Source: http://cisgw3.law.pace.edu/cases/020528s1.html
Timestamp: 2018-06-23 13:41:37
Document Index: 111061765

Matched Legal Cases: ['Art. 39', 'Art. 51', 'BGE', 'Art. 201', 'Art. 201', 'Art. 201', 'BGE', 'BGE', 'Art. 201', 'Art. 201', 'Art. 201', 'BGE', 'Art. 197', 'BGE', 'Art. 201', 'Art. 201', 'Art. 201', 'BGE', 'BGE', 'Art. 201', 'Art. 201', 'BGE', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 1648', 'Art. 1495', 'Art. 1495', 'Art. 39', 'Art. 39', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 206', 'Art. 206', 'Art. 206', 'Art. 206', 'Art. 201', 'Art. 205', 'Art. 205', 'Art. 64', 'Art. 156', 'Art. 159']

Switzerland 28 May 2002 Federal Supreme Court (Lumber case) [translation provided (excerpt)]
[Cite as: http://cisgw3.law.pace.edu/cases/020528s1.html]
- English translation (excerpt)
DATE OF DECISION: 20020628 (28 May 2002)
JUDGE(S): Walter (President); Corboz, Klett, Rottenberg Liatowitch (Judges); Favre (Clerk of the Court)
CASE NUMBER/DOCKET NUMBER: 4C.395/2001/rnd
CASE HISTORY: 1st instance [-]; 2d instance Obergerichts des Kantons Thurgau 10 July 2001
GOODS INVOLVED: Lumber
APPLICATION OF CISG: No [dicta reference to CISG Article 39]
Key CISG provisions at issue: Article 39(1)
Descriptors: Lack of conformity notice, specificity
English: Unilex database http://www.unilex.info/case.cfm?pid=1&do=case&id=815&step=Abstract
Original language (German): Text presented below; see also cisg-online.ch website <http://www.cisg-online.ch/cisg/urteile/676.htm>; Unilex database http://www.unilex.info/case.cfm?pid=1&do=case&id=815&step=FullText
Translation (English): Excerpt provided with presentation of German text
English: CISG-AC advisory opinion on Examination of the Goods and Notice of Non-Conformity [7 June 2004] (this case and related cases cited in addendum to opinion); [2005] Schlechtriem & Schwenzer ed., Commentary on UN Convention on International Sale of Goods, 2d (English) ed., Oxford University Press, Art. 39 para. 6
Source: Internet website of the Schweizerisches Bundesgericht <http://www.bger.ch>
28 May 2002 [4C.60/2001/rnd]
[Subsection 2.2.1.2. of Section D of this opinion contains a paragraph interpreting the specificity requirement recited in Article 39(1) CISG. An English translation of this paragraph is provided.]
Bundesrichterinnen und Bundesrichter Walter, Pr�sident, Corboz, Klett, Rottenberg Liatowitsch, Favre Gerichtsschreiberin Boutellier.
X. ________ AG,
Beklagte und Berufungskl�gerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Mike Gessner, Rheinstrasse 10, Postfach 731, 8501 Frauenfeld,
Kl�ger und Berufungsbeklagten, vertreten durch Rechtsanwalt Christian Geosits, Gesch�ftshaus "Rondo", L�wenstrasse 16, Postfach, 8280 Kreuzlingen.
Berufung gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Thurgau vom 10. Juli 2001
A.� A.a A.________ (Kl�ger) und die X.________ AG (Beklagte) stehen seit 1995 in gesch�ftlichen Beziehungen. Am 22. November 1998 bot der Kl�ger der Beklagten eine Partie Ahorn-Rundh�lzer zum Kauf an, und es kam zu einem Vertragsabschluss, wonach die Beklagte Holz in gleicher Qualit�t und zu gleichen Preisen wie bei der vorangegangenen Lieferung kaufe. Die Ahorn-Rundh�lzer wurden im Oktober und November 1998 geschlagen, vom Gemeindef�rster vermessen, klassiert und in Holzmasslisten aufgenommen. Die Lieferung an die Beklagte erfolgte am 6., 7. und 21. Januar 1999. Am 12. Januar 1999 stellte der Kl�ger f�r die beiden ersten Lieferungen und am 22. Januar 1999 f�r die dritte Lieferung Rechnung im Gesamtbetrag von Fr. 13'496.45 (Fr. 250.--/m3 f�r Rundh�lzer bis 29 cm Durchmesser und Fr. 300.--/m3 f�r Rundh�lzer ab 30 cm Durchmesser). Zusammen mit den Lieferscheinen erhielt die Beklagte jeweils eine Liste mit quantitativen Angaben der gelieferten Rundh�lzer.
