Source: https://www.jusmeum.de/urteil/bgh/790ee17abb3e83c7b14c76abab025145848863635cdf7a5ed373ed33ae87cd7c
Timestamp: 2019-08-21 12:45:25
Document Index: 131640241

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 543', '§ 113', 'BGH', '§ 113', '§ 113', '§ 544']

BGH, III ZR 147/12: BGH: anweisung, eingriff, verwaltungsakt
Urteil des BGH vom 23.04.2013, III ZR 147/12
III ZR 147/12
BGH: anweisung, eingriff, verwaltungsakt
Anweisung, Eingriff, Verwaltungsakt
Der III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 23. April 2013 durch den
Vizepräsidenten Schlick und die Richter Dr. Herrmann, Wöstmann, Hucke und
Die Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 1. Zivilsenats des Oberlandesgerichts
Koblenz vom 12. April 2012 - 1 U 126/10 - wird zurückgewiesen.
Streitwert: 3.100.000 €
1Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unbegründet, weil weder die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat noch die Fortbildung des Rechts oder die
Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts erfordert (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).
2Die Rügen der Klägerin zur vom Berufungsgericht bejahten Verjährung
des geltend gemachten Amtshaftungsanspruchs gegen den Beklagten zu 1 führen im Ergebnis nicht zur Zulassung der Revision.
3Zwar widerspricht die Auffassung des Berufungsgerichts, durch die Erhebung der Klage im verwaltungsgerichtlichen Vorprozess gegen den (angewiesenen) Landkreis (Beklagter zu 2) sei die Verjährung eines gegen das (die
Anweisung erteilende) Land (Beklagter zu 1) gerichteten Amtshaftungsanspruchs nicht unterbrochen worden, der Rechtsprechung des Senats. Danach
ist auch die Erhebung einer Fortsetzungsfeststellungsklage nach § 113 Abs. 1
Satz 4 VwGO als Erhebung eines Rechtsmittels anzusehen, das die Verjährung
nach damaligem Recht unterbrochen hat (Senatsurteil vom 11. Juni 1985
- III ZR 62/84, BGHZ 95, 238, 242). Die Fortsetzungsfeststellungsklage nach
§ 113 Abs. 1 Satz 4 VwGO wird entsprechend auch auf die prozessrechtliche
Situation der Verpflichtungsklage angewandt (vgl. Kopp/Schenke, VwGO,
18. Aufl., § 113 Rn. 95). Damit gehört die Erhebung der Fortsetzungsfeststellungsklage auch im Fall der Verpflichtungsklage zum Primärrechtsschutz, der
nach neuem Verjährungsrecht zur Hemmung der Verjährung führt. Dies gilt
nach der Senatsrechtsprechung auch im Fall der Anweisung der handelnden
durch die übergeordnete Behörde für Amtshaftungsansprüche gegen die übergeordnete anweisende Behörde, wenn der Geschädigte Primärrechtsschutz
gegen den ihn belastenden Bescheid in Anspruch nimmt (Senatsbeschluss vom
11. Dezember 2008 - III ZR 216/07, NVwZ-RR 2009, 363 Rn. 11). Dabei ist es
entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts ohne Belang, ob der den Primärrechtsschutz in Anspruch nehmende Bürger von der "Anweisungssituation"
Kenntnis hat. Denn auch im Falle der Kenntnis kann es sich für den Geschädigten empfehlen, das Betreiben zweier Parallelprozesse, in denen jeweils die
Frage der Rechtmäßigkeit des in Rede stehenden Verwaltungshandelns zu klären ist, zu vermeiden und zunächst zu versuchen, den betreffenden Verwaltungsakt vor den Verwaltungsgerichten zu bekämpfen beziehungsweise zu erstreiten (Senatsurteil vom 11. Juni 1985 aaO).
4Indes zeigt die Klägerin nicht auf, dass die - im Zusammenhang mit der
Verneinung eines Anspruchs aus enteignungsgleichem Eingriff angestellten,
aber auch für das Bestehen eines Amtshaftungsanspruchs bedeutsamen - Erwägungen des Berufungsgerichts zur Frage der Sicherung der Erschließung
des Grundstücks für die geplante Bebauung in einer die Zulassung der Revision
erfordernden Weise rechtsfehlerhaft sind.
5Von einer näheren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen.
LG Koblenz, Entscheidung vom 29.01.2010 - 5 O 287/02 -
OLG Koblenz, Entscheidung vom 12.04.2012 - 1 U 126/10 -