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Timestamp: 2016-10-21 15:04:53
Document Index: 119323737

Matched Legal Cases: ['Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 15', 'Art. 17', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 105']

9C_468/2014 (13.11.2014)
9C_468/2014 {T�0/2} � � Urteil vom 13. November 2014
A.________, geboren 1959, arbeitete nach einer Metzgerlehre zuletzt als Chefverk�ufer in einer grossen Metzgerei. 2005 bis 2007 liess er sich berufsbegleitend zum Finanzplaner weiterbilden. Nachdem er seine Stelle auf Ende 2007 gek�ndigt hatte, wurde festgestellt, dass er einen Herzinfarkt erlitten hatte und wegen einer koronaren Einast-Erkrankung behandelt werden musste. Zudem litt er unter einer behandlungsbed�rftigen Schlafapnoe. Aufgrund einer ausgedehnten Tagesm�digkeit und einer rezidivierenden depressiven St�rung begab er sich in psychiatrische Behandlung. Am 6. Juli 2010 meldete er sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle des Kantons Thurgau erteilte Kostengutsprache f�r ein Belastbarkeits- und zwei Aufbautrainings. Begleitet wurde er von der B.________ GmbH. A.________ konnte mit der Versicherung C.________ einen Arbeitsvertrag abschliessen. Die IV-Stelle leistete im ersten halben Jahr einen Einarbeitungszuschuss in der H�he eines halben Lohnes.
Aus Mangel an Leistungsf�higkeit wurde A.________ die Stelle auf das Ende des ersten Anstellungsjahres gek�ndigt. Mit Vorbescheid vom 15. Oktober 2012 lehnte die IV-Stelle den Anspruch auf berufliche Massnahmen und Rentenleistungen ab. Auf den Einwand des Versicherten hin gab die IV-Stelle beim Begutachtungszentrum D.________ ein polydisziplin�res Gutachten (vom 28. Juni 2013) in Auftrag. Gem�ss diesem bestand seit September 2007 aus kardiologischen Gr�nden eine vollst�ndige Arbeitsunf�higkeit als Metzger sowie eine 50%ige Arbeitsunf�higkeit f�r mittelschwere T�tigkeiten. Dem Versicherten sei wegen einer rezidivierenden depressiven St�rung lediglich noch ein Pensum von vier Stunden in einer �berschaubaren einfachen T�tigkeit ohne Kundenkontakt und ohne dauernden Stress und Hektik zumutbar. Die IV-Stelle verf�gte am 24. Januar 2014 die Zusprache einer halben Invalidenrente ab 1. Dezember 2013. Diese Verf�gung erwuchs in Rechtskraft. In einer zweiten Verf�gung verneinte sie den Anspruch auf berufliche Massnahmen und Umschulung.
Die gegen die zweite Verf�gung vom 24. Januar 2014 erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau mit Entscheid vom 30. April 2014 ab.
A.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren. Er beantragt die Aufhebung des angefochtenen Entscheides. Die IV-Stelle sei zu verpflichten, ihm die geeigneten beruflichen Massnahmen (insbesondere Berufsberatung, Umschulung, allenfalls Arbeitsvermittlung, Arbeitstraining, etc.) nach Massgabe der noch zu initialisierenden Abkl�rung zu gew�hren.
Die Vorinstanz beantragt die Abweisung der Beschwerde. Die IV-Stelle und das Bundesamt f�r Sozialversicherungen verzichten auf eine Vernehmlassung.
Streitig ist der Anspruch auf berufliche Massnahmen. Das kantonale Gericht hat die einschl�gigen Rechtsgrundlagen zutreffend dargelegt. Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidit�t bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsf�higkeit oder die F�higkeit, sich im Aufgabenbereich zu bet�tigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern und die Voraussetzungen f�r den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erf�llt sind. Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gem�ss Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG in Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe). Nach Art. 15 IVG haben Versicherte, die infolge Invalidit�t in der Berufswahl oder in der Aus�bung ihrer bisherigen T�tigkeit behindert sind, Anspruch auf Berufsberatung. Art. 17 Abs. 1 IVG r�umt Versicherten den Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbst�tigkeit ein, wenn die Umschulung infolge Invalidit�t notwendig ist und dadurch die Erwerbsf�higkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann. Gem�ss Art. 18 IVG haben arbeitsunf�hige Versicherte, welche eingliederungsf�hig sind, Anspruch auf aktive Unterst�tzung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes.
