Source: http://slideplayer.org/slide/1274388/
Timestamp: 2017-09-24 10:39:20
Document Index: 219567851

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 3', '§ 3', '§ 36', '§ 41', '§ 42', '§ 43', '§ 18', '§ 15', '§ 28', '§ 36', '§ 37', '§ 38', '§ 38', '§ 39', '§ 40', '§ 41', '§ 42', '§ 43', '§ 28', '§ 43', '§ 44', '§ 44', '§ 45', '§ 45', '§ 17']

Pflegeorientierungstag - ppt herunterladen
Pflegeorientierungstag
Veröffentlicht von:Stefan Radden Geändert vor über 3 Jahren
Präsentation zum Thema: "Pflegeorientierungstag"— Präsentation transkript:
1 Pflegeorientierungstag
Dozent Thomas Nöllen
2 Pflegeorientierungstag
Begrüßung / Vorstellung Zahlen, Daten, Fakten der Pflegeversicherung Beschreibung Pflege-Ist-Zustand in Deutschland Was bedeutet die Abrechnung nach Minuten für den Pflegepatienten? Was leistet die Pflege in den einzelnen Pflegestufen? Kostenfalle ambulante Pflege?
3 Pflegeorientierungstag
Thomas Nöllen, Fachreferent Pflege 1984 Fachabitur im Wirtschaftsbereich 1984 Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten 1987 Weiterbildung zum Krankenkassenbetriebswirt Insgesamt war ich 24 Jahre für verschiedene Krankenkassen tätig. Während dieser Zeit habe ich Erfahrungen in den Bereichen Pflege, Beiträge, Finanzen und Personal gesammelt. Seit 2007 ist die soziale Pflegeversicherung mit allen beitrags-, finanz- und leistungsrechtlichen Auswirkungen meine Hauptaufgabe, da ich zu diesem Zeitpunkt auch die Leitung einer Pflegekasse über-nommen hatte. Im Jahr 2008 wechselte ich zu spectrumK, wo ich seitdem für den Pflegebereich verantwortlich bin.
4 Pflegeorientierungstag
Zahlen, Daten, Fakten der Pflegeversicherung
5 Alterspyramide Deutschland
Wie Modellrechnungen des Statistischen Bundesamtes zeigen, kann der absehbare demografische Wandel in Deutschland zu etwa 58% mehr Pflegebedürftigen und 12% mehr Krankenhaus- behandlungen im Jahr 2030 im Vergleich zu heute führen. Quelle: Grafik:
6 Pflegeversicherung Aktuell Allgemeines
Die Pflegeversicherung ist seit 1995 die fünfte Säule der sozialen Sicherung der Bundesrepublik Deutschland. Gesetz zur strukturellen Weiterentwicklung der Pflege-versicherung (Pflege-Weiterentwicklungsgesetz – PfWG) ab Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG) ab Anpassungen durch PNG erfolgten in drei Schritten ( , und ). Neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff???
7 Pflegeversicherung Aktuell Finanzierung
Beitragssatzanhebung ab um 0,10% auf insgesamt 2,05% für Versicherte. Kinderlose Versicherte zahlen – wie bisher – den Beitragszuschlag von 0,25% = 2,30%. Die aktuelle Finanzierung ist bis 2015 gesichert (Überschuss der Pflege zurzeit ca. 5,5 Mrd. EURO). Eine erneute Beitragsanpassung ist ab 2015 um 0,2% geplant (siehe Koalitionsvertrag). Bis 2017 weitere Anpassungen um mindestens 0,3%.
8 Finanzierung Pflegeversicherung Finanzierungsausgleichs-Transfer:
Michael Jansen, Personalentwicklung März 17 Finanzierung Pflegeversicherung Finanzierungsausgleichs-Transfer: Pflegekassen mit Forderungen an Ausgleichsfonds (z.B. AOK) Pflegekassen mit Verpflichtungen an Ausgleichsfonds (z.B. BKK) Ausgleichsfonds (Durchführung u. Mittelverwaltung durch das BVA) Pflegeversicherungsbeiträge aus Renten (Zahlung durch RV-Träger und Versorgungsämter)
