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Timestamp: 2016-10-28 16:09:22
Document Index: 389529765

Matched Legal Cases: ['Art. 684', 'Art. 684', 'Art. 679', 'Art. 679', 'Art. 688', 'Art. 684', 'Art. 684', 'Art. 684', 'Art. 684', 'Art. 684', 'Art. 684', 'Art. 684', 'Art. 684', 'BGE', 'Art. 684', 'Art. 686', 'BGE', 'BGE', 'Art. 684', 'Art. 684', 'Art. 684', 'Art. 684', 'Art. 684', 'Art. 684', 'Art. 684', 'Art. 684', 'Art. 684', 'Art. 684', 'Art. 684', 'BGE', 'Art. 684', 'Art. 688', 'Art. 688', 'Art. 679', 'Art. 688', 'Art. 688', 'BGE', 'Art. 688', 'Art. 686', 'Art. 688', 'Art. 5', 'Art. 684', 'Art. 684', 'Art. 678', 'Art. 688', 'Art. 684', 'Art. 688', 'Art. 679', 'Art. 675', 'Art. 684', 'Art. 675', 'Art. 684', 'Art. 687', 'Art. 675', 'Art. 684', 'Art. 679', 'Art. 679', 'Art. 684', 'Art. 679', 'Art. 679', 'Art. 684', 'Art. 684', 'Art. 156', 'Art. 159']

Dieter Baumgartner, Massholderenstrasse 52, 8143 Stallikon, Beklagter und Berufungskl�ger, vertreten durch Rechtsanw�ltin Claudia Giusto, Sonneggstrasse 55, Postfach, 8023 Z�rich,
Rolf Bumbach, Massholderenstrasse 56, 8143 Stallikon, Kl�ger und Berufungsbeklagter, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Ernst Meier, Breitenstrasse, 8914 Aeugst am Albis,
A.-Die Parteien sind Eigent�mer von zwei benachbarten Grundst�cken in Stallikon/ZH, zwischen denen ein ca. 3 Meter breiter �ffentlicher Fussweg verl�uft. Auf dem Grundst�ck von Dieter Baumgartner befinden sich mehrere Waldb�ume, welche dessen Grundst�ck entlang des erw�hnten Fussweges dicht ges�umt abschliessen. Mehrere dieser B�ume weisen eine H�he von mehr als 20 Metern und einen Kronendurchmesser von mehreren Metern auf. Rolf Bumbach stellt sich als Eigent�mer des benachbarten Grundst�ckes auf den Standpunkt, dass die Baumgruppe auf dem Dieter Baumgartner geh�renden Grundst�ck seiner Liegenschaft Licht, Sonne und Luft entziehe und insoweit eine �berm�ssige Beeintr�chtigung darstelle.
B.-Am 8. August 1996 erhob Rolf Bumbach beim Bezirksgericht Affoltern gegen Dieter Baumgartner Klage auf Beseitigung s�mtlicher, nord�stlich von dessen Haus stehender B�ume, evtl. auf Reduktion von deren H�he. Mit Urteil vom 19. Dezember 1996 wies das Bezirksgericht Affoltern die Klage ab.
