Source: https://rd.springer.com/chapter/10.1007/978-3-322-81982-6_6
Timestamp: 2019-10-13 20:41:08
Document Index: 177196685

Matched Legal Cases: ['§ 823', '§ 677', '§ 253', '§ 279', '§ 740', '§ 26']

Kooperationskonflikte | Springer for Research & Development
Internationale Rechnungslegung und Regulierungstheorie pp 27-46 | Cite as
Kooperationskonflikte
Die beschriebenen Kooperationsgewinne dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, daß es in Unternehmen zu Konflikten zwischen den verschiedenen Vertragspartnern kommen kann. Diese treten bei Publikumsaktiengesellschaften in besonderem Maße zu Tage und begründen die Notwendigkeit einer — freiwilligen oder staatlich angeordneten — Rechnungslegung.
So führt z.B. Weimann (1996), S. 111 ff., alle Formen des Marktversagens auf das Gefangenendilemma zurück.Google Scholar
Im Gefangenendilemma handeln die Spieler im Sinne Machiavellis (1532/1986, S. 137), d.h. streng opportunistisch: „Ein kluger Herrscher kann und darf daher sein Wort nicht halten, wenn ihm dies zum Nachteil gereicht und wenn die Gründe fortgefallen sind, die ihn veranlaßt hatten, sein Versprechen zu geben.“Google Scholar
Vgl. Streit/Wegner (1989), S. 190 f. Zu den ökonomischen Funktionen von Regeln siehe auch Burr (1998), S. 30 ff.Google Scholar
Zu ökonomischen Ansätzen einer Analyse von Bilanzierungsvorschriften vgl. Böcking (1998), S. 23 f.Google Scholar
Zur Herleitung der Zielsetzungen der Unternehmenskoalitionäre aus dem REMM-Model (REMM= resourceful, evaluating, maximizing man) vgl. Wickenkamp (1983), S. 18.Google Scholar
Zu den Zielen der Anspruchsgruppen vgl. Kessler (1993), S. 259 ff. Nach Schaffer (2000), S. 100, haben alle Unternehmenskoalitionäre sowohl gläubigerschutz-als auch anlegerschutzorientierte Interessen. Diese auf den ersten Blick überraschende These beruht darauf, daß Schaffer Anlegerschutz mit Informationen und Gläubigerschutz mit Gewinnthesaurierung gleichsetzt. Im Ergebnis vertuscht Schaffers These das Konfliktpotential zwischen den Unternehmenskoalitonären.Google Scholar
Vgl. Alvarezl Wotschofsky (2000), S. 91; Breidenbach (1997), S. 28 ff.; Kloock (1996), S. 3; Kuhner (1998), S. 35; Kubin (1998), S. 529 ff.; Volk (1987), S. 723 ff.Google Scholar
Vgl. Epstein (1995), S. 268; Hommelhoff (1984), S. 706. Wie die obige Aufzählung zeigt, stellt auch eine Beschränkung der Rechnungslegungsadressaten auf die (Eigen-und Fremd-) Kapitalgeber eine Verkürzung dar. So aber M. Schmidt (2000), S. 2 f.Google Scholar
Schaffer (2000), S. 99 f., verweist in diesem Zusammenhang auf die Heterogenität der interessierten Öffentlichkeit als Jahresabschlußadressat.Google Scholar
Vgl. §§ 823 ff. BGB. Andere Nichtvertragsgläubiger sind solche mit gesetzlichen Ansprüchen aus §§ 677 ff. und 812 ff. BGB.Google Scholar
Der Begriff der „unfreiwilligen Gläubiger“ ist von Adams (1991), S. 57 f., geprägt worden.Google Scholar
Die Notwendigkeit einer Berücksichtigung unfreiwilliger Gläubiger betont auch T. Siegel (1997), S. 123. Beachte, daß nach deutschem Recht gesetzliche und vertragliche Ansprüche nebeneinander bestehen können. Vgl. Medicus (1996), Rz. 7 ff.Google Scholar
Vgl. Baetge (1996), S. 94, der als Hauptzwecke von Buchführung und Jahresabschluß den relativen Adressatenschutz durch Interessenausgleich bezeichnet, der durch die Rechnungslegungsziele Dokumentation, Rechenschaft und Kapitalerhaltung erreicht werden soll.Google Scholar
Vgl. z.B. Alchian/Woodward (1987), S. 122 ff.; Zu einer institutionenökonomischen Betrachtung dieser Konflikte vgl. auch Kirchner (1997), S. 278.Google Scholar
