Source: https://archivalia.hypotheses.org/date/2004/05/04
Timestamp: 2019-10-18 05:28:55
Document Index: 32285402

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§ 59', '§ 58', 'BGH', '§ 137', '§ 5', '§ 45', '§ 38', '§ 53', '§ 52']

04 | Mai | 2004 | Archivalia
Archiv für den Tag: 4. Mai 2004
Veröffentlicht am 4. Mai 2004 von Klaus Graf
A weblog about maps:
http://www.mcwetboy.net/maproom
US: Orphaned Works and Copyright
http://www.info-commons.org/blog/archives/000439.html
Librarians Looking for Help on Copyright Suit
Eli Edwards and Mary Minow are collaborating on a research project in support of the team working on the Kahle v. Ashcroft copyright lawsuit (maybe that makes them part of the team?), and they are asking librarians and archivists for their help.
Larry Lessig and the Stanford Law School Center for Internet and Society filed Kahle v. Ashcroft on behalf of Internet Archive founder Brewster Kahle and Richard Prelinger of Prelinger Archives. The suit challenges the constitutionality of changes in copyright law that have resulted in an overabundance of “orphaned works” — information that, though subject to copyright, has little commercial value and is not made available for publication by the rights holder, and therefore is largely inaccessible. Specifically, the suit seeks to overturn the move from a system that required authors to register their works for copyright protection, to the current system in which copyright is automatic and no registration is required.
If successful, the suit could make it much easier for libraries, archives and other organizations to digitize orphaned works published between 1964 and 1977 (the year the no registration required system came into effect). As part of the effort, Eli and Mary are asking librarians:
1) To identify collections of orphaned material they hold that was published between 1964 and 1977, and that they will not consider digitizing or posting online because of copyright restrictions, and
2) Whether someone can come up with a manageable method for determining how many works were published between 1920 and 1950 (when no registration was required)?
See the details here, and email Eli Edwards if you have ideas or suggestions.
And while I am at it, congratulations to Eli on the publication of her article, “Ephemeral to Enduring: The Internet Archive and Its Role in Preserving Digital Media,” in the March issue of Information Technology and Libraries. She does an excellent job of describing the Internet Archive as an organization that, though not a library, has strong affinities with and important lessons for librarians. As she writes:
“In order to extend the life of information on the internet, libraries, archivists, and computer scientists will need to examine IA and its successes and failures and draw lessons from what has been done by IA and other projects, as well as what still needs to be done, to preserve our growing yet precarious digital heritage.”
As Eli suggests, the Internet Archive is helping to build the digital information commons. Librarians have a responsibility both to learn from what the organization is doing and to bring their knowledge to bear on the problem of how best to nourish and preserve that commons.
Du sollst vom Stadtarchivar von Erlangen nicht abschreiben!
Das gilt, entnehmen wir http://ARCHIV.net, auch für hochangesehene fränkische Landeshistoriker:
http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,296403,00.html
Archivtag Sachsen-Anhalt
Landesarchivtag Sachsen-Anhalt am 9./10. Juni in Zeitz
vom: 29.04.2004
Vom 9. bis 10. Juni findet der Landesarchivtag Sachsen-Anhalt 2004 in Zeitz statt. Programm und Anmeldungsmodalitäten sind der Homepage des VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare zu entnehmen (Download als .doc-Datei).
http://www.vda.archiv.net/archivtage/ProgrammArchivtagZeitz.doc
10.00-10.45 Eröffnung des Landesarchivtages durch den Vorsitzenden
10.45-12.30 Theorie und Praxis der Bewertung im kommunalen Archiv – ein Erfahrungsbericht aus dem Stadtarchiv Erfurt (Frau Dr. Bauer, Stadtarchiv Erfurt)
13.30-16.00 Konservierung und Restaurierung von Archiv- und Sammlungsgut (workshop, durchgeführt von der Restauratorin des Stadtarchivs Halle, Frau Knobloch, und Herrn Roth, Firma Bucheinband „exquisit“ GmbH, Leipzig)
16.30 Zeit(z)-Reise (Führung durch das Gelände der ersten Landesgartenschau Sachsen-Anhalts, Kostenbeitrag: € 7,00)
9.00-10.00 Digitalisierung von dienstlichem Schriftgut und Archivgut, Pro und Contra (Dr. Brigitta Nimz, Westfälisches Archivamt Münster)
10.00-10.30 Archive als Quellen der politischen Bildungsarbeit (Herr Lüdkemeier, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung, Magdeburg)
11.00-12.30 Referate zur Notfallplanung in kommunalen und Medienarchiven (Frau Engel, Stadtarchiv Bitterfeld, und Ute Essegern, Archiv der „Sächsischen Zeitung“, Dresden)
Die Anmeldung zum Archivtag, der Landesgartenschauführung und dem gemeinsamen Abendessen kann bis zum 15.05.2004 über beiliegendes Formular erfolgen oder direkt über:
Frau Pentzek
Tel: 03441/212054
Fax: 03441/214040
Mail: stadtarchiv@zeitz.de
[Via http://Archiv.net]
Mecklenburgischer Adel in der Frühen Neuzeit
http://home.foni.net/~adelsforschung1/meck00.htm
A. Hufschmidt bespricht diese Website, die Leichenpredigten auswertet:
http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/type=rezwww&id=37
UK: Dataset Archive
Jeffrey Darlington describes how structured datasets produced by UK Government departments and agencies are being archived and made available to users. He explains the preservation policy and recounts some preservation challenges faced and solved to date.
