Source: https://findok.bmf.gv.at/findok?stammNr=63710
Timestamp: 2018-01-21 22:13:21
Document Index: 198198878

Matched Legal Cases: ['§ 18', '§ 23', '§ 33', '§ 16', '§ 16', '§ 276', '§ 276']

Berufungsentscheidung - Steuer (Referent) des UFSF vom 23.01.2013, RV/0445-F/12
Der Unabhängige Finanzsenat hat über die Berufung der Bw., Gde X, H-Straßexx, vom 8. August 2012 gegen den Bescheid des Finanzamtes Feldkirch vom 30. Juli 2012 betreffend Einkommensteuer (Arbeitnehmerveranlagung) für das Jahr 2011 entschieden:
- 1.065,00 € 21.692,72 €
Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit: LY LZPendlerpauschale lt. Lohnzettel Pendlerpauschale lt. Veranlagung Werbungskosten, die der Arbeitgeber nicht berücksichtigen konnte
23.681,57 € 702,40 € 0,00 € - 1.961,00 € - 279,00 €
22.143,97 €
Sonderausgaben (§ 18 EStG 1988): Viertel der Aufwendungen für Personenversicherungen, Wohnraumschaffung und -sanierung, Genussscheine und junge Aktien (Topf-Sonderausgaben) Kirchenbeitrag
- 251,25 € - 200,00 €
Außergewöhnliche Belastungen: Aufwendungen vor Abzug des Selbstbehaltes (§ 23 (4) EStG 1988) Selbstbehalt
- 77,59 € 77,59 €
21.692,72 €
Die Einkommensteuer gem. § 33 Abs. 1 EStG 1988 beträgt: (21.692,72 - 11.000,00) x 5.110,00 / 14.000,00
3.902,84 €
3.778,67 €
Steuer sonstige Bezüge wie zB 13. und 14. Bezug (220) nach Abzug der darauf entfallenden SV-Beiträge (225) und des Freibetrages von 620 € mit 6%
- 4.774,57 €
Die Berufungswerberin (in der Folge kurz: Bw.) bezog im Berufungsjahr einerseits vom 1. Jänner bis 30. November beim L Y, Gd Y, C-Straßeyy, und andererseits vom 1. Dezember bis 31. Dezember beim L Z, G Z, C-Gassezz, als P nichtselbständige Einkünfte. Ihr Wohnsitz befand sich im Berufungsjahr unstrittig in Gde X, H-Straßexx.
Mit ihrer am 30. Mai 2012 beim Finanzamt eingelangten Erklärung zur Arbeitnehmerveranlagung 2011 begehrte die Bw. ua. unter dem Titel "Pendlerpauschale - tatsächlich zustehender Betrag" die Berücksichtigung von 3.580,00 € [Pauschbetrag (sog. großes Pendlerpauschale) für 11 Monate für eine einfache Fahrtstrecke ab 60 km sowie Pauschbetrag (sog. großes Pendlerpauschale) für einen Monat für eine einfache Fahrtstrecke ab 40 km] als Werbungskosten.
Nach einem entsprechenden Vorhalteverfahren [vgl. das Ergänzungsersuchen des Finanzamtes vom 25. Juli 2012, wonach die Bw. ua. ersucht wurde, die genaue Adresse der Wohn- und Arbeitsstätte bekannt zu geben, weiters zu erklären, ob die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels zumindest hinsichtlich des halben Arbeitsweges an mehr als der Hälfte der Arbeitstage im jeweiligen Lohnzahlungszeitraum un- oder zumutbar im Sinne des § 16 EStG 1988 gewesen ist, wie viel Zeit sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln für den einfachen Arbeitsweg benötigt hätte, wie oft sie im Monat an dieser Arbeitsstätte arbeiten musste bzw. ob sie fixe Arbeitszeiten oder ob sie Gleitzeitmöglichkeit hatte, und ihre täglichen Arbeitszeiten mittels geeigneter Unterlagen (zB Schichtpläne, Bestätigung des Arbeitgebers) zu belegen] wurde die Bw. mit Bescheid vom 31. Juli 2012 zur Einkommensteuer 2011 veranlagt; dabei berücksichtigte das Finanzamt ua. (nur) das sog. kleine Pendlerpauschale gemäß § 16 Abs. 1 Z 6 lit. b EStG 1988 für eine einfache Fahrtstrecke ab 40 km mit einem jährlichen Pauschbetrag von 1.356,00 € und führte dazu im Wesentlichen begründend aus, dass nur die kleine Pendlerpauschale ab 40 km zustehe, da auf der überwiegenden Wegstrecke Massenverkehrsmittel verkehrten und mit diesen der Arbeitsplatz innerhalb der zumutbaren Zeit zu den Beginn- und Endzeiten der Arbeit erreichbar sei [vgl. zusätzliche Bescheidbegründung (Verf67) vom 31. Juli 2012].
