Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Sozialhilfe-fuer-Pflegeheim--f52349.html
Timestamp: 2017-12-14 13:41:31
Document Index: 179855402

Matched Legal Cases: ['§ 93', '§ 528', '§ 528', '§ 528', '§ 818', '§ 90', '§ 1']

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| 21.12.2008 17:56 |
Mein Vater ist Schwer Pflegebedürftig und wird demnächst in ein Pflegeheim müssen. Da das Privatvermögen meiner Mutter schnell aufgebraucht sein wird, da ca. 1500 € monatlich für den Eigenanteil im Pflegeheim anfallen werden, wird meine Mutter früher oder später an das Sozialamt heran treten müssen.
Mein Vater hat vor ca. 13 Jahren zwei Sparbücher auf meinen Namen angelegt welche dauerhaft mit Kleinbeträgen welchem vom Konto meines Vaters stammten bespart. Zwischzeitlich hatt meine Mutter die besparung dieser Konten übernommen. Jedoch sind die genauen Zeiträume nicht bekannt.
Ich weiß, das sobald mein Vater btw. meine Mutter (die sie zur Zahlung der Pflegekosten Sozialhilfe bentragen muss) zu einem Sozialfall wird, kann das Sozialamt Schenkungen die Innerhalb von 10 Jahren erfolgt sind zurück fodern.
Das Problem ist mein Vater hat mir vor einem Jahr 5000 €uro geschenkt damit ich den Kredit den ich für meine Eigentumswohnung aufgenommen habe etwas erleichtern kann. d.h. ich habe 5000 getilgt.
Desweiteren hat mein Vater mir vor 9 Jahren (Ich war damals 18) mein erstes Auto gekauft (3500 DM).
vor ca. 5 Jahren hat mein Vater mir erneut einen Kleinwagen im Wert von ca. 4000 € gekauft.
Viel schlimmer ist noch, das mein Vater mir während meiner Ausbildung auch finanziell unter die Arme gegriffen hat und die Energiekosten meiner Wohnung gezahlt hat.
Ich befürchte das dieses später alles von mir zurück gefodert wird.
Unter welchen Umständen kann das Sozialamt solche Schenkungen zurück fordern? Gerade wenn ich auch nicht in der Lage dazu bin es zurück zu zahlen, da ich auch nur wenig vermögen ausser meine Eigentumswohnung habe?
Sozialhilfe Sozialhilfe Pflegeheim
Wie Sie zutreffend feststellen, kann der Träger von Sozialleistungen Schenkungen zurückfordern, die der Leistungsempfänger in einem Zeitraum von 10 Jahren vor Eintritt der Bedürftigkeit an einen Dritten getätigt hat.
Rechtsgrundlage hierfür ist § 93 SGB XII iVm. § 528 BGB.
Voraussetzung für die Rückforderung ist zunächst, dass die Behörde Leistungen an Ihren Vater erbringt.
Die Erbringung von Leistungen durch die Behörde ist jedoch nicht gleichbedeutend mit dem Eintritt der Bedürftigkeit. Diese liegt bereits dann vor, wenn Ihr Vater nicht mehr dazu in der Lage ist, den Eigenanteil für die Heimkosten aus eigenem Einkommen und Vermögen zu tragen.
Darüber hinaus müssen die zivilrechtlichen Voraussetzungen des § 528 BGB vorliegen, d.h. es ist zu prüfen, ob Ihr Vater nach dieser Norm dem Grunde nach einen Rückforderungsanspruch gegen Sie hat.
Dies setzt bezüglich jeder der von Ihnen angesprochenen Zuwendungen voraus, dass es sich in derselben auch tatsächlich um eine Schenkung im Rechtssinne gehandelt hat.
Dies halte ich zumindest bezüglich der von Ihnen angesprochenen Energiekosten für fraglich, da Sie während Ihrer Ausbildung einen eigenen Unterhaltsanspruch gegen Ihren Vater hatten, den dieser durch die Übernahme der Energiekosten teilweise erfüllt haben könnte.
Darüber hinaus richtet sich der Rückforderungsanspruch des § 528 BGB nach den Vorschriften über die Herausgabe einer ungerechtfertigten Bereicherung.
Konkret bedeutet dies, dass Sie sich entsprechend § 818 Abs 3 BGB auf den Wegfall der Bereicherung berufen können, soweit diese nicht mehr in Ihrem Vermögen vorhanden ist.
Dies dürfte in vorliegendem Fall bezüglich Ihres ersten Autos der Fall sein.
Anders verhält es sich jedoch leider mit den EUR 5000,00 für die Tilgung des Kredits und dem gekauften Kleinwagen im Wert von EUR 4000,00.
Hier könnte in der Tat ein Rückforderungsbegehren des Sozialleistungsträgers auf Sie zu kommen, das allerdings nicht so weit geht, dass Sie zur Veräußerung Ihrer Eigentumswohnung gezwungen werden könnten.
Allerdings kann in diesem Fall u.U. die Aufnahme eines Kredites gefordert werden.
Zu berücksichtigen ist ferner, dass Sie durch die Rückzahlung der Schenkungen nicht selber bedürftig werden dürfen.
Sofern Sie daher eines Tages tatsächlich eine entsprechende Überleitungsanzeige des Sozialamtes erhalten sollten, kann ich Ihnen an dieser Stelle nur empfehlen, diese von einem Anwalt sowohl dem Grunde als auch der Höhe nach genauestens prüfen zu lassen.
Nachfrage vom Fragesteller	28.12.2008 | 17:44
Hallo Vielen Dank für die Hilfe.... sehr Hilfreich fürs erste...
Für Details werde ich mich um eine Rechtsberatung kümmern müssen.
2 Fragen hätte ich noch, was passiert mit den 2 Lebensversicherungen die mein Vater hat kann er diese weioter besparen für seine Rente oder muss er diese auch auflösen?
und wiviel erspartes Guthaben darf meinen eltern erhalten bleiben?
Vielen Dank! Dieses Forum ist eine Super Sache!
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.12.2008 | 18:01
Die Frage des einzusetzenden Vermögens ist in § 90 SGB XII iVm. § 1 der hierzu ergangenen Durchführungsverordnung geregelt.
Demnach bleibt bei Ihren Eltern ein Vermögen in Höhe von EUR 3214,- anrechnungsfrei.
Lebensversicherungen sind grundsätzlich mit ihrem Rückkaufswert anzusetzen.
Bewertung des Fragestellers 22.12.2008 | 14:43
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