Source: http://www.servat.unibe.ch/dfr/bger/190517_6B_278-2018.html
Timestamp: 2020-02-26 14:25:18
Document Index: 92236512

Matched Legal Cases: ['BGer', 'BGer', 'EGMR', 'EGMR', 'EGMR', 'Art. 350', 'BGE', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'Art. 42', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 725', 'Art. 725', 'Art. 957', 'BGE', 'BGE', 'Art. 958', 'Art. 958', 'BGE', 'Art. 251', 'Art. 251', 'Art. 251', 'BGE', 'Art. 251', 'Art. 158', 'BGE', 'BGE', 'Art. 717', 'Art. 42', 'BGE']

DFR - BGer 6B_278/2018 vom 17.05.2019
BGer 6B_278/2018 vom 17.05.2019
A. Das Kantonsgericht Basel-Landschaft erklärte X.X.________ am 17. Februar 2017 (zugestellt am 5. Februar 2018) im Berufungsverfahren gegen ein Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 29. August 2013 zweitinstanzlich des gewerbsmässigen Betrugs, der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, der Veruntreu-ung, der mehrfachen Urkundenfälschung und der Misswirtschaft schuldig. Von den Vorwürfen des gewerbsmässigen Betrugs, der qualifizierten Veruntreuung und der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung zum Nachteil von B.________ (Anklagepunkt 2.6), der mehrfachen Veruntreuung und mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung zum Nachteil der X.1________ AG (Anklagepunkt 2.8), des betrügerischen Konkurses, der Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung, der mehrfachen Urkundenfälschung (Anklagepunkt 3.3) sowie des mehrfachen Erschleichens einer falschen Beurkundung sprach es ihn frei. Das Strafverfahren betreffend Bevorzugung eines Gläubigers stellte das Kantonsgericht infolge Verjährung ein. Es bestrafte X.X.________ mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren. Den zu vollziehenden Teil der Freiheitsstrafe legte es auf 18 Monate und die Probezeit auf zwei Jahre fest.
B. X.X.________ führt Beschwerde in Strafsachen. Er beantragt im Wesentlichen, das Urteil des Kantonsgerichts sei wegen Verletzung der Ausstandsregeln aufzuheben und die Sache zur Wiederholung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei er in Aufhebung des Urteils des Kantonsgerichts vom Vorwurf des gewerbsmässigen Betrugs, der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, der Misswirtschaft und der mehrfachen Urkundenfälschung (in Bezug auf die Jahresrechnung der X.1________ AG für das Jahr 2002, die unterlassene Wertberichtigung der Beteiligung an der X.1________ AG in den Jahresrechnungen 2002 und 2003 der X.2________ AG und in Bezug auf die Jahresrechnungen 2004 und 2004/2005 der C.________ AG) freizusprechen. Er sei zu einer bedingten Geldstrafe zu verurteilen. Subeventualiter sei das Urteil des Kantonsgerichts aufzuheben und die Sache zur Neufestsetzung der Strafe oder zur Neubeurteilung in der Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. X.X.________ ersucht zudem um unentgeltliche Rechtspflege und amtliche Verteidigung.
C. Das Kantonsgericht Basel-Landschaft beantragt die Abweisung der Beschwerde. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Landschaft beantragt ebenfalls die Abweisung der Beschwerde, verzichtet im Übrigen auf Vernehmlassung. Der Beschwerdeführer nahm sein Recht zur Replik wahr.
Der Beschwerdeführer und D.________ reichten am 15. Januar 2015 gegen Markus Mattle ein Ausstandsgesuch ein. Dieses wies das Kantonsgericht am 27. Januar 2015 ab. Am 13. März 2015 fällte es das Berufungsurteil und verurteilte X.X.________ zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren und D.________ zu einer teilbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von drei Jahren. Nach Versand des Dispositivs des Berufungsurteils, jedoch noch bevor dessen Begründung vorlag, hiess das Bundesgericht am 17. August 2015 die Beschwerde von X.X.________ gegen den Beschluss des Kantonsgerichts vom 27. Januar 2015 gut und ordnete den Ausstand von Markus Mattle an (Urteil 1B_55/2015).
