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Timestamp: 2016-12-03 21:57:52
Document Index: 99489481

Matched Legal Cases: ['Art. 99', 'Art. 99', 'Art. 24', 'Art. 392', 'Art. 394', 'Art. 493', 'Art. 437', 'Art. 437', 'Art. 437', 'Art. 437', 'Art. 80', 'Art. 80', 'Art. 80', 'Art. 435', 'Art. 435', 'Art. 435', 'Art. 431']

⭐EBA-Durchführungsstandards zum bankaufsichtlichen Meldewesen nach CRR
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Kora Hanna Gerber
1 Newsletter CRR-Meldewesen FINANCIAL SERVICES September 2013 EBA-Durchführungsstandards zum bankaufsichtlichen Meldewesen nach CRR Finale Implementing Technical Standards on Supervisory Reporting als Grundlage für die Umsetzung neuer europäischer Meldeanforderungen ab 2014 Zusammenfassung Die European Banking Authority EBA hat am mehrere zusammengehörige Implementing Technical Standards (ITS) on Supervisory Reporting veröffentlicht und an die EU-Kommission zum formalen Erlass übergeben. Die Standards spezifizieren die aufsichtsrechtlichen Meldepflichten der verabschiedeten Capital Requirements Regulation CRR und legen EU-weit einheitliche Anforderungen an das Meldewesen für alle Kreditinstitute und Wertpapierfirmen fest, die der CRR unterliegen. Die endgültigen Fassungen richten sich an der Struktur der vorherigen Entwürfe aus; sie sind jedoch auf die Regelungen der CRR angepasst und enthalten einige wichtige Änderungen im Detail. Dies beinhaltet auch in Anerkennung des Umsetzungsaufwands der Branche nach hinten verschobene Termine für die Erstmeldungen in Übergeordnete Zielsetzung für das reformierte Meldewesen ist es, dass die Institute der Aufsicht einen umfassenden Überblick über das Risikoprofil ihrer Tätigkeiten geben. Damit einher geht der Anspruch einer EU-weiten regulatorischen Harmonisierung der Berichterstattung, um so eine frühzeitige, grenzüberschreitend konsistente Identifikation von möglicherweise tiefgreifenden Risiken zu erlauben und demgemäß zu einer höheren Finanzmarktstabilität beizutragen. In der Konsequenz bedeutet dies für die Aufsicht, aber auch für die davon betroffenen Institute vor allem eine signifikante Ausweitung der quantitativen und qualitativen Informationsbasis. Inhalt Zusammenfassung Seite 1 Überblick und Termine Seite 1 Regulatorischer Hintergrund Seite 2 Neuerungen Kernpunkte Seite 3 - Finanzinformationenmeldung FINREP - Solvenzmeldung COREP Handlungsbedarf und nächste Schritte Seite 6 Überblick und Termine Die EBA-Durchführungsstandards für das bankaufsichtliche Meldewesen beinhalten Begriffsbestimmungen und Instruktionen für abzufragende Dateninhalte, stellen Meldeformate und -bögen bereit, legen Meldeschwellen, -termine und -intervalle fest und bestimmen anzuwendende IT-Lösungen bzw. das Datenmodell. Konkret definieren die ITS die technische Ausführung der Meldung von Finanzinformationen (nach Financial Reporting Framework FINREP) sowie der Solvabilitäts- und Kapitaladäquanzmeldungen (ausgehend vom Common Reporting Framework COREP). Hinzu kommen im Rahmen von COREP vor allem die Großkreditmeldungen sowie falls relevant Meldungen über Gesamtverluste aus Risikopositionen und über den Gesamtforderungswert von Risikopositionen, für die das Institut über Sicherheiten aus Wohnimmobilien oder gewerbliche Immobilien verfügt.2 Newsletter CRR-Meldewesen / Financial Services / September Zu den schon bisher unter COREP gefassten Meldungen treten die Meldeanforderungen nach