In der Institutionenökonomie wird in der Regel — ohne Berücksichtigung weiterer institutioneller Details - einfach von Managern gesprochen. Dem wird hier gefolgt, soweit dadurch keine Unklarheiten oder unzulässige Vergröberungen entstehen.Google Scholar
Vgl. Fama (1980), S. 289; Lehmann (1986), S. 353 f.; Wöhe (1996), S. 103.Google Scholar
Vgl. Berle/Means (1937/1968), S. 90 ff. Entsprechende Feststellungen lassen sich auch für Deutschland treffen. Vgl. die empirische Untersuchung von Steinmann/Schreyögg/Dütthorn (1983), S. 4 ff.Google Scholar
Zum Problem des koordinierten Verhaltens großer Gruppen Olson (1971), S. 55 f.Google Scholar
Vgl. Berle/Means (1937/1968), S. 18 ff. Roe (1993), S. 55 weist daraufhin, daß nicht die im Eigeninteresse handelnden Manager, sondern falsche Institutionen das Problem sind.Google Scholar
Vgl. Franke/Hax (1999), S. 447; Hartmann-Wendels (1992a), S. 414 f.Google Scholar
Zur Möglichkeit durch Bilanzpolitik Anleger zu täuschen vgl. Kaplan/Roll (1977), S. 297 ff.Google Scholar
Vgl. Henrichs (1999), S. 13. Zur Beurteilung der Einschränkung expliziter Wahlrechte vgl. Schildbach (1994), S. 703.Google Scholar
Vgl. Hennrichs (1999), S. 35. Das besonders umstrittene Wahlrecht nach § 253 Abs.4 HGB ist für Kapitalgesellschaften allerdings unzulässig, § 279 Abs.1 Satz 1 HGB. Bilanzierungswahlrechte werden häufig zur Gewinnglättung genutzt. Vgl. Coenenberg (1985), S. 115.Google Scholar
Vgl. Ball (1987), S. 56 ff.; Bühner (1984), S. 824; Drukarczyk (1993), S. 626 ff.; Grabowski/Mueller (1975), S. 400 ff.Google Scholar
Vgl. Alchian (1974), S. 139; Fama (1980), S. 290 ff.; PicoUMichaelis (1984), S. 253.Google Scholar
Vgl. Böhm (1992), S. 119 ff.; Fama (1980), S. 296; Weimann (1996), S. 243.Google Scholar
Vgl. Böhm (1992), S. 100. Einen Oberblick über verschiedene Theorieansätze zum Manager-Eigner-Konflikt bietet Kräkel (1999), S. 263 ff. m.w.N.Google Scholar
Vgl. Alchian (1969), S. 345; Fama/Jensen (1983), S. 308 f.; Easterbrook/Fischel (1990), S. 191; Wolfson (1984), S. 52 f.; Dunn (1998), S. 54; Wickenkamp (1983), S. 174 ff.Google Scholar
Fama (1980), S. 291. Guserl (1998), S. 1047, unterscheidet zwischen dem Investor-Eigentümer, der eine Ressource, nämlich Geld, maximiert und dem Unternehmer-(Manager-)Eigentümer, dessen Aufgabe die Kombination mehrerer Ressourcen ist und der an der Leistungsfähigkeit des Unternehmens interessiert ist. Im Gegensatz zum Investor-Eigentümer investiere der Unternehmer-Eigentümer nicht auf Zeit, sondern auf Dauer.Google Scholar
Vgl. Hartmann-Wendels (1992a), S. 412 ff. und Wiedemann (1980), S. 573 ff., der vom Gläubigerschutz durch Publizität spricht.Google Scholar
Vgl. Bitz/Hemmerde/Rausch (1986), S. 150 ff.; Alvarez/Wotschofsky (2000), S. 92.Google Scholar
Vgl. Modigliani/Miller (1958), S. 261 ff. Zu den Prämissen des Modells vgl. Drukarczyk (1993), S. 131 f.; Franke/Hax (1999), S. 153; Adams (1991), S. 29.Google Scholar
Die Eigentümer würden dann nur noch die Organisation des Unternehmensvertragsgeflechts übernehmen und hätten keinerlei Finanzierungsfunktion. Vgl. Adams (1991), S. 27.Google Scholar
Vgl. C. Smith/Warner(1979), S. 120; Ewert (1986), S. 76.Google Scholar
Vgl. Franke/Hax (1999), S. 469 ff.; Vormbaum (1995), S. 61.Google Scholar
Agency-Kosten setzen sich aus den Selbstbindungs-oder Signalisierungskosten (bonding expenditures) des Agenten, den Überwachungskosten (monitoring costs) des Prinzipals und dem verbleibenden Wohlfahrtsverlust (Residualverlust) zusammen. Vgl. Jensen/Meckling, (1976), S.308; Easterbrook/Fischel (1990), S. 190; Franke/Hax (1999), S.416 f., Kuhner (1998), S. 76; Neus (1989b), S.472 ff.Google Scholar
