Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XII%20ZR%20121/95
Timestamp: 2020-02-27 21:47:47
Document Index: 133184538

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1579', 'BGH', 'BGH', '§ 1609', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 10.07.1996 - XII ZR 121/95 - dejure.org
https://dejure.org/1996,1263
BGH, 10.07.1996 - XII ZR 121/95 (https://dejure.org/1996,1263)
BGH, Entscheidung vom 10.07.1996 - XII ZR 121/95 (https://dejure.org/1996,1263)
BGH, Entscheidung vom 10. Juli 1996 - XII ZR 121/95 (https://dejure.org/1996,1263)
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Unterhaltsverpflichtung - Berechtigte - Sozialhilfe
NJW 1996, 2793
MDR 1996, 1260
NJ 1996, 532
FamRZ 1996, 1272
Daher könne mit der Begründung, dass die Angehörigen der neuen Familie des Unterhaltspflichtigen wegen eines an den (unterhaltsrechtlich gleichrangigen) geschiedenen Ehegatten zu zahlenden Unterhalts auf ergänzende Sozialhilfe angewiesen sein würden, keine - über die gleichmäßige Kürzung des Unterhalts im Rahmen der Mangelverteilung hinausgehende - Herabsetzung des Unterhalts nach § 1579 Nr. 7 BGB gerechtfertigt werden (Senatsurteil vom 10. Juli 1996 - XII ZR 121/95 - FamRZ 1996, 1272, 1273).
Soweit der Beklagte erstmals mit Schriftsatz vom 9. Oktober 2012 (Bl. 543 ff) behauptet, mit dem Kläger sei anlässlich der Einlieferung besprochen worden, dass nicht der Zuschlag an sich beurkundet, sondern im Anschluss an die - der Ermittlung des Meistbietenden dienende - Versteigerung ein notarieller Grundstückskaufvertrag geschlossen werde, kann dies zwar grundsätzlich ein für den Inhalt der Erteilung der Vollmacht maßgeblicher Begleitumstand sein (vgl. BGH NJW-RR 2000, 1002); allerdings ist bei formbedürftigen Erklärungen zusätzlich erforderlich, dass ein aus Umständen außerhalb der Urkunde ermittelter rechtsgeschäftlicher Wille in der Urkunde einen, wenn auch unvollkommenen, Ausdruck gefunden hat (BGH NJW 1996, 2793; NJW 2000, 1569).
Denn nach dem eindeutigen Gesetzeswortlaut des § 1609 Abs. 1 Nr. 1 BGB sind alle drei minderjährigen Kinder des Antragstellers gleichrangig; dies gilt nach höchstrichterlicher Rechtsprechung, der sich der Senat anschließt, auch dann, wenn infolge der dadurch notwendig werdenden Mangelfallberechnung der mit ihm in einem Haushalt zusammen lebende Sohn D. sozialhilfebedürftig würde (vgl. BGH, FamRZ 1996, 1272;… Wendl/Klinkhammer, a.a.O., § 2, Rz. 264).
Bei der Bemessung des Eigenbedarfs Unterhaltspflichtiger werden sogenannte Selbstbehalte, die sich an den Sozialhilfesätzen orientieren (vgl. BGH FamRZ 1990, 849; 1996, 1272; 2006, 683), zugrunde gelegt, wobei im Hinblick auf die in der Praxis notwendige Pauschalierung in den Leitlinien der Oberlandesgerichte entsprechende Selbstbehaltssätze aufgenommen und hierbei teilweise auch die zur Deckung des Wohnbedarfs erforderlichen Kosten gesondert ausgewiesen werden.
Es ist anerkannt, dass niemand durch die Leistung von Unterhalt selbst hilfebedürftig im Sinne der Sozialhilfe werden darf (vgl. BGH v. 10. Juli 1996, XII ZR 121/95 - FamRZ 1996, 1272; BGH v. 15. März 2006, XII ZR 30/04 - FamRZ 2006, 683; BGH v. 9. Januar 2008, XII ZR 170/05 - FamRZ 2008, 594).
Sie verlangt, dass der aus Umständen außerhalb der Urkunde ermittelte rechtsgeschäftliche Wille in der Urkunde einen irgendwie gearteten, wenn auch unvollkommenen, Ausdruck gefunden haben muss (BAG ZIP 2005, 366; BGHZ 87, 154; BGHZ 80, 250; BGHZ 63, 362; BGH NJW 2000, 1569; BGH NJW 1996, 2793).