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Timestamp: 2018-09-21 23:37:58
Document Index: 128518758

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 5', '§ 4', '§ 6', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 5', '§ 1835', '§ 4', '§ 5', '§ 1698', '§ 5', '§ 1698', '§ 5', '§ 1908', '§ 4', '§ 1836', '§ 5', '§ 9', '§ 5', '§ 5', 'BGH', '§ 28', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 1', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 1', 'BGH', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 63', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 1', '§ 1', '§ 5', '§ 63', '§ 126', '§ 5']

Version vom 30. Dezember 2008, 23:57 Uhr (Quelltext anzeigen)
Version vom 31. Dezember 2008, 17:30 Uhr (Quelltext anzeigen)
*der Arbeitsaufwand ist zu Beginn der Betreuung am höchsten; er sinkt im Laufe des 1. Betreuungsjahres und bleibt in den Folgejahren auf einem relativ niedrigen Niveau.
[[VBVG-Rechtsprechung#Zur_Verfassungsm.C3.A4.C3.9Figkeit_des_VBVG:|Rechtsprechung zur Verfassungsgemäßheit der Regelungen]]
===Gleich bleibende Regelungen===
Siehe zur Höhe des Stundensatzes auch den Artikel [[Stundensatz]]
==Rechtsprechung zu § 5 VBVG allgemein:==
'''OLG Braunschweig, Vorlagebeschluss an das BVerfG vom 14.11.2006, {{Rspr|20 W 60/ 06}}, BtPrax 2007, 32 = FamRZ 2007, 303'''
1. {{Zitat de §|4|vbvg}} und {{Zitat de §|5|vbvg}} [[VBVG]] betreffend die Vergütung des [[Berufsbetreuer]]s eines nicht im Sinne von {{Zitat de §|1836d|bgb}} BGB [[Mittellosigkeit|mittellosen]] Betreuten sind mit dem Grundgesetz insofern nicht vereinbar, als diese Vorschriften sowohl für den pauschalierten Stundenansatz gemäß § 5 VBVG als auch für den Stundensatz gemäß § 4 Abs. 1 VBVG von den Sonderfällen in § 6 VBVG abgesehen in keinem Fall Ausnahmen für besonders aufwändige und schwierige Betreuungen vorsehen.
2. Die Regelung in {{Zitat de §|4|vbvg}} Abs. 2 S. 1 VBVG ist nicht mit dem Grundgesetz vereinbar, soweit danach der Stundensatz gemäß § 4 Abs. 1 VBVG auch Kosten für [[Aufwendungsersatz|Aufwendungen]] des Berufsbetreuers abdeckt, die nicht Aufwendungen im Sinne des {{Zitat de §|1835|bgb}} Abs. 3 BGB darstellen und die nicht zu den gewöhnlichen mit der Führung von Betreuungen regelmäßig verbundenen allgemeinen Kosten gehören, namentlich Reisekosten zur Wahrnehmung von Angelegenheiten in größerer Entfernung vom Wohn- bzw. Dienstort des Betreuers.
Das BVerfG hat die Vorlage des OLG Braunschweig vom 14.11.2006 als unzulässig zurückgewiesen:
'''[http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/lk20070206_1bvl001006.html BVerfG, vom 06.02.2007], {{Rspr|1 BvL 10/06}} '''
Ein verfassungsrechtlicher Verstoß der {{Zitat de §|4|vbvg}} und {{Zitat de §|5|vbvg}} VBVG betreffend die Vergütung des [[Berufsbetreuer]]s eines nicht im Sinne von {{Zitat de §|1836d|bgb}} BGB mittellosen Betreuten ist insofern nicht erkennbar, als die Normen sowohl ür den pauschalierten Stundenansatz gemäß {{Zitat de §|5|vbvg}} VBVG als auch für den Stundensatz gemäß § 4 Abs. 1 VBVG (von den Sonderfällen in {{Zitat de §|6|vbvg}} VBVG abgesehen) keine Ausnahmen für besonders aufwändige Betreuungen vorsehen. Gleiches gilt für § 4 Abs. 2 S. 1 VBVG, soweit danach der Stundensatz gemäß {{Zitat de §|4|vbvg}} Abs. 1 VBVG auch Kosten für Aufwendungen des Berufsbetreuers abdeckt, die nicht Aufwendungen im Sinne des {{Zitat de §|1835|bgb}} Abs. 3 BGB darstellen und die nicht zu den gewöhnlichen allgemeinen Kosten gehören wie etwa Reisekosten.
'''OLG München, Beschluss vom 12.10.2006, {{Rspr|33 Wx 163/06}}, BtPrax 2007, 31 = FGPrax 1/2007 = MDR 2007, 341 = NJW-RR 2007, 227'''
'''OLG Schleswig, Beschluss vom 15.11.2006, {{Rspr|2 W 170/06}}, BtPrax 2007, 133 = FamRZ 2007, 236 = BtMan 2007, 156, ebenso OLG Dresden, Beschluss vom 05.11.2007, {{Rspr|3 W 1246/07}}; BtMan 2008, 101 (Ls)
'''OLG München, Beschluss vom 04.04.2007, {{Rspr|33 Wx 209/06}}, BtPrax 3/2007''':
'''OLG Hamm, Beschluss vom 09.10.2006, {{Rspr|15 W 141/06}}; NJOZ 2006, 4739 = FGPrax 1/2007'''
Betreuervergütung bei [[Bestellung mehrerer Betreuer|mehreren Berufsbetreuern]] - Mehreren Berufsbetreuern, die i. S. des {{Zitat de §|1899|bgb}} Abs. 1 BGB für je gesonderte [[Aufgabenkreis]]e bestellt worden sind, steht jeweils eine Vergütung nach dem vollen pauschalen Stundenansatz gem. {{Zitat de §|5|vbvg}} VBVG zu.
'''OLG München, Beschluss vom 22.02.2008, {{Rspr|33 Wx 34/08}}; BtPrax 2008, 129 = BtMan 2008, 103 (Ls)''':
1.Auch umfangreiche Vermögensverwaltungen im Rahmen der Vermögenssorge des Betreuers sind grundsätzlich von den Stundenansätzen des § 5 VBVG gedeckt.
2. Nimmt eine solche Vermögensverwaltung ein Ausmaß an, dass ihre Wahrnehmung durch den Betreuer billigerweise nicht mehr im Rahmen dieser Vergütung erwartet werden darf, kann der Betreuer Teile dieser Aufgabe gegen Vergütung auf Dritte (Rechtsanwälte, Steuerberater usw.) übertragen oder gegebenenfalls selbst unter Beteiligung eines zu bestellenden Ergänzungsbetreuers eine Vereinbarung hierüber mit dem Betroffenen schließen.
