Source: https://www.servat.unibe.ch/dfr/bv114001.html
Timestamp: 2020-03-30 20:28:58
Document Index: 216027068

Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'Art. 14', '§ 14', '§ 415', '§ 14', 'Art. 2', 'Art. 14', '§ 14', '§ 8', 'Art. 2', 'Art. 14', 'Art. 14', '§ 14', '§ 8', '§ 14', '§ 8', '§ 7', '§ 7', '§ 8', '§ 14', '§ 415', '§ 14', '§ 415', '§ 14', '§ 14', '§ 8', '§ 415', '§ 14', '§ 8', '§ 5', '§ 8', '§ 1', '§ 14', '§ 8', '§ 10', 'Art. 16', 'Art. 2', 'Art. 14', 'Art. 14', '§ 14', '§ 415', 'Art. 14', '§ 14', 'Art. 25', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 8', '§ 415', '§ 15', '§ 44', '§ 44', '§ 385', '§ 10', '§ 30', '§ 31', '§ 33', '§ 44', '§ 31', '§ 44', '§ 32', '§ 44', 'Art. 8', '§ 180', '§ 181', '§ 44', '§ 181', '§ 34', '§ 181', '§ 14', 'Art. 14', '§ 14', '§ 44', '§ 44', '§ 48', '§ 44', '§ 44', 'Art. 9', '§ 14', 'Art. 14', '§ 14', '§ 8', '§ 8', '§ 78', 'Art. 2', 'Art. 14', '§ 415', '§ 14', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', '§ 415', '§ 14', '§ 14', '§ 65', 'Art. 14', 'Art. 14', '§ 11', '§ 5', '§ 66', '§ 72', '§ 70', '§ 53', '§ 81', '§ 1', '§ 4', 'Art. 14', 'Art. 14', '§ 53', '§ 53', '§ 56', '§ 56', '§ 14', '§ 53', '§ 104', '§ 8', '§ 8', '§ 14', '§ 8', '§ 81', '§ 4', '§ 14', '§ 14', 'Art. 2', 'Art. 14', '§ 8', 'Art. 2', 'Art. 14', '§ 14', '§ 8', 'Art. 14', 'Art. 14', '§ 44', 'Art. 14', '§ 14', '§ 8', '§ 44', 'Art. 14', '§ 38', '§ 385', '§ 291', '§ 180', '§ 44', '§ 14', '§ 44', '§ 48', '§ 43', 'BGH', '§ 44', '§ 19', '§ 20', '§ 4', '§ 14', '§ 20', 'Art. 14', 'Art. 14', 'Art. 14', '§ 14', '§ 8', '§ 14', '§ 44', '§ 44', 'Art. 14', '§ 14', '§ 8', '§ 44', 'Art. 14', '§ 44', '§ 44', '§ 415', '§ 14', '§ 8', '§ 8', 'Art. 2', 'Art. 14', '§ 95', '§ 44', '§ 14', '§ 14', '§ 8', '§ 8', '§ 14', '§ 8', 'Art. 2', 'Art. 14', '§ 34']

DFR - BVerfGE 114, 1 - Übertragung von Lebensversicherungsverträgen
1. Der Beschwerdeführer zu 1 unterhielt seit dem 1. Januar 1 ...
2. Der Beschwerdeführer zu 1 legte gemeinsam mit einem weite ...
3. Mit seiner Klage wandte sich der Beschwerdeführer gegen d ...
4. Mit dem Gesetz über die integrierte Finanzdienstleistungs ...
5. Mit seiner Verfassungsbeschwerde, die sich auch gegen die im V ...
6. Am Verfahren hat sich die Konzernmutter der Beigeladenen des A ...
7. Zu der Verfassungsbeschwerde haben die Beteiligte, der Bund de ...
1. Die Beschwerdeführer zu 2 unterhielten bei dem Beigeladen ...
2. Die Beschwerdeführer und weitere Versicherte erhoben gege ...
3. Die Beschwerdeführer und weitere Betroffene erhoben gegen ...
4. Das Bundesverwaltungsgericht entschied in dem angegriffenen Ur ...
5. Die Beschwerdeführer zu 2 a), b), d), g) und i) haben, ge ...
6. Mit der Verfassungsbeschwerde, mit der auch die Genehmigungsve ...
7. Die Beigeladene zu 2 ist dem Verfahren beigetreten. ...
8. Zu der Verfassungsbeschwerde haben der Präsident des Bund ...
1. Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts fordert ...
2. Zu einer verlässlichen Klärung der streitigen Rechts ...
1. Die zu erfüllenden Schutzpflichten ergeben sich aus Art.& ...
2. Der aus Art. 2 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 G ...
3. Der in dem Verweis von § 14 Abs. 1 Satz 3 VAG auf &s ...
1. Die Mitgliedschaft in einem Versicherungsverein auf Gegenseiti ...
2. Mit der Genehmigung der Bestandsübertragung geht das Vers ...
3. Bei dem Verlust der Mitgliedschaft sind die Belange der Versic ...
4. Das verfassungsrechtliche Defizit lässt sich durch eine a ...
Bearbeitung, zuletzt am 15.03.2020, durch: Dominika Blonski, A. Tschentscher
1. Bedarf es für die Übertragung des Bestands von Lebensversicherungsverträgen auf ein anderes Unternehmen keiner Genehmigung durch den Versicherungsnehmer (Ausschluss des § 415 BGB durch § 14 Abs. 1 Satz 4 VAG), ist der Gesetzgeber durch Art. 2 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 GG verpflichtet, den dadurch bewirkten Verlust der Möglichkeit, die vertragsmäßigen Rechte eigenständig und individuell durchzusetzen, auszugleichen.
2. Unterwirft der Gesetzgeber -- wie in § 14 Abs. 1 Satz 3 in Verbindung mit § 8 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 VAG geschehen -- die Übertragung des Bestands von Lebensversicherungsverträgen auf ein anderes Unternehmen dem Vorbehalt einer aufsichtsbehördlichen Genehmigung, so sind die Belange der Versicherten von der Aufsichtsbehörde umfassend festzustellen und ungeschmälert in die Entscheidung über die Genehmigung und die dabei vorzunehmende Abwägung einzubringen.
3. Die verfassungsrechtlichen Schutzpflichten aus Art. 2 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 GG fordern Sicherungen dafür, dass die durch Prämienzahlungen der Versicherungsnehmer beim Versicherer geschaffenen Vermögenswerte im Fall von Bestandsübertragungen als Quellen für die Erwirtschaftung von Überschüssen erhalten bleiben und den Versicherten in gleichem Umfang zugute kommen wie ohne Austausch des Schuldners.
4. Zu den Anforderungen aus Art. 14 Abs. 1 GG an einen angemessenen Vermögensausgleich für den Verlust der Vereinsmitgliedschaft bei der Übertragung des Bestands von Lebensversichungsverträgen eines Versicherungsvereins auf Gegenseitgkeit.
-- 1 BvR 782/94, 957/96 --
in den Verfahren über die Verfassungsbeschwerden 1. des Herrn K... -- Bevollmächtigte: Rechtsanwältin Dr. Astrid Wallrabenstein, Prälat-Diehl-Straße 17, 64285 Darmstadt -- gegen a) das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 11. Januar 1994 -- BVerwG 1 A 72.89 --, b) die Beschlusskammerentscheidung des Bundesaufsichtsamts für das Versicherungswesen vom 22. Februar 1989 und 11. Mai 1989 -- Z 3-B 2/88 --, c) den Vergleichsvertrag vom 17. Mai 1989 und 2. Juni 1989 zwischen dem Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen, der Deutscher Herold Aktiengesellschaft und der Deutscher Herold Lebensversicherungs-AG, d) die Verfügung des Bundesaufsichtsamts für das Versicherungswesen vom 15. Juni 1988 -- I-1138-11/88 -- Beteiligte: Deutscher Herold Versicherungsgruppe, Poppelsdorfer Allee 25--33, 53115 Bonn -- Bevollmächtigte: Rechtsanwälte Prof. Dr. Konrad Redeker und Koll., Mozartstraße 4--10, 53115 Bonn -- 1 BvR 782/94 --, 2. a) der Frau B..., b) des Herrn B..., c) des Herrn H..., d) des Herrn P..., e) des Herrn R..., f) des Herrn S..., g) des Herrn S..., h) des Herrn U..., i) der Frau W... -- Bevollmächtigte: Rechtsanwältin Dr. Astrid Wallrabenstein, Prälat-Diehl-Straße 17, 64285 Darmstadt -- gegen a) das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 12. Dezember 1995 -- BVerwG 1 A 2.92 --, b) die Verfügung des Bundesaufsichtsamts für das Versicherungswesen vom 20. Juni 1989 in der Fassung der Beschlusskammerentscheidung vom 14. November 1991 -- I 1 -- 1141 -- 48/91/Z 3 -- B 2/90 -- Beteiligte: R+V Lebensversicherung AG, Taunusstraße 1, 65193 Wiesbaden -- Bevollmächtigte: Rechtsanwälte Prof. Dr. Christoph Moench, Dr. Olaf Otting, Prof. Dr. Michael Uechtritz, Maybachstraße 6, 70469 Stuttgart -- 1 BvR 957/96 --.
1. § 14 Absatz 1 Satz 3 in Verbindung mit § 8 Absatz 1 Nummer 2 des Versicherungsaufsichtsgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 17. Dezember 1992 (Bundesgesetzblatt 1993 I Seite 2) und § 14 Absatz 1 Satz 3 in Verbindung mit § 8 Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 dieses Gesetzes in der Fassung des Gesetzes vom 21. Juli 1994 (Bundesgesetzblatt I Seite 1630) sind mit Artikel 2 Absatz 1 und Artikel 14 Absatz 1 des Grundgesetzes unvereinbar, soweit sie nicht sicherstellen, dass eine aufsichtsrechtliche Genehmigung der Übertragung des Bestands von Lebensversicherungsverträgen auf ein anderes Unternehmen nur erfolgt, wenn die Belange der Versicherten -- bei Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit auch der Anspruch der Mitglieder auf Zahlung eines angemessenen Entgelts -- gewahrt sind.
Verfahren 1 BvR 782/94
Sie übertrug mit Vertrag vom 13. Juni 1988 den Versicherungsbestand ihres Unternehmens auf die Beigeladene zu 2 des Ausgangsverfahrens (im Folgenden: Beigeladene zu 2), eine von ihr zu diesem Zweck gegründete Tochtergesellschaft, die 100% der Anteile hielt. Die Übertragung umfasste auch die zum Versicherungsbestand gehörenden technischen Passiva und die zur Bedeckung dienenden Aktiva. Letztere machten 98,88% des Buchwerts aller vor der Bestandsübertragung vorhandenen Aktiva der Beigeladenen zu 1 aus. Der Buchwert der bei der Beigeladenen zu 1 verbliebenen Aktiva war mit gut 90 Mio. DM ausgewiesen. Darunter befanden sich als Anteile an verbundenen Unternehmen unter anderem 100% der Anteile an der Beigeladenen zu 2, 100% der Anteile an einer weiteren der Gruppe angehörenden Versicherungsaktiengesellschaft sowie weitere Beteiligungen. Der Buchwert der Anteile an verbundenen Unternehmen belief sich auf 12 Mio. DM; die gesamten Beteiligungen machten etwa 26 Mio. DM aus.
Die ursprüngliche Fassung aus dem Jahr 1901 (RGBl S. 139) lautete:
Jedes Übereinkommen, wodurch der Versicherungsbestand eines Unternehmens in seiner Gesamtheit oder in einzelnen Zweigen mit den darauf bezüglichen Reserven und Prämienüberträgen auf ein anderes Unternehmen übertragen werden soll, bedarf der Genehmigung der für die beteiligten Unternehmungen zuständigen Aufsichtsbehörden. Die Genehmigung darf nur aus den Gründen des § 7 versagt werden.
Die vorstehend in Bezug genommene Regelung des § 7 war der Vorläufer des heutigen § 8 VAG. In ihr hieß es -- soweit hier von Interesse --:
Die Erlaubnis zum Geschäftsbetriebe darf nur versagt werden, wenn
Durch das Gesetz zur Änderung des Gesetzes über die privaten Versicherungsunternehmen vom 30. März 1931 (RGBl I S. 102) wurde Absatz 1 des § 14 VAG, zu dem die ursprüngliche Fassung der Vorschrift inzwischen geworden war, um den folgenden Satz 3 ergänzt:
Die Rechte und Pflichten der übertragenden Versicherungsunternehmung aus dem Versicherungsvertrag gehen mit der Bestandsübertragung auf die übernehmende Versicherungsunternehmung über.
Herrschend war die Ansicht, dass damit eine Ausnahme von der nach § 415 BGB grundsätzlich bestehenden Abhängigkeit einer Schuldübernahme von der Zustimmung des Gläubigers geregelt sein sollte. Wegen dennoch verbleibender Zweifel kam es durch das Vierzehnte Gesetz zur Änderung des Versicherungsaufsichtsgesetzes vom 29. März 1983 (BGBl. I S. 377) zu der ausdrücklichen Regelung in § 14 Abs. 1 Satz 5 VAG, dass § 415 BGB nicht anzuwenden sei. Inzwischen findet sich diese Regelung in § 14 Abs. 1 Satz 4 VAG.
§ 14 Abs. 1 VAG lautet heute in der Fassung des Gesetzes vom 21. Juli 1994 (BGBl. I S. 1630) wie folgt:
Jeder Vertrag, durch den der Versicherungsbestand eines Unternehmens ganz oder teilweise auf ein anderes Unternehmen übertragen werden soll, bedarf der Genehmigung der Aufsichtsbehörden, die für die beteiligten Unternehmen zuständig sind. Das übernehmende Versicherungsunternehmen muss nachweisen, dass es nach der Übertragung Eigenmittel in Höhe der Solvabilitätsspanne besitzt. Im Übrigen gilt § 8 entsprechend. Die Rechte und Pflichten des übertragenden Unternehmens aus den Versicherungsverträgen gehen mit der Bestandsübertragung auch im Verhältnis zu den Versicherungsnehmern auf das übernehmende Unternehmen über; § 415 des Bürgerlichen Gesetzbuchs ist nicht anzuwenden.
