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Timestamp: 2016-10-23 20:38:46
Document Index: 226062536

Matched Legal Cases: ['Art. 82', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 42', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 65', 'Art. 66']

8C_400/2010 (27.09.2010)
8C_400/2010
Unfallversicherung (psychisches Leiden, Kausalzusammenhang),
Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 10. M�rz 2010.
C.________ und auch seine Ehefrau arbeiteten in der Firma P.________ AG, wo beiden per Ende April 2005 gek�ndigt wurde. In der Folge versuchte C.________ am 11. Februar 2005 in suizidaler Absicht, sich im Lager des Arbeitgeberbetriebes mit einem Plastikband zu erh�ngen, wurde jedoch von einem Arbeitskollegen noch rechtzeitig entdeckt, sodass er gerettet werden konnte. Auf die Erstbehandlung in der Klinik f�r Unfallchirurgie des Universit�tsspitals Y.________ folgten unter anderem Aufenthalte in der Psychiatrischen Privatklinik des Sanatoriums K.________ vom 21. Februar bis 21. April 2005 und in der Rehaklinik B.________ vom 12. Oktober bis 23. November 2005. Zudem stand C.________ regelm�ssig in �rztlicher, vor allem psychiatrischer Behandlung. Eine Arbeitsf�higkeit konnte er indessen nicht mehr erlangen. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), bei welcher C.________ gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen sowie Berufskrankheiten obligatorisch versi-chert war, kam f�r die Heilbehandlung auf und erbrachte Taggeldzahlungen, stellte diese Leistungen mit Verf�gung vom 21. Juni 2007 jedoch auf den 30. September 2007 hin ein, weil die noch vorhandenen Beschwerden organisch nicht erkl�rbar seien und mit dem - als Unfall anerkannten - Ereignis vom 11. Februar 2005 nicht in ad�quatem Kausalzusammenhang st�nden. Daran hielt sie auf die Einsprachen des Versicherten selbst und der Helsana Versicherungen AG als dessen Krankenversicherung hin mit Entscheid vom 21. Juli 2008 fest.
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich wies die dagegen gerichtete Beschwerde von C.________ mit Entscheid vom 10. M�rz 2010 ab.
C.________ l�sst Beschwerde erheben mit dem Antrag, die SUVA sei unter Aufhebung des kantonalen Entscheids zu verpflichten, ihm die "gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Rente, Integrit�tsentsch�digung)" zu erbringen.
Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Art. 82 ff. BGG) kann wegen Rechtsverletzungen gem�ss den Art. 95 f. BGG erhoben werden. Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Milit�r- oder der Unfallversicherung ist das Bundesgericht - anders als in den �brigen Sozialversicherungsbereichen (Art. 97 Abs. 1, Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG) - nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden (Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG). Im �brigen wendet es das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG) und muss sich weder an die Argumente in der Beschwerdeschrift noch an die Erw�gungen der Vorinstanz halten (BGE 134 V 250 E. 1.2 S. 252 mit Hinweisen). Es pr�ft indessen - unter Beachtung der Begr�ndungspflicht in Rechtsmittelverfahren (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG) - grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind, und ist jedenfalls nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden Fragen zu untersuchen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr aufgegriffen werden (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254).
Auf Grund der Stellungnahme der Psychiatrischen Privatklinik am Sanatorium K.________ vom 29. Juli 2005, wonach der heutige Beschwerdef�hrer zur Zeit seines Suizidversuchs vom 11. Februar 2005 ohne Verschulden g�nzlich unf�hig war, vernunftgem�ss zu handeln, hat die SUVA den Suizidversuch als Unfall und damit ihre grunds�tzliche Leistungspflicht anerkannt. Sie stellte ihre Leistungen auf den 30. September hin aber dennoch ein, weil die psychische Fehlverarbeitung des Geschehens nicht in ad�quatem Kausalzusammenhang zum versicherten Vorfall stehe. Der Beschwerdef�hrer macht geltend, die vorinstanzliche Best�tigung dieser Verneinung der Ad�quanz durch die SUVA sei zu Unrecht und in Verletzung von Bundesrecht erfolgt.
3.1 Der Begriff des nach der Rechtsprechung f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers unter anderem unabdingbar vorausgesetzten ad�quaten Kausalzusammenhangs zwischen versichertem Ereignis und psychischen Folgesch�den (BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181 mit Hinweisen) sowie die bei dessen �berpr�fung anzuwendende Methode (BGE 115 V 133) sind im Einspracheentscheid der SUVA vom 21. Juli 2008, auf den auch die Vorinstanz verweist, zutreffend dargelegt worden.
