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Timestamp: 2016-10-27 10:52:57
Document Index: 321298170

Matched Legal Cases: ['Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE']

M.________, 1957, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Joseph Hofstetter, Sonnenplatz 5, 6020 Emmenbr�cke,
CSS Versicherung, Abteilung Recht & Compliance, R�sslimattstrasse 40, 6002 Luzern, Beschwerdegegnerin
Mit Unfall-Anzeige vom 2. Dezember 2000 teilte M.________ der CSS Versicherung mit, dass sie am 27. November 2000 beim Pizza-Essen einen Zahnschaden erlitten habe. Mit Verf�gung vom 25. Juli 2001 lehnte die CSS Versicherung die Ausrichtung von Versicherungsleistungen ab, da kein Unfall vorliege, und best�tigte ihre Auffassung mit Einspracheentscheid vom 30. August 2001.
M.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit den Antr�gen auf Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides und Zusprechung der gesetzlichen Leistungen.
W�hrend die CSS Versicherung auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliesst, verzichtet das Bundesamt f�r Sozialversicherung, Abteilung Kranken- und Unfallversicherung (seit 1. Januar 2004 im Bundesamt f�r Gesundheit), auf eine Vernehmlassung.
Das kantonale Gericht hat die Bestimmung und Grunds�tze �ber den Unfallbegriff (Art. 9 Abs. 1 UVV) sowie insbesondere zum Begriffsmerkmal der Ungew�hnlichkeit (BGE 122 V 233 Erw. 1 mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Gleiches gilt bez�glich der Rechtsprechung, wonach die einzelnen Umst�nde des leistungsbegr�ndenden Geschehens vom Ansprecher glaubhaft zu machen sind (BGE 116 V 140 Erw. 4b mit Hinweis) und die Verwaltung als verf�gende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen d�rfen, wenn sie von ihrem Bestehen �berzeugt sind (BGE 115 V 142 Erw. 8b; vgl. auch BGE 126 V 360 Erw. 5b mit Hinweisen). Richtig sind auch die Ausf�hrungen zum sozialversicherungsrechtlich massgeblichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 115 V 142 Erw. 8b; vgl. auch BGE 126 V 360 Erw. 5b mit Hinweisen) und zu den Beweislastregeln (BGE 115 V 113 Erw. 3d/bb; vgl. auch BGE 117 V 264 Erw. 3b mit Hinweisen). Darauf wird verwiesen. Zu erg�nzen ist, dass das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 im vorliegenden Fall nicht anwendbar ist, da nach dem massgebenden Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheids (hier: 30. August 2001) eingetretene Rechts- und Sachverhalts�nderungen vom Sozialversicherungsgericht nicht ber�cksichtigt werden (BGE 127 V 467 Erw. 1, 121 V 366 Erw. 1b).
2.1 In ihrer Unfallmeldung vom 2. Dezember 2000 gab die Beschwerdef�hrerin an, sie habe beim Pizza-Essen in einem Restaurant "in ein St�ck Muschelschale" gebissen und erg�nzte: "Konnte den St�ck Schale nicht sehen in Pizza". Mit Schreiben vom 14. Juli 2001 machte ihr Ehemann geltend, dass es seiner Frau gelungen sei, "die erkennbaren ganzen Muscheln von der Schale zu trennen, diese ohne Schale zu verspeisen, die Schale am Tellerrand zu deponieren". Das fragliche Muschelschalenst�ck, auf das sie gebissen habe, habe sich jedoch im Pizzateig befunden. Mit Einsprache vom 21. August 2001 f�hrte hingegen ihr Rechtsvertreter aus, dass auf der Pizza keine Muschelschalen vorhanden waren. Die Pizza sei nur mit dem Inhalt der Muscheln sowie mit weiteren Meeresfr�chten belegt gewesen. Das Muschelschalenst�ck sei "im Pizzateig verborgen und daher f�r sie nicht erkennbar" gewesen. Dies wiederholte er auch in der Beschwerde an das kantonale Gericht. Die Abkl�rungen der Vorinstanz bei der fraglichen Pizzeria ergaben, dass die Pizza "Frutti di mare" zusammen mit den Muschelschalen gebacken werde und besch�digte Muscheln nicht verwendet w�rden. Auf Grund der Hitze im Pizza-Ofen (bis 400 Grad) sei es jedoch theoretisch m�glich, dass eine Schale angesengt oder sogar gesprengt werde; allerdings seien noch keine entsprechenden Reklamationen von G�sten eingegangen.
2.2 Nach Auffassung des kantonalen Gerichts ist mit gen�gender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Zahnschaden durch den Biss auf einen Muschelschalensplitter verursacht worden ist. Die Beschwerdef�hrerin bestreitet dies letztinstanzlich nicht, weshalb auch hier von diesem Sachverhalt auszugehen ist. Damit steht fest, dass eine pl�tzliche, nicht beabsichtigte sch�digende Einwirkung eines �usseren Faktors stattgefunden hat. Zu pr�fen bleibt, ob auch das Begriffsmerkmal der Ungew�hnlichkeit des �usseren Faktors gegeben ist und damit ein Unfall im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVV vorliegt.
2.3 Die Vorinstanz hat namentlich erwogen, dass bei einer mit Schalen servierten Meeresfr�chte-Pizza nicht alles essbar sei, sondern harte Teile beachtet und insbesondere das Muschelfleisch von der Muschelschale getrennt werden m�sse, weshalb beim Essen eine erh�hte Aufmerksamkeit verlangt sei. Die Beschwerdef�hrerin habe sich daher auch nach der Trennung des Muschelfleischs von der Schale nicht sicher sein k�nnen, dass keine Schalenteilchen mehr vorhanden seien. Diese Ausf�hrungen sind zutreffend, und auch im �brigen kann vollumf�nglich auf die Erw�gungen des kantonalen Gerichts verwiesen werden. Wie es richtig erkannt hat, ist ein Muschelschalenst�ck auf oder in einer solchen Pizza so wenig ungew�hnlich wie Dekorationsperlen auf oder in einem Kuchen, ein Stein in einer ged�rrten Zwetschge im "Tuttifrutti", die mit Zunge und Z�hnen bewusst gesuchte Figur im Dreik�nigskuchen oder der Stein im Kirschenkuchen, der bewusst mit nicht entsteinten Fr�chten zubereitet wurde (vgl. BGE 112 V 205 Erw. 3b). In all diesen F�llen ist nicht der jeweilige harte Gegenstand ungew�hnlich, sondern lediglich die durch das Beissen darauf verursachte sch�digende Einwirkung auf den betroffenen Zahn. Weil sich das Merkmal der Ungew�hnlichkeit nur auf den �usseren Faktor selbst, nicht aber auf dessen Wirkungen auf den menschlichen K�rper bezieht (BGE 122 V 233 Erw. 1), liegt kein Unfall vor.