Be­hand­lung im Be­sit­ze des Ver­si­cher­ten und ist nach­her dem Ar­beit­ge­ber zur Wei­ter­lei­tung an den Ver­si­che­rer zu­rück­zu­ge­ben.
3Für die Mel­dung von Un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten stel­len die Ver­si­che­rer un­ent­gelt­lich For­mu­la­re zur Ver­fü­gung. Die­se sind vom Ar­beit­ge­ber, von der zu­stän­di­gen Stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung be­zie­hungs­wei­se vom be­han­deln­den Arzt voll­stän­dig und wahr­heits­ge­treu aus­zu­fül­len und un­ver­züg­lich dem zu­stän­di­gen Ver­si­che­rer zu­zu­stel­len. Die For­mu­la­re müs­sen ins­be­son­de­re die An­ga­ben ent­hal­ten, die er­for­der­lich sind:3
zur Ab­klä­rung des Un­fall­her­gan­ges oder der Ent­ste­hung ei­ner Be­rufs­krank­heit;
für die me­di­zi­ni­sche Ab­klä­rung der Fol­gen ei­nes Un­fal­les oder ei­ner Be­rufs­krank­heit;
für die Fest­set­zung der Leis­tun­gen;
für die Be­ur­tei­lung der Ar­beits­si­cher­heit und die Füh­rung von Sta­tis­ti­ken.
4Die Ver­si­che­rer kön­nen Richt­li­ni­en über die Mel­dung von Un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten durch Ar­beit­ge­ber, die zu­stän­di­gen Stel­len der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung, Ar­beit­neh­mer und Ärz­te auf­stel­len.4
5Die Un­fall­mel­dung an die Su­va ent­bin­det nicht von der Mel­de­pflicht nach Ar­ti­kel 42 Ab­satz 1 der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rungs­ver­ord­nung vom 31. Au­gust 19835.6
5 SR 837.02
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 9. Nov. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4393).
Art. 54 Mitwirkung der Behörden
Der Ver­si­che­rer kann bei der zu­stän­di­gen Be­hör­de die er­for­der­li­chen Aus­künf­te ein­ho­len und un­ent­gelt­lich Ko­pi­en von amt­li­chen Be­rich­ten und Po­li­zei­rap­por­ten ein­for­dern. Aus­ser­or­dent­li­che Aus­la­gen, na­ment­lich die Kos­ten für zu­sätz­lich ver­lang­te Ex­per­ti­sen, sind den Be­hör­den zu ver­gü­ten.
Art. 55 Mitwirkung des Versicherten oder seiner Hinterlassenen
1Der Ver­si­cher­te oder sei­ne Hin­ter­las­se­nen müs­sen al­le er­for­der­li­chen Aus­künf­te er­tei­len und aus­ser­dem die Un­ter­la­gen zur Ver­fü­gung hal­ten, die für die Klä­rung des Un­fall­sach­ver­hal­tes und die Un­fall­fol­gen so­wie für die Fest­set­zung der Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen be­nö­tigt wer­den, ins­be­son­de­re me­di­zi­ni­sche Be­rich­te, Gut­ach­ten, Rönt­gen­bil­der und Be­le­ge über die Ver­dienst­ver­hält­nis­se. Sie müs­sen Drit­te er­mäch­ti­gen, sol­che Un­ter­la­gen her­aus­zu­ge­ben und Aus­kunft zu er­tei­len.
2Der Ver­si­cher­te muss sich wei­te­ren von den Ver­si­che­rern an­ge­ord­ne­ten Ab­klä­rungs­mass­nah­men un­ter­zie­hen, ins­be­son­de­re zu­mut­ba­ren me­di­zi­ni­schen Un­ter­su­chun­gen, die der Dia­gno­se und der Be­stim­mung der Leis­tun­gen die­nen. Un­zu­mut­bar sind me­di­zi­ni­sche Mass­nah­men, die ei­ne Ge­fahr für Le­ben und Ge­sund­heit des Ver­si­cher­ten dar­stel­len.
Art. 56 Mitwirkung des Arbeitgebers oder der zuständigen Stelle der Arbeitslosenversicherung
Der Ar­beit­ge­ber oder die zu­stän­di­ge Stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung muss dem Ver­si­che­rer al­le er­for­der­li­chen Aus­künf­te er­tei­len, die Un­ter­la­gen zur Ver­fü­gung hal­ten, die für die Klä­rung des Un­fall­sach­ver­hal­tes be­nö­tigt wer­den, und den Be­auf­trag­ten des Ver­si­che­rers frei­en Zu­tritt zum Be­trieb ge­wäh­ren.
Art. 58 Kostenvergütung
1Der Ver­si­che­rer ver­gü­tet dem Ver­si­cher­ten oder sei­nen Hin­ter­las­se­nen die durch die an­ge­ord­ne­ten Ab­klä­run­gen ent­stan­de­nen not­wen­di­gen Rei­se-, Un­ter­kunfts- und Ver­pfle­gungs­kos­ten, Lohn­aus­fäl­le im Rah­men des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes so­wie Auf­wen­dun­gen für Un­ter­la­gen, die auf Ver­lan­gen des Ver­si­che­rers be­schafft wer­den.
Art. 60 Autopsien und ähnliche Eingriffe
1Be­steht Grund zur An­nah­me, dass der für die Leis­tungs­pflicht mass­ge­ben­de Sach­ver­halt durch ei­ne Au­top­sie oder einen ähn­li­chen Ein­griff an ei­nem töd­lich Ver­un­fall­ten oder an ei­nem an ei­ner Be­rufs­krank­heit Ver­stor­be­nen bes­ser ab­ge­klärt wer­den kann, so kann der Ver­si­che­rer die ent­spre­chen­den Vor­keh­ren an­ord­nen. Als ähn­li­cher Ein­griff gilt na­ment­lich die Muske­lent­nah­me zur Be­stim­mung des Blut­al­ko­hol­ge­hal­tes.
2Ei­ne Au­top­sie darf nicht vor­ge­nom­men wer­den, wenn ei­ne Ein­spra­che der nächs­ten An­ge­hö­ri­gen oder ei­ne ent­spre­chen­de Wil­lens­er­klä­rung des Ver­stor­be­nen vor­liegt. Als nächs­te An­ge­hö­ri­ge gel­ten bei Ver­hei­ra­te­ten der Ehe­gat­te, bei Un­ver­hei­ra­te­ten oder Ver­wit­we­ten die El­tern oder voll­jäh­ri­ge Kin­der. Der Zeit­punkt der Au­top­sie ist so zu wäh­len, dass den nächs­ten An­ge­hö­ri­gen un­ter nor­ma­len Ver­hält­nis­sen die Mög­lich­keit zur Ein­spra­che ge­wahrt bleibt, oh­ne dass der Ab­klä­rungs­er­folg in Fra­ge ge­stellt wird.
2. Abschnitt: Gewährung der Leistungen
Art. 61 Verweigerung einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederungsmassnahme
Wei­gert sich ein Ver­si­cher­ter oh­ne zu­rei­chen­den Grund, sich ei­ner zu­mut­ba­ren Be­hand­lung oder Ein­glie­de­rungs­mass­nah­me zu un­ter­zie­hen, so wer­den ihm nur die Leis­tun­gen ge­währt, die beim er­war­te­ten Er­folg die­ser Mass­nah­men wahr­schein­lich hät­ten ent­rich­tet wer­den müs­sen.
Art. 62 Rentenauszahlung
1Die Zah­lungs­auf­trä­ge für Ren­ten und Hilflo­sen­ent­schä­di­gun­gen wer­den spä­tes­tens am ers­ten Werk­tag des Mo­nats er­teilt, für den die Leis­tung ge­schul­det ist.1
2Kann die Hö­he der Hin­ter­las­se­nen­ren­ten nicht in­nert ei­nes Mo­nats nach dem To­de des Ver­si­cher­ten be­stimmt wer­den, so rich­tet der Ver­si­che­rer wenn nö­tig pro­vi­so­ri­sche Leis­tun­gen aus, die mit den de­fi­ni­ti­ven Ren­ten ver­rech­net wer­den.
3Die Ver­si­che­rer kön­nen Le­bens­kon­trol­len vor­neh­men und die Aus­zah­lung der Leis­tun­gen ein­stel­len, falls vom Be­rech­tig­ten kei­ne Le­bens­be­schei­ni­gung er­hält­lich ist.
4Ist der Be­zü­ger ei­ner In­va­li­den­ren­te in ho­her To­des­ge­fahr ver­schwun­den oder seit lan­gem nach­richt­los ab­we­send und rich­tet die AHV kei­ne Hin­ter­las­se­nen­ren­ten aus, so kön­nen die Ver­si­che­rer die In­va­li­den­ren­ten wäh­rend höchs­tens zwei wei­te­ren Jah­ren dem Ehe­gat­ten und den Kin­dern aus­zah­len.
Art. 64 Verrechnung
Der Ver­si­che­rer hat bei der Ver­rech­nung dar­auf zu ach­ten, dass dem Ver­si­cher­ten oder des­sen Hin­ter­las­se­nen die zum Le­ben not­wen­di­gen Mit­tel ver­blei­ben.
3. Abschnitt: Nachzahlung
Art. 66 Nachzahlung
Hat ein An­spruchs­be­rech­tig­ter kei­ne oder nied­ri­ge­re Leis­tun­gen be­zo­gen als ihm zu­ste­hen, so kann er sie vom Ver­si­che­rer nach­for­dern. Er­hält ein Ver­si­che­rer da­von Kennt­nis, dass kei­ne oder zu nied­ri­ge Leis­tun­gen be­zahlt wur­den, so hat er den ent­spre­chen­den Be­trag nach­zu­zah­len, auch wenn der An­spruchs­be­rech­tig­te es nicht ver­langt.
Vierter Titel: Medizinalrecht und Tarifwesen
1. Kapitel: Grundsätze der Versorgung
1Die Ver­si­che­rer ge­währ­leis­ten ei­ne aus­rei­chen­de, qua­li­ta­tiv hoch­ste­hen­de und zweck­mäs­si­ge Ver­sor­gung der Ver­si­cher­ten zu mög­lichst güns­ti­gen Kos­ten.
2Heil­be­hand­lun­gen und Hilfs­mit­tel sind zweck­mäs­sig, wenn sie auf­grund der kon­kre­ten Um­stän­de des Ein­zel­falls ge­eig­net und not­wen­dig sind, um das ge­setz­li­che Ziel in ei­nem ver­nünf­ti­gen Ver­hält­nis zwi­schen Kos­ten und Nut­zen zu er­rei­chen.
1a. Kapitel: Spitäler und Medizinalpersonen
Art. 68 Spitäler und Kuranstalten
1Als Spi­tä­ler gel­ten in­län­di­sche An­stal­ten oder Ab­tei­lun­gen von sol­chen, die der sta­tio­nären Be­hand­lung von Krank­hei­ten oder Un­fall­fol­gen oder der sta­tio­nären Durch­füh­rung von Mass­nah­men der me­di­zi­ni­schen Re­ha­bi­li­ta­ti­on die­nen, un­ter dau­ern­der ärzt­li­cher Lei­tung ste­hen, über das er­for­der­li­che fach­ge­mä­ss aus­ge­bil­de­te Pfle­ge­per­so­nal und über zweck­ent­spre­chen­de me­di­zi­ni­sche Ein­rich­tun­gen ver­fü­gen.
2Als Kur­an­stal­ten gel­ten In­sti­tu­tio­nen, die der Nach­be­hand­lung oder Kur die­nen, un­ter ärzt­li­cher Lei­tung ste­hen, über das er­for­der­li­che fach­ge­mä­ss aus­ge­bil­de­te Per­so­nal und über zweck­ent­spre­chen­de Ein­rich­tun­gen ver­fü­gen.
3Dem Ver­si­cher­ten steht die Wahl un­ter den Spi­tä­lern und Kur­an­stal­ten, mit de­nen ein Zu­sam­men­ar­beits- und Ta­rif­ver­trag ab­ge­schlos­sen wur­de, im Rah­men der Ar­ti­kel 48 und 54 UVG frei.
Art. 69 Chiropraktoren, medizinische Hilfspersonen und Laboratorien
Die Ar­ti­kel 44 und 46-54 der Ver­ord­nung vom 27. Ju­ni 19952 über die Kran­ken­ver­si­che­rung gel­ten auch für die Zu­las­sung der Chi­ro­prak­to­ren, der Per­so­nen, die auf ärzt­li­che An­ord­nung hin Leis­tun­gen er­brin­gen und der Or­ga­ni­sa­tio­nen, die sol­che Per­so­nen be­schäf­ti­gen (me­di­zi­ni­sche Hilfs­per­so­nen) so­wie der La­bo­ra­to­ri­en in der Un­fall­ver­si­che­rung.3 Das EDI4 kann wei­te­re me­di­zi­ni­sche Hilfs­per­so­nen be­zeich­nen, die in­ner­halb der kan­to­na­len Be­wil­li­gung für die Un­fall­ver­si­che­rung tä­tig sein kön­nen.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 der V vom 27. Ju­ni 1995 über die Kran­ken­ver­si­che­rung, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 3867).
