Source: https://www.wiwiweb.de/fachwirt-vwl-bwl/existenzgruendung-und-unternehmensrechtsformen/rechtsformen.html
Timestamp: 2017-01-25 01:24:38
Document Index: 382011204

Matched Legal Cases: ['§ 705', '§ 105', '§ 705', '§ 230', '§ 132', '§ 95', '§ 2', '§ 8', '§ 41', '§ 21']

Rechtsformen - Volks- und Betriebswirtschaft
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sind i. d. R. Gesetzestexte zugelassen. Wir empfehlen daher, unkommentierte
Fassungen des BGB, des HGB, des GmbHG sowie des AktG mit in die Klausur zu nehmen.
Einzelheiten zur Zulässigkeit von Hilfsmitteln regelt das Merkblatt der IHK zum jeweiligen
Prüfungstermin. Weiterhin raten wir, sich mit den einschlägigen Paragrafen vertraut zu
machen, das heißt den nachfolgenden Text mit der Lektüre der Gesetzestexte zu verbinden.
01. Welche Rechtsformen unterscheidet man?
02. Was sind die charakteristischen Merkmale des Einzelunternehmens?
Einzelunternehmen – Merkmale
Zweck Ein Einzelunternehmen (im weiteren Sinne) ist die selbstständige
Betätigung einer natürlichen Person, die uneingeschränkte Verfügungsmacht hat und
das volle Risiko der Geschäftstätigkeit trägt (z. B. Landwirt,
Gewerbetreibender oder Freiberufler). Dies gilt unabhängig davon, ob der
Einzelunternehmer Arbeitnehmer beschäftigt oder nicht.
Gründung Zur Gründung ist eine Person erforderlich. Die Gründung ist formlos und
kostengünstig. Das Unternehmen entsteht durch seine erste rechtsgeschäftliche
Firma Ein Einzelunternehmer bzw. Kleingewerbetreibender, der nicht im
Handelsregister eingetragen ist, firmiert i. d. R. unter seinem
persönlichen, bürgerlichen Nachnamen des Inhabers und mindestens einem
Einzelunternehmern, die im Handelsregister eingetragen sind,
firmieren unter dem Unternehmensnamen mit dem Zusatz „e. Kfm“
oder „e. Kfr“ (Sachfirma, Fantasiefirma oder gemischte Firma
Vertretung Der Einzelunternehmer führt die Geschäfte unter seinem Namen bzw.
seiner Firma auf eigene Rechnung und eigenes Risiko. Er kann sie auch durch einen
Angestellten führen lassen und dazu Handlungsvollmacht oder Prokura erteilen.
Haftung Der Einzelunternehmer haftet uneingeschränkt mit seinem gesamten
Vermögen für alle Schulden seines Unternehmens.
Ergebnisverteilung Der Gewinn (und auch der Verlust) steht dem Einzelunternehmer allein
zu. Er entscheidet über die Aufteilung und Verwendung.
Auflösung Das Einzelunternehmen wird aufgelöst durch
Umwandlung in eine andere Rechtsform.
03. Was sind die charakteristischen Merkmale der BGB-Gesellschaft?
GbR – Gesellschaft
bürgerlichen Rechts (BGB-Gesellschaft) – Merkmale
Zweck Sie ist eine Personengesellschaft und nicht im Handelsregister
eingetragen. Gegenstand ist der Zusammenschluss mehrerer Personen, die
beabsichtigen, ein gemeinsames Ziel zu verfolgen (kein Handelsgewerbe). Von daher
kann zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck eine BGB-Gesellschaft gegründet werden.
Gründung §§ 705 ff. BGB (bitte lesen)Entsteht durch
Gesellschaftsvertrag von mindestens zwei Gesellschaftern (kein Formzwang); durch
Gesellschaftsvertrag verpflichten sich die Gesellschafter
die Erreichung des gemeinsamen Zieles zu fördern (z. B.
Arbeitsgemeinschaft, sog. „Arge“ bei einem Bauvorhaben) sowie
die vereinbarten Beiträge zu leisten (z. B. Mietanteile für
ein gemeinsames Büro).
Firma Kann keine Firma führen (Gesellschafter sind keine Kaufleute). Tritt im
Geschäftsverkehr unter dem Namen ihrer Gesellschaft auf (oder unter einer anderen
Bezeichnung). Der Zusatz GbR ist nicht erforderlich.
Vertretung Geschäftsführung und Vertretung: i. d. R.
