Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=27.09.1999&Aktenzeichen=II%20ZR%20356/98
Timestamp: 2020-04-06 12:44:29
Document Index: 383232431

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 160', '§ 736', '§ 160', 'BGH', '§ 160', '§ 705', '§ 160', '§ 160', 'BGH', 'BGH', '§ 160', 'BGH', 'BGH', '§ 160', '§ 133', '§ 133', '§ 133', '§ 133', '§ 160', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 160', '§ 128', 'BGH', 'BGH', '§ 156', '§ 133', '§ 133', '§ 160', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 128', 'BGH', 'BGH', '§ 128', '§ 128', '§ 128', '§ 128', '§ 160', 'BGH', 'BGH', '§ 160', '§ 128', '§ 128', '§ 81', '§ 51', 'BGH', 'BGH', '§ 160', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 128', '§ 128', 'BGH', '§ 160']

BGH, 27.09.1999 - II ZR 356/98 - dejure.org
https://dejure.org/1999,356
BGH, 27.09.1999 - II ZR 356/98 (https://dejure.org/1999,356)
BGH, Entscheidung vom 27.09.1999 - II ZR 356/98 (https://dejure.org/1999,356)
BGH, Entscheidung vom 27. September 1999 - II ZR 356/98 (https://dejure.org/1999,356)
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Auseinandersetzung auf Anraten des Steuerberaters
§ 160 HGB, Aufgabe der Kündigungstheorie;
§ 736 Abs. 2 BGB, zweigliedrige GbR
HGB § 160 Abs. 1 F.: 18. März 1994
Änderung der BGH-Rechtsprechung der Nachhaftung der
Gesellschaft - Gesellschafter - Verzicht - Gläubiger - Haftung - Nachhaftung - Ausgeschieden - Verbindlichkeit - Kündigung - Kündigungstheorie
Keine Fortgeltung der Kündigungstheorie bei der Nachhaftung ausgeschiedener Gesellschafter
HGB § 160 Abs. 1 (F.: 18. März 1994)
Änderung der Rechtsprechung zur Nachhaftung in der Personengesellschaft
§§ 705, 736 Abs. 2 BGB; § 160 Abs. 1nF (F. 18.3.1994) HGB
Gesellschaftsrecht/Haftung des ausgeschiedenen GbR-Gesellschafters
Gesellschafter, Gesellschaftsrecht, Haftung, Personengesellschaft
Gesellschaftsrecht; Nachhaftung eines ausgeschiedenen GbR-Gesellschafters aus einem Steuerberatungsvertrag
Keine Geltung der "Kündigungstheorie" bei der Nachhaftung gemäß § 160 Abs. 1 HGB in der Fassung des NachhBG vom 18.3.1994
Gesellschaftsrecht, Aufgabe der "Kündigungstheorie" bei der Nachhaftung ausgeschiedener Gesellschafter
BGHZ 142, 324
NJW 2000, 208
NJW-RR 2000, 249 (Ls.)
ZIP 1999, 1967
DNotZ 2000, 132
NJ 2000, 257
WM 1999, 2406
BB 1999, 2526
DB 1999, 2505
NZG 2000, 135
Zu den Gesellschaftsverbindlichkeiten im Sinne dieser Vorschrift gehörte die spätere Rückgabepflicht, weil deren Rechtsgrundlage bereits in dem Pachtvertrag angelegt war mit der Folge, dass diese Schuldverpflichtung mit dem Vertragsschluss als entstanden anzusehen ist, auch wenn sie erst später fällig wurde (vgl. BGHZ 142, 324, 329).
Verbindlichkeiten aus Dauerschuldverhältnissen wie dem hier in Rede stehenden Lizenzverhältnis zwischen der Klägerin und der Beklagten zu 1 sind schon mit der Begründung des Dauerschuldverhältnisses als im Sinne des § 160 Abs. 1 Satz 1 HGB entstanden anzusehen, auch wenn einzelne Verpflichtungen erst später fällig werden (vgl. BGH, Urteil vom 27. September 1999 - II ZR 356/98, BGHZ 142, 324, 329;… Baumbach/Hopt, HGB, 34. Aufl., § 160 Rn. 29 mwN).
