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Timestamp: 2020-07-10 02:05:37
Document Index: 142098303

Matched Legal Cases: ['Art. 21', 'Art. 6', 'Art. 1', 'Art. 16', 'Art. 17', 'Art. 33', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 333', 'Art. 28', 'Art. 6', 'Art. 341', 'Art. 64', 'Art. 329']

Lawbrary | ArG - Bundesgesetz über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel
I. Geltungsbereich (1 - 5)
II. Gesundheitsschutz und Plangenehmigung (6 - 8)
1. Arbeitszeit (9 - 14)
2. Ruhezeit (15 - 22)
3. Ununterbrochener Betrieb (23 - 24)
4. Weitere Vorschriften (25 - 28)
IV. Sonderschutzvorschriften
1. Jugendliche Arbeitnehmer (29 - 33)
2. Schwangere Frauen und stillende Mütter (35 - 35)
3. Arbeitnehmer mit Familienpflichten (36 - 36)
4. Andere Gruppen von Arbeitnehmern (36 - 36)
V. Betriebsordnung (37 - 39)
1. Durchführungsbestimmungen (40 - 40)
2. Aufgaben und Organisation der Behörden (41 - 44)
3. Pflichten der Arbeitgeber und Arbeitnehmer (45 - 49)
4. Verwaltungsverfügungen und Verwaltungsmassnahmen (50 - 54)
5. Verwaltungsrechtspflege (55 - 58)
6. Strafbestimmungen (59 - 62)
VII. Änderung von Bundesgesetzen (63 - 67)
VIII. Schluss- und Übergangsbestimmungen (71 - 74)
Schlussbestimmungen der Änderung vom 20. März 1998
vom 13. März 1964 (Stand am 9. Dezember 2018)
gestützt auf die Artikel 26, 31bis Absatz 2, 34bis, 34ter, 36, 64, 64bis, 85, 103 und 114bis der Bundesverfassung2,3 nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 30. September 19604,
Be­trieb­li­cher und per­sön­li­cher Gel­tungs­be­reich
1Das Ge­setz ist, un­ter Vor­be­halt der Ar­ti­kel 2-4, an­wend­bar auf al­le öf­fent­li­chen und pri­va­ten Be­trie­be.1
2Ein Be­trieb im Sin­ne des Ge­set­zes liegt vor, wenn ein Ar­beit­ge­ber dau­ernd oder vor­über­ge­hend einen oder meh­re­re Ar­beit­neh­mer be­schäf­tigt, un­ab­hän­gig da­von, ob be­stimm­te Ein­rich­tun­gen oder An­la­gen vor­han­den sind. Wenn die Vor­aus­set­zun­gen für die An­wend­bar­keit des Ge­set­zes nur für ein­zel­ne Tei­le ei­nes Be­trie­bes ge­ge­ben sind, ist das Ge­setz nur auf die­se an­wend­bar.
3Auf Ar­beit­neh­mer, wel­che ein im Aus­lan­de ge­le­ge­ner Be­trieb in der Schweiz be­schäf­tigt, ist das Ge­setz an­wend­bar, so­weit dies nach den Um­stän­den mög­lich ist.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 1998, in Kraft seit 1. Aug. 2000 (AS 2000 1569; BBl 1998 1394).
Aus­nah­men vom be­trieb­li­chen Gel­tungs­be­reich
1Das Ge­setz ist, un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 3a, nicht an­wend­bar:1
auf Ver­wal­tun­gen des Bun­des, der Kan­to­ne und Ge­mein­den, un­ter Vor­be­halt von Ab­satz 2;
auf Be­trie­be oder Tei­le von Be­trie­ben, die der Bun­des­ge­setz­ge­bung über die Ar­beit in Un­ter­neh­men des öf­fent­li­chen Ver­kehrs un­ter­ste­hen;
auf Be­trie­be, die der Bun­des­ge­setz­ge­bung über die See­schiff­fahrt un­ter der Schwei­zer­flag­ge un­ter­ste­hen;
auf Be­trie­be der land­wirt­schaft­li­chen Ur­pro­duk­ti­on, mit Ein­schluss von Ne­ben­be­trie­ben, in de­nen über­wie­gend die Er­zeug­nis­se des Haupt­be­trie­bes ver­ar­bei­tet oder ver­wer­tet wer­den, so­wie auf ört­li­che Milch­sam­mel­stel­len und die da­mit ver­bun­de­nen Milch­ver­ar­bei­tungs­be­trie­be;
auf Be­trie­be mit über­wie­gend gärt­ne­ri­scher Pflan­zen­pro­duk­ti­on, un­ter Vor­be­halt von Ab­satz 3;
auf Fi­sche­rei­be­trie­be;
auf pri­va­te Haus­hal­tun­gen.
2Die öf­fent­li­chen An­stal­ten, die den Ver­wal­tun­gen des Bun­des, der Kan­to­ne und der Ge­mein­den gleich­zu­stel­len sind, so­wie die Be­trie­be des Bun­des, der Kan­to­ne und der Ge­mein­den, auf die das Ge­setz an­wend­bar ist, wer­den durch Ver­ord­nung be­zeich­net.
3Auf Be­trie­be mit über­wie­gend gärt­ne­ri­scher Pflan­zen­pro­duk­ti­on, die Lehr­lin­ge aus­bil­den, kön­nen ein­zel­ne Be­stim­mun­gen des Ge­set­zes durch Ver­ord­nung an­wend­bar er­klärt wer­den, so­weit dies zum Schut­ze der Lehr­lin­ge er­for­der­lich ist.
4Die Be­stim­mun­gen des Ge­set­zes und sei­ner Ver­ord­nun­gen über das Min­destal­ter sind an­wend­bar auf Be­trie­be im Sin­ne von Ab­satz 1 Buch­sta­ben d-g.3
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 8. Okt. 1993, in Kraft seit 1. Mai 1994 (AS 1994 1035; BBl 1993 I 805).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II des BG vom 17. Ju­ni 2016, in Kraft seit 9. Dez. 2018 (AS 2017 3595, 2018 3285 ; BBl 2015 3999).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. März 1999, in Kraft seit 1. Aug. 2000 (AS 2000 1568; BBl 1999 513).
Aus­nah­men vom per­sön­li­chen Gel­tungs­be­reich
Das Ge­setz ist, un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 3a, fer­ner nicht an­wend­bar:1
auf Per­so­nen geist­li­chen Stan­des und an­de­re Per­so­nen, die im Diens­te von Kir­chen ste­hen, so­wie auf An­ge­hö­ri­ge von Or­dens- und Mut­ter­häu­sern oder an­de­rer re­li­gi­öser Ge­mein­schaf­ten;
auf das in der Schweiz wohn­haf­te Per­so­nal öf­fent­li­cher Ver­wal­tun­gen aus­län­di­scher Staa­ten oder in­ter­na­tio­na­ler Or­ga­ni­sa­tio­nen;
auf die Be­sat­zun­gen von schwei­ze­ri­schen Flug­be­triebs­un­ter­neh­men;
auf Ar­beit­neh­mer, die ei­ne hö­he­re lei­ten­de Tä­tig­keit oder ei­ne wis­sen­schaft­li­che oder selb­stän­di­ge künst­le­ri­sche Tä­tig­keit aus­üben;
auf Leh­rer an Pri­vat­schu­len so­wie auf Leh­rer, Für­sor­ger, Er­zie­her und Auf­se­her in An­stal­ten;
auf Heim­ar­beit­neh­mer;
auf Han­dels­rei­sen­de im Sin­ne der Bun­des­ge­setz­ge­bung;
auf Ar­beit­neh­mer, die dem Ab­kom­men vom 21. Mai 19546 über die Ar­beits­be­din­gun­gen der Rhein­schif­fer un­ter­ste­hen.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 2 des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Jan. 1995 (AS 1994 3010; BBl 1992 I 607).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2002 2547; BBl 2001 3181 6098).
4 Fas­sung ge­mä­ss Art. 21 Ziff. 2 des Heim­ar­beits­ge­set­zes vom 20. März 1981, in Kraft seit 1. April 1983 (AS 1983 108; BBl 1980 II 282).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 2 des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Jan. 1995 (AS 1994 3010; BBl 1992 I 607).
6 SR 0.747.224.022
Vor­schrif­ten über den Ge­sund­heits­schutz2
Die Vor­schrif­ten die­ses Ge­set­zes über den Ge­sund­heits­schutz (Art. 6, 35 und 36a) sind je­doch an­wend­bar:3
auf die Ver­wal­tun­gen des Bun­des, der Kan­to­ne und Ge­mein­den;
auf Ar­beit­neh­mer, die ei­ne hö­he­re lei­ten­de Tä­tig­keit oder ei­ne wis­sen­schaft­li­che oder selbst­stän­di­ge künst­le­ri­sche Tä­tig­keit aus­üben;
auf Leh­rer an Pri­vat­schu­len so­wie Leh­rer, Für­sor­ger, Er­zie­her und Auf­se­her in An­stal­ten.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 8. Okt. 1993, in Kraft seit 1. Mai 1994 (AS 1994 1035; BBl 1993 I 805).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 1998, in Kraft seit 1. Aug. 2000 (AS 2000 1569; BBl 1998 1394).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 1998, in Kraft seit 1. Aug. 2000 (AS 2000 1569; BBl 1998 1394).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 1998, in Kraft seit 1. Aug. 2000 (AS 2000 1569; BBl 1998 1394).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2002 2547; BBl 2001 3181 6098).
Fa­mi­li­en­be­trie­be
1Das Ge­setz ist nicht an­wend­bar auf Be­trie­be, in de­nen le­dig­lich der Ehe­gat­te, die ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin oder der ein­ge­tra­ge­ne Part­ner des Be­triebs­in­ha­bers, sei­ne Ver­wand­ten in auf- und ab­stei­gen­der Li­nie und de­ren Ehe­gat­ten, ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin­nen oder Part­ner so­wie sei­ne Stief­kin­der tä­tig sind.1
2Sind im Be­trieb auch an­de­re als die in Ab­satz 1 er­wähn­ten Per­so­nen tä­tig, so ist das Ge­setz nur auf die­se an­wend­bar.
3Auf ju­gend­li­che Fa­mi­li­en­glie­der im Sin­ne von Ab­satz 1 kön­nen ein­zel­ne Vor­schrif­ten des Ge­set­zes durch Ver­ord­nung an­wend­bar er­klärt wer­den, so­weit dies zum Schut­ze von Le­ben und Ge­sund­heit der Ju­gend­li­chen oder zur Wah­rung der Sitt­lich­keit er­for­der­lich ist.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 27 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).
