Source: https://digital.zlb.de/viewer/fulltext/15602935_2015/1/
Timestamp: 2020-04-05 13:45:20
Document Index: 346979775

Matched Legal Cases: ['§19', '§ 108', '§ 3', '§ 6', '§\xa06', '§ 6', '§\xa06', '§ 253', '§ 253', '§ 267', '§ 6', '§ 271', '§ 311', '§ 6', '§ 6']

URN: https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-8365007
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-8365007
Telefon 02323 592-555
Telefax 02323 592-222
oktober Kommunikationsdesign,
Thomas Schmidt (Stadt Herne)
Bericht des Aufsichtsrates . ........................................................................................................................................................................................................... 5
Mitglieder des Aufsichtsrates ................................................................................................................................................................................................ 6
Kennzahlen ..................................................................................................................................................................................................................................................................... 7
Chronik 2015 ................................................................................................................................................................................................................................................................ 8
Lagebericht ............................................................................................................................................................................................................................................................... 12
Entwicklung des Anlagevermögens ................................................................................................................................................................... 30
Wertschöpfung ................................................................................................................................................................................................................................................ 32
Bilanz ...................................................................................................................................................................................................................................................................................... 33
Anhang . ............................................................................................................................................................................................................................................................................. 36
Auszug aus dem Bestätigungsvermerk . .................................................................................................................................................. 45
ewmr – Gebündelte Energie . ............................................................................................................................................................................................ 47
Auch wenn die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen nach wie vor schwierig sind, konnten die
Stadtwerke Herne ihre Position am Markt behaupten. Das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres
liegt im Plan.
Damit das Unternehmen den anstehenden Herausforderungen aktiv begegnen kann, hat der Aufsichtsrat in seinen drei Sitzungen des Jahres 2015 eine
Reihe von Entscheidungen getroffen, die der veränderten Energiewelt und der Unternehmensstrategie
zur Stärkung von Wachstumsfeldern Rechnung
tragen: Dazu gehören unter anderem der Beschluss,
sich von der Beteiligung am Steinkohlekraftwerk in
Hamm zu trennen sowie die Fernwärmeversorgung
in Alt-Herne zu übernehmen.
Diese und alle weiteren Entscheidungen konnten
vom Aufsichtsrat auf Basis einer kontinuierlichen,
zeitnahen und umfassenden Information durch
den Vorstand getroffen werden. Über Perspektiven,
Strategien und Risiken des Unternehmens war der
Aufsichtsrat anhand von schriftlichen Beschlussund Berichtsvorlagen sowie ergänzende mündliche
Auskünfte stets informiert.
Geschäftsvorgänge von besonderer Bedeutung
konnten eingehend hinterfragt und diskutiert werden. Demgemäß war der Aufsichtsrat jederzeit in der
Lage, die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden
Aufgaben wahrzunehmen und den Vorstand bei
der Führung der Geschäfte zu überwachen und zu
Jahresabschluss und Lagebericht lagen dem Aufsichtsrat zur Prüfung vor und ergaben keine Einwände. Auch der von der Hauptversammlung gewählte
Abschlussprüfer Dr. Bergmann, Kauffmann und
Partner GmbH & Co. KG hat beiden Berichten einen
uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.
Der Jahresabschluss gilt damit als festgestellt. Der
Aufsichtsrat schließt sich dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns gemäß
Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags an.
Der Aufsichtsrat dankt den ausgeschiedenen
Mitgliedern, im Besonderen dem langjährigen
Vorsitzenden des Gremiums Horst Schiereck, für ihre
Tätigkeit zum Wohl des Unternehmens. Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie dem Betriebsrat
dankt der Aufsichtsrat für ihren persönlichen Einsatz
und die erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2015.
Herne, 9. Juni 2015
Dr. Frank Dudda, Vorsitzender (seit 29.10.2015) ................................... Oberbürgermeister der Stadt Herne
Horst Schiereck, Vorsitzender (bis 20.10.2015). ..................................... Oberbürgermeister der Stadt Herne a.D.
Matthias Bluhm, 1. stellv. Vorsitzender ...................................................... Betriebsratsvorsitzender
Udo Sobieski, 2. stellv. Vorsitzender (seit 29.10.2015)........................ Angestellter
Gürcan Ak . ..................................................................................................................... Kfz-Meister
Jürgen Albrecht . ......................................................................................................... Kaufm. Angestellter
Volker Bleck . ............................................................................................................... Techn. Angestellter
Thomas Bloch . ............................................................................................................ Dipl.-Finanzwirt
Robert0 Gentilini (ab 09.12.2015) ................................................................... Krankenpfleger
Karl-Heinz Happek .................................................................................................. Techn. Angestellter
Jürgen Hausmann . ................................................................................................... selbstständiger Kfz-Meister
Frank Jochim . ............................................................................................................... Kaufm. Angestellter
Daniel Kleibömer ...................................................................................................... Geschäftsführer
Pascal Krüger (ab 17.11.2015). .............................................................................. Student
Erich Leichner ............................................................................................................. Sozialreferent
Manuela Lukas . .......................................................................................................... Kaufm. Angestellte
Günter Nierstenhöfer . ........................................................................................... Rentner
Olaf Semelka................................................................................................................. Kaufm. Angestellter, Betriebswirt
Dipl.-Kfm. Markus Schlüter ................................................................................ Beschäftigter der Kommunalverwaltung
Dorothea Schulte (bis 08.12.2015) . ................................................................ Ärztin
Umsatzrendite *
Eigenkapitalrendite **
Investition in Sachanlagen und
Mitarbeiter Jahresende
* bezogen auf das Betriebsergebnis
** bezogen auf den Gewinn nach Steuern
Ausgewählte Aktivitäten des
Stadtwerke-Geschäftsjahres
Grubengasbohrung auf Mont-Cenis
Von Bergleuten gefürchtet, von Umweltschützern geschätzt: Um
wieder Grubengas zur Strom- und Wärmeerzeugung nutzen zu
können, beginnen die Stadtwerke eine Bohrung auf Mont-Cenis.
Aufgrund schwieriger Bodenverhältnisse wird das Ziel in 300
Metern Tiefe erst Ende des Jahres erreicht.
Damit dem Umweltschutz nicht die Puste ausgeht, bringen
die Stadtwerke auch in diesem Jahr wieder den Umwelt­
unterricht auf die Stundenpläne der Herner Grundschulen.
Auch im zweiten Schulhalbjahr setzen die Stadtwerke ihren
Umweltunterricht für die vierten Herner Grundschulklassen fort.
Eine Doppelstunde lang geht es kindgerecht um energieeffizientes Handeln und erneuerbare Energien. Schwerpunkt ist in
diesem Jahr das Thema Wind.
Schneller Bau für schnelle Daten: Sechs Monate nach dem
ersten Spatenstich im März übergeben die Stadtwerke die
Zugangskarte zum DataCenter an den Mieter TMR.
Sicherer Standort für Server
Nur sechs Monate liegen zwischen dem ersten Spatenstich
im März und der Fertigstellung des Rechenzentrums, das die
Stadtwerke auf ihrem Werksgelände für ihre Tochter TMR gebaut
haben. Je 19 Kilometer Strom- und Datenkabel sorgen für eine
sichere Versorgung des energieeffizienten Gebäudes.
Bunter Kinospaß an Ostern
Dschungelfieber im Kino: Die Zeichentrickabenteuer einer Papageienfamilie flimmerten am Ostersamstag zum Vorzugspreis für
Stadtwerke-Kunden über die Leinwand. Die erfolgreiche Aktion
wurde in der Adventszeit mit der Verfilmung des Kinderbuchklassikers „Paddington“ wiederholt.
Mädchen an die Kabelscheren
Zum ersten Mal nahmen die Stadtwerke am Girls’Day teil. Ob
fachgerechte Verbindung von zwei Kabeln, Frühjahrs-Check am
Auto oder der Umgang mit dem Lötkolben –sechs Mädchen nutzen die Gelegenheit und lernten die Ausbildungsberufe Elektronikerin und Kfz-Mechatronikerin kennen.
Kolleginnen für einen Tag: Beim Girls Day konnten sechs
Mädchen die technischen Berufe der Stadtwerke in der
Praxis ausprobieren.
Herne steigt aufs Lastenrad
Beim Umwelttag am Gysenberg fällt der Startschuss für HELFI,
die Herner LastenFahrrad Innovation. Im Rahmen des Forschungsprojekts testen sieben Unternehmen mit Unterstützung
der Stadtwerke den Einsatz der Elektroräder auf der letzten
Meile in der Stadt.
Strom auf hoher See
Alle 40 Windräder des Offshore-Windparks Borkum drehen sich
seit Juni im Nordseewind. Mit ihrer Leistung von 200 Megawatt produzieren sie Ökostrom für über 200.000 Haushalte. Im
Septmber wird der Windpark 45 Kilometer vor Borkum offiziell
Alles dreht sich: Mit einem Spezialschiff werden die
Rotoren im Offshore-Windpark vor der Nordseeinsel
Borkum montiert.
Warme Wohnung statt heißer Luft
Nach Wärmepumpen, BHKWs und moderner Brennwerttechnik
erweitert Smart Tec sein Angebot um effiziente Infrarot-Flächenheizungen. Sie eignen sich besonders als Nachtspeicherersatz
oder in historischen Gebäuden. Smart Tec präsentiert sich in
2015 auf zahlreichen Messen in der Region.
Wie geeignet sind Elektroautos im Flottenbetrieb?
Für eine wissenschaftliche Studie sind zwei Fahrzeuge
der Stadtwerke in Herne unterwegs.
Elektromobilität: Herne als Teststrecke
Zwei zusätzliche Elektroautos verstärken den Fuhrpark: ein
BMW i3 als Botenfahrzeug und ein VW up für die Straßenbeleuchtung. Damit fahren die Stadtwerke mit bei einem wissenschaftlichen Feldversuch, der die Alltagstauglichkeit von E-Autos
im Flottenbetrieb testet.
Volksfest, Facebook und Festumzug
Mit Ökostrom und vielen Aktionen unterstützen die Stadtwerke
die 580. Cranger Kirmes: Neben dem Crange-Pass-Verkauf im
KundenCenter und der beliebten Foto-Aktion auf Facebook,
die diesmal 1.000 Euro für den guten Zweck einbrachte, gab
es erstmals eine Wildcard für den Festwagen der Stadtwerke
beim Kirmesumzug.
Fröhliche Fotoaktion: Nur gut gelaunte Gesichter gab es
auch in diesem Jahr wieder bei den Facebook-Aktionen
rund um die Cranger Kirmes.
Quadratisch, praktisch, umweltfreundlich
Wer viel lernt, der braucht auch die nötige Energie dafür. Gut
verpackt sind Pausenbrot und Obst in den leuchtend roten
Brotdosen, die die Stadtwerke zu Schuljahresbeginn an alle
Herner Erstklässler verteilt haben. Sie helfen an jedem Schultag,
umweltbelastendes Verpackungsmaterial zu vermeiden.
Neue Ausbildungsangebote für junge Leute
Mit einem Begrüßungstag begannen fünf junge Leute ihre
Ausbildung bei den Stadtwerken. Darunter sind auch wieder
ein Industriekaufmann und ein Elektroniker im dualen Studium
sowie erfreulicherweise erstmals eine Elektronikerin. Neu ist
das Traineeprogramm nach Studienabschluss.
Ob Ausbildung, Duales Studium oder Traineeprogramm –
die Stadtwerke bieten jedes Jahr vielfältige Qualifizierungs­
angebote für junge Leute.
Leuchtendes Beispiel für die Innenstadt
Zur Unterstützung des Stadtumbaus Herne-Mitte haben die
Stadtwerke ihr Förderprogramm zur Fassadenbeleuchtung
neu aufgelegt. Einige Hausbesitzer entlang der Bahnhofstraße
nutzen die Gelegenheit, um ihre Fassaden in der Dunkelheit ins
Pünktlich zur Heizsaison haben die Stadtwerke nicht nur den
Gaspreis für ihre Kunden gesenkt, sondern auch zur Energieberatung ins KundenCenter eingeladen. Neben nützliche Tipps
zum richtigen Heizen und Lüften in der kalten Jahreszeit gab es
die effizienten Heizanlagen aus dem Smart-Tec-Programm zum
Mit einer Sonderförderung für Fassadenbeleuchtung sorgen
die Stadtwerke in der Herner Innenstadt für angenehme
Shopping-Atmosphäre in den Abendstunden.
… und noch mehr obendrauf
StadtwerkeComfort heißt die neue Grundversorgung mit vielen
Kundenvorteilen. Zu der gewohnt sicheren Energielieferung gibt
es jetzt auch noch eine Kundenkarte, vergünstigte Energiedienstleistungen, einen Abschlagshöhen-Check und vieles mehr. Nach
dem Gasbereich folgte im Januar der Strom.
Dreirad, Puppe, Puzzle und vieles mehr: Ein ganzer Bully voller
Spielsachen für Flüchtlingskinder ist bei einer Sammelaktion
der Stadtwerke-Mitarbeiter zusammengekommen. Das Spielzeug wurde an die Caritas übergeben. Bei einer weiteren Aktion
wurde Küchenzubehör gespendet.
Wärme nah und fern
Alle beteiligten Gremien haben zugestimmt, dass die Stadtwerke zum Jahreswechsel die Fernwärmeversorgung in Alt-Herne
übernehmen. An das über 20 Kilometer lange Leitungsnetz sind
180 öffentliche Gebäude, Unternehmen und Privathaushalte
angeschlossen. Die Stadtwerke stärken damit ihre Position als
Wärmespezialist.
Angesichts der zahlreichen Flüchtlinge in der Stadt
engagieren sich auch die Stadtwerke-Mitarbeiter und
sammeln Spielzeug für Kinder.
Mit der Unterschrift unter den Konzessionsverträgen für Strom
und Gas besiegeln Stadt und Stadtwerke ihre Energiepartnerschaft. Bis 2036 werden das 1.500 Kilometer lange Strom- und
das 650 Kilometer lange Gasnetz von den Stadtwerken betrieben. Die Verträge treten 2017 in Kraft.
Alle beteiligten Gremien und Institutionen komfortabel,
wirtschaftlich und umweltschonend:
Ab 2016 betreiben die Stadtwerke das Fernwärmenetz in
Alt-Herne.
