Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=28.02.2013&Aktenzeichen=4%20StR%20357/12
Timestamp: 2019-05-23 18:01:31
Document Index: 393440672

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 244', '§ 261', '§ 267', '§ 20', '§ 212', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 28.02.2013 - 4 StR 357/12 - dejure.org
https://dejure.org/2013,4236
BGH, 28.02.2013 - 4 StR 357/12 (https://dejure.org/2013,4236)
BGH, Entscheidung vom 28.02.2013 - 4 StR 357/12 (https://dejure.org/2013,4236)
BGH, Entscheidung vom 28. Februar 2013 - 4 StR 357/12 (https://dejure.org/2013,4236)
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Totschlag (Tötungsvorsatz: Gesamtwürdigung, offen zu Tage liegende Gefährlichkeit der Handlung als Indiz, Abgrenzung von zwingendem Beweisgrund, Hemmschwelle); verminderte Schuldfähigkeit wegen tiefgreifender Bewusstseinsstörung (affektive Erregung bei Tötungsdelikten; Gesamtwürdigung); Ablehnung von Beweisanträgen (Unterstellung einer Tatsache als wahr)
§ 244 Abs 3 S 2 StPO, § 261 StPO, § 267 StPO, § 20 StGB, § 212 StGB
Strafverfahren wegen Körperverletzung mit Todesfolge: Ablehnung von Beweisanträgen wegen Wahrunterstellung und Beurteilung einer Beweisbehauptung als unerheblich in den Urteilsgründen; bedingter Tötungsvorsatz bei äußerst gefährlichen Gewalthandlungen und Handeln im Affekt
Objektive Gefährlichkeit des Handelns kann Rückschluss auf bedingten Tötungsvorsatz rechtfertigen
NStZ 2013, 538
Hierzu bedarf es einer Gesamtschau aller objektiven und subjektiven Tatumstände des Einzelfalls, in die die objektive Gefährlichkeit der Gewalthandlung, aber auch die konkrete Angriffsweise des Täters, seine psychische Verfassung bei der Tatbegehung und seine Motive mit einzubeziehen sind (std. Rspr; vgl. nur BGH…, Urteil vom 28. Mai 2013 - 3 StR 78/13, Rn. 5 juris;… Urteil vom 4. April 2013 - 3 StR 37/13, Rn. 3 juris; Urteil vom 28. Februar 2013 - 4 StR 357/12, Rn. 15 juris; Urteil vom 22. März 2012 - 4 StR 558/11, BGHSt 57, 183, 186 ff., jeweils mwN).
Die Kammer hat dabei nicht übersehen, dass es auch in den Fällen, in denen ein Schluss von der objektiven Gefährlichkeit der Handlungen des Täters auf einen (etwaig auch nur bedingten) Tötungsvorsatz grundsätzlich möglich ist, einer Gesamtschau aller objektiven und subjektiven Tatumstände des Einzelfalls bedarf, in welche vor allem die objektive Gefährlichkeit der Tathandlung, die konkrete Angriffsweise des Täters, seine psychische Verfassung bei der Tatbegehung und seine Motivationslage einzubeziehen sind (BGH, NStZ 2013, 538-540, Rn. 14 m. w. N.).