Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F24-11-2000-1A-52-2000
Timestamp: 2016-10-24 05:23:27
Document Index: 60655062

Matched Legal Cases: ['Art. 2', 'Art. 16', 'Art. 5', 'Art. 97', 'Art. 98', 'Art. 99', 'Art. 12', 'BGE', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'BGE', 'Art. 5', 'Art. 11', 'BGE', 'Art. 11', 'Art. 2', 'Art. 11', 'Art. 262', 'Art. 141', 'Art. 312', 'Art. 2', 'Art. 11', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 12', 'BGE', 'Art. 64', 'Art. 2', 'BGE', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 312', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 312', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 312', 'BGE', 'Art. 312', 'Art. 11', 'Art. 312', 'Art. 15', 'BGE', 'Art. 16', 'BGE', 'Art. 152', 'Art. 152', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

1A.52/2000 (24.11.2000)
Aeschlimann, F�raud, Jacot-Guillarmod und Favre sowie Gerichtsschreiberin Gerber.
H.________, Le Lignon, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Marco Untern�hrer, Sempacherstrasse 6, Schillerhof, Postfach 2070, Luzern,
Entsch�digung und Genugtuung, hat sich ergeben:
A.- H.________ reiste im Juni 1996 in die Schweiz ein; am 17. Juni 1996 wurde sie als Asylsuchende dem Kanton Aargau zugeteilt. Sie wohnte von M�rz bis Oktober 1997 im Durchgangszentrum X.________ in Buchs. F�r dieses Durchgangszentrum war auf Gemeindeebene Sozialarbeiter und Amtsvormund B.________ zust�ndig, der als Verbindungsmann zu den Amtsstellen und zum kantonalen Sozialdienst fungierte.
Am 4. April 1997 hatte H.________ im Durchgangszentrum eine Totgeburt, mit der sie einen 26 Wochen und zwei Tage alten m�nnlichen F�tus gebar. Sie wurde ins Kantonsspital Aarau �berf�hrt und hatte dort die Nachgeburt. Sie wollte ihr totgeborenes Kind nicht sehen, willigte in die Obduktion ein und w�nschte eine Erdbestattung. Am gleichen Tag wurde B.________ �ber die Totgeburt benachrichtigt, der seinerseits die Zivilstandsbeamtin von Buchs, A.________, informierte.
B.________ nahm an, im Falle einer Totgeburt zu Beginn der 27. Schwangerschaftswoche m�sse keine Bestattung und keine Trauerfeier stattfinden; �berdies ging er davon aus, H.________ k�nne nach der Obduktion das totgeborene Kind nicht mehr sehen und wegen ihres psychischen Zustands auch nicht an der Beerdigung teilnehmen. Dies teilte er auch A.________ mit. Im Auftrag von A.________ wurde die Kindsleiche am 8. April 1997 nach der Freigabe zur Bestattung und Einsargung durch den Friedhofsg�rtner S.________ von Aarau nach Buchs �berf�hrt und dort auf dem Friedhof in der Grabstelle f�r Totgeburten Nr. xxx beigesetzt.
Zwei Wochen sp�ter suchte H.________ das r�mischkatholische Pfarramt Aarau auf. Dessen Sozialarbeiterin teilte ihr nach R�cksprache mit B.________ mit, wo die Kindsleiche beigesetzt worden war. H.________ begab sich anschliessend mit dem Pfarrer zur Grabstelle, bettete das Grab mit Steinen ein und legte darauf Blumen nieder. Im Mai 1998 wurde die Leiche exhumiert, nach Genf �berf�hrt und dort in Anwesenheit ihrer Mutter erneut bestattet.
B.- Am 13. Mai 1997 reichte H.________ beim Bezirksamt Aarau eine "Privatstrafklage" gegen Unbekannt ein. Gleichzeitig ersuchte sie um Opferhilfe zwecks �bernahme der Anwaltskosten und meldete vorsorglich ein Gesuch um Entsch�digung und Genugtuung nach Opferhilfegesetz an. Das Bezirksamt Aarau er�ffnete gegen A.________, B.________ und S.________ Strafverfahren, u.a. wegen Amtsmissbrauchs und St�rung des Totenfriedens. Am 23. August 1997 gew�hrte der kantonale Sozialdienst der des Deutschen nicht m�chtigen H.________ Soforthilfe im Betrag von Fr. 1'000.-- f�r vier Stunden anwaltliche Beratung zwecks "Abkl�rung in einer ersten Phase"; dar�ber hinausgehender Aufwand k�nne zum jetzigen Zeitpunkt nicht bef�rwortet werden.
