Source: http://priglinger.eu/4.html
Timestamp: 2017-11-25 11:00:02
Document Index: 189593218

Matched Legal Cases: ['§ 351', '§ 291', '§ 27', '§ 30', '§ 31', '§ 32', '§ 34', '§ 43', '§ 2', '§ 4']

FAQ - Mag. Priglinger - ger. beeideter Sachverständiger für Strategie & Merketing
? ? ? Häufig gestellte Fragen ? ? ?
1. Wann wird ein Sachverständiger gebraucht?
2. Wo kann ein gerichtlich beeideter Sachverständiger helfen?
• eine Sache bzw Sachlage bewertet,
• der tatsächliche Zustand einer Leistung / Gegenstandes, etwa zu Beweiszwecken, festgestellt werden soll
kann ein gerichtlich beeideter Sachverständiger Hilfestellung geben.
Gutachten gerichtlich beeideter Sachverständiger genießen eine hohe Glaubwürdigkeit und stellen oft die Basis einer gütlichen Einigung dar
3. Wer kann einen gerichtlich beeideten Sachverständigen beauftragen?
Grundsätzlich kann jedermann einen Sachverständigen mit einer Gutachtenerstellung beauftragen. Der Auftraggeber trägt auch die Kosten des Gutachters.
4. Wie werden Sachverständige im Gerichtsverfahren ausgewählt?
Nach den österreichischen Verfahrensvorschriften ist die Auswahl des konkreten Sachverständigen für ein bestimmtes Verfahren ausschließlich Sache des Richters. Die Parteien haben bei der Auswahl des Sachverständigen nur sehr bescheidene Mitwirkungsrechte. Nach § 351 Abs 1 ZPO hat das Gericht vor der Bestellung des Sachverständigen die Parteien anzuhören. Eine Verletzung dieser Verpflichtung begründet keinen Verfahrensmangel.
Die Auswahl des Sachverständigen, seine Enthebung, die Ersetzung des bestellten Sachverständigen durch einen anderen, ebenso die Ablehnung des Antrages auf Bestellung eines anderen Sachverständigen sind - nach herrschender Rechtsprechung - gemäß § 291 Abs 1 ZPO nicht abgesondert anfechtbar.
Die Mitwirkungsrechte der Parteien bei der Sachverständigenbestellung umfassen nur die Anhörung über die Person des Sachverständigen; sei es, dass die Parteien einen bestimmten Sachverständigen vorschlagen oder das Gericht den in Aussicht genommenen Sachverständigen nennt und den Parteien Gelegenheit gibt, ihre Einwände vorzubringen.
Der Sachverständige wird durch Beschluss des Gerichtes bestellt (im Zivilprozess Teil des Prozessprogramms), mit dem ein öffentlich-rechtliches Verhältnis zwischen dem Bund und dem Sachverständigen begründet wird.
5. Wie erfolgt die Entlohnung des Gutachters im Gerichtsverfahren?
• Reise- und Aufenthaltskosten (§§ 27 bis 29)
• Kosten für die Beiziehung von Hilfskräften (§ 30)
• sonstige Kosten (§ 31)
• Entschädigung für Zeitversäumnis (§§ 32, 33)
• Gebühr für Mühewaltung (§§ 34 bis 37 und §§ 43 bis 51)
Die Gebühr für Mühewaltung ist grundsätzlich nach Zeitaufwand und nach den Einkünften zu bestimmen, die der Sachverständige für eine gleiche oder ähnliche Tätigkeit im außergerichtlichen Erwerbsleben üblicherweise bezieht. Für einzelne Berufsgruppen oder Tätigkeiten enthält das Gesetz aber Tarife
6. Wie erfolgt die Entlohnung des Gutachters bei Privatgutachten?
Nach der Erst-Konsultation - die bei uns grundsätzlich gratis ist - erstellt der Gutachter einen Kostenvoranschlag auf Basis der Angaben des potentiellen Auftraggebers.
Der Kostenvoranschlag enthält eine genaue Beschreibung der Fragestellung, die vom Gutachter zu behandeln ist, eine Aufwandsschätzung an Zeit, Hilfsmitteln, evtl notwendigen Hilfskräften und einen Preis.
Bei Beauftragung sind 50 % des im Kostenvoranschlag ermittelten Preises als Anzahlung an den Gutachter zu leisten.
