Source: http://iyotta.de/rechnungen/ordnungsgemaesse-rechnung
Timestamp: 2018-05-24 07:36:09
Document Index: 252977586

Matched Legal Cases: ['§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 33', '§ 14', '§ 19']

Aktuelle Seite: Home Unternehmensführung Recht Rechnungen Ordnungsgemässe Rechnung
1. Gesetzliche Anforderungen an eine Rechnung
2. Unterschiedliche Arten einer Rechnung
3. Lieferungen und Leistungen innerhalb der EU
4. Pflicht zur Ausstellung einer Rechnung
5. Berichtigung einer Rechnung
6. Aufbewahrung der Rechnung
7. Erleichterungen bei einer Kleinbetragsrechnung
8. Gutschriften als Rechnung
9. Besonderheiten für die Rechnung der Kleinunternehmer
10. Muster und Vorlagen zu Rechnungen
Die gesetzlichen Anforderungen an eine ordnungsgemäße Rechnung wurden erstmals zum 1.1.2004 verschärft und sind seit 1.7.2004 für alle Unternehmer verbindlich. Da der Vorsteuerabzug aus einer Rechnung davon abhängig ist, ob alle Pflichtangaben enthalten sind, achten Unternehmen inzwischen sehr genau auf die Vollständigkeit und die formalen Elemente einer Rechnung. Unklarheiten und Streitigkeiten lassen sich daher von Anfang an vermeiden, wenn eine Rechnung alle gem. § 14 Abs. 4 UStG geforderten Angaben enthält.
1. Gesetzliche Anforderungen an Rechnungen
Nach § 14 Abs. 4 UStG muss eine ordnungsgemäße Rechnung seit dem 1.1.2004 folgende Pflichtangaben enthalten, um den gesetzlichen Anforderungen zu genügen:
Bei Lieferungen und Leistungen im Zusammenhang mit einem Grundstück der Hinweis auf die zweijährige Aufbewahrungspflicht (ab 1.8.2004);
Zeitpunkt der Lieferung oder Leistung; seit dem 19.12.2006 ist die Angabe in jedem Falle zwingend, auch wenn eine Übereinstimmung mit dem Rechnungsdatum besteht;
Enthält eine Rechnung nicht alle vorgeschriebenen Angaben, entspricht sie nicht den gesetzlichen Anforderungen und gilt daher als nicht ordnungsgemäß. Da der Rechnungsempfänger jedoch einen Anspruch auf eine ordnungsgemäße Rechnung hat, die zum Vorsteuerabzug berechtigt, ist er zur Zurückbehaltung des Rechnungsbetrages berechtigt.
Um einen Missbrauch mit der persönlichen Steuernummer auszuschließen, ist die Angabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (= Ust-IDNr.) auf der Rechnung ratsam. Diese kann man formlos beim Bundesamt für Finanzen beantragen. Der Antrag muss Name, Adresse, zuständiges Finanzamt und die Steuernummer enthalten.
Im Geschäftsverkehr gibt es unterschiedliche Arten einer Rechnung, die alle ihre eigenen Besonderheiten haben. Da gibt es die einfache Rechnung über eine ausgeführte Warenlieferung oder Dienstleistung, die man auch als Standardrechnung bezeichnen kann. Bei umfangreichen Aufträgen sind Rechnungen über Anzahlungen (Muster Anzahlungsrechnung) sehr empfehlenswert. Etwas schwieriger ist beispielsweise die Schlußrechnung eines Handwerkers mit Abrechnung über bereits erhaltene Anzahlungen (Muster Schlußrechnung mit Abrechnung erhaltener Anzahlungen). Zu unterscheiden ist auch zwischen einer Rechnung über Warenlieferungen oder ausgeführte Dienstleistungen im Inland, innerhalb der EU und dem übrigen Ausland (Muster Exportrechnung). In einzelnen Branchen ist es auch durchaus üblich, dass der Leistungsempfänger per Gutschrift abrechnet. Nicht zuletzt ist auf die gesetzlichen Erleichterungen bei der Kleinbetragsrechnung (Muster Kleinbetragsrechnung) und die Besonderheiten für die Rechnung der Kleinunternehmer hinzuweisen.
Wer sich nicht im einzelnen mit allen Besonderheiten der einzelnen Rechnungsarten befassen will, ist mit einem professionellen Vorlagenpaket sehr gut versorgt, da hier für jede Rechnung die richtige Rechnungsvorlage in einem einzigen ZIP-Archiv vorhanden ist. Die Muster sind unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen steuerlichen Vorschriften erstellt und werden laufend aktualisiert. Mit diesen Muster-Rechnungen ist man immer auf der sicheren Seite. Zum Bearbeiten der Word-Dokumente mit integrierter Excel-Tabelle benötigt man nur MS Word und Excel, beziehungsweise MS Office. Die Berechnungen erfolgen nach dem Ausfüllen der Rechnungsposten automatisch.