A.b Am 22. Januar 1999 erhob die Beklagte schriftlich "M�ngelr�ge" mit folgendem Wortlaut: "Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu m�ssen, dass die Ahorn-Lieferungen aus der Gemeinde B.________ (Transport durch C.________) qualitativ weit unter fr�heren Lieferungen liegt. Viele St�mme weisen lediglich Emballage-Qualit�t auf und k�nnen auch von uns nicht mehr verarbeitet werden. Wir stellen Ihnen daher das Holz wieder zur Verf�gung. Es liegt auf der S�gerei D.________. Gerne erwarten wir Ihre Stellungnahme".
Sowohl die Beklagte als auch der Kl�ger liessen das Holz von der schweizerischen Handelsb�rse begutachten. In der von der Beklagten in Auftrag gegebenen Expertise vom 30. M�rz 1999 hielt der Gutachter der Schweizerischen Handelsb�rse, G. Morandini fest, dass die Ahorn-Rundholz-Partie rein qualitativ einen schlechten Eindruck mache und die Klassierung durch den F�rster zu Unrecht am oberen Ende der Skala erfolgte. Eine nicht umfassende Nachmessung habe starke Massdifferenzen ergeben, die Partie k�me auf h�chstens Fr. 132.-- je m3 zu stehen. Als Kompromiss schlug dieser Gutachter eine Einigung auf der genannten Preisbasis vor.
Mit Verf�gung vom 27. April 1999 bewilligte das Vizegerichtspr�sidium Weinfelden auf Gesuch der Beklagten den Notverkauf, der Anfang Juni 1999 erfolgte und einen Erl�s von Fr. 4'692.40 erbrachte.
B. Am 1. Juli 1999 stellte der Kl�ger beim Bezirksgericht Steckborn das Begehren, die Beklagte sei zur Zahlung von Fr. 13'496.45 nebst Zins, zuz�glich Umtriebsentsch�digung und Zahlungsbefehlkosten zu verpflichten; der Rechtsvorschlag in der entsprechenden Betreibung sei aufzuheben. Die Beklagte beantragte Abweisung der Klage mit der Begr�ndung, sie habe Wandelung erkl�rt; der Kaufvertrag sei r�ckabzuwickeln und der Kl�ger zu verpflichten, die weiteren Sch�den zu tragen, unter Anrechnung des ihm zustehenden Erl�ses aus dem Notverkauf.
Das Bezirksgericht wies die Klage mit Urteil vom 26. Oktober/8. November 2000 ab. Es kam zum Schluss, dass der Kaufvertrag aufgrund der vorliegenden M�ngel r�ckabzuwickeln sei.
C. Auf Berufung des Kl�gers hiess das Obergericht die Klage mit Urteil vom 10. Juli 2001 im Betrag von Fr. 13'496.45 nebst Zins gut und beseitigte den Rechtsvorschlag in der Betreibung in diesem Umfang. Es kam zum Schluss, die M�ngelr�ge der Beklagten sei zu wenig substanziiert und daher nicht rechtsgen�gend. Somit seien die Voraussetzungen f�r eine Wandelung bzw. Minderung nicht gegeben und es k�nne offen bleiben, ob die Ahorn-Lieferung mangelhaft war oder nicht.
D. Gegen diesen Entscheid hat die Beklagte am 10. Dezember 2001 beim Bundesgericht Berufung erhoben. Sie beantragt, das Urteil des Obergerichts sei aufzuheben und die Klage abzuweisen, eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Der Kl�ger schliesst auf Abweisung der Berufung, eventualiter sei die Beklagte zur Bezahlung von Fr. 9'447.50 zuz�glich Zins zu verurteilen.
1. Die Beklagte macht in der Berufung geltend, dass die Argumentation der Vorinstanz offensichtliche Widerspr�che aufweise.
1.1. Gem�ss Art. 51 Abs. 1 lit. c OG ist im kantonalen Entscheid das Ergebnis der Beweisf�hrung festzuhalten und anzugeben, inwieweit das Urteil auf der Anwendung eidgen�ssischer, kantonaler oder ausl�ndischer Gesetzesbestimmungen beruht. Dadurch soll dem Bundesgericht im Berufungsverfahren die Pr�fung der Eintretensvoraussetzungen erm�glicht und der Sachverhalt, den es seiner Rechtspr�fung zugrunde zu legen hat, aufgezeigt werden. Missachtet das kantonale Gericht diese Anweisung, kann der Entscheid von Amtes wegen aufgehoben und zur Verbesserung zur�ckgewiesen werden (BGE 119 II 478, E. 1c mit Hinweisen).
