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Timestamp: 2016-10-22 23:41:02
Document Index: 3726361

Matched Legal Cases: ['Art. 106', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 1', 'Art. 25', 'Art. 34', 'Art. 25', 'Art. 25', 'Art. 32', 'Art. 32', 'Art. 52', 'BGE', 'Art. 52', 'BGE', 'BGE', 'Art. 25', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 32', 'Art. 71', 'Art. 71', 'Art. 71', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 1', 'Art. 65', 'Art. 65', 'Art. 30', 'BGE', 'Art. 32', 'Art. 33', 'BGE', 'Art. 14', 'BGE', 'Art. 71', 'Art. 71', 'BGE', 'Art. 34', 'BGE', 'BGE', 'Art. 71', 'Art. 66', 'Art. 68']

9C_278/2012 (19.06.2013)
9C_278/2012 {T�0/2} � � Urteil vom 19. Juni 2013
Progr�s Versicherungen AG,
Im Jahre 2003 wurde bei der 1942 geborenen N.________ paroxysmale n�chtliche H�moglobinurie (PNH) diagnostiziert. Seit 2005 erh�lt sie das Medikament Soliris, welches in der Schweiz seit dem 4. Januar 2010 heilmittelrechtlich zugelassen ist.
Am 8. Mai 2009 erteilte die Progr�s Versicherungen AG (nachfolgend: Progr�s), bei welcher N.________ grundversichert ist, erstmals Gutsprache f�r die Kosten der Behandlung mit Soliris f�r die Dauer von drei Monaten.
Auf Begehren der Versicherten erliess die Progr�s am 16. April 2010 eine Verf�gung, in welcher sie einen (weiteren) Leistungsanspruch zu Lasten der Grundversicherung verneinte. Die von N.________ dagegen erhobene Einsprache hiess die Progr�s in dem Sinne teilweise gut, als sie die Kosten f�r die Behandlung bis zum Zeitpunkt der Zulassung von Soliris am 4. Januar 2010 �bernahm. Im weitergehenden Umfang lehnte sie die Einsprache ab (Entscheid vom 24. Juni 2010).
Beschwerdeweise liess die Versicherte beantragen, der Einspracheentscheid sei insoweit aufzuheben, als die Einsprache abgewiesen worden sei, und es seien alle Kosten der Behandlung mit dem Medikament Soliris ab 4. Januar 2010 durch die Progr�s zu �bernehmen. Mit Entscheid vom 14. Februar 2012 wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich die Beschwerde ab.
N.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit dem Rechtsbegehren, der kantonale Entscheid sei aufzuheben und die Progr�s zu verpflichten, die Kosten der Behandlung mit dem Arzneimittel Soliris f�r die Zeit vom 4. Januar 2010 bis zum 28. Februar 2011 zu �bernehmen.
Mit Vernehmlassung vom 28. Januar 2013 beantragt die Progr�s die Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt f�r Gesundheit (BAG) enth�lt sich in seiner Vernehmlassung vom 19. M�rz 2013 eines formellen Antrages. Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich verzichtet auf eine Stellungnahme.
1.2.�Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG), pr�ft indessen - unter Beachtung der Begr�ndungspflicht in Beschwerdeverfahren (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG) - grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind. Es ist nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden Fragen, also auch solche, die vor Bundesgericht nicht mehr aufgeworfen werden, zu untersuchen (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254).
Das Medikament Soliris ist seit dem 4. Januar 2010 heilmittelrechtlich zugelassen zur Behandlung paroxysmaler n�chtlicher H�moglobinurie (PNH; Swissmedic Journal 1/2010 S. 25). Entsprechend dieser Indikation wird es bei der Beschwerdef�hrerin eingesetzt. Seit 1. Februar 2012 steht Soliris zudem auf der Spezialit�tenliste (SL).
Streitig und zu pr�fen ist die �bernahme des Medikaments Soliris zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung in der Zeit vom 4. Januar 2010, als das Pr�parat heilmittelrechtlich zugelassen wurde, bis zum 28. Februar 2011. F�r die davor und danach liegende Zeit hat die Progr�s eine Leistungspflicht aus der Grundversicherung demgegen�ber bejaht (Einspracheentscheid vom 24. Juni 2010 und an die Versicherte gerichtetes Schreiben der Progr�s vom 11. Juli 2011).
