Source: http://m.hensche.de/Keine_Lohnerhoehung_aufgrund_Inbezugnahme_eines_Tarifvertrags_nach_Betriebsuebergang_bei_nur_schuldrechtlichem_Tarifvertragsinhalt_LAG_Berlin-Brandenburg_25Sa582-09-u.html
Timestamp: 2017-01-20 18:02:20
Document Index: 303932407

Matched Legal Cases: ['§ 613', '§ 2', '§ 613', '§ 37', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 3', '§ 613', '§ 3', '§ 8', '§ 8', '§ 37', '§ 37', '§ 3', '§ 1', '§ 3', '§ 37', '§ 2', '§ 8', '§ 519', '§ 66', '§ 613', '§ 305', '§ 305', '§ 613', '§ 133', '§ 2', '§ 613', '§ 1', '§ 613', '§ 611', '§ 3', '§ 1', '§ 1', '§ 3', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 613', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 613', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 46']

HENSCHE Arbeitsrecht: 25 Sa 582/09
Be­gründet ein Ta­rif­ver­trag le­dig­lich ei­ne schuld­recht­li­che Ver­pflich­tung der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en zum Ab­schluss wei­te­rer Ta­rif­verträge, (Rn.74) so kann nach § 613 a Abs 1 S 2 BGB kei­ne Bin­dung des nicht ta­rif­ge­bun­de­nen Be­triebs­er­werbs an die später ab­ge­schlos­se­nen Ta­rif­verträge ent­ste­hen. (Rn.75)
Arbeitsgericht Brandenburg, Urteil vom 3.02.2009, 1 Ca 811/08Nachgehend Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 24.08.2011, 4 AZR 566/09
am 25. Ju­ni 2009 Geschäfts­zei­chen (bit­te im­mer an­ge­ben)
1 Ca 811/08Ar­beits­ge­richt Bran­den­burg an der Ha­vel VA, H.als Ur­kunds­be­am­ter/inder Geschäfts­stel­le
hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, 25. Kam­mer, auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 25. Ju­ni 2009durch den Rich­ter am Ar­beits­ge­richt Dr. Schl. als Vor­sit­zen­denso­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter O. und S.für Recht er­kannt: I. Auf die Be­ru­fung der Kläge­rin wird das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Bran­den­burg a. d. Ha­vel vom 03.02.2009 - 1 Ca 811/08 - un­ter Zurück­wei­sung der Be­ru­fung im Übri­gen teil­wei­se ab­geändert: Es wird fest­ge­stellt, dass der Ar­beit­neh­mer­bei­trag der Kläge­rin zur Pflicht­ver­si­che­rung nach § 2 des Ta­rif­ver­tra­ges über die zusätz­li­che Al­ters­vor­sor­ge der Beschäftig­ten des öffent­li­chen Diens­tes für den Be­reich der Kom­mu­nen vom 11. März 2002 i.d.F. des 4. Ände­rungs­ta­rif-ver­tra­ges vom 22. Ju­ni 2007 0,5 % des zu­satz­ver­sor­gungs­pflich­ti­gen Ent­gelts beträgt. II. Von den Kos­ten des Rechts­streits I. In­stanz ha­ben bei ei­nem Kos­ten­streit­wert von 1.900,83 € die Kläge­rin 70 % und die Be­klag­te 30 % zu tra­gen. Von den Kos­ten des Rechts­streits II. In­stanz ha­ben bei ei­nem Kos­ten­streit­wert von 1.498,83 € die Kläge­rin 75 % und die Be­klag­te 25 % zu tra­gen. III. Die Re­vi­si­on wird zu­ge­las­sen.
Die Par­tei­en strei­ten darüber, ob der Kläge­rin Vergütungs­dif­fe­ren­zen für den Zeit­raum Ja­nu­ar bis Ju­li 2008 in Höhe der Vergütung für das Ta­rif­ge­biet West und für un­strei­tig ge­leis­te­te Mehr­ar­beits­stun­den zu­ste­hen und darüber, wel­che Höhe der Ar­beit­neh­mer­bei­trag zur Pflicht­ver­si­che­rung nach Maßga­be des Ta­rif­ver­tra­ges für die zusätz­li­che Al­ters­ver­sor­gung der Beschäftig­ten des öf-fent­li­chen Diens­tes beträgt. Die Kläge­rin ist seit dem 08. Mai 1989 bei der Be­klag­ten bzw. de­ren Rechts-vorgänge­rin­nen im Rah­men ei­ner wöchent­li­chen Ar­beits­zeit von zu­letzt 30 St­un­den im P. Kran­ken­haus R. beschäftigt. Das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin wur­de ursprüng­lich mit dem P. Kran­ken­haus R. be­gründet und ging dann im We­ge ei­nes Be­triebsüber­gangs zum 01. März 2002 auf die H. Kli­ni­ken GmbH (im Fol­gen­den: HKG) über.