3. Die Abrechnung als Aufwendung im Sinne von § 1835 III BGB nach Honorarordnungen für Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer kommt jedenfalls dann nicht in Betracht, wenn der Betreuer nicht einer dieser Berufsgruppen zugehörig ist.
'''OLG Celle, Beschluss vom 23.01.2008, 17 W 100/07; FamRZ 2008, 1212 (m.Anm. Bienwald S. 1214) = BtMan 2008, 165 (Ls)'''
'''OLG Köln, Beschluss vom 07.03.2008, 16 Wx 17/08; FGPrax 2008, 155 = BtMan 2008, 166 (Ls)'''
Die Vergütung eines Kontroll- und [[Gegenbetreuer]]s bemisst sich nach den § 4, § 5 VBVG. Das gilt auch für einen anwaltlichen Berufsbetreuer, keine anwaltsspezifische Tätigkeit ausüben muss.
'''OLG Celle, Beschluss 17 W 36/08 vom 05.05.2008; BtPrax 2008, 171 = BtMan 2008, 156 = Rpfleger 2008, 487 = OLGRNord 2008, 777''':
===Zweifelsfälle ===
Zeile 157: Zeile 109:
Ist die sofortige Wirksamkeit der [[Betreuerbestellung]] angeordnet, beginnt der Vergütungsanspruch unter Umständen bereits, bevor der Betreuer von seiner Bestellung Kenntnis hat. Denn in diesem Falle führen auch die Bekanntgabe an den Betreuten, seinen [[Verfahrenspfleger]] oder die Übergabe der Gerichtsakte an die Geschäftsstelle des Vormundschaftsgerichtes zur Rechtswirksamkeit des Beschlusses.
[[VBVG-Rechtsprechung#Zu_.C2.A7_1_VBVG_.28Entstehen_und_Verwirken_des_Verg.C3.BCtungsanspruchs.29|Rechtsprechung zum Beginn des Vergütungsanspruchs]]
====Betreuerwechsel ====
Zeile 169: Zeile 123:
Wurde der zuvor beruflich tätige Betreuer allerdings wegen Nichteignung gemäß {{Zitat de §|1908b|bgb}} Abs. 1 Satz 1 BGB entlassen, kann sich für den Nachfolgebetreuer jedoch die gleiche missliche Situation ergeben wie beim genannten Ehrenamtler. Es dürfte hier in Ausnahmesituationen vertretbar sein, dass das Gericht feststellt, die Betreuung sei bislang nicht ordnungsgemäß geführt worden und dem neuen Berufsbetreuer die Stundenansätze so zu berechnen, als sei die Betreuung nun erstmals angeordnet worden. Auch die Bund-Länder-Arbeitsgruppe erwähnt in ihrem Bericht nur den im Rahmen eines Betreuerwechsels „regelmäßig einhergehenden Mehrbedarf“.
'''Rechtsprechung dazu:'''
[[BVG-Rechtsprechung#H.C3.B6he_des_Stundenansatzes_bei_beruflicher_Betreuung_nach_einem_Betreuerwechsel:|Rechtsprechung zum Betreuerwechsel]]
*OLG Brandenburg, Beschluss 11 Wx 24/07 vom 29.5.2007; FamRZ 2008, 1562
*OLG Frankfurt/Main, Beschluss 20 W 429/06 vom 16.1.2007, BtPrax 2007, 136 = FamRZ 2007, 1272 = BtMan 2007, 156 und erneut Beschluss 20 W 334/07 vom 2.8.2007
*OLG Hamm, Beschluss 15 W 445/05 vom 11.04.2006, FamRZ 2006, 1066 = FGPrax 2006, 209 und erneut Beschluss vom 10.8.2006, 15 W 115/06
*OLG Karlsruhe, Beschluss 19 Wx 1/06 vom 26.5.2006, FamRZ 2006, 1483 = OLG Report 2006, 667 und vom 15.11.2006, 11 Wx 35/06, FamRZ 2007, 1272,
*OLG Köln, Beschluss 16 W 120/06 vom 19.6.2006, FamRZ 2006, 1876 = BtMan 2006, 216 = OLG-Report 2006, 792
*OLG München, Beschluss 33 Wx 237/05 v. 9.2.2006, BtPrax 2006, 73 und 110 = FamRZ 2006, 647 = OLGR 2006, 381 = NJOZ 2006, 1382 = BdB-Aspekte 58/06, 26;
*OLG Saarbrücken, Beschluss vom 23.01.2007 - 5 W 297/06-90; BtPrax 2007, 268 (Ls) = BtMan 2008, 99 (Ls)
*OLG Schleswig, Beschluss 2 W 240/05 v. 25.1.2006, OLGR 2006, 201 = BtPrax 2006, 74 = FamRZ 2006, 648 = FGPrax 2006, 120 = Rpfleger 2006, 321
*OLG Stuttgart, Beschluss 8 W 406/06 vom 30.11.2006
Die Oberlandesgerichte wollen bei der Bestimmung der Stundenansätze gem. {{Zitat de §|5|vbvg}} Abs. 1, 2 VBVG immer – auch nach dem Wechsel von einem [[Betreuer (Ehrenamt)|ehrenamtlichen Betreuer]] zu einem [[Berufsbetreuer]] – auf die erste Betreuerbestellung abstellen. Schon der Gesetzeswortlaut lege es nahe, dass auf den Lauf der Betreuung als solche abzustellen ist. Eine andere Auslegung (die letztlich auf eine Bewertung des Einzelfalles hinauslaufen würde) würde auch dem Gesetzeszweck widersprechen. Schließlich sollte eine Regelung getroffen werden, die keine Ausnahmen zulässt und deshalb gerichtliche Streitigkeiten über die Höhe der Vergütung vermeidet.
Diese Betrachtung führe im übrigen auch nicht zu ungerechten Ergebnissen. Zum einen sei ein Betreuerwechsel nicht immer mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden, zum anderen seien auch eventuelle Mehrbelastungen bei der Bestimmung der Pauschalen durch den Gesetzgeber berücksichtigt worden.
Das soll nach Ansicht des OLG München selbst dann gelten, wenn in Zusammenhang mit dem [[Betreuerwechsel]]s für eine kurze Zeit überhaupt keine Betreuung bestand. Wird nach dem Tod des Betreuers ein neuer Betreuer bestellt, könne dies jedenfalls dann nicht einer Erstbestellung mit entsprechend erhöhtem Stundenansatz gleichgestellt werden, wenn die zeitliche Lücke innerhalb der Betreuung drei Monate nicht überschreitet.
