Source: https://www.wfc.info/eine-seite/sportliche-regeln/
Timestamp: 2020-02-23 19:29:51
Document Index: 174408007

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 9', '§ 17', '§ 23', '§ 25', 'Art. 29', '§ 27', '§ 28', '§ 28']

WFC: Sportliche Regeln
Sportliche Regeln des WFC für den Bereich Profiboxen
1. Teil: § 1 – 8
Lizenzen, Allgemeines
Beabsichtigt jemand in offizieller Funktion beim WFC tätig zu werden, muss er hierfür die Erteilung einer Lizenz beim WFC beantragen und sich einer vom WFC vorgeschriebenen Prüfung unterziehen, wenn Zweifel an seiner fachlichen Eignung bestehen. Erbringt der Antragsteller bei dieser Prüfung nicht den erforderlichen Befähigungsnachweis, ist die Lizenz zu versagen.
Die Prüfung ist durchzuführen von mindestens zwei Personen, welche im Berufsboxsport über mehrjährige praktische Erfahrung verfügen müssen und vom Vorstand des WFC bestimmt werden. Die Personen müssen Mitglied im WFC sein. Zudem ist erforderlich, dass die Personen, sei es auch in der Vergangenheit, zumindest über einen Zeitraum von insgesamt zwei Jahren selbst als Lizenzträger beim WFC eingesetzt waren. Die Kosten der Prüfung, die wiederholt werden kann, trägt der Antragsteller.
Übt ein Lizenzträger seine Lizenztätigkeit mindestens ein Jahr nicht aus oder bestehen nach erfolgter Lizenzierung Zweifel an seinen Fähigkeiten, so kann der WFC von ihm die Erbringung eines neuen Befähigungsnachweises verlangen. Es gelten dann die Bestimmungen gemäß Abs. 1 dieser Vorschrift.
Ringrichter und Punktrichter haben an den vom Vorstand des WFC angesetzten Schulungen teilzunehmen.
Für die Erteilung der Lizenz ist eine Gebühr zu entrichten, deren Höhe die Generalversammlung des WFC festsetzt.
Ausländische Lizenzträger, die an Veranstaltungen in teilnehmen wollen, müssen den Nachweis ihrer Lizenzierung und einer Auslandsstartgenehmigung durch den heimatlichen Sportverband erbringen.
Lizenzerteilung für Berufsboxer
Lizenzen für Berufsboxer werden nur an solche Personen erteilt, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. In Ausnahmefällen und bei Eintritt der Voraussetzung des Artikel 7 Abs. 1 Satz 2 der Satzung des WFC kann der Vorstand des WFC auch eine Lizenz für einen minderjährigen Antragsteller erteilen.
Wer seine Lizenzierung als Berufsboxer beantragt, muss sich erforderlichenfalls zur Erlangung einer Notlizenz auf Verlangen des WFC einem Prüfungskampf unterziehen. Bei qualifizierten Amateuren kann der Vorstand des WFC hierauf verzichten.
Kämpfe von Debütanten sollen nicht mehr als 4 Runden betragen. Ausnahmsweise kann mit besonderer Genehmigung des WFC für einen Debütanten ein Kampf über sechs Runden gestattet werden. Diese Kämpfe sind im Rahmen einer lizenzierten Berufsboxveranstaltung durchzuführen.
Boxerlizenzen werden grundsätzlich nicht an Personen, die älter als 38 Jahre sind, erstmalig ausgegeben.
Die Zulassung als Berufsboxer ist abhängig von einer vorherigen ärztlichen Untersuchung. Dem Lizenzantrag sind ein vertrauensärztliches Attest sowie ein Passbild beizufügen
Lizenzentzug und –überprüfung
Berufsboxer, deren Fähigkeiten nicht mehr den Leistungsanforderungen entsprechen, die man billigerweise an einen Berufsboxer stellt, und bei denen aufgrund dessen eine gesundheitliche Gefährdung zu befürchten ist, haben sich auf Anordnung des WFC einer vertrauensärztlichen Untersuchung zu unterziehen. Ergeben sich in dieser Untersuchung medizinische Bedenken, kann die Lizenz des Boxers für gewisse Zeit oder auf Dauer entzogen werden.
Boxer, die ein Jahr keinen Kampf ausgetragen haben, müssen auf Verlangen des WFC erneut vor einer vom WFC zu bestimmenden Kommission ihre Qualifikation ablegen.
Startlizenzen für Berufsboxer
Jeder Kämpfer ist verpflichtet, sich vor dem Wiegetermin ärztlich untersuchen zu lassen.
Verheimlicht ein Kämpfer oder dessen Manager bei Vertragsabschluß oder bei der ärztlichen Untersuchung ein Leiden, welches die Kampfkraft des Kämpfers vermindert oder die Kampffähigkeit des Kämpfers in Frage stellt oder eine Ansteckung des Gegners verursachen kann, werden Boxer und/oder Manager bestraft.
Jeder Boxer muss vor Abschluss des Kampfvertrages eine Starterlaubnis beim WFC beantragen und dabei Tag des Kampfes, Ort, Gegner, dessen Gewicht und Rundenzahl angeben.
Der WFC ist berechtigt, die Starterlaubnis zu verweigern. Dieses kann insbesondere geschehen, wenn eine gesundheitliche Gefährdung des Boxers zu befürchten ist oder aber eine zu große sportliche Überlegenheit des Gegners gegeben ist.
Der WFC kann Boxer im Falle gesundheitlicher Gefährdung oder wenn ein Vertrauensarzt des WFC aufgrund seines Befundes es für nötig hält, eine Sperrzeit auferlegen.
Sekundant, Chefsekundant
Der Chefsekundant muss dem Delegierten bei der Gewichtsfeststellung namhaft gemacht werden. Der Name ist im Wiegeprotokoll zu vermerken. Er ist berechtigt, den Ringrichter auf ungerügte Regelwidrigkeiten des Gegners seines Kämpfers in der Pause aufmerksam zu machen.
Ring- und Punktrichter, Allgemeines
Der Ringrichter ist alleiniger Leiter des Kampfes. Vor dem Kampf hat der Ringrichter jedem der beiden Kämpfer die für die sportlich einwandfreie Durchführung notwendigen Unterweisungen zu erteilen. Der Ringrichter ist mitverantwortlich dafür, dass sich der Kampf von Anfang bis zum Ende im sportlichen Rahmen bewegt.
Aufgabe des Ringrichters kann es auch sein, wenn nur zwei Punktrichter eingesetzt sind oder einer von drei Punktrichtern ausfällt, nach den, den Punktrichtern auferlegten Bestimmungen mitzupunkten.
Aufgabe des Punktrichters ist es, am Schluss einer jeden Runde die Punktzahl für jeden Boxer festzustellen und in den Punktzettel-Vordruck einzutragen. Dabei erhält der Boxer, der nach den Regeln die Runde mit Vorteilen über den Gegner beendet, die höchste Punktzahl. War der Rundenverlauf ausgeglichen, so erhalten beide Kämpfer die Höchstpunktzahl.
Die Punktzahlen müssen nach Schluss der Runden für jeden Boxer zusammengezählt werden. Kein Punktrichter darf seine Tätigkeit unterbrechen, solange der Kampf andauert.
Bei Meisterschaften werden die Wertungen nach jeder Runde beim Delegierten abgegeben.
Der Punktrichter ist verpflichtet, über das abgegebene Punkturteil strengste Verschwiegenheit zu wahren. Das Ergebnis der Punktwertung der beteiligten Kampfrichter kann bei Kämpfen, die über die angesetzte Distanz gegangen sind, durch den Delegierten bei der Urteilsverkündung unter Benennung der Namen der Punktrichter bekannt gegeben werden.
Die Punktrichter sind so unterzubringen, dass sie von Niemand beeinflusst werden können.
Ring- und Punktrichter, Lizenzerteilung und –entzug
Ring- und Punktrichterlizenzen werden grundsätzlich nicht an Antragsteller über 55 Jahre erstmalig erteilt. Ringrichter können ihre Tätigkeit bis zum maximal 65. Lebensjahr und Punktrichter bis zum maximal 67. Lebensjahr ausüben. In ganz besonders gelagerten Einzelfällen kann durch Vorstandsbeschluss von dieser Bestimmung abgewichen werden.
