Source: http://geschaeftsbericht2011.allianz.com/reports/allianz/annual/2011/gb/German/201010/corporate-governance-bericht.html
Timestamp: 2017-10-23 17:05:35
Document Index: 208820698

Matched Legal Cases: ['§ 161', '§ 6', '§ 7', '§ 100', '§ 100', '§ 315']

Allianz Geschäftsbericht 2011 - Corporate-Governance-Bericht
Unternehmensverfassung der Europäischen Aktiengesellschaft
Grundlagen und Arbeitsweise des Aufsichtsrats
Gute Corporate Governance ist unabdingbar für nachhaltigen Unternehmenserfolg. Deshalb ist es wichtig, dass die bestehenden Corporate-Governance-Strukturen ständig überprüft und, soweit nötig, fortentwickelt werden. Vorstand und Aufsichtsrat haben sich im Berichtsjahr eingehend mit der Erfüllung der Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex (im Folgenden „Kodex“) befasst. Die Allianz SE entspricht mit jeweils einer Ausnahme sämtlichen Empfehlungen und Anregungen des Kodex. Die von Vorstand und Aufsichtsrat am 14. Dezember 2011 abgegebene Entsprechenserklärung sowie die Stellungnahme zu den Kodex-Anregungen finden Sie in der Erklärung zur Unternehmensführung ab hier.
Als Europäische Aktiengesellschaft unterliegt die Allianz SE zusätzlich zum deutschen Aktienrecht den speziellen europäischen SE-Regelungen und dem deutschen SE-Ausführungsgesetz. Die wesentlichen Grundzüge der bisherigen Unternehmensverfassung, insbesondere das duale Leitungssystem (Vorstand und Aufsichtsrat), und der Grundsatz der paritätischen Mitbestimmung im Aufsichtsrat bestehen in der Allianz SE unverändert fort. Auf unserer Internetseite haben wir unter www.allianz.com/se die Unterschiede zwischen einer deutschen Aktiengesellschaft und einer Europäischen Aktiengesellschaft mit Sitz in Deutschland dargestellt.
Der Vorstand leitet die Allianz SE und die Allianz Gruppe. Er umfasst derzeit elf Mitglieder aus verschiedenen Ländern, ist also international wie die Allianz selbst zusammengesetzt. Zu seinen Aufgaben zählen die Festlegung der Unternehmensziele und der strategischen Ausrichtung, die Steuerung und Überwachung der operativen Einheiten sowie die Einrichtung und Überwachung eines effizienten Risikomanagementsystems. Der Vorstand ist zuständig für die Erstellung der Quartals- und Halbjahresfinanzberichte der Gruppe und die Aufstellung des Konzernabschlusses sowie des Jahresabschlusses der Allianz SE. Ferner hat er für die Einhaltung der Rechtsvorschriften und behördlicher Regelungen zu sorgen.
Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Unbeschadet der Gesamtverantwortung aller Vorstandsmitglieder führen die einzelnen Mitglieder des Vorstands die ihnen zugewiesenen Ressorts selbstständig und in eigener Verantwortung. Neben den Geschäftsbereichen gibt es funktionale Zuständigkeiten, die neben dem Ressort des Vorstandsvorsitzenden die Finanz- und Investmentfunktion sowie die Bereiche Operations, Risikomanagement, Personal sowie Recht und Compliance umfassen. Die geschäftlichen Zuständigkeitsbereiche sind entweder regional ausgerichtet oder beziehen sich auf ein operatives Geschäftsfeld, wie das Asset Management. Die nähere Ausgestaltung der Vorstandsarbeit wird durch eine Geschäftsordnung bestimmt. Diese regelt die Ressortzuständigkeiten der Vorstandsmitglieder, dem Gesamtvorstand vorbehaltene Angelegenheiten und sonstige Beschlussmodalitäten.
