Source: https://bkkwf.mbo-emagazin.de/ausgabe_62015/steuerrecht/steuerliche_anerkennung_von_gehaltsumwandlungen/verguetungsbestandteile_der_fallgruppe_2/
Timestamp: 2020-02-23 04:56:46
Document Index: 36840004

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 3', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 40', '§ 40']

Beispiel zweite Fallgruppe
Beispiel 1 zweite Fallgruppe
Sachverhalt: Der Arbeitnehmer Lukas Meier hat nach seinem Arbeitsvertrag Anspruch auf einen Bruttoarbeitslohn von monatlich 3.500 EUR. Er vereinbart mit seinem Arbeitgeber im Dezember 2015 mit Wirkung ab Januar 2016, den Bruttoarbeitslohn auf 3.400 EUR herabzusetzen und einen steuerfreien Kindergartenzuschuss in Höhe von 100 EUR monatlich zu erhalten.
Beurteilung: Der ab Januar 2016 gezahlte Kindergartenzuschuss in Höhe von 100 EUR ist nicht lohnsteuerfrei, da er nicht zusätzlich zum ohnehin geschuldeten, sondern durch Umwandlung von geschuldetem Bruttoarbeitslohn erbracht wird. Der steuerpflichtige Bruttoarbeitslohn beträgt daher auch ab Januar 2016 unverändert 3.500 EUR monatlich.
Vergütungsbestandteile der 2. Fallgruppe
Zu den Vergütungsbestandteilen, die nicht zwingend zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden müssen, zählen z.B.
steuerfreier Verpflegungsmehraufwand (§ 3 Nummer 16 EStG),
Überlassung betrieblicher Datenverarbeitungs- und Telekommunikationsgeräte sowie deren Zubehör (§ 3 Nummer 45 EStG),
Firmenwagenbereitstellung (§ 8 Absatz 2 Sätze 2 bis 5 EStG),
Warengutscheine im Rahmen der sogenannten 44-EUR-Freigrenze (§ 8 Absatz 2 Sätze 2 bis 5 EStG),
Sachzuwendungen, die unter den Rabattfreibetrag fallen (§ 8 Absatz 2 Sätze 2 bis 5 EStG), Barzuschüsse in Form von Restaurantschecks für unentgeltliche oder verbilligte Mahlzeiten (R 8.1 Absatz 7 Nummer 4 LStR),
pauschalbesteuerte unentgeltlich oder verbilligt abgegebene arbeitstägliche Mahlzeiten (§ 40 Absatz 2 Nummer 1 EStG),
pauschalbesteuerte Erholungsbeihilfen (§ 40 Absatz 2 Nummer 1 EStG).
Durch eine steuerlich zulässige Gehaltsumwandlung in die vorgenannten Vergütungsbestandteile entstehen entweder lohnsteuerfreie oder pauschal zu besteuernde Lohnbestandteile. Dabei scheidet eine anzuerkennende Gehaltsumwandlung auch dann nicht aus, wenn der bisherige ungekürzte Arbeitslohn weiterhin Bemessungsgrundlage für künftige Entgelterhöhungen oder andere Arbeitgeberleistungen (z.B. Weihnachtsgeld) ist. Auch kann die Gehaltsminderung beziehungsweise eine zulässige Gehaltsumwandlung zeitlich begrenzt oder vereinbart werden, sodass der Arbeitnehmer oder Arbeitgeber diese einseitig ändern kann. Entscheidend ist lediglich, dass gemäß der vorgelegten Verträge im Vorhinein auf künftig fälligen Arbeitslohn verzichtet wird.
Vergütungsbestandteile der Fallgruppe 1Arbeitgeberpflichten bei Eis und Schnee