Kampfrichter für Meisterschaften müssen mindestens zwei Jahre ihre Lizenztätigkeit im Berufsboxsport ausgeübt haben oder aber vom Vorstand des WFC als besonders qualifiziert bezeichnet werden.
2. Teil: § 9 – 16
Zeitnehmer, Aufgaben
am Anfang der Runde für deren Dauer, wobei das Runden-Ende 10 Sekunden vorher durch Klopfzeichen signalisiert werden muss
am Anfang der Pause zwischen den Runden für die Dauer der Pause
für die Anzahl der Runden
für die Dauer der Kampfunterbrechungen
für die Dauer der Niederschläge
Diese Vorgänge haben die Zeitnehmer während des Kampfverlaufs schriftlich niederzulegen. 10 Sekunden vor Beginn einer jeden Runde gibt der Zeitnehmer das Kommando „Ring frei“
Der Vorstand ernennt den Hauptvertrauensarzt, der die ärztlichen Belange beim Vorstand vertritt.
Der Hauptvertrauensarzt muss vor allen Entscheidungen gehört werden, bei denen die Gesundheit der Boxer im weitesten Sinne eine Rolle spielt.
Der Hauptvertrauensarzt hat die Aufgabe, in enger Zusammenarbeit mit seinen Kollegen im WFC und mit der medizinischen Kommission anderer Weltverbände für eine ständige Verbesserung des Gesundheitsschutzes der Boxer zu sorgen. Es werden Richtlinien des Gesundheitsschutzes der Boxer erstellt. Sie werden durch Beratung der Ringärzte erarbeitet und schriftlich festgehalten.
Der Hauptvertrauensarzt muss Mitglied im WFC sein.
Boxer, die ein Jahr keinen Kampf ausgetragen haben, müssen auf Verlangen des WFC erneut vor einer vom BDB zu bestimmenden Kommission ihre Qualifikation ablegen.
Sollte dem Vorstand des WFC nach Erteilung einer Managerlizenz zur Kenntnis gelangen, dass der Manager nicht weiter die Gewähr dafür bietet, auf finanziell solider Basis die Interessen des Boxers wahrzunehmen, so kann dem Manager die Lizenz nach vorheriger Anhörung – auch des betroffenen Boxers – entzogen werden.
Schützlinge desselben Managers dürfen grundsätzlich nicht gegeneinander kämpfen. In Ausnahmefällen ist eine schriftliche Zustimmung des WFC einzuholen.
Bei Bruttobörsen bis zu € 500,– dürfen keine Managerprozente erhoben werden.
Wer Berufsboxkämpfe veranstalten will, muss auf Verlangen des WFC sein Veranstaltungskapital nachweisen.
Zur Überprüfung dessen ist der Vorstand des WFC berechtigt, vor Erteilung der Veranstalterlizenz vom Antragsteller schriftliche Nachweise anzufordern. Hierzu gehören insbesondere die Vorlage von steuerlichen Unbedenklichkeitsbescheinigungen, Gesellschaftsverträgen, Bilanzunterlagen, Handelsregisterauszügen, Vertragsunterlagen, welche im Zusammenhang mit der angestrebten Veranstaltertätigkeit stehen, sowie Finanz-Auskünfte.
Unbeschadet einer bereits erteilten Veranstalterlizenz kann der Vorstand des WFC einem Veranstalter die Durchführung einer konkreten Boxveranstaltung untersagen, wenn der Veranstalter nicht die erforderliche Gewähr dafür bietet, die Durchführung der Veranstaltung finanziell bewerkstelligen zu können. Zur Überprüfung des Sachverhalts ist der Vorstand des WFC berechtigt, alle ihm erforderlich erscheinenden schriftlichen Unterlagen und Auskünfte vom Veranstalter einzuholen.
Es ist dem Veranstalter verboten, sich in finanzieller und sportlicher Hinsicht der Mitarbeit oder Partnerschaft von Personen zu bedienen, denen eine Mitgliedschaft beim WFC bereits einmal versagt worden ist oder die aus dem WFC ausgeschlossen worden sind. Wird einem Veranstalter eine derartige Zusammenarbeit nachgewiesen, verliert er Lizenz und Mitgliedschaft beim WFC.
Ein Veranstalter ist berechtigt, seine Veranstaltung mittels einer Person oder Kapitalgesellschaft durchzuführen. Eine Lizenz wird jedoch nur dem Veranstalter persönlich erteilt.
Einem Veranstalter ist es untersagt, als Strohperson für andere eine Boxveranstaltung durchzuführen. Ein Verstoß gegen dieses Gebot führt zu einem Verlust der Lizenz und der Mitgliedschaft beim WFC.
Der technische Leiter trägt dem WFC gegenüber die volle Verantwortung für die richtige Vorbereitung und einwandfreie Durchführung einer Veranstaltung. Seine Aufgabe im Besonderen ist es, über die Beachtung der „Sportlichen Regeln“ zu wachen. Der technische Leiter unterzeichnet mit dem Veranstalter gemeinsam. Er haftet für alle sportlichen Belange dem WFC und seinen Mitgliedern gegenüber. In Gemeinschaft mit dem Veranstalter verpflichtet er die Kämpfer durch Abschluss von Kampfverträgen. Seine Unterschrift ist gültig und rechtsverbindlich.
Der technische Leiter darf auf seiner Veranstaltung keine Tätigkeit als Zeitnehmer oder Sekundant ausüben.
Der technische Leiter hat dafür zu sorgen, dass der Ring genau den Vorschriften der „Sportlichen Regeln“ entspricht und am Kampftage geeichte Handschuhe zur Stelle sind. Er ist verantwortlich, dass der Veranstalter über den WFC für den Kampftag eine Haftpflichtversicherung für alle Mittätigen abschließt.
Zur Erlangung einer Lizenz als technischer Leiter ist es erforderlich, dass der Antragsteller bei der Durchführung von Berufsboxveranstaltungen mindestens dreimal assistiert hat.
Der WFC entsendet zu sämtlichen von ihm lizenzierten Veranstaltungen einen Delegierten, der für die von ihm beaufsichtigte Veranstaltung dem WFC gegenüber verantwortlich ist. Er vertritt bei allen Veranstaltungen den WFC, beaufsichtigt die Veranstaltung in sportlicher und finanzieller Hinsicht und prüft alle Lizenzen auf ihre Gültigkeit.
Der Delegierte hat binnen sieben Tagen zusammen mit der Abrechnung der hinterlegten uns ausgezahlten Kampfbörsen und Entschädigungen dem WFC einen Bericht über den Verlauf der Veranstaltung und der Kämpfe einzureichen.
Der Sprecher hat die Kämpfer vorzustellen und die Bedingungen des Kampfes bekannt zu geben. Er verkündet auf Geheiß des Delegierten das Urteil sowie die vom Ringrichter ausgesprochenen Verwarnungen. Sonstige Nachrichten oder Ankündigungen dürfen nur mit Genehmigung des Delegierten und des technischen Leiters bekannt gegeben werden.
Durchführung von Boxveranstaltungen, Allgemeines
Alle Paarungen unterliegen der Genehmigung durch den Vorstand des WFC. Sofern die sportliche Ausgewogenheit einer konkreten Kampfpaarung nach Auffassung des WFC nicht gegeben ist, kann eine solche Paarung untersagt werden.
Der WFC setzt neben dem Delegierten zur Durchführung einer jeden Boxveranstaltung folgende Personen (Funktionsträger) ein, für deren Entschädigung er Sorge zu tragen hat:
 Ringarzt
 Ringrichter
 Punktrichter
 Zeitnehmer
Für die Anmeldung einer lizenzierten Veranstaltung sind € 300,– Gebühr an den WFC zu entrichten, bei Durchführung der Veranstaltung werden € 200,– erstattet. Wird die Veranstaltung nicht durchgeführt, verfällt die Anmeldegebühr zugunsten des WFC.
Hat ein Veranstalter zwei aufeinander folgende lizenzierte Kampftage aus irgendeinem Grunde – ausgenommen höhere Gewalt – nicht durchführen können, so ist der BDB berechtigt, für den dritten Kampftag, für dessen Abhaltung eine neue Lizenzgebühr zu entrichten ist, gleichzeitig eine Kaution bis zum zehnfachen Betrage der Lizenzgebühr zu verlangen. Die Kaution verfällt in voller Höhe, wenn der Veranstalter auch diesen Kampftag nicht durchführt.
