Source: https://www.peterlang.com/view/9783653969306/chapter5.html
Timestamp: 2018-07-19 21:17:25
Document Index: 113531184

Matched Legal Cases: ['§ 157', '§ 157', '§ 1666', '§ 1666', '§ 1666', '§ 157']

Kapitel 5: Vorschläge und Ausblick : Die verfahrensrechtliche Neuregelung der Erörterung der Kindeswohlgefährdung in § 157 FamFG
Kapitel 5: Vorschläge ...
978-3-653-96930-6
https://doi.org/10.3726/978-3-653-05804-8
Die nachfolgenden Vorschläge ergeben sich als Konsequenz aus der Zusammenschau des öffentlichen Fachdiskurses unter Berücksichtigung der Analyse der aufgezeigten exemplarischen Fallbeobachtungen sowie der Ergebnisse der Experteninterviews.
Der Erörterungstermin nach § 157 FamFG eröffnet die Möglichkeit, den Eltern mithilfe richterlicher Autorität mehr Nachdruck hinsichtlich der Annahme öffentlicher Hilfen zu verleihen.1611 Der Familienrichter wird zum Motivator für die Inanspruchnahme von Sozialleistungen, zu deren Inanspruchnahme das Jugendamt die Eltern alleine nicht bewegen konnte. Die Erörterung präzisiert insoweit als Verfahrensschritt im Vorfeld einer Entscheidung nach § 1666 BGB die Arbeitsteilung von Jugendamt und Familiengericht und nutzt die jeweiligen Handlungsmodalitäten zur Verbesserung des behördlichen sowie gerichtlichen Kinderschutzes unter Wahrung des elterlichen Gefahrenabwendungsprimats und des in § 1666a BGB normierten Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes: Der Familienrichter soll frühzeitig und unter Mitwirkung des Jugendamtes „auf die Eltern einwirken“. Die Eingriffsschwelle für Einschränkungen der elterlichen Sorge nach §§ 1666, 1666a BGB ist hierbei unverändert hoch geblieben ist. Die Verfahrensvorschrift des § 157 FamFG kann die Zusammenarbeit zwischen Familiengericht und Jugendamt optimieren, wenn Jugendamt und Familiengericht aufeinander abgestimmt handeln.1612 Die verschiedenen Beteiligten Justiz, Jugendhilfe, Eltern, Kind, Verfahrensbeistand etc. an einen Tisch zu bekommen, ist erfolgversprechend, wenn die „interdisziplinäre“ Besetzung der Beteiligten zu einer umfassenden Sichtweise der Problematik beiträgt und der Subjektstellung des Kindes Rechnung trägt. Hierbei darf die Begründung...