Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202013,%20S.%202348
Timestamp: 2019-07-18 22:47:21
Document Index: 5702463

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', '§ 32', 'Art. 40', '§ 32', 'Art 40', '§ 823', '§ 1004', 'Art. 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1004', 'BGH', 'BGH', '§ 823', '§ 823', '§ 12', '§ 823', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1004', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', '§ 1004', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 8', 'BGH', 'BGH', '§ 8', 'BGH', '§ 1004', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 40', 'BGH', '§ 3', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'Art. 2', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 14.05.2013 - VI ZR 269/12 - dejure.org
https://dejure.org/2013,9515
BGH, 14.05.2013 - VI ZR 269/12 (https://dejure.org/2013,9515)
BGH, Entscheidung vom 14.05.2013 - VI ZR 269/12 (https://dejure.org/2013,9515)
BGH, Entscheidung vom 14. Mai 2013 - VI ZR 269/12 (https://dejure.org/2013,9515)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2013,9515) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Suchwortergänzungsfunktion - Zur (Störer-) Haftung des Betreibers einer Internet-Suchmaschine für Persönlichkeitsverletzungen im Rahmen einer Autocomplete-Funktion.
§§ 823 Abs. 1, 1004 BGB; § 32 ZPO; Artt. 2 Abs. 1, 1 Abs. 1 GG; Art. 40 Abs. 1 Satz 2 EGBGB
§ 32 ZPO, Art 40 Abs 1 S 2 BGBEG, § 823 Abs 1 BGB, § 1004 BGB
Persönlichkeitsschutz im Internet: Voraussetzungen der Haftung des Betreibers einer Internet-Suchmaschine mit Suchwortergänzungsfunktion
Zur Störerhaftung durch nutzergenerierte Ergänzung von Suchbegriffen in Suchmaschinen
Google - Suchvorschläge - Persönlichkeitsrechtsschutz
Verantwortlichkeit des Betreibers einer Suchmaschine mit Suchwortergänzungsfunktion
Google Autocomplete und die Grenzen der Rechtmäßigkeit
Inanspruchnahme des Betreiber einer Internet-Suchmaschine mit Suchwortergänzungsfunktion auf Unterlassung der Ergänzung persönlichkeitsrechtsverletzender Begriffe bei Eingabe des Namens des Betroffenen; Verletzung zumutbarer Prüfpflichten als Voraussetzung für die Haftung des Betreibers einer Internet-Suchmaschine
Haftung von Google für Autocomplete-Funktion
Art. 1, 2, 5, 14 GG
Zum Unterlassungsanspruch gegen Betreiber einer Internet-Suchmaschine mit Suchwortergänzungsfunktioni
Zur Haftung des Betreibers, wenn ein Betroffener den Betreiber einer Internet-Suchmaschine mit Suchwortergänzungsfunktion auf Unterlassung der Ergänzung persönlichkeitsrechtsverletzender Begriffe bei Eingabe des Namens des Betroffenen in Anspruch nimmt
Verletzt Googles Autocomplete-Funktion das allgemeine Persönlichkeitsrecht?
Zur Verletzung des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch "Autocomplete”-Funktion
IT-Recht - Googles Suchwortergänzungsfunktion muss geändert werden!
