Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=14.11.2001&Aktenzeichen=11%20A%2031.00
Timestamp: 2019-06-24 12:49:47
Document Index: 87011739

Matched Legal Cases: ['§ 18', '§ 74', '§ 41', '§ 1', '§ 41', '§ 41', '§ 41', '§ 41', '§ 41', '§ 41', '§ 41', '§ 18', '§ 18', '§ 41']

BVerwG, 14.11.2001 - 11 A 31.00 - dejure.org
https://dejure.org/2001,1365
BVerwG, 14.11.2001 - 11 A 31.00 (https://dejure.org/2001,1365)
BVerwG, Entscheidung vom 14.11.2001 - 11 A 31.00 (https://dejure.org/2001,1365)
BVerwG, Entscheidung vom 14. November 2001 - 11 A 31.00 (https://dejure.org/2001,1365)
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Eisenbahnrechtliche Plangenehmigung; Lärmschutz; Erschütterungsschutz; Schutzvorkehrung; erheblicher baulicher Eingriff; Trassenverschiebung; Bahndammverbreiterung; Abschirmwirkung; Schall 03; besonders überwachtes Gleis; Gleispflege; Lärmschutzmaßnahme; Entscheidungsvorbehalt; Konflikttransfer
Eisenbahn - Lärmschutz - Erschütterungsschutz - Schutzvorkehrung - Planungskonflikt
§ 18 AEG, § 74 VwVfG, § 41 BImSchG, § 1 BImSchV
Verfahrensunabhängiger Anspruch auf Lärmschutzvorkehrungen auf Grundlage von § 41 BImSchG i.V.m. 16. BImSchV, Tatbestandsmerkmal des "erheblichen baulichen Eingriffs"; abschirmende Wirkung eines Bauwerkes, Wegfall bei Abriss; Verfahren BÜG - kein Vorabzug, ausschließliche Anwendung als Lärmschutzmaßnahme.
Schutz vor Lärm und Erschütterung beim Eisenbahnbau
Konfliktbewältigung bei eisenbahnrechtlicher Plangenehmigung (IBR 2002, 726)
BVerwGE 115, 237
NVwZ 2002, 733
DVBl 2002, 560
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts steht dem Verordnungsgeber bei der Festlegung von Immissionsgrenzwerten, die eine abstrakt-generelle Abwägung widerstreitender Interessen erfordert, ein erheblicher Einschätzungs-, Wertungs- und Gestaltungsspielraum zu, der sich auch auf das Verfahren zur Ermittlung der Immissionsbelastung erstreckt (…Urteile vom 21. März 1996 - BVerwG 4 A 10.95 - Buchholz 406.25 § 41 BImSchG Nr. 13 S. 38, vom 3. März 1999 - BVerwG 11 A 9.97 - Buchholz 406.25 § 41 BImSchG Nr. 26 S. 25, vom 20. Dezember 2000 a.a.O. S. 89 und vom 14. November 2001 - BVerwG 11 A 31.00 - BVerwGE 115, 237 ).
Seither ist das Verfahren als eine besondere Vorkehrung anerkannt, mit der "eine weitergehende dauerhafte Lärmminderung" erzielt wird (stRspr; BVerwG, Urteil vom 14. November 2001 - 11 A 31.00 - BVerwGE 115, 237 …und Beschluss vom 22. August 2007 - 9 B 8.07 - Buchholz 406.25 § 41 BImSchG Nr. 47 Rn. 7 f.).
Ob eine lärmreduzierende Vorkehrung als Lärmschutzmaßnahme zu qualifizieren und deswegen der Rechtsfolgenseite des § 41 BImSchG zuzuordnen ist, bestimmt sich nach ihrer objektiven Funktion (vgl. Urteile vom 14. November 2001 - BVerwG 11 A 31.00 - BVerwGE 115, 237 und vom 3. März 2004 - BVerwG 9 A 15.03 - Buchholz 406.25 § 41 BImSchG Nr. 40 S. 115).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts steht dem Verordnungsgeber bei der Festlegung der Immissionsgrenzwerte, die die Zumutbarkeitsgrenze des § 41 Abs. 1 BImSchG konkretisieren, ein weiter Einschätzungs-, Wertungs-, und Gestaltungsspielraum zu, der sich auch auf das Verfahren zur Ermittlung der Immissionsbelastung erstreckt (Urteile vom 14. November 2001 - BVerwG 11 A 31.00 - BVerwGE 115, 237 , vom 9. Juni 2010 - BVerwG 9 A 20.08 - NuR 2010, 870 Rn. 103 …und vom 21. Dezember 2010 - BVerwG 7 A 14.09 - NVwZ 2011, 676 Rn. 52).