1.2. Im vorinstanzlichen Verfahren war noch streitig, ob Kaufgegenstand und Kaufpreis gen�gend bestimmt und demnach ein Kaufvertrag zustandegekommen sei. Es war anerkannt, dass die Parteien eine Lieferung von 42.9 m3 Ahorn-Rundholz vereinbarten, wobei es sich um eine Gattungsschuld handelte. Die Vorinstanz hat in Ziff. 2 der Erw�gungen zuerst die Behauptungen der Parteien dargelegt und daraus den Schluss gezogen, dass die Parteien einen Kaufvertrag �ber "Ahorn-Rundh�lzer mit gleicher Qualit�t und zum gleichen Preis wie im Vorjahr" geschlossen haben.
1.3. Diese Feststellung der Vorinstanz ist weder widerspr�chlich, noch beruht sie auf einem offensichtlichen Versehen, noch ist sie unter Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften zustandegekommen. Die Beklagte stellt vorliegend auch nicht mehr in Abrede, dass zwischen den Parteien ein Kaufvertrag mit dem von der Vorinstanz festgestellten Inhalt zustandegekommen sei.
2. Die Vorinstanz kam zum Schluss, die M�ngelr�ge der Beklagten vom 22. Januar 1999 sei zu wenig substanziiert und somit nicht rechtsgen�gend; daher seien die Voraussetzungen f�r eine Wandelung bzw. Minderung verwirkt und es k�nne offen bleiben, ob die Ahorn-Lieferung mangelhaft war oder nicht. Die Beklagte r�gt, die Vorinstanz habe Art. 201 OR verletzt, denn die M�ngelr�ge vom 22. Januar 1999 gen�ge den Anforderungen an die Substanziierung.
2.1. Gem�ss Art. 201 Abs. 1 OR hat der K�ufer, sobald es nach dem �blichen Gesch�ftsgang tunlich ist, die Beschaffenheit der empfangenen Sache zu pr�fen und, falls M�ngel vorhanden sind, f�r die der Verk�ufer gew�hrleistungspflichtig ist, diese anzuzeigen. Vers�umt dies der K�ufer, gilt die gekaufte Sache nach Art. 201 Abs. 2 OR als genehmigt, soweit es sich nicht um M�ngel handelt, die bei der �bungsgem�ssen Untersuchung nicht erkennbar waren.
2.1.1. Die Vorschriften �ber die R�geobliegenheiten dienen dem Interesse der Verkehrssicherheit beim Kaufgesch�ft und bezwecken eine rasche Klarstellung der tats�chlichen und rechtlichen Verh�ltnisse. Der Verk�ufer soll rasch Gewissheit dar�ber erhalten, ob die Ware genehmigt worden ist, und es soll ihm von Beanstandungen so rechtzeitig Kenntnis verschafft werden, dass er sich durch eigene Pr�fung ein Urteil �ber die Begr�ndetheit der R�ge bilden kann (BGE 88 II 364 E. 2). Die Vorschriften dienen dem Schutz des Verk�ufers, der weder der Spekulation des K�ufers noch auf unbeschr�nkte Zeit Gew�hrleistungsanspr�chen ausgesetzt sein soll, von denen er keine Kenntnis hat. Der Verk�ufer soll vielmehr die M�glichkeit erhalten, das Erforderliche zur Wahrung seiner Rechte, etwa gegen�ber Lieferanten, vorzunehmen (BGE 81 II 56 E. 2b mit Hinweis; Honsell, Basler-Kommentar, N. 1 zu Art. 201 OR; Giger, Berner-Kommentar, N. 12 zu Art. 201 OR; Oser/Sch�nenberger, Z�rcher Kommentar, N. 5 zu Art. 201 OR; Guhl/Koller, Das Schweizerische Obligationenrecht, 9. Aufl., � 42 N. 23, S. 384; Tercier, Les contrats sp�ciaux, 2. Aufl., N. 412; Cavin, Kauf, Tausch, Schenkung, in: Schweizerisches Privatrecht, VII/1, Basel 1977, � 12/I, S. 88 f.).
