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Timestamp: 2018-03-24 22:08:23
Document Index: 8982056

Matched Legal Cases: ['§ 10', '§ 10', '§ 140', '§ 20', '§ 20', '§ 121', '§ 140', '§ 140']

Zumutbarkeit Arbeitsweg - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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15.11.2015, 22:45 #1
Zumutbarkeit Arbeitsweg
ich habe am Freitag zwei Vermittlungsvorschläge ausgehändigt bekommen. Meine AV'in vom Jobcenter meinte, wenn ich mich nicht bewerbe, bekomme ich eine Sanktion.
Die Rechtsfolgebelehrung wäre beigefügt.
Bei einem Stellenangebot habe ich so meine Zweifel:
Arbeitszeit: 10 Stunden wtl., geringfügige Beschäftigung.
Hinfahrt vormittags zwischen 1,25 und 2,5 Stunden (drei Busse plus DB).
Rückfahrt mittags knapp 2 Stunden (ein Bus fährt nur einmal die Stunde).
Fahrkosten Monatsticket: 122 Euro.
Meine AV'in hält diese Stelle für zumutbar, weil es ja sein könnte, dass ich nur einen Tag pro Woche arbeiten muss. Fahrtkosten pro Tag: 11,60 Euro.
Muss ich mich bewerben? Mal abgesehen davon, dass bei beiden Vermittlungsvorschlägen, entgegen der Aussage der AV'in, die Rechtsfolgebelehrung fehlt.
15.11.2015, 23:14 #2
AW: Zumutbarkeit Arbeitsweg
ich habe am Freitag zwei Vermittlungsvorschläge ausgehändigt bekommen. Meine AV'in meinte, wenn ich mich nicht bewerbe, bekomme ich eine Sanktion.
https://www.arbeitsagentur.de/web/wc...22DSTBAI377934
15.11.2015, 23:34 #3
Also der Link verweist auf einen Text der weiter auf § 10 SGB II verweist, darin ist aber keine Angabe zu Pendelzeiten gemacht worden. Es mag sein das die Fachlichen Hinweise der BA dazu was sagen( Fachliche Hinweise § 10 SGB II )aber die haben eben keinen rechtsverbindlichen Charakter.
Ich denke hier greift § 140 SGB III:
Allerdings weiß ich da selber nicht wie man hierin mit dem Satz:
"Sind in einer Region unter vergleichbaren Beschäftigten längere Pendelzeiten üblich, bilden diese den Maßstab."
Den wie oder woher soll ich den dazu was konkretes finden?
Bewerben würde ich mich wohl trotzdem aber da kann man ja schon durch die Blume einfließen lassen das es mehr als schwer hinsichtlich der Verkehrsanbindung wird.
16.11.2015, 00:00 #4
Es handelt sich dabei um eine Stelle als Bürohilfskraft.
16.11.2015, 00:06 #5
Tja wie gesagt was nun die üblichen Pendelzeiten bei vergleichbarer Beschäftigten in deiner Region sind weiß ich nicht, weiß auch nicht wie man das herausfinden könnte, kann wohl sein dass das BA so etwas führt aber auf deren Statistiken würde ich nicht vertrauen, da fällt mir auf die Schnelle nur ein beim Statistischen Bundesamt anzufragen ob die so etwas haben.
16.11.2015, 01:11 #6
Ich halte nicht nur den Arbeitsweg für nicht zumutbar, denn:
Bewerbungen bzw. auch die Anbahnung für nicht sozialversicherungspflichtige Stellen sind nicht förderbar bzw. erstattungsfähig, laut Vermittlungsbudget.
Insofern bekommst Du hier offensichtlich auch keine Förderung für die Aufnahme dieses Minijobs oder Ersatz für die Fahrtkosten zu einem Vorstellungsgespräch dorthin!
Der Regelsatz steht Dir zur freien Verfügung. Steht schwarz auf weiß in den Fachlichen Hinweisen zu § 20 SGB II, Stand 22.12.2014, Seite 1, Randziffer 20.02.. Siehe hier zum Download.
https://www.arbeitsagentur.de/web/co...22DSTBAI627529
Steht in Deiner EGV oder Deinem VA etwas anderes?
Sicherlich reduziert ein Minijob im allgemeinen die Inanspruchnahme von ALG II. Aber was bleibt hier an Geld für den Minijobber monatlich noch übrig ?
Mein Beitrag ist nur meine Meinung und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit
Geschäftsanweisung Vermittlungsbudget 2015 Stand Februar 2015.pdf (258,4 KB, 84x aufgerufen)
16.11.2015, 01:25 #7
Die EinV habe ich erst am Freitag erhalten. Habe sie jedoch nicht unterschrieben.
Meine EinV unterscheidet nicht zwischen svpflichtigen und svfreien Beschäftigungsverhältnissen.
16.11.2015, 02:10 #8
Wenn so was da so pauschal drinsteht, dann würde ich den VA abwarten .Sanktionieren kann man Dich dafür nicht!
Bewirb Dich ruhig auf diese Stelle Nach meiner Erfahrung stellen AG selten Elos ein, die so weit zum Minjob fahren müssen. Zudem versenden SB solche VV auch in Massen an andere Elos. AG suchen sich meistens die Rosinen raus - meint Elos, die nahe beim AG wohnen - meistens.
Stelle gleich Fahrtkostenantrag - Blanko- für die Fahrtkosten zum Vorstellungsgespräch für diesen Minijob. Geht auch per Mail
Fordere hierbei zusätzlich Zusicherung der Übernahme dieser Kosten an sich aufgrund der Dir bekannten gegenteiligen Auskunft zu den Vorschriften des Vermittlungsbudgets
Hast Du auch schon einen Blanko- Antrag zur Bewerbungskostenerstattung erhalten oder gestellt? Wenn nicht -noch vor der getätigten Bewerbung bzw. deren Absendung stellen. Gleich morgen per Mail Hebe diese Mail auf - notfalls durch Kopie in cc an Dich selbst auch senden , dann kannst Du auch gleich sofort danach die Bewerbung schreiben und absenden.
Hast Du die VV am Freitag, den13 erhalten - ist Montag der 3. Tag - musst Du also schreiben und absenden - am besten per Mail.
Reiche auch gleich Bewerbungsnachweise zu den VV nach Bewerbung zur Erstattung ein. Die meisten Jobcenter haben auch ein Budget für Online Bewerbungen ! Dann wollen wir Doch mal sehen, wie schnell SB die Lust verliert, Dir weiter nicht erstattungsfähige VVs zu senden
Dann sehen wir weiter, ob der VA kommt, der Antrag vom SB und die Antwort vom AG auf Deine Bewerbungen usw. -wäre meine Idee dazu.
Mein Beitrag ist meine Meinung zum Thema und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
16.11.2015, 11:19 #9
Die Zumutbarkeit von Fahrzeiten wurde schon früher angefragt. Schau mal hier nach - ist ganz interessant und ergänzend:
https://www.elo-forum.org/euro-job-m...ahrzeiten.html
Für einen Minijob verbleiben Dir 100 Euro anrechnungsfrei. Siehe Link.Bei dem Monatsticket würdest Du also aus dem Regelsatz zuzahlen müssen! Musst Du aber gerade nicht - wie § 20 SGB II aus #6 besagt.
http://www.gegen-hartz.de/nachrichte...81d09ab201.php
16.11.2015, 14:22 #10
Danke für deine Antworten und deine Mühe. :)
Ich habe mich heute Morgen schon per Mail beworben. Ich glaube aber nicht, dass ich genommen werde. Wer stellt schon jemand ein, der mit vier verschiedenen Verkehrsmitteln angereist kommt? Unpünktlichkeit ist doch dahingegen schon vorprogrammiert.
Den Bewerbungskostenantrag habe ich vorher zwar angefordert, aber leider gibt es bei uns nur Bewerbungskosten gegen Quittungen. :(
16.11.2015, 14:52 #11
also ich würde mich bei dem Jobangebot auch nicht ernsthaft bewerben, allenfalls proforma.
Überlege mal, du mußt aus deinem Regelsatz 122,-€ für Fahrtkosten aufwenden um dann feststellen zu dürfen das von 340,-€ im Monat 122,-€ für Fahrten drauf gehen. Was bleibt da noch viel übrig.
Nee danke, für 100,-€ mehr im Monat der Aufstand.
Da sieht man, wie die inzwischen bei den JC ticken, mir scheint hier schlägt bereits die Kostenlawine der Flüchtlingswelle zu.
16.11.2015, 20:39 #12
@lLisaS:
Arbeitgeber wollen generell meistens keine Arbeitnehmer, die weit weg wohnen. Ich war auch mal sogar 30 km weit weg zum Vorstellungsgespräch -als Empfangskraft :
AG: Was, Sie kommen ja aus XX ,sehe ich ja erst jetzt, dachte sie kommen von hier, aus yy. Was denn, wollen Sie wirklich jeden Tag zu uns - bis nach yy fahren - für einen Teilzeitjob - nee nee, das geht doch nicht. kann man ja niemanden zumuten.....Wir danken Ihnen aber trotzdem für Ihr Kommen . . Auf Wiedersehen: .
Und das war bei mir noch ein Job mit regulär 25 Stunden. Kam bei mir schon öfters vor Insofern - mach Dir da keine Gedanken weiter über den Arbeitsweg für dieses Minijob Angebot.
