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Timestamp: 2016-12-07 08:41:43
Document Index: 118661463

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 247', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 4', 'Art. 5', 'Art. 247', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 3', 'Art. 247', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'Art. 247', 'BGH', 'BGH', 'Art. 247', 'Art. 247', 'Art. 247', 'BGH', 'Art. 247', 'Art. 247', 'Art. 247', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 247', 'BGH', 'BGH', 'Art. 247', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 247', 'BGH', 'BGH', 'Art. 247', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

⭐2. Aufsichtsrechtliche Legaldefinition des Kreditgeschäfts in 1 I 2 Nr. 2 KWG: Gewährung von Gelddarlehen und Akzeptkrediten
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1 Kreditrecht 1. Begriff von lat. credere = vertrauen 2. Aufsichtsrechtliche Legaldefinition des Kreditgeschäfts in 1 I 2 Nr. 2 KWG: Gewährung von Gelddarlehen und Akzeptkrediten 3. Frühere Legaldefinition in 1 II VerbrKrG: Kreditvertrag = Oberbegriff für Darlehen, Zahlungsaufschub und sonstige Finanzierungshilfe 4. Seit dem Schuldrechtsmodernisierungsgesetz Gelddarlehen ( 488 ff. BGB) und Sachdarlehen ( 607 ff. BGB) 5. Sonderform: Verbraucherdarlehen ( 491 ff. BGB) 6. Umsetzung der richtlinie (ab ) Eingeräumte Überziehungsmöglichkeit ( 504 BGB) und geduldete Überziehung ( 505 BGB) 135 Kreditrecht 7. Zwei Grundformen des Kredits a) Zahlungskredit = Überlassung von Kapital für eine begrenzte Zeit (typologisch: Gebrauchsüberlassungsvertrag) Beispiele: Kontokorrent-, Ratenkredit, Schuldscheindarlehen b) Haftungskredit = keine effektive Mittelüberlassung, sondern Übernahme der Haftung gegenüber Dritten (Gläubigern des Kreditnehmers) Beispiele: Aval-, Akzept- oder Rembourskredit 8. Risikoverteilung keine Zug-um-Zug-Abwicklung Vorleistungsrisiko der Bank 1362 Dogmatik des Darlehensvertrags 607 Abs. 1 BGB a.f. (bis 2001) Wer Geld oder andere vertretbare Sachen als Darlehen empfangen hat, ist verpflichtet, dem Darleiher das Empfangene in Sachen von gleicher Art, Güte und Menge zurückzuerstatten. 488 Abs. 1 Satz 1 BGB Durch den Darlehensvertrag wird der Darlehensgeber verpflichtet, dem Darlehensnehmer einen Geldbetrag in der vereinbarten Höhe zur Verfügung zu stellen. Darlehensvertrag = Konsensualvertrag ( Realvertragstheorie) Verschaffung + Belassung der Valuta = Erfüllung des Darlehensvertrags durch Kreditgeber Verschaffung von Buchgeld ist ausreichend ( Übereignung) Synallagma: Kapitalüberlassung + Zinszahlung; nicht: Anspruch auf Rückzahlung des Darlehens ( 488 I 2 BGB) 137 Anfechtung des Darlehensvertrags ( 123 BGB) 1. Anfechtung durch die Bank Täuschung über Kreditwürdigkeit oder Werthaltigkeit von Sicherheiten 2. Anfechtung durch den Kreditnehmer Offenbarungspflicht der Bank hinsichtlich des finanzierten Geschäfts nur im Ausnahmefall ggf. auch Anspruch aus c.i.c. (s.u. Folien 172 ff.) Problem: Vermittler als Dritter i.s.v. 123 II