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Timestamp: 2016-10-26 00:24:22
Document Index: 139297874

Matched Legal Cases: ['Art. 112', 'Art. 22', 'Art. 129', 'BGE', 'Art. 78', 'Art. 80', 'Art. 81', 'BGE', 'Art. 93', 'BGE', 'Art. 98', 'BGE', 'Art. 104', 'BGE', 'Art. 221', 'Art. 237', 'Art. 221', 'BGE', 'Art. 343', 'BGE', 'Art. 210', 'Art. 343', 'Art. 405', 'Art. 221', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 232', 'Art. 233', 'Art. 233', 'Art. 5', 'Art. 107', 'Art. 64', 'Art. 67']

1B_65/2015 (24.04.2015)
1B_65/2015 � � Urteil vom 24. April 2015
Tellsgasse 3, Postfach 959, 6460 Altdorf,
vertreten durch Rechtsanwalt Linus J�ggi.
Beschwerde gegen die Verf�gung vom 28. Januar 2015 des Obergerichts des Kantons Uri, Verfahrensleitung Strafrechtliche Abteilung.
Das Landgericht Uri verurteilte X.________ am 24. Oktober 2012 wegen versuchten Mordes (Art. 112 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), Gef�hrdung des Lebens (Art. 129 StGB) und mehrfacher Widerhandlung gegen das Bundesgesetz vom 20. Juni 1997 �ber Waffen, Waffenzubeh�r und Munition (Waffengesetz, WG; SR 514.54) zu 10 Jahren Freiheitsstrafe und Fr. 1'000.-- Busse. Die bis zu jenem Zeitpunkt erstandene, seit dem 12. November 2010 andauernde Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 715 Tagen wurde angerechnet. Mit separatem Beschluss vom gleichen Datum ordnete das Landgericht zudem an, X.________ habe bis zum Vorliegen eines rechtskr�ftigen Urteils in Sicherheitshaft zu bleiben.
Gegen das Urteil legten X.________, die Staatsanwaltschaft sowie die Gesch�digte A.________ Berufung ein. X.________ beschritt auch gegen den Haftentscheid den Rechtsmittelweg.
Mit Entscheid vom 6. Dezember 2012 hiess das Obergericht des Kantons Uri die Beschwerde gegen den Haftentscheid zwar teilweise gut, jedoch lediglich hinsichtlich der Befristung der Sicherheitshaft; deren Voraussetzungen erachtete es als erf�llt. Am 24. Januar 2013 best�tigte auch das Bundesgericht die Aufrechterhaltung der Haft und wies die von X.________ erhobene Beschwerde ab (Verfahren 1B_9/2013).
In der Sache erkl�rte das Obergericht X.________ am 11. September 2013 des versuchten Mordes, der versuchten T�tung und der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz schuldig und auferlegte ihm eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren sowie eine Busse von Fr. 1'000.--. Eine dagegen von X.________ erhobene Beschwerde hiess das Bundesgericht teilweise gut (Urteil 6B_529/2014 vom 10. Dezember 2014, publ. in: BGE 140 IV 196). Es hob das angefochtene Urteil auf und wies die Sache zur neuen Entscheidung ans Obergericht zur�ck.
In der Folge ersuchte X.________ erneut um Haftentlassung. Das Obergericht hiess das Gesuch mit Verf�gung vom 28. Januar 2015 gut und entliess ihn unter Anordnung von Ersatzmassnahmen unverz�glich aus der Sicherheitshaft. Die Ersatzmassnahmen umfassen eine Ausweis- und Schriftensperre, das Verbot, die Schweiz zu verlassen sowie Verbot des Kontakts zu Verfahrensbeteiligten und zu m�glichen neuen Auskunftspersonen oder Zeugen.
Mit Beschwerde in Strafsachen ans Bundesgericht vom 27. Februar 2015 beantragt die Staatsanwaltschaft, die Verf�gung des Obergerichts vom 28. Januar 2015 sei aufzuheben und die Sicherheitshaft bis zum Vorliegen eines rechtskr�ftigen Urteils anzuordnen.
Das Obergericht verweist in seiner Vernehmlassung auf den angefochtenen Entscheid. Erg�nzend f�hrt es an, das bundesgerichtliche Urteil 6B_529/2014 vom 10. Dezember 2014 werde von den Parteien sehr unterschiedlich interpretiert und eine Kl�rung sei im Hinblick auf das erneute Berufungsverfahren deshalb w�nschbar. Der Beschwerdegegner beantragt, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventualiter sei sie abzuweisen.
