Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=15.04.1986&Aktenzeichen=IX%20R%2052/83
Timestamp: 2019-11-21 00:41:11
Document Index: 259150519

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 12', '§ 21', '§ 1030', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 20', '§ 21']

BFH, 15.04.1986 - IX R 52/83 - dejure.org
https://dejure.org/1986,533
BFH, 15.04.1986 - IX R 52/83 (https://dejure.org/1986,533)
BFH, Entscheidung vom 15.04.1986 - IX R 52/83 (https://dejure.org/1986,533)
BFH, Entscheidung vom 15. April 1986 - IX R 52/83 (https://dejure.org/1986,533)
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EStG § 21 Abs. 1, § 12 Nr. 2
Minderjährige Kinder - Notarieller Vertrag - Ergänzungspfleger - Grundstücksnießbrauch - Vermieter - Vormundschaftsgericht
BFHE 146, 415
FamRZ 1986, 986 (Ls.)
BB 1986, 1487
BStBl II 1986, 605
Auch ein schuldrechtliches Nutzungsrecht kann zu einer Zurechnung der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung nach § 21 Abs. 1 EStG führen (…vgl. BFH-Urteile vom 25. April 1995 IX R 41/92, BFH/NV 1996, 122, und vom 15. April 1986 IX R 52/83, BFHE 146, 415, BStBl II 1986, 605, m.w.N.; s.a. BFH-Urteil vom 28. März 1995 IX R 126/89, BFHE 177, 412, BStBl II 1997, 121).
Das kann auch im Wege eines --zivilrechtlich zulässigen (…vgl. Staudinger/Promberger, 12. Aufl., Vorbem. zu §§ 1030 ff. Rz 16)-- schuldrechtlichen Nießbrauchs (Nutzungsrechts) geschehen, etwa weil der Grundstücksnießbrauch nicht im Grundbuch eingetragen (vgl. BFH-Urteile in BFHE 146, 415, BStBl II 1986, 605;… vom 16. Oktober 1984 IX R 89/82, BFHE 143, 310, BStBl II 1985, 390, und in BFH/NV 1996, 122) oder --wie hier-- von vornherein nur schuldrechtlich begründet wurde.
Das ist derjenige, der die rechtliche oder tatsächliche Macht hat, eines der in § 21 Abs. 1 EStG genannten Wirtschaftsgüter anderen entgeltlich auf Zeit zur Nutzung zu überlassen; er muss Vermieter oder Verpächter und damit Träger der Rechte und Pflichten aus dem Mietvertrag oder Pachtvertrag sein (BFH-Urteile vom 16. April 2002 IX R 53/98, BFH/NV 2002, 1152, vom 13. Oktober 1992 IX R 17/88, BFH/NV 1993, 227, vom 31. Oktober 1989 IX R 216/84, BFHE 159, 319, BStBl II 1992, 506, vom 15. April 1986 IX R 52/83, BFHE 146, 415, BStBl II 1986, 605, vom 25. April 1995 IX R 41/92 BFH/NV 1996, 122).
Dies ist erforderlich, um eine klare Trennung der Verwaltung des eigenen Vermögens und der Verwaltung des Vermögens des nahen Angehörigen zu gewährleisten (BFH-Urteile vom 15. April 1986 IX R 52/83, BFHE 146, 415, BStBl II 1986, 605, vom.
Da jedoch auch die Vereinbarung eines dem Nießbrauch im Ergebnis entsprechenden Nutzungsrechts auf schuldrechtlicher Grundlage zulässig ist, kann auch eine nur schuldrechtlich gesicherte Rechtsposition zur Zurechnung von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung nach § 21 Abs. 1 Nr. 1 EStG führen, wenn das Nutzungsrecht tatsächlich durchgeführt wird (BFH-Urteile vom 15. April 1986 IX R 52/83, BFHE 146, 415, BStBl II 1986, 605, vom 25. April 1995 IX R 41/92 BFH/NV 1996, 122 m.w.N.; ferner BMF-Schreiben vom 24. Juli 1998 IV B 3 - S 2253 - 59/98, BStBl I 1998, 914).
Den Tatbestand des § 21 Abs. 1 Nr. 1 EStG verwirklicht auch der Eigentümer, dem der Nießbraucher die Ausübung des Nießbrauchs überlassen hat, wenn er tatsächlich anstelle des Nießbrauchers in das Mietverhältnis eintritt und die Rechte und Pflichten daraus übernimmt (…vgl. BFH-Urteil vom 3. Juni 1992 X R 130/90, BFH/NV 1992, 807; ferner Senatsurteile vom 15. April 1986 IX R 52/83, BFHE 146, 415, BStBl II 1986, 605;… vom 14. März 1989 IX R 107/85, BFH/NV 1989, 694;… vom 8. März 1994 IX R 37/90, BFH/NV 1994, 868).
Er muß also Träger der Rechte und Pflichten eines Vermieters oder Verpächters aus dem Rechtsverhältnis der Vermietung oder Verpachtung sein (BFH-Urteile vom 15. April 1986 IX R 52/83, BFHE 146, 415, BStBl II 1986, 605; vom 26. April 1983 VIII R 205/80, BFHE 138, 242, BStBl II 1983, 502).
Nach dem Urteil des erkennenden Senats vom 15. April 1986 IX R 52/83 (BFHE 146, 415, BStBl II 1986, 605) verwirklicht derjenige den Tatbestand der Vermietung und Verpachtung, der der Träger der Rechte und Pflichten als Vermieter ist.
Sie trifft nicht den Kern der Aussage und berücksichtigt nicht, daß der BFH auch bei anderen Einkunftsarten darauf abstellt, wer den Tatbestand einer Einkunftsart erfüllt, z. B. bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung, wer die rechtliche und tatsächliche Macht hat, die in § 21 Abs. 1 EStG genannten Wirtschaftsgüter anderen entgeltlich auf Zeit zur Nutzung zu überlassen (BFH-Urteil vom 15. April 1986 IX R 52/83, BFHE 146, 415, 417, BStBl II 1986, 605; vom 7. Oktober 1986 IX R 167/83, BFHE 148, 501, 505, BStBl II 1987, 322; vom 7. April 1987 IX R 103/85, BFHE 150, 124, 127, BStBl II 1987, 707).
Dies ist derjenige, der die rechtliche und tatsächliche Macht hat, das in § 20 Abs. 1 Nrn. 1 bis 7 EStG genannte Kapitalvermögen entgeltlich auf Zeit zur Nutzung zu überlassen (ähnlich für die in § 21 Abs. 1 EStG genannten Wirtschaftsgüter: BFH-Urteile vom 15. April 1986 IX R 52/83, BFHE 146, 415, 417, BStBl II 1986, 605; vom 7. Oktober 1986 IX R 167/83, BFHE 148, 501, 505, BStBl II 1987, 322).
Nach der Rechtsprechung des BFH, der sich der erkennende Senat angeschlossen hat, sind Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung demjenigen zuzurechnen, der den Tatbestand dieser Einkunftsart erfüllt (vgl. zuletzt das Urteil vom 15. April 1986 IX R 52/83, BFHE 146, 415, BStBl II 1986, 605).
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