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Timestamp: 2020-02-25 16:31:39
Document Index: 167406006

Matched Legal Cases: ['§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 3', '§ 237', '§ 235', '§ 89', '§ 337', '§ 233', '§ 240', '§ 234', '§ 152', '§ 329', '§ 146', '§ 162', '§ 89', '§ 12', '§ 398', '§ 12', '§ 233', '§ 12', '§ 233', '§ 234', '§ 237', '§ 10', '§ 233', '§ 20', '§ 233', '§ 12', '§ 2', '§ 20', '§ 233', '§ 52', '§ 235', '§ 12', '§ 4', '§ 9', '§ 12']

Littmann/Bitz/Pust, Das Einkommensteuerrecht, EStG § 12 ... / F. Steuerliche Nebenleistungen (§ 12 Nr 3 Hs 2 EStG) | Steuer Office Gold | Steuern | Haufe
Littmann/Bitz/Pust, Das Einkommensteuerrecht, EStG § 12 ... / F. Steuerliche Nebenleistungen (§ 12 Nr 3 Hs 2 EStG)
Die Erstreckung des Abzugsverbots auf die Nebenleistungen, die auf die in § 12 Nr 3 Hs 1 EStG genannten Steuern entfallen (§ 12 Nr 3 Hs 2 EStG), konkretisiert den allg Grundsatz, dass Nebenleistungen regelmäßig entsprechend der steuerlichen Behandlung der Hauptleistung zu beurteilen sind (sog Annexqualifikation, vgl BFH IV R 6/08, BFH/NV 2011, 430). Mit dem Begriff der "Nebenleistung" in § 12 Nr 3 Hs 2 EStG sind die steuerlichen Nebenleistungen iSd § 3 Abs 4 AO gemeint. Nicht abzugsfähig sind danach (vgl H 12.4 EStH 2014 "Nebenleistungen"):
- Aussetzungszinsen gem § 237 AO (BFH X R 155/90, BFH/NV 1992, 458)
- Hinterziehungszinsen gem § 235 AO
- Kosten gem §§ 89 Abs 3, 178, 178a AO u §§ 337 bis 345 AO
- Nachzahlungszinsen gem § 233a AO (BFH IV R 6/08, BFH/NV 2011, 430; BFH VIII R 2/07, BStBl II 2010, 25)
- Säumniszuschläge gem § 240 AO
- Stundungszinsen gem § 234 AO (BFH IV R 122/90, BStBl II 1992, 342)
- Verspätungszuschläge gem § 152 AO
- Zwangsgelder gem § 329 AO.
Das Verzögerungsgeld gem § 146 Abs 2b EStG steht dagegen mit der Ermittlung des betrieblichen Gewinns u nicht mit der Festsetzung der ESt in wirtschaftlichem Zusammenhang, so dass mE ein Abzug nach dem Grundsatz der Akzessorietät der Folgekosten zulässig bleibt (aA H 12.4 EStH 2014 "Nebenleistungen"). Gleiches gilt für den Zuschlag gem § 162 Abs 4 AO (aA H 12.4 EStH 2014 "Nebenleistungen"). Hinsichtlich der Gebühren für eine verbindliche Auskunft gem § 89 Abs 3 AO ist mE zu unterscheiden, ob die Auskunft im Zusammenhang mit der Ermittlung des Gewinns o Überschusses steht (dann abzugsfähig) o ob sich die Auskunft auf die persönlichen Verhältnisse des StPfl o allg auf die Festsetzung der ESt bezieht (dann nicht abzugsfähig) (aA H 12.4 EStH 2014 "Nebenleistungen").
Keine "Nebenleistung" iSv § 12 Nr 3 Hs 2 EStG ist der Strafzuschlag nach § 398a Nr 2 AO (Roth, DStR 2011, 1410). Er ist aber nach § 12 Nr 4 EStG nicht abzugsfähig.