4.1.�Die soziale Krankenversicherung gew�hrt Leistungen unter anderem bei Krankheit (Art. 3 ATSG; Art. 1a Abs. 2 lit. a KVG). Im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung d�rfen die Versicherer keine anderen Kosten als diejenigen f�r die Leistungen nach den Art. 25-33 KVG �bernehmen (Art. 34 Abs. 1 KVG). Dazu z�hlen auch die Kosten f�r die Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer Folgen dienen (Art. 25 Abs. 1 KVG). Diese Leistungen umfassen unter anderem die �rztlich verordneten Arzneimittel (Art. 25 Abs. 2 lit. b KVG). Voraussetzung f�r eine Kosten�bernahme ist die Wirksamkeit, Zweckm�ssigkeit und Wirtschaftlichkeit der Behandlung, wobei die Wirksamkeit nach wissenschaftlichen Methoden nachgewiesen sein muss (Art. 32 Abs. 1 KVG). Die Wirksamkeit, die Zweckm�ssigkeit und die Wirtschaftlichkeit der Leistungen werden periodisch �berpr�ft (Art. 32 Abs. 2 KVG).
4.2.�Die Verg�tungspflicht erstreckt sich nach Art. 52 Abs. 1 lit. b KVG grunds�tzlich nur auf Arzneimittel, die in der SL aufgef�hrt sind. Die SL z�hlt die pharmazeutischen Spezialit�ten und konfektionierten Arzneimittel im Sinne einer Positivliste abschliessend auf (BGE 136 V 395 E. 5.1 S. 398 f.; 134 V 83 E. 4.1 S. 85 ff.; 131 V 349 E. 2.2 S. 351; Gebhard Eugster, Die obligatorische Krankenversicherung [nachfolgend: Krankenversicherung], in: Soziale Sicherheit, SBVR Bd. XIV, 2. Aufl. 2007, S. 513 Rz. 346). Aufgenommen werden nur Spezialit�ten, f�r welche die Pharmahersteller oder Importeure einen Antrag stellen (Eugster, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum KVG [nachfolgend: Rechtsprechung], 2010, N. 3 zu Art. 52 KVG).
4.3.�Kassenpflichtig sind pharmazeutische Spezialit�ten des Weitern nur im Rahmen von Indikationen und Anwendungsvorschriften, die bei Swissmedic registriert sind (BGE 130 V 532 E. 5.2 S. 541 f.). Die Anwendung eines Arzneimittels ausserhalb der registrierten Indikationen und Anwendungsvorschriften macht dieses zu einem solchen "ausserhalb der Liste" bzw. zu einem "Off-Label-Use" und damit grunds�tzlich zur Nichtpflichtleistung (BGE 136 V 395 E. 5.1 S. 398 f.; 130 V 532 E. 3.2.2 S. 538 und E. 3.4 S. 540; Eugster, Rechtsprechung, N. 35 zu Art. 25 KVG; zum Ganzen: Loris Magistrini, L'utilisation hors �tiquette de m�dicaments et son remboursement par l'assurance-maladie, Jusletter vom 31. Januar 2011).
4.4.�Nach der Rechtsprechung sind ausnahmsweise auch die Kosten von nicht in der SL aufgef�hrten Arzneimitteln und von Arzneimitteln der SL ausserhalb der registrierten Indikationen und Anwendungsvorschriften zu �bernehmen. Voraussetzung ist, dass ein sogenannter Behandlungskomplex vorliegt oder dass f�r eine Krankheit, die f�r die versicherte Person t�dlich verlaufen oder schwere und chronische gesundheitliche Probleme nach sich ziehen kann, wegen fehlender therapeutischer Alternativen keine andere wirksame Behandlungsmethode verf�gbar ist; diesfalls muss das Arzneimittel einen hohen therapeutischen (kurativen oder palliativen) Nutzen haben (BGE 136 V 395 E. 5.2 S. 399; 131 V 349 E. 2.3 S. 351; 130 V 532 E. 6.1 S. 544 f.; Magistrini, Jusletter vom 31. Januar 2011, Rz. 112 ff.). Ein wichtiger Anwendungsbereich f�r Ausnahmen von der Listenpflicht sind Medikamente gegen Krankheiten, die so selten sind, dass sich f�r die Hersteller das Zulassungsverfahren nicht lohnt (sog. Orphan Use bzw. Orphan Diseases; BGE 136 V 395 E. 5.2 S. 399; Eugster, Krankenversicherung, S. 515 Rz. 354). Als Orphan Drugs gelten