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Timestamp: 2016-10-26 19:11:38
Document Index: 244011218

Matched Legal Cases: ['Art. 28', 'Art. 16', 'BGE', 'Art. 28', 'BGE', 'Art. 36', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 64', 'BGE', 'Art. 64']

9C_738/2013 (26.05.2014)
9C_738/2013 � � Urteil vom 26. Mai 2014
A.________ (geb. 1956) leidet unter anderem an einem Panvertebralsyndrom sowie an arthrotischen Beschwerden der rechten Schulter, der Finger (beidseits), der H�fte und des rechten Knies sowie an einer depressiven Symptomatik (Gutachten des Rheumatologen B.________ vom 22. Juni 2009 und des Psychiaters Dr. C.________ vom 17. M�rz 2010). Die IV-Stelle des Kantons Z�rich (nachfolgend: IV-Stelle) lehnte ihren Antrag auf eine Invalidenrente ab; der Invalidit�tsgrad betrage nicht anspruchsbegr�ndende 11 Prozent (Verf�gung vom 3. Januar 2012).
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich wies die dagegen erhobene Beschwerde ab (Entscheid vom 21. August 2013).
A.________ f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei ihr eine Invalidenrente zuzusprechen. Eventuell sei die Sache zu weiteren medizinischen Abkl�rungen an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Ausserdem ersucht sie um unentgeltliche Rechtspflege (Prozessf�hrung und Rechtsverbeist�ndung).
Das kantonale Gericht stellte auf das Gutachten des Rheumatologen Dr. B.________ ab, wonach die Beschwerdef�hrerin in einer den Beeintr�chtigungen der Wirbels�ule, H�nde und Schultern angepassten T�tigkeit zu 70 Prozent arbeitsf�hig ist, sowie auf die psychiatrische Expertise des Dr. C.________, welche keine weitergehende funktionelle Einschr�nkung ausweist (Diagnosen: "Anpassungsst�rung mit sonstigen n�her bezeichneten vorwiegenden Symptomen" [ICD-10 Ziff. F43.28], wohl seit 2004, bei abh�ngiger Pers�nlichkeitsstruktur; aktuell sehr geringgradig ausgepr�gte depressive Symptomatik [sozialer R�ckzug, leichte Verwahrlosungstendenz] mit neurasthenischer Komponente [M�digkeit, Kraftlosigkeit, Konzentrationsst�rungen]). Ausgehend von einer Arbeitsunf�higkeit von 30 Prozent im erwerblichen Bereich, welche im Rahmen der gemischten Methode der Invalidit�tsbemessung (Art. 28a Abs. 3 IVG in Verbindung mit Abs. 2 und mit Art. 16 ATSG; BGE 137 V 334; 133 V 504; 130 V 393) mit einem Anteil von 30 Prozent einzusetzen sei, und einer 15-prozentigen Einschr�nkung im - mit 70 Prozent zu gewichtenden - Haushalt ergebe sich gesamthaft ein Invalidit�tsgrad von 11 Prozent, der nicht zu einer Invalidenrente berechtige (Art. 28 Abs. 2 IVG). Dies gelte im �brigen selbst dann, wenn von einer vollst�ndigen Erwerbst�tigkeit im hypothetischen Gesundheitsfall ausgegangen werde; unter Annahme eines behinderungsbedingten Abzugs (BGE 126 V 75) von 10 Prozent betrage der Invalidit�tsgrad so 37 Prozent.
Die Beschwerdef�hrerin bestreitet den Beweiswert des psychiatrischen Gutachtens zun�chst unter dem Aspekt, dass der Sachverst�ndige in der Person ihrer Tochter ein Familienmitglied als �bersetzerin f�r das Untersuchungsgespr�ch beigezogen hat.
