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Timestamp: 2016-10-20 19:55:24
Document Index: 349913646

Matched Legal Cases: ['Art. 86', 'Art. 90', 'Art. 82', 'Art. 83', 'Art. 50', 'BGE', 'Art. 50', 'Art. 42', 'Art. 50', 'Art. 8', 'Art. 50', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 42', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 99', 'Art. 50', 'Art. 50', 'Art. 50', 'Art. 50', 'BGE', 'Art. 50', 'BGE', 'BGE', 'Art. 50', 'Art. 50', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 112', 'BGE', 'Art. 110', 'Art. 319', 'Art. 50', 'BGE', 'Art. 50', 'Art. 42', 'Art. 43', 'BGE', 'BGE', 'Art. 83', 'Art. 50', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68', 'Art. 64', 'Art. 66']

2C_20/2015 (21.07.2015)
2C_20/2015 � � Urteil vom 21. Juli 2015
beide vertreten durch Rechtsanw�ltin Magda Zihlmann,
Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Z�rich, 2. Abteilung, vom 12. November 2014.
A.A.________, geboren 1969, t�rkische Staatsangeh�rige, heiratete am 18. Oktober 2011 den in der Schweiz niedergelassenen t�rkischen Staatsangeh�rigen B.A.________. Aufgrund der Ehe erhielt sie eine Aufenthaltsbewilligung, letztmals verl�ngert bis 4. M�rz 2013. Am 29. Juni 2012 reiste ihr Sohn aus erster Ehe, C.________, geboren 1995, in die Schweiz ein und erhielt im Rahmen des Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung, g�ltig bis 4. M�rz 2013. Mit Verf�gung vom 16. Mai 2013 wies das Migrationsamt des Kantons Z�rich die Gesuche von A.A.________ und C.________ um Verl�ngerung der Aufenthaltsbewilligung ab und wies sie aus der Schweiz weg.
Die dagegen erhobenen kantonalen Rechtsmittel blieben ohne Erfolg (Entscheid der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 4. August 2014 und Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Z�rich vom 12. November 2014).
A.A.________ und C.________ erheben mit gemeinsamer Eingabe vom 8. Januar 2015 Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Antrag, das angefochtene Urteil sei aufzuheben und die Sache zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Eventualiter sei den Beschwerdef�hrenden die Aufenthaltsbewilligung zu verl�ngern. Ferner sei ihnen f�r das vorinstanzliche Verfahren eine Parteientsch�digung zuzusprechen, eventualiter die unentgeltliche Rechtspflege zu gew�hren.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich und das Staatssekretariat f�r Migration beantragen Abweisung der Beschwerde. Die Sicherheitsdirektion verzichtet auf Vernehmlassung.
Mit Verf�gung des Pr�sidenten der II. �ffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichts vom 13. Januar 2015 wurde der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuerkannt.
Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen den Endentscheid einer letzten oberen kantonalen Instanz (Art. 86 Abs. 1 lit. d und Abs. 2 BGG; Art. 90 BGG) in einer Angelegenheit des �ffentlichen Rechts (Art. 82 lit. a BGG) ist grunds�tzlich zul�ssig. Sie ist jedoch nach Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG ausgeschlossen gegen Entscheide �ber ausl�nderrechtliche Bewilligungen, auf deren Erteilung weder das Bundes- noch das V�lkerrecht einen Rechtsanspruch einr�umen.
1.1.�Die Beschwerdef�hrerin 1 macht in vertretbarer Weise einen Anspruch auf Verl�ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligung gest�tzt auf Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG geltend, so dass die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten zul�ssig ist; ob die Voraussetzungen f�r die Verl�ngerung der Bewilligung vorliegen, ist Gegenstand der materiellen Beurteilung (BGE 139 I 330 E. 1.1 S. 332; 136 II 177 E. 1.1 S. 179 f.).
