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Timestamp: 2016-10-23 18:01:35
Document Index: 150406199

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 42', 'Art. 325', 'Art. 353', 'Art. 260', 'Art. 325', 'Art. 353', 'Art. 391', 'Art. 358', 'Art. 22', 'Art. 48', 'Art. 391', 'BGE', 'Art. 391', 'BGE', 'Art. 391', 'Art. 260', 'BGE', 'Art. 260', 'Art. 260', 'Art. 260', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 260', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 391', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68']

6B_863/2013 � � Urteil vom 10. Juni 2014
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern erliess am 8. Mai 2012 einen Strafbefehl gegen X.________ wegen Landfriedensbruchs, begangen am 21. Januar 2012 in Bern, und bestrafte ihn mit einer bedingten Geldstrafe von 25 Tagess�tzen zu Fr. 80.-- sowie einer Verbindungsbusse von Fr. 400.--. Dem Strafbefehl lag folgender Sachverhalt zugrunde: Der Beschuldigte nahm am 21.01.2012 an einer unbewilligten Demonstration (Wipe out WEF [World Economic Forum Davos]) in der Stadt Bern teil. Bereits vor der Demonstration war zu Gewalt aufgerufen worden. An der Demonstration beteiligten sich rund 100 Personen. Ein Grossteil der Teilnehmer war ganz oder teilweise vermummt und trug Schutzbrillen. Es wurden Knallk�rper und Leuchtpetarden gez�ndet und gegen die Polizei geworfen. Der Beschuldigte trug einen Pfefferspray auf sich.
Das Regionalgericht Bern-Mittelland verurteilte X.________ am 26. November 2012 auf dessen Einsprache hin wegen versuchten Landfriedensbruchs zu einer bedingten Geldstrafe von 15 Tagess�tzen zu Fr. 60.-- und einer Verbindungsbusse von Fr. 300.--.
�Das Obergericht des Kantons Bern fand X.________ am 20. Juni 2013 auf dessen Berufung und eine auf die Sanktion beschr�nkte Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft hin des Landfriedensbruchs schuldig und verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagess�tzen zu Fr. 50.-- und einer Verbindungsbusse von Fr. 250.-- (als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Solothurn vom 20. Februar 2013 wegen Sachbesch�digung und groben Unfugs).
X.________ erhebt Beschwerde in Strafsachen mit den Antr�gen, das obergerichtliche Urteil aufzuheben und ihn vom Vorwurf des Landfriedensbruchs freizusprechen. Es sei ihm eine Entsch�digung von Fr. 10'000.-- f�r das Verfahren vor Regional-, Ober- und Bundesgericht zuzusprechen. Eventualiter sei ihm vor Bundesgericht die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen.
�In der Vernehmlassung beantragt die Staatsanwaltschaft gest�tzt auf das Urteil 6B_905/2008 vom 24. M�rz 2009 E. 1.4 die Abweisung der Beschwerde. Das Obergericht ersucht unter Hinweis auf BGE 139 IV 282 gegebenenfalls um eine reformatorische Entscheidung. Im Kanton Bern seien 100 Strafverfahren in dieser Sache h�ngig. X.________ verzichtete auf eine Stellungnahme.
1.1.�Der Beschwerdef�hrer zog das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zur�ck.
1.2.�Rechtsschriften haben die Begehren und deren Begr�ndung zu enthalten (Art. 42 Abs. 1 BGG). Verweisungen auf die bisherigen Ausf�hrungen sind unbeachtlich (vgl. Urteil 6B_1180/2013 vom 22. April 2014 E. 2).
2.1.�Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung des Anklagegrundsatzes. Sowohl die Angabe von Ort und Zeit der Tatbegehung als auch die Sachverhaltsschilderung seien als unpr�zise zu bezeichnen.
