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Timestamp: 2016-10-21 18:29:47
Document Index: 22909474

Matched Legal Cases: ['Art. 81', 'Art. 80', 'BGE', 'Art. 81', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 31', 'Art. 5', 'Art. 78', 'Art. 93', 'BGE', 'Art. 228', 'Art. 222', 'Art. 389', 'Art. 389', 'Art. 228', 'Art. 228', 'Art. 389', 'Art. 393', 'Art. 393', 'Art. 389', 'Art. 379', 'Art. 389', 'Art. 398', 'Art. 222', 'Art. 389', 'Art. 379', 'Art. 222', 'Art. 393', 'Art. 393', 'Art. 389', 'Art. 393', 'Art. 31', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 212', 'Art. 222', 'Art. 393', 'BGE', 'Art. 225', 'Art. 389', 'Art. 225', 'Art. 226', 'Art. 389', 'Art. 31', 'Art. 36', 'Art. 5', 'EGMR', 'Art. 31', 'Art. 5', 'Art. 31', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 228', 'Art. 389', 'Art. 212', 'Art. 228', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 228', 'BGE', 'Art. 221', 'Art. 66', 'Art. 68', 'Art. 64']

1B_51/2015 (07.04.2015)
1B_51/2015 � � Urteil vom 7. April 2015
vertreten durch Rechtsanw�ltin Ana Dettwiler.
Haftentlassung; Noven,
Beschwerde gegen den Beschluss vom 9. Dezember 2014 des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht.
Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft f�hrt eine Strafuntersuchung gegen A.________ wegen Betrug und Urkundenf�lschung. Am 14. November 2014 ordnete das Zwangsmassnahmengericht Basel-Landschaft (auf Antrag der Staatsanwaltschaft) Untersuchungshaft gegen den Beschuldigten an (f�r die vorl�ufige Dauer von f�nf Wochen bzw. bis zum 17. Dezember 2014). Am 21. November 2014 erhob der Beschuldigte beim Kantonsgericht Beschwerde gegen die Haftanordnung. Mit Beschluss vom 9. Dezember 2014 hiess das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, die Beschwerde gut, indem es die sofortige Haftentlassung des Beschuldigten verf�gte.
Gegen den Beschluss des Kantonsgerichtes gelangte die Staatsanwaltschaft mit Beschwerde vom 13. Februar 2015 an das Bundesgericht. Sie beantragt, es sei die Bundesrechtswidrigkeit des angefochtenen Entscheides festzustellen.
Das Kantonsgericht schliesst in seiner Vernehmlassung vom 18. Februar 2015 auf Abweisung der Beschwerde. Der Beschuldigte beantragt mit Stellungnahme vom 24. Februar 2015, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten; eventualiter sei sie abzuweisen. Innert der auf 12. M�rz 2015 fakultativ angesetzten Frist ging keine Stellungnahme der kantonalen Beh�rden mehr ein.
1.1.�Die Staatsanwaltschaft ist (gest�tzt auf Art. 81 lit. a und lit. b Ziff. 3 sowie Art. 80 Abs. 1 BGG) grunds�tzlich legitimiert, Beschwerde gegen letztinstanzliche kantonale Entscheide in Haftsachen zu erheben (BGE 138 IV 92 E. 1.1 S. 94; 137 IV 22 E. 1.2-1.4 S. 23-25; 87 E. 3 S. 89-92; 230 E. 1 S. 232; 237 E. 1.2 S. 240). Im vorliegenden Fall richtet sich ihre Beschwerde nicht gegen die erfolgte Haftentlassung selbst. Sie beantragt denn auch keine erneute Inhaftierung des Beschuldigten. Vielmehr macht sie geltend, die Vorinstanz habe haftrechtliche Noven ber�cksichtigt, ohne dazu (von Bundesrechts wegen) befugt gewesen zu sein. Auch habe sie den Haftgrund der Kollusionsgefahr zu Unrecht verneint. Im Hinblick auf k�nftige analoge F�lle m�chte die Staatsanwaltschaft vom Bundesgericht prim�r die Rechtsfrage pr�fen lassen, ob die Ber�cksichtigung von tats�chlichen Noven im kantonalen Haftbeschwerdeverfahren zul�ssig ist. Sie beantragt in diesem Sinne die Feststellung der Bundesrechtswidrigkeit des angefochtenen Entscheides.