4 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I Abs. 2 der V vom 9. Nov. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4393). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
1b. Kapitel: Rechnungstellung
1Die Leis­tungs­er­brin­ger ha­ben in ih­ren Rech­nun­gen fol­gen­de An­ga­ben zu ma­chen:
Ka­len­da­ri­um der Be­hand­lun­gen;
er­brach­te Leis­tun­gen im De­tail­lie­rungs­grad, den der mass­ge­bli­che Ta­rif vor­sieht;
Dia­gno­se.
2Die von der Un­fall­ver­si­che­rung über­nom­me­nen Leis­tun­gen sind in der Rech­nung von an­de­ren Leis­tun­gen klar zu un­ter­schei­den.
3Bei Ana­ly­sen er­folgt die Rech­nungs­stel­lung an den Schuld­ner der Ver­gü­tung aus­sch­liess­lich durch das La­bo­ra­to­ri­um, das die Ana­ly­se durch­ge­führt hat.1
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 6. Ju­ni 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3255).
2. Kapitel: Zusammenarbeit und Tarife
1Für die Aus­ge­stal­tung der Ta­ri­fe sind sinn­ge­mä­ss an­wend­bar:
Ar­ti­kel 43 Ab­sät­ze 2 und 3 des Bun­des­ge­set­zes vom 18. März 19942 über die Kran­ken­ver­si­che­rung (KVG);
Ar­ti­kel 49 Ab­sät­ze 1 und 3-6 KVG.
2Die Ta­ri­fe sind nach be­triebs­wirt­schaft­li­chen Kri­te­ri­en zu be­mes­sen, und es ist ei­ne sach­ge­rech­te Struk­tur der Ta­ri­fe zu be­ach­ten. Der Ta­rif darf höchs­tens die trans­pa­rent aus­ge­wie­se­nen Kos­ten der Leis­tung und die für ei­ne ef­fi­zi­en­te Leis­tungs­er­brin­gung er­for­der­li­chen Kos­ten de­cken.
2 SR 832.10
Die Ver­ord­nung vom 3. Ju­li 20022 über die Kos­te­ner­mitt­lung und die Leis­tungs­er­fas­sung durch Spi­tä­ler, Ge­burts­häu­ser und Pfle­ge­hei­me in der Kran­ken­ver­si­che­rung ist für die in Ar­ti­kel 56 Ab­satz 1 UVG ge­nann­ten Spi­tä­ler und Kur­an­stal­ten sinn­ge­mä­ss an­wend­bar. Die fach­lich zu­stän­di­gen Stel­len des Bun­des, der Ver­ein Me­di­zi­nal­ta­rif-Kom­mis­si­on UVG und die Ta­rif­part­ner sind be­rech­tigt, die Un­ter­la­gen ein­zu­se­hen.
2 SR 832.104
1Für die Ver­gü­tung der am­bu­lan­ten Be­hand­lung schlies­sen die Ver­si­che­rer mit den Me­di­zi­nal­per­so­nen, den me­di­zi­ni­schen Hilfs­per­so­nen, den Spi­tä­lern und den Kur­an­stal­ten so­wie den Trans­port- und Ret­tungs­un­ter­neh­men Zu­sam­men­ar­beits- und Ta­rif­ver­trä­ge auf ge­samtschwei­ze­ri­scher Ebe­ne ab. Die Ein­zel­leis­tungs­ta­ri­fe be­ru­hen auf ge­samtschwei­ze­risch ein­heit­li­chen Struk­tu­ren.
2Die Frist zur Kün­di­gung von Zu­sam­men­ar­beits- und Ta­rif­ver­trä­gen be­trägt min­des­tens sechs Mo­na­te.
1Für die Ver­gü­tung der sta­tio­nären Be­hand­lung, Ver­pfle­gung und Un­ter­kunft in der all­ge­mei­nen Ab­tei­lung ei­nes Spi­tals schlies­sen die Ver­si­che­rer mit den Spi­tä­lern Zu­sam­men­ar­beits- und Ta­rif­ver­trä­ge ab und ver­ein­ba­ren Pau­scha­len. Die Pau­scha­len sind leis­tungs­be­zo­gen und be­ru­hen auf ge­samtschwei­ze­risch ein­heit­li­chen Struk­tu­ren. Die Spi­tal­ta­ri­fe ori­en­tie­ren sich an der Ent­schä­di­gung der­je­ni­gen Spi­tä­ler, wel­che die Leis­tun­gen in der not­wen­di­gen Qua­li­tät ef­fi­zi­ent und güns­tig er­brin­gen.
2Die Ver­trags­par­tei­en kön­nen ver­ein­ba­ren, dass be­son­de­re dia­gno­s­ti­sche oder the­ra­peu­ti­sche Leis­tun­gen nicht in der Pau­scha­le ent­hal­ten sind, son­dern ge­trennt in Rech­nung ge­stellt wer­den.
3Die Leis­tun­gen nach den Ab­sät­zen 1 und 2 wer­den von den Ver­si­che­rern zu 100 Pro­zent ver­gü­tet.
4Die Frist zur Kün­di­gung von Zu­sam­men­ar­beits- und Ta­rif­ver­trä­gen be­trägt min­des­tens sechs Mo­na­te.
Art. 71 Koordination der Tarife
2Die Ver­si­che­rer ver­gü­ten Arz­nei­mit­tel, phar­ma­zeu­ti­sche Spe­zia­li­tä­ten und La­bo­r­ana­ly­sen nach den Lis­ten, die auf­grund von Ar­ti­kel 52 Ab­satz 1 des Bun­des­ge­set­zes vom 18. März 19942 über die Kran­ken­ver­si­che­rung (KVG) auf­ge­stellt sind.3
3Das EDI kann für die Ver­gü­tung der zur Hei­lung dien­li­chen Mit­tel und Ge­gen­stän­de einen Ta­rif auf­stel­len.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 9. Nov. 2016, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4393).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 der V vom 27. Ju­ni 1995 über die Kran­ken­ver­si­che­rung, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 3867).
Fünfter Titel: Organisation
1. Kapitel: Versicherer
1. Abschnitt: Informationspflicht
Art. 72 Pflichten der Versicherer sowie der Arbeitgeber und der zuständigen Stelle der Arbeitslosenversicherung
1Die Ver­si­che­rer sor­gen da­für, dass die Ar­beit­ge­ber und die zu­stän­di­gen Stel­len der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung über die Durch­füh­rung der Un­fall­ver­si­che­rung aus­rei­chend in­for­miert wer­den.
2Die Ar­beit­ge­ber und die zu­stän­di­gen Stel­len der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung sind ver­pflich­tet, die In­for­ma­tio­nen an die Ar­beit­neh­mer wei­ter­zu­ge­ben und ins­be­son­de­re über die Mög­lich­keit der Ab­re­de­ver­si­che­rung zu in­for­mie­ren.
Art. 72a Gebühren
1Die Aus­künf­te, die vom Ver­si­che­rer den Ar­beit­ge­bern und den Ver­si­cher­ten er­teilt wer­den, sind grund­sätz­lich kos­ten­los.
2Sind für die­se Aus­künf­te be­son­de­re Nach­for­schun­gen oder an­de­re Ar­bei­ten nö­tig, die Kos­ten ver­ur­sa­chen, so kann in sinn­ge­mäs­ser An­wen­dung von Ar­ti­kel 16 der Ver­ord­nung vom 10. Sep­tem­ber 19692 über Kos­ten und Ent­schä­di­gun­gen im Ver­wal­tungs­ver­fah­ren ei­ne Ge­bühr er­ho­ben wer­den. Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 2 der Ver­ord­nung vom 14. Ju­ni 19933 zum Bun­des­ge­setz über den Da­ten­schutz.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 11. Sept. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3914).
3 SR 235.11
2. Abschnitt: Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Ju­ni 2003 (AS 2003 2184). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 9. Nov. 2016, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4393).
Art. 73 Bau- und Installationsgewerbe, Leitungsbau
Als Be­trie­be des Bau- und In­stal­la­ti­ons­ge­wer­bes so­wie des Lei­tungs­baus im Sin­ne von Ar­ti­kel 66 Ab­satz 1 Buch­sta­be b des Ge­set­zes gel­ten sol­che, die
in ir­gend­ei­nem Zweig des Bau­ge­wer­bes tä­tig sind oder Be­stand­tei­le für Bau­ten oder Bau­wer­ke her­stel­len;
Ge­bäu­de, Stras­sen, öf­fent­li­che Plät­ze und An­la­gen rei­ni­gen;
Bau­ge­rüs­te und Bau­ma­schi­nen aus­lei­hen;
In­stal­la­tio­nen tech­ni­scher Art an oder in Bau­ten er­stel­len, ab­än­dern, re­pa­rie­ren oder un­ter­hal­ten;
Ma­schi­nen oder Ein­rich­tun­gen mon­tie­ren, un­ter­hal­ten oder de­mon­tie­ren;
ober- und un­ter­ir­di­sche Lei­tun­gen er­stel­len, ab­än­dern, re­pa­rie­ren oder un­ter­hal­ten.
Art. 74 Betriebe zur Gewinnung und Aufbereitung von Bestandteilen der Erdrinde
1Als Be­trie­be, die im Sin­ne von Ar­ti­kel 66 Ab­satz 1 Buch­sta­be c des Ge­set­zes Be­stand­tei­le der Erdrin­de ge­win­nen oder auf­be­rei­ten, gel­ten auch sol­che, die nach Be­stand­tei­len der Erdrin­de su­chen oder die Erdrin­de er­for­schen.
2Als Be­stand­tei­le der Erdrin­de gel­ten al­le in na­tür­li­chen La­ger­stät­ten vor­kom­men­den Stof­fe, ins­be­son­de­re Ge­stei­ne, Kies, Sand, Er­ze, Mi­ne­ra­li­en, Lehm, Erd­öl, Erd­gas, Was­ser, Salz, Koh­le und Torf.
Art. 75 Forstbetriebe
1Nicht als Forst­be­trie­be im Sin­ne von Ar­ti­kel 66 Ab­satz 1 Buch­sta­be d des Ge­set­zes gel­ten Land­wirt­schafts­be­trie­be, die mit den Ar­beit­neh­mern und mit den Mit­teln des land­wirt­schaft­li­chen Be­trie­bes Forst­ar­bei­ten aus­füh­ren.
2Als Forst­ar­bei­ten gel­ten al­le mit der Er­schlies­sung, Pfle­ge und Nut­zung des öf­fent­li­chen und pri­va­ten Wal­des ver­bun­de­nen Ar­bei­ten, ins­be­son­de­re der Bau und der Un­ter­halt von Wald­stras­sen, -we­gen und -ver­bau­un­gen, Be­wäs­se­rungs- und Ent­wäs­se­rungs­ar­bei­ten so­wie die Forstauf­sicht.
Art. 76 Betriebe zur Bearbeitung von Stoffen
1Als Be­trie­be zur Be­ar­bei­tung von Stof­fen im Sin­ne von Ar­ti­kel 66 Ab­satz 1 Buch­sta­be e des Ge­set­zes gel­ten auch sol­che, die Gra­nu­la­te, Pul­ver oder Flüs­sig­kei­ten zu Kunst­stoff­ge­gen­stän­den ver­ar­bei­ten.
2Das Wie­der­ge­win­nen und das Ver­ar­bei­ten ei­nes Stof­fes sind dem Be­ar­bei­ten gleich­ge­stellt.