Die M�ngelr�ge ist nichts weiter als eine zur Erhaltung der Gew�hrleistungsanspr�che erforderliche Erkl�rung, welche die Vorstellung des Empf�ngers �ber die M�ngel zum Ausdruck bringt und die Gew�hrspflicht des Verk�ufers negativ in dem Sinne eingrenzt, dass dieser in Bezug auf nichtangezeigte M�ngel von der Gew�hrleistung befreit wird (BGE 107 II 437 zum Werkvertrag). Notwendiger Inhalt der Anzeige der M�ngel bildet die Angabe, inwieweit die Kaufsache als mangelhaft betrachtet wird (Zehnder, Die M�ngelr�ge im Kauf-, Werkvertrags- und Mietrecht, SJZ 96 [2000] 545 ff., 546), d.h. inwieweit sie den vertraglich vorausgesetzten oder zugesicherten Eigenschaften nicht entspricht (Art. 197 Abs. 1 OR; BGE 114 II 239 E. 5a/aa; vgl. auch 100 II 30 E. 2 S. 32 zum Werkvertrag; 124 III 456 E. 4d/aa, je mit Hinweisen). Es gen�gt nicht, wenn der K�ufer allgemein seine Unzufriedenheit �ussert, ohne konkret die M�ngel zu benennen (Honsell, a.a.O, N. 10 zu Art. 201 OR; Giger, a.a.O., N. 63 zu Art. 201 OR; Oser/Sch�nenberger, a.a.O. N. 28 zu Art. 201 OR; Guhl/Koller, a.a.O., � 42 N. 28, S. 385; Tercier, a.a.O., N. 428). Hingegen reicht die blosse Angabe der ung�nstigen Wirkungen, wie zum Beispiel "Ware ist so schlecht, dass sie nicht verarbeitet werden kann" (Gsell, Die M�ngelr�ge beim Kauf nach schweizerischem Obligationenrecht, Z�rich 1926, S. 59, FN. 1). Die R�ge muss inhaltlich sachgerecht substanziiert sein und zum Ausdruck bringen, dass die Lieferung nicht als vertragsgem�ss anerkannt und der Lieferant haftbar gemacht wird (f�r den Werkvertrag BGE 107 II 172 E. 1a mit Hinweisen). Die Anforderungen an die inhaltliche Substanziierung ergeben sich aus dem Zweck der Anzeige. Diese soll dem Verk�ufer die Art, den Umfang und die Gr�nde der Beanstandung zur Kenntnis bringen, damit er entscheiden kann, wie er sich im Hinblick auf die in Aussicht stehende Haftung verhalten will. Welche Angaben zu diesem Zweck erforderlich sind, h�ngt von den Umst�nden ab (BGE 22, 498 E. 2, S. 503; Honsell, a.a.O., N. 10 zu Art. 201 OR; Giger, a.a.O., N. 62 zu Art. 201 OR). Nach dem im Privatrecht geltenden Vertrauensprinzip sind Willenserkl�rungen so auszulegen, wie sie nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie de gesamten Umst�nden verstanden werden durften und mussten (BGE 126 III 119 E. 2a S. 120 mit Hinweisen), ohne dass dem Zweck der Anzeige widersprechende formelle Anforderungen zu stellen sind (vgl. f�r das im Verfahrensrecht aus Art. 29 Abs. 1 BV abgeleitete Verbot des �berspitzten Formalismus BGE 127 I 31 E. 2a). Auch mit Blick auf die hier streitige Vorstellungs�usserung des K�ufers ist entscheidend, dass der Verk�ufer nach Treu und Glauben ohne M�he erkennen kann, welche M�ngel ger�gt sind.
2.2.1.2. Ein Vergleich mit dem Recht der Nachbarl�nder zeigt, dass das schweizerische Recht strenger ist als die Rechtsordnungen dieser Staaten. Das deutsche Recht kennt eine dem schweizerischen Obligationenrecht vergleichbare Regelung f�r den Handelskauf (� 377 HGB; Baumbach/Hopt, Handelsgesetzbuch, 30. Aufl., M�nchen 2000, N. 30 zu � 377), f�r den b�rgerlichen Kauf sieht das BGB hingegen nur eine Verj�hrung der Gew�hrleistungsanspr�che (� 477 BGB) vor, jedoch keine Pr�fungs- und R�gepflicht (Palandt/Putzo, B�rgerliches Gesetzbuch, 60. Aufl., M�nchen 2001, N. 11 zu � 462). Nach dem �sterreichische ABGB erl�scht beim b�rgerlichen Kauf lediglich das Gew�hrleistungsrecht, wenn dieses nicht innert einer bestimmten Frist gerichtlich geltend gemacht wird (� 933 ABGB), es besteht jedoch weder eine Pr�fungs- noch eine R�gepflicht; die Regelung f�r den Handelskauf stimmt mit dem deutschen Recht �berein (Rummel/Reischauer, Kommentar zum Allgemeinen b�rgerlichen Gesetzbuch, 2. Aufl., Wien 1990, N. 1 und 8 zu � 933). Der franz�sische Code Civil kennt keine eigentliche R�gepflicht; Gew�hrleisungsan- spr�che bestehen nur f�r versteckte M�ngel und m�ssen vom K�ufer innerhalb kurzer Frist klageweise geltend gemacht werden (Art. 1648 CC); faktisch besteht jedoch ein der Untersuchungs- und R�geobliegenheit �hnliches Institut, da der K�ufer bei einem offensichtlichen Mangel die Ware bei der Lieferung sofort zur�ckweisen muss, ansonsten verliert er seine Anspr�che (Michael Georg Gerny, Untersuchungs- und R�gepflichten beim Kauf nach schweizerischem, franz�sischem und US-amerikanischem Recht sowie nach CISG, Basel 1999, S. 117 f.). Auch nach italienischem Codice Civile hat derK�ufer nur eine R�geobliegenheit (Art. 1495 CC), jedoch keine Untersuchungspflicht; der Verk�ufer, welcher Verwirkung der Gew�hrleistungsanspr�che behauptet, muss die Kenntnis der M�ngel beweisen (Cian/Trabucchi, Commentario Breve al Codice Civile, 4. Aufl., Mailand 1996, N. II zu Art. 1495. Vgl. zum Ganzen auch Eugen Bucher, Der benachteiligte K�ufer, SJZ 67/1971, S. 17 ff.)
