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Timestamp: 2016-10-20 19:40:07
Document Index: 212265686

Matched Legal Cases: ['Art. 10', 'Art. 2', 'BGE', 'BGE', 'Art. 292', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 18', 'Art. 136', 'Art. 136', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 9', 'Art. 10', 'BGE', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 2', 'Art. 10', 'BGE', 'Art. 136', 'Art. 136', 'Art. 136', 'Art. 136', 'Art. 136', 'Art. 136', 'Art. 10', 'Art. 10', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 136', 'BGE', 'Art. 10', 'BGE', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 10', 'Art. 23', 'Art. 23', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 136', 'Art. 10', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 136', 'Art. 10', 'Art. 136', 'Art. 10', 'Art. 136', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 32', 'Art. 136', 'Art. 133', 'BGE', 'Art. 136', 'Art. 136', 'Art. 136', 'Art. 10', 'Art. 136', 'Art. 10', 'Art. 136', 'Art. 136', 'BGE', 'Art. 7', 'BGE', 'Art. 136', 'Art. 136', 'Art. 10', 'Art. 136', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 18', 'Art. 13', 'Art. 18', 'Art. 18', 'Art. 13', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 18', 'Art. 18', 'BGE', 'Art. 18', 'Art. 10', 'Art. 41', 'Art. 2', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 9', 'Art. 10', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 2', 'Art. 9', 'Art. 10', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 10', 'BGE', 'Art. 10', 'BGE', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 10', 'BGE', 'Art. 136', 'Art. 10', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 18', 'BGE', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 136', 'BGE', 'Art. 10', 'Art. 18', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 9', 'de lege lata', 'Art. 2', 'Art. 10', 'BGE', 'Art. 136', 'Art. 18', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 23', 'Art. 10', 'BGE', 'Art. 18', 'Art. 2', 'Art. 10', 'de lege ferenda', 'Art. 10', 'in fine', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 2', 'Art. 3', 'BGE', 'Art. 2', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 1', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 2', 'Art. 3', 'BGE', 'Art. 2', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 23', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 136', 'Art. 2', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 10', 'Art. 133', 'Art. 41', 'Art. 10', 'Art. 3']

136 III 234. Auszug aus dem Urteil der I. zivilrechtlichen Abteilung i.S. X. AG in Liquidation gegen Schweizerische Eidgenossenschaft (Beschwerde in Zivilsachen)
4A_106/2009 vom 1. Oktober 2009
Art. 10 al. 2 let. c et art. 9 al. 1 et 2 LCD; art. 18 et 136 LDIP; qualit� pour agir de la Conf�d�ration pour la protection de la bonne r�putation de la Suisse � l'�tranger; applicabilit� du droit suisse. L'art. 10 al. 2 let. c LCD, qui octroie la qualit� pour agir � la Conf�d�ration, et les dispositions sp�ciales de la LCD, auxquelles renvoie l'art. 9 LCD, repr�sentent, en cas d'action intent�e par la Conf�d�ration, une "loi d'application imm�diate" au sens de l'art. 18 LDIP qui doit �tre imp�rativement appliqu�e dans l'int�r�t public, ind�pendamment des autres renvois contenus dans les normes sp�ciales de la LDIP (consid. 5 et 6). Regeste b
Art. 2 et 3 let. b LCD; entr�e sur le march� soumise � l'exigence de clart�; formulaires de contrat trompeurs. Rev�t un caract�re d�loyal l'utilisation de formulaires de contrat visant l'inscription dans un guide priv� des h�tels qui trompent le destinataire, en ce sens que celui-ci accepte, par sa signature, une charge financi�re consid�rable et qu'il ne b�n�ficie pas d'une prestation fournie � titre gratuit (consid. 9). Faits � partir de page 24
BGE 136 III 23 S. 24
A. Die X. AG in Liquidation (Beschwerdef�hrerin) betreibt mittels Internet und CD-Rom (kurz: CD) ein TouristDirectory. Mit Formularvertr�gen, die sie ausschliesslich an potentiell interessierte Betriebe im Ausland versendet, k�nnen sich diese einerseits unentgeltlich eintragen lassen (Grundeintrag) und andererseits einen entgeltlichen Auftrag f�r einen ausf�hrlichen Eintrag (nur auf der CD) abschliessen.
Die Schweizerische Eidgenossenschaft (Beschwerdegegnerin; der Bund) wirft der Beschwerdef�hrerin vor, von der Schweiz aus fragw�rdige Gesch�ftspraktiken mit Eintr�gen in einem Firmenregister zu betreiben. Die entsprechenden Antragsformulare erweckten den Eindruck, der Eintrag sei kostenlos. In Tat und Wahrheit werde mit dem Ausf�llen und Unterzeichnen ein mehrj�hriger Insertionsvertrag geschlossen. Die Kosten f�r den Eintrag st�nden in keinem Verh�ltnis zum Nutzen. Zur Eintreibung der Insertionskosten w�rden zuerst Mahnbriefe, dann Inkasso-Gesellschaften eingesetzt. Letztlich gehe es um eine Kommerzialisierung einer irrt�mlich geleisteten Unterschrift. Diese Praktiken h�tten zu einer Vielzahl von Anzeigen aus der ganzen Welt gef�hrt, die sich zum Teil gegen die von der Schweiz aus operierende Registerfirma oder gegen die schweizerischen Inkassogesellschaften richteten. Durch das Gesch�ftsgebaren der Beschwerdef�hrerin werde das Ansehen der Schweiz im Ausland beeintr�chtigt.
B. Am 28. Dezember 2006 erhob die Beschwerdegegnerin gegen die Beschwerdef�hrerin Klage beim Amtsgericht Luzern-Stadt wegen unlauteren Wettbewerbs. BGE 136 III 23 S. 25
"1. Der Beklagten (= Beschwerdef�hrerin) wird verboten, die Formulare gem�ss Anhang 1-11 sowie �hnliche Formulare zu verwenden.
2. Der Beklagten wird verboten, Formulare zu verwenden, die eine der folgenden Vorgaben nicht erf�llen:
- Zwischen der entgeltlichen und unentgeltlichen Leistung muss klar unterschieden werden.
- F�r die entgeltliche und unentgeltliche Leistung ist je ein separates Unterschriftsfeld vorzusehen.
3. Der Beklagten wird verboten, Anspr�che durchzusetzen und/oder durchsetzen zu lassen, die sich auf Formulare st�tzen, die nach Ziff. 1 und 2 des Rechtsspruchs verboten sind.
4. Bei Widerhandlungen gegen die Verbote gem�ss Rechtsspruch Ziff. 1, 2 und 3 werden die verantwortlichen Personen und Organe der Beklagten nach Art. 292 StGB mit einer Busse bestraft.
5. Die Kl�gerin (= Beschwerdegegnerin) wird erm�chtigt, Ziff. 1-6 des Rechtsspruchs zusammen mit einem verkleinerten Formular gem�ss Anhang 1-11 auf Kosten der Beklagten (inkl. �bersetzungskosten) in einer Tageszeitung folgender L�nder zu publizieren: Belgien, China, D�nemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Grossbritannien, Indonesien, Irland, Italien, Kambodscha, Kanada, Kroatien, Lettland, Litauen, Niederlande, Norwegen, Peru, Portugal, Slowenien, Schweden, Spanien, S�dafrika, Tschechien, T�rkei, Ungarn und USA.
6. Die Kl�gerin wird erm�chtigt, auf Kosten der Beklagten (inkl. �bersetzungskosten) Ziff. 1-6 des Rechtsspruchs auf Deutsch, Franz�sisch, Italienisch und Englisch zusammen mit einer verkleinerten Fassung des Formulars in der deutschen (Anhang 1), franz�sischen (Anhang 4 oder 5), italienischen (Anhang 7) und englischen Fassung (Anhang 2 oder 3) im Schweizerischen Handelsamtsblatt zu publizieren.
Eine von der Beschwerdef�hrerin dagegen erhobene Appellation wies das Obergericht des Kantons Luzern am 16. Januar 2009 ab, soweit es darauf eintrat, und best�tigte das Urteil des Amtsgerichts.
C. Die Beschwerdef�hrerin beantragt mit Beschwerde in Zivilsachen, das Urteil des Obergerichts vom 16. Januar 2009 aufzuheben und die Klage der Beschwerdegegnerin abzuweisen, eventuell die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Die Beschwerdegegnerin und das Obergericht schliessen auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. BGE 136 III 23 S. 26
Der Beschwerde wurde mit Pr�sidialverf�gung vom 23. M�rz 2009 die aufschiebende Wirkung gew�hrt.
Das Bundesgericht weist die Beschwerde gr�sstenteils ab, soweit es darauf eintritt.
Einzig bez�glich der klaren Formulierung der Verbote durch die Vorinstanz wird sie (aufgrund einer nicht publizierten Erw�gung) teilweise gutgeheissen und werden die Dispositivziffern 1 und 2 des angefochtenen Urteils aufgehoben und durch die folgende Fassung ersetzt:
"1. Der Beschwerdef�hrerin wird verboten, die Formulare gem�ss Anhang 1-11 zu verwenden.
2. Der Beschwerdef�hrerin wird verboten, den Formularen gem�ss Anhang 1-11 �hnliche Formulare zu verwenden, die nicht - durch ein zu unterzeichnendes Schriftfeld f�r die Beanspruchung von entgeltlichen und durch ein separat zu unterzeichnendes Schriftfeld f�r die Beanspruchung von unentgeltlichen Dienstleistungen - zwischen entgeltlichen und unentgeltlichen Dienstleistungen unterscheiden."
