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Timestamp: 2016-10-21 20:10:52
Document Index: 115372515

Matched Legal Cases: ['Art. 90', 'Art. 72', 'Art. 76', 'Art. 51', 'Art. 74', 'Art. 100', 'Art. 75', 'BGE', 'Art. 405', 'BGE', 'Art. 308', 'Art. 319', 'e contrario', 'Art. 42', 'Art. 106', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 106', 'Art. 95', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 394', 'BGE', 'BGE', 'Art. 47', 'Art. 99', 'Art. 47', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 47', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 97', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 65', 'Art. 66', 'Art. 68']

4A_521/2011 (05.03.2012)
vertreten durch Rechtsanwalt Peter J�ger,
Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich, II. Zivilkammer, vom 23. Juni 2011.
Die 1952 geborene, an einer angeborenen H�ftgelenkserkrankung leidende A.________ (Beschwerdef�hrerin) unterzog sich am 16. September 1993 einem operativen Eingriff, anl�sslich welchem Dr. med. B.________ (Beschwerdegegner) am rechten H�ftgelenk Verkalkungen sowie einen Schleimbeutel entfernte und eine Tractopexie (chirurgische Behandlung einer "schnellenden H�fte", bei welcher ein Muskel am Oberschenkelknochen neu befestigt wird) durchf�hrte. Seither leidet die Beschwerdef�hrerin, die bereits im Jahre 1973 die gleiche Operation hatte vornehmen lassen, verst�rkt an einer Atrophie (R�ckbildung, Schwund) der H�ftspreizmuskeln und ist auf Grund der schmerzhaften Funktionsst�rung des rechten H�ftgelenks wesentlich beeintr�chtigt (t�gliche Einnahme von Schmerzmitteln, Gehhilfe erforderlich, Bezug einer halben Invalidenrente, keine sportlichen und anstrengenden T�tigkeiten im Haushalt mehr m�glich).
Die Beschwerdef�hrerin machte in der Folge die vom Beschwerdegegner vorgenommene Tractopexie f�r ihre Leiden verantwortlich. Der Beschwerdegegner bestritt demgegen�ber namentlich das Bestehen eines rechtsgen�glichen Kausalzusammenhangs zwischen der Operation und den bestehenden gesundheitlichen Beeintr�chtigungen und lehnte jegliche Haftung ab.
B.a Mit (Teil-)Klage vom 15. Oktober 2002 liess die Beschwerdef�hrerin beim Bezirksgericht Z�rich eine Genugtuung nebst Zins in einer nach richterlichem Ermessen festzusetzenden H�he "(Streitwert �ber Fr. 30'000.--)" einfordern; ferner sei davon Vormerk zu nehmen, dass sie sich "die weiteren Schadenersatzforderungen" aus der Behandlung beim Beschwerdegegner im Jahre 1993 vorbehalte. Dieser (und weiteren) Eingabe(n) lagen u.a. ein FMH-Gutachten der Dres. med. C.________, Oberarzt, und D.________, Chefarzt, Spital X.________, Klinik f�r orthop�dische Chirurgie, vom 8. November 1996 sowie Berichte von PD Dr. med. E.________, Oberarzt, Klinik Y.________, vom 6. M�rz 1999, Prof. Dr. med. F.________, �rztlicher Direktor und Chefarzt, und Dr. med. G.________, Assistenzarzt, Klinik Z.________, vom 13. Dezember 1995 und von Prof. Dr. med. H.________, Chefarzt Neurologie, Klinik Q.________, vom 27. September 1994 bei. Das Bezirksgericht erachtete es als erwiesen, dass der Beschwerdegegner die Beschwerdef�hrerin bez�glich der am 16. September 1993 durchgef�hrten Tractopexie und deren m�glichen Folgen nur ungen�gend aufgekl�rt habe, weshalb daf�r keine rechtfertigende Einwilligung der Beschwerdef�hrerin vorhanden gewesen sei. Da es auch die �brigen Haftungsvoraussetzungen, insbesondere den (nat�rlichen und ad�quaten) Kausalzusammenhang zwischen dem besagten Eingriff und der Verschlechterung des Gesundheitszustandes, bejahte, wurde die Klage mit Urteil vom 23. Januar 2007 teilweise gutheissen und der Beschwerdef�hrerin eine Genugtuung in H�he von Fr. 35'000.-- nebst Zins seit 16. September 1993 zugesprochen; soweit diesen Betrag �bersteigend wies es die Rechtsvorkehr ab.
