Source: https://www.adfc-diepholz.de/rad-fahrende-kinder-auf-dem-gehweg/?replytocom=847
Timestamp: 2019-08-25 10:02:40
Document Index: 340982887

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 2', '§2', '§ 24', '§2', '§ 24', '§2', '§2', '§2', '§ 2', '§2', '§ 2']

Radfahrende Kinder - auf dem Gehweg? auf dem Radweg? mit Begleitung? › Begleitperson, Fußgänger, Gehweg, Kinder, Radweg
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Rad fahrende Kinder —- Sonderregeln
By Holger on 27.05.2016 Radverkehrsanlagen
Für Fahrrad fahrende Kinder gelten spezielle Regelungen in der Straßenverkehrsordnung.
Immer auf dem Gehweg oder baulichem Radweg
Bis zum vollendeten 8. Lebensjahr (8. Geburtstag) MÜSSEN Kinder den Gehweg benutzen.
Bis zum vollendeten 10. Lebensjahr (10. Geburtstag) DÜRFEN Kinder den Gehweg benutzen, § 2 Abs. 5 StVO
Dabei müssen sie auf Fußgänger Rücksicht nehmen
NEU: Es darf auch auf einem “baulichen” Radweg gefahren werden. Aber NICHT auf Radfahrstreifen und NICHT auf Schutzstreifen neben der Fahrbahn.
An Kreuzungen und Einmündungen müssen sie absteigen und das Fahrrad herüberschieben!
NEU: 1 Aufsichtsperson ab 16 Jahre mit eigenem Fahrrad darf auf dem Gehweg mitfahren, bei Kindern <8 Jahre.
StVO, § 2 Absatz 5 (NEUfassung ab 12/2016)
„(5) Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr müssen, Kinder bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr dürfen mit Fahrrädern Gehwege benutzen. Ist ein baulich von der Fahrbahn getrennter Radweg vorhanden, so dürfen abweichend von Satz 1 Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr auch diesen Radweg benutzen. Soweit ein Kind bis zum vollendeten achten Lebensjahr von einer geeigneten Aufsichtsperson begleitet wird, darf diese Aufsichtsperson für die Dauer der Begleitung den Gehweg ebenfalls mit dem Fahrrad benutzen; eine Aufsichtsperson ist insbesondere geeignet, wenn diese mindestens 16 Jahre alt ist. Auf zu Fuß Gehende ist besondere Rücksicht zu nehmen. Der Fußgängerverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Soweit erforderlich, muss die Geschwindigkeit an den Fußgängerverkehr angepasst werden. Vor dem Überqueren einer Fahrbahn müssen die Kinder und die diese begleitende Aufsichtsperson absteigen.“
NEU: Aufsichtsperson darf auf dem Gehweg mitfahren
Seit 12/2016 und der Änderung des §2 Abs. 5 StVO ist nun das Mitfahren einer geeigneten Begleitperson (Mindesalter: 16 Jahre) mit dem Kind bis zum vollendeten achten Lebensjahr auf dem Gehweg erlaubt. Mitfahren darf aber nur 1 Person, also nicht beide Eltern oder gleich die ganze Großfamilie. Und nach wie vor gilt: 1. Schrittgeschwindigkeit, 2. an jeder Straßeneinmündung absteigen und hinüberschieben.
Absteigen und schieben!
Die Pflicht zum Absteigen und Schieben besteht, weil das Fahren auf dem Hochbord schlichtweg gefährlich ist, sobald man eine Einmündung quert. Um also zu vermeiden, dass die Kinder vom nächsten abbiegenden Kfz umgefahren werden, sollen sie absteigen und schieben. Die Pflicht zum Absteigen und Schieben besteht auch dann, wenn sie begleitet werden.
Allerdings scheint niemand diese Vorsichtsmaßnahme zu beherzigen. Jedenfalls sehe ich nur Kinder oder Eltern mit Kindern, die ungebremst in die Kreuzungen hineinfahren; und das dann auch noch linksseitig. — Arme Kinder.
Kinderräder = Spielzeug?
Lt. § 24 StVO “Besondere Fortbewegungsmittel” gehören Kinderfahrräder zu den besonderen Fortbewegungsmitteln, und für die gelten die Vorschriften wie für Fußgänger. Allerdings sind hiermit nur solche Kinderräder gemeint, die etwa von Kindern im Vorschulalter als Spielzeug benutzt werden. Solche Räder brauchen auch keine Lichtanlage, keine Bremsen usw.
“Vollendetes” Lebensjahr?