1.1.�Gegen den angefochtenen Entscheid ist gem�ss Art. 78 Abs. 1 BGG die Beschwerde in Strafsachen gegeben. Ein kantonales Rechtsmittel steht nicht zur Verf�gung. Die Beschwerde ist somit nach Art. 80 BGG zul�ssig. Die Beschwerdef�hrerin ist gem�ss Art. 81 Abs. 1 lit. a und lit. b Ziff. 3 BGG zur Beschwerde befugt und hat ein aktuelles praktisches Interesse an der Behandlung der Beschwerde (BGE 137 IV 230 E. 1 S. 232; 87 E. 1 ff. S. 88 ff.; Urteil 1B_375/2014 15. Dezember 2014 E. 1; je mit Hinweisen). Die angefochtene Verf�gung stellt einen Zwischenentscheid dar, welcher f�r die Beschwerdef�hrerin einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirken kann (BGE 138 IV 92 E. 1.2 S. 94 f. mit Hinweis). Art. 98 BGG, der eine Beschr�nkung der Beschwerdegr�nde vorsieht, ist hier nicht anwendbar (BGE 140 IV 57 E. 2.2 S. 60 mit Hinweisen). Die weiteren Sachurteilsvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde ist einzutreten.
1.2.�Die Beschwerdef�hrerin hat nicht beantragt, den Beschwerdegegner vorsorglich f�r die Dauer des bundesgerichtlichen Verfahrens wieder in Haft zu setzen. Es ist auch nicht angezeigt, eine derartige vorsorgliche Massnahme von Amtes wegen zu treffen (Art. 104 BGG). Anders w�re zu entscheiden, wenn eine vorsorgliche Inhaftierung ausnahmsweise zum Schutz von unmittelbar bedrohten, hochwertigen Interessen unabdingbar w�re (BGE 139 IV 314 E. 2.3.3 S. 319 f. mit Hinweis). Dies ist hier zu verneinen.
2.1.�Nach Art. 221 StPO ist Untersuchungshaft nur zul�ssig, wenn die beschuldigte Person eines Verbrechens oder Vergehens dringend verd�chtig ist und ernsthaft zu bef�rchten ist, dass sie sich durch Flucht dem Strafverfahren oder der zu erwartenden Sanktion entzieht (Abs. 1 lit. a); Personen beeinflusst oder auf Beweismittel einwirkt, um so die Wahrheitsfindung zu beeintr�chtigen (Abs. 1 lit. b); oder durch schwere Verbrechen oder Vergehen die Sicherheit anderer erheblich gef�hrdet, nachdem sie bereits fr�her gleichartige Straftaten ver�bt hat (Abs. 1 lit. c). Haft ist auch zul�ssig, wenn ernsthaft zu bef�rchten ist, eine Person werde ihre Drohung, ein schweres Verbrechen auszuf�hren, wahr machen (Abs. 2). Das zust�ndige Gericht ordnet gem�ss Art. 237 Abs. 1 StPO an Stelle der Untersuchungshaft eine oder mehrere mildere Massnahmen an, wenn sie den gleichen Zweck wie die Haft erf�llen.
2.2.�Die Vorinstanz bejahte aufgrund der zweitinstanzlichen Verurteilung zu Recht den dringenden Tatverdacht. Weiter kam sie zum Schluss, dass zwar Fluchtgefahr, Kollusionsgefahr und Wiederholungsgefahr (Art. 221 Abs. 1 lit. a-c StPO) best�nden, in dieser Hinsicht aber Ersatzmassnahmen ausreichten. Die Staatsanwaltschaft kritisiert diese Annahme hinsichtlich aller drei besonderen Haftgr�nde.
3.1.�Der Beschwerdegegner bestreitet den dringenden Tatverdacht zwar ebenfalls nicht. Er geht aber davon aus, dass er nach dem bundesgerichtlichen Urteil vom 10. Dezember 2014 mit einem Freispruch auf der ganzen Linie rechnen k�nne. Auch die Vorinstanz nimmt an, dass die bundesgerichtlichen Erw�gungen geeignet sind, beim Beschwerdegegner Hoffnung auf eine mildere Bestrafung zu wecken, was sie bei der Beurteilung der Fluchtgefahr und der Kollusionsgefahr ber�cksichtigte. Vor diesem Hintergrund ist angezeigt, das obergerichtliche Sachurteil und die Bedeutung des bundesgerichtlichen R�ckweisungsentscheids vorweg zu beleuchten.