5. Es ist strittig, ob die Vorinstanz zu Recht bejahte, dass die Eidgenossenschaft zur Erhebung einer Zivilklage gegen die Beschwerdef�hrerin befugt und dass die Klage nach schweizerischem Recht zu beurteilen sei.
Diese beiden Fragen sind eng miteinander verquickt. Denn die Aktivlegitimation ist als materiellrechtliche Voraussetzung des eingeklagten Anspruchs nach den materiellrechtlichen Normen zu beurteilen, auf die der geltend gemachte Anspruch gest�tzt wird (BGE 128 III 50 E. 2b/bb S. 55; BGE 114 II 345 E. 3a). Bei internationalen Sachverhalten, wie vorliegend einer gegeben ist, heisst dies, dass sich die Aktivlegitimation nach dem nationalen Recht bestimmt, das kollisionsrechtlich auf den geltend gemachten Anspruch anwendbar ist, d.h. der lex causae (VISCHER, in: Z�rcher Kommentar zum IPRG, 2. Aufl. 2005, N. 38 zu Art. 18 IPRG; BERNARD DUTOIT, Droit international priv� suisse, 4. Aufl. 2004, N. 14 zu Art. 136 IPRG; DASSER, in: Basler Kommentar, Internationales Privatrecht, 2. Aufl. 2007, N. 6 zu Art. 136 IPRG; GUIDO SUTTER, Zum Klagerecht des Staates im UWG [im Folgenden: Klagerecht], in: Jahrbuch des Schweizerischen BGE 136 III 23 S. 27Konsumentenrechts [JKR] 2001, S. 145 ff., 179; ANN-KRISTIN KOBERG, Zivilprozessuale Besonderheiten bei Sachverhalten mit Auslandsbezug, 1992, S. 193).
5.1 Die Eidgenossenschaft st�tzte ihre Klagebefugnis auf Art. 9 Abs. 1 und 2 und Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG.
Wer durch unlauteren Wettbewerb in seiner Kundschaft, seinem Kredit oder beruflichen Ansehen, in seinem Gesch�ftsbetrieb oder sonst in seinen wirtschaftlichen Interessen bedroht oder verletzt wird, kann dem Richter nach Art. 9 UWG beantragen: a. eine drohende Verletzung zu verbieten; b. eine bestehende Verletzung zu beseitigen; c. die Widerrechtlichkeit einer Verletzung festzustellen, wenn sich diese weiterhin st�rend auswirkt (Abs. 1). Er kann insbesondere verlangen, dass eine Berichtigung oder das Urteil Dritten mitgeteilt oder ver�ffentlicht wird (Abs. 2).
Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG r�umt sodann dem Bund - neben den Berufs- und Wirtschaftsverb�nden (lit. a) und Konsumentenschutzorganisationen (lit. b) - das Recht ein, nach Art. 9 Abs. 1 und 2 UWG zu klagen, wenn er es zum Schutz des Ansehens der Schweiz im Ausland als n�tig erachtet und die klageberechtigten Personen im Ausland ans�ssig sind.
5.2 Wie sich schon aus dem Wortlaut von Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG ergibt, ist es der Zweck dieser Bestimmung, im �ffentlichen Interesse das Ansehen der Schweiz im Ausland zu wahren. In der Botschaft bzw. dem Bericht vom 28. August 1991 an die vorberatenden Kommissionen der eidgen�ssischen R�te zur Erg�nzung des UWG mit dieser Bestimmung (BBl 1992 I 355 ff. [im Folgenden: Botschaft]) wurde dazu ausgef�hrt, dass seit Jahren unseri�se Firmen den guten Ruf der Schweiz f�r die weltweite Verbreitung ihrer zweifelhaften Angebote von Telex- und Telefaxverzeichnissen, privaten Patent- und Markenregistern usw. missbrauchten. Zum Teil h�tten diese Firmen ihren Sitz tats�chlich in der Schweiz, zum Teil operierten sie mittels Postfachadressen von der Schweiz aus. Unternehmen in L�ndern, die einen strengeren Betrugstatbestand als die Schweiz kennen, verst�nden nicht, weshalb die Schweizer Beh�rden gegen�ber solchen Machenschaften nicht von Amtes wegen einschritten. In j�ngster Zeit werde der Absender Schweiz zudem f�r unlautere Werbegewinnspiele und Werbesendungen im Gebiet der ehemaligen DDR missbraucht. Auch diese Art von Vertriebsmethoden bringe das Ansehen der Schweiz im Ausland in Verruf. Da einerseits in diesen F�llen ein BGE 136 III 23 S. 28von Amtes wegen zu verfolgender Betrug mangels der erforderlichen Arglist selten vorliege und andererseits die betroffenen Unternehmen und Kunden im Ausland auf eine Zivil- oder Strafklage in der Schweiz wegen des damit verbundenen betr�chtlichen Aufwands verzichteten, fehle ein wirksamer Rechtsschutz. Um gegen Praktiken der genannten Art vorgehen zu k�nnen, werde dem Bund ein Klagerecht und damit auch das Strafantragsrecht einger�umt (S. 356 ff.; vgl. BGE 124 IV 73 E. 1c/bb).
5.3 Das Klagerecht des Bundes ist nach Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG an die folgenden zwei Voraussetzungen gekn�pft: Die Klage muss vom Bund zum Schutz des Ansehens der Schweiz im Ausland als n�tig erachtet werden und die klageberechtigten Personen m�ssen im Ausland ans�ssig sein. Die Beschwerdef�hrerin bestreitet sowohl das Vorliegen der einen wie auch der anderen dieser Voraussetzungen.
6. Es wird zun�chst gepr�ft, ob die Vorinstanz zutreffend angenommen hat, es w�ren im Sinne der zweiten Klagevoraussetzung nach Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG "die klageberechtigten Personen im Ausland ans�ssig" und die Klage sei nach Schweizer Recht zu beurteilen.
6.1 Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG sieht seinem Wortlaut nach eine Klageberechtigung des Bundes zur Geltendmachung von Anspr�chen nach Art. 9 Abs. 1 und 2 UWG vor, wo geregelt wird, welche Anspr�che der durch unlauteren Wettbewerb in seinen wirtschaftlichen Interessen Betroffene geltend machen kann. Die Klageberechtigung des Bundes setzt dabei voraus, dass die im Ausland betroffenen Personen ihrerseits klageberechtigt sind. Da die Klageberechtigung gem�ss Art. 9 UWG, auf die in Art. 10 Abs. 2 UWG verwiesen wird, eine Verletzung von Art. 2-8 UWG voraussetzt, scheint der Gesetzgeber dem Bund nur f�r den Fall ein Klagerecht einger�umt zu haben, dass gegen ein Verhalten vorgegangen werden soll, das gegen das schweizerische UWG verst�sst bzw. dem schweizerischen UWG unterstellt ist (vgl. dazu BAUDENBACHER, Lauterkeitsrecht, 2001, N. 39 zu Art. 10 UWG; RAUBER, Lauterkeitsrecht, Klageberechtigung und prozessrechtliche Bestimmungen, in: SIWR Bd. V/1, 2. Aufl. 1998, S. 267; PEDRAZZINI/PEDRAZZINI, Unlauterer Wettbewerb, 2. Aufl. 2002, S. 273 f.). Dies entspricht dem Prinzip, dass sich die Aktivlegitimation nach dem gleichen nationalen Recht bestimmt, das bei internationalen Sachverhalten kollisionsrechtlich auf den geltend gemachten BGE 136 III 23 S. 29Anspruch anwendbar ist, was auch mit dem allgemeinen Grundsatz harmoniert, dass die Aktivlegitimation als materiellrechtliche Voraussetzung des eingeklagten Anspruchs nach den materiellrechtlichen Normen zu beurteilen ist, auf die der geltend gemachte Anspruch gest�tzt wird (vgl. E. 5 vorne).
Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass die Beschwerdef�hrerin die beanstandeten Formularvertr�ge ausschliesslich im Ausland einsetzt. Nach Art. 136 IPRG gilt bei unlauterem Wettbewerb bez�glich des anwendbaren Rechts das sogenannte Marktauswirkungsprinzip, d.h. Anspr�che aus unlauterem Wettbewerb unterstehen dem Recht jenes Staates, auf dessen Markt die unlautere Handlung ihre Wirkung entfaltet (SUTTER, Klagerecht, a.a.O., S. 179; DAVID, Was soll die Klage des Bundes im UWG, in: Neue Entwicklungen des UWG in der Praxis, Meier-Schatz [Hrsg.], 2001, S. 151 ff., 159). Als Markt gilt dabei derjenige Ort im Sinne eines Staatsgebiets, an dem der Wettbewerber mit seinem Angebot auftritt, mit allf�lligen Mitbewerbern in Konkurrenz tritt und sich an potentielle Abnehmer richtet; massgebend ist der Ort der Marktgegenseite, d.h. das Umfeld des potentiellen Abnehmers (DASSER, a.a.O., N. 12 zu Art. 136 IPRG; VISCHER, a.a.O., N. 13 zu Art. 136 IPRG; DUTOIT, a.a.O., N. 2 zu Art. 136 IPRG; B�R, in: Grundlagen, Das Internationale Privatrecht, Deliktsanspr�che aus Wettbewerbsrecht, SIWR Bd. I/1, 2. Aufl. 2002, S. 160 f.). Mit der Anwendung des Marktauswirkungsprinzips soll die Chancengleichheit aller Marktteilnehmer sichergestellt werden, indem sie auf einem bestimmten Markt alle denselben Regeln unterworfen werden (VISCHER, a.a.O., N. 12 zu Art. 136 IPRG; DUTOIT, a.a.O., N. 2 zu Art. 136 IPRG; B�R, a.a.O., SIWR Bd. I/1, S. 157 f., 170; SIEHR, Das internationale Privatrecht der Schweiz, 2002, S. 372 f.).
