Source: http://www.institut-verfahrensbeistand.de/inhalte-konzept/
Timestamp: 2017-09-22 22:12:17
Document Index: 266800854

Matched Legal Cases: ['§ 1666', '§ 1671', '§ 1684', '§ 1632', '§ 1631', '§158', '§ 8', '§27']

Weiterbildungsinstitut Verfahrensbeistandschaft - Inhalte Konzept
KÖLN.... 13. Oktober 2017.......1 freier Platz
Verfahrensbeistände vertreten den Willen und die Interessen des Kindes in strittigen Familiengerichtsverfahren. Sie werden von den RichterInnen eingesetzt.
In der praktischen Tätigkeit beinhaltet das:
Entwicklung des Kindeswillen und Feststellung der Kindesinteressen
Vertretung und Begleitung des Kindes im Gerichtsverfahren
Gespräch mit Eltern und Mitwirkung an einer einvernehmlichen Regelung
Erstellung einer Stellungnahme
Begleitung des Kindes bei richterlicher Anhörung
Die Stellungnahme des Verfahrensbeistandes ist eine wichtige Grundlage für die Entscheidung der RichterInnen. Die Tätigkeit wird honoriert mit einer Fallpauschale von 350 € bzw. 550 € pro Kind und Rechtszug. Die Fortbildung qualifiziert zur Übernahme dieser Aufgabe.
Der Verfahrensbeistand wird in folgenden Gerichtsverfahren eingesetzt:
Verfahren wegen Kindeswohlgefährdung, § 1666 BGB
Verfahren wegen Änderung oder Begründung des Sorgerechts, §§ 1671, 1684 BGB
Verfahren zur Regelung des Umgangsrechts, § 1684 BGB
Verfahren auf Herausgabe des Kindes (Lebenskontext Pflegefamilie), §§ 1632, 1682 BGB
Verfahren wegen geschlossener Unterbringung, § 1631b BGB
Gesetze zum Einsatz des Verfahrensbeistandes
Gesetze.pdf
Im Zentrum der Aufgaben des Verfahrensbeistandes stehen die fachliche Erarbeitung der Interessen und Wünsche des Kindes sowie seine Begleitung im Familiengerichtsverfahren. Grundlage für die vom Gesetzgeber gewünschte Stärkung der Subjektstellung des Kindes ist der aus der Erlebniswelt des Kindes heraus entwickelte Kindeswille unter Berücksichtigung des Kindeswohles.
Die Aufgaben des Verfahrensbeistandes verlangen primär eine sozialpädagogische und kommunikative Kompetenz.
Die Qualifikation umfasst im Einzelnen:
Kommunikative Kompetenz im Umgang mit dem Kind, seinen Eltern und den beteiligten Institutionen
Kontaktaufnahme zum Kind und Beziehungskontrakt mit dem Kind
Differenzierung zwischen Kindeswille und Kindeswohl
Entwicklung der „Anwaltsrolle“ gegenüber den Eltern und beteiligten Institutionen
Rechtliche Grundlagen zu der Verfahrensposition des Verfahrensbeistandes nach §158 FamFG und den Rechten und Pflichten im Eltern-Kind-Verhältnis nach dem BGB (Elterliche Sorge nach Trennung, gemeinsame Sorge nichtverheirateter Eltern, Umgangsrecht, Kindeswohlgefährdung, freiheitsentziehende Unterbringung) und den Aufgaben der Jugendhilfe nach § 8a SGB VIII und der Leistungsdifferenzierung innerhalb der Hilfen zur Erziehung nach §§27ff..
Grundlagen der Jugendhilfe SGB VIII
Rolle und Auftrag des Verfahrensbeistandes
Kompetenz in sozialpädagogischem Fallverstehen und kollegialer Fallberatung
Falldarstellung, Fallverstehen, Beratungsmethodik
Grundlegendes Ausbildungskonzept ist das "Fallverstehen". Die Inhalte werden vor allem über Methoden des Psychodramas vermittelt, um einen konkreten, lebendigen und persönlichen Zugang zu den Themen und Aufgaben des Verfahrensbeistandes zu bekommen. Beziehungsnetzwerke und Verhaltensweisen lassen sich über szenische Darstellung anschauen und erfahrbar machen. Im Rollentausch lässt sich das kindliche Erleben erfassen. Es wird mit Fallbeispielen gearbeitet.
(Siehe auch „Basiskonzept“)
Basiskonzept.pdf
Nach erfolgreicher Teilnahme (Nachweis der erworbenen Kompetenz in Aktionsdarstellung und schriftlicher Arbeit) und Vorliegen eines polizeilichen Führungszeugnisses wird ein Zertifikat ausgestellt.
Die Teilnahme setzt in der Regel eine pädagogische, psychosoziale oder juristische Grundausbildung voraus.
Sechs Kompaktseminare (Freitag/Samstag) und vier Tagestreffen
Die genauen Zeiten entnehmen Sie bitte den Seminarunterlagen 2017.