Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=Slg.%201996,%20I-2143
Timestamp: 2019-07-20 01:59:23
Document Index: 327889798

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 53', 'Art. 3', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

Rechtsprechung: Slg. 1996, I-2143 - dejure.org
https://dejure.org/1996,581
EuGH, 30.04.1996 - C-13/94 (https://dejure.org/1996,581)
EuGH, Entscheidung vom 30.04.1996 - C-13/94 (https://dejure.org/1996,581)
EuGH, Entscheidung vom 30. April 1996 - C-13/94 (https://dejure.org/1996,581)
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Richtlinie 76/207 des Rates, Artikel 5 Absatz 1
Sozialpolitik; Männliche und weibliche Arbeitnehmer; Zugang zur Beschäftigung und Arbeitsbedingungen; Gleichbehandlung; Richtlinie 76/207; Entlassung einer transsexuellen Person aus einem mit der Umwandlung ihres Geschlechts zusammenhängenden Grund; Unzulässigkeit
Gleichbehandlung von Männern und Frauen ; Entlassung einer transsexuellen Person; Kündigung wegen Geschlechtsumwandlung
Slg. 1996, I-2143
NJW 1996, 2421
NVwZ 1996, 1093 (Ls.)
NZA 1996, 695
Demgegenüber kennt das Unionsrecht den Begriff der sexuellen Identität nicht, sondern spricht in Erwägungsgrund 11 der Richtlinie 2000/78/EG von der "sexuellen Ausrichtung" und ordnet die Transsexualität dem Begriff "Geschlecht" zu (zu dieser Zuordnung vgl. ua. EuGH 30. April 1996 - C-13/94 - [P./S.] Rn. 13 ff., Slg. 1996, I-2143) .
Wie der Gerichtshof im Urteil P./S. entschieden hat, beruhen Ungleichbehandlungen aufgrund einer Geschlechtsumwandlung "hauptsächlich, wenn nicht ausschließlich, auf dem Geschlecht des Betroffenen"(31).
Laut Generalanwalt Tesauro kommt der Einwand, dass man in einem Fall, in dem es um eine Geschlechtsumwandlung geht, "nicht von einer Diskriminierung zwischen den Geschlechtern sprechen könne", einem "spitzfindigen hermeneutischen Formalismus" gleich (Schlussanträge in der Rechtssache P./S., C-13/94, EU:C:1995:444, Nr. 20).
13 Urteile vom 30. April 1996, P./S. (C-13/94, EU:C:1996:170, Rn. 20), und vom 27. April 2006, Richards (…C-423/04, EU:C:2006:256, Rn. 24).
14 Urteil vom 30. April 1996, P./S. (C-13/94, EU:C:1996:170, Rn. 22).
15 Urteile vom 30. April 1996, P./S. (C-13/94, EU:C:1996:170, Rn. 20), und vom 27. April 2006, Richards (…C-423/04, EU:C:2006:256, Rn. 24).
16 Urteil vom 30. April 1996, P./S. (C-13/94, EU:C:1996:170, Rn. 21).
22 Dieser Fall lag dem Urteil vom 30. April 1996, P./S. (C-13/94, EU:C:1996:170, Rn. 21), zugrunde.
31 Urteil vom 30. April 1996, P./S. (C-13/94, EU:C:1996:170, Rn. 21).
Vgl. z. B. Urteile vom 15. Juni 1978, Defrenne (…C-149/77, EU:C:1978:130, Rn. 26 und 27), und vom 30. April 1996, P./S. (C-13/94, EU:C:1996:170, Rn. 19).
Der Grundsatz der Gleichbehandlung der Geschlechter und mit ihm das Verbot der unmittelbaren oder mittelbaren Benachteiligung wegen des Geschlechts ist Teil der grundlegenden allgemeinen Rechtsgrundsätze der Gemeinschaft, die vom Europäischen Gerichtshof als bindende Prüfungsmaßstäbe für das hoheitliche Verhalten von Gemeinschaftsorganen entwickelt wurden (vgl. EuGH, Urteil vom 28. Januar 1992 - Rs T 45/90 -, Slg. 1992 II, S. 35; Urteil vom 30. April 1996 - Rs C-13/94 -, Slg. 1996 I, S. 2159 ;… Urteil vom 20. März 1984 - Rs 75 und 117/92 -, Slg. 1984, S. 1509 ; s. auch BVerfGE 73, 339 m.w.N.).
Dieser Grundsatz der Gleichbehandlung der Geschlechter und mit ihm das Verbot der unmittelbaren oder mittelbaren Benachteiligung wegen des Geschlechts ist zugleich Teil der grundlegenden allgemeinen Rechtsgrundsätze des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaften (vgl. z.B. EuGH, Urteile vom 28. Januar 1992 - Rs T-45/90 - Slg. 1992 II S. 35 und vom 30. April 1996 - Rs C-13/94 - Slg. 1996 I S. 2143 ).
Es führte aus, daß zwar einige Gerichte des Vereinigten Königreichs Entscheidungen erlassen hätten, die diese Frage verneinten, daß aber das Urteil des Gerichtshofes vom 30. April 1996 in der Rechtssache C-13/94 (P./S., Slg. 1996, I-2143) "ein überzeugender Beleg für die These ist, daß Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Orientierung rechtswidrig sind".
Eine solche Auslegung ergebe sich auch aus dem erwähnten Urteil P./S. und entspreche sowohl den Entschließungen und Empfehlungen der Gemeinschaftsorgane als auch der Entwicklung der internationalen Normen über die Menschenrechte und der nationalen Normen über die Gleichbehandlung.
Frau Grant trägt schließlich vor, nach dem erwähnten Urteil P./S. gehöre eine unterschiedliche Behandlung aufgrund der sexuellen Orientierung zu den nach Artikel 119 des Vertrages verbotenen "Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts".
Die Anwendung des § 53 Abs. 5 Satz 2 BeamtVG führt zu keiner mittelbaren oder unmittelbaren Diskriminierung von Frauen im Sinne von Art. 3 Abs. 3 GG (vgl. dazu BVerfG vom 30. Januar 2002 - 1 BvL 23/96 - NJW 2002, 1256; EuGH, Urteile vom 28. Januar 1992 - Rs T-45/90 - Slg. 1992 II S. 35 und vom 30. April 1996 - Rs C-13/94 - Slg. 1996 I S. 2143 ).
7 Auf das Urteil des Gerichtshofes vom 30. April 1996 in der Rechtssache C-13/94 (P./S., Slg. 1996, I-2143) hin erließ das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland die Sex Discrimination (Gender Reassignment) Regulations 1999 (Verordnung gegen Diskriminierung aufgrund des Geschlechts bei Geschlechtsumwandlung).
Unter diesen Umständen könne das Urteil P./S. auf die vorliegende Rechtssache nicht übertragen werden.
https://dejure.org/1995,27929
Generalanwalt beim EuGH, 14.12.1995 - C-13/94 (https://dejure.org/1995,27929)
Generalanwalt beim EuGH, Entscheidung vom 14.12.1995 - C-13/94 (https://dejure.org/1995,27929)
Generalanwalt beim EuGH, Entscheidung vom 14. Dezember 1995 - C-13/94 (https://dejure.org/1995,27929)
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33 Schlussanträge des Generalanwalts Tesauro in der Rechtssache P./S. (C-13/94, EU:C:1995:444, Nr. 9).