Source: https://iraff.ch/2008/05/22/kreditbetrug-strafanzeige-die-abzockermethoden-der-score-control-ag/
Timestamp: 2020-08-14 11:43:57
Document Index: 231804124

Matched Legal Cases: ['Art. 106', 'Art. 106', 'Art. 106', 'Art. 106', 'Art. 27', 'Art. 106', 'Art. 27', 'Art. 27', 'Art. 27', 'Art. 27', 'Art. 27', 'BGE', 'Art. 106', 'Art. 27', 'Art.27', 'Art.106', 'Art 106', 'Art. 27']

Die Abzockermethoden der Score Control AG – iRAFF
22. Mai 2008 / iraff / 86 Kommentare
Manche Gläubiger engagieren für ihre offenen Rechnungen ein Inkassobüro. Diese Büros mahnen oft in harschem Ton und verlangen unter Bezeichnungen wie „Verzugsschaden“ oder „Bonitätsprüfung“ hohe Beträge. Selbst wenn Inkassobüros diese Beträge mit „OR 106“ begründen, gilt: Sie sind nicht geschuldet. Das Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz sagt klar, dass ein Gläubiger die Kosten für ein Inkassobüro nicht dem Schuldner aufbürden darf. Es gibt kein Urteil, das einen Schuldner dazu verpflichtet hätte, diesen „Verzugsschaden“ zu bezahlen.
23. Mai 2008 um 15:18
Diese Masche haben sie bei mir auch durchgezogen und sie hören mit den Briefen auch nicht auf.
Sehr geehrter Herr Merminod
Immer wieder lesen wir solche Stellungnahmen mit dem Versuch sich gegen die „Bösen“ Unternehmen zu wehren.
Dabei ist die Welt doch eigentlich Recht einfach. Möchten wir es mit einem Beispiel darstellen -> Wenn Sie in ein Kaufhaus gehen und Ware mitnehmen, dann bezahlen Sie diese an der Kasse – ansonsten ist es ein Diebstahl.
Nun ist es im modernen „Distanzhandel“ üblich, das man nach Treu und Glauben dem geneigten Kunden eine Zahlungsfrist einräumt (i.d.R. 30 Tage). Wenn wir das jetzt mal auf den von Ihnen geschilderten Vorgang übertragen, dann wurde zu folgenden Zeitpunkten Ware bezogen:
09.08.2007 (45,80 CHF) und am 10.12.07 (33,50 CHF).
Bezahlt worden sind diese Waren schlussendlich:
33,50 CHF am 06.02.08 -> macht 58 Tage später, bzw. 45,80 CHF am 27.05.2008 -> macht 292 Tage später….
Es ist ja nicht so, das Sie nicht mehrfach aufgefordert wurden, die Ware zu zahlen…. von Vergessen oder Übersehen kann sicherlich nicht die Rede sein.
Wir überlassen es Ihnen (und gerne auch den Lesern Ihrer Webseite), wie und wo jetzt „Abgezockt“ wird… – sollte eine ScoreControl AG dieses Zahlungsverhalten an den Tag legen, werden wir uns gerne schämen…
Ihre ScoreControl AG
Ich werde jetzt keine Zensur betreiben, auch wenn Ihre Angaben hier falsch sind.
Dennoch halte ich fest:
a. Sie sagen: Es ist ja nicht so, das Sie nicht mehrfach aufgefordert wurden, die Ware zu zahlen  Das behaupten Sie! Wahr ist aber, wir haben keine zweite Mahnungen erhalten. Ist ja auch OK, denn niemand schreibt vor das man Mahnen muss. Wahr ist auch, dass wir schon X Mal Kunden von books.ch waren und somit es durchaus vorkommen kann, dass Rechnungen mit ähnlichen Beträgen als schon bezahlt angeschaut wurden, obwohl sie es noch nicht sind. Das hat nichts mit Unehrlichkeit oder Betrug zu tun.
b. Was haben Sie mit dem Ganzen zu tun? Warum erheben Sie zusätzlich, ungerechtfertigte Gebühren? Warum drohen und bedrängen Sie die Leute? Warum belügen Sie in Ihren Drohbriefen die Leute?
Das hat doch schon eher mit Unehrlichkeit und Betrug zu tun!
Oder zählen sie sich etwa so zu den Gutmenschen? *totlach*
Sie publizieren hier Zahlen und Daten in meinem eigenen Blog (Datenschutzgesetz missachtet?), gleichzeitig sind Sie aber zu feige Ihren eigenen Namen zu erwähnen. Sie müssen sich demnach für ihren Job wirklich schämen.
Traurig, echt traurig Herr oder Frau Info at ScoreControl.
Übrigens für die die es nicht wissen: Die Drohbriefe der ScoreControl haben lediglich eine unleserliche Unterschrift, ohne Namensangaben. Haben die Leute dort Angst vor Amokläufer, oder schämen sie sich nur?
danila.f
29. Mai 2008 um 16:41
@scorecontrol:
Wenn schon rechnen, dann aber bitte auch alles berücksichtigen:
– Vielleicht wurden die Waren an diesen besagten Daten bestellt, aber wann ist sie beim Kunden eingetroffen? 1 Woche danach? Ein Monat danach? Das müsstet ihr auch berücksichtigen.
– Wenn ich euch heute was einzahle, trifft das Geld erst morgen oder in den nächsten Tagen bei euch ein. Das müsstet ihr auch berücksichtigen.
Jeder von uns (auch ihr von ScoreControl) zahlt seine Rechnungen in der Regel Ende Monat ein. Auch wenn die Zahlungsfrist mit 10 oder 30 Tage angegeben ist. Daher kann es gut 40 oder mehr Tage dauern, bis das Geld eintrifft.
äh? das sind ja totale psychos, die kommunizieren hier auf einem blog über eine mahnung? SEHR professionell… das müsste man mal denen von books.ch zeigen. oder dem chef dort…
2. Juni 2008 um 6:57
Ja und legen sich dabei noch ein Ei. Beispiel:
In meinem Blog schreibt ScoreControl: Bezahlt worden sind diese Waren schlussendlich: 33,50 CHF am 06.02.08 den Drohbrief schrieb ScoreControl uns aber am 19.05.08 mit der Behauptung dieser Betrag wäre nicht bezahlt.
Ist das nicht versuchter Betrug?
