Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=MDR%201987,%20Seite%20751
Timestamp: 2020-08-03 09:51:19
Document Index: 134093439

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 160', '§ 411', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 411', 'BGH', '§ 412', 'BGH', '§ 160', 'BGH', '§ 160', 'BGH', '§ 160', '§ 411', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: MDR 1987, 751 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 24.02.1987
https://dejure.org/1987,1016
BGH, 24.02.1987 - VI ZR 295/85 (https://dejure.org/1987,1016)
BGH, Entscheidung vom 24.02.1987 - VI ZR 295/85 (https://dejure.org/1987,1016)
BGH, Entscheidung vom 24. Februar 1987 - VI ZR 295/85 (https://dejure.org/1987,1016)
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ZPO § 160 Abs. 3 Nr. 4, § 411 Abs. 3
Berufung - Berufungsgericht - Gutachten - Sachverständiger - Anhörungspflicht
NJW-RR 1987, 1197
VersR 1988, 290
Es genügt nicht, dass - wie hier - lediglich in das Protokoll aufgenommen wird, der Zeuge habe sich zur Sache geäußert (BGH…, Urteil vom 29. Mai 2009 - V ZR 201/08, NJW-RR 2010, 63 Rn. 7; vgl. ferner Senatsurteil vom 24. Februar 1987 - VI ZR 295/85, NJW-RR 1987, 1197, 1198, juris Rn. 12; BGH…, Urteil vom 11. Juli 2001 - VIII ZR 215/00, NJW 2001, 3269, 3270, juris Rn. 16).
Es muß dahin ausgeübt werden, daß vorhandene Aufklärungsmöglichkeiten zur Beseitigung von Zweifeln und Unklarheiten des Gutachtens nicht ungenutzt bleiben dürfen (Senatsurteil vom 24. Februar 1987 - VI ZR 295/85 - VersR 1988, 290 f. - BGHR ZPO § 411 Abs. 3 Anhörung 2; BGH, Urteile vom 3. Juni 1977 - IV ZR 71/75 VersR 1977, 733; 734; vom 27. Mai 1982 - III ZR 201/80 NJW 1982, 2874, 2875 m.w.N.).
Es kann statt dessen nach § 412 ZPO auch ein weiteres Gutachten einholen (…BGH, Urteile vom 14. April 1981 aaO.;… vom 6. März 1986 aaO.; Senatsurteil vom 24. Februar 1987 aaO.).
Eine Änderung der Auffassung des Sachverständigen hätte aber gemäß § 160 Abs. 3 Nr. 4 ZPO in das Protokoll aufgenommen werden müssen, um die rechtliche Nachprüfung zu ermöglichen, ob das Berufungsgericht den Sachverständigen richtig verstanden hat (vgl. hierzu Senatsurteile vom 27. September 1994 - VI ZR 284/93 - VersR 1995, 195, 196 und vom 24. Februar 1987 - VI ZR 295/85 - VersR 1988, 290, 291; BGHZ 40, 84, 86).
Genügt die Protokollierung einer Aussage nicht den Anforderungen des § 160 Abs. 3 Nr. 4 ZPO, so kann das Rechtsmittelgericht allerdings verpflichtet sein, den Sachverständigen nochmals anzuhören, um sich selbst die volle Überzeugung zu verschaffen (vgl. Senatsurteil vom 24. Februar 1987 - VI ZR 295/85 - BGHR ZPO § 160 Abs. 3 Nr. 4 Protokollinhalt 1 und § 411 Abs. 3 Anhörung, erneute 2 = MDR 1987, 751, insoweit in VersR 1988, 290 nicht vollständig abgedruckt).
Ob und in welchem Sinn der Sachverständige V., auf dessen Ausführungen sich das Berufungsgericht stützt, hierzu Stellung genommen hat, läßt sich dem Urteil ebenfalls nicht entnehmen, da das im zweiten Rechtszug mündlich erstattete Gutachten des Sachverständigen V. im Tatbestand derart knapp wiedergegeben ist, daß sich Bedenken hinsichtlich der erforderlichen Nachprüfbarkeit des Urteils ergeben (dazu BGHZ 40, 84, 86 f. sowie Senatsurteil vom 24. Februar 1987 - VI ZR 295/85 - MDR 1987, 751).
Das Landgericht hat die Erläuterungen des Sachverständigen auch weder in einem Aktenvermerk oder im Tatbestand des Urteils festgehalten, noch hat es den Inhalt der Erläuterungen des Sachverständigen in den Entscheidungsgründen hinreichend deutlich erkennen lassen, wie es nach ständiger Rechtsprechung ausnahmsweise ausreichen kann (BGH, Urteil vom 24. Februar 1987 - VI ZR 295/85, NJW-RR 1987, 1197 unter II. 2.).