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Timestamp: 2020-08-12 00:39:31
Document Index: 329716394

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 5', '§ 2', '§ 9', 'Art. 13', '§ 5']

Internationales Handelsschiffsverkehr - Kürzung des Gewerbeertrags einer Einschiffsgesellschaft | Außenwirtschaftslupe
Inter­na­tio­na­les Han­dels­schiffs­ver­kehr – Kür­zung des Gewer­be­er­trags einer Ein­schiffs­ge­sell­schaft
Mit der Ein­füh­rung des § 5a EStG als Len­kungs­norm mit Sub­ven­ti­ons­cha­rak­ter woll­te der Gesetz­ge­ber den Schiff­fahrts­stand­ort Deutsch­land sichern und stär­ken. Die in die­ser Vor­schrift vor­ge­se­he­ne pau­scha­le Gewinn­ermitt­lung nach der Ton­na­ge bewirkt eine effek­ti­ve Steu­er­ent­las­tung der Unter­neh­mer, ver­langt dafür aber, wie es bereits in der Begrün­dung des Gesetz­ent­wurfs heißt, eine lang­fris­ti­ge Bin­dung des akti­ven Schiff­fahrts­be­triebs an den Stand­ort Deutsch­land [1]. Die dem­nach mit § 5a EStG bezweck­te lang­fris­ti­ge Bin­dung des akti­ven Schiff­fahrts­be­triebs zur Siche­rung des Schiff­fahrtstand­orts Deutsch­land bil­det die Recht­fer­ti­gung für die in ihren Wir­kun­gen grund­sätz­lich gleich­heits­wid­ri­ge Steu­er­be­güns­ti­gung [2].
Die Gewer­be­steu­er­pflicht der Ein­schiffs­ge­sell­schaft beginnt nach § 2 Abs. 1 GewStG nicht erst mit der Infahrt­set­zung des Schiffs, son­dern bereits mit den auf den Erwerb des Schiffs gerich­te­ten Tätig­kei­ten. Denn die Tätig­keit der Ein­schiffs­ge­sell­schaft war vor­lie­gend in ers­ter Linie auf die Ver­äu­ße­rung und nicht auf den Betrieb des Schiffs gerich­tet. Ist aber (vor­ran­gig) die Ver­äu­ße­rung und nicht der Betrieb des Schiffs beab­sich­tigt, ist bereits der Bau bzw. der Erwerb des Schiffs als Beginn der wer­ben­den Tätig­keit anzu­se­hen, denn in die­sem Fall gehört bereits die Her­stel­lung bzw. der Erwerb der spä­ter zu ver­äu­ßern­den Waren zum Gegen­stand des gewerb­li­chen Betriebs [3].
§ 9 Nr. 3 Sät­ze 2 bis 5 GewStG wur­den durch Art. 13 Nr. 2 des Jah­res­steu­er­ge­set­zes 1997 vom 20.12.1996 [4] ein­ge­fügt. Anders als bei § 5a EStG han­delt es sich bei die­ser Rege­lung nicht um eine Sub­ven­ti­ons­norm zur Siche­rung und Stär­kung des Schiff­fahrts­stand­orts Deutsch­land. Die Rege­lung wur­de viel­mehr ein­ge­fügt, um die sys­tem­wid­ri­ge Belas­tung inlän­di­scher Schiff­fahrts­un­ter­neh­men mit Gewer­be­er­trag­steu­er auf den Teil des Gewer­be­er­trags zu besei­ti­gen, der durch den Betrieb von Han­dels­schif­fen im inter­na­tio­na­len Ver­kehr erzielt wird. Die Vor­schrift soll eine sach­ge­rech­te und ein­fa­che Ermitt­lung des nicht der Gewer­be­steu­er unter­lie­gen­den Anteils des Gewer­be­er­trags am gesam­ten Gewer­be­er­trag des Schiff­fahrts­un­ter­neh­mens gewähr­leis­ten [5].
Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 26. Sep­tem­ber 2013 – IV R 45/​11
vgl. BFH, Urteil vom 19.07.2011 – IV R 42/​10, BFHE 234, 226, BStBl II 2011, 878, unter B.II.3.b dd[↩]
vgl. BFH, Urteil vom 22.11.1994 – VIII R 44/​92, BFHE 176, 138, BStBl II 1995, 900; BFH, Beschluss vom 28.11.2012 – IV B 11/​12, BFH/​NV 2013, 773[↩]
BGBl I 1996, 2049[↩]
vgl. BT-Drs. 13/​5952, S. 54[↩]