Source: https://www.ihk-muenchen.de/de/Service/Recht-und-Steuern/Datenschutz/Die-EU-Datenschutz-Grundverordnung/DSGVO-im-Online-Marketing/
Timestamp: 2019-05-19 16:34:22
Document Index: 280526793

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'Art. 44', 'Art. 6', 'Art. 13', 'Art. 6', '§ 7', 'Art. 13', 'Art. 13', 'Art. 14', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 5', 'Art. 9', 'Art. 9', '§ 15', '§ 15']

DSGVO im Online Marketing | IHK München
Datenschutz im Online Marketing – so wirkt ‎die DSGVO
DSGVO: Nötige Änderungen und Optimierungen in Ihrem Online Marketing
Schritt 1: Welche personenbezogenen Daten werden erhoben?
Schritt 2: Die Rechtsgrundlagen der Datenverarbeitung prüfen
Schritt 3: Rechtsgrundlage zur Datenweitergabe überprüfen
Schritt 4: Die Datenschutzerklärung und Einwilligungstexte anpassen
Schritt 5: Auf kommende Anfragen und Widersprüche vorbereiten
Tipps der IHK München zu verschiedenen Online Marketing Aktivitäten
SEA: Adwords & Remarketing
Tracking mit Google Analytics & Matomo
Cookies und Cookie Hinweise
FAQ zum Online Marketing und der DSGVO
Nötige Änderungen und Optimierungen in Ihrem Online Marketing
Mit Ablauf der Übergangsfrist für die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) am 25. Mai 2018 gilt es, im Bereich des Online Marketings einige Neuerungen zu beachten und umzusetzen. Das Selbstbestimmungsrecht über die eigenen Daten ist Schutzziel der DSGVO. Als personenbezogene Daten gelten alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen. Bei Verstößen gegen das Recht drohen Bußgelder, im Extremfall sind Forderungen in Millionenhöhe möglich. Mit den folgenden fünf Schritten verschaffen Sie sich einen ersten wichtigen Überblick über nötige Änderungen und Optimierungen im Bereich Ihres Online Marketings.
Hinweis: Die im Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten enthaltenen Beschreibungen der Verarbeitungsprozesse können für die Erstellung einer derartigen Übersicht und der Beantwortung der nachfolgenden Fragen verwendet werden.
Unternehmen sollten sich zuerst eine Übersicht über sämtliche verwendeten personenbezogenen Daten erarbeiten. Bei welchen Prozessen im Online Marketing kommt es zur Erhebung und Verarbeitung personenbezogener Daten? Woher kommen diese Informationen und an wen erfolgt die Weitergabe? Welche Tools sind im Einsatz?
Im Anschluss müssen Sie die geltende Rechtsgrundlage für jeden relevanten Vorgang im Online Marketing überprüfen. Haben die Besucher den Prozessen explizit zugestimmt?
Hinweis: Bereits eingeholte Einwilligungen bleiben nur gültig, wenn diese den bisherigen Regelungen entsprochen haben (z. B. Widerrufsbelehrung samt Hinweis auf eine jederzeitige Widerrufbarkeit enthalten haben) und unverändert geblieben sind. Wurden diese auf Grundlage des BDSG und TMG erbracht, müssen Sie in der Regel keine neue Einwilligung einholen.
Die Verarbeitung personenbezogener Daten zum Zwecke der Direktwerbung kann auf die Rechtsgrundlage „berechtigtes Interesse (Art. 6 Abs. 1 f DSGVO)“ gestützt werden. Hierbei muss eine Interessenabwägung erfolgen. Zu den berechtigten Interessen der Datenverarbeitung gehören Punkte wie die Steigerung der Usability und die Optimierung der eigenen Angebote ebenso wie ein legitimes Interesse eines Unternehmens an der Eigenwerbung für Eigenprodukte (allgemeine Rechtsvorgaben und Ausnahmen siehe generelle hinweise im Kapitel SEA: Adwords & Remarketing)
Geben Sie die erhobenen Daten für das Online Marketing an einen Online-Marketing-Dienstleister weiter, müssen Sie mit dem Anbieter vorab einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung abschließen. Hat der Dienstleister seinen Sitz außerhalb der EU bzw. des EWR, sind zusätzliche Garantien notwendig, die ein angemessenes Datenschutzniveau im Drittland gewährleisten. Zu diesen Garantien (Art. 44 ff. DSGVO) gehören u. a. das EU-US-Privacy Shield, die EU-Standardvertrags-klauseln sowie eine Einwilligung, die ausdrücklich eine Datenübermittlung in ein Drittland umfasst.
