Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VerfGH%20Bayern&Datum=28.05.2009&Aktenzeichen=4-VII-07
Timestamp: 2019-06-25 21:05:36
Document Index: 255277115

Matched Legal Cases: ['Art. 71', 'Art. 71', 'Art. 3', 'Art. 128', 'Art. 101', 'Art. 118', 'Art. 55', 'Art. 71', 'Art. 101', 'Art. 118', 'Art. 3', 'Art. 71', 'Art. 71', 'Art. 70', 'Art. 70']

VerfGH Bayern, 28.05.2009 - 4-VII-07 - dejure.org
https://dejure.org/2009,3739
VerfGH Bayern, 28.05.2009 - 4-VII-07 (https://dejure.org/2009,3739)
VerfGH Bayern, Entscheidung vom 28.05.2009 - 4-VII-07 (https://dejure.org/2009,3739)
VerfGH Bayern, Entscheidung vom 28. Mai 2009 - 4-VII-07 (https://dejure.org/2009,3739)
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Bayerische Studienbeiträge verfassungskonform
Schulgeld - Allgemeine Studienbeiträge
Studienbeiträge - Verfassungswidrigkeit von Art. 71 BayHSchG und der Verordnung über Darlehen zur Studienbeitragsfinanzierung (StuBeiDaV)
Verfassungsmäßigkeit der Erhebung allgemeiner Studienbeiträge; Vereinbarkeit des Art. 71 Abs. 1, 4, 5, 7 Bayerisches Hochschulgesetz (BayHSchG) und der Verordnung über Darlehen zur Studienbeitragsfinanzierung (StuBeiDaV) mit der Bayerischen Verfassung (BV); Anforderungen an die Zulässigkeit einer Popularklage auf Feststellung des Verfassungswidrigkeit eines Landesgesetzes; Gesetzgebungsbefugnis für Studienbeiträge; Vereinbarkeit der Erhebung allgemeiner Studienbeiträge mit dem Rechtsstaatsprinzip (Art. 3 Abs. 1 Satz 1 BV); Vereinbarkeit der Erhebung allgemeiner Studienbeiträge mit Art. 128 BV; Vereinbarkeit der Erhebung allgemeiner Studienbeiträge mit dem Grundrecht der Handlungsfreiheit (Art. 101 BV); Vereinbarkeit der Erhebung allgemeiner Studienbeiträge mit dem Gleichheitssatz des Art. 118 Abs. 1 BV
Bayerischer Verfassungsgerichtshof: Studiengebühren sind verfassungsgemäß - Grundrecht auf allgemeine Handlungsfreiheit und Gleichheitssatz werden nicht verletzt
Rechtliche Zulässigkeit von Studienbeiträgen - Verfassungs- und völkerrechtliche Aspekte (Dr. Stefan Lorenzmeier; HFR 2008, 130-142)
NVwZ 2009, 1036 (Ls.)
Berührt die nach dem Gleichheitssatz zu beurteilende Regelung zugleich andere grundrechtlich verbürgte Positionen oder Verfassungsnormen, so sind dem Gestaltungsraum des Gesetzgebers engere Grenzen gezogen (VerfGHE 62, 79/106).
Anders als bei einer Ermächtigung der staatlichen Exekutive zum Erlass von Rechtsverordnungen (Art. 55 Nr. 2 Satz 3 BV) ist es aber nicht geboten, Inhalt, Zweck und Ausmaß der zu erlassenden Satzungsbestimmungen in ebenso bestimmter Weise vorzugeben (vgl. VerfGHE 62, 79/102).
Das Gebot der Bestimmtheit der Ermächtigung bedeutet zwar nicht, dass dem Verordnungsgeber gar keine Ermessens- und Beurteilungsfreiheit zugebilligt werden darf; deren Grenzen müssen aber hinreichend deutlich erkennbar sein (VerfGH vom 28.5.2009 VerfGHE 62, 79/99 m. w. N.).
