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Timestamp: 2013-06-20 10:18:15
Document Index: 349025463

Matched Legal Cases: ['Art. 27', 'Art. 17', 'Art. 8', 'Art. 196', 'Art. 93', 'Art. 94', 'Art. 94', 'Art. 27', 'Art. 196', 'Art. 8', 'Art. 27', 'Art. 36', 'Art. 27', 'BGE', 'Art. 27', 'Art. 27', 'Art. 27', 'Art. 27', 'Art. 27', 'Art. 27', 'Art. 27', 'Art. 27', 'Art. 27', 'Art. 4', 'Art. 8', 'Art. 4', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 63']

JAAC 65.111
Steuerrekurskommission vom 19. April 2001 i.S. X AG [SRK 2000-127])
Consid�rant 2.
Consid�rant 3.a.
Consid�rant d.
Consid�rant e.
Consid�rant b.aa.
Consid�rant ee.
Consid�rant 5.a.
Consid�rant 6.
Consid�rant 7.
al. 1 let. a ch. 1 7e tiret OTVA. Taux r�duit de la taxe sur la
valeur ajout�e. Pr�parations pour la protection des plantes. Produit de
protection pour les rondins.
- L'institution du taux r�duit de la taxe
sur la valeur ajout�e (TVA) poursuit des objectifs de politique sociale; l'imposition des livraisons de biens
d'usage courant - surtout de biens de premi�re n�cessit� - doit �tre
all�g�e (consid. 3c).
- Aux yeux du constituant, la liste des
prestations soumises au taux r�duit de la TVA doit �tre consid�r�e comme
exhaustive (consid. 4b/bb).
- Le soin de r�pondre � la question de
savoir quels biens d'usage courant doivent �tre soumis au taux r�duit de la TVA
est r�serv� au pouvoir l�gislatif. Dans ce domaine, une interpr�tation
extensive de la part des juges est inacceptable (consid. 4b/dd).
- Le taux r�duit de la TVA s'applique aux
prestations qui, typiquement, couvrent les besoins de premi�re n�cessit�; c'est aussi le cas pour les prestations
qui sont utiles de mani�re indirecte � ces besoins, les encouragent ou les
facilitent, ainsi que pour diverses prestations - manifestement choisies plut�t
par hasard - qui couvrent des besoins courants mais pas absolument de
premi�re n�cessit� (consid. 4b/cc). - Notion de pr�paration pour la protection
des plantes. Les travaux pr�paratoires ne fournissent aucune indication sur la
signification de ce terme (consid. 4b/bb). Il r�sulte d'une pond�ration de
tous les �l�ments d'interpr�tation que les produits en question pour la protection
des rondins ne tombent pas sous le taux r�duit de la TVA (consid. 4b/ee).
- En l'esp�ce il n'y a pas de violation du
principe de l'�galit� de traitement (consid. 6).
Art. 27 Abs. 1 Bst. a
Pflanzenschutzstoffe. Rundholzschutzmittel.
den reduzierten Mehrwertsteuersatz werden sozialpolitische Ziele verfolgt; Leistungen des t�glichen
- vorwiegend des lebensnotwendigen - Bedarfs sollen steuerlich
entlastet werden (E. 3c).
dem Willen des Verfassungsgebers ist die Liste der Leistungen zum reduzierten
Mehrwertsteuersatz als abschliessend zu betrachten. (E. 4b/bb). - Die
Frage, welche G�ter des t�glichen Bedarfs dem reduzierten Mehrwertsteuersatz
unterstehen sollen, ist der Beantwortung durch die Legislative vorbehalten.
