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Timestamp: 2020-05-30 06:22:11
Document Index: 96469460

Matched Legal Cases: ['§181', '§181', '§ 181', '§ 181', '§181', '§181']

Beitrag von tony » 21.07.17, 13:29
Eine dreiköpfige Erbengemeinschaft besitzt ein Mietshaus mit mehreren Wohnungen.
Kann ein Mitglied der Gemeinschaft ganz regulär eine der Wohnungen von der Erbengemeinschaft mieten, mit normalem Mietvertrag und allem? Oder ist dies nicht möglich, weil er dann ja quasi von sich selber mieten würde, weil er ja Mitbesitzer der Wohnung ist.
Beitrag von Tastenspitz » 21.07.17, 13:31
tony hat geschrieben: Kann ein Mitglied der Gemeinschaft ganz regulär eine der Wohnungen von der Erbengemeinschaft mieten, mit normalem Mietvertrag und allem?
Beitrag von tony » 21.07.17, 13:38
Aber wer unterschreibt dann von Vermieterseite den Vertrag? Und wie verhält es sich, wenn es zu Streitigkeiten kommen sollte? Dann streitet quasi der Mieter zum Teil mit sich selbst?
PS: Ein befragter Steuerberater meinte kategorisch, das ginge nicht...
Beitrag von lottchen » 21.07.17, 13:54
Warum soll das nicht gehen? Wer würde denn den Mietvertrag unterzeichnen, wenn ein Fremder Mieter wäre? Mein Chef ist GF von mehreren Firmen. Der schließt auch oft Verträge für seine Firmen, wo er für beide Seiten unterschreibt. Sowas ist völlig legal.
Problematisch für den Mieter/Miteigentümer wird es höchstens wenn er seine eigenen Mietzahlungen als Einnahme auch noch versteuern muss .
Beitrag von Tastenspitz » 21.07.17, 14:04
tony hat geschrieben: Ein befragter Steuerberater meinte kategorisch, das ginge nicht...
...und begründete seine Meinung wie folgt:
tony hat geschrieben: Aber wer unterschreibt dann von Vermieterseite den Vertrag?
Der Vertreter der Erbengemeinschaft. Im Zweifel eben alle drei. MAcht hier auch Sinn um späteren Unstimmigkeiten aus dem Weg zu gehen.
Beitrag von tony » 21.07.17, 14:10
Tastenspitz hat geschrieben: ...und begründete seine Meinung wie folgt:
Dass man von sich selbst nicht mieten könne. (Was ich an sich schlüssig finde)
Beitrag von Bumblebii » 21.07.17, 14:37
Ich miete meine Büroräume auch von mir. Mein Steuerberater hat nichts dagegen. Im Gegenteil, er macht die komplette Abwicklung.
Beitrag von tony » 21.07.17, 14:44
Bumblebii hat geschrieben: Ich miete meine Büroräume auch von mir. Mein Steuerberater hat nichts dagegen. Im Gegenteil, er macht die komplette Abwicklung.
Womöglich besteht aber ein Unterschied zwischen privat an privat und privat an beruflich? Von wegen dass man Büro/Gewerberäume als eine andere Art "Rechtsperson" mietet? Nur ein Gedanke.
Beitrag von zimtrecht » 21.07.17, 14:55
Kleiner Denkanstoß - wenn ich eine Wohnung von z.B. meinen Eltern gemietet habe, beide im Lauf der Zeit versterben und ich Teil der Erbengemeinschaft bin - dann habe ich doch die gleiche Situation und "miete von mir selbst". Was sagt der Steuerberater dazu? ... Damit sollte es keinen nachvollziehbaren Grund dagegen geben.
Beitrag von tony » 21.07.17, 15:58
zimtrecht: Ich halte es schon für möglich, dass sich die Situation dadurch ändert und man keine Miete mehr zahlen muss, weil die Wohnung einem ja nun gehört. Und dass das Mietverhältnis durch diesen Eigentumswechsel quasi automatisch endet.
Die Miete wird dann zum "Nutzungsentgelt" an die anderen Erben.
Beitrag von SusanneBerlin » 21.07.17, 16:38
Man mietet ja nicht von sich selbst, sondern von der Erbengemeinschaft.
Eine Wohnung die einem allein gehört, an sich selber zu vermieten ergibt freilich keinen Sinn.
Beitrag von tony » 21.07.17, 18:11
SusanneBerlin hat geschrieben: Man mietet ja nicht von sich selbst, sondern von der Erbengemeinschaft.
Wobei die Erbengemeinschaft, soweit ich als Laie weiß, ja keine "Rechtsperson" ist.
Jedenfalls: Sie schätzen, dass §181 BGB in so einem Fall nicht greift?
(An anderer Stelle wurde mir gesagt, das man hier keinen Mietvertrag, sondern einen Nutzungsentgelt-Vertrag schließen müsse, um den §181 zu umgehen - da würde dann der "Mieter" nur an die beiden anderen Besitzer ein Nutzungsentgelt zahlen und nichts an sich selbst)
Beitrag von hambre » 21.07.17, 18:36
Auch ich bin der Auffassung, dass man keinen Vertrag mit sich selbst abschließen kann. Es geht dabei um die Vertragspartner, nicht darum, wer unterschreibt. Wenn jemand von beiden Vertragspartner eine Vollmacht hat und vom § 181 BGB befreit ist, dann kann er für beide unterschreiben.
Der greift schon deswegen nicht, weil hier niemand bevollmächtigt ist.
Bumbelbii hat geschrieben: Ich miete meine Büroräume auch von mir.
Wenn der Mieter eine Dir gehörende GmbH ist, dann geht das, weil dann zwei Vertragspartner existieren, auch wenn eine Person für beide unterschreibt. Die Person muss dann aber vom § 181 BGB befreit sein.
Ansonsten kannst Du die eigenen Büroräume natürlich steuerlich geltend machen, aber nicht von Dir selbst mieten.
An anderer Stelle wurde mir gesagt, das man hier keinen Mietvertrag, sondern einen Nutzungsentgelt-Vertrag schließen müsse, um den §181 zu umgehen - da würde dann der "Mieter" nur an die beiden anderen Besitzer ein Nutzungsentgelt zahlen und nichts an sich selbst
Beitrag von tony » 21.07.17, 19:06
hambre hat geschrieben: Auch ich bin der Auffassung, dass man keinen Vertrag mit sich selbst abschließen kann. Es geht dabei um die Vertragspartner, nicht darum, wer unterschreibt.
Und gemäß welchem Gesetz wäre das in hiesigem Fall verboten, wenn §181 nicht greift?
Die Erbengemeinschaft könnte ja einen der drei Erben als Bevollmächtigen der Gemeinschaft bestimmen (weil er sich dann auch um das übrige "Tagesgeschäft" und andere Mietverträge kümmert) und der schließt dann mit dem Dritten den Mietvertrag ab.
Beitrag von zimtrecht » 21.07.17, 19:26
hambre hat geschrieben: Wenn der Mieter eine Dir gehörende GmbH ist, dann geht das, weil dann zwei Vertragspartner existieren, auch wenn eine Person für beide unterschreibt.
Nachfrage - nur GmbH oder auch GbR? Denn eine Erbengemeinschaft kann durchaus eine GbR sein...