Der Gleichheitssatz verlangt aber keine schematische Gleichbehandlung, sondern lässt Differenzierungen zu, die durch sachliche Erwägungen gerechtfertigt sind (ständige Rechtsprechung; vgl. VerfGH vom 28.5.2009 = VerfGH 62, 79/105).
a) Bei den Studienbeiträgen, wie sie nach der derzeit geltenden Rechtslage erhoben werden (vgl. zur Rechtsnatur und zur Verfassungsmäßigkeit ihrer Erhebung VerfGH vom 28.5.2009 = VerfGH 62, 79), handelt es sich um eine Gegenleistung für eine öffentliche Leistung.
Der Studienbeitrag ist - wie schon seine gesetzliche Bezeichnung nahelegt - als nichtsteuerliche Abgabe in der Form eines Beitrags anzusehen, nicht als Gebühr; denn er wird als Gegenleistung für die potenzielle, nicht für die tatsächliche Inanspruchnahme des von der Hochschule bereitgestellten Lehrangebots erhoben (VerfGH 62, 79/93).
Von dieser Befugnis hat er mit Art. 71 Abs. 1 Satz 2 BayHSchG Gebrauch gemacht, um sicherzustellen, dass mit der Beitragspflicht ein entsprechender Mehrwert durch Verbesserungen in der akademischen Ausbildung korreliert (vgl. LT-Drs. 15/4396 S. 65; VerfGH 62, 79/93 f.).
Deshalb ergibt sich aus Art. 101 BV in Verbindung mit dem allgemeinen Gleichheitssatz (Art. 118 Abs. 1 BV) und dem Sozialstaatsgebot (Art. 3 Abs. 1 Satz 1 BV) grundsätzlich ein Recht des Einzelnen auf Zulassung zum Hochschulstudium (VerfGH vom 2.7.1997 = VerfGH 50, 129/138 m. w. N.; VerfGH vom 28.5.2009 = VerfGH 62, 79/100).
Das Recht auf chancengleiche Zulassung zum Hochschulstudium ist also ein abgeleitetes Recht auf Teilhabe an vorhandenen Ausbildungsstätten (VerfGH 62, 79/101).
Die materiellen Anforderungen hängen von der Tragweite der Beeinträchtigung der Ausbildungs- und Berufsfreiheit ab; die Regelungsbefugnis des Gesetzgebers ist umso enger begrenzt, je mehr sie die Freiheit der Ausbildungs- und Berufswahl berührt (VerfGH 62, 79/102).
37 3. Ist die Popularklage demnach in zulässiger Weise erhoben, erstreckt der Verfassungsgerichtshof seine Prüfung auf alle in Betracht kommenden Normen der Bayerischen Verfassung, auch soweit diese keine Grundrechte verbürgen oder nicht als verletzt bezeichnet worden sind (ständige Rechtsprechung; vgl. VerfGH vom 28.5.2009 = VerfGH 62, 79/92).
Es bleibt vielmehr seinem Ermessen überlassen zu entscheiden, in welcher Weise dem allgemeinen Gedanken der Angemessenheit, Billigkeit und Zweckmäßigkeit Rechnung zu tragen ist; der Verfassungsgerichtshof kann nicht seine eigenen Abwägungen und Überlegungen an die Stelle derjenigen des Gesetzgebers setzen (ständige Rechtsprechung; vgl. VerfGH 62, 79/105 f. m. w. N.).
Es liegt auf der Hand, dass sich der dem Gemeinwohl dienende (VerfGH vom 28.5.2009 BayVBl 2009, 593 ff.; vgl. auch BVerwG vom 29.4.2009 NVwZ 2009, 1562 ff.) und damit legitime gesetzliche Zweck, die Studierenden an den Kosten ihres Studiums zu beteiligen und die Studienbedingungen zu verbessern, nicht erreichen ließe, wenn die Einnahmen in den Ausbau der Lehrkapazitäten fließen würden.
Auch unter dem Gesichtspunkt der Wiederholung ist die Popularklage unzulässig, weil der Verfassungsgerichtshof bereits am 28. Mai 2009 (VerfGH 62, 79) entschieden hat, dass die Erhebung von Studienbeiträgen mit der Bayerischen Verfassung vereinbar ist.