Da die Beschwerdef�hrerin ihre Angebote an Abnehmer im Ausland richtet, ihre Handlungen sich mithin nur auf ausl�ndischen M�rkten auswirken, sind die im Ausland ans�ssigen Personen damit, obwohl durch ein von der Schweiz ausgehendes Verhalten betroffen, nicht berechtigt, Anspr�che gem�ss dem schweizerischen UWG durchzusetzen. Folglich scheint diesfalls auch dem Bund ein Klagerecht nach der schweizerischen Norm von Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG zu fehlen, was hiesse, dass diese Bestimmung in den vom Gesetzgeber haupts�chlich anvisierten F�llen toter Buchstabe bliebe (BAUDENBACHER, a.a.O., N. 39 zu Art. 10 UWG; PEDRAZZINI/PEDRAZZINI, a.a.O., S. 274 f.; RAUBER, a.a.O., S. 267; DAVID, a.a.O., S. 161; CHRISTIAN SAGER-GLUR, Direktmarketingmethoden, 2001, S. 201). Dass das BGE 136 III 23 S. 30anwendbare ausl�ndische Recht dem Bund ein entsprechendes Klagerecht einr�umt, kann mit Bestimmtheit ausgeschlossen werden (GUIDO SUTTER, Das Lockvogelverbot im UWG [im Folgenden: Lockvogelverbot], 1993, S. 370 f.; SUTTER, Klagerecht, a.a.O., S. 179).
6.2 Die Frage, ob dem Bund gest�tzt auf Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG trotz der Regelung von Art. 136 IPRG ein Recht zur Erhebung einer Zivilklage zusteht, wenn sich die Klage gegen ein Verhalten richtet, das sich nur auf ausl�ndischen M�rkten auswirkt, wurde vom Bundesgericht bislang nicht entschieden.
6.2.1 In BGE 126 III 198 war eine vom Bund erhobene Zivilklage gegen sechs Beklagte zu beurteilen, die von der Schweiz aus eine irref�hrende Werbung an in Frankreich wohnhafte Personen versandten, mit dem Ziel, eine Tabelle zu verkaufen, die ihnen erlauben sollte, im franz�sischen Lotto das grosse Los zu gewinnen. Das Bundesgericht hat in diesem Urteil die Fragen nach dem anwendbaren Recht und nach der Klageberechtigung des Bundes angeschnitten. In diesem Zusammenhang hat es festgehalten, dass der Bund im Falle der Anwendbarkeit von franz�sischem Recht nicht zum Vorgehen nach Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG berechtigt w�re. Es liess die Frage nach dem anwendbaren Recht jedoch offen, da es zum Schluss kam, dass die Klage auch bei einer Anwendung von Schweizer Recht abzuweisen w�re (BGE 126 III 198 E. 2a; vgl. dazu auch B�R, ZBJV 2001 S. 594).
6.2.2 Zu erw�hnen ist weiter BGE 124 IV 73. In diesem Urteil hatte sich das Bundesgericht mit einer Nichtigkeitsbeschwerde gegen eine vom Bund als Strafkl�ger erwirkte (B�R, ZBJV 1999 S. 599; DAVID, a.a.O., S. 156) Verurteilung wegen Verletzung von Lauterkeitsrecht durch Werbegewinnspiele zu befassen, die von den Bahamas aus �ber die Schweiz mit Auswirkungen im Ausland organisiert worden waren. Das schweizerische Lauterkeitsrecht wurde hier mangels besonderer Vorschriften im UWG �ber dessen strafrechtliche r�umliche Geltung aufgrund des nach Art. 3-7 StGB in der damals geltenden Fassung herrschenden Ubiquit�tsprinzips als anwendbar anerkannt. Damit w�ren ausl�ndische Betroffene der Taten im Sinne von Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG zum Strafantrag berechtigt gewesen (vgl. dazu FIOLKA, Anwendungsfall von Art. 23 UWG, AJP 11/1998 S. 1368 ff., 1370 Ziff. 2.4) und war auch der Bund zur Stellung des Strafantrags nach Art. 23 in Verbindung mit Art. 9 und 10 UWG berechtigt. Da es sich um eine strafrechtliche Angelegenheit und nicht um eine BGE 136 III 23 S. 31Zivilklage handelte, hatte sich das Bundesgericht mit der Frage, welches Recht nach den internationalprivatrechtlichen Kollisionsnormen anwendbar w�re, nicht zu befassen (zutreffend: SUTTER, Klagerecht, a.a.O., S. 171; FIOLKA, a.a.O., S. 1369 f. Ziff. 2.2 und 2.3; B�R, a.a.O., SIWR Bd. I/1, S. 170; vgl. auch derselbe, ZBJV 1999 S. 598 ff.; DUTOIT, a.a.O., N. 6bis zu Art. 136 IPRG). Namentlich kann darin, dass es die Ausf�hrungen in der Botschaft zum Klagerecht des Bundes nach Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG wiedergab (BGE 124 IV 73 E. 1c/bb; vgl. E. 5.2 vorne) keine Bezugnahme auf das im internationalen Privatrecht herrschende Marktauswirkungsprinzip gesehen werden, zumal mit Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG dem Bund auch das Recht zur Stellung eines Strafantrags einger�umt werden sollte (Botschaft, a.a.O., S. 358 Ziff. 32; AB 1992 N 2; DAVID, a.a.O., S. 158).
6.3 Die Beschwerdef�hrerin steht auf dem Standpunkt, die Klage sei abzuweisen, da nach Art. 136 Abs. 1 IPRG ausl�ndisches Lauterkeitsrecht und nicht das UWG anwendbar und der Bund damit nicht klageberechtigt sei.
Das Amtsgericht bejahte das Klagerecht des Bundes mit dreifacher Begr�ndung. Es erwog zun�chst, Voraussetzung f�r das Klagerecht des Bundes sei eine eingetretene oder drohende Rufsch�digung der Schweiz. Insofern wirkten sich im Anwendungsfall von Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG die unlauteren Handlungen notwendigerweise auch auf dem Markt in der Schweiz aus, so dass schon nach Art. 136 Abs. 1 IPRG Schweizer Recht anzuwenden sei. Ferner hielt das Amtsgericht daf�r, Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG verfolge ausschliesslich �ffentliche Interessen und sein Kerngehalt sei daher �ffentlichrechtlicher Natur. Der Verweis in Art. 136 IPRG gelte indes nur f�r Privatrecht. Schliesslich wies das Gericht darauf hin, dass gem�ss den Formularen der Beschwerdef�hrerin im Verh�ltnis zwischen ihr und den Kunden Schweizer Recht anzuwenden sei. Da der Bund anstelle der Kunden klage, gelte die vereinbarte Anwendung von Schweizer Recht auch gegen�ber dem Bund.
Die Vorinstanz �usserte Zweifel daran, dass im vorliegenden Fall, in dem die Beschwerdef�hrerin ihre Formulare ausschliesslich im Ausland einsetzte, relevante Auswirkungen auf dem schweizerischen Markt eintr�ten, nahm aber dazu nicht abschliessend Stellung. Denn es hielt mit dem Amtsgericht daf�r, es sei sachgerecht, das zul�ssigerweise in den Formularvertr�gen gew�hlte schweizerische Recht BGE 136 III 23 S. 32auch auf die vorliegende Klagekonstellation anzuwenden. Der Wortlaut von Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG verlange, dass die im Ausland betroffenen Personen ihrerseits klageberechtigt w�ren. Der Bund nehme in diesen F�llen stellvertretend f�r die Betroffenen im Ausland die Klagebefugnis wahr. Gemeint sei damit kaum, dass ein eigentliches Stellvertretungsverh�ltnis im Sinne von Art. 32 ff. OR vorliege. Indes werde damit eine gewisse Parallelit�t zwischen Bund und ausl�ndischen Betroffenen herausgestrichen.
Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, die von der Vorinstanz angef�hrten Gr�nde verm�chten die Anwendbarkeit des schweizerischen Lauterkeitsrechts nicht zu begr�nden. Im Sinne der von der massgebenden Lehre und Rechtsprechung vertretenen Meinung sei, soweit �berhaupt ein zivilrechtliches Klagerecht des Bundes bejaht werde, von der Anwendbarkeit des massgebenden ausl�ndischen Wettbewerbsrechts auszugehen. Nachdem die Beschwerdegegnerin in keinem einzigen Fall nachgewiesen habe, dass das massgebende ausl�ndische Recht eine Aktivlegitimation des Staates vorsehe, sei die Klage abzuweisen.
6.4 Zun�chst ist zu pr�fen, ob f�r die Bestimmung des Rechts, das f�r die (Voraussetzung des Bundesklagerechts bildende) Klageberechtigung der im Ausland ans�ssigen Betroffenen massgebend ist, auf die Rechtswahlklausel in den Formularvertr�gen zwischen der Beschwerdef�hrerin und den ausl�ndischen Betroffenen abgestellt werden, mithin eine subjektive Ankn�pfung des anwendbaren Lauterkeitsrechts vorgenommen werden kann, wie dies die Vorinstanz getan hat.