3.2 Indem der Beschwerdef�hrer zun�chst eine durch seinen Suizidversuch bewirkte hirnorganische Sch�digung geltend macht, bezweckt er offenbar, eine organisch objektivierbare Verletzung darzustellen, bei welcher die Ad�quanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem nat�rlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle mehr spielen w�rde, da sich gegebenenfalls die ad�quate weitgehend mit der nat�rlichen Kausalit�t decken w�rde (BGE 127 V 102 E. 5b/bb S. 103 mit Hinweisen). Den Ausf�hrungen der SUVA in ihrer Vernehmlassung vom 5. Juli 2010 ist jedoch insoweit beizupflichten, als die durchgef�hrten medizinischen Abkl�rungen, mit welchen sich die Vorinstanz in �berzeugender Weise auseinandergesetzt hat, hinsichtlich einer allf�lligen Hirnsch�digung keine objektivierbaren organischen Befunde ergaben. Die in der Beschwerdeschrift angef�hrten �rztlichen Berichte vermochten entsprechende Verdachtsmomente nicht zu best�tigen und der Beschwerdef�hrer unterl�sst es denn auch, aufzuzeigen, auf Grund welcher fachspezifischer Stellungnahmen er inwiefern auf ein allf�llige Hirnleistungsschw�chen erkl�rendes organisches Substat schliessen m�chte. Die vorgenommenen Abkl�rungen, welche keine schl�ssigen Hinweise auf im Sinne struktureller Ver�nderungen nachgewiesene Verletzungen organischer Art im Hirnbereich zutage f�rderten, gen�gen den Anforderungen f�r eine zuverl�ssige und abschliessende Beurteilung, weshalb von den beantragten zus�tzlichen Erhebungen, von welchen insoweit keine neuen Erkenntnisse mehr zu erwarten sind, abzusehen ist. Da praktisch ausschliesslich psychisch bedingte St�rungen vorliegen, hat die Beurteilung der Ad�quanzfrage nach Massgabe der in BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140 f�r Unf�lle mit psychischen Folgesch�den aufgestellten Grunds�tze zu erfolgen, was SUVA und Vorinstanz richtig erkannt haben.
3.3 W�hrend die SUVA den Vorfall vom 11. Februar 2005 noch als mittelschweres (Unfall)ereignis im engeren Sinne, weder im Bereich zu den leichten noch zu den schweren F�llen liegend, einstufte, betrachtet der Beschwerdef�hrer diesen als schwer, sodass ohne n�here Pr�fung einzelner weiterer mit dem Geschehen zusammenh�ngender Umst�nde die Ad�quanz zu bejahen w�re. Das kantonale Gericht ging demgegen�ber von einem mittelschweren, im Grenzbereich zu den schweren F�llen liegenden Ereignis aus.
3.3.1 Das kantonale Gericht hat die durch den Suizidversuch mittels Erh�ngen ausgel�sten Gewalteinwirkungen auf den Hals und damit auch auf die Luftr�hre mit im Einzelnen aufgef�hrten Beispielen als vergleichbar bezeichnet, in welchen das seinerzeitige Eidgen�ssische Versicherungsgericht jeweils von einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den schweren Unf�llen ausgegangen ist, und eine solche Einstufung dar�ber hinaus damit gerechtfertigt, dass es zu einer Funktionseinschr�nkung des unmittelbar �berlebensnotwendigen Atemorgans und damit zu einer akuten Erstickungsgefahr gekommen ist, welche bei nicht rechtzeitiger Befreiung zum Tod h�tte f�hren k�nnen. Der von der Vorinstanz angestellte Vergleich mit der sich aus der Rechtsprechung des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts ergebenden Kasuistik zeigt zumindest klar, dass es sich entgegen der Argumentation des Beschwerdef�hrers nicht rechtfertigen liesse, dessen Selbstt�tungsversuch als schweres (Unfall)ereignis zu qualifizieren, bei welchem die Ad�qanz der noch vorhandenen Beschwerden ohne weiteres und ohne Pr�fung einzelner Ad�quanzkriterien zu bejahen w�re. Dabei darf durchaus auch dem von der SUVA in ihrer Vernehmlassung vom 5. Juli 2010 eingebrachten Argument Rechnung getragen werden, dass der Geschehensablauf anders als in den von der Vorinstanz angef�hrten Beispielen aus der Rechtsprechung nicht v�llig unvorhergesehen und gleichermassen �berraschend eintrat, sondern - zumindest in seinem Anfangsstadium - noch beeinflussbar und zu erwarten war.