Son­der­vor­schrif­ten für in­dus­tri­el­le Be­trie­be
1Die be­son­de­ren Vor­schrif­ten des Ge­set­zes für in­dus­tri­el­le Be­trie­be sind auf den ein­zel­nen Be­trieb oder auf ein­zel­ne Be­triebs­tei­le nur an­wend­bar auf­grund ei­ner Un­ter­stel­lungs­ver­fü­gung der kan­to­na­len Be­hör­de.1
2Als in­dus­tri­el­le Be­trie­be im Sin­ne des Ge­set­zes gel­ten Be­trie­be mit fes­ter An­la­ge von dau­ern­dem Cha­rak­ter für die Her­stel­lung, Ver­ar­bei­tung oder Be­hand­lung von Gü­tern oder für die Er­zeu­gung, Um­wand­lung oder Über­tra­gung von Ener­gie, so­fern
die Ar­beits­wei­se oder die Ar­beits­or­ga­ni­sa­ti­on durch Ma­schi­nen oder an­de­re tech­ni­sche Ein­rich­tun­gen oder durch se­ri­en­mäs­si­ge Ver­rich­tun­gen be­stimmt wer­den und für die Her­stel­lung, Ver­ar­bei­tung oder Be­hand­lung von Gü­tern oder für die Er­zeu­gung, Um­wand­lung oder Über­tra­gung von Ener­gie we­nigs­tens sechs Ar­beit­neh­mer be­schäf­tigt wer­den, oder
die Ar­beits­wei­se oder die Ar­beits­or­ga­ni­sa­ti­on we­sent­lich durch au­to­ma­ti­sier­te Ver­fah­ren be­stimmt wer­den, oder
Le­ben oder Ge­sund­heit der Ar­beit­neh­mer be­son­de­ren Ge­fah­ren aus­ge­setzt sind.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 4 des BG vom 21. Dez. 2007 über die Auf­he­bung und die Ver­ein-fa­chung von Be­wil­li­gungs­ver­fah­ren, in Kraft seit 1. Ju­ni 2008 (AS 2008 2265; BBl 2007 315).
II. Gesundheitsschutz und Plangenehmigung
Pflich­ten der Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer
1Der Ar­beit­ge­ber ist ver­pflich­tet, zum Schut­ze der Ge­sund­heit der Ar­beit­neh­mer al­le Mass­nah­men zu tref­fen, die nach der Er­fah­rung not­wen­dig, nach dem Stand der Tech­nik an­wend­bar und den Ver­hält­nis­sen des Be­trie­bes an­ge­mes­sen sind. Er hat im Wei­te­ren die er­for­der­li­chen Mass­nah­men zum Schut­ze der per­sön­li­chen In­te­gri­tät der Ar­beit­neh­mer vor­zu­se­hen.2
2Der Ar­beit­ge­ber hat ins­be­son­de­re die be­trieb­li­chen Ein­rich­tun­gen und den Ar­beits­ab­lauf so zu ge­stal­ten, dass Ge­sund­heits­ge­fähr­dun­gen und Über­be­an­spru­chun­gen der Ar­beit­neh­mer nach Mög­lich­keit ver­mie­den wer­den.
2bisDer Ar­beit­ge­ber hat da­für zu sor­gen, dass der Ar­beit­neh­mer in Aus­übung sei­ner be­ruf­li­chen Tä­tig­keit kei­nen Al­ko­hol oder an­de­re be­rau­schen­de Mit­tel kon­su­mie­ren muss. Der Bun­des­rat re­gelt die Aus­nah­men.3
3Für den Ge­sund­heits­schutz hat der Ar­beit­ge­ber die Ar­beit­neh­mer zur Mit­wir­kung her­an­zu­zie­hen. Die­se sind ver­pflich­tet, den Ar­beit­ge­ber in der Durch­füh­rung der Vor­schrif­ten über den Ge­sund­heits­schutz zu un­ter­stüt­zen.
4Durch Ver­ord­nung wird be­stimmt, wel­che Mass­nah­men für den Ge­sund­heits­schutz in den Be­trie­ben zu tref­fen sind.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. 9 des An­hangs zum Un­fall­ver­si­che­rungs­ge­setz, in Kraft seit 1. Jan. 1984 (AS 1982 1676 1724 Art. 1 Abs. 1; BBl 1976 III 141).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 1998, in Kraft seit 1. Aug. 2000 (AS 2000 1569; BBl 1998 1394).
Plan­ge­neh­mi­gung und Be­triebs­be­wil­li­gung
1Wer einen in­dus­tri­el­len Be­trieb er­rich­ten oder um­ge­stal­ten will, muss bei der kan­to­na­len Be­hör­de um die Ge­neh­mi­gung der ge­plan­ten An­la­ge nach­su­chen. Die­se holt den Be­richt der Schwei­ze­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rungs­an­stalt ein. Die im Be­richt aus­drück­lich als Wei­sun­gen be­zeich­ne­ten An­trä­ge wer­den von der kan­to­na­len Be­hör­de als Auf­la­gen in die Plan­ge­neh­mi­gung auf­ge­nom­men.2
2Ent­spricht die ge­plan­te An­la­ge den Vor­schrif­ten, so ge­neh­migt die kan­to­na­le Be­hör­de die Plä­ne, nö­ti­gen­falls mit der Auf­la­ge, dass be­son­de­re Schutz­mass­nah­men zu tref­fen sind.
3Vor der Auf­nah­me der be­trieb­li­chen Tä­tig­keit muss der Ar­beit­ge­ber bei der kan­to­na­len Be­hör­de um die Be­triebs­be­wil­li­gung nach­su­chen. Die kan­to­na­le Be­hör­de er­teilt die Be­triebs­be­wil­li­gung, wenn Bau und Ein­rich­tun­gen des Be­trie­bes der Plan­ge­neh­mi­gung ent­spre­chen.3
4Ist für die Er­rich­tung oder Um­ge­stal­tung ei­nes Be­triebs die Ge­neh­mi­gung ei­ner Bun­des­be­hör­de er­for­der­lich, so er­teilt die­se auch die Plan­ge­neh­mi­gung im Ver­fah­ren nach Ab­satz 1. Auf Be­rich­te und Mit­be­rich­te sind die Ar­ti­kel 62a und 62b des Re­gie­rungs- und Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 21. März 19974 an­wend­bar.5
2 Fas­sung des zwei­ten und drit­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I 4 des BG vom 21. Dez. 2007 über die Auf­he­bung und die Ver­ein­fa­chung von Be­wil­li­gungs­ver­fah­ren, in Kraft seit 1. Ju­ni 2008 (AS 2008 2265; BBl 2007 315).
3 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I 4 des BG vom 21. Dez. 2007 über die Auf­he­bung und die Ver­ein­fa­chung von Be­wil­li­gungs­ver­fah­ren, in Kraft seit 1. Ju­ni 2008 (AS 2008 2265; BBl 2007 315).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 16 des BG vom 18. Ju­ni 1999 über die Ko­or­di­na­ti­on und Ver­ein­fa- chung von Ent­scheid­ver­fah­ren, in Kraft seit 1. Jan. 2000 (AS 1999 3071; BBl 1998 2591).
Nicht­in­dus­tri­el­le Be­trie­be
Der Bun­des­rat kann Ar­ti­kel 7 auf nicht­in­dus­tri­el­le Be­trie­be mit er­heb­li­chen Be­triebs­ge­fah­ren an­wend­bar er­klä­ren. Die ein­zel­nen Be­triebs­ar­ten wer­den durch Ver­ord­nung be­stimmt.
Wö­chent­li­che Höchst­ar­beits­zeit
1Die wö­chent­li­che Höchst­ar­beits­zeit be­trägt:
45 Stun­den für Ar­beit­neh­mer in in­dus­tri­el­len Be­trie­ben so­wie für Bü­ro­per­so­nal, tech­ni­sche und an­de­re An­ge­stell­te, mit Ein­schluss des Ver­kaufs­per­so­nals in Gross­be­trie­ben des De­tail­han­dels;
50 Stun­den für al­le üb­ri­gen Ar­beit­neh­mer.
3Für be­stimm­te Grup­pen von Be­trie­ben oder Ar­beit­neh­mern kann die wö­chent­li­che Höchst­ar­beits­zeit durch Ver­ord­nung zeit­wei­se um höchs­tens vier Stun­den ver­län­gert wer­den, so­fern sie im Jah­res­durch­schnitt nicht über­schrit­ten wird.
4Ei­ne Ver­län­ge­rung der wö­chent­li­chen Höchst­ar­beits­zeit um höchs­tens vier Stun­den kann vom Staats­se­kre­ta­ri­at für Wirt­schaft (SE­CO)3 für be­stimm­te Grup­pen von Be­trie­ben oder Ar­beit­neh­mern oder für be­stimm­te Be­trie­be be­wil­ligt wer­den, so­fern und so­lan­ge zwin­gen­de Grün­de dies recht­fer­ti­gen.
5Auf Bü­ro­per­so­nal, tech­ni­sche und an­de­re An­ge­stell­te, mit Ein­schluss des Ver­kaufs­per­so­nals in Gross­be­trie­ben des De­tail­han­dels, die im glei­chen Be­trieb oder Be­triebs­teil zu­sam­men mit Ar­beit­neh­mern be­schäf­tigt wer­den, für die ei­ne län­ge­re wö­chent­li­che Höchst­ar­beits­zeit gilt, ist die­se eben­falls an­wend­bar.
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. März 1998, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2000 (AS 2000 1569; BBl 1998 1394).
3 Die Be­zeich­nung der Ver­wal­tungs­ein­heit wur­de in An­wen­dung von Art. 16 Abs. 3 der Pu­bli­ka­ti­ons­ver­ord­nung vom 17. Nov. 2004 (AS 2004 4937) an­ge­passt. Die­se An­pas­sung wur­de im gan­zen Text vor­ge­nom­men.
Ta­ges- und Abend­ar­beit
1Die Ar­beit von 6 Uhr bis 20 Uhr gilt als Ta­ges­ar­beit, die Ar­beit von 20 Uhr bis 23 Uhr ist Abend­ar­beit. Ta­ges- und Abend­ar­beit sind be­wil­li­gungs­frei. Abend­ar­beit kann vom Ar­beit­ge­ber nach An­hö­rung der Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tung im Be­trieb oder, wo ei­ne sol­che nicht be­steht, der be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer ein­ge­führt wer­den.
2Be­ginn und En­de der be­trieb­li­chen Ta­ges- und Abend­ar­beit kön­nen zwi­schen 5 Uhr und 24 Uhr an­ders fest­ge­legt wer­den, wenn die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tung im Be­trieb oder, wo ei­ne sol­che nicht be­steht, die Mehr­heit der be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer dem zu­stimmt. Die be­trieb­li­che Ta­ges- und Abend­ar­beit be­trägt auch in die­sem Fal­le höchs­tens 17 Stun­den.
3Die Ta­ges- und Abend­ar­beit des ein­zel­nen Ar­beit­neh­mers muss mit Ein­schluss der Pau­sen und der Über­zeit in­ner­halb von 14 Stun­den lie­gen.
Aus­gleich aus­fal­len­der Ar­beits­zeit
Wird die Ar­beit we­gen Be­triebs­stö­run­gen, we­gen Be­triebs­fe­ri­en, zwi­schen ar­beits­frei­en Ta­gen oder un­ter ähn­li­chen Um­stän­den für ver­hält­nis­mäs­sig kur­ze Zeit aus­ge­setzt oder wer­den ei­nem Ar­beit­neh­mer auf sei­nen Wunsch ar­beits­freie Ta­ge ein­ge­räumt, so darf der Ar­beit­ge­ber in­nert ei­nes an­ge­mes­se­nen Zeit­rau­mes einen ent­spre­chen­den Aus­gleich in Ab­wei­chung von der wö­chent­li­chen Höchst­ar­beits­zeit an­ord­nen. Der Aus­gleich für den ein­zel­nen Ar­beit­neh­mer darf, mit Ein­schluss von Über­zeit­ar­beit, zwei Stun­den im Tag nicht über­schrei­ten, aus­ser an ar­beits­frei­en Ta­gen oder Halb­ta­gen.