B.b Am 10. Juni 2008 nahm das Obergericht des Kantons Z�rich, an welches der Beschwerdegegner mittels Berufung gelangt war, beschlussweise davon Vormerk, dass das bezirksgerichtliche Urteil insofern rechtskr�ftig sei, als damit die Klage im Fr. 35'000.-- �bersteigenden Umfang abgewiesen worden sei. Mit am gleichen Tag ergangenem Urteil wies es die Klage ab, da der Beschwerdef�hrerin, welche einen Bericht von Prof. Dr. med. I.________, Spezialarzt FMH f�r Neurologie vom 31. Mai 2007 hatte auflegen lassen, der Beweis f�r das Bestehen eines nat�rlichen Kausalzusammenhangs zwischen ihren gesundheitlichen Sch�digungen und der Tractopexie vom 16. September 1993 nicht gelungen sei.
Gegen den obergerichtlichen Beschluss und das gleichentags erlassene Urteil erhob die Beschwerdef�hrerin Nichtigkeitsbeschwerde beim Kassationsgericht des Kantons Z�rich. Mit Zirkulationsbeschluss vom 10. Juli 2009 wies dieses die gegen den Beschluss vom 10. Juni 2008 gerichtete Beschwerde ab; die gegen das obergerichtliche Urteil eingereichte Beschwerde hiess es demgegen�ber gut, hob das angefochtene Urteil auf und wies die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erw�gungen an die Vorinstanz zur�ck.
Das Obergericht beauftragte daraufhin Prof. Dr. med. J.________, Chefarzt, Klinik f�r orthop�dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Spital R.________, mit der Abfassung eines Gutachtens, welches dieser zusammen mit med. pract. K.________ am 12. November 2010 erstattete. Namentlich auf dieser Grundlage wies es die Klage mangels haftungsbegr�ndender (nat�rlicher) Kausalit�t zwischen dem operativen Eingriff vom 16. September 1993 und den gesundheitlichen Beeintr�chtigungen der Beschwerdef�hrerin mit Urteil vom 23. Juni 2011 ab; es erwog im Wesentlichen, dass bereits vor der besagten Operation eine erhebliche Atrophie vorgelegen habe und deren nachfolgende Zunahme nicht mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit auf den operativen Eingriff zur�ckzuf�hren sei.
Die Beschwerdef�hrerin l�sst Beschwerde in Zivilsachen erheben und beantragen, in Aufhebung des angefochtenen Urteils sei der Beschwerdegegner zu verpflichten, ihr Genugtuung im Betrag von Fr. 35'000.-- nebst Zins zu 5 % seit dem 16. September 1993 zu bezahlen. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur�ckzuweisen, damit diese nach Erg�nzung des Beweisverfahrens in der Sache selbst entscheide. Der Beschwerdegegner l�sst auf Abweisung der Beschwerde schliessen, soweit darauf einzutreten sei.
1.1 Die Beschwerde richtet sich gegen einen Endentscheid (Art. 90 BGG) in einer Zivilsache (Art. 72 Abs. 1 BGG). Die Rechtsbegehren der Beschwerdef�hrerin sind im kantonalen Verfahren nicht gesch�tzt worden (Art. 76 Abs. 1 BGG), der massgebende Streitwert betr�gt mehr als Fr. 30'000.-- (Art. 51 in Verbindung mit Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und die Beschwerdefrist ist eingehalten (Art. 100 Abs. 1 BGG).
