Source: https://www.anwalt.de/rechtstipps/koerperverletzung-gegen-ex-freundin_042004.html
Timestamp: 2020-06-02 18:42:30
Document Index: 348562854

Matched Legal Cases: ['§ 223', '§ 224', '§ 223', '§ 224', '§ 226', '§ 224', '§ 223', '§ 226', '§ 224', '§ 32', '§ 52']

Wenn frisch getrennte Partner sich begegnen, kommt es sehr häufig zu Handgreiflichkeiten. Schnell werden dann die Fragen nach strafrechtlich relevanten Handlungen aufgeworfen. Der typische Handlungsverlauf ist folgender. Man trifft sich - zufällig oder auch verabredet - zu einer Aussprache. Vielleicht möchten die Beteiligten Ex-Partner die Vergangenheit befrieden, vielleicht macht sich aber auch einer der beiden noch Hoffnungen auf eine Rettung der Beziehung. Dann läuft das Ganze aus dem Ruder. Am Ende der ganzen Szenerie sind dann ganz schnell die Straftatbestände der Körperverletzung (§ 223 StGB), oft auch die Qualifizierungstatbestände der gefährlichen oder schweren Körperverletzung (§§ 224, 226 StGB) Thema. Aber der Reihe nach.
Gehen wir einmal einem typischen Handlungsverlauf nach. Ein Paar hat sich kürzlich getrennt. Da frische Emotionen, frische Verletzungen im Spiel sind, ist die Hemmschwelle zu Handgreiflichkeiten erheblich herab gesetzt. Wenn zum Beispiel die Ex-Freundin dem Verflossenen eine Halskette geschenkt hatte und sie diese nun meint, zurück fordern zu können, sollte diese Forderung nicht mit dem Griff an den Hals des beschenkten Ex-Partners durchgesetzt werden, und schon gar nicht durch ein Reißen an der Kette. Wenn es dann nämlich z. B. von Seiten des Mannes, an dessen Halskette gegriffen wurde, zu einem Faustschlag kommt, sind gleich mehrere juristische Problemfelder eröffnet. So wird bei Kenntnis der Ermittlungsbehörden (Polizei oder Staatsanwaltschaft) ein Verfahren gegen den Täter wegen Verdacht auf Körperverletzung (§ 223 StGB), bei schwerer Tatbegehung oder Tatfolgen wegen gefährlicher (§ 224 StGB) oder sogar schwerer Körperverletzung (§ 226 StGB) eingeleitet.
Liegt nun eine Tat nach den §§ 224, 226 StGB vor, wird die Körperverletzung auch ohne Strafantrag verfolgt, d. h., das Opfer hat es auch gar nicht mehr in der Hand, ob das Verfahren gegen den Täter geführt wird.
Nun zu den Folgen der Strafverfolgung, dem sogenannten Strafmaß. Schon die einfache Körperverletzung nach § 223 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft. Oder mit Geldstrafe, je nach Schwere der Tat. Je gravierender die Tatfolgen (siehe § 226 StGB) und je gewalttätiger die Handlung (siehe § 224 StGB), desto schwerer wird die Strafe ausfallen. Und was ist mit einer Rechtfertigung der Tat wegen Notwehr? Schließlich ist doch dem Mann zunächst an der Halskette gerissen worden. Nun, dies ist eine Frage der Verhältnismäßigkeit. Wenn einem kräftigen Mann durch eine Frau an der Halskette gerissen wird, ist ein Verletzen der Frau durch einen Faustschlag in der Regel keine Handlung, die von dem Rechtfertigungsgrund der Notwehr (§ 32 StGB) gedeckt ist. Es hätten dann nämlich durch den Mann zunächst Handlungen ergriffen werden müssen, die weniger gravierend sind und zu keinen oder geringeren Verletzungen bei der Frau geführt hätten.
Aber auch auf Seiten des Opfers greifen häufig Zeugnisverweigerungsrechte, z. B. § 52 StPO.
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Sehr geehrter Herr Dr. Hartmann, ich wende mich an Sie, da ich Ihren Rechtstipp "Körperverletzung gegen Ex-Freundin" gelesen habe. (Bitte beschreiben Sie hier Ihre Situation bzw. Ihren rechtlichen Beratungsbedarf mit möglichst vielen relevanten Details.)
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