Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Koblenz&Datum=06.01.2011&Aktenzeichen=2%20U%20772/10
Timestamp: 2019-07-20 21:04:13
Document Index: 93032825

Matched Legal Cases: ['§ 538', '§ 304', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 304', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

OLG Koblenz, 06.01.2011 - 2 U 772/10 - dejure.org
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OLG Koblenz, 06.01.2011 - 2 U 772/10 (https://dejure.org/2011,7066)
OLG Koblenz, Entscheidung vom 06.01.2011 - 2 U 772/10 (https://dejure.org/2011,7066)
OLG Koblenz, Entscheidung vom 06. Januar 2011 - 2 U 772/10 (https://dejure.org/2011,7066)
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ZPO § 538 Abs. 2 Nr. 7; ZPO § 304
Zulässigkeit eines Grundurteils bei gleichzeitiger Entscheidung über den Feststellungsantrag; Gefahr einander widersprechender Entscheidungen im Falle des Ergehens eines Teil-(Grund)urteils
Kein Grundurteil bei Feststellungsanträgen! (IBR 2011, 1314)
LG Mainz, 14.06.2010 - 4 O 361/09
LG Mainz, 30.07.2010 - 4 O 361/09
NJW-RR 2011, 1002
MDR 2011, 944
Der Auslegung, dass das Grundurteil sich nur auf den Leistungsantrag und nicht den Festsstellungsantrag bezieht, es sich der Sache nach um ein Teil-(Grundurteil) handelt, steht entgegen, dass ein solches Teilurteil die Gefahr einander widersprechender Entscheidungen birgt und deshalb unzulässig wäre (in Anknüpfung an Oberlandesgericht Koblenz, Urteil vom 6. Januar 2011, 2 U 772/10, NJW-RR 2011, 315; BGH, Urteil vom 19. Februar 1991, X ZR 90/89, NJW 1991, 1896 = WM 1991, 1356; BGH, Urteil vom 26. April 1989, IVb ZR 48/88, BGHZ 107, 236, 242 = MDR 1989, 895 f. = NJW 1989, 2821; BGH, Urteil vom 16. August 2007, IX ZR 63/06, BGHZ 173, 335 = WM 2007, 1755 f. = ZInsO 2007, 934).
Der Auslegung, dass das Grundurteil sich nur auf den Leistungsantrag und nicht den Festsstellungsantrag bezieht, es sich der Sache nach um ein Teil-(Grundurteil) handelt, steht entgegen, dass ein solches Teilurteil die Gefahr einander widersprechender Entscheidungen birgt und deshalb unzulässig wäre (Oberlandesgericht Koblenz, Urteil vom 06.01.2011 - 2 U 772/10 - NJW-RR 2011, 315; Urteil vom 19.02.1991 - X ZR 90/89 - NJW 1991, 1896 = WM 1991, 1356; BGH, Urteil vom 26.04.1989 - IVb ZR 48/88 - BGHZ 107, 236, 242 = MDR 1989, 895 f. = NJW 1989, 2821; Urteil vom 16.08.2007 - IX ZR 63/06 - BGHZ 173, 335 = WM 2007, 1755 f. = ZInsO 2007, 934).
Das ist aber nicht der Fall, wenn sich aus dem Gesamtinhalt des Urteils hinreichend deutlich ergibt, dass dem Feststellungsbegehren umfassend entsprochen wurde (Abgrenzung zu OLG Koblenz NJW-RR 2011, 1002).
Die vorliegende Konstellation ist nicht vergleichbar zu derjenigen, die der von Beklagtenseite zitierten Entscheidung des Oberlandesgerichts Koblenz vom 6.1.2011 (NJW-RR 2011, 1002) zugrunde lag.
Vielmehr ist ein Teil-Grundurteil bezüglich der Leistungsklage und - ggfs. - ein stattgebendes Teil-Endurteil die Feststellungsklage betreffend zu verkünden (Zöller/Vollkommer, ZPO, 30. Auflage, § 304, Rn. 3 mit Hinweis auf OLG Koblenz MDR 2011, 944).
Eine Verbindung von Grund- und Teilurteil ist zwar grundsätzlich möglich (…vgl. BGH Urteil vom 28. Januar 2000 - V ZR 402/98, Rz. 8; jetzt und im Folgenden zitiert nach Juris), jedoch nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs unzulässig, wenn - wie hier - die Gefahr einander widersprechender Entscheidungen besteht (BGHZ 107, 236, 242 mwN;… Urteile vom 28. Januar 2000 - V ZR 402/98, Rz. 9f. …und vom 22. Juli 2009 - XII ZR 77/06, Rz. 9-11; OLG Koblenz, Urteil vom 6. Januar 2011 - 2 U 772/10, Rz. 28f.).
Insoweit besteht die Gefahr, dass das Gericht, möglicherweise auch das Rechtsmittelgericht, bei der späteren Entscheidung über den Feststellungsantrag zu einer anderen Erkenntnis gelangt (BGH NJW 2003, 2380 ff.; NJW 2001, 155; OLG Koblenz MDR 2011, 944).