Der in § 14 Abs. 1 Satz 3 VAG in Bezug genommene § 8 hat gegenwärtig in der hier einschlägigen Nummer 3 des Absatzes 1 Satz 1 (früher Nummer 2 dieses Absatzes) folgenden Wortlaut:
Die Erlaubnis ist zu versagen, wenn nach dem Geschäftsplan und den nach § 5 Abs. 4 Satz 3 und 4, Abs. 5 vorgelegten Unterlagen die Belange der Versicherten nicht ausreichend gewahrt oder die Verpflichtungen aus den Versicherungen nicht genügend als dauernd erfüllbar dargetan sind.
2. Der Beschwerdeführer zu 1 legte gemeinsam mit einem weiteren Betroffenen gegen die Genehmigung der Bestandsübertragung Widerspruch ein. Zur Begründung brachte er unter Berufung auf Pressemeldungen vor, in dem Anteil von 1,12% Aktiva, der bei der Beigeladenen zu 1 verbleibe, seien stille Reserven von rund 350 Mio. DM enthalten; diese Vermögenswerte stünden zum größten Teil den Versicherten zu und dürften deshalb nicht bei der übertragenden Gesellschaft verbleiben.
Die gemäß § 8 der Dritten Durchführungsverordnung zum Gesetz über die Errichtung eines Bundesaufsichtsamtes für das Versi cherungs- und Bausparwesen vom 25. März 1953 (BGBl. I S. 75) zuständige Beschlusskammer des Bundesaufsichtsamts für das Versicherungswesen forderte die beiden Beigeladenen auf, zum Umfang der in den Aktiva enthaltenen stillen Reserven ein Sachverständigengutachten vorzulegen. Dies könne unterbleiben, wenn wahlweise eine Verpflichtung der Beigeladenen zu 1 gegenüber dem Bundesaufsichtsamt begründet werde, bei Veräußerung der zurückbehaltenen Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen die Versicherten, deren bei Bestandsübertragung bestehender Versicherungsvertrag bei Veräußerung noch nicht abgelaufen sei, nach Maßgabe ihres Anteils am gesamten Deckungskapital zum Zeitpunkt der Bestandsübertragung anteilig an dem erzielten Gewinn (Veräußerungserlös abzüglich Buchwert) zu beteiligen. Der Prozentsatz der Beteiligung müsse mindestens 90 betragen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde am 17. Mai 1989 getroffen (vgl. die Wiedergabe des Vertrages in VerBAV 1989, S. 235 [236]). In dem hier vorrangig maßgebenden § 1 des Vertrags heißt es:
Die (Beigeladene zu 1) verpflichtet sich in Ergänzung des mit der (Beigeladenen zu 2) abgeschlossenen Einbringungs- und Bestandsübertragungsvertrages gegenüber dem BAV, bei Veräußerung der zurückbehaltenen Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen die Versicherten, deren bei Bestandsübertragung bestehender gewinnberechtigter Versicherungsvertrag im Zeitpunkt der Veräußerung noch nicht abgelaufen ist, anteilig an dem erzielten Veräußerungsgewinn (Veräußerungserlös abzüglich Buchwert) zu beteiligen. Der Prozentsatz, mit dem diese Versicherten an dem Veräußerungsgewinn anteilig zu beteiligen sind, muss mindestens 90 betragen. Die Höhe des Anteils des einzelnen Versicherten berechnet sich aus seinem zum Zeitpunkt der Bestandsübertragung vorhandenen Deckungskapital, das ins Verhältnis zum gesamten bei Bestandsübertragung vorhandenen Deckungskapital gesetzt wird.
Zur Geltendmachung ihres Anspruchs auf anteilige Beteiligung sind auch die einzelnen Versicherten berechtigt.
Der Anteil des Beschwerdeführers zu 1 betrug danach im Falle einer Veräußerung 0,00000180089%. Eine Veräußerung von zurückbehaltenen Anteilen war seitens der Beigeladenen zu 1 allerdings tatsächlich nicht geplant. Als jedoch einige Jahre darauf die Beigeladene zu 1 durch eine Großbank übernommen wurde, gab sie ihre Beteiligung an einer Bausparkasse aus kartellrechtlichen Erwägungen auf. Nach der Veräußerung dieser Anteile zum Preis von 450% des Buchwerts im Dezember 1993 wurden dem Beschwerdeführer auf der Grundlage des Vertrags mit dem Bundesaufsichtamt 16,77 DM gutgeschrieben.
b) Die Klage sei aber unbegründet. Die Belange der Versicherten seien bei der Bestandsübertragung im Sinne von § 14 Abs. 1 Satz 3 in Verbindung mit § 8 Abs. 1 Nr. 2 Alternative 1 VAG a.F. ausreichend gewahrt worden. Die rechtliche Ausgestaltung des Versiche rungsverhältnisses habe sich durch die Bestandsübertragung nicht verändert; es sei insoweit keine Schlechterstellung eingetreten. Das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen sei nicht verpflichtet gewesen, anlässlich der Erteilung der Genehmigung eine Umgestaltung der Versicherungsverträge zugunsten der Versicherten herbeizuführen. Eine Verbesserung ihrer Position könnten die Versicherten in dem betreffenden Verfahren nicht beanspruchen.
Auch soweit die zurückbehaltenen Vermögenswerte als laufende Ertragsquelle der Beigeladenen zu 2 ausfielen, liege keine zu beanstandende Schlechterstellung vor, da -- nicht zuletzt wegen bei der Beigeladenen zu 1 zurückgebliebener Verpflichtungen -- nicht davon ausgegangen werden könne, dass diese Erträge zu einer Erhöhung der Überschussbeteiligung geführt hätten. Im Übrigen liege die von der Beigeladenen zu 2 gewährte Quote von über 97% des Rohüberschusses höher als die geschuldete Mindestquote von 90%. Die von der Beigeladenen zu 2 gewährte Quote des Rohüberschusses verringerte sich, wenn man diesen um die nicht durch Aufrechnungen gekürzten Erträge aus dem zurückbehaltenen Vermögen erhöhte, um weniger als einen Prozentpunkt; sie läge dann immer noch erheblich über der geschuldeten Mindestquote von 90% und wäre daher rechtlich nicht zu beanstanden. Im Rahmen der Gesamtabwägung sei schließlich mit zu berücksichtigen, dass der zu Grunde liegende Übertragungsvorgang den wirtschaftlich sinnvollen Zweck der Spartentrennung verfolge.
4. Mit dem Gesetz über die integrierte Finanzdienstleistungsaufsicht vom 22. April 2002 (BGBl. I S. 1310) hat der Gesetzgeber die Versicherungsaufsicht neu geordnet. An die Stelle des Bundesaufsichtsamts für das Versicherungswesen ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) getreten. Grundlegende Änderungen im Bereich der Bestandsübertragung waren damit nicht verbunden. § 10a BAG und die Regelungen über die Beschlusskammer des Bundesaufsichtsamts in der Dritten Durchführungsverordnung zum Gesetz über die Errichtung dieses Amts sind durch Art. 16 und 20 Nr. 5 des Gesetzes vom 22. April 2002 aufgehoben worden. Es gelten nunmehr die allgemeinen Vorschriften des Verwaltungsverfahrensgesetzes des Bundes. Das Beschlusskammerverfahren und die erstinstanzliche Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts bestehen damit nicht mehr (vgl. BTDrucks 14/7033, S. 43).
5. Mit seiner Verfassungsbeschwerde, die sich auch gegen die im Verfahren vor dem Bundesaufsichtsamt ergangenen Maßnahmen richtet, rügt der Beschwerdeführer zu 1 insbesondere die Verletzung der Art. 2 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 GG.
c) Auch das Grundrecht aus Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG sei durch die Genehmigung der Bestandsübertragung verletzt. § 14 VAG habe ur sprünglich nur den Zweck gehabt, die notwendige Sanierung bankrottreifer Versicherer nicht am Widerspruch einzelner Versicherungsnehmer scheitern zu lassen. Die Regelung führe zu einer Eigentumsbeschränkung, da der Versicherte ohne Zustimmung einen neuen Schuldner erhalte. Die darin liegende Einschränkung des institutionellen Gehalts der vom Gesetzgeber geschaffenen Eigentumsposition eines Anspruchs auf Überschussbeteiligung bedürfe besonderer Begründung. Darüber hinaus komme auch der Regelung des § 415 BGB institutionelle Bedeutung für die grundrechtliche Verankerung der Forderung als Eigentumsrecht zu. Werde dieser Gehalt eingeschränkt, bedürfe es einer strengen Prüfung der Verhältnismäßigkeit der Maßnahme. Auch gewinne die eigentumsrechtliche Ausprägung des Gleichheitssatzes in Gestalt der Systemgerechtigkeit Bedeutung. Auf Grund all dessen sei der Ausschluss der Gläubigerzustimmung allein mit Rücksicht auf wirtschaftliche Interessen des Versicherers nicht gerechtfertigt. Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG gebiete vielmehr eine Reduktion des § 14 VAG auf den ursprünglichen Zweck, die Sanierung von Versicherungsunternehmen zu ermöglichen. Dies sei auch mit den Vorgaben von Art. 25 Abs. 1 der 1. Koordinierungsrichtlinie Leben (ABlEG Nr. L 63 vom 13. März 1979, S. 1) vereinbar. Mithin hätten das Bundesaufsichtsamt und das Bundesverwaltungsgericht § 14 VAG nicht anwenden dürfen.
a) Die Beteiligte hält eine nachteilige Berührung der Belange des Beschwerdeführers durch die angegriffenen Entscheidungen für nicht erkennbar. Auch durch den Verbleib von 1,12% des Buchwerts der Aktiva des früheren Versicherers bei der Holding sei der Beschwerdeführer nicht benachteiligt. Wirtschaftliche Risiken seien infolge der Bestandsübertragung nicht entstanden. Der Bestand dürfe nach dem Vergleichsvertrag auch innerhalb des Konzerns nur zum realen Wert veräußert werden. Infolge der Umstrukturierung und der Tatsache, dass die Versicherten an den laufenden Erträgen der zurückbehaltenen Beteiligungen nicht mehr partizipierten, habe sich die Ablaufleistung für den Beschwerdeführer lediglich um 273,86 Euro verringert. Überdies sei der Versicherungsvertrag des Beschwerdeführers bereits unter der Geltung des § 14 VAG geschlossen worden, der den Schuldnerwechsel zulasse, so dass seine Forderungen von vornherein mit der Möglichkeit eines Verlusts des ursprünglichen Vertragspartners behaftet gewesen seien. Die nicht vollständige Übertragung der Aktiva berühre eine grundrechtlich geschützte Eigentumsposition der Versicherten nicht. Diese seien an den Vermögenswerten des Unternehmens nicht beteiligt. Das Vermögen werde auch nicht treuhänderisch verwaltet. Ein Verstoß gegen den Grundsatz der Privatautonomie, namentlich unter dem Aspekt einer vom Versicherer ausgenutzten strukturellen Überlegenheit, liege nicht vor.
Verfahren 1 BvR 957/96
1. Die Beschwerdeführer zu 2 unterhielten bei dem Beigeladenen zu 1 des dortigen Ausgangsverfahrens (im Folgenden: Beigeladener zu 1), einem Lebensversicherungsverein auf Gegenseitigkeit, Kapitallebensversicherungen mit Überschussbeteiligung. Die Satzung des Beigeladenen zu 1 lautete -- soweit hier von Interesse --:
C) die Mitgliedervertretung.
(1) Als oberstes Organ vertritt die Mitgliedervertretung die Gesamtheit der Mitglieder. Ihre Beschlüsse fasst sie in der Mitgliederversammlung. Die Mitgliedervertretung besteht aus 25--30 Mitgliedervertretern, die nach einer vom Aufsichtsrat und Vorstand im Einvernehmen mit der Aufsichtsbehörde aufzustellenden Wahlordnung von den Mitgliedern der Gesellschaft ... gewählt werden ...
(2) Aus dem Überschuss sind die Rücklagen in der Höhe zu bedenken, die zur Festigung der Sicherheit des Betriebes geboten erscheint. Die Zuführung darf 5% des Überschusses nicht übersteigen. Über sie beschließen der Vorstand und der Aufsichtsrat.
Die für den geplanten Vorgang einschlägige Regelung des § 14 Abs. 1 VAG lautete in der seinerzeit geltenden Fassung der Bekanntmachung des Versicherungsaufsichtsgesetzes vom 17. Dezember 1992 (BGBl. 1993 I S. 2) wie folgt:
Jeder Vertrag, durch den der Versicherungsbestand eines Unternehmens ganz oder teilweise auf ein anderes Unternehmen übertragen werden soll, bedarf der Genehmigung der Aufsichtsbehörden, die für die beteiligten Unternehmen zuständig sind. Das übernehmende Versicherungsunternehmen muss nachweisen, dass es nach der Übertragung Eigenmittel in Höhe der Solvabilitätsspanne besitzt. Im Übrigen gilt § 8 entsprechend. Die Aufsichtsbehörde hat darauf zu achten, dass die sozialen Belange der Beschäftigten des übertragenden Unternehmens ausreichend gewahrt sind. Die Rechte und Pflichten des übertragenden Unternehmens aus den Versicherungsverträgen gehen mit der Bestandsübertragung auch im Verhältnis zu den Versicherungsnehmern auf das übernehmende Unternehmen über; § 415 des Bürgerlichen Gesetzbuchs ist nicht anzuwenden.
§§ 15 ff. VAG enthalten Regelungen über Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit. Die Bestandsübertragung ist in § 44 VAG in bis heute unverändertem Wortlaut geregelt:
Verträge, durch die der Versicherungsbestand des Vereins ganz oder teilweise auf ein anderes Unternehmen übertragen werden soll, bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Zustimmung der obersten Vertretung. Der Beschluss bedarf einer Mehrheit von drei Vierteln der abgegebenen Stimmen, wenn die Satzung nichts anderes bestimmt.
In dem hier maßgeblichen Zeitraum galt ferner § 44b VAG. Diese Norm hatte folgenden Wortlaut:
(1) Ein Verein kann sein Vermögen als Ganzes ohne Abwicklung auf eine Aktiengesellschaft übertragen.
