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Timestamp: 2018-08-14 18:21:07
Document Index: 94820312

Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 5', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 11', 'Art. 12', 'Art. 13', 'Art. 14', 'Art. 15', 'Art. 16', 'Art. 17', 'Art. 20', 'Art. 13']

SR 412.101.221.02 Verordnung SBFI vom 1. Dezember 2008 über die berufliche Grundbildung Bühnentänzerin/Bühnentänzer mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ)
412.101.221.02
Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung Bühnentänzerin/Bühnentänzer mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ)
vom 1. Dezember 2008 (Stand am 1. Januar 2018)
Bühnentänzerin EFZ/Bühnentänzer EFZ
Danseuse interprète CFC/Danseur interprète CFC
Danzatore AFC/Danzatrice AFC
Fachrichtung Zeitgenössischer Tanz
Fachrichtung Klassischer Tanz
1 Die Berufsbezeichnung ist Bühnentänzerin EFZ oder Bühnentänzer EFZ.
2 Bühnentänzerinnen EFZ und Bühnentänzer EFZ beherrschen namentlich folgende Tätigkeiten und zeichnen sich durch folgende Haltungen aus:
Sie sind in der Lage, geistige und seelische Inhalte darzustellen. Sie benützen ihren Körper als künstlerisches Instrument, um Rollen und Themen zu gestalten und dem Publikum in einer Aufführung zu vermitteln.
Sie sind in der Lage, den Erarbeitungsprozess, der eine Aufführung zum Ziel hat, vom Training über die Kreation bis zur Probe und unter Einbezug szenischer Elemente angeleitet und durch das Einbringen der eigenen Persönlichkeit mitzugestalten.
Sie sind künstlerisch tätig: der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit kommt ein zentraler Stellenwert zu. Sie verfügen über die Fähigkeit, ihr physisches und mentales Potenzial nachhaltig zu entwickeln und dabei der eigenen Gesundheit Sorge zu tragen.
Sie können im Bezug auf ihr heterogenes Berufsfeld den Umgang mit anderen Kulturen und Mentalitäten gut bewältigen.
Sie kommunizieren angemessen mit Vorgesetzen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Kolleginnen und Kollegen und externen Partnerinnen und Partnern, und dies sowohl in der lokalen Landessprache wie auch in Englisch.
Sie handeln autonom und verantwortungsbewusst, sind offen für Neuerungen, zeigen eine positive und kritische Haltung und schätzen sich dabei realistisch ein.
3 Innerhalb des Berufs der Bühnentänzerin EFZ, des Bühnentänzers EFZ gibt es folgende Fachrichtungen:
zeitgenössischer Tanz;
klassischer Tanz.
Art. 2 Dauer, Beginn und Lehrorte
Art. 3 Kompetenzenprofil
1 Die Ziele und Anforderungen der beruflichen Grundbildung werden in Form eines Kompetenzenprofils beschrieben.
2 Das Kompetenzenprofil gilt für alle Lernorte.
3 Es umfasst die folgenden Kompetenzen:
den allgemeinen beruflichen Kontext verstehen und anwenden;
ein Engagement anstreben und eine Audition durchlaufen;
Tanztechniken beherrschen;
physisches Potenzial umsetzen;
Kognitive Informationen ein- und umsetzen;
Elemente der Kreation entwickeln und anwenden;
Elemente der Probe umsetzen;
szenische Elemente anwenden;
aktiv an Aufführungen teilnehmen.
1 Fassung gemäss Ziff. II 72 der V des SBFI vom 24. Nov. 2017 über die Änderung von Bildungsverordnungen betreffend das Verbot gefährlicher Arbeiten, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7331).
Art. 5 Anteile der Lernorte
1 Die Bildung in beruflicher Praxis erfolgt in den ersten beiden Jahren an 31/2 Tagen, im dritten Jahr an vier Tagen pro Woche.
2 Die schulische Bildung im obligatorischen Unterricht erfolgt in 1200 Lektionen.
3 Die Lernziele gemäss Rahmenlehrplan des SBFI vom 17. Oktober 2001 für den Sportunterricht an den Berufsschulen sind in die berufspraktische Ausbildung integriert.
