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Timestamp: 2016-10-24 21:51:16
Document Index: 217103321

Matched Legal Cases: ['Art. 110', 'BGE', 'Art. 28', 'Art. 28', 'Art. 41', 'Art. 88', 'BGE', 'BGE', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 88']

I 111/00 (20.04.2001)
I 111/00 Vr
Urteil vom 20. April 2001
D.________, 1944, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanw�ltin Yvonne Furler, Unterm�li 6, Zug,
IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Zug, Beschwerdegegnerin,
A.- Die 1944 geborene D.________ war ab 1. Oktober 1973 vollzeitlich bei der Firma X.________ AG als Sekret�rin angestellt. Im Jahre 1992 reduzierte sie ihr Pensum auf 90 % und mit Wirkung auf den 1. Juni 1995 auf 80 %. Seit Januar 1997 arbeitet sie zu 30 % im kaufm�nnischen Bereich, wobei sie zun�chst bei der Y.________ AG besch�ftigt war und seit M�rz 1999 bei der Z.________ AG angestellt ist.
Am 7. November 1996 meldete sie sich bei der IV-Stelle des Kantons Zug zum Leistungsbezug (Berufsberatung, Rente) an unter Hinweis darauf, dass sie seit zwei Jahren an Halswirbelarthrose und seit 11. Februar 1996 an einer Diskushernie leide. Zur Abkl�rung des medizinischen Sachverhaltes liess die IV-Stelle die Versicherte in der Medizinischen Abkl�rungsstelle der Invalidenversicherung (MEDAS) polydisziplin�r untersuchen (Gutachten der MEDAS vom 18. Mai 1998). Im Weitern holte sie bei der A.________ AG, welche die Personaladministration der X.________ AG erledigte, einen Arbeitgeberbericht vom 23. Januar 1997 ein und liess eine Abkl�rung durch die IV-Berufsberaterin durchf�hren (Bericht vom 27. Juli 1998). Gest�tzt auf diese Unterlagen sprach die Verwaltung D.________, nach Durchf�hrung des Vorbescheidverfahrens, mit Verf�gung vom 9. Dezember 1998 f�r die Zeit vom 1. Februar 1997 bis 31. Juli 1998 aufgrund eines Invalidit�tsgrades von 70 % eine ganze und mit Verf�gung vom 14. Dezember 1998 mit Wirkung ab 1. August 1998 aufgrund eines Invalidit�tsgrades von 50 % eine halbe Invalidenrente zu.
B.- Beschwerdeweise liess D.________ die Aufhebung der beiden Verf�gungen und die Zusprechung der gesetzlichen Leistungen beantragen. Mit Entscheid vom 29. November 1999 trat das Verwaltungsgericht des Kantons Zug auf das gegen die Verf�gung vom 9. Dezember 1998 gerichtete Rechtsmittel nicht ein und wies die Beschwerde gegen die Verf�gung vom 14. Dezember 1998 ab.
C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde stellt D.________ das Rechtsbegehren, der kantonale Entscheid und die Verf�gung vom 14. Dezember 1998 seien aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine ganze Invalidenrente, zuzusprechen.
W�hrend die IV-Stelle auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliesst, l�sst sich das Bundesamt f�r Sozialversicherung nicht vernehmen.
D.- Im Verlaufe des Verfahrens liess D.________ wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde in Aussicht gestellt, weitere Akten (verschiedene Arztberichte und -rechnungen sowie eine Best�tigung des ehemaligen Gesch�ftsf�hrers und Verwaltungsratsdelegierten der X.________ AG, S.________, vom 25. Februar 2000) einreichen und gest�tzt darauf die Durchf�hrung eines zweiten Schriftenwechsels beantragen.
1.- Dem Begehren um Durchf�hrung eines zweiten Schriftenwechsels ist im Lichte der Rechtsprechung zu Art. 110 Abs. 4 OG (BGE 119 V 323 Erw. 1 mit Hinweisen) und aufgrund der nachstehenden Ausf�hrungen nicht stattzugeben.
2.- Das kantonale Gericht hat die massgebenden Bestimmungen �ber die Voraussetzungen und den Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 und 1bis IVG) sowie die Bemessung des Invalidit�tsgrades bei erwerbst�tigen Versicherten nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 28 Abs. 2 IVG) zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden.
Zu erg�nzen ist, dass bei r�ckwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die f�r die Rentenrevision geltenden Bestimmungen (Art. 41 IVG und Art. 88a IVV) analog anzuwenden sind (BGE 109 V 126 Erw. 4a; vgl. auch BGE 125 V 417 Erw. 2d; AHI 1998 S. 121 Erw. 1b).
3.- Streitig und zu pr�fen ist im letztinstanzlichen Verfahren, ob die IV-Stelle die der Beschwerdef�hrerin zugesprochene Rente zu Recht mit Wirkung ab 1. August 1998 von einer ganzen (Invalidit�tsgrad: 70 %) auf eine halbe (Invalidit�tsgrad: 50 %) herabgesetzt hat. Dabei besteht Einigkeit unter den Parteien, dass die Invalidit�tsbemessung nach dem f�r Erwerbst�tige geltenden Einkommensvergleich (Art. 28 Abs. 2 IVG) vorzunehmen ist, was unter den gegebenen Umst�nden nicht zu beanstanden ist.
4.- Nach einl�sslicher W�rdigung der medizinischen Unterlagen, namentlich des polydisziplin�ren Gutachtens der Medizinischen Abkl�rungsstelle (MEDAS) vom 18. Mai 1998, gelangte die Vorinstanz zum Ergebnis, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdef�hrerin im Mai 1998 insofern verbessert habe, als ihr damals (nach einer seit Januar 1997 dauernden Phase mit einer Arbeitsf�higkeit von 30 %) ihre angestammte T�tigeit "als Buchhalterin" (recte:
Sekret�rin bzw. Telefonistin; vgl. Erw. 5b hienach) zu 50 % und eine k�rperlich leichte und wechselbelastende T�tigkeit mit Einschr�nkung der Tragbelastung auf 10 kg und mit nur seltenen Arbeitsabl�ufen auf bzw. �ber Kopfh�he voll zumutbar gewesen sei.
Auf das Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, wonach ein invalidisierender Gesundheitsschaden bereits im Jahre 1992 vorgelegen habe, was die Beschwerdef�hrerin mit verschiedenen nachgereichten Unterlagen zu beweisen versucht, ist schon deshalb nicht weiter einzugehen, weil vorliegend nicht der Beginn des Rentenanspruches, sondern einzig die mit Wirkung auf den 1. August 1998 vorgenommene Revision der Rente streitig ist. Angesichts des umfassenden, auf polydisziplin�ren Untersuchungen beruhenden und in seinen Schlussfolgerungen �berzeugenden Gutachtens der MEDAS vom 18. Mai 1998 geht der im Weitern erhobene Einwand, der medizinische Sachverhalt sei nur unvollst�ndig abgekl�rt worden, ins Leere. Namentlich kann der Beschwerdef�hrerin nicht beigepflichtet werden, wenn sie geltend macht, den Gutachtern der MEDAS sei nicht bekannt gewesen, dass sie - was sich aus den im Nachgang zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereichten Unterlagen des Dr. med.
I.________ ergebe - nicht erst seit kurzem an chronischen Schmerzen im R�ckenbereich leide, was insofern von Bedeutung sei, als langj�hrige Beschwerden zu einer Ver�nderung in der Schmerzwahrnehmung f�hren k�nnten. Denn namentlich im Bericht �ber das einschl�gige rheumatologische Konsilium vom 1. Mai 1998 wurde klar festgehalten, dass die Beschwerdef�hrerin "seit vielen Jahren an zuerst rezidivierenden und nunmehr seit anfangs 1996 invalidisierend erlebten und die AF beeintr�chtigt habenden lumbal und cervical betonten R�ckenbeschwerden" leide.
Soweit die Beschwerdef�hrerin geltend macht, ihre Arbeitsf�higkeit sei im Sommer 1998 durch eine nach der MEDAS-Begutachtung neu aufgetretene Diskushernie zus�tzlich beeintr�chtigt worden, hat bereits die Vorinstanz unter Hinweis auf die verschiedenen �rztlichen Berichte des Dr. med. I.________, bei welchem die Beschwerdef�hrerin damals in Behandlung war, zutreffend festgehalten, dass eine Verschlechterung aufgrund der Akten nicht ausgewiesen ist. Weitere Beweismassnahmen er�brigen sich, weil sie an diesem feststehenden Ergebnis nichts zu �ndern verm�chten (antizipierte Beweisw�rdigung; vgl. BGE 124 V 94 Erw. 4b).
