Source: https://datenschutz.alp.dillingen.de/course/view.php?id=8
Timestamp: 2017-11-22 03:24:35
Document Index: 153811944

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'Art. 4', 'Art. 85', 'Art. 85', 'Art. 17', 'Art. 85', 'Art. 85', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 7']

Kurs: Problemfeld Datennutzung und Datenverarbeitung
Problemfeld Datennutzung und Datenverarbeitung
Nach diesem Lernmodul:
wissen Sie, welche Tätigkeiten man unter Datenverarbeitung bzw. Datennutzung zusammenfasst
wissen Sie, was Datenverarbeitung bzw. Datennutzung bedeutet.
wissen Sie, wann das Speichern und Verändern von Daten zulässig ist.
wissen Sie, an wen und unter welchen Umständen Sie Daten übermitteln dürfen.
wissen Sie, wann Sie Daten nutzen dürfen.
Problemfeld Datenerhebung
Welche Tätigkeiten und Vorgänge fallen unter den Begriff Datenverarbeitung?
Was ist der Unterschied zwischen Datenverarbeitung und Datennutzung?
Aus der Lehrerdatei wird ein Sprechstundenverzeichnis erstellt und den Eltern verfügbar gemacht.
Handelt es sich dabei um eine Datennutzung oder Datenverarbeitung?
Es liegt eine Datenverarbeitung vor, da die Liste an die Eltern (Dritte) übermittelt wird.
Es liegt eine Datennutzung vor, da die Sekretärin die Daten aus der Lehrerdatei nutzt.
Die Schülerkontaktdaten aus der ASV werden von der Sekretärin an den Klassenleiter weitergegeben.
Es liegt eine Datennutzung vor, da die Weitergabe innerhalb der speichernden Stelle an den Klassenleiter erfolgt.
Es liegt eine Datenverarbeitung vor, da die Daten an den Klassenleiter übermittelt werden.
1 Verarbeiten ist das Speichern, Verändern, Übermitteln, Sperren und Löschen personenbezogener Daten.
Art. 4 Abs. 6 BayDSG
Handreichung S. 18
2 Nutzen ist jede Verwendung personenbezogener Daten, soweit es sich nicht um Verarbeitung handelt, insbesondere die Weitergabe von Daten innerhalb der speichernden Stelle.
Art. 4 Abs. 7 BayDSG
Handreichung S. 18-19
Auflösung zum Kartenspiel "Definition" Datei
Wenn Daten aus der Lehrerdatei z.B. in einem Sprechstundenverzeichnis den Eltern zur Verfügung gestellt werden, handelt es sich um eine Datenverarbeitung, weil die Liste von der Schule (speichernde Stelle) an die Eltern (Dritte) bekannt gegeben (übermittelt) wird. In diesem Beispiel findet sich ein weiterer Aspekt der Verarbeitung, nämlich eine inhaltliche Umgestaltung gespeicherter personenbezogener Daten (Verändern).
Auch viele andere Aufgaben der Sekretärin fallen unter den Bereich Datenverarbeitung. Sie erfasst die personenbezogenen Daten neuer Schüler in der Schülerdatei (Speichern) oder macht sie unkenntlich, wenn ein Schüler die Schule verlässt (Löschen). Abschließend gehört zum Verarbeiten die Kennzeichnung der Daten, um die weitere Verarbeitung oder Nutzung einzuschränken (Sperren).
Von der Verarbeitung ist grundsätzlich die Nutzung von Daten zu unterscheiden. Im zweiten Beispiel werden die Schülerkontaktdaten aus der ASV von der Sekretärin an den Klassenleiter ( also innerhalb der speichernden Stelle an Teile der selben Stelle mit anderen Aufgaben) weitergegeben.
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Falls Sie Teil 2 des Verschiebespiels nicht aktiv bedienen können, haben Sie die Übung wahrscheinlich schon im Abschnitt zuvor erledigt. Hier ist nochmals der Link: für ältere Browser.
Speichern und Verändern
Wann darf man Daten speichern, verändern oder nutzen?