2.2.�Nach der Vorinstanz geht aus dem Strafbefehl klar hervor, dass dem Beschwerdef�hrer die Teilnahme an einer Demonstration vorgeworfen wird, welche zur Gewalt geneigt war und aus welcher schliesslich Gegenst�nde gegen Polizeibeamte geworfen wurden. Der exakte Ort innerhalb der Stadt Bern sei zwar nicht genannt. Die Demonstration werde jedoch mit Datum und Bezeichnung "Wipe out WEF" eindeutig individualisiert. Der Beschwerdef�hrer habe gewusst, was ihm vorgeworfen wird.
2.3.�Gem�ss Art. 325 Abs. 1 lit. f. StPO bezeichnet die Anklageschrift m�glichst kurz, aber genau: die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausf�hrung. Der Strafbefehl enth�lt den Sachverhalt, welcher der beschuldigten Person zur Last gelegt wird (Art. 353 Abs. 1 lit. c StPO). Die Sachverhaltsumschreibung muss den Anforderungen an eine Anklage gen�gen. Die schriftliche Fixierung des Anklagevorwurfs setzt das Anklageprinzip unmittelbar um. Tatort und Tatzeit sind, soweit es die Beweislage erlaubt, m�glichst pr�zise zu umschreiben (Urteil 6B_848/2013 vom 3. April 2014 E. 1.3.1). Die StPO ist nicht formalistisch auszulegen (zur Ver�ffentlichung in der amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil 6B_908/2013 vom 20. M�rz 2014 E. 2.5).
2.4.�Der Strafbefehl enth�lt Ort und Datum, bezeichnet aber die "Zeit" sowie den "Ort" nicht pr�zise. Er umschreibt indessen die unbewilligte Demonstration ("Wipe out WEF") eindeutig und angesichts des konkreten Verlaufs hinreichend bestimmt. Er nennt den Aufruf zur Gewalt, die Vermummung, das Z�nden von Knallk�rpern und Leuchtpetarden, ihren Wurf gegen Polizeibeamte sowie die Teilnahme des Beschwerdef�hrers, der einen Pfefferspray auf sich trug. Der Strafbefehl enth�lt den nach Auffassung der Staatsanwaltschaft erf�llten Straftatbestand Landfriedensbruch gem�ss Art. 260 StGB, wie das Art. 325 Abs. 1 lit. g und Art. 353 Abs. 1 lit. d StPO vorschreiben. Damit gen�gt er seiner Informations- und Umgrenzungsfunktion.
3.1.�Der Beschwerdef�hrer bringt vor, die Erstinstanz habe ihn wegen versuchten Landfriedensbruchs schuldig gesprochen. Er habe Berufung erhoben. Die Staatsanwaltschaft habe ihre Anschlussberufung auf die Sanktion beschr�nkt. Indem die Vorinstanz ihn wegen vollendeten Landfriedensbruchs verurteile, verletze sie das Verschlechterungsverbot von Art. 391 StPO.
3.2.�Die Vorinstanz nimmt an, aufgrund der Anschlussberufung k�nne sie die Sanktion erh�hen. Weiter kommt sie zum Ergebnis, das Verst�ndnis des Verschlechterungsverbots nach dem bisherigen kantonalbernischen Strafprozessrecht (Art. 358 Abs. 2 aStrV) habe sich mit der StPO nicht ge�ndert. Mit einer Verurteilung wegen vollendeten statt versuchten Landfriedensbruchs �ndere sich weder die Deliktsart noch die Strafandrohung. Es entfalle einzig der Strafmilderungsgrund von Art. 22 Abs. 1 i.V.m. Art. 48a StGB. Es liege keine strengere oder sch�rfere juristische Qualifikation vor. Eine Verurteilung wegen vollendeter Begehung sei m�glich.
3.3.�Das Bundesgericht entschied die Auslegung von Art. 391 Abs. 2 StPO in BGE 139 IV 282 (vgl. ferner Urteile 6B_245/2013 vom 6. Februar 2014 und 6B_375/2013 vom 13. Januar 2014). Diese Urteile waren der Vorinstanz im Urteilszeitpunkt nicht bekannt. Nach dieser Rechtsprechung verletzen sowohl die Sanktionsversch�rfung als auch die strengere Tatqualifikation Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO. Massgebend ist das Dispositiv (BGE 139 IV 282 E. 2.6).
