Source: https://www.cpm-steuerberater.de/news/tags/192-kapitalertrage
Timestamp: 2020-01-25 04:46:24
Document Index: 269570856

Matched Legal Cases: ['§ 32', '§ 20', '§ 32', '§ 32', '§ 3', '§ 32', '§ 3', '§ 32', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 20', '§ 52', '§ 20', '§ 20', '§ 52', '§ 20', '§ 20', '§ 10', '§ 32', '§ 32', '§ 20', '§ 20', '§ 15', '§ 32', '§ 32', '§ 134', '§ 11', '§ 20']

Kapitalerträge - CPM Steuerberater Blog
Vollrisikopapiere nach dem 31.12.2008 - BFH, 28.05.2019, VIII R 7/16
BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.05.2019, VIII R 7/16
Wertpapiere Schuldverschreibungen V R 18/12 Kapitalerträge
Bei der Besteuerung von Kapitalerträgen gibt es eine Vielzahl von Regelungen.
Wird eine Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft im Privatvermögen gehalten, erfolgt die Besteuerung von Ausschüttungen (Dividenden) durch die Regelungen über die Abgeltungssteuer; § 32d EStG.
Die Einkommensteuer für Einkünfte aus Kapitalvermögen, die nicht unter § 20 Absatz 8 fallen, beträgt 25 Prozent. Die im Zusammenhang mit diesen Beteiligungen stehenden Aufwendungen sind dann steuerlich nicht zu berücksichtigen.
§ 32d Abs. 2 Nr. 3 EStg eröffnet jedoch eine Ausnahme:
Besteht eine Beteiligung zu mindestens 25 % an einer Kapitalgesellschaft, kann ein Antrag nach § 32 Abs. 2 Nr. 3 EStG gestellt werden. Dann kann eine Besteuerung der Einkünfte vorgenommen werden nach dem Teileinkünfteverfahren. D.h. 40% der Erträge werden steuerfreigestellt. Nur 60% der Erträge werden mit dem individuellen Steuersatz besteuert. Darüber hnaus können alle in diesem Zusammenhang entstandenden Aiufwendungen zu 60% angerechnet werden; § 3c Abs. 2 EStG.
Besteht eine Beteiligung zu mindestens 1% und ist der Steuerpflichtige zusätzlich außerdem beruflich für die Gesellschaft tätig, kann der Antrag nach § 32 d Abs. 2 Nr. 3 EStG ebenfalls gestellt werden. Auch dann kann eine Besteuerung der Einkünfte vorgenommen werden nach dem Teileinkünfteverfahren. D.h. 40% der Erträge werden steuerfreigestellt. Nur 60% der Erträge werden mit dem individuellen Steuersatz besteuert. Darüber hnaus können alle in diesem Zusammenhang entstandenden Aiufwendungen zu 60% angerechnet werden; § 3c Abs. 2 EStG.
Kapitalertragsteuer Dividende Dividenden Kapitalerträge Zinsen
Gesellschaftsform gewerbliche Erträge Kapitalerträge Personengesellschaft Kapitalgesellschaft
Tarifbesteuerung von Ausschüttungen
Kapitalerträge werden in Deutschland mittels der Kapitalertragsteuer in Höhe von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % auf die Kapitalertragsteuer und gegebenenfalls Kirchensteuer auf die Kapitalertragsteuer versteuert.
Diese Abgeltungssteuer durch Einbehalt als der Quelle hat den Besteuerungsvorgang nicht nur vereinfacht. Eine Vereinfachung ist eingetreten, da Erträge, die im Privatvermögen bezogen werden, nunmehr nicht mehr in der Einkommensteuererklärung erklärt werden müssen.
Doch da dies nicht unbedingt günstiger für den Steuerpflichtigen sein muss, wurden hierzu Ausnahmeregelungen zugelassen.
Durch den Antrag auf Günstigerprüfung und damit die Wahl der Tarifbesteuerung kann eine Veranlagung in der Einkommensteuererklärung erreicht werden.