Kurzfassungen/Presse (61)
Zur Zulässigkeit persönlichkeitsrechtsverletzender Suchergänzungsvorschläge bei "Google"
Autocomplete-Funktion - Zur Haftung von "Google" für persönlichkeitsrechtsverletzende Suchwortergänzungsvorschläge
Auch ein Automat kann die Persönlichkeit verletzen
Autocomplete-Funktion: Google muss Suchvorschläge löschen
Google löscht Begriffe aus der Autovervollständigungsfunktion nach Aufforderung
wbs-law.de (Entscheidungsbesprechung und Pressemitteilung)
Googles Autocomplete Funktion kann im Einzelfall rechtswidrig sein
Google muss Suchergebnisse entschärfen
Google muss Suchergänzungsvorschläge (Autocomplete) löschen, wenn Kenntnis von einer darin liegenden Persönlichkeitsrechtsverletzung besteht
Google haftet für Autocomplete-Funktion ab Kenntnis von einer Persönlichkeitsrechtsverletzung - Google-Autocomplete
Google muss Persönlichkeitsrechtsverletzungen durch Autocomplete löschen
Google AutoComplete: Bundesgerichtshof entscheidet über die Zulässigkeit persönlichkeitsrechtsverletzender Suchergänzungsvorschläge
Google Autocomplete-Funktion
Google will sich mit Autocomplete-Urteil des BGH nicht abfinden
Google haftet ab Kenntnis für »Autocomplete«-Vorschläge
heise.de (Pressebericht, 14.05.2013)
Autocomplete: Google muss in Suchvorschläge eingreifen
heise.de (Pressebericht, 26.05.2013)
Begründung zu Autocomplete-Urteil liegt vor
Googles Suchvorschläge: Autocomplete-Urteil
zeit.de (Pressebericht, 14.05.2013)
Suchmaschine: Google muss beleidigende Suchworte sperren
Die "Autocomplete"-Funktion in der Google-Suche
Persönlichkeitsrecht: Suchvorschläge beim Eintippen in Google-Suche
Google's dubiose Suchvorschläge: Weisen Betroffene den Betreiber der Internetsuchmaschine auf rechtswidrige Vorschläge hin, muss er sie verhindern
Google muss Suchvorschläge nach berechtigtem Hinweis auf Verletzung von Persönlichkeitsrechten löschen
Autocomplete-Funktion von Google
Persönlichkeitsrechtsverletzende Suchergänzungsvorschläge
Google-Autovervollständigung: Persönlichkeitsrechte sind - auf Beschwerde hin - zu beachten
Google haftet für Autocomplete Funktion - ab Kenntnis
Zulässigkeit persönlichkeitsrechtsverletzender Suchergänzungsvorschläge
Suchergänzungsvorschläge
Google haftet ab Kenntnis für Autocomplete-Vorschläge
Suchergänzungsvorschläge gegen Google
Autocomplete bei Suchmaschinen - Pflicht bei Kenntnis?!
Stichwort-Ergänzung in Internet-Suchmaschinen
Zulässigkeit persönlichkeitsrechtsverletzender Suchergänzungsvorschläge bei Google"
Internet-Suchmaschine - persönlichkeitsrechtsverletzende Suchergänzungsvorschläge - Unterlassungsanspruch?
Persönlichkeitsrechtsverletzende Autocomplete-Vorschläge bei Internet-Suchmaschine - Unterlassungsanspruch gegen Betreiber?
internetrecht-nuernberg.de (Zusammenfassung)
Zulässigkeit persönlichkeitsrechtsverletzender Suchergänzungsvorschläge bei "Google"
Möglichwerweise Persönlichkeitsverletzungen durch Autocomplete- Funktion bei Google
Haftung des Betreibers einer Internet-Suchmaschine (hier www.google.de) mit Suchwortergänzungsfunktion (Autocomplete)
medienrecht-blog.com (Kurzinformation und -anmerkung)
Haftung eines Suchmaschinenbetreibers für Suchwortergänzungsfunktion
Suchergänzungsvorschläge von Google - Autocomplete-Funktion
Googles Autocomplete Funktion
Haftung von Google wegen Autocomplete-Funktion
Autocomplete-Funktion von Google kann Persönlichkeitsrechte verletzen
Google muss bei seiner Suchergänzung einschreiten
Automatische Suchvorschläge: Google muss Vorschläge ihrer sogenannten Autovervollständigungs-Funktion löschen, wenn dadurch Persönlichkeitsrechte verletzt werden
Google darf automatische Ergänzung beibehalten
Google muss Beleidigungen löschen
Google haftet für Autovervollständigung
Google will sich mit Autocomplete-Entscheidung nicht abfinden
Die Grenzen der Rechtmäßigkeit bei Googles Autocomplete
Die Autocomplete-Entscheidung im Detail
Haftung von Google für die Suchwortvervollständigung
Suchwortergänzungsfunktion einer Internet-Suchmaschine kann Eingriff in Persönlichkeitsrecht darstellen
Suchergänzungsvorschläge bei "Google"
taz.de (Pressekommentar, 14.05.2013)
Das Netz der Beleidigten kommt: Bettina Wulff ohne "Rotlicht"
Autocomplete-Urteil: Wer soll dies denn noch verstehen?
hlci-kontrovers.de (Entscheidungsbesprechung, auf der Grundlage der Pressemitteilung)
Autocomplete - Autotakedown?