Ebenso haben die folgenden Landgerichte entschieden:
*LG Bielefeld, Beschluss {{Rspr|25 T 295/05}} vom 05.01.2006
*LG Detmold, Beschluss {{Rspr|3 T 299/05}} vom 16.1.2006
*LG Duisburg, Beschluss {{Rspr|12 T 6/06}} vom 06.03.2006 und {{Rspr|12 T 31/06}} vom 30.3.06
*LG Frankfurt/Main, Beschluss {{Rspr|2/28 T 140/05}} vom 25.11.2005
*LG Freiburg/Br., Beschluss {{Rspr|4 T 173/06}} vom 25.07.2006, FamRZ 2006, 1876
*LG Gießen, Beschluss {{Rspr|7 T 5651/05}} vom 25.11.2005, FamRZ 2006, 359 (m.Anm. Bienwald) = BtPrax 2006, 76
*LG Göttingen Beschluss {{Rspr|5 T 236/05}} vom 05.01.2006, BtPrax 2006, 76
*LG Halle, Beschluss vom 08.01.2008, 1 T 155/07; BtMan 2008, 102 (Ls)
*LG Kassel, Beschluss {{Rspr|3 T 68/06}} vom 10.02.2006
*LG Koblenz, Beschluss {{Rspr|2 T 114/06}} vom 09.02.2006
*LG Lübeck, Beschluss {{Rspr|7 T 135/07}} vom 23.07.2007
*LG Mönchengladbach, Beschluss {{Rspr|5 T 445/05}} vom 03.11.2005, BtMan 2006, 46 = BtPrax 2006, 77
*LG München, Beschluss {{Rspr|13 T 24244/05}} vom 20.12.2005
*LG Münster, Beschluss {{Rspr|5 T 1039/05}} v. 28.12.2005 und {{Rspr|5 T 1091/05}} vom 17.01.2006
*LG Osnabrück, Beschluss {{Rspr|7 T 1086/05}} vom 19.12.2005, BtPrax 2006, 77
*LG Regensburg, Beschluss {{Rspr|7 T 757/05}} (3) vom 04.01.2006, BtPrax 2006, 77
*LG Saarbrücken, Beschluss {{Rspr|5 T 24/06}} vom 05.04.2006
*LG Trier, Beschluss {{Rspr|5 T 140/05}} vom 12.12.2005
*LG Verden/Aller, Beschluss {{Rspr|1 T 127/05}} vom 03.01.2006
*LG Wuppertal, Beschluss {{Rspr|6 T 802/05}} vom 29.12.2005 sowie FamRZ 2006, 1066
'''[http://openpr.de/news/115586/Betreuerverguetung-bei-Betreuerwechsel.html OLG Stuttgart, Beschlüsse vom 30.11.2006], {{Rspr|8 W 406/06}} und {{Rspr|8 W 407/06}}'''
1. Die Höhe des Stundensatzes gem. {{Zitat de §|5|vbvg}}5 VBVG richtet sich nach der Dauer der Betreuung. Maßgebend ist bei einem [[Betreuerwechsel]] die erste angeordnete Betreuung. Dies gilt auch beim Wechsel von einem ehrenamtlichen Betreuer zu einem [[Berufsbetreuer]].
2. Die rein faktische Nichtausübung der Betreuertätigkeit beinhaltet lediglich eine mangelfreie Amtsausübung. Dies rechtfertigt es aber nicht, den zweiten Betreuer so zu behandeln, als ob es sich bei seiner Betreuung um eine Erstbetreuung handle.
3. Eine Erweiterung der [[Aufgabenkreis]]e im Rahmen des Betreuerwechsels rechtfertigt es nicht, den zweiten Betreuer so zu behandeln, als ob es sich bei seiner Betreuung um eine Erstbetreuung handle.
Anders aber:
'''OLG Zweibrücken, {{Rspr|3 W 3/06}}, FamRZ 2006, 1060 = NJW-RR 2006, 873 = BtPrax 2006, 115''':
Nach Auffassung des Senates ist nach einem [[Betreuerwechsel]] von ehrenamtlicher zu beruflicher Betreuung jedenfalls dann von einem Neubeginn der Berechnung des Vergütungszeitraums nach {{Zitat de §|5|vbvg}} VBVG auszugehen, wenn der bisherige Betreuer nicht nur wegen fehlender Eignung, sondern wegen [[Pflichtwidrigkeit]]en entlassen wurde und es zu den Aufgaben des neu bestellten [[Berufsbetreuer]]s auch gehört, diese Pflichtwidrigkeiten aufzuklären und Regressansprüche gegen den früheren Betreuer geltend zu machen. Das OLG Braunschweig hat sich in seinem Beschluss vom 14.11.2006, BtPrax 2007, 32 = FamRZ 2007, 303 (siehe oben) diese Auffassung ebenfalls zu Eigen gemacht.
'''Landgericht Heilbronn BtPrax 2006, 76'''
Nach Ansicht der Kammer ist die Norm so auszulegen, dass die Fristen sich auf den Beginn der Betreuung durch den jeweiligen Betreuer beziehen, jedenfalls dann, wenn die Betreuung erstmals von einem [[Berufsbetreuer]] übernommen wird. Dafür sind folgende Überlegungen maßgebend: a) der Wortlaut der Norm ist unklar und lässt beide Auslegungen zu. b) die Norm regelt aber nur die Vergütung des Berufsbetreuers. Deshalb wäre es unverständlich, wenn sich die genannten Fristen auf die Tätigkeit eines vorher tätigen ehrenamtlichen Betreuers beziehen würden, dessen Vergütung sich nicht nach Monatspauschalen richtet. Nicht systemwidrig wäre allenfalls eine Auslegung dahin, dass die Fristen bei einem Wechsel unter Berufsbetreuern nicht laufen.
'''Landgericht Braunschweig BtPrax 2006, 76, ebenso Landgericht Arnsberg FamRZ 2006, 1061'''
Die Beurteilung der Frage, in welchem Betreuungsmonat das [[Betreuungsverfahren]] sich befindet, richtet sich nicht nach den objektiven Zeiträumen, innerhalb derer ein Betreuungsverfahrens überhaupt geführt wird. sondern danach wie lange ein bestimmter Betreuer im Betreueramt tätig ist Nach der Intention des Gesetzgebers kann die Betreuung mit zunehmender Betreuertätigkeit als geringer arbeitsintensiv eingestuft werden, weil der Betreuer mit dem Betreuungsvorgang vertraut ist Hiernach kann es nicht auf die objektive Laufdauer des Betreuungsamtes ankommen, sondern nur darauf, wie lange der konkret bestellte Betreuer im lautenden Betreuungsverfahren tätig ist (dazu BR-Drs. 865/03 S. 88, wo nur auf die Bestellung des Betreuers abgestellt wird; gleichlautend Bt-Drs. 15/2494 S 33).
