Source: http://familienrecht-informationen.de/index.php?id=17&artikel_id=9683
Timestamp: 2019-02-24 05:40:43
Document Index: 184101388

Matched Legal Cases: ['EuG', '§ 16', 'Art. 56', 'Art. 58', '§ 16', '§ 2', 'EuG', '§ 16', 'EuG']

Das Finanzgericht Düsseldorf legt dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) die Frage vor, ob die steuerliche Benachteiligung eines im Drittlandsgebiet ansässigen Erben, der Inlandsvermögen erbt, mit Gemeinschaftsrecht vereinbar ist.
Das Finanzgericht Düsseldorf hat Zweifel, ob der Freibetrag des § 16 Abs. 2 ErbStG mit Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 des EG-Vertrags zu vereinbaren ist. Nach § 16 Absatz 2 ErbStG steht dem klagenden Erben als beschränkt Steuerpflichtigem für seinen Erwerb von Todes wegen nur ein Freibetrag von 2.000 € zu. Wenn die Erblasserin oder der Kläger zur Zeit des Erbfalls ihren Wohnsitz in Deutschland gehabt hätten und deshalb kein Fall der beschränkten Steuerpflicht (§ 2 Absatz 1 Nr. 3 Satz 1 ErbStG) vorläge, stünde dem klagenden Erben ein Freibetrag von 500.000 € zu und sein Erwerb wäre steuerfrei.
Der EuGH hatte bereits mit Urteil vom 22.04.2010 den Freibetrag des § 16 Abs. 2 ErbStG für europarechtswidrig gehalten, sofern Schenker oder Beschenkter ihren Wohnsitz in einem anderen Mitgliedstaat haben. Hier hatten zwar die Erblasserin und der klagende Erbe ihren Wohnsitz nicht in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union, sondern in einem Drittland. Der EuGH hatte jedoch ebenfalls entschieden, dass Artikel 56 Abs. 1 EGV auch Beschränkungen des Kapitalverkehrs zwischen den Mitgliedstaaten und Drittländern untersagt.
Die Düsseldorfer Richter konnten nicht die durch das Beitreibungsrichtlinien-Umsetzungsgesetz (BeitrRLUmsG) eingeführte Option zur beschränkten Steuerpflicht anwenden, da diese auf Drittstaaten außerhalb des EU-/EWR-Raums keine Anwendung findet.
Quelle: Finanzgericht Düsseldorf - Newsletter April 2012