Source: https://arbeitsrecht.rechtsanwalt-huber.at/arbeitsvertrag-und-dienstzettel.html
Timestamp: 2020-05-30 14:40:38
Document Index: 141562839

Matched Legal Cases: ['§ 861', '§ 1152', '§ 863', '§ 12', '§ 2', '§ 1', '§ 7', '§ 2', '§ 2']

Arbeitsvertrag und Dienstzettel - Arbeitsrecht
Wie jeder Vertrag kommt ein Arbeitsvertrag durch übereinstimmende Willenserklärungen der Vertragsparteien zustande (§ 861 ABGB). Es muss also nicht einmal ein schriftlicher Vertrag abgeschlossen werden. Gemäß § 1152 ABGB gilt, wenn ein Entgelt nicht festgelegt wurde ein angemessenes Entgelt als vereinbart.
Arbeitsverträge können auch konkludent geschlossen werden. D. h. also, dass sich ein Teil so verhält, dass der andere Teil keinen vernünftigen Grund daran zu zweifeln hat, dass eine vertragliche Bindung gewollt ist (§ 863 ABGB).
Arbeitsvertrag oder Dienstzettel
Wie oben ausgeführt besteht keine Formvorschrift. Ein Arbeitsvertrag kann auch mündlich, ja sogar schlüssig geschlossen werden. (Ausnahmen finden sich in § 12 Abs. 1 BAG, demnach sind Lehrverträge schriftlich zu schließen. Auch das Vertragsbedienstetengesetz sieht die Schriftlichkeit vor.)
Schriftlichkeit gilt jedenfalls aber für bestimmte Klauseln in Arbeitsverträgen. So zum Beispiel die Ausbildungskostenklausel (§ 2d Abs. 2 AVRAG), Kautionsbestellung zur Sicherung der Schadensersatzansprüche (§ 1 Abs. 2 KautSchG) und Überlassung künftiger Diensterfindungen an Arbeitgeber (§ 7Abs. 1 PatentG)
Auch wenn Arbeitsverträge mündlich geschlossen werden kann, geschieht dies aber trotzdem eher selten. Nicht zuletzt deshalb, da ein sogenannter Dienstzettel ausgestellt werden muss (§ 2 Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetz - AVRAG) dieser Dienstzettel hat zu enthalten:
Ebenso sind weitere wesentliche Rechte und Pflichten im Dienstzettel aufzunehmen, so die Überstundenleistung oder Konkurrenzklausel.
Anstatt eines Dienstzettels kann auch ein schriftlicher Arbeitsvertrag geschlossen werden, dieser muss allerdings sämtliche gesetzliche Mindestinhalte des Dienstzettels aufweisen (§ 2 Abs. 4 AVRAG).
Da ohnehin im Dienstzettel sehr viele Angaben verlangt werden, empfiehlt es sich durchaus einen Arbeitsvertrag schriftlich zu zu verfassen.
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