1.2.�Da die Beschwerde nach erfolgter Haftentlassung erhoben wurde, stellt sich die Frage nach dem aktuellen praktischen Rechtsschutzinteresse (Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG). Auch nach Haftentlassungen kann noch ein rechtlich gesch�tztes Interesse an der Pr�fung eines Feststellungsbegehrens gegeben sein, wonach die Haftentlassung bundesrechtswidrig erfolgt sei (BGE 137 IV 87 E. 1 S. 88 f.). Das Bundesgericht verzichtet ausnahmsweise auf das Erfordernis des aktuellen praktischen Rechtsschutzinteresses, wenn sich die aufgeworfenen Fragen unter gleichen oder �hnlichen Umst�nden jederzeit wieder stellen k�nnen, eine rechtzeitige �berpr�fung im Einzelfall kaum je m�glich w�re und die Beantwortung wegen deren grunds�tzlicher Bedeutung im �ffentlichen Interesse liegt (BGE 139 I 206 E. 1.1 S. 208 mit Hinweisen).
1.3.�Im vorliegenden Fall ist eine haftrechtliche Grundsatzfrage betreffend Novenrecht streitig, die sich in analogen Konstellationen jederzeit wieder stellen k�nnte. Es besteht ein �ffentliches Interesse daran, dass die Staatsanwaltschaften nach umstrittenen Haftentlassungen Rechtsfragen dieser Art durch das Bundesgericht pr�fen lassen k�nnen (vgl. BGE 137 IV 87 E. 1 S. 88 f.). Mittelbar dient dies auch der Nachachtung des strafprozessualen Beschleunigungsgebotes in Haftsachen (Art. 31 Abs. 4 BV, Art. 5 Abs. 2 StPO), indem haftrechtliche Grundsatzfragen nicht ausschliesslich und zwangsl�ufig in Haftpr�fungsverfahren bei aktueller Haft (und mit besonderer zeitlicher Dringlichkeit) beurteilt werden m�ssen (Urteil des Bundesgerichtes 1B_58/2014 vom 25. Juni 2014 E. 1.6).
1.4.�Nach dem Gesagten ist die Staatsanwaltschaft hier zur Beschwerde legitimiert.
1.5.�Die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen von Art. 78 ff. BGG sind ebenfalls erf�llt. Insbesondere w�rde im Falle von bundesrechtswidrig angeordneten strafprozessualen Haftentlassungen grunds�tzlich ein nicht wieder gutzumachender Rechtsnachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG drohen (vgl. BGE 138 IV 92 E. 1.2 S. 94 f.; 137 IV 237 E. 1.1 S. 240).
Im angefochtenen Entscheid wird im Wesentlichen Folgendes erwogen: Zwar habe das Zwangsmassnahmengericht in seinem Haftanordnungsentscheid vom 14. November 2014 den besonderen Haftgrund der Kollusionsgefahr (aufgrund der damaligen Sachlage) noch zu Recht bejaht. Unterdessen habe sich der haftrelevante Sachverhalt jedoch entscheidend ge�ndert. Schon vor dem erstinstanzlichen Entscheid sei eine beteiligte Person als Auskunftsperson befragt worden. Am 13. November 2014 habe die Staatsanwaltschaft den Beschuldigten sowie einen Mitbeschuldigten jeweils einzeln zu den ihnen vorgehaltenen Delikten einvernommen. Zwischenzeitlich, n�mlich am 27. November 2014 und 2. Dezember 2014, habe sie zudem drei der mutmasslich gesch�digten Personen umfassend befragt. Hinzu komme, dass die Staatsanwaltschaft unterdessen auch verschiedene Sachbeweise habe erh�ltlich machen k�nnen. Aufgrund dessen sei festzustellen, dass "gegenw�rtig die wichtigsten Beweise abgenommen" worden seien. Die Untersuchungsbeh�rde sei zur Abkl�rung der wiederholt nach demselben Muster begangenen Straftaten nicht gehalten, w�hrend der Dauer der Inhaftierung des Beschuldigten s�mtliche gesch�digten Personen zu befragen. Vielmehr erscheine die Einvernahme von drei Gesch�digten im vorliegenden Fall bereits als eine gen�gend repr�sentative Befragung zur Kl�rung des Tatvorgehens. An den Nachweis von Kollusionsgefahr seien mit zunehmendem Untersuchungsfortschritt erh�hte Anforderungen zu stellen. In Anbetracht dessen sowie des Beschleunigungsgebotes in Haftsachen gelange sie, die Vorinstanz, zur "klaren Auffassung, dass Kollusionsgefahr zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr bejaht werden" k�nne. Daraus folge, dass die Haftvoraussetzungen nunmehr weggefallen seien, weshalb der Beschuldigte in Gutheissung seiner Beschwerde umgehend aus der Untersuchungshaft zu entlassen sei.
Die beschwerdef�hrende Staatsanwaltschaft verlangt nicht die Aufhebung des vorinstanzlichen Haftentlassungsbeschlusses. Sie beantragt, das Bundesgericht habe festzustellen, dass der angefochtene Entscheid bundesrechtswidrig sei.
Die Beschwerdef�hrerin vertritt im Hauptstandpunkt die Ansicht, die Vorinstanz habe ihren Entscheid nicht auf tats�chliche Noven st�tzen d�rfen. Da sie den erstinstanzlichen Haftanordnungsentscheid als bundesrechtskonform einstufte, h�tte sie die Haftbeschwerde des Beschuldigten richtigerweise abweisen und ihn "auf den Rechtsbehelf des Haftentlassungsgesuches gem�ss Art. 228 StPO hinweisen m�ssen".
Aus Art. 222 i.V.m. Art. 389 Abs. 1 StPO ergebe sich, dass das Rechtsmittelverfahren grunds�tzlich auf jenen Beweisen basiere, die schon der ersten Instanz vorlagen. Beweiserg�nzungen seien nur in den engen Grenzen von Art. 389 Abs. 2 StPO zul�ssig. Schon aus diesem Grund erscheine es "fraglich, inwiefern Noven ber�cksichtigt werden durften". Werde eine Haftentlassung beantragt, sei "streng zu unterscheiden, ob die Gr�nde hief�r vor oder nach dem Entscheid des Zwangsmassnahmenrichters eintraten". "Bei unver�nderter Sachlage, wenn also nur die rechtliche W�rdigung des Zwangsmassnahmenrichters bestritten wird", sei "die Beschwerde das Mittel der Wahl". Treten hingegen die Gr�nde f�r eine Haftentlassung erst nach dem erstinstanzlichen Entscheid ein, habe der Beschuldigte den Rechtsbehelf von Art. 228 StPO zu ergreifen und bei der Staatsanwaltschaft ein neues Haftentlassungsbegehren einzureichen. Dies ergebe sich auch "aus teleologischen Gr�nden", da die Haft "nicht l�nger" dauern d�rfe, "als die Haftvoraussetzungen bestehen, was eine st�ndige Kontrolle derselbigen von Amtes wegen erfordert".
Durch sein Haftentlassungsbegehren k�nne der Inhaftierte die Staatsanwaltschaft auf ver�nderte Umst�nde aufmerksam machen. Es obliege dann zun�chst der Staatsanwaltschaft, �ber die Haftentlassung zu entscheiden. Ihr Entscheid habe unverz�glich zu erfolgen. Wolle die Staatsanwaltschaft dem Gesuch nicht entsprechen, habe sie es sp�testens drei Tage nach Eingang mit einer Stellungnahme an das Zwangsmassnahmengericht weiterzuleiten. Dieses habe umgehend eine Replik beim Inhaftierten einzufordern, die innert drei Tagen einzugehen habe. Anschliessend habe das Zwangsmassnahmengericht dann innert weiteren f�nf Tagen nach Eingang der Replik den Haftpr�fungsentscheid zu f�llen. "In der Regel sollte" (nach Ansicht der Staatsanwaltschaft) "innert 14 Tagen nach Eingang des Haftentlassungsgesuchs das Zwangsmassnahmengericht seinen Entscheid gef�llt haben". Erst gegen diesen richterlichen Haftpr�fungsentscheid bestehe dann wieder die M�glichkeit einer Beschwerde bei der kantonalen Beschwerdeinstanz. Der angefochtene Entscheid verstosse gegen Art. 228 StPO. Die Anwendung dieser Bestimmung bei Noven im Haftbeschwerdeverfahren verhindere, dass "zeitgleich zwei resp. sogar drei Beh�rden �ber dieselbe Frage entscheiden".
