Source: https://www.etl-rechtsanwaelte.de/aktuelles/rechtsfolge-eines-verstosses-gegen-paragraf-51-abs-2-4-gmbhg
Timestamp: 2020-06-05 20:10:11
Document Index: 54061927

Matched Legal Cases: ['§ 51', '§ 51', '§ 51', '§ 51', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 51', 'BGH', '§ 51']

Rechtsfolge eines Verstoßes gegen § 51 Abs. 2, 4 GmbHG (GmbH-Recht, GmbHG, Handels- und Gesellschaftsrecht)
Rechtsfolge eines Verstoßes gegen § 51 Abs. 2, 4 GmbHG
Das Oberlandesgericht (OLG) München hat entschieden (OLG München, Urt. v. 09.01.2019  7 U 1509/18, DB 2019, 105 [aus den Entscheidungsgründen]):
b. Zwar nimmt das Schrifttum überwiegend an, ein derartiger Verstoß gegen § 51 Abs. 2, 4 GmbHG führe nur zur Anfechtbarkeit (vgl. die Nachweise bei Schindler in BeckOK GmbHG, 36. Edition, Stand 01.02.2018, Rdnr. 61 zu § 51 GmbHG). Das Gericht folgt jedoch der neueren Rechtsprechung des BGH, der in diesen Fällen von einer Nichtigkeit des Beschlusses ausgeht (BGH, Urteil vom 29.05.2000, Az. II ZR 47/99, Rdnr. 7 aE). Der BGH bejahte in dieser Entscheidung vom 29.05.2000 aufgrund der nicht hinreichend genauen Bezeichnung des Beschlussgegenstandes in der Tagesordnung zwar unmittelbar nur einen Verstoß gegen Regelungen in der Geschäftsordnung des Verwaltungsrats der beklagten Sparkasse, wonach unter Mitteilung der Tagesordnung einzuladen sei , stellte aber gleichzeitig ausdrücklich darauf ab, dass die Regelungen, gegen die verstoßen worden sei, inhaltsgleich mit § 51 Abs. 2 und 4 GmbHG seien (BGH, aaO, Rdnr. 8). Daher ist ein entgegen § 51 Abs. 2, 4 GmbHG gefasster Beschluss nicht nur anfechtbar, sondern nichtig.