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Timestamp: 2016-10-28 14:14:41
Document Index: 7714884

Matched Legal Cases: ['Art. 252', 'Art. 260', 'Art. 260', 'Art. 260', 'Art. 260', 'Art. 256', 'Art. 260', 'Art. 263', 'Art. 256', 'Art. 260', 'Art. 257', 'Art. 256', 'BGE', 'Art. 260', 'Art. 260', 'Art. 260', 'Art. 63', 'BGE', 'Art. 256', 'Art. 63', 'BGE', 'Art. 43', 'BGE', 'Art. 55', 'Art. 59', 'Art. 260', 'Art. 256', 'Art. 260', 'Art. 260', 'Art. 256', 'Art. 260', 'BGE', 'Art. 156', 'Art. 159', 'Art. 152', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 157', 'Art. 159']

5C.130/2003 (14.10.2003)
5C.130/2003 /bnm
handelnd durch Brigitta B�tschi, Sozialdienste des Amtsbezirks Interlaken, Untere B�nigstrasse 14,
3800 Interlaken, vertreten durch F�rsprecher Urs Mosimann, Marktgasse 18, Postfach, 3605 Thun,
Kl�ger und Berufungsbeklagten, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Peter Albrecht, Konkordiastrasse 20, Postfach 156, 8030 Z�rich.
Berufung gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich, II. Zivilkammer, vom 29. April 2003.
Am 7. Juli 1992 anerkannte V.________ die am 15. Februar 1992 geborene U.________ als sein Kind. Gem�ss DNA-Analyse vom 26. April 2001 kann V.________ als Vater von U.________ mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Am 17. Mai 2001 bevollm�chtigte V.________ seinen heutigen Rechtsvertreter, die Vaterschaftsanerkennung gerichtlich anzufechten.
Die Klage wurde am 25. April 2002 eingereicht mit dem Begehren, es sei festzustellen, dass der Kl�ger nicht der Vater der Beklagten sei. Das Bezirksgericht Z�rich (2. Abteilung) wies die Klage wegen Verwirkung der Klagefrist ab (Urteil vom 14. Oktober 2002). Auf Berufung des Kl�gers hin stellte das Obergericht (II. Zivilkammer) des Kantons Z�rich fest, dass der Kl�ger nicht der Vater der Beklagten ist. Es liess die Klage zu, weil deren versp�tete Erhebung mit wichtigen Gr�nden entschuldigt werden k�nne (Urteil vom 29. April 2003).
Mit eidgen�ssischer Berufung beantragt die Beklagte, es sei festzustellen, dass der Kl�ger ihr Vater sei. Das Obergericht hat auf Gegenbemerkungen verzichtet. Der Kl�ger schliesst auf Abweisung der Berufung. Eventuell sei die Sache an das Obergericht zur�ckzuweisen zur Kl�rung der sozialpsychologischen Beziehung der Beklagten mit dem Kl�ger und ihrer pers�nlichen Einstellung zur Klage, n�tigenfalls auch zur Kl�rung ihrer Urteilsf�higkeit f�r eine pers�nliche Stellungnahme zur Klage. Beide Parteien ersuchen um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege vor Bundesgericht.
Gem�ss Art. 252 Abs. 2 ZGB entsteht das Kindesverh�ltnis zwischen dem Kind und dem Vater unter anderem durch Anerkennung. Nach der gesetzlichen Regelung kann der Vater, der das Kind anerkannt hat (Art. 260 ZGB), die Anerkennung beim Gericht ausnahmsweise dann anfechten, wenn er das Kind in einem Irrtum �ber seine Vaterschaft anerkannt hat (Art. 260a Abs. 2 ZGB). Er hat zu beweisen, dass er nicht der Vater des Kindes ist (Art. 260b Abs. 1 ZGB). Die Klage ist binnen Jahresfrist einzureichen, seitdem der Kl�ger den Irrtum entdeckte, in jedem Fall aber vor Ablauf von f�nf Jahren seit der Anerkennung. Nach Ablauf der Frist wird eine Anfechtung zugelassen, wenn die Versp�tung mit wichtigen Gr�nden entschuldigt wird (Art. 260c Abs. 1 und 3 ZGB).
1.1 Der Kl�ger hat die Beklagte als sein Kind anerkannt und mittels DNA-Analyse bewiesen, dass er mit Sicherheit nicht der Vater der Beklagten sein kann. Mit seiner Klage vom 25. April 2002 hat er die gesetzliche Klagefrist nicht eingehalten, die f�nf Jahre nach der Anerkennung und damit im Juli 1997 endg�ltig abgelaufen ist. Strittig ist, ob die versp�tete Klageerhebung mit wichtigen Gr�nden entschuldigt werden kann.
