Source: https://www.mieterverein-hamburg.de/de/tipps-ratgeber/kuendigung-vermieterwechsel/index.html
Timestamp: 2018-11-18 03:43:03
Document Index: 148330559

Matched Legal Cases: ['§ 573', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 573', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 580', 'BGH', 'BGH']

Kündigungskalender & Info-Blätter
Bis wann man zu welchem Termin kündigen kann und wann die Wohnung spätestens zu übergeben ist, entnehmen Sie dem Kündigungskalender.
Informationen zur Zulässigkeit eines zeitweiligen Kündigungsaussschlusses und eines Zeitmietvertrags enhalten unsere Info-Blätter …
Mieterkündigung und Kündigungsfrist
Das zweite Info-Blatt gibt außerdem Auskunft über die Rechtslage bei vor dem 1.9.2001 geschlossenen Mietverträgen.
Was muss der kündigende Mieter beachten?
Nicht jedes Mietverhältnis kann jederzeit mit 3 Monaten Frist gekündigt werden. Ein zeitweiliger Kündigungsausschluss, z. B. für die ersten 4 Jahre, ist zulässig. Auch ein Zeitmietvertrag schließt unter bestimmten Voraussetzungen die Kündigung aus. Ebenso gelten Verlängerungsklauseln in älteren Mietverträgen weiter.
Schriftform: Die Kündigung einer Wohnung ist nur schriftlich möglich. Die Übermittlung per Fax, SMS, E-Mail oder Telegramm genügt nicht, eine so zugestellte Kündigung wäre nicht wirksam!
Wenn mehrere Personen eine Wohnung gemeinsam gemietet haben, muss die Kündigung von allen unterschrieben sein. Umgekehrt muss sich die Kündigung auch an alle Personen auf Vermieterseite richten.
Die Kündigung ist nur zum Monatsende möglich. Bei der Berechnung der Kündigungsfrist zählt der erste Monat mit, wenn die Kündigung dem Vermieter bis zum 3. Werktag zugeht. Vorsicht: der Sonnabend ist ein Werktag!
Wichtig ist deshalb der rechtzeitige Zugang der Kündigungserklärung: Entweder Sie bringen das Kündigungsschreiben vorsichtshalber am 1. Werktag zur Post oder Sie geben es beim Vermieter selbst ab. Dann aber Vorsicht: Das Schreiben darf nicht erst am Nachmittag oder Abend des dritten Tages in den Briefkasten geworfen werden.
Im Streitfall müssen Sie den (rechtzeitigen) Zugang der Kündigung beweisen. Bei Versendung per Post bietet nur ein Einschreiben die nötige Sicherheit. Ansonsten können Sie einen Boten schicken oder das Schreiben selbst vorbeibringen und sich eine Empfangsbestätigung geben lassen. Für den Fall, dass Sie den Vermieter nicht antreffen, sollten Sie aber einen Zeugen mitnehmen, der notfalls die Tatsache und den Zeitpunkt des Einwurfs bestätigen kann.
Denken Sie an Nebenräume, die Sie beim Wohnungsvermieter möglicherweise separat dazugemietet hatten, beispielsweise eine Garage bzw. einen Kfz-Stellplatz oder einen Hobbyraum. Erwähnen Sie diese Räumlichkeiten ausdrücklich auch im Kündigungsschreiben. Achten Sie auf etwaige abweichende Kündigungsfristen.
Speziell an Senioren, die kündigen wollen, wendet sich das Info-Blatt 21: „Tipps für Senioren: Ich gebe meine Wohnung auf – was muss ich dabei beachten?“
Kündigung des Vermieters – Was muss man als Mieter beachten?
Weitere wichtige Hinweise, wie man sich nach Erhalt einer Kündigung verhalten muss, finden Sie unserem Info-Blatt …
Wenn eine Kündigung kommt
Längst nicht jede Kündigung muss zum Auszug des Mieters führen
Wer sich über seine Rechte informiert und sich zur Wehr setzt, hat gute Chancen, sein „Dach über dem Kopf“ zu behalten.
Nehmen Sie eine Kündigung nie auf die leichte Schulter!
