Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=07.05.1985&Aktenzeichen=VI%20ZR%20224/83
Timestamp: 2019-07-21 01:35:35
Document Index: 396702813

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 276', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 07.05.1985 - VI ZR 224/83 - dejure.org
https://dejure.org/1985,1233
BGH, 07.05.1985 - VI ZR 224/83 (https://dejure.org/1985,1233)
BGH, Entscheidung vom 07.05.1985 - VI ZR 224/83 (https://dejure.org/1985,1233)
BGH, Entscheidung vom 07. Mai 1985 - VI ZR 224/83 (https://dejure.org/1985,1233)
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Anforderungen an die Darlegung der Berufserfahrung eines am Anfang der Facharztausbildung stehenden Arztes bei Übertragung einer Operation ohne Aufsicht und Assistenz - Dokumentationspflichten eines medizinischen Berufsanfängers bei Vornahme sog. Routineeingriffe - Rechtsfragen einer Anfängeroperation - Übernahmeverschulden eines am Anfang seiner Berufsausübung stehenden Facharztes
NJW 1985, 2193
MDR 1986, 220
VersR 1985, 782
BGH, 10.03.1992 - VI ZR 64/91
Deshalb darf ein in der Facharztausbildung stehender Arzt erst nach Feststellung seiner Zuverlässigkeit bei ähnlichen Eingriffen und dem Nachweis praktischer Fortschritte in der chirurgischen Ausbildung operieren (BGHZ 88, 248, 254 = AHRS 3010/19 und Senatsurteile vom 7. Mai 1975 - VI ZR 224/83 - VersR 1985, 782, 783 = AHRS 3010/24 und vom 26. April 1988 - VI ZR 246/86 - VersR 1988, 723).
c) Bei dieser Sachlage tragen der Krankenhausträger und der für die Übertragung der Operationsaufsicht an den Drittbeklagten verantwortliche Zweitbeklagte die Darlegungs- und Beweislast dafür, daß die nach der Appendektomie eingetretene Nahtinsuffizienz nicht auf fehlender Erfahrung und Übung des noch nicht ausreichend qualifizierten Operateurs bzw. des Drittbeklagten beruhten (BGHZ 88, 248, 256; Senatsurteil vom 7. Mai 1985 - VI ZR 224/83 - VersR 1985, 782 = AHRS 3010/24).
BGH, 03.02.1998 - VI ZR 356/96
Verwertung mechanischer Aufzeichnungen aufgrund mündlicher Mitteilungen Dritter; …
Die Beweislastumkehr ist für Fälle fehlerhaften Einsatzes eines Arztes in Weiterbildung oder Ausbildung in der Klinik entwickelt worden (vgl. Senatsurteile vom 10. März 1992 - VI ZR 64/91 - VersR 1992, 745, 746; vom 7. Mai 1985 - VI ZR 224/83 - VersR 1985, 782, 784; BGHZ 88, 248, 257).
Das entspricht der ständigen Rechtsprechung des erkennenden Senats (BGHZ 88, 248, 252 ff. = AHRS 3010/19 = LM § 276 (Ca) BGB Nr. 28 mit Anmerkung Ankermann; Urteile vom 7. Mai 1985 - VI ZR 224/83 - VersR 1985, 782, 783 = AHRS 3010/24; vom 26. April 1988 - VI ZR 246/86 - VersR 1988, 723, 724 = AHRS 3010/32 …und vom 10. März 1992 = aaO).
Ein solcher Fall kann nämlich nicht mit einer sog. Anfängeroperation verglichen werden (vgl. dazu Bundesgerichtshof VersR 1985, S. 782, 784. Steffen/Pauge, a.a.O., Rdnr. 257, 260).
LAG Baden-Württemberg, 16.11.1995 - 11 Sa 114/93
Haftung des Arbeitnehmers: Falsche Bluttransfusion durch in Ausbildung zur …
Entscheidend ist vielmehr, ob der in Ausbildung stehende Arzt für den konkreten Operationsabschnitt ausreichende Kenntnisse und Fähigkeiten hat (vgl. BGHZ 88, 248 ; BGH, NJW 1985, 2193 ; 1993, 2989; Gounalakis, NJW 1991, 2945).
d) War die Beklagte zu 2 von ihrer Ausbildung her befähigt, eine Schulterdystokie (ggf. mit einem großen Dammschnitt) zu überwinden, und im Notfall hierzu auch berechtigt, können die Beweislastgrundsätze für eine Anfängeroperation (vgl. BGHZ 88, 248 und NJW 1985, 2193 ) nicht angewendet werden.
Unterbleibt dies, liegt bereits in der Übertragung der Behandlung ein Behandlungsfehler und trägt der Praxisträger die Darlegungs- und Beweislast dafür, dass der eingetretene Schaden nicht auf fehlender Erfahrung und Übung des noch nicht ausreichend qualifizierten Operateurs - hier: des nicht ausreichend qualifizierten Therapeuten - beruht (BGH Urteil vom 10. März 1992 VI ZR 64/91 VersR 1992, 745; BGHZ 88, 248, 256 = VersR 1984, 60, 62; BGH Urteil vom 7. Mai 1985 VI ZR 224/83 VersR 1985, 782); d.h., es spricht eine Vermutung dafür, dass der Mangel an Erfahrung und Übung für später aufgetretene gesundheitliche Beeinträchtigungen des Patienten ursächlich geworden ist (OLG Düsseldorf Urteil vom 7. Oktober 1993 8 U 18/92 VersR 1994, 603).
Dokumentationspflichtig sind alle wichtigen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen, also gerade auch medizinisch bedeutsame therapeutische Hinweise (BGH NJW 1985, 2193, 2194; nur beispielhaft für den Hinweis auf die Notwendigkeit einer Röntgenuntersuchung bei Verdacht auf Tbc und Weigerung des Patienten BGH AHRS 6590/11).
Die Dokumentationspflicht des Arztes dient der Sicherheit des Patienten in der Behandlung und erstreckt sich auf die wichtigsten diagnostischen Maßnahmen und die Verlaufsdaten (vgl. BGHZ 72, 132 = NJW 1978, 2337; BGH, NJW 1985, 2193 = VersR 1985, 782; NJW 1986, 2365 = VersR 1986, 788; NJW 1989, 2330 = VersR 1989, 512).