Zur Verletzung des Persönlichkeitsrechts durch Suchmaschinenbetreiber Google
Unterlassungsanspruch bei persönlichkeitsrechtsverletzenden Suchergänzungsvorschlägen bei "Google”
Persönlichkeitsrechtsverletzung im Internet: BGH weist Google in seine Schranken
Rechtsprechung zu den Prüfungspflichten der Online-Dienste - ein Überblick
uni-jena.de , S. 20 (Entscheidungsbesprechung)
Die äußerungsrechtliche Behandlung der Google Predictions - Google Autocomplete (Christian Gomille)
luther-services.com , S. 5 (Entscheidungsbesprechung)
internet-law.de (Meldung mit Bezug zur Entscheidung, 20.06.2013)
Google bereinigt Autocomplete-Einträge
lhr-law.de (Meldung mit Bezug zur Entscheidung)
Google löscht Begriffe aus der Autovervollständigungsfunktion
Google einigt sich mit Bettina Wulff
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH, 14.5.2013 - VI ZR 269/12 (Haftung des Suchmaschinenbetreibers für die Ergänzung von Suchbegriffen im Internet)" von Prof. Dr. Dr. h.c. Karl-Heinz Ladeur, original erschienen in: JZ 2013, 789 - 794.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 14.05.2013, Az.: VI ZR 269/12 (Suchergänzungsvorschläge in Internetsuchmaschine)" von Prof. Dr. Nadine Klass, original erschienen in: ZUM 2013, 553 - 556.
Kurznachricht zu "Rauch ohne Feuer? - Eine Analyse des BGH-Urteils v. 14.05.2013 - VI ZR 269/12 - Autocomplete-Funktion" von RA Dr. Thomas C. Körber und RA Dr. Thomas Jochheim, original erschienen in: WRP 2013, 1015 - 1019.
Kurznachricht zu "Rechtliche Grenzen der Autocomplete-Funktion von Google" von Prof. Dr. Georgios Gounalakis, original erschienen in: NJW 2013, 2321 - 2324.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 14.05.2013, Az.: VI ZR 269/12 (Persönlichkeitsrechtsverletzende Suchergänzungsvorschläge bei Google)" von Prof. Dr. Karl-Nikolaus Peifer und Wiss. Mit. Carina Yvonne Becker, original erschienen in: GRUR 2013, 751 - 755.
Kurznachricht zu "Der Störerbegriff" von RA Dr. Christof Krüger, original erschienen in: ZUM 2016, 335 - 338.
Kurznachricht zu "Algorithmen - Fluch oder Segen? - Eine Analyse der Autocomplete-Funktion der Google-Suchmaschine" von Graziana Kastl, original erschienen in: GRUR 2015, 136 - 141.
LG Köln, 19.10.2011 - 28 O 116/11
BGHZ 197, 213
NJW 2013, 2348
GRUR 2013, 751
VersR 2013, 769
WM 2013, 1188
MMR 2013, 535
MIR 2013, Dok. 029
BB 2013, 1345
K&R 2013, 474
ZUM 2013, 550
afp 2013, 229
afp 2013, 260
a) Zwar kann nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats - wie die Revision im Ausgangspunkt zutreffend annimmt - als Störer jeder haften, der in irgendeiner Weise willentlich und adäquat kausal an der Herbeiführung einer rechtswidrigen Beeinträchtigung mitgewirkt hat (Senatsurteil vom 14. Mai 2013 - VI ZR 269/12, BGHZ 197, 213 Rn. 24 mwN - Autocomplete).
Er wird hier erkennbar nicht im fachspezifischen, sondern in einem alltagssprachlichen Sinne verwendet (vgl. dazu Senatsurteile vom 29. Januar 2002 - VI ZR 20/01, AfP 2002, 169, 170; vom 14. Mai 2013 - VI ZR 269/12, BGHZ 197, 213 Rn. 14; BVerfGE 85, 1, 19;… BVerfG, NJW 2012, 1643 Rn. 42).