Art. 77 Betriebe zur Erzeugung, Verwendung und Lagerung gefährlicher Stoffe
Als Be­trie­be im Sin­ne von Ar­ti­kel 66 Ab­satz 1 Buch­sta­be f des Ge­set­zes, in de­nen ge­fähr­li­che Stof­fe er­zeugt, im Gros­sen ver­wen­det oder ge­la­gert wer­den, gel­ten:
Be­trie­be, die Grund- und Fein­che­mi­ka­li­en, che­misch­tech­ni­sche Pro­duk­te, La­cke und Far­ben so­wie feu­er- und ex­plo­si­ons­ge­fähr­li­che Stof­fe her­stel­len, im Gros­sen ver­wen­den, la­gern oder trans­por­tie­ren;
Be­trie­be, die nach Ar­ti­kel 14 im An­hang 1 auf­ge­führ­te schä­di­gen­de Stof­fe er­zeu­gen, im gros­sen ver­wen­den, la­gern oder trans­por­tie­ren;
Des­in­fek­ti­ons­be­trie­be so­wie Be­trie­be für Ent­we­sung, für die Schäd­lings­be­kämp­fung und für die In­nen­rei­ni­gung von Be­häl­tern;
Be­trie­be, die ra­dio­ak­ti­ve Stof­fe ge­win­nen, be­ar­bei­ten, im Gros­sen ver­wen­den, la­gern oder trans­por­tie­ren;
Be­trie­be, die Schweiss­an­la­gen oder kon­troll­pflich­ti­ge Druck­be­häl­ter zu in­dus­tri­el­len Zwe­cken ver­wen­den;
Be­trie­be, die Mo­tor­fahr­zeu­ge auf­be­wah­ren, rei­ni­gen, re­pa­rie­ren oder be­reit­stel­len;
Be­trie­be, die gal­va­no­tech­ni­sche Ar­bei­ten aus­füh­ren; Här­te­rei­en; Ver­zin­ke­rei­en;
Be­trie­be, die ge­werb­li­che Ma­ler­ar­bei­ten aus­füh­ren;
che­mi­sche Wä­sche­rei­en;
Teer­de­stil­la­ti­ons­be­trie­be;
Ki­nos, Film­auf­nah­meate­liers.
Art. 78 Verkehrs-, Transport- und angeschlossene Betriebe
Als Ver­kehrs- und Trans­port­be­trie­be so­wie Be­trie­be mit un­mit­tel­ba­rem An­schluss an das Trans­port­ge­wer­be im Sin­ne von Ar­ti­kel 66 Ab­satz 1 Buch­sta­be g des Ge­set­zes gel­ten:
Be­trie­be, die Trans­por­te zu Land, zu Was­ser oder in der Luft aus­füh­ren;
Be­trie­be, die an ein Gleis ei­ner kon­zes­sio­nier­ten Ei­sen­bahn oder an einen Schiff­an­le­ge­platz an­ge­schlos­sen sind und Gü­ter di­rekt oder über Glei­se­wa­gen oder Rohr­lei­tun­gen ein- und aus­la­den;
Be­trie­be, de­nen re­gel­mäs­sig Ei­sen­bahn­wa­gen auf Stras­sen­rol­lern zu­ge­führt wer­den;
Be­trie­be, die ih­re Tä­tig­keit auf Ei­sen­bahn­wa­gen oder Schif­fen aus­üben;
La­ger­häu­ser und Um­schlag­be­trie­be;
Be­trie­be, die einen Flug­platz be­trei­ben oder Zwi­schen­lan­de­diens­te auf Flug­plät­zen leis­ten;
Flie­ger­schu­len.
Art. 79 Handelsbetriebe
1Als schwe­re Wa­ren im Sin­ne von Ar­ti­kel 66 Ab­satz 1 Buch­sta­be h des Ge­set­zes gel­ten lo­se oder ver­pack­te Gü­ter von min­des­tens 50 kg Ge­wicht so­wie Schütt­gü­ter; Flüs­sig­kei­ten gel­ten als schwe­re Wa­ren, wenn sie in Be­häl­tern ge­la­gert wer­den, die zu­sam­men mit dem In­halt min­des­tens 50 kg wie­gen.
2Als gros­se Men­ge gilt ein Ge­samt­ge­wicht von min­des­tens 20 Ton­nen stän­dig ge­la­ger­ter schwe­rer Wa­re.
3Als Ma­schi­nen gel­ten ins­be­son­de­re Auf­zü­ge, Hub­stap­ler, Kra­ne, Seil­win­den und För­der­ein­rich­tun­gen.
Art. 80 Schlachthäuser mit maschinellen Einrichtungen
1Als Schlacht­häu­ser im Sin­ne von Ar­ti­kel 66 Ab­satz 1 Buch­sta­be i des Ge­set­zes gel­ten öf­fent­li­che und pri­va­te Schlacht­haus­be­trie­be und Schläch­te­rei­en oh­ne Ver­kaufs­lä­den.
2Metz­ge­rei­en mit Ver­kaufs­la­den und Schläch­te­rei fal­len nur dann in den Tä­tig­keits­be­reich der Su­va, wenn wö­chent­lich an mehr als drei Ta­gen wäh­rend ins­ge­samt mehr als 27 Stun­den ge­schlach­tet wird.
3Das Schlach­ten um­fasst das Tö­ten der Tie­re, die Blutent­nah­me, das Ent­häu­ten und das Zer­le­gen in zwei Hälf­ten. Als ma­schi­nel­le Ein­rich­tun­gen gel­ten ins­be­son­de­re Kühl- und Ge­frier­an­la­gen, Auf­zü­ge, mo­to­risch be­trie­be­ne Seil­win­den und Kra­ne, fes­tin­stal­lier­te Ste­tig­för­de­rer wie För­der­bän­der, Roll- und Hän­ge­bah­nen, nicht je­doch Fleisch­ver­ar­bei­tungs­ma­schi­nen.
Art. 81 Getränkefabrikation
Als Be­trie­be der Ge­trän­ke­fa­bri­ka­ti­on im Sin­ne von Ar­ti­kel 66 Ab­satz 1 Buch­sta­be k des Ge­set­zes gel­ten auch Ge­trän­ke­gross­han­dels­be­trie­be und Ge­trän­ke­de­pots, mit de­nen Trans­port­be­trie­be ver­bun­den sind.
Art. 82 Elektrizitäts-, Gas- und Wasserversorgung, Kehrichtbeseitigung und Abwasserreinigung
1Zur Elek­tri­zi­täts­ver­sor­gung ge­hö­ren das Er­zeu­gen, Um­for­men und Ver­tei­len elek­tri­scher Ener­gie.
2Zur Gas­ver­sor­gung ge­hö­ren das Er­zeu­gen, La­gern und Ver­tei­len von Gas.
3Zur Was­ser­ver­sor­gung ge­hö­ren das Ge­win­nen, Auf­be­rei­ten und Ver­tei­len von Was­ser.
4Als Be­trie­be der Keh­richt­be­sei­ti­gung im Sin­ne von Ar­ti­kel 66 Ab­satz 1 Buch­sta­be 1 des Ge­set­zes gel­ten auch Be­trie­be, die Ab­fäl­le be­sei­ti­gen oder auf­be­rei­ten so­wie da­mit zu­sam­men­hän­gen­de Fern­hei­zungs­be­trie­be.
Art. 83 Organisationen mit Überwachungsaufgaben
Als Be­trie­be für die Über­wa­chung von Ar­bei­ten im Sin­ne von Ar­ti­kel 66 Ab­satz 1 Buch­sta­be m des Ge­set­zes gel­ten auch Or­ga­ni­sa­tio­nen, die ge­stützt auf einen Ver­trag mit der Su­va be­son­de­re Durch­füh­rungs­auf­ga­ben im Be­reich der Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len oder Be­rufs­krank­hei­ten über­nom­men ha­ben.
Art. 84 Lehr- und Invalidenwerkstätten
Als Lehr- be­zie­hungs­wei­se In­va­li­den­werk­stät­ten im Sin­ne von Ar­ti­kel 66 Ab­satz 1 Buch­sta­be n UVG gel­ten:1
Lehr­werk­stät­ten zur Aus­bil­dung für Ar­bei­ten nach Ar­ti­kel 66 Ab­satz 1 Buch­sta­ben b-m des Ge­set­zes, wo­bei sich die Ver­si­che­rung auf die Lehr­lin­ge und Kurs­teil­neh­mer so­wie auf die Leh­rer und das üb­ri­ge Per­so­nal er­streckt;
In­va­li­den- und Ein­glie­de­rungs­werk­stät­ten, wo­bei sich die Ver­si­che­rung auf die Be­hin­der­ten so­wie auf das Per­so­nal er­streckt.
Art. 85 Betriebe für temporäre Arbeit
Die Be­trie­be für tem­po­rä­re Ar­beit im Sin­ne von Ar­ti­kel 66 Ab­satz 1 Buch­sta­be o UVG um­fas­sen ihr ei­ge­nes und das von ih­nen ver­lie­he­ne Per­so­nal.
Art. 86 Bundesverwaltung, Bundesbetriebe und Bundesanstalten
Un­ter Ar­ti­kel 66 Ab­satz 1 Buch­sta­be p UVG fal­len auch die Mit­glie­der des Bun­des­ra­tes, die Bun­des­kanz­le­rin oder der Bun­des­kanz­ler, die eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te so­wie In­sti­tu­tio­nen, die der Eid­ge­nös­si­schen Ver­si­che­rungs­kas­se an­ge­schlos­sen sind.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 der Or­ga­ni­sa­ti­ons­ver­ord­nung vom 29. Nov. 2013 für den Bun­des­rat, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4561).
Art. 87 Zweige öffentlicher Verwaltungen
Als öf­fent­li­che Ver­wal­tun­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 66 Ab­satz 1 Buch­sta­be q des Ge­set­zes gel­ten auch die Ver­wal­tun­gen der Be­zir­ke und Krei­se.
Art. 88 Hilfs- Neben- und gemischte Betriebe
1Mit ei­nem Be­trieb nach Ar­ti­kel 66 Ab­satz 1 des Ge­set­zes fal­len auch Hilfs- und Ne­ben­be­trie­be, die mit dem Haupt­be­trieb in sach­li­chem Zu­sam­men­hang ste­hen, in den Tä­tig­keits­be­reich der Su­va. Fällt der Haupt­be­trieb nicht in den Tä­tig­keits­be­reich der Su­va, so sind auch die Ar­beit­neh­mer der Hilfs- und Ne­ben­be­trie­be bei ei­nem Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 des Ge­set­zes zu ver­si­chern.
2Als ge­misch­ter Be­trieb gilt ei­ne Mehr­zahl von Be­triebs­ein­hei­ten des­sel­ben Ar­beit­ge­bers, die un­ter­ein­an­der in kei­nem sach­li­chen Zu­sam­men­hang ste­hen.
Von sol­chen Be­trie­ben fal­len die­je­ni­gen Be­triebs­ein­hei­ten in den Tä­tig­keits­be­reich der Su­va, wel­che die Vor­aus­set­zun­gen von Ar­ti­kel 66 Ab­satz 1 des Ge­set­zes er­fül­len.
Art. 89 Arbeiten auf eigene Rechnung
Als Ar­bei­ten auf ei­ge­ne Rech­nung im Sin­ne von Ar­ti­kel 66 Ab­satz 2 Buch­sta­be d des Ge­set­zes gel­ten Ar­bei­ten für den Ei­gen­be­darf, de­ren Er­le­di­gung oh­ne Be­rück­sich­ti­gung der Mit­ar­beit des Ar­beit­ge­bers vor­aus­sicht­lich min­des­tens 500 Ar­beits­stun­den er­for­dert. Wer sol­che Ar­bei­ten aus­führt, muss sei­ne Ar­beit­neh­mer bei der Su­va mel­den.
3. Abschnitt: Andere Versicherer
Art. 90 Registrierung
1Die Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 des Ge­set­zes kön­nen sich je­weils ab dem Be­ginn ei­nes Ka­len­der­jah­res an der Durch­füh­rung der Un­fall­ver­si­che­rung be­tei­li­gen. Sie müs­sen hie­für bis zum 30. Ju­ni des Vor­jah­res beim BAG1 um die Re­gis­trie­rung nach­su­chen.
2Das Ge­such um Re­gis­trie­rung muss schrift­lich und in drei Ex­em­pla­ren ein­ge­reicht wer­den. Es sind bei­zu­le­gen:
von den pri­va­ten Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen: Un­ter­la­gen, aus de­nen die Er­mäch­ti­gung zum Be­trieb der Un­fall­ver­si­che­rung her­vor­geht;
von den öf­fent­li­chen Un­fall­ver­si­che­rungs­kas­sen: die ge­setz­li­chen Er­las­se und Re­gle­men­te un­ter Hin­weis auf die für die Durch­füh­rung der Ver­si­che­rung nach dem Ge­setz vor­ge­se­he­nen Än­de­run­gen;
von den Kran­ken­kas­sen im Sin­ne des KVG3: die die Un­fall­ver­si­che­rung be­tref­fen­den Sta­tu­ten- und Re­gle­ments­be­stim­mun­gen un­ter Hin­weis auf die für die Durch­füh­rung der Ver­si­che­rung nach dem Ge­setz vor­ge­se­he­nen Än­de­run­gen so­wie ein Ori­gi­nal der Ver­ein­ba­rung mit ei­nem an­de­ren Ver­si­che­rer über die ge­gen­sei­ti­ge Zu­sam­men­ar­beit im Sin­ne von Ar­ti­kel 70 Ab­satz 2 des Ge­set­zes.
