Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=62%20O%20661/07
Timestamp: 2019-08-24 21:20:32
Document Index: 271737830

Matched Legal Cases: ['§ 280', '§ 134', '§ 31', '§ 254', '§ 280', '§ 31', '§ 134', '§ 134', '§ 134', '§ 134', '§ 114', '§ 134', '§ 134']

LG Würzburg, 31.03.2008 - 62 O 661/07 - dejure.org
https://dejure.org/2008,10526
LG Würzburg, 31.03.2008 - 62 O 661/07 (https://dejure.org/2008,10526)
LG Würzburg, Entscheidung vom 31.03.2008 - 62 O 661/07 (https://dejure.org/2008,10526)
LG Würzburg, Entscheidung vom 31. März 2008 - 62 O 661/07 (https://dejure.org/2008,10526)
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Wertpapierhandel: Vorvertragliche Aufklärungspflichten einer Großbank bei Abschluss eines CMS-spread-ladder-swaps mit einem kommunalen Versorgungsbetrieb; Nichtigkeit eines CMS-spread-ladder-swaps wegen Verstoßes gegen das Spekulationsverbot für Gemeinden
Haftung eines Kreditinstituts wegen unzureichender Aufklärung eines kommunalen Unternehmens bei Zinsswap-Geschäften
Zu Rückabwicklung und Schadensersatz wegen unzureichender Aufklärung vor dem Abschluss von swap-Verträgen mit einem kommunalen Unternehmen
Zulässigkeit des Abschlusses von swap-Verträgen einer Gemeinde mit einer Bank; Begriff des swap-Vertrages; Begriff des spread-ladder-swap Vertrages; Pflicht der Bank zum Schadensersatz wegen fehlender Aufklärung über das Risiko eines swap-ladder-Vertrages; Aufklärungspflichten einer Banküber das Risiko des Abschlusses eines swap-Vertrages; Beweislastverteilung im Rahmen des § 280 Abs. 1 BGB; Aus dem Verfassungsrecht und den Vorschriften der Bayerischen Gemeindeordnung über das kommunale Haushaltsrecht abgeleitete allgemeine Spekulationsverbot als Verbotsgesetz i.S.d. § 134 BGB
WpHG § 31 Abs. 2 Nr. 2; BGB §§ 254, 280 Abs. 1
Haftung für Beratung zu Zinsmanagement
BGB §§ 280, 311; WpHG § 31 Abs. 2
Aufklärung kommunaler Unternehmen beim Erwerb von Swaps
Das Spekulationsverbot stellt jedoch kein Verbotsgesetz im Sinne des § 134 BGB dar; spekulative Swap-Geschäfte einer Gemeinde sind damit grundsätzlich nicht unwirksam (… OLG Naumburg , Urteil vom 24.03.2005, 2 U 111/04, juris-Rn. 58; LG Würzburg , Urteil vom 31.03.2008, 62 O 661/07, juris-Rn. 37).
Dies wäre für die Anwendung des § 134 BGB aber Voraussetzung ( LG Würzburg , Urteil vom 31.03.2008, 62 O 661/07, juris-Rn. 37).
In diesem Rahmen durfte die Beklagte der Stadt den CMS Spread Ladder Swap als anlegergerechtes Instrument zur Schuldensenkung anbieten (so im Ergebnis auch: LG Würzburg , Urteil vom 31.03.2008, 62 O 661/07, juris-Rn. 56).
Der dem LG Würzburg für sein Urteil (vom 31.03.2008, 62 O 661/07) zugrunde liegende Fall unterscheidet sich insoweit von dem vorliegenden Fall offenbar hinsichtlich dieses zweiten Charts, auf den das LG Würzburg jedenfalls nicht eingeht.
Die Ansicht der Klägerin, dieser Hinweis habe gerade den Eindruck eines real begrenzten und beherrschbaren Risikos erweckt, ist in keiner Weise nachvollziehbar (so im Ergebnis auch: LG Würzburg , Urteil vom 31.03.2008, 62 O 661/07, juris-Rn. 53).
Mit der durchgeführten Abwägung der Risiken hat die Stadt auch die Marge der Beklagten in Kauf genommen (so im Ergebnis auch: LG Würzburg , Urteil vom 31.03.2008, 62 O 661/07, juris-Rn. 72).