Vor­aus­set­zun­gen und Dau­er der Über­zeit­ar­beit
1Die wö­chent­li­che Höchst­ar­beits­zeit darf aus­nahms­wei­se über­schrit­ten wer­den
we­gen Dring­lich­keit der Ar­beit oder aus­ser­or­dent­li­chen Ar­beit­s­an­dran­ges;
für In­ven­tar­auf­nah­men, Rech­nungs­ab­schlüs­se und Li­qui­da­ti­ons­ar­bei­ten;
zur Ver­mei­dung oder Be­sei­ti­gung von Be­triebs­stö­run­gen, so­weit dem Ar­beit­ge­ber nicht an­de­re Vor­keh­ren zu­ge­mu­tet wer­den kön­nen.
2Die Über­zeit darf für den ein­zel­nen Ar­beit­neh­mer zwei Stun­den im Tag nicht über­schrei­ten, aus­ser an ar­beits­frei­en Werk­ta­gen oder in Not­fäl­len, und im Ka­len­der­jahr ins­ge­samt nicht mehr be­tra­gen als:
170 Stun­den für Ar­beit­neh­mer mit ei­ner wö­chent­li­chen Höchst­ar­beits­zeit von 45 Stun­den;
140 Stun­den für Ar­beit­neh­mer mit ei­ner wö­chent­li­chen Höchst­ar­beits­zeit von 50 Stun­den.1
3-4…2
Lohn­zu­schlag für Über­zeit­ar­beit
1Der Ar­beit­ge­ber hat den Ar­beit­neh­mern für die Über­zeit­ar­beit einen Lohn­zu­schlag von we­nigs­tens 25 Pro­zent aus­zu­rich­ten, dem Bü­ro­per­so­nal so­wie den tech­ni­schen und an­dern An­ge­stell­ten, mit Ein­schluss des Ver­kaufs­per­so­nals in Gross­be­trie­ben des De­tail­han­dels, je­doch nur für Über­zeit­ar­beit, die 60 Stun­den im Ka­len­der­jahr über­steigt.
2Wird Über­zeit­ar­beit im Ein­ver­ständ­nis mit dem ein­zel­nen Ar­beit­neh­mer in­nert ei­nes an­ge­mes­se­nen Zeit­raums durch Frei­zeit von glei­cher Dau­er aus­ge­gli­chen, so ist kein Zu­schlag aus­zu­rich­ten.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. März 1998, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2000 (AS 2000 1569; BBl 1998 1394).
1Die Ar­beit ist durch Pau­sen von fol­gen­der Min­dest­dau­er zu un­ter­bre­chen:
ei­ne Vier­tel­stun­de bei ei­ner täg­li­chen Ar­beits­zeit von mehr als fünfein­halb Stun­den;
ei­ne hal­be Stun­de bei ei­ner täg­li­chen Ar­beits­zeit von mehr als sie­ben Stun­den;
ei­ne Stun­de bei ei­ner täg­li­chen Ar­beits­zeit von mehr als neun Stun­den.
2Die Pau­sen gel­ten als Ar­beits­zeit, wenn die Ar­beit­neh­mer ih­ren Ar­beits­platz nicht ver­las­sen dür­fen.
Täg­li­che Ru­he­zeit
1Den Ar­beit­neh­mern ist ei­ne täg­li­che Ru­he­zeit von min­des­tens elf auf­ein­an­der fol­gen­den Stun­den zu ge­wäh­ren.
2Die Ru­he­zeit kann für er­wach­se­ne Ar­beit­neh­mer ein­mal in der Wo­che bis auf acht Stun­den her­ab­ge­setzt wer­den, so­fern die Dau­er von elf Stun­den im Durch­schnitt von zwei Wo­chen ein­ge­hal­ten wird.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 1998, in Kraft seit 1. Aug. 2000 (AS 2000 1569; BBl 1998 1394).
Ver­bot der Nacht­ar­beit
Die Be­schäf­ti­gung von Ar­beit­neh­mern aus­ser­halb der be­trieb­li­chen Ta­ges- und Abend­ar­beit nach Ar­ti­kel 10 (Nacht­ar­beit) ist un­ter­sagt. Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 17.
Aus­nah­men vom Ver­bot der Nacht­ar­beit
1Aus­nah­men vom Ver­bot der Nacht­ar­beit be­dür­fen der Be­wil­li­gung.
2Dau­ern­de oder re­gel­mäs­sig wie­der­keh­ren­de Nacht­ar­beit wird be­wil­ligt, so­fern sie aus tech­ni­schen oder wirt­schaft­li­chen Grün­den un­ent­behr­lich ist.
3Vor­über­ge­hen­de Nacht­ar­beit wird be­wil­ligt, so­fern ein drin­gen­des Be­dürf­nis nach­ge­wie­sen wird.
4Nacht­ar­beit zwi­schen 5 Uhr und 6 Uhr so­wie zwi­schen 23 Uhr und 24 Uhr wird be­wil­ligt, so­fern ein drin­gen­des Be­dürf­nis nach­ge­wie­sen wird.
5Dau­ern­de oder re­gel­mäs­sig wie­der­keh­ren­de Nacht­ar­beit wird vom SE­CO, vor­über­ge­hen­de Nacht­ar­beit von der kan­to­na­len Be­hör­de be­wil­ligt.
6Der Ar­beit­ge­ber darf den Ar­beit­neh­mer oh­ne des­sen Ein­ver­ständ­nis nicht zu Nacht­ar­beit her­an­zie­hen.
Dau­er der Nacht­ar­beit
1Bei Nacht­ar­beit darf die täg­li­che Ar­beits­zeit für den ein­zel­nen Ar­beit­neh­mer neun Stun­den nicht über­schrei­ten; sie muss, mit Ein­schluss der Pau­sen, in­ner­halb ei­nes Zeit­rau­mes von zehn Stun­den lie­gen.
2Wird der Ar­beit­neh­mer in höchs­tens drei von sie­ben auf­ein­an­der fol­gen­den Näch­ten be­schäf­tigt, so darf die täg­li­che Ar­beits­zeit un­ter den Vor­aus­set­zun­gen, wel­che durch Ver­ord­nung fest­zu­le­gen sind, zehn Stun­den be­tra­gen; sie muss aber, mit Ein­schluss der Pau­sen, in­ner­halb ei­nes Zeit­rau­mes von zwölf Stun­den lie­gen.
Lohn- und Zeit­zu­schlag
1Dem Ar­beit­neh­mer, der nur vor­über­ge­hend Nacht­ar­beit ver­rich­tet, hat der Ar­beit­ge­ber einen Lohn­zu­schlag von min­des­tens 25 Pro­zent zu be­zah­len.
2Ar­beit­neh­mer, die dau­ernd oder re­gel­mäs­sig wie­der­keh­rend Nacht­ar­beit leis­ten, ha­ben An­spruch auf ei­ne Kom­pen­sa­ti­on von 10 Pro­zent der Zeit, wäh­rend der sie Nacht­ar­beit ge­leis­tet ha­ben. Die Aus­gleichs­ru­he­zeit ist in­ner­halb ei­nes Jah­res zu ge­wäh­ren. Für Ar­beit­neh­mer, die re­gel­mäs­sig abends oder mor­gens höchs­tens ei­ne Rand­stun­de in der Nacht­zeit ar­bei­ten, kann der Aus­gleich auch als Lohn­zu­schlag ge­währt wer­den.
3Die Aus­gleichs­ru­he­zeit ge­mä­ss Ab­satz 2 ist nicht zu ge­wäh­ren, wenn:
die durch­schnitt­li­che be­trieb­li­che Schicht­dau­er ein­sch­liess­lich der Pau­sen sie­ben Stun­den nicht über­schrei­tet, oder
die Per­son, die Nacht­ar­beit leis­tet, nur in vier Näch­ten pro Wo­che (Vier-Ta­ge-Wo­che) be­schäf­tigt wird, oder
den Ar­beit­neh­mern durch Ge­samt­ar­beits­ver­trag oder die ana­lo­ge An­wen­dung öf­fent­lich-recht­li­cher Vor­schrif­ten an­de­re gleich­wer­ti­ge Aus­gleichs­ru­he­zei­ten in­ner­halb ei­nes Jah­res ge­währt wer­den.
4 Aus­gleichs­re­ge­lun­gen nach Ab­satz 3 Buch­sta­be c sind dem SE­CO zur Be­ur­tei­lung vor­zu­le­gen; die­ses stellt die Gleich­wer­tig­keit mit der ge­setz­li­chen Aus­gleichs­ru­he­zeit nach Ab­satz 2 fest.
Me­di­zi­ni­sche Un­ter­su­chung und Be­ra­tung
1Der Ar­beit­neh­mer, der über län­ge­re Zeit Nacht­ar­beit ver­rich­tet, hat An­spruch auf ei­ne Un­ter­su­chung sei­nes Ge­sund­heits­zu­stan­des so­wie dar­auf, sich be­ra­ten zu las­sen, wie die mit sei­ner Ar­beit ver­bun­de­nen Ge­sund­heits­pro­ble­me ver­min­dert oder ver­mie­den wer­den kön­nen.
2Die Ein­zel­hei­ten wer­den durch Ver­ord­nung ge­re­gelt. Für be­stimm­te Grup­pen von Ar­beit­neh­mern kann die me­di­zi­ni­sche Un­ter­su­chung ob­li­ga­to­risch er­klärt wer­den.
3Die Kos­ten der me­di­zi­ni­schen Un­ter­su­chung und der Be­ra­tung trägt der Ar­beit­ge­ber, so­weit nicht die Kran­ken­kas­se oder ein an­de­rer Ver­si­che­rer des Ar­beit­neh­mers da­für auf­kommt.
Un­taug­lich­keit zur Nacht­ar­beit
Der Ar­beit­ge­ber hat den Ar­beit­neh­mer, der aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den zur Nacht­ar­beit un­taug­lich er­klärt wird, nach Mög­lich­keit zu ei­ner ähn­li­chen Ta­ges­ar­beit zu ver­set­zen, zu der er taug­lich ist.
Art. 17e
Wei­te­re Mass­nah­men bei Nacht­ar­beit
1So­weit nach den Um­stän­den er­for­der­lich ist der Ar­beit­ge­ber, der re­gel­mäs­sig Ar­beit­neh­mer in der Nacht be­schäf­tigt, ver­pflich­tet, wei­te­re ge­eig­ne­te Mass­nah­men zum Schutz der Ar­beit­neh­mer vor­zu­se­hen, na­ment­lich im Hin­blick auf die Si­cher­heit des Ar­beits­we­ges, die Or­ga­ni­sa­ti­on des Trans­por­tes, die Ru­he­ge­le­gen­hei­ten und Ver­pfle­gungs­mög­lich­kei­ten so­wie die Kin­der­be­treu­ung.
2Die Be­wil­li­gungs­be­hör­den kön­nen die Ar­beits­zeit­be­wil­li­gun­gen mit ent­spre­chen­den Auf­la­gen ver­bin­den.
Ver­bot der Sonn­tags­ar­beit
1In der Zeit zwi­schen Sams­tag 23 Uhr und Sonn­tag 23 Uhr ist die Be­schäf­ti­gung von Ar­beit­neh­mern un­ter­sagt. Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 19.
2Der in Ab­satz 1 fest­ge­leg­te Zeit­raum von 24 Stun­den kann um höchs­tens ei­ne Stun­de vor­ge­zo­gen oder ver­scho­ben wer­den, wenn die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tung im Be­trieb oder, wo ei­ne sol­che nicht be­steht, die Mehr­heit der be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer dem zu­stimmt.
