Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=Ss%20477/00
Timestamp: 2018-10-23 08:40:13
Document Index: 62290442

Matched Legal Cases: ['§ 53', '§ 316', 'BGH', 'BGH', '§ 74', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 74', '§ 74', 'BGH', 'BGH', '§ 74', 'BGH']

OLG Köln, 09.01.2001 - Ss 477/00 - 273 - dejure.org
OLG Köln, 09.01.2001 - Ss 477/00 - 273
Strafprozessrecht: Verfahrensrüge wegen eines Verwertungsverbots bezüglich der Aussage eines nicht belehrten Beschuldigten
Anforderungen an die Blutalkoholkonzentration bei einer relativen Fahruntüchtigkeit; Grenzwert der absoluten Fahruntüchtigkeit; Übergang einer Informationssammlung durch den Polizeibeamten in eine Beschuldigtenvernehmung; Berücksichtigung von Vorstrafen im Hinblick auf ihre Bedeutung und Schwere für die Strafzumessung
Die Aufhebung des Strafausspruchs bedingt daher auch die Aufhebung der Maßregelanordnung, wenn diese auf Charaktermängel des Angeklagten gestützt ist (SenE v. 05.01.2001 - Ss 526/00 - SenE v. 09.01.2001 - Ss 477/00 - = VRS 100, 123 [129]; SenE v. 05.11.2002 - Ss 427/02 - OLG Koblenz zfs 2008, 229 [323]).
Der Senat hat bislang - unter Berufung auf eben diese Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs - stets die Auffassung vertreten, den Urteilsgründen des Tatrichters müsse zu entnehmen sein, dass er sich des ihm in § 53 Abs. 2 S. 2 StGB eingeräumten Ermessens bewusst war; die Bildung der Gesamtfreiheitsstrafe unter Ausübung dieses Ermessens bedürfe zudem einer besonderen Begründung, sofern sich die Gesamtfreiheitsstrafe im Vergleich zum Bestehenbleiben der Geldstrafe als das schwerere Strafübel darstelle (SenE v. 10.11.1981 - Ss 723/81 - SenE v. 22.10.1982 - Ss 228/82 - SenE v. 20.03.1987 - Ss 122/87 - SenE v. 09.01.2001 - Ss 477/00 - = VRS 100, 123 [130]; SenE v. 14.03.2003 - Ss 54/03 - SenE v. 25.05.2004 - Ss 200/04 -).
Entbehrlich sei ein Eingehen auf die Fragestellung andererseits, wenn auszuschließen sei, dass die Bildung der Gesamtfreiheitsstrafe unter Einbeziehung der Geldstrafe im Vergleich zur gesonderten Verhängung der Geldstrafe als das schwerere Übel erscheine (SenE v. 24.10.2000 - Ss 424/00 - SenE v. 09.01.2001 - Ss 477/00 - = VRS 100, 123 [130]; SenE v. 06.06.2001 - Ss 204-205/01 - SenE v. 08.06.2001 - Ss 221/01 - SenE v. 13.07.2001 - Ss 247/01 - SenE v. 25.05.2004 - Ss 200/04 -).
Die Bildung der Gesamtfreiheitsstrafe sei das schwerere Strafübel, wenn wegen der Einbeziehung der Geldstrafe die Freiheitsstrafe erhöht wird (SenE v. 12.11.1982 - Ss 792/82 - SenE v. 24.10.2000 - Ss 424/00 - m. w. Nachw.; SenE v. 09.01.2001 - Ss 477/00 - = VRS 100, 123 [130]; SenE v. 06.06.2001 - Ss 204-205/01 - m. w. Nachw.; SenE v. 13.07.2001 - Ss 247/01 - m. w. Nachw.; SenE v. 25.05.2004 - Ss 200/04 -).