9 Wo findet die Pflege statt?
Pflege durch Pflegedienste	24% Pflege in Pflegeheimen	31% Pflege durch Angehörige	45% bei etwa 3 Millionen geht man von einem Hilfe- und Pflegebedarf unterhalb der zeitlichen Grenzen der Pflegeversicherung aus. Quelle: AOK Bundesverband
10 Pflegebedürftige in Deutschland
Soziale Pflegeversicherung Private Pflege-Pflichtversicherung ambulant stationär 45.383 insgesamt gesamt Quelle: Bundesministerium für Gesundheit
11 Entwicklung der Pflege seit 1997
Quelle: AOK Bundesverband 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
12 Pflegebedürftige nach Altersgruppen
19,3% sind 90 Jahre und älter 42,8% sind 80 bis unter 90 Jahre 20,2% sind 70 bis unter 80 Jahre 6,3% sind 60 bis unter 70 Jahre 9,6% sind 15 bis unter 60 Jahre 1,8% sind unter 15 Jahren Quelle: Bundesministerium für Gesundheit
13 Ambulant Pflegebedürftige in Pflegestufen
62,60% / 53,7% (PKV) sind in Pflegestufe I 29,00% / 32,8% (PKV) sind in Pflegestufe II 8,50% / 10,5% (PKV) sind in Pflegestufe III 1,60% / 2,9% (PKV) sind Härtefälle / NN ca. 1,8 Mio. Menschen werden ambulant gepflegt. 35,4 % sind Männer und 64,6 % sind Frauen Quelle: Bundesministerium für Gesundheit Quelle: Bundesministerium für Gesundheit
14 Ambulant Pflegebedürftige
15 Ambulant Pflegebedürftige
16 stationär Pflegebedürftige in Pflegestufen
43,00% / 34,7% (PKV) sind in Pflegestufe I 37,50% / 42,1% (PKV) sind in Pflegestufe II 19,50% / 22,9% (PKV) sind in Pflegestufe III 4,3% / 0,4% (PKV) sind Härtefälle / NN Menschen werden stationär gepflegt. Quelle: AOK Bundesverband Quelle: Bundesministerium für Gesundheit
17 Pflegeorientierungstag
Pflege-Ist-Zustand in Deutschland
18 Soziale Pflegeversicherung trägt Hauptlast aller Pflegeausgaben
Insgesamt 32 Milliarden Euro (2011) SPV Eigenanteil Sozialhilfe PPV Quelle: Bundesministerium für Gesundheit
19 Pflegeversicherung folgt der Krankenversicherung
20 Selbstbestimmung § 2 SGB XI
Zielsetzung der Pflegeversicherung Die Pflegeversicherung soll es dem Pflegebedürftigen ermöglichen, so lange wie möglich in seiner vertrauten, häuslichen Umgebung zu verbleiben, um ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen zu können. Wünsche der Pflegebedürftigen nach gleichgeschlecht- licher Pflege haben nach Möglichkeit Berücksichtigung zu finden.
21 Häusliche Pflege § 3 SGB XI
Vorrang der häuslichen Pflege § 3 SGB XI diese Vorschrift stellt eines der wesentlichen Ziele der Pflegeversicherung heraus, in besonderem Maße die häusliche Pflege zu unterstützen und zu fördern. Sie bestimmt den Vorrang der häuslichen (§§ 36 bis 40 und 45 b SGB XI) und teilstationären (§ 41 SGB XI) sowie der Kurzzeitpflege (§ 42 SGB XI) gegenüber den Leistungen der vollstationären Pflege (§ 43 SGB XI).
22 Pflege-Ist-Zustand in Deutschland
Pflegekräftemangel, Zeitkorridore für Pflegedienstleistungen sind zu knapp bemessen, Pflege in der Familie nimmt ab (Zunahme von Singlehaushalten bzw. räumliche Trennung von Familie), Pflegeklientel ist überaltert (Alter 80+), Stolz, Sturheit, Unsicherheit bzw. Ablehnung verhindern oft, die Inanspruchnahme pflegeerleichternder Hilfen, Hilflosigkeit von Angehörigen führt zu Leistungs-ausweitungen der Krankenversicherung („Krankenhaus“).
23 Pflege-Ist-Zustand in Deutschland
Kostenbeteiligungen schrecken Pflegebedürftige und Angehörige von der Inanspruchnahme ambulanter Dienste / Pflegeheim ab, Informationsdefizite der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen („keine Nutzung Internet“) , Modellprojekte der Städte, Gemeinden, Kommunen und der Kassenverbände oft nur regionalbezogen, Ablehnungen der Pflegeanträge durch MDK nehmen zu („Hauswirtschaftliche Leistungen“), Kontinuierliche Zunahme von Demenzerkrankungen.