Zum Thema: Erstattung nur gegen Quittungen ? Das würde ich mal pauschal überprüfen. Tipp: Google mal "Erstattungsbetrag online Bewerbungen Jobcenter xxx "(Name dein JC) und überprüfe die Angaben, die Du findest , anhand Deiner EGV - kann nie schaden.. Und fordere dann ggf. ein ,was Du hier findest und noch nicht gewährt wurde.
Denn laut VB Anweisungen ist meistens auch eine pauschale Erstattung möglich -in meinem JC geht beides!!
Wie auch immer, lasse nicht zu dass Du Deine Bewerbungen aus dem Regelsatz bezahlen musst , egal was Dir der SB einredet.
16.11.2015, 21:17 #13
Meine EinV habe ich erst am Freitag bekommen und nicht unterschrieben. Dass mit den Bewerbungskosten ist mir auch ziemlich sauer aufgestoßen. Natürlich zahlt man da drauf. Allein die Druckerpatrone kostet 40 Euro.
Für Onlinebewerbungen gibt es bei uns auch nichts. Eben nur gegen Quittungen, wobei in der Aufzählung in der EinV sogar Kopien fehlen.
16.11.2015, 23:39 #14
Neben einem langen Arbeitsweg kannst Du Dir vielleicht auch diese Kosten für die Patrone undt/oder die Kopien sparen:
Refill Stationen suchen oder - über z. B.
(Die haben oft sehr gute Angebote - enorm reduziert. ) Hier kannst Du übrigens per Rechnung bezahlen
Surrogate Deiner Patrone bestellen - habe damit auch schon Geld sparen können. Oftmals kann man auch die Farbpatrone auf Dunkelblau umstellen. Farbpatronen halten meistens länger - kommt aber auch auf den Drucker an.
Ansonsten - aufwendige Grafiken oder Seiten im Copy -shop oder Bücherei mit PC-Nutzung über USB Stick ausdrucken oder USB-Stick - nur für JC benutzen - mitnehmen und Deine Kopien gleich da ausdrucken lassen-zum Antrag auf Erstattung der Bewerbungen - macht aber auch nicht jedes JC.
Ich wünsche Dir - dass hier der AG Deine Fahrzeit entsprechend dem Minijob zu Deinem Vorteil gewichtet!
17.11.2015, 02:08 #15
Tja bei mir gibt es 5,- Euro pro schriftlicher Bewerbung, vielleicht geht das bei dir auch.
Was in der EGV sein in MUSS ist das für die Bewerbungen die das JC verlangt(also Eigenbemühung und auch VVs) eine verbindliche Zusage für die Kostenerstattung und auch konkrete Summen für zu mindestens eine Form der Bewerbung(bei mir eben schriftlich) zugeordnet sind, sonst kannst du das dem JC gleich mal um die Ohren hauen.
Beanstande das und fordere einen neue EGV, wenn das JC dann harte Linie fahren will, wird bzw. muss es den Inhalt der EGV als Verwaltungsakt erlassen und dann geht es eben vor das SG.
Dazu das nicht nur eine verbindliche Zusage sondern auch konkrete Summen aufgeführt sein müssen gibt es schon einiges an Urteilen.
Es geht eben nicht an das so etwas aus dem Regelsatz gezahlt werden soll bzw. muss, das muss es eben nicht, allenfalls muss du es vorstrecken aber das eben nur wenn auch verbindliche und konkret das Geld vom JC erstattet bekommst.
17.11.2015, 06:32 #16
Zitat von amrita
Das ist leider arg alt, und mittlerweile steht das ja auch gar nicht mehr in § 121 sondern wie gesagt in § 140 SGB III drin, andere passende Paragraphen kenne ich nicht.
Und wenn die Ausrede "höhere Pendelzeiten wären üblich" kommt, dann sollte das vom JC mal belegt werden, schließlich übersteigt es dann ja was dort in § 140 SGB III als zumutbar aufgeführt ist und dann ist es selbstverständlich dass das JC dies auch zu belegen hat da eben alle VVs auf ihre Zumutbarkeit geprüft werden müssen bevor die raus gehen.
17.11.2015, 16:14 #17
Vielen Dank für eure Antworten. :danke:
Dass mit den Bewerbungskosten sehe ich auch nicht ein, zumal Kopien, nach dieser EinV, auch nicht bezahlt werden. Und Druckerpatronen sowieso nicht.
Ich habe sie mal hier eingestellt:
https://www.elo-forum.org/einglieder...va-warten.html
Welcher Arbeitsweg ist zumutbar ? Planlos69 Allgemeine Fragen 14 03.07.2011 12:11
Zumutbarkeit Arbeitsweg ohne PKW?! Feechen ALG I 23 11.12.2008 22:07