Die DSGVO erhöht die Transparenz- und Informationspflicht gegenüber betroffenen Nutzern. Daher müssen Sie die Datenschutzerklärung auf der Website und die Einwilligungstexte zur Datenverarbeitung anpassen. Eine gute Orientierung liefern die Artikel 12 bis 14 der DSGVO. Sie müssen Informationen u. a. zur Rechtsgrundlage, zur Interessenabwägung und den Abwägungsgründen, zur Aufbewahrungsfrist für persönliche Daten und zu den Rechten der Seitenbesucher auf der Website hinterlegen, falls Sie ein Produkt oder eine Dienstleistung online anbieten.
Prüfen Sie anhand der IHK-Checkliste Datenschutzerklärung, ob Sie alle Pflichtangaben bei den Beschreibungen der einzelnen Verarbeitungsschritte aufgeführt haben.
Bei der Formulierung der einzelnen Textbausteine können Sie Datenschutz-Generatoren verwenden. Diese fragen strukturiert einzelne Datenverarbeitungstätigkeiten (z. B. Kontaktformular, Tracking-Tools, Newsletter-Abo, Social Plugins) ab und liefern kostenlos entsprechende Textbausteine.
Wenn Ihr Unternehmen personenbezogene Daten verarbeitet, gelten jetzt umfangreichere Dokumentations- und Rechenschaftspflichten. Die Marketingabteilung sollte auf Anfragen über Einzelheiten der Datenverarbeitung vorbereitet sein. Zudem müssen Sie sicherstellen, dass das Widerrufs- bzw. Widerspruchsrecht umgesetzt werden kann.
Ein Widerrufsrecht gilt bei Einwilligungen. Einer Marketingmaßnahme, die auf der Rechtsgrundlage „berechtigtes Interesse“ beruht, kann jederzeit unter Angabe von Gründen widersprochen werden.
Legen Sie in Ihrem Unternehmen fest, wer befugt und zuständig ist, von Betroffenen ausgeübte Rechte zu bearbeiten.
Damit Ihre Aktivitäten im Online Marketing den Bestimmungen der DSGVO entsprechen, müssen Sie einige Regeln beachten. Die folgenden Informationen helfen bei der rechtskonformen Umsetzung typischer Prozesse im Online Marketing. Zudem gibt es wettbewerbsrechtliche Spielregeln, die eingehalten werden müssen.
Das E-Mail Marketing mit Newslettern gehört auch in Zeiten von Social Media zu den wichtigen Marketing-Kanälen. Die werbliche Nutzung persönlicher Daten war bisher durch das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) geregelt. Jetzt gilt neben dem UWG die DSGVO, sehr viel ändert sich dabei nicht.
Die Regeln zur rechtswirksamen Einwilligung in das Newsletter-Marketing überschneiden sich überwiegend mit den geltenden Regelungen. Nur das Simplizitätsgebot ist neu und dieses ist beim Newsletter-Marketing bereits der Standard. In der Folge müssen Sie in der Regel keine neue Einwilligung einholen, falls Sie diese zuvor den Bestimmungen nach BDSG und TMG entsprechend eingeholt haben.
Neu ist, dass die DSGVO die Nutzung von E-Mail-Adressen von Bestandskunden für die Eigenwerbung von Produkten und Dienstleistungen erlaubt, wenn das Unternehmen den Kunden vorab entsprechend informiert und dieser nicht widersprochen hat. Rechtsgrundlage ist das berechtigte Interesse (Art. 6 Abs. 1 f DSGVO) unter Beachtung der allgemeinen Rechtsgrundsätze „faire Verfahrensweise“ und „angemessener Verwendungszweck“(siehe unten). Die Einholung einer Einwilligung ist in diesem Fall nicht erforderlich.
