Source: https://www.datev.de/web/de/aktuelles/nachrichten-steuern-und-recht/steuern/ertragsteuerliche-behandlung-von-heil-und-heilhilfsberufen/?stat_Mparam=int_rss_datev-de_nachrichten-steuern
Timestamp: 2019-12-09 14:03:21
Document Index: 163591249

Matched Legal Cases: ['§ 18', '§ 15', '§ 124', '§ 140', '§ 124', '§ 140', '§ 124', '§ 140']

BMF, Schreiben (koordinierter Ländererlass) IV C 6 - S-2246 / 19 / 10001 vom 20.11.2019
Zur Einordnung der Einkünfte aus der Tätigkeit im Rahmen eines Heil-oder Heilhilfsberufs als Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit (§ 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG) oder als Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 15 EStG) gilt im Einvernehmen mit den obersten Finanzbehörden der Länder Folgendes:
1. Vergleichbarkeit mit einem Katalogberuf
aa) Berufsrechtliche Regelung
bb) Staatliche Erlaubnis der Berufsausübung
cc) Staatliche Überwachung
2. Vergleichbare Berufsgruppen
Nach den unter 1. genannten Grundsätzen üben demnach folgende Berufsgruppen eine freiberufliche Tätigkeit aus:
3. Zulassung des Steuerpflichtigen oder der Berufsgruppe nach § 124 Abs. 1 SGB V oder §§ 140a ff. SGB V
Ergänzend zu den unter 1. dargestellten Grundsätzen stellt die Zulassung des jeweiligen Steuerpflichtigen oder die regelmäßige Zulassung seiner Berufsgruppe nach § 124 Abs. 1 SGB V durch die zuständigen Stellen der gesetzlichen Krankenkassen ein ausreichendes Indiz für das Vorliegen einer dem Katalogberuf des Krankengymnasten ähnlichen Tätigkeit dar. Gleiches gilt für die Zulassung zur Teilnahme an Verträgen zur Integrierten Versorgung mit Anthroposophischer Medizin nach §§ 140a ff. SGB V.
Fehlt es an einer solchen Zulassung, kann durch ein Gutachten nachgewiesen werden, ob die Ausbildung, die Erlaubnis und die Tätigkeit des Steuerpflichtigen mit den Erfordernissen des § 124 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 bis 3 SGB V oder § 140a ff. SGB V vergleichbar sind. (vgl. BFH-Urteile vom 28. August 2003, BStBl II 2004 S. 954 und vom 20. November 2018, BStBl II 2019 S. xxx).
Dieses Schreiben tritt an die Stelle des Schreibens vom 22. Oktober 2004 - IV B 2 - S-2246 - 3/4 - (BStBl I S. 1030) und ist auf alle offenen Fälle anzuwenden. Das Schreiben wird im Bundessteuerblatt Teil I veröffentlicht.