Das �bereinkommen der Vereinten Nationen �ber Vertr�ge �ber den internationalen Warenkauf vom 11. April 1980 (United Nations Convention on Contracts for the International Sale of Goods [abgek�rzt CISG], SR 0.221.211.1), welchem auch die Schweiz beigetreten ist, verlangt in Art. 39, dass der K�ufer innerhalb einer angemessenen Frist (l�ngstens zwei Jahre nach �bergabe) dem Verk�ufer die Vertragswidrigkeit der Ware anzeigt, und deren Art genau bezeichnet, ansonsten verliert er das Recht sich auf Vertragswidrigkeit der Ware zu berufen. Durch die R�ge soll der Verk�ufer so informiert werden, dass er sich ein Bild �ber die Vertragswidrigkeiten machen und die notwendigen Schritte ergreifen kann. Die R�ge dient nicht dazu, den K�ufer mit dem Risiko der Vertragswidrigkeit zu belasten, daher d�rfen an die Substanziierung der R�ge keine �berm�ssig hohe Anspr�che gestellt werden (Hans-Josef Vogel, Die Untersuchungs- und R�gepflicht im UN-Kaufrecht, Bonn 2000, S. 95 f.).
[The United Nations Convention on Contracts for the International Sale of Goods of 11 April 1980 (CISG), which Switzerland has ratified, provides in its Art. 39 that the buyer loses the right to rely on a lack of conformity of the goods if he does not give notice to the seller specifying the nature of the lack of conformity within a reasonable time (at the latest within a period of two years after the goods were handed over). The purpose of the notice is to adequately inform the seller, so that he may form an opinion of the breach of contract and can take the necessary steps to remedy the non-conformity. The notice requirement is not supposed to burden the buyer with the risk of the defect. Therefore, the demands for a sufficient specification of the defect may not be set too high (cf. Hand-Josef Vogel, Die Untersuchjungs- und R�geplicht im UN-Kaufrecht [Duty to examine the goods and obligation to give notice of defects in UN Sales Law], Bonn 2000, p. 95 et seq.)]
2.1.3 Noch im 19. und fr�hen 20. Jahrhundert, unter der Geltung des OR von 1881 hat das Bundesgericht erkannt, die M�ngelr�ge m�sse so abgefasst sein, dass der Verk�ufer daraus die Tragweite der Beanstandung ermessen k�nne.
