Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=29.04.1976&Aktenzeichen=3%20RK%2066/75
Timestamp: 2019-05-24 12:30:44
Document Index: 174424865

Matched Legal Cases: ['§ 1399', '§ 158', '§ 26', '§ 1399', '§ 4', '§ 25', '§ 1399', '§ 394', '§ 1399', '§ 28', '§ 1399', '§ 1399', '§ 1399', '§ 1227', '§ 1399', '§ 1399', '§ 28', '§ 1399', '§ 394', '§ 1399', '§ 1', '§ 210', '§ 1399', '§ 172', '§ 1399', '§ 1399', '§ 28', '§ 28', '§ 12', '§ 5', '§ 128', '§ 128', '§ 128', '§ 1399', '§ 165']

BSG, 29.04.1976 - 12/3 RK 66/75 - dejure.org
BSG, 29.04.1976 - 12/3 RK 66/75
https://dejure.org/1976,9591
BSG, 29.04.1976 - 12/3 RK 66/75 (https://dejure.org/1976,9591)
BSG, Entscheidung vom 29.04.1976 - 12/3 RK 66/75 (https://dejure.org/1976,9591)
BSG, Entscheidung vom 29. April 1976 - 12/3 RK 66/75 (https://dejure.org/1976,9591)
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Beitragspflicht zur Krankenversicherung und Rentenversicherung für Aushilfskräfte bei fehlender Feststellung der Identität - Rechtsprechung und Grundsätze zur sogenannten Umkehrung der Beweislast - Beweislast für die Feststellung der Versicherungspflicht oder der Versicherungsfreiheit - Mitwirkungspflichten als Arbeitgeber beim Beitragseinzug
BSGE 41, 297
Voraussetzung der Beweiserleichterung wegen Beweisvereitelung ist nämlich ua, dass die erforderliche Sachaufklärung schuldhaft vereitelt worden ist (vgl zB BSGE 41, 297, 300 = SozR 2200 § 1399 Nr. 4 mwN); an eine solche schuldhafte Beweisvereitelung wäre zB zu denken, wenn die Beklagte in wesentlicher Hinsicht gegen spezielle, ihr im Verwaltungsverfahren obliegende Pflichten verstoßen hätte.
Diese gesetzliche Last zur fremdnützigen ("schenkweisen") Drittsicherung (dazu näher Teil C;… vgl aber BSGE 81, 276, 179 ff = SozR 3-2600 § 158 Nr. 1 und BVerfG Beschluß der 2. Kammer des 1. Senats vom 29. Dezember 1999, 1 BvR 679/98 zur irreführend sog "versicherungsfremden" Leistung) folgt aus der ihre Zwangsmitgliedschaft begründenden gesetzlichen "Versicherungspflicht" ab Aufnahme einer entgeltlichen Beschäftigung und während ihrer Dauer als Versicherung kraft Gesetzes (…vgl BSGE 75, 298, 299 = SozR 3-2400 § 26 Nr. 6 S 25; BSGE 41, 297, 298 = SozR 2200 § 1399 Nr. 4 S 7; Ebsen in: Schulin , HS-RV, 1999, § 4 RdNr 42).
Sie gehört nach der ständigen Rechtsprechung des BSG zu seinen Hauptpflichten gegenüber dem Rentenversicherungsträger im Rahmen seiner "Indienststellung als Privater" für die Belange der Rentenversicherung (…BSG SozR 3-2400 § 25 Nr. 6 S 28;… BSGE 51, 31, 36 = SozR 2200 § 1399 Nr. 13 S 26;… BSGE 48, 195, 196 = SozR 2200 § 394 Nr. 1 S 3; BSGE 41, 297, 298 = SozR 2200 § 1399 Nr. 3 S 7;… vgl hierzu auch BSG SozR 3-2400 § 28h Nr. 11).
Zu Beweiserleichterungen in derartigen Fällen (Fortführung von BSG 29.4.1976 12/3 RK 66/75 = BSGE 41, 297 = SozR 2200 § 1399 Nr. 4).
Daraus hat der erkennende Senat in ständiger Rechtsprechung entnommen, daß die Erhebung einer Beitragsforderung die individuelle, auf die Person der einzelnen Arbeitnehmer bezogene Feststellung der Versicherungspflicht, der Beitragspflicht und der Beitragshöhe voraussetzt (…vgl BSGE 37, 114, 115/116 = SozR 2200 § 1399 Nr. 1; 41, 297, 299 = SozR 2200 § 1399 Nr. 4;… 45, 206, 207/208 = SozR 2200 § 1227 Nr. 10).