Was ist bei der Datenverarbeitung auf privaten Rechnern von Lehrern zu beachten?
Sie sehen es Ihrem Kollegen sofort an: Er hat wahrscheinlich gerade eine weitere E-Mail mit beleidigendem Inhalt bekommen und ist sehr aufgebracht. Nach einem recht lauten Gespräch mit dem Systembetreuer ist er sich sicher, dass die Mail während seiner Unterrichtsstunde von einem Rechner im PC-Raum versandt wurde. Der Absender ist zwar nicht identifizierbar. Der Systembetreuer kann jedoch feststellen, dass zu dieser Zeit von einem Schüler eine Verbindung zu GMX geöffnet wurde. Das ist möglich, weil in der Schule Webzugriffe nur mit Authentifizierung möglich sind und Zeit, Benutzername und Zieladresse des Webzugriffs protokolliert werden.
Ist das Protokollieren des Datenverkehrs zulässig?
Die Speicherung der Webzugriffe durch Schüler und Lehrer ist zulässig, wenn alle die Nutzungsvereinbarung unterschrieben haben.
Die Speicherung der Webzugriffe durch Schüler und Lehrer ist grundsätzlich unzulässig.
Die Schulen dürfen die zur Erfüllung der ihnen durch Rechtsvorschriften zugewiesenen Aufgaben erforderlichen Daten verarbeiten und nutzen.
Art. 85 Abs. 1 BayEUG
- Schülerdaten dürfen Dritten nicht zugänglich gemacht werden.
- Besondere Vorsicht ist bei Vernetzungen und Onlinezugängen geboten.
- Die Datenträger sind nach ihrer Verwendung wegzusperren. Daten auf der Festplatte sind passwortgeschützt abzuspeichern.
- Die Löschungsfristen sind zu beachten.
Bekanntmachung über erläuternde Hinweise zum Vollzug der datenschutzrechtlichen Bestimmungen für die Schulen, Nr. 4.3 und Nr. 5.3
Link zur Technik (Netze, Verschlüsselung, Remote-Zugang)
Aus technischer Sicht ist das Fälschen einer Email-Absenderadresse kein Problem. Im vorliegenden Fall kann der Schüler bestenfalls indirekt ausfindig gemacht werden, da er die GMX-Webseite aufgerufen hat. Es kann nicht festgestellt werden, was der Schüler auf dieser Webseite gemacht hat. Es ist auch zweifelhaft, ob sich der Schüler mit seinen korrekten Authentifizierungsdaten angemeldet hat, denn Zugangsdaten können in einer nicht vertrauenswürdigen Umgebung wie dem Computerraum einer Schule leicht missbräuchlich verwendet werden. Die Protokollierung der Webzugriffe richtet sich auf Zeit, anfragenden Client (IP-Adresse oder Benutzername) und angefragte Seite, aber nicht auf den Inhalt, weil das in der Regel viel zu aufwändig ist.
Die Speicherung der Webzugriffe durch Schüler und Lehrer ist zulässig, wenn dies in der Nutzungsvereinbarung so festgelegt wurde. Über die Herausgabe der Daten an die Lehrkraft bzw. an die zuständige Strafverfolgungsbehörde entscheidet die Schulleitung.
Datenübermittlung und Auftragsdatenverarbeitung
An welche Stellen darf man Daten übermitteln?
Was ist bei der Auftragsdatenverarbeitung zu beachten?
Der Bürgermeister stellt über die Webseite der Stadtverwaltung ein Kontaktformular bereit. Dieses Formular wird immer wieder für unflätige Behauptungen missbraucht. Der Admin der Stadtverwaltung protokolliert deshalb, von wo aus auf die Seite zugegriffen wird und macht die öffentliche IP-Adresse der Schule ausfindig. Der Schulleiter bekommt am Donnerstagnachmittag einen Anruf vom Bürgermeister, der nachprüfen möchte, wer für den Missbrauch des Formulars verantwortlich ist. Er bittet den Schulleiter das gesamte Webprotokoll an den Administrator der Stadtverwaltung zu übermitteln.