1Aus­nah­men vom Ver­bot der Sonn­tags­ar­beit be­dür­fen der Be­wil­li­gung.
2Dau­ern­de oder re­gel­mäs­sig wie­der­keh­ren­de Sonn­tags­ar­beit wird be­wil­ligt, so­fern sie aus tech­ni­schen oder wirt­schaft­li­chen Grün­den un­ent­behr­lich ist.
3Vor­über­ge­hen­de Sonn­tags­ar­beit wird be­wil­ligt, so­fern ein drin­gen­des Be­dürf­nis nach­ge­wie­sen wird. Dem Ar­beit­neh­mer ist ein Lohn­zu­schlag von 50 Pro­zent zu be­zah­len.
4Dau­ern­de oder re­gel­mäs­sig wie­der­keh­ren­de Sonn­tags­ar­beit wird vom SE­CO, vor­über­ge­hen­de Sonn­tags­ar­beit von der kan­to­na­len Be­hör­de be­wil­ligt.
5Der Ar­beit­ge­ber darf den Ar­beit­neh­mer oh­ne des­sen Ein­ver­ständ­nis nicht zu Sonn­tags­ar­beit her­an­zie­hen.
6Die Kan­to­ne kön­nen höchs­tens vier Sonn­ta­ge pro Jahr be­zeich­nen, an de­nen Ar­beit­neh­mer in Ver­kaufs­ge­schäf­ten oh­ne Be­wil­li­gung be­schäf­tigt wer­den dür­fen.2
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Dez. 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2903; BBl 2007 4261 4269).
Frei­er Sonn­tag und Er­satz­ru­he
1In­nert zwei­er Wo­chen muss we­nigs­tens ein­mal ein gan­zer Sonn­tag als wö­chent­li­cher Ru­he­tag un­mit­tel­bar vor oder nach der täg­li­chen Ru­he­zeit frei­ge­ge­ben wer­den. Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 24.
2Sonn­tags­ar­beit von ei­ner Dau­er bis zu fünf Stun­den ist durch Frei­zeit aus­zu­glei­chen. Dau­ert sie län­ger als fünf Stun­den, so ist wäh­rend der vor­her­ge­hen­den oder der nach­fol­gen­den Wo­che im An­schluss an die täg­li­che Ru­he­zeit ein auf einen Ar­beits­tag fal­len­der Er­satz­ru­he­tag von min­des­tens 24 auf­ein­an­der fol­gen­den Stun­den zu ge­wäh­ren.
3Der Ar­beit­ge­ber darf die Ar­beit­neh­mer wäh­rend der Er­satz­ru­he vor­über­ge­hend zur Ar­beit her­an­zie­hen, so­weit dies not­wen­dig ist, um dem Ver­derb von Gü­tern vor­zu­beu­gen oder um Be­triebs­stö­run­gen zu ver­mei­den oder zu be­sei­ti­gen; doch ist die Er­satz­ru­he spä­tes­tens in der fol­gen­den Wo­che zu ge­wäh­ren.
Fei­er­ta­ge und re­li­gi­öse Fei­ern
1Der Bun­des­fei­er­tag ist den Sonn­ta­gen gleich­ge­stellt. Die Kan­to­ne kön­nen höchs­tens acht wei­te­re Fei­er­ta­ge im Jahr den Sonn­ta­gen gleich­stel­len und sie nach Kan­tons­tei­len ver­schie­den an­set­zen.
2Der Ar­beit­neh­mer ist be­rech­tigt, an an­dern als den von den Kan­to­nen an­er­kann­ten re­li­gi­ösen Fei­er­ta­gen die Ar­beit aus­zu­set­zen. Er hat je­doch sein Vor­ha­ben dem Ar­beit­ge­ber spä­tes­tens drei Ta­ge im Vor­aus an­zu­zei­gen. Ar­ti­kel 11 ist an­wend­bar.
3Für den Be­such von re­li­gi­ösen Fei­ern muss der Ar­beit­ge­ber dem Ar­beit­neh­mer auf des­sen Wunsch die er­for­der­li­che Zeit nach Mög­lich­keit frei­ge­ben.
Wö­chent­li­cher frei­er Halb­tag
1Wird die wö­chent­li­che Ar­beits­zeit auf mehr als fünf Ta­ge ver­teilt, so ist den Ar­beit­neh­mern je­de Wo­che ein frei­er Halb­tag zu ge­wäh­ren, mit Aus­nah­me der Wo­chen, in die ein ar­beits­frei­er Tag fällt.
2Der Ar­beit­ge­ber darf im Ein­ver­ständ­nis mit dem Ar­beit­neh­mer die wö­chent­li­chen frei­en Halb­ta­ge für höchs­tens vier Wo­chen zu­sam­men­hän­gend ge­wäh­ren; die wö­chent­li­che Höchst­ar­beits­zeit ist im Durch­schnitt ein­zu­hal­ten.
3Ar­ti­kel 20 Ab­satz 3 ist sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.1
Ver­bot der Ab­gel­tung der Ru­he­zeit
So­weit das Ge­setz Ru­he­zei­ten vor­schreibt, dür­fen die­se nicht durch Geld­leis­tun­gen oder an­de­re Ver­güns­ti­gun­gen ab­ge­gol­ten wer­den, aus­ser bei Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses.
3. Ununterbrochener Betrieb
Un­un­ter­bro­che­ner Be­trieb
1Der un­un­ter­bro­che­ne Be­trieb be­darf der Be­wil­li­gung.
2Dau­ern­der oder wie­der­keh­ren­der un­un­ter­bro­che­ner Be­trieb wird be­wil­ligt, so­fern er aus tech­ni­schen oder wirt­schaft­li­chen Grün­den un­ent­behr­lich ist.
3Vor­über­ge­hen­der un­un­ter­bro­che­ner Be­trieb wird be­wil­ligt, so­fern ein drin­gen­des Be­dürf­nis nach­ge­wie­sen wird.
4Dau­ern­der oder wie­der­keh­ren­der un­un­ter­bro­che­ner Be­trieb wird vom SE­CO, vor­über­ge­hen­der un­un­ter­bro­che­ner Be­trieb von der kan­to­na­len Be­hör­de be­wil­ligt.
5Durch Ver­ord­nung wird be­stimmt, un­ter wel­chen zu­sätz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen und wie weit bei un­un­ter­bro­che­nem Be­trieb die täg­li­che und wö­chent­li­che Höchst­ar­beits­zeit ver­län­gert und die Ru­he­zeit an­ders ver­teilt wer­den kann. Da­bei darf in der Re­gel die wö­chent­li­che Höchst­ar­beits­zeit im Durch­schnitt von 16 Wo­chen nicht über­schrit­ten wer­den.
6Im Üb­ri­gen sind auf den un­un­ter­bro­che­nen Be­trieb die Vor­schrif­ten über die Nacht- und Sonn­tags­ar­beit an­wend­bar.
4. Weitere Vorschriften
Schich­ten­wech­sel
1Die Ar­beits­zeit ist so ein­zu­tei­len, dass der ein­zel­ne Ar­beit­neh­mer nicht län­ger als wäh­rend sechs auf­ein­an­der fol­gen­den Wo­chen die glei­che Schicht zu leis­ten hat.
2Bei zwei­schich­ti­ger Ar­beit am Tag und am Abend muss der Ar­beit­neh­mer an bei­den Schich­ten und bei Nacht­ar­beit an der Ta­ges- und Nacht­ar­beit gleich­mäs­sig An­teil ha­ben.
3Wenn die be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer ein­ver­stan­den sind und die durch Ver­ord­nung fest­zu­le­gen­den Be­din­gun­gen und Auf­la­gen ein­ge­hal­ten wer­den, kann die Dau­er von sechs Wo­chen ver­län­gert, oder aber es kann auf den Wech­sel ganz ver­zich­tet wer­den.
Wei­te­re Schutz­be­stim­mun­gen
1Über die Über­zeit-, Nacht- und Sonn­tags­ar­beit so­wie über die Schicht­ar­beit und den un­un­ter­bro­che­nen Be­trieb kön­nen zum Schut­ze der Ar­beit­neh­mer durch Ver­ord­nung im Rah­men der wö­chent­li­chen Höchst­ar­beits­zeit wei­te­re Be­stim­mun­gen auf­ge­stellt wer­den.1
2Die wö­chent­li­che Höchst­ar­beits­zeit kann für be­stimm­te Grup­pen von Be­trie­ben oder Ar­beit­neh­mern durch Ver­ord­nung ver­kürzt wer­den, so­weit dies zum Schut­ze der Ge­sund­heit der Ar­beit­neh­mer er­for­der­lich ist.
Son­der­be­stim­mun­gen für be­stimm­te Grup­pen von Be­trie­ben oder Ar­beit­neh­mern
1Be­stimm­te Grup­pen von Be­trie­ben oder Ar­beit­neh­mern kön­nen durch Ver­ord­nung ganz oder teil­wei­se von den Vor­schrif­ten der Ar­ti­kel 9-17a, 17b Ab­satz 1, 18-20, 21, 24, 25, 31 und 36 aus­ge­nom­men und ent­spre­chen­den Son­der­be­stim­mun­gen un­ter­stellt wer­den, so­weit dies mit Rück­sicht auf ih­re be­son­de­ren Ver­hält­nis­se not­wen­dig ist.1
1bisIns­be­son­de­re wer­den klein­ge­werb­li­che Be­trie­be, für die Nacht- und Sonn­tags­ar­beit be­triebs­not­wen­dig ist, von der Be­wil­li­gungs­pflicht aus­ge­nom­men.2
1terIn Ver­kaufs­stel­len und Dienst­leis­tungs­be­trie­ben in Bahn­hö­fen, wel­che auf Grund des gros­sen Rei­se­ver­kehrs Zen­tren des öf­fent­li­chen Ver­kehrs sind, so­wie in Flug­hä­fen dür­fen Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer sonn­tags be­schäf­tigt wer­den.3
1qua­terAuf Au­to­bahn­rast­stät­ten und an Haupt­ver­kehrs­we­gen mit star­kem Rei­se­ver­kehr dür­fen in Tank­stel­len­shops, de­ren Wa­ren- und Dienst­leis­tungs­an­ge­bot in ers­ter Li­nie auf die Be­dürf­nis­se der Rei­sen­den aus­ge­rich­tet ist, Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer sonn­tags und in der Nacht be­schäf­tigt wer­den.4
2Sol­che Son­der­be­stim­mun­gen kön­nen ins­be­son­de­re er­las­sen wer­den
für Be­trie­be der Er­zie­hung, des Un­ter­richts, der Für­sor­ge, der Kran­ken­pfle­ge, der ärzt­li­chen Be­hand­lung so­wie für Apo­the­ken;
für Be­trie­be der Be­her­ber­gung, der Be­wir­tung und der Un­ter­hal­tung so­wie für Be­trie­be, die der Ver­sor­gung des Gast­ge­wer­bes bei be­son­de­ren An­läs­sen die­nen;
für Be­trie­be, die den Be­dürf­nis­sen des Frem­den­ver­kehrs oder der land­wirt­schaft­li­chen Be­völ­ke­rung die­nen;
für Be­trie­be, die der Ver­sor­gung mit leicht ver­derb­li­chen Gü­tern die­nen;
für Be­trie­be, die der Ver­ar­bei­tung land­wirt­schaft­li­cher Er­zeug­nis­se die­nen, so­wie für Gar­ten­bau­be­trie­be, die nicht un­ter Ar­ti­kel 2 Ab­satz 1 Buch­sta­be e fal­len;
für Forst­be­trie­be;
für Be­trie­be, die der Ver­sor­gung mit Elek­tri­zi­tät, Gas oder Was­ser die­nen;
für Be­trie­be, die der Ver­sor­gung von Fahr­zeu­gen mit Be­triebss­tof­fen oder ih­rer In­stand­hal­tung und In­stand­stel­lung die­nen;
für Re­dak­tio­nen von Zei­tun­gen und Zeit­schrif­ten;
für das Bo­den­per­so­nal der Luft­fahrt;
für Ar­beit­neh­mer auf Bau­plät­zen und in Stein­brü­chen, für wel­che we­gen ih­rer geo­gra­phi­schen La­ge oder we­gen be­son­de­rer kli­ma­ti­scher oder tech­ni­scher Ver­hält­nis­se ei­ne be­son­de­re Ord­nung der Ar­beits­zeit er­for­der­lich ist;
für Ar­beit­neh­mer, de­ren Ar­beits­zeit in er­heb­li­chem Mas­se blos­se Prä­senz­zeit ist oder de­ren Tä­tig­keit in er­heb­li­chem Mas­se Rei­sen oder ei­ne häu­fi­ge Ver­le­gung des Ar­beits­plat­zes er­for­dert.
