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Timestamp: 2016-10-24 08:59:50
Document Index: 79021120

Matched Legal Cases: ['in fine', 'Art. 729', 'Art. 755', 'Art. 725', 'Art. 725', 'Art. 725', 'Art. 729', 'Art. 725', 'Art. 90', 'Art. 72', 'Art. 75', 'Art. 76', 'Art. 74', 'Art. 42', 'Art. 755', 'Art. 729', 'Art. 66', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 729', 'Art. 729', 'Art. 725', 'Art. 729', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 95', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 75', 'Art. 99', 'Art. 729', 'Art. 66', 'Art. 68']

4A_236/2015 (15.09.2015)
4A_236/2015 � � Urteil vom 15. September 2015
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Alois N�f,
Rechtsanw�ltin Franziska Studer,
Die A.________ AG (Gl�ubigerin, Kl�gerin, Beschwerdef�hrerin) betrieb bis Ende 1995 eine Weberei und unterhielt im Rahmen dieser T�tigkeit umfangreiche Gesch�ftsbeziehungen zur C.________ AG, die am 1. Dezember 1995 in Konkurs fiel (nachfolgend: Konkursitin). In diesem Konkurs erlitt die Gl�ubigerin einen Verlust von Fr. 647'111.--. Daf�r machte sie die B.________ AG (Revisionsstelle, Beklagte, Beschwerdegegnerin) als Revisionsstelle der Konkursitin sowie f�nf weitere Personen als Organe der Konkursitin verantwortlich. Sie liess sich die aktienrechtlichen Verantwortlichkeitsanspr�che von der Konkursverwaltung abtreten.
B.a.�Am 19. September 1997 reichte die Gl�ubigerin beim Kantonsgericht Appenzell Ausserrhoden Klage ein mit dem Antrag, die sechs Beklagten seien unter solidarischer Haftbarkeit zur Zahlung von Fr. 647'111.-- nebst Zins zu verurteilen. Das Kantonsgericht wies die Klage am 28. April 1999 ab; diesen Entscheid best�tigte das kantonale Obergericht am 27. Juni 2000.
�Das Bundesgericht hiess am 19. Juni 2001 eine Berufung der Kl�gerin teilweise gut und wies die Sache zur Neubeurteilung an das Obergericht zur�ck. In Bezug auf den von der Kl�gerin eingeklagten direkten Schaden wurde die Feststellung der hypothetischen Verm�genslage der Kl�gerin bei zutreffender Auskunft vermisst (Urteil 4C.366/2000 E. 3
in fine�). In Bezug auf den eingeklagten Gesellschaftsschaden wurde die Sache zur Erg�nzung der Feststellungen �ber die Sanierungsbem�hungen in Bezug auf das angebliche Fehlverhalten der Organe zur�ckgewiesen (Urteil 4C.366/2000 E. 5a) und f�r den Fall, dass sich der Schadenersatzanspruch als begr�ndet erweisen sollte, wurde darauf hingewiesen, dass die Benachrichtigung des Richters in die Verantwortung des Verwaltungsrates falle und sich die Verantwortlichkeit der Revisionsstelle nach dem damals geltenden Art. 729 Abs. 2 OR beurteile (Urteil 4C.366/2000 E. 5b/bb).
B.b.�Mit Urteil vom 29. Mai 2007 wies das Obergericht die Appellation der Kl�gerin gegen das Urteil des Kantonsgerichts vom 19. September 1997 erneut ab. Die von der Kl�gerin dagegen erhobene Beschwerde in Zivilsachen hiess das Bundesgericht mit Urteil vom 22. Mai 2008 teilweise gut und wies die Sache an die Vorinstanz zur�ck, damit diese bez�glich des Gesellschaftsschadens die im R�ckweisungsentscheid vom 19. Juni 2001 angeordneten Erg�nzungen vornehme. Bez�glich des direkten Schadens wurde die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde (Urteil 4A_5/2008).
B.c.�Das Obergericht beschr�nkte in der Folge das Verfahren auf die Frage der Haftbarkeit. Mit Teilurteil vom 26. Oktober 2010 wies es die Appellation ab, soweit sich diese gegen die Beklagten 1 sowie 3-5 richtete. Die Beschwerde der Kl�gerin gegen dieses Teilurteil wies das Bundesgericht am 4. Januar 2012 ab, soweit es darauf eintrat (Urteil 4A_474/2011).