Haftung Die Haftung der GbR ist wie bei der OHG: unbeschränkt, unmittelbar und
Ergebnisverteilung gleiche Anteile an Gewinn und Verlust
Erreichen des vereinbarten Ziels,
Ist für die Gesellschaftsdauer eine Zeitdauer bestimmt, kann die
Kündigung nur aus wichtigem Grund erfolgen. Der Gesellschaftsvertrag kann für den
Fall des Todes eines Gesellschafters auch den Fortbestand der GbR regeln.
04. Was sind die charakteristischen Merkmale der offenen
Handelsgesellschaft?
OHG – Offene
Handelsgesellschaft – Merkmale
Zweck Eine OHG ist eine Personengesellschaft , deren Zweck auf den Betrieb eines
Handelsgewerbes unter gemeinschaftlicher Firma gerichtet ist.
Gründung §§ 105 ff. HGB ; ergänzend
§§ 705 ff. BGB (bitte lesen)Gründung durch zwei oder mehr Gesellschafter;
Gesellschaftsvertrag ist nicht zwingend vorgeschrieben; wichtige Regeln der
Geschäftsführung sollten jedoch schriftlich fixiert werden. Mindestkapital ist nicht
erforderlich. Die OHG entsteht mit der Aufnahme der Geschäfte oder mit der
Eintragung der Gesellschaft in das HR. Sie ist nicht rechtsfähig, aber
teilrechtsfähig, das heißt, sie kann
Firma muss den Zusatz „offene Handelsgesellschaft“ oder „OHG“
o. Ä. enthalten.
Geschäftsführung/Vertretung gewöhnliche Geschäfte: Einzelgeschäftsführung aller Gesellschafter
mit Vetorecht der anderen
Gesellschaftervertrag kann Abweichungen vorsehen
Gesamtvertretung (aller/einzelner Gesellschafter) kann vereinbart
werden und ist im HR einzutragen.
Die Gesellschafter der OHG haben Wettbewerbsverbot, d. h. ohne
Einwilligung des anderen Gesellschafters dürfen im gleichen Handelszweig keine
Geschäfte auf eigene Rechnung durchgeführt oder in anderen Unternehmen der Branche
Beteiligungen aufgenommen werden. Ansonsten entsteht ein Schadenersatzanspruch und
die Ausschlussmöglichkeit.
Haftung OHG selbst: mit Gesellschaftsvermögen
jeder Gesellschafter: unbeschränkt, unmittebar,
Ergebnisverteilung Jeder Gesellschafter erhält zunächst 4 % seines
Kapitalanteils, der verbleibende Gewinn wird gleichmäßig nach Köpfen
Kündigung eines Gesellschafter bei einer 2-Mann-OHG.
KG – Kommanditgesellschaft –
Die KG ist eine Handelsgesellschaft, deren Gesellschafter teils
unbeschränkt (Vollhafter, Komplementär), teils beschränkt (Teilhafter, Kommanditist)
haften. Die Kommanditgesellschaft muss mindestens einen Komplementär und mindestens
einen Kommanditisten (haftet nur mit seiner Kapitaleinlage) haben. Abschluss eines
Gesellschaftsvertrages. im Übrigen: wie OHG
Firma muss den Zusatz „Kommanditgesellschaft“ oder „KG“
Geschäftsführung/Vertretung Komplementär: wie OHG
Kommanditist: keine Vertretung/Geschäftsführung, nur
Kontrollrechte; nur bei außergewöhnlichen Geschäften besteht ein
Widerspruchsrecht (im Außenverhältnis ohne Wirkung); der
Gesellschaftsvertrag kann die Kommanditisten an der Geschäftsführung
Haftung KG selbst: mit Gesellschaftsvermögen
Ergebnisverteilung Gewinn: 4 % der Einlage, der Rest in angemessenem Verhältnis
(z. B. Höhe der Einlage und Arbeitsleistung)
Gesellschaftsvertrag kann etwas Anderes regeln.
Stille Gesellschaft – Merkmale: Eine stille Gesellschaft (§§ 230 – 236 HGB;
bitte lesen) ist nach außen nicht erkennbar. Sie entsteht, indem sich ein stiller Gesellschafter
an dem Handelsgewerbe eines anderen mit einer Einlage
beteiligt , die in das Vermögen des Inhabers des Handelsgewerbes übergeht.