Hinweis: Die Deutsche Datenschutzkonferenz (DSK) hat in ihrem Positionspapier „Orientierungshilfe der Aufsichtsbehörden zur Verarbeitung von personenbezogenen Daten für Zwecke der Direktwerbung unter Geltung der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO)“ Folgendes zur Nutzung der E-Mail-Adressen von Bestandskunden festgelegt:
„E-Mail-Adressen, die unmittelbar von den betroffenen Personen im Rahmen einer Geschäftsbeziehung (Bestandskunden) erhoben wurden, können grundsätzlich für E-Mail-Werbung genutzt werden, wenn dieser Zweck der E-Mail-Werbung entsprechend Art. 13 Abs. 1 lit c DS-GVO den betroffenen Personen bei der Datenerhebung transparent dargelegt worden ist. Überwiegende schutzwürdige Interessen der betroffenen Person nach Art. 6 Abs. 1 Satz 1 lit. f DS-GVO sind insbesondere dann nicht gegeben, wenn die in § 7 Abs. 3 UWG enthaltenen Vorgaben für elektronische Werbung eingehalten werden.“
Die Informationspflichten nach DSGVO
Die Einwilligung oder die Direktwerbung als Datensverarbeitung im berechtigten Interesse reichen allerdings nicht aus, um die rechtlichen Anforderungen der DSGVO vollständig umzusetzen. Zusätzlich müssen Sie Informationshinweise (Art. 13, 14 DSGVO) erstellen, in denen Sie über die Erhebung und Verarbeitung der Daten informieren Art. 13 und Art. 14 DSGVO legen den Inhalt dieser Informationspflichten fest, besonders wichtig sind:
Ausführliche Informationen zum Zweck der personenbezogenen Datenverarbeitung.
Die Nennung der geltenden Rechtsgrundlage, für das E-Mail Marketing müssen Sie Art. 6 Abs. 1 a (Einwilligung) oder Art. 6 Abs. 1 f DSGVO nennen.
Die Information bezüglich der Dauer der Speicherung personenbezogener Daten (Aufbewahrungsfrist)
Belehrung über Betroffenenrechte: Hierzu gehört auch die Belehrung der Seitenbesucher über das Recht, die gegebene Einwilligung in die Datenverarbeitung jederzeit zu widerrufen.
Wie sieht die rechtskonforme Einwilligung zum Newsletter Marketing aus?
Für die Sammlung von E-Mail Adressen ist nur das Double-Opt-in-Verfahren zulässig. Dabei tragen Besucher der Website zuerst ihre E-Mail Adresse in einem Feld zur Newsletter-Anmeldung ein und erhalten dann eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst durch Klicken auf den Bestätigungslink gilt die Einwilligung als rechtskonform erteilt.
Wichtig: Protokollieren Sie die Registrierung, Sie müssen den Zeitpunkt der Zustimmung später nachweisen können. Beim Anmeldeformular darf es keine vorausgewählten Checkboxen geben, die der Anwender aktiv entfernen muss.
Was passiert mit alten Kontakten?
Haben Sie die gesammelten E-Mail Adressen über das Opt-in-Verfahren generiert und können Sie den Zeitpunkt nachweisen, ist die weitere Nutzung erlaubt. Wenn es keine eindeutige Zustimmung durch den Anwender gibt, müssen Sie eine neue Erlaubnis einholen und dürfen Ihre Newsletter erst dann verschicken.
SEA (Search Engine Advertising) ist Suchmaschinenwerbung, hier geht alles um die richtige Zielgruppe. Strittig ist, ob in Zeiten der DSGVO Suchmaschinenwerbung nur noch auf eine Einwilligung oder – wie bisher - auch auf die Rechtsgrundlagen „berechtigtes Interesse“ oder „Vertrag“ gestützt werden können. Die Datenschutzaufsichtsbehörden vertreten die Auffassung, dass alle Informationen, mit denen sich eine Person im Internet eindeutig identifizieren lässt (siehe FAQ), nur mit expliziter Einwilligung dieser Person weiterbenutzt werden dürfen. Jeder Anwender hat das Recht auf transparente Auskunft und Löschung der eigenen Daten.
Marketing im Internet basiert auf der Erhebung von IP-Adressen und der Nutzung von Cookies. Das wird besonders beim Remarketing deutlich: Hat sich jemand beim Surfen im Internet ausführlich bezüglich eines bestimmten Produkts informiert, sieht die Person in der Folge für viele Tage Werbeanzeigen zum Produkt.
SEA nutzen und die Regeln der DSGVO einhalten
Wer interessiert sich für was? Die richtige Zielgruppe für ein Produkt lässt sich nur mit Kenntnis über die Interessen der Personen ansprechen. Unternehmen erhöhen mit personalisierter Werbung die Conversionsrate, im Idealfall sehen Personen beim Surfen im Internet Werbeanzeigen, die sich an den aktuellen Wünschen orientieren. Das Ziel: Die richtigen Produkte und Dienstleistungen den richtigen potenziellen Kunden zum richtigen Zeitpunkt anzeigen. Als Rechtsgrundlage bietet die DSGVO neben einer Einwilligung hier auch die Rechtsgrundlage „berechtigten Interesse (Verarbeitung von Daten zur Direktwerbung)“ an. Zu diesem berechtigten Interesse zählt auch Eigenwerbung, wobei Werbeinteresse und Datenschutzrechte abzuwägen sind.
