Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4285.htm
Timestamp: 2018-11-19 22:44:14
Document Index: 343135183

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 24', '§ 3', '§ 64', '§ 4', '§ 5']

4.285 Heusteige
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Heusteige« vom 27. Februar 1998 (GBl. v. 30.03.1998, S. 201).
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Langenenslingen, Kreis Biberach, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Heusteige«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 16 ha.
(2) Es umfaßt auf Gemarkung Emerfeld Grundstücke der Gewanne »Langer Zaun«, »Wiesenstock«, »Waldberg«, »Unter dem Reutackerhau« und »Bienenbuch«.
(3) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 28. August 1997 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und rot angelegt. Im Falle des Widerspruchs zwischen der textlichen Beschreibung und der zeichnerischen Darstellung gelten die in der Karte getroffenen Festlegungen. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen, Konrad‑Adenauer‑Str. 20, und beim Landratsamt Biberach in Biberach, Rollinstr. 9, auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
(1) Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung des durch klimatische, geologische, morphologische und nutzungsgeschichtliche Voraussetzungen entstandenen Mosaiks schutzwürdiger, landschaftstypischer und kulturhistorisch bedeutsamer Biotope auf der Hochfläche der Gemarkung Emerfeld.
1. Schutz und Erhaltung der Flächen als Habitat der artenreichen und bedrohten Pflanzen‑ und Tiergemeinschaften der Trocken‑ und Halbtrockenrasen ehemaliger Wacholderheiden und heute noch genutzter Magerwiesen und der Feldhecken und Feldgehölze mit ihren Saumgesellschaften;
2. Erhaltung des engen räumlichen Verbundes der Teilflächen zur Sicherstellung geeigneter Teilhabitate der wertvollen, gefährdeten Flora und Fauna; Erhaltung und Schutz der Flächen als Zufluchtsort für zahlreiche licht‑ sowie wärmeliebende Pflanzen und Tierarten, die in unserer heutigen Landschaft kaum noch Lebensraum finden;
3. Schutz vor Umbruch, Eutrophierung und Nutzungsintensivierungen;
4. Schutz der landschaftsprägenden Schönheit und Eigenart, die im Naturraum eine Besonderheit darstellt und als Relikt der früheren Schafbeweidung von hohem landeskulturellem Wert ist;
5. Erhaltung der Funktion als Erholungsraum mit hohem Erlebniswert;
6. Aufrechterhaltung eines großräumigen Biotopverbundes auf lokaler und regionaler Ebene als Voraussetzung für den Aufbau stabiler Populationen.
(2) Schutzziel ist die dauerhafte Sicherung der Heide durch Nutzung oder zumindest Pflege als Magerwiese, möglichst aber wieder als Schafweide, deren Erweiterung und die Abwendung von Gefährdungen.
3. die Bodengestalt (auch kleinflächig) durch Abbauvorhaben, Grabungen oder Materialablagerungen zu verändern;
5. Abfälle, insbesondere Dung, Ernterückstände o. ä. oder sonstige Gegenstände zu hinterlassen oder zu lagern;
19. wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Nist‑, Brut‑, Laich‑, Wohn‑, Rast‑, Nahrungs‑ oder Zufluchtstätten dieser Tiere freizulegen, zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören sowie zum Fang von Tieren geeignete Vorrichtungen zu errichten, zu betreiben oder mit sich zu führen;
20. Störungen an den Lebens‑, Brut‑ und Wohn‑ oder Zufluchtstätten wildlebender Tiere, insbesondere durch Aufsuchen, Fotografieren, Filmen oder ähnliche Handlungen, zu verursachen;
1. die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung in der bisherigen Art, im bisherigen Umfang und in bisheriger Intensität fortzusetzen, wobei‘
1.1 die (auch kleinflächige) Veränderung der Bodengestalt, insbesondere durch Abgrabungen, Aufschüttungen, Wegebau oder die Auffüllung von Bodenvertiefungen oder Senken, nicht zulässig ist;
1.4 Feldraine, Hecken, Gebüsche, Wälle, Tümpel oder sonstige landschaftsprägenden Elemente weder gerodet, abgesägt noch in sonstiger Weise beseitigt, zerstört oder beschädigt werden dürfen; ein schonender Rückschnitt von Hecken und Gebüschen ist außerhalb der Vogelbrutperiode (vom 1. März bis 30. September) zulässig;
1.5 Die Verwendung von Düngemitteln nur auf Wirtschaftsgrünland, Ackerflächen und in Sonderkulturen zulässig ist, Magerwiesen (in der Karte gekennzeichnet) nicht gedüngt werden dürfen und die erste Mahd erst nach dem 15. Juni erfolgen darf;
2. die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art, im bisherigen Umfang und in bisheriger Intensität fortzusetzen, wobei
2.4 Tothölzer, Höhlenbäume und Horstbäume bis zu ihrem natürlichen Verfall zu erhalten sind; Instandsetzung der öffentlichen Straßen und Wege;
3.1 zusätzliche Hochsitze nicht errichtet werden dürfen. Abgängige oder nicht mehr genutzte Ansitze sind zu entfernen oder durch einfache Leitern aus naturbelassenen Hölzern in unmittelbarem Anschluß an Gehölze zu ersetzen;
3.2 keine neuen Wildäcker und Futterstellen und, innerhalb geschützter Biotope des § 24 a NatSchG, keine neuen Kirrungen eingerichtet und unterhalten werden dürfen;
4.2 die (auch kleinflächige) Veränderung der Bodengestalt, insbesondere durch Abgrabungen, Aufschüttungen, Wegebau oder die Auffüllung von Bodenvertiefungen oder Senken, nicht zulässig ist;
4.3 Feldraine, Hecken, Gebüsche, Wälle, Tümpel oder sonstige landschaftsprägenden Elemente weder gerodet, abgesägt noch in sonstiger Weise beseitigt, zerstört oder beschädigt werden dürfen;
4.6 bei Wegebaumaßnahmen nur der bestehende Zustand aufrechterhalten werden darf, nur geeignete, regional anstehende Materialien (Schotter, Splitt) verwendet werden dürfen und wertvolle Pflanzenstandorte geschont werden müssen;
5. die bestimmungsgemäße Nutzung, Unterhaltung und Instandsetzung der öffentlichen Straßen und Wege, Eisenbahnanlagen, sonstiger Ver- und Entsorgungsanlagen sowie Fernmeldeanlagen fortzusetzen, wobei Mittel zur Bekämpfung von Schadorganismen, Wildkräutern und Pflanzenkrankheiten sowie Wirkstoffe, die den Entwicklungsablauf von Pflanzen oder Tieren beeinflussen, nicht angewendet werden dürfen;
6. Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle zur Erhaltung, Verbesserung oder Wiederherstellung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile zugelassen oder angeordnet werden, insbesondere für die im Pflegeplan vorgesehenen Arbeiten, durchzuführen; auf Waldflächen ist das Einvernehmen mit dem zuständigen Staatlichen Forstamt, bei Gewässern mit der zuständigen Wasserwirtschaftsverwaltung herzustellen;
(2) Die zulässigen Handlungen sind so auszuüben, daß sie den Schutzzweck (§ 3) mit größtmöglicher Rücksicht beachten und im Rahmen der Möglichkeiten fördern. Errichtungs-, Unterhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten sollen nicht in der Vogelbrutzeit vom 1. März bis 3 1. Juli ausgeführt werden.
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 und § 5 Abs. 1 Nr. 1, 2, 4, 5 und 8 verbotenen Handlungen vornimmt.