Eine extensive Auslegung durch den Richter ist in diesem Bereich daher
unzul�ssig (E. 4b/dd).
reduzierte Mehrwertsteuersatz gelangt bei Leistungen zur Anwendung, die
typischerweise den lebensnotwendigen Bedarf abdecken, weiters bei Leistungen,
die diesem mittelbar dienen, diesen f�rdern oder erm�glichen sowie um diverse
- offenbar eher zuf�llig ausgew�hlte - andere Leistungen des
t�glichen, nicht aber unbedingt lebensnotwendigen Bedarfs (E. 4b/cc). - Begriff
der Pflanzenschutzstoffe. Zur Frage, was unter diesen Begriff zu subsumieren
ist, bieten die Materialien keinerlei Hinweise (E. 4b/bb). Eine Abw�gung
aller Auslegungselemente ergibt, dass die fraglichen Rundholzschutzmittel nicht
unter den erm�ssigten Mehrwertsteuersatz fallen (E. 4b/ee).
liegt keine Verletzung des Rechtsgleichheitsgrundsatzes vor (E. 6).
cpv. 1 lett. a n. 1 7� lemma OIVA. Tasso ridotto
dell'imposta sul valore aggiunto. Preparati per la protezione delle piante.
Prodotto di protezione per legno tondo.
- Attraverso il tasso ridotto dell'imposta
sul valore aggiunto (IVA) si perseguono obiettivi di politica sociale;
l'imposizione di forniture di beni di uso corrente - soprattutto di beni di
prima necessit� - deve essere alleggerita (consid. 3c).
- Secondo la volont� del legislatore
costituzionale, la lista delle prestazioni che beneficiano del tasso ridotto
dell'IVA � da considerare esaustiva (consid. 4b/bb). - Spetta esclusivamente al potere
legislativo definire quali beni di prima necessit� debbano soggiacere al tasso
ridotto dell'IVA. In questo ambito non � permessa un'interpretazione estensiva
da parte del giudice (consid. 4b/dd).
- Il tasso ridotto dell'IVA � applicato sia
a prestazioni che coprono tipicamente i bisogni di prima necessit� che a
prestazioni che sono utili a tali bisogni in modo indiretto, che li sostengono
o che li rendono possibili. Il tasso ridotto � pure applicato a diverse
prestazioni - apparentemente scelte abbastanza casualmente - che coprono bisogni
correnti ma non assolutamente di prima necessit� (consid. 4b/cc). - Nozione di preparato per la protezione
delle piante. I lavori preparatori non forniscono alcuna indicazione sul
significato di questo termine (consid. 4b/bb). Da una ponderazione di
tutti gli elementi interpretativi risulta che i prodotti in questione, destinati
alla protezione dei legni tondi, non ricadono sotto il tasso ridotto dell'IVA
(consid. 4b/ee).
- Non vi � violazione del principio della
parit� di trattamento (consid. 6).
X AG bezweckt gem�ss Handelsregistereintrag die Entwicklung, Produktion,
den Verkauf und Handel mit Holzschutzmitteln und chemisch-technischen
Produkten. Sie verkauft unter anderem die Rundholzschutzmittel �A.�,
�B.�
und �C.�. Die X AG ist seit dem 1. Januar 1995 bei der Eidgen�ssischen
Steuerverwaltung (ESTV), Hauptabteilung Mehrwertsteuer, im Register der
Steuerpflichtigen eingetragen (vgl. Art. 17 der Verordnung �ber die
Mehrwertsteuer vom 22. Juni 1994 [MWSTV], AS 1994 1464).
diversen Tagen im Mai und Juni 1998 f�hrte die ESTV bei der X AG eine
Kontrolle betreffend die Perioden 1. Quartal 1995 bis 1. Quartal 1998
durch. Dabei stellte die Verwaltung fest, dass die Steuerpflichtige im
1. Quartal 1998 Holzschutzmittel zum reduzierten statt zum Normalsatz
deklarierte (Fr. 52 958.45 Nachsteuern). Mit Erg�nzungsabrechnung
(EA) vom 12. Juni 1998 forderte die ESTV daher gesamthaft Fr. (…)
Mehrwertsteuern nebst Verzugszins nach.
Schreiben vom 10. August 1998 an die ESTV bestritt die X AG die
Anwendbarkeit des Normalsatzes (6,5%)
auf ihre Verk�ufe von Rundholzspritzmitteln. Diese seien den
Pflanzenbehandlungsmitteln gleichzustellen und deshalb zum reduzierten Satz (2%) zu versteuern.
