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Timestamp: 2019-11-13 08:30:05
Document Index: 361920484

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 26', '§ 31', '§ 5', '§ 3', '§ 2']

428.513 - Verordnung über die integrative Schulung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen, die Sonderschulung sowie die besonderen Förder- und Stützmassnahmen (V Sonderschulung)
über die integrative Schulung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen, die Sonderschulung sowie die besonderen Förder- und Stützmassnahmen
(V Sonderschulung)
Vom 08.11.2006 (Stand 01.08.2013)
Integrative Schulung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen, Sonderschulung sowie besondere Förder- und Stützmassnahmen sind Teil des Bildungsauftrags der Volksschule.
Die Behinderung bei Kindern und Jugendlichen besteht in einer stark eingeschränkten Funktionsfähigkeit ihrer Aktivitäten und Partizipation gemäss der InternationaI Classification of Function, Disability and Health (ICF, Version 2001), die ausgelöst wird durch
a) hemmende Umweltfaktoren gemäss ICF und
b) ausgeprägte Beeinträchtigungen und Störungen von Körperfunktionen gemäss der International Classification of Diseases (ICD-10, Version 2007) wie namentlich eine
1. gesundheitliche oder körperliche Beeinträchtigung in Form von umschriebenen Entwicklungsstörungen der motorischen Funktionen und weiteren bleibenden Störungen von Organen,
2. sensorische Beeinträchtigung des Sehens, des Hörens und der Selbstwahrnehmung in Raum und Zeit,
3. tiefgreifende Entwicklungsstörung,
4. Intelligenzminderung mit einem Intelligenzquotienten (IQ) tiefer 70,
5. schwere Störung des Sprechens und der Sprache,
6. soziale Beeinträchtigung, die die eigene Entwicklung oder diejenige von Mitmenschen gefährdet.
2. Integrative Schulung
Die Schulung eines Kinds oder Jugendlichen mit einer Behinderung gemäss § 2a erfolgt integrativ im Regelkindergarten, in der Regel-, Einschulungs- oder Kleinklasse, sofern *
a) die Inhaber der elterlichen Sorge einverstanden sind,
e) * die Schulleitung des Schulorts und der Schulpsychologische Dienst die integrative Schulung insgesamt positiv beurteilen.
Die Schulpflege am Aufenthaltsort des Kinds oder Jugendlichen entscheidet über die integrative Schulung beziehungsweise deren Weiterführung.
Der Schulpsychologische Dienst führt mit Einverständnis der Inhaber der elterlichen Sorge die notwendigen Abklärungen durch, ermittelt den Bildungs- und Förderbedarf des Kinds oder Jugendlichen mittels standardisiertem Abklärungsverfahren, erstellt einen Fachbericht und gibt eine Empfehlung zur künftigen Schulung ab. Abklärungen anderer Fachstellen und Fachpersonen können mitberücksichtigt werden. *
Die Schulpflege überprüft jeweils rechtzeitig vor Ende des Schuljahres, ob die Voraussetzungen für die integrative Schulung auch für das folgende Schuljahr erfüllt sind. Sie kann diese Aufgabe der Schulleitung übertragen.
Förderunterricht *
Für Kinder und Jugendliche mit einer Intelligenzminderung oder einer sozialen Beeinträchtigung werden bis zu sechs Wochenlektionen Förderunterricht bewilligt. *
Anstelle von Förderunterricht mit schulischer Heilpädagogik kann der Einsatz einer Assistenzperson bewilligt werden. Dabei entspricht der Wert einer Jahreslektion Förderunterricht 110 Arbeitsstunden einer Assistenzperson. *
Zuständig für die Bewilligung ist das Departement Bildung, Kultur und Sport auf Antrag der Schulpflege am Aufenthaltsort des Kinds oder Jugendlichen.
Die Schulleitung plant den Förderunterricht in Zusammenarbeit mit den beteiligten Lehrpersonen. Bei Bedarf kann das Inspektorat beigezogen werden. *
Der Förderunterricht wird von Fachpersonen erteilt, die über eine entsprechende Ausbildung verfügen. *
Für Kinder und Jugendliche mit einer schweren Störung des Sprechens und der Sprache werden bis zu sechs Wochenlektionen Sprachheilunterricht gemäss § 26 bewilligt. *
Die Schulleitung plant den Sprachheilunterricht in Zusammenarbeit mit den beteiligten Lehrpersonen. Bei Bedarf kann das Inspektorat beigezogen werden. *
Bezüglich Durchführung des Sprachheilunterrichts und Transportkosten sind die §§ 31 und 36 anwendbar.