7. Voraussetzungen für die Zertifizierungsverfahren als Sachverständiger?
Die Voraussetzungen für die Zertifizierung als Gerichtssachverständiger finden sich in
§§ 2, 2a SDG:
• Verfahrensrechtskunde (Kenntnis der wichtigsten Vorschriften des Verfahrensrechts
und über das Sachverständigenwesen)
• Gestaltung der Befundaufnahme und Aufbau eines schlüssigen und nachvollziehbaren
Gutachtens auf dem betreffenden Fachgebiet
• Berufserfahrung in der vom Gesetz geforderten Art und Dauer: Zehnjährige, möglichst
berufliche Tätigkeit in verantwortlicher Stellung auf dem bestimmten oder einem
verwandten Fachgebiet unmittelbar vor der Eintragung; eine fünfjährige Tätigkeit
genügt, wenn der Bewerber ein entsprechendes Hochschulstudium oder Studium an
einer berufsbildenden höheren Schule erfolgreich abgeschlossen hat
• Ausstattung mit der erforderlichen Ausrüstung für die konkrete Gutachterarbeit im
betreffenden Fachgebiet
• volle Geschäftsfähigkeit
• österreichische Staatsbürgerschaft oder Staatsangehörigkeit eines EWR-Staates oder
• gewöhnlicher Aufenthalt oder Ort der beruflichen Tätigkeit im Sprengel des
Gerichtshofes I. Instanz, bei dessen Präsidenten der Bewerber die Aufnahme beantragt
• der Abschluss einer Haftpflichtversicherung
8. Wie läuft das Zertifizierungsverfahren ab?
Das Zertifizierungsverfahren ist vor allem in §§ 4, 4a SDG geregelt. Es obliegt den Präsidenten der Gerichtshöfe erster Instanz und läuft wie folgt ab:
9. In welcher Frist ist ein Gerichts-Gutachten zu erstatten?
10. In welcher Frist ist ein Privat-Gutachten zu erstatten?
Im Kostenvoranschlag des Sachverständigen ist auch ein Termin genannt, bis zu dem der Sachverständige das Gutachten in schriftlicher und/oder elektronischer Form dem Auftraggeber übermittelt.
Stellt sich erst während der Tätigkeit heraus, dass das Gutachten nicht fristgerecht erstellt werden kann, so verständigt der Sachverständige unverzüglich den Auftraggeber und nennt ihm einen voraussichtlichen Endtermin für das Gutachten.
11. Welchen Vorschriften und Pflichten unterliegt der ger. beeidete Sachverständige bei seinen Gutachten?
Der Sachverständige unterliegt den Standesregeln der ger. beeideten Sachverständigen:
http://www.sachverstaendige.at/sr_allg_verhaltensgrund.html
12. Was ist der Unterschied zwischen einem Befund und einem Gutachten?
13. Besondere Bestimmungen für Privatgutachten (Auszug aus den Standesregeln)
13.1 Im Punkt 1.2 ist die Verpflichtung des Sachverständigen festgehalten, die im Sachverständigeneid übernommenen Verpflichtungen auch bei der Erstattung von Privatgutachten einzuhalten. Bei allen Privatgutachten hat der Sachverständige seinen Auftraggeber anzuführen oder zumindest einen ausdrücklichen Hinweis in sein Gutachten aufzunehmen, dass er den Auftrag für dieses Gutachten von privater Seite erhalten hat.
13.2 Gelangt der Sachverständige auf Grund seiner gesetzlichen Berufsverpflichtung zur Wahrung der Interessen seines Auftraggebers in eine Interessenkollision mit seiner Funktion als unabhängiger, unparteilicher und zur Objektivität verpflichteter Gutachter, so hat er den Auftrag zur Erstattung eines Privatgutachtens unter Hinweis auf diesen Interessenkonflikt abzulehnen. Wird er aber im weiteren in dieser Sache im Rahmen der Befugnisse seines Hauptberufes für seinen Auftraggeber tätig, so hat er bei dieser Arbeit jeden Hinweis auf seine Eigenschaft als allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger zu unterlassen. Der Sachverständige hat auch, soweit es ihm möglich und zumutbar ist, dafür zu sorgen, dass auch von Seiten seines Auftraggebers oder von dritter Seite jeder Hinweis auf diese Eigenschaft unterbleibt.
http://www.sachverstaendige.at/sr_privatgutachten.html