Wichtig: Sofortiger Rechtsrat ist einzuholen. Der Mieterverein zu Hamburg prüft jede Kündigung auf „Herz und Nieren“ (Form, Frist, Kündigungsgründe usw.) und gibt taktische Ratschläge (z. B.: Soll auf die Kündigung reagiert werden? Wenn ja: wie und wann?).
Grundsatz: Eine grundlose Kündigung einer „normalen“ Mietwohnung ist dem Vermieter nicht möglich. Er benötigt also einen Kündigungsgrund. Bekannt ist der so genannte Eigenbedarf. Auch auf die „Hinderung einer angemessenen wirtschaftlichen Verwertung“ kann der Vermieter sich berufen, ferner darauf, dass er im Zweifamilienhaus mit dem Mieter unter einem Dach wohnt. Dazu mehr im nächsten Abschnitt.
Bis zu einer Wohndauer von 5 Jahren beträgt die Kündigungsfrist für den Vermieter 3 Monate, danach 6 Monate und ab 8 Jahren Wohndauer 9 Monate. Weitere Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Stichwort Kündigungsfrist im Abschnitt „Urteile und Tipps zum Thema Kündigung und Vermieterwechsel“.
Vertragsverstöße können ebenfalls eine Kündigung rechtfertigen, z. B. Störungen des Hausfriedens, Beleidigungen gegenüber dem Vermieter, ständige unpünktliche Mietzahlung, vertragswidrige Nutzung der Wohnung – und natürlich Mietrückstände. Ob es zu einer solchen – oft fristlosen – Kündigung kommt, haben Sie meist selbst in der Hand.
Miete nicht gezahlt?
Durch Nachzahlung des gesamten Rückstandes innerhalb von zwei Monaten kann man eine fristlose Kündigung wegen Zahlungsverzuges in den meisten Fällen – abern nicht immer! – wieder rückgängig machen. Die Zwei-Monats-Frist beginnt mit der Zustellung einer Räumungsklage zu laufen. Dazu sollte man es aber nicht erst kommen lassen, denn sonst trägt man auf jeden Fall die teuren Prozesskosten. – Weitere Einzelheiten siehe Abschnitt „Kündigungsgründe“, Stichwort Zahlungsverzug.
Weitere Einzelheiten und Tipps nennt unser Info-Blatt …
Die Kündigung eines mitvermieteten Bodenraums zwecks Ausbaus des Dachgeschosses zu Wohnraum ist nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig und muss eingehend begründet werden.
Die Kündigung muss so begründet werden, dass der Mieter sich in groben Zügen ein Bild vom geltend gemachten Bedarf machen kann. Ein Raumbedarf des kündigenden Vermieters von 4 Zimmern mit ca. 130 qm Wohnfläche für 2 Personen mit Kinderwunsch ist ersichtlich nicht überzogen (LG Hamburg, 311 S 206/99, Urteil vom 3.3.2000). Kündigt der Vermieter wegen beabsichtigter Überlassung der Wohnung an einen Angehörigen wegen nicht mehr ausreichenden Wohnraums, so sind die bisherigen Wohnverhältnisse des Angehörigen offenzulegen (LG Hamburg, 316 S 122/06, Beschluss vom 15.12.2006, MieterJournal 2007,15).
Der Vermieter kann nicht nur für sich selbst, sondern auch für „seine Familienangehörigen oder Angehörige seines Haushalts“ (§ 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB) Eigenbedarf geltend machen. Zu den Familienangehörigen zählen – außer Kindern, Enkeln und Eltern – auch Geschwister und deren Kinder (BGH, VIII ZR 159/09, Urteil vom 27.1.2010).
Räumungsklagen können abgewiesen werden, wenn das Gericht den angeblichen Eigenbedarf für unglaubwürdig hält. Beispiele: Der Kündigung war der vergebliche Versuch einer Mieterhöhung vorangegangen (AG Hamburg 49 C 496/99, Urteil vom 6.4.2000); die Begründung für den Eigenbedarf stellte sich als unrichtig heraus (LG Lübeck 16 S 49/99, Urteil vom 4.11.1999, MieterJournal 1/2000 S. 7); wegen Unstimmigkeiten in der Kündigungs-Begründung, zumal nach einer vorausgegangenen Kündigung, wenn Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Nutzungswunsches bestehen (LG Hamburg, 334 S 25/07, Beschlüsse vom 28.6.2008 und 30.8.2008, MieterJournal 2008, 15).
Eine „Gesellschaft bürgerlichen Rechts“ kann Eigenbedarf anmelden. Voraussetzung ist aber, dass der Gesellschafter, für den der Bedarf besteht, schon bei Beginn des Mietverhältnisses der Gesellschaft angehörte (Urteil vom 27.6.2007, VIII ZR 271/06). Demgegenüber hat der BGH geurteilt, dass eine Kommanditgesellschaft keinen Eigenbedarf geltend machen kann; Eigenbedarf zum Wohnen komme bereits begrifflich nicht in Betracht (Urteile vom 23.5.2007, VIII ZR 113/06 und 122/06).
Steht dem Vermieter eine Ersatzwohnung zur Verfügung, in dem der Wohnbedarf ohne wesentliche Abstriche befriedigt werden kann, so muss der Vermieter sie selbst in Anspruch nehmen. Zumindest aber hat er sie dem gekündigten Mieter anzubieten, jedoch nicht zu einer unangemessen hohen Miete (LG Hamburg 316 S 42/01, Urteil vom 17.7.2001, MieterJournal 3/2001 S. 7). Diese Anbietpflicht hat der BGH in mehreren Urteilen allerdings eingeschränkt. So darf die Ersatzwohnung nicht erst nach Ablauf der Kündigungsfrist frei werden (BGH, VIII ZR 292/07, Urteil vom 4.6.2008).
Umwandlung in Wohnungseigentum – 12 wichtige Antworten für Mieter
Wohnungseigentum - Kosten und Risiko
Umwandlung - 10 Tipps gegen Spekulanten
Umwandlung, Verkauf und Versteigerung
Die Umwandlung einer Wohnung in Wohnungseigentum gibt als solche kein Recht zur Kündigung.
Dasselbe gilt beim Verkauf oder der Versteigerung einer Wohnung. Allerdings kann der Käufer bzw. der „Ersteher“ einen Kündigungsgrund haben.
Wird die Wohnung in Wohnungseigentum umgewandelt, so hat der Mieter für mindestens drei Jahre Schutz vor einer Kündigung wegen Eigenbedarfs oder wirtschaftlicher Verwertung.
In Hamburg genießt der Mieter auf Grund der „Verordnung zur Verlängerung der Kündigungsschutzfrist für Wohnraum“ 10 Jahre lang Schutz vor Eigenbedarfs- oder Verwertungskündigungen. Voraussetzung ist, dass das Mietverhältnis bei der Umwandlung schon bestand. Wer also erst eine (umgewandelte) Eigentumswohnung anmietet, hat nicht diesen zusätzlichen Mieterschutz. Der Mieter, dessen Wohnung während des bestehenden Mietverhältnisses umgewandelt wird, hat ein Vorkaufsrecht, siehe Stichwort Vorkaufsrecht im nächsten Abschnitt.
Verspätete Mietezahlung
Weigert sich die Hartz-IV-Dienststelle, die Miete des Hilfeempfängers jeweils pünktlich zum mietvertraglich vereinbarten Termin an den Vermieter zu überweisen, so muss der Mieter sich dies nicht als eigenes Verschulden zurechnen lassen; eine auf die jeweils einige Tage verspäteten Zahlungen gestützte fristlose Kündigung ist unzulässig (BGH, VIII ZR 64/09, Urteil vom 21.10.2009).
Unabhängig vom Verschulden des Mieters können eine unpünktliche Mietzahlung und die sich daraus ergebenden negativen Folgen für den Vermieter, eine Kündigung des Mietverhältnisses rechtfertigen (BGH, VIII ZR 173/15, Urteil vom 29.06.2016).
Wenn ein Mieter „seine vertraglichen Pflichten schuldhaft nicht unerheblich verletzt“, gibt er dem Vermieter Grund zur Kündigung. Die Kündigung kann sogar fristlos erfolgen, wenn die Fortsetzung des Vertrages bis zum Ablauf der normalen Kündigungsfrist nicht zugemutet werden kann. Im Regelfall ist vor dem Ausspruch einer fristlosen Kündigung eine Abmahnung erforderlich. In einem Urteil vom 28.11.2007 – VIII ZR 145/07 – betont der BGH, dass einer fristgemäßen („ordentlichen“) Kündigung wegen schuldhafter nicht unerheblicher Vertragsverletzung nicht etwa eine Abmahnung des Vermieters vorausgegangen sein muss. Im Einzelfall könne es aber am für eine Kündigung erforderlichen Gewicht fehlen, wenn der Mieter nicht gegen eine (unterbliebene) Abmahnung verstoßen habe.