(4) Die Aktiengesellschaft, die das Vermögen eines Vereins übernimmt, ist zur Gewährung eines angemessenen Entgelts verpflichtet, wenn dies unter Berücksichtigung der Vermögens- und Ertragslage des Vereins im Zeitpunkt der Beschlussfassung der obersten Vertretung gerechtfertigt ist. In dem Beschluss, durch den dem Übertragungsvertrag zugestimmt wird, ist zu bestimmen, dass bei der Verteilung des Entgelts jedes Mit glied zu berücksichtigen ist, das dem Verein seit mindestens drei Monaten vor dem Beschluss angehört hat. Ferner sind in dem Beschluss die Maßstäbe festzusetzen, nach denen das Entgelt auf die Mitglieder zu verteilen ist; § 385e Abs. 2 des Aktiengesetzes gilt sinngemäß. Hat ein Mitglied oder ein Dritter nach der Satzung ein unentziehbares Recht auf den Abwicklungsüberschuss oder einen Teil davon, so bedarf der Beschluss über die Vermögensübertragung der Zustimmung des Mitglieds oder des Dritten. Die Zustimmung bedarf der notariellen Beurkundung.
(5) Ist das vereinbarte Entgelt nicht angemessen, so hat das Landgericht, in dessen Bezirk der Verein seinen Sitz hat, auf Antrag das angemessene Entgelt zu bestimmen. Das Gleiche gilt, wenn ein Entgelt entgegen Absatz 4 Satz 1 nicht vereinbart worden ist. Antragsberechtigt ist jedes Mitglied, das dem Verein seit mindestens drei Monaten vor dem Beschluss der obersten Vertretung über die Vermögensübertragung angehört hat. Der Antrag kann nur binnen zwei Monaten nach dem Tage gestellt werden, an dem die Eintragung der Vermögensübertragung in das Handelsregister des Sitzes der Aktiengesellschaft nach § 10 des Handelsgesetzbuchs als bekanntgemacht gilt. Im Übrigen gelten § 30 Satz 2 bis 4, die §§ 31, 32 Abs. 2 und 3 sowie die §§ 33 bis 37 und 39 des Umwandlungsgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 6. November 1969 (BGBl. I S. 2081), zuletzt geändert durch Artikel 4 des Gesetzes vom 25. Oktober 1982 (BGBl. I S. 1425), sinngemäß.
(9) Die Vermögensübertragung bedarf der Genehmigung der Aufsichtsbehörde. Die Genehmigung darf auch versagt werden, wenn die Vorschriften dieses Gesetzes über die Vermögensübertragung nicht beachtet worden sind. Die Urkunden über die Genehmigung sind der Anmeldung der Vermögensübertragung zum Handelsregister beizufügen.
Auf das nach § 44b VAG a.F. maßgebliche gerichtliche Verfahren war § 31 des Umwandlungsgesetzes (UmwG) anzuwenden (vgl. Prölss, Versicherungsaufsichtsgesetz, 10.Aufl. 1989, § 44b Rn. 21a). Die Norm lautete in der seinerzeit maßgeblichen Fassung des Gesetzes vom 19. Dezember 1985 (BGBl. I S. 2355):
Auf das Verfahren ist das Gesetz über die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit anzuwenden, soweit in den §§ 32 bis 37 nichts anderes bestimmt ist.
b) Die §§ 44a bis 44c VAG -- im Folgenden als a.F. gekennzeichnet -- sind durch Art. 8 Nr. 2 des Gesetzes zur Bereinigung des Umwandlungsrechts vom 28. Oktober 1994 (BGBl. I S. 3210) aufgehoben worden. Das Umwandlungsgesetz in der Fassung dieses Gesetzes regelt Vorgänge dieser Art nunmehr in verschiedenen Zusammenhängen. Die §§ 180 ff. UmwG befassen sich mit der Übertragung eines Vermögens eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit auf Aktiengesellschaften oder öffentlichrechtliche Versicherungsunternehmen. Die in diesem Zusammenhang ergangene Regelung des § 181 UmwG entspricht im Ansatz dem § 44b VAG a.F.; dies gilt namentlich für die Pflicht zur Gewährung einer angemessenen Gegenleistung durch den übernehmenden Rechtsträger. Nach § 181 Abs. 4 in Verbindung mit § 34 UmwG ist diese Gegenleistung, wenn sie entgegen § 181 Abs. 1 UmwG nicht vereinbart worden ist, auf Antrag gerichtlich zu bestimmen.
Die Höhe des an die Mitglieder zu zahlenden Gesamtentgelts wurde durch ein Gutachten einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft festgestellt. Danach ergab sich bei einer unterstellten Überschussbeteiligung der Versicherten von 98,6% ein Unternehmenswert von 226 Mio. DM. Das auf den übertragenen Bestand entfallende Gesamtentgelt wurde auf der Grundlage dieses Gutachtens mit gut 217 Mio. DM errechnet. Das Gutachten ermittelte den Unternehmenswert des Beigeladenen zu 1 mit Hilfe der Ertragswertmethode. Maßgeblich sei der Nutzen des Unternehmens, verstanden als der kapitalisierte Überschuss der Erträge über die Aufwendungen. Mit dem Bestandsübertragungs- und Teilbetriebseinbringungsvertrag vom 9. Mai 1989 gingen 96,4% des Versicherungsbestands von dem Beigeladenen zu 1 auf die Beigeladene zu 2 über. Bei dem Beigeladenen zu 1 verblieben lediglich die Restkredit- und die Vermögensbildungsversicherung; die Versicherungsnehmer dieser beiden Sparten blieben Mitglieder des Vereins. Jedem Teilbestand, sowohl dem bei dem Beigeladenen zu 1 verbliebenen als auch dem auf die Beigeladene zu 2 übertragenen, wurden Aktivwerte in der Höhe zugeordnet, in der sie zur Bedeckung der mit dem Bestand verbundenen Passivwerte erforderlich waren. Ferner wurden die den beiden Beigeladenen zugeordneten Teilbestände der Aktiva so verteilt, dass jeder Teilbestand anteilig stille Reserven enthielt.
In einer weiteren geschäftsplanmäßigen Erklärung vom 9./30. Mai 1989 verpflichtete sich die Beigeladene zu 2, bis zum Jahr 2002 die Versicherungsnehmer mit 98,6% an den anfallenden Überschüssen zu beteiligen. Die oberste Vertretung des Beigeladenen zu 1 stimmte dem Bestandsübertragungsvertrag am 15. Juni 1989 einstimmig zu. Unter dem gleichen Datum billigte auch die Hauptversammlung der Beigeladenen zu 2 den Vertrag. Auf Antrag des Beigeladenen zu 1 genehmigte das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen den Vertrag vom 9. Mai 1989 sowie die geschäftsplanmäßige Erklärung vom 28. Februar 1989 (VerBAV 1989, S. 292).
Auf Verlangen der Beschlusskammer legte der Beigeladene zu 1 ein von einer anderen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erstelltes Gutachten vor. Darin heißt es, der Unternehmenswert des Beigeladenen zu 1 belaufe sich aus der Sicht der Mitglieder auf 204.052.000 DM. Davon sollen nach dem im ersten Gutachten ermittelten Maßstab 96,84%, mithin 197.604.000 DM, auf die ausscheidenden Mitglieder entfallen. Der Substanzwert wurde mit 90.685.000 DM ermittelt. Die stillen Reserven des Beigeladenen zu 1 per 31. Dezember 1988 betrugen laut Gutachten 1.059.253.000 DM. Davon entfielen 2%, also 21.185.000 DM, auf die Mitglieder. 98% der stillen Reserven seien bei ihrer Auflösung in die Rückstellung für Beitragsrückerstattung einzustellen. Das Verhältnis der übertragenen zu den zurückbehaltenen Vermögenswerten betrage auch unter Einbeziehung der stillen Reserven gerundet 96,9% zu 3,1%. Die Chancen der Mitglieder als Versicherungsnehmer auf künftige laufende und außerordentliche Erträge seien nicht beeinträchtigt worden.
Die damaligen Widerspruchsführer wandten gegen das Gutachten ein, es enthalte Wertungen einseitig zugunsten der Beigeladenen zu 2. Es sei nicht nachzuvollziehen, aus welchem Grund die Ak tien der Holding bei einem Nennwert von 50 DM zu einem Emissionspreis von 800 DM ausgegeben würden, der Wert der Holding sich mithin auf mehr als 3 Mrd. DM belaufe, wohingegen der Beigeladene zu 1, dessen Wert mit mindestens zwei Dritteln der Holding anzusetzen sei, nur rund 200 Mio. DM wert sein solle. Den Aktionären der Beigeladenen zu 2 falle bei einem Weiterverkauf des Unternehmens ein Geschenk von nahezu 2 Mrd. DM zu.
Die Beschlusskammer hielt den Widerspruch für zulässig, wies ihn aber als unbegründet zurück (VerBAV 1992, S. 3). Rechte der Widerspruchsführer seien nicht verletzt. Der Wertermittlung könne eine hypothetische Liquidation des Beigeladenen zu 1 und damit eine Realisierung der auf über 1 Mrd. DM geschätzten stillen Reserven nicht zu Grunde gelegt werden, da mit der Bestandsübertragung eine Liquidation gerade nicht einhergehe. Die übernommenen Aktiva würden benötigt, um die von der Beigeladenen zu 2 übernommenen Verpflichtungen sowie die weitere Verpflichtung zu erfüllen, die Versicherungsnehmer zu 98,6% an den Überschüssen zu beteiligen. Es sei nicht die Aufgabe des Bundesaufsichtsamts, die denkbar beste Abfindung der ausscheidenden Vereinsmitglieder durchzusetzen. Die vom Gesetzgeber zugelassenen unterschiedlichen Wege der Umstrukturierung eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit in eine Aktiengesellschaft (Umwandlung, liquidationslose Vermögensübertragung und Bestandsübertragung auf eine neu gegründete Aktiengesellschaft) könnten durchaus zu unterschiedlichen finanziellen Ergebnissen in der Höhe der Abfindung für den Verlust der Mitgliedschaftsrechte führen. Das Versicherungsunternehmen habe bei der Wahl des Weges der Umstrukturierung einen Entscheidungsspielraum, dessen Nutzung das Bundesaufsichtsamt nicht beanstanden könne, solange das Unternehmen sich in den vom Gesetzgeber vorgegebenen Grenzen bewege. Zudem sei vorliegend nicht sicher, ob eine Abfindung der Mitglieder in Aktien zu einem höheren Vermögensvorteil geführt hätte, zumal Aktienwerte von der Entwicklung der Börse abhängig seien.
3. Die Beschwerdeführer und weitere Betroffene erhoben gegen diese Entscheidung Klage beim Bundesverwaltungsgericht. Zur Begründung führten sie im Wesentlichen aus, die Genehmigung der Bestandsübertragung nach § 14 VAG sei rechtswidrig und verstoße gegen Art. 14 GG. Durch § 14 VAG sei nicht sichergestellt, dass die Kläger einen angemessenen Ausgleich für das Vereinsvermögen erhielten. Die bei dem Beigeladenen zu 1 gebildeten stillen Reserven seien nicht -- wie im Gutachten angenommen -- mit 1,06 Mrd. DM zu bewerten, sondern auf eine Summe zwischen 1,5 und 2 Mrd. DM zu schätzen. Diese müssten mit ihrem vollen Wert den den ausscheidenden Vereinsmitgliedern zu gewährenden Abfindungen zu Grunde gelegt werden.
Die Annahme der Aufsichtsbehörde, die ausscheidenden Mitglieder seien entsprechend § 44b Abs. 4 VAG a.F. zu entschädigen gewesen und auch ausreichend entschädigt worden, sei zutreffend. § 44b VAG a.F. sei trotz zwischenzeitlicher Aufhebung auf den vorliegenden Fall anzuwenden. Er gelte analog in Fällen, in denen zwar nicht das gesamte Vermögen, wohl aber -- wie hier -- der ganz überwiegende Teil übertragen werde; andernfalls könne der Verein die Entschädigung der Mitglieder durch Einbehalt eines geringen Teils des Vermögens vermeiden. Die Voraussetzungen der Norm seien erfüllt. Der Beigeladene zu 1 habe mit dem Versicherungsbestand und dem diesem zugeordneten Teil des Vereinsvermögens im Umfang von 96,4% nahezu sein gesamtes Vermögen auf die Beigeladene zu 2 übertragen. Den Mitgliedern sei im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben das vorgeschriebene Entgelt gewährt worden. Das Vereinsvermögen werde gemäß § 48 Abs. 2 VAG nur bei Auflösung des Vereins an die dann vorhandenen Mitglieder verteilt. Es bestehe jedoch grundsätzlich kein Recht des Mitglieds, an dem Vereinsvermögen anders als nach Maßgabe des jeweiligen Versicherungsvertrags zu partizipieren. Bei Ablauf des Vertrags scheide das Mitglied daher ohne weitergehende als die vertraglichen Ansprüche aus dem Verein aus. Das Entgelt nach § 44b Abs. 4 VAG a.F. sei nach alldem unter Berücksichtigung des Wertes des Unternehmens und der kraft Gesetzes bestehenden geringen Aussicht auf Realisierung der Teilhabe des Mitglieds daran zu bestimmen.
Das Bundesaufsichtsamt habe die Unangemessenheit des Ergebnisses zutreffend verneint. Im vorliegenden Verfahren sei nicht zu prüfen, ob das gewährte Entgelt (positiv) angemessen hoch sei. Nach § 44b Abs. 5 Satz 1 VAG a.F., der entsprechend anwendbar sei, müsse dies gegebenenfalls von dem Landgericht geklärt werden. Die Prüfungsbefugnis des Bundesaufsichtsamts für das Versicherungswesen beschränke sich auf die Frage, ob die von dem Unternehmen gewählten Bemessungsgrundlagen zu unangemessenen Ergebnissen führten. Demnach ziele die gerichtliche Überprüfung im vorliegenden Verfahren darauf, ob das Entgelt unangemessen niedrig sei, nicht ob es angemessen hoch sei. Maßgeblich seien hierbei die Belange der Versicherten in ihrer Gesamtheit, nicht dagegen die jenigen einzelner Versicherter. In dieser Beurteilung liege keine Missachtung der Eigentumsgarantie; ein angemessener Ausgleich sei gewährleistet. Da die Versicherungsverhältnisse der Versicherungsnehmer auch bei dem neuen Unternehmen fortgesetzt würden, komme eine Bewertungsmethode, die auf eine Liquidation des Vereins abstelle, nicht in Betracht. Es sei vom Wert des Unternehmens als lebender Einheit auszugehen.
