Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=24.01.2013&Aktenzeichen=IX%20ZR%20108/12
Timestamp: 2019-05-20 19:46:46
Document Index: 275585774

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 68', '§ 237', '§ 237', '§ 68', '§ 68', '§ 237', '§ 242', '§ 280', '§ 68', '§ 68', '§ 237', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 5', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 68', 'BGH', 'BGH', '§ 182', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 24.01.2013 - IX ZR 108/12 - dejure.org
https://dejure.org/2013,1456
BGH, 24.01.2013 - IX ZR 108/12 (https://dejure.org/2013,1456)
BGH, Entscheidung vom 24.01.2013 - IX ZR 108/12 (https://dejure.org/2013,1456)
BGH, Entscheidung vom 24. Januar 2013 - IX ZR 108/12 (https://dejure.org/2013,1456)
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StBerG § 68 aF; AO § 237
§ 237 AO; § 68 StBerG
§ 68 StBerG vom 04.11.1974, § 237 AO, § 242 BGB, § 280 BGB
Haftung des Steuerberaters: Beginn der Verjährungsfrist für den Anspruch auf Ersatz der durch Aussetzung der Vollziehung entstandenen Aussetzungszinsen
Zum Beginn der Verjährung nach § 68 StBerG a.F., wenn der Schadensersatzanspruch des Mandanten auf einer fehlerhaften Beratung hinsichtlich des Entstehens von Aussetzungszinsen beruht
StBerG § 68; AO § 237
Steuerberater - Verjährung von Schadensersatzansprüchen
heise.de (Pressemeldung, 26.03.2013)
Zum Beginn der Verjährungsfrist beim Anspruch des Mandanten wegen fehlerhafter steuerlicher Beratung im Hinblick auf Aussetzungszinsen
Verjährungsbeginn bei Geltendmachung eines Zinsschadens
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 24.01.2013, IX ZR 108/12 (Schadensersatzansprüche des Mandanten wegen Belastung mit Aussetzungszinsen - Verjährungsbeginn)" von RA/FAHandels-/GesellschR Peter Juretzek, original erschienen in: DStR 2013, 879 - 880.
NJW-RR 2013, 569
MDR 2013, 403
VersR 2013, 1187
WM 2013, 940
DB 2013, 753
Solange nur das Risiko eines Vermögensnachteils besteht, ist ein Schaden noch nicht eingetreten, weil bei der gebotenen wertenden Betrachtung allenfalls eine Vermögensgefährdung vorliegt, so dass noch unklar ist, ob es wirklich zu einem Schaden kommt (BGH…, Urteil vom 16. Oktober 2008 - IX ZR 135/07, WM 2008, 2307 Rn. 12;… vom 10. Mai 2012 - IX ZR 143/11, WM 2012, 1451 Rn. 9; vom 24. Januar 2013 - IX ZR 108/12, WM 2013, 940 Rn. 9, jeweils mwN).
Geht es um die Verjährung des Ersatzanspruchs gegen einen Berater, der steuerliche Nachteile seines Mandanten verschuldet hat, beginnt die Verjährung regelmäßig frühestens mit dem Zugang eines Bescheides des Finanzamts (BGH…, Urteil vom 16. Oktober 2008, aaO Rn. 13;… vom 15. Juli 2010 - IX ZR 180/09, WM 2010, 1620 Rn. 9;… vom 3. Februar 2011 - IX ZR 183/08, WM 2011, 795 Rn. 8; vom 24. Januar 2013, aaO Rn. 13).