Das Obergericht hat daf�rgehalten, erst das DNA-Gutachten habe den Irrtum des Kl�gers �ber seine Vaterschaft beseitigt. F�r die Frage der rechtzeitigen Klageerhebung sei unerheblich, dass die Kindsmutter zur Zeit der Zeugung der Beklagten mit Wissen des Kl�gers als Prostituierte gearbeitet habe und dass der Kl�ger nach der Trennung von der Kindsmutter erstmals an seiner Vaterschaft gezweifelt habe. Vom Ergebnis des DNA-Gutachtens habe der Kl�ger sp�testens im Mai 2001 Kenntnis gehabt. Dass der von ihm sofort bevollm�chtigte Rechtsanwalt erst nach fast einem Jahr und damit die Klage wiederum zu sp�t eingeleitet habe, sei ein Fehler, der aber ebenfalls entschuldigt werden k�nne (E. 3 S. 3 ff.).
Die Beklagte wendet dagegen ein, es liege kein Irrtum vor. Sp�testens im Herbst 1996 habe der Kl�ger zudem derart an seiner Vaterschaft gezweifelt, dass er alles h�tte unternehmen m�ssen, um seine Vaterschaft abkl�ren zu lassen. Auf einen angeblichen Anwaltsfehler bei der Klageerhebung komme es unter diesen Umst�nden nicht an.
1.2 Die Anfechtung des Kindesverh�ltnisses ist gesetzlich befristet. Die Befristung dient vorab der Rechtssicherheit. Das Kindesverh�ltnis soll zeitlich nicht unbegrenzt in Frage gestellt werden k�nnen. Es handelt sich um Verwirkungsfristen, nach deren unbenutztem Ablauf der Klageanspruch von Gesetzes wegen untergeht und die Anfechtungsklage abzuweisen ist. Da f�r den Klageberechtigten in jedem Fall viel auf dem Spiele steht, k�nnen verwirkte Fristen aus "wichtigen Gr�nden" wiederhergestellt werden, wie das in Art. 256c Abs. 3 (Anfechtung der Vaterschaftsvermutung des Ehemannes), in Art. 260c Abs. 3 (Anfechtung der Anerkennung) sowie in Art. 263 Abs. 3 ZGB (Vaterschaftsklage) vorgesehen ist (vgl. dazu Hegnauer, Berner Kommentar, 1984, N. 9, N. 37 und N. 45 zu Art. 256c ZGB).
Nach der Rechtsprechung sind die Bestimmungen �ber die Wiederherstellung der Klagefrist restriktiv anzuwenden. Die Beurteilung der wichtigen Gr�nde, die eine versp�tete Anfechtung entschuldigen sollen, hat nach einem strengen Massstab zu erfolgen, weil mit der Kindesrechtsrevision von 1976/78 die Klagefristen grossz�gig erweitert worden sind und deren Wiederherstellung aus wichtigen Gr�nden in zeitlicher Hinsicht unbeschr�nkt zugelassen werden muss (f�r Art. 260c Abs. 3 ZGB: Urteil des Bundesgerichts 5C.45/1994 vom 6. Juni 1994, E. 2, unter Hinweis auf Sager, Die Begr�ndung des Kindesverh�ltnisses zum Vater durch Anerkennung und seine Aufhebung, Diss. Z�rich 1979, S. 183). Wichtige Gr�nde zur versp�teten Klageeinreichung liegen unter anderem dann vor, wenn der Kl�ger bis anhin keine zureichende Veranlassung zu Zweifeln an seiner Vaterschaft und zur Anhebung der Anfechtungsklage hatte. Blosse Zweifel ohne bestimmte Anhaltspunkte bilden indessen keine Grundlage zur Anfechtungsklage mit ihren sehr strengen Anforderungen. Es geht nicht an, einem Klageberechtigten die Klageerhebung zuzumuten, bevor er die erforderlichen tats�chlichen Grundlagen zur Klage besitzt. Wohl k�nnen aber die Umst�nde so liegen, dass der Kl�ger gehalten ist, sich �ber den Tatbestand Gewissheit zu verschaffen, und dass das Unterlassen von Abkl�rungen als unentschuldbar erscheint (zu aArt. 257 Abs. 3 bzw. dem gleichlautenden Art. 256c Abs. 3 ZGB: BGE 91 II 153 E. 2 S. 155 und Urteil des Bundesgerichts 5C.19/1992 vom 30. April 1992, E. 2).