Entscheid vom 14. Dezember 1999 best�tigte die ESTV die Steuerforderung
gegen�ber der X AG. Am 26. Januar 2000 liess die X AG dagegen
Einspracheentscheid vom 25. September 2000 hiess die ESTV die Einsprache
teilweise gut. Die Verwaltung stellte fest, die Steuerpflichtige schulde f�r
den Zeitraum 1. Quartal 1995 bis 4. Quartal 1995 Fr. (…). Zur
Begr�ndung hielt sie im Wesentlichen daf�r, die Auslegung der einschl�gigen
Verwaltungsbrosch�re erg�be, dass die zum reduzierten Satz zu versteuernden
Pflanzenschutzstoffe nur f�r Pflanzen verwendet werden k�nnten, die sich in
einem Wachstums- und Entwicklungsprozess befinden. Liegendes Holz k�nne nicht
unter den Begriff Pflanze subsumiert werden. Aus dem Sinn- und Zweckgehalt der
fraglichen Bestimmung lasse sich zweifelsfrei ersehen, dass es um den Schutz
lebender Kulturen wie Pflanzen, Baumg�rten, Felder und W�lder geht. F. Mit
Eingabe vom 25. Oktober 2000 erhebt die X AG (Beschwerdef�hrerin)
gegen den Einspracheentscheid der ESTV vom 25. September 2000 Beschwerde
bei der Eidgen�ssischen Steuerrekurskommission (SRK).
b. Gem�ss
Art. 8 Abs. 1 der �bergangsbestimmungen (UeB) der bis zum
31. Dezember 1999 in Kraft befindlichen Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 29. Mai 1874 (aBV, BS 1 3) bzw. Art. 196 Ziff. 14
Abs. 1 der neuen Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
vom 18. April 1999 (BV, SR 101) war der Bundesrat gehalten, die
Ausf�hrungsbestimmungen betreffend die Mehrwertsteuer bis zum Inkrafttreten
eines Bundesgesetzes zu erlassen. Aufgrund dessen erliess der Bundesrat die
Mehrwertsteuerverordnung. Am 2. September 1999 beschloss die
Bundesversammlung das Bundesgesetz �ber die Mehrwertsteuer (MWSTG, SR 641.20).
Das Mehrwertsteuergesetz ist am 1. Januar 2001 in Kraft getreten
(Beschluss des Bundesrates vom 29. M�rz 2000, AS 2000 1346), woraus
folgt, dass die Mehrwertsteuerverordnung aufgehoben wurde. Indessen bleiben
nach Art. 93 Abs. 1 MWSTG die aufgehobenen Bestimmungen, unter
Vorbehalt von Art. 94 MWSTG, weiterhin auf alle w�hrend deren
Geltungsdauer eingetretenen Tatsachen und entstandenen Rechtsverh�ltnisse
anwendbar. Vorliegend kommt Art. 94 MWSTG nicht zur Anwendung, weshalb die
Mehrwertsteuerverordnung weiterhin anwendbar bleibt.
In casu (…) [ist] nur �ber die Frage
zu befinden, ob die Rundholzschutzmittel �A.�, �B.� und �C.� �Pflanzenschutzstoffe� im Sinne von Art. 27 Abs. 1
Bst. a Ziff. 1 MWSTV darstellen.
3.a. Laut
Art. 196 Ziff. 14 Abs. 1 Bst. e Ziff. 1 BV
(Art. 8 Abs. 2 Bst. e Ziff. 1 UeB aBV) unterliegen
unter anderem Futtermittel, Silages�uren, Streuemittel, D�ngemittel und
Pflanzenschutzstoffe dem reduzierten Steuersatz.
der Mehrwertsteuerverordnung sind zum reduzierten Satz zu versteuern die
Lieferungen und der Eigenverbrauch unter anderem von Pflanzenschutzstoffen
(Art. 27 Abs. 1 Bst. a Ziff. 1 der Verordnung �ber die
Steuersatzreduktion ist sozialpolitisch motiviert. Leistungen des t�glichen,
vorwiegend des lebensnotwendigen Bedarfs sollen steuerlich entlastet werden (J�rg R. B�hlmann, Das Schweizer
Mehrwertsteuer-Handbuch, Z�rich 1994, S. 176; vgl. Martin Kocher,
in mwst.com, Kommentar zum Bundesgesetz �ber die Mehrwertsteuer,
Basel/Genf/M�nchen 2000, Art. 36, S. 609 Rz. 3).