1.2 Das angefochtene obergerichtliche Urteil vom 23. Juni 2011 ist nur insofern der Beschwerde zug�nglich, als es das Erfordernis der Letztinstanzlichkeit erf�llt, mithin f�r gegen dieses erhobene R�gen kein kantonales Rechtsmittel mehr offen stand (Art. 75 Abs. 1 BGG; BGE 134 III 524 E. 1.3 S. 527). Gem�ss �� 281 ff. der per 1. Januar 2011 aufgehobenen Zivilprozessordnung des Kantons Z�rich vom 13. Juni 1976 (aZPO/ZH) konnte gegen Urteile des Obergerichts kantonale Nichtigkeitsbeschwerde an das Kassationsgericht des Kantons Z�rich erhoben werden. Nach Art. 405 Abs. 1 der seit dem 1. Januar 2011 massgebenden Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) gilt f�r die Rechtsmittel das Recht, das bei der Er�ffnung des Entscheides in Kraft ist. Das betreffende Urteil wurde nach Inkrafttreten der eidgen�ssischen ZPO er�ffnet, womit f�r das Rechtsmittelverfahren das neue Recht Anwendung findet (BGE 137 III 127 E. 2 S. 130). Dieses sieht gegen zweitinstanzliche Entscheide kein innerkantonales Rechtsmittel mehr vor (Art. 308 Abs. 1 und Art. 319 ZPO e contrario). Damit erweist sich der angefochtene Entscheid hinsichtlich s�mtlicher im Rahmen der Beschwerde in Zivilsachen zul�ssiger R�gen als letztinstanzlich. Auf die Beschwerde in Zivilsachen ist daher unter Vorbehalt hinreichend begr�ndeter R�gen (Art. 42 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 106 Abs. 2 BGG) einzutreten.
2.1 Nach Art. 105 BGG legt das Bundesgericht seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Abs. 1). Es kann diese Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Abs. 2). Die Voraussetzungen f�r eine Sachverhaltsr�ge nach Art. 97 Abs. 1 BGG und f�r eine Berichtigung des Sachverhalts von Amtes wegen nach Art. 105 Abs. 2 BGG stimmen im Wesentlichen �berein. Soweit es um die Frage geht, ob der Sachverhalt willk�rlich oder unter verfassungswidriger Verletzung einer kantonalen Verfahrensregel ermittelt worden ist, sind strenge Anforderungen an die Begr�ndungspflicht der Beschwerde gerechtfertigt. Entsprechende Beanstandungen sind vergleichbar mit den in Art. 106 Abs. 2 BGG genannten R�gen. Die beschwerdef�hrende Partei, welche die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz anfechten will, kann sich nicht damit begn�gen, den bestrittenen Feststellungen eigene tats�chliche Behauptungen gegen�berzustellen oder darzulegen, wie die Beweise ihrer Ansicht nach zu w�rdigen gewesen w�ren. Vielmehr hat sie klar und substanziiert aufzuzeigen, inwiefern die ger�gten Feststellungen bzw. die Unterlassung von Feststellungen offensichtlich unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen (vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4.3 S. 254 f.; 133 III 350 E. 1.3 S. 350 f., 393 E. 7.1 S. 398, 462 E. 2.4 S. 466 f.). Soweit die beschwerdef�hrende Partei den Sachverhalt erg�nzen will, hat sie zudem mit Aktenhinweisen darzulegen, dass sie entsprechende rechtsrelevante Tatsachen und taugliche Beweismittel bereits bei den Vorinstanzen prozesskonform eingebracht hat (Urteile [des Bundesgerichts] 4A_214/2008 vom 9. Juli 2008 E. 1.2, nicht publ. in: BGE 134 III 570, und 4A_470/2009 vom 18. Februar 2010 E. 1.2). Auf eine Kritik an den tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz, die diesen Anforderungen nicht gen�gt, ist ebenso wenig einzutreten (BGE 133 II 249 E. 1.4.3 S. 255) wie auf Vorbringen, die in den tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz keine St�tze finden, ohne dass dazu eine taugliche Sachverhaltsr�ge im vorstehenden Sinne substanziiert wird, oder auf R�gen, die auf solchen Einw�nden aufbauen (Urteil [des Bundesgerichts] 4A_275/2011 vom 20. Oktober 2011 E. 2, nicht publ. in: BGE 137 III 539).
2.2 Willk�rlich ist ein Entscheid nicht schon dann, wenn eine andere L�sung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen w�re. Das Bundesgericht hebt einen kantonalen Entscheid wegen Willk�r vielmehr nur auf, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft. Dabei gen�gt es nicht, wenn sich nur die Begr�ndung des angefochtenen Entscheides als unhaltbar erweist. Eine Aufhebung rechtfertigt sich nur dann, wenn der Entscheid auch im Ergebnis verfassungswidrig ist (BGE 134 II 124 E. 4.1 S. 133 mit Hinweisen). R�gen betreffend die Beweisw�rdigung sind nach Massgabe von Art. 106 Abs. 2 BGG zu begr�nden (BGE 133 II 249 E. 1.4.3 S. 254 f. mit Hinweisen).
