Source: https://www.vergleichen-und-sparen.de/berufshaftpflicht/rechtsanwalt/gmbh-partnergesellschaft/
Timestamp: 2019-06-18 08:40:19
Document Index: 86297845

Matched Legal Cases: ['§ 59', '§ 59', '§ 59', '§ 59', '§ 59', '§ 59', '§ 59', '§ 59', '§ 51', '§ 8', '§ 3', '§ 3', '§ 2', '§ 8', '§ 51']

Haftpflicht Rechtsanwalt GmbH / Partnergesellschaft | vs.
Rechtsanwalts GmbH / PartG mbB
über 5.000 Rechtsanwälte versichert
Rechtsanwalts GmbH und Partnerschaftsgesellschaft mbB
Seit 1988 ist es möglich, die Zulassung einer Rechtsanwalts GmbH zu beantragen. Dies ist vorteilhaft, da sich verschiedene Rechtsanwälte zwecks der gemeinsamen Berufsausübung zusammenschließen können. Auf diese Weise kann kooperativ gearbeitet werden und diverse Juristen verschiedener Fachgebiete haben die Möglichkeit, sich miteinander auszutauschen und zu ergänzen.
Ferner können die Kosten für Miete, Strom wie auch die Personalkosten geteilt werden. Auch die Nutzung der Büroausstattung und der verschiedenen Möglichkeiten der Telekommunikation ist definitiv effektiver wenn die Kosten auf mehrere Anwälte verteilt werden können.
Die Rechtsanwalts GmbH
Die Rechtsanwalts GmbH ist in § 59 c ff BRAO geregelt. Sie muss folgende Voraussetzungen erfüllen:
Gesellschafter können nur Rechtsanwälte und Angehörige der in § 59 a Abs. 1 Satz 1, Abs. 3 BRAO genannten Berufe sein
Die Geschäftsführer müssen mehrheitlich Rechtsanwälte sein, § 59 f Abs. 1 Satz 2 BRAO
Die Unabhängigkeit der Rechtsanwälte muss gewährleistet sein, § 59 f Abs. 4 BRAO
Die Rechtsanwaltsgesellschaft ist verpflichtet, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen, § 59 j Abs. 1 BRAO
Die Firma der Gesellschaft muss den Namen wenigstens eines Gesellschafters, der Rechtsanwalt ist, und die Bezeichnung „Rechtsanwaltsgesellschaft“ enthalten, § 59 k Abs. 1 BRAO
Die Rechtsanwalts GmbH muss unbedingt eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen. Dies ist nach § 59 j Abs. 1 BRAO eine zwingende Voraussetzung für deren Zulassung. Die Höhe pro Schadensfall muss dabei mindestens 2,5 Mio. Euro betragen. Es kann dabei eine Obergrenze pro Jahr vereinbart werden, die aber im geringsten Fall nicht unter 10,0 Mio. Euro liegen darf.
Haftung in der Rechtsanwalts GmbH
Auch in Bezug auf die Haftung ist eine Rechtsanwalts GmbH eine durchaus geeignete Form des Zusammenschlusses für Rechtsanwälte. Eine persönliche Haftung liegt nicht vor, es haftet lediglich die GmbH als juristische Person.
Nachteile der Rechtsanwalts GmbH
Die Rechtsanwalts GmbH muss sich nicht nur an die Vorschriften nach dem GmbHG halten, sie muss auch die Vorschriften der §§ 59c ff. BRAO einhalten. Auch die Bilanzierungspflicht ist eher nachteilig bei dem Zusammenschluss zur Rechtsanwalts GmbH. Es ist aufgrund der Rechtsform eine Bilanz mit Gewinn- und Verlustrechnung zu erstellen. Daher sind erbrachte Leistungen sofort zu aktivieren, auch wenn die Tätigkeit noch nicht abgerechnet und noch kein Honorar bezahlt wurde.
Versicherungspflicht der einzelnen Gesellschafter
Zur Aufrechterhaltung der Zulassung ist jeder einzelne Gesellschafter verpflichtet, eine eigene Berufshaftpflichtversicherung nach § 51 BRAO zu unterhalten, mit einer Mindest-Versicherungssumme in Höhe von 250.000 Euro je Versicherungsfall und einer Versicherungssumme von 1.000.000 Euro innerhalb eines Versicherungsjahres.
Bei der neu eingeführten PartG mbB ist gemäß § 8 Abs. 4 S. 1 PartGG gegenüber den Gläubigern eine Haftung für aus fehlerhafter Berufsausübung entstehende Schäden auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt. Eine persönliche Haftung des einzelnen Partners ist ausgeschlossen.
Die Errichtung der PartGmbB bedarf nach § 3 Abs. 1 PartGG des Abschlusses eines schriftlichen Partnerschaftsvertrags. Der Vertrag muss den Namen und den Sitz der Partnerschaft, den Namen und den Vornamen sowie den Wohnort jedes Partners, den in der Partnerschaft ausgeübten Beruf des Rechtsanwalts sowie den Gegenstand der Partnerschaft (Beratung und Vertretung in Rechtsangelegenheiten) enthalten (§ 3 Abs. 1 und 2 PartGG). Der Name der Partnerschaft muss gem. § 2 Abs. 1 PartGG in Verbindung mit § 8 Abs. 4 Nr. 2 RegE-PartGG enthalten:
Nach § 51a Abs. 2 BRAO-E muss mindestens eine Deckungssumme von 2,5 Mio. Euro pro Versicherungsfall vorliegen. Die Leistungen des Versicherers für alle innerhalb eines Versicherungsjahres verursachten Schäden berechnet sich wie folgt: Betrag der gesetzlichen Mindestversicherungssumme vervielfacht mit der Anzahl der Partner, mindestens jedoch 10.000.000 Euro. Wir erstellen hierzu gerne ein Angebot:
Auch wenn die Einführung der PartG mbB nach der Gesetzesbegründung in erster Linie Großkanzleien nutzen sollen, können auch kleine und mittelständische Steuerberatungsgesellschaften davon profitieren. Denn durch die Haftungsbeschränkung wird die persönliche Haftung des Handelnden selbst auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt. Das war bislang nicht möglich, da das PartGG nur die beschränkte Haftung der nicht mit dem Fall betrauten Partner vorsah; die persönliche Haftung der Handelnden selbst wurde dadurch nicht eingeschränkt. Nunmehr ist eine Haftungsbeschränkung des Handelnden selbst möglich, ebenso wie es möglich ist, die Haftung von mehreren Berufsträgern zu beschränken, wenn sie sich die Bearbeitung eines Mandats teilen.