Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20132,%206
Timestamp: 2019-07-22 02:37:21
Document Index: 33584278

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 765', '§ 767', '§ 6', '§ 9', '§ 9', 'Art 2', 'Art 20', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 18.01.1996 - IX ZR 69/95 - dejure.org
https://dejure.org/1996,65
BGH, 18.01.1996 - IX ZR 69/95 (https://dejure.org/1996,65)
BGH, Entscheidung vom 18.01.1996 - IX ZR 69/95 (https://dejure.org/1996,65)
BGH, Entscheidung vom 18. Januar 1996 - IX ZR 69/95 (https://dejure.org/1996,65)
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Unwirksamkeit einer AGB-Klausel - Auswirkung auf frühere Verträge - Beurteilungswandel
Unwirksamkeit einer formularmäßigen Bürgschaft für zukünftige Forderungen
BGB § 765, BGB § 767 Abs 1 S 3, AGBG § 6, AGBG § 9 Abs 2 Nr 1, AGBG § 9 Abs 2 Nr 2, GG Art 2 Abs 1, GG Art 20 Abs 3
Unwirksamkeit der formularmäßigen Ausdehnung der Bürgschaft auf Forderungsgesamtheit
Formularmäßige Ausdehnung der Bürgschaft auf alle bestehenden und künftigen Verbindlichkeiten des Hauptschuldners; Auswirkung der Unwirksamerklärung von Bestimmungen in AGB auf Altverträge
Sittenwidrigkeit von Ehegattenbürgschaften; Unwirksamkeit des weiten Sicherungszwecks; faktische Rückwirkung von Rechtsprechung
Das Risiko, dass eine zunächst unbeanstandet gebliebene Allgemeine Geschäftsbedingung in späteren höchstrichterlichen Entscheidungen wegen unangemessener Benachteiligung des Vertragspartners als unwirksam beurteilt wird, trägt aber grundsätzlich der Verwender (BGH, Urteile vom 18. Januar 1996 - IX ZR 69/95, BGHZ 132, 6, 11 f. mwN …und vom 5. März 2008 - VIII ZR 95/07, WuM 2008, 278 Rn. 19 f.).
Ist der durch Beschluß geregelte Sachverhalt - wie hier - noch nicht abgeschlossen, wird es jeweils darauf ankommen, ob und inwieweit im Vertrauen auf den von dem Bundesgerichtshof bisher uneingeschränkt aufgestellten Rechtssatz, daß bestandskräftige Mehrheitsbeschlüsse mit Vereinbarungsinhalt gültig sind, rechtlich schützenswerte Positionen entstanden sind, deren Beseitigung zu unzumutbaren Härten führen würde, so daß die Folgen der Entscheidung im Einzelfall unter dem Gesichtspunkt von Treu und Glauben ausnahmsweise nur für die Zukunft gelten können (vgl. BGHZ 132, 6, 11; 132, 119, 131).
Denn selbst in Fällen, in denen eine Klausel zuvor nicht beanstandet worden ist, hat der Verwender einer Klausel im Allgemeinen das Risiko zu tragen, dass die Klausel in späteren höchstrichterlichen Entscheidungen wegen unangemessener Benachteiligung des Vertragspartners als unwirksam beurteilt wird (BGH, Urteile vom 18. Januar 1996 - IX ZR 69/95, BGHZ 132, 6, 11 f.;… vom 5. März 2008 - VIII ZR 95/07, WuM 2008, 278 Rn. 20;… vom 25. Juli 2012 - IV ZR 201/10, BGHZ 194, 208, Rn. 17; jeweils mwN).
Diese sogenannte unechte Rückwirkung ist, ebenso wie bei gesetzlichen Vorschriften, grundsätzlich rechtlich unbedenklich (BVerfGE 74, 129, 155; BGH, Urt. v. 18. Januar 1996 - IX ZR 69/95, z. V. in BGHZ best.).
Dies hat auch der Bundesgerichtshof für den - mit der vorliegenden Konstellation hinsichtlich des Vertrauensschutzes vergleichbaren - Fall der unmittelbaren Anwendung der Regelungen der AGB-Kontrolle entschieden und dem Verwender einer Formularklausel keinen Vertrauensschutz zugebilligt, obwohl die Bestimmung von der höchstrichterlichen Rechtsprechung vorher als wirksam angesehen wurde (BGH 18. Januar 1996 - IX ZR 69/95 - Rn. 21, BGHZ 132, 6 mwN).
Dem Verwender Allgemeiner Geschäftsbedingungen, die sich aufgrund einer Änderung der höchstrichterlichen Rechtsprechung als unwirksam erweisen, ist im Allgemeinen kein Vertrauensschutz zuzubilligen (vgl. BGHZ 132, 6, 12).
KG, 22.05.2001 - 1 W 2914/99
Beanstandung der Kostenberechnung durch Kostenschuldner gegenüber dem Notar - …
OLG Hamm, 27.11.1996 - 33 U 41/96