Zur Begr�ndung f�hrte das Bezirksgericht im Wesentlichen aus, dass der Beseitigungsanspruch nach dem massgebenden kantonalen Pflanzenrecht (�� 169 ff. EGZGB) binnen 5 Jahren seit der Pflanzung der B�ume verj�hre (� 173 EGZGB) und diese Frist l�ngst abgelaufen sei. Eine von Rolf Bumbach gegen dieses Urteil erhobene Berufung hiess das Obergericht des Kantons Z�rich mit Beschluss vom 18. April 1997 gut und wies die Sache zur Erg�nzung des Verfahrens und zur Neuentscheidung ans Bezirksgericht zur�ck. Im Wesentlichen f�hrte das Obergericht aus, dass der Beseitigungsanspruch nach kantonalem Recht zwar verj�hrt sei, dass aber zu pr�fen sei, ob der Schattenwurf und Lichtentzug durch die B�ume eine �berm�ssige Einwirkung im Sinn von Art. 684 ZGB darstelle und insoweit ein bundesrechtlicher Beseitigungsanspruch bestehe (publ. in ZR 97 [1998], S. 65 ff.). Nach Durchf�hrung eines aufwendigen Beweisverfahrens, in welchem insbesondere ein Gutachten �ber den Schattenwurf der B�ume auf das Grundst�ck des Kl�gers erstattet wurde, erwog das Bezirksgericht, dass die von den umstrittenen B�umen auf die Kl�gerin ausgehenden Einwirkungen nicht �berm�ssig im Sinn von Art. 684 ZGB seien und wies die Klage mit Urteil vom 8. April 1999 erneut ab. Das Obergericht gelangte in seinem Urteil vom 26. November 1999 demgegen�ber zum Schluss, dass sich der Schattenwurf seitens der B�ume des Beklagten als l�stig erweise und die Lebensqualit�t auf dem Wohngrundst�ck des Kl�gers erheblich herabsetze. Es ordnete deshalb die Beseitigung von f�nf B�umen an (Ziff. 1); ferner wurden die Gerichtsgeb�hren den Parteien je zur H�lfte auferlegt (Ziff. 4) und die Prozessentsch�digungen wettgeschlagen (Ziff. 5).
C.-Mit Berufung vom 17. Januar 2000 beantragt Dieter Baumgartner dem Bundesgericht, Ziff. 1, 4 und 5 des Urteils des Obergerichtes des Kantons Z�rich vom 26. November 1999 aufzuheben und die Klage vollumf�nglich abzuweisen; eventualiter sei die Ziff. 1 des Dispositivs insoweit aufzuheben, als die Beseitigung der zwei L�rchen verlangt werde; die Ziff. 4 und 5 seien vollumf�nglich aufzuheben. Rolf Bumbach beantragt, die Berufung abzuweisen. Das Obergericht des Kantons Z�rich hat auf Gegenbemerkungen verzichtet.
1.-Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Frage, ob einem Grundeigent�mer gest�tzt auf die Art. 679/684 ZGB ein bundesrechtlicher Beseitigungsanspruch bez�glich B�umen zusteht, die auf einem benachbarten Grundst�ck stehen und sein Grundst�ck durch Lichtentzug und Schattenwurf beeintr�chtigen.
Die Vorinstanz hat einen Beseitigungsanspruch gest�tzt auf diese Bestimmungen teilweise gutgeheissen und den Beklagten zur Entfernung von f�nf B�umen verpflichtet. Der Beklagte stellt sich demgegen�ber auf den Standpunkt, dass die Art. 679/684 ZGB nicht anwendbar seien, weil die Regelung der Grenzabst�nde von Pflanzungen gem�ss Art. 688 ZGB den Kantonen vorbehalten sei und ein Beseitigungsanspruch nach dem kantonalen Pflanzenrecht (�� 169 ff. EGZGB) l�ngst verj�hrt sei (� 173 EGZGB).
2.-Zun�chst ist zu pr�fen, ob die hier zu beurteilenden sogenannten "negativen Immissionen" �berhaupt von Art. 684 ZGB erfasst werden. Von negativen Immissionen ist etwa dann die Rede, wenn alleine durch die Existenz einer Baute oder einer Pflanzung einem benachbarten Grundst�ck Licht bzw. Aussicht entzogen wird, ein benachbartes Grundst�ck durch Schattenwurf beeintr�chtigt wird oder Passanten von einem Ladengesch�ft ferngehalten werden (Arthur Meier-Hayoz, Berner Kommentar, N. 78 zu Art. 684 ZGB).