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. März 1998, in Kraft seit 1. Aug. 2000 (AS 2000 1569; BBl 1998 1394).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 8. Okt. 2004, in Kraft seit 1. April 2006 (AS 2006 961; BBl 2004 1621 1629).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der BG vom 14. Dez 2012, in Kraft seit 1. Dez. 2013 (AS 2013 4081; BBl 2011 8981, 2012 437).
Ge­ring­fü­gi­ge Ab­wei­chun­gen
Die zu­stän­di­ge Be­hör­de ist er­mäch­tigt, in ih­ren Ar­beits­zeit­be­wil­li­gun­gen aus­nahms­wei­se ge­ring­fü­gi­ge Ab­wei­chun­gen von den Vor­schrif­ten des Ge­set­zes oder ei­ner Ver­ord­nung vor­zu­se­hen, so­weit der Be­fol­gung die­ser Vor­schrif­ten aus­ser­or­dent­li­che Schwie­rig­kei­ten ent­ge­gen­ste­hen und das Ein­ver­ständ­nis der Mehr­heit der be­tei­lig­ten Ar­beit­neh­mer oder de­ren Ver­tre­tung im Be­trie­be vor­liegt.
1. Jugendliche Arbeitnehmer
All­ge­mei­ne Vor­schrif­ten
1Als Ju­gend­li­che gel­ten Ar­beit­neh­mer bei­der Ge­schlech­ter bis zum vollen­de­ten 18. Al­ters­jahr.1
2Der Ar­beit­ge­ber hat auf die Ge­sund­heit der Ju­gend­li­chen ge­büh­rend Rück­sicht zu neh­men und für die Wah­rung der Sitt­lich­keit zu sor­gen. Er hat na­ment­lich dar­auf zu ach­ten, dass die Ju­gend­li­chen nicht über­an­strengt wer­den und vor schlech­ten Ein­flüs­sen im Be­trie­be be­wahrt blei­ben.
3Die Ver­wen­dung Ju­gend­li­cher für be­stimm­te Ar­bei­ten kann zum Schut­ze von Le­ben und Ge­sund­heit oder zur Wah­rung der Sitt­lich­keit durch Ver­ord­nung un­ter­sagt oder von be­son­de­ren Vor­aus­set­zun­gen ab­hän­gig ge­macht wer­den.
4Bei der Ein­stel­lung ei­nes Ju­gend­li­chen hat der Ar­beit­ge­ber einen Al­ters­aus­weis zu ver­lan­gen. Durch Ver­ord­nung kann be­stimmt wer­den, dass aus­ser­dem ein ärzt­li­ches Zeug­nis bei­zu­brin­gen ist.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4957; BBl 2004 6773).
Min­destal­ter
1Vor dem vollen­de­ten 15. Al­ters­jahr dür­fen Ju­gend­li­che nicht be­schäf­tigt wer­den. Vor­be­hal­ten blei­ben die Ab­sät­ze 2 und 3.
2Durch Ver­ord­nung wird be­stimmt, für wel­che Grup­pen von Be­trie­ben oder Ar­beit­neh­mern so­wie un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen:
Ju­gend­li­che im Al­ter von über 13 Jah­ren zu Bo­ten­gän­gen und leich­ten Ar­bei­ten her­an­ge­zo­gen wer­den dür­fen;
Ju­gend­li­che im Al­ter von un­ter 15 Jah­ren bei kul­tu­rel­len, künst­le­ri­schen und sport­li­chen Dar­bie­tun­gen so­wie in der Wer­bung be­schäf­tigt wer­den dür­fen.1
3Die Kan­to­ne, in de­nen die Schul­pflicht vor dem vollen­de­ten 15. Al­ters­jahr en­digt, kön­nen durch Ver­ord­nung er­mäch­tigt wer­den, für schul­ent­las­se­ne Ju­gend­li­che im Al­ter von mehr als 14 Jah­ren un­ter be­son­de­ren Vor­aus­set­zun­gen Aus­nah­men zu be­wil­li­gen.
Ar­beits- und Ru­he­zeit
1Die täg­li­che Ar­beits­zeit der Ju­gend­li­chen darf die­je­ni­ge der an­dern im Be­trie­be be­schäf­tig­ten Ar­beit­neh­mer und, falls kei­ne an­de­ren Ar­beit­neh­mer vor­han­den sind, die orts­üb­li­che Ar­beits­zeit nicht über­schrei­ten und nicht mehr als neun Stun­den be­tra­gen. Auf die Ar­beits­zeit sind all­fäl­li­ge Über­zeit­ar­beit so­wie ob­li­ga­to­ri­scher Un­ter­richt, so­weit er in die Ar­beits­zeit fällt, an­zu­rech­nen.1
2Die Ta­ges­ar­beit der Ju­gend­li­chen muss, mit Ein­schluss der Pau­sen, in­ner­halb ei­nes Zeit­rau­mes von zwölf Stun­den lie­gen. Ju­gend­li­che bis zum vollen­de­ten 16. Al­ters­jahr dür­fen höchs­tens bis 20 Uhr und Ju­gend­li­che von mehr als 16 Jah­ren höchs­tens bis 22 Uhr be­schäf­tigt wer­den. Vor­be­hal­ten blei­ben ab­wei­chen­de Be­stim­mun­gen über die Be­schäf­ti­gung Ju­gend­li­cher im Sin­ne von Ar­ti­kel 30 Ab­satz 2.2
3Ju­gend­li­che dür­fen bis zum vollen­de­ten 16. Al­ters­jahr zu Über­zeit­ar­beit nicht ein­ge­setzt wer­den.3
4Der Ar­beit­ge­ber darf Ju­gend­li­che wäh­rend der Nacht und an Sonn­ta­gen nicht be­schäf­ti­gen. Aus­nah­men kön­nen, ins­be­son­de­re im In­ter­es­se der be­ruf­li­chen Aus­bil­dung so­wie für die Be­schäf­ti­gung Ju­gend­li­cher im Sin­ne von Ar­ti­kel 30 Ab­satz 2, durch Ver­ord­nung vor­ge­se­hen wer­den.4
1 Fas­sung des Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. März 1998, in Kraft seit 1. Aug. 2000 (AS 2000 1569; BBl 1998 1394).
Be­son­de­re Für­sor­ge­pflich­ten des Ar­beit­ge­bers
1Er­krankt der Ju­gend­li­che, er­lei­det er einen Un­fall oder er­weist er sich als ge­sund­heit­lich oder sitt­lich ge­fähr­det, so ist der In­ha­ber der el­ter­li­chen Sor­ge oder der Vor­mund zu be­nach­rich­ti­gen.1 Bis zum Ein­tref­fen ih­rer Wei­sun­gen hat der Ar­beit­ge­ber die ge­bo­te­nen Mass­nah­men zu tref­fen.
2Lebt der Ju­gend­li­che in der Haus­ge­mein­schaft des Ar­beit­ge­bers, so hat die­ser für ei­ne aus­rei­chen­de und dem Al­ter ent­spre­chen­de Ver­pfle­gung so­wie für ge­sund­heit­lich und sitt­lich ein­wand­freie Un­ter­kunft zu sor­gen.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 24 des BG vom 19. Dez. 2008 (Er­wach­se­nen­schutz, Per­so­nen­recht und Kin­des­recht), in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2011 725; BBl 2006 7001).
Art. 33 und 34
2. Schwangere Frauen und stillende Mütter
Ge­sund­heits­schutz bei Mut­ter­schaft
1Der Ar­beit­ge­ber hat schwan­ge­re Frau­en und stil­len­de Müt­ter so zu be­schäf­ti­gen und ih­re Ar­beits­be­din­gun­gen so zu ge­stal­ten, dass ih­re Ge­sund­heit und die Ge­sund­heit des Kin­des nicht be­ein­träch­tigt wer­den.
2Durch Ver­ord­nung kann die Be­schäf­ti­gung schwan­ge­rer Frau­en und stil­len­der Müt­ter für be­schwer­li­che und ge­fähr­li­che Ar­bei­ten aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den un­ter­sagt oder von be­son­de­ren Vor­aus­set­zun­gen ab­hän­gig ge­macht wer­den.
3Schwan­ge­re Frau­en und stil­len­de Müt­ter, die auf­grund der Vor­schrif­ten von Ab­satz 2 be­stimm­te Ar­bei­ten nicht ver­rich­ten kön­nen, ha­ben An­spruch auf 80 Pro­zent des Loh­nes, samt ei­ner an­ge­mes­se­nen Ver­gü­tung für aus­fal­len­den Na­tu­ral­lohn, so­weit ih­nen der Ar­beit­ge­ber kei­ne gleich­wer­ti­ge Er­satz­ar­beit zu­wei­sen kann.
Be­schäf­ti­gung bei Mut­ter­schaft
1Schwan­ge­re und stil­len­de Frau­en dür­fen nur mit ih­rem Ein­ver­ständ­nis be­schäf­tigt wer­den.
2Schwan­ge­re dür­fen auf blos­se An­zei­ge hin von der Ar­beit fern­blei­ben oder die Ar­beit ver­las­sen. Stil­len­den Müt­tern ist die er­for­der­li­che Zeit zum Stil­len frei­zu­ge­ben.
3Wöch­ne­rin­nen dür­fen wäh­rend acht Wo­chen nach der Nie­der­kunft nicht und da­nach bis zur 16. Wo­che nur mit ih­rem Ein­ver­ständ­nis be­schäf­tigt wer­den.
4Schwan­ge­re Frau­en dür­fen ab der 8. Wo­che vor der Nie­der­kunft zwi­schen 20 Uhr und 6 Uhr nicht be­schäf­tigt wer­den.
