Source: http://www.steuerlinks.de/richtlinie/erbstr2011/re%2014.1.html
Timestamp: 2018-04-20 08:38:36
Document Index: 264927978

Matched Legal Cases: ['§ 14', '§ 138', '§ 14', '§ 14', '§ 21', '§ 27', '§ 27', '§ 21', '§ 14']

> Zu § 14 ErbStG
> R E 14.1 ErbStR 2011 Berücksichtigung früherer Erwerbe; Grundsatz
R E 14.1 ErbStR 2011
Berücksichtigung früherer Erwerbe; Grundsatz
[ R E 13c ErbStR 2011 ]
[ R E 14.2 ErbStR 2011 ]
Mehrere innerhalb von zehn Jahren von derselben Person anfallende Erwerbe sind bei der Besteuerung des jeweils letzten Erwerbs im Zehnjahreszeitraum mit diesem letzten Erwerb zusammenzurechnen. Dabei verlieren die einzelnen Erwerbe aber nicht ihre Selbstständigkeit. Es geht lediglich darum, die Steuer für den letzten Erwerb zutreffend zu ermitteln. In die Zusammenrechnung sind, sofern die Voraussetzungen dafür erfüllt sind, auch Erwerbe aus der Zeit vor dem 1. Januar 2009 einzubeziehen.
Für die früheren Erwerbe bleibt deren früherer steuerlicher Wert maßgebend. Ein Erwerb von Grundbesitz vor dem 1. Januar 2009 ist mit dem maßgebenden Grundbesitzwert ( § 138 BewG ) anzusetzen. Vorerwerbe mit negativem Steuerwert sind von der Zusammenrechnung ausgenommen.
Die Steuer für den Gesamtbetrag ist auf der Grundlage der geltenden Tarifvorschriften im Zeitpunkt des Letzterwerbs zu berechnen. Die Steuerklasse, die persönlichen Freibeträge und der Steuertarif richten sich deshalb nach dem geltenden Recht. Von der Steuer für den Gesamtbetrag wird die Steuer abgezogen, welche für die früheren Erwerbe nach den persönlichen Verhältnissen und auf der Grundlage der Tarifvorschriften ( §§ 14 bis 19 ErbStG ) zur Zeit des letzten Erwerbs zu erheben gewesen wäre (fiktive Abzugssteuer). Die Steuer ist so zu berechnen, dass sich der dem Steuerpflichtigen zustehende persönliche Freibetrag tatsächlich auswirkt, soweit er nicht innerhalb von zehn Jahren vor diesem Erwerb verbraucht worden ist. Statt der fiktiven Steuer ist die seinerzeit für die Vorerwerbe tatsächlich zu entrichtende Steuer abzuziehen (tatsächliche Abzugssteuer), wenn sie höher ist. Ist die Steuer für den Vorerwerb unzutreffend festgesetzt worden (z. B. fehlerhafter Wertansatz, fehlerhafte Steuerklasse), bleibt die Festsetzung für den Vorerwerb unverändert. Als tatsächlich zu entrichtende Abzugssteuer ist jedoch die Steuer zu berücksichtigen, die sich nach den tatsächlichen Verhältnissen zur Zeit der Steuerentstehung für den Vorerwerb unter Berücksichtigung der geltenden Rechtsprechung und Verwaltungsauffassung zur Zeit der Steuerentstehung für den Letzterwerb ergeben hätte. Ist die auf die Vorerwerbe entfallende Steuer höher als die für den Gesamterwerb errechnete Steuer, kann es nicht zu einer Erstattung dieser Mehrsteuer kommen.
Reicht eine Schenkungskette über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren , ist die Steuer für den letzten Erwerb nach den Grundsätzen des Absatzes 3 zu berechnen. Ein "wiederauflebender Freibetrag" ist nicht zu berücksichtigen.
Treffen in einem Steuerfall § 14 Absatz 3 , § 21 und § 27 ErbStG zusammen, ist die sich für den steuerpflichtigen Erwerb ergebende Steuer zunächst nach § 27 ErbStG zu ermäßigen, auf die ermäßigte Steuer die ausländische Steuer nach Maßgabe des § 21 ErbStG anzurechnen und auf die danach festzusetzende Steuer die Begrenzung des § 14 Absatz 3 ErbStG anzuwenden (> R E 10.1 Absatz 2 ).