Source: https://ssz-deutschland.de/dguv/information-211-005/
Timestamp: 2019-02-23 09:50:47
Document Index: 40561890

Matched Legal Cases: ['§ 4', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Information 211-005 - SSZ Deutschland
Torsten Köppen, Stefan Stillger
DGUV Information 211-005 (bisher BGI 527)
Als Führungskraft werden Sie täglich mit vielfältigen Aufgaben konfrontiert und sind verantwortlich für die Qualität Ihrer Erzeugnisse und letztendlich für den wirtschaftlichen Erfolg.
Jede Führungskraft hat gegenüber den Mitarbeitern eine Fürsorgepflicht.
Um Gesundheitsschäden bei der Ausübung der Tätigkeit Ihrer Mitarbeiter zu vermeiden, ist es notwendig, diese ausreichend und angemessen über Gefährdungen am Arbeitsplatz zu informieren. Wesentliche Voraussetzung für sicherheitsgerechtes und gesundheitsbewusstes Verhalten sind wirksame Unterweisungen.
Zur Überprüfung, ob diese BG-Information Sie bei der Planung und Durchführung Ihrer Unterweisungen unterstützen kann, beantworten Sie für sich die nachfolgenden Fragen.
Sehen Sie Unterweisungen eher als gesetzliche Pflicht an?
Gehen Ihnen manchmal die Unterweisungsthemen aus?
Verhalten sich Ihre Mitarbeiter während der Unterweisung passiv?
Unterweisen Sie regelmäßig die gleichen Inhalte?
Reden Sie bei der Unterweisung mehr als Ihre Mitarbeiter?
Setzen Sie wiederholt veraltete Unterlagen ein?
Wollen Sie in Zukunft besser unterweisen?
Wenn Sie eine Frage mit „Ja“ beantwortet haben, kann diese Informationsschrift Ihnen wertvolle Hinweise geben.
1 Grundlagen der Unterweisung
Geplanter betrieblicher Arbeitsschutz beinhaltet die Ermittlung der Gefährdungen, das Festlegen geeigneter Schutzmaßnahmen, die Information der Mitarbeiter und die Kontrolle, ob die Schutzmaßnahmen eingehalten werden und wirksam sind.
Sinnvollerweise werden in der betrieblichen Praxis
die Gefährdungsbeurteilungen,
die Betriebsanweisungen,
die Unterweisungen,
die Durchführungs-, Wirksamkeits- und Erhaltungskontrollen
Unterweisungen sind damit ein fester Bestandteil des betrieblichen Arbeitsschutzes (Sicherheit und Gesundheitsschutz).
Darüber hinaus ergibt sich die Verpflichtung zur Unterweisung auch aus einer Vielzahl von Gesetzen, Verordnungen und anderen Vorschriften.
Einen Auszug zeigt die folgende Darstellung (Bild 1-1).
Bild 1-1: Gesetze und Vorschriften (Auszug), die Unterweisungen fordern
Prinzipiell ist es Aufgabe des Unternehmers, die Unterweisungen durchzuführen.
Er hat jedoch die Möglichkeit, seine Pflichten hinsichtlich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes auf Führungskräfte zu übertragen. Dies gilt auch für die Verpflichtung zur Unterweisung.
Es wird deshalb im Allgemeinen so sein, dass die Unterweisung der Mitarbeiter den unmittelbaren betrieblichen Vorgesetzten übertragen wird. Dies ist auch sinnvoll, da diese „vor Ort“ sind und das Verhalten der ihnen unterstellten Mitarbeiter beobachten können und erforderlichenfalls korrigieren müssen.
Der Unternehmer behält jedoch in jedem Falle die Gesamtverantwortung.
Er bleibt verantwortlich für die sorgfältige Auswahl und Bestellung der Vorgesetzten und für die Überwachung der Durchführung ihrer Aufgaben.
Dabei ist es dem Unternehmer freigestellt, wen er mit der Durchführung der Unterweisung beauftragt. Fachkräften für Arbeitssicherheit, Betriebsärzten oder ähnlichen Personen mit Stabsfunktion sollte die Unterweisungspflicht nicht allein übertragen werden.