24 (Claus Fussek – Sozialarbeiter/Buchautor-München)
Zitat In den letzten Jahren wurde auf dem Gebiet der Pflegeforschung eine Vielzahl an Erkenntnissen erarbeitet. Jedoch bleiben viele der erarbeiteten Erkenntnisse ohne Resonanz und stoßen auf Abwehr in der Politik wie auch in der Praxis. Wir haben in der Pflege kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem! (Claus Fussek – Sozialarbeiter/Buchautor-München)
25 Pflegeorientierungstag
Was bedeutet die Abrechnung nach Minuten für den Pflegebedürftigen?
26 Verfahren zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit - § 18 SGB XI
BKK Pflegekasse prüft VV-Zeit etc. Antragseingang gibt Gutachten in Auftrag Sehr geehrte Frau xxx Verwaltungsakt an Versicherte/n Gutachten an Pflegekasse MDK/unabhängiger Gutachter führt i.d.R. Hausbesuch durch
27 Stufen der Pflegebedürftigkeit § 15 SGB XI)
Beurteilung nach den Härtefall-RiLi Härtefall 300 Minuten 240 Min. Grundpflege Auch Nachts! Stufe III 180 Minuten 120 Min. Grundpflege Stufe II 90 Minuten 46 Min. Grundpflege Stufe I
28 Zeitorientierungswerte des MDK / der Pflegekassen
Beispielhafter Auszug aus den BRi: Ganzkörperwäsche: (GK): 20 bis 25 Min. Teilwäsche Oberkörper: (OK): 8 bis 10 Min. Teilwäsche Unterkörper: (UK): 12 bis 15 Min. Teilwäsche Hände/Gesicht: (H/G): 1 bis 2 Min. Wasserlassen (Intimhygiene, Toilettenspülung ): 2 bis 3 Min. Stuhlgang (Intimhygiene, Toilettenspülung ): 3 bis 6 Min. Kämmen: 1 bis 3 Min. Mundgerechte Zubereitung Hauptmahlzeit inkl. Trinken: 2 bis 3 Min. Essen von Hauptmahlzeiten inkl. Trinken: 15 bis 20 Min. Bei der Festlegung der Zeitkorridore wurde von einer vollständigen Übernahme der Verrichtungen durch eine Laienpflegekraft ausgegangen. Anhang F der BRi
29 Für den Laien oft unverständlich
Kein Bezug zur Leistungsfähigkeit der Pflegeperson, Keine Berücksichtigung unregelmäßig anfallender Pflegeleistungen (z.B. das Legen einer Dauerwelle), keine Berücksichtigung der Behandlungspflege (mit Ausnahmen), keine Berücksichtigung des Betreuungsaufwandes, keine Berücksichtigung der Rufbereitschaft, Beurteilung bei Kindern.
30 Was bedeutet die Abrechnung nach Minuten für den Pflegebedürftigen?
Zeitkorridore sind zu knapp bemessen, Kompensatorische Pflege durch Pflegekräfte (Ausgleich der vorhandenen Defizite durch Pflegekraft – „satt und sauber“ bzw. „Pflege im Akkord“ im Vordergrund), Kompensatorische Pflege führt zu anhaltender bzw. anwachsender Pflegebedürftigkeit mit steigendem Pflegeaufwand und damit zur Kostensteigerung für alle Beteiligten, Aktivierende Pflege beim Pflegebedürftigen kaum möglich (keine Ressourcennutzung).
31 Was bedeutet die Abrechnung nach Minuten für den Pflegebedürftigen?
„schnelle Pflege“ und nicht der „Mensch“ steht im Mittelpunkt des Handelns der Pflegefachkräfte, Zeit für Dokumentation der erbrachten Leistungen durch Pflegekraft fehlt für den Pflegebedürftigen, Kontakt / Kommunikation zwischen Pflegekraft und Pflegebedürftigen kaum vorhanden, Psychische Belastungen für den Pflegebedürftigen (z. B. Depression) und seine Angehörigen, Selbstbestimmung des Pflegebedürftigen bleibt dabei auf der Strecke („In Würde Alt werden!!!“).