Verwaltungspraxis gelten als Pflanzenschutzstoffe im Sinne von Art. 27
Abs. 1 Bst. a Ziff. 1 MWSTV Stoffe und lebende Organismen
(z. B. Nematoden), die f�r den Schutz von Pflanzen vor Sch�dlingen und
Unkr�utern im Feld-, Obst-, Wein- und Gem�sebau, in der Forstwirtschaft oder
als Mittel gegen Pflanzenkrankheiten verwendet werden. Ferner Mittel, welche
die pflanzliche Entwicklung anders als N�hrstoffe f�rdernd oder hemmend
beeinflussen (zusammengefasst im offiziellen Verzeichnis der Eidgen�ssischen
Landwirtschaftlichen Forschungsanstalten[66]). Darunter fallen auch Mittel zur Vertilgung von M�usen und
dergleichen in Pflanzenkulturen oder von K�fern (z. B. Borkenk�fer) in
Baumg�rten, Feldern und W�ldern (Branchenbrosch�re f�r Landwirte, Forstwirte,
G�rtner und �hnliche Betriebe vom Dezember 1994, S. 22 f.[67]).
e. Ziel
der Auslegung ist die Ermittlung des Sinngehalts der Norm. Auszugehen ist vom
Wortlaut, doch kann dieser nicht allein massgebend sein. Besonders wenn der
Text unklar ist oder verschiedene Deutungen zul�sst, muss nach seiner wahren
Tragweite gesucht werden unter Ber�cksichtigung der weiteren Auslegungselemente,
wie namentlich der Entstehungsgeschichte der Norm und ihres Zwecks. Wichtig ist
auch die Bedeutung, die der Norm im Kontext mit andern Bestimmungen zukommt.
Das Bundesgericht hat sich bei der Auslegung von Erlassen stets von einem
Methodenpluralismus leiten lassen und nur dann allein auf das grammatikalische
Element abgestellt, wenn sich daraus zweifelsfrei eine sachlich richtige L�sung
ergab (BGE 125 II 333 mit Hinweisen). Diese Regeln gelten auch f�r die
Auslegung von Verfassungsbestimmungen oder der Mehrwertsteuerverordnung.
vorliegenden Fall steht die Verfassungsm�ssigkeit des fraglichen Passus von
Art. 27 Abs. 1 Bst. a Ziff. 1 MWSTV nicht in Frage. Dies
sicherlich zu Recht, denn die Verordnung wiederholt einzig die Vorgabe der
Verfassungsbestimmung, dergem�ss Pflanzenschutzstoffe zum reduzierten Satz zu
besteuern sind. Es gilt jedoch den Begriff �Pflanzenschutzstoffe� auszulegen und dabei zu pr�fen, ob die
fraglichen Produkte darunter zu subsumieren sind, mithin zum reduzierten
Steuersatz verkauft werden d�rfen. Nach eigenem Produktebeschrieb der
Beschwerdef�hrerin verh�ten die in Rede stehenden Rundholzschutzmittel (�Bl�ue- + Insektenschutz f�r Rund- und
Schnittholz�) �A.�, �B.�
und �C.� �den Befall des
frisch geschlagenen Rundholzes durch den Linierten Nutzholzborken- und den
S�geh�rnigen Werftk�fer�.
Beschwerdef�hrerin h�lt daf�r, die Auslegungsmethodik der ESTV sei nicht nur
falsch, sondern auch unvollst�ndig, indem beispielsweise das systematische
Auslegungselement v�llig weggelassen werde. Entgegen den Ausf�hrungen der ESTV
gehe es ferner nicht darum, den Sinn- und Zweckgehalt der Branchenbrosch�re zu
ermitteln, sondern um die Zweckermittlung des Verordnungstextes selbst.