�Weil nur der Beschwerdef�hrer im Schuldpunkt Berufung erhob, durfte die Vorinstanz den erstinstanzlichen Schuldspruch nicht zu dessen Nachteil ab�ndern. Die Demonstration fand nach dem Inkrafttreten der StPO am 1. Januar 2011 statt. Das von der Staatsanwaltschaft zitierte Urteil (oben Bst. C) ist nicht einschl�gig. Die Verurteilung wegen vollendeten Landfriedensbruchs verletzt Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO und ist aufzuheben.
Vom vollendeten Delikt unterscheidet sich der Versuch dadurch, dass der objektive Tatbestand nur zum Teil verwirklicht wird, w�hrend der subjektive Tatbestand erf�llt sein muss. Der Schuldspruch wegen des vollendeten Delikts erfasst den Versuch. Eine R�ckweisung zur Pr�fung einer versuchten Begehung erweist sich unter prozess�konomischen Gesichtspunkten als wenig sinnvoll. Auf die als unzutreffend ger�gte Auslegung von Art. 260 StGB ist einzutreten.
5.1.�Der Beschwerdef�hrer bestreitet eine Zusammenrottung. Eine friedensbedrohende Grundstimmung anzunehmen, sei als unzul�ssige Verallgemeinerung und Vorverurteilung zu werten. Mit der Einkesselung entfalle die �ffentlichkeit. Es liege keine Teilnahme vor, denn die Demonstration habe nicht mehr verlassen werden k�nnen. Der Fackelwurf sei erst nach der Einkesselung erfolgt. Dieser sei nicht versuchte Gewaltt�tigkeit, sondern, wenn �berhaupt, Androhung von Gewalt. Dass er symptomatisch f�r die Grundhaltung der Demonstrierenden gewesen sei, bleibe eine unzul�ssige Vermutung. Die strafrechtliche Erheblichkeit fehle. Werde der Vorsatz damit konstruiert, er habe schon zu Beginn um m�gliche Gewaltt�tigkeiten wissen m�ssen, f�hre das zu einer nicht hinnehmbaren Vorverlagerung der Strafbarkeit.
5.2.�Nach den vorinstanzlichen Feststellungen hatten sich am 21. Januar 2012 um 14 Uhr ca. 100 Personen als kompakte Gruppe von der Reitschule Richtung Bollwerk mit Ziel Heiliggeistkirche begeben. Von Beginn weg wurden Knallk�rper und Leuchtpetarden gez�ndet. Es wurden 30 Knallk�rper, 10 Leuchtfackeln, 10 Pfeffersprays, 50 Schutzbrillen, 10 Helme und 5 Gesichtsmasken sichergestellt. Im Vorfeld erfolgten teilweise aggressiv formulierte Aufrufe, weshalb Polizei und Medien von einem erheblichen Gewaltpotenzial ausgingen.
�Im Bereich Bollwerk, Einm�ndung Speichergasse, wurde der Umzug von der Polizei eingekreist und gestoppt. Nur wenige Sekunden danach (Urteil S. 20) trat ein Beteiligter aus der Gruppe heraus und warf eine Leuchtfackel gezielt in Richtung Polizeikette. In der Folge teilte die Polizei mit, dass sie alle einer Personenkontrolle unterziehe. Einige entledigten sich mitgef�hrter Gegenst�nde, warfen sie gr�sstenteils in einen Kanalschacht und z�ndeten sie an. Aus dem Demonstrationsfahrzeug verlautete schliesslich, man verzichte auf eine Konfrontation und wolle sich friedlich in die Reitschule zur�ckziehen. Darauf ging die Polizei nicht ein. Der Beschwerdef�hrer wurde vorl�ufig festgenommen. Er trug einen Pfefferspray auf sich. Er hatte zu keiner Zeit versucht, sich von den �brigen Beteiligten abzusetzen.