Nachzahlungszinsen gem § 233a AO sind auch dann nach § 12 Nr 3 EStG v Abzug ausgeschlossen, wenn der nachzuzahlende Betrag zuvor zur Erzielung von Einkünften verwendet worden ist. Hiergegen bestehen keine verfassungsrechtlichen Bedenken (BFH IV R 6/08, BFH/NV 2011, 430; BFH VIII R 2/07, BStBl II 2010, 25).
Nachzahlungszinsen gem § 233a AO, Stundungszinsen gem § 234 AO u Aussetzungszinsen gem § 237 waren nach dem früheren § 10 Abs 1 Nr 5 EStG aF als SA abzugsfähig. Diese Vorschrift wurde jedoch durch das StEntlG 1999/2000/2002 v 24.03.1999 (BGBl I 1999, 402) mit Wirkung zum 01.01.1999 aufgehoben (zur Verfassungsmäßigkeit: BFH XI R 73/03, BStBl II 2007, 387).
Im Hinblick auf die Erstattung von Zinsen gem § 233a AO hat es in der Rspr u Gesetzgebung gegenläufige Auffassungen gegeben. Ausgangspunkt der Überlegungen war die häufig anzutreffende Parallelität eines Abzugsverbots für geleistete Aufwendungen u fehlender StPfl für erhaltene Erstattungen. Deshalb liegen regelmäßig keine stpfl Einnahmen vor, wenn nicht abziehbare Steuern v FA erstattet werden. Es gibt allerdings keinen allg Grundsatz, wonach Erstattungen nicht abziehbarer Aufwendungen nicht zu Einnahmen führen (BFH I B 97/11, BStBl 2012, 697; BFH I R 54/05, BFH/NV 2008, 617). So ging der BFH ursprünglich davon aus, dass erstattete Nachzahlungszinsen gem § 20 Abs 1 Nr 7 EStG stpfl seien (BFH VIII R 105/03, BFH/NV 2006, 527; BFH VIII R 260/82, BStBl II 1986, 557; BFH VIII R 104/70, BStBl II 1975, 568). Im Jahr 2010 änderte der BFH seine Rspr u war nunmehr der Auffassung, dass Zinsen gem § 233a AO durch § 12 Nr 3 EStG dem nichtsteuerlichen Bereich zugewiesen seien u dass Erstattungen solcher Zinsen außerhalb der Einkunftsarten gem § 2 Abs 1 EStG zufließen würden (BFH VIII R 33/07, BStBl II 2011, 503). Daraufhin reagierte der Gesetzgeber mit dem JStG 2010. Er schuf in § 20 Abs 1 Nr 7 S 3 EStG einen eigenständigen Steuertatbestand für erstattete Zinsen gem § 233a AO. Die neue Vorschrift ist nach Ansicht des BFH verfassungsmäßig (BFH VIII R 36/10, BStBl II 2014, 168; BFH VIII R 29/12, BStBl II 2014, 998; BFH VIII R 1/11, BFH/NV 2014, 830, Verfassungsbeschwerden unter Az 2 BvR 2674/14 u 2 BvR 482/14; vgl auch FG Mchn v 15.10.2014, 1 K 1006/14, EFG 2015, 119). Sie gilt für alle noch offenen Fälle (§ 52a Abs 8 S 2 EStG idF JStG 2010; vgl BFH VIII R 36/10, BStBl II 2014, 168).
Soweit Hinterziehungszinsen gem § 235 AO auf nicht abzugsfähige Steuern entfallen, sind sie bereits nach § 12 Nr 3 Hs 2 EStG nicht abzugsfähig. Darüber hinaus sind Hinterziehungszinsen gem § 4 Abs 5 Nr 8a EStG ggf iVm § 9 Abs 5 S 2 EStG nicht abzugsfähig. Die hinterzogene Steuer ist hingegen abzugsfähig, wenn sie durch den Betrieb o Beruf veranlasst ist.
Da unter den Begriff der "Nebenleistungen" in § 12 Nr 3 Hs 2 EStG nur öff-rechtliche Abg...