Als wichtigen Grund im Sinne von Art. 260c Abs. 3 ZGB hatte der Kl�ger im kantonalen Verfahren einen Irrtum �ber seine Vaterschaft behauptet (vgl. dazu Hegnauer, N. 32 zu Art. 260c ZGB). Der Irrtum muss sich auf die Tatsache beziehen, dass der Anerkennende in der Empf�ngniszeit als einziger der Kindsmutter beigewohnt hat. Er liegt vor, wenn der Kl�ger Tatsachen nicht kannte, die seine leibliche Vaterschaft ausschliessen oder ernsthafte Zweifel daran zulassen. Der Irrtum ist hingegen unbeachtlich, wenn der Kl�ger das Kind anerkannt hat, obgleich er wusste oder damit rechnete, dass die Kindsmutter um die Empf�ngniszeit Dritten beigewohnt hatte (Stettler, Das Kindesrecht, SPR III/2, Basel 1992, � 13/II/E/2 S. 206 f.; Hegnauer, N. 88 und N. 94-99 zu Art. 260a ZGB). Was der Kl�ger in einem bestimmten Zeitpunkt wusste, stellt die kantonale Letztinstanz f�r das Bundesgericht - von hier nicht erhobenen, ausnahmsweise zul�ssigen Sachverhaltsr�gen abgesehen - verbindlich fest (Art. 63 f. OG; BGE 119 II 110 E. 3a S. 112, betreffend die Frist gem�ss Art. 256c ZGB).
1.3 Das Obergericht hat einleitend den Standpunkt des Kl�gers dargelegt und festgehalten, die Beist�ndin der Beklagten stelle die Sachvorbringen nicht in Frage, erg�nze aber immerhin, dass die Mutter der Beklagten um die Zeit der Empf�ngnis mit Wissen des Kl�gers als Prostituierte gearbeitet habe. "Dass sich die Mutter des Kindes mit Wissen des Kl�gers prostituierte" (E. 3a S. 4), hat das Obergericht alsdann in rechtlicher Hinsicht gew�rdigt. Der Kl�ger bestreitet in seiner Berufungsantwort, dass es sich bei der in Anf�hrungszeichen gesetzten Aussage um eine Tatsachenfeststellung handle; es sei nicht sicher, ob das Obergericht den Nebensatz absichtlich mit "dass" begonnen habe statt mit "falls" oder "wenn".
Der kl�gerische Einwand ist unbegr�ndet. Abgesehen davon, dass im Urteil der Indikativ - die sog. Wirklichkeitsform - verwendet wird ("mit Wissen des Kl�gers prostituierte"), stehen die obergerichtlichen Ausf�hrungen vor dem Hintergrund der Vorbringen des Kl�gers, der in seiner kantonalen Berufungsschrift dargelegt hat, die Kindsmutter habe sich vor und mit seinem Wissen w�hrend der Schwangerschaft prostituiert. Dass das Obergericht den zeitlichen Angaben nicht geglaubt hat, wonach die Kindsmutter gerade in der kritischen Zeit mit keinen anderen M�nnern als mit dem Kl�ger geschlechtlich verkehrt haben soll, ergibt sich ohne weiteres aus der Unbestimmtheit der kl�gerischen Behauptungen, die zudem reichlich "konstruiert" anmuten (vgl. act. 44, S. 7 ff. der kantonalen Berufungsschrift). In tats�chlicher Hinsicht hat sich das Obergericht offenkundig auf die Darstellung der Beklagten gest�tzt, dass die Kindsmutter um die Zeit der Empf�ngnis mit Wissen des Kl�gers als Prostituierte gearbeitet hat. Dabei kann es f�r das Vorliegen des behaupteten Irrtums letztlich nicht darauf ankommen, ob und allenfalls f�r welche Zeitspanne sich die Kindsmutter gem�ss ihren Zusicherungen nicht mehr prostituiert haben soll. Entscheidend ist in rechtlicher Hinsicht, dass die Kindsmutter regelm�ssig auch mit Dritten geschlechtlichen Umgang hatte und der Kl�ger davon wusste. Er hat damit in Kauf genommen, dass er m�glicherweise nicht der Vater ist, und kann sich im Nachhinein nicht auf sp�ter entdeckte Tatsachen berufen, die gegen seine Vaterschaft sprechen. Mit Blick darauf ist von vornherein unerheblich, was der Kl�ger oder die Kindsmutter bez�glich der Vaterschaft seinerzeit gehofft oder geglaubt haben wollen.
