Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/2/82220000016.htm
Timestamp: 2018-12-15 05:12:30
Document Index: 80113748

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 64', '§ 2', 'Art;\n9', '§ 4', '§ 5']

2.22.016 Weidenbergel
Verordnung der Stadt Mannheim über das Landschaftsschutzgebiet "Weidenbergel" vom 29. Mai 1998 (Mannheimer Morgen vom 5.06.1998).
Aufgrund von §§ 22, 58 Abs. 3 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 Naturschutzgesetz für Baden‑Württemberg vom 29. März 1995 (GBI. Nr. 15, S. 385) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Mannheim werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt den Namen "Weidenbergel".
(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 76 ha. Es wird im wesentlichen wie folgt begrenzt:
Im Norden von dem Landschaftsschutzgebiet "Käfertaler Wald", im Osten von der "Benjamin‑ Franklin‑Village", der "Wasserwerksstraße" und "Alter Postweg" unter Ausschluß der Gärtnerei, im Süden von dem Gewann "Rhabarber Plantage" und „Waldstraße" und Im Westen von der Lampertheimer Straße, der Straße "Am Weidenbergel" und der städtischen Baumschule.
(2) Das Landschaftsschutzgebiet beinhaltet:
Insgesamt die Gewanne "Vor dem Wald“, „Vor dem breiten Stein“, „An der Waldgrenze“, „Vorderer Scharpfad“, „Hinteres Weidenbergel“, „Mittleres Weidenbergel“, „Vorderes Weidenbergel“, „Weiden­bergel" bzw. Teile der Gewanne „Am breiten Stein“, „Hinterer Scharpfad".
(3) Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 und in 2 Einzelblätter im Maßstab 1 : 5 000 mit durchgezogener grüner, grau angeschummerten Linie eingetragen.
Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird bei der unteren Naturschutzbehörde der Stadt Mannheim (Amt für Baurecht und Umweitschutz) verwahrt und kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.
Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes ist :
1. Erhaltung und Entwicklung der Strukturvielfalt, der Nischenqualität, der Rückzugsräume und Nahrungsgrundlage vieler Arten. Eine Verbesserung der Lebensraumgefüge mittels einer Biotopvernetzung, in Verbindung zu den benachbarten wertvollen Arealen, bildet die Grundlage zur Anreicherung des Artenspektrums und der Individuenzahl.
2. Erhaltung und Entwicklung der siedlungsnahen Landschaft in ihrer charakteristischen, kulturlandschaftlichen Erscheinungsform, um diese auch als Lebens‑ und Erholungsraum für die Bevölkerung langfristig zu sichern und zu fördern.
3. Sicherung des Freiraumes als Grünzäsur, als Kaltluftentstehungsgebiet und Frischluftschneise unter Beibehaltung, jedoch mit Auflockerung des landwirtschaftlichen Gefüges durch Feldbrachen und Hecken.
4. 4: Bewahrung der offenen Feldflur zur stadtnahen Erholung vor weiteren Zerstückelung.
(1) Handlungen die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzweck zuwiderlaufen können bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.
1. Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils gültigen Fassung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen;
2. Straßen Wege, Stellplätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;
3. Lagern von Gegenständen soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstückes erforderlich sind;
7. Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild‑ oder Schrifttafeln;
8. Verlegen oder Ändern von ober‑ oder. unterirdischen Leitungen aller Art;
9. Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen; Kies, Sand; Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder die Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise;
10. Anlage oder Veränderung von Stätten für Sport und Spiel einschließlich Motorsportanlagen;
12. Betrieb von Motorsport sowie von motorgetriebenen Schlitten;
15. Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie Bäumen, Hecken, Gebüschen, Feld‑ oder Ufergehölzen, Schilf‑ und Rohrbeständen sowie ähnlichen Naturerscheinungen, die zur Zierde und Belebung des Landschaftsbildes beitragen oder im Interesse der Tierwelt Erhaltung verdienen.
(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, Wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden kann. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Winkungen oder Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.
(5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt (werden)*).
*) Änderung: LfU (in der Vorlage: „wird“).
3. für die ordnungsgemäße Unterhaltung der Straßen, Wege, Ver‑ und Entsorgungsleitungen und Gewässer;
Schutz‑ und Pflegemaßnahmen werden durch die untere Naturschutzbehörde in einem Pflegeplan oder durch Enzelanordnung festgelegt.
2. entgegen den §§ 5 und 8 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis oder Befreiung Handlungen vornimmt die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können.
Mannheim, den 29. Mai 1998