Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201995,%20540
Timestamp: 2020-02-18 14:08:55
Document Index: 377285526

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 11', '§ 155', '§ 562', '§ 10', '§ 21', '§ 293', '§ 155', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 293', '§ 155', '§ 293']

BFH, 26.04.1995 - II R 13/92 - dejure.org
https://dejure.org/1995,936
BFH, 26.04.1995 - II R 13/92 (https://dejure.org/1995,936)
BFH, Entscheidung vom 26.04.1995 - II R 13/92 (https://dejure.org/1995,936)
BFH, Entscheidung vom 26. April 1995 - II R 13/92 (https://dejure.org/1995,936)
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ErbStG 1974 § 10 Abs. 5 Nr. 1, §§ 11, 21 Abs. 1 Satz 1; FGO § 155; ZPO § 562
Nachlaßverbindlichkeit - Umrechnungswert
Erbschaftsteuer: Kanadische capital gains tax
§§ 10 Abs. 5 Nr. 1, 11, 21 Abs. 1 Satz 1 ErbStG 1974
Erbschaftsteuer; Anrechnung ausländischer Steuer auf die deutsche Erbschaftsteuer
BFHE 177, 492
FamRZ 1995, 1354
BB 1995, 1630
BB 1995, 792
BStBl II 1995, 540
Zumindest müsste die ausländische Steuer unter entsprechender Anwendung des BFH-Urteils vom 26. April 1995 (II R 13/92, BStBl II 1995 Seite 540) zur kanadischen "capital gains tax" als Nachlassverbindlichkeit abzugsfähig sein (Blatt 43-46 ErbSt-A).
Der BFH habe in seinem Urteil vom 26. April 1995 (a. a. O.) dazu ausgeführt, dass eine anrechenbare Steuer nur dann vorliege, wenn durch sie der Wert des Nachlassvermögens im Sinne einer auf die Nachlassmasse als solcher liegenden Nachlasssteuer, oder der Erbanfall, also die Bereicherung beim einzelnen Erben, erfasst werde.
Anrechenbar i. S. des § 21 Abs. 1 Satz 1 ErbStG ist eine ausländische Steuer danach nur, wenn durch sie der Wert des Nachlassvermögens im Sinne einer auf die Nachlassmasse als solcher liegenden Nachlasssteuer, oder der Erbanfall, also die Bereicherung beim einzelnen Erben, erfasst wird (BFH-Urteil vom 26. April 1995 II R 13/92, a. a. O.).
Darin liegt der entscheidende Unterschied zu dem vom BFH entschiedenen Fall der kanadischen "capital gains tax", denn bei dieser Steuer wird eine fiktive Veräußerung durch den Erblasser unmittelbar vor seinem Tod unterstellt (BFH-Urteil vom 26. April 1995 II R 13/92, a. a. O., dort unter II. 3. a. E.).
Dazu muss durch sie der Wert des Nachlassvermögens im Sinn einer auf der Nachlassmasse als solcher liegenden Nachlasssteuer oder der Erbanfall, also die Bereicherung beim einzelnen Erben, erfasst werden (Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 26. April 1995 II R 13/92, BFHE 177, 492, BStBl II 1995, 540).
b) Die Feststellung ausländischen Rechts obliegt grundsätzlich dem FG als Tatsacheninstanz (vgl. § 293 ZPO i.V.m. § 155 FGO;… BFH-Urteile vom 19. März 1996 VIII R 15/94, BFH/NV 1996, 672, 673, m.umf.N.; ferner vom 26. April 1995 II R 13/92, BFHE 177, 492, BStBl II 1995, 540, 541, m.w.N., dort auch zum ausnahmsweise dem Revisionsgericht zustehenden Recht, ausländisches Recht zu prüfen und anzuwenden, wenn es dem FG unbekannt gewesen ist).
Sie beruhen auf einem nur kursorischen Überblick über die zu behandelnde rechtliche Problematik und entfalten daher keine Bindungswirkung (vgl. BFH-Urteil vom 26. April 1995 II R 13/92, BFHE 177, 492, BStBl II 1995, 540;… ferner Lange in Hübschmann/ Hepp/Spitaler, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, Kommentar, § 118 FGO Rz. 68).
Das zur kanadischen capital gains tax ergangene Urteil des BFH vom 26.04.1995 II R 13/92, BStBl 1995 II S. 540, wonach diese nicht angerechnet, sondern nur als Nachlassverbindlichkeit abgezogen werden könne, sei auf die italienische INVIM nicht anwendbar, weil bei der kanadischen capital gains tax vor dem Erbfall eine Veräußerung durch den Erblasser unterstellt und eine fiktive Gewinnermittlung durchgeführt werde, die der Besteuerung zugrunde gelegt werde.
Das FA vertrat die Auffassung, dass die INVIM der kanadischen capital gain tax vergleichbar sei, so dass ein Abzug nach dem BFH-Urteil vom 26.04.1995 (a. a. O) nicht möglich sei.
Im Urteil vom 26.04.1995 (a. a. O.) verneinte der BFH die Anrechenbarkeit der kanadischen capital gain ...shalb, weil diese weder als Na...r noch als Erbanfallsteuer ausgestattet ist, sondern als Einkommensteuer beim Erblasser nach dessen persönlichen Verhältnissen erhoben wird.
Die Feststellung ausländischen Rechts gehört zu den Tatsachenfeststellungen i.S. des § 118 Abs. 2 FGO (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 16. Dezember 1992 I R 32/92, BFHE 170, 354, BStBl II 1993, 399; vom 26. April 1995 II R 13/92, BFHE 177, 492, BStBl II 1995, 540; vom 15. April 1996 VI R 98/95, BFHE 180, 509, BStBl II 1996, 478).
Dieses (ausländische) Recht kann der Senat prüfen und anwenden (vgl. BFH-Urteil vom 26. April 1995 II R 13/92, BFHE 177, 492, BStBl II 1995, 540, m.w.N.).
BFH, 15.04.1996 - VI R 98/95
Zurückverweisung an Vollsenat oder Einzelrichter
Zwar kann nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs - BFH - (vgl. z. B. Urteil vom 26. April 1995 II R 13/92, BFHE 177, 492, BStBl II 1995, 540, 541, m. w. N.) das Revisionsgericht ausländisches Recht ausnahmsweise dann prüfen und anwenden, wenn es dem FG unbekannt war.
Soweit dabei --nicht revisibles (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 10. Mai 1961 IV C 286/59, Neue Juristische Wochenschrift 1961, 2225;… Seer in: Tipke/Kruse, Abgabenordnung - Finanzgerichtsordnung, Kommentar, § 118 FGO Tzn. 25-28, mit umfangreichen Nachweisen)-- ausländisches Recht zu berücksichtigen ist, obliegt dessen Feststellung und Auslegung grundsätzlich (vgl. zur im Streitfall nicht vorliegenden Ausnahme: BFH-Urteil vom 26. April 1995 II R 13/92, BStBl II 1995, 540) dem Finanzgericht (BFH-Urteil vom 18. Mai 2004 VI R 11/01, BStBl II 2004, 1014, zu II. 1.e), wobei es --wie z.B: im Streitfall-- einen Sachverständigen mit der Erstattung eines Gutachtens beauftragen kann (§ 293 der Zivilprozessordnung --ZPO-- in Verbindung mit § 155 der Finanzgerichtordnung --FGO--;… Leipold in: Stein/Jonas, Kommentar zur Zivilprozessordnung 22. Aufl., § 293 Rn.43 ff).
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