Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2071,%20358
Timestamp: 2019-08-19 02:39:00
Document Index: 346983044

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 134', 'BGH', 'BGH', '§ 134', '§ 56', '§ 134', 'BGH', 'BGH', '§ 56', 'BGH', 'BGH', '§ 56', '§ 56', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 134', 'BGH', 'BGH', '§ 56', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 56', '§ 56', 'BGH', 'BGH', '§ 134', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 22.05.1978 - III ZR 153/76 - dejure.org
BGH, 22.05.1978 - III ZR 153/76
https://dejure.org/1978,171
BGH, 22.05.1978 - III ZR 153/76 (https://dejure.org/1978,171)
BGH, Entscheidung vom 22.05.1978 - III ZR 153/76 (https://dejure.org/1978,171)
BGH, Entscheidung vom 22. Mai 1978 - III ZR 153/76 (https://dejure.org/1978,171)
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Vermittlung von Kreditanträgen über ein Kreditvermittlerbüro - Anfechtung eines Kreditvertrages wegen arglistiger Täuschung - Rückzahlungsanspruch aus einem Darlehensvertrag nach Konkurs des Darlehensnehmers - Nichtigkeit eines Darlehensvertrages wegen Gesetzeswidrigkeit durch einen Verstoß gegen Vorschriften der Gewerbeordnung (GewO)
BGHZ 71, 358
NJW 1978, 1970
MDR 1978, 1003
WM 1978, 875
DB 1978, 1827
Eine solche Ausnahme liegt beispielsweise vor, wenn das Verbotsgesetz gerade dem Schutz des einzelnen Verbrauchers und damit auch des jeweiligen Vertragspartners dient (BGHZ 71, 358, 361; BGH NJW 1979, 2092).
Diese Vertriebsmethode legt die Annahme nahe, daß die Anwerbung von nebenberuflichen Handelsvertretern nur dazu dient, nach Art eines Schneeballsystems (vgl. dazu BGH, Urt. v. 22. Mai 1978, III ZR 153/76, WM 1978, 875, 877) die geschäftliche Unerfahrenheit der geworbenen Personen dazu auszunützen, um ihnen überteuerte Eigentumswohnungen zu verkaufen.
Die Frage, ob der Verstoß gegen ein gesetzliches Verbot gemäß § 134 BGB zur Nichtigkeit eines Rechtsgeschäfts führt, ist nach Sinn und Zweck der einzelnen Verbotsvorschrift zu entscheiden (BGHZ 71, 358, 360/61; 85, 39, 43 m. w. Nachw.).
Der erkennende Senat hat allerdings seit seiner Entscheidung BGHZ 71, 358 in ständiger Rechtsprechung (weitere Nachweise im Urteil vom 18. November 1982 - III ZR 61/81 = NJW 1983, 868 = ZIP 1983, 38 zu II 1) die Auffassung vertreten, ein verbotenerweise im Reisegewerbe abgeschlossener oder vermittelter Darlehensvertrag sei gemäß § 134 BGB nichtig.
In diesen Fällen erfordert der Schutzzweck des § 56 Abs. 1 Nr. 6 GewO die Anwendung des § 134 BGB; nur so konnten die Betroffenen wirksam vor den nachteiligen Folgen der Verträge geschützt werden, die sie in Situationen abgeschlossen hatten, in denen ihre Entscheidungsfreiheit typischerweise beeinträchtigt wurde (Senatsurteile BGHZ 71, 361 [BGH 22.05.1978 - III ZR 153/76]/62 und vom 22. September 1983 - III ZR 171/82 = NJW 1984, 229 = ZIP 1983, 1430 zu II 2).
Schließlich ist folgendes zu berücksichtigen: § 56 Abs. 1 Nr. 6 GewO knüpft in seinem Tatbestand nicht an die inhaltliche Ausgestaltung des Darlehensvertrags, sondern nur an die Art seines Zustandekommens an (vgl. Canaris ZIP 1980, 712); die Verbotsnorm will den Kunden vor einer Beeinträchtigung seiner Entschließungsfreiheit durch Übereilung oder Irreführung bewahren (BGHZ 71, 358, 361).
Der Senat hat in dem Urteil BGHZ 71, 358, 362 zwar im Anschluß an Landmann/Rohmer (…GewO 13. Aufl. § 56 Rn. 5) § 56 Abs. 1 Nr. 6 GewO als Schutzgesetz im Sinne des § 823 Abs. 2 BGB bezeichnet.
b) Der Bundesgerichtshof hat bereits wiederholt hervorgehoben, daß Verträge, durch deren Abschluß nur eine der Vertragsparteien ein gesetzliches Verbot verletzt, in der Regel gültig sind (BGHZ 46, 24, 26; 71, 358, 360; BGH, NJW 1968, 2286; 1981, 1204, 1205).
Ob ein Verbotsgesetz nur die Nichtigkeit des Verpflichtungsgeschäfts oder auch die des Erfüllungsgeschäfts zur Folge hat, ist nach Sinn und Zweck der jeweiligen Verbotsnorm zu beurteilen (vgl. BGHZ 71, 358, 361 sowie die Rechtsprechungsnachweise bei Dilcher in Staudinger 12. Aufl. § 134 BGB Rdn. 6 und Krüger-Nieland a.a.O.; vgl. auch BGH, Urteil vom 23. September 1982 - VII ZR 183/80, zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt).
Gerade solche Kunden will § 56 Abs. 1 Nr. 6 GewO vor einer Beeinträchtigung ihrer Entschließungsfreiheit durch Übereilung, Irreführung oder zudringliches Verhalten reisegewerbetreibender Darlehensvermittler bewahren (vgl. BGHZ 71, 358, 361 [BGH 22.05.1978 - III ZR 153/76]; 93, 264, 269) [BGH 17.01.1985 - III ZR 135/83].
Die Nichtigkeit gemäß §§ 56 Abs. 1 Nr. 6 GewO, 134 BGB beschränkt sich nicht auf den Vertrag mit dem Vermittler, sondern ergreift auch den vermittelten Darlehensvertrag, selbst wenn er erst nach weiteren Verhandlungen abgeschlossen wird, bei denen nicht mehr gegen § 56 Abs. 1 Nr. 6 GewO verstoßen wurde (BGHZ 71, 358, 362 f.) [BGH 22.05.1978 - III ZR 153/76].
Ist ein Vermittler im Reisegewerbe tätig geworden, so ist vielmehr nach der ständigen Rechtsprechung des Senats gemäß § 134 BGB der Darlehensvertrag selbst nichtig, ohne Rücksicht darauf, ob die Bank von der Art der Darlehensvermittlung Kenntnis hatte oder nicht (Senatsurteile BGHZ 71, 358 und vom 17. Mai 1979 - III ZR 118/77 = NJW 1979, 2092 zu I, 2, d).
BGH, 06.07.1978 - III ZR 63/76
Anfechtung eines Vertrages wegen arglistiger Täuschung - Abschluss eines …
BGH, 08.02.1979 - III ZR 2/77
Abschluss eines Heimarbeitsvertrages über die Herstellung von Plastikbeuteln - …
BGH, 23.11.1978 - III ZR 61/77
Übernahme eines Generalvertretervertrages - Gewährung eines zinslosen Darlehens - …
OLG München, 30.01.1985 - 15 U 5748/83
Bürgschaft; Kreditbürgschaft; Reisegewerbe; Unwirksamkeit einer Bürgschaft