Das Obergericht hat den Einwand der Beklagten, ihre Mutter habe sich mit Wissen des Kl�gers prostituiert, deshalb verworfen, weil die Kindsmutter als Prostituierte in aller Regel "gesch�tzten" Verkehr praktiziert haben d�rfte, was eine Empf�ngnis weitgehend ausschliesse. Da auch nach dieser Auffassung ausnahmsweise "ungesch�tzter" Geschlechtsverkehr stattgefunden haben k�nnte und selbst der "gesch�tzte" Geschlechtsverkehr eine Schwangerschaft nicht absolut ausschliessen d�rfte, �ndert sich nichts an der rechtlichen W�rdigung. Der Kl�ger hat vom Mehrverkehr der Kindesmutter gewusst und die Beklagte trotz der M�glichkeit anerkannt, dass er nicht der Vater sein k�nnte. Die erfolgreiche Berufung auf einen Irrtum �ber die Vaterschaft erweist sich unter diesen Umst�nden als ausgeschlossen.
1.4 Das Obergericht hat weiter festgehalten, nach der Darstellung des Kl�gers seien er und die Mutter der Beklagten jedenfalls anf�nglich immer davon ausgegangen, er sei der Vater. Nach der Trennung seien ihm erstmals Zweifel gekommen, und er habe die Mutter der Beklagten ersucht, in einen Vaterschaftstest einzuwilligen (E. 3a S. 4). Die Beklagte beruft sich in einem Eventualstandpunkt auf diese Tatsachenfeststellung, die das Obergericht in rechtlicher Hinsicht nicht bzw. zu wenig gew�rdigt habe. In seiner Berufungsantwort wendet der Kl�ger ein, es treffe zwar zu, dass er am 25. September 1996 der Vormundschaftsbeh�rde zu Protokoll gegeben habe, er werde einen Vaterschaftstest einleiten lassen, weil er und die Mutter der Beklagten Anfang der Neunzigerjahre in wilden Verh�ltnissen gelebt h�tten. Er habe damals jedoch (noch) nicht an seiner Vaterschaft gezweifelt, sondern die Kindsmutter nur deshalb um ihre Mitwirkung an einem Test gebeten, weil seine Ehefrau die Kl�rung dieser Vaterschaft verlangt h�tte.
Den Inhalt der Rechtsschriften und der Parteierkl�rungen im Prozess stellt die kantonale Letztinstanz verbindlich fest (Art. 63 Abs. 2 OG; BGE 125 III 305 E. 2e Abs. 3 S. 311). Ob eine Prozesserkl�rung im kantonalen Verfahren als Tatsachengest�ndnis ausgelegt werden darf, ist eine Frage des kantonalen Rechts (Art. 43 OG; BGE 116 II 196 E. 3a S. 201). Die Vorbringen des Kl�gers, die sich gegen die obergerichtliche Feststellung richten, dem Kl�ger seien nach der Trennung (scil. 1996) erstmals Zweifel an seiner Vaterschaft gekommen, sind deshalb unzul�ssig (Art. 55 Abs. 1 lit. c i.V.m. Art. 59 Abs. 3 OG). Das Bundesgericht muss insoweit darauf abstellen, dass der Kl�ger im September 1996 erstmals an seiner Vaterschaft gezweifelt und die Mutter der Beklagten ersucht hat, in einen Vaterschaftstest einzuwilligen.
Bei der geschilderten Sachlage ist der Einwand der Beklagten berechtigt, die Umst�nde h�tten bereits im September 1996 so gelegen, dass der Kl�ger verpflichtet gewesen w�re, seine Zweifel an der eigenen Vaterschaft zu beheben. Seine fehlenden Bem�hungen, die Vaterschaft abzukl�ren, erscheinen unter diesem Blickwinkel als unentschuldbar. Das Vorbringen des Kl�gers, er habe im November 1998 einen Rechtsanwalt konsultiert (S. 10 der Berufungsantwort), ist - soweit zul�ssig - unbehelflich. Als er 1996 zu zweifeln begonnen und seinen angeblichen Irrtum bemerkt hat, h�tte der Kl�ger nicht nochmals zwei Jahre damit zuwarten d�rfen, einen Rechtsanwalt zu konsultieren. Er h�tte sich vielmehr mit aller nach den Umst�nden m�glichen Beschleunigung um eine Kl�rung der Verh�ltnisse - sei es aussergerichtlich oder gerichtlich - bem�hen m�ssen. Dass er sofort nach dem Auftauchen erster Zweifel im September 1996 in dieser Richtung irgendetwas unternommen h�tte, wird weder im obergerichtlichen Urteil festgestellt noch vom Kl�ger in seiner Berufungsantwort behauptet (vgl. zum Mass der Versp�tung: Hegnauer, N. 33 zu Art. 260c i.V.m. N. 59 zu Art. 256c ZGB, mit Nachweisen). Bei diesem Ergebnis wird auch bedeutungslos, ob seinem im Jahre 2001 beigezogenen Rechtsanwalt ein Fehler unterlaufen ist.
