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Timestamp: 2020-03-30 22:29:40
Document Index: 347245133

Matched Legal Cases: ['Art. 1382', '§ 22', '§ 12', '§ 48', 'Art. 27', '§ 826', '§ 652', '§ 823', '§ 826', '§ 107', 'Art. 55', 'Art. 1382', 'Art. 1382', 'Art. 1382', '§ 226', '§ 826', '§ 242', '§ 226']

forum historiae iuris - Debatte Code Civil Dieter Strauch
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Dieter Strauch (Biographie):
Die Zusammensetzung der ersten Kommission, welche zunächst die Hauptlast der Gesetzgebungsarbeiten trug, wurde nicht allein nach sachlichen Gesichtspunkten bestimmt, man mußte auch politische Rücksichten nehmen. Aus dem Gebiet des Rheinischen Rechts gehörten der ersten Kommission zwei Juristen an: Gustav Derscheid, damals in Kolmar53 und Albert Gebhard, damals in Karlsruhe54. Dazu muß bemerkt werden, daß Gebhard vor allem romanistisch ausgebildet war, und sich auch vornehmlich auf diesem Rechtsgebiet betätigte55. Da außer Gebhard auch Planck und vor allem Windscheid56 starke Romanisten waren, erhielt das gemeine Recht in der Kommission ein Übergewicht, das noch dadurch verstärkt wurde, daß 1884 - nach dem Tode v. Kübels57 - Gustav v. Mandry58 in die erste Kommission eintrat, der ebenfalls Romanist war. Demgegenüber war Derscheid ein reiner Praktiker, der keinerlei Veröffentlichungen aufzuweisen hatte. Der Braunschweigische Gesandte v. Liebe59 hatte außerdem Bedenken gegen Derscheids Qualifikation60. Aber bevor sich das auswirken konnte, verließ Derscheid bereits 1879 (also vor Beginn der Beratungen über die Referentenentwürfe der ersten Kommission im Jahre 1881) die Kommission und wurde Reichsgerichtsrat.
Anders ist die Entwicklung beim Namensrecht verlaufen: Im Code civil findet sich keine besondere Regelung dafür. Dennoch hat die französische Rechtsprechung aus dem Art. 1382 Cc auch einen Schutz des Namens abgeleitet84. In Deutschland hat die Diskussion um das Namensrecht im 19. Jahrhundert eingesetzt. Doch verwarf u. a. Joseph Kohler - anders als in Frankreich - den Gedanken an ein Eigentum am Namen und entwickelte eine Theorie des Namensrechtes als Individualrecht (Persönlichkeitsrecht)85. Seine Auffassung hat sich in Deutschland durchgesetzt86. Während aber im E I der Namensschutz noch fehlte87, ist er in den E II als § 22 eingefügt und als § 12 BGB Gesetz geworden.
23 Eingehend: Detlef Schumacher, das rheinische Recht in der Gerichtspraxis des 19. Jahrhunderts. Ein Beitrag zur Auslegung rezipierter Rechtsnormen, Stuttgart etc. 1969; Egon Schneider, Aus der Spruchpraxis des Rheinischen Appellationsgerichtshofes in den ersten Jahren seines Bestehens - eine methodologische Untersuchung, in: Wolffram/Klein (wie Fn. 12), S. 307 - 337. Die Rechtsprechung wurde im "Archiv für das Zivil- und Kriminalrecht der Kgl. Preußischen Rheinprovinz Bände 1 - 111, 1820 - 1915, veröffentlicht und war so für alle Gerichte leicht zugänglich; eine Datenbank der rheinischen Appellationsgerichte Trier, Düsseldorf und Köln auf CD-ROM bieten jetzt: Reiner Schulze und Hans Schulte-Nölke, in: Reiner Schulze (Hrsg.), Rheinisches Recht und Europäische Rechtsgeschichte (Schriften zur Europäischen Rechts- und Verfassungsgeschichte 24), Berlin 1998 und eine Einführung dazu: Hans Schulte-Nölke, Die CD-ROM-Datenbank zur rheinischen Judikatur im frühen 19. Jahrhundert, ebenda S. 99 - 107.
