Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%2083/85
Timestamp: 2019-10-17 19:38:19
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Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 17', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 95', 'BGH', '§ 95', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 14', '§ 40', 'BGH', 'BGH', 'Art. 14', 'BGH']

BGH, 18.09.1986 - III ZR 83/85 - dejure.org
https://dejure.org/1986,212
BGH, 18.09.1986 - III ZR 83/85 (https://dejure.org/1986,212)
BGH, Entscheidung vom 18.09.1986 - III ZR 83/85 (https://dejure.org/1986,212)
BGH, Entscheidung vom 18. September 1986 - III ZR 83/85 (https://dejure.org/1986,212)
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Gesteinsabbaubetrieb - Enteignung - Entschädigung - Betriebsausdehnung
BGHZ 98, 341
NJW 1987, 1256
NJW-RR 1987, 590 (Ls.)
NVwZ 1987, 530 (Ls.)
Im Gesamtzusammenhang mit dieser Rechtsprechung seien auch die Senatsurteile zu sehen, in denen die Auslegung der Pläne in einem Planfeststellungsverfahren als maßgeblicher Zeitpunkt für die Ermittlung des Grundstückszustands in Rede gestanden habe (vgl. BGHZ 98, 341; BGH, Urteil vom 10. März 1977 - III ZR 195/74 -, WM 1977, 624; weiter: BGHZ 87, 66 und BGH…, Urteil vom 3. März 1983 - III ZR 94/81 -, VBlBW 1984, S. 33).
Die Eigentumsgewährleistung erstreckt sich lediglich auf den vorhandenen konkreten Bestand an Rechten und Gütern (vgl. BVerfG, Beschlüsse vom 31. Oktober 1984 - 1 BvR 35, 356, 794/82 - BVerfGE 68, 176 [223] und vom 26. Mai 1993 - 1 BvR 208/93 - NJW 1993, 2035 [2036] m.w.N., st.Rspr.; BGH, Urteil vom 18. September 1986 - III ZR 83/85 - BGHZ 98, 341 [351] m.w.N.; st.Rspr.).
Die durch Artikel 14 Abs. 1 GG geschützte Rechtsposition schließt künftige Gewinnchancen und einfachrechtlich ungesicherte bloße Erwerbsmöglichkeiten nicht ein (vgl. BVerfG…, Beschluß vom 31. Oktober 1984, aaO. S. 223 m.w.N.; BGH, Urteil vom 18. September 1986, aaO. S. 351 m.w.N.; BVerwG, Urteile vom 27. Mai 1981 - BVerwG 7 C 34.77 - Buchholz 451.22 AbfG Nr. 4 S. 1, vom 1. Dezember 1982 - BVerwG 7 C 111.81 - BVerwGE 66, 307 [309] und vom 11. November 1983 - BVerwG 4 C 82.80 - Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 55 S. 48 [49]).
Der Schutz der Eigentumsgarantie erstreckt sich nämlich nur auf den vorhandenen konkreten Bestand an Rechten und Gütern (vgl. BVerfG, Beschlüsse vom 31. Oktober 1984 - BVerfGE 68, 176 (223) und vom 26. Mai 1993 - 1 BvR 208/93 - NJW 1993, 2035 (2036), st. Rspr.; BGH, Urteil vom 18. September 1986 - BGHZ 98, 341 (351) m. weit.
Da Artikel 14 Abs. 1 GG nur "Bestandsschutz", nicht Erwerbsschutz vermittelt, "erstreckt sich die geschützte Rechtsposition des Inhabers eines eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetriebs nicht auf künftige Chancen und Erwerbsmöglichkeiten" (BGH, Urteil vom 18. September 1986, a.a.O. S. 351 m. weit. Nachw.).
Nicht geschützt sind insbesondere "beabsichtigte Betriebserweiterungen" (vgl. BGH, Urteil vom 18. September 1986, a.a.O. S. 351).
Eigentumsschutz kann vielmehr "nur das Recht auf Fortsetzung des Betriebes im bisherigen Umfang nach den schon getroffenen betrieblichen Maßnahmen" genießen (BGH, Urteil vom 18. September 1986, a.a.O. S. 351).
Bei einem sich über einen längeren Zeitraum hinziehenden Enteignungsverfahren tritt an die Stelle des Enteignungsbeschlusses oder der Besitzeinweisung diejenige Maßnahme, von der ab eine weitere Entwicklung des Objekts, insbesondere der Qualität des Grundstücks verhindert, also das Grundstück endgültig von jeder konjunkturellen Weiterentwicklung ausgeschlossen wird (st. Rspr. Senatsurteile BGHZ 141, 319, 320 f; 98, 341, 342).
Sie bleiben bei der Grundstückswertermittlung und damit der Bestimmung der Entschädigungshöhe unberücksichtigt (sog. Ausschluß von der konjunkturellen Weiterentwicklung, BGH, Urteile vom 18. September 1986 - III ZR 83/85 - BGHz 98, 341 und vom 27. September 1990 - III ZR 97/89 - BRS 53 Nr. 119; vgl. auch § 95 Abs. 2 Nr. 2 BauGB als Ausdruck eines allgemeinen enteignungsrechtlichen Grundsatzes).
Vor der Inanspruchnahme, auf die für die hier zu treffende Wertung in Anlehnung an den enteignungsrechtlichen Gesichtspunkt der Vorwirkung (dazu: BGHZ 98, 341, 342; 141, 319, 321) abzustellen ist, ist der Zustand solcher Grundstücke vor der Enteignung durch eine erhebliche Werteinbuße gegenüber anderen Grundstücken gekennzeichnet.
Auch die Anwendung der Grundsätze über die Vorwirkung der Enteignung (vgl. § 95 Abs. 2 Nr. 2 BauGB; Senatsurteile BGHZ 98, 341, 342 [BGH 18.10.1986 - III ZR 83/85] …und vom 20. April 1989 - III ZR 237/87 - BGHR GG Art. 14 Abs. 3 Satz 3 Vorwirkung 4) führt nicht, wie die Revision meint, zu einer für die Klägerin günstigeren Beurteilung der Qualität.
a) Nach letzterem Grundsatz tritt bei einem sich über einen längeren Zeitraum hinziehenden Enteignungsverfahren als Qualitätsstichtag an die Stelle des Enteignungsbeschlusses diejenige Planungsmaßnahme, von der ab eine konjunkturelle Weiterentwicklung des Grundstücks ausgeschlossen wurde (vgl. auch §§ 40 Abs. 2 HEG, 95 Abs. 2 BauGB; BGHZ 98, 341 f; 141, 319, 321).
Voraussetzung hierfür ist, daß die Planung - sei es auch noch unverbindlich - ursächlich für die spätere Enteignung war (BGHZ 98, 341 f).
Denn Art. 14 Abs. 1 GG vermittelt nur Bestands-, nicht aber Erwerbsschutz (vgl. z.B.: BGHZ 98, 341, 351 m.w.N.).
VGH Baden-Württemberg, 09.10.2007 - 7 S 2498/03
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