Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%202003,%201313
Timestamp: 2017-11-18 03:01:02
Document Index: 223521938

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 68', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

OLG Koblenz, 29.11.2001 - 5 U 1382/00 - dejure.org
Anspruch auf Schmerzensgeld und Ersatz materieller Schäden im Fall ärztlichen Fehlverhaltens; Durchführung einer medizinisch nicht indizierten Maßnahme als Behandlungsfehler; Anforderungen an die Indikation für eine durchgeführte Diagnosebehandlung; Organisationsverschulden eines Institutsleiters im Fall fehlerhafter Aufklärung durch den behandelnden Assistenzarzt; Umfang einer ärztlichen Aufklärungspflicht; Beurteilung eines Informationsblattes vor dem Hintergrund der Anforderungen an eine Patientenaufklärung; Kriterien für die Bestimmung eines angemessenen Schmerzensgeldes; Zulässigkeit des Nachschiebens von Gründen im Berufungsverfahren
LG Mainz, 24.08.2000 - 2 O 171/96
NJW-RR 2002, 816
VersR 2003, 1313
Bei diagnostischen Eingriffen ohne therapeutischen Eigenwert - wie der DSA - sind deshalb grundsätzlich strengere Anforderungen an die Aufklärung des Patienten über damit verbundene Risiken zu stellen (vgl. Senatsurteil vom 15. Mai 1979 - VI ZR 70/77 - VersR 1979, 720, 721;… OLG Düsseldorf VersR 1984, 643, 645 (Angiographie) mit Nichtannahmebeschluss des BGH vom 3. April 1984 - VI ZR 173/83 - OLG Stuttgart VersR 1988, 832, 833 (Angiographie); OLG Koblenz NJW-RR 2002, 816, 818 (Angiographie);… Geiß/Greiner, aaO;… Katzenmeier, Arzthaftungsrecht, 2002, S. 328;… Laufs/Uhlenbruck, Handbuch des Arztrechts, 3. Aufl., § 68 Rn. 12).
Hier hat der Arzt dem Patienten selbst entfernt liegende Komplikationsmöglichkeiten in angemessener Weise darzutun (OLG Koblenz VersR 2003, 1313).
Die Beklagte hat für alle Folgen der Behandlung ein zu stehen, gleich, ob sich ein aufklärungspflichtiges Risiko oder eine sonstige Schadensfolge verwirklicht hat (BGH VersR 2001, 592 mit Anmerkung von Gerlein; Senat VersR 2003, 1313).
Bei Eingriffen zur Diagnose ohne therapeutischen Eigenwert sind allgemein strengere Anforderungen an die Aufklärung des Patienten und die damit verbundenen Risiken zu stellen (BGH NJW 1979, 1933, 1934; OLG Koblenz NJW-RR 2002, 816 und VersR 2006, 123).
Auch wenn die Angiographie hier nach den Ausführungen des Sachverständigen zugleich eine Behandlungsmaßnahme darstellte und deshalb die strengeren Anforderungen an eine Risikoaufklärung bei rein diagnostischen Maßnahmen ohne therapeutischen Eigenwert (vgl. jeweils zur Angiographie: BGH, NJW 2009, 1209 ff., Tz. 13 m.w.N.; OLG Koblenz, NJW-RR 2002, 816 ff., juris Tz. 107) nicht gelten mögen, war das Risiko des Schlaganfalls jedenfalls geeignet, die Lebensführung des Klägers besonders schwer zu belasten.
Anforderungen an die ärztliche Risikoaufklärung bei einer Operation zur …
Dabei sind bei einem nicht zwingend erforderlichen Eingriff besonders strenge Anforderungen zu stellen (vgl. OLG Koblenz VersR 2003, 1313).
Anforderungen an die ärztliche Risikoaufklärung bei einer Operation am Ellbogen
Dabei sind bei einem nicht zwingend erforderlichen Eingriff besonders strenge Anforderungen zu stellen (OLG Koblenz VersR 2003, S. 1313).
Diesen Nachweis haben die Beklagten jedoch geführt (BGH NJW 1998, 2734 ; Senat NJW-RR 2002, 816 ).
Dem Patienten muss noch die Gelegenheit zu einem ruhigen Abwägen verbleiben (OLG Koblenz v. 29.11.2001 - 5 U 1382/00, VersR 2003, 1313 = NJW-RR 2002, 816).