Arzneimittel, die in der Schweiz (noch) nicht zugelassen sind und gegen seltene Krankheiten eingesetzt werden, die zur Diagnose, Verh�tung oder Behandlung eines Leidens bestimmt sind, das lebensbedrohlich ist oder bei Nichtbehandlung eine chronische Invalidit�t oder ein schweres chronisches Leiden hervorruft und nicht mehr als 5 von 10'000 Personen betrifft (vgl. Handbuch des BAG betreffend die Spezialit�tenliste in der ab 1. Februar 2008 g�ltig gewesenen Fassung Rz. 811 [vgl. auch Rz. I.4.1 in der ab 1. September 2011 geltenden Fassung]; vgl. auch EU-Verordnung Nr. 141/2000 vom 16. Dezember 1999; Peter Braunhofer, Arzneimittel im Spannungsfeld zwischen HMG und KVG aus der Sicht des Krankenversicherers, in: Eichenberger/Poledna [Hrsg.], Das neue Heilmittelgesetz, 2004, S. 103 ff., 106 f.; Val�rie Junod, Acc�s aux m�dicaments, Les conditions du remboursement dans l'assurance-maladie obligatoire, in: Le droit de la sant�: aspects nouveaux, Guillod/Wessner [Hrsg.], 2010, S. 83 ff., 117 ff.).
Die Frage, ob ein f�r die Kosten�bernahme vorausgesetzter hoher therapeutischer Nutzen vorliegt, ist sowohl in allgemeiner Weise als auch bezogen auf den konkreten Einzelfall zu beurteilen (BGE 136 V 395 E. 6.4 und 6.5 S. 401 f.).
5.1.�Die Vorinstanz erwog, da das Medikament Soliris bei der Beschwerdef�hrerin entsprechend der Zulassung zur Behandlung von PNH eingesetzt werde, liege kein Off-Label-Use vor. Demnach falle eine Ausnahme vom Grundsatz der Listenpflicht unter diesem Aspekt ausser Betracht. Weiter pr�fte sie, ob das Medikament als Orphan Drug zu �bernehmen sei. Sie verneinte die Frage mit der Begr�ndung, die Anerkennung als Orphan Drug sei ein Instrument zur F�rderung der Entwicklung eines Arzneimittels gegen seltene Krankheiten, f�r die sich ein Zulassungsverfahren ansonsten nicht lohne. Aus diesem Grunde fielen ausschliesslich Arzneimittel in Betracht, die �ber keine Zulassung verf�gten. Auf diesen Umstand beziehe sich die von der Rechtsprechung zugelassene Ausnahme von der Listenpflicht. Eine andere Frage sei, ob das Arzneimittel zu Lasten der Grundversicherung abgerechnet werden k�nne. Daf�r sei unter anderem die Frage massgebend, ob eine Behandlung mit dem betreffenden Arzneimittel dem Wirtschaftlichkeitsgebot des Art. 32 Abs. 1 KVG standhalte. Sei neben den �brigen Voraussetzungen auch die Wirtschaftlichkeit gegeben, erfolge die Aufnahme in die SL. Praxisgem�ss seien Ausnahmen von der Listenpflicht nur restriktiv zul�ssig, da zu verhindern sei, dass durch eine extensive Praxis der ordentliche Weg der Listenaufnahme durch Einzelfallbeurteilungen ersetzt und dadurch die mit der SL verbundene Wirtschaftlichkeitskontrolle umgangen werde. Dies bedeute vorliegend, dass seit der Marktzulassung von Soliris und bis zur Kl�rung der Frage, ob das Pr�parat in die SL aufzunehmen sei, die Grundversicherung nicht mehr f�r die Behandlung aufzukommen habe. Mit der Marktzulassung von Soliris sei das mit der Orphan-Drug-Regelung angestrebte Ziel erreicht; denn gef�rdert werden solle die Entwicklung und Marktzulassung von Medikamenten gegen seltene Krankheiten, nicht die Aufnahme solcher Arzneien in die SL. In der Phase seit der Marktzulassung bis zur Aufnahme in die SL bestehe keine Rechtfertigung mehr f�r eine Privilegierung gegen�ber anderen Patienten, deren Medikament auch noch nicht in die SL aufgenommen worden sei. Im �brigen k�nne die Versicherte die Behandlung mit Soliris zu 90 % �ber ihre Zusatzversicherung abrechnen.
