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Timestamp: 2016-10-24 07:10:50
Document Index: 143467475

Matched Legal Cases: ['Art. 43', 'Art. 43', 'Art. 123', 'Art. 181', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 43', 'Art. 44', 'Art. 43', 'BGE', 'Art. 272', 'BGE', 'Art. 268', 'Art. 43', 'Art. 43', 'Art. 43', 'Art. 43', 'Art. 43', 'Art. 43', 'Art. 43', 'Art. 43', 'Art. 43', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 277', 'Art. 43', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 38', 'BGE', 'BGE', 'Art. 123', 'Art. 43', 'Art. 43', 'Art. 43', 'Art. 43']

6S.649/2001 (12.12.2001)
Kassationshofes, Wipr�chtiger, Karlen und Gerichtsschreiber
Staatsanwaltschaft des Kantons Z�rich, Beschwerdef�hrerin,
D.________, Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt Martin Schnyder, Dufourstrasse 32, Z�rich,
Verwahrung (Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB)(Nichtigkeitsbeschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich [I. Strafkammer] vom 23. Mai 2001 [S1/U/O/SB010041/eh]),
A.- Das Bezirksgericht Z�rich verurteilte D.________ am 5. Oktober 2000 wegen Raubes usw. zu 30 Monaten Gef�ngnis und ordnete an Stelle des Vollzugs der Freiheitsstrafe die Verwahrung gem�ss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB an.
B.- Das Obergericht des Kantons Z�rich best�tigte am 23. Mai 2001 im Wesentlichen die Schuldspr�che des Bezirksgerichts und erkannte D.________ der folgenden Straftaten schuldig (Urteil S. 123 f.):
- der einfachen K�rperverletzung (Art. 123
- der fahrl�ssigen schweren K�rperverletzung
- des vollendeten N�tigungsversuchs (Art. 181
- der mehrfachen �bertretung von Art. 19a Ziff. 1
Das Obergericht best�tigte einen Freispruch von der Anklage der Unterlassung der Nothilfe und trat wegen Verj�hrung auf mehrere Anklagepunkte nicht ein (�bertretungen von Art. 19a Ziff. 1 BetmG und geringf�giger Diebstahl; vgl. Urteil S. 28 f.). Es bestrafte ihn mit 27 Monaten Gef�ngnis und ordnete eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sowie Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 6 Abs. 1 StGB ohne Aufschub des Strafvollzugs an.
C.- Die Staatsanwaltschaft des Kantons Z�rich erhebt Nichtigkeitsbeschwerde mit dem Antrag, das Urteil des Obergerichts wegen Verletzung von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung (Anordnung der Verwahrung) zur�ckzuweisen.
D.- Das Obergericht des Kantons Z�rich verzichtet auf eine Stellungnahme zur Nichtigkeitsbeschwerde.
E.- D.________ verbrachte 405 Tage in Untersuchungs- und Sicherheitshaft und befindet sich seit dem 16. August 2000 im vorzeitigen Strafvollzug (Urteil des Obergerichts S. 13, 87, 124). Er ist auf Grund einer Pr�sidialverf�gung der I. Strafkammer des Obergerichts vom 11. Juli 2001 in Sicherheitshaft. Die Pr�sidentin des Obergerichts wies am 3. Oktober 2001 ein Haftentlassungsgesuch ab und setzte gleichzeitig eine zweimonatige Sperrfrist fest, in welcher kein neues Haftentlassungsgesuch zugelassen wird, wobei die Sperrfrist mit Abweisung der eidgen�ssischen Nichtigkeitsbeschwerde dahinf�llt (Protokoll des Obergerichts S. 41 und 62).
Das Obergericht des Kantons Z�rich �bermittelte am 10. Dezember 2001 (Eingangsdatum) dem Kassationshof "zust�ndigkeitshalber zur Erledigung" ein von D.________ handschriftlich verfasstes Haftentlassungsgesuch vom 5. Dezember 2001.