Ist die Übermittlung der protokollierten Daten rechtmäßig?
Ja, da es sich um die Weitergabe von Daten an eine andere Behörde handelt, liegt nach Art. 85 Abs. 2 BayEUG und Art. 17 Abs. 2 Nr. 10 BayDSG ein rechtlicher Anspruch auf die Herausgabe der Daten vor.
Das Webprotokol muss vom Systembetreuer der Schule ausgewertet werden. Die speziellen Daten des Schülers dürfen dann übermittelt werden, da es sich um die Weitergabe von Daten an eine andere Behörde handelt.
Das Webprotokol muss vom Systembetreuer der Schule ausgewertet werden. Die speziellen Daten des Schülers dürfen dann übermittelt werden, wenn es sich um eine Straftat oder Ordnungswidrigkeit handelt.
Die Daten des Schülers dürfen nicht übermittelt werden, da es sich um die Weitergabe von personenbezogenen Daten handelt.
1 Die Schulen dürfen die zur Erfüllung der ihnen durch Rechtsvorschriften zugewiesenen Daten verarbeiten. Die Weitergabe von Daten und Unterlagen über Schülerinnen und Schüler und Erziehungsberechtigte an außerschulische Stellen ist im Übrigen untersagt, falls nicht ein rechtlicher Anspruch auf Herausgabe der Daten nachgewiesen wird. Art. 85 Abs. 1 BayEUG
Art. 85 Abs. 2 BayEUG
2 Eine Auftragsdatenverarbeitung liegt vor, wenn personenbezogene Daten durch andere Stellen im Auftrag erhoben, verarbeitet oder genutzt werden. Art. 6 Abs. 1 Satz 1 BayDSG
3 Die Schule muss den Auftragnehmer sorgfältig auswählen. Der Schulleiter muss schriftlich eine Auftragsdatenverarbeitungsvereinbarung abschließen. Der Auftragnehmer darf die erhaltenen Daten nicht zu eigenen Zwecken nutzen, „Herr der Daten“ bleibt die Schule. Der Auftraggeber hat sich von der Einhaltung der getroffenen technischen und organisatorischen Maßnahmen zum Datenschutz zu überzeugen. Art. 6 BayDSG
Art. 7 Abs. 2 BayDSG
Muster Auftragsdatenverarbeitungsvereinbarung (externer Link)
Aus technischer Sicht sind nicht so viele Daten über Webzugriffe verfügbar, wie man gemeinhin zu glauben neigt. Oftmals kann man eher indirekt die entstandenen Daten des Netzwerkverkehrs speziellen Personen zuweisen. Auch bei einer personenbezogenen Authentifizierung in der Schule kann nicht festgestellt werden, was der Schüler auf dieser Webseite gemacht hat. Es ist auch zweifelhaft, ob sich der Schüler mit seinen korrekten Authentifizierungsdaten angemeldet hat, denn Zugangsdaten können in einer nicht vertrauenswürdigen Umgebung wie dem Computerraum einer Schule leicht missbräuchlich verwendet werden.
Eine Herausgabe an die Gemeinde kann nur erfolgen, sofern diese einen Rechtsanspruch nachweisen kann. Ein Rechtsanspruch ist hier nicht ersichtlich. Die Ermittlung von Straftaten ist Aufgabe der Strafverfolgungsbehörde und nicht Aufgabe der Gemeinde. Sofern ein Strafantrag gestellt wird und die Strafverfolgungsbehörde sich nach den Daten im Rahmen eines laufenden Ermittlungsverfahrens erkundigt, hat diese zur Erfüllung ihrer Ermittlungsaufgaben einen Rechtsanspruch auf Herausgabe der Daten.
In diesem Kapitel haben Sie sich mit den Problemfeldern Datennutzung und Datenverarbeitung beschäftigt. Sie sind für die Problemfelder sensibilisiert und können den Begriffen Sachverhalte zuordnen.
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Problemfeld Recht