BGB (+) echte Kreditmakler ( ) Verhandlungsgehilfe und -führer / Repräsentant der Bank ( ) Vermittler bei verbundenem Geschäft (s.u. Folie 171) 1383 Wucherdarlehen ( 138 BGB) 1. Wuchertatbestand des 138 II BGB verdrängt nicht den Rückgriff auf 138 I BGB Praxis: i.d.r. Rückgriff auf 138 I BGB Vorlesung BGB AT 2. Objektive Komponente: auffälliges Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung effektiver Vertragszins übersteigt den marktüblichen Effektivzins relativ um 100 % oder absolut um 12 % (Richtwerte) BGH ZIP 2012, 67: Restschuldversicherungskosten nicht zu berücksichtigen 3. Subjektive Komponente: Bank nutzt die schwächere Lage des Kreditnehmers bewusst aus oder verschließt sich leichtfertig der Erkenntnis, dass dieser sich nur aufgrund der schwächeren Lage auf die drückende Belastung einlässt bei Verbraucher: tatsächliche Vermutung aus objektiver Komponente 139 Zinsanpassung 1. Festzins im Vertrag: Anpassung nach Auslaufen der Zinsfestschreibung = neue Vereinbarung 2. Variabler Zins im Vertrag Zinsgleitklausel: Bindung an Referenzgröße (z.b. EURIBOR oder Basiszins + x) Zinsanpassungsklausel (Änderung der Refinanzierungskosten) Ermächtigung an die Bank, den Zins nach billigem Ermessen anzupassen ( 315 BGB) auch in AGB vereinbar, wenn Anpassungssymmetrie besteht Anlass, aus dem das Bestimmungsrecht entsteht, sowie Richtlinien + Grenzen seiner Ausübung sind im Vertrag anzugeben Transparenz Ergänzende Vertragsauslegung bei unwirksamer Klausel (BGHZ 185, 166 = ZIP 2010, 1023; BGH ZIP 2011, 317) Problem: Zinsanpassung nach Basel II (Kersting, ZIP 2007, 56; Linden, WM 2008, 195) 1404 Verbraucherschutz im Kreditrecht recht ( 491 ff. BGB) sonstiges Verbraucherschutzrecht Schutz durch Information 492 ff. BGB Schriftform Vertragsinhalt a BGB Art. 247 EGBGB vorvertragliche Information Schutz durch Widerrufsrecht 495 BGB 355 BGB Vermeidung des sog. modernen Schuldturms 497 f. BGB Außerhalb von Geschäftsräumen geschlossene Verträge 312b BGB (früher: 312 f. BGB) Hauptfall: Schrottimmobilien Fernabsatzverträge 312c BGB (früher: 312b ff. BGB) 141 Außergeschäftsraumvertrag i.s.v. 312b BGB (sog. Haustürgeschäft ) 1. Anwendungsbereich gemäß 312 BGB Verbrauchervertrag i.s.v. 310 III BGB, der eine entgeltliche Leistung des Unternehmes zum Gegenstand hat Existenzgründer Verbraucher (BGHZ 162, 253) - Wortlaut des 13 BGB: Zweckrichtung entscheidend - Gründer begibt sich bewusst in den unternehmerischen Verkehr - Umkehrschluss aus 512 BGB Aber: Verbraucher bei Vorbereitung der Existenzgründung (BGH ZIP 2008, 27) Anwendbarkeit auf die Bürgschaft str. ( entgeltliche Leistung ) BGHZ 165, 363 Vorlesung Kreditsicherungsrecht (dort Folie 155) zum neuen Recht Brennecke, ZJS 2014, 236 ff. (www.zjs-online.com) 1425 Außergeschäftsraumvertrag i.s.v. 312b BGB (sog. Haustürgeschäft ) 1. Anwendungsbereich gemäß 312 BGB partielle Bereichsausnahmen für bestimmte Vertragstypen (Absätze 2 bis 6), u.a. notariell beurkundete Verträge (Abs. 2 Nr. 1) bei Vertragsverhältnissen über Bank- und Finanzdienstleistungen für die