Der stille Gesellschafter wird nicht Miteigentümer am Vermögen des anderen. Er erhält
vertraglich einen Anteil des Gewinns. Eine Verlustbeteiligung kann ausgeschlossen werden oder
bis zur Höhe der Einlage vereinbart werden. Wird sie ausge
schlossen, kann der stille Gesellschafter im Insolvenzfall die Einlage als Insolvenzforderung
Der stille Gesellschafter ist an der
Geschäftsführungsbefugnis nicht beteiligt, falls nichts anderes vereinbart wird. Ist der stille
Gesellschafter an der Gesellschaft beteiligt, liegt der Fall einer
atypischen stillen Gesellschaft vor. Der stille Gesellschafter hat Kontrollrechte wie ein Kommanditist. Durch den
Tod des stillen Gesellschafters wird die Gesellschaft nicht aufgelöst.
Auf die Kündigung der Gesellschaft durch einen der
Gesellschafter finden die Vorschriften der §§ 132, 134 und 135 HGB entsprechende
Anwendung. So kann z. B. die Kündigung durch einen Gesellschafter entweder am Schluss eines
Geschäftsjahres erfolgen, wenn eine Gesellschaft für unbestimmte Zeit eingegangen wurde.
Auflösungsgründe: Auflösungsvertrag, Kündigung, Eröffnung
des Insolvenzverfahrens, Tod des Geschäftsinhabers (nicht: Tod des stillen Gesellschafters).
07. Was sind die charakteristischen Merkmale der Gesellschaft mit
beschränkter Haftung?
GmbH – Gesellschaft
mit beschränkter Haftung – Merkmale
Zweck ist eine juristische Person (Formkaufmann; wie bei AG)
im Unterschied zur AG ist das Stammkapital nicht in Aktien
Gründung GmbH-Gesetz (GmbHG)Eine GmbH kann auch durch eine einzige Person gegründet
Stammkapital beträgt mindestens 25.000 €. Sollen Sacheinlagen geleistet werden, so
sind im Gesellschaftsvertrag (notarielle Beurkundung) der Gegenstand der
Sacheinlage sowie der Betrag der Stammeinlage , auf die sich
die Sacheinlage bezieht, festzustellen.
Achtung: Bitte Vorschriften zur Unternehmergesellschaft (Frage 07) beachten.
Mit der Kapitalaufbringung ist die GmbH errichtet , aber noch nicht gegründet (GmbH i. G.).
Wer die „werdende GmbH“ im Geschäftsverkehr vertritt, haftet
Die Gesellschafter müssen einen (oder mehrere) Geschäftsführer
Firma muss den Zusatz „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“
oder „GmbH“ o. Ä. enthalten.
Organe Gesellschafterversammlung ist das Beschlussorgan; Beschlüsse mit einfacher Mehrheit. Bei Änderung des
Gesellschaftsvertrages ist eine 3/4-Mehrheit erforderlich.
Bestellung/Abberufung von Geschäftsführern (GF)
Weisungsrecht gegenüber GF
Beschluss über Ergebnisverwendung
Geschäftsführung ist das Leitungsorgan und der gesetzliche Vertreter der GmbH.
In einzelnen Fällen ist auch ein
Aufsichtsrat vorgesehen und zwar nach dem Betriebsverfassungsgesetz bei mehr als 500
Geschäftsführung/Vertretung Gesamt geschäftsführung/-vertretung
Haftung Den Gläubigern haftet ausschließlich das Gesellschaftsvermögen. Nur im
Innenverhältnis kann eine Nachschusspflicht vorgesehen sein.
Ergebnisverwendung Die Verwendung eines Jahresüberschusses (Rücklage, Ausschüttung,
Gewinnvortrag) unterliegt dem Beschluss der Gesellschafterversammlung.
Die Gewinnverteilung erfolgt nach dem Anteil der
Verfügung des Registergerichts (Mangel im Gesellschaftervertrag,
Nichteinhalten von Verpflichtungen).
08. Welche Bestimmungen gelten für die Unternehmergesellschaft
(haftungsbeschränkt)?
Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) kurz UG
(haftungsbeschränkt), auch „Mini-GmbH oder „1-Euro-GmbH“ ist keine neue
Rechtsform. Das GmbHG bleibt in vielen Punkten bestehen, erlaubt aber eine GmbH-Variante ohne
Mindeststammkapital und bietet ein Musterprotokoll für die Standard-GmbH-Gründung. Damit soll
die GmbH-Rechtsform attraktiver gemacht und ein Gegengewicht zur englischen Limited
Company (Ltd.) geschaffen
werden. Entfallen ist die Vorschrift, nach der eine deutsche GmbH ihren Sitz nicht im Ausland
Unternehmergesellschaft (UG) ist also
ohne ein Mindeststartkapital möglich: Wird bei der Gründung das Gesellschaftskapital von 25.000 € unterschritten, muss die
Firma den Firmenzusatz „Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)“ führen. 25 %
des Jahresüberschusses müssen jährlich in eine Rücklage eingestellt werden bis das volle
Haftungskapital der GmbH erreicht ist. Für die GmbH mit maximal drei Gesellschaftern und einem
Geschäftsführer gibt es ein gesetzliches Musterprotokoll mit einer Standardlösung und ein
vereinfachtes Gründungsverfahren. Kosten und Zahl der beizubringenden Dokumente sind hierbei
reduziert. Um diese Vereinfachungen nutzen zu können, dürfen an der Standardsatzung keine
Änderungen vorgenommen werden. Auch dieses Musterprotokoll muss notariell beurkundet werden.
Die Gesellschafter werden in Zukunft stärker in die Haftung
genommen. Dies gilt insbesondere für die Einzahlung und den Erhalt des vollen Einlagekapitals.
Die verdeckte Sacheinlage wird zukünftig strenger sanktioniert. Auch die Vorschriften gegen die
missbräuchliche „Bestattung“ der GmbH sind verschärft worden: Die Gesellschafter müssen bei „Führungslosigkeit“
selbst Insolvenzantrag stellen. Die Gesellschafter dürfen für die Dauer des
Insolvenzverfahrens – höchstens für ein Jahr – nicht ihr
Aussonderungsrecht an zum Gebrauch überlassenen Gegenständen geltend machen, wenn diese zur
Betriebsfortführung der GmbH von erheblicher Bedeutung sind.
09. Was sind die charakteristischen Merkmale der Aktiengesellschaft?
AG – Aktiengesellschaft –
Zweck Die AG ist eine
Kapitalgesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit (juristische Person). Die Aktiengesellschaft hat
ein in Aktien (Urkunden) zerlegtes Grundkapital .
Die Aktiengesellschaft ist die typische Rechtsform der Großbetriebe. Für die
Kapitalaufbringung ist die Zerlegung in eine Vielzahl kleiner Anteile mit leichter
Veräußerung und die Börsenzulassung besonders günstig. Die Beschränkung der Haftung
auf das Gesellschaftsvermögen, die eindeutige Trennung von Geschäftsführung und
Beteiligung sowie die gesetzlich erzwungene Transparenz durch umfangreiche
Publizitäts-, Rechnungslegungs- und Prüfungspflichten sind weitere Gesichtslie.
Das Mitbestimmungsrecht ist bei der AG am weitesten entwickelt (vgl. §§ 95 ff.
AktG, MitbestG, MontanMitbestG).
Aktiengesellschaften als Großbetriebe sind in der Industrie, im
Handel, in der Bank- und Versicherungswirtschaft zu finden. Auch bei
Holdinggesellschaften und Betrieben der öffentlichen Hand sind sie anzutreffen. Aber
auch Familienaktiengesellschaften und die seit dem Jahre 1995 zugelassenen
1-Personen-Aktiengesellschaften (§ 2 AktG) nutzen die Vorteile einer
kleinen AG in der Hinsicht, dass die Haftung als „eigener Aktionär“ der
Unternehmung beschränkt und überschaubar bleibt sowie die Leitungsbefugnisse
Gründung Aktiengesetz (AktG)Das Grundkapital ist das in der
Satzung der AG ziffernmäßig festgelegte Geschäftskapital, das durch die Einlagen der
Aktionäre aufgebracht wird. Der Mindestnennbetrag ist Gründungsvoraussetzungen:
Es genügt ein Gründer.
Mindestkapital: 50.000 €.
Der Gründungsvorgang ist stark reglementiert (vgl. §§ 8 f.
Firma muss den Zusatz „Aktiengesellschaft“ oder „AG“
Die Gründer bestellen den Aufsichtsrat, dieser ernennt den Vorstand
(notarielle Beurkundung).
Geschäftsführung/Vertretung Der Vorstand ist Leitungsorgan und gesetzlicher Vertreter (Amtszeit:
Haftung Die AG haftet gegenüber Dritten nur mit dem Gesellschaftsvermögen
(Summe der Aktiva; nicht Grundkapital).
