Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IX%20ZR%2083/88
Timestamp: 2019-08-23 08:23:49
Document Index: 192580559

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 72', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 74', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 17', '§ 19', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 511']

BGH, 19.01.1989 - IX ZR 83/88 - dejure.org
https://dejure.org/1989,1297
BGH, 19.01.1989 - IX ZR 83/88 (https://dejure.org/1989,1297)
BGH, Entscheidung vom 19.01.1989 - IX ZR 83/88 (https://dejure.org/1989,1297)
BGH, Entscheidung vom 19. Januar 1989 - IX ZR 83/88 (https://dejure.org/1989,1297)
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Amtspflichtverletzung eines Notars - Einräumung eines Minderungsrechts im Vertrag über den Kauf eines Grundstücks - Auslegung des Inhalts einer Urkunde nach dem Willen der Vertragsparteien - Kaufvertragsschluss unter der auflösenden Bedingung der fehlenden Minderung des Kaufpreises durch den Käufer - Bindungswirkung hinsichtlich aller tatsächlichen und rechtlichen Grundlagen der Entscheidung im ersten Prozess im Fall der Streitverkündung - Unteilbarkeit der Interventionswirkung - Bedingungsfeindlichkeit der Streitverkündung wegen der mit ihr verbundenen Interventionswirkung
ZPO § 72
NJW-RR 1989, 766
MDR 1989, 539
WM 1989, 700
Anspruch auf Schadensersatz wegen Verletzung einer notariellen Belehrungspflicht; …
Sie ist jedoch nicht teilbar und kann dem Streitverkündeten nicht lediglich hinsichtlich ihm ungünstiger Umstände unter Weglassung günstiger Teile entgegengehalten werden (Bestätigung BGH, Urteil vom 19. Januar 1989 - IX ZR 83/88, NJW-RR 1989, 766, 767).
Sie ist jedoch nicht teilbar und kann dem Streitverkündeten nicht lediglich hinsichtlich ihm ungünstiger Umstände unter Weglassung günstiger Teile entgegengehalten werden (BGH, Urteil vom 19. Januar 1989 - IX ZR 83/88, NJW-RR 1989, 766, 767;… MüKoZPO/Schultes aaO Rn. 13 mwN;… Zöller/Althammer aaO).
Prozeßhandlungen können im Gegensatz zu materiellrechtlichen Willenserklärungen vom Revisionsgericht stets selbständig und uneingeschränkt ausgelegt werden (vgl. u.a. BGH, Urteile vom 8. März 1988 - VI ZR 234/87 - NJW 1988, 2540 [BGH 08.03.1988 - VI ZR 234/87] und vom 19. Januar 1989, a.a.O. jeweils m.weit.Nachw.; BAG, Urteile vom 21. Mai 1981 - 2 AZR 133/79 - NJW 1982, 1174 und vom 20. April 1983 - 4 AZR 497/80 - MDR 1983, 1053; BFH, Urteil vom 22. September 1978 - VI R 184/76 - BB 1979, 362).
Diese - in der Revisionsinstanz in vollem Umfange nachprüfbare (vgl. BGHZ 115, 286, 290; BGH, Urt. v. 19. Januar 1989 - IX ZR 83/88, NJW-RR 1989, 766, 768) - Auslegung der Berufungsschrift ist fehlerfrei.
Die Auslegung und rechtliche Würdigung des Parteivorbringens unterliegt der freien Nachprüfung des Revisionsgerichts (vgl. BGHZ 4, 328, 334; BGH, Urteil vom 19. Januar 1989 - IX ZR 83/88 = WM 1989, 700, 702).
