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Timestamp: 2017-06-23 06:40:27
Document Index: 377961998

Matched Legal Cases: ['§ 223', '§ 823', '§ 116', '§ 253', '§ 195', '§ 197', '§ 199']

Sie sind hier: Startseite / Gibt es Schadensersatz wegen einer Körperverletzung?Gibt es Schadensersatz wegen einer Körperverletzung?
Besteht ein Anspruch auf Schadensersatz bei einer Körperverletzung?In § 223 Strafgesetzbuch (kurz: StGB) ist der Straftatbestand der Körperverletzung gesetzlich normiert. Einem Täter droht bei Verwirklichung des Delikts eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe.
Inhalt1 Besteht ein Ersatzanspruch?1.1 Welchen Zweck erfüllt ein Schmerzensgeld?2 Wie hoch sind die Ansprüche?2.1 Schmerzensgeld & Schadensersatz: Tabelle zur Körperverletzung3 Verjährung von Schadensersatz: Auch bei Körperverletzung?3.1 Sinn & Zweck: Warum verjährt Schadensersatz wegen Körperverletzung?3.2 Schadensersatz bei Körperverletzung: Brauche ich einen Anwalt?
Schadensersatz: Die Krankenkasse kann wegen Körperverletzung einen Ausgleich der Behandlungskosten für den Versicherten verlangen.Die Anspruchsgrundlage, aus der sich ein Anspruch auf Schadensersatz für eine Körperverletzung ergibt, ist § 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches (kurz: BGB). Die Norm besagt, dass derjenige, der in vorsätzlicher oder fahrlässiger Weise Leben, Körper, Gesundheit oder ein sonstiges Rechtsgut verletzt, zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet ist.
Der Anspruch auf Schadensersatz wegen einer Körperverletzung geht auf die Krankenversicherung über, sofern diese die Behandlungskosten übernimmt. Dies ergibt sich aus § 116 Absatz 1 Zehntes Buch Sozialgesetzbuch – Sozialverwaltungsverfahren und Sozialdatenschutz (kurz: SGB X). Der Anspruch der Krankenkasse ist dabei übrigens nicht von einer tatsächlichen strafrechtlichen Verurteilung abhängig. Daneben kommt ein Anspruch des Opfers auf ein angemessenes Schmerzensgeld in Betracht. Einschlägig ist hier § 253 Absatz 2 BGB. Die Norm besagt Folgendes:
Das Schmerzensgeld ist eine besondere Form von Schadensersatz. Eine vorsätzliche Körperverletzung oder aber eine fahrlässige, beispielsweise aufgrund eines Unfalls oder ähnlichem, verursacht nicht selten erhebliche körperliche Einschränkungen und zudem häufig Schmerzen. Mit derartigen Leiden ist indes keine Vermögenseinbuße verbunden, die es zu ersetzen gilt. Das Schmerzensgeld hat stattdessen eine Ausgleichs- und Genugtuungsfunktion. Ersteres bedeutet, dass für die erlittene Lebensbeeinträchtigung und für die Schmerzen eine Entschädigung geleistet werden soll. Letzteres wiederum soll eine Art Genugtuung für das dem Opfer Angetane verschaffen.
Die Höhe von Schadensersatz wegen Körperverletzung bemisst sich an der jeweiligen Vermögenseinbuße.Von entscheidender Bedeutung ist für die Betroffenen selbstredend die Höhe von Ansprüchen auf Schadensersatz und Schmerzensgeld für eine Körperverletzung.
GerichtDatum der EntscheidungAktenzeichenBefundAnspruchshöhe
Landgericht (LG) Arnsberg13.03.20011 O 630/00zweifache Fraktur des Unterkiefers5.000 Euro
LG Göttingen30.12.20034 O 98/03Nasenschiefstand, Unterkieferfraktur20.000 Euro
Amtsgericht (AG) Menden10.03.20044 C 224/03Schädelprellung mit Verdacht auf Gehirnerschütterung250 Euro
Doch wie lange ist diese Frist? Und wann beginnt sie zu laufen? Bezüglich dieser Fragen gilt es, abermals einen Blick ins BGB zu werfen. Die regelmäßige Verjährungsfrist für Ansprüche beträgt drei Jahre, was sich aus § 195 Absatz 1 BGB ergibt. Für eine vorsätzliche Körperverletzung gilt indes anderes: Hier beträgt die Frist zur Verjährung 30 Jahre. Einschlägige Norm ist hierbei § 197 BGB. In Absatz 1 Nummer 1 der Vorschrift ist festgelegt, dass Schadensersatzansprüche, die unter anderem auf einer vorsätzlichen Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit basieren, in 30 Jahren verjähren.
Schadensersatz wegen Körperverletzung: Wann verjähren Ansprüche?Schadensersatz wegen einer Körperverletzung kann also nicht zeitlich unbegrenzt geltend gemacht werden. Beginn der Frist ist gemäß § 199 Absatz 2 BGB der Zeitpunkt der Körperverletzungshandlung. Nicht von Belang ist die Kenntnis bzw. grob fahrlässige Unkenntnis, auf die es für einige andere Ansprüche im Zivilrecht häufig ankommt.
Die Verjährung der zivilrechtlichen Ansprüche auf Schmerzensgeld und Schadensersatz aufgrund einer Körperverletzung ist nicht zu verwechseln mit der strafrechtlichen Verjährung einer Tat. Hier bedeutet Verjährung, dass eine Tat nach dem Ablauf einer bestimmten Zeitspanne nicht mehr strafrechtlich geahndet werden kann.
Schadensersatz wegen Körperverletzung: Ein Rechtsanwalt hilft Ihnen weiter.Wer die soeben erläuterten Ansprüche auf Schmerzensgeld und Schadensersatz aufgrund einer Körperverletzung für sich geltend machen möchte, stellt sich häufig die Frage nach der Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung.
Eine solche empfiehlt sich in der Regel bei komplexeren und umfangreicheren Sachverhalten. Hier können eine professionelle Herangehensweise sowie fundierte juristische Kenntnisse von entscheidendem Vorteil sein. Immerhin kennt ein Rechtsanwalt die Gesetzeslage sowie die herrschende Rechtsprechung hinsichtlich ähnlich gelagerter Fälle. Schadensersatz aufgrund einer Körperverletzung muss keineswegs zwangsläufig gerichtlich geltend gemacht werden. Oftmals kann auch eine außergerichtliche Einigung erzielt werden, auf die ein erfahrener Anwalt hinzuwirken versucht.
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