19. Juni 2008 um 8:14
Ich hab gestern ein Telefon erhalten von Score Control AG um 20.13Uhr bzw es war „nur“ ein Band welches abgespielt wurde.
1. Ich finde es eine Frechheit, dass man um 20.13 Uhr noch anruft
2. wurde mir klar gedroht auf diesem Band. Sie hätten mir einen brief in den letzten Tagen geschickt auf welchen ich nicht reagiert habe und falls ich wieder nicht reagiere bekomme ich eine Menge Probleme. Nur leider liebe Score Control AG hab ich nie einen Brief erhalten. Sorry aber das war für mich eine klare Drohung.
Hab heute im Internet gesehen, dass ich noch eine offene Rechnung hab bei books.ch werde diesen offenen Betrag auch bezahlen. Aber ich bezahle sicherlich nicht an Score Control sondern an books.ch und sicherlich auch nicht Verzugszinsen etc und sonstige Gebühren von Score Control.
Sorry aber die können mich mal!
3. Hab heute morgen direkt mein Anwalt kontaktiert. Und ihm diese Geschichte erzählt, er meinte dazu nur er habe schon öfters von dieser Firma gehört und falls sie trotzdem soweit gehen sollten. Mich schlecht zu machen bei den bereits genannten Firmen solle ich eine Anzeige erstatten wegen A)Belästigung wegen dem Telefon von 20.13 Uhr B) wegen Rufmord und C) wegen Drohung.
Naja ich lasse mich von den Typen nicht einschüchtern! Welche schon zu feige sind ihren eigenen Namen zu nennen!
Aber keine Angst, es sind wirklich nur leere Drohungen. Die wissen genau, dass sie vor einem Gericht keine Chance haben.
Schalte den Dienst Anrufe mit unterdrückten Nummern abweisen ein. Der Service kann mit der Tastenkombination *99# eingeschaltet und mit #99# wieder ausgeschaltet werden. Mit *#99# kann festgestellt werden, ob der Service aktiv ist.
Danach werden keine Anrufe mit unterdrückter Nummer angenommen und diese Tonbandaufnahmen kommen immer mit unterdrückter Nummer.
Also ich habe mir mal die Blogeinträge angeschaut und viele verstehen hier nicht so ganz um was es eigentlich geht. Vor allem möchte ich euch mal informieren, dass eine Rechnung laut OR nach Erhalt zu bezahlen ist und basta. Diese 30 Tage sind Vertragsfreiheit oder kulantes Geschäftsgebahren. Wenn ein Inkassobüro dran ist, dann seid ihr normalerweise schon x-mal gemahnt worden. Rufmord, lächerlich. Du kannst ruhig einen Anwalt nehmen. Selbst wenn er eine Klage durchsetzen könnte, würdest du am Ende auch nur drauflegen. Der Anwalt streicht sich ein saftiges Honorar ein, auch wenn er nur schon in den Sessel furzt. Die Scorecontrol ist im Gegensatz zur Intrum Justitia gerade noch heilig. Von denen hört man ja die ganze Zeit nur Negatives. In vielen Fällen führt das Inkassobüro halt nur aus, was vom Gläubiger übertragen wird. Und da gibt es halt viele unfähige Firmen, die ihre Buchhaltung nicht im Griff haben und die Zahlungen nicht dem Inkassobüro melden. Der Fall läuft dann einfach weiter.
30. Juni 2008 um 18:17
Wenn ein Inkassobüro dran ist, dann seid ihr normalerweise schon x-mal gemahnt worden.
Ja im grundgenommen stimmt deine Aussage. ABER eben nur normalerweise und normalerweise scheint es, dass Inkassobüros sich einen Dreck darum kümmern, ob die Forderung gerechtfertigt ist. Ich habe schon mehrmals Briefe von Inkassobüros erhalten, von Rechnungen die innerhalb 30 Tage bezahlt waren und dies ohne Mahnung. Wenn man vor einer Frist, von 30 Tagen ein Inkassobüro involviert ist, dann ist dass einfach Unsinn und juristisch klar nicht durchsetzbar.
Das Wichtigste ist aber, das man Inkassobüros einfach ignorieren kann. Hat man tatsächlich einen offenen Betrag, regelt man das mit dem Gläubiger, denn man ist den Vertrag mit dem Gläubiger und nicht mit dem Inkassobüro eingegangen.
Also ignoriert die Inkassobüros, unterschreibt bei denen gar nichts und reglet das Ganze mit dem Gläubiger.
Auch ich musste vor Jahren dies machen, da Tiscali mein ADSL Provider damals, die Buchhaltung nicht im Griff hatte. Erst als ich die entsprechenden Leute direkt kontaktierte (ich war mal dort angestellt, kannte die Leute und wusste das die Buchhaltung eine Katastrophe war) konnte dies geregelt werden. Intrum Justitia schickte unbeeindruckt weiter Briefe mit Forderungen an mich, obwohl nichts offen war.
Inkassobüros gehören zur Kategorie der Abzocker und gehören verboten!
Beat J. Eichenberger
1. Juli 2008 um 17:12
Ich stimme dir zu, dass auch nur die wenigsten Inkassobüros sich darum kümmern, ob die Forderung tatsächlich auch rechtens ist. Solche Telefonanrufe einfach ignorieren und dem Gläubiger melden. Mit entsprechendem Druck (Info an Konsumentenschutz etc) wird dieser sein Mandat sicherlich zurückrufen.
Nur ein Hinweis an den Gläubiger kann die Inkassoheinis stoppen. Und so anonym sind die Leute dort ja auch nicht. Die Handelsregisterdaten sind für jedermann zugänglich (zefix.ch)
7. Juli 2008 um 15:29
Fact ist doch eines:
Firmen wie Score Control, Creditreform und die allseits-beliebte Justitia Inkasso bewegen sich in rechtlichen Grauzonen und teilweise schon in der Illegalität!
Spesen drauszuschlagen, die jenseits von Gut und Böse sind und Verzugszinsen die gesetlich gar nicht zugelassen sind, sind nur eines – die andere Seite: Drohungen & Kommunikation auf unterstem Niveau…
Wenn mich vom Inkassobüro mal jemand anruft (und das nicht früh morgens oder mitten in der Nacht – und vor allem kein Band), freundlich ist und sich in der „legalen Zone“ aufhält, so gestehe ich meine Fehler ein und korrigiere diese – aber wenn mir jemand droht oder mir illegale Kosten draufschlägt – dann gehe ich in die Barrikaden.