Dies ist zu verneinen. Zwar sieht Art. 136 Abs. 3 IPRG in Verbindung mit Art. 133 Abs. 3 IPRG als Ausnahme von der Regelankn�pfung an das Lauterkeitsrecht des Marktes eine akzessorische Ankn�pfung vor. Danach unterstehen Anspr�che aus unerlaubter Handlung in F�llen, in denen durch die unerlaubte Handlung ein zwischen Sch�diger und Gesch�digtem bestehendes Rechtsverh�ltnis verletzt wird, dem Recht, dem das vorbestehende Rechtsverh�ltnis unterstellt ist. Diese akzessorische Ankn�pfung ist allerdings nach ihrem Sinn und Zweck nicht auf die vorliegende Konstellation anzuwenden. Die Bestimmung spricht klar von einem vorbestehenden Rechtsverh�ltnis. Zu denken ist etwa daran, dass ein Vertragspartner im Wettbewerb in unlauterer Weise Vorteile ausnutzt, die er im Rahmen eines vorbestehenden Lizenz-, Alleinvertriebs- oder Arbeitsvertrags gewinnen konnte, und dass dadurch gleichzeitig dieses Vertragsverh�ltnis BGE 136 III 23 S. 33verletzt wird (vgl. VISCHER, a.a.O., N. 20 zu Art. 136 IPRG; DUTOIT, a.a.O., N. 8 zu Art. 136 IPRG; DASSER, a.a.O., N. 20 zu Art. 136 IPRG; SIEHR, a.a.O., S. 373). Vorliegend geht es indessen nicht darum, welches Wettbewerbsrecht auf Handlungen anzuwenden ist, die gleichzeitig einen vorbestehenden Vertrag verletzen, sondern darum, ob die fraglichen Formularvertr�ge der Beschwerdef�hrerin in unlauterer Weise abgeschlossen werden. W�rde in einem solchen Fall eine Rechtswahlklausel ber�cksichtigt, w�re es zudem ein Leichtes, in Formularvertr�gen das auf einem Markt geltende Wettbewerbsrecht auszuschalten.
6.5 Weiter ist zu pr�fen, ob sich das Klagerecht des Bundes im vorliegenden Fall direkt aus den Bestimmungen von Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG und Art. 136 Abs. 1 IPRG ableiten l�sst.
6.5.1 Das Amtsgericht hielt daf�r, wenn eine Rufsch�digung des Wirtschaftsstandorts Schweiz gegeben sei, wie sie Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG f�r das Klagerecht des Bundes voraussetze, wirkten sich die unlauteren Handlungen notwendigerweise auch auf dem Schweizer Markt aus, unabh�ngig davon, dass die Formularvertr�ge der Beschwerdef�hrerin ausschliesslich im Ausland eingesetzt w�rden. Demzufolge sei nach Art. 136 IPRG schweizerisches Recht anzuwenden. Die Vorinstanz scheint diese Ansicht nicht zu teilen. Zwar m�ge die Schweiz infolge der Rufsch�digung als Handelspartner ins Abseits geraten. Indessen bleibe eine solche indirekte Auswirkung im Rahmen von Art. 136 Abs. 1 IPRG unbeachtlich, was allerdings vom Bundesgericht in BGE 124 IV 73 E. 1c/bb anders gesehen zu werden scheine.
Zwar hat das Bundesgericht im zitierten Entscheid ausgef�hrt, unlautere Werbe- und Verkaufsmethoden der fraglichen Art gegen�ber Personen im Ausland, die das Ansehen der schweizerischen Wirtschaft in Verruf br�chten, wirkten sich indirekt auch auf die Wettbewerbsstellung von seri�sen Schweizer Unternehmen nachteilig aus. Wie bereits ausgef�hrt (E. 6.2.2 vorne), war in diesem Urteil eine strafrechtliche Angelegenheit zu beurteilen, bei der das anwendbare Recht nicht nach dem internationalen Privatrecht zu bestimmen war, das daran ankn�pft, auf welchem Markt das unlautere Verhalten Wirkung entfaltet. Mit der zitierten Urteilspassage wies das Bundesgericht darauf hin, dass das Verhalten strafrechtlich auch insoweit unter das Schweizer Lauterkeitsrecht fiel, als in der Schweiz ein Erfolg im Sinne von Art. 7 Abs. 1 StGB in der damals geltenden Fassung eingetreten war und die Tat auch insoweit als in der Schweiz BGE 136 III 23 S. 34begangen galt (vgl. dazu DAVID, a.a.O., S. 156). Daraus kann f�r den vorliegenden Fall nichts abgeleitet werden.
Es mag sodann zutreffen, dass unlautere Gesch�ftsmethoden unter Schweizer Flagge sich indirekt auch in der Schweiz bzw. auf die Stellung von Schweizer Wettbewerbsteilnehmern auswirken, wenn der Ruf der Schweiz gesch�digt wird. Auch k�nnen solche Praktiken dazu f�hren, dass seri�se Anbieter aus der Schweiz gegen�ber den mit unlauteren Machenschaften auftretenden Konkurrenten benachteiligt werden. Darin liegt aber keine relevante Auswirkung auf den Schweizer Markt im Sinne von Art. 136 IPRG. Vielmehr treten die entsprechenden Wirkungen auf den ausl�ndischen M�rkten ein, auf denen die Konkurrenten ihre Waren oder Dienstleistungen anbieten. Denn als Markt gilt geographisch - wie bereits ausgef�hrt (E. 6.1 vorne) - derjenige Ort, an dem der Wettbewerber mit seinem Angebot auftritt, mit allf�lligen Mitbewerbern in Konkurrenz tritt und sich an potentielle Abnehmer richtet, nicht der Ort, an dem er ans�ssig ist.
Eine Anwendung von Schweizer Recht gest�tzt auf Art. 136 IPRG aus dem Grund, dass sich die beanstandeten Handlungen der Beschwerdef�hrerin indirekt auch in der Schweiz auswirken w�rden, f�llt damit ausser Betracht.
6.5.2 Es rechtfertigt sich sodann, auch auf die weitere Eventualbegr�ndung des Amtsgerichts einzugehen, die es auf eine Literaturstelle von SIEHR (a.a.O., S. 295) st�tzte. Danach sei der Kerngehalt von Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG �ffentlichrechtlicher Natur, weil diese Bestimmung ausschliesslich �ffentliche Interessen verfolge. Entsprechend sei Art. 136 IPRG nicht anwendbar, da der in dieser Norm enthaltene Verweis nur f�r Privatrecht gelte.
Auch dem kann nicht gefolgt werden. Wie aus den Materialien hervorgeht, war es der Wille des Gesetzgebers, dem Bund im Rahmen des UWG ein ziviles Klagerecht einzur�umen, was er als wirksamste Methode betrachtete, um das Ansehen der Schweiz vor einer Beeintr�chtigung durch unlautere Absatz- und Aquisitionsmethoden unter Ausnutzung des guten Rufs der Schweiz zu sch�tzen (Botschaft, a.a.O., S. 357 Ziff. 23; DAVID, a.a.O., S. 158; SUTTER, Klagerecht, a.a.O., S. 157). Dieses Klagerecht sollte dem Bund erm�glichen, ein zivilrechtliches Verfahren in der Schweiz zu er�ffnen. Daraus ergibt sich klar, dass das Klagerecht den Voraussetzungen f�r die Erhebung einer zivilrechtlichen Klage unterliegt, unabh�ngig davon, dass mit ihm das �ffentliche Interesse verfolgt wird, das Ansehen der BGE 136 III 23 S. 35Schweiz im Ausland zu sch�tzen. Entsprechend ist die Klageberechtigung nach Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG gem�ss dem Statut zu beurteilen, welches das internationale Privatrecht als anwendbar bezeichnet.
6.6 Die Beschwerdegegnerin vertritt die Auffassung, dass in F�llen, in denen das Klagerecht des Bundes nach Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG ausge�bt wird, diese Bestimmung in Verbindung mit Art. 9 Abs. 1 und 2 UWG sowie die Spezialbestimmungen des UWG, auf die Art. 9 UWG verweist, als "lois d'application imm�diate" im Sinne von Art. 18 IPRG anwendbar sind.
6.6.1 Die Tragweite der im IPRG enthaltenen Verweisungen auf ein ausl�ndisches Recht wird im 3. Abschnitt der gemeinsamen Bestimmungen (Art. 13-19) geregelt. F�r die einzelnen Verweisungen gilt damit u.a. generell die Einschr�nkung der zwingenden Anwendung des schweizerischen Rechts (Art. 18). Die Bestimmung von Art. 18 IPRG beh�lt gegen�ber den Regelverweisungen des IPRG auf ein ausl�ndisches Recht (Art. 13 IPRG) die Anwendung von Bestimmungen des schweizerischen Rechts vor, die wegen ihres besonderen Zwecks, unabh�ngig von dem durch das IPRG bezeichneten Recht, zwingend anzuwenden sind. Diese sogenannten "lois d'application imm�diate" umfassen den positiven Ordre public. Die zwingend anwendbare Bestimmung des schweizerischen Rechts hat somit einen eigenen r�umlichen Anwendungsbereich, der sich gegen die allgemeinere Kollisionsregel durchzusetzen vermag und sie ausschaltet. F�r eine solche Bestimmung erfolgt eine kollisionsrechtliche Sonderankn�pfung. Zum positiven Ordre public geh�ren namentlich Normen, die den wesentlichen Interessen der Gesellschaftsordnung, der politischen oder wirtschaftlichen Ordnung Rechnung tragen, mithin im �ffentlichen Interesse gesetzt worden sind, so dass deren Durchsetzung gegen�ber dem an sich anwendbaren ausl�ndischen Recht im �ffentlichen Interesse liegt, soweit ein gen�gender Inlandbezug gegeben ist. Solche Bestimmungen verdr�ngen die Anwendung des verwiesenen ausl�ndischen Rechts ohne R�cksicht auf das konkrete Ergebnis seiner Anwendung (vgl. zum Ganzen BGE 128 III 201 E. 1b S. 205 f. und 1d S. 207 mit zahlreichen Hinweisen; BGE 125 III 443 E. 3d S. 447; BGE 117 II 494 E. 7 S. 501; Urteil 5C.184/1995 vom 10. Januar 1996 E. 5b; VISCHER, a.a.O., N. 1 zu Art. 18 IPRG).