3.1.1.�Die Vorinstanz erwog, Anhaltspunkte f�r eine mangelhafte sprachliche Verst�ndigung l�gen nicht vor. Der Beizug eines professionellen �bersetzers habe sich nicht aufgedr�ngt; in Person der Tochter der Versicherten sei eine hinreichend geeignete �bersetzerin bei der Untersuchung zugegen gewesen. Diese habe es dem Gutachter zudem erm�glicht, fremdanamnestische Angaben zu ber�cksichtigen. Wohl habe der Sachverst�ndige "im Psychostatus auf eine gleich zu Beginn deutlich in Erscheinung getretene Passiv-aktiv-Polarisierung zwischen der Mutter und der wesentlich gepflegter wirkenden Tochter" hingewiesen und "darauf, dass eine Interaktion des Gutachters mit der Beschwerdef�hrerin bis auf gelegentliche kurze Blickkontakte kaum zustande gekommen sei". Entscheidend sei jedoch, dass der Gutachter solche Beobachtungen und deren Bedeutung transparent gemacht habe und dass die Expertise inhaltlich vollst�ndig und schl�ssig sei (E. 4.2 des angefochtenen Entscheids).
3.1.2.�Die Beschwerdef�hrerin wendet unter Hinweis auf die Rechtsprechung und Leitlinien der psychiatrischen Begutachtung ein, die Tochter-Mutterbeziehung sei nicht neutral, die Tochter als - zudem daf�r nicht ausgebildete - Dolmetscherin befangen (Art. 36 Abs. 1 ATSG). Eine korrekte und sorgf�ltige �bersetzung sei unabdingbar. Nach Feststellung des Gutachters sei kaum eine direkte Interaktion zwischen diesem und der Beschwerdef�hrerin zustandegekommen. Die Doppelrolle der Tochter als �bersetzerin und fremdanamnestische Quelle verdeutliche die Problematik. Wenn sich die Vorinstanz dennoch auf das Gutachten st�tze, stelle sie den Sachverhalt unvollst�ndig und falsch fest.
3.2.1.�Nach der Rechtsprechung ist bei psychiatrischen Begutachtungen eine �bersetzungshilfe beizuziehen, sofern sprachliche Schwierigkeiten bestehen und das Untersuchungsgespr�ch nicht in der Muttersprache des Exploranden gef�hrt werden kann (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts I 748/03 vom 3. M�rz 2004 E. 2.1). Der Beizug zur �bersetzung setzt vertiefte Sprachkenntnisse, nicht aber ein (Dolmetscher-) Diplom voraus (Urteil I 77/07 vom 4. Januar 2008 E. 5; Alfred B�hler, Die Mitwirkung Dritter bei der medizinischen Begutachtung im sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungsverfahren, in: Jusletter 3. September 2007 Rz. 33). Bedeutsam sind nicht nur die Sprachkompetenzen sowie die Unabh�ngigkeit und Unparteilichkeit der �bersetzenden Person; auch Kenntnisse �ber kulturspezifische Besonderheiten, etwa des Krankheitsverst�ndnisses, spielen eine Rolle (erw�hntes Urteil I 77/07 E. 5.1.1 f. mit Hinweis auf Marina Sleptsova, Wenn die Vermittlung von Informationen auf eine Sprach-Barriere trifft - zur Zusammenarbeit mit �bersetzern, in: Therapeutische Umschau 10/2007 S. 576 f. und J�rg Jeger, Die Mitwirkung Dritter bei der Begutachtung aus der Sicht des medizinischen Gutachters, in: Jusletter 3. September 2007 Rz. 31 ff.). Deren Bewertung bleibt freilich in der ausschliesslichen Verantwortung des Gutachters.
3.2.2.�Die Rechtsprechung hat die "Qualit�tsleitlinien f�r psychiatrische Gutachten in der Eidgen�ssischen Invalidenversicherung" der Schweizerischen Gesellschaft f�r Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP) vom Februar 2012 (zug�nglich unter http://www.psychiatrie.ch) als anerkannten Standard f�r eine sachgerechte und rechtsgleiche (versicherungs-) psychiatrische Begutachtung bezeichnet (Urteile 8C_51/2012 vom 29. Januar 2013 E. 3.3.3.1 und 8C_945/2009 vom 23. September 2010 E. 5). Die Qualit�tsleitlinien verstehen sich als Empfehlung, von welcher im begr�ndeten Einzelfall abgewichen werden kann; dem Rechtsanwender sollen sie bei der Beurteilung der Gutachtensqualit�t n�tzlich sein (vgl. Pr�ambel a.E.).