3Das BAG prüft, ob die Vor­aus­set­zun­gen des Ge­set­zes er­füllt sind und der Ge­such­stel­ler in der La­ge ist, die Ver­si­che­rung nach dem Ge­setz ord­nungs­ge­mä­ss durch­zu­füh­ren. Das BAG er­öff­net dem Ge­such­stel­ler den Re­gis­te­r­ein­trag oder die Ab­leh­nung durch Ver­fü­gung.
4Das BAG ver­öf­fent­licht die Lis­te der re­gis­trier­ten Ver­si­che­rer.4 Ver­si­che­rer, mit de­nen Kran­ken­kas­sen die ge­gen­sei­ti­ge Zu­sam­men­ar­beit ver­ein­bart ha­ben (Art. 70 Abs. 2 UVG), wer­den eben­falls in der Lis­te auf­ge­führt.
5Mit der Re­gis­trie­rung über­neh­men die Ver­si­che­rer die Ver­pflich­tung, die ge­setz­li­che Un­fall­ver­si­che­rung ord­nungs­ge­mä­ss durch­zu­füh­ren. Struk­tu­rel­le Ver­än­de­run­gen, die die Er­fül­lung die­ser Auf­ga­be in Fra­ge stel­len, sind dem BAG oh­ne Ver­zug zu mel­den.
1 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I Abs. 3 der V vom 9. Nov. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4393). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 der V vom 27. Ju­ni 1995 über die Kran­ken­ver­si­che­rung, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 3867).
3 SR 832.10
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Dez. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 151).
Die re­gis­trier­ten Ver­si­che­rer müs­sen je­weils bis zum 30. Ju­ni des nach­fol­gen­den Jah­res dem BAG Jah­res­be­richt und Jah­res­rech­nun­gen nach Ar­ti­kel 109 ein­rei­chen. Die pri­va­ten Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen stel­len zu­dem der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­mark­tauf­sicht1 ein Dop­pel der bei­den Un­ter­la­gen zu.
1 Die Be­zeich­nung der Ver­wal­tungs­ein­heit wur­de in An­wen­dung von Art. 16 Abs. 3 der Pu­bli­ka­ti­ons­ver­ord­nung vom 17. Nov. 2004 (AS 2004 4937) an­ge­passt. Die An­pas­sung wur­de im gan­zen Text vor­ge­nom­men.
Art. 92 Wahl des Versicherers
Die Wahl ei­ner Kran­ken­kas­se schliesst die Wahl des Ver­si­che­rers ein, mit dem die­se ei­ne Ver­ein­ba­rung nach Ar­ti­kel 70 Ab­satz 2 des Ge­set­zes ge­trof­fen hat.
4. Abschnitt: Ersatzkasse
Art. 94 Deckung der Aufwendungen
Die Er­satz­kas­se ord­net im Re­gle­ment die Bei­trags­pflicht der ein­zel­nen Ver­si­che­rer. Sie setzt die Hö­he der Bei­trä­ge der Ver­si­che­rer jähr­lich fest. Ist ein Ver­si­che­rer mit den für ihn fest­ge­setz­ten Bei­trä­gen nicht ein­ver­stan­den, so er­lässt die Er­satz­kas­se ei­ne Ver­fü­gung nach Ar­ti­kel 5 des Bun­des­ge­setz vom 20. De­zem­ber 19681 über das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren.2
2 Fas­sung des letz­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Sept. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3914).
Art. 95 Zuweisung zu Versicherern
1Bei der Zu­wei­sung von Ar­beit­ge­bern an einen Ver­si­che­rer ach­tet die Er­satz­kas­se auf ei­ne aus­ge­wo­ge­ne Ri­si­ko­ver­tei­lung und trägt den In­ter­es­sen der be­trof­fe­nen Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer an­ge­mes­sen Rech­nung.
2Die Er­satz­kas­se teilt die Zu­wei­sung den be­trof­fe­nen Ver­si­che­rern und Ar­beit­ge­bern in Form ei­ner Ver­fü­gung im Sin­ne von Ar­ti­kel 49 ATSG mit. Ar­ti­kel 52 ATSG ist an­wend­bar.1
Art. 95a Aufgaben der Ersatzkasse bei Grossereignissen
1Bei Gros­ser­eig­nis­sen legt die Er­satz­kas­se die Prä­mi­en­zu­schlä­ge nach Ar­ti­kel 90 Ab­satz 4 UVG ein­heit­lich für al­le Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 UVG jähr­lich in Pro­mil­len des ver­si­cher­ten Ver­diensts pro Ver­si­che­rungs­zweig so fest, dass die lau­fen­den Kos­ten ge­mä­ss den Mel­dun­gen der ein­zel­nen Ver­si­che­rer zum ge­schätz­ten Ge­samt­scha­den­auf­wand und die er­brach­ten Zah­lun­gen nach Ar­ti­kel 78 UVG vor­aus­sicht­lich ge­deckt wer­den kön­nen. Der Ge­samt­scha­den­auf­wand wird nach an­er­kann­ten ak­tua­ri­el­len Grund­sät­zen ge­schätzt. Die Teue­rungs­zu­la­gen und die An­pas­sung der Hilflo­sen­ent­schä­di­gun­gen in­fol­ge Er­hö­hung des höchst­ver­si­cher­ten Ver­diens­tes wer­den nicht be­rück­sich­tigt.
2Der Aus­gleichs­fonds ver­gü­tet den Ver­si­che­rern den vom Gros­ser­eig­nis ver­ur­sach­ten Auf­wand für die Schä­den und die Scha­den­be­ar­bei­tung, der die Schwel­le für ein Gros­ser­eig­nis nach Ar­ti­kel 78 Ab­satz 1 UVG über­steigt. Die Schwel­le wird für Be­rufs­un­fäl­le und für Nicht­be­rufs­un­fäl­le se­pa­rat be­rech­net.
3Der Scha­den­auf­wand des Gros­ser­eig­nis­ses bis zur Schwel­le nach Ar­ti­kel 78 Ab­satz 1 UVG wird pro Ver­si­che­rungs­zweig so auf die Ver­si­che­rer auf­ge­teilt, dass die An­tei­le der ein­zel­nen Ver­si­che­rer pro­por­tio­nal zu ih­rem Ge­samt­scha­den­auf­wand sind. Die Er­satz­kas­se ver­an­lasst die not­wen­di­gen Aus­gleichs­zah­lun­gen zwi­schen den Ver­si­che­rern.
4Die Er­satz­kas­se kann die For­de­run­gen der Ver­si­che­rer ab­sch­lies­send ab­gel­ten, be­vor al­le Un­fall­schä­den voll­stän­dig ab­ge­wi­ckelt sind. Bei ei­ner Auf­lö­sung des Aus­gleichs­fonds wer­den die ver­blie­be­nen Mit­tel für Be­rufs­un­fäl­le den ver­si­cher­ten Be­trie­ben und für Nicht­be­rufs­un­fäl­le ih­ren An­ge­stell­ten durch Re­duk­tio­nen der Net­to­prä­mi­en zu­rück­er­stat­tet.
5Die Er­satz­kas­se führt ei­ne ag­gre­gier­te Fonds­rech­nung. Sie re­gelt die Or­ga­ni­sa­ti­on des Aus­gleichs­fonds und die Ein­zel­hei­ten der Durch­füh­rung der Fi­nan­zie­rung in ei­nem Re­gle­ment.
Art. 96 Weitere Aufgaben und Berichterstattung
1Die Er­satz­kas­se teilt die durch die Leis­tungs­aus­hil­fe an­fal­len­den Kos­ten nach Ar­ti­kel 103a Ab­satz 2 un­ter den Ver­si­che­rern nach Ar­ti­kel 68 des Ge­set­zes auf.1
2Für die Be­richt­er­stat­tung gilt Ar­ti­kel 91 sinn­ge­mä­ss.
5. Abschnitt: Gemeinsame Vorschriften
Art. 97 Betriebsübergang
Geht ein Be­trieb auf einen an­de­ren In­ha­ber über, so muss die­ser den Über­gang in­nert 14 Ta­gen dem bis­he­ri­gen Ver­si­che­rer mel­den.
Art. 98 Wahlrecht der öffentlichen Verwaltungen
1Zwei­ge der öf­fent­li­chen Ver­wal­tun­gen und öf­fent­li­che Be­trie­be bil­den je ei­ne Ein­heit, wenn sie or­ga­ni­sa­to­risch selbst­stän­dig sind und ei­ne ei­ge­ne Rech­nung füh­ren. Sol­che Ein­hei­ten müs­sen beim glei­chen Ver­si­che­rer ver­si­chert wer­den.
2Neu ge­schaf­fe­ne Ver­wal­tungs- und Be­triebs­ein­hei­ten, die, na­ment­lich in­fol­ge von Neu­grün­dun­gen oder Um­struk­tu­rie­run­gen be­ste­hen­der Ein­hei­ten, erst­mals ei­ne ei­ge­ne Rech­nung füh­ren, müs­sen die Wahl des Ver­si­che­rers spä­tes­tens einen Mo­nat vor der Auf­nah­me der Tä­tig­keit tref­fen. Den Ver­tre­tern der Ar­beit­neh­mer ist ein Mit­be­stim­mungs­recht ein­zuräu­men. Wird die Wahl nicht recht­zei­tig aus­ge­übt, so ist das Per­so­nal bei der Su­va ver­si­chert.
3Die öf­fent­li­chen Ver­wal­tun­gen üben ihr Wahl­recht aus, in­dem sie dem ge­wähl­ten Ver­si­che­rer einen schrift­li­chen Ver­si­che­rungs­an­trag un­ter An­ga­be der da­von be­trof­fe­nen Ver­wal­tungs- und Be­triebs­ein­hei­ten zu­stel­len.
Art. 99 Leistungspflicht bei Versicherten mit mehreren Arbeitgebern
1Er­lei­det ein Ver­si­cher­ter, der bei meh­re­ren Ar­beit­ge­bern be­schäf­tigt ist, einen Be­rufs­un­fall, so ist der Ver­si­che­rer des­je­ni­gen Ar­beit­ge­bers leis­tungs­pflich­tig, in des­sen Dienst der Ver­si­cher­te ver­un­fallt ist.
2Bei Nicht­be­rufs­un­fäl­len ist der Ver­si­che­rer des­je­ni­gen Ar­beit­ge­bers leis­tungs­pflich­tig, bei dem der Ver­si­cher­te vor dem Un­fall zu­letzt tä­tig und für Nicht­be­rufs­un­fäl­le ver­si­chert war. Die an­de­ren Ver­si­che­rer, bei de­nen Nicht­be­rufs­un­fäl­le eben­falls ge­deckt sind, müs­sen dem leis­tungs­pflich­ti­gen Ver­si­che­rer einen An­teil an ei­ner all­fäl­li­gen Ren­te, In­te­gri­täts­ent­schä­di­gung oder Hilflo­sen­ent­schä­di­gung auf des­sen Be­geh­ren hin zu­rück­er­stat­ten. Der An­teil rich­tet sich nach dem Ver­hält­nis des bei ih­nen ver­si­cher­ten Ver­diens­tes zum ge­sam­ten ver­si­cher­ten Ver­dienst.
3Kann der zu­stän­di­ge Ver­si­che­rer nicht nach den Ab­sät­zen 1 und 2 er­mit­telt wer­den, so ist der Ver­si­che­rer, bei dem der höchs­te Ver­dienst ver­si­chert ist, zu­stän­dig.
1Ver­un­fallt ein Ver­si­cher­ter, wäh­rend auf­grund ei­nes frü­he­ren ver­si­cher­ten Un­fal­les ein An­spruch auf Tag­geld be­steht, so er­bringt der bis­her leis­tungs­pflich­ti­ge Ver­si­che­rer auch die Pfle­ge­leis­tun­gen und Kos­ten­ver­gü­tun­gen nach den Ar­ti­keln 10-13 UVG so­wie die Tag­gel­der für den neu­en Un­fall. Die be­tei­lig­ten Ver­si­che­rer kön­nen un­ter­ein­an­der von die­ser Re­ge­lung ab­wei­chen­de Ver­ein­ba­run­gen tref­fen, na­ment­lich wenn der neue Un­fall we­sent­lich schwer­wie­gen­de­re Fol­gen hat als der frü­he­re. Die Leis­tungs­pflicht des für den frü­he­ren Un­fall leis­tungs­pflich­ti­gen Ver­si­che­rers en­det, wenn der frü­he­re Un­fall für den wei­ter­be­ste­hen­den Ge­sund­heits­scha­den nicht mehr ur­säch­lich ist.
