Source: https://www.anwalt.de/rechtstipps/keine-kontofuehrungsgebuehren-fuer-bausparkassen_112847.html
Timestamp: 2019-12-14 19:04:28
Document Index: 197104309

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Während Banken schon seit längerem keine Gebühren für die Führung von Kreditkonten erheben dürfen, behielten einige Bausparkassen die umstrittene Praxis bei. Diese Praxis wird nun durch ein BGH-Urteil beendet.
Gebühren für die Führung von Darlehenskonten sind, soweit Verbraucher betroffen, unzulässig – dies entschied der Bundesgerichtshof bereits vor knapp sechs Jahren (Az.: XI ZR 388/10). Doch einzelne Bausparkassen rechtfertigen die Gebühr für die Führung des Kreditkontos mit der besonderen Beziehung zwischen der Bausparkasse und dem Kollektiv der Bausparer.
Diese Argumentation hatte nun der BGH zu prüfen. Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gegen eine entsprechende Gebührenklausel der Badenia Bausparkasse. In beiden Vorinstanzen war die Klage erfolglos geblieben. Anders entschied hingegen der BGH mit Urteil vom 09. Mai 2017. Die Gebührenklausel sowie die damit verbundene Regelung in den Allgemeinen Bausparbedingungen (ABB) ist unwirksam.
Den Verweis der Bausparkasse auf die besonderen Aufgaben, die sie für das Bausparkollektiv erfülle, ließen die BGH-Richter nicht gelten. „Die bloße Verwaltung der Darlehensverträge nach Darlehensausreichung ist keine gesondert vergütungsfähige Leistung gegenüber dem Bausparer, sondern eine rein innerbetriebliche Leistung der Bausparkasse“, so der BGH. Die Gebührenklausel benachteilige den Kreditnehmer in unangemessener Weise.
In der Folge können Bausparer nicht nur davon ausgehen, dass in der Zukunft für die Führung des Bauspardarlehenskontos keine Gebühr mehr berechnet wird. Es können auch bereits gezahlte Gebühren zurückgefordert werden, sofern noch keine Verjährung eingetreten ist. D. h. es können Bausparkunden mindestens die seit Anfang 2014 entrichteten Gebühren für die Führung des Darlehenskontos zurückfordern. Da die Rechtslage bis zum BGH-Urteil unklar war und erst jetzt sichere Kenntnis von der Unwirksamkeit der Gebührenklausel besteht, könnten Rückforderungsansprüche auch bis 2007 geltend gemacht werden.
Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Petter LL.M., ich wende mich an Sie, da ich Ihren Rechtstipp "Keine Kontoführungsgebühren für Bausparkassen" gelesen habe. (Bitte beschreiben Sie hier Ihre Situation bzw. Ihren rechtlichen Beratungsbedarf mit möglichst vielen relevanten Details.)
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