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Timestamp: 2019-12-07 19:48:25
Document Index: 47932263

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 1', 'Art. 6', '§ 33', '§ 69', '§ 1773', '§1791', '§1791', '§13', '§ 71', '§ 33']

Der Pflegekinderdienst in Chemnitz. Umgangskontakte mit den ...
Der Pflegekinderdienst in Chemnitz. Umgangskontakte mit den Herkunftseltern als Herausforderung
von Julia Zander (Autor)
Praktikumsbericht / -arbeit 2013 20 Seiten
2 Chemnitz - Stadt der Moderne
2.1 Amt fur Jugend und Familie
2.2 Organisation des Amtes fur Jugend und Soziales
2.2.1 Jugendamt - das zweigliedrige System
2.3 Pflegekinderdienst
3 Eigener Tatigkeitsbereich als Praktikantin
3.1 Anbahnung des Praktikums
3.2 Eigene Aufgaben und Tatigkeiten im Amt fur Jugend und Familie
3.3 Beendigungsphase des Praktikums
4 Die Umgangskontakte mit den Herkunftseltern
4.1 Fallbeispiel 1: Die Geschwister Blum
Im Rahmen meines Studiums Padagogik mit dem Schwerpunkt Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Technischen Universitat in Chemnitz absolvierte ich mein Praktikum in dem Zeitraum von Juni bis Juli 2013 beim Amt fur Jugend und Familie des Chemnitzer Pflegekinderdienstes.
„Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Forderung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfahigen Personlichkeit." (§ 1 SGB VIII) Pflege und Erziehung sind das naturliche Recht der Eltern und die zuvorderst obliegende Pflicht gemaG Artikel 6 GG i.V. mit § 1 SGB VIII. Uber ihre Betatigung wacht die staatliche Gemeinschaft. Das Jugendamt hat die Aufgabe den Schutz eines jeden Kindes sicherzustellen, uberdies muss es in diesem Zusammenhang seiner Kontrollfunktion nachgehen, denn nicht alle Eltern sind in der Lage ihren Kindern ein harmonisches und angemessenes Leben sowie eine altersentsprechende Entwicklung und Forderung zu ermoglichen. Aus diesem Grund ist eine Fremdunterbringung fur Minderjahrige unausweichlich (vgl. Art. 6 GG).
Schon seit Beginn der Menschheit und Kindheit gab es Vorkommnisse und Umstande, die Kinder der Freiheit und Umwelt, in die sie hineingeboren wurden, beraubten und das Leben bei den Herkunftseltern erschwerte (vgl. Blandow, 2004, S. 19). Einst ubernahmen gewohnlich andere Familienmitglieder oder Freunde sowie Bekannte der Eltern die Erziehung und Betreuung der Heranwachsenden. Jedoch sind Inobhutnahmen und die dementsprechenden Fremdunterbringungen seit einigen Jahren staatliche MaGnahmen und Bestimmungen, die durch die jeweiligen Jugendamter uberwacht, kontrolliert und sichergestellt werden (vgl. Stadt Chemnitz Amt fur Jugend und Familie, 2011, S.4).
Im Fall einer Fremdplatzierung durch das zustandige Jugendamt ist nach § 33 SGB VIII eine Unterbringung und Vermittlung in eine Pflegefamilie notwendig. Bei Pflegekindern sind die leiblichen Eltern nicht mehr imstande ihre Kinder angemessen zu erziehen und zu versorgen. Demnach bezeichnet man Pflegekinder als Mundel, die einen befristeten Zeitraum oder sogar auf Dauer bei einer anderen Familie leben, da ihre Eltern aufgrund von Drogenproblematiken, psychischen Krankheiten und familiarer Gewalt sowie Uberforderung, Bildungsarmut oder Deprivation nicht in der Lage sind fur eine adaquate Erziehung und Versorgung zu sorgen. Die Mitarbeiter des Pflegekinderdienstes haben zum einen die Aufgabe eine geeignete Pflegefamilie zu finden und zum anderen die Verantwortung, dass die ausgewahlte Pflegefamilie dem Pflegekind ein vorubergehendes behutsames, fursorgliches und vor allem liebevolles Zuhause geben kann. Bei allen Entscheidungen, die die Fachkraft bei der Auswahl der Pflegepersonen trifft, steht das Wohl des Kindes an oberster Stelle. Um als Pflegeeltern agieren zu konnen, bedarf es seitens des Pflegekinderdienstes ein einheitlich festgesetztes Verfahren, der die Bewerber hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen, familiaren und raumlichen Lebensbedingungen abpruft sowie einen abschlieGenden zweitatigen Lehrgang, an dem auch bereits erfahrene Pflegefamilien teilnehmen. Neben der Institution und ihrem strukturellen Rahmen gehe ich im folgenden Praktikumsbericht eingehend auf die Arbeit im Pflegekinderdienst ein und bringe meine Erfahrungen und Eindrucke mit Hilfe intensiv beobachteten Umgangen zwischen Pflegekindern und deren leiblichen Eltern ein.