2Ver­un­fallt ein Ver­si­cher­ter, wäh­rend er auf­grund ei­nes frü­he­ren ver­si­cher­ten Un­fal­les in Be­hand­lung nach Ar­ti­kel 10 UVG steht, oh­ne dass auf­grund die­ses Un­fal­les ein An­spruch auf Tag­geld be­steht, so er­bringt der für den neu­en Un­fall leis­tungs­pflich­ti­ge Ver­si­che­rer auch die Pfle­ge­leis­tun­gen und Kos­ten­ver­gü­tun­gen nach den Ar­ti­keln 10-13 UVG für die frü­he­ren Un­fäl­le. Die Leis­tungs­pflicht des für den neu­en Un­fall leis­tungs­pflich­ti­gen Ver­si­che­rers en­det, wenn der neue Un­fall für den wei­ter­be­ste­hen­den Ge­sund­heits­scha­den nicht mehr ur­säch­lich ist.
3Bei ei­nem Rück­fall oder bei Spät­fol­gen auf­grund von meh­re­ren ver­si­cher­ten Un­fäl­len er­bringt der für den letz­ten Un­fall leis­tungs­pflich­ti­ge Ver­si­che­rer die Pfle­ge­leis­tun­gen und Kos­ten­ver­gü­tun­gen nach den Ar­ti­keln 10-13 UVG so­wie die Tag­gel­der.
4In den Fäl­len nach den Ab­sät­zen 1-3 sind die an­de­ren Ver­si­che­rer dem leis­tungs­pflich­ti­gen Ver­si­che­rer nicht zur Ver­gü­tung ver­pflich­tet.
5Ent­steht für die Fol­gen von meh­re­ren Un­fäl­len neu ein An­spruch auf ei­ne Ren­te, auf ei­ne In­te­gri­täts­ent­schä­di­gung oder auf ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung, so wer­den die­se Leis­tun­gen durch den für den letz­ten Un­fall leis­tungs­pflich­ti­gen Ver­si­che­rer aus­ge­rich­tet. Die be­tei­lig­ten Ver­si­che­rer kön­nen un­ter­ein­an­der von die­ser Re­ge­lung ab­wei­chen­de Ver­ein­ba­run­gen tref­fen, na­ment­lich wenn der letz­te Un­fall we­sent­lich ge­rin­ge­re Fol­gen hat als die frü­he­ren oder der bei dem für den letz­ten Un­fall leis­tungs­pflich­ti­gen Ver­si­che­rer ver­si­cher­te Ver­dienst we­sent­lich tiefer ist als der bei ei­nem an­de­ren Ver­si­che­rer ver­si­cher­te Ver­dienst. Die an­de­ren be­tei­lig­ten Ver­si­che­rer ver­gü­ten dem leis­tungs­pflich­ti­gen Ver­si­che­rer die­se Leis­tun­gen, oh­ne Teue­rungs­zu­la­gen, nach Mass­ga­be der Ver­ur­sa­chung; da­mit ist ih­re Leis­tungs­pflicht ab­ge­gol­ten.
6Er­lei­det ein Ver­si­cher­ter, der aus ei­nem frü­he­ren Un­fall ei­ne In­va­li­den­ren­te oder ei­ne Hilflo­sen­ent­schä­di­gung be­zieht, einen neu­en Un­fall und führt die­ser zu ei­ner Än­de­rung der In­va­li­den­ren­te oder des Gra­des der Hilf­lo­sig­keit, so muss der für den zwei­ten Un­fall leis­tungs­pflich­ti­ge Ver­si­che­rer die ge­sam­te In­va­li­den­ren­te oder Hilflo­sen­ent­schä­di­gung aus­rich­ten. Der für den ers­ten Un­fall leis­tungs­pflich­ti­ge Ver­si­che­rer ver­gü­tet dem an­de­ren Ver­si­che­rer den Be­trag, der dem Bar­wert des Ren­ten­an­teils, oh­ne Teue­rungs­zu­la­gen, be­zie­hungs­wei­se des An­teils der Hilflo­sen­ent­schä­di­gung aus dem ers­ten Un­fall ent­spricht; da­mit ist sei­ne Leis­tungs­pflicht ab­ge­gol­ten.
Art. 101 Leistungspflicht beim Tod beider Elternteile
Ster­ben Va­ter und Mut­ter an den Fol­gen ver­si­cher­ter Un­fäl­le, so er­hält die Voll­wai­se die nach Ar­ti­kel 42 fest­ge­setz­te Ren­te von je­nem Ver­si­che­rer, der für den zwei­ten To­des­fall oder, bei gleich­zei­ti­gem Tod, für den To­des­fall des Va­ters leis­tungs­pflich­tig ist. Der die Ren­te aus­rich­ten­de Ver­si­che­rer er­hält vom an­de­ren einen Be­trag, wel­cher dem Bar­wert der Ren­te, oh­ne Teue­rungs­zu­la­gen, für den Tod des an­de­ren El­tern­teils ent­spricht. Da­mit ist die Leis­tungs­pflicht des an­de­ren Ver­si­che­rers ab­ge­gol­ten.
Art. 102 Leistungspflicht bei Berufskrankheiten
1Bei Be­rufs­krank­hei­ten, die in meh­re­ren, bei ver­schie­de­nen Ver­si­che­rern ver­si­cher­ten Be­trie­ben ver­ur­sacht wur­den, ist der Ver­si­che­rer des Be­trie­bes leis­tungs­pflich­tig, bei dem der Ver­si­cher­te zur Zeit der letz­ten Ge­fähr­dung be­schäf­tigt war.
2Be­zieht sich die Leis­tungs­pflicht auf ei­ne Staub­lun­ge oder auf ei­ne Lärm­schwer­hö­rig­keit, so müs­sen die an­dern be­tei­lig­ten Ver­si­che­rer dem leis­tungs­pflich­ti­gen Ver­si­che­rer einen Teil der Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen zu­rück­er­stat­ten. Ihr An­teil rich­tet sich nach dem Ver­hält­nis der Dau­er der ge­fähr­den­den Ar­beit bei den je­wei­li­gen Ar­beit­ge­bern zur Ge­samt­dau­er der Ge­fähr­dung.
Art. 102a Vorleistungspflicht
Kön­nen sich meh­re­re Ver­si­che­rer nicht ei­ni­gen, wer von ih­nen für Un­fall­fol­gen leis­tungs­pflich­tig ist, so muss der­je­ni­ge Ver­si­che­rer die Leis­tun­gen im Sin­ne von Vor­leis­tun­gen er­brin­gen, der dem Auf­tre­ten der Un­fall­fol­gen in zeit­li­cher Hin­sicht am nächs­ten ist.
Art. 103 Zusammenwirken der Versicherer
Die Ver­si­che­rer müs­sen sich auf An­fra­ge ge­gen­sei­tig über Un­fäl­le, Be­rufs­krank­hei­ten, Leis­tun­gen und die Ein­tei­lung in die Ri­si­ko­klas­si­fi­ka­ti­on un­ent­gelt­lich Aus­kunft ge­ben, so­weit es die Durch­füh­rung der Un­fall­ver­si­che­rung er­for­dert.
Art. 103a Erfüllung internationaler Verpflichtungen
1Die Su­va ist für die Durch­füh­rung der Leis­tungs­aus­hil­fe in der Un­fall­ver­si­che­rung nach den in­ter­na­tio­na­len Ver­pflich­tun­gen der Schweiz zu­stän­dig.
2Die durch die Leis­tungs­aus­hil­fe ver­ur­sach­ten Kos­ten wer­den zu zwei Drit­teln von der Su­va und zu ei­nem Drit­tel von den Ver­si­che­rern nach Ar­ti­kel 68 des Ge­set­zes ge­tra­gen.
3Der Bund über­nimmt die durch die Vor­fi­nan­zie­rung der Leis­tungs­aus­hil­fe ent­ste­hen­den Zins­kos­ten.
2. Kapitel: Aufsicht
1. Abschnitt: Aufgaben des Bundes
Art. 104 Aufsichtsbehörden
1Das BAG übt die Auf­sicht über die ein­heit­li­che An­wen­dung des Ge­set­zes durch die Ver­si­che­rer aus.
2Das BAG übt über­dies die Stif­tungs­auf­sicht über die Er­satz­kas­se aus. …1
3Die Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­mark­tauf­sicht übt die Auf­sicht über die Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen, die dem Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­setz vom 23. Ju­ni 1978 un­ter­ste­hen, nach Mass­ga­be der Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­setz­ge­bung aus.
4Die bei­den Bun­de­säm­ter ko­or­di­nie­ren ih­re Auf­sicht.
1 Satz auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 4 der V vom 27. Ju­ni 1995 über die Kran­ken­ver­si­che­rung, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 3867).
Art. 105 Einheitliche Statistiken
1Das EDI er­lässt in Ab­spra­che mit den Ver­si­che­rern Vor­schrif­ten über die Füh­rung ein­heit­li­cher Sta­tis­ti­ken nach Ar­ti­kel 79 Ab­satz 1 des Ge­set­zes.1
2Zur Be­schaf­fung ver­si­che­rungs­tech­ni­scher Grund­la­gen sind ins­be­son­de­re Sta­tis­ti­ken zu füh­ren über:
die Sterb­lich­keit der In­va­li­den- und Hin­ter­las­se­nen­rent­ner;
die Än­de­run­gen der In­va­li­den­ren­ten, Hilflo­sen­ent­schä­di­gun­gen und Kom­ple­men­tär­ren­ten;
die Wie­der­ver­hei­ra­tung der Wit­wen und der Wit­wer;
das Al­ter der Wai­sen beim En­de des Ren­ten­an­spruchs und die An­wart­schaft auf Voll­wai­sen­ren­ten.
3Zur Be­schaf­fung von Un­ter­la­gen für die Prä­mi­en­be­mes­sung er­stel­len die Ver­si­che­rer jähr­lich ei­ne Ri­si­ko­sta­tis­tik nach Be­trie­ben oder Be­triebs­ar­ten, nach Klas­sen der Prä­mi­en­ta­ri­fe und nach Ver­si­che­rungs­zwei­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 89 Ab­satz 2 des Ge­set­zes.2
4Zur Be­schaf­fung von Un­ter­la­gen für die Ver­hü­tung von Un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten sind Sta­tis­ti­ken über die Ur­sa­chen von Be­rufs­un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten so­wie von Nicht­be­rufs­un­fäl­len zu füh­ren.
5Die Ver­si­che­rer stel­len dem Bun­des­amt für Sta­tis­tik al­le bei der Sam­mel­stel­le für Sta­tis­tik der Un­fall­ver­si­che­rung nach der Ver­ord­nung vom 15. Au­gust 19943 über die Sta­tis­ti­ken der Un­fall­ver­si­che­rung vor­han­de­nen An­ga­ben aus den Un­fal­lak­ten über Löh­ne, Lohn­for­men, Ar­beits­zeit und wei­te­re wich­ti­ge Merk­ma­le der Ver­un­fall­ten zur Ver­fü­gung. Ein­zel­hei­ten sind im An­hang der Ver­ord­nung vom 30. Ju­ni 19934 über die Durch­füh­rung von sta­tis­ti­schen Er­he­bun­gen des Bun­des ge­re­gelt.5
3 SR 431.835
4 SR 431.012.1
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Ju­ni 2001, in Kraft seit 1. Aug. 2001 (AS 2001 1740).
2. Abschnitt: Aufgaben der Kantone
Art. 106 Orientierung über die Unfallversicherungspflicht
Die Kan­to­ne ori­en­tie­ren die Ar­beit­ge­ber in zweck­mäs­si­ger Wei­se pe­ri­odisch über die Ver­si­che­rungs­pflicht. Sie wei­sen da­bei auf die Sank­tio­nen hin, die bei Nicht­er­fül­lung der Ver­si­che­rungs­pflicht er­grif­fen wer­den kön­nen.
Art. 107 Überwachung der Einhaltung der Versicherungspflicht
1Die Kan­to­ne über­wa­chen die Ein­hal­tung der Ver­si­che­rungs­pflicht. Sie kön­nen die kan­to­na­len AHV-Aus­gleichs­kas­sen und mit de­ren Ein­ver­ständ­nis auch die Ver­bands­aus­gleichs­kas­sen mit der Kon­trol­le be­trau­en. Die Kon­trol­len ha­ben sich in dem für die Er­fas­sung der Bei­trags­pflich­ti­gen in der AHV vor­ge­se­he­nen Rah­men zu hal­ten.
2Die Kan­to­ne oder die Aus­gleichs­kas­sen mel­den der Er­satz­kas­se und der Su­va die Ar­beit­ge­ber, de­ren Ar­beit­neh­mer noch von kei­nem Ver­si­che­rer er­fasst sind.
