Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4233.htm
Timestamp: 2018-12-15 23:47:05
Document Index: 194361604

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 64', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 64', '§ 4', '§ 5']

4.233 Schopflochberg
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Schopflochberg« vom 10. Dezember 1993 (GBl. v. 28.01.1994, S. 39).
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz ‑NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBI. S. 654), zuletzt geändert durch das Biotopschutzgesetz vom 19. November 1991 (GBI. S. 701), wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Münsingen, Landkreis Reutlingen, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Schopflochberg«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 6 ha. Es umfaßt auf Gemarkung Trailfingen die Flurstücke Nr. 717, 723, 724, 725/1 und 725/2.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 12. Oktober 1992 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und in der Grenzziehung rot angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung.
Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen und beim Landratsamt Reutlingen in Reutlingen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
· die Erhaltung einer für die Mittlere Kuppenalb typischen Bergkuppe mit Halbtrockenrasen, Feldgehölzen, Hecken und angrenzender Streuobstwiesen,
· die Sicherung und Pflege der freien Bergkuppe und der Streuobstwiesen als Lebensraum einer artenreichen Pflanzen- und Tiergemeinschaft und als Rückzugsgebiet für zahlreiche Arten aus der umgebenden Agrarlandschaft, insbesondere als Brutstätte stark gefährdeter Vogelarten, sowie angrenzender Wiesenflächen als Bindeglied zum dortigen Waldrand,
3. Bodenbestandteile abzubauen, Grabungen, Sprengungen oder Bohrungen vorzunehmen oder die Bodengestalt in sonstiger Weise, vor allem durch Boden‑ oder Materialablagerungen, zu verändern;
15. Neuaufforstungen vorzunehmen, die Entwicklung von Laubholz‑ oder Mischbeständen hin zu Nadelholzreinbeständen aktiv zu fördern, Schmuckreisig‑ oder Weihnachtsbaumkulturen oder Vorratspflanzungen von Bäumen oder Sträuchern anzulegen sowie Gehölze aller Art neu zu pflanzen oder auf andere Weise nicht standortheimische Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen;
2.1 die Bestimmungen des § 4 Abs. 2 Nr. 1 bis 3, 14 und Nr. 17 zu beachten sind. Die Verwendung von Düngemitteln (§ 4 Abs. 2 Nr. 18) auf Halbtrockenrasen (Flst. Nr. 723) ist nicht zulässig;
2.3 auf Halbtrockenrasen nur Schafbeweidung in Form der Hüteschafhaltung erfolgt. Das Mitführen von Tieren anderer geeigneter Arten, insbesondere von Ziegen, in geringer Zahl bleibt unberührt. Die Koppelschafhaltung oder das Pferchen von Schafen ist insoweit nicht zulässig. Unberührt bleibt das Pferchen über die Nachtzeit, wobei der Pferch nicht auf Halbtrockenrasen eingerichtet werden darf;
2.4 der Süd‑ und Osthang des Schopflochbergs erst ab dem 1. Oktober eines jeden Jahres beweidet oder bewirtschaftet werden darf;
2.5 die landwirtschaftliche Nutzung im vorgenannten Umfang wieder aufgenommen werden darf, die auf Grund vertraglicher Bewirtschaftungsbeschränkungen oder der Teilnahme an einem Extensivierungs- oder Stillegungsprogramm zeitweise eingeschränkt oder aufgegeben worden war;
4. die bestimmungsgemäße Nutzung, Unterhaltung und Instandsetzung der öffentlichen Straßen und Wege, sonstiger Ver‑ oder Entsorgungsanlagen sowie Fernmeldeanlagen fortzusetzen, wobei § 4 Abs. 2 Nr. 17 zu beachten ist. Zulässig sind insbesondere die notwendigen Maßnahmen zur Erkundung, Überwachung und Sanierung von Altablagerungen;
Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 in Verbindung mit § 5 dieser, Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.