'''Landgericht Kiel FamRZ 2006, 223 = BtPrax 2006, 77'''
(aufgehoben durch die o.g. Entscheidung des OLG Schleswig BtPrax 2006, 74 = FamRZ 2006, 648 = FGPrax 2006, 120)
Die Kammer lässt die Frage offen, ob bei dem Wechsel von ehrenamtlicher Betreuung zur Berufsbetreuung stets der Beginn der Betreuung im Sinne des {{Zitat de §|5|vbvg}} VBVG derjenige der Übernahme der Berufsbetreuung ist. Sie schließt sich dieser Auffassung aber dann an, wenn der ehrenamtlicher Betreuer wegen fehlender Eignung nach {{Zitat de §|1908b|bgb}} BGB [[Betreuerentlassung|entlassen]] wurde und ein [[Berufsbetreuer]] bestellt wird. Dieser findet in solchen Fällen in der Regel einen Sachverhalt vor, wie er der Ersteinrichtung einer Betreuung entspricht, hat darüber hinaus aber noch die Vergangenheit aufzuarbeiten und etwaige Regressansprüche gegen den früheren ehrenamtlichen Betreuer zu prüfen und ggfs. zu verfolgen. Zwar soll durch die Einführung von Pauschalen gerade nicht mehr der Einzelaufwand für die jeweilige Betreuung geprüft werden, so dass die Überlegung, auch die durch Übernahme einer Berufsbetreuung von einem ungeeigneten ehrenamtlichen Betreuer hervorgerufene Mehrarbeit sei wie jede andere die Pauschalsätze überschreitende Mehrarbeit zu behandeln, sicherlich vertretbar ist. Dieser Fallgestaltung weicht aber nach Auffassung der Kammer so sehr von dem gesetzlichen Normalverlauf ab und beruht darüber hinaus auf einer gerichtlichen Entscheidung, nämlich der ursprünglichen Bestellung eines ehrenamtlichen Betreuers, die sich im nachhinein als falsch erweist.
'''Landgericht Wiesbaden BtPrax 2006, 115 = FamRZ 2006, 223'''
Mit ähnlicher Begründung wie in der zuvor genannten Entscheidung das LG Kiel geht das Landgericht Wiesbaden auch dann von einer „neuen Betreuung“ i.S.d. {{Zitat de §|5|vbvg}} Abs. 1, 2 VBVG aus, wenn ein vor dem Betreuerwechsel eingesetzter Berufsbetreuer wegen fehlender Eignung entlassen wurde.
==Vakanz in der Betreuungsanordnung==
'''OLG Braunschweig FamRZ 2006, 290; OLG Hamm, {{Rspr|15 W 355/05}} vom 16.3.2006, NJW-RR 2006, 1299; LG Koblenz FamRZ 2005, 1580, FamRZ 2005, 1928 und FamRZ 2005, 2017; LG Hildesheim FamRZ 2006, 291'''
Tritt infolge verzögerter Bearbeitung eine Vakanz zwischen dem Ende einer [[vorläufiger Betreuer|vorläufigen Betreuung]] und einer für notwendig erachteten Verlängerung ein, steht dem bisherigen Betreuer keine Entschädigung zu, auch dann nicht, wenn das VormG durch nachfolgenden Beschluss sowohl die Betreuungsbedürftigkeit in bisherigem Umfang als auch die als Betreuer tätig gewesene Person neu bestellt
'''OLG Zweibrücken, Beschluss vom 21.02.2006, {{Rspr|3 W 8/06}}, FGPrax 2006, 121 = BtPrax 2006, 115 = FamRZ 2006, 1302 = NJW 2006, 725 = Rpfleger 2006, 401'''
'''LG Koblenz, Beschluss vom 13.12.2006, {{Rspr|2 T 943/06}}'''
'''LG Koblenz, Beschluss vom 28.11.2006, {{Rspr|2 T 846/06}} '''
Nach einer betreuungslosen Zwischenzeit von zwei Wochen ist von einer Erstbetreuung auszugehen. Dies gilt auch dann, wenn die Wahrnehmung einer zunächst einstweilen angeordneten Betreuung seitens einer ehrenamtlich tätigen Tochter der betreuten Person und sodann bei (endgültiger) Anordnung Bestellung eines [[Berufsbetreuer]]s erfolgt. Auf die Kenntnis des Berufsbetreuers von der Bestellung eines ehrenamtlichen (vorläufigen) Betreuers kommt es nicht an.
'''LG Koblenz, FamRZ 2006, 1066'''
Endet eine vorläufige Betreuung durch Fristablauf und wird eine endgültige Betreuung erst später (hier nach 9 Monaten) eingerichtet, muss die Zeitberechnung jedenfalls dann neu beginnen, wenn ein anderer (nicht mit dem vorläufigen Betreuer identischer) Betreuer bestellt wird.
'''OLG München, Beschluss vom 28.7.2006 - 33 Wx 075/06; BtPrax 2006, 182 = FGPrax 2006, 213'''
Eine zeitliche Lücke von sechs Monaten zwischen dem Ende einer vorläufigen Betreuung und der endgültigen [[Betreuerbestellung]] führt jedenfalls dann nicht zur Annahme einer Erstbetreuung ab dem Zeitpunkt der Bestellung des endgültigen Betreuers, wenn dieser in der Zwischenzeit tatsächlich für den Betroffenen tätig geworden ist und einen einheitlichen Vergütungsantrag für einen die Lücke überspannenden Gesamtzeitraum einreicht, der auch seitens des [[Vormundschaftsgericht]] es bewilligt wurde.
====Aufhebung und Neueinrichtung der Betreuung ====
Zeile 273: Zeile 129:
Nach Aufhebung einer Betreuung und späterer erneuter [[Betreuerbestellung]] muss auch die Zeitberechnung neu beginnen, außer der [[Aufhebung der Betreuung|Aufhebungsbeschluss]] ist als Ergebnis eines [[Rechtsmittel]]s aufgehoben worden. Denn auch nach einer erneuter Bestellung eines Betreuers hat dieser, der mit dem früheren Betreuer nicht personengleich sein muss, alle Ermittlungen, zum Beispiel für das [[Vermögensverzeichnis]] neu anzustellen. Selbst wenn nur wenige Monate seit Aufhebung der früheren Betreuung vergangen sind, kann sich die persönliche und wirtschaftliche Lage des Betreuten völlig anders darstellen. Ähnliches dürfte gelten, wenn eine vorläufige Betreuung endet und zwischen diesem Ende und der Neubestellung eines entgültigen Betreuers ein Zwischenzeitraum liegt.