Beachten Sie bei der Interessenabwägung auch die allgemeinen Grundsätze aus Art. 5 Abs. 1 DS-GVO, also insbesondere:
Angemessenheit des Verarbeitungszwecks
Werbliche Nutzung besonderer Datenkategorien:
Beruht eine Werbung auf der Verarbeitung sog. „besonderer Kategorien personenbezogener Daten“ (Art. 9 DS-GVO), so ist hierfür eine ausdrückliche Einwilligung der betroffenen Person erforderlich. Art. 9 DSGVO bestimmt, in welchen Fällen besondere Datenkategorien ausnahmsweise verarbeitet werden dürfen. Er enthält keine Befugnisnorm, dass besondere Kategorien personenbezogener Daten für Zwecke der Werbung verarbeitet werden dürfen. Somit ist die Verarbeitung für Werbezwecke nur zulässig, wenn der Betroffene hierin ausdrücklich eingewilligt hat.
Zu den besonderen Kategorien personenbezogener Daten gehören auch Gesundheitsdaten. Daher haben z. B. Unternehmen und Berufe des Gesundheitswesens (Apotheken, Sanitätshäuser, Optiker, Orthopäden usw.) dies zu beachten.
Für Werbetreibende gilt: Die gesetzlichen Vorgaben zur Datenverarbeitung betreffen Websiten, die personenbezogene Daten erheben und verarbeiten. Es gilt für Websiten, auf denen die Werbung angezeigt wird und somit für Adsense-Kunden. Werbetreibende müssen keine Maßnahmen treffen, wenn sie keine Daten erheben.
Für Werbende gilt: Wer auf seiner Internetseite Werbung schaltet und dafür zum Beispiel das Angebot von Google Adsense nutzt, muss sich um das Einverständnis der Besucher kümmern. Es muss eine Möglichkeit zum Widerspruch der Datennutzung für Werbezwecke gegeben sein und die Nutzer müssen darüber informiert werden, dass sie Informationen wie Interessen und den Standort freiwillig für Werbezwecke offen legen. Google will alternativ unpersonalisierte Werbung anbieten, deren Zielgruppenspezifikation ‎eventuell ungenauer sein könnte als die der personalisierten Werbung.
Betreiber von Websiten haben ein berechtigtes Interesse daran, mehr über die Besucher der Website zu erfahren. Im Bereich des Online Marketings sind die Programme von Google führend, zur Analyse des Traffics nutzen zahlreiche Webadministratoren das Angebot von Google Analytics. Eine beliebte Alternative ist Matomo (ehemals Piwik).
Was ist das Problem beim Tracking?
Die Erfassung von IP-Adressen dient der Identifizierung von Anwendern. Mithilfe der Adresse lässt sich eine Person identifizieren und das Surfverhalten innerhalb einer Website und darüber hinaus verfolgen. IP-Adressen gelten als personenbezogene Daten, weshalb bei der Verarbeitung die Datenschutzgesetze zu beachten sind.
Wie lässt sich das Tracking DSGVO-konform nutzen?
Für die datenschutzkonforme Nutzung von Diensten wie Google Analytics und Matomo müssen Sie die zusätzliche Anonymisierungsoption setzen. Zudem müssen die Besucher das Tracking deaktivieren können, dafür bedarf es einer Opt-out-Schaltfläche. Außerdem gehört ein entsprechender Hinweis in die Datenschutzerklärung. Sofern ein Tracking-Dienstleister (wie z. B. Google) die Tracking-Daten auf seinen Servern verarbeitet, ist mit diesem ein Auftragsdatenverarbeitungsvertrag abzuschließen.
Matomo bietet einen Kompromiss zwischen dem Mehrwert der Analysedaten und den Aspekten des Datenschutzes. Anders als bei Google Analytics können Sie Matomo auf ihrem Webserver aufsetzen, die Daten werden dann nicht an Dritte weitergegeben. Für die Anonymisierung der IP-Adressen genügt ein Klick in den Einstellungen.
Wann ist ein Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung (AV-Vertrag) notwendig?