§ 32d Abs. 2 EStG enthält jedoch auch weitere Tatbestände, bei deren Zutreffen die Abgeltungssteuer nicht anzuwenden ist, sondern der individuelle Steuersatz.
Tarifbesteuerung Abgeltungssteuer Kapitalertragsteuer Kapitalerträge
Was verbirgt sich hinter dem neuen Investmentsteuergesetz?
Alle Investmentfonds werden nunmehr zukünftig nach der gleichen Systematik besteuert. Dies geschieht mittels einer jährlichen Pauschale. Die Problematik der Anleger, sich für ihre Steuererklärung Gedanken machen zu müssen, welche Art Ihr Investmentfond darstellt und und worin dieser Fond investiert ist und ob er Dividenden ausgeschüttet hat oder nicht, ist weggefallen.
Wer vor 2009 in Fonds investiert hat und diesen Bestand immer noch hält, muss nunmehr seit dem 01.01.2018 wieder mit einer Besteuerung rechnen. Denn der sogenannte Bestandsschutz ist seit dem 31.12.2017 ausgelaufen. Wertzuwächse seit dem 01.01.2018 werden neu versteuert. Jedoch wurde ein Freibetrag in Höhe von 100.000 Euro eingeführt.
Zu beachten ist, dass sich bei Riestersparverträgen oder Rürupversicherungen nichts an der Besteuerung ändert. Wer in diesem Rahmen bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung oder Rentenversicherung sein Geld anlegt, genießt weiterhin den Vorteil, dass die Dividenden und die Zinsen während der Ansparphase steuerfrei bleiben.
Die Steuer, die zukünftig von Investmentfonds erhoben wird, wird von der zuständigen Depotbank selbst berechnet und direkt einbehalten. Dieses vereinfachte Verfahren gilt für alle Fonds.
In der Vergangenheit entstanden bei manchen Fonds beim Investmentsparer die Steuern erst, wenn die Anteile an den Fonds verkauft wurden. Diese Steuerstundung wird nun durch eine jährliche, pauschale Besteuerung abgelöst.
Investmentfons Aktienfonds Kapitalerträge Investmentsteuergesetz
BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.06.2018, VIII R 32/16 - Aktien
1. Eine Veräußerung von Aktien i.S. des § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStG ist weder von der Höhe der Gegenleistung noch von der Höhe der anfallenden Veräußerungskosten abhängig (entgegen BMF-Schreiben vom 18. Januar 2016 IV C 1-S 2252/08/10004, BStBl I 2016, 85, Rz 59).
2. Es steht grundsätzlich im Belieben des Steuerpflichtigen, ob, wann und mit welchem Ertrag er Wertpapiere / Aktien erwirbt und wieder veräußert (vgl. BFH-Urteil vom 25. August 2009 IX R 55/07, BFH/NV 2010, 387, Rz 13). Dadurch macht der Steuerpflichtige lediglich von gesetzlich vorgesehenen Gestaltungsmöglichkeiten Gebrauch, missbraucht diese aber nicht.
Aktien Kapitalerträge Verlust
Der BFH hatte sich mit Urteil vom 12.06.2018 (VIII R 32/16) zur steuerlichen Berücksichtigung eines Verlustes aus der Veräußerung von Aktien (Aktienverkauf) zu äußern.
Verlust beim Verkauf wertloser Aktien
Gemäß § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStG gehören zu den Einkünften aus Kapitalvermögen auch Gewinne aus der Veräußerung von Aktien. Vom Anwendungsbereich des Gesetzes ist gemäß § 20 Abs. 4 und Abs. 6 EStG auch ein negativer Gewinn (Veräußerungsverlust bei Aktienverkauf) erfasst.
Eine Veräußerung ist die entgeltliche Übertragung des --zumindest wirtschaftlichen-- Eigentums auf einen Dritten. Eine entgeltliche Anteilsübertragung in diesem Sinne liegt auch vor, wenn wertlose Anteile zwischen fremden Dritten ohne Gegenleistung oder gegen einen lediglich symbolischen Kaufpreis übertragen werden.
