Source: http://www.kostenlose-urteile.de/LG-Mosbach_2-O-18213_Diebstahl-von-Wurst-berechtigt-nicht-zum-Pflichtteilsentzug.news18039.htm
Timestamp: 2017-03-29 22:48:03
Document Index: 170630015

Matched Legal Cases: ['§ 2333', '§ 2333', 'BGH', '§ 2336', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Urteil > 2 O 182/13 | LG Mosbach - Diebstahl von Wurst berechtigt nicht zum Pflichtteilsentzug < kostenlose-urteile.de wichtiger technischer Hinweis:
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Werbung5/0/5(1) Hier beginnt die eigentliche Meldung:Landgericht Mosbach, Urteil vom 10.01.2014 - 2 O 182/13 - Diebstahl von Wurst berechtigt nicht zum Pflicht­teils­entzugKeine grobe Missachtung des Eltern-Kind-Verhältnisses sowie keine schwere Kränkung des ErblassersStiehlt der Sohn aus der elterlichen Metzgerei Wurst, so liegt darin keine grobe Missachtung des Eltern-Kind-Verhältnisses bzw. eine schwere Kränkung des Erblassers. Ein Pflicht­teils­entzug nach § 2333 Abs. 1 Nr. 2 BGB kommt daher nicht in Betracht. Dies geht aus einer Entscheidung des Landgerichts Mosbach hervor.In dem zugrunde liegenden Fall entzog ein Ehepaar durch ein gemeinschaftliches Testament ihrem Sohn das Pflichtteil. Zur Begründung führten sie an, dass ihr Sohn sie in ihrer Metzgerei bestohlen habe. Da der Sohn später Pflichtteilsansprüche geltend machte, kam der Fall vor Gericht.Diebstahl rechtfertigte nicht PflichtteilsentziehungDas Landgericht Mosbach entschied, dass die Pflichtteilsentziehung unwirksam war. Zwar könne einem Pflichtteilsberechtigten nach § 2333 Abs. 1 Nr. 2 BGB der Pflichtteil entzogen werden, wenn er ein schwerwiegendes Fehlverhalten beging. Verstöße gegen das Eigentum oder Vermögen der Eltern könne jedoch nur dann eine Pflichtteilsentziehung rechtfertigen, wenn die Verfehlung nach ihrer Natur und Begehungsweise eine grobe Missachtung des Eltern-Kind-Verhältnisses darstellt und dadurch eine schwere Kränkung des Erblassers hervorruft (BGH, NJW 1974, 1084). Dies sei hier aber nicht der Fall gewesen.Fehlende Darlegung der Gründe der Pflichtteilsentziehung im TestamentZudem seien die Gründe für den Pflichtteilsentzug nach Ansicht des Landgerichts nicht formgerecht gemäß § 2336 Abs. 2 BGB im Testament niedergelegt worden. So sei weder die Anzahl der Taten noch deren Zeitpunkt angegeben worden. Außerdem sei nicht darlegt worden, welche Gegenstände konkret entwendet wurden bzw. welcher Schaden entstanden ist. Insofern habe es auch an der notwendigen Bewertungsgrundlage gefehlt, um die Schwere der Verfehlung zu überprüfen.Werbung
Quelle: Landgericht Mosbach, ra-online (zt/NJW-Spezial 2014, 135/rb) Weitere Entscheidungen zu diesem Thema:Enterben ist gar nicht so einfach: Allein die Veruntreuung von Geld rechtfertigt noch nicht die Entziehung des Pflichtteils(Oberlandesgericht Hamm, Urteil vom 22.02.2007[Aktenzeichen: 10 U 111/06])Gründe für eine Enterbung müssen nachvollziehbar niedergeschrieben werden(Oberlandesgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 04.05.2005[Aktenzeichen: 4 U 208/04])Aktuelle Urteile aus dem Erbrecht Urteile zu den Schlagwörtern: Anspruch auf ... | Diebstahl | gemeinschaftliches Testament | Pflichtteil | Pflichtteilsentzug | Entzug des Pflichtteils | Pflichtteilsentziehung | Unwirksamkeit | unwirksame | unwirksam Fundstellen in der Fachliteratur: Zeitschrift: NJW-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht (NJW-RR)Jahrgang: 2014, Seite: 708 NJW-RR 2014, 708 | Zeitschrift: NJW-SpezialJahrgang: 2014, Seite: 135, Entscheidungsbesprechung von Wolfgang Roth NJW-Spezial 2014, 135 (Wolfgang Roth) Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern. Dokument-Nr. 18039Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: http://www.kostenlose-urteile.de/Urteil18039Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.Bewertung: 5 (max. 5) - 1 Abstimmungsergebnis Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0 Sie brauchen Hilfe vom Profi?Postleitzahl, Ort ... Startseite die neuesten Urteile gern gelesen Kommentare (0) NameE-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) Ihr Kommentar MusterkommentarRechtsanwalt Michael MusterMuster Rechtsanwältepräsentiert vom Deutschen Anwaltsregisterschrieb neulichMusterallee 27a, 08151 Musterdorfwww.anwaltsregister.defacebookGoogle+XINGTwitterSeien Sie als Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt mit Ihrer Kompentenz da präsent, wo potentielle Mandanten ihre Probleme diskutieren!Werbung
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