Das BSV hat die Leitlinien f�r alle zuhanden der Invalidenversicherung erstellten Gutachten als verbindlich erkl�rt. Die IV-Stellen (resp. deren Regionale �rztliche Dienste) sind aufsichtsbeh�rdlich angewiesen, die Leitlinien bei eigenen klinischen Untersuchungen und bei der Dossieranalyse und f�r Aktengutachten sowie bei externen psychiatrischen Administrativgutachten als Raster f�r die Qualit�tssicherung einzusetzen (IV-Rundschreiben Nr. 313 vom 6. Juni 2012; vgl. zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen BGE 133 V 587 E. 6.1 S. 591).
3.2.3.�Zu den Themen des Dolmetschens sowie der Anwesenheit von Angeh�rigen besagen die Qualit�tsleitlinien Folgendes: Zun�chst wird vom psychiatrischen Gutachter verlangt, dass er im Rahmen der Befunddarstellung Angaben zur Muttersprache des Exploranden, zum aktiven und passiven Beherrschen der Landessprache und zur Notwendigkeit des Beizugs eines Dolmetschers macht, gegebenenfalls auch zu Interaktionen zwischen �bersetzer und versicherter Person resp. Gutachter (S. 8 Ziff. 4.2). Abgesehen vom �bersetzer sollen in der Regel keine Dritten anwesend sein, es sei denn, der Gutachter erachte dies als notwendig (dazu BGE 132 V 443; Urteil I 42/06 vom 26. Juni 2007 E. 4.5 [SVR 2008 IV Nr. 18 S. 55]). Insbesondere die Anwesenheit Angeh�riger kann verf�lschend wirken. Erscheint es ausnahmsweise sinnvoll, zumindest einen Teil der Exploration in Anwesenheit bzw. unter Einbeziehung eines Angeh�rigen durchzuf�hren, muss aus dem Gutachten klar hervorgehen, welche Angaben vom Exploranden selber und welche vom Angeh�rigen stammen. Die Interaktion in diesem erweiterten Setting und m�gliche Auff�lligkeiten sind zu beschreiben und in die Beurteilung einzubeziehen (S. 12 Ziff. 3). Unter diesen Umst�nden zieht die Vorgabe, Verst�ndigungsbarrieren m�glichst zu beseitigen, "�
den niederschwelligen Einsatz von professionellen Dolmetschern bei fremdsprachigen Exploranden nach sich; Angeh�rige des Exploranden k�nnen damit nicht beauftragt werden�" (S. 14). Das Verh�ltnis zwischen der Forderung der Qualit�tsleitlinien nach einer "professionellen" �bersetzung und der oben (E. 3.2.1) zitierten Rechtsprechung (kein Diplom o.�. erforderlich) muss an dieser Stelle nicht gekl�rt werden.
3.2.4.�Die Regel, dass das Gespr�ch zwischen psychiatrischem Sachverst�ndigen und zu untersuchender Person nicht von einem Familienmitglied �bersetzt werden soll, deckt sich mit der einhelligen medizinischen und juristischen Lehre. Danach eignen sich Angeh�rige (sinngem�ss auch Freunde und Bekannte) nicht als Dolmetscher, weil sie infolge mangelnder Distanz zum Exploranden und (beiderseitigem) Zwang zu "familienrollenkonformem" Verhalten befangen sind (Versicherungsmedizinische Gutachten, Ein interdisziplin�rer juristisch-medizinischer Leitfaden, Gabriela Riemer-Kafka [Hrsg.], 2. Aufl. 2012, S. 41; Karsten Toparkus, Typische Fehler in der Begutachtung - aus sozialrichterlicher Sicht, in: Der medizinische Sachverst�ndige [MedSach] 2012 S. 233 f.; Peter Br�ckner, Begutachtung bei Migrationshintergrund - aus juristischer Sicht, in: MedSach 2010 S. 119; Stevens/Fabra/Merten, Anleitung f�r die Erstellung psychiatrischer Gutachten, in: MedSach 2009 S. 101; Susanne Fankhauser, Begutachtung von Migrantinnen und Migranten - Anforderungen aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht, in: SZS 2005 S. 417 und 422; vgl. auch