Die Be­triebs­par­tei­en sind sich darüber ei­nig, dass die Über­lei­tung der Ar­beits­verhält­nis­se die Vor­aus­set­zun­gen des § 613 a BGB erfüllt und des­sen Rechts­fol­gen gel­ten. Die bei HKG und ih­ren Rechts­vorgängern bis zum Stich­tag er­wor­be­nen Rech­te aus Ta­rif­verträgen, Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen und dem je­wei­li­gen Ar­beits­ver­trag bzw. Ar­beits­verhält­nis gel­ten – ih­re Gültig­keit zum Stich­tag vor­aus­ge­setzt – beim über­neh-men­den Be­trieb da­nach fort. Sie wer­den Be­stand­teil des je­wei­li­gen Ar­beits­ver­tra­ges.
Die Kläge­rin er­hielt seit dem 01. Ja­nu­ar 2005 ei­ne Vergütung gemäß der Vergütungs­grup­pe VI b des Bun­des-An­ge­stell­ten-Ta­rif­ver­tra­ges-Ost (BAT-O), Stand 31. De­zem­ber 2004 – in Höhe von der­zeit 1.747,00 € brut­to mo­nat­lich. Die­se Vergütung – ba­sie­rend auf ei­ne wöchent­li­che Ar­beits­zeit von 30 St­un­den – ent­spricht ei­nem Be­mes­sungs­satz von 92,5 % der Vergütung für das Ta­rif­ge­biet West. Die Kläge­rin ist Mit­glied der Ge­werk­schaft ver.di. Die Be­klag­te vergüte­te mit Ent­gel­tab­rech­nung für den Mo­nat De­zem­ber 2007 200 Mehr­ar­beits­stun­den auf der Ba­sis ei­ner St­un­den­vergütung von 10,99 € brut­to ins­ge­samt in Höhe von 2.198,00 € brut­to. Mit Schrei­ben vom 07. April 2008 mach­te die Kläge­rin für die 200 ab­ge­rech­ne­ten Mehr­ar­beits­stun­den schrift­lich ei­ne For­de­rung von 532,00 € brut­to gel­tend. Die For­de­rungshöhe ent­spricht der Dif­fe­renz zur Ent­gelt­grup­pe 6 Stu­fe 6 des TVöD des Ta­bel­len­ent­gelts der An­la­ge A. Die Ent­gelt­ta­bel­le des TVöD weist
Mit Schrei­ben vom 09. April 2008 mach­te die Kläge­rin ei­nen An­spruch auf ta­rif­ge­rech­te Vergütung in Höhe von 100 % des Be­mes­sungs­sat­zes der Ent-gelt­ta­bel­le West für den Zeit­raum 01. Ja­nu­ar bis 31. Ju­li 2008 in Höhe von 991,55 € brut­to gel­tend. Auf das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en fin­det der Ta­rif­ver­trag über die zusätz­li-che Al­ters­ver­sor­gung der Beschäftig­ten des öffent­li­chen Diens­tes – Al­ters­vor-sor­ge – TV kom­mu­nal (im Fol­gen­den: ATV-K) An­wen­dung. Die­ser re­gelt im § 37 a Son­der­re­ge­lun­gen für das Ta­rif­ge­biet Ost:
„(1) „Bei Pflicht­ver­si­cher­ten beträgt der Ar­beit­neh­mer­bei­trag zur Pflicht­ver­si­che­rung ab 1. Ja­nu­ar 2003 0,2 v. H. und ab 1. Ja­nu­ar 2004 0,5 v. H. des zu­satz­ver­sor­gungs­pflich­ti­gen Ent­gelts. Für je­den Pro­zent­punkt um den der all­ge­mei­ne Be­mes­sungs­satz Ost über dem Be-mes­sungs­satz von 92,5 v. H. an­ge­ho­ben wird, erhöht sich zeit­lich der Ar­beit­neh­mer­bei­trag um 0,2 Pro­zent­punk­te. So­weit die An­he­bung des Be­mes­sungs­sat­zes Ost nicht in vol­len Pro­zent­punk­ten er­folgt, erhöht sich der Ar­beit­neh­mer­bei­trag an­tei­lig. Im Zeit­punkt des Er­rei­chens ei­nes Be­mes­sungs­sat­zes Ost von 97 v. H. steigt der Ar­beit­neh­mer­bei­trag auf den Höchst­satz von 2 v. H.“ (2)…
Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände – Ta­rif­be­reich West gel­ten­den Beträge - an­ge­ho­ben. Im Rah­men ei­nes „Ta­rif­ver­tra­ges zur An­he­bung des Be­mes­sungs­sat­zes im TVöD vom 16. No­vem­ber 2007“ re­gel­ten die Ta­rif-ver­trags­par­tei­en in des­sen § 2, dass sich das Ta­bel­len­ent­gelt, der un­ter den Gel­tungs­be­reich des vor­ste­hend ge­nann­ten Ta­rif­ver­tra­ges fal­len­den Beschäftig­ten ab dem 01. Ja­nu­ar 2008 nach der An­la­ge A (VKA) rich­tet. Das Ta­bel-len­ent­gelt der An­la­ge A ent­spricht ei­nem Be­mes­sungs­satz in Höhe von 100 % des Ta­bel­len­ent­gelts für den Ta­rif­be­reich West. Die Be­klag­te brach­te im Fall der Kläge­rin für den Zeit­raum 01. Mai 2005 bis 30. Ju­ni 2006 mo­nat­lich 0,8 v. H. des zu­satz­ver­sor­gungs­pflich­ti­gen Ent­gelts als Ar­beit­neh­mer­bei­trag und seit dem 01. Ju­li 2006 1,1 v. H. in Ab­zug ge­bracht. Die Kläge­rin hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, sie ha­be An­spruch auf Zah­lung des Ta­bel­len­ent­gelts gemäß der An­la­ge A (VKA) zum Ta­rif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst (TVöD) in Höhe von 100 % des Be­mes­sungs­sat­zes für den Ta­rif­be­reich West. Sie ha­be im Rah­men ih­rer wöchent­li­chen Beschäfti­gungs­zeit von 30 St­un­den An­spruch auf ei­ne mo­nat­li­che Brut­to­vergütung gemäß der Ent­gelt­grup­pe 6 des TVöD in Höhe von 1.888,65 € brut­to. Da sie der­zeit ei­ne Brut­to­vergütung in Höhe von 1.747,00 € er­hal­te, ha­be sie An­spruch auf die mo­nat­li­che Dif­fe­renz in Höhe von 141,65 € für die Mo­na­te Ja­nu­ar bis ein­sch­ließlich Ju­li 2008. Der An­spruch er­ge­be sich aus § 2 des ge­nann­ten Ar­beits­ver­tra­ges, bei dem es sich um ei­ne so­ge­nann­te Blan­kett­ver­wei­sung han­de­le, die da­zu führe, dass auf ihr Ar­beits­verhält­nis ab dem 01. Ok­to­ber 2005 der Ta­rif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst TVöD als Nach­fol­ge­re­ge­lung des BAT-O an­wend­bar sei. Da der Be­triebsüber­gang am 01. Ja­nu­ar 2005 statt­ge­fun­den ha­be, sei die Be­zug­nah­me­klau­sel des § 2 des Ar­beits­ver­tra­ges nach dem 01. Ja­nu­ar 2002 Ver­trags­in­halt zwi­schen der Kläge­rin und der Be­klag­ten ge­wor­den und so­mit nicht mehr als bloße Gleich­stel­lungs­klau­sel zu ver­ste­hen. Dies er­ge­be sich auch aus Ziff. 2 Abs. 2 des In­ter­es­sen­aus­gleichs vom 16. No­vem­ber 2004. Ihr An­spruch er­ge­be sich aber auch aus § 3 Abs. 1 Un­terabs. 2 des Vergütungs­ta­rif­ver­tra­ges Nr. 7 vom 31.01.2003 zum BAT-O in Ver­bin­dung mit § 613 a BGB. Die­ser sei auf ihr Ar­beits­verhält­nis an­wend­bar. Der Vergütungs­ver­trag Nr. 7 vom 31. Ja­nu­ar 2003 zum BAT-O (im Fol­gen­den: Vergütungs­ver­trag Nr.
