Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/312665,0.html
Timestamp: 2017-08-22 20:42:16
Document Index: 283531311

Matched Legal Cases: ['§989', '§989', '§989', '§989', '§989', '§990', '§828', '§166', '§ 992', '§ 823']

§§989,990 Bösgläubigkeit
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Verfasst am: 23 Aug 2016 - 14:39:02 Titel: §§989,990 Bösgläubigkeit
Neuer Lerntag, neue Fragen.
Ich habe nun eine Frage im Rahmen des SE bei §§989,990.
Fall (kurz): Der minderjährige Sohn K klaut von seinem Vater V einen Geldschein, welchen er sodann an F weiterveräußert.
Lösungsvorschlag u.a. §§989,990 (V->K)
IRd. §990 wird dann bei der Bösgläubigkeit thematisiert auf wessen Kenntnis es nun ankommt.
Var. 1) Auf die Kenntnis des K selbst, §828 III, d.h. dann auf dessen Einsichtsfähigkeit im Einzelfall -> hier: Bösgläubigkeit (+)
Var. 2) Auf die Kenntnis der gesetzlichen Vertreter gem. §166 BGB -> dann auf die Kenntnis der Eltern des K -> somit de facto des V -> laut SV wäre hier dann Bösgläubigkeit (-)
Zwar wird Var. 2) im Ergebnis abgelehnt wegen der Deliktsähnlichkeit, ABER mir will nicht in den Kopf wieso idF die Bösgläubigkeit abgelehnt wird? Immerhin hätte der V doch Kenntnis davon, dass K kein Besitzrecht hat??
Es ist zwar nur eine vielleicht gar nicht mal relevante Frage, aber ich hänge mich da gerade auf...wo liegt mein Denkfehler? ^^
Verfasst am: 23 Aug 2016 - 15:34:45 Titel:
Für die Bösgläubigkeit kommt es darauf an, ob der Besitzer beim Besitzerwerb weiß oder infolge grober Fahrlässigkeit nicht weiß, dass er zum Besitz nicht berechtigt ist. Wenn Du mit einer Mindermeinung in der Literatur auf die Kenntnis des Vaters abstellen willst: Zur Zeit des Diebstahls weiß der Vater doch noch gar nichts von der Tat seines Sohns und musste das auch nicht wissen, also ist auch keine Bösgläubigkeit gegeben. Die generelle Kenntnis, dass man nichts stehlen darf, reicht dafür nicht aus.
Nach dem Besitzerwerb schadet nur positive Kenntnis, was aber aus dem Sachverhalt nicht hervorgeht.
Verfasst am: 23 Aug 2016 - 15:44:46 Titel:
Ich wusste, dass es eine doofe Frage ist, aber ich stand auf dem Schlauch...
Ich habe irgendwie unterstellt, dass der Vater die Situation des Sohnes K kenne und diesbezgl. die Bösgläubigkeit bestimmt wird.
Ich gehe zwar mit der h.L., weil die mMn auch schlüßiger ist, aber bin an dieser Stelle immer gestolpert und wollte das gerne klären, da jede beantwortete Frage zu einem besseren Durchblick führt.
Vielen Dank, Dir! Super!
Verfasst am: 24 Aug 2016 - 10:29:42 Titel:
über § 992 ist hier im übrigen ohnehin § 823 anwendbar