Source: https://www.unternehmenssteuern.de/e-bikes-fuer-ihre-mitarbeiter-das-muessen-sie-jetzt-wissen/
Timestamp: 2019-05-22 06:55:07
Document Index: 184725636

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 3', '§ 3', '§ 3']

E-Bikes für Ihre Mitarbeiter: Das müssen Sie jetzt wissen - unternehmenssteuern.de
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erstellt am 11.12.18 von Markus Kahr
Ich bin ein begeisterter Fahrradfahrer und erledige nahezu alle Fahrten innerhalb meiner Heimatstadt mit dem Rad. Zu einem E-Bike konnte ich mich jedoch noch nicht durchringen. Vielleicht ist dies bei Ihnen und Ihren Mitarbeitern anders, nachdem Sie die Verfügung des Bayerischen Landesamts für Steuern kennen. Denn die Beamten haben sich mit der lohnsteuerlichen Behandlung der Fahrräder befasst (vgl. Bayerisches Landesamt für Steuern vom 20.11.2017, Az._S 2334.2.1-122/4_St32, veröffentlicht am 12.2.2018).
Nr. Überlassenes Verkehrsmittel Bewertung des Arbeitslohns Gesetzliche Grundlage
1. Fahrrad Mtl. 1% der unverbindlichen Preisempfehlung im Zeitpunkt der Inbetriebnahme einschl. USt (damit sind sämtliche Fahrten abgegolten) § 8 Abs. 2 Satz
2. Fahrrad, wenn die Nutzungsüberlassung
von Fahrrädern zur Angebots-palette Ihres Unternehmens an fremde Dritte gehört (z.B. Fahrradverleihfrmen) 96% des Endpreises, zu denen der Arbeitgeber seine Fahrräder an fremde Dritte überlässt, abzgl. 1.080€ Rabatt- Freibetrag. Bei finaler Überlassung (Schenkung/Kauf) – nicht bei Überlassung auf Zeit. § 8 Abs. 3 EStG
3. Elektrofahrrad, das verkehrsrechtlich als Fahrrad einzuordnen ist (u.a. keine Kennzeichen- und Versicherungspflicht) Wie bei Nr. 1 und 2
4. Elektrofahrrad, das verkehrs-rechtlich als Kfz einzuordnen ist (z.B. >25km/h) Wie bei Kfz (d.h. Pauschalwert- oder Fahrtenbuchmethode; im Gegensatz zu Zeile 1 müssen Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sowie bei doppelter Haushalts-führung zusätzlich angesetzt werden) § 8 Abs. 2 Sätze
2–5 EStG
Geldwerter Vorteil durch Fahrradnutzung
Die Überlassung geleaster (Elektro-) Fahrräder durch Sie als Arbeitgeber an Ihre Mitarbeiter auch zur privaten Nutzung stellt Arbeitslohn dar. Auch wenn ein Dritter Ihrem Mitarbeiter ein Fahrrad zur privaten Nutzung überlässt, ist von Ihnen ein geldwerter Vorteil (als Arbeitslohn von dritter Seite) hierfür zu ermitteln. Voraussetzung ist, dass die Überlassung im Zusammenhang mit dem Dienstverhältnis steht. Dies ist in den derzeit bekannten Fahrrad-Leasingverhältnissen der Fall, da Sie als Arbeitgeber aktiv an der Verschaffung durch die Leasingvereinbarungen (Rahmenvereinbarungen zwischen Leasinggesellschaft/Vermittler/ Dienstleister und Arbeitgeber) mitwirken. Dies gilt auch bei der Überlassung mehrerer (Elektro-) Fahrräder an Ihre Arbeitnehmer (z.B. für deren Familienangehörige).
Überlassung von E-Bikes resultiert aus Arbeitsvertrag
Die folgenden Grundsätze gelten in den Fällen, in denen die (Elektro-) Fahrradüberlassung aufgrund des Arbeitsvertrags oder einer anderen arbeitsrechtlichen Rechtsgrundlage erfolgt. Dies ist der Fall:
wenn die Überlassung arbeitsvertraglicher Vergütungsbestandteil ist (d. h. wenn die Vereinbarung von vornherein beim Abschluss eines Arbeitsvertrags getroffen wird oder wenn eine Beförderung mit der Überlassung verbunden ist) sowie bei steuerlich anzuerkennenden Gehaltsumwandlungen. Voraussetzung hierfür ist, dass Ihr Mitarbeiter unter Änderung des Arbeitsvertrags im Vorhinein auf einen Teil seines Barlohns verzichtet und Sie als Arbeitgeber stattdessen Sachlohn in Form eines Nutzungsrechts an einem betrieblichen (Elektro-) Fahrrad gewähren.
In Leasingfällen setzt das Vorliegen eines betrieblichen Fahrrads zudem voraus, dass Sie als Arbeitgeber und nicht Ihr Mitarbeiter gegenüber der Leasinggesellschaft zivilrechtlich Leasingnehmer ist. Der geldwerte Vorteil wird, wie bei der Überlassung von (Elektro-) Fahrrädern, die sich in Ihrem Eigentum beenden, wie oben dargestellt, ermittelt.
Aufladen eines Elektro-Bikes Ihres Mitarbeiters in Ihrem Unternehmen
Unabhängig davon, ob ein Elektro-Bike Ihres Mitarbeiters verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug einzuordnen ist oder nicht, entsteht für das Aufladen des Elektro-Bikes in Ihrem Unternehmen kein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil.
Kostenloser Strom für E-Bike und E-Fahrzeug
Stellen Sie Ihren Mitarbeitern für das Laden von privaten Elektro- oder Hybridelektrofahrzeugen Ladestationen und Strom kostenfrei zur Verfügung, so ist seit dies dem 1.1.2017 steuer- und sozialversicherungsfrei möglich (vgl. § 3 Nr. 46 EStG).
Elektro-Bikes sind auch begünstigt
Die Steuerfreiheit gilt auch für die Fälle, in denen Sie Elektro-Bikes Ihrer Mitarbeiter, die verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug anzusehen sind, kostenfrei mit Betriebsstrom laden.
Sie ermöglichen Ihrem Mitarbeiter, in Ihrem Unternehmen sein privates Elektrofahrzeug kostenlos aufzuladen. Der sich hieraus für ihn ergebende geldwerte Vorteil ist steuer- und sozialversicherungsfrei (§ 3 Nr. 46 EStG). Ermöglichen Sie Ihrem Mitarbeiter auf Ihre Kosten das Aufladen des Fahrzeugs an außerbetrieblichen Ladestationen (z. B. Stromtankstellen), gilt die Steuerbefreiungsvorschrift nicht mehr. In diesem Fall können Sie allerdings die 44-€-Freigrenze für Sachbezüge in Anspruch nehmen. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie sie noch nicht anderweitig in Anspruch genommen haben.
Überlassen Sie Ladestationen
Stellen Sie Ihren Mitarbeitern betriebliche Ladevorrichtungen zur privaten Nutzung zur Verfügung (also bei Ihrem Mitarbeiter zuhause), fällt auch dies auch unter die Steuerfreiheit. Ladevorrichtung in diesem Sinne ist die gesamte Ladeinfrastruktur einschließlich Zubehör und die in diesem Zusammenhang erbrachten Dienstleistungen (beispielsweise die Installation oder Inbetriebnahme der Ladevorrichtung). Zur Nutzung gehören beispielsweise die Wartung und die Miete für den Stromzähler.
Für die private und betriebliche Nutzung eines Elektrofahrzeugs oder Hybridelektrofahrzeugs reicht es nämlich nicht aus, wenn es nur in Ihrem Unternehmen aufgeladen werden kann. Aufgrund der noch begrenzten Batteriekapazität und der damit verbundenen geringen Reichweite muss Ihr Mitarbeiter das Elektrofahrzeug oder Hybridelektrofahrzeug regelmäßig zusätzlich aufladen. Dies setzt insbesondere für Elektrofahrzeuge oder Hybridelektrofahrzeuge mit einer größeren Batteriekapazität eine entsprechende Ladevorrichtung voraus. Stellen Sie sie Ihrem Arbeitnehmer unentgeltlich oder verbilligt zur privaten Nutzung zur Verfügung, ist der hierbei entstehende geldwerte Vorteil ebenfalls steuerfrei. Voraussetzung der Steuerfreiheit ist allerdings, dass das ganze Equipment im Eigentum des Unternehmens verbleibt.
Sie überlassen Ihrem Mitarbeiter eine betriebliche Ladestation (Kosten 2.000 €), um sein privates Elektrofahrzeug an seinem Wohnort aufladen zu können. Der sich hieraus für den Arbeitnehmer ergebende geldwerte Vorteil ist steuer- und sozialversicherungsfrei (§ 3 Nr. 46 EStG).