Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFH/NV%201989,%20197
Timestamp: 2019-09-20 13:07:23
Document Index: 206012621

Matched Legal Cases: ['§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 1', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 18', '§ 164', '§ 165', '§ 14', '§ 19', '§ 14', '§ 14', '§ 1']

BFH, 16.03.1988 - X R 7/80 - dejure.org
https://dejure.org/1988,4584
BFH, 16.03.1988 - X R 7/80 (https://dejure.org/1988,4584)
BFH, Entscheidung vom 16.03.1988 - X R 7/80 (https://dejure.org/1988,4584)
BFH, Entscheidung vom 16. März 1988 - X R 7/80 (https://dejure.org/1988,4584)
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Voraussetzungen der Besteuerung für Kleinunternehmer - Einordnung einer Optionserklärung als einseitige empfangsbedürftige Willenserklärung
BFH/NV 1989, 197
aa) Nach der früheren Rechtsprechung verwies § 14 Abs. 3 UStG a.F. zur Konkretisierung des Merkmals "Rechnung" auf den allgemeinen Rechnungsbegriff des § 14 Abs. 4 UStG a.F., nicht dagegen auf § 14 Abs. 1 UStG (vgl. BFH-Urteile vom 16. März 1988 X R 7/80, BFH/NV 1989, 197; in BFHE 153, 65, BStBl II 1988, 688; in BFHE 153, 77, BStBl II 1988, 694; in BFHE 173, 466, BStBl II 1994, 342;… in BFH/NV 1996, 190; in BFHE 194, 552, BStBl II 2004, 370, m.w.N.).
Ebenso wie die Option zur Regelbesteuerung ist deren Widerruf eine einseitige empfangsbedürftige Willenserklärung gegenüber dem FA; sie wirkt rechtsgestaltend auf das Umsatzsteuerrechtsverhältnis und ist deshalb bedingungsfeindlich (vgl. BFH-Urteile vom 13. Dezember 1984 V R 32/74, BFHE 142, 327, BStBl II 1985, 173, und vom 16. März 1988 X R 7/80, BFH/NV 1989, 197).
Der entsprechenden Erklärung des Klägers mit dem Hilfsantrag kommt - abgesehen davon, daß es sich dabei um neues tatsächliches Vorbringen handelt - jedoch keine Bedeutung zu, weil sie weder dem FA gegenüber noch unbedingt abgegeben worden ist (vgl. Urteil in BFH/NV 1989, 197).
BFH, 16.03.1993 - XI R 103/90
Ein unberechtigter Steuerausweis i. S. des § 14 Abs. 3 UStG liegt nur dann vor, …
Eine in den Regelungsbereich des § 14 Abs. 3 UStG fallende Gefährdung liegt z. B. auch dann vor, wenn dem Empfänger ein blanko unterschriebenes Papier ausgehändigt und dieser in die Lage versetzt wird, es für umsatzsteuerliche Zwecke zu verwenden (BFH-Urteil in BFHE 155, 193, BStBl II 1988, 1019) oder wenn in eine nicht eigenhändig gefertigte Abrechnung Einsicht genommen und anschließend wieder dem Leistungsempfänger zur beliebigen Verwendung überlassen wird (BFH-Urteil vom 16. März 1988 X R 7/80, Umsatzsteuer-Rundschau - UR - 1989, 382).
§ 14 Abs. 3 UStG 1973 umschreibt den Begriff der "Rechnung" nicht eigenständig; maßgeblich ist vielmehr der allgemeine Rechnungsbegriff, wie er aufgrund von § 14 Abs. 4 UStG 1973 in § 1 der Ersten Verordnung zur Durchführung des Umsatzsteuergesetzes (1. UStDV) vom 26. Juli 1967 (BGBl I 1967, 801, BStBl I 1967, 292) definiert ist: Als Rechnung wird jede Urkunde anerkannt, mit der ein Unternehmer oder in seinem Auftrag ein Dritter über eine Lieferung oder sonstige Leistung abrechnet, gleichgültig, wie diese Urkunde im Geschäftsverkehr bezeichnet wird (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 16. März 1988 X R 7/80, BFH/NV 1989, 197, m. w. N.).
aa) Nach der früheren und nunmehr wieder aktuellen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs verweist § 14 Abs. 3 UStG 1998/1999 zur Konkretisierung des Merkmals "Rechnung" auf den allgemeinen Rechnungsbegriff des § 14 Abs. 4 UStG 1998/1999, nicht dagegen auf § 14 Abs. 1 UStG 1998/1999 (vgl. Bundesfinanzhof - BFH - Urteile vom 16. März 1988 X R 7/80, Sammlung amtlich nicht veröffentlichter Entscheidungen des BFH - BFH/NV - 1989, 197; in Sammlung amtlich veröffentlichter Entscheidungen des BFH - BFHE - 153, 65, Bundessteuerblatt Teil II - BStBl II - 1988, 688; in BFHE 153, 77, BStBl II 1988, 694; in BFHE 173, 466, BStBl II 1994, 342;… in BFH/NV 1996, 190; in BFHE 194, 552, BStBl II 2004, 370, m.w.N.).
Entgegen der Auffassung des Klägervertreters reicht es daher, wenn die Rechnung dem Rechnungsempfänger den Vorsteuerabzug eröffnen kann (BFH-Urteile vom 16. März 1988 X R 7/80, BFH/NV 1989, 197).
Da die Vorschrift hierbei ausdrücklich auf § 18 Abs. 3 und 4 UStG verweist, wo die Steueranmeldung und die von ihr abweichende Steuerfestsetzung geregelt sind, ist mit der "Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung" die formelle Unanfechtbarkeit der ersten Steuerfestsetzung oder der als solche wirkenden Steueranmeldung gemeint und nicht die Frist bis zur materiellen Unanfechtbarkeit nach Wegfall eines Nachprüfungsvorbehalts - § 164 AO - oder bis zur Entscheidung über eine Änderung des Verwaltungsakts nach sonstigen Vorschriften - §§ 165, 172 ff AO - (BFH-Urteile vom 16. März 1988 X R 7/80, Steuerrechtsprechung in Karteiform --StRK-- UStG 1967 § 14 R. 41;… vom 24. Februar 1988 X R 58/82, BFH/NV 1988, 601; vom 19. Dezember 1985 V R 167/82, BFHE 145, 457, BStBl II 1986, 420; ständ. Rspr.; Bunjes/Geist, UStG , 6. A., § 19 Rd. 12; entgegen Reinisch, Der Betrieb -DB- 1977, 1389).
Vor diesem Hintergrund führte der BFH aus, dass wegen der fehlenden eigenständigen Definition des Rechnungsbegriffs in § 14 Abs. 3 UStG 1973 der allgemeine Rechnungsbegriff maßgeblich sei, wie er aufgrund von § 14 Abs. 4 UStG 1973 in § 1 der Ersten Verordnung zur Durchführung des Umsatzsteuergesetzes (1.UStDV) vom 26. Juli 1967 (BGBl I 1967, 801, BStBl I 1967, 292) definiert sei, wonach als Rechnung jede Urkunde anerkannt werde, mit der ein Unternehmer oder in seinem Auftrag ein Dritter über eine Lieferung oder sonstige Leistung abrechne, gleichgültig, wie diese Urkunde im Geschäftsverkehr bezeichnet werde (vgl. BFH, Urteil vom 16. März 1988 X R 7/80, BFH/NV 1989, 197 m.w.N.).