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Timestamp: 2019-03-27 03:46:19
Document Index: 39452970

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 39', '§ 328', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 29', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 343', '§ 343', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 723', '§ 39', 'BGH', '§ 39', 'BGH']

BGH, 03.12.1992 - IX ZR 229/91 - dejure.org
Ausländische Gerichtsbarkeit - Anerkennung - Anerkennungszuständigkeit - Verfahren - Völkerrecht
Allgemeines - Drittstaatenproblematik
ZPO § 39 Abs. 1, § 328 Abs. 1 Nr. 1
LG Düsseldorf, 27.09.1990 - 17 O 1/89
OLG Düsseldorf, 17.09.1991 - 21 U 244/90
BGH, 12.11.1992 - IX ZR 229/91
OLG Düsseldorf, 25.04.1995 - 21 U 244/90
BGHZ 120, 334
NJW 1993, 1073
WM 1993, 524
JR 1994, 275
Der Gerichtsstand des Erfüllungsortes begründet im Regelfall zugleich auch die internationale Zuständigkeit der an diesem Ort bestehenden Gerichte (…BGH, Urteile vom 18. Januar 2011 - X ZR 71/10, BGHZ 188, 85 Rn. 13; vom 4. Dezember 1996 - VIII ZR 306/95, NJW-RR 1997, 690 unter II 1; vom 3. Dezember 1992 - IX ZR 229/91, BGHZ 120, 334, 347).
b) Der Erfüllungsort der verletzten Vertragspflicht bestimmt sich nach dem für das Vertragsverhältnis maßgeblichen und gegebenenfalls nach deutschem Kollisionsrecht zu bestimmenden materiellen Recht; er wird also lege causae durch Rückgriff auf das Vertragsstatut qualifiziert (BGH…, Urteil vom 18. Januar 2011 - X ZR 71/10, aaO mwN;… vom 24. Januar 2007 - XII ZR 168/04, aaO Rn. 11; vom 3. Dezember 1992 - IX ZR 229/91, aaO mwN).
Sie folgt mittelbar aus der örtlichen Zuständigkeit (st.Rspr. vgl. Senatsurteil BGHZ 119, 392, 393 und BGHZ 120, 334, 337 m.w.N.).
Da sie dessen internationale Zuständigkeit ausdrücklich gerügt haben, haben sie durch zusätzliche, materiell-rechtliche Einwendungen nicht eindeutig zu erkennen gegeben, daß sie das ausländische Urteil in jedem Falle hinnehmen wollten (vgl. zu diesem Erfordernis Senatsurt. v. 3. Dezember 1992 - IX ZR 229/91, WM 1993, 524, 527, z.V.b. in BGHZ 120, 334).
Da eine rügelose Einlassung - die ggf. selbst dann zuständigkeitsbegründend gewirkt hätte, wenn eine abweichende Gerichtsstandsvereinbarung getroffen worden wäre (BGHZ 120, 334, 337 f) - nicht vorliegt, kommt es darauf an, ob die Gerichtsstandsvereinbarung in Nr. 9 des Bürgschaftsvertrages oder Nr. 27 Abs. 1 S. 1 AGB-Sparkassen i.V.m. § 29 Abs. 2 ZPO die internationale Zuständigkeit der deutschen Gerichte begründen.
Die Parteien trifft keine (prozessuale) Beweisführungslast (BGHZ 120, 334, 342).
Zum anderen soll sie den Beklagten davor schützen, sich vor ausländischen Gerichten verteidigen zu müssen, die nach inländischen Vorstellungen keinen genügenden Bezug zum Streitgegenstand haben (BGHZ 120, 334, 340 f).
In Ermangelung vorrangiger Kollisionsnormen ist zu fragen, ob unter gleichsam "spiegelbildlicher" Zugrundelegung deutscher Zuständigkeitsnormen ein Gericht des Staats, in dem die Entscheidung ergangen ist, international zuständig wäre (vgl. BGH, Urteil vom 3. Dezember 1992 - IX ZR 229/91, BGHZ 120, 334, 337 mwN;… Kemper/Paulus in Kübler/Prütting/Bork, InsO, § 343 Rn. 11 (Stand August 2008);… Lüer in Uhlenbruck/Hirte/Vallender, InsO, 13. Aufl., § 343 Rn. 7).
Dafür ist nach geltendem deutschem Recht grundsätzlich Maßstab, ob unter spiegelbildlicher Zugrundelegung deutscher Zuständigkeitsnormen ein Spruchkörper des Staates, in welchem die Entscheidung ergangen ist, international zuständig war (BGH NJW 1999, 3198, 3199; NJW 1993, 1073).
Die internationale Zuständigkeit folgt dabei grundsätzlich mittelbar aus der örtlichen (BGH NJW 1993, 1073).
Dieser ist allerdings grundsätzlich ebenfalls geeignet, die internationale Zuständigkeit zu begründen (BGH NJW 1993, 1073, 1075 f.).
Der BGH hat die Frage offen gelassen (NJW 1993, 1073, 1075 f.).
Die für die Anerkennung eines ausländischen Urteils gem. §§ 723 Abs. 2 S. 2, 328 ZPO erforderliche internationale (Anerkennungs-) Zuständigkeit kann zwar auf § 39 ZPO gestützt werden, wenn sich der Beklagte im ausländischen Prozess ohne Rüge zur Sache eingelassen hat und das ausländische Gericht nach seinem Recht sonst unzuständig gewesen wäre (BGH NJW 1993, 1073).
Im Übrigen ist § 39 ZPO nur anzuwenden, falls das Gericht, dessen internationale Zuständigkeit begründet werden soll, ohne die rügelose Einlassung unzuständig wäre (BGH NJW 1993, 1073, 1074).
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