Source: https://www.haufe.de/thema/reverse-charge-verfahren/
Timestamp: 2018-09-25 20:56:05
Document Index: 69605462

Matched Legal Cases: ['§ 13', '§ 13', '§ 17', '§ 27', '§ 176', '§ 13', '§ 26']

Das Reverse-Charge-Verfahren (Umkehrung der Steuerschuldnerschaft oder auch Abzugsverfahren) ist eine Sonderregelung bei der Umsatzsteuer. Nach diesem Spezialfall muss der Leistungsempfänger (Kunde) und nicht der leistende Unternehmer die Umsatzsteuer entrichten.
In Folge des Reverse-Charge-Verfahrens darf der leistende Unternehmer dem Leistungsempfänger nur das Nettoentgelt in Rechnung stellen. Daraus entsteht für den Kunden in der Folge eine Umsatzsteuerschuld gegenüber dem Finanzamt. Ist der Leistungsempfänger vorsteuerabzugsberechtigt, kann er den Betrag aber auch selbst wieder als Vorsteuer geltend machen.
Vorteile des Abzugsverfahrens
Das Reverse-Charge-Verfahren birgt enormes Vereinfachungspotential, da der leistende Unternehmer den Vorgang nun nicht mehr gesondert beim Finanzamt angeben muss. Besonders bei grenzübergreifenden Transaktionen findet das Verfahren Anwendung, da hier der Kontakt mit dem deutschen Finanzamt für den ausländischen leistenden Unternehmer entfällt.
Der konkrete Vorteil für den leistungsempfangenden Unternehmer ist, dass er nach dem Reverse-Charge-Verfahren zwar die Umsatzsteuer für den jeweiligen Erwerb tragen muss, aber gleichzeitig selbige in gleicher Höhe über den Vorsteuerabzug geltend machen kann. Die dadurch entstehende Vereinfachung ist nicht nur eine Entlastung für den Unternehmer, sie beugt auch Betrug vor. Der sogenannte Karussellbetrug ist auf diese Weise leicht zu verhindern.
Das FG Baden-Württemberg hat entschieden, dass das Finanzamt Erstattungszinsen zu Gunsten eines Bauträgers festsetzen muss, wenn zu Unrecht Umsatzsteuer für die Eingangsleistungen des Bauträgers erhoben wurde.mehr
Erstattungszinsen nach rechtswidriger Umsatzsteuerfestsetzung gem. § 13b UStG
News 03.04.2018 FG Kommentierung
Das FG Baden-Württemberg hat entschieden, dass eine Umsatzsteuerfestsetzung zu ändern ist, wenn eine Bauträgerin nicht nach § 13b UStG die Umsatzsteuer schuldet. Doch wie sind Erstattungszinsen zu berechnen?mehr
Begehrt ein Werkunternehmer eine Änderung seiner Umsatzsteuerbescheide wegen der "Bauträger-Rechtsprechung", steht dem § 17 UStG nicht entgegen.mehr
News 31.07.2017 FG Kommentierung
News 23.12.2016 BMF Kommentierung
Download 20.07.2016
Grenzüberschreitend ausgeführte Leistungen stellen umsatzsteuerrechtlich an den leistenden Unternehmer, aber auch an den Leistungsempfänger, besondere Anforderungen. Fehler bei der Bestimmung des Leistungsorts und/oder des Steuerschuldners können für beide Vertragsparteien nachteilige Steuerfolgen haben. Steuerberater Prof. Radeisen zeigt in seinen Praxisfällen, wie die kombinierte Prüfung des Leistungsorts und der Steuerschuldnerschaft bei grenzüberschreitend ausgeführten Leistungen funktioniert.mehr
News 15.04.2016 FG Pressemitteilung
Der 15. Senat des FG Münster hat entschieden, dass in sog. Bauträger-Fällen einer Inanspruchnahme des Bauleistenden keine Vertrauensschutzgesichtspunkte entgegenstehen, wenn im Ergebnis eine finanzielle Belastung des Bauleistenden durch Abtretung des Umsatzsteuernachforderungsanspruchs gegen den Bauträger an das Finanzamt ausgeschlossen werden kann.mehr
