Source: https://www.ibb-ag.com/geschaeftsbericht/lagebericht-mit-risikobericht/
Timestamp: 2019-11-17 22:12:20
Document Index: 287883137

Matched Legal Cases: ['§ 340', '§ 10', 'Art. 92', '§ 340', '§ 26', '§ 26', '§ 26', '§ 312']

LAGEBERICHT ZUM JAHRESABSCHLUSS DER INTERNATIONALES BANKHAUS BODENSEE AG
für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018
Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, setzen wir uns täglich dafür ein, die an uns gestellten Erwartungen sowie unsere selbstgesteckten Anforderungen umfassend zu erfüllen.
Mit ihrem bewährten Geschäftsmodell konzentriert sich die Internationales Bankhaus Bodensee AG seit ihrer Gründung im Jahr 1996 auf ausgewählte, beratungsintensive Geschäftsbereiche und bewusst nicht auf das Mengengeschäft.
Ihr Geschäftsmodell erstreckt sich auf die Segmente
Förderungsfinanzierung Sport
Die Bereiche Forderungsfinanzierung Sport und Gewerbliche Immobilienkunden legen ihren Fokus auf das kurz und mittelfristige Kreditgeschäft. Bei Privatkunden im Private Banking und bei Firmenkunden können auch längerfristige Darlehenslaufzeiten vereinbart werden, jedoch überwiegend mit variabler Verzinsung bzw. kurzfristiger Zinsbindung. Daneben ist die IBB in der umfassenden Vermögensberatung von Privatkunden tätig.
Die IBB unterhält in ihrem Depot A Eigenanlagen – jedoch nicht für Handelszwecke, sondern zur Sicherstellung ihrer Liquidität. Eine Zinsfristentransformation wird nicht aktiv betrieben. Aufgrund der nahezu fristenkongruenten Refinanzierung ihrer Aktivseite ist die IBB einem Äußerst niedrigen Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Die Liquiditätsfristentransformation wird akzeptiert.
Am Hauptsitz in Friedrichshafen bietet die IBB sämtliche Dienstleistungen aller Segmente vor Ort an. In den Niederlassungen wird das gesamte Spektrum des Private Banking angeboten.
Der Bereich Private Banking teilt sich auf in die Private-Banking-Beratung, das Asset Management (bis 30. Mai 2018) sowie die Sachwertfinanzierung. Die Leistungen des Private Banking werden an sechs Standorten (Hauptsitz Friedrichshafen; Niederlassungen Freudenstadt, Konstanz, Künzelsau-Gaisbach, München und Radolfzell) angeboten.
Die IBB richtet sich mit einem ganzheitlichen Beratungsansatz an vermögende Privatkunden, Unternehmer und institutionelle Anleger. Das Private Banking agiert unabhängig von Anbietern oder Produktvorgaben und bietet keine eigenen Produkte an. Das Angebotsspektrum außerhalb des Wertpapiergeschäfts umfasst im Sinne des ganzheitlichen, bedarfsgerechten Beratungsansatzes Themen wie Immobilien und Versicherungen. Finanzierungen werden zur Arrondierung des Anlagegeschäfts angeboten.
Im klassischen Firmenkundengeschäft, das insbesondere kurz- und mittelfristige Kreditprodukte umfasst, ist die IBB selektiv tätig. Ihre Zielkunden sind mittelständische Unternehmen (bevorzugt in Familienbesitz).
Im Neugeschäft beschränkt sich die Bank regional auf Baden-Württemberg und Bayern. Cross-Selling-Ansätze bestehen im in- und ausländischen Zahlungsverkehr sowie im Bereich der Finanztermingeschäfte, ebenso zum Private Banking.
Darüber hinaus begleitet die IBB regionenübergreifend Kunden aus verschiedenen Nischenmärkten, etwa der strukturierten Finanzierung im Small-Cap-Segment und ausgewählte Finanzdienstleister.
Weitere Geschäftsfelder werden systematisch in neuen Nischen entwickelt. Hierzu gehören beispielsweise Kunstpfandkredite und internationale Handelsfinanzierungen.
FORDERUNGSFINANZIERUNG SPORT
Im Bereich Forderungsfinanzierung Sport werden Vorfinanzierungen von Sponsoring- und Werbeverträgen, von TV-Vermarktungsverträgen (Antritts- und Fernsehgelder) sowie von Transferverträgen – national wie international – im Sportbereich durchgeführt. Die Geschäfte werden in der Regel als Forderungsankäufe dargestellt.
Die Geschäftspartner bei Transferverträgen im Forderungsfinanzierungsgeschäft sind auf Forderungsschuldnerebene ausgewählte europäische Geschäftspartner. Die Laufzeiten der Finanzierungen sind kurzfristig.
Der Bereich Gewerbliche Immobilienkunden umfasst die Finanzierung von Bauträger- und Aufteilermaßnahmen, Projekt- und Grundstücksentwicklern, Immobilienhändlern sowie die kurzfristige Bestandsfinanzierung für Immobilien mit Miet- und Flächenoptimierungspotenzial in Deutschland.
Die Zielkunden in diesem Segment sind etablierte und nachweislich erfolgreiche Immobilieninvestoren, die entweder eigenakquiriert oder durch langjährig verbundene Partner vermittelt werden.
Finanzierungen erfolgen mit überwiegend kurz- bis mittelfristigen Kontokorrentkrediten und Darlehen.
Nach einer Wachstumsbeschleunigung im zweiten Quartal entwickelte sich die globale Konjunktur ab der Jahresmitte 2018 verhalten. Insgesamt betrachtet, hat sich die Weltkonjunktur im vergangenen Jahr abgeschwächt und der Aufschwung der globalen Wirtschaft hat zuletzt an Dynamik verloren. In den Vereinigten Staaten war im zweiten Halbjahr noch ein deutliches Wachstum zu beobachten, zur weiteren Entwicklung hingegen waren widersprüchliche Signale zu erkennen. Die chinesische Wirtschaft entwickelte sich zwar weiterhin dynamisch, blieb jedoch mit ihren Wachstumsraten hinter denen der Vorjahre zurück. Nicht zuletzt machte sich der schwelende Handelskonflikt mit den USA bemerkbar, der sich allmählich in den einschlägigen Daten niederschlägt. Nachdem Japan schlecht in das Jahr 2018 gestartet war, wuchs die Wirtschaftsleistung jedoch bis zur Jahresmitte so stark wie seit 2016 nicht mehr. Allerdings leidet die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt zum Ende des Jahres unter einer nach wie vor anhaltend schrumpfenden Wirtschaftsleistung. Insgesamt ist die Sorge vor einer erneuten Rezession vorhanden. Die wirtschaftliche Entwicklung in den Schwellenländern verlief uneinheitlich. In Russland und Brasilien beschleunigte sich das Wachstum wieder.
Die rückläufige Weltkonjunktur war auch an den Stimmungsindikatoren der internationalen und nationalen Wirtschaft abzulesen. So entwickelte sich das ifo Weltwirtschaftsklima1 mit -2,2 Punkten im Vergleich zum Schlussquartal des Vorjahres (17,1 Punkte) stark negativ.
Donald Trump blieb auch 2018 nach wie vor ein „Unsicherheitsfaktor“. Was mit höheren US-Importzöllen auf Stahl und Aluminium begann, eskalierte – insbesondere im Verhältnis mit China – zu einem Handelskrieg. Dennoch hatte die US-Wirtschaft unter der „America First“-Politik und den Verunsicherungen, die sich aus den losgetretenen Handelskonflikten mit dem Rest der Welt ergeben, kaum zu leiden. Trotz eines schwachen Starts in das vergangene Jahr sorgten die vom US-Präsidenten in die Wege geleiteten Steuersenkungen und die von einem Beschäftigungszuwachs gestützten Konsumimpulse für eine anhaltende Wachstumsdynamik. Im Ergebnis lag das US-Wirtschaftswachstum 2018 laut aktuellen Schätzungen bei 3 % und damit deutlich höher als zum Jahresbeginn prognostiziert. Hierzu trugen insbesondere der private Konsum, aber auch die Ausrüstungsinvestitionen, bei, die durch fiskalpolitische Maßnahmen angeregt wurden.
Verglichen mit dem Vorjahr hat sich die konjunkturelle Dynamik im Euroraum nicht nur im ersten Halbjahr 2018 deutlich abgeschwächt. Darüber hinaus erfuhr sie in der zweiten Jahreshälfte einen weiteren Dämpfer. Private und öffentliche Konsumausgaben stützten die wirtschaftliche Expansion, wohingegen sich der Außenhandel per Saldo negativ entwickelte. Somit wurde die von der Exportwirtschaft getragene Phase der Hochkonjunktur, in der sich der Euroraum Anfang des Jahres 2018 befand, zunächst beendet. So haben sich die Auftragsbestände bei EU-Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes – insbesondere beim Auslandsgeschäft – seit dem Jahresbeginn 2018 rückläufig entwickelt. Bestimmendes Thema war im vergangenen Jahr der Brexit. Ob es zu einem Abkommen zwischen dem Vereinigten Königreich (UK) und der Europäischen Union (EU) kommen wird oder ob es einen „No-Deal“-Brexit und damit einen ungeordneten Austritt geben wird, war zum Jahreswechsel offen und ist derzeit immer noch ungeklärt. Die Diskussion über die künftigen Wirtschaftsbeziehungen der EU mit dem UK hat sich ebenso negativ auf die Stimmung der Unternehmen ausgewirkt und die Unsicherheit erhöht wie die mögliche Einführung von Zöllen auf bestimmte Produktgruppen. Wie sehr sich die Stimmung im Euroraum im abgelaufenen Jahr eingetrübt hat, zeigte sich an den einschlägigen Indikatoren. Das ifo Wirtschaftsklima Euroraum2 ist mit 6,6 Punkten (Vorjahr: 37,0 Punkte) zum Ende des vierten Quartals 2018 auf seinen niedrigsten Wert seit dem Jahr 2016 gefallen. Für das Gesamtjahr 2018 ergibt sich für die Eurozone ersten Berechnungen zufolge ein Wirtschaftswachstum von 1,9 %.
Das wirtschaftliche Klima in Deutschland hat sich im Jahr 2018 deutlich abgekühlt. Preisbereinigt nahm die Wirtschaftsleistung – gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) – um lediglich 1,5 % zu. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 2,2 %. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 nur noch stagnierte. Vor allem die ungeklärten Fragen bei der Wiedereinführung von Zöllen, der offene Ausgang der Brexit-Verhandlungen sowie die Unwägbarkeiten bei den Haushaltsplänen der neuen italienischen Regierung haben sich nachteilig auf wichtige deutsche Absatzmärkte ausgewirkt. Ebenso haben sich Probleme der deutschen Automobilindustrie – z. B. im Zusammenhang mit neuen Abgasstandards – negativ auf die Konjunktur ausgewirkt.