auf den Erstvertrag folgenden Vorgänge (Abs. 5) 143 Außergeschäftsraumvertrag i.s.v. 312b BGB (sog. Haustürgeschäft ) 2. Voraussetzungen gemäß 312b I 1 BGB (früher: 312 I BGB, 1 I HWiG) Vertragsschluss außerhalb des Geschäftsraums des Unternehmers bei körperlicher Anwesenheit des Verbrauchers + Unternehmers (Nr. 1) anders zum früheren Recht BGHZ 165, 363 = NJW 2006, 845: kein Haustürgeschäft bei Vertragsschluss durch Ehefrau in Geschäftsräumen des Ehemanns, die im selben Haus wie die Privatwohnung liegen Abgabe des Angebots des Verbrauchers außerhalb des Geschäftsraums des Unternehmers bei körperlicher Anwesenheit des Verbrauchers + Unternehmers (Nr. 2) Vertragsschluss im unmittelbaren Anschluss an eine (bei körperlicher Anwesenheit des Verbrauchers + Unternehmers erfolgende) persönliche Ansprache des Verbrauchers außerhalb des Geschäftsraums des Unternehmers (Nr. 3) Vertragsschluss auf einem Ausflug, sog. Kaffeefahrt (Nr. 4) 1446 Außergeschäftsraumvertrag i.s.v. 312b BGB (sog. Haustürgeschäft ) 3. Widerrufsrecht gemäß 312g BGB (früher: 312 I BGB, 1 I HWiG) Grundsatz der Widerruflichkeit ( 312g I BGB) Ausnahmen gemäß 312g II BGB Widerrufsfrist: 14 Tage ab Vertragsschluss ( 355 II BGB) kein Beginn der Widerrufsfrist bei fehlender oder fehlerhafter Belehrung ( 356 III 1 BGB) aber Erlöschen des Widerrufsrechts spätestens nach 12 Monaten und 14 Tagen ( 356 III 2 BGB) Ausnahme: Finanzdienstleistungen ( 356 III 3 BGB) Widerrufsrecht tritt gegenüber den Widerrufsrechten nach recht zurück ( 312g III BGB) 145 gesetzliche Entwicklung 1. Abzahlungsgesetz Richtlinie 87/102/EWG zum Umsetzung + Erweiterung: gesetz Gesetz über Fernabsatzverträge und andere Fragen des Verbraucherrechts v (ab ) Einstellung des Widerrufs- und Rückgaberechts bei Verbraucherverträgen in 361a, 361b BGB a.f. Verweise im (gekürzten) HWiG und VerbrKrG 1467 gesetzliche Entwicklung 5. Schuldrechtsmodernisierungsgesetz (ab ) Haustürwiderrufsrecht 312, 312a BGB recht 491 ff. BGB Widerrufs- und Rückgaberecht 355 ff. BGB Verbundene Verträge 358 BGB (früher 9 I, II VerbrKrG) Einwendungsdurchgriff 359 BGB (früher 9 III VerbrKrG) 6. Umsetzung der EG-richtlinie (Richtlinie 2008/48/EG v , Amtsbl. der EU L 133/66 v ) Gesetz v ; Inkrafttreten zum b.w. 147 Neuerungen durch Umsetzung der richtlinie 2008 a) Erhöhung der Transparenz durch Standardinformationen in der Werbung Art. 4 ( 6a PreisangabenVO) vorvertragliche Informationspflichten Art. 5 ff. mit EU-einheitlichem Formular Anhang II ( 491a BGB Art. 247 EGBGB) Erweiterung der erforderlichen Angaben Folie 154 b) Verpflichtung der Kreditinstitute zur Bewertung der Kreditwürdigkeit des Verbrauchers Art. 8 ( 18 II KWG, 509 BGB) und Zugang zu entsprechenden Datenbanken in anderen Mitgliedstaaten Art. 9 ( 29 VI, VII BDSG-E) c) Recht zur vorzeitigen Kreditrückzahlung Art. 16 I ( 500 II BGB) und Begrenzung der Vorfälligkeitsentschädigung Art. 16 II-V ( 502, 504 I 2 BGB) d) Einbindung von Kreditvermittlern Art. 3 f in das Pflichtenprogramm der Richtlinie ( 655a II, 655b II BGB Art. 247 EGBGB) Professor