Source: https://www.tierimrecht.org/de/recht/hunderecht/freiburg/
Timestamp: 2019-01-19 02:22:48
Document Index: 240579193

Matched Legal Cases: ['Art. 35', 'Art. 39', 'Art. 37', 'Art. 36', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 45', 'Art. 31', 'Art. 12', 'Art. 10', 'Art. 20', 'Art. 19', 'Art. 8', 'Art. 20', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 14', 'Art. 15', 'Art. 19', 'Art. 20', 'Art. 56', 'Art. 26']

Gesetz über die Hundehaltung (HHG) vom 2. November 2006 (725.3)
Reglement über die Hundehaltung (HHR) vom 11. März 2008 (725.31)
Jagdverordnung (JaV) vom 6. Juni 2016 (922.11)
Konkordat über die Ausübung und die Beaufsichtigung der Jagd vom 22. Mai 1978 (922.4)
Gemäss dem am 1. Januar 2017 in Kraft getretenen Hundegesetz des Kantons Freiburg müssen Hundehalter und Hundehalterinnen ihren Hund so erziehen, dass der Schutz der Personen, der Tiere und der Sachen gewährleistet ist und dass sie ihren Hund jederzeit unter Kontrolle haben (Art. 35 Abs. 2 HHG/FR).
Jeder ordentliche Hundehalter bzw. jede ordentliche Hundehalterin muss eine Haftpflichtversicherung abschliessen, die Schäden, die durch den Hund verursacht wurden, abdeckt (Art. 39 HHG/FR).
Hundehalterinnen und Hundehalter müssen verhindern, dass ihr Hund den öffentlichen Raum sowie Kulturen und Weiden verschmutzt. Sie müssen die Exkremente ihres Hunde entfernen (Art. 37 Abs. 1 HHG/FR).
Es ist verboten aggressives Verhalten beim Hund zu provozieren, einem Hund beizubringen, sich mit dem Maul an einen Ast oder einen anderen Träger zu hängen sowie Passantinnen und Passanten mit einem Hund zu belästigen (Art. 36 Abs. 1 HHG/FR).
Für das Halten von mehr als vier erwachsenen Hunden (über einjährig) ist gemäss Art. 19 Abs. 2 HHG/FR eine Bewilligung erforderlich. Das Gesuch muss dabei mindestens 30 Tage vor Aufnahme eines weiteren Hundes erfolgen (Art. 19 Abs. 3 HHG/FR). Die Voraussetzungen entsprechen grundsätzlich denjenigen der Haltung von gefährlichen Hunden.
Die auf dem Kantonsgebiet des Kantons Freiburg wohnhaften Hundehalterinnen und Hundehalter müssen pro Hund eine kantonale Steuer entrichten. Diese darf 200 Franken nicht übersteigen (Art. 45 HHG/FR).
Personen, die Hunde züchten oder mit ihnen handeln, haben die Käuferin oder den Käufer des Hundes über dessen Bedürfnisse und die Haltungsbedingungen zu informieren. Sie stellen sicher, dass die Käuferin oder der Käufer fähig ist, einen Hund zu halten. Gegebenenfalls müssen sie sich weigern, den Hund zu veräussern (Art. 31 HHG/FR).
Hunde, die sich nicht einfangen lassen, können von Beamten der Wildhut abgeschossen werden, wenn der Halter nicht bekannt ist und die Beamten feststellen, dass der Hund gewohnheitsmässig streunt, wildlebende Tiere aufstöbert, verfolgt oder wildert oder wenn der Hund weiterhin unbeaufsichtigt und in grosser Entfernung des Hauses des Hundehaltenden angetroffen wird, obwohl dieser bzw. diese verwarnt oder verzeigt wurde (Art. 12 JaR/FR). Aufgrund des Jagdkonkordats zwischen den Kantonen Freiburg, Neuenburg und Waadt ist es den Wildhütern dieser Kantone erlaubt, auf den Gebieten der Konkordatskantonen streunende Hunde abzuschiessen (Art. 10 Abs. 1 lit. b Konkordat über die Ausübung der Jagd).