Er­satz­ar­beit und Lohn­fort­zah­lung bei Mut­ter­schaft
1Der Ar­beit­ge­ber hat schwan­ge­ren Frau­en, die zwi­schen 20 Uhr und 6 Uhr be­schäf­tigt wer­den, nach Mög­lich­keit ei­ne gleich­wer­ti­ge Ar­beit zwi­schen 6 Uhr und 20 Uhr an­zu­bie­ten. Die­se Ver­pflich­tung gilt auch für die Zeit zwi­schen der 8. und der 16. Wo­che nach der Nie­der­kunft.
2Frau­en, die zwi­schen 20 Uhr und 6 Uhr be­schäf­tigt wer­den, ha­ben wäh­rend der in Ab­satz 1 fest­ge­leg­ten Zeiträu­me An­spruch auf 80 Pro­zent des Loh­nes, oh­ne all­fäl­li­ge Zu­schlä­ge für Nacht­ar­beit, samt ei­ner an­ge­mes­se­nen Ver­gü­tung für aus­fal­len­den Na­tu­ral­lohn, so­weit ih­nen kei­ne an­de­re gleich­wer­ti­ge Ar­beit an­ge­bo­ten wer­den kann.
3. Arbeitnehmer mit Familienpflichten
1Bei der Fest­set­zung der Ar­beits- und Ru­he­zeit ist auf Ar­beit­neh­mer mit Fa­mi­li­en­pflich­ten be­son­ders Rück­sicht zu neh­men. Als Fa­mi­li­en­pflich­ten gel­ten die Er­zie­hung von Kin­dern bis 15 Jah­ren so­wie die Be­treu­ung pfle­ge­be­dürf­ti­ger An­ge­hö­ri­ger oder na­he ste­hen­der Per­so­nen.
2Die­se Ar­beit­neh­mer dür­fen nur mit ih­rem Ein­ver­ständ­nis zu Über­zeit­ar­beit her­an­ge­zo­gen wer­den. Auf ihr Ver­lan­gen ist ih­nen ei­ne Mit­tags­pau­se von we­nigs­tens an­dert­halb Stun­den zu ge­wäh­ren.
3Der Ar­beit­ge­ber hat Ar­beit­neh­mern mit Fa­mi­li­en­pflich­ten ge­gen Vor­la­ge ei­nes ärzt­li­chen Zeug­nis­ses die zur Be­treu­ung kran­ker Kin­der er­for­der­li­che Zeit im Um­fang bis zu drei Ta­gen frei­zu­ge­ben.
4. Andere Gruppen von Arbeitnehmern
Durch Ver­ord­nung kann die Be­schäf­ti­gung an­de­rer Grup­pen von Ar­beit­neh­mern für be­schwer­li­che und ge­fähr­li­che Ar­bei­ten aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den un­ter­sagt oder von be­son­de­ren Vor­aus­set­zun­gen ab­hän­gig ge­macht wer­den.
1Für in­dus­tri­el­le Be­trie­be ist ei­ne Be­triebs­ord­nung auf­zu­stel­len.
2Durch Ver­ord­nung kann die Auf­stel­lung ei­ner Be­triebs­ord­nung auch für nicht-in­dus­tri­el­le Be­trie­be vor­ge­schrie­ben wer­den, so­weit die Art des Be­trie­bes oder die Zahl der Ar­beit­neh­mer dies recht­fer­ti­gen.
3An­de­re nicht-in­dus­tri­el­le Be­trie­be kön­nen nach Mass­ga­be der Vor­schrif­ten die­ses Ab­schnit­tes frei­wil­lig ei­ne Be­triebs­ord­nung auf­stel­len.
4Die Be­triebs­ord­nung wird zwi­schen dem Ar­beit­ge­ber und ei­ner von den Ar­beit­neh­mern frei ge­wähl­ten Ver­tre­tung schrift­lich ver­ein­bart oder vom Ar­beit­ge­ber nach An­hö­ren der Ar­beit­neh­mer er­las­sen.
1Die Be­triebs­ord­nung hat Be­stim­mun­gen über den Ge­sund­heits­schutz und die Un­fall­ver­hü­tung und, so­weit not­wen­dig, über die Ord­nung im Be­trieb und das Ver­hal­ten der Ar­beit­neh­mer im Be­trieb auf­zu­stel­len; Ord­nungs­stra­fen sind nur zu­läs­sig, wenn sie in der Be­triebs­ord­nung an­ge­mes­sen ge­re­gelt sind.
2Die ver­ein­bar­te Be­triebs­ord­nung kann auch an­de­re Be­stim­mun­gen ent­hal­ten, die das Ver­hält­nis zwi­schen dem Ar­beit­ge­ber und den Ar­beit­neh­mern be­tref­fen, je­doch nur so­weit, als ihr Ge­gen­stand in dem Be­reich, dem der Be­trieb an­ge­hört, nicht üb­li­cher­wei­se durch Ge­samt­ar­beits­ver­trag oder durch an­de­re kol­lek­ti­ve Ver­ein­ba­rung ge­re­gelt wird.
3Der In­halt der Be­triebs­ord­nung darf dem zwin­gen­den Recht und den für den Ar­beit­ge­ber ver­bind­li­chen Ge­samt­ar­beits­ver­trä­gen nicht wi­der­spre­chen.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II Art. 5 des BG vom 25. Ju­ni 1971 über die Re­vi­si­on des Zehn­ten Ti­tels und des Zehn­ten Ti­telsbis des Ob­li­ga­tio­nen­rechts (Der Ar­beits­ver­trag), in Kraft seit 1. Jan. 1972 (AS 1971 1465; BBl 1967 II 241).
Kon­trol­le, Wir­kun­gen1
1Die Be­triebs­ord­nung ist der kan­to­na­len Be­hör­de zu­zu­stel­len; stellt die­se fest, dass Be­stim­mun­gen der Be­triebs­ord­nung mit den Vor­schrif­ten die­ses Ge­set­zes nicht über­ein­stim­men, so ist das Ver­fah­ren ge­mä­ss Ar­ti­kel 51 durch­zu­füh­ren.2
2Nach der Be­kannt­ga­be im Be­trieb ist die Be­triebs­ord­nung für den Ar­beit­ge­ber und für die Ar­beit­neh­mer ver­bind­lich.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II Art. 5 des BG vom 25. Ju­ni 1971 über die Re­vi­si­on des Zehn­ten Ti­tels und des Zehn­ten Ti­telsbis des Ob­li­ga­tio­nen­rechts (Der Ar­beits­ver­trag), in Kraft seit 1. Jan. 1972 (AS 1971 1465; BBl 1967 II 241).
1Der Bun­des­rat ist zu­stän­dig zum Er­las­se
von Ver­ord­nungs­be­stim­mun­gen in den vom Ge­setz aus­drück­lich vor­ge­se­he­nen Fäl­len;
von Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen zur nä­hern Um­schrei­bung ein­zel­ner Vor­schrif­ten des Ge­set­zes;
von Ver­wal­tungs­be­stim­mun­gen für die Voll­zugs- und Auf­sichts­be­hör­den.
2Vor dem Er­las­se von Be­stim­mun­gen ge­mä­ss Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und b sind die Kan­to­ne, die Eid­ge­nös­si­sche Ar­beits­kom­mis­si­on und die zu­stän­di­gen Or­ga­ni­sa­tio­nen der Wirt­schaft an­zu­hö­ren.
Kan­to­ne
1Der Voll­zug des Ge­set­zes und der Ver­ord­nun­gen ob­liegt, un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 42, den Kan­to­nen. Die­se be­zeich­nen die zu­stän­di­gen Voll­zugs­be­hör­den und ei­ne kan­to­na­le Re­kurs­be­hör­de.
2Die Kan­to­ne er­stat­ten dem Bun­des­rat nach Ab­lauf je­des zwei­ten Jah­res Be­richt über den Voll­zug.
3Be­ste­hen Zwei­fel über die An­wend­bar­keit des Ge­set­zes auf ein­zel­ne nicht-in­dus­tri­el­le Be­trie­be oder ein­zel­ne Ar­beit­neh­mer in in­dus­tri­el­len oder nicht-in­dus­tri­el­len Be­trie­ben, so ent­schei­det die kan­to­na­le Be­hör­de.
1Der Bund übt die Ober­auf­sicht über den Voll­zug des Ge­set­zes und der Ver­ord­nun­gen durch die Kan­to­ne aus. Er kann den kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den Wei­sun­gen er­tei­len.
2Dem Bund ob­lie­gen fer­ner die Voll­zugs­mass­nah­men, für die ihn das Ge­setz aus­drück­lich als zu­stän­dig er­klärt, so­wie der Voll­zug des Ge­set­zes und der Ver­ord­nun­gen in den Be­trie­ben des Bun­des im Sin­ne von Ar­ti­kel 2 Ab­satz 2.
3Die Auf­ga­ben des Bun­des im Sin­ne der Ab­sät­ze 1 und 2 ob­lie­gen dem SE­CO, so­weit sie nicht dem Bun­des­rat oder dem Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ment für Wirt­schaft, Bil­dung und For­schung1 vor­be­hal­ten blei­ben.
4Für die Durch­füh­rung sei­ner Auf­ga­ben ste­hen dem SE­CO die Eid­ge­nös­si­schen Ar­beits­in­spek­to­ra­te und der Ar­beit­s­ärzt­li­che Dienst zur Ver­fü­gung. Es kann fer­ner be­son­de­re Fach­in­spek­to­ra­te oder Sach­ver­stän­di­ge her­an­zie­hen.
1 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I 18 der V vom 15. Ju­ni 2012 (Neu­glie­de­rung der De­par­te­men­te), in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 3655).
Ar­beits­kom­mis­si­on
1Der Bun­des­rat be­stellt ei­ne Eid­ge­nös­si­sche Ar­beits­kom­mis­si­on aus Ver­tre­tern der Kan­to­ne und wis­sen­schaft­li­chen Sach­ver­stän­di­gen, aus Ver­tre­tern der Ar­beit­ge­ber- und Ar­beit­neh­mer­ver­bän­de in glei­cher Zahl so­wie aus Ver­tre­tern wei­te­rer Or­ga­ni­sa­tio­nen.
2Die Ar­beits­kom­mis­si­on be­gut­ach­tet zu­han­den der Bun­des­be­hör­den Fra­gen der Ge­setz­ge­bung und des Voll­zugs. Sie ist be­fugt, von sich aus An­re­gun­gen zu ma­chen.
1Per­so­nen, die mit Auf­ga­ben nach die­sem Ge­setz be­traut sind oder da­bei mit­wir­ken, sind ver­pflich­tet, über Tat­sa­chen, die ih­nen bei ih­rer Tä­tig­keit zur Kennt­nis ge­lan­gen, ge­gen­über Drit­ten Still­schwei­gen zu be­wah­ren.
2Die mit der Auf­sicht und dem Voll­zug die­ses Ge­set­zes be­trau­ten kan­to­na­len Be­hör­den und das SE­CO un­ter­stüt­zen sich ge­gen­sei­tig in der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben; sie er­tei­len ein­an­der die be­nö­tig­ten Aus­künf­te kos­ten­los und ge­wäh­ren auf Ver­lan­gen Ein­sicht in amt­li­che Ak­ten. Die in An­wen­dung die­ser Vor­schrift ge­mel­de­ten oder fest­ge­stell­ten Tat­sa­chen un­ter­lie­gen der Schwei­ge­pflicht nach Ab­satz 1.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. VII 3 des BG vom 24. März 2000 über die Schaf­fung und die An­pas­sung ge­setz­li­cher Grund­la­gen für die Be­ar­bei­tung von Per­so­nen­da­ten, in Kraft seit 1. Sept. 2000 (AS 2000 1891; BBl 1999 9005).