3.3.2 Bei aller Tragik, welche einem Versuch, sich zu erh�ngen, anhaftet, stellt die Vorinstanz doch zu Recht auch fest, dass der �ussere, augenf�llige Geschehensablauf objektiv relativ harmlos war. Es mag sich daher gar ernsthaft fragen, ob die Einstufung des Ereignisses durch die SUVA als mittelschwerer Vorfall im engeren Sinne den konkreten Verh�lltnissen nicht eher gerecht wird. Wie es sich diesbez�glich verh�lt, kann jedoch dahingestellt bleiben, wenn sich die vorinstanzliche Auffassung best�tigen l�sst, wonach kein einziges der in die Ad�quanzpr�fung mit einzubeziehenden Kriterien erf�llt ist (vgl. nachstehende E. 3.4).
3.4.1 Gleich mehrere der f�r die Ad�quanzbeurteilung relevanten Kriterien sind - wie die Vorinstanz richtig erkannt hat - von vornherein nicht erf�llt, da sie nicht auf Grund physischer Aspekte, sondern einzig oder vorwiegend auf Grund psychisch bedingter Gegebenheiten vorhanden oder aber beeintr�chtigt sind. Dies trifft zu auf die Kriterien der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen, der ungew�hnlich langen Dauer der �rztlichen Behandlung, der k�rperlichen Dauerschmerzen, der �rztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, des schwierigen Heilungsverlaufs und erheblicher Komplikationen sowie des Grades und der Dauer der Arbeitsunf�higkeit. Insoweit wird auf die Erw�gungen des kantonalen Gerichts verwiesen, welchen seitens des Bundesgerichts nichts beizuf�gen ist.
3.4.2 Damit bleibt einzig das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumst�nde und der besonderen Eindr�cklichkeit des Unfalles zu pr�fen. W�hrend die SUVA dieses noch als erf�llt betrachtete, kam die Vorinstanz zum Schluss, dass es nicht gegeben sei. Dem widerspricht der Beschwerdef�hrer in seiner Rechtsschrift, indem er unter Wiedergabe von Ausz�gen aus der medizinischen Fachliteratur geltend macht, es habe kein Beleg der wissenschaftlichen Medizin daf�r genannt werden k�nnen, dass zwischen einem im Moment nicht bewusst wahrgenommenen Ereignis und der Sch�digung der psychischen Gesundheit kein Zusammenhang bestehen kann. Es entspricht indessen st�ndiger Rechtsprechung, dass bei Bestehen einer Amnesie bez�glich eines bestimmten Ereignisses dieses wegen der beschr�nkten Wahrnehmungm�glichkeiten im Unfallzeitpunkt als massgebende Ursache einer psychischen Fehlentwicklung von vornherein ausser Betracht f�llt. Nichts anderes wollte die Vorinstanz mit ihren vom Beschwerdef�hrer nunmehr als widerspr�chlich und unklar bezeichneten Ausf�hrungen zum Ausdruck bringen. Dass laut den in der Beschwerdeschrift wiedergegebenen Ausz�gen aus der medizinischen Fachliteratur abweichende �rztliche Auffassungen bestehen m�gen, welche zu andern Schlussfolgerungen f�hren k�nnten, bietet f�r sich allein noch keinen hinreichenden Anlass f�r eine �nderung der wiederholt best�tigten und von der Vorinstanz nunmehr erneut aufgegriffenen Rechtsprechung. Tats�chlich erscheint es trotz der beschwerdef�hrerischen Einw�nde nach wie vor sachgerecht, einem Ereignis, bez�glich welchem nachtr�glich eine Amnesie geltend gemacht wird, f�r eine sp�tere psychische Fehlentwicklung nicht dieselbe, sondern eben eine geringere Bedeutung beizumessen als einem bei vollem Bewusstsein wahr- und in dieses auch aufgenommenen Geschehen. Vor diesem Hintergrund l�sst sich der vorinstanzliche Entscheid mit Verneinung der Ad�quanzfrage jedenfalls nicht beanstanden. Weiterungen im Sinne - wie beantragt - theoretisch-abstrakter wissenschaftlicher Abkl�rungen er�brigen sich in diesem Zusammenhang. Die Ausf�hrungen des Beschwerdef�hrers �ber seine pers�nlichen Reaktionen auf den Suizidversuch schliesslich tragen zur Kl�rung der Frage nach der Eindr�cklichkeit des Ereignisses oder besonderen Begleitumst�nden von vornherein nichts bei.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten (Art. 65 Abs. 1 und Abs. 4 lit. a BGG) vom Beschwerdef�hrer als unterliegender Partei zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG).