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Timestamp: 2020-07-06 18:40:24
Document Index: 49045498

Matched Legal Cases: ['§ 304', '§ 100', 'Art. 12', 'Art. 10', 'BGH', '§ 110', '§ 110', '§ 241']

Telekommunikationsüberwachung - und das Beschwerderecht des Telekommunikationsdienstleisters | Rechtslupe
Telekommunikationsüberwachung - und das Beschwerderecht des Telekommunikationsdienstleisters
8. September 2015 Rechtslupe
Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­über­wa­chung – und das Beschwer­de­recht des Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­dienst­leis­ters
Der von der TKU-Anord­nung in die Pflicht genom­me­ner Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­dienst­leis­ter ist durch die Maß­nah­me sowohl betrof­fen als auch beschwert (§ 304 Abs. 2 StPO) und damit beschwer­de­be­fugt.
Der Bun­des­ge­richts­hof muss­te im vor­lie­gen­den Fall nicht ent­schei­den, ob zur Ver­mei­dung von Popu­lar­be­schwer­den zusätz­lich eine Beschwer­de­be­fug­nis dahin­ge­hend zu ver­lan­gen ist, dass der Dienst­leis­ter nur sol­che Rechts­feh­ler der Anord­nung rügen kann, die sei­ne eige­ne Sphä­re unmit­tel­bar tan­gie­ren [1]. Denn mit der Behaup­tung, die Umset­zung der ermitt­lungs­rich­ter­li­chen Anord­nung ver­lan­ge mehr von ihr, als die gesetz­li­chen Vor­ga­ben zulie­ßen, macht der Pro­vi­der eine sol­che unmit­tel­ba­re Betrof­fen­heit gel­tend [2].
Dem­ge­gen­über geht es nicht an, die Zuläs­sig­keit des Rechts­mit­tels auf die Fra­ge der tech­ni­schen Mög­lich­keit der Umset­zung zu redu­zie­ren. Denn neben dem Ein­griff in das Fern­mel­de­ge­heim­nis der von der Maß­nah­me Betrof­fe­nen liegt in einer Anord­nung nach § 100a Abs. 1 StPO auch ein Ein­griff in die Berufs­aus­übungs­frei­heit des in Anspruch genom­me­nen Dienst­leis­ters. Die­ser Ein­griff bedarf sei­ner­seits einer recht­li­chen Grund­la­ge (Art. 12 Abs. 1 Satz 2 GG), die los­ge­löst von der zur Recht­fer­ti­gung des Ein­griffs in Art. 10 Abs. 1 GG zu beur­tei­len ist.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. August 2015 – StB 7/​15
so BGH, Ermitt­lungs­rich­ter, Beschluss vom 07.09.1998 – 2 BGs 211/​98, CR 1998, 738, 739; Bär, Hand­buch zur EDV-Beweis­si­che­rung, 2007, Rn. 112; wei­ter­ge­hend Kle­sc­zew­ski in Säcker, TKG, 3. Aufl., § 110 Rn. 7; Grau­lich in Arndt/​Fetzer/​Scherer, TKG, § 110 Rn. 41 f.; vgl. auch OLG Zwei­brü­cken, Beschluss vom 25.05.2005 – 3 W 63/​05, NJW 2005, 2625, 2626[↩]
vgl. Bär aaO, Rn. 113[↩]
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