Source: https://www.lohn-info.de/sozialversicherungswerte.html
Timestamp: 2018-04-26 01:33:41
Document Index: 321826734

Matched Legal Cases: ['§ 18', '§ 240', '§ 2', '§ 165', '§ 10', '§ 85', '§ 235']

Sozialversicherungswerte - Rechengrößen der Sozialversicherung
Dieses Dokument beschäftigt sich mit der Bedeutung der Sozialversicherungswerte. Verschiedene Begriffe werden an Beispielen erläutert.
Mit der Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung erfolgt die jährliche Aktualisierung von Rechengrößen der Sozialversicherung.
Wichtige Rechengrößen sind die Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung und die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung. Das Arbeitsentgelt der Arbeitnehmer wird nicht in unbeschränkter Höhe für die Beitragsberechnung herangezogen. Es gibt Höchstbeträge. Diese werden Beitragsbemessungsgrenzen genannt. Die Sozialversicherungsbeiträge werden mit den maßgebenden Beitragssätzen nur bis zur Höhe der jeweiligen Bemessungsgrenze erhoben. Auf das Arbeitsentgelt oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze werden keine Beiträge erhoben.
In der Arbeitslosenversicherung gilt die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung. In der Renten- und Arbeitslosenversicherung wird bis zum 1. Januar 2025 nach den alten und neuen Bundesländern differenziert. In der knappschaftlichen Rentenversicherung gilt eine höhere Beitragsbemessungsgrenze. Diese wird ebenfalls nach den alten und neuen Bundesländern differenziert (bis zum 1. Januar 2025).
In der Krankenversicherung gibt es eine Versicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze). Arbeitnehmer, deren regelmäßiges Arbeitsentgelt diesen Grenzwert überschreitet, sind krankenversicherungsfrei. Sie können entscheiden, ob sie sich freiwillig in einer gesetzlichen Krankenkasse weiterversichern oder ob sie sich privat versichern wollen.
Bis zum 31.12.2002 waren die Beitragsbemessungsgrenze und die allgemeine Versicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze) identisch. Seit dem Jahr 2003 gibt es zwei unterschiedliche Jahresarbeitsentgeltgrenzen. Die Jahresarbeitsentgeltgrenze wurde zum 01.01.2003 überproportional angehoben. Es sollte der Übergang zur privaten Krankenversicherung erschwert werden. Den zu diesem Zeitpunkt schon privat krankenversicherten Personen gewährt man einen Bestandsschutz durch die besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze. Die besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze entspricht der Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung.
Die Jahresarbeitsentgeltgrenzen werden jährlich in der Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung neu festgesetzt.
Die Bezugsgröße ist ein wichtiger Basiswert in der Sozialversicherung. Sie ist gemäß § 18 SGB IV eine dynamische Rechengröße. Sie entspricht dem Durchschnittsentgelt der gesetzlichen Rentenversicherung im vorvergangenen Kalenderjahr, aufgerundet auf den nächsthöheren, durch 420 teilbaren Betrag.
420/12 (Monate/Jahr) = 35
420/30 (Tage/Monat) = 14
420/7 (Tage/Woche) = 60
420/52,5 (Wochen/Jahr) = 8
Damit ist der Betrag immer ohne Rest teilbar durch die angegebenen Zeitwerte.
Für 2015 ist das Jahr 2013 maßgebend (vorvergangenes Kalenderjahr).
Durchschnitts­entgelt für 2012 = 33.002 Euro
Lohnzuwachs­rate 2013 alte Länder: 1,99%
33.002 Euro * 1,0199 = 33.658,74 Euro
Für das Jahr 2013 wurde das Durchschnitts­entgelt auf 33.659 Euro festgelegt.
33.659 / 420 = 80,1405
aufgerundet auf 81 und multipliziert mit 420 ergibt sich:
81 * 420 = 34.020
Damit liegt die Bezugsgröße für 2015 bei 34.020 Euro.
Gilt in der Kranken- und Pflege­versicherung für alle Bundesländer und
in der Renten- und Arbeitslosen­versicherung für die alten Bundesländer.
Für 2016 ist das Jahr 2014 maßgebend (vorvergangenes Kalenderjahr).
Durchschnitts­entgelt für 2013 = 33.659 Euro
Lohnzuwachs­rate 2014 alte Länder: 2,54%
33.659 Euro * 1,0254 = 34.513,94 Euro
Für das Jahr 2014 wurde das Durchschnitts­entgelt auf 34.514 Euro festgelegt.
34.514 / 420 = 82,1762
aufgerundet auf 83 und multipliziert mit 420 ergibt sich:
83 * 420 = 34.860
Damit liegt die Bezugsgröße für 2016 bei 34.860 Euro.
Für 2017 ist das Jahr 2015 maßgebend (vorvergangenes Kalenderjahr).
Durchschnitts­entgelt für 2014 = 34.514 Euro
Lohnzuwachs­rate 2015 alte Länder: 2,46%
34.514 Euro * 1,0246 = 35.363,04 Euro
Für das Jahr 2015 wurde das Durchschnitts­entgelt auf 35.363 Euro festgelegt.
Damit liegt die Bezugsgröße für 2017 bei 35.700 Euro.
