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Timestamp: 2020-06-07 02:05:41
Document Index: 2676929

Matched Legal Cases: ['Art. 10', 'Art. 5', 'Art. 38', 'Art. 20', 'Art. 79', 'EuG', 'Art. 3', 'Art. 3']

Öffentliches Recht (164)
VG Lüneburg, Beschluss vom 28.05.2020, 5 B 26/20
Eilantrag gegen Beschränkungen einer Kundgebung überwiegend erfolgreich.
VGH Mannheim, Beschluss vom 23.05.2020, 1 S 1586/20
Eine geplante Demonstration des Landesverbands Baden-Württemberg der AfD darf unter strengen Auflagen am 24.05.2020 in Stuttgart stattfinden.
OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 22.05.2020, 11 S 41.20
Die in der SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung des Landes Brandenburg enthaltene Untersagung des Sportbetriebs in allen Fitnessstudios ist rechtlich zulässig.
OVG Weimar, Beschluss vom 22.05.2020, 3 EO 341/20
VG Berlin, Beschluss vom 22.05.2020, 14 L 144.20
Private Versammlungen in Berlin, also auch Hochzeiten, sind weiterhin vorerst nur begrenzt möglich.
VG Hamburg, Beschluss vom 22.05.2020, 19 E 2141/20
Die am 23.05.2020 in der Ludwig-Erhardt-Straße geplante Versammlung "Mahnwache für das Grundgesetz" darf unter im Einzelnen genannten Auflagen beschränkt auf 750 Teilnehmer stattfinden.
BVerfG, Urteil vom 19.05.2020, 1 BvR 2835/17
Die Überwachung der Telekommunikation von Ausländern im Ausland durch den Bundesnachrichtendienst ist an die Grundrechte des Grundgesetzes gebunden und verstößt nach der derzeitigen Ausgestaltung der Ermächtigungsgrundlagen gegen das grundrechtliche Telekommunikationsgeheimnis (Art. 10 Abs. 1 GG) und die Pressefreiheit (Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG). Damit stellt das BVerfG erstmals klar, dass sich der Schutz der Grundrechte gegenüber der deutschen Staatsgewalt nicht auf das deutsche Staatsgebiet beschränkt.
BVerwG, Urteil vom 14.05.2020, 2 C 13.19
Bayerischen Polizeivollzugsbeamten ist es zu Recht untersagt, sich im beim Tragen der Dienstkleidung (Sommeruniform) sichtbaren Körperbereich, d.h. konkret an Kopf, Hals, Händen und Unterarmen, tätowieren zu lassen.
BVerfG, Beschlüsse vom 12.05.2020 und 13.05.2020, 1 BvR 1027/20 und 1 BvR 1021/20
Die 1. und die 3. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts haben zwei Verfassungsbeschwerden nicht zur Entscheidung angenommen. Die Verfassungsbeschwerde des demnächst 65-jährigen Beschwerdeführers im Verfahren vor der 3. Kammer zielte darauf, Bund und Länder zu verpflichten, Lockerungen staatlicher „Corona-Maßnahmen“ zurückzunehmen. Die Verfassungsbeschwerde eines jüngeren Mannes im Verfahren vor der 1. Kammer zielte umgekehrt darauf, Einschränkungen durch die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung für unter 60 Jahre alte Menschen weiter zu lockern.
OVG Niedersachsen, Beschluss vom 11.05.2020, 13 MN 143/20
Die grundsätzlich bestehende Quarantänepflicht für Personen, die aus dem Ausland einreisen, ist rechtswidrig.
BVerfG, Beschluss vom 11.05.2020, 1 BvR 469/20 und 1 BvR 470/20
Die Anträge auf vorläufige Außerkraftsetzung mehrerer, den Nachweis einer Masernschutzimpfung betreffende Regelungen des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) haben keinen Erfolg. Nach den angegriffenen Vorschriften des IfSG darf eine Betreuung von Kindern in einer Kindertagesstätte oder bestimmten Formen der Kindestagespflege lediglich bei Nachweis entweder eines ausreichenden Impfschutzes oder einer Immunität gegen Masern erfolgen.
OVG Lüneburg, Beschluss vom 09.05.2020, 13 MN 119/20
Die Pflicht, beim Besuch von Verkaufsstätten des Einzelhandels sowie in Verkehrsmitteln und Einrichtungen des öffentlichen Personenverkehrs eine textile Barriere als Mund-Nasen-Bedeckung ("Maske") zu tragen, muss vorübergehend hingenommen werden.