Der Vorstand tagt regelmäßig im Rahmen von Vorstandssitzungen. Diese werden vom Vorstandsvorsitzenden einberufen, der die Arbeit im Vorstand koordiniert. Jedes Vorstandsmitglied kann die Einberufung einer Sitzung unter Mitteilung des Beratungsgegenstands verlangen. Der Gesamtvorstand entscheidet seiner Geschäftsordnung entsprechend durch Beschluss mit der einfachen Mehrheit der an der Beschlussfassung teilnehmenden Mitglieder. Im Falle der Stimmengleichheit ist die Stimme des Vorstandsvorsitzenden entscheidend. Dieser hat zudem seit Umwandlung in die Allianz SE ein Vetorecht, er kann jedoch keine Entscheidung gegen das Mehrheitsvotum durchsetzen.
Vorstands- und Konzernausschüsse
Der Vorstand hat aus seiner Mitte das Group Capital Committee, das Group Finance Committee, das Group IT Committee und das Group Risk Committee als Vorstandsausschüsse gebildet.
Stand 31. Dezember 2011 (und nachfolgende Änderungen)
Group Capital Committee
Michael Diekmann (Vorsitz), Dr. Paul Achleitner, Oliver Bäte Vorschläge an den Vorstand zur Risikostrategie sowie zur strategischen Zuweisung von Vermögen und Risikokapital im Konzern
Dr. Paul Achleitner (Vorsitz), Oliver Bäte, Dr. Joachim Faber | bis 31.12.2011, Dr. Helga Jung | ab 1.2.2012, Jay Ralph | ab 1.1.2012, Dr. Werner Zedelius Entscheidung über wesentliche Investments, Erstellung und Überwachung von Grundsätzen der konzernweiten Investmentpolitik sowie Konzernfinanzierung und Kapitalmanagement
Dr. Christof Mascher (Vorsitz), Oliver Bäte, Gary Bhojwani | ab 1.1.2012, Jay Ralph | bis 31.12.2011, Dr. Werner Zedelius Entwicklung und Vorschlag einer konzernweiten IT-Strategie, Überwachung von deren Implementierung und Entscheidung über konzernrelevante IT-Investitionen
Oliver Bäte (Vorsitz), Dr. Paul Achleitner, Clement Booth, Jay Ralph Einrichtung und Überwachung eines konzernweiten Risikomanagement- und Risikoüberwachungssystems
Neben den Vorstandsausschüssen hat der Vorstand mit dem Group Compensation Committee, dem Group Underwriting Committee und dem International Executive Committee Konzernausschüsse gebildet. Diese haben die Aufgabe, dem Gesamtvorstand der Allianz SE vorbehaltene Entscheidungen vorzubereiten, Beschlussvorschläge zu unterbreiten und den reibungslosen Informationsaustausch im Konzern sicherzustellen.
Konzernausschuss
Group Compensation Committee
Vorstandsmitglieder und Führungskräfte unterhalb des Vorstands der Allianz SE Ausgestaltung, Überwachung und Weiterentwicklung der Vergütungssysteme und jährliche Vorlage eines Berichts mit den Ergebnissen seiner Überwachung und Vorschlägen zur Weiterentwicklung. Das Group Compensation Committee entspricht den Anforderungen der im Oktober 2010 in Kraft getretenen Versicherungs-Vergütungsverordnung.
Group Underwriting Committee
Vorstandsmitglieder und Führungskräfte unterhalb des Vorstands der Allianz SE sowie Chief Underwriting Officer von Konzerngesellschaften Generelle Überwachung des Underwriting-Geschäfts, des damit verbundenen Risikomanagements sowie die Entwicklung einer Underwriting Policy und -Strategie
Vorstandsmitglieder der Allianz SE und Geschäftsleiter der größten Tochtergesellschaften der Allianz Gruppe Diskussion gruppenübergreifender strategischer Themen (für die Zusammensetzung siehe hier).
Die Zuständigkeiten und die Zusammensetzung der Vorstands- und Konzernausschüsse sind in den jeweiligen Geschäftsordnungen festgelegt, die der Zustimmung des Vorstands bedürfen.