Dieser Personenkreis ist beratend tätig, ihm fehlen disziplinarische Vollmachten und Weisungsrechte. Gleichwohl ist es sinnvoll, diesen Personenkreis bei der Vorbereitung oder der Behandlung einzelner Themen zu beteiligen.
Angesprochen, geübt und gefestigt werden bei Unterweisungen also Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten der Mitarbeiter, die zum sicheren Arbeiten erforderlich sind.
Der beste Schutz der Mitarbeiter wird erreicht, wenn eine Gefahrenquelle vermieden oder beseitigt werden kann. Ist dies nicht möglich, besteht dauerhaft ein Restrisiko. In diesem Fall müssen immer verhaltensbezogene Maßnahmen, zu denen Unterweisungen und Betriebsanweisungen zählen, durchgeführt werden. Sie unterstützen grundsätzlich alle Maßnahmen der höherwertigen Hierarchiestufen.
3 Unterweisungsanlässe
verhaltensabhängig in angemessenen Zeitabständen (siehe Bild 3-1),
mindestens jedoch einmal jährlich; mindestens jedoch halbjährlich (JArbSchG)
bei besonderen Anlässen situationsabhängig
Bild 3-1: Angemessene Zeitabstände für Unterweisungen
Bei Erstunterweisungen von Berufsanfängern oder Betriebsneulingen müssen Grundlageninformationen zu betrieblichen Besonderheiten stärker berücksichtigt werden.
4 Organisation der Unterweisung
Festlegung der Termine (Zeitpunkt und Dauer),
Bei Unterweisungen mit praktischen Übungen oder Unterweisungen „vor Ort“ an einer Maschine muss die Teilnehmerzahl weiter reduziert werden.
Das gemeinsame Unterweisen von Neulingen und den so genannten „Alten Hasen“ kann sich förderlich oder hemmend auswirken. Förderlich kann sein, wenn die beiden Gruppen voneinander lernen können. Hemmend kann sein, wenn „Alte Hasen“ sich in Unterweisungen als unbelehrbar geben.
Bei Neulingen muss tendenziell mehr an betriebsbezogenem Wissen vermittelt werden, wogegen der Aufwand für Motivation geringer sein kann. Bei den „Alten Hasen“ werden Motivation und Reaktivierung des Wissens mehr im Vordergrund stehen.
5 Unterweisungsthemen
Die Auswahl und die Gewichtung der Unterweisungsthemen ergibt sich aus den betrieblichen Gegebenheiten und vorherrschenden Gefährdungen.
Fast jedes der im Folgenden beispielhaft aufgeführten Unterweisungsthemen kann bei Erst- oder Wiederholungsunterweisungen
betriebsbezogen,
vermittelt oder dargestellt werden.
Die zu behandelnden Unterweisungsthemen ergeben sich aus den betrieblichen Gegebenheiten.
Allgemeine und spezielle Themen sind:
Jedes dieser beispielhaft aufgeführten allgemeinen und speziellen Themen kann für sich allein Gegenstand einer Unterweisung sein.
Typische Arbeitsabläufe können es aber auch sinnvoll machen, Inhalte miteinander zu verknüpfen. Dies darf aber nicht zu einer inhaltlichen Überfrachtung führen.
6 Zehn Schritte zur erfolgreichen Unterweisung
Um das Niveau von systematischen und geplanten Unterweisungen zu erreichen, bietet sich eine Vorgehensweise in zehn Schritten an.
Grundsätzlich können die unten dargestellten zehn Schritte so nacheinander erfolgen.
Die Grenzen der ersten vier Schritte sind aber fließend.
Hinweise zur Planungsphase wurden bereits in den ersten Abschnitten der Informationsschrift gegeben und müssen anhand der betrieblichen Situation konkretisiert werden.
Nachdem geklärt wurde, welche Mitarbeiter zu welchen konkreten Themen zu unterweisen sind, beginnt die eigenen Vorbereitung.
In der Praxis wird der Schritt 5 (Informationen/Stoff sammeln) nicht nur ausschließlich in der Vorbereitungsphase erfolgen.
Die Stoffsammlung ist eine zunächst ungewichtete Sammlung aller Zahlen, Daten und Fakten, die zu einem Thema gehören.