Am 19. Dezember 1997 verlangte H.________ unter anderem die Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege f�r das Strafverfahren. Das Bezirksamt trat am 6. M�rz 1998 auf dieses Gesuch nicht ein und das Obergericht des Kantons Aargau wies das Gesuch am 8. April 1998 ab. Am 29. Januar 1999 hiess das Bundesgericht eine dagegen gerichtete staatsrechtliche Beschwerde gut und bejahte einen Anspruch H.________'s auf unentgeltliche Verbeist�ndung im strafrechtlichen Untersuchungsverfahren. Daraufhin entschied das Obergericht am 16. Februar 1999, H.________ werde "als Opfer und Zivilpartei im Strafverfahren des Staates gegen die Beschuldigten B.________, A.________ und S.________ die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt" und bestellte Rechtsanwalt Marco Untern�hrer als unentgeltlichen Rechtsvertreter.
C.- Mit Verf�gungen vom 4. August 1998 stellte die Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau die Strafverfahren ein: Zwar habe B.________ objektiv verhindert, dass die Eltern an der Bestattung teilnehmen konnten, weil er, wegen der fehlerhaften Annahme, es finde bei einer Totgeburt zu Beginn der 27. Schwangerschaftswoche keine formelle Beerdigung und Trauerfeier statt und H.________ k�nne aufgrund ihres psychischen Zustands ohnehin nicht an der Beerdigung teilnehmen, H.________ Ort und Zeitpunkt der Bestattung nicht mitgeteilt habe. A.________ habe aufgrund der von B.________ erhaltenen Fehlinformation objektiv ihre Pflicht, den Bestattungstermin erst nach R�cksprache mit den Angeh�rigen festzusetzen verletzt und ohne R�cksprache mit H.________ verf�gt, dass keine Trauerfeier stattfinde. Subjektiv h�tten beide den Tatbestand des Amtsmissbrauchs nicht erf�llt, weil ihnen jegliche Absicht gefehlt habe, jemandem einen Nachteil zuzuf�gen; vielmehr habe es sich um eine ungl�ckliche Verkettung von Missverst�ndnissen und Fehlinformationen gehandelt.
Gegen die Einstellungsverf�gungen betreffend B.________ und A.________ f�hrte H.________ Beschwerde beim Obergericht des Kantons Aargau. Am 14. Mai 1999 trat das Obergericht auf die Beschwerden nicht ein und f�hrte in einer Eventualbegr�ndung aus, dass die Beschwerden auch materiell unbegr�ndet seien, weil der f�r die Verurteilung wegen Amtsmissbrauchs erforderliche Vorsatz bei beiden Beschuldigten offensichtlich nicht vorhanden sei, und die Tatbest�nde der St�rung des Totenfriedens und der Sachentziehung schon objektiv nicht erf�llt seien.
Die hiergegen erhobenen staatsrechtlichen Beschwerden und Nichtigkeitsbeschwerden H.________'s wies der Kassationshof des Bundesgerichts am 12. August 1999 ab; der Kassationshof wies auch die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung ab, weil die Beschwerden von vornherein unbehelflich gewesen seien.
D.- Am 17. August 1998 stellte H.________ ein formularm�ssiges Gesuch um Entsch�digung und um Genugtuung nach Opferhilfegesetz; darin verlangte sie einen Vorschuss von Fr. 10'000.-- f�r Anwaltskosten in noch unbekannter H�he f�r das Strafermittlungs- und das Strafverfahren; in der Rubrik "finanzielle Forderungen an den T�ter" wird die Genugtuung auf Fr. 10'000.- beziffert und eine Entsch�digung f�r die Kosten der Exhumierung, �berf�hrung und Bestattung verlangt.
Dieses Gesuch wies der Kantonale Sozialdienst am 23. September 1999 ab, weil die Straftatbest�nde des Amtsmissbrauchs und der St�rung des Totenfriedens nicht das opferrechtlich massgebende Individualrechtsgut der psychischen Integrit�t sch�tzten; zudem sei der Tatbestand der St�rung des Totenfriedens schon in objektiver Hinsicht nicht erf�llt.
Die hiergegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau am 14. Dezember 1999 ab, weil das Verhalten B.________'s und A.________'s keinen objektiven Straftatbestand erf�llt habe. Es wies auch das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ab, weil die Beschwerde aufgrund der Urteile im Strafverfahren von vornherein aussichtslos gewesen sei.
E.- Gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts erhob H.________ am 4. Februar 2000 Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht. Sie beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und ihr Entsch�digungs- und Genugtuungsgesuch sei gutzuheissen; eventuell sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. �berdies ersucht H.________ um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeist�ndung f�r das vorinstanzliche sowie f�r das bundesgerichtliche Verfahren.
Das Verwaltungsgericht beantragt, die Verwaltungsgerichtsbeschwerde sei abzuweisen. Das Bundesamt f�r Justiz kommt in seiner Vernehmlassung zum Ergebnis, der angefochtene Entscheid verletze weder Art. 2 noch Art. 16 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 1991 �ber die Hilfe an Opfer von Straftaten (Opferhilfegesetz [OHG; SR 312. 5]).