Am 14. September 2015 verfügte das Kantonsgericht die Wiederholung der Berufungsverhandlung und gab den Parteien die neue Besetzung des Berufungsgerichts mit den Richtern Dieter Freiburghaus, Susanne Afheldt, Edgar Schürmann, Peter Tobler, Daniel Häring sowie mit Stefan Steinemann als Gerichtsschreiber bekannt. Daraufhin stellten X.X.________, D.________ und E.X.________ je ein Ausstandsgesuch gegen sämtliche Mitglieder des neuen Spruchkörpers. Am 10. November 2015 verneinte das Kantonsgericht das Vorliegen von Ausstandsgründen. Die von X.X.________ und D.________ dagegen erhobenen Beschwerden in Strafsachen wies das Bundesgericht am 4. Juli 2016 ab. In der Sache verneinte es einen Ausstandsgrund (Urteil 1B_27/2016 E. 4 und 5).
Am 23. Dezember 2016 teilte das Kantonsgericht den Parteien mit, dass Richter Edgar Schürmann seinen Rücktritt erklärt habe und durch Richter Markus Clausen ersetzt werde. In entsprechend modifizierter Besetzung tagte das Kantonsgericht am 6. Februar 2017, als D.________, X.X.________ und E.X.________ erneut ein Ausstandsgesuch stellten bzw. erklärten, an ihren früher gestellten Gesuchen festzuhalten. D.________ zog sein Gesuch in der Folge wieder zurück. Mit Beschluss vom 12. Juni 2017 trat das Kantonsgericht (in anderer Besetzung) auf die Ausstandsbegehren von X.X.________ und E.X.________ nicht ein. Die von X.X.________ und E.X.________ dagegen erhobenen Beschwerden in Strafsachen wies das Bundesgericht am 15. Januar 2018 ab (Urteil 1B_441+442/2017).
1.3. Der Beschwerdeführer erklärt, er habe gegen das Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juli 2016 (1B_27/2016) Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) erhoben. Dieser habe am 17. November 2016 mitgeteilt, dass seine Beschwerde gemäss Entscheid vom 10. November 2016 unzulässig sei. Der EGMR habe festgestellt, dass der innerstaatliche Rechtsweg nicht erschöpft sei. Er (der Beschwerdeführer) sei sich bewusst, dass das Bundesgericht am 4. Juli 2016 rechtskräftig über das Ausstandsgesuch entschieden habe, wolle sich aber den Rechtsweg an den EGMR offen halten.
1.4. Das Bundesgericht bestätigte den oben erwähnten Nichteintretensentscheid vom 12. Juni 2017. Es hielt fest, dass sich sowohl das Kantonsgericht als auch das Bundesgericht (im Verfahren 1B_27/2016) mit dem Ausstandsgesuch bereits zu einem früheren Zeitpunkt befasst und dieses mit eingehender Begründung abgewiesen hatten. Diesen Entscheiden komme Rechtskraft zu, da nicht geltend gemacht worden und auch nicht ersichtlich sei, dass sich in der Zwischenzeit etwas ereignet hätte, was zu einer abweichenden Beurteilung führen könnte (Urteil 1B_441+442/2017 vom 15. Januar 2018 E. 2.5).