Verwertungs-Kündigung
Ein Vermieter kann kündigen, wenn er bei Fortführung des Mietverhältnisses „an einer angemessenen wirtschaftlichen Verwertung des Grundstücks gehindert und dadurch erhebliche Nachteile erleiden würde“ (§ 573 Abs. 2 Ziffer 3 BGB). Eine solche Kündigung muss der Vermieter nachvollziehbar begründen (AG Hamburg 47 C 618/00, Urteil vom 6.4.2001, MieterJournal 2/2002, Seite 7, für den Fall einer beabsichtigten Wohnungs-Zusammenlegung).
Nach Auffassung des Bundesgerichtshofs kommt eine Verwertungskündigung in Betracht, wenn der Vermieter ein instandsetzungsbedürftiges, aber nicht absichtlich vernachlässigtes Objekt zwar in Kenntnis seines Zustands erwirbt, aber bei Fortsetzung des Mietverhältnisses auf eine Minimalsanierung verwiesen wäre, die die geringe Restlebensdauer des Gebäudes aber nicht verlängern würde (BGH, Urteile vom 28.1.2009 - VIII ZR 9/08, 8/08 und 7/08, WuM 2009,182).
Wenig bekannt ist, dass der zur fristlosen Kündigung berechtigende Rückstand nicht immer 2 volle Monatsmieten betragen muss. Es genügt, wenn für 2 aufeinander folgende Zahlungstermine ein Rückstand aufläuft, der höher als eine Monatsmiete ist!
Zwar kann man eine fristlose Kündigung wegen Mietrückständen unter bestimmten Voraussetzungen wieder hinfällig machen. Dazu muss aber der Rückstand vollständig ausgeglichen werden (LG Hamburg 334 S 53/00, Urteil vom 16.11.2000, MieterJournal 1/2001 S. 7). Wird der Rückstand vor Zugang der fristlosen Kündigung ausgeglichen, so wird die fristlose Kündigung hinfällig (AG Hamburg-Altona 318b C 164/00, Urteil vom 27.2.2001, MieterJournal 2/2001 S. 7).
Wichtig: Das klappt allerdings nicht unbedingt, wenn die Kündigung zusätzlich auf andere Gründe gestützt wird, wie z. B. Störungen des Hausfriedens (siehe Urteil des AG Hamburg-Barmbek, 813 a C 151/03, Urteil vom 3.3.2004, MieterJournal 2005,11), oder wenn außer der fristlosen zugleich eine fristgemäße (sog. ordentliche) Kündigung wegen des Zahlungsverzugs ausgesprochen wurde (BGH, VIII ZR 6/04, Urteil vom 16.2.2005). In diesem Fall kann die fristgemäße Kündigung allerdings unbegründet sein, wenn den Mieter kein oder nur geringes Verschulden am Rückstand trifft (vgl. LG Hamburg, 334 S 97/06, Urteil vom 12.7.2007, MieterJournal 2007, 80). Der Bundesgerichtshof hat jedoch die Anforderungen an die ordentliche Kündigung bei Zahlungsverzug gegenüber der fristlosen Kündigung herabgesetzt (BGH, VIII ZR 107/12, Urteil vom 10.10.2012). Mietschulden sollten daher keinesfalls mehr als eine Monatsmiete ausmachen!
Kein Zahlungsverzug liegt vor, wenn der Mieter zum Einbehalt oder zur Kürzung der Miete berechtigt ist, z. B. weil die Miete wegen Wohnungsmängeln zu mindern ist. Auch wenn die Minderung in gutem Glauben zu hoch angesetzt wird, kann eine Kündigung ausgeschlossen sein, weil der Rückstand nicht verschuldet war (LG Hamburg, 334 S, Beschluss vom 26.7.2005, MieterJournal 2006, 11).
