Source: https://www.amt-crivitz.de/buergerservice/verwaltungsleistungen-a-z/steuererleichterungen-fuer-denkmale-und-gebaeude-in-sanierungsgebieten/
Timestamp: 2019-10-19 00:20:45
Document Index: 221288183

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 11', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 10']

Um die steuerlichen Vergünstigungen in Anspruch nehmen zu können, benötigen Sie eine spezielle Bescheinigung, die Sie dem Finanzamt vorlegen müssen. Diese Bescheinigung erhalten Sie auf Antrag, und zwar in der Regel von Ihrer Stadt bzw. der Gemeinde in der das Objekt gelegen ist.
Die Bescheinigung kann nur für bestimmte Bau- und Kulturdenkmale und nur für bestimmte Maßnahmen ausgestellt werden. Die Bescheinigung ist aber nicht die einzige Voraussetzung, um die nachfolgenden Steuervergünstigungen zu erhalten. Die Finanzbehörde prüft weitere steuerrechtliche Voraussetzungen, u.a. ob die bescheinigten Aufwendungen zu den Herstellungskosten, begünstigten Anschaffungskosten, sofort abziehbare Werbungskosten oder Betriebsausgaben bzw. nicht abziehbare Ausgaben zuzurechnen sind.
Begünstigt werden Herstellungskosten an Gebäuden in Sanierungsgebieten und städtebaulichen Entwicklungsbereichen sowie an Baudenkmalen, die zur Erzielung von Einkünften führen (z.B. aus Gewerbebetrieb, selbständiger Arbeit, Land- und Forstwirtschaft, Vermietung und Verpachtung) verwendet werden. Der Steuerpflichtige kann im Rahmen der Berechnung der Einkommensteuer im Jahr der Herstellung und in den folgenden sieben Jahren jeweils bis zu neun Prozent und in den folgenden vier Jahren jeweils bis zu sieben Prozent absetzen (§§ 7h, 7i EStG). Für Erhaltungsaufwendungen werden in der Regel sofort im Zahlungsjahr entweder als Werbungskosten z.B. bei der Vermietung/Verpachtung oder als Betriebsausgaben z.B. bei einem Gewerbebetrieb steuermindernd berücksichtigt. Es besteht aber die Möglichkeit diese Aufwendungen auch auf zwei bis fünf Jahre gleichmäßig zu verteilen (§§ 11a, 11b EStG).
Nutzt der Erwerber die modernisierte Eigentumswohnung beziehungsweise das Gebäude in einem Sanierungsgebiet beziehungsweise einem städtebaulichen Entwicklungsbereich oder in einem Baudenkmal zu eigenen Wohnzwecken (also nicht zur Einkunftserzielung), kann er den Teil seiner Anschaffungskosten, der auf die nach Abschluss des Kaufvertrags durchgeführte Modernisierungsmaßnahmen entfällt, im Rahmen von § 10f Abs. 1 EStG wie Sonderausgaben abziehen. Der Steuerpflichtige kann im Jahr der Herstellung und in den folgenden neun Jahren jeweils bis zu neun Prozent als Sonderausgaben nach § 10f EStG geltend machen. Diese Verteilung gilt auch für Erhaltungsaufwendungen, die nicht zu den Betriebsausgaben oder Werbungskosten gehören (§ 10f Abs. 2 EStG).
§ 10g EStG (Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur vom 8. Oktober 2015 – VII 420 -354-208xx-2013/005-011 –VV Meckl.-Vorp. Gl. Nr. 224 – 14; AmtsBl. M-V 2015 S. 678
Der Einkommensteuererklärung ist die Bescheinigung der zuständigen Bescheinigungsbehörde beizufügen. Notwendiger Bestandteil der Bescheinigung ist die Zusammenstellung der Rechnungen, die der Bescheinigungsbehörde bereits vorgelegt wurde und von dieser nach ggf. Korrektur den Eigentümern der Gebäude wieder zur Verfügung gestellt worden ist. Weiterhin sind Unterlagen/Angaben zu bewilligten oder gewährten Zuschüsse/Beihilfen, die nicht in der Bescheinigung enthalten sind hinzuzufügen.
Voraussetzung ist, dass Sie von der für die Genehmigung der Maßnahme zuständigen Bescheinigungsbehörde - in der Regel die Stadt, in der die Immobilie gelegen ist - eine ordnungsgemäße Bescheinigung erhalten haben und diese Ihrer Einkommensteuererklärung beifügen.
Die Erteilung der Bescheinigung durch die zuständige Bescheinigungsbehörde ist in der Regel aber kostenpflichtig.
Bei der Veranlagung zur Einkommensteuer können Sie die erhöhten Absetzungen beziehungsweise die als Sonderausgaben abzugsfähigen Beträge erstmals in dem Veranlagungszeitraum in Anspruch nehmen, in dem die begünstigte Baumaßnahme insgesamt fertiggestellt ist. Bei einer Baumaßnahme, die sich über mehrere Jahre erstreckt, ist deshalb grundsätzlich der Zeitpunkt der Fertigstellung der gesamten Maßnahme entscheidend.
Für die steuerliche Prüfung und Berücksichtigung der oben genannten Aufwendungen ist Ihr Wohnsitzfinanzamt zuständig.
Zuständig für die Erteilung von Bescheinigungen über Denkmale für steuerliche Zwecke sind die Landkreise, kreisfreien Städte (Schwerin und Rostock) und großen kreisangehörigen Städte (Neubrandenburg, Greifswald, Stralsund und Wismar).