Die operativen Einheiten und Geschäftssegmente der Allianz Gruppe werden über einen integrierten Management- und Kontrollprozess gesteuert. Holding und operative Einheiten definieren zunächst die geschäftsspezifischen Strategien und Ziele. Auf dieser Grundlage werden gemeinsame Pläne erstellt, die der Aufsichtsrat im Rahmen der Zielsetzung für die leistungsorientierte Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder berücksichtigt (Einzelheiten finden Sie im „Vergütungsbericht“ ab hier). Bei der Besetzung von Führungsfunktionen achtet der Vorstand auf Vielfalt und strebt eine angemessene Berücksichtigung von Frauen an.
Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig und umfassend über die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, die Planung und Zielerreichung sowie die Unternehmensstrategie und bestehende Risiken. Gemäß der Empfehlung des Kodex hat der Aufsichtsrat die Informations- und Berichtspflichten des Vorstands in einer Berichtsordnung näher festgelegt.
Bestimmte Vorstandsentscheidungen von besonderem Gewicht bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Einige dieser Zustimmungsvorbehalte sind gesetzlich geregelt oder finden sich in Beschlüssen der Hauptversammlung, etwa in Ermächtigungen des Vorstands zur Erhöhung des Grundkapitals (Genehmigtes Kapital), zum Erwerb eigener Aktien oder zur Ausgabe von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen. Zudem sieht auch die Satzung Zustimmungsvorbehalte vor, so für den Abschluss von Unternehmensverträgen und zur Erschließung neuer oder zur Aufgabe bestehender Geschäftssegmente, soweit die Maßnahme für den Konzern von wesentlicher Bedeutung ist. Ebenfalls zustimmungspflichtig sind der Erwerb von Unternehmen und Unternehmensbeteiligungen sowie die Veräußerung von Beteiligungen an einer Konzerngesellschaft, sofern die Gesellschaft durch die Veräußerung aus dem Konzern ausscheidet. Voraussetzung für die Zustimmungspflicht ist in diesen Fällen, dass es sich nicht um eine Finanzbeteiligung handelt, und dass im Einzelfall der Verkehrswert (oder in Ermangelung des Verkehrswerts der Buchwert) der erworbenen oder veräußerten Beteiligung 10 % des Eigenkapitals der letzten Konzernbilanz erreicht oder übersteigt. Nach der Vereinbarung über die Beteiligung der Arbeitnehmer in der Allianz SE bedarf darüber hinaus die Benennung des für Arbeit und Soziales zuständigen Vorstandsmitglieds der Zustimmung des Aufsichtsrats.
Aufgrund der Rechtsform als Europäische Aktiengesellschaft (SE) gilt das deutsche Mitbestimmungsgesetz für die Allianz SE nicht mehr. Größe und Zusammensetzung des Aufsichtsrats bestimmen sich nun vielmehr nach den allgemeinen europäischen Rahmenbedingungen für die SE. Implementiert werden diese durch Satzungsregelungen und durch die Vereinbarung über die Beteiligung der Arbeitnehmer in der Allianz SE, die mit Vertretern der europäischen Allianz Arbeitnehmer am 20. September 2006 geschlossen wurde. Diese Vereinbarung finden Sie auf unserer Internetseite unter www.allianz.com/se.
Die Größe des Aufsichtsrats ist in der Satzung festgelegt. Danach besteht der Aufsichtsrat aus zwölf Mitgliedern, die von der Hauptversammlung bestellt werden. Von den zwölf Mitgliedern sind sechs Mitglieder auf Vorschlag der Arbeitnehmer zu bestellen. Die Hauptversammlung ist an die Vorschläge der Arbeitnehmer gebunden.
Nach der Vereinbarung über die Beteiligung der Arbeitnehmer in der Allianz SE sind die sechs Sitze der Arbeitnehmervertreter nach dem Verhältnis der Anzahl der Allianz Arbeitnehmer in den jeweiligen Ländern zu verteilen. Dem derzeit amtierenden Aufsichtsrat gehören vier Arbeitnehmervertreter aus Deutschland und je ein Arbeitnehmervertreter aus Frankreich und Großbritannien an. Die letzte Wahl des Aufsichtsrats erfolgte 2007 für eine Amtszeit bis zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung 2012. Auf der Hauptversammlung 2012 werden vier Arbeitnehmervertreter aus Deutschland sowie jeweils ein Arbeitnehmervertreter aus Frankreich und Italien zur Wahl stehen.
