Source: https://www.anwalt24.de/fachartikel/aktien-fonds-und-anlegerschutz/17612
Timestamp: 2018-02-23 20:45:15
Document Index: 103305451

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Schiffsfonds OwnerShip Tonnage III | anwalt24.de
29.03.2012526 Mal gelesen
Berlin, den 29. März 2012. Der Schiffsfonds OwnerShip Tonnage III ist ein Sanierungsfall. Im Jahre 2010 wurde zur Sanierung des Fonds zusätzliches Eigenkapital durch Anleger in Höhe von 989.000 € eingebracht. Diese Sonderzahlung der Anleger reichte aber nicht aus, so dass die Anleger jetzt um die Rückzahlung von Ausschüttungen gebeten werden, damit es zu keiner Zahlungsunfähigkeit des Fonds kommt.
Anlegerschaden und Schadenersatzmöglichkeiten
I. Prospektfehler
Der Prospekt muss den Anleger über alle Umstände, die für seine Entscheidung von wesentlicher Bedeutung sein könnten, sachlich richtig und vollständig unterrichten. Unrichtige, unvollständige und irreführende Prospektangaben begründen Ansprüche des Anlegers.
Der Schiffsfonds OwnerShip Tonnage III wurde mittels eines vielversprechenden Prospektes vertrieben. Unsere Prüfung des Prospektes hat Unzulänglichkeiten ergeben, die nach höchstrichterlicher Rechtsprechung Schadenersatzansprüche gegen die Berater wie auch gegen die Gründungsgesellschafter des Fonds begründen können.
Der Anlageprospekt muss die sog. Weichkosten der Anlage - alle Aufwendungen außerhalb der Anschaffungs- und Herstellungskosten - für den Anleger gewissermaßen auf einen Blick ausweisen. Der Prospekt des Fonds OwnerShip Tonnage III lässt aber erst durch Nachrechnen erkennen, dass immerhin ca. 28,15% des von den Anlegern gezahlten Eigenkapitals incl. Agio nicht werthaltig in die Schiffe investiert wurden, sondern weiche Kosten darstellen. Dazu zählen vor allem die hohen Vertriebskosten.
Anspruchsurteile
BGH, Urteil vom 28.07.2005, Az.: III ZR 290/04
BGH, Urteil vom 22.03.2007, Az.: III ZR 218/06
Übersteigen die Vertriebskosten 15 % der Investition, so müssen die Anleger im Beratungsgespräch unaufgefordert auf die Höhe der Vertriebsvergütung hingewiesen werden. Ist das nicht geschehen, so kann der Anleger Schadenersatz geltend machen.
II. Falschberatung
Der Anlagevermittler muss seinem Kunden alle für dessen Anlageentschluss maßgeblichen Informationen wahrheitsgemäß, sorgfältig, richtig und vollständig geben. Zudem ist über die Risiken der Beteiligung aufzuklären. Das gilt auch dann, wenn diese im Prospekt abgehandelt sind.
Die Vermittler vertrieben die Anteile des Fonds mittels großer Versprechungen in der Beratung. Eine anspruchsbegründende Falschberatung liegt vor, wenn dem Anleger der Schiffsfonds Ownership Tonnage III als Anlage zur Altersvorsorge empfohlen wurde. Denn eine derartige unternehmerische Beteiligung ist aufgrund des Totalverlustrisikos als Altersvorsorge nicht geeignet.
BGH, Urteil vom 19.06.2008, Az.: III ZR 159/0
BGH, Urteil vom 19.11.2009, Az.: III ZR 169/08
Wurde dem Anleger in der Beratung gesagt, er könne den Fondsanteil jederzeit auf dem Zweitmarkt veräußern, obwohl dafür kein Zweitmarkt existiert und eine Veräußerung nur sehr schwer und unter erheblichen Verlusten möglich sein dürfte, dann ist das eine Falschberatung.
BGH, Urteil vom 18.01.2007, Az.: III ZR 44/06
Wurde dem Anleger in der Beratung nicht gesagt, dass durch Ausschüttungen, bei denen es sich nicht um Bilanzgewinne handelt, die Haftung für Verbindlichkeiten der Fondsgesellschaft wieder auflebt und bei einer Insolvenz der Fondsgesellschaft die Einlagen zurückgefordert werden können, dann liegt eine unvollständige Beratung vor.
Anspruchsurteil
BGH, Urteil vom 22.07.2010, Az.: III ZR 203/09
Provision/Rückvergütung
Der Anleger muss im Beratungsgespräch darüber informiert werden, welches eigene wirtschaftliche Interesse die beratende Bank bzw. der Anlagevermittler mit seiner Anlageempfehlung verfolgt. Wird dies unterlassen, so begründet das für den Anleger einen Schadenersatzanspruch.
BGH, Urteil vom 20.01.2009, Az.: XI ZR 510/07
BGH, Urteil vom 12.05.2009, Az.: XI ZR 586/07
BGH, Beschluss vom 09.03.2011, Az.: XI ZR 191/10
III. Ansprüche geltend machen - Schaden vermeiden
Der Schiffsfonds Ownership Tonnage III ist ein Sanierungsfall. Die einst so gepriesenen Chancen des Fonds auf Gewinne tendieren gegen Null, die Risiken wurden zur Realität. Der Fonds erweist sich für die Anleger zunehmend als Verlustgeschäft. Bei einem Scheitern der Sanierungsbemühungen drohen die Insolvenz und damit der Totalverlust der Einlagen.
Deshalb: Fachanwaltliche Beratung suchen und ggf. Ansprüche wahrnehmen.
Wir wurden von der „Wirtschaftswoche“ als „Top-Anlegerschutzkanzlei“ ausgewiesen. Unsere Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht vertreten seit Jahren geschädigte Schiffsfondsanleger und arbeiten eng mit Experten des Schiffsmarktes und der Schiffsfinanzierung zusammen. So können wir gezielt Insiderkenntnisse für unsere Mandanten nutzen.