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Timestamp: 2018-12-13 11:33:57
Document Index: 366807472

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 15', '§ 15', 'Art. 15', '§ 15', '§ 16', '§ 16', '§ 14']

Neue Rheinische Zeitung – nn_nrhz103_1848.txt.xml
No 103. Köln, Freitag den 15. September. 1848.
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In den letzten Tagen laufen in unserer Expedition mehrere Reklamationen aus der Mosel-Gegend mit Klagen über die späte und vernachlässigte Besorgung der „Neuen Rheinischen Zeitung“ ein. Die Expedition der „N. Rh. Z.“ erklärt h ermit ihren Abonnenten, daß die Zeitung auf's pünktlichste versandt wird; fordert aber die Postbehörden der Moselgegend auf, diesem Gegenstand ihre besondere Aufmerksamkeit zu schenken und unsere Zeitung so pünktlich als andere Blätter zu expediren.
Fernere Reklamationen bitten wir an die nächste Postanstalt zu richten.
Gerant der „N. Rhein. Ztg.“
Deutschland. Köln. (Volksversammlung und Sicherheitsausschuß). Frankfurt. (Nationalversammlung. ‒ Die Chancen des Waffenstillstands). Berlin. (Die Krise). Wien. (Gesetz über Aufhebung der Feudallasten. ‒ Handschreiben des Kaisers an Jellachich. ‒ Die Ungarn). Krefeld. (Protest. ‒ Denunzianten). Mainz. (Rückkehr der Deputation). Mannheim. (Die Amnestie und der Reichsverweser). Konstanz. (Prozesse Ficklers). Altona. (Rückmarsch der Preußen. ‒ Wrangel). Posen. (Alarmirung. ‒ Gerüchte).
Ungarn.Essig. (Die ungarischen Offiziere). Kronstadt. (Ausweisung der Walachen).
Französische Republik. Paris. (Arbeiterversammlung. ‒ Der Kampf in Messina. ‒ Nationalversammlung).
Italien. (Der Kampf in Sizilien. ‒ Proklamation der sizilianischen Regierung. ‒ Volkssieg in Livorno. ‒ Der Großherzog selbst rückt gegen die Stadt. ‒ Italienisches Bundescomité in Turin).
Dänemark. (Armeebefehl. ‒ Wahlkandidaten. ‒ Halboffizielle Glossen über preußische Zweideutigkeit).
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Edition: [Friedrich Engels: Volksversammlung und Sicherheitsausschuss. In: MEGA2 I/7. S. 706.]
[ * ] Köln, 14. Sept.
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Als acht- oder zehnjähriger Knabe nimmt man die Karten gewöhnlich zum ersten Male in die Hand ‒ an langen Winterabenden, wenn draußen der Schnee auf den Bergen liegt und die Flamme räthselhaft im Kamine emporsteigt, flackernd und knisternd. Man spielt „schwarzen Peter.“ ‒ Agnes, Bertha, Paul und Mathilde sitzen um den runden Tisch und wer verliert, der bekommt einen schwarzen Strich und wenn Paul drei Mal verliert, da bekommt er auch drei Striche und fängt er an zu weinen: da lacht man ihn aus und Agnes fällt ihm um den Hals und küßt ihn, trotz seines Schnurrbarts und der Abend verstreicht unter Scherz und Jubel und es gibt kein schöneres Spiel als der „schwarze Peter.“
Herr von Schnapphahnsky trieb es nicht so unschuldig. Wie wir schon erzählten, saß er in Aachen, am Grabe Karls des Großen und spielte Roulette ‒ ‒
Beiläufig bemerkt war Aachen bis in die neueste Zeit hinein ein höchst unbekannter Ort. Erst vor Kurzem wurde er durch Heinrich Heine entdeckt und nach Verdienst besungen. Die Schönheiten Aachens sind erst durch Heine recht ans Licht gekommen. Man hatte früher nur eine dunkle Ahnung davon. Man wußte nur, daß Karl der Große seliger, dort verstorben und vergraben sei, daß die Bauern der Umgegend alle sieben Jahre zu der Kunstausstellung des heiligen Hemdes und die Bonner Studenten jeden Sonntag zu dem natur-grünen Tische der Redoute wallfahrteten ‒ die Bauern, um mit reuigem Herzen, mit verzückten Augen und gebeugten Knieen vor dem wunderthätigen Hemde ihre Andacht zu verrichten und von Noth und Fegefeuer erlöst zu werden ‒ die Studenten, um im Schmuck der goldenen Locken an den grünen Altar der Croupiers zu treten und erst recht in Noth und Fegefeuer hineinzugerathen. Das war indeß auch Alles, was jedem Kinde von Aachen bekannt war. Aber jetzt? Man kennt jeden Lieutenant auf der Straße, man kennt den Adler über dem Posthause, man weiß genau, womit sich die Hunde, die armen langweiligen Hunde in Aachen beschäftigen. Genug, man kennt die winzigsten Kleinigkeiten und wenn der ehrwürdigen Stadt jemals etwas Menschliches passiren sollte, wenn sie je einmal unterginge durch Pestilenz, Brand oder Hunger: da wird man nur Heine's Wintermährchen aufzuschlagen haben, um den Feuer- oder Lebens-Versicherungs-Gesellschaften die beste Anleitung zu geben, in welcher Weise sie das Zerstörte zu ersetzen haben, sei es an Häusern, Menschen oder Vieh.
Nie hatte Aachen glänzendere Tage, als bei der Anwesenheit des Herrn von Schnapphanski. Der edle Ritter ließ die Aachener Bank aber auch gehörig für die Ehre seines Besuches zahlen und mit gefüllter Kriegskasse reiste er dann nach München.
Meine Leser werden mich fragen, weswegen der edle Ritter nicht nach Berlin zurückkehrte? ‒ Wenn man lange Zeit in Spanien gewesen ist, und den heimischen Boden wieder betritt, da eilt man doch gewöhnlich nach dem Orte, der einem am meisten theuer ist. Meine Leser haben Recht. Aber ich theilte ihnen in meinen frühern Skizzen irrthümlich mit, daß sich Herr von Schnapphahnski, nach jener fatalen Diamantengeschichte nur so ganz zufällig aus dem Staube gemacht habe. ‒ Aus sehr guter Quelle habe ich seitdem erfahren, daß sich die Sache etwas anders verhielt. Der edle Ritter kaufte nämlich die fraglichen Diamanten nicht in seinem Namen, sondern für Rechnung des unsterblichen Gottes, Zeus Kronion. Zeus Kronion wußte natürlich nichts von der Geschichte und als er nach einiger Zeit die Nota des Hof-Juweliers erhielt und sich davon überzeugte, daß Herr von Schnapphahnski seinen, den unsterblichen Namen des Gottes auf eine schmähliche Weise mißbraucht hatte, da verstieß Zeus den edlen Ritter aus dem Olymp, d. h. aus Berlin und drohte ihm, wie schon früher erzählt mit Donner und Blitz, mit Spandau und Magdeburg, wenn er sich je wieder unter den Linden blicken lasse.
Unser Held hatte daher die triftigsten Gründe nicht nach Berlin, sondern nach München zu reisen. Nicht ohne Zittern und Zagen geschah indeß diese Reise. Denn wenn in München auch nicht wie in Berlin, jeder Gardelieutenant mit dem Finger auf unseren Ritter zeigen und seinen Kameraden fragen konnte, ob jener Herr v. Schnapphahnski derselbe Schnapphahnski sei, der einst die schriftliche Erklärung gab, daß er sich in der berühmten Liebesaffaire mit Carlotta höchst unzweideutig benommen habe, so war doch wenigstens immer die Möglichkeit vorhanden, daß dem edlen Ritter selbst in dem bairischen Babylon ein Lakai des Grafen S. aus O. in Schlesien begegnete und Herr v. Schnapphahnski hatte nun einmal eine entschiedene Abneigung vor den Haselstöcken dieser Ungeschlachten. „Und nähmst du die Flügel der Morgenröthe und bettetest dich am äußersten Meere, die Arme der Lakaien aus O. in Schlesien können dich doch noch erreichen!“ ‒ Also dachte unser Ritter und es versteht sich von selbst, daß er auch in München nicht auf der Stelle mit der alten Keckheit aufzutreten wagte.
Jedenfalls that er das was auch jeder andere vernünftige Mensch in seinem eignen wohlverstandenen Interesse gethan haben würde. Er suchte nämlich seinem Erscheinen in München vor allen Dingen einen angenehmen Geruch vorhergehen zu lassen, um auf diese Weise jeder möglichen Gefahr wenigstens in etwa vorzubeugen.
Der sinnreiche Junker hatte bereits durch die Herausgabe seiner Memoiren ein gewaltiges Stück in diesem Punkte vorgearbeitet. Indem er nämlich seine spanischen Abentheuer schilderte und sich dabei von Gottes und Rechtswegen in ein ungemein günstiges [Fortsetzung]
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@facs 0514
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[ !!! ] Frankfurt, 12. September.