Bild 6-1: Zehn Schritte zur erfolgreichen Unterweisung
Sie muss regelmäßig aktualisiert werden und auf die betrieblichen Belange ausgerichtet sein.
Sie dient dem Unterweiser zur eigenen Vorbereitung und zur Sicherstellung seiner Fachlichkeit mit aktuellen Inhalten.
Gedanklich kann die Stoffsammlung in Inhalte und Bezugsquellen getrennt werden.
Quellen für die Informationsbeschaffung können u. a. sein:
Herstellerinformationen, Produktbeschreibungen,
BG-DVD, Vorschriften, Regeln und Informationen,
Fachkräfte für Arbeitssicherheit, interne oder externe Fachleute, Sicherheitsbeauftragte, Kollegen, …
Jeder Unterweiser verfolgt mit seiner Unterweisung Ziele.
Je konkreter diese im Vorfeld formuliert wurden, desto effektiver werden Unterweisungen verlaufen.
Das Lernziel ist/beschreibt
die vorweggenommene Formulierung einer angestrebten Verhaltensänderung,
das erwartete Endverhalten nach einer Unterweisung,
die Eigenschaften (Wissen, Fähigkeiten, Einstellungen), welche die Mitarbeiter nach der Unterweisung erworben haben,
eine konkrete Arbeitssituation.
Man erhält Lernziele recht einfach, wenn man Antworten auf die Fragen:
Wer (Zielgruppe)?
Was (Tätigkeit)?
Womit (Hilfsmittel)?
Wie gut (Qualität)?
Konkrete und überprüfbare Lernziele, die unterschiedliche Lernzielebenen (Wissen, Können, Wollen) ansprechen, sind z. B.:
„Die Elektro-Azubis benennen die fünf Sicherheitsregeln der Elektrotechnik auswendig und fehlerfrei in der richtigen Reihenfolge.“
„Die Staplerfahrerneulinge stapeln fünf leere Europapaletten so übereinander, dass der maximale Versatz ½ Klotzbreite beträgt.“
„Die erfahrenen Instandhalter benennen die persönlichen Vorteile bei der Reparatur der Laufkatze eines Brückenkranes durch Einhaltung des Arbeitsablaufplanes.“
Stoffmenge reduzieren
Die Inhalte müssen nun so aufbereitet werden, dass sie von den Teilnehmern erfasst und in sichere Verhaltensweisen umgesetzt werden können.
Das Aufbereiten der Inhalte kann sowohl in der Menge als auch im Niveau des Stoffes erfolgen.
Stoffreduzierung ist das Wegstreichen/Weglassen der Inhalte, die zum Erreichen des Lernzieles nicht erforderlich sind.
Kriterien für die Stoffreduzierung sind u. a.
der Vorwissensstand der Mitarbeiter,
das typische Verhalten der Mitarbeiter,
der Bezug zur Arbeitsaufgabe,
der Bezug zum Handlungsspielraum der Mitarbeiter,
die technische Ausstattung und das zur Verfügung stehende Arbeitsgerät,
Ein Konzept dient der systematischen Vorbereitung einer Unterweisung und ermöglicht einen logischen und übersichtlichen Aufbau des Unterweisungsthemas. Dazu werden die fachlich logischen Inhalte gegliedert und mit Methoden, Medien sowie der erforderlichen Zeit in Beziehung gesetzt.
Das „vorausschauende“ Konzept erleichtert auch das richtige Reagieren auf unvorhergesehene Situationen, z. B. unerwartete Fragen und Reaktionen der Unterweisungsteilnehmer, unvorhergesehene Diskussionen usw. Bei der Erstellung stößt man bereits im Vorfeld auf solche „Gefahrstellen“, kann diese evtl. vermeiden bzw. sich darauf einstellen.
Ein Konzept gibt dem Unterweiser Sicherheit für die Unterweisungsdurchführung.
Jeder Unterweiser erstellt sein eigenes, auf ein Thema und seine Person zugeschnittenes Konzept, das für niemanden sonst hilfreich zu sein braucht.