Basel III zur kurzfristigen Liquiditätsdeckung (Liquidity Coverage Ratio LCR) und zur stabilen Refinanzierung (Net Stable Funding Ratio NSFR) sowie zum Verschuldungsgrad (Leverage Ratio). Darüber hinaus entstehen unter dem COREP-Framework neue Meldeanforderungen zu gegenseitigen finanziellen Verpflichtungen und zu besicherten Finanzierungsformen im Finanzsektor ( Asset Encumbrance ) sowie unter dem FINREP-Framework Meldeanforderungen zu Verträgen, die aufgrund finanzieller Schwierigkeiten des Schuldners nachverhandelt wurden ( Forbearance ), sowie zu notleidenden Krediten ( Non-Performing Exposures ). Diese neuen Anforderungen wurden von der EBA bis Juni 2013 konsultiert und liegen zurzeit noch nicht final vor; zwischen den jetzt veröffentlichten Meldebögen finden sich allerdings bereits entsprechende Platzhalter. Die finalen Vorgaben werden für die zweite Jahreshälfte 2013 erwartet. Die ITS werden mit Inkrafttreten der CRR als Durchführungsverordnung für alle EU-Mitgliedsstaaten ab dem vollumfänglich verbindlich. Entsprechend gelten die Meldeanforderungen prinzipiell für die Berichtsperiode ab dem 1. Quartal Allerdings ist die EBA den Instituten in der Terminsetzung für die Erstmeldungen entgegengekommen, um ihnen mehr Zeit für die technische Umsetzung der neuen Anforderungen sowie deren Integration in die Berichtsprozesse einzuräumen: Für FINREP ist die Inkraftsetzung auf den verschoben. In der Konsequenz bedeutet dies für die erstmalige FINREP-Meldung (zum Stichtag ) eine Abgabe zum Bei allen COREP Meldungen (inklusive der Meldungen zu Großkrediten, NSFR und Leverage Ratio), die vierteljährlich zu erfolgen haben, gibt es eine einmalige Verlängerung der Abgabefrist der ersten Meldung (1. Quartal 2014) auf den für Einzelinstitute und auf den auf konsolidierter Basis. Bei der LCR kommt es zu einer Verschiebung der Erstanwendung der Meldepflicht vom hin zum Stichtag Die Meldefrist für die monatliche LCR-Meldung ist für das Jahr 2014 von 15 auf 30 Kalendertage ausgeweitet worden. Regulatorischer Hintergrund Die ITS basieren im Wesentlichen auf den Artikeln 99 bis 101 und Artikel 394 der CRR (EU-Verordnung No 575/2013, am im EU-Amtsblatt veröffentlicht), mit denen die EU-Kommission die EBA beauftragt, Entwürfe für ITS-Durchführungsstandards zur Berichterstattung über Eigenmittelanforderungen, zu spezifischen Meldepflichten sowie zu den Großkredit-Meldepflichten vorzulegen, sowie den Artikeln 430 (Leverage Ratio) und 415 CRR (Liquiditätskennziffern LCR und NSFR). Grundsätzlich ist zu beachten, dass ITS-Durchführungsstandards als Bestandteil des Single Rulebook zur EU-weiten regulatorischen Harmonisierung jeglichen nationalen Anpassungen übergeordnet und somit zwingend anzuwenden sind. Insofern laufen die Überlegungen auf nationaler Ebene zur Modernisierung des bankaufsichtlichen Meldewesens parallel zu den ITS der EBA. Deshalb sind für Institute in Deutschland die EBA-Durchführungsstandards auch im Zusammenhang mit den darauf abgestimmten Rechtsverordnungen, in denen die national geltenden Ausführungsbestimmungen für das Meldewesen niedergelegt werden, zu sehen. Nationaler gesetzlicher Rahmen ist dafür die KWG-Novellierung zur Umsetzung des CRD IV/CRR-Legislativpakets in Deutschland. Das dazu3 Newsletter CRR-Meldewesen / Financial Services / September verabschiedete CRD IV-Umsetzungsgesetz wurde am im Bundesanzeiger veröffentlicht. Das CRD IV-Umsetzungsgesetz, das unter