Source: https://www.detmold.ihk.de/de/innovation-und-umwelt/energie/energiekosten-senken
Timestamp: 2019-01-23 14:33:32
Document Index: 324714875

Matched Legal Cases: ['§ 55', '§ 10', '§ 55', '§ 10', '§ 63', '§ 40', '§ 8', '§ 17', '§ 19']

Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold > Innovation und Umwelt > Energie und Rohstoffe > Energiekosten senken
(Bild: c / Fotolia.com)
Die Energiekosten werden für Unternehmen immer mehr zu einem belastenden Standortfaktor. Mit verschiedenen organisatorischen und technischen Maßnahmen können Unternehmen erfolgreich gegensteuern.
Übersicht Fristen Energievergünstigungen (DIHK) (PDF, 78 KB)
Die Energiekosten werden für Unternehmen immer mehr zu einem belastenden Standortfaktor. Mit verschiedenen organisatorischen und technischen...
Für Unternehmen, die systematisch und langfristig Energieverbräuche und -kosten senken möchten, lohnt sich sich die Einführung eines Energiemanagementsystems (EnMS) nach DIN EN ISO 50001:2011.
Ein EnMS fordert die Benennung klarer Verantwortlichkeiten, die konsequente Erhebung aller Energieverbräuche, die Festlegung von Zielen, Kennzahlen und Maßnahmen sowie Messung des Erfolgs. Verpflichtende interne Audits führen dazu, dass Mitarbeiter die betrieblichen Herausforderungen besser verstehen und dass sie ihre Erfahrungen besser einbringen können. All das führt zu einer kontinuierlichen Verbesserung, zu erhöhter Produktivität und verbesserter Wettbewerbsfähigkeit.
Pflicht zur Einführung von Managementsystemen
Folgende gesetzliche Regelungen verpflichten zur Einführung von Energiemanagementsystemen oder anderen vergleichbaren Systemen:
(§ 55 EnergieStG, § 10 StromStG)
Um Erstattungen nach § 55 EnergieStG und § 10 StromStG beantragen zu können, müssen Unternehmen des produzierenden Gewerbes ein EnMS eingeführt haben. In kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) reicht der Nachweis der Einführung eines Energiecontrollings nach DIN EN 16247 oder eines geeigneten "alternativen Systems" aus. Die Anforderungen sind in der "Verordnung über Systeme zur Verbesserung der Energieeffizienz im Zusammenhang mit der Entlastung von der Energie- und der Stromsteuer in Sonderfällen (SpaEfV)" aufgeführt.
(§ 63ff Erneuerbare-Energien-Gesetz - EEG 2017)
Ein zertifiziertes EnMS ist bei größeren Stromverbrauchern Basis für die Antragstellung der "Besonderen Ausgleichsregelung" nach §§ 40ff des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Diese Regelung zur Begrenzung der EEG-Umlage können i.d.R. Unternehmen bestimmter Branchen des produzierenden Gewerbes erhalten, wenn sie im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr an einer "Abnahmestelle" mindestens 1 GWh verbraucht haben und das Verhältnis der Stromkosten zum arithmetischen Mittel der Bruttowertschöpfung in den letzten drei abgeschlossenen Geschäftsjahren (Stromkostenintensität) einen bestimmten Schwellenwert übersteigt.
Der für die Antragstellung bei der BAFA erforderliche Nachweis erfolgt bei Unternehmen mit einem Stromverbrauch ab 5 GWh durch die Zertifizierung des EnMS, die belegt, dass der Energieverbrauch und die Potenziale zur Verminderung des Energieverbrauchs erhoben und bewertet worden sind. Unter dieser Verbrauchsschwelle reicht auch die Zertifizierung eines alternativen Systems aus.