Der WFC erhebt bei allen von ihm lizenzierten Veranstaltungen Lizenzgebühren von den Veranstaltern und den Boxern. Dies gilt auch für Schaukämpfe, die auf einem solchen Kampftag stattfinden.
Der Veranstalter hat für jeden Boxer 4% Lizenzgebühr, die Boxer des WFC haben 2% Lizenzgebühr zu zahlen. Boxen zwei im Ausland lizenzierte Boxer gegeneinander, so sind vom Veranstalter 6% Lizenzgebühr zu entrichten. Die Lizenzgebühren berechnen sich aus den laut Kampfvertrag an die Boxer zu zahlenden Börsen und Entschädigungen abzüglich der Reisekosten und Aufenthaltsspesen. Bei internationalen Meisterschaften hat der Veranstalter die Lizenzgebühr der jeweiligen anderen involvierten Box-Verbände direkt oder über den WFC zu zahlen.
Der Veranstalter entrichtet an den WFC von den u.g. Meisterschaftspauschalen bei Meisterschaften im Inland oder im Ausland, sofern die Veranstaltung vom WFC beaufsichtigt wird, die Höchstdotierte 100%ig und weitere Meisterschaften 50%ig, alle zusätzlichen Meisterschaften sind frei:
Für Weltmeisterschaften € 5.000, für Europameisterschaften € 3.500 für Intercontinental Meisterschaften € 2.500 für nationale Meisterschaften € 500 für Damen Weltmeisterschaften € 1.500 für Damen Europameisterschaften € 750 für Damen nationale. Meisterschaften € 250.
Wenn keine TV-Übertragung stattfindet, werden für die Teilnahme von weiblichen Boxern an nationalen und internationalen Titelkämpfen von Seiten des WFC keine Gebühren erhoben. Ebenso übernimmt der WFC die Kosten der Dopingkontrollen. Ist eine TV-Übertragung vorgesehen, entrichtet der Veranstalter die anfallenden Meisterschaftspauschalen und die Kosten der Dopingkontrollen.
Der Veranstalter hat bei Meisterschaften und Meisterschaftsausscheidungen auch die Reisekosten und die Aufenthaltsspesen des ausländischen Boxers und von dessen Manager sowie die Vergütungen und Spesen des WFC Kampfgerichts zu tragen.
Bei einer Boxveranstaltung müssen die gesamten Kampfbörsen und Garantien, die Entschädigungen für alle Mittätigen, einschließlich des technischen Leiters und des Kampfgerichts, vom Veranstalter wie folgt hinterlegt werden: 50% der Kampfbörse spätestens 14 Tage und die restlichen 50% der Kampfbörse und alle Entschädigungen spätestens 8 Tage vor dem Kampftag. Die Hinterlegung erfolgt in barem Geld bei der Hauptgeschäftsstelle des WFC. Die Einzahlung gilt erst dann als geleistet, wenn der WFC über die Beträge Verfügungsgewalt erlangt hat.
Jeder Boxer hat vor einem Kampf einen Aidstest vorzulegen, der nicht älter als 1 Jahr sein darf. Der Aidstest gilt für das jeweils laufende Jahr. Diese Regelung bleibt bis auf Widerruf beibehalten. Jedoch vor Welt-, Europa- und Internationalen Meisterschaften darf der Aidstest nicht älter als 10 Tage sein.
Die Mitglieder des Vorstandes und die Mitglieder des Berufungsausschusses, der Ehrenpräsident und die Mitglieder des Kampfgerichts sowie der Delegierte der Veranstaltung haben freien Eintritt. Jeder Veranstalter bzw. technische Leiter muss eine Seite am Ring für folgende Personen gänzlich freihalten:
 Veranstalter
 technischer Leiter
 Delegierter
 Sprecher
 zwei Zeitnehmer
 Ringarzt an der Treppe
In der Mitte der drei weiteren Ringseiten ist die Platzierung der Punktrichter so vorzunehmen, dass diese weder gestört noch beeinflusst werden können. Eine weitere Ringseite ist allein mit folgenden Personen zu besetzen:
 Vorstandsmitglieder des WFC und dem Ehrenpräsidenten
 Mitglieder des Berufungsausschusses des WFC
 ein Punktrichter, der, wie oben genannt, zu platzieren ist
 für alle anderen in Abs. 1 Genannten hat der Veranstalter bzw. technischer Leiter Sitzplätze in der Nähe des Ringes bereitzuhalten. Als „am Ring“ werden alle diejenigen Plätze bezeichnet, die von der ersten Zuschauerreihe getrennt sind.
3. Teil: § 17 – 24
Kampfverträge
Bei Vorlage eines unvollständigen Kampfvertrages ist der WFC berechtigt, die Zustimmung zur Durchführung des Kampfes zu verweigern.
Durchführung von Boxkämpfen, medizinische Betreuung
Alle Boxer und Ringrichter haben sich einmal im Jahr, und zwar innerhalb eines Monats vor jeder Lizenzierung, einer gründlichen Untersuchung durch einen Arzt mit WFC -Lizenz oder durch einen Facharzt für Sportmedizin zu unterziehen. Das Ergebnis ist schriftlich festzuhalten und dem BDB vorzulegen. Der Boxer oder Ringrichter entbindet den Arzt insoweit von seiner ärztlichen Verschwiegenheitsverpflichtung.
(3)br Zu jeder Veranstaltung sind zwei Ringärzte hinzuzuziehen, von denen einer während der Kampfhandlungen am Ring bleiben muss.
Der Ringarzt darf die Boxer erst nach Schluss eines Kampfes behandeln. Der Ringrichter muss den Kampf abbrechen, wenn ein Ringarzt feststellt, dass schwere Gesundheitsschäden für einen Boxer zu befürchten sind. Der Ringrichter kann den Vertrauensarzt zur Beurteilung einer Verletzung oder der Folge eines regelwidrigen Schlages auffordern.
Nach Schluss des letzten Kampfes muss durch einen Ringarzt festgestellt werden, ob ein Boxer noch ärztlicher Hilfe bedarf.
Der Ringarzt muss über den Verlauf der Kämpfe einer Veranstaltung auf einem Formblatt berichten, ob eventuell therapeutische Maßnahmen für einen Boxer erforderlich sind. Diese Formblätter sind unterschrieben an den Delegierten des WFC zur Weiterleitung an die Geschäftsstelle des WFC zu überreichen.
Auf Verlangen des WFC ist jeder Boxer verpflichtet, sich jederzeit von einem Ringarzt untersuchen zu lassen. Gegebenenfalls ist auf dessen Anweisung hin eine zusätzliche fachärztliche Untersuchung durchzuführen.
Bei den Herren gibt es folgende Gewichtsklassen und Gewichtslimits:
Super-Bantam bis 55,338 kg
Federgewicht bis 57,152 kg
Superfedergewicht bis 58,967 kg
Leichtgewicht bis 61,237 kg
Junior-Weltergewicht bis 63,503 kg
Junior-Mittelgewicht bis 69,853 kg
Supermittelgewicht bis 76,205 kg
Cruisergewicht bis 86,184 kg
Schwergewicht über 86,184 kg
Bei den Damen gibt es folgende Gewichtsklassen und Gewichtslimits:
Strohgewicht bis 47,627 kg
Halbfliegengewicht bis 48,998 kg
Superfliegengewicht bis 52,163 kg
Superbantamgewicht bis 55,338 kg
Superleichtgewicht bis 63,503 kg
Superweltergewicht bis 69,853 kg
Das Gewicht der Kämpfer ist maximal 36 Stunden und mindestens 8 Stunden vor der Veranstaltung festzustellen.
Die Kämpfer werden in Gegenwart des Delegierten, des technischen Leiters und des Ringarztes gewogen. Der Delegierte fertigt ein Protokoll über die festgestellten Gewichte an und reicht es dem WFC mit seiner Unterschrift ein.
Das in den Kampfverträgen vereinbarte Gewicht ist für beide Boxer bindend. Überschreitet ein Boxer das vereinbarte Gewicht, so muss er seinem Gegner, der gewichtsmäßig die Vereinbarung erfüllt, die im Vertrag festgelegte Geldbuße zahlen. Die Höhe dieses Betrages unterliegt der freien Vereinbarung. Überschreiten beide Kämpfer das vereinbarte Gewicht, so ist die Strafe von beiden Kämpfern an den WFC zu zahlen. Das Gewicht ist das durch den Wiegeleiter angezeigte Gewicht des unbekleideten Kämpfers. Die Boxer aller Gewichtsklassen, einschließlich des Schwergewichts, müssen gewogen und die genauen Gewichte bekannt gegeben werden.