Der Aufsichtsrat überwacht und berät den Vorstand bei der Führung der Geschäfte. Daneben ist er insbesondere für die Bestellung der Mitglieder des Vorstands und die Festsetzung der Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder sowie für die Prüfung des Jahresabschlusses der Allianz SE und der Gruppe zuständig. Die Tätigkeit des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2011 wird im Bericht des Aufsichtsrats erläutert (ab hier).
Der Aufsichtsrat trifft regelmäßig zu ordentlichen Sitzungen im März, im April oder Mai, im September und im Dezember zusammen. Nach Bedarf werden darüber hinaus außerordentliche Sitzungen abgehalten. Die Ausschüsse halten ebenfalls regelmäßig Sitzungen ab. Der Aufsichtsrat trifft alle Entscheidungen mit einfacher Mehrheit. Die besonderen Beschlusserfordernisse für die Vorstandsbestellung nach dem Mitbestimmungsgesetz entfallen bei einer SE ebenso wie der Vermittlungsausschuss. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Aufsichtsratsvorsitzenden, der in der Allianz SE nur ein Anteilseignervertreter sein kann. Im Falle seiner Verhinderung gibt bei Stimmengleichheit die Stimme des von der Anteilseignerseite stammenden Stellvertreters den Ausschlag. Ein weiterer Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden wird auf Vorschlag der Arbeitnehmervertreter gewählt; diesem steht jedoch kein Stichentscheid zu.
Der Aufsichtsrat überprüft regelmäßig die Effizienz seiner Tätigkeit. Nach Vorbereitung durch den Ständigen Ausschuss erörtert das Plenum Verbesserungsmöglichkeiten und beschließt hierzu geeignete Maßnahmen.
Einen Teil seiner Tätigkeit nimmt der Aufsichtsrat durch Ausschüsse wahr. Die Zusammensetzung und Aufgaben der Ausschüsse sind in der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats geregelt. Über die Arbeit der Ausschüsse wird der Aufsichtsrat regelmäßig unterrichtet.
Ständiger Ausschuss | 5 Mitglieder
Vorsitz: Vorsitzender des Aufsichtsrats (Dr. Henning Schulte-Noelle)
zwei weitere Anteilseignervertreter (Dr. Wulf Bernotat, Dr. Gerhard Cromme)
zwei Arbeitnehmervertreter (Peter Kossubek, Rolf Zimmermann)
Zustimmung zu bestimmten Geschäften, die vom Aufsichtsrat genehmigt werden müssen, zum Beispiel Kapitalmaßnahmen, Akquisitionen beziehungsweise Desinvestitionen
Vorbereitung der Entsprechenserklärung nach § 161 AktG und Kontrolle der Corporate Governance
Vorbereitung der Effizienzprüfung des Aufsichtsrats
Prüfungsausschuss | 5 Mitglieder
Vorsitz: wird vom Aufsichtsrat gewählt (Dr. Wulf Bernotat), unabhängig und kein ehemaliges Vorstandsmitglied, dessen Bestellung vor weniger als zwei Jahren endete
drei Anteilseignervertreter (Dr. Wulf Bernotat, Igor Landau, Dr. Henning Schulte-Noelle)
zwei Arbeitnehmervertreter (Jean-Jacques Cette, Jörg Reinbrecht)
unabhängiges Mitglied mit Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung/Abschlussprüfung: Dr. Wulf Bernotat, Igor Landau
Vorabprüfung Jahres- und Konzernabschluss, Lageberichte (inkl. Risikobericht) und Gewinnverwendungsvorschlag, Prüfung Halbjahres- und Quartalsfinanzberichte
Überwachung Rechnungslegungsprozess, Wirksamkeit des internen Risikomanagement- und Kontrollsystem, internes Revisionssystem, Rechts- und Compliance-Themen
Überwachung Abschlussprüfung, einschließlich Unabhängigkeit Abschlussprüfer und von diesem zusätzlich erbrachte Leistungen, Erteilung Prüfungsauftrag und Bestimmung Prüfungsschwerpunkte