22. Juli 2008 um 18:47
Habe mit der „ABZOCKER“-Firma (Score-Control) auch das Vergnügen!
wie Wärs , wenn alle zusammen ein Sammelklage mit angemessener Entschädigungszahlug d.H angemessen gemäss Ansichten seitens SCORE-Control („ASTRONOMISCH“?
Gemäss Handelsregister Kanton Schwyz besteht das Aktienkapital der Score-Control aus 10000 Aktien zu Fr 10.- !!!!
Eine grosse Sammelklage könnten eine solche „Firma“ sehr empfindlich treffen !!!
Also solche Übel müssen klar an der Wurzel angepackt werden !!!
Ihr tut ja alle so als wären Inkassobüros illegal.
Fakt ist dass es in der Schweiz Inkassobüros und deren Bonitätsdatenbanken braucht.
Den wen ein Schuldner in eine andere Gemeinde umzieht hat er wieder einen Sauberen Betreibungsregisterauszug weil es kein gesammtschweizerisches Betreibungsregister gibt.
Ist der Schuldner aber mal in einer Bonitätsdatenbank eines Inkassobüros registriert so nützt auch ein Umzug nichts mehr und jeder kann sich über seine Zahlungsmoral informieren.
Und was die zusätzlichen Kosten betrifft:
Verzugszins ist nach ablauf der Zahlungsfrisst geschuldet, normalerweise 5% Jahreszins, in den AGB kann aber auch ein Verzugszins von bis zu 15% vereinbart werden.
Und gemäss Art. 106 OR ist der Schuldner verpflichtet den Schaden der durch den Zahlungsverzug entstandan ist zu bezahlen, dazu gehören ins Besondere der Zinsverlust des Gläubigers sowie die Inkasso- und Rechtsverfolgungskosten.
Ich bin auch Gläubiger eines renitenten Schuldners den ich wegen Pfändungsbetrug angezeigt habe, weil er behauptete arbeitslos zu sein. nur dumm dass ich per zufall seinen Arbeitsplatz ausfindig gemacht habe. 1815.- konnte das Betreibungsamt durch Bankkontosperrung und Lohnpfändung sicherstellen, Da der Schuldner wieder Arbeitslos ist und ich anderes zu tun habe als den Schuldner zu überwachen werde ich den Verlustschein für die restlichen 1749.- einem Seriösen Inkassobüro zur Eitreibung übergeben.
Und wer kontrolliert ob die Bonitätsdatenbanken stimmen?
8. Oktober 2008 um 9:30
jeder Bürger hat das Recht, bei Einem Inkassobüro oder einer Bonitätsdatenbank einen Schriftlichen Auszug zu verlangen welche Daten über Ihn gespeichert sind, dies ist kostenlos.
Sollte ein Inkassobüro eine bestrittene Forderung in einer Bonitätsdatenbank speichern, kann man rechtlich dagegen vorgehen und die Löschung verlangen. In diesem Fall wendet man sich am besten an den Datenschutzbeauftragten.
Ich habe in den vergangenen Jahren bereits 3 Inkassobüros diesbezüglich angeschrieben, keiner hat geantwortet. Einem habe ich danach einen eingeschriebenen Brief geschickt. Wiederum keine Antwort und telefonisch hat man eh keine Chance da jemanden zu erreichen.
Soll ich jetzt einen Anwalt nehmen? Ist mir ehrlich gesagt zu blöd.
Die Richtigkeit einer solchen Bonitätsdatenbank ist grundsätzlich für alle ein grosses Problem auch für die Unternehmen, die die Inkassofirma in Anspruch nehmen! Kriegst die eine falsche Angabe über einen möglichen Kunden, entgeht ihnen ein potenzieller Kunde, nur weil die Inkassofirma Ihre Datenbank nicht pflegt.
Und noch ne Bemerkung zum früheren Kommentar:
.. gemäss Art. 106 OR ist der Schuldner verpflichtet den Schaden der durch den Zahlungsverzug entstanden ist zu bezahlen, dazu gehören ins Besondere der Zinsverlust des Gläubigers sowie die Inkasso- und Rechtsverfolgungskosten.
Das steht nicht noch dazu gehören ins Besondere  Diese Information hat dir sicher die Inkassofirma gegeben (oder du bist von einer solchen?).
Erstens muss ein Verzugsschaden überhaupt entstehen und BEWIESEN werden!
Zweitens können Inkassokosten beim Einschalten eine Inkassofirma NICHT dem Schuldner auferlegt werden! Fakt ist das keine Inkassofirma es je gewagt hat solche Forderungen vor Gericht durchzusetzen, weil sie genau wissen, dass sie abblitzen und ein Präzedenzfall schaffen würden.
Wen Das Inkassobüro dir selbst nach einem eingeschribenen Brief keine Auskunft gibt welche Daten über dich gespeichert wurden, dann fakel nicht lange und wende dich an den Datenschutzbeauftragten.
Was den Verzugsschaden betrifft habe ich meinen Anwalt gefragt was ich meinem Schuldner in Rechnung stellen kann: 3423.- (Hauptforderung)
Fr. 289.10 (Verzugsschaden) Der Verzugsschaden seztz sich wie folgt zusammen: 84.10 (Zinsverlust)
25.00 (Betreibungsregisterauszug des Schuldners)
180.00 (Nachforschungen Lohneinkünfte welche dem Betreibungsamt verschwiegen wurden)
Ergebniss: Schuldner arbeitete ohne dies dem Betreibungsamt zu melden, ich erstatete sofort Strafanzeige wegen Pfändungsbetrug und Pfandverheimlichung.
Hätte der Schuldner den Verzugsschaden mit Rechtsvorschlag bestritten hätte ich sehr gute Karten mit einer Zivilklage versicherte mir mein Anwalt
8. Oktober 2008 um 11:35
Aber dein Anwalt kann dir auch keine Garantie liefern, dass ein Gericht dir diese Forderung gutheissen wird.
Bei der Summe von über Fr. 3000.- wird sich natürlich der Schuldner überlegen ob er noch ein Verfahren riskiert. Trotzdem würde er jetzt nur die Hauptforderung plus Verzugszinsen zahlen, müsstest du den Rest separat einklagen und da wirst du, kommt es zu einem Prozess, wohl eher Probleme haben recht zu kriegen. Zudem würdest Du dich selber ja auch fragen ob, nach Erhalten der Hauptforderung, noch weiter machst?