Solche Verbindlichkeiten sind im Sinne von § 133 Abs. 1 UmwG begründet, auch wenn die weiteren Voraussetzungen ihres Entstehens erst nach dem Wirksamwerden der Ausgliederung erfüllt werden (…vgl. BAGE 145, 163 Rn. 23;… BAG, NZA 2015, 106 Rn. 48;… Maier-Reimer/Seulen in Semler/Stengel, UmwG, 3. Aufl., § 133 Rn. 21;… Hörtnagl in Schmitt/Hörtnagl/Stratz, aaO, § 133 UmwG Rn. 11;… Simon in KK-UmwG, aaO, § 133 Rn. 23; vgl. zur entsprechenden Problematik bei § 160 HGB: BGH…, Urteil vom 17. Januar 2012 - II ZR 197/10, NZG 2012, 221 Rn. 14;… BAGE 110, 372, 375, juris Rn. 17; BGH…, Urteil vom 29. April 2002 - II ZR 330/00, BGHZ 150, 373, 376, juris Rn. 13; BGH, Urteil vom 27. September 1999 - II ZR 356/98, BGHZ 142, 324, 329, juris Rn. 15).
Für zweigliedrige Gesellschaften, in denen der Betrieb vom letzten verbliebenen Gesellschafter nach dem Ausscheiden des vorletzten Gesellschafters fortgeführt wird, gelten keine Besonderheiten (BGH, Urteil vom 27. September 1999 - II ZR 356/98, BGHZ 142, 324, 331).
Dagegen könne auch nicht, wie das Arbeitsgericht meine, geltend gemacht werden, nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 27.09.1999 (- II ZR 356/98 - ZIP 1999, 1967 ff.) sei nunmehr durch die Neuregelung der Nachhaftung eine abstrakte Regelung getroffen worden, in der für die Dauer des Bestands des Vertragsverhältnisses durchgehend eine Nachhaftung des ausgeschiedenen Gesellschafters für fünf Jahre begründet sei.
aa) Sinn dieser Norm ist es in erster Linie zu vermeiden, dass ein ausgeschiedener Gesellschafter zu lange Zeit mit einer Haftung für Verbindlichkeiten belastet wird, obwohl er wegen seines Ausscheidens weder weiteren Einfluss auf die Gesellschaft nehmen noch von den Gegenleistungen und sonstigen Erträgen profitieren kann (BGH 27.09.1999 - II ZR 356/98 - ZIP 1999, 1967, 1968).
Bei Dauerschuldverhältnissen ist nämlich die Rechtsgrundlage für die einzelnen Schuldverpflichtungen bereits in dem Vertrag selber angelegt mit der Folge, dass diese Schuldverpflichtung mit dem Vertragsschluss als entstanden anzusehen sind, auch wenn einzelne Verpflichtungen erst später fällig werden (…BGH 21.12.1970 - II ZR 258/67 - a.a.O.; BGH, 27.09.1999 - II ZR 356/98 - ZIP 1999, 1967, 1968 f.; OLG Dresden 02.10.1976 - 7 U 981/96 - ZIP 1996, 1868, 1870).
Deshalb musste die Rechtsprechung korrigierend eingreifen und die Haftung des ausgeschiedenen Gesellschafters in den jeweils zur Entscheidung anstehenden Fällen unabhängig von der Verjährungsfrage in vernünftiger Weise begrenzen (BGH, 27.09.1999 - II ZR 356/98 - ZIP 1999, 1967, 1969).
Damit hat der Gesetzgeber im Interesse der Rechtssicherheit für alle Verbindlichkeiten einheitlich den Weg einer klar festgelegten Ausschlussfrist gewählt (BGH, 27.09.1999 - II ZR 356/98 - a.a.O.).
Vor diesem Hintergrund hat der BGH zu Recht in seinem bereits mehrfach zitierten Urteil vom 27.09.1999 (- II ZR 356/98 - ZIP 1999, 1967, 1969) bei der Auslegung des § 160 Abs. 1 HGB n.F. an der sog. Kündigungstheorie nicht mehr festgehalten (i.Erg. ebenso OLG Dresden, 02.10.1996 - 7 U 981/96 - ZIP 1996, 1868; Reichold, NJW 1994, 1617, 1619;… Heymann/Emmerich, HGB, 2. Aufl. 1996, § 128 Rz. 67).
BGH, 29.04.2002 - II ZR 330/00
Mit diesem Weg hat er zugleich die Interessen der Beteiligten in einer Weise berücksichtigt und ausgeglichen, die zwar fraglos gewisse Härten mit sich bringt, aber letztlich für keinen der jeweils Beteiligten als unzumutbar anzusehen ist (so auch Sen.Urt. v. 27. September 1999 - II ZR 356/98, WM 1999, 2406, 2408 = BGHZ 142, 324, 331, das das Berufungsgericht aber nicht für einschlägig hält, da es im vorliegenden Fall um ein befristetes Schuldverhältnis mit Verlängerungsmöglichkeit gehe).
