Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=Xa%20ZR%205/09
Timestamp: 2017-10-21 01:13:33
Document Index: 222525843

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 241', '§ 241', '§ 242', '§ 307', '§ 307', 'Art. 5', '§ 241', 'BGH', 'BGH', '§ 307', '§ 308', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 8', '§ 307', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 307', '§ 307', 'BGH', '§ 307', '§ 307', '§ 307', '§ 4', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 307', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 307', 'BGH', 'BGH', '§ 307', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 103', 'BGH', 'BGH', '§ 266', 'BGH', '§ 307']

BGH, 29.04.2010 - Xa ZR 5/09 - dejure.org
BGB §§ 241, 307 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Nr. 1
§ 241 BGB, § 242 BGB, § 307 Abs 1 S 1 BGB, § 307 Abs 2 Nr 1 BGB
Luftverkehrsrecht: Recht des Gläubigers auf Forderung einer Teilleistung; Wirksamkeit der AGB-Klausel eines Luftverkehrsunternehmens über den Ausschluss des Rechts zu einer nur teilweisen Inanspruchnahme der Flight Coupons
"cross-ticketing" in Flugbeförderungsverträgen
Zulässigkeit der Forderung nur eines teilbaren Teils der dem Schuldner vertraglich zustehenden Gesamtleistung; Verletzung des Grundsatzes von Treu und Glauben durch das Einfordern einer Teilleistung; Gültigkeit der Klausel "Wenn Sie nicht alle Flight Coupons in der im Flugschein angegebenen Reihenfolge nutzen, wird der Flugschein von uns nicht eingelöst und verliert seine Gültigkeit" in Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) eines Luftverkehrunternehmens; Unangemessene Benachteiligung des Fluggastes entgegen dem Gebot von Treu und Glauben aufgrund der Klausel
Art. 5 Nr. 3 Brüssel I-VO, 5 Rom I-VO, 2 Rom II-VO
Beförderungsverträge - Allgemeines (Normzweck, Herkunft) - Außervertragliche Schuldverhältnisse - Noch nicht entstandene außervertragliche Schuldverhältnisse - Gerichtsstand für Deliktsklagen - Unerlaubte Handlung oder einer solchen gleichgestellte Handlung - Deliktische Haftung im Umfeld von vertraglichem Leistungsaustausch - Konkurrenz von vertraglichen mit deliktischen Ansprüchen
BGB §§ 241, 307 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Nr. 1 Bg, Bj und Cl
Unwirksame AGB-Klausel eines Luftverkehrsunternehmens über die Ungültigkeit eines Flugscheins, wenn nicht alle Flight Coupons in der angegebenen Reihenfolge genutzt werden; grundsätzliches Recht des Gläubigers, nur einen teilbaren Teil der vertraglichen Gesamtleistung zu fordern
Flugschein - vorgeschriebene Nutzungsreihenfolge
Klausel zu Inanspruchnahme nur eines Teils der Gesamtleistung
Beförderungsbedingungen unwirksam, die den Flugschein bei Abweichung von der gebuchten Flugreihenfolge für ungültig erklären
Klauseln zu Cross Ticketing bzw. Cross Border Selling sind unwirksam
Mehr Freiheiten für Fluggäste
Cross-Ticketing und Cross-Border-Selling - der Fluggast hat die Wahl
BGH beendet juristisches Tauziehen um die Beförderungsbedingungen von Fluggesellschaften
Abweichung von der gebuchten Flugreihenfolge
Flugticket bleibt auch bei Teilstrecken gültig
Flugticket bleibt grundsätzlich gültig, wenn Reisende eine Teilstrecke nicht antreten -
Flugticket bleibt grundsätzlich gültig, wenn Reisende eine Teilstrecke nicht antreten - Verbraucherzentrale Bundesverband erstreitet Grundsatzentscheidung des Bundesgerichtshofs
Fluggäste dürfen von vorgegebener Flugreihenfolge abweichen
Flugschein bei Flugreihenfolgenabweichung ungültig?
BGH stärkt Verbraucherrechte bei Fernflugreisen // Kunden dürfen von gebuchter Flugreihenfolge abweichen
Teilweise Inanspruchnahme von Flugstrecken ist zulässig // Fluggesellschaften dürfen Flugschein bei Abweichung von gebuchter Flugreihenfolge nicht generell für ungültig erklären
Kurznachricht zu "Airline Pricing und AGB-Inhaltskontrolle im Konflikt" von Ralf Vogler, LL.M. (Oec.), original erschienen in: RRa 2010, 263 - 265.
LG Frankfurt/Main, 14.12.2007 - 2 O 243/07
NJW 2010, 1958
MDR 2010, 913
EuZW 2010, 557
WM 2010, 1087
Hingegen sind Abreden über den unmittelbaren Gegenstand der Hauptleistungen (sog. Leistungsbeschreibungen) mit Rücksicht auf die Vertragsfreiheit ebenso wie Vereinbarungen über das vom anderen Teil zu erbringende Entgelt, insbesondere soweit sie dessen Höhe betreffen, der Inhaltskontrolle nach § 307 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 BGB (und nach den vorliegend nicht einschlägigen §§ 308, 309 BGB) entzogen (st. Rspr.;… vgl. BGH, Urteile vom 24. März 2010 - VIII ZR 304/08, WM 2010, 1050 Rn. 25; vom 29. April 2010 - Xa ZR 5/09, NJW 2010, 1958 Rn. 20;… vom 6. Juli 2011 - VIII ZR 293/10, NJW 2011, 3510 Rn. 10;… vom 25. September 2013 - VIII ZR 206/12, NJW 2014, 209 Rn. 17;… vom 15. Mai 2013 - IV ZR 33/11, aaO Rn. 42; jeweils mwN).
Nicht kontrollfähige Leistungsbeschreibungen in diesem Sinne sind allerdings nur solche Bestimmungen, die Art, Umfang und Güte der geschuldeten Leistung festlegen (BGH, Urteile vom 9. Mai 2001 - IV ZR 121/00, NJW 2001, 2014 unter I 1 c; vom 12. Juni 2001 - XI ZR 274/00, BGHZ 148, 74, 78 [jeweils zu § 8 AGBG]; vom 29. April 2010 - Xa ZR 5/09, aaO [zu § 307 Abs. 3 BGB]).
Klauseln, die das Hauptleistungsversprechen abweichend vom Gesetz oder der nach Treu und Glauben geschuldeten Leistung verändern, ausgestalten oder modifizieren, unterliegen dagegen der Inhaltskontrolle (…vgl. BGH, Urteile vom 9. Mai 2001 - IV ZR 121/00, aaO;… vom 12. Juni 2001 - XI ZR 274/00, aaO; vom 29. April 2010 - Xa ZR 5/09, aaO;… vom 6. Juli 2011 - VIII ZR 293/10, aaO; jeweils mwN).
Damit bleibt für die der Überprüfung entzogene Leistungsbeschreibung nur der enge Bereich der Leistungsbezeichnungen, ohne die mangels Bestimmtheit oder Bestimmbarkeit des wesentlichen Vertragsinhalts ein wirksamer Vertrag nicht mehr angenommen werden kann (…BGH, Urteile vom 12. Juni 2001 - XI ZR 274/00, aaO; vom 29. April 2010 - Xa ZR 5/09, aaO;… vom 6. Juli 2011 - VIII ZR 293/10, aaO;… vom 25. September 2013 - VIII ZR 206/12, aaO; jeweils mwN).
(2) Die von den Händlern mit der Ankaufsgarantie eingegangene einzelvertragliche Rückkaufverpflichtung stellt - was der Senat in eigener Auslegung zu beurteilen hat (…vgl. BGH, Urteile vom 14. Januar 2014 - XI ZR 355/12, aaO Rn. 13;… vom 13. November 2012 - XI ZR 500/11, aaO) - eine nach § 307 Abs. 3 Satz 1 BGB von der Inhaltskontrolle nach § 307 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 BGB ausgenommene Hauptleistungspflicht des Händlers dar (…vgl. BGH, Urteile vom 24. März 2010 - VIII ZR 304/08, aaO; vom 29. April 2010 - Xa ZR 5/09, aaO;… vom 6. Juli 2011 - VIII ZR 293/10, aaO;… vom 25. September 2013 - VIII ZR 206/12, aaO;… vom 15. Mai 2013 - IV ZR 33/11, aaO; jeweils mwN).