5.2.�Die Beschwerdef�hrerin weist darauf hin, dass nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung f�r die Ausnahmen von der Listenpflicht im Einzelfall sowohl beim Off-Label-Use als auch in denjenigen F�llen, in denen das Medikament als solches noch nicht in die SL aufgenommen worden sei, auf die fehlende Nennung in der SL, verbunden mit den �brigen Voraussetzungen abgestellt werde. Die Frage der Zulassung durch die Swissmedic sei nie zum Thema gemacht worden. Ihrer Auffassung nach w�rde eine andere Argumentation zu absurden Zust�nden f�hren: Vor der Zulassung von Soliris w�rde eine Kosten�bernahme aus der OKP als Orphan Drug gew�hrt, die nach der Zulassung und w�hrend des daran anschliessenden Pr�fungsverfahrens beim BAG wieder wegfallen w�rde, um dann im Falle der Aufnahme des Arzneimittels in die SL wieder aufzuleben.
5.3.�Die Beschwerdegegnerin gibt zu bedenken, dass Ausnahmen von der Listenpflicht nur sehr restriktiv zul�ssig seien, da verhindert werden m�sse, dass durch eine extensive Auslegung der ordentliche Weg der Listenaufnahme und der damit verbundenen Wirtschaftlichkeitskontrolle umgangen werde. Dies k�nne nur bedeuten, dass der Grundversicherer die Therapie ab Zulassung durch die Swissmedic bis zur SL-Aufnahme nicht zu verg�ten habe.
5.4.�Das BAG stellt sich auf den Standpunkt, im Zeitraum vor der Swissmedic-Zulassung bis zur Aufnahme in die SL habe eine Verg�tung �ber die OKP nur erfolgen k�nnen, wenn die mit Wirkung auf den 1. M�rz 2011 in Art. 71a Abs. 1 KVV verankerten bundesgerichtlichen Kriterien erf�llt waren (Behandlungskomplex; t�dlicher oder schwerer und chronischer Verlauf; keine Behandlungsalternative; hoher therapeutischer Nutzen). In casu sei Art. 71b KVV massgebend, da Soliris in dieser Zeit nicht in der SL aufgef�hrt gewesen, jedoch innerhalb der Fachinformation von Swissmedic angewendet worden sei. Bei der Verg�tung von nicht in die SL aufgenommenen Arzneimitteln erfolge immer eine Einzelfallbeurteilung. Eine solche vorzunehmen sei nicht Aufgabe des BAG. Vielmehr sei es die Aufgabe der Krankenversicherer, nach vorg�ngiger Konsultation des Vertrauensarztes zu pr�fen, ob die vorstehend dargelegten Voraussetzungen zur Kosten�bernahme durch die OKP erf�llt sind. K�nne die Wirksamkeit, mithin der grosse therapeutische Nutzen von Arzneimitteln, die nicht in der SL aufgelistet seien, bejaht werden, seien auch die Kriterien der Zweckm�ssigkeit und Wirtschaftlichkeit zu pr�fen. Dabei sei vor allem in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit dem Verh�ltnism�ssigkeitsprinzip und dem Prinzip der Rechtsgleichheit Rechnung zu tragen. Wenn ein Missverh�ltnis zwischen Aufwand und Heilerfolg bestehe, k�nne eine Leistungsverweigerung durch den Versicherer erfolgen. Seien jedoch die in Art. 71b KVV erw�hnten Voraussetzungen erf�llt, w�re die Krankenversicherung im vorliegenden Einzelfall leistungspflichtig.
6.1.�Verwendungsfertige Arzneimittel d�rfen (unter Vorbehalt hier nicht weiter interessierender internationaler Abkommen �ber die Anerkennung von Zulassungen) nur in Verkehr gebracht werden, wenn sie vom schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic zugelassen sind (Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 15. Dezember 2010 �ber Arzneimittel und Medizinprodukte [Heilmittelgesetz, HMG; SR 812.21]). Die Zulassungspflicht dient als Instrument der pr�ventiven Produktekontrolle der Verwirklichung des Schutzes der �ffentlichen Gesundheit und von Treu und Glauben auf dem Arzneimittelmarkt (Eichenberger/Jaisli/richli, Das Bundesgesetz �ber Arzneimittel und Medizinprodukte, 2006, N. 3 zu Art. 9 HMG; vgl. auch Ueli Kieser, Die Zulassung von Arzneimitteln im Gesundheits- und Sozialversicherungsrecht, AJP 2007 S. 1042 ff., 1043 f.). In diesem Sinne sollen nach der Zweckumschreibung in Art. 1 Abs. 1 HMG nur qualitativ hochstehende, sichere und wirksame Arzneimittel in Verkehr gebracht werden.