Vollendetes Lebensjahr vs. Alter
Es gibt immer wieder Unklarheiten über den in der StVO verwendeten Begriff “vollendetes Lebensjahr”. — Es ist ganz einfach: Wer den ersten Geburtstag feiert, der hat gerade das erste Lebensjahr vollendet.
Tina Hu on 19.07.2019 11:39
Ich kann die Pflicht zum Absteigen und Schieben nicht nachvollziehen; würde der unaufmerksame oder egoistische das-schaffe-ich-noch-Autofahrer einen die Einmündung überquerenden Fußgänger nicht gefährden?
Mit meinen Kindern fahre ich auf der rechten Seite und wir halten an jeder Kreuzung an (auch da, wo wir Vorfahrt hätten) und fahren weiter, wenn rechts keiner kommt. Selbst an Einmündungen von verkehrsberuhigten Bereichen halten wir an, da es manchen Autofahrern nicht klar ist, dass sie hier zu warten haben.
Nur am Rande: bei den Studien, ab wann Kinder Geschwindigkeiten einschätzen können, würde mich interessieren, ob wir hier von Kindern sprechen, die selbst aktiv am Verkehr teilnehmen, (die man aber nicht mehr allzu oft findet) – oder in der Mehrzahl doch eher von denen, die sogar wegen 300m mit dem Auto rumkutschiert werden.
Ich weiß z.B. von einem Erzieher, dass mein Kleiner mit etwas über 2 Jahren – im Gegensatz zu den anderen aus seiner Gruppe- unterscheiden konnte, ob ein Auto geparkt ist, oder ob es fährt. Das hat er aber nur gelernt, weil er mit dem Laufrad am Verkehr teilnehmen darf!
Kindern wird immer so vieles aberkannt, das sie angeblich nicht können. Jedoch können sie es nur nicht, weil die Erwachsenen sie nicht üben lassen (sei es aus Übervorsichtigkeit, Zeitmangel, Faulheit, Unwissenheit oder was auch immer).
Holger on 21.07.2019 15:18
Während bei Radwegen, insbesondere bei solchen mit Benutzungspflicht, eine Reihe von Sicherheits-Mindestanforderungen zu erwarten sind (die Praxis ist häufig anders…), gibt es bei reinen Gehwegen keinerlei Sicherheitsstandards in Hinblick auf Sichtdreiecke usw. — Ein 6-jähriger Radfahrer ist durchaus schneller unterwegs als ein Fußgänger, das macht den Unterschied in der Gefährdung an der Kreuzung/Einmündung. Obendrein sind die “Kurzen” hinter parkenden Autos schlecht zu sehen.
Das hat er aber nur gelernt, weil er mit dem Laufrad am Verkehr teilnehmen darf!
Gutes Beispiel, danke. Die armen Kiddies hingegen, die nur im SUV herumchauffiert werden, erwerben keinerlei Verkehrskompetenz…. stimmt.
Ralf Kittel on 09.05.2019 11:29
Hallo! Mit meinem 6 jährigen in einem engen Ortskern mit nur 1m breiten Gehwegen, Mülltonnen, Hauseingängen, Fussgängern etc. fortzubewegen und gleichzeitig selbst einen Kinderanhänger am Rad zu haben ist nicht praktikabel. Der Gehweg ist zu schmal für mich zum mit Anhänger fahren, auf der Straße muss ich dauernd warten bis sich mein Kleiner durchgekämpft und verzögere den Verkehr. Als praktikabel hat sich erwiesen wenn mein Kleiner rechts schräg vor mir auf der Straße fährt.
Erste Frage: Außer dass ich völlig verantwortungslos bin wenn mein kleiner mit mir auf der Straße fährt, welche strafrechtlichen Konsequenzen / Bußgelder können draus entstehen?
Zweite Frage: Wir würde es sich auf einer ausgewiesenen Fahrradstraße verhalten? Auch Gehwegpflicht unter 8?
Holger on 11.05.2019 17:35
welche strafrechtlichen Konsequenzen / Bußgelder können draus entstehen?
Da dürfte sich wohl niemand ernstlich drum kümmern. Der Vater mit Hänger fährt ja sowieso rechtmäßig auf der Fahrbahn, und wenn dem Kind das Befahren des Gehweges aus den geschilderten Gründen nicht zumutbar ist, dann muss es eben sowieso auf der Fahrbahn fahren.
ausgewiesenen Fahrradstraße verhalten? Auch Gehwegpflicht unter 8?
