Source: http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Kuenstlersozialversicherung.html
Timestamp: 2019-09-19 13:37:56
Document Index: 301539000

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 8', '§ 2', '§ 11', '§ 8', '§ 11', '§ 25', '§ 26', '§ 35', '§ 10']

Künstlersozialversicherung - HENSCHE Arbeitsrecht
Auf die­ser Sei­te fin­den Sie In­for­ma­tio­nen zu der Fra­ge, für wen die Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung gilt, wel­che Stel­len für sie zu­stän­dig sind und wie die Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung durch­ge­führt wird.
Au­ßer­dem fin­den Sie Hin­wei­se da­zu, wie die Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung fi­nan­ziert wird, wel­che Un­ter­neh­men zur Zah­lung der Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­be ver­pflich­tet sind und wie die Ab­ga­be be­rech­net wird.
Für wen gilt die Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung?
Wel­che Stel­len sind für die Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung zuständig?
Wie wird die Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung durch­geführt?
Wie wird die Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung fi­nan­ziert?
Wel­che Un­ter­neh­men sind zur Zah­lung der Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­be ver­pflich­tet?
Wie wird die Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­be be­rech­net?
Was änder­te sich an der Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung durch das Ge­setz vom 12.06.2007?
Wo fin­den Sie mehr zum The­ma Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung?
Die Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung (KSV) ist ein Be­stand­teil der ge­setz­li­chen So­zi­al­ver­si­che­rung. Ih­re Grund­la­ge ist das Ge­setz über die So­zi­al­ver­si­che­rung der selbständi­gen Künst­ler und Pu­bli­zis­ten (Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rungs­ge­setz - KSVG) vom 27.07.1981. Sie be­zieht selbständig ar­bei­ten­de Künst­ler und Pu­bli­zis­ten in die ge­setz­li­che Kran­ken-, Pfle­ge- und Ren­ten­ver­si­che­rung ein.
Gemäß § 1 KSVG sind Er­werbs­per­so­nen ver­si­che­rungs­pflich­tig, wenn sie die fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen erfüllen:
Sie beschäfti­gen im Zu­sam­men­hang mit ih­rer künst­le­ri­schen oder pu­bli­zis­ti­schen Tätig­keit nicht mehr als ei­nen Ar­beit­neh­mer, es sei denn, die Beschäfti­gung er­folgt zur Be­rufs­aus­bil­dung oder ist ge­ringfügig im Sin­ne des § 8 des Vier­ten Bu­ches So­zi­al­ge­setz­buch (SGB IV).
Gemäß § 2 KSVG ist „Künst­ler“ im Sin­ne des Ge­set­zes, wer Mu­sik, dar­stel­len­de oder bil­den­de Kunst schafft, ausübt oder lehrt. Ein „Pu­bli­zist“ ist, wer als Schrift­stel­ler, Jour­na­list oder in an­de­rer Wei­se pu­bli­zis­tisch tätig ist oder Pu­bli­zis­tik lehrt.
Wer die ge­setz­lich de­fi­nier­ten Vor­aus­set­zun­gen für die Ver­si­che­rung in der Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung erfüllt, ist da­zu ver­pflich­tet, sich bei der Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung zu mel­den (§ 11 Abs.1 KSVG). Gemäß § 8 Abs.1 Satz 1 KSVG be­ginnt die Ver­si­che­rungs­pflicht in der ge­setz­li­chen Ren­ten- und Kran­ken­ver­si­che­rung so­wie in der so­zia­len Pfle­ge­ver­si­che­rung mit dem Ta­ge, an dem die Mel­dung des Ver­si­cher­ten nach § 11 Abs.1 KSVG ein­geht, beim Feh­len ei­ner Mel­dung mit dem Ta­ge des Be­schei­des, durch den die Künst­ler­so­zi­al­kas­se die Ver­si­che­rungs­pflicht fest­stellt.
An­ders als bei der für Ar­beit­neh­mer gel­ten­den So­zi­al­ver­si­che­rung ist bei der Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung stets ei­ne ent­spre­chen­de Mel­dung des Ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen bzw. ein Be­scheid der Künst­ler­so­zi­al­kas­se, d.h. ei­ne of­fi­zi­el­le Fest­stel­lung der Ver­si­che­rungs­pflicht er­for­der­lich. Das bloße Erfüllen der Ver­si­che­rungs­vor­aus­set­zun­gen al­lein führt da­her - an­ders als zum Bei­spiel bei der Ren­ten-, Kran­ken-, Pfle­ge- und Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung der Ar­beit­neh­mer - noch nicht zum Be­ste­hen des Ver­si­che­rungs­schut­zes.
Da ein selbständi­ger Künst­ler oder Pu­bli­zist kei­nen Ar­beit­ge­ber hat, der die Hälf­te der So­zi­al­beiträge auf­brin­gen könn­te, wird die ei­ne Hälf­te des Bei­trags­auf­kom­mens von den ver­si­cher­ten Selbständi­gen er­ho­ben und der feh­len­de Ar­beit­ge­ber­zu­schuss durch ei­ne sog. Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­be (30 % der Mit­tel) so­wie ei­nen ergänzen­den Zu­schuss des Bun­des (20% der Mit­tel) auf­ge­bracht.
