Source: https://findok.bmf.gv.at/findok?stammNr=121412
Timestamp: 2019-10-23 15:28:01
Document Index: 54806038

Matched Legal Cases: ['§ 212', '§ 212', '§ 212', '§ 212', '§ 212', '§ 212', '§ 212', '§ 212', '§ 212']

Bescheidbeschwerde – Einzel – Erkenntnis des BFG vom 29.11.2018, RV/4200028/2018
Das Bundesfinanzgericht hat durch den Richter R in den Beschwerdesachen Bf., vertreten durch Dr. Helmut Binder, Postgasse 8/1, 9500 Villach,
über die Beschwerde vom 16. Mai 2018 gegen den Bescheid des Zollamtes Klagenfurt Villach vom 13. April 2018, Zl. 420000/60220/2018 betreffend Aussetzung der Einhebung gemäß § 212a Bundesabgabenordnung (BAO),
über die Beschwerde vom 16. Mai 2018 gegen den Bescheid des Zollamtes Klagenfurt Villach vom 13. April 2018, Zl. 420000/60219/2018 betreffend Aussetzung der Einhebung gemäß § 212a BAO,
über die Beschwerde vom 18. Juli 2018 gegen den Bescheid des Zollamtes Klagenfurt Villach vom 14. Juni 2018, Zl. 420000/60244/2018 betreffend Aussetzung der Einhebung gemäß § 212a BAO,
über die Beschwerde vom 18. Juli 2018 gegen den Bescheid des Zollamtes Klagenfurt Villach vom 14. Juni 2018, Zl. 420000/60245/2018 betreffend Aussetzung der Einhebung gemäß § 212a BAO,
über die Beschwerde vom 18. Juli 2018 gegen den Bescheid des Zollamtes Klagenfurt Villach vom 14. Juni 2018, Zl. 420000/60246/2018 betreffend Aussetzung der Einhebung gemäß § 212a BAO, zu Recht erkannt:
Mit den Bescheiden des Zollamtes Klagenfurt Villach vom 22. Februar 2018, Zl. 420000/90039/53/2014, vom 22. Februar 2018, Zl. 420000/90039/54/2014, vom 10. April 2018, Zl. 420000/90039/59/2014, vom 10. April 2018, Zl. 420000/90039/60/2014 und vom 10. April 2018, Zl. 420000/90039/61/2014 wurden gegenüber der Beschwerdeführerin (Bf.) Altlastenbeiträge und Nebenansprüche für das 1., 2., 3. und 4. Quartal 2008, für das 2. und 3. Quartal 2009, für das 2., 3. und 4. Quartal 2010, für das 1.,2.,3. und 4. Quartal 2011 und für das 4. Quartal 2012 in näher bezeichneter Höhe festgesetzt.
Gegen diese Bescheide hat die Bf. mit Eingaben vom 23. März 2018 und 16. Mai 2018 Beschwerde erhoben und gleichzeitig Anträge auf Aussetzung der Einhebung gemäß § 212a BAO gestellt.
Die Beschwerden gegen die Festsetzung der Altlastenbeiträge wurden vom Zollamt Klagenfurt Villach mit Beschwerdevorentscheidungen vom 17. April 2018, Zl. 420000/60221/2018, vom 17. April 2018, Zl. 420000/60222/2018, vom 13. Juli 2018, Zl. 420000/60241/2018, vom 13. Juli 2018, Zl. 420000/60242/2018 und vom 13. Juli 2018, Zl. 420000/60243, erledigt.
Mit den Bescheiden des Zollamtes Klagenfurt Villach vom 13. April 2018, Zl. 420000/60220/2018, vom 13. April 2018, Zl. 420000/60219/2018, vom 14. Juni 2018, Zl. 420000/60244/2018, vom 14. Juni 2018, Zl. 420000/60245 und vom 1. Juni 2018, Zl. 420000/60246/2018, wurden die Anträge auf Aussetzung der Einhebung gemäß § 212a BAO abgewiesen und begründend ausgeführt, dass die Beschwerden gegen die Festsetzungsbescheide vom 19. März 2015 wenig Erfolg versprechend erscheinen würden.
Die dagegen erhobenen Beschwerden vom 16. Mai 2018 und 18. Juli 2018 hat das Zollamt Klagenfurt Villach mit Beschwerdevorentscheidungen vom 13. Juli 2018, Zl. 420000/60248/2018, vom 13. Juli 2018, Zl. 420000/60247/2018, vom 31. Juli 2018, Zl. 420000/60277/2018, vom 31. Juli 2018, Zl. 420000/60278/2018 und vom 31. Juli 2018, Zl. 420000/60279/2018 als unbegründet abgewiesen. Begründend führte das Zollamt aus, dass eine Aussetzung der Einhebung ab Ergehen der Beschwerdevorentscheidung in der Hauptsache (im Abgabenfestsetzungsverfahren) nicht mehr in Betracht komme.
Mit Vorlageanträgen vom 14. August 2018 begehrt die Bf. die Entscheidung über die Beschwerden durch das Bundesfinanzgericht.
In den verfahrensgegenständlichen Fällen wurden die Aussetzungsanträge zugleich mit den Beschwerden gegen die Festsetzung der Altlastenbeiträge gestellt. Mittlerweile wurden diese Beschwerden mit Beschwerdevorentscheidungen erledigt. Die vom Bf. angestrebte Aussetzung hätte, da gleichzeitig gemäß § 212a Abs. 5 lit. a BAO jeweils der Ablauf der Aussetzung zu verfügen gewesen wäre, dem Bf. daher keine andere Rechtsposition verliehen. Die Rechtsposition des Bf. hängt somit nicht davon ab, ob die beantragte Aussetzung verfügt wurde oder nicht (vgl. VwGH vom 27.9.2012, 2010/16/0196, 17.12.2003, 2003/13/0129; BFG 14.2.2014, RV/4200196/2012; 27.2.2015, RV/7100776/2015; 3.10.2016, RV/7200065/2015).
Aus diesen Ausführungen folgt, dass mit Ergehen der Beschwerdevorentscheidungen des Zollamtes Klagenfurt Villach im Abgabenfestsetzungsverfahren vom 17. April 2018 und 13. Juli 2018, zwingend der Ablauf der Aussetzung zu verfügen gewesen wäre (siehe Erkenntnis des Bundesfinanzgerichtes GZ: RV/4200119/2016) und eine Bewilligung der Aussetzung ab dem Zeitpunkt der Erledigung der Rechtsmittel im Abgabenfestsetzungsverfahren nicht mehr in Betracht kommt. Ein unerledigter Aussetzungsantrag ist daher als unbegründet abzuweisen (Ritz, Bundesabgabenordnung § 212a, Rz. 12).
ECLI:AT:BFG:2018:RV.4200028.2018
Findok-Nr: 121412.1, aufgenommen am: 06.12.2018 10:38:08, Dokument-ID: 05e02376-39cc-4ac1-8af3-9b80b9f32e30, Segment-ID: 8bed9b14-074e-4d15-b28a-3178a4b60c96