Source: https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/tiere/tierschutz/heim-und-wildtierhaltung/fische.html
Timestamp: 2019-07-20 19:05:30
Document Index: 102537982

Matched Legal Cases: ['Art. 30', 'Art. 101', 'Art. 102', 'Art. 177', 'Art. 179', 'Art. 97']

Fische selected
Wer Aquarienfische hält, braucht einiges an Fachwissen. Zur Pflege der Fische gehört neben der Fütterung auch die tägliche Kontrolle ihres Lebensraumes, des Wassers.
Aquarienfische sind beliebte Haustiere in der Schweiz. So unterschiedlich die Fische aussehen, so unterschiedlich sind ihr natürlicher Lebensraum und ihre Bedürfnisse.
Bei der Fischwahl gibt es keine "Anfängerfische". Es gibt aber Fische, die weniger empfindlich auf kleinere Schwankungen der Wasserqualität und deshalb einfacher zu halten sind. Auch bei diesen Fischarten gilt es, sich genau über die Bedürfnisse zu informieren. Leicht zu pflegen sind etwa kleine Salmlerarten oder einzelne Bärblingsarten. Diese pflanzen sich im Aquarium in der Regel nicht fort. Auch Platys und Guppys sind leicht zu pflegen. Allerdings sind diese Fische lebendgebärend. Geburtenkontrolle ist bei Fischen praktisch nur durch Geschlechtertrennung möglich. Bevor man sich Fische anschafft, sollte überlegt werden, was mit Jungfischen nachher passiert.
Fische sind wechselwarme Tiere. Ihre Körpertemperatur entspricht der Temperatur des Wassers. Im Allgemeinen tolerieren sie nur geringe Temperaturunterschiede. Ist das Aquarienwasser zu warm, enthält es zu wenig des für Fische lebensnotwenigen Sauerstoffs.
Viele Fische haben sich an ganz bestimmte Umgebungen angepasst und tolerieren auch in einem Aquarium nur geringe Unterschiede in der Wasserqualität – etwa beim Säuregrad und der Wasserhärte.
Aquarium oder Fischteich
Das Aquarium ist das Heim für Zierfische, Nutzfische werden in Becken oder Teichen gehalten.
Grosse Aquarien sind in der Regel einfacher zu betreuen als kleine, da die Wasserqualität weniger schnell aus dem Gleichgewicht fällt. Eine Überbevölkerung des Aquariums soll verhindert werden: Die meisten Gesundheitsprobleme von Fischen treten auf, weil zu viele Tiere ein Aquarium teilen.
Aquarien und Teiche müssen den Mindestanforderungen nach Anhang 2 Tabellen 7 („Mindestanforderungen für das Halten und den Transport von Forellenartigen und Karpfenartigen zu Speise- und Besatzzwecken“ und Tabelle 8 „Mindestanforderungen für das Halten von Fischen zu Zierzwecken“ der Tierschutzverordnung entsprechen. Die Bestimmungen betreffen etwa das Mindestvolumen sowie die Mindestabmessungen (L / B / T) der Aquarien, die Wasserqualität und die Einrichtungen gemäss der Bedürfnisse der entsprechenden Fischarten.
Aquarien dürfen nicht allseitig direkt einsehbar sein, weswegen zumindest in Teilen des Aquariums ein Sichtschutz und Rückzugsmöglichkeiten für die Zierfische vorhanden sein müssen. Für Innenaquarien muss ein Tag-Nacht-Rhythmus eingehalten werden. Das Aquarium sollte auch nicht direktem Sonnenlicht ausgesetzt sein. Starke Sonneneinstrahlung fördert das Algenwachstum und heizt das Wasser übermässig auf, wodurch der Sauerstoffgehalt des Wassers sinkt.
Fische können erkranken, wenn die Wasserqualität nicht optimal ist oder sich zu viele Tiere das Aquarium teilen. Auch eine ungeeignete Kombination verschiedener Fischarten kann zu Stress und somit zu einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit führen.
Als Anzeichen von Krankheiten zählen: Dauerndes Schnappen nach Luft, rasches Bewegen der Kiemendeckel, ungewöhnliches Verhalten oder Apathie. Aber auch Fressunlust, Probleme mit dem Schwimmen und ein enges Anlegen der Flossen an den Körper können auf eine Krankheit schliessen lassen.
Eine Grobdiagnose der häufigsten Krankheiten lässt sich meist mit Hilfe von Büchern über Fischerkrankungen stellen. Einfache Mittel gegen Krankheiten sind in guten Zoofachgeschäften erhältlich.
So unterschiedlich die Ansprüche der verschiedenen Fischarten, so unterschiedlich ist auch ihr Sozialverhalten. Die Zierfischhaltung in einem Aquarium soll immer auf das Verhalten der Fische in ihrem natürlichen Lebensraum ausgerichtet sein.
Viele der häufig gehaltenen Zierfische sind Schwarmfische, etwa Barben und Salmler, aber auch Guppys und Goldfische. Sie
sollten deshalb nie einzeln, sondern immer in Gruppen gehalten werden. Die ideale Gruppengrösse ist abhängig von der Fischart.