Dr. Georg Bitter Universität Mannheim 1488 persönlicher Anwendungsbereich 1. Darlehensnehmer Verbraucher i.s.v. 13 BGB Existenzgründer ( 512 BGB) Ausnahme: Nettodarlehensbetrag/ Barzahlungspreis > nicht gewerblich tätige GbR 2. Darlehensgeber BGHZ 149, 80, 83 = NJW 2002, 368: Die GbR ist (trotz ihrer Rechtsfähigkeit) Verbraucher, wenn sie der Verwaltung eigenen Vermögens dient Anderes gilt, wenn der Kredit der gewerblichen Tätigkeit der GbR dient; dann auch kein Schutz des akzessorisch mithaftenden Gesellschafters BGH, XI ZR 143/05, NJW 2006, 2980 (Rdn. 30) BGH, XI ZR 287/05, ZIP 2007, 1650 (Rdn. 22 ff.) Unternehmer i.s.v. 14 BGB BGHZ 179, 126 = ZIP 2009, 261: auch bei sonstiger gewerblicher Tätigkeit 149 sachlicher Anwendungsbereich 1. Grundsatz: Darlehensverträge i.s.v. 488 BGB BGHZ 133, 71: analoge Anwendung bei Schuldbeitritt zu Kreditvertrag, wenn Beitretender = Verbraucher BGH ZIP 2007, 1850: auch bei GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer BGHZ 142, 23: analoge Anwendung bei Übernahme eines Kreditvertrags durch Verbraucher (jedenfalls bei dreiseitiger Vereinbarung) BGHZ 138, 321: Unanwendbarkeit bei Bürgschaften für gewerbliche Kredite EuGHE I 2000, 1741 = NJW 2000, 1323: Bürgschaft unterfällt generell nicht der richtlinie 1509 sachlicher Anwendungsbereich 2. Ausnahme ( 491 II BGB) Bagatellklausel: Darlehen 200 (Nr. 1) Haftung auf eine Pfandsache beschränkt (Nr. 2) Rückzahlung innerhalb von 3 Monaten + geringe Kosten (Nr. 3) Arbeitnehmerdarlehen unter marktüblichen Sätzen (Nr. 4) Förderdarlehen unter marktüblichen Sätzen (Nr. 5) 151 Schriftform i.s.v. 492 I BGB 1. Schriftform i.s.v. 492 I BGB (früher 4 I VerbrKrG) einfache Schriftform (Satz 1) getrennt schriftliche Erklärungen möglich (Satz 2) qualifizierte Schriftform (Abs. 2, Art. 247 EGBGB) Folien 153 ff. gilt auch für spätere Änderungsvereinbarungen BGHZ 165, 213 = NJW 2006, 681 (Rdn. 11 f.) gilt nicht für Konditionenanpassung bei unechter Abschnittsfinanzierung BGH ZIP 2013, Ausnahme für Überziehungskredit ( 504 f. BGB) 3. Rechtsfolge fehlender Schriftform Nichtigkeit des Vertrags 494 I BGB (früher 6 I VerbrKrG) aber möglicherweise Heilung durch Auszahlung Folien 156 ff. 15210 Angaben i.s.v. 492 II BGB, Art. 247 EGBGB 1. Erforderliche Angaben i.s.v. 492 II BGB, Art. 247 EGBGB Vielzahl von Angaben nach Art. 247 EGBGB, 6 bis 13, u.a. (anfänglicher) effektiver Jahreszins Nettodarlehensbetrag Sollzinssatz und alle sonstigen Kosten Betrag, Zahl und Fälligkeit der einzelnen Teilzahlungen Gesamtbetrag aller Teilzahlungen BGHZ 167, 239 (Rdn. 13) (Rdn. 25 ff.): Finanzierung über Lebensvers. Angaben zum Widerrufsrecht aus 495 BGB vom Darlehensgeber verlangte Sicherheiten + Versicherungen 153 Angaben i.s.v. 492 II BGB, Art. 247 EGBGB 1. Erforderliche Angaben i.s.v. 492 II BGB Erweiterung der erforderlichen Angaben seit Umsetzung der richtlinie 2008, z.b. Recht auf Tilgungsplan Entgelt für Kreditabwicklungskonten Verzugszinssatz + Regeln der Anpassung Warnhinweis zu Folgen ausbleibender Zahlungen Recht auf vorzeitige