Source: http://www.dkgev.de/dkg.php/cat/49/aid/3210/title/Ausbildungs-_und_Pruefungsverordnung_fuer_die_Berufe_in_der_Krankenpflege_%2528KrPflAPrV%2529
Timestamp: 2017-09-23 14:24:15
Document Index: 219774355

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 71', '§ 2', '§ 4', '§ 9', '§ 9']

Der Bundesrat hat am 17.10.2003 die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Berufe in der Krankenpflege (KrPflAPrV) beschlossen. Die KrPflAPrV tritt analog zum modifizierten Krankenpflegegesetz (KrPflG) zum 01.01.2004 in Kraft.
Demnach umfasst die dreijährige Ausbildung 4.600 Stunden. Auf den praktischen Teil der Ausbildung entfallen 2.500 Stunden, die in obligatorischen und fakultativen Einsatzgebieten abzuleisten sind (u. a. mindestens 500 Stunden in der ambulanten Versorgung). Für den theoretischen und praktischen Unterricht sind 2.100 Stunden vorgesehen.
Darüber hinaus sind aus Sicht der Geschäftsstelle der DKG folgende Detailregelungen, die sich gegenüber der letzten Entwurfsfassung ergeben, von besonderer Relevanz:
1. Praxisanleitung
Die Schülerinnen und Schüler sollen während der praktischen Ausbildung von so genannten Praxisanleitern fachkundig angeleitet bzw. betreut werden. Diese müssen neben der Erlaubnis nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 oder 2 KrPflG über eine Berufserfahrung von mindestens zwei Jahren sowie eine berufspädagogische Zusatzqualifikation im Umfang von mindestens 200 Stunden verfügen. Die zuständige Behörde kann bis zu fünf Jahre nach Inkrafttreten des KrPflAPrV Ausnahmen vom Umfang der berufspädagogischen Zusatzqualifikation zulassen.
Soweit die Ausbildung in Pflegeeinrichtungen gemäß § 71 SGB XI stattfindet, gilt im übrigen abweichend von den vorangegangenen Ausführungen § 2 Abs. 2 Satz 2 der Altenpflege - Ausbildungs- und Prüfungsverordnung - AltPflAPrV.
Anhand der Formulierung des § 4 Abs. 1 Nr. 3b wird festgelegt, dass künftig die Beteiligung einer Ärztin oder eines Arztes als Fachprüfer, die an der Schule unterrichten, nicht mehr zwingend vorgeschrieben wird.
Der Gesetzgeber begründet dies u. a. damit, dass Ärztinnen und Ärzte in den Schulen überwiegend nur noch als Honorarkräfte für sehr spezielle Themen am Unterricht beteiligt sein werden. Eine Beschränkung der Fachprüferinnen und -prüfer in diesem Punkt auf die Berufsgruppe Arzt wäre deshalb eine, gemessen an ihrem Anteil am Unterricht, unverhältnismäßig erscheinende Hervorhebung gegenüber allen anderen Lehrkräften und eine indirekte Verpflichtung für die Schulen, Ärztinnen und Ärzte als Lehrkräfte zu beschäftigen.
Durch die Formulierung von § 9 Abs. 1 Satz 1 wird dem Prüfling alternativ ermöglicht, von der Prüfung oder einem Teil der Prüfung zurückzutreten. Entsprechend sind für beide Alternativen Aussagen bei der Genehmigung des Rücktritts oder der Nicht-Genehmigung zu treffen (vgl. § 9 Abs. 2 Satz 1).
In Anlage 1 Buchstabe B Abschnitt I Nr. 1 wird festgelegt, dass die praktische Ausbildung u. a. in der stationären Versorgung in kurativen, rehabilitativen und palliativen Gebieten in diversen Fächern abzuleisten ist. Der Gesetzgeber hat nunmehr einen Passus aufgenommen, der gewährleistet, dass der vorgegebene Zeitrichtwert von 800 Stunden nicht auf alle genannten Fächer zu verteilen ist, da dies dem Anspruch einer hohen Ausbildungsqualität nicht gerecht werden würde.