1.2.�Der Beschwerdef�hrer 2 kann hingegen aus Art. 50 AuG keinen Bewilligungsanspruch ableiten: Diese Bestimmung kn�pft an die Aufenthaltsanspr�che nach den Art. 42 und 43 AuG an, welche ihrerseits nur den Ehegatten und ledigen Kindern unter 18 Jahren von Schweizerinnen und Schweizern bzw. von Personen mit Niederlassungsbewilligung zustehen. Der Beschwerdef�hrer 2 ist weder Kind eines Schweizers oder einer Schweizerin noch einer Person mit Niederlassungsbewilligung und kann sich daher von vornherein nicht auf Art. 50 AuG berufen. Andere Rechtsanspr�che werden nicht geltend gemacht und sind auch nicht ersichtlich. Namentlich k�nnte sich der vollj�hrige Beschwerdef�hrer mangels eines geltend gemachten Abh�ngigkeitsverh�ltnisses zu seiner Mutter auch nicht auf Art. 8 EMRK berufen, selbst wenn die Mutter ihrerseits aufgrund von Art. 50 AuG ein gefestigtes Aufenthaltsrecht in der Schweiz haben sollte. Auf die Beschwerde des Beschwerdef�hrers 2 ist daher nicht einzutreten.
Das Bundesgericht legt seinem Urteil den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt zu Grunde (Art. 105 Abs. 1 BGG), es sei denn, dieser sei offensichtlich unrichtig oder beruhe auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG (Art. 105 Abs. 2 BGG). Offensichtlich unrichtig festgestellt ist ein Sachverhalt, wenn er willk�rliche Feststellungen beinhaltet (BGE 137 I 58 E. 4.1.2 S. 62). Die betroffene Person muss rechtsgen�gend dartun, dass und inwiefern der festgestellte Sachverhalt in diesem Sinne mangelhaft erscheint und die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG); rein appellatorische Kritik an der Sachverhaltsermittlung und an der Beweisw�rdigung gen�gt den Begr�ndungs- bzw. R�geanforderungen nicht (vgl. BGE 139 II 404 E. 10.1 S. 445 mit Hinweisen). Neue Tatsachen und Beweismittel d�rfen nur so weit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG).
3.1.�Gem�ss Art. 50 Abs. 1 AuG besteht nach Aufl�sung der Ehe oder der Familiengemeinschaft der Anspruch des Ehegatten auf Erteilung und Verl�ngerung der Aufenthaltsbewilligung nach den Artikeln 42 und 43 weiter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und eine erfolgreiche Integration besteht (lit. a) oder wichtige pers�nliche Gr�nde einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (lit. b). Die Beschwerdef�hrerin bestreitet nicht, dass ihre Ehegemeinschaft mit dem hier niedergelassenen Ehemann weniger als drei Jahre gedauert hat und sie somit keinen Anspruch aus Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG ableiten kann. Sie beruft sich jedoch auf einen wichtigen pers�nlichen Grund nach Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG. Solche Gr�nde k�nnen namentlich vorliegen, wenn die Ehegattin oder der Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde oder die Ehe nicht aus freien Willen geschlossen hat oder die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gef�hrdet erscheint (Art. 50 Abs. 2). Die Aufz�hlung dieser Gr�nde, welche alternativ zur Anwendung kommen, ist nicht abschliessend (BGE 136 II 1 E. 5.1-5.3 S. 3 f.). Der Gesetzgeber wollte mit Art. 50 AuG in erster Linie die Ehegatten nach Aufl�sung der Ehe sch�tzen, um sie nicht vor das Dilemma zu stellen, entweder in einer unzumutbaren ehelichen Gemeinschaft zu verbleiben oder allein in ein gesellschaftliches Umfeld zur�ckzukehren, wo sie wegen ihrer Trennung oder Scheidung m�glicherweise ge�chtet werden (BGE 140 II 129 E. 3.5 S. 133; vgl. auch BGE 138 II 229 E. 3.1 S. 232).
3.2.�Die Beschwerdef�hrerin macht einerseits eheliche Gewalt seitens ihres Ehemannes geltend (dazu unten E. 4); andererseits beruft sie sich auf Unzumutbarkeit der R�ckkehr ins Heimatland (E. 5).
