Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=30.12.1996&Aktenzeichen=I%20B%2061/96
Timestamp: 2020-02-18 07:55:50
Document Index: 241982848

Matched Legal Cases: ['§ 69', '§ 8', '§ 9', '§ 12', 'Art. 59', '§ 8', '§ 12', '§ 8', '§ 12', 'EuG', 'Art. 234', 'EuG', 'EuG', '§ 234', 'EuG', '§ 234', 'Art. 177', 'EuG', '§ 69', '§ 6', '§ 52', '§ 7']

BFH, 30.12.1996 - I B 61/96 - dejure.org
https://dejure.org/1996,66
BFH, 30.12.1996 - I B 61/96 (https://dejure.org/1996,66)
BFH, Entscheidung vom 30.12.1996 - I B 61/96 (https://dejure.org/1996,66)
BFH, Entscheidung vom 30. Dezember 1996 - I B 61/96 (https://dejure.org/1996,66)
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FGO § 69 Abs. 3; GewStG § 8 Nr. 7, § 9 Nr. 4, § 12 Abs. 2 Nr. 2 und Abs. 3 Nr. 3; EWGV Art. 59ff.; DBA-Irland Art. XX Buchst. c
Vereinbarkeit der Hinzurechnungsvorschriften mit dem Diskriminierungsverbot
Diskriminierungsverbot: Gewerbesteuerliche Hinzurechnung bei Leasingverträgen
Gewerbesteuer; Vereinbarkeit von § 8 Nr. 7, § 12 Abs. 2 Nr. 2 GewStG mit Gemeinschaftsrecht
In diesem Zusammenhang weist das Finanzgericht darauf hin, daß der Bundesfinanzhof es in einem Beschluß vom 30. Dezember 1996 (BStBl. II 1997, S. 466) als zweifelhaft angesehen habe, ob die Hinzurechnungsvorschriften in § 8 Nr. 7 Satz 2 und § 12 Absatz 2 Nr. 2 Satz 2 GewStG mit dem Diskriminierungsverbot in Artikel 59 ff. EG-Vertrag vereinbar seien, auch wenn er diese Frage in einer älteren Entscheidung noch bejaht habe (…Urteil vom 15. Juni 1983, BStBl. II 1984, S. 17).
Der AdV-Antrag war abzulehnen, und zwar wegen des summarischen Verfahrens ohne den Senat zu veranlassen, die ggf. klärungsbedürftigen gemeinschaftsrechtlichen Fragen dem EuGH im Rahmen eines Vorabentscheidungsersuchens gemäß Art. 234 Abs. 3 EG vorzulegen (vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 17. Dezember 1997 I B 108/97, BFHE 185, 30, BStBl II 1998, 558; vom 30. Dezember 1996 I B 61/96, BFHE 181, 511, BStBl II 1997, 466).
Ernstliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit eines Verwaltungsaktes bestehen, wenn bei summarischer Prüfung des angefochtenen Verwaltungsaktes neben für die Rechtmäßigkeit sprechenden Umständen gewichtige, gegen die Rechtmäßigkeit des angefochtenen Verwaltungsaktes sprechende Gründe zutage treten, die Unentschiedenheit oder Unsicherheit in der Beurteilung von Rechtsfragen oder Unklarheiten in der Beurteilung von Tatsachen bewirken (vgl. BFH-Beschlüsse vom 10. Februar 1984 III B 40/83, BFHE 140, 396, BStBl II 1984, 454 und vom 30. Dezember 1996 I B 61/96, BFHE 181, 411, BStBl II 1997, 466).
a) Ernstliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit eines Verwaltungsaktes bestehen, wenn bei summarischer Prüfung des angefochtenen Verwaltungsaktes neben für die Rechtmäßigkeit sprechenden Umständen gewichtige, gegen die Rechtmäßigkeit des angefochtenen Verwaltungsaktes sprechende Gründe zutage treten, die Unentschiedenheit oder Unsicherheit in der Beurteilung von Rechtsfragen oder Unklarheiten in der Beurteilung von Tatsachen bewirken (vgl. Beschlüsse des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 10. Februar 1984 III B 40/83, BStBl II 1984, 454 und vom 30. Dezember 1996 I B 61/96, BStBl II 1997, 466).
Eine Ausnahme kann nur für den Fall einer steuerlichen "Kohärenz" gemacht werden, wenn der erlittene steuerliche Nachteil durch eine korrespondierende steuerliche Begünstigung desselben Staatsangehörigen kompensiert wird (vgl. z.B. EuGH-Urteil vom 26. Oktober 1999 Rs. C-294/97 "Eurowings", Internationales Steuerrecht --IStR-- 1999, 691 Tz. 41 ff.; Senatsbeschluss vom 30. Dezember 1996 I B 61/96, BFHE 181, 511, BStBl II 1997, 466, jeweils m.w.N.).
Daran ist im vorläufigen Verfahren festzuhalten, ohne dass in diesem Eilverfahren eine Vorabentscheidung des EuGH (§ 234 Abs. 1 EGV n.F.) einzuholen wäre (vgl. Senatsbeschluss in BFHE 181, 511, BStBl II 1997, 466, m.w.N.).
Das FA weist in diesem Zusammenhang zwar ebenso wie die Vorinstanz (vgl. auch Kramer, Recht der Internationalen Wirtschaft --RIW-- 1996, 951, 954) zutreffend darauf hin, dass darin eine Begünstigung des beschränkt Steuerpflichtigen gegenüber dem unbeschränkt Steuerpflichtigen im Inland liegen kann, weil Ersterer im Tätigkeitsstaat Progressionsvorteile hat, die dem dort unbeschränkt Steuerpflichtigen nicht zustehen; insofern sichert der pauschale Mindeststeuersatz von 25 v.H. des Einkommens in gewisser Weise die "kohärente" Besteuerung zu dem Steuervorteil, der darin liegt, dass der Steuerausländer im Inland keine erhöhte Progression bezogen auf sein Gesamteinkommen erleidet (vgl. zum sog. Kohärenzprinzip m.w.N. Senatsbeschluss vom 30. Dezember 1996 I B 61/96, BFHE 181, 511, BStBl II 1997, 466).
Sie rechtfertigen ernstliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit des angefochtenen Bescheides, ohne dass in diesem Eilverfahren eine Vorabentscheidung des EuGH (§ 234 Abs. 1 EGV) einzuholen wäre (vgl. Senatsbeschluss in BFHE 181, 511, BStBl II 1997, 466, m.w.N.).
Ernstliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit eines Verwaltungsaktes bestehen, wenn bei summarischer Prüfung des angefochtenen Verwaltungsaktes neben für die Rechtmäßigkeit sprechenden Umständen gewichtige, gegen die Rechtmäßigkeit des angefochtenen Verwaltungsaktes sprechende Gründe zutage treten, die Unentschiedenheit oder Unsicherheit in der Beurteilung von Rechtsfragen oder Unklarheiten in der Beurteilung von Tatsachen bewirken (vgl. Beschlüsse des BFH vom 10. Februar 1984 III B 40/83, BStBl II 1984, 454 und vom 30. Dezember 1996 I B 61/96, BStBl II 1997, 466).
a) Eine Vorlagepflicht wegen dieser Rechtsfrage gemäß Art. 177 EUV an den Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften --EuGH-- scheidet zum einen mit Rücksicht auf das summarische Verfahren gemäß § 69 Abs. 3 FGO aus (vgl. BFH-Beschluß vom 30. Dezember 1996 I B 61/96, BFHE 181, 511, BStBl II 1997, 466).
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