Source: http://www.enzkloesterle.de/de/index.cfm?fuseaction=gemeindeleben&rubrik=verfahren&uelebenslage=1253881&id=776153
Timestamp: 2018-04-21 00:14:34
Document Index: 362865814

Matched Legal Cases: ['§ 2354', '§ 2355', '§ 2356', '§ 2357', '§ 49', '§ 107', '§ 352']

Notariat Bad Wildbad
Als Nachweis Ihres Erbrechts können Sie einen Erbschein beantragen.
Mit dem Erbschein wird amtlich beurkundet, wer Erbe des Verstorbenen ist und welchen Umfang die Erbschaft des einzelnen Erben hat. Haben Sie nicht den gesamten Nachlass geerbt, wird Ihnen ein Teilerbschein über Ihre Erbschaft ausgestellt. Auf Antrag können Sie auch einen gemeinschaftlichen Erbschein erhalten.
Hinweis: Sind Sie aufgrund einer notariell beurkundeten Verfügung von Todes wegen Erbe, kann es auch ausreichen, beglaubigte Abschriften der Verfügung von Todes wegen und der Niederschrift über die Eröffnung als Nachweis Ihres Erbrechts vorzulegen.
Sie können den Erbschein formlos beim Notariat beantragen.
Im Antrag müssen Sie den Erbanspruch genau bezeichnen. Sind mehrere Erben berufen, kann jeder der Erben einen Antrag auf einen gemeinschaftlichen Erbschein stellen. Ein Miterbe einer Miterbengemeinschaft kann jedoch auch einen Teilerbschein für sich allein beantragen. Wegen der weiteren Einzelheiten und Formalien wenden Sie sich am besten an das in Ihrem Fall zuständige Nachlassgericht, in Baden-Württemberg an das zuständige Notariat.
Achtung: Der Antragsteller muss zusätzlich zur Antragstellung die Richtigkeit bestimmter Angaben durch öffentliche Urkunden nachweisen und in der Regel an Eides statt versichern, dass ihm nichts bekannt ist, was der Richtigkeit seiner Angaben entgegensteht. Die Versicherung an Eides statt kann vor Gericht oder vor einem Notar abgegeben werden.
Im Regelfall sind folgende Unterlagen erforderlich:
gewillkürte Erbfolge/Vorliegen eines Testaments oder Erbvertrags
beglaubigte Kopie des Testaments oder des Erbvertrags
beglaubigte Abschrift der Eröffnungsniederschrift
gesetzliche Erbfolge/kein Vorliegen eines Testaments oder Erbvertrags
Nachweis des Verhältnisses, auf dem das Erbrecht beruht (z.B. bei Verwandten Abschriften aus dem Geburtenregister; Eheregister)
Hinweis: Die erforderlichen Unterlagen müssen im Original oder in beglaubigter Abschrift vorgelegt werden.
Eine automatische Erbscheinerteilung durch das Nachlassgericht für die Erben eines Erblassers scheidet aus. Ein Antrag ist damit unverzichtbare Voraussetzung jeder Erbscheinerteilung. Das Nachlassgericht ist im Erbscheinverfahren auf die Mitwirkung des Antragstellers angewiesen, dieser ist auch zur Mitwirkung verpflichtet. Der Erbschein wird nur erteilt, wenn das Nachlassgericht - in Baden-Württemberg das zuständige Notariat - die zur Begründung des Antrags erforderlichen Tatsachen für festgestellt erachtet. Stellt das Nachlassgericht in Bezug auf die Erteilungsvoraussetzungen Lücken oder Mängel fest und werden behebbare Mängel des Antrags vom Antragsteller nicht beseitigt oder fehlende Unterlagen nicht vorgelegt und führt die Prüfung des Erbscheinantrags endgültig zu einem negativen Ergebnis, weist das Nachlassgericht den Antrag durch Beschluss zurück.
Für die Beurkundung der Versicherung an Eides statt und für die Erteilung des Erbscheins wird jeweils eine volle Gebühr erhoben. Diese richtet sich nach dem Gegenstandswert des Nachlasses. Der Mindestbetrag ist jedoch 10 Euro. Wird mit der Versicherung an Eides statt zugleich der Erbscheinantrag beurkundet, wird dafür keine zusätzliche Gebühr erhoben.
§ 2354 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) (Angaben des gesetzlichen Erben im Antrag)
§ 2355 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) (Angaben des gewillkürten Erben im Antrag)
§ 2356 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) (Nachweis der Richtigkeit der Angaben)
§ 2357 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) (Gemeinschaftlicher Erbschein)
§ 49 Kostenordnung (KostO) (Eide, eidesstattliche Versicherungen, Vernehmung von Zeugen und Sachverständigen, Augenscheinseinnahmen)
§ 107 Kostenordnung (KostO) (Erbschein)
§ 352 Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG) (Entscheidung des Nachlassgerichts durch Beschluss)