Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=ZIP%202011,%201821
Timestamp: 2019-09-16 07:28:55
Document Index: 50177169

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', '§ 263', '§ 823', '§ 263', '§ 263', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', '§ 826', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 263', '§ 263', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', '§ 263', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 19.07.2011 - VI ZR 367/09 - dejure.org
https://dejure.org/2011,2699
BGH, 19.07.2011 - VI ZR 367/09 (https://dejure.org/2011,2699)
BGH, Entscheidung vom 19.07.2011 - VI ZR 367/09 (https://dejure.org/2011,2699)
BGH, Entscheidung vom 19. Juli 2011 - VI ZR 367/09 (https://dejure.org/2011,2699)
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§ 823 Abs 2 BGB, § 263 StGB
Schadenersatzanspruch wegen Schutzgesetzverletzung: Darlegungs- und Beweislast bei Eingehungsbetrug durch fehlerhafte Beratung
Beweislast des Anspruchstellers bei Verletzung eines Schutzgesetzes
Anforderungen an die Darlegung bei Stützen eines Anspruchs auf eine deliktische Haftung wegen Verletzung eines Schutzgesetzes; Darlegungslast und Beweislast für den Fortbestand eines Irrtums bei einer Inanspruchnahme aus § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 263 StGB wegen eines ...
Zur Beweislast bei deliktischer Haftung wegen Eingehungsbetrugs durch fehlerhafte Beratung
Eingehungsbetrug wegen fehlerhafter Beratung - Darlegungs- und Beweislast
StGB § 263; BGB § 823 Abs. 2
Deliktsrecht - Zur Beweislast für Haftung aus Verletzung eines Schutzgesetzes
Zur Darlegungs- und Beweislast beim Eingehungsbetrug wegen fehlerhafter Beratung
Allgemeine deliktische Haftung, Geschäftsführer, Haftung für eigene Handlung, unerlaubte Handlung
OLG Köln, 24.04.2009 - 6 U 70/08
NJW-RR 2011, 1661
ZIP 2011, 1821
MDR 2011, 1101
NJ 2012, 471
VersR 2011, 1276
DB 2011, 2314
Soweit dem von der Revision angeführten Senatsurteil vom 19. Juli 2011 (VI ZR 367/09, VersR 2011, 1276 Rn. 21) etwas anderes zu entnehmen sein sollte, wird daran nicht festgehalten.
Stützt er sich auf eine deliktische Haftung wegen Verletzung eines Schutzgesetzes, so hat er prinzipiell alle Umstände darzulegen und zu beweisen, aus denen sich die Verwirklichung der einzelnen Tatbestandsmerkmale des Schutzgesetzes ergibt (Senatsurteile vom 17. März 1987 - VI ZR 282/85, BGHZ 100, 190, 195 mwN; vom 19. Juli 2011 - VI ZR 367/09, VersR 2011, 1276 Rn. 13; vom 11. Dezember 2001 - VI ZR 350/00, VersR 2002, 321; vom 24. November 1998 - VI ZR 388/97, VersR 1999, 774, 775).
Es entspricht feststehender Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, dass derjenige, der sich auf eine deliktische Haftung wegen Verletzung eines Schutzgesetzes stützt, grundsätzlich alle Umstände darzulegen und zu beweisen hat, aus denen sich die Verwirklichung der einzelnen Tatbestandsmerkmale des Schutzgesetzes ergibt (BGH, Urteil vom 19. Juli 2011 - VI ZR 367/09, ZIP 2011, 1821 Rn. 13;… vom 18. Dezember 2012 - II ZR 220/10, WM 2013, 329 Rn. 14).
Denn als Anspruchsteller hat er alle Tatsachen zu beweisen, aus denen er seinen Anspruch herleitet (vgl. Senatsurteile vom 17. März 1987 - VI ZR 282/85, BGHZ 100, 190, 195; vom 11. Dezember 2001 - VI ZR 350/00, VersR 2002, 321; vom 19. Juli 2011 - VI ZR 367/09, VersR 2011, 1276 Rn. 13; BGH, Urteil vom 19. Juli 2004 - II ZR 218/03, BGHZ 160, 134, 145;… Katzenmeier in Baumgärtel/Laumen/Prütting, Handbuch der Beweislast, 3. Aufl., § 823 Abs. 2 Rn. 1, 5;… Luckey in Baumgärtel/Laumen/Prütting, aaO, § 826 Rn. 1, 4).