A.	 Grundlagen des Unternehmens
I. Rechtliche Verhältnisse
Die Stadtwerke Herne AG wurde am 1. Januar 1976
aus der Zusammenlegung der Stadtwerke WanneEickel mit den Stadtwerken Herne im Rahmen der
kommunalen Gebietsreform gegründet. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Bochum unter der Nummer HR B 9354 eingetragen.
Gegenstand des Unternehmens ist die Versorgung mit Energie und Wasser, Energiehandel sowie
alle Neben-, Hilfs- und Ergänzungsgeschäfte, der
Kauf, Verkauf, die Vorhaltung und die Verpachtung
von Immobilien für die Stadt Herne, ihrer Einrichtungen oder Gesellschaften, an denen sie beteiligt
ist, die Betriebsführung kommunaler Einrichtungen der Stadt Herne, die Durchführung von
Aufgaben der Telekommunikation, die Entsorgung
von Abwasser und Abfällen sowie die Beförderung
von Personen und Gütern.
Alleinaktionärin der Gesellschaft ist die Vermögensverwaltungsgesellschaft für Versorgung
und Verkehr der Stadt Herne mbH (VVH), Herne.
Die VVH stellt einen Teilkonzernabschluss auf, der
zugleich von der Aufstellung eines Teilkonzernabschlusses für den kleinsten Kreis von Unternehmen
durch die Stadtwerke Herne AG befreit.
Die Gesellschaft ist u.a. zu 58,6 % an der Aktienbesitzgesellschaft Herne GmbH, Herne (ABH)
beteiligt, mit der ein Ergebnisabführungsvertag
besteht. Die ABH führt dabei im Wesentlichen die
Dividenden der durch die ABH gehaltenen Aktien
der RWE AG und der Gelsenwasser AG an die
Stadtwerke ab.
Mit der Alleinaktionärin VVH besteht ebenfalls
Die Stadt Herne hat mit der Gesellschaft einen
Konzessionsvertrag für die Versorgung der Stadt,
ihrer Einwohner und Betriebe mit elektrischer
Energie und Gas geschlossen. Der Vertrag läuft
bis zum 31. Dezember 2016. Am 17. Dezember 2015
wurde ein neuer Konzessionsvertrag für Strom und
Gas geschlossen, der am 1. Januar 2017 beginnt und
eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2036 hat.
II. Ziele und Strategie des Unternehmens
Der Energiesektor befindet sich in Deutschland –
insbesondere aufgrund der Energiewende – in
einem stetig wandelnden Umfeld. Die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen verändern sich schneller und umfassender
als in den vergangenen Dekaden. Dies nimmt
erheblichen Einfluss auf die Markt- und Wettbewerbsstrukturen. Der Wettbewerb im Privat- und
Geschäftskundensegment, aber auch im Gewerbe- und Industriekundengeschäft hat sich weiter
intensiviert. Treibende Faktoren sind hier die hohe
Preissensibilität der Kunden und eine steigende Anzahl von branchenfremden Anbietern. Vor
diesem Hintergrund ist die Gesellschaft gehalten,
ihr Geschäftsmodell ständig zu prüfen und ggf. auf
neue Marktgegebenheiten auszurichten. Dezentrale Erzeugungskonzepte sowie eine Ausweitung von
Energiedienstleistungen sind politisch erwünscht
und werden gefördert. Diese Rahmenbedingungen
sind für die Geschäftsentwicklung grundsätzlich
positiv, da hieraus eine zunehmende Nachfrage
nach Energieeffizienzdienstleistungen zu erwarten
Wesentliche Elemente der strategischen
Unternehmensausrichtung spiegeln sich auch im
Unternehmensleitbild der Gesellschaft wider, bei
der zufriedene Kunden und Mitarbeiter sowie eine
konsequente Marktausrichtung und Achtung der
Umwelt im Mittelpunkt stehen.
Durch das Beteiligungsportfolio der Gesellschaft sollen abseits der Energieverteilung weitere
positive Ergebnisbeiträge erwirtschaftet werden.
So wird durch die Beteiligung an der Wasserversorgung Herne GmbH & Co. KG ein Ergebnisbeitrag
von 1.899 T€ und durch die Wanne-Herner Eisenbahn und Hafen G.m.b.H. ein Ergebnisbeitrag von
388 T€ erzielt. Die weiteren Projektbeteiligungen
sind im Abschnitt B.III.d) dargestellt.
III. Forschung und Entwicklung
Die Gesellschaft betreibt keine Forschungs- und
B.	 Wirtschaftsbericht
Die deutsche Wirtschaft hat zum Jahresende 2015
das Expansionstempo vom Sommer weitgehend
gehalten und wächst damit bei gut ausgelasteten
Kapazitäten im Einklang mit der Potenzialrate.
Der private Konsum wird nach wie vor von den
deutlichen Steigerungen bei Beschäftigung und
Verdiensten getragen. Zudem entlasten die weiter
rückläufigen Rohölpreise die Budgets der privaten
Haushalte. Als zusätzlicher Stimulus kommen vermehrte staatliche Ausgaben im Zuge der Flüchtlingszuwanderung hinzu (Quelle: Monatsbericht
Dezember 2015, Deutsche Bundesbank).
markt lag die Erdgasheizung bei einem Marktanteil
von knapp 50 % und dies bei einem Anstieg der
Bautätigkeit (zum Neubau genehmigte Wohneinheiten) um fast 7 % im Vergleich zu 2014. Nach
einem leichten Rückgang bei der Verwendung von
Erdgas in der Industrie im energetischen wie im
nichtenergetischen Bereich im Jahr 2014 lassen
erste Zahlen ein Plus von 2 % für 2015 erwarten.
II. Branchenbezogene Rahmenbedingungen
2015 wurden in Deutschland brutto 651,8 Mrd. kWh
Strom erzeugt. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die
Stromerzeugung damit um 24,0 Mrd. kWh – das
entspricht 3,8 % – zu. Der Zuwachs war allein auf
die Erneuerbaren Energien (bis auf die Wasserkraft) zurückzuführen, die konventionellen und
nuklearen Energieträger hatten allesamt Rückgänge zu verzeichnen. Der Brutto-Inlandsstromverbrauch stieg nach bisherigen Zahlen um 1,3 % auf
600,0 Mrd. kWh.
Der Primärenergieverbrauch in Deutschland nahm
2015 verglichen mit dem Vorjahr um 1,1 % auf
13 306 PJ (454,0 Mio. t SKE) zu. Der absolute Anstieg betrug 149 PJ (5,1 Mio. t SKE). Außer bei den
Erneuerbaren Energien und beim Erdgas war bei
allen Energieträgern ein Verbrauchsrückgang zu
verzeichnen. Die Zunahme des Primärenergieverbrauchs ist außer auf die relativ positive konjunkturelle Entwicklung im Wesentlichen auf die im
Vergleich zum Vorjahr kühlere Witterung während
der Heizperiode zurückzuführen. Bereinigt um die
Witterungseinflüsse sank der Primärenergieverbrauch um etwa 0,4 Prozent.
Tendenziell ist der effektive Primärenergieverbrauch seit 1990 rückläufig. Nach dem Krisenjahr
2009 stieg der Verbrauch 2010 zwar sichtbar,
erreichte aber noch nicht wieder das Niveau der
Jahre 2006 bis 2008. 2013 gab die sehr kühle Witterung zwar einen Verbrauchsschub, die sinkende
Tendenz setzte sich jedoch fort.
2015 war mit einer Mitteltemperatur von 9,9°C gemeinsam mit den Jahren 2000 und 2007 das bisher
zweitwärmste in Deutschland beobachtete Jahr –
nur 2014 war bislang noch wärmer. Der Erdgasbedarf im Raumwärmemarkt legte dennoch zu, da die
Witterung in der Heizperiode deutlich kühler als im
durchgängig milden Jahr 2014 war. Der Erdgasverbrauch der privaten Haushalte sowie der Gewerbeund Dienstleistungsunternehmen stieg um knapp
7 %. Neben dem Einfluss der Witterung ist diese
Entwicklung auch auf die weiter steigende Zahl
der Erdgasheizungen zurückzuführen. Insgesamt
waren zum Jahresende 20,3 Mio. Wohnungen (das
entspricht fast der Hälfte des Wohnungsbestands)
mit einer Gasheizung ausgestattet. Im Neubau-
Der Stromverbrauch aus dem Netz der allgemeinen
Versorgung (einschließlich Netzverluste) sowie
der vorwiegend EEG-vergüteten Eigenanlagen, die
nicht der Industrie zuzurechnen sind, nahm 2015
um 1,4 Prozent auf 527,4 Mrd. kWh zu. Der Stromverbrauch der Industrie (Bergbau und Verarbeitendes Gewerbe) betrug 245,5 Mrd. kWh und lag
mit einem Plus von 0,5 % leicht über dem Vorjahresniveau. Die stromintensiven Industrien wiesen
dabei sehr differenzierte Entwicklungen auf. Der
Stromverbrauch des Sektors Gewerbe, Handel,
Dienstleistungen wuchs im Vergleich stärker. Er
stieg von 138,3 Mrd. kWh um 2,2 % auf 141,4 Mrd.
kWh. Ein Grund dafür ist der zusätzliche Energiebedarf im Zuge der Versorgung und Unterbringung
von Schutzsuchenden. Ein weiterer Grund war die
Witterung, die während der Heizperiode kühler
und in den Sommermonaten deutlich wärmer als
2014 war. Hauptsächlich aus letzterem Grund nahm
auch der Stromverbrauch der privaten Haushalte
von 129,7 Mrd. kWh um 1,8 % auf 132,0 Mrd. kWh
zu. Der Rückgang des Stromverbrauchs im Rahmen von Sparmaßnahmen der Verbraucher sowie
Effizienzverbesserungen wurde somit gedämpft.
Der Verbrauch im Verkehr lag leicht über dem des
Vorjahres. Insgesamt stieg der Nettostromverbrauch um 1,3 % auf 530,6 Mrd. kWh.
Der Wettbewerb im Endkundenmarkt ist weiterhin dynamisch: Die kumulierte Wechselquote der
Haushalte betrug im Oktober 2015 bei Strom knapp
40 % und lag damit um gut 3 %-Punkte höher als
ein Jahr zuvor. Auch im Erdgasmarkt wechseln die
Kunden: Hier haben bis Oktober 2015 rund 31 %
der Haushalte mit eigenem Vertragsverhältnis den
Anbieter gewechselt. Ein Jahr zuvor waren es noch
knapp 28 %.
Die Grenzübergangspreise für Erdgas sind im Jahresverlauf 2015 von 2,30 Ct/kWh im Januar auf 1,76
Ct/kWh im Dezember gesunken. Im Jahresmittel
lag der mengengewichtete Importpreis für Erdgas
damit bei 2,03 Ct/kWh (Jan.-Dez. 2014: 2,31 Ct/kWh).
Die Strompreise im Spotmarkt an der Strombörse sind auch 2015 weiter gesunken und lagen
im Mittel bei 31,66 Euro/MWh (Phelix Day Base/
Marktgebiete Deutschland/Österreich) gegenüber
32,78 Euro/MWh 2014. Das entspricht einem Rückgang um 3,4 Prozent. Der mittlere Preis des Phelix
Day Peak 2015 betrug 35,11 Euro/MWh (2014:
36,82 Euro/MWh) und verlor damit 4,7 Prozent.
Der im 4. Quartal 2014 begonnen Rückgang des
Ölpreises hat sich auch 2015 weiter fortgesetzt. Die
Brennstoffpreise für Heizöl (leicht) lagen 2015 im
Jahresdurchschnitt um 25 % unterhalb des Niveaus
2014. Vergleicht man nur das Preisniveau zum
Jahresende, so kostete leichtes Heizöl im Dezember
2015 sogar 28 % weniger als noch 12 Monate zuvor.
Der Preis für Drittlandskohle war im Jahresverlauf
ebenfalls weiter rückläufig und betrug nach vorläu-
figen Angaben 2015 im Durchschnitt 67,50 Euro/t
SKE gegenüber 72,50 Euro/t SKE im Jahr 2014. Das
entspricht einem Rückgang um knapp 7 %. Der
Preis für Erdgas zum Einsatz in Kraftwerken ist
2015 gegenüber dem Vorjahr ebenfalls um 4 %
Die Strompreise für Industriekunden sanken
2015 leicht um 0,6 %, vor allem bedingt durch den
leichten Rückgang von Steuern, Abgaben und Umlagen. Der Anteil der staatlichen Belastungen am
Strompreis für Industriekunden von 50 % im Jahr
2014 ging auf 47 % im Jahr 2015 (ohne Stromsteuer) zurück.
Auch die Strompreise für Haushalte sind um
1,6 % gesunken. Wie bei den Industriekunden
machte sich auch bei den Haushaltskunden der
leichte Rückgang der Steuern, Abgaben und
Umlagen bemerkbar. Zudem gingen die Beschaffungskosten der Vertriebe aufgrund rückläufiger
Terminmarktpreise zurück, was den Verbrauchern
zusätzlich zugute kam. Da aber sowohl Steuern,
Abgaben und Umlagen als auch der Versorgeranteil am Strompreis etwa gleichermaßen zurückgingen, bleibt der Anteil der staatlichen Belastungen am Strompreis im Vergleich mit 2014 mit
52 Prozent konstant. Im Jahr 2016 steigt der Anteil
von Steuern, Abgaben und Umlagen allerdings
wieder an, da neben der EEG-Umlage auch der
KWK-Aufschlag, die §19 StromNEV-Umlage und
die Offshore-Haftungsumlage wieder angestiegen
sind. Die Aussetzung der Umlage für abschaltbare Lasten im Jahr 2016 macht sich aufgrund ihrer
geringen Größenordnung nicht bemerkbar
(Quelle: BDEW Energie-Info März 2016; Entwicklung der Energieversorgung 2015).
III. Geschäftsverlauf 2015
a)	 Allgemeine Entwicklung
Die Umsatzerlöse stiegen insgesamt um 3.082 T€ bzw. 1,9 % und stellen sich mit den Nebengeschäften
Erträge aus anderen Leistungen
Der Stromverbrauch im Netzgebiet der Gesellschaft
ist im Jahr 2015 marginal um 0,4 % gegenüber
dem Vorjahr gesunken. Aufgrund des im Herner
Netzgebiet, entgegen des deutschlandweiten Trend
für das Jahr 2015, gesunkenen Stromverbrauchs
gewinnt die Akquise von Kunden in fremden Versorgungsgebieten immer mehr an Bedeutung.
Im Bereich der Stromversorgung sank der
Umsatz aus der berechneten Abgabe um 1,9 %
entgegen des Anstiegs der Kundenabgabemenge
um 2,9 %.
Nach einer Erhöhung von 2,50 Ct/kWh zum
1.1.2014 wurde der Basistarif zum 1.1.2015 um
1,11 Ct/kWh brutto gesenkt. Bei der Preissenkung
wurden vor allem gesunkene gesetzliche Umlagen
wie abschaltbare Lasten (AbLaV) und EEG an den
Die Umsatzerlöse bei den Tarifkunden sanken
um 4,8 %, die entsprechende Menge ging unterproportional um 2,2 % zurück.
Bei den Sondervertragskunden erhöhte sich der
Absatz um 8,0 %, begründet durch Kundengewinne in externen Versorgungsgebieten. Der Umsatz
in dieser Tarifgruppe stieg ebenfalls, jedoch preisbedingt unterproportional um 3,1 %.
Bei der Nahwärme sank die Abgabemenge entgegen
der kälteren Witterung, da im Vorjahr höhere positive
Rückrechnungsmengen für Vorjahre aus der Hochrechnung enthalten waren.
b)	 Bedarfsdeckung
Die Energie- und Wasserversorgung Mittleres
Ruhrgebiet GmbH (ewmr) hat als Konzernmuttergesellschaft den Energiebezug zu wettbewerbs­
fähigen Bedingungen gewährleisten können.
Der Strom- und Gasbezug erfolgte primär über die
ewmr. Lediglich in der Sparte Gas wurde eine geringe Menge Biomethangas über den Biogaspool 1,
an dem die Stadtwerke Herne AG beteiligt ist sowie
über die Stadtwerke Detmold und Agratec bezogen.
Die Materialaufwendungen für Strom veränderten
sich nur marginal (+2,9 %), die für Gas stiegen
witterungsbedingt um 7,8 %. Insgesamt stiegen die
Materialaufwendungen um 4,2 %.
Der Bezug von Strom und Gas verlief zu jeder
Zeit störungsfrei.
Die Netzabgabemenge erhöhte sich in der Sparte
Gasversorgung für das Herner Netzgebiet insgesamt um 15,5 %. Der assoziierte Vertrieb erfuhr
dabei einen witterungsbedingten Umsatzanstieg
von 3,9 Mio. €. Die reinen Vertriebserlöse stiegen
bei den Tarifkunden um 9,6 % und bei den Sondervertragskunden um 9,3 %.
Zum 1.10.2015 wurde im Tarifkundenbereich
eine Preisanpassung in Höhe von -0,4 Ct/kWh brutto vorgenommen.
Die Erzeugungserlöse lagen deutlich über Vorjahresniveau, obwohl nach einem anfänglichen Boom
im Bereich der privaten PV-Anlagen mittlerweile ein Rückgang des Netzausbaus dezentraler
Einspeisungen einsetzt. Dies resultiert vor allem
aus sinkenden Vergütungssätzen, aber auch aus
der unklaren künftigen Entwicklung der Förderung Erneuerbarer Energien. Der Umsatzanstieg
in Höhe von 29,3 % ist geprägt von der erstmals
ganzjährigen Erzielung von Stromhandelserlösen
aus der Beteiligung am Gemeinschaftskraftwerk
Steinkohle Hamm GmbH & Co. KG (GSH), welche
aber ab dem nächsten Jahr durch die Abwicklung
der Beteiligung entfallen werden.
c)	 Investitionen
Die Investitionen bei Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen stellen sich im Berichtsjahr wie folgt dar:
Bei den Verteilungsanlagen wurde im Wesentlichen in das Mittel- und Niederspannungsnetz 278 T€ und
in das Niederdrucknetz 416 T€ investiert. Die Ausgaben für Stromhausanschlüsse betrugen 332 T€ und
für Gashausanschlüsse 207 T€. Für die Zähler und Messgeräte wurde bei der Stromversorgung 31 T€ und
bei der Gasversorgung 37 T€ investiert.
In die Finanzanlagen wurden 8.530 T€ investiert. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um den Kauf
von 50 % der Anteile an der Fernwärme Herne GmbH sowie um eine Ausleihung von 3.000 T€ an die
Straßenbahn Herne Castrop-Rauxel GmbH und von 4.000 T€ an die Wanne-Herner Eisenbahn und Hafen
G.m.b.H., die jeweils verbundene Unternehmen darstellen.
d)	 Projektentwicklung
Biogas Pool 1 für
Stadtwerke GmbH & Co. KG
Beteiligungsanteil 18,21 %
Anteil GWh 18,00
Steinkohle Hamm GmbH & Co. KG
(GSH) (bis Dezember 2015)
392.156€
Beteiligungsanteil 0,78 %
Anteil 12,00 MW
Die Projekt­
410.687€
GmbH & Co. KG (TWB)
Beteiligungsanteil 0,72 %
Anteil 0,29 MW
Beteiligungsanteil 0,59 %
Anteil 1,18 MW
Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle Hamm GmbH &
Co. KG (GSH)
Die Gesellschaft, an der neben der Stadtwerke
Herne AG die RWE Generation SE (RWEG) und
22 weitere Stadtwerke beteiligt waren, sollte am
Standort Hamm ein hocheffizientes SteinkohleDoppelblockkraftwerk mit einer Gesamtleistung
von rund 1.600 MW und einem elektrischen Wirkungsgrad von rund 46 % errichten und betreiben
(Projekt GEKKO).
Während der Errichtung des Kraftwerks kam es
zu einer Vielzahl von Baumängeln, die die Inbetriebnahme der beiden Kraftwerksblöcke immer
wieder verzögerten.
Darüber hinaus hat die Marktentwicklung der
letzten Jahre die Wirtschaftlichkeit des Projekts
GEKKO erheblich belastet. Vor diesem Hintergrund
haben die an der GSH beteiligten Stadtwerke vor
ca. einem Jahr intensive Gespräche mit RWEG über
einen Ausstieg der Stadtwerke aus dem Projekt
GEKKO aufgenommen, die inzwischen abgeschlossen sind. RWEG war bereit, die Kommanditanteile der an der GSH beteiligten Stadtwerke zum
31.12.2015 gegen Zahlung eines Kaufpreises zu
erwerben und so die Beendigung der gesellschaftsrechtlichen Beteiligungen der Stadtwerke an der
GSH zu ermöglichen. Die Stadtwerke Herne AG
bildete in den Vorjahren bereits Drohverlustrückstellungen in ausreichender Höhe.
Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am
29. Oktober 2015 dem Vollausstieg der Gesellschaft
aus der vorgenannten Beteiligung zugestimmt. Der
Rat der Stadt Herne erteilte in seiner Sitzung am
17. November 2015 seine Zustimmung.
Aufgrund der Vielzahl kommunaler Beteiligungen wurde die Bezirksregierung Münster
durch Erlass des Innenministeriums zur zuständigen Aufsichtsbehörde bestellt. Auch sie hat mit
Schreiben vom 11. Dezember 2015 mitgeteilt, dass
keine kommunalaufsichtlichen Bedenken gegen
die angezeigten Beschlüsse bestehen. Das Veräußerungsgeschäft konnte demnach umgesetzt
werden. Das Anzeigeverfahren zur Veräußerung
der kommunalen Beteiligungen an der Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle Hamm GmbH & Co. KG
war damit abgeschlossen.
Die Trianel Windkraftwerk Borkum GmbH & Co.
KG (TWB) hat einen Offshore Windpark rund 45
Kilometer nordwestlich vor Borkum errichtet. Seit
September 2011 wurden 40 Windenergieanlagen
(WEA) des Typs AREVA Wind M5000 installiert, die
mit einer Gesamtleistung von 200 MW rechnerisch
rund 200.000 Haushalte mit umweltfreundlichem
Strom versorgen können. An der Errichtung und
dem Betrieb des Windparks sind 33 Stadtwerke
und regionale Energieversorger unter der Federführung der Trianel GmbH beteiligt.
Bereits im Jahr 2007 wurde die Genehmigung
für den Bau und den Betrieb des Windparks
seitens des Bundesamtes für Seeschifffahrt und
Hydrographie erteilt. Im Frühjahr 2011 begannen
die Bauvorbereitungen mit Maßnahmen für den
Naturschutz. Der erste Bauabschnitt umfasste die
Rammarbeiten der Fundamentstrukturen (Piles)
und wurde im Frühjahr 2012 beendet. Im Geschäftsjahr 2013 startete die Endmontage der
40 WEA, die im Juni 2014 beendet wurde.
Im Laufe des Jahres 2015 wurden alle 40 Windenergieanlagen in Betrieb genommen.
Im April 2010 haben sich unter dem Dach des
Green GECCO-Gemeinschaftsunternehmens 29
Stadtwerke und RWE Innogy zusammengefunden,
um gemeinsam die Entwicklung und Umsetzung
von Projekten zur regenerativen Energieerzeugung
voranzutreiben. Die Stadtwerke Herne AG ist mit
28 anderen Stadtwerken und regionalen Energieversorgern in einer eigenen Beteiligungsgesellschaft zusammengeschlossen. Diese hält 49 % am
Green GECCO-Gemeinschaftsunternehmen, die
übrigen 51 % der Anteile liegen bei RWE Innogy,
dem Unternehmen für Erneuerbare Energien im
RWE Konzern.
Die Green GECCO GmbH & Co. KG hat im November 2014 den Windpark Düshorner Heide (26
Megawatt) im niedersächsischen Walsrode offiziell
eingeweiht. Damit wurde der fünfte OnshoreWindpark in Betrieb genommen und das bestehende Portfolio um 26 auf über 80 Megawatt installierte Leistung erweitert. Die fünf Windparks sind in
der Lage, klimafreundlichen Strom für über 55.000
Haushalte zu erzeugen. Rechnerisch kann damit
bereits eine mittelgroße Stadt versorgen werden.
Die Windparks An Suidhe in Schottland (20
Megawatt), Süderdeich (9 Megawatt) und Hörup
(8 Megawatt) in Schleswig-Holstein sowie Titz (20
Megawatt) in Nordrhein-Westfalen und Düshorner
Heide (26 Megawatt) in Niedersachsen wurden von
RWE Innogy umgesetzt und sukzessive nach ihrer
Fertigstellung an das Green GECCO-Konsortium
Investitionen von regionalen Energieversorgern
in „grünen Strom und grüne Wärme“ bilden das
Rückgrat der Energiewende in Deutschland.
Die Gesellschaft Biogas Pool 1 für Stadtwerke
GmbH & Co. KG, Unna, wurde mit dem Ziel einer
langfristigen Sicherung einer Bioerdgas-Versorgung gegründet, um somit der veränderten Struktur
der Beschaffungsmärkte von fossilen Energien in
Zeiten der Energiewende gerecht zu werden.
Die Stadtwerke Herne AG haben sich zusammen mit weiteren vier kommunalen Energieversorgungsunternehmen, den Stadtwerken Bad
Salzuflen GmbH, Stadtwerken Rotenburg (Wümme) GmbH, Stadtwerken Verden GmbH und Stadtwerken Witten GmbH am deutschlandweit ersten
Biogas-Pool für Stadtwerke beteiligt und wurden
somit selbst, mit Unterstützung Energiedienstleister Arcanum Energy Systems GmbH & Co. KG,
Unna, zum Bioerdgas-Produzenten. Die Stadtwerke
Herne AG erhält somit Zugang zu neuen Kundensegmenten und reagiert damit auf die veränderten
Beschaffungsmarktstrukturen.
Durch die Bündelung von mehreren Stadtwerken im Biogas Pool 1 wurden bislang bereits drei
Biogasaufbereitungsanlagen in Betrieb genommen. Das hier erzeugte Biomethan wird von den
teilnehmenden Stadtwerken genutzt, um bspw.
eigene Blockheizkraftwerke klimaschonend zu
betreiben. Es werden drei Biogasaufbereitungsanlagen an den Standorten Malstedt, BruchhausenVilsen und Jürgenshagen betrieben.
Die Anlagen verfügen über eine Aufbereitungskapazität von 700 Nm3/h Rohbiogas und besitzen
eine Einspeisekapazität von 350 Nm3/h Biomethan. Die Landwirte haben langfristige Rohbiogaslieferverträge mit der Biogas Pool 1 GmbH & Co.
KG abgeschlossen. Die Investition in die Rohbiogaserzeugungsanlage erfolgte durch die Landwirte
am jeweiligen Standort. Die Biogas Pool 1 bereitet
das Rohbiogas zu Biomethan auf und speist es in
das Erdgastransportnetz ein.
Durch die Bioerdgasproduktion werden mehr
als 13.000 Tonnen CO2 eingespart. Insgesamt
werden ca. 95 Mio. kWh Bioerdgas durch den Pool
IV. Lage des Unternehmens
Die Lage des Unternehmens ist nach wie vor
geprägt durch das operative Strom-, Gas- und
Wärmevertriebsgeschäft sowie die Bewirtschaftung des Strom-, Gas- und Wärmeverteilnetzes im
Stadtgebiet Herne.
Die im Wirtschaftsplan gesetzten Ziele wurden
erreicht. Insgesamt kann die wirtschaftliche Lage
im abgelaufenen Geschäftsjahr als gut bezeichnet
a)	 Ertragslage
Die Umsatzerlöse erhöhten sich aufgrund gegenläufiger Effekte um 3.082 T€ auf 165.405 T€. Die
Erlöse aus der Stromversorgung verringerten sich
um 2.022 T€, während die Erlöse in der Gasversorgung um 3.586 T€ und der Erzeugung um 1.241 T€
Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich
um 1.040 T€ auf 7.734 T€, insbesondere aufgrund
gestiegener Erlöse aus dem Abgang von Anlagevermögen (+1.815 T€) und verringerter Erträge aus
Auflösung von Rückstellungen (-695 T€), erhöht.
Die Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen
betreffen in erster Linie den Verkauf der Beteiligung an GSH. Der Kaufpreis setzte sich aus einer
Komponente für das anteilige Eigenkapital und
Versicherungsleistungen sowie Verwertungserlösen zusammen.