(§ 8 Energiedienstleistungsgesetz - EDL-G)
Alle unabhängigen Unternehmen bzw. Unternehmensverbünde mit mehr als 250 Mitarbeitern (Vollzeitäquivalent) oder einem Jahresumsatz von mehr als 50 Mio. Euro und einer Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Mio. Euro (Nicht-KMU) sind zur Durchführung von Energieaudits verpflichtet.Als gleichwertig gilt ein zertifiziertes EnMS nach DIN EN ISO 50001 oder ein validiertes Umweltmanagementsystem nach EMAS III.
Zum Kreis der Betroffenen zählen auch gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Unternehmen/ Einrichtungen und kommunale Eigenbetriebe, sobald sie wirtschaftlich tätig sind und nicht überwiegend einer hoheitlichen Tätigkeit nachgehen.
Unabhängig von diesen Kriterien gilt jedes Unternehmen als Nicht-KMU, wenn 25 Prozent oder mehr seines Kapitals oder seiner Stimmrechte direkt oder indirekt von einer oder mehreren öffentlichen Stellen oder Körperschaften des öffentlichen Rechts kontrolliert werden. Bei Beteiligungen autonomer Gebietskörperschaften mit einem Jahreshaushalt von weniger als 10 Mio. EUR und weniger als 5.000 Einwohnern liegt der Schwellenwert bei mindestens 50 Prozent.
Das Audit muss den Anforderungen der DIN EN 16247-1 entsprechen. Dabei geht es um eine umfassende Pflicht zur Datenerhebung und Bewertung, weniger um eine externe Zertifizierungspflicht. Anschließend muss das Audit mindestens alle vier Jahre wiederholt werden. Die Audits können durch externe Berater oder durch interne Experten durchgeführt werden.
Das BAFA hat ein umfangreiches Merkblatt veröffentlicht, das das Gesetz im Einzelnen auslegt und z.B. den Unternehmensbegriff definiert oder die Möglichkeit von Multisite-Verfahren erläutert.
Modulares Energie-Effizienz-Modell - Pilotprojekt zur Einführung von Energie-Management-Systemen in Unternehmen Bezugsquelle DIN EN ISO 50001 (Beuth-Verlag) BVT-Merkblatt Energieeffizienz (Zusammenfassung) Leitfaden zum effizienten Energiemanagement (GUTcert) IHK-Merkblatt Energie- und Stromsteuer Pflicht zum Energieaudit für Nicht-KMU (BAFA-Merkblatt)
Für Unternehmen, die systematisch und langfristig Energieverbräuche und -kosten senken möchten, lohnt sich sich die...
Energie günstiger einkaufen
Durch die Liberalisierung des Strommarktes können Energieverbraucher ihren Lieferanten frei wählen. Auch der Gasmarkt ist in Bewegung.
Für kleinere gewerbliche Verbraucher bieten sich Vergleichsportale im Internet an. Sondervertragskunden können sich selbst oder über Auktionen Vergleichsangebote einholen. Auch Die Strombörse in Leipzig gibt Hinweise zu Marktpreisen und -tendenzen. Zudem bietet die Energieagentur mit dem ENERGIEPREIS.spiegel eine Übersicht über die Energiepreise von Unternehmen an.
Gewerbliche Energieverbraucher sollten vor Vertragsabschluss die Tarif- und Lieferkonditionen sowie etwaige Zusatzleistungen der Energieversorger vergleichen. Dabei sind die einzelnen Preisbestandteile wie Arbeits- und Leistungspreis, Blindstrom und Netznutzungsentgelt zu berücksichtigen.
Die IHK gibt Tipps zum Strom- und Gaseinkauf. Sie vermittelt Kontakte zu Experten im Bereich des Energievertragsrechts.
European Energy Exchange - Größter Marktplatz für Energie und energienahe Produkte in Europa
Strom- und Gashändler / Berater Strom- und Gaseinkauf (PDF, 196 KB)
Durch die Liberalisierung des Strommarktes können Energieverbraucher ihren Lieferanten frei wählen. Auch der Gasmarkt ist in...
