Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BeckRS%201955,%2031192233
Timestamp: 2019-12-09 05:41:34
Document Index: 313506535

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 230', 'BGH', '§ 222', 'BGH']

BGH, 30.09.1955 - 2 StR 206/55 - dejure.org
BGH, 30.09.1955 - 2 StR 206/55
https://dejure.org/1955,3938
BGH, 30.09.1955 - 2 StR 206/55 (https://dejure.org/1955,3938)
BGH, Entscheidung vom 30.09.1955 - 2 StR 206/55 (https://dejure.org/1955,3938)
BGH, Entscheidung vom 30. September 1955 - 2 StR 206/55 (https://dejure.org/1955,3938)
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BeckRS 1955, 31192233
Dies gilt auch deshalb, weil das Unterlassen einer vom Patienten erwünschten Schmerzbekämpfung durch einen Garanten eine Körperverletzung sein kann (Senat, Urteil vom 30. September 1955 - 2 StR 206/55, BeckRS 1955, 31192233;… Grauer, Strafrechtliche Grenzen der Palliativmedizin, 2006, S. 81 ff., 126 ff.;… Ingelfinger in Anderheiden/Bardenheuer/Eckart, Ambulante Palliativmedizin als Bedingung einer ars moriendi, 2008, S. 97, 106).
Was demgegenüber die von dem Sachverständigen berufene ärztliche Behandlungsfreiheit betrifft, so ist der Arzt zwar nicht verpflichtet, das als das wirksamste geltende Mittel auch dann anzuwenden, wenn seine auf sachliche Gründe gestützte persönliche Überzeugung mit der überwiegenden Meinung nicht übereinstimmt (vgl. RGSt 64, 263, 270; BGH Urt. vom 30. September 1955 - 2 StR 206/55 - LM Nr. 6 zu § 230 StGB).
Erkennt er aber oder muß er erkennen, daß seine Heilmethode in einem bestimmten Fall nicht ausreicht, so muß er, namentlich bei gefährlichen Krankheiten, wenn für deren Behandlung noch ein anderes, weit verbreitetes und erprobtes Verfahren infrage kommt, entweder dieses andere Vorfahren anwenden oder die Behandlung aufgeben und für die Zuziehung eines anderen Arztes bzw. die Einweisung des Patienten in ein Krankenhaus sorgen (BGH Urt. v. 30. September 1955 a.a.O.; Urteil vom 3. Mai 1962 - 1 StR 18/62 - LM Nr. 48 zu § 222 StGB).
Wie ferner dem Urteilszusammenhang zu entnehmen ist, würde sich Gisela L., wenn der Angeklagte als der dazu berufene Arzt ihr sofort die Gefahrenlage eindringlich vorgestellt hätte (BGH 3 StR 699/52 vom 25.6.1953 S 13; 2 StR 206/55 vom 30. September 1955), gegen eine Krankenhauseinlieferung nicht mehr gesträubt haben.