6.6.2 Ob eine Regelung des schweizerischen Rechts eine "loi d'application imm�diate" im Sinn von Art. 18 IPRG darstellt, ist durch Auslegung der entsprechenden Bestimmung zu ermitteln, sofern ihr BGE 136 III 23 S. 36Geltungsbereich - was nur ausnahmsweise der Fall ist - nicht ausdr�cklich bestimmt wird. "Loi d'application imm�diate" kann dabei nur eine Sachnorm sein, die eine einseitige Rechtsanwendungsnorm enth�lt (vgl. VISCHER, a.a.O., N. 6 zu Art. 18 IPRG; SUTTER, Klagerecht, a.a.O., S. 179).
Eine Besonderheit besteht vorliegend darin, dass Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG selber lediglich die besondere Klageberechtigung des Bundes f�r die darin umschriebene Konstellation regelt und nicht eine Sachnorm in dem Sinne darstellt, dass sie Rechte und Pflichten ihrer Adressaten regelt. Sachnormen bestimmen im Regelfall f�r die darin geregelten Rechte und Pflichten zugleich die Aktivlegitimation und Passivlegitimation, wenn auch oftmals nur implizit, wie auch die materiellen Anspruchsvoraussetzungen und die Rechtsfolgen, f�r den Fall, dass diese erf�llt sind, bzw. die einklagbaren Anspr�che (so z.B. Art. 41 und 55 OR). Im Fall der Bundesklage sind diese Elemente in verschiedenen Bestimmungen enthalten. Die Anspruchsvoraussetzungen finden sich in den Spezialnormen von Art. 2-8 UWG und in Art. 9 Abs. 1 und Art. 10 Abs. 1 UWG, wo als "Klagevoraussetzung" eine Bedrohung oder Verletzung der betroffenen Kunden in wirtschaftlichen Interessen verlangt wird (vgl. dazu BAUDENBACHER, a.a.O., N. 3 zu Art. 9 UWG; hinsichtlich der Anspruchsberechtigung von Kunden �ndert nichts, dass Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG nur auf Art. 9 Abs. 1 und 2 UWG und nicht auf Art. 10 Abs. 1 UWG verweist, wo die Kunden genannt werden [BGE 126 III 198 E. 1a]). Die Klageberechtigung an sich und die einklagbaren Anspr�che werden in den Art. 10 Abs. 2 lit. c bzw. Art. 9 Abs. 2 UWG geregelt. Dies heisst aber nicht, dass die Bestimmung von Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG, in der die Klageberechtigung separat geregelt ist, nicht den Sachnormen zuzurechnen ist, entsprechend dem Grundsatz, dass sich die Aktivlegitimation nach den materiellrechtlichen Normen beurteilt, auf die der geltend gemachte Anspruch gest�tzt wird (E. 5 vorne).
Es ist im Folgenden zu pr�fen, ob sich Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG ein unbedingter Wille des Gesetzgebers entnehmen l�sst, dass das Klagerecht des Bundes zwingend nach schweizerischem Recht zu bestimmen ist, unabh�ngig von anderslautenden Verweisen in den Spezialnormen des IPRG (nachfolgende E. 6.6.2.2). Weiter wird abzukl�ren sein, ob sich aus Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG auch ableiten l�sst, dass bestimmte Sachnormen des Schweizer Rechts, konkret die Spezialbestimmungen in Art. 2 ff. sowie Art. 9 Abs. 1 und 2 und Art. 10 Abs. 1 UWG, zwingend und unter Ausschluss ausl�ndischen BGE 136 III 23 S. 37Wettbewerbsrechts anzuwenden sind, wenn vom Bund Klage erhobenwird, weil es zum Schutz des Ansehens der Schweiz im Ausland erforderlich erscheint (nachfolgende E. 6.6.2.3).
6.6.2.1 Das Gesetz muss in erster Linie aus sich selbst heraus, das heisst nach dem Wortlaut, Sinn und Zweck und den ihm zu Grunde liegenden Wertungen auf der Basis einer teleologischen Verst�ndnismethode ausgelegt werden. Die Gesetzesauslegung hat sich vom Gedanken leiten zu lassen, dass nicht schon der Wortlaut die Norm darstellt, sondern erst das an Sachverhalten verstandene und konkretisierte Gesetz. Gefordert ist die sachlich richtige Entscheidung im normativen Gef�ge, ausgerichtet auf ein befriedigendes Ergebnis der ratio legis. Dabei befolgt das Bundesgericht einen pragmatischen Methodenpluralismus und lehnt es namentlich ab, die einzelnen Auslegungselemente einer hierarchischen Priorit�tsordnung zu unterstellen. Die Gesetzesmaterialien k�nnen beigezogen werden, wenn sie auf die streitige Frage eine klare Antwort geben (BGE 135 III 20 E. 4.4, BGE 135 III 112 E. 3.3.2; je mit Hinweisen).
6.6.2.2 Wie bereits ausgef�hrt (E. 5.2 vorne), liegt der Zweck von Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG darin, dem Bund die prozessualen M�glichkeiten einzur�umen, um das Ansehen der Schweiz im Ausland zu wahren, wenn von der Schweiz aus oder �ber die Schweiz im Ausland angewendete unlautere Gesch�ftsmethoden dazu f�hren, dass dieses Schaden genommen hat oder Schaden zu nehmen droht. Insbesondere sollte dem Bund die M�glichkeit gegeben werden, zivilrechtliche Klagen zu erheben, weil dies vom Gesetzgeber als die wirksamste Art angesehen wurde, um gegen die anvisierten unlauteren Praktiken vorzugehen (E. 6.5.2 vorne). Verfolgt werden sollen damit allerdings nicht Interessen des Bundes, in denen er wie ein Privater tangiert ist, sondern ausschliesslich �ffentliche Interessen (SUTTER, Klagerecht, a.a.O., S. 180). Das zivilrechtliche Klagerecht sollte dem Bund insbesondere auch deshalb zur Verf�gung gestellt werden, weil die ausl�ndischen Betroffenen regelm�ssig wegen der damit verbundenen Umtriebe auf eine Einleitung einer Zivil- oder Strafklage in der Schweiz verzichten und der Bund an deren Stelle f�r einen wirksamen Rechtsschutz sorgen solle (Botschaft, a.a.O., S. 357 Ziff. 22; AB 1992 N 2; SUTTER, Lockvogelverbot, a.a.O., S. 370 in Fn. 630).
Um diese "stellvertretende Funktion" des Bundesklagerechts zu betonen, hat der im bundesr�tlichen Entwurf von Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG vorgesehene Text im Rahmen der parlamentarischen Beratung eine Erg�nzung erfahren. Nach der urspr�nglichen Fassung im BGE 136 III 23 S. 38Entwurf h�tte das Klagerecht des Bundes allein von der Voraussetzung abgehangen, dass der Bund es zum Schutze des Ansehens der Schweiz im Ausland als n�tig erachtete, Klage zu erheben (BBl 1992 I 359 Ziff. 32). Diese Formulierung wurde im Nationalrat um den Halbsatz mit der zus�tzlichen Voraussetzung erweitert, dass "die im Ausland ans�ssigen Personen klageberechtigt" sein m�ssen (AB 1992 N 2). Es blieb allerdings nicht bei dieser Formulierung. In der Redaktionskommission wurde dieser Halbsatz durch die schliesslich ins Gesetz aufgenommene Fassung ersetzt, dass "die klageberechtigten Personen im Ausland ans�ssig" sein m�ssen. Daraus geht deutlich hervor, dass die Erg�nzung den Aspekt betont, dass der Bund nur in F�llen klagen soll, dass im Ausland ans�ssige, klageberechtigte Personen existieren, weil diese - wie in der Botschaft ausgef�hrt - regelm�ssig den Aufwand f�r eine Klageerhebung in der Schweiz scheuen und damit ohne Bundesklagerecht kein wirksamer Rechtsschutz best�nde (vgl. auch SUTTER, Klagerecht, a.a.O., S. 180; DAVID, a.a.O., S. 162).