Eigentlich ja. Die neue Öffnungsklausel gilt nur für “baulich von der Fahrbahn getrennte Radwege”. Eine Fahrradstraße ist aber kein Radweg sondern eine Fahrbahn.
Also gilt Pragmatismus: es wird niemanden stören, wenn Sie mit dem Kind auf der Fahrradstraße fahren. Eher werden Sie schräg angeguckt, wenn Sie den Gehweg benutzen 😉
Franz on 28.04.2019 9:43
gestern auf einem abgetrennten Radweg folgendes Erlebnis: Auf dem Radweg zwei Kinder, eines mit ungefähr 3 Jahren auf einem “Fortbewegungsmittel ohne Tretkurbel” und eines mit ungefähr 6 Jahren auf einem Kinderfahrrad. Die Begleitperson auf Fahrrad mit Anhänger fuhr daneben auf dem Gehweg.
Folge: Die Fußgänger auf dem Gehweg wussten nicht mehr wohin und die Kinder verursachten einen Rückstau auf dem Radweg und mehr oder weniger riskante Ausweichmanöver der restlichen Radfahrer (teils über den Gehweg).
Die Kinder sind ordentlich gefahren. Auch die Begleitperson vorsichtig und umsichtig. Wenn ich die Gesetze richtig verstehe, haben sich die Kinder als auch die Begleitperson korrekt verhalten. Ist das so? Welchen Sinn macht das?
Die Kinder waren gefährdet durch die von hinten kommenden Radfahrer und deren Manöver. Ob die Kinder sich wohl fühlen in so einer Situation und den Spaß am Radfahren vielleicht verlieren? Die Fußgänger mussten ebenfalls ausweichen.
Nicht zuletzt passt das irgendwie auch nicht zur Förderung der Radverkehrs, der ja einigermaßen zügig und sicher auf den ohnehin oftmals bescheidenen Radwegen möglich sein sollte. Motto: Alles was woanders nicht hinpasst auf den Radweg?
Holger on 28.04.2019 16:25
Motto: Alles was woanders nicht hinpasst auf den Radweg
Ja, so isses 😉 — Nicht zu vergessen: Mülltonnen, Verkehrszeichen, Lichtmasten, parkende Kfz,… und demnächst 20 km/h Elektro-Roller.
Die Kinder sind ordentlich gefahren. Auch die Begleitperson vorsichtig und umsichtig. Wenn ich die Gesetze richtig verstehe, haben sich die Kinder als auch die Begleitperson korrekt verhalten. Ist das so?
Ich meine, dass zumindest die Begleitperson fehlerhaft fuhr:
Die Begleitperson fuhr regelwidrig auf dem Gehweg. Sie hätte nur dann “ebenfalls” (§2Abs.5 StVO) auf dem Gehweg fahren dürfen, wenn die Kinder dort fahren. Die Kinder fuhren aber auf dem Radweg. Also hatte die Begleitperson nichts auf dem Gehweg zu suchen.
Das Rad fahrende Kind (unter 8) fuhr korrekt. Es hat die freie Wahl zwischen (baulichem) Radweg und Gehweg. Das Kind darf auch dann auf dem Radweg fahren, wenn keine Begleitperson dabei ist.
Das Kind mit dem Spielzeug hatte natürlich nichts auf dem Radweg zu suchen. Es hätte den Gehweg benutzen müssen, § 24 StVO “besondere Fortbewegungsmittel”.
In der Summe wäre es gewiss sinnvoller gewesen, wenn alle Kinder und die Begleitperson gemeinsam auf dem Gehweg unterwegs gewesen wären.
Andy on 11.04.2019 13:25
Darf das unter 8j Kind auf der Fahrbahn fahren, wenn es keinen Gehweg gibt?
Muss das unter 8j Kind einen Fußweg benutzen, der auf der linken Fahrbahnseite liegt?
Holger on 12.04.2019 8:44
Ja, das Kind wäre dann m.E. wie ein normaler Radfahrer zu betrachten und es gelten die normalen Radfahrer-Regeln, mangels Gehweg. Eine Ausnahme bilden die ganz kleinen Kinder mit Spielzeug-Rädern.