Klar ist, das Du beweisen musst das dir wirklich ein Verzugsschaden entstanden ist. Der Zinsverlust ist mit dem Verzugszins abgegolten und Betreibungsregisterauszug und sonstige Nachforschungen, sind Aufwände, die nicht zwingend waren, also du selber berappen musst.
Klar als Anwalt versucht man alle Kosten zu überwälzen, aber eben, funktionieren tut es nicht immer.
Du hast mit deiner Aussage teilweise Recht, der Verzugsschaden ist ein Thema über welches der VSI, Rechtsanwälte und Konsumentenschützer sowie Schuldnerberater immer wieder streiten.
Laut einem Gutachten von Rechtsproffesor Isaak Meier stellen die Inkassokosten einen Verzugsschaden dar, der mit wenigen Ausnahmen vom Schuldner zu tragen ist.
In JEDEN FALL ist der Schuldner verpflichtet die Inkassokosten zu bezahlen, wen dies in den
Allgemeinen Geschäftsbedinnungen so geregelt ist.
Aber als Schuldner kann man sich diesen Ärger meistens ersparen, wenn man sich rechtzeitig mit dem Gläubiger in Verbindung seztzt und eine Ratenzahlung vereinbart.
Da die Person die mir Geld schuldent ein besonders renitenter Schuldner ist überlege ich mir auch, meine Restforderung von Fr. 1897.10 für 1500.- an den Vermieter des Schuldners zu verkaufen, (dies ist möglich durch eine Forderungsabtretung). Diese Fr.1897.10 werden dem Schuldner dan vom Mietzinsdepot abgezogen die er innert einer Frisst wieder einbezahlen muss wenn er weiterhin die Wohnung mieten will.
Mir wäre dieser ganze Ärger schon lange zu blöd geworden.
8. Oktober 2008 um 15:04
Ich verstehe dich in deinem Falle sehr gut, ich würde genau so reagiere, keine Frage.
Was aber das Allgemeine anbelangt, Inkassokosten müssen vom Schuldner übernommen werden, so ist dass Problem dasjenige, dass kein Gerichtsentscheid diesbezüglich existiert, also kein Präzedenzfall und die Inkassofirmen auch keins anstreben. Warum wohl?
Dass Inkassokosten übernommen werden müssen, falls diese in den AGB stehen, ist nicht richtig, da man in den AGB auch nicht alles Mögliche reinschreiben kann (können schon, aber rechtlich nicht haltbar). Wenn in den AGB steht das Mahnkosten übernommen werden müssen, so ist dies auch der Fall und hat vor Gericht auch immer bestand. Bei Inkassokosten ist wie erwähnt noch nie ein entsprechendes Urteil gefällt worden und daher ist die Gültigkeit eines solchen Passus eher fraglich.
Aber wie gesagt, in deinem Falle verstehe ich dein Ärger sehr gut und finde auch das solche offensichtliche Betrüger nicht davon kommen sollen.
Aber was umgekehrt eine Inkassofirma macht, ist für mich genauso Betrug, vor allem wenn um Beträge von unter Fr. 100.- geht und zusätzlich noch Geld abzocken will.
Ich habe mich in der zwischenzeit erkundigt ob es schon mal einen Gerichtsentscheid gab zum Thema:
Spesen für aussergerichtliches Inkassoverfahren.
Habe in Erfahrung gebracht, dass es darüber ein Urteil
gibt welches einen Präzedenzfall geschaffen hat: Bundesgerichtsentscheid 4C.51/2000 vom 7. August 2000
Da ging es um sehr hohe Beträge und die Aussergerichtliche Inkassospesen des Rechtsanwaltes betrugen über 59000.-
Wenn es betreffend Aussergerichtliche Inkassospesen
einen Bundesgerichtsentscheid gibt können wir davon ausgehen, dass vorrechtliche Gebühren für`s Inkassoverfahren zum Verzugsschaden gehöhren, der Gemäss Art. 106 OR auf den Schuldner überwälzt werden kann.
Wollte dies hier erwähnen da du geschrieben hast, dass es diesbezüglich noch keinen Gerichtsentscheid gibt.
Diese Information habe ich übrigens aus einem Bericht von Dr. iur. Robert Simmen (Vorstand des VSI, Verein schweizerischer Inkassotreuhandinstitute)
12. Oktober 2008 um 18:29
Ja aber du siehst doch das hier sehr hohe Summen generiert wurden. Ich die habe Infos zu diesem Bundesgerichtsurteil nicht gefunden, aber wurde hier entschieden das die Inkassokosten generell dem Schuldner auferlegt werden können oder nur gerade in diesem Fall? Zudem handelt es sich hier um Inkassospesen des Anwalts und nicht einer Inkassofirma.
Zudem, was sind alles Inkassospesen? Inkassofirmen schlagen immer wieder Fantasiebeträge auf die eigentliche Rechnung drauf und dies wird wohl mit diesem Bundesgerichtsentscheid sicherlich nicht Gutgeheissen.
Es ging um einen Haftpflichtprozess, habe gelesen dass es sich bei den c.a. 59000.- um Spesen für Aussergerichtliche Aufwendungen handelte.
Ob Inkassospesen eines Rechtsanwaltes oder einer Inkassofirma spielt eigentlich keine Rolle da beide als Gläubigervertreter handeln.
Fantasiezuschläge wie sie leider gewisse unseriöse Inkassobüros fordern müssen natürlich nicht bezahlt werden, wenn dadurch z.B. die Hauptforderung von 100.-durch Inkassospesen, Rechtsberaterkosten Schreibgebühren usw. auf 200.- anwachsen.
Übrigens habe ich ein paar Abschnitte des Gutachten von Rechtsproffesor Isaak Meier gelesen, darin wird fesstgehalten unter welchen Umständen Aussergerichtliche Inkassospesen dem Schuldner auferlegt werden können.
Erstens muss der Schuldner mindestens ein Mal vom Gläubiger gemahnt werden bevor der einbezug eines Inkassobüros oder Rechtsanwaltes als angemessen zu betrachten ist.
Zweitens müssen die Spesen für das aussergerichtliches Inkasso nach Treu und Glauben berechnet werden und müssen im Verhältniss zur Forderung stehen.
