Source: http://www.bgbau-medien.de/dguv/112_191/anh_2.htm
Timestamp: 2017-11-24 16:48:37
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Matched Legal Cases: ['§ 26', '§ 9', '§ 5', '§ 102', '§ 8', '§ 8', '§ 9', '§ 10']

DGUV Regel 112-191: Benutzung von Fuß- und Knieschutz, Anhang 2: Auswahl Beschaffung und Bereitstellung
Auswahl, Beschaffung und Bereitstellung
1 Klassifizierungsarten und Kennzeichnungskategorien
Innerhalb der Schuhausführungen (Sicherheits-, Schutz- und Berufsschuhe) wird nach zwei Klassifizierungsarten unterschieden:
II: Schuhe vollständig geformt oder vulkanisiert (Gummistiefel, Polymerstiefel z.B. aus Polyurethan (PUR) für den Nassbereich).
An alle drei Schuhausführungen werden abhängig von der Klassifizierungsart I oder II gleiche Sicherheitsgrundanforderungen an Obermaterial, Futter, Lasche, Brand und Laufsohle und den kompletten Schuh gestellt.
Die Tabelle 3 zeigt die Kennzeichnungskategorien von Sicherheitsschuhen nach DIN EN ISO 20345. Die Kategorien SB bis S 5 beinhalten die meistverbreiteten Kombinationen von Grund- und Zusatzanforderungen der Klassifizierungsarten*) I und II.
Die Tabelle 4 zeigt die Kennzeichnungskategorien von Schutzschuhen nach DIN EN ISO 20345. Die Kategorien PB bis P 5 beinhalten die meistverbreiteten Kombinationen von Grund- und Zusatzanforderungen der Klassifizierungsarten*) I und II.
*) Herstellungsarten:
II: Schuhe vollständig geformt oder vulkanisiert (Gummistiefel, Polymerstiefel z.B. aus Polyurethan (PUR) für den Nassbereich)
P 1 I Geschlossener Fersenbereich, Antistatik, Energieaufnahmevermögen im Fersenbereich
P 2 I Wie P 1, zusätzlich: Wasserdurchtritt, Wasseraufnahme
P 3 I Wie P 2, zusätzlich: Durchtrittsicherheit, profilierte Laufsohle
P 5 II Wie P 4, zusätzlich: Durchtrittsicherheit, profilierte Laufsohle
Die in der Tabelle 4 gezeigten Kennzeichnungskategorien von Schutzschuhen erfüllen auch die Anforderungen an Schutzschuhe gemäß den zurückgezogenen Normen (Normen der Reihe DIN EN 346; siehe, auch Abschnitt 3.2.3).
Die Tabelle 5 zeigt die Kennzeichnungskategorien von Berufsschuhen nach DIN EN ISO 20347. Die Kategorien OB bis O 5 beinhalten die meistverbreiteten Kombinationen von Grund- und Zusatzanforderungen der Klassifizierungsarten*) I und II.
O 2 I Wie S 1, zusätzlich: Wasserdurchtritt, Wasseraufnahme
O 3 I Wie S 2, zusätzlich: Durchtrittsicherheit, profilierte Laufsohle
O 5 II Wie S 4, zusätzlich: Durchtrittsicherheit, profilierte Laufsohle
2 Beispielsammlung als Hilfestellung für die Auswahl von geeignetem Fußschutz
Zuständige Berufsgenossenschaft Tätigkeitsbereich Schutzkategorien nach DIN EN ISO 20345*)
SB **)
S1 **)
S3 **)
BG der Bauwirtschaft Gerüstbauarbeiten x x
Ausbauarbeiten (z.B. Putzer-, Stuck-, Fug-, Fassadenverkleidungs-, Treppenbauarbeiten) x x
Arbeiten in Betonwerken oder Ein- und Ausschalungsarbeiten, Zement-, Kalk-, Gips- und Mörtelwerken, Transportbetonwerken, Mischanlagen, Kalksandstein- und Porenbetonwerken sowie anderen ortsfesten Betriebsstätten x x
Walzwerks-BG
Maschinenbau- und
Metall-BG
BG Metall Süd Arbeiten im Schiffbau x x
bei Transportarbeiten, auch im Bereich von Aufzügen, Hebezeugen, Kranen, Fördermitteln x x
BG der Feinmechanik und Elektrotechnik Rohbau-, Tiefbau und Straßenbauarbeiten x x
BG der Feinmechanik und Elektrotechnik Arbeiten auf Bauhöfen und Lagerplätzen x x
Fenster- und Türenherstellung x x
BG der chemischen Industrie Herstellen von Gießereihilfsmitteln x
Herstellen von Druckfarben, Künstlerfarben, Stofffarben, Tinten und ähnlichen Produkten x x
Arbeiten in Gefahrstofflägern (auch VbF-Lägern) x x
BG der Straßen, U-Bahnen und Eisenbahnen Fahrzeuginstandhaltung x x
bei häufigen handwerklichen Tätigkeiten z.B.
