Source: http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Wettbewerbsverbot.html
Timestamp: 2016-05-28 05:49:19
Document Index: 30408125

Matched Legal Cases: ['§ 74', '§ 60', '§ 60', '§ 74', '§ 74', '§ 74', '§ 74', '§ 75']

Darf man sei­nem Ar­beit­ge­ber Kon­kur­renz ma­chen?
Wel­che Art von Wett­be­werb muss der Ar­beit­neh­mer un­ter­las­sen? Wann liegt ein ver­bo­te­nes Geschäft im Geschäfts­zweig des Ar­beit­ge­bers vor?
Was kann dem Ar­beit­neh­mer bei ver­bo­te­nem Wett­be­werb pas­sie­ren?
Was ist ein nach­ver­trag­li­ches Wett­be­werbs­ver­bot? Wann ist ein nach­ver­trag­li­ches Wett­be­werbs­ver­bot nich­tig?
Liegt in dem ver­trag­li­chen Ver­weis auf §§ 74 ff. HGB die Ver­ein­ba­rung ei­ner Ka­ren­zentschädi­gung?
Wann ist ein nach­ver­trag­li­ches Wett­be­werbs­ver­bot un­ver­bind­lich?
Wie ist die Ka­ren­zentschädi­gung zu be­rech­nen?
Un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen kann ein nach­ver­trag­li­ches Wett­be­werbs­ver­bot gelöst wer­den?
Wo fin­den Sie mehr zum The­ma Wett­be­werbs­ver­bot?
Darf man sei­nem Ar­beit­ge­ber Kon­kur­renz ma­chen? Als Ar­beit­neh­mer ist man sei­nem Ar­beit­ge­ber nach der Recht­spre­chung in ei­nem ge­wis­sen Maß zu "Treue" bzw. zu Loya­lität ver­pflich­tet. Der Ar­beit­ge­ber kann da­her von sei­nem Ar­beit­neh­mer ver­lan­gen, daß er Wett­be­werb un­terlässt. Ge­setz­lich ge­re­gelt ist die­ser Rechts­grund­satz nur für kaufmänni­sche An­ge­stell­te, die im HGB (Han­dels­ge­setz­buch) et­was al­tertümlich "Hand­lungs­ge­hil­fen" heißen. § 60 HGB lau­tet:
(1) Der Hand­lungs­ge­hil­fe darf oh­ne Ein­wil­li­gung des Prin­zi­pals we­der ein Han­dels­ge­wer­be be­trei­ben noch in dem Han­dels­zwei­ge des Prin­zi­pals für ei­ge­ne oder frem­de Rech­nung Geschäfte ma­chen.(2) Die Ein­wil­li­gung zum Be­trieb ei­nes Han­dels­ge­wer­bes gilt als er­teilt, wenn dem Prin­zi­pal bei der An­stel­lung des Ge­hil­fen be­kannt ist, daß er das Ge­wer­be be­treibt, und der Prin­zi­pal die Auf­ga­be des Be­triebs nicht aus­drück­lich ver­ein­bart." Wel­che Art von Wett­be­werb muss der Ar­beit­neh­mer un­ter­las­sen? § 60 Abs.1 HGB ver­bie­tet zwei Din­ge, nämlich
Wann liegt ein ver­bo­te­nes Geschäft im Geschäfts­zweig des Ar­beit­ge­bers vor? Ver­bo­te­ne Kon­kur­renz­geschäfte, d.h. Geschäfte in dem Geschäfts­zweig des Ar­beit­ge­bers, sind z.B.:
Was kann dem Ar­beit­neh­mer bei ver­bo­te­nem Wett­be­werb pas­sie­ren? Im Fal­le ver­bo­te­ner Kon­kur­renztätig­keit des Ar­beit­neh­mers kann der Ar­beit­ge­ber den Ar­beit­neh­mer ab­mah­nen oder auch - in gra­vie­ren­den Fällen - or­dent­lich aus ver­hal­tens­be­ding­ten Gründen oder außer­or­dent­lich kündi­gen. Will der Ar­beit­ge­ber am Ar­beits­ver­trag fest­hal­ten, kann er vom Ar­beit­neh­mer ver­lan­gen, daß die­ser die Kon­kur­renztätig­keit un­terläßt.
