Source: https://www.rechtslupe.de/familienrecht/vaterschaftsanerkenntnis-in-spanien-3125500?pk_campaign=feed&pk_kwd=vaterschaftsanerkenntnis-in-spanien
Timestamp: 2020-07-08 22:41:38
Document Index: 21715841

Matched Legal Cases: ['Art. 120', '§ 1595', '§ 1597', 'Art. 4', 'Art. 11', 'Art. 11', 'BGH']

Vaterschaftsanerkenntnis in Spanien | Rechtslupe
Im hier ent­schie­de­nen Fall wur­de die Anmel­dung der Geburt des Kin­des gegen­über dem Stan­des­amt von der Mut­ter und dem An unter­zeich­net. Danach hat die­ser die Vater­schaft ent­spre­chend den spa­ni­schen Rechts­vor­schrif­ten (Art. 120, 124 des spa­ni­schen Zivil­ge­setz­buchs Codi­go civil) [1] aner­kannt. Dem ent­spricht sei­ne Ein­tra­gung als Vater des Kin­des in der spa­ni­schen Geburts­ur­kun­de und im Fami­li­en­buch [2]. Aus der gemein­sa­men Unter­zeich­nung ergibt sich zudem die nach § 1595 Abs. 1 BGB erfor­der­li­che Zustim­mung der Mut­ter.
Die in Spa­ni­en erklär­te Aner­ken­nung ist auch form­wirk­sam. Dass die in § 1597 BGB für im Inland beur­kun­de­te Aner­ken­nun­gen vor­ge­se­he­ne Form nicht erfüllt ist, steht der Form­wirk­sam­keit nicht ent­ge­gen. Nach Art. 4 des CIE­C­Über­ein­kom­mens vom 14.09.1961 [3] hat die nach Orts­recht von der zustän­di­gen Behör­de beur­kun­de­te Aner­ken­nungs­er­klä­rung die glei­chen Wir­kun­gen, wie wenn sie vor der zustän­di­gen Behör­de des Hei­mat­staats des Erklä­ren­den abge­ge­ben wor­den wäre. Spa­ni­en und Deutsch­land sind Ver­trags­staa­ten des Über­ein­kom­mens [4]. Der Aus­tritt der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land aus der Inter­na­tio­na­len Zivil­stands­kom­mis­si­on (CIEC) mit Wir­kung zum 30.06.2015 lässt für sich genom­men die Fort­gel­tung der abge­schlos­se­nen Über­ein­kom­men unbe­rührt [5].
Die Maß­geb­lich­keit der Orts­form folgt damit über­ein­stim­mend auch aus Art. 11 Abs. 1 EGBGB [6]. Das Ober­lan­des­ge­richt ist im Ergeb­nis fer­ner zutref­fend davon aus­ge­gan­gen, dass die Beur­kun­dung durch das zustän­di­ge spa­ni­sche Stan­des­amt der nach deut­schem Recht vor­ge­schrie­be­nen Beur­kun­dung gleich­wer­tig (äqui­va­lent) ist, was durch die Rege­lung des CIE­C­Über­ein­kom­mens vom 14.09.1961 bekräf­tigt wird [7].
Auch die Zustim­mung der Mut­ter [8], hin­sicht­lich deren das CIE­C­Über­ein­kom­men vom 14.09.1961 kei­ne geson­der­te Rege­lung ent­hält, ist auf­grund des nach Art. 11 Abs. 1 EGBGB alter­na­tiv anwend­ba­ren spa­ni­schen Rechts form­wirk­sam erklärt wor­den. Die gegen­über dem zustän­di­gen spa­ni­schen Stan­des­amt abge­ge­be­ne Zustim­mungs­er­klä­rung ist mit­hin in Deutsch­land eben­falls form­gül­tig.
vgl. auch BGH, Beschluss vom 20.07.2016 – XII ZB 489/​15 FamRZ 2016, 1747[↩]
vgl. Kohler/​Pintens FamRZ 2015, 1537, 1545[↩]