Dagegen erhob die Bw. mit Anbringen vom 8. August 2012 Berufung, verwies dabei auf persönlich beigebrachte Beilagen und brachte in Bezug auf die geltend gemachte Pendlerpauschale im Zusammenhang mit ihrer Arbeitsstätte in Y ergänzend vor, dass sie mit dem ersten Bus ab X um 6.03 Uhr um 8.00 Uhr im L Y ankomme, Arbeitsbeginn (Mo - Fr) aber um 7.15 Uhr sei.
Nach teilweiser Stattgabe der gegenständlichen Berufung mit Einkommensteuerbescheid 2011 (Berufungsvorentscheidung gemäß § 276 BAO) vom 21. September 2012 [dabei bestätigte das Finanzamt ua. den Ansatz der sog. kleine Pendlerpauschale für eine einfache Fahrtstrecke ab 40 km iHv 1.356,00 €; auf die zusätzliche Bescheidbegründung (Verf67) vom 17. September 2012 wird an dieser Stelle verwiesen] beantragte die Bw. mit Anbringen (FinanzOnline) vom 1. Oktober 2012, die gegenständliche Berufung der Abgabenbehörde zweiter Instanz zur Entscheidung vorzulegen, und brachte in Erwiderung auf die Berufungsvorentscheidung im Wesentlichen noch vor, dass sie 2011 in Y gearbeitet habe und es unzumutbar gewesen sei, diese Arbeitsstätte mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.
Uneinigkeit besteht im konkreten Fall allein (noch) darüber, in welcher Höhe unter dem Titel "Pendlerpauschale" ein Werbungskostenabzug vorgenommen werden kann.
Unter Zugrundelegung der obigen rechtlichen Überlegungen sind im gegenständlichen Fall betreffend die Arbeitsstätte LY (Gd Y, C-Straßeyy; vom 1. Jänner 2011 bis 30. November 2011) für die Zurücklegung des Arbeitsweges "Wohnung - Arbeitsstätte" eine Fahrt mit dem (Privat-)Pkw zwischen der Wohnung der Bw. (X, H-Straßexx) und dem Bahnhof S (nach Routenplaner "ViaMichelin": 8,5 km, 11 min), weiters Zugfahrten mit der M-Bahn bzw. der ÖBB vom Bahnhof S nach Bahnhof B (13 Tarif km, 19 min mit dem Regionalzug) bzw. vom Bahnhof B nach Bahnhof Y (60 Tarif km, 65 min mit dem Regionalzug) und eine Fahrt mit dem Stadtbus Y (Liniexy; nach Routenplaner "ViaMichelin": 1,7 km; Fahrzeit ca. 7 min) von Y Bahnhof (Vorplatz) nach Y L zu unterstellen. Bezogen auf die Arbeitsstätte LZ (G Z, C-Gassezz; vom 1. Dezember 2011 bis 31. Dezember 2011) ist von einer Fahrt mit dem (Privat-)Pkw zwischen der Wohnung der Bw. (X, H-Straßexx) und dem Bahnhof S (nach Routenplaner "ViaMichelin": 8,5 km, 11 min), weiters von Zugfahrten mit der M-Bahn bzw. der ÖBB vom Bahnhof S nach Bahnhof B (13 Tarif km, 19 min mit dem Regionalzug) bzw. vom Bahnhof B nach Bahnhof Z (21 Tarif km, 20 min mit dem Regionalzug) und einer Fahrt mit dem Stadtbus Z (Linienxyyz; nach Routenplaner "ViaMichelin": 2,5 km; Fahrzeit ca. 8 min) von Z Bahnhof (Vorplatz) nach T (Z) L auszugehen.