die Fallbeispiele bei Wolfgang Hausotter, "Beist�nde" bei Begutachtungen - aus Sicht des medizinischen Sachverst�ndigen, in: MedSach 2007 S. 27 f.). Erwachsene Kinder lassen denn auch meist eine eindeutige Parteinahme f�r ihre Eltern erkennen (Wolfgang Hausotter, Begutachtungen bei Migrationshintergrund: Besondere Aspekte, in: MedSach 2010 S. 113). Sie bieten nicht Gew�hr f�r eine neutrale, vollst�ndige und wahrheitsgem�sse �bersetzung, sondern werden den Angaben des zu begutachtenden Elternteils - oft unbewusst - eine eigene F�rbung geben (Toparkus, a.a.O., S. 234). Der �bersetzende Familienangeh�rige kann auf den Inhalt der Kommunikation verf�lschend einwirken, indem er selektiv �bersetzt oder dem zu Untersuchenden selbst�ndig Hinweise gibt (Toparkus, a.a.O.), selbst�ndig das Wort ergreift oder gar die Gespr�chsf�hrung f�r den Probanden zu �bernehmen sucht (Hausotter, "Beist�nde" bei Begutachtungen, a.a.O., S. 28). Daraus kann sich eine Konfrontation zwischen Gutachter und �bersetzendem Familienangeh�rigen ergeben, welche wiederum das erforderliche Vertrauensverh�ltnis zwischen Explorand und Gutachter behindert (Hausotter, a.a.O.). Befangenheit in der Untersuchungssituation kann auch auf Seiten des Exploranden bestehen, weil er sich dem Untersucher so pr�sentieren muss, wie er es auch in der Familie tut (Br�ckner, a.a.O., S. 119), oder weil er gehemmt ist, in Gegenwart von Angeh�rigen �ber psychische Leiden zu berichten (Ramazan Salman, Sprach- und Kulturvermittlung, in: Hegemann/Salman [Hrsg.], Transkulturelle Psychiatrie, Bonn 2001, S. 188).
Sodann gew�hrleisten Angeh�rige nicht die f�r die Begutachtung erforderliche sprachliche �bersetzungsqualit�t. Gerade f�r die psychiatrische Untersuchung ist eine�
w�rtliche��bersetzung wichtig. Andernfalls kann es beispielsweise zu Problemen bei der Erfassung formaler Denkst�rungen kommen. Selbst manche professionellen Dolmetscher neigen dazu, das Gespr�ch zu moderieren, Fragen zusammenzufassen und Antworten nach eigenem Gutd�nken zu formulieren (Hausotter, Begutachtungen bei Migrationshintergrund, a.a.O., S. 112), als defizit�r erlebte Antworten des Probanden zu gl�tten und allf�llige psychopathologisch bedingte logische Inkonsistenzen zu beseitigen (Venzlaff/Foerster/Dressing, Psychiatrische Begutachtung, 5. Aufl., M�nchen 2009, S. 22). Dies gilt erst recht, wenn Angeh�rige �bersetzen. In der Lehre werden professionelle �bersetzer auch deswegen als notwendig angesehen, weil sie (im besten Fall; relativierend Sleptsova, a.a.O., S. 577 f.) in der Lage sind, als "kulturelle Vermittler" dem Gutachter (allenfalls im Rahmen einer Nachbesprechung) nach Bedarf kulturspezifische Erl�uterungen zu geben, etwa um die richtige Deutung einer �bertreibenden Ausdrucksweise zu erleichtern (Hausotter, Begutachtungen bei Migrationshintergrund, a.a.O., S. 113; Br�ckner, a.a.O., S. 119; Jeger, a.a.O., Rz. 33 ff.; Fankhauser, a.a.O., S. 418; vgl. auch oben E. 3.2.1). Die Bedeutung einer Vermittlungsleistung, die �ber eine rein sprachliche �bersetzung hinausreicht, zeigt sich darin, dass es bei der - erforderlichen - w�rtlichen �bersetzung zu Missverst�ndnissen kommen kann, "wenn nicht auch die transkulturelle �bersetzung mitvollzogen wird" (Gerhard Ebner, Grundlagen transkultureller Begutachtung, in: Hegemann/Salman [Hrsg.], Transkulturelle Psychiatrie, Bonn 2001, S. 235; Fankhauser, a.a.O., S. 417).