Die angewendeten Bewertungsmethoden seien nicht zu beanstanden; auf die Frage, ob die Substanzwertmethode oder die Ertragswertmethode vorzuziehen sei, komme es nicht an. Das Entgelt sei in keinem der beiden Fälle höher als die 218 Mio. DM, die dem von der Beigeladenen zu 2 zu zahlenden Entgelt zu Grunde gelegt worden seien. Zwar könne der Unternehmenswert aus der Sicht eines Käufers höher sein. Da aber die Kläger als versicherte Vereinsmitglieder betroffen seien, könne für das ihnen zu gewährende Entgelt nur der Wert herangezogen werden, den das Unternehmen für sie, also unter Berücksichtigung ihrer Rechte, besitze. Da hier das Unternehmen nicht liquidiert, sondern nach der Bestandsübertragung auf die Aktiengesellschaft von dieser weitergeführt werden solle, komme namentlich eine Bemessung des Entgelts auf der Grundlage eines Liquidationsüberschusses nicht in Betracht. Es sei insbesondere nicht fehlerhaft, dass bei der Ermittlung des Substanzwertes nur 2% der stillen Reserven berücksichtigt worden seien; denn 98% der stillen Reserven seien satzungsgemäß für die Beitragsrückerstattung zu verwenden. Im Übrigen seien die Versicherten in Bezug auf die stillen Reserven genau so gestellt, wie sie ohne Bestandsübertragung stünden.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Bestandsübertragung sei daher anders gelagert als in dem Fall 1 BvR 782/94. Infolge der unterbliebenen Aktivierung der stillen Reserven stelle das nach den eingeholten Gutachten angemessene Entgelt von rund 218 Mio. DM nur einen Anteil von 13% des von der Beigeladenen zu 2 erworbenen realen Wertes dar, so dass die weiteren 87% durch Verkauf der Aktien realisiert werden könnten. Die Beschwerdeführer seien auf diese Weise von den sich aus der Vereinsmitgliedschaft herzuleitenden Werten getrennt worden.
Die Verfassungsbeschwerde sei unbegründet. Ein Ansatzpunkt dafür, dass der aufsichtsrechtliche Kontrollmaßstab in der bestmöglichen Wahrung der Versichertenbelange bestehe, sei nicht vorhanden. Neben den Versicherungsnehmern genössen auch das Unternehmen und die an ihm beteiligten Kapitaleigner Grundrechtsschutz. Die Entscheidung der Mitgliederversammlung des Beigeladenen zu 1 genieße den grundrechtlichen Schutz aus Art. 9 GG. Im Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit bestehe kein Interessengegensatz zwischen den Mitgliedern und dem durch das Vertretungs organ repräsentierten Verein. Durch die Bestandsübertragung seien die Ansprüche der Versicherten ungeschmälert erhalten geblieben. Die Aktiva des übertragenden Unternehmens seien im Wege der Realteilung den übernommenen Ansprüchen der Versicherten in deren Verhältnis zu den gesamten Passiva des Beigeladenen zu 1 zugeordnet worden.
Darüber hinaus seien auch die Feststellungen des Bundesverwaltungsgerichts zu möglichen Rechtseinbußen der Versicherten willkürlich. Das angegriffene Urteil gehe davon aus, dass das vormalige Recht der Mitglieder auf Überschussbeteiligung ihnen als Versicherten auch gegen die Beigeladene zu 2 ungeschmälert zustehe. Dies sei nicht nachvollziehbar. Gegenüber dem Beigeladenen zu 1 sei das Recht auf Überschussbeteiligung "hundertprozentig" gewesen. Nunmehr verspreche die Beigeladene zu 2 jedoch nur noch, die Versicherten mit 98,6% an den Überschüssen zu beteiligen. Außerdem sei die Überschussbeteiligung bei der Beigeladenen zu 2 bis zum Jahr 2002 befristet.
e) Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft vertritt die Auffassung, § 14 VAG sei auch in der Anwendung durch das Bundesverwaltungsgericht mit Art. 14 Abs. 1 GG vereinbar. Das gelte umso mehr, als ein Interessenkonflikt zwischen der übertragenden Gesellschaft und den Versicherten bei einem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit wegen der Erforderlichkeit einer Ent scheidung der Vereinsvertretung nicht bestehe. Die Umwandlung des Beigeladenen zu 1 in eine Aktiengesellschaft habe nicht als Alternative gewählt werden müssen, zumal der Verein sein Versicherungsgeschäft in den verbleibenden Versicherungszweigen habe weiterführen wollen. Im Übrigen liege die Entscheidung über die Art der Bestandsübertragung in der unternehmerischen Verantwortung der beteiligten Unternehmen.
In der mündlichen Verhandlung haben sich geäußert: die Beschwerdeführer, die Bundesregierung, die Beteiligten der beiden Verfassungsbeschwerdeverfahren, der Bund der Versicherten, der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, die Deutsche Aktuarvereinigung, als Sachverständige die Professoren Dr. Al tenburger, Dr. Meyer, Dr. Rückle und Dr. von der Schulenburg sowie als sachverständige Auskunftsperson der Versicherungsombudsman Professor Römer.
Mögliche zukünftige Veränderungen betreffen unter anderem das Versicherungsvertragsrecht (vgl. den Abschlussbericht der Kommission zur Reform des Versicherungsvertragsrechts vom 19. April 2004, VersR-Schriftenreihe, Band25); in diesem Zusammenhang plant die Bundesregierung die Einführung von Regelungen zur Überschussbeteiligung bei der Lebensversicherung und zur besseren Unterrichtung der Versicherungsnehmer über die Entwicklung ihrer Ansprüche auf Überschussbeteiligung (vgl. Presseerklärung des Bundesministeriums der Justiz vom 27. Oktober 2004). Zum anderen sind verschiedene europäische Richtlinien in deutsches Recht umzusetzen, die Einfluss auf das Versicherungsrecht haben; zur so genannten Versicherungsvermittler-Richtlinie (Richtlinie 2002/92/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. Dezember 2002, ABlEG Nr. L 009 vom 15. Januar 2003, S. 3) liegt bislang erst ein Referentenentwurf vor, die so genannte Modernisierungsrichtlinie (Richtlinie 2003/51/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Juni 2003, ABlEG Nr. L 178 vom 17. Juli 2003, S. 16) soll durch das geplante Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz umgesetzt werden.
Die Verfassungsbeschwerden sind zulässig. Insbesondere scheitert die Zulässigkeit der Verfassungsbeschwerde der Beschwerdeführer zu 2 nicht daran, dass das landgerichtliche Verfahren über die Höhe des Entgelts noch nicht abgeschlossen ist und die Entscheidung der obersten Vereinsvertretung nicht angegriffen wurde.
1. Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts fordert der Grundsatz der Subsidiarität der Verfassungsbeschwerde im materiellen Sinn zusätzlich zur -- hier hinsichtlich der Genehmigung der Bestandsübertragung erfolgten -- Erschöpfung des Rechtswegs, dass der Beschwerdeführer alle ihm zur Verfügung stehenden weiteren Möglichkeiten ergreift, um eine Korrektur der geltend gemachten Verfassungsverletzung zu erreichen (vgl. BVerfGE 104, 65 [70]). Allerdings müssen die in einem weiteren fachgerichtlichen Verfahren gegebenen Möglichkeiten mit einer gewissen Verlässlichkeit zu einer solchen Korrektur beitragen können.
Die Verfassungsbeschwerden haben überwiegend Erfolg.
§ 14 Abs. 1 Satz 3 VAG in Verbindung mit § 8 Abs. 1 Nr. 2 VAG a.F. sowie mit der inhaltsgleichen Bestimmung des § 8 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 VAG, auf die gemäß dem entsprechend anwendbaren § 78 Satz 2 BVerfGG die verfassungsrechtliche Prüfung zu erstrecken ist, genügt den verfassungsrechtlichen Anforderungen aus Art. 2 Abs. 1 und aus Art. 14 Abs. 1 GG insoweit nicht, als die Regelung nicht sicherstellt, dass eine Übertragung des Bestands von Lebensversicherungverträgen auf ein anderes Unternehmen von der Aufsichtsbehörde nur genehmigt wird, wenn die Belange der Versicherten -- bei Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit auch die Ansprüche der Vereinsmitglieder auf Zahlung eines angemessenen Entgelts für den Verlust der Mitgliedschaft -- gewahrt sind.
a) Der generelle Ausschluss der Anwendbarkeit des § 415 BGB durch den Gesetzgeber in § 14 Abs. 1 Satz 4 VAG -- Satz 5 a.F. -- beeinträchtigt die in Art. 2 Abs. 1 GG gewährleistete Privatautonomie der Versicherungsnehmer. Diese haben beim Wechsel ihres Schuldners durch Übertragung eines Bestands von Lebensversicherungsverträgen keine Möglichkeit, selbst für den Schutz ihrer Rechte zu sorgen. Aus Art. 2 Abs. 1 GG folgt deshalb die Pflicht des Gesetzgebers, auf andere Weise für hinreichenden Schutz zu sorgen.
aa) Art. 2 Abs. 1 GG gewährleistet die Privatautonomie als Selbstbestimmung des Einzelnen im Rechtsleben. Die eigenbestimmte Gestaltung der Rechtsverhältnisse ist ein Teil der allgemeinen Handlungsfreiheit (vgl. BVerfGE 8, 274 [328]; 72, 155 [170]; stRspr), die ihre Grenzen allerdings in der Entfaltungsfreiheit anderer findet. Die Privatautonomie bedarf deshalb der Ausgestaltung in der Rechtsordnung, insbesondere im Vertragsrecht.
Privatautonomie setzt voraus, dass die Bedingungen der Selbstbestimmung des Einzelnen auch tatsächlich gegeben sind (vgl. BVerfGE 81, 242 [254 f.]). Maßgebliches rechtliches Instrument zur Verwirklichung freien und eigenverantwortlichen Handelns in Beziehung zu anderen ist der Vertrag, mit dem die Vertragspartner selbst bestimmen, wie ihre individuellen Interessen zueinander in einen angemessenen Ausgleich gebracht werden. Freiheitsausübung und wechselseitige Bindung finden so ihre Konkretisierung. Der zum Ausdruck gebrachte übereinstimmende Wille der Vertragsparteien lässt deshalb in der Regel auf einen durch den Vertrag hergestellten sachgerechten Interessenausgleich schließen, den der Staat grundsätzlich zu respektieren hat (vgl. BVerfGE 103, 89 [100]).
Ausnahmen hat das Bundesverfassungsgericht anerkannt, wenn auf Grund erheblich ungleicher Verhandlungspositionen der Vertragspartner einer von ihnen ein solches Gewicht hat, dass er den Vertragsinhalt faktisch einseitig bestimmen kann; dann ist es Aufgabe des Rechts, auf die Wahrung der Grundrechtspositionen der beteiligten Parteien hinzuwirken, um zu verhindern, dass sich für einen Vertragsteil die Selbstbestimmung in eine Fremdbestimmung verkehrt (vgl. BVerfGE 89, 214 [232]; 103, 89 [100 f.]). Gleiches gilt, wenn die Schwäche eines Vertragspartners durch gesetzliche Regelungen bedingt ist. Der verfassungsrechtliche Schutz der Pri vatautonomie durch Art. 2 Abs. 1 GG führt dann zu einer Pflicht des Gesetzgebers, für eine rechtliche Ausgestaltung des Rechtsverhältnisses der davon betroffenen Vertragsparteien zu sorgen, die ihren Belangen hinreichend Rechnung trägt.
bb) Jedenfalls im Fall der Übertragung des Bestands von Lebensversicherungsverträgen von einem Versicherungsunternehmen auf ein anderes führt der gesetzliche Ausschluss der Anwendbarkeit des § 415 BGB durch § 14 Abs. 1 Satz 4 VAG -- Satz 5 a.F. -- dazu, dass die Möglichkeiten der Versicherungsnehmer zur Wahrung ihrer vertraglichen Rechte einseitig zu ihrem Nachteil beschränkt sind.
§ 14 VAG erleichert den Versicherungsunternehmen Bestandsübertragungen. Der Ausschluss der betroffenen Versicherungsnehmer von der Mitentscheidung soll angesichts ihrer regelmäßig hohen Zahl sichern, dass die Bestandsübertragung praktisch durchführbar ist. Dabei beruht das Versicherungsrecht auf der Annahme, dass die privatautonome Entscheidung des Versicherungsunternehmens über eine Bestandsübertragung grundsätzlich nicht den Belangen der Versicherten widerspricht. Auch die Versicherten sind an wirtschaftlich leistungsfähigen Unternehmen interessiert, die ihre Ansprüche erfüllen und möglichst Überschüsse erwirtschaften können. Zielt eine Bestandsübertragung auf die Sicherung einer solchen Leistungsfähigkeit, steht sie mit den Belangen der Versicher ten regelmäßig nicht im Widerspruch. Andererseits sind auch Bestandsübertragungen denkbar, bei denen die Interessen der Versicherten nicht notwendig mit denen der Unternehmen übereinstimmen, so dass sie bei einer Bestandsübertragung nicht ohne weiteres gewahrt werden.