Bei Lieferungen oder Leistungen innerhalb der EU muss in der Rechnung die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer sowohl des leistenden Unternehmers als auch die des Leistungsempfängers angegeben werden (§ 14a Abs. 3 UStG).
Ist der Leistungsempfänger ein Unternehmer oder eine juristische Person, so ist der leistende Unternehmer seit dem 1.1.2004 stets zur Ausstellung einer Rechnung verpflichtet. Bisher musste er nur auf Verlangen eine Rechnung ausstellen (§ 14 Abs. 2 UStG).
Unternehmer der Baubranche, die Leistungen im Zusammenhang mit einem Gebäude und Grundstück erbringen, sind seit dem 1.8.2004 verpflichtet, auch privaten Auftraggebern innerhalb von sechs Monaten nach Ausführung der Leistung eine Rechnung auszustellen (§ 14 Abs. 2 Nr. 1 UStG). Diese Rechnung muss zusätzlich einen Hinweis auf die zweijährige Aufbewahrungspflicht des Leistungsempfängers beinhalten (§ 14 Abs. 4 Nr. 9 UStG).
Unternehmer müssen eine Kopie der ausgestellten Rechnung bis zu 10 Jahre lang aufbewahren.
Neu ist, dass dies seit 2004 auch für alle erhaltenen Rechnungen gilt. Die Aufbewahrungsfrist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahres, in dem die Rechnung ausgestellt worden ist (§ 14b Abs. 1 UStG).
7. Kleinbetragsrechnung
Bei einer Kleinbetragsrechnung bis 150 Euro (bis 2006: bis 100 Euro) genügen folgende Rechnungsangaben (§ 33 UStDV):
Ausstellungsdatum der Kleinbetragsrechnung;
Menge und handelsübliche Bezeichnung der Lieferung oder Art und Umfang der Leistung;
Entgelt und Steuerbetrag für die Lieferung oder Leistung in einer Summe;
Die Umsatzsteuer muss auf der Kleinbetragsrechnung (Muster einer Kleinbetragsrechnung) nicht als Betrag gesondert ausgewiesen werden. Es reichen der Gesamtbetrag und die Angabe des konkreten Umsatzsteuersatzes. Die Angabe "gesetzliche Umsatzsteuer enthalten" genügt jedoch auch in einer Kleinbetragsrechnung nicht. Die Angabe der Steuernummer und einer fortlaufenden Rechnungsnummer ist in der Kleinbetragsrechnung nicht erforderlich.
8. Gutschrift als Rechnung
Rechnet der Leistungsempfänger über die erhaltene Leistung durch Erteilung einer Gutschrift gegenüber dem Leistungserbringer ab, gelten seit dem 1.1.2004 für die Ausstellung der Gutschrift folgende Neuregelungen (§ 14 Abs. 2 Satz 3 UStG):
Der Aussteller der Gutschrift muss die Steuernummer oder die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des leistenden Unternehmers angeben und diese daher zuvor beim Gutschriftsempfänger erfragen. Die fortlaufende Rechnungsnummer vergibt dagegen der Gutschriftsaussteller.
9. Besonderheiten beim Kleinunternehmer
Auf der Rechnung eines Kleinunternehmers wird regelmäßig keine gesonderte Umsatzsteuer ausgewiesen. Die Kleinunternehmerregelung gem. § 19 UStG gilt, wenn der Umsatz
im Vorjahr nicht höher war als 17.500,-- EUR und
im laufenden Jahr nicht höher sein wird als 50.000,-- EUR.
Kleinunternehmer haben zwar ein Wahlrecht, zum Ausweis der Umsatzsteuer zu optieren und dann auch die Vorteile des Vorsteuerabzugs zu nutzen. Der Verzicht auf die Umsatzsteuerbefreiung ist allerdings für fünf Kalenderjahre bindend. Da in der Rechnung eines Kleinunternehmers keine gesonderte Umsatzsteuer ausgewiesen wird, dürfen Kleinunternehmer auch keine Vorsteuer aus Eingangsrechnungen abziehen. Weist ein Kleinunternehmer dennoch die Umsatzsteuer gesondert aus, muss er diese auch an das Finanzamt abführen, während der Rechnungsempfänger die Vorsteuer dennoch nicht abziehen darf. Im übrigen gelten auch für Kleinunternehmer die oben genannten Anforderungen an eine ordnungsgemäße Rechnung.
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