3.3.1.�Nach dem Gesagten schliessen Rechtsprechung, Begutachtungsleitlinien und Lehre den Beizug Angeh�riger zur �bersetzung des psychiatrischen Begutachtungsgespr�chs prinzipiell aus. Das gilt freilich nicht absolut: So kann es bei einer m�ssig deutsch sprechenden Person sachgerecht sein, dass der Sachverst�ndige zun�chst versucht, die Untersuchung alleine durchzuf�hren, um sich ein (m�glichst unverf�lschtes) Bild von ihrem Verhalten zu machen, dann aber zur Kl�rung von unklaren Fragen Familienangeh�rige beizieht (Hausotter, Begutachtungen bei Migrationshintergrund, a.a.O., S. 113).
3.3.2.�Damit stellt sich die beweisrechtliche Frage, wie es sich mit der Verwertbarkeit eines psychiatrischen Gutachtens verh�lt, das irregul�r zustandegekommen ist, weil eine dem Exploranden angeh�rige Person dem Sachverst�ndigen (f�r die Verst�ndigung unabdingbare) Dolmetscherdienste geleistet hat.
Dieser Mangel unterscheidet sich von formalen oder inhaltlichen Fehlern, die im Gutachten offen zutage treten, so etwa inneren Widerspr�chen (vgl. Br�ckner, a.a.O., S. 118). Wird mit dem Beizug eines ungeeigneten �bersetzers die Verst�ndigungsbarriere h�her gehalten als n�tig, so l�sst das in sich schl�ssig erscheinende, an sich nachvollziehbar begr�ndete Gutachten als solches nicht erkennen, ob der Mangel die Zuverl�ssigkeit der Beurteilung beeintr�chtigt hat. Daher ist der Beweiswert der betreffenden Expertise regelm�ssig erheblich herabgesetzt, auch wenn die Expertise anhand der �blichen Beweiswertkriterien (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232) unauff�llig erscheint.
3.3.3.�Hingegen ist der Beweiswert dann nicht geschm�lert, wenn den Umst�nden nach auszuschliessen ist, dass sich die �bersetzung durch Familienangeh�rige wesentlich auf die gutachtliche Beurteilung ausgewirkt hat. Die betreffenden Nachteile (vgl. im Einzelnen oben E. 3.2.4) k�nnen wegen anderer Kommunikationshindernisse, welche auch mit einer professionellen �bersetzung nicht �berwindbar w�ren, in den Hintergrund treten, zumal wenn sich die Untersuchung ohnehin vermehrt auf nonverbale Elemente (z.B. Verhaltensbeobachtung: Mimik, Gestik, Tonfall) konzentrieren muss (vgl. erw�hntes Urteil I 77/07 E. 5.1.1 mit Hinweis). Ebenfalls nicht tangiert ist der Beweiswert, wenn gesicherte anamnestische Gegebenheiten f�r verl�ssliche Schlussfolgerungen b�rgen, so wenn ein geklagter hoher Leidensdruck mit dem Fehlen jeglicher Therapie oder mit dem Aktivit�tenprofil der versicherten Person deutlich kontrastiert.
3.4.1.�Der psychiatrische Administrativgutachter berichtet, gleich zu Beginn der Untersuchung trete eine "passiv-aktiv-Polarisierung" zwischen Mutter und Tochter deutlich in Erscheinung. Eine direkte Interaktion zwischen ihm und der Versicherten sei, bis auf gelegentliche kurze Blickkontakte, kaum zustandegekommen; der Wegfall dieses "diagnostischen Instrumentes" relativiere die Aussagekraft der psychopathologischen Befunde (S. 6 der Expertise). Der Gutachter verlegt sich bei der Erhebung des Psychostatus denn auch weitgehend auf Verhaltensbeobachtung. In einer solchen Konstellation ist eine verl�ssliche psychopathologische Befunderhebung in Frage gestellt (vgl. das �hnliche Fallbeispiel bei Hausotter, "Beist�nde" bei Begutachtungen, a.a.O., S. 28; vgl. auch Urteil I 451/00 vom 30. Dezember 2003 E. 2.3.2, in: SVR 2004 IV Nr. 29 S. 90). Daran �ndert das beim Gutachter erkennbare Problembewusstsein nichts. Problematisch ist des Weitern die gleichzeitige Befassung der Tochter als �bersetzerin und fremdanamnestische Quelle (vgl. S. 6 f.).