OLG Köln, 03.08.2010 - 1 RVs 142/10
Dabei kommt es nicht darauf an, wie sich irgendein nüchterner Kraftfahrer oder der durchschnittliche Kraftfahrer ohne Alkoholeinfluß verhalten hätte, sondern festzustellen ist, dass der Angeklagte sich ohne Alkohol anders verhalten hätte (…SenE a.a.O.; SenE v. 09.01.2001 - Ss 477/00 - = VRS 100, 123 = VM 2001 Nr. 57 - jeweils mit Nachweisen;… Fischer, StGB, 57. Auflage, § 316 Rn. 34).
Andererseits haben Fehlleistungen, die erfahrungsgemäß auch nüchternen Fahrern bisweilen unterlaufen, geringeren Indizwert (Senat VRS 100, 123 mit Nachweisen).
Insoweit hat der Tatrichter Zeitpunkt, Art und Höhe der Vorverurteilungen sowie zudem in knapper, jedoch aussagekräftiger Form auch den ihnen zugrundeliegenden Sachverhalt wiederzugeben (KG NStZ-RR 2000, 68 (K/R); OLG Frankfurt StV 1995, 27 u. StV 1989, 155; OLG Koblenz StV 1994, 291; st. Senatsrechtsprechung: SenE v. 09.01.2001 - Ss 477/00 - = VRS 100, 123 (129); SenE v. 10.01.2003 - Ss 554/02 - SenE v. 04.02.2003 - Ss 17/03 - SenE v. 18.03.2003 - Ss 105/03 - SenE v. 04.04.2003 - Ss 94-95/03-; SenE v. 11.04.2003 - Ss 269/02 - SenE vom 05.06.2003, Ss 217/03).
Neben dem Gegenstand und dem Zeitpunkt der Verurteilung, der Art und der Höhe der Strafen sind daher in der Regel die den als belastend eingestuften Vorverurteilungen zugrundeliegenden Sachverhalte zwar knapp, aber doch in einer aussagekräftigen Form zu umreißen (vgl. OLG Frankfurt StV 1995, 27; st. Senatsrechtsprechung, vgl. nur VRS 70, 210; VRS 100, 123; SenE v. 30.01.2007 - 81 Ss 7/07 -).
OLG Köln, 18.02.2003 - Ss 36/03
Neben dem Zeitpunkt der Verurteilung und der Art und Höhe der Strafen sind daher in der Regel die den als belastend eingestuften Vorverurteilungen zugrunde liegenden Sachverhalte zwar knapp, aber doch in einer aussagekräftigen Form zu umreißen (BGH NStZ 1996, 266 f.; ständige Senatsrechtsprechung; vgl. Senat StV 1996, 321 ff.; Senat VRS 100, 123 (129(; zuletzt SenE vom 17.01.2002 -Ss 535/02 -1-).
Wie das amtsgerichtliche Urteil bezeichnet auch das Berufungsurteil die einzuziehenden Gegenstände nicht (vgl. zu diesem Erfordernis: BGH NJW 1994, 1421; SenE v. 09.01.2001 - Ss 477/00 = VRS 100, 123; v. 05.07.2005 - 81 Ss 1/05;… Tröndle/Fischer, StGB, § 74 Rn. 21).
des Bundesgerichtshofs; vgl. auch schon BGHSt 8, 212; BGHSt 29, 239, 244; BGH StV 93, 457) wird darauf hingewiesen, dass auch eine Bezugnahme auf die Anklageschrift oder auf sonstige Aktenbestandteile nicht genügt (Senat VRS 100, 123, 129; SenE vom 05.07.2005, 81 Ss 1/05;… Tröndle-Fischer, StGB, 52. Aufl., § 74 Rdn. 21;… Eser in Schönke-Schröder, StGB, 26. Aufl., § 74 Rdn. 449. Allenfalls bei umfangreichem Material kann eine besondere Anlage dem Urteil beigefügt werden (BGHSt 9, 88, 90;… BGHR StGB § 74 Abs. 1 Urteilsformel 1; BGH bei Schoreit NStZ 87, 64).
OLG Köln, 03.08.2010 - 1 RVs 12/10
OLG Köln, 09.06.2004 - Ss 224/04
Rechtmäßigkeit einer Verurteilung; Nichterkennbarkeit des zugrundegelegten …