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Timestamp: 2016-10-24 01:45:44
Document Index: 310413239

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'Art. 134', 'Art. 152', 'Art. 135', 'BGE', 'Art. 152', 'Art. 159', 'Art. 135', 'BGE']

U 284/00 (14.02.2002)
U 284/00 Vr
S.________, 1944, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch H.________,
Winterthur Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft, General Guisan-Strasse 40, 8400 Winterthur, Beschwerdegegnerin, vertreten durch F�rsprecher Ren� W. Schleifer, Stampfenbachstrasse 42, 8006 Z�rich,
A.- S.________ (geboren 1944) war als Berufsschullehrerin an den Gewerbeschulen Y.________ t�tig und erteilte Fortbildungskurse. Als Angestellte des Kantons Z�rich war sie bei der Winterthur Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend Winterthur) obligatorisch gegen Unf�lle versichert. Am 27. Oktober 1995 wurde sie auf dem Weg zur Arbeit als Fussg�ngerin beim �berqueren der Strasse auf einem Fussg�ngerstreifen von einem Auto angefahren und zur Seite geworfen. Trotz Schmerzen und einem Schockzustand begab sie sich anschliessend zur Arbeit. Am n�chsten Tag erstattete sie Anzeige bei der Polizei. Dr. med. O.________, den sie am 30. Oktober 1995 aufsuchte, stellte im Bericht vom 6. November 1995 am linken Arm ein H�matom und im Bereich der HWS eine Druckdolenz sowie einen Rotationsschmerz fest. Unter der Rubrik Allgemeinzustand vermerkte er "depressiv und psychisch unter Schock" und "fr�her wegen Depressionen in Behandlung". Im Bericht vom 28. November 1995 hielt er die k�rperlichen Folgen f�r weitgehend ausgeheilt, jedoch leide die Versicherte unter starken �ngsten und an der Reaktivierung einer Depression. Seit 24. November 1995 bestehe eine Arbeitsf�higkeit von 20 %. In den Berichten vom 29. Februar und 29. April 1996 �usserte er den Verdacht einer HWS-Distorsion mit multiplen funktionellen St�rungen und psychischen Reaktionen. Ab 20. Mai 1996 war S.________ vollst�ndig arbeitsunf�hig und konnte ihre T�tigkeit als Berufsschullehrerin nicht mehr aufnehmen. Eine neuropsychologische Abkl�rung bei Dr. phil. W.________ ergab eine leichte neuropsychologische Funktionsst�rung, wie sie bei HWS-Schleudertraumatas h�ufig anzutreffen sei (Bericht vom 11. Juli 1996). Nach Einholen eines Berichts des Dr. med. B.________, Spezialarzt FMH f�r Psychiatrie und Psychotherapie, vom 3. Dezember 1996 und nach Einholen eines Gutachtens der Rehaklinik X.________ vom 16. Dezember 1997 stellte die Winterthur ihre Leistungen mit Verf�gung vom 14. Mai 1998 per 30. Juni 1998 gesamthaft ein. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 8. Juli 1998 fest.
B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 5. Juni 2000 ab.
C.- S.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Antrag, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides habe die Beschwerdegegnerin weiterhin die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Ferner sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen.
Die Winterthur l�sst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliessen. Das Bundesamt f�r Sozialversicherung und die beigeladene Versicherung Z.________ AG verzichten auf eine Vernehmlassung.
D.- Im Hinblick auf das von der Beschwerdef�hrerin eingereichte psychiatrische Gutachten des Dr. med. K.________, Facharzt f�r Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 30. November 2000 erhielten die Winterthur und die Versicherungen Z.________ AG Gelegenheit zur Stellungnahme.