76. Sitzung der National-Versammlung. Tagesordnung: Grundrechte. Protokoll genehmigt. Flottenbeiträge u. a. 1700 Thlr. vom Central-Ausschuß der politischen Vereine in Weimar, mit einem Begleitschreiben, worin gesagt, daß die meisten Beiträge von Proletariern. (Bravo.)
Stedtmann zeigt im Namen der beiden bekannten Ausschüsse an, daß sie sich ihres Geschafts mit allem Ernste unterzogen. Eine absolute Majorität für eine oder die andere Ansicht (d. h. für Ratifizirung oder Nichtratifizirung) zu erzielen, war unmöglich. Die relative Majorität (11 Mann) mit ihrem Berichterstatter Wurm ist gegen die Ratifizirung. Die relative Minorität mit 10 Stimmen (Berichterstatter Stedtmann) für Ratifizirung. Die Anträge der Minorität lauten:
(Links Unterbrechungen: Zuerst Majoritätsanträge!)
Gagern, der Edle: Man mochte Herrn Stedtmann hören! (Nein! Nein! Majoritätsanträge! Wurm! Wurm!)
Präsident (entschließt sich): Stedtmann möchte warten, bis der ganze Bericht erstattet ist. (Bravo!)
Stedtmann: Lassen Sie mich wenigstens im Namen sämmtlicher 21 Mitglieder den Antrag stellen: Morgen in einer Extra-Sitzung diese Sache zu erledigen.
Claussen (Kiel): Es ist noch Herr Höfken aus Preußen zur Majorität getreten, also eine absolute Majorität von 12 Stimmen. (Lautes Bravo!)
Lindenau zeigt an, daß er einen selbstständigen Antrag in dieser Angelegenheit morgen stellen wird.
Schwarzenberg: Eine Adresse von der schleswig-holsteinischen Landesversammlung ist angekommen. (Drucken! Links: Vorlesen!)
Präsident: Sie ist bereits gedruckt.
Fuchs (Berichterstatter des Petitionsausschusses) berichtet unter fortwährendem Schlußruf mit sehr erzürnter Stimme über einige unwichtige Petitionen, die man durch Tagesordnung beseitigt.
Franke (Namens des volkswirthschaftlichen Ausschusses): Bericht über die Beschwerden der Segelschiffe auf dem Rhein.
Präsident theilt einen Antrag von Blum und anderen mit: „Bei der dringenden Gefahr in den Herzogthümern etc. sofort eine Deputation von 15 Mitgliedern an den Reichsverweser zu senden, um um Beschleunigung der Ministerkrise zu ersuchen.
Die Dringlichkeit des Antrags wird nach zweimaliger Zählung in etwas zweifelhafter Art mit 219 Stimmen gegen 208 verworfen.
Präsident: Schlöffel u. s. w. beantragen: „In Erwägung, daß der von Preußen am 26. August abgeschlossene Waffenstillstand ohne Ratifikation der Centralgewalt ist, daß ferner die vom Reichsverweser gegebene Vollmacht bei Weitem überschritten ist, daß derselbe ferner ein Attentat auf Deutschlands Einheit ist (rechts: Oho!), beschließt die National-Versammlung: sofort an die Berliner Versammlung die 29 Bogen gedruckter Aktenstücke über diesen Waffenstillstand zu übersenden. (Rechts: Oho!)
Der Antrag wird nicht als dringlich erkannt und zur Tagesordnung (Grundrechte) übergegangen.
Präsident: Die Tagesordnung bringt § 15 und 16 der Grundrechte, denn ich habe die gestrigen Anträge von Schneer und Schoder (welche angenommen wurden) so verstanden, daß erst nach Artikel III. und IV. zu dem Associationsrecht u. s. w. übergegangen wird.
Schoder erklärt sich einverstanden.
Nach kurzer Debatte geht man demnach zu § 15 der Grundrechte.
„§ 15. Niemand soll zu einer kirchlichen Handlung oder Feierlichkeit gezwungen werden.“
Die Amendements werden zur Unterstützung verlesen und dann, nach dem gestrigen Beschlusse, die Frage gestellt: ob über den Paragraphen diskutirt werden soll?
Man verzichtet auf die Diskussion. (Bravo!)
Bei der Abstimmung wird die Fassung des Ausschusses angenommen. (S. oben).
Dazu ein Amendement von Riesser und mehreren, lautend:
„Die Form des Eides soll eine für alle gleichmäßige, an kein bestimmtes Religionsbekenntniß geknüpfte sein,“
mit 226 gegen 183 Stimmen angenommen.
Ein Antrag von Vogt:
„Niemand kann zur Erfüllung irgend welcher religiösen Pflichten oder Handlungen gezwungen werden,“
Ebenso ein Antrag von Dewes verworfen, lautend wie in der belgischen Konstitution Tit. II. Art. 15:
„Niemand soll gezwungen sein, die kirchlichen Ruhetage zu halten.“
§ 15 lautet demnach:
„Niemand soll zu einer kirchlichen Handlung oder Feierlichkeit gezwungen werden Die Form des Eides soll eine für alle gleichmäßige an kein bestimmtes Religionsbekenntniß geknüpfte sein.“
§ 16 Artikel III. lautet: nach dem Antrag des Verfassungs-Ausschusses.
Die bürgerliche Gültigkeit der Ehe ist nur von der Vollziehung des Civilactes abhängig; die kirchliche Trauung kann erst nach der Vollziehung des Civilactes statt finden.
(Ganz aus der belgisch. Constit. übersetzt)
Bischof Geritz (aus Frauenburg) stürzt zur Tribüne und ruft mit erzürnter Stimme: „Ich kann die Competenz der hohen Versammlung hierzu nicht anerkennen. ‒ (Tumult!)
Gagern: Herr Geritz, lassen Sie mich erst fragen, ob über den Paragraphen diskutirt werden soll. Die Diskussion über den § wird beschlossen, da mehr als 100 Mitglieder sich dafür erheben
Bischof Geritz: M. H., ich kann der Competenz; die National-Versammlung. (Unterbrechungen. ‒ Larm. ‒ Allgemeines Gelächter.)
Gagern. Professor Deiters hat das Wort.
Prof. Deiters aus Bonn. Ich will zuerst ein Mißverständniß aufklären. Man scheint zu glauben es handele sich hier vorzüglich um Aufhebung des Cölibats; dies ist aber nicht beantragt, sondern Aufhebung der Kirchenehen ‒ Deiters empfielt den ersten Absatz des Ausschußantrags; erklärt sich aber dagegen, daß die kirchliche Trauung erst nach dem Civilakt stattfinden soll.
Prof. Dieringer aus Bonn. Ganz derselben Ansicht wie Deiters
Pof. Mitternmyer unterstützt den ganzen Antrag des Ausschusses und empfielt dazu sein Amendement. (S. unten.) ‒ Im Mittelalter, sagt er, war die Kirche berufen die Ehe zu heiligen, heute aber, wo wir alle Confessionen gleichgestellt haben, muß die Civilehe eingeführt werden. ‒ Man hat gesagt, die Sittlichkeit leide bei diesem Institut. Im Rheinland und Frankreich habe ich mich vom Gegentheil überzeugt.
Die Civilehe muß vor der kirchlichen Trauung vollzogen werden, wie in Belgien, dort straft man die Geistlichen, (hört!) die eine Kirchentrauung vor der Civilehe vornehmen.
Berichterstatter Beseler (Schluß!) spricht diesmal nur 7 1/2 Minuten. (Bravo!)
Bei der Abstimmung werden angenommen:
1 Die Fassung des Ausschusses (s. oben), hierzu ein Amendement von Mittermaier: „Die Religionsverschiedenheit ist kein burgerliches Ehehinderniß. Die Standesbücher werden von bürgerlichen Behörden geführt.“ (Bravo!) Dies Amendement neben der Fassung des Ausschusses (s. oben) bilden also § 16; den letzten Paragraphen des Art. III.
Verworfen wurde unter andern folgendes Amendement:
Den katholischen Geistlichen, welche ihren Kirchendienst niederlegen, steht als solchen bei Schließung der Civilehe kein civilrechtliches Hinderniß entgegen. (Fehrenbach. Itzstein. Sachs. Zitz. Schaffrath u. Konsorten. Reinhard).
Und ein Antrag von Wedekind: „Das Gelöbniß der Ehelosigkeit ist bürgerlich unwirksam. Alle geistliche Gerichtsbarkeit ist aufgehoben.“ ‒ Die Linke und ein Theil des linken Centrums war dafur.
Folgt Artikel IV der Grundrechte
Paur aus Neiße. (Berichterstatter des Schulausschusses) will über Art IV. erst berathen, wenn alle Amendements und der Bericht darüber gedruckt ist.