Er kann den Störer nicht nur gemäß § 1004 Abs. 1 Satz 2 BGB analog auf Unterlassung weiterer Störungen, sondern in entsprechender Anwendung von Satz 1 dieser Bestimmung auch auf Beseitigung eines durch die unwahren Tatsachenbehauptungen geschaffenen Zustands fortdauernder Rufbeeinträchtigung in Anspruch nehmen, der sich für ihn als eine stetig sich erneuernde und fortwirkende Quelle der Ehrverletzung darstellt (vgl. Senatsurteil vom 30. November 1971 - VI ZR 115/70, BGHZ 57, 325, 326 ff., 332 f.; BGH, Urteile vom 12. Januar 1960 - I ZR 30/58, JZ 1960, 701, 702; vom 28. September 1973 - I ZR 136/71, NJW 1973, 2285, 2286; BVerfG, AfP 1997, 619, 620;… NK-BGB/Katzenmeier, 2. Auflage, Vor §§ 823 ff Rn. 79 ff., § 823 Rn. 241 ff.;… MünchKommBGB/Rixecker, 6. Aufl., Anhang zu § 12 Rn. 219 ff.; Staudinger/Hager, 13. Bearb. 1999, § 823 C 271;… Palandt/Sprau, BGB, 74. Aufl., Einf v § 823 Rn. 38;… Teplitzky, Wettbewerbsrechtliche Ansprüche und Verfahren, 10. Aufl., 22. Kapitel, Rn. 2; vgl. auch Senatsurteil vom 14. Mai 2013 - VI ZR 269/12, BGHZ 197, 213 Rn. 28 sowie zum Beseitigungsanspruch in Gestalt der Veröffentlichung einer strafbewehrten Unterlassungsverpflichtung bei unzulässiger Meinungsäußerung: Senatsurteil vom 25. November 1986 - VI ZR 57/86, BGHZ 99, 133, 136 ff.).
Dabei genügt als Mitwirkung in diesem Sinne auch die Unterstützung oder die Ausnutzung der Handlung eines eigenverantwortlich handelnden Dritten, sofern der in Anspruch Genommene die rechtliche Möglichkeit zur Verhinderung dieser Handlung hatte (vgl. Senatsurteile vom 14. Mai 2013 - VI ZR 269/12, BGHZ 197, 213 Rn. 24;… vom 30. Juni 2009 - VI ZR 210/08, AfP 2009, 494 Rn. 13;… vom 18. November 2014 - VI ZR 76/14, AfP 2015, 36 Rn. 37; BGH…, Urteil vom 17. Dezember 2010 - V ZR 44/10, AfP 2011, 156 Rn. 10 ff., jeweils mwN).
Abweichend von dem im Urheber- und Markenrecht entwickelten Begriffsverständnis des I. Zivilsenats (…vgl. Urteil vom 19. April 2007 - I ZR 35/04, BGHZ 172, 119 Rn. 34 - Internet-Versteigerung II sowie zuletzt Urteil vom 5. Februar 2015 - I ZR 240/12, GRUR 2015, 485 Rn. 49 - Kinderhochstühle im Internet III) wird im Rahmen des § 1004 BGB auch derjenige als - unmittelbarer - Störer bezeichnet, der nach der Art seines Tatbeitrags sonst als Täter oder Teilnehmer anzusehen wäre (…vgl. Senatsurteile vom 30. Juni 2009 - VI ZR 210/08, AfP 2009, 494 Rn. 13; vom 14. Mai 2013 - VI ZR 269/12, BGHZ 197, 213 Rn. 24; BGH, Urteil vom 24. Juni 2003 - KZR 32/02, BGHZ 155, 189, 194 f. - Buchpreisbindung;… NK-BGB/Katzenmeier, 2. Aufl., Vor §§ 823 ff Rn. 83; Hollenders, Mittelbare Verantwortlichkeit von Intermediären im Netz, S. 84 f.; Ingendaay, AfP 2011, 126, 127 f.; von Pentz, AfP 2014, 8, 15 ff.).
Als Störer im Sinne von § 1004 BGB ist nämlich - ohne Rücksicht darauf, ob ihn ein Verschulden trifft - jeder anzusehen, der die Störung herbeigeführt hat (Senatsurteil vom 14. Mai 2013 - VI ZR 269/12, BGHZ 197, 213 Rn. 24 mwN).
ff) Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus der Rechtsprechung des VI. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs (Urteil vom 14. Mai 2013 - VI ZR 269/12, BGHZ 197, 213 - Autocomplete-Funktion).
In dieser Entscheidung hat der VI. Zivilsenat angenommen, dass der Betreiber einer Suchmaschine, auch wenn er mit den Ergebnissen des Autocomplete-Hilfsprogramms nicht fremde, sondern eigene Inhalte angeboten hat, nicht als Täter, sondern nur als Störer haftet (BGHZ 197, 213 Rn. 20, 23 ff. - Autocomplete-Funktion).