1.- Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid, mit dem ein Gesuch der Beschwerdef�hrerin um Entsch�digung und Genugtuung gest�tzt auf das Opferhilfegesetz und somit auf Bundesverwaltungsrecht abgewiesen wurde.
Es handelt sich um eine Verf�gung i.S.v. Art. 5 VwVG, die der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht unterliegt (Art. 97 Abs. 1, Art. 98 lit. g OG). Der Ausschlussgrund von Art. 99 lit. h OG greift nicht ein, weil Art. 12 OHG einen Rechtsanspruch auf Entsch�digung und Genugtuung vorsieht (BGE 122 II 211 E. 1b S. 213). Auf die rechtzeitig erhobene Beschwerde ist daher einzutreten.
2.- a) Die kantonalen Instanzen haben die Gesuche der Beschwerdef�hrerin abgelehnt, weil diese nicht Opfer i.S.v.
Art. 2 Abs. 1 OHG sei: Zum einen sei es sehr zweifelhaft, ob die geltend gemachten Straftatbest�nde (Amtsmissbrauch, St�rung des Totenfriedens, Sachentziehung) zu der von Art. 2 Abs. 1 OHG verlangten unmittelbaren Beeintr�chtigung der psychischen Integrit�t f�hren k�nnten; zum anderen sei keiner dieser Straftatbest�nde im vorliegenden Fall erf�llt.
b) Art. 2 Abs. 1 OHG definiert den Geltungsbereich des Opferhilfegesetzes. Danach erh�lt Hilfe nach diesem Gesetz jede Person, die durch eine Straftat in ihrer k�rperlichen, sexuellen oder psychischen Integrit�t unmittelbar beeintr�chtigt worden ist, und zwar unabh�ngig davon, ob der T�ter ermittelt worden ist und ob er sich schuldhaft verhalten hat.
Die Delikte, welche zu einer Opferstellung des Gesch�digten im Sinne von Art. 2 Abs. 1 OHG f�hren, sind nicht in generell-abstrakter Weise abschliessend bestimmt; massgeblich ist vielmehr, ob im konkreten Fall die k�rperliche, sexuelle oder psychische Integrit�t der gesch�digten Person durch die Straftat unmittelbar beeintr�chtigt worden ist.
Dementsprechend bejahte das Bundesgericht im unver�ffentlichten Entscheid i.S. B. vom 6. Juli 1994 (E. 1) die Opferstellung einer Person, die geltend machte, sie habe infolge eines behaupteten Amtsmissbrauchs die Nacht in einer ungeheizten Zelle bei weniger als 10� C verbringen m�ssen und sich durch die verschmutzte Matratze in der Zelle eine Infektion zugezogen, sei also unmittelbar in ihrer k�rperlichen Integrit�t beeintr�chtigt worden (im gleichen Sinne unver�ffentlichter Entscheid i.S. C. vom 3. Dezember 1999 E. 1b/bb). Insofern ist es nicht von vornherein ausgeschlossen, dass auch der Amtsmissbrauch als Delikt gegen die Amts- und Berufspflicht oder die St�rung des Totenfriedens als Vergehen gegen den �ffentlichen Frieden ausnahmsweise eine Opferstellung i.S.d. Opferhilfegesetzes begr�nden k�nnen, wenn im konkreten Fall die k�rperliche, sexuelle oder psychische Integrit�t der gesch�digten Person durch die Straftat unmittelbar beeintr�chtigt worden ist.
c) Die Anforderungen an den Nachweis einer die Opferstellung begr�ndenden Straftat sind je nach dem Zeitpunkt sowie nach Art und Umfang der beanspruchten Hilfe unterschiedlich hoch (BGE 125 II 256 E. 2c/bb; 122 II 315 E. 3d S. 321): W�hrend es f�r die Wahrnehmung der Rechte des Opfers im Strafverfahren nach den Art. 5 ff. OHG wie auch f�r die Gew�hrung von Soforthilfe gen�gt, dass nach dem jeweiligen Erkenntnisstand eine die Opferstellung begr�ndende Straftat in Betracht f�llt, setzt die Zusprechung einer Genugtuung oder einer Entsch�digung gem�ss Art. 11 ff.
OHG den Nachweis der Opferstellung und damit auch einer tatbestandsm�ssigen und rechtswidrigen Straftat voraus (BGE 125 II E. 2c/bb; 122 II 211 E. 3d S. 216).