2.3. Das Anklageprinzip ist nach dem Gesagten verletzt, wenn der Beschuldigte für Taten verurteilt wird, bezüglich welcher die Anklageschrift den inhaltlichen Anforderungen nicht genügt, bzw. wenn das Gericht mit seinem Schuldspruch über den angeklagten Sachverhalt hinausgeht (Art. 350 Abs. 1 StPO). Inwiefern dies hier der Fall sein könnte, zeigt der Beschwerdeführer nicht auf. Aus den von ihm zitierten Passagen (vgl. Beschwerde S. 12 f.) der 76-seitigen Anklageschrift geht hervor, dass D.________ den Anlegern mittels gefälschter Kontoauszüge fiktive Gewinne statt der tatsächlichen Handelsverluste auswies. Die "eigentliche Fälschung" der Kontobelege könne dem Beschwerdeführer nicht direkt zugerechnet werden. Diese vom Beschwerdeführer thematisierten Umschreibungen in der Anklageschrift tangieren zum einen nicht die ihm im angefochtenen Entscheid zur Last gelegte Kenntnis der Verluste aus dem Devisenhandel. Es ist grundsätzlich denkbar und der Vorwurf nicht ausgeschlossen, dass die Fälschung der Kontobelege durch D.________ erfolgte und der Beschwerdeführer vom Geschäftsgang Kenntnis hatte. Mithin zeigt der Beschwerdeführer nicht auf, inwiefern die Vorinstanz den angeklagten Sachverhalt insoweit verlässt. Gleiches gilt, soweit die Vorinstanz dem Beschwerdeführer zudem Kenntnisse betreffend die gefälschten Kontoauszüge anlastet. Zwar trifft mit dem Beschwerdeführer zu, dass von der Staatsanwaltschaft zur Anklage gebracht wurde, D.________ habe den Anlegern durch manipulierte Kontoauszüge falsche Tatsachen vorgespiegelt (Anklageschrift S. 18), die eigentlichen Fälschungen seien D.________ zuzurechnen (Anklageschrift S. 29) und D.________ habe vertragswidrig und pflichtwidrig keine wahrheitsgemässen Angaben zu Guthaben und Performance gemacht (Anklageschrift S. 32). Jedoch schliesst die Staatsanwaltschaft damit entsprechende Kenntnisse des Beschwerdeführers nicht aus. Dass sie dies an anderer Stelle tun und damit den in Anklage konkretisierten Vorwurf enger als das vorinstanzliche Beweisergebnis fassen würde, zeigt der Beschwerdeführer nicht auf.
Letzteres ist mangels Ausführungen des Beschwerdeführers nicht von Amtes wegen zu prüfen. Gleichwohl kann festgehalten werden, dass die umfangreiche Anklageschrift in einem ersten Teil auf beide Beschuldigte Bezug nimmt. Laut Anklageschrift war die X.1________ AG bereits 2002 überschuldet und wurde ihre Bilanz per Ende 2002 vom Beschwerdeführer und D.________ beschönigt. Diesen wird unter anderem vorgeworfen, dass sie die Anleger nicht über die von Beginn an bestehende Überschuldung aufklärten, die wegen der verlustreichen Entwicklung laufend anwuchs (Anklageschrift S. 5 und 16). Unter dem Titel "Betrügerischer Devisenhandel" und "Deliktsvorwurf" wird beiden Beschuldigten unter anderem vorgeworfen, durch falsche Ausweise Kunden nicht nur davon abgehalten zu haben, ihre Investitionen zurückzuziehen. Vielmehr seien die Anleger dazu verleitet worden, Neuinvestitionen zu tätigen, da ihnen vorgegaukelt worden sei, dass ihre Anlage prosperiere. Die Anleger seien durch das motivierende Verhalten beider Beschuldigten unter anderem dadurch getäuscht worden, dass sie über erlittene Verluste und die laufend wachsende Überschuldung explizit oder durch Zustellung der unwahren monatlichen Kontoauszüge nicht aufgeklärt worden seien. Beide Beschuldigte hätten den Kunden auch mündlich wahrheitswidrig einen positiven Geschäftsverlauf mitgeteilt. Die mündlichen und schriftlichen Angaben beider Beschuldigten seien nicht überprüfbar gewesen (Anklageschrift S. 13, 15, 17 und 19). Inwiefern das vorinstanzliche Beweisergebnis, wonach der Beschwerdeführer von Beginn an Kenntnisse über die Verluste bei der Schäublin Invest AG und die Fälschung der Kontoauszüge hatte, nicht innerhalb des in der Anklage konkretisierten Vorwurfs liegt und das Immutabilitätsprinzip verletzt, zeigt der Beschwerdeführer nicht auf.
