Source: https://www.stmuv.bayern.de/global/script/kontrast.php?url=service/freizeittipps/ratgeber/ski_recht.htm
Timestamp: 2019-10-22 05:50:26
Document Index: 241164749

Matched Legal Cases: ['Art. 27', 'Art. 29', 'Art. 24', 'Art. 27', 'Art. 28', 'Art. 24', '§ 22', 'Art. 12', 'Art. 31', 'Art. 21', 'Art. 27', 'Art. 26', 'Art. 57', '§ 69', 'Art. 57', 'Art. 56', 'Art. 24', '§ 49', '§ 41']

Ratgeber Freizeit und Natur: Rechtliche Hinweise zum Ski- und Snowboardfahren, Rodeln, Langlaufen und Schneeschuhgehen
Rechtliche Hinweise zum Ski- und Snowboardfahren, Rodeln, Langlaufen und Schneeschuhgehen
Nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz (BayNatSchG) darf grundsätzlich jeder zum Genuss der Naturschönheiten und zur Erholung alle Teile der freien Natur ohne behördliche Genehmigung und ohne Zustimmung des Grundeigentümers oder sonstigen Berechtigten unentgeltlich betreten (Art. 27 Abs. 1 und 2 BayNatSchG). Dieses so genannte Betretungsrecht gilt nur für Betätigungen im Rahmen traditioneller Formen der Freizeitgestaltung und Sportausübung, die dem Naturgenuss und der Erholung dienen. Betätigungen, die primär wirtschaftlichen oder ausschließlich sportlichen Intereressen wie etwa bei Wettkämpfen dienen, werden dagegen nicht vom Betretungsrecht umfasst; für diese ist stets die Zustimmung des Grundstücksberechtigten erforderlich. Zum Betreten gehören auch das Ski- und Snowboardfahren, Rodeln, Langlaufen und Schneeschuhgehen (Art. 29 BayNatSchG).
Wo dürfen Sie in der Regel Ski oder Snowboard fahren, rodeln, langlaufen oder Schneeschuh gehen?
Auf behördlich gekennzeichneten Hauptabfahrten und sonstigen Abfahrten (Skipisten), Rodelbahnen und Skiwanderwegen (Loipen) im Rahmen der Kennzeichnung; Schneeschuhgehen ist auf diesen Abfahrten und Wegen nicht erlaubt (Art. 24 LStVG),
auf sonstigen behördlich nicht gekennzeichneten Flächen in der freien Natur (Art. 27 Abs. 1 und 2 BayNatSchG),
auf nach der StVO beschilderten öffentlichen und privaten Wegen in der freien Natur, auf welchen Fußgängerverkehr zulässig ist,
auf nicht nach der StVO beschilderten, aber öffentlich benutzten Privatwegen in der freien Natur (Art. 28 Abs. 1 BayNatSchG).
Wo dürfen Sie nicht Ski oder Snowboard fahren, rodeln, langlaufen oder Schneeschuh gehen?
Auf behördlich allgemein oder für eine bestimmte Sportart gesperrten Skiabfahrten, Rodelbahnen und Loipen (Art. 24 Abs. 6 Nr. 1 LStVG),
auf Wegen und Flächen in Schutzgebieten oder Bereichen mit behördlichen Beschränkungen für das Betreten (§§ 22ff. BNatSchG, Art. 12 ff., Art. 31 BayNatSchG, Art. 21 BayJG),
auf nicht nach der StVO beschilderten, aber durch den Grundstücksberechtigten gesperrten Privatwegen in der freien Natur (Art. 27 Abs. 3 BayNatSchG) ohne dessen Zustimmung.
Was sollten Sie als Einzelner, mit Familie oder Bekannten?
Auch beim erlaubten Ski- oder Snowboard fahren, Rodeln, Langlaufen oder Schneeschuhgehen in der freien Natur hat jeder folgende Pflichten einzuhalten (Art. 26 Abs. 2 BayNatSchG):
Nicht erlaubt ist daher das Ski- oder Snowboardfahren, Rodeln, Langlaufen oder Schneeschuhgehen, wenn diese Pflichten nicht eingehalten werden.
Ski- und Snowboardfahrer sowie Ski-Langläufer haben im Übrigen die Verhaltensregeln des Internationalen Skiverbands (FIS) zu beachten, die im Streitfall von den Gerichten herangezogen werden:
Jeder Skifahrer/Langläufer muss sich stets so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt (FIS-Regel Nr. 1).
Bei organisierten Veranstaltungen - das sind Veranstaltungen, die auf einen gemeinsam gefassten oder von einem Veranstalter stammenden Entschluss zurückgehen und nicht auf den engeren Familien- oder Bekanntenkreis begrenzt sind – ist außerdem Folgendes zu beachten: Die einzelnen Teilnehmer haben nur dann ein Betretungsrecht an Privatwegen und Flächen in der freien Natur, wenn
Ohne Zustimmung des Grundstücksberechtigten nicht erlaubt ist daher das Ski- oder Snowboardfahren, Rodeln, Langlaufen oder Schneeschuhgehen
Wer gegen die naturschutz-, jagd- oder verkehrsrechtlichen Regelungen oder gegen Regelungen für den Sportbetrieb verstößt, handelt ordnungswidrig und kann mit Geldbuße belegt werden. Rechtsgrundlagen sind: Art. 57 Abs. 1 Nrn. 2 bis 5 BayNatSchG in Verbindung mit § 69 Abs. 3 Nr. 5 BNatSchG sowie Art. 57 Absatz 2 Nr.2 bis 4 und Abs. 8 BayNatSchG; Art. 56 Abs. 1 Nrn. 1 und 15 BayJG; Art. 24 Abs. 5 und 6 LStVG; § 49 Abs. 3 Nr. 4 in Verbindung mit § 41 StVO.