4.1.�Im Rahmen von Art. 50 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Art. 50 Abs. 2 AuG ist jede Form ehelicher bzw. h�uslicher Gewalt, sei sie k�rperlicher oder psychischer Natur, ernst zu nehmen. H�usliche Gewalt bedeutet systematische Misshandlung mit dem Ziel, Macht und Kontrolle auszu�ben, und nicht eine einmalige T�tlichkeit oder eine verbale Beschimpfung im Verlauf eines eskalierenden Streits. Die physische oder psychische Zwangsaus�bung und deren Auswirkungen m�ssen vielmehr von einer gewissen Konstanz bzw. Intensit�t sein (BGE 138 II 229 E. 3.2.1 S. 232 f.). Auch psychische Druckaus�bung wie dauerndes Beschimpfen, Erniedrigen, Drohen und Einsperren kann einen f�r die Annahme eines nachehelichen H�rtefalls relevanten Grad an unzul�ssiger Oppression erreichen. Dies ist der Fall, wenn die psychische Integrit�t des Opfers bei einer Aufrechterhaltung der ehelichen Gemeinschaft schwer beeintr�chtigt w�rde. Nicht jede ungl�ckliche, belastende und nicht den eigenen Vorstellungen entsprechende Entwicklung einer Beziehung begr�ndet indessen bereits einen nachehelichen H�rtefall und ein weiteres Anwesenheitsrecht in der Schweiz. Die anhaltende, erniedrigende Behandlung muss derart schwer wiegen, dass von der betroffenen Person bei Ber�cksichtigung s�mtlicher Umst�nde vern�nftigerweise nicht erwartet werden kann, dass sie einzig aus bewilligungsrechtlichen Gr�nden die Ehe aufrechterh�lt und in einer ihre Menschenw�rde und Pers�nlichkeit verneinenden Beziehung verharrt (BGE 138 II 229 E. 3.2.2 S. 233 f.).
�Die ausl�ndische Person trifft bei den Feststellungen des entsprechenden Sachverhalts eine weitreichende Mitwirkungspflicht. Sie muss die eheliche Gewalt bzw. h�usliche Oppression in geeigneter Weise glaubhaft machen. Allgemein gehaltene Behauptungen oder Hinweise auf punktuelle Spannungen gen�gen nicht; wird h�usliche Gewalt in Form psychischer Oppression behauptet, muss vielmehr die Systematik der Misshandlung bzw. deren zeitliches Andauern und die daraus entstehende subjektive Belastung objektiv nachvollziehbar konkretisiert und beweism�ssig unterlegt werden (BGE 138 II 229 E. 3.2.3 S. 235).
4.2.�Das Verwaltungsgericht hat erwogen, die Sicherheitsdirektion habe ausf�hrlich dargelegt, weshalb keine wichtigen Gr�nde vorl�gen, welche einen weiteren Aufenthalt der Beschwerdef�hrerin in der Schweiz erforderlich mache. Darauf und insbesondere auf den Sachverhalt k�nne verwiesen werden.
�Was die Beschwerdef�hrenden dagegen vorbr�chten, lasse die unterinstanzliche Beweisw�rdigung nicht in einem anderen Licht erscheinen. Im Rekursentscheid sei ausf�hrlich und nachvollziehbar dargetan, weshalb die Vorw�rfe gegen den Ehemann betreffend ehelicher Gewalt nicht glaubhaft seien. Die Ausf�hrungen der Beschwerdef�hrerin seien unsubstanziiert und zeichneten sich durch einen Mangel an logischer Konsistenz und Details aus. Der Rekursentscheid habe die vorgebrachten Beweismittel sorgf�ltig und korrekt gew�rdigt. Der Vorwurf, der Ehemann habe als Teil der systematischen Unterdr�ckung Strafanzeige gegen die Beschwerdef�hrerin erhoben, sei unhaltbar, habe doch der Ehemann nicht selber die Polizei benachrichtigt und auf die Erhebung einer Strafanzeige verzichtet. Auch die geschilderte Wohn- und Schlafsituation lasse nicht auf systematische Unterdr�ckung schliessen. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern der Umstand, dass die Beschwerdef�hrerin einen Grossteil ihres Einkommens f�r die Lebenskosten der Familie habe abgeben m�ssen, ein Machtinstrument sei, um sie gef�gig zu machen.
