Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20120,%201
Timestamp: 2019-05-22 04:01:21
Document Index: 30091373

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 3', 'BGH', 'BGH']

BGH, 13.10.1992 - VI ZR 201/91 - dejure.org
https://dejure.org/1992,35
BGH, 13.10.1992 - VI ZR 201/91 (https://dejure.org/1992,35)
BGH, Entscheidung vom 13.10.1992 - VI ZR 201/91 (https://dejure.org/1992,35)
BGH, Entscheidung vom 13. Januar 1992 - VI ZR 201/91 (https://dejure.org/1992,35)
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Senkung des kindlichen Steiß - Beckenendlage in reiner Fußlage - Ärztlicher Behandlungsfehler bei Geburt - Schwerer Hirnschaden - Zerstörung der Persönlichkeit - Geldentschädigung für Hirnschaden - Verbot der symbolhaften Wiedergutmachung
Zur Schmerzensgeldbemessung bei Verlust der Wahrnehmungs- und Empfindungsfähigkeit des Geschädigten
kanzlei-reck.de (Kurzinformation)
Rechtsprechungstendenz - Mehr Schmerzensgeld
BGHZ 120, 1
NJW 1993, 781
NJW-RR 1993, 535 (Ls.)
MDR 1993, 123
FamRZ 1993, 413 (Ls.)
VersR 1993, 327
VersR 1993, 723
VersR 1993, 893
Das rechtfertigt es, mit Blick auf die verfassungsrechtliche Wertentscheidung in Art. 1 GG und in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Rechtsprechung in Fällen schwerer Geburtsschäden (vgl. BGH, Urt. v. 13.10.1992 - VI ZR 201/91, juris-Rn. 28 ff) auf ein über eine bloß symbolhafte Entschädigung hinausgehendes Schmerzensgeld zu erkennen, dessen Höhe jedenfalls nicht in erster Linie davon abhängt, in welchem Ausmaß der Patient die Beeinträchtigungen tatsächlich empfunden hat.
Vielmehr kann nach den Grundsätzen des Senatsurteils vom 13. Oktober 1992 - BGHZ 120, 1, 8/9 - in den schon erwähnten Fällen schwerster Schädigung eine ausgleichspflichtige immaterielle Beeinträchtigung gerade darin liegen, daß die Persönlichkeit ganz oder weitgehend zerstört und hiervon auch die Empfindungsfähigkeit des Verletzten betroffen ist, wobei freilich ein völliger Mangel an Empfindungsfähigkeit auch in solchen Fällen die Höhe des Schmerzensgeldes mindern kann.
Bei der Auslegung und Anwendung der zivilrechtlichen Generalklauseln haben daher die Gerichte die Grundrechte als "Richtlinien' zu beachten (vgl. BVerfGE 89, 214, 229 f. mwN; speziell zum Schmerzensgeld auch BGH, Urteil vom 13. Oktober 1992 - VI ZR 201/91, BGHZ 120, 1, 5 f.); auch der allgemeine Gleichheitssatz (Art. 3 Abs. 1 GG) ist zu berücksichtigen (vgl. BVerfGE 84, 197, 199 mwN).
Die von den Beschwerdeführern ergänzend ins Feld geführte Parallele zu der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 13. Oktober 1992 (vgl. NJW 1993, S. 781 ff.) ist demgegenüber nicht tragfähig.
Bei einer mehr oder weniger weitgehenden Zerstörung der Persönlichkeit soll das Schmerzensgeld über die Möglichkeit des Zuteilwerdens von Annehmlichkeiten hinaus auch deren Verlust ausgleichen (vgl. Senat BGHZ 120, 1, 7 f.).
Auch sind die zugebilligten Beträge zur Entschädigung einer Persönlichkeitsrechtsverletzung im Vergleich etwa zu Schmerzensgeldansprüchen bei schwersten Körperschäden (vgl. hierzu Senat, BGHZ 120, 1 ff.) oder anderen Eingriffen mit tragischen Folgen deutlich höher.
OLG Hamm, 21.05.2003 - 3 U 122/02
Bemessung der Entschädigung und des Schmerzensgeldes bei schwersten Behinderungen …
OLG Hamm, 16.01.2002 - 3 U 156/00
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OLG München, 28.10.2002 - 20 U 2068/02
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