Aktien Aktienverkauf Kapitalerträge Verlust
Abgeltungsteuer - Anwendung von § 20 Abs. 9 EStG auch bei fehlendem Zufluss von Kapitalerträgen nach dem 1. Januar 2009
Abgeltungssteuer - Das Werbungskostenabzugsverbot des § 20 Abs. 9 Satz 1 EStG findet auch dann Anwendung, wenn Ausgaben, die nach dem 31. Dezember 2008 getätigt wurden, mit Kapitalerträgen zusammenhängen, die bereits vor dem 1. Januar 2009 zugeflossen sind; aus § 52a Abs. 10 Satz 10 EStG kann nicht geschlossen werden, dass Aufwendungen unabhängig von der Regelung des § 20 Abs. 9 EStG stets dem vollen Werbungskostenabzug unterliegen, sofern aus der Kapitalanlage jedenfalls nach 2009 keine Erträge fließen (Anschluss an BFH-Urteile vom 2. Dezember 2014 VIII R 34/13, BFHE 248, 51, BStBl II 2015, 387, und vom 1. Juli 2014 VIII R 53/12, BFHE 246, 332, BStBl II 2014, 975).
Kapitalerträge Werbungskosten
Nachträgliche Werbungskosten bei Veräußerung einer Beteiligung
Der BFH hat sich in einem Urteil vom 01.07.2014 (VIII R 53/12) zur Abzugsfähigkeit von nachträglichen Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen nach der Veräußerung einer Beteiligung geäußert.
Hier kamen die Richter zu dem Schluss, dass Schuldzinsen für die Anschaffung einer im Privatvermögen gehaltenen wesentlichen Beteiligung, die auf Zeiträume nach der Veräußerung der Beteiligung entfallen, ab dem Veranlagungszeitraum 2009 nicht als nachträgliche Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen abgezogen werden können.
Der Werbungskostenabzug ist gemäß § 20 Abs. 9 Satz 1 EStG i.d.F. des UntStRefG 2008 ausgeschlossen. Auch § 52a Abs. 10 Satz 10 EStG 2009 steht dem nicht entgegen.
In der Urteilsbegründung wurde verdeutlicht, dass mit der Einführung einer Abgeltungsteuer für private Kapitalerträge der Gesetzgeber ein umfassendes Abzugsverbot für Werbungskosten angeordnet hat. Nach § 20 Abs. 9 Satz 1 EStG können Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen ab dem Veranlagungszeitraum 2009 grundsätzlich nicht mehr abgezogen werden.
Abziehbar ist lediglich ein Sparer-Pauschbetrag in Höhe von 801 EUR, der bei Ehegatten, die zusammen veranlagt werden, auf 1.602 EUR verdoppelt wird.
Im Übrigen geht mit dem Ausschluss des Abzugs der tatsächlich entstandenen Werbungskosten nicht nur das Verbot einher, Verluste aus Kapitalvermögen mit Einkünften aus anderen Einkunftsarten auszugleichen (vgl. § 20 Abs. 6 EStG) bzw. nach § 10d EStG abzuziehen.
Vielmehr hat der Gesetzgeber in § 32d Abs. 1 Satz 1 EStG für die Einkünfte aus Kapitalvermögen auch einen gesonderten Steuertarif von nur 25 % angeordnet, während die Einkünfte aus anderen Einkunftsarten wie bisher dem allgemeinen progressiven Tarif in Höhe von bis zu 45 % unterliegen (vgl. § 32a EStG).
Ausweislich der Begründung des Gesetzentwurfs zum UntStRefG 2008 wollte der Gesetzgeber mit dem relativ niedrigen Proportionalsteuersatz von 25 % die Werbungskosten in den oberen Einkommensgruppen mit abgelten und gleichzeitig für die unteren Einkommensgruppen eine Typisierung der Höhe der Werbungskosten vornehmen.
