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Timestamp: 2016-10-22 19:57:03
Document Index: 262392446

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'BGE', 'Art. 28', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 15', 'Art. 4']

U.________, 1956, Beschwerdef�hrer, vertreten durch F�rsprecher Sven Marguth, Genfergasse 3, 3011 Bern,
A.- U.________, geboren 1956, leidet an R�ckenbeschwerden und an einer Schmerzverarbeitungsst�rung im Rahmen einer psychosozialen Belastungssituation. Seit
20. September 1994 ist er keiner Erwerbst�tigkeit nachgegangen.
Mit Anmeldung vom 14. April 1995 ersuchte er um Leistungen der Invalidenversicherung. Die IV-Stelle Bern lehnte sein Begehren mit Verf�gung vom 23. Dezember 1999 ab, da keine Erwerbseinbusse von mindestens 40 % vorliege.
C.- U.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit den Antr�gen:
"1.Die angefochtene Verf�gung vom 23.12.1999 sei aufzuheben.
2. Die Akten seien an die Beschwerdegegnerin zur�ckzuweisen
mit dem Auftrag, eine (allenfalls station�re)
neu zu verf�gen.
und dem Beschwerdef�hrer nach Vorliegen der Resultate
weiterer medizinischer Abkl�rungen das Recht einzur�umen,
die vorliegende Beschwerde zu erg�nzen.
4. Dem Beschwerdef�hrer sei das Recht auf unentgeltliche
anwaltliche Verbeist�ndung zu gew�hren.. "
D.- Der Versicherte l�sst am 9. Januar 2000 einen Bericht des Spitals X.________ vom 18. Dezember 2000 einreichen und das Sistierungsbegehren zur�ckziehen.
1.- a) Das kantonale Gericht hat im angefochtenen Entscheid die Bestimmungen und Grunds�tze �ber die Invalidit�t (Art. 4 IVG), insbesondere bei Vorliegen eines geistigen Gesundheitsschadens (BGE 102 V 165; vgl. AHI 2000 S. 151 Erw. 2a mit Hinweisen), den Rentenanspruch (Art. 28 Abs. 1 und 1bis IVG), die Bemessung des Invalidit�tsgrades bei Erwerbst�tigen nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 28 Abs. 2 IVG; BGE 104 V 136 Erw. 2a), die Bedeutung �rztlicher Ausk�nfte im Rahmen der Invalidit�tssch�tzung sowie zum Beweiswert medizinischer Berichte und Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c; AHI 2000 S. 152 Erw. 2b), sowie �ber die beruflichen Eingliederungsmassnahmen (Art. 8 Abs. 1 und 3 lit. b in Verbindung mit Art. 15 ff. IVG) zutreffend dargelegt.
b) Zu erg�nzen ist, dass Art. 4 Abs. 1 IVG zu Erwerbsunf�higkeit f�hrende Gesundheitssch�den versichert, worunter soziokulturelle Umst�nde nicht zu begreifen sind. Es braucht in jedem Fall zur Annahme einer Invalidit�t ein medizinisches Substrat, das (fach)�rztlicherseits schl�ssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsf�higkeit wesentlich beeintr�chtigt. Je st�rker psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgepr�gter muss eine fach�rztlich festgestellte psychische St�rung von Krankheitswert vorhanden sein.
Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeintr�chtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herr�hren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszust�nden klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbstst�ndigte psychische St�rungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsf�higkeit sind unabdingbar, damit �berhaupt von Invalidit�t gesprochen werden kann. Wo der Gutachter dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umst�nden ihre hinreichende Erkl�rung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben. Ist anderseits eine psychische St�rung von Krankheitswert schl�ssig erstellt, kommt der Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensm�ssig erwartet werden kann zu arbeiten (noch nicht in der Amtlichen Sammlung ver�ffentlichtes Urteil B. vom 5. Oktober 2001, I 724/99 mit Hinweisen auf Rechtsprechung und Literatur).