Ist dagegen noch offen, ob ein pflichtwidriges, mit einem Risiko behaftetes Verhalten zu einem Schaden führt, ist ein Ersatzanspruch noch nicht entstanden, so dass eine Verjährungsfrist noch nicht in Lauf gesetzt wird (BGH, Urteil vom 2. Juli 1992 - IX ZR 268/91, BGHZ 119, 69, 70 f; vom 3. Dezember 1992 - IX ZR 61/92, NJW 1993, 1139, 1141;… vom 5. März 2009 - IX ZR 172/05, WM 2009, 863 Rn. 8; vom 24. Januar 2013 - IX ZR 108/12, WM 2013, 940 Rn. 9;… vom 10. Juli 2014 - IX ZR 197/12, DB 2014, 2402 Rn. 8).
Es liegt in der Regel bei ihr - vor allem bei einer Ermessenentscheidung (§ 5 AO) -, ob sie bestimmte Tatbestände aufgreift und welche Rechtsfolgen sie daraus zieht (BGH…, Urteil vom 2. Juli 1992, aaO S. 72;… vom 3. Dezember 1992, aaO; vom 11. Mai 1995 - IX ZR 140/94, BGHZ 129, 386, 388 ff;… vom 5. März 2009, aaO Rn. 9 f; vom 24. Januar 2013, aaO Rn. 9 f;… vom 10. Juli 2014, aaO).
Es gilt daher eine einheitliche Verjährungsfrist, wenn schon beim Auftreten des ersten Schadens bei verständiger Würdigung mit weiteren wirtschaftlichen Nachteilen gerechnet werden kann (BGH, Urteil vom 3. Dezember 1992 - IX ZR 61/92, NJW 1993, 1139, 1141; vom 18. Dezember 1997 - IX ZR 180/96, WM 1998, 779, 780; vom 21. Februar 2002 - IX ZR 127/00; WM 2002, 1078, 1080; vom 24. Januar 2013 - IX ZR 108/12, WM 2013, 940 Rn. 17).
Der Schadensersatzanspruch gegen den Steuerberater verjährt gemäß der hier noch anwendbaren Vorschrift des § 68 StBerG aF (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 24. Januar 2013 - IX ZR 108/12, WM 2013, 940 Rn. 8) allerdings binnen dreier Jahre ab Entstehung des Anspruchs.
Entstanden ist der Anspruch mit der infolge der Versäumung der Einspruchsfrist eingetretenen Bestandskraft des Feststellungsbescheides am 8. April 2001 (vgl. BGH…, Urteil vom 21. Oktober 2010 - IX ZR 170/09, WM 2010, 2284 Rn. 11), obwohl dieser noch keine Festsetzung enthielt, sondern Besteuerungsgrundlagen selbständig feststellte, welche für die nachfolgende Steuerfestsetzung gemäß § 182 Abs. 1 AO bindend waren (vgl. BGH, Urteil vom 24. Januar 2013, aaO Rn. 9).
Der Zweck der Verjährungsregelung verlangt, an diesen Einwand strenge Anforderungen zu stellen, so dass dieser einen groben Verstoß gegen Treu und Glauben voraussetzt (BGH, Urteil vom 24. Januar 2013 - IX ZR 108/12, DB 2013, 753 Rn. 21 mwN).
Im Übrigen bleibt der einmal begründete Arglisteinwand gegenüber der Einrede der Verjährung, dessen tatsächliche Voraussetzung der Gläubiger darzulegen und zu beweisen hat, nur dann erhalten, wenn der Gläubiger nach Wegfall des Umstandes, aus denen er die unzulässige Rechtsausübung herleitet, unverzüglich seinen Anspruch gerichtlich geltend macht (BGH, Urteil vom 24. Januar 2013, aaO Rn. 23).
Die insoweit maßgebliche Zeitspanne von 14 Tagen (BGH, Urteil vom 24.01.- - IX ZR 108/12; Urteil vom 20.02.1986 - VII ZR 142/85; Urteil vom 29.01.1981 - V ZR 168/79) ist vorliegend deutlich überschritten.
Sie verweist auf Entscheidungen des BGH (Urteil vom 20.04.2015 - IX ZR 176/12, Urteil vom 24.01.2013 - IX ZR 108/12).