Source: https://www.anwalt.de/rechtstipps/nachlasspflegschaft-zur-taetigkeit-eines-nachlasspflegers-oder-nachlassverwalters_013072.html
Timestamp: 2019-03-20 02:47:04
Document Index: 290071227

Matched Legal Cases: ['§ 1960', '§ 1961', '§ 1960', '§ 1962', '§ 1961', '§ 1960', '§ 1836']

Erbfall - was dann?
Einer oder mehrere Erben schlagen die Erbschaft aus, so dass zunächst die weiter berufenen Erben ermittelt werden müssen;
§ 1960 BGB: Sicherung des Nachlasses; Nachlasspfleger(1) Bis zur Annahme der Erbschaft hat das Nachlassgericht für die Sicherung des Nachlasses zu sorgen, soweit ein Bedürfnis besteht. Das Gleiche gilt, wenn der Erbe unbekannt oder wenn ungewiss ist, ob er die Erbschaft angenommen hat.(2) Das Nachlassgericht kann insbesondere die Anlegung von Siegeln, die Hinterlegung von Geld, Wertpapieren und Kostbarkeiten sowie die Aufnahme eines Nachlassverzeichnisses anordnen und für denjenigen, welcher Erbe wird, einen Pfleger (Nachlasspfleger) bestellen.
Neben der Bestellung von Amts wegen kann die Anordnung einer Nachlasspflegschaft auch von jedem Berechtigten (möglichen Erben oder jedem, der ein rechtliches Interesse hat) anregen.
§ 1961 BGB:Nachlasspflegschaft auf AntragDas Nachlassgericht hat in den Fällen des § 1960 Abs. 1 einen Nachlasspfleger zu bestellen, wenn die Bestellung zum Zwecke der gerichtlichen Geltendmachung eines Anspruchs, der sich gegen den Nachlass richtet, von dem Berechtigten beantragt wird.
Für die Verfahrenszuständigkeit sieht die gesetzliche Regelung folgendes vor: § 1962
Im württembergischen Rechtsteil werden nach den landesrechtlichen Vorschriften die Aufgaben des Nachlassgerichtes von den staatlichen Notariaten wahrgenommen.
In der Praxis kommt der umgehenden Sicherung des Nachlasses besondere Bedeutung zu. Der Nachlasspfleger hat als Vertreter der (künftigen) Erben dafür zu sorgen, dass Nachlasswerte nicht abhanden kommen, untergehen oder in sonstiger Weise gefährdet werden. Um die Sicherung wirksam vornehmen zu können, ist der Nachlasspfleger berechtigt, geeignete Maßnahmen zu treffen, wie z.B.
Anbringung von Sigeln an Wohnungen; Ermittlung von laufenden Zahlpflichten wie Miete u.a.;
§ 1961 BGB Nachlasspflegschaft auf Antrag: Das Nachlassgericht hat in den Fällen des § 1960 Abs. 1 einen Nachlasspfleger zu bestellen, wenn die Bestellung zum Zwecke der gerichtlichen Geltendmachung eines Anspruchs, der sich gegen den Nachlass richtet, von dem Berechtigten beantragt wird.
Nachlasspfleger werden grundsätzlich vom zuständigen Nachlassgericht ausgewählt und bestellt. Wer zum Pfleger bestellt wird, steht im Ermessen des Nachlassgerichtes. Das Gesetz setzt an die Person des Nachlasspflegers keine besonderen Voraussetzungen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass eine juristische Qualifikation wegen der Vielzahl der zu besorgenden Rechtsgeschäfte und zu beachtenden Rechtsvorschriften eindeutig von Vorteil ist.
§ 1836 Vergütung des Vormunds (1) Die Vormundschaft wird unentgeltlich geführt. Sie wird ausnahmsweise entgeltlich geführt, wenn das Gericht bei der Bestellung des Vormunds feststellt, dass der Vormund die Vormundschaft berufsmäßig führt. Das Nähere regelt das Vormünder- und Betreuervergütungsgesetz. (2) Trifft das Gericht keine Feststellung nach Absatz 1 Satz 2, so kann es dem Vormund und aus besonderen Gründen auch dem Gegenvormund gleichwohl eine angemessene Vergütung bewilligen, soweit der Umfang oder die Schwierigkeit der vormundschaftlichen Geschäfte dies rechtfertigen; dies gilt nicht, wenn der Mündel mittellos ist. (3) Dem Jugendamt oder einem Verein kann keine Vergütung bewilligt werden.