Ebensowenig sei es zul�ssig, dass die Verwaltung aus dem Text der Brosch�re auf
ein qualifiziertes Schweigen des Verordnungsgebers schliesse.
Der Beschwerdef�hrerin ist
dahingehend zuzustimmen, dass es vorliegendenfalls nicht darum gehen kann, die
zitierte Branchenbrosch�re (E. 3d hiervor) auszulegen. Auszulegen ist
vielmehr der Begriff �Pflanzenschutzstoffe� in der Mehrwertsteuerverordnung. Ebenso
ist unerfindlich, wie aus dem Text der Brosch�re
auf ein qualifiziertes Schweigen des Verordnungsgebers
zu schliessen ist. Nur in Auslegung des Verordnungstextes k�nnte �berhaupt auf
ein qualifiziertes Schweigen des Bundesrates geschlossen werden.
b.aa. Eine
grammatikalische Auslegung des Begriffs �Pflanzenschutzstoffe� schliesst nicht zweifelsfrei aus, dass
ein Produkt zum Bl�ue- und Insektenschutz f�r frisch geschlagenes Rundholz
darunter zu subsumieren ist. Denn einerseits handelt es sich bei den Produkten �A.�,
und �C.� unbestrittenermassen um Schutzstoffe,
andererseits spricht nach allgemeinem Sprachgebrauch nichts dagegen, frisch
geschlagenes Rundholz immer noch als Pflanze
bb. Zur
Frage, was denn genau unter Pflanzenschutzstoffe zu subsumieren ist, bieten die
Materialien keinerlei Hinweise. Immerhin war f�r den Verfassungsgeber klar,
dass die Liste der satzreduzierten Leistungen als abschliessend zu gelten hat
(AB 1993 N 335; B�hlmann, a.a.O., S. 176). Folglich ist unzul�ssig, diese
Liste durch Auslegung zu erweitern. Daher sind in gewissem Sinne die Begriffe
von Art. 27 MWSTV eher restriktiv auszulegen (siehe auch E. 4b/dd
hiernach).
cc. Sinn
und Zweck des reduzierten Steuersatzes besteht in der Beg�nstigung von
Leistungen des t�glichen, vor allem lebensnotwendigen Bedarfs. Er ist sozialpolitisch
motiviert und zielt in erster Linie auf die kleinen Einkommen ab, die durch die
Mehrwertsteuer prozentual st�rker belastet werden als grosse (E. 3c
hiervor). Vor diesem Hintergrund kann der hier zur Diskussion stehende
Art. 27 Abs. 1 Bst. a Ziff. 1 MWSTV in drei Kategorien
1. Solche Leistungen, die typischerweise den lebensnotwendigen Bedarf unmittelbar abdecken wie die Lieferung von Trinkwasser in Leitungen oder von Ess- und Trinkwaren, Vieh, Gefl�gel, Fischen und Medikamenten.
2. Der Verfassungs- bzw. Verordnungsgeber wollte aber auch die Lieferung von gewissen G�tern steuerlich beg�nstigen, die zwar nicht direkt den lebensnotwendigen Bedarf unmittelbar abdecken, aber diesem mittelbar dienen, diesen f�rdern oder erm�glichen wie die Lieferung lebender Pflanzen (mit Fr�chten zur Nahrung), von Getreide, Futtermittel, D�ngstoffen, Streuemitteln f�r Tiere, usw.
3. Beg�nstigen wollte der Verfassungs- bzw. Verordnungsgeber ferner diverse - offenbar eher zuf�llig ausgew�hlte - andere G�ter des t�glichen, nicht unbedingt aber des lebensnotwendigen Bedarfs wie lebende Pflanzen (andere als mit Fr�chten zur Nahrung), Schnittblumen, Str�usse, Zeitungen, Zeitschriften, B�cher und andere Druckerzeugnisse ohne Reklamecharakter, usw.