Boxer, die nicht pünktlich zu dem im Vertrag festgelegten Wiegetermin über die Waage gehen, werden mit einer Geldstrafe von 10% ihrer Börse – maximal bis zur Höhe von € 150,– belegt. Meister verlieren ihren Meistertitel und Herausforderer ihr Herausforderungsrecht.
Bei allen Kämpfen muss die offizielle Waage den Boxern 36 Stunden vor dem Kampf, am Ort des Wiegens, zur Verfügung stehen. Es dürfen keine Federwaagen benutzt werden.
Die Kampfdauer beträgt 4 – 10 Runden, bei internationalen Meisterschaften 12 Runden. Die Dauer jeder Runde beträgt 3 Minuten, jede Runde ist von der folgenden durch 1 Minute Pause getrennt. Die Kampfdauer der Damen bei internationalen Meisterschaften beträgt 10 Runden. Die Dauer jeder Runde beträgt 2 Minuten, jede Runde ist von der folgenden durch 1 Minute Pause getrennt.
Alle Kämpfe müssen in einem Ring ausgetragen werden, der nicht weniger als 5 m und nicht mehr als 6 m im Quadrat messen soll. Der Boden muss solide und die einzelnen Dielen müssen gut verbunden bzw. aneinandergereiht sein. Er muss auf jeder Seite mindestens 0,60 m über das Seilquadrat hinausragen. Der Ring muss mit einer Filzschicht, die mindestens 1,5 cm und höchstens 2,5 cm dick ist, oder mit ähnlich dämpfendem Material belegt sein. Über die Filzschicht ist ein straff gespannter Plan zu ziehen. Die Überdeckung muss den gesamten Ring einnehmen, d.h. auch den die Seile überschreitenden Teil. Der Ring muss mit 4 Seilen von mindestens 2 cm Stärke mit Tuch umwickelt sein. Die Seile müssen 30 cm von dem Ringpfosten entfernt sein. Die Ringecken müssen über die gesamte Höhe gepolstert sein. Die Seile sind derart zu ziehen, dass das untere Seil 42 cm, das zweite Seil 71 cm, das dritte Seil 100 cm und das obere Seil 129 cm vom Boden entfernt ist.
Auf jeder Ringseite müssen die 4 Seile je zweimal in gleichen Abständen durch senkrechte, flache, je 1 cm breite Schnüre verspannt sein.
Die Plätze am Ring sollen etwa 10 cm erhöht zur übrigen Saalbestuhlung liegen und auf jeder Seite nach hinten durch ein festes Geländer abgesperrt sein. An zwei diagonal gegenüberliegenden Ringseiten hat je eine feste Treppe bis zur oberen Kante des Ringaufbaus zu führen.
Die Hosen der beiden Kämpfer sollten in der Farbe unterschiedlich sein.
Es müssen Boxschuhe ohne Absätze getragen werden. Die Handschuhe müssen geeicht sein. Die Schnüre der Handschuhe müssen auf dem Rücken des Handgelenks verknotet werden und durch Tape gesichert sein. Die Handschuhe in irgendeiner Weise herzurichten oder die Polsterung zu brechen, ist verboten. Das Tragen des großen Tiefschlagschutzes ist Vorschrift und muss vom Ringrichter geprüft werden.
Unvorschriftsmäßige Kampfkleidung zieht Bestrafung nach sich und kann bei Unmöglichkeit sofortiger Behebung oder, wenn sie länger als 1 Minute in Anspruch nimmt, mit Disqualifikation des betreffenden Kämpfers geahndet werden.
Bei allen Kämpfen, einschließlich Meisterschaften und Meisterschafts-Ausscheidungen, sind 8-Unzen-Handschuhe bis Junior-Mittelgewicht und 10-Unzen-Handschuhe ab Mittelgewicht zu verwenden, die dem vom WFC anerkannten Modell entsprechen müssen. Die Handschuhe sind vor dem Wiegen dem Delegierten zur Überprüfung auszuhändigen.
Für alle Meisterschaften und Ausscheidungskämpfe sind neue Handschuhe und neue Bandagen erforderlich. Handschuhe und Bandagen sind vom Veranstalter zu stellen.
Für Kämpfe ab einer 10-Runden-Distanz dürfen nur neue Handschuhe benutzt werden. Die Handschuhe sind, ausgenommen bei Meisterschaften, außerhalb des Ringes anzuziehen. Als Bandagen, die ebenfalls außerhalb des Ringes zu wickeln sind, dürfen nur neue Binden aus Flanell, Cambric von 1,828 m Länge und 5 cm Breite verwendet werden; bei Halbschwer- und Schwergewichten ist eine Länge von bis zu 2,438 m gestattet.
Beanstandungen der Handschuhe und Bandagen nach dem Kampf können nicht berücksichtigt werden.
aus drei Richtern, von denen der Ringrichter sich im Ring befindet, während die beiden Punktrichter an zwei gegenüberliegenden Seiten des Ringes untergebracht sind; oder
aus einem Ringrichter mit drei Punktrichtern, die an drei verschiedenen Seiten untergebracht sind. In diesem Fall punktet der Ringrichter nicht mit. Diese Besetzung ist bei Weltmeisterschaften vorgeschrieben.
Die Mitglieder des Kampfgerichtes dürfen geschäftlich nicht am Boxen interessiert sein.
Das Kampfgericht wird vom WFC bestimmt.
Die Entschädigungen des Kampfgerichts hat der Veranstalter an den WFC nach dessen Richtsätzen zu bezahlen.
Bei Meisterschaften und Meisterschaftsausscheidungen besteht das Kampfgericht aus mindestens drei Richtern gemäß Absatz 1 dieser Vorschrift. Im Verhinderungsfalle müssen die Kampfrichter so rechtzeitig Mitteilung machen, dass für Ersatz gesorgt werden kann. Bei Weltmeisterschaften besteht das Kampfgericht aus dem Ringrichter und 3 Punktrichtern.
Bei plötzlichen Absagen oder in Ausnahmefällen entscheidet der Delegierte des WFC über einen Ersatz. Unter Umständen kann er selbst als Kampfrichter amtieren. Es können in Ausnahmefällen auch Ring- und Punktrichter mit der Lizenz eines anderen Boxverbandes eingesetzt werden.
Kampfrichter haben ihre Anwesenheit am Kampfort dem WFC oder dessen Delegierten und dem technischen Leiter mitzuteilen.
Entscheidungen des Kampfgerichts, Definitionen
Sieger durch Knockout (KO)
Sieger durch technischen Knockout (tKO)
Sieger durch Aufgabe
Sieger durch Abbruch wegen Verletzung
Sieger durch Disqualifikation
Technischer Punktsieger
Technisches Unentschieden
Der KO-Sieg wird erklärt bei einer Kampfunfähigkeit des Gegners durch Niederschlag von 10 Sekunden Dauer und im Falle des § 23 Abs. 7 der „Sportlichen Regeln“.
 Abbruch des Kampfes durch den Ringrichter wegen zu großer Überlegenheit eines Boxers
 Aufgabe durch den Chefsekundanten eines Boxers durch das Werfen von Schwamm oder Handtuch.
Zum Sieger durch Disqualifikation wird der nicht disqualifizierte Boxer im Falle der Disqualifikation seines Gegners erklärt.
Steht der Ringrichter unter dem Eindruck, dass ein Boxer oder die Boxer nicht unter Einsatz ihres ganzen Könnens oder Willens kämpfen, ist er verpflichtet, einzuschreiten und den oder die Boxer zu verwarnen und zum Kämpfen aufzufordern. Nach der zweiten Verwarnung wird im Wiederholungsfall die Disqualifikation ausgesprochen. Die Entscheidung lautet dann „kein Kampf“ und hat zudem zu Folge, dass die Disqualifikation nach den vorliegenden sportlichen Regeln bestraft wird. Steht der Ringrichter oder ein Mitglied des Kampfgerichts auf dem Standpunkt, dass der Boxer seine vertragliche Verpflichtung nicht erfüllt hat und der Kampf nicht ehrlich durchgeführt worden ist, so ist dieses dem Delegierten sofort mitzuteilen.