Insgesamt betrachtet, hat sich die Weltkonjunktur im vergangenen Jahr abgeschwächt und der Aufschwung der globalen Wirtschaft hat zuletzt an Dynamik verloren.
ifo World Economic Survey (WES) IV/2018
Damit lief der Wachstumsmotor, der bei der deutschen Wirtschaft im Jahr 2017 für Hochkonjunktur sorgte, nur noch mit gedrosselter Leistung. Dies spiegelt sich auch in der Entwicklung beim ifo Geschäftsklima Deutschland3 wider. Seit August ist dieser Wert zum vierten Mal in Folge gesunken und liegt mit 101,0 Punkten (Vorjahr: 104,6 Punkte) im Dezember auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Vor allem im Industriesektor wirkten sich die politischen Unwägbarkeiten negativ aus und bremsten die Investitionsbereitschaft der Unternehmen. Andererseits profitierte besonders das Baugewerbe weiterhin vom boomenden Immobilienmarkt. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte sind im Jahr 2018 zwar gestiegen, aber dennoch weniger stark als ihre real verfügbaren Einkommen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Verbraucherpreise insgesamt um 1,9 % (Vorjahr: 1,8 %) gestiegen, womit die Inflationsrate unterhalb der 2%-Zielmarke der Europäischen Zentralbank lag. Trotz aller Unwägbarkeiten hat sich der Arbeitsmarkt in Deutschland 2018 weiterhin gut entwickelt. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember 2018 mit 4,9 % nochmals unter dem Vorjahreswert (5,3 %).
Trotz aller Unwägbarkeiten hat sich der Arbeitsmarkt in Deutschland 2018 weiterhin gut entwickelt.
ifo Konjunkturumfragen 12/2018
Die IBB agiert unverändert als Nischenbank, die ihren Fokus auf vier verschiedene Segmente ausgerichtet hat. Dank dieses Geschäftsmodells ist es der Bank möglich, sich in einzelnen Segmenten zu profilieren und sich damit teilweise dem Wettbewerb zu entziehen. Nur im Private Banking und im Firmenkundengeschäft agiert sie in einem wettbewerbs- und preisintensiven Umfeld. Der Markt für Forderungsfinanzierungen im Sportbereich entwickelt sich weiterhin positiv und nahezu schwankungsfrei bzw. unabhängig von der allgemeinen Wirtschaftslage in Europa. Für das Segment Forderungsfinanzierung Sport ergibt sich dadurch ein sehr positives Marktumfeld. Auf der Wettbewerbsseite zeigt sich allerdings, dass Banken dieses Segment vermehrt als Geschäftsfeld für sich entdecken.
Im Vergleich zum Vorjahr war das Jahr 2018 von weitaus stärkeren Kursschwankungen geprägt. So, wie 2017 der Aktienmarkt mit ungewöhnlich niedrigen Volatilitätskennziffern auf sich aufmerksam machte, sorgten im Jahr 2018 beträchtliche Kursschwankungen für Aufsehen. Beispielhaft ist hier die Entwicklung des Deutschen Aktienindex (DAX). Die Bandbreite reichte von einem Rekordhoch zum Jahresbeginn mit 13.560 Punkten bis zu einem Indexstand von 10.382 Punkten – dem ersten Jahresverlust seit 2011. Da nicht nur die Aktienmärkte, sondern auch wichtige Renten-, Devisen- und Rohstoffmärkte von erheblichen Bewegungen geprägt waren, ist das Jahr 2018 an den Finanzmärkten vergleichsweise turbulent verlaufen. Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Rahmendaten war diese Entwicklung überraschend. Denn zum Jahresbeginn bestand mehrheitlich die Meinung, dass sich der Konjunkturaufschwung in den bedeutenden Wirtschaftsregionen fortsetzen würde. Erste Eintrübungen zeichneten sich in Form eines deutlichen Renditeanstiegs am US-Rentenmarkt infolge ungünstiger Inflationsdaten ab. Die Ausschläge der US-Kapitalmarktrenditen und die Markterwartungen hinsichtlich des Zinserhöhungskurses der US-Notenbank (Fed) blieben 2018 Unsicherheitsfaktoren für die Finanzmärkte. Gebremst wurde die Kurserholung an den Aktienmärkten auch durch einen erstaunlich starken Euro, der im Februar 2018 mit 1,2508 USD auf ein Vierjahreshoch stieg und sich dort das gesamte erste Quartal halten konnte. Eine Wende trat erst ein, als sich die Zinserhöhungserwartungen in den USA nach oben verschoben und sich zudem ein robusterer Konjunkturtrend in den USA gegenüber dem Euroraum abzeichnete. Im Umfeld der türkischen Währungskrise erreichte der Euro im August bei 1,1341 USD ein Zwischentief, das nach einer Erholung in den Folgemonaten im November nochmals unterboten wurde. Vor dem Hintergrund des Haushaltskonflikts in Italien und einer schrumpfenden deutschen Wirtschaft rutschte die Gemeinschaftswährung auf 1,1223 USD. Zum Jahresende hin konnte sich der Euro dann allerdings wieder erholen und notierte am letzten Handelstag mit 1,1466 USD.
Die Geldpolitik ist weltweit betrachtet weiterhin expansiv ausgerichtet, allerdings befinden sich sowohl die US-Notenbank (Fed) als auch die Europäische Zentralbank (EZB) nach der Finanzmarktkrise und der Euro-Schuldenkrise im Prozess einer geldpolitischen Normalisierung, jedoch in völlig unterschiedlichen Stadien. Zudem werden die Unterschiede im Expansionsgrad – insbesondere zwischen den USA und dem Rest der Welt – immer größer. Angesichts der fiskalpolitischen Impulse und der Inflationsentwicklung hat die Fed ihre expansiven Maßnahmen weiter zurückgenommen und dies mit einem Zinserhöhungskurs in Form von vier Zinserhöhungen im Jahr 2018 unterstrichen. Dagegen verharrt die EZB nach wie vor bei ihrer Nullzinspolitik. Überraschend war die Festschreibung der EZB-Leitzinsen bis zum Sommer 2019. Das erweiterte Programm zum Ankauf von Vermögenswerten (Asset Purchase Program, APP) hat sie 2018 fortgeführt, allerdings wurde das monatliche Ankaufsvolumen ab Oktober von 30,0 Mrd. EUR auf 15,0 Mrd. EUR reduziert und letztlich zum Jahresende beendet.
Die EZB bzw. Deutsche Bundesbank führt vierteljährlich die Umfrage zum Kreditgeschäft der Banken (Bank Lending Survey, BLS) durch. Die Umfrage erfasst die drei Kreditsegmente Unternehmenskredite, Wohnungsbaukredite sowie Konsumentenkredite und sonstige Kredite an private Haushalte. Ergebnis: Die deutschen Banken haben ihre Kreditangebotspolitik im Schlussquartal 2018 kaum verändert. Aus der Dezember-Erhebung geht hervor, dass die Vergabestandards in allen drei Kreditsegmenten nahezu konstant blieben. Gleichzeitig wurden die Kreditbedingungen insgesamt für die Vergabe von Unternehmenskrediten und bei privaten Wohnraumfinanzierungen in geringem Umfang gelockert. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang der deutlich steigende Mittelbedarf im Unternehmenskreditgeschäft. Insgesamt waren die Finanzierungsbedingungen im Jahr 2018 im Euroraum weiterhin sehr günstig.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die gewerblichen Immobilienmärkte der deutschen Top-Standorte Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart sind unverändert gut. Allerdings ist die Entwicklung gespalten. Bei den Teilmärkten Büro und Wohnimmobilien geht es unverändert aufwärts. Bei Handelsimmobilien in den innerstädtischen 1-a-Lagen die lange Zeit Zugpferd des gewerblichen Immobilienmarkts waren, ergibt sich ein anderes Bild. Der zunehmende Wettbewerb durch das stark steigende Onlineshopping hat die Nachfrage nach Verkaufsflächen spürbar gedämpft, was zu seit mehreren Jahren auf hohem Niveau stagnierenden Spitzenmieten führte.
Dank des robusten Immobilienmarkts und der nach wie vor sehr niedrigen Zinsen ist die Nachfrage der Anleger nach Gewerbeimmobilien unverändert hoch. Im Jahr 2018 wurde ein ähnlich hohes Investitionsvolumen wie in den Vorjahren erreicht. Aufgrund der zunehmend knappen Verfügbarkeit entsprechender Objekte sind die Anleger inzwischen vielfach zu Abstrichen bei der Lage und der Objektqualität bereit. Der Verfall der anfänglichen Mietrenditen hat bei einem Niveau von teilweise unter 3 % pro Jahr stagniert.
Die vorherrschenden Marktbedingungen boten und bieten dem Gewerblichen Immobilienkundengeschäft ein unverändert gutes Umfeld.
Nach wie vor ist der deutsche Bankenmarkt ein herausforderndes Umfeld. In den vergangenen Jahren haben sich die Marktbedingungen grundlegend verändert: durch Niedrigzinsen, durch Finanztechnologien und daraus resultierende FinTechs sowie der damit verbundenen Digitalisierung und nicht zuletzt durch ein sich veränderndes Kundenverhalten. Außerdem stellen regulatorische Vorgaben, wie z. B. die Markets in Financial Instruments Directive (kurz MiFID II), die Banken vor umsetzungstechnische Herausforderungen. Dennoch sind verschiedene Größen des deutschen Bankenmarkts stabil geblieben. Deutsche Institute verfügen über eine große (und noch loyale) Kundenbasis von Privat- und Geschäftskunden mit einem in den zurückliegenden Jahren stabilen Ertragspool. Trotz ihrer hohen Zinsabhängigkeit konnten sie die Niedrigzinssituation bislang erstaunlich gut abfedern. Darüber hinaus konnten sie einen relativ stabilen Zinsüberschuss erwirtschaften. Kostenseitig gelang es den deutschen Banken – trotz negativer Auswirkungen aufgrund von Regulierungsauflagen und unaufschiebbaren Investitionen – den Kostenanstieg zu begrenzen. Zudem waren ihre Risikokosten im internationalen Vergleich stets gering. Dennoch hat sich die Profitabilität deutscher Banken in den letzten Jahren stetig reduziert.
Die im Vergleich zum Vorjahr ungünstigeren gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich nicht negativ auf das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahrs 2018 ausgewirkt. Durch das gezielte Ausnutzen von Nischen konnte sich die IBB in einem durchaus fordernden Marktumfeld erfolgreich beweisen und das vergangene Jahr mit einem sehr guten Ergebnis abschließen.
Die Bank konnte sich dem Trend schwindender Margen erneut widersetzen, jedoch nicht mehr in dem Maße wie im Vorjahr. Dennoch konnte der Zinsüberschuss im abgelaufenen Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Mio. EUR bzw. 2,8 % gesteigert werden. Diese Entwicklung spiegelt ein stabiles Kundenkreditvolumen und günstige Refinanzierungsbedingungen wider.
Die Bank agiert beim Derivategeschäft mit Firmenkunden und gewerblichen Immobilienkunden unverändert konservativ. Die Erträge aus den Kundenderivaten werden über die Laufzeit der Geschäfte abgegrenzt. Aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfelds bestand für die Kunden im Jahr 2018 kein oder nur ein geringfügiger Absicherungsbedarf. Somit ergeben sich lediglich Erträge in Höhe von 0,2 Mio. EUR (Vorjahr: 0,3 Mio. EUR).
Provisionsergebnis und Wertpapierbestände
Mit 4,4 Mio. EUR hat sich der Provisionsüberschuss im vergangenen Geschäftsjahr gegenüber dem Vorjahr (5,1 Mio. EUR) um 0,7 Mio. EUR bzw. 13,7 % abermals verringert. Die Provisionserträge lagen mit 11,1 Mio. EUR auf Vorjahresniveau, die Provisionsaufwendungen legten von 5,9 Mio. EUR um 0,8 Mio. EUR bzw. 13,6 % auf 6,7 Mio. EUR zu. Diese Steigerung ergibt sich wiederum durch die Ausdehnung des Geschäfts im Bereich Forderungsfinanzierung.
In 2018 waren Provisionsaufwendungen für Kreditvermittlungen im Gewerblichen Immobilienkundengeschäft in H.he von lediglich 0,2 Mio. EUR aufzubringen. Der Anteil an den Provisionserlösen beträgt für die Bereiche Private Banking 8,7 Mio. EUR, Forderungsfinanzierung 0,1 Mio. EUR und Firmenkunden 0,5 Mio. EUR (Vorjahr: 7,6 Mio. EUR, 0,5 Mio. EUR und 0,7 Mio. EUR).
Per 31. Dezember 2018 belaufen sich die Assets under Administration auf 720,3 Mio. EUR und liegen damit 30,6 % unter dem Vorjahreswert in H.he von 1.038,0 Mio. EUR. Die Zahl der Kundendepots lag mit 1.621 Stück4 170 Stück unter Vorjahresniveau (1.791 Stück4). Die Provisionserlöse in diesem Segment konnten im Vergleich zum Vorjahr um 14,5 % gesteigert werden.
Die Erträge aus Prolongationen ausplatzierter Kapitalanlegerdarlehen flossen mit 0,6 Mio. EUR in das Provisionsergebnis ein und lagen damit 0,1 Mio. EUR bzw. 14,3 % unter dem Vorjahreswert (0,7 Mio. EUR).
Finanz- und Anlageergebnis
Ergänzend zu den Vorschriften des Kreditwesengesetzes (KWG) gelten seit Inkrafttreten im Januar 2014 die Regelungen der CRR - Capital Requirements Regulation (Verordnung (EU) Nr. 575/2013) - die unmittelbar geltendes EU-Recht darstellen. Für die Eigenmittelanforderungen von Instituten, die Handelsbuchaktivitäten lediglich in geringem Umfang betreiben, besteht nach Artikel 94 der CRR eine Erleichterungsregelung.
Wie bereits im Vorjahr gab es auch im Geschäftsjahr 2018 keine Handelsbuchaktivitäten im Depot A der Bank. Im Handelsbestand befindet sich am Bilanzstichtag keine Position; ein Nettoergebnis aus dem Handelsbestand kommt folglich nicht zum Ausweis. Die IBB kann somit die Erleichterungen des Artikels 94 CRR nutzen.
Neben einer kleineren Aktienposition mit einem Buchwert in Höhe von 101,0 TEUR befinden sich im Depot A ausschließlich variabel verzinste Anleihen mit einem Nominalvolumen in Höhe von 100,0 Mio. EUR. Verwaltungsaufwendungen Bei den Emittenten handelt es sich um deutsche Bundesländer oder Förderbanken, eine Anstalt des öffentlichen Rechts und in einem Fall um einen öffentlichen Pfandbrief einer deutschen Landesbank.
Ein Teilbetrag in Höhe von 41,1 Mio. EUR ist der Liquiditätsreserve zugeordnet, 58,9 Mio. EUR dem Anlagebuch. Im Jahr 2018 wurde damit begonnen, auslaufende Wertpapiere, die ersetzt wurden, dem Anlagebuch zuzuordnen. Dadurch nahmen die Liquiditätsreserve ab und das Anlagebuch zu. Von dem gesamten Wertpapierbestand wurden 97,5 Mio. EUR in das Pfanddepot der Deutschen Bundesbank eingeliefert; 2,5 Mio. EUR dienen der Landeskreditbank Baden-Württemberg (L-Bank) zur Besicherung durchgeleiteter öffentlicher Fördermittel.
Der Verwaltungsaufwand setzt sich aus Personal- und sonstigen Verwaltungsaufwendungen (inkl. AfA) zusammen. Diese Gesamtposition lag 1,8 Mio. EUR bzw. 6,9 % über dem Vorjahreswert. Hauptgrund für die gestiegenen Verwaltungsaufwendungen sind die mit dem Umzug des Hauptsitzes am Standort Friedrichshafen verbundenen Kosten.
Die bereits in der Vergangenheit eingeleiteten und kontinuierlich vorangetriebenen Ma.nahmen zur Kosteneinsparung sowie eine entsprechende Kostendisziplin wirken nach wie vor; dennoch hat sich die Cost-Income-Ratio (CIR) aus oben genanntem Grund im Vergleich zum Vorjahr leicht verschlechtert, kann aber immer noch als zufriedenstellend bewertet werden.
Die in den Vorjahren angestoßenen umfangreichen Ma.nahmen zur konsequenten Bereinigung und Steuerung des Kreditportfolios sowie der nachhaltigen Risikominderung haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr außerordentlich positiv ausgewirkt.
Im Ergebnis konnten die Nettozuführungen zur Risikovorsorge deutlich reduziert werden und liegen damit auf sehr gutem Niveau. In Zahlen ausgedrückt, bedeutet dies einen Rückgang von 5,5 Mio. EUR um 4,9 Mio. EUR bzw. 89,1 % auf 0,6 Mio. EUR. Dieser Rückgang ist auf die Qualität des Kreditportfolios und dessen permanente Verbesserung zurückzuführen.
In den Sonderposten Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB wurden 7,0 Mio. EUR und damit 2,6 Mio. EUR bzw. 59,1 % mehr als im vorangegangenen Jahr eingestellt.
Der leicht gesteigerte Zinsüberschuss sowie der nur leicht gestiegene Verwaltungsaufwand und die signifikant niedrige Risikovorsorge haben dazu geführt, dass das Betriebsergebnis vor Steuern im Berichtsjahr deutlich gesteigert werden konnte: von 12,7 Mio. EUR um 3,5 Mio. EUR bzw. 27,6 % auf 16,2 Mio. EUR.
Der Jahresüberschuss bzw. das Ergebnis nach Steuern beträgt unverändert 5,2 Mio. EUR.
exkl. Depots ohne Bestand
Verwaltungsaufwand (inkl. AfA) ÷ Rohertrag
Das Ziel des Finanzmanagements besteht darin, die IBB risiko- und kostenoptimal mit den erforderlichen finanziellen Mitteln zu versorgen. Insbesondere ist die Zahlungsfähigkeit jederzeit zu gewährleisten. Die Bank verfügt über ein leistungsfähiges Liquiditätsmanagement- und -überwachungssystem.
Als Nischeninstitut legt die IBB ihren geschäftlichen Schwerpunkt auf das Aktivgeschäft ihrer Firmen- und Gewerblichen Immobilienkunden sowie Kunden im Segment Forderungsfinanzierung Sport; kleinteiliges Privatkundengeschäft und Spareinlagen werden grundsätzlich nicht durchgeführt. Dieses Geschäftsmodell ermöglicht der Bank, ihr Aktiv-/Passivmanagement weitgehend fristenkongruent zu steuern. Das Refinanzierungsrisiko wird durch eine breite Streuung der Finanzierungsquellen, vor allem Kapitalsammelstellen, gesenkt.
Um keine Währungsrisiken einzugehen, sind sämtliche Fremdwährungspositionen entweder währungskongruent refinanziert oder mittels Finanztermingeschäften gegen Währungsrisiken abgesichert.
Bei den oben dargestellten Werten handelt es sich um Bruttovolumina (ohne Zinsabgrenzungen und ohne Meta-Anteile etc.). Es ergeben sich daher Differenzen zur handelsrechtlichen Bilanz.
Bilanz- und Rentabilitätskennzahlen
Im vergangenen Geschäftsjahr hat die IBB ihr wiederholtes Ziel des stetigen und maßvollen Geschäftsausbaus weiterverfolgt. So legte die Bilanzsumme von 1.373,7 Mio. EUR im Vorjahr um 138,9 Mio. EUR bzw. 10,1 % zu. Ebenso wurde das Geschäftsvolumen von 1.573,1 Mio. EUR um 99,5 Mio. EUR bzw. 6,3 % ausgeweitet.
Auf der Aktivseite zeigt sich, dass das bilanzierte Forderungsvolumen von 1.172,4 Mio. EUR um 137,5 Mio. EUR bzw. 11,7 % auf 1.309,9 Mio. EUR gesteigert werden konnte.
Auf der Passivseite haben sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wiederholt rückläufig entwickelt – von 78,1 Mio. EUR um 17,9 Mio. EUR bzw. 22,9 % auf 60,2 Mio. EUR.
Mit einem Bestand in Höhe von 1.212,2 Mio. EUR haben sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit einem Plus von 12,3 % bzw. 132,3 Mio. EUR wiederum deutlich erhöht (Vorjahr: 1.079,9 Mio. EUR).
Die IBB steuert ausschließlich nach finanziellen Leistungsindikatoren. Dabei werden die absoluten Erträge und Kosten gesteuert. In dieser Systematik erfolgt eine von der Geschäftsstrategie abgeleitete Planung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung.
Das Eigenkapital wird über die Allokation regulatorischer und ökonomischer Limits sowie über die Eigenmittelquote gesteuert. Die Kapital-Zielquoten werden unter Berücksichtigung der durch die EZB aufgestellten zusätzlichen Eigenmittelanforderungen definiert. Die Rentabilitätsziele werden über die Eigenkapitalrentabilität gesteuert.
Das um 9,8 % gestiegene bilanzierte Forderungsvolumen (Kunden) ist auf die gesteigerten Geschäftsaktivitäten in den Segmenten Gewerbliche Immobilienkunden und Forderungsfinanzierung zurückzuführen. Der Rückgang des nicht bilanzierten Forderungsvolumens erklärt sich aus dem im Jahr 2008 planmäßig eingestellten Kapitalanlegergeschäft. Bis dahin wurden die ausgereichten Darlehen nach ihrer Valutierung zu Forderungspaketen gebündelt und an externe Bankenpartner ausplatziert. Die Betreuung und spätere Prolongationen sind bei der IBB verblieben. Aufgrund ausbleibender Prolongationen bzw. der geringen Quote von Verlängerungen nimmt diese Position entsprechend ab.
Eigenkapitalausstattung, Liquidität und Refinanzierung
Mit den in den Vorjahren durchgeführten Kapitalmaßnahmen hatte die Bank bereits die Grundlagen für zukünftige aufsichtsrechtliche Eigenkapitalanforderungen und das geplante Wachstum geschaffen. Diese Ma.nahmen haben sich im vergangenen Geschäftsjahr als ausreichend erwiesen. Abzulesen ist dies auch an der Entwicklung der Gesamtkapitalquote.
Die seit 1. Oktober 2015 zu erfüllende Mindestliquiditätsquote (Liquidity Coverage Ratio – LCR) liegt zum 31. Dezember 2018 bei 582,38 %. Die LCR lag im 12-Monatsdurchschitt bei 232,05 %. Eine Unterschreitung der geforderten Mindestquote für das Jahr 2018 von 100 % lag nicht vor.
Für Dezember wurden, maßgeblich aufgrund von Kreditzusagen, hohe Liquiditätsabflüsse erwartet. Tatsächlich traten diese bzw. die Kreditinanspruchnahmen erst im Januar 2019 ein, was zum Ende des abgelaufenen Jahres zu vorübergehend erhöhten Liquiditätsbeständen geführt hatte und die LCR dementsprechend beeinflusste.
Für die IBB gilt derzeit ein SREP11-Zuschlag in Höhe von 1,0 %, der sich wie folgt zusammensetzt:
Kapitalzuschlag aufgrund des Zinsänderungsrisikos -> 0,0 %
Kapitalzuschlag aufgrund weiterer wesentlicher Risiken -> 1,0 %
Die Refinanzierungsstruktur der IBB zeigte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr unverändert stabil. Nach wie vor stellen Verbindlichkeiten gegenüber Kunden die mit Abstand größte Refinanzierungsquelle dar. Innerhalb dieser Position stammen wesentliche Teile der Mittel von Kapitalsammelstellen, beispielsweise Versicherungen oder Kommunen.
Innerhalb der Bilanzposition „Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten“ (60,2 Mio. EUR) werden auch durchgeleitete öffentliche Fördermittel in Höhe von 55,9 Mio. EUR ausgewiesen.
Bei verschiedenen Partnerbanken bestehen Geldhandelslinien, die im Rahmen der Dispositionen fallweise genutzt werden. Eventuell auftretender Spitzenbedarf an Liquidität kann primär durch Refinanzierungsmöglichkeiten bei der Deutschen Bundesbank gedeckt werden. Zu diesem Zweck werden Wertpapiere im Pfanddepot hinterlegt. Im Jahr 2018 ist es zu keinem Liquiditätsengpass gekommen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden zwei der bisher vier geschlossenen Fonds, bei denen es sich allesamt um Rettungserwerbe handelt, unverändert gehalten:
"CityCenter Chemnitz KG" (2,60 % des Gesellschaftskapitals)
"Sachwert Rendite-Fonds Indien GmbH & Co. KG" (0,06 % des Gesellschaftskapitals)
Der Fonds „Klinik Malchow Immobilienfonds GmbH Co. KG“ (2,63 % des Gesellschaftskapitals) wurde verkauft, der Fonds „Natalie Schulte Shipping GmbH & Co. KG“ (0,16 % des Gesellschaftskapitals) wurde aufgrund Insolvenz ausgebucht.
Sämtliche Beteiligungen sind auf einen Wert von 0,00 EUR abgeschrieben.
Gesamtaussage zu Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft
2018 war das bislang beste Geschäftsjahr der IBB. Der Zinsüberschuss konnte mit einer leichten Steigerung auf hohem Niveau gehalten werden. Positiv beeinflusst wurde diese Entwicklung durch die erfolgreich umgesetzte fristenkongruente Refinanzierung mit variabler und kurzfristiger Verzinsung.
In den Segmenten Private Banking und Firmenkunden ist das Marktumfeld unverändert schwierig. Das Private Banking war im vergangenen Jahr durch einen starken Volumenrückgang geprägt. Dabei handelt es sich vorrangig um den Abfluss von Volumina aus dem Bereich institutionelle Kunden, bei denen die IBB als Lagerstelle fungierte. Aufgrund dieser Tatsache hat sich dieser Abfluss nur in geringem Umfang auf die Provisionserlöse ausgewirkt. Die Ergebnisbeiträge aus dem Gewerblichen Immobilienkundengeschäft und aus dem Segment Forderungsfinanzierung Sport haben sich sehr gut entwickelt und liegen damit deutlich über Plan. In beiden Fällen resultiert dies maßgeblich aus Volumensteigerungen.
Insgesamt ist festzustellen, dass die Ertragslage auf hohem Niveau stabil war und dass die Kosten trotz des Umzugs deutlich unter Plan lagen.
Für 2018 wurden die Kundenkreditvolumina mit 1.118,7 Mio. EUR geplant, tatsächlich beliefen sie sich auf 1.187,8 Mio. EUR und lagen mit 69,1 Mio. EUR bzw. 6,2 % über Plan. Wesentlicher Treiber hierfür war erneut das Volumenwachstum in den Bereichen Forderungsfinanzierung Sport und Gewerbliche Immobilienkunden. Den größten Anteil bildet das Segment Gewerbliche Immobilienkunden mit einem Kreditvolumen zum Jahresende 2018 in Höhe von 507,6 Mio. EUR. Die Risikovorsorge lag mit 0,7 Mio. EUR deutlich unter dem Planwert von 6,8 Mio. EUR.
Eine konservative Kreditbewertung führte zu Einzelwertberichtigungen (EWB) in H.he von 0,6 Mio. EUR (EWB-Quote: 0,05 %). Hier sind Aufwendungen für Kreditversicherungen in Höhe von 1,2 Mio. EUR (Vorjahr: 1,2 Mio. EUR) inkludiert.
Dem Fonds für allgemeine Bankrisiken (Åò 340g HGB) wurden in 2018 7,0 Mio. EUR (Vorjahr: 4,4 Mio. EUR) zugeführt.
Das Ziel, 2018 ein Betriebsergebnis vor Steuern in H.he von 11,7 Mio. EUR zu erreichen, wurde um 4,5 Mio. EUR übertroffen. Es liegt damit bei 16,2 Mio. EUR. Dieses Ergebnis konnte trotz erhöhter Aufwendungen für den Umzug am Hauptsitz in Friedrichshafen sowie zusätzlicher Investitionen in die Personal- und Organisationsstruktur erzielt werden. Es konnte planmäßig ein Jahresüberschuss in Höhe von 5,2 Mio. EUR ausgewiesen werden.
Bilanzsumme + Eventualverbindlichkeiten + andere Verpflichtungen
Eigenmittel ÷ Gesamtforderungen (Gesamtkennziffer nach § 10 KWG i. V. m. Art. 92 Abs. 1 CRR)
Betriebsergebnis vor Steuern (vor Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB) ÷ Eigenkapital
Jahresüberschuss ÷ Eigenkapital
Jahresüberschuss ÷ Bilanzsumme (Offenlegung gem. § 26a Abs. 1 S. 4 KWG)
Supervisory Review and Evaluation Process (aufsichtlicher Überprüfungs- und Bewertungsprozess)
Die Mitarbeiterzahl zum Jahresende 2018 unterscheidet sich in der Summe nicht von der Mitarbeiterzahl 2017. Durch die Berufung des bisherigen Generalbevollmächtigten zum Vorstand hat sich die Anzahl der Vorstände von zwei auf drei erhöht. Für das Jahr 2019 sind Neueinstellungen geplant und teilweise bereits vertraglich fixiert.
Auch das Jahr 2018 stand im Zeichen weiterer Veränderungen im Bereich der Aufbauorganisation. So wurde zum 1. September 2018 die Abteilung Kredit aufgrund des altersbedingten Ausscheidens des Abteilungsleiters in zwei Abteilungen aufgespalten. In der neuen Abteilung Kredit- und Risikomanagement sind nun das Risikomanagement, das Sicherheitenmanagement, das Vertragsund Kreditmanagement, die Sanierung | Abwicklung sowie das Projekt- und Prozessmanagement Kredit angesiedelt. In der neuen Abteilung Operatives Kreditgeschäft sind die Kredit-Analyse, die Kredit-Entscheidung und das Baukostencontrolling zusammengefasst.
Im Jahr 2018 starteten neben den vorgesehenen Führungsseminaren erstmals Workshops zur Führungskultur sowie eine strukturierte Potenzialträgerermittlung und Nachfolgeplanung. Der bislang zweijährige Turnus für die Mitarbeiterbefragung wurde ab dem Jahr 2018 auf einen jährlichen Rhythmus verkürzt.
Die Fluktuationsrate ist gegenüber 2017 leicht angestiegen. Die freigewordenen Stellen wurden nachbesetzt.
Die angegebene Mitarbeiteranzahl umfasst auch die Mitarbeiter in Elternzeit sowie die dualen Studenten.
Die Fluktuationsrate beinhaltet alle Abgänge der IBB, die von Mitarbeitern durch eine Eigenkündigung initiiert wurden.
Das Risikomanagement der IBB ist darauf ausgerichtet, Risiken frühzeitig zu erkennen, angemessen zu bewerten und zu limitieren. Hierzu erfolgen im Rahmen eines Risikomanagementprozesses die Risikoerkennung, die Risikobewertung, das Risikocontrolling, das Risikoreporting sowie die Risikosteuerung aller als wesentlich eingestuften Risiken. Ziel des Risikomanagements ist eine zielkonforme und systematische Risikosteuerung. Ausgehend von der strategischen Geschäftsausrichtung legt der Vorstand die risikopolitischen Grundsätze fest, die zusammen mit der Risikolimitierungsstruktur in der Geschäfts- und Risikostrategie verankert sind.
Risikomanagement auf Institutsebene
Der Vorstand ist für ein dem Umfang, der Komplexität und dem Risikogehalt der betriebenen oder beabsichtigten Geschäfte der Bank entsprechendes funktionsfähiges Risikomanagementsystem (RMS) – ungeachtet der organisatorischen Zuordnung zum Marktfolgevorstand – gesamtverantwortlich. Dies schließt die regelmäßige Überprüfung und fortlaufende Weiterentwicklung des Systems, die Festlegung und Anpassung der Gesamtgeschäftsstrategie (einschließlich der Risikostrategie), die Limitierung von Risiken sowie die Berichterstattung an den Aufsichtsrat mit ein. Die Risikocontrolling-Funktion der IBB ist bis einschließlich der Ebene der Geschäftsleitung organisatorisch von den Bereichen getrennt, die für die Initiierung bzw. den Abschluss von Geschäften verantwortlich sind. Somit wird die notwendige organisatorische Unabhängigkeit innerhalb des Instituts gewährleistet. Die Anforderungen der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) an die Risikocontrolling-Funktion und deren Leitung werden dabei beachtet.
Die Würth Finanz-Beteiligungs-GmbH (Muttergesellschaft der IBB) ist eine Finanz-Holding-Gesellschaft. Gemeinsam mit der IBB stellt sie somit eine Finanzholdinggruppe dar. Weitere konsolidierungspflichtige Unternehmen gibt es nicht. Die Würth Finanz-Beteiligungs-GmbH hat für die Bank den alleinigen Geschäftszweck einer Muttergesellschaft ohne operatives Geschäft. Vor diesem Hintergrund wurden im Rahmen der jährlichen Risikoinventur keine wesentlichen Risiken bei der Würth Finanz-Beteiligungs-GmbH identifiziert. Der Umfang des Risikomanagements und die Art der verwendeten Methoden der IBB werden daher auf die Einzelinstitutsebene beschränkt. Die IBB betreibt kein Risikomanagement auf Gruppenebene und wird in keine andere Gruppe im Rahmen des Risikomanagements mit einbezogen.
Die Ausgestaltung des RMS orientiert sich an der festgelegten Geschäfts- und Risikostrategie. Für die Ausarbeitung dieser Strategien ist der Gesamtvorstand verantwortlich. In der Geschäfts- und Risikostrategie werden Unternehmensziele und Ma.nahmen zur Sicherung des langfristigen Unternehmenserfolgs sowie das Grundverständnis der Bank zu wesentlichen geschäftspolitischen Fragen dargestellt.
Die Risikostrategie ist Bestandteil der Geschäftsstrategie und legt in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und bankaufsichtsrechtlich zu beachtenden Anforderungen den grundsätzlichen Umgang mit Risiken innerhalb der Bank fest.
Geschäfts- und Risikostrategie der Bank werden mindestens jährlich überprüft, ggf. aktualisiert und dem Aufsichtsrat – als Aufsichtsorgan der Bank – zur Kenntnis gegeben und mit diesem erörtert.
Zur Beurteilung des Gesamtrisikoprofils und der für das Institut wesentlichen Risiken wird mindestens jährlich und anlassbezogen eine Risikoinventur durchgeführt. Gegenstand ist die Überprüfung bestehender und die Ermittlung etwaiger neuer wesentlicher Risiken unter Berücksichtigung von Risikokonzentrationen. Die als wesentlich eingestuften Risiken ergeben sich unmittelbar aus der operativen Geschäftstätigkeit der Bank und wurden in der letzten Risikoinventur wie folgt identifiziert:
Adressausfallrisiken Kundengeschäft sowie Adressrisiken Eigengeschäft in den Ausprägungen des Kontrahenten-/Emittenten-Credit-Spread- und Migrationsrisikos
Marktpreisrisiken in der Ausprägung des Zinsänderungsrisikos
Liquiditätsrisiken in den Ausprägungen des Zahlungsunfähigkeitsrisikos (dispositives Liquiditätsrisiko) und des Marktliquiditätsrisikos (strukturelles Liquiditätsrisiko)
Vertriebs- und Absatzrisiko
Die Bank ermittelt im Rahmen der jährlichen Risikoinventur mögliche neue Risikofelder sowie die Entwicklung der bestehenden Risiken unter Berücksichtigung von Risikokonzentrationen. Auffälligkeiten in den jeweiligen Risikoausprägungen unterliegen einer unterjährigen Beobachtung und werden in der jährlichen und anlassbezogenen Risikoinventur (bzw. im Rahmen eines Anpassungsprozesses gemäß AT 8 MaRisk) analysiert und dokumentiert.
Die als wesentlich eingestuften Risiken werden im Rahmen der Risikobewertung quantitativ und qualitativ evaluiert. Als Grundlage dienen die Ergebnisse der Risikoinventur sowie die regelmäßige Risikoberichterstattung. Im Rahmen der quantitativen Analyse nutzt die Bank Module aus dem Gesamtbanksteuerungssystem VR-Control. der Fiducia & GAD IT AG sowie Module der parcIT GmbH. Die Nutzung dieser Systeme wird regelmäßig im Rahmen von Workshops mit der Fiducia & GAD IT AG überprüft und systematisch weiterentwickelt.
Die unmittelbare und vollständige Information der Organisationseinheiten über die sie betreffenden wesentlichen Risiken bildet das Fundament einer wirksamen Risikoüberwachung und -kommunikation. Für die regelmäßige Risikoberichterstattung sind deshalb feste Kommunikationswege und Informationsempfänger bestimmt. Die Erstellung und Kommunikation des Risikoreportings erfolgt durch die Risikocontrolling-Funktion. Die Risikoüberwachung und Risikokommunikation der Bank werden ausführlich in der Rahmenanweisung für das Risikomanagement dargestellt. Nach dem Prinzip der dezentralen Risikosteuerung verantworten auf operativer Ebene die Risikoinhaber (Führungskräfte sowie Prozess- und Produktverantwortliche) die für ihre Bereiche relevanten Risiken.
Der Informations- und Kommunikationsprozess wird von der Internen Revision - als prozessunabhängige Institution - geprüft und beurteilt. Das Überschreiten vorgegebener Warn- und Schwellenwerte führt unverzüglich nach entsprechender Kenntnis zu einer Ad-hoc-Berichterstattung an den zuständigen Vorstand bzw. Gesamtvorstand. Beim Auftreten von neuen Risiken, für die noch keine Regelungen getroffen wurden, sind der unmittelbare Vorgesetzte sowie das Risikomanagement durch die Risikoinhaber unverzüglich zu informieren. Der Aufsichtsrat wird vierteljährlich über die Risikosituation informiert. Darüber hinaus wird der Aufsichtsrat bei unter Risikogesichtspunkten wesentlichen Sachverhalten ad hoc informiert.
Die Risikosteuerung umfasst die Summe aller Maßnahmen zur limitadäquaten Begrenzung, Verringerung, Vermeidung oder Übertragung von Risiken.
Voraussetzungen hierfür sind die laufende Überwachung der Risiken und die unmittelbare Kommunikation der aktuellen Risikosituation, insbesondere durch die Risikoinhaber. Ziel ist es, das Risikoniveau gemäß Vorgabe der Risikostrategie zu steuern. Aufgabe der Risikosteuerung ist somit nicht die vollständige Vermeidung von Risiken, sondern vielmehr eine zielkonforme und systematische Risikohandhabung.
Verzicht auf Geschäfte, deren Risiko vor dem Hintergrund der Risikotragfähigkeit und der Risikostrategie der Bank nicht vertretbar ist
Systematischer Aufbau von Geschäftspositionen, bei denen Ertragschancen und Risiken in angemessenem Verhältnis stehen
Risikobegrenzung durch Übertragung nicht strategiekonformer Risiken auf andere Marktteilnehmer
(z. B. über Versicherungsverträge oder Schließung offener Positionen über Derivate)
Gezielte Steuerung und weitgehende Vermeidung von Risikokonzentrationen
Schadensbegrenzung durch aktives Management aufgetretener Schadensfälle
Des Weiteren führt die IBB Stresstests für die wesentlichen Risikoarten durch. Die den Stresstests zugrunde liegenden Annahmen werden in regelmäßigen Abständen, jedoch mindestens jährlich, überprüft und ggf. angepasst. Die Ergebnisse und Erkenntnisse aus den Stresstests werden verwendet, um Handlungs- und Steuerungsmaßnahmen abzuleiten.
ÜBERPRÜFUNG DER METHODEN UND VERFAHREN
Die IBB führt eine Überprüfung der Methoden und Verfahren zur Risikomessung sowie eine Überprüfung der Angemessenheit der Methoden und Verfahren zur Beurteilung der Risikotragfähigkeit durch. Zusätzlich werden die ermittelten Risikowerte einer Plausibilitätsprüfung unterzogen. Des Weiteren erfolgt eine Überprüfung der verwendeten Verfahren und Methoden auf Basis der Ergebnisse der Risikoinventur unter Berücksichtigung des Gesamtrisikoprofils sowie der ermittelten Risikokonzentrationen. Die wesentlichen zugrunde liegenden Annahmen werden von der Geschäftsleitung genehmigt.
Die Adressrisiken der IBB setzen sich aus den folgenden wesentlichen Risikoarten zusammen:
Adressausfallrisiko Kundengeschäft
Als Adressausfallrisiko Kundengeschäft wird das Risiko eines wirtschaftlichen Verlustes aufgrund eines Ausfalls eines Kreditnehmers verstanden. Es beinhaltet, dass ein Vertragspartner seinen Verpflichtungen nicht oder nur zum Teil nachkommen kann. Der entstehende Verlust kann folgende Bestandteile enthalten: Forderungsausfall, entgangene Zinszahlungen, Kosten für die Rechtsverfolgung sowie sonstige Kosten.
Die Adressausfallrisiken Kundengeschäft finden ihre besondere Ausprägung im Ausfallrisiko und im Bonitätsrisiko. Die Höhe des Ausfallrisikos auf Einzelgeschäftsebene richtet sich in erster Linie nach der Höhe der Forderungen, der Bonität, der Branchenzugehörigkeit und ggf. der Herkunft des Schuldners. Gleichzeitig sind dessen geleistete Sicherheiten und die Kreditlaufzeit relevant.
Adressrisiken Eigengeschäft (Kontrahenten-/Emittentenrisiko, Credit-Spread-Risiko und Migrationsrisiko)
Das Kontrahentenrisiko (im Weiteren auch im Begriff Eigengeschäft zusammengefasst) ist das Risiko, dass die Gegenpartei ausfällt und eine ursprünglich abgesicherte Position zum aktuellen Marktkurs abgewickelt werden muss. Das Risiko findet seinen Ausdruck im Wiedereindeckungsrisiko, dem Vorleistungsrisiko sowie dem Abwicklungsrisiko.
Auf dem Zinsmarkt bezeichnet der Credit Spread die Risikoprämie, die der Emittent dem Käufer für seine Bonität bezahlen muss, um das eingeschätzte Risiko einer möglichen Zahlungsunfähigkeit von Seiten des Emittenten abzudecken.
Das Migrationsrisiko bezeichnet die Gefahr von Wertschwankungen eines Geschäftes aufgrund der Migration in eine schlechtere Ratingklasse.
Die Adressrisiken stellen das größte Risiko der Bank dar. Hierunter fallen sowohl bilanzielle als auch außerbilanzielle Kundengeschäfte und Geschäfte mit Kreditinstituten.
Die in der Geschäftsstrategie definierten Kundengeschäfte bergen in sich Risikokonzentrationen bezüglich Regionen, Branchen, Größenklassen und Sicherheiten. Für diese Risikokonzentrationen bestehen Limite im Bestandsgeschäft.
Zur Risikoklassifizierung verwendete die IBB bisher die Ratingverfahren der Creditreform Rating Agentur. Im Jahr 2017 wurde damit begonnen, die bestehenden Ratingverfahren der Creditreform Rating Agentur auf die Ratingverfahren der CredaRate Solutions GmbH umzustellen. Bis zum 31.12.2018 wurden alle Geschäfte in die Module der CredaRate Solutions GmbH überführt. Die CredaRate Solutions GmbH führt eine jährliche Validierung der Verfahren durch und unterstützt das Institut bei der Erstellung eines bankindividuellen Angemessenheitsnachweises.
Im Rahmen der Bewertung von Sicherheiten zur Kreditrisikominderung hat die IBB einheitliche Standards und Beleihungsgrenzen je Sicherheitenart festgelegt. Bei der Festlegung der Beleihungsgrenzen hat sich die IBB an branchenüblichen Werten orientiert, welche jährlich auf Basis einer Analyse der Verwertungsquoten je Sicherheitenart plausibilisiert werden. Ebenso sind Regelungen für eine regelmäßige und anlassbezogene Überprüfung der Sicherheitenwerte implementiert, um möglichen Veränderungen der Werthaltigkeit der Sicherheiten Rechnung zu tragen.
Bis auf wenige Ausnahmen werden Geschäfte in einem 2-Voten-Verfahren beschlossen und unterliegen vor Auszahlung einer strengen Kontrolle durch ein internes Kontrollsystem. Dieses wird durch Frühwarnindikatoren ergänzt, um Risiken frühzeitig erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Die IBB hat objektive Verfahren und Kriterien festgelegt, anhand derer sich die Bildung der Risikovorsorge und die Zuordnung von Kunden in Ausfallklassen orientieren. Dabei orientiert sich die IBB an den regulatorischen sowie handelsrechtlichen Vorgaben zur Bildung der Risikovorsorge und Zuordnung von Kunden bzw. Forderungen zu Ausfallklassen. Im Jahr 2017 wurde die Risikoberichterstattung auf das Nettoblankorisikovolumen als Bezugsgröße umgestellt. Dieses ist in den folgenden Grafiken für das Kundengeschäft dargestellt und entspricht dem höheren Betrag aus Inanspruchnahme bzw. Kreditzusage inkl. Berücksichtigung von Sicherheiten und Einzelwertberichtigungen.
Nettoblankorisikovolumen nach Regionen (Kundengeschäft)
Nettoblankorisikovolumen nach Größenklassen (Kundengeschäft)
Nettoblankorisikovolumen nach Branchen (Kundengeschäft)
Die Einteilung der obenstehenden Graphik orientiert sich an der Risikoeinstufung nach Prüfungsberichtsverordnung. Dabei wird ab einer Ausfallwahrscheinlichkeit von mehr als 4 % von einem erhöhten Ausfallrisiko ausgegangen.
Im Rahmen der Risikotragfähigkeitsbetrachtung wendet die IBB statistische Verfahren und Modelle (Kreditportfoliomodelle) zur Risikoquantifizierung an. Dabei wird im Kundengeschäft das Modell Credit Risk+ und im Eigengeschäft das Modell Credit Risk Metrics verwendet. Der Risikobetrachtungshorizont ist 1 Jahr, das Konfidenzniveau 99 %.
Die Adressrisiken haben in der Risikotragfähigkeitsbetrachtung zum 31.12.2018 einen Anteil von 77,0 % (Vorjahr: 85,7 %) an der Summe der Risiken.
Das Marktpreisrisiko der IBB besteht aus folgendem wesentlichen Risiko:
Das Zinsänderungsrisiko (auch in Währung) kann als negative Abweichung des Zinsüberschusses von einem zuvor erwarteten Wert verstanden werden. Steigende Zinsen z. B. führen bei einem passivischen Elastizitätsüberhang zu höheren Refinanzierungskosten und damit zu einer Verminderung der Zinsspanne. Das Zinsänderungsrisiko beinhaltet auch das Bewertungsrisiko, welches Verluste angibt, die durch Marktpreisschwankungen von Wertpapieren entstehen (zinsinduziert). Das Risiko bezeichnet die Gefahr eines Verlustes einer Zinsposition, die auf eine Veränderung der Marktpreise zurückzuführen ist.
Um das Zinsänderungsrisiko so gering wie möglich zu halten, ist das Ziel der IBB, sich fristenkongruent zu refinanzieren.
Die IBB wird durch eine konservative Anlagestrategie bei den Wertpapieren das Marktpreisrisiko so niedrig wie möglich halten. Die Bank betreibt als Nichthandelsbuchinstitut keine Handelsbuchgeschäfte. In der Liquiditätsreserve und dem Anlagebuch werden ausschließlich Wertpapiere gehalten, die zur Erfüllung gesetzlicher Vorgaben erforderlich sind.
Um Marktpreisrisiken aus Finanztermingeschäften mit Kunden zu vermeiden, werden kongruente Gegengeschäfte abgeschlossen.
Über das Marktpreisrisiko wird im monatlichen Marktpreisrisiko Report berichtet. Dieser beinhaltet eine Zinsbindungs- und Zinsablaufbilanz, die Geschäftsvorschaurechnung inkl. der Zinsszenarien (auch Risiko- und Stressszenarien) sowie eine Übersicht über das Depot A. In Abgrenzung zum Adressrisiko sind im Marktpreisrisiko Report keine bonitäts- und spreadinduzierten Marktpreisänderungen enthalten. Diese werden von der IBB dem Adressrisiko Eigengeschäfte zugeordnet.
Im Rahmen der Risikotragfähigkeitsbetrachtung wendet die IBB Risikoszenarien an, welche mögliche Zinsveränderungen beinhalten. Bei der Festlegung der Art und des Umfangs der Zinsveränderungen stützt sich die IBB auf historische Marktzinsveränderungen sowie hypothetische Marktzinsveränderungen. Der Risikobetrachtungshorizont ist ein Jahr, das Konfidenzniveau 99 %.
Die Marktpreisrisiken haben in der Risikotragfähigkeitsbetrachtung zum 31. Dezember 2018 einen Anteil von 5,0 % (Vorjahr: 6,7 %) an der Summe der Risiken.
Das Liquiditätsrisiko der IBB besteht aus folgendem wesentlichen Risiko:
Zahlungsunfähigkeitsrisiko (dispositives Liquiditätsrisiko)
Das dispositive Liquiditätsrisiko (auch Liquiditätsrisiko im engeren Sinne) bezeichnet das Risiko, dass die Bank nicht in der Lage ist, ihren kurz- bis mittelfristigen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, ohne die operative Geschäftstätigkeit oder die Finanzlage der Bank signifikant zu beeinträchtigen.
Das oberste Ziel der Bank ist es, sämtlichen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen zu können. Aus diesem Grund strebt die Bank eine ausreichende Diversifizierung der Refinanzierungsquellen an und hält einen ausreichend groß bemessenen Liquiditätspuffer vor. Für die Begrenzung der Abhängigkeit von einzelnen Refinanzierungspartnern und Refinanzierungsarten wurden Limite eingeführt die fortlaufend überwacht werden.
Das dispositive Liquiditätsrisiko ist durch folgende Risikounterarten gekennzeichnet:
Das Abrufrisiko stellt die Gefahr dar, dass Eventualverbindlichkeiten oder Kreditzusagen unerwartet in Anspruch genommen werden bzw. Einlagen (insbesondere Kunden-Sichteinlagen) unerwartet abgerufen werden.
Das Terminrisiko betrachtet die Gefahr einer unplanmäßigen Verlängerung der Kapitalbindungsdauer bzw. einer nicht rechtzeitigen Zinszahlung von Aktivgeschäften (insbesondere infolge von Einzelwertberichtigungen).
Das Refinanzierungsrisiko betrachtet die Gefahr, dass die Bank aufgrund eines schlechteren Ratings oder Scorings nicht in der Lage ist, ausreichend liquide Mittel über den Markt zu beschaffen.
Marktliquiditätsrisiko (strukturelles Liquiditätsrisiko)
Das strukturelle Liquiditätsrisiko (Liquiditätsfristentransformationsrisiko, Refinanzierungsrisiko) beschreibt das mittel- bis langfristige Risiko, dass sich aufgrund einer Veränderung der Marktgegebenheiten (z.B. Marktstörungen durch Vertrauenskrisen) oder der Stellung der Bank am Markt die eigenen Refinanzierungskosten deutlich erhöhen. Geschäfte können nur mit Verlust aufgelöst bzw. glattgestellt werden und Anschlussrefinanzierungsgeschäfte können nur zu erheblich schlechteren Konditionen abgeschlossen werden. Hierdurch entstehen der Bank Verluste. Im Gegensatz zum dispositiven Liquiditätsrisiko können und müssen diese möglichen Verluste durch das Risikodeckungspotenzial jederzeit abgedeckt sein.
Das dispositive Liquiditätsrisiko kann durch seine ökonomische Besonderheit nicht sinnvoll mit ökonomischem Kapital unterlegt werden. Aus diesem Grund erfolgt keine Berücksichtigung des Liquiditätsrisikos in der monatlichen Risikotragfähigkeitsrechnung. Die Liquiditätsrisiken der IBB werden mittels eines zweiten Steuerungskreislaufs berücksichtigt und in den Risikosteuerungs- und -controllingprozess eingebunden.
Die Liquiditätsrisiken werden mindestens monatlich sowie anlassbezogen von einem Risikokomitee im Rahmen einer Liquiditätsrisiko-Sitzung analysiert und beurteilt. Grundlage der Sitzung ist der monatlich erstellte Liquiditätsrisikobericht, der detailliert die Refinanzierung der Bank nach Laufzeiten, Quellen und Arten aufzeigt. Darüber hinaus wird mittels Liquiditätsablaufbilanzen die künftige Liquiditätssituation dargestellt und im Rahmen von Stressbetrachtungen analysiert welche Auswirkung Veränderungen von Risikofaktoren auf die Liquiditätssituation der Bank haben.
Risiken durch interne Verfahren, Menschen, Systeme sowie externe Einflüsse
Das operationelle Risiko ist die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unvollkommenheit, Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder aufgrund von externen Ereignissen eintreten. Diese Definition schließt Rechtsrisiken und Risiken aus der Auslagerung (Outsourcing) von Geschäftstätigkeiten mit ein, nicht jedoch strategische Risiken oder Reputationsrisiken.
Veritätsrisiko ist das hinsichtlich des Bestands und der Realisierbarkeit einer angekauften Forderung bestehende Risiko, dass der Schuldner der angekauften Forderung nicht verpflichtet ist, in vollem Umfang zu leisten.
Alle auftretenden Schadensfälle aus operationellen Risiken werden in einer Verlustdatenbank erfasst und systematisch zur Ursachenbekämpfung quantifiziert und analysiert. Diese Auswertungen werden ¼-jährlich bzw. anlassbezogen dem Vorstand sowie dem Aufsichtsrat reportet. Größere Schadensfälle sind dem Vorstand ad hoc mitzuteilen. Darüber hinaus hat die IBB einen Prozess zur jährlichen oder anlassbezogenen Beurteilung von operationellen Risiken implementiert (Self-Assessment). Hierbei werden Workshops mit ausgewählten Mitarbeitern durchgeführt, Risikoszenarien entworfen und bewertet.
Die IBB ist bestrebt, durch permanente Fortbildung der Mitarbeiter, Weiterentwicklung der Prozesse sowie Ausbau der technischen Standards die operationellen Risiken zu verringern bzw. sofern möglich, zu verhindern. Alle relevanten Verträge werden vor Inkrafttreten rechtlich geprüft. Durch Abschluss von Versicherungen wird versucht, nicht kalkulierbare Risiken abzufedern. Darüber hinaus wurde ein einheitlicher Prozess für betriebliche Veränderungen, Neuprodukte sowie Änderungen an bestehenden Produkten und Strukturen implementiert. Diese Veränderungen werden über den intern eingerichteten Lenkungsausschuss beantragt, besprochen und verabschiedet. Mitglied im Lenkungsausschuss sind u.a. die Organisationseinheiten mit besonderen aufsichtsrechtlichen Funktionen (Compliance, Interne Revision und Risikocontrolling). Darüber hinaus erfolgt im Rahmen dieses Prozesses die Einbindung von Informationssicherheit, Datenschutz sowie Zentrale Stelle (Betrugsprävention und Geldwäsche).
Hauptziel von Auslagerungen (Outsourcing) ist, neben den wirtschaftlichen Gesichtspunkten, die Minimierung von potenziellen Risiken mit Hilfe externer Spezialisten und deren Know-how.
Die operationellen Risiken haben in der Risikotragfähigkeitsbetrachtung zum 31. Dezember 2018 einen Anteil von 8,8 % (Vorjahr: 7,7 %) an der Summe der Risiken.
Vertriebs-, Absatz- und Kostenrisiko
Das Vertriebs- und Absatzrisiko bezeichnet die Gefahr, dass einzelne Produkte nicht oder nicht mehr zu den erwarteten Preisen abgesetzt bzw. nachgefragt werden. Das Vertriebs- und Absatzrisiko wird u. a. durch sich ändernde Rahmenbedingungen wie Marktumfeld, Mitwettbewerberverhalten, Kundenverhalten oder technologische Entwicklungen beeinflusst.
Die IBB definiert das Vertriebs- und Absatzrisiko als negative Abweichung von der geplanten Neugeschäftskondition für das Neugeschäft.
Die IBB reduziert durch ihren konservativen Planungsansatz negative Abweichungen von den Planwerten. Sollten sich dennoch Abweichungen von den Planwerten abzeichnen, so passt der Vorstand die aktuelle Hochrechnung umgehend an die sich abzeichnende Situation an.
Ein Plan-Ist-Vergleich findet monatlich im Rahmen des Geschäftsverlaufs statt.
Im Rahmen der Risikoinventur werden wesentliche Ertragsquellen hinsichtlich des Vertriebs- und Absatzrisikos analysiert und beurteilt.
Das Vertriebs- und Absatzrisiko hat in der Risikotragfähigkeitsbetrachtung zum 31.12.2018 einen Anteil von 9,3 % an der Summe der Risiken.
Mit wesentlichen Risiken verbundene Risikokonzentrationen
Risikokonzentrationen können aus dem Gleichlauf von Risikopositionen innerhalb von Risikoarten (Intra-Risikokonzentrationen) sowie dem Gleichlauf von Risikopositionen über unterschiedliche Risikoarten (Inter-Risikokonzentrationen) entstehen.
Sämtliche wesentlichen Risikoarten werden im Rahmen der jährlichen Risikoinventur hinsichtlich möglicher Risikokonzentrationen überprüft.
Unterjährig auftretende Branchen- oder Größenkonzentrationen bei Adressenausfallrisiken werden mittels der bankinternen Berichtsstruktur identifiziert. Konzentrationen bei Liquiditätsrisiken werden in der monatlichen Liquiditätsrisikositzung identifiziert und gesteuert. Konzentrationen bei Marktpreisrisiken werden anhand der bankinternen Vorgaben für Handelsgeschäfte identifiziert und gesteuert. Konzentrationen bei operationellen Risiken werden anhand des Self-Assessments und der Auswertung der Verlustdatenbank identifiziert und analysiert.
Intra-Risikokonzentrationen bestehen nach der genannten Analyse wie folgt:
Adressrisiken Kundengeschäft:
Im Adressrisiko Kundengeschäft bestehen Intra-Risikokonzentrationen bei den Regionen Inland, den Größenklassen, den Branchen sowie den Sicherheiten.
Die IBB richtet ihre Geschäftsstrategie so aus, dass bereits bekannte Inter-Risikokonzentrationen nicht verstärkt und neue Konzentrationen vermieden werden. Inter-Risikokonzentrationen bestehen nach der genannten Analyse wie folgt:
Ertragskonzentration im Bereich der Gewerblichen Immobilienkunden und der Forderungsfinanzierung Sport (Sonstige Risiken – Vertriebs- und Absatzrisiko)
Ausfallrisikokonzentration im Bereich der Gewerblichen Immobilienkunden und der Forderungsfinanzierung Sport (Adressrisiken – Kundengeschäft)
Sicherheitenkonzentration im Bereich der Gewerblichen Immobilienkunden bei den Grundpfandrechten (Adressrisiken – Kundengeschäft).
Die in der Risikoinventur identifizierten Inter-Risikokonzentrationen werden durch entsprechende Stresstests in der Risikotragfähigkeit analysiert und überwacht.
Risiken, die nicht als wesentlich eingestuft wurden, werden nicht gesondert limitiert. Für diese wird durch den Abzug eines Risikobetrags vom Risikodeckungspotenzial ausreichend Vorsorge getroffen.
Grundlage eines wirksamen Risikomanagements ist die vollständige Information der betroffenen Funktionseinheiten über alle wesentlichen Risiken. Gemäß den MaRisk erstellt die Bank einen vierteljährlichen Bericht, um einen Überblick über die wesentlichen Risiken auf Gesamtbankebene zu erhalten. Darin enthalten sind Auszüge aus den monatlichen Berichten zur Risikotragfähigkeit, zur Liquiditätslage, zum Kreditnehmerrisiko, zum Marktpreisrisiko, aus dem vierteljährlichen opRisk Report sowie Strukturmerkmale zum Neugeschäft des Kreditportfolios. Sämtliche Berichte werden laufend an die aktuellen aufsichtsrechtlichen Anforderungen angepasst.
In der Konzeption der Risikotragfähigkeit müssen die wesentlichen Risiken des Instituts durch das Risikodeckungspotenzial laufend gedeckt sein. Zur Beurteilung der Risikotragfähigkeit wird ein monatlicher Bericht erstellt, der das Risikodeckungspotenzial sowie die wesentlichen Risiken enthält. Die IBB verwendet hierbei einen GuV-orientierten Ansatz unter der Prämisse der Unternehmensfortführung (going-concern). Bei sämtlichen VaR-Berechnungen wird ein Konfidenzniveau von 99,0% unterstellt. Der Risikohorizont beträgt 12 Monate.
Das Risikodeckungspotenzial beinhaltet das für den rollierenden 12-Monats-Zeitraum geplante Betriebsergebnis vor Risiko, das Ist-Ergebnis nach Risiko sowie die zum Stichtag über die regulatorischen Eigenmittelanforderungen der Säule I hinausgehenden freien Eigenmittel. Zur Risikosteuerung wird das Risikodeckungspotenzial im Rahmen einer Limitsteuerung auf einzelne Risikoarten allokiert und ggf. in Unterlimite aufgeteilt. Diese Risikolimite stellen die Risikoneigung der Geschäftsleitung dar und dienen der Ableitung von Steuerungsmaßnahmen. Den einzelnen Risikolimiten werden im Bericht die quantifizierten Risikopotenziale gegenübergestellt. Sie enthalten sowohl erwartete als auch unerwartete Verluste. Bei der Berechnung des Risikodeckungspotenzials bleiben aus diesem Grund erwartete Verluste unberücksichtigt. Die Risikotragfähigkeit ist gegeben, wenn die Summe der Risikopotenziale die Risikodeckungsmasse des jeweiligen
Stichtages nicht übersteigt. Dies war bei der IBB im gesamten Jahr 2018 gewährleistet.
Zum 31. Dezember 2018 belief sich das Risikodeckungspotenzial auf 70,1 Mio. EUR und die Risikodeckungsmasse auf 67,9 Mio. EUR. Die Summe der Risiken betrug 63,9 % der Risikodeckungsmasse. Bestandsgefährdende Risiken sowie Risiken, die über das übliche geschäftliche Maß hinausgehen, waren nicht erkennbar.
Die Risikotragfähigkeitsbetrachtung ist explizit in die mehrjährige Kapitalplanung der IBB eingebunden, um Auswirkungen der Planung und der Kapitalausstattung auf die zukünftige Tragfähigkeit ableiten zu können.
Der Offenlegungsbericht gemäß § 26a KWG i. V. m. Artikel 431 ff. der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (CRR) für das Geschäftsjahr 2017 ist im Internet unter
www.ibb-ag.com veröffentlicht.
Der Offenlegungsbericht gemäß § 26a KWG i. V. m. Artikel 431 ff. der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (CRR) für das Geschäftsjahr 2018 wird im Internet unter
Nach einem starken zweiten Quartal 2018 wuchs die Weltwirtschaft in der zweiten Jahreshälfte nur noch mit verhaltenem Tempo. Die gesamtwirtschaftliche Produktion in den USA konnte zwar zulegen, im Euroraum hingegen stieg sie ab dem dritten Quartal nur sehr verhalten. Insgesamt betrachtet aber befand sich die Weltwirtschaft zum Jahreswechsel 2018/2019 noch in einer Phase des Aufschwungs. Grund hierfür ist der noch zunehmende Auslastungsgrad in der Mehrzahl der Volkswirtschaften.
Aufgrund einschlägiger Stimmungsindikatoren gehen die derzeitigen Konjunkturprognosen davon aus, dass die Weltwirtschaft im ersten Quartal 2019 an Fahrt verliert. Eine Ausnahme sind hierbei die USA, in denen sich das Wachstum auf hohem Niveau vermutlich eher seitwärts bewegen wird. So ist weiterhin mit Unterschieden bei der konjunkturellen Entwicklung zwischen den Volkswirtschaften zu rechnen. Im weiteren Verlauf des Jahres wird – global betrachtet – eine Abschwächung des weltwirtschaftlichen Aufschwungs prognostiziert. Dieser erklärt
sich maßgeblich einerseits durch überausgelastete Produktionskapazitäten und einem Arbeitskräftemangel. Andererseits dürften sich die Refinanzierungsbedingungen – insbesondere in Lateinamerika – durch die restriktivere Geldpolitik der USA deutlich verschlechtern und in der Folge das Wirtschaftswachstum bremsen.
Für die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft werden abnehmende, aber immer noch kräftige Wachstumsraten erwartet. Da sich die eingeführten Handelsbeschränkungen bislang in einem überschaubaren Umfang bewegen, wird in den Prognosen davon ausgegangen, dass sie sich auf die Weltwirtschaft nur wenig dämpfend auswirken. Nichts desto trotz dürfte sich die Unsicherheit bezüglich der Einführung weiterer Zölle negativ auf die weltwirtschaftlichen Aktivitäten auswirken.
Die Konjunktur im Vereinigten Königreich (UK) wird weiterhin durch die nach wie vor unklaren Ausstiegsmodalitäten aus der Europäischen Union (EU) belastet. Während in der EU das Wachstum vom privaten und öffentlichen Konsum gestützt wurde, wirkte sich der Außenhandel unter dem Strich negativ auf die Entwicklung aus. Somit ist die vom Export getragene Phase der Hochkonjunktur für den Euroraum zunächst beendet. Den einschlägigen Konjunkturprognosen zufolge ist aufgrund der sich abschwächenden Industriekonjunktur eine rückläufige Dynamik bei den Investitionen und Exporten zu erwarten. Auch wenn sich das Konsumentenvertrauen deutlich rückläufig entwickelt, wird der private Konsum, gestützt durch den guten Arbeitsmarkt, nach Einschätzung der Wirtschaftsforschungsinstitute sehr wahrscheinlich der maßgebliche Treiber für eine positive Konjunkturentwicklung im Euroraum bleiben.
Von der Entwicklung der Weltwirtschaft konnte sich Deutschland im vergangenen Jahr nicht absetzen. Abzulesen war dies beispielsweise daran, dass sich die Nachfrage nach deutschen Produkten verringert hat. In der Folge sind die Neuaufträge im verarbeitenden Gewerbe aus dem In- und Ausland im Jahresverlauf gesunken. An den sinkenden Exporterwartungen und dem sich verschlechternden Exportklima ist abzulesen, dass die Konjunktur auf den deutschen Auslandsmärkten und damit in Deutschland selbst im Begriff ist, sich abzukühlen. Die Stimmung hat sich den entsprechenden Indikatoren zufolge, wie z. B. dem ifo Geschäftsklimaindex, eingetrübt. Ebenso deutet eine rückläufige Produktion im produzierenden Gewerbe auf eine Abschwächung des Wachstums hin. Dennoch rechnet das ifo Institut mit einem expandierenden Bruttoinlandsprodukt und prognostiziert für 2020 ein Wachstum von 1,6 %. Es ist davon auszugehen, dass die wirtschaftspolitisch ergriffenen Maßnahmen Wirkung zeigen und somit den privaten und öffentlichen Verbrauch positiv beeinflussen werden. Von der Industrie sind keine überdurchschnittlichen Impulse für die deutsche Konjunktur zu erwarten, da für die Auslandsmärkte ebenso mit einer rückläufigen Expansion zu rechnen ist. Eine Rezession scheint dennoch nicht wahrscheinlich, da die Binnenkonjunktur weiterhin in Takt ist.
Der Wohnimmobilienmarkt ist weiterhin durch eine starke Wohnraumnachfrage und stark steigende Immobilienpreise gekennzeichnet. Einschlägige Prognosen gehen jedoch von einem abnehmenden Expansionstempo bei den Wohnungsbauinvestitionen aus. Begründet wird dies unter anderem damit, dass es zunehmend schwieriger wird, Fachkräfte zu rekrutieren und damit die Kapazitätsausweitung im bisherigen Tempo fortzuführen. Demografisch bedingt wird die Zahl der neu gegründeten Haushalte abnehmen, was wiederum die Nachfrage nach Wohnraum mindern wird. Nicht nur die rückläufige Entwicklung bei der Zahl der einheimischen Bevölkerung trägt zu diesem Trend bei, sondern auch die voraussichtlich abnehmende Zuwanderung aus dem Ausland. Zusätzlich werden sich tendenziell steigende Hypothekenzinsen auf den Wohnimmobilienmarkt auswirken. Die guten Einkommensaussichten der privaten Haushalte aufgrund der günstigen Arbeitsmarktentwicklung können die dämpfenden Einflüsse nicht vollständig ausgleichen. Daher ist zu erwarten, dass die Wohnbauinvestitionen in den kommenden Jahren moderater wachsen werden.
Der Arbeitsmarkt in Deutschland dürfte sich weiterhin positiv entwickeln, wenngleich sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit in gedrosseltem Tempo fortsetzen wird. So geht das ifo Institut für das Jahr 2019 von einem Rückgang um 140.000 Personen und einer Arbeitslosenquote von 5,2 % aus.
Von der Entwicklung der Weltwirtschaft konnte sich Deutschland im vergangenen Jahr nicht abheben.
Bei den Verbraucherpreisen ist weiterhin mit einem deutlichen Anstieg zu rechnen. Das ifo Institut erwartet für 2019 eine Teuerungsrate in Höhe von 2,2 %. Zu dieser Steigerung trägt maßgeblich die Verteuerung von Energieträgern bei. Aber auch die steigenden Lohnkosten dürften den Preisdruck zusätzlich befeuern.
In den großen fortgeschrittenen Volkswirtschaften ist die Geldpolitik unverändert stützend ausgerichtet. Wenn auch moderat, dürfte die US-Notenbank ihren Rhythmus für Zinsanhebungen fortsetzen. Dennoch wird sich alles um die Frage drehen, wie weit bzw. wie lange der Prozess steigender Leitzinsen noch vorangetrieben wird. Für die EZB stellen Handelskonflikte bzw. der zunehmende Protektionismus ein Hindernis bei der geldpolitischen Normalisierung dar, weil sie den Konjunkturausblick für den Euroraum dämpfen und den Prozess der angestrebten Rückkehr der Inflation zum EZB-Zielwert hinauszögern könnten.
Wenngleich die Marktstimmung zum Jahresbeginn ausgesprochen negativ ist, dürfte sich die Lage an den Aktienmärkten 2019 wieder entspannen. Es gibt derzeit keine Anzeichen für eine bevorstehende Rezession im Euroraum. Größtes mittelfristiges Risiko für die Aktienmärkte bleiben neben den politischen Risiken die steigenden Kapitalmarktzinsen in den USA.
Die IBB ist weiterhin bestrebt, konsequent zukunftsorientierte und profitable Nischenmärkte zu identifizieren und erfolgreich zu besetzen. Dies gilt vor dem Hintergrund der geschilderten Entwicklungen und Prognosen umso mehr.
Darüber hinaus stellen die gezielte und systematische Auswahl der Kreditkunden und ein diversifiziertes Kreditportfolio auch weiterhin die Basis für ein solides Kreditgeschäft dar. Dies gilt sowohl für das Firmenkunden- als auch für das Gewerbliche Immobilienfinanzierungsgeschäft. Im Segment Firmenkunden wurden zwei neue Finanzierungsprodukte eingeführt, aus denen sich ab 2019 positive Auswirkungen auf den Ertrag ergeben werden. Aufgrund des nach wie vor guten Immobilienmarkts wird die Bank das Geschäftsfeld Gewerbliche Immobilienkunden in bewährter Weise fortführen und – wo möglich – weiter ausbauen
Im Bereich Forderungsfinanzierungen Sport nutzt die Bank ihre exzellenten Marktkenntnisse, um ihre Marktstellung sukzessive auszubauen. Chancen bestehen in den weiter wachsenden Finanzierungsvolumen; Risiken ergeben sich aus dem zunehmenden Wettbewerb und Preisdruck u. a. durch branchenfremde Investoren.
Segmentübergreifend gilt, dass die über Jahre von der IBB aufgebaute und persönliche Kundennähe mit individuellen Lösungen dazu führt, dass sich globale Entwicklungen auf den Geschäftserfolg der IBB deutlich geringer auswirken.
Im Private Banking begleitet die IBB ihre Kunden auch künftig in engem persönlichem Kontakt, um sie genau entsprechend ihrer Bedürfnisse und den Erfordernissen der Marktentwicklung zu betreuen. So wird sich die IBB im Private Banking im Rahmen eines noch laufenden Projekts den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und das Produktangebot an den heutigen Kundenanforderungen ausrichten. An einem wichtigen strategischen Ziel des Private Bankings, d. h. der ganzheitlichen und unabhängigen Betreuung vermögender Privatkunden, wird sich dadurch nichts ändern – es gewinnt sogar weiter an Bedeutung.
Für 2019 sind keine bedeutenden Veränderungen im Depot A geplant; für die IBB hat ein risikoarmer Wertpapierbestand weiterhin hohe Priorität.
Auch für 2019 wird ein uneingeschränkter Zugang zu erforderlichen Refinanzierungsmitteln erwartet.
Hauptbestandteil des Geschäftsvolumens ist das Kundenkreditvolumen. Die Planung 2019 sieht Kundenkreditvolumen in Höhe von insgesamt 1.258,9 Mio. EUR vor. Aufgrund des höher geplanten Kundenkreditvolumens steigt auch die Risikovorsorge; diese geht mit 5,2 Mio. EUR in die Planung ein. Die Gesamtkapitalquote sowie die harte Kernkapitalquote und die Kernkapitalquote sind trotz der Steigerung des Geschäftsvolumens auf gleichbleibendem Niveau kalkuliert. Für das Jahr 2019 sind weitere Neueinstellungen geplant und teilweise bereits vertraglich fixiert. Trotz unverändert hoher Projektkosten und Investitionen in die Personal-, Organisations- und IT-Infrastruktur ist es für das kommende Jahr das Ziel, bei steigenden Kundenkreditvolumina und dementsprechend geplanter Risikovorsorge ein Betriebsergebnis nach Risiko und vor Steuern von 14,9 Mio. EUR zu erreichen.
Über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen hat die Internationales Bankhaus Bodensee AG einen Bericht erstellt (§ 312 AktG). Dieser Bericht schließt mit folgender Erklärung des Vorstands der Bank:
„Im Berichtsjahr 2018 wurden keine Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse der verbundenen Unternehmen getroffen oder unterlassen. Die Internationales Bankhaus Bodensee AG erhielt bei jedem im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung. Dieser Beurteilung liegen die Umstände zugrunde, die uns zum Zeitpunkt der berichtspflichtigen Vorgänge bekannt waren.“
Die Internationales Bankhaus Bodensee AG gehört der Entschädigungseinrichtung des Bundesverbands Öffentlicher Banken Deutschlands GmbH (EdÖ), Berlin, und dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands Öffentlicher Banken Deutschlands e. V. (ESF), Berlin, an.
Friedrichshafen, den 21. Februar 2019
Klaus Gallist Heinrich Hartmann Heike Kemmner