Argumentiert der Beschwerdeführer, für seine Reaktion gegenüber F.________ gebe es mehrere Erklärungen, ist ihm beizupflichten. Er unterstreicht, es sei etwa auch denkbar, dass er in fahrlässiger Weise D.________ weiterhin vertraut habe oder er die Sache ignoriert und bewusst weggeschaut habe oder er interne Abklärungen getroffen, von den Verlusten erfahren und gegen aussen alles abgewiegelt habe. Diese Ausführungen sind zutreffend. Die Reaktion des Beschwerdeführers auf den Vorhalt von F.________ ist aus mehreren Gründen denkbar. Weshalb die Vorinstanz in diesem zentralen Punkt allein die für den Beschwerdeführer ungünstige Sachverhaltsvariante annimmt, ist (auch unter Berücksichtigung der erstinstanzlichen Erwägungen, welche die Vorinstanz nicht näher thematisiert, aber im Ergebnis verwirft) nicht nachvollziehbar. Das Beweisergebnis muss mit Blick auf die eher vagen Momente, auf welche die Vorinstanz verweist, als nicht haltbar bezeichnet werden. Gleiches gilt offensichtlich, soweit die Vorinstanz annimmt, der Beschwerdeführer sei "von Anfang an" eingeweiht gewesen. Weshalb dies genau zum besagten Zeitpunkt der Fall gewesen sein sollte (und nicht später), legt die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid nicht dar. Sie verweist auch nicht auf entsprechende Anhaltspunkte in den Akten. Ihre Annahme muss deshalb als beliebig und damit ebenfalls als unhaltbar bezeichnet werden. Daran ändern die weiteren Umstände im Juli 2004 nichts.
4.2. Die Kritik des Beschwerdeführers geht über weite Strecken an der Sache vorbei. So erwägt die Vorinstanz, D.________ habe dem Beschwerdeführer am 28. Januar 2003 per E-Mail mitgeteilt, dass sie bei der X.1________ AG mit der Ausübung der Geschäftstätigkeit bis zur Antwort der Eidgenössischen Bankenkommission abwarten sollten. Darauf habe der Beschwerdeführer gleichentags per E-Mail mit "ruhig weiterarbeiten" geantwortet. Schliesst die Vorinstanz daraus auf eine Anweisung des Beschwerdeführers an D.________, beantwortet sie die Frage nach dem Sinn der E-Mail. Macht der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang eine offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend, da er keine Weisung ausgesprochen habe, wirft er keine Tatfrage auf und geht die Rüge an der Sache vorbei. Was der Inhalt einer Äusserung ist, ist Tatfrage. Welcher Sinn einer Äusserung zukommt, ist hingegen Rechtsfrage, die das Bundesgericht im Verfahren der Beschwerde in Strafsachen frei prüft. Massgebend ist dabei der Sinn, welchen der unbefangene Durchschnittsleser der Äusserung unter den gegebenen Umständen beilegt (BGE 143 IV 193 E. 1 S. 198 mit Hinweis). Gleich verhält es sich beispielsweise, wenn der Beschwerdeführer vorbringt, mit dem Einholen eines Zwischenabschlusses über die X.1________ AG habe er nur seine Aufgabe als Angestellter wahrgenommen und aus der Einberufung einer Verwaltungsratssitzung könne nicht auf eine faktische Organstellung geschlossen werden.
Erwägung 4.4 46
4.4.3. Die Vorinstanz spricht dem Beschwerdeführer aufgrund der tatsächlichen Feststellungen über dessen Stellung und Aufgaben die Eigenschaft eines faktischen Organs der X.1________ AG zu. Sie rechnet ihm Funktionen an, die massgebend die Willensbildung der Gesellschaft betrafen und klar über die vom Beschwerdeführer behaupteten administrativen Belange hinausgingen. Was der Beschwerdeführer gegen die vorinstanzliche Würdigung in tatsächlicher Hinsicht vorbringt, dringt nicht durch (E. 4.2 und 4.3 hiervor). Mit seinem Standpunkt, einzig für administrative Belange zuständig gewesen zu sein und sich zu Beginn von 2003 aus der X.1________ AG zurückgezogen zu haben, entfernt er sich vom vorinstanzlichen Beweisergebnis, ohne Willkür aufzuzeigen. Unbehelflich ist etwa seine Erklärung, die Unterschriftenzeilen im Schreiben an die A.________ Sammelstiftung für die obligatorische berufliche Vorsorge sei falsch bezeichnet gewesen und die Verwaltungsratssitzung sei versehentlich einberufen worden. Indem die Vorinstanz den Beschwerdeführer unter den Täterkreis des Art. 29 StGB einreiht (vgl. dazu BGE 136 III 14 E. 2.4 S. 20 ff.; 132 III 523 E. 4.5 S. 528 f.; Urteil 4A_306/2009 vom 8. Februar 2010 E. 7.1.1; je mit Hinweisen), verletzt sie nicht Bundesrecht. Der Beschwerdeführer konnte sich über die Tragweite des vorinstanzlichen Entscheids Rechenschaft geben. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt nicht vor (vgl. betreffend die Anforderungen an die Entscheidmotivation BGE 143 III 65 E. 5.2 S. 70 f. mit Hinweisen).