Rückzahlung Modalitäten bei Kreditkündigung Aufsichtsbehörde 2. Ausnahme für Überziehungskredite ( 504 f. BGB) Information in regelmäßigen Abständen (Art. 247 EGBGB, 16) Professor Dr. Georg Bitter Universität Mannheim 15411 Angaben i.s.v. 492 II BGB, Art. 247 EGBGB 3. Angaben in einer Vollmacht zum Abschluss des Kreditvertrags BGHZ 161, 15, 32 f. = NJW 2005, 664, 668: nicht erforderlich siehe aber jetzt 492 IV BGB (Ausnahme zu 167 II BGB) 4. Rechtsfolge fehlender Angaben Nichtigkeit des Vertrags ( 494 I BGB) aber möglicherweise Heilung durch Auszahlung (s.u. Ziff. 6) 5. Rechtsfolge fehlerhafter Angaben keine Nichtigkeit gemäß 494 I BGB, da Wortlaut nur auf fehlende Angaben abstellt BGHZ 167, 239 = NJW 2006, 1955 = WM 2006, 1066 (Rdn. 14) BGH, XI ZR 119/05, NJW-RR 2006, 1419 (Rdn. 28) 155 Angaben i.s.v. 492 II BGB, Art. 247 EGBGB 6. Heilung der Nichtigkeit a) durch Auszahlung der Valuta ( 494 II 1 BGB) Darlehensnehmer empfängt das Darlehen oder nimmt es in Anspruch Definition: Darlehensgegenstand scheidet aus dem Vermögen des Darlehensgebers aus und wird dem Vermögen des Darlehensnehmers in der vereinbarten Form endgültig zugeführt weisungsgemäße Auszahlung an einen Dritten = Auszahlung an den Darlehensnehmer (Ausnahme: Dritter ist verlängerter Arm des Darlehensgebers) BGHZ 167, 252 = NJW 2006, 1788 = WM 2006, 1003 (Rdn. 30 f.) u.a. Achtung: kein Empfang bei Nichtigkeit der Auszahlungsweisung BGH, XI ZR 204/03, ZIP 2006,12 Angaben i.s.v. 492 II BGB, Art. 247 EGBGB 6. Heilung der Nichtigkeit a) durch Auszahlung der Valuta ( 494 II 1 BGB) Verletzung des Schriftformerfordernisses insgesamt wird auch durch Inanspruchnahme des Kredits geheilt BGHZ 165, 213 = NJW 2006, 681 (Leitsatz 2 + Rdn. 16 f.) Fortsetzung der Darlehensnutzung bei bereits ausgezahltem Darlehen reicht aus (auch bei früherer weisungsgemäßer Auszahlung an Dritte) BGHZ 165, 213 = NJW 2006, 681 (Rdn. 18) BGH, XI ZR 76/06, ZIP 2008, 357 (Rdn. 26) 157 Angaben i.s.v. 492 II BGB, Art. 247 EGBGB 6. Heilung der Nichtigkeit b) Ermäßigung des Zinssatzes auf den gesetzlichen Zins, wenn Sollzinssatz, effektiver Jahreszins oder Gesamtbetrag fehlt ( 494 II 2 BGB, siehe zusätzlich: Abs. 3 bis 7) keine Ermäßigung des Zinssatzes bei Nichtangabe der Anzahl der Raten und Nichtangabe der Kosten einer Versicherung BGH, XI ZR 76/06, ZIP 2008, 357 (Rdn. 27) keine Ermäßigung des Zinssatzes bei Nichteinhaltung der Schriftform wegen fehlenden förmlichen Zugangs der Annahmeerklärung des Kreditgebers, aber vollständiger Vertragserklärung des Kreditnehmers BGHZ 165, 213 = NJW 2006, 681 (Leitsatz 3 + Rdn. 19 ff.) 15813 Angaben i.s.v. 492 II BGB, Art. 247 EGBGB 6. Heilung der Nichtigkeit c) keine Ausnahme bei verbundenem Geschäft Wortlaut deutet nicht auf ein anderes Verständnis des Empfangs bei verbundenen Geschäften hin Schutz des Verbrauchers durch günstige Zinskonditionen Securenta-Rechtsprechung zum HWiG (BGHZ 133, 254, 259 ff.) ist nicht übertragbar, da es keine Entscheidungsfreiheit des Verbrauchers zu sichern gilt; die Wirksamkeit des Vertrags tritt