Die Regelung des § 27 Abs. 19 UStG verstößt nicht gegen das Rückwirkungsverbot. Zu diesem Ergebnis kam das Niedersächsische FG in einem aktuellen Urteil. Es war die erste Hauptsache-Entscheidung zu den sog. Bauträgerfällen.mehr
Nachträglich in Anspruch genommene Bauunternehmen können sich nicht auf die Vertrauensschutzregelung des § 176 Abs. 2 AO berufen und müssen sich ggf. auf die gesetzlich vorgesehene Abtretungsmöglichkeit einlassen.mehr
News 06.10.2015 FG Pressemitteilung
Das FG Düsseldorf hat den Antrag eines Bauunternehmens auf Gewährung einstweiligen Rechtsschutzes im Zusammenhang mit der Nachbelastung von Umsatzsteuer im sog. Reverse-Charge-Verfahren abgelehnt.mehr
Kein vorläufiger Steuerrechtsschutz bei Bauträgerfällen
News 02.10.2015 FG Pressemitteilung
Der 9. Senat des FG Köln hat vorläufigen Rechtsschutz im Zusammenhang mit der Nachbelastung von Umsatzsteuer bei der Rückabwicklung des Reverse-Charge-Verfahrens in den sog. Bauträgerfällen abgelehnt.mehr
Nimmt Chile am Reverse-Charge-Verfahren teil?
News 23.09.2015 Aus der Praxis – für die Praxis
Unter der Rubrik „Aus der Praxis für die Praxis“ greifen wir Kundenanfragen auf, die ein Fachautor für uns beantwortet. Heute eine Frage zum Reverse-Charge-Verfahren.mehr
News 02.09.2015 FG Pressemitteilung
Reverse Charge bei Betriebsvorrichtungen
News 04.08.2015 BMF Kommentierung
Nachdem der BFH entschieden hatte, dass Betriebsvorrichtungen keine Bauwerke i. S. d. § 13b Abs. 2 Nr. 4 UStG sind und deshalb im Zusammenhang mit Arbeiten an solchen Betriebsvorrichtungen die Steuerschuldnerschaft nicht auf den Leistungsempfänger übergehen kann, hat die Finanzverwaltung jetzt mit einem Nichtanwendungserlass auf dieses Urteil reagiert.mehr
News 25.06.2015 FG Kommentierung
Kein Reverse Charge bei Beförderungseinzelbesteuerung
News 13.05.2015 FG Kommentierung
Bei Anmietung von Bussen mit Fahrern von ausländischen Unternehmern für längerfristige Inlandstourneen kommt bereits bei einmaliger Überquerung der Grenze vom Inland zum Drittlandsgebiet keine Anwendung des Reverse-Charge-Verfahrens in Betracht.mehr
Top-Thema 02.10.2014 Gesetzliche Änderungen durch das "Kroatiengesetz"
News 02.10.2014 BMF
News 29.09.2014 BMF
News 18.09.2014 Umsatzsteuer
Zum 1.10.2014 wurden die Anwendungsfälle für die Übertragung der Steuerschuldnerschaft auf den Leistungsempfänger (Reverse-Charge-Verfahren) erneut ausgeweitet. Neben Tablet-Computern und Spielekonsolen unterliegt dann auch die Lieferung von edlen und unedlen Metallen dem Reverse-Charge-Verfahren. Die Regelung führt zu Abgrenzungs­schwierigkeiten, die jeder Unternehmer beachten sollte.mehr
News 13.05.2014 BMF Kommentierung
News 09.04.2014 FG Kommentierung
Gewerbliche eBay-Mitglieder erhalten von eBay eine Rechnung über Gebühren ohne Umsatzsteuer, private Mitglieder dagegen eine Rechnung mit 15% Umsatzsteuer. Das hört sich erst einmal kurios an, hat aber seine Richtigkeit. Gewerbliche eBay-Mitglieder müssen nur wissen, wie sie damit umzugehen haben.mehr
Schwarz/Widmann/Radeisen, U... / 1.2 Der Gesetzeszweck des § 26c UStG
Schwarz/Widmann/Radeisen, U... / 4.3.1 Allgemeines