1.- Die Einreichung einer Nichtigkeitsbeschwerde oder staatsrechtlichen Beschwerde gegen ein letztinstanzliches kantonales Strafurteil hat nicht zur Folge, dass die Zust�ndigkeit zur Anordnung einer Verhaftung oder Haftentlassung den kantonalen Beh�rden entzogen und auf das Bundesgericht �bertragen wird (BGE 107 Ia 3 E. 2). Dasselbe gilt f�r andere strafprozessuale Anordnungen wie etwa die Weiterf�hrung oder Aufhebung einer vorl�ufigen Beschlagnahme (Verf�gung des Pr�sidenten des Kassationshofs 6S.854/2000 vom 8. Januar 2001). �ber die Verl�ngerung oder Aufhebung von Untersuchungshaft respektive �ber die Weiterf�hrung oder Aufhebung einer vorl�ufigen Beschlagnahme etc. hat deshalb der kantonale Richter zu entscheiden (Schubarth, Nichtigkeitsbeschwerde 2001, Bern 2001, N 232; Bernhard Str�uli, Pourvoi en nullit� et recours de droit public au Tribunal f�d�ral, Bern 1995, S. 267 N 621 f.; Schweri, Eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde in Strafsachen, Bern 1993, N 352, anders offenbar a.a.O., N 502). Denn aus Art. 272 Abs. 7 BStP ergibt sich einzig die Kompetenz des Kassationshofs oder seines Pr�sidenten, �ber die Vollzugshemmung des angefochtenen Entscheids in der Hauptsache zu befinden, also etwa dar�ber, ob die im kantonalen Endurteil ausgesprochene Freiheitsstrafe einstweilen nicht zu vollziehen ist (BGE 128 IV 46, E. 1), nicht aber die Kompetenz, �ber die Weiterf�hrung einer vorl�ufigen prozessualen Massnahme zu befinden, die ja auch nicht Anfechtungsobjekt der Nichtigkeitsbeschwerde in Strafsachen sein kann (Art. 268 Ziff. 1 BStP).
Auf das Haftentlassungsgesuch ist deshalb mangels Zust�ndigkeit nicht einzutreten.
b) Das Bezirksgericht begr�ndete die Anordnung einer Verwahrung damit, dass dem Beschwerdegegner aus gutachterlicher Sicht bez�glich aller f�r die Anlasstaten kausalen Umst�nde (psychische Erkrankung, Drogensucht, dissoziale Pers�nlichkeitsmerkmale) eine �usserst kritische Zukunftsprognose gestellt werde. Es m�sse davon ausgegangen werden, dass er ohne entsprechende medikament�se Behandlung weiterhin Delikte in Art und Schwere der Anlasstaten begehen werde. Von Bedeutung sei, dass der Beschwerdegegner auch bei der Hauptverhandlung keinerlei Krankheitseinsicht gezeigt und jegliche Form medikament�ser Behandlung abgelehnt habe. Vor diesem Hintergrund mache eine ambulante oder station�re Behandlung keinen Sinn (Urteil S. 34 f.).
c) aa) Die Vorinstanz f�hrt aus, der Beschwerdegegner habe stets vor dem Hintergrund einer bereits bestehenden Konfliktsituation gehandelt. Er erscheine bei n�herer Betrachtung der Anlasstaten nicht als der brutale T�ter, der ohne Anlass auf beliebige Opfer losgehe. Die Wahrscheinlichkeit k�nftiger Straftaten sei vor diesem Hintergrund massgeblich zu relativieren. Seine Taten seien grunds�tzlich mit keiner schweren Gewalteinwirkung verbunden gewesen. Eine gewisse Ausnahme k�nne im Fall der fahrl�ssigen schweren K�rperverletzung z.N. von W.________ gesehen werden (dazu angefochtenes Urteil S. 60 - 79), wobei der Erfolg nicht direkt beabsichtigt gewesen sei.