Ob ein AV-Vertrag erforderlich ist, hängt vom Ort der Datenerfassung und -verarbeitung ab. Wird Matomo auf einem eigenen Webserver installiert, muss kein AV-Vertrag mit Matomo geschlossen werden. Erfolgt die Nutzung per Cloud-Hosting, befinden sich die Nutzerdaten auf den Servern von Matomo und ein Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung muss abgeschlossen werden. Bei Google Analytics landen die gesammelten Daten immer auf den Google-Servern, weshalb grundsätzlich ein AV-Vertrag notwendig ist.
Aktivitäten im Bereich Social Media für das Online Marketing von Unternehmen sind von großer Bedeutung. Auf den Einsatz der Schaltflächen von Facebook, Twitter und Co. möchte kaum jemand verzichten. Mit der Verwendung der Social Media Plugins auf den eigenen Webseiten erweitern Sie Reichweite und Traffic auf einfache Weise.
Was stört Datenschützer an den Social Media Plugins?
Social Media Plugins funktionieren prinzipiell gleich: Sobald eine Internetseite mit integriertem Plugin lädt, findet eine Erhebung personenbezogener Daten in Form der IP-Adresse statt, die zur Erstellung von Persönlichkeitsprofilen verwendet werden kann. Sind die Plugins in der Standard-Konfiguration eingebunden, erfolgt stets eine Datenerfassung, ohne dass zuvor auf die Schaltfläche geklickt wird. Seitenbesucher müssen nicht beim Anbieter eingeloggt oder registriert sein. Der Besucher der Website weiß nichts von der im Hintergrund erfolgenden Erfassung seiner Daten. Dieses Vorgehen ist nach den Bestimmungen der DSGVO unzulässig. Für die Plugins gilt ein Verbot mit Erlaubnisvorbehalt – die Besucher müssen der Funktion zustimmen.
Wie werden Social Media Plugins im Online Marketing nach Regeln der DSGVO eingesetzt?
Damit Sie Social Media Plugins für das Online Marketing auf Ihren Internetseiten einsetzen können, gibt es zwei Möglichkeiten, welche die Datenschutzaufsichtsbehörden derzeit nicht monieren: die 2-Klick-Lösung und die Shariff-Lösung.
Wenn Sie die 2-Klick-Variante verwenden, sind die Plugins beim Laden der Webseite deaktiviert und haben keine Funktion. Erst durch einen Klick auf ein entsprechendes Symbol lassen sich diese aktivieren, mit dem Klick gibt der Anwender seine Einwilligung zur Erhebung bezogener Daten. Der Betreiber der Webseite muss diese Einwilligung nachweisen können und ist daher zur Protokollierung verpflichtet. Das Double Opt-In-Verfahren ist dafür der sichere Weg, das auch bei der Anmeldung zu einem Newsletter zum Einsatz kommt. Die Shariff-Lösung ist die Weiterentwicklung des 2-Klick-Verfahrens. Bei der Shariff-Lösung wird die IP-Adresse des Servers übertragen, auf dem die Webseite gehostet ist. Die IP-Adresse der Seitenbesucher wird nicht übermittelt und es findet kein Austausch personenbezogener Informationen statt.
Cookies sind kleine Dateien, in denen Daten über den Nutzer auf einem lokalen Medium gespeichert werden. Mithilfe der Cookies lässt sich der Anwender eindeutig identifizieren und sein Surfverhalten nachvollziehen. Im Bereich des Online Marketings verlieren Cookies zunehmend an Bedeutung, da verschiedene Faktoren die Fähigkeit zur Datenerfassung mehr und mehr einschränken. Die noch zu verabschiedende E-Privacy-Verordnung wird den Einsatz von Cookies neu regeln. Das Gesetzgebungsvorhaben zählt zu den umstrittensten, so dass mit einer zeitnahen Verabschiedung nicht zu rechnen ist.
Was minimiert den Nutzen der Cookies für das Online Marketing?
Nutzer möchten anonymer im Internet surfen. Viele Browser integrieren daher heute Ad-Blocker mit Cookie-Blocker. Der Weg durch das Internet und von Produkt zu Produkt lässt sich dann nicht mehr nachverfolgen. Zudem löschen einige Nutzer Cookies regelmäßig oder installieren andere Programme, die Cookies von Online-Werbung blockieren.
Worauf ist bei der Verwendung von Cookies zu achten?
Aufgrund der Vorschriften in der EU müssen Websiten auf die Verwendung hinweisen und die Zustimmung für die Nutzung einholen – was viele Nutzer stört. Die Bundesregierung vertritt den Standpunkt, dass sie die „Cookie-Richtlinie“ der EU in Deutschland über die Regelung des § 15 Abs. 3 Telemediengesetz (TMG) ausreichend umgesetzt hat. Die Cookie-Richtlinie schreibt eine Einwilligung vor, um Cookies verarbeiten zu dürfen. § 15 Abs. 3 TMG geht von einer Widerspruchslösung aus und sieht wie folgt aus: Der Seitenbetreiber muss Nutzer ausreichend unterrichten und auf das Widerspruchsrecht hinweisen. Die DSGVO klärt die Frage der Cookies nicht eindeutig. Eine Klärung wird durch die ePrivacy-Verordnung erfolgen. Kommen Cookies auf einer Webseite zum Einsatz, müssen die Rechtsgrundlagen für das Verwenden von Cookies, die Verarbeitungszwecke, die Aufbewahrungsdauer, die Möglichkeit zum Widerspruch und die Folgen eines Widerspruchs in der Datenschutzerklärung genannt werden. Ferner sollte über ein sog. Cookie-Banner über Art und Verarbeitungszwecke informiert werden. Auf Webseiten lautet der Text für ein Cookie-Banner zum Beispiel:
Wir verwenden Cookies für die optimale Gestaltung und fortlaufende Verbesserung unserer Webseite. Der Verwendung von Cookies stimmen Sie durch die weitere Nutzung der Website zu. In unserer Datenschutzerklärung finden Sie weitere Informationen zu Cookies.
Der rechtlich sichere Weg
Keine Einwilligung benötigen Seitenbetreiber, wenn sie Cookies einsetzen, um die Sicherheit der Website zu gewährleisten. Zur sicheren Umsetzung im Übrigen holen Seitenbetreiber die Einwilligung der Besucher zur Nutzung von Cookies ein und zeigen den Einwilligungstext beim ersten Besuch der Webseite an. Strittig ist hierbei die Form einer derartigen Einwilligung, also ob ein Weitersurfen nach dem Lesen des Cookie-Banners ausreicht oder ob eine Einwilligung als opt-out oder als opt-in benötigt wird. Der Text muss die erhobenen Daten und deren Verwendungszweck so gut wie möglich beschreiben. Der Nutzer muss den Text mit einem Klick bestätigen und so seine Einwilligung abgeben.
FAQ: Häufige Fragen und Antworten zum Online Marketing und der DSGVO
Welche Informationen gelten als personenbezogene Daten?‎
Beziehen sich die Informationen auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person, handelt es sich um personenbezogene Daten. Dazu gehören:
- Demografische Angaben wie Alter, Geschlecht und Einkommen
- Suchanfragen und der Browserverlauf
- IP-Adressen und Standortdaten
- E-Mails, Fotos und Videos
- Mit Tracking-Software erhobene Daten über Seitenbesucher
Wann ist ein AV-Vertrag notwendig?‎
Wenn ein anderes Unternehmen in Ihrem Auftrag Daten verarbeitet und als Auftragsverarbeiter auftritt (siehe Kapitel 4 DSGVO), ist ein AV-Vertrag notwendig. Alternative Bezeichnungen für diese Vertragsform sind Auftragsdatenverarbeitung-Vertrag (ADV-Vertrag) oder in Englisch Data Processing Agreement (DPA). Damit ist ein AV-Vertrag unter anderem mit folgenden Dienstleistern notwendig:
- Anbieter von Cloud-Speicher
- Newsletter-Dienste
Hinweis: Da bei Google Adsense Google und die Kunden unabhängig voneinander als Verantwortliche gelten, ist kein AV-Vertrag notwendig. Den Vertrag für Google AdWords finden Kunden in den Konto-Einstellungen.
- Hosting-Anbieter
Online Marketing mit personenbezogener Werbung ist auf die Erfassung persönlicher Informationen angewiesen. Durch die Regelungen der DSGVO haben die Bürger in der EU mehr Macht über ihre eigenen Daten und im Online Marketing tätige Unternehmen müssen ihre Webseiten und Dienstleistungen anpassen. Beim Tracking, E-Mail-Marketing, SEA, dem Einbinden von Social Media Plugins und der Verwendung von Cookies sind Anpassungen notwendig. Erfahren Sie jetzt mehr über die richtige Umsetzung der Bestimmungen.
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