Jensen/Meckling (1976), S. 342. Vgl. auch Hartmann-Wandels (1991), S. 308.Google Scholar
Vgl. Ewert (1986), S. 81; Jensen/Meckling (1976), S. 342; Franke/Hax (1999), S. 425 ff.; Hartmann-Wendels (1992a), S. 414 f.; Wolfson (1984), S. 55.Google Scholar
Vgl. Alchian/Woodward (1988), S. 67 f.; Dietl (1993), S. 141 Fritsch/Wein/Ewers (1999), S. 277; Hartmann-Wendels (1992a), S. 418.Google Scholar
Vgl. Buschmeyer (1993), S. 179; Hartmann-Wendels (1992), S. 421. Die Verbindung von Ausschüttungsrestriktion und Informationen betont auch Hartmann-Wendels (1991), S. 13. Zu einer Zusammenstellung gläubigerschützender Publizitätsinhalte vgl. Buschmeyer, a.a.O., S. 183 ff.Google Scholar
Vgl. Leffson (1988), S. 61 ff. Zu einer ökonomischen Untersuchung der Abschlußprüfung vgl. Ewert (1999), S. 37 ff.Google Scholar
Vgl. Hartmann-Wendels (1992a), S. 420; Schildbach (1986), S. 62 ff.; R. Posner (1975/76), S. 508; Ewert (1986), S. 14 ff.; Spremann (1989), S. 742 ff. Google Scholar
Vgl. das Beispiel von R. Posner (1975/76), S. 502. Dies gilt auch bei der Bestellung von Sicherheiten, denn Grundlage der Kreditvergabe ist der Going Concern-Wert des Vermögensgegenstandes. Vgl. Myers (1977), S. 156.Google Scholar
Vgl. Eucken (1990), S. 279 ff. Siehe hierzu auch Lehmann (1986), S. 357. Drastisch formuliert Wüst das Problem der beschränkten Haftung: „Besonders anrüchig wird die Sache, wenn sich ein derart gescheiteter Unternehmer am Swimmingpool seiner Privatvilla über die erlittenen Verluste hinwegtröstet oder wenn er eine Woche später das Spiel aufs neue beginnt, mit dem gesetzlichen Mindesteinsatz ein neues Unternehmen gründet.“ Wüst (1989), S. 819.Google Scholar
Vgl. Adams (1991), S. 47 f.; Bauer (1995), S. 100; Epstein (1995), S. 270; Lehmann (1986), S. 353. Die Kapitalsammelfunktion von Aktiengesellschaften wird dadurch erleichtert, daß die Börsennotierung der Anteile eine Umwandlung kurzfristigen Kapitals in langfristiges erlaubt. Kapital, welches der Anleger nicht auf lange Frist hergeben kann oder will, kann aufgrund der Möglichkeit, die Anteile jederzeit über die Börse zu verkaufen, dennoch für langfristige Zwecke zur Verfügung gestellt werden. Vgl. Schmalenbach (1950), S. 13; Rieger(1928), S. 145 f.Google Scholar
Der aus einer Personengesellschaft ausscheidende Gesellschafter nimmt demgegenüber an dem Gewinn und Verlust teil, welcher sich aus den zur Zeit seines Ausscheidens schwebenden Geschäften ergibt. Vgl. § 740 Abs.1 BGB und § 26 Abs.1 HGB. Hierzu K. Schmidt (1997), S. 1479.Google Scholar
Vgl. Adams (1991), S. 50; Easterbrook/Fischel (1985), S. 94; dies. (1991), S. 43; Glaum/Mandler (1996), S. 45; Hax/Franke (1994), S. 309 ff.; Jensen/Meckling (1976), S. 331.Google Scholar
Vgl. Easterbrook/Fischel (1985), S. 92; dies. (1991), S. 42.Google Scholar
Vgl. Adams (1991), S. 50; Easterbrook/Fischel (1985), S. 95.Google Scholar
Vgl. Adams (1991), S. 49; Kübler(1989), S. 166; Schmalenbach (1950), S. 13.Google Scholar
Vgl. Adams (1991), S. 50; Easterbrook/Fischel (1991), S. 42; Lehmann (1986), S. 355.Google Scholar
Vgl. Adams (1991), S. 49; Bauer (1995), S. 101 m.w.N.; Easterbrook/Fischel (1985), S. 94; Lehmann (1986), S. 349.Google Scholar
Watrin C. (2001) Kooperationskonflikte. In: Internationale Rechnungslegung und Regulierungstheorie. Beiträge zur betriebswirtschaftlichen Forschung, vol 100. Deutscher Universitätsverlag
DOI https://doi.org/10.1007/978-3-322-81982-6_6