(2) Die Ansprüche verjähren in drei Mo­na­ten von dem Zeit­punkt an, in wel­chem der Prin­zi­pal Kennt­nis von dem Ab­schlus­se des Geschäfts er­langt; sie verjähren oh­ne Rück­sicht auf die­se Kennt­nis in fünf Jah­ren von dem Ab­schlus­se des Geschäfts an." Was ist ein nach­ver­trag­li­ches Wett­be­werbs­ver­bot? Un­mit­tel­bar mit Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses en­det die Pflicht des Ar­beit­neh­mers, sei­nem - ehe­ma­li­gen - Ar­beit­ge­ber kei­ne Kon­kur­renz zu ma­chen. Der Ar­beit­neh­mer kann al­so am ers­ten Tag nach dem En­de des Ar­beits­verhält­nis­ses mit Kon­kur­renz­geschäften "los­le­gen". Um dies zu ver­hin­dern, se­hen Ar­beits­verträge oder ge­son­der­te Ver­ein­ba­run­gen nicht sel­ten sog. nach­ver­trag­li­che Wett­be­werbs­ver­bo­te vor. Die­se lau­ten et­wa wie folgt:
Wann ist ein nach­ver­trag­li­ches Wett­be­werbs­ver­bot nich­tig? Ist ein nach­ver­trag­li­ches Wett­be­werbs­ver­bot nich­tig, dann hat es über­haupt kei­ne recht­li­chen Wir­kun­gen, d.h. es ist recht­lich nicht vor­han­den. Nich­tig ist ein Wett­be­werbs­ver­bot ins­be­son­de­re dann,
Liegt in dem ver­trag­li­chen Ver­weis auf §§ 74 ff. HGB die Ver­ein­ba­rung ei­ner Ka­ren­zentschädi­gung? Mit Ur­teil vom 28.06.2006 (10 AZR 407/05) hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ent­schie­den, daß die in Wett­be­werbs­ver­bo­ten oft an­zu­tref­fen­den pau­scha­len Ver­wei­se auf die §§ 74 ff. HGB als aus­rei­chend be­stimm­te Ver­ein­ba­rung ei­ner Ka­ren­zentschädi­gung an­zu­se­hen sind. Das sind Klau­seln, die z.B. so lau­ten:
Wann ist ein nach­ver­trag­li­ches Wett­be­werbs­ver­bot un­ver­bind­lich? Wenn ein nach­ver­trag­li­ches Wett­be­werbs­ver­bot nur "un­ver­bind­lich" ist, hat der Ar­beit­neh­mer die Wahl, ob er er sich an das Ver­bot hal­ten und dafür die Ka­ren­zentschädi­gung kas­sie­ren möch­te oder ob er lie­ber frei sein möch­te, sei­nem ehe­ma­li­gen Ar­beit­ge­ber Kon­kur­renz ma­chen zu dürfen.
In die­sen Fällen hat der Ar­beit­neh­mer ein Wahl­recht zwi­schen der (be­zahl­ten) Be­ach­tung des un­ver­bind­li­chen Wett­be­werbs­ver­bo­tes und - als Al­ter­na­ti­ve - sei­ner Nicht­be­ach­tung. Die­ses Wahl­recht muß der Ar­beit­neh­mer zu Be­ginn der Ka­renz­zeit ausüben, d.h. er muß sich ent­schei­den, ob er das Ver­bot be­ach­ten will oder nicht. Al­ler­dings muß er dem Ar­beit­ge­ber die­se Ent­schei­dung nicht von sich aus bzw. un­auf­ge­for­dert mit­tei­len. Wie ist die Ka­ren­zentschädi­gung zu be­rech­nen? In die Be­rech­nung ge­hen al­le Vergütungs­be­stand­tei­le ein, die der Ar­beit­neh­mer zu­letzt be­zo­gen hat, d.h. auch Sach­leis­tun­gen wie die pri­va­te Nut­zungsmöglich­keit ei­nes Dienst­wa­gens so­wie sämt­li­che va­ria­blen Vergütungs­be­stand­tei­le. Va­ria­ble Leis­tun­gen wie ins­be­son­de­re Pro­vi­sio­nen sind gemäß § 74 b Abs.2 HGB bei der Be­rech­nung der Ka­ren­zentschädi­gung nach dem Durch­schnitt der letz­ten drei Jah­re in An­satz zu brin­gen. Hat die ar­beits­ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung über die Pro­vi­si­on bzw. sons­ti­ge va­ria­ble Vergütung bei Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses noch nicht drei Jah­re be­stan­den, so ist der Durch­schnitt in dem Zeit­raum maßgeb­lich, in dem ar­beits­ver­trag­li­che Re­ge­lung in Kraft war.