B.d.�Mit Beschluss vom 26. Oktober 2010 sistierte das Obergericht das Verfahren, soweit sich die Appellation gegen die Beklagten 2 und 6 richtete. Auf die Beschwerde des Beklagten 2 gegen diesen Beschluss trat das Bundesgericht mit Urteil 4A_468/2011 vom 4. Januar 2012 nicht ein. In der Folge schloss der Beklagte 2 mit der Kl�gerin einen Vergleich.
B.e.�Mit Urteil vom 25. November 2014 wies das Obergericht Appenzell Ausserrhoden die Appellation und die Klage der Gl�ubigerin gegen die Beklagte 6 ab.
�Das Obergericht ewog zur Revisionshaftung nach Art. 755 aOR, dass die Revisionsstelle ihre Pflicht verletzt habe, dem Verwaltungsrat der Konkursitin den h�lftigen Kapitalverlust gem�ss Art. 725 Abs. 1 OR anzuzeigen und ihn aufzufordern, eine ausserordentliche Generalversammlung einzuberufen. Das Obergericht verneinte jedoch, dass zwischen der Unterlassung des Hinweises auf Art. 725 Abs. 1 aOR und einem allf�lligen Schaden der Gl�ubiger ein ad�quater Kausalzusammenhang bestehe. Es schloss in W�rdigung der Beweise, dass im Jahre 1995 sowohl der Verwaltungsrat wie die Mehrheitsaktion�rin der Konkursitin vollumf�nglich �ber deren schlechte finanzielle Situation informiert gewesen seien und dass sie namentlich nicht anders gehandelt h�tten, wenn sie von der Revisionsstelle auf Art. 725 Abs. 1 OR hingewiesen worden w�ren. Das Obergericht liess sodann offen, ob die Revisionsstelle verpflichtet gewesen w�re, angesichts des Kapitalverlusts weitere Untersuchungen vorzunehmen, da es auch hier am Kausalzusammenhang zwischen allf�lliger Unterlassung und Schaden fehle. Da die �berschuldung der Konkursitin im M�rz 1995 eingetreten sei, habe die Revisionsstelle nach den Feststellungen des Obergerichts sodann die �berschuldung im Rahmen der ordentlichen Pr�fung der Jahresrechnung 1994 nicht feststellen k�nnen, weshalb sie ihre Pflichten nach Art. 729b Abs. 2 aOR nicht verletzt habe und sich die Frage einer allf�lligen Ersatzvornahme nach Art. 725 Abs. 2 aOR nicht stelle.
�Mit Beschwerde in Zivilsachen stellt die Kl�gerin dem Bundesgericht die Rechtsbegehren, es sei das Urteil des Obergerichts des Kantons Appenzell A.Rh. vom 25. November 2014 aufzuheben, die Klage sei gutzuheissen und die Beklagte sei zu verurteilen, ihr den Betrag von Fr. 647'111.-- abz�glich der vom solidarisch mitverpflichteten Verwaltungsrat geleisteten Zahlung von Fr. 237'000.-- zuz�glich Zins zu 5% seit 1. Januar 1995 zu bezahlen, eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Sie stellt zun�chst den Sachverhalt aus ihrer Sicht dar und wendet sich dann gegen die Begr�ndung im angefochtenen Entscheid.
�Die Beklagte beantragt in ihrer Vernehmlassung, es sei auf die Beschwerde nicht einzutreten, eventuell sei sie abzuweisen.
�Die Parteien haben Replik und Duplik eingereicht.
�Das Obergericht hat auf Vernehmlassung verzichtet.
�Die Beschwerde richtet sich gegen den Endentscheid (Art. 90 BGG) in einer Zivilsache (Art. 72 BGG) eines oberen kantonalen Gerichts, das als Rechtsmittelinstanz entschieden hat (Art. 75 BGG); sie wird von der Partei erhoben, die mit ihren Antr�gen unterlegen ist (Art. 76 BGG), der Streitwert ist offensichtlich erreicht (Art. 74 BGG) und das Rechtsmittel ist fristgerecht eingereicht worden. Die Beschwerde ist unter Vorbehalt geh�riger Begr�ndung (Art. 42 Abs. 2 BGG) zul�ssig.