[[VBVG-Rechtsprechung#Vakanz_in_der_Betreuungsanordnung|Rechtsprechung zur Vakanz]]
'''OLG Braunschweig FamRZ 2006, 290; OLG Hamm, {{Rspr|15 W 355/05}} vom 16.3.2006; LG Koblenz FamRZ 2005, 1580, FamRZ 2005, 1928 und FamRZ 2005, 2017; LG Hildesheim FamRZ 2006, 291'''
'''Landgericht Koblenz, FamRZ 2006, 1066'''
====Ende der Betreuung ====
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[[VBVG-Rechtsprechung#Zu_.C2.A7_5_Abs._4_VBVG:_Ende_des_abrechnungsf.C3.A4higen_Zeitraums_.3F|Rechtsprechung zum Ende des Vergütungsanspruchs]]
'''OLG Dresden, Beschluss vom 23.2.2006, {{Rspr|3 W 1523/06}}, BtPrax 2006, 115 = FamRZ 2006, 1483'''
'''Oberlandesgericht Köln, Beschluss vom 05.04.2006, {{Rspr|16 Wx 49/06}}, FGPrax 2006, 163 = FamRZ 2006, 1787'''
'''OLG München, Beschluss vom 09.08.2006, {{Rspr|33 Wx 249/05}}, BtPrax 2006, 233 = FamRZ 2006, 1787 = NJW-RR 2006, 1517 = Rpfleger 2006, 650 = BtMan 2006, 217'''
1. Wenn das Betreuungsverfahren mit dem Tod des Betroffenen endet, ist die Tätigkeit des Betreuers zeitanteilig nur bis zum Todestag zu vergüten. Abwicklungstätigkeiten wie z.B. die Schlussabrechnung sind mit der vorherigen Pauschalvergütung abgegolten (im Anschluss an OLG Köln Beschluss vom 5.4.2006 - 16 Wx 49/06; OLG Dresden Beschluss vom 23.1.2006 - 3 W 1523/05).
2. Soweit der Betreuer nach dem Tod des Betroffenen (über die Abwicklung hinaus) Geschäfte besorgt, die nicht ohne Gefahr aufgeschoben werden können, bis der Erbe anderweitig Fürsorge treffen kann (§ 1698b BGB), sind diese Tätigkeiten auf der Basis einer Einzelaufstellung nach Zeitaufwand konkret zu vergüten.
'''Landgericht Duisburg BtPrax 2006, 115 (sowie ähnlich LG Mönchengladbach, Beschluss {{Rspr|5 T 59/06}} vom 12.4.2006)'''
Nach dem klaren Wortlaut des § 5 VBVG kann die Pauschalvergütung für den Zeitraum der Betreuung verlangt werden, nicht darüber hinaus. Daraus folgt, dass die nach Beendigung einer Betreuung, insbesondere durch den Tod des Betroffenen noch notwendigerweise anfallenden Tätigkeiten des Betreuers, so der auch im vorliegenden Fall vom Vormundschaftsgericht angeforderte Schlussbericht und die Abrechnung über die Verwaltung des Vermögens, von den für den gesamten Zeitraum der Betreuung anzuerkennenden Aufwendungen erfasst sind. Entsprechend wird auch in Stimmen der Fachliteratur zum 2. BtÄndG davon ausgegangen, dass die abschließende Rechenschaftspflicht in den Pauschalen berücksichtigt ist (Dodegge NJW 2005, Seite 1896, 1899, Fn 29). Dies ist auch deswegen sachgerecht, weil es ein Betreuer teilweise selbst in der Hand hat, durch entsprechende Vorarbeiten zum Vermögen eines Betroffenen den nach Eintritt des Todes anfallenden Arbeitsaufwand gering zu halten.
'''LG Stendal, Beschluss vom 16.03.2006, {{Rspr|25 T 258/05}}, BtPrax 2006, 234 = FamRZ 2006, 1063 = NJW-RR 2006, 1085 = BtMan 2006, 215'''
Der Berufsbetreuer ist für den Zeitraum der Notgeschäftsführung (§ 1698b BGB) nach dem Tod des Betreuten nach Maßgabe des § 5 VBVG zu vergüten.
'''Landgericht Traunstein BtPrax 2006, 115'''
Zwar endet die rechtliche Betreuung mit dem Tod des Betroffenen. Gemäß § 1908i Abs. 1, 1893 Abs. 1, 1698b BGB kann der Betreuer eine Vergütung jedoch auch für Tätigkeiten nach dem Tod des Betroffenen verlangen, die zur ordnungsgemäßen Abwicklung des Betreuung erforderlich sind. Hierzu zählen insbesondere die Erstellung eines Schlussberichtes, einer Vermögensaufstellung, einer Zusammenstellung der Einnahmen und Ausgaben, die Rückgabe der Bestallungsurkunde, die Erteilung notwendiger Auskünfte und die Aushändigung des verwalteten Vermögens und etwaiger sonstiger Unterlagen oder Nachlassgegenstände an die Erben sowie im Rahmen der Notgeschäftsführung unaufschiebbarer Maßnahmen. Zuzubilligen ist keine Pauschalvergütung nach §§ 4,5 VBVG, sondern eine Vergütung nach Zeitaufwand nach § 1836 Abs. 1 Satz 2 BGB. Zugebilligt wurde ein Stundensatz von 31 Euro zuzügl. MWSt.
'''Landgericht Wuppertal, FamRZ 2006, 1063'''
'''LG Köln, Beschluss vom 22.9.2006, {{Rspr|1 T 107/06}}'''
===Aufwendungsersatz für Berufsbetreuer ===
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[[VBVG-Rechtsprechung#Zu_.C2.A7_5_Abs._4_VBVG.2C_.C2.A7_9_VBVG:_Abrechnungsrhythmus.2C_Rumpfquartale|Rechtsprechung zum Abrechnungsrhythmus]]
====Übergangssituation bei Altfällen ====
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'''Landgericht Duisburg BtPrax 2006, 115'''
'''Landgericht Köln BtPrax 2006, 77'''
Der Betreuer hatte. für Zeitraum 1.7.2005 bis 24.8.2005 eine Vergütung in Höhe von 396 € geltend gemacht und dabei für den Zeitraum vom 1.7.2005 bis 24.72005 24/30 von 5 Stunden = 4 Stunden X 44 E und für den Zeitraum vom 25.7.2005 bis 24.8.2005 5 Stunden zu je 44 € gegen die Staatskasse beansprucht. Der 8. Betreuungsmonat gehe vom 25.8.2005 bis zum 24.7.2005. Dies seien 30 Tage. Der Berechnungsfaktor betrage für die Zeit vom 1.7.2005 bis zum 24.7.2005 dementsprechend 24/30. Die Kammer tritt diesen Ausführungen bei. Der Zeitaufwand ist völlig zutreffend gemäß § 5 Abs. 2 Satz 2 Ziffer 3 VBVG berechnet worden.
