Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=01.10.1996&Aktenzeichen=VIII%20R%2044/95
Timestamp: 2019-06-20 16:19:16
Document Index: 55653668

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 4', '§ 15', '§ 4', '§ 5', '§ 15', '§ 21', '§ 15', '§ 8']

BFH, 01.10.1996 - VIII R 44/95 - dejure.org
https://dejure.org/1996,454
BFH, 01.10.1996 - VIII R 44/95 (https://dejure.org/1996,454)
BFH, Entscheidung vom 01.10.1996 - VIII R 44/95 (https://dejure.org/1996,454)
BFH, Entscheidung vom 01. Januar 1996 - VIII R 44/95 (https://dejure.org/1996,454)
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EStG § 15 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2, § 4 Abs. 1
Betriebseinnahmen - Grundstücksgemeinschaft - Besitzgesellschaft - Sonderbetriebsvermögen
§§ 15, 4 EStG
Einkommensteuer; Anteile der Gesellschafter der Besitzpersonengesellschaft an einer Grundstücksgemeinschaft
EStG § 4, EStG § 5, EStG § 15, EStG § 21
Betriebsaufspaltung; Sonderbetriebsvermögen; wesentliche Betriebsgrundlage
FG Nürnberg, 25.03.1994 - I 264/92
BFHE 182, 327
BB 1997, 1344
DB 1997, 1902
BStBl II 1997, 530
Ob der Gesellschafter mit der Eingehung einer Verbindlichkeit seine eigenen wirtschaftlichen Interessen verfolgt oder damit seine Beteiligung an der Personengesellschaft stärkt, bestimmt sich danach, ob die Verbindlichkeit durch den Betrieb der Personengesellschaft oder durch die anderweitige (eigenbetriebliche oder private) Tätigkeit des Gesellschafters veranlasst ist (vgl. BFH-Urteil in BFHE 182, 327, BStBl II 1997, 530).
Die durch Betriebsaufspaltung wirtschaftlich verflochtenen Unternehmen bleiben rechtlich selbständig (BFH-Urteil vom 1. Oktober 1996 VIII R 44/95, BFHE 182, 327, BStBl II 1997, 530, m.w.N.).
Das kann dazu führen, daß Wirtschaftsgüter des Gesellschafters nicht seinem Sonderbetriebsvermögen II bei der Personengesellschaft, sondern seinem gesellschaftsunabhängigen Bereich zuzuordnen sind (vgl. hierzu BFH-Urteile in BFHE 130, 173, BStBl II 1980, 356 a.E.; in BFHE 182, 327, BStBl II 1997, 530).
aa) Ob der Gesellschafter der Besitz-Personengesellschaft mit der entgeltlichen Überlassung eines Wirtschaftsguts an die Betriebs-GmbH seine eigenen wirtschaftlichen Interessen verfolgt oder damit seine Beteiligung an der Besitz-Personengesellschaft stärkt, bestimmt sich danach, ob der Einsatz des betreffenden Wirtschaftsguts in der Betriebs-GmbH letztlich durch den Betrieb der Besitz-Personengesellschaft oder durch die anderweitige (eigenbetriebliche oder private) Tätigkeit des Gesellschafters veranlaßt ist (Senatsurteil in BFHE 182, 327, BStBl II 1997, 530; Gosch, Die steuerliche Betriebsprüfung 1997, 216;… Kempermann in Festschrift für Flick, 1997, 445 ff.).
Andererseits kann es für eine private Veranlassung der Gebrauchsüberlassung sprechen, wenn der Mietvertrag mit der Betriebs-GmbH erst längere Zeit nach Begründung der Betriebsaufspaltung abgeschlossen wird (vgl. Urteile in BFHE 130, 173, BStBl II 1980, 356; in BFHE 182, 327, BStBl II 1997, 530) oder wenn bei Überlassung eines Grundstücks durch eine Eigentümergemeinschaft die Gesellschafter der Besitzgesellschaft zivilrechtlich keinen Einfluß auf die Beschlüsse der Grundstücksgemeinschaft über die Verwaltung des Grundstücks nehmen können (vgl. Urteil in BFHE 182, 327, BStBl II 1997, 530; H 137 (4) -Sonderbetriebsvermögen- Amtliches Einkommensteuer-Handbuch 1997).
(4) Für den Abzug der AfA als Betriebsausgaben ist unerheblich, ob das Arbeitszimmer Sonderbetriebsvermögen der Ehegatten war - es ist an sich notwendiges Sonderbetriebsvermögen II, da das Arbeitszimmer von den Ehegatten ausschließlich für Tätigkeiten im Interesse der GbR genutzt wird (vgl. BFH-Urteil vom 1. Oktober 1996 VIII R 44/95, BFHE 182, 327, BStBl II 1997, 530;… Schmidt/Wacker, a. a. O., § 15 Rz 518) - oder ob es - hierzu hat das FG nichts festgestellt - nach § 8 der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung in der für das Streitjahr geltenden Fassung (EStDV) als Privatvermögen behandelt werden konnte.
a) Sonderbetriebsvermögen II kommt grundsätzlich nur in Betracht, wenn --wie im Falle der Beteiligung eines Kommanditisten an der Komplementär-GmbH-- das Wirtschaftsgut ein Mittel darstellt, um besonderen Einfluß auf die Personengesellschaft auszuüben und damit unmittelbar dessen Stellung in der Personengesellschaft zu stärken (BFH-Urteile vom 30. März 1993 VIII R 8/91, BFHE 172, 19, BStBl II 1993, 864, m.w.N., und vom 1. Oktober 1996 VIII R 44/95, BFHE 182, 327, BStBl II 1997, 530).