Die Gesamtleistung der Gesellschaft konnte
dadurch um 3.921 T€ auf 173.438 T€ gesteigert
Der Materialaufwand erhöhte sich überproportional zu der Entwicklung der Umsatzerlöse um
4.650 T€ auf 116.300 T€. Die Personalaufwendungen reduzierten sich insbesondere durch die
Rückerstattung des Sanierungsgeldes der Zusatzversorgungskasse VBL für das Jahr 2015 (227 T€)
und die nicht erfolgte Zuführung zur mittelbaren
Pensionsverpflichtung „Unterdeckung VBL“ (VJ:
1.190 T€) um 1.324 T€ auf 18.835 T€.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen
inkl. sonstiger Steuern verringerten sich um
3.339 T€ auf 18.147 T€. Die Konzessionsabgaben für
Strom und Gas stellen den wesentlichsten Posten
dar und erhöhten sich um 283 T€. Dagegen verringerten sich die Zuführungen zu Drohverlustrückstellungen insbesondere durch dem Ausstieg aus
dem Projekt GEKKO um 3.902 T€.
Das Finanzergebnis verschlechterte sich um
3.644 T€ auf -1.790 T€. Die Erträge aus Finanzanlagen, bestehend aus Erträgen aus Beteiligungen,
aus Gewinnabführung und aus Ausleihungen des
Finanzanlagevermögens, verringerten sich um
2.195 T€ insbesondere durch die in 2015 ausgebliebene Gewinnabführung der ABH. Dagegen
erhöhten sich die Aufwendungen aus Finanzanlagen um 2.900 T€ insbesondere durch den vertraglich vorzunehmenden Verlustausgleich der ABH,
der durch die außerplanmäßige Abschreibung der
RWE-Aktien entstanden ist. Das Zinsergebnis verbesserte sich um 1.451 T€ auf -2.122 T€ insbesondere aufgrund geringerer Zinsen aus der Aufzinsung
von Rückstellungen (-1.213 T€).
Durch die oben genannten Entwicklungen
konnte das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um 203 T€ auf 13.729 T€ verbessert werden. Es lag damit um 97 T€ über dem Planergebnis
Unter Berücksichtigung der gesunkenen Steuerumlagen erhöhte sich das Ergebnis vor Gewinnab-
führung an die VVH um 684 T€ auf 13.120 T€.
b)	 Vermögenslage
In der Übersicht ist die Bilanz nach wirtschaftlichen und finanziellen Grundsätzen zusammengefasst bzw.
Flüssige Mittel und Geldanlagen
Kurzfristige Vermögensgegenstände
Mittel- und langfristig verfügbare Mittel
gegenüber Fremden
verbundenen Unternehmen und
wurden Bilanzpositionen miteinander verrechnet.
Die Bilanzsumme verringerte sich um 8.518 T€ auf
178.893 T€.
Auf der Vermögensseite verringerten sich
sowohl das langfristige als auch das kurzfristige
Vermögen. Während sich die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen
aufgrund der über den Abschreibungen liegenden
Investitionen um 4.073 T€ erhöhten, verringerten
sich die Finanzanlagen um 9.171 T€ durch gegenläufige Effekte aus dem Kauf von weiteren Anteilen
an der Fernwärmeversorgung Herne GmbH, der
Ausgabe weiterer Ausleihungen an verbundene
Unternehmen sowie dem Rückgang der Beteiligungen und der Ausleihungen an Beteiligungsunternehmen durch den Ausstieg aus dem Projekt
GEKKO. Das Anlagevermögen macht mit 78,3 %
den Großteil des Vermögens aus. Die Vorräte und
kurzfristigen Forderungen lagen im Wesentlichen
auf dem Niveau des Vorjahres, während sich die
Flüssigen Mittel stichtagsbedingt um 3.152 T€ auf
12.457 T€ verringerten.
Die Kapitalstruktur ist mit einer Eigenkapitalquote von 31,4 % solide. Die langfristig verfügbaren Mittel reduzierten sich insbesondere durch die
gegenläufigen Effekte aus der Inanspruchnahme
aus der Drohverlustrückstellung für das Projekt
GEKKO und der Aufnahme eines Darlehens von der
TMR um 12.667 T€.
Dagegen erhöhten sich die kurzfristigen Fremdmittel um 4.149 T€ insbesondere durch den Anstieg
der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen für die Verlustübernahme der ABH
sowie aus einem Anstieg der kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten.
Das langfristig gebundene Vermögen ist damit zu
96,2 % durch langfristig verfügbares Kapital gedeckt.
Dagegen übersteigen die kurzfristigen Fremdmittel
die kurzfristigen Vermögenswerte um 13,7 %.
Das Eigenkapital der Gesellschaft stellt sich unverändert wie folgt dar:
31.12.2014 T€
Einstellung T€
Das Eigenkapital hat sich aufgrund des mit der
VVH bestehenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages nicht verändert. Der Eigenkapitalanteil ist aufgrund der gesunkenen Bilanzsumme um 1,5 %-Punkte gestiegen.
31.12.2015 T€
Entnahme T€
Die Gesellschaft hat bei verschiedenen Kreditinstituten Darlehen aufgenommen. Sie verfügt
über ausreichende liquide Mittel und Kreditlinien,
um ihren finanziellen Verpflichtungen jederzeit
nachkommen zu können. In 2015 stehen Darlehensaufnahmen von 7.000 T€ (davon 3.000 T€ von
verbundenen Unternehmen) Tilgungen von
8.986 T€ gegenüber. Die Darlehen haben Restlaufzeiten bis zum Jahr 2035.
V. Finanzlage
Die Zahlungsströme der Gesellschaft sind in der nachfolgenden Kapitalflussrechnung nach dem Gliederungsschema des DRS 21 dargestellt:
Abschreibungen auf Gegenstände des Sachanlagevermögens und auf
Cashflow des Jahres
Zunahme (-)/Abnahme (+) der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
- 12.689
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen (+) bzw. Erträge (-):
– Auflösung Ertragszuschüsse
– Abschreibung/Zuschreibung auf Gegenstände des Umlaufvermögens
Zunahme (+)/Abnahme (-) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen anderer
Zinsaufwendungen/-erträge
Sonstige Beteiligungserträge/Gewinnabführungen/Verlustübernahmen
Ertragssteueraufwand/-ertrag
- 8.849
Erhaltene Dividenden/Gewinnabführungen/abzgl. Verlustübernahmen
- 12.166
- 11.305
- 8.986
- 11.706
- 15.247
Einzahlungen aus Baukostenzuschüssen
Die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit und aus der Finanzierungstätigkeit konnten die
Mittelabflüsse aus der Finanzierung von Investitionen nicht vollständig decken und führten darüber hinaus zu einem Abbau des Finanzmittelfonds um 3.152 T€.
VI.	 Finanzielle Leistungsindikatorens
Die Steuerung der Gesellschaft erfolgt über die
finanziellen Leistungsindikatoren Umsatzerlöse,
Jahresüberschuss vor Gewinnabführung sowie
Die Umsatzerlöse erhöhten sich aufgrund
gegenläufiger Effekte um 1,9 % auf 165.405 T€ und
das Ergebnis vor Gewinnabführung um 5,5 % auf
13.120 T€. Die Cashflows sind bereits im Abschnitt
Finanzlage dargestellt. Die Bruttoumsatzrendite
bezogen auf das Betriebsergebnis der Gesellschaft
erhöhte sich von 7,0 % auf 9,3 %, während die
Nettoumsatzrendite (Jahresergebnis zu Umsatzerlösen) von 7,7 % auf 7,9 % angestiegen ist.
Das Controlling stellt dem Management in
regelmäßigen Reporting und in Prognoserechnungen sowie in darüber hinausgehenden Analysen
ein umfassendes Bild der aktuellen wirtschaftlichen Situation sowie der zukünftigen Entwicklung
VII. Nicht finanzielle Leistungsindikatoren
Zu den nicht finanziellen Leistungsindikatoren
gehören insbesondere die Kundenzufriedenheit,
die Mitarbeiterqualität und -zufriedenheit sowie
ein nachhaltiges ökologisches Handeln.
des Handelns der Gesellschaft. Produkte und
Dienstleistungen werden ständig kundenorientiert weiterentwickelt um eine hohe Attraktivität
zu bieten. Dazu tragen auch eine herausragende
Servicequalität sowie eine sichere, ökonomische
und ökologisch verantwortungsvolle Energieversorgung bei.
Zum dritten Mal in Folge hat die Stadtwerke
Herne AG das Siegel „TOP-Lokalversorger“ des
Energieverbraucherportals erhalten. Ausgezeichnet
wird dasjenige Energieversorgungsunternehmen,
das einen der ersten drei Plätze im Ranking seines
regionalen Versorgungsgebietes auf dem unabhängigen Internetportal www.energieverbraucherportal.de belegt. Das größte Gewicht bei der Bewertung spielen der Preis, ein gutes Tarifangebot und
Desweitern wurde im Geschäftsjahr eine
Stadtwerke App und Bonuswelt implementiert, die
am 1. Februar 2016 gestartet ist und den Stadtwerke
Stromkunden Zugriff auf exklusive Aktionen und
Events sowie auf neuste Lokalnachrichten bietet.
Zur weiteren kundenorientierten Ausrichtung der
Gesellschaft ist für 2016 die Einführung eines Kundenbeirats geplant, in dem 15 Kunden im Dialog
mit der Gesellschaft mit neuen Ideen zur Verbesserung bestehender Produkte und Services beitragen,
neue Angebote mitentwickeln und Impulse für
laufende und geplante Projekte geben können.
Gemäß Tarifabschluss wurden die Entgelte bei der
Gesellschaft zum 01.03.2015 um 2,4 % erhöht. Die
Tarifvereinbarung ist zum 29.02.2016 ausgelaufen.
Im Ausbildungsbereich hat die Gesellschaft
2015 wieder ein deutliches Engagement gezeigt:
Es wurden wie auch im Vorjahr drei neue Azubis
aufgenommen. Diese wurden ergänzt um einen
zusätzlichen Azubi, der im Dezember 2015 noch für
Januar 2016 eingestellt wurde. Zudem be­gannen
2015 zwei Studenten zur Absolvierung eines Dualen Studiums. Erfreulicherweise konnten von den
Ausbildungsabsolventen des Jahres 7 Auszubildende befristet in ein Arbeitsverhältnis übernommen
werden. Erstmalig wurde in Zusammenarbeit mit
der Ruhr-Universität Bochum ein Traineeprogramm implementiert, das zurzeit von zwei jungen
Universitätsabsolventen wahrgenommen wird.
Der Personalstand entwickelte sich wie folgt:
Kaufmännische Arbeitnehmer/-innen
Gewerbliche und technische Arbeitnehmer/innen
Das Durchschnittsalter liegt mit 44,0 Jahre (Vorjahr 43,7 Jahre) weiter auf dem bisherigen demographischen Kurs. Zum 31. Dezember 2015 befinden sich 21 Mitarbeiter in Altersteilzeit, von denen sich 12 bereits
in der Freistellungsphase befinden.
Die Krankenquote 2015 hat sich mit 6,9 % gegenüber dem Vorjahr (5,6%) stark verschlechtert.
Ursache waren in erster Linie zusätzliche Langzeitkranke. Im Rahmen des Gesundheitsmanagements
wurde eine Aktionsreihe „gesundes Unternehmen“ mit Informationsveranstaltungen zu gesunder Lebensgestaltung durchgeführt. Zudem fanden
ergänzend Inhouse-Kurse, unter anderem zur
Rückenfitness, statt.
Die Gesellschaft bekennt sich zu einer zukunftsorientierten, chancengerechten Zusammenarbeit der Geschlechter. Sie wird weiterhin weibliche Beschäftigte entsprechend ihrer Qualifikation
und Fertigkeiten in allen Ebenen und Aufgaben­
bereichen gezielt fördern. Dies gilt insbesondere
für die Zusammensetzung im Aufsichtsrat sowie in
den beiden Führungsebenen unter dem Vorstand
Der Frauenanteil der Gesamtbeschäftigtenzahl
der Gesellschaft beträgt 17,4 %. Innerhalb beider
Führungsebenen unterhalb des Vorstands befinden
sich derzeit weibliche Führungskräfte. Die erste
Führungsebene unterhalb des Vorstands besteht
aus 5 Mitgliedern, dazu zählt seit Januar 2012 ein
weibliches Mitglied. Dies entspricht 20 %. Die
zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands
besteht aus 5 männlichen und einem weiblichen
Mitglied. Dies entspricht 16,7 %. Die oben genannten Frauenanteile sollen entsprechend als Ziel­
größe im Sinne des seit 1. Mai 2015 verabschiedeten „Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von
Frauen und Männern in Führungspositionen in der
Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“ auch
zukünftig, mindestens bis zum 30. Juni 2017 beibehalten werden. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft
hat sich selbst eine Zielgröße für den Frauenanteil
von mindestens 6 % und für den Vorstandsposten
von mindestens 0 % bis zum 30. Juni 2017 festgelegt.
Seit jeher werden die Vereinbarkeit von
Familie und Beruf gefördert, um auch Frauen
diese Vereinbarkeit zu ermöglichen. Nicht zuletzt ist die Gesellschaft zertifiziertes Mitglied im
Verbund Unternehmen und Familie und sorgt mit
verschiedenen Programmen für die wohnortnahe
Betreuung inkl. Notfallbetreuung für Kinder. Hinzu
kommen Programme, die flexible Arbeitszeitmodelle anbieten, etwa durch Teilzeit (auch für
Führungskräfte), Home Office, Jobsharing sowie die
gezielte Begleitung von Elternzeit mit Programmen,
durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den
Kontakt zur Gesellschaft während der Elternzeit
halten können. Für die Erhöhung und Förderung
des unterrepräsentierten Geschlechts auch in FühLagebericht
rungspositionen stehen Coaching- und MentoringProgramme zur Verfügung. Insbesondere das
Mentoring-Programm bildet dabei ein wirksames
Instrument zur beruflichen Förderung von Frauen,
die sich in Führungspositionen befinden, um die
eigene Führungs- und Methodenkompetenz zu
erweitern. Die Gesellschaft wird regelmäßig im
Lagebericht über den Stand und die Erreichung der
festgelegten Zielgrößen berichten.