Im vorliegenden Fall hatte die Beschwerdef�hrerin vor Verwaltungsgericht Entsch�digung und Genugtuung nach Art. 11 ff. OHG verlangt. In diesem Verfahren musste das Verwaltungsgericht somit selbst entscheiden, ob die Beschwerdef�hrerin Opfer einer Straftat i.S.v. Art. 2 und Art. 11 ff. OHG war. Dabei durfte es die Ergebnisse des Strafermittlungsverfahrens ber�cksichtigen, war aber nicht an die im strafrechtlichen Verfahren ergangenen Einstellungsentscheide gebunden. Ebenso wenig bestand eine Bindung an fr�here Entscheide, welche die Opferstellung der Beschwerdef�hrerin anerkannt hatten: Diese Entscheide betrafen die verfahrensrechtliche Stellung der Beschwerdef�hrerin im Untersuchungsverfahren bzw. die Gew�hrung von Soforthilfe, die mindere Anforderungen an den Nachweis der Straftat stellen, und ergingen aufgrund des damaligen Erkenntnisstandes.
d) Das Verwaltungsgericht vertrat - wie schon das Obergericht - die Auffassung, die Anordnung und Durchf�hrung der gesetzlich vorgeschriebenen Bestattung sei keine Wegnahme eines Leichnams i.S.v. Art. 262 Ziff. 2 StGB, auch wenn unzutreffender Weise eine Bestattung ohne Trauerfeier angeordnet und das Recht der Beschwerdef�hrerin auf Teilnahme an der Bestattung verletzt worden sei. Es fehle somit schon am objektiven Tatbestand der St�rung des Totenfriedens wie auch der Sachentziehung i.S.v. Art. 141 StGB.
Diese Ausf�hrungen lassen keinen Rechtsfehler erkennen:
Beide Straftatbest�nde setzen eine Wegnahme (bzw. Entziehung) und damit einen Bruch fremden Gewahrsams voraus.
Nach dem vom Verwaltungsgericht festgestellten Sachverhalt w�nschte die Beschwerdef�hrerin eine Erdbestattung, war also mit der Bestattung ihres Kindes durchaus einverstanden.
Vorgeworfen wird B.________ und A.________ vielmehr, pflichtwidrig keine Trauerfeier angesetzt und die Beschwerdef�hrerin nicht vom Termin der Bestattung unterrichtet zu haben, so dass sie daran nicht teilnehmen konnte. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht daher die Frage, ob diese Amtspflichtverletzung einen Amtsmissbrauch i.S.v. Art. 312 StGB darstellt.
Es sei schon zweifelhaft, ob B.________ in seiner Funktion als Sozialarbeiter �berhaupt Beamter im Sinne des Gesetzes sei. Jedenfalls habe er in dieser Funktion mit der Aufgabe zu pers�nlicher Hilfeleistung gegen�ber der Beschwerdef�hrerin keinen Missbrauch der ihm zustehenden Macht ver�bt und diese nicht zweckentfremdet eingesetzt. Er habe einzig die erhaltenen Informationen falsch interpretiert und ungen�gende Abkl�rungen getroffen und deswegen angenommen, auch eine Bestattung ohne Trauerfeier m�sse wegen des psychischen Zustands der Beschwerdef�hrerin ohne deren Anwesenheit erfolgen.
Eine solche fahrl�ssige Fehlentscheidung sei unzweifelhaft kein Amtsmissbrauch. A.________ habe die Sachlage selbst nicht gen�gend abgekl�rt, sondern auf unzutreffende Angaben von B.________ abgestellt und deswegen unzutreffend eine Bestattung ohne Trauerfeier angeordnet. Eine solche fahrl�ssige Fehlentscheidung im Rahmen gesetzlicher Amtspflichterf�llung sei fraglos kein Amtsmissbrauch im Sinne zweckentfremdeter Aus�bung der Amtsgewalt.
f) Die Beschwerdef�hrerin macht dagegen geltend, die Opferstellung sei selbst dann gegeben, wenn man mit den kantonalen Instanzen eine nur fahrl�ssige Fehlentscheidung im Rahmen gesetzlicher Amtspflichterf�llung annehme: Dies gen�ge f�r den objektiven Tatbestand des Amtsmissbrauchs und damit auch f�r die Begr�ndung der Opferstellung gem�ss Art. 2 Abs. 1 OHG. Die Einstellung des Strafverfahrens sei lediglich mangels Vorsatzes erfolgt, d.h. aufgrund des fehlenden subjektiven Tatbestands. Dieser sei aber f�r die Opferstellung und damit auch f�r das Bestehen eines Entsch�digungs- und Genugtuungsanspruchs nach Art. 11 ff. OHG irrelevant.
Diese Auffassung kann sich prima vista auf folgende Passage der Botschaft des Bundesrats vom 25. April 1990 zum Opferhilfegesetz st�tzen:
"Wie der Bundesrat in der vorerw�hnten Botschaft
Entsch�digung der Opfer von Gewaltverbrechen] ausf�hrte,
konstitutiven Elemente der Strafbarkeit erf�llen.
Nicht erforderlich ist, dass der T�ter strafrechtlich
Bedeutung f�r die Anwendbarkeit ist es, ob der
T�ter vors�tzlich oder fahrl�ssig gehandelt hat
zurechnungsunf�hig ist. Jedoch wird vorausgesetzt,
Aus der ausdr�cklichen Erw�hnung der objektiven Tatbestandselemente k�nnte in der Tat geschlossen werden, der subjektive Tatbestand m�sse zur Bejahung einer Straftat im Sinne von Art. 2 Abs. 1 OHG nicht unbedingt vorliegen.
Dieser Schluss wird denn auch in der Literatur vielfach gezogen (vgl. Bernard Corboz, Les droit proc�duraux d�coulant de la LAVI, SJ 118/1996 Heft 4 S. 53-91, insbes. S. 57; G�rard Piquerez, La nouvelle loi sur l'aide aux victimes d'infractions: quels effets sur la rc et la proc�dure p�nale? Revue jurassienne de jurisprudence 6/1996 Heft 1, S. 1-62, insbes. S. 20; Thomas Koller: Das Opferhilfegesetz:
Auswirkungen auf das Strassenverkehrsrecht, AJP 5/1996 S. 578-595, insbes. S. 581; Andr� Kuhn, L'aide aux victimes, pourquoi et pour qui? AJP 1992 S. 992-999, insbes.
S. 994; Susanna Staehelin, Verfahrensfragen zum Opferhilfegesetz, Mitteilungen aus dem Institut f�r zivilgerichtliches Verfahren in Z�rich Nr. 22/1997 S. 25-34, insbes.
S. 26; vgl. auch VPB 58/1994 Nr. 68 S. 528). In der Literatur wird aber auch die Gegenauffassung vertreten, wonach der objektive und subjektive Tatbestand erf�llt sein m�sse (vgl. Ulrich Weder, Das Opfer, sein Schutz und seine Rechte im Strafverfahren, unter besonderer Ber�cksichtigung des Kantons Z�rich, ZStR 113/1995 S. 39-55, insbes. S. 40/41; Eva Weishaupt, Die verfahrensrechtlichen Bestimmungen des Opferhilfegesetzes (OHG), Z�rich 1998, S. 24, wo ein "tatbestandsm�ssiges und rechtswidriges Verhalten" verlangt wird, ohne Einschr�nkung auf den objektiven Tatbestand; so auch Peter Gomm/Peter Stein/Dominik Zehntner, Kommentar zum Opferhilfegesetz, Bern 1995, Art. 2 Rz 18). Es handelt sich jedoch stets um sehr kurze Passagen, ohne vertiefte Auseinandersetzung mit der Problematik. Keine der zitierten Textstellen befasst sich �berdies mit der - im vorliegenden Fall aktuellen - Frage, ob auch die fahrl�ssige Begehung eines Vorsatzdelikts f�r die Begr�ndung der Opferstellung gen�gt.
Nach dem aktuellen Stand von Rechtsprechung und Lehre werden Vorsatz und Fahrl�ssigkeit nicht mehr als Schuldformen betrachtet, sondern zum typischerweise rechtswidrigen Verhalten, d.h. zum subjektiven Tatbestand gez�hlt (G�nter Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil I, Bern 1982, � 9 Rz 37 ff. S. 141 ff.; Stefan Trechsel/Peter Noll, Schweizerisches Strafrecht Allgemeiner Teil I, Z�rich 1998, � 19D S. 74 und � 23A S. 93; J�rg Rehberg, Strafrecht I, Verbrechenslehre, Z�rich 1996, � 6 S. 50 f. und � 8 S. 60 ff.; Kurt Seelmann, Strafrecht Allgemeiner Teil, Basel 1999 S. 39; Franz Riklin, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil I, Z�rich 1997, � 13 Rz 49 S. 154). Diese Auffassung liegt auch dem Entwurf des Bundesrates zur �nderung der allgemeinen Bestimmungen des Strafgesetzbuchs vom 21. September 1998 (BBl 1999 Ziff. 212 S. 2000) zugrunde. Der Wortlaut von Art. 2 Abs. 1 OHG spricht daher daf�r, auch den subjektiven Tatbestand einer Straftat zu verlangen, und nur vom Erfordernis der Schuld abzusehen.
F�r diese Auslegung spricht auch der Zusammenhang mit den Art. 11 ff. OHG: Diese setzen eine "in der Schweiz ver�bte Straftat" (Art. 11 Abs. 1 OHG) voraus bzw. verlangen einen "durch die Straftat" erlittenen Schaden (Art. 12 Abs. 1 OHG). Liesse man auch in diesem Zusammenhang das Vorliegen des objektiven Tatbestands einer Straftat gen�gen (sofern kein Rechtfertigungsgrund vorliegt), w�rde dies im Ergebnis die Einf�hrung einer allgemeinen (nicht nur auf F�lle der Unzurechnungsf�higkeit des T�ters beschr�nkten) Kausalhaftung bedeuten.
Gegen das Abstellen auf den subjektiven Tatbestand liesse sich allerdings einwenden, dass es der Zweck des Gesetzes sei, den Opfern von Straftaten wirksame Hilfe zu leisten, und es in vielen F�llen schwierig ist, den Nachweis des Vorsatzes oder der Fahrl�ssigkeit des T�ters zu erbringen.
Wie oben (E. 2c) dargelegt wurde, bedarf es jedoch f�r die Wahrnehmung der prozessualen Rechte des Opfers im Strafverfahren wie auch f�r die Gew�hrung von Soforthilfe nicht dieses Nachweises, sondern es gen�gt, wenn eine die Opferstellung begr�ndende Straftat in Betracht f�llt. Dies wird regelm�ssig zu bejahen sein, wenn der objektive Tatbestand einer Straftat realisiert ist. Erst wenn feststeht, dass der angebliche T�ter den subjektiven Tatbestand der betreffenden Straftat nicht erf�llt hat, kann dem Verletzten die Opferstellung f�r die Zukunft aberkannt werden; dagegen kann die bereits geleistete Hilfe grunds�tzlich nicht zur�ckgefordert werden (vgl. BGE 125 II 265 E. 2c/aa S. 270 mit Hinweisen).
Schliesslich ist die Entstehungsgeschichte des Opferhilfegesetzes zu ber�cksichtigen: Die am 18. September 1980 eingereichte Volksinitiative "zur Entsch�digung der Opfer von Gewaltverbrechen" hatte eine angemessene Entsch�digung von Opfern von vors�tzlichen Straftaten gegen Leib und Leben verlangt. Der Gegenvorschlag der Bundesversammlung, der am 2. Dezember 1984 als Art. 64ter der damals geltenden Bundesverfassung angenommen wurde, bezog sich weitergehend auf alle "Opfer von Straftaten gegen Leib und Leben".
Den Einbezug von Opfern fahrl�ssig begangener Delikte rechtfertigte der Bundesrat in seiner Botschaft vom 6. Juli 1983 mit dem Argument, die Folgen von vors�tzlichem und fahrl�ssigem Verhalten seien f�r das Opfer dieselben; zudem k�nne eine Beschr�nkung auf vors�tzliche Straftaten zu Abgrenzungsproblemen und zu Schwierigkeiten f�hren, wenn z.B. der T�ter unbekannt oder fl�chtig sei (BBl 1983 III 894). Gewollt war damit eine Ausdehnung des Geltungsbereichs der Opferhilfe auch auf fahrl�ssig begangene Straftaten, nicht dagegen eine vollst�ndige Aufgabe des subjektiven Tatbestands (vgl. auch Art. 2 Abs. 1 lit. a des Vorentwurfs des Opferhilfegesetzes vom 12. August 1986, der einen vors�tzlich, fahrl�ssig oder im Zustand der Unzurechnungsf�higkeit begangenen Verstoss gegen eine Strafbestimmung verlangte).
Die oben zitierte Passage der Botschaft zum Opferhilfegesetz, die ausdr�cklich auf die Botschaft vom 6. Juli 1983 verweist, ist daher im gleichen Sinne zu verstehen.
Das Bundesgericht hat bereits in den Entscheiden BGE 122 II 315 (E. 3c S. 320) und 122 II 211 (E. 3b S. 215) dargelegt, dass die K�rperverletzung oder T�tung f�r die Begr�ndung der Opferstellung nicht gen�gt, sondern diese mindestens fahrl�ssig begangen worden sein muss. Die Integrit�tsverletzung muss demnach durch ein sorgfaltswidriges Verhalten verursacht worden und die Gefahr des Erfolgseintritts muss f�r den T�ter vorhersehbar gewesen sein. Im unver�ffentlichten Entscheid i.S. N. vom 10. Februar 2000 (E. 2) wurde diese Rechtsprechung ausdr�cklich best�tigt und daran festgehalten, dass der Begriff der Straftat im Sinne von Art. 2 Abs. 1 OHG nicht nur die Verwirklichung eines objektiven Straftatbestands, sondern auch vors�tzliches oder fahrl�ssiges Handeln voraussetzt.
g) Nicht entschieden wurde bisher, welche subjektiven Anforderungen bei Vorsatzdelikten zu stellen sind, d.h. bei Delikten, die nur vors�tzlich und nicht fahrl�ssig begangen werden k�nnen. Konsequenterweise m�sste hier Vorsatz des T�ters verlangt werden, da nur vors�tzliches Handeln (oder Unterlassen) tatbestandsm�ssig ist. In diesem Fall w�rde also die Aussage der Botschaft, es sei gleichg�ltig, ob der T�ter vors�tzlich oder fahrl�ssig handle, nicht zutreffen; sie w�re unter den Vorbehalt zu stellen, dass beide Handlungsformen tatbestandsm�ssig sind (so wohl Gomm/Stein/Zehntner, a.a.O., Art. 2 Rz 24). Dies trifft f�r die meisten strafbaren Handlungen gegen Leib und Leben zu, nicht dagegen f�r den Tatbestand des Amtsmissbrauchs (Art. 312 StGB).
Gegen die generelle Ausklammerung der fahrl�ssigen Verwirklichung einer Vorsatztat vom Anwendungsbereich des Opferhilfegesetzes l�sst sich allerdings einwenden, dass die Folgen von vors�tzlichem und fahrl�ssigem Verhalten f�r das Opfer dieselben sind (so schon der Bundesrat in der bereits zitierten Botschaft BBl 1983 III 894); es sind durchaus F�lle vorstellbar, in denen auch das Opfer einer fahrl�ssig begangenen Vorsatztat schutzw�rdig und auf Opferhilfe angewiesen ist (z.B. im Fall einer Vergewaltigung, bei der der T�ter irrig von der Einwilligung des Opfers ausgeht).
h) Im vorliegenden Fall steht der Straftatbestand des Amtsmissbrauchs zur Diskussion. B.________ und A.________ wird nach dem vom Verwaltungsgericht verbindlich festgestellten Sachverhalt (Art. 105 Abs. 2 OG) lediglich eine fahrl�ssige Fehlentscheidung vorgeworfen.
aa) Es erscheint bereits zweifelhaft, ob ihr Verhalten den objektiven Tatbestand des Amtsmissbrauchs erf�llt. Dieser setzt den zweckentfremdeten Einsatz staatlicher Macht voraus (BGE 104 IV 23; Stefan Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Auflage, Art. 312 N 1), d.h. der T�ter muss die Machtbefugnisse, die ihm sein Amt verleiht, unrechtm�ssig anwenden, indem er kraft seines Amtes verf�gt oder Zwang aus�bt, wo es nicht geschehen d�rfte (BGE 114 IV 41 E. 2 S. 42; 101 IV 407 E. 1a S. 410) oder unverh�ltnism�ssige Mittel einsetzt (BGE 104 IV 22 E. 2 S. 23; Trechsel, a.a.O. N 6). Im vorliegenden Fall hat B.________ weder verf�gt noch Zwang angewendet, sondern (unzutreffende) Informationen weiter geleitet und es unterlassen, die Beschwerdef�hrerin �ber Ort und Zeit der Bestattung zu unterrichten. A.________ hat die Bestattung angeordnet, wozu sie als Zivilstandsbeamtin zust�ndig war. Hierbei hat sie das Friedhofsreglement verletzt, weil sie keine R�cksprache mit der Beschwerdef�hrerin nahm und eine Bestattung ohne Trauerfeier anordnete. Ob darin �berhaupt eine Aus�bung staatlicher Hoheitsgewalt liegt (vgl. hierzu BGE 101 IV 407 E. 1b S. 410 f.) und wenn ja, ob es sich um einen strafbaren Missbrauch der Amtsgewalt oder "nur" um eine zwar rechtswidrige, aber straflose Amtspflichtverletzung handelt, ist nicht leicht zu entscheiden.
Dieser Fall verdeutlicht, dass der objektive Tatbestand des Amtsmissbrauchs den Unrechtsgehalt dieses Delikts nur unvollst�ndig umschreibt, weshalb auch der subjektive Tatbestand ber�cksichtigt werden muss. Art. 312 StGB enth�lt als besonderes subjektives Tatbestandsmerkmal die "Absicht, sich oder einem andern einen unrechtm�ssigen Vorteil zu verschaffen oder einem andern einen Nachteil zuzuf�gen". In BGE 114 IV 41 (E. 2 S. 43) f�hrte das Bundesgericht aus, Art. 312 erfasse nicht jede Amtspflichtverletzung, sondern setze voraus, dass der T�ter seine Amtsgewalt "in der gesetzlich genannten Absicht missbrauche". In vielen F�llen ergibt sich die - f�r den Unrechtsgehalt des Amtsmissbrauchs typische - Zweckentfremdung staatlicher Macht erst aus der damit verfolgten Absicht. In dieser Hinsicht unterscheidet sich der Tatbestand des Amtsmissbrauchs von den klassischen Erfolgsdelikten, bei denen sich das strafw�rdige Unrecht in erster Linie aus der Verletzung eines fremden Rechtsguts und nicht aus den vom T�ter verfolgten Zwecken ergibt. Bei diesen Delikten w�re es deshalb denkbar, eine Entsch�digung nach Opferhilfegesetz auch dann zu gew�hren, wenn der f�r den subjektiven Tatbestand erforderliche Vorsatz (z.B. bei der Vergewaltigung) fehlt. Dagegen w�rde es zu einer uferlosen Haftung f�hren, wenn man den - f�r die Opferhilfe ohnehin atypischen und vom Gesetzgeber daher nicht bedachten - objektiven Tatbestand des Amtsmissbrauchs f�r eine Entsch�digung gem�ss Art. 11 ff. OHG gen�gen liesse.
i) Nach dem Gesagten hat das Verwaltungsgericht den Entsch�digungsanspruch der Beschwerdef�hrerin im Ergebnis zu Recht verneint, weil weder B.________ noch A.________ mit der nach Art. 312 StGB erforderlichen Vorteils- oder Nachteilsabsicht gehandelt haben. Scheidet ein Entsch�digungsanspruch definitiv aus, besteht auch kein Anspruch auf Vorschuss i.S.v. Art. 15 OHG (vgl. BGE 121 II 116 E. 2a S. 120).
b) Die Beschwerdef�hrerin hat sowohl vor Verwaltungsgericht als auch vor Bundesgericht um unentgeltliche Rechtspflege ersucht. Da das Verfahren im Streit um eine Entsch�digung nach Opferhilfegesetz kostenlos ist (Art. 16 OHG; vgl. dazu BGE 122 II 211 E. 4 S. 217 ff.), geht es nur noch um die unentgeltliche Verbeist�ndung. Die Beschwerdef�hrerin ist bed�rftig (Art. 152 Abs. 1 OG) und war auf die Hilfe eines Anwaltes angewiesen (Art. 152 Abs. 2 OG). Fraglich ist jedoch, ob ihr Gesuch nicht von vornherein aussichtslos war.
Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten betr�chtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden k�nnen. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungef�hr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese.
Massgebend ist, ob eine Partei, die �ber die n�tigen finanziellen Mittel verf�gt, sich bei vern�nftiger �berlegung zu einem Prozess entschliessen w�rde (BGE 124 I 304 E. 2c S. 306; 122 I 267 E. 2b S. 271 mit Hinweisen).
Ber�cksichtigt man die ver�ffentlichte Rechtsprechung des Bundesgerichts zu den Voraussetzungen der Opferstellung (BGE 122 II 315 E. 3c S. 320; 211 E. 3b S. 215) und den Umstand, dass alle kantonalen Instanzen den Tatbestand des Amtsmissbrauchs und der St�rung der Totenruhe verneint hatten, mussten die Gewinnaussichten als gering eingestuft werden. Immerhin aber war die Opferstellung der Beschwerdef�hrerin bereits mehrfach anerkannt worden und sie h�tte sich f�r ihre Auffassung, schon die objektive Tatbestandsm�ssigkeit gen�ge zur Begr�ndung der Opferstellung, auf die Botschaft zum Opferhilfegesetz, mehrere Literaturstellen und bundesgerichtlichen obiter dicta (z.B. BGE 126 II 348 E. 2c/aa S. 349 und 125 II 265 (E. 2a/bb S. 268) st�tzen k�nnen. Auch das Bundesamt und das Verwaltungsgericht gingen in ihren Vernehmlassungen von dieser Rechtsauffassung aus. Die im 122. Band der amtlichen Sammlung ver�ffentlichten Entscheide betreffen �berdies Fahrl�ssigkeitsdelikte und nicht Delikte, bei denen nur die vors�tzliche Begehung strafbar ist; nur bei derartigen Vorsatzdelikten ist es - entgegen der Aussage in der Botschaft - nicht gleichg�ltig, ob der T�ter vors�tzlich oder fahrl�ssig handelt. Unter Ber�cksichtigung aller dieser Umst�nde erschien es vertretbar, den Entsch�digungs- und Genugtuungsanspruch trotz der Einstellung des Strafverfahrens im vorliegenden Fall weiter zu verfolgen.
c) Nach dem Gesagten ist der Beschwerdef�hrerin die unentgeltliche Verbeist�ndung vor Bundesgericht wie auch vor Verwaltungsgericht zu gew�hren. Dies hat zur Folge, dass die Beschwerde hinsichtlich der Versagung der unentgeltlichen Verbeist�ndung vor Verwaltungsgericht gutzuheissen ist.
1.- Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird teilweise gutgeheissen und Dispositiv-Ziff. 1b des Entscheids des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau vom 14. Dezember 1999 wird aufgehoben. Die Sache wird zu neuer Beurteilung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege an das Verwaltungsgericht zur�ckgewiesen. Im �brigen wird die Verwaltungsgerichtsbeschwerde abgewiesen.
4.- Der Beschwerdef�hrerin wird die unentgeltliche Verbeist�ndung gew�hrt: Rechtsanwalt Marco Untern�hrer, Sempacherstrasse 6, Luzern, wird als amtlicher Vertreter der Beschwerdef�hrerin bestellt, und es wird ihm f�r das bundesgerichtliche Verfahren aus der Bundesgerichtskasse ein Honorar von Fr. 1'500.-- ausgerichtet.
5.- Dieses Urteil wird der Beschwerdef�hrerin, dem kantonalen Sozialdienst und dem Verwaltungsgericht des Kantons Aargau, 2. Kammer, sowie dem Bundesamt f�r Justiz schriftlich mitgeteilt.