Für Kinder und Jugendliche mit einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung werden zusätzlich bis zu sechs Wochenlektionen Förderunterricht gemäss § 5 bewilligt. *
Grundsätzlich gelten für die integrativ geschulten Kinder und Jugendlichen mit Behinderungen die Bildungsziele des Regelkindergartens beziehungsweise der Regelschule. Je nach Behinderung wird in einzelnen Fächern oder generell davon abgewichen und es werden von der Schule Bildungsziele festgelegt, die den individuellen Möglichkeiten und Perspektiven der Kinder und Jugendlichen angepasst sind. Gestützt darauf erfolgt an den ordentlichen Promotionsterminen eine individuelle Beurteilung gemäss den Regelungen der Verordnung über die Laufbahnentscheide an der Volksschule (Promotionsverordnung) vom 19. August 2009[3]. *
Notwendige Transportkosten meint die kostengünstigste Variante für Fahrten der Schülerinnen und Schüler mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Wohnort zur Schule und umgekehrt an Schultagen beziehungsweise am Anfang und am Ende der Schulwoche bei stationärer Sonderschulung. Ist der Transport mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Sammeltransport der Schule im Einzelfall nicht zumutbar, werden für die Verwendung eines privaten Transportmittels pro Kilometer 45 Rappen (Personenwagen) beziehungsweise 18 Rappen (Motorrad) oder die Auslagen für Taxifahrten vergütet. *
a) die Voraussetzungen für integrative Schulung gemäss § 3 geprüft und als nicht erfüllt beurteilt wurden,
Das wöchentliche Unterrichtspensum ist auf fünf Vormittage und mindestens zwei Nachmittage zu verteilen. Im Übrigen gelten bezüglich Stundenplangestaltung, Unterrichtszeiten und Lektionsdauer grundsätzlich die entsprechenden Bestimmungen zur Regelschule. Lektionsdauer und Lektionsinhalte können den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler angepasst werden, wobei das wöchentliche Unterrichtspensum einzuhalten ist. *
Sozialberatung für Eltern mit behinderten Säuglingen und Kleinkindern
Sozialberatung für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern, die behindert oder in ihrer Gesamtentwicklung beeinträchtigt sind, umfasst
Die Sozialberatung endet in der Regel mit dem Eintritt in den Kindergarten.
b) Logopädie und Legasthenietherapie,
Behinderungsspezifische Beratung und Begleitung für Kinder und Jugendliche mit einer gesundheitlichen oder körperlichen Beeinträchtigung, einer sensorischen Beeinträchtigung oder einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung gemäss § 2a lit. b Ziff. 1–3 umfasst *
d) notwendige Betreuung während des Unterrichts bei Pflegebedürftigkeit.
Die Zuweisung zum Sprachheilunterricht erfolgt mit dem Einverständnis der Inhaber der elterlichen Sorge durch die Schulpflege am Schulort. *
Die Zuweisung zur Logopädie setzt eine Abklärung durch eine Logopädin oder einen Logopäden voraus.
Zur Früherkennung von sprachlichen inklusive schriftsprachlichen Beeinträchtigungen führen die Gemeinden von der Einschulung bis zum Ende der 1. Klasse der Primarschule Reihenuntersuchungen durch. *
Auf jeweils 100 Kinder, die den Regelkindergarten, die Primarschule oder ein entsprechendes Angebot einer Privatschule in der Gemeinde besuchen, werden der Gemeinde oder dem Sprachheilverband pro Schuljahr 7,25 Wochenlektionen zugesprochen. Basis für die Berechnung bilden die Schülerzahlen des Vorjahrs. *
Für die Zuweisung der integrativ geschulten Kinder und Jugendlichen zur behinderungsspezifischen Beratung und Begleitung ist die Schulpflege des Schulorts zuständig. Bei Kindern im Vorschulalter entscheidet die Leitung des Beratungs- und Begleitdiensts über deren Aufnahme.
Die Leitung des Beratungs- und Begleitdiensts entscheidet nach fachlichen Kriterien über den wirkungsvollsten Einsatz der vorhandenen Ressourcen.
Für Massnahmen eines vom Kanton nicht anerkannten Beratungs- und Begleitdiensts entfällt jede Leistungspflicht von Kanton und Gemeinden.
Planung, Umsetzung und Zielerreichung des Unterrichts werden vom Inspektorat mindestens einmal jährlich überprüft. Erweist sich der Unterricht als ungenügend, beantragt die zuständige Inspektorin oder der zuständige Inspektor der Schulpflege die Zuweisung des Kinds oder Jugendlichen in die öffentliche Schule.