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Timestamp: 2018-11-14 22:45:33
Document Index: 58528033

Matched Legal Cases: ['§ 2271', '§ 2296', '§ 2333', '§ 2338', '§ 2210', '§ 2325']

Können wir Berliner Testament widerrufen? - frag-einen-anwalt.de
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| 24.03.2013 19:21 |
Zusammenfassung: Ein Berliner Testament ist zu Lebzeiten der Ehegatten einvernehmlich widerrufbar und kann auf neue familiäre Ereignisse angepasst werden.
Wir haben zwei erbberechtigte Töchter, von denen eine unter Hinterlassung von sieben Enkeln verstorben ist. Der Mann zeigt keine besondere Trauer, sondern hatte nach 6 Monaten einen Ersatz mit dem er und die 7 Enkel Urlaub gestalteten. Wir sind wegen dieses kurzzeitigen Sinneswandels entsetzt und bemerken bei den Enkeln eine entsprechende Haltung gegenüber der verstorbenen Mutter und den Großeltern. Der gesamte Start der Großfamilie erfolgte nicht ohne unerhebliche finanzielle Unterstützung durch die Großeltern. Die verstorbene Mutter bedankte sich mit dem Verzicht auf ihr Erbteil, weil sie sich gut versorgt meinte. Die Enkel scheuen sich nicht vor öffentlichen Verunglimpfungen ihrer Großeltern im Internet. "Idioten ..) Wir möchten daher, dass die Enkel außen vor bleiben beim zu erwartenden Erbfall - und die 2. Tochter das vorhandene Haus erben kann. Eine Schenkung überleben wir wegen des Alters nicht. (10 Jahre) Unser Steuerberater empfiehlt den vorzeitigen Verkauf. Und hier bitte ich um mögliche Gestaltungsvorschläge.
Testament BGB Enkel Erbteil Mutter
Soweit Sie beide noch testierfähig sind, gehen Sie zum Notar und widerrufen (§ 2271 Abs. 1 BGB) gemeinsam Ihr Testament (§ 2296 BGB).
Im Anschluss setzen Sie ein neues Testament zugunsten Ihrer anderen Tochter auf.
Sie können die Enkel alle enterben. Dadurch wird diesen der Zugriff auf die Immobilie verwehrt. Die Enkel haben jedoch einen Anspruch in Geld, die dem hälftigen Erbteil am Nachlass entspricht.
Die Voraussetzungen den Pflichtteil den Enkeln zu entziehen nach § 2333 BGB, dürfte aber nicht einschlägig sein.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten den Enkeln den Pflichtteil weiter zu reduzieren.
Diesbezügliche Ausführungen würden jedoch den Rahmen dieser Frage übersteigen und bedürfen intensiven Rücksprachen.
Sie sollten also nicht versuchen am alten Testament "herumzudoktern", sondern mit einem neuen Testament auf die neue familiäre Lage zu reagieren und klare Fakten zu setzen.
Nachfrage vom Fragesteller	26.03.2013 | 15:51
Hätte gerne etwas mehr über die "Möglichkeiten" der Reduzierung der Pflichtteilsansprüche der Enkel erfahren?
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.03.2013 | 22:56
diese Möglichkeiten sind natürlich sehr beratungsintensiv.
Dennoch möchte ich Ihnen folgende nicht abschließende Stichworte geben.
Pflichtteilsstrafklausel beim Ehegattentestament.
Pflichtteilsbeschränkung unter den Vorraussetzungen des § 2338 BGB.
Vorerbschaft und Nacherbschaft. Der Vorerbe (Enkel) kann nur die Erlöse z.B. aus der Immobilie ziehen und muss die Kosten tragen, er wird nicht Eigentümer am Nachlass.
Testamentsvollstreckung und Auseinandersetzungsverbot (beschränkt nach §§ 2210 und 2044 BGB) für Erben.
Verkauf an der Schenkungsgrenze unter Mitwirkung von Wohnrecht, Pflege...
Auch wenn Sie nicht erwarten, 10 weitere Jahre zu leben, ist die Abschmelzung des § 2325 BGB 10% pro Jahr nicht zu unterschätzen für den Schenkungsteil.
Letztlich ist es notwendig, Ihr mögliches Erbe wertmäßig abzuschätzen und die beste Strategie in der Verknüpfung mehrerer Möglichkeiten zu wählen.
Bewertung des Fragestellers 26.03.2013 | 18:28
"Ich bin leider nicht so firm am Komputer - hab einen Schlaganfall wegen des Verhalten der Enkel erlitten. Als juristischer Laie finde ich die Richtung der Antwort sehr hilfreich. Konnte zunächst nicht den Antwortbutton finden und benutzen."
FRAGESTELLER 26.03.2013 4,8/5,0
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