Die Vorinstanz erwog, die Beschwerdegegnerin habe ein Belastbarkeits- und zwei Aufbautrainings gew�hrt. Sodann habe sie einen Zuschuss w�hrend der Einarbeitungszeit als Aussendienstmitarbeiter bei der Versicherung C.________ zugesprochen. Sie habe dem Beschwerdef�hrer ausserdem mit der B.________ GmbH eine kompetente Unterst�tzung zur Seite gestellt, der es auch gelungen sei, ihm eine Einstiegsstelle bei der Versicherung C.________ zu vermitteln. Das Gutachten des Begutachtungszentrums D.________ sei zum Schluss gekommen, es sei ihm wegen der rezidivierenden depressiven St�rung lediglich noch vier Stunden in einer �berschaubaren einfachen B�rot�tigkeit ohne Kundenkontakt und ohne dauernden Stress und Hektik zumutbar. Aufgrund des Gutachtens stehe bereits fest, in welche Richtung eine berufliche T�tigkeit �berhaupt noch gehen k�nne. Eine Berufsberatung sei darum nicht notwendig und zu Recht abgelehnt worden. F�r die T�tigkeit eines B�roassistenten brauche es keine Umschulung. Der Beschwerdef�hrer habe sich durch die bisherigen T�tigkeiten die notwendigen F�higkeiten l�ngst angeeignet. Wolle er Arbeitsvermittlung in Anspruch nehmen, m�sse er dies der IV-Stelle lediglich mitteilen.
Der Beschwerdef�hrer begr�ndet den Anspruch auf berufliche Massnahmen im Wesentlichen damit, es sei ihm wegen der nachhaltigen Erkrankung nicht m�glich, aus eigenem Antrieb eine Arbeitst�tigkeit zu initialisieren. Er bem�he sich um die Mithilfe der Berufsberatung der IV-Stelle, damit sie ihm an konkreten Beispielen aufzeige, was effektiv noch m�glich und was nicht mehr m�glich sei. Ohne eine Computerausbildung sei auch in B�rot�tigkeiten ohne Kundenkontakt eine Wiedereingliederung nicht m�glich. Er k�nne nur mit einer ad�quaten Umschulung seine beruflichen Chancen wahren. Die Durchf�hrung der beruflichen Massnahmen stehe im Interesse beider Seiten, da allenfalls die Notwendigkeit einer Berentung wegfalle oder eine Rentenerh�hung vermieden werden k�nnte.
Es trifft zu, dass der Beschwerdef�hrer die Arbeitsvermittlung der IV-Stelle formlos in Anspruch nehmen kann (Art. 18 IVG). Wenn er vorbringt, dass er "wegen der nachhaltigen Erkrankung" (depressive St�rung) nicht in der Lage sei, aus eigenem Antrieb eine Arbeitst�tigkeit zu initialisieren, dann gilt dies auch f�r eine Umschulung. Es ist somit auch eine Umschulung, die ebenfalls aktives Mitmachen verlangt, gesundheitsbedingt in Frage gestellt und somit der Eingliederungserfolg ungewiss. Im Grunde macht der Beschwerdef�hrer aber lediglich geltend, er brauche eine Computerausbildung, weil nur so eine B�rot�tigkeit ohne Kundenkontakt m�glich sei. Davon abgesehen, dass sich die f�r die T�tigkeit eines B�roassistenten erforderlichen EDV-Kenntnisse auch berufsbegleitend oder durch entsprechende Einf�hrung in diese Materie am Arbeitsplatz erwerben lassen - daf�r ist keine Umschulung erforderlich - hat die Vorinstanz nicht offensichtlich unrichtig (Art. 105 Abs. 2 BGG) festgestellt, dass der Beschwerdef�hrer sich die notwendigen F�higkeiten durch die bisherigen T�tigkeiten schon angeeignet hat, um die Resterwerbsf�higkeit zu verwerten. Somit hat er sich das R�stzeug f�r eine
einfache, �berschaubare B�rot�tigkeit�bereits angeeignet. Allf�llige L�cken in�
hierf�rerforderlichen EDV-Kenntnissen kann er in der Einarbeitungsphase schliessen.