Source: https://urteile-gesetze.de/rechtsprechung/4-str-401-17
Timestamp: 2019-06-18 13:06:08
Document Index: 262079011

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 176', '§ 176', '§ 176', '§ 176', '§ 176', '§ 176', '§ 26', '§ 176']

4 StR 401/17 - Urteil BGH vom 22.11.2017
BGH 22.11.2017 - 4 StR 401/17
Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern: Anforderungen an eine gemeinschaftliche Tatbegehung
ECLI:DE:BGH:2017:221117B4STR401.17.0
vorgehend LG Kaiserslautern, 4. Mai 2017, Az: 6039 Js 16900/16 - 4 KLs
§ 176 Abs 2 StGB
§ 176a Abs 2 Nr 2 StGB
bb) Daran gemessen hat der Mitangeklagte R. in den Fällen II. 6 bis 8 der Urteilsgründe die Geschädigte im Sinne des § 176 Abs. 2 StGB dazu bestimmt, sexuelle Handlungen der Angeklagten (§ 176 Abs. 1 StGB) an sich vornehmen zu lassen, sodass hinsichtlich beider der Tatbestand des § 176a Abs. 2 Nr. 2 StGB gegeben ist. Seine jeweils am Beginn des Geschehens stehende Mitteilung, Bilder machen zu wollen, war unmittelbar an die Geschädigte gerichtet und hat deren sich anschließenden am selben Ort erfolgten Missbrauch durch die Angeklagte maßgeblich mitverursacht. Auch kann dem Gesamtzusammenhang der Urteilsgründe unter den hier gegebenen Umständen entnommen werden, dass in den von dem Mitangeklagten R. der Angeklagten in Bezug auf die sexuellen Handlungen gemachten Vorgaben zugleich auch eine an die Geschädigte gerichtete (konkludente) Aufforderung lag, diese sexuellen Handlungen an sich vornehmen zu lassen. Dass sich der Mitangeklagte R. dadurch möglicherweise zugleich auch einer Anstiftung der Angeklagten zum sexuellen Missbrauch der Geschädigten gemäß § 176 Abs. 1, § 26 StGB schuldig gemacht hat, steht dieser Bewertung nicht entgegen (vgl. Fischer, StGB, 64. Aufl., § 176 Rn. 7).