Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20154,%20230
Timestamp: 2019-10-14 02:40:00
Document Index: 86019267

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 607', '§ 607', '§ 607', '§ 9', '§ 607', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 286', '§ 288', 'BGH', 'BGH', '§ 284', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 242', 'BGH', 'BGH', '§ 242', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 242', '§ 242', 'BGH', 'BGH']

BGH, 18.03.2003 - XI ZR 202/02 - dejure.org
https://dejure.org/2003,937
BGH, 18.03.2003 - XI ZR 202/02 (https://dejure.org/2003,937)
BGH, Entscheidung vom 18.03.2003 - XI ZR 202/02 (https://dejure.org/2003,937)
BGH, Entscheidung vom 18. März 2003 - XI ZR 202/02 (https://dejure.org/2003,937)
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BGB a. F. § 607; AGB-Sparkassen 1993 Nr. 18
Kein Anspruch auf Überziehungszinsen nach Ablauf des Kreditvertrages
Anspruch der Sparkasse gegen Darlehensnehmer; Zahlung von Überziehungszinsen; Ablauf des Kreditvertrages; Ausdrückliche oder stillschweigende Vereinbarung; Vertragliche Kapitalnutzung im bisherigen Umfang; Vertraglich vereinbarte Zinsen; Deckung der Inanspruchnahme des ...
Keine Überziehungszinsen für die Kreditinanspruchnahme nach Ablauf des Kreditvertrages
Kein Anspruch auf Überziehungszinsen aufgrund Nr. 18 AGB-Sparkassen; zur Frage des Anspruchs auf Zahlung von Überziehungszinsen bei Vereinbarung der Berechtigung weiterer Kapitalnutzung trotz Ablaufs des Kreditvertrags
BGB (a.F.) § 607; AGB-Sparkassen (1993) Nr. 18
Bankenrecht - Ablauf des Kreditvertrages: Kein Anspruch auf Überziehungszinsen!
BGB a. F. § 607; AGB-SpK 1993 Nr. 18; AGBG §§ 9, 11 Nr. 5a
Bankrecht; Überziehungszinsen nach Ablauf des Kreditvertrags
BGB a. F. § 607; AGB-Spk 1993 Nr. 18
Überziehungszinsen nach Nr. 18 AGB-Sparkassen; zulässige Zinsen nach Kreditvertrags-Ablauf
BGHZ 154, 230
NJW 2003, 1801
ZIP 2003, 840
MDR 2003, 884
WM 2003, 922
BB 2003, 1250
DB 2003, 1168
Verliert der Kreditnehmer aufgrund der Kündigung das Recht zur Nutzung des darlehensweise überlassenen Kapitals, so schuldet er auch den im Gegenzug für die Einräumung dieses Rechts überlassenen Vertragszins nicht mehr (BGH, Urteil vom 08.10.1991 - XI ZR 259/90, BGHZ 115, 268, 269 f.; vom 18.03.2003 - XI ZR 202/02, BGHZ 154, 230, 236).
Eine Bank hat, wenn ein befristetes Darlehen fällig geworden ist, Anspruch auf Ersatz des Verzugsschadens nach § 286 Abs. 2 Nr. 1, § 288 BGB, nicht auf Fortzahlung der Vertragszinsen oder von Überziehungszinsen (BGH, Urteil vom 18. März 2003 - XI ZR 202/02, BGHZ 154, 230, 236).
Das Berufungsgericht berücksichtigt nicht, daß die Gesellschaft mit Ablauf des Kontokorrentkreditvertrages am 30. August 1995 mit der Rückzahlung des damals offenen Debets von 49.106,82 DM gemäß § 284 Abs. 2 Satz 1 BGB a.F. ohne Mahnung in Verzug geraten ist (vgl. BGH, Urteil vom 18. März 2003 - XI ZR 202/02, WM 2003, 922, 924; zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen).
Für die Zeit des Verzuges der Gesellschaft kann die Beklagte nur Schadensersatz verlangen, ist aber nicht mehr berechtigt, der Gesellschaft die vertraglich vereinbarten Zinsen zuzüglich Überziehungszinsen für den Betrag, der die eingeräumte Kreditlinie überschreitet, in Rechnung zu stellen (vgl. BGHZ 104, 337, 338; 115, 268, 269; BGH, Urteile vom 7. November 1986 - III ZR 128/84, WM 1986, 8, 10 und vom 18. März 2003 - XI ZR 202/02, aaO S. 924), wie das etwa in dem von der Beklagten vorgelegten Auszug vom 29. Dezember 1995 geschehen ist.
Dann ist der Darlehensrückzahlungsanspruch nicht mehr fällig, die Gesellschaft vielmehr zur Nutzung der Darlehensvaluta bis zur jederzeit möglichen Kündigung berechtigt (vgl. BGH, Urteil vom 18. März 2003 - XI ZR 202/02, aaO S. 924).
Macht der Markeninhaber gleichwohl einen Anspruch unter Berufung auf einen Umstand geltend, den er in einem angemessenen Zeitraum nach der Vorabunterrichtung nicht beanstandet hat, handelt er treuwidrig (§ 242 BGB), weil er sich dadurch zu seinem Verhalten auf die Vorabunterrichtung in Widerspruch setzt (vgl. BGHZ 94, 344, 354; 154, 230, 238).
Nach Kündigung der Kredite kann die Klägerin nämlich nicht mehr den vereinbarten Vertragszins, sondern nur einen einheitlichen Verzugszins verlangen (vgl. Senat, Urteil vom 18. März 2003 - XI ZR 202/02, WM 2003, 922, 924, für BGHZ vorgesehen, m.w.Nachw.).
Mache der Markeninhaber gleichwohl einen Anspruch unter Berufung auf einen Umstand geltend, den er in einem angemessenen Zeitraum nach der Vorabunterrichtung nicht beanstandet habe, handele er treuwidrig im Sinne von § 242 BGB, weil er sich dadurch zu seinem Verhalten auf die Vorabunterrichtung in Widerspruch setzte (…BGH GRUR 2008, 156, 159 Rz. 27 - Aspirin II unter Hinweis auf BGH NJW-RR 1986, 162; BGH NJW 2003, 1801).
Nach der Rechtsprechung des BGH (Urteil vom 18.03.2003 - XI ZR 202/02 - Rn. 23 = ZIP 2003, 840;… Urteil vom 20.05.2003 - XI ZR 235/02 - Rn. 15) kommt es vielmehr entscheidend darauf an, was die Parteien nach Ablauf eines befristeten Kontokorrentkredits ausdrücklich oder stillschweigend vereinbaren.
Es spricht daher einiges dafür, dass die Rechnungspraxis des Klägers die Verhaltensregeln einer lauteren und verlässlichen Geschäftspraxis in einem Maße verfehlt, dass die Rechtsausübung des Klägers nach allgemeinen Grundsätzen der unzulässigen Rechtsausübung auch ohne Nachweis eines durch Vermögensdispositionen geschaffenen besonderen Vertrauenstatbestandes treuwidrig erscheinen muss (…vgl. Palandt/Heinrichs, aaO., § 242 Rdnr. 48;… MünchKomm(BGB)/Roth, 4. Aufl., § 242 Rdnr. 261, 287; vgl. auch: BGHZ 154, 230, 238; zur Rechtstugend der Verlässlichkeit: BGHZ 94, 344, 354).
OLG München, 17.07.2008 - 19 U 1999/08
Befristeter Kontokorrentkredit: Kündigung durch die Bank nach Fristablauf
VK Brandenburg, 15.02.2006 - 2 VK 82/05
Ausschluss wegen fehlender, aber geforderter Erklärung?