Erstmalig wurde im Geschäftsjahr eine Mitarbeiterbefragung in Zusammenarbeit mit dem
Unternehmen Great Place To Work durchgeführt,
um die Bedürfnisse der Mitarbeiter noch besser zu
erfassen und darauf zu reagieren.
Die Klimarelevanz der Energiewirtschaft hat bei
der Gesellschaft schon lange zu einer umweltsensiblen Ausrichtung geführt. Das Bekenntnis zur
Umwelt ist im Unternehmensleitbild verankert. Es
findet seinen Ausdruck in regenerativen und effizienten Projekten und einem allgemein nachhaltigen
Wirtschaften. Außerdem schafft die Gesellschaft
z.B. durch Förderprogramme oder das Angebot von
Ökostrom und Biogas bei den Kunden die Basis für
eigenes umweltfreundliches Verhalten. In Summe
leistet die Gesellschaft so einen entscheidenden
Beitrag für die Klimaziele der Stadt Herne.
Schon bei der Beschaffung von Energie legt
die Gesellschaft Wert auf Ressourcenschonung.
Dementsprechend liegt der Anteil erneuerbarer
Energien im Strom-Mix der Gesellschaft mit
52,9 % fast doppelt so hoch wie im bundesweiten
Mix (27,9 %).
Auch beim Gas achtet die Gesellschaft auf
Klimafreundlichkeit. Sie ist darum am Biogaspool I
für Stadtwerke beteiligt. Der Pool, an dem noch
drei weitere Stadtwerke beteiligt sind, bereitet
Rohbiogas von Landwirten zu Erdgasqualität auf.
Den Stadtwerken stehen daraus jährlich 20 Mio.
GWh Biogas zur Verfügung. Als Angebot für Kunden und zur Strom- und Wärmeproduktion in unternehmenseignen Wärmepumpen und effizienten
BHKWs. So sorgt unter anderem im StadtwerkeBad „Südpool“ ein biogasbetriebenes BHKW für
03,3 %	 Sonst. Erneuerbare Energien
CO² Emissionen (in g/kWh)
0,0005	 Radioaktiver Abfall (in g/kWh)
16,9 %	 Sonst. Erneuerbare Energien
(inkl. Stadtwerke Ökostrom)
288	 CO² Emissionen (in g/kWh)
0,0002	 Radioaktiver Abfall (in g/kWh)
Noch größer ist der Beitrag zum Umweltschutz
durch die mit Grubengas betriebenen BHKWs.
Denn das Grubengas, das ohne seine energetische
Verwendung ungenutzt in die Atmosphäre entweichen würde, ist 21mal schädlicher als CO2. Insgesamt haben diese Anlagen der Gesellschaft in 2015
über 11,5 Mio. kWh Strom produziert und zahlreiche
Herner Haushalte mit umweltfreundlicher Wärme
Um auch die BHKW-Module im Energiepark
Mont-Cenis wieder mit dem am ursprünglichen
Bohrloch leider versiegtem Grubengas betreiben
zu können, hat die Gesellschaft zu Beginn des
Geschäftsjahres mit einer Bohrung in unmittelbarer Nähe der Anlage begonnen. Ziel war es, in
rund 300 Metern Tiefe auf die zweite Sohle der
stillgelegten Zeche Mont-Cenis zu treffen. Ungünstige Bodenverhältnisse führten dabei zu unvorher­
sehbaren Schwierigkeiten und Verzögerungen.
Trotzdem konnte kurz vor Jahresende das Bohrziel
erreicht werden. Vor der Umstellung der BHKWs
auf Biogas muss noch dessen Qualität und Menge
Nachdem die Gesellschaft im Januar 2015 die
Urkunde für die zweite erfolgreiche Teilnahme
am Ökoprofit-Projekt erhalten hatte, begannen
im Herbst die Vorbereitungen für das gesetzlich
vorgeschriebene Energieaudit. Ein entsprechend
qualifizierter und von der BAFA zugelassener Mitarbeiter erfasst seitdem 90 Prozent der Energieverbräuche der Gesellschaft, die z.B. in den Bereichen
Beleuchtung, Heizung, Bürogeräte und Fuhrpark
anfallen. Abschließend leitet er daraus Maßnahmen zur Effizienzsteigerung ab. Die Auditierung,
die betroffene Firmen alle vier Jahre wiederholen
müssen, wird von der Gesellschaft künftig auch
als Dienstleistung angeboten. Erste Anfragen von
Herner Unternehmen liegen bereits vor.
Damit auch das Drucken im Hause grüner wird,
hat die Gesellschaft im Berichtsjahr ihre Bürogeräte ausgetauscht. Bei der Ausschreibung wurde neben geringen Betriebskosten auch auf ressourcen­
schonendes Drucken und Kopieren geachtet.
C.	 Bericht über die Einhaltung der öffentlichen
Zwecksetzung kommunaler Unternehmen gem.
§ 108 Abs. 3 GO NRW
Die Stadt Herne hat durch die Festlegung des
Unternehmensgegenstandes in der Satzung der
Stadtwerke Herne AG die öffentliche Zwecksetzung
vorgeschrieben. Gemäß § 3 der Satzung ist der
Gegenstand des Unternehmens die Versorgung
mit Strom, Gas und Wärme, die Erbringung von
Telekommunikationsdienstleistungen sowie die
Beförderung von Personen und Gütern. Zudem
ist die Gesellschaft zu solchen Maßnahmen und
Geschäften berechtigt, die den Gesellschaftszweck
Dem Gebot der wirtschaftlichen Betriebsführung wurde konsequent gefolgt.
Im Berichtsjahr ist die Versorgung der Herner
Bürgerinnen und Bürger und der Herner Wirtschaft mit Energie jederzeit durch die Gesellschaft
sichergestellt gewesen.
D.	 Prognose, Risiko- und Chancenbericht
I. Prognosebericht
Der Strom- und Gasumsatz wird sich voraussichtlich verringern. Somit wird beim Energiebezug von
sinkenden Kosten ausgegangen.
Für das Geschäftsjahr 2016 wird mit Umsatzerlösen von 163.371 T€ und einem Ergebnis vor
Gewinnabführung von 13.260 T€ gerechnet.
Für das laufende Geschäftsjahr 2016 sind Investitionen von 8.997 T€ geplant. Dabei belaufen sich
die Investitionen in die Stromversorgung auf
3.036 T€, in die Gasversorgung auf 840 T€ und in
die Wärmeverteilung auf 2.722 T€. Es sind Investitionen von 1.459 T€ in gemeinsame Anlagen und
von 200 T€ in Gebäude vorgesehen. Die geplanten
Investitionen in das Finanzanlagevermögen belaufen sich auf 3.600 T€, daneben sind Darlehensaufnahmen von 3.000 T€ beabsichtigt.
Für die Folgejahre wird von einem leicht steigenden Ergebnis ausgegangen.
a)	Risikomanagementsystem
Aufgrund der hohen Sicherheitsstandards, der regelmäßigen Wartung der Stationen und Umspannwerke sowie der soliden Bauweise der Strom- und
Gasnetze ist eine stabile und bedarfsgerechte
Versorgung der Kunden gewährleistet. Das Technische Sicherheitsmanagement (TSM) wurde von
unabhängigen Experten geprüft und ohne Beanstandungen bestätigt. Hierdurch wird das Risiko
von Störungen und Ausfällen im Versorgungsnetz
Der Risikobericht für die Gesellschaft wird
regelmäßig fortgeschrieben und ist Bestandteil
des Risikomanagementsystems. Hier erfolgt
die regelmäßige Information von Vorstand und
Unternehmensbereichen sowie im Rahmen eines
kontinuierlichen Prozesses der Anstoß von Maßnahmen zur Risikofrüherkennung. Zur Steuerung
der Risiken hat die Gesellschaft Maßnahmen
ergriffen, die im Wesentlichen ein internes Kontrollsystem umfassen. Darüber hinaus sind zwei
Risikokomitees implementiert, die sich jeweils mit
den allgemeinen Unternehmensrisiken sowie den
Risiken aus Energiebeschaffung (seit dem
4. Quartal 2015) befassen. Diese Komitees – besetzt
mit dem Vorstand, den Risikobeauftragten sowie
den relevanten Bereichs- und Abteilungsleitern –
kommen regelmäßig zusammen und beaufsichtigen die Einhaltung der vorgegebenen Risikopolitik.
Für die Quantifizierung bestimmter Risiken nutzt
die Gesellschaft die Kennzahl des Schadenserwartungswerts (SEW) zur Risikosteuerung, Risikoüberwachung und zur Ermittlung der Risikotragfähigkeit.
Die Gesellschaft ist weiterhin im aktuellen
Berichtsjahr mittelbar und unmittelbar an verschiedenen Projekten beteiligt. Um den jeweiligen Projektrisiken angemessen Sorge zu tragen,
werden diese sowohl im Risikomanagement der
Gesellschaft einem exakten Monitoring unterzogen, als auch detailliert in der Unternehmensentwicklung beobachtet.
Alle Leistungen und Sachverhalte, aus denen
ein Haftungsrisiko entstehen kann, sind durch
entsprechende Haftpflichtversicherungen abgedeckt. Die Sachversicherungen sind zum gleitenden
Neuwert abgeschlossen.
b)	Risiken
Die Risiken der Gesellschaft lassen sich in die
Felder Finanzen, Technik (Netz und Sonstiges),
Projekte, Vertrieb/Beschaffung und Allgemeines
(IT, Personal, Verwaltung und Recht und Steuern)
Bei den Finanzen werden insbesondere Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken sowie Beteiligungsrisiken beobachtet.
Die Gesellschaft konnte im Geschäftsjahr 2015
jederzeit ihren Bedarf an finanziellen Mitteln
decken. Wichtige Elemente waren dabei die stabile
Innenfinanzierung der Gesellschaft und fest zugesagte Kreditlinien. Die Gesellschaft sieht derzeit
keine Liquiditätsengpässe auf den Kapitalmärkten.
Die wirtschaftliche Lage und Entwicklung der
Beteiligungsgesellschaften bilden für die Gesellschaft einen wichtigen Ergebnisfaktor. Wesentlichen Einfluss auf das Beteiligungsergebnis haben
dabei folgende Gesellschaften:
Wanne-Herner Eisenbahn und Hafen G.m.b.H.
GmbH & Co. KG (GSH)
Der Fernwärmebezugsvertrag vom 21.07.1987 wurde
erneut mit der E.ON Fernwärme GmbH bis zum
31.12.2017 verlängert. Zum 31.12.2015 hat die Stadt26
werke Herne AG alle Anteile der an der Fernwärmeversorgung Herne GmbH von E.ON Fernwärme
Aufgrund der regulatorischen Anstrengungen im Wassermarkt ist in naher Zukunft bei der
Wasser­versorgung Herne GmbH & Co. KG mit
Ergebnisschwankungen und einem steigenden
Kostendruck zu rechnen.
Das Jahresergebnis der Aktienbesitzgesellschaft
mbH wird vor allem durch die Dividende der im
Finanzanlagevermögen der Gesellschaft befindlichen RWE-Aktien geprägt. Aktuelle Prognosen des
RWE-Konzerns lassen für die Zukunft jedoch nur
Dividendenerträge auf dem niedrigen Niveau des
Berichtsjahrs bzw. darunter erwarten.
Bedingt durch die konsequente fortlaufende
Restrukturierung der Wanne-Herner Eisenbahn
und Hafen G.m.b.H. konnte die Stadtwerke Herne
AG wiederholt eine Gewinnabführung aus der
Beteiligung verzeichnen. Zukünftig werden weitere
positive Ergebnisse erwartet, wobei auf eine mögliche Thesaurierung verwiesen wird.
Für die Beteiligung an der Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle Hamm GmbH & Co. KG wird auf
den Abschnitt der Projektrisiken verwiesen.
Der Zustand und das Alter der technischen Anlagen
sind wichtige Kriterien für die Planung der Instandhaltung und der Erneuerung. Zur Gewährleistung
der Versorgungssicherheit investiert die Gesellschaft kontinuierlich in die Netzinfrastruktur.
Bei den Mittelspannungsstationen und den
Kabelverteilerschränken werden zustandsorien­
tierte Instandhaltungsarbeiten durchgeführt.
Die Notwendigkeit einer Wartung ist hierbei das
Ergebnis einer regelmäßigen Inspektion. Bei
besonders wichtigen Anlagenteilen, wie z.B. den
Leistungsschaltern, wird die Funktionsfähigkeit
durch regelmäßige Wartungs- und Revisionsarbeiten sichergestellt.
Bei den Gasübernahme- und Bezirksregelstationen werden entsprechend des DVGW-Regelwerkes turnusmäßig Inspektionen, Funktionsprüfungen und Wartungsarbeiten durchgeführt.
Das gesamte Rohrnetz der Gasversorgung wird in
regelmäßigen Abständen regelwerkskonform auf
Undichtheiten hin überprüft.
GREEN GECCO Beteiligungsgesellschaft mbH & Co.
Zukünftige Risiken der GREEN GECCO Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG sind eng verbunden mit der Finanz- und Ertragslage der Projektgesellschaften „An Suidhe“, „Süderdeich“, „Hörup“
„Titz“ und „Düshorner Heide“. Risiken ergeben sich
bei den Windparks aus dem Wind- bzw. Energie-
ertrag und den rechtlichen Rahmenbedingungen
sowie bei „An Suidhe“ aus der Strompreisentwicklung in Großbritannien, der Preisentwicklung der
Renewables Obligation Certificats (ROCs) sowie
der Entwicklung des Britischen Pfundes zum Euro.
Dieses Währungsrisiko wurde jedoch im Herbst
2012 langfristig durch die Green GECCO GmbH &
Co. KG, Essen, abgesichert.
Es werden regelmäßig im Rahmen eines umfassenden Risikomanagementsystems für interne und
externe Zwecke Berichte zur wirtschaftlichen und
technischen Entwicklung durch die TWB erstellt.
Sie werden kontinuierlich gemeinsam von technischen und juristischen Sachverständigen kontrolliert.
In einem erweiterten Risikocontrolling werden
alle bekannten Risiken in unterschiedlichen Szenarien regelmäßig und eingehend bewertet.
