Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NStZ-RR%202014,%20308
Timestamp: 2019-07-16 11:24:52
Document Index: 87811785

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art 103', '§ 242', '§ 259', 'Art. 103', 'BGH', '§ 261', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'Art. 103', 'BGH']

BGH, 24.06.2014 - 1 ARs 14/14 - dejure.org
https://dejure.org/2014,21378
BGH, 24.06.2014 - 1 ARs 14/14 (https://dejure.org/2014,21378)
BGH, Entscheidung vom 24.06.2014 - 1 ARs 14/14 (https://dejure.org/2014,21378)
BGH, Entscheidung vom 24. Juni 2014 - 1 ARs 14/14 (https://dejure.org/2014,21378)
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Anfrageverfahren zur Verfassungsmäßigkeit der ungleichartigen Wahlfeststellung (Festhalten an der bisherigen Rechtsprechung; Gesetzlichkeitsprinzip; Abgrenzung materielles und prozessuales Recht); Diebstahl; gewerbsmäßige Hehlerei
Art 103 Abs 2 GG, § 242 StGB, § 259 StGB
Kein Verstoß der gesetzesalternativen (ungleichartigen) Wahlfeststellung bei Diebstahl und Hehlerei gegen Art. 103 Abs. 2 GG
Verfassungsmäßigkeit der ungleichartigen Wahlfeststellung - Update
NStZ-RR 2014, 308
In allen anderen Fällen nicht sicher festgestellten Sachverhalts ist der Angeklagte hingegen nach dem Zweifelssatz entweder freizusprechen oder - sofern nicht trotz Tatsachenalternativität der Schuldspruch unzweifelhaft ist - zu seinen Gunsten nach dem milderen Gesetz mit eindeutigem Schuldspruch zu verurteilen (vgl. BGH, Beschluss vom 24. Juni 2014 - 1 ARs 14/14, aaO Rn. 4;… LR-StPO/Sander, aaO, § 261 Rn. 125 ff. mwN).
Damit ist sichergestellt, dass über die Strafbarkeit als solche sowie über Art und Maß der Strafe nicht die Gerichte entscheiden, sondern der Gesetzgeber; desgleichen liegt weder eine unzulässige Analogie noch eine durch das Bundesverfassungsgericht so genannte Entgrenzung bzw. "Verschleifung' (vgl. BVerfGE 126, 170, 211 mwN) von Tatbestandsmerkmalen vor (vgl. BGH, Beschlüsse vom 24. Juni 2014 - 1 ARs 14/14, aaO;… vom 30. September 2014 - 3 ARs 13/14, aaO Rn. 7 ff.;… vom 11. September 2014 - 4 ARs 12/14, aaO Rn. 9;… vom 16. Juli 2014 - 5 ARs 39/14, aaO, jeweils mwN).
Der Zweck des Gesetzlichkeitsprinzips, die Vorhersehbarkeit der Bestrafung für den Normadressaten zu gewährleisten (vgl. BVerfGE 26, 41, 42; 45, 363, 370 ff.; 105, 135, 153) ist deshalb nicht berührt (vgl. BGH, Beschlüsse vom 24. Juni 2014 - 1 ARs 14/14, aaO Rn. 11;… vom 30. September 2014 - 3 ARs 13/14, aaO Rn. 7;… vom 11. September 2014 - 4 ARs 12/14, aaO Rn. 7;… vom 16. Juli 2014 - 5 ARs 39/14, aaO Rn. 2).
Das Gebot schränkt den Anwendungsbereich der an sich unbeschränkt zulässigen Wahlfeststellung mithin lediglich ein und konstituiert diesen nicht etwa (vgl. BGH, Beschlüsse vom 24. Juni 2014 - 1 ARs 14/14, aaO Rn. 5;… vom 30. September 2014 - 3 ARs 13/14, aaO Rn. 10;… SK-StGB/Wolter, aaO Rn. 13;… MüKo-StGB/Schmitz, 3. Aufl., Anhang zu § 1 Rn. 17 mwN).
a) Der 1. Strafsenat hat durch Beschluss vom 24. Juni 2014 - 1 ARs 14/14 (NStZ-RR 2014, 308 f.) ausgeführt, bei der gesetzesalternativen Verurteilung handele es sich um eine Verfahrensregel, die nicht der Verfassungsbestimmung des Art. 103 Abs. 2 GG unterliege.
Die von der Rechtsprechung entwickelten Kriterien für die Zulässigkeit einer wahlfeststellende Verbindung der Delikte, nämlich ihre rechtsethische und psychologische Vergleichbarkeit (vgl. zuletzt BGH 1. Strafsenat, Beschluss vom 24.06.2014, 1 ARs 14/14 m.w.N), sind auslegungsbedürftig und vielleicht sogar so wenig bestimmbar, dass das strafrechtliche Bestimmtheitsgebot verletzt sein könnte.