Art. 6 Unterrichtssprache
Art. 7 Bildungsplan
2 Der Bildungsplan führt die Kompetenzen nach Artikel 3 Absatz 3 wie folgt näher aus:
Er bestimmt die Kenntnisse, Fähigkeiten und Haltungen (Ressourcen), welche notwendig sind, um in den verschiedenen Situationen am Arbeitsplatz kompetent zu handeln.
die Aufteilung der Verantwortung für die Vermittlung der einzelnen Ressourcen und den Aufbau der Kompetenzen auf die Lernorte;
die Qualifikationsbereiche, die im Notenausweis nach Artikel 18 Absatz 3 genannt werden und für die Wiederholungen nach Artikel 16 zählen;
4 Dem Bildungsplan angefügt ist die Liste der Unterlagen zur Umsetzung der beruflichen Grundbildung für Bühnentänzerinnen und Bühnentänzer EFZ mit Titel, Datum und Bezugsquelle.
Art. 8 Allgemeinbildung
Art. 9 Fachliche Mindestanforderungen an Berufsbildnerinnen und Berufsbildner
1 Die fachlichen Mindestanforderungen im Sinne von Artikel 44 Absatz 1 Buchstaben a und b BBV an eine Berufsbildnerin oder einen Berufsbildner erfüllt, wer über eine der folgenden Qualifikationen verfügt:
Bühnentänzerin oder Bühnentänzer EFZ und mit mindestens 4 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
kantonales Diplom oder gleichwertige Qualifikation im Bereich Bühnentanz sowie mindestens 4 Jahre berufliche Praxis im Lehrgebiet.
2 Der Berufsverband der Schweizer Tanzschaffenden «Danse Suisse» ist zuständig für die Beratung der Kantone, welche Qualifikationen im Berufsfeld als gleichwertig anerkannt werden.
Art. 10 Höchstzahl der Lernenden
Art. 11 Im Betrieb
3 Sie oder er hält am Ende jedes Semesters den Bildungsstand der lernenden Person in den Kompetenzen 3 und 4, sowie 6-9 in einem Bildungsbericht fest.
4 Am Ende der beruflichen Grundbildung hält sie oder er für die Kompetenzen 3 und 4 sowie 6-9 fest, welches Niveau die lernende Person erreicht hat und setzt die entsprechenden Noten.
5 Diese Noten fliessen ein in die Berechnung der Kompetenzennote und damit der Gesamtnote nach Artikel 15 Absätze 2 und 3.
Art. 12 In der schulischen Bildung und in der schulisch organisierten Grundbildung
Art. 13 Zulassung zum Qualifikationsverfahren
2 Von der beruflichen Praxis, die nach Artikel 32 BBV für die Zulassung zu einem Qualifikationsverfahren verlangt ist, müssen mindestens 3 Jahre im Bereich der Bühnentänzerin und des Bühnentänzers EFZ absolviert worden sein.
Art. 14 Gegenstand, Umfang und Durchführung des Qualifikationsverfahrens
1 Im Qualifikationsverfahren ist nachzuweisen, dass die Kompetenzen nach Artikel 3 Absatz 3 erworben worden sind.
Praktische Arbeit im Umfang von 31/2 Stunden. Die lernende Person muss im Rahmen einer vorgegebenen Arbeit oder in gestellten Situationen zeigen, dass sie fähig ist, die geforderten Tätigkeiten fachlich korrekt sowie bedarfs- und situationsgerecht auszuführen.
Berufskenntnisse im Umfang von 31/2 Stunden. Die lernende Person wird schriftlich oder sowohl schriftlich wie mündlich befragt. Wird eine mündliche Prüfung durchgeführt, so dauert diese höchstens 30 Minuten.1
1 Fassung vom 14. Dezember 2011
Art. 15 Bestehen, Notenberechnung, Notengewichtung
die Kompetenzennote 4 oder höher beträgt;
2 Die Gesamtnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel aus der Summe der Kompetenzennote, der Noten der Qualifikationsbereiche «praktische Arbeit», «Berufskenntnisse» und «Allgemeinbildung»1 sowie der Englischnote und der Erfahrungsnote mit nachstehender Gewichtung:
Kompetenzennote: 15 %;
praktische Arbeit: 35 %2;
Englischnote: 5 %;3
3 Die Kompetenzennote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel aus der Summe der Noten aus der betrieblichen Bildung für die Kompetenzen 3 und 4 sowie 6-9.