Dies entspricht der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur Darlegungs- und Beweislast im Rahmen von § 823 Abs. 2 BGB, wenn als Schutzgesetz eine Strafnorm in Betracht kommt (vgl. hierzu etwa BGH NJW-RR 2011, 1661 ff. - juris Rn. 13, BGH NJW 2013, 1304 ff. - juris Rn. 14).
Im Ausgangspunkt richtig ist, dass der Geschädigte die Voraussetzungen für die Verletzung eines Schutzgesetzes darzulegen und zu beweisen hat (z.B. BGH, Urteile vom 19. Juli 2011 - VI ZR 367/09, NJW-RR 2011, 1661 Rn. 13 und vom 11. Dezember 2001 - VI ZR 350/00, WM 2002, 347, 348).
In Fällen der Schutzgesetzverletzung muss der Geschädigte den Verstoß, also die Verwirklichung aller tatbestandlichen Merkmale des Schutzgesetzes, beweisen (BGH, Urt. v. 19.7. 2011 - VI ZR 367/09 - NJW-RR 2011, 1661, 1662 Tz. 13), weiter den Zurechnungszusammenhang zwischen der Schutzgesetzverletzung und dem streitgegenständlichen Schaden.
Bei dem - hier ausschließlich in mitten stehenden - Eingehungsbetrug liegen die Tathandlung in der täuschungsbedingten Erregung eines Irrtums des Geschädigten über die Leistungswilligkeit des Täters und der beim Geschädigten eintretende Schaden darin, dass dieser nach dem täuschungsbedingten Eingehen des schuldrechtlichen Geschäftes mit dem Täter, das heißt der Vermögensverfügung, wirtschaftlich schlechter gestellt ist als vorher, weil der Täter schon im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses leistungsunwillig ist und von vorneherein für die von ihm vom Geschädigten erlangte Leistung die zugesagte Gegenleistung nicht oder nur unvollständig erbringen will (BGH, Urteil vom 19.07.2011, Az. VI ZR 367/09, Rdnr. 16, Perron in Schönke/Schröder, StGB, 29. Auflage, München 2014, Rdnr. 128 zu § 263 StGB mit den Nachweisen aus der strafrechtlichen höchstrichterlichen Rechtsprechung).
Die Beweislast für diesen Vorsatz des Beklagten als Täter trägt - wie für alle anderen Tatbestandsvoraussetzungen des § 263 Abs. 1 StGB auch - nach den allgemeinen beweisrechtlichen Grundsätzen der Kläger, da er als Anspruchsteller alle Tatsachen zu beweisen hat, aus denen sich die Verwirklichung der einzelnen Tatbestandsmerkmale des Schutzgesetzes ergibt (BGH, Urteil vom 19.07.2011, Az. VI ZR 367/09, Rdnr. 13, vgl. auch BGH…, Urteil vom 20.12.2011, Az. VI ZR 309/10, Rdnr. 8 zu dem insoweit vergleichbaren Anspruch aus §§ 823 Abs. 2 BGB, 264a StGB), wobei ihm keine Beweiserleichterungen zu Gute kommen (BGH…, Urteil vom 05.03.2002, Az. VI ZR 398/00, Rdnr. 21).
Die Darlegungs- und Beweislast für die Verwirklichung der einzelnen Tatbestandselemente des § 263 Abs. 1 StGB, mithin auch für eine kausal auf einer Täuschung durch die Beklagten zu 1. und 2. beruhenden Irrtumserregung sowie den Fortbestand des Irrtums bei einem Eingehungsbetrug, trägt die Klägerin (BGH NJW-RR 2011, 1661ff.).
Die Zweifel der Kammer an einem fortbestehenden Irrtum (vgl. hierzu auch BGH NJW-RR 2011, 1661ff.) sämtlicher mit der Angelegenheit befassten vertretungsberechtigten Organmitglieder der Klägerin noch zur Zeit des Ratsbeschlusses wurden insbesondere nicht durch die Aussagen der Zeugen E, I4 und A ausgeräumt.
Danach hat die Klägerin die Tatbestandsvoraussetzungen des Betruges, mithin den durch die Täuschung erregten Irrtum, auf Grund dessen sie eine schädigende Vermögensverfügung vornahm, zu beweisen (vgl. BGH NJW-RR 2011, 1661 Rn. 13 f.).
AG Hamm, 24.04.2013 - 24 C 43/11
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