Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/1/81160000089.htm
Timestamp: 2018-12-13 22:59:48
Document Index: 167005193

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 2', '§ 2', '§ 2', 'Art;\n9', '§ 5', '§ 5', '§ 1', '§ 22', '§ 4', '§ 60', '§ 59']

1.16.089 Wernau (Neckar) (6 Teilgebiete)
Verordnung des Landratsamtes Esslingen als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Wernau (Neckar)" vom 03.05.1995 ("Wernauer Anzeiger "vom 12.05.1995).
Aufgrund von §§ 22, 58 Abs. 3 und 4 und 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutze der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutz­gesetz ‑ NatSchG ‑) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch Gesetz zur Änderung des Naturschutzgesetzes (Biotopschutzgesetz) vom 19. November 1991 (GBl. S. 701), wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Wernau (Neckar) werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Wernau (Neckar)".
(1)Das Landschaftsschutzgebiet besteht aus 6 (A ‑ F) Teilen und hat insgesamt eine Größe von rund 214 ha.
(2)Es umfaßt nach dem Stand vom Dezember 1994 im wesentlichen die Hangflächen links und rechts des Neckars, den sich sehr weit in bebaute Bereiche hineinziehenden Streuobsthang im Bereich des Laichlewälchens, den Talhang auf der Ostseite des Bodenbaches und den Bereich westlich und nördlich des bestehenden Naturschutzgebietes "Wernauer Lehmgrube".
(3)Teil A
Bei Teil A handelt es sich um die links des Neckars liegende, von landschaftsprägenden Streuobstwiesen und ökologisch wertvollen Waldflächen und Waldrändern charakterisierte Hangfläche, die sich vom Plochinger Kopf bis zur Markungsgrenze nach Köngen erstreckt.
· Betroffen sind ganz oder teilweise folgende Gewanne auf Flur Pfauhausen:
Plochinger Kopf, Steinacker, Großenacker und Saier, Saier, Schathüttlen, Bettenhalden, Kesseläcker, Hofwäldle, Gemeindewald, Holzäcker, Schafhaus, Bei dem langen Stein, Krustenacker, Reiterwiesen, Gesod, Gesödwiesen und Gesödwald.
Teil B erstreckt sich rechts des Neckars vom Plochinger Dreieck bis weit in bebaute Bereiche auf Flur Pfauhausen hinein.
Unter dem Galgen, Lauchäcker, Unter dem Lauch, Hinteres Läuchle und Läuchle.
Teil C erstreckt sich am Hang rechts des Neckars von der Gemarkungsgrenze zu Wendlingen entlang der Bahnlinie bis zum bebauten Bereich auf Flur Pfauhausen. Der Neckar mit linker und rechter Böschung ist Bestandteil des Teiles C von der Markungsgrenze Wendlingen bis zur Neckarbrücke Kirchheimer Straße.
Gemeindewasen, Erblehen, Steinriegel, Gieser, Schäferbrunnen, Riemenhecke, Riemenacker, Hinter den Gärtlen, Lange Äcker, Grund, Gärtlen, Mainwiesen, Ob dem Rain, Tobelgraben, Bettlensacker, Beim Laurenbaum, Ob der Klangenwiese.
Bei Teil D handelt es sich um den östlich der Ortslage befindlichen Talhang mit nach Osten anschließenden, sehr stark strukturierten Flächen auf Flur Steinbach.
· Betroffen sind ganz oder teilweise folgende Gewanne auf Flur Steinbach:
Hesslenbach, Schnaitegertle, Weidach, Tobeläcker, Leichenberg, Taläcker, Heuwiesen, Häldlensäcker, Ebeneäcker, Krättenäcker, Grund, Kehlenegertle, Obere Kehlen, Untere Kehlen, Kehlwiesen, Sparblet, Sparbletäcker.
Teil E befindet sich westlich und nördlich des Naturschutzgebietes "Wernauer Lehmgrube".
Josacker, Bergäcker, Erlenbach und Birke.
Teil F liegt südöstlich der Ortslage. Es umfast Flächen entlang des Bodenbachs bis zur Markungsgrenze zu Notzingen sowie des anschließenden Talhanges.
Sulzwiesen, Sulzacker, Sparblet, Reute, Dornwäldle, Sulzhau, Unterbach, Winklen, Fuirne, Kranzheldenacker, Krumme Morgen, Kranzhalden und Wolfentobel, Bodenwiesen, Bachwiesen.
