Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F08-09-2000-U_351-1999
Timestamp: 2016-10-24 14:22:41
Document Index: 180828732

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 9']

U 351/99 (08.09.2000)
U 351/99 Vr
Bundesrichter Sch�n, Spira und Bundesrichterin Widmer; Gerichtsschreiber Condrau
SOLIDA Versicherungen AG, Saumackerstrasse 35, Z�rich, Beschwerdef�hrerin,
B._______, 1969, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Advokat Markus Schmid, Steinenschanze 6, Basel,
A.- B._______ war als Sachbearbeiterin bei der Krankenkasse Artisana angestellt und bei der SOLIDA Versicherungen AG (nachfolgend SOLIDA) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert. Am 31. Oktober 1993 besuchte sie die Herbstmesse, wo sie auf einer Vergn�gungsbahn (Snowjet) pl�tzlich einen heftigen Schlag in der Halswirbels�ule versp�rte. Als Folge davon litt sie an einem Cervicalsyndrom, cervicogenen Kopfschmerzen, intermittierenden Tinnitus und Augenflimmern sowie Schwindelattacken und Konzentrationsschw�che (Bericht vom 7. M�rz 1994).
Mit Verf�gung vom 1. Februar 1994 teilte die SOLIDA der Versicherten mit, beim erlittenen Schlag gegen den R�cken handle es sich nicht um einen Unfall im Sinne des Gesetzes. Daran hielt sie im Einspracheentscheid vom 17. Juni 1994 fest, wobei sie erg�nzte, dass auch eine unfall�hnliche K�rpersch�digung verneint werden m�sse.
B.- Mit Entscheid vom 14. Juni 1995 hiess das Versicherungsgericht des Kantons Basel-Landschaft eine hiegegen erhobene Beschwerde gut und verpflichtete die SOLIDA, f�r die Folgen des Unfalles die gesetzlichen Leistungen zu erbringen.
C.- Die von der SOLIDA gegen den Entscheid vom 14. Juni 1995 erhobene Beschwerde hiess das Eidgen�ssische Versicherungsgericht in dem Sinne gut, dass es den vorinstanzlichen Entscheid aufhob und die Sache an das Versicherungsgericht des Kantons Basel-Landschaft zu neuem Entscheid zur�ckwies. Das Gericht stellte fest, die bei der Versicherten eingetretene K�rpersch�digung sei angesichts des objektiv programmm�ssigen Bewegungsablaufs und damit des fehlenden Ungew�hnlichkeitscharakters des Bewegungsablaufes nicht Folge eines Unfalles im Rechtssinne. Die Sache sei an die Vorinstanz zur�ckzuweisen, damit sie nunmehr �ber die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid unter dem Titel der unfall�hnlichen K�rpersch�digung befinde (Urteil vom 13. Mai 1996).
D.- Im Anschluss daran beauftragte das Versicherungsgericht des Kantons Basel-Landschaft den Neurologen Dr. med. F._______ mit einer Expertise, welche am 3. Mai 1997 erstellt wurde. In Gutheissung der Beschwerde stellte das Gericht fest, dass eine Bandl�sion, mithin eine unfall�hnliche K�rpersch�digung ausgewiesen sei, f�r welche die SOLIDA die gesetzlichen Leistungen zu erbringen habe (Entscheid vom 10. Februar 1999).
E.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt die SOLIDA, es sei das Vorliegen einer unfall�hnlichen K�rpersch�digung zu verneinen und der Entscheid vom 10. Februar 1999 aufzuheben.
B._______ l�sst Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragen; das Bundesamt f�r Sozialversicherung verzichtet auf Vernehmlassung.
1.- Die Vorinstanz hat die gesetzliche Ordnung betreffend die K�rpersch�digungen, welche gem�ss Art. 6 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 UVV auch ohne ungew�hnliche �ussere Einwirkung den Unf�llen gleichgestellt sind, und die dazu ergangene Rechtsprechung (vgl. auch BGE 116 V 139 f. Erw. 4a, 147 Erw. 2b, je mit Hinweisen) zutreffend wiedergegeben. Darauf kann verwiesen werden.
2.- a) Das kantonale Gericht gelangte in W�rdigung der medizinischen Unterlagen zum Schluss, dass die Beschwerdegegnerin am 31. Oktober 1993 eine Bandl�sion erlitten hat.
Der Neurologe Dr. med. F._______ stellt im Gutachten vom 3. Mai 1997 folgende Diagnose: �Chronisch rezidivierendes Cervicocephalsyndrom ohne neurologische Ausf�lle bei Status nach HWS-Distorsion durch echtes Schleudertrauma am 3. Oktober 1993. M�glich zus�tzlicher Beitrag eines postcommotionellen Syndroms nach Glatteissturz vom 13. Januar 1995�. Mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit sei es �beim Ereignis vom 3. Oktober 1992� u.a. zu einer �berdehnung bzw. Zerrung von vorderen Halsmuskeln (Art. 9 Abs. 2 lit. d und e UVV) sowie des vorderen L�ngsbandes, wahrscheinlich auch des atlantoaxialen Bandapparates, besonders des Ligamentum alare links (Art. 9 Abs. 2 lit. g UVV) gekommen. Der Experte erkl�rt, im Rahmen von HWS-Distorsionen k�men zahlreiche verschiedene Verletzungen vor, worunter auch unfall�hnliche K�rpersch�digungen im Sinne der Verordnung. F�r akute Beschwerden k�nnten alle diese Ver�nderungen mitverantwortlich sein.
b) Es steht fest und ist unbestritten, dass die Beschwerdegegnerin eine Traumatisierung der HWS erlitten hat.
Im vorliegenden Fall konnte anhand der verf�gbaren
diagnostischen Mitteln der Nachweis einer Verletzung an Wirbels�ulengelenken, Muskeln, Sehnen oder am Bandapparat nicht nachgewiesen werden. Wie das Eidgen�ssische Versicherungsgericht in BGE 116 V 153 Erw. 5c und d feststellte, ist Art. 9 Abs. 2 UVV klar und differenziert formuliert, um Abgrenzungsschwierigkeiten zu vermeiden. Entsprechend verbietet die Bestimmung, unfall�hnliche K�rpersch�digungen, die nur vermutet, aber nicht nachgewiesen werden, darunter zu subsumieren. Dazu kommt, dass der Gutachter eine Vielzahl m�glicher konvergenter Tatsachen vermutet, die am Beschwerdebild beteiligt sein k�nnten. Dies bedeutet, dass sich darunter auch solche befinden k�nnten, die nicht zum Kreis der unfall�hnlichen K�rpersch�digungen geh�ren. Fehlt es aber am Nachweis unfall�hnlicher K�rpersch�digungen, ist die Leistungspflicht des Unfallversicherers nicht gegeben.
Kann somit eine Traumatisierung der HWS, jedoch nicht eine unfall�hnliche K�rpersch�digung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV medizinisch nachgewiesen werden, ist es auch nicht m�glich, diese allenfalls unter eine der in dieser Liste aufgez�hlten K�rpersch�digungen zu subsumieren. Was die Beschwerdegegnerin in der Vernehmlassung zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde hiegegen vorbringen l�sst, vermag an diesem Ergebnis nichts zu �ndern.
Basel-Landschaft vom 10. Februar 1999 aufgehoben.