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Timestamp: 2016-10-28 21:45:46
Document Index: 30105222

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 18', 'Art. 7', 'Art. 469', 'BGE', 'Art. 462', 'Art. 471', 'Art. 492', 'Art. 156']

5C.49/2004 (27.10.2004)
5C.49/2004 /bnm
Kl�ger und Berufungskl�ger, vertreten durch Rechtsanw�ltin lic. iur. B�atrice Heinzen Humbert,
Erben des H.B.________, n�mlich:
1. O.P.________ und Mitbeteiligte,
Beklagte und Berufungsbeklagte, alle vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Hans-Peter K�min,
Nacherbschaft,
Berufung gegen das Urteil des Obergerichts (II. Zivilkammer) des Kantons Z�rich vom 18. November 2003.
A.B.________, die am 11. Mai 1979 im Alter von knapp 59 Jahren starb, war die j�ngere Tochter des im Jahre 1976 verstorbenen C.D.________ und die Schwester von E.F.________, der Mutter von G.F.________. Als gesetzliche Erben hinterliess sie ihren Ehemann H.B.________, ihre Mutter I.D.________ und ihre Schwester E.F.________. Nachkommen hatte sie nicht. Kurz vor ihrem Tod, n�mlich am 1. M�rz 1979, hatte A.B.________ (nachstehend auch: Erblasserin) eine eigenh�ndige letztwillige Verf�gung mit dem folgenden Wortlaut verfasst:
"Ich, die Unterzeichnete, A.B.________, geboren am 20. Juni 1920, von Z.________, bestimme hiermit bez�glich meines Nachlasses, was folgt:
1. Ich setze meinen Ehegatten, H.B.________ als meinen Universalerben ein.
2. Mein Ehegatte ist als Vorerbe von jeglicher Sicherstellungspflicht befreit.
3. Als meinen Testamentsvollstrecker ernenne ich lic. jur. K.L.________..
Z�rich, den 1. M�rz 1979 A.B.________"
In dem vom Notariat X.________ errichteten Nacherbschaftsinventar vom 8. Oktober 1979 wurde als Hauptaktivum der (Erb-)Anteil von 13/32 an der aus dem v�terlichen Nachlass stammenden Liegenschaft an der Strasse Z.________ in Y.________ aufgef�hrt.
Am 3. Februar 1982 starb die Mutter der Erblasserin, I.D.________. Deren einzige Erbin war ihre �ltere Tochter, E.F.________. In der Folge wurden im Grundbuch bez�glich der Liegenschaft an der Strasse Z.________ in Y.________ E.F.________ und H.B.________ als "Gesamteigent�mer infolge Erbengemeinschaft" eingetragen.
Am 14. Oktober 1997 starb E.F.________, die als einzigen Erben ihren Sohn G.F.________ hinterliess. Einen Tag danach, am 15. Oktober 1997, starb auch H.B.________. Er hinterliess zahlreiche gesetzliche Erben. Eine letztwillige Verf�gung von ihm ist nicht vorhanden.
Im Zeitpunkt des Ablebens von H.B.________ war aus dem Nachlass seiner vorverstorbenen Ehefrau, A.B.________ (Erblasserin), einzig noch deren Anteil an der Liegenschaft an der Strasse Z.________ vorhanden.
Mit Eingabe vom 22. Februar 1999 erhob G.F._________ beim Bezirksgericht Z�rich Klage gegen die (im Rubrum dieses Urteils einzeln aufgef�hrten) Erben von H.B.________. Er verlangte (gem�ss Replik vom 14. Februar 2000), es sei festzustellen, dass er Nacherbe und damit Alleinerbe im Nachlass von A.B.________ sei, und das Grundbuchamt X.________ sei anzuweisen, ihn als Eigent�mer der Liegenschaft Z.________ in Y.________ einzutragen.
Mit Urteil vom 29. August 2000 wies das Bezirksgericht (4. Abteilung) die Klage ab.
Der Kl�ger erhob Berufung, worauf das Obergericht (II. Zivilkammer) des Kantons Z�rich am 25. Juni 2001 unter anderem beschloss, die Sache zur Erg�nzung und zu neuem Entscheid an die erste Instanz zur�ckzuweisen.
In seinem neuen Urteil vom 1. November 2002 erkannte das Bezirksgericht (4. Abteilung), dass das Grundbuchamt X.________ in Gutheissung der Klage angewiesen werde, H.B.________ als Gesamteigent�mer der Parzelle an der Strasse Z.________ in Y.________ zu l�schen und den Kl�ger an dessen Stelle als Gesamteigent�mer einzutragen.
