Source: https://pflanzenschutzdienst.rp-giessen.de/oeffentliches-gruen/unkrautbekaempfung/wege-und-plaetze-nichtkulturland/chemische-vegetationsbeseitigung-auf-wegen-und-plaetzen-sachgerecht-in-profihand/
Timestamp: 2019-11-13 13:44:56
Document Index: 289141254

Matched Legal Cases: ['§ 12', '§2', '§3', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12']

Chemische Vegetationsbeseitigung auf Wegen und Plätzen - sachgerecht in Profihand - Regierungspräsidium Gießen
Der Einsatz von Herbiziden wird in der Öffentlichkeit meist sehr kritisch gesehen und daher von vielen Menschen abgelehnt. Angesichts der hohen Kosten für mechanische und thermische Verfahren stellt er in bestimmten Fällen jedoch eine Möglichkeit zur Unkrautregulierung dar. Sollen Pflanzenschutzmittel auf den o.g. Flächen eingesetzt werden, so sind verschiedene rechtliche Aspekte zu berücksichtigen (z.B. das Genehmigungserfordernis nach § 12 Absatz 2 Satz 3 des Pflanzenschutzgesetzes). Leitlinie und gesetzliche Norm für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln nach dem Pflanzenschutzgesetz ist bekanntermaßen der integrierte Pflanzenschutz (§2, Nr. 2 ) und die Durchführung des Pflanzenschutzes nach guter fachlicher Praxis (§3).
Im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes und insbesondere der Biodiversitätserhaltung ist die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (hier der genannten Herbizide) auf das notwendige Maß zu beschränken, wenn möglich darauf zu verzichten und vorrangig der Einsatz nichtchemischer Verfahren zu prüfen und zu berücksichtigen.
Es dürfen nur Herbizide eingesetzt werden, die von der deutschen Zulassungsbehörde (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) für diesen Zweck zugelassen oder genehmigt sind. Außerdem ist in jedem Fall eine Einzelfallgenehmigung nach § 12 Absatz 2 Pflanzenschutzgesetz erforderlich, die beim Pflanzenschutzdienst beantragt werden kann.
Zur Unkrautbekämpfung auf Wegen und Plätzen stehen für professionelle Anwender derzeit drei Wirkstoffe zur Verfügung.
Auswahl zugelassener Herbizide, für die eine Einzelfall-Genehmigung nach § 12 (2) Pflanzenschutzgesetz für professionelle Anwender erteilt werden kann
Pelargonsäure Finalsan 004645-61
31.08.21 nicht selektives Blattherbizid; zugelassen zur Einzelpflanzen- und Teilflächenbehandlung;
Pelargonsäure KATOUN GOLD 008572-00/00-002
nicht selektives Blattherbizid; zugelassen zur Einzelpflanzen- und Teilflächenbehandlung;
SF252: Die Öffentlichkeit ist in geeigneter Weise (z.B. durch das Aufstellen von Warnschildern vor Ort während und bis mind. 48 Stunden nach der Anwendung) über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu informieren.
Pelargonsäure + Maleinsäurehydrazid Finalsan Plus 006193-61
In einer Genehmigung nach § 12 (2) Pflanzenschutzgesetz wird festgelegt, dass die behandelte Fläche für 48 Stunden abzusperren ist.
RA-3000-flüssig 006193-63
Flumioxazin Vorox F 024895-60
30.06.2021 Bodenherbizid, wirkt gegen auflaufende Unkräuter
Nozomi 024895-00
Hyganex-Perfekt 024895-62
Ra-50 024895-61
* Begründung:
Folgende Auflagen der Zulassungsbehörde gelten für das Mittel Finalsan Plus:
SS220: Standardschutzanzug (Pflanzenschutz) und festes Schuhwerk (z.B. Gummistiefel) tragen bei der Ausbringung/Handhabung des anwendungsfertigen Mittels.
ST128: Partikelfiltrierende Halbmaske FFP2 oder Halbmaske HM mit Partikelfilter P2 (Kennfarbe: weiß) gemäß BVL-Richtlinie für die Anforderungen an die persönliche Schutzausrüstung im Pflanzenschutz, in der jeweils geltenden Fassung, tragen bei der Ausbringung/Handhabung des anwendungsfertigen Mittels mit personengetragenen Geräten.
Genehmigungen für Präparate mit dem Wirkstoff Glyphosat werden nur noch in begründeten Ausnahmefällen erteilt.
Bevor eines der genannten Herbizide zum Einsatz kommt, ist eine entsprechende Genehmigung nach § 12 Absatz 2 Pflanzenschutzgesetz einzuholen. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf Kinderspielplätzen und Kindergartengelände wird in Hessen grundsätzlich nicht genehmigt.