Schwere Frage. Die StVO ist etwas unklar. Ich meine jedoch, dass nur rechte Gehwege gemeint sein können. Denn im nächsten Satz des §2 Abs. 5 steht, dass diese Kinder auch baulich getrennte Radwege benutzen dürfen. Es wird nichts zu “rechts” oder “links” gesagt. Es kann ja aber nicht sein, dass man Kindern bis 8/10 Jahren erlaubt, auf jedem Radweg links zu fahren. Das wäre eine Katastrophe. Also sind wohl nur die rechten Radwege gemeint. — Also folgere ich, dass im Satz zuvor auch nur die rechten Gehwege gemeint sind. Aber eine abgesicherte Meinung ist hier nicht bekannt. Gleichwohl ist das Linksfahren auf Gehwegen, die ansonsten nicht für den Radverkehr freigegeben sind, mit Vorsicht zu genießen. An Grundstücksausfahrten und Einmündungen rechnet kein Autofahrer mit radfahrenden Kindern von der ‘falschen’ Seite. Also langsam fahren und an den Einmündungen absteigen und herüberschieben.
Andreas on 02.07.2019 10:08
Nein, das Kind darf zu keinem Zeitpunkt auf der Fahrbahn fahren. Das kind darf auch nicht den Fußweg auf der linken Seite nutzen. Die Rechtslage hierzu ist eindeutig.
Markus Nehls on 19.02.2019 11:37
darf das Kind samt Begleitperson auch den Gehweg entgegen der Fahrtrichtung benutzen?
Holger on 21.02.2019 8:11
Das sollte wohl zulässig sein. Jedenfalls ist in §2 Abs. 5 nicht ausdrücklich die Benutzung des rechten Gehweges vorgeschrieben. Wenn der Gesetzgeber das gewollt hätte, dann hätte er es – genau wie in Abs. 2 bei der Radwegbenutzung – auch in den Absatz 5 hineingeschrieben. Allerdings ist zu beachten, dass §2 Abs. 5 StVO ja auch vorschreibt, dass vor dem Überqueren jeder Fahrbahn (auch im Längsverkehr) abzusteigen ist: wegen der großen Gefahr, als Radfahrer von ein-/abbiegenden Kfz umgefahren zu werden. Wenn Kinder hingegen regelwidrig nicht absteigen und obendrein auf kaum gesicherten Gehwegen ‘links’ in Einmündungen hineinfahren statt zu schieben, dann ist das eines der gefährlichsten Manöver, welches man als Radfahrer tun kann 🙁
Lothar on 22.04.2019 15:25
Das ist grundsätzlich richtig. Kommt es allerdings zur Kollision mit einem von rechts kommenden auf dem Gehweg fahrenden Kind das nicht anhält so trägt rechtlich trotzdem der Autofahrer die Alleinschuld am Unfall.
Andreas on 02.07.2019 10:09
Das Kind darf den Gehweg entgegen der Fahrtrichtung nicht nutzen.
Gabriele Köpke on 08.01.2019 20:03
In Rostock dürfen “Anlieger” auf separaten Geh- und Radwegen mit Kraftfahrzeugen fahren. Nun wollte ich wissen, warum kleine Kinder nicht zwischen Autofahrern fahren dürfen, Autofahrer zwischen Kindern aber schon. Eine abschließende Antwort erhielt ich bisher nicht.
https://fragdenstaat.de/a/26647
Die amtliche Begründung zur Änderung des § 2 Absatz 5 StVO kann der Bundesratdrucksache 332/16 entnommen werden: https://www.bundesrat.de/SharedDocs/drucksachen/2016/0301-0400/332-16.pdf?__blob=publicationFile&v=5
Kinder sind bis zur Vollendung der Radfahrausbildung, die in der Regel in der 4. Klasse der Grundschule mit einer Prüfung abgeschlossen wird, entwicklungspsychologisch und motorisch noch nicht in der Lage, im fließenden Verkehr auf der Fahrbahn teilzunehmen. Insbesondere vermögen sie bis dahin nicht die Geschwindigkeiten herannahender Kraftfahrzeuge richtig einzuschätzen. Daher werden sie auf die Fußverkehrsflächen verwiesen und müssen im Kreuzungs- oder Querungsbereich absteigen und sich dort wie Fußgänger verhalten. Diese Erkenntnis kann in Studien nachgelesen werden. Ergebnisse zu Studien erhalten Sie u.a. bei der Bundesanstalt für Straßenwesen.
Nicole on 28.11.2018 16:06
Wie müssen sich Fahrradfahrer mit Kindern bei Ampeln verhalten, wenn Fußgänger grün haben und Fahrradfahrer noch rot ?
Holger on 09.12.2018 17:13
wenn Fußgänger grün haben und Fahrradfahrer noch rot ?
Ich gehe mal davon aus, dass die Kinder bis zum vollendeten 8. LJ gemeint sind. Dann gibt es verschiedene Möglichkeiten: (1) Das Kind fährt gemeinsam mit der Begleitperson auf einem separaten Radweg, was ja seit 2018 möglich ist. Dann gelten also die Lichtzeichen für Radfahrer sowohl für die Begleitperson als auch für das Kind. (2) Gemeinsamer Geh/Radweg: auch hier kann das Kind als verkehrsrechtlicher Radfahrer mit Begleitperson unterwegs sein. Es gelten die Fahrrad-Zeichen. (3) Wenn das Kind auf dem Gehweg neben dem Radweg unterwegs ist, dann gilt die “Gehweg-Regel für Rad fahrende Kinder”: absteigen und herüberschieben! Also gilt die Fußgänger-Ampel. Bei “Gehweg/Radfahrer frei” muss ebenfalls abgestiegen und geschoben werden.
Angelika on 05.11.2018 10:02
Moin, wie weit gilt denn so ein Gehwegschild eigentlich? Wir haben einen befestigten Sandweg, durch eine Grasnarbe von der Straße abgetrennt, der am Anfang ein Gehwegschild hat. Nach ca. 200m geht er in einen normalen, gepflasterten Gehweg über, es gibt zwischendurch keine einmündende Straße, nur Grundstücksauffahrten.
Holger on 06.11.2018 8:14
wie weit gilt denn so ein Gehwegschild eigentlich?
Zuerst einmal ist ein Gehweg auch dann ein Gehweg, wenn er gar nicht beschildert ist. Es reicht, wenn er offensichtlich wie ein Gehweg aussieht. Das tut er, wenn er baulich von der Fahrbahn und vom Radweg getrennt ist. Eines Schildes bedarf es nur dann, wenn Zweifel bestehen, was vielleicht bei dem von Dir genannten Weg (durch Gras von der Fahrbahn getrennt) der Fall sein mag.
Das “Ende” des “Gehweg”-Gebotes kann auf verschiedene Weise geschehen:
durch ein Zeichen “Gehweg” mit Zusatzzeichen “Ende”
durch das tatsächliche Ende des Weges; d.h. indem er nicht fortgeführt wird und in der Fahrbahn, auf einem Acker oder im Graben endet.
statt “Gehweg – Ende” würde ein gemeinsamer Geh-Radweg beginnen.
Das Verkehrszeichen “Gehweg” verliert aber nicht bereits deshalb seinen Regelungsgehalt, weil eine Querstraße einmündet oder weil sich der Belag oder die Breite des Weges ändert. D.h. der erkennbare Weg ist solange ein Gehweg bis eines der obengennten Kriterien zutrifft.
Carsten on 27.09.2018 14:16
bitte was gilt es bezüglich der Fahrtrichtung zu beacjten, wenn eine Elternteil ein unter 8-jähriges Lind auf dem Gehweg begleitet. Dies im Sinne der StVO Paragraph 2 (5).
Nadine on 09.09.2018 13:37
Ich wüsste gerne wer hier Schuld hat. 12 jähriger fährt in richtiger Richtung auf dem rechten Radweg (eines getrennten Geh- und Radwegs; nur in seine Richtung freigegeben, da auf anderer Straßenseite ebenfalls Geh- und Radweg vorhanden). Er kollidiert in einer leichten Kurve mit einer 7jährigen die ihm plötzlich auf “seinem” Radweg entgegenkommt. Sie fuhr nicht auf dem Gehweg. Der Vater der Tochter ist 10m hinter seiner Tochter ebenfalls auf dem für ihn linken Gehweg mit Fahrrad und Hund unterwegs.
Holger on 15.09.2018 10:38
Ich wüsste gerne wer hier Schuld hat.
Wir können natürlich keine Rechtsauskünfte für Einzelfälle geben. Aber der Vater der Siebenjährigen ist gewiss der Haupt-Bösewicht. Er hat das Kind ja wohl angeleitet. Am besten wendet man sich in solchen Fällen an einen Rechtsanwalt.
Ronja Vogel on 14.08.2018 13:18
Ich wüsste gerne auf welcher Straßenseite mein Kind, 6 Jahre alt, fahren soll, wenn kein Gehweg vorhanden ist.
Wie bei Fußgängern links, dem Verkehr entgegen, oder mit dem Verkehrsfluss?
Holger on 31.08.2018 21:07
Hi, der/die Sechsjährige fährt ja schon mit einem richtigen Fahrrad, also keinem Spielzeug. Also muss das Kind mit seinem Fahrrad (=Radfahrer) ganz normal rechts fahren.