6. Die Vorinstanz qualifiziert als Misswirtschaft, dass die Kapitalausstattung der X.1________ AG bei Aufnahme der Devisenhandelstätigkeit zu Beginn von 2003 ungenügend war (per 31. Dezember 2002 deutliche Unterbilanz, Eigenkapitalquote zu betriebswirtschaftlichen Werten von 2.6%), was bereits im ersten Quartal des Jahres 2003 zu einer Überschuldung führte. Sie thematisiert eine Reihe von weiteren tatbestandsmässigen Handlungen wie den defizitären Devisenhandel, die Gewährung von Darlehen von der überschuldeten X.X.________ AG an die überschuldete X.2________ AG, von verschiedenen Zahlungen aus dem Vermögen der überschuldeten X.1________ AG an G.J.________, H.J.________ und I.J.________ sowie an die K.________ AG und weitere Anleger (Entscheid S. 115 ff.).
Um der Begründungspflicht im Sinne von Art. 42 Abs. 2 BGG zu genügen, muss sich der Beschwerdeführer mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheids auseinandersetzen und klar aufzeigen, inwiefern die Vorinstanz Recht verletzt (BGE 140 III 86 E. 2 S. 88 f. mit Hinweisen). Mit seiner Kritik soll er an den vorinstanzlichen Erwägungen ansetzen (BGE 140 III 115 E. 2 S. 116; vgl. BGE 134 II 244 E. 2.1-2.3 S. 245 ff.). Dies ist hier nicht der Fall (Beschwerde S. 38 f.). Der Beschwerdeführer belässt es damit festzuhalten, selbst wenn er faktisches Organ der X.1________ AG gewesen wäre, habe er von den Verlusten und den gefälschten Kontoauszügen keine Kenntnis gehabt. Damit thematisiert er beispielsweise weder die ungenügende Kapitalausstattung zu Beginn der Handelstätigkeit noch das Gewähren von Krediten an die überschuldete X.2________ AG. Im Zusammenhang mit der ungenügenden Kapitalausstattung stellt die Vorinstanz fest, dass der Beschwerdeführer um die finanzielle Lage der X.1________ AG per 31. Dezember 2002 wusste. Dass diese Feststellung, welche sich unabhängig vom folgenden Devisenhandel präsentiert, willkürlich sein sollte, zeigt der Beschwerdeführer nicht auf. Auf die gegen die Verurteilung wegen Misswirtschaft gerichtete Rüge ist nicht einzutreten.
7.2. Die dem Beschwerdeführer zur Last gelegten Urkundenfälschungen stehen im Zusammenhang mit der X.1________ AG (E. 5 hiervor), der C.________ AG (E. 8 nachfolgend) sowie der X.2________ AG. Diese war nach den vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen massiv überschuldet (per 22. April 2003 mit Fr. 2'142'481.--, per 31. Dezember 2003 mit Fr. 2'326'160.--, per 30. September 2004 mit Fr. 1'969'605.--). In der Bilanz der X.2________ AG per 31. Dezember 2002 und 31. Dezember 2003 wurde eine Beteiligung an der X.1________ AG mit Fr. 800'000.-- bewertet. Aufgrund der finanziellen Situation der X.1________ AG hätte die Beteiligung an ihr laut Vorinstanz auf höchstens Fr. 38'400.-- (2002) respektive ohne Wert (2003) aufgeführt werden dürfen. Weiter wurde in der Jahresrechnung der X.2________ AG eine Forderung gegen den Beschwerdeführer von Fr. 724'659.-- (2003) respektive Fr. 1'345'872.-- (2004) bilanziert, obwohl der Beschwerdeführer in den Jahren 2003 und 2004 massiv überschuldet war. Indem der Beschwerdeführer die Beteiligung an der X.1________ AG und die Forderungen nicht im Wert berichtigte, habe er laut Vorinstanz eine rechtlich erhebliche Tatsache falsch dargestellt. Damit habe er die Situation der X.2________ AG beschönigt und ihre Überschuldung kaschiert, um eine Überschuldungsanzeige im Sinne von Art. 725 Abs. 2 OR und den Konkurs der X.2________ AG zu vermeiden (Entscheid S. 74 ff. und S. 144 ff.).