Nach der Rechtsprechung ist auch die Gleissanierung rechtlich eine Unterhaltungsmaßnahme, und zwar auch dann, wenn mit ihr Schienen und Schwellen ausgetauscht werden oder wenn die Erneuerung mit einem Eingriff in die Substanz des Schienenwegs verbunden ist, etwa indem die Gleisanlage mit Unter- und Oberbau bis hin zum völligen Abtrag und zur Erneuerung des alten Bahnkörpers verändert wird.(vgl. dazu VGH München, Urteil vom 9.12.2015 - 22 A 15.40025 -, UPR 2016, 239 (Ls), BVerwG, Beschluss vom 27.1.1995 - 7 VR 16.94 -, NVwZ 1995, 586, und Urteil vom 12.4.2000 - 11 A 31.00 -, DVBl. 2002, 560) Das erfasst entgegen der auch in der mündlichen Verhandlung am 10.1.2017 vertretenen Ansicht des Klägers nicht nur eine Instandsetzung der eigentlichen Verkehrsgleise.
Ob eine lärmreduzierende Maßnahme als Lärmschutzmaßnahme zu qualifizieren und deswegen der Rechtsfolgenseite der genannten Regelung zuzuordnen ist, bestimmt sich nach ihrer objektiven Funktion (vgl. BVerwG, Urteil vom 14. November 2001 - BVerwG 11 A 31.00 - BVerwGE 115, 237 ).
Diese Voraussetzung erfüllt die vorliegende Beschwerdebegründung im Hinblick auf die beiden benannten Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts vom 14. Juni 1972 - BVerwG 5 C 23.71 - und vom 14. November 2001 - BVerwG 11 A 31.00 - nicht.
Dazu gehört die Gleisanlage mit ihrem Unter- und Überbau einschließlich einer Oberleitung (BVerwG, Urt. V. 14.11.2002 - 11 A 31.00 - NVwZ 2002, 733;… Beschl. v. 23.05.2006 - 9 B 8.06 -, juris Rdnr. 7).
(b) Als nicht in den Anwendungsbereich der 16. BImSchV fallender - und mithin nicht bereits generell-abstrakt durch den Verordnungsgeber abgewogener (vgl. BVerwG, Urt. V. 14.11.2001 - 11 A 31.00 -, juris Rdnr. 32) - Lärm mussten die hier in Rede stehenden Immissionen allerdings auf der Grundlage von § 18 Abs. 1 Satz 2 AEG a.F. in der Abwägung berücksichtigt werden (…BVerwG, Beschl. v. 23.05.2006 - 9 B 8.06 - a.a.O;… Vallendar in: Beck'scher AEG-Kommentar, § 18, Rdnr. 160).
Dazu gehört die Gleisanlage mit ihrem Unter- und Oberbau einschließlich einer Oberleitung (vgl. BVerwG…, Urteil vom 20. Mai1998 - BVerwG 11 C 3.97 - Buchholz 406.25 § 41 BImSchG Nr. 18, S. 49 = NVwZ 1999, 67 ; Urteil vom 14. November 2001 - BVerwG 11 A 31.00 - BVerwGE 115, 237 = NVwZ 2002, 733 ).
Dazu gehört die Gleisanlage mit ihrem Unterbau (Planumschichten, Dämme, Brücken) und ihrem Oberbau (Schienen, Schwellen, Schotter) und der Oberleitung (BVerwG NVwZ 1999, 67/68; ferner BVerwG vom 14.11.2001, NVwZ 2002, 733/734).
Erheblich ist ein derartiger baulicher Eingriff dann, wenn es sich nicht lediglich um eine kleinere Baumaßnahme handelt (BVerwG vom 12.4.2000, NVwZ 2001, 82/87); letzteres wäre etwa bei einer bloßen Bahndammverbreiterung von 1, 3 m oder 2, 3 m der Fall (BVerwG, NVwZ 2002, 733/734).
Es darf sich nicht nur um eine punktuelle Veränderung des Schienenwegs handeln (BVerwG, NVwZ 2002, 733/734).