Das Obergericht (II. Zivilkammer) hiess am 18. November 2003 eine von den Beklagten erhobene Berufung gut und wies die Klage ab.
Gegen das Urteil des Obergerichts hat der Kl�ger sowohl kantonale Nichtigkeitsbeschwerde als auch Berufung erhoben.
C.a Das Kassationsgericht des Kantons Z�rich wies die Nichtigkeitsbeschwerde am 20. Juli 2004 ab, soweit darauf einzutreten war.
C.b Mit der eidgen�ssischen Berufung beantragt der Kl�ger, das Urteil des Obergerichts vom 18. November 2003 aufzuheben und das Urteil des Bezirksgerichts Z�rich vom 1. November 2002 in Gutheissung der Klage zu best�tigen.
Die Parteien streiten um den Anspruch auf den im Zeitpunkt des Ablebens von H.B.________ aus dem Nachlass seiner Ehefrau, A.B.________, einzig noch vorhandenen Anteil an der Liegenschaft an der Strasse Z.________. Wem dieser zusteht, beurteilt sich nach dem letzten Willen von A.B.________, den diese in ihrem Testament vom 1. M�rz 1979 niedergelegt hat.
1.1 Das Testament stellt eine einseitige, nicht empfangsbed�rftige Willenserkl�rung dar. Bei seiner Auslegung ist der wirkliche Wille des Erblassers zu ermitteln. Auszugehen ist vom Wortlaut. Ergibt dieser f�r sich selbst betrachtet eine klare Aussage, entfallen weitere Abkl�rungen. Sind dagegen die testamentarischen Anordnungen so formuliert, dass sie ebenso gut im einen wie im andern Sinn verstanden werden k�nnen, oder lassen sich mit guten Gr�nden mehrere Auslegungen vertreten, d�rfen ausserhalb der Testamentsurkunde liegende Beweismittel zur Auslegung herangezogen werden. Stets hat es jedoch bei der willensorientierten Auslegung zu bleiben; eine Auslegung nach dem am Erkl�rungsempf�nger orientierten Vertrauensprinzip f�llt ausser Betracht. Die Erben oder andere Bedachte haben keinen Anspruch auf Schutz ihres Verst�ndnisses der letztwilligen Verf�gung; es kommt mit andern Worten nicht darauf an, wie sie die Erkl�rung des Erblassers verstehen durften und mussten, sondern einzig darauf, was der Erblasser mit seiner �usserung sagen wollte (zum Ganzen BGE 124 III 414 E. 3 S. 416 f.; 117 II 142 E. 2a S. 144; 115 II 323 E. 1a S. 325, mit Hinweisen).
1.2 Auf Grund der Vorstellung, dass der Erkl�rende das geschriebene Wort dem allgemeinen Sprachgebrauch (Verkehrssprache, Rechtssprache) entsprechend versteht, gilt die Vermutung, dass Gewolltes und Erkl�rtes �bereinstimmen (Niccol� Raselli, Erkl�rter oder wirklicher Wille des Erblassers?, in: AJP 1999, S. 1263 Ziff. II/3). Indessen kann die vom Erkl�renden verwendete Bezeichnung oder Ausdrucksweise sich als missverst�ndlich oder als unrichtig erweisen, sei es wegen eines blossen Verschriebs, sei es deshalb, weil Ausdr�cke in einer von der Verkehrs- oder Rechtssprache abweichenden Bedeutung verwendet wurden. Nach der ausdr�cklichen Vorschrift von Art. 18 Abs. 1 OR, die bei der Auslegung letztwilliger Verf�gungen sinngem�ss heranzuziehen ist (Art. 7 ZGB), ist der wirkliche Wille beachtlich, nicht die unrichtige Bezeichnung oder Ausdrucksweise. Wer sich auf einen vom objektiv verstandenen Sinn und Wortlaut abweichenden Willen des Erblassers beruft, ist beweispflichtig und hat entsprechende Anhaltspunkte konkret nachzuweisen (dazu Raselli, a.a.O. S. 1267 Ziff. VII mit Hinweisen; Peter Breitschmid, Basler Kommentar, 2. Auflage, N. 22 zu Art. 469 ZGB).