'''Landgericht Frankfurt/Main BtPrax 2006, 78'''
Es wurde eine Vergütung für den Zeitraum 1.7.–24.8.2005 zugebilligt (nicht wie vom Betreuer gewünscht, vom 1.7.–30.9.2005). Begründung: Um die einem Berufsbetreuer im Einzelfall zustehende Monatspauschale zu ermitteln, ist vom Beginn der Betreuung auszugehen. Das ist der Zeitpunkt, in dem die erstmalige Bestellung eines Betreuers wirksam wurde. Der Gesetzgeber stellt hier dabei allein auf die erstmalige Bestellung eines Betreuers ab und erachtet den Betreuerwechsel für unerheblich. Würde man der Auffassung des Beschwerdegegners folgen, nach der nach dem Kalenderquartal abzurechnen ist, würde zu Beginn eines jeden Kalenderquartals auf das Amtsgericht ein erhöhter Arbeitsaufwand durch die dann eingehenden Vergütungsanträge von Betreuern zukommen.
'''OLG München, Beschluss vom 4.7.2006, {{Rspr|33 Wx 117/06}} '''
'''Landgericht Wuppertal, Beschlüsse {{Rspr|6 T 8/06}} vom 13.6.2006 und {{Rspr|6 T 452/06}} vom 2.8.2006 und FamRZ 2006, 1066'''
Der Betreuer ist nicht gehindert, die Festsetzung lediglich eines Teiles der Vergütung für den Quartalszeitraum zu beantragen, nämlich der Sache nach sich auf die Abrechnung des Wirtschaftsjahres 2005 zu beschränken. So wie der Betreuer auf die Festsetzung seiner Vergütung ganz oder teilweise endgültig verzichten könnte, muss es ihm auch möglich sein, zunächst nur einen Teil der Vergütung geltend zu machen. Aus § 9 VBVG lässt sich nicht entnehmen, dass besondere Zulässigkeits- oder Begründetheitsvoraussetzung eines Festsetzungsantrags ist, dass der Betreuer die gesamte in dem Quartal entstehende Vergütung beantragt.
===Aufenthaltswechsel ===
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[[VBVG-Rechtsprechung#.C2.A7_5_Abs._3_VBVG_.E2.80.93_Abrechnung_als_Heimbewohner_oder_Nichtheimbewohner_.3F|Rechtsprechung hierzu, Heimdefinition, Abgrenzung Betreutes Wohnen]]
===Heimdefinition, Abgrenzung Betreutes Wohnen===
'''OLG München, Beschluss vom 13.4.2006, {{Rspr|33 Wx 042/06}}, BtPrax 2006, 107 = FamRZ 2006, 1229 = FGPrax 2006, 167 = NJW-RR 2006, 1016'''
'''OLG Schleswig, Beschluss {{Rspr|2 W 40/06}} (sowie {{Rspr|2 W 42/06}}) vom 22.3.2006, BtPrax 2006, 115 = FamRZ 2006, 1229'''
'''OLG Dresden, Beschluss {{Rspr|3 W 0446/06}} vom 21.4.2006'''
'''[http://app.olg-ol.niedersachsen.de/efundus/volltext.php4?id=4294&ident OLG Oldenburg, Beschluss 5 W 48/06 vom 2.5.2006, FamRZ 2006, 1710] (bestätigend die Entscheidung des LG Aurich, Beschluss 4 T 457/05 vom 30.11.2005, BtPrax 2006, 77 = FamRZ 2006, 1876'''
'''OLG Stuttgart, Beschluss vom 08.02.2007, {{Rspr|8 W 519/06}}; BtMan 2007, 104 (Ls) = FGPrax 2007, 174= BtPrax 2007, 256 (Ls)'''
Zur Abgrenzung des Heims i.S.d. § 5 Abs. 1 und 3 VBVG von betreutem Wohnen: Die sachliche Begrenztheit eines Heims nach Stufen der Pflegebedürftigkeit seiner Bewohner ist allein kein Kriterium, das einer nach ihren Leistungen im Übrigen als Heim einzustufenden Einrichtung den Charakter als Heim i.S.d. HeimG und des VBVG nimmt. Das Vorliegen der für die Höhe der Betreuungsvergütung maßgeblichen "Heimunterbringung" i.S.d. § 5 Abs. 3 VBVG scheitert nicht daran, dass die angebotenen Betreuungsleistungen in einer Altenwohnanlage in ihrem Umfang begrenzt sind. Solange bedeutende Teile der Betreuung, wie der sog. Grundservice (Notrufdienst, Beratung, Vermittlung von ärztlichen Diensten) sowie Pflege bei kurzfristigen Krankheiten, Bereitstellung von Bettwäsche und Handtüchern und Waschen und Bügeln der Privatwäsche zum eigenen Angebot des Trägers gehören, steht es der Einordnung als "Heim" nicht entgegen, wenn die Bewohner für einzelne Pflegeleistungen auf Verträge mit Dritten verwiesen werden. Eine Vorlage an den BGH gem. § 28 Abs. 2 FGG kommt wegen sachverhaltlicher Unterschiede der hier zu entscheidenden Sache ggü. dem Fall des OLG Dresden (3 W 0446/06) nicht in Betracht. Während für das OLG Dresden letztendlich entscheidungserheblich war, dass das Heim die Verträge kündigen konnte, wenn sich der Betreuungsbedarf des Betroffenen „außergewöhnlich steigert” – was das OLG Dresden nicht als für eine Heim-typische Versorgungsgarantie ausreichend angesehen hat –, hat der Heimträger in vorliegendem Fall ein Kündigungsrecht wegen einer Verschlechterung des Gesundheitszustands nur dann, wenn die Betreuung im Heim nicht mehr möglich ist und der Träger dem Betreuten eine angemessene anderweitige Unterkunft und Betreuung zu zumutbaren Bedingungen nachweist.
'''LG Bautzen, Beschluss {{Rspr|1 T 5/06}} vom 8.2.2006, BtPrax 2006, 115'''
Anmerkung: dieser Beschluss wurde vom OLG Dresden durch Beschluss 3 W 0446/06 vom 21.4.2006 aufgehoben. Die Heimeigenschaft der genannten Einrichtung hat das OLG verneint.
'''Das LG Dortmund, Beschluss {{Rspr|9 T 148/06}} vom 14.8.2006, FamRZ 2006, 1788'''
kommt in einer ähnlichen Wohnsituation (wie das LG Bautzen) zum Schluss, dass der Heinbegriff auch bei betreutem Wohnen erfüllt ist, wenn der Entgeltanteil für die Pflege und Betreuung über 20 % der Gesamtkosten liegt.