Jedenfalls im Bereich der Lebensversicherung ist es für sie meist keine zumutbare Alternative, ihre Belange durch Kündigung des Versicherungsvertrags oder Drohung mit ihr durchzusetzen, da die Auflösung des Vertrags regelmäßig mit erheblichen Nachteilen für die Versicherten verbunden ist. Die mit einer Kündigung bewirkte vorzeitige Beendigung des Vertrags beseitigt die zuvor durch -- möglicherweise langjährige -- Prämienzahlungen gewonnene Grundlage der Risikoabsicherung. Bei zwischenzeitlich höherem Alter werden die Versicherungsnehmer höhere Risikozuschläge zu zahlen haben. Auch wird ein Teil des auf die einzelnen Versicherten entfallenden Überschussanteils erst bei Fälligkeit der Versicherungssumme als so genannter Schlussüberschussanteil ausgeschüttet. Da seine Höhe sich auch nach der Dauer der Beitragszahlung richtet, fällt sie bei vorzeitiger Auflösung des Vertragsverhältnisses entsprechend geringer aus. Zum anderen führt das Verfahren der nach dem Versicherungsmathematiker Zillmer so genannten Zillmerung (vgl. § 65 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 VAG) dazu, dass in den ersten Jahren trotz unter Umständen hoher Prämienzahlung ein außerordentlich niedriger Rückkaufswert besteht (vgl. Schwintowski, VuR 1998, S. 219 [221 f.]; ders., NVersZ 2001, S. 337 [338 f.]). In der Folge dieser und anderer Faktoren haben die Versicherten bei einer Kündigung typischerweise nur Ansprüche mit deutlich geringerem Vermögenswert als beim Fortbestand des Vertrags.
aa) Der Gesetzgeber ist infolge des objektivrechtlichen Gehalts der Eigentumsgarantie des Art. 14 Abs. 1 GG verpflichtet insbesondere vorzusorgen, dass die durch die Prämienzahlungen bei dem übertragenden Unternehmen nach Abzug der von ihm erbrachten Leistungen geschaffenen Vermögenswerte, die der Erfüllung der Ansprüche der Versicherten dienen, diesen erhalten bleiben. Dazu gehören nicht nur die Ansprüche auf Zahlung der Versicherungssumme. Handelt es sich um eine Lebensversicherung mit Über schussbeteiligung, ist auch sicherzustellen, dass Vermögenswerte nicht verloren gehen, die als Grundlage der Überschussbeteiligung geschaffen worden sind. Der gebotene Schutz richtet sich auf die Sicherung der Überschussbeteiligung auch insoweit, als sie bei den Versicherten noch nicht durch Zuteilung zu eigentumsfähigen Ansprüchen erstarkt, die Entstehung solcher Ansprüche aber durch die rechtlichen Vorgaben des Versicherungsvertrags- und des Versicherungsaufsichtsrechts so vorgezeichnet ist, dass es sich bei der Überschussbeteiligung um mehr als eine bloße Chance handelt. Der objektivrechtliche Schutz aus Art. 14 Abs. 1 GG erstreckt sich daher auch auf die Sicherung der späteren Konkretisierung und Realisierung des zunächst nur dem Grunde nach bestehenden Anspruchs auf Überschussbeteiligung. Diese spätere Überschussbeteiligung wird der Höhe nach beeinträchtigt, wenn nicht alle für die Erzielung eines Überschusses maßgebenden Vermögenswerte auf die übernehmende Gesellschaft übertragen werden.
(1) Trotz der meist langen Vertragsdauer und der begrenzten Vorhersehbarkeit zukünftiger Chancen und Risiken werden die garantierten Leistungen des Versicherers, namentlich die Versicherungssumme, und die vom Versicherungsnehmer zu zahlende Prämie von Beginn an grundsätzlich für die gesamte Laufzeit des Vertrags einer kapitalbildenden Lebensversicherung festgesetzt. Für die vor dem 29. Juli 1994 abgeschlossenen Verträge, die so genannten Altverträge -- um solche handelt es sich bei den Verträgen des Beschwerdeführers zu 1 --, kam auf der Grundlage des § 11 VAG a.F. dem Geschäftsplan des Versicherers entscheidende Bedeutung zu. Unter der Vorgabe der seinerzeit geltenden Bedingungs- und Tarifgenehmigung mussten die Lebensversicherer gemäß § 5 Abs. 2 VAG a.F. dem Bundesaufsichtsamt mit dem Antrag auf Erlaubnis zum Geschäftsbetrieb einen Geschäftsplan vorlegen, der die Rechnungsgrundlagen der Prämienkalkulation darzustellen und Sicherheitszuschläge auszuweisen hatte. Um die dauernde Erfüllbarkeit der Verbindlichkeiten auch angesichts künftiger Risiken zu sichern, mussten die Prämien vorsichtig kalkuliert werden. Dadurch kam es regelmäßig zur so genannten Prämienüberhebung.
Verwirklichen sich die bei der Prämienkalkulation für die unterschiedlichen Ergebnisquellen (Kapitalanlagen-, Risiko- und Kostenergebnisse) zu Grunde gelegten Annahmen und insbesondere die bei den Sicherheitszuschlägen erwogenen Risiken nicht, entstehen bei den Versicherern Überschüsse. Als Korrektiv war durch die Aufsichtsbehörde bereits vor dem Zweiten Weltkrieg eine Überschussbeteiligung der Versicherten durchgesetzt worden; die grundlegende Anordnung ging dahin, die Versicherungsnehmer jährlich zu mindestens 90% an den Rohüberschüssen des Versicherungsunternehmens zu beteiligen. Geschah dies nicht, galt dies als Missstand, der zu versicherungsaufsichtsrechtlichen Maßnahmen führte. Regelmäßig hat es in der Praxis darüber hinausgehende Überschussbeteiligungen gegeben. Sie lagen in den letzten Jahrzehnten regelmäßig erheblich höher als der Mindestwert von 90%.
Bis 1983 wurden die den Versicherten zuzuteilenden Überschüsse in vollem Umfang in die Rückstellung für Beitragsrückerstattung eingestellt. Um der Neigung der Versicherer entgegenzuwirken, die Zuteilung nach Möglichkeit weit hinauszuschieben und erst bei Ablauf des Versicherungsvertrags vorzunehmen -- dies führte zu einer stetigen Erhöhung der Rückstellung --, wurde im Jahr 1984 durch die Aufsichtsbehörde die Direktgutschrift eines Überschussanteils eingeführt. Hierbei wird dieser Überschussanteil vom Versicherer dem Versicherten auf Grund vertraglichen Anspruchs ohne Umweg über die Rückstellung für Beitragsrückerstattung vorab gutgebracht (vgl. Gesamtgeschäftsplan für die Überschussbeteiligung, VerBAV 1986, S. 399 [401 f.]).
Im Laufe der Zeit sind die Regeln zum Schutz der Überschussbe teiligung verschiedentlich geändert worden, ohne dass dadurch die maßgebenden Grundsätze angetastet worden wären. Stets ging es darum, die Interessen der Versicherer und ihrer Anteilseigner sowie der Versicherten aufeinander abzustimmen und dabei die spätere Erfüllbarkeit der Überschussbeteiligung zu sichern, ohne den Versicherern die wirtschaftlich gebotenen Dispositionsmöglichkeiten zu nehmen. So regelt § 66 Abs. 1a Nr. 4 VAG in der durch das Gesetz zur Umsetzung aufsichtsrechtlicher Bestimmungen zur Sanierung und Liquidation von Versicherungsunternehmen und Kreditinstituten vom 10. Dezember 2003 (BGBl. I S. 2478) geschaffenen Fassung, die an die Stelle der vormaligen Regelung über den Deckungsstock trat, dass Rückstellungen für die erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung, die auf bereits festgelegte, aber noch nicht zugeteilte Überschussanteile entfallen, nunmehr dem Sicherungsvermögen zuzuführen sind. Über dieses darf gemäß § 72 Abs. 1 VAG nur mit Zustimmung des nach § 70 VAG bestellten Treuhänders verfügt werden.
(2) Den durch die laufenden Prämienzahlungen angesammelten Vermögenswerten entsprechen im Laufe der Vertragszeit auf unterschiedliche Weise herausgebildete vermögensrechtliche Positionen. Der Anspruch auf Beteiligung am Rohüberschuss konkretisiert und verfestigt sich in abgrenzbaren Stufen (zu den alten und den neuen Regeln über die Überschussbeteiligung vgl. Ebers, Die Überschussbeteiligung in der Lebensversicherung, 2001, passim). Von Anfang an besteht eine -- durchaus rechtlich geschützte -- Aussicht auf zukünftige Beteiligung. Es folgt die Aufnahme in die Rückstellung für Beitragsrückerstattung ("RfB"), und schließlich kommt es zur Zuteilung der individuellen Überschussanteile. Diesen Abstufungen wird über die vertraglichen Regelungen hinaus Schutz durch die im Versicherungsaufsichtsrecht enthaltenen Verpflichtungen gewährt (gegenwärtig insbesondere §§ 53c ff., 81c VAG). Die Aussicht der Versicherten auf zukünftige Beteiligung ist aufsichtsrechtlich zum Teil besonders geschützt, so für die hier betroffenen so genannten Altbestände in Höhe des Rückgewährrichtsatzes von zur Zeit 90% des Rohüberschusses (vgl. § 81c Abs. 3 VAG, § 1 Abs. 2, § 4 der Verordnung über die Mindestbeitragsrückerstattung in der Lebensversicherung [ZRQuotenV] vom 23. Juli 1996, BGBl. I S. 1190).
Soweit die den Versicherten zukommenden vermögensrechtlichen Positionen schon zu subjektiven Rechten erstarkt sind -- wie jedenfalls der Anspruch auf den schon zugeteilten Überschuss --, werden sie als solche durch Art. 14 Abs. 1 GG geschützt. Im Übrigen aber wirkt der objektivrechtliche Gehalt des Art. 14 Abs. 1 GG dahingehend, dass der Gesetzgeber Vorkehrungen zum Schutz auch der im Werden begriffenen Position hinsichtlich der Überschussbeteiligung treffen muss. Diese stellt nicht nur eine potenzielle Erwerbsaussicht dar.
(b) Die Annahme einer eigentumsrechtlich erheblichen Qualität der auf Überschussbeteiligung gerichteten vermögenswerten Posi tionen scheitert nicht daran, dass die ausschließliche Zuordnung der Rückstellungen zu den Versicherten vor der Festlegung dem Grunde nach nicht dergestalt gesichert ist, dass es nur noch eines weiteren Ereignisses, wie etwa in der gesetzlichen Rentenversicherung des Erreichens der Altersgrenze, bedürfte, um einen subjektivrechtlichen Anspruch zum Entstehen zu bringen. Obwohl eine solche Automatik nicht besteht, gibt es hinsichtlich der Rückstellung für Beitragsrückerstattung Vorkehrungen, die dem Schutz der Versicherten dienen und ihn stufenweise ausbauen.
Soweit ein Teil der Rückstellung bereits für den folgenden Überschusszuteilungsstichtag deklariert ist, fällt er auch vor der individuellen Zuteilung schon in die so genannte "Festlegungsschicht". Nur die restlichen, noch nicht festgelegten Teile der Rückstellung sind insoweit "frei", als sie -- so nach § 53c Abs. 3 Satz 1 Nr. 6 Buchstabe a VAG in der Fassung der Bekanntmachung vom 17. Dezember 1992, BGBl. 1993 I S. 2, gültig bis 31. Dezember 2003; seit 1. Januar 2004 § 53c Abs. 3 Nr. 4 VAG -- zu den Eigenmitteln des Versicherers gehören. Dennoch kann er nicht frei darüber verfügen. Aus § 56a Satz 5 VAG (in der Fassung vom 21. Juli 1994) ergibt sich nur die Berechtigung des Versicherungsunternehmens, in Ausnahmefällen und mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde die Rückstellung für Beitragsrückerstattung, soweit sie nicht auf bereits festgelegte Überschussanteile entfällt, im Interesse der Versicherten zur Abwendung eines Notstands heranzuziehen; nach früherem Rechtszustand war diese Möglichkeit regelmäßig in den genehmigten Geschäftsplänen geregelt (vgl. BVerwGE 82, 303 [306]). Durch § 56a Satz 5 VAG wird auf ein allgemeines wirtschaftliches Risiko Rücksicht genommen, das auch bei anderen zivilrechtlichen Forderungen bestehen kann. Diese Rücksichtnahme liegt im Interesse der Leistungsfähigkeit des Versicherungsunternehmens und dadurch mittelbar auch der Versicherten. An dem rechtlich abgesicherten Schutz der Beteiligung am verbleibenden Überschuss ändert dies nichts.
§ 14 Abs. 1 Satz 2 VAG enthält eine Mindestsicherung für die Versicherten, die jedoch nicht auf den Erhalt von Vermögenswerten bei der Bestandsübertragung bezogen ist. Die Eigenmittel in Höhe der Solvabilitätsspanne sind nach § 53c Abs. 1 VAG freie unbelastete Kapitalmittel, die als Reserve zur Verfügung stehen, um die dauerhafte Erfüllbarkeit der Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen zu gewährleisten, also etwa auch dann, wenn Verluste aus sonstigen Geschäften ausgeglichen werden müssen (vgl. Fahr/Kaulbach, Versicherungsaufsichtsgesetz, 3.Aufl. 2003, § 104a Rn. 2).
An der ausreichenden Wahrung der Versichertenbelange im Sinne des § 8 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 VAG fehlt es nach der -- von der Literatur übernommenen (vgl. Schmidt, in: Prölss, Versicherungsaufsichtsgesetz, 11.Aufl. 1997, § 8 Rn. 17; Scholz, ZVersWiss 1984, S. 1 [11 f.]) -- Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts nur dann, "wenn schutzwürdige Interessen der Versicherten beeinträchtigt werden und diese Beeinträchtigung unter Berücksichtigung der Gesamtheit der beteiligten Interessen und der Besonderheiten des betreffenden Versicherungszweiges als unangemessen anzusehen ist und so schwer wiegt, dass ein Eingreifen der Behörde gerechtfertigt ist" (so das angegriffene Urteil BVerwGE 95, 25 [28], unter Bezugnahme auf BVerwGE 82, 303 [305]).