Das LG Würzburg (WM 2008, 977ff.) ist der Auffassung, dass die Entwicklung der Zinsen und des Spreads in der Vergangenheit ein wesentlicher Faktor für eine langfristige Einschätzung der zukünftigen Entwicklung sei.
Diese Grundsätze lassen sich jedoch bereits dann nicht mehr anwenden, wenn sich ein Träger hoheitlicher Gewalt zulässigerweise privatrechtlicher Handlungsformen bedient (vgl. LG Würzburg ZIP 2008, 1059, 1060 = WM 2008, 977, 979; in diese Richtung auch Forst/Traut DÖV 2010, 210, 211).
Ob aus diesen Grundsätzen ein Spekulationsverbot für Kommunen folgt und ob der Abschluss der Swap-Geschäfte gegen dieses Spekulationsverbot verstieß, kann letztlich dahinstehen, da das Spekulationsverbot jedenfalls kein Verbotsgesetz im Sinne des § 134 BGB darstellt (…OLG Naumburg , Urt. v. 24.03.2005, 2 U 111/04 = ZIP 2005, 1546 = juris-Rz. 58; LG Würzburg , Urt. v. 31. März 2008, 62 O 661/07 = ZIP 2008, 1059 = juris-Rz. 37;… LG Wuppertal, Urt. v. 16. Juli 2008, 3 O 33/08 = ZIP 2008, 2014 = juris Rz. 67).
Das Spekulationsverbot stellt nämlich kein Verbotsgesetz i.S.d. § 134 BGB dar; spekulative Swap-Geschäfte einer Gemeinde sind damit grundsätzlich nicht unwirksam (…OLG Naumburg, Urt. v. 24.3.2005 - 2 U 111/04, ZIP 2005, 1546 = ZBB 2005, 360 (m. Bespr. Heinze, S. 367) , juris Rz. 58, dazu EWiR 2005, 661 (Schwintek) ; LG Würzburg, Urt. v. 31.3.2008 - 62 O 661/07, ZIP 2008, 1059 , juris Rz. 37, dazu EWiR 2008, 391 (Simon) ).
Mit der durchgeführten Abwägung der Risiken hat der Kläger auch die Marge der Beklagten in Kauf genommen (so im Ergebnis auch: LG Würzburg ZIP 2008, 1059 , juris Rz. 72;… LG Wuppertal, Urt. v. 16.7.2008 - 3 O 33/08, bei juris Rz. 141).
(…vgl. OLG Bamberg, aaO; Landgericht Würzburg, Urteil vom 31.03.2008, Az.: 62 O 661/07;… Jahn in Schimansky/Bunte/Lwowski, Bankrechtshandbuch, 2. Aufl., § 114 Rn. 127).
Ob aus diesen Grundsätzen ein Spekulationsverbot für Kommunen folgt und ob der Abschluss der Swapgeschäfte gegen dieses Spekulationsverbot verstieß, kann letztlich dahinstehen, da das Spekulationsverbot jedenfalls kein Verbotsgesetz im Sinne des § 134 BGB darstellt (vgl. OLG Naumburg…, Urteil vom 24. März 2005 - 2 U 111/04 = ZIP 2005, 1546 = juris Rz. 58; LG Würzburg , Urteil vom 31. März 2008 - 62 O 661/07 = ZIP 2008, 1059 = juris Rz. 37; LG Wuppertal…, Urteil vom 16. Juli 2008, 3 O 33/08 = ZIP 2008, 2014 = juris Rz. 67; OLG Frankfurt…, Urteil vom 4. August 2010 - 23 U 230/08 = juris Rz. 37).
Ob aus diesen Grundsätzen ein Spekulationsverbot für Kommunen folgt und ob der Abschluss der Swapgeschäfte gegen dieses Spekulationsverbot verstieß, kann letztlich dahinstehen, da das Spekulationsverbot jedenfalls kein Verbotsgesetz im Sinne des § 134 BGB darstellt (…vgl. OLG Naumburg , Urteil vom 24. März 2005 - 2 U 111/04, bei juris Rn. 58; LG Würzburg, Urteil vom 31. März 2008 - 62 O 661/07, bei juris Rn. 37; LG Wuppertal…, Urteil vom 16. Juli 2008 - 3 O 33/08, bei juris Rn. 67; OLG Frankfurt…, Urteil vom 4. August 2010 - 23 U 230/08., bei juris Rn. 37).