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Timestamp: 2016-10-27 13:07:19
Document Index: 48692224

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'Art. 9', 'Art. 37', 'Art. 48', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 48', 'BGE', 'BGE']

U 291/01 (28.11.2001)
U 291/01 Hm
Beschwerdef�hrer, Beschwerdef�hrerin 1 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Dieter M. Troxler, Wasserturmplatz 2, 4410 Liestal,
A.- Der 1946 geborene W.________ arbeitete seit 1. Juli 1973 bei der Firma X.________ und war bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert. Er lebte seit 1997 von seiner Ehefrau, mit der er zwei Kinder hat, getrennt. Am 31. Dezember 1998 verstarb er an einer �berdosis des Schlafmittels Dormicum in Kombination mit Ethylalkohol. Die SUVA liess durch ihre Kreisagentur die Ehefrau des Versicherten, M.________, befragen und zog die Akten der Kantonspolizei Y.________ und des Instituts f�r Rechtsmedizin U.________ sowie einen Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. med. B.________ (vom 16. August 1999), bei. Gest�tzt auf diese Unterlagen lehnte sie mit Verf�gung vom 8. September 1999 die Ausrichtung von Versicherungsleistungen - mit Ausnahme der Bestattungskosten - ab, weil der Versicherte Suizid begangen habe und hierbei nicht vollst�ndig urteilsunf�hig gewesen sei. Die gegen diese Verf�gung von der Ehefrau des Verstorbenen erhobene Einsprache wies die SUVA nach Beizug einer Stellungnahme der Frau Dr. med. H.________, Fach�rztin f�r Psychiatrie und Psychotherapie, �rzteteam Unfallmedizin der SUVA (vom 16. November 1999), und eines Gutachtens des Dr. med. E.________, Spezialarzt FMH f�r Psychiatrie und Psychotherapie (vom 27. M�rz 2000), ab (Entscheid vom 27. Juni 2000).
B.- Die hiegegen von M.________ erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons Basel-Landschaft mit Entscheid vom 22. Juni 2001 ab.
C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt M.________, es sei ihr eine Hinterlassenenrente zuzusprechen; die Akten seien zur Ermittlung der konkreten Rente an die SUVA zur�ckzuweisen; eventuell sei die Sache zur weiteren Abkl�rung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Am 28. September 2001 reichte der Vertreter der Beschwerdef�hrerin aufforderungsgem�ss die Bescheinigung ein, dass gesetzliche Erben des Verstorbenen neben der Ehefrau die Kinder A.________, geb. 7. Mai 1977, und S.________, geb. 15. September 1979, sind, und dass sie die Erbschaft angetreten haben.
1.- Im angefochtenen Entscheid werden die vorliegend massgebenden gesetzlichen Bestimmungen �ber die Gew�hrung von Versicherungsleistungen bei Unf�llen (Art. 6 Abs. 1 UVG), den Begriff des Unfalls (Art. 9 Abs. 1 UVV), den Ausschluss von Versicherungsleistungen bei absichtlich herbeigef�hrtem Gesundheitsschaden oder Tod (Art. 37 Abs. 1 UVG), die Ausnahmebestimmung bei g�nzlicher Unf�higkeit des Versicherten, im Zeitpunkt der Tat vernunftgem�ss zu handeln (Art. 48 UVV), sowie die hiezu ergangene Rechtsprechung (BGE 120 V 352, 115 V 151, 113 V 61; RKUV 1996 Nr. U 267 S. 309) zutreffend dargelegt. Richtig sind auch die Ausf�hrungen zu dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 125 V 195 Erw. 2 mit Hinweisen) sowie zum Grundsatz der freien Beweisw�rdigung und zum Beweiswert eines Arztberichts (BGE 125 V 352 Erw. 3a; RKUV 2000 KV Nr. 124 S. 214). Darauf kann verwiesen werden.