Als Vereinbarung über das Hauptleistungsversprechen der Beklagten und die hierfür von den Vertragshändlern zu erbringende Gegenleistung ist sie gemäß § 307 Abs. 3 Satz 1 BGB sowohl einer Inhaltskontrolle nach § 307 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 BGB als auch nach § 307 Abs. 1 Satz 1 BGB in Verbindung mit § 4 Nr. 11 UWG entzogen (…vgl. BGH, Urteile vom 24. März 2010 - VIII ZR 304/08, aaO; vom 29. April 2010 - Xa ZR 5/09, aaO;… vom 6. Juli 2011 - VIII ZR 293/10, aaO;… vom 25. September 2013 - VIII ZR 206/12, aaO;… vom 15. Mai 2013 - IV ZR 33/11, aaO; jeweils mwN).
Auch die Entscheidung des BGH zum Ausschluss des Rechts eines Flugreisenden, die geschuldete Beförderungsleistung (mit Zwischenlandungen) nur teilweise in Anspruch zu nehmen (BGH, NJW 2010, 1958 TZ. 19 ff), steht der Kontrollfähigkeit der streitgegenständlichen Klausel nicht entgegen.
Eine Aussage zur inhaltlichen Überprüfbarkeit der Tarifbedingungen wird damit nicht getroffen und eine inhaltliche Kontrolle nach den hierfür maßgeblichen nationalen Vorschriften nicht eingeschränkt (BGH, NJW 2010, 1958 TZ. 37).
Die Zuständigkeit ergibt sich bereits daraus, dass der Kläger behauptet, die Beklagte verwende im Inland eine von der Rechtsordnung missbilligte AGB (BGH, NJW 2010, 1958 Tz. 10).
Eine Stornierungsausschlussklausel ist keine Individualvereinbarung
Nach § 307 Abs. 3 BGB sind solche Klauseln nicht kontrollfähig, die die Art, den Umfang und die Güte der Hauptleistung selbst bzw. der Vergütung unmittelbar betreffen (BGH NJW 2010, 1958).
Ausgeschlossen ist daher nur die Kontrolle solcher Klauseln, ohne die mangels Bestimmtheit oder Bestimmbarkeit des wesentlichen Vertragsinhalts ein wirksamer Vertrag nicht mehr angenommen werden kann (BGH NJW 2010, 1958).
Dementsprechend sind - auch im Werkvertragsrecht - Leistungsbeschreibungen, die Art, Güte und Umfang der Hauptleistung festlegen, einer Inhaltskontrolle entzogen (BGH, Urteil vom 29.04.2010, Xa ZR 5/09, NJW 2010, 1958; BGH…, Urteil vom 09.05.2001, IX ZR 121/00, NJW 2001, 2014; BGH…, Urteil vom 12.03.1987, VII ZR 37/86, BGHZ 100, 173;… Palandt-Grüneberg, a.a.O., § 307, Rn 44 mwN); gleiches gilt für Preis-/Entgeltvereinbarungen, soweit sie Art und Umfang der Vergütung unmittelbar regeln (BGH, Urteil vom 08.10.2009, III ZR 93/09, NJW 2010, 150; BGH, Urteil vom 24.03.2010, VIII ZR 178/08, NJW 2010, 2789;… Palandt-Grüneberg, a.a.O., § 307, Rn 46 mwN).
Sie unterliegen deshalb der gesetzlichen Inhaltskontrolle nicht (Senatsurteil vom 6. Februar 1985 - VIII ZR 61/84, BGHZ 93, 358, 360; BGH, Urteile vom 23. Juni 1993 - IV ZR 135/92, BGHZ 123, 83, 84; vom 13. Juli 1994 - IV ZR 107/93, BGHZ 127, 35, 41; vom 17. März 1999 - IV ZR 137/98, NJW 1999, 3411 unter II 2 b; vom 29. April 2010 - Xa ZR 5/09, NJW 2010, 1958 Rn. 20 mwN).