Falls der Schuldner umzieht ohne dem Gläubier die neue Adresse anzugeben können zusätzlich zu den Inkassospesen auch die Kosten für die Adressnachforschung geltend gemacht werden.
Das Problem in der Schweiz ist, dass es seriöse Inkassobüros gibt wie zum Beispiel Creditreform, leider aber auch unseriöse Inkassobüros wie zum Beispiel Intrum Justitia welche bei einer Forderung von 591.- gleich mal 228.- spesen draufschlägt.
In Deutschland gibt es Obergrenzen für Inkassospesen, in der Schweiz wäre es dringend nötig gesetzliche Obergrenzen für Inkassospesen festzulegen, (im Verhältniss zur Forderung.)
Hier noch paar Links über das Thema Verzugsschaden:
http://www.vsi1941.ch/bilder/pdf/mk_2006_06c_d.pdf
http://www.organisator.ch/index.asp?topic_id=1485
Score Controll sollte man mal die Bude stürmen und einpaar von diesen (Zensuriert) manieren beibringen!
Was sich diese Firma an Frechheiten rausnimmt ist unter der Gürtellinie! Meine kleine Tochter (5 Jahre alt) nimmt das Telefon ab und ihr wird ab Band mit allem möglichen gedroht.
Mir soll da mal einer in die Finger laufen von diesen (Zensuriert)! Ich bin drauf und ran mal persönlich vorbei zu gehen……!
Sick-Ivan
16. Dezember 2008 um 13:43
—-ZENSUR—
Ich lasse keine Beleidigungen in diesem Blog zu
16. Dezember 2008 um 14:19
Beleidigen könnt ihr euch wo anders
15. März 2009 um 14:07
Mir haben die Ausführungen hier sehr geholfen.
Ich habe eine Forderung von Intrum Justitia erhalten, welche sich folgendermassen zusammensetzt (Beträge gerundet):
Hauptbetrag 300.00
Kundenkosten 11.00
Zinsen 5.00
Verzugsschaden gem. Art. 106 OR 160.00
160.00 Verzugsschaden auf einen Betrag von 300.00!!!
Aussage des Rechtsanwalts:
„Im schweizerischen Recht gilt die Vermutung, dass die Verzugszinsen den Verzugsschaden abdecken. Will der Gläubiger mehr Geld, so muss er beweisen, dass sein Schaden in Wirklichkeit höher ist. Die Kosten des Inkassobüros kann er aber auf keinen Fall geltend machen: Gemäss Art. 27 Abs. 3 SchKG dürfen die Kosten des gewerbsmässigen Gläubigervertreters nicht dem Schuldner überbunden werden. Das heisst: Schaltet der Gläubiger ein Inkassobüro ein, so muss er es selber entschädigen. Die Honorarnote des Inkassobüros gehört von Gesetzes wegen nicht zum Verzugsschaden, der vom Schuldner zu decken wäre. Trotzdem versuchen die Inkassobüros immer wieder, ihre Kosten in die Rechnung hineinzuschmuggeln – zum Beispiel als „Verzugsschaden“ oder als „Forderung gemäss Art. 106 OR“.
Die „div. Auslagen“ könnten Teil des Verzugsschadens sein, ebenso die „Rechtsberater-Kosten“. Wegen Art. 27 Abs. 3 SchKG können diese Kosten sicher nicht auf die Schuldnerin überwälzt werden. Der Beizug eines „Rechtsberaters “ bei einem banalen Inkassofall dürfte ohnehin unverhältnismässig sein.“
Aussage des Beobachter Juristen:
„Wer Geld eintreiben muss, ist von Gesetzes wegen verpflichtet, seinen Aufwand möglichst tief zu halten (Schadensminderungspflicht). «Es ist gar nicht nötig, ein Inkassobüro einzuschalten. Wer gemahnt hat, kann danach direkt betreiben, ohne Umweg über ein Inkassobüro»“.
15. März 2009 um 15:51
Was die Intrum Justitia versucht ist schlicht Betrug. Und sie schaden so auch die eigenen Kunden.
Orange hat mir die Intrum Justitia mal angehängt, wegen Fr. 20.- die vergessen wurden. Hatte nie eine Mahnung erhalten, nur post von der Intrum Justitia. Habe den Betrag der Orange direkt bezahlt und alle Verträge dort gekündet.
16. März 2009 um 9:53
An Arkey
Was die „Aussage des Rechtsanwaltes“ betrifft:
Von wegen Aussage eines Rechtsanwaltes!
Das was du geschrieben hast wurde Eins zu Eins aus der Website http://www.schuldenhotline.ch kopiert.
In Rechtlichen Auseinandersetzungen würde ich nicht auf die Aussagen irgendwelcher Konsumenterschützer vertrauen sondern auf Proffesionelle Hilfe eines RECHTSANWALTES!
Nehme doch mal Kontakt mit Prof.Dr.iur. Isaak Meier auf und lass dich beraten. (Kostenpflichtig)
Tel: +41 (0)43 888 68 98
Laut einem Rechtsgutachten von Prof.Dr.iur. Isaak Meier können Inkassospesen unter gewissen Voraussetzungen in angemessener Höhe auf den Schuldner überwälzt werden.
Bei einer offenen Forderung von 300.- ist ein Verzugsschaden von 160.- nicht gerechtfertigt! Hier wäre ein Verzugsschaden bis 69.- angemessen.
16. März 2009 um 11:59
Besten Dank für den weiteren Kontakt.
Die Aussagen habe ich von Rechtsanwalt Andreas Gantenbein erhalten (http://www.ag-anwaltspraxis.ch). Wenn sich die Aussage des Rechtanwalts mit dem Text auf der Website http://www.schuldenhotline.ch deckt, macht das für mich die Aussage noch glaubwürdiger.
Das wichtigste Wort lautet wohl „angemessen“, also Cablecom und Intrum Justitia: FAIR P(L)AY… PLEASE!
17. März 2009 um 9:38
Auf der Website „Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB)“ steht:
„Das Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs hält fest, dass die Kosten für das Inkasso nicht dem Schuldner überbunden werden dürfen (Art. 27 SchKG). Der Schuldner muss also nur für die vertraglich geschuldete Forderung, die echten Verzugszinsen (in der Regel 5% ab Fälligkeit, sofern nicht vertraglich anders geregelt) und die entstandenen Betreibungskosten aufkommen. Darüber hinausgehende Bearbeitungs- und Umtriebskosten, die dem Inkassobüro entstehen, muss der Schuldner nicht bezahlen.