a) Ein Teil der Literatur vertritt die Auffassung, dass von einer Einwirkung im Sinn von Art. 684 Abs. 1 ZGB nicht gesprochen werden k�nne, soweit Licht, Luft oder Aussicht durch Bauten oder Pflanzen entzogen w�rden, weil es sich bei den verbotenen Immissionen nur um Einwirkungen handeln k�nne, die sich aus der Art und Weise der Benutzung des Ausgangsgrundst�ckes ergebe (Haab/Simonius/Scherrer/Zobl, Z�rcher Kommentar, N. 12 zu Art. 684 ZGB; Peter Liver, Schweizerisches Privatrecht, Band V, Das Grundeigentum, S. 227 f.). Andere Autoren halten das Argument nicht f�r �berzeugend, dass eine "Entziehung" keine "Einwirkung" im Sinn des Gesetzestextes sein k�nne, und vertreten die Auffassung, dass auch negative Immissionen in den Anwendungsbereich von Art. 684 ZGB fallen (Meier-Hayoz, a.a.O., N. 53 ff.
und N. 63 zu Art. 684 ZGB; Denis Piotet, Le droit priv� vaudois de la propri�t� fonci�re, Lausanne 1991, N. 56 ff. [f�r Grabungen und Bauten] und 61 ff. [f�r Pflanzungen]; Paul-Henri Steinauer, Le droit au soleil, in: L'homme et son environnement, Recueil de travaux, Fribourg 1980, S. 260 ff.; Simonius/Sutter, Schweizerisches Immobiliarsachenrecht, Band I, Basel/Frankfurt a.M. 1995, S. 431, � 13 N. 38; ChristinaMaria Schmid-Tschirren, Die negativen Immissionen im schweizerischen Privatrecht, Diss. Bern 1997, S. 142 ff. [f�r Bauten] und S. 211 ff. [f�r Pflanzungen]). Andere Autoren wiederum beschr�nken sich darauf, die kontroversen Standpunkte darzulegen (Heinz Rey, Die Grundlagen des Sachenrechts und das Eigentum, Bern 1991, S. 244; Tuor/Schnyder/Schmid, Das schweizerische Zivilgesetzbuch, 11. Auflage, Z�rich 1995, S. 729).
b) Das Bundesgericht hatte sich bislang noch nie dazu zu �ussern, ob negative Immissionen, die von Pflanzungen ausgehen, auch von Art. 684 ZGB erfasst werden. In Bezug auf die vergleichbare Situation von Immissionen, die von Bauten ausgehen, hat das Bundesgericht in st�ndiger Rechtsprechung festgehalten, dass das blosse Vorhandensein einer Baute oder baulichen Anlage keine Einwirkungen im Sinn des Art. 684 ZGB verursache, wie sie nur infolge der Art der Bewirtschaftung oder Benutzung des Grundst�ckes entstehen k�nne (BGE 88 II 252 E. 3 S. 264, 91 II 339 E. 3 S. 341 je mit Hinweisen). In einem sp�teren Entscheid hat das Bundesgericht diese Begr�ndung best�tigt und weiter ausgef�hrt, dass sich der Betroffene gegen negative Immissionen - Beeintr�chtigung der Aussicht, Entzug von Licht und Sonnenschein - nicht auf Art. 684 ZGB, sondern nur auf Abwehrrechte berufen k�nne, die sich aus den gest�tzt auf Art. 686 erlassenen kantonalen privatrechtlichen Bauvorschriften bzw. dem �ffentlichen Baurecht der Kantone erg�ben (BGE 106 Ib 381 E. 2a S. 383 m.w.H.; in BGE 106 Ib 231 E. 3b/aa S. 236 f. m.w.H. wurde die Frage letztlich offengelassen).
