Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=ZIP%201997,%201036
Timestamp: 2020-01-27 12:20:49
Document Index: 13437271

Matched Legal Cases: ['§ 13', '§ 17', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 10', '§ 10', 'BGH', 'BGH', '§ 10', '§ 29', '§ 10', '§ 10']

OLG Dresden, 16.04.1997 - 12 U 20/97 - dejure.org
OLG Dresden, 16.04.1997 - 12 U 20/97
https://dejure.org/1997,4168
OLG Dresden, 16.04.1997 - 12 U 20/97 (https://dejure.org/1997,4168)
OLG Dresden, Entscheidung vom 16.04.1997 - 12 U 20/97 (https://dejure.org/1997,4168)
OLG Dresden, Entscheidung vom 16. April 1997 - 12 U 20/97 (https://dejure.org/1997,4168)
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Kein Ausschluss der Anfechtung gegenüber Sozialversicherungsträger als Massegläubiger
ZIP 1997, 1036
Diese Erfahrungswerte verbieten einen Schluß des antragstellenden Gläubigers dahin, daß - nur weil er selbst Zahlungen erhalten hat - der Schuldner seine Zahlungen auch im allgemeinen wieder aufgenommen habe (…vgl. Senatsurt. v. 14. Oktober 1999, aaO S. 1978; Beschl. v. 30. April 1998 - IX ZR 141/97, Leitsatz in ZInsO 1998, 141 f, zu OLG Dresden ZIP 1997, 1036 f; OLG Hamm ZIP 1996, 469 f; LG Magdeburg DZWIR 1999, 472, 473 f).
Die Vorrechte der Sozialversicherungsträger in der Gesamtvollstreckung werden vielmehr durch § 13 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. b und § 17 Abs. 3 Nr. 1 Buchst. b GesO abschließend begrenzt (OLG Dresden ZIP 1997, 1036, 1038 i.V.m. BGH, Nichtannahmebeschl. v. 30. April 1998 - IX ZR 141/97, ZInsO 1998, 141, 142).
Es galt die Grundentscheidung des Gesetzgebers, dass gleichrangige Gläubiger gleichmäßig zu befriedigen seien (BGH, Urteil vom 10. Dezember 1980, BGHZ 79 S. 124, 129, 131; OLG Hamm, Urteil vom 7. Dezember 1995, ZIP 1996 S. 469, 4701 OLG Dresden, Urteil vom 16. April 1997, ZIP 1997 S. 1036, 1038).
Im Anwendungsbereich der Gesamtvollstreckungsordnung gilt nichts anderes (OLG Dresden ZIP 1997, 1036/1038; ZIP 1997, 1428/1429).
Da die Anfechtung keinen Erfolg hat, bedarf keiner Entscheidung, ob die Beklagte im Hinblick auf ihren gesetzlichen Auftrag zur Durchsetzung der Beitragsrückstände und/oder im Hinblick darauf, dass sie nicht wie andere Gläubiger in der Lage ist, sich ihre Schuldner selbst auszusuchen, im Anfechtungsprozeß eine Sonderstellung genießt (verneinend: BGHZ 79, 124, 131; OLG Dresden ZIP 1997, 1428, 1428, m. Anm. Plagemann EWiR § 10 GesO 4/1997, 793; OLG Dresden ZIP 1997, 1036, 1038, m. Anm. Haarmeyer EWiR § 10 GesO 3/1997, 519).
Der Senat geht von der Rechtsprechung des BGH (WM 2001, 2398, 2400; so auch schon BGH, NJW 2000, 211, 213; OLG Dresden, ZIP 1997, 1036, 1037) zur Bedeutung dieser Strafvorschrift im Gesamtvollstreckungsverfahren aus.
Es kann nicht angenommen werden, daß der Gesetzgeber der GesO bei der Anfechtung von Rechtshandlungen des Schuldners nach Zahlungseinstellung bzw. Stellung des Antrages auf Eröffnung der Gesamtvollstreckung - im Gegensatz zu den in § 10 Abs. 1 Nr. 1, 2 GesO genannten Anfechtungsvoraussetzungen und zu der Anfechtung gem. §§ 29 ff. KO - nicht auf eine Gläubigerbenachteiligung als Voraussetzung für eine wirksame Anfechtung abstellen wollte (Haarmeyer/Wutzke/Förster, GesO, 4. Aufl., § 10, Rn. 93, OLG Dresden ZIP 1997, 1036, 1037).
OLG Jena, 03.11.1999 - 4 U 234/99
Rechtshandlungen des Schuldners können vom Verwalter nicht nach § 10 Abs. 1 Nr. 4 GesO gegenüber solchen Personen angefochten werden, denen zurzeit der Handlung die Zahlungsunfähigkeit infolge einfacher Fahrlässigkeit nicht bekannt war; erforderlich ist vielmehr ein Verschulden, das der groben Fahrlässigkeit entspricht (gegen OLG Dresden, ZIP 1997, 1036).
OLG Jena, 16.12.1998 - 2 U 277/98
Gesamtvollstreckungsverfahren; Anfechtung einer Sicherungsübereignung durch den …