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Timestamp: 2019-01-20 15:12:02
Document Index: 234105510

Matched Legal Cases: ['§ 212', '§ 212', '§ 212', '§ 212', '§ 10', 'EuG', '§ 212', '§ 85', '§ 323', '§ 264', 'Art. 2', 'Art. 7', 'Art. 14', '§ 212', '§ 294', '§ 276', '§ 212', '§ 313', '§ 61', '§ 63', '§ 113']

Bescheidbeschwerde – Einzel – Erkenntnis des BFG vom 07.01.2015, RV/4200173/2012
Das Bundesfinanzgericht hat durch den Richter R. in der Beschwerdesache Bf., vertreten durch Dr. Alexander Singer, Rechtsanwalt, Brockmanngasse 91, 8010 Graz gegen den Bescheid des Zollamtes Graz vom 24. April 2012, Zl. 700000/03649/2012, betreffend die Verfügung des Ablaufes der Aussetzung zu Recht erkannt:
Mit Bescheid des Hauptzollamtes Graz vom 15. April 1998, Zl. 700/05093/01/98, wurde dem Beschwerdeführer (Bf.) ein Altlastenbeitrag in Höhe von ATS 5,843.940,00, ein Verspätungszuschlag in Höhe von ATS 292.197,00 und ein Säumniszuschlag in Höhe von ATS 116.879,00 zur Entrichtung vorgeschrieben. Gegen diesen Bescheid wurde Berufung erhoben und mit Eingabe vom 25. August 1998 die Aussetzung der Einhebung gemäß § 212a BAO beantragt. Mit Berufungsvorentscheidung des Hauptzollamtes Graz vom 6. August 1999, Zl. 700/10515/98, wurde die Abgabenvorschreibung reduziert und der Altlastenbeitrag mit ATS 2,623.300,00, der Verspätungszuschlag mit ATS 131.165,00 und der Säumniszuschlag mit ATS 52.466,00 festgesetzt. Gegen diese Berufungsvorentscheidung wurde Beschwerde erhoben. Der Antrag auf Aussetzung der Einhebung gemäß § 212a BAO wurde mit Bescheid des Hauptzollamtes Graz vom 6. August 1999 abgewiesen.
Mit Bescheid des Zollamtes Graz vom 25. Oktober 2004, Zl. 700/20761/2004, wurden dem Bf. für den Zeitraum vom 25. August 1998 bis 6. August 1999 Aussetzungszinsen in Höhe von € 6.450,93 zur Entrichtung vorgeschrieben. Gegen diesen Bescheid wurde Berufung erhoben und gleichzeitig ein Antrag auf Aussetzung der Einhebung der vorgeschriebenen Aussetzungszinsen gestellt.
Die Rechtmäßigkeit der Vorschreibung der Aussetzungszinsen wurde mit Berufungsentscheidung des Unabhängigen Finanzsenates vom 8. Jänner 2009, GZ. ZRV/0005-Z3K/05, festgestellt.
Der Antrag auf Aussetzung der Einhebung der Aussetzungszinsen wurde vom Zollamt Graz mit Bescheid vom 23. November 2004 vorerst abgewiesen, mit Berufungsentscheidung des Unabhängigen Finanzsenates vom 8. Jänner 2009, GZ. ZRV/0026-Z3K/05, wurde dem Antrag jedoch stattgegeben und es wurden die Aussetzungszinsen in Höhe von € 6.450,93 gemäß § 212a BAO mit der Begründung ausgesetzt, ihre Höhe hänge mittelbar von der Erledigung der Beschwerde im zugrundeliegenden Abgabenverfahren ab.
Mit Bescheid des Zollamtes Graz vom 24. April 2012, Zl. 700000/03649/2012, wurde gemäß § 212a Abs.5 BAO der Ablauf des mit Berufungsentscheidung des Unabhängigen Finanzsenates vom 8. Jänner 2009, GZ. ZRV/0026-Z3K/05, bewilligten Zahlungsaufschubs verfügt
Gegen diesen Bescheid hat der Bf. mit Eingabe vom 25. Mai 2012 binnen offener Frist den Rechtsbehelf der Berufung, nunmehr Beschwerde, erhoben. Begründend führte er im Wesentlichen aus, dass das Abgabenverfahren zu Zl. 700/10515/98 mit der Begründung ausgesetzt wurde, dass bis zum Ergebnis des Feststellungsverfahrens gemäß § 10 ALSaG hinsichtlich der Grundstücke 111 , 222 , 333 , 444 , 555 und 666 , alle KG X. , zugewartet werde. Über die Grundstücke 111 und 555 , beide KG X. , sei im Feststellungsverfahren aber nicht abgesprochen worden, weshalb die Berufungsentscheidung des Unabhängigen Finanzsenates vom 26. März 2012 rechtswidrig ergangen sei. Der Bf. stellte zudem unter Hinweis auf die Urteile des EuGH vom 24. Mai 1991 und 10. Juni 1996 einen Antrag um Verfahrenshilfe.
