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Timestamp: 2019-09-18 05:35:52
Document Index: 199055147

Matched Legal Cases: ['§ 615', '§ 615', 'BGH', '§ 130', '§ 151', '§ 615']

﻿ ﻿ BAG – 5 AZR 628/11 | bag-urteil.com
Zweistufige tarifliche Ausschlussfrist – Annahmeverzugsvergütung – vermögenswirksame Leistungen
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19.09.2012, 5 AZR 628/11
Auf die Revision des Klägers wird das Urteil des Landesarbeitsgerichts Hamm vom 11. März 2011 – 18 Sa 1794/10 – aufgehoben.
5 AZR 628/11 > Rn 1
5 AZR 628/11 > Rn 2
5 AZR 628/11 > Rn 3
5 AZR 628/11 > Rn 4
5 AZR 628/11 > Rn 5
5 AZR 628/11 > Rn 6
5 AZR 628/11 > Rn 7
5 AZR 628/11 > Rn 8
5 AZR 628/11 > Rn 9
5 AZR 628/11 > Rn 10
5 AZR 628/11 > Rn 11
5 AZR 628/11 > Rn 12
5 AZR 628/11 > Rn 13
5 AZR 628/11 > Rn 14
5 AZR 628/11 > Rn 15
5 AZR 628/11 > Rn 16
5 AZR 628/11 > Rn 17
5 AZR 628/11 > Rn 18
5 AZR 628/11 > Rn 19
5 AZR 628/11 > Rn 20
5 AZR 628/11 > Rn 21
5 AZR 628/11 > Rn 22
5 AZR 628/11 > Rn 23
5 AZR 628/11 > Rn 24
5 AZR 628/11 > Rn 25
5 AZR 628/11 > Rn 26
III. Die Voraussetzungen des Annahmeverzugs iSd. §§ 615, 293 ff. BGB liegen vor. Nach einer unwirksamen Arbeitgeberkündigung bedarf es zur Begründung des Annahmeverzugs keines Angebots des Arbeitnehmers (st. Rspr., zuletzt BAG 22. Februar 2012 – 5 AZR 249/11 – Rn. 14 mwN, EzA BGB 2002 § 615 Nr. 36).
5 AZR 628/11 > Rn 27
5 AZR 628/11 > Rn 28
5 AZR 628/11 > Rn 29
2. Soweit der Kläger Schichtzuschläge geltend macht, wird er die einzelnen Zeiträume schriftsätzlich zu konkretisieren haben. Ihrer Darlegungslast genügen weder Arbeitnehmer noch Arbeitgeber durch die bloße Bezugnahme auf die den Schriftsätzen als Anlagen beigefügten Stundenaufstellungen oder sonstigen Aufzeichnungen. Anlagen können lediglich zur Erläuterung des schriftsätzlichen Vortrags dienen, diesen aber nicht ersetzen (BAG 16. Mai 2012 – 5 AZR 347/11 – NZA 2012, 939; BGH 2. Juli 2007 – II ZR 111/05 – Rn. 25 mwN, NJW 2008, 69; vgl. auch BVerfG 30. Juni 1994 – 1 BvR 2112/93 – zu III 2 a der Gründe, NJW 1994, 2683). Die Darlegung der einzelnen Zeiträume, für die Zuschläge verlangt werden, hat vielmehr entsprechend § 130 Nr. 3 und Nr. 4 ZPO schriftsätzlich zu erfolgen. Beigefügte Anlagen können den schriftsätzlichen Vortrag erläutern oder belegen, verpflichten das Gericht aber nicht, sich die unstreitigen oder streitigen Arbeitszeiten aus den Anlagen selbst zusammenzusuchen. Dies gilt im Streitfall gerade auch deshalb, weil die Schlüssigkeit der geltend gemachten Ansprüche davon abhängt, an welchen Wochentagen und zu welchen konkreten Uhrzeiten die Arbeit geleistet wurde.
5 AZR 628/11 > Rn 30
5 AZR 628/11 > Rn 31
5 AZR 628/11 > Rn 32
5 AZR 628/11 > Rn 33
6. Des Weiteren ist aufzuklären, ob die Beklagte die vermögenswirksamen Leistungen bereits auf das Bausparkonto des Klägers abgeführt hat. Hat die Beklagte ohne Zuzahlung eines von ihr selbst geschuldeten Zuschusses lediglich aus der abgerechneten Nettovergütung des Klägers die Beiträge auf das Bausparkonto abgeführt, kann der Kläger noch Zahlung des Arbeitgeberzuschusses an sich selbst verlangen. In diesem Fall hätte die Beklagte eine entsprechende tarifliche Verpflichtung nicht erfüllt, während der Kläger von seiner eigenen Zahlungsverpflichtung aus dem Bausparvertrag frei geworden wäre. Der Zuschuss des Arbeitgebers wird nur als Bruttobetrag geschuldet. Vermögenswirksame Leistungen sind Geldleistungen, die der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer anlegt. Sie sind insgesamt, dh. auch soweit sie auf einem vom Arbeitgeber zusätzlich zum Lohn gezahlten Zuschuss beruhen, arbeitsrechtlich Bestandteil der Vergütung, sie gehören im Sinne der Sozialversicherung zum Arbeitsentgelt und steuerrechtlich zu den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit (vgl. BFH 22. September 2011 – III R 57/09 – Rn. 10, BFH/NV 2012, 562; vgl. auch BAG 15. August 1984 – 5 AZR 47/83 – zu II 2 b der Gründe, BAGE 46, 174). Sollte aber die Beklagte für die streitgegenständlichen Monate keine Zahlungen an die Bausparkasse erbracht haben, kann der Kläger keine Zahlung an sich, sondern nur auf das vermögenswirksame Konto verlangen (vgl. BAG 24. September 2003 – 5 AZR 282/02 – zu II 4 d der Gründe, AP BGB § 151 Nr. 3 = EzA BGB 2002 § 615 Nr. 3).
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