Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20128,%208
Timestamp: 2019-12-15 16:52:37
Document Index: 263155159

Matched Legal Cases: ['§ 69', '§ 69', '§ 48', 'Art. 1', '§ 180', '§ 179', '§ 182']

BFH, 28.03.1979 - I B 78/78 - dejure.org
https://dejure.org/1979,413
BFH, 28.03.1979 - I B 78/78 (https://dejure.org/1979,413)
BFH, Entscheidung vom 28.03.1979 - I B 78/78 (https://dejure.org/1979,413)
BFH, Entscheidung vom 28. März 1979 - I B 78/78 (https://dejure.org/1979,413)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1979,413) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
KG - Feststellungsverfahren - Mitunternehmerschaft - Rechtsbehelfsbefugnis - Treuhandverhältnis
BFHE 128, 8
NJW 1980, 144 (Ls.)
DB 1979, 2019
BStBl II 1979, 607
Auch aus der Entscheidung des BFH vom 28. März 1979 I B 78/78 (BFHE 128, 8, BStBl II 1979, 607), in der dem Kläger die Antragsbefugnis für das Verfahren nach § 69 der Finanzgerichtsordnung (FGO) hinsichtlich des die O-KG betreffenden negativen Feststellungsbescheids abgesprochen worden war, ergebe sich im Streitfall nicht die Notwendigkeit eines Feststellungsverfahrens der zweiten Stufe.
Außerdem weiche das angefochtene Urteil von der BFH-Entscheidung in BFHE 128, 8, BStBl II 1979, 607 ab.
Der BFH sei in dem vom Kläger geführten Rechtsstreit (Beschluss in BFHE 128, 8, BStBl II 1979, 607) zu dem Ergebnis gekommen, das Betriebsstätten-FA habe nur über das Verfahren der KG, nicht aber über das Verfahren des Klägers als Treugeber entschieden.
d) Aus den Entscheidungen des BFH in BFHE 128, 8, BStBl II 1979, 607, vom 20. September 1991 IX B 12/91 (…BFH/NV 1992, 157) und vom 2. Februar 1994 I R 73/93 (…BFH/NV 1995, 81) kann der Kläger nicht ableiten, dass die negativen Feststellungsbescheide ihm gegenüber keine Bindungswirkung entfalten würden.
Zwar hat der I. Senat des BFH dem Kläger im Verfahren nach § 69 FGO hinsichtlich des Bescheids vom 10. Januar 1978 die Antragsbefugnis entsprechend § 48 Abs. 1 FGO abgesprochen (BFH in BFHE 128, 8, BStBl II 1979, 607).
Ein solcher Fall ist auch dann gegeben, wenn die Unternehmereigenschaft der Gesellschaft selbst und damit die Mitunternehmereigenschaft aller Gesellschafter verneint wird (vgl. z. B. BFH-Beschluß vom 28. März 1979 I B 78/78, BFHE 128, 8, BStBl II 1979, 607; Urteil vom 15. Juli 1986 VIII R 154/85, BFHE 147, 334, BStBl II 1986, 896 m. w. N.).
Ein Durchgriff der Treugeber in das Gewinnfeststellungsverfahren erster Ebene für die Personengesellschaft ist sowohl für den Fall einer Beendigung des Treuhandverhältnisses (vgl. BFH-Beschluß vom 28. März 1979 I B 78/78, BFHE 128, 8, BStBl II 1979, 607, 608) als auch für den Fall des Ausscheidens des Treuhand-Kommanditisten und der Treugeber verneint worden (vgl. FG-Hamburg, Urteil vom 27. Februar 1981 I 23/80, Entscheidungen der Finanzgerichte 1981, 578; Revision durch Beschluß des BFH vom 30. März 1983 I R 110/81, nach Art. 1 Nr. 7 des Gesetzes zur Entlastung des Bundesfinanzhofs als unbegründet zurückgewiesen worden, vgl. EFG 1983, 433, Nr. 593/1981).
Unmittelbare Rechtsbeziehungen zur Gesellschaft, an der der Treuhänder beteiligt ist, werden nicht hergestellt (vgl. BFH-Urteil vom 24. Mai 1977 IV R 47/76, BFHE 122, 400, BStBl II 1977, 737; Beschluß vom 28. März 1979 I B 78/78, BFHE 128, 8, BStBl II 1979, 607).
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat die Gründe für diese Beurteilung in seinen Entscheidungen vom 24. Mai 1977 IV R 47/76 (BFHE 122, 400, BStBl II 1977, 737) und vom 28. März 1979 I B 78/78 (BFHE 128, 8, BStBl II 1979, 607) ausführlich dargestellt.
Als Treugeber war der Kläger weder zivilrechtlich noch steuerrechtlich Gesellschafter bzw. Gemeinschafter der KG (BFH-Urteil vom 24. Mai 1977 IV R 47/76, BStBl II 1977, 737 ; BFH-Beschluß vom 28. März 1979 I B 78/78, BStBl II 1979, 607 ).
Hieran ändert sich auch nichts dadurch, daß in der Zwischenzeit das Treuhandverhältnis beendet wurde (vgl. BFH-Beschluß vom 28. März 1979 I B 78/78, BStBl II 1979, 607 ).
Danach sind zwei gesonderte Feststellungsverfahren durchzuführen: eines nach § 180 Abs. 1 Nr. 2 AO 1977 für die Feststellung der Einkünfte der Personengesellschaft und die Verteilung dieser Einkünfte auf die Gesellschafter einschließlich des Treuhänders (Feststellungsverfahren erster Stufe) und eines gemäß § 179 Abs. 2 Satz 3 AO 1977 für das Treuhandverhältnis (Feststellungsverfahren zweiter Stufe - vgl. Urteil des BFH vom 24. Mai 1977 IV R 47/76, BFHE 122, 400, BStBl II 1977, 737; BFH-Beschluß vom 28. März 1979 I B 78/78, BFHE 128, 8, BStBl II 1979, 607; Urteile des BFH vom 13. März 1986 IV R 204/84, BFHE 146, 340, BStBl II 1986, 584;… vom 30. April 1987 IV R 164/84, BFH/NV 1988, 239 -).
Der die Einkünfte der Personengesellschaft feststellende Bescheid richtet sich nur an die Treuhandgesellschafter; er ist für das Feststellungsverfahren zweiter Stufe Grundlagenbescheid und damit gemäß § 182 Abs. 1 AO 1977 bindend (vgl. zur Begründung im einzelnen das Urteil des BFH in BFHE 122, 400, BStBl II 1977, 737, und den Beschluß des BFH in BFHE 128, 8, BStBl II 1979, 607).
Die Gesellschafter der Klägerin sind unabhängig davon beizuladen, ob und inwieweit sie ihren Kommanditanteil für einen Treugeber-Komanditisten hielten (ständige Rechtsprechung, vgl. BFH-Beschlüsse vom 28. März 1979 I B 78/78, BFHE 128, 8, BStBl II 1979, 607, und vom 28. August 1990 VIII B 25/90, BFHE 161, 429, BStBl II 190, 1072).
Das Erfordernis der steuerlichen Zurechnung soll jene Fälle von einer einheitlichen und gesonderten Feststellung ausschließen, in denen lediglich eine zivilrechtliche (bürgerlich- oder handelsrechtliche) Beteiligung besteht, die nicht auch zu einer unmittelbaren steuerrechtlichen Zurechnung führt (BFH-Beschluß vom 28. März 1979 I B 78/78, BFHE 128, 8, BStBl II 1979, 607).