Darum gibt es nicht „das“ Konzept, sondern eine Vielfalt verschiedenster Konzepte.
Trotz der Variationsvielfalt finden sich oben genannte Bestandteile in fast allen Konzepten wieder.
Der mögliche Aufbau eines Konzeptes ist in der folgenden Abbildung (Bild 6-2) dargestellt.
Bild 6-2: Konzeptaufbau
7 Methoden und Medien
Die Methode (griechisch: methodos – Weg) ist das Verfahren (Lehr- und Lernform) zur Erreichung des Ziels. Durch die Wahl der geeigneten Methode kann eine auf die Zielgruppe abgestimmte Unterweisung erfolgen.
Unterweisungsmedien sind Hilfsmittel zur Veranschaulichung von Inhalten, durch deren Einsatz unterschiedliche Sinnesorgane (Hören, Sehen, Fühlen) angesprochen werden.
Je nach Unterweisungsanlass, der Zahl der Teilnehmer, der verfügbaren Zeit und den zur Verfügung stehenden räumlichen und technischen Möglichkeiten lassen sich bei der Unterweisung verschiedene Methoden und Medien einsetzen.
Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der Unterweisung ist es, verschiedene Methoden und Medien (Lernformen und Sinne) sinnvoll miteinander zu kombinieren (Bild 7-1). Dabei sollte möglichst den Methoden der Vorzug gegeben werden, welche die zu unterweisenden Mitarbeiter aktivieren. Durch Aktivierung und Einsatz von Medien steigt die Behaltenswahrscheinlichkeit und die Unterweisung wird effektiver.
Bild 7-1: Behaltenswahrscheinlichkeit
von dem, was sie nur gehört haben,
von dem, was sie nur gesehen haben,
von dem, was sie nur gehört und gesehen haben,
von dem, was sie selbst gesagt haben,
von dem, was sie mitdenkend erarbeitet haben (so genanntes aktives Lernen) und
von dem, was sie selbst getan, geplant oder durchgeführt haben.
Der Vortrag ist eine Methode, um in kurzer Zeit neue Informationen zu vermitteln. Er darf nicht zu lang sein (ca. 15 Minuten), weil sonst die Aufmerksamkeit der Zuhörer nachlässt.
Der Vortrag sollte klar gegliedert sein, um das Verständnis zu fördern. Der Vortragende sollte zu Beginn sagen, um was es geht und dann, nachdem er seine Informationen vorgetragen hat, die wesentlichen Punkte nochmals zusammenfassen. Nachteilig beim Vortrag ist, dass die zu Unterweisenden selbst nicht aktiv sind, sondern nur zuhören.
Der Vortrag sollte deshalb zweckmäßigerweise mit einer die Mitarbeit aktivierenden Methode kombiniert werden.
Beim Lehrgespräch findet die Aktivierung der Mitarbeiter dadurch statt, dass der Unterweiser Fragen stellt und alle Mitarbeiter aufgefordert sind, zu antworten. Dies setzt allerdings voraus, dass Vorkenntnisse vorhanden sind. Das Lehrgespräch lässt sich deshalb gut bei Wiederholungsunterweisungen oder nach einem Vortrag einsetzen. Um ein Unterweisungsthema im Lehrgespräch zu behandeln, ist der Zeitaufwand größer als bei einem Vortrag.
Erarbeiten die Mitarbeiter sich selbst in Gruppenarbeit das erforderliche Wissen, ist der zu erwartende Lernerfolg größer, weil sie dabei miteinander diskutieren und jeder beteiligt wird. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen müssen im Anschluss an die Gruppenarbeit vorgetragen und bewertet werden.
Diese Methode ist effektiv, aber auch entsprechend zeitaufwendig.
Das Wesentliche der Arbeitsschutz-Kurzgespräche ist, dass hierbei das Gespräch zwischen dem Vorgesetzten und seinen Mitarbeitern im Vordergrund steht.
Mit dieser Methode werden im Wesentlichen folgende Ziele angestrebt:
Bewusstmachung der Gefährdungen,
Erarbeitung sicherer und gesundheitsgerechter Verhaltens- und Arbeitsweisen,
konsequente Anwendung durch gemeinsam getroffene Vereinbarungen.
