Source: https://www.haufe.de/steuern/steuer-office-gold/doetschpungmoehlenbrock-dpm-die-koerperschaftsteuer-69-stille-beteiligungen_idesk_PI16039_HI9304167.html
Timestamp: 2020-06-04 02:58:07
Document Index: 259047884

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 8', '§ 15', '§ 11', '§ 15', '§ 8']

Dötsch/Pung/Möhlenbrock (D/P/M), Die Körperschaftsteuer, ... / 6.9 Stille Beteiligungen | Steuer Office Gold | Steuern | Haufe
Tz. 1158
Ein Gesellschafter einer Kap-Ges kann sich an dieser auch (zusätzlich) als stiller Geselschafter beteiligen. Es liegen in diesem Fall sowohl hr-lich als auch stlich zwei Gesellschaftsverhältnisse vor. Denkbar ist sowohl eine typisch als auch eine atypisch stille Beteiligung. Handelt es sich um einen beherrschenden Gesellschafter, sind die allgemeinen Grundsätze des Rückwirkungsverbots zu beachten. Es muss also eine zivilrechtlich wirksame, klare und im Voraus abgeschlossene Vereinbarung über die stille Beteiligung vorliegen. Allg dazu s § 8 Abs 3 Teil C Tz 200ff. Die gegenseitigen Rechte und Pflichten sind hierbei genau festzuhalten. Insbes ist die Höhe des Gewinn- bzw Verlustanteils des stillen Gesellschafters zu definieren. Eine stille Beteiligung ist selbst dann denkbar, wenn der stille Gesellschafter gleichzeitig der einzige GmbH-Gesellschafter ist.
Besondere zivilrechtl Formvorschriften bestehen für den Abschluss eines Vertrags über die Begr einer stillen Beteiligung nicht. Dennoch ist für die Praxis dringend der Abschluss eines schriftlichen Vertrags zu empfehlen. Wie bei allen Verträgen zwischen beherrschendem Gesellschafter und "seiner" Kap-Ges ist das Selbstkontrahierungsverbot zu beachten (Befreiung erforderlich); dazu s § 8 Abs 3 Teil C Tz 253ff.
Tz. 1159
6.9.2 Steuerliche Vor- und Nachteile einer GmbH & Still
Tz. 1160
Die stlichen Vor- und Nachteile einer GmbH & Still sehen wie folgt aus:
Verluste des Betriebs können zumindest tw auf den/die Gesellschafter verlagert werden. Dies gilt sowohl für eine typisch als auch für eine atypisch stille Gesellschaft. § 15a EStG ist allerdings zu beachten.
Die regelmäßig höhere Belastung der beiden Besteuerungsebenen (Kap-Ges ca 30 % + Abgeltung-St 25 %) wird vermieden.
Stfreie Einnahmen (insbes ausl Eink) können bei einer atypisch stillen Gesellschaft stfrei auf die Gesellschafter-Ebene durchgeschleust werden; bei einer "normalen" GmbH ist dies nicht möglich.
Bei der atypisch stillen Gesellschaft wird gewstlich der Freibetrag von 24 500 EUR gewährt; s § 11 Abs 1 GewStG.
Bei der atypisch stillen Gesellschaft ist allerdings als entscheidender Nachteil zu beachten, dass diese stlich eine Mitunternehmerschaft iSv § 15 Abs 1 Nr 2 EStG darstellt und deshalb die Vergütungen, die der Gesellschafter von der GmbH erhält, zu Sonder-BE führen (und damit – anders als bei der "normalen" GmbH – der GewSt unterliegen). Dies ist insbes von Bedeutung für GF-Gehälter, Darlehenszinsen sowie Miet- und Pachtzahlungen. Dazu s Stimpel (in R/H/N, § 8 KStG Rn 831ff).
Tz. 1161
6.9.3 Angemessenheit der Gewinnverteilung
Wird der Gewinnvertei...