In einem Urteil von 1895 wurde die R�ge einer K�uferin von ca. 600 K�selaibern als ungen�gend qualifiziert. Nach der Bestimmung des Kaufvertrages durfte die K�uferin nicht die ganze Lieferung zur�ckweisen, sondern nur die fehlerhaften St�cke. Die K�uferin liess den Verk�ufer im Ungewissen, auf welche Lieferung sich die Beanstandung bezog und gab auch die Anzahl der schadhaften St�cke nicht an (BGE 21, 570). Als inhaltlich hinreichend erachtet wurde dagegen in einem Urteil aus dem Jahr 1896 die M�ngelr�ge, die Maschinen entspr�chen nicht den Prospekten, und die Art der Ausf�hrung der Maschinen sei im Ganzen so schlecht, dass sie nicht weiterverkauft werden k�nnten. Eine f�rmliche Beschreibung der M�ngel wurde in diesem konkreten Fall nicht gefordert; die Aufz�hlung aller einzelnen M�ngel w�re eine so grosse, umfangreiche Arbeit gewesen, dass dies f�r die Erstattung einer blossen M�ngelanzeige unzumutbar w�re (BGE 22, 498). Als inhaltlich hinreichend wurde die M�ngelr�ge auch in einem Urteil von 1896 erachtet. Entscheidend war, dass die Verk�uferin aus der Reklamation ersehen konnte, aus welchen Gr�nden die Ware beanstandet wurde und welche M�ngel die K�uferin festgestellt hatte (BGE 22, 566). In einem Entscheid aus dem Jahre 1898 wurde eine M�ngelr�ge als teilweise gen�gend erachtet. Der K�ufer von Fahrr�dern r�gte, die Lieferung sei nicht gem�ss Katalog und Vertrag erfolgt und die Untersuchung habe ergeben, dass anderes Material verwendet wurde, als in der Preisliste angegeben. Diese R�ge wurde hinsichtlich des verwendeten Stahls als ausreichend, jedoch bez�glich der allgemeinen Bemerkung (nicht katalogs- und vertragskonform) als ungen�gend erachtet. Der Verk�ufer habe nicht erkennen k�nnen, welche M�ngel ger�gt werden wollten, da der Katalog eine Reihe von Eigenschaften hervorgehoben habe (BGE 24 II 62). Im Jahr 1906 erachtete das Bundesgericht bei einem Kaufvertrag �ber einen Kesselwagen Alicantewein, der als Verschnittwein verwendet werden sollte, die R�ge "da nach Untersuchung 0,174 zu viel fl�chtige S�ure, als Verschnittwein ungeeignet und nur 13,54 Alkohol" ohne weitergehende Begr�ndung unter den gegebenen Umst�nden als gen�gend substanziiert (BGE 32 II 294). In einem Urteil von 1912 wurde bei einem Kauf von Erbsen die R�ge, die Erbsen enthielten Fliegen und die Lieferung werde daher der Verk�uferin wieder zur Verf�gung gestellt, als inhaltlich gen�gend substanziiert angesehen, da sie die Aufz�hlung der wichtigsten festgestellten M�ngel enthielt, sowie die Ank�ndigung, dass die K�uferin aus diesen M�ngeln s�mtliche Rechtsfolgen ziehe (BGE 38 II 542).
Amtlich publizierte Entscheide zu den inhaltlichen Anforderungen an die M�ngelr�ge beim Kaufvertrag gibt es seither nicht mehr. In einem unpublizierten Entscheid vom 4. November 1992 (Urteil 4C.224/1992 E. 3b mit Hinweisen) war die R�ge eines Schreiner- und Tischlermeisters zu beurteilen, der eine Hobelmaschine gekauft hatte. Er hatte bestandet, die Maschine werde den Anspr�chen seines Berufes nicht gerecht; insbesondere verf�ge sie nicht �ber eine gen�gende Hobelkapazit�t, die Tische hielten starkem Druck nicht stand und die Motorenleistung befriedige nicht. Diese M�ngelr�ge wurde als hinreichend substanziiert erachtet, da sie die Beanstandungen gen�gend deutlich aufzeige.
2.2. Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz die M�ngelr�ge als ungen�gend substanziiert erachtet, da der Adressat nicht gewusst habe, was an seiner Lieferung genau beanstandet werde. Sie hielt fest, dass der Kl�ger 54 St�mme mit einem Gesamtvolumen von 42,9 m3 in verschiedenen Qualit�ten geliefert hatte. Die Beklagte hatte vom Transporteur die Holzmasslisten des Gemeindef�rsters angefordert und auch erhalten. In dieser waren die einzelnen St�mme nummeriert, nach Holzart, L�nge-Durchmesser und Volumen bestimmt, sowie nach Qualit�t in einzelne Klassen eingeteilt. Von den 54 St�mmen waren nach den Feststellungen der Vorinstanz sechs in die Klasse N (normales Holz), 30 in die Klasse F (Holz mit wesentlichen Fehlern behaftet) und 18 in die Klasse KS (schlechter als F) zugeordnet gewesen. Da die K�uferin den Kern