Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201984,%201460
Timestamp: 2018-03-21 09:18:25
Document Index: 350015092

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 16', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 288', 'BGH', '§ 16', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 323', 'BGH']

BGH, 08.12.1983 - VII ZR 139/82 - dejure.org
BGH, 08.12.1983 - VII ZR 139/82
Kein Erfordernis der Nachfristsetzung durch Gläubiger bei langen vorprozessualen Auseinandersetzungen über Zahlungsanspruch (hier: 13 Monate) und prozessualem Klageabweisungsantrag des Schuldners
VOB-Vertrag: Zahlungsverzug des Auftraggebers
Antrag - Klageabweisung - Zahlungsverweigerung - Nachfrist
VOB/B § 16
Verzugsschaden beim VOB/B -Vertrag; Entbehrlichkeit der Nachfristsetzung
NJW 1984, 1460
ZIP 1984, 184
MDR 1984, 569
BauR 1984, 181
Nur wenn wenigstens die Möglichkeit besteht, dass der Gläubiger durch eine Nachfristsetzung irgendeinen Einfluss auf die Leistungsbereitschaft des Schuldners ausüben kann, ist es auch geboten, eine solche Frist zu setzen (BGH, Urt. v. 08.12.1983 - VII ZR 139/82, NJW 1984, 1460, 1461).
Selbst in einem Klageabweisungsantrag des auf Erfüllung in Anspruch genommenen Schuldners kann eine ernsthafte Erfüllungsverweigerung gesehen werden, wenn alle Streitpunkte in einer vorherigen längeren Auseinandersetzung bereits ausgetragen waren und mit dem Antrag zum Ausdruck gebracht wird, dass auch eine Fristsetzung mit Ablehnungsandrohung ihn nicht mehr umstimmen könnte (BGH, Urteil vom 8. Dezember 1983 - VII ZR 139/82, BauR 1984, 181, 182).
Denn allein der Umstand, dass der Auftragnehmer auf vollständigen Werklohn klagt und die Erbringung der zum Vertrag gehörenden weiteren Teilleistungen abgelehnt hat bzw. eine diesbezügliche Vertragspflicht auch prozessual weiterhin ausdrücklich ablehnt, lässt regelmäßig den Schluss darauf zu, dass er sich auch durch eine (weitere) Fristsetzung nicht noch hätte umstimmen lassen (vgl. BGH, Urteil vom 20.01.2009, X ZR 45/07, ZGS 2009, 239; BGH, Urteil vom Urteil vom 09.01.2008, VIII ZR 210/06, NJW 2008, 1359; BGH, Urteil vom 21.12.2005, VIII ZR 49/05, NJW 2006, 1195; BGH, Urteil vom 05.12.2002, VII ZR 360/01, BauR 2003, 386; BGH, Urteil vom 12.01.1993, X ZR 63/91, NJW-RR 1993, 882; BGH, Urteil vom 08.12.1983, VII ZR 139/82, NJW 1984, 1460; vgl. auch OLG Koblenz, Urteil vom 23.04.2009, 5 U 1124/08, NJW-RR 2009, 985; OLG Koblenz, Urteil vom 27.04.2004, 3 U 625/03, IBR 2005, 12; OLG Rostock, Urteil vom 27.03.2006, 3 U 21/04, BauR 2006, 1481; Kniffka/Koeble, Kompendium des Baurechts, 3. Auflage 2008, 6.
Die Bestimmung enthält eine abschließende, die §§ 288, 641 BGB verdrängende Zinsregelung (…BGH, Urt. v. 19. Februar 1964 - Ib ZR 203/62, NJW 1964, 1223, 1224; Urt. v. 8. Dezember 1983 - VII ZR 139/82, NJW 1983, 1460, 1461;… Ingenstau/Korbion, VOB 11. Aufl. § 16 Rdnr. 302).
Das prozessuale Verhalten des Beklagten des Ausgangsverfahrens, insbesondere sein Klageabweisungsantrag, kann nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. BGH, Urteil vom 8. Dezember 1983 - VII ZR 139/82 -, NJW 1984, S. 1460) eine ernstliche und endgültige Leistungsverweigerung darstellen.