Deren Umfang bestimmt sich danach, ob und inwieweit dem als mittelbaren Störer in Anspruch Genommenen nach den Umständen des Einzelfalls eine Verhinderung der Verletzung zuzumuten ist (…vgl. BGH, Urt. v. 1.3.2016 - VI ZR 34/15, MDR 2016, 518, juris Rn. 22 m.w.N.; BGH, Urt. v. 14.5.2013 - VI ZR 269/12, BGHZ 197, 213;… BGH, Urt. v. 25.10.2011 - VI ZR 93/10, BGHZ 191, 219;… BGH, Urt. v. 30.6.2009 - VI ZR 210/08, NJW-RR 2009, 1413).
Weiter wurde in der Entscheidung Autocomplete (Urt. v. 14.5.2013 - VI ZR 269/12, juris Rn. 20) eine Haftung für Suchwortergänzungen des Suchmaschinenbetreibers bejaht, wobei diesen Vorschlägen ein eigener Aussagegehalt des Betreibers beigemessen wurde, der als eigene Information im Sinne des TMG weitergegeben werde.
Das Gleiche gilt für die weiteren Entscheidungen des Bundesgerichtshofs vom 19.3.2015 (I ZR 94/13, NJW 2015, 1443) und vom 14.5.2013 (VI ZR 269/12, BGHZ 197, 213).
Ergibt die Prüfung der Umstände des Einzelfalls, dass der Schwerpunkt der Vorwerfbarkeit nicht in einem positiven Tun, sondern in einem Unterlassen liegt (vgl. zur Maßgeblichkeit dieses Abgrenzungskriteriums BGH…, Urteil vom 22. Juli 2010 - I ZR 139/08, GRUR 2011, 152 Rn. 34 = WRP 2011, 223 - Kinderhochstühle im Internet I; Urteil vom 14. Mai 2013 - VI ZR 269/12, BGHZ 197, 213 Rn. 25 f. - Autocomplete-Funktion;… Köhler in Köhler/Bornkamm, UWG, 33. Aufl., § 8 Rn. 2.16), kommt deshalb nicht nur eine Störerhaftung, sondern auch eine Täter- oder Teilnehmerhaftung durch Unterlassen in Betracht (vgl. zur Täterhaftung durch Unterlassen BGH, Urteil vom 6. April 2000 - I ZR 67/98, GRUR 2001, 82, 83 = WRP 2000, 1263 - Neu in Bielefeld I;… Urteil vom 12. Juli 2007 - I ZR 18/04, GRUR 2007, 890 Rn. 36 = WRP 2007, 1173 - Jugendgefährdende Schriften;… zur Teilnehmerhaftung durch Unterlassen BGH, GRUR 2011, 152 Rn. 34 - Kinderhochstühle im Internet I;… zu beiden Möglichkeiten vgl. Köhler in Köhler/Bornkamm aaO § 8 Rn. 2.16 f.).
Entgegen der Ansicht des Berufungsgerichts ergibt sich Abweichendes auch nicht aus dem Urteil "Autocomplete-Funktion" des VI. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs (BGHZ 197, 213).
Insoweit ist jedoch zu berücksichtigen, dass der VI. Zivilsenat von einem Störerbegriff im Sinne von § 1004 BGB ausgegangen ist, bei dem es grundsätzlich nicht auf Art und Umfang des Tatbeitrags oder auf das Interesse des einzelnen Beteiligten an der Verwirklichung der Störung ankommt (BGHZ 197, 213 Rn. 24 - Autocomplete-Funktion).
bb) Der Bundesgerichtshof hat zu Internet-Suchmaschinen entschieden, dass die durch ein Computerprogramm erfolgende Auswertung des Nutzerverhaltens und Erstellung von auf dieser Auswertung beruhenden Suchwortvorschlägen von dem Betreiber der Suchmaschine vorgenommen werden (zu persönlichkeitsrechtsverletzenden Ergänzungen bei Eingabe eines Namens als Suchwort in eine Internet-Suchmaschine: BGH, Urteil vom 14. Mai 2013 - VI ZR 269/12, BGHZ 197, 213 Rn. 17 - Autocomplete-Funktion).
Das algorithmusgesteuerte Suchprogramm bezieht die schon gestellten Suchanfragen ein und präsentiert dem Internetnutzer als Ergänzungsvorschläge die Wortkombinationen, die zu dem fraglichen Suchbegriff am häufigsten eingegeben worden waren (BGHZ 197, 213 Rn. 16 - Autocomplete-Funktion).