Da das Projekt mit einer deutlichen Verzögerung und Kostensteigerung abgeschlossen wurde,
werden die Gesellschafter erst nach Tilgung der
Darlehen für die Finanzierung der Errichtungskosten Ausschüttungen erhalten. Die diskontierten
erwarteten Ausschüttungen liegen unter dem
Beteiligungsbuchwert. Daher wurde in Vorjahren
bereits eine Abschreibung des Beteiligungsbuchwertes vorgenommen, die im Geschäftsjahr
Aufgrund des Abschlusses langfristiger Verträge
mit Landwirten über den Bezug des Rohbiogases
und nicht fristenkongruenten Verträgen mit den
Gesellschaftern über den Absatz des Biogases bestehen Risiken aus dem Verfall des Gaspreises an
der Börse. Im Geschäftsjahr wurde eine Drohverlustrückstellung für die Abnahmeverpflichtung von
Biogas, deren Abnahmepreis über dem Marktpreis
liegt, in Höhe von 1.190 T€ gebildet.
Die operative Tätigkeit der Gesellschaft in den Bereichen Erzeugung, Handel und Vertrieb ist Marktpreisänderungsrisiken ausgesetzt. Die Bewertung
und Steuerung des aus Marktpreisänderungen entstehenden Gewinn- oder Verlustpotenzials zählen
zu den Hauptaufgaben des Risikomanagements.
Aus der Marktentwicklung entstehen Preisänderungsrisiken im Wesentlichen durch die Beschaffung und Veräußerung von Strom und Gas. Zudem
bestehen Wettbewerbs- und Preisrisiken durch den
weiterhin steigenden Wettbewerb sowohl im Gasals auch im Strommarkt, so dass sich das Risiko
von Kundenverlusten vergrößert hat. Aufgrund des
ausgeprägten Wettbewerbs ergeben sich ebenfalls
erhöhte Preis- und Margenrisiken.
Durch die Vielzahl der Beschaffungsalternativen und Energie-Großhandelsprodukte bei
zunehmend unsicherer Preisentwicklung hat
handelsnahes Risikomanagement und -controlling
für Energieversorger eine große Bedeutung. Die
geeignete Verknüpfung von Beschaffungs- und
Versorgungsaufgabe und die notwendige Berücksichtigung von wachsenden Absatzrisiken stellen
ferner besondere Anforderungen dar. Die Gesellschaft hat mit der Trianel GmbH ein Risikomanagementsystem für die Energiebeschaffung entwickelt.
Die Energiebeschaffung erfolgt unter folgenden
Prämissen: Versorgung der Kunden zu günstigen
Preisen und Befolgen einer Beschaffungsstrategie
gemäß den Maßgaben des Kundenportfolios.
Allgemeine Unternehmensrisiken
sind für den reibungslosen Ablauf zahlreicher
Geschäftsprozesse der Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Die störungsfreie Bereitstellung
von IT-Netzwerken und -Applikationen und die
optimale Unterstützung der Durchführung der
Prozesse sind oberste Ziele. Die Bereitstellung und
die Integra­tion der Soft- und Hardwarelösungen
werden durch eine zentrale Stelle in Verbindung
mit verschiedenen Service-Providern gesteuert. Im
der gesamten Gesellschaft besitzt die IT-Sicherheit
eine hohe Priorität. Mögliche IT-Risiken werden
durch hohe Sicherheitsstandards minimiert.
Zur Entwicklung der Gesellschaft leisten die erfahrenen Mitarbeiter einen wesentlichen Beitrag. Das
Risiko besteht für die Gesellschaft darin, künftig
nicht in ausreichendem Maß über Mitarbeiter mit
der erforderlichen Qualifikation zu verfügen, um
die operativen und strategischen Anforderungen
umzusetzen. Dieses Risiko resultiert aus dem
Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt mit anderen
Unternehmen und wird durch demografische Entwicklungen verschärft. Die Gesellschaft begegnet
diesem Risiko durch zahlreiche interne Personalentwicklungsmaßnahmen sowie der Positionierung
der Gesellschaft als attraktiver Arbeitgeber.
Im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit der
Gesellschaft entsteht eine Vielzahl rechtlicher
Risiken aus vertraglichen Beziehungen zu Kunden
und Geschäftspartnern sowie aus der rechtspolitischen Entwicklung. Im operativen Geschäft sind
die rechtlichen Risiken vor allem auf Fragen der
Preisgestaltung für Energielieferungen, die Bedingungen der Netznutzung sowie versicherungs- und
genehmigungsrechtlicher Sachverhalte zurückzuLagebericht
Zum Themenkomplex Preisanpassungsklauseln in Energielieferverträgen liegen Urteile des
Bundesgerichtshofs vor. Es fehlt aber nach wie vor
an einer umfassenden höchstrichterlichen Rechtsprechung, die alle anstehenden Fragen abdeckt.
Zu zivilrechtlichen Auseinandersetzungen mit
Vertragspartnern treten auch kartell- und regulierungsrechtliche Maßnahmen hinzu. Gerichtliche
Verfahren und sonstige rechtliche Auseinandersetzungen werden im zivilrechtlichen, aber auch
im öffentlich-rechtlichen Bereich geführt, teilweise
mit hoher wirtschaftlicher Bedeutung.
Die Globalisierung sowie die europarechtliche
Harmonisierung erfordern kontinuierliche Anpassungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen,
auch, um missbräuchlichen Gestaltungen entgegenzuwirken. Gesetzesänderungen – insbesondere
im Bereich der Umsatzsteuer – lassen sich oftmals,
auch mangels notwendiger Übergangsfristen, nur
mit erheblichem Aufwand umsetzen. Dadurch
bedingte Handlungserfordernisse beinhalten ein
erhöhtes steuerliches Risiko.
III. Chancenbericht
Der ständige Wandel der politischen, rechtlichen
und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wird
auch weiterhin die künftige Ertragslage beeinflussen.
Es bestehen auch Chancen für einen Mengenund Umsatzzuwachs in angrenzenden Netzgebieten aufgrund der kontinuierlich steigenden
Akquisitionstätigkeit.
Die seit 2014 bestehende Dienstleistungsmarke
der Gesellschaft ist „SMART-TEC-stwh“. Sie unterstützt die Energiewende am Wärmemarkt durch ein
Angebot aus innovativen und effizienten Technologien, regenerativen Energien wie Ökostrom und
Biogas in Kombination mit Finanzierung, Fördermittelberatung und einem Rund-um-die-UhrService für die installierten Anlagen. Gemeinsam
mit Kooperationspartnern wird ein Vertriebsgebiet
weit über Herne hinaus betreut.
Bei neuen Erschließungsgebieten bzw. größeren Bestandssanierungen werden mit den Bau­
herren Überlegungen angestellt, direkt vor Ort eine
Wärmeversorgung, z.B. BHKW, Wärmepumpen etc.
durch die Stadtwerke Herne AG aufzubauen. Damit
verbunden ist auch eine intensive Zusammenarbeit
mit der Stadtentwicklung.
Die Zukunftschancen der Gesellschaft basieren
auf der Erhaltung und weiteren Optimierung des
integrierten Energie-Portfolios Erzeugung, Netz
und Vertrieb. Die Gestaltung künftiger Produkte
und Dienstleistungen von E-Mobilität bis Energie28
speicher bildet die Basis für Wachstum, Kunden­
nähe und effiziente Prozesse.
E.	 Risikoberichterstattung über die Verwendung
Zu den wesentlichen Finanzinstrumenten der Gesellschaft zählen neben Anteilen an verbundenen
Unternehmen, Beteiligungen und Ausleihungen
insbesondere auch Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit Dritten
sowie mit anderen Gesellschaften innerhalb des
ewmr-Konzerns.
Grundsätzliches Ziel der Gesellschaft ist es, finanzielle Risiken zu vermeiden oder zu verringern.
Ausfall- und Liquiditätsrisiken werden im Rahmen der Finanzplanung kontinuierlich überwacht.
Die Überwachung der verbundenen Unternehmen
sowie der Beteiligungen erfolgt unter Berücksichtigung der Anforderungen des Unbundling.
Die Gesellschaft verfügt für sich selbst und seine
Beteiligungen über gute Finanzierungsmöglichkeiten und -modelle. Mit der Budgetplanung für das
Folgejahr und der mittelfristigen Ergebnis- und
Finanzplanung wird die Gesellschaft erfolgreich
gesteuert. Dies zeigt sich bei turnusmäßigen Aktualisierungen und den in diesem Zusammenhang
angefertigten Plan-/Ist-Vergleichen sowie Abweichungsanalysen.
Seit dem 2. Juli 2014 ist der Block E im Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle Hamm GmbH & Co. KG
(GSH), Essen, in Betrieb. Die auf die Stadtwerke
Herne AG entfallenden Strommengen werden
durch die Trianel GmbH, Aachen, vorwiegend am
Terminmarkt vermarktet. Wesentlich für die durch
die GSH in Zukunft fakturierten Stromarbeitspreise
sind die Kosten für den Hauptbrennstoff Steinkohle. Zur Minimierung der Risiken aus möglichen
Preisschwankungen bei der Steinkohle bis zum
Erfüllungszeitpunkt des Stromgeschäfts werden
entsprechende Sicherungsinstrumente (Kohleswaps) über die Trianel Finanzdienste GmbH,
Aachen, eingesetzt.
Durch den Ausstieg aus der GSH wurden die
bis 2017 abgeschlossenen Sicherungsinstrumente nicht mehr benötigt und durch den Abschluss
gegenläufiger Sicherungsinstrumente geschlossen.
Hierdurch wird das Risiko von Preisschwankungen
im Bereich Strom und Steinkohle bewältigt.
Weitere derivative Finanzinstrumente kommen,
nach dem Ausstieg aus dem GEKKO-Projekt, bei der
Gesellschaft nicht zum Einsatz.
F.	 Nachtragsbericht
Der Aufsichtsrat der RWE AG hat in seiner Sitzung
vom 3. März 2016 beschlossen, der am 20. April
2016 stattfindenden Hauptversammlung eine
Aussetzung der Dividende für Stammaktien und
eine Dividende von 0,13 € je Vorzugsaktie vorzuschlagen.
Die Annahmen im Wirtschaftsplan 2016 der
ABH sahen noch eine Dividende von 1,00 € je
Stamm- und Vorzugsaktie vor. Die Erträge aus
Beteiligungen würden demnach um 1.838 T€ auf
1 T€ sinken.
Dadurch sinkt auch die Gewinnabführung der
ABH an die Gesellschaft.
Weitere Ereignisse, die wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
der Gesellschaft haben, sind nach dem 31. Dezember 2015 nicht eingetreten.
G.	 Erläuterung zu den Tätigkeiten nach § 6b EnWG
Die Gesellschaft garantiert entsprechend den Regelungen des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG)
eine diskriminierungsfreie Nutzung ihrer Netze
nach objektiven und transparenten Kriterien.
Die Netznutzungsentgelte werden durch die zuständige Regulierungsbehörde festgelegt, aktuell
für das Stromnetz bis 2018, für das Gasnetz bis 2017.
Gemäß EnWG haben vertikal integrierte
Energieversorgungsunternehmen zur Vermeidung
von Diskriminierung jeweils getrennte Konten zu
führen und für jede ihrer Tätigkeiten nach
§ 6b Abs. 3 EnWG einen gesonderten Tätigkeitsabschluss aufzustellen. Zu den Tätigkeitsbereichen
zählen zum einen die Elektrizitätsübertragung,
Elektrizitätsverteilung, Gasfernleitung, Gasverteilung, Gasspeicherung oder der Betrieb von
Flüssiggas-Anlagen (LNG-Anlagen), zum anderen
gehört zu den Tätigkeiten darüber hinaus jede
wirtschaftliche Nutzung eines Eigentumsrechts an
Strom- und Gasnetzen, Gasspeichern oder LNGAnlagen. Die Tätigkeitsabschlüsse sind mit dem
geprüften Jahresabschluss beim Bundesanzeiger
elektronisch zur Veröffentlichung einzureichen.
Mit der Aufstellung der Tätigkeitsabschlüsse
2015 erfüllt die Gesellschaft die Berichtspflicht des
EnWG: In der internen Rechnungslegung führt die
Gesellschaft gemäß § 6b EnWG jeweils getrennte
Konten für die Tätigkeiten der Elektrizitäts- und
Gasverteilung, für andere Tätigkeiten innerhalb
des Elektrizitäts- und Gassektors sowie für andere
Tätigkeiten außerhalb des Elektrizitäts- und Gassektors. Für diese Sparten erstellen die Gesellschaft darüber hinaus jeweils eine Bilanz und eine
Vom Gesamtumsatz der Stromsparte von
140.461 T€ entfallen 40.850 T€ auf den Tätigkeitsbereich Elektrizitätsverteilung. Der Tätigkeitsbereich Gasverteilung hat einen Umsatz von
17.943 T€, der Gesamtumsatz Gas beläuft sich auf
63.424T€.
Die Elektrizitätsverteilung weist für das
Berichtsjahr einen Überschuss vor Ergebnisabführung von 4.316 T€ (Vorjahr: -1.491 T€) auf, die Sparte
Gasverteilung einen Überschuss von
1.444 T€ (Vorjahr: 2.561 T€).
Die Durchleitungsmenge betrug in der Sparte
Strom im Berichtsjahr 497,9 GWh (Vorjahr: 539,2
GWh) und in der Sparte Gas im gleichen Zeitraum
887,2 GWh (Vorjahr: 1.151,1 GWh). Auf den assoziierten Vertrieb der Gesellschaft bezogen sich davon in
der Stromsparte 349,9 GWh (Vorjahr: 398,5 GWh)
und in der Gassparte 713,9 GWh (Vorjahr:
974,0 GWh).
Die den Netzaktivitäten zugeordneten Rückstellungen und Verbindlichkeiten (bis auf die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) sind von
der Hauptabteilung Technik (Netzbetreiber) an die
Hauptabteilung Finanzen und Controlling (Shared
Service) übertragen worden und werden daher bei
den sonstigen Aktivitäten ausgewiesen.