c) Die von einem Teil der Lehre und der bisherigen Rechtsprechung vertretene Auffassung, dass ein Entzug von Licht und Sonnenschein bzw. eine Beeintr�chtigung der Aussicht keine "Einwirkung" im Sinn von Art. 684 ZGB sein k�nne, h�lt einer kritischen �berpr�fung nicht stand. Aufgrund des Wortlautes von Art. 684 ZGB l�sst sich nicht begr�nden, den Anwendungsbereich dieser Bestimmung auf positive Immissionen zu beschr�nken. Nur der deutsche Gesetzestext spricht von "�berm�ssigen Einwirkungen", w�hrend in der franz�sischen und italienischen Fassung die umfassenderen Umschreibungen "tout exc�s" bzw. "ogni eccesso" verwendet werden und damit jede �berm�ssigkeit erfasst wird. Der Umstand allein, dass Art. 684 Abs. 2 ZGB beispielhaft - und damit nicht abschliessend - nur "positive" Immissionen aufz�hlt, bedeutet keineswegs, dass negative Immissionen von dieser Bestimmung nicht erfasst sein sollen, sondern ist darauf zur�ckzuf�hren, dass die positiven Immissionen bedeutend h�ufiger sind (Meier-Hayoz, a.a.O., N. 52 a.E. zu Art. 684 ZGB; in diesem Sinn auch Piotet, a.a.O., N. 54, S. 85; Steinauer, a.a.O., S. 260). Auch aus der systematischen Stellung von Art. 684 ZGB kann nicht abgeleitet werden, dass negative Immissionen von dieser Bestimmung nicht erfasst w�rden. Es ist nicht einzusehen, weshalb der im Randtitel von Art. 684 ZGB erw�hnte Begriff "Bewirtschaftung" nur die Benutzung eines Grundst�ckes und nicht auch das blosse Vorhandensein einer Baute und Pflanzung erfassen soll. Auch unter diesem Gesichtspunkt ist davon auszugehen, dass negative Immissionen unter Art. 684 ZGB fallen k�nnen (Piotet, a.a.O., Rz. 53 S. 84).
Auch Sinn und Zweck des Gesetzes sprechen daf�r, dass negative Immissionen genau gleich wie positive von Art. 684 ZGB erfasst werden. Mit der heute weit verbreiteten verdichteten Bauweise erhalten Abstandsvorschriften namentlich f�r Pflanzungen im Vergleich zu den entstehungszeitlichen Verh�ltnissen eine gr�ssere Bedeutung, k�nnen doch Lichtentzug und Schattenwurf genau gleich l�stig sein wie die im Gesetz beispielhaft erw�hnten Immissionen. Schliesslich zeigen auch die Materialien, dass der historische Gesetzgeber negative Immissionen unter Art. 684 ZGB subsumiert wissen wollte. So f�hrt Eugen Huber als Beispiel f�r eine unzul�ssige Immission aus, dass "die Anpflanzung von Getreide einem anstossenden Gartenlande Schaden zu bereiten [verm�ge], w�re es auch nur wegen des Schattens, den die hochstehende Frucht auf die nachbarlichen Beete [werfe], oder der Feuchtigkeit, die sie bei ihnen [verursache]" (Erl�uterungen des Eidgen�ssischen Justiz- und Polizeidepartementes zum Vorentwurf f�r ein Schweizerisches Zivilgesetzbuch vom 15. November 1900, S. 98). Im �brigen hat auch das Bundesgericht die Rechtsprechung, dass negative Immissionen nicht unter Art. 684 ZGB fallen, nicht mit letzter Konsequenz durchgehalten. So wurden im Zusammenhang mit der Baut�tigkeit nicht nur positive Immissionen wie L�rm-, Staub- und Ersch�tterungseinwirkungen, sondern auch typische negative Immissionen wie Sicht- und Zugangserschwerungen als unvermeidliche und insoweit zwar zu duldende, aber wegen �berschreitungen des Nachbarrechts im Sinn von Art. 684 ZGB dennoch entsch�digungspflichtige Einwirkungen qualifiziert (BGE 91 II 100 E. 2 S. 103, 114 II 230 E. 4 S. 235 ff.).
3.-Ist somit davon auszugehen, dass auch negative Immissionen wie Schattenwurf und Lichtentzug grunds�tzlich unter Art. 684 ZGB fallen, ist im Folgenden zu pr�fen, ob dies auch dann gilt, wenn diese Immissionen auf Pflanzungen zur�ckzuf�hren sind, da das Gesetz in Art. 688 ZGB den Kantonen das Recht vorbeh�lt, f�r Pflanzungen bestimmte Abst�nde vom nachbarlichen Grundst�ck vorzuschreiben. Es stellt sich die Frage, ob der in Art. 688 verankerte Vorbehalt zu Gunsten des kantonalen Rechtes eine exklusive Rechtssetzungskompetenz der Kantone darstellt oder ob auch in diesem Bereich Raum f�r eine erg�nzende Anwendung der Art. 679 und 684 ZGB besteht.
a) Gem�ss Art. 688 ZGB sind die Kantone befugt, f�r Anpflanzungen je nach der Art des Grundst�ckes und der Pflanzen bestimmte Abst�nde vom nachbarlichen Grundst�ck vorzuschreiben.