LEGALIS. Anwälte besorgen die Übernahme von Nachlasspflegschaften berufsmäßig und stehen daher mit ihrer fachlichen Qualifikation für die interessengerechte und ökonomische Ausübung der Nachlasspflegschaft. Auch wenn stets nur ein Anwalt oder eine Anwältin zum Nachlasspfleger bestellt wird, sorgen die in der Societät vorhandenen speziellen Fachanwaltschaften bzw. Kenntnisse für die effiziente Durchsetzung gemäß der Anordnungen im Bestellungsbeschluss. Es macht daher keinen Unterschied, ob die Nachlasspflegschaft auf die unmittelbare Auseinandersetzung (Liquidation) von Nachlasswerten gerichtet ist oder auf die längerfristige Sicherung (Verwaltung) des Nachlasses oder sich (zunächst) auf die Ermittlung von Erben beschränkt.
Ermittlung und Anwendung des anzuwendenden Erbrechtes und der (gesetzlichen) Erbfolge: gerade bei komplexen Erbengemeinschaften bzw. der Ermittlung von Erben ist hier die rechtssichere Ausgestaltung -auch im Sinne einer Kosteneffizienz- unumgänglich.
Kenntnisse im Grundstücksrecht: die Sicherung des Nachlasses setzt gerade auch einen schnellen Überblick über die Rechtsverhältnisse an Grundstücken voraus, die mit den darauf verbundenen Lasten richtig beurteilt werden müssen, um hiernach die richtigen und angemessenen Verwaltungs- und Sicherungsmaßnahmen treffen zu können. Diese Fragen werden -auch unabhängig von der Bestellung als Nachlasspflegerin- von RA'in Hägele betreut.
Kenntnisse im Wohnungseigentumsrecht und Mietrecht: Die in den Nachlass fallende Mietwohnung oder Immobilie bzw. Eigentumswohnung erfordert regelmäßig unaufschiebbare Maßnahmen, sei es z.B. die Entmietung oder Kündigung bzw. die vorläufige Wahrnehmung von Rechten in Eigentümergemeinschaften und dergleichen. Bei diesen Spezialmaterien sind besondere Kenntnisse und Erfahrungen gefragt, über welche die Berufsträger bei LEGALIS. Anwälte verfügen (abgeschlossener Fachanwaltskurs für Miet- und Wohnungseigentumsrecht bei RA'in Wegener). Eine enge Zusammenarbeit und ein Informationsaustausch mit dem so bestellten Nachlasspfleger ist gewährleistet (Rechtsanwendung aus einer Hand).
Zusammenfallen mit arbeitsrechtlichen Belangen: sei es dass der Erblasser selbst Arbeitnehmer war oder im Rahmen einer Gewerblichen Tätigkeit Arbeitnehmer hatte. In diesen Fällen sind rasch Fragen des Kollektiv- wie Individualarbeitsrechts zu regeln, für die mit RA Egle als Fachanwalt für Arbeitsrecht ein interner Berater und Ansprechpartner vorhanden ist.
Einflüsse des Familienrechts auf die bestehende Nachlasspflegschaft: Oft sind die Interessen des überlebenden Ehegatten, unterhaltsbedürftiger Abkömmlinge, der (Vorab-)Auseinandersetzung des ehelichen Hausrates von entscheidender Bedeutung für die Abwicklung einer Nachlasspflegschaft. Hier stehen mit RA'in Ramsperger und RA Stehle zwei Fachanwälte für Familienrecht zu Verfügung.
Durch die enge Kooperation mit der Steuerberatung Ramsperger & Mayer ist zudem eine -falls erforderlich- zuverlässige Betreuung der zu besorgenden steuerlichen Belange gewährleistet.
Sehr geehrte LEGALIS. Anwälte, ich wende mich an Sie, da ich Ihren Rechtstipp "Nachlasspflegschaft - zur Tätigkeit eines Nachlasspflegers oder Nachlassverwalters" gelesen habe. (Bitte beschreiben Sie dazu kurz Ihre Situation mit relevanten Details, damit Sie eine konkrete Antwort erhalten.)