Mit Berufungsvorentscheidung des Zollamtes Graz vom 13. Juni 2012, Zl. 700000/05516/01/2012, wurde die Berufung mit der Begründung als unbegründet abgewiesen, dass der Ablauf der Aussetzung anlässlich einer über die Berufung ergangenen Berufungsentscheidung gemäß § 212a Abs.5 zu verfügen ist. Der Antrag auf Beigabe einer Verfahrenshilfe wurde mittels verfahrensleitender Verfügung abgewiesen.
Gegen diese Berufungsvorentscheidung hat der Bf. mit Eingabe vom 14. Juli 2012 binnen offener Frist den Rechtsbehelf der Beschwerde erhoben. Diese Beschwerde gilt gemäß § 85e ZollR-DG und § 323 Abs.37ff. BAO iVm § 264 BAO als Vorlageantrag. Begründend wurde auf das bisherige Vorbringen verwiesen und neuerlich ausgeführt, dass die Berufungsentscheidung vom 26. März 2012 rechtswidrig sei und somit der Ablauf der Aussetzung nicht verfügt werden könne. Zudem widersprechen die Bestimmungen der BAO, wonach Verfahrenshilfe nicht gewährt werden könne, dem Europäischem Recht und Art. 2 StGG, Art. 7 B-VG und Art. 14 EMRK. Der Bf. beantragte die Durchführung einer mündlichen Verhandlung.
Gemäß § 212a Abs.5 BAO (idF vor BGBl. I 2013/14) besteht die Wirkung einer Aussetzung der Einhebung in einem Zahlungsaufschub. Dieser endet mit Ablauf der Aussetzung oder ihrem Widerruf (§ 294). Der Ablauf der Aussetzung ist anlässlich einer über die Berufung (Abs.1) ergehenden Berufungsvorentscheidung oder Berufungsentscheidung oder a nderen das Berufungsverfahren abschließenden Erledigung zu verfügen. Die Verfügung des Ablaufes anlässlich des Ergehens einer Berufungsvorentscheidung schließt eine neuerliche Antragstellung im Fall der Einbringung eines Vorlageantrages (§ 276 Abs.2) nicht aus.
Der Ablauf der Aussetzung ist gemäß § 212a Abs.5 anlässlich des Ergehens der Berufungsentscheidung des Unabhängigen Finanzsenates vom 26. März 2012, GZ. ZRV/0010-Z1W/02, zwingend zu verfügen. Einwendungen hinsichtlich der Rechtsrichtigkeit der Berufungsentscheidung sind für die Verfügung des Ablaufes unbeachtlich. Im Übrigen wurde die gegen diese Berufungsentscheidung gerichtete Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof mit Erkenntnis vom 7. Oktober 2013, Zl. 2012/17/0147, als unbegründet abgewiesen.
Gemäß § 313 BAO haben die Parteien die ihnen im Abgabenverfahren erwachsenen Kosten selbst zu bestreiten. Eine dem § 61 VwGG bzw. § 63 Abs.1 ZPO vergleichbare Bestimmung ist nicht vorgesehen, wohl aber haben Abgabenbehörden gemäß § 113 BAO Parteien, die nicht durch berufsmäßige Parteienvertreter vertreten sind, die zur Vornahme ihrer Verfahrenshandlungen nötigen Anleitungen zu geben und sie über die mit ihren Handlungen oder Unterlassungen unmittelbar verbundenen Rechtsfolgen zu belehren. Eine Verfassungswidrigkeit oder ein Verstoß gegen europarechtliche Bestimmungen ist nicht erkennbar, zumal das Vorbringen des Bf. nicht geeignet ist, Zweifel an der Richtigkeit der angefochtenen Entscheidung zu erwecken, keine besondere Schwierigkeit der Sach- und Rechtslage vorliegt und der Bf. in der mündlichen Verhandlung vom 24. September 2014 ohnehin rechtsfreundlich vertreten wurde.
ECLI:AT:BFG:2015:RV.4200173.2012
Findok-Nr: 103468.1, aufgenommen am: 13.02.2015 14:37:53, Dokument-ID: ef8b086d-3942-4e54-98cf-2a27554ee713, Segment-ID: 5256ae67-cde0-4bb8-8cff-6d140fd9c429