Hinweis: Alle Namen der Pflegekinder und deren Familien sind in diesem Praktikumsbericht aufgrund von Datenschutzgrunden verandert worden.
Die Stadt Chemnitz setzt sich aus dem Stadtrat und den Ausschussen, der Stadtverwaltung sowie den Eigenbetrieben zusammen. Der Stadtrat umfasst den beratenden Ausschuss und die beschlieGenden Ausschusse wie beispielsweise den Verwaltungs- und Finanzausschuss, Schul-, Sozial-, Betriebs- oder
Jugendhilfeausschuss sowie die Ortschaftsrate und den Beiraten wie dem Senioren-, Behinderten-, Kultur- oder Auslanderbeirat. Uber den Stadtrat und der Stadtverwaltung wacht die Oberburgermeisterin, sowie Vorsitzende des Stadtrates und Leiterin der Verwaltung, Frau Barbara Ludwig. Die Kommunalverwaltung oder auch Stadtverwaltung Chemnitz genannt, besteht aus dem Personalrat, dem Rechnungsprufungsamt sowie dem Burgermeisteramt und vier Dezernaten. Im Dezernat 1 ist unter anderem das Kammerei-, Kassen- und Steueramt sowie das Personalamt angesiedelt. Das Dezernat 3 schlieGt das Rechts-, Ordnungs-, Burge-, und Umweltamt sowie den Tierpark ein. Das Dezernat 5, indem ich mein Praktikum absolviert habe, setzt sich aus dem Schulverwaltungs-, Sozial-, Sport- und Gesundheitsamt sowie dem Stadtarchiv und dem Amt fur Jugend und Familie zusammen. Das Tiefbau-, Stadtplanungs- und Grunflachenamt umfasst das Dezernat Chemnitzer Eigenbetriebe sind neben dem Entsorgungsbetrieb die Abfallentsorgungs- und Stadtreinigung, der Friedhofs- und Bestattungsbetrieb sowie DAStietz (vgl. Chemnitz - Stadt der Moderne).
Mein Praktikumspartner war in der Zeit vom 03.06.2013 bis 19.07.2013 die Stadtverwaltung Chemnitz. Ich absolvierte mein Praktikum im Amt fur Jugend und Familie, welches sich im Burger- und Verwaltungsburo „Moritzhof‘ (BahnhofstraGe 53, 09111 Chemnitz) befindet. Dort war ich in dem Sachgebiet Sonderdienste des Amtes fur Jugend und Familie im Pflegekinderdienst tatig.
Das Amt fur Jugend und Familie oder auch Jugendamt genannt, stellt eine Organisation innerhalb der Kommunalverwaltung dar. Die rechtlichen Grundlagen dieser Institution sind im Sozialgesetzbuch Achtes Buch (SGB VIII) verankert. Dies ist das elementare Gesetz fur die Kinder- und Jugendhilfegesetz in Deutschland (vgl. Bmfsfj, 2013, S. 7). Demzufolge sind samtliche ortlichen Trager der offentlichen Jugendhilfe dazu verpflichtet ein Jugendamt zu errichten (§ 69 Abs. 3 SGB VIII).
