Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Stuttgart&Datum=08.02.2006&Aktenzeichen=20%20U%2024/04
Timestamp: 2019-12-11 12:00:53
Document Index: 128968338

Matched Legal Cases: ['§ 400', '§ 400', '§ 249', '§ 400', '§ 823', '§ 826', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

OLG Stuttgart, 08.02.2006 - 20 U 24/04 - dejure.org
https://dejure.org/2006,1021
OLG Stuttgart, 08.02.2006 - 20 U 24/04 (https://dejure.org/2006,1021)
OLG Stuttgart, Entscheidung vom 08.02.2006 - 20 U 24/04 (https://dejure.org/2006,1021)
OLG Stuttgart, Entscheidung vom 08. Februar 2006 - 20 U 24/04 (https://dejure.org/2006,1021)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2006,1021) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Kapitalanlage: Schadensersatzansprüche eines Altanlegers wegen unrichtiger Ad-hoc-Mitteilung
Voraussetzungen für die Haftung für eine fehlerhafte Ad-hoc-Mitteilung; Anspruch auf Schadensersatz wegen dauerhafter Zerstörung der Werthaltigkeit einer Aktie; Schutzgesetzcharakter des § 400 Abs. 1 Nr. 1 des Aktiengesetzes (AktG); Kausalität zwischen einer ...
Kein Anscheinsbeweis der Ursächlichkeit einer falschen Ad-hoc-Mitteilung für Halteentscheidung eines Altaktionärs ("EM.TV")
Zu den Voraussetzungen der zivilrechtlichen Haftung für fehlerhafte Ad-hoc-Mitteilungen, insbesondere der haftungsbegründenden Kausalität zwischen fehlerhafter Ad-hoc-Mitteilung und Halteentscheidung
Ad-hoc-Mitteilungshaftung - Anscheinsbeweis
Aktienrecht: Haftung wegen fehlerhafter Ad-hoc-Mitteilung - Halteentscheidung eines Altanlegers
AktG § 400; BGB §§ 249, 823, 826
Kein Anscheinsbeweis für Ursächlichkeit einer falschen Ad-hoc-Mitteilung für Halteentscheidung eines Altaktionärs ("EM.TV")
Anleger müssen das Halten der Anteile nach fehlerhafter Ad-hoc-Mitteilung nachweisen
Kausalität zwischen fehlerhafter Ad-hoc-Mitteilung und Halteentscheidung
AktG § 400; BGB § 823 Abs. 2, § 826
LG Stuttgart, 14.09.2004 - 12 O 553/03
ZIP 2006, 511
ZIP 2007, 235
WM 2006, 616
385 [juris Rn. 13] "ComROAD VII"; BGH NZG 2008, 386 [juris Rn. 13] "ComROAD VIII"; Fleischer ZIP 2007, 1805, 1807; Kort, AG 2005, 21, 26; Longino, DStR 2008, 2068, 2073; Leuschner, ZIP 2008, 1050, 1054 [jedenfalls soweit der Kläger - wie hier - Naturalrestitution begehrt]; vgl. auch OLG Stuttgart, OLGR 2006, 351 [juris Rn. 53]).
Der Kläger müsste deshalb im Einzelnen darlegen und beweisen, dass er von dem zu einem bestimmten Zeitpunkt fest beabsichtigten Verkauf der Aktien Abstand genommen hat (…BGH NJW 2005, 2450 [juris Rn. 19] "EM.TV" [Zivil]; vgl. auch OLG Stuttgart, OLGR 2006, 351 [juris Rn. 57]).
Insoweit kann auf die Ausführungen unter II. 1. b) und III. 1. b) verwiesen werden (vgl. zu den Voraussetzungen für die Annahme einer "Haltestimmung" auch OLG Stuttgart, OLGR 2006, 351 [juris Rn. 56]).
Im Ausgangspunkt ist zwischen einer Haftung für Pflichtverletzungen in der Zeichnungsphase (nachfolgend I.) und in der Umstrukturierungsphase (nachfolgend II.) zu unterscheiden (vgl. auch OLG Stuttgart OLGR 2006, 351).
Sie kann nicht den Beitritt als solchen rückgängig machen (vgl. OLG Stuttgart OLGR 2006, 351, 353 f.), sondern nur die im September 2003 beschlossene Umstrukturierung als Grundlage ihrer Schadensberechnung heranziehen.
Vielmehr kommt es auch hier nach höchst- und obergerichtlicher Rechtsprechung (BGH, Urteil vom 19.07.2004 - II ZR 218/03 und II ZR 217/03; OLG Stuttgart, Urteil vom 08.02.2006 - 20 U 24/04) stets auf die Gegebenheiten des Einzelfalls an; bezeichnenderweise gibt auch die Beschwerdebegründung (Bl. 15 = Bl. 117 d.A.) keinen konkreten Zeitraum vor, innerhalb dessen nach Auffassung des Klägers offenbar die Kausalität (un/widerleglich?) vermutet werden soll.
Dies setzt aber voraus, dass der Altanleger durch eine fehlerhafte Information nachweisbar von dem zu einem bestimmten Zeitpunkt fest beabsichtigten Verkauf der Aktien Abstand genommen hat (BGH, NJW 2005, 2450/2453; OLG Stuttgart, NJOZ 2006, 1592/1595 m.w.N.).