Der Senat versteht jedoch die Rechtsprechung des Reichsgerichts (RGZ 153, 271, 274) und des Bundesgerichtshofes (vgl. die Urteile v. 26. März 1987 - VII ZR 122/86 a. a. O., u. v. 19. Januar 1989 - IX ZR 83/88, NJW-RR 1989, 766 [insbesondere juris-Rdnr. 13]) dahin, dass die Interventionswirkung im Gegensatz zur Ansicht der Klägerin (Bl. 58, 173 d. A.) nicht einerseits in für sie günstige Teile (für die die Interventionswirkung gelten soll) und andererseits ungünstige (die als nicht richtig entschieden angesehen werden können) aufgespalten werden kann (…so auch OLG Köln, Urt. v. 23. März 1994 - 2 U 146/93, NJW-RR 1995, 1085).
Sie ist damit unteilbar insofern, als es der Klägerin verwehrt ist, aus den der Vorentscheidung zugrunde liegenden tatsächlichen Feststellungen - ob und inwieweit der Pkw-Fahrer W. sich unmittelbar vor dem Abbiegen noch mal umgeschaut hat - und aus der dort vorgenommenen Beurteilung der Rechtsverhältnisse sich einzelne ihr günstig erscheinende tatsächliche Feststellungen und rechtliche Folgerungen herauszunehmen, diese den Beklagten entgegenzusetzen, das dazu nicht Passende - das Verschulden des Pkw-Fahrers - aber im Widerspruch zu den §§ 74, 68 ZPO als nicht richtig entschieden gelten zu lassen (BGH, Urt. v. 19. Januar 1989 - IX ZR 83/88, NJW-RR 1989, 539, juris-Rdnr. 13. RGZ 153, 271, 274).
Die Auslegung und rechtliche Würdigung des Parteivorbringens unterliegt der freien Nachprüfung auch des Revisionsgerichts (vgl. BGHZ 4, 328, 334; BGH, Urteil vom 19. Januar 1989, IX ZR 83/88, NJW-RR 1989, 766).
Verfahrenshandlungen können zwar im Grundsatz nicht von Bedingungen abhängig gemacht werden (BGH, Urteil vom 19. Januar 1989 - IX ZR 83/88, NJW-RR 1989, 766, 767 f.;… MüKoZPO/Rauscher, 4. Aufl., Einl. ZPO Rn. 404).
Dieses prozessuale Verhalten der Beklagten ist nicht zu beanstanden, da sich die Beklagte uneingeschränkt auf die Interventionswirkung berufen hat und nicht nur auf einzelne ihr günstige Feststellungen und rechtliche Folgerungen aus den Vorentscheidungen (vgl. BGH, Urteil vom 19. Januar 1989 - IX ZR 83/88, NJW-RR 1989, 766, 767).
Ob dem Notar wegen Verstoßes gegen § 17 Abs. 1 S. 1 BeurkG eine Pflichtverletzung (§ 19 Abs. 1 Satz 1 BNotO) vorzuwerfen ist, hängt mithin davon ab, welchen Inhalt die Urkunde nach dem Willen der Vertragsparteien haben sollte und ob er den Willen der Beteiligten vollständig und unzweideutig in der von ihm errichteten Urkunde zum Ausdruck gebracht hat (Senatsurt. v. 16.6.1988 - IX ZR 34/87, WM 1988, 1639, 1641; v. 19.1.1989 - IX ZR 83/88, WM 1989, 700).
Zwar ist dieser als prozessuale Erklärung der Auslegung zugänglich (…vgl. BGH Urt. v. 25.04.1991 - I ZR 192/89, GRUR 1991, 774, 775 - Anzeigenrubrik II;… Urt. v.09.10.1991 - VIII ZR 88/90, ZIP 1992, 477, 478 jeweils m.w.N.), die insoweit der uneingeschränkten Überprüfung durch das Revisionsgericht unterliegt (BGH, Urt. v. 19.01.1989 - IX ZR 83/88, WM 1989, 700, 702; Beschl. v. 11.11.1993 - VII ZB 24/93, NJW-RR 1994, 568).
BGH, 12.03.1991 - XI ZR 148/90
Wertgrenze des § 511a Zivilprozessordnung (ZPO) - Berechnung der Berufungssumme - …
LG Mainz, 23.11.2005 - 9 O 385/04
Ungeteilte Interventionswirkung