BGH, 18.09.1985 - VIII ZR 249/84
Das Urteil des VII. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs vom 8. Dezember 1983 (VII ZR 139/82 = NJW 1984, 1460, 1461), der einen Klageabweisungsantrag als Erfüllungsverweigerung angesehen hat, steht dem nicht entgegen, weil die Klage dort nicht auf Schadensersatz, sondern auf Erfüllung gerichtet war.
Denn allein der Umstand, dass die Auftragnehmerin auf Werklohn klagt und die Erbringung der zum Vertrag gehörenden Teilleistungen abgelehnt hat bzw. eine diesbezügliche Vertragspflicht auch prozessual weiterhin ausdrücklich ablehnt, lässt regelmäßig den Schluss darauf zu, dass sie sich auch durch eine (weitere) Fristsetzung nicht noch hätte umstimmen lassen (vgl. BGH, Urteil vom 20.01.2009, X ZR 45/07, ZGS 2009, 239; BGH, Urteil vom Urteil vom 09.01.2008, VIII ZR 210/06, NJW 2008, 1359; BGH, Urteil vom 21.12.2005, VIII ZR 49/05, NJW 2006, 1195; BGH, Urteil vom 05.12.2002, VII ZR 360/01, BauR 2003, 386; BGH, Urteil vom 12.01.1993, X ZR 63/91, NJW-RR 1993, 882; BGH, Urteil vom 08.12.1983, VII ZR 139/82, NJW 1984, 1460; vgl. auch OLG Koblenz, Urteil vom 23.04.2009, 5 U 1124/08, NJW-RR 2009, 985; OLG Koblenz, Urteil vom 27.04.2004, 3 U 625/03, IBR 2005, 12; OLG Rostock, Urteil vom 27.03.2006, 3 U 21/04, BauR 2006, 1481; Kniffka/Koeble, Kompendium des Baurechts, 3. Auflage 2008, 6.
OLG Celle, 26.07.2006 - 7 U 2/06
Gewährleistung beim Kraftfahrzeugkauf: Entbehrlichkeit der Fristsetzung für die …
(3) Der Verweis der Klägerin auf das Urteil des Bundesgerichtshofs in NJW 1984, 1460 ist unbehelflich.
Eine endgültige Erfüllungsverweigerung kann auch in Prozeßhandlungen, wie etwa der Stellung eines Klageabweisungsantrags, gesehen werden, sofern nicht trotz der Stellung dieses Antrags Raum für die Annahme bleibt, der Schuldner könne im Verlauf des Rechtsstreits durch die Setzung einer Nachfrist zu besserer Einsicht gelangen und seine Vertragspflichten freiwillig erfüllen (BGH, Urt. v. 8.12.1983 - VII ZR 139/82, NJW 1984, 1460, 1461;… Sen.Urt. v. 14.5.1991 - X ZR 2/90, NJW-RR 1991, 1269).
Vielmehr kann eine ernsthafte und endgültige Erfüllungsverweigerung auch in der Stellung eines Klageabweisungsantrages liegen (vgl. BGH NJW 1984, 1460) oder aber - wie vorliegend - aus dem Prozessverhalten resultieren.
OLG Saarbrücken, 22.02.2011 - 4 U 557/09
Begriff der ernsthaften Verweigerung der Nacherfüllung i.S. von § 323 Abs. 2 Nr. …
OLG Düsseldorf, 13.03.2003 - 5 U 102/02
Entbehrlichkeit der Nachfrist bei ernsthafter Zahlungsverweigerung
OLG Düsseldorf, 29.10.2010 - 22 U 54/10
Vergütungsansprüche für Schweißarbeiten
LG Bonn, 21.10.2011 - 10 O 330/10
Rücktritt vom Kaufvertrag über einen Pkw wegen Ungeeignetheit der Gasanlage für …
BGH, 14.05.1991 - X ZR 2/90
Pauschalzahlung für nicht angefallene Entwicklungskosten
OLG Düsseldorf, 27.06.1995 - 21 U 219/94
Unberechtigte Weigerung des Auftraggebers zur Anpassung der Vergütung des …
LG Frankfurt/Main, 15.05.2013 - 20 O 263/10
OLG Schleswig, 15.12.2004 - 9 U 120/03
Fahrzeugkaufvertrag - Rücktritt wegen erhöhtem Kraftstoffverbrauch
LG Mönchengladbach, 10.11.2006 - 3 O 228/04
Baustoffe - Einbaukosten als ersatzfähige Aufwendungen?