Die von einem Unternehmen zu zahlende EEG-Umlage darf sich bis 2019 von Jahr zu Jahr höchstens verdoppeln.
>> EEG 2017
>> Informationen der BAFA
>> Merkblatt für Unternehmen des produzierenden Gewerbes
>> Hinweisblatt "Stromzähler"
Gemäß geltendem KWK-Gesetz ergibt sich für das Verbrauchsjahr 2019 eine KWK-Umlage in Höhe von
0,280 Cent/kWh (2018: 0,345 Cent/kWh) für alle Stromverbräuche, die an Abnahmestellen anfallen, die nicht unter die Besondere Ausgleichsregelung (BesAR) des EEG fallen. Die mögliche Ermäßigung für besonders energieintensive Unternehmen orientiert sich an der BesAR).
>> KWKG
>> Bekanntgabe der Übertragungsnetzbetreiber
Um die Risiken einer verspäteten Netzanbindung von Offshore-Windparks für die Netzbetreiber zu begrenzen, werden die Haftungsrisiken teilweise auf die Verbraucher umgelegt. Die Offshore-Netzumlage wird auf das Netzentgelt aufgeschlagen und beträgt im Strombezugsjahr 2019:
>> § 17 f Energiewirtschaftsgesetz
für den Stromverbrauch bis 1 GWh pro Jahr: 0,305 ct/kWh
(2018: 0,370 Cent/kWh)
>> § 19 StromNEV
>> Individuelle Netzentgelte (BNetzA)
Die Umlage beträgt 2019 0,005 ct/kWh (2018: 0,011 ct/kWh).
>> AbLaV
Fristen für Entlastungsmöglichkeiten bei Steuern und Abgaben (DIHK) (PDF, 326 KB)
Für die Nutzung des Stromnetzes werden Netznutzungsentgelte berechnet. Die Einspeisevergütungen für Strom aus Erneuerbaren Energien...
(Bild: Christopher Meder / fotolia.de)
Strompreis-Umlagen-Rechner 2019 (XLSX, 486 KB) Strompreis-Umlagen-Rechner 2018 (XLSX, 438 KB)
Mit dem Strompreis-Umlagen-Rechner der IHK Lippe lassen sich die Belastungen durch die verschiedenen Umlagen und Aufschläge schnell und...
Kosten für Blindstrom reduzieren
Während Wirkleistung in mechanische Leistung umgesetzt wird, fällt Blindleistung als Verlust für den Auf- und Abbau der Magnetfelder an. Energieerzeuger und Netzbetreiber müssen ihre Anlagen und Leitungen und Schaltgeräte für höhere Leistungen bemessen. Diesen höheren Aufwand rechnen viele Energieversorger als „Blindleistung" ab.
Unternehmen können vertraglich regeln, dass die Blindleistung nicht oder zur teilweise abgerechnet wird. Alternativ kann sich der Einsatz einer Anlage zur Blindstromkompensation lohnen. So werden nicht nur die Kosten für Blindstrom vermieden, sondern auch die erforderliche Wirkleistung reduziert.
Während Wirkleistung in mechanische Leistung umgesetzt wird, fällt Blindleistung als Verlust für den Auf- und Abbau der Magnetfelder...
Verbrauchsspitzen minimieren
Ein wesentlicher Preisbestandteil in Versorgungsverträgen ist die Anschlussleistung. Unternehmen, die eine ungünstige Lastverteilung haben, müssen für Lastspitzen erhebliche Mehrkosten in Kauf nehmen. Durch versetzten Maschinenanlauf oder automatischen Lastabwurf nicht „existenziell" notwendiger Energieanlagen kann der Lastgang geglättet werden. Das führt zu einem insgesamt ausgeglichenen Stromabnahmeprofil und senkt die Kosten.
Ein wesentlicher Preisbestandteil in Versorgungsverträgen ist die Anschlussleistung. Unternehmen, die eine ungünstige Lastverteilung...