�Nach Art. 755 OR in der f�r den vorliegenden Sachverhalt massgebenden Fassung sind alle mit der Pr�fung der Jahres- und Konzernrechnung, der Gr�ndung, der Kapitalerh�hung oder Kapitalherabsetzung befassten Personen sowohl der Gesellschaft als auch den einzelnen Aktion�ren und Gesellschaftsgl�ubigern f�r den Schaden verantwortlich, den sie durch absichtliche oder fahrl�ssige Verletzung ihrer Pflichten verursachen (AS 1992, 733). Zu den Aufgaben der Revisionsstelle geh�ren insbesondere gewisse Anzeigepflichten, namentlich schreibt Art. 729b Absatz 2 aOR vor, dass die Revisionsstelle bei offensichtlicher �berschuldung den Richter benachrichtigt, wenn der Verwaltungsrat die Anzeige unterl�sst. Auf diese Bestimmung wurde im Urteil 4C.366/2000 vom 19. Juni 2001 ausdr�cklich hingewiesen (E. 6b/bb).
2.1.�Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid festgehalten, die Revisionsstelle sei f�r Sanierungsbem�hungen nicht verantwortlich. Sie hat aus diesem Grund f�r die Beurteilung der Klage gegen die Beschwerdegegnerin als Revisionsgesellschaft nicht als erheblich angesehen, ob die Sanierungsbem�hungen des Verwaltungsrates der Konkursitin erfolgversprechend gewesen seien. Die Beschwerdef�hrerin beanstandet mit Hinweis auf das Urteil 4C.366/2000 vom 19. Juni 2001, dass die Vorinstanz nicht gepr�ft habe, ob die Sanierungsbem�hungen des Verwaltungsrats der Konkursitin erfolgsversprechend waren. Sie vertritt die Ansicht, das Bundesgericht habe die Vorinstanz im erw�hnten Entscheid verbindlich zur Beurteilung dieser Frage und zu entsprechenden Beweiserhebungen angehalten.
2.2.�Nach einem allgemeinen Grundsatz, der in Art. 66 OG ausdr�cklich positiviert war, aber auch unter dem BGG unver�ndert gilt, hat die mit der Neubeurteilung befasste kantonale Instanz die rechtliche Beurteilung, mit der die R�ckweisung begr�ndet wurde, ihrer Entscheidung zugrunde zu legen. Diese Beurteilung bindet auch das Bundesgericht (BGE 133 III 201 E. 4.2 S. 208; 125 III 421 E. 2a S. 423). Wegen dieser Bindung der Gerichte ist es ihnen wie auch den Parteien - abgesehen von allenfalls zul�ssigen Noven - verwehrt, der Beurteilung des Rechtsstreits einen anderen als den bisherigen Sachverhalt zu unterstellen oder die Sache unter rechtlichen Gesichtspunkten zu pr�fen, die im R�ckweisungsentscheid ausdr�cklich abgelehnt oder �berhaupt nicht in Erw�gung gezogen worden waren (BGE 131 III 91 E. 5.2 S. 94; 116 II 220 E. 4a S. 222; enger BGE 111 II 94 E. 2 S. 95; je mit Hinweisen). Wie weit die Gerichte und Parteien an die erste Entscheidung gebunden sind, ergibt sich aus der Begr�ndung der R�ckweisung, die sowohl den Rahmen f�r die neuen Tatsachenfeststellungen als jenen f�r die neue rechtliche Begr�ndung vorgibt (BGE 135 III 334 E. 2 S. 335 f. mit Verweisen).
2.3.�Die Beschwerdef�hrerin zitiert in ihrer Rechtsschrift zwar ausf�hrlich die Erw�gungen des Bundesgerichts zu den Anforderungen, denen Sanierungsbem�hungen zu gen�gen haben, damit die Gl�ubiger durch den Aufschub des Konkurses nicht schlechter gestellt werden, als wenn der Richter benachrichtigt wird. Sie stellt sich auf den Standpunkt, diese Ausf�hrungen g�lten auch im Zusammenhang mit der Verantwortlichkeit der Beklagten als Revisionsstelle. Sie �bergeht indes die hier massgebende Erw�gung 6 zur Frage, welche Beklagten f�r allf�llige Schadenersatzanspr�che haften. Insofern hat das Bundesgericht im erw�hnten R�ckweisungsentscheid erkl�rt, es werde zu pr�fen sein, welche der Beklagten f�r einen allf�llig festgestellten Schaden haften. Namentlich wird in dieser Hinsicht ausdr�cklich festgehalten, dass die Pflicht zur Benachrichtigung des Richters grunds�tzlich allein dem Verwaltungsrat obliegt, der diese Aufgabe nicht delegieren kann, w�hrend sich die Verantwortlichkeit der Revisionsstelle in Bezug auf die Benachrichtigung des Richters nach Massgabe von Art. 729b Abs. 2 aOR beurteilt. Die Vorinstanz hat die Tragweite des erw�hnten Bundesgerichtsurteils nicht verkannt mit der Erw�gung, dass die Sanierungsbem�hungen dem Verwaltungsrat obliegen, w�hrend die Revisionsstelle daf�r nicht verantwortlich ist.