der Auseinandersetzungen in der inhaltlichen Korrektheit der Qualit�tseinsch�tzung auf diesen Listen sehe, w�re sie nach Ansicht der Vorinstanz gest�tzt auf die Holzmasslisten in der Lage und verpflichtet gewesen, die Ahorn-Lieferung konkret zu beanstanden. Sie h�tte es dem Verk�ufer erm�glichen m�ssen, die R�ge wenigstens ansatzweise zu pr�fen. Da jeglicher erkennbare Bezug zur kritisierten Qualit�tseinsch�tzung gem�ss den Holzmasslisten fehle, hielt die Vorinstanz die Anzeige f�r ungen�gend und liess offen, wie detailliert die R�ge h�tte ausfallen m�ssen. Dabei erwog sie, es sei dem Verk�ufer mit der pauschalen M�ngelr�ge nicht einmal m�glichgewesen abzusch�tzen, ob ein Wandelungs- oder Minderungsanspruch im Bereich des M�glichen gelegen sei, oder ob er allenfalls einen Nachbesserungsanspruch gehabt h�tte. Die Vorinstanz stellte �berdies fest, dass der Verk�ufer in seinem Schreiben vom 4. M�rz 1999 moniert habe, die Beklagte habe ihm das Holz aus "pauschalen und subjektiven, von uns nicht akzeptierbaren Gr�nden" wieder zur Verf�gung gestellt. In Betracht zog sie noch � 68 Abs. 2 der schweizerischen Holzhandelsgebr�uche, wonach beim Vertragsabschluss �ber eingemessenes Holz Beanstandungen von Mass, Beschaffenheit oder Einreihung in die vertraglich vereinbarten Preisklassen unverz�glich, nach gegebenen M�glichkeiten zur Besichtigung und Pr�fung des Holzes, zu erheben seien. Auch wenn hier nicht eingemessenes Holz verkauft wurde, zeigt diese Bestimmung nach Ansicht der Vorinstanz, dass in der Holzhandelsbranche pauschale R�gen grunds�tzlich nicht zu gen�gen verm�gen. Als geradezu musterg�ltiges Beispiel einer substanziierten R�ge bezeichnete die Vorinstanz schliesslich die anl�sslich des Notverkaufs erstellte detaillierte Taxierungsliste.
2.3. Die Beklagte hat in ihrer M�ngelr�ge vom 22. Januar 1999 erkl�rt, die Ahorn-Lieferung liege qualitativ weit unter fr�heren Lieferungen, viele St�mme wiesen lediglich Emballage-Qualit�t auf und k�nnten daher von ihr nicht mehr verarbeitet werden. Damit beanstandete sie in keiner Weise das Mass des gelieferten Holzes. Der Preis richtete sich gem�ss der Parteivereinbarung nicht nach der Holzqualit�t, sondern nach der Stammdicke. Die M�ngelr�ge betraf daher auch nicht die Einreihung in die vertraglich vereinbarten Preisklassen. Die Beklagte bem�ngelte die Qualit�t des gelieferten Holzes und beanstandete damit dessen Beschaffenheit. Dass der Kl�ger �ber den Inhalt der R�ge im Unklaren sein konnte, ist aufgrund der Feststellungen im angefochtenen Urteil nicht anzunehmen. Der Kl�ger beanstandete zwar in dem von der Vorinstanz erw�hnten Zitat die "pauschalen" Gr�nde, aus denen die Beklagte die Holzlieferung zur�ckwies, bezeichnete diese Gr�nde gleichzeitig jedoch als "subjektiv" und "von uns nicht akzeptierbar". Dies bedeutet nicht, dass er die Begr�ndung nicht verstand. Die Beklagte begn�gte sich auch nicht damit, die Beschaffenheit generell zu kritisieren, sondern erkl�rte, die Qualit�t des gelieferten Holzes liege weit unter derjenigen fr�herer Lieferungen und viele St�mme k�nnten von ihr nicht mehr verarbeitet werden, weil sie lediglich noch Emballage-Qualit�t aufwiesen. Da die Parteien vereinbart hatten, Kaufgegenstand solle Holz in der gleichen Qualit�t wie bei der vorangehenden Lieferung sein, gen�gt die Anzeige, dass diese Qualit�t nicht erreicht worden sei. Es mag sein, dass der Kl�ger aus einer detaillierten Beanstandung jedes einzelnen Stammes im Vergleich zur Holzmassliste gewisse zus�tzliche Informationen h�tte erhalten k�nnen. Namentlich wenn mit der herrschenden Lehre angenommen wird, der Verk�ufer k�nne sich im Sinne von Art. 206 Abs. 2 OR angesichts der modernen Transportmittel auch bei einem Distanzkauf durch sofortige Nachlieferung w�hrhafter Gattungsware von jedem anderen Anspruch der K�uferin befreien (Giger, a.a.O., N. 19 f. zu Art. 206 OR; Honsell, a.a.O., N. 1 zu Art. 206 OR), w�re die genaue Angabe der Anzahl und Qualit�t der nachzuliefernden St�mme oder des nachzuliefernden Holzmasses n�tzlich gewesen. Angesichts des Ausmasses der Holzlieferung von 54 St�mmen und 42,9 m3 war der Beklagten