Für Fußgänger gilt “links gehen” auch nur außerhalb der geschlossenen Ortschaft. Innerhalb dagegen “rechts gehen”. Aber das 6-jährige Kind mit Fahrrad ist ja kein Fußgänger, sondern Radfahrer.
Franzi on 06.06.2018 12:38
darf ich mein Kind unter 8 Jahren auch auf dem Gehweg begleiten, wenn ich einen Fahrradanhänger an meinem Rad habe, in dem das Geschwisterkind sitzt?
Aus Platzgründen mache ich das nur in Ausnahmen, wenn das Fahren auf der Straße durch Verkehr mit z. B. Linienbussen den Kontakt zu meinem Kind erschwert.
Holger on 07.06.2018 7:38
wenn ich einen Fahrradanhänger
Es ist völlig o.k., als Begleitperson mit Hänger auf dem Gehweg mitzufahren. Das Eltern-Rad mit Hänger gilt als ganz normales Fahrrad. — Wenn in der StVO von “Radfahrenden” gesprochen wird, dann gehören auch immer die Radfahrer mit Anhänger dazu. Bei der Regelung zur Begleitperson werden Radfahrer mit Anhänger nicht besonders erwähnt; insbesondere werden sie nicht ausgeschlossen.
Franzi on 11.06.2018 21:34
Kristin S. on 13.05.2018 10:17
Hallo, darf man auch mit seinem Kind im Fahrradsitz auf dem Gehweg fahren?
Bei uns ist es auf der Straße manchmal nicht ziemlich gefährlich für die Fahrt mit einem Kleinkind hinten drauf.
Holger on 13.05.2018 11:55
mit seinem Kind im Fahrradsitz auf dem Gehweg fahren?
Hallo, in dem Falle ist der Erwachsene der Fahrzeugführer. Es gelten also die Verkehrsregeln für den Erwachsenen. D.h. nach Recht+Gesetz ein klares: Nein. In der Praxis muss man vielleicht abwägen, was man tut. Kommt auf die Kfz-Belastung, die Gehwegbreite und die Zahl der Fußgänger an. Die andere Möglichkeit wäre natürlich die Anschaffung eines Anhängers oder eines Lastenrades mit Kindertransport (leider teuer).
Karo on 27.01.2019 20:50
Selbst mit Anhänger ist das manchmal sehr gefährlich, da einige Autofahrer ihren Führerschein scheinbar in der Lotterie gewonnen haben. Ein Papa aus der Kita war mit seinen Kind, welches im Anhänger saß auf der Straße unterwegs, da es keinen Fahrradweg gab. Er war auf der Geradeausspur und hatte grün, ein Rechtabbieger (mit diesen netten Abbiegerpfeil, der aber dennoch hätte warten müssen, da die Ampel offiziell auf rot gezeigt hatte) fuhr ihn seitlich in den Anhänger rein. Folge: der Papa, der Gott sei Dank einen Helm auf hatte, landete unglücklich auf der Seite durch die Wucht (Autofahrer war zusätzlich viel zu schnell) und erlitt eine Rippenprellung. Das Kind im Fahrradanhänger ist seitdem dermaßen traumatisiert, da der Anhänger ja auch ordentlich geruckelt und auf Schaden genommen hat, dass es nicht mehr in den Anhänger und auch in kein Autositz mehr rein will.
Der Vater ist aber darauf angewiesen. Es bringt also auch kein solcher Anhänger was, wenn man Bekloppte (sorry für den Begriff) Autofahrer auf den Straßen hat, die die Verkehrsregeln nicht richtig beherrschen und dann offenbar noch Tomaten auf den Augen haben (oder ein Handy auf der Nase) und Schmerzensgeld etc. hilft an der Stelle ja auch mal absolut nicht weiter. Besser wäre es, wenn sich sämtliche Kommunen für bessere Bedingungen für Radfahrer einsetzen und diesen Abbiegerpfeil einfach mal abschaffen.
Patricia on 03.05.2018 12:54
Ich bin 13. Darf ich auch auf dem Bürgersteig fahren oder muss ich auf der Straße fahren? Meine Mutter ist dagegen, dass ich auf der Straße fahre.
Holger on 13.05.2018 11:40
Ich bin 13. Darf ich auch auf dem Bürgersteig fahren oder muss ich auf der Straße fahren?
Hallo, mit 13 hast Du das 10. Lebensjahr offensichtlich vollendet 😉
Also darfst Du den Gehweg nur noch als Fußgängerin benutzen, aber nicht als Radfahrerin.
