Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20178,%20315
Timestamp: 2019-02-17 13:04:38
Document Index: 110393308

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 354', '§ 354', '§ 354', '§ 354', '§ 354', 'BGH', '§ 354', 'BGH', 'BGH', '§ 354', '§ 354', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 354', '§ 354', '§ 354', '§ 354', '§ 354', '§ 354', 'BGH', '§ 354', 'BGH', 'BGH', '§ 354', 'BGH', '§ 362', 'BGH']

BGH, 13.11.2008 - VII ZR 188/07 - dejure.org
HGB § 354 a a. F.
Abschluss eines Vergleichs durch einen Schuldner in Kenntnis der Abtretung mit dem Zedenten bei Wirksamkeit der Abtretung trotz Abtretungsverbot
Kein wirksamer Vergleich zwischen Schuldner und Zedent in Kenntnis der Abtretung, wenn eine trotz Abtretungsverbot erfolgte Abtretung nach § 354a Satz 1 HGB wirksam ist
HGB § 354a (a.F.)
Folgen eines rechtsgeschäftlichen Abtretungsverbots
Schuldnertaktik durchkreuzen - Abtretung trotz Abtretungsverbot weiter möglich
Kein wirksamer Vergleich zwischen Schuldner und Zedent in Kenntnis der Abtretung, wenn eine trotz Abtretungsverbot erfolgte Abtretung nach § 354a HGB wirksam ist
§ 354a HGB: Vergleich von Altgläubiger und Schuldner bindet nicht den Neugläubiger! (IBR 2009, 67)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH v. 13.11.2008 - VII ZR 188/07 (§ 354a HGB: Vergleich von Altgläubiger und Schuldner bindet nicht den Neugläubiger!)" von RiLG Dr. Tobias Rodemann, original erschienen in: IBR 2009, 67.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH v. 13.11.2008 -VII ZR 188/07 (Unterschwellenvergabe: Verfassungsbeschwerde gegen ein Urteil nur in Willkürfällen!)" von RA Dr. Tobias Hänsel, FA Bau/ArchR, original erschienen in: IBR 2009, 99.
Zusammenfassung von "Verkehrsfähigkeit contra Schuldnerschutz im kaufmännischen Geschäftsverkehr mit Geldforderungen" von RA Dr. Eberhard Wagner, original erschienen in: WM 2010, 202 - 208.
LG Erfurt, 29.01.2007 - 3 O 1420/06
BGHZ 178, 315
NJW 2009, 438
NZBau 2009, 169
VersR 2009, 639
WM 2009, 367
BB 2009, 242
BauR 2009, 241
NZG 2009, 229
ZfBR 2009, 237
Unbeschadet des Wortlauts des § 354a Abs. 1 Satz 3 HGB, der bestimmt, dass abweichende Vereinbarungen unwirksam sind, ist eine nach der Forderungsabtretung getroffene Vereinbarung des Forderungsschuldners mit dem neuen Gläubiger, Zahlungen nur an diesen zu leisten, mit Rücksicht auf den Sinn und Zweck des § 354a Abs. 1 Satz 2 HGB, der allein dem Schutz des Schuldners dient, gleichwohl wirksam (Anschluss an BGH, Urteil vom 13. November 2008, VII ZR 188/07, BGHZ 178, 315 Rn. 26).
Deshalb könne nicht angenommen werden, dass der Gesetzgeber diesem die Möglichkeit nehmen wollte, nach einer ihm bekannt gewordenen Abtretung durch eine Absprache mit dem neuen Gläubiger auf die eingeräumte Rechtsposition zu verzichten (BGH, Urteil vom 13. November 2008 - VII ZR 188/07, BGHZ 178, 315 Rn. 26;… MünchKommHGB/K. Schmidt, 3. Aufl., § 354a Rn. 30;… Ensthaler/B. Schmidt, GK-HGB, 8. Auflage, § 354a Rn. 16;… Oetker/Maultzsch, HGB, 5. Aufl., § 354a Rn. 23;… Wagner in Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn, aaO, § 354a Rn. 4;… Hopt in Baumbach/Hopt, HGB, 37. Aufl., § 354a Rn. 3;… Heymann/Horn, HGB, 2. Aufl., § 354a Rn. 12; Saar, ZIP 1999, 988, 993; Henseler, BB 1995, 5, 8 f.).
Durch das dem Schuldner eingeräumte Wahlrecht, ungeachtet der Wirksamkeit der Forderungsabtretung schuldbefreiend auch an den bisherigen Gläubiger leisten zu können, soll "das Interesse des Forderungsschuldners, sich nicht auf wechselnde Gläubiger einzustellen sowie Verrechnungen und Zahlungsvereinbarungen mit dem alten Gläubiger vornehmen zu können, [...] uneingeschränkt gewahrt" werden (BT-Drucks. 12/7912, S. 25;… BGH, Urteile vom 26. Januar 2005 - VIII ZR 275/03, aaO unter II 2 b bb; vom 13. November 2008 - VII ZR 188/07, aaO Rn. 21;… siehe auch Urteil vom 25. November 2010 - VII ZR 16/10, NJW 2011, 443 Rn. 18).
a) Das Berufungsgericht hat zutreffend entschieden, dass der Insolvenzverwalter die Ansprüche der Insolvenzschuldnerin auf Auszahlung des von der Beklagten als Gewährleistungssicherheit einbehaltenen Restwerklohns trotz der fehlenden Zustimmung der Beklagten wirksam an die Klägerin abgetreten hat, § 354 a HGB (vgl. BGH, Urteil vom 26. Januar 2005 - VIII ZR 275/03, NJW-RR 2005, 624; Urteil vom 13. November 2008 - VII ZR 188/07, BGHZ 178, 315, 317 f.).
Zwar bleibt der Zedent gemäß § 354a Satz 2 HGB trotz der Abtretung weiter empfangszuständig (BGH, Urteil vom 13. November 2008 - VII ZR 188/07, aaO, S. 318) und der Schuldner kann mit befreiender Wirkung an ihn zahlen.
Der Senat hat bereits entschieden (Urteil vom 13. November 2008 - VII ZR 188/07, aaO, S. 319), dass mit dem Begriff "leisten" Erfüllungshandlungen im Sinne der §§ 362, 364 BGB gemeint sind, denen die Aufrechnung gleichsteht.
Die Grundsätze der sog. Bond-Rechtsprechung sind daher im Rahmen der Anlageberatung auch in Bezug auf derivative Finanzprodukte wie insbesondere die hier im Streit stehenden Zertifikate ungeachtet der aufsichtsrechtlichen Neuregelungen durch das FRUG weiterhin gültig (Veil, WM 2007, 1821 ff.; Elixmann, BB 2009, 242).
weiterhin gültig (…vgl. OLG Düsseldorf vom 16.12.2010, aaO., Rdziff. 49 mit Hinweis auf Podewils/Reisich, NJW 2009, 116, 119 f.; Veil, WM 2007, 1821 ff; Elixmann, BB 2009, 242 ).
Anlass hierzu gibt ihm offenbar die Formulierung des Landgerichts in dem angefochtenen Urteil, die Beklagte habe nur noch eine "Empfangszuständigkeit" besessen (vgl. BGH NJW 2009, 438).