Unpünktliche Mietezahlung
Nicht nur das völlige Ausbleiben der Miete, sondern auch eine wiederholte unpünktliche Mietezahlung kann das Mietverhältnis gefährden, stellte der BGH in einem Urteil vom 11.1.2006 (VIII ZR 364/04) klar. Eine wiederholte unpünktliche Zahlung könne sowohl eine fristgemäße als auch eine fristlose Kündigung auslösen.
Wichtig: Durch eine spätere Nachzahlung wird die Kündigung nicht wieder hinfällig. Unpünktliche Zahlungsweise ist besonders dann gefährlich, wenn der Vermieter schon deutlich darauf hingewiesen hat, dass er weitere unpünktliche Zahlungen nicht hinnehmen wird.
Urteile und Tipps zum Thema Kündigung und Vermieterwechsel
Ein Großvermieter kann eine fristlose Kündigung eines Mietvertrags wegen Zahlungsverzugs grundsätzlich selbst aussprechen. Wenn dazu trotzdem ein Rechtsanwalt eingeschaltet wird, besteht kein Anspruch auf Erstattung der Anwaltskosten (AG Gießen, 48 MC 648/08, Urteil vom 2.2.2009, WuM 2009, 177)
Ein ungefähr gleichzeitig mit der Wohnung vermieteter Kfz-Stellplatz kann vom Vermieter nicht gesondert gekündigt werden, denn es liegt ein einheitliches Mietverhältnis über Wohnung und Garagenplatz vor. Auch ein später dazugemieteter Stellplatz kann nicht gekündigt werden, wenn der Vermieter in den Wohnungs-Mietvertrag geschrieben hat, dass der Mieter einen Stellplatz anzumieten habe, wenn er ein Auto halte. Infolgedessen hängen beide Verträge so eng zusammen, dass eine Teilkündigung ausgeschlossen ist (AG Hamburg 40a C 91/00, Urteil vom 5.7.2000, MieterJournal 4/2000 S.8).
Bei einem Garagen- oder Stellplatz, der bei einem anderen Vermieter angemietet wurde, gibt es keinen Kündigungsschutz. Kündigungsmöglichkeit und -frist richten sich nach dem Mietvertrag bzw. dem BGB (bei monatlicher Mietezahlung: 3 Monate, § 580a Abs. 1 Ziffer 3 - bei gewerblicher Nutzung jedoch nur zum Quartalsende).
Eine gewerbliche Nutzung stellt nur dann einen vertragswidrigen Gebrauch dar, wenn die Räume hierdurch stärker als durch das bloße Bewohnen abgenutzt werden oder wenn mit dieser Nutzung ein nicht nur unerheblicher Publikumsverkehr einhergeht oder sich hierdurch sonstige unzumutbare Nachteile oder Belästigungen der Mitmieter ergeben (Landgericht Hamburg, WuM 1985, 263).
Siehe die Seite Urteile und Tipps zum Thema Kaution.
Weitere Einzelheiten zur Frage, ob und mit welcher Frist ein Mieter kündigen kann enthält unser Info-Blatt …
Kündigt der Vermieter, so gelten gestaffelte Fristen, die sich nach der Wohndauer des Mieters richten:
bis 5 Jahre Wohnzeit: 3 Monate;
mehr als fünf Jahre: 6 Monate;
mehr als acht Jahre: 9 Monate.
Die frühere Verlängerung auf 12 Monate nach zehnjährigem Wohnen ist entfallen. Wenn der Mietvertrag vor dem Inkrafttreten des neuen Mietrechts (1.9.2001) geschlossen wurde und nach einer Wohndauer von 10 Jahren eine Verlängerung der Kündigungsfrist auf 12 Monate vorsieht, so ist der Vermieter auch jetzt noch hieran gebunden (BGH, VIII ZR 71/01, Urteil vom 12.3.2008).
Nach dem neuen Mietrecht beträgt die Kündigungsfrist für eine „ordentliche“ Kündigung des Mieters drei Monate, unabhängig von seiner Wohndauer. Diese 3-monatige Kündigungsfrist des Mieters gilt auch für vor dem 1.9.2001 geschlossene Mietverträge. Ausgenommen sind nur die seltenen Fälle, in denen abweichende Kündigungsfristen bewusst ausgehandelt wurden. Auch eine vereinbarte automatische Vertragsverlängerung gilt weiter.
