Source: https://rechtsanwalt-und-sozialrecht.de/verletztengeld-verletztenrente/
Timestamp: 2019-02-22 12:51:27
Document Index: 192671845

Matched Legal Cases: ['§ 45', '§ 56', '§ 45', '§ 44', '§ 47', '§ 47', '§ 56', '§ 56', '§ 72', '§ 81', '§ 56', '§ 56']

Verletztengeld und Verletztenrente bei der Unfallversicherung
Verletztengeld gemäß §§ 45 ff. SGB VII und Verletztenrente gemäß §§ 56 ff. SGB VII
I. Verletztengeld
Das Verletztengeld gemäß den §§ 45 ff. SGB VII entspricht dem Krankengeld nach § 44 SGB V, wird also in der Regel nicht länger als 78 Wochen gewährt. Allerdings soll das Verletztengeld keine rentenähnliche Dauerleistung sein. Das Verletztengeld ist eine so genannte Lohnersatzleistung, wird also nur gezahlt, wenn der Arbeitgeber keine Entgeltfortzahlung im Krankheitsfalle leistet.
Die Höhe des Verletztengeldes beträgt gemäß § 47 Abs. 1 SGB VII 80 % des regelmäßigen Bruttoarbeitsentgeltes, das bis zu einem Betrag in Höhe des 360. Teils des Höchstjahresarbeitsverdienstes zu berücksichtigen ist und das bei Anwendung des § 47 Abs. 1 und Absatz 2 SGB VII das berechnete Nettoarbeitsentgelt nicht übersteigt.
– monatliches Bruttoeinkommen: 2700 EUR
– 2700 EUR durch 30 ergibt pro Kalendertag einen Betrag in Höhe von 90 EUR
– davon 80 %, ergibt 90 EUR
– monatliches Nettoeinkommen: 1620 EUR
– 1620 EUR durch 30 ergibt pro Kalendertag einen Betrag in Höhe von 54 EUR
– das Verletztengeld beträgt also 54 EUR täglich
II. Verletztenrente
Die Verletztenrente gemäß den §§ 56 ff. SGB VII wird von der gesetzlichen Unfallversicherung nach Eintritt von Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten gewährt, wenn die Erwerbsfähigkeit über die 26. Woche nach dem Versicherungsfall um mindestens 20 v. H. gemindert ist.
Die Minderung der Erwerbsfähigkeit richtet sich nach dem Umfang der sich aus der Beeinträchtigung des körperlichen und geistigen Leistungsvermögens ergebenden verminderten Arbeitsmöglichkeiten auf dem gesamten Gebiet des Erwerbslebens, § 56 Abs. 2 Satz 1 SGB VII. Der individuelle Beruf des Versicherten bleibt also außer Betracht. Die Minderung der Erwerbsfähigkeit gemäß dem SGB VII entspricht nicht dem Grad der Behinderung nach dem SGB IX.
Die Verletztenrente beginnt mit dem Tag nach dem Ende des Anspruchs auf Verletztengeld, § 72 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII.
Die Verletztenrente errechnet sich nach dem Jahresarbeitsverdienst in den letzten zwölf Kalendermonaten vor Eintritt des Versicherungsfalls (JAV) gemäß den §§ 81 ff. SGB VII und der Minderung der Erwerbsfähigkeit. Bei Verlust der Erwerbsfähigkeit ist die Vollrente zu zahlen, die 2/3 des Jahresarbeitsverdienstes entspricht, § 56 Abs. 3 Satz 1 SGB VII. Eine Teilrente beläuft sich nach dem der Minderung der Erwerbsfähigkeit entsprechenden Prozentsatz der Vollrente, § 56 Abs. 3 Satz 2 letzter Halbsatz SGB VII.
– Jahresarbeitsverdienst: 30.000 EUR
– Vollrente (2/3 des Jahresarbeitsverdienstes): 20.000 EUR
– Grad der Minderung der Erwerbsfähigkeit: 30 v. H
– Leistung in Höhe von 6000 EUR (30 vom 100 der 2/3 Vollrente)
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