3.2.�Das Obergericht hielt in seinem Sachurteil vom 11. September 2013 f�r erwiesen, dass X.________ von B.________ in den fr�hen Morgenstunden des 4. Januars 2010 in seinem eigenen Nachtlokal, U.________, verbal provoziert wurde. X.________ habe B.________ in der Folge aus dem Lokal verwiesen. Kurz darauf sei er ihm emotional angespannt mit einer Pistole bewaffnet gefolgt und habe vor dem Lokal aus einer Distanz von 10 bis 15 Metern einen gezielten Schuss in seine Richtung abgegeben, ohne ihn allerdings zu treffen. Weiter hielt das Obergericht f�r erwiesen, dass Y.________ am 12. November 2010 kurz nach Mitternacht mindestens drei Mal auf die von X.________ getrennt lebende Ehefrau, A.________, schoss und sie dabei lebensgef�hrlich verletzte. Y.________ habe im Auftrag von X.________ gehandelt.
3.3.�Die Beweisw�rdigung des Obergerichts, die zum Schuldspruch f�hrte, gr�ndet f�r beide Vorf�lle auf einer Reihe von Indizien.
Bez�glich des Vorfalls vom 4. Januar 2010 stellte das Obergericht in erster Linie auf die Aussagen von B.________ ab, der gesehen haben will, wie X.________ auf ihn schoss, und der kurz nach der Tat die Polizei kontaktierte und die Ereignisse schilderte. Erg�nzend zog sie die Aussagen von mehreren Auskunftspersonen gegen�ber der Polizei heran. Als weiteres Indiz wertete sie eine DNA-Spur, die gem�ss den Akten auf der am Tatort aufgefundenen Patronenh�lse sichergestellt worden war und X.________ zuzuordnen ist.
Bez�glich des Vorfalls vom 12. November 2010 wurde Y.________ als Sch�tze identifiziert. Dessen Verurteilung durch das Landgericht Uri wegen versuchten Mordes ist rechtskr�ftig. Das Obergericht ber�cksichtigte, dass die gleiche Waffe verwendet worden war wie f�r den Schuss auf B.________ am 4. Januar 2010. Es stellte zudem auf die Aussagen von Y.________ und D.________ ab. Zus�tzlich w�rdigte es die Kontakte zwischen X.________ und Y.________ vor der Tat sowie den Umstand, dass Y.________ X.________ nach der Tat aufsuchte und dieser ihn nach Hause chauffieren liess. Schliesslich erkannte es bez�glich X.________ verschiedene Tatmotive (zum Ganzen: Urteil 6B_529/2014 vom 10. Dezember 2014 E. 3, nicht publ. in: BGE 140 IV 196).
3.4.�Das Bundesgericht setzte sich im Urteil vom 10. Dezember 2014 ausschliesslich mit dem ersten Sachverhaltskomplex auseinander. Es hielt fest, dass B.________ in dieser Hinsicht den Hauptbelastungszeugen darstelle. Zwar liessen sich seine Aussagen weitgehend anhand der Angaben der Auskunftspersonen verifizieren. Jedenfalls hinsichtlich der ebenfalls zentralen und streitigen Frage nach der Schussrichtung habe das Obergericht jedoch ausschliesslich auf die Aussagen B.________s abgestellt. Zumindest diesbez�glich liege eine eigentliche "Aussage gegen Aussage"-Situation vor. Dieser Umstand sowie die Bedeutung der Aussagen B.________s als Hauptbelastungszeuge f�r den Ausgang des Verfahrens und die Schwere der Tatvorw�rfe liessen eine unmittelbare Beweisabnahme durch das Gericht f�r die Urteilsf�llung im Sinne von Art. 343 Abs. 3 StPO als notwendig erscheinen (BGE 140 IV 196 E. 4.4.3 S. 200).
Das Landgericht Uri hatte B.________ zur Befragung vorgeladen, doch war er nicht erschienen. Das Bundesgericht hielt fest, dass das Obergericht vor diesem Hintergrund verpflichtet gewesen w�re, nebst konkreten Abkl�rungen zu seinem Aufenthaltsort auch von der in Art. 210 Abs. 1 StPO vorgesehenen M�glichkeit Gebrauch zu machen und ihn f�r eine gewisse Zeit zur Fahndung auszuschreiben. Indem das Obergericht stattdessen den Antrag des Beschuldigten auf Befragung B.________s abwies, verletzte es Art. 343 Abs. 3 i.V.m. Art. 405 Abs. 1 StPO (a.a.O., E . 4.4.4 S. 200 f.).