5.3.�Demonstrationen sind eine Form des gesteigerten Gemeingebrauchs und d�rfen daher der Bewilligungspflicht unterworfen werden. Die �ffentliche Ordnung l�sst keinen Raum f�r Meinungskundgebungen, die mit rechtswidrigen Handlungen verbunden sind. Die verfassungsm�ssige Meinungs- und Versammlungsfreiheit bezieht sich auf friedliche Veranstaltungen. Zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und Abwendung unmittelbarer Gefahren von Ausschreitungen, Krawallen und Straftaten jeder Art kann die Bewilligung einer Demonstration verweigert werden (BGE 127 I 164 betreffend Demonstration anl�sslich des Weltwirtschaftsforums Davos im Jahre 2001). Die zu beurteilende Kundgebung war nicht bewilligt.
5.4.�Landfriedensbruch gem�ss Art. 260 StGB begeht, wer an einer �ffentlichen Zusammenrottung teilnimmt, bei der mit vereinten Kr�ften gegen Menschen oder Sachen Gewaltt�tigkeiten begangen werden (Abs. 1). Die Teilnehmer, die sich auf beh�rdliche Aufforderung hin entfernen, bleiben straffrei, wenn sie weder selbst Gewalt angewendet noch zur Gewaltanwendung aufgefordert haben (Abs. 2).
�Landfriedensbruch ist im Zw�lften Titel des Strafgesetzbuches unter den Verbrechen und Vergehen gegen den �ffentlichen Frieden eingeordnet. Charakteristisch ist die friedensst�rende Grundstimmung, die sich auch aus der Art des Aufrufs zur Teilnahme oder den mitgef�hrten Hilfsmitteln ergeben kann ( GERHARD FIOLKA, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl. 2013, N. 14 zu Art. 260 StGB). Landfriedensbruch als kollektive Gewaltt�tigkeit verletzt die bestehende Friedensordnung und das Vertrauen in ihren Bestand ( G�NTER STRATENWERTH/FELIX BOMMER, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil II, 7. Aufl. 2013, S. 197). Art. 260 StGB will die �ffentliche Friedensordnung sichern, und auf diesen Zweck hin ist das Gesetz auszulegen (BGE 108 IV 33 E. 4).
�Zusammenrottung ist die Ansammlung einer nach den Umst�nden mehr oder weniger grossen Zahl von Personen, die nach aussen als vereinte Macht erscheint und von einer f�r die �ffentliche Friedensordnung bedrohlichen Grundstimmung getragen wird (BGE 108 IV 33 E. 1a). Sie ist �ffentlich, wenn sich ihr eine unbestimmte Zahl von Personen anschliessen kann. Ob �ffentlichkeit anzunehmen ist, h�ngt von den gesamten Umst�nden ab, deren Tragweite unter Ber�cksichtigung von Sinn und Zweck der in Betracht fallenden Strafbestimmung und des dadurch gesch�tzten Rechtsguts zu bewerten ist (Urteil 6S.318/2003 vom 27. Mai 2004 E.4.3). Die mit vereinten Kr�ften gegen Menschen oder Sachen begangenen Gewaltt�tigkeiten m�ssen symptomatisch sein f�r die Stimmung, welche die Menge antreibt, und als Tat der Zusammenrottung erscheinen. Gewalt setzt nicht notwendig besondere physische Kraft voraus. Es gen�gt, wenn ein Teilnehmer Gewaltt�tigkeiten begeht, die f�r die Grundhaltung der Gruppe charakteristisch sind. Das tatbestandsm�ssige Verhalten besteht bereits in der freiwilligen Teilnahme an der Zusammenrottung und setzt nicht voraus, dass der Teilnehmende selber Gewalthandlungen begeht. In objektiver Hinsicht gen�gt es, dass er als Bestandteil der Zusammenrottung und nicht bloss als passiver, von der Ansammlung distanzierter Zuschauer erscheint (Urteile 6S.118/2000 vom 19. April 2000 E. 3 und 6S.697/1998 vom 25. Juni 1999 E. 2a mit Hinweis auf BGE 124 IV 269 E. 2b).
