Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ+37,+363
Timestamp: 2018-12-13 09:52:02
Document Index: 53436662

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 134', '§ 762', '§ 816', '§ 254', '§ 816', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 818', 'BGH', 'BGH', '§ 134', '§ 134', '§ 134', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 816', 'BGH', 'BGH', '§ 816', 'BGH']

BGH, 12.07.1962 - VII ZR 28/61 - dejure.org
Spielbank I
§ 134 BGB;
§ 762 Abs. 1 BGB;
§ 816 Abs. 1 Satz 2 BGB, Unentgeltlichkeit, Rechtsgrundlosigkeit, Einheitskondiktion - Doppelkondiktion;
§ 254 BGB (nicht anwendbar bei § 816 BGB)
Nichtigkeit eines Spielvertrages aufgrund Spielens an einer öffentlichen Spielbank - Anspruch des Arbeitgebers gegen den Besitzer einer Spielbank auf Herausgabe von durch den Arbeitnehmer veruntreuten und verspielten Geldes
BGHZ 37, 363
NJW 1962, 1671
(Vgl. BGHZ 14, 7,10; 37, 363,370; BGH VIII ZR 221/68 vom 30. September 1970 = WM 1970, 1297,1300, in NJW 1970, 2059 und LM Nr. 16 zu § 818 Abs. 3 BGB insoweit nicht abgedruckt).
Das hat der Bundesgerichtshof bereits wiederholt ausgesprochen (vgl. BGHZ 14, 7,10; 37, 363,370).
Denn die Gesetzesumgehung ist eine Frage der Rechtsanwendung, die an die Rechtsgeltung und die Durchsetzbarkeit des Regelungsinhaltes einer Norm aus eigener Kraft anknüpft (…vgl. A. Teichmann, Die Gesetzesumgehung, 1962, S. 69; ferner BGHZ 37, 363, 366; 51, 255, 262; 56, 285, 289; BAGE 10, 65, 70;… Soergel/Hefermehl, BGB , 12. Aufl., § 134 Rdn. 40; Huber, Jura 1970, 784, 797;… abweichend Mayer-Maly in MünchKomm, 1978, § 134 Rdn. 18).
Der Bundesgerichtshof hat bereits mehrfach hervorgehoben, daß die Frage, ob der Verstoß gegen ein gesetzliches Verbot gemäß § 134 BGB zur Nichtigkeit des Rechtsgeschäfts führt, nach Sinn und Zweck der einzelnen Verbotsvorschrift zu entscheiden ist (vgl. BGHZ 37, 258, 261 = NJW 1962, 2010; BGHZ 37, 363, 365 f. = NJW 1962, 1671; BGHZ 53, 152, 156 f. = NJW 1970, 609; BGHZ 71, 358, 360 f. = NJW 1978, 1970; BGHZ 78, 263, 265 [BGH 23.10.1980 - IVa ZR 28/80] - NJW 1981, 399; BGHZ 85, 39, 43 f. = NJW 1983, 109; NJW 1984, 230, 231; NJW 1984, 1175 m.w.N.; BGHZ 93, 264, 267; BGHZ 111, 308 [BGH 31.05.1990 - VII ZR 336/89]).
Eine für alle Beteiligten geltende Straf- oder Bußgeldandrohung gibt dabei einen gewichtigen Hinweis darauf, daß die Rechtsordnung verbotswidrigen Verträgen die Wirksamkeit versagen will (BGHZ 37, 363, 365 = NJW 1962, 1671; BGHZ 85, 39, 44 = NJW 1983, 109).
Das Reichsgericht (z.B. RGZ 100, 39; 104, 105; 106, 316) und auch der Bundesgerichtshof (BGHZ 37, 363) haben besonders darauf abgestellt, ob das jeweilige Verbot sich nur gegen einen Vertragsteil oder gegen beide richtet.
Die Nichtigkeit ist insbesondere beim Verstoß gegen bloße Ordnungsvorschriften, auch solche gewerbe- oder gesundheitspolizeilicher Art verneint worden (BGH in NJW 1968, 2286 [BGH 23.04.1968 - VI ZR 217/65] und BGHZ 37, 363).
Was ihm widerstreitet, ist wie der Verstoß gegen ein Verbotsgesetz zu behandeln; für die Nichtigkeit genügt dann der objektive Verstoß (BGHZ 37, 363, 366) [BGH 12.07.1962 - VII ZR 28/61] .
Zur Frage der Unentgeltlichkeit i.S. des § 816 Abs. 1 Satz 2 BGB beim Spiel an einer zugelassenen Spielbank (Ergänzung zu BGHZ 37, 363).
In der Sache VII ZR 28/61, in der die Klägerin Ansprüche aus Spielverlusten M. bei der Spielbank in W. geltend gemacht hat, hat der erkennende Senat im Urteil vom 12. Juli 1962 (BGHZ 37, 363) die Übereignung der Klägerin gehörenden Geldes durch M. an die Spielbank als unentgeltliche Verfügung behandelt und § 816 Abs. 1 Satz 2 BGB entsprechend angewandt (…a.a.O. S. 369).
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