Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201984,%20974
Timestamp: 2019-12-13 08:23:06
Document Index: 165253302

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 311', '§ 313', '§ 139', 'BGH', '§ 313', '§ 313', '§ 313', '§ 362', '§ 313', '§ 362', 'BGH', 'BGH', '§ 362', 'BGH', '§ 313', 'BGH', '§ 311', '§ 313', '§ 311', 'BGH']

BGH, 11.11.1983 - V ZR 150/82 - dejure.org
https://dejure.org/1983,918
BGH, 11.11.1983 - V ZR 150/82 (https://dejure.org/1983,918)
BGH, Entscheidung vom 11.11.1983 - V ZR 150/82 (https://dejure.org/1983,918)
BGH, Entscheidung vom 11. November 1983 - V ZR 150/82 (https://dejure.org/1983,918)
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Formzwang für Einigung über die Anrechnung einer Vorauszahlung auf den Kaufpreis bei einem Grundstückskaufvertrag - Beurkundungsbedürftigkeit von Vereinbarungen bei Grundstücksgeschäften - Voraussetzung für Widerlegung der Vermutung der Nichtigkeit des gesamten Vertrags
NJW 1984, 974
MDR 1984, 476
DNotZ 1984, 236 (Ls.)
BB 1984, 875
Beurkundungsbedürftig sind unter anderem der Erlass, die Ermäßigung oder die Stundung des Kaufpreises oder die Anrechnung einer Vorauszahlung auf die Kaufpreisforderung (BGH, Urteil vom 6. November 1981 - V ZR 138/80, NJW 1982, 434; Urteil vom 11. November 1983 - V ZR 150/82, NJW 1984, 974; Urteil vom 17. März 2000 - V ZR 362/98, NJW 2000, 2100;… s. auch Gehrlein in BeckOK BGB, Stand: 1.2.2017, § 311b Rn. 27 m. Nachw. d. Rspr.).
Zutreffend weist die Revision allerdings darauf hin, daß das Beurkundungserfordernis aus § 313 BGB Vereinbarungen zur Anrechnung von Vorleistungen auf den Kaufpreis umfaßt (vgl. Senat, Urt. v. 11. November 1983, V ZR 150/82, NJW 1984, 974, 975;… Urt. v. 20. September 1985, V ZR 148/84, NJW 1986, 248;… Urt. v. 17. März 2000, V ZR 362/98, NJW 2000, 2100).
Denn die hierfür sprechende Vermutung des § 139 BGB ist nach der Rechtsprechung des Senats dann widerlegt, wenn der Käufer die Belegung des Kaufpreises zu beweisen vermag (BGHZ 85, 315, 318; Urt. v. 11. November 1983, V ZR 150/82, NJW 1984, 974, 975;… Urt. v. 10. Dezember 1993, V ZR 108/92, NJW 1994, 720, 721).
Es wird daran festgehalten, daß bei einem Grundstückskaufvertrag die Einigung über die Anrechnung einer Vorauszahlung dem Formzwang nach § 313 Satz 1 BGB unterliegt (Bestätigung des Senatsurteile vor. 11. November 1983, V ZR 150/82, NJW 1984, 974 = WM 1984, 170).
Auch für diesen Fall erachtet es den Vertrag als nichtig (§§ 313 Satz 1, 125 Satz 1 BGB), weil "die getroffene Abrede über die Anrechnung der Vorauszahlung in der notariellen Niederschrift nicht enthalten" sei (Hinweis auf das Senatsurteil vom 11. November 1983, V ZR 150/82, WM 1984, 170 = NJW 1984, 974); daß die Bankgutschrift zugunsten des Beklagten möglicherweise erst nach der notariellen Beurkundung erfolgt sei, ändere an der Beurkundungsbedürftigkeit der Anrechnungsvereinbarung nichts.
Die hiergegen im Schrifttum erhobenen Einwände (Singer, JR 1983, 356 ff;… ihn zustimmend MünchKomm/Kanzleiter, 2. Aufl. § 313 Fn. 157;… Heinrichs in Palandt, BGB 44. Aufl. § 362 Ann. 4 a;… a.A. allerdings ders. a.a.O. § 313 Anm. 8 b bb und in MünchKomm 2. Aufl. § 362 Rdn. 13; vgl. auch - differenzierend - Backhaus, JuS 1985, 512 ff) geben dem Senat keine Veranlassung, von seiner - auch der Rechtssicherheit dienenden - Rechtsprechung abzurücken: Die Vorauszahlung eines Teils des Kaufpreises schafft nicht nur das - in BGHZ 85, 315, 318 und BGH NJW 1984, 974 hervorgehobene - Problem der Erfüllungswirkung, sondern betrifft zugleich die vorgeordnete Frage, in welcher Weise der Kaufpreis erbracht werden soll.
Eine Leistung vor der Entstehung des Anspruchs führt nur dann zu dessen Erfüllung nach § 362 Abs. 1 BGB, wenn die Parteien eine entsprechende Anrechnungsabrede getroffen haben (vgl. BGH 11. November 1983 - V ZR 150/82 - zu II 1 der Gründe) .
Waren sich darüber die Parteien aber einig, so bedurfte auch diese - dann zumindest stillschweigend zustande gekommene - Vereinbarung gemäß § 313 Satz 1 BGB notarieller Beurkundung (Senatsurt. v. 11. November 1983,.V ZR 150/82, NJW 1984, 974, 975 und v. 20. September 1985, V ZR 148/84, NJW 1986, 248).
Hat der Käufer die Vorauszahlung gegen Erteilung einer Quittung erbracht, so vermag er seine Leistung zu beweisen; deshalb kann es für ihn von untergeordneter Bedeutung sein, ob seine Kaufpreisschuld schon im Zeitpunkt ihrer Entstehung erlischt oder ob die Tilgung der Schuld noch von weiteren Rechtshandlungen abhängt (Senatsurt. v. 11. November 1983, V ZR 150/82, NJW 1984, 974, 975).
Beurkundungsbedürftig sind unter anderem der Erlass, die Ermäßigung oder die Stundung des Kaufpreises oder die Anrechnung einer Vorauszahlung auf die Kaufpreisforderung (BGH, Urteil vom 6. November 1981 - V ZR 138/80, NJW 1982, 434 ; Urteil vom 11. November 1983 - V ZR 150/82, NJW 1984, 974 ; Urteil vom 17. März 2000 - V ZR 362/98, NJW 2000, 2100;… s. auch Gehrlein in BeckOK BGB, Stand: 1.2.2017, § 311b Rn. 27 m. Nachw. d. Rspr.).
Bei einem Grundstückskaufvertrag unterliegt allerdings die Einigung über die Anrechnung einer Vorauszahlung auf den Kaufpreis dem Formzwang nach § 313 S. 2 a. F. BGB, § 311 b Abs. 1 BGB n.F. (BGH Urt. v. 11.11.1983 - V ZR 150/82 - NJW 1984, 974; Urteil vom 20.09.1985 - V ZR 148/84 - NJW 1986, 248).
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