Die vom Beschwerdegegner angestrebten Beeintr�chtigungen der k�rperlichen Integrit�t seiner Opfer erwiesen sich somit nicht als derart gravierend, dass an die N�he und das Ausmass der von ihm ausgehenden Gefahr geringere Anforderungen zu stellen w�ren. Es ergebe sich f�r die Zukunft keine hohe Wahrscheinlichkeit einer schwerwiegenden Gef�hrdung der �ffentlichen Sicherheit (angefochtenes Urteil S. 93).
bb) Die Vorinstanz pr�ft eine Gef�hrlichkeit weiter auf der Grundlage des psychiatrischen Gutachtens der Universit�tsklinik Z�rich vom 27. Juni 2000 (act. HD 17/6). Nach dem Gutachten seien die episodisch bestehende psychotische St�rung (Schizophrenie) und die unabh�ngig von dieser Symptomatik erkennbaren Pers�nlichkeitsmerkmale zu ber�cksichtigen. Aus seiner Krankheitsgeschichte ergebe sich, dass er sich schon in kleineren Konfliktsituationen als recht frustrationsintolerant erwiesen und verbal-aggressiv reagiert habe. Weiter sei bei ihm eine Deliktsverarbeitung bisher nicht geschehen. Es sei eine Tendenz zur Verschiebung von Verantwortlichkeiten zu erkennen.
Positiv zu werten sei dagegen, dass er im Zusammenhang mit seiner Freundin und seinem Kind in eine soziale Verantwortlichkeit einbezogen sei, und dass er seit l�ngerer Zeit drogenfrei lebe. Der soziale Empfangsraum sei aber nach wie vor problembehaftet, und es sei nicht klar, ob er auch in der Freiheit bei Auftauchen von Alltagsproblemen drogenfrei leben k�nne. Eine erh�ht aggressive Verhaltensdisposition sei weiterhin gegeben, doch sei er f�r Dritte in Alltagssituationen nicht gef�hrlich (angefochtenes Urteil S. 94 - 96).
Die Vorinstanz stellt fest, das Gutachten �ussere sich zur Prognose ambivalent. Soweit der Gutachter einen kritischen Punkt in der fehlenden Deliktsverarbeitung sehe, sei zu betonen, dass der Beschwerdegegner darin seit der Erstellung des Gutachtens deutliche Fortschritte erzielt habe. Weiter sei davon auszugehen, dass der Kontrollverlust auf seine im Tatzeitpunkt manifeste Drogensucht zur�ckzuf�hren sei, diese Abh�ngigkeit aber nunmehr weitestgehend unter Kontrolle gebracht werden konnte.
Schliesslich sei zu ber�cksichtigen, dass er keine Vorstrafen aufweise und mithin in der Vergangenheit noch nie nachweislich eine besondere Gef�hrlichkeit offenbart habe.
Es sei mithin nicht von einer hohen Wahrscheinlichkeit einer zuk�nftigen schwerwiegenden Gef�hrdung der �ffentlichen Sicherheit auszugehen (angefochtenes Urteil S. 96 f.).
cc) Die Vorinstanz erw�gt weiter, dass eine Verwahrung die einzige M�glichkeit darstellen m�sste, um den Beschwerdegegner von einer weiteren Gef�hrdung abzuhalten.
Nach dem Gutachter seien die Suchtabh�ngigkeit und die psychische St�rung einer Behandlung zug�nglich. Hinsichtlich der gutachterlichen Zweifel an der Krankheitseinsicht und der Behandlungsbereitschaft, denen sich auch das Bezirksgericht angeschlossen habe, seien nunmehr eine weitgehende Stabilit�t und Kontinuit�t erreicht worden (angefochtenes Urteil S. 98 - 104).
dd) Die Vorinstanz weist auf eine abweichende Meinung hin (angefochtenes Urteil S. 104, E. 4.4 mit Verweisung auf act. 87a). Im Minderheitsantrag werden gewaltt�tige Vorkommnisse aufgez�hlt (S. 5 ff.), und auf Grund der gutachterlichen Ausf�hrungen werden eine schwerwiegende Gef�hrdung der �ffentlichen Sicherheit (S. 11) sowie die Notwendigkeit einer Verwahrung bejaht: Der Beschwerdegegner geh�re zwar nicht zu den hochgef�hrlichen T�tern und sei beschr�nkt behandlungsbed�rftig und -f�hig; es sei aber zu bef�rchten, dass er weiterhin schwere Delikte begehen k�nnte (S. 15).
