Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F28-03-2002-U_252-2000
Timestamp: 2016-10-23 18:05:30
Document Index: 77736536

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'BGE']

U 252/00 (28.03.2002)
U 252/00 Vr
Pr�sident Sch�n, Bundesrichterin Widmer und Bundesrichter Ursprung; Gerichtsschreiberin Helfenstein Franke
A.- Der 1943 geborene M.________ arbeitete seit 1961 bei der Firma A.________ und war bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert. Am 30. Oktober 1986 wurde er bei der Arbeit durch einen herunterfallenden, 22 kg schweren Gitterrost an Kopf und Nacken getroffen und erlitt gem�ss Bericht des erstbehandelnden Spitals Y.________ vom 26. November 1986 eine leichte Commotio cerebri, eine nicht dislozierte Wirbelbogenfraktur C6 sowie eine Distorsion der Halswirbels�ule. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen und schloss den Fall per 30. M�rz 1987 ab.
Auf Grund von Cervikobrachialgien wurden am 6. Februar 1990 und am 14. November 1991 zwei operative Eingriffe durchgef�hrt (jeweils Dekompression C5-C6 und C6-C7), wobei es beim zweiten Eingriff zu einer iatrogenen L�sion von C6 links kam. Beide Eingriffe wie auch die Nachkontrollen bis 10. Juli 1996 wurden von der Krankenkasse �bernommen.
Am 22. September 1997 meldete die Firma A.________ der SUVA einen R�ckfall. Die SUVA zog verschiedene medizinische Unterlagen bei (Berichte der Frau Dr. med. J.________, Spezial�rztin FMH f�r Allgemeinmedizin, vom 3. Oktober 1997; des Dr. med. D.________, Spezialarzt FMH f�r Neurochirurgie, vom 26. November 1986, 14. M�rz 1990, 9. Dezember 1991, 10. Juli 1996, 19. und 21. November 1997 sowie 28. Januar und 6. M�rz 1998; des Dr. med. L.________, Spezialarzt FMH f�r physikalische Medizin und Rheumatologie vom 3. Dezember 1997; des Dr. med. P.________, Spezialarzt FMH f�r Neurologie, vom 18. Dezember 1997; des Dr. med. E.________, Spezialarzt FMH f�r Chirurgie, vom 11. Januar 1999 sowie des Kreisarztes Dr. med. R.________, vom 16. November 1998). Sie verneinte mit Verf�gung vom 18. November 1998 ihre Leistungspflicht und hielt auf Einsprache hin mit Entscheid vom 14. April 1999 an ihrem Standpunkt fest.
B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde, mit welcher M.________ zum einen beantragen liess, die SUVA sei zu verpflichten, den Fall als R�ckfall wieder aufzunehmen, gleichzeitig aber in der Beschwerdebegr�ndung ausf�hren liess, die SUVA sei zu weiteren Abkl�rungen zu verpflichten, wies das Kantonale Versicherungsgericht des Wallis mit Entscheid vom 11. Mai 2000 ab.
C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst M.________ beantragen, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides sowie des Einspracheentscheides seien ihm die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen und das Verfahren sei bis zum Vorliegen des Gutachtens des Spitals X.________ zu sistieren.
Die SUVA opponiert einer Sistierung des Verfahrens und schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesamt f�r Sozialversicherung (nachfolgend: BSV) verzichtet auf eine Vernehmlassung. Die Versicherung Z.________ als Mitinteressierte reicht eine Vernehmlassung ein, ohne einen konkreten Antrag zu stellen.
D.- Mit Verf�gung vom 20. November 2000 ist das Verfahren sistiert worden. Nach Eingang des Gutachtens des Spitals X.________ vom 10. April 2001 wurde die Sistierung aufgehoben und ein zweiter Schriftenwechsel durchgef�hrt. W�hrend das BSV erneut auf eine Vernehmlassung verzichtet und die SUVA erneut auf Abweisung der Beschwerde schliesst, haben M.________ und die als Mitinteressierte Versicherung Z.________ eine Stellungnahme eingereicht, ohne einen konkreten Antrag zu stellen.
1.- Die Vorinstanz hat die massgeblichen Bestimmungen und die Rechtsprechung �ber die Gew�hrung von Versicherungsleistungen bei Unf�llen (Art. 6 Abs. 1 UVG) sowie zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers - auch bei einem R�ckfall (BGE 118 V 296 Erw. 2c) - vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, 117 V 376 Erw. 3a, je mit Hinweisen) zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod) zutreffend dargelegt. Richtig sind auch die Ausf�hrungen zum Beweiswert �rztlicher Gutachten (BGE 122 V 160 Erw. 1c mit Hinweisen, neuerdings BGE 125 V 352 Erw. 3) und zum im Sozialversicherungsrecht �blichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 125 V 195 Erw. 2, 121 V 47 Erw. 2a, 208 Erw. 6b mit Hinweis). Darauf wird verwiesen.
Zu erg�nzen ist, dass es bei R�ckf�llen und Sp�tfolgen der versicherten Person obliegt, das Vorliegen eines nat�rlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall mit dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je gr�sser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeintr�chtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des nat�rlichen Kausalzusammenhangs zu stellen (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 Erw. 1c in fine). Bei Beweislosigkeit f�llt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 Erw. 3b).
2.- Streitig und zu pr�fen ist, ob zwischen den heute beklagten und am 22. September 1997 als R�ckfall gemeldeten Beschwerden und dem Unfall vom 30. Oktober 1986 der nat�rliche Kausalzusammenhang mit dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit gegeben ist.
a) Die Vorinstanz verneinte diese Frage. Sie erwog, Frau Dr. med. J.________ habe die Kausalit�t lediglich mit "Ja" beantwortet, ohne dies n�her zu begr�nden, weshalb ihr Bericht die von der Rechtsprechung herausgebildeten Erfordernisse an einen beweiskr�ftigen Arztbericht nicht erf�lle. Ebenso verhalte es sich mit den Berichten des Dr. med. E.________ vom 11. Januar 1999 und des Dr. med. D.________ vom 6. M�rz 1998. Letzterer halte lediglich Folgendes fest: "Il est bien �vident, que les l�sions que j'ai observ�es lors de l'intervention du 16.1.98 sont d'origine arthrosique, � mon avis, posttraumatique". Demgegen�ber sei auf den Bericht des Kreisarztes Dr. med. R.________ vom 16. November 1998 abzustellen, der in Kenntnis aller Akten einen Kausalzusammenhang als m�glich, aber nicht wahrscheinlich erachte, insbesondere, weil der Beschwerdef�hrer am 30. Oktober 1986 eine Bogenfraktur von C6 erlitten habe, die 1997 und 1998 festgestellte Arthrose sich jedoch auf dem Niveau C3-C4 und C4-C5 befinde.
b) Der Beschwerdef�hrer l�sst in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde geltend machen, die Aussage des Kreisarztes gr�nde einzig darauf, dass sich seine heutigen Beschwerden nicht auf dem gleichen Niveau wie die Unfallverletzung bef�nden. Diese Aussage sei medizinisch nicht ausreichend, weshalb die Beschwerden weiter abzukl�ren seien; dazu sei ein Gutachten im Spital X.________ veranlasst worden.
c) Im nun vorliegenden Gutachten des Dr. med. H.________, Leiter Wirbels�ulenchirurgie des Spitals X.________, vom 10. April 2001 f�hrt dieser in Bezug auf die Kausalit�t aus, auf Grund der anl�sslich des Unfallereignisses angefertigten R�ntgenaufnahmen vom November 1986 m�sse konstatiert werden, dass im Bereich C5/C6 als auch C4/C5 degenerative Ver�nderungen erkenntlich seien im Sinne der Spondylose mit dorsalen Spondylophyten. Diese Ver�nderungen im Sinne eines Vorzustandes seien relevant, und die sich im Verlauf ergebende Progression entspreche der Prinzip der sog. "natural history". Es sei anzunehmen, dass das Segment C6/C7 unfallbedingt gesch�digt worden sei und konsekutiv einen raschen Verschleiss durchgemacht habe, w�hrend sich in den cranialen Abschnitten eher der nat�rliche Verlauf manifestiere. In dem Sinne seien die nach 1990 erfolgten Interventionen doch eher als Folge der krankhaften Ver�nderungen zu sehen als des Unfallereignisses.
Hervorzuheben sei zudem, dass auf der initialen Aufnahme vom November 1986 degenerative Ver�nderungen auszumachen seien, aber auch der Verdacht auf eine Instabilit�t im Bereich C6/C7 bestehe. Die Interpretation sei allein auf einer konventionellen R�ntgenaufnahme schwierig und die Beschreibung des CT-Befundes sei insuffizient. Wie so h�ufig sei letztlich eine kombinierte Pathologie gegeben, einerseits traumatisch und sich daraus ergebende posttraumatische Ver�nderung, andererseits manifestiere sich hier der nat�rliche Verlauf von degenerativen Ver�nderungen.
d) Aus diesen Ausf�hrungen des Dr. med. H.________ ergibt sich, dass die am 22. September 1997 als R�ckfall gemeldeten Beschwerden nicht mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit unfallbedingt sind. Gerade mit Blick auf die von der Vorinstanz zu Recht als nicht umfassend gew�rdigten Berichte der Dres. med. J.________ und D.________ und andererseits den schl�ssigen Bericht des Kreisarztes Dr. med. R.________ besteht kein Anlass, nicht auf die nachvollziehbaren Schlussfolgerungen des Dr. med. H.________ abzustellen, nachdem das Gutachten alle rechtsprechungsgem�ssen (BGE 125 V 352 Erw. 3 mit Hinweisen) Kriterien f�r eine beweiskr�ftige �rztliche Entscheidungsgrundlage erf�llt, n�mlich umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden ber�cksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenh�nge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und schliesslich die Schlussfolgerungen begr�ndet sind. Damit steht aber fest, dass die Kausalit�t nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen und die Abweisung des Leistungsanspruchs im Ergebnis nicht zu beanstanden ist.
des Wallis, dem Bundesamt f�r Sozialversicherung
und der Versicherung Z.________ zugestellt.