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Timestamp: 2016-12-03 21:50:47
Document Index: 131759146

Matched Legal Cases: ['§ 228', '§834', '§823', '§303', '§228', '§280', '§823']

Zivilrecht: Adler greift Gaul an - Aktuelle juristische Diskussionen und Themen - JuraForum.de
Zivilrecht: Adler greift Gaul an
Dieses Thema "Zivilrecht: Adler greift Gaul an - Aktuelle juristische Diskussionen und Themen" im Forum "Aktuelle juristische Diskussionen und Themen" wurde erstellt von Katharina1990, 31. Mai 2012.
Guten Abend. Ich habe einen Fall aus dem Zivilrecht und hoffe ihr könnt mir weiterhelfen:
Ein Adler entflieht einem Angestellten aufgrund seiner Unachtsamkeit aus einem Tierpark. Er greift daraufhin ein Gaul an. Dabei stürzt der Reiter vom Gaul. Der Reiter nimmt einen Stock und schlägt so lange auf den Adler ein bis dieser endlich ablässt. Der Adler trägt keine ERNSTHAFTEN Verletzungen davon. Allerding sollte der Adler bei einer Show auftreten, und ist für diese nicht mehr geeignet, da er zahlreiche Fendern verloren hat.
Bestehen folgende Ansprüche?
1. Der Tierparkbesitzer möchte Schadensersatz für den entgangenen Gewinn, den er bei der Aufführung mit seinem Alder gemacht hätte?
2. Weiterhin verlangt er für die tierärztliche Behandlung Ersatz?
AW: Zivilrecht: Adler greift Gaul an
Zitat von Katharina1990:
...Der Reiter nimmt einen Stock und schlägt so lange auf den Adler ein bis dieser endlich ablässt. Der Adler trägt keine ERNSTHAFTEN Verletzungen davon. Allerding sollte der Adler bei einer Show auftreten, und ist für diese nicht mehr geeignet, da er zahlreiche Fendern verloren hat.
2. Weiterhin verlangt er für die tierärztliche Behandlung Ersatz?Klicken Sie in dieses Feld, um es in vollständiger Größe anzuzeigen.
Der Tierparkbesitzer dürfte keine Ansprüche erfolgreich geltend machen können. Um Ansprüche geltend machen zu können, hätte der Reiter den Adler beschädigen müssen. Diese hat er zwar gemacht.
Doch: § 228 BGB - Notstand bestimmt: Wer eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, um eine durch sie drohende Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden, handelt nicht widerrechtlich, wenn die Beschädigung oder die Zerstörung zur Abwendung der Gefahr erforderlich ist und der Schaden nicht außer Verhältnis zu der Gefahr steht. Hat der Handelnde die Gefahr verschuldet, so ist er zum Schadensersatz verpflichtet.
Im Gegenteil: Nach §§834, 833 oder 831 BGB haften Tieraufseher/Tiereigentümer für die dem Reiter und Ross entstandenen Schäden. Für §823 I BGB; 823 II BGB i.V.m. §303 StGB fehlt wie klausschlesinge schrieb die Rechtswidrigkeit. Nebenbei bemerkt hätte der Reiter den Adler sogar erschlagen dürfen. Der Eigentümer des Adlers sollte froh sein, wenn nur ein paar Federn fehlen...
Möglicherweise kann er aber den unachtsamen Gehilfen haftbar machen, aber bei der derzeitigen Arbeitsrechtspolitik vermute ich, dass da irgendwo die Haftung ausgeschlossen ist (ich muss aber gestehen, dass ich von Arbeitsrecht (noch) keine Ahnung habe).
Die Fragen finde ich jetzt ein wenig komisch, da sie sich nur auf den Adler beziehen und dann nur auf den Schaden der Höhe nach.
Zu Recht wurde gesagt, man prüfe hier 823 I, 823 II iVm 303 StGB. Das ist ja auch klar, vertragl.-, quasivertragl.- usw. Ansprüche liegen hier ja offensichtl. nicht vor.
Man würde aber, wie klausschlesinge schrieb, bereits bei der Rechtswidrigkeit herausfliegen. Ergo käme man gar nicht zur Prüfung eines Schadens und einer haftungsausfüllenden Kausalität, mithin könnte man auch irgendeine Problematik um nen entgangenen Gewinn nicht erörtern. Das ist sehr komisch, weil die Aufgabenstellung darauf hindeutet, dass die Handlung des Reiters gerade nicht durch den 228 gerechtfertigt wäre.
Warum nicht Brati?
Er schlägt nur solang, bis der Vogel ablässt.
KEnnst du den üblichen Prüfungsaufbau bei einem deliktischen Anspruch nach 823 BGB? Brati
kann es sein, dass sie schadenersatzansprüche gegen den tierpfleger gerichtet weden sollen? der hat ja den fiesen vogel fahrlässig entfliehen lassen.
Lieben Dank für die Antworten. Der Anpruch richtet sich tatsächlich gegen den Reiter. Jetzt habe ich 2 Ansätze ( entweder 228 greift oder eben nicht). Werde diese mal prüfen.
kann es sein, dass sie schadenersatzansprüche gegen den tierpfleger gerichtet weden sollen? der hat ja den fiesen vogel fahrlässig entfliehen lassen.Klicken Sie in dieses Feld, um es in vollständiger Größe anzuzeigen.
Das wäre äußerst leichtsinnig, wenn man nur sowas in Betracht zieht, da einem dann die Beweiserleichterungen aus eben 833 und notfalls auch 831 entgehen. Hier geht es aber gegen den Reiter, was- wie oben ausgeführt- unverständlich ist. Es handelt sich ja um einen Lebenssachverhalt mit zwei verschiedenen Schadensersatzpositionen. Demnach kann entweder 228 nur konsequent gegeben sein oder auch nicht. Ist 228 gegeben bricht man die Prüfung eben in der Rechtswidrigkeit ab und kann sagen, dass es dahin stehen kann, ob ein entgangener Gewinn erstattungsfähiger Schaden ist, da der Anspruch ja schon an der Widerrechtlichkeit scheitert. Vielmehr deutet eine solche Aufgabenstellung eben darauf hin, dass 228 hier aus irgend einem Grund nicht vorliegt.
Leute, also wirklich- einen Großteil der Klausuren kann man durch reines taktisches Denken lösen Brati
Sollte die Formulierung der Aufgabe aber so sein wie oben beschrieben, greift §228 offensichtlich.
Gegen den Tierpfleger hätte der Tierparkbesitzer u.U ja auch Schadensersatzansprüche aus §280 I mit Arbeitsvertrag, §823 I kann man anprüfen, zusätzlich noch gegen den Reiter anprüfen und verneinen und man bekommt im schönen Gutachtenstil schon einiges zusammen Roon
Ich habe den Fall etwas verkürzt und eventuell kleinere aber doch wichtige Sachen weggelassen.
Der Fall besagt, dass der Vogel auf den Reiter kreischend zukommt, dieser vom Gaul fällt. Außerdem hat der Reiter Hasen dabei, die er im Auftrag von seinem Freund dem M überbringen soll ( KV zwischen dem Freund und dem M besteht). Die Hasen entwischen ihm. Nun greift der Adler den Gaul immer wieder an, der Gaul bekommt KLEINE SCHRAMMEN AM OHR. Weil er jedoch nicht abblässt, Schlägt R immerwieder zu, bis der Adler ablässt. Der Adler trägt KEINE ernsthaften Schäden davon, und ES BEDARF AUCH KEINER TIERÄRZTLICHEN BEHANDLUNG(laut Sachverhalt).
Trotz d er kleinen Details tendiere ich auch dazu, dass be der richtigen Auslegung der 228 greift.
Wer hat denn den Fall gestellt? Hinsichtlich der Hasen könnte man an ein Mitverschulden denken (Adler -> Raubvogle -> Hase -> Beute). Das prüft man aber auch erst nach der Widerrechtlichkeit und auch nicht bei Ansprüchen des Tierparks...
Wieder etwas, was dafür spricht, dass hier bei der Aufgabenstellung was verdreht wurde.
Also es wurde nichts verwechselt....der Tierparkbesitzer will Schadensersatz vom Reiter für die entgangene Gage, da der Vogel an der Show nicht mehr teilnehmen kann, da er "enstellt" ist.
Eine andere Frage des Falles lautet auch ( hatte ich zuvor nicht angesprochen, aber vll wird einiges klarer), dass eine ärztliche Behandlung des Gauls 80 Euro kostet, und dass der eigentliche Eigentümer (der Freund des Reiters) nun widerum von G Ersatz verlangt.
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