Sechster Titel: Finanzierung
1. Kapitel: Rechnungsgrundlagen und Finanzierungsverfahren
Art. 108 Rechnungsgrundlagen
1Die Ver­si­che­rer ar­bei­ten ge­mein­sam für die Durch­füh­rung der Un­fall­ver­si­che­rung ein­heit­li­che Rech­nungs­grund­la­gen aus und un­ter­brei­ten sie dem EDI zur Ge­neh­mi­gung. Mit der Ge­neh­mi­gung wer­den die Rech­nungs­grund­la­gen für al­le Ver­si­che­rer ver­bind­lich. Kön­nen sich die Ver­si­che­rer nicht ei­ni­gen, so er­lässt das EDI im Ein­ver­neh­men mit der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­mark­tauf­sicht (FIN­MA) Wei­sun­gen.1
2Die Rech­nungs­grund­la­gen sind pe­ri­odisch zu über­prü­fen.
Art. 109 Rechnungsführung
1Für je­des Rech­nungs­jahr sind zu er­stel­len:
ei­ne Be­triebs­rech­nung für je­den Ver­si­che­rungs­zweig;
ei­ne Über­sicht über die Rück­stel­lun­gen;
ein Jah­res­be­richt.
2Der Be­triebs­rech­nung je­des Ver­si­che­rungs­zwei­ges sind die Prä­mi­enein­nah­men gut­zu­schrei­ben und die Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen ein­sch­liess­lich der Än­de­run­gen der ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen zu be­las­ten.
3Die üb­ri­gen Er­trä­ge sind nach ih­rer Her­kunft und die üb­ri­gen Auf­wen­dun­gen nach ih­rer Ver­ur­sa­chung auf die Be­triebs­rech­nun­gen auf­zu­tei­len.
Art. 111 Reserven
1Die Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 Ab­satz 1 Buch­sta­be a UVG er­fül­len die Re­ser­ve­an­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 90 Ab­satz 3 UVG, wenn sie die Ei­gen­mit­telan­for­de­run­gen des Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­set­zes vom 17. De­zem­ber 20042 un­ter der Auf­sicht der FIN­MA ein­hal­ten.
2Für die Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 Ab­satz 1 Buch­sta­be b UVG gel­ten die Re­ser­ve­be­stim­mun­gen des je­wei­li­gen Ge­mein­we­sens.
3Die Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 Ab­satz 1 Buch­sta­be c UVG müs­sen ih­re re­le­van­ten Ri­si­ken und Sze­na­ri­en im Be­reich der Un­fall­ver­si­che­rung nach den Ar­ti­keln 10-13 der Kran­ken­ver­si­che­rungs­auf­sichts­ver­ord­nung vom 18. No­vem­ber 20153 (KVAV) quan­ti­fi­zie­ren und dar­über dem BAG jähr­lich Be­richt er­stat­ten. Bei der Aus­übung der Ge­setz­ge­bungs­kom­pe­ten­zen ge­mä­ss den­sel­ben Be­stim­mun­gen der KVAV be­rück­sich­tigt das EDI die Ei­gen­hei­ten der Un­fall­ver­si­che­rung.
4Die Su­va stellt ih­re fi­nan­zi­el­le Si­cher­heit in ei­nem jähr­li­chen Be­richt an den Bun­des­rat dar. Der Be­richt legt ins­be­son­de­re die vor­han­de­nen an­re­chen­ba­ren Ei­gen­mit­tel der Su­va und die er­for­der­li­chen Ei­gen­mit­tel of­fen. Letz­te­re wer­den mit Hil­fe ei­nes Mo­dells zur Quan­ti­fi­zie­rung der re­le­van­ten Ri­si­ken und Sze­na­ri­en für zu­künf­ti­ge Ent­wick­lun­gen so fest­ge­legt, dass bei ei­nem vor­aus­sicht­li­chen Jahr­hun­dert­ver­lust die For­de­run­gen ge­deckt wer­den kön­nen. Die vor­han­de­nen an­re­chen­ba­ren Ei­gen­mit­tel müs­sen hö­her als die er­for­der­li­chen Ei­gen­mit­tel sein.
3 SR 832.121
Art. 112 Wechsel des Versicherers
1Für Un­fäl­le, die sich vor dem Wech­sel des Ver­si­che­rers er­eig­net ha­ben, bleibt der bis­he­ri­ge Ver­si­che­rer zu­stän­dig.
2Für Ren­ten aus Un­fäl­len, die sich vor dem Wech­sel des Ver­si­che­rers er­eig­net ha­ben, hat der bis­he­ri­ge Ver­si­che­rer ge­gen­über der Er­satz­kas­se oder der Su­va ei­ne For­de­rung für den­je­ni­gen Teil der Teue­rungs­zu­la­gen, der nicht durch Zins­über­schüs­se aus de­ren De­ckungs­ka­pi­ta­li­en fi­nan­ziert wer­den kann.
Art. 112a Finanzierung der Teuerungszulagen bei den Versicherern nach Artikel 68 Absatz 1 Buchstabe a UVG und bei der Ersatzkasse
Der Ver­ein nach Ar­ti­kel 90a Ab­satz 1 UVG er­stellt ei­ne Ge­samt­rech­nung über die ge­son­der­ten Rück­stel­lun­gen nach Ar­ti­kel 90a Ab­satz 2 UVG.
2. Kapitel: Prämien
Art. 113 Klassen und Stufen
1Die Be­trie­be oder Be­triebs­tei­le sind so in Klas­sen des Prä­mi­en­ta­rifs ein­zu­rei­hen und ih­re Prä­mi­en sind so zu be­rech­nen, dass die Kos­ten der Be­rufs­un­fäl­le und Be­rufs­krank­hei­ten so­wie der Nicht­be­rufs­un­fäl­le ei­ner Ri­si­ko­ge­mein­schaft vor­aus­sicht­lich aus den Net­to­prä­mi­en be­strit­ten wer­den kön­nen.1
2We­gen Zu­wi­der­hand­lung ge­gen Vor­schrif­ten über die Ver­hü­tung von Un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten er­folgt die Ein­rei­hung in ei­ne hö­he­re Stu­fe nach den Be­stim­mun­gen der Ver­ord­nung über die Un­fall­ver­hü­tung. In der Re­gel soll der Be­trieb in ei­ne Stu­fe mit ei­nem um min­des­tens 20 Pro­zent hö­he­ren Prä­mi­en­satz ver­setzt wer­den. Ist dies in­ner­halb des Ta­rifs nicht mög­lich, so wird der Prä­mi­en­satz der höchs­ten Stu­fe der be­tref­fen­den Klas­se ent­spre­chend er­höht.
3Än­de­run­gen der Prä­mi­en­ta­ri­fe so­wie der Zu­tei­lung der Be­trie­be zu den Klas­sen und Stu­fen der Prä­mi­en­ta­ri­fe auf­grund von Ar­ti­kel 92 Ab­satz 5 des Ge­set­zes sind den be­trof­fe­nen Be­trie­ben bis spä­tes­tens zwei Mo­na­te vor En­de des lau­fen­den Rech­nungs­jah­res mit­zu­tei­len. An­trä­ge von Be­triebs­in­ha­bern auf Än­de­rung der Zu­tei­lung für das nächs­te Rech­nungs­jahr müs­sen bis zum glei­chen Ter­min ein­ge­reicht wer­den.2
4Die re­gis­trier­ten Ver­si­che­rer rei­chen dem BAG ein:
je­weils bis spä­tes­tens En­de Mai des lau­fen­den Jah­res: die Ta­ri­fe des Fol­ge­jah­res;
je­weils im lau­fen­den Jahr: die Ri­si­ko­sta­tis­ti­ken des Vor­jah­res.3
Art. 114 Prämienzuschläge für Verwaltungskosten
1Die Prä­mi­en­zu­schlä­ge für Ver­wal­tungs­kos­ten die­nen der De­ckung der or­dent­li­chen Auf­wen­dun­gen, die den Ver­si­che­rern aus der Durch­füh­rung der Un­fall­ver­si­che­rung er­wach­sen, ein­sch­liess­lich der nicht der Heil­be­hand­lung die­nen­den Auf­wen­dun­gen für Dienst­leis­tun­gen Drit­ter wie Rechts-, Be­ra­tungs- und Be­gut­ach­tungs­kos­ten.
2Das BAG kann von den Ver­si­che­rern Aus­künf­te über die Er­he­bung der Prä­mi­en­zu­schlä­ge für Ver­wal­tungs­kos­ten ver­lan­gen.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 16. Nov. 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5261).
Art. 115 Prämienpflichtiger Verdienst
1Die Prä­mi­en wer­den auf dem ver­si­cher­ten Ver­dienst im Sin­ne von Ar­ti­kel 22 Ab­sät­ze 1 und 2 er­ho­ben. Da­bei gel­ten die fol­gen­den Ab­wei­chun­gen:
auf Fa­mi­li­en­zu­la­gen, die als Kin­der-, Aus­bil­dungs- oder Haus­halts­zu­la­gen im orts- oder bran­chen­üb­li­chen Rah­men ge­währt wer­den, ist kei­ne Prä­mie zu ent­rich­ten;
für Prak­ti­kan­ten, Vo­lon­tä­re und zur Ab­klä­rung der Be­rufs­wahl oder in Lehr­werk­stät­ten tä­ti­ge Per­so­nen sind die Prä­mi­en ab vollen­de­tem 20. Al­ters­jahr auf ei­nem Be­trag von min­des­tens 20 Pro­zent, vor vollen­de­tem 20. Al­ters­jahr von min­des­tens 10 Pro­zent des Höchst­be­tra­ges des ver­si­cher­ten Ta­ges­ver­diens­tes zu ent­rich­ten;
für Per­so­nen, die in be­ruf­li­chen Ein­glie­de­rungs­stät­ten so­wie Werk­stät­ten für die Dau­er­be­schäf­ti­gung Be­hin­der­ter tä­tig sind, sind die Prä­mi­en auf ei­nem Be­trag zu ent­rich­ten, der min­des­tens dem zwölf­fa­chen Be­trag des höchst­ver­si­cher­ten Ta­ges­ver­diens­tes ent­spricht;
auf Tag­gel­dern der IV, Tag­gel­dern der Mi­li­tär­ver­si­che­rung und Ent­schä­di­gun­gen nach dem Er­w­erb­ser­satz­ge­setz vom 25. Sep­tem­ber 19525 sind kei­ne Prä­mi­en zu ent­rich­ten.
2Bei Mehr­fach­be­schäf­tig­ten wird der Lohn je Ar­beits­ver­hält­nis er­fasst, ins­ge­samt je­doch nur bis zum Höchst­be­trag des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes. Über­steigt die Sum­me der Löh­ne die­sen Höchst­be­trag, so ist er ent­spre­chend den pro­zen­tua­len Ver­dien­stan­tei­len auf die ein­zel­nen Ar­beits­ver­hält­nis­se auf­zu­tei­len. Dies gilt auch für Per­so­nen, die ne­ben der un­selbst­stän­di­gen ei­ne selbst­stän­di­ge, nach dem UVG frei­wil­lig ver­si­cher­te Tä­tig­keit aus­üben.6
3Bei ei­ner Be­schäf­ti­gungs­dau­er von we­ni­ger als ei­nem Jahr wird der Höchst­be­trag des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes an­teil­mäs­sig be­rech­net.7
4Wer­den Kurz­ar­beits-, Schlecht­wet­te­rent­schä­di­gun­gen, Ein­ar­bei­tungs- oder Aus­bil­dungs­zu­schüs­se der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung aus­ge­rich­tet, ist der Ar­beit­ge­ber ver­pflich­tet, die vol­len Un­fall­ver­si­che­rungs­prä­mi­en ent­spre­chend der nor­ma­len Ar­beits­zeit zu be­zah­len.8
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Okt. 1987, in Kraft seit 1. Jan. 1988 (AS 1987 1498).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Okt. 1987 (AS 1987 1498). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Dez. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 151).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 15. Dez. 1997 (AS 1998 151). Fas­sung ge­mä­ss Art. 45 Ziff. 2 der V vom 24. Nov. 2004 zum Er­w­erb­ser­satz­ge­setz, in Kraft seit 1. Ju­li 2005 (AS 2005 1251).
5 SR 834.1
Art. 116 Lohnaufzeichnungen und Abrechnungen
1Die Ar­beit­ge­ber müs­sen nach den Wei­sun­gen der Ver­si­che­rer Lohnauf­zeich­nun­gen füh­ren. Löh­ne von Ar­beit­neh­mern, die nur ge­gen Be­rufs­un­fäl­le ver­si­chert sind, wer­den be­son­ders be­zeich­net.