7), auf den sich die Kläge­rin be­ruft, enthält u.a. fol­gen­de Re­ge­lun­gen: „§ 3 Grund­vergütun­gen, Ge­samt­vergütun­gen:
a) vom 1. Ja­nu­ar bis 31. De­zem­ber 2003 91,0 v. H.b) vom 1. Ja­nu­ar 2004 an 92,5 v. H.der nach dem je­wei­li­gen Vergütungs­ta­rif­ver­trag zum BAT für den Be­reich der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­ver-bände (VKA) gel­ten­den Beträge.“
Die An­pas­sung des Be­mes­sungs­sat­zes wird für die An­ge­stell-ten der Vergütungs­grup­pen X bis Vb … bis zum 31. De­zem­ber 2007 … ab­ge­schlos­sen.…§ 8 In-Kraft-Tre­ten, Lauf­zeit
se­quenz, dass die da­mals ver­ein­bar­ten An­pas­sungs­schrit­te bis zu dem ver­ein­bar­ten Zeit­punkt bei den Ar­beit­ge­bern vor Ort voll­zo­gen sein müss­ten. Der An­spruch auf höhe­re Vergütung der Mehr­ar­beits­stun­den er­ge­be sich aus § 8 Abs. 2 des TVöD, wo­nach Beschäftig­te, für Ar­beits­stun­den, die kei­ne Über­stun­den sind, 100 v. H. bis auf 1 St­un­de ent­fal­len­den An­teils des Ta­bel­len­ent­gelts der je­wei­li­gen Ent­gelt­grup­pe und –stu­fe er­hal­ten. Da die Ent­gelt­ta­bel­le des TVöD ei­ne Stun-den­vergütung von 13,65 € brut­to aus­wei­se, könne die Kläge­rin für 200 Mehr­ar­beits­stun­den 2.730,00 € ver­lan­gen. Abzüglich des ge­zahl­ten Be­tra­ges von 2.198,00 € und des im Teil­ver­gleich er­le­dig­ten Be­tra­ges von 402,00 € brut­to er­ge­be sich ei­ne Vergütungs­dif­fe­renz von 130,00 € brut­to. So­weit sie mit den Anträgen zu 1) und 2) un­ter­lie­ge, könne sie hilfs­wei­se die Fest­stel­lung be­an­tra­gen, dass sie nach § 37a ATV-K le­dig­lich ei­nen Ar­beit-neh­mer­bei­trag in Höhe von 0,5 v. H. zu leis­ten ha­be. Die Kläge­rin hat be­an­tragt, 1. die Be­klag­te zu ver­ur­teil­ten, an die Kläge­rin 991,55 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Rechtshängig­keit (05. Au­gust 2008) zu zah­len.
2. die Be­klag­te zu ver­ur­teil­ten, an die Kläge­rin 130,00 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Rechtshängig­keit (05. Au­gust 2008) zu zah­len. und hilfs­wei­se
da die Be­klag­te nicht Mit­glied des kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des Bran­den­burg e. V. oder ei­nes an­de­ren Mit­glied­ver­ban­des der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände sei. So­mit er­ge­be sich auch kein An­spruch auf zusätz­li­che Vergütung für die aus­ge­wie­se­nen 200 Mehr­ar­beits­stun­den im De­zem­ber 2007. Der Hilfs­an­trag der Kläge­rin sei zu un­be­stimmt und da­mit un­zulässig. Die Be­klag­te sei nach dem ein­deu­ti­gen Wort­laut des § 37 a Abs. 1 Satz 2 ATV-K ver­pflich­tet, die zu­tref­fend mit­ge­teil­ten Pro­zentsätze ab­zuführen. Die An­he­bung der ab­zuführen­den Ar­beit­neh­mer­beiträge sei nicht da­von abhängig, dass die ein­zel­nen Ar­beit­neh­mer no­mi­nell ei­ne Vergütung über den Be­mes­sungs­satz von 92,5 % er­hal­ten, son­dern dass der all­ge­mei­ne Be­mes-sungs­satz Ost über 92,5 % an­ge­ho­ben wer­de. Das sei In­fol­ge der Erhöhun­gen zum 01. Ju­li 2005 und 01. Ju­li 2006 der Fall ge­we­sen. Da­durch erhöhten sich die Ar­beit­neh­mer­beiträge für al­le Ar­beit­neh­mer, die ent­spre­chend dem Ta­rif­ver­trag über die öffent­li­che Al­ter­ver­sor­gung der Beschäftig­ten des öffent­li­chen Diens­tes bei der Zu­satz­ver­sor­gungs­ein­rich­tung ver­si­chert sei­en. Dies gel­te auch für die Ar­beit­neh­mer, die trotz An­he­bung des all­ge­mei­nen Be­mes-sungs­sat­zes Ost nicht mehr als 92,5 % des da­ma­li­gen West­ta­ri­fes ver­dien­ten. Das Ar­beits­ge­richt hat mit Ur­teil vom 3. Fe­bru­ar 2009 die Kla­ge ins­ge­samt ab­ge­wie­sen. Zur Be­gründung hat es - kurz zu­sam­men­ge­fasst – aus­geführt, der An­spruch auf ei­ne Vergütung nach dem TVöD er­ge­be sich nicht aus der ar­beits­ver­trag­li­chen Be­zug­nah­me­klau­sel, da die­se als Gleich­stel­lungs­ab­re­de aus­zu­le­gen sein. Ein An­spruch auf die be­gehr­te Vergütung er­ge­be sich auch nicht aus § 3 Abs. 1 Un­terabs. 2 des Vergütungs­ta­rif­ver­trags Nr. 7. Die­ser sei be­reits auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin nicht an­wend­bar, da er nach des­sen § 1 nur für An­ge­stell­te gel­te, die in ei­nem Ar­beits­verhält­nis zu ei­nem Mit­glied ei­nes Ar­beit­ge­ber­ver­bands ste­hen, der der Ver­ei­ni­gung der kom­mu-na­len Ar­beit­ge­ber an­gehört. Im Übri­gen er­ge­be sich aus § 3 Abs. 1 Un­terabs. 2 des Vergütungs­ta­rif­ver­trags Nr. 7 auch kein un­mit­tel­ba­rer An­spruch auf ei­ne 100 % des Ta­rif­ge­biets West ent­spre­chen­der Vergütung. Die Kläge­rin könne auch nicht mit Er­folg die Fest­stel­lung be­geh­ren, dass ihr Ar­beit­neh­mer­bei­trag zur Pflicht­ver­si­che­rung nur 0,5 % be­tra­ge. § 37a des ATV-K knüpfe ei­ne erhöhte Bei­trags­pflicht al­lein an die Erhöhung des Be­mes­sungs­sat­zes Ost über 92,5 % an. Ob der Ar­beit­neh­mer tatsächlich ei­ne Vergütung über den Be­mes­sungs­satz von 92,5 % erhält, sei un­er­heb­lich.