2.- Der Hauptstandpunkt in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, der Versicherte habe sich nicht das Leben nehmen wollen, ist unbegr�ndet: Es steht auf Grund der Akten fest, dass W.________ am 31. Dezember 1998 insgesamt 30 Tabletten des Schlafmittels Dormicum geschluckt hat. Es kann kein vern�nftiger Zweifel daran bestehen, dass er dies in suizidaler Absicht getan hat.
3.- Streitig ist weiter, ob der Versicherte im Zeitpunkt des Suizids urteilsunf�hig war.
a) Nach der Rechtsprechung muss bei Suizid die Urteilsunf�higkeit nach Art. 16 ZGB mit dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 1996 Nr. U 247 S. 171 Erw. 2a mit Hinweis). Dieser Nachweis liegt vorliegend nicht vor. Auf Grund des Gutachtens des Dr. med. E.________ vom 27. M�rz 2000 und des Berichts des behandelnden Arztes Dr. med. B.________ vom 16. August 1999 steht fest, dass W.________ an einer Borderline-Erkrankung litt. Auch steht fest, dass er vor der Selbstt�tung erhebliche Mengen Alkohol zu sich genommen hat. Dennoch kann nicht davon ausgegangen werden, seine F�higkeit, vernunftgem�ss zu handeln, sei aufgehoben gewesen. Er war den �berm�ssigen Konsum von Alkohol gewohnt. Diesbez�glich f�hrte Dr. med. B.________ in seinem Bericht aus, Trennung und Umzug in eine eigene Wohnung h�tten schnell eine schwere depressive Krise mit starken suizidalen und autodestruktiven Neigungen (�berm�ssiger abendlicher Alkoholkonsum und Dormicum) bewirkt. Die zum Todeszeitpunkt festgestellte Blutalkoholkonzentration von 2,07 Promille war zwar hoch, hat indessen gem�ss dem Gutachten des Dr. med. E.________ nicht zur Urteilsunf�higkeit im Sinne von Art. 48 UVV gef�hrt.
b) Die R�ge der unrichtigen und unvollst�ndigen Feststellung des Sachverhalts ist unbehelflich. Insbesondere das Gutachten des Dr. med. E.________ erf�llt die von der Rechtsprechung aufgestellten Kriterien an einen Expertenbericht (BGE 125 V 352 Erw. 3a): Dem Gutachter war der Umstand, dass der Verstorbene vor dem Suizid gr�ssere Mengen Alkohol zu sich genommen hatte, auf Grund des Berichtes des Dr. R.________, Gerichtschemiker, Institut f�r Rechtsmedizin U.________, vom 2. Februar 1999 bekannt. Im Weiteren wusste Dr. med. E.________ auch um die Borderline-St�rung des Versicherten, weshalb der Einwand der Beschwerdef�hrer, der Gutachter habe diese Krankheit bei seiner Beurteilung nicht schl�ssig ber�cksichtigt, ins Leere st�sst. Insgesamt hat der Gutachter die psychopathologische Verfassung des Versicherten im Zeitpunkt der Tat unter Ber�cksichtigung aller medizinisch relevanten Fakten ausf�hrlich beschrieben und �berdies festgehalten, die Frage, ob und in welchem Ausmass eine Bewusstseinseinschr�nkung vorgelegen habe, k�nne wissenschaftlich nicht beantwortet werden. Dass der Gutachter damit auch auf die Schwierigkeiten einer ex-post-Beurteilung hingewiesen hat, spricht gerade f�r und nicht gegen die Richtigkeit seiner psychopathologischen Erkenntnisse und der daraus gezogenen Schlussfolgerung (Urteil A. vom 4. April 2000, U 313/99).
Der Sachverhalt ist nach dem Gesagten umfassend abgekl�rt und von weiteren Beweiserhebungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abgesehen werden kann (BGE 124 V 94 Erw. 4b; SVR 2001 IV Nr. 10 S. 27).