2Ar­beit­ge­ber, de­ren Ar­beit­neh­mer bei ei­ner Kran­ken­kas­se ge­gen Un­fall ver­si­chert sind, rech­nen nur mit der Kran­ken­kas­se ab.
3Die Ar­beit­ge­ber müs­sen die Lohnauf­zeich­nun­gen so­wie die zu de­ren Re­vi­si­on die­nen­den Buch­hal­tungs­un­ter­la­gen und wei­te­ren Be­le­ge wäh­rend min­des­tens fünf Jah­ren auf­be­wah­ren. Die Auf­be­wah­rungs­frist be­ginnt am En­de des Ka­len­der­jah­res, für das die letz­ten Ein­tra­gun­gen vor­ge­nom­men wur­den.
Art. 117 Zuschlag für ratenweise Prämienzahlung und Verzugszinsen
1Der Zu­schlag für ra­ten­wei­se Prä­mi­en­zah­lung be­trägt bei halb­jähr­li­cher Prä­mi­en­zah­lung 1,250 Pro­zent und bei vier­tel­jähr­li­cher Prä­mi­en­zah­lung 1,875 Pro­zent der Jah­res­prä­mie. Der Ver­si­che­rer kann pro Ra­te einen Min­dest­zu­schlag von 10 Fran­ken er­he­ben.1
2Die Zah­lungs­frist für Prä­mi­en be­trägt einen Mo­nat nach Fäl­lig­keit. Nach die­ser Frist ist pro Mo­nat 0,5 Pro­zent Ver­zugs­zins zu er­he­ben.2
3Zu­schlag und Ver­zugs­zin­sen dür­fen dem Ar­beit­neh­mer nicht vom Lohn ab­ge­zo­gen wer­den.
Art. 117a Vergütungszinsen
1Ver­gü­tungs­zin­sen nach Ar­ti­kel 26 Ab­satz 1 ATSG wer­den aus­ge­rich­tet für nicht ge­schul­de­te Prä­mi­en, die von der Ver­si­che­rung zu­rück­er­stat­tet oder ver­rech­net wer­den.
2Der Zin­sen­lauf be­ginnt im All­ge­mei­nen am 1. Ja­nu­ar nach Ab­lauf des Ka­len­der­jah­res, für wel­ches die nicht ge­schul­de­ten Prä­mi­en be­zahlt wur­den.
3Auf die Dif­fe­renz zwi­schen den ge­schätz­ten und den end­gül­ti­gen Prä­mi­en­be­trä­gen wer­den ab Ein­gang der voll­stän­di­gen und ord­nungs­ge­mäs­sen Loh­n­er­klä­rung beim Ver­si­che­rer Ver­gü­tungs­zin­sen aus­ge­rich­tet, so­fern die Rück­er­stat­tung nicht in­nert 30 Ta­gen er­folgt.
4Auf Prä­mi­en­be­trä­gen, wel­che auf Grund der Prü­fung der Lohnauf­zeich­nun­gen zu­rück­zu­er­stat­ten sind, wer­den seit der Fest­stel­lung der Lohn­sum­men­dif­fe­renz Ver­gü­tungs­zin­sen aus­ge­rich­tet, so­fern die Rück­er­stat­tung nicht in­nert 30 Ta­gen er­folgt.
5Die Zin­sen lau­fen bis zur voll­stän­di­gen Rück­er­stat­tung.
6Der Satz für den Ver­gü­tungs­zins be­trägt 5 Pro­zent im Jahr.
7Die Zin­sen wer­den ta­ge­wei­se be­rech­net. Gan­ze Mo­na­te wer­den zu 30 Ta­gen an­ge­rech­net.
Art. 118 Spezielle Abrechnungsverfahren
1Ar­beit­ge­ber, die Löh­ne im ver­ein­fach­ten Ab­rech­nungs­ver­fah­ren nach den Ar­ti­keln 2 und 3 des Bun­des­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 20052 über Mass­nah­men ge­gen die Be­kämp­fung der Schwarz­ar­beit ab­rech­nen, kön­nen in den glei­chen Pe­ri­oden, nach den glei­chen Re­geln und an­hand der glei­chen Un­ter­la­gen ab­rech­nen wie für die AHV. Da­bei wird der Zu­schlag für ei­ne Prä­mi­en­zah­lung in Ra­ten nicht er­ho­ben.3
2Die kan­to­na­len Aus­gleichs­kas­sen kön­nen mit den bei ih­nen an­ge­schlos­se­nen Ar­beit­ge­bern und den Ver­si­che­rern ver­ab­re­den, ge­gen an­ge­mes­se­ne Ver­gü­tung die Prä­mi­en zu­sam­men mit den Be­trä­gen der AHV zu er­he­ben. Für Ver­bands­aus­gleichs­kas­sen gel­ten die Ar­ti­kel 131 und 132 der Ver­ord­nung vom 31. Ok­to­ber 19474 über die AHV.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 der V vom 6. Sept. 2006 ge­gen die Schwarz­ar­beit, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 373).
2 SR 822.41
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 der V vom 6. Sept. 2006 ge­gen die Schwarz­ar­beit, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 373).
4 SR 831.101
Art. 119 Minimalprämie
Die Ver­si­che­rer kön­nen für je­den Zweig der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rung ei­ne Mi­ni­mal­prä­mie von höchs­tens 100 Fran­ken pro Jahr vor­se­hen. In die­sem Be­trag sind die Prä­mi­en­zu­schlä­ge nach Ar­ti­kel 92 Ab­satz 1 des Ge­set­zes ent­hal­ten.
Art. 120 Festsetzung der Prämien
1Der Ver­si­che­rer muss dem Ar­beit­ge­ber die Net­to-Prä­mi­en­sät­ze für die Ver­si­che­rung der Be­rufs- und Nicht­be­rufs­un­fäl­le so­wie die Zu­schlä­ge für Ver­wal­tungs­kos­ten, für Un­fall­ver­hü­tung und ge­ge­be­nen­falls für Teue­rungs­zu­la­gen und ra­ten­wei­se Zah­lung be­kannt ge­ben.
2Nach Ab­lauf des Rech­nungs­jah­res muss der Ar­beit­ge­ber dem Ver­si­che­rer in­nert ei­ner von die­sem be­stimm­ten Frist die zur Be­rech­nung der end­gül­ti­gen Prä­mi­en­be­trä­ge mass­ge­ben­den Löh­ne mel­den.
3Hat der Ar­beit­ge­ber die für die Fest­set­zung der Prä­mi­en er­for­der­li­chen An­ga­ben nicht ge­macht, so setzt der Ver­si­che­rer die ge­schul­de­ten Be­trä­ge durch Ver­fü­gung fest.
Art. 121 Verzugszinsen bei Ersatzprämien
Ist als Er­satz­prä­mie der ein­fa­che Prä­mi­en­be­trag zu ent­rich­ten, so wird ein Ver­zugs­zins ge­mä­ss Ar­ti­kel 117 Ab­satz 2 er­ho­ben.
Siebenter Titel: Verschiedene Bestimmungen
1. Kapitel: Verfahren
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 22. Nov. 2000, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2913).
Art. 123a
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 15. Dez. 1997 (AS 1998 151). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 9. Nov. 2016, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4393).
Art. 124 Verfügungen
Ei­ne schrift­li­che Ver­fü­gung ist ins­be­son­de­re zu er­las­sen über:
die Zu­spre­chung von In­va­li­den­ren­ten, Ab­fin­dun­gen, In­te­gri­täts­ent­schä­di­gun­gen, Hilflo­sen­ent­schä­di­gun­gen, Hin­ter­las­se­nen­ren­ten und Wit­wen­ab­fin­dun­gen so­wie die Re­vi­si­on von Ren­ten und Hilflo­sen­ent­schä­di­gun­gen;
die Kür­zung oder Ver­wei­ge­rung von Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen;
die Rück­for­de­rung von Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen;
die erst­ma­li­ge Ein­rei­hung ei­nes Be­trie­bes in die Klas­sen und Stu­fen der Prä­mi­en­ta­ri­fe so­wie die Än­de­rung der Ein­rei­hung;
die Ein­for­de­rung von Er­satz­prä­mi­en und die Zu­wei­sung ei­nes Ar­beit­ge­bers an einen Ver­si­che­rer durch die Er­satz­kas­se;
die Fest­set­zung der Prä­mi­en, wenn der Ar­beit­ge­ber die er­for­der­li­chen An­ga­ben nicht ge­macht hat.
Art. 125 Kosten der Bekanntgabe und Publikation von Daten
1In den Fäl­len nach Ar­ti­kel 97 Ab­satz 6 des Ge­set­zes wird ei­ne Ge­bühr er­ho­ben, wenn die Da­ten­be­kannt­ga­be zahl­rei­che Ko­pi­en oder an­de­re Ver­viel­fäl­ti­gun­gen oder be­son­de­re Nach­for­schun­gen er­for­dert.2 Die Hö­he die­ser Ge­bühr ent­spricht den in den Ar­ti­keln 14 und 16 der Ver­ord­nung vom 10. Sep­tem­ber 19693 über Kos­ten und Ent­schä­di­gun­gen im Ver­wal­tungs­ver­fah­ren fest­ge­setz­ten Be­trä­gen.
2Für Pu­bli­ka­tio­nen nach Ar­ti­kel 97 Ab­satz 4 des Ge­set­zes wird ei­ne kos­ten­de­cken­de Ge­bühr er­ho­ben.4
3Die Ge­bühr kann we­gen Be­dürf­tig­keit der ge­büh­ren­pflich­ti­gen Per­son oder aus an­de­ren wich­ti­gen Grün­den er­mäs­sigt oder er­las­sen wer­den.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 22. Nov. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2913).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Sept. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3914).
3 SR 172.041.0
2. Kapitel: Verhältnis zu anderen Sozialversicherungszweigen
Art. 126 Verhältnis zur Militärversicherung
1Un­mit­tel­bar leis­tungs­pflich­tig nach Ar­ti­kel 103 Ab­satz 1 des Ge­set­zes ist der Ver­si­che­rer, der für die ak­tu­el­le Ver­schlim­me­rung der Ge­sund­heits­schä­di­gung Leis­tun­gen zu er­brin­gen hat.
2So­lan­ge der Ver­si­che­rer für die ak­tu­el­le Ver­schlim­me­rung der Ge­sund­heits­schä­di­gung leis­tungs­pflich­tig ist, er­bringt er auch die Leis­tun­gen für Spät­fol­gen und Rück­fäl­le aus ei­nem frü­he­ren Un­fall. Nach­her wer­den die Leis­tun­gen von je­nem Ver­si­che­rer er­bracht, der für den frü­he­ren Un­fall leis­tungs­pflich­tig war.
3Ver­un­fallt ein aus ei­nem frü­he­ren Un­fall Ren­ten­be­rech­tig­ter er­neut und führt der neue Un­fall zu ei­ner Än­de­rung des In­va­li­di­täts­gra­des, so muss der für den ers­ten Un­fall leis­tungs­pflich­ti­ge Ver­si­che­rer die frü­he­re Ren­te wei­ter­hin er­brin­gen. Der zwei­te Ver­si­che­rer muss ei­ne Ren­te ent­rich­ten, die der Dif­fe­renz zwi­schen der Ge­sam­tin­va­li­di­tät und der vor dem zwei­ten Un­fall be­ste­hen­den In­va­li­di­tät ent­spricht. Rich­tet die Mi­li­tär­ver­si­che­rung nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 3 MVG1 die vol­le Ren­te für die Schä­di­gung des zwei­ten paa­ri­gen Or­gans aus, so über­weist ihr der Un­fall­ver­si­che­rer, der für die zwei­te Schä­di­gung ei­ne Ren­te zu er­brin­gen hät­te, den Bar­wert die­ser Ren­te oh­ne Teue­rungs­zu­la­ge, be­mes­sen nach den für ihn gel­ten­den ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen.2
4Steht ein Un­fall im Zu­sam­men­hang mit ei­ner vor­be­stan­de­nen Ge­sund­heits­schä­di­gung, so ist der Ver­si­che­rer, un­ter des­sen Ver­si­che­rungs­schutz sich der neue Un­fall er­eig­ne­te, nur für die Fol­gen die­ses Un­fal­les leis­tungs­pflich­tig.
5Be­steht ein Ren­ten­an­spruch so­wohl ge­gen die Un­fall­ver­si­che­rung wie auch ge­gen die Mi­li­tär­ver­si­che­rung, so mel­det der Un­fall­ver­si­che­rer sei­ne Ren­te oder Kom­ple­men­tär­ren­te der Mi­li­tär­ver­si­che­rung. Bei­de Ver­si­che­rer be­rech­nen ih­re Ren­te nach den für sie gel­ten­den ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen.