Streitig und zu pr�fen ist, ob die Vorinstanz die von der Beschwerdef�hrerin mit Blick auf im Nachgang zu der am 16. September 1993 durchgef�hrten Tractopexie aufgetretene gesundheitliche Beeintr�chtigungen eingeklagte Genugtuungsforderung zu Recht abgelehnt hat.
3.1 Unbestrittenermassen ist zwischen den Parteien ein �rztlicher Behandlungsvertrag zustande gekommen. Dieser ist gem�ss Lehre und Rechtsprechung als Auftrag im Sinne von Art. 394 ff. OR zu qualifizieren. Der Beschwerdegegner hat sich damit verpflichtet, nach den Regeln der �rztlichen Kunst auf einen erw�nschten Erfolg - und damit spiegelbildlich auf den Nichteintritt von Ereignissen, welche diesen verhindern - hinzuwirken. Er war jedoch weder zur tats�chlichen Herbeif�hrung des Erfolgs im Sinne einer Garantie noch zur effektiven Vermeidung von sch�digenden Ereignissen verpflichtet, denn ihn traf nur die Verpflichtung, nach den Regeln seines Metiers f�r die Beschwerdef�hrerin t�tig zu werden. Jeder �rztlichen Handlung und jeder Krankheit sind denn auch gewisse Gefahren und Risiken immanent (BGE 120 Ib 411 E. 4a S. 412 ff.; vgl. auch BGE 133 III 121 E. 3.1 S. 123 ff. und E. 3.4 S. 127 mit Hinweisen).
Bei der K�rperverletzung eines Menschen kann das Gericht, unter W�rdigung der besonderen Umst�nde, der verletzten Person eine Genugtuung zusprechen (Art. 47 OR). Das Vertragsrecht enth�lt zwar keine eigene Anspruchsnorm f�r eine Genugtuung. Die Verweisung in Art. 99 Abs. 3 OR umfasst indessen namentlich auch Art. 47 OR (BGE 116 II 519 E. 2c S. 520 f. mit Hinweisen). Die zu dieser Norm entwickelten Grunds�tze sind daher auf die Vertragshaftung ebenfalls anwendbar. Eine Genugtuung kann im hier zu beurteilenden Kontext folglich nur gesprochen werden, wenn sowohl die allgemeinen Voraussetzungen f�r eine Haftpflicht (Schaden, widerrechtliche Handlung [im Sinne einer Sorgfaltspflichtverletzung; BGE 133 III 121 E. 3.1 S. 124 und E. 4.1.1 S. 128 f.], Kausalzusammenhang, Verschulden; BGE 137 III 539 E. 5.2 S. 544 mit Hinweisen; 132 III 359 E. 3.1 S. 362 f.) als auch weitere, sich aus Art. 47 OR direkt ergebende besondere Voraussetzungen erf�llt sind.
3.2 Als rechtskr�ftig beurteilt hat nach den Feststellungen im angefochtenen Urteil zu gelten, dass es f�r die am 16. September 1993 durch den Beschwerdegegner an der rechten H�fte - neben der Entfernung eines Teils der Verkalkungen und eines Schleimbeutels - vorgenommene Tractopexie sowohl an einer den Eingriff rechtfertigenden ausdr�cklichen wie auch hypothetischen Einwilligung der Beschwerdef�hrerin gefehlt hat. Die Operation erfolgte mithin, soweit sie die Tractopexie betrifft, widerrechtlich. Als nicht gen�gend erwiesen erachtete das kantonale Gericht jedoch das Haftungserfordernis des nat�rlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Eingriff und den im Anschluss aufgetretenen gesundheitlichen Beeintr�chtigungen der Beschwerdef�hrerin.
3.2.1 Zwischen einem die Haftung begr�ndenden Umstand und der rechtswidrigen K�rpersch�digung (bzw. deren Folgen), f�r welche eine Genugtuung verlangt wird, muss das Verh�ltnis von Ursache und Wirkung bestehen (urs�chlicher Zusammenhang, Kausalzusammenhang). Der nat�rliche Kausalzusammenhang ist gegeben, wenn ein Verhalten (Umstand) unabdingbare Voraussetzung (conditio sine qua non) f�r das geltend gemachte Schadensereignis ist. Dabei gen�gt - in Abweichung vom bundesgerichtlichen Regelbeweismass - der Nachweis der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 133 III 153 E. 3.3 S. 162; 132 III 715 E. 3.2 S. 720; je mit Hinweisen; Urteil [des Bundesgerichts] 4A_220/2010 vom 11. Oktober 2010 E. 8.2.1).