Meine Mutter ist dagegen, dass ich auf der Straße fahre.
Dann hast Du ein Problem. Lt. Straßenverkehrsordnung darfst Du nicht auf dem Gehweg fahren (es sei denn, er ist durch Zeichen freigegeben) und lt. Mutter darfst Du nicht auf der Fahrbahn fahren. Also darfst Du nirgends fahren und musst zu Fuß gehen. Na toll.
Aber jetzt mal von der praktischen Seite: in Tempo-30-Zonen ist es für Jugendliche allemal kein Problem, die Fahrbahn zu benutzen. Wähle also für Deine täglichen Wege am besten solche Strecken aus, die durch Tempo-30-Zonen oder durch Straßen mit Radwegen. Vielleicht beobachtest Du auch mal die Tageszeitung: Unfälle mit Radfahrern. Zeige diese Berichte Deiner Mutter. Normalerweise fuhren die verunglückten Radfahrer auf Geh-/Radwegen und wurden an Kreuzungen/Einmündungen von Autos angefahren. Frage Deine Mutter, was denn daran so gut ist.
Auf Straßen, wo wirklich viel Autoverkehr ist, da gibt es normalerweise Radwege, Schutzstreifen für Radfahrer oder der Gehweg hat ein Zeichen “Radfahrer frei”.
JoeCool on 12.01.2018 10:21
Noch eine Frage: Dürfen Kinder den Gehweg auf beiden Seiten der Strasse benutzen, also auch den in Fahrtrichtung linken Gehweg?
Holger on 12.01.2018 21:05
Ja, die Kinder dürfen fahren wo sie wollen. Rechtsfahrgebote gibt es nur bei den Vorschriften zur Fahrbahn- oder Radwegbenutzung, nicht aber bei der Gehwegbenutzung durch Rad fahrende Kinder. — Wichtig: die Kinder müssen an jeder Einmündung absteigen und die Fahrbahn zu Fuß überqueren. Aus Sicherheitsgründen. D.h. bei ordnungsgemäßem Verhalten gibt es nicht die Sicherheitsprobleme des Linksfahrens.
Andreas Wendler on 21.09.2017 14:51
Der Parameter “Breite des Gehweges” bleibt bei der Regelung unberücksichtigt! Genauso wird nicht auf das Können der Kinder eingegangen, da mangels dessen wohl eine Gefährdung der Fußgänger zwangsläufig ist.
Also haben wir wieder mal eine fundamentlose Amts-“Regelung”, die auf keinem hinreichenden IQ basiert!
Karo on 27.01.2019 20:54
Bei Kindern unter 8 sind in der Regel erwachsene Begleitpersonen dabei und die haben hoffentlich genug Intelligenz ihren Kids nahezubringen, dass die Fußgänger Vorrang haben.
Meine hatte das schon mit 2 begriffen (ist jetzt 4) und mit Laufrad unterwegs. Da wo der Weg sehr schmal ist fährt sie sehr langsam und achtet auf Fußgänger, wenn ihr jemand Paltz macht, bedankt sie sich. Bei breiten Wegen fährt sie etwas schneller, wird aber immer dann langsamer, wenn sie einen Fußgänger sieht.
Luisa on 01.08.2017 8:08
Das erste Lebensjahr ist das Lebensjahr zwischen der Geburt und dem ersten Jahrestag der Geburt, also dem ersten Geburtstag. Das heißt also, dass der erste Geburtstag das erste Lebensjahr vollendet. Analog verhält es sich mit allen folgende Geburtstagen => der 18. Geburtstag vollendet das 19. Lebensjahr. Alles klar?
Silke on 23.08.2017 13:02
Kleine Korrektur: Der 18. Geburtstag vollendet das 18. Lebensjahr und es beginnt das 19. Lebensjahr 😉
Anke on 07.07.2017 20:35
Hallo, wie verhält es sich, wenn ein 12-jähriges Kind auf einem gemeinsamen Fußgänger-/Fahrradweg mit dem Fahrrad fährt und an eine Querstraße kommt. Muss es dann auch absteigen?
Holger on 08.07.2017 8:08
ein 12-jähriges Kind
Hallo! Nein, die Sonderregeln für Rad fahrende Kinder gelten nur für Kinder bis zum vollendeten 8. Lebensjahr (‘muss’-Vorschrift) bzw. 10. Lebensjahr (‘darf’). Danach gilt für die Kiddies Erwachsenenrecht. D.h. der/die 12-jährige fährt ganz normal über die Furt herüber. Man sollte den Kiddies beibringen, etwaigen abbiegenden Verkehr von hinten oder von der Querstraße zu beobachten. Unaufmerksamkeit einfahrender/abbiegender Kfz im Zusammenhang mit Unaufmerksamkeit bevorrechtigter Radfahrer ist eine Haupt-Unfallursache.
