Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20R%205/02
Timestamp: 2019-02-18 15:29:05
Document Index: 60622720

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 22', '§ 23', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 133']

BFH, 14.12.2004 - VIII R 5/02 - dejure.org
EStG 1989 § 20 Abs. 1 Nr. 7, § 22 Nr. 2, § 23 Abs. 1 Nr. 1 b
Rüge des Verfahrensmangels auf Grund einer unzulässigen Überraschungsentscheidung - Steuerbare Einnahmen auf Grund der Überschüsse aus den Festgeldanlagen und der Kapitalanlage und aus den Sondervereinbarungen über Treasury-Bond-Optionen - Anlagebetrug durch Vorgehen im Schneeballsystem - Zugrundelegen des nicht durchschauten, aber subjektiv angenommenen Sachverhaltes der Besteuerung auf Grund einer objektiven Betrachtungsweise - Inhalt eines Optionsgeschäfts als Erwerb eines Rechts (Option) durch den Käufer der Option (Optionsnehmer) vom Verkäufer der Option (Optionsgeber, Stillhalter) gegen Zahlung eines Entgelts (Optionsprämie) - Annahme eines Spekulationsgeschäftes auch bei Optionen als selbstständig bewertbare und längerfristig nutzbare vermögenswerte Vorteile - Abgrenzung eines steuerpflichtigen Spekulationsgeschäftes und eines nicht steuerbaren Differenzgeschäftes - Steuerpflichtiges Spekulationsgeschäft auch bei Auszahlung eines Überschusses auf Grund eines so genannten Glattstellungsgeschäftes - Anwendung der Grundsätze zu steuerbaren Glattstellungsgeschäften auch bei Optionsgeschäften an amerikanischen Terminbörsen auf Grund des Handels nach vergleichbaren Regeln - Zur Steuerpflichtigkeit eines vorgetäuschten Gewinns aus einem Finanz-Terminkontrakt über Treasury-Bills
Schneeballsystem: Fiskus lässt Betrogene zusätzlich bluten
Zur steuerlichen Behandlung auf Scheinrenditen aus einem Schneeballsystem; Besteuerung von Spekulationsgeschäften in 1989 trotz Vollzugsdefizits; kein Anspruch auf fehlerhafte Gleichbehandlung; Glattstellungsgeschäft bei an amerikanischen Börsen gehandelten Optionen
Vorgetäuschter Gewinn aus einem Terminkontrakt über Treasury Bills in 1989 nicht steuerpflichtig
Scheinrenditen aus einem Schneeballsystem sind als Kapitaleinkünfte zu versteuern
Anlegersicht entscheidet über Besteuerung von Gewinnen aus Schneeballsystem
Kapitaleinkünfte - Schneeballsystem: Fiskus verdient mit
FG Baden-Württemberg, 20.09.2001 - 3 K 25/01
BFHE 209, 423
DB 2005, 1770
BStBl II 2005, 739
Es handelt sich entweder originär um Zinsen i.S. von § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG oder zumindest um Entgelt i.S. des § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStG, d.h. eine Vermögensmehrung, die bei wirtschaftlicher Betrachtung Entgelt für die Kapitalnutzung ist (BFH-Urteile vom 6. April 1993 VIII R 68/90, BFHE 172, 25, BStBl II 1993, 825; vom 14. Dezember 2004 VIII R 5/02, BFHE 209, 423, BStBl II 2005, 739, VIII R 81/03, BFHE 209, 438, BStBl II 2005, 746).
Auch wenn Kapital zum Aufbau oder Erhalt eines "Schneeballsystems" verwendet wird und dem Anleger aus dem Kapital anderer getäuschter Anleger (oder gar aus dem eigenen Kapital des Anlegers) eine "Scheinrendite" gezahlt wird, liegen Einkünfte aus Kapitalvermögen vor (BFH-Urteile in BFHE 209, 423, BStBl II 2005, 739; in BFHE 209, 438, BStBl II 2005, 746).
Entscheidend ist die Sicht des Leistungsempfängers/Kapitalanlegers in dem Zeitpunkt, in dem er erstmals aus seiner Sicht die wirtschaftliche Verfügungsmacht über die Einnahme erlangt (vgl. BFH-Urteile in BFHE 209, 423, BStBl II 2005, 739; in BFHE 209, 438, BStBl II 2005, 746;… Schmidt/Weber-Grellet, a.a.O., § 20 Rz 207).
Es muss sich entweder originär um Zinsen i.S. von § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG oder zumindest um Entgelt i.S. des § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStG handeln, d.h. eine Vermögensmehrung, die bei wirtschaftlicher Betrachtung Entgelt für die Kapitalnutzung ist (BFH-Urteile vom 6. April 1993 VIII R 68/90, BFHE 172, 25, BStBl II 1993, 825; vom 14. Dezember 2004 VIII R 5/02, BFHE 209, 423, BStBl II 2005, 739, VIII R 81/03, BFHE 209, 438, BStBl II 2005, 746;… vom 16. März 2010 VIII R 4/07, BFHE 229, 141, BFH/NV 2010, 1527).
Es muss sich entweder originär um Zinsen i.S. von § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG oder zumindest um Entgelt i.S. des § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStG handeln, d.h. eine Vermögensmehrung, die bei wirtschaftlicher Betrachtung Entgelt für die Kapitalnutzung ist (BFH-Urteile vom 6. April 1993 VIII R 68/90, BFHE 172, 25, BStBl II 1993, 825; vom 14. Dezember 2004 VIII R 5/02, BFHE 209, 423, BStBl II 2005, 739, VIII R 81/03, BFHE 209, 438, BStBl II 2005, 746;… vom 16. März 2010 VIII R 4/07, BFHE 229, 141, BFH/NV 2010, 1527 und vom 20. Dezember 2012 VIII R 57/10, BFHE 239, 422, BStBl II 2014, 56).
Die für die Auslegung von empfangsbedürftigen Willenserklärungen maßgeblichen Grundsätze der §§ 133, 157 BGB sind entsprechend anwendbar (BFH vom 14. Dezember 2004 VIII R 5/02, BStBl. II 2005, 739 m.w.N.).
Es ist allerdings zu beachten, dass der Anleger - je nach den im Vertrag ins Auge gefassten Aktivitäten (BFH vom 14. Dezember 2004 VIII R 5/02, BStBl. II 2005, 739; vom 14. Dezember 2004 VIII R 81/03, BStBl. II 2005, 746) - beabsichtigt hat, Einkünfte aus Kapitalvermögen zu erzielen.