Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/verwertungsverbot-und-der-mitangeklagte-3113623
Timestamp: 2019-11-14 22:22:01
Document Index: 306904148

Matched Legal Cases: ['§ 136', '§ 136', '§ 267', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 168', 'Art. 38']

Verwertungsverbot - und der Mitangeklagte - Rechtslupe
Verwertungsverbot - und der Mitangeklagte
8. September 2016 Rechtslupe
Ver­wer­tungs­ver­bot – und der Mit­an­ge­klag­te
Ein Ver­wer­tungs­ver­bot besteht nur zuguns­ten des­je­ni­gen Ange­klag­ten, dem­ge­gen­über der Rechts­ver­stoß erfolgt ist, nicht gegen­über wei­te­ren Mit­an­ge­klag­ten.
Soweit ein Mit­an­ge­klag­ter gel­tend macht, das das Land­ge­richt habe durch die Ver­wer­tung von im Ermitt­lungs­ver­fah­ren gemach­ten Anga­ben des Mit­an­ge­klag­ten S. gegen for­mel­les Recht ver­sto­ßen, weil die­ser noch zur Sache befragt wor­den sei, obgleich er zu erken­nen gege­ben habe, dass er ohne rechts­an­walt­li­chen Bei­stand kei­ne Aus­sa­ge machen wol­le, und der von ihm benann­te Ver­tei­di­ger nicht habe erreicht wer­den kön­nen, macht er ein Ver­wer­tungs­ver­bot gel­tend, das sich aus einer gegen­über einem Mit­an­ge­klag­ten began­ge­nen Ver­let­zung des § 136 Abs. 1 Satz 2 StPO erge­ben soll 1. Damit kann er kei­nen Erfolg haben. Denn er selbst wäre von dem (behaup­te­ten) Ver­fah­rens­ver­stoß nicht in sei­nem Rechts­kreis betrof­fen.
Ein Ver­wer­tungs­ver­bot wür­de sich daher aus den glei­chen Grün­den wie im Fall der unter­las­se­nen oder feh­ler­haf­ten Beleh­rung nach § 136 Abs. 1 Satz 2 StPO nicht auf ihn erstre­cken 2.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 9. August 2016 – 4 StR 195/​16
Fal­sche aus­län­di­sche Kfz-Ken­n­zei­chen Die Eigen­schaft von an Fahr­zeu­gen ange­brach­ten Kenn­zei­chen als (zusam­men­ge­setz­te) Urkun­de im Sin­ne des § 267 StGB ver­steht sich, zumal bei aus­län­di­schen Kenn­zei­chen, nicht von selbst…
Aus­sa­ge gegen Aus­sa­ge – und die beson­de­ren Anfor­de­run­gen an… Die Beweis­wür­di­gung ist Sache des Tat­ge­richts. Ihm allein obliegt es, das Ergeb­nis der Haupt­ver­hand­lung fest­zu­stel­len und zu wür­di­gen ((BGH, Urteil vom 07.10.1966 – 1 StR…
Das nicht noch­mals erteil­te letz­te Wort Die Ver­pflich­tung zur – ggf. erneu­ten – Ertei­lung des letz­ten Wor­tes gilt zwar der Natur der Sache nach nicht im Ver­hält­nis zu den Mit­an­ge­klag­ten, wohl…
vgl. dazu BGH, Urteil vom 27.06.2013 – 3 StR 435/​12, BGHSt 58, 301 Rn. 9 ff. und Beschluss vom 10.01.2006 – 5 StR 341/​05, NJW 2006, 1008, 1009[↩]
vgl. dazu BGH, Beschluss vom 05.02.2002 – 5 StR 588/​01, BGHSt 47, 233, 234; Beschluss vom 20.03.2000 – 2 AR 217/​99, wis­tra 2000, 311, 313; Urteil vom 10.08.1994 – 3 StR 53/​94, NStZ 1994, 595, 596; offen­ge­las­sen in BGH, Beschluss vom 10.01.2006 – 5 StR 341/​05, NJW 2006, 1008, 1009 und Urteil vom 18.12 2008 – 4 StR 455/​08, NStZ 2009, 281, Rn. 18 [inso­weit in BGHSt 53, 112 nicht abge­druckt]; sie­he auch BGH, Beschluss vom 17.02.2009 – 1 StR 691/​08, BGHSt 53, 191 Rn. 14 ff. [Ver­stoß gegen § 168c Abs. 5 StPO]; zur ver­fas­sungs­recht­li­chen Unbe­denk­lich­keit von rechts­kreis­be­zo­ge­nen Über­le­gun­gen bei der Bestim­mung der Rechts­fol­gen von Ver­fah­rens­ver­stö­ßen vgl. BVerfG, NStZ 2014, 528, 529; NJW 2011, 207, 211 [zu Art. 38 Abs. 1 lit. b S. 3 WÜK][↩]
BeweisverwertungsverbotMitangeklagteStrafverfahren
Der ver­fris­te­te Wie­der­ein­set­zungs­an­trag