3.4.2.�Der Beweiswert bleibt indes unbesch�digt, wenn eine differenzierte, auch verbal vermittelte Befunderhebung selbst�
miteinem geeigneten Dolmetscher stark behindert gewesen w�re (oben E. 3.3.3). Ein solcher Fall liegt hier vor: Der rheumatologische Administrativgutachter hatte festgehalten, f�r die Dolmetscherin eines professionellen �bersetzungsdienstes sei "die Versicherte im Gespr�ch kaum fokussierbar" gewesen. Zudem stellten die eigent�mliche Wortwahl der funktionell analphabetischen Explorandin und deren eingeschr�nktes Sprachverst�ndnis ein Kommunikationshindernis dar (Expertise vom 22. Juni 2009 S. 7). Unter diesen Umst�nden wirkt sich der Mangel nicht mehr entscheidend aus. Zus�tzlich wird die Verl�sslichkeit der psychiatrischen Begutachtung durch die anamnestischen Tatsachen gest�tzt, dass die Beschwerdef�hrerin keine psychiatrische Behandlung beansprucht und verordnete Medikamente nicht einnimmt (psychiatrisches Gutachten S. 6).
Die Beschwerdef�hrerin macht �berdies geltend, die Vorinstanz h�tte das Administrativgutachten des Dr. C.________ nicht verwerten d�rfen, weil der psychiatrische Sachverst�ndige eine Panikst�rung der Beschwerdef�hrerin unerw�hnt liess, obwohl diese selbst dem Rheumatologen Dr. B.________ aufgefallen sei. Auch mit der in den medizinischen Unterlagen immer wieder erw�hnten depressiven Problematik setze sich der Gutachter kaum auseinander.
Das kantonale Gericht erwog, die abweichende Stellungnahme des Internisten (Hausarztes) Dr. D.________ vom 20. Dezember 2011decke sich im Wesentlichen mit dessen Bericht vom 5. Januar 2009; diesen habe der psychiatrische Gutachter ber�cksichtigt. Die Einsch�tzung des behandelnden Arztes, die Beschwerdef�hrerin sei auch in angepassten T�tigkeiten h�lftig arbeitsunf�hig, beziehe auch nicht versicherte psychosoziale Faktoren (�berlastung, Vereinsamung) mit ein. Die vorinstanzlichen Feststellungen, es l�gen keine gutachtlich unber�cksichtigten psychischen Beschwerden und keine �ber das attestierte Ausmass hinausreichende Arbeitsunf�higkeit vor, sind nicht offensichtlich unrichtig (vgl. oben E. 1). Die Feststellung des kantonalen Gerichts, wonach nicht versicherte Faktoren am Beschwerdebild beteiligt seien, ist ohne Weiteres mit den Akten vereinbar, was die "depressive Stimmung" angeht. Sie ist aber auch mit Bezug auf die Panikst�rung vertretbar: Bei der Haushaltabkl�rung hat die Beschwerdef�hrerin selber angegeben, nach dem Wegzug von Ehemann und �ltestem Sohn seien die Panikattacken erheblich seltener geworden (Abkl�rungsbericht Haushalt der IV-Stelle vom 31. Januar 2011).
Es bleibt zu pr�fen, ob die Bemessung des Invalidit�tsgrades (Art. 28a IVG) rechtens ist.
5.1.�Das kantonale Gericht ging davon aus, es sei wenig wahrscheinlich, dass die Beschwerdef�hrerin im Beurteilungszeitpunkt als Gesunde vollzeitlich erwerbst�tig gewesen w�re. Sie habe vor ihrer Anmeldung bei der Invalidenversicherung bis zu 30 Prozent gearbeitet und das Pensum auch nach dem Auszug des Ehemannes und (sp�ter) des Sohnes nicht erh�ht. Es sei nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle ausgehend von der Feststellung im Haushaltabkl�rungsbericht ein hypothetisches Erwerbspensum von 30 Prozent zugrunde gelegt habe (E. 5 und 6 des angefochtenen Entscheids).