das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Bran­den­burg a. d. Ha­vel vom 3. Fe­bru­ar 2009 – 1 Ca 811/08 – ab­zuändern und 1. die Be­klag­te zu ver­ur­teil­ten, an die Kläge­rin 991,55 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 05. Au­gust 2008 zu zah­len.
2. die Be­klag­te zu ver­ur­teil­ten, an die Kläge­rin 130,00 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 05. Au­gust 2008 zu zah­len. hilfs­wei­se für den Fall der Ab­wei­sung der Anträge zu 1. und 2.
- 11 - fest­zu­stel­len, dass der Ar­beit­neh­mer­bei­trag der Kläge­rin zur Pflicht­ver­si­che­rung nach § 2 des Ta­rif­ver­trags über die zusätz­li­che Al­ters­vor­sor­ge der Beschäftig­ten des öffent­li­chen Diens­tes für den Be­reich der Kom­mu­nen vom 11. März 2002 i. d. F. des 4. Ände­rungs­ta­rif­ver­trags vom 22. Ju­ni 2007 0,5 % des zu­satz­ver­sor­gungs­pflich­ti­gen Ent­gelts beträgt.
We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Sach- und Streit­stan­des wird auf die zwi­schen den Par­tei­en ge­wech­sel­ten Schriftsätze nebst An­la­gen so­wie auf den Tat­be­stand der an­ge­foch­te­nen Ent­schei­dung und die Sit­zungs­nie­der­schrif­ten bei­der In­stan­zen Be­zug ge­nom­men. Ent­schei­dungs­gründe
I. Die gemäß §§ 8 Abs. 2, 64 Abs. 1 und Abs. 2 Ziff. b. statt­haf­te Be­ru­fung der Kläge­rin ist von ihr frist­gemäß und form­ge­recht ein­ge­legt und be­gründet wor­den (§§ 519, 520 Abs. 1 und 3 ZPO, § 66 Abs. 1 Satz 1 und 2 ArbGG). Sie ist da­mit zulässig. II. Die Be­ru­fung ist in­so­weit un­be­gründet, als sie sich ge­gen die Ab­wei­sung der Haupt­anträge durch das Ar­beits­ge­richt wen­det. Die Kla­ge ist mit den Haupt­anträgen zwar zulässig aber – wie das Ar­beits­ge­richt mit über­zeu­gen­der Be­gründung ent­schie­den hat – un­be­gründet.
