Source: https://www.antispam-ev.de/forum/showthread.php?29202-melango-de-JW-Handelssysteme-GmbH&s=7a9bbece6f46251dd6d8388e65ea6140&mode=hybrid
Timestamp: 2020-07-04 02:23:22
Document Index: 37388980

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 14', '§ 312', '§ 355', '§14', '§ 14', '§ 312', '§ 355', '§14', '§ 14']

diesmal bin ich selbst hereingefallen. Bei einer Fa. namens melango.de GmbH., auf die ich gestoßen bin, habe ich mich angemeldet, um dort mich umschauen zu können. Da war nichts auffällig von wegen kostenpflichtig usw.
Jetzt kam ein Brief mit einer Rechnung von 258,60 ¤. Für Mitgliedschaft 24 Monate lang und Artikel-Nr. „ACCOUNT-2010“. Also lediglich nur, weil ich mich angemeldet hatte.
Gaaaanz weit unten auf der Website, blass und natürlich klein steht folgendes:
„Copyright © 2005-2010 melango.de GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Ausgewiesene Marken gehören ihren jeweiligen Eigentümern. Mit der Benutzung dieser Seite erkennen Sie die Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung an. melango.de übernimmt keine Haftung für den Inhalt verlinkter externer Internetseiten.“
Die dortigen AGB formulieren, die ich mir leider jetzt erst angesehen habe, das Widerrufsrecht folgendermaßen:
„§ 5 Widerrufsrecht. Ist der Kunde Unternehmer (§ 14 BGB), so hat er kein Widerrufs- und Rückgaberecht gem. § 312d BGB i. V. m. §§ 355, 356 BGB.“
Das impliziert doch, dass ich, wenn ich kein Unternehmer bin, Widerrufsrecht habe, oder?
Ensprechend habe ich dann einen Widerruf formuliert:
ich widerspreche jeglichen Zahlungsforderungen und bestreite das Vorliegen eines wirksamen Vertrages.
Sollte ich mich zu letzterem im Rechtsirrtum befinden, erkläre ich hilfsweise und vorsorglich den Widerruf.
Nun aber kommt folgendes Fax/Email-Schreiben bei mir an:
Sehr geehrter Herr <Hasan>,
(wir haben Ihr Schreiben am 21.06.2010 erhalten)
eine Kündigung der Standardmitgliedschaft ist laut unseren AGB nicht vor Ablauf von 24 Monaten möglich, da sie sich als Unternehmer laut §14 BGB angemeldet haben und somit kein gesetzliches Widerrufsrecht besitzen.
Ist der Kunde Unternehmer (§ 14 BGB), so hat er kein Widerrufs- und Rückgaberecht gem. § 312d
BGB i. V. m. §§ 355, 356 BGB.
Diese AGB greifen nun und ermöglichen kein vorzeitiges Kündigen der Mitgliedschaft. Beim Vertragsschluss haben sie nachweislich die AGB akzeptiert und uns bestätigt das sie als Unternehmer im Sinne des §14 BGB handeln.
Das unsere Anmeldung sowie die AGB gerichtsfest sind ist natürlich die Grundlage für unsere Homepage und versteht sich von selbst. Die Wirksamkeit hat das entsprechende Amtsgericht in mehreren Entscheidung bereits klargestellt. (Klick) (mehr Urteile erhalten sie auf Anfrage) Die Entgeltlichkeit der Nutzung unserer Plattform muss jedem Nutzer daher bewusst sein, ebenso die Tatsache das sich die Nutzer ausschließlich als Unternehmer anmelden dürfen, auch dies ist klar in unseren AGB und dem Internetauftritt geregelt.
Sollten sie sich als Privatperson angemeldet haben so wandelt sich die bestehende Forderung in einen Schadenersatz in gleicher Höhe um. Mehr Info&acute;s dazu gibt es hier: unter Punkt 3.
Für Rückantworten wenden sie sich bitte via Fax oder Post an uns. Bitte geben sie immer die Kontakt ID und Vorgangsnummer an da eine Antwort sonst nicht erfolgen kann.