Die Aktionäre der Gesellschaft haften gegenüber Dritten nur mit
dem Nennwert der Aktien (bei Stückaktien nach der Zahl der Aktien).
Nach § 41 Abs. 1 AktG haftet persönlich, wer vor
Eintragung der AG handelt (wie GmbH).
Ergebnisverwendung Bei
Jahresüberschuss: Ausgleich eines Verlustvortrags
vom verbleibenden Rest sind 5 % in die gesetzliche Rücklage
einzustellen (soweit noch erforderlich)
vom dann verbleibenden Betrag: Einstellung in die satzungsmäßigen
über die Verwendung des Bilanzgewinns entscheidet die HV (z. B.
Gewinnrücklage, Dividendenzahlung, Gewinnvortrag).
Jahresfehlbetrag: Ausgleich durch Rücklagen und
ggf. Verlustvortrag.
rechtskräftige Verfügung des Registergerichts.
Eine KGaA ist eine juristische Person, bei der
mindestens ein Gesellschafter unbeschränkt haftet, während die Übrigen, die Kommanditaktionäre, nur an dem in Aktien zerlegten Grundkapital
beteiligt sind. Für die Kommanditgesellschaft auf Aktien gelten weitgehend die Vorschriften des
Aktienrechts.
Die GmbH & Co. KG ist eine Rechtsform der Praxis.
Rechtlich gesehen handelt es sich um
eine Kommanditgesellschaft und somit um eine Personengesellschaft . Der persönlich
haftende Gesellschafter ist jedoch eine GmbH , die
Kommanditisten sind meist natürliche Personen. Die GmbH ist zur Geschäftsführung innerhalb der
KG berechtigt. Sowohl die GmbH als auch die Kommanditisten haften nur bis zur Höhe der Einlagen.
In der GmbH & Co. KG wird die Aufgabe
des persönlich haftenden Gesellschafters von der GmbH übernommen.
flexiblere Eigenkapitalbeschaffung über
Kommanditisten sind nicht zur Vertretung
als Personengesellschaft hat sie einen
Freibetrag bei der Gewerbesteuer.
hoher Aufwand für die Buchführung (für die
KG und die GmbH sind die Bücher zu führen)
Die Kreditwürdigkeit ist eingeschränkt (nur
das Kapital der GmbH und der Kommanditisten).
Gründungskapital von 25.000 €
muss erbracht werden.
GmbH → Körperschaftsteuer;
ausgeschüttete Gewinne an Gesellschafter → Kapitalertragsteuer; daher
12. Was ist eine Doppelgesellschaft?
Eine Doppelgesellschaft entsteht in der Regel dadurch, dass
ein in einer einheitlichen Rechtsform geführtes Unternehmen (z. B. GmbH, KG oder OHG) in
zwei rechtlich selbstständige Unternehmen aufgeteilt wird und dabei die
wirtschaftliche Einheit beibehalten wird (Betriebsaufspaltung; vgl. Frage 17.).
GmbH geführter Betrieb:
Er trägt das unternehmerische Risiko wegen der
Haftungsbegrenzung der GmbH.
Die wesentlichen Teile des Vermögens verbleiben bei
einer Personengesellschaft: OHG oder KG. Dieser Betrieb trägt nur ein geringes
Haftungsrisiko (Abschirmung durch die GmbH).
Typische Gestaltungsformen der Doppelgesellschaft sind:
Besitzpersonengesellschaft +
Betriebskapitalgesellschaft Eigentum am Anlagevermögen
Finanziert das Anlagevermögen
Einnahmen aus Verpachtung des Anlagevermögens
Eigentum am Umlaufvermögen
Beschaffung Produktion, Absatz
Hat klar kalkulierbare Aufwendungen (AfA und Zinsen) sowie
feste Pachteinnahmen.
Trägt das unternehmerische Risiko; die Höhe des Pachtszinses
entscheidet darüber, ob der Gewinn überwiegend bei der Personen- oder der
Kapitalgesellschaft entsteht.
Quelle: in Anlehnung an:
Wöhe, 2013, S. 280 f. Wirtschaftliche
Produktionspersonengesellschaft +
Vertriebskapitalgesellschaft Eigentum am AV, UV
Lieferung an Vertriebsgesellschaft zu festen
kein Eigentum am AV, UV
volles Vertriebsrisiko (Preis, Menge, Forderungsausfälle,
Bei hohem Verrechnungspreis entsteht der Gewinn
überwiegend bei der Produktionspersonengesellschaft und umgekehrt.