Gänzlich verboten ist im Kanton Freiburg das Halten, Züchten, Verwenden, Ab- und Weitergeben sowie das Verbringen in das Kantonsgebiet von American Pitbull Terriern und deren Kreuzungen (Art. 20 Abs. 1 HHG/FR).
Bewilligungspflichtig ist das Halten von Hunden der Rasse American Staffordshire Terrier, Boerbull (Boerboel), Bullterrier, Cane Corso, Dobermann, Dogo Argentino (Argentinische Dogge), Dogo Canario (Kanarische Dogge), Fila Brasileiro, Mastiff, Mastin Español (Spanischer Mastiff), Mastino Napoletano, Rottweiler, Staffordshire Bullterrier und Tosa (Art. 19 HHG/FR i.V.m. Art. 8 HHR/FR). Die Kreuzungen dieser Rassen sind neuerdings nicht mehr per se verboten, benötigen jedoch nach wie vor eine Bewilligung (Art. 20 HHG/FR).
Das Gesuch um eine Haltungsbewilligung muss mindestens 30 Tage vor der Übernahme des Hundes (bzw. vor der Geburt der Welpen wenn eine Züchterbewilligung beantragt wird) gestellt werden. Die Bewilligung wird erteilt, wenn der Gesuchsteller oder die Gesuchstellerin mindestens 18 Jahre alt ist, einen Nachweis erbringt, dass er oder sie die erforderlichen Kenntnisse über die Haltung des Hundes und den Umgang mit ihm besitzt und über einen einwandfreien Leumund verfügt (Art. 19 Abs. 4 HHG/FR).
Die Bewilligung kann mit der Auflage verknüpft werden, dass eine Ausbildung absolviert wird oder das bestimmte Haltungsbedingungen erfüllt werden (Art. 19 Abs. 5 HHG/FR).
Die Haltungsbewilligung muss alle zwei Jahre neu bestätigt werden. Dazu muss der Hundehalter bzw. die Hundehalterin ein Zeugnis vorweisen, das von einer anerkannten Hundeausbildnerin oder einem anerkannten Hundeausbildner mit einer entsprechenden Befugnis erstellt wurde (Art. 14 Abs. 1 HHR/FR). War die Bewilligung mit Auflagen verknüpft, so muss sie jährlich erneuert werden (Art. 15 HHR/FR).
Der vorübergehende Aufenthalt im Kantonsgebiet mit verbotenen und bewilligungspflichtigen Hunden für höchstens 90 Tage ist erlaubt, sofern das Tier an der Leine geführt wird und einen Maulkorb trägt (Art. 19 Abs. 1, 20 Abs. 2 HHG).
Halterinnen und Halter, die bereits vor Juli 2007 einen rassenreinen Listenhund mit Abstammungspapieren gehalten haben, dürfen ihr Tier behalten, sofern sie dieses melden, kastrieren oder sterilisieren, mit einem Mikrochip versehen und an der Leine führen (Art. 20 i.V.m. 56 HHG/FR).
Halterinnen und Halter eines Hundes aus der Kreuzung mit Hunden der Rasseliste hatten ihren Hund innert drei Monaten nach Inkrafttreten des Gesetzes dem Veterinäramt zu melden. Dieses hatte die nötigen Untersuchungen durchzuführen und innerhalb von sechs Monaten zu entscheiden, ob eine Haltebewilligung erteilt werden kann bzw. welche Massnahmen ergriffen werden mussten (Art. 56 Abs. 2 HHG/FR).
Als Massnahmen sind die Beschlagnahmung, eine individuelle Leinen- oder Maulkorbpflicht, die Anordnung eines Hundeerziehungskurses oder die Bezeichnung von Personen, die den Hund ausführen dürfen, vorgesehen.
Über jeden Hund, der einer Person eine Bissverletzung zugefügt hat, wird vom kantonalen Veterinäramt ein Gutachten erstellt (Art. 26 Abs. 2 HHG/FR).
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