Bezogen auf die Arbeitszeiten der Bw. (von der Bw. wurde diesbezüglich - trotz entsprechender Urgenz - lediglich betreffend ihrer Arbeitsstätte in Y vorgebracht, dass sie ihre Arbeit von Montag bis Freitag um 7.15 Uhr beginne) war im konkreten Fall von folgendem Arbeitsweg der Bw. (Wohnung-Arbeitsstätte-Wohnung) bzw. von folgenden Abfahrts- und Ankunftszeiten (unter Einschluss von Wartezeiten während der Fahrt und bei der Arbeitsstätte) auszugehen [vgl. die Kursbücher des Verkehrsverbundes Vorarlberg, Fahrplan 11 (gültig vom 12. Dezember 2010 bis 10. Dezember 2011) sowie Fahrplan 12 (gültig vom 11. Dezember 2011 bis 8. Dezember 2012); siehe auch unter http://www.vmobil.at/ sowie unter http://fahrplan.oebb.at/bin/query.exe/dn]:
Arbeitsstätte LY:
Hinfahrt: Pkw (ca. 11 min) von der Wohnung zum Bahnhof S ab ca. 5.24 Uhr, Park-, Umsteige- bzw. Wartezeit (5 min), M-Bahn Bahnhof S ab 5.40 Uhr/Bahnhof B an 5.59 Uhr, Umsteigezeit, ÖBB-Rex Bahnhof B ab 6.05 Uhr/Bahnhof Y an 6.49 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit, Stadtbus Y (Liniexy) Y Bahnhof ab 6.53 Uhr/YL an 7.00 Uhr, Wartezeit bis 7.15 Uhr.
Rückfahrt: zB - Stadtbus (Liniexy) YL ab 15.57 Uhr/Y Bahnhof an 16.04 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit, ÖBB-IC Bahnhof Y ab 16.11 Uhr/Bahnhof B an 16.55 Uhr, Umsteigezeit, M-Bahn Bahnhof B ab 17.08 Uhr/Bahnhof S an 17.27 Uhr, Umsteigezeit (ca. 5 min), Pkw (ca. 11 min) vom Bahnhof S zur Wohnung, Wohnung an 17.43 Uhr; - Stadtbus (Liniexy) YL ab 16.27 Uhr/Y Bahnhof an 16.34 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit, ÖBB-Rex Bahnhof Y ab 16.40 Uhr/Bahnhof B an 17.29 Uhr, Umsteigezeit, M-Bahn Bahnhof B ab 17.33 Uhr/Bahnhof S an 17.52 Uhr, Umsteigezeit (ca. 5 min), Pkw (ca. 11 min) vom Bahnhof S zur Wohnung, Wohnung an 18.08 Uhr; - Stadtbus (Liniexy) YL ab 16.57 Uhr/Y Bahnhof an 17.04 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit, ÖBB-Rex Bahnhof Y ab 17.10 Uhr/Bahnhof B an 18.02 Uhr, Umsteigezeit, M-Bahn Bahnhof B ab 18.05 Uhr/Bahnhof S an 18.24 Uhr, Umsteigezeit (ca. 5 min), Pkw (ca. 11 min) vom Bahnhof S zur Wohnung, Wohnung an 18.40 Uhr; - Stadtbus (Liniexy) YL ab 17.27 Uhr/Y Bahnhof an 17.34 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit, ÖBB-Rex Bahnhof Y ab 17.40 Uhr/Bahnhof Z an 18.09 Uhr, Umsteigezeit, ÖBB-RJ Bahnhof Z ab 18.12 Uhr/B Bahnhof an 18.24 Uhr, Umsteigezeit, M-Bahn Bahnhof B ab 18.34 Uhr/Bahnhof S an 18.53 Uhr, Umsteigezeit (ca. 5 min), Pkw (ca. 11 min) vom Bahnhof S zur Wohnung, Wohnung an 19.09 Uhr.