Die fraglichen Bl�ue- und
Insektenschutzmittel fallen klarerweise nicht in die erste Kategorie von
G�tern, die den lebensnotwendigen Bedarf unmittelbar abdecken. Ebensowenig
fallen sie in die zweite Kategorie, denn sie werden f�r frisch geschlagenes
Holz verwendet und nicht etwa f�r lebende Pflanzen, an denen Fr�chte f�r die
Nahrung wachsen. Die Rundholzschutzmittel dienen folglich auch nicht mittelbar
dem lebensnotwendigen Bedarf. Sie fallen schliesslich auch nicht in die dritte
Kategorie. Denn Anwendungsziel von Art. 27 Abs. 1 Bst. a
Ziff. 1 MWSTV ist ausdr�cklich die �lebende� Pflanze (in der dritten Kategorie solche
ohne Fr�chte zur Nahrung). Soll nur die Lieferung von lebenden Pflanzen dem reduzierten
Steuersatz unterstellt werden, macht die Annahme absolut keinen Sinn, der
Verfassungs- bzw. Verordnungsgeber habe in seinem politischen Entscheidfindungsprozess
Schutzstoffe f�r �tote� Pflanzen auch dem reduzierten Satz unterstellen
In einer teleologischen Auslegung
von Art. 27 Abs. 1 Bst. a Ziff. 1 MWSTV ist es folglich
nicht unzul�ssig, dass die ESTV die Steuers�tze im Zusammenhang mit Lieferungen
von Holzschutzmitteln beim Umstand abgrenzt, dass das Holz bereits geschlagen
ist. Die Produkte dienen nicht mehr in erster Linie dem Schutz der lebenden
Pflanze bzw. der Pflanzenwelt im Sinne der MWSTV, sondern von frisch
geschlagenem Rundholz, welches vor der Weiterverwertung nicht von entsprechenden
K�fern befallen werden soll. Anwendbar ist folglich der Normalsatz. Anders
verhielte es sich h�chstens dann, wenn die Lieferung des mit dem fraglichen
Rundholzschutzmittel behandelten Holzes, beispielsweise als Brenn- oder
Bauholz, dem reduzierten Steuersatz unterstellt w�re; dies macht aber die Beschwerdef�hrerin mit Recht nicht geltend.
Mit jedem weiteren Verarbeitungsschritt am Holz entfernt sich das dabei
verwendete Holzschutzmittel vom Begriff �Pflanzenschutzstoff� des Art. 27 Abs. 1 Bst. a
Ziff. 1 MWSTV. Letzteres anerkennt implizite auch die Beschwerdef�hrerin.
Denn f�r die Lieferung ihrer Produkte, die zur Behandlung von trockenem
Schnittholz bestimmt sind, anerkennt sie ausdr�cklich den Normalsatz. Sie
beantragt die Satzreduktion nur f�r Rundholzschutzmittel, die am frisch
geschlagenen - noch im Saft liegenden - Baum aufgetragen werden.
Damit will sie die Grenzlinie zwischen den beiden Steuers�tzen im Umstand
erblicken, dass das mit ihren Produkten zu behandelnde Holz einerseits noch im
Saft liegt (reduzierter Steuersatz) und andererseits bereits getrocknet ist
(Normalsatz). Eine solche Betrachtungsweise findet indes keine Grundlage, besonders
nicht in der teleologischen, aber auch nicht in der grammatikalischen und
historischen Auslegung der anwendbaren Norm.