Demgemäß vertagt der Präsident die Berathung über Artikel IV. Weil man aber schicklicherweise noch nicht zu Tisch gehen kann, kommen einige Allotria
1) Osterrath beantragt: Veränderung des §. 41 der Geschäftsordnung (von den Abstimmungen) und dafür Abstimmung durch schwarzr und weiße Kugeln.
Präsident: will die Versammlung Hrn. Osterrath zur Begründung der Dringlichkeit dieses Antrags das Wort geben? Ja wohl!
Osterrath: Die Resultate unserer Abstimmungen waren fast immer zweifelhaft (oh! oh!) ‒ hebt die Vortheile der Kugelabstimmung hervor.
Rösler (Oels) ist gegen die Dringlichkeit; verweist den Antrag an die Geschäftskommission. Nachdem noch Reh gegen Dringlichkeit, und Lichnowsky sich für die Dringlichkeit ausgesprochen, verwirft die Versammlung die Dringlichkeit, und weist den Antrag an den Ausschuß.
Ein ähnlicher Antrag geht den nämlichen Weg.
Ob Morgen Extra-Sitzung und Erledigung der Waffenstillstandsfrage ist zwar von der Beendigung des Drucks und der Vertheilung der vielberührten Aktenstücke (29 Bogen) abhängig, aber mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen.
Von einem Ministerium noch keine Spur.
Zum Schluß der Sitzung wurden wider alles Erwarten noch die Anträge (der Majorität und Minorität) der beiden Ausschüsse für die Waffenstillstandsfrage verlesen. Obschon Sie dieselben bereits durch die Frankfurter Blätter haben müssen, folgen sie hier noch bei, mit dem was sonst in dieser Sache verlautet. ‒
Der Antrag der Majorität (Arndt, Blum, Claussen, Cucumus, Dahlmann, Esmarch, Höfken, Raumer, Stenzel, Trutzschler, Wippermann, Wurm) geht dahin: „In Erwägung, daß der am 26 August zu Malmoe abgeschlossene Waffenstillstand, vermöge der in seinem VII. und IX. Artikel, im fünften Separatartikel und den beiden Zusatzartikeln enthaltenen Bestimmungen wesentliche Selbstständigkeitsrechte verletzt, welche durch die Beschlüsse der Nationalversammlung allen in ihr repräsentirten Stämmen gewährleistet sind; in Erwägung, daß der von der Krone Preußen nach Malmoe abgesandte Unterhändler in wesentlichen Punkten die ihm von der deutschen Centralgewalt ertheilten Vollmachten überschritten hat, namentlich in Bezug auf die Dauer des Waffenstillstandes, die Trennung der schleswigschen Truppen von den holsteinischen, die in den Herzogthümern Schleswig und Holstein bestehenden Gesetze und das Personal der für beide Herzogthümer zu bildenden prov. Regierung, nicht minder in Bezug auf die Lage des Herzogthums Lauenburg während des Waffenstillstandes; in Erwägung ferner, daß die Ausführung mehrerer politischer Punkte des Malmöer Vertrages, vermöge der einstimmigen Weigerung der schleswig-holsteinischen Landesversammlung ihnen nachzukommen, unthunlich geworden ist, während dagegen es thunlich und wünschenswerth erscheint, eine Waffenruhe zum Zweck schleuniger Friedensunterhandlungen anzubahnen; in Erwägung alles dessen beschließt die Nationalversammlung: 1) der Malmoer Waffenstillstand vom 26. August wird von der deutschen Nationalversammlung nicht genehmigt; 2) das Reichsministerium wird aufgefordert, die zur Fortsetzung des Krieges erforderlichen Maßregeln zu ergreifen, sofern die dän. Regierung sich nicht bereitwillig finden sollte, die Friedensunterhandlungen mit der Centralgewalt des deutschen Bundesstaates sogleich zu eröffnen.“ Der Antrag der Minorität (Dunker, Flottwell, M. v. Gagern, Gombart, Mayern, Schubert, Stedtmann, Würth, Zachariä, Zennette) geht dahin: 1. Die deutsche Nat.-Vers. beschließt: Im Hinblick auf eine durch die k. preuß. Regierung, vermittelte Erklärung der dän. Regierung daß sie auf das Eintreten des Grafen Karl v. Moltke-Nütschau in die interimistische Regierung der Herzogthümer Schleswig-Holstein verzichte, und auf Modifikationen und Koncessionen, welche für die Ruhe der Herzogthümer wünschenswerth erscheinen, bereitwillig eingehe; in der Voraussetzung, daß die Erklärung der dänischen Regierung auch für das Herzogthum Lauenburg zu verstehen sei; in der Voraussetzung, daß die erwähnten Zusagen sofort durch Vermittlung der Centralgewalt in Erfüllung gehen werden: 1) daß der Waffenstillstand vom 26. August l. J. ihrerseits nicht weiter beanstandet werde; 2) daß die Friedensunterhandlungen mit Dänemark durch die prov. Centralgewalt direkt und unverzüglich zu eröffnen seyen. II. Die Nationalversammlung beschließt: daß sie nach Einsicht der Verhandlungen über die Verhältnisse Deutschland's zu Schleswig, vom 2. April bis zum 26. August l. J., den Ausschuß für Centralgewalt beauftrage, über das von der preußischen Regierung der provisorischen Centralgewalt gegenüber eingehaltene Verfahren der Nationalversammlung zu berichten.
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[ !!! ] Frankfurt, 12. Sept., Abends 10 Uhr.
Für Donnerstag, den 14. September ist die große Schlacht festgesetzt. Beide Parteien sind in der größten Thätigkeit. Dumpfes Stillschweigen und gegenseitiges Beobachten. Fortwährende Sitzungen der einzelnen Klubs bei geschlossenen Thüren. Auf beiden Parteien fürchtet man ‒ und hofft man. Auf beiden Parteien weiß man, daß es sich um eine Existenzfrage handelt; alle Kräfte werden angespannt. Die Linke hat große Hoffnung auf den Sieg. Schmerling verschmäht es nicht, überall das Gerücht zu verbreiten, „der Reichsverweser werde zurücktreten, wenn der Waffenstillstand verworfen werden sollte“. Dieser exministerliche Kniff mißlingt. Auf folgende Art ist er zu Nichte gemacht. Heute Abend hat der Reichsverweser viele (etwa 15) Mitglieder von der Linken, u. a. Vogt, Simon von Breslau, Remer, Schoder von Stuttgart etc. zu sich berufen lassen, um sie über die „große Frage“ auszuhören. Er hat sich ziemlich entschieden ausgesprochen, und auf eine Interpellation in Bezug des oben bemerkten durch Schmerling verbreiteten Gerüchts erwidert: „er werde, mag die Entscheidung sein, welche sie wolle, unter keiner Bedingung zurücktreten, sondern die ihm anvertraute Stellung unter allen Umständen behaupten; er wünsche nur, daß sich für die eine oder die andere Entscheidung eine möglichst große Majorität der Nationalversammlung aussprechen möge!“ Sie können sich denken, daß diese Erwiderung bestmöglichst verbreitet wird, und ein großes Gewicht in die Wagschale der Parteien legt. Die äußerste Linke (der Donnersberg), die gemäßigte (deutscher Hof), linkes Centrum (Westendhall und Würtemberger Hof) werden unbedingt für die Verwerfung stimmen. Zusammen etwa 200 Stimmen. Der Würtemberger Hof mit einziger Ausnahme der Apostaten: Zachariä und Stedtmann (Ministerialkandidat). 250 würde schon die große Majorität sein, da kaum 500 Mitglieder anwesend. Etwa 120 Mitglieder gehören keinem Klub an, und vagiren umher. Auf die Mehr- oder Minderheit dieser wird die Entscheidung ankommen; denn die Partei, die entschieden für die Nichtverwerfung ist, befindet sich in großer Minorität.
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[ 103 ] Berlin, 12. Sept.
Die konstitutionelle Partei hat sich durch die Veröffentlichung der königlichen Erklärung, daß der König mit der ausgesprochenen Ansicht des abtretenden Ministeriums Auerswald-Hansemann einverstanden sei, sehr geschadet. Alle Theile der Bevölkerung werden immer mehr von der Ueberzeugung durchdrungen, daß von der konstitutionellen Monarchie nichts zu erwarten ist.
Von der Bildung des neuen Ministeriums verlautet noch gar nichts, da Herr v. Beckerath noch nicht eingetroffen ist.
Man erzählt hier heute, daß Herr Hansemann, als Anerkennung seiner dem König geleisteten Dienste, zum Chef der Bank und der Seehandlung vom Könige werde ernannt werden. In der That, Herr Hansemann!
