Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=14.10.1994&Aktenzeichen=V%20ZR%2076/93
Timestamp: 2020-02-27 18:29:39
Document Index: 141005291

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 864', '§ 862', '§ 1065', '§ 864', '§ 906', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 906', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 11', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 14.10.1994 - V ZR 76/93 - dejure.org
https://dejure.org/1994,253
BGH, 14.10.1994 - V ZR 76/93 (https://dejure.org/1994,253)
BGH, Entscheidung vom 14.10.1994 - V ZR 76/93 (https://dejure.org/1994,253)
BGH, Entscheidung vom 14. Januar 1994 - V ZR 76/93 (https://dejure.org/1994,253)
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Andauernde Lärmimmission - Lauf der Ausschlussfrist - Widerspruch gegen Lärmabwehrmaßnahmen - Immissionsabwehranspruch - Abgrenzung von Gebieten unterschiedlicher Qualität
Lärmimmissionsabwehr; Unterlassungsklage gegen Störer; Parallelität mit Widerspruch im Baugenehmigungsverfahren; Ausschlussfrist; Lärmschutzgebiete
Bildung von Immissions-Richtwerten in Gebieten unterschiedlicher Qualität; Lauf der Ausschlußfrist bei andauernder Lärmimmission
Bestehen Abwehransprüche gegen Fabriklärm bei Gemengelage? (IBR 1995, 75)
Die tatrichterliche Würdigung, ob Wiederholungsgefahr besteht, ist im Revisionsverfahren zwar nur auf Rechtsfehler zu überprüfen (Senat, Urteil vom 14. Oktober 1994 - V ZR 76/93, NJW 1995, 132, 134).
bb) Die tatrichterliche Würdigung, ob Wiederholungsgefahr besteht, ist im Revisionsverfahren nur auf Rechtsfehler zu überprüfen (Senat, Urteil vom 14. Oktober 1994 - V ZR 76/93, NJW 1995, 132, 134).
d) Die Beurteilung der Wiederholungsgefahr ist ebenso wie die einer Erstbegehungsgefahr im Wesentlichen tatsächlicher Natur und in der Revisionsinstanz nur beschränkt darauf nachprüfbar, ob das Berufungsgericht von richtigen rechtlichen Gesichtspunkten ausgegangen ist und keine wesentlichen Tatumstände außer Acht gelassen hat ( vgl. BGH 14. Oktober 1994 - V ZR 76/93 - zu II 4 b der Gründe, NJW 1995, 132) .
Ob das auch für die Abwehr ununterbrochen andauernder Einwirkungen gilt (vgl. Senat, Urt. v. 14. Oktober 1994, V ZR 76/93, WM 1995, 300, 301 für den Beginn der Ausschlussfrist des § 864 Abs. 1 BGB), kann offen bleiben.
a) Im Ansatz zutreffend ist das Berufungsgericht - stillschweigend - davon ausgegangen, dass den Klägern ein Unterlassungsanspruch nach §§ 862 Abs. 1 Satz 2, 1004 Abs. 1 Satz 2 BGB i.V.m. § 1065 BGB gegen die Beklagte als Betreiberin des störenden Fuhrunternehmens zustehen kann; richtig ist auch, dass ein solcher Anspruch nicht nach § 864 Abs. 1 BGB durch Fristablauf erloschen und die Zulässigkeit der Immissionen am Maßstab des § 906 BGB zu messen ist (vgl. Senat, Urt. v. 14. Oktober 1994, V ZR 76/93, WM 1995, 300, 301).
Diese ist für den Unterlassungsanspruch materielle Anspruchsvoraussetzung (vgl. BVerfG NJW 2000, 1209; BGH NJW 1995, 132).
Dieser Erklärungsinhalt ist vom Revisions- oder Rechtsbeschwerdegericht ohne Bindung an die tatrichterliche Auslegung festzustellen (BGHZ 86, 104, 110; 122, 1, 5; BGH, Urt. v. 14.10.1994 - V ZR 76/93, NJW 1995, 132, 134).
Das entspricht vielmehr der ganz herrschenden Meinung in Rechtsprechung und Literatur (vgl. nur Senat, Urt. v. 14. Oktober 1994, V ZR 76/93, NJW 1995, 132, 133;… Staudinger/Roth, BGB [2002], § 906 Rdn. 22;… Feldhaus/Spindler, aaO, § 14 BImSchG Rdn. 67 ff.;… GK-BImSchG/Roßnagel, § 14 Rdn. 63;… Jarass, aaO, § 14 Rdn. 8;… Landmann/Rohmer/Rehbinder, aaO, § 14 BImSchG Rdn. 29;… Kotulla/Guckelberger, BImSchG, § 14 Rdn. 33;… Ule/Laubinger/Storost, aaO, § 14 Rdn. D 1;… a.A. nur Giemulla, aaO, § 11 Rdn. 7).
Die Wiederholungsgefahr ist für den Unterlassungsanspruch materielle Anspruchsvoraussetzung (vgl. BGH, NJW 1995, 132).
aa) Ob und in welchem Umfang Lärmimmissionen, die von außen auf ein Wohngrundstück einwirken, nach dessen Situation (enteignungsrechtlich) zumutbar oder unzumutbar sind, unterliegt - im Rahmen der allgemeinen Grundsätze über die Maßgeblichkeit bestimmter Lärmgrenzwerte je nach Gebietsart und Lärmvorbelastung (oben 1 b) - einer (individuellen) wertenden Beurteilung im Blick darauf, daß in Bereichen, in denen Gebiete von unterschiedlicher Qualität und Schutzwürdigkeit zusammentreffen, die Nutzung der einen wie der anderen Grundstücke mit einer spezifischen gegenseitigen Pflicht zur Rücksichtnahme belastet ist (vgl. BVerwGE 59, 253, 263; BGH, Urteil vom 14. Oktober 1994 - V ZR 76/93 - NJW 1995, 132, 133).
Sollte es sich bei dem Grundstück um eine Baulücke am Rande zum Außenbereich gehandelt haben, wäre bei der Beurteilung der Vorbelastung zu berücksichtigen, daß der Eigentümer eines dort gelegenen Grundstücks nicht damit rechnen kann, daß in der Nachbarschaft keine belästigende Nutzung stattfindet; er darf lediglich darauf vertrauen, daß dort keine Nutzung entsteht, die mit der Wohnnutzung nicht mehr verträglich ist (BVerwGE 81, 197, 205 [BVerwG 19.01.1989 - 7 C 77/87]; BGHZ 121, 248, 254; BGH, Urteil vom 14. Oktober 1994 - V ZR 76/93 - NJW 1995, 132, 133).
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