Source: https://carright.de/carexpert-erfahrungen/
Timestamp: 2019-01-19 02:15:33
Document Index: 22279863

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 254', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Der Geschädigte darf nach der Rechtsprechung des BGH, z.B. aus dem VW-Urteil (VI ZR 53/09), seiner fiktiven Schadensberechnung grundsätzlich die üblichen Stundenverrechnungssätze einer markengebundenen Fachwerkstatt zugrunde legen, die ein von ihm eingeschalteter Sachverständiger auf dem allgemeinen regionalen Markt ermittelt hat. Will der Schädiger bzw, der Haftpflichtversicherer des Schädigers den Geschädigten unter dem Gesichtspunkt der Schadenminderungspflicht im Sinne des § 254 Abs. 2 BGB auf eine günstigere Reparaturmöglichkeit in einer mühelos und ohne weiteres zugänglichen „freien Fach- Werkstatt” verweisen, muss der Schädiger darlegen und gegebenenfalls beweisen, dass eine Reparatur in dieser Werkstatt vom Qualitätsstandard her der Reparatur in einer markengebundenen Fachwerkstatt entspricht (BMW-Urteil des BGH – VI ZR 91/09 – = BGH NJW 2010, 2118 ff.). Mit dem Prüfbericht der Firma carexpert KFZ-Sachverständigen GmbH, dem noch nicht einmal zu entnehmen ist, wer ihn denn verfasst hat, ist eine gleichwertige Reparaturmöglichkeit, auf die sich die Klägerin hätte einlassen müssen, nicht nachgewiesen worden.
Nach Auffassung der Kammer hätte das Angebot vielmehr so konkret sein müssen, dass der Geschädigte, ähnlich der Lage bei abweichenden (höheren) Restwertgeboten, tatsächlich nur noch zugreifen muss; nur dann kann von einer “mühelos” zugänglichen Alternative gesprochen werden. Hierfür wird es grundsätzlich eines verbindlichen Reparaturangebotes bedürfen„ (vgl. LG Berlin, Urteil vom 15. Dezember2008, – 58 S 169/08 -). Das erkennende Gericht folgt diesen zutreffenden Ausführungen des Landgerichts Berlin nach eigener Prüfung. Schließlich ergibt sich auch aus dem Tatbestand des BMW-Urteils des BGH (BGH NJW 2010, 2118, 2120) dass Prüfberichte nicht immer die tatsächlich anfallenden Gesamtreparaturkosten zutreffend angeben. Die Beklagte in dem dortigen Verfahren hat daher, nachdem sie einen Kostenvoranschlag eingeholt hatte, eine Forderung in Höhe von 217,00 EUR anerkannt.
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