Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NZV%202000,%2092
Timestamp: 2020-01-29 15:36:54
Document Index: 370991330

Matched Legal Cases: ['§ 25', '§ 4', '§ 25', 'BGH', '§ 2', 'BGH', '§ 25', 'BGH', '§ 25']

OLG Hamm, 24.06.1999 - 2 Ss OWi 509/99 - dejure.org
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OLG Hamm, 24.06.1999 - 2 Ss OWi 509/99 (https://dejure.org/1999,930)
OLG Hamm, Entscheidung vom 24.06.1999 - 2 Ss OWi 509/99 (https://dejure.org/1999,930)
OLG Hamm, Entscheidung vom 24. Juni 1999 - 2 Ss OWi 509/99 (https://dejure.org/1999,930)
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Aufhebung im Rechtsfolgenausspruch, Augenblicksversagen bei beharrlichem Pflichtenverstoß, Anforderungen an Urteil, Umfang der Ausführungen beim Augenblicksversagen, standardisiertes Meßverfahren, gemeinschaftsschädliche Grundhaltung, Maß der Pflichtwidrigkeit, ...
MDR 1999, 1322
NStZ-RR 1999, 374
NZV 2000, 92
Denn auch dafür muss feststehen, dass der die Beharrlichkeit begründende Verstoß auf einer auch subjektiv groben Pflichtwidrigkeit beruht (vgl. den Beschluss des Senats vom 24. Juni 1999 in 2 Ss OWi 509/99).
Auch bei einem beharrlichen Pflichtenverstoß i.S.d. § 25 Abs. 1 Satz 1 StVG i.V.m. § 4 Abs. 2 Satz 2 BKatV muss die Geschwindigkeitsüberschreitung auf einem Mangel an rechtstreuer Gesinnung beruhen (OLG Hamm NStZ-RR 1999, 374 ff.; OLG Braunschweig DAR 1999, 273 f.), woran es bei einem bloßen "Augenblicksversagen" in der Regel fehlen wird.
a) Grundlage für die Anordnung eines Fahrverbotes bleibt nämlich § 25 Abs. 1 Satz 1 StVG, auch wenn Ziffer 34.1 des Bußgeldkataloges die Anordnung einer solchen Sanktion für den Regelfall vorsieht (BGHSt 38, 125 ff., 129; 43, 241 ff., 245; OLG Hamm NStZ-RR 1999, 374 ff. m.w.N.).
Denn die Grundsätze, die der Bundesgerichtshof zum Augenblicksversagen bei den in § 2 Abs. 1 S. 1 BKatV erfassten "groben" Pflichtwidrigkeiten entwickelt hat (BGHSt 43, 241 = NJW 1997, 3252 = DAR 1997, 450 = VRS 94, 221), gelten entsprechend auch für Fälle "beharrlicher" Pflichtwidrigkeiten, da die Grundkonstellationen in beiden Fallgruppen einander entsprechen (OLG Braunschweig DAR 1999, 273 = NZV 1999, 303 = VRS 97, 59 [60 f.]; OLG Hamm NStZ-RR 1999, 374 = VRS 97, 449 [451] = MDR 1999, 1322 = NZV 2000, 92 [93]; OLG Hamm VRS 98, 392 [394] = NZV 200], 221 [222]; BayObLG DAR 2000, 577 = VRS 99, 373 [374] = NZV 2001, 46; SenE v. 23.07.1999 - Ss 310/99 B - = VRS 97, 375 [377]; SenE v. 03.12.99 - Ss 547/99 B - ; SenE v. 03.03.2000 - Ss 27/00 B - vgl .
Umstände, die zu einer Relativierung der Vorwerfbarkeit dieses Verstoßes führen konnten, liegen hier - im Unterscheid zu einem vom OLG Hamm (NStZ-RR 1999, 374 = VRS 97, 449 = MDR 1999, 1322 = NZV 2000, 92) entschiedenen Fall - ersichtlich nicht vor.
- 2 Ss OWi 282/96 - VRS 97, 449, 454; Jagusch/Hentschel, Straßenverkehrsrecht, 35. Aufl., § 25 StVG Rdnr. 15 b).
Bei der Prüfung, ob eine beharrliche Pflichtverletzung vorgelegen hat, sind die Grundsätze, die der Bundesgerichtshof zum sogenannten "Augenblicksversagen" bei der Prüfung der Frage, ob eine grobe Pflichtverletzung gegeben ist (vgl. BGH NJW 1997, 3252 = NZV 1997, 527) aufgestellt hat, entsprechend anzuwenden (vgl. OLG Hamm NStZ-RR 1999, 374; BayObLG NZV 2001, 46; OLG Braunschweig NZV 1999, 303; OLG Köln NZV 2001, 442;… Hentschel, Straßenverkehrsrecht, 37. Aufl., § 25 StVG Randziffer 15).
Ein erheblicher Zeitablauf seit der Tat kann zwar dazu führen, dass es ausnahmsweise der Warn- und Denkzettelfunktion eines (Regel-)Fahrverbotes nicht mehr bedarf (vgl. Beschluss des erkennenden Senats vom 01. April 1996 in 2 Ss Owi 282/96, VRS 97, 449, 454); dies gilt aber nur dann, wenn die zeitliche Verzögerung nicht dem Betroffenen anzulasten ist.
OLG Dresden, 02.04.2003 - Ss OWi 168/03
Fahrverbot; Gleichgültigkeit; Nachlässigkeit
BayObLG, 14.07.2000 - 2 ObOWi 297/00
OLG Hamm, 16.06.2008 - 5 Ss OWi 280/08
Fahrverbot; Absehen; Schwerbehinderung