Seine Beteiligung an der A-GmbH betrug nach den Feststellungen des FG --wie später auch-- lediglich 49 v.H. Mithin war die Beteiligung an der A-GmbH nicht geeignet, seine Stellung in der Klägerin, deren einziger Kommanditist er war, zu stärken (BFH-Urteile in BFHE 134, 126, BStBl II 1982, 60; vom 23. Januar 1992 XI R 36/88, BFHE 167, 491, BStBl II 1992, 721; vgl. auch BFH-Urteil in BFHE 182, 327, BStBl II 1997, 530).
Das kann dazu führen, daß Wirtschaftsgüter des Gesellschafters nicht seinem Sonderbetriebsvermögen II bei der Personengesellschaft, sondern seinem geschäftsunabhängigen Bereich zuzuordnen sind (vgl. hierzu BFH-Urteile vom 23. Januar 1980 I R 33/77, BFHE 130, 173, BStBl II 1980, 356 a.E.; in BFHE 182, 327, BStBl II 1997, 530).
Die Abgrenzung ist danach vorzunehmen, ob der Einsatz des betreffenden Wirtschaftsguts in der Betriebs-GmbH letztlich durch den Betrieb der Besitzpersonengesellschaft oder durch die anderweitige (eigenbetriebliche oder private) Tätigkeit des Gesellschafters veranlaßt ist (BFH-Urteil in BFHE 182, 327, BStBl II 1997, 530).
Andererseits kann es für eine private Veranlassung der Gebrauchsüberlassung sprechen, wenn der Mietvertrag mit der Betriebs-GmbH erst längere Zeit nach Begründung der Betriebsaufspaltung abgeschlossen wird (vgl. Urteile in BFHE 130, 173, BStBl II 1980, 356; in BFHE 182, 327, BStBl II 1997, 530) oder wenn bei Überlassung eines Grundstücks durch eine Eigentümergemeinschaft die Gesellschafter der Besitzgesellschaft zivilrechtlich keinen Einfluß auf die Beschlüsse der Grundstücksgemeinschaft über die Verwaltung des Grundstücks nehmen können (vgl. Urteil in BFHE 182, 327, BStBl II 1997, 530; H 137 (4) - Sonderbetriebsvermögen - Amtliches Einkommensteuer-Handbuch 1997).
Sonderbetriebsvermögen II sei grundsätzlich nur dann zu bejahen, wenn das betreffende Wirtschaftsgut ein Mittel darstelle, um seitens des Eigentümer- Gesellschafters besonderen Einfluss auf die betreffende Personengesellschaft auszuüben und damit unmittelbar die Stellung des Gesellschafters in der Personengesellschaft zu stärken (Hinweis auf BFH-Urteile vom 10. Juni 1999 IV R 2198, Bundessteuerblatt - BStBl - II 1999, 715, vom 30. März 1993 VIII R 8/91, BStBl II 1993, 864, undvom 1. Oktober 1996 VIII R 44/95, BStBl II 1997, 530).
Der BFH habe in einem vergleichbaren Fall entschieden, dass die Grundstücksvermietung durch eine Grundstücksgemeinschaft an eine Betriebs-GmbH nicht durch die betrieblichen Interessen der Besitzgesellschaft, sondern durch das private Einkünfteerzielungsinteresse der Gesellschafter der Grundstücksgesellschaft veranlasst sei, wenn die Gesellschafter der Besitzgesellschaft keinen beherrschenden Einfluss auf die Beschlüsse der Grundstücksgemeinschaft nehmen könnten (Hinweis auf Urteil in BStBl II 1997, 530).
Hingegen kann es für eine private Veranlassung der Gebrauchsüberlassung sprechen, wenn der Mietvertrag mit der Betriebs-GmbH erst längere Zeit nach Begründung der Betriebsaufspaltung abgeschlossen wird (vgl. BFH-Urteile vom 23. Januar 1980 I R 33/77, BStBl II 1980, 356 a. E., und vom 1. Oktober 1996 VIII R 44/95, BStBl II 1997, 530) oder wenn bei Überlassung eines Grundstücks durch eine Eigentümergemeinschaft die Gesellschafter der Besitzgesellschaft zivilrechtlich keinen Einfluss auf die Beschlüsse der Grundstücksgemeinschaft über die Verwaltung nehmen können (vgl. BFH in BStBl II 1997, 530).
Auch wenn wie vorliegend aufgrund sachlicher und personeller Verflechtung der Tatbestand der Betriebsaufspaltung erfüllt ist, sind Besitz- und Betriebsunternehmen rechtlich selbständige Unternehmen, die ihren Gewinn selbständig ermitteln und jeweils mit ihren Gewinnen/Erträgen der Einkommen-/Körperschaftsteuer und der Gewerbesteuer unterliegen (BFH-Beschluß vom 8. November 1971 GrS 2/71, BFHE 103, 440, BStBl II 1972, 63; BFH-Urteil vom 1. Oktober 1996 VIII R 44/95, BFHE 182, 327, BStBl II 1997, 530, m.w.N. der Rechtsprechung).