Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757?p=160
Timestamp: 2019-02-16 11:40:29
Document Index: 380656632

Matched Legal Cases: ['§ 34', '§ 4', '§ 25', '§ 1', '§ 34', '§ 4', '§ 25', '§ 1', '§ 346', '§ 347', '§ 34', '§ 4', '§ 25', '§ 1', '§ 348', '§ 349', '§ 346', '§ 347', '§ 34', '§ 4', '§ 25', '§ 1', '§ 348', '§ 349']

wie vieler-
ley die pri-
vatschulen
Die privatschulen sind viererlei gattungen, 1)
wenn die glaubensgenossen eines oder zwei örter
einen schulmeister halten und diesem ihre kinder in
eine stube zugleich zum unterrichte übergeben, oder
2) 5, 10, glaubensbrüder ihre kinder zusammen ie-
manden ihres glaubens bekenntnisses die kinder
zum unterrichte zuschicken, oder 3) dafern ein
hausvater seinen kindern einen hofmeister oder in-
formator hält und keine auswärtige kinder darzu
kommen, 4) ein solcher informator etlicher glau-
bensgenossen-kinder in seine stunden mitgehen lässet.
Die erste und andere gattung von schulen heißen
deshalber privatschulen, weiln sie zum öffentlichen
gesänge bei den begräbnissen nicht zugelassen werden.
die verord-
Osnabr. fr.
Der § 34 art. 5 benebst dem art. 13 § 4 des Os-
nabrück ischen fridensschlusses sezet ziel redet von
den auswärtigen und privatschulen der evangeli-
schen und Römisch-katholischen, welche einer an-
dern religion, als ihr landesherr hat, zugethan
sind; hingegen der § 25 von den evangelischen und
der art. VII § 1 von dem evangelisch reformirten
landesherrn, wenn dieser in einem evangelischen lu-
therischen lande folget, welchergestalt die schulen
und deren gefälle in dem stande verbleiben sollen,
wie solche vorher gewesen sind.
die haubt-
und neben-
psarre ha-
ben öffent-
nebenschu-
Die haubt- oder ganze pfarre haben das recht
einer öffentlichen schule, und die neben oder halb-
pfarre des ortes oder bezirkes nur die gerechtsame
einer neben- oder privatschule.
schulverfas-
sung zu
Die heutige verfassung der evangelischen gemei-
nen stadt und dorfschulen hat man dem D. Luthern
zu danken, Gregorius Rivius Puritanus, oder
vatſchulen
Die privatſchulen ſind viererlei gattungen, 1)
wenn die glaubensgenoſſen eines oder zwei oͤrter
einen ſchulmeiſter halten und dieſem ihre kinder in
eine ſtube zugleich zum unterrichte uͤbergeben, oder
2) 5, 10, glaubensbruͤder ihre kinder zuſammen ie-
manden ihres glaubens bekenntniſſes die kinder
zum unterrichte zuſchicken, oder 3) dafern ein
hausvater ſeinen kindern einen hofmeiſter oder in-
formator haͤlt und keine auswaͤrtige kinder darzu
kommen, 4) ein ſolcher informator etlicher glau-
bensgenoſſen-kinder in ſeine ſtunden mitgehen laͤſſet.
Die erſte und andere gattung von ſchulen heißen
deshalber privatſchulen, weiln ſie zum oͤffentlichen
geſaͤnge bei den begraͤbniſſen nicht zugelaſſen werden.
Oſnabr. fr.
ſchluſſes
Der § 34 art. 5 benebſt dem art. 13 § 4 des Oſ-
nabruͤck iſchen fridensſchluſſes ſezet ziel redet von
den auswaͤrtigen und privatſchulen der evangeli-
ſchen und Roͤmiſch-katholiſchen, welche einer an-
ſind; hingegen der § 25 von den evangeliſchen und
der art. VII § 1 von dem evangeliſch reformirten
landesherrn, wenn dieſer in einem evangeliſchen lu-
theriſchen lande folget, welchergeſtalt die ſchulen
und deren gefaͤlle in dem ſtande verbleiben ſollen,
wie ſolche vorher geweſen ſind.
pſarre ha-
ben oͤffent-
nebenſchu-
einer oͤffentlichen ſchule, und die neben oder halb-
pfarre des ortes oder bezirkes nur die gerechtſame
einer neben- oder privatſchule.
ſchulverfaſ-
ſung zu
ſei?
Die heutige verfaſſung der evangeliſchen gemei-
nen ſtadt und dorfſchulen hat man dem D. Luthern
<pb facs="#f0160" n="150"/>
<fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b"><hi rendition="#aq">LII</hi> haubt&#x017F;tu&#x0364;ck</hi> </fw><lb/>
<head>§ 346</head><lb/>
<note place="left">wie vieler-<lb/>
ley die pri-<lb/>
vat&#x017F;chulen<lb/>
<p>Die privat&#x017F;chulen &#x017F;ind viererlei gattungen, 1)<lb/>
wenn die glaubensgeno&#x017F;&#x017F;en eines oder zwei o&#x0364;rter<lb/>
einen &#x017F;chulmei&#x017F;ter halten und die&#x017F;em ihre kinder in<lb/>
eine &#x017F;tube zugleich zum unterrichte u&#x0364;bergeben, oder<lb/>
2) 5, 10, glaubensbru&#x0364;der ihre kinder zu&#x017F;ammen ie-<lb/>
manden ihres glaubens bekenntni&#x017F;&#x017F;es die kinder<lb/>
zum unterrichte zu&#x017F;chicken, oder 3) dafern ein<lb/>
hausvater &#x017F;einen kindern einen hofmei&#x017F;ter oder in-<lb/>
formator ha&#x0364;lt und keine auswa&#x0364;rtige kinder darzu<lb/>
kommen, 4) ein &#x017F;olcher informator etlicher glau-<lb/>
bensgeno&#x017F;&#x017F;en-kinder in &#x017F;eine &#x017F;tunden mitgehen la&#x0364;&#x017F;&#x017F;et.<lb/>
Die er&#x017F;te und andere gattung von &#x017F;chulen heißen<lb/>
deshalber privat&#x017F;chulen, weiln &#x017F;ie zum o&#x0364;ffentlichen<lb/>
ge&#x017F;a&#x0364;nge bei den begra&#x0364;bni&#x017F;&#x017F;en nicht zugela&#x017F;&#x017F;en werden.</p>
<head>§ 347</head><lb/>
<note place="left">die verord-<lb/>
nung des<lb/>
O&#x017F;nabr. fr.<lb/>
&#x017F;chlu&#x017F;&#x017F;es<lb/>
hievon.</note>
<p>Der § 34 art. 5 beneb&#x017F;t dem art. 13 § 4 des O&#x017F;-<lb/>
nabru&#x0364;ck i&#x017F;chen fridens&#x017F;chlu&#x017F;&#x017F;es &#x017F;ezet ziel redet von<lb/>
den auswa&#x0364;rtigen und privat&#x017F;chulen der evangeli-<lb/>
&#x017F;chen und Ro&#x0364;mi&#x017F;ch-katholi&#x017F;chen, welche einer an-<lb/>
dern religion, als ihr landesherr hat, zugethan<lb/>
&#x017F;ind; hingegen der § 25 von den evangeli&#x017F;chen und<lb/>
der art. <hi rendition="#aq">VII</hi> § 1 von dem evangeli&#x017F;ch reformirten<lb/>
landesherrn, wenn die&#x017F;er in einem evangeli&#x017F;chen lu-<lb/>
theri&#x017F;chen lande folget, welcherge&#x017F;talt die &#x017F;chulen<lb/>
und deren gefa&#x0364;lle in dem &#x017F;tande verbleiben &#x017F;ollen,<lb/>
wie &#x017F;olche vorher gewe&#x017F;en &#x017F;ind.</p>
<head>§ 348</head><lb/>
<note place="left">die haubt-<lb/>
und neben-<lb/>
p&#x017F;arre ha-<lb/>
ben o&#x0364;ffent-<lb/>
liche und<lb/>
neben&#x017F;chu-<lb/>
<p>Die haubt- oder ganze pfarre haben das recht<lb/>
einer o&#x0364;ffentlichen &#x017F;chule, und die neben oder halb-<lb/>
pfarre des ortes oder bezirkes nur die gerecht&#x017F;ame<lb/>
einer neben- oder privat&#x017F;chule.</p>
<head>§ 349</head><lb/>
<note place="left">Wem die<lb/>
&#x017F;chulverfa&#x017F;-<lb/>
&#x017F;ung zu<lb/>
verdanken<lb/>
&#x017F;ei?</note>
<p>Die heutige verfa&#x017F;&#x017F;ung der evangeli&#x017F;chen gemei-<lb/>
nen &#x017F;tadt und dorf&#x017F;chulen hat man dem D. Luthern<lb/>
zu danken, <hi rendition="#fr">Gregorius Rivius Puritanus,</hi> oder<lb/>
<fw place="bottom" type="catch"><hi rendition="#fr">Lau-</hi></fw><lb/></p>
[150/0160] LII haubtſtuͤck § 346 Die privatſchulen ſind viererlei gattungen, 1) wenn die glaubensgenoſſen eines oder zwei oͤrter einen ſchulmeiſter halten und dieſem ihre kinder in eine ſtube zugleich zum unterrichte uͤbergeben, oder 2) 5, 10, glaubensbruͤder ihre kinder zuſammen ie- manden ihres glaubens bekenntniſſes die kinder zum unterrichte zuſchicken, oder 3) dafern ein hausvater ſeinen kindern einen hofmeiſter oder in- formator haͤlt und keine auswaͤrtige kinder darzu kommen, 4) ein ſolcher informator etlicher glau- bensgenoſſen-kinder in ſeine ſtunden mitgehen laͤſſet. Die erſte und andere gattung von ſchulen heißen deshalber privatſchulen, weiln ſie zum oͤffentlichen geſaͤnge bei den begraͤbniſſen nicht zugelaſſen werden. § 347 Der § 34 art. 5 benebſt dem art. 13 § 4 des Oſ- nabruͤck iſchen fridensſchluſſes ſezet ziel redet von den auswaͤrtigen und privatſchulen der evangeli- ſchen und Roͤmiſch-katholiſchen, welche einer an- dern religion, als ihr landesherr hat, zugethan ſind; hingegen der § 25 von den evangeliſchen und der art. VII § 1 von dem evangeliſch reformirten landesherrn, wenn dieſer in einem evangeliſchen lu- theriſchen lande folget, welchergeſtalt die ſchulen und deren gefaͤlle in dem ſtande verbleiben ſollen, wie ſolche vorher geweſen ſind. § 348 Die haubt- oder ganze pfarre haben das recht einer oͤffentlichen ſchule, und die neben oder halb- pfarre des ortes oder bezirkes nur die gerechtſame einer neben- oder privatſchule. § 349 Die heutige verfaſſung der evangeliſchen gemei- nen ſtadt und dorfſchulen hat man dem D. Luthern zu danken, Gregorius Rivius Puritanus, oder Lau-
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/160
Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 150. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/160>, abgerufen am 16.02.2019.