Die Kommunalverwaltungen der jeweiligen Landkreise konnen ihr Jugendamt eigenstandig benennen. Neben dem „Amt fur Jugend und Soziales" kommt es vor, dass das Jugendamt auch als „Amt fur Kinder, Jugend und Familie", „Fachbereich Jugend" oder „Amt fur Jugend, Bildung und Familie" bezeichnet wird. Die im Bundesgesetz verankerten Aufgaben und Strukturen ermoglichen einen Zusammenschluss der verschiedenen Bereiche.
Das Amt fur Jugend und Familie ist ein offentlicher Trager der Jugendhilfe, welches im Dezernat 5 eingeschlossen ist und wird in der Stadtverwaltung Chemnitz als Amt 51 bezeichnet. Als zweigliedrige Behorde besteht sie aus dem Jugendhilfeausschuss und der Verwaltung. Dabei steht die Amtsleitung, der Amtsleiter Herr Pethke an oberster Stelle und unterteilt sich, neben dem Sekretariat, in folgende funf Bereiche:
1. Abteilung Verwaltung
2. Abteilung Kindertageseinrichtungen
3. Abteilung Jugendarbeit
4. Abteilung Amtsvormundschaft, Abstammung und Unterhalt
5. Abteilung Sozialdienst.
Die Abteilung Verwaltung umfasst die Sachgebiete Personal, Jugendhilfeplanung, Haushalt sowie Wirtschaftliche Jugendhilfe, die sich unter anderem um den Zahlungsverkehr rund um die Pflegekinder kummert, Antrage auf Klassenfahrtzuschusse, Schulmaterialien, Kleidung, Urlaube, etc. bewilligt oder ablehnt.
Fur die Sachgebiete Elternbeitrage, Kitaplatze, Kindertageseinrichtungen sowie Fachberatung Kindertageseinrichtungen und Einrichtungsverwaltung ist die Abteilung Kindertageseinrichtungen zustandig, welche sich mit allen Fragen und Angelegenheiten rund um Kindergarten, Kinderkrippen oder Kinderhorte und deren Finanzierungen beschaftigt.
Bei der Abteilung Jugendarbeit geht es hauptsachlich um die Familienforderung, Erziehungsberatung sowie um die Arbeit mit jungen Menschen. Diese Aufgaben stellen neben dem Sachgebiet Besondere Forderung ein eigenes Sachgebiet dar. Neben diesen Abteilungen sind bei der Stadtverwaltung Chemnitz Amtsvormunder angestellt. Ein Minderjahriger, der nicht unter elterlicher Sorge steht oder im Fall der Tatsache, dass die Eltern nicht fur die betreffenden Vermogensangelegenheiten zur Vertretung des Minderjahrigen berechtig sind, erhalt einen Vormund, der ihm als gesetzlicher Vertreter zur Seite steht. (vgl. § 1773 BGB). Bei der Amtsvormundschaft gibt es zum einen die bestellte Amtsvormundschafts und zum anderen die gesetzliche Amtsvormundschaft des Jugendamtes. Die bestellte Amtsvormundschaft tritt in Kraft, wenn eine als ehrenamtliche Einzelvormundschaft geeignete Person nicht vorhanden ist und somit das Jugendamt zum Vormund bestellt wird. Die gesetzliche Amtsvormundschaft ist das Jugendamt bei Geburt eines Kindes, dessen Eltern nicht miteinander verheiratet sind und das eines Vormundes bedarf (vgl. §1791 b und §1791c BGB).