Dieser Maßstab fordert nicht die positive Feststellung einer angemessenen Berücksichtigung der Interessen der Versicherten im Gesamtgefüge aller betroffenen Belange. Sogar eine unangemessene Berücksichtigung der Interessen der Versicherten hindert die Erteilung der Genehmigung nach diesem Maßstab nicht, wenn die Aufsichtsbehörde sie nicht als so schwerwiegend einordnet, dass ein Eingreifen gerechtfertigt ist. Dies ist nach dieser Rechtsprechung nur der Fall, wenn die rechtliche oder tatsächliche Lage der betroffenen Versicherten "in einem beachtenswerten Maße verschlechtert" wird. Das soll durch einen Vergleich der Stellung der Versicherten vor und nach der Bestandsübertragung festgestellt werden (vgl. BVerwGE 95, 25 [28]). Die "Belange der Versicherten" werden bei diesen Feststellungen und der erforderlichen Abwägung als die Belange der Gesamtheit der eine Gefahrengemeinschaft bildenden Versicherten aufgefasst (vgl. BVerwGE 30, 135 [137]). Die Aufsichtsbehörde habe nicht darüber zu wachen, dass die Belange der Versicherten unter Berücksichtigung der Interessen anderer Betei ligter die bestmögliche oder auch nur eine möglichst gute Berücksichtigung erfahren, sondern es ist lediglich -- negativ -- eine unangemessene Beeinträchtigung der Belange der Versicherten zu verhüten (vgl. BVerwGE 61, 59 [64]).
Anders als bei der Aufnahme des Geschäftsbetriebs liegen jedoch bei der Bestandsübertragung rechtlich geschützte Positionen konkreter Versicherter, darunter eigentumsrechtlich erhebliche, bereits vor. Sie bestimmen die Belange, die aus Anlass der Bestandsübertragung zu Gunsten der Versicherten zu wahren sind. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass die betroffenen Interessen -- anders als grundsätzlich bei der Aufnahme des Geschäftsbetriebs -- nicht zwingend gleichgerichtet sind. So kann ein Versicherter, der kurz vor der Auszahlung der Versicherungssumme steht, ein Interesse daran haben, dass vorhandene Vermögenswerte möglichst weitgehend liquidiert werden. Hat ein Vertrag noch einige Jahre Laufzeit vor sich, wird der Versicherte demgegenüber vermutlich auf einen größtmöglichen Erhalt von Vermögen im Interesse zukünftiger Auszahlungen drängen. Speziell bei einer Bestandsübertragung können die Interessen im Übrigen je nach Anlass der Übertragung unterschiedlich sein. Handelt es sich zum Beispiel um eine Bestandsübertragung in einem Sanierungsfall, durch die die Sicherheit der Ansprüche für die Zukunft verbessert wird, kann die Interessenlage anders sein als bei einem Übergang aus Anlass einer betriebswirtschaftlich veranlassten Neuorganisation eines Versicherungskonzerns.
(2) § 14 Abs. 1 Satz 3 in Verbindung mit § 8 Abs. 1 Nr. 3 VAG verhindert es insbesondere nicht, dass der frühere Versicherer mehr Vermögensbestandteile zurückbehält als zur Erfüllung der bei ihm verbleibenden Verbindlichkeiten notwendig ist. Dadurch werden die Interessen der Versicherten am Erhalt der Quellen für Rohüberschüsse beeinträchtigt, die später an sie zu verteilen sind.
Der Fall des Beschwerdeführers zu 1 zeigt beispielhaft, dass die gesetzlichen Normen die Rechtspraxis nicht veranlasst haben, die bei dem übertragenden Unternehmen verbleibenden Werte einschließlich der stillen Reserven konkret zu erfassen (das Bundesverwaltungsgericht hat nur den Buchwert festgestellt) und die ebenfalls zurückbleibenden Passiva einschließlich so genannter stiller Lasten wertmäßig zu beziffern und beides miteinander zu vergleichen. Nur auf solche Weise ließe sich aber feststellen, ob und in welcher Höhe und mit welcher Berechtigung Vermögenswerte zurückbehalten wurden, die dem übertragenden Unternehmen zugute kommen und damit den Versicherten verloren gehen. Zugleich könnte dadurch ein Anreiz für die erneute Prüfung geschaffen werden, ob es sinnvoll ist, Verbindlichkeiten zurückzuhalten und durch nicht übertragene Vermögenswerte abzusichern. Die Ermittlung des realen Werts der zurückbehaltenen Aktiva und die Gegenüberstellung mit den verbleibenden Lasten mag schwierig sein, ist aber nicht praktisch unmög lich. Sie kann etwa durch Sachverständigengutachten erfolgen. Erst wenn die Ausgangsbasis beim Rückbehalt von Vermögenswerten geklärt ist, kann eine Abwägung mit anderen Belangen als denen der Versicherten auf angemessene Weise vorgenommen werden.
Das Bundesverwaltungsgericht hat sich stattdessen in der angegriffenen Entscheidung berechtigt gesehen, auf genaue Wertermittlungen unter Einbeziehung der stillen Reserven zu verzichten. So hat es sich unter anderem auf die Annahme gestützt, das maßgebliche Vermögen der übernehmenden Gesellschaft sei durch den Einbehalt von Vermögenswerten nur in relativ geringem Umfang vermindert worden. Da es aber nur den Buchwert festgestellt und die stillen Reserven nicht ermittelt hat, lässt sich nicht klären, ob eine solche Aussage den Belangen der Versicherten Rechnung trägt. Eine Vernachlässigung dieser Belange hat das Gericht auch deshalb verneint, weil die von der übernehmenden Gesellschaft gewährte Quote von über 97% des Rohüberschusses höher gewesen sei als die "geschuldete Mindestquote von 90%", also die in § 81c Abs. 3 VAG in Verbindung mit § 4 ZRQuotenV vorgesehene Mindestzuführung. Außer Ansatz ist dabei geblieben, dass in der Praxis eine Quote von etwa 97% bei den Lebensversicherern üblich war. Im Übrigen beschränkt sich die vertragsrechtliche Verpflichtung der Versicherer nicht darauf zu vermeiden, dass die aufsichtsrechtlich angestrebte Mindestquote von 90% grundsätzlich nicht unterschritten wird. Die darüber hinausgehenden Zahlungen hängen zwar auch von unternehmerischen Entscheidungen ab, sind aber durchaus im Vertrag angelegte Leistungen der Versicherer an die Versicherten. Wären auf das übernehmende Unternehmen weitere Werte übergegangen, wäre ein höherer Rohüberschuss wahrscheinlich geworden, der sich auch auf die Überschussbeteiligung hätte auswirken können.
Maßgebliche Bedeutung für den Verzicht auf eine Berücksichtigung von Bewertungsreserven bei den nicht übergegangenen Vermögenswerten hat das Bundesverwaltungsgericht dem auf Anregung des Bundesaufsichtsamts für das Versicherungswesen geschlossenen Vertrag beigemessen. Dieser sah für den Fall der Veräußerung zurückbehaltener Vermögenswerte vor, dass die Versicherten, deren bei Bestandsübertragung bestehender gewinnbe rechtigter Versicherungsvertrag im Zeitpunkt der Veräußerung noch nicht abgelaufen sein würde, anteilig an dem erzielten Veräußerungsgewinn (Veräußerungserlös abzüglich Buchwert) zu beteiligen wären. Entsprechend verfährt das Bundesaufsichtsamt -- jetzt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht -- auch in anderen Fällen der Bestandsübertragung. Es ist aber zweifelhaft, ob eine solche Verpflichtung den Vermögensverlust bei den Versicherten angemessen ausgleichen kann.
(c) Der unzureichende, nicht positiv auf die Wahrung der Belange der Versicherten gerichtete aufsichtsrechtliche Prüfmaßstab lässt sich auch nicht mit den Belangen der an der Bestandsübertragung beteiligten Unternehmen rechtfertigen. Sie wären nicht gehindert, die von ihnen verfolgten betriebswirtschaftlichen oder sonstigen Ziele (siehe oben C I 1 a bb [1]) auch dann zu verwirklichen, wenn die Belange der Versicherten, namentlich in Bezug auf die Überschussbeteiligung, und damit deren Grundrechtspositionen im Zuge der Genehmigungsentscheidung ohne Einschränkung in die Abwägung der Interessen einbezogen würden.
(d) Der Verzicht auf die genaue Ermittlung des beim übertragenden Unternehmen verbleibenden und den Versicherten eventuell entgehenden Vermögensvorteils lässt sich auch nicht dadurch rechtfertigen, dass -- wie der Fall des Beschwerdeführers zeigt -- für die einzelnen Versicherten nur vergleichsweise geringe Nachteile entstehen. Angesichts der regelmäßig großen Zahl der bei einem Unternehmen Versicherten ergibt sich auf der Seite des Versicherers jedoch ein Vorteil von erheblicher Größenordnung, hier möglicherweise eine Summe von mehreren Millionen Euro.
aa) Das Gesetz sieht -- nicht zuletzt mit Rücksicht auf ihre meist große Zahl -- nicht vor, dass die Versicherten am Genehmigungsverfahren beteiligt werden. Allerdings halten das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen und das Bundesverwaltungsgericht die Versicherungsnehmer nunmehr seit einigen Jahren für widerspruchs- und klagebefugt. Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die Versicherungsnehmer über eine eigenständige Rechtsposition verfügen (vgl. BAV, VerBAV 1989, S. 235 [237 f.]; BVerwGE 95, 25 [27]). Möglich werden damit die Einleitung eines Widerspruchs- und Klageverfahrens durch die Versicherten mit den damit verbundenen verfahrensmäßigen Rechten.
Das Widerspruchsverfahren und ein eventuell sich anschließendes gerichtliches Verfahren erlauben es den Versicherten allerdings nicht, die eigenen Interessen vollumfänglich zur Geltung zu bringen. Auch in diesen Verfahren gilt der eingeschränkte Prüfungsmaßstab der §§ 14, 8 VAG. Darüber hinaus macht es für die Art der Verfolgung der eigenen Belange einen Unterschied, ob diese von vornherein -- also beim Vertragsschluss oder im Genehmigungsverfahren -- in einen Entscheidungsprozess eingebracht werden oder nur im Rahmen nachvollziehender Kontrolle wirksam werden können. Das Genehmigungsverfahren nach § 14 Abs. 1 VAG besteht in der aufsichtsrechtlichen Überprüfung des Übertragungsvertrags, den die beteiligten Unternehmen privatautonom ausgehandelt haben. Die Genehmigungsbehörde kann gegebenenfalls Änderungen anregen, hat aber der Genehmigung stets nur den zwischen den Unternehmen geschlossenen Vertrag zu Grunde zu legen.
Im Übrigen ist davon auszugehen, dass die einzelnen Versicher ten in den Verfahren im Regelfall nicht über Informationen verfügen, die es ihnen erlauben, mit hinreichendem Wissen über die Einleitung eines Widerspruchs- und eines Klageverfahrens zu entscheiden sowie ihre eigenen rechtlichen Interessen gegebenenfalls gegen die andersartigen Interessen der Versicherungsunternehmen effektiv durchzusetzen. Akteneinsichtsrechte im Genehmigungsverfahren haben sie nicht. Wie das Ausgangsverfahren zeigt, werden sie nicht einmal rechtzeitig über die Bestandsübertragung informiert. Die Prozessbevollmächtigten des Beschwerdeführers mussten sich in erheblichem Umfang auf Presseveröffentlichungen stützen. Auch ist bei der Sachverständigenanhörung in der mündlichen Verhandlung deutlich geworden, dass die Versicherten erhebliche Schwierigkeiten haben, ausreichende Informationen über die Grundlagen der Berechnung ihrer Ansprüche und für eine darauf eventuell bezogene Rechtsverfolgung zu erlangen.
a) Das Gebot der Normenbestimmtheit und der Normenklarheit (vgl. BVerfGE 83, 130 [145]; 86, 288 [311]; 108, 52 [75]; 110, 33 [57]) soll die Betroffenen befähigen, die Rechtslage anhand der gesetzlichen Regelung zu erkennen, damit sie ihr Verhalten danach ausrichten können. Die Bestimmtheitsanforderungen dienen auch dazu, die Verwaltung zu binden und ihr Verhalten nach Inhalt, Zweck und Ausmaß zu begrenzen sowie, soweit sie zum Schutz anderer tätig wird, den Schutzauftrag näher zu konkretisieren. Zu den Anforderungen gehört es, dass hinreichend klare Maßstäbe für Abwägungsentscheidungen bereitgestellt werden. Je ungenauer die Anforderungen an die dafür maßgebende tatsächliche Ausgangslage gesetzlich umschrieben sind, umso größer ist das Risiko unangemes sener Zuordnung von rechtlich erheblichen Belangen. Die Bestimmtheit der Norm soll auch vor Missbrauch schützen, sei es durch den Staat selbst oder -- soweit die Norm die Rechtsverhältnisse der Bürger untereinander regelt -- auch durch diese. Dieser Aspekt ist besonders wichtig, soweit Bürger an einer sie betreffenden Maßnahme nicht beteiligt sind oder von ihr nicht einmal Kenntnis haben, so dass sie ihre Interessen nicht selbst verfolgen können. Schließlich dienen die Normenbestimmtheit und die Normenklarheit dazu, die Gerichte in die Lage zu versetzen, getroffene Maßnahmen anhand rechtlicher Maßstäbe zu kontrollieren.
Diesen Anforderungen wird eine Norm nicht gerecht, die einen identisch formulierten Maßstab für unterschiedliche Situationen vorsieht und in ihnen mit je unterschiedlichem Inhalt angewandt werden soll. Auch wird es der -- hier aus Art. 2 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 GG folgenden -- besonderen gesetzlichen Schutzpflicht nicht gerecht, wenn der Prüfmaßstab so ungenau umschrieben ist, dass er keine hinreichenden Anhaltspunkte für die Erfüllung der Schutzaufgabe bietet.
§ 8 VAG hat verschiedene Anwendungsbereiche. Für die Erteilung der Erlaubnis zum Betrieb eines Versicherungsunternehmens, für den die Norm ursprünglich geschaffen worden ist (siehe oben C I 2 b bb [1]), ist die negative Umschreibung des Prüfmaßstabs verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden. Mit Verfassungsrecht unvereinbar ist es aber, diesen Maßstab auch für die Genehmigung im Fall der Bestandsübertragung von Lebensversicherungsverträgen anzuwenden.