Diese Überlegungen machen nicht nur deutlich, dass der Gesetzgeber mit Einführung der Abgeltungsteuer die Einkünfte aus Kapitalvermögen insgesamt neu beurteilen wollte. Vielmehr verfolgte er mit § 20 Abs. 9 EStG vor allem auch das Ziel, den Abzug von in Zusammenhang mit Kapitaleinnahmen stehenden und im jeweiligen Veranlagungszeitraum abgeflossenen Aufwendungen - anders als bisher bei den Überschusseinkünften üblich - neu zu regeln.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass § 20 Abs. 9 EStG sich nicht auf zufließende Kapitalerträge bezieht, sondern bestimmt, dass angefallene, d.h. abgeflossene Werbungskosten - abgesehen vom Sparer-Pauschbetrag - bei Ermittlung der Kapitaleinkünfte nicht abgezogen werden dürfen.
CPM Hamburg Kapitalerträge Müller Steuerberater Werbungskosten Zinsen Zinserträge
BFH, 29.04.2014, VIII R 44/13
Abgeltungsteuer Abgeltungsteuersatz CPM Hamburg Kapitalerträge Mueller Steuerberater
Anwendung des Abgeltungsteuersatzes bei Kapitalerträgen aus Darlehen zwischen Angehörigen i.S. des § 15 AO - Verfassungsmäßigkeit von § 32d Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 Buchst. a EStG - Teilweise inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 29.04.2014 VIII R 9/13Leitsätze1. Die Privilegierung der Einkünfte aus Kapitalvermögen, die nach § 32d Abs. 1 EStG in Höhe von 25 % besteuert werden, gegenüber anderen progressiv besteuerten Einkunftsarten ist verfassungsgemäß.
BFH, 29.04.2014, VIII R 9/13
Abgabenordnung Abgeltungsteuer CPM Hamburg Kapitalerträge Mueller Steuerberater
Der Bundesfinanzhof hatte sich in einem Urteil vom 11.02.2014 (VIII R 25/12) zu den Einnahmen aus einem Schnellballsystem geäußert.
Gutschriften aus Schneeballsystemen führen zu Einnahmen aus Kapitalvermögen, wenn der Betreiber des Schneeballsystems bei entsprechendem Verlangen des Anlegers zur Auszahlung der gutgeschriebenen Beträge leistungsbereit und leistungsfähig gewesen wäre (Bestätigung der Rechtsprechung).
An der Leistungsbereitschaft des Betreibers des Schneeballsystems kann es fehlen, wenn er auf einen Auszahlungswunsch des Anlegers hin eine sofortige Auszahlung ablehnt und stattdessen über anderweitige Zahlungsmodalitäten verhandelt. Einer solchen Verweigerung oder Verschleppung der Auszahlung steht es nicht gleich, wenn der Betreiber des Schneeballsystems den Anlegern die Wiederanlage nahelegt, um den Zusammenbruch des Schneeballsystems zu verhindern, die vom Anleger angeforderten Teilbeträge jedoch auszahlt.
In der Urteilsbegründung heißt es hierzu unter anderem: Ist der Anleger bei Auszahlung nicht erwirtschafteter "Renditen" durch den Betreiber des Schneeballsystems zivilrechtlich zur Rückzahlung der empfangenen Beträge verpflichtet (vgl. z.B. zur Rückforderung von Scheinrenditen gemäß § 134 der Insolvenzordnung das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 18. Juli 2013 IX ZR 198/10, Der Betrieb 2013, 2075, m.w.N.), steht dies der Annahme eines Zuflusses der als "Erträge" ausgezahlten Summen nicht entgegen. Denn der Zufluss i.S. des § 11 Abs. 1 EStG setzt gerade nicht voraus, dass der Steuerpflichtige die Leistung (endgültig) behalten darf.
Der Senat hält daran fest, dass auch Gutschriften über wiederangelegte Renditen in Schneeballsystemen zu Einnahmen aus Kapitalvermögen i.S. von § 20 EStG führen (...), wenn der Schuldner der Erträge leistungsbereit und leistungsfähig ist.
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