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Timestamp: 2020-04-07 11:31:32
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Matched Legal Cases: ['§ 89', '§ 89', '§ 86', '§ 89', '§ 86', '§ 86', '§ 86', '§ 86', '§ 86', '§ 86', '§ 2', '§ 8', '§ 8', 'Art. 1', '§ 8', '§ 86', '§ 86', '§ 86', '§ 7', '§ 86']

OVG Nordrhein-Westfalen, 21.03.2014 - 12 A 1211/12 - dejure.org
https://dejure.org/2014,20544
OVG Nordrhein-Westfalen, 21.03.2014 - 12 A 1211/12 (https://dejure.org/2014,20544)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 21.03.2014 - 12 A 1211/12 (https://dejure.org/2014,20544)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 21. März 2014 - 12 A 1211/12 (https://dejure.org/2014,20544)
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SGB VIII § 89c Abs. 2
VG Arnsberg, 16.04.2012 - 11 K 2511/10
JAmt 2014, 644
Soweit § 89b Abs. 1 SGB VIII dahin verstanden wird, dass die Inobhutnahme zuständigkeitsrechtlich entsprechend § 86 SGB VIII immer wie eine neue Leistung zu behandeln sei, so dass es stets auf den gewöhnlichen Aufenthalt der maßgeblichen Person (unmittelbar) vor Beginn der Inobhutnahme ankomme (vgl. etwa OVG Münster…, Beschluss vom 29. November 2013 -12 A 1019/13 - juris Rn. 19 ff. und Urteil vom 21. März 2014 - 12 A 1211/12 - JAmt 2014, 644 ;… Eschelbach/Schindler, in: Frankfurter Kommentar zum SGB VIII, 7. Aufl. 2013, § 89b Rn. 1), folgt dem der Senat nicht.
(1) Was das Zeitmoment betrifft, so ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die besonderen Fristregelungen in § 86 Abs. 7 Satz 4, § 86a Abs. 4 Satz 2 und Satz 3 sowie § 86b Abs. 3 Satz 2 SGB VIII nicht im Wege der (Gesamt-)Analogie als allein maßgebliches Kriterium zur Beantwortung der Frage herangezogen werden können, wann im Rahmen der übrigen Zuständigkeitsregelungen in § 86 SGB VIII ein Abbrechen des Leistungszusammenhangs vorliegt (vgl. im Ergebnis ebenso OVG Münster, Urteile vom 21. März 2014 - 12 A 1211/12 - juris Rn. 64 und vom 5. Oktober 2015 - 12 A 1450/14 - JAmt 2016, 163; OVG Bautzen…, Urteil vom 18. Januar 2010 - 1 A 753/08 - juris Rn. 23; VG München…, Urteil vom 25. Juli 2012 - M 18 K 11.2543 - juris Rn. 52;… Lange, in: Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB VIII, Stand Oktober 2016, § 86 Rn. 57; DIJuF-Rechtsgutachten vom 26. August 2014, JAmt 2014, 624 ; DIJuF-Rechtsgutachten vom 12. Januar 2016, JAmt 2016, 131 ; anderer Ansicht OVG Lüneburg…, Beschluss vom 14. März 2012 - 4 LC 143/09 - juris Rn. 35; VG Lüneburg…, Urteil vom 12. April 2016 - 4 A 194/14 - juris Rn. 50).
OVG NRW, Beschluss vom 21.03.2014 - 12 A 1211/12 -, juris Rn. 56.
OVG NRW, Urteil vom 21.03.2014 - 12 A 1211/12 -, juris Rn. 60; DIJuF-Rechtsgutachten vom 26.08.2014 - J 8.100 Se - JAmt 2014, 624, 626.
OVG NRW, Urteil vom 21.03.2014 - 12 A 1211/12 -, juris Rn. 60.