Zum Bilanzstichtag 31.12.2014 betrug die Bilanzsumme der Sparte Stromverteilung
35.490 T€ (Vorjahr: 54.132 T€). Das Sachanlagevermögen belief sich auf 20.118 T€ (Vorjahr: 19.437
T€). Die Investitionen in der Elektrizitätsverteilung
(2.042 T€) betreffen im Wesentlichen die Netzinfrastruktur. Auf der Passivseite haben sich die
Verbindlichkeiten, die 37,1 % der Bilanzsumme
ausmachen, von 17.464 T€ auf 13.183 T€ verringert;
Rückstellungen werden keine mehr ausgewiesen.
Die Bilanzsumme der Sparte Gasverteilung
beträgt 20.791 T€ (Vorjahr: 33.262 T€). Auf das
Sachanlagevermögen (11.471 T€, Vorjahr:
12.052 T€ ) entfallen 55,2 % der Bilanzsumme. Die
Investitionen in Gasanlagen betrugen im Berichtsjahr 542 T€. Auf der Passivseite verringerten sich
die Verbindlichkeiten von 10.264 T€ auf 8.252 T€;
die Rückstellungen wurden vollständig abgelöst.
Rechte und Bauten, einschl. der
2.	Technische Anlagen und Maschinen
3.	Betriebs- und Geschäftsausstattung
4. Geleistete Anzahlungen
1. Anteile an
2. Ausleihungen an
4. Ausleihungen an
5. Sonstige Ausleihungen
- 468
Entwicklung Anlagevermögen 31
Erträge aus anderen Wertpapieren und
Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
- 6.520
- 2.344
- 2.344
A.	 Anlagevermögen
B.	 Umlaufvermögen
I.	 Vorräte
I.	 Gezeichnetes Kapital
C.	 Rückstellungen
D.	 Verbindlichkeiten
C.	 Rechnungsabgrenzungsposten
A.	 Eigenkapital
E.	 Rechnungsabgrenzungsposten
1.	 Umsatzerlöse
2.	 Verminderung/Erhöhung des Bestandes an unfertigen
- 9.345
- 4.471
- 4.000
5.	 Materialaufwand
6.	 Personalaufwand
7.	 Abschreibungen
8.	 Sonstige betriebliche Aufwendungen
9.	 Erträge aus Beteiligungen
10.	Erträge aus Gewinnabführung
11.	Erträge aus anderen Wertpapieren und
12.	 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
13.	 Aufwendungen aus Verlustübernahme
4.	 Sonstige betriebliche Erträge
15.	Ergebnisse der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
17.	 Sonstige Steuern
18.	Gewinnabführung
19. Jahresüberschuss
Der Jahresabschluss wurde nach den für große
Kapitalgesellschaften maßgeblichen Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches und
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem
Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Der Ausweis in
folgt den handelsrechtlichen Vorschriften.
Um die Übersichtlichkeit der Darstellung zu
verbessern, werden die Beträge in T€ angegeben
und einzelne Posten der Bilanz sowie der Gewinnund Verlustrechnung zusammengefasst. Diese
Posten sind im Anhang gesondert ausgewiesen und
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind mit den
Anschaffungskosten ausgewiesen und werden
über die voraussichtliche Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben. Die Abschreibung erworbener
Software erfolgt über einen Zeitraum von drei bis
Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt
zu Anschaffungs- und Herstellungskosten unter
Berücksichtigung angemessener Gemeinkosten;
Fremdkapitalzinsen werden nicht mit einbezogen. Die Herstellungskosten der selbst erstellten
Anlagen umfassen Einzelkosten sowie notwendige
Material- und Lohngemeinkosten.
Die planmäßigen Abschreibungen beim Sachanlagevermögen erfolgen nach linearer Methode.
In den Jahren 2008 und 2009 wurden geringwertige Vermögensgegenstände als Sammelposten
gesondert erfasst und im Jahr der Anschaffung und
in den folgenden vier Jahren jeweils abgeschrieben
(§ 6 Abs. 2a EStG). Seit 2010 werden Wirtschaftsgüter bis zu 410 € wieder aktiviert und sofort
Den planmäßigen Abschreibungen liegen die
betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern zugrunde,
im Zugangsjahr erfolgt die Abschreibung pro rata
Die bis 2002 von Kunden erhaltenen Baukostenzuschüsse für den Anschluss an die Energieverteilnetze sind passiviert worden und werden
zugunsten der Umsatzerlöse aufgelöst. Die von
2003 bis 2009 erhaltenen Baukostenzuschüsse
wurden direkt vom Anlagevermögen abgesetzt und
mindern die Abschreibungen über die jeweilige Nutzungsdauer. Die ab 2010 vereinnahmten
Baukostenzuschüsse werden wieder als passiver
Sonderposten abgegrenzt und über die jeweilige
Nutzungsdauer der Hausanschlüsse zugunsten der
Umsatzerlöse aufgelöst.
Die Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten oder ihrem niedrigeren beizulegenden
Wert angesetzt. Die unverzinslichen sonstigen
Ausleihungen sind entsprechend ihrer Laufzeit
Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt mit fortgeschriebenen durchschnittlichen Anschaffungskosten. Die unfertigen Leistungen und die Waren sind zu Herstellungskosten
bzw. Anschaffungskosten bewertet.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten ausgewiesen. Allen
risikobehafteten Posten wird durch die Bildung
angemessener Wertberichtigungen Rechnung
getragen. Das allgemeine Kreditrisiko ist durch
pauschale Abschläge berücksichtigt.
Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sowie der aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind zum Nominalwert ausgewiesen.
Die Rückstellung aus der Unterdeckung der
Versorgungsverpflichtungen in der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) stellt
eine mittelbare Verpflichtung des Unternehmens
dar, für die ein Passivierungswahlrecht besteht. Als
Bewertungsmethode wurde das Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method)
verwendet. Der Berechnung wurde ein Gehaltsund Rententrend von 2,50 % bzw. 1,00 % zugrunde gelegt. Die Unterdeckung bei der VBL für das
Unternehmen betrifft den Anteil der Stadtwerke
Herne an der Gesamtunterdeckung der VBL. Hierzu
wurden die sich aus handelsrechtlicher Sicht nach
versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelten Versorgungsverpflichtungen des Unternehmens mit dem Deckungsgrad der VBL gewichtet.
Dieser Deckungsgrad berechnet sich aus dem Vergleich des Barwerts der gesamten Verpflichtungen
der VBL mit den tatsächlich bei der VBL gebildeten
Die Rückstellungen für Jubiläen, Beihilfen sowie
für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
einschließlich der Rückstellungen für Energiepreisvergünstigungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen gebildet. Als
verwendet. Der Berechnung werden erwartete
Gehalts- und Rententrends von jeweils 2,00 %
Die Berücksichtigung von biometrischen Wahrscheinlichkeiten erfolgte auf Basis der Richttafeln
2005G von Prof. Dr. Klaus Heubeck. Die Bewertung
erfolgte mit dem von der Deutschen Bundesbank
gem. § 253 Abs. 2 HGB zum 31. Dezember 2015 bekannt gegebenen durchschnittlichen Marktzinssatz
der vergangenen sieben Jahre bei einer Restlaufzeit der Pensionsverpflichtungen von 15 Jahren
(3,89 %); dies gilt ebenfalls für die Rückstellung
aus der Unterdeckung der VBL.
Bei den Altersteilzeitrückstellungen erfolgte
die Berechnung mit einem laufzeitentsprechenden Rechnungszinssatz von 0,0 % bis 2,74 % und
einem Gehaltstrend von 2,00 % p.a.
Bei den sonstigen Rückstellungen sind alle
erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen sowie drohende Verluste berücksichtigt,
die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung
notwendig sind. Alle langfristigen Rückstellungen
werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten voraussichtlichen Erfüllungsbetrag berechnet.
Dabei werden die voraussichtlichen Kostensteigerungen bis zum Erfüllungszeitpunkt berücksichtigt,
Rückstellungen mit einer Laufzeit von über einem
Jahr sind nach § 253 Abs. 2 HGB mit einem laufzeitadäquaten Zinssatz abgezinst.
Sämtliche Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag passiviert.
Der passive Rechnungsabgrenzungsposten ist
zum Nominalwert angesetzt.
(1)	Anlagevermögen
Die Aufgliederung der in der Bilanz zusammengefassten Anlagepositionen und ihre Entwicklung im Jahr
2015 sind im Anlagespiegel dargestellt.
Netzgesellschaft Herne mbH, Herne
Wanne-Herner Eisenbahn und Hafen G.m.b.H. , Herne
Aktienbesitzgesellschaft Herne mbH, Herne
Fernwärmeversorgung Herne GmbH, Herne
Wasserversorgung Herne Verwaltungs-GmbH, Herne
Wasserversorgung Herne GmbH & Co. KG, Herne
Bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen handelt
es sich überwiegend um Ersatzeile der Gasgerätewartung, bei den unfertigen Leistungen um noch
nicht abgerechnete Baumaßnahmen. Ein zum
Verkauf vorgesehenes Grundstück (652 T€ ) und
Heizungsanlagen der Sparte Smart-Tec (38 T€ )
werden unter den Waren zu Anschaffungskosten
bilanziert. Das Grundstück wurde im ersten Quartal
2016 veräußert.
Aktienbesitzgesellschaft
Herne mbH (ABH)
Telekommunikation Mittleres
Ruhrgebiet GmbH (TMR)
und Hafen GmbH, Herne
evu zählwerk GmbH
Netzwerkgesellschaft Herne GmbH
Straßenbahn Herne –
Castrop-Rauxel GmbH (HCR)
(3)	Forderungen und
Die Gesellschaft hat für die Verbrauchsabrechnung eine Hochrechnung auf den Bilanzstichtag
vorgenommen. Die Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen enthalten Forderungen gegen
Tarifkunden und Energieversorger, aufgrund hochbzw. rückgerechneter Energieabgabenmengen von
58.709 T€ , die mit den entsprechenden Abschlagszahlungen saldiert sind.
Es bestehen Zahlungsvereinbarungen mit einer
Laufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von 140
T€ .
Der Eingang der übrigen Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen wird innerhalb eines
Jahres erwartet. Die erforderlichen Wertberichtigungen orientieren sich am tatsächlichen Ausfallrisiko.
Durch den Erwerb der weiteren 50 % der Anteile
an der Fernwärmeversorgung Herne GmbH zum
31. Dezember 2015 handelt es sich bei der Fernwärmeversorgung Herne GmbH nun um ein verbundenes Unternehmen. Die Vorjahreswerte wurden
nicht angepasst. Im Vorjahr bestanden Forderungen gegen Fernwärmeversorgung Herne GmbH
in Höhe von 117 T€ , die unter den Forderungen
gegen Beteiligungsunternehmen ausgewiesen
Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren im
Wesentlichen aus Gewinnanteilen und aus Zinsen.
Bei den sonstigen Vermögensgegenständen bestehen Forderungen und Vorschüsse von 202 T€ mit
einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
In den Rechnungsabgrenzungsposten sind im
Wesentlichen Vorauszahlungen für das Folgejahr
von 58 T€ und 137 T€ aus Heizungsumstellungszuschüssen mit langjähriger vertraglicher Erdgasbezugsbindung enthalten, die entsprechend der
Vertragsdauer aufgelöst werden.
(6) Gezeichnetes Kapital
den Versorgungs- auch Sachleistungsverpflichtungen von 1.852 T€ (Vorjahr: 1.790 T€ ) enthalten.
Das Grundkapital ist in vollem Umfang eingezahlt
und in 26.800 Namensaktien zum Nennbetrag von
je 512,00 € eingeteilt.
Die sonstigen Rückstellungen stellen sich wie folgt
(7) Kapitalrücklage
Die Kapitalrücklage betrug im Geschäftsjahr unverändert 39.813 T€ .
(8) Gewinnrücklagen
Es erfolgte keine Veränderung bei den anderen Gewinnrücklagen. Einer weiteren Erhöhung der hier
enthaltenen gesetzlichen Rücklage bedarf es nicht,
da sie zusammen mit der Kapitalrücklage mehr als
10 % des Grundkapitals ausmacht.
(9) Empfangene Ertragszuschüsse
Die bis 2002 empfangenen Ertragszuschüsse
werden jährlich mit 5 % des Ursprungswertes
aufgelöst; für die ab 2010 erhaltenen Baukostenzuschüsse erfolgt die Auflösung entsprechend der
Abschreibungsdauer.
Rückstellungen für Pensionen und
In den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen ist im aktuellen Jahr auch die
mittelbare Pensionsverpflichtung aus der Unterdeckung der VBL ausgewiesen (18.600 T€ ), die
im Vorjahr noch als Rückstellung für verkapptes
Sanierungsgeld unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen war. Die anteilige Deckungslücke
in der VBL laut versicherungsmathematischem
Gutachten beträgt 26.285 T€ . Die bei der Stadtwerke Herne AG bilanzierte mittelbare Pensions­
verpflichtung beträgt 18.600 T€ , so dass eine
Unterdeckung von 7.685 T€ vorhanden ist. Bei der
Rückstellung für die Unterdeckung in der VBL handelt es sich um eine Rückstellung, die den gleichen
Sachverhalt wie die Rückstellung für das verkappte
Sanierungsgeld darstellt. Es liegt lediglich eine
andere Berechnungsmethode zu Grunde, so dass
hier keine Auflösung und Neubildung, sondern
eine Umgliederung dargestellt ist.
Des Weiteren sind in den Rückstellungen für
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen neben
Rückstellungen für den Personalund Sozialleistungsbereich
Rückstellungen für Drohverluste
den Sachleistungsbereich
Rückstellungen für Risiken aus
möglicher Rückzahlung von Netz­
entgelten (Mehrerlösabschöpfung)
Die Rückstellungen für den Personal- und Sozialleistungsbereich umfassen im Wesentlichen
Rückstellungen für Altersteilzeit, Leistungsentgelt,
Resturlaub und Gleitzeitguthaben sowie Jubiläumszuwendungen. Dabei wurde im Vorjahr ein
Bankguthaben zur Sicherung der Altersteilzeitvereinbarungen in Höhe von 2.234 T€ mit der entsprechenden Rückstellung über 2.835 T€ saldiert.
Im aktuellen Jahr erfolgt die Absicherung nunmehr
über Bürgschaften; das saldierte Deckungsvermögen wurde aufgelöst.
