Source: https://art4real.de/wp/label/artists/plan-88-albino-mad-cap/rechtsextreme-symbole-und-ihre-bedeutung/
Timestamp: 2019-05-24 09:15:39
Document Index: 234527739

Matched Legal Cases: ['Art 4', '§86', '§86', '§86', '§86', '§86', '§86', '§86', '§86', '§86', '§86', '§86', '§86', '§86', '§86', '§86', '§86']

Rechtsextreme Symbole und ihre Bedeutung – Art 4 Real
Den meisten Menschen sind rechtsextreme Symbole und ihre Bedeutung nicht bekannt. Aus Aufklärungsgründen haben wir einige zusammengetragen.
Werden diese Symbole in der Öffentlichkeit gezeigt, kann es sich um Straftaten handeln und es sollte gehandelt werden. Zeigt Courage!
Damit sind die 14 Worte des us-amerikanischen Ku-Klux-Klan-Anhängers und inhaftierten Gewalttäters David Lane gemeint. Die Formel lautet: “We must secure the existence of our people and a future for white childen.” (“Wir müssen den Fortbestand unserer Rasse bewahren und die Zukunft der weißen Kinder sicherstellen.”) Der Zahlencode – auch in Kombinationen wie 14/88 – findet sich als Grußformel in Briefen von Rechten, in ihren Publikationen oder als Endung von e-Mail und Website-Adressen wieder.
Der Name der im September 2000 vom Bundesinnenministerium verbotenen Neonazigruppierung “Blood & Honour” (Blut und Ehre) lehnt sich an den Wahlspruch der SS und die Nürnberger Rassegesetze der Nationalsozialisten an. Der Name wird oftmals als B&H, oder als Zahlencode 28 (zweiter und achter Buchstabe des Alphabets BH) abgekürzt. Das öffentliche Zurschaustellen des ausgeschriebenen Schriftzuges “Blood & Honour” ist als Symbol eines verbotenen Vereins nach §86a StGB strafbar.
Hinter Combat 18 verbirgt sich der Bezug zur britischen Neonazi-Terror-Gruppierung “Combat 18”, die Zahl steht für AH, Adolf Hitler, “Combat” bedeutet “Kampf”. Als Symbol wird oftmals der SS-Totenkopf verwendet.
Consdaple bzw. Lonsdaple sind Abwandlungen der bei Neonazis sehr beliebten Bekleidungsmarke Lonsdale. Durch die geringfügige Abwandlung des Namens, wird – z.B. unter einer geöffneten Bomberjacke getragen – nur der Schriftzug NSDAP sichtbar. Auch gerne getragen Sweater mit der Aufschrift “MASTERRACE”.
strafbar!!!
Symbol des 1995, eineinhalb Jahre nach seiner Selbstauflösung, vom brandenburgischen Innenministerium verbotenen Neonazivereins “Direkte Aktion Mitteldeutschland/JF” (DA/JF), einer Nachfolgeorganisation der Nationalistischen Front. Das öffentliche Zurschaustellen ist nach §86a StGB strafbar.
Doppel – Sig-Rune
1933 erhielt der Grafiker Walter Heck den Auftrag, ein Symbol für die SS zu entwickeln. Heck verdoppelte die Sig-Rune als visuelle Alliteration für die zwei “S” der Schutzstaffel. Die Doppel – Sig-Rune ist dementsprechend als Kennzeichen einer verbotenen Organisation nach §86a StGB strafbar. Als nicht verbotenes Ersatzsymbol wird oft das schwarze Sonnenrad verwendet.
Deutsche “Tapferkeitsauszeichnung” in den beiden Weltkriegen. Das Eiserne Kreuz wird von Rechtsextremisten in verschiedenen Variationen, aber immer mit positivem Bezug zur Deutschen Wehrmacht und dem Nationalsozialismus gebraucht. Das Zurschaustellen des Eisernen Kreuzes ohne Hakenkreuz, ist seit 1957 straffrei
Die sogenannten Reichsfarben, die angesichts des Verbotes der Hakenkreuz-Fahne den Neonazis als Ersatz-Bezug zum Nationalsozialismus dienen. In der Ideologie der NSDAP und damit auch der heutigen Neonazis steht das Rot für den vermeintlich “sozialen Charakter” der NS-Bewegung, das Weiß für den deutschen Nationalismus und das Schwarz, – anstelle des schwarzen Hakenkreuzes – für den Sieg der sogenannten “arischen Rasse” und die Judenvernichtung.
Die FAP wurde 1995 vom Bundesinnenminister verboten. Ihr Symbol, der Zahnenkranz, der in der NS-Zeit das Hakenkreuz umrahmte, wurde auch von der nationalsozialistischen “Deutschen Arbeitsfront” verwendet. Das öffentliche Zurschaustellen des FAP-Symbols ist nach §86a StGB strafbar.
