Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BGH_12_11_2010_V_ZR_181_09_Darlegungslast_und_Beweislast_nac-d4196146.html
Timestamp: 2016-12-04 10:57:39
Document Index: 126577098

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 280', '§ 281', '§ 437', '§ 442', '§ 444', 'Art. 101', '§ 547', 'BGH', '§ 442', '§ 444', '§ 444', '§ 442', 'BGH', 'BGH']

BGH, 12.11.2010 Suche
BundesgerichtshofUrt. v. 12.11.2010, Az.: V ZR 181/09Gericht: BGHEntscheidungsform: UrteilDatum: 12.11.2010Referenz: JurionRS 2010, 29277Aktenzeichen: V ZR 181/09 Verfahrensgang:vorgehend:LG Lüneburg - 30.08.2007 - AZ: 5 O 104/07OLG Celle - 07.02.2008 - AZ: 8 U 203/07BGH - 27.03.2009 - AZ: V ZR 30/08OLG Celle - 17.09.2009 - AZ: 16 U 61/09Rechtsgrundlagen:§ 280 BGB§ 281 BGB§ 437 Nr. 3 BGB§ 442 Abs. 1 BGB§ 444 BGBArt. 101 Abs. 1 S. 2 GG§ 547 Nr. 1 ZPOFundstellen:BGHZ 188, 43 - 50BauR 2011, 520-523EWiR 2011, 209JR 2012, 202-204JurBüro 2011, 277MittBayNot 2011, 133-135NJW 2011, 1280-1282 "Asbestfassade"NJW 2011, 8NZM 2011, 493-495PA 2011, 51RÜ 2011, 82-84WM 2011, 843-845ZAP 2011, 125ZAP EN-Nr. 65/2011ZfIR 2011, 69-70zfs 2011, 205-208ZGS 2011, 88-90ZIP 2011, 383-385ZNotP 2011, 68-70Amtlicher Leitsatz:BGB § 442 Abs. 1 Satz 1, § 444a)Haben die Parteien einen Haftungsausschluss vereinbart, trägt der Käufer nach § 444 BGB grundsätzlich die Darlegungs- und Beweislast für das Vorliegen sämtlicher Umstände, die den Arglisttatbestand ausfüllen, wozu bei einer Täuschung durch Verschweigen auch die fehlende Offenbarung gehört. b)Da es sich bei der unterbliebenen Offenbarung um eine negative Tatsache handelt, kommen dem Käufer Erleichterungen nach den Grundsätzen der sekundären Darlegungslast zugute. c)Wendet der Verkäufer gegen die behauptete arglistige Täuschung ein, er sei davon ausgegangen, der Käufer sei über den Mangel bereits aufgeklärt worden, trifft ihn auch insoweit eine sekundäre Darlegungslast; dagegen trägt er die volle Darlegungs- und Beweislast für die Behauptung, der Käufer habe Kenntnis von dem Mangel unabhängig von einer ihm, dem Verkäufer, zurechenbaren Aufklärung erlangt (§ 442 Abs. 1 Satz 1 BGB). Der V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 12. November 2010 durch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Krüger, die Richter Dr. Lemke, Dr. Schmidt-Räntsch und Dr. Roth und die Richterin Dr. Brückner für Recht erkannt: Tenor:Auf die Rechtsmittel der Kläger werden das Urteil des 16. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Celle vom 17. September 2009 aufgehoben und das Urteil der 5. Zivilkammer des Landgerichts Lüneburg vom 30. August 2007 geändert. Die Zahlungsklage ist dem Grunde nach gerechtfertigt. Es wird festgestellt, dass die Beklagten als Gesamtschuldner verpflichtet sind, den Klägern mit der Zahlungsklage nicht bezifferte weitere Schäden zu ersetzen, die mit der Sanierung des Hauses Sch. 1 in W. (Ortsteil O. ) von Asbestfaserzementplatten verbunden sind. Im Übrigen wird die Sache zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten der Revisionsverfahren, an das Berufungsgericht zurückverwiesen. BGH, 12.11.2010BGH, 12.11.2010