Source: https://www.anwalt.de/rechtstipps/koerperverletzungsdelikte-ermittlungsverfahren-beschuldigtenvernehmung-und-strafverfahren_019693.html
Timestamp: 2018-12-15 13:35:21
Document Index: 317815600

Matched Legal Cases: ['§ 223', '§ 229', '§ 224', '§ 226', '§ 227', '§ 823']

Warum sollte ich einen Strafverteidiger beauftragen, wenn ich mit einem Verfahren wegen Körperverletzung konfrontiert werde?
Zwei ganz einfache Antworten:
- Sie könnten zu einer hohen Geldstrafe oder Freiheitsstrafe verurteilt werden und vorbestraft sein und
- Sie setzen sich erheblichen Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüchen aus.
Ich helfe Ihnen, um genau diese „Baustellen" in den Griff zu bekommen. Rufen Sie mich unverbindlich an, um das weitere Vorgehen abzusprechen. Insbesondere sind die Anwaltskosten in Relation zu den zu erwartenden Nachteilen zu Ihrem Vorteil. Wir setzen auf richtige Taktik und sparen Ihnen dabei noch Geld!
Ein Prozess ist wie ein Schachspiel: Wir sind am Zug und Wir setzen auf Schachmatt
Erkennen Sie Ihre „Feinde" und „Freunde" in dem Spiel:
Denken Sie daran, dass der Strafverteidiger Ihr einziger Freund in dem „Spiel" ist. Die Staatsanwaltschaft will Sie bestrafen und der Rechtsanwalt des Geschädigten will Ihr Geld. Beide „Gegner" haben meist überzogene bzw. ungerechtfertigte Forderungen. Es ist an der Zeit, dass Sie diesen eine solide Strafverteidigung entgegensetzen.
....aber zunächst ein paar Informationen für Sie, damit Sie verstehen, um was überhaupt geht:
Was ist eigentlich eine Körperverletzung?
Eine körperliche Misshandlung oder Gesundheitsbeschädigung einer anderen Person.
Körperliche Misshandlung ist jede Substanzbeeinträchtigung des Körpers und jede üble, unangemessene Behandeln, die entweder das körperliche Wohlbefinden oder die körperliche Unversehrtheit nicht nur unerheblich beeinträchtigt.
Eine Gesundheitsbeschädigung ist ein Hervorrufen oder Steigern eines, wenn auch nur vorübergehenden pathologischen (krankhaften) Zustandes.
Wann werde ich wegen Körperverletzung bestraft?
Vorsätzliche Körperverletzung, § 223 StGB:
Wenn Sie eine andere Person körperlich misshandeln oder an der Gesundheit schädigen.
Fahrlässige Körperverletzung, § 229 StGB:
Wenn Sie durch Fahrlässigkeit die Körperverletzung einer anderen Person verursachen.
Gefährliche Körperverletzung, § 224 StGB:
Wenn Sie die Körperverletzung durch Beibringung von Gift oder anderen gesundheitsschädlichen Stoffen, mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs, mittels eines hinterlistigen Überfalls, mit einem anderen Beteiligten gemeinschaftlich oder, mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung begehen.
Schwere Körperverletzung, § 226 StGB:
Wenn die Körperverletzung zur Folge hat, dass die verletzte Person das Sehvermögen auf einem Auge oder beiden Augen, das Gehör, das Sprechvermögen oder die Fortpflanzungsfähigkeit verliert, ein wichtiges Glied des Körpers verliert oder dauernd nicht mehr gebrauchen kann oder in erheblicher Weise dauernd entstellt wird oder in Siechtum, Lähmung oder geistige Krankheit oder Behinderung verfällt.
Köperverletzung mit Todesfolge, § 227 StGB:
Wenn Sie durch die Körperverletzung den Tod der verletzten Person verursachen.
Wenn ein Amtsträger, der während der Ausübung seines Dienstes oder in Beziehung auf seinen Dienst eine Körperverletzung begeht oder begehen lässt.
Der Versuch - mit Ausnahme der fahrlässigen Körperverletzung - ist stets strafbar.
Dies richtet sich zunächst nach der Art der Körperverletzung (siehe oben). Hinzu sind noch die Umstände (z.B. die Verletzungen) des Opfers zu berücksichtigen. Des Weiteren hängt die Bestrafung von Ihrer Person (z.B. Vorbestrafungen) ab.
Lassen Sie sich diesbezüglich von mir beraten. Gehen Sie davon aus, dass die Gerichte Körperverletzungsdelikte tendenziell hart bestrafen. Eine gefährliche Körperverletzung hat - abgesehen von dem minder schweren Fall - einen Strafrahmen von 6 Monaten bis 10 Jahren Freiheitsstrafe. Dies soll Ihnen zeigen, dass hier schnell eine Bewährungsstrafe das Ergebnis einer Hauptverhandlung werden kann.
Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche!
Im Zweifel werden Sie von dem Rechtsanwalt des Geschädigten ein anwaltliches Schreiben bekommen. Plötzlich sollen Sie hohe Summen bezahlen und die Anwaltskosten tragen. Es gibt keine zuverlässigen Quellen im Netz, keine Schmerzensgeldtabelle. Bezahlen Sie nicht einfach, was von Ihnen verlangt wird.