Sie sind mit Abschluss des Arbeitsvertrags begründet iSv. § 156 Satz 1 UmwG, auch wenn die weiteren Voraussetzungen ihres Entstehens erst später erfüllt werden, insbesondere, wenn sie erst später fällig werden (Semler/Stengel/Maier-Reimer/Seulen UmwG § 133 Rn. 21; Hörtnagl in Schmitt/Hörtnagl/Stratz UmwG/UmwStG 5. Aufl. § 133 UmwG Rn. 11; vgl. jeweils für § 160 HGB: BAG 19. Mai 2004 - 5 AZR 405/03 - zu II 1 b aa der Gründe, BAGE 110, 372; BGH 27. September 1999 - II ZR 356/98 - zu III 1 der Gründe, BGHZ 142, 324) .
Für eine Begrenzung der Nachhaftung auf den Zeitpunkt bis zur ersten Kündigungsmöglichkeit im Sinne der Kündigungstheorie ist seit der gesetzlichen Regelung einer Nachhaftungsbegrenzung von Gesellschaftern durch das Nachhaftungsbegrenzungsgesetz vom 18. März 1994 (NachhBG, BGBl. I S. 560) kein Raum mehr (BGH 27. September 1999 - II ZR 356/98 - zu III 3 der Gründe, aaO) .
Für die Begründung der persönlichen Haftung aus § 128 S. 1 HGB kommt es nach allgemeiner Auffassung allein auf die Gesellschafterstellung im Zeitpunkt der Begründung der Gesellschaftsverbindlichkeit an (BGHZ 55, 267, BGH NJW 2000, 208, NJW 2002, 2170;… Baumbach/Hopt, HGB, 32. Aufl. 2006, § 128, Rn. 29;… Ebenroth/Boujong/Joost, HGB, 1. Aufl. 2001, § 128, Rn. 46;… Staub/Habersack, HGB, 4. Aufl. 1998-2004, § 128, Rn. 62;… MünchKomm/K. Schmidt, HGB, 2. Aufl. 2006, § 128, Rn. 50).
Sie sind damit begründet iSv. § 160 Abs. 1 HGB, auch wenn die weiteren Voraussetzungen ihres Entstehens erst später erfüllt werden (BGH 27. September 1999 - II ZR 356/98 - BGHZ 142, 324 = AP HGB § 160 Nr. 1;… Stuhlfelner in HK-HGB § 128 Rn. 11, 14;… Baumbach/Hopt HGB § 128 Rn. 29;… Schaub ArbR-Hdb. § 81 Rn. 191;… Hörstel in Sudhoff Personengesellschaften II M Rn. 20; Karsten Schmidt Gesellschaftsrecht § 51 I 3.).
Deshalb ist nach dem In-Kraft-Treten des Nachhaftungsbegrenzungsgesetzes eine weitere Haftungsbegrenzung im Sinne der zur früheren Rechtslage entwickelten Kündigungstheorie nicht mehr gerechtfertigt (BGH 27. September 1999 - II ZR 356/98 - BGHZ 142, 324 = AP HGB § 160 Nr. 1; 29. April 2002 - II ZR 330/00 - BGHZ 150, 373 = NJW 2002, 2170).
Entscheidend war nach der Rechtsprechung sowohl des Bundesgerichtshofs (vgl. ua. 21. Dezember 1970 - II ZR 258/67 - BGHZ 55, 267, 269 f.; 27. September 1999 - II ZR 356/98 - BGHZ 142, 324, zu III 1 der Gründe) als auch des Bundesarbeitsgerichts (vgl. ua. 21. Juli 1977 - 3 AZR 189/76 - AP HGB § 128 Nr. 1 = EzA HGB § 128 Nr. 1, zu II 1 der Gründe; 28. November 1989 - 3 AZR 818/87 - BAGE 63, 260, zu II 1 b der Gründe), wann die Rechtsgrundlage für die Ansprüche gelegt wurde.
Im Urteil vom 27. September 1999 (- II ZR 356/98 - BGHZ 142, 324) hatte der Bundesgerichtshof § 160 Abs. 1 HGB nF auszulegen.
BAG, 13.02.2014 - 8 AZR 144/13
Gesellschaftsrechtliche Nachhaftung - Auflösung der Gesellschaft - …
LAG Hessen, 15.07.2002 - 16 Sa 253/02
Sozialkassenbeiträge, Baugewerbe; Nachhaftung
LSG Berlin, 30.06.2004 - L 9 KR 746/01
Haftung eines Komplementärs für Gesamtsozialversicherungsbeiträge der …
Haftung eines ausscheidenden Gesellschafters für eine Verbindlichkeit der …
SG Berlin, 06.07.2001 - S 72 KR 2122/00