Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/taeter-opfer-ausgleich-noch-waehrend-der-hauptverhandlung-388283
Timestamp: 2019-12-15 21:57:15
Document Index: 91780727

Matched Legal Cases: ['§ 46', '§ 46', '§ 46', '§ 46', '§ 46', '§ 46', '§ 46', '§ 315', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Täter-Opfer-Aus­gleich – mehr als ein Ver­gleich | Rechtslupe
Täter-Opfer-Ausgleich - mehr als ein Vergleich
Nach § 46 Abs. 2 StGB ist das Nacht­at­ver­hal­ten des Täters, ins­be­son­de­re sein Bemü­hen um Wie­der­gut­ma­chung und das Erstre­ben eines Aus­gleichs mit dem Ver­letz­ten, bei der Straf­zu­mes­sung zu berück­sich­ti­gen. Vor die­sem Hin­ter­grund muss bereits aus geset­zes­sys­te­ma­ti­scher Sicht der ver­typ­te Straf­mil­de­rungs­grund des § 46a StGB an wei­ter­ge­hen­de Vor­aus­set­zun­gen geknüpft sein 1.
Nach § 46a Nr. 1 StGB kann zwar das ernst­haf­te Bemü­hen des Täters um Wie­der­gut­ma­chung, das dar­auf gerich­tet ist, einen Aus­gleich mit dem Ver­letz­ten zu errei­chen, genü­gen. Die Vor­schrift setzt aber nach der gesetz­ge­be­ri­schen Inten­ti­on 2 und nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs einen kom­mu­ni­ka­ti­ven Pro­zess zwi­schen Täter und Opfer vor­aus, der auf einen umfas­sen­den, frie­dens­stif­ten­den Aus­gleich der durch die Straf­tat ver­ur­sach­ten Fol­gen ange­legt sein muss. Das ein­sei­ti­ge Wie­der­gut­ma­chungs­be­stre­ben ohne den Ver­such der Ein­be­zie­hung des Opfers genügt nicht 3.
Wenn auch ein Wie­der­gut­ma­chungs­er­folg nicht zwin­gen­de Vor­aus­set­zung ist 4, so muss sich doch das Opfer auf frei­wil­li­ger Grund­la­ge zu einem Aus­gleich bereit­fin­den und sich auf ihn ein­las­sen. Ein erfolg­rei­cher Täter-Opfer-Aus­gleich im Sin­ne von § 46a Nr. 1 StGB setzt grund­sätz­lich vor­aus, dass das Opfer die erbrach­ten Leis­tun­gen oder Bemü­hun­gen des Täters als frie­dens­stif­ten­den Aus­gleich akzep­tiert 5. Das ergibt sich aus der ratio und der Ent­ste­hungs­ge­schich­te die­ser Norm. Der Täter muss zudem mit dem ernst­haf­ten Bestre­ben han­deln, das Opfer "zufrie­den­zu­stel­len". Ob der nach § 46a Nr. 1 StGB erfor­der­li­che kom­mu­ni­ka­ti­ve Pro­zess gege­ben ist, ist im Ein­zel­fall anhand delikts­spe­zi­fi­scher Gesichts­punk­te zu prü­fen 6.
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 5. Novem­ber 2014 – 1 StR 327/​14
Täter.Opfer-Ausgleich – als kom­mu­ni­ka­ti­ver Pro­zess Für einen Täter-Opfer-Aus­gleichs im Sin­ne von § 46a Nr. 1 StGB ist ein kom­mu­ni­ka­ti­ver Pro­zess zwi­schen Täter und Opfer erfor­der­lich, der auf einen umfas­sen­den Aus­gleich…
Gefähr­li­cher Ein­griff in den Stra­ßen­ver­kehr – und der… Der ver­typ­te Straf­mil­de­rungs­grund des § 46a Nr. 1 StGB ist auf den vor­sätz­li­chen Ein­griff in den Stra­ßen­ver­kehr nach § 315b StGB nicht anwend­bar. Obgleich §…
vgl. BGH, Urteil vom 31.05.2002 – 2 StR 73/​02, inso­weit nicht abge­druckt in NStZ 2002, 646[↩]
BT-Drs. 12/​6853, S. 21, 22[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 27.08.2002 – 1 StR 204/​02, NStZ 2003, 29[↩]
vgl. BGH, Beschluss vom 22.08.2001 – 1 StR 333/​01, NStZ 2002, 29[↩]
vgl. BGH, Urtei­le vom 26.08.2003 – 1 StR 174/​03, NStZ-RR 2003, 363; und vom 12.01.2012 – 4 StR 290/​11, NStZ 2012, 439; jeweils mwN[↩]
BGH, Urteil vom 31.05.2002 – 2 StR 73/​02, NStZ 2002, 646, 647[↩]