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Timestamp: 2020-02-26 11:29:53
Document Index: 106979425

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 25', '§ 7', '§ 238', '§ 7', '§ 8', '§ 24', '§ 8', '§ 15', '§ 5', '§ 4', '§ 9', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 3', '§ 10', '§ 8', '§ 4', '§ 8', '§ 4', '§ 23', '§ 31', '§ 36', '§ 31', '§ 36']

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Bilanzierung [ Stand: 20.03.2012 ]
Unsere Autoren Udo Cremer und Dirk J. Lamprecht erläutern die Berechnung der Steuer sowie die Verbuchung in den Kontenrahmen SKR03 und SKR04 anhand von Beispielen.
✔ Körperschaftsteuerrückstellung - Handelsrecht
✔ Körperschaftsteuerrückstellung - Steuerrecht
Rechtsgrundlage: § 8 KStG
Zeitpunkt der Einbuchung
Standard-Buchungssätze: Körperschaftsteueraufwand an Körperschaftsteuer-Rückstellung
Die richtigen Konten: SKR03 0963 SKR04 3040
Die Körperschaftsteuer ist grundsätzlich eine Jahressteuer. Insofern ist die Grundlage für ihre Festsetzung der auch für das Körperschaftsteuerrecht geltende § 25 EStG, demzufolge die Körperschaftsteuer nach Ablauf des Kalenderjahrs für das abgelaufene Kalenderjahr veranlagt wird (§ 7 Abs. 3 KStG).
Besteht die unbeschränkte Steuerpflicht nicht während eines ganzen Kalenderjahrs, so tritt an die Stelle des Kalenderjahrs der Zeitraum der jeweiligen Steuerpflicht.
1 Steuerberechnung
Der Steuerberechnung ist das zu versteuernde Einkommen zugrunde zu legen, das die Körperschaft in dem Veranlagungszeitraum bezogen hat. Bei Steuerpflichtigen, die verpflichtet sind, Bücher nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (§§ 238ff. HGB) zu führen, ist der Gewinn nach dem Wirtschaftsjahr zu ermitteln, für das sie regelmäßig Abschlüsse machen. Weicht bei diesen Steuerpflichtigen das Wirtschaftsjahr, für die sie regelmäßig Abschlüsse machen, vom Kalenderjahr ab, so gilt der Gewinn aus Gewerbebetrieb als in dem Kalenderjahr bezogen, in dem das Wirtschaftsjahr endet (§ 7 Abs. 4 KStG). Ein Wirtschaftsjahr umfasst grundsätzlich einen Zeitraum von zwölf Monaten; es darf jedoch im Rumpfwirtschaftsjahr auch kürzer als zwölf Monate sein.
Die Körperschaftsteuer bemisst sich nach dem zu versteuernden Einkommen, wobei sich das zu versteuernde Einkommen nach § 8 Abs. 1 KStG ergibt, vermindert um die Freibeträge der §§ 24 und 25 KStG, die nur bei bestimmten Körperschaften gewährt werden. Was als Einkommen gilt und wie das Einkommen zu ermitteln ist, bestimmt sich nach den Vorschriften des Einkommensteuer- und des Körperschaftsteuergesetzes (§ 8 Abs. 1 KStG).
Bei einer unbeschränkt steuerpflichtigen GmbH mit Sitz in der Bundesrepublik Deutschland sind alle Einkünfte als Einkünfte aus Gewerbebetrieb i.S.d. § 15 EStG zu behandeln und das zu versteuernde Einkommen ist nach den Grundsätzen der Körperschaftsteuer-Richtlinien (KStR) zu ermitteln.
Bei Kapitalgesellschaften beginnt die Ermittlung des Einkommens immer im Bereich des Handelsgesetzbuchs, wobei im Verhältnis zwischen Handelsgesetzbuch und Einkommensteuerrecht das sog. Maßgeblichkeitsprinzip i.S.d. § 5 Abs. 1 Satz 1 EStG zu beachten ist. Demzufolge ist bei Gewerbetreibenden, die aufgrund gesetzlicher Vorschriften verpflichtet sind, Bücher zu führen und regelmäßig Abschlüsse zu machen, für den Schluss des Wirtschaftsjahrs das Betriebsvermögen anzusetzen, das nach den handelsrechtlichen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung auszuweisen ist.
Den Zusammenhang zwischen HGB, EStG und KStG veranschaulicht folgendes Schaubild:
Neben den Änderungen bzw. Ergänzungen beim Übergang vom Handels- zum Steuerrecht innerhalb der Buchführung kommt es bei der Ermittlung des Einkommens vor allem auch zu zahlreichen außerbilanziellen Korrekturen. Weil die GmbH ausschließlich einen betrieblichen Bereich hat, stellen alle Ausgaben, die eine GmbH tätigt, Betriebsausgaben dar. Allerdings dürfen sich nicht alle Betriebsausgaben auch gewinnmindernd auswirken. Sowohl im Einkommensteuergesetz als auch im Körperschaftsteuergesetz gibt es dazu zahlreiche Beschränkungen, so z.B. § 4 Abs. 5 EStG, §§ 9, 10 KStG.