ee) Zusammenfassend kommt die Vorinstanz zum Ergebnis, dass es bereits an einer schwerwiegenden Gef�hrdung der �ffentlichen Sicherheit durch den Beschwerdegegner fehle. Selbst wenn aber eine Gef�hrdung angenommen werden m�sste, w�re zur Bek�mpfung der R�ckfallgefahr eine mildere Massnahme als die ultima ratio der Verwahrung m�glich (angefochtenes Urteil S. 104, E. 4.3). Sie ordnet eine vollzugsbegleitende ambulante Behandlung an (angefochtenes Urteil S. 104 - 106, E. 5).
d) Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, der Beschwerdegegner habe in der Zeitspanne von sieben Monaten vier Personen in gravierender Weise verletzt und bedroht, wobei er sich nur w�hrend knapp f�nf Monaten auf freiem Fuss befunden habe. Dass er aus einer Konfliktsituation heraus delinquiert habe, spreche nicht gegen seine Gef�hrlichkeit.
Es m�sse von einer erheblichen Wiederholungsgefahr ausgegangen werden, da er den in der Freiheit auf ihn zukommenden Belastungen kaum gewachsen sein werde, insbesondere bei der Wohn- und Arbeitsplatzsuche sowie der Familiengr�ndung (Beschwerde S. 4 f.). Wenn es nach dem Gutachter durchaus m�glich sei, dass der an einer paranoiden Schizophrenie und einer dissozialen Pers�nlichkeitsst�rung leidende und zu St�rungen der Impulskontrolle in verbal aggressiven Konfliktsituationen neigende Beschwerdegegner wegen seiner Krankheit und der noch zu bew�ltigenden komplexen Suchtproblematik auch bei �rztlicher Behandlung weitere Delikte gegen Leib und Leben begehen k�nnte, habe die Vorinstanz - selbst wenn N�he und Ausmass dieser Gefahr ungewiss w�ren - nicht von der Anordnung einer Verwahrung absehen d�rfen (Beschwerde S. 6).
Die Beschwerdef�hrerin wendet sich sodann gegen die Annahme der Vorinstanz, dass sich eine Verwahrung als ultima ratio auch deshalb nicht rechtfertige, weil eine mildere Massnahme m�glich sei (Beschwerde S. 6 ff.).
Es fehle n�mlich an einer umfassenden Krankheitseinsicht und Behandlungswilligkeit. Auch an der Behandlungsf�higkeit und der Durchf�hrbarkeit einer ambulanten Massnahme seien Zweifel anzubringen. In �bereinstimmung mit dem Minderheitsantrag sei festzuhalten, dass der Beschwerdegegner bereits unz�hlige Male in psychiatrischer Behandlung gewesen sei. Trotz der angeordneten kombinierten ambulanten Behandlung sei zu bef�rchten, dass er wiederum schwere Delikte begehen k�nnte, da die grunds�tzlich zwar zu bejahenden Heilchancen angesichts der �usserst wechselhaften Behandlungswilligkeit sehr unsicher seien und daher nicht davon ausgegangen werden k�nne, der die Gef�hrlichkeit begr�ndende pathologische Zustand k�nne durch �rztliche Behandlung erfolgreich bek�mpft werden (Beschwerde S. 8 f.).
4.- Sind die Voraussetzungen einer Massnahme gegeben, fragt sich, ob die Einweisung in eine Heil- oder Pflegeanstalt oder eine ambulante Behandlung (Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB) oder aber die Verwahrung anzuordnen ist (Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB). Nach dem Gutachter ist aus �rztlicher Sicht keine Veranlassung erkennbar, die Behandlung in einer Heil- oder Pflegeanstalt im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB durchzuf�hren (Gutachten S. 49, 50, 52, 53). Diese Massnahme f�llt somit ausser Betracht.