6.2.�In die SL aufgenommen werden kann ein Arzneimittel, wenn es �ber eine g�ltige Zulassung des Instituts verf�gt (Art. 65 Abs. 1 KVV). In diesem Sinne ist die Zulassung durch das Heilmittelinstitut die prim�r zu erf�llende Voraussetzung f�r die Aufnahme in die SL (vgl. Art. 65 Abs. 1 KVV; Art. 30a Abs. 1 lit. a KLV; Braunhofer, a.a.O., S. 104). Das vorangehende, mit einem positiven Entscheid abgeschlossene heilmittelrechtliche Zulassungsverfahren ist f�r den Bereich der Krankenversicherung insofern bedeutsam, als es jedenfalls f�r die Pr�fung der Wirksamkeit und Zweckm�ssigkeit eines Arzneimittels den Pr�fungsrahmen absteckt (vgl. BGE 131 V 349 E. 3.1 S. 351 f.; Kieser, a.a.O., S. 1048). Die beiden Kriterien werden bei der Aufnahme in die SL gest�tzt auf die Unterlagen beurteilt, welche f�r die Registrierung durch das Heilmittelinstitut massgebend waren (Art. 32, Art. 33 Abs. 2 KLV). Die Aufnahme in die SL erfolgt mithin nach einer doppelstufigen Zulassungspr�fung: Vorausgesetzt wird vorab die heilmittelrechtliche Zulassung. Hinzu kommt die krankenversicherungsrechtliche Zulassung, wobei die Kriterien der Wirksamkeit und Zweckm�ssigkeit erneut �berpr�ft werden und als weiteres Kriterium die Wirtschaftlichkeit herangezogen wird (Kieser, a.a.O., S. 1049).
6.3.�Dass nun aber eine Kosten�bernahme auf den Zeitpunkt der heilmittelrechtlichen Zulassung zu verweigern w�re, wie die Vorinstanz daf�rh�lt, l�sst sich der Rechtsprechung nicht entnehmen. Vielmehr wurde in BGE 136 V 395, in welchem Fall es ebenso um ein - im vereinfachten Verfahren als wichtiges Arzneimittel f�r seltene Krankheiten im Sinne von Art. 14 Abs. 1 lit. f HMG - zugelassenes Arzneimittel ging, ausdr�cklich festgehalten, dass die arzneimittelrechtliche Zulassung f�r die Kassenpflichtigkeit nicht ausschlaggebend ist (vgl. BGE 136 V 395 E. 4.2 S. 398 mit Hinweis auf Pascal Lachenmeier, Die Anwendung "nicht zugelassener" Arzneimittel in der Krebstherapie nach schweizerischem Recht ["off-label-use"], Jusletter vom 11. Mai 2009, Rz. 56; vgl. die f�r zugelassene und nicht zugelassene nicht in die SL aufgenommene Arzneimittel gleichermassen m�gliche Kosten�bernahme gem�ss Art. 71b Abs. 1 und 2 KVV [in Kraft ab 1. M�rz 2011]).
7.1.�Die Versicherte hat im Einspracheverfahren dargelegt, dass die Voraussetzungen f�r die �bernahme der Kosten des Medikamentes Soliris aus der Grundversicherung (vgl. E. 4.4 hiervor) bei ihr erf�llt sind, da die Krankheit PNH bei ihr schwere und chronische gesundheitliche Probleme nach sich ziehen kann, zudem wegen fehlender therapeutischer Alternativen keine andere wirksame Behandlungsmethode als Soliris verf�gbar ist, und dass ein hoher therapeutischer Nutzen vorliegt.