Falls ein Boxer sich unfallbedingt oder durch höhere Gewalt verletzt, so dass der Kampf nicht fortgesetzt werden kann, muss bis Ende der 3. Runde das Urteil „ohne Entscheidung“ lauten.
Ringrichter, Punktrichter und der Delegierte müssen sich vor Bekanntgabe des Urteils beraten. Nach Beginn der 4. Runde hat eine Punktwertung zu erfolgen. Das Urteil lautet dann „technischer Punktsieg“ oder „technisches Unentschieden“.
Der Ringrichter kann mit vorheriger oder ohne vorherige Verwarnung einen oder beide Kämpfer bei ihm regelwidrig erscheinenden – auch bei durch Dritte veranlassten – Vorkommnissen disqualifizieren. Wenn im Laufe des Kampfes derselbe Boxer wegen desselben oder anderer Fehler zweimal verwarnt wurde, ist er beim dritten Anlass zur Verwarnung zu disqualifizieren. In Zweifelsfällen ist der Ringrichter berechtigt, einen oder beide Punktrichter zu Rate zu ziehen.
Geht ein Kämpfer während eines Kampfes zu Boden, ohne einen Schlag erhalten zu haben, so muss der Ringrichter mit dem Zählen beginnen und dem Boxer, sofern er innerhalb von 8 (acht) Sekunden sich wieder zum Kampf stellt, verwarnen. Beim zweiten Mal ist der Boxer zu disqualifizieren. Er ist gemäß diesen „Sportlichen Regeln“ zu bestrafen.
Wirksamkeit des Schlages
Ausdauer und Kampftaktik
Korrektes Boxen und Verhalten
Gewertet wird mit ganzen Punkten. Der Ringrichter sowie der Punktrichter sind verpflichtet, jede Runde für sich zu punkten. Nach Beendigung jeder Runde ist die Punktzahl mit den Zahlen der vorangegangenen Runden zusammenzuzählen und in die vom WFC vorgeschriebenen Punktzettel einzutragen.
Boxkommandos, Kampfregeln
Der Ringrichter hat sich nur folgender sechs Kommandos zu bedienen:
„Stop“ bei einer Unterbrechung des Kampfes
„Box“ bei einer Fortsetzung des Kampfes
„Break“ beim Trennen und Lösen
„Out“ nach dem Auszählen
„Time“ beim Beginn und Ende einer Runde und bei Unterbrechungen
Unterläuft dem Ringrichter ein Versehen oder verstößt er gegen die „Sportlichen Regeln“, so muss der Delegierte ihn während der nächsten Kampfpause darauf aufmerksam machen.
Mit Ausnahme des Ringrichters und der Kämpfer darf sich während der Kampfrunde niemand im Ring oder auf dem Ringaufbau aufhalten.
Ein Nahkampf ist einwandfrei, wenn sich beide Gegner in Halb- oder Nahdistanz ohne verbotene Handlungen bekämpfen. Der Boxer, der hält, darf nicht schlagen. Der Gehaltene darf jedoch weiter- schlagen. Halten beide Boxer – und sei es auch nur mit einer Hand -, so sind sie zu trennen. Auf das vom Ringrichter gegebene Kommando „break“ müssen sie sich voneinander lösen, einen vollständigen Schritt zurücktreten und ohne neues Kommando unverzüglich den Kampf wieder aufnehmen.
Veranlasst der Ringrichter die Abstellung einer Unordnung in der Kampfkleidung eines Boxers, die auf keinen Fall länger als eine Minute dauern darf, so ist die kampflos verstrichene Zeit der betreffenden Runde hinzuzurechnen. Ebenso hat der Zeitnehmer eine vom Ringrichter angeordnete Pause, die bis zu fünf Minuten dauern kann, abzustoppen und der Kampfzeit hinzuzurechnen.
Erfolgt während des Kampfes ein Niederschlag durch einen korrekten Treffer und berührt ein Boxer anders als mit den Fußsohlen den Ringboden oder befindet sich außerhalb des Ringes, so muss der Ringrichter mit dem Zählen beginnen.
Gezählt wird die Zeit in der Weise, dass das Ende der ersten bis neunten Sekunde durch die entsprechende Zahl und der Ablauf der zehnten Sekunde – die KO-Entscheidung – mit den Worten „ten out“ festgestellt wird. Zählt der Ringrichter, so hat der Zeitnehmer den Ablauf der einzelnen Sekunden durch Klopfzeichen bekannt zu geben.
Befindet sich ein Boxer am Boden, muss sich der Gegner in eine neutrale Ecke begeben. Verweigert er dieses, so muss der Ringrichter mit dem Zählen aufhören, bis der Gegner der Anordnung gefolgt ist. Der Ringrichter hat sich beim Zählen zwischen die beiden Kämpfer zu stellen. Erst auf sein Kommando „box“ darf der Kampf wieder aufgenommen werden.
Geht ein Kämpfer nach einem Niederschlag unmittelbar zum zweiten Mal zu Boden, ohne einen Schlag erhalten zu haben, so setzt der Ringrichter das Zählen bei der Zahl fort, bei der er beim ersten Niederschlag aufgehört hat.
Fällt ein Boxer aus dem Ring, so gilt er als zu Boden gegangen. Es wird dann gezählt und der Betroffene hat, falls er nicht innerhalb von 20 Sekunden selbständig und ohne Hilfe durch andere den Kampf fortsetzt, durch KO verloren. Ein lediglich durch die Seile gefallener Boxer, der sich noch auf der Plattform befindet, muss innerhalb von 10 Sekunden ohne fremde Hilfe in den Ring zurückkehren.
Falls ein Boxer sich am Boden befindet und der Gong das Ende der Runde angezeigt hat, muss der Ringrichter weiterzählen bis der Niedergeschlagene sich vom Boden erhebt oder das „out“ des Ringrichters das Ende des Kampfes anzeigt. Wurde der Boxer in der Pause weiter angezählt, verlängert sich die Pause nicht um diese Zeit. Das Zählen des Ringrichters wird nicht fortgesetzt, wenn der Gong das Ende der letzten Runde anzeigt.
Kampfabbruch, Zwangspause
wenn einer der Boxer so stark verletzt ist, dass die Gesundheit gefährdet erscheint. In solchen Fällen soll der Ringrichter den Kampfarzt zu Rate ziehen;
wenn ein Boxer verteidigungsunfähig ist oder so wirkungsvolle Niederschläge erlitten hat, dass eine sportliche Verteidigung unmöglich ist;
wenn die Überlegenheit eines Gegners so eindeutig feststeht, dass mit einem sportlichen Widerstand des anderen nicht mehr zu rechnen ist;
wenn einer der beiden beteiligten Boxer drei Niederschläge durch Wirkungstreffer in einer Runde erhalten hat, dann gilt der Kampf als durch technischen KO verloren. Diese Regelung gilt nicht für Meisterschaften, Meisterschaftsausscheidungen und Hauptkämpfe.
Jeder Boxer, der auf diese Art oder durch KO aufgrund von Kopftreffern einen Kampf verloren hat, muss eine Zwangspause von drei Monaten absolvieren. Innerhalb dieser Zeit oder unmittelbar nach der Zwangspause ist eine erneute ärztliche Untersuchung durch den Vertrauensarzt des BDB erforderlich. Hinsichtlich der durchzuführenden ärztlichen Untersuchungen entscheidet der WFC nach Rücksprache mit dem Vertrauensarzt. Bei einem Körper-KO bzw. einem TKO beträgt die Zwangspause 6 Wochen.
Der BDB kann Boxern, die in mehreren aufeinander folgenden Kämpfen KO-Niederlagen erlitten haben, die Lizenz zeitweise oder dauernd entziehen.
4. Teil: § 25 – 32
Art. 29: Internationale Meisterschaften
Verbotene Kampfhandlungen, Sanktionen
Schläge in den Nacken und vorsätzliches Schlagen auf den Rücken (Nieren). Für Schläge unterhalb der Gürtellinie – Tiefschläge – gilt die Sonderregelung dieser Sportlichen Regeln
Schläge mit offenem Handschuh, innerer Handfläche, Handkante, Handgelenk, Unterarm oder Ellenbogen.
Schleuderschwinger mit Körperdrehung, Rückhandschlag, Rückzieher und Aufreißer.