Nach Rechtsprechung und Lehre stellt Art. 688 einen echten zuteilenden Vorbehalte zu Gunsten der Kantone auf. Gest�tzt darauf sind diese erm�chtigt, die Abst�nde festzulegen, welche die Eigent�mer f�r Anpflanzungen einhalten m�ssen, und Sanktionen f�r die Verletzung entsprechender Bestimmungen vorzusehen (BGE 122 I 81 E. 2a S. 84 m.w.H.).
Von diesem Vorbehalt hat der Kanton Z�rich in den �� 169 ff.
EGZGB Gebrauch gemacht. Im vorliegenden Fall scheitert die Beseitigung der umstrittenen B�ume allerdings wie erw�hnt daran, dass der Anspruch des Kl�gers nach kantonalem Recht verj�hrt ist und die entsprechende Verj�hrungseinrede im kantonalen Verfahren erhoben wurde.
b) In der Literatur sind die Meinungen geteilt, ob ein Beseitigungsanspruch unter dem Gesichtspunkt des bundesrechtlichen Immissionsschutzes gepr�ft werden kann, wenn ein Kanton von der Gesetzgebungskompetenz gem�ss Art. 688 ZGB Gebrauch gemacht hat. Ein Teil der Lehre bejaht die exklusive Rechtssetzungskompetenz der Kantone, weil es sich bei den Abstandsvorschriften um besondere nachbarrechtliche Tatbest�nde handle, die f�r Bauten in Art. 686 ZGB und f�r Pflanzungen in Art. 688 ZGB der Gesetzgebung der Kantone vorbehalten seien (Piotet, a.a.O., N. 56 ff. [f�r Bauten] und N. 61 ff. [f�r Pflanzungen]; Liver, a.a.O., S. 226, insbes. S. 228; ders. , Berner Kommentar, N. 23 f. und 30 ff. zu Art. 5 ZGB; Gr�goryBovey, L'expropriation des droits de voisinage, Diss. Lausanne 1999, S. 22); zum gleichen Ergebnis f�hrte auch die - bereits verworfene - Begr�ndung, dass negative Immissionen grunds�tzlich von Art. 684 ZGB nicht erfasst w�rden (vgl.
oben, Erw. 2). Von anderen Autoren wird demgegen�ber die alleinige Kompetenz der Kantone namentlich hinsichtlich der von Pflanzen ausgehenden negativen Immissionen verneint (Meier-Hayoz, a.a.O., N 58 und 79 zu Art. 684 ZGB und N 75 f. zu Art. 678/688 ZGB; Alfred Lindenmann, B�ume und Str�ucher im Nachbarrecht, 4. Auflage, Baden 1988, S. 29 f.; Schmid-Tschirren, a.a.O., S. 192 ff., insbes. S. 212/213; im Ergebnis ebenfalls Simonius/Sutter, a.a.O., S. 431, � 13 N. 38; Steinauer, a.a.O., S. 259 ff. insbes. 263). Andere Autoren wiederum beziehen zum Verh�ltnis des Vorbehalts von Art. 688 ZGB zu Art. 684 ZGB nicht explizit Stellung (Tuor/Schnyder/Schmid, a.a.O., S. 729; Rey, a.a.O., S. 256, N. 1188 und S. 459, N. 2151).