6…3
1 SR 833.1
3 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 11. Sept. 2002, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3914).
Art. 128 Leistungen bei Unfall und Krankheit
1Er­krankt ein ver­un­fall­ter Ver­si­cher­ter in ei­nem Spi­tal, so er­bringt der Un­fall­ver­si­che­rer für die Dau­er der sta­tio­nären Be­hand­lung der Un­fall­fol­gen die Pfle­ge­leis­tun­gen, Kos­ten­ver­gü­tun­gen und Tag­gel­der für die ge­sam­te Ge­sund­heits­schä­di­gung. Der Kran­ken­ver­si­che­rer er­bringt sub­si­di­är die Tag­gel­der, so­weit kei­ne Über­ver­si­che­rung be­steht.
2Ver­un­fallt ein er­krank­ter Ver­si­cher­ter in ei­nem Spi­tal, so er­bringt der Kran­ken­ver­si­che­rer für die Dau­er der sta­tio­nären Be­hand­lung der Krank­heit die ver­si­cher­ten Leis­tun­gen für die ge­sam­te Ge­sund­heits­schä­di­gung. Der Un­fall­ver­si­che­rer ist im Aus­mass der Leis­tun­gen des Kran­ken­ver­si­che­rers von der Leis­tungs­pflicht be­freit.
Achter Titel: Unfallversicherung von arbeitslosen Personen
Art. 129 Höhe des Taggeldes
1Wäh­rend War­te- oder Ein­stell­ta­gen ent­spricht das Tag­geld der Un­fall­ver­si­che­rung der Net­to­ent­schä­di­gung der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung nach den Ar­ti­keln 22 und 22a des Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rungs­ge­set­zes vom 25. Ju­ni 19822 (AVIG), die oh­ne War­te- oder Ein­stell­ta­ge aus­ge­rich­tet wür­de.
2Zu den Tag­gel­dern rich­tet die Un­fall­ver­si­che­rung die Zu­schlä­ge in der Hö­he der ge­setz­li­chen Kin­der- und Aus­bil­dungs­zu­la­gen nach Ar­ti­kel 22 Ab­satz 1 AVIG aus.
3Bei ei­nem Un­fall im Rah­men ei­nes Pro­gramms zur vor­über­ge­hen­den Be­schäf­ti­gung oder ei­nes Be­rufs­prak­ti­kums ent­spricht das Tag­geld demje­ni­gen, das der ver­si­cher­ten Per­son oh­ne Pro­gramm zur vor­über­ge­hen­den Be­schäf­ti­gung oder Be­rufs­prak­ti­kum aus­ge­rich­tet wür­de.
Art. 130 Zwischenverdienst nach Artikel 24 AVIG
1Er­zielt die ver­si­cher­te Per­son einen Zwi­schen­ver­dienst nach Ar­ti­kel 24 AVIG2 aus un­selbst­stän­di­ger Er­werbs­tä­tig­keit, so er­bringt bei Be­rufs­un­fäl­len der Ver­si­che­rer des be­tref­fen­den Be­triebs die Leis­tun­gen.
2So­fern der Zwi­schen­ver­dienst die Ver­si­che­rung ge­gen Nicht­be­rufs­un­fäl­le be­grün­det, er­bringt der Ver­si­che­rer des be­tref­fen­den Be­triebs die Leis­tun­gen bei Nicht­be­rufs­un­fäl­len, die sich an Ta­gen er­eig­nen, an de­nen die ar­beits­lo­se Per­son Zwi­schen­ver­dienst er­zielt oder er­zielt hät­te. Ar­ti­kel 99 Ab­satz 2 ist nicht an­wend­bar.
3Er­zielt die ver­si­cher­te Per­son einen Zwi­schen­ver­dienst aus selbst­stän­di­ger Er­werbs­tä­tig­keit, so er­bringt bei Un­fäl­len die Su­va die Leis­tun­gen.
4Bei ei­nem Un­fall wäh­rend ei­nes Zwi­schen­ver­diens­tes aus un­selbst­stän­di­ger oder selbst­stän­di­ger Er­werbs­tä­tig­keit ent­spricht das Tag­geld demje­ni­gen, das der ver­si­cher­ten Per­son oh­ne Zwi­schen­ver­dienst aus­ge­rich­tet wür­de.
5Bei Teil­ar­beits­lo­sig­keit gel­ten die Ab­sät­ze 1-4 sinn­ge­mä­ss.
Art. 131 Prämien
1Die Prä­mi­en wer­den in Pro­mil­len der Ent­schä­di­gung der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung fest­ge­setzt.
2Der Prä­mi­en­satz für die Nicht­be­rufs­un­fall­ver­si­che­rung ist für al­le ar­beits­lo­sen Per­so­nen gleich hoch.
3Der Prä­mi­en­satz ist für al­le ver­si­cher­ten Per­so­nen, die an Pro­gram­men zur vor­über­ge­hen­den Be­schäf­ti­gung, an Be­rufs­prak­ti­ka oder an Bil­dungs­mass­nah­men nach Ar­ti­kel 91 Ab­satz 4 UVG teil­neh­men, gleich hoch.
4Auf­grund der Ri­si­koer­fah­rung kann die Su­va von sich aus oder auf An­trag der Aus­gleichs­stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung je­weils auf den Be­ginn ei­nes Ka­len­der­mo­nats die Prä­mi­en­sät­ze än­dern.
5Än­de­run­gen der Prä­mi­en­sät­ze sind der Aus­gleichs­stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung spä­tes­tens zwei Mo­na­te, be­vor sie wirk­sam wer­den, mit Ver­fü­gung mit­zu­tei­len.
6Die Su­va führt über die Un­fäl­le der ar­beits­lo­sen Per­so­nen ei­ne Ri­si­ko­sta­tis­tik.
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang 3 Ziff. 17 der V vom 3. Fe­br. 1993 über Or­ga­ni­sa­ti­on und Ver­fah­ren eid­ge­nös­si­scher Re­kurs- und Schieds­kom­mis­sio­nen, mit Wir­kung seit 1. März 1993 (AS 1993 879).
Neunter Titel: Freiwillige Versicherung
Art. 134 Versicherungsfähige Personen
1Ei­ne frei­wil­li­ge Ver­si­che­rung kann auch ab­sch­lies­sen, wer teil­wei­se als Ar­beit­neh­mer tä­tig ist.
2Per­so­nen, die ins AHV-Al­ter ein­tre­ten, ha­ben nur dann ein An­recht, ei­ne frei­wil­li­ge Ver­si­che­rung neu zu be­grün­den, wenn sie un­mit­tel­bar zu­vor wäh­rend ei­nes Jah­res ob­li­ga­to­risch ver­si­chert wa­ren.
3Der Ver­si­che­rer kann in be­grün­de­ten Fäl­len, na­ment­lich bei be­ste­hen­den er­heb­li­chen und dau­ern­den Ge­sund­heits­schä­di­gun­gen so­wie bei Vor­lie­gen ei­ner be­son­de­ren Ge­fähr­dung im Sin­ne von Ar­ti­kel 78 Ab­satz 2 der Ver­ord­nung vom 19. De­zem­ber 19831 über die Un­fall­ver­hü­tung, den Ab­schluss der Ver­si­che­rung ab­leh­nen.2
1 SR 832.30
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 15. Dez. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 151).
Art. 135 Versicherer
1Die je­wei­li­gen Ver­si­che­rer füh­ren die frei­wil­li­ge Ver­si­che­rung durch für die Ar­beit­ge­ber der bei ih­nen ob­li­ga­to­risch ver­si­cher­ten Ar­beit­neh­mer so­wie für mit­ar­bei­ten­de Fa­mi­li­en­glie­der sol­cher Ar­beit­ge­ber.
2Die Su­va führt über­dies die frei­wil­li­ge Ver­si­che­rung durch für Selb­stän­di­g­er­wer­ben­de oh­ne Ar­beit­neh­mer in den un­ter Ar­ti­kel 66 Ab­satz 1 des Ge­set­zes ge­nann­ten Be­rufs­zwei­gen und für mit­ar­bei­ten­de Fa­mi­li­en­glie­der sol­cher Selb­stän­di­g­er­wer­ben­der.
3Die frei­wil­li­ge Ver­si­che­rung für die üb­ri­gen Selb­stän­di­g­er­wer­ben­den oh­ne Ar­beit­neh­mer und de­ren mit­ar­bei­ten­de Fa­mi­li­en­glie­der füh­ren die Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 68 des Ge­set­zes durch.
Art. 136 Begründung des Versicherungsverhältnisses
Das Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis wird durch schrift­li­chen Ver­trag be­grün­det. Die­ser muss na­ment­lich den Be­ginn, die Min­dest­dau­er und das En­de der Ver­si­che­rung re­geln.
Art. 137 Ende der Versicherung
1Die Ver­si­che­rung en­det:
mit der Auf­ga­be der selb­stän­di­gen Er­werbs­tä­tig­keit oder der Mit­ar­beit als Fa­mi­li­en­glied oder mit dem Ein­be­zug in die ob­li­ga­to­ri­sche Ver­si­che­rung;
in­fol­ge Kün­di­gung oder Aus­schluss.
2Der Ver­trag kann vor­se­hen, dass die Ver­si­che­rung nach Auf­ga­be der Er­werbs­tä­tig­keit bis zu drei Mo­na­ten fort­be­steht.
3Der Ver­si­cher­te kann die Ver­si­che­rung nach Ab­lauf der Min­dest­dau­er mit ei­ner im Ver­trag fest­zu­set­zen­den Kün­di­gungs­frist von höchs­tens drei Mo­na­ten je­weils auf das En­de ei­nes Ver­si­che­rungs­jah­res kün­di­gen. Die glei­che Mög­lich­keit steht dem Ver­si­che­rer zu. In die­sem Fall ist die Kün­di­gung schrift­lich zu be­grün­den.1
4Der Ver­si­che­rer kann den Ver­si­cher­ten, der trotz schrift­li­cher Mah­nung die Prä­mie nicht be­zahlt oder bei Ab­schluss des Ver­tra­ges oder über einen Un­fall un­wah­re An­ga­ben macht, von der Ver­si­che­rung aus­sch­lies­sen.
Art. 138 Grundlage für die Bemessung der Prämien und Geldleistungen
Die Prä­mi­en und Geld­leis­tun­gen wer­den im Rah­men von Ar­ti­kel 22 Ab­satz 1 nach dem ver­si­cher­ten Ver­dienst be­mes­sen, der bei Ver­trags­ab­schluss ver­ein­bart wird und je­weils auf Be­ginn ei­nes Ka­len­der­jah­res an­ge­passt wer­den kann. Die­ser Ver­dienst darf bei Selbst­stän­di­g­er­wer­ben­den nicht we­ni­ger als 45 Pro­zent und bei Fa­mi­li­en­glie­dern nicht we­ni­ger als 30 Pro­zent des Höchst­be­trags des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes be­tra­gen.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 18. Sept. 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 3815).
Art. 139 Prämien
1Die Ver­si­che­rer kön­nen in der frei­wil­li­gen Ver­si­che­rung ei­ne Net­to­prä­mie vor­se­hen, die ge­samt­haft für die Be­rufs- und die Nicht­be­rufs­un­fall­ver­si­che­rung gilt. Die Prä­mie ist so zu be­mes­sen, dass die frei­wil­li­ge Ver­si­che­rung selbst­tra­gend ist.
2In der frei­wil­li­gen Ver­si­che­rung wer­den für Teue­rungs­zu­la­gen so­wie für die Ver­hü­tung von Be­rufs­un­fäl­len, Be­rufs­krank­hei­ten und Nicht­be­rufs­un­fäl­len kei­ne Prä­mi­en­zu­schlä­ge er­ho­ben.
Art. 140 Teuerungszulagen
In der frei­wil­li­gen Ver­si­che­rung wer­den Teue­rungs­zu­la­gen nur so weit ge­währt, als sie durch Zins­über­schüs­se ge­deckt sind.
Zehnter Titel: Rechtspflege
1Die kan­to­na­len Schieds­ge­rich­te nach Ar­ti­kel 57 UVG, die kan­to­na­len Ver­si­che­rungs­ge­rich­te nach Ar­ti­kel 57 ATSG1 und das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt bei Be­schwer­den nach Ar­ti­kel 109 UVG stel­len ih­re Ent­schei­de dem BAG zu.
2Das BAG ist be­rech­tigt, ge­gen Ent­schei­de der kan­to­na­len Schieds­ge­rich­te, der kan­to­na­len Ver­si­che­rungs­ge­rich­te und des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts Be­schwer­de beim Bun­des­ge­richt zu er­he­ben.