�Nach Art. 729b Abs. 1 OR in der hier massgebenden Fassung meldet die Revisionsstelle, wenn sie bei der Durchf�hrung ihrer Pr�fung Verst�sse gegen Gesetz oder Statuten feststellt, dies schriftlich dem Verwaltungsrat, in wichtigen F�llen auch der Generalversammlung.
3.1.�Die Vorinstanz hat im Teilurteil vom 26. Oktober 2010 festgehalten, dass nach der Jahresrechnung 1994, die von der Beschwerdegegnerin f�r gut befunden wurde, das Aktienkapital noch um mehr als die H�lfte gedeckt gewesen sei; dies habe jedoch tats�chlich nicht zugetroffen, da die Revisionsstelle bei Rechnungsabgrenzungen und Wertberichtigungen verschiedene Korrekturen h�tte vornehmen m�ssen, wie in der vom Gericht eingeholten Expertise festgehalten worden sei. Danach sei zwar die sp�tere Konkursitin per Ende 1994 nicht �berschuldet, aber das Aktienkapital per 31. Dezember 1994 nicht mehr zur H�lfte gedeckt gewesen. Das Aktienkapital von Fr. 1,5 Mio. sei bei zutreffender Bewertung noch mit Fr. 771'398.-- gedeckt gewesen, womit der Verwaltungsrat nach dem damals geltenden Art. 725 Abs. 1 OR verpflichtet gewesen w�re, unverz�glich eine Generalversammlung einzuberufen und ihr Sanierungsmassnahmen vorzuschlagen. Nach den Erw�gungen des Obergerichts h�tte die Beschwerdegegnerin bei sorgf�ltiger und korrekter Ausf�hrung der ihr obliegenden Pr�fungsarbeiten f�r die Jahresrechnung 1994 somit die fehlende Deckung des Aktienkapitals erkennen und den Verwaltungsrat auf seine Verpflichtung zur Einberufung einer ausserordentlichen Generalversammlung hinweisen m�ssen. Im Teilurteil vom 26. Oktober 2010 schloss die Vorinstanz auf einen Verstoss gegen die Anzeigepflicht nach Art. 729b Abs. 1 OR. Ausdr�cklich vorbehalten wurde jedoch in diesem Teilurteil die Frage der ad�quaten Kausalit�t f�r den Schaden der Gesellschaft bzw. der Gl�ubigergesamtheit.
3.2.�Im angefochtenen Urteil vom 25. November 2014 ist die Vorinstanz zum Schluss gelangt, dass der Verwaltungsrat und auch die Aktion�re der Konkursitin im Jahre 1995 nicht anders gehandelt h�tten, wenn sie von der Beschwerdegegnerin ausdr�cklich darauf hingewiesen worden w�ren, dass das Aktienkapital nicht mehr zur H�lfte gedeckt und Sanierungsmassnahmen erforderlich seien. Die Vorinstanz hat damit verneint, dass der pflichtwidrig unterlassene Hinweis der Beschwerdegegnerin an den Verwaltungsrat und eventuell die Generalversammlung f�r den allf�lligen Fortsetzungsschaden der Gl�ubigergesamtheit kausal war. Die Vorinstanz ist jedoch davon ausgegangen, dass die Beschwerdegegnerin verpflichtet gewesen w�re, den Verwaltungsrat und allenfalls auch die Generalversammlung der Konkursitin auf den h�lftigen Verlust des Aktienkapitals per Ende 1994 hinzuweisen. Soweit die Beschwerdef�hrerin wiederholt darauf verweist, dass die Beschwerdegegnerin diesen Kapitalverlust nicht festgestellt und daher den Hinweis auf den h�lftigen Verlust des Aktienkapitals unterlassen habe, geht ihre Kritik daher an der Sache vorbei. Im �brigen beanstandet die Beschwerdef�hrerin die Erw�gungen im angefochtenen Urteil und vertritt insbesondere den Standpunkt, der vorliegende Fall lasse sich nicht mit dem Pr�judiz in BGE 129 II 129 E. 8 S. 34 vergleichen.