c) Das Bundesrecht sieht f�r die von Pflanzungen einzuhaltenden Abst�nde keine Regelung vor, sondern hat diese Befugnis in Art. 688 ZGB den Kantonen �bertragen. Demnach ist es ausschliesslich Sache der Kantone, Abstandsvorschriften f�r Pflanzen festzulegen. Diese Regelung findet ihre Berechtigung darin, dass das Mass an Einschr�nkung in diesem Bereich in hohem Grade von der Kultur des Bodens und den �berlieferten Gewohnheiten abh�ngig ist, so dass sich eine Rechtsvereinheitlichung im Sinn einheitlicher eidgen�ssischer Abstandsvorschriften nicht rechtfertigt w�rde (Eugen Huber, Erl�uterungen zum Vorentwurf, a.a.O., S. 98 f.). Der Umstand, dass der Vorbehalt zugunsten des kantonalen Rechtes bundesrechtliche Abstandsvorschriften ausschliesst, bedeutet freilich nicht, dass im Zusammenhang mit Pflanzungen das bundesrechtliche Nachbarrecht generell ausgeschlossen ist.
aa) Den Materialien k�nnen verschiedene Hinweise daf�r entnommen werden, dass den Art. 679/684 ZGB auch im Bereich des den Kantonen vorbehaltenen Pflanzenrechtes eine eigenst�ndige Bedeutung verbleibt. So wird in der Botschaft festgehalten, dass das Bundesrecht "das Nachbarrecht in den Grundz�gen (ordne), ohne dass hierin der lokalen �bung und dem �berlieferten kantonalen Recht, wie namentlich in bezug auf die Abst�nde, die bei Pflanzungen und Bauten zu beobachten sind, ... alle weitere Geltung entzogen werden (d�rfe)" (BBl. 1904 IV, S. 67). �hnlich wird in den Erl�uterungen zum Vorentwurf festgehalten, dass hinsichtlich Graben, Bauten und Pflanzen das Bundesrecht nur den Grundsatz festzulegen habe, dass keine Sch�digung stattfinden k�nne, dass aber die Regelung des Masses an Einschr�nkung in hohem Grade von der Kultur des Bodens und den �berlieferten Gewohnheiten abh�ngig sei (Eugen Huber, Erl�uterungen zum Vorentwurf, a.a.O., S. 98 f.). Die parlamentarische Beratung weist in die gleiche Richtung.
Im Nationalrat - dem Erstrat - f�hrte Berichterstatter Huber aus, dass der Inhalt der nachbarlichen Beschr�nkungen sehr von den lokalen Anschauungen und Bed�rfnissen abh�ngig sei, weshalb hinsichtlich der von Pflanzungen einzuhaltenden Distanzen auf das kantonale Recht zu verweisen sei. Das Bundesrecht k�nne sich darauf beschr�nken, einige wenige Grunds�tze aufzustellen. Von dieser �berlegung aus habe der Entwurf sich darauf beschr�nkt, in Bezug auf das Nachbarrecht die wesentlichsten F�lle anzugeben. So werde einmal in Art. 675 [entspricht Art. 684 ZGB] der Grundsatz angef�hrt, dass jedermann verpflichtet sein soll, bei der Aus�bung seines Eigentums sich aller sch�dlichen Ausschreitung gegen�ber dem Eigentum des Nachbarn zu enthalten (Sten. Bull 1906, S. 544).
Rossel, Berichterstatter franz�sischer Zunge, legte zun�chst die Bedeutung von Art. 675 [entspricht Art. 684 ZGB] dar, um fortzufahren: "la l�gislation cantonale pourra �dicter des prescriptions compl�mentaires sur ce point et sur d'autres points analogues. .. Relativement aux plantations, nous avons les art. 677 et 678 [entsprechen Art. 687 und 688 ZGB], au texte desquels je puis renvoyer" (Sten. Bull. 1906, S. 546).
Nichts anderes ergibt sich aus den Beratungen im St�nderat (Sten. Bull. 1906, S. 1281). Diese Darlegungen und insbesondere der Umstand, dass die Berichterstatter im Nationalrat Art. 675 ZGB [heute Art. 684 ZGB] eigens in diesem Kontext hervorgehoben haben, machen deutlich, dass der bundesrechtliche Grundsatz, wonach jedermann sich aller sch�dlichen Einwirkungen auf das Eigentum des Nachbarn zu enthalten hat, als �bergeordneter Mindestgrundsatz in jedem Fall Geltung beansprucht.