Risikoausschuss | 5 Mitglieder
Vorsitz: wird vom Aufsichtsrat gewählt (Dr. Schulte-Noelle)
drei Anteilseignervertreter (Prof. Dr. Renate Köcher, Dr. Henning Schulte-Noelle, Peter Denis Sutherland)
zwei Arbeitnehmervertreter (Godfrey Robert Hayward, Franz Heiß)
Überwachung der allgemeinen Risikosituation und besonderer Risikoentwicklungen in der Allianz Gruppe
Vorabprüfung Risikobericht sowie sonstige risikobezogene Aussagen im Jahres- und Konzernabschluss sowie in den Lageberichten, Information des Prüfungsausschusses über das Ergebnis
Personalausschuss | 3 Mitglieder
ein weiterer Anteilseignervertreter (Dr. Gerhard Cromme)
ein Arbeitnehmervertreter (Rolf Zimmermann)
Vorbereitung Bestellung Vorstandsmitglieder
Vorbereitung Entscheidung des Plenums über Vergütungssystem und Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder
Abschluss, Änderung und Beendigung von Vorstandsdienstverträgen, soweit nicht dem Plenum vorbehalten
langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand, dabei achtet der Ausschuss auf Vielfalt und strebt insbesondere eine angemessene Berücksichtigung von Frauen an
Nominierungsausschuss | 3 Mitglieder
zwei weitere Anteilseignervertreter (Dr. Gerhard Cromme, Prof. Dr. Renate Köcher)
Erstellen von Anforderungsprofilen für Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat entsprechend den Empfehlungen des Kodex zur Zusammensetzung des Aufsichtsrats
Suche nach geeigneten Kandidaten für Wahl der Anteilseignervertreter in den Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 15. Dezember 2010 in Umsetzung einer Kodex-Empfehlung nachfolgende Ziele für seine Zusammensetzung beschlossen:
„Der Aufsichtsrat der Allianz SE strebt eine Zusammensetzung an, die eine qualifizierte Aufsicht und Beratung der Geschäftsführung der Allianz SE sicherstellt. Für die Wahl in den Aufsichtsrat sollen Kandidaten vorgeschlagen werden, die aufgrund ihrer fachlichen Kenntnis und Erfahrung, Integrität, Leistungsbereitschaft, Unabhängigkeit und Persönlichkeit die Aufgaben eines Aufsichtsratsmitglieds in einem international tätigen Finanzdienstleistungsinstitut erfolgreich wahrnehmen können. Bei der Auswahl der Kandidaten soll ferner im Interesse eines ergänzenden Zusammenwirkens im Gremium auf eine hinreichende Vielfalt im Hinblick auf unterschiedliche berufliche Hintergründe, Fachkenntnisse und Erfahrungen geachtet werden.
Die unternehmerische Mitbestimmung in der Allianz SE gemäß der SE-Vereinbarung über die Arbeitnehmerbeteiligung vom 20. September 2006 trägt zur Vielfalt hinsichtlich beruflicher Erfahrungen und kultureller Herkunft bei. Für die Benennung der deutschen Arbeitnehmervertreter sollen nach der Regelung des § 6 Absatz 2 Satz 2 SEBG Frauen und Männer entsprechend ihrem zahlenmäßigen Verhältnis in den deutschen Gesellschaften gewählt werden. Eine Auswahlmöglichkeit hinsichtlich der Arbeitnehmervertreter hat der Aufsichtsrat jedoch nicht.
Folgende Anforderungen und Zielsetzungen sollen für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats der Allianz SE gelten:
I. Anforderungen an die einzelnen Aufsichtsratsmitglieder
II. Anforderungen an die Zusammensetzung des Gesamtgremiums
1Vgl. BaFin-Merkblatt zur Kontrolle von Mitgliedern von Verwaltungs- und Aufsichtsorganen gemäß KWG und VAG vom 22. Februar 2010.