Bettie on 03.07.2017 8:19
Hallo, ich hätte auch mal eine Frage:
Wie lange dürfen Kinder mit geistiger Behinderung (z.B. Down Syndrom) auf dem Gehweg fahren? Es ist für manche durchaus möglich recht gut koordiniert auf dem Gehweg zu fahren (häufig wird das Radfahren aber erst deutlich später erlernt). Die Nähe der Autos und Motorroller/ -räder auf der Fahrbahn ist jedoch für manches Kind auch mit 10+ eine Überforderung.
Holger on 04.07.2017 8:26
Wie lange dürfen Kinder mit geistiger Behinderung (z.B. Down Syndrom) auf dem Gehweg fahren?
Hi, mir ist dazu keine spezielle Regelung bekannt. Angesichts des allerorten ‘flexiblen’ Umgangs mit der StVO würde ich pragmatisch verfahren. Natürlich unter den üblichen Voraussetzungen: langsam fahren und besondere Rücksicht auf Fußgänger nehmen. Der übliche Problemfall auf nicht freigegebenen Gehwegen sind wohl ohnehin eher die Menschen ohne Handicap, die dort zu schnell fahren. Ein Kind/Jugendlicher mit Einschränkungen dürfte gewiss nicht rasen und deshalb keine Probleme bereiten. Die Altersgrenze in der StVO orientiert sich am Regelfall der körperlich-geistigen Entwicklung – da ein Kind mit Down Syndrom nachvollziehbar etwas hinterherhinkt, wird sich niemand aufregen, wenn es auch mit höherem Alter auf dem Gehweg fährt.
Auch Körperbehinderte mit einem 12 km/h-Rolli fahren üblicherweise alle auf dem Gehweg, obwohl sie natürlich die Fahrbahn benutzen müssen.
Laura on 05.06.2017 12:08
Folgender Absatz ist falsch:
Seit 12/2016 und der Änderung des §2 Abs. 5 StVO ist nun das Mitfahren einer geeigneten Begleitperson (Mindesalter: 16 Jahre) mit dem Kind bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr auf dem Gehweg erlaubt.
Die StVO spricht hier vom vollendeten ACHTEN und nicht vom vollendeten zehnten Lebensjahr.
Judith on 24.05.2017 13:07
Was ist bei Parkplatzein- bzw. Ausfahrten. Soll da auch geschoben werden? LG Judith
Holger on 31.05.2017 21:20
Nein, die Regelung gilt nur beim Überqueren von Fahrbahnen.
Martina on 14.08.2016 12:04
Gilt diese StVo auch für das Saarland? Keine, oder nur bedingt Fahrradwege, Fußgängerwege überwiegend zugeparkt… Wie soll ich mich hier richtig verhalten?
Holger on 14.08.2016 20:29
Gilt diese StVo auch für das Saarland?
Hi, klar, Verkehrsregeln gelten überall in DE gleichermaßen.
Wie soll ich mich hier richtig verhalten?
Normalerweise macht man nichts falsch, wenn man auf der Fahrbahn fährt; es sei denn, die Benutzung des Radweges ist durch das blaue ‘Radweg’-Zeichen ausdrücklich vorgeschrieben.
Domingo on 12.08.2016 13:14
Und wo fahren die Eltern, die das Kind ja so beaufsichtigen müssen dass sie jederzeit eingreifen können?
Holger on 13.08.2016 10:51
Und wo fahren die Eltern, die das Kind ja so beaufsichtigen müssen
In der geplanten StVO-Novelle (vorauss. ab Herbst 2016) wird sinngemäß folgende neue Regelung des § 2 Absatz 5 StVO stehen:
Kinder bis zum vollendeten 8. Lebensjahr dürfen künftig durch 1 geeignete Aufsichtsperson mit dem Rad auf dem Gehweg begleitet werden. 1 Person, nicht mehrere. Die Aufsichtsperson muss über 16 Jahre alt sein und nach wie vor muss auf den Fußgängerverkehr Rücksicht genommen werden und nach wie vor muss beim Queren von Fahrbahnen – auch an Einmündungen im Zuge von Vorfahrtstraßen – abgestiegen werden.
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