Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/2/2209.htm
Timestamp: 2018-12-10 13:51:08
Document Index: 24268666

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 64', '§ 2', '§ 24', '§ 7', '§ 4', '§ 41']

2.209 Salzstetter Horn
Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe über das Natur- und Landschaftsschutzgebiet »Salzstetter Horn« (Gemeinde Waldachtal und Stadt Horb, Landkreis Freudenstadt) vorn 31. Juli 1997 (GBl. v. 26.09.1997, S. 393).
Auf Grund der §§ 2 1 und 58 Abs. 2 und § 64 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vorn 29. März 1995 (GBI. S. 385) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Waldachtal, Gemarkung, Salzstetten, und der Stadt Horb, Gemarkung Altheim werden zum Natur- und Landschaftsschutzgebiet erklärt, Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung »Salzstetter Horn«.
(1) Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 583,7 ha. Davon entfallen auf das Naturschutzgebiet rund 152,0 ha, auf das Landschaftsschutzgebiet rund
431,7 ha.
Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet umfaßt im wesentlichen das »Salzstetter Horn«, die Waldkuppen des Altheimer Heiligenwaldes, Teile des Lettenberges nördlich von Salz­stetten, das Streuobstgebiet am Ost- und Südrand von Salzstetten, die breiten Talzüge des Brühlbaches und des Gebersbaches und die Waldgebiete in Richtung Obertalheim.
(2) Das Naturschutzgebiet besteht aus zwei in das umgebende Landschaftsschutzgebiet eingebetteten Teilflächen.
· Teil eins beginnt im Süden im Bereich der »Saltzstelter Mühle« und schließt in Richtung Norden verlaufend folgende Gewanne ganz oder teilweise ein:
»Kessel«, »Heuberg«, »Weitheck«, »Steinernen«, »Hinterer Hartweg«, »Brühlbach«, »Halde«, das namensgebende »Horn«, »Giebelsgrund«, »Hölderle«, »Enggäßle«, »Hohwies«, »Buch«, »Vordere Steigäcker«, »Breitwiesen«, »Untere Steige«, sowie »Berg«.
· Teil zwei umfaßt die Freiflächen des Gewanns »Baisinger« bis zum südlich gelegenen Waldrand.
(3) Die Grenzen des Natur- und Landschaftsschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 mit durchgezogener roter Linie (Naturschutzgebiet) und mit durchgezogener grüner Linie (Landschaftsschutzgebiet) sowie in zwölf Detailkarten im Maßstab 1:2500 mit durchgezogener roter, grau angeschummerter Linie (Naturschutzgebiet) und mit durchgezogener grüner, flächig schwarz punktierter Linie (Landschaftsschutzgebiet) eingetragen. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Karlsruhe, beim Landratsamt Freudenstadt, bei der Stadt Horb und der Verwaltungsgemeinschaft Horb auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
1. die Erhaltung und Förderung der naturnahen und artenreichen Halbtrockenrasen sowie der kleinflächigen Wacholderheiden mit ihrer speziellen Flora und Fauna;
2. die Erhaltung und Förderung einer vielfältig ausgeprägten Staudensaumflora entlang von Feldhecken, Waldrändern und Wegen als ökologisch wichtige Übergangsbereiche unterschiedlicher Vegetationsstrukturen;
3. der Schutz, die Erhaltung und Förderung der Hecken und Feldgehölze in beispielhafter Ausprägung und Vielfalt sowie der Lesesteinriegel als Bestandteile der historischen Kulturlandschaft auf Muschelkalk und als Nahrungs-, Lebens- und Rückzugsräume einer reichhaltigen Insekten-, Kleinsäuger- und Avifauna;
4. die Erhaltung und Förderung des für eine Muschelkalklandschaft ungewöhnlichen Reichtums an Feuchtgebieten mit entsprechenden Pflanzengesellschaften als Lebensraum einer typischen und artenreichen Tierwelt sowie anderer verschiedener Wiesentypen mit ihrer Vegetationsvielfalt als Lebensräume einer teilweise stark bedrohten und gefährdeten Pflanzen- und Tierwelt;
5. die Erhaltung und Förderung der auf Grund relativ extensiver Nutzung von Äckern bestehenden Ackerrandbegleitflora als bedrohte und gefährdete Pflanzengesellschaft;
6. der Schutz, die Erhaltung und Förderung einer außergewöhnlich reichhaltigen und vielfältigen Tierwelt in einem beispielhaft erhaltenen Landschaftsausschnitt des Hecken- und Schlehengäus mit unterschiedlichsten Biotopstrukturen auf engstem Raum.