Art. 27 Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG)“
» http://www.edoeb.admin.ch/faq/00786/00921/00923/index.html?lang=de#sprungmarke0_12
Lediglich für das eigentliche Betreibungs- und Konkursverfahren (insbesondere das Ausfüllen
und Einreichen des Betreibungsbegehrens) statuiert Art. 27 Abs. 3 des Schuldbetreibungs-
und Konkursgesetzes (SchKG) eine Ausnahme von dieser Kostentragungspflicht
des Schuldners:
Zieht der Gläubiger dafür einen Vertreter oder Berater bei, dürfen
die dadurch entstehenden Kosten nicht dem Schuldner überbunden werden. Diese Ausnahmebestimmung
gilt jedoch nur für den Einsatz eines Gläubigervertreters im Verkehr
mit den Betreibungs- und Konkursämtern, nicht aber für die im Rahmen eines Betreibungsverfahrens
notwendig werdenden Gerichtsverfahren (z.B. Rechtsöffnungsverfahren,
Konkurseröffnung usw.): In diesen Verfahren gilt nicht der soeben erwähnte Art. 27 Abs. 3
SchKG, sondern vielmehr der allgemeine Grundsatz, dass der vor Gericht unterliegende
säumige Schuldner dem Gläubiger die Kosten für dessen Aufwendungen in angemessener
Höhe ersetzen muss. Dazu gehören auch die Kosten der Vertretung in den betreffenden
Gerichtsverfahren (vgl. dazu zahlreiche Bundesgerichtsentscheide, so z.B. BGE 119
III 66 f, 113 III 110). Ebenso sind auch die dem Betreibungsverfahren vorangehenden
Mahn- und Inkassokosten durch den säumigen Schuldner zu ersetzen (vgl. z.B. Bundesgerichtsentscheid
4 C.51/2000 vom 7. August 2000).
17. März 2009 um 10:21
Wenn ich die Schuld beim Gläubiger begleiche, (es kommt daher zu keinem Gerichtsverfahren) geht die Inkassofirma leer aus, darf also keine weiteren Vorderungen stellen.
17. März 2009 um 10:48
Nein, dass heist wie bereits erwähnt dass auch die dem Betreibungsverfahren vorangegangenen Mahn- und Inkassokosten durch den säumigen Schuldner zu ersetzen sind (Bundesgerichtsentscheid 4 C.51/2000 vom 7. August 2000)
Inkassospesen sind Aussergerichtliche Kosten die dem Gläubier entstanden sind.
Laut einem Rechtsgutachten von Prof.Dr. iur Isaak Meier können unter gewissen voraussetzungen die Inkassospesen in angemessender Höhe auf den Schuldner überwälzt werden:
Wenn der Schuldner bereits 2 mal durch den Gläubiger erfolglos gemahnt wurde ist der Einsatz eines Inkassobüros gerechtfertigt.
Das die Intrum Justitia auf eine Forderung von 300.- gleich 160.- Inkassospesen draufschlägt ist nicht gerechtfertigt, die Inkassospesen müssen in angemessener Höhe verrechnet werden und dürfen nicht gleich 50% der Gesamtforderung betragen:
Die Kosten die das Inkassobüro erhebt, gehören aber nicht zu den Kosten die der Gläubiger als Aufwand geltend machen kann. Die Inkassospesen sind nicht das gleiche wie die Verzugschadenforderung der Inkassofirma.
Was die Inkassofirma also noch an zusätzlich Kosten verrechnet, eben zum Beispiel ein
Verzugsschaden, gehört nicht zu den Ausgaben die der Gläubiger hatte.
Zudem, ein Verzugsschaden zusätzlich zum Verzugszins, muss immer Nachgewiesen werden.
Nach 2 mahliger Mahnung ist der nächste Schritt die Betreibung. Dazu braucht es keine Inkassofirma!
Richtig, der Gläubiger kann auch ohne Inanspruchname eines Inkassobüros die Betreibung einleiten.
Wenn eine Firma aber mehrere Schuldner hat dann übergibt sie in der Regel einem Inkassobüro den Auftrag die Schulden einzutreiben.
Das Inkassobüro versucht die Eintreibung zuerst ohne den Beizug des Betreibungsamtes, falls dies nicht möglich ist wird der Schuldner in einer Bonitätsdatenbank als schlechter Zahler eingetragen um weitere potenzielle Opfer zu schützen.
Wie ich bereits geschrieben habe stellen die Inkassospesen einen Verzugsschaden dar der gem. Art. 106 OR vom Schuldner zu begleichen ist.
und Einreichen des Betreibungsbegehrens, Fortsetzungsbegehrens usw.) statuiert Art. 27 Abs. 3 SchKG eine Ausnahme von dieser Kostentragungspflicht
Auch Isaak Meier, Rechtsprofessor an der Universität Zürich für Schuldbetreibung und Konkursrecht stellt klar dass der Schuldner die Inkassospesen in angemessener Höhe als Verzugsschaden zu tragen hat.
statt sich über die Inkassospesen zu ärgern soll man sich mit dem Gläubiger in Verbindung setzten und evntuell einen Aufschub oder eine Ratenzahlung zu vereinbaren damit es gar nicht erst zum Inkassofall kommt!
Inkassospesen Ivan und nicht die Spesen einer Inkassofirma, dass ist der springende Punkt.
Niemand muss eine Inkassofirma beauftragen um jemanden zu Betreiben!
17. März 2009 um 12:39
Du verstehst mich offensichtlich falsch, die Spesen eines Inkassobüros sind durch den Schuldner zu tragen.
Es muss zwar niemand ein Inkassobüro beauftragen, wenn ein Gläubiger jedoch ein Inkassobüro mit dem Forderungseinzug beauftragt sind die Kosten des Inkassobüros in angemessender Höhe durch den Schuldner zu tragen.
Oder willst du behaupten dass das Rechtsgutachten von Prof.Dr.iur Isaak Meier falsch ist?
Bezüglich Inkassospesen (eines Inkassobüros) hat es Urteile zu lasten des Schuldners und Urteile zu Gunsten des Schuldners gegeben, desshalb werden hier auch verschiedene Auffassungen vertrete.