Die Last für eine den genannten Grundsätzen entsprechende, dh personenbezogene, Feststellung der Beitragsforderung (Feststellungslast) trägt nach ständiger Rechtsprechung grundsätzlich die Beklagte, und zwar für die Beiträge zur Rentenversicherung in ihrer Eigenschaft als Einzugsstelle (§ 1399 Abs. 3 RVO; vgl BSGE 37, 114, 117; 41, 297, 299/300).
Im übrigen hat der Senat schon früher, und zwar bereits vor Erlaß des hier angefochtenen Bescheides, darauf hingewiesen, daß die Einzugsstellen verschiedene rechtliche Möglichkeiten haben, Mißständen bei unkorrekt handelnden Arbeitgebern entgegenzuwirken (BSGE 41, 297, 302).
Sie sind nicht nur für Zwecke der Durchführung der Sozialversicherung in vielfältiger Weise in Dienst genommen und übernehmen verwaltungstechnisch vielfach Aufgaben und Funktionen, die andernfalls der Sache nach Aufgaben der Versicherungsträger und von diesen zu erfüllen wären (zB Melde- und Anzeigepflichten, Pflichten zur Berechnung, zum Nachweis und zur Abführung des Gesamtsozialversicherungsbeitrags, Dokumentations- und Aufbewahrungspflichten etc - zum Ganzen vgl BSG vom 29.4.1976 - 12/3 RK 66/75 - BSGE 41, 297, 298 f = SozR 2200 § 1399 Nr. 4 S 7 f;… BSG vom 27.1.2000 - B 12 KR 10/99 R - SozR 3-2400 § 28h Nr. 11 S 45 f;… Schlegel in Festschrift 50 Jahre BSG, 2004, S 265-288).
Auch im Beitragsrecht der Sozialversicherung erfordern Treu und Glauben, daß die Beitragspflichtigen - hier in der Regel die für die Beitragsberechnung und -abführung "in Dienst genommenen" Arbeitgeber (BSGE 41, 297) - nicht für eine zurückliegende Zeit mit einer Beitragsnachforderung überrascht werden, die in Widerspruch steht zu dem vorangegangenen Verhalten der Verwaltung, auf dessen Rechtmäßigkeit sie vertraut hatten und vertrauen durften.
Nicht schutzwürdig erscheint das Vertrauen des Beitragspflichtigen ferner dann, wenn er zwar die Änderung der früheren Rechtsprechung nicht positiv kennt, jedoch Anlaß hat, an ihrer weiteren Aufrechterhaltung zu zweifeln und die Klärung dieser Zweifel nach den Umständen des Falles ausnahmsweise nicht von der Verwaltung, sondern in erster Linie von ihm selbst, etwa durch Rückfrage bei der Verwaltung, zu erwarten ist, sofern er durch solche Erkundigungen schon früher Kenntnis von der geänderten Rechtsprechung erhalten hätte (zu sonstigen Mitwirkungspflichten des Arbeitgebers beim Beitragseinzug vgl. BSGE 41, 297, 301).
Die Zahlungspflicht des Arbeitgebers gehört nach der ständigen Rechtsprechung des Senats zu seinen Hauptpflichten im Rahmen seiner "Indienstnahme als Privater" für die Belange der Sozialversicherung (…BSGE 51, 31, 36 = SozR 2200 § 1399 Nr. 13 S 26;… BSGE 48, 195, 196 = SozR 2200 § 394 Nr. 1 S 3; BSGE 41, 297, 298 = SozR 2200 § 1399 Nr. 4 S 7).
Der Eintritt von Versicherungsfreiheit setzt voraus, dass dem Grunde nach ein Sachverhalt vorliegt, der nach den §§ 1 bis 4 SGB VI Versicherungspflicht begründet (…vgl BSG SozR 4-2600 § 210 Nr. 2 RdNr 23; BSGE 41, 297, 299 = SozR 2200 § 1399 Nr. 4 S 8;… BSG SozR 2200 § 172 Nr. 19 S 40) .