7.3. Der Beschwerdeführer will von einer erfolgreichen Geschäftstätigkeit der X.1________ AG ausgegangen sein und deshalb entgegen den vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen nicht mit unrechtmässiger Vorteilsabsicht gehandelt haben. Was er vorbringt, überzeugt nicht. Die Vorinstanz stellt fest, dass der Beschwerdeführer um die finanzielle Lage der X.1________ AG per 31. Dezember 2002 wusste. Dass diese Feststellung willkürlich sein sollte, zeigt der Beschwerdeführer nicht auf. Die X.1________ AG wies dannzumal eine Eigenkapitalquote von 2.6% auf. Die X.2________ AG hielt einen Anteil von mindestens 51 % (Entscheid S. 55 und 88). Ob dieser Anteil mit der Vorinstanz in der Höhe von Fr. 38'400.-- zu bewerten gewesen wäre, braucht hier nicht erläutert zu werden. Nicht zweifelhaft ist auf jeden Fall, dass die entsprechende Bilanzposition mit Fr. 800'000.-- überbewertet war. Entsprechendes gilt für das Jahr 2003, nachdem die X.1________ AG bereits mit rund Fr. 2.8 Mio. überschuldet war und ihre Beteiligung abermals mit Fr. 800'000.-- bilanziert wurde. Wusste der Beschwerdeführer um die Verhältnisse der X.1________ AG per Ende 2002 (vgl. auch E. 5 und 6 hiervor), so leuchtet nicht ohne Weiteres ein, dass er ohne nähere Abklärungen und ohne sich einen umfassenden Einblick über die aktuelle wirtschaftliche Situation zu verschaffen die Beteiligung an der X.1________ AG unverändert auf Fr. 800'000.-- bewertete. Ebenso wenig überzeugt, wenn der Beschwerdeführer aufgrund der vermeintlich erfolgreichen Geschäftstätigkeit keinen Grund zur Wertberichtigung sieht, gleichwohl aber unbestrittenermassen Forderungen der X.2________ AG bilanzierte, die mit Blick auf seine massive Überschuldung (Entscheid S. 87) uneinbringlich waren. Daran ändert nichts, wenn der Beschwerdeführer auf seine fehlende Kenntnisse betreffend die erlittenen Verluste und gefälschten Kontoauszüge verweist. Dass er mit den hier zu beurteilenden Urkunden die ihm bekannte Überschuldung der X.2________ AG kaschieren und einer Überschuldungsanzeige im Sinne von Art. 725 Abs. 2 OR aus dem Weg gehen wollte, vermag er nicht in Frage zu stellen, geschweige denn das Beweisergebnis in diesem Punkt zu erschüttern.