Falls du nicht glaubst dass die Kosten des Inkassobüros zum Verzugsschaden gehören der auf den Schuldner überwälzt werden kann, dann erkundige dich doch höchst persönlich beim Rechtsprofessor für Schuldbetreibung und Konkursrecht:
Prof.Dr.iur. Isaak Meier Tel: +41 (0)43 888 68 98
17. März 2009 um 13:09
Dein Prof. ist vielleicht dieser Meinung und man kann ja auch versuchen es vor Gericht einzuklagen, aber das heisst nicht, dass ein Gericht dies dann auch so sieht!
Wie gesagt, eine Inkassofirma einzuschalten ist nicht von Nöten. Deswegen wird diese Forderung kaum eine Chance haben auch wenn dein Prof. das meint!
Zudem muss man auch die Relationen sehen. Geht es um einen Betrag von mehreren Tausend Franken, ist es was anderes als wenn es um Fr 180.- oder so geht.
Dass diese Forderung einge Gute Chance vor Gericht hat, zeigt der (Bundesgerichtsentscheid 4 C.51/2000 vom 7. August 2000)
Natürlich wird ein Gläubiger oder ein Inkassobüro nicht wegen 300.- den Fall bis vor`s Bundesgericht ziehen, was aber nicht heisst dass die Forderung rechtlich nicht durchsetzbar wäre.
Der Streitpunkt Inkassospesen/Verzugsschaden Art.27.Abs.3 SchKG/Art.106 OR existiert schon seit mehreren Jahren, auch viele Rechtsanwälte verteten da verschiedene Ansichten.
Deshalb könnten wir noch ewig darüber diskutieren.
Ich kann einem Schuldner jedoch nur raten die Inkassospesen zu bezahlen, da sonst in einer Bonitätsdatenbank vermerkt wird dass nicht die gesammten Schulden beglichen wurden. Das kann bei Vermietern, Leasinfirmen, Kreditinstituten, Arbeitgebern einen schlechten Eindruck erwecken.
Das wollte ich dann auch schreiben Ivan. Wir haben schon weiter oben darüber gestritten.
Dennoch Rate ich niemals irgendetwas einer Inkassofirma zu bezahlen!
Bezahlt man so, geht man eine Anerkennung der Schuld ein. Bezahlt man den geschuldeten Betrag inkl. Verzugszins dem Gläubiger direkt, muss die Inkassofirma Ihre Forderung separat stellen. Da aber zu keinem Zeitpunkt eine Vertragsbeziehung zwischen Schuldner und Inkassofirma bestand, ist das eine aussichtslose Sache.
Noch eine andere Bemerkung zum Thema Schuldenberatung: Es sind dies nicht einfach nur irgendwelche Konsumenterschützer. Auch diese Konsumentenschützer und Schuldenberatungsstellen werden durch professionelle RECHTSANWÄLTE beraten!
Es Braucht keine Vertragsbeziehung zwischen Schuldner und Inkassobüro. Der Schuldner muss diese Kosten als Verzugsschaden tragen.
Es braucht ja auch keine Vertragsbeziehung zwischen dem Schuldner und dem Betreibungsamt, der schuldner muss die Betreibungskosten auch als Verzugsschaden tragen.
Du kannst natürlich wie du geschrieben hasst die Hauptforderung plus Zinsen an den Gläubiger Zahlen und die Zahlung der Inkassospesen/Verzugsschaden verweigern, dann must du allerdings in Kauf nehmen für diese Kosten betrieben und verklagt zu werden oder in einer Bonitätsdatenbank als renitenter Schuldner registriert zu werden.
17. März 2009 um 14:33
Doch Ivan, es braucht eine Vertragssituation. Ohne Vertragssituation kann keine Forderung bestehen. Ein Betreibungsamt ist ein Amt und kein Privatunternehmen.
Es kann eine Forderung aufgrund eines Gesetzesartikels bestehen (ohne Vertagsverhältnis)
Die Inkassokosten stützen sich auf den Artikel 106 des Obligationenrechtes.
Oder willst du sagen dass das Bundesgericht welches einen Schuldner zur Zahlung der Aussergerichtlichen Inkassokosten verurteilt hatte eine Falsche Entscheidung gefällt hat?(Bundesgerichtsentscheid 4 C.51/2000 vom 7. August 2000)
Überlassen wir solche Entscheidungen dem Gericht.
Was wenn du einem Schuldner den Rat erteilst die Inkassospesen nicht zu bezahlen und er anschliessend vom Gericht dazu verpflichtet wird? übernimmst du dan die Gerichtskosten? kümmerst du dich um die Löschung seines Betreibungsregisters und der Bonitätsdatenbank? Wenn nicht, dann empfehle ich dir solche Ratschläge zu unterlassen
EIN VERZUGSCHADEN MUSS NACHGEWIESEN WERDEN !!!
In besagtem Falle wurde ein Verzugsschaden NACHGEWIESEN und deswegen dieser Entscheid. Deswegen sind auch die Forderungen von Inkassofirmen in den meisten Fällen gegenstandslos.
Wären Sie es nicht, warum klagen die Inkassofirmen dann nicht? Sie würden ja nach deiner Meinung recht bekommen und keine Kosten selber tragen müssen. Hier stinkt doch was, oder?
Ich werde das Gefühl nicht los, dass du zu einer Inkassofirma gehörst
SchuldnerCH
Lieber RAFF
Da bin ich Deiner Meinung, dass Iwan zu dieser „Sippschaft“ gehört !!
Ich kann dich beruhigen, ich arbeite bei der Swisscom.
Ich habe in meiner KV-Lehre einen Vortrag über Schuldbetreibung und Konkurs gehalten, deswegen kenne ich mich damit aus.
Um deine Frage zu beantworten: Es hat bereits mehrere Klagen von Gläubiger gegeben welche von einem Inkassobüro vertreten wurden.
Gewisse Urteile gab es zu lasten der Schuldner und gewisse zu Gunsten der Schuldner.
Eine Klage wegen den Inkassospesen lohnt sich natürlich nicht wenn diese unter 5000.- ligen, deswegen wird in der Regel erst bei hohen Beträgen Klage erhoben.
Ivan, du bist mir ein Rätsel!
Du schreibst selber: Gewisse Urteile gab es zulasten der Schuldner und gewisse zugunsten der Schuldner.
