Source: https://www.ra-kotz.de/jena3.htm
Timestamp: 2019-10-15 10:31:16
Document Index: 61935779

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 1578', 'Art. 234', '§ 5', '§ 1603', '§ 1615', '§ 1565', '§ 1565']

OLG Jena – Thüringer Tabelle (Stand: 01.01.2002)
Die Unterhaltsrechtsprechung der Thüringer Familiensenate orientiert sich im Wesentlichen an den von der Rechtsprechung des BGH entwickelten Grundsätzen und an den Leitlinien der Düsseldorfer Tabelle” (Stand: 01.07.1999), soweit im Folgenden keine Abweichungen enthalten sind.
Wie Düsseldorfer Tabelle (Stand: 01.01.2002 in Euro, aber jeweils ohne Bedarfskontrollbetrag!)
1. Der Bedarf eines Volljährigen mit eigenem Hausstand beträgt in der Regel monatlich 550 Euro, soweit sich nicht aus dem zusammengerechneten bereinigten Nettoeinkommen der Eltern unter Anwendung der Tabelle ohne Höherstufung ein höherer Satz ergibt.
2. Für den im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils lebenden Volljährigen- ohne eigenes Erwerbseinkommen ist der Tabellenbetrag der 4. Altersstufe anzusetzen. Dabei ist von dem zusammengerechneten..bereinigten Nettoeinkommen beider Eltern unter Anwendung der Tabelle ohne Höherstufung auszugehen.
3. Erzielt der bei den Eltern oder einem Elternteil lebende Volljährige eigenes Erwerbseinkommen, so ist wegen der sich anbahnenden eigenen Lebensstellung von einem festen Bedarfsbetrag auszugehen, der wegen der wirtschaftlichen Vorteile des Zusammenlebens mit den Eltern oder einem Elternteil auf 460 Euro zu bemessen ist, sofern sich nicht nach Nr. 112 ein höherer Bedarf ergibt.
4. Der Bedarf des Volljährigen umfasst in der Regel den Wohnbedarf und übliche ausbildungsbedingte Aufwendungen. Eigenes Einkommen des Volljährigen ist nach Abzug konkret zu belegender berufsbedingter Aufwendungen anzurechnen.
1. Wenn der Berechtigte kein eigenes Einkommen hat, 3/7 des bereinigten Nettoeinkommens (vgl. D Anm. 5) zuzüglich 1/2 der anrechenbaren sonstigen Einkünfte des Verpflichteten.
2. Wenn der Berechtigte eigenes Einkommen hat, 3/7 der Differenz zwischen den anrechenbaren Nettoeinkommen (vgl. D Anm. 6) der (geschiedenen) Ehegatten bzw. 1/2 der anrechenbaren sonstigen Einkünfte, jeweils begrenzt durch den vollen Bedarf nach den ehelichen Lebensverhältnissen (§ 1578 BGB).
Verfügt der Berechtigte über die ehelichen Lebensverhältnisse nicht prägendes eigenes Einkommen, so kommt die so genannte Anrechnungsmethode zur Anwendung. Hierbei wird das Erwerbseinkommen des Berechtigten mit 6/7 angerechnet.
(Z. B. Rentner, Pensionär oder einem aus Vermögenseinkünften Verpflichteten): 1/2 der verteilungsfähigen Einkünfte.
III. Der Unterhaltsbedarf (Elementarunterhalt) kann bis zu einem Betrag von 1840 Euro als Quotenunterhalt ohne Nachweis des tatsächlichen Bedarfs geltend gemacht werden (so genannte relative Sättigungsgrenze).
IV. Bei Ehegatten, die vor dem 03.10.1990 in dem Beitrittsgebiet geschieden worden sind, ist das DDR-FGB i. V. mit dem Einigungsvertrag zu berücksichtigen (Art. 234 § 5 EGBGB).
a) für nicht erwerbstätige Unterhaltspflichtige 650 Euro
b) für erwerbstätige Unterhaltspflichtige 750 Euro (Darin enthalten ist ein Wohnanteil von 235 Euro Warmmiete bzw. 155 Euro Kaltmiete.)
2. Gegenüber volljährigen Kindern, die nicht gem. § 1603 II 2 BGB privilegiert sind, und geschiedenen Ehegatten (so genannter angemessener oder großer Selbstbehalt):
a) für nicht erwerbstätige Unterhaltspflichtige 800 Euro
b) für erwerbstätige Unterhaltspflichtige 900 Euro
(Darin enthalten ist ein Wohnanteil von 290 Euro Warmmiete bzw. 195 Euro Kaltmiete).
3. Der angemessene Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen gegenüber seinen Eltern beträgt mindestens monatlich 1125 Euro.
4. Der angemessene Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen gegenüber der Mutter oder dem Vater (§ 1615l 1 BGB) beträgt mindestens monatlich 900 Euro.
1. Die vorliegende Tabelle berücksichtigt die ab 01.01.2002 geltenden Regelbetragssätze (vgl. BGBl I 2001, 842) und die Steigerung der Lebenshaltungskosten in den neuen Bundesländern.
Nachgewiesene notwendige Fahrtkosten zur und von der Arbeitsstätte werden mit 0,22 Euro pro gefahrenem Kilometer berücksichtigt, wobei in der Regel eine einfache Entfernung von mehr als 40 km nicht mehr als angemessen angesehen werden kann. Hierin sind Anschaffungs-, Reparatur- und sonstige Betriebskosten enthalten.
7. Die Führung des Haushalts eines leistungsfähigen Dritten kann dem nicht Erwerbstätigen als (fiktives) Einkommen zugerechnet werden. In der Regel kann ein Betrag von 280 Euro monatlich dafür angesetzt werden.
8. Geht ein Ehegatte einer Vollzeittätigkeit nach, obwohl er ein oder mehrere minderjährige Kinder betreut, so kann ihm gegenüber dem anderen Ehegatten wegen der Mehrbelastung ein Betrag in einer Größenordnung bis zu 155 Euro anrechnungsfrei belassen werden. Notwendige höhere Aufwendungen können auf Nachweis berücksichtigt werden.
Wann kann eine Ehe geschieden werden? Nach § 1565 BGB kann eine Ehe geschieden werden, wenn sie „gescheitert“ ist. Vorausgesetzt wird in der Regel eine Trennungszeit von mindestens einem Jahr, wobei eine räumliche Trennung innerhalb der gemeinsamen Ehewohnung mitgerechnet wird. Bei einer kürzeren Trennungszeit kann die Ehe nach § 1565 Abs. 2 BGB nur geschieden […]
(Stand: 01.07.2003) alte Unterhaltsrichtlinien gültig 01.01.2002 – 30.06.2003 alte Unterhaltlinien gültig 01.07.2001 bis 31.12.2001 alte Unterhaltsleitlinien gültig bis zum 30.06.2001 Die Leitlinien sind von Richtern der Familiensenate des Brandenburgischen Oberlandesgerichts erarbeitet worden. Sie sind keine verbindlichen Rechts- oder Rechtsanwendungssätze, dienen aber dem Ziel, die Rechtsprechung möglichst zu vereinheitlichen. Die Leitlinien gelten ab 1. Juli 2003. Der […]
ultricies id venenatis, eget Phasellus tristique et, diam mi,