Nach st�ndiger Rechtsprechung pr�ft das Bundesgericht die Auslegung einer letztwilligen Verf�gung durch die kantonale Instanz frei. Gebunden ist es indessen an die tats�chlichen Feststellungen, aus denen sich der innere Wille des Erblassers ergibt (BGE 125 III 35 E. 3a S. 39; 120 II 182 E. 2a S. 184, mit Hinweisen). Soweit der Kl�ger die vom Obergericht getroffenen tats�chlichen Feststellungen als unzutreffend r�gt oder die vorinstanzliche W�rdigung der Zeugenaussagen beanstandet, ist auf die Berufung daher nicht einzutreten.
3.1 Die Anordnungen von A.B.________ in der letztwilligen Verf�gung sind in einfacher und leicht verst�ndlicher Sprache abgefasst. In Ziffer 1 bestimmte die Erblasserin, dass der mit ihr in ehelicher Gemeinschaft lebende Ehemann ihr "Universalerbe" sein solle. Damit gab sie klar zum Ausdruck, dass nach ihrem Tod s�mtliche Verm�genswerte ihrem Ehemann zufallen sollten. Die Erblasserin erliess diese Verf�gung in einem Zeitpunkt, da sie wegen einer schweren Erkrankung den Tod vor Augen hatte und damit rechnen musste, dass sie ihre 29 Jahre �ltere Mutter und erst recht ihre Schwester E.F.________ nicht werde �berleben k�nnen. Ohne Testament h�tten sowohl der Mutter als auch der Schwester Erbanspr�che zugestanden (vgl. [a]Art. 462 Ziff. 2 ZGB). Ein Teil davon w�re gem�ss (a)Art. 471 Ziff. 2 ZGB sogar pflichtteilsgesch�tzt gewesen. Entgegen der Meinung des Kl�gers war mithin die strittige letztwillige Verf�gung nicht darauf ausgerichtet, die Herkunftsfamilie der Erblasserin m�glichst zu beg�nstigen. Ziffer 1 des Testaments hat vielmehr die gegenteilige Zielrichtung.
3.2 In Ziffer 2 ihrer letztwilligen Verf�gung legte die Erblasserin fest, dass ihr Ehemann als Vorerbe von jeglicher Sicherstellungspflicht befreit sei. Der Text ist in diesem Punkt insofern l�ckenhaft, als der Ehemann nicht zun�chst f�rmlich in den Status eines Vorerben eingesetzt wurde und keine Nacherben bezeichnet wurden. Es ist indessen Sache des Erblassers, und nicht des Vorerben, die Nacherben zu bestimmen, sind doch diese die Rechtsnachfolger des Erblassers, und nicht des Vorerben (dazu Eugen Spirig, Nacherbeneinsetzung und Nachverm�chtnis, in: ZBGR 58/1977, S. 202). Angesichts der dargelegten L�ckenhaftigkeit d�rfen ausserhalb der Testamentsurkunde liegende Beweismittel zur Auslegung herangezogen werden.
3.2.1 F�r die Kl�rung von Ziffer 2 der letztwilligen Verf�gung sind die Zeugenaussage von K.L.________ und die von ihm eingereichten Schriftst�cke von besonderer Bedeutung. Diese Beweismittel hatten im Zeitpunkt des vom Obergericht am 25. Juni 2001 gef�llten Beschlusses, die Sache an das Bezirksgericht zur�ckzuweisen, noch nicht zur Verf�gung gestanden. In jenem Entscheid war die Vorinstanz ohne weiteres von einer Nacherbeneinsetzung ausgegangen, und sie hatte sich nur gefragt, welche Personen nach dem Willen der Erblasserin Nacherben sein sollten. Die Aussagen von K.L.________ und die von ihm eingereichten Schriftst�cke stellen indessen die Nacherbeneinsetzung selbst in Frage. Nach den Feststellungen der Vorinstanz ist K.L.________ ein als Berater in Erbsachen t�tiger Jurist. K.L.________ habe als Zeuge erkl�rt, er habe im Mai 1978 H.B.________ im Zusammenhang mit der Regelung des Nachlasses beraten. Ob bei der Beratung auch die Ehefrau A.B.________, die Erblasserin, zugegen gewesen sei, verm�ge er nicht mehr zu sagen; auszuschliessen sei es nicht. Es sei aber sicher auch dar�ber gesprochen worden, dass Frau A.B.________ ein Testament errichten sollte. Bei den ins Auge gefassten testamentarischen Vorkehren sei es um die gegenseitige Sicherstellung der Ehegatten gegangen f�r den Fall, dass einer ableben sollte. Sicher sei H.B.________ von ihm, dem Zeugen, darauf hingewiesen worden, dass es zwei Testamente brauche, um die Nachfolge vern�nftig zu regeln.
Das Obergericht h�lt sodann fest, dass K.L.________ einen f�r H.B.________ erstellten Testamentsentwurf eingereicht habe, und zwar sowohl in einer handschriftlichen als auch in einer maschinengeschriebenen Version. Letztere trage das Datum vom 8. Mai 1978 sowie die Initialen des Zeugen. Dieser habe darauf hingewiesen, dass der Entwurf als Vorlage f�r Testamente beider Ehegatten h�tte dienen sollen; deshalb finde sich im Entwurf die Formulierung "ich, der/die Unterzeichnete". K.L.________ habe weiter ausgesagt, er habe sich nie mit der konkreten Formulierung des Testaments der Erblasserin befasst. Auf Vorhalt der letztwilligen Verf�gung der Erblasserin habe er jedoch erkl�rt, er nehme an, dass die Formulierung einen Teil seines Entwurfs vom 8. Mai 1978 darstelle. Nach Auffassung des Obergerichts ist dies offensichtlich so: Ziffer 1 des Testaments der Erblasserin (Universalerbeneinsetzung) entspreche exakt dem Entwurf von K.L.________. Gleiches gelte f�r die Schlussbestimmung, mit der die Erben h�tten davon abgehalten werden sollen, das Testament sowie Handlungen des Willensvollstreckers anzufechten. Auch der im vorliegenden Prozess interessierende Passus betreffend die Befreiung des Vorerben von der Sicherstellungspflicht stamme w�rtlich aus dem Entwurf des Zeugen. Ziffer 2 des Entwurfs sei von der Erblasserin allerdings nur als Torso �bernommen worden. Der erste Absatz, mit dem die Nacherbeneinsetzung ausdr�cklich h�tte verf�gt werden sollen und der auch die namentliche Bezeichnung der Nacherben vorgesehen habe, sei n�mlich von der Erblasserin weggelassen worden.
Die Vorinstanz weist des Weitern auf die Erkl�rung von K.L.________ hin, anl�sslich der Beratung im Jahre 1978 sei sicher �ber "Nacherben" gesprochen worden: "Deshalb auch die Ziffer 2". Ob in diesem Zusammenhang der Name des Kl�gers genannt worden sei, k�nne er nicht mehr sagen. Er meine, dass der Kl�ger im Zusammenhang mit Ziffer 3 des Entwurfs, wonach "meinem G�ttikind" ein Legat h�tte vermacht werden sollen, erw�hnt worden sein k�nnte. Im �brigen sei ihm, dem Zeugen, gegen�ber der Name des Kl�gers sicher Jahre sp�ter, anl�sslich einer andern Besprechung, erw�hnt worden.
3.2.2 In W�rdigung der Aussagen von K.L.________ und der von diesem vorgelegten Unterlagen stellt das Obergericht alsdann fest, es seien neue wesentliche Aspekte zu Tage gef�rdert worden. Aufgedeckt worden sei, wie die Erblasserin zu den in ihrer letztwilligen Verf�gung gew�hlten Formulierungen gekommen sei. Es stehe auf Grund der Aussagen von K.L.________ fest, dass die Erblasserin offensichtlich den Entwurf des Zeugen als Vorlage f�r die Abfassung ihres Testaments benutzt habe. Der Entwurf habe in Ziffer 2 eine Nacherbeneinsetzung unter Nennung der Nacherben und Angabe ihrer Quoten vorgesehen. Die Erblasserin habe ihre Formulierung sorgf�ltig an die Vorlage angelehnt. Beim Abschreiben habe sie den ersten Absatz von Ziffer 2 betreffend Nacherbeneinsetzung einfach weggelassen und sich mit dem zweiten Absatz betreffend Befreiung des Vorerben von der Sicherstellungspflicht begn�gt. Bei der �bernahme von Ziffer 4 der Vorlage ("Als meinen Testamentsvollstrecker auch bez�glich einer allf�lligen Nacherbschaft ernenne ich Herrn lic. iur. K.L.________ und bei dessen Verhinderung die S.________ AG ...") habe sie - nebst der Ersatztestamentsvollstreckerin - die Worte "auch bez�glich einer allf�lligen Nacherbschaft" ausgelassen. Sie habe sich darauf beschr�nkt, ihren als "Universalerben" eingesetzten Ehemann "als Vorerben" von jeglicher Sicherstellungspflicht zu befreien.
3.2.3 Auf Grund der festgestellten Gegebenheiten h�lt es das Obergericht f�r fraglich, ob die nicht juristisch ausgebildete Erblasserin tats�chlich eine konstruktive Nacherbeneinsetzung habe vornehmen wollen, um so mehr, als sie die letztwillige Verf�gung nicht unmittelbar nach der erteilten Rechtsberatung abgefasst habe, sondern gest�tzt auf Vorlagen, die vom Berater Monate zuvor ihrem Ehemann ausgeh�ndigt worden seien. Die Annahme liege nahe, Ziffer 2 der letztwilligen Verf�gung beruhe auf der �berlegung, dass die Befreiung des "Universalerben" von einer Sicherstellungspflicht allenfalls dessen Stellung aufwerte, sie jedoch sicher nicht beeintr�chtige. H�tte die Erblasserin den Kl�ger als Nacherben einsetzen wollen, w�re schwer verst�ndlich, warum sie ihn in ihrer letztwilligen Verf�gung nicht namentlich erw�hnt habe, wenn sie doch die Vorlage von K.L.________, welche die namentliche Bezeichnung der Nacherben ausdr�cklich vorgesehen habe, vor sich gehabt habe.
3.2.4 Ob entgegen ihrer im R�ckweisungsbeschluss vom 25. Juni 2001 ge�usserten Auffassung eine Nacherbeneinsetzung allenfalls zu verneinen sei, hat die Vorinstanz letztlich offen gelassen. Sie hatte deshalb zu pr�fen, wer im Falle der Annahme einer Nacherbeneinsetzung durch die letztwillige Verf�gung h�tte beg�nstigt werden sollen, und kam zum Schluss, dass es die gesetzlichen Erben der Erblasserin im Zeitpunkt ihres Todes gewesen w�ren. Da diese den Nacherbfall indessen nicht erlebt h�tten, sei die Erbschaft im Sinne von Art. 492 Abs. 2 ZGB beim Vorerben, d.h. bei H.B.________, verblieben, weshalb die Klage abzuweisen sei.
4.1 F�r die Annahme, die von der Erblasserin am 1.M�rz 1979 errichtete letztwillige Verf�gung enthalte eine Nacherbeneinsetzung, bleibt angesichts der vom Obergericht festgehaltenen tats�chlichen Gegebenheiten kein Raum. Auf Grund der Aussagen des Zeugen K.L.________ und der von diesem vorgelegten Schriftst�cke kann das Testament in seiner Gesamtheit betrachtet nur so verstanden werden, dass die Erblasserin ihren Ehegatten als Universalerben einsetzen und keine Nacherbeneinsetzung vornehmen wollte. Soweit die Erblasserin den vom Zeugen verfassten Testamentsentwurf �bernommen hat, hat sie ihn Wort f�r Wort abgeschrieben. Auf den (Haupt-)Teil der Ziffer2, der von der Nacherbeneinsetzung und von der Bestimmung der Quoten handelte, hat sie indessen verzichtet und damit eindeutig zum Ausdruck gebracht, dass sie keine Nacherbeneinsetzung wollte. Sie hat lediglich den letzten Satz von Ziffer2 �bernommen und damit den Willen ge�ussert, dass ihr Ehegatte von jeglicher Sicherstellungspflicht befreit sein solle. Freilich hat die Erblasserin ihren Ehegatten - entsprechend der Vorlage mit einem Begriff der Rechtssprache - als Vorerbe bezeichnet. Es kann indessen nicht davon ausgegangen werden, dass sie als juristische Laie genau wusste, was ein Vorerbe sei und dass die Bestimmung eines Vorerben eine Nacherbeneinsetzung voraussetze. Werden Vorlage und Testament miteinander verglichen, dr�ngt sich die Annahme auf, die Erblasserin habe diesen Begriff lediglich deshalb gew�hlt, weil er in der Vorlage so stand und sie habe vermeiden wollen, dass ihr Ehemann zu irgendwelchen Sicherheitsleistungen herangezogen werden k�nnte.