7.2.�Die Progr�s hat aufgrund der von der Versicherten im Einspracheverfahren eingereichten Unterlagen (unter anderem Schreiben und Kurzbericht des Dr. med. B.________, Leitender Arzt H�matologie FMH, Spital X.________, vom 27. August 2009 und 1. April 2010; Informationsbrosch�ren Alexion; Auszug aus der Zeitschrift Blood vom 1. Dezember 2007, Volume 110, Number 12, S. 4123 ff. [Effect of the complement inhibitor eculizumab on thromboembolism in patients with paroxysmal nocturnal hemoglobinuria]) die Voraussetzungen f�r eine Kosten�bernahme des Medikaments Soliris bejaht, dies vorab bis zum (wie gesehen allerdings irrelevanten [vgl. E. 6.3]) Datum der heilmittelrechtlichen Zulassung (Einspracheentscheid vom 24. Juni 2010). Weiter hat sie die Kosten des Arzneimittels mit Wirkung ab 1. M�rz 2011 (r�ckwirkend) gest�tzt auf Art. 71b KVV �bernommen (Schreiben der Progr�s an die Versicherte vom 11. Juli 2011).
7.3.�Kann die Kosten�bernahme - entgegen der Auffassung der Vorinstanz - nicht mit der Begr�ndung, das Medikament sei nun heilmittelrechtlich zugelassen, verweigert werden (E. 6.3), ist die Progr�s �ber den 4. Januar 2010 hinaus verpflichtet, die streitigen Kosten zu �bernehmen, weil s�mtliche von ihr bejahten Voraussetzungen daf�r unver�ndert erf�llt sind. Der Vollst�ndigkeit halber ist zu erg�nzen: Der vorausgesetzte hohe therapeutische Nutzen (BGE 136 V 395 E. 6.4 und 6.5 S. 401 f.) ist in Bezug auf das den Wirkstoff "Eculizumabum" enthaltende Medikament Soliris nicht nur im konkreten Fall, sondern aufgrund der im von der Beschwerdef�hrerin eingereichten Zeitschriftenauszug beschriebenen Studie (Blood vom 1. Dezember 2007, Volume 110, Number 12, S. 4123 ff. [Effect of the complement inhibitor eculizumab on thromboembolism in patients with paroxysmal nocturnal hemoglobinuria]) auch in allgemeiner Weise zu bejahen. Die Voraussetzung eines angemessenen Kosten-Nutzen-Verh�ltnisses schliesslich ist hier im Einzelfall zu pr�fen und nicht mit der generellen Wirtschaftlichkeitspr�fung gem�ss Art. 34 ff. KLV im Rahmen der Aufnahme in die SL gleichzusetzen (vgl. BGE 136 V 395 E. 7.1 S. 406 f.). Soweit die Beschwerdegegnerin die Unwirtschaftlichkeit dennoch daraus ableitet, dass das Medikament Soliris vor der Aufnahme in die SL am 1. Februar 2012 zu einem um 30 % h�heren Preis verrechnet wurde, kann ihr nicht gefolgt werden. Denn allgemeinen �bergangsrechtlichen Regeln zufolge (vgl. BGE 122 V 405 E. 3b/aa S. 408 f.) kann der Aufnahme in die SL keine r�ckwirkende Bedeutung zukommen. Andere Anhaltspunkte, aus welchen auf Unwirtschaftlichkeit geschlossen werden k�nnte, werden nicht vorgebracht und ergeben sich auch nicht aus den Akten. Bei dieser Sachlage er�brigen sich Weiterungen. Wie die Preisgestaltung nach Inkrafttreten von Art. 71b KVV zu beurteilen w�re, ist vorliegend nicht zu entscheiden.
7.4.�Zusammenfassend ergibt sich, dass in der streitigen Zeit s�mtliche Voraussetzungen f�r eine Kosten�bernahme zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung erf�llt sind. Demnach hat die Progr�s, wie von der Versicherten beantragt, die Kosten der Behandlung mit Soliris auch in der Zeit vom 4. Januar 2010 bis zum 28. Februar 2011 zu �bernehmen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdegegnerin die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Sie hat der anwaltlich vertretenen Beschwerdef�hrerin zudem eine Parteientsch�digung zu bezahlen (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 14. Februar 2012 und der Einspracheentscheid der Progr�s Versicherungen AG vom 24. Juni 2010, soweit dieser eine Kosten�bernahmepflicht �ber den 4. Januar 2010 hinaus verneint, werden aufgehoben. Die Progr�s Versicherungen AG wird verpflichtet, die Kosten f�r die Behandlung mit dem Arzneimittel Soliris in der Zeit vom 4. Januar 2010 bis zum 28. Februar 2011 aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu �bernehmen.
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich hat die Parteientsch�digung f�r das vorangegangene Verfahren neu festzusetzen.