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Timestamp: 2016-10-25 19:05:11
Document Index: 292024144

Matched Legal Cases: ['Art. 126', 'Art. 17', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 42', 'Art. 97', 'EGMR', 'Art. 109', 'Art. 65', 'Art. 68']

2C_800/2010 (22.03.2011)
2C_800/2010
vertreten durch Beratungsstelle f�r Ausl�nder
Milosav Milovanovic,
2. Kammer, vom 1. September 2010.
1.1 Die serbische Staatsangeh�rige X.________ (geb. 1974) reiste im Oktober 1992 in die Schweiz ein, wo sie sich seither aufh�lt. Ein Jahr sp�ter heiratete sie in ihrer Heimat ihren Landsmann Z.________. Aus dieser Ehe ging der Sohn Y.________ (geb. 1994) hervor. Dieser lebt seit seiner Geburt in Serbien. Im Februar 1997 wurde die Ehe rechtskr�ftig geschieden und die elterliche Sorge �ber das Kind der Mutter anvertraut. Im Oktober 2002 erhielt Letztere die Niederlassungsbewilligung f�r den Kanton Z�rich. Im August 2006 heiratete sie in ihrer Heimat einen anderen Landsmann, den sie im darauf folgenden Jahr zu sich in die Schweiz holte. Das gleichzeitig - am 12. M�rz 2007 - auch f�r ihren Sohn Y.________ gestellte Nachzugsgesuch wies die Sicherheitsdirektion des Kantons Z�rich indes am 19. September 2007 ab. Die dagegen im Kanton erhobenen Rechtsmittel wurden am 17. M�rz 2010 vom Regierungsrat und am 1. September 2010 vom Verwaltungsgericht abgewiesen.
1.2 Mit Beschwerde vom 18. Oktober 2010 beantragt X.________ dem Bundesgericht, den Entscheid des Verwaltungsgerichts aufzuheben und den Nachzug ihres Sohnes zu bewilligen.
Das Verwaltungsgericht stellt den Antrag, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Das Bundesamt f�r Migration beantragt die Abweisung der Beschwerde. Die Sicherheitsdirektion sowie der Regierungsrat haben sich nicht ge�ussert.
2.1 Die Vorinstanzen gehen in �bereinstimmung mit der Beschwerdef�hrerin zu Recht davon aus, dass sich das Gesuch um Nachzug des Sohnes materiell noch nach dem am 1. Januar 2008 aufgehobenen Bundesgesetz vom 26. M�rz 1931 �ber Aufenthalt und Niederlassung der Ausl�nder (ANAG; BS 1 121 sowie die in der Fussnote zu Ziff. I von Anhang 2 AuG [SR 142.20] erw�hnten �nderungen) beurteilt (Art. 126 Abs. 1 und 2 AuG). Insoweit hat die Vorinstanz die bundesgerichtliche Praxis zu Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG (AS 1991 1034 1043) und Art. 8 EMRK bzw. zum Nachzug durch ein Elternteil korrekt wiedergegeben (vgl. BGE 129 II 11 und 133 II 6). Sie ist zum Schluss gelangt, es sei der Beschwerdef�hrerin nicht gelungen darzulegen, dass die Betreuung ihres Sohnes in dessen Heimat nicht mehr gew�hrleistet sei. Auch liege eine �bersiedlung in ein dem Sohn sowohl sprachlich wie auch kulturell fremdes Land nicht in seinem Interesse, nachdem er bisher ausschliesslich in Serbien gelebt und im Zeitpunkt des Nachzugsgesuchs bzw. ihres Entscheids bereits 13 bzw. 16 Jahre alt gewesen sei.
2.2 Die Beschwerdef�hrerin r�gt eine "�berschreitung des Ermessens" durch die Vorinstanzen. Ausserdem sei der rechtserhebliche Sachverhalt offensichtlich unrichtig und unvollst�ndig abgekl�rt worden. Zun�chst sei die Sicherheitsdirektion f�lschlicherweise davon ausgegangen, ihr stehe das Sorgerecht �ber ihren Sohn nicht zu.
Wohl war die Sicherheitsdirektion in ihrer Verf�gung vom 19. September 2007 noch von dieser unzutreffenden Annahme ausgegangen. Der Regierungsrat und das Verwaltungsgericht legen ihren Entscheiden indes korrekt zugrunde, dass die Beschwerdef�hrerin immer �ber das Sorgerecht verf�gt hat.
Die Beschwerdef�hrerin macht sodann geltend, diejenigen Personen, die bisher bei der Betreuung ihres Sohnes mitgeholfen h�tten, seien heute hiezu nicht mehr bereit oder f�hig. Insoweit widerspricht sie bloss den Feststellungen und Schl�ssen der Vorinstanzen. Das gen�gt jedoch nicht, um gem�ss Art. 42 Abs. 2 und Art. 97 Abs. 1 BGG eine fehlerhafte Sachverhaltsfeststellung und Rechtsanwendung zu r�gen. Die Vorinstanzen haben ausf�hrlich begr�ndet, warum sie davon ausgehen, dass die Betreuung des Sohnes in seiner Heimat weiterhin gew�hrleistet sei. Die Beschwerdef�hrerin beruft sich zwar darauf, die Urgrossmutter von Y.________ habe bisher haupts�chlich dessen Betreuung �bernommen und sei seit dem Jahr 2007 dazu aus gesundheitlichen Gr�nden nicht mehr in der Lage. Die Vorinstanzen weisen jedoch unter Bezugnahme auf ein Arztzeugnis darauf hin, dass die betagte Urgrossmutter (geb. 1928) schon seit �ber zw�lf Jahren gesundheitlich angeschlagen sei; mithin seien bereits im Verlaufe der letzten Jahre alternative Betreuungsm�glichkeiten gefunden worden. Dabei zeigen sie in nachvollziehbarer Weise unter anderem auf, warum das Vorbringen der Beschwerdef�hrerin, dem Kindsvater sei namentlich wegen Arbeitslosigkeit "nicht mehr m�glich", sich um Y.________ zu k�mmern, fehl geht. Immerhin hatte die Beschwerdef�hrerin behauptet, sie komme finanziell f�r ihren Sohn auf. Auf die Argumentation der Vorinstanzen geht sie nicht n�her ein. Unbehelflich ist in diesem Zusammenhang ihr Einwand, die Betreuungspersonen in der Heimat seien nicht gesetzlich verpflichtet, f�r das Kind zu sorgen.
Die Beschwerdef�hrerin macht schliesslich geltend, sie habe den Nachzug ihres Sohnes deshalb nicht fr�her beantragt, weil sie sich zun�chst mit dem Gedanken getragen habe, in die Heimat zur�ckzukehren. Dieser Umstand stellt indes keinen stichhaltigen Grund dar, um erst dreizehn Jahre nach Geburt des Kindes bzw. knapp f�nf Jahre nach Erlangung der Niederlassungsbewilligung eine Familienzusammenf�hrung zu beantragen. Die Beschwerdef�hrerin hat sich freiwillig f�r ein jahrelanges Getrenntleben von ihrem Sohn entschieden (vgl. Entscheid des EGMR in Sachen Ahmut gegen Niederlande vom 28. November 1996, �� 67 ff., Recueil CourEDH 1996-IV S. 2017).
2.3 Die Erw�gungen der Vorinstanz halten sich im �brigen an die zitierte bundesgerichtliche Praxis. Mithin ist es nicht bundesrechtswidrig, wenn diese den Nachzug des Sohnes verweigert hat. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegr�ndet. Dementsprechend kann sie im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 BGG mit summarischer Begr�ndung abgewiesen werden. Erg�nzend wird auf die Ausf�hrungen in den erw�hnten Entscheiden des Verwaltungsgerichts und des Regierungsrats verwiesen.
Diesem Ausgang entsprechend hat die Beschwerdef�hrerin die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens zu tragen (Art. 65 f. BGG). Parteientsch�digungen werden nicht zugesprochen (vgl. Art. 68 BGG).