anderem die Ermittlung von Kapitalpuffern, Anforderungen an Geschäftsleiter und Aufsichtsräte sowie aufsichtliche Sanktionen bei Verstößen gegen CRR bzw. KWG regelt, bildet auch die Grundlage für nationale Meldungen. Konkret werden dafür die bislang geltenden Verordnungen zu Solvabilität (SolvV), Liquidität (LiqV) sowie Groß- und Millionenkrediten (GroMiKV) neu gefasst und eine Finanzinformationsverordnung (FinaV) erlassen. Dazu hat das Bundesministerium der Finanzen am die überarbeiteten Referentenentwürfe zur erneuten Konsultation mit der Bitte um Stellungnahme an die Verbände geschickt. Neuerungen Kernpunkte Die von den Instituten zu erstellenden Solvenz-, Risiko- und Finanzinformationen sollen der Aufsicht vor allem einen umfassenden Überblick über das Risikoprofil der Tätigkeiten eines Instituts ermöglichen. Zwar gelten die Meldeanforderungen grundsätzlich für alle Institute, unabhängig von Größe, Risikoprofil und Geschäftsmodell, allerdings werden sich Inhalt und Umfang der konkreten Meldepflichten an der Art, dem Umfang und der Komplexität der Geschäfte des Instituts ausrichten. Die EBA versucht folglich ein Proportionalitätsprinzip in den ITS dergestalt zu verankern, dass bestimmte Meldeanforderungen nur von denjenigen Instituten anzuwenden sind, die entweder komplexe Verfahren zur Bewertung der Eigenmittelanforderungen nutzen oder signifikante Risikopositionen aufweisen. So müssen zum Beispiel nur Institute mit einem signifikanten Anteil ausländischer Engagements deren Verteilung geographisch detailliert ausweisen, wohingegen Institute mit primär inländischen Aktivitäten von solch aufwändigen Meldeanforderungen befreit sind. Bezüglich FINREP sollen im Grundsatz Finanzinformationen nur auf konsolidierter Basis von denjenigen Instituten gemeldet werden, welche IAS/IFRS als Rechnungslegungsstandard anwenden. Finanzinformationenmeldung FINREP Im Vergleich zu früheren ITS-Versionen hat sich die übergeordnete Struktur der FINREP-Meldebögen formal verändert. Die Aufteilung der Bögen in vier Teile ist nun nicht mehr nach Meldeinhalt, sondern nach Meldeturnus gegliedert, was zu Neuverteilungen der Datenanforderungen führt. Unterschieden wird hinsichtlich des Meldeturnus nach vierteljährlicher (Teil I und II), halbjährlicher (Teil III) sowie jährlicher (Teil IV) Frequenz. Die Anforderungen des bisherigen Teils V, deren Anwendung bislang einem nationalen Wahlrecht unterlag, wurden in die neue Gliederungsstruktur integriert und sind somit für alle betroffenen Institute anwendbar. Die quartalsweisen Meldungen in Teil I betreffen z.b. wesentliche Bilanz- und GuV-Positionen oder Untergliederungen nach Finanzinstrumenten und Kontrahentensektoren. Eine wichtige Änderung für die Bögen des Teil II betrifft die Einführung von Schwellenwerten für die Entstehung der Meldepflicht. Diese Schwellen richten sich z.b. nach Verhältnissen von In- zu Auslandsengagements oder von Provisionserträgen zu -aufwänden bei GuV-Positionen oder auch nach Vermögenswerten beim Operate Leasing. Um häufiges Wechseln der Meldepflicht zu verhindern, werden zusätzlich bestimmte Ein- und Austrittskriterien implementiert (z.b. Überschreitung des Schwellenwerts an den letzten beiden Meldestichtagen). Halbjährlich sollen nach Teil III Angaben u.a. zu nicht konsolidierten oder verbundenen Unternehmen erfolgen. Teil IV schließlich enthält jährliche, im Vergleich zur konsultierten Version teilweise erweiterte