Der Berichterstatter im Nationalrat erkl�rte zwar, dass mit der zus�tzlichen Klagevoraussetzung nicht bloss die stellvertretende Funktion des Bundesklagerechts besser zum Ausdruck gebracht, sondern auch klargestellt werden solle, dass die vom unlauteren Wettbewerb betroffenen, im Ausland ans�ssigen Personen nach schweizerischem UWG klageberechtigt sein m�ssten (AB 1992 N 2). Bei der Aussage, die im Ausland ans�ssigen Betroffenen m�ssten nach schweizerischem UWG klageberechtigt sein, wurde aber offenbar gar nicht an die M�glichkeit gedacht, dass sich (die Anspr�che und damit auch) die Klagem�glichkeit von ausl�ndischen Betroffenen nach ausl�ndischem Recht bestimmen k�nnte. Denn die internationalprivatrechtliche Problematik, die sich mit der neuen Klagevoraussetzung stellte, hat der Gesetzgeber mit keinem Wort bedacht, mithin anscheinend schlicht �bersehen, wobei die Vorstellung geherrscht haben d�rfte, dass schweizerisches Recht anwendbar sein werde (vgl. B�R, a.a.O., SIWR Bd. I/1, S. 170 bei Fn. 197; SUTTER, Klagerecht, a.a.O., S. 181). Diese Annahme wird durch den Umstand erh�rtet, dass die Bestimmung von Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG in einem eigentlichen Eilverfahren ins Gesetz aufgenommen wurde. Der Gesetzes�nderung liegt keine Botschaft des Bundesrates an die beiden eidgen�ssischen R�te zugrunde, sondern ein "Bericht" des Eidgen�ssischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD). Dieses hatte sich "gest�tzt auf den Auftrag gem�ss Bundesratsbeschluss vom 28. August 1991" mit dem Vorschlag zur BGE 136 III 23 S. 39�nderung des UWG an die vorberatenden Kommissionen der beiden R�te gewandt, in denen anl�sslich der Revision des Verm�gensstrafrechts offenbar der Wunsch ge�ussert worden war, die missbr�uchliche Ausnutzung des Ansehens der Schweiz im Ausland zu unterbinden. Ein Vernehmlassungsverfahren ging dem nicht voraus. Der Bericht des EJPD wurde erst am 4. Februar 1992 durch Ver�ffentlichung in BBl 1992 I 355 ff. allgemein publik gemacht. Dies nach der Beratung im Nationalrat, die bereits am 27. Januar 1992 stattgefunden hatte (AB 1992 N 2), und lediglich 5 Wochen vor der Verabschiedung der Revisionsvorlage durch den Zweitrat am 10. M�rz 1992. Aufgrund dieses zeitlichen Ablaufs konnte keine �ffentliche Diskussion �ber die vorgeschlagene Erg�nzung des UWG stattfinden, in der auf die internationalprivatrechtliche Problematik h�tte hingewiesen werden k�nnen (AB 1992 S 136 f., 303; vgl. zum Ganzen DAVID, a.a.O., S. 152 ff.; SUTTER, Klagerecht, a.a.O., S. 148 ff.; vgl. auch RAUBER, a.a.O., S. 267). Ein weiteres Indiz, dass der Gesetzgeber als selbstverst�ndlich von der Anwendbarkeit von schweizerischem Recht ausging, ist, dass die UWG-Erg�nzung im Rahmen der Revision des Verm�gensstrafrechts erfolgte, und daher nur an die Anwendung des schweizerischen Rechts am Handlungsort gedacht wurde (B�R, ZBJV 2001 S. 593; vgl. E. 5.2.2 vorne zu BGE 124 IV 73).
In Anbetracht des Ausgef�hrten ist die im Nationalrat aufgegriffene zus�tzliche Anforderung, dass im Ausland ans�ssige Betroffene nach schweizerischem UWG klageberechtigt sind, so zu verstehen, dass die Klageberechtigung von im Ausland ans�ssigen Personen, l�ge ein reiner Binnensachverhalt vor, gegeben w�re, weil sie durch ein von der Schweiz ausgehendes Gesch�ftsgebaren im Sinne von Art. 9 Abs. 1 und Art. 10 Abs. 1 UWG in ihren wirtschaftlichen Interessen betroffen sind. Dass den Betroffenen nach internationalprivatrechtlichen Regeln ein Klagerecht nach schweizerischem UWG zukommt, ist nicht erforderlich.
Dasselbe Ergebnis ergibt sich aus dem Sinn und Zweck des Klagerechts des Bundes. Dieses sollte geschaffen werden, um dem Bund ein m�glichst wirksames Instrument in die Hand zu geben, um anstelle der passiv bleibenden ausl�ndischen Betroffenen gegen unlautere Praktiken unter Schweizer Flagge im Ausland wirksam vorzugehen, mit dem Ziel, den guten Ruf der Schweiz im Ausland zu bewahren. Es ist auszuschliessen, dass der schweizerische Gesetzgeber dem Bund ein spezielles Klagerecht mit diesem Zweck einr�umen, dieses aber BGE 136 III 23 S. 40gleichzeitig wirkungslos gestalten wollte, indem er es f�r die anvisierten Sachverhalte, dass Betroffene im Ausland ans�ssig sind, davon abh�ngig machte, dass das nach Art. 136 Abs. 1 IPRG anwendbare ausl�ndische Recht dem Bund eine solche Klagebefugnis einr�umt, was mit Bestimmtheit nie der Fall ist (vgl.SUTTER, Klagerecht, a.a.O., S. 179; derselbe, Lockvogelverbot, a.a.O., S. 370 Fn. 630). Vielmehr ergibt die Auslegung von Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG klar, dass das Bundesklagerecht im �ffentlichen Interesse unbedingt zum Tragen kommen soll, wenn von der Schweiz aus unlautere Gesch�ftsmethoden betrieben werden, die zu einer Gef�hrdung des Ansehens der Schweiz im Ausland f�hren, und im Ausland ans�ssige Personen in einer Weise betroffen sind, dass bei einem reinen Inlandsachverhalt deren Klagerecht nach Art. 9 und 10 UWG zu bejahen w�re.
Es handelt sich mithin beim Klagerecht nach Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG um eine "loi d'application imm�diate" im Sinne von Art. 18 IPRG, die Sachverhalte betrifft, die sich auf ausl�ndischen M�rkten auswirken, aber insoweit einen hinreichenden Inlandbezug aufweisen, als die zu bek�mpfenden Praktiken von der Schweiz ausgehen. Als solche verlangt sie bei gegebenen Voraussetzungen im �ffentlichen Interesse eine unbedingte Anwendung, unabh�ngig von anderslautenden Verweisen in den Spezialnormen des IPRG. Dem steht nicht entgegen, dass Bestimmungen zum Schutz des lauteren Wettbewerbs, die auch im �ffentlichen Interesse, n�mlich jenem an einem funktionierenden Wettbewerb, aufgestellt sind, im Allgemeinen nicht dem positiven Ordre public zugerechnet werden (vgl. BGE 132 III 389 E. 3). Denn mit dem Klagerecht des Bundes nach dem schweizerischen UWG wird ein spezifisches �ffentliches Interesse, jenes an der Wahrung des guten Rufs der Schweiz, verfolgt, wozu der Gesetzgeber die entsprechende Bestimmung zwingend angewandt haben will. Das Klagerecht des Bundes untersteht damit allein dem schweizerischen Recht und nicht einem ausl�ndischen Recht, das aufgrund der Verweisung in den Spezialnormen des IPRG allenfalls anwendbar sein k�nnte. Konkret heisst dies, dass der Bund klageberechtigt ist, sobald im Ausland ans�ssige Personen in einer Weise betroffen sind, dass diese, l�ge ein reiner Binnensachverhalt vor, nach Art. 9 UWG klagen k�nnten, und eine Klage zur Wahrung des Rufs der Schweiz im Ausland als erforderlich erachtet werden darf (vgl. in diesem Sinne SUTTER, Klagerecht, a.a.O., S. 179 f.; derselbe, Lockvogelverbot, a.a.O., S. 369 ff.; B�R, a.a.O., SIWR Bd. I/1, S. 169, der zudem in Frage stellt, ob die Bestimmungen der lex causae auf BGE 136 III 23 S. 41spezielle Institute wie Beh�rdenklagen �berhaupt anzuwenden w�ren [S. 172 Fn. 205; so auch KOBERG, a.a.O., S. 194 und SCHWANDER, SZIER 3/2002 S. 401]; anscheinend gl.M. BAUDENBACHER, a.a.O., N. 39 zu Art. 10 UWG; a.M. dagegen DASSER, a.a.O., N. 24 zu Art. 136 IPRG, der sich daf�r allerdings zu Unrecht auf BGE 126 III 198 E. 2a beruft [vgl. E. 6.2.1 vorne]).
In die gleiche Richtung geht ein Entwurf zur Revision des UWG, den der Bundesrat k�rzlich den eidgen�ssischen R�ten unterbreitet hat (Botschaft vom 2. September 2009 zur �nderung des UWG, BBl 2009 6151 ff., insbes. 6163 Ziff. 1.2.2, 6182 und 6194). Darin wird vorgeschlagen, das Klagerecht des Bundes in F�llen wie dem vorliegenden nur noch davon abh�ngig zu machen, dass das Ansehen der Schweiz im Ausland bedroht oder verletzt ist und die in ihren wirtschaftlichen Interessen bedrohten Personen im Ausland ans�ssig sind (Art. 10 Abs. 3 Entwurf). �berdies soll klargestellt werden, dass bei Klagen des Bundes das schweizerische UWG im Sinne von Art. 18 IPRG zwingend anzuwenden ist (Art. 10 Abs. 5 Entwurf).
6.6.2.3 Damit ist die Frage noch nicht beantwortet, nach welchem Statut die im Rahmen einer Bundesklage nach Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG geltend gemachten Anspr�che im Sinne von Art. 9 Abs. 1 und 2 UWG de lege lata zu beurteilen sind bzw. ob die Spezialnormen in Art. 2-8 UWG als "loi d'application imm�diate" zwingend anzuwenden sind, wenn eine Bundesklage erhoben wird. Insoweit kommen allerdings weitgehend analoge �berlegungen zum Tragen, die zur unbedingten Unterstellung des Klagerechts unter das schweizerische Recht f�hren.
