Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201996,%2045
Timestamp: 2019-10-22 07:22:28
Document Index: 308228969

Matched Legal Cases: ['Art. 103', '§ 278', '§ 139', '§ 72', '§ 133', '§ 90', '§ 108', 'Art. 103', '§ 108', 'Art. 103', '§ 278', 'Art. 19', 'Art. 103', 'Art. 103', 'Art. 103']

BVerfG, 02.01.1995 - 1 BvR 320/94 - dejure.org
https://dejure.org/1995,393
BVerfG, 02.01.1995 - 1 BvR 320/94 (https://dejure.org/1995,393)
BVerfG, Entscheidung vom 02.01.1995 - 1 BvR 320/94 (https://dejure.org/1995,393)
BVerfG, Entscheidung vom 02. Januar 1995 - 1 BvR 320/94 (https://dejure.org/1995,393)
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Nicht ordnungsgemäße Betriebsratsanhörung
Art. 103 Abs. 1 GG, § 278 Abs. 3 ZPO <Fassung bis 31.12.01> (nunmehr § 139 Abs. 2 ZPO <Fassung seit 1.1.02>);
§ 72a ArbGG (vgl. auch § 133 VwGO), Nichtzulassungsbeschwerde gehört bei offensichtlicher Aussichtslosigkeit nicht zum Rechtsweg i.S.v. § 90 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG
Fristlose Kündigung - Ausländerfeindliches Flugblatt - Fehlerhafte Anhörung - Betriebsrat
LAG Düsseldorf, 24.09.1993 - 9 Sa 996/93
NJW 1996, 45
Den Prozessbeteiligten wird die Gelegenheit, sich zu dem entscheidungserheblichen Sachverhalt zu äußern, dann prozessordnungswidrig vorenthalten, wenn das Gericht einen bis dahin nicht erörterten rechtlichen oder tatsächlichen Gesichtspunkt zur Grundlage seiner Entscheidung macht und so dem Rechtsstreit eine Wendung gibt, mit der ein Beteiligter nach dem bisherigen Verlauf des Verfahrens nicht zu rechnen brauchte (BVerfG, Beschluss vom 29. Mai 1991 - 1 BvR 1383/90 - BVerfGE 84, 188 ; Kammerbeschluss vom 2. Januar 1995 - 1 BvR 320/94 - NJW 1996, 45; BVerwG, Urteile vom 10. April 1991 - 8 C 106.89 - Buchholz 310 § 108 VwGO Nr. 235 und vom 24. September 1992 - 3 C 88.88 - Buchholz 451.512 MGVO Nr. 61; Beschluss vom 12. März 2009 - 3 B 2.09 - juris).
Eine allgemeine Frage- und Aufklärungspflicht des Gerichts folgt aus Art. 103 GG nicht (BVerfGE 66, 116/147; BVerfG NJW 1996, 45/46).
Das Gericht darf deshalb keinen bis dahin nicht erörterten rechtlichen oder tatsächlichen Gesichtspunkt zur Grundlage seiner Entscheidung machen und so dem Rechtsstreit eine Wendung geben, mit der ein Beteiligter nach dem bisherigen Verlauf des Verfahrens nicht zu rechnen brauchte (BVerfG, Beschluss vom 29. Mai 1991 - 1 BvR 1383/90 - BVerfGE 84, 188 ; Kammerbeschluss vom 2. Januar 1995 - 1 BvR 320/94 - NJW 1996, 45; BVerwG, Urteile vom 10. April 1991 - BVerwG 8 C 106.89 - Buchholz 310 § 108 VwGO Nr. 235 und vom 24. September 1992 - BVerwG 3 C 88.88 - Buchholz 451.512 MGVO Nr. 61; Beschluss vom 12. März 2009 - BVerwG 3 B 2.09 - juris).
Unterläßt es einen solchen Hinweis, ist - auch - Art. 103 Abs. 1 GG verletzt (BVerfG, Beschl. v. 02.01.1995 -1 BvR 320/94 -, NJW 1996, 45, 46).
Denn der Beklagten ist es nicht zuzumuten, einen Arbeitnehmer zu beschäftigen, der ausländerfeindliche Tendenzen offen zur Schau trägt (so auch bereits BVerfG vom 2. Januar 1995 - 1 BvR 320/94).
Diese ist - wie jeder Arbeitgeber - gehalten, der mit ausländerfeindlichen Verhaltensweisen seiner Arbeitnehmer einhergehenden Missachtung energisch entgegenzutreten, und braucht sie nicht hinzunehmen (vgl. BVerfG Beschluss vom 2. Februar 1995 - 1 BvR 320/94 und Däubler, Rechtsextreme im Betrieb? NJW 2000, 3691, 3692).
Ob dabei einfachgesetzliches, förmliches Recht verletzt worden ist, ist ohne Belang (BVerfG NJW 1996, 45 f.).
Wenn die Prozeßparteien aber über die nach Meinung des Landesarbeitsgerichts allein entscheidenden, außergewöhnlich bedeutsamen, folgenschweren Rechtsfragen, die sie niemals erörtert haben und für deren Erörterung durch sie auch keine erkennbare Veranlassung bestand, völlig im unklaren gelassen werden, liegt darin ein eklatanter Verstoß gegen § 278 Abs. 3 ZPO (zu einem vergleichbaren Fall vgl. Beschluß der 2. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 2. Januar 1995 - 1 BvR 320/94 -).
Es war daher zur Vermeidung einer Gehörsverletzung zu einem Hinweis auf seine Rechtsauffassung verpflichtet (BVerfG NJW 1996, 45, 46).
Der Schutz hiergegen wird jedoch nicht durch Art. 19 Abs. 4 GG, sondern durch das Verbot der Verletzung rechtlichen Gehörs aus Art. 103 Abs. 1 GG gewährleistet (BVerfG Beschlüsse vom 15. August 1996 - 2 BvR 2600/95 - NJW 1996, 3202; vom 2. Januar 1995 - 1 BvR 320/94 - NJW 1996, 45 f.; BVerfGE 89, 28, 35, alle m.w.N.;… Schmidt-Aßmann in: Maunz/Dürig, GG, Stand November 1997, Art. 103 Abs. 1 Rz 138 ff.;… Jarass/Pieroth, GG, 4. Aufl., Art. 103 Rz 16, m.w.N.).
OLG Hamm, 28.02.2008 - 3 Ss OWi 61/08
Rechtsbeschwerde; Verfahrensrüge; Ablehnung eines Beweisantrages; Anforderungen; …