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Timestamp: 2016-10-23 06:22:12
Document Index: 383523974

Matched Legal Cases: ['Art. 10', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 36', 'Art. 36', 'Art. 36', 'BGE', 'BGE', 'Art. 10']

115 V 41357. Auszug aus dem Urteil vom 19. Dezember 1989 i.S. Schweizerische Unfallversicherungsanstalt gegen S. und Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen
Art. 10 ss, 16 ss, 36 al. 2 LAA. - Le lien de causalit� ad�quate entre l'accident et une affection psychique doit �tre ni� d'embl�e en cas de n�vrose de revendication, � la diff�rence d'une �volution n�vrotique avec une tendance � la revendication (consid. 12a et b). - L'art. 36 al. 2 LAA ne change rien quant � l'exigence du lien de causalit� ad�quate (consid. 12c). Consid�rants � partir de page 414
12. a) Die Vorinstanz vertrat die Auffassung, gest�tzt auf die mit BGE 112 V 36 Erw. 3c ge�nderte Rechtsprechung m�sse der ad�quate Kausalzusammenhang nicht nur zwischen einem Unfall und einer psychischen Fehlentwicklung mit deutlicher Begehrungshaltung (wie er im vorliegenden Fall zu beurteilen war), sondern sogar bei einer (eigentlichen) Begehrungsneurose bejaht werden - vorausgesetzt, dass sie durch den Unfall verursacht worden sei, zu einer Erwerbsunf�higkeit gef�hrt habe und vom Versicherten infolge einer entsprechenden psychischen Pr�disposition nicht zu verantworten sei. Wenn die Begehrungsneurose ebenso wie somatische oder andere psychische Leiden als echtes Leiden anerkannt werde, f�r welches der Versicherte infolge psychischer Pr�disposition nicht verantwortlich sei, so lasse sich eine unterschiedliche Behandlung nicht mehr rechtfertigen. Denn selbst in F�llen, in denen f�r ein bestimmtes psychisches Leiden der konstitutionellen Pr�disposition gr�sseres Gewicht beizumessen sei als dem eigentlichen Unfallereignis, bleibe der Unfall als eine massgebliche Teilursache f�r den Gesundheitsschaden rechtlich relevant.
b) Dieser Auffassung kann, soweit sie sich auf die Begehrungsneurose bezieht, nicht beigepflichtet werden. Bei Vorliegen einer fach�rztlich eindeutig ausgewiesenen Begehrungsneurose kommt dem Unfallereignis f�r die psychische Fehlentwicklung keine massgebende Bedeutung zu; vielmehr ist sie auf unfallfremde Faktoren zur�ckzuf�hren. Daher muss hier der f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers u.a. vorausgesetzte ad�quate Kausalzusammenhang - im Unterschied zu einer psychischen Fehlentwicklung mit lediglich einer Begehrungstendenz - zum vornherein verneint werden. Eine Haftung f�r Begehrungsneurosen, bei denen sich nach SCHAER (Schweiz. Versicherungskurier, 1986, S. 155, Rz. 37) die "wohl extremste Zurechnungsfrage" stellt, besteht somit in der obligatorischen Unfallversicherung - im Gegensatz zum privaten Haftpflichtrecht - weiterhin nicht BGE 115 V 413 S. 415(BGE 112 V 37 Erw. 3c, BGE 104 V 31 Erw. 2b, BGE 103 V 87 Erw. 1, BGE 96 II 398 Erw. 2; MAURER, Unfallversicherungsrecht, S. 408; unzutreffend GRAFF, La route et la circulation routi�re, JdT 1986 I S. 437 f.). Die Vorinstanz hat �bersehen, dass an die massgebende Bedeutung der Unfallursache in der sozialen Unfallversicherung - trotz der mit der erw�hnten Praxis�nderung relativierten Bedeutung des Vorzustandes - h�here Anforderungen gestellt werden als im privaten Haftpflichtrecht. Daher kann die Abgrenzung ad�quater Unfallfolgen von inad�quaten in beiden Rechtsgebieten unterschiedlich ausfallen (BGE 113 II 91 Erw. 1c, BGE 96 II 398 Erw. 2; RKUV 1990 Nr. U 91 S. 108; vgl. auch SCHAER, Grundz�ge des Zusammenwirkens von Schadenausgleichssystemen, S. 129 f., Rz. 361-363 mit weiteren Hinweisen).
c/aa) In diesem Zusammenhang ist auf die von DUC, in: Les n�vroses et la LAA, SZS 1983 S. 260 und SZS 1988 S. 225 ff., unter Berufung auf Art. 36 Abs. 2 UVG vertretene Auffassung hinzuweisen, wonach f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers ein ad�quater Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischer St�rung nicht mehr vorausgesetzt werde und daher auch Begehrungsneurosen zu entsch�digen seien, sofern der Versicherte nicht schon vor dem Unfall aus psychischen Gr�nden in seiner Erwerbsf�higkeit beeintr�chtigt gewesen sei. Nach jener Gesetzesbestimmung werden die Invalidenrenten, Integrit�tsentsch�digungen und die Hinterlassenenrenten angemessen gek�rzt, wenn die Gesundheitssch�digung oder der Tod nur teilweise die Folge eines Unfalles ist. Gesundheitssch�digungen vor dem Unfall, die zu keiner Verminderung der Erwerbsf�higkeit gef�hrt haben, werden dabei nicht ber�cksichtigt.
bb) Die Auffassung DUCS l�sst ausser acht, dass die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs ein Wesensmerkmal der sozialen Unfallversicherung darstellt, weshalb sie dem Sinn und Zweck des Art. 36 Abs. 2 UVG nicht gerecht wird. Sie �bersieht, dass sich die Frage der K�rzung nach Art. 36 Abs. 2 UVG erst stellt, wenn �berhaupt ein leistungsbegr�ndender ad�quater Kausalzusammenhang zwischen einem Unfall und einer Gesundheitssch�digung zu bejahen ist. Die Leistungsk�rzung setzt mithin das Bestehen eines ad�quaten Kausalzusammenhangs voraus (MURER, Neurosen und Kausalzusammenhang in der sozialen Unfallversicherung, 2. Teil, in: SZS 1989 S. 21).
Die von DUC postulierte Auslegung geht - anders als BRUTTIN, N�vroses et assurances sociales, Diss. Lausanne 1985, S. 104 BGE 115 V 413 S. 416- ausserdem von der unzutreffenden Annahme aus, dass die Schwere des Unfalls im Rahmen dieser Bestimmung keine Rolle mehr spiele (SZS 1988 S. 228). Das Gegenteil trifft zu, indem aufgrund einer objektivierten Betrachtungsweise letztlich die Schwere des Unfalls entscheidend ist f�r die Frage, ob der ad�quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischer St�rung bejaht oder verneint werden muss (vgl. BGE 115 V 138 Erw. 6).
104 V 31 suite... ,
Art. 10 ss, 16 ss, 36 al. 2 LAA