Eine den Besonderheiten der Bestandsübertragung gerecht werdende Auslegung müsste dazu führen, dass der im Wortlaut identische Maßstab in dieser Genehmigungssituation einen anderen Inhalt als bei der Erlaubnis der Geschäftsaufnahme hätte. Dies widerspräche rechtsstaatlichen Bestimmtheitsanforderungen, weil im Gesetz unklar bliebe, welcher Maßstab in welcher Situation gilt. Auch wird es den aus Art. 2 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 GG folgenden gesetzlichen Schutzpflichten nicht gerecht, wenn der Prüfmaßstab für den Fall der Bestandsübertragung nicht eindeutig normiert ist. Die Initiatoren der Bestandsübertragung -- die beteiligten Versicherungsunternehmen -- erhalten durch ihre privatautonomen Entscheidungen über den Inhalt des Übertragungsvertrags und durch die Beteiligung am Genehmigungsverfahren Möglichkeiten, auf die Konkretisierung und Anwendung des Maßstabs der "Belange der Versicherten" und deren Abwägung mit ihren eigenen Belangen Einfluss zu nehmen. Diese verfahrensrechtliche Beteiligung kann es aus ihrer Sicht entbehrlich machen, dass der materielle Prüfmaßstab gesetzlich näher umschrieben wird. Den Versicherungsnehmern als Betroffenen solcher Rechtsvorgänge ist die verfahrensrechtliche Mitwirkung aber verwehrt. Das bedingt einen besonderen Schutzbedarf.
§ 14 Abs. 1 Satz 3 in Verbindung mit § 8 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 VAG genügt den verfassungsrechtlichen Anforderungen des Art. 14 Abs. 1 GG insoweit nicht, als im Rahmen der Genehmigung der Be standsübertragung von Lebensversicherungsverträgen von einem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit auf eine Aktiengesellschaft nicht geklärt werden muss, ob das den ausscheidenden Vereinsmitgliedern zu gewährende Entgelt in angemessener Höhe festgesetzt worden ist. Das Entgelt muss einen vollen Ausgleich für den Verlust der Mitgliedschaft bieten.
Die aus der Eigentumsgarantie abzuleitende staatliche Schutzpflicht (siehe oben C I 1 b bb [2]) erstreckt sich auf den vermögensrechtlichen Schutz der Mitglieder eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit. Der Gesetzgeber hat auf Grund des objektivrechtlichen Gehalts von Art. 14 Abs. 1 GG zu gewährleisten, dass den bei einer Bestandsübertragung aus dem Verein ausscheidenden Mitgliedern ein angemessener Ausgleich gewährt wird. Hierfür hat er in § 44b Abs. 4 VAG a.F., der auf eine Bestandsübertragung analog angewandt wird, einen Anspruch auf ein Entgelt vorgesehen. Art. 14 Abs. 1 GG fordert, dass dieses einen vollen Ausgleich für den erlittenen Verlust bietet und insbesondere unter Heranziehung aller für die Berechnung maßgebenden Faktoren ermittelt wird. Dies sichern § 14 in Verbindung mit § 8 sowie § 44 VAG und 44b VAG a.F. nicht.
1. Die Mitgliedschaft in einem Versicherungsverein auf Gegensei tigkeit, die neben der Rechtsstellung aus dem Versicherungsverhältnis eigenständige Bedeutung hat, steht unter dem Schutz der Eigentumsgarantie des Art. 14 Abs. 1 GG.
a) Die Mitgliedschaft gewährt verschiedene Rechte. In der hier maßgebenden vermögensrechtlichen Hinsicht ist zum einen § 38 Abs. 1 Satz 1 VAG von Bedeutung, der eine Verteilung von Überschüssen an die Vereinsmitglieder vorsieht, sofern in der Bilanz Überschüsse ausgewiesen sind. Der Gesetzgeber erkennt die dem Mitglied zugewiesene privatnützige Rechtsposition ferner dadurch an, dass er als Ausgleich für einen Verlust des Mitgliedschaftsrechts einen Zufluss von Vermögenswerten an die Mitglieder vorgesehen hat. So waren nach §§ 385d, 385e AktG damaliger Fassung (heute: §§ 291 ff. UmwG) bei der Umwandlung des Vereins in eine Aktiengesellschaft an die Mitglieder Aktien auszugeben, so dass ihre Mitgliedschaftsrechte sich in der Stellung als Aktionäre fortsetzten. Im Falle der Vermögensübertragung (vgl. jetzt §§ 180 ff. UmwG) war nach § 44b Abs. 4 VAG a.F. für den Verlust der Mitgliedschaft ein Entgelt zu leisten. Dies gilt nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts auch, wenn es nur zu einer Bestandsübertragung nach den §§ 14, 44 VAG kommt und der Bestand nicht vollständig übertragen wird, so dass der Versicherungsverein von den verbleibenden Mitgliedern fortgeführt wird. Hier wird -- wie der Ausgangsfall zeigt -- § 44b Abs. 4 VAG a.F. analog angewandt.
Die gesetzlich vorgesehene Zahlung eines Entgelts für den Verlust der Mitgliedschaft bedeutet die Anerkennung eines eigentumsrechtlich erheblichen Gehalts des Mitgliedschaftsrechts. Eigentumsschutz ist nicht dadurch ausgeschlossen, dass ein Mitglied regelmäßig bei Beendigung der Mitgliedschaft, insbesondere bei Ablauf des Versicherungsvertrags, keine Entschädigung für den damit automatisch verbundenen Verlust der Mitgliedschaft erhält. Denn für die Einbeziehung in den Schutzbereich der Eigentumsgewährleistung ist nicht Voraussetzung, dass der Vermögenswert bei jeder denkbaren Situation aktualisiert werden kann. Der Zufluss eines Vorteils nur in bestimmten Fällen der grundlegenden Änderung der Rechtsverhältnisse -- darum handelt es sich bei der Bestandsübertragung -- genügt. Aus den gleichen Gründen ist es ohne Bedeutung, dass die Liquidation eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit -- die ebenfalls zu Zahlungsansprüchen der Mitglieder führen kann (vgl. § 48 Abs. 2 VAG) -- wegen der Notwendigkeit, die Ansprüche aus den laufenden Verträgen über lange Zeiträume hinweg zu befriedigen (vgl. § 43 Abs. 3 Satz 3 VAG), eine eher theoretische Möglichkeit darstellt.
c) Dem Eigentumsschutz der Mitgliedschaftsrechte kann auch nicht entgegengehalten werden, dass die Rechtsposition der Vereinsmitglieder nicht auf einer Eigenleistung beruhe. Das Kriterium der Eigenleistung ist nicht durchweg eine notwendige Voraussetzung für das Bestehen einer Eigentumsposition; für private Eigentumsrechte spielt es grundsätzlich keine Rolle (vgl. BVerfGE 95, 64 [82]). Überdies liegt eine Eigenleistung der Vereinsmitglieder vor; denn die Prämienleistungen der Versicherungsnehmer im Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit werden einheitlich sowohl auf das Versicherungsverhältnis als auch auf die Mitgliedschaft erbracht. Nach der in der fachgerichtlichen Rechtsprechung und der Literatur herrschenden "Einheitstheorie" ist die Rechtsstellung der Versicherten auf der Grundlage der Vereinsmitgliedschaft einheitlich zu betrachten (vgl. BGH, VersR 1964, S. 497 [499]; eingehend Müller-Wiedenhorn, Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit im Unternehmensverbund, 1993, S. 28 ff. m.w.N.; Merdausl, Der Europäische Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, 2000, S. 39 ff.; mit Rücksicht auf BVerwGE 95, 8 [10 f.] nunmehr zweifelnd Weigel, in: Prölss, Versicherungsaufsichtsgesetz, 11.Aufl. 1997, § 44 Rn. 4). Der Überschuss eines Vereins und damit der nach § 19 Abs. 2 der Satzung der Beigeladenen zu 1 in die Rücklagen einzuführende Teil werden auf der Grundlage der Vermögen erwirtschaftet, die mit Hilfe der von den Mitgliedern gezahlten Beiträge geschaffen worden sind. Angesichts der Zahlung einer einheitlichen Prämie, die ohne Differenzie rung nach einem Versicherten- und einem Mitgliederanteil in das Eigentum des Versicherers übergeht, kann mit Blick auf die Erwirtschaftung der Überschüsse zwischen einem Versicherungs- und einem Vereinsanteil nicht sinnvoll unterschieden werden.
d) Ebenso wenig steht das Fehlen der freien Verkehrsfähigkeit der Vereinsmitgliedschaft ihrer Einbeziehung in den Schutzbereich des Eigentumsgrundrechts entgegen. Die Verfügungsbefugnis über den betreffenden Vermögensgegenstand ist nur grundsätzlich ein Merkmal des Eigentums (vgl. BVerfGE 72, 175 [193]; 102, 1 [15]). Dem Gesetzgeber ist die Schaffung vermögenswerter Rechte, bei denen die Verfügungsmöglichkeit eingeschränkt ist, nicht verwehrt (vgl. BVerfGE 50, 290 [342]; 83, 201 [209]).
2. Mit der Genehmigung der Bestandsübertragung geht das Versicherungsverhältnis vollständig auf den neuen Rechtsträger über; im Verhältnis zum Verein endet es. Dies hat nach § 20 Satz 3 VAG, hier in Verbindung mit § 4 Abs. 1 Satz 2 der Satzung des Beigeladenen zu 1, das Erlöschen der Vereinsmitgliedschaft zur Folge (vgl. BVerwGE 95, 8 [10]; Schmidt, in: Prölss, a.a.O., § 14 Rn. 36; Weigel, in: Prölss, a.a.O., § 20 Rn. 22). Dies ist verfassungsrechtlich grundsätzlich nicht zu beanstanden.
a) In dem durch Genehmigung der Bestandsübertragung bewirkten Verlust der Mitgliedschaft liegt keine Enteignung, sondern eine Inhalts- und Schrankenbestimmung im Sinne von Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG. Die Enteignung ist auf die Entziehung konkreter subjektiver, durch Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG gewährleisteter Rechtspositionen zur Erfüllung bestimmter öffentlicher Aufgaben gerichtet (vgl. BVerfGE 79, 174 [191]; 104, 1 [9]). Ist mit dem Entzug bestehender Rechtspositionen der Ausgleich privater Interessen beabsichtigt, handelt es sich hingegen um eine Inhalts- und Schrankenbestimmung des Eigentums (vgl. BVerfGE 101, 239 [259]; 104, 1 [10]). Ihre Verfassungsmäßigkeit setzt voraus, dass Belange der Allgemeinheit und die betroffenen Individualinteressen in einen gerechten Ausgleich und ein ausgewogenes Verhältnis gebracht werden (vgl. BVerfGE 95, 48 [58]; 101, 239 [259]; stRspr).
b) Die Eröffnung der Möglichkeit einer Übertragung des Bestands durch einen Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit ohne Zustimmung der Versicherungsnehmer ist grundsätzlich aus den gleichen Gründen verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden wie die Übertragung im Bereich der Lebensversicherung allgemein (siehe oben C I 1 a bb [1]). Es entspricht den Anforderungen aus Art. 14 Abs. 1 GG, dass aus Anlass des Untergangs der Mitgliedschaft im Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit ein Entgelt zu zahlen ist.
Auf die Bestandsübertragung beim Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit sind nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts § 14 und § 8 VAG auch insoweit anzuwenden, als es um die Wahrung der Belange der ausscheidenden Vereinsmitglieder geht. Auch nimmt die fachrichterliche Rechtsprechung an, dass die Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit eine Wahlmöglichkeit haben, ob sie eine Bestandsübertragung nach den §§ 14, 44 VAG oder eine gesellschafts- oder körperschaftsrechtliche Umwandlung in Form der Vermögensübertragung -- nach § 44b VAG a.F. -- vornehmen wollen (so das Bundesverwaltungsgericht in der angegriffenen Entscheidung BVerwGE 100, 115 [122]). Dies ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, wenn in beiden Gestaltungen gleichwertige Möglichkeiten zur Wahrung der Belange der Vereinsmitglieder bestehen. Speziell im Hinblick auf die Zahlung eines Entgelts an die ausscheidenden Mitglieder kommt die fachrichterliche Rechtsprechung dadurch zu einer Gleichbehandlung beider Fallgruppen, dass eine Entgeltzahlung in analoger Anwendung von § 44b Abs. 4, 5 VAG a.F. auch dann vorgesehen wird, wenn der Versicherungsverein sein Vermögen nicht als Ganzes auf die Aktiengesellschaft überträgt, sondern nur einen dem übertragenen Teil des Versicherungsbestands entsprechenden Anteil des Vermögens, sofern dieser nahezu das gesamte Vermögen des Vereins umfasst. Durch diese Analogie soll verhindert werden, dass die Zuteilung eines Entgelts entfällt, wenn der Verein geringe Vermögensbestandteile nicht überträgt, um die Entschädigung für den Verlust der Mitgliedschaft auszuschließen. Diese den Interessen der Vereinsmitglieder entgegenkommende Auslegung entspricht der Schutzgarantie des Art. 14 Abs. 1 GG.
3. Bei dem Verlust der Mitgliedschaft sind die Belange der Versicherten, hier auch in ihrer Rolle als ehemalige Vereinsmitglieder, zu wahren, und dies ist im Zuge der Genehmigungsentscheidung des Bundesaufsichtsamts zu überprüfen. Die Interessen der ausscheidenden Vereinsmitglieder sind mit denen der anderen Betroffenen -- des Versicherungsunternehmens mit seinen Anteilseignern einerseits und der Versicherten andererseits -- abzustimmen. Die Regelungen des § 14 Abs. 1 in Verbindung mit § 8 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 VAG sowie § 44b VAG a.F. verfehlen das Ziel eines angemessenen Interessenausgleichs insoweit, als im Zuge der Genehmigung der Bestandsübertragung nicht gesichert ist, dass den ausscheidenden Mitgliedern ein angemessenes Entgelt gezahlt wird.
a) Die Möglichkeit einer von der Zustimmung der Mitglieder nicht abhängigen Bestandsübertragung mit der Folge des Verlusts der Mitgliedschaft steht mit dem Schutz aus Art. 14 Abs. 1 GG nicht im Widerspruch, sofern für eine hinreichende Wahrung der Belange der Versicherten gesorgt ist (siehe oben C I 1 a bb [1]), und zwar auch in ihrer Rolle als bisherige Vereinsmitglieder.