in der Hausinspektion/Hausmeisterei
Arbeiten in Kompostwerken, Wertstoff-Sortieranlagen x x
Arbeiten in Großküchen (z.B. Topfspüle) x x
*) siehe Kennzeichnungskategorien
3 Schuhformen
4 Schuhausführungen und deren Kennzeichnung
Grundsätzlich wird zwischen Sicherheits-, Schutz und Berufsschuhen unterschieden. Sicherheits- und Schutzschuhe müssen eine Zehenkappe enthalten. Berufsschuhe sind im Normalfall nicht mit Zehenkappen ausgerüstet; ist eine Zehenkappe eingebaut, werden an diese keine Anforderungen gestellt.
(Merkmal) Sicherheitsschuhen: S
Schutzschuhen: P
Berufsschuhen: O SB
O2 S3
O3 S4
O4 S5
• Grundanforderungen I/II I I I II II
• Geschlossener Fersenbereich I I I **) **)
• Kraftstoffbeständigkeit Laufsohle *) *) *) *) *)
• Antistatische Eigenschaften I I I II II
• Energieaufnahme im Fersenbereich I I I II II
• Wasserdurchtritt/-aufnahme I I
• Durchtrittsicherheit I II
• Profilierte Laufsohle I II
II Schuhe vollständig geformt oder vulkanisiert (Gummistiefel, Polymerstiefel z.B. aus Polyurethan (PUR) für den Nassbereich)
*) Nur bei Berufsschuhen; bei Sicherheits- und Schutzschuhen in Grundanforderungen enthalten.
**) Forderung bauartbedingt erfüllt.
Sicherheitsschuhe mit der Kennzeichnung S3 sind z.B. Lederschuhe (Klassifizierungsart I) mit einer direkt angespritzten vulkanisierten oder geklebten Laufsohle mit den folgenden Eigenschaften:
Zehenschutz mit Zehenschutzkappe (Prüfenergie 200J, Druckkraft 15 KN),
Sicherheitsrelevante Grundanforderungen Normen der Reihe EN 345 bis Normen der Reihe EN 347 DIN EN ISO 20345 bis DIN EN ISO 20347
Klassifizierungsart Klassifizierungsart
Kompletter Schuh
- Schuhformen (nach Bild 3) x x x x
- Fersenbereich: Form A x x
Fersenbereich: Formen B,C,D,E x 1) x x x
- Konstruktion x x
- Trennkraft zwischen Schaft und Unterbau x x
- Zehenschutz x 2) x 2) x 2) x 2)
- Dichtheit x x
- Spezifische ergonomische Merkmale x x
- Allgemeines (z.B. Kragen oder Einsätze) x x
- Reißkraft x x
- Dicke x x
- Festigkeit x x x x
- Biegeverhalten x x
- Wasserdampf-Durchlässigkeit und -Zahl x x
- pH-Wert x x
- Hydrolyse x x
- Chrom VI -Gehalt x
Blattfutter / Quartierfutter
- Abriebwiderstand x x
- Dicke x Spezielle Anforderungen siehe Tabelle 8
- pH-Wert x
- Wasseraufnahme und -abgabe x
- Abriebwiderstand x
- Dicke x x x x
- Abriebwiderstand x x x x
- Biegeverhalten x x x x
- Hydrolyse x x x x
- Trennkraft zwischen den Schichten x x x x
- Kraftstoffbeständigkeit x 2) x 2) x 2) x 2)
Das Fehlen von X bedeutet, dass keine Anforderungen bestehen.
Die im Vergleich zwischen den aktuellen mit den zurückgezogenen Normen des Fußschutzes vorhandenen neuen Anforderungen sind farblich markiert.
1) Der Fersenbereich darf beim Berufsschuh der Form A und B offen sein
2) Außer Berufsschuhe
Tabelle 7: Sicherheitsrelevante Grundanforderungen an Fußschutz der Klassifizierungsarten I und II nach den zurückgezogenen und den derzeit gültigen harmonisierten Normen
Dicke pH-Wert Wasser
gabe Abrieb Chrom IV
sohle Deck-
1 Keine Brandsohle oder eine Brand
-sohle, die die Anforderun
-gen nicht erfüllt Nicht herausnehmbare Einlegesohle erforderlich Einlegesohle x x x x
4 Vollständige, herausnehmbare Einlegesohle, wasserdurchlässig 1 Brandsohle x x x x
5 Vollständige, herausnehmbare Einlegesohle, wasserundurchlässig 2 Brandsohle x x x x
1) Wasserdurchlässig bedeutet, dass bei der Prüfung nach Abschnitt 7.2 der DIN EN ISO 20344 die Einlegesohle das Wasser nach 60 s oder eher durchlässt.