Durch diese Verfahrensregelung w�rden auch die "Parteirechte der Staatsanwaltschaft gewahrt". Wenn das Zwangsmassnahmengericht nochmals (gest�tzt auf die Noven) erstinstanzlich entscheide, habe die Staatsanwaltschaft Gelegenheit, anl�sslich der m�ndlichen Haftverhandlung n�tigenfalls die aufschiebende Wirkung (im Hinblick auf eine Beschwerde gegen eine Haftentlassung) zu beantragen. Gegen einen Haftentlassungsentscheid der Beschwerdeinstanz bestehe dann keine M�glichkeit des vorsorglichen Rechtsschutzes mehr.
F�r den Fall, dass das Bundesgericht zum Schluss gelangen w�rde, dass Noven im Haftbeschwerdeverfahren ber�cksichtigt werden d�rfen, st�tzt die Staatsanwaltschaft ihre Beschwerde (im Eventualstandpunkt) auch noch auf die R�ge, die Vorinstanz habe den Haftgrund der Kollusionsgefahr jedenfalls zu Unrecht verneint. Sie macht in diesem Zusammenhang insbesondere geltend, die Ermittlungen h�tten sich (nach den Erw�gungen des Zwangsmassnahmengerichtes) auch darauf zu erstrecken, "inwieweit Familienmitglieder" des Beschuldigten bzw. eines Mitbeschuldigten �ber die Delikte "Bescheid wussten". Ausserdem bestehe die Gefahr, dass der Beschuldigte auf den Mitbeschuldigten Einfluss nehmen k�nnte.
4.1.�Art. 389 StPO bestimmt (unter dem Randtitel "Beweiserg�nzungen") Folgendes: Das Rechtsmittelverfahren beruht auf den Beweisen, die im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind (Abs. 1). Beweisabnahmen des erstinstanzlichen Gerichts werden nur wiederholt, wenn (lit. a) Beweisvorschriften verletzt worden sind, (lit. b) die Beweiserhebungen unvollst�ndig waren, oder (lit. c) die Akten �ber die Beweiserhebungen unzuverl�ssig erscheinen (Abs. 2). Die Rechtsmittelinstanz erhebt von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei die erforderlichen zus�tzlichen Beweise (Abs. 3). Mit Beschwerde nach Art. 393 ff. StPO kann neben Rechtsverletzungen auch die unvollst�ndige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts und die Unangemessenheit des erstinstanzlichen Entscheides ger�gt werden (Art. 393 Abs. 2 StPO). Der Beschwerdeinstanz kommt damit die volle �berpr�fungskognition zu.
4.2.�Zwar ist Art. 389 StPO "sinngem�ss" auf das Beschwerdeverfahren anwendbar (Art. 379 StPO). Die Abs�tze 1-2 von Art. 389 StPO sind jedoch nach ihrem Wortlaut prim�r auf das Berufungsverfahren (Art. 398 ff. StPO) im Anschluss an das Hauptverfahren vor dem erstinstanzlichen Strafgericht zugeschnitten. Art. 222 StPO enth�lt keine spezifischen Vorschriften zum Novenrecht im Haftbeschwerdeverfahren. Art. 389 Abs. 3 (i.V.m. Art. 379) StPO sieht vor, dass die kantonale Beschwerdeinstanz von Amtes wegen (oder auf Antrag einer Partei) die "erforderlichen zus�tzlichen Beweise" erhebt. Eine solche Beweiserg�nzung (bzw. Zulassung tats�chlicher Noven) kann sich namentlich im Haftbeschwerdeverfahren (Art. 222 i.V.m. Art. 393 ff. StPO) als sachlich geboten aufdr�ngen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 1B_291/2013 vom 17. September 2013 E. 3.4; 1B_786/2012 vom 15. Januar 2013 E. 2.1; Patrick Guidon, Die Beschwerde gem�ss Schweizerischer Strafprozessordnung, Z�rich 2011, S. 158;�
ders.,�in: Basler Kommentar StPO, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 393 N. 16; Viktor Lieber: in: Z�rcher Kommentar StPO, 2. Aufl., Z�rich Art. 389 N. 8; Niklaus Schmid, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 2. Aufl., Z�rich 2013, N. 1512;�
ders.,�Praxiskommentar StPO, 2. Aufl., Z�rich 2013, Art. 393 N. 16).