Die Gespräche werden in kleinen Gruppen vor Ort am Arbeitsplatz geführt. Die Ergebnisse werden auf einem großen Bogen Papier, z. B. Flip-Chart, festgehalten.
Mögliche Struktur für den Ablauf des Arbeitsschutz-Kurzgespräches:
Der Vorgesetzte führt mithilfe dieser drei Fragen das Gespräch mit seinen Mitarbeitern und hält deren Antworten auf dem Bogen fest. Die so festgehaltenen Gesprächsergebnisse bleiben dann einige Tage am Arbeitsplatz ausgehängt.
Der entscheidende Vorteil dieser Methode besteht darin, dass sich die Mitarbeiter mit diesem Ergebnis wesentlich leichter identifizieren können, weil sie es selber erarbeitet haben.
Die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich an diese Abmachung dann auch halten, ist sehr viel größer, als wenn ihnen „fremdbestimmt“ ein Verhalten verordnet wird.
Medien der Unterweisung
Overhead-Projektor, Visualizer
Video, CD oder DVD
Schriftmaterial, Bilder
Anschauungs- und Übungsmaterial
Originale und Arbeitsmittel
Jedes Medium hat seine Einsatzberechtigung, wenn es geeignet ist, einen Sachverhalt besser zu verdeutlichen, einprägsamer darzustellen, das Unterweisungsziel zu erreichen, den Verlauf abwechslungsreicher zu gestalten und den Unterweiser bei der Durchführung der Unterweisung und dem „Transport“ der Lehrinhalte unterstützt.
Ob ein Medium die beabsichtigte Wirkung erreicht, hängt allerdings u. a. davon ab, inwieweit der Unterweiser in der Lage ist, den Medieneinsatz sinnvoll zu planen und zu nutzen.
Die zum Thema geeigneten Medien auswählen und einsetzen.
Die Medien an der richtigen Stelle einsetzen (nicht um jeden Preis).
Medieneinsatz festlegen nach Inhalt, Ziel, Methoden und didaktischem Konzept.
Medienwechsel bringt Abwechslung und erhöht die Spannung.
Reaktionen der Teilnehmer beachten (darf nicht zum Hemmnis werden).
Medieneinsatz maßvoll planen (keine Überhäufung).
Den Teilnehmern Zeit geben, sich mit einem Medium hinreichend und ohne Ablenkung beschäftigen zu können.
Unterweisungen nicht um ein scheinbar exklusives Medium herumbauen (Selbstbenebelung). Im Vordergrund steht das Lernen bzw. das angestrebte Lernziel.
Es besteht die Möglichkeit, Unterweisungsinhalte in Modulen anzubieten und dabei gezielte Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln.
Viele Softwarehersteller bieten Unterweisungsplattformen an, welche Unterlagen für Erst- und Folgeunterweisungen nach Arbeitsschutzgesetz und Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der Prävention“ (BGV A1) ermöglichen.
Die Inhalte müssen arbeitsplatzspezifisch aufbereitet sein.
Es erfolgt eine Verständnisprüfung.
Ein Gespräch zwischen den Mitarbeitern und den Führungskräften muss darüber hinaus jederzeit möglich sein.
Sicherstellung einer rechtssicheren Dokumentationsmöglichkeit.
9 Unterweisungsablauf
Eine Unterweisung sollte deutlich in erkennbare Phasen gegliedert sein (Bild 9-1)
10 Verhaltensregeln für den Unterweisenden
Der Unterweisende sollte bei der Durchführung der Unterweisung folgende Punkte unbedingt beachten:
Die Mitarbeiter zu Äußerungen auffordern.
Nicht nur immer selbst reden!
Ich-Botschaften senden, z. B.:
Ich möchte…,
Ich meine…,
W-Fragen einsetzen (z. B. Wer, Wie, Wo, Warum).
Einwände als Frage formulieren und an alle Mitarbeiter zurückgeben.
Auch falsche Aussagen als Fragen umformuliert an die Mitarbeiter zurückgeben.
11 Unterweisungsnachweis
Eine grundsätzliche Pflicht zur Dokumentation ergibt sich aus der Gefahrstoffverordnung und der Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der Prävention“ (BGV A1).