Die Beschwerdef�hrerin h�lt sodann
daf�r, ihre Mittel f�r das geschlagene Rundholz dienten auch der umliegenden
Pflanzenwelt vor Befall durch gewisse K�fer. Selbst wenn diese - unbelegte
und unbewiesene - Behauptung zutreffen w�rde und die fraglichen Produkte
indirekt auch den Befall einiger umliegender lebender Pflanzen reduzieren
w�rden, bleiben sie - was alleine massgebend ist - Rundholzschutzmittel,
die den Befall des frisch geschlagenen Rundholzes durch gewisse K�fer
verhindern sollen. Die Beschwerdef�hrerin behauptet jedenfalls nicht, dass
lebende Pflanzen damit auch behandelt werden. Die in Rede stehenden Rundholzschutzmittel
treffen folglich das Anwendungsziel von Art. 27 Abs. 1 Bst. a
Ziff. 1 MWSTV nicht.
dd. Dieses
teleologische Auslegungsergebnis deckt sich mit dem systematischen. Die
Mehrwertsteuer als allgemeine Verbrauchsteuer ist vom Allgemeinheitsgrundsatz
und vom Steuerneutralit�tsprinzip beherrscht (E. 2b hiervor). Das damit
verbundene Gebot, unter anderem die Begriffe der Steuerobjekte weit auszulegen,
impliziert eine eher restriktive Auslegung der Steuerbefreiungsvorschriften
sowie der Bestimmung �ber die Steuersatzreduktion (Riedo, a.a.O., S. 115).
Eine solche Zur�ckhaltung ergibt sich gerade f�r den Richter auch unter einem
anderen Gesichtspunkt. Die Frage, welche G�ter des t�glichen Bedarfs dem reduzierten
Steuersatz unterstehen sollen, ist in hohem Masse politisch motiviert und damit
besonders der Beantwortung durch die Legislative vorbehalten. Jedenfalls ist in
diesem Bereich eine extensive Auslegung durch den Richter unzul�ssig.
ee. Eine
Abw�gung aller Auslegungselemente spricht zusammenfassend klar daf�r, die
fraglichen Rundholzschutzmittel nicht unter Art. 27 Abs. 1
Bst. a Ziff. 1 MWSTV zu subsumieren.
5.a. Die
Beschwerdef�hrerin bringt ferner vor, das massgebende Bundesamt f�r
Landwirtschaft (BLW) habe nun gest�tzt auf die Verordnung �ber umweltgef�hrdende
Stoffe vom 9. Juni 1986 (Stoffverordnung [StoV], SR 814.013) und die
Verordnung �ber das Inverkehrbringen von Pflanzenbehandlungsmitteln und Mitteln
zum Schutz von Ernteg�tern vom 26. Januar 1994
(Pflanzenbehandlungsmittel-Verordnung, AS 1994
692) die Rundholzschutzmittel �A.�, �B.� und �C.� ganz klar als Pflanzenbehandlungsmittel
b. F�r
die Auslegung m�ssen andere Bundesgesetze f�r die Umsatzsteuer grunds�tzlich
nicht begriffsbestimmend sein, wie dies die SRK bereits erkannt hat (vgl.
Entscheid der SRK vom 15. August 2000 [SRK 2000-012] E. 4c
[inzwischen ver�ffentlicht in VPB 65.21 E. 4c, S. 214/215]; Entscheid der SRK vom 10. Januar
2001 [SRK 2000-074] E. 4d;
Autonomie der Auslegung). Hingegen k�nnen nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts andere Gesetze trotzdem ein Hilfsmittel f�r die Auslegung
darstellen, vor allem wenn es sich nicht um einen ausschliesslich fiskalischen
Begriff handelt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. M�rz 2000 in Sachen
B. [2A.260/1999] E. 6a; siehe
auch Urteil des Bundesgerichts vom 1. Juli 1999 in Sachen H. [2A.537/1998]
E. 3 und 4). Solche Normen sind aber lediglich Hilfsmittel f�r die
Auslegung des Mehrwertsteuerrechts und nicht allein begriffsbestimmend. So hat
die SRK beispielsweise zur Auslegung des mehrwertsteuerlichen Begriffs �Heilbehandlung� das Bundesgesetz �ber die Krankenversicherung vom