bb) Abgesehen von den Gesetzesmaterialien sprechen aber auch praktische Gr�nde daf�r, dass bei negativen Immissionen, die von Pflanzen ausgehen, die Anwendbarkeit der Art. 679/684 ZGB nicht generell ausgeschlossen ist. So wird in der Literatur zu Recht darauf hingewiesen, dass durch das Wachstum von Pflanzen die von ihnen ausgehenden Einwirkungen von Jahr zu Jahr zunehmen und kantonale Abstandsvorschriften unter Umst�nden keinen gen�genden Schutz der Nachbarn gew�hrleisten k�nnten (Lindenmann, a.a.O., S. 30 f.; Schmid-Tschirren, a.a.O., S. 197 f.). Diese Problematik wird besonders aktuell, wenn ein kantonalrechtlicher Beseitigungsanspruch wie im vorliegenden Fall wegen einer verh�ltnism�ssig kurzen Verj�hrungsfrist nicht durchgesetzt werden kann. Auch die Bef�rworter einer exklusiven Rechtssetzungskompetenz der Kantone m�ssen einr�umen, dass das kantonale Pflanzenrecht l�ckenhaft sein kann (Piotet, a.a.O., S. 91 f.). Es ist nicht einzusehen, weshalb in einer solchen Situation nicht der bundesrechtliche Immissionsschutz als Mindestgrundsatz Platz greifen soll, zumal die Gesetzesmaterialien f�r ein solches Vorgehen Raum lassen und der kantonale Autonomiebereich dadurch nicht verletzt wird. Ohnehin vermag der in der Literatur teilweise geltend gemachte Einwand nicht zu �berzeugen, die Anwendbarkeit der Art. 679/684 ZGB im Bereich des nachbarlichen Pflanzenrechtes stelle die Geltung des kantonalen Rechtes grunds�tzlich in Frage (so Piotet, a.a.O., S. 88, N. 59 [in Bezug auf Bauten]; Bovey, a.a.O., S. 22).
Halten Pflanzungen kantonalrechtliche Abst�nde nicht ein, kann ihre Beseitigung vorbehaltlos, d.h. ohne Nachweis �berm�ssiger Einwirkungen verlangt werden; werden hingegen die Abst�nde eingehalten, d�rften von ihnen nur in den seltensten F�llen �berm�ssige Immissionen gem�ss Art. 684 ZGB ausgehen (siehe auch Steinauer, a.a.O., S. 262). Es rechtfertigt sich deshalb, dem bundesrechtlichen Immissionsschutz die Bedeutung einer Mindestgarantie zuzuerkennen, wenn der kantonalrechtliche Immissionsschutz trotz Nichteinhaltung der Abstandsvorschriften versagt, weil der Beseitigungsanspruch beispielsweise wie im vorliegenden Fall verj�hrt ist.
cc) Der Vollst�ndigkeit halber ist festzuhalten, dass diese Erw�gungen, die sich auf das Verh�ltnis zwischen dem kantonalen Pflanzenrecht und dem bundesrechtlichen Immissionsschutz beziehen, nicht ohne Weiteres auf negative Immissionen �bertragen werden k�nnen, die von Bauten verursacht werden. Im Unterschied zum kantonalen Pflanzenrecht stellt heute das kantonale Baurecht in der Regel ein umfassendes Regelwerk dar, so dass f�r die Anwendung der Art. 679/684 ZGB kaum mehr Raum bestehen d�rfte. Dem berechtigten Immissionsschutz der Nachbarn wird im Baubewilligungsverfahren Rechnung getragen. Ohnehin w�re kaum denkbar, dass bei einer rechtm�ssig erstellten Baute Immissionen, die durch deren blosses Vorhandensein verursacht werden, derart schwer wiegen, dass sich ein bundesrechtlicher Beseitigungsanspruch rechtfertigen w�rde.
d) Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass das nachbarliche Pflanzenrecht grunds�tzlich vom kantonalen Recht beherrscht wird, dass es sich aber nicht um eine exklusive Rechtssetzungskompetenz handelt. Vielmehr umschreiben die Art. 679/684 ZGB das landesweit geltende Minimum dessen, was Nachbarn einander schulden.