5.5.�Die Vorinstanz nimmt zutreffend eine friedensst�rende Grundstimmung an. Der aggressive Aufmarsch der schwarz gekleideten, teils maskierten und vermummten, Knallk�rper und Leuchtpetarden ("Pyros") werfenden, kompakten Hundertschaft erscheint als gewaltbereit auftretende Macht. Er fand unter angestrebter �ffentlichkeitswirkung und gesteigertem Gemeingebrauch auf �ffentlichem Boden im Zentrum von Bern statt. Gem�ss ihrem Auftreten und den mitgef�hrten Gegenst�nden (oben E. 5.2) waren die Beteiligten auf eine Konfrontation mit der Polizei eingestellt. Nach der Erstinstanz wurden schwerere Ausschreitungen einzig durch das f�r sie �berraschend grosse Polizeiaufgebot verhindert. Der Aufmarsch ist als �ffentliche Zusammenrottung zu qualifizieren.
5.6.�Teilnehmer ist, wer kraft seines Gehabens derart im Zusammenhang mit der Menge steht, dass er f�r den Beobachter als deren Bestandteil erscheint (BGE 108 IV 33 E. 3a).
�Der Beschwerdef�hrer war von Anfang an dabei und distanzierte sich zu keinem Zeitpunkt. Sein Vorbringen, mit der Einkesselung entfalle der Charakter der Zusammenrottung wie der �ffentlichkeit, und er habe sich nicht mehr entfernen k�nnen, ist unbehelflich. Die Einkesselung bezweckte die Gefahrenabwehr und Wiederherstellung der gest�rten Friedensordnung. Mit dem Eingreifen der Polizei, einem dynamischen Vorgang, wird weder die �ffentlichkeit der Kundgebung noch ihr friedensbedrohender Charakter aufgehoben, und dies umso weniger, wenn die Beteiligten ihr Vorhaben fortsetzen (vgl. BGE 108 IV 33 E. 1b S. 34 f.). Das Geschehen ist in seinem kausalen Zusammenhang zu beurteilen. Die Teilnahme an der Zusammenrottung ist als T�tigkeitsdelikt ausgestaltet. Der Beschwerdef�hrer war Teilnehmer.
5.7.�Die Teilnahme ist nur strafbar, wenn mit vereinten Kr�ften gegen Menschen oder Sachen Gewaltt�tigkeiten begangen wurden. Solche Handlungen m�ssen als "Tat der Menge", der Zusammenrottung, erscheinen, in ihren Auswirkungen aber nicht schwer sein (BGE 108 IV 33 E. 2; 103 IV 241 E. 2a).
5.7.1.�Der Begriff der Gewaltt�tigkeiten ist eigenst�ndig tatbestandskonform auszulegen. Die Menge muss ihren friedensbedrohenden Charakter tats�chlich bet�tigen (vgl. MARK PIETH, Strafrecht, Besonderer Teil, 2014, S. 226). Unter Gewaltt�tigkeit ist eine "aktive, aggressive Einwirkung auf Menschen oder Sachen" zu verstehen (BGE 108 IV 175 E. 4).
�Die Begehung einer Gewaltt�tigkeit ist objektive Strafbarkeitsbedingung der Teilnehmerstrafbarkeit (BGE 124 IV 269 E. 2b S. 271; 108 IV 33 E. 3a). Das bedeutet, dass die Teilnahme an sich zwar bereits den Tatbestand des Landfriedensbruchs erf�llt, aber trotz ihrer generellen Gef�hrlichkeit nicht strafbar ist, solange keine Gewaltt�tigkeit aus der Zusammenrottung heraus begangen wurde. Diese Einschr�nkung der Strafbarkeit ist in Freiheitsrechten wie der Meinungs- und Versammlungsfreiheit begr�ndet. In der Praxis besteht daher ein Eingriffsermessen von Polizei- und Strafverfolgungsbeh�rden. Sie haben bei Demonstrationen sowohl dem ideellen Gehalt der Freiheitsrechte Rechnung zu tragen als auch einen ausreichenden Polizeischutz zu gew�hrleisten (oben E. 5.3).