Stoßen mit dem Kopf oder der Schulter, Drücken mit dem Arm oder Ellenbogen in das Gesicht des Gegners, Zurückdrehen des Kopfes über die Seile, Stoßen mit dem Daumen.
Treten und Stoßen mit Fuß oder Knie.
Drücken und Halten unterhalb der Gürtellinie.
Festhalten am Gegner, Ringen, Würgen, Schleudern.
Wegziehen vom Seil oder Halten am Seil und gleichzeitiges Schlagen.
Angreifen und Schlagen des zu Boden gegangenen Gegners.
Kampfverweigerung durch anhaltende Doppeldeckung, Hinausstrecken des Kopfes durch die Seile, zu Boden gehen ohne Schlag, unentwegtes Rückwärtslaufen.
Sprechen während der Kampfrunden.
Halten des Gegners und gleichzeitiges Schlagen.
Dauerndes Halten.
Nachschlagen nach dem Kommando „break“.
Disziplinlosigkeit oder Beleidigung des Kampfgerichts oder des Delegierten.
Für die vorgenannten Vergehen kann der Ringrichter eine Rüge, eine Verwarnung oder auch die sofortige Disqualifikation aussprechen. Jede Verwarnung ist durch sichtbare Handzeichen für die Punktrichter bekannt zu geben.
Je nach dem Grad der Wirkung einer verbotenen Kampfhandlung entscheidet der Ringrichter entweder auf sofortige Disqualifikation des Schuldigen, oder er kann auch für den Betroffenen eine Erholungspause von einer Minute anordnen. Kann der Betroffene nach Ablauf der Erholungspause nicht weiterkämpfen, so wird der Schuldige disqualifiziert. Falls sich der Betroffene infolge der vom Ringrichter gesehenen verbotenen Kampfhandlung am Boden befindet, unterbleibt das Zählen.
Befindet sich der Betroffene am Boden und meldet eine vom Ringrichter wahrgenommene verbotene Kampfhandlung des Gegners, muss unter allen Umständen gezählt werden. Erhebt sich der Betroffene nicht vor der Zahl „9“, folgt das Kommando „stop“ und nicht das „out“. Der Ringrichter unterbricht damit den Kampf und befragt die Punktrichter. Bestätigt einer dieser den Regelverstoß, so hat der Ringrichter wie unter Absatz 2 dieser Vorschrift zu verfahren. Hat dagegen keiner der Punktrichter die verbotene Kampfhandlung wahrgenommen, so gilt der am Boden befindliche als ausgezählt, während der Gegner zum KO-Sieger erklärt wird.
Jeder weltweit kämpfende Boxer muss einen großen Tiefschlagschutz (Protektor) tragen. Bei einem Tiefschlag kann der Ringrichter dem Getroffenen eine Pause von bis zu 5 (fünf) Minuten gewähren. Solange die Pause anhält, kann er durch seine Sekundanten behandelt werden; währenddessen hat der Gegner in einer neutralen Ecke zu verbleiben.
Kann der Betroffene den Kampf bei Ablauf der 5-Minuten-Pause fortsetzen, erhält sein Gegner eine Verwarnung. Erklärt er sich dazu jedoch nicht in der Lage, verliert er den Kampf durch KO.
Geht der von einem Tiefschlag getroffene Boxer zu Boden, so muss der Ringrichter mit dem Zählen beginnen und ihn auszählen, wenn der Boxer sich nicht rechtzeitig erhebt. Der tief geschlagene Boxer gilt dann also durch KO besiegt.
Hat der Ringrichter den Tiefschlag nicht wahrgenommen, kann der die Punktrichter befragen und je nach Schwere eine Verwarnung aussprechen.
Bei absichtlichen Tiefschlägen ist eine Verwarnung auszusprechen, eine Disqualifikation bei Tiefschlägen ist zu vermeiden aber bei absolut erkennbarem Vorsatz möglich.
wenn der Kampf mit der Begründung „kein Kampf“ abgebrochen wurde;
wenn der Boxer vom Ringrichter disqualifiziert wurde;
wenn der Boxer den Kampf ohne ausreichenden Grund aufgab
Die vorgenannten Fälle unterliegen der Nachprüfung und Entscheidung durch den Vorstand des WFC, der die Kampfbörsen für verfallen erklären kann. Wird diese Entscheidung unanfechtbar, ist es dem Vorstand des WFC überlassen, je nach Schwere der Verfehlung einen Teil der Börse – mindestens jedoch 50% – für verfallen zu erklären. Von dem verfallenen Betrag erhalten der WFC und der Veranstalter des betreffenden Kampfes jeweils 50%.
Alle Proteste bei Verstößen gegen die „Sportlichen Regeln“ oder gegen unberechtigte Handlungen und Unregelmäßigkeiten, die während eines Kampfes geschehen sind, müssen innerhalb von 24 Stunden nach Beendigung des jeweiligen Kampfes schriftlich beim WFC eingereicht werden.
Die Entscheidung über Proteste trifft der Vorstand des WFC. Dessen Entscheidung ist durch den Berufungsausschuss des WFC überprüfbar.
Wird der Protest zurückgewiesen, so hat der Protestführer die tatsächlich entstandenen Kosten des Verfahrens zu erstatten. Die Kosten werden vom Berufungsausschuss des WFC festgelegt. Erst nach Entscheidung des Berufungsausschusses ist der ordentliche Rechtsweg gegeben.
Strafbare Verstöße von Mitgliedern
Ein Mitglied des WFC kann bestraft werden:
wenn es gegen die „Sportlichen Regeln“ oder die Satzung des WFC verstößt;
wenn es in irgendeiner Weise gegen die Berufsehre verstößt oder das Ansehen des Berufsboxsports schädigt
wenn es andere als Lizenzinhaber mit irgendeiner Tätigkeit bei Veranstaltungen betraut;
wenn es sich zu einer sportlichen Tätigkeit der Unterstützung von Personen bedient, die aus dem Berufsboxsport ausgeschlossen worden sind
wenn es trotz eines Verbotes seine Lizenz ausübt;
Meisterschaften, Titelvergabe, Allgemeines
Der WFC entscheidet über die Austragung von Welt-, Europa, Internationalen, Interkontinentalen, Kontinentalen-, Meisterschaften, sowie Junioren-Weltmeisterschaften, in den einzelnen Gewichtsklassen gemäß seinen „Sportlichen Regeln“. Freiwillige Titelverteidigungen bedürfen der Genehmigung des WFC.
Kein Meistertitel kann anders gewonnen werden, als in einem Kampf, zu den vom WFC festgesetzten Bedingungen. Als äußeres Zeichen verleiht der WFC den Meisterschaftsgürtel. Eine Kaution in Höhe von € 400,– ist durch den Boxer zu zahlen.
Ein Meister, der seinen Titel dreimal hintereinander oder fünfmal insgesamt erfolgreich verteidigt hat, wird rechtmäßiger Eigentümer des Meistergürtels. Er erhält die Kaution zurück; das Gleiche gilt auch bei Titelverlust und gleichzeitiger Rückgabe des Meistergürtels.
Kein Boxer darf gleichzeitig zwei WFC Meistertitel führen. Erringt ein Champion einen zweiten WFC-Titel, z.B. auch in einer anderen Gewichtsklasse, so hat er innerhalb von 8 Tagen dem WFC schriftlich mitzuteilen, welchen Titel er weiterführen will. Mit Eingang dieser Erklärung verliert er den niedergelegten Titel automatisch.
Die Ranking-Kommission des WFC, erstellt monatlich eine eigene WFC Weltrangliste. Der jeweilige Ranglistenerste in einer Gewichtsklasse, ist der nächste offizielle Herausforderer des amtierenden Weltmeisters. Ansonsten benennt der WFC per Ausschreibung die Gegner für einen Titelkampf; zugleich legt er eine Frist fest, in der sich die Veranstalter bemühen sollen, den Kampf im so genannten Freiverkehr abzuschließen.
Die abgeschlossenen Meisterschaftsverträge müssen per Einschreiben oder per Fax spätestens am Tage der Beendigung des Freiverkehrs um 24.00 Uhr in der Geschäftsstelle des WFC eingegangen sein.