(1) An die­ser Aus­le­gung hat sich durch den Be­triebsüber­gang auf die HKG und die hie­si­ge Be­klag­te nichts geändert. Nach § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB tritt der neue Be­triebs­in­ha­ber in die Rech­te und Pflich­ten aus den im Zeit­punkt des Über­gangs be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis ein. Der Ar­beits­ver­trag selbst un­ter­liegt kei­nen Ände­run­gen, so dass ei­ne ab­wei­chen­de Aus­le­gung der ar­beits­ver­trag­li­chen Ver­wei­sungs­klau­sel un­ter Berück­sich­ti­gung der erst am 1. Ja­nu­ar 2002 in Kraft ge­tre­te­nen §§ 305 ff. BGB – ins­be­son­de­re § 305c Abs. 2 BGB - auf Grund der nach dem 31. De­zem­ber 2001 er­folg­ten Be­triebsübergänge nicht in Be­tracht kommt. (2) Ei­ne an­de­re Aus­le­gung recht­fer­tigt sich auch nicht aus Ziff. 2 des an-läss­lich des Teil­be­triebsüber­gangs von der HKG auf die hie­si­ge Be­klag­te ver­ein­bar­ten In­ter­es­sen­aus­gleichs vom 16. No­vem­ber 2004. Ziff. 2 Abs. 2 des In­ter­es­sen­aus­gleichs gibt le­dig­lich die Rechts­fol­gen des § 613a Abs. 1 BGB wie­der. Ei­ne ab­wei­chen­de Aus­le­gung der Ver­wei­sungs­klau­sel kann sich da-nach schon des­we­gen nicht er­ge­ben, weil sei­tens des Ar­beit­ge­bers auf Grund des Be­triebsüber­gangs kei­ne neue Wil­lens­erklärung zum Ab­schluss ei­nes Ar­beits­ver­tra­ges ab­ge­ge­ben wor­den ist, die ih­rer­seits nach den §§ 133, 157 BGB aus­zu­le­gen wäre. Viel­mehr – dies ist ge­ra­de In­halt der Ziff. 2 Abs. 2 des In­ter­es­sen­aus­gleichs – ge­hen die Rech­te und Pflich­ten qua Ge­setz auf den neu­en In­ha­ber über. Da­mit kann sich auch an dem durch Aus­le­gung des Ar­beits­ver­trags er­mit­tel­ten In­halts der Ver­wei­sungs­klau­sel in § 2 des Ar­beits­ver­trags kei­ne Ände­rung er­ge­ben. cc. Ist die ar­beits­ver­trag­li­che Ver­wei­sung als Gleich­stel­lungs­ab­re­de aus-zu­le­gen, so er­fasst sie nicht den „Ta­rif­ver­trag zur An­he­bung des Be­mes­sungs­sat­zes im TVöD“ vom 16. No­vem­ber 2007 i.V.m. der An­la­ge A (VKA). Die nor­ma­ti­ve Wir­kung des BAT-O und der die­sen ergänzen­den, ändern­den oder er­set­zen­den Ta­rif­verträge in der für den Be­reich der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände (VKA) je­weils gel­ten­den Fas­sung en­de­te mit dem Be­triebsüber­gang auf die hie­si­ge – nicht ta­rif­ge­bun­de­ne – Be­klag­te zum 1. Ja­nu­ar 2005. Bei dem Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses ei­nes ta­rif­ge­bun­de­nen Ar­beit­neh­mers auf ei­nen nicht ta­rif­ge­bun­de­nen Be­triebs­er­wer­ber wer­den
nach § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB die Rechts­nor­men des vor dem Be­triebsüber­gang nor­ma­tiv gel­ten­den Ta­rif­wer­kes nur in der zur Zeit des Be­triebsüber­gangs gel­ten­den Fas­sung In­halt des Ar­beits­verhält­nis­ses zwi­schen über­nom­me­nem Ar­beit­neh­mer und Be­triebs­er­wer­ber (BAG 10. De­zem­ber 2008 - 4 AZR 881/07 – nv., zi­tiert nach ju­ris; 14. De­zem­ber 2005 - 4 AZR 536/04 - BA­GE 116, 326, 335; 20. Ju­ni 2001 - 4 AZR 295/00 - AP TVG § 1 Be­zug­nah­me auf Ta­rif­ver­trag Nr. 18 = EzA BGB § 613a Nr. 203). Nach dem Be­triebsüber­gang ab­ge­schlos­se­ne Ta­rif­verträge wer­den ent­spre­chend von der Ver­wei­sungs­klau­sel nicht mehr er­fasst. 2. Der An­spruch der Kläge­rin auf Zah­lung von 991,55 € als Dif­fe­renz­vergütung für die Mo­na­te Ja­nu­ar bis Ju­li 2008 er­gibt sich auch nicht aus § 611 BGB i.V.m. der ar­beits­ver­trag­li­chen Ver­wei­sungs­klau­sel i.V.m. dem § 3 Abs. 1 Un­terabs. 2 des Vergütungs­ta­rif­ver­tra­ges Nr. 7 vom 31.01.2003 zum BAT-O.
