Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=5%20U%20255/06
Timestamp: 2019-11-12 01:03:20
Document Index: 165220283

Matched Legal Cases: ['§ 823', '§ 218', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

OLG Koblenz, 20.03.2006 - 5 U 255/06 - dejure.org
https://dejure.org/2006,5805
OLG Koblenz, 20.03.2006 - 5 U 255/06 (https://dejure.org/2006,5805)
OLG Koblenz, Entscheidung vom 20.03.2006 - 5 U 255/06 (https://dejure.org/2006,5805)
OLG Koblenz, Entscheidung vom 20. März 2006 - 5 U 255/06 (https://dejure.org/2006,5805)
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Geltendmachung eines Anspruchs auf Schadensersatz gegen einen Arzt wegen fehlender Durchführung einer Amniozentese (Fruchtwasseranalyse) und Behinderung des Neugeborenen; Rechtmäßigkeit eines Schwangerschaftsabbruchs; Voraussetzungen für die Legitimation eines ...
BGB § 823 Abs. 1; StGB § 218a Abs. 2, 3
Arzthaftung und Umfang des Schadensersatzes bei unterbliebenem Schwangerschaftsabbruch
Behindertes Kind geboren - Haftet der Gynäkologe für unterlassenen Schwangerschaftsabbruch?
Zusammenfassung von "Schutzumfang des Behandlungsvertrags bei versäumter Abtreibung" von Dr. Juliana Mörsdorf-Schulte, LL.M., original erschienen in: NJW 2006, 3105 - 3107.
LG Koblenz - 10 O 597/03
NJW-RR 2006, 967
FamRZ 2006, 1838
Aus demselben Grund stehen der Klägerin, wie das Landgericht zu Recht angenommen hat, auch keine Schmerzensgeldansprüche gegen die Beklagte zu (vgl. dazu auch OLG Koblenz, Beschluss vom 20. März 2006 zu 5 U 255/06, bei juris Rn. 8 m.w.N.).
Dementsprechend bejaht auch der BGH in seiner (ständigen) Rechtsprechung die Ersatzfähigkeit einer Unterhaltsbelastung, die auf einen schuldhaften ärztlichen Fehler im Zusammenhang mit einem Schwangerschaftsabbruch zurückzuführen ist, allenfalls dann, "wenn der Abbruch der Rechtsordnung entsprochen hätte, also nicht von ihr missbilligt worden wäre" (vgl. zuletzt BGH, NJW 2006, 1660 unter ausdrücklicher Bezugnahme auf die von den Klägern nicht für einschlägig gehaltene Entscheidung BGH, NJW 1995, 1609; BGH, FamRZ 2003, 1378 zu einem nahezu identischen Sachverhalt; BGH, NJW 2002, 1489; vgl. auch OLG Koblenz, OLGR 2006, 681; OLG München, Az: 1 U 4410/06 vom 07.02.2008; KG, Az: 20 U 242/04 vom 10.03.2008).
Mit der Geburt eines behinderten Kindes verbundene Depressionen mit wochenlangen Weinkrämpfen (OLG Stuttgart NJW-RR 2003, 1256), einmalige Äußerung suizidaler Gedanken (OLG Koblenz NJW-RR 2006, 967) sind noch nicht als so schwerwiegend anzusehen, dass sie unter Berücksichtigung des Lebensrechts des Kindes der Schwangeren nicht mehr zugemutet werden könnten (…Martis/Winkhart, 3. Aufl., F 47 m.w.N., F 68 ff.).