Es gibt keinen Grundsatz, dass man gegen Stellung von 3 Nachmietern vorzeitig aus dem Mietverhältnis ausscheiden kann. Grundsätzlich sind Verträge einzuhalten. Die Rechtsprechung macht eine Ausnahme, wenn der Mieter die Wohnung unverschuldet nicht mehr nutzen kann und sein Interesse an der Beendigung des Mietverhältnisses dasjenige des Vermieters an der Fortführung überwiegt (BGH, VIII ZR 244/02, Urteil vom 22.1.2003). Dann kann der Vermieter nach „Treu und Glauben“ gehalten sein, den Mieter gegen Beibringung eines ordentlichen und solventen Nachmieters aus dem Vertrag herauszulassen. Beispiele für solche Härtefälle:
Versetzung ohne eigenes Zutun nach außerhalb
Die Klausel in einem auf längere Zeit abgeschlossenen Formularmietvertrag, wonach der Mieter dem Vermieter bei vorzeitiger Vertragsbeendigung eine Pauschalabgeltung in Höhe einer Monatsmiete für den Weitervermietungs-Aufwand schuldet, ist unwirksam (AG Hamburg, 48 C 516/07, Urteil vom 4.11.2008).
Mehr dazu beim Stichwort Widerspruch.
Was Mitbewohner und Erben des Mieters zu beachten haben, erläutert das Info-Blatt …
Wenn der Mieter verstirbt, endet nicht zugleich das Mietverhältnis. Um es zu beenden, muss es gekündigt werden.
Am Mietverhältnis ändert sich nichts, es geht mit dem Tod des Vermieters auf dessen Erbe/n über. Diese können das Mietverhältnis nur kündigen, wenn ein gesetzlicher Kündigungsgrund vorliegt.
Ist Wohnraum innerhalb der vom Vermieter selbst bewohnten Räume (unter)vermietet, so hat der (Unter)Mieter nur einen geminderten Mieterschutz: Einen Kündigungsgrund braucht der Vermieter/Hauptmieter nicht, wenn der untervermietete Raum überwiegend möbliert und an eine Einzelperson vermietet wurde. In diesem Fall ist die Kündigungsfrist für beide Beteiligten abgekürzt: Wenn die Kündigung bis zum 15. des Monats zugeht, wirkt sie zum Ende des Monats.
Wenn der (unter)vermietete Wohnraum nicht möbliert oder an eine Familie überlassen wurde, kann der Vermieter ohne Kündigungsgrund kündigen, wenn er sich darauf beruft, dass er mit dem (Unter)Mieter in einer Wohnung wohnt. Die normale Kündigungsfrist (siehe vorstehendes Stichwort Kündigungsfrist) verlängert sich dann um 3 Monate.
Meine Wohnung wird verkauft - was nun?
Ein Verkauf des Hauses bzw. der Wohnung ist als solcher kein Kündigungsgrund. Das Mietverhältnis geht mit allen Rechten und Pflichten auf den Erwerber über, sobald dieser als Eigentümer ins Grundbuch eingetragen wird. Es kann aber sein, dass der Erwerber einen Kündigungsgrund hat, z. B. Eigenbedarf.
Einer an sich begründeten Kündigung kann ein Mieter widersprechen und die Fortsetzung des Mietverhältnisses für eine bestimmte Zeit oder auf Dauer verlangen, sofern die Räumung eine soziale Härte für den Mieter darstellen würde. Die Härtegründe sind gegen das Interesse des Vermieters an der Kündigung abzuwägen.
Ein Kündigungswiderspruch muss schriftlich eingelegt werden; als Telefax ist er unwirksam (LG Hamburg, 307 S 153/03, Urteil vom 19.2.2004). Ein Widerspruch aus gesundheitlichen Gründen muss erkennen lassen, in welcher Weise und mit welcher Wahrscheinlichkeit sich eine Räumung auf die Erkrankung des Mieters auswirken würde (LG Hamburg, 311 S 206/99, Urteil vom 3.3.2000).
Befindet sich die Mietwohnung in einem Zweifamilienhaus, dessen andere Wohnung der Vermieter selbst bewohnt, so hat der Vermieter eine erleichterte Kündigungsmöglichkeit. Er benötigt keinen Kündigungsgrund wie z. B. Eigenbedarf. Die Kündigungsfrist verlängert sich allerdings um 3 Monate.