31 Vgl. Werner Schubert, Deutschland (wie Fn. 5), S. 68f; Gerhard Lingelbach, Der Code civil und seine Wirkungen auf Rechtsgelehrte an der Jenaer Juristenfakultät, in: Reiner Schulze (Hrsg.), Französisches Zivilrecht in Europa während des 19. Jahrhunderts (Schriften zur Europäischen Rechts- und Verfassungsgeschichte 12), Berlin 1994, S. 107 - 122; Hans Schulte-Nölke/Birgit Strack, Rheinisches Recht - Forschungsgegenstand und Forschungsstand, in: Reiner Schulze (wie Fn. 23), S. 33f.
34 Vgl. dazu ausführlich: Cordula Müller-Hogrebe, Die Errichtung des Lehrstuhls für rheinisches Recht an der Universität Bonn - 1844, in: Reiner Schulze (wie Fn. 23), S. 61 - 78. Der Lehrstuhl wurde durch Kabinettsordre vom 3. April 1844 errichtet und mit dem Kölner Advokatanwalt Johann Joseph Bauerband besetzt, vgl. Müller-Hogrebe S. 77, Fn. 77.
35 Neumayer (wie Fn. 32) nennt S. 205 für Freiburg: außer Mertens und Franz Ignaz Mußler (über ihn vgl. Dieter Strauch, Deutsche Juristen im Vormärz. Briefe von Savigny, Hugo, Thibaut und anderen an Egid von Löhr (Rechtsgeschichtliche Schriften 13), Köln etc. 1999, S. 199f),vor allem K. F. Baurittl, Commentar zum Code Napoleon, zugleich als Landrecht für das Großherzogtum Baden nebst den einschlägigen Gesetzen und Verordnungen, 2 Bände, Karlsruhe 1839 - 1839;, Wilhelm Jacob Behaghel, Das badische bürgerliche Recht und der Code Napoléon dargestellt mit besonderer Rücksicht auf die Bedürfnisse der Praxis, 3. Aufl. Tauberbischofsheim 1891 - 92; und Anton v. Stabel, Institutionen des französischen Civilrechts (Code Napoléon), 3. Auflage, Mannheim 1893.
36 Vgl. Neumayer (wie Fn. 32), der S. 205 neben Fitting, Gambsjäger, Gueyt, Renaud, Roßhirt, Thibaut und Zachariä, auch Ludwig Frey, Lehrbuch des französischen Civilrechts, 3 Bände, Mannheim 1840; nennt.
39 Karl Salomo Zachariae, Handbuch des französischen Zivilrechts, 1. Auflage, 2 Bde, Heidelberg 1808; 2. Aufl. in 4 Bänden, Heidelberg 1811 - 1812; 8. Aufl. von Carl Crome, Freiburg i. Br. 1894 - 1895.
43 Scherer (wie Fn. 27); Cretschmar (wie Fn. 22); Kockerols (wie Fn. 22); Dronke (wie Fn. 22).
44 Vgl. dazu den Bericht von Perglas v. 2. 7. 1874 über die Sitzung des Bundesrates vom selben Tage bei: Werner Schubert (Hrsg.), Materialien zur Entstehungsgeschichte des BGB - Einführung, Biographien, Materialien - (Die Beratung des Bürgerlichen Gesetzbuchs in systematischer Zusammenstellung der unveröffentlichten Quellen, hrsg. v. Horst Heinrich Jakobs und Werner Schubert), Berlin 1978 (zitiert: Schubert, Materialien), wo S. 204 von 7 Millionen die Rede ist; Neumayer (wie Fn. 30), S. 198 spricht von 8,4 Millionen oder 17 % der Bevölkerung Deutschlands und beruft sich auf Benno Mugdan, Die gesammten Materialien zum Bürgerlichen Gesetzbuch für das Deutsche Reich, Bände I - V, Berlin 1899, hier: Bd. I, S. 848; Schumacher (wie Fn. 23), S. 13 kommt auf 8,2 Millionen, der sich auf Caesar Barazetti, Einführung in das französische Zivilrecht (Code Napoléon) und das badische Landrecht (sowie das rheinische Recht überhaupt), 2. Aufl. Heidelberg 1894, S. 29 beruft.
53 Gustav Theodor Friedrich Derscheid (geb. 18. 8. 1827 in Trier, gest. nach 1890 war seit 1871 Rat am Appellationsgericht in Kolmar, seit dem 1. Nov. 1874 Präsident des Landgerichts Kolmar; am 1. Okt. 1897 wurde er zum Reichsgerichtsrat ernannt, vgl. über ihn Schubert, Materialien (wie Fn. 44), S. 72f, 200 ff.
