Source: https://www.wirtschaftslupe.de/schutz-der-vertragspartner-bei-der-rueckforderung-einer-eu-rechtswidrigen-beihilfe-4121363/
Timestamp: 2019-10-17 08:59:04
Document Index: 286900815

Matched Legal Cases: ['Art. 107', 'Art. 108', 'Art. 107', 'Art. 267', 'Art. 107', 'EuG', 'BGH', 'BGH']

Schutz der Vertragspartner — bei der Rückforderung einer EU-rechtswidrigen Beihilfe | Wirtschaftslupe
Schutz der Vertragspartner - bei der Rückforderung einer EU-rechtswidrigen Beihilfe
Die Frage, ob in den Schutzbere­ich der Art. 107 Abs. 1 und Art. 108 Abs. 3 Satz 3 AEUV auch der­jenige ein­be­zo­gen ist, der mit einem Unternehmen, dem unter Ver­stoß gegen diese Bes­tim­mungen eine Bei­hil­fe gewährt wor­den ist, einen Ver­trag schließt und nach Rück­forderung der rechtswidri­gen Bei­hil­fe in der Insol­venz dieses Unternehmens mit seinen ver­traglichen Zahlungs­forderun­gen gegen das Unternehmen aus­fällt, ist nach Ansicht des Bun­des­gericht­shof ein­deutig zu verneinen und nicht klärungs­bedürftig.
Aus dem Wort­laut und der sys­tem­a­tis­chen Stel­lung von Art. 107, 108 Abs. 3 Satz 3 AEUV ergibt sich, dass der Schutzz­weck dieser Vorschriften auf den Wet­tbe­werb und auf Wet­tbe­wer­ber des Bei­hil­feempfängers begren­zt ist1. Für den Schutz weit­er­er Per­so­n­en ergeben sich keine Anhalt­spunk­te.
Insoweit sieht der Bun­des­gericht­shof auch keine Notwendigkeit für ine Vor­lage an den Gericht­shof der Europäis­chen Union gemäß Art. 267 AEUV2. Die Erwä­gun­gen des Bun­des­gericht­shofs zum Euro­parecht ergeben sich ohne weit­eres aus Art. 107, 108 Abs. 3 Satz 3 AEUV und der zitierten Recht­sprechung des Gericht­shofs der Europäis­chen Union. Die richtige Anwen­dung des Euro­parechts ist daher der­art offenkundig, dass für vernün­ftige Zweifel kein Raum mehr bleibt (acte clair)3.
Bun­des­gericht­shof, Beschluss vom 20. Dezem­ber 2018 — III ZR 221/18
vgl. zu diesem Schutzz­weck EuGH, Urteile vom 12.02.2008 — C‑199/06 CELF I, Slg. 2008, I‑00469 Rn. 38; und vom 05.10.2006 — C‑368/04 Transalpine, Slg. 2006, I‑9957 Rn. 46 [↩]
vgl. BVer­fG, Beschluss vom 08.10.2015 — 1 BvR 1320/14, mwN [↩]
vgl. z.B. BGH, Urteil vom 17.04.2014 — III ZR 87/13, BGHZ 201, 11 Rn. 29 mwN [↩]