Source: https://www.datenschutzbeauftragter-info.de/europa-vs-usa-sind-ip-adressen-personenbezogene-daten/
Timestamp: 2020-06-05 23:35:50
Document Index: 128217557

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

Mehr zum Thema: dynamische IP-Adresse, EU-DSGVO, IP-Adresse, Personenbezug, statische IP-Adresse, USA
Sobald im Haushalt ein Smartphone über das WIFI ins Internet geht, wissen gewöhnlich Google und Facebook recht schnell, wer hinter einer ggf. auch täglich gewechselten IP-Adresse steckt.
Eine Analyse des Netzverkehrs zeigt, dass die Dinger am laufenden Band nach Hause funken – auch wenn sie unbenutzt rumliegen. Gewöhnlich ist so ein Smartphone bei Google inkl. Kreditkarte registriert. Damit kann Google sehr zuverlässig wissen, wer hinter einer IP steckt. Werden die Daten sorgfältig analysiert, sind auch in Mehrpersonenhaushalten alle Internet-Nutzer bekannt – auch wenn nur einer ein registriertes Android-Phone hat. Da ist – wenn überhaupt – nicht viel anonym. Insofern volle Zustimmung zum Autor.
sq am 13. Mai 2020, 15:01 Uhr
Die Aussage, IP-Adressen seien personenbezogene Daten, kann ich der besagten EuGH-Entscheidung nicht entnehmen. Vielmehr hat der EuGH ausdrücklich festgestellt, dass es darauf ankomme, welche Möglichkeiten der Verarbeitende besitzt. Falls er, wie im dort konkret entschiedenen Fall ein Provider, die rechtliche oder tatsächliche Möglichkeit besitzt, die IP-Adresse einer Person zuzuordnen, dann – aber auch nur dann! – ist die IP-Adresse nach Ansicht des EuGH ein personenbezogenes Datum.
Die in der Entscheidung hierzu angestellten Erwägungen werden nach meinem Verständnis letztlich auch in Erwägungsgrund 26 zur DS-GVO aufgegriffen, der vergleichbare Kriterien zur Feststellung, ob Daten anonym sind, aufstellt.
Wieso sich immer mehr die These verfestigt, der EuGH hätte pauschal IP-Adressen zu personenbezogenen Daten erklärt, erschließt sich mir nicht.
Emanuel Schach am 13. Mai 2020, 15:04 Uhr
Es ist zutreffend, dass der EuGH im konkreten Fall IP-Adressen als personenbezogene Daten einordnet, wenn der Provider die rechtlich oder tatsächliche Möglichkeit hat, die IP-Adresse einer Person zuzuordnen. Die tatsächliche Möglichkeit dazu dürfte im Regelfall bestehen. Zudem kann theoretisch immer auch die rechtliche Möglichkeit bestehen, auch wenn dies eventuell nur auf die Zukunft gerichtet ist, dass ein Provider zum Beispiel im Rahmen eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens Namen und Adressen des vermeintlichen Täters herausgeben muss. Insofern kann man die Einordnung des EuGH sehr weit verstehen.
Dr. Datenschutz am 14. Mai 2020, 12:49 Uhr