Ähnlich wie im vergleichbaren Fall der aus einer Aktiengesellschaft hinausgedrängten oder auf anderem Wege ihrer Mitgliedschaftsrechte verlustig gehenden Minderheitsaktionäre (vgl. BVerfGE 100, 289 [302]) ist die Angemessenheit des Verlusts im Rahmen der vom Gesetzgeber vorgesehenen Ausgestaltung der Eigentumsposition auch im Lichte des als Ausgleich vorzunehmenden Entgelts zu beurteilen. Betroffen ist eine mehrpolige Interessenbeziehung, so dass das Entgelt auch unter Berücksichtigung der Interessen der Vereinsmitglieder als Versicherte, aber ebenfalls der Interessen des Versicherers und seiner Anteilseigner angemessen sein muss. Bei der Berechnung des auszugleichenden Vermögenswerts der Mitgliedschaft ist insbesondere zu berücksichtigen, dass das Versicherungsverhältnis fortbesteht und damit beim Versicherer die für die Erfüllung der Ansprüche der Versicherten erforderlichen Vermögenswerte bestehen bleiben müssen. Die zur Absicherung des Versicherungsrisikos bestimmten Vermögensgrundlagen können daher der Berechnung des Entgelts nicht zu Grunde gelegt werden. Maßgebend ist vielmehr der ohne Rücksicht auf sie zu bestimmende Wert der Mitgliedschaft.
Kommt es wegen des Wegfalls der Vereinsmitgliedschaft infolge der Bestandsübertragung zur Notwendigkeit einer Abwägung aller zu berücksichtigenden Interessen, darf das eigentumsrechtlich geschützte Anteilseigentum der Vereinsmitglieder gegenüber den In teressen des übernehmenden Versicherers nicht von vornherein zurücktreten. Die Rechtsposition des Versicherungsnehmers beruht auf Eigenleistung in Form der Beitragszahlungen; das gilt, da Versicherungsverhältnis und Vereinsmitgliedschaft einheitlich zu betrachten sind, auch für den Wert der Mitgliedschaft. Der übernehmende Versicherer erbringt gegenüber dem ausscheidenden Mitglied als solchem keine Leistungen. Deshalb muss er den Vermögenswert, der der Mitgliedschaft im Zeitpunkt des Vermögensübergangs zukommt, in Gestalt des Entgelts ausgleichen.
Für dessen Bestimmung aber gibt das Gesetz keine Anhaltspunkte. Insbesondere ist dem Gesetz nicht zu entnehmen, ob bei der Wertbestimmung die stillen Reserven der übertragenen Vermögenswerte rechnerisch teilweise zu berücksichtigen sind. Das Bundesverwaltungsgericht lehnt dies in der angegriffenen Entscheidung ab, da das Mitglied nur in seiner Rolle als Versicherter nach Maßgabe des Versicherungsvertrags und damit des genehmigten Geschäftsplans im Zuge der Überschussbeteiligung an den Vermögenswerten zu beteiligen sei (BVerwGE 100, 115 [127]). Eine Berücksichtigung stiller Reserven bei der Entgeltberechnung würde nach Auffassung des Gerichts deren Realisierung -- etwa durch Verkauf -- voraussetzen mit der Folge, dass sie zur Abdeckung für die Versicherungsrisiken ausschieden.
Diese Überlegung lässt allerdings außer Betracht, dass die Vermögenswerte nach der Bestandsübertragung nunmehr der Aktiengesellschaft zustehen, so dass aus ihnen auch die Aktionäre Nutzen ziehen können. Der Gesetzgeber hält grundsätzlich die Option einer Umwandlung bereit, die zu einer Entschädigung in Aktien führt. Wird sie gewählt, können sich in ihrem Wert -- dem Aktienkurs -- auch übergegangene stille Reserven abbilden. Erfolgt statt einer Umwandlung eine Bestandsübertragung an die Aktiengesellschaft mit Untergang der Mitgliedschaftsstellung, könnte ein in stillen Reserven enthaltener, bislang auf die Mitgliedschaft zu beziehender Anteil an den Vermögenswerten nunmehr den Aktionären statt den früheren Mitgliedern zugute kommen. Eine Bereicherung der Aktionäre der übernehmenden Aktiengesellschaft zu Lasten der Vereinsmitglieder sollte aber gerade ausgeschlossen werden (vgl. BTDrucks V/4253, S. 7 -- zu § 44b Abs. 4 VAG a.F.). Käme es dazu, wären die Belange der Mitglieder im Hinblick auf die Bestimmung des Entgelts nicht hinreichend gewahrt.
bb) Das verfassungsrechtliche Defizit wird nicht dadurch ausgeglichen, dass das Landgericht nach § 44b Abs. 5 VAG a.F. -- hier in analoger Anwendung -- auf Antrag eines Mitglieds das angemessene Entgelt zu bestimmen hat. Es ist dem Gesetzgeber zwar nicht grundsätzlich verwehrt, die Gewährung von Rechtsschutz auf verschiedene Verfahren aufzuteilen. Die dafür maßgebenden Regeln müssen aber so aufeinander abgestimmt sein, dass der effektive Rechtsschutz des betroffenen Grundrechtsträgers nicht vereitelt wird.
Die gewählte Konstruktion sichert die Gewährung eines angemessenen Entgelts allerdings nicht, wenn -- wie es der Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts entspricht -- bei der öffentlichrechtlichen Genehmigung und ihrer gerichtlichen Überprüfung nur geklärt wird, ob das Entgelt unangemessen niedrig ist, und die Angemessenheit des Entgelts in positiver Hinsicht erst vor dem Landgericht, also regelmäßig später, abschließend zur Prüfung ansteht.
Das Bundesverfassungsgericht hat in anderem Zusammenhang bereits ausgeführt, der Gesetzgeber müsse sicherstellen, dass über die Eigentumsbeschränkung und die Ausgleichsleistung gleichzeitig entschieden wird (vgl. BVerfGE 100, 226 [246]); auch in dem dortigen Fall handelte es sich um einen Konflikt, bei dem der Betroffene vor der Wahl stand, ohne verlässliche Kenntnis einer Ausgleichsleistung einen belastenden Verwaltungsakt anzugreifen oder ihn in der unsicheren Erwartung eines nachträglich in einem anderen Verfahren zu bewilligenden Ausgleichs bestandskräftig werden zu lassen. Die Mitglieder eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit erfahren bei einer Bestandsübertragung der vorliegenden Art eine vergleichbare grundlegende Veränderung ihrer Rechte.
Im Übrigen ist die endgültige Festlegung des angemessenen Entgelts durch das Landgericht davon abhängig, dass mindestens ein Versicherungsnehmer ein solches gerichtliches Verfahren betreibt. Das aber kann keinesfalls erwartet werden. Die Werte, die dem einzelnen Betroffenen als Entgelt zufließen, werden im Verhältnis zu den Versicherungsleistungen durchgehend nicht so hoch sein, dass für die Erhebung einer Klage im Einzelfall ein besonderer Anreiz besteht. Angesichts der Begrenztheit der den Vereinsmitgliedern zugänglichen Informationen über die mit der Bestandsübertragung verbundenen Erwägungen und von ihr betroffenen Vermögenswerte sowie mit Blick auf die Schwierigkeiten der Durchführung eines gerichtlichen Verfahrens für einen derart komplexen Vorgang werden Vereinsmitglieder eher vor einem solchen Prozess zurückschrecken. Diese Einschätzung wird durch die praktische Erfahrung bestätigt. In der mündlichen Verhandlung des Senats konnten von den Sachverständigen sowie den Verfahrensbevollmächtigten -- über die von den Beschwerdeführern angestrengten Verfahren hinaus -- keine Fälle benannt werden, in denen landgerichtliche Verfahren durchgeführt wurden und in deren Folge die Höhe des Entgelts korrigiert wurde.
Weil die Bestandsübertragung auf der Seite der Versicherten und Vereinsmitglieder eine sehr große Zahl von Personen berührt und die Durchführung von Einzelverfahren deshalb als untunlich eingeordnet wurde, ist die Anwendbarkeit des § 415 BGB ausgeschlossen und die Wahrung der Belange der Versicherten in den öffentlich-rechtlich gestalteten Prozess der Genehmigung und Gesamtabwägung einbezogen worden. Diese Grundidee würde vereitelt, wenn die Wahrung bestimmter eigener Belange doch von der Initiative der einzelnen Mitglieder abhinge.
Dieses Verständnis der verschiedenen Normen würde bedeuten, dass Aufsichtsbehörde und Verwaltungsgerichtsbarkeit einerseits und Zivilgerichtsbarkeit andererseits unterschiedliche Kontrollauf gaben zu erfüllen hätten und insbesondere gesichert wäre, dass die Festsetzung des Entgelts für die Gesamtheit der Vereinsmitglieder nur im verwaltungsgerichtlichen Verfahren zu überprüfen wäre. Damit wäre das durch die Aufspaltung des Gerichtsschutzes bedingte Risiko für effektiven Rechtsschutz beseitigt. Aber auch bei Zugrundelegung dieses Normenverständnisses bliebe das oben (C I 3) beschriebene Defizit der Festlegung des materiellen Prüfmaßstabs teilweise erhalten. Es wäre gesetzlich nicht abgesichert, dass die Angemessenheit des Entgelts positiv festzustellen ist; auch bliebe im Gesetz offen, auf welcher Grundlage die Angemessenheit zu beurteilen ist (siehe oben C I 3).
§ 14 Abs. 1 Satz 3 VAG ist nach allem, soweit er für den Fall der Übertragung von Lebensversicherungsverträgen auf andere Unternehmen auf den Maßstab des § 8 Abs. 1 Nr. 2 VAG a.F. und des § 8 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 VAG Bezug nimmt, unvereinbar mit Art. 2 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 GG. Dies führt jedoch nicht gemäß § 95 Abs. 3 Satz 1 BVerfGG zur Nichtigkeit der Regelung.
Die teilweise Verfassungswidrigkeit der Regelung betrifft Fälle der Genehmigung der Übertragung des Bestands von Lebensversicherungsverträgen mit Überschussbeteiligung auf eine Aktiengesellschaft. Sie erstreckt sich auch auf den Maßstab zur Bestimmung der Höhe des Entgelts durch die staatliche Aufsichtsbehörde, das Mitgliedern eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit als Ausgleich dafür zu zahlen ist, dass auf Grund der Bestandsübertragung die Mitgliedschaft endet.
Die Möglichkeit der analogen Anwendung des § 44b Abs. 4 VAG a.F. auf diesen Fall trägt zwar dem Anliegen Rechnung, den Maßstab für die Entgeltbestimmung positiv festzulegen. Insofern ist diese Norm verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens nach § 14 VAG wird die Überprüfung dieses Maßstabs im öffentlichrechtlichen Verfahren jedoch auf die negative Klärung begrenzt, ob das Entgelt unangemessen niedrig festgesetzt ist. Damit ist § 14 Abs. 1 Satz 3 in Verbindung mit § 8 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 VAG -- wie zuvor mit § 8 Abs. 1 Nr. 2 VAG a.F. -- in dem vorliegend maßgeblichen Bereich des Rechts der Genehmigung der Übertragung des Bestands eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit in gleicher Weise verfassungsrechtlich defizitär wie auch sonst bei der Übertragung des Bestands von Lebensversicherungsverträgen.
Hat der Gesetzgeber mehrere Möglichkeiten, den Verfassungsverstoß zu beseitigen, trägt das Bundesverfassungsgericht dem in der Weise Rechnung, dass es die verfassungswidrige Norm nur für unvereinbar mit dem Grundgesetz erklärt (vgl. BVerfGE 104, 74 [91]; 109, 64 [95]). Gesichtspunkte, die im vorliegenden Fall eine andere Entscheidung gebieten könnten, sind nicht erkennbar.
Dafür stehen unter Nutzung der verschiedenen das Versicherungsrecht gestaltenden Regelungskomplexe unterschiedliche Wege offen. Angesichts der nicht zuletzt durch Richtlinien der Europäischen Union (siehe oben A III) und den gestiegenen Wettbewerb zwischen in- und ausländischen Versicherungsunternehmen ausgelösten Anstöße zur Anpassung des deutschen Rechts an die rechtlichen und tatsächlichen Entwicklungen wird der Gesetzgeber insbesondere zu klären haben, ob der Ausgleich der Rechte der Versicherten und der Vereinsmitglieder mit rechtlich erheblichen Interessen anderer Betroffener im vorhandenen normativen Rahmen oder im Zuge weiterer struktureller Veränderungen des Versicherungs rechts und des mit ihm verknüpften Gesellschaftsrechts sowie des Bilanzrechts erfolgen soll. Zu dieser Klärung gehört die Prüfung von Vorkehrungen zur Sicherung größerer Transparenz, insbesondere über die Anlässe, Modalitäten und möglichen Folgen von Bestandsübertragungen, sowie zur Verbesserung des Informationszugangs für die Betroffenen. Vorstellbar sind auch neue verfahrensmäßige Wege zum Schutz der betroffenen Belange.
Der grundsätzlichen verfassungsrechtlichen Bedeutung der von den Beschwerdeführern aufgeworfenen Rechtsfragen ist durch die Feststellung der teilweisen Unvereinbarkeit des § 14 Abs. 1 Satz 3 in Verbindung mit § 8 VAG mit Art. 2 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 GG Rechnung getragen. Darauf zielten die von den Beschwerdeführern nach Art von Musterprozessen mit Unterstützung des Bundes der Versicherten erhobenen Verfassungsbeschwerden in ihrem Kern.
Die Rüge der Verletzung der individuellen Rechte war der prozessual gebotene Weg, um die Gesamtregelung einer Überprüfung zu unterziehen. Das haben die Beschwerdeführer erreicht. Da die Verfassungsbeschwerden im Hinblick auf die den Kern des Streits bildenden grundsätzlichen Fragen, insbesondere die verfassungsrechtlichen Anforderungen an die gesetzlichen Regelungen, erfolgreich sind, erscheint es angemessen, den Beschwerdeführern die notwendigen Auslagen voll zu erstatten (§ 34 a Abs. 2 und 3 BVerfGG).
Papier Die Richterin Jaeger ist aus dem Amt ausgeschieden und daher an der Unterschrift gehindert. Papier Haas Hömig Steiner Hohmann-Dennhardt Hoffmann-Riem