Wie in der vorstehenden Erw�gung 6.6.2.2 dargelegt wurde, dachte der Gesetzgeber bei der Einf�hrung des Bundesklagerechts f�r die anvisierten Sachverhalte nicht daran, dass allenfalls auch ausl�ndisches Wettbewerbsrecht anwendbar sein k�nnte, sondern ging als selbstverst�ndlich von der Anwendbarkeit von schweizerischem Recht aus. Das Bundesklagerecht w�rde denn auch wesentlich erschwert, mithin die angestrebte Effizienz bei der Bek�mpfung von unlauteren Praktiken, die dem Ruf der Schweiz im Ausland schaden, stark beeintr�chtigt, wenn dies anders w�re, d.h. die Widerrechtlichkeit des Verhaltens, gegen das vorgegangen werden soll, f�r jeden Staat, in dem es sich auswirkt, nach dem jeweiligen nationalen Wettbewerbsrecht nachgewiesen bzw. beurteilt werden m�sste (SUTTER, Klagerecht, a.a.O., S. 181; f�r die Anwendung der lex causae aber offenbar: BAUDENBACHER, a.a.O., N. 39 zu Art. 10 UWG; SCHWANDER, a.a.O., BGE 136 III 23 S. 42S. 401). Es kann ausgeschlossen werden, dass der Gesetzgeber das Klagerecht des Bundes derart erschweren wollte.
Ebenso ist es kaum vorstellbar, dass der Gesetzgeber das Institut einer Beh�rdenklage geschaffen h�tte, wenn es nicht darum ginge, Verhaltensweisen zu unterbinden, die nach den Massst�ben des schweizerischen Lauterkeitsrechts zu beanstanden sind, mithin im �ffentlichen Interesse schweizerische Verhaltensstandards sicherzustellen, um den guten Ruf der Schweiz zu bewahren (SUTTER, Klagerecht, a.a.O., S. 181; B�R, ZBJV 1999 S. 599; vgl. auch derselbe, a.a.O., SIWR Bd. I/1, S. 170). In F�llen, in denen die weitere Voraussetzung f�r die Erhebung einer Bundesklage gegeben ist, d.h. wenn der Bund eine solche zum Schutze des Ansehens der Schweiz im Ausland und damit im �ffentlichen Interesse als erforderlich betrachten darf, scheint denn auch eine Durchbrechung des Marktauswirkungsprinzips nach Art. 136 IPRG vertretbar (vgl. f�r andere F�lle: M�CHLER-ERNE/WOLF-METTIER, in: Basler Kommentar, a.a.O., N. 9 zu Art. 18 IPRG). Denn der mit diesem Prinzip zu wahrenden Chancengleichheit auf den betroffenen M�rkten wird hier insoweit hinreichend Rechnung getragen, als der Bund eine Klage in der Regel nur als erforderlich betrachten darf, wenn bei Schweizer Vertretungen im Ausland eine gewisse Anzahl Beanstandungen gegen die Gesch�ftspraktiken der beklagten Personen eingegangen ist und somit ohne weiteres davon ausgegangen werden kann, dass sich diese Praktiken auch an den Massst�ben stossen, die auf den betroffenen M�rkten gelten. Soweit die Praktiken auch gegen schweizerische Verhaltensstandards verstossen, besteht unter solchen Gegebenheiten ein gewichtiges �ffentliches Interesse daran, dass sie unterbunden werden, um den guten Ruf der Schweiz im Ausland zu sch�tzen. Aus �hnlichen �berlegungen hat das Bundesgericht in BGE 124 IV 73 E. 1c/bb im Zusammenhang mit einer Strafklage das �ffentliche Interesse unabh�ngig von der Regelung in Art. 3-7 StGB in Verbindung mit Art. 23 UWG als �berwiegend betrachtet, dubiose Machenschaften mittels Anwendung von schweizerischem Lauterkeitsrecht zu unterbinden. Dies unter ausnahmsweiser Abweichung vom Territorialprinzip, das den strafrechtlichen Schutz eines lauteren Marktgeschehens eigentlich dem Staat �berlassen w�rde, in dem sich das Marktgeschehen zutr�gt (vgl. dazu FIOLKA, a.a.O., S. 1370 Ziff. 2.4; BAUDENBACHER, a.a.O., N. 39 zu Art. 10 UWG bei Fn. 148; E. 6.2.2 vorne). Widerstrebende ausl�ndische Interessen, die eine zwingende Anwendung des jeweiligen ausl�ndischen Marktrechts verlangen w�rden (vgl. VISCHER, a.a.O., N. 7 zu BGE 136 III 23 S. 43Art. 18 IPRG), sind, wie die Beschwerdegegnerin zu Recht vorbringt, nicht ersichtlich. Im Gegenteil haben ausl�ndische Staaten ein evidentes, erhebliches Interesse an einem effizienten Schutz der dort ans�ssigen Personen vor unlauteren Gesch�ftspraktiken, die von der Schweiz aus betrieben werden.
Die Spezialnormen von Art. 2-8 UWG erheischen aus den dargelegten Gr�nden zwingende Anwendung, wenn der Bund gest�tzt auf Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG im �ffentlichen Interesse Klage erhebt. Wird davon ausgegangen, dass der Gesetzgeber die Anwendbarkeit von schweizerischem Lauterkeitsrecht als selbstverst�ndlich voraussetzte, spricht denn auch schon die Tatsache, dass er f�r dessen Durchsetzung mit dem Ziel der Wahrung des guten Rufs der Schweiz im Ausland eine Beh�rdenklage vorsah, f�r einen unbedingten gesetzgeberischen Anwendungswillen dieser Sachnormen als "loi d'application imm�diate", wenn eine solche Klage erhoben wird (vgl. Urteil 5C.184/1995 vom 10. Januar 1996 E. 5b). Dies soll denn auch durch den de lege ferenda vorgeschlagenen Art. 10 Abs. 5 UWG klargestellt werden (vgl. die vorstehende E. 6.6.2.2 in fine).
9. Die Vorinstanz begr�ndete die von ihr ausgesprochenen Verbote mit dem Vorwurf, die Beschwerdef�hrerin versende t�uschende bzw. irref�hrende Vertragsformulare, mit denen die Adressaten im Sinne von Art. 2 und Art. 3 lit. b UWG dahingehend get�uscht w�rden, dass ein Angebot f�r einen unentgeltlichen Eintrag in ein privates Touristikverzeichnis bzw. f�r die unentgeltliche Aktualisierung eines solchen vorliege, w�hrend sie bei Leistung der Unterschrift in Wirklichkeit eine Verpflichtung zur Bezahlung von �ber EUR 3'000.- eingingen. Dieses Verhalten sei geeignet, die Beschwerdef�hrerin im Wettbewerb zwischen Anbietern von Werbeleistungen zu bevorteilen. Dazu komme, dass der Eintrag auf der CD nutzlos sei, w�hrend den Adressaten vorgegeben werde, es handle sich dabei um die ideale Plattform zur Gewinnung von neuen Kunden. Durch den Abschluss eines solchen Vertrags werde der Betroffene in seinen wirtschaftlichen Interessen verletzt.
Es ist zun�chst zu pr�fen, ob die Beschwerdef�hrerin mit ihren Vertragsformularen im Sinne von Art. 2 und Art. 3 lit. b UWG BGE 136 III 23 S. 44unrichtige oder irref�hrende bzw. t�uschende Angaben �ber ihre Preise macht, indem sie die Adressaten �ber die Entgeltlichkeit der angebotenen Dienstleistung t�uscht, und gegebenenfalls, ob diese T�uschung wettbewerbsrelevant ist (nachfolgende E. 9.1). Falls dies zu bejahen ist, stellt sich die Frage, ob die Unterzeichner schon allein dadurch in ihren wirtschaftlichen Interessen beeintr�chtigt werden, dass sie das Formular unterzeichnen (nachfolgende E. 9.2).
9.1 Nach Art. 2 UWG ist jedes t�uschende oder in anderer Weise gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstossende Verhalten oder Gesch�ftsgebaren unlauter und widerrechtlich, welches das Verh�ltnis zwischen Mitbewerbern oder zwischen Anbietern und Abnehmern beeinflusst. Unlauter k�nnen danach nur Handlungen sein, die objektiv geeignet sind, den Wettbewerb bzw. die Funktionsf�higkeit des Marktes zu beeinflussen (BGE 133 III 431 E. 4.1; BGE 132 III 414 E. 3.1; BGE 131 III 384 E. 3 S. 388). Unlauter handelt nach Art. 3 lit. b UWG u.a. insbesondere, wer �ber die Preise seiner Leistungen unrichtige oder irref�hrende Angaben macht. Damit wird ein umfassender Schutz gegen irref�hrende Preisinformationen auch in Bereichen gew�hrleistet, in denen die verwaltungsrechtlichen Regeln gegen eine irref�hrende Bekanntgabe von Preisen nicht greifen (vgl. MAGDA STREULI-YOUSSEF, Unlautere Werbe- und Verkaufsmethoden [Art. 3 UWG], in: Lauterkeitsrecht, SIWR Bd. V/1, 2. Aufl. 1998, S. 91; BAUDENBACHER, a.a.O., N. 196 ff. zu Art. 3 lit. b UWG). Das Verbot von wettbewerbsbeeinflussender T�uschung oder Irref�hrung schafft dem Gebot der Wahrheit und der Klarheit des Marktauftritts Nachachtung, indem es ein Gesch�ftsgebaren untersagt, das darauf abzielt, den Adressaten beim Vertragsschluss zu beeinflussen, indem beim potentiellen Vertragspartner eine Diskrepanz zwischen dessen subjektiver Vorstellung und der Realit�t bewirkt wird (vgl. DAVID/JACOBS, Schweizerisches Wettbewerbsrecht, 4. Aufl. 2005, S. 17 und 53; BAUDENBACHER, a.a.O., N. 41 ff. zu Art. 2 UWG, N. 45 f. zu Art. 3 lit. b UWG; STREULI-YOUSSEF, a.a.O., S. 83). Die Gefahr der T�uschung bzw. Irref�hrung gen�gt. Massgebend daf�r, ob von einer solchen ausgegangen werden kann, ist das objektive Verst�ndnis der angesprochenen Verkehrskreise unter Zugrundelegung durchschnittlicher Erfahrung, Sachkunde und Aufmerksamkeit (BAUDENBACHER, a.a.O., N. 45 zu Art. 2 UWG, N. 64 ff. zu Art. 3 lit. b UWG; J�RG M�LLER, Einleitung und Generalklausel [Art. 1-2 UWG], in: Lauterkeitsrecht, SIWR Bd. V/1, 2. Aufl. 1998, S. 60). Es ist somit f�r die Erf�llung des Tatbestands nicht erforderlich, dass jeder Adressat mit BGE 136 III 23 S. 45durchschnittlicher Erfahrung auf die T�uschung hereinf�llt oder sich irref�hren l�sst, sondern es gen�gt, wenn nach den allgemeinen Erfahrungen des Lebens anzunehmen ist, dass sich eine nicht unerhebliche Anzahl von Adressaten der Handlungen t�uschen l�sst bzw. einem Irrtum verf�llt.