Für 2018 ist das Jahr 2016 maßgebend (vorvergangenes Kalenderjahr).
Durchschnitts­entgelt für 2015 = 35.363 Euro
Lohnzuwachs­rate 2016 alte Länder: 2,33%
35.363 Euro * 1,0233 = 36.186,96 Euro
Für das Jahr 2016 wurde das Durchschnitts­entgelt auf 36.187 Euro festgelegt.
36.187 / 420 = 86,1595
aufgerundet auf 87 und multipliziert mit 420 ergibt sich:
87 * 420 = 36.540
Damit liegt die Bezugsgröße für 2018 bei 36.540 Euro.
Bezugsgröße in der Renten- und Arbeitslosen­versicherung für die neuen Bundesländer:
Durchschnitts­entgelt für 2013: 33.659 Euro
dividiert durch vorläufigen Umrechnungs­wert der Anlage 10 zum SGB VI für 2015 (1,1717)
28.726,64
28.726,64 / 420 = 68,3968
aufgerundet auf 69 und multipliziert mit 420 ergibt sich:
69 * 420 = 28.980
Damit liegt die Bezugsgröße (Ost) für 2015 bei 28.980 Euro.
Durchschnitts­entgelt für 2014: 34.514 Euro
dividiert durch vorläufigen Umrechnungs­wert der Anlage 10 zum SGB VI für 2016 (1,1479)
30.067,08
30.067,08 / 420 = 71,5883
aufgerundet auf 72 und multipliziert mit 420 ergibt sich:
72 * 420 = 30.240
Damit liegt die Bezugsgröße (Ost) für 2016 bei 30.240 Euro.
Durchschnitts­entgelt für 2015: 35.363 Euro
dividiert durch vorläufigen Umrechnungs­wert der Anlage 10 zum SGB VI für 2017 (1,1193)
31.593,85
Damit liegt die Bezugsgröße (Ost) für 2017 bei 31.920 Euro.
Durchschnitts­entgelt für 2016: 36.187 Euro
dividiert durch vorläufigen Umrechnungs­wert der Anlage 10 zum SGB VI für 2018 (1,1248)
32.171,94
32.171,94 / 420 = 76,5999
aufgerundet auf 77 und multipliziert mit 420 ergibt sich:
77 * 420 = 32.340
Damit liegt die Bezugsgröße (Ost) für 2018 bei 32.340 Euro.
Die Bezugsgröße (Ost) wird ab 1. Januar 2019 in sieben Schritten an den West-Wert angeglichen, so dass ab 1. Januar 2025 eine einheitliche Bezugsgröße gilt.
Die Bezugsgröße ist (u.a.):
Grundlage für die Festsetzung der Mindestbemessungsgrundlage für freiwillige Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung (§ 240 SGB V).
Ausgangswert für die Beitragsberechnung versicherungspflichtiger Selbstständiger in der gesetzlichen Rentenversicherung (§ 2 und § 165 SGB VI).
Ausgangswert für die Beitragsberechnung rentenversicherungspflichtige Pflegepersonen.
Grundlage für die Ermittlung der Einkommensgrenze für die Berechtigung zur beitragsfreien Familienversicherung innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung (ein Siebtel der Bezugsgröße; § 10 SGB V).
Grundlage für den Mindest- und Höchstjahresarbeitsverdienst in der gesetzlichen Unfallversicherung (§ 85 SGB VII).
Ausgangswert für das Mindestarbeitsentgelt in der gesetzlichen Krankenversicherung von Rehabilitanden, Jugendlichen und Behinderten in Einrichtungen (§ 235 SGB V).
Grundlage der beitragspflichtigen Einnahme in der Freiwilligen Arbeitslosenversicherung für selbstständig Tätige.
Als Hinzuverdienstgrenze bei Bezug einer Altersvollrente vor dem 65. Lebensjahr aus der gesetzlichen Rentenversicherung findet die Bezugsgröße seit 2008 keine Verwendung mehr. Bis 2007 wurde auch hier ein Siebtel der Bezugsgröße herangezogen. Im Jahr 2008 wurde die Hinzuverdienstgrenze auf die Höhe der Grenze für eine sozialversicherungsfreie Beschäftigung angehoben. Das war bis Ende 2012 ein Betrag von 400 €. Ab 2013 sind es 450 € (neue Grenze für eine sozialversicherungsfreie Beschäftigung).
Eine Übersicht zu den Beitragssätzen finden Sie auf der Seite Beitragsberechnung. Die Beitragssummen der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung bilden den Gesamtsozialversicherungsbeitrag. Mit dem Gesamtsozialversicherungsbeitrag werden auch die Umlagen (U1 - Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, U2 - Mutterschaftsaufwendungen und die Insolvenzgeldumlage) abgeführt. Diese werden nur vom Arbeitgeber getragen.
Der Geldwert von Sachbezügen ist entweder durch Einzelbewertung zu ermitteln oder mit einem amtlichen Sachbezugswert anzusetzen. Amtliche Sachbezugswerte werden durch die Sozialversicherungsentgeltverordnung (Verordnung über die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung von Zuwendungen des Arbeitgebers als Arbeitsentgelt) festgesetzt. Sind für bestimmte Sachbezüge Sachbezugswerte festgesetzt worden, gelten sie zwingend.