Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IV%20R%20222/84
Timestamp: 2019-06-24 18:35:40
Document Index: 348971438

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 15', '§ 6', '§ 706', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 631', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 114', '§ 709', '§ 20']

BFH, 11.12.1986 - IV R 222/84 - dejure.org
https://dejure.org/1986,165
BFH, 11.12.1986 - IV R 222/84 (https://dejure.org/1986,165)
BFH, Entscheidung vom 11.12.1986 - IV R 222/84 (https://dejure.org/1986,165)
BFH, Entscheidung vom 11. Dezember 1986 - IV R 222/84 (https://dejure.org/1986,165)
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EStG § 15 Abs. 3 Nr. 2, § 15 Abs. 1 Nr. 2, § 6 Abs. 1 Nr. 2
Schein-KG - Sondervergütung - Gewinn des Gesellschafters - Aktivierung in der Gesellschaftsbilanz - Stundung - Zinsen - Teilwertabschreibung
BFHE 149, 149
BB 1987, 1078
BStBl II 1987, 553
Entsprechend auch der Auffassung des vorlegenden Senats ist die Geprägegesellschaft deshalb in Wirklichkeit regelmäßig eine GbR, auch wenn sie in der Form der Schein-KG auftritt (BFH-Urteile vom 10. Juli 1986 IV R 12/81, BFHE 147, 63, BStBl II 1986, 811, und vom 11. Dezember 1986 IV R 222/84, BFHE 149, 149, BStBl II 1987, 553; Groh, DB 1987, 1006, 1009).
Ist ein Gesellschafter - wie im Streitfall die GmbH - aufgrund des KG-Gesellschaftsvertrages zum Tätigwerden im Sinne eines gesellschaftsrechtlichen Beitrags (§ 706 Abs. 3 BGB) verpflichtet, so stellt sich ein hierfür von der KG zu leistender Aufwendungsersatz nicht als Sondervergütung nach § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG, sondern als Vorabgewinn dar, der - als Teil der Gewinnverteilung - weder den Handelsbilanz- noch den Steuerbilanzgewinn mindert (…Söffing, a. a. O., S. 132, 169, 181, 185, 187; BFH-Urteile vom 6. Mai 1965 IV 135/64 U, BFHE 83, 1, BStBl III 1965, 502; BFHE 149, 149, BStBl II 1987, 553, 556).
Denn für die Besteuerung kann es keinen Unterschied machen, ob die Tätigkeit des Gesellschafters von der Personengesellschaft durch einen Vorabgewinn oder durch besonderes schuldrechtliches (gewinnunabhängiges) Entgelt abgegolten wird (Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 23. Mai 1979 I R 163/77, BFHE 128, 213, BStBl II 1979, 757; vom 11. Dezember 1986 IV R 222/84, BFHE 149, 149, BStBl II 1987, 553; vom 23. April 1996 VIII R 53/94, BFHE 180, 371, BStBl II 1996, 515; Woerner in Steuerberater-Kongress-Report 1982, 193 ff.;… L. Schmidt, Einkommensteuergesetz, 17. Aufl., § 15 Rz. 580).
Die Gesellschafter einer GbR sind grundsätzlich als persönlich haftende Gesellschafter anzusehen (BFH-Urteil vom 17. Dezember 1992 IX R 7/91, BFHE 170, 497, BStBl II 1994, 492 unter III. der Gründe m. w. N.); von diesem Grundsatz ist auch im Streitfall auszugehen (vgl. zu den Ausnahmen BFH, a. a. O., und - für die Schein-KG - Urteil vom 11. Dezember 1986 IV R 222/84, BFHE 149, 149, BStBl II 1987, 553).
Er vertrat unter Hinweis auf das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 11. Dezember 1986 IV R 222/84 (BFHE 149, 149, BStBl II 1987, 553) und den sog. Mitunternehmer-Erlaß vom 20. Dezember 1977 (BStBl I 1978, 8, 16, Tz. 86 und 88) die Ansicht, daß die Leistungen der Klägerin nicht unter § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, 2. Halbsatz des Einkommensteuergesetzes (EStG) fielen.
Vielmehr werden auch Leistungen im Rahmen eines Werkvertrags oder eines Geschäftsbesorgungsvertrags i.S. der §§ 631, 675 BGB erfaßt (vgl. BFH-Urteile vom 23. Mai 1979 I R 56/77, BFHE 128, 505, BStBl II 1979, 763; in BFHE 149, 149, BStBl II 1987, 553, 555, unter 3. b der Entscheidungsgründe, m.w.N.).
Diese Ansicht hat er in seinem Urteil in BFHE 149, 149, BStBl II 1987, 553, 555 (unter 3. b der Entscheidungsgründe) bestätigt und als die von dem Gesellschafter geschuldete und mit einer Prämie vergütete Leistung lediglich die Baubetreuung angesehen; die Prämie sei nicht als Entgelt aufgrund eines Werk- oder Werklieferungsvertrags zu beurteilen.
Besteht diese Leistung nicht ausnahmsweise in einer Warenlieferung von mehr als untergeordneter Bedeutung, bezieht der Mitunternehmer ungeachtet der Aktivierung eine Sondervergütung i.S. des § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG (BFH-Urteile vom 11. Dezember 1986 IV R 222/84, BFHE 149, 149, BStBl II 1987, 553, und vom 28. Oktober 1999 VIII R 41/98, BFHE 190, 394, BStBl II 2000, 339).
a) Der Senat geht mit der überwiegenden Auffassung im Schrifttum (…vgl. Schmidt, Einkommensteuergesetz, 14. Aufl., § 15 Rz. 222, m. w. N.) davon aus, daß der Begriff der Geschäftsführung in § 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG gesellschaftsrechtlich im Sinne seiner Verwendung in §§ 114 bis 117, 164 des Handelsgesetzbuches (HGB) und §§ 709 bis 713 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) zu verstehen ist (vgl. auch bereits Senatsurteil vom 11. Dezember 1986 IV R 222/84, BFHE 149, 149, BStBl II 1987, 553).
a) Langfristig gestundete Entgelte sind nach ständiger Rechtsprechung des BFH selbst bei einem ausdrücklichen Ausschluß einer Verzinsung durch die Vertragsparteien in einen steuerbaren Zinsanteil und einen nicht steuerbaren Tilgungsanteil aufzuteilen (BFH-Urteile in BFHE 114, 463, BStBl II 1975, 431; vom 11. Dezember 1986 IV R 222/84, BFHE 149, 149, BStBl II 1987, 553, unter 4. b;… vom 26. Juni 1996 VIII R 67/95, BFH/NV 1997, 175;… BFH-Beschluß vom 8. Januar 1998 VIII B 76/96, BFH/NV 1998, 963;… Dötsch in Kirchhof/Söhn, a.a.O., § 20 Rdnr. I 73 f.).
Dies ist ausnahmsweise aber dann anders, wenn Anschaffungskosten vorliegen (vgl. BFH-Urteile vom 23. Mai 1979 I R 56/77, BFHE 128, 505, BStBl II 1979, 763; vom 11. Dezember 1986 IV R 222/84, BFHE 149, 149, BStBl II 1987, 553; vom 8. Februar 1996 III R 35/93, BFHE 179, 526, BStBl II 1996, 427).
FG Sachsen, 02.06.1993 - 2 K 20/93