Zusatzanforderungen *) Symbol Normen der Reihe EN 345 bis Normen der Reihe EN 347 DIN EN ISO 20345 bis DIN EN ISO 20347
Durchtrittsicherheit P x x x x
- Leitfähige Schuhe C x x x x
- Antistatische Schuhe A x x x x
- Elektrisch isolierende Schuhe I x
- Wärmeisolierung HI x x x x
- Kälteisolierung CI x x x x
Energieaufnahmevermögen im Fersenbereich E x x x x
Wasserdichtheit WR x x
Mittelfußschutz M x 1A) x 1A) x 1A) x 1A)
Knöchelschutz AN x x
Wasserdurchtritt und aufnahme WRU x x
Konstruktion (z.B. Verzicht auf Ziernähte) x
Schnittschutz CR x 1 B) x 1 B) x 1 B) x 1 B)
- profilierte Flächen x x x x
- Profilhöhe x x x x
Verhalten gegenüber Kontaktwärme HRO x x x x
Kraftstoffbeständigkeit ORO x 2) x 2)
FO x 2) x 2)
X bedeutet, dass die Anforderung aus dem entsprechenden Abschnitt der Norm erfüllt sein muss.
*) Berufsschuhe müssen neben den sicherheitsrelevanten Grundanforderungen zusätzlich mindestens eine der sicherheitsrelevanten Zusatzanforderungen nach dieser Tabelle erfüllen.
1A) Anforderung gilt nicht für Berufsschuhe nach den Normen der Reihe DIN EN 347 bzw. DIN EN ISO 20347.
1B) Anforderung gilt nicht für Berufsschuhe nach den Normen der Reihe DIN EN 347 bzw. DIN EN ISO 20347 und nicht für Schuhe der Formen A und B.
2) Anforderung gilt nur für Berufsschuhe nach den Normen der Reihe DIN EN 347 bzw. DIN EN ISO 20347.
4.1 Ergonomische Aspekte
4.1.1 Ergonomisches Maßsystem
Um aufwändiges Anprobieren zu vermeiden und ein genaues und leichtes Anpassen der Schuhe zu erreichen, ist ein Maßsystem notwendig, das über eine einfache einmalige Fußvermessung zur richtigen Schuhgröße in Länge und Breite führt, dem MondopointSystem.
4.1.2 Fußgerechter Schuhleisten
Fußlänge Fußbreite (mm) Weitenbezeichnung (Code)
307 105 108 111 114 117 120
4.1.3 Spezifische ergonomische Merkmale
Gemäß den neuen harmonisierten Normen, z.B. DIN EN ISO 20345 bis DIN EN ISO 20347, werden beim Fußschutz spezifische ergonomische Merkmale in einem Trageversuch beurteilt. Dieser beinhaltet typische Tätigkeiten beim normalen Gebrauch der Schuhe wie Gehen, Treppensteigen und Hinknien.
4.2 Sonderschuharten
4.2.1 Schuhe für lose Einlagen
Schuhe für lose Einlagen sind für Personen gedacht, die orthopädische Einlagen tragen müssen und für die daher normale Sicherheits-, Schutz- oder Berufsschuhe nicht geeignet sind. Meist besteht aber noch kein Anspruch auf orthopädisches Schuhwerk. Mehrere Schuhhersteller bieten deshalb zertifizierte Schuhe zusammen mit entsprechenden Einlagen an, die orthopädisch individuell anzupassen sind. Die Verwendung anderer als der vom Schuhhersteller angebotenen Schuheinlagen ist unzulässig, weil der Schuh gegenüber dem geprüften Baumuster verändert wird. Beispielsweise könnte durch solche Einlagen die erforderliche Resthöhe unter der Zehenkappe oder die elektrische Leitfähigkeit beeinträchtigt werden.
4.2.2 Orthopädischer Fußschutz
die orthopädische Änderung (Zurichtung) eines industriell gefertigten Schuhes handelt.
Inverkehrbringer könnten z.B. sein: Hersteller von orthopädischen Schuhen.
