Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/2/2136.htm
Timestamp: 2018-12-11 18:46:34
Document Index: 174200873

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 64', '§ 22', '§ 33', '§ 2', '§ 4', '§ 63', '§ 33', '§ 4', '§ 5']

2.136 Wengert
Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe über das Naturschutzgebiet "Wengert" (Aglasterhausen, Neckar-Odenwald-Kreis) vom 19. Dezember 1990 (GBl. v. 13.03.1991, S. 126).
Aufgrund von §§ 21, 58, Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21.Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBl. S. 199), und von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr. 4 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Aglasterhausen, Gemarkung Daudenzell, Landkreis Neckar-Odenwald-Kreis, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Wengert".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 11 ha.
· Es umfaßt auf dem Gebiet der Gemeinde Aglasterhausen, Gemarkung Daudenzell die Grundstücke Flst. Nrn. 178 tw., 1890 tw., 2074 tw., 2246, 2254, 2256, 2257, 2259, 2260, 2261, 2264-2266, 2268, 2269, 2272, 2274, 2275, 2277-2282, 2284-2290, 2292, 2294, 2296, 2298, 2299, 229911, 2300-2305, 2306 tw., 2321 tw.
(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in zwei Übersichtskarten im Maßstab 1:25000 und 1:5000 mit durchgezogener roter Linie und in 1 Detailkarte im Maßstab 1:2500 mit durchgezogener roter, grau angeschummerter Linie eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Karlsruhe und beim Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis in Mosbach auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Das Naturschutzgebiet "Wengert" erhält seinen besonderen Wert durch seine isolierte Lage zwischen intensiv genutztem Ackerland, großen Walddistrikten und einer verkehrsreichen Bundesstraße. Der überaus reich strukturierte Hang ist ein letzter ungestörter Rückzugsraum für seltene und gefährdete, aber auch charakteristische Pflanzen und Tiere der Halbtrockenrasengemeinschaften, die in dieser Ausprägung im östlichen Schwarzbachgäu kaum noch anzutreffen sind. Im Gebüschraum entlang der Bundesstraße fallen stattliche Exemplare der vom Aussterben bedrohten Feldulme auf.
16. Dauergrünland - auch zur Neueinsaat - umzubrechen;
21. Schmuckreisigkulturen und Vorratspflanzungen von Sträuchern und Bäumen anzulegen;
22. anders als nach den Vorschriften der höheren Naturschutzbehörden zu pflegen.
2. für die ordnungsmäßige landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit Ausnahme von § 4 Abs. 2 Nrn. 16, 17, 18, 21 und 22;
3. für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß im Gemeindewalddistrikt IV Hönigwald bei der Verjüngung standortheimische Laubbaumarten wie vor allem Buche und Eiche gefördert werden und daß die Fichtenaufforstung auf dem Grundstück Flst. Nr. 2261 in ein laubholzreiches Feldgehölz umgewandelt wird;
4. für den Ausbau der Bundesstraße 292, soweit die Planung im förmlichen Verwaltungsverfahren festgestellt wird;
5. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen u. Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;
Schutz- und Pflegemaßnahmen werden in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnung festgelegt. Ist hiervon Wald betroffen, erfolgt dies im Einvernehmen mit der Forstdirektion Karlsruhe.
Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG und nach den jagdrechtlichen Vorschriften Befreiung erteilt werden.
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 33 Abs.2 Nr. 4 LJagdG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4i. V. m. § 5 Nr. 1 dieser Verordnung die Jagd ausübt.
Karlsruhe, den 19.12.1990