�Die eingereichten Berichte der Opferberatungsstelle bif und des medizinischen Zentrums L�wenberg (MZL) w�rden zwar psychiatrische Diagnosen stellen, aber die behauptete eheliche Gewalt nicht belegen, zumal die besagten Berichte einzig auf den Aussagen der Beschwerdef�hrerin beruhten und �usserst knapp gehalten seien. Daran verm�ge auch die Zeugenaussage des Beschwerdef�hrers 2 nichts zu �ndern. Selbst wenn der Ehemann wegen Drohung verurteilt werden sollte, belege dies nicht das von der Beschwerdef�hrerin vorgebrachte ehewidrige Verhalten. Die Beschwerdef�hrerin habe bereits vor der Ehe an psychischen Problemen gelitten, nachdem sie in ihrer ersten Ehe Opfer von massiver physischer und psychischer Gewalt geworden sei; die Gesundheitsprobleme wiesen keinen nachweisbaren Zusammenhang mit der nur kurz gelebten Ehe in der Schweiz auf.
4.3.�Entscheide, die der Beschwerde an das Bundesgericht unterliegen, m�ssen namentlich die massgebenden Gr�nde tats�chlicher und rechtlicher Art, insbesondere die Angabe der angewendeten Gesetzesbestimmungen enthalten (Art. 112 Abs. 1 lit. b BGG). Aus dem Entscheid muss klar hervorgehen, von welchem festgestellten Sachverhalt die Vorinstanz ausgegangen ist und welche rechtlichen �berlegungen sie angestellt hat (BGE 138 IV 81 E. 2.2 S. 84; 135 II 145 E. 8.2 S. 153; je mit Hinweisen). Es ist zwar zul�ssig, ohne neue Motive auf die schriftliche Begr�ndung des unterinstanzlichen Entscheides zu verweisen; das gilt allerdings nur, sofern vor der oberen Instanz keine beachtlichen Gr�nde vorgebracht werden, zu denen die untere Instanz noch nicht Stellung bezogen hat (Urteil 4A_434/2013 vom 19. Dezember 2013 E. 1.2).
�Ist - wie hier - das Verwaltungsgericht die einzige gerichtliche Instanz auf kantonaler Ebene, muss es den Sachverhalt frei pr�fen und das massgebende Recht von Amtes wegen anwenden (Art. 110 BGG). Es muss daher namentlich auch sachverhaltliche Entwicklungen ber�cksichtigen, die sich zwischen dem unterinstanzlichen Entscheid und seinem eigenen Urteil ergeben haben (Urteil 2C_728/2014 vom 3. Juni 2015 E. 2.2.3).
4.4.�Die Beschwerdef�hrerin r�gt, die Vorinstanz habe verschiedene Aspekte nicht gew�rdigt. Diese Kritik ist teilweise rein appellatorisch oder nicht rechtserheblich, so namentlich in Bezug auf die Wohnsituation, die zwar eine schwierige Beziehung aufgrund unterschiedlicher Charaktere und Einstellungen der Ehegatten, aber keine h�usliche Gewalt belegt.
4.5.�Von Bedeutung k�nnten hingegen vom Ehemann begangene T�tlichkeiten und Drohungen gegen�ber der Beschwerdef�hrerin sein. Im Rekursentscheid, auf den die Vorinstanz verweist, wurde darauf hingewiesen, dass die Beschwerdef�hrerin am 3. Mai 2013 gegen den Ehemann Strafanzeige gestellt habe, das Strafverfahren noch h�ngig sei und der Ehemann verbale sowie schriftliche Entgleisungen zugegeben habe (Rekursentscheid E. 9j S. 15 f.; E. 10.c.bb und ee S. 21 f.). Der Rekursentscheid erwog jedoch, die Beschwerdef�hrerin habe erst begonnen, den Ehemann h�uslicher Gewalt zu bezichtigen, als das Scheitern der Ehe klar gewesen sei. Selbst wenn der Ehemann tats�chlich wegen Drohung zum Nachteil der Beschwerdef�hrerin verurteilt w�rde, �ndere sich mangels Kausalzusammenhang zwischen diesem Vorfall und der Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft nichts am Verfahrensausgang.