4.2.2.1 Vorgehensweise für die Herstellung und Zurichtung von orthopädischen Sicherheits-, Schutz- und Berufsschuhen
Nach Erteilung der EG-Baumusterprüfbescheinigung durch eine notifizierte Stelle kann mit der Erlaubnis des Schuhherstellers jeder einschlägig orthopädisch qualifizierte Hersteller den orthopädischen Fußschutz individuell herstellen oder zurichten, sofern er entsprechend der Fertigungsanweisung arbeitet. Mit der CE-Kennzeichnung erklärt er abschließend eigenverantwortlich, dass der Schuh auf der Grundlage des Prüfmusters gefertigt wurde. Der Schuh wird darüber hinaus entsprechend der Norm gekennzeichnet und die Herstellerinformation wird beigefügt.
Ausgleichsbettung
und Stufenbettung Ausgleichsbettung bis ca. 0,5 cm
Innen- und Außenrand-erhöhungen ca. 0,3 cm bis 0,8 cm
Orthopädische Abrollhilfen ca.0,6 cm bis 1,5 cm
4.2.3 Fußschutz für Arbeiten mit handgeführten Flüssigkeitsstrahlern
4.2.4 Sicherheitsschuhe mit Schutz gegen Kettensägenschnitte
Die DIN EN ISO 17249 ist im Dezember 2004 erschienen. Darin ist unter anderem festgelegt, dass für eine Übergangszeit bis Ende August 2005 die Prüfungen und Zertifizierungen nach den bisher gültigen Normen der Reihe DIN EN 344 bis Normen der Reihe DIN EN 345 durchgeführt werden dürfen. Die Hersteller können jedoch Fußschutz unabhängig von der Übergangszeit gemäß den bisherigen Normen in Verkehr bringen, wenn die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Die Schuhe sind bis auf die Nummer der europäischen Norm (z.B. EN 345) analog gekennzeichnet.
1 Mittellinie des Schuhs
2 Ablasskante
3 Hinterkante der Zehenkappe
4 Schutzbereich
5 Zusätzlicher Schutzbereich für Schuhe mit Schutzniveau 3 oder 4
4.2.5 Elektrisch isolierende Schuhe zum Arbeiten unter Spannung
In Abhängigkeit von der Nennspannung der Teile, an denen Arbeiten unter Spannung oder Arbeiten in der Nähe unter Spannung stehender Teile durchgeführt werden, ist zwischen isolierenden Schuhen zu unterscheiden der
Anlagen mit einer Nennspannung bis 1000 V Wechselspannung und 1500 V Gleichspannung.
Demgegenüber ist elektrisch isolierender Fußschutz nach DIN EN 50321 (VDE 0682 331) ergänzend zur Kennzeichnung des Fußschutzes gemäß den zurückgezogenen Normen der Reihe DIN EN 345 bis Normen der Reihe DIN EN 347 dauerhaft und gut sichtbar auf der Außenseite
5 Übersicht über die Regelungen der Kostenübernahme für orthopädischen Fußschutz
In der nachfolgenden Übersicht über die Regelung der Kostenübernahme für orthopädischen Fußschutz sind die Voraussetzungen für die Kostenübernahme und die jeweils gültigen Rechtsgrundlagen für verschiedene Kostenträger zusammengestellt. Wichtig ist, dass der Versicherte auf das Tragen von Sicherheits-, Schutz- oder Berufsschuhen angewiesen ist.
Zuständig sind folgende Leistungsträger:
1. Gesetzliche Unfallversicherungsträger
Leistungsträger: Träger der gesetzlichen Unfallversicherung z.B.
Unfallkassen des Bundes, der Länder,
Rechtsgrundlage: §§ 26, 35 SGB VII -Gesetzliche Unfallversicherung-
2. Träger der Kriegsopferversorgung und -fürsorge
1. eine Wartezeit von 15 Jahren erfüllt ist
2. eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit bezogen wird.
Rechtsgrundlage: §§ 9, 10, 11, 16 SGB VI (2. Kapitel, 1. Abschnitt) Gesetzliche Rentenversicherung-
Voraussetzung: Angeborene oder erworbene Fußbehinderung. Kein Anspruch auf Leistungen nach Nummern 1 bis 3.
Rechtsgrundlage: §§ 5, 6, 33, 34 SGB IX -Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen- (Teil 1)
5. Träger der begleitenden Hilfe im Arbeitsleben
Rechtsgrundlage: § 102 SGB IX -Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen- (Teil 2 Schwerbehindertenrecht)
6. Träger der Sozialhilfe
Rechtsgrundlage: §§ 8, 53, 54 SGB XII -Sozialhilfe-, § 8, § 9 und § 10 Eingliederungshilfe-Verordnung
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