Die Rückstellungen für Drohverluste enthalten
Risiken aus langfristigen Abnahmeverpflichtungen
von Biogas, die durch Sinken des Marktpreises
verlustträchtig geworden sind, in Höhe von
1.190 T€ . Des Weiteren sind drohende Verluste
für langfristige Stromlieferverträge mit Großkunden, bei denen der Strombezugspreis zuzüglich
anteiliger Gemeinkosten über dem vereinbarten
Verkaufspreis liegt, in Höhe von 402 T€ zurückgestellt. Für in 2015 zu viel eingekauftes Gas, bei
dem der Marktwert durch gesunkene Preise unter
den Bezugskosten liegt, wurden drohende Verluste
in Höhe von 229 T€ bilanziert. Für den negativen
Marktwert für bis 2017 abgeschlossene Kohleswaps
aus der Beistellungsverpflichtung von Kohle für das
Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle Hamm wurde
eine Drohverlustrückstellung von 252 T€ gebildet.
Durch den Ausstieg aus dem Kraftwerksprojekt
ist die Bewertungseinheit mit der Beistellungsverpflichtung von Kohle weggefallen, so dass die
Kohleswaps einzeln zu bewerten war.
In den Rückstellungen für den Sachleistungsbereich sind u. a. Abrechnungs- und Aufbewahrungsverpflichtungen sowie Verpflichtungen für
ausstehende Kreditorenrechnungen enthalten.
bis 1 Jahr T€
32.229)
5.606)
20.923)
5.700)
1.385)
3.245)
3.178)
20.094)
17.281)
4.700)
18.198)
(746))
11(0))
4.445)
36.595)
25.620)
17.636)
(– davon aus Steuern)
(– im Rahmen der sozialen Sicherheit)
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen enthalten im Wesentlichen 13.120 T€
Gewinnabführung sowie angelastete Steuern von
394 T€ , saldiert mit anrechenbaren Steuern von
674 T€ gegenüber der Gesellschafterin. Des Weiteren sind Verbindlichkeiten gegenüber der ABH
aus der Verpflichtung des Verlustausgleichs 2015
von 3.848 T€ und Verbindlichkeiten gegenüber der
GmbH aus einem Darlehen in Höhe von
3.000 T€ enthalten.
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis
besteht, handelt es sich im Wesentlichen um
Gewinnanteile saldiert mit der Abrechnung von
Energie- und Wasserlieferungen.
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Inhaberschuldverschreibungen von 4.067 T€ mit einer
Laufzeit bis zum 31.12.2020 und von 9.686 T€ bis
zum 31.12.2023 enthalten. Des Weiteren wird hier
eine Verbindlichkeit gegenüber der Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle Hamm GmbH & Co. KG für
den Ausstieg aus dem Projekt GEKKO von 2.968 T€
Die Verbindlichkeiten aus Steuern betreffen
überwiegend Energiesteuer sowie Lohn- und
(12) Umsatzerlöse
Betriebsführungsentgelte
- 9.079
- 4.471
Die Auflösung der empfangenen Ertragszuschüsse
ist den Erlössparten zugeordnet. Der Aufwand aus
dem Regulierungskonto ist direkt bei den einzelnen Sparten abgesetzt. In der Sparte Strom sind
neben der Stromsteuer Erlöse aus der Straßenbeleuchtung von 2.307 T€ (Vorjahr: 2.425 T€ ) und
in der Sparte Gas Erlöse aus der Gasgerätewartung
von 1.702 T€ (Vorjahr: 1.773 T€ ) enthalten.
(13) Erhöhung des Bestandes an
Die Verminderung des Bestandes an unfertigen
Leistungen resultiert aus geringeren noch nicht
abgerechneten Baumaßnahmen im Vergleich zum
Erträge aus Erstattung Sanierungsgeld 2013 und 2014
Erträge aus Leitungsvermietung
Erträge aus ausgebuchten
Forderungen und der Auflösung
von Wertberichtigungen
Erstattung Stromsteuer
In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind
periodenfremde Erträge aus Auflösung von Rückstellungen, Erstattung von Sanierungsgeld und
ausgebuchten Forderungen in Höhe von insgesamt
2.203 T€ enthalten.
(15) Materialaufwand
sowie bezogene Waren
Die Auswendungen für RHB-Stoffe und bezogene
Waren resultieren insbesondere aus dem Energiebezug (105.284 T€ ). In den Aufwendungen
für bezogene Leistungen sind im Wesentlichen
Aufwendungen für bezogene Fremdleistungen
(4.513 T€ ) sowie bezogene Billingdienstleistungen
(4.369 T€ ), die durch das verbundene Unternehmen evu-zählwerk GmbH durchgeführt wurden,
(16) Personalaufwand
Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer gemäß § 267 Abs. 5 HGB verringerte sich auf 256 Mitarbeiter (Vorjahr: 257).
(17) Abschreibungen
Erträge aus Mahngebühren
auf Sachanlagen des Anlagevermögens
von geringwertigen
Zuführung Drohverlust-Rückstellung
Gerichts-, Prüfungs- und Beratungskosten
Büro-, Medien-, Porto- und
(23) Aufwendungen aus Verlustübernahme
Vereinigung der Gesellschafter
der Fernwärmeversorgung Herne GbR
Biogas Pool 1
Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle
Hamm GmbH & Co. KG
Aktienbesitzgesellschaft Herne GmbH,
Hamm GmbH & Co. KG, Essen
Es handelt sich um gesellschaftsvertraglich fest­
gelegte Verlustübernahmen.
(24) Zinsen und ähnliche Aufwendungen
(20) Erträge aus Gewinnabführung
Es handelt sich um die Gewinnabführung der
Wanne-Herne Eisenbahn und Hafen G.m.b.H., Herne
von 388 T€ für das abgelaufene Wirtschaftsjahr
abzüglich einer Ausgleichszahlung an ausstehende
Gesellschafter von 40 T€ .
(21) Erträge aus anderen
Wertpapieren und Ausleihungen
Körperschaftsteuer Vorjahre
(26) Sonstige Steuern
(25) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Im Zinsaufwand sind 424 T€ aus Aufzinsungen
von Rückstellungen enthalten.
– davon aus verbundenen Unternehmen
Zinserträge aus Tages- und Festgeld
Geschäfte größeren Umfanges
Gemäß § 6b EnWG 2015 sind folgende Geschäfte größeren Umfangs mit verbundenen und assoziierten
Unternehmen im Sinne von § 271 Abs. 2 und § 311 HGB getätigt worden:
Aufwand (-) /
Ertrag (+) in T€
Straßenbahn Herne – Castrop-Rauxel GmbH, Herne
Herner Bädergesellschaft GmbH, Herne
Wanne-Herner Eisenbahn GmbH, Herne
andere Dienst- und Fremdleistungen
Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet GmbH, Bochum
Leitungsvermietung
evu zählwerk Abrechnungs- und Servicegesellschaft mbH, Bochum
Abrechnungsleistung
- 4.405
Angaben über die Zuordnungsregeln einschließlich Abschreibungsmethoden gemäß § 6b Abs. 3
Satz 7 EnWG
Grundsätzlich werden die Konten der GuV und der
Bilanz – soweit möglich – direkt den jeweiligen
Tätigkeiten zugeordnet. Wenn dies nicht möglich
ist, z.B. für gemeinsame Konten, gilt folgende
Die Bereiche Gebäude, EDV und Fuhrpark
sind in den Bereich Andere Tätigkeiten außerhalb
des Elektrizitäts- und Gassektors eingegliedert.
Bereiche, die den Großteil ihrer Tätigkeit für das
Netz erbringen und die somit für das Netz unerlässlich sind, wurden diesem direkt zugeordnet
(z.B. Personalabrechnung und Sozialleistungen,
Rechnungswesen, Betriebsrestaurant). Leistungen,
die für andere Bereiche erbracht wurden, wurden
zu Marktpreisen bewertet und als Interne Leistungsverrechnung weiterberechnet.
Die verbleibenden Konten außer dem Vertriebsaufwand und den Zinsaufwendungen werden
als Gemeinkosten nach einem Mischschlüssel aus
Personalaufwand und Anschaffungs-/Herstellungskosten (je 50 %) auf alle Bereiche verteilt.
Der allgemeine Zinsaufwand wird nach Restbuchwerten verteilt.
Die gemeinsamen Kosten des Strom- und Gas­
netzes werden ebenfalls nach dem Mischschlüssel
aus Personalaufwand und Anschaffungs-/Herstellungskosten auf die beiden Tätigkeiten Elektrizitäts- und Gasverteilung umgelegt.
Die allgemeinen Vertriebskosten werden nach
einem Mischschlüssel aus Zählern, Kundenservice
und Anzahl der Preisanpassungen auf Andere Tätigkeiten innerhalb des Elektrizitätssektors, Andere
Tätigkeiten innerhalb des Gassektors und Andere
Tätigkeiten außerhalb des Elektrizitäts- und Gassektors umgelegt.
Wie bereits ausgeführt erfolgt die Verteilung
der Bilanzpositionen weitestgehend analog zur
Verteilung der GuV-Konten. Dort, wo es möglich ist,
erfolgt eine direkte Zuordnung zu den einzelnen
Tätigkeiten. Sollte eine Schlüsselung notwendig
werden, wird in erster Linie versucht, die Schlüssellogik der GuV auf die Bilanz zu übertragen.
Service) übertragen worden. Hierfür wurde das
Instrument des Schuldbeitritts mit Erfüllungszusage genutzt. Diese innerbetriebliche Transaktion hat
zur Folge, dass die vorgenannten Bilanzpositionen
den sonstigen Aktivitäten zugeordnet werden. In
gleicher Höhe erfolgt eine Zuordnung der korrespondierenden Position im Umlaufvermögen
(Kapitalverrechnungsposten) bei den sonstigen
Aktivitäten. Eine entsprechende Vereinbarung
wurde schriftlich zwischen beiden Hauptabteilungen geschlossen. Die Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten bleiben hiervon unberührt und
werden weiterhin allen Aktivitäten mittels des
ermittelten Zinsschlüssels zugeordnet.
Angaben zu Bewertungseinheiten/
Die im Vorjahr gebildeten Bewertungseinheiten entfallen auf Grund des Ausstiegs aus dem
Kraftwerksprojekt GEKKO. Im Vorjahr war diese
Entwicklung noch nicht absehbar.
Die im Rahmen des Kraftwerksprojekts über Trianel
abgeschlossenen Derivate für die Fixierung der
Stromvermarktung sowie der Kohlebeistellung
(Erzeugungspoolmanagement) waren demnach
zum Stichtag einzeln zu bewerten. Die Marktwerte
der Derivate betragen zum Stichtag +239 T€ für
das Stromtermingeschäft und -252 T€ für den
Kohleswap. Für den negativen Marktwert des
Kohleswaps wurde zum Stichtag eine Drohverlustrückstellung gebildet
Im Rahmen von Miet- und Leasingverträgen
bestehen jährliche Zahlungsverpflichtungen von
44 T€ und 40 T€ an Ausgleichzahlungen.
Die Gesellschaft hat gegenüber der TerminalInfrastrukturgesellschaft Herne mbH (TIH), eine
100%-ige Tochtergesellschaft der WHE, eine harte
Patronatserklärung in Höhe von 400 T€ und für
die WHE selbst zwei weitere Bürgschaften von
insgesamt 3.197 T€ übernommen.
Weitere Geschäfte, die für die Beurteilung der
Finanzlage notwendig sind, bestehen nicht.
Die Vermögensverwaltungsgesellschaft für
Versorgung und Verkehr der Stadt Herne mbH
(VVH), mit Sitz in Herne (Amtsgericht Bochum
HRB 9355), stellt einen Konzernabschluss für
den kleinsten Kreis von Unternehmen (Teilkonzernabschluss) auf.
Gleichzeitig stellt die Energie- und Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet GmbH, mit Sitz
in Bochum (Amtsgericht Bochum HRB 6191), als
Mutterunternehmen der VVH einen befreienden
Konzernabschluss für den größten Kreis von
Die Abschlüsse werden im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.
Der Gewinn wird aufgrund des mit dem Mutterunternehmen VVH geschlossenen Gewinnabführungsvertrages abgeführt. Das Jahresergebnis ist
im Saldo ausgeglichen.
Herne, den 31. März 2016
Unsere Prüfung des Jahresabschlusses unter Einbeziehung der Buchführung und des Lageberichts hat
zu keinen Einwänden geführt.
Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt
insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der
Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen und Tätigkeitsabschlüsse aufzustellen
sind, hat zu keinen Einwänden geführt.
Dortmund, den 15. April 2016
Auszug Bestätigungsvermerk
0,295 %
Infrastruktur Windkraftwerk Borkum GmbH & Co. KG
für Versorgung und Verkehr
der Stadt Herne mbH
Holding für Versorgung und
Verkehr GmbH Bochum
BochumGelsenkirchener
Fernheizgesellschaft
BochumEhrenfeld GmbH
Herne – CastropRauxel GmbH
Universitäts-Wohnstadt
Witten mbH
Herne AG
Abrechnungs- u.
TMR Telekommunikation Mittleres
Gemeinsam und doch eigenständig: Die Energieund Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet
GmbH (ewmr) – die Kooperation der Stadtwerke
Bochum, Herne und Witten – hat sich im Wettbewerb glänzend behauptet. Zusammenschlüsse
bedeuten oft den Verlust von Selbstständigkeit.
Die ewmr schlägt einen anderen Weg ein:
Die drei Stadtwerke haben schon frühzeitig die
deutschlandweit erste horizontale Kooperation
kommunaler Versorgungsunternehmen gegründet.
Kooperation heißt für uns: Die einzelnen
Gesellschaften bewahren ihre Eigenständigkeit
und nutzen gleichzeitig Synergieeffekte, die sich
durch die neu erworbene Größe ergeben. Auch
lässt sich gemeinsam Energie günstiger einkaufen,
produzieren und handeln. Gemeinsam lassen sich
innovative Dienstleistungen schneller entwickeln.
Von diesem Potenzial profitieren unsere
Kunden: Geschäftskunden, Dienstleistungsunternehmen und Privatkunden im mittleren Ruhrgebiet
sowie andere kommunale Versorgungsunternehmen.
Durch die Einrichtung von Kompetenzzentren, z. B.
für die Datenverarbeitung und den Einkauf, bündelt
die ewmr ihr Know-how, ohne dabei einen der drei
Standorte zu vernachlässigen.
Telefon: 02323 592-555
Telefax: 02323 592-222