1.- Im angefochtenen Entscheid wird die Rechtsprechung zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang im Allgemeinen (vgl. auch BGE 119 V 337 Erw. 1) und bei Schleudertraumen der HWS oder �quivalenten Verletzungsmechanismen im Besonderen (BGE 119 V 338; RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29) richtig dargelegt. Entsprechendes gilt f�r die Grunds�tze zum Erfordernis des - kumulativ erforderlichen - ad�quaten Kausalzusammenhanges (vgl. auch BGE 125 V 461 Erw. 5a, 123 V 103, 122 V 416 Erw. 2a), insbesondere bei psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) und bei den Folgen eines Unfalles mit Schleudertrauma der HWS oder �quivalenten Verletzungen ohne organisch nachweisbare Funktionsausf�lle (BGE 117 V 359). Das kantonale Gericht hat sodann zutreffend festgehalten, dass in F�llen, in welchen die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der HWS geh�renden Beeintr�chtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zur vorliegenden ausgepr�gten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten, die Beurteilung praxisgem�ss unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall gem�ss BGE 115 V 135 ff. Erw. 4 ff. vorzunehmen ist (BGE 123 V 99 Erw. 2a). Darauf wird verwiesen.
2.- a) Das kantonale Gericht hat die medizinischen Akten zwar dahingehend gew�rdigt, dass der nat�rliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 27. Oktober 1995 und den anhaltenden Beschwerden zu bejahen sei (vgl. auch BGE 121 V 329 Erw. 2a). Ob diese Feststellung im Hinblick auf die Aktenlage haltbar sei, ist zwar fraglich, kann aber offen bleiben. Denn beizupflichten ist der Vorinstanz jedenfalls darin, dass gem�ss den medizinischen Berichten die psychische Problematik im Vordergrund stand, die Beschwerden teilweise als psychosomatisch qualifiziert wurden und es sich bei der diagnostizierten Anpassungsst�rung um eine eigenst�ndige Gesundheitsst�rung handelt. Dies l�sst sich auch aus dem Gutachten des Psychiaters Dr. med. K.________ vom 30. November 2000 schliessen, wonach unter psychiatrischem Blickwinkel einzig die Diagnose einer l�ngeren depressiven Reaktion im Sinne einer Anpassungsst�rung an das Unfallgeschehen und die Unfallfolgen zu erheben sei. Sodann wird im neuropsychologischen Bericht der Rehaklinik X.________ vom 23. April 1997 festgehalten, die von Frau Dr. W.________ im Bericht vom 11. Juli 1996 festgestellte leichte neuropsychologische St�rung werde heute durch die psychische Problematik derart �berlagert, dass keine Aussage �ber das Vorliegen einer hirnorganisch bedingten Funktionsst�rung gemacht werden k�nne. Angesichts der eindeutig im Vordergrund stehenden ausgepr�gten psychischen Problematik hat die Vorinstanz f�r die Beurteilung des ad�quaten Kausalzusammenhanges zwischen dem dem mittleren, im Grenzbereich zu den leichten Unf�llen zuzuordnenden Unfallgeschehen und den fortbestehenden Beschwerden somit zu Recht auf die in BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa festgelegten Grunds�tze abgestellt. Danach m�ssen f�r die Bejahung des ad�quaten Kausalzusammenhangs mehrere der im angefochtenen Entscheid korrekt wiedergegebenen Kriterien in geh�ufter oder auffallender Weise erf�llt sein, es sei denn, ein einziges Kriterium liege in besonders ausgepr�gter Weise vor. Im Unterschied zu den bei Unf�llen mit Schleudertrauma der HWS massgebenden Kriterien (vgl. dazu BGE 117 V 366 Erw. 6a und 382 Erw. 4b) wird f�r die Beurteilung des ad�quaten Kausalzusammenhangs bei psychischen Unfallfolgen zwischen physischen und psychischen Komponenten differenziert (BGE 117 V 367 Erw. 6a in fine).
