Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=22.02.2008&Aktenzeichen=V%20ZR%2086/07
Timestamp: 2019-05-26 04:27:39
Document Index: 240896122

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 88', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 22.02.2008 - V ZR 86/07 - dejure.org
BGH, 22.02.2008 - V ZR 86/07
https://dejure.org/2008,8714
BGH, 22.02.2008 - V ZR 86/07 (https://dejure.org/2008,8714)
BGH, Entscheidung vom 22.02.2008 - V ZR 86/07 (https://dejure.org/2008,8714)
BGH, Entscheidung vom 22. Februar 2008 - V ZR 86/07 (https://dejure.org/2008,8714)
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Berechnung der Verjährungsfristen bei am 1. Januar 2002 unverjährt bestehenden Ansprüchen aus positiver Vertragsverletzung; Erfüllung der formalen Anforderungen an einen Güteantrag als Voraussetzung für einen Eintritt der Hemmungswirkung aufgrund der Einleitung eines Güteverfahrens; Erforderlichkeit der Beifügung einer Originalvollmacht in einem Güteschlichtungsverfahren nach baden-württembergischem Landesrecht; Hemmung einer Verjährungsfrist aufgrund der Genehmigung einer formell unwirksamen Bevollmächtigung
Güteantrag, Verjährungshemmung und Verjährung
Mediation; Güteverfahren; Verjährungshemmung durch Einreichung eines Güteantrags; Verjährungsbeginn in Übergangsfällen; Schriftform des Güteantrags; Heilungswirkung nachträglicher Genehmigung
Verjährung von Schadensersatzansprüchen wegen positiver Vertragsverletzung eines Beratungsvertrages; Hemmung der Verjährung durch Einreichung eines Güteantrages; Anforderungen an die Form eines Güteantrages
LG Bielefeld, 06.06.2006 - 6 O 510/05
OLG Hamm, 26.04.2007 - 22 U 117/06
BVerfG, 22.10.2008 - 1 BvR 1217/08
aa) Der Güteantrag muss zum einen die formalen Anforderungen erfüllen, die von den für die Tätigkeit der jeweiligen Gütestelle maßgeblichen Verfahrensvorschriften gefordert werden (…s. etwa BGH, Urteile vom 9. November 2007 - V ZR 25/07, NJW 2008, 506 Rn. 12 sowie vom 22. Februar 2008 - V ZR 86/07, BeckRS 2008, 04680 Rn. 10 und V ZR 87/07, BeckRS 2008, 04681 Rn. 10; s. ferner OLG Frankfurt am Main…, Urteil vom 9. Juli 2014 aaO Rn. 26 und WM 2014 aaO; OLG Karlsruhe…, Urteil vom 30. Dezember 2014 - 9a U 12/14, BeckRS 2015, 08433 Rn. 56;… KG aaO Rn. 47).
Hiergegen spricht schon, dass verjährungsrechtliche Vorschriften im Interesse der Rechtssicherheit grundsätzlich in enger Anlehnung an den Wortlaut auszulegen sind (vgl. BGHZ 123, 337, 343 m. w. N.; BGH, Urteil vom 22. Februar 2008 - V ZR 86/07, Tz. 9).
BGH, 04.05.2016 - III ZR 100/15
Verjährungshemmende Wirkung des Güteverfahrens: Auslegung der Verfahrensordnung …
Zur Auslegung einer Regelung in einer von einer staatlich anerkannten Gütestelle erlassenen Verfahrensordnung, wonach die schriftliche Vollmacht beizufügen oder auf Antrag nachzureichen ist (Abgrenzung gegenüber BGH, Urteil vom 22. Februar 2008, V ZR 86/07, BeckRS 2008, 04680).
Die Neufassung der Verfahrensordnung erfolgte in bewusster Abkehr von der früheren, der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 22. Februar 2008 (V ZR 86/07, BeckRS 2008, 04680 Rn. 3) zugrunde liegenden Fassung "Der Antrag ist von der antragstellenden Person oder ihrem Bevollmächtigten zu unterschreiben, die schriftliche Vollmacht ist beizufügen." Nur für diesen Fall hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass auf Grund des klaren Wortlauts der Verfahrensordnung a.F. eine entsprechende Anwendung von § 88 Abs. 2 ZPO ausscheidet (…aaO Rn. 12, 14).
Verstößt er dagegen, vermag er die Verjährung nicht zu hemmen (vgl. BGH, Urteil vom 22.02.2008, Az.: V ZR 86/07, Rn 10 = BeckRS 2008, 04680; OLG Frankfurt…, Urteil vom 16.07.2014, Az.: 19 U 2/14, Rn. 19 = BeckRS 2014, 15970).
Sieht die Verfahrensordnung vor, dass eine Originalvollmacht beizufügen ist, hemmt der Güteantrag die Verjährung nicht, wenn ihm nur eine Kopie der Vollmacht beilag (BGH, Urteil vom 22.02.2008, Az.: V ZR 86/07, Rn 11 = BeckRS 2008, 04680, Verfassungsbeschwerde zurückgewiesen durch BVerfG NJW-RR 2009, 1148).
Eine Auslegung entgegen dem klaren Wortlaut der Bestimmung scheidet aus, weil dadurch die Belange der Rechtssicherheit und Rechtsklarheit im Zusammenhang mit der Verjährungshemmung beeinträchtigt würden (vgl. BGH, Urteil vom 22.02.2008, Az.: V ZR 86/07, Rn 10 = BeckRS 2008, 04680).
Keine Verletzung von Grundrechten oder grundrechtsgleichen Rechten durch eine …
das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 22. Februar 2008 - V ZR 86/07 -.
Der vorliegende Hemmungstatbestand setzt jedoch voraus, dass der Antrag die formalen Anforderungen erfüllt, die von der für die Tätigkeit der jeweiligen Gütestelle maßgeblichen Verfahrensvorschriften gefordert werden (BGH NJW 2008; BGH V ZR 86/07, V ZR 87/07 und V ZR 88/07506; OLG Celle, Urteil vom 16. Januar 2007- 16 U 160/06-juris).
Im Übrigen gilt auch hier, dass den Belangen der Rechtssicherheit und Rechtsklarheit bei der Auslegung verjährungsbezogener Regelungen besondere Bedeutung zukommen muss (BGH, Urteil vom 22. Februar 2008 - V ZR 86/07 - juris, BGH, Urteil vom 22. Februar 2008 - V ZR 87/07 - juris).
Um die Verjährung zu hemmen, muss ein Güteantrag deshalb - entgegen der Ansicht des Klägers - nicht nur die formalen Anforderungen erfüllen, die von den für die Tätigkeit der jeweiligen Gütestelle maßgeblichen Verfahrensvorschriften gefordert werden (BGH, Urt. v. 22.02.2008, V ZR 86/07, Rn. 10, juris), sondern den geltend gemachten Anspruch auch hinreichend genau bezeichnen (…BGH, Urt. v. 22.09.2009, XI ZR 230/08, Rn. 13, juris).
OLG Frankfurt, 22.05.2015 - 23 U 69/14
Schadenersatz wegen Beratungspflichtverletzung vor Beteiligung an KG
LG Traunstein, 18.03.2015 - 1 HKO 2133/13
Verjährungshemmende Wirkung eines Güterantrages