Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=AuR%202005,%20155
Timestamp: 2019-11-22 00:17:14
Document Index: 85776771

Matched Legal Cases: ['§ 140', '§ 140', '§ 140', '§ 37', '§ 140', '§ 14']

SG Frankfurt/Oder, 01.04.2004 - S 7 AL 42/04 - dejure.org
https://dejure.org/2004,9785
SG Frankfurt/Oder, 01.04.2004 - S 7 AL 42/04 (https://dejure.org/2004,9785)
SG Frankfurt/Oder, Entscheidung vom 01.04.2004 - S 7 AL 42/04 (https://dejure.org/2004,9785)
SG Frankfurt/Oder, Entscheidung vom 01. April 2004 - S 7 AL 42/04 (https://dejure.org/2004,9785)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2004,9785) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Minderung des Arbeitslosengeldes wegen Nichterfüllung der Verpflichtung zur unverzüglichen Arbeitsuchendmeldung; Informationspflicht des Sozialversicherungsträgers vor einer Kürzung des Arbeitslosengeldes; Meldung beim Arbeitsamt als arbeitssuchend; Voraussetzung für den ...
AuR 2005, 155
Der Kläger hält das Urteil für zutreffend und führt ergänzend aus, die Entscheidung sei jedenfalls im Ergebnis richtig, weil die in § 140 SGB III angeordnete Minderung des Anspruchs auf Alg verfassungswidrig sei (Hinweis auf Spellbrink in Eicher/Schlegel, SGB III, § 140 RdNr 42 ff; Vorlagebeschluss des SG Frankfurt vom 1. April 2004 - S 7 AL 42/04 = info also 2005, 18 ff).
Das Sozialgericht Frankfurt/Oder hat schließlich (1. April 2004 - S 7 AL 42/04 - AuR 2005, 155; Aktenzeichen BVerfG - 1 BvL 6/04 -) dem Bundesverfassungsgericht die Frage vorgelegt, ob die Minderung des Arbeitslosengeldes wegen verspäteter Meldung verfassungsgemäß ist.
Auch kommt es nicht auf die Rechtsfrage der von dem SG Frankfurt/Oder jüngst angenommenen Verfassungswidrigkeit der Kürzungsmöglichkeit an (Vorlagebeschluss zu § 140 SGB III v. 01.04.2004 S 7 AL 42/04 - Az. BverfG 1 BvL 6/04).
Verfassungsrechtliche Fragen (vgl. hierzu etwa Vorlagebeschluss des SG Frankfurt/Oder vom 1. April 2004 - S 7 AL 42/04 -) stellen sich bei der gegebenen Sachlage nicht.
Die Bedenken des Sozialgerichts Frankfurt (Oder) gegen die Verfassungsmäßigkeit der §§ 37 b und 140 SGB III (Vorlagebeschluss an das Bundesverfassungsgericht vom 01.04.2004 - S 7 AL 42/04 -, info also 2005, 18) teilt der Senat nicht, weil ausgehend von der Erforderlichkeit einer vorwerfbaren Obliegenheitsverletzung im Sinne der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts eine Sanktionsregelung vorliegt, die in verhältnismäßiger Weise darauf hinzuwirken geeignet ist, die Vermittlungsbemühungen der Beklagten effizienter (weil zu einem früheren Zeitpunkt beginnend) zu gestalten.
Vor diesem Hintergrund hatte der Senat keine Veranlassung zu prüfen, ob die Regelung des § 140 SGBB III verfassungsgemäß ist (vgl. SG Frankfurt/Oder, Vorlagebeschluss vom 01.04 2004, S 7 AL 42/04, ArbuR 2005, 155, info also 2005, 18).
Sie fungieren somit als Inhalts- und Schrankenbestimmung i.S.d. § 14 Abs. 1 Satz 2 GG (aus neuerer Zeit etwa SG Aachen, Urteil vom 18.06.2004 - S 8 AL 82/04, SG Frankfurt an der Oder, Beschluss vom 01.04.2004 - S 7 AL 42/04).
SG Duisburg, 10.08.2004 - S 12 AL 49/04
Das Gericht lässt offen, ob es sich insoweit um einen relevanten Klagevortrag handelt und sich aus der gesetzlichen Anforderung, sich "unverzüglich" nach Kenntnis des Beendigungszeitpunkts arbeitssuchend zu melden, ableiten lässt, dass dem Betroffenen, der keine Kenntnis von dieser Obliegenheit hat, kein Schuldvorwurf für die verspätete Meldung gemacht werden kann (so SG Mannheim, Urteil vom 14.05.2004, S 11 AL 3775/03; SG Freiburg, Gerichtsbescheid vom 15.04.2004, S 9 AL 3989/03; SG Berlin, Urteile vom 26.03.2004, S 58 AL6603/03 und S 58 AL 108/04, info also 2004 S. 111/112 und S. 112 - 114; dagegen LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 09.06.2004, L 3 AL 1267/04; SG Frankfurt/Oder, Beschluss vom 01.04.2004, S 7 AL 42/04;… Höhl, Juris PR-SozR: 27/04 als Anmerkung zum Gerichtsbescheid des SG Freiburg vom 15.04.2004).
Die Kammer hat bereits Zweifel, ob diese Norm jedenfalls in Fällen der vorliegenden Art, in denen der Arbeitslose sich vor Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses arbeitslos gemeldet hat, dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz genügt (vgl. hierzu ausführlich SG Frankfurt (Oder), Beschluss vom 01.04.2004 - S 7 AL 42/04 -).