2.- a) Dr. med. L.________, Spezial�rztin FMH f�r Neurochirurgie, stellt im umfassenden und �berzeugenden Gutachten vom 23. September 1998 die Diagnose einer Lumboischialgie, vorwiegend links, bei radiologisch nachgewiesenen degenerativen Ver�nderungen im LWS-Bereich und ein cervicales Schmerzsyndrom bei geringen degenerativen Ver�nderungen der HWS. Die neurologische und radiologische Abkl�rung habe keinen schwerwiegend pathologischen Befund ergeben, weshalb sich intensive medizinische Massnahmen er�brigten. In einer angepassten T�tigkeit ohne Gewichtheben �ber 10 bis 15 kg sei der Beschwerdef�hrer um etwa 20 bis 30 % eingeschr�nkt. Anhand der ausgedehnten Abkl�rungen habe kein Korrelat f�r die geklagten Beschwerden gefunden werden k�nnen. Damit steht fest, dass der Beschwerdef�hrer aufgrund seiner k�rperlichen Verfassung von seiten des R�ckens in der Lage ist, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen, wie das kantonale Gericht im Einzelnen dargelegt hat.
H.________, welcher als Administrativgutachter amtete, liegt beim Beschwerdef�hrer eine psychosoziale Konfliktsituation, eine psychosoziale Problematik, aufgrund einer schwierigen sozialen und famili�ren Situation vor. Dieser sei von der Gemeindef�rsorge abh�ngig, k�nne seine Mutter in der T�rkei kaum mehr unterst�tzen und stehe vor einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Der Arzt weist zudem auf die "in h�chstem Masse ung�nstigen soziokulturellen Umst�nde" wie Emigration, fehlende Assimilation, schwierige Arbeitsmarktlage, kulturelle Differenzen, geringe Motivation zur Wiederaufnahme einer beruflichen Leistung und Krankheitsgewinn hin. Die missliche soziale Lage entspreche jedoch nicht ohne weiteres einer psychischen Krankheit, allenfalls handle es sich um reaktive St�rungen. Der Beschwerdef�hrer selber lehne jede Psychogenese ab. Es zeigten sich anamnestisch keine psychopathologischen Befunde; solche h�tten auch nicht beobachtet werden k�nnen, weshalb eine testpsychologische Untersuchung durchgef�hrt worden sei. Auch hier sei der Befund, abgesehen von einer mild ausgepr�gten Hypochondrie, weitgehend unauff�llig.
Zusammenfassend f�hrt der Arzt aus, es finde sich kein Hinweis f�r ein psychisches Leiden im engeren Sinn, welches die k�rperlichen Beschwerden mitverursachen w�rde. Bei einer der k�rperlichen Behinderung angepassten T�tigkeit sei der Beschwerdef�hrer aus psychiatrischer Sicht voll arbeitsf�hig (Gutachten vom 12. August 1997).
bb) Aufgrund der Darlegungen des psychiatrischen Administrativgutachtens durften Verwaltung und Vorinstanz das Vorhandensein eines invalidisierenden psychischen Gesundheitsschadens verneinen. Es fragt sich, ob der letztinstanzlich aufgelegte Bericht der Medizinischen Abteilung Spitals X.________ vom 18. Dezember 2000, welcher eine psychophysiologische St�rung mit R�ckzug-Konservierungs-Reaktion, verbunden mit einer psychosozialen Belastungssituation als Chronifizierungsfaktor, diagnostiziert, etwas �ndert. Auch nach diesem Bericht stehen jedoch die psychosozialen und soziokulturellen Faktoren im Vordergrund.
Davon zu unterscheidende verselbstst�ndigte psychische St�rungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsf�higkeit ergeben sich daraus ebenfalls nicht. Denn die �rztliche Annahme einer therapieresistenten Schmerzkrankheit von eindeutigem Krankheitswert �berzeugt nicht, wenn bedacht wird, dass eine regelm�ssige Medikation verneint wird und der Schmerzzustand wiederholt in Zusammenhang mit dem h�ngigen Rentenverfahren gebracht wird. Gerade in einer solchen Situation kann es dem Versicherten von seinen Schmerzen her nicht besser gehen, andernfalls er den erhofften positiven Prozessausgang gef�hrden w�rde. Spielen aber, wie im Falle des Beschwerdef�hrers gerade aus dem Bericht des Spitals X.________ vom 18. Dezember 2000 deutlich hervorgeht, solche bewussten oder zumindest bewusstseinsnahen �berlegungen betreffend den laufenden Rentenprozess eine entscheidende Rolle, verbietet sich die Annahme einer (rentenbegr�ndenden) Invalidit�t.
III. Zufolge Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung wird F�rsprecher Sven Marguth, Bern, f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht aus der