4.3.�Jede Person, der die Freiheit nicht von einem Gericht entzogen wird, hat das Recht, jederzeit ein Gericht anzurufen. Dieses entscheidet so rasch wie m�glich �ber die Rechtm�ssigkeit des Freiheitsentzugs (Art. 31 Abs. 4 BV; s.a. Art. 5 Ziff. 4 EMRK). Befindet sich eine beschuldigte Person in Haft, so wird ihr Verfahren vordringlich durchgef�hrt (Art. 5 Abs. 2 StPO). Freiheitsentziehende Zwangsmassnahmen sind aufzuheben, sobald ihre Voraussetzungen nicht mehr erf�llt sind (Art. 212 Abs. 2 lit. b StPO). Dieser Grundsatz ist in allen Verfahrensstadien zu beachten, somit auch im Haftbeschwerdeverfahren nach Art. 222 i.V.m. Art. 393 ff. StPO.
4.4.�In Nachachtung der dargelegten Normen und Grunds�tze haben die mit der Haftpr�fung befassten Instanzen komplizierende und verfahrensverl�ngernde Vorkehren tunlichst zu vermeiden. Eine das Beschleunigungsgebot in Haftsachen tangierende prozessuale Anordnung kann namentlich vorliegen, wenn der Inhaftierte im Rahmen eines bereits h�ngigen Haftpr�fungsverfahrens darauf verwiesen wird, er habe wegen ver�nderter Umst�nde ein neues Haftentlassungsgesuch zu stellen (vgl. BGE 137 IV 177 E. 2.2 S. 179 f.; 136 I 274 E. 1.3 S. 276 f.; 128 II 355 E. 1.2.5 S. 359 f.; 125 II 217 E. 3c S. 224). Falls im Haftbeschwerdeverfahren die Haftgr�nde bestritten und unklar sind, darf und soll die Beschwerdeinstanz - gest�tzt auf Art. 225 f. i.V.m. Art. 389 Abs. 3 StPO und unter Wahrung des rechtlichen Geh�rs der Verfahrensbeteiligten - eine Erg�nzung der haftrelevanten Akten anordnen (Urteil des Bundesgerichtes 1B_291/2013 vom 17. September 2013 E. 3.4; vgl. Marc Forster, in: Basler Kommentar StPO, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 225 N. 4, 7; Daniel Logos, in: Code de proc�dure p�nale suisse, Commentaire Romand, Basel 2011, Art. 226 N. 11; Lieber, a.a.O., Art. 389 N. 8).
4.5.�Auch bei der Pr�fung von Administrativhaft sind haftrechtliche Noven in der Regel zu ber�cksichtigen. Daf�r spricht nach der Praxis des Bundesgerichtes namentlich die besondere Schwere des Grundrechtseingriffs sowie die Verpflichtung der Haftpr�fungsbeh�rden, der Rechtm�ssigkeit der Haft in allen Verfahrensstadien Rechnung zu tragen (Urteil 2C_1017/2012 vom 30. Oktober 2012 E. 2-3). Die Bundesverfassung und die EMRK bestimmen im �brigen, dass Freiheitsentziehungen und ihre grundrechtseinschr�nkenden verfahrensrechtlichen Modalit�ten im Gesetz klar geregelt sein m�ssen (Art. 31 Abs. 1 i.V.m. Art. 36 Abs. 1 BV; Art. 5 Ziff. 1 EMRK). Allf�llige gesetzliche Unklarheiten wirken sich insofern grunds�tzlich zu Gunsten der inhaftierten Person aus (vgl. EGMR vom 23. September 2014 i.S. C.W. gegen die Schweiz, Ziff. 39-51, Pl�doyer 2014, Nr. 6 S. 65; Urteil des Bundesgerichtes 1B_62/2015 vom 26. M�rz 2015 E. 4.8).