Das allgemeine Tagesgespräch bildet die von Held eingegangene Verbindung mit der Reaktion. Es ist authentisch, daß Held eine Unterredung mit der Prinzessin von Preußen und Herrn von Katte, dem Präsidenten des Preußenvereins hatte. Ein bis jetzt noch geheimer Plan wurde da ausgebrütet; man spricht, es beträfe die Abdankung des Königs, die Regentschaft des Prinzen von Preußen und die Auflösung der Versammlung. Held wirkte auch schon in diesem Sinne, denn während am 7. d. M. Alles in voller Erwartung stand, ließ er ein großes Plakat drucken, worin er den Berlinern mit 50,000 Mann Furcht und Schrecken einjagen wollte, die bereit seien das revolutionäre Volk zu vernichten. Er tadelte die Versammlung, er tadelte die Linke, die er schwach nennt und die zu Hause reisen würde, das Volk sich selbst überlassend. In einigen Tagen, versprach er, mit dem herauszurücken was dem Volke Noth thut, um mit einem Male aus dem erbarmungswürdigen Zustande erlöst zu werden. Aber ‒ Herr Held hat nichts veröffentlicht. Von allen Seiten wird er jetzt angegriffen. Die Demokraten verläugnen einen solchen Bundesgenossen.
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Die Wiener Zeitung enthält in ihrem amtlichen Theil bereits das Gesetz über die von dem Reichstag beschlossene Aufhebung der Feudallasten.
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[ 61 ] Wien, 10. Sept.
Die ungarische Deputation ist, wie ich bereits berichtet habe, gestern unverrichteter Sache von hier abgezogen und wird in Budapesth ein Wetter heraufbeschwören, neben dem die Wien-Frankfurt-Berliner Misere vollständig verschwinden dürfte.
Mehr als jemals befand sich die Stadt gestern vor und nach dem kaiserlichen Nichtbescheide in Aufregung. Halb Wien trug auf einmal flache, breitgekrämpte und breitbebänderte Ungarnhüte; politische Gruppen standen in allen Straßen und nächst der Universität, der Werbungsstelle, wo die ungarische Dreifahne wehte, sah es aus, als ob Wien sich zum Feldzug wider Jellachich wollte anwerben lassen. Ueberall begegnete man, grün-weiß-rothe Bouquet's auf den Hüten, rüstigen Männerschaaren, die nach Ungarn eilen, dort mit der allgemeinen Freiheit das Magyarenthum zu vertheidigen. Man begreift, daß man Unsinn getrieben, als man zu den Horden Radetzky's aus Wien freiwillig neue schickte; man begreift, daß mit der Besiegung Ungarn's durch Jellachich ein Despotensieg über Wien unabwendbar würde; man trachtet gut zu machen, was man in Italien verdorben.
Oestreich wird für die Oestreicher selber nun endlich ein längst aufgelöstes Problem, mit welchem man sich daher den Kopf nicht länger zu zerbrechen braucht.
Ferdinand hat der magyarischen Deputation zur Antwort gegeben, er werde die ihm vorgelegten Finanz-und Kriegsgesetze durchsehen und nächstens mit seinen Bemerkungen zurücksenden; er werde die alten (!) und neuen Gesetze sowie die Integrität der [Fortsetzung]
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[Fortsetzung] Licht stellte, hatte er wirklich die trostlosen Ereignisse früherer Jahre vortheilhaft zu balanciren gewußt. Gewöhnliche Vergehen, würden gänzlich durch die spanischen Lorbeeren unsres Helden gesühnt worden sein; aber Herr von Schnapphahnski begriff, daß er ein zu interessanter Sünder sei, als daß nicht noch einige außerordentliche Mittel zu seinem Heile angewandt werden müßten.
Er miethete daher einige seiner alten spanischen Genossen, mehrere seiner Kameraden unter Don Carlos, die nach ihrer Rückkehr aus Spanien an jener empfindlichsten aller Krankheiten, an der Wüsten-Leere der Taschen litten, und sandte sie als die Herolde seines Ruhmes, oder besser als die Rosenöl-Flaschen, die ihm den erwünschten guten Geruch bereiten mögten, voraus nach München. Die zwei hauptsächlichsten dieser Ruhm- und Rosenöl-Flaschen waren der Königl. … Oberst Graf K. und der frühere Königl. … General von R.; zwei Leute die des blanken Geldes gerade so dringend bedurften, wie Herr von Schnapphahnski des guten Geruches.
Einmal engagirt, waren Graf K. und General von R. viel zu ehrliche und gewissenhafte Spießgesellen, als daß sie nicht alles aufgeboten hätten, um den Sold ihres Meisters auch wirklich zu verdienen. Sie zogen von Haus zu Haus agitirend und intriguirend und als vierzehn Tage herum waren, da durstete auch schon ganz München nach dem Ruhme des trefflichsten aller Ritter, nach den Lorbeern des Herrn von Schnapphahnski.
Endlich erschien unser Held in eigner Person und es war nicht anders als ob ein zweiter Frühling über der Bier-Metropole emporstiege. ‒ Die Männer zitterten, die Weiber errötheten und gewandt wie eine Wiesel wedelte und scharwenzelte der edle Ritter durch alle Salons. Man kann wirklich sagen daß unser Held in diesem Augenblicke seine schönsten Triumphe feierte.
Meine Leser werden es mir hoffentlich erlassen, dieselben weitläufig zu schildern. Es wäre auch unmöglich den edlen Ritter ganz naturgetreu zu zeichnen. Herr von Schnapphahnski strahlte von Anmuth und Lügenhaftigkeit; nach Kurzem war er schon wieder ganz der Alte und wenn er Morgens, Mittags und Abends in den Spiegel sah, da verbeugte er sich vor seinem eignen Antlitz und gestand sich die Hand auf's Herz legend, daß er der schönste Mann seines Jahrhunderts sei.
In München weilte damals in der Nähe des kunstsinnigsten aller christlichen Germanen ein gewisser Herzog von ……, ein Mann den die Mainzer und Coblenzer Bajaderen besser als alle züchtigen Weiber der Gegenwart zu schätzen wissen werden. Wenn sie ihren Freund auch einst incognito an die frische Luft setzten, so machte dies wenig aus. Der Herzog versöhnte sich wieder mit seinen alten Bekanntinnen und die guten Mainzer und Coblenzer wissen von dem freudenfreundlichen Manne viel gelante Affentheuer zu erzählen.
Es konnte nicht fehlen, daß der Herzog bei seinem Münchener Aufenthalt auch auf den Ritter Schnapphahnski stieß … Tagtäglich hörte er von der ruhmreichen Vergangenheit unsres Helden erzählen und es versteht sich von selbst, daß er schließlich vor Eifersucht zu zerspringen meinte. Als man daher einst seinen trefflichen Rivalen wieder bis in den Himmel erhob, strich der Herzog nachläßig den Schnurrbart und meinte, daß er nach den Antecedentien des edlen Ritters nicht leicht an seine hohe Bravour glauben könne. Wie ein Nadelstich traf diese Aeußerung das fröhliche Herz unsres armen Ritters und kaum davon in Kenntniß gesetzt, läßt er den Herzog auch schon wegen seiner unerquicklichen Aeußerung zur Rede stellen. Er bemerkt ihm, daß Alles nur auf Unkenntniß beruhen könne, und daß er, der edle Ritter Schnapphahnski, sich wegen seines unvergleichlichen Heldenthums auf das Zeugniß des ‒ Generals von R. berufe, den der Herzog jedenfalls als competent anerkennen werde … vor allen Dingen möge der Herzog seine Aeußerung zurücknehmen.
Der Freund der Mainzer und der Koblenzer Bajaderen weigert dies und im Nu verbreitet sich die Geschichte durch alle Salons.
Herr v. Schnapphahnski sieht sich daher in die unangenehme Nothwendigkeit versetzt, dem Herzoge mit der ganzen unerbittlichen Frechheit eines Ritters ohne Furcht und Tadel auf den Hals zu steigen und als er ihn furchtsam findet: fordert er ihn.
Selten hatte unserm Helden der Stern des Glückes heller gestrahlt als dieses Mal. Der Herzog will sich nämlich nicht schlagen; er verkriecht sich hinter seine Souveränetät und behauptet, daß im unglücklichen Falle alle Bäche und Flüsse von den Thränen seiner Unterthanen zu reißenden Strömen angeschwemmt, Häuser und Weingärten hinwegreißen würden, daß sein etwaiger Tod das europäische Gleichgewicht stören könne u. s. w., kurz, jemehr sich der Herzog weigert, auf ein Duell einzugehen, desto gewaltiger schwillt unserm Falstaff-Schnapphahnski der Kamm und als der Herzog endlich sein letztes Wort gegeben, da erklärt ihm der edle Ritter, daß der Herzog, wenn er sich wirklich dauernd hinter seiner Souveränetät verstecke, auch in seinem Herzogthum bleiben und sich mit einer chinesischen Mauer umgeben müsse, denn an jedem andern Orte werde Se. Hochgeboren so frei sein, den unübertrefflichen Souverän mit der Hundspeitsche zu bedienen.
