Source: https://ra-spiegelberg.de/426-unwirksame-farbklausel-im-mietvertrag-schonheitsreparatur-innenanstrich-turen-und-fenster/
Timestamp: 2019-12-13 20:34:48
Document Index: 183769706

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 4', 'BGH', '§ 307', 'BGH', '§ 307']

Unwirksame Farbklausel im Mietvertrag | Rechtsanwalt Spiegelberg Rostock
Unwirksame Farbklausel im Mietvertrag
6. Mai 2011 Diesen Artikel drucken
Der BGH hat entschieden, dass eine in einem Wohnraummietvertrag enthaltene Farbvorgabe für den Innenanstrich der Türen und Fenster den Mieter unangemessen benachteiligt.
Die beklagte Mieterin einer Wohnung in Berlin war aufgrund eines Formularmietvertrages zur Übernahme der Schönheitsreparaturen verpflichtet. In § 4 Nr.6 des Vertrages ist unter anderem bestimmt:
Mit der Klage verlangt die Vermieterin nach Beendigung des Mietverhältnisses Schadensersatz wegen unterlassener Schönheitsreparaturen.
Der BGH hat, mit Urteil vom 20. Januar 2010 – VIII ZR 50/09, entschieden, dass die in der Anlage des Mietvertrages enthaltene Farbvorgabe (“weiß”) für den Anstrich der Innentüren sowie der Innenseiten der Fenster und der Außentür gemäß § 307 Abs. 1 Satz 1 BGB unwirksam ist. Damit hat der BGH seine Rechtsprechung bestätigt, dass Schönheitsreparaturklauseln, die den Mieter auch während der Mietzeit zu einer Dekoration in einer ihm vorgegebenen Farbe verpflichten und ihn dadurch in der Gestaltung seines persönlichen Lebensbereichs einschränken, ohne dass dafür ein anerkennenswertes Interesse des Vermieters besteht, der Inhaltskontrolle nach § 307 Abs. 1 BGB nicht standhalten.
Die unzulässige Farbvorgabe führt zur Unwirksamkeit der Abwälzung der Pflicht zur Vornahme der Schönheitsreparaturen. Bei der dem Mieter auferlegten Pflicht zur Vornahme von Schönheitsreparaturen handelt es sich um eine einheitliche Rechtspflicht, die sich nicht in Einzelmaßnahmen aufspalten lässt.
Die Klausel kann auch nicht in der Weise aufrechterhalten werden, dass entweder nur die Farbvorgabe oder die Renovierungspflicht nur bezüglich der Türen und Fenster entfällt. Dies verstieße gegen das Verbot der geltungserhaltenden Reduktion Allgemeiner Geschäftsbedingungen.