Für den in der KSK Ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen läuft die­se Re­ge­lung auf ei­ne er­heb­li­che bzw. hälf­ti­ge Be­zu­schus­sung zu sei­nen Auf­wen­dun­gen zur Ren­ten-, Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung hin­aus. Darüber hin­aus spart er sich auch un­ter Umständen die un­ter Umständen (je nach Al­ter etc.) teu­re Ver­si­che­rung bei ei­nem pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rer, da er über die Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung Mit­glied der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung ist.
Die Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­be wird nach ei­nem jähr­lich ak­tua­li­sier­ten Pro­zent­satz der Be­mes­sungs­grund­la­ge be­rech­net. Be­mes­sungs­grund­la­ge sind da­bei die vom ab­ga­be­pflich­ti­gen Un­ter­neh­men im Jahr an Künst­ler und Pu­bli­zis­ten ge­zahl­ten Ho­no­ra­re (oh­ne Um­satz­steu­er), § 25 Abs.1 KSVG.
Der auf die­se Be­mes­sungs­grund­la­ge be­zo­ge­ne Pro­zent­satz wird ein­mal pro Jahr vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ar­beit und So­zia­les im Ein­ver­neh­men mit dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Fi­nan­zen durch Rechts­ver­ord­nung fest­ge­legt, und zwar je­weils bis zum 30.09. für das fol­gen­de Ka­len­der­jahr auf­grund von Schätzun­gen des Be­darfs, § 26 Abs.5 KSVG.
Im Jah­re 2006 be­trug der Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­be­satz 5,5 %, im Jah­re 2007 5,1 % und im Jahr 2008 4,9 %.
Das KSVG wur­de durch Ar­ti­kel 1 des Ge­set­zes vom 12.06.2007 (BGBl I S.1034) in ver­schie­de­nen Punk­ten geändert. Die Ände­run­gen ver­folg­ten ins­ge­samt das Ziel, den staat­li­chen Zu­schuss zu be­gren­zen, und zwar durch ei­ne ef­fek­ti­ve­re Kon­trol­le der zur Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­be ver­pflich­te­ten Un­ter­neh­men so­wie durch ei­ne verstärk­te Über­prüfung der tatsächli­chen Ver­si­che­rungs­pflicht der bei der Künst­ler­so­zi­al­kas­se als „Künst­ler“ bzw. „Pu­bli­zis­ten“ geführ­ten Per­so­nen.
Da­zu wird die Über­prüfung der Auf­trag­ge­ber auf die Prüfdiens­te der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung über­tra­gen (§ 35 Abs.1 Satz 1 KSVG n.F.).
Ei­ne an­de­re Neue­rung rich­tet sich ge­gen die schwar­zen Scha­fe bei den Ver­si­cher­ten. Nach § 10b KSVG n.F. soll der Be­scheid über die Fest­set­zung des endgülti­gen Bei­trags­zu­schus­ses für die Ver­gan­gen­heit auch zu Un­guns­ten des Zu­schuss­be­rech­tig­ten zurück­ge­nom­men wer­den, wenn die von ihm ge­mach­ten An­ga­ben bei der An­mel­dung in we­sent­li­chen Hin­sich­ten (ob­jek­tiv) un­rich­tig sind, d.h. auf dies­bezügli­chen Vor­satz oder gro­be Fahrlässig­keit bei der Ab­ga­be ei­ner feh­ler­haf­ten Mel­dung kommt es künf­tig nicht mehr an.
Wenn Sie Fra­gen im Zu­sam­men­hang mit dem The­ma Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung ha­ben oder wenn es Pro­ble­me bei der recht­li­chen Ein­ord­nung ei­ner Ge­schäfts­be­zie­hung (Ar­beits­ver­hält­nis oder freie Mit­ar­beit?) oder we­gen des Ein­grei­fens der Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung gibt, be­ra­ten wir Sie je­der­zeit ger­ne.
Je nach La­ge des Fal­les bzw. ent­spre­chend Ih­ren Wün­schen tre­ten wir ent­we­der nach au­ßen nicht in Er­schei­nung oder aber wir ver­han­deln in Ih­rem Na­men mit der Ge­gen­sei­te.
Dienst­ver­trag / Werk­ver­trag
Ge­halts­nach­wei­se (falls vor­han­den)
09/004 Ge­set­zes­än­de­run­gen zum Jah­res­wech­sel 2008 / 2009
22.01.2009. Wie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren so tre­ten auch zu die­sem Jah­res­wech­sel ei­ni­ge ge­setz­li­chen Än­de­run­gen in den Be­rei­chen des Ar­beit- und So­zi­al­rechts in Kraft. Das bei­triff ne­ben den ...
07/07 Je­der Mensch ein Künst­ler?
02.05.2007. Die ge­plan­te No­vel­lie­rung des Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rungs­ge­set­zes (KSVG) soll ab­ga­be­pflich­ti­ge Ar­beit­ge­ber stren­ger er­fas­sen und den Leis­tungs­miss­brauch er­schwe­ren: Ent­wurf ei­nes ...