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@facs 0515
[Fortsetzung] ungarischen Krone aufrecht erhalten und habe dem Banus Jellachich bereits befohlen, sich dem ungarischen Ministerium zu fügen; er werde, was er noch in dieser Sache beschließe, dem ungarischen durch das östreichische (!!) Ministerium mittheilen lassen, könne krankheitshalber aber selbst nicht nach Pesth kommen. Die Deputation hörte und schied mit lautloser Stille.
Warum er so sprach, das mag Ihnen folgendes in der Agramer Zeitung vom 7. Sept. enthaltene, gestern Abend in ganz Wien bekannt gewordene Manifest desselben Kaisers Ferdinand an den Banus von Kroatien so ziemlich genügend, denk' ich, beweisen.
„Mein lieber Freiherr von Jellachich!
Die unzweifelhaften Beweise von Treue und Anhänglichkeit an Meine Dynastie und die Interessen der Gesammt-Monarchie, (Erinnerung an die von Serben-Illyriern und Kroaten gebratenen Menschen, geschändeten Weiber!) die Sie seit Ihrer Ernennung zum Ban von Kroatien wiederholt an den Tag gelegt haben, gleichwie die Bereitwilligkeit, mit welcher Sie sich Meinen, Behufs einer gegenseitigen Verständigung mit Meinem ungarischen Ministerium, erlassenen Anordnungen Folge zu leisten bestrebten, geben Mir die Ueberzeugung, daß es nie in Ihrer Absicht gelegen sein konnte, sich Meinen Allerhöchsten Befehlen hochverrätherisch zu widersetzen, oder auf eine Lösung jenes Verbandes hinzuwirken, welches die Nebenländer Ungarn's seit Jahrhunderten an Meine ungarische Krone knüpft, und welches auch fortan zur festern Begründung und Förderung der gemeinsamen Wohlfahrt derselben dienen soll.
Es gereicht daher Meinem väterlichen Herzen (die gebratenen Söhne jauchzen auf zu ihm!) zur besonderen Beruhigung, daß Ich es von jenem Ausspruche abkommen lassen kann, den Ich in Meinem Manifeste vom zehnten Juni l. J. wegen einer gegen Sie einzuleitenden Untersuchung und Ihrer vorläufigen Enthebung von der Banalwürde und allen militärischen Bedienstungen, auf den Grund von Unterstellungen (?) zu fällen veranlaßt wurde, die in Ihrer thatsächlich erprobten (!!) treuen Ergebenheit die vollste Widerlegung finden. ‒ (Des Bratenwenders thatsächlich erprobte Treue! Wie patriarchalisch!)
Indem Ich in dieser Beziehung das Entsprechende an Meinen Herrn Vetter, den Erzherzog Palatin von Ungarn, erlasse, erwarte Ich auch ferner von Ihrem Pflichtgefühle und Ihrer loyalen Denkungsweise (gibt es einen größern Hohn auf die Menschheit?), daß Sie in der Stellung, zu welcher Sie Mein Vertrauen erhoben hat, stets nur für das Wohl der Gesammt-Monarchie, für die Aufrechthaltung der Integrität der Krone Ungarn's, und für die ersprießliche Entwicklung der Verhältnisse der ungarischen Nebenländer, wirken werden.
Schönbrunn, den 4. September 1848.
Ferdinand m. p.“
Die Schakale der Haide werden freudig einheulen in diesen Bund!
Die ganze Presse ist diesmal wie umgewandelt. Der Freimüthige entschuldigt sich heute, daß er den Magyaren gegrollt. Der Radikale enthält einen Aufsatz für dieselben, nachdem er vorgestern noch über sie geschimpft. Der Verfasser beider Schmiersalben ist der Ihnen schon denunzirte Berliner Judenliterat Jellinek. Die Presse enthält einen wüthenden Ausfall gegen das Ministerium; Stadion möchte in diesem Augenblicke gar zu gern Minister sein, um gleichzeitig mit Jellachich zu operiren.
Das vom Kaiser sanktionirte Gesetz über Aufhebung der Unterthänigkeitsverhältnisse prangt heute an allen Straßenecken. Die Zeitungen enthalten auf Verlangen der Bauern die Namen aller, welche für Entschädigung gestimmt haben.
Die Gefangenschaft der 500 Italiener auf der Festung Szegedie wird heute überall in Flugblättern feilgeboten und erregt um so mehr Entsetzen, als es in Kroatien noch viele Festungen geben soll, wo all die unter Metternich oft so spurlos verschwundenen Männer in unterirdischen Kerkern schmachten und man einzusehen beginnt, daß hinter Jellachichs Siegen auch für Wien kein anderes Loos geschrieben steht.
Der ungarische Minister Szecheny ist wahnsinnig geworden; er hat zweimal den Versuch gemacht, sich das Leben zu nehmen.
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[ 7 ] Krefeld, 12. Sept.
In einer gestern abgehaltenen zahlreichen Volksversammlung, in welcher sich die Demokraten und die Konstitutionellen des Preußenvereins „mit Gott für König und Vaterland“ gegenüber standen, setzten die Erstern mit enormer Majorität einen Protest gegen den preußisch-dänischen Waffenstillstand durch. Dieser Protest wird indeß nicht dem Deputirten für Krefeld, dem abgenutzten Portefeuille-Jäger Beckerath, sondern Herrn Simon aus Trier zur Einbringung in die Nationalversammlung zugesendet werden. ‒ Unser Denunziantenverein „mit Gott für König und Vaterland“ hat die erste Probe seines konstitutionellen Polizei-Strebens abgelegt. Sieben dieser braven Bürger haben aus dem Vortrage des Präsidenten des demokratischen Klubs, Hrn. Imandt, einen Anklagewisch zusammengebraut, und denselben mit der Bitte um gefällige Verhaftung Imandt's an Hrn. Schnaase nach Düsseldorf gefördert. Wird Hr. Schnaase hartherzig genug sein, diesen treuen Handlangern der Gerechtigkeit etwas abzuschlagen? Ich werde Ihnen seiner Zeit Bericht darüber erstatten.
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[ * ] Mannheim, 11. Sept.
Nach der Mannheimer Abendzeitung hat sich Hr. Itzstein mit einer von mehr als 2400 Frauen aus Mannheim und Freiburg unterzeichneten Petition zum Reichsverweser begeben, und sehr warm um eine Amnestie für die Politisch-Verfolgten nachgesucht. Der alte Erzherzog gab Hrn. Itzstein die Zusicherung, daß er sich ‒ bei der badischen Regierung für eine Amnestie ‒ ‒ verwenden wolle! Der Reichsverweser hält sich also nicht für stark genug, um selbst eine allgemeine Amnestie erlassen zu können, und ‒ deshalb hat man ihn auch zum Vertreter der deutschen Einheit gemacht.
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Unser Bürgermeister, an der Spitze einer Deputation, wurde von dem Reichsverweser empfangen. Die Vertreter unserer Stadt schilderten demselben die schreckliche Lage, in welcher sich die hiesige Bevölkerung befindet, und machten denselben aufmerksam auf die nöthigen energischen Maßregeln, durch die allein die Sicherheit der Stadt wieder hergestellt werden könne.
Der Reichsverweser gab die Versicherung, daß er das Verlangen der Bürgerschaft in ernste Berathung ziehen werde.
Wenn Thatsachen sprechen, wie die schaudervollen Ereignisse der letzten Woche, so kann wohl die Berathung nicht lange dauern und der Beschluß nicht zweifelhaft sein.
Wir erwarten daher, daß der Schritt unserer Behörde kein vergeblicher sein wird.
‒ Die Leiche eines der Schlachtopfer der Gräuelthat vom vergangenen Freitag ist heute gefunden worden.
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Konstanz, 9. Sept.
Heute wurde der erste von den sieben Preßprozessen gegen den Redakteur der „Seeblätter“ (Fickler) vor hiesigem Hofgericht verhandelt, aber ohne Geschworenen! Die Klage betraf den in Nr. 179 enthaltenen „Protest“ gegen die Aufhebung der demokratischen Vereine, und der Antrag des Staats-Anwaltes lautete auf 4 Monat Gefängnißstrafe. Der Staatsanwalt wurde mit seiner Klage zurückgewiesen und in die Kosten verfällt. Nächsten Montag kommt der zweite Prozeß gegen Fickler zur Verhandlung; der Antrag des Staatsanwalts lautet auf sechsmonatliche Arbeitshausstrafe.
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Altona, 12. Sept.
Um 5 Uhr Morgens hat uns ein preuß. Bataillon verlassen, um über Hamburg in seine Heimath zurückzukehren. ‒ General Wrangel kam gestern Abend spät von Pinneberg aus mit Extrapost hier an, fuhr aber schon heute früh in Begleitung des würtemb. Gen. v. Miller und des Hrn. v. Hänlein nach Wandsbeck, um dort die würtemb. Truppen zu inspiciren. Man glaubt, daß er von dort nicht wieder hierher zurückkomme, sondern sofort seine Rückreise nach Berlin antreten werde, wo ihm das Kriegsministerium zugedacht sein soll. ‒ Der Prinz von Augustenburg ist jetzt auch aus der provisorischen Regierung ausgetreten.