Ist der Ar­beit­neh­mer auf­grund des Wett­be­werbs­ver­bots ge­zwun­gen, sei­nen Wohn­sitz zu ver­le­gen, so tritt an die Stel­le des Schwel­len­wer­tes von 110 Pro­zent der zu­letzt be­zo­ge­nen Vergütung ein erhöhter Schwel­len­wert von 125 Pro­zent der zu­letzt be­zo­ge­nen Vergütung (§ 74 c Abs. 1 Satz 2 HGB).. Un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen kann ein nach­ver­trag­li­ches Wett­be­werbs­ver­bot gelöst wer­den? Kündigt der Ar­beit­neh­mer den Ar­beits­ver­trag aus wich­ti­gem Grun­de we­gen ver­trags­wid­ri­gen Ver­hal­tens des Ar­beit­ge­bers, dann wird das ver­ein­bar­te Wett­be­werbs­ver­bot un­ver­bind­lich, d.h. der Ar­beit­neh­mer hat die Wahl zwi­schen ei­ner Be­ach­tung des Ver­bots (ge­gen Zah­lung der Ka­renz) und sei­ner Nicht­be­ach­tung. Wählt er die Nicht­be­ach­tung, wird das Wett­be­werbs­ver­bot un­wirk­sam. Dies folgt aus § 75 Abs.1 HGB.
Wo fin­den Sie mehr zum The­ma Wett­be­werbs­ver­bot? Wei­te­re In­for­ma­tio­nen, die Sie im Zu­sam­men­hang mit dem The­ma Wett­be­werbs­ver­bot in­ter­es­sie­ren könn­ten, fin­den Sie hier:
Was k�nnen wir f�r Sie tun? Wenn Sie Fra­gen im Zu­sam­men­hang mit dem The­ma Wett­be­werbs­ver­bot ha­ben oder wenn Sie im Zu­sam­men­hang mit der Be­en­di­gung Ih­res Ar­beits­ver­hält­nis­ses un­si­cher sind, ob ein nach­ver­trag­li­ches Wett­be­werbs­ver­bot recht­lich wirk­sam ist oder nicht, be­ra­ten und un­ter­stüt­zen wir Sie ger­ne. Wir kön­nen auch be­hilf­lich sein, wenn es dar­um geht, Ih­re recht­li­chen Mög­lich­kei­ten und die wei­te­re Vor­ge­hens­wei­se in Ih­rem Fall ab­zu­klä­ren. Bit­te be­ach­ten Sie, dass Ih­nen mög­li­cher­wei­se nur kur­ze Zeit für die Gel­tend­ma­chung Ih­rer An­sprü­che zur Ver­fü­gung steht, falls Sie Aus­schluss­fris­ten zu be­ach­ten ha­ben.
Selbst­ver­ständ­lich kön­nen wir Sie auch bei der Durch­set­zung Ih­rer Rech­te un­ter­stüt­zen. Je nach La­ge des Fal­les bzw. ent­spre­chend Ih­ren Wün­schen tre­ten wir ent­we­der nach au­ßen nicht in Er­schei­nung oder aber wir ver­han­deln in Ih­rem Na­men mit Ih­rem Ar­beit­ge­ber.
Ver­ein­ba­rung über ein nach­ver­trag­li­ches Wett­be­werbs­ver­bot (falls vor­han­den)
Ge­halts­ab­rech­nun­gen Schrift­ver­kehr (falls vor­han­den)