Source: http://selbstregulierung.ch/d/mitgliedschaft/standesregeln.html
Timestamp: 2019-12-08 15:22:24
Document Index: 371754970

Matched Legal Cases: ['Art. 148', 'Art. 5', 'Art. 4', 'Art. 3', 'Art. 10', '§5']

(Neue Fassung vom 6. Dezember 2013)
Hinweis: Die Standesregulierung hat eine eigene Webseite: www.polyasset.ch
Das Kollektivanlagengesetz (KAG) sieht für den Vertrieb von kollektiven Kapitalanlagen (zum Beispiel Fondsanteile, ETF's) eine Bewilligungspflicht vor. Es ist jedermann bei Strafe untersagt, ohne Bewilligung in- und ausländische kollektive Kapitalanlagen zu vertreiben (Art. 148 Abs. 1 Bst. d KAG). Als unerlaubter Vertrieb gilt auch die Verwendung von kollektiven Kapitalanlagen als Anlagemittel im Rahmen eines Vermögensverwaltungsvertrages. Nicht unter diese Regelung fallen strukturierte Produkte, die nach Art. 5 KAG und Art. 4 KKV zum öffentlichen Vertrieb zugelassen sind.
Dies bedeutet im Ergebnis, dass der Vermögensverwalter im Rahmen der Ausführung seines Auftrags keine kollektiven Kapitalanlagen einsetzen kann, ohne gegen die Strafbestimmung des KAG zu verstossen. Eine Alternative findet sich in Art. 3 Abs. 2 Bst. c KAG, wo als Ausnahme bestimmt wird:
2Nicht als Vertrieb gelten:
dieser als Finanzintermediär nach Artikel 2 Absatz 3 Buchstabe e des Geldwäschereigesetzes vom 10. Oktober 1997 unterstellt ist,
Für Vermögensverwalter, die sich genehmigten Standesregeln unterstellen, fallen deshalb verschiedene Restriktionen weg. Sie können in Ausführung ihres Vermögensverwaltungsauftrags für ihre Kunden kollektive Kapitalanlagen (auch nicht bewilligte, die zum Vertrieb in der Schweiz nicht zugelassen sind) verwenden, ohne dass dies als unerlaubter Vertrieb gilt. Keine Bewilligungspflicht entsteht beim Vertrieb von kollektiven Kapitalanlagen ausschliesslich an qualifizierte Anleger im Sinne von Art. 10 Abs. 3 Bst. a. und b. KAG, sofern sie nicht von ihrem Recht auf das opting out Gebrauch gemacht haben.
Die Unterstellung unter die Standesregeln erfolgt freiwillig. Es bedarf hierzu einer besonderen Unterstellungserklärung. Mit den Standesregeln wird der Vermögensverwalter verpflichtet, uneingeschränkt die Interessen seiner Kunden zu wahren. Die Einhaltung der Standesregeln wird jährlich überprüft. Bei Verstössen gilt das Sanktionssystem der SRO.
Standesregeln Vermögensverwalter
Reglement über Kontrolle und Sanktionierung der Standesregeln
Prüfbericht -A- (VV-Verträge)
Prüfbericht -B- (materielle Prüfung)
FINMA Rundschreiben 2013/9: Vertrieb kollektiver Kapitalanlagen
Anmeldeformular Unterstellung unter die Standesregeln
Merkblatt zur Unterstellungspflicht
Unterstellung unter die Standesregeln
Mitglieder der SRO PolyReg können sich den Standesregeln unterstellen. Dabei ist wie folgt vorzugehen:
Lesen Sie den Text der Standesregeln genau durch. Entscheiden Sie, ob Sie diese Regeln einhalten können und wollen.
Lesen Sie den Text des Reglements über Kontrolle und Sanktionierung der Standesregeln.
Wählen Sie eine fachkundige Prüfstelle, welche zur Vornahme von Prüfungen nach den Finanzmarktgesetzen zugelassen ist. Diese kann mit Ihrer aktienrechtlichen Revisionsstelle oder der GwG-Prüfstelle identisch sein, muss es aber nicht. Lassen Sie sich die Annahme des Mandats schriftlich bestätigen.
Füllen Sie das Anmeldeformular vollständig aus. Die Beilagen gemäss §5 des Reglements, über welche die SRO PolyReg bereits verfügt, brauchen nicht mehr beigelegt zu werden. Reichen Sie den Antrag dem Geschäftsführer ein.
Neu abgeschlossene Vermögensverwaltungsverträge müssen den Anforderungen der Standesregeln entsprechen. Bestehende Verträge sind an die Bestimmungen der Standesregeln anzupassen.
Denken Sie daran, Ihre Prüfstelle rechtzeitig mit der Prüfung zu beauftragen, damit der Prüfbericht innert Frist eingereicht werden kann. PolyReg erlässt keine entsprechende Aufforderung an Sie oder den Prüfer. Für den Rapport der Prüfstelle ist das entsprechende Formular zu verwenden.