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[ 17 ] Posen, 11. Sept.
Gestern Abend wurde Generalmarsch geschlagen, alle Truppen auf ihre Stellungsplätze zusammengezogen, und nach allen Richtungen hin Patrouillen entsandt; selbst die Geschütze wurden bespannt, und Bürgerwehr und Freischärler ließen nicht auf sich warten.
Alle diese Maßregeln wurden zur Besänftigung einiger Herren Soldaten getroffen, welche da die Polen, ihnen sorgfältig aus dem Wege gehen, an ihrem Geldtage ein Prügelvergnügen unter sich veranstaltet hatten.
Um diese großen Beruhigungsmittel einigermaßen gerechtfertigt erscheinen zu lassen, wurden alle möglichen Mährchen in Umlauf gesetzt; in Berlin sollte die Republik proklamirt sein, alle Bahnhöfe waren demolirt, und diese Verwirrung beabsichtigten sich ‒ die Polen zu Nutz zu machen; dieselbe beliebte Manier, mit welcher anderwärts den Demokraten Alles in die Schuhe geschoben wird. Die Offiziere sehen mit der größten Ungeduld den Folgen des Stein'schen Antrags entgegen; tritt das Ministerium, tritt Hr. Schreckenstein ab, nun so steht das Schlimmste zu erwarten; sie werden ihren Abschied ‒ nicht nehmen.
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[ 17 ] Paris, 12. Sept.
Auf dem 6ten Zuge „Juniräuber“ in der Nacht vom 2. zum 3. Sept. waren wieder mehrere deutsche Proletarier, an deren Reklamation natürlich weder der Centralgesandte, noch die zahllosen Spezialgesandten hier denken: Pianomacher August Emil Sigmund Blumner aus Fürstenberg (Mekelnburg), 30 Jahr alt; Jakob Bechertz, Grobschmied aus Rheinpreußen, 37 J. alt; Jakob Hery aus Preußen, 24 J. alt. Auf den Pontons, wo diese „Frevler an der Majestät der Bourgevisie“ (wie „La Libertè“ sie nennt) längs der bretagnischen Küste verwahrt werden, scheint die Nahrung nicht übel zu sein, aber sehr Viele sitzen im Unterraum bis an die Waden im Wasser; mehrere Frauen nebst Kindern sind darunter. „Während dort in optima forma gemartert wird, während diese Produzenten mit deren mühsamen Arbeitsprodukten eine hohe Herrscherklasse sich gütlich thut, an's Kreuz des Elends geschlagen werden, während ihre Hinterbliebenen und Kameraden in Paris, Lyon u. s. w. der Verzweiflung anheimfallen, der Winter naht, der Wein- und Ackerbauer seine Frucht nicht absetzen kann und wegen einer zu guten Ernte verschuldet, während 11,000 Pariser Arbeiter der ehemaligen Nationalateliers, die die Regierung anzustellen zu schwach oder zu thöricht ist, vergeblich um Auswanderungspermission nach dem algierischen Oran petitioniren, wo sie mit Schweiß und Blut die Staatsvorschüsse abarbeiten wollen: amüsiren sich die großen Bürger A. Marrast, A. Thiers und Comp. mit Theezirkeln und Privatkonzerten. Sie haben gelobt, um den lieblichen Kommerz zu befördern, alle ihre Deputirtengelder auf diese Weise zu verausgaben; Cavaignac und Polizeipräfekt Ducoux thun ein Gleiches. Das ist sehr rührend von so trefflichen Volksleitern und wird den Nationalbankrutt unmöglich machen. Die Arbeiter sollten ihnen eine Dankadresse senden,“ spottet Le Peuple souverain, und schließt: „Ihr Unglücklichen, trocknet Eure Schmerzens- und Zornesthränen; die Stunde naht, wo die Wageschaalen wechseln, und die zerschossenen und zerhackten Gerippe der Junimänner in's Pantheon und unter die Junisäule im Triumph gebracht werden.“
Ueber die deutschen Verhältnisse kommt die Pariser und departementale Demokratenpresse endlich zu richtigem Verständniß; sie nimmt freudig Belehrung an, und ist auch auf dem Wege über Schleswig-Holstein richtiger wie früher zu urtheilen; so z. B. La Reforme von heute. ‒ Die Kriegsgerichte fungiren erwünschtermaßen; alle Woche eine, zwei, drei Verurtheilungen zu 8-10 Jahren Galeeren oder Kerker; so ward gestern der Kunstschreiner Gros, Lieutenant in der Barbesschen (XII) Nationalgardelegion, zu 10 Jahren Galeeren verdammt, weil er einen Insurgentenposten in der Straße Mouffetard in den Junitagen kommandirt hatte. Aber jener treffliche Notar, der mehrere hundert Familien durch Defraudation ruinirte, ward neulich nur auf 3 Monate eingesperrt. Die karlistischen Banditenstreiche in Montpellier und anderwärts werden bis jetzt so leise untersucht, daß keine Seele etwas gewahr wird; „natürlich (ruft Le Constituant) denn es sind ja keine rothen Republikaner; wir werden nächstens ein allgemeines Bündniß aller Jesuitenschüler, Anbeter des fünften Heinrich, Louis Philipps, des Grafen von Paris, Bankiers, großen Grundbesitzer, Industriellen, Kaufleute, Hochbesoldeten, Akademiker, und sonstiger Schmarotzer- und Schlingpflanzen erleben; die Farben werden sich so schön verwischen, daß die Republikaner des National den frommen Brüdern der Ere Nouvelle und des L'Univers ähnlich sehen wie ein Ei dem andern. Diese neue heilige Liga wird gegen die Sozialreformer mit Feder und Kanone anrücken. Daher thuen letztere wohl, alles theoretische Kauderwelsch bei Seite zu schieben und sich zu einem einzigen mächtigen Heere zu verschmelzen. Wir haben, bei Gott, keine Gnade zu erwarten, wenn jene reiche faulenzende Brut (engeance) siegt; darum aufgepaßt!“ Die Presse Lyons und in Nantes wird so kühn, daß Lamoriciere ersteres auch in Belagerungszustand zu versetzen vorschlug; Cavaignac allein weigerte sich. Worauf der National de L'Ouest (Nantes) sagt: „Der Exekutivchef wandelt einen gefährlichen Pfad, zwischen einem Feuer- und einem Wassermeer; über kurz oder lang reißt dieser schmale Damm durch und dann hat Frankreich den ungeheuersten Kampf, den die Erde gesehen; dann prallt das Ordnungsglaubensheer mit dem Sozialheere zusammen. Dieser Entscheidungstag rückt stündlich näher, und die Messieurs da oben beschleunigen ihn durch ihre Finanzweisheit.“ Letzte ist allerdings groß, die Besoldungen der untern Beamten werden reducirt, die der obern fast nicht; die polnischen Flüchtlinge unter Louis Philipp mit 30 Franken monatlich bedacht, erhalten seit Juni nur 25 (vielleicht weil einige auf den Barrikaden gefangen und transportirt worden); Napoleons Denkmal im Invalidendome, zu einer halben Mill. veranschlagt, kostet die Bagatelle von fünf Millionen u. s. w. So eben erscheint an den Mauern ein rother Anschlag im Namen der Arbeiter die Raspail, Thore und Cabet zu Kandidaten für die Nationalversammlung ausrufen. Die Reforme weigert sich aber diese anzunehmen und beharrt bei Dupoty dem Julimärtyrer und Exredakteur des Journal du Peuple, Alton Shee dem Expair, welcher im Februar mitfocht, und Viktor Schölcher dem Negrophilen. Hiedurch entsteht wieder eine bedauerliche Spaltung. Uebrigens heißt es, der Minister des Innern, Kartätschen-Senard von Rouen, werde seinen Posten an Ferdinand Flocon abtreten, dieser sich mit Cavaignac verbinden und La Reforme zum Gouvernementsblatt erheben; Ledru-Rollin werde sich ganz lossagen und ein neues, ganz rothes Journal stiften. Die deutschen Bewegungen erregen immer mehr die Aufmerksamkeit; das Blatt des Renegaten Alphons Karr sagt heute: „Wenn das in Deutschland so fortgeht, wird die alte Prophezeiung Heinrich Heine's erfüllt, und es macht eine Revolution gegen die die unsrige ein Kinderspiel ist.“
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In Paris ereigneten sich bereits 5 Choleraanfälle. Drei der Erkrankten starben gestern.