Mit der Abteilung Sozialdienst ist das Amt fur Jugend und Familie in seine funf Abteilungen vollstandig unterteilt und fur die Hilfegewahrung fur Personensorgeberechtigte und fur junge Menschen verantwortlich. Der Sozialdienst gliedert sich in das Sachgebiet Sonderdienste und in das Sachgebiet Allgemeiner Sozialdienst. Der Allgemeine Sozialdienst (ASD) in Chemnitz besteht aus dem ASD 1 und dem ASD 2. Beide Abteilungen sind nach Stadtteilen aufgeteilt und dienen als soziale Kontakt- und Beratungsstellen, in denen Hilfen angeboten oder vermittelt werden. Dieses kostenfreie Angebot ermoglicht Chemnitzer Familien eine umfassende Beratung und vor allem eine umfangreiche Unterstutzung im Hinblick auf deren Kinder sowie jungen Erwachsenen bis zum 27. Lebensjahr. Weitere Aufgaben der Sozialarbeiter sind Trennungs- und Scheidungsberatung, Vermittlung von begleitetem Umgang zwischen Kindern und ihren Eltern sowie die Hilfegewahrung nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) von §§13,19,27 bis 35 SGB VIII. Zudem sind sie fur die regelmaGig stattfindenden Hilfeplangesprache verantwortlich, an denen neben dem Pflegekind auch di leiblichen sowie Pflegeeltern, der Amtsvormund, der Pflegekinderdienst und der zustandige Mitarbeiter des ASD teilnehmen. (vgl. Ubersicht Amt fur Jugend und Familie, 2013)
Im Sachgebiet Sonderdienste war ich in den sieben Wochen meines Praktikums eingeteilt und beschriebe im Abschnitt 2.3 Pflegekinderdienst diesen Bereich ausfuhrlich.
Im Vergleich zu den anderen kommunalen Behorden wie beispielsweise dem Sozialamt, dem Grunflachenamt oder dem Burgeramt besteht das Jugendamt aus zwei Bereichen: zum einem aus dem Jugendhilfeausschuss und zum anderen aus der Verwaltung des Jugendamtes. Diese spezielle Struktur kennzeichnet das Jugendamt als zweigliedriges System. Ursache dafur ist die seit den 1920er Jahren vertretene Auffassung, dass ein Amt, welches sich um Kinder und Jugendliche kummert Mithilfe und Beteiligung von auGen benotigt. GemaG § 71 Abs. 2 SGB VIII ist der Jugendhilfeausschuss damit beauftragt, auf Probleme von Kindern und Familien zu reagieren, Anregungen, Hilfestellungen und Vorschlage zur Weiterentwicklung der Jugendhilfe aufzunehmen sowie die ortlichen Jugendhilfeangebote zu fordern und zu planen (vgl. Amt fur Jugend und Familie Chemnitz, 2012).
Ausgehend von der generellen Anforderung der Jugendhilfe, vorbeugend gegen Gefahrdung von Kinder und Jugendlichen sowie deren Familien einzutreten, gilt es, den veranderten und sich weiter verandernden Lebensbedingungen zu begegnen. Dabei ist der Tatsache Rechnung zu tragen, wonach die Familie weiteren Wandlungen unterworfen ist. In dieser Weise reprasentiert das Zusammenleben unterschiedlicher Generationen unter einem Dach inzwischen eine Besonderheit, wahrend das Leben als Single, so genannte Patchworkfamilien bzw. allein erziehende Elternteile sich prozentual steigender Beliebtheit erfreut und immer haufiger in der heutigen Gesellschaft auftritt. Um sowohl dem humanen Menschenbild als auch dem staatlichen Auftrag zu entsprechen, ist es erforderlich diesen Menschen Beratung, Hilfeleistung und Unterstutzung in fur sie komplizierten oder ungeklarten Lebenssituationen anzubieten sowie zu erteilen. Dabei wird stets das Subsidiaritatsgrundsatz berucksichtigt, die Familie in ihrer Selbststandigkeit zu ermutigen und dabei so viel wie notig gleichzeitig aber so wenig wie moglich institutionell einzuwirken. Um das Wohl der Kinder und Jugendlichen zu gewahrleisten, sind alle Sozialarbeiter angehalten die Familien in ihrer Eigenverantwortung zu starken (vgl. Stadt Chemnitz Amt fur Jugend und Familie, 2011, S. 4ff.). „Personensorgeberechtigte haben ein Anspruch auf Hilfe zu Erziehung, wenn sie innerhalb ihrer Familie die Erziehung und Betreuung des Kindes nicht gewahrleisten konnen und die Hilfe geeignet und notwendig ist." (ebd. S.4)
Eine Unterbringung in eine Vollzeitpflege ist gemaG § 33 SGB VIII durch den Pflegekinderdienst unausweichlich, wenn Kinder oder Jugendliche sich fur einen bestimmten Zeitraum oder sogar auf Dauer nicht bei ihren leiblichen Eltern aufhalten konnen. Grundlegender Arbeitsauftrag des Fachdienstes ist es, eine geeignete Pflegefamilie fur das jeweilige in Obhut genommene Kind zu gewinnen, zu qualifizieren und den Hilfeprozess in Form von Schulungen und gezielten Beratungsgesprachen sowie regelmaGigen Hausbesuchen und Hilfeplangesprachen zu begleiten.
