Source: http://netzwerkpflege-los.de/index.php?selection=haueslich
Timestamp: 2019-02-23 02:56:30
Document Index: 291519081

Matched Legal Cases: ['§ 198', '§ 37', '§ 64', '§ 36', '§ 66', '§ 38', '§ 39', '§ 42', '§ 40']

Häusliche Pflege bezeichnet die Pflege von Menschen in einem Haushalt im Unterschied zur stationären Pflege in einem Krankenhaus oder einer stationären Pflegeeinrichtung. Während häusliche Krankenpflege die Behandlungspflege in den Vordergrund stellt, wird unter häuslicher Pflege vor allem die Grundpflege verstanden. Dementsprechend sind Leistungen der häuslichen Krankenpflege dem System der gesetzlichen Krankenversicherung zugeordnet, während Leistungen der häuslichen Pflege primär Gegenstand der gesetzlichen Pflegeversicherung sind. Allerdings sind Leistungen der häuslichen Pflege während Schwangerschaft und Wochenbett gemäß § 198 RVO von der gesetzlichen Krankenversicherung zu gewähren.
Anstelle der Pflegesachleistung können die Pflegebedürftigen ab 1.7.08 gemäß § 37 SGB XI ein Pflegegeld in Höhe von 215 Euro, 420 Euro bzw. 675 Euro wählen, wenn sie die Pflege selbst sicherstellen. § 64 SGB XII sieht ein Pflegegeld unter denselben Voraussetzungen und in derselben Höhe vor. Da die Leistungen der Pflegeversicherung vorrangig zu denjenigen des SGB XII sind, kommt bei Wahl des Pflegegeldes ergänzende Sozialhilfe nicht in Betracht. Wohl kommt bei den Beziehern der Pflegesachleistung nach § 36 SGB XI ein ergänzendes (Teil-) Pflegegeld in Betracht, weil nach § 66 Abs. 2 SGB XII immer mindestens ein Drittel des Pflegegeldes ausgezahlt werden muss. Pflegesachleistung und Pflegegeld von der Pflegeversicherung können gemäß § 38 SGB XI auch jeweils anteilig beliebig miteinander kombiniert werden. Als flankierende Leistungen sieht § 39 SGB XI Pflegesachleistungen bei Verhinderung der Pflegeperson vor. Zusätzlich kann Kurzzeitpflege gemäß § 42 SGB XI in Betracht kommen. Die häusliche Pflege wird darüber hinaus durch die Finanzierung von Pflegehilfsmitteln im Wert von bis zu 31 Euro monatlich, die Bereitstellung von technischen Hilfen wie Pflegebetten oder Liftern sowie die Bezuschussung von notwendigen Wohnraumanpassungsmaßnahmen in Höhe von bis zu 2.557 Euro gemäß § 40 SGB XI nachhaltig gefördert.