Support Unternehmenskunden (Chemnitz)
ID entfernt
Dass ich mich als Fa. Angemeldet hatte, war mir ebenfalls nicht gewusst, bzw. dass ich mich nicht hätte anmelden dürfen, weil ich keine Firma bin.
Schadensersatz? Wofür??
Mein Gefühl sagt mir, dass das irgendwie haarig sein könnte – oder sollte ich nochmals hinschreiben und denen sagen, dass ich keine Fa. Bin und dass mein Widerruf bestehen bleibt?
Geändert von thomas1611 (21.06.2010 um 11:54 Uhr) Grund: Name und ID entfernt
21.06.2010, 12:16 #2
Rechtsberatung dürfen wir hier nicht leisten.
Die Plattform richtet sich nur an Gewerbetreibende. Du hast diesen Hinweis ignoriert - das steht sogar bei der Anmeldung dort:
Mitglieder können nur Kaufleute im Sinne des HGB, Unternehmer im Sinne von § 14 BGB sowie Großverbraucher wie etwa Vereine, Behörden oder Universitäten sein. Der Nutzungsinteressent sichert mit der Anmeldung zu, dass alle von ihm gemachten Angaben wahr und vollständig sind und er insbesondere die Nutzungsvoraussetzungen erfüllt.
Durch Drücken des Buttons "Akzeptieren" entstehen Ihnen Kosten von 240 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer für zwei Jahre. Melango.de bietet Ihnen die perfekte Plattform zum gewerblichen Handel mit Top-Angeboten!
21.06.2010, 12:20 #3
Heißt auf Deutsch: Frag einen Anwalt. Sorry, aber ich denke mehr können wir Dir hierzu nicht sagen.
21.06.2010, 13:03 #4
Was sollte denn daran nicht rechtens sein?
22.06.2010, 09:01 #5
Eine Abzockfalle bleibt eine Abzockfalle, egal an welchen eingeschränkten Nutzerkreis sie sich angeblich oder tatsächlich richtet. Zudem ist es belanglos, was der User bei der Anmeldung bezüglich seines Status zugesichert hat. Da man nur als Unternehmer dort gelistet sein kann, steht fest, dass man sich, so man kein Unternehmer ist, im Irrtum befand. Ende der Geschichte. Insofern ist der Hinweis auf die angebliche Gerichtsfestigkeit der AGB ein deutlicher Hinweis auf die Abzockabsichten der Betreiber. Eine Wertung, die eine kurze Google-Recherche gut bestätigt. Insofern gelten die Tipps, die man in Verbindung mit den übrigen Abzock-Ganoven gibt, auch hier. Ich würde sicher keine Brieffreundschaft mit denen anfangen und erst reagieren, wenn die einen gerichtlichen Mahnbescheid zustellen lassen. Dem widerspricht man und dann wird sich ja herausstellen, wie Gerichte deren Gebahren beurteilen. Ich vermute aber stark, dass die den üblichen Popanz aufbauen und von Betrug (wegen der Angaben), IP-Adressen, Schufa-Eintrag u. ä. faseln werden.
Geändert von drboe (22.06.2010 um 09:06 Uhr)
30.06.2010, 16:58 #6
31.07.2010, 22:11 #7
Hört-hört - und keine Panik!!!
Ich habe gerade von meinem RA ein Schreiben erhalten von arcoreus, darin heisst es:
wir bestätigen den Eingang Ihres Schreibens und teilen ergänzend mit, dass wir den Incassoauftrag zwischenzeitlich an unseren Auftraggeber
Firma melango zurück gegeben haben und den Vorgang hier geschlossen haben.
MFG arcoreus Collection Services GmbH
Sieht so aus, als würden die endlich Leine ziehen
Sammelklage ist schon lange nicht mehr....... gibts nicht!
Geändert von graf123456 (31.07.2010 um 22:12 Uhr) Grund: Korrektur
24.07.2012, 19:48 #8
Auch mich hats erwischt . Ein auffälliges Fenster im Internet angeklickt , meine eMailadresse eingetragen mit Adresse , danach kam lediglich " Sie erhalten in 2 Tagen Antwort " .
Die Antwort kam , lediglich in Form einer kurzen eMail " Danke für die Anmeldung " .
Heute ( am nächsten Tag ) kam eine Zahlungsaufforderung über 249 € - zahlbar in 5 Tagen . . . Daraufhin habe ich bei Melagon angerufen ( teure 01805 Nummer ) 8 Minuten lang kaqm nur eine Ansage " Sie werden gleich verbunden " , dann ein Klingelton - dann nichts mehr . Der Minutenzähler ist weiter gelaufen .
Wie würdet Ihr handeln ?? Zum Anwalt gehen ?? Oder Inkasso Drohungen abwarten ??
Das Leben ist immer wieder aufs Neue schön Leider erkennt nicht jeder die Schönheiten, die sich immer wieder zeigen. Die Kleinigkeiten machen`s oft aus. Nicht nur schimpfen - über das was man nicht hat. Zufrieden sein über das was geblieben ist... Sich freuen, auf das was kommt - nach jedem Regen ein Sonnenaufgang. Einer der aus der Dunkelheit wieder nach oben gekrochen ist...
15.09.2012, 21:32 #9
kurz mein Kommentar mit bisherigen Infos:
1.) Lesen = http://www.bvdw.org/mybvdw/media/download/bvdw-whitepaper-button-loesung.pdf?file=2333
2.) auf keinen Fall zahlen
3.) auf Briefe und eMail "mit Widerspruch" antworten, per Fax oder eMail. Per Einschreiben nicht nötig.
5.) ggfs. Mahnbescheid: dann Widerspruch einlegen (innerhalb 14 Tage)
6.) ggfs. Gericht: ohne Anwalt zum 1. Verfahren §§ aus o.g. ...bvdw... zitieren oder Blatt ausgedruckt vorlegen.
Das Verfahren ist beim zuständigen Amtsgericht des Verklagten. (also in Deiner Nähe).
Wenn jetzt ein Richter noch für die Firma spricht, dann gibt es eine Möglichkeit trotzdem auch dort
das Urteil anzufechten. Dazu ist jedoch ein Anwalt nötig.
Es darf aber kein Vertrag unterschrieben worden sein der länger als 14 Tage besteht. Kein Gewerbetreibender.
Die Bedingungen aus ...bvdw... sollten erfüllt sein.
Anbieter, welche ihre Waren und Dienstleistungen ausschließlich an Gewerbetreibende richten (B2B), fallen nicht unter die Neuregelung.
Allerdings müssen sie dafür sorgen, dass Verbraucher tatsächlich von dem Angebot ausgeschlossen sind.
Ein Hinweis wie "nur für Industrie, Handel, Handwerk und Gewerbe" ist dabei nicht ausreichend,
um von einer Adressierung der Werbung lediglich an Gewerbetreibende ausgehen zu können
(vgl. OLG München v. 02.09.2009, Az.: 6 W 2070/09). Vielmehr muss durch geeignete technisch-organisatorische
Maßnahmen sichergestellt werden, dass tatsächlich nur gewerbliche Letztverbraucher auf entsprechende Angebote
zugreifen und Verträge schließen können. Eine Maßnahme kann hier die Vorab-Prüfung der Umsatzsteueridentifikationsnummer sein.
21.06.2010, 13:06 #10
Melango.de Abzocke
Melango.de ist eine altbekannte Abzockfalle, über die auch schon das Fernsehen häufiger sehr negativ berichtet hat. Das Grundprinzip beruht darauf, daß die Leute mit Schnäppchen angelockt werden, die sich später, nach der vollzogenen Anmeldung als nicht lieferbar herausstellen. Die Bewertung bei WOT kann kaum schlechter ausfallen: WOT-Bewertung von Melango.de ( http://www.mywot.com/de/scorecard/melango.de )
Eine Google-Suche mit der Kombination aus Melango.de und der Bezeichnung einer strafbaren Handlung liefert viele Treffer. Im Gegensatz zu anderen Opfern bist Du in der komfotablen Lage, daß Du Dein Geld in der Tasche hast. In den meisten beschriebenen Fällen war die Ware nicht lieferbar und Melango.de hat das Geld einfach von der Vorkassezahlung abgezogen.
Wenn man sich als bei einem Großhändler anmeldet, wird ein Gewerbenachweis verlangt, wie hast Du den Gewerbenachweis umgangen?