Arbeitsstätte LZ:
Hinfahrt: zB - Pkw (ca. 11 min) von der Wohnung zum Bahnhof S ab ca. 5.24 Uhr, Park-, Umsteige- bzw. Wartezeit (5 min), M-Bahn Bahnhof S ab 5.40 Uhr/Bahnhof B an 5.59 Uhr, Umsteigezeit, ÖBB-Rex Bahnhof B ab 6.05 Uhr/Bahnhof Z an 6.16 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit, Stadtbus Z (Linieyx) Z Bahnhof (Vorplatz) ab 6.19 Uhr/T (Z) L an 6.26 Uhr; - Pkw (ca. 11 min) von der Wohnung zum Bahnhof S ab ca. 6.14 Uhr, Park-, Umsteige- bzw. Wartezeit (5 min), M-Bahn Bahnhof S ab 6.30 Uhr/Bahnhof B an 6.49 Uhr, Umsteigezeit, ÖBB-Rex Bahnhof B ab 6.56 Uhr/Bahnhof Z an 7.11 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit, Stadtbus Z (Linieyx) Z Bahnhof (Vorplatz) ab 7.15 Uhr/T (Z) L an 7.22 Uhr; - Pkw (ca. 11 min) von der Wohnung zum Bahnhof S ab ca. 6.49 Uhr, Park-, Umsteige- bzw. Wartezeit (5 min), M-Bahn/ÖBB-Rex Bahnhof S ab 7.05 Uhr/Bahnhof Z an 7.45 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit, Stadtbus Z (Linieyx) Z Bahnhof (Vorplatz) ab 7.49 Uhr/T (Z) L an 7.56 Uhr.
Rückfahrt: zB - Stadtbus (Linieyz) T (Z) L ab 15.30 Uhr/Z Bahnhof (Vorplatz) an 15.38 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit, ÖBB-Rex/M-Bahn Bahnhof Z ab 15.44 Uhr/Bahnhof S an 16.23 Uhr, Umsteigezeit (ca. 5 min), Pkw (ca. 11 min) vom Bahnhof S zur Wohnung, Wohnung an 16.39 Uhr; - Stadtbus (Linieyz) T (Z) L ab 16.00 Uhr/Z Bahnhof (Vorplatz) an 16.08 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit, ÖBB-RJ Bahnhof Z ab 16.12 Uhr/Bahnhof B an 16.24 Uhr, Umsteigezeit, M-Bahn Bahnhof B ab 16.34 Uhr/Bahnhof S an 16.53 Uhr, Umsteigezeit (ca. 5 min), Pkw (ca. 11 min) vom Bahnhof S zur Wohnung, Wohnung an 17.09 Uhr; - Stadtbus (Linieyz) T (Z) L ab 16.30 Uhr/Z Bahnhof (Vorplatz) an 16.38 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit, ÖBB-IC Bahnhof Z ab 16.43 Uhr/Bahnhof B an 16.55 Uhr, Umsteigezeit, M-Bahn Bahnhof B ab 17.08 Uhr/Bahnhof S an 17.27 Uhr, Umsteigezeit (ca. 5 min), Pkw (ca. 11 min) vom Bahnhof S zur Wohnung, Wohnung an 17.43 Uhr; - Stadtbus (Linieyz) T (Z) L ab 17.00 Uhr/Z Bahnhof (Vorplatz) an 17.08 Uhr, Umsteige- bzw. Wartezeit, ÖBB-Rex Bahnhof Z ab 17.14 Uhr/Bahnhof B an 17.29 Uhr, Umsteigezeit, M-Bahn Bahnhof B ab 17.33 Uhr/Bahnhof S an 17.52 Uhr, Umsteigezeit (ca. 5 min), Pkw (ca. 11 min) vom Bahnhof S zur Wohnung, Wohnung an 18.08 Uhr.
Angesichts dieser durchaus günstigen Verkehrsverbindungen gelangte der Unabhängige Finanzsenat zur Überzeugung, dass der Bw. im streitgegenständlichen Zeitraum überwiegend (an mehr als der Hälfte ihrer Arbeitstage) auf weit mehr als dem halben Arbeitsweg zur erforderlichen Zeit ein öffentliches Verkehrsmittel zur Verfügung stand und damit im konkreten Fall Unzumutbarkeit der Benützung von Massenverkehrsmitteln wegen tatsächlicher Unmöglichkeit nicht vorliegt. Notwendig wäre die Feststellung gewesen, dass an mehr als der Hälfte ihrer Arbeitstage tatsächlich die Arbeitszeit so geartet war, dass die Benützung des Massenbeförderungsmittels zumindest hinsichtlich der halben Fahrtstrecke nicht möglich, somit nicht zumutbar war. Gegenständlich wurde von der Bw. jedoch nicht entsprechend nachgewiesen, dass ihr überwiegend die Benützung des öffentlichen Verkehrsmittels bei der An- bzw. Heimfahrt unmöglich gewesen wäre. Die Gewährung des sog. großen Pendlerpauschales ist im Übrigen ausschließlich nach objektiven Kriterien der Benützungsmöglichkeit des öffentlichen Verkehrsmittels zu beurteilen. An dieser Stelle wird auch nochmals darauf hingewiesen, dass der Gesetzgeber des EStG 1988 grundsätzlich für Fahrten des Dienstnehmers zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nicht den Individualverkehr und die Benützung eines Kfz, sondern die Benützung eines Massenbeförderungsmittels steuerlich berücksichtigt wissen will.
