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Timestamp: 2020-04-06 08:37:15
Document Index: 254874719

Matched Legal Cases: ['§ 235', '§ 236', '§ 236', '§ 236', '§ 238', '§ 237', '§ 237', '§ 43', '§ 96', '§ 242', '§ 255', '§ 78']

Welche Rentenarten gibt es? - hanse-beratungsteam.de
In der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) sind neben den drei u.g. Hauptsparten auch Leistungen im Rahmen der medizinischen und beruflichen Rehabilitation zur Wiederherstellung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit versichert. Dies dient zur Wiederherstellung und Erhalt der Arbeitskraft. Also praktisch zur Abwendung der versicherten Risiken und des vorzeitigen Leistungsfalls Erwerbsminderungsrente. Hier gilt der Grundsatz „Reha vor Rente“, es wird versucht, die Erwerbsfähigkeit wiederherzustellen.
Die verschiedenen Rentenarten sind:
Renten wegen Todes (Witwen- und Waisenrente)
Diese werden im Folgenden kurz dargestellt.
Wir unterscheiden folgende Rentenarten (SGB VI):
Regelaltersrente, § 235 SGB VI
Altersrente für langjährig Versicherte, § 236 SGB VI
Altersrente für besonders langjährig Versicherte, § 236b SGB VI
Altersrente für schwerbehinderte Menschen, § 236a SGB VI
Altersrente für langjährig unter Tage beschäftigte Bergleute, § 238 SGB VI
Auslaufende Renten sind:
(nur noch für Versicherte, die vor dem 1. Januar 1952 geboren sind § 237 SGB VI) und
(nur noch für Versicherte, die vor dem 1. Januar 1952 geboren sind § 237a SGB VI).
Das Rentenreformgesetz 1999 bestimmt, dass diese beiden Renten ab dem Jahr 2000 nur noch für Versicherte gezahlt werden, die vor 1952 geboren sind.
Welche Arten der Erwerbsminderungsrente gibt es?
Die Rente wegen Erwerbsminderung aus der gesetzlichen Rentenversicherung ist in § 43 SGB VI geregelt.
Der Gesetzgeber definiert: „…(voll) erwerbsgemindert ist, wer wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande ist, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes zumindest drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein. Erwerbsgemindert ist nicht, wer unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens sechs Stunden täglich erwerbstätig sein kann“. Daraus ergibt sich folgende Differenzierung.
Teilweise erwerbsgemindert sind Versicherte, … auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, … mindestens sechs Stunden täglich erwerbstätig zu sein. Hier besteht also noch ein Restleistungsvermögen zwischen drei und sechs Stunden täglich. Dies erlaubt eine entsprechende Teilzeitbeschäftigung.
Berufsunfähigkeitsversicherung der GRV
Eine Berufsunfähigkeitsrente der gesetzlichen Rentenversicherung können nur noch Versicherte erhalten, die vor dem 2. Januar 1961 geboren sind. Das Risiko der Berufsunfähigkeit muss seit dem 1. Januar 2001 durch eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abgesichert werden.
Es liegt keine Erwerbsminderung vor wenn irgendeine Arbeit mindestens sechs Stunden täglich durchgeführt werden kann. Dies bedeutet, dass der Versicherte, wenn er in seinem bisherigen Beruf nicht mehr arbeiten kann, auf die Ausübung einer neuen Tätigkeit verwiesen werden kann. Er kann z.B. kein Außendienstler mehr sein, aber er kann noch Pförtner sein.
Die Höhe der Rente richtet sich nach den zu Rentenbeginn erreichten Entgeltpunkten. Erfolgt der Eintritt in die Erwerbsminderungsrente vor Vollendung des 62. Lebensjahres wird die Differenz zwischen Renteneintritt und vollendetem 62. Lebensjahres als sogenannte Zurechnungszeit hinzugezählt. Bewertet wird die Zeit i.d.R. mit dem durchschnittlichen Verdienst der letzten Jahre. Der Versicherte wird damit so gestellt, als habe er bis zum vollendeten 62. Lebensjahr gearbeitet. Zur Berechnung der Rente sind des Weiteren der Zugangsfaktor und der Rentenartfaktor nötig. Da die Rente vor Erreichung der Regelaltersgrenze in Anspruch genommen wird vermindert sich der Zugangsfaktor, maximal um 10,8%.
Der Rentenartfaktor beträgt bei:
„Voller Erwerbsminderung“ = 1,0
„Teilweiser Erwerbsminderung“ = 0,5
Eine Erwerbsminderungsrente wird nur gewährt, wenn bestimmte Hinzuverdienstgrenzen nicht überschritten werden. Geregelt sind diese Hinzuverdienstgrenzen in § 96a SGB VI.
Wann wird Witwen- und Waisenrente gezahlt?
Die Witwen- und Waisenrente gehört zur gesetzlichen Rentenversicherung und dort zu den „Renten wegen Todes“. Die Hinterbliebenenrente soll den Unterhalt, den der verstorbene Ehegatte nicht mehr verdienen kann ersetzen bzw. teilweise ersetzen.
Was ist „Kleine Witwenrente“?
Der Hinterbliebene erhält, vereinfacht dargestellt, bei der kleinen Witwenrente zwei Jahre lang eine Rente in Höhe von 25 % der zum Todeszeitpunkt gezahlten Altersrente des Verstorbenen, § 242a Abs. 1 SGB VI. (bei Altfällen ohne zeitliche Begrenzung).
Was ist „Große Witwenrente“?
In Abhängigkeit vom Alter des Überlebende, der Tatsache das dieser er ein Kind erzieht oder er selbst erwerbsgemindert ist, bekommt er die große Witwenrente unbefristet zu 55 %, § 255 Abs. 1 SGB VI (in Altfällen 60 %).
Bei der Rentenberechnung drückt sich dies im Rentenartfaktor aus.
Zusätzlich wird ein Kinderzuschlag gewährt wenn der Überlebende ein Kind bis ins dritte Lebensjahr hinein erzieht. Der Kinderzuschlag wird berechnet nach § 78a Abs. 1 SGB VI.
Bei der Rentenberechnung ist auch hier ein Rentenabschlag zu berücksichtigen. Maximal 10,8 % wenn der Verstorbene vor Eintritt der Regelaltersgrenze verstirbt.
Eine Waisenrente ist eine Rentenzahlung der gesetzlichen Rentenversicherung bzw. Unfallversicherung. Diese wird im Falle des Todes der Versicherten an dessen Kinder gezahlt wird. Sie dient dem Ersatz der entfallenden Unterhaltsbeiträge des Verstorbenen. Man spricht von einer „Halbwaisenrente“ wenn nur ein Elternteil verstorben ist. Wenn beide Elternteile verstorben sind spricht man von einer „Vollwaisenrente“.
Die Waisenrente beträgt, vereinfacht dargestellt, für Halbwaisen 10 % bis 20 % der Rente des verstorbenen Versicherten. Bei Vollwaisen 20 % bis 40 % der Rente des verstorbenen Versicherten mit der höheren Rente. Auch dies drückt sich im Rentenartfaktor aus.