Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/111035,0.html
Timestamp: 2019-09-20 21:25:41
Document Index: 391169212

Matched Legal Cases: ['§ 216', '§ 216', '§ 216', '§ 216', '§ 16', '§ 216', '§ 216', '§ 216', '§ 28', '§ 216', '§ 216', '§28', '§ 216', '§216', '§ 216', '§ 16', '§ 216']

Mittelbare Täterschaft - iVm. § 216 StGB
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Verfasst am: 27 Jan 2007 - 20:22:13 Titel: Mittelbare Täterschaft - iVm. § 216 StGB
Habe hier jetzt folgende Fallkonstellation (zusammengefasst):
B erzählt C dass der totkranke A getötet werden möchte. Dies stimmt ja nicht, A hat nicht verlangt getötet zu werden, B hats frei erfunden und nur der C erzählt weil sie (B) Erbe des A ist. C, die Mitleid mit A hatte, tötet daraufhin A.
Ich habe jetzt bzgl. B § 216 geprüft und bejaht. ( § 16 II)
Jetzt bin ich bei der Strafbarkeit der C dran. Ich weiß nicht genau wie ich vorgehen sollte. Dachte in etwa so:
§ 216, 25 II (-) kein gemeinsamer Tatplan usw.
§ 216, 25 I 2.Alt (trotz vollverantwortlichen Werkzeugs--> 'Täter hinter dem Täter'-->(Ausnutzung eines nicht tatbestandsausschließenden Irrtums)-->dann wäre C mittelbare Täter an § 216.
Wie gehts dann weiter? ...mit § 28 II ? ... Tatbestandsverschiebung?
Ich glaube das geht nicht oder wegen der Sperrwirkung des § 216? (oder ist dass nur beim unmittelbaren Täter?
Ich habe aber irgendwo gelesen dass Dritter nicht in den Genuss des § 216 kommen. Müsste ich dann §28 II doch anwenden wg. Habgier (zumindest nach Ansicht der Lit. Habgier=strafschärfend)
Wenn ich mittäterschaft verneint hätte bei C, müsste ich dann § 216, 26 prüfen?
Wäre super dankbar wenn mir jemand sagen könnte ob ich halbwegs richtig liege
Zuletzt bearbeitet von Erbsenkopf am 27 Jan 2007 - 20:40:20, insgesamt 2-mal bearbeitet
Verfasst am: 27 Jan 2007 - 20:34:23 Titel:
§216? Ich dachte A wäre bei strahlender Gesundheit und das ernstliche Verlangen, von dam B dem C erzählt, wäre vorgeschoben um das Erbe zu kassieren? In diesem Fall ist § 216 nicht anwendbar, weil es am ernstlichen Verlangen ersichtlich fehlt.
Bezüglich der Strafbarkeit von C wird Totschlag anzuprüfen sein, über den § 16 II (tbausschließend) kommt man dann wohl zu § 216.
Vielmehr ist hier an einen Mord (Habgier) durch B in mittelbarer Täterschaft zu denken. B hat C als menschliches Werkzeug zu Begehung "seiner" Straftat benutzt. Er beherrscht das Geschehen kraft überlegenen Wissens. Vordermann hat ja Strafbarkeitmangel, s.o.
So würde ich's jetzt zumindest mal angehen.