Da­ten­be­kannt­ga­be
1Das SE­CO oder die zu­stän­di­ge kan­to­na­le Be­hör­de kann auf be­grün­de­tes schrift­li­ches Ge­such hin Da­ten be­kannt ge­ben an:
die Auf­sichts- und Voll­zugs­be­hör­de über die Ar­beits­si­cher­heit nach dem Bun­des­ge­setz vom 20. März 19812 über die Un­fall­ver­si­che­rung, so­fern die­se die Da­ten zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben be­nö­tigt;
Ge­rich­te und Stra­fun­ter­su­chungs­be­hör­den, so­fern es die Er­mitt­lung ei­nes recht­lich re­le­van­ten Sach­ver­hal­tes er­for­dert;
Ver­si­che­rer, so­fern es die Ab­klä­rung ei­nes ver­si­cher­ten Ri­si­kos er­for­dert;
den Ar­beit­ge­ber, so­fern die An­ord­nung per­so­nen­be­zo­ge­ner Mass­nah­men nö­tig wird;
die Or­ga­ne des Bun­des­am­tes für Sta­tis­tik, so­fern die­se die Da­ten zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben be­nö­ti­gen.
2An an­de­re Be­hör­den von Bund, Kan­to­nen und Ge­mein­den oder an Drit­te dür­fen Da­ten auf be­grün­de­tes schrift­li­ches Ge­such hin be­kannt ge­ge­ben wer­den, wenn die be­trof­fe­ne Per­son schrift­lich ein­ge­wil­ligt hat oder die Ein­wil­li­gung nach den Um­stän­den vor­aus­ge­setzt wer­den darf.
3Zur Ab­wen­dung ei­ner Ge­fahr für Le­ben oder Ge­sund­heit der Ar­beit­neh­mer oder von Drit­ten kön­nen Da­ten aus­nahms­wei­se be­kannt ge­ge­ben wer­den.
4Die Wei­ter­ga­be von an­ony­mi­sier­ten Da­ten, die na­ment­lich der Pla­nung, Sta­tis­tik oder For­schung die­nen, kann oh­ne Zu­stim­mung der be­trof­fe­nen Per­so­nen er­fol­gen.
5Der Bun­des­rat kann ei­ne ge­ne­rel­le Be­kannt­ga­be von nicht be­son­ders schüt­zens­wer­ten Da­ten an Be­hör­den oder In­sti­tu­tio­nen vor­se­hen, so­fern die­se Da­ten für den Emp­fän­ger zur Er­fül­lung ei­ner ge­setz­li­chen Auf­ga­be not­wen­dig sind. Er kann zu die­sem Zweck ein Ab­ruf­ver­fah­ren vor­se­hen.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. VII 3 des BG vom 24. März 2000 über die Schaf­fung und die An-pas­sung ge­setz­li­cher Grund­la­gen für die Be­ar­bei­tung von Per­so­nen­da­ten, in Kraft seit 1. Sept. 2000 (AS 2000 1891; BBl 1999 9005).
In­for­ma­ti­ons- und Do­ku­men­ta­ti­ons­sys­te­me
1Die Kan­to­ne und das SE­CO füh­ren zur Er­fül­lung der Auf­ga­ben nach die­sem Ge­setz In­for­ma­ti­ons- oder Do­ku­men­ta­ti­ons­sys­te­me.
2Die In­for­ma­ti­ons- und Do­ku­men­ta­ti­ons­sys­te­me kön­nen be­son­ders schüt­zens­wer­te Da­ten ent­hal­ten über:
den Ge­sund­heits­zu­stand ein­zel­ner Ar­beit­neh­mer im Zu­sam­men­hang mit den von die­sem Ge­setz und sei­nen Ver­ord­nun­gen vor­ge­se­he­nen me­di­zi­ni­schen Ab­klä­run­gen, Ri­si­ko­ana­ly­sen und Gut­ach­ten;
Ver­wal­tungs- und Straf­ver­fah­ren nach die­sem Ge­setz.
3Der Bun­des­rat be­stimmt die Ka­te­go­ri­en der zu er­fas­sen­den Da­ten und de­ren Auf­be­wah­rungs­dau­er so­wie die Zu­griffs- und Be­ar­bei­tungs­be­rech­ti­gung. Er re­gelt die Zu­sam­men­ar­beit mit den be­tei­lig­ten Or­ga­nen, den Da­ten­aus­tausch und die Da­ten­si­cher­heit.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. VII 3 des BG vom 24. März 2000 über die Schaf­fung und die An­pas­sung ge­setz­li­cher Grund­la­gen für die Be­ar­bei­tung von Per­so­nen­da­ten, in Kraft seit 1. Sept. 2000 (AS 2000 1891; BBl 1999 9005).
Aus­kunfts­pflicht
1Der Ar­beit­ge­ber und sei­ne Ar­beit­neh­mer so­wie Per­so­nen, die im Auf­trag des Ar­beit­ge­bers Auf­ga­ben nach die­sem Ge­setz wahr­neh­men, ha­ben den Voll­zugs- und Auf­sichts­be­hör­den al­le Aus­künf­te zu er­tei­len, die die­se zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben be­nö­ti­gen.1
2Der Ar­beit­ge­ber hat den Voll­zugs- und Auf­sichts­or­ga­nen den Zu­tritt zum Be­trie­be, die Vor­nah­me von Fest­stel­lun­gen und die Ent­nah­me von Pro­ben zu ge­stat­ten.
Ver­zeich­nis­se und an­de­re Un­ter­la­gen
Der Ar­beit­ge­ber hat die Ver­zeich­nis­se oder an­de­re Un­ter­la­gen, aus de­nen die für den Voll­zug die­ses Ge­set­zes und sei­ner Ver­ord­nun­gen er­for­der­li­chen An­ga­ben er­sicht­lich sind, den Voll­zugs- und Auf­sichts­or­ga­nen zur Ver­fü­gung zu hal­ten. Im Üb­ri­gen gel­ten die Be­stim­mun­gen des Bun­des­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 19922 über den Da­ten­schutz.
Be­kannt­ga­be des Stun­den-plans und der Ar­beits­zeit­be­wil­li­gun­gen
1Der Ar­beit­ge­ber hat den Ar­beit­neh­mern durch An­schlag oder auf an­de­re ge­eig­ne­te Wei­se be­kannt zu ge­ben:
den Stun­den­plan und die Ar­beits­zeit­be­wil­li­gun­gen so­wie
die da­mit zu­sam­men­hän­gen­den be­son­de­ren Schutz­vor­schrif­ten.
2Durch Ver­ord­nung wird be­stimmt, wel­che Stun­den­plä­ne der kan­to­na­len Be­hör­de mit­zu­tei­len sind.
Mit­wir­kungs- rech­te
1Den Ar­beit­neh­mern oder de­ren Ver­tre­tung im Be­trieb ste­hen in fol­gen­den An­ge­le­gen­hei­ten Mit­spra­che­rech­te zu:
in al­len Fra­gen des Ge­sund­heits­schut­zes;
bei der Or­ga­ni­sa­ti­on der Ar­beits­zeit und der Ge­stal­tung der Stun­den­plä­ne;
hin­sicht­lich der bei Nacht­ar­beit vor­ge­se­he­nen Mass­nah­men im Sin­ne von Ar­ti­kel 17e.
2Das Mit­spra­che­recht um­fasst den An­spruch auf An­hö­rung und Be­ra­tung, be­vor der Ar­beit­ge­ber einen Ent­scheid trifft, so­wie auf Be­grün­dung des Ent­scheids, wenn die­ser den Ein­wän­den der Ar­beit­neh­mer oder de­ren Ver­tre­tung im Be­trieb nicht oder nur teil­wei­se Rech­nung trägt.
Be­wil­li­gungs­ge­su­che
1Der Ar­beit­ge­ber hat Ge­su­che für die im Ge­set­ze vor­ge­se­he­nen Be­wil­li­gun­gen recht­zei­tig ein­zu­rei­chen und zu be­grün­den so­wie die er­for­der­li­chen Un­ter­la­gen bei­zu­fü­gen.
2Kann in dring­li­chen Fäl­len das Ge­such für ei­ne Ar­beits­zeit­be­wil­li­gung nicht recht­zei­tig ge­stellt wer­den, so hat der Ar­beit­ge­ber dies so rasch als mög­lich nach­zu­ho­len und die Ver­spä­tung zu be­grün­den. In nicht vor­aus­seh­ba­ren Fäl­len von ge­ring­fü­gi­ger Trag­wei­te kann auf die nach­träg­li­che Ein­rei­chung ei­nes Ge­su­ches ver­zich­tet wer­den.
3Für Ar­beits­zeit­be­wil­li­gun­gen dür­fen le­dig­lich mäs­si­ge Kanz­lei­ge­büh­ren er­ho­ben wer­den.1
4. Verwaltungsverfügungen und Verwaltungsmassnahmen
Ver­wal­tungs­ver­fü­gun­gen
1Die auf Grund des Ge­set­zes oder ei­ner Ver­ord­nung ge­trof­fe­nen Ver­fü­gun­gen sind schrift­lich zu er­öff­nen. Ver­fü­gun­gen, durch wel­che ein Ge­such ganz oder teil­wei­se ab­ge­lehnt wird, sind zu be­grün­den, un­ter Hin­weis auf Be­schwer­de­recht, Be­schwer­de­frist und Be­schwer­de­in­stanz.
2Die Ver­fü­gun­gen kön­nen je­der­zeit ge­än­dert oder auf­ge­ho­ben wer­den, wenn sich die zu­grun­de lie­gen­den Tat­sa­chen än­dern.
Vor­keh­ren bei Nicht­be­fol­gung von Vor­schrif­ten oder Ver­fü­gun­gen
1Wer­den Vor­schrif­ten des Ge­set­zes oder ei­ner Ver­ord­nung oder wird ei­ne Ver­fü­gung nicht be­folgt, so macht die kan­to­na­le Be­hör­de, das Eid­ge­nös­si­sche Ar­beits­in­spek­to­rat oder der Ar­beit­s­ärzt­li­che Dienst den Fehl­ba­ren dar­auf auf­merk­sam und ver­langt die Ein­hal­tung der nicht be­folg­ten Vor­schrift oder Ver­fü­gung.
2Leis­tet der Fehl­ba­re dem Ver­lan­gen kei­ne Fol­ge, so er­lässt die kan­to­na­le Be­hör­de ei­ne ent­spre­chen­de Ver­fü­gung, ver­bun­den mit der Straf­an­dro­hung des Ar­ti­kels 292 des Straf­ge­setz­bu­ches1.
3Wird durch einen Ver­sto­ss im Sin­ne von Ab­satz 1 zu­gleich ein Ge­samt­ar­beits­ver­trag ver­letzt, so kann die kan­to­na­le Be­hör­de in ge­eig­ne­ter Wei­se auf die Mass­nah­men der Ver­trags­par­tei­en zur Durch­set­zung des Ge­samt­ar­beits­ver­tra­ges Rück­sicht neh­men.
Mass­nah­men des Ver­wal­tungs­zwangs
1Wird ei­ne Ver­fü­gung im Sin­ne von Ar­ti­kel 51 Ab­satz 2 miss­ach­tet, so er­greift die kan­to­na­le Be­hör­de die zur Her­bei­füh­rung des recht­mäs­si­gen Zu­stan­des er­for­der­li­chen Mass­nah­men.