Hinsichtlich der DNA-Spur erwog das Bundesgericht, dass unklar sei, wie diese auf die Patronenh�lse gelangt war. Gem�ss dem Bericht des Forensischen Instituts der Kantonspolizei Z�rich vom 26. Juni 2013 werde eine DNA auf einer Patronenh�lse durch die bei der Schussabgabe entstehende Hitze in der Regel zerst�rt. Nur bei einer starken Kontamination erscheine ihre Erhaltung m�glich, wobei das Forensische Institut einen entsprechenden Tatvorgang als eher unwahrscheinlich ansehe. Wenn das Obergericht trotzdem hiervon ausgegangen sei, habe es zwar die wahrscheinlichste Hypothese gew�hlt (wenn man eine Kontaminierung durch die Polizei ausschliesse), doch bleibe sie eben lediglich eine von mehreren mehr oder weniger unwahrscheinlichen M�glichkeiten. Ein gen�gender Beweis, dass die DNA vor der Schussabgabe auf die Patrone gelangt sei, fehle deshalb und sei die Beschwerde auch in diesem Punkt begr�ndet (a.a.O., nicht publ. E. 6.2).
3.5.�Entgegen der Auffassung des Beschwerdegegners und des Obergerichts hat sich aufgrund dieser bundesgerichtlichen Erw�gungen die Ausgangslage f�r die Beurteilung der Haftvoraussetzungen nicht grundlegend ver�ndert. Das Bundesgericht wies in seinem Urteil denn auch ausdr�cklich darauf hin, dass die Aussage B.________s nicht unverwertbar sei, selbst wenn er eventuell nicht mehr ausfindig gemacht werden k�nne (a.a.O., E. 4.4.5 S. 201 mit Hinweisen). Dieser bleibt mithin nach wie vor der Hauptbelastungszeuge, dessen Darstellung der Ereignisse zudem in verschiedener Hinsicht durch die belastenden Aussagen weiterer Personen gest�tzt wird. Vor diesem Hintergrund ist auch die festgestellte Untauglichkeit der DNA-Spur als Beweismittel in ihrer Bedeutung zu relativieren. Zwar geht aus den bundesgerichtlichen Erw�gungen hervor, dass im Falle von deren Verwertbarkeit der Beschwerdegegner zwingend als der Sch�tze erschienen w�re (a.a.O., nicht publ. E. 6.2.3). Umgekehrt f�llt er angesichts der erw�hnten, ihn ebenfalls belastenden Aussagen keineswegs ausser Betracht. Die erforderliche erneute Beweisw�rdigung war indessen nicht Sache des Bundesgerichts, sondern wird vom Obergericht vorzunehmen sein. In diesem Lichte betrachtet gibt das bundesgerichtliche Urteil schliesslich auch hinsichtlich des zweiten Sachverhaltskomplexes keinen Anlass, f�r die Zwecke der Haftpr�fung das obergerichtliche Sachurteil vom 11. September 2013 in Frage zu stellen. Die erneute Beweisw�rdigung durch das Obergericht wurde vom Bundesgericht in keinerlei Hinsicht vorweggenommen.
4.1.�Die Beschwerdef�hrerin kritisiert die vorinstanzliche Einsch�tzung der Fluchtgefahr. Bei diesem Haftgrund (Art. 221 Abs. 1 lit. a StPO) geht es um die Sicherung der Anwesenheit der beschuldigten Person im Verfahren. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts braucht es f�r die Annahme von Fluchtgefahr eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass sich die beschuldigte Person, wenn sie in Freiheit w�re, dem Vollzug der Strafe durch Flucht entziehen w�rde. Im Vordergrund steht dabei eine m�gliche Flucht ins Ausland, denkbar ist jedoch auch ein Untertauchen im Inland. Bei der Bewertung, ob Fluchtgefahr besteht, sind die gesamten konkreten Verh�ltnisse zu ber�cksichtigen. Es m�ssen Gr�nde bestehen, die eine Flucht nicht nur als m�glich, sondern als wahrscheinlich erscheinen lassen. Die Schwere der drohenden Strafe darf als Indiz f�r Fluchtgefahr gewertet werden, gen�gt jedoch f�r sich allein nicht, um den Haftgrund zu bejahen (BGE 125 I 60 E. 3a S. 62 mit Hinweisen). Miteinzubeziehen sind die famili�ren und sozialen Bindungen, die berufliche und finanzielle Situation und die Kontakte zum Ausland (Urteil 1B_424/2011 vom 14. September 2011 E. 4.1 mit Hinweis). Selbst bei einer bef�rchteten Reise in ein Land, welches die beschuldigte Person grunds�tzlich an die Schweiz ausliefern bzw. stellvertretend verfolgen k�nnte, ist die Annahme von Fluchtgefahr nicht ausgeschlossen (Urteil 1B_422/2011 vom 6. September 2011 E. 4.2 mit Hinweis).
4.2.�Das Bundesgericht hat sich bereits mit Urteil vom 24. Januar 2013 zur Gefahr der Flucht des Beschwerdegegners ge�ussert (Verfahren 1B_9/2013). Es erwog im Wesentlichen, der Beschwerdegegner habe den gr�ssten Teil seines Lebens in seiner engeren Heimat im Kanton Uri bzw. in Erstfeld verbracht und auch seine gesch�ftliche T�tigkeit als Cabaret-Betreiber und Vermittler von T�nzerinnen von dort aus betrieben. Seine bisherigen Gesch�fte in Erstfeld w�rden indessen schlecht laufen und er w�rde daher nicht viel verlieren, wenn er sie durch eine Flucht freiwillig aufgeben w�rde. Durch seine T�tigkeit habe er beruflich jahrelang mit Frauen u.a. aus Russland und der Ukraine zu tun gehabt und damit wohl zwangsl�ufig auch direkte oder indirekte Kontakte zu den dortigen Milieus bzw. den darin t�tigen kriminellen Organisationen. Es sei deshalb durchaus denkbar, dass er mit seiner Freundin und dem gemeinsamen Kind untertauchen k�nnte. Es bestehe eine Fluchtgefahr, die sich auch mit Ersatzmassnahmen nicht ausreichend bannen lasse (a.a.O, E. 2.3.2 f.).
4.3.�Das Obergericht best�tigte in einem (kurz nach seinem eigenen Urteil in der Sache ergangenen) Haftentscheid vom 1. Oktober 2013 die Fluchtgefahr erneut. Es hielt mit Verweis auf das zitierte Bundesgerichtsurteil fest, aufgrund der Erh�hung des Strafmasses von 10 auf 15 Jahre Freiheitsstrafe habe der Fluchtanreiz sogar noch zugenommen.
Seine hiervon abweichende, neue Einsch�tzung begr�ndet das Obergericht mit der mittlerweile geringeren zu erwartenden Reststrafe, den positiven Entwicklungen im Privatleben des Beschwerdegegners (Beziehung zur Freundin, Geburt des zweiten Sohns), dessen Hoffnungen auf eine mildere Bestrafung und den negativen Wirkungen, die ein Fluchtversuch mit �berdies unsicheren Erfolgsaussichten f�r den Prozessausgang haben k�nnte.
4.4.�Die Vorinstanz hat bei dieser neuen Beurteilung wesentliche, in den zitierten fr�heren Entscheiden genannte Gr�nde f�r die Annahme von Fluchtgefahr unber�cksichtigt gelassen. Das bundesgerichtliche Urteil vom 10. Dezember 2014 schliesst zudem nicht aus, dass der Beschwerdegegner zu einer langj�hrigen Freiheitsstrafe verurteilt wird. In diesem wird nur der Vorfall vom 4. Januar und nicht jener vom 12. November 2010 thematisiert. Vor diesem Hintergrund ist auch das Argument, ein Fluchtversuch w�rde die Prozesschancen und auch die Glaubw�rdigkeit des Beschwerdegegners beeintr�chtigen, in seiner Bedeutung f�r die Beurteilung der Fluchtgefahr zu relativieren. Nicht ausschlaggebend ist schliesslich die Beziehung des Beschwerdegegners zu seiner Freundin und die Geburt seines zweiten Sohnes. Wie erw�hnt, hielt das Bundesgericht in seinem Haftentscheid vom 24. Januar 2013 f�r denkbar, dass er zusammen mit seiner Freundin und dem gemeinsamen Kind untertauchen k�nnte.
Die genannten Aspekte lassen die Fluchtgefahr nach wie vor als aktuell erscheinen. Mit Blick auf die Frage, ob eine erneute Inhaftierung des Beschwerdegegners gerechtfertigt ist, muss indessen auch sein Verhalten seit der Haftentlassung ber�cksichtigt werden. Sollte er nicht geflohen oder untergetaucht sein und dazu auch keine Anstalten getroffen haben, spr�che dies erheblich gegen Fluchtgefahr (Urteil 1B_375/2014 vom 15. Dezember 2014 E. 3.4). Wie es sich damit verh�lt, kann aufgrund der vorliegenden Akten nicht zuverl�ssig beurteilt werden. Dies ist jedoch auch nicht notwendig, wie sich aus den nachfolgenden Erw�gungen ergibt.
5.1.�Die Vorinstanz bejahte auch die Kollusionsgefahr, hielt sie aber ebenfalls f�r nicht derart hoch, dass sie nicht durch Ersatzmassnahmen hinreichend reduziert werden k�nnte. Zur Begr�ndung f�hrte sie aus, es sei in einem reinen Indizienprozess nie ganz auszuschliessen, dass das Beweisergebnis durch die Manipulation von Beweismitteln beeinflusst werde. Das Beweisverfahren sei vorliegend jedoch bereits recht umfassend gewesen. Zudem seien im bundesgerichtlichen Urteil nur Sachverhaltsaspekte des ersten Vorfalls thematisiert worden. Damit scheine ein erneutes Beweisverfahren in viel geringerem Umfang als realistisch. Weiter seien die Einflussm�glichkeiten auf Beweismittel nach so langer Zeit sehr beschr�nkt. Die gr�sste Gefahr bestehe wohl darin, dass Parteien, Auskunftspersonen, Zeugen usw. oder andere Verfahrensbeteiligte beeinflusst werden k�nnten. Daher sei die Kollusionsgefahr im aktuellen Verfahrensstand als nicht besonders hoch anzusehen. Mit einem Kontaktverbot als Ersatzmassnahme k�nne sie weiter verringert werden.
5.2.�Die Beschwerdef�hrerin h�lt dem entgegen, es sei nicht unwahrscheinlich, dass insbesondere die zentralen Zeugen erneut vor Gericht befragt w�rden. Der dringende Tatverdacht st�tze sich wesentlich auf die Aussagen solcher Belastungszeugen, weshalb ein gewichtiges Interesse daran bestehe, eine Einflussnahme auf diese zu verhindern. Im Rahmen von anderen Strafverfahren h�tten drei Personen best�tigt, vom Beschwerdegegner bedroht worden zu sein, um sie davon abzuhalten, ihn mit ihren Aussagen zu belasten. Es sei aktenkundig, dass der Beschwerdegegner eine Neigung zu Aggressions- und Drohverhalten gegen�ber diversen Personen gezeigt habe. Angesichts des Tatvorwurfs der Beteiligung an einem versuchten Mord und der zu erwartenden massiven Sanktion sei umso mehr davon auszugehen, dass er alles daran setzen werde, die ihn belastenden Personen, deren Wohnort ihm bekannt sei, zu einem Widerruf oder einer Abschw�chung ihrer Aussagen zu bewegen. Die Annahme, dass er sich von einem Kontaktverbot davon abhalten lasse, erscheine als realit�tsfremd. Wenn die Vorinstanz zudem weiter ausf�hre, dass ein neues Beweisverfahren in viel geringerem Umfang als realistisch erscheine, �bersehe sie, dass der Beschwerdegegner bereits im Verlauf des Haftentlassungsverfahrens eine Vielzahl von Beweisantr�gen in Aussicht gestellt habe.
5.3.�Der Beschwerdegegner seinerseits macht geltend, s�mtliche Zeugen seien bereits eingehend befragt worden, teilweise sogar durch das Gericht. Die Staatsanwaltschaft selbst w�rde keinen Zeugen nennen, bei dem noch Kollusionsgefahr bestehen k�nnte. Ob die Verteidigung noch die Befragung von Entlastungszeugen beantragen werde, k�nne sie noch nicht sagen. Sollte sie dies tun, l�ge es in ihrem ureigenen Interesse, dass der Beweiswert derer Aussagen nicht durch Beeinflussungsversuche, welche stets an den Tag kommen w�rden, beeintr�chtigt w�rde.
