Source: https://www.jusmeum.de/gesetz/boettchausbv
Timestamp: 2019-10-15 14:03:26
Document Index: 104425946

Matched Legal Cases: ['§ 25', '§ 26', '§ 25', '§ 26', '§ 25', '§ 1', '§ 5', '§ 7', '§ 25', '§ 3']

BöttchAusbV 2010
Auf Grund des § 25 Absatz 1 Satz 1 in Verbindung mit § 26 Absatz 1 und Absatz 2 Satz 1 Nummer 3 und 7 der Handwerksordnung, von denen § 25 Absatz 1 zuletzt durch Artikel 146 der Verordnung vom 31. Oktober 2006 (BGBl. I S. 2407) geändert und § 26 zuletzt durch Artikel 2 Nummer 4 des Gesetzes vom 23. März 2005 (BGBl. I S. 931) neu gefasst worden ist, verordnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung:
Der Ausbildungsberuf des Böttchers und der Böttcherin wird nach § 25 der Handwerksordnung zur Ausbildung für das Gewerbe Nummer 17, Böttcher, der Anlage B, Abschnitt 1 der Handwerksordnung staatlich anerkannt.
(2) Die Berufsausbildung zum Böttcher und zur Böttcherin gliedert sich wie folgt:
Be- und Verarbeiten von Holz, Werk- und Hilfsstoffen,
Herstellen von Dauben und Böden,
Fertigen von Reifen,
Herstellen von Fässern, Bottichen, Behältern und sonstigen Produkten,
Instandsetzen von Fässern, Bottichen, Behältern und sonstigen Produkten,
Einbauen von Armaturen und Zubehör,
Durchführen von Montagearbeiten,
Recyceln von Fässern, Bottichen, Behältern, sonstigen Produkten und Reststoffen;
(1) Die in dieser Verordnung genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sollen so vermittelt werden, dass die Auszubildenden zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit im Sinne von § 1 Absatz 3 des Berufsbildungsgesetzes befähigt werden, die insbesondere selbstständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren einschließt. Diese Befähigung ist in den Prüfungen nach den §§ 5 und 6 nachzuweisen.
Planung und Herstellung,
Reparatur und Oberflächenbehandlung,
Konstruktion und Technologie,
(3) Für den Prüfungsbereich Planung und Herstellung bestehen folgende Vorgaben:
technische Unterlagen anwenden,
Zeichnungen, Risse, Schablonen und Modelle anfertigen,
Konstruktionen und Material festlegen,
Verbindungstechniken festlegen und anwenden,
bauchige, geschlossene Behälter herstellen,
Arbeitsabläufe unter Beachtung wirtschaftlicher, technischer und organisatorischer Vorgaben selbstständig und kundenorientiert planen, durchführen und dokumentieren sowie
die für die Prüfungsaufgabe relevanten fachlichen Hintergründe aufzeigen und die Vorgehensweise begründen
dem Prüfungsbereich ist die Planung und Herstellung eines bauchigen, geschlossenen Behälters zugrunde zu legen;
der Prüfling soll ein Prüfungsstück herstellen und mit aufgabenspezifischen Unterlagen dokumentieren sowie ein auftragsbezogenes Fachgespräch führen;
die Prüfungszeit einschließlich der Dokumentation beträgt insgesamt 16 Stunden; für das auftragsbezogene Fachgespräch höchstens 30 Minuten.
(4) Für den Prüfungsbereich Reparatur und Oberflächenbehandlung bestehen folgende Vorgaben:
Schäden feststellen,
Maßnahmen zur Beseitigung von Schäden festlegen,
defekte Teile ersetzen sowie
Oberflächen entsprechend der durchgeführten Reparatur behandeln
dem Prüfungsbereich sind das Planen und Durchführen einer Reparatur einschließlich Oberflächenbehandlung zugrunde zu legen;
der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe erledigen und mit aufgabenspezifischen Unterlagen dokumentieren;
die Prüfungszeit für die Arbeitsaufgabe einschließlich der Dokumentation beträgt vier Stunden.
