Source: https://welt-der-bwl.de/Stetigkeit
Timestamp: 2020-04-04 08:24:53
Document Index: 191193466

Matched Legal Cases: ['§ 252', '§ 284', '§ 246', '§ 248', '§ 250', '§ 274', '§ 265', '§ 252', '§ 284']

Stetigkeit: Ansatzstetigkeit und Bewertungsstetigkeit im Jahresabschluss | Rechnungswesen - Welt der BWL
Stetigkeit als einer der GoB ist für den Jahresabschluss erforderlich, um Abschlüsse vergleichbar zu machen.
Die in § 252 Abs. 1 Nr. 6 HGB postulierte Bewertungsstetigkeit verlangt, die auf den vorhergehenden Jahresabschluss angewandten Bewertungsmethoden beizubehalten.
Bewertungsstetigkeit Beispiel
Bewertungsstetigkeit bedeutet z.B.: wurden die Vorräte im Jahresabschluss 2012 nach der FiFo-Methode bewertet, so sollte dies im Jahresabschluss 2013 ebenso sein – und nicht nach LiFo oder mit der Durchschnittsmethode bewertet werden.
Dadurch bleiben die Jahre vergleichbar.
In begründeten Fällen ist jedoch eine Abweichung von der bisherigen Bewertungsmethode (z.B. ein Wechsel von FiFo auf LiFo) möglich und muss im Anhang entsprechend angegeben und begründet werden (§ 284 Abs. 2 Nr. 3 HGB) – ein "beliebiges Hin- und Herwechseln" der Bewertungsmethoden ist nicht zulässig.
Darüber hinaus gilt die Ansatzstetigkeit des § 246 Abs. 3 HGB: die auf den vorhergehenden Jahresabschluss angewandten Ansatzmethoden sind ebenfalls beizubehalten.
Ansatzstetigkeit Beispiele
Ansatzstetigkeit bedeutet v.a., Ansatzwahlrechte über die Jahre gleichbleibend auszuüben, z.B. die Aktivierungswahlrechte für
selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens nach § 248 Abs. 2 Satz 1 HGB,
ein Disagio nach § 250 Abs. 3 HGB oder
den Aktivüberhang latenter Steuern nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB.
Ansatzstetigkeit und Bewertungsstetigkeit nennt man auch materielle Bilanzkontinuität.
Für Kapitalgesellschaften gilt zudem die Forderung nach Stetigkeit der Gliederung von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung (§ 265 Abs. 1 HGB); dies wird auch als formelle Bilanzkontinuität bezeichnet.
Alternative Begriffe: Bilanzkontinuität, Stetigkeitsprinzip.
Abweichen vom Stetigkeitsprinzip
Vom Stetigkeitsgrundsatz darf nach § 252 Abs. 2 HGB nur in begründeten Ausnahmefällen abgewichen werden.
Beispiel: Stetigkeitsprinzip durchbrochen
Ein Unternehmen hatte bisher die Herstellungskosten mit der gesetzlichen Untergrenze angesetzt.
Nachdem das Unternehmen von einem Konzern übernommen wurde, soll es sich an die einheitlichen Bilanzierungsstandards des Konzerns anpassen: danach werden die Herstellungskosten mit dem höchstmöglichen Wert, d.h. inkl. aller Einbeziehungswahlrechte, angesetzt.
Die Bewertungsstetigkeit wird dadurch durchbrochen.
Im Anhang des Geschäftsjahrs sind entsprechende Angaben nach § 284 Abs. 2 Nr. 3 HGB zu machen.
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