18. M�rz 1994 (KVG, SR 832.10) als Hilfsmittel herangezogen (vgl.
Entscheid der SRK vom 10. Januar 2001, in Sachen M. [SRK 2000-074],
E. 4d, mit weiteren Hinweisen).
c. Entgegen
der Auffassung der Beschwerdef�hrerin ist eine Einordnung der fraglichen
Produkte gest�tzt auf entsprechendes Bundesrecht in die Kategorie �Pflanzenbehandlungsmittel� keineswegs allein massgebend f�r die
Frage, ob sie als �Pflanzenschutzstoffe� im Sinne des Mehrwertsteuerrechts zu
gelten haben. Eine solche Einordnung �ndert nichts daran, dass die ESTV die
Abgrenzung zwischen reduziertem und Normalsatz - wie gezeigt - mit
Recht vom Umstand abh�ngig macht, dass das zu behandelnde Holz bereits
geschlagen ist oder eben gerade nicht. Aus mehrwertsteuerlicher Sicht erscheint
als massgebend, dass der Verfassungs- und Verordnungsgeber die Lieferung von
lediglich lebenden Pflanzen dem reduzierten Steuersatz unterstellen wollte,
mithin auch nur die Lieferung von Schutzstoffen f�r lebende Pflanzen. W�ren die
Produkte der Beschwerdef�hrerin zur Behandlung von lebenden Pflanzen im Sinne
von Art. 27 MWSTV bestimmt - was unbestrittenermassen nicht der Fall
ist -, w�re die geltend gemachte Einordnung selbstverst�ndlich ein
zus�tzlicher Hinweis daf�r, dass die fraglichen Rundholzschutzmittel auch
Pflanzenschutzstoffe im Sinne der MWSTV darstellten.
6. Schliesslich
r�gt die Beschwerdef�hrerin eine Verletzung von Art. 4 aBV. Sowohl bei den
Hilfsmitteln f�r Schnittblumen als auch bei den Hilfsmitteln f�r geschlagenes
Rundholz gehe es um Stoffe, die die noch im Saft liegende Pflanze sch�tzen.
Eine Ungleichbehandlung dieser beiden Hilfsmittelkategorien lasse sich durch
nichts sachlich begr�nden.
Ein Erlass verletzt den Grundsatz
der Rechtsgleichheit und damit Art. 8 BV (Art. 4 aBV), wenn er
rechtliche Unterscheidungen trifft, f�r die ein vern�nftiger Grund in den zu
regelnden Verh�ltnissen nicht ersichtlich ist, oder Unterscheidungen unterl�sst,
die sich aufgrund der Verh�ltnisse aufdr�ngen. Die Rechtsgleichheit ist insbesondere
dann verletzt, wenn Gleiches nicht nach Massgabe seiner Gleichheit gleich oder
Ungleiches nicht nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich behandelt wird; vorausgesetzt ist, dass sich der
unbegr�ndete Unterschied oder die unbegr�ndete Gleichstellung auf eine
wesentliche Tatsache bezieht (BGE 123 I 141, BGE 121 I 104, BGE 119 Ia 128; Arthur
Haefliger, Alle Schweizer sind vor dem Gesetze gleich, Bern 1985,
S. 60 ff.; Ulrich H�felin / Georg M�ller,
Grundriss des Allgemeinen Verwaltungsrechts, 3. Aufl., Z�rich 1998,
S. 99 ff. Rz. 401 ff.).
Die Beschwerdef�hrerin vergleicht
nicht Gleiches mit Gleichem. Sie verkennt, dass das anwendbare Recht
Schnittblumen ausdr�cklich zu jenen G�tern z�hlt, die zum reduzierten Satz
besteuert werden sollen. Gleiches trifft f�r das geschlagene Rundholz jedoch
nicht zu. Unter diesem rechtswesentlichen Gesichtspunkt k�nnen folglich auch
die beiden Hilfsmittelkategorien nicht miteinander verglichen werden. Der
Rechtsgleichheitsgrundsatz ist damit nicht verletzt.
Gesagten zufolge ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang
sind der Beschwerdef�hrerin die Kosten des Beschwerdeverfahrens vor der SRK
aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG).
[66] Zu
beziehen beim Bundesamt f�r Bauten und Logistik, BBL/EDMZ, CH-3003 Bern.[67] Zu
beziehen bei der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung, Schwarztorstrasse 50, 3003