Der Bereich der Inhaltskontrolle beginnt in diesem Fall erst bei hieran anknüpfenden Klauseln, wenn sie das Hauptleistungsversprechen abweichend vom Gesetz oder der nach Treu und Glauben geschuldeten Leistung verändern, ausgestalten oder modifizieren (BGH, Urteil vom 29. April 2010 - Xa ZR 5/09, aaO mwN).
AG Köln, 29.06.2010 - 124 C 108/10
Es handelt sich vielmehr um eine Klausel, die das Hauptleistungsversprechen abweichend vom Gesetz oder der nach Treu und Glauben geschuldeten Leistung verändert, ausgestaltet oder modifiziert (BGH Urteil vom 29.04.2010, Az.: Xa ZR 5/09).
Das Recht des Gläubigers zur Inanspruchnahme einer Teilleistung folgt aus dem allgemeinen, dem Leistungszweck entsprechenden Gerechtigkeitsgebot, eine Leistung nach Möglichkeit, Zumutbarkeit und Angemessenheit so zu erbringen, dass mit ihr der beabsichtigte Leistungserfolg, nämlich die jeweils mit ihr verbundene Befriedigung der Interessen des Gläubigers, eintritt (BGH Urteil vom 29.04.2010, Az.: Xa ZR 5/09).
der Allgemeinen Beförderungsbedingungen ist mit dem Grundgedanken der gesetzlichen Regelung nicht zu vereinbaren und die Interessen der Beklagten vermögen das Abweichen von der gesetzlichen Regelung über den von der Klausel beschrittenen Weg nicht zu rechtfertigen (BGH Urteil vom 29.04.2010, Az.: Xa ZR 5/09).
Die Beklagte hätte ihr Interesse auch durch eine mildere Regelung wahren können (BGH Urteil vom 29.04.2010, Az.: Xa ZR 5/09).
BGH, 19.12.2011 - IX ZR 22/11
Darlegungslast der Entscheidungserheblichkeit der geltend gemachten Rüge trotz …
Aus Art. 103 Abs. 1 GG folgt keine Pflicht des Gerichts, der von einer Partei vertretenen Rechtsansicht zu folgen (BGH, Beschluss vom 19. Mai 2011 - IX ZB 210/10, WM 2010, 1087 Rn. 13 mwN).
SG Dortmund, 19.06.2017 - S 40 KR 2472/16
Vielmehr steht es der Klägerin nach den allgemeinen Vorschriften frei, eine Teilforderung einzufordern (vgl. BGH, Urteil vom 29.04.2010, Az.: Xa ZR 5/09;… Krüger, in: Münchner Kommentar, BGB, 7.Aufl., § 266 Rn. 21).
Damit verbleibt für die der Überprüfung entzogene Leistungsbeschreibung nur der enge Bereich der Leistungsbezeichnungen, ohne deren Vorliegen mangels Bestimmtheit oder Bestimmbarkeit des wesentlichen Vertragsinhalts ein wirksamer Vertrag nicht mehr angenommen werden kann (st. Rspr., zuletzt BGH v. 29.04.2010, NJW 2010, 1958 ff., Tz. 20, zit. nach juris).
OLG Frankfurt, 08.09.2011 - 16 U 43/11
OLG Düsseldorf, 27.09.2012 - 6 U 11/12
Formularmäßige Vereinbarung einer sog. Bandbreitenreduzierungsklausel,einer …
OLG Frankfurt, 28.02.2013 - 16 U 86/12
Unzulässige Klauseln in Luftbeförderungsverträgen
OLG Frankfurt, 16.11.2011 - 19 U 12/11
Zur Inhaltskontrolle von Genussscheinbedingungen nach §§ 307 ff. BGB im Hinblick …
OLG Frankfurt, 17.12.2012 - 18 U 24/12
Vollstreckungsrecht: Berechtigte Ablehnung des herauszugebenden Fahrzeugs bei …