4.6.�In der Beschwerde an das Verwaltungsgericht hatte die Beschwerdef�hrerin ein Einvernahmeprotokoll der Staatsanwaltschaft mit ihrem Sohn (dem Beschwerdef�hrer 2) als Zeugen vom 19. Februar 2014 eingereicht und darauf hingewiesen, dass die Staatsanwaltschaft am 9. Juli 2014 Anklage gegen den Ehemann erhoben habe. Sie hatte ferner ausgef�hrt, die eheliche Gewalt sei kausal f�r die Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft gewesen, habe doch der Ehemann erst im Nachgang zu ihrer Strafanzeige vom Mai 2013 die Scheidungsklage eingereicht. Die Vorinstanz f�hrte dazu nur aus, auch die Zeugenaussage des Beschwerdef�hrers 2 verm�ge nichts daran zu �ndern, dass die Vorbringen der Beschwerdef�hrerin nicht bewiesen seien. Selbst wenn der Ehemann wegen Drohung verurteilt w�rde, belege dies nicht das von der Beschwerdef�hrerin vorgebrachte ehewidrige Verhalten.
4.7.�Diese W�rdigung ist jedenfalls in dieser absoluten Form nicht haltbar: Der Umstand, dass die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben hat, belegt zwar nicht, dass die Vorw�rfe tats�chlich zutreffen, zeigt aber immerhin, dass aus Sicht der Staatsanwaltschaft ein erh�rteter Tatverdacht vorliegt (Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO). Zudem k�nnen Drohungen durchaus eine im Lichte von Art. 50 Abs. 2 AuG relevante psychische Oppression darstellen, wenn sie systematisch sowie dauernd erfolgen und dadurch die psychische Integrit�t des Opfers bei einer Aufrechterhaltung der ehelichen Gemeinschaft schwer beeintr�chtigt w�rde (BGE 138 II 229 E. 3.2.2 S. 234). Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb eine allf�llige Verurteilung des Ehemannes nicht geeignet sein k�nnte, eine solche Oppression zu belegen.
�Die Beschwerdef�hrerin legt vor Bundesgericht die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft vom 9. Juli 2014 vor. Diese h�tte an sich zwar bereits vor der Vorinstanz eingereicht werden k�nnen, kann aber als zul�ssiges Novum entgegengenommen werden, da die Beschwerdef�hrerin davon ausgehen durfte, dass die Vorinstanz - welcher bekannt war, dass ein Strafverfahren h�ngig war - diese von Amtes wegen ber�cksichtigen w�rde. Aus der Anklageschrift geht hervor, dass die Staatsanw�ltin den Ehemann u.a. anklagt, er habe "beinahe t�glich" gedroht, dass er die Beschwerdef�hrerin sowie ihren Sohn umbringe und mit dem Messer verletze; er habe von M�rz 2012 bis Mai 2013 mindestens alle drei bis vier Wochen die Beschwerdef�hrerin mit den F�ssen gegen den Beinbereich getreten, w�hrend sie infolge von Ohnmachtsanf�llen am Boden lag.
