Source: https://tierimrecht.org/de/recht/hunderecht/glarus/
Timestamp: 2018-12-14 17:01:08
Document Index: 365853357

Matched Legal Cases: ['Art. 29', 'Art. 33', 'Art. 30', 'Art. 27', 'Art. 20', 'Art. 21', 'Art. 31', 'Art. 30', 'Art. 30', 'Art. 27', 'Art. 19', 'Art. 21', 'Art. 23', 'Art. 22', 'Art. 21', 'Art. 31', 'Art. 25']

Einführungsgesetz zum Tierschutzgesetz und zum Tierseuchengesetz vom 06.05.2012 (Kantonales Tierschutz- und Tierseuchengesetz, EG zum TSchG und TSG, IV G/3/2)
Verordnung zum kantonalen Tierschutz- und Tierseuchengesetz vom 17.09.2013 (Veterinärverordnung, IX D/633/2)
Verordnung zum kantonalen Jagdgesetz (Jagdverordnung) vom 27. Juni 1990 (GS VI E/211/2)
Am 1. Januar 2014 ist im Kanton Glarus das neue Hunderecht in Kraft getreten.
Wer einen Hund hält, muss für diesen über ein gültige Haftpflichtversicherung mit einer ausreichenden Deckungssumme verfügen (Art. 29 Abs. 1 EG zum TSchG und TSG/GL).
Hundehalter sind verpflichtet, ihren Hund bei der Gemeinde zu melden und eine Abgabe zu entrichten (Art. 33 EG zum TSchG und TSG/GL). Bei der Meldung ist der SKN vorzulegen (Art. 30 EG zum TSchG und TSG/GL).
Die Haltung von mehr als einem Hund pro Haushalt während mehr als zwei Monaten bedarf einer Bewilligung des Kantonstierarztes (Art. 27 Abs. 1 EG zum TSchG und TSG/GL). Dies gilt auch, wenn die Hunde auf verschiedene Personen registriert sind (Art. 20 Veterinärverordnung/GL). Die Bewilligung wird dabei erteilt, wenn kein spezielles Risiko und keine Missachtung des Tierschutzes erkennbar sind (Art. 21 Abs. 3 Veterinärverordnung/GL). Wer am 1. Januar 2014 bereits mehrere Hunde im Kanton Glarus hielt, musste bis zum 1. April 2014 eine Bewilligung beantragen.
Es gilt eine generelle Leinenpflicht in öffentlich zugänglichen Gebäuden, an verkehrsreichen Strassen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Haltestellen und auf Bahnhöfen, auf Pausenplätzen von Schulanlagen sowie auf Spiel- und Sportplätzen (Art. 31 Abs. 1 EG zum TSchG und TSG/GL).
Im Wald und am Waldrand sind Hunde an der Leine zu führen oder angebunden zu halten, ausgenommen Jagdhunde während der Jagdzeit und Treiberhunde während der Viehtreiberdienste sowie die anerkannten Gebrauchshunde, soweit dies zu deren Ausbildung oder Einsatz unerlässlich ist (Art. 30 Abs. 1 Jagdverordnung/GL).
Die kantonale Jagdbehörde kann wildernde Hunde durch die Jagdaufsichtsorgane abschiessen lassen (Art. 30 Abs. 2 Jagdverordnung/GL).
Die Haltung eines Hundes mit erhöhtem Gefährdungspotenzial bedarf der Bewilligung des Kantonstierarztes (Art. 27 Abs. 1 EG zum TSchG und TSG/GL).
Als Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotenzial gelten American Staffordshire Terrier, American Pit Bull Terrier, Bull Terrier, Staffordshire Bull Terrier, Rottweiler, Dobermann, Hovawart, Dogo Argentino, Cane Corso, Rhodesian Ridgeback, Deutscher Schäferhund, Belgischer Schäferhund sowie Mischlinge dieser Rassen (Art. 19 Veterinärverordnung/GL).
Als Bewilligungsvoraussetzung gilt, dass der Halter oder die Halterin mindestens 18 Jahre alt ist und die Lebensführung eine sichere und tierschutzkonforme Haltung des Hundes erwarten lässt (Art. 21 Abs. 2 Veterinärverordnung/GL).
Mit dem Gesuch sind ein Personenausweis, der theoretische Sachkundenachweis (falls benötigt), der Nachweis einer gültigen Privathaftpflichtversicherung, Auszüge aus dem Straf- und aus dem Betreibungsregister sowie ein Handlungsfähigkeitszeugnis einzureichen (Art. 23 Veterinärverordnung/GL).
Das Gesuch ist grundsätzlich vor, spätestens vierzehn Tage nach Übernahme des Hundes beim kantonstierärztlichen Dienst einzureichen. Für neuzuziehende Personen aus anderen Kantonen oder aus dem Ausland beträgt die Frist einen Monat seit Wohnsitznahme (Art. 22 Abs. 1 Veterinärverordnung/GL).
Mit bewilligungspflichtigen Hunden ist neben dem praktischen SKN eine anerkannten Prüfung über Gehorsam und Führigkeit zu absolvieren (Art. 21, 24 Veterinärverordnung/GL).
Für Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotenzial, die am 1. Januar 2014 im Kanton Glarus bereits gehalten wurden, ist bis am 1. April 2014 ein Bewilligungsgesuch einzureichen. Für Hunde, die vor dem 1. Juli 2013 geboren sind, entfällt die Voraussetzung des Bestehens einer anerkannten Prüfung. Als solche gelten das Hundehalterbrevet, der Begleithund, Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde, Sanitätshunde, Schutzhundeausbildung, International anerkannte (Schutz-)Hundeausbildung (Mondioring), Gehorsamkeitsprüfung (Obedience), Lawinenhund, Katastrophenhund, Wasserarbeitshund. Daneben anerkannt sind Jagdhunde mit erfüllter Anlageprüfung, Dienst- und Einsatzhunde von Polizei, Militär, REDOG, SAC und Zoll, Blindenführ-, Therapie und Assistenzhunde (Anhang Veterinärverordnung).
Für auswärtige Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotenzial gilt im öffentlichen Raum eine generelle Leinen- und Maulkorbpflicht (Art. 31 Abs. 2 EG zum TSchG und TSG). Diese entfällt, wenn die auswärtigen Halter über eine Erlaubnis des kantonstierärztlichen Dienstes zum freien Ausführen verfügen (zu den Voraussetzungen siehe Art. 25a Veterinärverordnung/GL). Die entsprechenden Nachweise sind stets mitzuführen und auf Verlangen vorzuweisen.
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