3.3.�Ein nat�rlicher Kausalzusammenhang ist gegeben, wenn das schadensstiftende Verhalten eine notwendige Bedingung (�
conditio sine qua non�) f�r den eingetretenen Schaden ist (BGE 132 III 715 E. 2.2 S. 718; 128 III 180 E. 2d S. 184 mit Hinweisen), d.h. das fragliche Verhalten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch der eingetretene Erfolg entfiele bzw. nicht als in gleicher Weise bzw. zur gleichen Zeit als eingetreten gedacht werden k�nnte. Die Feststellung dar�ber, ob ein nat�rlicher Kausalzusammenhang besteht, beschl�gt die tats�chlichen Verh�ltnisse und beruht auf Beweisw�rdigung (BGE 133 III 462 E. 4.4.2; 130 III 591 E. 5.3 S. 601 mit Hinweisen). Das gilt auch f�r pflichtwidrige Unterlassungen, wenn der hypothetische Kausalverlauf zu beurteilen und zu entscheiden ist, ob bei korrekter Handlung der eingetretene Schaden vermieden bzw. nicht in der festgestellten Art eingetreten w�re (BGE 127 III 453 E. 5d S. 456; 115 II 448 E. 5b; vgl. auch BGE 141 V 51 E. 8.1; 71 E. 8.1 und 99 E. 8.1). Gem�ss Art. 97 BGG kann die Feststellung des Sachverhalts und damit die Beweisw�rdigung nur ger�gt werden, wenn die Sachverhaltsfeststellung offensichtlich unrichtig - d.h. willk�rlich (Art. 9 BV; BGE 135 III 127 E. 1.5 S. 130 mit Hinweis) - ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und die Behebung des Mangels f�r den Verfahrensausgang entscheidend sein kann. Bei der R�ge der offensichtlich unrichtigen Sachverhaltsfeststellung gilt das strenge R�geprinzip (Art. 106 Abs. 2 BGG). Das Bundesgericht pr�ft in diesem Fall nur klar und detailliert erhobene und - soweit m�glich - belegte R�gen; auf rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt es nicht ein (BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246; 137 II 353 E. 5.1 S. 356).
Die Beweisw�rdigung erweist sich als willk�rlich (Art. 9 BV), wenn das Gericht Sinn und Tragweite eines Beweismittels offensichtlich verkannt hat, wenn es ohne sachlichen Grund ein wichtiges und entscheidwesentliches Beweismittel unber�cksichtigt gelassen oder wenn es auf der Grundlage der festgestellten Tatsachen unhaltbare Schlussfolgerungen gezogen hat (BGE 140 III 264 E. 2.3 mit Verweisen).
3.4.�Die Vorinstanz hat die Protokolle des Verwaltungsrates und der Gesch�ftsleitung von Januar bis November 1995 chronologisch wiedergegeben, in denen stets die angespannte Finanzlage und die mangelnde Liquidit�t angesprochen werden. Sie hat daraus geschlossen, dass sowohl der Verwaltungsrat wie auch die Mehrheitsaktion�rin der Konkursitin schon im Januar 1995 �ber die schlechte Finanzlage umfassend informiert gewesen seien. Das Obergericht hielt fest, dass die Verantwortlichen der Konkursitin offensichtlich von der schlechten Finanzlage Kenntnis gehabt und darauf reagiert h�tten. Es gelangte zum Schluss, dass an einer vom Verwaltungsrat einberufenen ausserordentlichen Generalversammlung angesichts der Stimmenverh�ltnisse keine wesentlich anderen Massnahmen zur Sanierung vorgeschlagen oder beschlossen worden w�ren. Dies sah die Vorinstanz dadurch best�tigt, dass sich die Mehrheitsaktion�rin sowohl an der ordentlichen Generalversammlung vom 16. Juni 1995, die im Anschluss an die Verwaltungsratssitzung vom selben Tag stattfand, wie in der ausserordentlichen Generalversammlung vom 14. August 1995 bereit erkl�rt habe, mit Blick auf die gef�hrdeten Arbeitspl�tze weitere finanzielle Mittel in die Rettung der sp�teren Konkursitin zu stecken, wobei sie mit einer Wahrscheinlichkeit des Scheiterns von 50 % gerechnet habe. Da noch an der ausserordentlichen Generalversammlung vom 14. August 1995 beschlossen worden sei, die Rettungsversuche f�r die sp�tere Konkursitin weiterzuf�hren, gelangte die Vorinstanz zum Schluss, dass ein allf�lliger Fortsetzungsschaden der Gl�ubiger auch eingetreten w�re, wenn die Beschwerdegegnerin am 8. M�rz 1995 auf den Kapitalverlust hingewiesen h�tte.