3.2.2 Die Feststellung dar�ber, ob ein nat�rlicher Kausalzusammenhang besteht, beschl�gt die tats�chlichen Verh�ltnisse und bindet das Bundesgericht grunds�tzlich (E. 2 hievor; BGE 130 III 591 E. 5.3 S. 601 mit Hinweisen). Zul�ssige R�ge bildet demgegen�ber der Vorwurf, die Vorinstanz habe den bundesrechtlichen Begriff der nat�rlichen Kausalit�t verkannt (vgl. BGE 128 III 22 E. 2d S. 25).
4.1 Zusammenfassend hat die Vorinstanz in einl�sslicher W�rdigung der medizinischen Aktenlage, namentlich des FMH-Gutachtens vom 8. November 1996 sowie der Berichte von Prof. Dr. med. F.________ und Dr. med. G.________ vom 13. Dezember 1995 und von Prof. Dr. med. H.________ vom 27. September 1994, erwogen, es sei der Beschwerdef�hrerin nicht gelungen, mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit darzutun, dass die Atrophie ihrer rechten Ges�ssmuskeln bzw. die daraus resultierenden k�rperlichen und seelischen Beeintr�chtigungen eine Folge der am 16. September 1993 vom Beschwerdegegner durchgef�hrten Tractopexie darstellten. Weder sei (durch neurologische bzw. neurophysiologische Abkl�rungen oder Biopsien) der Beweis daf�r erbracht, dass der Nervus glutaeus superior (oberer Ges�ssnerv) anl�sslich der Operation verletzt worden sei, noch lasse sich durch Ausschluss aller anderen m�glichen Ursachen indirekt auf eine L�sion schliessen, welche den geklagten Muskelschwund bewirkt habe. Mangle es somit am Nachweis des nat�rlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem fraglichen Handeln des Beschwerdegegners und der K�rpersch�digung der Beschwerdef�hrerin, entfalle eine Haftung des Beklagten und damit auch die Voraussetzung f�r die Zusprechung der beantragten Genugtuung.
4.2 Die Beschwerdef�hrerin bringt dagegen letztinstanzlich im Wesentlichen vor, indem das kantonale Gericht im Lichte der vorhandenen �rztlichen Unterlagen auch eine indirekte Verletzung des Nervus glutaeus superior als nicht mit dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt beurteilt habe, sei der bundesrechtliche Kausalit�tsbegriff verletzt und eine willk�rliche Beweisw�rdigung sowie eine unrichtige bzw. unvollst�ndige Sachverhaltsfeststellung im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG vorgenommen worden. Nicht (mehr) geltend gemacht wird, dass die medizinische Dokumentation eine durch den operativen Eingriff vom 16. September 1993 unmittelbar bewirkte L�sion des betreffenden Nervs belegt.
4.2.1 Soweit die Beschwerdef�hrerin sich zur Untermauerung ihres Standpunktes auf die Stellungnahme von PD Dr. med. E.________ vom 6. M�rz 1999 beruft, kann daraus, wie die Vorinstanz insbesondere unter Bezugnahme auf mehrheitlich abweichende �rztliche Aussagen ausf�hrlich dargelegt hat, nicht auf eine �berwiegend wahrscheinlich operativ verursachte indirekte Verletzung des Nervus glutaeus superior geschlossen werden. Zwar h�lt PD Dr. med. E.________ daf�r, der im Narbengewebe eingebettete Nerv (glutaeus superior) sei wenig verschieblich und k�nne daher nicht ausweichen. Der dadurch entstandene Dehnungsschaden habe im vorliegenden Fall �ber Monate zum kompletten Ausfall des Nervs und konsekutiver fettiger Degeneration der Muskeln gef�hrt. Zugleich bezeichnete er den von ihm beschriebenen Verletzungsmechanismus indessen als blossen "Erkl�rungsversuch" und "wahrscheinlichste" Schadensgenese. Zudem erw�hnte er "bleibende Unschl�ssigkeiten", indem schwer erkl�rbar sei, weshalb die Nervenversorgung des Musculus tensor fasciae latae unversehrt geblieben sei und die mehrfachen neurophysiologischen Kontrollen die weitere Innervation des Muskels ergeben h�tten. Vor diesem Hintergrund wie auch den Schlussfolgerungen der FMH-Gutachter (vom 8. November 1996), wonach der Nervus glutaeus superior "weitab vom Operationsfeld" liege und es deshalb zumindest zweifelhaft erscheine, ob der Nerv von der ersten Operation her in ein Narbengewebe eingebettet gewesen sei, k�nnen die tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz jedenfalls nicht als unvollst�ndig oder offensichtlich unrichtig bzw. auf einer willk�rlichen W�rdigung der Darlegungen von PD Dr. med. E.________ basierend betrachtet werden.