kraft Gesetzes mit den dort geregelten Rechtsfolgen ein (insbes. verminderter Zins) BGHZ 167, 252 = NJW 2006, 1788 (Rdn. 32 ff.) u.a. (XI. Senat) a.a. noch BGHZ 159, 294, 306 f. = NJW 2004, 2736, 2739 f. (II. Senat) 159 Widerrufsrecht des 495 BGB 1. Grundsatz: Widerrufsrecht bei Verbraucherdarlehensvertrag Widerrufsrecht gemäß 495 I BGB 355 BGB Frist: grundsätzlich 14 Tage nach Vertragsschluss ( 355 II BGB) aber weitere Voraussetzungen des 356b BGB zu beachten, u.a. Übergabe der Vertragsurkunde, des Kreditantrags o. einer Kopie mit den Pflichtangaben gemäß 492 II BGB Folien 153 f. kein Widerrufsrecht, wenn bei unechter Abschnittsfinanzierung lediglich die Zinskonditionen angepasst werden BGH ZIP 2013, 1372 Ausnahme vom Widerrufsrechts bei jederzeit rückzahlbarem Kontokorrentkredit ( 495 II Nr. 3 i.v.m. 504 II, 505 BGB) 16014 Verbundene Geschäfte ( 358 BGB) Zahlung Verkäufer Überlassung von Kreditformularen Bank Kaufvertrag Kreditvertrag Verbraucher 161 Sonderfall: Schrottimmobilien 1. Schrottimmobilien als gesellschaftliches Problem Steuersparmodell für Jedermann Vollfinanzierung als Konstruktionsmerkmal: Eingang der Mieteinnahmen zur Finanzierung unabdingbar (aber oft wertlose Mietgarantie) (Haustür-)Vertrieb über Finanzvermittler an finanzschwache Anleger 2. Häufung von Klagen seit Mitte der 1990er Jahre 3. Wende zugunsten der Anleger durch die Rechtsprechung des II. Senats betr. Erwerb von Fondsanteilen (2004) 4. Abgabe aller Fälle an den XI. Senat (2006) 5. Enorme wirtschaftliche Bedeutung (Wertberichtigungsbedarf) 16215 Schrottimmobilien: Vertragsverhältnisse im Überblick Verkäufer Vertriebsmittler Bank i.d.r. Anleger Kreditvertrag 163 Schrottimmobilien: Vertragsverhältnisse im Überblick 1. Alternative Sicherungsvertrag 873, 1191 BGB Fonds Vertriebsmittler Bank i.d.r. Gesellschaftsbeitritt Haustürwerbung Grundstückskaufvertrag Haustürwerbung Anleger Kreditvertrag 16416 Verbundene Geschäfte ( 358 BGB) 1. Verbundenes Geschäft i.s.v. 358 BGB a) Vertrag über die Lieferung einer Ware oder die Erbringung einer anderen Leistung b) Kredit dient der Finanzierung des anderen Vertrags + beide Verträge bilden eine wirtschaftliche Einheit (Abs. 3) c) unwiderlegliche Vermutung wirtschaftlicher Einheit (Abs. 3 Satz 2) Unternehmer finanziert selbst die Gegenleistung bei Drittfinanzierung: Kreditgeber bedient sich bei Vorbereitung und Abschluss des Verbraucherdarlehensvertrags der Mitwirkung des Unternehmers d) Sonderregel für den Erwerb von Grundstücken (Abs. 3 Satz 3) [dazu Merz/Rösler, ZIP 2011, 2381, 2390 f.] 165 Verbundene Geschäfte ( 358 BGB) 2. Keine Bindung an das verbundene Geschäft nach Widerruf des Kreditvertrags 358 I, II BGB keine Bindung an den Kreditvertrag bei Widerruf des verbundenen Vertrags über die Lieferung einer Ware oder Erbringung einer anderen Leistung (Abs. 1) keine Bindung an den verbundenen Vertrag über die Lieferung einer Ware oder Erbringung einer anderen Leistung bei Widerruf des Kreditvertrags (Abs. 2) 16617 Verbundene Geschäfte ( 358 BGB) 3. Rückforderungsdurchgriff bei