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Timestamp: 2019-03-22 06:49:05
Document Index: 327469301

Matched Legal Cases: ['Art. 7', 'Art. 331', 'Art. 89', 'Art. 73', 'Art. 89', 'Art. 89', 'Art. 73', 'Art. 73', 'BGE', 'BGE', 'Art. 89', 'Art. 73', 'BGE', 'BGE', 'Art. 6', 'BGE']

9C_211/2008 - 2008-05-07 - Berufliche Vorsorge - Berufliche Vorsorge
3.2 Die Stiftung FAR erbringt nicht obligatorische Leistungen im Sinne von Art. 7 ff . BVG, sondern ausschliesslich überobligatorische Personalvorsorgeleistungen im Sinne von Art. 331 OR und Art. 89bis ZGB. Für Personalfürsorgestiftungen, die auf dem Gebiet der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge tätig sind, gelten u.a. auch die Rechtspflegebestimmungen von Art. 73 und 74 BVG (Art. 89bis Abs. 6 Ziff. 19 ZGB). Zwar erbringt die Beschwerdegegnerin keine Invalidenleistungen; das ergibt sich aber zwangsläufig aus dem beschränkten Destinatärskreis (ausschliesslich Personen, die nicht mehr erwerbstätig sind) und schliesst die Anwendung von Art. 89bis Abs. 6 ZGB nicht aus. Die Rechtsprechung ist denn bisher ohne weiteres davon ausgegangen, dass für die Stiftung FAR die Rechtspflegebestimmungen von Art. 73 f . BVG gelten (Urteile B 106/06 vom 6. Februar 2008, B 39/06 vom 18. April 2007). Denn anders als bei arbeitsrechtlich oder (gesamt)arbeitsvertraglich festgelegten Leistungen mit Vorsorgecharakter, zu denen der Arbeitgeber direkt verpflichtet ist und die daher nicht der Zuständigkeit der in Art. 73 BVG vorgesehenen Gerichte unterliegen (BGE 127 V 29 E. 3b S. 35 f., 120 V 26 E. 3 S. 30 f.; vgl. auch BGE 131 III 606), erbringt
hier eine besondere, von den Arbeitgebern getrennte Stiftung im Sinne von Art. 89bis ZGB die Leistungen.
Streitig und im Folgenden zu prüfen ist jedoch, ob die vorliegend zu beurteilende Frage sachlich unter Art. 73 BVG fällt oder ob sie - wie die Beschwerdeführerin vorbringt - durch die Ziviljustiz zu entscheiden ist.
4.4 Die Frage, ob ein bestimmtes Unternehmen einem allgemeinverbindlich erklärten GAV untersteht, ist - wie die Beschwerdeführerin insoweit mit Recht vorbringt - im Streitfall grundsätzlich durch die Ziviljustiz zu beurteilen (BGE 134 III 11; Urteile 4C.191/2006 vom 17. August 2006 E. 1.1, 4C.391/2001 vom 30. April 2002 E. 1.2). Dasselbe gilt für Ansprüche aus einem solchen GAV, namentlich auch für die Frage, ob und wie weit Kontrollbefugnisse der aufgrund eines allgemeinverbindlich erklärten GAV eingesetzten paritätischen Kontrollorgane bestehen (BGE 118 II 528 E. 2a S. 530 f.; Urteil 4C.60/2007 vom 28. Juni 2006 E. 1.2.2; anders die Einsetzung des Kontrollorgans gemäss Art. 6 AVEG, BGE 124 III 478).
Entscheid : 9C_211/2008
Datum : 07. Mai 2008
Publiziert : 04. Juni 2008
frage • stiftung • vorinstanz • arbeitgeber • flexibler altersrücktritt • gesamtarbeitsvertrag • bundesgericht • sachliche zuständigkeit • arbeitsvertrag • arbeitnehmer • hauptsache • persönlicher geltungsbereich • 1995 • witwe • entscheid • vertragspartei • zuständigkeit • klageantwort • unternehmung • gerichtskosten
118-II-528 • 119-II-398 • 120-II-412 • 120-V-26 • 120-V-299 • 122-V-320 • 124-III-478 • 127-V-29 • 128-II-386 • 128-V-254 • 130-III-297 • 131-III-606 • 134-III-11
4C.191/2006 • 4C.391/2001 • 4C.46/1995 • 4C.60/2007 • 9C_211/2008 • B_100/04 • B_106/06 • B_39/06
AVEG: 6, 12
BGG: 66, 92
BVG: 7, 73, 74
ZGB: 89bis