Source: http://www.juraexamen.info/klausurloesung-zr-ii-juni-2015-hamburg/
Timestamp: 2020-05-24 21:54:36
Document Index: 25854170

Matched Legal Cases: ['§ 993', '§ 276', '§ 249', '§ 840', '§ 421', '§ 241', '§ 276', '§ 426', '§ 364', '§ 134', '§ 29', '§ 387', '§ 387', '§ 823', '§ 823', '§ 303', '§ 393', '§ 823', '§ 249', '§ 387', '§ 393', '§ 823', '§ 303', '§ 393']

Klausurlösung: ZR II - Juni 2015 - Hamburg | Juraexamen.info
Nachfolgend erhaltet Ihr in Kooperation mit der Online Lernplattform Jura Online eine unverbindliche Lösungsskizze der im Juni 2015 gelaufenen ZR II Klausur in Hamburg. Mittels der Skizze soll es Euch möglich sein, Euch noch besser auf eure eigenen Klausuren vorzubereiten und die wesentlichen Problemkreise zu erfassen. An einigen Stellen der Lösungsskizzen verweist Jura Online auf eigene Vertiefungshinweise.
A. W gegen E auf Schadensersatz i.H.v. 2.200 Euro bzgl. Wohnwagen
(-); Arg.: Kein (Leih-)Vertrag zwischen E und W, sondern nur zwischen E und J.
(-); Arg.: W wohl nicht einmal Besitzer, sondern nur J.
(+); Arg.: Kein EBV (s.o.), also auch keine Sperrwirkung, § 993 BGB a.E.
Hier: Eigentum der E
bb) Verletzungsverhalten des W
Hier: gemeinsame Bedienung des Gasherdes
cc) Zurechnung (+)
dd) Rechtswidrigkeit (+)
ee) Verschulden, § 276 BGB
Hier: (leichte) Fahrlässigkeit; keine Haftungsprivilegierung bei W.
c) Rechtsfolge: Schadensersatz, §§ 249 ff. BGB (+)
-> Grundsätze der gestörten Gesamtschuld
aa) Vorliegen einer gestörten Gesamtschuld
W und J wären Gesamtschuldner nach § 840 BGB bzw. § 421 BGB, wenn auch J aus demselben Lebenssachverhalt haftete. Gestört wäre die Gesamtschuld, wenn bei J aber eine Haftungsprivilegierung griffe. Daher sind hier inzidenter die Ansprüche E gegen J zu prüfen.
Hier: Beschädigung der Wandverkleidung, § 241 II BGB
(c) Vertretenmüssen
– Eigentlich: Vorsatz und jede Fahrlässigkeit, § 276 BGB
– Aber: (wirksame) individualvertragliche Vereinbarung, dass nur für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit und Vorsatz gehaftet werde.
(d) Ergebnis: (-)
(-); Arg: scheitert ebenfalls an dem fehlenden Vertretenmüssen des J.
– aA: Wortlautlösung
-> volle Haftung des W
– aA: Lehre von der fingierten Gesamtschuld
-> volle Haftung des W (aber hälftiger Ausgleichsanspruch gegen J aus § 426 I, II BGB analog)
– hM: Kürzung im Außenverhältnis
-> Hälftige Haftung des W gegenüber E; Arg.: Gerechter Interessenausgleich.
e) Ergebnis: (+), aber nur i.H.v. 1.100 Euro
a) § 364 I BGB
(-); Arg.: Hingabe des Methamphetamin nichtig gem. § 134 BGB i.Vm. § 29 I Nr. 1 BtMG.
b) Aufrechnung, §§ 387 ff. BGB
aa) Aufrechnungslage, § 387 BGB
(a) Ansprüche der E gegen W (+), s.o.
(b) Ansprüche W gegen E
Hier: § 823 I BGB und § 823 II BGB i.Vm. § 303 StGB bzgl. des zerstörten Briefkastens.
(2) Gleichartigkeit der Forderungen (+)
(3) Fälligkeit und Durchsetzbarkeit der Gegenforderung (+)
(4) Erfüllbarkeit der Hauptforderung (+)
bb) Aufrechnungserklärung
Hier: durch E selbst („von der Rechnung abziehen“).
Hier: wohl § 393 BGB; Arg.: Brandschaden zwar nicht vorsätzlich, aber Zerstörung des Briefkastens.
Ergebnis: (+), i.H.v. 1.110 Euro
IV. Weitere Ansprüche (-)
B. E gegen W auf Schadensersatz i.H.v. 320 Euro bzgl. Spiegel zzgl. Nutzungsausfall
I.§ 823 I BGB
Hier: Tritt
bb) Adäquanz
Hier: Reserveursache (Spiegel wäre bei späterem Unfall ohnehin zerstört worden) unbeachtlich; Arg.: Schutzzweck der Norm.
e) Verschulden (+)
f) Rechtsfolge: Schadensersatz
– Bzgl. Substanzverletzung am Spiegel (+); Arg.: § 249 II BGB
– Bzgl. des Nutzungsausfalls für 2 Tage (+); Arg.: „normativer Schaden“ bei wichtigen Gebrauchsgütern
g) Ergebnis: (+)
-> Aufrechnung, §§ 387 ff. BGB (-); Arg.: § 393 BGB.
II.§ 823 II BGB i.V.m. § 303 StGB
(+); Arg.: Aufrechnung ebenfalls wegen § 393 BGB ausgeschlossen.