Widerruf 358 IV 5 BGB a) bei Zufluss des Kreditbetrags zum Unternehmer vor dem Widerruf tritt der Kreditgeber im Verhältnis zum Verbraucher in die Rechte und Pflichten des Unternehmers ein b) Rechtsfolgen: Verbraucher kann den Anspruch auf Rückzahlung des Kaufpreises mit dem Anspruch des Kreditgebers auf Rückzahlung des Kredits verrechnen Folie 168 Anspruch Verbraucher Kreditgeber auf Rückzahlung einer an den Unternehmer geleisteten Anzahlung (BGHZ 180, 123 LS 2) + der an den Kreditgeber geleisteten Zins- und Tilgungszahlungen 167 Verbundene Geschäfte ( 358 BGB) Zahlung Verkäufer Überlassung von Kreditformularen Bank Kaufvertrag Kreditvertrag Verbraucher 1 = Anspruch auf Rückzahlung des Kaufpreises 2 = Anspruch auf Rückzahlung der Darlehensvaluta 16818 Verbundene Geschäfte ( 358 BGB) 4. Einwendungsdurchgriff 359 BGB Verbraucher kann Kreditrückzahlung verweigern, soweit ihm Einwendungen gegen den Unternehmer des verbundenen Geschäfts zustehen Hauptfall: Mängel der Kaufsache / des finanzierten Werks Nacherfüllungsverlangen: Verweigerung der Kreditrückzahlung erst nach Fehlschlagen der Nacherfüllung (Satz 3) Rücktritt: Recht, die Zahlungen einzustellen Minderung: Minderung des Betrags oder der Anzahl der Raten Schadens- / Aufwendungsersatz: ZBR in Höhe des Anspruchs; Aufrechnungsmöglichkeit str. Nichtigkeit des finanzierten Vertrags: Fehleridentität ist vorrangig vor Einwendungsdurchgriff (Beispiel: Folie 171) 169 Verbundene Geschäfte ( 358 BGB) 5. Rückforderungsdurchgriff bei Einwendungen Beispiel: Nichtigkeit des verbundenen Kaufvertrags wegen Anfechtung (arglistige Täuschung des Verkäufers) Lösung des II. Senats: Rückforderungsdurchgriff analog 358 IV 5 BGB (früher: 9 II 4 VerbrKrG, später 358 IV 3 BGB) BGHZ 156, 46, 52 ff. = NJW 2003, 2821, 2823 f. Lösung des XI. Senats: Rückforderung wegen dauernder Einrede gemäß 813 I 1 BGB ( keine Regelungslücke) BGH, XI ZR 227/06, NJW 2008, 845 (Rdn. 25 ff.) BGHZ 183, 112 = NJW 2010, 596 (Leitsatz 2) BGH, XI ZR 53/08, ZIP 2011, 319 (Rdn. 21 ff.) Anspruch Verbraucher Kreditgeber auf Rückzahlung geleisteter Zinsund Tilgungszahlungen zusätzlicher Anspruch auf Rückzahlung einer ggf. an den Unternehmer geleisteten Anzahlung nur über die Lösung des II. Senats 17019 Verbundene Geschäfte ( 358 BGB) 6. Anfechtung des Darlehensvertrags Darlehensvertrag kann gemäß 123 BGB angefochten werden, wenn die Täuschung des Vermittlers auch für den Abschluss des Darlehensvertrags kausal war Vermittler sowohl der Fondsbeteiligung als auch des Darlehensvertrags ist nicht Dritter i.s.v. 123 II BGB Kausalität liegt regelmäßig bei verbundenem Geschäft vor BGHZ 167, 239 = NJW 2006, 1955 = WM 2006, 1066 (Rdn. 29) BGH, XI ZR 348/05, NJW 2007, 2407 (Rdn. 14 ff.) BGH, XI ZR 142/05, NJW 2007, 3200 (Rdn. 25) BGH, XI ZR 376/09, ZIP 2010, 2394: fahrlässige Aufklärungspflichtverletzung reicht nicht aus 171 Verbundene Geschäfte ( 358 BGB) 7. Alternative: Anspruch aus c.i.c. gegen die Bank praktisch wichtig, wenn Anfechtungsfrist des 124 I BGB verstrichen Bank muss sich das täuschende