Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BVerfG_23_11_2015_1_BvR_2269_15_Verfassungsbeschwerde_betref-d7489746.html
Timestamp: 2016-10-21 15:36:21
Document Index: 254848593

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 93', 'Art. 6', '§ 93', '§ 93', '§ 93', 'Art. 6', '§ 93']

BVerfG, 23.11.2015 - 1 BvR 2269/15 - Verfassungsbeschwerde betreffend ein Vaterschaftsanfechtungsverfahren; Gerichtliche Verwehrung der Beteiligung der Mutter (Beschwerdeführerin) an dem vom Sohn eingeleiteten Vaterschaftsanfechtungsverfahren | Urteile auf anwalt24.de
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BVerfG, 23.11.2015 - 1 BvR 2269/15 - Verfassungsbeschwerde betreffend ein Vaterschaftsanfechtungsverfahren; Gerichtliche Verwehrung der Beteiligung der Mutter (Beschwerdeführerin) an dem vom Sohn eingeleiteten Vaterschaftsanfechtungsverfahren
BundesverfassungsgerichtBeschl. v. 23.11.2015, Az.: 1 BvR 2269/15Gericht: BVerfGEntscheidungsform: BeschlussDatum: 23.11.2015Referenz: JurionRS 2015, 35852Aktenzeichen: 1 BvR 2269/15 Verfahrensgang:vorgehend:OLG Nürnberg - 14.11.2014 - AZ: 7 UF 1196/14OLG Nürnberg - 14.11.2014 - AZ: 7 WF 1338/14BGH - 28.07.2015 - AZ: XII ZB 670/14BGH - 28.07.2015 - AZ: XII ZB 671/14Rechtsgrundlagen:§ 93a BVerfGGArt. 6 Abs. 1 GGFundstellen:EE 2016, 38FamRB 2016, 42FamRZ 2016, 199FK 2016, 39JAmt 2016, 211NZG 2016, 5ZAP EN-Nr. 145/2016ZAP 2016, 158In dem Verfahren über die VerfassungsbeschwerdeXXXgegen a) den Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 28. Juli 2015 - XII ZB 671/14 -,b) den Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 28. Juli 2015 - XII ZB 670/14 -,c) den Beschluss des Oberlandesgerichts Nürnberg vom 14. November 2014 - 7 WF 1338/14 -,d) den Beschluss des Oberlandesgerichts Nürnberg vom 14. November 2014 - 7 UF 1196/14 -,e) den Beschluss des Amtsgerichts Schwandorf vom 12. August 2014 - 001 F 305/13 -hat die 1. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts durchden Vizepräsidenten Kirchhof,den Richter Eichbergerund die Richterin Britzgemäß § 93b in Verbindung mit § 93a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473)am 23. November 2015 einstimmig beschlossen:Tenor:Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.Gründe1Die Verfassungsbeschwerde betrifft ein Vaterschaftsanfechtungsverfahren, welches der vor Abschluss des Anfechtungsverfahrens verstorbene Sohn der Beschwerdeführerin gegenüber seinem Kind (dem Enkelkind der Beschwerdeführerin) eingeleitet hatte. Die Beschwerdeführerin wendet sich dagegen, dass ihr nach dem Tod ihres Sohnes die Beteiligung an dem von ihm eingeleiteten Vaterschaftsanfechtungsverfahren verwehrt wurde und dass es die Gerichte abgelehnt haben, dieses Vaterschaftsanfechtungsverfahren auf ihren Antrag hin fortzusetzen. Den Kern ihrer materiell- und verfahrensrechtlichen Rügen bildet der Vorwurf, indem ihr die Fortführung des Vaterschaftsanfechtungsverfahrens verwehrt werde, werde unzulässig in ihre Grundrechte eingegriffen, weil ihr auf diese Weise ein Enkelkind "aufgedrängt" werde.2Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen, weil die Voraussetzungen des § 93a BVerfGG nicht vorliegen. Die Entscheidungen des Bundesgerichtshofs sind verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden. Der Bundesgerichtshof hat bei der Auslegung des anzuwendenden Rechts keine grundrechtlich geschützten Positionen der Beschwerdeführerin verkannt. Insbesondere folgt aus dem grundrechtlichen Schutz familiärer Bindungen zwischen nahen Verwandten (Art. 6 Abs. 1 GG; vgl. dazu BVerfGE 136, 382 <389, Rn. 23>) nicht umgekehrt, dass der Beschwerdeführerin hier von Verfassungs wegen die Möglichkeit eingeräumt werden müsste, durch Fortführung des von ihrem Sohn eingeleiteten Vaterschaftsanfechtungsverfahrens die rechtliche Verbindung zu ihrem - nach Einschätzung des verstorbenen Sohnes mutmaßlich nicht biologisch von diesem abstammenden - Enkelkind zu lösen.3Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.4Diese Entscheidung ist unanfechtbar.KirchhofEichbergerBritzHinweis: Das Dokument wurde redaktionell aufgearbeitet und unterliegt in dieser Form einem besonderen urheberrechtlichen Schutz. Eine Nutzung über die Vertragsbedingungen der Nutzungsvereinbarung hinaus - insbesondere eine gewerbliche Weiterverarbeitung außerhalb der Grenzen der Vertragsbedingungen - ist nicht gestattet.
BVerfG, 23.11.2015BVerfG, 20.11.2015