5.7.2.�Als Gewaltakt beurteilt die Vorinstanz den gezielten Fackelwurf eines Beteiligten gegen die Polizei bzw. die Polizeikette (Urteil S. 19, 25, 28). Er ist Ausdruck der gewaltbereiten Grundhaltung und symptomatisch f�r die Stimmung, welche die Menge antrieb. Der Fackelwerfer trat aus der Menge heraus zum Wurf, zog sich danach wieder in ihren Schutz zur�ck und schleuderte in der Folge erneut einen Gegenstand gegen die Polizei. Der Fackelwurf erscheint als Tat der Zusammenrottung und ist den Teilnehmern zuzurechnen.
�Der Beschwerdef�hrer wendet ein, das gezielte Werfen einer Fackel �ber eine Distanz von 20 bis 30 m sei unwahrscheinlich. Deshalb sei anzunehmen, die Polizisten h�tten nicht ausweichen m�ssen, um eine Verletzung zu verhindern. Die Vorinstanz h�lt fest, wer einen derart gef�hrlichen Gegenstand wie eine Leuchtfackel "gezielt auf Menschen" werfe, k�nne nicht darauf vertrauen, es werde zu keiner Beeintr�chtigung der physischen Integrit�t kommen (Urteil S. 25). Es handelte sich um eine "Leuchtpetarde (Pyro) " (erstinstanzliches Urteil S. 10, 15). Pyrotechnische Gegenst�nde, wie sie in Fussballstadien verwendet werden, k�nnen eine Hitze von �ber 1000 �C entwickeln (BGE 140 I 2 E. 10.5.2 S. 33). Sie fallen unter das Sprengstoffgesetz (SR 941.41; vgl. Urteile 6B_612/2011 und 6B_614/2011 vom 14. Dezember 2011 E. 1).
�Gewaltt�tigkeit ist nicht erst anzunehmen, wenn im Sinne eines Erfolgsdelikts Menschen verletzt oder Sachen besch�digt werden. Wie die Vorinstanz ausf�hrt, kann die Gewaltt�tigkeit durch einen "Steinwurf, der nicht trifft", erf�llt werden (BGE 108 IV 176 E. 3b betreffend aus der Menge heraus geworfene Pflastersteine, die dem Opernhaus bzw. den Polizeibeamten "galten"). Es l�sst sich nicht fordern, dem Opfer m�ssten zumindest vor�bergehend physische Schmerzen zugef�gt worden sein ( FIOLKA, a.a.O., N. 26 zu Art. 260 StGB). Das h�tte die unhaltbare Konsequenz, dass der Wurf eines Pflastersteins auf Polizisten unter den vorliegenden Bedingungen eine Strafbarkeit wegen Landfriedensbruchs nicht begr�ndete, sofern die Polizisten ausweichen oder "schmerzfrei" abwehren k�nnen. Im Verh�ltnis zu den K�rperverletzungsdelikten sowie Gewalt und Drohung gegen Beamte besteht Idealkonkurrenz (BGE 108 IV 176 E. 3b; 103 IV 241 E. 2a S. 247).
5.7.3.�Mit dem gezielten Fackelwurf auf Menschen wurde eine Gewaltt�tigkeit im Sinne des Gesetzes tats�chlich begangen und entgegen der Beschwerde nicht bloss angedroht. Das Schleudern von Petarden ist gewaltt�tig (BGE 108 IV 33 E. 2). Der Fackelwurf ist nicht anders zu beurteilen, nur weil er nicht vor (wie offenbar der Beschwerdef�hrer voraussetzen will), sondern w�hrend des Eingreifens der Polizei bzw. der Formierung einer Polizeikette erfolgte. Der Eintritt der objektiven Strafbarkeitsbedingung als Voraussetzung der Teilnehmerstrafbarkeit ist gegeben.
