Source: https://www.haufe.de/controlling/rechnungslegung/jahreswechsel-wichtige-informationen-fuer-das-rechnungswesen/sozialversicherung_110_285260.html
Timestamp: 2018-09-23 11:02:14
Document Index: 109806399

Matched Legal Cases: ['§ 165', '§ 24', '§ 24', '§ 25', '§ 24', '§ 24', '§ 105']

Sozialversicherung 2014/2015 | Controlling | Haufe
Das Bundeskabinett hat am 15.10.2014 die „Verordnung über maßgebenden Rechengrößen zur Sozialversicherung für 2015” beschlossen. Der Bundesrat hat die Werte am 28.11.2014 verabschiedet.
Zum 1.1.2015 steigen die Beitragsbemessungsgrenzen erheblich an. Das gilt für die Beitragsbemessungsgrenzen in der Kranken- und Pflegeversicherung und in der Renten- und Arbeitslosenversicherung.
Die bundesweit einheitliche Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung (Jahresarbeitsentgeltgrenze) steigt auf 54.900 EUR (2014: 53.550 EUR). Die ebenfalls bundesweit einheitliche Beitragsbemessungsgrenze für das Jahr 2015 in der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt 49.500 EUR jährlich (2014: 48.600 EUR) bzw. 4.125 EUR monatlich (2014: 4.050 EUR).
Die Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung steigt auf 6.050 EUR/Monat (2014: 5.950 EUR/Monat) und die Beitragsbemessungsgrenze (Ost) auf 5.200 EUR/Monat (2014: 5.000 EUR/Monat).
Insolvenzgeldumlage 2015
Die Unternehmer müssen die Insolvenzgeldumlage monatlich zusammen mit dem Gesamtsozialversicherungsbeitrag sowie den Umlagen U1 und U2 an die Krankenkassen abführen. Auch ab dem 1.1.2015 beträgt für Arbeitgeber die Insolvenzgeldumlage wie bisher 0,15 %.
Wohnungseigentumsgemeinschaften müssen für die von ihnen zur ordnungsmäßigen Instandhaltung und Instandsetzung des gemeinschaftlichen Eigentums Beschäftigten (Hausmeister, Reinigungskräfte, usw.) keine Insolvenzumlage bezahlen (BSG, Urteil v. 23.10.2014, B 11 AL 6/14 R).
Praxis-Tipp: Bei Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers hat der Arbeitnehmer gegenüber der Agentur für Arbeit einen Anspruch auf Ersatz des Arbeitslohns, den ihm der Arbeitgeber für die letzten 3 Monate vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens bzw. dem Beschluss, dass das Verfahren mangels Masse nicht eröffnet wird, noch nicht gezahlt hat (§ 165 SGB III).
Die Künstlersozialabgabe muss von Unternehmen abgeführt werden, die künstlerische und publizistische Leistungen von Selbstständigen in Anspruch nehmen und verwerten. Der abgabepflichtige Unternehmer muss für das laufende Kalenderjahr monatliche Vorauszahlungen zu leisten. Zur Künstlersozialabgabe sind auch Unternehmer verpflichtet, die für Zwecke ihres eigenen Unternehmens Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit betreiben und dabei nicht nur gelegentlich Aufträge an selbständige Künstler oder Publizisten erteilen. Aufträge werden nur gelegentlich an selbstständige Künstler oder Publizisten im Sinne von § 24 Abs. 1 Satz 2 oder § 24 Abs. 2 Satz 1 KSVG erteilt, wenn die Summe der Entgelte nach § 25 KSVG aus den in einem Kalenderjahr nach § 24 Abs. 1 Satz 2 oder § 24 Abs. 2 Satz 1 KSVG erteilten Aufträgen 450 EUR nicht übersteigt.
Achtung: Zum 31.3.2015 sind die im Jahr 2014 an selbstständige Künstler und Publizisten gezahlten Entgelte auf dem hierfür vorgesehenen Formular an die Künstlersozialkasse zu melden. Anhand dieser Meldung erfolgt dann eine Abrechnung für das Jahr 2014. Der Abgabesatz zur Künstlersozialversicherung beträgt 2015 wie bisher 5,2 %.
Tipp: Zahlung an eine oHG (§ 105 HGB) ist kein Entgelt für "selbstständige Künstler" nach dem KSVG (BSG, Urteil v. 16.7.2014, B 3 KS 3/13 R). Die richtige Auswahl des Vertragspartners für künstlerische und publizistische Leistungen kann also die Künstlersozialabgabe vermeiden.
Schlagworte zum Thema: Sozialversicherung, Jahreswechsel, Umsatzsteuer, Bilanzierung, Jahresabschluss
Jahreswechsel 2015/2016: Wichtige Informationen für das Rechnungswesen: Sozialversicherung