Angaben zu Gruppenstrukturen, Pensionsrückstellungen oder zu Fair-Value-Veränderungen. Neu als Platzhalter aufgenommen wurden Meldebögen zu Performing and Non- Performing Exposures sowie Forborne Exposures, deren konkrete4 Newsletter CRR-Meldewesen / Financial Services / September Informationsanforderungen noch im 2. Halbjahr 2013 festgelegt werden sollen. Darüber hinaus finden sich relevante Konkretisierungen zu mehreren Sachverhalten (z.b. Konsolidierungskreis und -methoden, Verträge mit mehreren Kontrahenten, Bruttobuchwerte bei sog. NACE-Gliederungen nach Wirtschaftssektoren, außerbilanzielle Sachverhalte, Definition des Kreises nahestehender Personen). Bedeutsam sind zudem die erforderliche Nennung der negativen Marktwerte aus Derivaten, welche Bestandteil von Hedge Accounting-Beziehungen sind, sowie die separate Abfrage kumulierter Wertberichtigungen und kumulierter Fair Value- Veränderungen aus Kreditrisiken für sämtliche IFRS-Haltekategorien innerhalb der NACE-Gliederung für Forderungen an nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften. Gegenüber der konsultierten Entwurfsfassung finden sich ansonsten innerhalb der FINREP-Meldebögen nur in geringem Umfang Ergänzungen bzw. Löschungen von einzelnen Informationsanforderungen. Von erheblicher Bedeutung ist dagegen, dass nach Art. 99 Abs. 6 CRR zuständige Aufsichtsbehörden in Abstimmung mit der EBA die Anforderungen auch auf Local GAAP -Anwender erweitern können. Dies gilt für den Fall, dass die Behörden einen umfassenderen Überblick über das Risikoprofil, deren Tätigkeiten und die von ihnen ausgehenden Systemrisiken für den Finanzsektor für erforder-lich halten. Somit wären die FINREP-Meldungen auch auf Institutsgruppen mit Konzernabschlüssen unter HGB anwendbar. Hierzu wurden der Annex V mit Instruktionen zu Reporting on Financial Information verallgemeinert sowie separate Bögen in Annex IV According to National Accounting Frameworks bereitgestellt. Sofern die zuständigen Aufsichtsbehörden nach Art. 99 Abs. 3 CRR verlangen, die Bewertung von Vermögenswerten und außerbilanziellen Posten sowie die Ermittlung der Eigenmittel nach IFRS vorzunehmen, können sie in Verbindung mit Art. 24. Abs. 2 CRR auch eine FINREP-Meldung gemäß IFRS fordern. Vor allem für HGB-bilanzierende Institutsgruppen könnte sich hieraus erheblicher Anpassungsaufwand ergeben, weil die FINREP-Bögen deutlich umfassendere Informationen als die neue Anforderungen aus der Meldung nach der Finanzinformationenverordnung (FinaV) verlangen. Gerade für deutsche HGB-Institutsgruppen, die im Rahmen der Bestrebungen zur europäischen Bankenunion zukünftig von der EZB beaufsichtigt werden, besteht durchaus die Möglichkeit eines künftigen Anwendungserfordernisses von sowohl COREP als auch FINREP auf Basis IFRS, falls sich das aufsichtliche Interesse an einem einheitlichen Zahlenwerk durchsetzt. Über die hier gegebenen Ermessensspielräume der Aufsicht werden die betroffenen Institutsgruppen jedoch voraussichtlich nicht vor Aufnahme der EZB-Tätigkeit ab Herbst 2014 Planungssicherheit haben. Solvenzmeldung COREP Mit dem europaweit standardisierten Common Reporting Framework wird ab Anfang 2014 ein für alle Institute, sowohl auf Einzelinstituts- als auch auf konsolidierter Ebene, verbindliches Solvenzmeldewesen eingeführt. Grundsätzlich ähneln die Meldeanforderungen von COREP denen der deutschen Solvabilitätsverordnung, gehen aber im Detaillierungsgrad