Verhalten des Vermittlers zurechnen lassen, da dieser nicht Dritter i.s.v. 123 II BGB ist Rechtsfolge: Naturalrestitution ( 249 BGB) Herstellung des Zustands bei fehlendem Beitritt zum Fonds + fehlender Kreditaufnahme Kreditnehmer: Abtretung des Fondsanteils bzw. des Abfindungsanspruchs nach Kündigung Bank: Rückerstattung der Zins- und Tilgungsleistungen./. Vorteilsausgleich: Fondsausschüttungen + Steuerersparnis BGHZ 167, 239 = NJW 2006, 1955 = WM 2006, 1066 (Rdn. 30) BGH, XI ZR 348/05, NJW 2007, 2407 (Rdn. 14 ff.) BGH, XI ZR 142/05, NJW 2007, 3200 (Rdn. 25 ff.) 17220 Allgemeine Regeln zum Schadensersatz (Verbund- und sonstige Geschäfte) 1. Risikoaufklärung der Bank über finanziertes Geschäft nur unter besonderen Bedingungen: Bank geht über die Rolle als Kreditgeberin hinaus Schaffung besonderen Gefährdungstatbestands für den Kunden Verwicklung in schwerwiegende Interessenkonflikte konkreter Wissensvorsprung in Bezug auf spezielle Risiken (+) Kenntnis von Überschuldung des Mietgaranten (BGHZ 159, 294, 316 f.) (+) Sittenwidrige Übervorteilung des Käufers durch versteckte Innenprovision Kaufpreis = 2 x Wert des Objektes BGHZ 168, 1 = NJW 2006, 2099 = WM 2006, 1194 (Rdn. 40 ff.) Hinweis: Detaillierte Darstellung im Vortrag v Deutsche Richterakademie (Folien 73 ff.) 173 Allgemeine Regeln zum Schadensersatz (Verbund- und sonstige Geschäfte) 2. Neu seit 2006: Beweiserleichterung in der Fallgruppe des konkreten Wissensvorsprungs Kenntnis der Bank von einer arglistigen Täuschung durch Verkäufer, Fondsinitiatoren oder Vermittler wird widerleglich vermutet, wenn a) Bank und Verkäufer / Vertreiber institutionell zusammenwirken ( ) bei allgemeiner Finanzierungszusage (+) bei ständiger Geschäftsbeziehung = Vertriebsvereinbarung (+) bei Überlassung von Büroräumen oder Formularen an Vermittler (+) bei ständiger Vermittlung von Finanzierungen b) die Unrichtigkeit der Angaben evident ist, so dass sich aufdrängt, die Bank habe sich der Kenntnis der arglistigen Täuschung geradezu verschlossen. (+) bei grob falscher Darstellung, z.b. 46 % überhöhte Mietkalkulation BGHZ 168, 1 = NJW 2006, 2099 = WM 2006, 1194 (Rdn. 50 ff.) 17421 Allgemeine Regeln zum Schadensersatz (Verbund- und sonstige Geschäfte) 3. Rechtsfolge: 249 BGB Naturalrestitution Kreditnehmer ist so zu stellen, wie er ohne die schuldhafte Aufklärungspflichtverletzung gestanden hätte kein Erwerb des überteuerten Objektes, oder Anfechtung des Kaufvertrags wegen arglistiger Täuschung Grundsatz: umfassender Rückabwicklungsanspruch BGHZ 168, 1 = NJW 2006, 2099 = WM 2006, 1194 (Rdn. 61) BGH, XI ZR 414/04, WM 2007, 876 (Rdn. 27 f.) Ausnahme: Differenzschaden bei Isolierbarkeit des aus der Auskunftspflichtverletzung resultierenden Schadens BGH, XI ZR 414/04, WM 2007, 876 (Rdn. 21 f. + 43) BGH, XI ZR 340/05, NJW 2007, 2404 (Rdn. 35 f.) 175 Ende 2014 Prof. Dr. Georg Bitter Universität Mannheim Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Insolvenzrecht Schloss, Westflügel Mannheim 176 Ähnliche Dokumente
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