'''LG Flensburg, Beschluss {{Rspr|5 T 399/05}} vom 22.2.2006 sowie LG Hildesheim, Beschluss {{Rspr|5 T 145/06}} vom 24.5.2006'''
'''LG Heilbronn, Beschluss {{Rspr|1 T 89/07}} BA vom 9.7.2007; FamRZ 2007, 1915'''
'''LG Stuttgart, Beschluss vom 11.10.2007, {{Rspr|8 W 312/07}}; FamRZ 2008, 443'''
1. Bei der Berechnung der Betreuervergütung nach § 5 Abs. 2 S 1 Nr. 4 VBVG (mittellos/Heim) oder nach § 5 Abs. 2 S. 2 Nr. 4 VBVG (mittellos/nicht im Heim) fällt die Unterbringung in einer Pflegefamilie im Regelfall nicht unter den Heimbegriff des § 5 Abs. 3 VBVG i. V. m. § 1 Abs. 2 HeimG (Beschluss des Senats vom 25. Oktober 2007, Az. 8 W 313/07; entgegen OLG Oldenburg FamRZ 2006, 1710).
2. Eine Ausnahme kann jedoch dann vorliegen, wenn die Unterbringung in der Pflegefamilie von einem Heimträger veranlasst und von diesem überwacht wird, weil die Pflegefamilie in die Gesamtorganisation des Heimträgers integriert ist.
'''OLG Stuttgart, Beschluss vom 25.10.2007, {{Rspr|8 W 313/07}}; FamRZ 2008, 444 = FGPrax 2008, 27 = BtMan 2008, 101 (Ls)'''
1. Bei der Berechnung der Betreuervergütung nach § 5 Abs. 2 S. 1 Nr. 4 VBVG (mittellos/Heim) oder nach § 5 Abs. 2 S. 2 Nr. 4 VBVG (mittellos/nicht im Heim) fällt die Unterbringung in einer Pflegefamilie grundsätzlich nicht unter den Heimbegriff des § 5 Abs. 3 VBVG i. V. m. § 1 Abs. 2 HeimG (entgegen OLG Oldenburg FamRZ 2006, 1710).
'''BGH, Beschluss vom 23. Januar 2008, {{Rspr|XII ZB 176/07}}; FGPrax 2008, 101 = BtPrax 2008, 118 = FamRZ 2008, 778 = BtMan 2008, 102 (Ls) (Entscheidung zum vorgenannten Vorlagebeschluss des OLG Stuttgart)'''
'''LG Koblenz, Beschluss {{Rspr|2 T 32/06}} vom 14.2.2006, FamRZ 2006, 971'''
Die Wohnform „betreutes Wohnen“ kann auch als gewöhnlicher Aufenthalt in einem Heim i.S. des § 5 Abs. 3 VBVG angesehen werden. Betreutes Wohnen, um das es hier geht, ist kein feststehender gesetzlicher Begriff. Damit wird allgemein eine bestimmte Wohnform für ältere, behinderte oder psychisch kranke Menschen verstanden, bei der im Interesse der Wahrung einer möglichst lang dauernden eigenständigen Lebensführung neben der bedarfsgerechten Wohnung die Sicherheit einer Grundversorgung gegeben ist und im Bedarfsfall weitere Dienste in Anspruch genommen werden können. Der Träger des Heims muss neben der Unterkunft auch Betreuung und Verpflegung zur Verfügung stellen oder vorhalten. Der Begriff der Betreuung umfasst neben der Pflege alle Maßnahmen, mit denen der in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkten Person zur Bewältigung des Alltags allgemein unterstützend zur Seite gestanden und geholfen wird (BTDrucks.14/5399 S. 18). Die Betreuung muss von einer gewissen Intensität sein, das heißt einer ,,heimmäßigen" Betreuung entsprechen.
'''LG Bielefeld, Beschluss {{Rspr|23 T 428/06}} vom 12.09.2006'''
'''LG Köln, Beschluss {{Rspr|1 T 270/06}} vom 15.08.2006'''
'''OLG Stuttgart, Beschluss vom 08.02.2007, {{Rspr|8 W 519/06}} '''
Das Vorliegen der für die Höhe der Betreuungsvergütung maßgeblichen Heimunterbringung" i.S.d. § 5 Abs. 3 VBVG scheitert nicht daran, dass die angebotenen Betreuungsleistungen in einer Altenwohnanlage in ihrem Umfang begrenzt sind. Solange bedeutende Teile der Betreuung, wie der sog. Grundservice (Notrufdienst, Beratung, Vermittlung von ärztlichen Diensten) sowie Pflege bei kurzfristigen Krankheiten, Bereitstellung von Bettwäsche und Handtüchern und Waschen und Bügeln der Privatwäsche zum eigenen Angebot des Trägers gehören, steht es der Einordnung als "Heim" nicht entgegen, wenn die Bewohner für einzelne Pflegeleistungen auf Verträge mit Dritten verwiesen werden.
'''LG Duisburg, Beschluss {{Rspr|12 T 122/07}} vom 09.08.2007; BtPrax 2007, 266 = BtMan 2007, 206 (Ls)'''
'''LG Ravensburg, Beschluss {{Rspr|2 T 78/06}} vom 29.5.007, BtMan 2007, 158= BtPrax 2007, 256 (Ls)'''
'''OLG Frankfurt/Main, Beschluss {{Rspr|20 W 89/06}} vom 22.2.2008, BtMan 2008, 103 (Ls)'''
'''LG Kassel, Beschluss {{Rspr|3 T 303/07}} vom 24.7.2007'''
===Psychiatrische Krankenhäuser===
'''OLG Köln, Beschluss vom 09.06.2006, {{Rspr|16 Wx 104/06}}, FamRZ 2006, 1788'''
Hat ein Betreuter aufgrund eines Unterbringungsbefehls über ein halbes Jahr in einer psychiatrischen Klinik verbracht und ist mit seinem weiteren Aufenthalt dort zu rechnen, verlagert sich sein gewöhnlicher Aufenthalt in die dortige psychiatrische Klinik. Von einem nur vorübergehenden Verbleib kann bei dieser langen Zeitspanne nicht mehr ausgegangen werden, so dass ein Berufsbetreuer so zu vergüten ist, als läge eine Heimunterbringung vor.
