Source: https://verdi-bub.de/wissen/urteile/kirchen-bzw-kirchliche-traeger-duerfen-nicht-in-jedem-fall-auf-der-kirchenzugehoerigkeit-von-mitarbeiterinnen-und-mitarbeitern-bestehen
Timestamp: 2020-08-10 22:52:30
Document Index: 106295758

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 7', '§ 7', '§ 1', '§ 7', '§ 9', '§ 9']

1. Nach § 11 AGG darf ein Arbeitsplatz nicht unter Verstoß gegen § 7 Abs. 1 AGG ausgeschrieben werden. Eine Ausschreibung verstößt gegen § 7 Abs. 1 AGG, wenn Menschen, die ein in § 1 AGG genanntes Merkmal aufweisen, vom Kreis der für die zu besetzende Stelle in Betracht kommenden Personen ausgeschlossen werden. 2. Eine Stellenausschreibung eines kirchlichen Trägers, welche die Angabe der Konfession in der Bewerbung fordert, kann einen Verstoß gegen § 7 Abs. 1 AGG darstellen, sofern dieser nicht durch § 9 Abs. 1 Nr. 2 AGG gerechtfertigt ist. 3. Nach § 9 Abs. 1 Nr. 2 AGG ist im Rahmen einer unionsrechtskonformen Auslegung eine unterschiedliche Behandlung aufgrund der Religion nur zulässig, wenn die Religion nach der Art der Tätigkeiten oder den Umständen ihrer Ausübung eine wesentliche, rechtmäßige und gerechtfertigte berufliche Anforderung angesichts des Ethos der Religionsgemeinschaft bzw. Einrichtung darstellt.
Bundesarbeitsgericht vom 25.10.2018