Dies ist im vorliegenden Fall zu bejahen, weil die Kenntnisnahme der beanstandeten Suchergebnisse, welche die Antragsgegnerin mittelbar durch ihren Hinweis auf die erfolgte Löschung und die vorgenommene Verlinkung auf die Webseite mit der URL https://www ermöglicht, nach den Umständen des konkreten Falls im Inland naheliegt und die von der Antragstellerin behauptete Beeinträchtigung ihres Unternehmenspersönlichkeitsrechts durch Kenntnisnahme von den beanstandeten Suchergebnissen und die mit diesen verlinkten Webseiten insbesondere im Inland eintritt, wo die Antragstellerin ihre Geschäfte betreibt (vgl. auch BGH, Urteil vom 29.3.2010 -VI ZR 111/10, vom 14.5.2013-VI ZR 269/12 und vom 14.05.2013 - VI ZR 269/12).
Der nach Art. 40 Abs. 1 Satz 2 EGBGB maßgebliche Erfolgsort liegt in Deutschland, wo eine Gefährdung des Ansehens der hier ansässigen Antragstellerin eintreten kann (vgl. BGH, Urteil vom 14.05.2013 - VI ZR 269/12; Urteil vom 08.05.2012 - VI ZR 217/08, VersR 2012, 994 - auch zur Nichtanwendbarkeit der Rom Ii-Verordnung und zu § 3 TMG als sachlich-rechtlichem Beschränkungsverbot).
Deren Umfang bestimmt sich danach, ob und inwieweit dem als mittelbaren Störer in Anspruch Genommenen nach den Umständen des Einzelfalls eine Verhinderung der Verletzung zu zumuten ist (vgl. BGH, Urteil vom 01.03.2016 - VI ZR 34/15, MDR 2016, 518; BGH, Urteil vom 15.04.2013 - VI ZR 269/12, BGHZ 197, 213; BGH, Urteil vom 25.10.2011 - VI ZR 93/10, BGHZ 191, 219).
Die Antragsgegnerin ist Dienstanbieterin gemäß § 2 Satz 1 Nr. 1 TMG (BGH, Urteil vom 14.05.2013 - VI ZR 269/12).
Diese Verpflichtung folgt aus der Abwägung des Unternehmenspersönlichkeitsrechts der Antragstellerin mit der durch Art. 2 und 14 GG geschützten wirtschaftlichen Tätigkeit der Antragsgegnerin (vgl. BGH, Urteil vom 14.05.2013, a.a.O.).
Die Verantwortlichkeit der Beklagten sei im Ergebnis nicht anders zu beurteilen als im Fall der von der Suchmaschine der Beklagten bei Eingabe eines Suchbegriffes angezeigten ergänzenden Suchvorschläge (BGHZ 197, 213 - Autocomplete-Funktion).
Über den Mittelpunkt der Interessen der Kläger im Inland hinaus ist vielmehr erforderlich, dass die als rechtsverletzend beanstandeten Inhalte objektiv einen deutlichen Bezug zum Inland in dem Sinne aufweisen, dass eine Kollision der widerstreitenden Interessen - Interesse der Kläger an der Achtung ihres Persönlichkeitsrechts einerseits, Interesse der Beklagten an der Darstellung ihrer Suchergebnisse andererseits - nach den Umständen des konkreten Falles, insbesondere aufgrund des Inhalts der konkreten Meldung, im Inland tatsächlich eingetreten ist oder eintreten kann (BGH NJW 2011, 2059; BGHZ 184, 313, BGHZ 197, 213 Rn. 7 -Autocomplete-Funktion).
OVG Nordrhein-Westfalen, 19.05.2015 - 15 A 86/14
Anspruch auf Zulassung zur Nutzung kommunaler Einrichtungen bei Internet-Domain
OLG Braunschweig, 02.04.2014 - 2 U 44/12
Die Klägerin begehrt von der Beklagten die Unterlassung der Verbreitung einer …
OLG Hamburg, 13.03.2018 - 7 U 57/13
Zivilrechtlicher und urheberrechtlicher Unterlassungsanspruch: Störereigenschaft …
LG Mönchengladbach, 05.09.2013 - 10 O 170/12
LG Köln, 26.02.2019 - 28 O 359/18