Der Verfassungsgerichtshof hat in der Entscheidung vom 28. Mai 2009 (VerfGH 62, 79) die Verfassungsmäßigkeit der Erhebung von Studienbeiträgen bejaht und dabei sowohl Absatz 1 als auch Absatz 6 des Art. 71 BayHSchG anhand der Bayerischen Verfassung überprüft (zu Art. 71 Abs. 6 BayHSchG vgl. VerfGH 62, 79/101 f.).
Bei der Erhebung von Studienbeiträgen handelt es sich um eine geeignete, erforderliche und verhältnismäßige Berufsausübungsregelung, die durch vernünftige Erwägungen des Gemeinwohls gerechtfertigt ist (VerfGH 62, 79/101 ff.).
Das folgt aus den Prinzipien des Rechtsstaates und der Demokratie (VerfGH vom 15.12.1989 VerfGHE 42, 174/181; vom 28.5.2009 VerfGHE 62, 79/101 f.;… Möstl in Lindner/Möstl/Wolff, Verfassung des Freistaates Bayern, Art. 70 Rn. 11;… Brechmann in Meder/Brechmann, Die Verfassung des Freistaates Bayern, 5. Aufl. 2014, Art. 70 Rn. 25).
VGH Bayern, 07.10.2013 - 7 ZB 13.998
LMU München; Studienbeitrag; Befreiung von der Beitragspflicht auf Antrag; …
VGH Bayern, 09.10.2009 - 7 C 09.1858
Prozesskostenhilfe - Beschwerde; Befreiung von Studienbeitragspflicht; …
VGH Bayern, 16.11.2010 - 7 ZB 10.2355
Universität Erlangen-Nürnberg; Studienbeitrag; Befreiung von der Beitragspflicht; …
VG München, 29.10.2009 - M 3 K 08.5039
Studienbeitrag; Befreiung
VGH Bayern, 05.02.2010 - 7 ZB 09.1936
VG Augsburg, 17.09.2013 - Au 3 K 13.641
Antrag auf Befreiung von der Studienbeitragspflicht; Versäumung der Antragsfrist
VGH Bayern, 02.06.2009 - 7 C 09.871
Aussetzung des Verfahrens; Studienbeiträge
VGH Bayern, 02.06.2009 - 7 C 09.891
VGH Bayern, 02.06.2009 - 7 C 09.888
VGH Bayern, 02.06.2009 - 7 C 09.893
VGH Bayern, 02.06.2009 - 7 C 09.894
VGH Bayern, 02.06.2009 - 7 C 09.887
VG München, 29.09.2014 - M 3 K 12.5996
VG München, 28.01.2013 - M 3 K 11.4668
VG München, 20.11.2012 - M 3 K0 11.1171
VG München, 28.11.2011 - M 3 K 11.1919
VG München, 28.11.2011 - M 3 K 10.5868
VG Augsburg, 17.12.2010 - Au 3 K 10.1512
Befreiung von Studienbeiträgen; Rücknahme; Prüfungssemester; Wartesemester; …
VG Augsburg, 05.10.2010 - Au 3 K 10.530
Beitragspflicht für Wartesemester; Differenzierung …
VG München, 27.07.2010 - M 3 K 09.3741
VG München, 26.11.2009 - M 3 K 08.5950
VG München, 29.10.2009 - M 3 K 08.5205
VG München, 27.10.2009 - M 3 K 08.5113
VG München, 22.10.2009 - M 3 K 08.2293
VG München, 22.10.2009 - M 3 K 08.3279
VG München, 22.10.2009 - M 3 K 08.2954
VG München, 22.10.2009 - M 3 K 08.985
VG München, 14.07.2009 - M 3 K 07.5769
VG München, 14.07.2009 - M 3 K 07.2585
VG München, 09.07.2009 - M 3 K 07.5496
VG München, 07.07.2009 - M 3 K 07.3740
VG München, 07.07.2009 - M 3 K 07.5044
VGH Bayern, 02.06.2009 - 7 C 09.890
VGH Bayern, 02.06.2009 - 7 C 09.892
VGH Bayern, 02.06.2009 - 7 C 09.897
VGH Bayern, 02.06.2009 - 7 C 09.872
VGH Bayern, 02.06.2009 - 7 C 09.895
VGH Bayern, 02.06.2009 - 7 C 09.889