5.8.�Subjektiv muss der Teilnehmer um den Charakter der Ansammlung als einer Zusammenrottung wissen. Es gen�gt, wenn er sich wissentlich und willentlich der Zusammenrottung, d.h. einer Menschenmenge, die von einer f�r die Friedensordnung bedrohlichen Grundstimmung getragen wird, anschliesst oder in ihr verbleibt; denn wer solches tut, muss mit Gewaltakten rechnen (BGE 108 IV 33 E. 3a; Urteil 6S.118/2000 vom 19. April 2000 E. 3). Die Ver�bung von Gewaltt�tigkeiten muss als objektive Strafbarkeitsbedingung vom Vorsatz des Teilnehmers nicht erfasst sein (BGE 108 IV 33 E. 3a).
�Der Beschwerdef�hrer geriet nicht zuf�llig und ohne sein Wissen oder gegen seinen Willen in die Zusammenrottung. Der friedensbedrohende Charakter war f�r ihn von Anfang an klar erkennbar. Er aktualisierte dieses Wissen w�hrend des Aufmarsches und solidarisierte sich mit der Menge durch sein Mitmarschieren. Der Vorsatz ist zu bejahen.
5.9.�Das Verschlechterungsverbot im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO untersagt es Rechtsmittelinstanzen nicht, in ihren Erw�gungen die Tat frei zu beurteilen. Entscheidend ist, dass sich dies nicht in einem sch�rferen Schuldspruch oder einer h�rteren Sanktion im Dispositiv niederschl�gt (BGE 139 IV 282 E. 2.6; Urteil 6B_245/2013 vom 6. Februar 2014 E. 2.1 und 2.2).
�Das Handeln des Beschwerdef�hrers ist grunds�tzlich als (vollendeter) Landfriedensbruch zu qualifizieren. Angesichts der prozessualen Voraussetzungen (oben E. 3.3) hat das Dispositiv entsprechend dem erstinstanzlichen Urteil (S. 18) auf (vollendet) versuchten Landfriedensbruch zu lauten.
Der vollendete Versuch kommt in der vorliegenden Konstellation dem vollendeten Landfriedensbruch nahe. Am massgebenden Verhalten des Beschwerdef�hrers �ndert sich durch die Versuchsqualifikation nichts. Zu ber�cksichtigen ist, dass die Staatsanwaltschaft bei der Vorinstanz eine Straferh�hung beantragte (bedingte Geldstrafe von 50 Tagess�tzen zu Fr. 60.-- und Verbindungsbusse von Fr. 600.--). Das Verschlechterungsverbot schliesst eine Erh�hung der vorinstanzlich ausgesprochenen (Zusatz-) Strafe durch das Bundesgericht wie in der Folge einer R�ckweisung durch die Vorinstanz aus (Urteil 6B_245/2013 vom 6. Februar 2014 E. 4.1 mit Hinweis auf BGE 135 IV 87 E. 6 S. 97). Die Strafe erscheint auch unter dem Gesichtspunkt des vollendeten Versuchs angemessen. Der Beschwerdef�hrer ficht sie denn auch nicht an (vgl. BGE 140 III 86 E. 2).
Das Entsch�digungsbegehren betreffend das kantonale Verfahren begr�ndet der Beschwerdef�hrer nicht. Darauf ist nicht einzutreten.
Die Beschwerde ist teilweise gutzuheissen und im �brigen abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Der Beschwerdef�hrer ist gleichlautend mit dem erstinstanzlichen Urteil des "versuchten" Landfriedensbruchs schuldig zu sprechen und das Dispositiv mit Art. "22" StGB zu erg�nzen. Dem �berwiegend unterliegenden Beschwerdef�hrer sind die Gerichtskosten zu drei Vierteln aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Der Kanton Bern hat ihn f�r das bundesgerichtliche Verfahren zu entsch�digen (Art. 68 Abs. 1 BGG).
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und im �brigen abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. Das Dispositiv des Urteils des Obergerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2013 wird auf "versuchten" Landfriedensbruch abge�ndert.
Der Kanton Bern hat dem Beschwerdef�hrer eine Parteientsch�digung von Fr. 1'000.-- auszurichten.