b) Der Unfall ereignete sich weder unter dramatischen Begleitumst�nden noch war er besonders eindr�cklich. Schwere oder besondere Verletzungen m�ssen verneint werden in Anbetracht dessen, dass nicht eine H�ufung verschiedener, f�r das Schleudertrauma der HWS typischer Beschwerden mit schwerwiegenden Auswirkungen vorgelegen hat (vgl. BGE 117 V 369). Eine �rztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, sowie ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sind ebenfalls nicht gegeben. Die Behandlung der somatischen Unfallfolgen hielt sich im Rahmen des �blichen, sodass dieses Kriterium nicht erf�llt ist. Ebenso verh�lt es sich mit dem Kriterium von Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunf�higkeit. Eine volle unfallbedingte Arbeitsunf�higkeit bestand lediglich kurz nach dem Unfall, w�hrend die �rzte in der Folgezeit �bereinstimmend von einer �berwiegend psychisch bedingten Arbeitsunf�higkeit ausgingen. Bejaht werden kann mit der Vorinstanz allenfalls das Kriterium der k�rperlichen Dauerschmerzen, soweit diese auf den mit dem Unfall verschlimmerten krankhaften Vorzustand zur�ckzuf�hren sind. Das kantonale Gericht h�lt in diesem Zusammenhang zutreffend fest, es d�rfe nicht �bersehen werden, dass die Schmerzen durch die Anpassungsst�rung ung�nstig beeinflusst worden seien. Selbst wenn man davon absehe und dem Umstand Rechnung trage, dass die Schmerzen nicht nur durch die Schleuderverletzung als solche, sondern bis Mitte 1998 auch durch die unfallbedingte Verschlimmerung des Vorzustandes bewirkt worden seien, erweise sich das Kriterium der k�rperlichen Dauerschmerzen doch als zu wenig ausgepr�gt, um die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und der psychischen St�rung sowie dem noch vorhandenen Beschwerdebild begr�nden zu k�nnen. Da somit von den in BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa genannten Kriterien - unter Ausserachtlassung psychischer Einfl�sse (BGE 117 V 367 Erw. 6a in fine) - weder ein einzelnes in besonders ausgepr�gter noch mehrere in geh�ufter oder auffallender Weise erf�llt sind, besteht kein Anspruch auf weitere Leistungen des Unfallversicherers. An diesem Ergebnis verm�gen s�mtliche Einwendungen und eingereichte Unterlagen nichts zu �ndern. Insbesondere unterscheidet sich der vorliegende Fall bez�glich des Unfallablaufes wesentlich von dem in RKUV 1998 Nr. U 297 S. 243 publizierten Pr�judiz, auf welches die Beschwerdef�hrerin sich in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beruft.
3.- a) Da es um Versicherungsleistungen geht, sind gem�ss Art. 134 OG keine Gerichtskosten zu erheben. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne der Befreiung von den Gerichtskosten ist daher gegenstandslos. Die unentgeltliche Verbeist�ndung kann hingegen gew�hrt werden (Art. 152 in Verbindung mit Art. 135 OG), da die Bed�rftigkeit aktenkundig ist, die Beschwerde nicht als aussichtslos zu bezeichnen und die Vertretung geboten war (BGE 125 V 202 Erw. 4a und 372 Erw. 5b, je mit Hinweisen). Es wird indessen ausdr�cklich auf Art. 152 Abs. 3 OG aufmerksam gemacht, wonach die beg�nstigte Partei der Gerichtskasse Ersatz zu leisten haben wird, wenn sie sp�ter dazu im Stande ist.
b) Der obsiegenden Beschwerdegegnerin, die durch einen frei praktizierenden Rechtsanwalt vertreten ist, steht als mit �ffentlich-rechtlichen Aufgaben betraute Organisation praxisgem�ss keine Parteientsch�digung zu (Art. 159 Abs. 2 OG in Verbindung mit Art. 135 OG; BGE 119 V 456 Erw. 6b; SVR 2000 KV Nr. 39 S. 122 Erw. 3, 1995 KV Nr. 42 S. 132).
wird Rolf Hofmann f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen
Sozialversicherung und der Versicherungen Z.________