1.5 Aus den dargelegten Gr�nden hat das Obergericht Bundesrecht verletzt, indem es die Klagefrist in Anwendung von Art. 260c Abs. 3 ZGB wiederhergestellt hat. Die Berufung muss gutgeheissen und die Klage abgewiesen werden, wie die Beklagte das sinngem�ss beantragt. Zu einer weitergehenden Feststellung, dass der Kl�ger der Vater der Beklagten sei, besteht kein Grund. Bei der Anfechtung der Anerkennung handelt es sich um eine negative Gestaltungsklage, deren Gutheissung das bestehende Kindesverh�ltnis zum Vater r�ckwirkend aufhebt (Hegnauer, N. 56 und N. 118 zu Art. 260a ZGB). Die Abweisung der Anfechtungsklage bel�sst das v�terliche Kindesverh�ltnis, wie es ist, so dass diesbez�glich auch nichts festzustellen ist.
F�r den Gutheissungsfall beantragt der Kl�ger in seiner Berufungsantwort, die Sache an das Obergericht zur�ckzuweisen zur Kl�rung der sozialpsychologischen Beziehung der Beklagten mit dem Kl�ger und ihrer pers�nlichen Einstellung zur Klage, n�tigenfalls auch zur Kl�rung ihrer Urteilsf�higkeit f�r eine pers�nliche Stellungnahme zur Klage. Es kann dahingestellt bleiben, ob der Kl�ger einen solchen - �ber die blosse Abweisung der Berufung hinausgehenden - Antrag stellen darf, ohne formell (Eventual-)Anschlussberufung zu erheben (vgl. dazu Scyboz, Le recours en r�forme au Tribunal f�d�ral, SAV Bd. 15, Bern 1997, S. 7 ff., S. 53/54).
Der Antrag steht offenbar vor dem Hintergrund der Frage, inwiefern das Interesse einer der Parteien an der Anfechtung der Anerkennung eine versp�tete Klageerhebung zu entschuldigen verm�ge. �berwiegt das Interesse des Kl�gers an der Zulassung der Klage das gegenteilige Interesse der Beklagten eindeutig, kann sich die Annahme eines wichtigen Grundes unter Umst�nden rechtfertigen, die sonst hief�r nicht ausreichen w�rden. Dasselbe darf angenommen werden, wenn auch das Kind an der Klage des Anerkennenden interessiert ist (vgl. dazu Hegnauer, N. 61 zu Art. 256c und N. 34 zu Art. 260c ZGB). Das Obergericht hat dazu lediglich festgehalten, die Zuverl�ssigkeit, mit der heute eine Vaterschaft nachgewiesen oder ausgeschlossen werden k�nne, sei ein Grund daf�r, dass wenn immer prozessual m�glich Wirklichkeit und Rechtslage in �bereinstimmung gebracht werden sollten; es k�nne auch im wohlverstandenen Interesse des Kindes liegen, dass ein naturwissenschaftlich ausgeschlossenes Kindesverh�ltnis beseitigt werde (E. 3b S. 7).
Der obergerichtliche Standpunkt �berzeugt nicht. Die Rechtsprechung verlangt eine Interessenabw�gung, ob die Anfechtung des Kindesverh�ltnisses oder dessen Fortdauer f�r das Kind vorteilhaft ist (BGE 121 III 1 E. 2c S. 4). Dabei w�re hier in Rechnung zu stellen, dass die Beklagte durch die Anfechtung jedenfalls vorl�ufig vaterlos w�rde und jeglichen Unterhaltsanspruch gegen den Kl�ger verl�re. Die Zulassung der versp�teten Klage liegt insoweit offensichtlich nicht im Interesse des Kindes, so dass es sich er�brigt auf die kl�gerischen Ausf�hrungen zu den sozialpsychischen Aspekten der Anfechtung einzugehen (vgl. dazu Hegnauer, Zur Beistandschaft f�r das Kind im Anfechtungsprozess, ZVW 50/1995 S. 213 ff.). Interessen des Kl�gers, die die gegenteiligen Interessen der Beklagten zudem �berwiegen m�ssten, sind dem obergerichtlichen Urteil nicht entnehmbar, noch werden sie vom Kl�ger behauptet.