(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten. die zu einer Zerstörung oder Veränderung im Schutzgebiet oder seines Naturhaushalts oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen oder führen können, insbesondere die in den Absätzen 2 bis 6 genannten Handlungen.
5. Start- oder Landeplätze für Luftfahrzeuge, insbesondere Luftsportgeräte und Flugmodelle aller Art anzulegen sowie Luftsportgeräte oder motorbetriebene Flugmodelle zu betreiben;
6. Modellboote zu betreiben;
7. Stätten für Sport und Spiel sowie Erholungseinrichtungen jeder Art anzulegen.
1. Abfälle oder sonstige Gegenstände zu hinterlassen oder zu lagen;
d) Pflanzenschutzmittel unter Beachtung der Pflanzenschutzanwendungsverordnung verwendet wird;
e) Bäume, Hecken, Gebüsche Steinriegel sowie Böschungen nicht beseitigt oder zerstört werden;
g) Abfälle oder sonstige Gegenstände nicht gelagert werden sowie kein Klärschlamm ausgebracht wird;
h) anfallender Grünschnitt entweder entfernt, gemulcht oder außerhalb von nach § 24 a Abs. 1 NatSchG besonders geschützten Biotopen ausgebracht wird;
das Recht, die landwirtschaftliche Nutzung wieder aufzunehmen, die auf Grund vertraglicher Bewirtschaftungsbeschränkungen oder der Teilnahme an einem Extensivierungs- oder Stillegungsprogramm zeitweise eingeschränkt oder aufgegeben war, unberührt bleibt;
2. ordnungsgemäße Ausübung der forstwirtschaftlichen Bodennutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;
a) Hochsitze nur landschaftsgerecht, aus naturbelassenen Rundhölzern und außerhalb von Halbtrockenrasen und Feuchtgebieten errichtet werden;
c) Schilf- und Röhrichtbestände nicht gemäht oder gemulcht werden;
4. ordnungsgemäße Ausübung der Fischerei mit der Maßgabe, daß die Amphibienpopulation im Bereich der Fischteichanlage zu schützen ist.
(2) Unberührt bleibt auch die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke und Gewässer sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung
2. die Erhaltung und Förderung einer abwechslungsreichen, mit naturnahen Landschaftselementen des »Hecken- und Schlehengäus« ausgestatteten Kulturlandschaft als erweiterter Lebens- und Rückzugsraum einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt;
3. die Erhaltung eines großräumigen abwechslungsreichen und gut erschlossenen naturnahen Landschaftsteiles mit hohem Erholungswert für die Allgemeinheit;
4. die Förderung der extensiv bewirtschafteten Wiesen-, Weiden- und Ackerflächen sowie der unterschiedlichen Waldstandorte zur Erhaltung eines ausgewogenen Naturhaushaltes.
6. Gegenstände zu lagern, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstücks erforderlich sind:
9. zu zelten, zu lagern. Wohnwagen oder Verkaufsstände aufzustellen;
13. landschaftsbestimmende Bäume, Hecken, Gebüsche, Steinriegel sowie Böschungen zu beseitigen oder zu zerstören.
(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 7 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlung dein Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.
d) die Grundstücksnutzung, nicht wesentlich geändert wird;
e) durch Entwässerungs- oder andere Maßnahmen der Wasserhaushalt nicht verändert wird;
Schutz- und Pflegemaßnahmen werden durch die höhere Naturschutzbehörde in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnung festgelegt. §§ 4, 7 und 8 dieser Verordnung sind insoweit nicht anzuwenden. Die Durchführung von Maßnahmen, die in einem Verfahren nach dem Flurbereinigungsgesetz (FlurbG) im Plan nach § 41 FlurbG enthalten sind, erfolgt im Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde.
Gleichzeitig tritt für den Geltungsbereich dieser Verordnung die Verordnung des Landratsamtes Freudenstadt über das Landschaftsschutzgebiet »Salzstetter Horn« vom 5. Februar 1982 außer Kraft.
Karlsruhe, den 3 1. Juli 1997