Die Stadt Chemnitz betreut derzeit 164 Pflegekinder, 142 Pflegefamilien und 7 Familien, die fur Bereitschaftssituationen zur Verfugung stehen (Stand 15.07.2013). Im Vergleich zum Jahr 2005, in dem 98 Pflegefamilien 109 Pflegekinder betreuten, wird eine steigende Tendenz deutlich. Somit ist der Pflegekinderdienst auf eine
Vielzahl von Interessenten und Bewerbern angewiesen, welche seitens der CARITAS geworben werden. Trotz alien Bemuhungen und WerbemaGnahmen ist es weiterhin zwingend erforderlich Kinder und vor allem Jugendliche in Heimen oder Wohngemeinschaften unterzubringen. Bei dringenden Notfallen und kurzfristigen Unterbringungen greift die Familiare Bereitschaftsbetreuung ein, die die anspruchsvollste Form der Familienpflege darstellt. Um eine Notunterbringung in einer stationaren Einrichtung zu vermeiden, wurde diese Art der Betreuungsmoglichkeit entwickelt. Diese Familien oder alleinerziehenden Frauen haben einen festgesetzten Vertrag mit der Stadt Chemnitz und sind in der Pflicht ihre Familiaren Bereitschaftsbetreuungsplatze sicherzustellen, denn es kommt nicht selten vor, dass aus einem dieser Platze eine befristete Vollzeitpflege wird.
Am folgenden Beispiel mochte ich dies verstandlich erlautern. Frau Eiben hat mit der Stadt Chemnitz einen Vertrag, der beinhaltet, dass sie zu jeder Tages- und Nachtzeit ein Pflegekind in Form einer Familiaren Bereitschaftsbetreuung aufnehmen muss. Weiterhin wurde vereinbart, dass sie diese Form der Unterbringung bis zu zwei Kinder gewahren muss. In ihrem 30-tagigen Urlaub kann sie eigenstandig entscheiden, ob sie die Kinder mitnimmt oder, ob fur diesen rechtzeitig beantragten Urlaub eine Ersatzfamilie gefunden werden muss. AuGerdem darf sie keinen Beruf ausuben, sie muss ihre Zeit voll und ganz den Kindern widmen. Neben den zwei vertraglich geregelten Unterbringungsplatzen betreut sie ein weiteres Kind in Form einer Dauerpflege. Nach ungefahr drei Monaten wurde die Familiaren Bereitschaftsbetreuung bei dem kleinen Jason, der lediglich bis zur Perspektivklarung bei Frau Eiben leben sollte, mit ihrem Einverstandnis zu einer befristeten Vollzeitpflege umgewandelt, da keine weitere Pflegefamilie zur Verfugung stand. Somit leben alle drei Kinder weiterhin in ihrem Haushalt, jedoch ist sie weiterhin vertraglich verpflichtet noch ein weiteres Kind in einer dringenden Notsituation aufzunehmen (vgl. Stadt Chemnitz Amt fur Jugend und Familie, 2011, S. 7ff.).
Neben dieser Unterbringungsform werden fur Kinder und Jugendliche Pflegefamilien in den umliegenden Stadten gesucht. Um allen Mundeln die Chance zu geben weiterhin in ihrer Heimat aufzuwachsen, ist der Pflegekinderdienst bemuht uberwiegend fur 0-6 jahrige Kinder Pflegeeltern in der naheren Umgebung zu suchen. Gelegentlich kommt es vor, dass auch Schulkinder in einer Pflegefamilie untergebracht werden konnen. Allerdings werden Sauglinge oder Kleinkinder bevorzugt aufgenommen (vgl. ebd. S. 7f.).
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