Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Verkauf-Elternhaus-zu-Lebzeiten--f310695.html
Timestamp: 2020-01-22 08:00:27
Document Index: 336876759

Matched Legal Cases: ['§ 311', '§ 2050', '§ 2303', '§ 2305', '§ 2325', '§ 2325']

Verkauf Elternhaus zu Lebzeiten - frag-einen-anwalt.de
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Verkauf Elternhaus zu Lebzeiten
28.04.2018 21:43 |
meine Eltern möchten ihr Haus an eines ihrer 4 Kinder zu Lebzeiten verkaufen.
Der Verkaufspreis wird dabei unter dem eigentlichen Verkehrswert liegen.
1.Was ist dabei zu beachten?
2.Muss die Differenz zwischen Verkaufs-und Verkehrswert unter den 4 Kindern aufgeteilt werden?
Vielen Dank schon einmal im Voraus für Ihre Bemühungen!
BGB BGB 10
1) Der Kaufvertrag bedarf der notariellen Form nach § 311 b BGB. Zudem ist das Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz zu beachten hinsichtlich Freibeträgen / Steuersätzen wie auch die Meldepflicht hinsichtlich einer gemischten Schenkung.
2) Nein. Das muss sie nicht. Es ist so, dass zu Lebzeiten grds. jeder vollkommen frei über sein Vermögen verfügen kann. Die Eltern könnten aber z.B. bestimmen, dass der Schenkungsanteil auf das Erbe des Begünstigten angerechnet werden soll - § 2050 Abs. 3 BGB, um nicht ein Kind zu bevorteilen.
Ansonsten ist man leider auf Pflichtteils(-ergänzungsansprüche) nach den § 2303 ff. BGB zurückgeworfen. Auch wenn man nicht vollständig enterbt worden ist, ist nämlich nach § 2305 BGB iVm § 2325 BGB binnen 10 Jahren die Ergänzung des Pflichtteils auch bei Schenkungen möglich, wobei pro Jahr 10 % weniger ergänzt werden.
(3) Die Schenkung wird innerhalb des ersten Jahres vor dem Erbfall in vollem Umfang, innerhalb jedes weiteren Jahres vor dem Erbfall um jeweils ein Zehntel weniger berücksichtigt. Sind zehn Jahre seit der Leistung des verschenkten Gegenstandes verstrichen, bleibt die Schenkung unberücksichtigt. Ist die Schenkung an den Ehegatten erfolgt, so beginnt die Frist nicht vor der Auflösung der Ehe."
Fazit: solange ein Mensch geschäftsfähig ist, kann er frei über sein Vermögen verfügen. Nur über § 2325 BGB ist eine mit der Zeit immer schwächer werdende Korrektur möglich, die aber binnen 10 Jahren komplett weg fällt.
Siehe auch http://www.erbrecht-ratgeber.de/erbrecht/vorweggenommene-erbfolge/kinder.html .