5.2.�Die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeintr�chtigung erwerbst�tig w�re, ist mit R�cksicht auf die gesamten Umst�nde, namentlich die pers�nlichen, famili�ren, sozialen und erwerblichen Verh�ltnisse, zu beantworten (BGE 125 V 146 E. 2c S. 150 mit Hinweisen). Dabei handelt es sich zwangsl�ufig um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Willensentscheidungen der versicherten Person ber�cksichtigen muss. Die Beurteilung hypothetischer Geschehensabl�ufe folgt einer Tatfrage, soweit sie auf Beweisw�rdigung beruht. Die hier interessierende Festlegung beantwortet hingegen eine Rechtsfrage, wenn sie ausschliesslich - losgel�st vom konkreten Sachverhalt - aus der allgemeinen Lebenserfahrung abgeleitet wird (BGE 133 V 504 E. 3.2 S. 507; Urteil I 708/06 vom 23. November 2006 E. 3.1 und 3.2).
5.3.�Die Beschwerdef�hrerin h�lt die Gewichtung der Bereiche Erwerb und Haushalt im Verh�ltnis 70 zu 30 Prozent f�r falsch. Auch die Haushaltabkl�rung leide an dem Mangel, ohne professionelle �bersetzung durchgef�hrt worden zu sein. Sie spreche kaum deutsch; nach Feststellung des Gutachters Dr. B.________ bestehe zudem selbst in der Muttersprache ein eingeschr�nktes Sprachverst�ndnis. Ihr Einwand, unter diesen Umst�nden liege nahe, dass sie die Frage nach dem Erwerbspensum im hypothetischen Gesundheitsfall falsch (das heisst auf die Situation�
mit�gesundheitlicher Beeintr�chtigung bezogen) verstanden habe, ist nachvollziehbar. Dies umso mehr, als in der Tat zweifelhaft erscheint, ob eine (Sozialhilfe beziehende) Versicherte als Gesunde weiterhin nur zu 30 Prozent erwerbst�tig geblieben w�re, obwohl sie keine Kinder mehr zu betreuen hat und der im Ausland lebende ehemalige Ehemann offenbar keine Unterhaltsbeitr�ge bezahlt.
Die Rechtsfrage nach dem hypothetischen Umfang der Erwerbst�tigkeit, wie er nach allgemeiner Lebenserfahrung zu erwarten w�re, kann indes offen bleiben. Selbst bei einem reinen Einkommensvergleich (Art. 28a Abs. 1 IVG) und gleichem Ansatz f�r Validen- und Invalideneinkommen (vgl. Beschwerdeschrift S. 11 Ziff. 5) resultierte kein rentenbegr�ndender Invalidit�tsgrad (37 Prozent; angefochtener Entscheid E. 9). Denn das kantonale Gericht hat sein Ermessen nicht rechtsfehlerhaft ausge�bt (zur �berpr�fungsbefugnis BGE 137 V 71), als es den behinderungsbedingten Abzug vom Invalideneinkommen (BGE 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481; 126 V 75) �ber 10 Prozent best�tigte. Damit wird der funktionellen Mehrfachbeeintr�chtigung (arthrotische Beschwerden der rechten Schulter, der Finger, der H�fte und des rechten Knies) Rechnung getragen. Es bestehen keine Anhaltspunkte daf�r, dass in einer leidensangepassten Arbeit (vgl. Gutachten des Dr. B.________, S. 12) - �ber die schon bei der Festlegung der Arbeitsunf�higkeit ber�cksichtigten Faktoren hinaus - wesentliche weitere lohnwirksame Erschwernisse anfallen w�rden.
Der angefochtene Entscheid verletzt nach dem Gesagten im Ergebnis kein Bundesrecht.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend tr�gt die Beschwerdef�hrerin die Gerichtskosten (Art. 66 Abs. 1 BGG). Ihrem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege kann entsprochen werden (Art. 64 BGG; BGE 125 V 201 E. 4a S. 202). Nach Art. 64 Abs. 4 BGG hat die beg�nstigte Partei der Gerichtskasse Ersatz zu leisten, wenn sie sp�ter dazu in der Lage ist.
Rechtsanw�ltin Lotti Sigg Bonazzi wird als unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdef�hrerin bestellt. Es wird ihr aus der Gerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 2800.- ausgerichtet.
Luzern, 26. Mai 2014