Vorliegend ist einzig zu pr�fen, ob der Verzicht der Vorinstanz auf eine Verwahrung Bundesrecht verletzt.
Gef�hrdet der T�ter infolge seines Geisteszustands die �ffentliche Sicherheit in schwerwiegender Weise, so wird vom Richter seine Verwahrung angeordnet, wenn diese Massnahme notwendig ist, um ihn von weiterer Gef�hrdung anderer abzuhalten (Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB).
a) Das Bundesgericht unterscheidet folgende T�tertypen, bei denen eine Verwahrung gem�ss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB in Betracht kommt: N�mlich zun�chst die hochgef�hrlichen T�ter, die keiner Behandlung zug�nglich sind, sowie jene, die zwar einer Behandlung zug�nglich sind, von denen aber auch w�hrend einer Behandlung schwere Delikte zu bef�rchten w�ren, wenn sie im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB ambulant oder in einer Heil- oder Pflegeanstalt behandelt w�rden. Es unterscheidet sodann als dritten T�tertypus Personen, die noch nicht eindeutig aus dem Anwendungsbereich von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB herausfallen und deshalb auch noch nicht klar jenem von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zugeordnet werden k�nnen, bei denen also die Heilchancen kurz- oder mittelfristig als gut erscheinen, jedoch in bestimmten Situationen ein Risiko besteht, so dass einer trotz Behandlung m�glichen Gefahr mit sichernden Mitteln begegnet werden k�nnen muss. Zu dieser Kategorie z�hlen somit auch Grenzf�lle, deren Zuordnung noch bestimmte Zweifel aufwirft. Unter Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sind T�ter einzuordnen, die einer Behandlung bed�rfen und bei denen Sicherheitsfragen deutlich zur�cktreten (viertens) oder die nicht gef�hrlich sind (f�nftens), sowie (sechstens) T�ter, die einer ambulanten Massnahme im Vollzug oder in der Freiheit bed�rfen (BGE 123 IV 100 E. 2 mit Hinweisen). Die Einordnung in dieses Massnahmenraster erfolgt nach Massgabe des Grades der Krankhaftigkeit und des Delinquenzrisikos. Die Massnahme muss verh�ltnism�ssig sein, und die spezialpr�ventiv richtige L�sung hat den Vorrang (BGE 127 IV 154 E. 4c). Eine Verwahrung kommt als ultima ratio nur bei Gef�hrlichkeit in Betracht (BGE 125 IV 118 E. 5b/bb; 127 IV 1 E. 2a).
Die Vorinstanz verneint die Voraussetzungen einer Verwahrung mit der Begr�ndung, dass es bereits an einer schwerwiegende Gef�hrdung der �ffentlichen Sicherheit durch den Beschwerdegegner fehle und dass - selbst wenn eine Gef�hrdung angenommen werden m�sste - eine mildere Massnahme als die ultima ratio der Verwahrung m�glich sei.
F�r die Vorinstanz waren auch die seit dem bezirksgerichtlichen Urteil eingetretenen neuen Tatsachen wesentlich.
Das zwischenzeitliche Verhalten des Beschwerdegegners und die Wirkungen der therapeutischen Bem�hungen (Stellungnahme des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes des Justizvollzugs vom 16. Mai 2001, act. 84) wirkten sich auf die Prognosestellung aus.
Im Minderheitsantrag (S. 15) wird der Beschwerdegegner in die zweite der erw�hnten T�terkategorien eingeordnet.
Auch die Beschwerdef�hrerin bef�rchtet bei grunds�tzlich zu bejahenden Heilchancen und trotz der angeordneten kombinierten (vollzugsbegleitenden) Behandlung, dass der Beschwerdegegner "wiederum schwere Delikte begehen k�nnte" (Beschwerde S. 8, Ziff. 3.3). Diese im Wesentlichen mit dem Minderheitsantrag �bereinstimmende Einsch�tzung entspricht jener des Bezirksgerichts, f�r das letztlich eine fehlende Krankheitseinsicht sowie die Ablehnung der medikament�sen Behandlung entscheidend waren.