Andere Fische, wie Buntbarsche, verteidigen ihr Territorium. In kleineren Aquarien können sie nur als Paar gehalten werden. Sie greifen in der Regel Fische der eigenen oder anderer Arten an. Mehrere Buntbarsche können nur in einem genügend grossen Aquarium gehalten werden.
Siehe auch fischwissen.ch
Das Aquarium sollte abwechslungsreich eingerichtet und dem natürlichen Lebensraum der Fische nachgebildet sein. So haben Fische die Möglichkeit, sich natürlich zu verhalten. Auch sollen die Fische abwechslungsreich gefüttert werden, was Zusammensetzung, Ort und Zeit betrifft.
Die Fressgewohnheiten von Aquarienfischen sind sehr vielfältig. Unter den Fischen gibt es Fleisch-, Pflanzen- und Allesfresser.
In der Regel ist Aquarienfisch-Futter aus dem Zoofachgeschäft das Grundfutter der Aquarienfische. Je nach Fischart wird es ergänzt mit Kleinkrebsen, Insektenlarven, kleinen Würmern oder allenfalls pflanzlicher Nahrung.
Zierfische haben in einem Aquarium im Vergleich zur Natur eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit. Deshalb gilt: Überfüttern Sie Ihre Aquarienfische nicht. Zu viel Futter führt auch zu einem übermässigen Algenwachstum.
Wer Aquarienfische züchten möchte, sollte schon über Fachwissen verfügen. Besonders anspruchsvolle Fischarten pflanzen sich nicht fort, wenn die Bedingungen nicht genau stimmen. Andere Arten wie die Guppys bringen fast in jedem Aquarium Junge zur Welt, so dass das Aquarium bald einmal überbevölkert ist. Gute Plätze für Jungfische zu finden ist nicht einfach. Geburtenkontrolle ist bei vielen Fischen nur durch Geschlechtertrennung möglich, wie zum Beispiel bei den Guppys, wenn nur ein Geschlecht gehalten wird.
Bei den Zierfischen gibt es Zuchtformen, die das Wohlergehen der Tiere stark beeinträchtigen können. Nach Tierschutzrecht muss das Züchten darauf ausgerichtet sein, gesunde Tiere zu erhalten, die frei von Belastungen und Ein schränkungen in den Körperfunktionen und im Verhalten sind. Zierfische, die aufgrund unzulässiger Zuchtziele gezüchtet wurden, dürfen nicht ausgestellt werden (Art. 30a Abs. 4 Bst. b TSchV).
Wer pro Jahr mehr als 1000 Zierfische abgibt, muss über eine kantonale Bewilligung des zuständigen Veterinärdienstes verfügen und eine entsprechende Ausbildung absolviert haben (vgl. Art. 101 Bst. c Ziff. 5 und Art. 102 Abs. 4 TSchV).
Zierfische dürfen nur von fachkundigen Personen getötet werden, die sich unter kundiger Anleitung und Aufsicht die notwendigen Kenntnisse und die praktische Erfahrung mit der Tötung von Zierfischen aneignen konnten und diese regelmässig töten (Art. 177 Abs. 1 + 1bis TSchV).
Das Töten muss schonend und verzögerungsfrei ablaufen. Die gewählte Tötungsmethode muss zum sicheren Tod des Tieres führen. Das Tier muss bis zum Eintritt des Todes überwacht werden. Bevor es entsorgt wird, muss der Tod überprüft worden sein (vgl. Art. 179 TSchV sowie die Fachinformation unter Weitere Informationen > im Detail).
Ausbildung für die Haltung und den Umgang mit Speisefischen
Wer gewerbsmässig Speise- oder Besatzfische züchtet oder hält, bzw. fängt, markiert, hält oder tötet, muss grundsätzlich über die entsprechende Ausbildung verfügen. Für die Berufsfischerei wird grundsätzlich ein eidgenössischer Fachausweis verlangt (vgl. Art. 97; 196 TSchV).
Auf extreme Zuchtformen von Aquarienfischen sollte verzichtet werden. Goldfische ohne Rückenflossen oder mit extrem langen Schwanzflossen können fast nicht mehr schwimmen oder werden von anderen Fischen an den Flossen gezupft und verletzt. Es ist verboten, solche Extremformen zu züchten.
Nutzung von Kangalfischen (Garra rufa)
Die gewerbsmässige Haltung und Nutzung oder Zucht von Kangalfischen ist nach Artikel 90 Absatz 2 Buchstaben a + b Tierschutzverordnung (TSchV) bewilligungspflichtig. Um eine Bewilligung zu erhalten, muss beim zuständigen kantonalen Veterinäramt ein entsprechendes Gesuch gestellt werden. Die Behörde entscheidet daraufhin, ob der Nutzungszweck eine Bewilligungserteilung rechtfertigt und formuliert nach entsprechendem Entscheid die notwendigen Auflagen zur Haltung und zum Einsatz der Fische sowie zum Umgang mit ihnen (siehe „Weitere Informationen“).
Fachinformation: Nutzung von Kangalfischen (PDF, 175 kB, 07.06.2016)
Fischwissen für artgerechte Tierhaltung
Tierschutz bei Aquarienfischen Berner Tierschutz 2010
Schweizerischer Dachverband der Aquarien- und Terrarienvereine
https://www.blv.admin.ch/content/blv/de/home/tiere/tierschutz/heim-und-wildtierhaltung/fische.html