Zur Frage, ob gegenständlich von Unmöglichkeit wegen langer Anfahrtszeit auszugehen ist oder nicht, ist Folgendes zu sagen: Da im vorliegenden Fall die Gesamtwegzeit (unter Einschluss von Park-, Umsteige- bzw. Wartezeiten während der Fahrt und an der Arbeitsstätte) bei kombinierter Benützung privater und öffentlicher Verkehrsmittel für die einfache Strecke - wie oben dargelegt - einerseits im Hinblick auf die Arbeitsstätte in Y maximal 111 Minuten und hinsichtlich der Arbeitsstätte in Z maximal 73 Minuten beträgt, kann - bezogen auf die oben dargestellte Rechtslage bzw. auf die der einheitlichen Verwaltungsübung dienenden Verwaltungspraxis - von einer auf Grund langer Wegzeit verwirklichten "Unzumutbarkeit" der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel nicht ausgegangen werden, zumal diese einerseits bezogen auf die Arbeitsstätte in Y zwar 90 Minuten überschreitet jedoch nicht mehr als drei Mal so lang ist wie jene mit dem Pkw und andererseits bezogen auf die Arbeitsstätte Z weder 90 Minuten überschreitet noch mehr als drei Mal so lang ist wie jene mit dem Pkw [mittels Routenplaner "ViaMichelin" (empfohlene Strecke) ermittelt sich als maßgebliche Vergleichsgröße eine (einfache) Fahrtdauer mit dem Pkw von 60 Minuten (Arbeitsstätte Y) bzw. von 42 Minuten (Arbeitsstätte Z)].
Angesichts dieser Ausführungen kann im Berufungsfall von der Erfüllung des Tatbestandes "Unzumutbarkeit", den der Gesetzgeber für die Zuerkennung des "großen" Pendlerpauschales voraussetzt, keine Rede sein und war daher - gerade auch im Sinne einer gleichmäßigen Besteuerung aller Steuerpflichtigen - im Hinblick auf die Arbeitsstätte in Y das sog. kleine Pendlerpauschale für eine einfache Fahrtstrecke ab 60 km für elf Monate (Jänner 2011 bis November 2011) in Höhe von 1.848,00 € (11 Monate x 168,00 €) und bezogen auf die Arbeitsstätte in Z das sog. kleine Pendlerpauschale für eine einfache Fahrtstrecke ab 40 km für einen Monat (Dezember 2011) in Höhe von 113,00 € (gesamt somit 1.961,00 €) als Werbungskosten zu berücksichtigen (die Wegstrecken wurden anhand der oben angegebenen Tarifkilometer zuzüglich Anfahrts- oder Gehwege zu den jeweiligen Ein- und Ausstiegsstellen nach Aufrundung bemessen; dabei ergab sich im Hinblick auf die Arbeitsstätte in Y eine einfache Fahrtstrecke von 84 km und betreffend die Arbeitsstätte in Z von 46 km). Gleichzeitig schließt sich der Unabhängige Finanzsenat auch den zu Gunsten der Bw. vorgenommenen, unbestritten gebliebenen Änderungen des Finanzamtes im Einkommensteuerbescheid 2011 (Berufungsvorentscheidung gemäß § 276 BAO) vom 21. September 2012 an.
Findok-Nr: 63710.1, aufgenommen am: 31.01.2013 10:36:16, Dokument-ID: c50bbbff-36d9-4ca4-a3a3-87443b519d29, Segment-ID: 7a55551f-fe59-4982-9ddf-ef5a06f11b28