Meistens ein Dreieck mit dem Namen des jeweiligen Bundeslandes bzw. “Gau” (z.B. Schlesien) in weißer Schrift auf schwarzem Grund, manchmal auch ein Rechteck mit weißer Schrift. Durch die Anlehnung an die Abzeichen, die an den Uniformen der Hitlerjugend getragen wurden, gelten die sogenannten Gau-Dreiecke mittlerweile als Kennzeichen verbotener Organisationen und sind damit beim öffentlichen Tragen nach §86a StGB strafbar.
Hakenkreuz – negativ
s.o. Gilt darüber hinaus als Symbol der 1983 verbotenen “Aktionsfront Nationaler Sozialisten/Nationale Aktivisten” (ANS/NA) des an AIDS verstorbenen Neonazianführers Michael Kühnen. Das öffentliche Zurschaustellen ist nach §86a strafbar.
Die beiden gekreuzten Zimmermannshämmer sind das Symbol der sogenannten “Hammerskins”. Sie verstehen sich als elitäre internationale Skinheadorganisation. Die Hammerskins und ihre Symbole sind nicht verboten.
strafbar!!
Ursprünglich handelt es sich bei dem Symbol um ein keltisches Grabkreuz aus dem 6. Jahrhundert. In der neonazistischen Bewegung gehört es als Zeichen für “die Überlegenheit der weißen, nordischen Rasse” zu den beliebtesten Symbolen. Gleichzeitig soll damit das gemeinsame kulturelle Erbe der “nordischen Rasse” symbolisiert werden. Das Keltenkreuz findet sich auf CD- und Plattencovern, T-Shirts, Aufnähern etc. Seine Strafbarkeit ist umstritten. Da das Keltenkreuz in der Fahne der neonazistischen “Volkssozialistischen Bewegung Deutschland/Partei der Arbeit” (VSBD/PdA) Verwendung fand, die vom Bundesinnenminister 1982 verboten wurde, gilt es eigentlich als Kennzeichen einer verfassungswidrigen Organisation im Sinne der §§86, 86a StGB, dessen Verwendung strafbar ist. In der Realität wird es allerdings nur dann als strafbar angesehen, wenn es im Zusammenhang mit der VSBD/PdA gezeigt wird. Deshalb können Keltenkreuz-Kettenanhänger und -gürtelschnallen etc. von rechten Versänden weiter straffrei vertrieben werden.
Kennzeichen des Ku-Klux-Klans, der ältesten rechtsextremen und rassistischen Gruppierung der USA – bekannt für Lynchmorde an AfroamerikanerInnen und extremen Antisemitismus. Das Abzeichen des KKK ist lediglich in Brandenburg strafbar. Neonazis operieren anstelle von klar erkennbaren Symbolen, oft mit Zahlencodes. Für das Symbol des KKK wird alternativ die Zahl 311 verwendet. Sie steht für drei mal den elften Buchstaben des Alphabets, KKK
In der germanischen Mythologie steht die Odal-Rune für Besitz oder Eigentum. Sie war zur NS-Zeit das Symbol der Hitlerjugend. Die 1995 verbotene “Wiking-Jugend” (WJ) verwendete die Odal-Rune ebenso wie der verbotene “Bund Nationaler Studenten” (BNS). Das Verbot der Organisationen erstreckte sich auch auf ihre Symbole. D.h. das öffentliche Zurschaustellen der Odal-Rune ist als Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen nach §86a StGB strafbar.
Die Flagge war die Kriegsflagge des Norddeutschen Bundes und des Deutschen Reichs von 1867 bis 1921. Von den Nationalsozialisten wurde die Reichskriegsflagge bis 1935 ohne das Hakenkreuz verwendet, danach kam das Hakenkreuz hinzu. Das öffentliche Zeigen/Tragen der Reichskriegsflagge ohne Hakenkreuz wird in den Bundesländern unterschiedlich geahndet. In Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Berlin, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland stellt das öffentliche Zurschaustellen einen “Verstoß gegen die öffentliche Ordnung ” dar; die Fahne wird dann eingezogen. Das Zurschaustellen der Reichskriegsflagge mit Hakenkreuz ist nach §86a StGB strafbar.
Die Sig-Rune war ein altes germanisches Symbol für Thor, den Donnergott und soll den Blitz symbolisieren, der schon in der germanischen Mythologie für “Sieg” und “Lösung” stand. Die einfache Sig-Rune war bis 1945 das Abzeichen des “Deutschen Jungvolkes” und ist daher als Kennzeichen einer verbotenen Organisation nach §86a StGB strafbar.
s.o., Kennzeichen der verbotenen “Aktionsfront Nationaler Sozialisten/Nationaler Aktivisten” (ANS/NA). Das öffentliche Zurschaustellen ist nach §86a StGB strafbar.