4.2.2 Die Beschwerdef�hrerin verweist im Weiteren auf einen Auszug aus der Krankengeschichte (KG) von Prof. Dr. med. L.________, Chefarzt Orthop�die, Klinik Q.________, vom 11. Oktober 1994. Daraus l�sst sich jedoch ebenfalls nichts zu ihren Gunsten ableiten, weist der angerufene Arzt doch ausdr�cklich darauf hin, dass nicht eruierbar sei, woher die erhebliche Degeneration im Bereich der Glutaeusmuskulatur herr�hre. Entgegen der Betrachtungsweise der Beschwerdef�hrerin sind dem entsprechenden Vermerk keine Anhaltspunkte daf�r zu entnehmen, dass Prof. Dr. med. L.________ von einer direkten oder indirekten Verletzung des Nervus glutaeus superior ausgegangen w�re, zumal dieser bereits in seinem Bericht vom 23. Dezember 1993 eine beachtliche funktionelle (und weniger eine neurologische) Komponente f�r das Leiden verantwortlich gemacht hatte. Ebenso wenig vermag ferner der Hinweis auf die Aktennotiz von PD Dr. med. H.________ vom 10. Oktober 1994 die vorinstanzliche Erkenntnis zu ersch�ttern. Die darin enthaltene Aussage, der beigezogene Pathologe Dr. med. N.________ denke �tiologisch an die Folge einer Isch�mie durch �berdehnung oder direkte Verletzung des Blutgef�sses, findet keine St�tze in anderen �rztlichen Stellungnahmen. Eine durch das kantonale Gericht begangene Verletzung von Art. 97 Abs. 1 BGG oder Art. 9 BV ist nicht ersichtlich. Schliesslich f�hrt auch der von der Beschwerdef�hrerin beigezogene Bericht von Prof. Dr. med. I.________ vom 31. Mai 2007 zu keinem anderen Ergebnis. Zwar stellte der Neurologe, welchem bei seiner Beurteilung keine detaillierten anamnestischen Angaben zur Verf�gung standen, fest, dass, falls die beschriebene L�hmungserscheinung einseitig sei und nicht eine Erkrankung des H�ftgelenks (kongenitale H�ftluxation oder Status nach Fraktur oder Operation des H�ftgelenks) vorliege, urs�chlich praktisch nur eine L�sion des die betreffenden Muskeln versorgenden Nervus glutaeus superior in Frage komme. Gleichzeitig pr�zisierte er indes, dass, sofern f�r Muskelatrophie und Parese tats�chlich eine Sch�digung des Nervs verantwortlich zeichne, eine entsprechende bildgebende Objektivierung ohne Weiteres m�glich sei. Entscheidend sei, ob ein Jahr nach der m�glichen peripheren Nervenl�sion, d.h. im Zeitpunkt der Untersuchung durch Prof. Dr. med. H.________, im Muskel Zeichen einer Denervation bestanden h�tten. Wie der Bericht von Prof. Dr. med. H.________ vom 27. September 1994 deutlich veranschaulicht, liess sich gest�tzt auf damals vorgenommene elektromyographische Abkl�rungen aber keine muskul�re Durchtrennung nachweisen.
