Source: https://www.aussenwirtschaftslupe.de/auslaendisches-recht-im-deutschen-zivilprozess-5903
Timestamp: 2019-11-17 16:27:45
Document Index: 19462804

Matched Legal Cases: ['§ 293', '§ 293', 'BGH', 'BGH', '§ 293', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 293']

Ausländisches Recht im deutschen Zivilprozess | Außenwirtschaftslupe
Ist nach dem deut­schen inter­na­tio­na­len Pri­vat- und Zivil­ver­fah­rens­recht aus­län­di­sches Recht (hier: grie­chi­sches Recht) anzu­wen­den, hat der Tatrich­ter die­ses gemäß § 293 ZPO von Amts wegen zu ermit­teln. Gibt die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung kei­nen Auf­schluss dar­über, dass der Tatrich­ter sei­ner Pflicht zur Ermitt­lung aus­län­di­schen Rechts nach­ge­kom­men ist, ist davon aus­zu­ge­hen, dass eine aus­rei­chen­de Erfor­schung des aus­län­di­schen Rechts ver­fah­rens­feh­ler­haft unter­blie­ben ist1.
Die rich­ti­ge Anwen­dung des deut­schen inter­na­tio­na­len Pri­vat- und Zivil­ver­fah­rens­rechts ist im Rechts­be­schwer­de­ver­fah­ren von Amts wegen zu prü­fen2.
Soweit danach aus­län­di­sches Recht anzu­wen­den ist, hat der Tatrich­ter die­ses nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs gemäß § 293 ZPO von Amts wegen zu ermit­teln. Dabei darf sich die Ermitt­lung nicht auf die Her­an­zie­hung der Rechts­quel­len beschrän­ken, son­dern muss auch die kon­kre­te Aus­ge­stal­tung des Rechts in der aus­län­di­schen Rechts­pra­xis, ins­be­son­de­re die aus­län­di­sche Recht­spre­chung, berück­sich­ti­gen.
In wel­cher Wei­se sich der Tatrich­ter die not­wen­di­gen Kennt­nis­se ver­schafft, liegt in sei­nem pflicht­ge­mä­ßen Ermes­sen. Vom Rechts­be­schwer­de­ge­richt darf inso­weit ledig­lich über­prüft wer­den, ob er sein Ermes­sen rechts­feh­ler­frei aus­ge­übt, ins­be­son­de­re sich anbie­ten­de Erkennt­nis­quel­len unter Berück­sich­ti­gung der Umstän­de des Ein­zel­falls hin­rei­chend aus­ge­schöpft hat3.
Gibt die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung kei­nen Auf­schluss dar­über, dass der Tatrich­ter sei­ner Pflicht nach­ge­kom­men ist, aus­län­di­sches Recht zu ermit­teln, ist davon aus­zu­ge­hen, dass eine aus­rei­chen­de Erfor­schung des aus­län­di­schen Rechts ver­fah­rens­feh­ler­haft unter­blie­ben ist4.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 30. April 2013 — VII ZB 22⁄12
Anschluss an BGH, Urtei­le vom 23.04.2002 — XI ZR 136⁄01, NJW-RR 2002, 1359, 1360; vom 26.06.2001 — XI ZR 241⁄00, BGHR ZPO § 293 Satz 2 Ermes­sen 14; vom 08.05.1992 — V ZR 95⁄91, NJW 1992, 3106, 3107 [↩]
vgl. BGH, Urtei­le vom 15.07.2008 — VI ZR 105⁄07, BGHZ 177, 237 Rn. 8; vom 02.10.1997 — I ZR 88⁄95, BGHZ 136, 380, 386 [↩]
vgl. BGH, Urtei­le vom 13.12.2005 — XI ZR 82⁄05, BGHZ 165, 248, 260; vom 23.06.2003 — II ZR 305⁄01, NJW 2003, 2685, 2686; vom 23.04.2002 — XI ZR 136⁄01, NJW-RR 2002, 1359, 1360 [↩]
vgl. BGH, Urtei­le vom 23.04.2002 — XI ZR 136⁄01, aaO; vom 26.06.2001 — XI ZR 241⁄00, BGHR ZPO § 293 Satz 2 Ermes­sen 14; vom 08.05.1992 — V ZR 95⁄91, NJW 1992, 3106, 3107 [↩]
AmtsermittlungsgrundsatzInternationales ProzessrechtZivilprozess