BVerfG, Urteil vom 05.05.2020, 2 BvR 859/15 u.a
Mehrere Verfassungsbeschwerden gegen das Staatsanleihekaufprogramm (Public Sector Purchase Programme – PSPP) der Europäischen Zentralbank (EZB) haben Erfolg. Bundesregierung und Deutscher Bundestag haben die Beschwerdeführer in ihrem Recht aus Art. 38 Abs. 1 Satz 1 in Verbindung mit Art. 20 Abs. 1 und Abs. 2 in Verbindung mit Art. 79 Abs. 3 GG verletzt, indem sie es unterlassen haben, dagegen vorzugehen, dass die EZB in den für die Einführung und Durchführung des PSPP erlassenen Beschlüssen weder geprüft noch dargelegt hat, dass die hierbei getroffenen Maßnahmen verhältnismäßig sind. Dem steht das Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH) vom 11. Dezember 2018 nicht entgegen, da es im Hinblick auf die Kontrolle der Verhältnismäßigkeit der zur Durchführung des PSPP erlassenen Beschlüsse schlechterdings nicht mehr nachvollziehbar und damit ebenfalls ultra vires ergangen ist.
BVerfG, Beschluss vom 04.05.2020, 2 BvE 1/20
Der Eilantrag der AfD-Bundestagsfraktion, den Abgeordneten Brandner wieder als Vorsitzenden des Rechtsausschusses einzusetzen, hat keinen Erfolg.
VG Berlin, Beschluss vom 30.04.2020, 14 L 49/20
Das mit der Berliner SARS-CoV-2-Eindämmungsmaßnahmenverordnung ausgesprochene Verbot der Öffnung von Verkaufsstellen mit einer Verkaufsfläche von mehr als 800m² Verkaufsfläche gilt vorerst nicht für ein großes Berliner Kaufhaus.
VG Düsseldorf, Beschluss vom 30.04.2020, 7 L 766/20
Der von einem Veranstalter für den 02.05.2020 geplante Autokorso zum Thema "Wahrung der Grundrechte und für freie Impfentscheidung" darf nicht stattfinden.
BVerfG, Beschluss vom 29.04.2020, 1 BvQ 44/20
Das Verbot von Gottesdiensten in Kirchen, Moscheen und Synagogen sowie von Zusammenkünften anderer Glaubensgemeinschaften zur gemeinsamen Religionsausübung nach der Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen wird im Wege der einstweiligen Anordnung insoweit vorläufig außer Vollzug gesetzt, als danach ausgeschlossen ist, auf Antrag im Einzelfall Ausnahmen von dem Verbot zuzulassen.
VG Gelsenkirchen, Beschluss vom 29.04.2020, 20 L 516/20
Die Eltern eines vierjährigen schwerstbehinderten Mädchens, das in einer Einrichtung in Unna lebt, haben ein Besuchsrecht für das Wochenende als Ausnahme vom entgegenstehenden Verbot nach der Coronaschutzverordnung.
VerfGH Saarlouis, Beschluss vom 28.04.2020, Lv 7/20
Der mit der Einschränkung des Grundrechts auf Freiheit der Person verbundene Gewinn an Gesundheitsschutz ist nicht nachvollziehbar dargelegt. Insoweit kommt den absoluten Zahlen über die Zunahme der Infektionen mit dem SARS-Cov2-Virus keine Aussagekraft zu.
OVG Münster, Beschluss vom 29.04.2020, 13 B 512/20.NE und VGH Kassel, Beschluss vom 28.04.2020, 8 B 1039/20.N
Die anlässlich der Corona-Pandemie veordnete grundsätzliche Verkaufsflächenbeschränkung von Ladengeschäften des Einzelhandels auf 800 qm bleibt vollziehbar.
VGH München, Beschluss vom 27.04.2020, 20 NE 20.793
Die Verkaufsflächenregelungen in der Bayerischen "Corona-Verordnung" verstoßen teilweise gegen Art. 3 I GG. So ist es nicht gerechtfertigt, Buchhandlungen und Fahrradhändler von der Begrenzung der Verkaufsflächen freizustellen.
VGH Kassel, Beschluss vom 24.04.2020, 8 B 1097/20.N
Die Schulpflicht für Schülerinnen und Schüler der 4. Klasse wird außer Vollzug gesetzt, weil sie gegen Art. 3 I GG verstößt.
OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 24.04.2020, 11 S 25.20
Das bis zum 08.05.2020 befristete Verbot, Ferienhäuser und Ferienwohnungen zu touristischen Zwecken zu vermieten, ist rechtskonform.
OVG Bremen, Beschluss vom 23.04.2020, 1 B 109/20 u.a.
Die grundsätzliche Begrenzung der Verkaufsfläche von Einzelhandelsbetrieben auf 800 m² ist verhältnismäßig und Restaurants mit Ausnahme des Außer-Haus-Verkaufs müssen weiterhin geschlossen bleiben.