Erwägung 8 65
8.3. Die kaufmännische Buchführung und ihre Bestandteile (Belege, Bücher, Buchhaltungsauszüge über Einzelkonten, Bilanzen oder Erfolgsrechnungen) sind kraft Gesetzes (Art. 957 ff. OR) bestimmt und geeignet, Tatsachen von rechtlich erheblicher Bedeutung zu beweisen (BGE 141 IV 369 E. 7.1 S. 376 mit Hinweisen). Die spezifischen aktienrechtlichen Buchführungsbestimmungen dienen einerseits den Kapitaleignern, in deren Auftrag Verwaltung und Geschäftsleitung tätig sind, anderseits den Gläubigern und schliesslich bei hinreichender wirtschaftlicher Bedeutung auch einer weiteren Öffentlichkeit zur Information über die Ertragslage der Unternehmung. Die Verfälschung der Buchführung lässt die Ertragslage einer Gesellschaft für Dritte in einem anderen Licht erscheinen und kann deren Einschätzung der Entwicklung, der wirtschaftlichen Gesundheit und der künftigen Zahlungsfähigkeit einer Unternehmung beeinflussen (Urteil 6B_367/2007 vom 10. Oktober 2007 E. 4.3, nicht publ. in: BGE 133 IV 303). Die Rechnungslegung muss ein genaues und vollständiges Bild der tatsächlichen wirtschaftlichen Lage des Unternehmens vermitteln. Eine falsche Buchung erfüllt den Tatbestand der Falschbeurkundung, wenn sie ein falsches Gesamtbild der Buchführung zeichnet und dabei Buchungsvorschriften und -grundsätze verletzt, die errichtet worden sind, um die Wahrheit der Erklärung zu gewährleisten. Solche Grundsätze werden namentlich in den gesetzlichen Bestimmungen über die ordnungsgemässe Rechnungslegung in Art. 958a ff. OR (aArt. 958 ff., 662a ff. OR) aufgestellt, die den Inhalt bestimmter Schriftstücke näher festlegen. Gemäss ständiger Praxis kommt der kaufmännischen Buchführung deshalb hinsichtlich der in ihr aufgezeichneten wirtschaftlichen Sachverhalte erhöhte Glaubwürdigkeit zu (BGE 141 IV 369 E. 7.1 S. 376 mit Hinweisen).
8.4. Die dem Beschwerdeführer vorgeworfene wahrheitswidrige Erfassung von Geschäftsvorfällen in der Rechnungslegung der C.________ AG ist unbestritten. Unbestritten ist etwa, dass er in den Bilanzen per 30. September 2004 und 30. September 2005 als Anlagevermögen wahrheitswidrig Finanzanlagen von Fr. 800'000.-- erfasste. Der Ausweis fiktiver Aktiven ist in jedem Fall eine Falschbilanzierung (MARKUS BOOG, in: Basler Kommentar, Strafrecht, Bd. II, 3. Aufl. 2013, N. 94 zu Art. 251 StGB). Nicht zur Diskussion stellt der Beschwerdeführer zudem, dass er keine lediglich optische Bilanzverschönerungen tätigte, sondern den Rahmen von Rechnungslegungsvorschriften verliess und unwahre Jahresrechnungen verfasste. Nimmt die Vorinstanz an, den Jahresrechnungen komme Urkundenqualität zu, verletzt sie kein Bundesrecht. Nach der Rechtsprechung kommt auch der noch nicht geprüften und abgenommenen Bilanz erhöhte Glaubwürdigkeit zu, sofern der Geschäftsverkehr üblicherweise darauf abstellt (Urteile 6B_986/2017 vom 26. Februar 2018 E. 6.4; 6B_142/2016 vom 14. Dezember 2016 E. 6.2.1; 6B_496/2012 vom 18. April 2013 E. 9.4; 6B_541/2011 vom 18. Oktober 2011 E. 4.2; kritisch dazu BOOG, a.a.O., N. 94 zu Art. 251 StGB). Dies ist hier der Fall. Zudem wurden die Jahresrechnungen durch die Revisionsstelle geprüft. Damit muss auf die Ausführungen des Beschwerdeführers, diese seien keiner (rechtmässigen) Generalversammlung vorgelegt worden, nicht näher eingegangen werden. Irrelevant ist auch, dass der Beschwerdeführer die verfälschten Jahresrechnungen nie benutzt haben will. Die Falschbeurkundung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB ist ein abstraktes Gefährdungsdelikt (BGE 129 IV 53 E. 3.2 S. 58) und stellt materiell bloss eine Vorbereitungshandlung zu Vermögensdelikten dar (BOOG, a.a.O., N. 1 zu Art. 251 StGB).
