Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%2061/62
Timestamp: 2019-09-21 18:33:30
Document Index: 183547853

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 253', 'BGH', 'BGH', 'Art. 5', '§ 30', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'Art» 5', 'BGH', 'BGH']

BGH, 05.03.1963 - VI ZR 61/62 - dejure.org
BGH, 05.03.1963 - VI ZR 61/62
https://dejure.org/1963,607
BGH, 05.03.1963 - VI ZR 61/62 (https://dejure.org/1963,607)
BGH, Entscheidung vom 05.03.1963 - VI ZR 61/62 (https://dejure.org/1963,607)
BGH, Entscheidung vom 05. März 1963 - VI ZR 61/62 (https://dejure.org/1963,607)
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§§ 253, 823, 847 BGB a.F.
NJW 1963, 1404 (Ls.)
NJW 1963, 904
VersR 1963, 534
DB 1963, 479
Daher muß die Presse, bevor sie sich zur Veröffentlichung entschließt, durch ihr mögliche Ermittlungen die Gefahr, daß sie über den Betroffenen etwas falsches verbreitet, nach Kräften auszuschalten suchen (BGHZ 31, 308, 313 [BGH 22.12.1959 - VI ZR 175/58]; Senatsurteilevom 5. März 1963 - VI ZR 61/62 = LM GG Art. 5 Nr. 10;vom 8. März 1966 - VI ZR 176/64 = NJW 1966, 1213;… vom 29. Oktober 1968 a.a.O.).
Nur dies und nicht eine gesamtschuldnerische Haftung mehrerer Schädiger für selbständige Eingriffe in das Persönlichkeitsrecht hat der erkennende Senat auch in seinem Urteil vom 5. März 1963 - VI ZR 61/62 - (VersR 1963, 534, 536) gemeint, wenn er ausgeführt hat, daß bei einer verunglimpfenden Berichterstattung in mehreren Zeitschriften der Schaden nicht identisch sei, da jeweils eine andere Leserschaft angesprochen wurde, und daß deshalb die Zahlung des gegen einen Zeitschriftenverlag festgesetzten Entschädigungsbetrages den immateriellen Schaden des Verletzten jedenfalls nicht ganz erschöpfen könne.
Grundsätzlich muß daher der Herausgeber und Verleger einen besonders gefährlichen Beitrag entweder selbst überprüfen oder dem damit beauftragten Dritten Organstellung im Sinne von §§ 30, 31 BGB verschaffen, so daß er für sein Verschulden ohne Entlastungsmöglichkeit einzustehen hat (BGHZ 24, 200, 213; 39, 124, 130; Senatsurteile vom 5. März 1963 - VI ZR 61/62 = NJW 1963, 904; vom 8. Dezember 1964 - VI ZR 201/63 = NJW 1965, 685, 686;… Helle, Der Schutz der Persönlichkeit, der Ehre und des wirtschaftlichen Rufs im Privatrecht, 2. Aufl. S. 186 ff;… Löffler, Presserecht 2. Aufl. Bd. I Kap. 14 Rdz. 112;… Wenzel, Das Recht der Wort- und Bildberichterstattung, 2. Aufl. Rdz. 9.49; 9.52 ff).
Aus der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ergibt sich jedoch nur, dass ein Geldentschädigungsanspruch grundsätzlich Verschulden voraussetzt (BGH NJW 1963, 904; 1971, 698/700; 1980, 2801/2807).
Die Pflicht der Presse zur Rücksicht auf die schutzwürdigen Belange der betroffenen Persönlichkeit ist bei einer Gerichtsberichterstattung über einen Prozeß, in dem wie hier Fähigkeiten und Charakter des Betroffenen zur Erörterung stehen, besonders groß (vgl. Senatsurteil vom 5. März 1963 - VI ZR 61/62 = NJW 1963, 904 - Gerichtsberichterstatter).
Seine Berufung zum Redakteur dient u.a. gerade auch dazu, die dem Verleger und Herausgeber der Zeitschrift regelmäßig allein nicht mögliche Inhaltskontrolle zum Schutz der durch die Veröffentlichung in ihrem Persönlichkeitsrecht Betroffenen auf eine breitere Grundlage zu stellen (vgl. RGZ 148, 154, 172; BGHZ 3, 270, 275 - Constanze I; Senatsurteile vom 19. März 1957 - VI ZR 263/55 - NJW 1957, 1149, 1150 - Konkursmeldung - vom 5. März 1963 - VI ZR 61/62 = NJW 1963, 904 - Gerichtsberichterstattung - Helle, Der Schutz der Persönlichkeit, der Ehre und des wirtschaftlichen Rufes im Privatrecht, 2. Aufl. S. 186).
BGH, 05.11.1963 - VI ZR 216/62
Der Senat hat inzwischen in mehreren, dem Berufungsgericht bei Ürteileerlaß noch nicht bekannten Urteilen seine Auffassung zur zivilrechtlichen Sanktion bei Persönlichkeits- Verletzungen dargelegt und die Rechtsprechung hinsichtlich der "Voraussetzungen einer Genugtuung weiterentwickelt (BGKZ 35, 565? 39, 124; LM BGB § 823 / A h / 'N r » 16 NJW 1962 1004; DK GG Art» 5 Nr. 10 = NJW 1963, 904).
Wird ein objektiv und subjektiv so 'schwerwiegender, ehren rühriger Vorwurf ohne einen auch nur vertretbaren.Anlaß einer breiten Öffentlichkeit bekanntgegeben so kann die erzwungene Bekanntmachung des Widerrufs'Oder des Unterlassungsurteils allein noch nicht als ausreichende Wiedergutmachung des ideellen Schadens angesehen werden (vgl. auch das .Senatsurteil IM GG Art.,5 Nr. 10 = NJW 1963, 904).
Dem Widerruf gegenüber ist der Anspruch auf Geldentschädigung in der Regel subsidiär (BGH NJW 1963, 904 - Drahtzieher; Senat, U.v. 26.4. 1991, Az. 21 U 5858/90 - Prahlen, Pöbeln, Prügeln).
BGH, 11.07.1963 - III ZR 55/62
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