5.- a) W�hrend in der Verwaltungsverf�gung und im angefochtenen Entscheid gest�tzt auf den von der Beschwerdef�hrerin im Jahre 1994 erzielten und um die seither eingetretene Teuerung aufgewerteten Verdienst von einem Valideneinkommen in der H�he von Fr. 81'838.- bzw. Fr. 83'447.- ausgegangen wird, macht die Beschwerdef�hrerin ein solches von mindestens Fr. 91'000.- geltend. Entgegen der Auffassung von Vorinstanz und Verwaltung rechtfertigt es sich nicht, auf ein l�ngere Zeit vor dem Invalidit�tseintritt liegendes Einkommen abzustellen. Namentlich sind keine Gr�nde ersichtlich, weshalb nicht das im Jahre 1996, unmittelbar vor Eintritt der Invalidit�t, bei der X.________ AG in einem 80 %-Pensum erzielte Erwerbseinkommen von Fr. 5600.- pro Monat (vgl. Arbeitgeberbericht der A.________ AG vom 23. Januar 1997) beigezogen werden k�nnte. Nach Umrechnung auf ein Vollpensum (Fr. 7000.-) und Aufrechnung um die seither eingetretene Teuerung (1996/97:
+ 0,5 %; Die Volkswirtschaft 1/2001 S. 28 B10. 2) resultiert ein Einkommen von Fr. 91'455.- pro Jahr.
b) Das Invalideneinkommen ermittelte die IV-Stelle mit Fr. 40'916.-, indem sie gest�tzt auf die medizinischen Akten davon ausging, der Beschwerdef�hrerin w�re die bisher ausge�bte T�tigkeit bei der X.________ AG ab Mai 1998 wieder zu 50 % zumutbar. Die Vorinstanz setzte das trotz gesundheitlicher Beeintr�chtigung erzielbare Einkommen gest�tzt auf die Sal�rempfehlungen des Schweizerischen Kaufm�nnischen Verbandes f�r eine 54j�hrige Buchhalterin auf Fr. 32'661.- fest.
Gegen das von der Vorinstanz ermittelte Invalideneinkommen wendet die Beschwerdef�hrerin zu Recht ein, dass sie weder �ber eine Ausbildung als Buchhalterin verf�ge noch als Buchhalterin t�tig sei, wie sich ihren erwerblichen T�tigkeiten, obwohl die falsche Bezeichnung verschiedentlich Eingang in die Akten gefunden hat, ohne weiteres entnehmen l�sst (und wof�r eine Best�tigung des ehemaligen Gesch�ftsf�hrers und Verwaltungsratsdelegierten der X.________ AG vom 25. Februar 2000 ins Recht gelegt wurde).
Allerdings kann, entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Auffassung, auch nicht auf das bei der Y.________ AG oder bei der Z.________ AG in einer 30 %-Anstellung erzielte Einkommen abgestellt werden, weil die Versicherte damit die ihr verbliebene Arbeitsf�higkeit nicht in zumutbarer Weise voll aussch�pft, was f�r das Heranziehen des tats�chlich erzielten Verdienstes vorausgesetzt w�re (BGE 117 V 18; vgl. auch BGE 126 V 76 Erw. 3b/aa). Kann aus diesem Grunde vorliegend f�r die Bestimmung des trotz Gesundheitssch�digung noch erzielbaren Einkommens nicht von der beruflich-erwerblichen Situation ausgegangen werden, in welcher die Versicherte konkret steht, k�nnen nach der Rechtsprechung Tabellenl�hne herangezogen werden (BGE 126 V 76 Erw. 3b/bb). Ausgehend vom monatlichen Bruttolohn f�r Frauen in einfachen und repetitiven T�tigkeiten (Anforderungsniveau 4) im privaten Sektor von Fr. 3455.- (Tabelle TA1 [S. 17] der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung [LSE] 1996 des Bundesamtes f�r Statistik) und unter Ber�cksichtigung der h�heren betriebs�blichen w�chentlichen Arbeitszeit (41, 9 statt 40 Stunden [LSE 1996 S. 17 unten]) sowie der Nominallohnentwicklung 1996/1997 (+0, 5 %; Die Volkswirtschaft 3/2001 S. 81 Tabelle B10. 2) resultiert bei Vornahme eines Abzuges, welcher vorliegend nach den gesamten pers�nlichen und beruflichen Umst�nden maximal auf 15 % festzusetzen ist (BGE 126 V 78 Erw. 5, 82 Erw. 7b), ein Invalideneinkommen von Fr. 37'100.-.
c) Die Gegen�berstellung der beiden Vergleichseinkommen (Valideneinkommen: Fr. 91'455.-; Invalideneinkommen:
Fr. 37'100.-) ergibt einen Invalidit�tsgrad von 59 %, womit die ganze Rente zu Recht mit Wirkung ab 1. August 1998 (Art. 88a Abs. 1 IVV) auf eine halbe herabgesetzt worden ist.
III. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Zug und dem Bundesamt f�r Sozialversicherung zugestellt.
Luzern, 20. April 2001