Der Bescheid in der Gestalt des Widerspruchsbescheides ist unter den hier vorliegenden besonderen Verhältnissen (Streit um die Beitragspflicht bestimmter Einnahmen der beiden bereits gemeldeten einzigen Notariatsangestellten der Kläger) nicht allein deswegen aufzuheben, weil er mangels namentlicher Bezeichnung der Beigeladenen zu 3) und 4) zu unbestimmt wäre (vgl dazu früher BSGE 41, 297, 299 = SozR 2200 § 1399 Nr. 4;… BSGE 59, 235 = SozR 2200 § 1399 Nr. 16; vgl heute § 28h Abs. 2 und § 28 f Abs. 2 SGB IV) oder weil die Beklagte die Beigeladenen zu 3) und 4) vom Verwaltungsverfahren nicht benachrichtigt hat (…vgl dazu BSGE 55, 60 = SozR 1300 § 12 Nr. 3;… BSGE 64, 145 = SozR 2100 § 5 Nr. 3).
Dies entspricht der ständigen Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG) (…vgl BSGE 63, 270, 271 = SozR 1500 § 128 Nr. 34 mwN;… SozR 1500 § 128 Nr. 35;… BSGE 65, 123 f = SozR 1500 § 128 Nr. 39; BSGE 41, 297, 299 mwN = SozR 2200 § 1399 Nr. 4).
Sie rügen sinngemäß eine Verletzung der §§ 165, 168, 1227, 1228, 1396, 1399 und 1427 RVO und beziehen sich in ihren Begründungen ua auf das Urteil des erkennenden Senats vom 29. April 1976 - 12/3 RK 66/75 - (BSGE 41, 297).
Läßt sich nämlich der von der Beklagten behauptete Tatbestand der Versicherungspflicht der Beschäftigten nicht feststellen, so geht dies nach dem Grundsatz der objektiven Beweislast zu Lasten der Beklagten als Einzugsstelle, die aus der von ihr behaupteten Versicherungspflicht ihre Beitragsforderung ableitet (BSGE 41, 297, 300; 37, 114, 117).
Der Beweis kann allerdings als geführt angesehen werden, wenn die Kläger die ihnen als Arbeitgeber gesetzlich auferlegten Mitwirkungspflichten bei der zunächst festzustellenden Versicherungspflicht schuldhaft (vorsätzlich oder fahrlässig) verletzt und so die erforderliche Aufklärung verhindert haben (Urteil des erkennenden Senats vom 29. April 1976 - 12/3 RK 66/75 - BSGE 41, 297).
Diese gesamten Mitwirkungspflichten treffen den Arbeitgeber auch dann, wenn er Personen lediglich unständig beschäftigt (BSGE 41, 297, 301).
Wird die allen anderen Mitwirkungspflichten zugrunde liegende und alle Beschäftigten ohne Rücksicht auf das Bestehen einer Versicherungspflicht umfassende Aufzeichnungspflicht vom Arbeitgeber absichtlich oder schuldhaft verletzt und dadurch von ihm die der Einzugsstelle obliegende Beweisführung zur Versicherungspflicht der Beschäftigten vereitelt, dann hat der Arbeitgeber Beiträge nach Maßgabe der Lohnsumme zu zahlen, ohne daß es auf den tatsächlichen Nachweis der Versicherungspflicht des einzelnen Versicherten ankommt (BSGE 41, 297, 301).
BSG, 25.10.1990 - 12 RK 10/90
BSG, 16.04.1985 - 12 RK 19/83
Beitragserstattungsanspruch - Verzinsung eines Anspruchs - Verzugszinsen - …
BSG, 06.03.1986 - 12 RK 26/85
BSG, 28.04.1977 - 3 RK 48/75
Voraussetzungen für eine Versicherungsfreiheit und Beitragsfreiheit ; …
BSG, 09.02.1993 - 12 RK 69/92
Streit über die Höhe der zu entrichtenden Beiträge zur freiwilligen …
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BSG, 19.06.1980 - 7 RAr 14/79
LSG Bayern, 15.02.2006 - L 13 R 4157/03
Anspruch auf Zahlung einer höheren Erwerbsunfähigkeitrente im Zusammenhang unter …
Haftung eines Installationsbetriebs für rückständige Unfallversicherungsbeiträge …
LSG Berlin-Brandenburg, 07.07.2006 - L 1 RA 47/04
Zuschuss für zahnprothetische Maßnahmen durch den Rentenversicherungsträger
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Entkräftung des Anscheinsbeweises - Meniskusschaden - Gesundheitliche Schädigung …
BSG, 21.01.1987 - 7 RAr 10/86
SG Stuttgart, 03.11.2011 - S 5 R 2494/11
Betriebsprüfung - Erhebung von Beitragsnachforderungen gegenüber …
BSG, 22.09.1988 - 12 RK 8/87
BSG, 27.02.1985 - 12 RK 41/83
BSG, 28.04.1977 - 12 RK 24/76