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Timestamp: 2019-10-20 17:19:01
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Matched Legal Cases: ['§ 34', '§ 34', '§ 32', '§32', '§32', '§1']

Anspringen von Hunden - recht.de
Anspringen von Hunden
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Beitrag von Hinger » 23.03.13, 18:50
ich weiss nicht ob das hier das richtige Unterforum ist.
Gibt es in Deutschland ein Gesetz welches den Bürger vor Anspringen von Hunden schützt?
Ich habe einiges gelesen, dass der Hundehalter dazu verpflichtet ist, seinen Hund unter Kontrolle zu haben, aber das hat mit dem Thema nicht das geringste zu tun.
Es geht mir darum, ob es ein Gesetz gibt, welches den Bürger davor schützt.
Was darf man tun, wenn man von einem Hund angesprungen wird? Ist es erlaubt den Hund dabei zu töten, mit der Begründung, man habe aus Notwehr gehandelt?
Oder wird das vor Gericht entschieden und es gibt hierauf keine klare Antwort wie in den meisten Rechtsfragen?
Was passiert, wenn ich den Hundehalter anspringe, wie ein Hund mich anspringt, bekomme ich dabei eine Strafe?
Re: Anspringen von Hunden
Beitrag von Drakon » 23.03.13, 19:06
Es können verschiedene Gesetze berührt sein. Sofern es ausdrücklich um das Anspringen geht, wird man aber evtl. nur in einem Landeshundegesetz finden.
Eine so weitgehende Notwehrsituation, dass man den Hund tötet, wird es nur als Ausnahmefall geben und dann müsste der Hund schon in erkennbar bösartiger Absicht springen. Sonst wird man im Bereich Notwehrexzess sein.
Beim Anspringen von Hundehaltern können ebenfalls verschiedene Gesetze berührt sein. Jedenfalls dürfen Sie es nicht.
Beitrag von Hinger » 23.03.13, 19:38
Es gibt also kein klares Gesetz für den Schutz des Bürgers vor dem angesprungen werden von Hunden.
...können verschiedene Gesetze berührt sein... und ... erkennbar bösartiger Absicht... sagt mir, man kann nicht vorher schon wissen wie Richter in der jeweiligen Situation entscheiden.
Gut zu wissen dass es hierzu keine klaren Gesetze gibt.
Beitrag von Roni » 23.03.13, 19:44
doch die gibt es, nämlich dann wenn durch das Anspringen ein Schaden oder gar eine Verletzung herbeigeführt wird.
Es kommt immer darauf an wie der Hund anspringt. Es gibt Hunde die nur zur Begrüßung diese Unart ansich haben, es gibt aber auch welche die wirklich gefährlich sind. Es kommt immer auf die Umstände an. Notwehr gegen Hunde gibt es nicht ( vgl. § 34 stgb )
Zuletzt geändert von Roni am 23.03.13, 20:01, insgesamt 1-mal geändert.
Beitrag von Hinger » 23.03.13, 19:57
In meiner Frage steht nichts zu Schaden oder Verletzung.
Abgesehen davon, dass bei Schaden und Verletzung ein Gesetz überhaupt nicht hilft, weil ja schon der Schaden, Verletzung da ist.
Beitrag von Roni » 23.03.13, 20:05
nochmal, weil ich nach deinen Beitrag geändert hatte, hat sich überschnitten
Beitrag von Hinger » 23.03.13, 20:09
Beitrag von Roni » 23.03.13, 20:16
Hinger hat geschrieben: Ich verstehe nicht, was das mit meiner Frage zu tun hat.
wolltest du nicht wissen ob man einen Hund der anspringt töten darf ??
die Antwort darauf habe ich dir geschrieben
Beitrag von Hinger » 23.03.13, 20:17
Ach so, ja, stimmt, verstehe, man darf es also nicht, da es keine Notwehr bei Hunden gibt.
Auch nicht wenn der Hund einen töten will?
Beitrag von Roni » 23.03.13, 20:22
Hinger hat geschrieben: Ach so, ja, stimmt, verstehe, man darf es also nicht, da es keine Notwehr bei Hunden gibt.
nein du verstehst das falsch. Notwehr, dieser Begriff gibt es nicht im Zusammenhang mit Tieren.
Natürlich darf man sich wehren und auch töten, das habe ich doch schon geschrieben, nur muss diese Maßnahme angemessen sein.
Beitrag von Drakon » 23.03.13, 20:23
Hinger hat geschrieben: man darf es also nicht, da es keine Notwehr bei Hunden gibt.
Der Schluss ist nicht richtig. Die Rechtfertigung ist ggf. § 34 StGB und nicht die in § 32 StGB geregelte Notwehr.Rein praktisch macht das aber für den Angefallenen keinen Unterschied.
Beitrag von Gammaflyer » 23.03.13, 20:25
Notwehr im Sinne des §32 StGB greift einem Hund gegenüber nur in der Konstellation, wenn der Halter das Tier bewusst als Werkzeug einsetzt. Dann ist es ein rechtswidriger Angriff durch einen Menschen und nur der ist durch §32 erfasst.
Ein rechtfertigender Notstand hingegen braucht nur eine Gefahr für ein Rechtsgut, z.B. Gesundheit oder Leben, und damit kann man in diesem Zuge auch gegen den angreifenden Hund vorgehen.
Edit: Okay, hier hat sich jetzt einiges überschnitten.
Beitrag von Froggel » 23.03.13, 21:46
Rechtlich gesehen könnten Sie Probleme bekommen, wenn Sie einen Hund töten, der sie anspringt, ohne Sie wirklich zu gefährden und sei es nur, dass Sie wegen Sachbeschädigung drankommen (Interesse des Halters) oder dass Sie aufgrund des Tierschutzgesetzes (§§1 und 4) Probleme bekommen.
Und wie wollen Sie das auch durchführen? Er kommt auf Sie zu und Sie erschießen ihn? Kommt er auf Sie zu und Sie erstechen ihn? Er kommt auf Sie zu und Sie packen ihn am Hals und erwürgen ihn? Oder wollen Sie ihn generell in einem Moment töten, in dem er Ihnen über den Weg läuft, ohne Sie überhaupt gerade angesprungen zu haben, bloß weil Sie von dem "Köter" des Nachbarn genervt sind? Das erscheint mir alles nicht besonders sinnig. Sie haben im Nachhinein Ärger und der ehemalige Hundebesitzer kauft sich eventuell noch auf Ihre Kosten einen neuen Hund
Ich weiß jetzt nicht, ob Sie eine Unterlassungsverfügung gegenüber dem Hundebesitzer erwirken können - das werden Ihnen andere hier im Forum sicherlich besser sagen können. Jedenfalls ergibt sich aus dem reinen Anspringen kein Grund, den Hund zu töten.
Kleiner Tipp aus der Praxis, der jetzt nichts Rechtliches beinhaltet: Kommt der Hund auf Sie zu und ist erkennbar, dass er Sie anspringen möchte, reißen Sie das Knie hoch. Ein Knie mit Schwung am Brustkorb des Hundes ist schmerzhaft und nach einigen Malen unterlassen die Hunde üblicherweise diese dumme Angewohnheit.
Beitrag von Waschbärin » 24.03.13, 10:52
Gegenfrage: Darf ich ein Auto, welches so durch eine Pfütze fährt dass ich mit Schmutzwasser bespritzt werden könnte, mit dem Vorschlaghammer zu einem Totalschaden zertrümmern?
Beitrag von Tastenspitz » 24.03.13, 11:54
Wenn´s dein eigenes ist......