a. Der Vergütungs­ta­rif­ver­trag Nr. 7 fin­det al­ler­dings auf das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en An­wen­dung. § 1 des Vergütungs­ta­rif­ver­trags, wo­nach der Gel­tungs­be­reich auf An­ge­stell­te, die in ei­nem Ar­beits­verhält­nis zu ei­nem Mit­glied ei­nes Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des ste­hen, der der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände an­gehören, be­schränkt ist, steht der An­wend­bar­keit nicht ent­ge­gen. Zum Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens des Ta­rif­ver­trags am 31. Ja­nu­ar 2003 war die da­ma­li­ge Ar­beit­ge­be­rin – die HKG – Mit­glied des KAV Bran­den­burg. Der Vergütungs­ta­rif­ver­trag galt da­mit be­reits kraft beid­sei­ti­ger Ta­rif­bin­dung un­mit­tel­bar und zwin­gend, be­vor das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin im Rah­men des Teil­be­triebsüber­gangs auf die hie­si­ge Be­klag­te über­ging. Im Übri­gen hätte wohl auch die ar­beits­ver­trag­li­che Ver­wei­sungs­klau­sel bis zum 31. De­zem­ber 2004 sei­tens der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände ab­ge­schlos­se­ne Ta­rif­verträge er­fasst. Die Fest­le­gung des Gel­tungs­be­reichs in § 1 auf An­ge­stell­te, die in ei­nem Ar­beits­verhält­nis zu ei­nem Mit­glied ei­nes Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des ste­hen, der der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber-verbände an­gehört, steht dem nicht ent­ge­gen. Viel­mehr soll­te durch die ar­beits­ver­trag­li­che Ver­wei­sungs­klau­sel ge­ra­de die Ta­rif­verträge für den Be­reich der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände in Be­zug ge­nom­men wer­den. b. Aus § 3 Abs. 1 Un­terabs. 2 Vergütungs­ta­rif­ver­trag Nr. 7, wo­nach die An­pas­sung des Be­mes­sungs­sat­zes für die An­ge­stell­ten u.a. der Vergütungs-
grup­pen X bis V b bis zum 31. De­zem­ber 2007 ab­ge­schlos­sen sein wird, folgt aber kein An­spruch der Kläge­rin auf ei­ne Vergütung von 100 % des West­ni­veaus. aa. Ei­nem An­spruch steht al­ler­dings nicht be­reits ent­ge­gen, dass der Re­ge­lungs­ge­halt der Ta­rif­ver­trags­nor­men nach § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB sta­tisch in das Ar­beits­verhält­nis über­geht, al­so in dem Ta­rif­stand bzw. Nor­men­stand, den er zur Zeit des Be­triebsüber­gangs hat. Nach § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB wer­den nicht die aus den Ta­rif­nor­men sich er­ge­ben­den Ar­beits­be­din-gun­gen In­halt des Ar­beits­verhält­nis­ses, son­dern es ge­hen die Ta­rif­nor­men zu Rech­ten und Pflich­ten der Ar­beits­ver­trags­par­tei­en in das Ar­beits­verhält­nis ein (BAG 14. No­vem­ber 2007 - 4 AZR 828/06 - AP Nr. 334 zu § 613a BGB = EzA § 613a BGB 2002 Nr. 81). Se­hen die­se Rechts­po­si­tio­nen vor, de­ren Vor­aus­set­zun­gen erst später ein­tre­ten, tritt der Er­wer­ber auch in­so­weit un­verändert in die Rechts­stel­lung des Veräußerers ein und hat die durch die Ta­rif­norm be­gründe­te Ver­pflich­tung zu erfüllen. Die Ta­rif­nor­men i.S.v. § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB gel­ten zwar sta­tisch fort, aber ei­ne in der (sta­tisch) fort­gel­ten­den Norm selbst an­ge­leg­te Dy­na­mik bleibt auf­recht­er­hal­ten (BAG 14. No­vem­ber 2007 - 4 AZR 828/06 - AP Nr. 334 zu § 613a BGB = EzA § 613a BGB 2002 Nr. 81; BAG 19. Sep­tem­ber 2007 - 4 AZR 711/06 - AP Nr. 328 zu § 613a BGB = EzA § 613a BGB 2002 Nr. 78). Dar­in liegt nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts auch kein Ver­s­toß ge­gen die ne­ga­ti­ve Ko­ali­ti­ons­frei­heit des Be­triebs­er­wer­bers (BAG 19. Sep­tem­ber 2007 - 4 AZR 711/06 - AP Nr. 328 zu § 613a BGB = EzA § 613a BGB 2002 Nr. 78).