Das öffentliche Zurschaustellen des Kennzeichens der nationalsozialistischen SA ist nach §86a StGB strafbar
Das altindische Symbol gilt als verändertes Hakenkreuz. Es wurde in ähnlicher Form in den Symbolen des “Deutschen Frauenwerkes” und der “NS-Frauenschaft” verwendet. Das öffentliche Zurschaustellen ist nach §86a strafbar.
In der germanischen Mythologie stand die Rune für den Kriegs-Gott Tyr, der manchmal auch als Gott des Rechts verehrt wurde. Während der NS-Zeit war die Tyr-Rune das Leistungsabzeichen der Hitlerjugend und wurde an den Kragenspiegeln diverser SA-Einheiten getragen. Sie stand symbolisch für “die Tat”. Die Strafbarkeit ihres öffentlichen Zurschaustellens ist umstritten. Benutzt wird sie heute u.a. von der verbotenen FAP, der (noch) nicht verbotenen NPD und ihrer Jugendorganisation JN.
W oder Aktion Widerstand”
Dieses Zeichen wurde vor allem in den 70iger Jahren von der sog. “Aktion Widerstand” benutzt. Diese wurde mit massiver Unterstützung der NPD initiiert, um deren Zerfallsprozess nach einigen missglückten Wahlteilnahmen, durch die Installierung einer außerparlamentarische Opposition aufzuhalten. Mit ihren militanten Parolen wie ” Willy Brandt – an die Wand” oder “Deutsches Land wird nicht verschenkt, eher wird der Brandt gehängt” protestierte die “Aktion Widerstand” gegen die Ost-Politik von Willy Brandt. Dadurch sollten alle Fraktionen des rechten Lagers geeint und auch in nationale bürgerliche Kreise, v.a. in die Vertriebenenverbände, hineingewirkt werden. Heute wird das Zeichen und der Name “Aktion Widerstand” noch vereinzelt von den Jungen Nationaldemokraten (JN), der Jugendorganisation der NPD benutzt. In diesem Zusammenhang ist das Zeichen nicht strafbar. Gleichzeitig schmückte dieses “W” Ende der 80er Jahre auch den Titel der Zeitschrift “Die Neue Front” des damaligen Neonazi-Führers Michael Kühnen. Von ihr leiteten sich sowohl der Name der dahinterstehenden Organisation, der “Gesinnungsgemeinschaft der Neuen Front” (GdNF) als auch der sog.”Widerstandsgruß” bzw. “Kühnengruß” ab. Dieser ist eine abgewandelte Form des “Hitler-Grußes”: Dabei wird der Arm ausgestreckt, Daumen, Zeige- und Mittelfinger abgespreizt und der Ringfinger und der kleine Finger angewinkelt. Der “Widerstandsgruß” ist verboten.
WP bedeutet “Weiße Macht” und ist der mittlerweile international verbreitete Slogan des Ku-Klux-Klan
s.o., Die Faust dient zumeist als bildliche Darstellung des Begriffs White Power. Viele Neonazis sehen in der Neonazi-Szene, dass sogenannte “White-Power-Movement”, die White-Power-Bewegung. Auch dafür steht das Symbol der Faust.
Das Kennzeichen der im September 200 vom Bundesinnenministerium verbotenen “White Youth”, Jugendorganisation von “Blood & Honour”, besteht aus einem roten Dreieck und einer schwarzen Triskele auf einem weißen Kreis in der Mitte. Das öffentliche Tragen ist nach §86a StGB strafbar.
Zeichen für “HJ-Adjutant”. Nach §86a StGB ist die Zurschaustellung strafbar.
Diese Rune zierte u.a. die Dolche der SS und die Armbinden von vier SS-Panzer-Divisionen, wie der 2. SS-Panzerdivision, und galt als “Werwolf”-Symbol. Heute wird sie vor allem von militanten Neonazi-Gruppierungen verwendet, die sich in der Tradition der “Werwölfe” sehen, und bspw. bei Anschlägen und Grabschändungen gesprüht. Zu den Mythen die sich um die Wolfsangel ranken gehört, dass sie von germanischen Bauern als spezielles Fanggerät für Wölfe entwickelt wurde. Ihr Doppelhaken wurde in einen Baumstamm geschlagen und auf die freie Spitze ein Stück Fleisch gespießt. Sprang der Wolf danach, sollte sich die Metallspitze in den Wolfsrachen bohren und eine tödliche Wunde hinterlassen. Die “Wanderjugend Gibor” – eine Nachfolgeorganisation der verbotenen “Wiking Jugend” (WJ) und die verbotene “Junge Front” (Jugendorganisation der 1982 verbotenen VSBD/PdA) verwenden die Wolfsangel in ihren Logos. Das Zurschaustellen der Wolfsangel im Zusammenhang mit der “Jungen Front” ist als Kennzeichen einer verbotenen Organisation nach §86a StGB strafbar. Da dieser Zusammenhang aber nicht immer nachgewiesen werden kann, bleibt die Strafbarkeit umstritten.