3.5.�Die Vorbringen der Beschwerdef�hrerin verm�gen die Beweisw�rdigung der Vorinstanz nicht als willk�rlich auszuweisen. Soweit sie zun�chst mit Hinweis auf Klageschrift und Replik vor erster Instanz die Erg�nzung des festgestellten Sachverhalts verlangt, verkennt sie, dass das Bundesgericht nur Urteile oberer kantonaler Instanzen (Art. 75 Abs. 1 BGG) �berpr�ft, woraus sich ergibt, dass der kantonale Instanzenzug ausgesch�pft werden muss. Wenn die Beschwerdef�hrerin daher den Nachweis nicht erbringt, dass sie die entsprechenden Behauptungen und Beweisantr�ge prozesskonform vor der Vorinstanz gestellt bzw. erneuert hat, haben diese nach Art. 99 Abs. 1 BGG unbeachtet zu bleiben. Soweit die Beschwerdef�hrerin sodann kritisiert, dass ihren Antr�gen auf Beizug von Unterlagen nicht stattgegeben worden sei, mit denen sie die Kenntnis der�
Beschwerdegegnerin�(deren Pflichtverletzung die Vorinstanz bejaht hat) �ber die katastrophale Lage belegen will, �bersieht sie, dass es bei der Kausalit�t dieser Pflichtverletzung f�r den behaupteten Fortf�hrungsschaden auf die Kenntnis des Verwaltungsrats und allenfalls der Generalversammlung der Konkursitin ankommt; das Willk�rverbot wird nicht verletzt, wenn Beweise f�r unerhebliche Tatsachen nicht abgenommen werden. Die Ausf�hrungen der Beschwerdef�hrerin ersch�pfen sich im �brigen in einer abweichenden Darstellung der Ereignisse, ohne dass sie damit aufzuzeigen verm�chte, inwiefern die Sachverhaltsfeststellung im angefochtenen Urteil nicht nur falsch, sondern geradezu willk�rlich sein sollte. Insbesondere vermag die Beschwerdef�hrerin mit den Massnahmen, die der Verwaltungsrat ihrer Ansicht nach bei Kenntnis des h�lftigen Verlusts des Aktienkapitals h�tte ergreifen m�ssen - Rangr�ckritt, Kreditaufnahme -, nicht auszuweisen, dass der Verwaltungsrat �ber die finanzielle Situation nicht hinreichend orientiert war.
3.6.�Die Vorinstanz ist davon ausgegangen, dass die Beschwerdegegnerin ihre Pflichten gem�ss Art. 729b Abs. 1 aOR verletzt hat, indem sie den Verwaltungsrat der Konkursitin nicht darauf hinwies, dass das Aktienkapital per Ende 1994 nicht mehr zur H�lfte gedeckt war. Soweit die Beschwerdef�hrerin den Schluss der Vorinstanz beanstandet, dass der Verwaltungsrat und ihm folgend die Generalversammlung bei einem ausdr�cklichen Hinweis auf den Kapitalverlust durch die Beschwerdegegnerin nicht anders gehandelt h�tten, als sie dies tats�chlich taten, verm�gen ihre Ausf�hrungen keine Willk�r auszuweisen, soweit sie �berhaupt zu h�ren sind. Die Vorinstanz konnte aufgrund der im angefochtenen Urteil verbindlich festgestellten Tatsachen ohne Verletzung des Willk�rverbots schliessen, dass der Verwaltungsrat und die Generalversammlung der Konkursitin bei geh�rigem Hinweis auf den h�lftigen Verlust des Aktienkapitals per Ende 1994 nicht anders gehandelt h�tten.
�Diesem Ausgang des Verfahrens entsprechend tr�gt die Beschwerdef�hrerin die Gerichtskosten und hat der anwaltlich vertretenen Beschwerdegegnerin deren Parteikosten zu ersetzen (Art. 66 Abs. 1 BGG und Art. 68 Abs. 2 BGG).
�Die Gerichtskosten von Fr. 7'000.-- werden der Beschwerdef�hrerin auferlegt.
�Die Beschwerdef�hrerin hat die Beschwerdegegnerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 8'000.-- zu entsch�digen.
�Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht von Appenzell Ausserrhoden, 2. Abteilung, schriftlich mitgeteilt.