(5) Für den Prüfungsbereich Konstruktion und Technologie bestehen folgende Vorgaben:
Berechnungen zur Konstruktion von Fässern, Bottichen und Behältern durchführen,
Material- und Zeitbedarf ermitteln und Kosten berechnen sowie
der Prüfling soll fachorientierte Aufgaben schriftlich bearbeiten;
§ 7 Gewichtungs- und Bestehensregelung
1. Prüfungsbereich Planung
und Herstellung 40 Prozent,
2. Prüfungsbereich Reparatur
und Oberflächenbehandlung 20 Prozent,
3. Prüfungsbereich Konstruktion
und Technologie 30 Prozent,
Berufsausbildungsverhältnisse, die bei Inkrafttreten dieser Verordnung bestehen, können abweichend von § 25 Absatz 4 der Handwerksordnung unter Anrechnung der bisher zurückgelegten Ausbildungszeit nach den Vorschriften dieser Verordnung fortgesetzt werden, wenn die Vertragsparteien dieses vereinbaren.
Diese Verordnung tritt am 1. August 2010 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verordnung über die Berufsausbildung zum Böttcher vom 9. August 1978 (BGBl. I S. 1253) außer Kraft.
Anlage (zu § 3 Absatz 1)Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Böttcher und zur Böttcherin
(Fundstelle: BGBl. I 2010, 604 - 608)
1 Be- und Verarbeiten von Holz, Werk- und Hilfsstoffen
Arten und Eigenschaften von Holz, Werk- und Hilfsstoffen unterscheiden
Holz und Werkstoffe unter Berücksichtigung von Sicherheitsdatenblättern auftragsbezogen auswählen, unter Berücksichtigung ergonomischen Hebens und Tragens transportieren und lagern
sonstige Werkstoffe, insbesondere Metalle, nach Verwendungszweck unterscheiden, auswählen, transportieren und lagern
Stammholz im Spiegelschnitt einschneiden
Holz unter Berücksichtigung verschiedener Einschnittarten für die natürliche Trocknung stapeln und lagern
Hilfsstoffe unter Berücksichtigung von Sicherheitsdatenblättern auswählen, verwenden und lagern
Holz und sonstige Werkstoffe auf Mängel und Verwendbarkeit prüfen
Meß- und Anreißzeuge auswählen und anwenden
Holz und Werkstoffe manuell und maschinell be- und verarbeiten
2 Einrichten, Bedienen und Instandhalten von Werkzeugen, Geräten, Maschinen und technischen Einrichtungen
Geräte und Maschinen einrichten und unter Verwendung von Schutzeinrichtungen bedienen
Störungen an Geräten und Maschinen feststellen, Maßnahmen zur Störungsbeseitigung ergreifen
Geräte, Maschinen und technische Anlagen warten
pneumatische, hydraulische, elektrische und elektronische Steuerungs- und Regelungseinrichtungen einstellen und bedienen
3 Herstellen von Dauben und Böden
Fügemodelle anfertigen
Dauben und Bodenteile für den Zusammenbau von geraden Behältern zuschneiden, streifen, fügen und vorbereiten
Bodenverbindungen auswählen und, insbesondere maschinell, herstellen
Risse und Schablonen anfertigen
Dauben und Bodenteile für den Zusammenbau von bauchigen Behältern zuschneiden, streifen, fügen und vorbereiten
4 Fertigen von Reifen
Maße für Reifen ermitteln, insbesondere Umfang
Maße unter Berücksichtigung der Gefäßform festlegen und übertragen, Material ablängen
Reifen formen und, insbesondere durch Verwenden von Nieten und Spannschlössern, verbinden
5 Herstellen von Fässern, Bottichen, Behältern und sonstigen Produkten
Dauben und Böden, insbesondere nach Skizzen, Zeichnungen und Aufrissen, für den Zusammenbau vorbereiten