'''OLG Köln, Beschluss v. 26.09.2006, {{Rspr|16 Wx 207/06}} '''
Bei einer zeitweiligen Unterbringung des Betreuten in einer psychiatrischen Klinik zur medizinischen Heilbehandlung liegt regelmäßig keine Heimunterbringung vor, da sich dort wegen des vorübergehenden Charakters des Aufenthalts nicht der tatsächliche Lebensmittelpunkt befindet. Hinsichtlich des Zeitraumes, während dessen sich der Betroffene fast in der gesamten Zeit in der psychiatrischen Abteilung der Universitätsklinik B befand, liegt zwar ein Heimaufenthalt i.S.d. § 5 Abs. 3 VBVG vor, da die Klinik als „Heim” im Sinne dieser Vorschrift anzusehen ist. Zu Recht hat das LG indes einen gewöhnlichen Aufenthalt verneint, da der Betreute sich dort nur vorübergehend aufgehalten hat. Diese Grundsätze finden auch in diesem Fall Anwendung, in dem der Betroffene wegen dringender Behandlungsbedürftigkeit zur medizinischen Heilbehandlung in eine Klinik aufgenommen wurde. Der vorübergehende Charakter dieses Aufenthalts ist hier noch deutlicher, da bei Klinikaufenthalten die Betroffenen regelmäßig nach meist kurzen, absehbaren Zeiträumen wieder entlassen werden – sei es nach Hause oder in eine andere Einrichtung. Der Betroffene verließ im vorliegenden Fall nach Ablauf von noch nicht drei Monaten die Klinik.
'''OLG Köln, Beschluss vom 7.7.2006, {{Rspr|16 Wx 159/06}}, NJOZ 2006, 4741'''
Die Unterbringung eines Betreuten nach § 63 StGB begründet für diesen den gewöhnlichen Aufenthalt in der Psychiatrischen Klinik. Es handelt sich um eine Heimunterbringung nach § 5 Abs. 1 S. 1, Abs. 3 VBVG. Die Ausführungen des LGs, dass die Rheinischen Kliniken die Voraussetzungen eines Heimes im Sinne des § 5 Abs. 3 S. 1 VBVG erfüllen, sind zutreffend und entsprechen der Rechtsprechung des Senats (Vgl. Senatsbeschluss vom 09.06.2006 - 16 Wx 104/06). Es handelt sich hierbei um eine Einrichtung im Sinne des § 5 Abs.3 S.1 VBVG, der fast wörtlich mit § 1 Abs.1 HeimG übereinstimmt. Die genanten Anforderungen an ein Heim erfüllt auch ein psychiatrisches Krankenhaus. Auf § 1 Abs. 6 HeimG verweist § 5 Abs.3 VBVG gerade nicht. Für die Entgeltlichkeit des Betriebs der Einrichtung ist es ausreichend, dass die Bewohner kraft Gesetzes zur Zahlung verpflichtet sind oder ein Dritter verpflichtet wird. Das ist hier der Fall, da staatliche Träger, sei es der Sozialhilfeträger oder die Landeskasse, die Kosten tragen. Die Unterbringung des Betreuten nach § 63 StGB hat auch seinen gewöhnlichen Aufenthalt in den Rheinischen Kliniken begründet. Diese stellen nunmehr den Mittelpunkt seiner Lebensführung dar, da ein Ende der Unterbringung nicht absehbar ist. Die Frage, welche Form von Aufenthalt vorliegt, bestimmt sich nach objektiven Kriterien, der Wille des Betroffenen spielt hierbei keine entscheidende Rolle.
'''OLG München, Beschluss vom 28.07.2006, {{Rspr|33 Wx 075/06}}, BtPrax 2006, 182 = FGPrax 2006, 213 = BtMan 2006, 217'''
'''LG Koblenz, Beschluss v. 13.07.2006, {{Rspr|2 T 444/06}}; NJOZ 2006, 4742 = FamRZ 2006, 1631'''
Bei einer mehr als sechsmonatigen Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus (§ 126 a StPO) ist von einem gewöhnlichen Aufenthalt in einem Heim i. S. des § 5 III VBVG auszugehen, ähnlich LG Koblenz FamRZ 2007, 238 bei mehr als 6monatiger Unterbringung in Untersuchungshaft oder Sicherungsverwahrung.
'''LG Amberg, Beschluss {{Rspr|33 T 1329/05}} vom 25.01.2006, BtPrax 2006, 115 = FamRZ 2006, 1788'''
===Justizvollzugsanstalten===
'''OLG München, Beschluss {{Rspr|33 Wx 060/06}} vom 04.07.2006, BtPrax 2006, 183 = FamRZ 2006, 1562 sowie ähnlich OLG Hamm, Beschluss {{Rspr|15 W 210/06}} vom 24.8.2006 , FGPrax 1/2007 und erneut OLG München, Beschluss {{Rspr|33 AR 014/06}} vom 13.12.2006, BtPrax 2007, 29'''
'''LG Regensburg, FamRZ 2006, 1062 sowie ähnlich LG Hannover, Beschluss {{Rspr|28 T 121/06}} vom 15.09.2006'''
'''LG Traunstein, Beschluss {{Rspr|4 T 4514/05}} vom 13.2.2006, BtPrax 2006, 115 = FamRZ 2006, 1788'''
===Sonstige Abgrenzungsfragen; gewöhnlicher Aufenthalt===
'''LG Arnsberg, Beschluss {{Rspr|6 T 20/06}} vom 13.01.2006, BtPrax 2006, 115 = FamRZ 2006, 1788'''
'''LG Kassel, Beschluss {{Rspr|3 T 67/06}} vom 10.02.2006, BtPrax 2006, 115 = FamRZ 2006, 1483'''
'''LG Mönchengladbach FamRZ 2006, 1229'''
'''LG Paderborn, Beschluss {{Rspr|5 T 467/05}} vom 26.1.2006'''
[[VBVG-Rechtsprechung#Psychiatrische_Krankenh.C3.A4user_als_Heim_.3F|Rechtsprechung zu psychiatrischen Krankenhäusern]]
[[VBVG-Rechtsprechung#Justizvollzugsanstalten_als_Heim_.3F|Rechtsprechung zu JVA]]
'''LG Nürnberg-Fürth, Beschluss {{Rspr|13 T 10026/05}} vom 17.11.2006'''
[[VBVG-Rechtsprechung#Sonstige_Abgrenzungsfragen.3B_gew.C3.B6hnlicher_Aufenthalt|Rechtsprechung zum gewöhnlichen Aufenthalt]]
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[[Aufwendungsersatz]], [[Stundensatz]], [[Mittellosigkeit]], [[Gerichtskosten]], [[Betreuungskosten im Steuerrecht]], [[Regress der Staatskasse]], [[Betreuungsrechtsreform]]
[[VBVG-Rechtsprechung]], [[Aufwendungsersatz]], [[Stundensatz]], [[Mittellosigkeit]], [[Gerichtskosten]], [[Betreuungskosten im Steuerrecht]], [[Regress der Staatskasse]], [[Betreuungsrechtsreform]]
Version vom 31. Dezember 2008, 17:30 Uhr