- unerlaubter Handlung (sogenannte außervertragliche Deliktshaftung)
- Vertragsverletzung
- Verschuldenshaftung nach § 823 Abs. 1 Bürgerliches Gesetzbuch setzt schuldhaftes Handeln voraus (kann vorsätzlich oder fahrlässig begangen werden) und Schuldfähigkeit.
- Dem steht die sogenannte Gefährdungshaftung gegenüber
Sinn und Zweck dieser Haftung ist die Überlegung, dass derjenige, der eine potenzielle Gefahrenquelle unterhält, für diese auch zu haften hat.
- materiellen Schäden (z.B. Heil- und Behandlungskosten)
- immateriellen Schäden (Schmerzensgeld als billige Entschädigung in Geld)
- und Sachschäden (z.B. Ersatz für Reparaturkosten, Wertersatz bei Zerstörung)
Lassen Sie sich diesbezüglich - egal aus welchem Bundesland Sie kommen - beraten!
Ich bin wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Was bedeutet das für mich? Was ist eigentlich „gefährlich"?
Eine gefährliche Körperverletzung hat - abgesehen von dem minder schweren Fall - einen Strafrahmen von 6 Monaten bis 10 Jahren Freiheitsstrafe. Daraus erübrigt sich die Frage, ob Sie eine anwaltliche Unterstützung und Beratung brauchen. Nehmen Sie eine solche Anklage ernst, denn es geht hier nicht mehr um Verhängung einer Geldstrafe.
Die Gefährlichkeit ergibt sich aus der vom Gesetz beschriebene Begehungsweise. Im Einzelfall muss überprüft werden, ob eine begangene Körperverletzung als „gefährlich" eingestuft werden kann.
Durch Beibringung von Gift oder anderen gesundheitsschädlichen Stoffen kann eine gefährliche Körperverletzung verwirklicht werde. Unter Gift versteht man jede anorganische oder organische Substanz, die unter bestimmten Bedingungen chemisch oder chemisch-physikalisch die Gesundheit zu beeinträchtigen vermag. Andere Stoffe sind solche, die mechanisch, thermisch oder biologisch (z.B. Viren oder Bakterien) wirken.
Von mehreren Beteiligten geht davon aus, dass mindestens zwei Personen als Mittäter handeln. Es ist jedoch nicht nötig, dass der Mittäter sich an der Körperverletzungshandlung beteiligt. Gemeinsames Auftreten am Tatort genügt wegen des Gefährlichkeitsaspekts.
Bei einer das Leben gefährdenden Behandlung muss die Begehungsweise nach den Umständen des konkreten Falls objektiv generell (abstrakt) geeignet sein, das Opfer in Lebensgefahr zu bringen.
Wann besteht eine „dauerhafte Entstellung" bei der schweren Körperverletzung?
In erheblicher Weise dauernd entstellt ist eine Person, wenn ihre äußere Gesamterscheinung in ihrer ästhetischen Wirkung derart verändert ist, dass auf Dauer starke psychische Nachteile im Verkehr mit der Umwelt zu erwarten sind.
Zum Beispiel deutlich sichtbare Narben im Gesichtsbereich, Verlust mehrere Vorderzähne und ähnliches werden von der Rechtsprechung als „erheblich" bejaht.
Die Frage drängt sich auf, ob die Entstellung auch „auf Dauer" entsteht, wenn die durch eine ungefährliche und problemlos mögliche kosmetische Behandlung korrigiert werden könnte. Die Rechtsprechung hat entscheiden, dass eine dauernde Entstellung nicht mehr vorliege, soweit die Verunstaltung durch kosmetische Eingriffe zu beseitigen ist. In diesem Fall geht der Täter jedoch nicht straflos aus. Vielmehr wird er sich wegen Körperverletzung bzw. gefährlicher Körperverletzung verantworten müssen.
Was bedeutet, dass es sich bei der einfachen & fahrlässigen Körperverletzung um ein Antragsdelikt handelt?
Das heißt, dass die Strafverfolgungsbehörden erst mit Stellung eines Strafantrags einschreiten, sofern nicht das besondere öffentliche Interesse durch die Staatsanwaltschaft bejaht wird. Andernfalls wird das Opfer auf den Privatklageweg verwiesen.
Opfer und Täter sollten sich diesbezüglich anwaltlich beraten lassen.
Schon der Versuch einer Körperverletzung ist strafbar.
Ich habe einen Strafbefehl wegen Fahrlässiger Körperverletzung im Straßenverkehr bekommen. Was nun?
Zur Bedeutung eines Strafbefehls und seiner Wirkung verweise ich auf folgenden Link meiner Webseite.
Eine fahrlässige Körperverletzung liegt dann vor, wenn Sie durch Fahrlässigkeit die Körperverletzung einer anderen Person verursachen.
Im Straßenverkehr kann dies schnell passieren: Als Unfallverursacher haben Sie sich pflichtwidrig verhalten. Eine oder mehrere Personen erleiden einen Personenschaden und stellen Strafantrag gegen Sie (oder ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung wird bejaht).
Lassen Sie sich einen Beratungstermin geben, um die Erfolgsaussichten eines Einspruchs gegen den Strafbefehl zu prüfen. Prüfen Sie Ihre Verkehrsrechtsschutzversicherung, ob Sie die Anwaltskosten in diesem Fall übernimmt.
Warum brauche ich überhaupt einen Verteidiger im Strafverfahren wegen Körperverletzungsdelikten?
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