Unternehmerische beziehungsweise betriebliche Erfahrung
Allgemeine Kenntnis des Versicherungs- und Finanzdienstleistungsgeschäfts
Bereitschaft und Fähigkeit zu ausreichend zeitlichem und inhaltlichem Engagement
Erfüllung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen:
Kenntnisse auf dem Gebiet der Corporate Governance und des Aufsichtsrechts1
Kenntnisse der Grundzüge der Bilanzierung und des Risikomanagements1
Einhaltung der vom Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlenen und der von § 7 a Absatz 4 VAG geforderten Begrenzung der Mandatszahl
Alle Aufsichtsratsmitglieder sollten unabhängig i.S.v. Ziffer 5,4.2 des Corporate Governance Kodex sein, d. h. in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zur Allianz SE oder deren Vorstand stehen, die Interessenkonflikte begründen kann. Zudem soll ein Mitglied unabhängig i.S.v. § 100 Absatz 5 AktG sein. Es ist zu berücksichtigen, dass das Entstehen von Interessenkonflikten im Einzelfall nicht generell ausgeschlossen werden kann. Mögliche Interessenkonflikte sind gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden offenzulegen und werden durch angemessene Maßnahmen gelöst.
Nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats sollen die Mitglieder in der Regel nicht älter als 70 Jahre sein.
Mindestens ein Mitglied mit ausgeprägter Erfahrung im Versicherungs- und Finanzdienstleistungsgeschäft
Mindestens ein Mitglied, das über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügt i.S.v. § 100 Absatz 5 AktG
Fachkenntnisse oder Erfahrungen aus anderen Wirtschaftsbereichen
Mindestens vier Mitglieder sollten aufgrund von Herkunft oder Tätigkeit Regionen oder Kulturräume vertreten, in denen die Allianz SE maßgebliches Geschäft betreibt.
Auf Basis der SE-Vereinbarung über die Arbeitnehmerbeteiligung gehören bereits zwei Arbeitnehmervertreter aus anderen Mitgliedstaaten der EU dem Aufsichtsrat an.
Vielfalt und angemessene Beteiligung von Frauen
Die Mitglieder des Aufsichtsrats sollten sich im Hinblick auf ihren Hintergrund, die berufliche Erfahrung und Fachkenntnisse ergänzen, sodass das Gremium auf einen möglichst breit gefächerten Erfahrungsfundus und unterschiedliche Spezialkenntnisse zurückgreifen kann. Für die nächste Aufsichtsratswahl im Frühjahr 2012 wird ein Anteil von mindestens 25 % Frauen im Aufsichtsrat angestrebt. Die Beteiligung von Frauen wird grundsätzlich als gemeinsame Verantwortung von Anteilseigner- und Arbeitnehmerseite gesehen."
Die Wahlvorschläge des Aufsichtsrats für die Wahl durch die ordentliche Hauptversammlung am 9. Mai 2012 haben diese Ziele berücksichtigt. Der Nominierungsausschuss hat in mehreren Sitzungen die Vorschläge für die Anteilseignervertreter an das Plenum sowohl hinsichtlich der Anforderungen an die einzelnen Aufsichtsratsmitglieder als auch an die Zusammensetzung des Gesamtgremiums überprüft. Insgesamt werden der Hauptversammlung 2012 vier Kandidaten mit internationalem Hintergrund sowie drei weibliche Kandidaten vorgeschlagen werden. Bei einer entsprechenden Wahl wären insbesondere die Ziele zur Internationalität und zur Berücksichtigung von Frauen erreicht. Die aktuelle Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse ist hier dargestellt.
Der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder an Aktien der Allianz SE betrug zum 31. Dezember 2011 weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien.
Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sind nach dem Wertpapierhandelsgesetz verpflichtet, den Erwerb oder die Veräußerung von Wertpapieren der Allianz SE offenzulegen, soweit der Wert der von dem Mitglied und den ihm nahestehenden Personen getätigten Erwerbs- und Veräußerungsgeschäfte die Summe von 5 Tsd € innerhalb eines Kalenderjahrs erreicht oder übersteigt. Diese Meldungen werden auf unserer Internetseite unter www.allianz.com/cg veröffentlicht.