Die Beschwerdef�hrerin bezeichnet die Behandlungswilligkeit als �usserst wechselhaft. F�r die Vorinstanz war indessen gerade eine zwischenzeitliche tats�chliche Verbesserung dieser Faktoren entscheidend. Seit der Erstellung des Gutachtens habe der Beschwerdegegner deutliche Fortschritte erzielt. Der Kontrollverlust sei auf die im Tatzeitpunkt manifeste Drogensucht zur�ckzuf�hren. Diese Abh�ngigkeit sei aber nunmehr weitestgehend unter Kontrolle gebracht. Hinsichtlich der gutachterlichen Zweifel an der Krankheitseinsicht und der Behandlungsbereitschaft, denen sich auch das Bezirksgericht angeschlossen habe, sei nunmehr eine weitgehende Stabilit�t und Kontinuit�t erreicht worden.
Dabei handelt es sich um f�r den Kassationshof verbindlich tats�chliche Feststellungen der Vorinstanz (Art. 277bis BStP). Diese Feststellungen sprechen von eindeutigen Fortschritten im vorinstanzlichen Urteilszeitpunkt, der f�r die Gef�hrlichkeitsprognose grunds�tzlich massgebend ist. Nach Massgabe dieser Feststellungen kann der Beschwerdegegner nicht in die zweite der erw�hnten Kategorien eingestuft werden. Die psychischen St�rungen wie die Suchtproblematik sind einer Behandlung zug�nglich.
Die Drogensucht konnte seit der bezirksgerichtlichen Hauptverhandlung weitestgehend unter Kontrolle gebracht werden; hinsichtlich der Krankheitseinsicht und der Behandlungsbereitschaft wurden eine weitgehende Stabilit�t und Kontinuit�t erreicht. Die im Wesentlichen mit der fehlenden Krankheitseinsicht und Behandlungsbereitschaft begr�ndete skeptische gutachterliche Einsch�tzung ist somit zwischenzeitlich zu relativieren; doch sind diese im Gutachten begr�ndeten Zweifel (vgl. S. 52 f.) auch durch die �rztliche Stellungnahme vom 16. Mai 2001 nicht ausger�umt, so wenn sich das Dr�ngen des Beschwerdef�hrers hinsichtlich von Sedativa und Hypnotika als unver�ndert zeigt (Antworten Ziff. 10, 13). Bei solchen prognostischen Einsch�tzungen verbleiben naturgem�ss Unsicherheiten (dazu nachfolgend). Insoweit deren Beurteilung entscheidend von der W�rdigung tats�chlicher Umst�nde abh�ngt, muss hier der Vorinstanz ein erhebliches sachrichterliches Ermessen zukommen (Art. 43 Ziff. 1 Abs. 3 StGB; BGE 123 IV 100 E. 2; vgl. BGE 124 IV 246 E. 2b; 120 IV 1 E. 2c). Diese Umst�nde erhalten bei der Prognosestellung Gewicht.
b) Entscheidend f�r die Anordnung einer Verwahrung ist das mit dem Geisteszustand des T�ters zusammenh�ngende Delinquenzrisiko, n�mlich die Wahrscheinlichkeit weiterer erheblicher Straftaten. Diese Prognose setzt eine Gesamtw�rdigung der Person und des Vorlebens, insbesondere der bisherigen Straftaten voraus. Dabei sind die Kriterien der Verh�ltnism�ssigkeit bzw. der Subsidiarit�t zu beachten (BGE 127 IV 154 E. 3d a.E. und E. 4c mit Hinweisen).