5.4.�Die strafprozessuale Haft wegen Kollusionsgefahr soll verhindern, dass die beschuldigte Person die Freiheit dazu missbraucht, die wahrheitsgetreue Abkl�rung des Sachverhalts zu vereiteln oder zu gef�hrden. Konkrete Anhaltspunkte f�r Kollusionsgefahr k�nnen sich nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts namentlich ergeben aus dem bisherigen Verhalten des Beschuldigten im Strafprozess, aus seinen pers�nlichen Merkmalen, aus seiner Stellung und seinen Tatbeitr�gen im Rahmen des untersuchten Sachverhalts sowie aus den pers�nlichen Beziehungen zwischen ihm und den ihn belastenden Personen. Bei der Frage, ob im konkreten Fall eine massgebliche Beeintr�chtigung des Strafverfahrens wegen Verdunkelung droht, ist auch der Art und Bedeutung der von Beeinflussung bedrohten Aussagen bzw. Beweismittel, der Schwere der untersuchten Straftaten sowie dem Stand des Verfahrens Rechnung zu tragen. Nach Abschluss der Strafuntersuchung bedarf der Haftgrund der Kollusionsgefahr einer besonders sorgf�ltigen Pr�fung (BGE 137 IV 122 E. 4.2 S. 127 f. mit Hinweis).
5.5.�Das Bundesgericht hat sich mit der Kollusionsgefahr im Falle des Beschwerdegegners ebenfalls bereits in einem fr�heren Urteil auseinandergesetzt (Urteil 1B_81/2012 vom 5. M�rz 2012). W�hrend das Obergericht schon damals zum Schluss gekommen war, die grunds�tzlich zu bejahende Kollusionsgefahr lasse sich mit Ersatzmassnahmen bannen, sah das Bundesgericht solche als unzureichend an. Zur Begr�ndung f�hrte das Bundesgericht an, nach einem vom 17. August 2011 datierenden psychiatrischen Gutachten verf�ge der Beschwerdegegner �ber "insuffiziente Probleml�sungsstrategien", weshalb insbesondere wegen seiner nach wie vor bestehenden Verstrickung in seine fr�here Gesch�ftst�tigkeit in der "kriminogenen Halbwelt" und seiner schwierigen Lebenssituation die Gefahr erneuter Gewalttaten moderat bis deutlich sei. Zu ber�cksichtigen waren weiter fr�here Verurteilungen wegen einfacher K�rperverletzung und einfacher qualifizierter K�rperverletzung. In verschiedenen Aussagen hatte schliesslich das Obergericht selbst Anhaltspunkte daf�r gefunden, dass der Beschwerdegegner Personen mittels Drohungen zu einem bestimmten Verhalten veranlasste. Vor diesem Hintergrund und weil es sich um einen reinen Indizienprozess handelte, war die Kollusionsgefahr zu bejahen und kamen Ersatzmassnahmen nicht in Frage (a.a.O. E. 5.1 und 5.2).
5.6.�Das erw�hnte Bundesgerichtsurteil erging rund ein halbes Jahr vor der erstinstanzlichen Verurteilung des Beschwerdegegners. In Bezug auf die Beweislage haben sich seither jedoch keine grundlegenden Ver�nderungen ergeben. Nach wie vor handelt es sich um einen reinen Indizienprozess. In einem solchen ist nie auszuschliessen, dass sich das Beweisergebnis durch die Manipulation eines oder mehrerer Beweismittel beeinflussen l�sst. Wenn beispielsweise ein Zeuge einen einigermassen plausiblen Grund f�r die �nderung seiner Aussage vorbringt, kann ein solcher Widerruf durchaus geeignet sein, Zweifel zu erwecken. Zudem besteht auch die M�glichkeit, dass der Beschwerdegegner versuchen k�nnte, einen (falschen) Entlastungszeugen zu instruieren und zu pr�sentieren. Hinzu kommt, dass mit dem Wegfall der DNA-Spur als Beweismittel den Aussagen von Zeugen und Auskunftspersonen im weiteren Verfahren ein noch gr�sseres Gewicht zukommen wird. W�hrend die DNA-Spur einer Manipulation durch den Beschwerdegegner kaum zug�nglich gewesen w�re, kann dies in Bezug auf diese Aussagen nicht gesagt werden. Weiter ist zu ber�cksichtigen, dass das Bundesgericht in seinem Urteil vom 10. Dezember 2014 die grunds�tzliche Notwendigkeit einer gerichtlichen Konfrontationseinvernahme von B.________ bejaht hat. Wenn das Obergericht im angefochtenen Entscheid ausf�hrt, ein erneutes Beweisverfahren erscheine in viel geringerem Umfang als realistisch, ist dies zumindest in diesem Punkt fraglich. Wie bereits im Urteil vom 5. M�rz 2012 dargelegt, sind schliesslich mit der T�tigkeit des Beschwerdegegners als Betreiber eines Nachtklubs zwangsl�ufig Kontakte zu kriminellen Milieus verbunden. Es muss daher damit gerechnet werden, dass er in der Lage und angesichts der f�r den Fall einer Verurteilung drohenden hohen Strafe auch gewillt sein k�nnte, die gerichtliche Wahrheitsfindung auf diese Weise zu beeintr�chtigen.
