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Timestamp: 2019-07-17 05:36:00
Document Index: 32771168

Matched Legal Cases: ['§2', '§3', '§4', '§ 2', '§6', '§ 3', '§ 4', '§7', '§8', '§9']

Eignung zum Ausbilden PDF | Drucken |	 E-Mail
An dem Nachweis der fachlichen Eignung für Ausbilder/innen haben sich einige Dinge geändert. Es bleibt beim Grundsatz, dass man eine Abschlussprüfung in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf mit der entsprechenden Fachrichtung bestanden haben und eine angemessene Zeit in diesem Beruf praktisch tätig gewesen sein sollte. Das gilt ebenfalls für vergleichbare schulische Prüfungen, ebenso bei Abschlussprüfungen an einer deutschen Hochschule. Weggefallen ist das Mindestalter von 24 Jahren für den / die Ausbilder / in.
Auslegungsfähig ist die Anforderung „eine angemessene Zeit praktisch tätig gewesen sein muss“. Die Kammern haben hier einen Beurteilungsspielraum. Es muss sichergestellt sein, dass der / die potentielle Ausbilder /in eine gewisse persönliche Reife sowie berufliche Reife erlangt hat. Das ist unabhängig vom Alter und muss individuell beurteilt werden. Bei einer theoretisch ausgerichteten Hochschulausbildung wird die Zeit im Beruf eher länger sein als bei einer praktisch ausgerichteten Fachhochschulbildung. Der Maßstab für die Angemessenheit muss sich an dem praktischen Anteil des Ausbildungsganges orientieren und in Beziehung zu den betrieblichen Erfahrungen nach Abschluss der Ausbildung gesetzt werden.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit kann im Übrigen durch Rechtsverordnungen präzisieren, für welche Berufe welche fachlichen Eignungsprüfungen anerkannt werden müssen. Dies ist nicht mehr auf Berufe der Industrie- und Handelskammer und landwirtschaftliche Berufe beschränkt. Bisher existiert eine solche Rechtsverordnung nicht.
Unter der Verantwortung der Ausbilder können Ausbildungsinhalte auch teilweise durch Personen (Fachkräfte/Ausbildungsbeauftragte) vermittelt werden, die nicht alle Erfordernisse für die fachliche Eignung der Ausbilder erfüllen, jedoch neben ihrer persönlichen Eignung die beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten besitzen, die für die Vermittlung einzelner Ausbildungsabschnitte erforderlich sind (Paragraf 28 Absatz 3).
An den Voraussetzungen der persönlichen Eignung ändert sich nichts. Die Ausbildenden sowie die Ausbilder dürfen nicht die Ausschlussmerkmale des Paragrafen 29 erfüllen. Demnach ist persönlich nicht geeignet, wer
a. Kinder und Jugendliche nicht beschäftigen darf oder
b. wiederholt oder schwer gegen das Berufsbildungsgesetz oder die auf Grund des Berufsbildungsgesetzes erlassenen Vorschriften und Bestimmungen verstoßen hat.
Persönlich geeignet müssen auch Personen (Fachkräfte/Ausbildungsbeauftragte) sein, die an der Ausbildung unter der Verantwortung eines Ausbilders mitwirken.
Ausbilder und Ausbilderinnen haben für die Ausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen nach dem Berufsbildungsgesetz den Erwerb der berufs- undarbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten nach dieser Verordnung nachzuweisen. Dies gilt nicht für die Ausbildung im Bereich der Angehörigen der freien Berufe.
§2 Berufs- und arbeitspädagogische Eignung
§3 Handlungsfelder
1. die Vorteile und den Nutzen betrieblicher Ausbildung darstellen und begründen zu können,
2. bei den Planungen und Entscheidungen hinsichtlich des betrieblichen Ausbildungsbedarfs auf der Grundlage der rechtlichen, tarifvertraglichen und betrieblichen Rahmenbedingungen mitzuwirken,
3. die Strukturen des Berufsbildungssystems und seine Schnittstellen darzustellen,
4. Ausbildungsberufe für den Betrieb auszuwählen und dies zu begründen,
5. die Eignung des Betriebes für die Ausbildung in dem angestrebten Ausbildungsberuf zu prüfen sowie, ob und inwieweit Ausbildungsinhalte durch Maßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte, insbesondere Ausbildung im Verbund, überbetriebliche und außerbetriebliche Ausbildung, vermittelt werden können,
6. die Möglichkeiten des Einsatzes von auf die Berufsausbildung vorbereitenden Maßnahmen einzuschätzen sowie
7. im Betrieb die Aufgaben der an der Ausbildung Mitwirkenden unter Berücksichtigung ihrer Funktionen und Qualifikationen abzustimmen.