In der Hauptversammlung üben die Aktionäre ihre Rechte aus. Bei der Beschlussfassung gewährt jede Aktie eine Stimme. Um die Wahrnehmung der Anteilseignerrechte zu erleichtern, bietet die Allianz SE ihren Aktionären an, die Hauptversammlung über das Internet zu verfolgen und sich in der Hauptversammlung durch von der Allianz SE benannte Stimmrechtsvertreter vertreten zu lassen, die das Stimmrecht ausschließlich auf der Grundlage der vom Aktionär erteilten Weisungen ausüben. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zur Stimmabgabe per Briefwahl. Als Online-Briefwahl wird dieser Service auch über das Internet angeboten. Die Nutzung von E-Mail und Internetservices wird von der Allianz SE nachhaltig gefördert.
Die Hauptversammlung wählt die Mitglieder des Aufsichtsrats. Bei der Wahl der Arbeitnehmervertreter ist sie an die Vorschläge der Arbeitnehmer gebunden. Die Hauptversammlung beschließt über die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats. Sie entscheidet über die Verwendung des Bilanzgewinns, über Kapitalmaßnahmen und die Zustimmung zu Unternehmensverträgen, ferner über die Vergütung des Aufsichtsrats und über Satzungsänderungen der Gesellschaft. Sofern bei der Beschlussfassung über eine Satzungsänderung nicht mindestens die Hälfte des Grundkapitals vertreten ist, bedarf es nach europarechtlichen Vorgaben und der Satzung einer Beschlussmehrheit von mindestens zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen. Jedes Jahr findet eine ordentliche Hauptversammlung statt, in der Vorstand und Aufsichtsrat Rechenschaft über das abgelaufene Geschäftsjahr ablegen. Für besondere Fälle sieht das Aktiengesetz die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung vor.
Die Rechnungslegung der Allianz Gruppe erfolgt gemäß § 315 a Handelsgesetzbuch (HGB) auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Der Jahresabschluss der Allianz SE wird nach Maßgabe des deutschen Rechts, insbesondere des HGB, erstellt.
Aufgrund einer gesetzlichen Sonderregelung für Versicherungsunternehmen werden der Abschlussprüfer und der Prüfer für die prüferische Durchsicht des Halbjahresfinanzberichts durch den Aufsichtsrat und nicht durch die Hauptversammlung bestellt. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats bereitet die Bestellungen vor. Die Abschlussprüfung umfasst den Einzelabschluss der Allianz SE sowie den Konzernabschluss der Allianz Gruppe.
Um eine größtmögliche Transparenz zu gewährleisten, informieren wir unsere Aktionäre, Finanzanalysten, die Medien und die interessierte Öffentlichkeit regelmäßig und zeitnah über die Lage des Unternehmens. Der Jahresabschluss der Allianz SE und der Konzernabschluss der Allianz Gruppe sowie die Lageberichte werden innerhalb von 90 Tagen nach Ende des jeweiligen Geschäftsjahrs veröffentlicht. Ebenso informieren wir Aktionäre und Dritte zeitnah durch die Halbjahres- und Quartalsfinanzberichte der Allianz Gruppe; diese werden vorher jeweils einer prüferischen Durchsicht durch den Abschlussprüfer unterzogen. Weitere Informationen stellt die Allianz Gruppe auch in der Hauptversammlung, in Presse- und Analystenkonferenzen sowie auf der Unternehmenswebsite zur Verfügung. Die Internetpräsenz der Allianz bietet außerdem Zugriff auf einen Finanzkalender, der die Termine der wesentlichen Veröffentlichungen und Veranstaltungen, wie Geschäftsberichte, Halbjahres- und Quartalsfinanzberichte sowie Hauptversammlungen, enthält.
Der Finanzkalender für 2012 und 2013 findet sich hier.
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