Auch daraus, dass die Erblasserin - unter Ziffer3 der letztwilligen Verf�gung - Ziffer4 der Vorlage nur teilweise �bernahm, ergibt sich, dass es der Erblasserin nicht um die Anordnung einer Nacherbschaft gegangen war. Sie setzte zwar den Zeugen K.L.________ als ihren Testamentsvollstrecker ein, jedoch nicht auch bez�glich einer Nacherbschaft, wie es im Entwurf formuliert worden war. Diese Streichung kann nicht anders verstanden werden, denn als Best�tigung des Verzichts auf die Nacherbeneinsetzung.
Ausserdem hat die Erblasserin auf die �bernahme von Ziffer 3 der Vorlage verzichtet, worin f�r das G�ttikind, das in ihrem Fall der Kl�ger gewesen w�re, die Festsetzung eines Legats vorgesehen war. Auch daraus ergibt sich, dass der Ehegatte ohne irgendeine Einschr�nkung als Erbe eingesetzt werden sollte. Die erw�hnte Weglassung widerlegt die Vermutung mehrerer Zeugen, dass die Erblasserin den Kl�ger habe beg�nstigen wollen. Schliesslich best�tigt auch der Umstand, dass die Erblasserin - unter Ziffer 4 - die rechtstechnisch abgefasste Schlussbestimmung (Ziffer 5) w�rtlich wiedergab, ihren Willen, der Vorlage genau zu folgen, soweit sie mit deren Inhalt einverstanden war, und lediglich die Passagen wegzulassen, die sie nicht in ihr Testament aufnehmen wollte.
Unter den dargelegten Umst�nden kann entgegen der Auffassung des Kl�gers nicht gesagt werden, das Testament enthalte wegen der missgl�ckten und �berfl�ssigen Verwendung des Rechtsbegriffs "Vorerbe" in Ziffer 2 eine L�cke bez�glich der Nacherbeneinsetzung. Die �berlegungen zur Frage, wie eine L�cke in einem Testament zu f�llen sei, stossen daher ins Leere.
4.2 F�hrt die Auslegung des Testaments nach dem Gesagten zum eindeutigen Ergebnis, dass eine Nacherbeneinsetzung zu verneinen ist, ist den kl�gerischen Ausf�hrungen zu den verschiedenen Zeugenaussagen der Boden entzogen. Das Obergericht hat im �brigen festgehalten, dass der Kl�ger selbst wie auch praktisch alle von ihm angerufenen Zeugen ihre Schlussfolgerungen zugunsten des Kl�gers nicht aus konkreten Hinweisen auf eine von der Erblasserin beabsichtigte letztwillige Verf�gung herleiteten, sondern im Wesentlichen nur aus dem engen Zusammenhang der Familiengemeinschaft und der allgemeinen Meinung, die bei allen Beteiligten mehr oder weniger unausgesprochen vorgeherrscht haben soll; die Einsch�tzungen der verschiedenen Personen h�tten auf subjektiven Beurteilungen beruht. Nach den Feststellungen der Vorinstanz hat keiner der Zeugen (mit Ausnahme von M.N.________) mit der Erblasserin �ber ihre konkrete Nachfolgeregelung gesprochen. Die Aussage von M.N.________ verm�ge zwar gewisse Indizien f�r den vom Kl�ger eingenommenen Standpunkt abzugeben, doch wirke die Stellungnahme dieser Zeugin nicht sehr �berzeugend. Sodann sei die Erblasserin nach der Darstellung einiger Zeugen wohl der Meinung gewesen, dass das Haus dereinst irgendwie auf den Kl�ger �bergehen werde, doch erg�ben sich keine konkreten Hinweise daf�r, dass die Erblasserin konkret daran gedacht h�tte, nach dem Hinschied ihres Ehemannes den Kl�ger als Erben einzusetzen. Selbst der Kl�ger und seine Frau h�tten nie ausgesagt, die Erblasserin habe ausdr�cklich erkl�rt, dass der Kl�ger ihren Anteil am Haus erben werde.
Bei dieser f�r das Bundesgericht verbindlichen Beweisw�rdigung sind die Hinweise des Kl�gers auf seine besondere Beziehung zur Erblasserin, auf die Familienstruktur und die Lebensumst�nde sowie auf die �brigen Zeugen unbehelflich.
Nach dem Gesagten ist die Berufung abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Ausgang ist die Gerichtsgeb�hr dem Kl�ger aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 OG). Da keine Berufungsantwort eingeholt worden ist und den Beklagten somit keine Kosten erwachsen sind, entf�llt die Zusprechung einer Parteientsch�digung.