1. auf der Grundlage einer Ausbildungsordnung einen betrieblichen Ausbildungsplan zu erstellen, der sich insbesondere an berufstypischen Arbeits- und Geschäftsprozessen orientiert,
2. die Möglichkeiten der Mitwirkung und Mitbestimmung der betrieblichen Interessenver-tretungen in der Berufsbildung zu berücksichtigen,
3. den Kooperationsbedarf zu ermitteln und sich inhaltlich sowie organisatorisch mit den Kooperationspartnern, insbesondere der Berufsschule, abzustimmen,
4. Kriterien und Verfahren zur Auswahl von Auszubildenden auch unter Berücksichtigung ihrer Verschiedenartigkeit anzuwenden,
5. den Berufsausbildungsvertrag vorzubereiten und die Eintragung des Vertrages bei der zuständigen Stelle zu veranlassen sowie
6. die Möglichkeiten zu prüfen, ob Teile der Berufsausbildung im Ausland durchgeführt werden können.
1. lernförderliche Bedingungen und eine motivierende Lernkultur zu schaffen, Rückmeldungen zu geben und zu empfangen,
2. die Probezeit zu organisieren, zu gestalten und zu bewerten,
3. aus dem betrieblichen Ausbildungsplan und den berufstypischen Arbeits- und Geschäfts-prozessen betriebliche Lern- und Arbeitsaufgaben zu entwickeln und zu gestalten,
4. Ausbildungsmethoden und -medien zielgruppengerecht auszuwählen und situationsspezifisch einzusetzen,
5. Auszubildende bei Lernschwierigkeiten durch individuelle Gestaltung der Ausbildung und Lernberatung zu unterstützen, bei Bedarf ausbildungsunterstützende Hilfen einzusetzen und die Möglichkeit zur Verlängerung der Ausbildungszeit zu prüfen,
6. Auszubildenden zusätzliche Ausbildungsangebote, insbesondere in Form von Zusatz-qualifikationen, zu machen und die Möglichkeit der Verkürzung der Ausbildungsdauer und die der vorzeitigen Zulassung zur Abschlussprüfung zu prüfen,
7. die soziale und persönliche Entwicklung von Auszubildenden zu fördern, Probleme und Konflikte rechtzeitig zu erkennen sowie auf eine Lösung hinzuwirken,
8. Leistungen festzustellen und zu bewerten, Leistungsbeurteilungen Dritter und Prüfungser-gebnisse auszuwerten, Beurteilungsgespräche zu führen, Rückschlüsse für den weiteren Ausbildungsverlauf zu ziehen sowie
9. interkulturelle Kompetenzen zu fördern.
1. Auszubildende auf die Abschluss- oder Gesellenprüfung unter Berücksichtigung der Prüfungs-termine vorzubereiten und die Ausbildung zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen,
2. für die Anmeldung der Auszubildenden zu Prüfungen bei der zuständigen Stelle zu sorgen und diese auf durchführungsrelevante Besonderheiten hinzuweisen,
3. an der Erstellung eines schriftlichen Zeugnisses auf der Grundlage von Leistungsbeurteilungen mitzuwirken sowie
4. Auszubildende über betriebliche Entwicklungswege und berufliche Weiterbildungsmöglichkeiten zu informieren und zu beraten.
§4 Nachweis der Eignung
Die Eignung nach § 2 ist in einer Prüfung nachzuweisen. Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil.
Die Prüfung ist bestanden, wenn jeder Prüfungsteil mit mindestens „ausreichend“ bewertet wurde. Innerhalb eines Prüfungsverfahrens kann eine nicht bestandene Prüfung zweimal wiederholt werden. Ein bestandener Prüfungsteil kann dabei angerechnet werden.
§6 Andere Nachweise
(3) Wer eine sonstige staatliche, staatlich anerkannte oder von einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft abgenommene Prüfung bestanden hat, deren Inhalt den in § 3 genannten Anforderungen ganz oder teilweise entspricht, kann von der zuständigen Stelle auf Antrag ganz oder teilweise von der Prüfung nach § 4 befreit werden. Die zuständige Stelle erteilt darüber eine Be-scheinigung.
(4) Die zuständige Stelle kann von der Vorlage des Nachweises über den Erwerb der berufs- und arbeits-pädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten auf Antrag befreien, wenn das Vorliegen berufs- und arbeitspädagogischer Eignung auf andere Weise glaubhaft gemacht wird und die ordnungsgemäße Ausbildung sichergestellt ist. Die zuständige Stelle kann Auflagen erteilen. Auf Antrag erteilt die zuständige Stelle hierüber eine Bescheinigung.
§7 Fortführen der Ausbildertätigkeit
§8 Übergangsregelungen
§9 Inkrafttreten, Außerkrafttreten
Diese Verordnung tritt am 1. August 2009 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Ausbilder-Eignungsverordnung vom 16. Februar 1999 (BGBl. I S. 157, 700), die zuletzt durch die Verordnung vom 14. Mai 2008 (BGBl. I S. 854) geändert worden ist, außer Kraft.
Bonn, den 21. Januar 2009
Annette Schavan 1