Eine Gef�hrdung beurteilt sich nach der N�he und dem Ausmass der Gefahr sowie der Art und Bedeutung des gef�hrdeten Rechtsguts, so dass bei der Gef�hrdung hochwertiger Rechtsg�ter wie Leib und Leben an N�he und Ausmass der Gefahr weniger hohe Anforderungen zu stellen sind als bei der Gef�hrdung weniger bedeutender Rechtsg�ter (BGE 118 IV 108 E. 2a). Es lassen sich indessen keine eindeutigen Aussagen �ber zuk�nftiges normverletzendes Verhalten bei einem einzelnen psychisch gest�rten T�ter machen, jedoch Risikofaktoren und Interventionsstrategien aufzeigen (Nedopil, Forensische Psychiatrie, 2. Auflage, Stuttgart 2000, S. 248; Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil II, Bern 1989, � 4 N 50 ff.).
Dass ein Mensch keine rechtswidrigen oder gef�hrlichen Taten im Laufe seines Lebens mehr begeht, l�sst sich erfahrungswissenschaftlich nicht begr�nden (Nedopil, a.a.O., S. 247; BGE 125 IV 113 E. 2a zu Art. 38 Ziff. 1 StGB). Es ist daher zu ber�cksichtigen, dass Gef�hrlichkeitsprognosen naturgem�ss unsicher und schwierig sind. H�lt das Gericht auf Grund der Ausf�hrungen des psychiatrischen Gutachtens ein Fortbestehen der Fremdgef�hrlichkeit trotz �rztlicher Behandlung in der Zukunft f�r m�glich, darf es die Gef�hrlichkeit als Voraussetzung der Massnahme bejahen (BGE 127 I 1 E. 2a).
Wie erw�hnt, wird im Minderheitsantrag auf weitere gewaltt�tige Vorkommnisse hingewiesen. Dabei handelt es sich jedoch teilweise nicht um tats�chliche Feststellungen des angefochtenen Entscheids, sondern um Umst�nde, die gegebenenfalls im Rahmen des sachrichterlichen Ermessens Ber�cksichtigung finden k�nnten, vorliegend jedoch zum Teil weder beweism�ssig erstellt wurden noch Eingang in das Urteil fanden. Die Beschwerdef�hrerin begr�ndet eine Gef�hrlichkeit mit erheblich �berinterpretierten Tatumst�nden.
So drohte der Beschwerdegegner beim mitt�terschaftlich begangenen Raub (r�uberischer Diebstahl von Fr. 20.--, einigen Methadontabletten und Tabletten eines weiteren Medikaments) nicht einfach "mit einer Pistole" (Beschwerde S. 4), sondern mit einer Schreckschusspistole (angefochtenes Urteil S. 29 - 41). Im Fall der einfachen K�rperverletzung wollte er A.________ bez�glich seiner Freundin zur Rede stellen und ben�tzte dabei zwar ein Klappmesser mit ca. f�nf Zentimeter Klingenl�nge (Beschwerde S. 4; angefochtenes Urteil S. 52). Es scheint sich dabei aber um ein Taschenmesser gehandelt zu haben, nicht um ein Stellmesser oder eine eigentliche Stichwaffe. Ein Taschenmesser ist in der Regel keine Waffe (vgl. BGE 117 IV 135 E. 1c/bb). Die Vorinstanz liess offen, ob das Messer als Waffe anzusehen sei, da es sich jedenfalls um einen gef�hrlichen Gegenstand im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB gehandelt habe (angefochtenes Urteil S. 53). Ferner f�gte der Beschwerdegegner H.________ einen Nasenbeinbruch beim Eintreiben von Schulden zu (angefochtenes Urteil S.
54 - 60). Ungenau ist sodann das Vorbringen, dass er W.________ "eine lebensgef�hrliche Verletzung zuf�gte" (Beschwerde S. 4). Es ging dabei um eine Fahrl�ssigkeitstat (angefochtenes Urteil S. 60 - 79): Zwischen dem Beschwerdegegner und der Frau kam es wegen des ihr geh�renden freilaufenden, bellenden Hundes zu einer verbalen Auseinandersetzung, der von beiden Seiten heftig und aggressiv gef�hrt wurde; dabei versetzte er ihr einen Stoss, "welcher bewirkte, dass letztere die Treppe hinunterst�rzte und sich dabei lebensgef�hrliche Kopfverletzungen zuzog" (angefochtenes Urteil S. 61 und 67). Dieser Erfolg war nicht beabsichtigt gewesen (angefochtenes Urteil S. 93).
c) Es ergibt sich somit, dass die Anlasstaten (begangen in jeweils mindestens mittelgradiger Einschr�nkung der Zurechnungsf�higkeit; angefochtenes Urteil S. 82 f.) zwar Gewaltdelikte darstellen (angefochtenes Urteil S. 84 f., dort auch Ziff. 4.2 zu den Beweggr�nden), aber mit keiner vors�tzlichen schweren Gewalteinwirkung gegen das Leben verbunden waren (angefochtenes Urteil S. 93). Sie enthalten weder die von der Beschwerdef�hrerin geltend gemachte Gefahrenintensit�t f�r Leib und Leben noch weisen sie auf eine Gemeingef�hrlichkeit im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB hin. Die Beschwerdef�hrerin argumentiert, es sei zu bef�rchten, dass der Beschwerdegegner "wiederum schwere Delikte begehen k�nnte" (Beschwerde S. 8, Ziff. 3.3). Zum einen l�sst sich angesichts der Tatumst�nde nicht von "schweren" Gewaltdelikten im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB sprechen und zum andern gen�gt eine allgemeine M�glichkeit der Begehung von Straftaten nicht f�r die Anordnung einer Verwahrung. Erforderlich ist eine Wahrscheinlichkeit erheblicher Straftaten (oben E. 4b am Anfang). Die Vorinstanz stellt zudem fest, dass keine Vorstrafen vorliegen und dass der Beschwerdegegner mithin auch in der Vergangenheit noch nie nachweislich eine besondere Gef�hrlichkeit offenbart hatte (angefochtenes Urteil S. 97). Wenn die Vorinstanz in Anbetracht dieser Anlasstaten und ihres jeweiligen drogenspezifischen Hintergrunds sowie der positiven zwischenzeitlichen Entwicklung nicht von einer hohen Wahrscheinlichkeit einer k�nftigen schwerwiegenden Gef�hrdung der �ffentlichen Sicherheit ausgeht (angefochtenes Urteil S. 97), verletzt sie kein Bundesrecht. Sie begr�ndet ihren Verzicht auf die Anordnung einer Verwahrung in jeder Hinsicht eingehend, sorgf�ltig und nachvollziehbar.
d) Zusammenfassend bestehen zwar psychische St�rungen, doch ist in jedem Fall dem "Rauschmittelkonsum die Bedeutung eines tatkonstellativen Faktors zuzusprechen" (Gutachten S. 54). Der Gutachter sieht denn auch eine Kombination von Massnahmen gem�ss Art. 43 und 44 StGB angezeigt und r�t am ehesten eine die Freiheitsstrafe begleitende psychiatrische Betreuung an (Gutachten S. 55).
Strafrechtlich steht der gutachterlich festgestellte mehrj�hrige, auf verschiedene Substanzen bezogene, teilweise s�chtige und teilweise missbr�uchliche Substanzkonsum im Vordergrund (a.a.O.). Die diesbez�gliche skeptische gutachterliche Prognose ist nachvollziehbar. Die Vorinstanz stellt nunmehr wesentliche Fortschritte fest. Die Anlasstaten stehen mit dieser Suchtproblematik im Zusammenhang.
Der Gutachter verneinte �berdies einen "generellen Hang zur Delinquenz" (Gutachten S. 56). Es l�sst sich daher eine Verwahrung gem�ss Art. 43 StGB weder nach Massgabe des Grades der Krankhaftigkeit noch des Delinquenzrisikos begr�nden. Die Voraussetzungen einer Verwahrung sind nicht erf�llt.
5.- Die Nichtigkeitsbeschwerde ist abzuweisen. Es sind weder Kosten aufzuerlegen noch Entsch�digungen auszurichten.
1.- Auf das Haftentlassungsgesuch wird mangels Zust�ndigkeit nicht eingetreten.
4.- Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht (I. Strafkammer) des Kantons Z�rich schriftlich mitgeteilt.