Dein Bundesgerichtsurteil ist also nicht immer zum Zuge gekommen und dein Professor hat somit nicht grundlegend recht. Du widerlegst also deine Behauptungen ja selber, dass man den Verzugsschaden auf jeden Fall zahlen muss.
Die Inkassospesen welche gem. Art 106 OR auf den Schuldner überwälzt werden, können nur unter gewissen Voraussetzungen eingefordert werden.
Wurde der Schuldner vom Gläubiger nur einmal gemahnt bevor ein Inkassobüro mit dem Forderungseinzug beauftragt wurde, so verstösst dies gegen Treu und Glauben sowie gegen die Schadensminderungspflicht des Gläubigers.
Auch die Intrum Justitia welche (wie Arkey berichtete) auf eine Grundforderung von 300.- gleich 160.- Inkassospesen drauf schlägt würde vor Gericht Schlechte Karten haben.
„Peyer Partner Rechtsanwälte“ tätig.
18. März 2009 um 7:16
Also ich finde den Schlagabtausch zwischen Ivan und raff ja ganz spannend und bin grundsätzlich der Meinung von raff.
Hallo Synfonie
Es handelte sich also dabei nicht um Inkassokosten einer Inkassofirma sondern um die Anwaltskosten.
Das spielt Keine Rolle, der Beklagte berufte sich auf Art. 27 SchKG.
Dieser Artikel besagt, dass im Betreibungsverfahren die Kosten für einen Gläubigervertreter nicht auf den Schuldner überbunden werden können, also die Kosten für das Ausfüllen und Zustellen des Betreibungsbegehrens, des Fortsetzungsbegehrens, Verwertungsbegehrens und die Vertretung vor der Aufsichtsbehörde.
Wobei eine Inkassofirma kein Gläubigervertreter ist. Das kann nur ein Anwalt sein.
27. März 2009 um 13:30
Ein Inkassobüro ist sehr wohl ein Gläubigervertreter!
Es gibt Zahlreiche Gerichtsverfahren wo Gläubiger nicht durch einen Anwalt sondern durch ein Inkassobüro vertreten wurden.
Dito Ivan!
27. März 2009 um 13:47
Ich habe die ganze Diskussion gelesen unf fand es echt interessant, mir konnte diese Frage bis jetzt auch noch niemand Klar beantworten.
Raffaele (Beitragsautor/in)
Lieber L.V. frag doch den Ivan direkt statt hier, Du hast ja die gleiche IP wie er.
28. März 2009 um 22:46
@Synfonie:
Niko.T
Habe angerufen und denen gesagt dass die Inkassokosten nicht vom Schuldner zu tragen sind, die sagten mir dass der Verzugsschaden nicht vom Inkassobüro ist, sondern dass der Gläubiger vor etwa 8 Monaten einen Kredit aufgenommen hat und mir nun die Kreditkosten abzüglich verzugszins in Rechnung stellt und die den Auftrag haben die Betreibung einzuleiten wenn ich nicht zahle.
Jetzt habe ich zwar wieder einen Job und könnte das Geld in 3 Raten zurückzahlen. Muss ich jetzt im Ernst die Kosten von seinem Kredit übernehmen den er angeblich wegen mir aufnehmen musste weil ich nicht rechtzeitig das Geld zurück zahlen konnte?
29. März 2009 um 18:50
Man so was Schräges!
Im Wort Verzugsschaden ist das Wort Schaden enthalten, und wenn man einen Schaden erlitten hat, muss man diesen gegenüber der Gegenpartei beweisen können. Ich weiss nicht, wie er das mit dem Kredit beweisen will oder kann. Ich finde es aber eine ziemlich schräge Geschichte und da solltest du dir schon Rat bei Leuten holen, die sich auskennen.
Eine Rechtsschutzversicherung habe ich nicht, die inkaprax meinte der Verzugsschden besteht aus den Kreditzinsen, der Gläubiger hatte vor 8 Monate 2500 Kredit aufgenommen und die Kreditzinsen betragen bis heute 227.60 und ich müsse den Teil bezahlen welcher nicht mit dem Verzugszins abgegolten ist.(Fr.143.15)
Wenn du die Zahlungsvereinbarung eingehst, kannst du nicht mehr zurück.
29. März 2009 um 19:44
Na ja, ich wird ja wohl nicht behaupten können, dass die Kreditaufnahme nicht notwendig war, wir wahren dort beide im 80% Pensum angestellt. Dann werd ich wohl Zähneknirschend bezahlen müssen.
Trotzdem Danke für die Infos in diesem Blog.
30. März 2009 um 17:46
Ja das ist Pech Niko.T
Nachtrag zu meinem Beitrag vom 15. März:
„Mit Bezug auf Ihre E-Mail teilen wir Ihnen mit, dass wir die Sachlage umgehend mit unserem Kunden abklären. In der Zwischenzeit wird der oben erwähnte Fall bei uns sistiert.“
Hallo arkey
31. März 2009 um 6:21
31. März 2009 um 6:29
Niko, der Ivan war eh immer der Meinung, Schuldner seine zu bestrafen und sollen alles zahlen, so jedenfalls kam er mir immer mehr rüber.
31. März 2009 um 19:33
6. April 2009 um 20:43
Habe euch versprochen euch mitzuteilen was Intrum noch zusagen hat nachdem Cablecom um Abschluss meiner Fälle gebeten hat.
Was hat das mit Inkassofirmen zu tun?
26. August 2010 um 7:29
Nicht nur bei Nichtbezahlen! Mein Freund hatte eine Radarbusse in der Stadt Zürich. 40.- für 3km/h zuviel. 4 Monate später kam vom Stadtrichter eine Verfügung.
Ja in ZH werden keine Mahnungen verschickt. Doof aber nicht illegal. Man muss nicht Mahnen. Und wenn man nicht innerhalb 30 Tagen zahlt, kommt das Strafverfahren.
hab auch so ein Score control brief bekommen und jetzt is meine Frage: soll ich den mist jetzt bezahlen oder nicht? und wnen nicht kann ich dan probleme bekommen? (bin noch nicht volljährig)
Ja, es gibt viele Betrüger mittlerweile. Leider werden diese Schreiben heute immer besser. Ich hoffe irgendwann kriegen sie mal einen…
vielen Dank für den spannenden Artikel. Das hat mich sehr gefreut. Ich war wirklich geschockt über die Vorgehensweise dieser Firma.