Source: http://www.bundesanzeiger-verlag.de/betreuung/wiki/Betreuungszahlen
Timestamp: 2016-10-21 16:35:37
Document Index: 249496486

Matched Legal Cases: ['§ 1904', '§ 1904', '§ 1904', '§ 1906', '§ 1906', '§ 1906']

Bei den Erstbestellungen von Betreuern setzt sich der Rückgang aus den Vorjahren mit rund 5 % verstärkt fort (Zahlen 2014: 210.554; 2013: 221.262; Rückgang ggü. 2013 4,8 %). Auch hat sich der Rückgang des Anteils der ehrenamtlichen Betreuungen weiter fortgesetzt und beschleunigt. Der Gesamtanteil für ehrenamtliche Betreuer lag bei 56,98 % (2013: 59,06 %; 2012: 60,49 %), wobei der Anteil der nicht familienangehörigen Ehrenamtler ebenfalls weiter geringfügig sank (Anteil an der Gesamtzahl 2014: 5,56 %; 2013: 5,47 %; 2012: 5,39 %). Bei den beruflichen Betreuungen wurde zum zweiten Mal die 40-Prozent-Marke überschritten (2014: 43,02 %; 2013: 40,94 %; 2012: 39,51 %) und stieg der Anteil der Vereinsbetreuungen weiter leicht an (2014: 6,47 %; 2013: 6,37 %; 2012: 6,27 %). Der Behördenbetreueranteil verminderte sich auf bisher niedrigstem Niveau (2014: 0,22 %; 2013: 0,25 %; 2012: 0,24 %). Selbstständige Berufsbetreuer wurden 2014 zu 36,33 % bestellt (2013: 34,32 %; 2012: 33 %). Der Anteil der nicht anwaltlichen Berufsbetreuer betrug dabei 2014 28,59 % (2013: 27,17 %; 2012: 26,23 %). Anwälte als Berufsbetreuer wurden zu 7,74 % bestellt (2013: 7,15 %; 2012: 6,77 %).
26,5 % der von Berufsbetreuern betreuten Personen im Alter von 18 – 39 Jahren, 47,0 % im Alter von 40 – 69 Jahren sowie 26,5 % 70 Jahre und älter.
Bei Betreuerwechseln ergab sich gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um rund 2,3 % (2014: 47.490; 2013: 46.428; 2012: 45.108). Auch waren die Betreueranteile erneut höchst unterschiedlich gegenüber den Erstbestellungen. Familienangehörige wurden zu 18,2 % (2013: 19,4 %; 2012: 19,8 %) bestellt, sonstige Ehrenamtler zu 12,6 % (2013: 12,8 %; 2012: 12,7 %). Die Zahlen sind nach langjährigem Rückgang stabil. Die Bestellung selbstständiger Berufsbetreuer (inkl. Anwälte) erfolgte erstmals zu mehr als der Hälfte, nämlich 51,2 % (2013: 48,9 %; 2012: 48,8 %). Vereinsmitarbeiter wurden zu 17,7 % (2013: 18,2 % wie 2012), Behördenmitarbeiter zu 0,3 % (2013: 0,73 %; 2012: 0,53 %) bestellt. In 6.202 Fällen (2013: 6.586; 2012: 6.202) erfolgte ein Wechsel von beruflicher zu ehrenamtlicher Betreuung (entspricht 13,1 %; 2013: 14,2 %; 2012: 13,75 %). Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl beim Wechsel vom Berufsbetreuer zum Ehrenamtler um 5,8 %.
Die Zahl der genehmigten Maßnahmen nach § 1904 BGB (gefährliche Heilmaßnahmen) im Bereich der Gesundheitssorge sank 2014 gegenüber 2013 erheblich. Sie betrug 2014: 1.409 (2013 1.922) und damit 26,7 % unter den Zahlen des Vorjahres und 17,5 % über dem zuvor niedrigsten Wert 2012 von 1.707. Statistisch wird auch weiterhin nicht erfasst, ob es sich um Genehmigungen nach § 1904 Abs. 1 BGB (gefährliche Behandlungen) oder nach Abs. 2 (Beendigung bzw. Nichteinleitung lebenserhaltender Maßnahmen) handelt. Im Jahre 2014 waren von den Genehmigungsverfahren nach § 1904 BGB 349 = 22,34 % (2013: 470 = 22,19 %) nicht von Betreuern, sondern von Bevollmächtigten initiiert worden. Erstmals wurden 2014 auch Genehmigungen von ärztlichen Zwangsmaßnahmen im Rahmen geschlossener Unterbringungen (§ 1906 Abs. 3 BGB) gezählt, die unter die seit dem 26.2.2013 geltende Regelung fallen. Hier wurden 5.745 Maßnahmen genehmigt und 400 abgelehnt. Die Maßnahmen gingen zu 66,4 % auf Anträge von Betreuern, zu 33,6 % auf Anträge von Bevollmächtigten zurück.
Bei Freiheitsentziehenden Maßnahmen ist ein unterschiedlicher Trend festzustellen. Sie wurden wie folgt genehmigt Genehmigungen nach § 1906 Abs. 1 BGB
2014 gingen die Unterbringungsverfahren in 11.902 Fällen = 26 % (2013: 11.121 Fälle = 24,15 %) auf Anträge von Bevollmächtigten zurück. Der Anteil von Maßnahmen von Bevollmächtigten hat sich somit erneut erhöht. Die Unterbringungsquote je 10.000 Einwohner lag 2014 zwischen 1,85 (2013: 1,6, jeweils Brandenburg) und 14,55 (2013: 14,17; jeweils Bayern). Mittelwert war 2014 6,81 (2013 6,79). Genehmigungen nach § 1906 Abs. 4 BGB
Coeppicus, Faszinierende Zahlen zum Betreuungsrecht, Rpfleger 2000,50 sowie ders.: Berichte aus der Praxis; in Einer trage des anderen Last, Tagungsdokumentation der Ev. Akademie Loccum; Rehburg-Loccum, 1999
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