32 Optimierung der Pflege?
33 Pflegeorientierungstag
Was leistet die Pflege in den einzelnen Pflegestufen?
34 Leistungsarten § 28 SGB XI
Pflegesachleistung (§ 36), Pflegegeld für selbst beschaffte Pflegehilfen (§ 37), Kombination von Geldleistung und Sachleistung (§ 38), Leistungen in ambulant betreuten Wohngruppen (§ 38a), Verhinderung der Pflegeperson (§ 39), Pflegehilfsmittel und Wohnumfeldverbesserung (§ 40), Tagespflege und Nachtpflege (§ 41), Kurzzeitpflege (§ 42), vollstationäre Pflege (§ 43), 34
35 Leistungsarten § 28 SGB XI
Pflege in vollstationären Einrichtungen der Hilfe für behinderte Menschen (§ 43a), Leistungen soziale Sicherung der Pflegepersonen (§ 44), zusätzliche Leistungen bei Pflegezeit (§ 44a), Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen (§ 45), zusätzliche Betreuungsleistungen (§ 45b), Leistungen des Persönlichen Budgets nach § 17 Abs. 2 bis 4 SGB IX. 35
36 Leistungen der Pflegeversicherung ohne Demenz
Pflege-stufen Sach-leistung Pflege-geld Tages- Nachtpflege stationärePflege Stufe 0 0 € Stufe I 450 € 235 € 1.023 €* Stufe II 1.100 € 440 € 1.279 €* Stufe III 1.550 € 700 € *keine Anpassung seit
37 Leistungen der Pflegeversicherung mit Demenz
Pflege-stufen Sach-leistung Pflege-geld Tages- Nachtpflege stationärePflege Stufe 0 225 € 120 € 0 € Stufe I 665 € 305 € 450 € 1.023 €* Stufe II 1.250 € 525 € 1.100 € 1.279 €* Stufe III 1.550 € 700 € *keine Anpassung seit
38 Pflegeorientierungstag
Kostenfalle ambulante Pflege? Was ist zu tun?
39 Kostenfalle ambulante Pflege
Zeitkorridor zwischen Pflegestufe I (46 Minuten) und Pflegestufe II (120 Minuten) zu groß, Teilweise fließender Übergang zwischen den jeweiligen Pflegestufen, Anerkennung der höheren Pflegestufe durch MDK nur mit erhöhten Dokumentationsaufwand, Erbringung der höheren Leistungen durch ambulante Dienste als Vorleistung ohne Rechtsgrundlage, Höhere Kosten für den Pflegebedürftigen und seine Angehörigen. 39
40 Kostenfalle ambulante Pflege
Leistungen der Pflegeversicherung decken nur einen Teil der benötigten Hilfe ab, Vertriebsorientierte Pflegedienste nutzen die Hilflosigkeit der Pflegebedürftigen und Angehörigen geschickt aus, Transparenz der Pflegeleistungen ist nicht vorhanden, Finanzielle Zwänge führen zur Laienpflege bzw. zur geringeren Inanspruchnahme der Hilfen, Hilfe zur Pflege durch die Sozialämter oftmals nicht gewünscht (werden abgelehnt (Scham, Stolz), Alternative: Pflege der Angehörigen im Ausland? 40
41 Kostenfalle ambulante Pflege
42 Geldbedarf (Fehlbetrag) im Pflegefall
Häusliche Pflege Pflegestufe I 550 € Pflegestufe II € Pflegestufe III € Stationäre Pflege Pflegestufe I € Pflegestufe II € Pflegestufe III € Bei guter häuslicher und stationärer Pflege sind nach Abzug der Pflegeleistungen durch die Pflegeversicherung finanzielle Lücken vorhanden. Wenn diese nicht mit der Rente und anderen Einkünften der Pflegebedürftigen geschlossen werden kann, sind evtl. die Kinder in der Pflicht. Quelle Stiftung Warentest
43 Kostenfalle ambulante Pflege Beispiel
Häusliche Pflege ohne Demenz Häusliche Pflege mit Demenz Pflegekosten Ambulanter Dienst 1.579,76 € Leistungen der Pflegeversicherung Bei Pflegestufe II 1.100,00 € 1.250,00 € Differenz 479,76 € 329,76 € 43
44 Pflegeorientierungstag
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Ihr Thomas Nöllen Bei Fragen schreiben Sie mir eine an:
Herunterladen ppt "Pflegeorientierungstag"