Erwägung 9 74
Erwägung 9.3 81
9.3.2. Der Verwaltungsrat einer Aktiengesellschaft ist im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB damit betraut, das Vermögen der Gesellschaft zu verwalten bzw. die Vermögensverwaltung zu beaufsichtigen (Urteil 6B_20/2015 vom 16. März 2015 E. 1.1, nicht publ. in: BGE 141 IV 104). Die im Gesetz nicht näher umschriebene Tathandlung der ungetreuen Geschäftsbesorgung besteht in der Verletzung jener spezifischen Pflichten, die den Täter in seiner Stellung als Geschäftsführer generell, aber auch bezüglich spezieller Geschäfte zum Schutz des Auftraggebers bzw. des Geschäftsherrn treffen. Die entsprechenden Pflichten ergeben sich aus dem jeweiligen Grundverhältnis (BGE 142 IV 346 E. 3.2 S. 350 mit Hinweisen). Aus der gewinnstrebigen Grundstruktur einer Aktiengesellschaft folgt etwa die Verpflichtung aller Geschäftsführungsorgane zur Wahrung und Förderung der wirtschaftlichen Interessen der Gesellschaft. Das heisst, dass sie deren Vermögen bestmöglich zu mehren und jede Konkurrenzierung und überhaupt jede Begünstigung eigener Interessen im Verhältnis zur Gesellschaft zu unterlassen haben (Urteil 6B_818/2017 vom 18.Januar 2018 E. 1.2.2 mit Hinweisen).
9.4. Die Überweisungen vom Konto der C.________ AG auf die verschiedenen privaten Konten des Beschwerdeführers erfolgten ab der zweiten Jahreshälfte 2004 bis Anfang 2005 und damit zu einer Zeit, als der Beschwerdeführer hochgradig überschuldet war. Er war Ende 2003 mit rund Fr. 1.6 Mio. und Anfang 2006 mit ca. Fr. 3 Mio. überschuldet. Bei dieser Sachlage bejaht die Vorinstanz zu Recht eine Pflichtverletzung des Beschwerdeführers. Nach Art. 717 Abs. 1 OR sind der Verwaltungsrat und Dritte, die mit der Geschäftsführung befasst sind, zur Sorgfalt und Wahrung der Gesellschaftsinteressen verpflichtet. Die Transaktionen gefährdeten die Vermögenswerte, waren von keinem Nutzen sowie sachlich nicht gerechtfertigt und hätte ein umsichtiger Geschäftsführer nicht getätigt. Sie verletzten deshalb die Interessen der Gesellschaft. Inwiefern dies auch in Bezug auf die einkassierten Retrozessionen der Fall war, muss hier mangels Auseinandersetzung mit dem angefochtenen Entscheid nicht weiter thematisiert werden (Art. 42 Abs. 2 BGG). Die C.________ AG erlitt durch die Vorgänge in den Jahren 2004 und 2005 einen Vermögensschaden, wobei ein vorübergehender Schaden genügt (BGE 122 II 422 E. 3b/aa S. 429 f.; 120 IV 122 E. 6b/bb S. 135; Urteil 6B_825/2010 vom 27. April 2011 E. 5.4; je mit Hinweisen). Aus dem Hinweis auf den Geschäftsbericht der C.________ AG vom 11. Mai 2007 und die Décharge-Erteilung vermag der Beschwerdeführer deshalb nichts für seinen Standpunkt abzuleiten.
Erwägung 10 88
10. Die Beschwerde ist gutzuheissen, soweit der Beschwerdeführer eine offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung vorbringt (E. 3 hiervor). Der angefochtene Entscheid ist aufzuheben und die Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Damit erübrigt es sich, die weiteren Rügen betreffend die Strafzumessung näher zu prüfen.
1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Das Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 17. Februar 2017 wird aufgehoben und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
2. Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird abgewiesen, soweit es nicht gegenstandslos geworden ist.
3. Die Gerichtskosten werden im Umfang von Fr. 960.-- dem Beschwerdeführer auferlegt.
4. Der Kanton Basel-Landschaft hat dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Advokat Prof. Dr. Pascal Grolimund,eine Parteientschädigung von Fr. 600.-- zu bezahlen.