Ist bis zu dem vorgenannten Termin zwischen den Boxern und dem Veranstalter eine Einigung nicht zustande gekommen, so fordert der WFC durch Ausschreibung zu einer von Börsenangeboten innerhalb von 14 Tagen auf. Die Angebote müssen als Fax oder als Wertbrief versiegelt an den WFC gesandt werden. Auf dem Briefumschlag ist folgendes zu vermerken: „Angebot für die Xxxxx-Meisterschaft im Xxxxx-Gewicht…..“.
Die Angebote zur Meisterschaft müssen die Höhe der für die Meisterschaft gebotenen Börse, Tag, Ort und Zeitpunkt der geplanten Veranstaltung enthalten. Zur festgesetzten Zeit werden, wenn erwünscht, in Gegenwart der Boxer oder deren Manager und des technischen Leiters oder dessen Beauftragten, die Angebote geöffnet. Den Zuschlag erhält derjenige, der die höchste Garantiesumme bietet. Wer von den Interessenten nicht erschienen ist, ist schriftlich von dem Ergebnis zu unterrichten.
Der Zuschlag wird nur erteilt, wenn von dem Ersteigerer innerhalb von 3 Tagen nach Aufforderung durch den WFC 30%, im Höchstfalle € 10.000,– der gebotenen Börse, in bar beim WFC ins Depot eingezahlt sind. Der Tag der Absendung entscheidet über die Rechtzeitigkeit der Einzahlung. Erfolgt die Einzahlung nicht fristgerecht, erhält der Nächsthöchstbietende zu denselben Bedingungen den Zuschlag. Ansonsten erfolgt eine Neuausschreibung zu einem vom WFC festzusetzenden Termin. An der Neuausschreibung kann sich der Ersteigerer, dem der Zuschlag erteilt worden ist, und der die Veranstaltung dann nicht durchgeführt hat, nicht mehr beteiligen. Das Depot verfällt, wenn der Kampf von dem Ersteigerer innerhalb der vorgeschriebenen Terminfestsetzung durch ihm zuzurechnendes Verhalten nicht durchgeführt worden ist.
Die Börse wird im Verhältnis 70:30 % bei internationalen Meisterschaften und im Verhältnis 70:30 % bei Weltmeisterschaften u, zugunsten des Meisters verteilt. Bei Meisterschaften um einen freien Titel erhalten die beteiligten Boxer, sofern der Titelkampf über Börsenangebot abgeschlossen wurde, jeweils 50% der Börse.
Bei gleichwertigen Angeboten entscheiden die Boxer bzw. ihre Manager. Falls zwischen den Beteiligten eine Einigung nicht erzielt wird, entscheidet der WFC.
Falls der WFC die angebotene Höchstbörse für angemessen erklärt, sind die Beteiligten verpflichtet, zu kämpfen, andernfalls verliert der Meister seinen Titel oder der Herausforderer das Anrecht auf einen Titelkampf. Zudem werden der oder die Boxer mit Sperre bestraft.
Die Meister ihrer Gewichtsklasse sind nicht verpflichtet, ihre Titel mehr als zweimal im Jahr zu verteidigen. Stichtag ist der Tag, an dem der Meister letztmalig seinen Titel verteidigt hat. Freiwillige Titelverteidigungen bleiben hierbei unberücksichtigt.
Verteidigt der Meister in der Zeit von der Anerkennung der Herausforderung bis zum Titelkampf seinen Titel freiwillig gegen einen anderen Gegner, so muss im Falle eines Titelwechsels der neue Meister die bestehenden Pflichten gegenüber dem Herausforderer übernehmen.
Innerhalb der nächsten 12 (zwölf) Wochen muss der Kampf ausgetragen werden. Bis zwei Monate vor Ablauf der Frist für den Kampf gegen den anerkannten Herausforderer kann der Meister seinen Titel freiwillig verteidigen. Nach diesem Zeitpunkt sind freiwillige Titelverteidigungen nicht mehr zulässig. Der Meister oder Herausforderer darf jedoch andere Kämpfe austragen, im Höchstfall bis 30 Tage vor dem Meisterschaftskampf.
Die vom WFC für eine Internationale-Meisterschafts- oder Weltmeisterschaftsausscheidung festgesetzten Fristen werden, wenn ein Weltmeisterschaftstitelkampf ansteht, außer Kraft gesetzt. Wird der Austragungstermin länger als 3 (drei) Monate überschritten, verliert der Internationale-Meister seinen Titel und der Herausforderer sein Herausforderungsrecht.
Falls einer der Beiden für die Meisterschaft bestimmten Boxer (nicht der amtierende Weltmeister) infolge von Krankheit oder Verletzung bis zu dem vom WFC festgesetzten Termin zum Kampf nicht antreten kann, verliert er seinen Titel bzw. das Herausforderungsrecht. Die Rechte des Nichterkrankten bzw. des Nichtverletzten bleiben bestehen. Der WFC kann aber auch einen geeigneten Ersatzgegner benennen, der gegen den Herausforderer dann um einen Interims-Titel kämpft.
Im Falle einer Verletzung oder Erkrankung hat der betroffene Boxer dieses dem WFC unverzüglich mitzuteilen. Nach Aufforderung hat der Boxer sich in Anwesenheit eines Vertrauensmannes des WFC einer ärztlichen Untersuchung zu unterziehen. Der Termin wird vom WFC bestimmt. Die Kosten der ärztlichen Untersuchung hat der Boxer zu tragen. Wurde durch die Krankheit des Champions ein Interims-Meister ermittelt, hat der gesundete Champion innerhalb 3 Monate, nach dessen ärztlicher Gesundschreibung, seinen Meisterschaftstitel gegen den Interims-Meister zu verteidigen. In diesem Falle ist die Aufteilung bei einer Gebotsersteigerung 60:40% für den Champion.
Die Maßnahmen zur Ansetzung einer neuen Meisterschaftsaustragung sollen durch den WFC unverzüglich erfolgen, wobei der ehemalige Meister angemessen zu berücksichtigen ist.
Der WFC kann jederzeit eine anerkannte Herausforderung aus wichtigem Grunde wieder aufheben. Als wichtiger Grund ist es z.B. anzusehen, wenn eine Herausforderung weder im Freiverkehr noch im Angebotsverfahren zu realisieren ist.
Die Maßnahmen zur Ansetzung einer neuen Meisterschaftsaustragung sollen durch den WFC unverzüglich erfolgen, wobei es dem Titelhalter als auch dem Herausforderer untersagt ist, in den Verträgen über einen Titelkampf für den Fall eines Titelwechsels eine Revanche zu garantieren. Jede derartige oder ähnliche Abmachung in Kampfverträgen wird vom WFC nicht anerkannt. Eine direkte Revanche ist deshalb ausgeschlossen. Der Champion muss vor einem möglichen Rückkampf mindestens eine weitere Titelverteidigung absolviert haben. Bei einem umstrittenen Urteil oder einem Protest kann der WFC, durch Vorstandsbeschluss, jedoch ausnahmsweise auch einen sofortigen Rückkampf gegen den gleichen Gegner, innerhalb von 3-6 Monaten nach dem umstrittenen Urteil, anordnen.
Der Herausforderer wird zuerst gewogen. Erreicht ein Kämpfer nicht das vorgeschriebene Gewicht, so hat er die Möglichkeit, innerhalb einer Frist von einer Stunde nach dem offiziellen Wiegetermin sich noch einmal wiegen zu lassen. Erreicht er auch dann das vorgeschriebene Gewicht nicht, so verliert er sein Anrecht auf einen Titelkampf bzw. seinen Titel. Der Kampf kann gleichwohl durchgeführt werden, allerdings nicht unter Einsatz des jeweiligen Titels. Der Promoter ist dann berechtigt die Börse zu kürzen oder den Kampf ganz ausfallen zu lassen…
Hat der Herausforderer oder Titelhalter endgültig nicht das vorgeschriebene Gewicht erbracht, so muss er eine Geldbuße von 15% seiner Bruttobörse an den WFC zahlen.
Ist der Titelhalter nicht mehr in der Lage, das Limit seiner Gewichtsklasse einzuhalten, so muss er dieses spätestens 20 Tage vor dem Titelkampf dem WFC mitteilen und seinen Titel niederlegen.
Ein Meister, der seinen Titel niederlegt, weil er das Limit seiner Gewichtsklasse nicht mehr halten kann, wird zu einem neuen Titelkampf in derselben Gewichtsklasse erst nach Ablauf von einem Jahr wieder zugelassen. Dieses gilt auch für einen anerkannten Herausforderer.
Titelverlust, Verlust des Herausforderungsrechts
Ein Meister verliert über die bisher dargestellten Fälle hinaus seinen Titel in folgenden Fällen seinen Titel:
nach Verlust des Herausforderungskampfes oder der freiwilligen Titelverteidigung.
im Falle der Weigerung, eine durch den WFC genehmigte Herausforderung anzunehmen. In diesem Fall darf er in innerhalb eines Jahres an Ausscheidungs- und Titelkämpfen dieser Gewichtsklasse nicht teilnehmen.
durch Nichtantreten zum Herausforderungskampf oder zum Wiegetermin oder bei Überschreitung des Gewichtslimits.
im Falle der Nichtannahme des Kampfes durch Verweigerung des vom WFC bestimmten Kampfgerichts.
im Falle des Verlustes der Mitgliedschaft des WFC.
wenn er von einem Gegner in einem nicht unter Meisterschaftsbedingungen ausgetragenen Kampf, zu dem der Gegner innerhalb des Gewichtslimits des Meisters antritt, durch KO besiegt wird.
im Falle der Weigerung, in einem Ring zu kämpfen, der den Vorschriften entspricht.
sofern er, unabhängig aus welchen Gründen, zwei Jahre lang nicht aktiv war. Sein unmittelbares Herausforderungsrecht wird ihm in diesem Falle maximal ein weiteres Jahr zugestanden.
Verliert der Herausforderer vor dem Meisterschaftskampf gegen einen Gegner innerhalb seiner Gewichtsklasse, so kann sein Bezwinger an seine Stelle treten. Falls der Meister oder Herausforderer vor dem Meisterschaftskampf innerhalb seiner Gewichtsklasse gegen einen Gegner verliert, so hat der WFC das Recht, die Meisterschaft erneut auszuschreiben.
Nationale- und Internationale Landes-Meisterschaften
Bewerben können sich an diesen Meisterschaften Boxer aller Nationen, die über nachgewiesene Qualifikation verfügen und beim WFC lizenziert sind. Bei einer nationalen WFC Meisterschaft müssen beide Bewerber im gleichen Land wohnhaft sein. Nur Boxer der gleichen Nationalität können um den nationalen WFC Landes-Meisterschaft Titel kämpfen. Um den Titel eines Internationalen Landes-Meister des WFC können kämpfen: ein Boxer des Landes dessen Landes Meisterschaft ausgetragen wird gegen einen Boxer der gleichen Landes, ein Boxer des Landes dessen Landes-Meisterschaft ausgetragen wird gegen einen ausländischen Boxer dessen Wohnsitz im gleichen Land ist um dessen Landestitel gekämpft wird, zwei ausländische Boxer gegeneinander deren beider Wohnsitz in dem Land ist um dessen internationale Landes-Meisterschaft geboxt wird.
Nationale Landes-Meister können sich ebenfalls um den Titel eines Internationalen Landes-Meisters bewerben. Sie können diesen Titel ausnahmsweise neben dem nationalen Titel innehaben, ebenso in verschiedenen Gewichtsklassen.
Nationale Meister können bei I nationalen Landes-Meisterschaften nur gegen einen nationalen Staatsanghörigen den Titel als nationaler Landes-Meister verlieren.
Stehen sich der nationale Landes-Meister und der Internationale Landes-Meister in ihrer Gewichtsklasse gegenüber und besitzt der Internationale Landes-Meister auch die Staatsangehörigkeit des Landes um dessen Titel gekämpft wird, wird um beide Titel gekämpft.
An die Internationalen Landes-Meister verleiht der WFC Meistergürtel. Die Kaution des Meistergürtels ist wie in § 27 Absatz 2 und 3 geregelt.
Verliert ein Internationaler Landes-Meister einen Nichttitelkampf innerhalb seines Gewichtslimits gegen einen Boxer des Landes dessen Meister er ist, durch KO, sind die Regelungen des § 28 (1) und § 28 (2) anzuwenden.
Europa- Interkontinentale- und Weltmeisterschaften
Für Europa- Interkontinentale- und Weltmeisterschaften gelten die Regeln der WFC Weltverbandes
Eine Herausforderung um die Europa- Interkontinentale- oder Weltmeisterschaft muss an den WFC gerichtet sein, der über die Herausforderung entscheidet.
Meisterschaftsausscheidungen
Der WFC führt zur Ermittlung von Herausforderern für die Meister Ausscheidungskämpfe durch, zu denen sich qualifizierte Boxer bis zu einem vom WFC festgelegtem Termin melden können. Dem Herausforderungsersuchen ist für den WFC eine Rekordliste beizufügen.
Sämtliche Ausscheidungskämpfe werden in der Weise ausgetragen, dass die Namen der vom WFC zugelassenen Boxer über die Internetseite des WFC www.wfc.info veröffentlicht werden. Die Gegner werden vom WFC benannt.
Für die Kämpfe sind erneut geeichte Handschuhe und weiche Bandagen vorgeschrieben. Ein Ausscheidungskampf muss über eine Dauer von 10 Runden gehen, der Endkampf der Ausscheidungen muss über 12 Runden gehen.
Endet eine Ausscheidung oder Endausscheidung unentschieden, so kann diese wiederholt werden, wobei dann ein Sieger bestimmt werden muss.
Der Sieger der Endausscheidung erhält das Recht, den Champion zum Kampf um den Titel herauszufordern.
wer seinen Kampf verliert
wer mit Übergewicht zum Kampf antritt
wer von einem deutschen Gegner, der nicht an der Ausscheidung teilnimmt, innerhalb seines Gewichtslimits geschlagen wird. Der Sieger kann an seiner Stelle zugelassen werden
wer zu einer freiwilligen Titelverteidigung zugelassen wird
Über die Zulassung zu Ausscheidungskämpfen sowie die Fristen und Formalitäten zur Durchführung entscheidet allein der WFC. Für die Zeit der Durchführung von Ausscheidungskämpfen in einer Gewichtsklasse darf keinem Boxer das Recht der Herausforderung an den Meister dieser Gewichtsklasse erteilt werden.
Der WFC hat das Recht, qualifizierten Bewerbern auch ohne Ausscheidungskämpfe das Recht der Herausforderung an den Meister zu erteilen.
Die Bewerber haben die Pflicht, zu Ausscheidungskämpfen anzutreten, wenn der WFC die Börse für angemessen erklärt. Andernfalls verlieren sie das Herausforderungsrecht und die Zulassung zu Ausscheidungskämpfen für die Dauer von 1 Jahr. Außerdem werden sie mit einer Sperre nicht unter 3 Monaten bestraft.
Eine Herausforderung muss durch den Boxer, ggf. durch dessen Manager, erklärt und an den WFC gerichtet sein. Der WFC nimmt die entsprechende Ausschreibung vor.
Der Kampf um den Titel wird ausgetragen über eine Distanz von 12 Runden. Vorgeschrieben sind neu geeichte Handschuhe und weiche Bandagen.
Der Herausforderer oder die Bewerber um einen vakanten Titel haben spätestens 3 Wochen vor dem Kampf an den WFC ein Herausforderungsdepot zu zahlen und zwar:
bis zum Federgewicht € 1.000,–
bis zum Weltergewicht € 1.200,–
bis zum Halbschwergewicht € 1.500,–
im Schwergewicht € 2.000,–
Solange die Depots nicht beim WFC eingegangen sind, erfolgt keine Ausschreibung.
Sofern der Herausforderer oder der Bewerber um einen vakanten Titel seine Verpflichtung nach den vorliegenden „Sportlichen Regeln“ erfüllt, wird der deponierte Betrag an ihn zurückgezahlt, andernfalls verfällt der Betrag zugunsten des WFC.
Der Vorstand des WFC hat das Recht, nach Anhörung der Beteiligten für einen in der Satzung oder in den „Sportlichen Regeln“ nicht geregelten Fall Entscheidungen zu treffen. In diesem Fall hat der Vorstand des WFC in sinngemäßer Anwendung der „Sportlichen Regeln“, der Satzung und gesetzlich geltender Regelungen zu entscheiden.
Diesbezügliche Entscheidungen sind für die Mitglieder des WFC bis zu einer evtl. abändernden Entscheidung durch die nächstfolgende Generalversammlung verbindlich, sofern sie nicht zuvor durch den Berufungsausschuss aufgehoben oder abgeändert worden sind.
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