Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHSt%2027,%20212
Timestamp: 2019-04-21 05:12:34
Document Index: 87522342

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 121', '§ 40', '§ 46', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 121', '§ 121', '§ 121', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 40', '§ 40', 'BGH', '§ 40', 'BGH', 'BGH']

BGH, 28.06.1977 - 5 StR 30/77 - dejure.org
Bemessung der Höhe eines Tagessatzes bei Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte - Revisibilität der tatrichterlichen Bestimmung der Höhe eines Tagessatzes - Voraussetzungen einer "Rechtsfrage" gemäß § 121 Abs. 2 Gerichtsverfassungsgesetz (GVG)
StGB § 40 Abs. 2, § 46
BGHSt 27, 212
NJW 1977, 1459
MDR 1977, 853
Die nach pflichtgemäßem Ermessen vorgenommene Wertung des Tatrichters bei der Bestimmung der Tagessatzhöhe ist vom Revisionsgericht bis zur Grenze des Vertretbaren hinzunehmen, wenn die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Täters ausreichend festgestellt und in rechtsfehlerfreier Weise berücksichtigt sind (vgl. BGHSt 27, 212, 215; 27, 228, 230, BGH NJW 1993, 408, 409).
Denn unterschiedliche Ergebnisse rechtsfehlerfrei angewendeten tatrichterlichen Ermessens bei der Strafzumessung haben mit abweichenden Entscheidungen in Rechtsfragen nichts gemein; die denkbaren Umstände des Einzelfalles sind zu vielschichtig für generelle Aussagen (BGHSt 27, 212, 216;… Franke in Löwe/Rosenberg StPO 25. Aufl. § 121 GVG Rdnr. 59;… KK-Hannich 5. Aufl. StPO § 121 GVG Rdnr. 36;… Schäfer Praxis der Strafzumessung 3. Aufl. Rdnr. 485).
§ 121 Abs. 2 GVG betrifft nur Abweichungen in Rechtsfragen (BGH NJW 1977, 1459, 1460 [BGH 28.06.1977 - 5 StR 30/77]; BGHSt 27, 212, 214).
Der Tatrichter hat nämlich einen weiten Beurteilungsspielraum (vgl. BGHSt 27, 212, 215; NStZ 1983, 35; OLG Zweibrücken wistra 2000, 152), der es ihm gestattet, seine eigene Wertung dergestalt zur Geltung zu bringen, dass sie neben anderen abweichenden Meinungen, auch der des Revisionsgerichts, als gleich richtig zu bestehen vermag (vgl. BGH NJW 1977, 639) und bis zur Grenze des Vertretbaren hinzunehmen ist (vgl. BGH NJW 1977, 639).
Das Revisionsgericht kann daher nur nachprüfen, ob die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Täters ausreichend festgestellt und in rechtsfehlerfreier Weise berücksichtigt worden sind (vgl. BGHSt 27, 212, 215; 228, 230).
Dagegen kann das Revisionsgericht das Tatgericht insbesondere nicht auf eine bestimmte Berechnungsmethode verpflichten (vgl. BGHSt 27, 212, 215).
Das Revisionsgericht kann den Tatrichter jedoch nicht auf eine bestimmte Berechnungsmethode verpflichten (vgl. BGHSt 27, 212; 27, 228; OLG Frankfurt NStZ-RR 2007, 167 [168];… LK-Häger, StGB 12. Aufl. § 40 Rdnr. 21).
Eine Divergenzvorlage ist deshalb regelmäßig unzulässig, weil es sich bei der Einzelfallanwendung der Vorschriften des § 40 Abs. 2 StGB typischerweise nicht um eine Rechtsfrage handelt (BGHSt 27, 212; 27, 228;… LK-Häger, § 40 Rdnr. 22 m.w.N.).
BGH, 19.07.1977 - 1 StR 29/77
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