4.2.3 Was sodann den Bericht von Dr. med. M.________, Institut f�r Pathologie, Krankenhaus S.________, bez�glich einer am 2. Mai 1996 durchgef�hrten Biopsie anbelangt, wird darin keine abschliessende Beurteilung der Genese der H�ftbeschwerden vorgenommen. Der Arzt f�hrt lediglich aus, dass es sich "um eine heterotope Ossifikation im Bereich des rechten H�ftgelenkes mit Ausbildung einer Bursa sowie um eine lipomat�se Muskelatrophie im Bereich des Musculus glutaeus medius" handle und anhand des vorliegenden Materials "die Ver�nderungen an der Muskulatur nur sehr bedingt beurteilbar" seien. Daraus wie auch aus dem Hinweis, das histologische Bild spreche eher f�r eine neurogene Atrophie als f�r eine Myopathie im engeren Sinne, lassen sich mit der Vorinstanz keine R�ckschl�sse auf einen mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit erstellten Kausalzusammenhang zwischen der Tractopexie vom 16. September 1993 und dem geklagten Beschwerdebild ziehen. Nicht aussagekr�ftig ist diesbez�glich auch der Biopsiebericht von Prof. Dr. med. O.________, Institut T.________, vom 24. Mai 1996, wonach ein lipotam�s umgebauter Skelettmuskel vorliege, der Anhaltspunkte f�r eine wohl prim�r neurogene, bereits �ltere Muskelatrophie aufweise. Ohne erg�nzende Histochemie, so der Arzt im Weiteren, k�nne die neurogene Natur einzelner Parenchyminseln indessen nicht mit letzter Sicherheit belegt werden.
4.2.4 Die Beschwerdef�hrerin nimmt letztinstanzlich Bezug auf die gerichtlich eingeholte Expertise von Prof. Dr. med. J.________ und med. pract. K.________ vom 12. November 2010. Danach erachteten die Gutachter eine direkte Sch�digung des Nervus glutaeus superior durch die fragliche Operation als nicht ausgewiesen. Eine indirekte Sch�digung des Nervs im Sinne einer Neuropathie durch indirekten Zug und/oder durch Abbauprodukte eines H�matoms wurde alsdann zwar nicht ausgeschlossen, die Urs�chlichkeit eines schleichenden Dehnungsschadens, der �ber Monate zu einem kompletten Ausfall des Nervs und zur Degeneration der Muskeln, d.h. zu einem Muskelschwund gef�hrt habe, aber als zum aktuellen Zeitpunkt nicht vollst�ndig beurteilbar bewertet. Die blosse M�glichkeit eines Zusammenhangs erf�llt das Erfordernis des Beweismasses der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit jedoch nicht. In Anbetracht der gutachtlichen Schlussfolgerungen ist die Feststellung im angefochtenen Entscheid, die von den Experten angedeutete - indes nicht vertieft begr�ndete - Teilverursachung der gesundheitlichen Beeintr�chtigung durch den besagten operativen Eingriff entbehre nicht einer gewissen Widerspr�chlichkeit, nachvollziehbar, jedenfalls aber nicht offensichtlich unhaltbar. Als obsolet erweist sich vor diesem Hintergrund insbesondere die mit Eingabe vom 17. Januar 2011 aufgeworfene Erg�nzungsfrage der Beschwerdef�hrerin ("W�re die Muskelatrophie der Kl�gerin an der Glutealmuskulatur auch ohne die Operation vom 16. September 1993 aufgetreten? Wenn ja, welche Ursache[n] w�re[n] mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit alleine oder mit anderen Ursache[n] daf�r verantwortlich?"). Der Verzicht des kantonalen Gerichts, die betreffende Frage den Gutachtern vorzulegen, erging daher im Rahmen einer zul�ssigen antizipierten Beweisw�rdigung, ohne dass dadurch der Anspruch der Beschwerdef�hrerin auf rechtliches Geh�r verletzt worden w�re (BGE 134 I 140 E. 5.3 S. 148; 124 V 90 E. 4b S. 94). Vor Augen zu halten ist angesichts der erforderlichen Gesamtw�rdigung des medizinischen Beweismaterials im �brigen stets auch das von der Beschwerdef�hrerin selber in das Verfahren eingebrachte, auf pers�nlichen Untersuchungen der Explorandin beruhende FMH-Gutachten vom 8. November 1996, nach welchem ein rechtsgen�glicher Kausalzusammenhang klar zu verneinen und ein operationsfremdes, multifaktorielles Geschehen f�r die geltend gemachten Gesundheitsst�rungen verantwortlich zu machen ist. Dessen Beweistauglichkeit nicht zu entkr�ften vermag insbesondere der Hinweis in der Beschwerde, wonach gegen�ber den mit der Sache befassten Experten die M�glichkeit einer indirekten Sch�digung des Nervus glutaeus superior nicht explizit thematisiert worden sei. Vielmehr wurden die FMH-Gutachter generell - mithin sowohl mit Blick auf direkte wie auch allf�llige indirekte Sch�digungen - gefragt, ob die Beeintr�chtigungen auf die fragliche Operation zur�ckzuf�hren seien.