Die Dokumentation enthält die Inhalte der Unterweisung, das Datum und die Unterschrift des Unterweisers und der Unterwiesenen. Diese sollte zwei Jahre aufbewahrt werden, um gegebenenfalls einen Nachweis über die Unterweisung erbringen zu können (Pflichterfüllung) und um selbst eine Übersicht der durchgeführten Unterweisungsinhalte und der Teilnehmer zu haben.
Elektronische Vorlagen zur Dokumentation von Unterweisungen gemäß
§ 4 Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der Prävention“ (BGV A1),
sowie weitere Unterweisungshilfen sind auf der BGHM-DVD „Prävention“ enthalten.
12 Nachbereitung und Wirksamkeitskontrolle
Nach durchgeführter Unterweisung sollte der Unterweiser sich Gedanken zu folgenden Punkten machen:
Wurden die Ziele erreicht (Wissen und Können?)
Habe ich Lob und Tadel verwendet?
Welche Medien und Übungen waren geeignet?
Womit konnte ich aktivieren?
Worauf muss ich mich besser vorbereiten?
Welche neuen Schwachpunkte wurden erkannt?
Welche neuen Ideen und Vorschläge hatten die Mitarbeiter?
Wurden Vereinbarungen getroffen?
Ob die Mitarbeiter sich auch wirklich so verhalten, wie es bei der Unterweisung vermittelt, geübt und vereinbart wurde, zeigt sich häufig erst in der Praxis.
Deshalb muss der Vorgesetzte dies auch kontrollieren.
Man kann ein bisher übliches Verhalten nicht immer gleich durch eine Unterweisung auf Dauer unterbinden. Der Vorgesetzte muss deshalb Geduld haben, aber er muss auch konsequent sicherheits- und gesundheitswidriges Verhalten unterbinden.
Sicheres und gesundheitsbewusstes Verhalten von Mitarbeitern kann durch Lob und Anerkennung gefördert werden, damit es beibehalten und zur Gewohnheit wird.
Um sich und seinen Unterweisungen nicht zu widersprechen, muss sich der Vorgesetzte selbstverständlich so verhalten, wie er es von den Mitarbeitern erwartet.
13 Konzept-Beispiel und Kopiervorlagen
KV: Kurzvortrag; LG: Lehrgespräch; Ü: Übung; FC: Flipchart
14 Gesetze, Vorschriften und weiterführende Informationen/Quellen
„Arbeitsschutzgesetz“
„Jugendarbeitsschutzgesetz“
„Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen“ (Gefahrstoffverordnung – GefStoffV)
„Betriebssicherheitsverordnung“
Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch Lärm und Vibrationen (Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung)
„Grundsätze der Prävention“ (BGR A1)
„Sicherheit durch Betriebsanweisungen“ (BGI 578)
„Der erste Tag – Leitfaden für den Unternehmer als Organisationshilfe und zur Unterweisung von Neulingen“ (BGI 568)
DVD „TOP-Info – 18 Unterweisungsmodule“
BGHM-DVD „Prävention“
Ausbildungsmaterialien der VGHM-Seminare
„Unterweisungen durchführen und Betriebsanweisungen erstellen“ – IWB
Bedeutung von Betriebsanweisungen und Unterweisungen
Bestandteile einer Betriebsanweisung
Betriebsanweisungen verständlich formulieren
Planen von Unterweisungen
Inhaltliche Gestaltung von Unterweisungen
Unterweisungsmethoden und -medien
Praktische Übungen zur Unterweisungen
Weitere Hinweise und Termine entnehmen Sie bitte der aktuellen Seminarbroschüre „Seminare – Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“
„Ausbilder von Staplerfahrern, Kranführern und Hubarbeitsbühnenbedienern“ – AB2SKH
Fußnote „Betriebssicherheitsverordnung“
Fußnote Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen (Biostoffverordnung)
Hier geht’s weiter zur Publikation BioStoffV.
Titelbild: BGHM Bildungsstätte Nümbrecht/Schiller
BGHM/Stillger
BGHM UWB/Stillger
BGHM/Jonischkeit, Köppen, Stillger
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