Source: http://www.jurablogs.com/2015/02/24/misstrauen-unter-den-miterben-und-die-bestellung-eines-nachlasspflegers
Timestamp: 2017-03-30 03:05:52
Document Index: 42868199

Matched Legal Cases: ['§ 2354', '§ 1960', '§ 2038', '§ 2038', '§ 1960', '§ 352']

BlogsRechtslupeFebruar 2015Mißtrauen unter den Miterben – und die Bestellung eines NachlasspflegersMüssen noch einzelne Dokumente und Nachweise beschafft werden, um die für die Erteilung eines Erbscheins erforderlichen förmlichen Voraussetzungen nach den §§ 2354 Abs. 1 Nr. 2, 2356 Abs. 1 Satz 1 BGB zu erfüllen, ist der Erbe nicht ohne weiteres unbekannt i.S.d. § 1960 Abs. 1 S. 2 Alt. 1 BGB, sofern nicht im Einzelfall das Fehlen derartiger Unterlagen konkret ernsthafte Zweifel an seiner Berufung zum gesetzlichen Erben hervorruft.Die Voraussetzungen für die Bestellung eines Nachlasspflegers liegen nicht bereits dann vor, wenn sich eine Erbengemeinschaft noch nicht konstituiert hat und sich die Erben untereinander misstrauen. Geht es um eine Mehrheit von Erben, ist für jedes Erbteil und jeden möglichen Erben gesondert zu prüfen, ob die Voraussetzungen einer Nachlasspflegschaft vorliegen. Sind nur einzelne Erben unbekannt, kann nur eine Teilpflegschaft angeordnet werden, wobei zusätzlich auch das Fürsorgebedürfnis gegeben sein muss.Zum Fürsorgebedürfnis ist bei einer Teilpflegschaft zu bedenken, dass der Nachlasspfleger im Rahmen der Erbengemeinschaft zwar die Rechte der unbekannten Miterben wahrnehmen könnte, aber in dieser Funktion keine weitergehenden Befugnisse besitzt, als sie der Miterbe haben würde, den er vertritt. Das Fürsorgebedürfnis kann fehlen, wenn es um notwendige Maßregeln für die Erhaltung des Nachlasses geht, die jeder Miterbe ohne Mitwirkung der anderen nach § 2038 Abs. 1 Satz 2, 2. Alt. BGB vornehmen kann oder wenn für weitergehende Maßnahmen der ordnungsgemäßen Verwaltung jedenfalls nach den §§ 2038 Abs. 2, 745 BGB eine Mehrheitsentscheidung der Erbengemeinschaft ausreichend und möglich ist.Nach § 1960 Abs. 1 Satz 1 BGB hat das Nachlassgericht bis zur Annahme der Erbschaft für die Sicherung des Nachlasses zu sorgen, soweit ein Bedürfnis besteht. Das Gleiche gilt nach Satz 2 dieser Vorschrift, wenn der Erbe unbekannt oder wenn ungewiss ist, ob er die Erbschaft angenommen hat ...Zum vollständigen Artikel390 LeserErbrecht-Blog:Erbschein ohne Quoten10 verwandte ArtikelRechtsgeschäfte innerhalb der Erbengemeinschaft – und der GutglaubensschutzVergütung des Nachlasspflegers – für Stundenauflistung und Nachfertigung der TätigkeitslisteErbscheine ohne Erbquoten seit dem 17.08.2015 möglich (§ 352a Abs. 2 S. 2 FamFG)Die Vergütung eines anwaltlichen NachlasspflegersDarlehenskündigung gegenüber einem Miterben – mittels eines MehrheitsbeschlussesVerjährung und Ablaufhemmung im ErbfallOLG Hamm: Nachlasspflegschaft auf Antrag des VermietersDie Miterbengemeinschaft – und der Gesellschaftsanteil an einer GmbHKein Erbe! Keine Kündigung? Was der Vermieter und Mieter im Falle eines überschuldeten Nachlasses tun könnenAnordnung einer Testamentsvollstreckung auf verschlossenem Briefumschlag bei Unwirksamkeit der sich im Umschlag befindlichen weiteren
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