13. Was ist eine Partnerschaftsgesellschaft?
Natürliche Personen, die freiberuflich tätig sind und kein
Gewerbe ausüben (Ingenieure, Ärzte, Unternehmensberater, Anwälte u. Ä.), können sich zu
einer Partnerschaft zusammenschließen. Der Gesellschaftsvertrag muss schriftlich geschlossen
werden. Zweck der Zusammenarbeit kann sein: Nutzung gemeinsamer Büroorganisation, Räume,
Kundenbeziehungen, Arbeitsteilung u. Ä. Die Eintragung erfolgt in ein
Partnerschaftsregister bei den Amtsgerichten. Der Name der Partnerschaft besteht aus dem Namen
mindestens eines Partners und dem Zusatz „Partner“ oder „Partnerschaft“.
Außerdem müssen die Berufsbezeichnungen aller Partner aufgeführt werden.
14. Was ist das Wesen einer Genossenschaft?
Genossenschaften sind keine Handelsgesellschaften, da sie
keine Gewinne erzielen, sondern einem bestimmten Personenkreis wirtschaftliche
Vorteile durch gemeinsames Handeln bringen wollen . Sie sind eine
Einrichtung der wirtschaftlichen Selbsthilfe undberuhen auf
einem freiwilligen Zusammenschluss insbesondere von Kaufleuten, Handwerkern, Landwirten,
Mietern, Verbrauchern. Genossenschaften sind im Genossenschaftsregister eingetragen.
15. Was ist ein Verein?
Vereine (§§ 21 – 79 BGB) sind
Personenvereinigungen, die auf eine gewisse Dauer angelegt sind, eine körperschaftliche
Verfassung haben und im Bestand vom Wechsel der Mitglieder unabhängig sind.
Die Bildung eines Vereins unterliegt keinen
Beschränkungen, sofern er keinen verbotenen Zweck verfolgt.
Rechtsfähigkeit kann ein Verein erlangen, wenn
sein Zweck auf einen wirtschaftlichen
Geschäftsbetrieb ausgerichtet ist durch staatliche Verleihung (wirtschaftlicher
durch Eintragung im Vereinsregister
Auf Vereine ohne Rechtsfähigkeit findet weitgehend
das Recht der Gesellschaft des bürgerlichen Rechts Anwendung.
Es muss eine Vereinssatzung geben.
Die Mitgliederversammlung muss einen Vorstand
Für die Schulden haftet nur das Vereinsvermögen; die
Mitglieder haften nicht persönlich.
16. Wie lassen sich die zentralen Unterschiede der Unternehmensformen im
Überblick darstellen?
Einzelunternehmen 1
unbeschränkt mit Privat- und Geschäftsvermögen
GbR mind. 2
Offene Handelsgesellschaft (OHG) mind. 2
unmittelbar unbeschränkt solidarisch
Gewinn nach Vertrag; sonst 4 % der Kapitaleinlage/Rest nach
Köpfen; Verlust solidarisch
alle in gleicher Weise
KG mind. 2 (1 Komplementär; 1 Kommanditist)
Komplementär: Vollhafter; Kommanditist: mit Kapitaleinlage
4 % der Kapitaleinlage/Rest im angemessenem Verhältnis oder nach
Komplementär allein; Kommanditist nur Einsichts- und
AG mind. 1
Gesellschaft mit Vermögen
Gewinnverwendung beschließt die Hauptversammlung; Verluste als Vortrag
gebucht oder aus Rücklagen gedeckt
Vorstand, der vom Aufsichtsrat bestellt wird
GmbH mind. 25.000 €
Gesellschafterversammlung beschließt über Gewinnverwendung; Verluste
als Vortrag gebucht oder aus Rücklagen gedeckt
Geschäftsführer, den die Gesellschafterversammlung einsetzt
Aus ihren Gewinnen muss die UG jedes Jahr 25 % als Rücklage
bilden, solange, bis die 25.000 € Stammkapital erreicht sind. Danach ist
eine Umwandlung in die GmbH möglich.
1 Geschäftsführer; ggf. mehrere
Genossenschaft mind. 3
Genossenschaft mit Vermögen; Status kann Haftsumme festlegen
Generalversammlung beschließt über Gewinnverwendung; Verluste belasten
Vorstand, von der Generalversammlung gewählt
Stille Gesellschaft mind. 2
stiller Gesellschafter: nur mit Einlage
nur Geschäftsinhaber