Die GmbH mit Sitz in Wuppertal legt folgende GuV vor:
vorläufige GuV 1. Januar 2011 bis 31. Dezember 2011
Diverse Aufwendungen 542.160 Euro Diverse Erträge 720.000 Euro
Abschreibungen 18.000 Euro Körperschaftsteuer-Erstattung 5.400 Euro
Beiratsvergütung 3.600 Euro
Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen 18.000 Euro
Säumniszuschlag Körperschaftsteuer 1.800 Euro
Solidaritätszuschlag-Vorauszahlungen 990 Euro
Hinterziehungszinsen Umsatzsteuer 1.080 Euro
Spende an eine politische Partei 18.000 Euro
Jahresüberschuss 121.770 Euro
725.400 Euro 725.400 Euro
Ausgangspunkt für die Berechnung des zu versteuernden Einkommens, das bei der GmbH der Besteuerung unterliegt, ist immer der korrekt ermittelte handelsrechtliche Jahresüberschuss:
./. KSt-Erstattung (im Umkehrschluss zu § 10 Nr. 2 KStG) 5.400 Euro
+ KSt-Vorauszahlungen (§ 10 Nr. 2 KStG) 18.000 Euro
+ Solidaritätszuschlag-Vorauszahlungen (§ 10 Nr. 2 KStG) 990 Euro
+ Säumniszuschlag zur KSt (§ 10 Nr. 2 KStG i.V.m. § 3 Abs. 4 AO) 1.800 Euro
+ Beiratsvergütung zu ½ (§ 10 Nr. 4 KStG) 1.800 Euro
+ Hinterziehungszinsen zur USt (§ 8 Abs. 1 KStG i.V.m. § 4 Abs. 5 Nr. 8a EStG) 1.080 Euro
+ Spende an eine politische Partei (§ 8 Abs. 1 KStG i.V.m. § 4 Abs. 6 EStG) 18.000 Euro
= zu versteuerndes Einkommen 158.040 Euro
Die Korrektheit der soeben durchgeführten Berechnung kann durch eine „Schattenrechnung“ geprüft werden, indem eine GuV aufgestellt wird, die alle nicht abzugsfähigen Betriebsausgaben und alle steuerfreien Vermögensmehrungen außer Acht lässt.
„Schattenrechnung“
Abschreibungen 18.000 Euro
Aufsichtsratsvergütung 1.800 Euro
Jahresüberschuss 158.040 Euro
720.000 Euro 720.000 Euro
Die zu zahlende Körperschaftsteuer wird wie folgt ermittelt:
zu versteuerndes Einkommen 158.040 Euro
× 15 Prozent Tarifbelastung gem. § 23 KStG 23.706 Euro
= festzusetzende Körperschaftsteuer 23.706 Euro
./. KSt-Vorauszahlungen gem. § 31 KStG i.V.m. § 36 Abs. 2 EStG 18.000 Euro
= noch zu zahlende Körperschaftsteuer 5.706 Euro
Für den Solidaritätszuschlag wird eine ähnliche Berechnung durchgeführt:
festzusetzende Körperschaftsteuer 23.706 Euro
× 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag 1.304 Euro
= festzusetzender Solidaritätszuschlag 1.304 Euro
./. Solidaritätszuschlag-Vorauszahlungen 990 Euro
= noch zu zahlender Solidaritätszuschlag 314 Euro
Es ist eine Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten für die Körperschaftsteuer und den Solidaritätszuschlag durch folgende Buchungen zu bilden:
Buchungssatz Körperschaftsteuer SKR03:
2200 Körperschaftsteueraufwand 5.706 Euro an 0963 Körperschaftsteuerrückstellung 5.706 Euro
Buchungssatz Körperschaftsteuer SKR04:
7600 Körperschaftsteueraufwand 5.706 Euro an 3040 Körperschaftsteuerrückstellung 5.706 Euro
Buchungssatz Solidaritätszuschlag SKR03:
2208 Solidaritätszuschlag 314 Euro an 0962 Rückstellung Solidaritätszuschlag 314 Euro
Buchungssatz Solidaritätszuschlag SKR04:
7608 Solidaritätszuschlag 314 Euro an 3041 Rückstellung Solidaritätszuschlag 314 Euro
Die GmbH hat 25.000 Euro Körperschaftsteuer-Vorauszahlung und 1.375 Euro Vorauszahlung für Solidaritätszuschlag geleistet.
Ermittlung der Körperschaftsteuererstattung:
./. KSt-Vorauszahlungen gem. § 31 KStG i.V.m. § 36 Abs. 2 EStG 25.000 Euro
= Körperschaftsteuererstattung 1.294 Euro
Ermittlung des Erstattungsbetrages an Solidaritätszuschlag:
./. Solidaritätszuschlag-Vorauszahlungen 1.375 Euro
= Erstattung Solidaritätszuschlag 71 Euro
Buchungssatz Körperschaftsteuererstattung SKR03:
1549 Körperschaftsteuerrückforderung 1.294 Euro an 2200	Körperschaftsteueraufwand 1.294 Euro
Buchungssatz Körperschaftsteuererstattung SKR04:
1450 Körperschaftsteuerrückforderung 1.294 Euro an 7600	Körperschaftsteueraufwand 1.294 Euro
Buchungssatz Erstattung Solidaritätszuschlag SKR03:
1500 Sonstige Vermögensgegenstände 71 Euro an 2208 Solidaritätszuschlag 71 Euro
Buchungssatz Erstattung Solidaritätszuschlag SKR04:
1300 Sonstige Vermögensgegenstände 71 Euro an 7608 Solidaritätszuschlag 71 Euro