Urheberrechts-Kommentare
In grösseren Archiven (und Bibliotheken) sollte es selbstverständlich sein, dass wenigstens ein aktueller umfangreicher Urheberrechts-Kommentar zum Bestand der Dienstbibliothek gehört. Auf einem niedrigeren Niveau kann man sich gut auch “kostenlos” im Internet informieren (etwa hier). Aus dem Jahr 2004 sind zwei grosse Kommentare, die jeweils für 118 Euro zu haben sind, in Erwägung zu ziehen. Beide berücksichtigen die Novelle von 2003 und bieten solide Informationen auf hohem Niveau.
Dreyer/Kotthoff/Meckel: Heidelberger Kommentar zum Urheberrecht, Heidelberg 2004. XXI, 1549 S.
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3811423495
Dreier/Schulze, Urheberrechtsgesetz. München 2004. XVIII, 1691 S.
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3406512607
Weitere Literaturtipps zum Urheberrecht:
http://www.fotorecht.de/publikationen/literaturtipp.html
Vergleichende Bewertung:
Die Namen der Autoren von Dreier/Schulze (= DS handlich im Beck-Verlag, Dünndruck) haben ohne Zweifel einen besseren Klang als die des Heidelberger Kommentars (= HD). Wer sich nicht beide Bände zulegen kann, findet im DS in der Regel ausführlichere und detailliertere Informationen, mehr Urteile und verarbeitete Literatur. Juristisch nicht vorgebildeten Lesern mag vielleicht der weniger “akademische” HD die bessere Wahl erscheinen, doch von wissenschaftlichem Standpunkt aus ist DS zu bevorzugen (eine Kaufempfehlung ist für Archive vertretbar). Gleichwohl finden sich nicht selten auch in HD sehr gute Anregungen, die man in DS vermisst. Hinsichtlich der Rolle der Kommunikationsgrundrechte sind beide Kommentare “konservativ”, wenngleich DS hier etwas aufgeschlossener erscheint (es wird sogar Creative Commons S. 878f. erwähnt, HD fehlt sogar ein Registerstichwort “Open Source”).
Keine Veröffentlichung im Sinne von § 16 UrhG liegt nach DS S. 140 vor bei der “Aufbewahrung von Werken in nicht öffentlich zugänglichen Archiven” unter Hinweis auf OLG Zweibrücken “Jüdische Friedhöfe” (GRUR 1997, 363). Das ist zu verkürzend referiert: das fragliche Stadtarchiv in der Pfalz ist sehr wohl öffentlich zugänglich, es gewährt aber nur gegen Darlegung eines berechtigten Interesses Einsicht in seine Bestände. HD hat diese Entscheidung zwar auch, aber nicht am passenden Ort und sie ist auch nicht über das (wie üblich unpräzise) Stichwort “Archiv” im Register aufzufinden.
Sachfotografie: Während sich HD S. 765 bei § 59 UrhG auf einen ganz kurzen Hinweis beschränkt (vgl. aber S. 843), gibt DS S. 797f. eine ausgezeichnete Darstellung auf neuestem Forschungsstand – was nicht verwundert, hat doch Dreier in der FS Dietz selbst darüber gehandelt. Dreier propagiert hier durchaus nicht nur seine eigene Sicht.
Katalogbildfreiheit: Nur HD S. 753 zieht zu § 58 UrhG die BGH-Entscheidung Parfumflakon in zutreffender Weise heran.
Schutzfristen von Fotografien: HD ist bei § 137f enttäuschend kurz.
Reproduktionsfotografie: HD S. 914 ist zurecht sehr viel zurückhaltender als DS S. 919f. hinsichtlich des Schutzes der sog. Reproduktionsfotografie.
Amtliche Werke: HD ist zu § 5 UrhG viel ausführlicher als DS, aber zur Frage vor 1966 entstandener unveröffentlichter amtlicher Schriften äußern sich beide leider nicht (mehr dazu hier).
Rechtspflege: Zu § 45 UrhG fehlt bei beiden (HD ist ausführlicher) eine Erörterung, was für Verfahren gilt (z.B. nach dem UIG oder den IFG), die gerade auf die Einsicht in unveröffentlichte Unterlagen abzielen.
Beiträge zu Sammelwerken und Einjahresfrist: Nur DS betont, dass § 38 UrhG nicht für die öffentliche Zugänglichmachung gilt.
“Eigenes Archiv” (§ 53 UrhG): HD ist ein wenig liberaler, was die externe Nutzung angeht als DS. Wenn der Gesetzgeber an eine Bibliothek gedacht hat, die Bestände auf Mikrofilm aufnimmt, dann sollten auch Urheberrechtler vielleicht eine Sekunde darüber nachdenken, zu welchem Zweck dies erfolgt und was mit der Kopie vorgesehen ist. Bibliotheken sollen genutzt werden: legen sie aus Gründen der Sicherung oder Raumersparnis eigene Archive an, so gilt für diese das gleiche. Eine Präsenzbenutzung vor Ort stellt (gegen die h.M. und Gesetzesbegründung und daher abzulehnen DS S. 354) keine unzulässige Verbreitung dar.
Öffentliche Zugänglichmachung für Unterricht und Forschung: Zu § 52a hat DS S. 717 4 Literaturtitel, HD S. 643 keinen einzigen, aber HD (ausführlicher!) gibt S. 656f. anschauliche Beispiele.
Beide Kommentare gehen ausführlich auf das “Recht am eigenen Bild” ein.