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Timestamp: 2019-08-18 13:01:20
Document Index: 306488595

Matched Legal Cases: ['§ 28', '§ 3', '§ 4', '§ 28', '§ 28', '§ 4', '§ 4', 'Art. 6', 'Art. 10', '§ 28', '§ 16', 'BGH', '§ 28', '§ 28', '§ 28', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 28', 'BGH', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 28', 'BGH', 'BGH']

§ 28 Abs. 1 Satz 2 BDSG steht der Daten­über­mitt­lung nicht ent­ge­gen. Die Über­mitt­lung per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten im Sin­ne von § 3 Abs. 1 BDSG ist nach § 4 Abs. 1 BDSG ohne die Ein­wil­li­gung des Betrof­fe­nen zuläs­sig, soweit „die­ses Gesetz oder eine ande­re Rechts­vor­schrift” dies erlaubt oder anord­net (Ver­bot mit Erlaub­nis­vor­be­halt). Die Erlaub­nis­norm fin­det sich hier in § 28 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BDSG 9. Die Treu­ge­ber wuss­ten bei der Bekannt­ga­be ihrer Daten gegen­über der Fonds­ge­sell­schaft bzw. gegen­über der Treu­hand­kom­man­di­tis­tin, dass die­se zum Zwe­cke der Durch­füh­rung des Gesell­schafts­ver­trags erho­ben und ver­wen­det wur­den. Eine der­ar­ti­ge kon­klu­den­te Zweck­be­stim­mung genügt den Erfor­der­nis­sen des § 28 Abs. 1 Satz 2 BDSG 10. Des­halb ent­fällt die ansons­ten nach § 4 Abs. 3 Nr. 2 BDSG erfor­der­li­che Unter­rich­tung des Betrof­fe­nen über die Zweck­be­stim­mung dann, wenn der Betrof­fe­ne wie hier die Treu­ge­ber bereits ander­wei­ti­ge Kennt­nis von dem Zweck hat, die sich bereits aus dem Geschäft selbst (hier: Durch­füh­rung des Gesell­schafts­ver­trags) erge­ben kann 11. Nach dem „objek­ti­ven Emp­fän­ger­ho­ri­zont” muss­ten die Treu­ge­ber mit einer Über­mitt­lung ihrer Daten an ihre Mit­ge­sell­schaf­ter rech­nen, da ansons­ten die Durch­füh­rung des Gesell­schafts­ver­trags nicht mög­lich war (§ 4 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 BDSG) 12.
Die­se Aus­le­gung deckt sich ent­ge­gen der Ansicht der Revi­si­on mit den Vor­ga­ben aus Art. 6 (1) lit. a) bis c), Art. 10 lit. b) und c) und dem Erwä­gungs­grund 28 der Daten­schutz-RL 95/​46/​EG. Anders als die Revi­si­on meint, pos­tu­liert die Daten­schutz-Richt­li­nie kein „Ver­bot der Daten­ver­ar­bei­tung gegen den Wil­len des Betrof­fe­nen” (auch) dann, wenn der Betrof­fe­ne bei der Daten­er­he­bung über die Zweck­bin­dung der Daten­er­he­bung infor­miert wor­den ist und sich die Daten­wei­ter­ga­be im Rah­men die­ser Zweck­bin­dung bewegt. So liegt der Fall hier. Die Treu­ge­ber wuss­ten bei Bekannt­ga­be ihrer Daten gegen­über der Fonds­ge­sell­schaft bzw. der Treu­hand­kom­man­di­tis­tin, dass die­se zum Zwe­cke der Durch­füh­rung des Gesell­schafts­ver­trags erho­ben und ver­wen­det wur­den (kon­klu­den­te Zweck­fest­le­gung). Das Über­mit­teln der im Rah­men die­ser Zweck­fest­le­gung erho­be­nen per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten ist gemäß § 28 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BDSG im Rah­men eines rechts­ge­schäft­li­chen Schuld­ver­hält­nis­ses zuläs­sig, wenn es für des­sen Durch­füh­rung erfor­der­lich ist. Das ist anzu­neh­men, wenn der Aus­kunfts­be­rech­tig­te bei ver­nünf­ti­ger Betrach­tung auf die Daten­ver­wen­dung zur Erfül­lung der Pflich­ten oder zur Wahr­neh­mung der Rech­te aus dem Ver­trags­ver­hält­nis ange­wie­sen ist. Das ist hier der Fall. Die aus­kunfts­for­dern­de Treugeberin/​Gesellschafterin ist zur Wahr­neh­mung ihrer Rech­te aus § 16 Abs. 2 des Gesell­schafts­ver­tra­ges auf die Kennt­nis der Namen und der Anschrif­ten ihrer Mit­ge­sell­schaf­ter ange­wie­sen.
ABl. Nr. L 281 vom 23.11.1995 S. 31 ff.; künf­tig: Daten­schutz-RL 95/​46/​EG↩
sie­he hier­zu nur BGH, Urteil vom 11.01.2011 – II ZR 187/​09, ZIP 2011, 322 Rn. 17↩
vgl. Tae­ger in Taeger/​Gabel, BDSG, 2. Aufl., § 28 Rn. 109; sie­he dazu auch Wolff in Wolff/​Brink, Beck­OK DSR, Stand: 1.08.2015, § 28 Rn. 14; Gola/​Klug/​Körffer in Gola/​Schomerus, BDSG, 12. Aufl., § 28 Rn. 35↩
vgl. BVerfG, Beschluss vom 08.10.2015 1 BvR 1320/​14 10 ff.↩
BGH, Urteil vom 11.01.2011 – II ZR 187/​09, ZIP 2011, 322 ff.↩
BVerfG, Beschluss vom 08.02.2012 1 BvR 623/​11↩
sie­he nur BGH, Urteil vom 16.12 2014 – II ZR 277/​13, ZIP 2015, 319 Rn. 11; Urteil vom 05.02.2013 – II ZR 134/​11, BGHZ 196, 131 Rn. 12; Urteil vom 11.01.2011 – II ZR 187/​09, ZIP 2011, 322 Rn. 11, jew. mwN↩
vgl. hier­zu nur BGH, Urteil vom 05.02.2013 – II ZR 134/​11, BGHZ 196, 131 Rn. 48 mwN↩
vgl. BGH, Urteil vom 11.01.2011 – II ZR 187/​09, ZIP 2011, 322 Rn. 17↩
vgl. hier­zu nur Wolff in Wolff/​Brink, Beck­OK DSR, Stand: 1.08.2015, § 28 Rn. 17 unter Hin­weis auf BGH, Urteil vom 08.02.2007 – III ZR 148/​06, NJW 2007, 1528 Rn. 12↩
vgl. nur Tae­ger in Taeger/​Gabel, BDSG, 2. Aufl., § 4 Rn. 79; Plath in Plath, BDSG, § 4 Rn. 36 f.; Gola/​Klug/​Körffer in Gola/​Schomerus, BDSG, 12. Aufl., § 4 Rn. 32, 34, 38↩
aA.: OLG Mün­chen, Urteil vom 05.02.2015 – 23 U 1875/​14; dem zustim­mend Wolff in Wolff/​Brink, Beck­OK DSR, Stand: 1.08.2015, § 28 Rn. 56a 1↩
vgl. BGH, Urteil vom 11.01.2011 – II ZR 187/​09, ZIP 2011, 322 Rn. 17; sie­he zum Ver­ein BGH, Beschluss vom 21.06.2010 – II ZR 219/​09, ZIP 2010, 2397 Rn. 13 mwN↩