Source: https://www.schneideranwaelte.de/fachbereich/weg-recht
Timestamp: 2019-11-15 00:03:03
Document Index: 205660613

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 13', '§ 14', '§ 14', '§ 13', '§ 1', '§ 20', '§ 10', '§ 20', '§ 27']

Wohnungseigentumsrecht verstehen | schneideranwälte
Das WEG-Recht umfasst alle Regelungen über das Eigentum am formal geteilten Grundstück.
THEMEN ZU WEG-Recht
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Die gesetzlichen Regelungen zum Wohnungseigentumsrecht finden sich im Wohnungseigentumsgesetz (WEG). Nach § 1 Abs. 2 WEG ist Wohnungseigentum das Sondereigentum an einer Wohnung in Verbindung mit dem Miteigentumsanteil an dem gemeinschaftlichen Eigentum, zu dem es gehört.
Auf Teileigentum nach § 1 Abs. 3 WEG findet die Vorschriften zum Wohnungseigentum entsprechende Anwendung.
Das Wohnungseigentumsrecht regelt also die untrennbare Verbindung zwischen Alleineigentum und Miteigentum bzw. Sondereigentum und Gemeinschaftseigentum. Diese Verbindung ist rechtlich und tatsächlich schwierig. Denn obwohl Wohnungs- und Teileigentum nach § 1 WEG echtes Eigentum sind, ist der jeweilige Wohnungs- bzw. Teileigentümer stets nur Teil eines Ganzen, einer Wohnungseigentümergemeinschaft. Zwischen den Wohnungs- bzw. Teileigentümern besteht eine „Zwangsehe“, solange sie Mitglieder der Wohnungseigentümergemeinschaft sind.
Das Wohnungseigentumsrecht gibt den Mitgliedern einer Wohnungseigentümergemeinschaft also nicht nur Rechte, sondern auferlegt ihnen auch zahlreiche Pflichten. Zwar kann nach § 13 Abs. 1 WEG jeder Wohnungseigentümer mit den im Sondereigentum stehenden Gebäudeteilen nach Belieben verfahren, insbesondere dieses bewohnen, vermieten, verpachten oder in sonstiger Weise nutzen, und andere von Einwirkungen ausschließen. Dies allerdings nur insoweit, als das nicht das Gesetz, insbesondere das Gesetz oder Rechte Dritte entgegenstehen. Solche Rechte ergeben sich vor allem aus dem Wohnungseigentumsrecht selbst, namentlich aus den §§ 14, 15 WEG. Insbesondere das aus § 14 Nr. 1 WEG abgeleitete Gebot der Rücksichtnahme ist zu beachten. In Bezug auf das Gemeinschaftseigentum sieht das Wohnungseigentumsrecht in § 13 Abs. 2 WEG ein Mitgebrauchsrecht des einzelnen Wohnungseigentümers vor, das aber ebenfalls durch die Rechte der anderen Wohnungseigentümer beschränkt wird. Was zum Gemeinschaftseigentum gehört, ergibt sich aus den §§ 1 Abs. 5 WEG, 5 Abs. 1 – 3 WEG. Gemeinschaftliches Eigentum ist zunächst das Grundstück. Außerdem sind es die Teile, Anlagen und Einrichtungen des Gebäudes, die nicht im Sondereigentum stehen. Des Weiteren jene, die für den Bestand und die Sicherheit des Gebäudes erforderlich sind, z.B. das Dach, tragende Wände und Decken. Außerdem die Gebäudeteile und Anlagen, die dem gemeinschaftlichen Gebrauch dienen, z.B. das Treppenhaus und der Aufzug. Teile und Anlagen, die die äußere Gestaltung des Gebäudes prägen, z.B. die Fassade und die Fenster, ordnet das Wohnungseigentumsrecht ebenfalls dem Gemeinschaftseigentum zu. Die Verwaltung des Gemeinschaftseigentums obliegt nach dem Wohnungseigentumsrecht den Wohnungseigentümern gemeinschaftlich, §§ 20 ff. WEG.
Maßgeblich für das Zusammenleben der Wohnungs- und Teileigentümer ist zuvorderst die Teilungserklärung samt Gemeinschaftsordnung. Denn vom gesetzlichen Wohnungseigentumsrecht kann – mit einigen Ausnahmen – durch Vereinbarung abgewichen werden. Die Teilungserklärung samt Gemeinschaftsordnung stellt eine solche Vereinbarung i. S. v. § 10 Abs. S. 2 WEG.
Wohnungseigentumsrecht – Der Verwalter nach dem WEG
Das Wohnungseigentumsrecht sieht drei Organe für die Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums vor die Wohnungseigentümer, den Verwaltungsbeirat und den Verwalter nach dem WEG.
Die Bestellung eines Verwalters ist nach dem Wohnungseigentumsrecht nicht zwingend, kann aber auch nicht ausgeschlossen werden, § 20 Abs. 2 WEG. Der Verwalter ist nach den Vorstellungen des Gesetzgebers lediglich vorbereitendes, beratendes, überwachendes und ausführendes Organ. Seine Aufgaben und Befugnisse ergeben sich grundsätzlich aus § 27 WEG. Auch wenn diese Vorschrift den Eindruck vermitteln könnte, dass der Verwalter umfassende Befugnisse inne hat, ist dies tatsächlich nicht so. Eigene Entscheidungskompetenz hat der Verwalter nach dem Wohnungseigentumsrecht nämlich grundsätzlich nicht. Diese liegt nahezu ausschließlich bei der Wohnungseigentümergemeinschaft. Deren Entscheidungen hat der Verwalter nach dem WEG zu befolgen.
Im Wohnungseigentumsrecht berät und vertritt Sie unser Partner Ralf Schulze Steinen, Fachanwalt für Mietrecht und Wohnungseigentumsrecht außergerichtlich und gerichtlich.
Er ist seit seiner Zulassung als Rechtsanwalt auf das Wohnungseigentumsrecht spezialisiert, vertritt Wohnungseigentümergemeinschaften, Wohnungs- und Teileigentümer sowie Verwalter.
Zahlreiche Veröffentlichungen im Wohnungseigentumsrecht spiegeln seine Spezialisierung wider.