4 Die Note für den Qualifikationsbereich «Berufskenntnisse» ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel aus der Summe der Noten der schriftlichen und der mündlichen Abschlussprüfung.
5 Die Englischnote ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe aller Semesterzeugnisnoten des Englischunterrichts.
6 Die Erfahrungsnote ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe aller Semesterzeugnisnoten des berufskundlichen Unterrichts gemäss Bildungsplan4.
2 Fassung vom 14. Dezember 2011
3 Fassung vom 14. Dezember 2011
4 Fassung vom 14. Dezember 2011
Art. 16 Wiederholungen
2 Ist die Kompetenzennote ungenügend, so müssen mindestens die ungenügenden Kompetenzen erneut erworben und erneut beurteilt werden.
3 Muss einer der Qualifikationsbereiche «praktische Arbeit», «Berufskenntnisse» oder «Allgemeinbildung» oder der Englischerwerb wiederholt werden, so ist er in seiner Gesamtheit zu wiederholen.
4 Wird das Qualifikationsverfahren ohne erneuten Besuch der Berufsfachschule wiederholt, so werden die bisherige Erfahrungsnote und die bisherige Englischnote beibehalten. Werden der berufskundliche Unterricht oder der Englischunterricht während mindestens 2 Semestern wiederholt, so zählen für die Berechnung der Erfahrungsnote beziehungsweise der Englischnote nur die neuen Noten.
Art. 17 Spezialfall
1 Hat eine lernende Person die Vorbildung ausserhalb der geregelten beruflichen Grundbildung nach dieser Verordnung erworben, so entfällt die Erfahrungsnote.
Englisch: 10 %.
2 Das Fähigkeitszeugnis berechtigt, den gesetzlich geschützten Titel «Bühnentänzerin EFZ» oder «Bühnentänzer EFZ» zu führen.
die Noten, aus denen die Gesamtnote gebildet ist;
10. Abschnitt: Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität für Bühnentänzerinnen und Bühnentänzer EFZ
1 Die Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität für Bühnentänzerinnen und Bühnentänzer EFZ setzt sich zusammen aus:
5 Vertreterinnen und Vertretern von «Danse Suisse», davon müssen 2 Vertreterinnen oder Vertreter von der Arbeitgeberseite gestellt werden;
4 Vertreterinnen und Vertretern der Fachlehrerschaft;
3 Die Kommission konstituiert sich selbst.1
Sie passt den Bildungsplan nach Artikel 7 den wirtschaftlichen, technologischen, ökologischen2 und didaktischen Entwicklungen laufend, mindestens aber alle 5 Jahre an. Dabei trägt sie allfälligen neuen organisatorischen Aspekten der beruflichen Grundbildung Rechnung. Die Anpassungen bedürfen der Zustimmung der Vertreterinnen und Vertreter des Bundes und der Kantone.
Sie beantragt dem SBFI Änderungen dieser Verordnung, sofern die beobachteten Entwicklungen Regelungen dieser Verordnung, namentlich die Kompetenzen nach Artikel 3 Absatz 3, betreffen. Die erste Überprüfung erfolgt spätestens 5 Jahre nach Inkrafttreten.
Art. 20 Inkrafttreten und Gültigkeit
1 Diese Verordnung tritt am 1. Februar 2009 in Kraft.
2 Die Bestimmungen über Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel (Art. 13-17) treten am 1. Januar 2012 in Kraft.
1 SR 412.102 SR 412.1013 SR 822.1154 Fassung gemäss Ziff. I 72 der V des SBFI vom 24. Nov. 2017 über die Änderung von Bildungsverordnungen betreffend das Verbot gefährlicher Arbeiten, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7331).