weit über diese hinaus. In Bezug auf die Eigenmittelanforderungen, mit weiterhin vierteljährlicher Meldefrequenz, wurden im finalen ITS die fünf Meldebögen (CA1 bis CA5) insgesamt weiter spezifiziert und einzelne Meldepositionen konkretisiert. Zudem wurden die Kommentierungen in den Instruktionen ergänzt und dadurch die Konsistenz mit der verabschiedeten CRR erhöht. Während im prinzipiellen Aufbau kaum Änderungen vorgenommen worden sind, lassen sich neben vereinzelten Löschungen einzelner Meldepositionen einige Neuaufnahmen bzw. Ergänzungen feststellen. Zu den Ergänzungen zählen vor allem eine ganze Reihe nachrichtlicher Meldepositionen zu Kapitalkennziffern im Zusammenhang mit Säule II- Anpassungen, Meldungen zur Berechnung von Reporting-Schwellenwerten sowie Fair Value-Gewinne bzw. -Verluste aus dem Kreditrisiko von Derivate- Verbindlichkeiten. Weitere Änderungen betreffen den Ausweis von Kapitalpuffern oder neue Detailausweise von KSA- und IRBA-Positionen (z.b. Differenzierung der5 Newsletter CRR-Meldewesen / Financial Services / September risikogewichteten Positionen vor und nach KMU-Unterstützungsfaktor oder Ausweise zu spezifischen Kreditrisikoanpassungen). Bei den COREP-Meldungen zu Kreditrisiko, Marktrisiko und Operationellem Risiko hat sich abgesehen von den Meldefrequenzen einzelner Bögen inhaltlich nicht viel geändert. Weggefallen ist das nationale Wahlrecht, COREP unter bestimmten Kriterien nur halbjährlich zu verlangen. Entsprechend ist nun das CVA Risk, also die Anpassungen der Kreditbewertung, nicht halbjährlich, sondern quartalsweise zu melden; andererseits ist für die SEC Details, also die Detaillierungen von Verbriefungspositionen, eine halbjährliche Meldung vorgesehen statt der bislang vierteljährlichen. Auch der IP Losses Bogen zu Verlusten aus Risikopositionen, die mit Wohnimmobilien oder gewerblichen Immobilien besichert sind, ist halbjährlich zu melden (auf Einzelinstituts- und konsolidierter Ebene). Zur bisherigen geographischen Berichterstattung der IP Losses für die einzelnen Länder des europäischen Wirtschaftsraums kommen weitere regionale Ausweise hinzu. Außerdem wird im Zusammenhang mit den Meldeterminen der Umgang mit Schwellenwerten näher bestimmt. Danach sind die Meldeanforderungen erstmals ab dem nächsten Meldestichtag zu erfüllen, wenn die jeweiligen Schwellenwerte an den zwei letzten aufeinanderfolgenden Meldestichtagen überschritten wurden. Die Meldung hat in diesem Fall rückwirkend seit dem Zeitpunkt des Überschreitens zu erfolgen. Die Meldepflicht endet, wenn die jeweiligen Schwellenwerte an drei aufeinander folgenden Meldestichtagen unterschritten wurden, und zwar ab dem nächsten Meldestichtag. Eine reduzierte Meldung zum Operationellen Risiko war bisher nur nach Zulassung der nationalen Aufsicht möglich; künftig ist sie abhängig von einem an der Bilanzsumme des Instituts ausgerichteten Schwellenwert, welcher 1% der Bilanzsumme aller Institute im Sitzland nicht überschreiten darf. Die finalen ITS-Bögen für die Großkreditmeldung im Rahmen von COREP sind relevant für die Meldung von Großkrediten an Gruppen verbundener Kunden, ungebundene Kreditnehmer, die 20 größten Kredite von IRB Banken sowie die 10 größten Kredite an Finanzinstitute bzw. an nicht beaufsichtigte Finanzunternehmen. In der finalen Version ist zwar keine Änderung in der qualitativen Definition der Large Exposures (LE) festzustellen. Dafür findet sich eine merkliche Erhöhung des Schwellenwerts von bisher 150 Mio. EUR auf jetzt 300 Mio. EUR für die Anzeige von Krediten, die nicht ohnehin der allgemeinen Großkredit- Meldepflicht unterliegen (gemäß der nach Art. 392 CRR definierenden Meldegrenze von 10 % der anrechenbaren Eigenmittel). Dies wirkt sich natürlich quantitativ weniger stark als bisher gedacht auf die Meldeanforderungen aus. Die Anzeigepflicht für die 20 größten Kredite bei IRB-Instituten bleibt allerdings auch dann bestehen, falls diese nicht alle oberhalb der 300 Mio. EUR Schwelle liegen sollten. Bei den nunmehr sechs LE-Meldebögen für die Großkreditbetragsdaten (einschließlich LE Limits ) sind gegenüber der konsultierten Version durch Aufgliederung bisheriger Daten zwei neue hinzugekommen, die eine Laufzeitengliederung des anzurechnenden Forderungswerts vor Kreditrisikominderung nach Fälligkeitsbändern vorsehen ( run off für die 10 größten Kredite jeweils an Finanzinstitute und an nicht beaufsichtigte Finanzunternehmen). Sonst haben sich kaum nennenswerte Änderungen ergeben, abgesehen von einigen Umstrukturierungen bei den einzelnen Bögen oder auch der Abfrage einiger weniger neuer Informationen (z.b. wird die Identifikation von Kreditnehmern oder einer Gruppe verbundener Kunden nun hauptsächlich in den geänderten Bogen LE 1 gezogen, und dort ist auch der Kontrahententyp gemäß Art. 394 Abs. 2 CRR anzugeben). Die vierteljährlichen Großkredit-Meldungen sind zum 12.5., 11.8., , (bzw. am ersten Werktag danach, falls Wochenende oder Feiertag) zu übermitteln; als Bearbeitungsdauer sind 30 Arbeitstage vorgesehen. Für die Meldung der Leverage Ratio gilt prinzipiell dieselbe Regelung bei Schwellenwerten wie bei den Angaben zu den Risikoarten. Wo entsprechende6 Newsletter CRR-Meldewesen / Financial Services / September Schwellenwerte schon bei Inkrafttreten des ITS überschritten sind, muss die erste Meldung bereits für das 1. Quartal 2014 abgegeben werden. Meldefrequenz ist weiterhin für alle Bögen quartalsweise. Ergänzt wurde eine Tabelle zu Informationszwecken über wesentliche Anteile an Unternehmen, die handelsrechtlich, aber nicht aufsichtsrechtlich konsolidiert werden. Inhaltliche Änderungen sind primär der verabschiedeten CRR geschuldet. So wurden neue Meldepositionen zu den außerbilanziellen Positionen eingefügt, die der Handelsfinanzierung dienen oder durch einen anerkannten Exportversicherer gedeckt sind und mit einem Credit Conversion Factor von 20% bzw. 50% berücksichtigt werden. Zudem wurde der Ausweis des Betrags für Wertpapierfinanzierungsgeschäfte nach umfassender und einfacher Methode angepasst. Zusätzliche Änderungen basieren auf einer Vorwegnahme von Vorschlägen des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht vom , die bereits im Basel III- Monitoring enthalten sind. Diese betreffen unter anderem die nachrichtliche Meldung einer Nettingmethode für Wertpapierfinanzierungsgeschäfte, die eine Verrechnung von Positionen mit Sicherheiten erlaubt. Die EBA hat sich für eine Einbindung der Meldebögen zur Liquidität in COREP entschieden. Im Wesentlichen wurden die nun vorgelegten Bögen um die Neuerungen erweitert, die im Rahmen des Trilogs zwischen Kommission, Parlament und Rat bereits in die Anforderungen der finalen CRR aufgenommen worden waren. Insofern enthält der diesbezügliche ITS zwar wenige inhaltliche Überraschungen, enthält jedoch viele neue Detailinformationen. Beachtenswert sind vor allem neue, granularere oder jetzt separate Ausweispositionen bei den Meldungen zu hochliquiden Aktiva, Zahlungsab- und -zuflüssen oder unter den Kategorien zur stabilen Refinanzierung bei Aktiv- und Passivpositionen: Im Einzelnen z.b. Einfügung eines neuen Meldebogens für den Ausweis von Collateral Swaps, höhere Granularität bei der Meldung der Zahlungsabflüsse aus besicherter Refinanzierung oder Ergänzungen bei den hochliquiden Aktiva um Positionen wie EFSF/ESM-Anleihen oder Standby-Kreditfazilitäten der Zentralbanken sowie erstmaliger Ausweis der gewichteten Cashflows unter Berücksichtigung der von der CRR geforderten Gewichtungsfaktoren (keine automatisierten Formeln; die Berechnung obliegt den Instituten selbst). Für das quartalsweise Reporting der NSFR gelten nun feste Meldetermine: 12.5., 11.8., und Die LCR ist monatlich zu melden, ab 2015 mit einer Meldefrist von 15 Kalendertagen. Ferner ist perspektivisch auf neue Meldeanforderungen gemäß EBA-Konsultation eines ITS zu Additional Liquidity Monitoring Metrics vom hinzuweisen, die die Berichterstattung zur Liquidität und Refinanzierung der Institute ausweitet. Handlungsbedarf und nächste Schritte Die Anforderungen von COREP wie FINREP bedeuten auf jeden Fall einen signifikanten Anstieg der an die Aufsichtsbehörden zu meldenden Datenvolumina. Darüber hinaus verlangen die Anforderungen an Datenverfügbarkeit und Konsistenz der zu meldenden Daten nach einem qualitativen Sprung: Gegenüber dem derzeitigen Stand in zahlreichen Instituten wird dies kaum allein durch Veränderungen in den IT-Bereichen zu schaffen sein. Vielmehr bedarf es effizienterer Meldeprozesse, eines höheren Integrationsgrads mit dem Rechnungswesen und dem internen Management-Reporting sowie eines besseren Datenqualitätsmanagements. Für COREP und FINREP sind in den meisten Instituten die Umsetzungsprojekte bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Der noch verbleibende Handlungsbedarf hängt vor allem davon ab, inwiefern sich betroffene Institute und Institutsbzw. Finanzholdinggruppen bereits mit den Datenanforderungen der bisherigen Meldebögen beschäftigt haben. Die Institute werden für die Erweiterungs-7 Newsletter CRR-Meldewesen / Financial Services / September anforderungen auf bereits vorliegenden Erkenntnissen aus Fach- und DV- Konzepten aufsetzen und eine Überarbeitung vornehmen, wo Lücken zu schließen sind. Explizit ist darauf hinweisen, dass die neuen Anforderungen aus den konsultierten EBA-Standards zu Asset Encumbrance und Forbearance and Non Performing Exposures den Handlungsbedarf hier unter Umständen noch deutlich erhöhen können. Insbesondere die Anforderungen aus dem EBA-Papier zu Forbearance and Non Performing Exposures können auch Auswirkungen auf Kreditprozesse und -entscheidungen haben. Die Notwendigkeit der Fortführung des quartalsweisen Basel III-Monitoring in 2014 für die betroffenen Institute sollte ebenfalls beachtet werden. Unbedingt zu berücksichtigen ist zudem, dass die konkrete Ermittlung einzelner Meldeinformationen noch von in Konsultation befindlichen Regelungen abhängen kann. Auf EBA-Ebene sei beispielhaft auf die Ermittlung von Abzugsposten vom harten Kernkapital gemäß Entwurf des Regulatory Technical Standards (RTS) zu Eigenmittel Teil III vom verwiesen. Auf nationaler Ebene unterliegt das im Entwurf der GroMiKV behandelte Wahlrecht zur Anrechnung von Krediten innerhalb von Institutsgruppen auf die Großkreditgrenzen gemäß Art. 493 Abs. 3 CRR noch erheblichen Diskussionen. Deshalb werden finale Entscheidungen zur Auslegung der CRR auch in entsprechende Umsetzungsprojekte des Meldewesens zu integrieren sein. Neben der kurzfristig anstehenden Lösung konzeptioneller Herausforderungen empfiehlt es sich, gleichzeitig über eine langfristig stabile Plattform für das zukünftige Meldewesen nachzudenken. Zahlreiche Institute bauen die Anzahl und Qualifikationen der Mitarbeiter im Meldewesen spürbar aus und bereiten eine stärkere Verzahnung mit angrenzenden Bereichen wie dem Rechnungswesen (FINREP) oder Treasury (LCR/NSFR) vor. Gleichzeitig sind leistungsfähige IT- Architekturen und eine stärkere Automatisierung von Prozessen unabdingbar. Die neuen Prinzipien des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht zur effektiven Aggregation von Risikodaten und Risikoberichterstattung (BCBS 239) vom können hierzu wertvolle Hinweise auch für Herausforderungen in der externen Berichterstattung liefern. Als Fazit bleibt festzuhalten, dass sich eine Umsetzung der ITS je nach Komplexität des Geschäftsmodells und Spezifika in jedem Institut unterschiedlich ausgestalten wird. Bei allen Instituten sind jedoch in den nächsten Quartalen intensive Ressourcenbelastungen zu erwarten; Engpässe sollten frühzeitig identifiziert werden. Besonders hohe Anforderungen werden an Institute bzw. Instituts- und Finanzholdinggruppen gestellt werden, die ab 2014 unter die direkte Beaufsichtigung durch die EZB fallen. Sich ergebende zusätzliche Anforderungen aus den Konsultationsprozessen heraus sollten weiter eng beobachtet werden. Schon jetzt ist abzusehen, dass die als gesetzt anzusehenden Meldebögen für FINREP und COREP zusammen mit Neuerungen des nationalen Meldewesens für jedes Institut technisch wie personell einen nicht zu unterschätzenden Umsetzungsaufwand implizieren trotz des etwas gelockerten Zeitrahmens für die Erstmeldungen.8 Newsletter CRR-Meldewesen / Financial Services / September Impressum / Kontakt KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft THE SQUAIRE Am Flughafen Frankfurt am Main Thilo Kasprowicz Partner, Consulting Financial Services T Klaus Ott Partner, Consulting Financial Services T Dirk Auerbach Partner, Audit Regulatory Services T Thomas Grol Partner, Audit Regulatory Services T Dirk König Senior Manager, Consulting Financial Services T Die enthaltenen Informationen sind allgemeiner Natur und nicht auf die spezielle Situation einer Einzelperson oder einer juristischen Person ausgerichtet. Obwohl wir uns bemühen, zuverlässige und aktuelle Informationen zu liefern, können wir nicht garantieren, dass diese Informationen so zutreffend sind wie zum Zeitpunkt ihres Eingangs oder dass sie auch in Zukunft so zutreffend sein werden. Niemand sollte aufgrund dieser Informationen handeln ohne geeigneten fachlichen Rat und ohne gründliche Analyse der betreffenden Situation KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, eine Konzerngesellschaft der KPMG Europe LLP und Mitglied des KPMG-Netzwerks unabhängiger Mitgliedsfirmen, die KPMG International Cooperative ( KPMG International ), einer juristischen Person schweizerischen Rechts, angeschlossen sind. Alle Rechte vorbehalten. Der Name KPMG, das Logo und cutting through complexity sind eingetragene Markenzeichen von KPMG International Cooperative. Ähnliche Dokumente
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