4.6.�Die kantonale Beschwerdeinstanz hat in h�ngigen Haftbeschwerdeverfahren auch erstmals geltend gemachte oder von Amtes wegen ersichtlich gewordene haftrelevante Noven (insbesondere betreffend die gesetzlichen Haftgr�nde) grunds�tzlich zu ber�cksichtigen. Die Verfassung verlangt eine raschestm�gliche (bzw. bei erstinstanzlichen Haftanordnungen eine unverz�gliche) richterliche Pr�fung der Rechtm�ssigkeit des Freiheitsentzugs (Art. 31 Abs. 3-4 BV; s.a. Art. 5 Ziff. 3-4 EMRK). F�r eine wirksame Haftpr�fung hat die (mit voller Kognition ausgestattete) Beschwerdeinstanz die Haftgr�nde aufgrund der aktuellen relevanten Tatsachen zu beurteilen und nicht bloss aufgrund des Sachverhaltes, der vor erster Instanz bekannt war. Es w�re mit dem grundrechtlich verankerten besonderen Beschleunigungsgebot in Haftsachen (Art. 31 Abs. 4 BV, Art. 5 Ziff. 4 EMRK, Art. 5 Abs. 2 StPO) nicht vereinbar, wenn der inhaftierte Beschuldigte in F�llen wie dem vorliegenden zun�chst nochmals ein neues Haftentlassungsgesuch im Sinne von Art. 228 StPO bei der Staatsanwaltschaft einreichen (und ihr die Noven darlegen) m�sste und (im Falle einer Abweisung des Haftentlassungsgesuches) erst anschliessend das Zwangsmassnahmengericht bzw. (n�tigenfalls) die Beschwerdeinstanz eine neue richterliche Haftpr�fung auf Grundlage der haftrelevanten Tatsachen vornehmen k�nnten. F�r eine weitgehende Ber�cksichtigung von Noven im Haftpr�fungsverfahren sprechen nach der dargelegten Praxis auch die besondere Schwere des Grundrechtseingriffs und die grundrechtliche Verpflichtung der Haftpr�fungsbeh�rden, die Rechtm�ssigkeit der Haft in allen Verfahrensstadien zu gew�hrleisten. Eine solche verfassungskonforme Rechtsanwendung steht ohne Weiteres im Einklang mit Art. 389 Abs. 3 StPO, der vorschreibt, dass die Rechtsmittelinstanz von Amtes wegen (oder auf Antrag einer Partei) "die erforderlichen zus�tzlichen Beweise" zu erheben hat.
4.7.�Aus der von der Staatsanwaltschaft zitierten Literaturstelle l�sst sich nichts Gegenteiliges entnehmen. Auch dort wird auf den - in Art. 212 Abs. 2 lit. b StPO ausdr�cklich verankerten - Grundsatz verwiesen, dass die strafprozessuale Haft aufzuheben ist, "sobald ihre Voraussetzungen nicht mehr erf�llt sind" (Forster, a.a.O., Art. 228 N. 1, Fn. 5). Haftentlassungsbegehren im Beschwerdeverfahren wirken ex tunc: Der Beschwerdef�hrer beantragte vor dem Kantonsgericht seine sofortige Freilassung. Die kantonale Beschwerdeinstanz hat die unverz�gliche Haftentlassung angeordnet. Dementsprechend hatte sie f�r die Haftpr�fung auf die haftrelevanten Fakten im Zeitpunkt ihres Entscheides abzustellen. Auch das Bundesgericht pr�ft im �brigen die Rechtm�ssigkeit der Haft, etwa der Haftdauer, regelm�ssig aufgrund der ihm (im Rahmen von Art. 99 Abs. 1 BGG) unterbreiteten aktuellen Sachlage (vgl. BGE 137 IV 177 E. 2.2 S. 179 f.; 136 I 274 E. 1.3 S. 276 f.; 132 I 21 E. 4.2 S. 28; 133 I 270 E. 3.4.3 S. 282; 125 II 217 E. 3c S. 224; Urteil 2C_1017/2012 vom 30. Oktober 2012 E. 2). Art. 228 StPO ist nach dem Gesagten auf bereits h�ngige Haftbeschwerdeverfahren nicht anwendbar. Die Bestimmung regelt vielmehr das Haftpr�fungsverfahren auf Gesuch des Inhaftierten hin. Entgegen der Ansicht der Beschwerdef�hrerin w�rde das von ihr verlangte Verbot der Ber�cksichtigung von haftrechtlichen Noven gerade zu einer unn�tigen Komplizierung und Verl�ngerung der Haftpr�fung f�hren, indem sich verschiedene Instanzen mehrmals nacheinander mit demselben Haftfall befassen m�ssten.
4.8.�An dieser Rechtslage �ndert auch das Vorbringen nichts, dass gegen Haftentlassungsentscheide von kantonalen Beschwerdeinstanzen kein (zus�tzlicher) superprovisorischer Rechtsschutz durch das Bundesgericht gew�hrleistet sei (vgl. BGE 138 IV 92 E. 2 S. 95 f.). Die Staatsanwaltschaft hatte ausreichend Gelegenheit, die Gr�nde, die ihrer Ansicht nach gegen eine Haftentlassung sprachen, sowohl dem Zwangsmassnahmengericht darzulegen, als auch der kantonalen Beschwerdeinstanz. Eine andere Frage w�re allenfalls, ob die Vorinstanz der Staatsanwaltschaft das rechtliche Geh�r ausreichend gew�hrt hat bzw. ob das Kantonsgericht sie ausdr�cklich h�tte einladen m�ssen, zu den von ihm als entscheidrelevant erachteten Umst�nden nochmals Stellung zu nehmen. Dagegen w�rde schon der Umstand sprechen, dass es sich bei den von der Staatsanwaltschaft beanstandeten "Noven" ausnahmslos um prozessuale Tatsachen handelte, welche ihr im Detail bekannt waren (Stand der Untersuchung, erfolgte Einvernahmen von Beschuldigten und Gesch�digten, erhobene Sachbeweise, vgl. oben, E. 2). Es w�re der Staatsanwaltschaft jedenfalls unbenommen gewesen, im vorinstanzlichen Beschwerdeverfahren darzulegen, inwiefern die Kollusionsgefahr - trotz dem fortgeschrittenen Untersuchungsstand und den unterdessen von ihr abgenommenen Sach- und Personalbeweisen - weiterhin zu bejahen gewesen w�re. Wie es sich damit verh�lt, braucht hier jedoch nicht weiter vertieft zu werden, da die Staatsanwaltschaft gar nicht r�gt, es sei ihr in diesem Zusammenhang das rechtliche Geh�r verweigert worden. Eine Verletzung von Verfahrensrechten der Beschwerdef�hrerin im kantonalen Beschwerdeverfahren ist nicht dargetan.
4.9.�Auch die �brigen Vorbringen der Beschwerdef�hrerin lassen den angefochtenen Entscheid nicht als bundesrechtswidrig erscheinen. Die Vorinstanz hat nachvollziehbar dargelegt, weshalb sie die Kollusionsgefahr verneinte. Eine Verletzung von Art. 221 Abs. 1 lit. b StPO (oder unhaltbare Tatsachenfeststellungen der Vorinstanz) werden in der Beschwerdeschrift nicht nachvollziehbar substanziiert. Dies gilt insbesondere f�r das Vorbringen, es sei noch abzukl�ren, inwieweit Familienangeh�rige des Beschuldigten bzw. eines Mitbeschuldigten von den Delikten Kenntnis gehabt haben k�nnten.
Gerichtskosten sind nicht zu erheben (Art. 66 Abs. 4 BGG). Hingegen hat die Staatsanwaltschaft dem anwaltlich vertretenen privaten Beschwerdegegner eine angemessene Parteientsch�digung zu entrichten (Art. 68 BGG). Diese ist seiner Rechtsvertreterin (antragsgem�ss) direkt auszubezahlen (vgl. Art. 64 Abs. 2 Satz 2 BGG). Die von der Anw�ltin eingereichte Kostennote erscheint ausgewiesen. Damit wird das (subsidi�r gestellte) Gesuch des privaten Beschwerdegegners um unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos.
Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft hat eine Parteientsch�digung von Fr. 2'223.30 (inkl. MWST) an Rechtsanw�ltin Ana Dettwiler zu entrichten.