Aber auch wenn man mangels planwidriger Regelungslücke die Voraussetzungen einer solchen entsprechenden Anwendung für nicht gegeben ansieht, VG Würzburg, Urteil vom 21.11.2013 - W 3 K 12.876 -, juris Rn. 30; OVG NRW, Urteil vom 21.03.2014 - 12 A 1211/12 -, juris Rn. 66, und der zeitlichen Komponente allein indizielle Bedeutung zumisst, DIJuF-Rechtsgutachten vom 26.08.2014 - J 8.100 Se - JAmt 2014, 624, 626, kommt man zum gleichen Ergebnis.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 21.03.2014 - 12 A 1211/12 -, juris Rn. 68 ff m.w.N.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 21. März 2014 - 12 A 1211/12 -, juris, m.w.N.; vgl. auch VG Stuttgart, Urteil vom 25. Februar 2015 - 7 K 3350/12 -, juris, DiJuF-Rechtsgutachten vom 26. August 2014 - J 8.100 Se -, JAmt 2014, 624 ff.
Auch wenn man das Vorliegen einer zuständigkeitsrelevanten Unterbrechung im Rahmen einer Würdigung der Gesamtumstände des Einzelfalles maßgeblich danach bemisst, ob nach der Einstellung der Leistungen mit einer alsbaldigen Wiederaufnahme von Leistungen auf den gleichartigen Bedarf zu rechnen oder ein zukünftiger Hilfebedarf zumindest noch unklar war, so OVG NRW, Beschluss vom 19. Februar 2013, a.a.O.; Urteil vom 21. März 2014 - 12 A 1211/12 -, juris, jeweils m.w.N., stellt sich bei natürlicher Betrachtung die nur zweimonatige Inobhutnahme hier nicht als relevante Unterbrechung dar.
vgl. im Einzelnen: OVG NRW, Urteil vom 21. März 2014 - 12 A 1211/12 -, a. a. O.
Dass die Inobhutnahme selbst keine Leistung im oben genannten Sinne ist, ergibt sich schließlich auch aus § 86 Abs. 7 Satz 1 Halbsatz 2 SGB VIII, welcher - mit der Formulierung "geht der Leistungsgewährung eine Inobhutnahme voraus"... - die Inobhutnahme der Leistungsgewährung gegenüberstellt (…so zum Ganzen: BVerwG, U.v. 25.3.2010 - 5 C 12.09 - BVerwGE 136, 185 - juris Rn. 21-23;… vgl. OVG NW, U.v. 26.9.2014 - 12 A 2524/13 - juris Rn. 96-102; U.v. 21.3.2014 - 12 A 1211/12 - juris Rn. 87-89;… VG Augsburg, U.v. 12.6.2012 - Au 3 K 11.1665 - juris Rn. 42;… VG Würzburg, B.v. 9.11.2009 - W 3 E 09.1024 - juris Rn. 20).
Diesbezüglich ist unklar, ob für die fiktive örtliche Zuständigkeit, würde sich die Inobhutnahme - wäre sie eine Leistung der Jugendhilfe - als Teil einer ununterbrochenen Jugendhilfeleistung darstellen, dann nach allgemeinen Grundsätzen auf den gewöhnlichen Aufenthalt des Elternteiles abzustellen ist, bei dem das Kind oder der Jugendliche vor dem Beginn dieser Gesamtleistung seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte (… so etwa Nds OV G , Beschluss vom 1 4 . März 2 01 2 - 4 LC 1 43/09 - juris Rn. 30 f.), oder aber ob dann für die fiktive Zuständigkeit ungeachtet etwaiger bisheriger Jugendhilfeleistungen ausnahmsweise der gewöhnliche Aufenthalt des Elternteiles maßgeblich ist, bei dem das Kind oder der Jugendliche vor dem Beginn der Inobhutnahme - als fiktiver Leistung der Jugendhilfe im Sinne von § 2 Abs. 2 SGB VIII - zuletzt seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte (so OVG NRW, Urteile vom 29. November 2013 - 1 2 A 101 9 /1 3 - juris Rn. 19 bis 22 und vom 2 1 . März 2014 - 12 A 1211/12 - JAmt 2014, 644 [648 f.]. = juris Rn. 84 bis 92, Eschelbach/Schindler im Frankfurter Kommentar zum SGB VIII, 7 . Aufl. 2 01 3, § 8 9 b Rn. 1 , Kern in Schellhor n/ Fischer / Man n/ Kern, SGB VIII, 4. Aufl. 2012, § 8 9 b Rn. 6 und Reisch in Jan s/ Happ e/ Saurbier / Maas, Kinder- und Jugendhilferecht, Loseblatt, Art. 1 KJHG § 8 9 b Rn. 2 und 12 [Stand 4/2012] sowie Rn. 18 [Stand 7 / 2008]).