‒ Heute Mittag findet in den Sälen der Société Algerienne, Rue Favart Nr. 12, die zweite Generalversammlung der Abgeordneten von etwa Elftausend Arbeitern (Handwerkern und Proletarier von allen Sorten) statt, um den Lamoricièreschen Auswanderungsplan in seinen Hauptbestimmungen anzuhören. In welchen Jubel werden diese guten Leute ausbrechen, wenn sie hören:
Artikel IV. „....Nach Ablauf von drei Jahren werden die von ihnen angelegten Gebäulichkeiten und Aecker …, das Eigenthum der Conzessionäre etc. etc.“
‒ Die Nationalversammlung hat den Lamoricièreschen Kolonisationsplan Algeriens auf nächsten Sonnabend an die Tagesordnung gesetzt.
‒ Valesco (wohl Galesco) ein Bevollmächtigter der Wallachei, ist hier in Paris in diplomatischen Zwecken eingetroffen.
National-Versammlung. Sitzung vom 12. September. Präsident Marrast eröffnet sie um 1 1/2 Uhr. An der Tagesordnung ist die Debatte über den § VIII. der Verfassungseinleitung, der den Bürger in seiner Person, Religion, Eigenthum und Arbeit zu beschützen verspricht und zu dem Mathieu den Zwischensatz gestellt hatte: „Die Republik erkennt das Recht aller Bürger auf Unterricht, Arbeit und Beistand an.“
Die Debatte verspricht ungemein stürmisch zu werden.
Gauthier de Rumilly bekämpft den Mathieuschen Zwischensatz. Man müsse sich vor allen socialistischen Phrasen hüten. Neulich habe ein socialistischer Logiker erklärt: „Gebt mir das Recht auf Arbeit und ich stelle meinen Krieg gegen das Eigenthum ein!“ Diese Erklärung zeige hinreichend, was die Proletarier von dem Recht auf Arbeit halten. Ihr habt den Socialismus zurückgestoßen, öffnet also keine neue Bahnen, die wieder zu ihm führen.
Pelletier unterstützt das Anhängsel und beleuchtet die Barbarei der Grundsätze des englischen Oekonomen Malthus, denen sich die National-Versammlung zuneige, wenn sie dem Arbeiter keine Garantie gebe. Diese Grundsätze führten zur Armuth und Selbstmord; sie könnten unmöglich von einem Staate adoptirt werden, der sich vor drei Tagen als demokratische Republik proklamirt habe. Der Staat müsse jedem die Arbeit verbürgen, sowohl das jeder Arbeit finde und daß der Ertrag relativ ihm gehöre. (Oh! Oh!) Damit sei nicht gesagt, daß der Staat Baumeister, Industrieritter oder Ackerbauer werden solle. Daß dies nicht seine Ansicht sei, bewies der Redner in langem Vortrage, dessen socialistische Paradoxen mehrere Male lautes Gelächter hervorriefen.
Victor Lefranc legt inzwischen sein Gutachten im Namen des Ausschusses zur Ueberwachung der in den Tuilerien und sonstigen königlichen Schlössern am 24. Febr. gefundenen Papiere vor.
v. Torqueville nimmt das Wort, um den Mathieuschen Zwischensatz in langer Rede zu bekämpfen. Der Verfassungsausschuß, sagt er, habe ursprünglich das Recht auf Arbeit oder die Arbeit als Recht feierlich anerkannt; aber er sei in Folge der Ereignisse von dieser Ansicht zurückgekommen. Es gäbe zweierlei Garantieen der Arbeit. Die Eure, ruft er zum Berge gewandt aus, entspringt aus dem Socialismus, die unsrige aus der Privatmilde. Die Eure stellt als Recht auf, was wir nur als Pflicht anerkennen Der Unsrigen liegt die Religion, der Eurigen das sogenannte moderne socialistische Recht zum Grunde, das zum Bürgerkrige führt, zur Anarchie, zur Abschaffung des Privateigenthums u. s. w. Der Hohepriester der Bourgevismilde tritt nun in eine lange Erörterung der socialistischen Gefahren ein und ruft in seinem Eifer: Nein, die Februar-Revolution darf nicht socialistisch sein. (Stimme vom Berge: Wie soll sie denn sein?) Sie wird frei, sie wird demokratisch sein. (Dieselbe Stimme: Nein, sie wird royalistisch sein!!) Ja, sie könnte royalistisch werden, wenn man den Socialisten freie Hand ließe. (Lärm).
Mathieu, Urheber der Debatte, findet, daß man ihn gar nicht widerlegt habe Er sei weder Sozialist, noch Logiker, noch Eklekriker. (Heiterkeit)
Ledru-Rollin räth der Versammlung, Robespierre's Gutachten an den Convent über das Recht auf Arbeit zu lesen. (Stimme: Auf Assistenz wollen Sie sagen.) Der Convent hat beschlossen, der Staat schulde allen arbeitsfähigen Bürgern Arbeit, allen arbeitsunfähigen dagegen Beistand. Socialist zu sein, sei keine Schande, sondern eine Ehre. Uebrigens verlangten die Socialisten zunächst nichts, als das für Frankreich zu thun, was die Regierung in diesem Augenblick für Algerien beabsichtige, nämlich Kolonisirung. Erinnert Euch an die Devise der Lyoner Arbeiter: „Arbeitend leben, oder kämpfend sterben,“ und beeilt Euch, dem Proletariat Garantien zu bieten, sonst möchten sich schwere Gewitterwolken über die Republik zusammenziehen. (Beifall.) Er unterstützt den Zusatz.
Duvergier de Hauranne bekämpft denselben Der Staat könne sich nicht verpflichten, Jedermann Arbeit zu verschaffen. Eben so wenig die Privat-Industrie. Jede derartige Bürgschaft sei Irrthum.
Die sozialistischen Schüler, fährt Duvergier de Hauranne fort, seien übrigens gar nicht einig unter einander, sie seien erst im Werden und darauf folgere er eine neue Gefahr für die Annahme des Matthieu'schen Zusatzes.
Cremieux das Exglied der provisorischen Regierung, unterstützt den Zusatz, d. h. das Recht der Arbeit, das sich in der Neunziger Verfassung übrigens schon formalirt finde. Ueber dessen Anwendung ist er nicht klar.
Barthe, kein Verwandter des Exminister gleiches Namens, sondern der Sohn eines Schneiders, betheuert die Versammlung seines größten Devouaments für die Verbesserung der Lage der arbeitenden Klassen, erklärt sich aber als einen heftigen Gegner des Sozialismus und Kommunismus. Wolle man das Recht auf Arbeit garantiren, so müsse man die Arbeit organisiren. Wie wolle man die Arbeit organisiren? Man könne die Arbeiter doch nicht einzeln nehmen, man müsse sie also in Gruppen theilen, und dann verfalle man wieder in die berüchtigten Nationalwerkstätten. Oder wolle man den Fourierismus äffen? Oder in den Kommunismus schreiten und von oben beginnen, denn der Kommunismus unterscheide sich von Fourierismus dadurch, daß er von oben, letzterer von unten anfange. Er läugne das Schöne und Edle der sozialistischen Grundsätze nicht, aber man hüte sich, sie an die Spitze der Verfassung zu stellen. Schon seien die Massen davon infizirt auf dem platten Lande herrsche die Ueberzeugung daß man nur die Abgaben deshalb so steigere, um die Grundbesitzer zu ruiniren und ihnen das Eigenthum ganz zu nehmen ......
Stimme vom Berge: Ich verlange das Wort!
Marrast: Ich schreibe Sie auf, Sie sind der Zwei und Vierzigste Redner!
Inmitten von Unterbrechungen fährt Barthe zu beweisen fort, daß der Sozialismus gut und schön als Theorie oder Utopie sei, aber nimmermehr in der Politik oder dem praktischen Leben. Es halte ihn also für die demokratische Republik gefährlich und mit ihr unverträglich. Ruhe und Sicherheit (sécarité) werden dem Arbeiter Arbeit verschaffen.
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Edition: [Friedrich Engels: Italien. 15. September 1848. In: MEGA2 I/7. S. 710.]
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Edition: [Friedrich Engels: Dänemark. 15. September 1848. In: MEGA2 I/7. S. 712.]
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Zur Feststellung des Verhältnisses der provisorischen Centralgewalt gegen die Bevollmächtigten der Landesregierungen ist nach dem Vorschlage des Ministerraths von dem Erzherzog-Reichsverweser die Ausfertigung des folgenden Erlasses verfügt worden:
Durch das Gesetz über die provisorische Centralgewalt vom 28. Juni 1848 ist der Wirkungskreis derselben, sewohl das die Oberleitung des Heerwesens, als auch den völkerrechtlichen Verkehr und die Ausübung der vollziehenden Gewalt in allen Angelegenheiten, welche die allgemeine Sicherheit und Wohlfahrt des deutschen Bundesstaates betreden, festgestellt worden.
In diesem Gesetze in in § 14 die Bestimmung enthalten, daß sich in Beziehung auf die Vollziehungsmaaßregeln, so weit thunlich, mit den Bevollmächtigten der Landesregierungen ins Einvernehmen zu setzen sei.