4.-F�r den Fall, dass Art. 684 ZGB anwendbar sein sollte, r�gt der Beklagte im Eventualstandpunkt, dass die Vorinstanz in Bezug auf zwei L�rchen, deren Beseitigung angeordnet worden sei, eine unzutreffende Abw�gung der Interessen der Parteien vorgenommen habe.
a) Das Obergericht begr�ndet die Beseitigung der beiden L�rchen damit, dass es sich um 26,3 bzw. 24,4 m hohe B�ume mit Stammdurchmessern von 46 bzw. 32 cm und Kronen von 6 bzw. 5 m Durchmessern handle. Die eine L�rche werfe viel, die andere einen mittleren Schatten. Zwar sei der Schatten wegen des im sp�ten Herbst einsetzenden Nadelverlusts im Winter fast vernachl�ssigbar. Doch gehe von den B�umen im Fr�hjahr und Herbst ein "ganz massgeblicher" Schattenwurf auf die kl�gerische Liegenschaft aus; sie seien daher in entscheidendem Masse f�r den st�renden Schattenwurf verantwortlich.
b) Der beklagtische Einwand, dass die B�ume in den Sommermonaten grunds�tzlich keine nennenwerten Immissionen verursachten und dass auch im Winter von den beiden L�rchen wegen des Nadelverlusts keine wesentlichen Beeintr�chtigungen ausgingen, geht insoweit an der Sache vorbei, als f�r das Obergericht die Situation im Fr�hjahr und Herbst entscheidend war. Unbehelflich ist auch der Hinweis des Beklagten, dass das Obergericht die Feststellung des Gutachters als nachvollziehbar bezeichnet habe, f�r die Monate M�rz und September sei (bloss) von einer mittleren Beeintr�chtigung auszugehen.
An anderer Stelle hat die Vorinstanz n�mlich festgehalten, in den Fr�hjahrs- und Herbstmonaten werde ab dem fr�hen Nachmittag die Lebensqualit�t durch den Schattenwurf ganz wesentlich beeintr�chtigt, und es sprach mit Bezug auf die beiden L�rchen von einem im Fr�hjahr und Herbst "ganz massgebenden Schattenwurf". Wenn das Obergericht bei dieser Sachlage verlangte, vom gesamten Baumbestand nicht nur drei Fichten, sondern auch die beiden L�rchen zu f�llen, so hat es Art. 684 ZGB und namentlich das solchen Entscheidungen innewohnende Ermessen im Sinn einer Ber�cksichtigung der gegenl�ufigen Interessen der Parteien nicht verletzt. Dabei ist insbesondere zu ber�cksichtigen, dass die Verf�gung, die f�nf B�ume zu f�llen, Ergebnis einer differenzierten W�rdigung der gesamten Situation ist. Selbst wenn man hinsichtlich der beiden L�rchen der beklagtischen Argumentation zuneigen und von einem Grenzfall ausgehen wollte, w�re in Betracht zu ziehen, dass den die Lebensqualit�t ber�hrenden Interessen des Kl�gers solche finanzieller Art des Beklagten gegen�berstehen, von denen dieser nicht einmal behauptet, sie w�rden ins Gewicht fallen.
c) Aus diesen Gr�nden ist das Urteil des Obergerichtes auch insoweit nicht zu beanstanden, als die Beseitigung der beiden L�rchen angeordnet wurde.
5.-Zusammenfassend ergibt sich, dass die Berufung abzuweisen und das angefochtene Urteil zu best�tigen ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Kl�ger kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 156 Abs. 1 und Art. 159 Abs. 2 OG).
1.-Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich vom 26. November 1999 best�tigt.
2.-Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 3'000.-- wird dem Beklagten auferlegt.
3.-Der Beklagte hat den Kl�ger f�r das Verfahren vor Bundesgericht mit Fr. 3'000.-- zu entsch�digen.
4.- Dieses Urteil wird den Parteien sowie dem Obergericht des Kantons Z�rich (II. Zivilkammer) schriftlich mitgeteilt.