Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=16.07.2003&Aktenzeichen=1%20BvR%20801/03
Timestamp: 2019-05-24 18:12:44
Document Index: 364012882

Matched Legal Cases: ['Art. 5', 'Art. 12', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 193']

BVerfG, 16.07.2003 - 1 BvR 801/03 - dejure.org
https://dejure.org/2003,2535
BVerfG, 16.07.2003 - 1 BvR 801/03 (https://dejure.org/2003,2535)
BVerfG, Entscheidung vom 16.07.2003 - 1 BvR 801/03 (https://dejure.org/2003,2535)
BVerfG, Entscheidung vom 16. Juli 2003 - 1 BvR 801/03 (https://dejure.org/2003,2535)
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Nichtannahme einer Verfassungsbeschwerde trotz möglicher Grundrechtsverletzung durch Zivilurteil bei Erledigung und bloßer Kostenbelastung - Zur Verantwortlichkeit eines Rechtsanwalts für unwahre Tatsachenbehauptung im Rahmen eines Mandats
Grundsätzliche verfassungsrechtliche Bedeutung einer Verfassungsbeschwerde
Anwaltliche Äußerungen über die Gegenpartei
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GG Art. 5 Abs. 1 S. 1 Art. 12 Abs. 1
Verantwortung des Anwalts für unwahren Tatsachenvortrag
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OLG Dresden, 20.03.2003 - 16 U 2106/02
BVerfGK 1, 235
NJW 2003, 3263
FamRZ 2003, 1914
Nur im Ausnahmefall kann die Berücksichtigung der Gesamtumstände eine persönliche Verantwortung des Rechtsanwalts nahelegen (vgl. BVerfG [K], Beschluss vom 16. Juli 2003 - 1 BvR 801/03, BVerfGK 1, 235, 237;… BGH, Versäumnisurteil vom 1. Dezember 2015 - X ZR 170/12, BGHZ 208, 119 Rn. 23 - Unberechtigte Schutzrechtsverwarnung II).
In der Rechtsprechung ist daher anerkannt, dass sich ein Rechtsanwalt einen Sachverhalt, den ihm sein Mandant geschildert hat, regelmäßig nicht als persönliche Behauptung zu Eigen macht, wenn er diesen wiedergibt (BGH, Urteil vom 16. November 2004 - VI ZR 293/03, NJW 2005, 279, 281; vgl. auch BVerfG, Beschluss vom 16. Juli 2003 - 1 BvR 801/03, NJW 2003, 3263).
Insbesondere kann die Funktion des Schädigers von Bedeutung sein (BVerfG NJW 2003, 3263).
Zwar trifft es zu, dass ein Rechtsanwalt nicht ohne Weiteres dafür belangt werden kann, wenn er auf Anweisung seines Mandanten in einem Rechtsstreit etwas Falsches vorträgt (vgl. BVerfG NJW 2003, 3263).
Die verfassungsrechtlichen Vorgaben, Verbot überspannter Anforderungen, vgl. ausführli-cher hierzu zB BVerfG, Beschluss vom 7. April 2000 - 1 BvR 81/00 und 14. Oktober 2003 - 1 BvR 801/03, wurden dabei berücksichtigt.
Die Auffassung des Landgerichtes, ein Rechtsanwalt als unabhängiges Organ der Rechtspflege müsse sich Prozessvorbringen selbst zurechnen lassen und übe keine berechtigten Interessen gemäß § 193 StGB aus, wenn sein Vorbringen entweder in keinem sachlichen Zusammenhang mit dem Prozessstoff steht oder offenbar unhaltbare, missbräuchliche Vorwürfe leichtfertig erhoben werden, ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden (vgl. BVerfG NJW 1996, 173 [174] und BVerfG NJW 2003, 3263 [3264]).
Die verfassungsrechtlichen Vorgaben, Verbot überspannter Anforderungen, vgl. ausführli-cher hierzu zB BVerfG, Beschluß vom 7. April 2000 - 1 BvR 81/00 und 14. Oktober 2003 - 1 BvR 801/03, wurden dabei berücksichtigt.
Die verfassungsrechtlichen Vorgaben, Verbot überspannter Anforderungen, vgl. ausführlicher hierzu zB Bundesverfassungsgericht (BVerfG), Beschluss vom 7. April 2000 - 1 BvR 81/00 und 14. Oktober 2003 - 1 BvR 801/03, wurden dabei berücksichtigt.