5.7.�Die Vorinstanz hat sich mit den meisten der erw�hnten Gr�nde f�r die Annahme von Kollusionsgefahr nicht auseinandergesetzt (Kontakte zum kriminellen Milieu; Vorstrafen wegen K�rperverletzung; vom Obergericht seinerzeit selbst angef�hrte Anhaltspunkte, dass der Beschwerdegegner Personen mittels Drohungen zu einem bestimmten Verhalten veranlasst hatte). Sie hat zudem auch nicht nachvollziehbar dargelegt, weshalb sich die Kollusionsgefahr seit ihrer Bejahung im bundesgerichtlichen Urteil vom 5. M�rz 2012 wesentlich reduziert haben sollte. Solches ist nach dem Ausgef�hrten auch nicht ersichtlich. Mithin ist davon auszugehen, dass Ersatzmassnahmen auch beim jetzigen Stand des Verfahrens unzureichend sind. Die R�ge der Beschwerdef�hrerin ist somit begr�ndet.
Die Gesamtdauer der bisher erstandenen Haft l�sst eine erneute Inhaftierung angesichts der zu erwartenden langj�hrigen Freiheitsstrafe nicht als unverh�ltnism�ssig erscheinen (vgl. BGE 139 IV 270 E. 3.1 S. 275; Urteil 1B_270/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 3, nicht publ. in: BGE 139 IV 314; je mit Hinweisen). Es sind zudem keine Anhaltspunkte ersichtlich, dass das Verfahren nicht mit der gebotenen Beschleunigung vorangetrieben wird (vgl. BGE 140 IV 74 E. 3.2 S. 80 mit Hinweisen).
Damit ist von Bundesrechts wegen erforderlich, dass der Beschwerdegegner erneut inhaftiert wird.
Eine zeitliche Beschr�nkung der Sicherheitshaft ist w�hrend des Berufungsverfahrens gesetzlich nicht vorgesehen (BGE 139 IV 186 E. 2 S. 187 ff. mit Hinweisen; NIKLAUS SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung: Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, N. 5 zu Art. 232 StPO; MARC FORSTER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 1 zu Art. 233 StPO). Dies schliesst freilich ein sp�teres Haftentlassungsgesuch nicht aus (Art. 233 StPO).
Das Obergericht wird das Berufungsverfahren aufgrund der erneuten Inhaftierung des Beschwerdegegners vordringlich durchzuf�hren haben (Art. 5 Abs. 2 StPO).
Die Beschwerde ist aus den genannten Gr�nden gutzuheissen. Der angefochtene Entscheid ist aufzuheben und die erneute Inhaftierung des Beschwerdegegners anzuordnen (Art. 107 Abs. 2 BGG). Die Ausf�hrung dieser Anordnung obliegt der Verfahrensleitung des Berufungsgerichts.
Der Beschwerdegegner ersucht um unentgeltliche Rechtspflege nach Art. 64 BGG. Diese kann bewilligt werden. Es werden ihm deshalb, obgleich er unterliegt, keine Kosten auferlegt, und seinem Vertreter wird aus der Bundesgerichtskasse eine Entsch�digung ausgerichtet.
Eine �nderung der vorinstanzlichen Kostenverlegung (Art. 67 BGG) rechtfertigt sich nicht.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, der angefochtene Entscheid aufgehoben und die Sicherheitshaft angeordnet.
2.2.�Dem Vertreter des Beschwerdegegners, Rechtsanwalt Linus J�ggi, wird aus der Bundesgerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 2'000.-- ausgerichtet.
Dieses Urteil wird dem Obergericht des Kantons Uri, Strafrechtliche Abteilung, Verfahrensleitung, schriftlich mitgeteilt. Den Parteien wird dieses Urteil durch das Obergericht mitgeteilt, dem Beschwerdegegner im Zeitpunkt seiner Festnahme. Das Urteil wird den Parteien in der Folge durch das Bundesgericht schriftlich er�ffnet.