54 Vgl. dazu den Bericht von Perglas v. 2. 7. 1874 über die Sitzung des Bundesrates vom selben Tage bei: Schubert, Materialien (wie Fn. 44), S. 204; Albert Gebhard wurde am 3. Jan. 1832 in Lahr/Schwarzwald geboren, er starb am 23. Okt. 1907 in Heidelberg. Seit dem 12. Dez. 1868 war er Ministerialrat im badischen Justizministerium in Karlsruhe, er wurde am 4. Juni 1890 o. Professor in Freiburg/Br., vgl. über ihn Gottlieb Planck, Geheimer Rat Prof. Dr. Albert Gebhard (Nachruf) in: DJZ 14. Jg. 1908, S. 119f; Werner Schubert, Die Entstehung der Vorschriften des BGB über Besitz und Eigentumsübertragung. Ein Beitrag zur Entstehungsgeschichte des BGB (Münstersche Beiträge zur Rechts- und Staatswissenschaft 10), Berlin 1966, zugleich Diss. iur. Münster 1965, [zitiert: Schubert, Entstehung], S. 18f; und der Lebensabriß bei Schubert, Materialien (wie Fn. 44), S. 73f.
80 Vgl. Hedemann (wie Fn. 73), S. 53 ff; Coing, Privatrecht (wie Fn. 76), II, § 48, II, S. 294 f.
87 Er war als Schutz der Firma jedoch bereits in Art. 27 des ADHGB und in anderen Gesetzen geregelt, vgl. Hedemann (wie Fn. 73), I, S. 59f, Fn. 8.
91 Loi relative au contrat d'association vom 1. Juli 1901, in: Lois Nouvelles, Année 1901, 3. partie, S. 155, vgl. Hedemann (wie Fn. 73) I, S. 42f mit Fn. 3, der die Entwicklung in Frankreich darstellt.
94 Vgl. Ernst Zitelmann, Die Rechtsgeschäfte im Entwurf eines Bürgerlichen Gesetzbuchs für das Deutsche Reich, Teil II, Berlin 1890, S. 58 ff; dazu jetzt: Tilman Repgen, Die Kritik Zitelmanns an der Rechtsgeschäftslehre des ersten Entwurfs eines bürgerlichen Gesetzbuchs, in: ZRG, GA 114, 1997, S. 73 - 127, hier: S. 116f, 124; Protokolle der Kommission für die zweite Lesung des Entwurfs des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Im Auftrage des Reichsjustizamtes bearbeitet von Achilles/Gebhard/Spahn., 6 Bände, 1 Registerband, Berlin 1897 - 1899, hier: Bd. I, S. 124;.
98 "Il serait étrange qu'un domestique, un ouvrier, pussent engager leurs services pour toute la vie. La condition d'homme libre abhorre toute espèce d'esclavage" sagen die Motive bei Jean Guillaume Locré, La législation civile, commerciale et criminelle de la France, Bände I - XXXI, Paris 1827 - 1832, Nachdruck 1990, hier: Band XIV, S. 416.
106 Vgl. Protokolle, amtliche Ausgabe (wie Fn. 94), Bd. II, S. 570, 575 ff; die Denkschrift zum Entwurf eines BGB, Berlin 1896, meinte S. 149, es solle kein unbestimmter Haftungsgrundsatz nach dem Vorbild des Cc aufgestellt werden; Gottlieb Planck, Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch nebst Einführungsgesetz, 2. Band, 1. und 2. Auflage, Berlin 1900, zu § 826, S. 617; vgl. Horst Heinrich Jakobs/Werner Schubert, Die Beratung des Bürgerlichen Gesetzbuchs, Recht der Schuldverhältnisse III, §§ 652 - 853; §§ 823, 826, S. 872 - 906, hier: S. 896f; Hans-Peter Benöhr, Die Redaktion der Paragraphen 823 und 826 BGB, in: Reinhard Zimmermann (Hrsg.), Rechtsgeschichte und Privatrechtsdogmatik, Heidelberg 2000, S. 499 - 547, hier: S. 515 ff, 523, 529f; 547.
109 Vgl.. die Beispiele bei Joseph Kohler, Der unlautere Wettbewerb, Berlin u. Leipzig 1914, S. 37f, 45f anders: Oberhofgericht Mannheim bei Kohler, S. 37f; Krasser (wie Fn. 108), S. 160 f.
111 Vgl. Krasser, (wie Fn. 108), S. 161f; Wadle, Deliktsrecht (wie Fn. 108), S. 93 ff; auch Helmut Köhler in: Baumbach/Hefermehl, Wettbewerbsrecht, 23. Aufl. München 2004, bearb. v. Helmut Köhler/ Joachim Bornkamm, Einl. UWG 1. 38 verurteilt diese Rechtsprechung.
112 Wichtig für diese Praxis war vor allem das Urteil des Reichsgerichts vom 11. April 1901, in RGZ 48, 119, das den § 826 als geeignet erklärte, dort einzugreifen, wo die Einzelnormen des UWG Lücken ließen, vgl. Hedemann (wie Fn. 73), S. 139, mit Fn. 21.
115 Darauf hatte bereits Raymond Saleilles in seinem Essai d'une théorie générale (wie Fn. 107), 2. Aufl. 1901, S. 416 hingewiesen, wenn ihm auch die deutsche Lösung nicht weit genug ging, vgl. Birte Gast (wie Fn. 42), S. 246f, im übrigen Coing, Privatrecht (wie Fn. 76) II, § 107, II, S. 521. Dölle (wie Fn. 114, S. 26 meint zu Recht, das deutsche Recht habe sich bewußt von der strengen französischen Lösung abgesetzt und die des Art. 55 (62) des schweizerischen Obligationenrechts übernommen, das den Entlastungsbeweis zuläßt vgl. Mugdan, Motive, Bd. II, (wie Fn. 44), S. 411; Bd. II, Protokolle, S. 1090 ff.
120 Vgl. Art. 1382 Cc und Joseph Kohler, in: ArchBürgR (wie Fn. 80), S. 161 - 265, der sich S. 259 ff gegen die Entscheidung des Reichsgerichts in RGZ 7, 295 (296) wendet, unter dommage in Art. 1382 f Cc nur Vermögensschäden zu verstehen, nicht dagegen die dommage moral (Nichtvermögensschäden); Hedemann (wie Fn. 72), S. 54 ff. der S. 55, Fn. 3 die französische Judikatur nachweist. Das Reichsgericht hatte der französischen Auslegung des Art. 1382 Cc widersprochen (RGZ 7, 295 (296) und immateriellen Schaden nicht darunter gefaßt. Vgl. Boehmer (wie Fn. 6), S. 307; Dölle (wie Fn. 99), S. 27.
127 Vgl. die Nachweise bei Hedemann (wie Fn. 73), S. 124f, mit Fn. 9.
128 Auf das unausgeglichene Verhältnis zwischen § 226 und § 826 hat bereits Saleilles hingewiesen, vgl. den Nachweis oben Fn. 96 und im übrigen Hedemann (wie Fn. 73), S. 127 ff, mit Fn. 14; Hedemann zitiert RGZ 72, 251 (Sohn verlangt Zutritt zum Grabe der Mutter), die heute als falsch gilt, weil man den Fall unter Berufung auf §§ 242 und 826 besser lösen kann, vgl. Palandt/Heinrichs, 64. Auflage, München 2005, § 226, Rn. 1.
134 Vgl. Schubert, Besitz (wie Fn. 130), S. 153f mit Fn. 790; Becker (wie Fn. 1), S. 345
147 Vgl. Fehrenbach (wie Fn. 5), S. 25f mit Noten 59 - 62; über Napoleons Majoratsgesetzgebung vgl. Eckert (wie Fn. 145), S. 209 - 218.
150 Erst das Plenum des Reichstages übernahm es mit großer Mehrheit, vgl. Motive, amtl. Ausgabe, Bd. V, S. 257; Zusammenstellung der gutachtlichen Äußerungen zu dem Entwurf eines BGB, gefertigt im Reichsjustizamt, Band V, S. 49 und Band VI, S. 669; Mugdan (wie Fn. 44), Bd. V, Motive, S. 136; Bd. V, Protokolle, S. 696f; Bericht der Reichstagskommission über den Entwurf eines Bürgerlichen Gesetzbuchs und Einführungsgesetzes, Berlin 1896, S. 318 ff; Erste, zweite und dritte Berathung des Entwurfs eines Bürgerlichen Gesetzbuchs im Reichstage. Stenographische Berichte, Berlin 1896, S. 726 - 741; Hedemann, Fortschritte I (wie Fn. 73), S. 24f mit Fn. 27; Becker (wie Fn. 1), S. 345; Dölle (wie Fn. 99), S. 28.
152 Vgl. RGZ 51, 166 (168f); vgl. Dölle (wie Fn. 99), S. 35.
Diese Seite ist vom 15. März 2005