Maßgenauigkeit der gefügten Teile prüfen
zugelegte Dauben mittels Arbeitsreifen aufsetzen und ausrichten
Innen- und Außenoberflächen glätten
Fassnuten auszirkeln, Maße auf vorgefertigte Böden übertragen, Böden passgenau aussägen und einschneiden
Böden einbinden und abdichten
Holzgefäße mit Reifen abbinden
Fässer, Bottiche, Behälter und sonstige Produkte auf Dichtheit prüfen
zugelegte Dauben mittels Arbeitsreifen aufsetzen und nach Bauch- und Kopfriss gerade ausrichten
Fassrümpfe wärmebehandeln und in Form bringen
Biegewerkzeuge und -maschinen einstellen
Fassköpfe maschinell bearbeiten
6 Instandsetzen von Fässern, Bottichen, Behältern und sonstigen Produkten
Schäden feststellen, Reparaturaufwand abschätzen und dokumentieren
Maßnahmen zur Beseitigung von Schäden festlegen
Lagerfässer, insbesondere unter besonderer Beachtung der Unfallverhütungsvorschriften, entlagern und zur Reparatur vorbereiten
defekte Teile, insbesondere Dauben, Böden und Reifen, ersetzen
Produkte transportieren und lagern
7 Einbauen von Armaturen und Zubehör
Arten von Armaturen und Zubehör unterscheiden und den Verwendungszwecken zuordnen
Einbau von Armaturen und Zubehör vorbereiten
Armaturen und Zubehör einbauen und eindichten
8 Behandeln von Oberflächen
Methoden der Behandlung von Innen- und Außenoberflächen unterscheiden, Behandlungsart festlegen
Holzoberflächen vorbehandeln
Außenoberflächen, insbesondere durch Lackieren, Wachsen und Ölen, beschichten
Fassköpfe mit Schutzanstrichen versehen
Innenoberflächen, insbesondere unter Berücksichtigung von lebensmitteltechnischen und hygienischen Vorschriften, beschichten
Fässer, insbesondere durch Dämpfen und Wässern, entlohen
9 Durchführen von Montagearbeiten
Montagewerkzeuge auswählen und anwenden
Arbeitsgerüste auf- und abbauen sowie prüfen
Fässer, Bottiche und Behälter abschlagen und aufschlagen
vorgefertigte Behälter aufstellen
Abdichtungsarbeiten, insbesondere an Fässern, Bottichen und Behältern, durchführen
10 Recyceln von Fässern, Bottichen, Behältern, sonstigen Produkten und Reststoffen
gebrauchte Fässer, Bottiche, Behälter und sonstige Produkte hinsichtlich der weiteren Verwendung beurteilen
gebrauchte Fässer, Bottiche, Behälter und sonstige Produkte überarbeiten und der Wiederverwendung zuführen
Reststoffe, insbesondere zur Energiegewinnung, verwerten und der Wiederverwertung zuführen
Materialien und Hilfsstoffe auswählen, bereitstellen und lagern
Informationen, insbesondere für den eigenen Arbeitsbereich, beschaffen, bewerten und dokumentieren
betriebliche Daten erfassen, bearbeiten und sichern, Datenschutzvorschriften anwenden
Sachverhalte darstellen; fremdsprachliche Fachbegriffe anwenden
Skizzen und Zeichnungen, insbesondere unter Berücksichtigung von Vorgaben, anfertigen und anwenden
Erzeugnisse präsentieren
Kundenanforderungen ermitteln und Kunden hinsichtlich der Realisierung beraten
Perspektiven, Voraussetzungen, Rahmenbedingungen, Chancen und Risiken von Selbstständigkeit beurteilen
rechtliche und finanzielle Bedingungen für die Gründung eines Unternehmens beurteilen sowie Rechtsformen unterscheiden
Aufgaben und Ziele der Qualitätssicherung anhand betrieblicher Beispiele darstellen
2010, 601: BGBl I