4.2.5 Keine willk�rliche Beweisw�rdigung kann der Vorinstanz ferner vorgeworfen werden, wenn sie gest�tzt auf die medizinische Aktenlage feststellt, namentlich die bereits vor dem Eingriff vom 16. September 1993 vorgelegene erhebliche Atrophie der H�ftmuskulatur rechts, das von den FMH-Gutachtern ermittelte operationsfremde multifaktorielle Geschehen, die von Prof. Dr. med. L.________ erw�hnte Entz�ndung der H�fte im Sinne spondylogener Beschwerden (KG-Eintrag vom 11. Oktober 1994) und die im Nachgang am 16. April 1996 durch Prof. Dr. med. F.________ durchgef�hrte stark invasive dritte H�ftoperation st�nden der Annahme entgegen, es m�sse aus dem Fehlen einer anderen denkbaren Ursache auf eine Nervenverletzung geschlossen werden.
4.2.6 Die Beschwerdef�hrerin bem�ngelt schliesslich eine unzutreffende Beweislastverteilung. Indem es dem Beschwerdegegner nicht gelungen sei, eine andere M�glichkeit als die fragliche Operation als Ausl�ser f�r ihre gesundheitlichen Beeintr�chtigungen mit dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit darzutun, m�sse - im Sinne einer indirekten Beweisf�hrung - der Kausalzusammenhang als gegeben angesehen werden. Sie verkennt dabei, dass es ihr oblag, zu beweisen, dass die am 16. September 1993 durch den Beschwerdegegner vorgenommene Tractopexie �berwiegend wahrscheinlich die nachfolgend geklagten Gesundheitsst�rungen bewirkt hat (vgl. auch bezirksgerichtlicher Beweisbeschluss vom 23. August 2004, S. 4 ff.). Dies ist ihr mit der Vorinstanz nicht gelungen. In der entsprechenden Erkenntnis im angefochtenen Entscheid kann keine Verletzung von Art. 8 ZGB erblickt werden. Auch stellte das kantonale Gericht nicht zu geringe Anforderungen an den Gegenbeweis. Mit ihrer Argumentation thematisiert die Beschwerdef�hrerin in Tat und Wahrheit erneut Willk�r bei der Beweisw�rdigung, welche sie nach dem Gesagten indessen nicht aufzuzeigen vermochte. Anders lautende, f�r das Obergericht verbindliche rechtliche Vorgaben sind dem Zirkulationsbeschluss des Kassationsgerichts vom 10. Juli 2009 entgegen der in der Beschwerde vertretenen Betrachtungsweise nicht zu entnehmen.
4.3 Die Vorinstanz hat nach dem vorstehend Ausgef�hrten die bundesgerichtlichen Beweisanforderungen nicht missachtet. Sie hat keinen zwingenden Nachweis des Kausalzusammenhangs gefordert, sondern zutreffend dargetan, dass die �berwiegende Wahrscheinlichkeit grunds�tzlich gen�gt, eine solche im vorliegenden Fall aber nicht belegt ist. Vor diesem Hintergrund sind von zus�tzlichen Beweismassnahmen keine weitergehenden Aufschl�sse zu erwarten, sodass sich die eventualiter beantragte R�ckweisung der Angelegenheit zu erg�nzender medizinischer Begutachtung er�brigt (antizipierte Beweisw�rdigung; E. 4.2.4 hievor). Ebenfalls nicht durchzudringen vermag die Beschwerdef�hrerin mit ihrem Rechtsbegehren, es stehe ihr bereits auf Grund der Rechtswidrigkeit der am 16. September 1993 vorgenommenen Tractopexie ein Genugtuungsanspruch zu. Mangels Vorliegens eines rechtsgen�glichen Kausalzusammenhangs fehlt es an den allgemeinen Voraussetzungen einer Haftpflicht, welche eine entsprechende Forderung gegen�ber dem Beschwerdegegner begr�ndeten (vgl. E. 3.1 hievor).
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Gerichtskosten der Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen (Art. 65 Abs. 1, 2 und 3 lit. b in Verbindung mit Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG). Sie hat dem anwaltlich vertretenen Beschwerdegegner �berdies die Parteikosten zu ersetzen (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).