Bei diesem Verfahrensausgang wird der Kl�ger kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 156 Abs. 1 und Art. 159 Abs. 2 OG).
Dem Gesuch des Kl�gers um unentgeltliche Rechtspflege kann entsprochen werden. Die eingereichten Unterlagen weisen seine Bed�rftigkeit aus und als Berufungsbeklagtem kann ihm die Aussichtslosigkeit des gestellten Rechtsbegehrens nicht entgegengehalten werden, zu dessen Erhebung und Begr�ndung er fraglos auf anwaltliche Hilfestellung angewiesen gewesen ist (Geiser, Grundlagen, in: Prozessieren vor Bundesgericht, 2.A. Basel 1998, N. 1.42 S. 21 f. und S. 23). Das Gesuch der Beklagten um unentgeltliche Rechtspflege ist gegenstandslos geworden, soweit es die Befreiung von den Gerichtskosten betrifft, hingegen nicht, was die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands angeht. Zwar wird der obsiegenden Beklagten eine Parteientsch�digung zugesprochen. Falls diese sich aber als uneinbringlich erweisen sollte, w�re der unentgeltliche Rechtsbeistand aus der Bundesgerichtskasse zu entsch�digen (Art. 152 Abs. 2 OG; BGE 122 I 322 Nr. 41). Die Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege sind auch auf Seiten der Beklagten erf�llt; es ist nicht davon auszugehen, dass die Sozialdienste des Amtsbezirks Interlaken �ber einen Rechtsdienst verf�gen, der die Interessen der Beklagten vor Bundesgericht wahrnehmen k�nnte und den Beizug eines Rechtsanwalts unn�tig machte. Unter dem Vorbehalt der Uneinbringlichkeit ist dem unentgeltlichen Rechtsbeistand der Beklagten eine um einen Drittel reduzierte Entsch�digung (Art. 9 des Tarifs �ber die Entsch�digungen an die Gegenpartei f�r das Verfahren vor dem Bundesgericht, SR 173.119.1) aus der Bundesgerichtskasse zuzusprechen.
Eine R�ckweisung der Sache zur Neuverlegung der Kosten- und Entsch�digungsfolgen des kantonalen Verfahrens (Art. 157 und Art. 159 Abs. 6 OG) kann unterbleiben, da die im Anfechtungsprozess obsiegende Beklagte keine kantonalen Gerichtskosten zu tragen hat, vor erster Instanz auf eine Prozessentsch�digung verzichtet und am kantonalen Berufungsverfahren nicht teilgenommen hat.
Die Berufung wird gutgeheissen, Dispositiv-Ziffer 1 des Urteils des Obergerichts des Kantons Z�rich, II. Zivilkammer, vom 29. April 2003 aufgehoben, und die Klage abgewiesen.
Das Gesuch des Kl�gers um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen, und es wird ihm Rechtsanwalt Dr. Peter Albrecht, Konkordiastrasse 20, Postfach 156, 8030 Z�rich, als amtlicher Vertreter bestellt. Das Gesuch der Beklagten um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen, soweit es nicht gegenstandslos geworden ist, und es wird ihr F�rsprecher Urs Mosimann, Marktgasse 18, Postfach, 3605 Thun, als amtlicher Vertreter bestellt.
Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 2'000.-- wird dem Kl�ger auferlegt, einstweilen aber auf die Bundesgerichtskasse genommen.
Der Kl�ger hat die Beklagte f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 3'000.-- zu entsch�digen. F�r den Fall der Uneinbringlichkeit der Parteientsch�digung wird F�rsprecher Urs Mosimann, Marktgasse 18, Postfach, 3605 Thun, aus der Bundesgerichtskasse ein Honorar von Fr. 2'000.-- ausgerichtet.
Rechtsanwalt Dr. Peter Albrecht, Konkordiastrasse 20, Postfach 156, 8030 Z�rich, wird aus der Bundesgerichtskasse ein Honorar von Fr. 2'000.-- ausgerichtet.