Bereits unterm 15. Juli 1848 hat sich die provisorische Centralgewalt dahin ausgesprochen, daß sie bei Ausübung ihrer Befugnisse und Verpflichtungen auf die Vertrauungsvolle Mitwirkung aller deutschen Regierungen zähle, mit denen sie nur ein gemeinsames Ziel erstrebe, und daß sie wie sie hiebei auf sie muthige Mittheilung rechne, diese auch stets zu beobachten wissen werde.
Diesem ihrem Ausspruche getreu, glaubt sie, da nun von beinahe allen Regierungen Bevollmächtigte bei der Centralgewalt ernannt sind, über ihre Beziehungen zu denselben sich erklären zu sollen.
Die Centralgewalt erkennt die Größe und Wichtigkeit ihrer Verpflichtungen, sie weiß, daß ihre Lösung in der Kraft und Entschiedenheit bei ihren Anordnungen bedingt ist, und daß, wenn auch den gerechten Ansprüchen der einzelnen Staaten Rechnung getragen werden soll, die Einheit Deutschlands vor allem erstrebt und gewahrt werden muß.
Mit diesen Grundsätzen ist das Verhältniß der Centralgewalt zu den bei ihr Bevollmächtigten bezeichnet. Es wird darin erkannt, daß durch sie die Vollziehung der Beschlusse der Centralgewalt vermittelt, befördert und erleichtert werde, ohne daß ihnen das Befugniß eingeräumt werden könnte, auf die Beschlußnahme der Centralgewalt entscheidend einzuwirken, oder irgend eine collective Geschäftsführung auszuüben.
Die Centralgewalt behält es sich daher bevor, nach Umständen unmittelbar mit den Regierungen der einzelnen deutschen Staaten und deren leitenden Organen in Verkehr zu treten, wobei sie die der gleichen Erwiederung entgegen sieht. Sie wird aber au[unleserlicher Text], nach Lage, sich wegen Durchführung von Vollziehungsmaßregeln an die Bevollmächtigten selbst und allein wenden, und in entsprechendem Wege deren Zuschriften entgegennehmen, wenn dieser Weg ihr zur Förderung geeignet erscheinen wird.
Dabei wird die Centralgewalt bedacht seyn, durch Verkehr mit den Bevollmächtigten von den Wünschen, Bedürfnissen und Verhältnissen der einzelnen deutschen Staaten fortgesetzt sich zu unterrichten und denselben jene Rücksicht angedeihen zu lassen, die mit den allgemeinen Interessen Deutschlands vereinbarlich ist.
Frankfurt a. M., am 30. August 1848.
Der Reichsverweser: (gez.) Erzherzog Johann.
Der Reichsminister des Innern: (gez.) Schmerling.
Den 9. Anna Maria Elis., T. v. Joh. Klauer, Handelsm., Schafenstr.
Den 10. Marg., T. v. Franz P[unleserlicher Text]sch, Schmied, Severinstr. ‒ Aug. Joachim, S. v. Heinr. Weidmann, Schreinerm., Antonitern. ‒ Agnes, T. v. Carl Schwalbert, Schreinerm., Thieboldsg. ‒ Maria Magd., T. v. Gust. Eichhorn, Musiker, Mariengartenkloster. ‒ Wilh., T. v. Wilh. Kraus, Marktaufseh., Blaubach. ‒ Auguste, T. v. Pet. Joh. Aloys Fey, Schreinerm., Glockenring ‒ Emma Marg., T. v. Wilh. Weber, Zuckerarb., Follerstr. ‒ Helena, T. v. Math. Blumenhofen, Tagl., Peterstr. ‒ Helena, T. v. Heinr. Heck, Bäcker, Severinstraße.
Anna Cath. Gudula Leger 1 1/2 M. alt, Malzmühle. ‒ Heinr. Jos. Hupertz, ohne Gew. 72 J. alt, verheir., Apernstr. ‒ Friedrich Hollmann, 6 M. alt, Glockenring. ‒ Maria Grüsgen, 1 J. 1 M. alt, Ulrichsgasse. ‒ Jacob Uhr, 1 1/2 J. alt, kl Griechenm. ‒ Sophia Urbach, 1 T. alt, Follerstr. ‒ Helena Lauvenberg, 37 J. alt, unverh., Mathiasstr.
Den 11. Elis., T. v. Pet. Simon, Seilerg., Schafenstraße. ‒ Joh., S. v. Gerh. Pleuser, Schmied, Josephstraße. ‒ Elis., T. v. Bert. Siebertz, Tagl., Entenpfuhl. ‒ Marg., T. v. Jos. Köppen, Metzger, Hoferg. ‒ Carl Ferd., T. v. Ernst Schnieber, Schuster, Hämergasse. ‒ Anna Maria und Mathias, Zwillinge, von Mathias Klein, Gärtner, Friesenwall. ‒ Gert., T. v. Bernh. Lengsdorf, Hausknecht, Spulmannsgasse.
Köln, 14. September 1848.
Angekommen: Fr Kühnle und H. Bechert von Heilbronn. Kapt. Willms von Rotterdam mit 5324 Ct Kapt. Baumann von Amsterdam mit 4517 Ctr.
Abgefahren: L. Tillmann nach Koblenz: M. J. Deis nach der Saar. Jac. Schaaf nach We el. C. Königsfeld nach Duisburg.
In Ladung: Nach Antwerpen G. Verwaayen. Nach Rotterdam W. Hogewegh. Nach Ruhrort bis Emmerich H. Lübbers. Nach Düsseldorf bis Mülheim an der Ruhr J. Budberg. Nach Andernach und Neuwied H. Schumacher, B. Schilowski. Nach Koblenz, der Mosel und der Saar L. Tillmann. Nach der Mosel, und Trier und der Saar M. Zens. Nach Bingen Nach Mainz J. Hirschmann. Nach dem Niedermain Frz. Schulz. Nach dem Mittel- und Obermain F. C. Schneider. Nach Worms und Mannheim H. Mundschenk. Nach Heilbronn G. Goob. Nach Kannstadt und Stuttgardt L. Bühler.
Ferner nach Amsterdam Capt Scholwerth Köln Nr. 3
Rheinhöhe am 14. Sept. 6′ 1/2″
Am Freitag den 15. September 1848, Mittags 12 Uhr, sollen auf dem Marktplatze in der Aposteinstraße zu Köln, einige Mobilar-Gegenstände, als Tische, Schränke, Spiegel, Oefen, eine Fournaise, verschiedene Küchengeräthe etc. etc., gegen gleich baare Zahlung verkauft werden.
Die Direktion macht bekannt, daß sie Indigo- und Cochenille-Herbst-Auktionen von 1848 an den hier unten näher bezeichneten Tagen und Orten abgehalten und aus den nachfolgenden Quantitäten bestehen werden:
Amsterdam, 16 August 1848
Zu Amsterdam am Dienstag, den 26. September 1848, Mittags um 12 Uhr, in dem Lokal, genannt „de Zwaan“ auf dem Nieuwendyk,
Amsterdam, 21. August 1848
Van der Oudermeuler, Präsident.
Für Köln und Mülheim beträgt der Pränumerationspreis 15 Sgr., auswärts durch die Postanstalten bezogen jetzt nur 18 3/4 Sgr. ‒ Insertionsgebühren die Zeile 1 Sgr.
Das von meinem verstorbenen Manne seit einer Reihe von Jahren hier geführte Geschäft, werde ich unter der bisherigen Firma von August Kleine unverändert fortsetzen.
Indem ich mich beehre, dies den Geschäftsfreunden des Verstorbenen zur gefälligen Nachricht dienen zu lassen, bitte ich, das denselben geschenkte Vertrauen auf mich gütigst übertragen zu wollen.
Freitag den 14. September 7 Uhr Abends bei Eiser Komödienstraße.
Von 6 Uhr an werden die Karten erneuert, und neue Mitglieder eingezeichnet.
Am Samstag den 16. September 1848, Mittags 12 Uhr. sollen durch den Unterzeichneten auf dem Markte in der Apostelnstraße zu Köln, drei ganz neue moderne Kleiderschränke an den Meistbietenden gegen baare Zahlung verkauft werden.
Am Samstag, den 16. September 1848, Vormittags 11 Uhr, sollen durch den Unterzeichneten auf dem Markte in der Apostelnstraße zu Köln, mehrere Mobilien, als: ein Tisch, Stühle, ein Sopha, ein Ofen, kupferne Kessel, eine Kommode, ein Kleiderschrank, ein Scriban, eine Wanduhr etc. an den Meistbietenden gegen baare Zahlung verkauft werden.
Siehe Beilage zu Nr. 253 der Kölnischen Zeitung.
Den Odenkirchnern fiel es ein,
Nach Berlin zu adressiren;
Sie zogen vleicht Ochsen hinzu und Schwein
Um keine Unterschrift zu verlieren!
Freitag den 15. Sept.: