Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F20-07-2000-5P-162-2000
Timestamp: 2016-10-28 06:19:34
Document Index: 306107842

Matched Legal Cases: ['Art. 9', 'Art. 63', 'Art. 57', 'Art. 84', 'Art. 90', 'Art. 9', 'Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'Art. 142', 'Art. 151', 'Art. 7', 'Art. 63', 'Art. 64', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 90', 'BGE', 'BGE', 'Art. 84', 'BGE', 'Art. 142', 'Art. 84', 'BGE', 'Art. 142', 'BGE', 'Art. 151', 'BGE', 'Art. 152', 'BGE', 'Art. 64', 'BGE', 'Art. 84', 'BGE', 'BGE', 'Art. 84', 'BGE', 'BGE', 'Art. 112', 'Art. 115', 'Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'Art. 51', 'Art. 84', 'Art. 51', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 204', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 227', 'Art. 59', 'Art. 156', 'Art. 159']

5P.162/2000 (20.07.2000)
5P.162/2000/bnm
A.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Romano Kunz, Ottoplatz 19, 7001 Chur,
B.________, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanw�ltin Irmgard Camenisch, Quaderstrasse 5, 7002 Chur, Kantonsgericht (Zivilkammer) von Graub�nden,
1.- In zweiter Instanz schied das Kantonsgericht (Zivilkammer) von Graub�nden die 1977 geschlossene Ehe der Parteien in Gutheissung der Klage von A.________ und in Gutheissung der Widerklage von B.________. Es sprach der geschiedenen Ehefrau Unterhaltsbeitr�ge, einen Anteil an der von A.________ w�hrend der Ehe erworbenen Austrittsleistung der Pensionskasse sowie eine G�terrechtsforderung zu. Die Kindesbelange waren - von der Indexklausel abgesehen - unangefochten geblieben (Urteil vom 13. Dezember 1999). Das Kantonsgericht �nderte damit das Urteil des Bezirksgerichts Imboden ab, das die Widerklage von B.________ wie auch deren Begehren auf Unterhaltsleistungen abgewiesen und A.________ eine g�terrechtliche Ausgleichsforderung zugesprochen hatte (Urteil vom 30. September 1999).
A.________ hat gegen das kantonsgerichtliche Urteil vom 13. Dezember 1999 eidgen�ssische Berufung eingereicht und staatsrechtliche Beschwerde wegen Verletzung von Art. 9 BV erhoben. Mit dieser beantragt er dem Bundesgericht die Aufhebung des angefochtenen Urteils.
B.________ schliesst auf Abweisung der staatsrechtlichen Beschwerde. Das Kantonsgericht hat denselben Antrag gestellt, unter Hinweis auf die Erw�gungen im angefochtenen Urteil aber auf Gegenbemerkungen verzichtet.
2.- Die R�gen des Beschwerdef�hrers betreffen die kantonsgerichtlichen Tatsachenfeststellungen, die im Verfahren der - in der Sache diskussionslos zul�ssigen - Berufung im Grundsatz verbindlich und f�r die Beantwortung der dort gestellten Rechtsfragen entscheidend sein werden (Art. 63 f.
OG). �ber die staatsrechtliche Beschwerde ist vorweg zu befinden (Art. 57 Abs. 5 OG). Deren Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen weiteren Er�rterungen Anlass, wobei in Beurteilung der einzelnen R�gen auf gewisse Zul�ssigkeitsfragen (insbesondere Art. 84 Abs. 2 und Art. 90 Abs. 1 lit. b OG) eingegangen werden wird.
3.- Der Beschwerdef�hrer beruft sich auf eine Verletzung von Art. 9 der am 1. Januar 2000 in Kraft getretenen Bundesverfassung.
Nachdem das angefochtene Urteil am 13. Dezember 1999 gef�llt worden ist, bleiben die erhobenen R�gen gest�tzt auf Art. 4 aBV zu pr�fen (zum Grundsatz: BGE 121 I 279 E. 3a S. 283 und 367 E. 1b S. 370; f�r die Ausnahmen: BGE 120 Ia 126 E. 3b S. 130 und 286 E. 2c/bb S. 291); desgleichen stehen sie materiell-rechtlich vor dem Hintergrund der Bestimmungen �ber die Ehescheidung von 1907/12, was den Anspruch auf Ehescheidung (aArt. 142 Abs. 2 ZGB) und Unterhalt (aArt. 151 f.
ZGB) anbetrifft (Art. 7b SchlTZGB).
4.- Das Kantonsgericht hat drei Kategorien von Ursachen f�r die Zerr�ttung der Ehe ausgemacht: Kommunikationsschwierigkeiten und fehlende gemeinsame Interessen der Parteien, die zun�chst rein freundschaftliche, sich sp�ter aber intensivierende Drittbeziehung der Beschwerdegegnerin sowie Alkoholmissbrauch und seine Ehefrau herabw�rdigendes Verhalten des Beschwerdef�hrers. Die Erfassung seiner Fehlleistungen als Zerr�ttungsursachen bezeichnet der Beschwerdef�hrer als willk�rlich und bem�ngelt an der Ursachenermittlung, dass seine positiven Seiten vollends ausser Betracht geblieben seien.
a) Im Berufungsverfahren - ausnahmsweise statthafte Sachverhaltsr�gen vorbehalten (Art. 63 Abs. 2 und Art. 64 OG) - sind f�r das Bundesgericht verbindlich die Tatsachen, die von der kantonalen Letztinstanz zum Nachweis der Zerr�ttung und ihres Grades angef�hrt werden, gleichwie Feststellungen �ber die urs�chliche Wirkung jener Tatsachen auf die Zerr�ttung, Kausalit�t, auch auf dem Gebiet der innern, psychischen Vorg�nge (BGE 92 II 137 E. 2 S. 140); zur nicht �berpr�fbaren Tatfrage geh�rt damit auch die W�rdigung, dass die Zerr�ttung zur Hauptsache auf die Verhaltensweise der einen Partei zur�ckzuf�hren ist und daneben der Ehewidrigkeit der andern Partei nur in geringem Masse kausale Bedeutung zukommt (BGE 71 II 49 E. 1 S. 51; zuletzt: BGE 117 II 13 E. 3 S. 14/15). Mit staatsrechtlicher Beschwerde kann ger�gt werden, die betreffenden Tatsachenfeststellungen und die zugrunde liegende Beweisw�rdigung seien willk�rlich. In letzterem Bereich steht dem Sachrichter ein weiter Spielraum des Ermessens zu (BGE 83 I 7 S. 9; 120 Ia 31 E. 4b S. 40 mit Hinweisen).
Wie der Beschwerdef�hrer richtig hervorhebt, kann eine Beweisw�rdigung immerhin dann als willk�rlich erscheinen, wenn der Sachrichter einseitig einzelne Beweise ber�cksichtigt und andere, aus denen sich Gegenteiliges ergeben k�nnte, ausser Acht l�sst (BGE 100 Ia 119 S. 127; 118 Ia 28 E. 1b S. 30; zur Willk�r in der Beweisw�rdigung zuletzt: Urteil des Bundesgerichts vom 22. M�rz 1999, E. 3b, in: Praxis 88/1999 Nr. 163 S. 857 f.). Dabei hat der Beschwerdef�hrer auf die angefochtene Beweisw�rdigung einzugehen und gen�gt den formellen Anforderungen nicht, wenn er sich auf die Darstellung beschr�nkt, dass seine eigenen Schl�sse aus dem Beweisverfahren nicht mit den vom Sachrichter gezogenen �bereinstimmen (BGE 116 Ia 85 E. 2b S. 88); das w�re - wie die Beschwerdegegnerin einleitend mit Recht betont - eigene Bewertung des Beweisergebnisses und damit appellatorische Kritik, auf die nicht eingetreten werden k�nnte (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; BGE 107 Ia 186 Nr. 37; vgl. BGE 125 I 492 E. 1b S. 495; 121 I 225 E. 4c S. 230; 118 Ia 20 E. 5c S. 27 mit Hinweis).
b) Das Kantonsgericht hat sich mit den gegenseitigen Vorw�rfen der Parteien auseinandergesetzt, mit ihrer Behauptung einerseits, die Ehe sei bereits vor Aufnahme ihrer Drittbeziehung zerr�ttet gewesen, weil der Beschwerdef�hrer an Ehe und Familie wenig Interesse gezeigt und durch sein zum Teil entw�rdigendes Verhalten ihr gegen�ber und durch seinen �berm�ssigen Alkoholkonsum wesentlich zur Zerr�ttung der Ehe beigetragen habe, und mit seiner Behauptung andererseits, die Drittbeziehung der Beschwerdegegnerin habe die Ehe zerst�rt (E. 2a S. 8 des angefochtenen Urteils).
aa) Den Schluss des Bezirksgerichts, das Scheitern der Ehe sei haupts�chlich auf die ehewidrige Fremdbeziehung der Beschwerdegegnerin zur�ckzuf�hren, hat das Kantonsgericht nicht geteilt. Es ist aber ebenso - und damit entgegen der Darstellung der Beschwerdegegnerin - davon ausgegangen, deren Drittbeziehung sei f�r die Zerr�ttung urs�chlich gewesen, wenn auch nicht allein und ausschliesslich. Aus den Zeugenaussagen gehe hervor, "dass die eheliche Beziehung seit einigen Jahren vor dem Auszug der Berufungskl�gerin (heute: Beschwerdegegnerin) getr�bt war, wobei von beiden Ehegatten ehezerr�ttende Faktoren gesetzt worden sind" (E. 2c S. 13 und die Zusammenfassung auf S. 15 des angefochtenen Urteils). Der Beschwerdef�hrer verweist auf diese Feststellungen �ber den zeitlichen Ablauf mit gutem Grund: Die Ehe der Parteien ist nicht schon vor Intensivierung der Drittbeziehung durch die Beschwerdegegnerin (1996), sondern erst vor deren Auszug (1998) aus der ehelichen Wohnung zerr�ttet gewesen.
bb) Das Kantonsgericht hat seine Feststellungen auf Aussagen von Zeuginnen gest�tzt, die im Hotelbetrieb der Ehegatten gearbeitet oder als Gast logiert hatten. Die im Hotel von April 1990 bis Herbst 1992 besch�ftigte U.________ verneinte einen �berm�ssigen Alkoholkonsum des Beschwerdef�hrers und bejahte Auseinandersetzungen unter den Parteien nur in Stresssituationen. W.________, Barmaid ab Anfang Wintersaison 1995/96 bis M�rz 1998, best�tigte Beschimpfungen der Beschwerdegegnerin durch den Beschwerdef�hrer vom H�rensagen und in einem Fall ("Arbeitspl�ne") aus eigener Wahrnehmung sowie selbst geh�rte abf�llige �usserungen des Beschwerdef�hrers �ber seine Ehefrau in der Wintersaison 1997/98; nach Angaben dieser Zeugin war der Beschwerdef�hrer in jener Zeit - im Gegensatz zum Beginn ihrer T�tigkeit ("selten") - oft, mindestens einmal w�chentlich, derart betrunken, dass er das Restaurant nur mehr schwankend verlassen konnte (E. 2bS. 9 f. und E. 2c S. 13 des angefochtenen Urteils). Die kantonsgerichtlichen Feststellungen, dass und ab welchem Zeitpunkt der Beschwerdef�hrer dem Alkohol masslos zugesprochen und �ber seine Ehefrau vor Dritten abf�llig geredet hat, lassen sich auf das Ergebnis der Einvernahme dieser beiden Zeuginnen st�tzen und sind daher nicht willk�rlich. Ob den Aussagen der Hotelg�ste und Freundinnen der Beschwerdegegnerin X.________ und Y.________ sowie derjenigen ihrer Schwester Z.________, die alle dieselben Vorhaltungen machen, bedeutendes Gewicht zukommt, wird insoweit unter Willk�rgesichtspunkten belanglos; desgleichen kann offen bleiben, ob die Aussagen als differenziert und damit glaubhaft gewertet werden d�rfen, wenn diese Zeuginnen die Fragen mehrheitlich bloss bejaht bzw. verneint haben und in ihren Aussagen keinerlei Detaillierung, Individualit�t und Verflechtung feststellbar sein soll (weiterf�hrend: Zweidler, Die W�rdigung von Aussagen, ZBJV 132/1996 S. 105 ff., S. 119 ff.
Ziffern 3.3.4 und 3.4).
cc) Dem Beschwerdef�hrer ist beizupflichten, dass seine abf�lligen �usserungen und sein Alkoholkonsum zeitlich in etwa mit dem - f�r ihn erkennbaren - Beginn der Drittbeziehung der Beschwerdegegnerin (1996) zusammenfallen. Eindeutig belegen dies die Aussagen U.________ (1990-1992) und W.________ (1995/96-1998), aber auch die Aussagen der anderen drei Zeuginnen, die der Beschwerdegegnerin nahestehen und an ihrer Befragung 1999 Vorw�rfe f�r die letzten drei bis vier Jahre best�tigen konnten (E. 2c S. 14/15 des angefochtenen Urteils). Eine eigentliche Wechselwirkung, so dass das Verhalten der Beschwerdegegnerin als Hauptursache der Zerr�ttung zu werten w�re, w�hrend das Verhalten des Beschwerdef�hrers in den Hintergrund tr�te, hat das Kantonsgericht indes nicht festgestellt. �ber diese Behauptung eines bloss reaktiven Verhaltens hinaus legt der Beschwerdef�hrer auch nicht dar, inwiefern dem Beweisverfahren entnommen werden k�nnte, dass seine Herabw�rdigungen einen Bezug zur Hinwendung seiner Ehefrau zu einem Dritten gehabt h�tten oder dass er etwa in alkoholisiertem Zustand darob in ein sog. "heulendes oder trunkenes Elend" geraten w�re. Die Verhaltensweisen beider Ehegatten stehen deshalb als Zerr�ttungsursachen je f�r sich nebeneinander; ihr Gewicht und die jeweilige Verantwortlichkeit der Ehegatten f�r die Zerr�ttung sind Teil der Bundesrechtsanwendung (Art. 84 Abs. 2 OG; z.B. BGE 88 II 241 S. 245 f.).
Dass herabsetzende Behandlung des andern Ehegatten und Trunksucht als Ursachen f�r eine Ehezerr�ttung in Betracht fallen k�nnen, bedarf keiner n�heren Er�rterung (vgl. nur B�hler/ Sp�hler, Berner Kommentar, N. 63 f. und N. 109 zu aArt. 142 ZGB). Der Einwand des Beschwerdef�hrers betrifft nicht die (nat�rliche) Kausalit�t, sondern die Frage, ob das ihm angelastete Fehlverhalten �berhaupt zur unheilbaren Zerr�ttung der Ehe f�hren, mithin f�r sich allein die Unzumutbarkeit der Fortsetzung der Ehe bewirken k�nne; das aber ist wiederum Rechtsfrage (Art. 84 Abs. 2 OG; BGE 92 II 137 E. 2 S. 140 mit Hinweisen).
c) Eine einseitige Beweisw�rdigung erblickt der Beschwerdef�hrer darin, dass nicht alle relevanten Sachverhaltselemente einbezogen worden seien, wiewohl die Verschuldensbeurteilung eine Gesamtw�rdigung erheische. Dass er ein treuer, finanziell grossz�giger, gen�gsamer usw. Ehegatte, Vater, Berufsmann usw. gewesen sei, habe das Kantonsgericht �bergangen. Die Verschuldensanalyse ist Rechtsfrage, und zwar hinsichtlich des Klagerechts (aArt. 142 Abs. 2 ZGB: BGE 92 II 137 E. 2 S. 140) wie auch des Unterhaltsanspruchs (aArt. 151 Abs. 1 ZGB: BGE 108 II 364 E. 2b S. 367; aArt. 152 ZGB:
BGE 117 II 13 E. 3 S. 15). Das materielle Recht aber bestimmt, was rechtserheblich - hier in die Verschuldensanalyse einzubeziehen - ist; hat der Sachrichter entscheidwesentliche Sachvorbringen der Parteien zu Unrecht f�r unerheblich gehalten, ist der Sachverhalt nach Massgabe von Art. 64 OG zu erg�nzen (BGE 123 III 35 E. 2b S. 40 mit Hinweis). Die R�ge des Beschwerdef�hrers ist unzul�ssig (Art. 84 Abs. 2 OG). Dasselbe gilt f�r die Ausf�hrungen der Beschwerdegegnerin, dass sie eine f�rsorgliche, treubesorgte usw. Ehefrau, Mutter und Mitarbeiterin im Hotelbetrieb usw. gewesen sei.
5.- Verfassungsr�gen erhebt der Beschwerdef�hrer ferner gegen die Berechnung der Bed�rftigkeitsrente. Er macht zur Hauptsache geltend, das Kantonsgericht sei aus nicht nachvollziehbaren Gr�nden von einem viel zu hohen Einkommen ausgegangen, das er erst noch selber zugestanden haben solle.
Diese R�ge richtet sich gegen eine Feststellung tats�chlicher Natur (z.B. BGE 122 III 97 E. 3a S. 99; vgl. zur Abgrenzung bei hypothetischem Einkommen: BGE 126 III 10 E. 2b S. 12), w�hrend alle weiteren und hier nicht eigens erw�hnten Vorbringen Rechtsfragen betreffen (Art. 84 Abs. 2 OG; z.B.
BGE 121 III 49 E. 1c S. 51 und 297 E. 3b S. 299: Grunds�tze der Rentenberechnung; z.B. BGE 124 III 52 E. 2b S. 55: Anspruch auf Beteiligung an der Austrittsleistung der Pensionskasse des andern Ehegatten).
Das Kantonsgericht hat festgehalten, das Jahresgehalt f�r 1995 habe Fr. 77'731.-- und 1996 noch Fr. 36'748.-- betragen. Diese drastische Reduktion stehe in direktem Zusammenhang mit der in diesem Zeitraum erfolgten Sanierung der Hotel A.________ AG. Es handle sich um eine aus wirtschaftlichen Gr�nden erfolgte Massnahme, welche gem�ss Angaben des Beschwerdef�hrers anl�sslich der Befragung andauere. Weiter heisst es im kantonsgerichtlichen Urteil: "Er gab an, aktuell Fr. 46'000.-- zu erzielen" (E. 4b S. 27). Der Beschwerdef�hrer bezweifelt diese Aussage und macht - soweit sie so gefallen sein sollte - geltend, bei diesem Betrag k�nne es sich nur um sein Gesamteinkommen handeln, das ungef�hr in dieser Gr�ssenordnung bestanden habe, aber nicht um sein Gehalt, zu dem noch Spesenentsch�digungen und Nebenerwerbsverdienste hinzugerechnet werden k�nnten. Er bem�ngelt, dass das Kantonsgericht weder die genaue Frage noch die genaue Antwort zu dieser wesentlichen Tatsache gekl�rt habe, zumal auch kein Protokoll hier�ber vorliege. Entgegen der Beschwerdegegnerin wird damit keine Verletzung kantonaler Vorschriften �ber die formfreie richterliche Befragung an der Hauptverhandlung und die Protokollierung der Ergebnisse ger�gt (Art. 112 i.V.m. Art. 115 ZPO/GR; PKG 1990 Nr. 13 S. 58 ff.). Der Beschwerdef�hrer erhebt Verfassungsr�gen und erblickt Willk�r darin, dass das Kantonsgericht derart wichtige Aussagen einfach entgegengenommen und nicht auf Klarstellung gedr�ngt habe. Indem er festh�lt, es liege kein Protokoll der Parteiverhandlung vor, �berhaupt nichts Schriftliches, und auch der genaue Wortlaut der Frage sei unbekannt, bezieht er sich sinngem�ss auf seinen Anspruch auf rechtliches Geh�r.
Aus Art. 4 aBV wird die Pflicht der Beh�rden abgeleitet, auch die wesentlichen Partei�usserungen zu protokollieren (f�r das Verwaltungsverfahren: BGE 124 V 389 E. 3 und E. 4a S. 390 f.; f�r den Strafprozess: BGE 126 I 15 E. 2a/aa S. 16). Dem Zweck der Verurkundung des Prozessstoffes und der Feststellung des Beweisergebnisses dienen in berufungsf�higen Zivilf�llen lit. b und c des Art. 51 Abs. 1 OG. Die Bestimmung gibt keinen Anspruch auf ein formelles Protokoll, doch sind die entsprechenden Feststellungen im Entscheid so zu treffen, dass sie im Fall von lit. b das fehlende genaue Sitzungsprotokoll �ber die Vorbringen anl�sslich der Parteiverhandlung zu ersetzen verm�gen und im Fall von lit. c Parteien und Bundesgericht klar Aufschluss geben, von welchen tats�chlichen Annahmen der kantonale Richter ausgegangen ist. Die Anrufung dieser Bestimmung im Rahmen der - hier zul�ssigen - Berufung ist geeignet, den vom Beschwerdef�hrer geltend gemachten Mangel in der genauen Feststellung eines f�r die Entscheidung massgebenden Parteivorbringens zu beheben, wobei hier offen bleiben kann, ob dieses zum m�ndlichen Parteivortrag (lit. b) oder zum Beweisergebnis (lit. c) geh�rt hat.
Weder das Urteil noch die zu den Akten gegebenen Pl�doyernotizen verm�gen die beanstandete Unbestimmtheit und Unvollst�ndigkeit zu beseitigen. Die M�glichkeit, die Korrektur dieses formellen Mangels mit Berufung zu erwirken, schliesst die staatsrechtliche Beschwerde aus (Art. 84 Abs. 2 OG; vgl. Poudret/Sandoz-Monod, Commentaire de la loi f�d�rale d'organisation judiciaire, II, Bern 1990, zu Art. 51 OG: N. 3 S. 364 f�r lit. b und die Hinweise auf die Praxis mit teilweise abweichender Meinung in N. 4 S. 366 f�r lit. c).
6.- F�r die g�terrechtliche Auseinandersetzung sind vor allem die Gutschriften und Belastungen auf dem Kontokorrentkonto des Beschwerdef�hrers bzw. seines Hotelbetriebes entscheidend gewesen. Das Kantonsgericht hat diese anhand eines - offenbar von der Beschwerdegegnerin verfassten und dem Pl�doyer beigelegten - Auszugs zur�ckverfolgt. Der Beschwerdef�hrer erhebt diesbez�glich verschiedene R�gen. Erneut muss darauf hingewiesen werden, dass im Rahmen der Berufung zu beantworten sein wird, welche Grunds�tze f�r die Bewertung von Verm�gensgegenst�nden (z.B. BGE 125 III 50 E. 2 S. 53), die Berechnung von Ersatzforderungen (z.B. BGE 125 III 1 E. 4 S. 3), die Zuordnung von Liegenschaften und die Aufteilung von auf Drittkredite entfallenden Mehr- oder Minderwerten (z.B. BGE 123 III 152 E. 6 S. 156) usw. gelten, w�hrenddem Tatsachenfeststellungen betreffen der erfolgte Einsatz der Mittel (z.B. BGE 109 II 92 E. 2 S. 93), die durch Investitionen bewirkten Wertvermehrungen (z.B. BGE 96 II 305 E. 1a S. 308) oder die betragsm�ssige H�he der einzelnen Verm�gensmassen (z.B. Urteil des Bundesgerichts vom 9. Dezember 1995, E. 4a, in: SJ 1996 S. 463).
Unter diesem Blickwinkel zul�ssig ist die R�ge des Beschwerdef�hrers, das Kantonsgericht habe sich mit seinen Vorbringen insbesondere �ber die Verwendung der Mittel nicht auseinandergesetzt; seine Ausf�hrungen w�rden im Urteil zwar teilweise wiedergegeben (E. 3a S. 18), doch werde in den Erw�gungen darauf nicht n�her eingegangen (E. 3b S. 19 ff.).
Den verwiesenen Stellen im zu den Akten genommenen Pl�doyer kann entnommen werden, dass der Beschwerdef�hrer sich ausf�hrlich mit den g�terrechtlichen Fragen befasst und seinen Standpunkt dargelegt hatte (S. 6 ff.). Indem das Kantonsgericht in seiner Urteilsbegr�ndung darauf nicht erkennbar - nicht wenigstens auf die wesentlichen rechtlichen Einw�nde und tats�chlichen Behauptungen - eingegangen ist, hat es den Anspruch des Beschwerdef�hrers auf rechtliches Geh�r verletzt (BGE 112 Ia 1 E. 3c S. 3 und 107 E. 2b S. 109; zuletzt:
BGE 124 II 146 E. 2a S. 149 und BGE 124 V 180 E. 1a S. 181 mit Hinweisen). Eine Auseinandersetzung mit seinen Vorbringen ist insbesondere unterblieben, was die behaupteten Ersatzforderungen des Eigenguts gegen die Errungenschaft angeht. Dazu heisst es in der Zusammenfassung der Parteistandpunkte ohne weitere Pr�zisierung lediglich, der Errungenschaft "st�nden weitere Ersatzforderungen des Eigengutes des Berufungsbeklagten (heute: Beschwerdef�hrers) gegen�ber" (E. 3a S. 18 des angefochtenen Urteils), und es f�llt auf, dass in der eigentlichen Auseinandersetzung Eigengut einfach ohne Abkl�rung von Betrag und Verwendungszweck verbraucht, Errungenschaft hingegen immer wieder zur Schuldentilgung usw. eingesetzt worden sein soll (z.B. E. 3b S. 21 des angefochtenen Urteils). Auf die Bestreitung der Lebenshaltungskosten und auf die vom Beschwerdef�hrer dazu entwickelte Theorie wird nicht erkennbar eingegangen (S. 10 Ziffern 2 und 3 der Pl�doyernotizen). Eine sorgf�ltige Pr�fung der Vorbringen und Einw�nde des Beschwerdef�hrers w�re umso angezeigter gewesen, als das Kantonsgericht die vom Bezirksgericht gew�hlte Saldomethode verworfen und die gesamte g�terrechtliche Auseinandersetzung neu durchgef�hrt hat. Unter diesen Umst�nden und angesichts der Komplexit�t, die g�terrechtlichen Auseinandersetzungen regelm�ssig eignet, mag sich fragen, ob selbst in zweiter Instanz nicht tunlicher Sachverhaltsfeststellung und rechtliche Erw�gungen getrennt und zu Gunsten der Klarheit und eines besseren Verst�ndnisses damit eine gewisse Schwerf�lligkeit und Wiederholung in Kauf genommen w�rde, statt nach einer kurzen Einf�hrung in den Sachverhalt die einzelnen Angriffs- und Verteidigungsmittel direkt anzuf�hren und gleich zu erledigen, was zwar die nat�rlichere Darstellung des Streitfalls liefert, aber auch gr�ssere Anforderungen an den Verfasser der Urteilsbegr�ndung stellt (vgl. noch Leuch, Die Zivilprozessordnung f�r den Kanton Bern, 3.A. Bern 1956, Nachdruck 1985, N. 3 zu Art. 204 ZPO, a.E.).
Wenn eine Anh�rung des Beschwerdef�hrers vor Erlass des Urteils als unerl�sslich bejaht wird, versteht es sich von selbst, dass der Richter nicht nur Gelegenheit zur �usserung zu geben hat, sondern verpflichtet ist, das Vorgebrachte zu pr�fen (BGE 87 I 100 E. 7 S. 110, letzter Absatz). Unklar bleibt, ob und inwiefern das Kantonsgericht das �usserungsrecht des Beschwerdef�hrers einschr�nken wollte, wenn es dessen Vorbringen (teilweise) wiedergegeben, dann aber angef�gt hat: "Die Argumentationsweise des Berufungsbeklagten (heute:
Beschwerdef�hrers) darf nicht dar�ber hinweg t�uschen, dass er das vorinstanzliche Urteil nicht angefochten hat und dieses f�r ihn mithin verbindlich ist" (E. 3a S. 18 des angefochtenen Urteils). Sollte damit eine �ber das - von ihm nicht angefochtene - Dispositiv des bezirksgerichtlichen Urteils hinausgehende Verbindlichkeit gemeint sein, liefe die Auffassung unbestrittenen prozessrechtlichen Grunds�tzen zuwider (zur Rechtskraft letztmals: BGE 123 III 16 E. 2a S. 18 mit Hinweis) und w�re deshalb willk�rlich (zuletzt: BGE 125 I 166 E. 2a S. 168 mit Hinweis). Vom Verfahren her gew�hrleistet Art. 227 Abs. 1 ZPO/GR, wonach die Parteien in den ihnen zustehenden Vortr�gen an der Berufungsverhandlung nicht auf das vor erster Instanz Vorgetragene beschr�nkt sind, dass der Berufungsbeklagte nebst der Widerlegung der Berufungsgr�nde auf zus�tzliche oder andere Gr�nde hinweisen darf, die den angefochtenen Entscheid st�tzen und seiner Ab�nderung entgegenstehen, selbst wenn die Berufungsgr�nde gebilligt werden sollten (z.B. f�r die Berufungsantwort vor Bundesgericht:
Poudret/Sandoz-Monod, COJ II, N. 3.3 zu Art. 59/61 OG, S. 491; Messmer/Imboden, Die eidgen�ssischen Rechtsmittel in Zivilsachen, Z�rich 1992, N. 116 S. 157 bei Anm. 44; M�nch, Berufung und zivilrechtliche Nichtigkeitsbeschwerde, in: Prozessieren vor Bundesgericht, 2.A. Basel 1998, N. 4.95).
7.- Der Beschwerdef�hrer dringt in einem von drei aufgegriffenen Punkten durch; vom Verm�gensinteresse her betrachtet, handelt es sich um den gewichtigsten, doch erfolgt die teilweise Aufhebung des kantonsgerichtlichen Urteils aus nur formellen Gr�nden, und das Ergebnis der g�terrechtlichen Auseinandersetzung bleibt offen. Die Beschwerdegegnerin hat die vollumf�ngliche Abweisung angetragen. Es rechtfertigt sich unter diesen Umst�nden, die Gerichtskosten h�lftig aufzuteilen und die Parteikosten wettzuschlagen (Art. 156 Abs. 3 und Art. 159 Abs. 3 OG).
1.- Die staatsrechtliche Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist, und Dispositiv-Ziffer 6 des Urteils des Kantonsgerichts (Zivilkammer) von Graub�nden vom 13. Dezember 1999 wird aufgehoben.
2.- Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 6'000.-- wird den Parteien je zur H�lfte auferlegt.
4.- Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht (Zivilkammer) von Graub�nden schriftlich mitgeteilt.