Source: https://www.diebewertung.de/generalstaatsanwaltschaft-frankfurt-am-main/
Timestamp: 2018-06-23 12:05:25
Document Index: 121382611

Matched Legal Cases: ['§ 111', '§ 111', '§ 804', '§ 111', '§ 111', '§ 804']

Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main - Diebewertung
– Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität –
Außenstelle Gießen 60 Js 620/14 ZIT
Im Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main, Konrad-Adenauer-Straße 20, 60313 Frankfurt am Main, Aktenzeichen 4891 Js 230937/14, gegen Julian Servatius Wagner, Hans-Sachs-Straße 34, 41515 Grevenbroich, wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs unter Nutzung verschiedener Online-Fake-Shops unter den Bezeichnungen (reductil-kaufen-bestellen.net; ritalin-kaufen-bestellen.biz; ritalin-bestellen-kaufen.net; ko-trofen-kaufen.biz; anabolkia-kaufen-bestellen.com; u.a.) wurden aufgrund
der Beschlagnahmebeschlüsse des Amtsgerichts Frankfurt am Main vom 01.09.2014 und 08.01.2015
gegen die Schuldner Stefano Ahlefeldt von Dehn, Daniel Galamuz, Alexandre Fabien Boris Gilett, Mandy Heyke, Dario Hopper, Sven Koch, Yanin Kroller, Petru Lunca, Jaqueline Karen Mallok, Robert Michels, Adrian Matteo, Jeremy Montini, Peter Müller, Jasmin Otte, Vlado Panov, Antonio Pellicano, Comsin Puczi, Alexander Sadler, Martin Wolf, Heinz Lomnitz und Martin Johnas
der dinglichen Arreste des Amtsgerichts Frankfurt am Main vom 21.05.2014, 17.06.2014 und 01.07.2014
gegen die Schuldner Julian Servatius Wagner, Markus Rund und Tobias Monig
diverse Vermögenswerte zur Sicherung der Ansprüche von Verletzten gemäß § 111b StPO gesichert, um Vermögensverschiebungen zu verhindern. Die tatsächliche Werthaltigkeit der Zugriffe ist der Aufstellung nur eingeschränkt zu entnehmen, sie ist abhängig von evtl. Rechten Dritter, anderweitigen Belastungen usw. Die staatsanwaltschaftlichen Sicherungsmaßnahmen und ihre Bekanntmachung nach § 111e Abs. 4 der Strafprozessordnung sollen Tatverletzten die Möglichkeit eröffnen, ihre Ansprüche in das gesicherte Vermögen durch eigene zivilrechtliche Vollstreckungsmaßnahmen zu sichern.
Das in der Zwangsvollstreckung herrschende Prioritätsprinzip gemäß § 804 Abs. 3 ZPO gilt auch in diesem Verfahren ohne Einschränkung. Dies bedeutet, dass das durch eine frühere Pfändung begründete Pfandrecht demjenigen vorgeht, das durch eine spätere Pfändung begründet wird. Eine Besonderheit ergibt sich jedoch aus §§ 111 g, 111 h StPO. Sie eröffnen ausschließlich den Tatverletzten nach durchgeführter Zwangsvollstreckung die Möglichkeit, in die Rangposition des Staates (der Staatsanwaltschaft) einzutreten.
Hierzu ist es erforderlich, dass Sie nach vollzogener Pfändung gem. §§ 111 g, 111 h StPO beim zuständigen Gericht den Antrag auf Zulassung der Zwangsvollstreckung stellen. Mit der gerichtlichen Zulassung der Zwangsvollstreckung treten sie in die Rangposition der Staatsanwaltschaft ein. Stellen mehrere Tatverletzte den Zulassungsantrag, so findet nunmehr wiederum § 804 Abs. 3 ZPO Anwendung mit der Konsequenz, dass das frühere begründete Pfandrecht demjenigen vorgeht, das durch eine spätere Pfändung begründet wurde.
Die gerichtliche Geltendmachung von Ansprüchen, verbunden mit dem Kostentragungsrisiko, liegt stets im Ermessen der Tatverletzten. Die Erfolgsaussichten eines gerichtlichen Verfahrens zur Durchsetzung Ihres Schadensersatzanspruches oder Rückzahlungsanspruches und die damit verbundene Kosten-Nutzen-Frage können Sie ggf. mit einem Rechtsanwalt Ihrer Wahl erörtern.