2Wer­den Le­ben oder Ge­sund­heit von Ar­beit­neh­mern oder die Um­ge­bung des Be­trie­bes durch die Miss­ach­tung ei­ner Ver­fü­gung im Sin­ne von Ar­ti­kel 51 Ab­satz 2 er­heb­lich ge­fähr­det, so kann die kan­to­na­le Be­hör­de nach vor­he­ri­ger schrift­li­cher An­dro­hung die Be­nüt­zung von Räu­men oder Ein­rich­tun­gen ver­hin­dern und in be­son­ders schwe­ren Fäl­len den Be­trieb für ei­ne be­stimm­te Zeit schlies­sen.
Ent­zug und Sper­re von Ar­beits­zeit­be­wil­li­gun­gen
1Wird ei­ne Ar­beits­zeit­be­wil­li­gung nicht ein­ge­hal­ten, so kann die Be­wil­li­gungs­be­hör­de, un­ab­hän­gig vom Ver­fah­ren ge­mä­ss den Ar­ti­keln 51 und 52, die Be­wil­li­gung nach vor­he­ri­ger schrift­li­cher An­dro­hung auf­he­ben und, wenn die Ver­hält­nis­se dies recht­fer­ti­gen, die Er­tei­lung neu­er Be­wil­li­gun­gen für ei­ne be­stimm­te Zeit sper­ren.
2Miss­braucht ein Ar­beit­ge­ber die Be­fug­nis zur An­ord­nung von Über­zeit­ar­beit oh­ne Be­wil­li­gung, so kann ihm die kan­to­na­le Be­hör­de die­se Be­fug­nis für ei­ne be­stimm­te Zeit ent­zie­hen.
1Die zu­stän­di­gen Be­hör­den sind ver­pflich­tet, An­zei­gen we­gen Nicht­be­fol­gung des Ge­set­zes, ei­ner Ver­ord­nung oder ei­ner Ver­fü­gung zu prü­fen und, falls sie be­grün­det sind, ge­mä­ss den Ar­ti­keln 51-53 zu ver­fah­ren.
2Trifft die Be­hör­de auf An­zei­ge hin kei­ne oder un­ge­nü­gen­de Vor­keh­ren, so kann die über­ge­ord­ne­te Be­hör­de an­ge­ru­fen wer­den.
5. Verwaltungsrechtspflege
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 98 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
Be­schwer­de ge­gen Ver­fü­gun­gen der kan­to­na­len Be­hör­de
1Ge­gen Ver­fü­gun­gen der kan­to­na­len Be­hör­de kann in­nert 30 Ta­gen, von der Er­öff­nung der Ver­fü­gung an ge­rech­net, Be­schwer­de bei der kan­to­na­len Re­kurs­be­hör­de er­ho­ben wer­den.
2Der Ent­scheid ist dem Be­schwer­de­füh­rer und der Be­hör­de, de­ren Ver­fü­gung an­ge­foch­ten wur­de, schrift­lich mit An­ga­be der Grün­de und mit Rechts­mit­tel­be­leh­rung zu er­öff­nen. Im Üb­ri­gen rich­tet sich das Ver­fah­ren nach kan­to­na­lem Recht.
Be­schwer­de­recht
Zur Be­schwer­de ge­gen Ver­fü­gun­gen der kan­to­na­len Be­hör­den und der Bun­des­be­hör­den sind auch die Ver­bän­de der be­tei­lig­ten Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer be­rech­tigt.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 98 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
Straf­recht­li­che Ver­ant­wort­lich­keit des Ar­beit­ge­bers
1Der Ar­beit­ge­ber ist straf­bar, wenn er den Vor­schrif­ten über
den Ge­sund­heits­schutz und die Plan­ge­neh­mi­gung vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig zu­wi­der­han­delt;
die Ar­beits- und Ru­he­zeit vor­sätz­lich zu­wi­der­han­delt;
den Son­der­schutz der ju­gend­li­chen oder weib­li­chen Ar­beit­neh­mer vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig zu­wi­der­han­delt.
2Ar­ti­kel 6 des Ver­wal­tungs­straf­rechts­ge­set­zes vom 22. März 19742 ist an­wend­bar.
Straf­recht­li­che Ver­ant­wort­lich­keit des Ar­beit­neh­mers
1Der Ar­beit­neh­mer ist straf­bar, wenn er den Vor­schrif­ten über den Ge­sund­heits­schutz vor­sätz­lich zu­wi­der­han­delt.
2Ge­fähr­det er da­durch an­de­re Per­so­nen ernst­lich, so ist auch die fahr­läs­si­ge Wi­der­hand­lung straf­bar.
1Der Ar­beit­ge­ber wird mit Geld­stra­fe bis zu 180 Ta­ges­sät­zen be­straft.2
2Der Ar­beit­neh­mer wird mit Bus­se be­straft.3
3 Fas­sung ge­mä­ss Art. 333 des Straf­ge­setz­bu­ches (SR 311.0) in der Fas­sung des BG vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 3459; BBl 1999 1979).
Vor­be­halt des Straf­ge­setz­bu­ches und Straf­ver­fol­gung
1Die be­son­de­ren Be­stim­mun­gen des Straf­ge­setz­bu­ches1 blei­ben vor­be­hal­ten.
2Die Straf­ver­fol­gung ist Sa­che der Kan­to­ne.
VII. Änderung von Bundesgesetzen
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 35 des BG vom 20. März 2008 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2008 (AS 2008 3437; BBl 2007 6121).
1 Auf­ge­ho­ben durch Art. 28 Abs. 1 des Ar­beits­zeit­ge­set­zes vom 8. Ok­to­ber 1971, mit Wir­kung seit 18. Mai 1972 (AS 1972 604; BBl 1971 I 440).
Vor­be­halt von Vor­schrif­ten des Bun­des, der Kan­to­ne und der Ge­mein­den
Vor­be­hal­ten blei­ben ins­be­son­de­re
die Bun­des­ge­setz­ge­bung über die be­ruf­li­che Aus­bil­dung, über die Ver­hü­tung von Un­fäl­len und Be­rufs­krank­hei­ten so­wie über die Ar­beits- und Ru­he­zeit der be­rufs­mäs­si­gen Mo­tor­fahr­zeug­füh­rer;
Vor­schrif­ten des Bun­des, der Kan­to­ne und der Ge­mein­den über das öf­fent­lich-recht­li­che Dienst­ver­hält­nis; von den Vor­schrif­ten über den Ge­sund­heits­schutz und über die Ar­beits- und Ru­he­zeit darf da­bei je­doch nur zu Guns­ten der Ar­beit­neh­mer ab­ge­wi­chen wer­den;
Po­li­zei­vor­schrif­ten des Bun­des, der Kan­to­ne und der Ge­mein­den, wie na­ment­lich sol­che über die Bau-, Feu­er-, Ge­sund­heits- und Was­ser­po­li­zei so­wie über die Sonn­tags­ru­he und über die Öff­nungs­zei­ten von Be­trie­ben, die dem De­tail­ver­kauf, der Be­wir­tung oder der Un­ter­hal­tung die­nen.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2002 2547; BBl 2001 3181 6098).
Auf­he­bung eid­ge­nös­si­scher Vor­schrif­ten
1Mit dem In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes sind fol­gen­de Bun­des­ge­set­ze auf­ge­ho­ben:
das Bun­des­ge­setz vom 2. No­vem­ber 18981 be­tref­fend die Fa­bri­ka­ti­on und den Ver­trieb von Zünd­höl­zern;
das Bun­des­ge­setz vom 18. Ju­ni 19142 be­tref­fend die Ar­beit in den Fa­bri­ken, un­ter Vor­be­halt von Ab­satz 2;
das Bun­des­ge­setz vom 31. März 19223 über die Be­schäf­ti­gung der ju­gend­li­chen und weib­li­chen Per­so­nen in den Ge­wer­ben;
das Bun­des­ge­setz vom 26. Sep­tem­ber 19314 über die wö­chent­li­che Ru­he­zeit;
das Bun­des­ge­setz vom 24. Ju­ni 19385 über das Min­destal­ter der Ar­beit­neh­mer.
2Auf in­dus­tri­el­le Be­trie­be blei­ben die fol­gen­den Vor­schrif­ten des Bun­des­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 19146 be­tref­fend die Ar­beit in den Fa­bri­ken wei­ter­hin an­wend­bar:
die Vor­schrif­ten der Ar­ti­kel 30, 31 und 33-35 über das Ei­ni­gungs­we­sen.
1 [BS 8 117]
2 SR 821.41
3 [BS 8 206]
4 [BS 8 125]
5 [BS 8 217 221]
6 SR 821.41
7 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II Art. 6 Ziff. 12 des BG vom 25. Ju­ni 1971 über die Re­vi­si­on des Zehn­ten Ti­tels und des Zehn­ten Ti­telsbis des Ob­li­ga­tio­nen­rechts (Der Ar­beits­ver­trag), mit Wir­kung seit 1. Jan. 1972 (AS 1971 1465; BBl 1967 II 241).
Auf­he­bung kan­to­na­ler Vor­schrif­ten
1Mit dem In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes sind fer­ner auf­ge­ho­ben:
die kan­to­na­len Vor­schrif­ten, die vom Ge­set­ze ge­re­gel­te Sach­ge­bie­te be­tref­fen;
die kan­to­na­len Vor­schrif­ten über die Fe­ri­en, un­ter Vor­be­halt von Ab­satz 2.
2Kan­to­na­le Vor­schrif­ten über die Fe­ri­en­dau­er, die län­ge­re Fe­ri­en als Ar­ti­kel 341bis Ab­satz 1 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts1 vor­se­hen, blei­ben als zi­vil­recht­li­che Be­stim­mun­gen im Rah­men von Ar­ti­kel 341bis Ab­satz 2 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts wei­ter­hin in Kraft.
3Vor­be­hal­ten blei­ben kan­to­na­le Vor­schrif­ten über die ärzt­li­che Un­ter­su­chung der Ju­gend­li­chen, so­weit der Bund von sei­ner Be­fug­nis ge­mä­ss Ar­ti­kel 29 Ab­satz 4 kei­nen Ge­brauch macht.
1 SR 220. Dem Art. 341bis Abs. 1 und 2 in der Fas­sung des vor­lie­gen­den BG (AS 1966 57 Art. 64) ent­spricht heu­te Art. 329a Abs. 1 in der Fas­sung vom 16. Dez. 1983.
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 408 des BG vom 15. Dez. 1989 über die Ge­neh­mi­gung kan­to­na­ler Er­las­se durch den Bund, mit Wir­kung seit 1. Fe­br. 1991 (AS 1991 362; BBl 1988 II 1333).
1Der Bun­des­rat be­stimmt den Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens des Ge­set­zes. Er kann ein­zel­ne Tei­le oder Vor­schrif­ten des Ge­set­zes in ei­nem spä­te­ren Zeit­punkt in Kraft set­zen.
2Setzt der Bun­des­rat nicht al­le Vor­schrif­ten des Ge­set­zes auf den glei­chen Zeit­punkt in Kraft, so be­stimmt er mit der In­kraft­set­zung der ein­zel­nen Vor­schrif­ten, ob und in­wie­weit die in Ar­ti­kel 72 Ab­satz 1 ge­nann­ten Bun­des­ge­set­ze auf­ge­ho­ben sind.