(1) Han­delt es sich um ei­nen „un­mit­tel­ba­ren“ Stu­fen­ta­rif­ver­trag, der die fol­gen­den Stu­fen be­reits ab­sch­ließend re­gelt, be­gründet der Ta­rif­ver­trag be­reits den An­spruch auf die späte­ren Erhöhun­gen, so dass auch nach En­de der Ta­rif­bin­dung auf Grund des Über­gangs des Ar­beits­verhält­nis­ses auf ei­nen nicht ta­rif­ge­bun­de­nen Ar­beit­ge­ber sich das Ent­gelt der Ar­beit­neh­mer ent­spre­chend den fest­ge­leg­ten Stu­fen erhöht (Däubler/Lo­renz TVG 2. Aufl. § 3 Rn. 125; Wie­de­mann/Oet­ker TVG 7. Aufl. § 3 Rn. 80; Däubler NZA 1996, 225, 227; Ha­nau/Ka­nia, DB 1995 1229, 1231 f. je­weils für die Rechts­la­ge nach Ver­bands­aus­tritt des Ar­beit­ge­bers; vgl. a. BAG 4. April 2001 - 4 AZR 215/00 - AP Nr. 9 zu § 3 TVG Ver­bands­aus­tritt = EzA § 3 TVG Nr. 21; ein­schränkend im Hin­blick auf die ne­ga­ti­ve Ko­ali­ti­ons­frei­heit in­des Bau­er/Dil­ler DB 1993, 1085, 1088). In die­sem Fall ist der In­halt des Ar­beits­verhält­nis­ses auch für die späte­ren Stu­fen nor­ma­tiv fest­ge­legt. Die Ta­rif­nor­men ge­hen mit die­sem In­halt in das Ar­beits­verhält­nis i.S.d. § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB ein. Ei­nen solch un­mit­tel­ba­ren Stu­fen­ta­rif­ver­trag enthält der Vergütungs­ta­rif­ver­trag Nr. 7 nur in § 3 Abs. 1 Un­terabs. 1, in dem die Stu­fen für die Jah­re 2003 und 2004 be­reits be­zif­fert fest­ge­legt wor­den sind. Dem­ge­genüber enthält § 3 Abs. 1 Un­terabs. 2 Vergütungs­ta­rif­ver­trag Nr. 7 nur ei­nen Zeit­kor­ri­dor, oh­ne die Stu­fen tatsächlich fest­zu­le­gen. Ei­ner sol­chen Re­ge­lung kann be­reits des­we­gen kein nor­ma­ti­ver Ge­halt bei­ge­mes­sen wer­den, weil es für dies Stu­fen für die Jah­re 2005, 2006 und 2007 an ei­ner auch nur an­satz­wei­se be­stimm­ten Fest­le­gung fehlt. In­so­weit kann § 3 Abs. 1 Un­terabs. 2 Vergütungs­ta­rif­ver­trag Nr. 7 nur ei­ne schuld­recht­li­che Ver­pflich­tung der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en be­gründen. Dem kann auch nicht mit Er­folg ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den, dass für die Vergütungs­grup­pe der Kläge­rin die An­pas­sung des Be­mes­sungs­sat­zes bis zum 31. De­zem­ber 2007 ab­ge­schlos­sen sein soll­te. Ei­ner iden­ti­schen Re­ge­lung kann nur ent­we­der nor­ma­ti­ver oder schuld­recht­li­cher Cha­rak­ter zu­kom­men. Schei­det ein nor­ma­ti­ver Cha­rak­ter we­gen der feh­len­den Fest­le­gun­gen aus, so kann sich die Ta­rif­be­stim­mung nicht in ih­rem Cha­rak­ter als rein schuld­recht­li­che Ver­ein­ba­rung oh­ne wei­te­res Zu­tun der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en wie­der ver­lie­ren. Viel­mehr be­durf­te es ei­ner späte­ren Um­set­zung der schuld­recht­li­chen Ver­pflich­tung durch späte­re Ta­rif­verträge. Ent­spre­chend ha­ben die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en die Erhöhung des all­ge­mei­nen Be­mes­sungs­sat­zes durch je­weils ei­genständi­ge Ta­rif­verträge – den „Ta­rif­ver­trag zur An­he­bung des Be­mes­sungs­sat­zes ab 1. Ju­li 2005 für den Be­reich der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände (VKA) – Ta­rif­be­reich Ost–“ vom 9. Feb- -17 -
Die Re­vi­si­ons­schrift muss die Be­zeich­nung des Ur­teils, ge­gen das die Re­vi­si­on ge­rich­tet wird und die Erklärung ent­hal­ten, dass ge­gen die­ses Ur­teil Re­vi­si­on ein­ge­legt wer­de. Die Re­vi­si­ons­schrift und die Re­vi­si­ons­be­gründung müssen von ei­nem Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten un­ter­zeich­net sein. Als sol­che sind außer Rechts­anwälten nur fol­gen­de Stel­len zu­ge­las­sen, die zu­dem durch Per­so­nen mit Befähi­gung zum Rich­ter­amt han­deln müssen: • Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern so­wie Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der,• ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der vor­ge­nann­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on und ih­rer Mit­glie­der oder an­de­rer Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt, und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet. Der Schrift­form wird auch durch Ein­rei­chung ei­nes elek­tro­ni­schen Do­ku­ments i. S. d. § 46b ArbGG genügt. Nähe­re In­for­ma­tio­nen da­zu fin­den sich auf der In­ter­net­sei­te des Bun­des­ar­beits­ge­richts un­ter www.bun­des­ar­beits­ge­richt.de. Dr. Sch.
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