An dieser bereits seinem Urteil vom 13. Februar 2014 - 7 A 11043/13.OVG - JAmt 2014, 649 ff. zugrundeliegenden Rechtsauffassung hält der Senat trotz der zwischenzeitlich vom Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhei n - Westfalen in dessen Urteil vom 21. März 2014 - 12 A 1211/12 - JAmt 2014, 644 ff. hieran geäußerten Kritik nach nochmaliger Prüfung fest.
Die Eltern des F. waren vor Beginn der Leistung am 06.06.2013 (zum Begriff des Beginns der Leistung vgl. BVerwG, Urteil vom 19.10.2011 - 5 C 25.10 - BVerwGE 141, 77; OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 21.03.2014 - 12 A 1211/12 - JAmt 2014, 644;… Reisch, in: Jans/Happe/Saurbier, Kinder- und Jugendhilferecht, 3. Aufl., 51. Lfg., 04/2014, § 86 Rn. 11;… Lange, in: Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB VIII, 1. Aufl. 2014, § 86 Rn. 48;… anders Eschelbach/Schindler, in: Münder u.a., FK-SGB VIII, 7. Aufl. 2013, § 86 Rn. 11 m.w.N. zum Streitstand) nicht im Sinne der nach § 7 Abs. 1 Nr. 5 SGB VIII maßgeblichen Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches gemeinsam personensorgeberechtigt.
In der Rechtsprechung ist anerkannt, dass dann, wenn der ersatzpflichtige Träger auf Grund einer schwierig zu beurteilenden rechtlichen Situation seine Ersatzpflicht ablehnt bzw. im Kompetenzkonflikt mit einem anderen Jugendhilfeträger seine Zuständigkeit aus rechtlichen Erwägungen heraus verneint, pflichtwidriges Verhalten ausscheiden kann (Bay. VGH, Beschluss vom 18.07.2005 - 12 B 02.1197 -, juris; Beschluss vom 09.12.2003 - 12 ZB 03.2166 -, juris; OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 21.03.2014 - 12 A 1211/12 -, juris).
Hieraus folgt, dass bei Beendigung der sozialpädagogischen Familienhilfe eine konkretisierte Wiederaufnahmeperspektive vorlag, welche die Kammer als ausreichend ansieht, um eine einheitliche Gesamtleistung ohne relevante Unterbrechung anzunehmen (vgl. OVG NRW, Urt. v. 21.3.2014 - 12 A 1211/12 -, juris Rn. 68;… Sächs. OVG, Urt. v. 18.1.2010 - 1 A 753/08 -, juris Rn. 23;… Kunkel/Kepert/Pattar, a.a.O. § 86 Rn. 11).
Der Ansicht, dass bei einer Einstellung der vorherigen Hilfe immer von einer Unterbrechung der Leistung auszugehen ist, wenn nicht eine Anschlusshilfe vom Jugendhilfeträger bereits bewilligt oder konkret geplant ist (…vgl. OVG Rheinland-Pfalz, Urt. v. 17.6.2015, a.a.O. Rn. 33), folgt die Kammer dagegen nicht, weil damit die Zuständigkeit von einer subjektiven Einschätzung des zunächst leistenden Jugendamtes und nicht objektiv vom Hilfebedarf des Kindes oder Jugendlichen gemacht würde (so auch OVG NRW, Urt. v. 21.3.2014, a.a.O. Rn. 60).