Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/einkommensteuer/einkommensteuer-betrieb/keine-sonderabschreibung-nach-foerdg-bei-nicht-vollzogenem-anschaffungsgeschaeft-37535
Timestamp: 2020-01-20 11:21:55
Document Index: 250040849

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 4', '§ 4', '§ 1', '§ 4']

Kei­ne Son­der­ab­schrei­bung nach FördG bei nicht voll­zo­ge­nem Anschaf­fungs­ge­schäft | Rechtslupe
Keine Sonderabschreibung nach FördG bei nicht vollzogenem Anschaffungsgeschäft
Bei der Vor­aus­zah­lung des gesam­ten Kauf­prei­ses fehlt es am erfor­der­li­chen Voll­zug des Anschaf­fungs­ge­schäfts (Kauf­ver­trag über den Erwerb eines Grund­stücks mit Alt-Gebäu­de und noch zu erbrin­gen­den Bau­leis­tun­gen), wenn die Ver­äu­ße­rer den auf ihr Kon­to über­wie­se­nen Geld­be­trag wegen des­sen treu­hän­de­ri­scher Bin­dung zu kei­nem Zeit­punkt zur frei­en Ver­fü­gung erhal­ten haben.
Gemäß § 1 Abs. 1 Satz 1 FördG kön­nen Steu­er­pflich­ti­ge für begüns­tig­te Inves­ti­tio­nen i.S. der §§ 2, 3 FördG, die im För­der­ge­biet durch­ge­führt wer­den, Son­der­ab­schrei­bun­gen nach § 4 FördG vor­neh­men. § 4 FördG ist kein selb­stän­di­ger Begüns­ti­gungs­tat­be­stand; er regelt ledig­lich die Bemes­sungs­grund­la­ge für die Son­der­ab­schrei­bun­gen, setzt also die Erfül­lung der Tat­be­stän­de der §§ 1 bis 3 FördG und damit zugleich u.a. vor­aus, dass das betref­fen­de Wirt­schafts­gut ange­schafft (oder her­ge­stellt) wird 1.
Die Son­der­ab­schrei­bun­gen kön­nen bereits für Anzah­lun­gen auf Anschaf­fungs­kos­ten in Anspruch genom­men wer­den (§ 4 Abs. 1 Satz 5 FördG) 2. Anzah­lun­gen auf Anschaf­fungs­kos­ten sind Vor­leis­tun­gen bis zur Höhe des geschul­de­ten Kauf­prei­ses auf ein noch zu voll­zie­hen­des Anschaf­fungs­ge­schäft 3; inso­fern hat die Son­der­ab­schrei­bung auf Anzah­lun­gen nur vor­läu­fi­gen Cha­rak­ter. Des Wei­te­ren muss der Steu­er­pflich­ti­ge das Wirt­schafts­gut zu irgend­ei­nem Zeit­punkt inner­halb des För­der­zeit­raums zur Ein­künf­te­er­zie­lung ein­set­zen 4.
Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 20. Janu­ar 2009 – IX R 9/​07
BFH, Urtei­le vom 28. Juni 2002 IX R 51/​01, BFHE 199, 388, BSt­Bl II 2002, 758, unter II.1.b; vom 29. Juni 2004 IX R 7/​01, BFH/​NV 2004, 1408, m.w.N.[↩]
vgl. BTDrucks 12/​219, S. 40[↩]
stän­di­ge Recht­spre­chung, vgl. BFH, Urtei­le vom 24. August 2004 IX R 28/​02, BFH/​NV 2005, 49, und in BFHE 199, 388, BSt­Bl II 2002, 758, m.w.N.[↩]
BFH-Urteil vom 14. Sep­tem­ber 1999 IX R 35/​97, BFHE 189, 433, BSt­Bl II 2000, 478, unter 1.b, und in BFH/​NV 2004, 1408, unter II.2.b, m.w.N.[↩]