Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=24.01.1990&Aktenzeichen=2%20RU%2042%2F89
Timestamp: 2019-03-22 07:01:16
Document Index: 392772019

Matched Legal Cases: ['§ 620', '§ 47', '§ 47', '§ 47', '§ 47', '§ 47', '§ 47', '§ 47', '§ 47', '§ 47', '§ 47', '§ 47', '§ 47', '§ 47']

BSG, 24.01.1990 - 2 RU 42/89 - dejure.org
RVO § 620; SGB I § 47
SG Lüneburg, 09.05.1989 - S 2 U 74/89
MDR 1990, 748
Nach der Rechtsprechung des BSG verpflichtet die kostenfreie Überweisung der Geldleistung gemäß § 47 Abs. 1 SGB den Versicherungsträger nicht, die durch die Überweisung der Geldleistung beim Berechtigten entstehende und die durch die Abhebung der Leistung anfallende Buchungsgebühr zu übernehmen (BSG 24.01.1990, 2 RU 42/89, SozR 3-1200 § 47 Nr. 1).
Hingegen hat der Leistungsempfänger eine etwaige Kontoführungsgebühr (zu § 47 SGB I: BSG…, Urteil vom 12. September 1984 - 10 RKg 15/83 - SozR 1200 § 47 Nr. 1 S. 4 = JURIS-Dokument Rdnr. 15) oder durch die Abhebung der Leistung anfallende Buchungsgebühr (zu § 47 SGB I: BSG, Urteil vom 24. Januar 1990 - 2 RU 42/89- SozR 3-1200 § 47 Nr. 1 = Breithaupt 1990, 562 = JURIS-Dokument, jeweils Leitsatz) selbst zu tragen.
Entgegen der Auffassung der Klägerin ist zunächst vorab darauf hinzuweisen, daß sie aus der Vorschrift des § 47 SGB I nichts für die Beantwortung der Frage herleiten kann, wer Zahlungsempfänger einer Sozialleistung ist, sondern nur, daß diesem die Geldleistung kostenfrei zukommen muß (vgl. dazu u.a. Hauck/Haines, SGB I, § 47 RdNr. 3, zum Umfang der Kostenfreiheit s BSG vom 24. Januar 1990 SozR 3-1200 § 47 Nr. 1).
Diese würde im Regelfall zusätzliche Kosten insbesondere durch An- und Abreise des Leistungsempfängers verursachen (vgl. in diesem Zusammenhang zu § 47 SGB I bereits BSG, Urteil vom 24. Januar 1990, Az. 2 RU 42/89, Rn. 17 - zitiert nach juris).
Dafür sprechen der Rechtszustand vor Inkrafttreten des § 47 SGB I, dessen Entstehungsgeschichte sowie deren Sinn und Zweck (vgl im Einzelnen BSG, Urteil vom 24. Januar 1990 - 2 RU 42/89 = SozR 3-1200 § 47 Nr. 1), ohne dass verfassungs- oder europarechtliche Bedenken gegen diese Auslegung sprächen.