Source: https://haas-wir-steuern.de/aktuelles/ansicht/7-aenderungen-bei-der-einkommensteuer-und-lohnsteuer-die-sie-kennen-sollten-1044/
Timestamp: 2018-03-20 20:55:36
Document Index: 216551346

Matched Legal Cases: ['§ 32', '§ 33', '§ 46', '§ 32', '§ 23', '§ 20', '§ 20', '§ 39', '§ 39', '§ 39', '§ 39']

7 Änderungen bei der Einkommensteuer und Lohnsteuer, die Sie kennen sollten… - H.a.a.S. NachrichtenAnsicht Ansichten » H.a.a.S. GmbH
ǀ 7 Änderungen bei der Einkommensteuer und Lohnsteuer, die Sie kennen sollten…
7 Änderungen bei der Einkommensteuer und Lohnsteuer, die Sie kennen sollten…
Auch in diesem Jahr hat der Gesetzgeber eine Vielzahl von Änderungen der Steuergesetze beschlossen. Bei der Einkommensteuer und Lohnsteuer handelt es sich dabei im Wesentlichen um sehr spezielle, für den Praktiker wenig relevante Änderungen oder um rein redaktionelle Anpassungen. Die wichtigsten praxisrelevanten Änderungen haben wir für Sie zusammengefasst:
1. Übertragung des Kinderfreibetrags, § 32 Abs. 6 Satz 7 EStG
Ist ein Elternteil mangels Leistungsfähigkeit nicht unterhaltspflichtig, kann der Kinderfreibetrag übertragen werden. Nach der gesetzlichen Klarstellung soll eine Übertragung nunmehr - unabhängig vom Zufluss - für Zeiträume, für die Unterhaltsleistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz gezahlt wurden, nicht möglich sein. Insbesondere bei Nachzahlungen für mehrere Monate ist die Änderung relevant. Die Änderung gilt ab dem Veranlagungszeitraum 2014.
2. Angabe der Steuer-ID-Nummer bei Unterhaltsleistungen, § 33a Abs. 1 EStG
Ab 2015 ist Voraussetzung für den Abzug von Unterhaltsleistungen, dass die Steuer-ID-Nummer des Unterhaltsempfängers in der Steuererklärung des Unterhaltsleistenden angegeben ist. Teilt der Unterhaltsempfänger dem Leistenden seine ID-Nummer nicht mit, kann der Leistende diese beim Finanzamt erfragen.
3. Härteausgleich bei Arbeitnehmerveranlagungen, § 46 EStG
Aufgrund der Härteausgleichsregelung konnte bei optionaler Veranlagung und Günstigerprüfung nach § 32d Abs. 6 EStG erreicht werden, dass zusätzlich zum Sparerpauschbetrag Kapitaleinkünfte von bis zu 410 EUR (bzw. 820 EUR bei Zusammenveranlagung) nicht besteuert wurden. Diese Besteuerungslücke wurde mit Wirkung ab Veranlagungszeitraum 2014 vom Gesetzgeber geschlossen.
Ermittlung des Veräußerungsgewinns bei Fremdwährungsgeschäften § 23 EStGEine rechtssichere Ermittlung von Gewinnen aus Fremdwährungsgeschäften war seit Einführung der Abgeltungsteuer schwierig, da die Anwendung der Durchschnittsmethode mehr als unpraktikabel war . Dieses Problem wurde nun behoben und ab dem Veranlagungszeitraum 2014 die FiFo-Methode gesetzlich verankert, wonach die zuerst angeschafften Fremdwährungsbeträge als zuerst veräußert gelten. Hinweis: Das Thema ist besonders brisant bei der Nacherklärung von Kapitalerträgen und Veräußerungsgewinnen. In vielen Fällen hilft nur eine ergänzende Schätzung, um die strafbefreiende Wirkung der Selbstanzeige nicht zu gefährden.
4. Veräußerung von Dividendenansprüchen, § 20 Abs. 2 EStG
Mit der Änderung des § 20 Abs. 2 EStG will der Gesetzgeber Steuerausfälle im Zusammenhang mit der Veräußerung von Dividendenansprüchen (sog. Dividendenstripping) verhindern. Die Neuregelung entspricht der bisherigen Verwaltungsauffassung und gilt bereits ab 2014.
5. Tarifermäßigung im Lohnsteuerabzugsverfahren, § 39b Abs. 3 EStG
Im Rahmen des Lohnsteuerabzugsverfahrens wurden bei der ermäßigten Besteuerung von sonstigen Bezügen weder der Altersentlastungsbetrag noch der Versorgungsfreibetrag berücksichtigt. In diesen Fällen war somit grundsätzlich die Abgabe einer Einkommensteuererklärung erforderlich, um die zu hoch einbehaltene Lohnsteuer zurückzuerhalten. Ab Veranlagungszeitraum 2014 erfolgt nun aufgrund der Änderung in § 39b Abs. 3 Satz 6 EStG eine zutreffende Steuerberechnung bereits im Lohnsteuerabzugsverfahren.
6. Lohnsteuerabzug von Zusatzbeträgen zur Krankenversicherung, § 39b Abs. 2 EStG
Der ab 2015 einkommensabhängige Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung wird nach
§ 39b Abs. 2 und 6 EStG beim Lohnsteuerabzug auf Basis des durchschnittlichen Zusatzbeitrages von 0,9 % berücksichtigt. So soll bereits für 2015 eine möglichst zutreffende Berücksichtigung der Zusatzbeiträge erfolgen.