jedoch nicht zuzumuten, bereits f�r die Anzeige der M�ngel eine derart umfassende Bestandesaufnahme vorzunehmen, wie sie die Vorinstanz aufgrund der Aufstellung f�r den Notverkauf offenbar bef�rwortet hat. Der Verk�ufer konnte aus der Anzeige ersehen, dass das gelieferte Holz von der K�uferin als derart minderwertig im Vergleich zur fr�heren Lieferung beanstandet werde, dass sie dieses zum allergr�ssten Teil nicht verarbeiten k�nne. Dies gen�gt den Anforderungen an die Substanziierung der Anzeige. Wenn sich der Kl�ger im Sinne von Art. 206 Abs. 2 OR durch Lieferung w�hrhaften Holzes h�tte befreien wollen, w�re es ihm bei dieser Anzeige m�glich gewesen, der Beklagten Nachlieferung anzubieten. In ihrer M�ngelr�ge lehnte die Beklagte die Abnahme der Ware ab und stellte die gesamte Lieferung dem Kl�ger zur Abholung bereit. Der Kl�ger konnte, entgegen der Auffassung der Vorinstanz, schon aus der Anzeige ersehen, dass die Beklagte die M�ngel als schwerwiegend erachtete und musste daher mit der Wandelung rechnen - sofern nicht �berhaupt anzunehmen ist, dass die Beklagte bereits mit der M�ngelr�ge Wandelung erkl�rte. Schliesslich kann der Vorinstanz nicht gefolgt werden, wenn sie anzunehmen scheint, der Verk�ufer m�sse aufgrund der M�ngelanzeige die materielle Begr�ndetheit der R�ge pr�fen k�nnen. Die Anzeige hat lediglich die Wahrnehmung der K�uferin zu vermitteln. Wenn ihr der Verk�ufer nicht glaubt, sind Beweismassnahmen vorzukehren. Dies wurde dem Verk�ufer mit der M�ngelr�ge der K�uferin vom 22. Januar 1999 erm�glicht.
2.4. Die M�ngelr�ge der Beklagten vom 22. Januar 1999 gen�gt den inhaltlichen Anforderungen von Art. 201 OR an die Substanziierung. Dies hat die Vorinstanz verkannt indem sie die M�ngelanzeige als ungen�gend erachtete.
3. Liegt ein Fall der Gew�hrleistung wegen M�ngeln der Kaufsache vor, so hat der K�ufer die Wahl, mit der Wandelungsklage den Kauf r�ckg�ngig zu machen oder mit der Minderungsklage Ersatz des Minderwertes der Sache zu fordern (Art. 205 Abs. 1 OR). Auch wenn Wandelungsklage erhoben wird, steht es dem Richter frei, bloss Ersatz des Minderwertes zuzusprechen, sofern die Umst�nde es nicht rechtfertigen, den Kauf r�ckg�ngig zu machen (Art. 205 Abs. 2 OR).
Die Vorinstanz hat offen gelassen, ob die Ware �berhaupt mangelhaft war. Sie hat entgegen der ersten Instanz angenommen, es sei ohne Beweisverfahren wohl kaum m�glich, aufgrund der Akten einen Mangel zu bejahen. Damit fehlen die erforderlichen tats�chlichen Feststellungen zur Beurteilung, ob die Beklagte die Gew�hrleistung zu Recht beansprucht hat, und ob gegebenenfalls der Mangel so schwer wog, dass Wandelung gerechtfertigt sei. Weder der Hauptantrag der Beklagten auf Abweisung der Klage, noch die Antr�ge des Kl�gers auf Best�tigung des angefochtenen Urteils und Verpflichtung der Beklagten zur Bezahlung des vollen Kaufpreises, und auch nicht der Eventualantrag des Kl�gers auf einen geminderten Kaufpreis, lassen sich gest�tzt auf die tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz beurteilen.
4. Die Berufung ist im Sinne des Eventualantrages der Beklagten teilweise gutzuheissen, der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung im Sinne von Art. 64 OG an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Die Beklagte obsiegt mit ihren Rechtsbegehren somit teilweise. Die materielle Frage der Mangelhaftigkeit ist noch offen. Dies rechtfertigt 3/4 der Gerichtskosten dem Kl�ger und 1/4 der Beklagten aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 3 OG). Dementsprechend hat der Kl�ger der Beklagten eine reduzierte Parteientsch�digung zu bezahlen (Art. 159 Abs. 3 OG).
���- 1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen. Das Urteil des Obergerichts des Kantons Thurgau vom 10. Juli 2001 wird aufgehoben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
�� - 2. Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 2'000.-- wird zu � dem Kl�ger und zu � der Beklagten auferlegt.
�� - 3. Der Kl�ger hat der Beklagten eine reduzierte Parteientsch�digung von Fr. 1'500.-- zu bezahlen.
�� - 4. Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt.