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Timestamp: 2019-11-17 23:42:38
Document Index: 200938445

Matched Legal Cases: ['§ 516', '§ 362', '§ 185', '§ 362', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 15']

Die überhöhte Mietzahlung der GmbH — an die Ehefrau des Gesellschafters | Steuerlupe
Die überhöhte Mietzahlung der GmbH — an die Ehefrau des Gesellschafters
Eine Schenkung i.S. der §§ 516 ff. BGB muss jedoch nicht vor­liegen3.
Durch die Mitwirkung des Gesellschafters bei dem zwis­chen GmbH und nah­este­hen­der Per­son abgeschlosse­nen Ver­trag ver­schafft er der ihm nah­este­hen­den Per­son einen Ver­mö­gensvorteil und ver­fügt damit ‑abge­se­hen von wider­rechtlichen Hand­lun­gen- über seinen kün­fti­gen Gewin­nauss­chüt­tungsanspruch oder übt sein aus der Satzung oder einem entsprechen­den Gesellschafterbeschluss fol­gen­des Ent­nah­merecht gegenüber der GmbH aus. Dadurch min­dert sich in Höhe des Auss­chüt­tungs­be­trags bzw. in Höhe des Ent­nah­mew­erts das kün­ftige Gewin­nauss­chüt­tungsvol­u­men der GmbH zu seinen Las­ten. Zugle­ich ermächtigt der Gesellschafter die GmbH, an die nah­este­hende Per­son mit befreien­der Wirkung zu leis­ten (sog. abgekürzter Zahlungsweg, vgl. § 362 Abs. 2, § 185 BGB; Palandt/Grüneberg, Bürg­er­lich­es Geset­zbuch, 76. Aufl., § 362 Rz 5; Dara­gan, DStR 2011, 2079).
Nach diesen Grund­sätzen sah der Bun­des­fi­nanzhof im hier entsch­iede­nen Fall in den Miet­zin­szahlun­gen der M‑GmbH an den Ver­mi­eter in Höhe des unangemesse­nen Teils keine freige­bi­gen Zuwen­dun­gen der M‑GmbH an den Ver­mi­eter:
Die M‑GmbH han­delte unter Mitwirkung der Alleinge­sellschaf­terin der M‑GmbH, die die Mietverträge mitun­ter­schrieben hat. Die Miet­zin­szahlun­gen stellen in Höhe des unangemesse­nen Teils Leis­tun­gen der M‑GmbH an die Beige­ladene dar, die auf dem Gesellschaftsver­hält­nis beruhen. Insoweit liegen Ent­nah­men der Beige­lade­nen bzw. Vor­abzahlun­gen auf den kün­fti­gen Gewin­nauss­chüt­tungsanspruch der Beige­lade­nen vor, wobei die Zahlun­gen vere­in­barungs­gemäß nicht an die Beige­ladene, son­dern an ihren Ehe­mann, den Ver­mi­eter, geleis­tet wur­den. Da sowohl eine Vor­abauss­chüt­tung an die Beige­ladene als auch eine Ent­nahme der Beige­lade­nen als Gesellschaf­terin auf dem Gesellschaftsver­hält­nis beruhen, kann let­ztlich dahin­ste­hen, auf welchem der bei­den gesellschaft­srechtlichen Vorgänge im Stre­it­fall die Ver­schaf­fung des Ver­mö­gensvorteils zugun­sten des Ver­mi­eters beruht.
Der Bun­des­fi­nanzhof ging bish­er davon aus, dass bei der Zahlung eines über­höht­en Ent­gelts an eine dem Gesellschafter nah­este­hende Per­son in Höhe des unangemesse­nen Teils des Ent­gelts, der ertrag­s­teuer­rechtlich beim Gesellschafter eine vGA darstellt, keine freige­bige Zuwen­dung des Gesellschafters an die nah­este­hende Per­son vor­liege. In einem solchen Fall fehle es an der für eine freige­bige Zuwen­dung erforder­lichen Ver­mö­gensver­schiebung zwis­chen dem Gesellschafter und der nah­este­hen­den Per­son26.
Da im Stre­it­fall eine freige­bige Zuwen­dung der M‑GmbH an den Ver­mi­eter besteuert wurde, ist nicht zu entschei­den, ob eine freige­bige Zuwen­dung der Alleinge­sellschaf­terin an den Ver­mi­eter vor­liegt.
Bun­des­fi­nanzhof, Urteil vom 13. Sep­tem­ber 2017 — II R 54/15
vgl. Fis­ch­er, in Fischer/Pahlke/Wachter, Erb­StG, 6. Aufl., § 7 Rz 255b; Geck in Kapp/Ebeling, § 7 Erb­StG, Rz 209; Holthusen/Burgmann, in: Tiedtke, Erb­StG, 2009, § 7 Rz 51; Viskorf/Haag/Kerstan, NWB Steuer- und Wirtschaft­srecht 2012, 927; a.A. Meincke, Erb­schaft­s­teuer- und Schenkung­s­teuerge­setz, Kom­men­tar, 16. Auflage § 7 Rz 74c; Götz in Wilms/Jochum, Erb­schaft­s­teuer- und Schenkung­s­teuerge­setz, § 15 Rz 188 f. Stand März 2015; Erkis, DStR 2016, 350; van Lishaut, Zeitschrift für Erbrecht und Ver­mö­gen­snach­folge ‑ZEV- 2016, 19 [↩]