Source: https://www.mietrechtsinfo.de/2004/03/bgh-zustimmungsklage-gegen-verbliebenen-ehepartner/?share=twitter
Timestamp: 2018-11-15 02:55:19
Document Index: 226084709

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

mietrechtsinfo.de / BGH: Zustimmungsklage gegen verbliebenen Ehepartner
Pro­blem­la­ge: Nach bis­her all­ge­mei­ner An­sicht wa­ren aus­ge­zo­ge­ne Miet­par­tei­en zu­sam­men mit dem in der Woh­nung ver­blie­be­nen Mie­ter für al­le das Miet­ver­hält­nis ge­stal­ten­den Er­klä­run­gen ge­samt­schuld­ne­risch in An­spruch zu neh­men, wenn nicht ei­ne drei­sei­ti­ge Ent­las­sung des aus­ge­zo­ge­nen Mie­ters er­folgt war. An­de­rer An­sicht der BGH. Es lä­ge war (so je­den­falls die ein­hel­li­ge Auf­fas­sung in Li­te­ra­tur und Recht­spre­chung) ei­ne not­wen­di­ge Streit­ge­nos­sen­schaft der Mie­ter vor. Aber je­den­falls in die­sem kon­kre­ten Fall ha­be der in der Woh­nung ver­blie­be­ne Mie­ter der zwei­sei­ti­gen Ver­ein­ba­rung zwi­schen aus­zie­hen­dem Mie­ter und Ver­mie­ter „kon­klu­dent“ zu­ge­stimmt. Da­durch sei der Miet­ver­trag ent­spre­chend ge­än­dert wor­den.
Be­wer­tung: Die Ent­schei­dung des BGH ist dog­ma­tisch brü­chig. Zu­nächst heißt es, der ver­blie­be­ne Mie­ter wür­de ge­gen Treu und Glau­ben ver­sto­ßen, wenn er sich auf die not­wen­di­ge Drei­sei­tig­keit ei­ner Miet­ver­trags­än­de­rung be­ruft. Der BGH ver­kennt – auch bei sei­nen Aus­füh­run­gen zu Treu und Glau­ben -, dass es sich bei der Fra­ge ei­ner not­wen­di­gen Streit­ge­nos­sen­schaft um ei­ne schlich­te Fra­ge der Pas­siv­le­gi­ti­ma­ti­on han­delt. Der Mie­ter muss sich hie­rauf nicht be­ru­fen, son­dern le­dig­lich den Sach­ver­halt vor­tra­gen.
Dieser Beitrag (permalink) wurde geschrieben am 3. März 2004 um 13:09 Uhr von Alexander Ziemann und gespeichert unter Mieterhöhung, Vertragsrecht.
« BGH: Kein Wirtschaftlichkeitsgebot bei Energiesparmaßnahmen
BGH: Altvertragskündigungsfristen mit Fußnotenverweis wirksam »