Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/die-im-urteil-fehlende-wuerdigung-einer-zeugenaussage-384020
Timestamp: 2020-04-06 08:52:48
Document Index: 10982830

Matched Legal Cases: ['§ 116', '§ 115', '§ 119', '§ 105', '§ 96', '§ 105']

Die im Urteil feh­len­de Wür­di­gung einer Zeu­gen­aus­sa­ge | Rechtslupe
Die im Urteil fehlende Würdigung einer Zeugenaussage
Die im Urteil feh­len­de Wür­di­gung einer Zeu­gen­aus­sa­ge
Ein Urteil ist nicht mit Grün­den ver­se­hen, wenn eine Beweis­wür­di­gung gänz­lich fehlt.
Nach § 116 Abs. 6 FGO kann der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) das ange­foch­te­ne Urteil auf­he­ben und den Rechts­streit zur ander­wei­ti­gen Ver­hand­lung und Ent­schei­dung zurück­ver­wei­sen, wenn die Vor­aus­set­zun­gen des § 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO vor­lie­gen. Ein Ver­fah­rens­feh­ler im Sin­ne der letzt­ge­nann­ten Vor­schrift liegt vor, wenn das Urteil "nicht mit Grün­den ver­se­hen ist" (§ 119 Nr. 6 FGO). Der Man­gel, dass ein Urteil nicht mit Grün­den ver­se­hen ist, liegt dann vor, wenn eine Beweis­wür­di­gung gänz­lich fehlt 1.
Das hat der Bun­des­fi­nanz­hof in einem Fall ange­nom­men, in dem das Finanz­ge­richt einen Zeu­gen ver­nom­men, jedoch gleich­wohl nach § 105 Abs. 5 FGO von einer Dar­stel­lung der Ent­schei­dungs­grün­de abge­se­hen hat 2.
Da das Finanz­ge­richt die ein­zi­ge Tat­sa­chen­in­stanz ist, ist es erfor­der­lich und auch zumut­bar, nach Erhe­bung von Bewei­sen im gericht­li­chen Ver­fah­ren die Grün­de für die rich­ter­li­che Über­zeu­gung im Urteil anzu­ge­ben (§ 96 Abs. 1 Satz 3 FGO). Dies gilt auch dann, wenn ‑wie hier- im Übri­gen gemäß § 105 Abs. 5 FGO zustim­mend auf die Aus­füh­run­gen in der Ein­spruchs­ent­schei­dung ver­wie­sen wird 3.
Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 28. August 2014 – X B 182/​13
BFH, Beschluss vom 20.04.2004 – IV B 113/​02, BFH/​NV 2004, 1411, m.w.N.[↩]
wei­ter­füh­rend: BFH, Urteil vom 20.05.1994 – VI R 10/​94, BFHE 174, 391, BSt­Bl II 1994, 707; so auch BFH, Beschluss vom 04.07.2006 – X B 135/​05, BFH/​NV 2006, 1797, unter 1.c[↩]
eben­so schon BFH, Urteil in BFHE 174, 391, BSt­Bl II 1994, 707[↩]
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