Source: https://home.kpmg.com/at/de/home/insights/2017/10/wegfall-der-unversteuerten-ruecklagen-im-ugb.html
Timestamp: 2018-11-17 18:57:15
Document Index: 265309368

Matched Legal Cases: ['§ 205', '§ 8', '§ 12', '§ 13', '§ 124', '§ 205', '§ 6']

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Tax News: Wegfall der unversteuerten Rücklagen im UGB – Vermeidung der sofortigen Nachversteuerung erfordert steuerliche Dokumentation
Rücklagen im UGB
Unternehmensrechtlich sind für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2015 beginnen, die Bestimmungen für unversteuerten Rücklagen gemäß § 205 UGB weggefallen. Diese sind daher nicht mehr auszuweisen, sondern grundsätzlich in die Gewinnrücklagen (gegebenenfalls teilweise auch latente Steuern) einzustellen. Um eine sofortige Besteuerung der unversteuerten Rücklagen (bei Stichtag 31.12. in der Veranlagung 2016) zu vermeiden, ist eine entsprechende steuerliche Dokumentation notwendig.
Wegfall der unversteuerten Rücklagen im UGB
Mit dem Rechnungslegungsänderungsgesetz 2014 (RÄG 2014, BGBl I 22/2015) wurde der Ausweis unversteuerter Rücklagen abgeschafft. Im Jahresabschluss zum 31.12.2016 sind somit keine unversteuerten Rücklagen mehr enthalten. Bestehende unversteuerte Rücklagen sind nunmehr Teil der Gewinnrücklagen, soweit nicht darin enthaltene passive latente Steuern den Rückstellungen zuzuführen sind.
Steuerlich sollen sich daraus keine wesentlichen Änderungen ergeben. Regelungen, die heute noch zu unversteuerten Rücklagen führen konnten – § 8 Abs 2 EStG (AfA für Denkmalpflege), § 12 EStG (Übertragung stiller Reserven) und § 13 EStG (GWG) –, sind vom unternehmensrechtlichen Jahresabschluss losgelöst worden und erfordern nunmehr einen Ausweis im Anlageverzeichnis oder eine sonstige Evidenzhaltung.
Übergangsregelung: Wahlrecht der Beibehaltung
Hinsichtlich bereits bestehender unversteuerter Rücklagen enthält § 124b Z 271 EStG eine Übergangsregelung: Bestehende unversteuerte Rücklagen (einschließlich Bewertungsreserven) können unabhängig vom unternehmensrechtlichen Jahresabschluss als steuerliche Rücklagen weitergeführt werden; auf diese sind § 205 UGB und § 6 Z 13 erster Satz EStG, jeweils idF vor RÄG 2014, sinngemäß weiter anzuwenden. Hieraus ergibt sich ein Wahlrecht, die bisherigen unversteuerten Rücklagen einer sofortigen Besteuerung zu unterziehen (zB für Zwecke der Verrechnung mit Verlusten im Jahr 2016) oder diese für steuerliche Zwecke weiterzuführen (also nicht sofort nachzuversteuern) und entsprechend der bisherigen Rechtslage zu behandeln.
Um eine sofortige Besteuerung der unversteuerten Rücklagen zu vermeiden, ist eine Evidenzhaltung und Dokumentation erforderlich, dass eine Weiterführung als steuerliche Rücklagen erfolgen soll. Bei einem Regelwirtschaftsjahr 31.12. sollte dies in einer Beilage zur Einkommen-/Körperschaftsteuererklärung 2016 erfolgen, bei abweichendem Wirtschaftsjahr zur Steuererklärung 2017 (Rücklagenspiegel). Werden die unversteuerten Rücklagen für steuerliche Zwecke weitergeführt, müssen die steuerlichen Rücklagen sowie deren Auflösung durch Mehr-Weniger-Rechnung (bei Stichtag 31.12. in der Regel ebenfalls erstmals in der Steuererklärung 2016) berücksichtigt werden.