�Angesichts einer solchen Anklage l�sst sich nicht von vornherein verneinen, dass das Verhalten des Ehemannes h�usliche Gewalt darstellen k�nnte. Zutreffend ist zwar, dass die Beschwerdef�hrerin erst im zeitlichen Zusammenhang mit dem Scheitern der Ehe die Strafanzeige erstattet hat. Das allein schliesst aber nicht aus, dass die allf�llige eheliche Gewalt kausal sein k�nnte f�r das Scheitern der Ehe; Art. 50 Abs. 2 AuG ist gerade auf Situationen zugeschnitten, in denen Ehegatten im Zwiespalt sind, entweder eine unzumutbare Ehe weiterhin zu ertragen oder durch strafrechtliches Vorgehen gegen den Ehepartner die Ehe und auch das Aufenthaltsrecht aufs Spiel zu setzen. Die Vorinstanz h�tte auf diese gegen�ber dem Rekursentscheid z.T. neuen Fakten und Vorbringen eingehen m�ssen (vorne E. 4.3).
�Zutreffend ist schliesslich die R�ge, dass die Vorinstanz mit keinem Wort ihre Auffassung begr�ndet, die Beschwerdef�hrerin habe bereits vor ihrer Ehe an psychischen Problemen gelitten. Es kann somit nicht ausgeschlossen werden, dass die psychischen Probleme - die als solche vom Verwaltungsgericht nicht in Frage gestellt werden - einen Zusammenhang mit der in der Schweiz erlebten Ehe haben.
4.8.�Insgesamt ist der rechtserhebliche Sachverhalt in Bezug auf die geltend gemachte eheliche Gewalt ungen�gend abgekl�rt.
5.1.�Ein pers�nlicher, nachehelicher H�rtefall setzt aufgrund der konkreten Umst�nde eine erhebliche Intensit�t der Konsequenzen f�r das Privat- und Familienleben der ausl�ndischen Person voraus, die mit ihrer Lebenssituation nach dem Dahinfallen der gest�tzt auf Art. 42 Abs. 1 bzw. Art. 43 Abs. 1 AuG abgeleiteten Anwesenheitsberechtigung verbunden sind. Entscheidend ist, ob die pers�nliche, berufliche und famili�re Wiedereingliederung als stark gef�hrdet zu gelten hat, und nicht, ob ein Leben in der Schweiz einfacher w�re. Hat der Aufenthalt nur k�rzere Zeit gedauert und wurden keine engen Beziehungen zur Schweiz gekn�pft, l�sst sich ein Anspruch auf weiteren Verbleib nicht begr�nden, wenn die erneute Integration im Herkunftsland keine besonderen Probleme stellt (Botschaft AuG, BBl 2002 3709 Ziff. 1.3.7.6 S. 3754; BGE 138 II 229 E. 3.1 S. 231 f.; 137 II 345 E. 3.2.3 S. 350).
�Eine starke Gef�hrdung der Wiedereingliederung kann vorliegen bei geschiedenen Frauen, welche in ein patriarchalisches Gesellschaftssystem zur�ckkehren und dort wegen ihres Status als Geschiedene mit Diskriminierungen oder �chtungen rechnen m�ssten (BGE 137 II 345 E. 3.2.2 S. 349). Hindernisse, die dem Vollzug der Wegweisung entgegenstehen (Art. 83 AuG), sind geeignet, die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland zu beeintr�chtigen und einen nachehelichen H�rtefall im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG zu begr�nden; sie sind deshalb im Bewilligungsverfahren mitzuber�cksichtigen (BGE 137 II 345 E. 3.3.2 S. 351 f.).
5.2.�Die Beschwerdef�hrerin hat bis zum Alter von etwa 43 Jahren in der T�rkei gelebt und h�lt sich erst seit rund vier Jahren in der Schweiz auf. Eine R�ckkehr in die Heimat ist ihr grunds�tzlich ohne weiteres zumutbar. Die Beschwerdef�hrerin bringt dagegen einerseits vor, sie w�re als geschiedene Frau massiven gesellschaftlichen �chtungen bis hin zur Gefahr eines Ehrenmordes ausgesetzt. Andererseits macht sie geltend, aufgrund ihrer psychischen Probleme sei eine R�ckkehr nicht zumutbar.
5.3.�Die Vorinstanz hat zur Gefahr eines Ehrenmordes ausgef�hrt, eine solche Gef�hrdung sei weder ausreichend konkretisiert noch anzunehmen; die Beschwerdef�hrerin habe schon nach ihrer ersten Scheidung rund ein Jahr und acht Monate bei ihrer Familie gelebt; zudem stehe es ihr frei, sich in einem anderen Landesteil niederzulassen und sich so dem Einfluss der Familie zu entziehen; auch k�nne sie bei den t�rkischen Beh�rden um Schutz ersuchen, welche als schutzf�hig und -willig gelten w�rden.
�Die Beschwerdef�hrerin bringt dagegen bloss vor, die Vorinstanz habe nicht beachtet, dass sie Kurdin sei, bei welchen die Gefahr von Ehrenmorden h�her sei als bei T�rken. Das �ndert aber nichts daran, dass die Beschwerdef�hrerin auch fern von ihrer Familie in einem anderen Teil des Landes leben kann. Angesichts der auch in der T�rkei in den letzten Jahren deutlich gestiegenen Scheidungsrate kann jedenfalls nicht in genereller Weise gesagt werden, dass das Leben einer geschiedenen Frau in der T�rkei unzumutbar w�re.
5.4.�Sodann macht die Beschwerdef�hrerin geltend, dass sie bei einer R�ckkehr ihr ganzes Leben neu aufbauen m�sste, was ihr angesichts ihres psychischen Zustands nicht zumutbar sei. Indessen ist nicht ersichtlich, weshalb eine psychiatrische Behandlung nicht auch in der T�rkei m�glich sein soll. Vor der Vorinstanz hat die Beschwerdef�hrerin bloss ohne Beleg ausgef�hrt, sie halte sich seit dem 24. Juli 2014 in der Psychiatrischen Universit�tsklinik auf. Vor Bundesgericht bringt sie nur pauschal vor, gem�ss Zeugnissen des MZL und des bif (vorne E. 4.2, letzter Abschnitt) k�nne die Unzumutbarkeit einer R�ckkehr belegt werden. Dabei handelt es sich einerseits um unzul�ssige und zudem unsubstantiierte Noven. Andererseits macht die Beschwerdef�hrerin auch nicht geltend, die Vorinstanz habe diesbez�glich den Sachverhalt offensichtlich unrichtig, rechtsverletzend oder unvollst�ndig festgestellt. Eine Unzumutbarkeit der R�ckkehr kann daher nicht angenommen werden.
Insgesamt erweist sich die Beschwerde insofern als begr�ndet, als das Verwaltungsgericht das Vorliegen h�uslicher Gewalt nicht hinreichend abgekl�rt hat. Da die eheliche Gewalt und die starke Gef�hrdung der Wiedereingliederung nicht kumulativ erf�llt sein m�ssen, um einen Bewilligungsanspruch zu begr�nden (vorne E. 3.1), ist die Sache zur n�heren Abkl�rung der ehelichen Gewalt und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
7.1.�Die R�ckweisung zur Neubeurteilung mit offenem Ausgang gilt als Obsiegen der Beschwerdef�hrerin 1. Insoweit sind keine Kosten zu erheben (Art. 66 Abs. 1 und 4 BGG) und hat der Kanton Z�rich der Beschwerdef�hrerin 1 f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Parteientsch�digung zu bezahlen (Art. 68 BGG). In diesem Umfang ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos.
7.2.�Der Beschwerdef�hrer 2 unterliegt. Da seine Beschwerde aussichtslos war, kann dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nicht entsprochen werden (Art. 64 Abs. 1 BGG). Er tr�gt die anteilm�ssigen Kosten des Verfahrens (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Die Beschwerde der Beschwerdef�hrerin 1 wird gutgeheissen. Das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Z�rich vom 12. November 2014 wird in Bezug auf die Beschwerdef�hrerin 1 aufgehoben und die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erw�gungen an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden dem Beschwerdef�hrer 2 auferlegt.
Der Kanton Z�rich hat der Beschwerdef�hrerin 1 f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Parteientsch�digung von Fr. 1'000.-- zu bezahlen.