(4)Die genauen Grenzen des Landschaftsschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 und in einer verkleinerten Flurkarte im Maßstab 1 : 5 000 schwarz umgrenzt und grün ungeschummert eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Bürgermeisteramt Werneu, Kirchheimer Straße 69, 73249 Wernau (Neckar) zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.
Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung landschaftsprägender Wiesen, Obstbaumwiesen, Hecken, Gewässer, Ufer‑ und Feldgehölze, und Wälder auf dem in § 2 näher bezeichneten Schutzgebiet. Diese belebten Landschaftselemente mit ihrer hohen ökologischen und landschaftlichen Wertigkeit sind wichtige Lebens‑ und Rückzugsgebiete für viele, zum Teil bedrohte Tier‑ und Pflanzenarten. Sie haben eine überragende Bedeutung für die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, vermitteln dem erholungssuchenden Menschen Naturnähe und sind von hohem Erlebniswert. Darüber hinaus erfüllen die als Landschaftsschutzgebiet vorgesehen Flächen am Rande der bestehenden Naturschutzgebiete "Wernauer Baggerseen" und ''Wernauer Lehmgrube" wichtige Pufferfunktionen für diese Naturschutzgebiete. Die Erhaltung der in § 2 näher bezeichneten Bereiche als Lebensrat für Pflanzen und Tiere, als Erholungsraum für den Menschen und als Bereiche mit klimatischer Ausgleichsfunktion ist von allgemeinem Interesse und soll durch die Unterschutzstellung gesichert werden Ein weiteres wesentliches Ziel der Unterschutzstellung ist die Verhinderung des Fortschreitens der Bebauung mit Kleinbauten und Einfriedigungen.
3. Verlegen oder Ändern von ober‑ oder unterirdischen Leitungen: aller Art;
9. Luftfahrzeuge, insbesondere Luftsportgeräte und Modellflugzeuge, zu starten oder zu landen;
14. Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild‑ oder Schrifttafeln;
17. Beseitigung oder Veränderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie z. B. Bäumen, Hecken, Gebüschen, Feld‑ und Ufergehölzen, Bachläufen, Schilf‑ und Rohrbeständen;
18. Beseitigung von Obstbäumen und Umbruch von Wiesen zu Äckern
19. Errichtung von intensiv bewirtschafteten Obstanlagen (z. Nieder‑, Halbstammanlagen, Obsthecken) bei:
Beerenobst ab 1 ar Fläche
Eine nach Abs. 3 erteilte Erlaubnis erlischt, wenn nicht innerhalb von zwei Jahren nach Bekanntgabe ihrer Erteilung mit dem Vorhaben begonnen oder die Durchführung länger als zwei Jahre unterbrochen wird. Die Frist kann auf Antrag verlängert werden.
1. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung land‑ und forstwirtschaftlicher Grundstücke mit Ausnahme der Handlungen nach § 5 Abs. 2 Nr. 1, 7, 15, 16, 17, 18 und 19;
4. für die ordnungsmäßige Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze und Gewässer, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 4 und 17;
6. für die rechtmäßig ausgeübte Nutzung der Verkehrswege durch die Deutsche Bundespost TELEKOM im Rahmen des § 1 Telegraphenwegegesetz (TWG) i.d.F. der Fassung vom 24.04.1991 (BGBl.I, S. 1053);
7. für die im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde durchgeführten Maßnahmen, die der Unterhaltung und Instandsetzung der oberirdischen Versorgungsleitungen der Energieversorgungsunternehmen dienen.
1. entgegen § 22 Abs. 3 NatSchG i. V. m. § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen.
Gemäß § 60 a Naturschutzgesetz (NatSchG) ist eine Verletzung der in § 59 NatSchG genannten Verfahrens‑ und Formvorschriften nur beachtlich, wenn sie innerhalb eines Jahres nach Erlaß der Rechtsverordnung gegenüber der unteren Naturschutzbehörde geltend gemacht worden ist.
Diese Verordnung tritt ab Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.
Gleichzeitig treten folgende Schutzverordnungen außer Kraft:
1. Landschaftsschutzgebietsverordnung "Laichlewald" vom 30.11.1971;
2. Landschaftsschutzgebietsverordnung "Sulzbachtal" vom 15.12.1971.
Esslingen am Neckar, 3. Mai 1995