9.1.1 Zur Frage des t�uschenden Verhaltens der Beschwerdef�hrerin stellten das Amtsgericht bzw. die Vorinstanz in tats�chlicher Hinsicht Folgendes fest:
Die von der Beschwerdef�hrerin seit Sommer 2004 verwendeten Formulare seien im Textteil inhaltlich in allen Sprachen gleichlautend. Sie beg�nnen mit folgendem Text:
bitte schicken Sie uns dieses Formular zusammen mit Ihrem Prospekt mit dem beigef�gten Antwortcouvert zur�ck, denn damit helfen auch Sie, den TouristDirectory aktuell zu halten. Wir publizieren Ihren bestehenden Grundeintrag, der aus Ihrer vollst�ndigen Anschrift, der Telefon- und Faxnummer besteht, auch dann kostenlos, wenn Sie uns keinen Auftrag wie unten angegeben erteilen. Nachdem wir Ihr Formular erhalten haben, werden wir Ihre Daten im TouristDirectory �berpr�fen und gegebenenfalls aktualisieren. Bitte unterschreiben Sie nur, wenn Sie einen Auftrag gem. den unten aufgef�hrten Bedingungen erteilen wollen; wir w�rden dann Ihre Daten als Anzeige mit Informationen, Bild und Logo publizieren.
Danach folge eine Rubrik, in der die Kunden betreffend die Zimmer, den Preis, die Kategorie und Art der Unterkunft K�stchen ankreuzen, bzw. leere Linien ausf�llen k�nnten. Es folge ein leeres Feld mit Platz f�r die Anschrift und Adresse des Betriebs. Schliesslich k�nne der Kunde betreffend Lage, Hotel-, Zimmer-, Business- und Freizeiteinrichtungen verschiedene Eigenschaften ankreuzen. Im untersten F�nftel des Formulars stehe Folgendes:
"Auftrag: Wir erteilen hiermit der X. AG (Verlag) den Auftrag, unsere oben gemachten Angaben (Mindestgr�sse 500 x 200 Pixel inklusive Logo und Foto) in der n�chsten und den beiden danach folgenden Ausgaben der CD-ROM "TouristDirectory" zu publizieren. Wir erkl�ren, dass sich dieser Auftrag nach Ablauf des oben genannten Zeitraums automatisch um jeweils ein Jahr verl�ngert, sollte er nicht schriftlich drei Monate vor Ablauf eines Kalenderjahres gek�ndigt werden. Die Kosten f�r die Anzeigen betragen EUR 989.00 pro Ausgabe und werden j�hrlich im Voraus berechnet. Wir best�tigen das Zahlungsziel von 20 Tagen ab Rechnungsdatum. Zus�tzlich bestellen wir hiermit eine CD-ROM pro Ausgabe zum BGE 136 III 23 S. 46Preis von EUR 98.00 inkl. Versandspesen, der wie oben in Rechnung gestellt wird. Wir nehmen von der Widerrufsfrist von 10 Tagen ab Auftragserteilung Kenntnis, danach wird der Auftrag unwiderruflich. Wir erteilen dem Verlag den Auftrag, die Anzeigen zu gestalten. Bei dem Auftrag kommt Schweizer Recht zur Anwendung und wir akzeptieren, dass der Sitz des Verlages Gerichtsstand und Erf�llungsort ist, wobei der Verlag das Recht hat, an unserem Gerichtsstand zu klagen."
Es folge je ein Feld f�r Ort und Datum sowie die Unterschrift.
Die Beklagte biete ihren Kunden nach dem beschriebenen Formular betreffend Eintrag in die beklagtischen Register eine unentgeltliche Leistung und eine entgeltliche Leistung an. Die kostenlose Leistung beinhalte den Eintrag der Anschrift mit Adresse sowie der Telefon- und Faxnummer des Hotelbetriebs. Dieser Eintrag erfolge sowohl auf der Internetseite der Beklagten wie auch auf ihrer CD-ROM TouristDirectory. Der entgeltliche Eintrag beinhalte weitere Angaben �ber den Hotelbetrieb entsprechend dem ausgef�llten Formular. Diese Angaben erfolgten gem�ss "Auftrag" ausschliesslich auf der CD-Rom TouristDirectory und nicht auf der allgemein zug�nglichen Internetseite der Beklagten. F�r diese Leistung habe der Kunde mindestens EUR 1'087.- zu bezahlen (EUR 989.- f�r Eintrag und EUR 98.- f�r CD-Rom), bzw. EUR 3'261.-, da mit dem "Auftrag" der Eintrag in mindestens drei Ausgaben der CD-Rom TouristDirectory bestellt werde.
9.1.3 Nach den Feststellungen der Vorinstanz �ber den Adressatenkreis, an den die Beschwerdef�hrerin ihre Vertragsformulare versendet (die Formulare richteten sich nicht nur an grosse und fachm�nnische, sondern auch an kleinere und wenig versierte Unternehmer mit geringer Professionalit�t und w�rden sogar an private Zimmervermieter gesandt [nicht publ. E. 9.1.2]), kann nicht von einer grossen durchschnittlichen Aufmerksamkeit und Erfahrung der angesprochenen Kreise bei der Lekt�re von Dokumenten mit juristischem Inhalt ausgegangen werden. Um die Gefahr einer Irref�hrung �ber die Entgeltlichkeit oder Unentgeltlichkeit der angebotenen Leistungen zu bannen, ist dementsprechend ein strenger Massstab an die erforderliche Klarheit der mit den Formularen erfolgenden Angebote bzw. der dazu enthaltenen Information anzulegen (vgl. die vorstehende E. 9.1.1).
F�r die Beurteilung der Formulare erscheint entscheidend, dass im ersten Textabschnitt, auf den die Aufmerksamkeit mit der deutlich BGE 136 III 23 S. 47fett gedruckten Anrede "Sehr geehrte Damen und Herren" gezogen wird, zun�chst der Eindruck erweckt wird, es gehe mit dem Formular lediglich darum, das Verzeichnis der Beschwerdef�hrerin aktuell zu halten. In der Folge wird ausgef�hrt, dass die Beschwerdef�hrerin den Grundeintrag auch dann kostenlos publiziere, wenn kein Auftrag wie unten angegeben erteilt werde. Damit wird die Unentgeltlichkeit der angebotenen Leistung betont und nicht klar zwischen der entgeltlichen und der unentgeltlichen Leistung unterschieden, die im gleichen Formular angeboten werden. Zwar wird der Adressat gebeten, das Formular nur zu unterschreiben, wenn er einen Auftrag gem�ss den unten aufgef�hrten Bedingungen erteilen wolle. Auch dabei wird indes weder klar darauf hingewiesen, dass der "Auftrag" entgeltlich ist, noch ausgef�hrt, wie vorzugehen ist, wenn nur der unentgeltliche Grundeintrag gew�nscht wird. Ebenso wenig wird hervorgehoben, was der Vorteil des entgeltlichen Eintrags sein soll und dessen Preis rechtfertigen soll, was geeignet w�re, den Leser auf den Unterschied zwischen entgeltlicher und unentgeltlicher Leistung aufmerksam zu machen. Danach folgt ein separater kurzer Abschnitt, in dem das TouristDirectory als die ideale Plattform zur Gewinnung neuer Kunden angepriesen wird, an den die vom Adressaten auszuf�llende Rubrik mit den Angaben zu seinem Betrieb anschliesst.
Erst bei der genauen Lekt�re des nachher folgenden, mit kleinen Wort- und Zeilenabst�nden gedruckten Textteils kann der Adressat realisieren, dass ein Volleintrag mit allen Angaben auf der CD der Beschwerdef�hrerin EUR 989.- pro Ausgabe kostet und mit der Unterschrift f�r mindestens drei Jahresausgaben bestellt wird, nebst der CD zum Preis von EUR 98.- pro Ausgabe. Es kann allerdings - wie auch die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat - als notorisch bezeichnet werden, dass kleingedruckte Gesch�ftsbedingungen, die am Ende von vorgedruckten Vertragsformularen stehen, im Gesch�ftsalltag aus Zeitgr�nden oftmals nicht oder nur oberfl�chlich gelesen werden. Daran vermag nichts zu �ndern, dass es sich vorliegend nicht um einen mehrseitigen Vertrag mit zahlreichen Bestimmungen, sondern um ein bloss einseitiges Formular handelt. Der Adressat kann regelm�ssig darauf vertrauen, dass die Essentialia des Vertrages - vorliegend die genaue Umschreibung der Leistung der Beschwerdef�hrerin und der daf�r zu entrichtende Preis - nicht erst in diesen Textteilen am Ende des Formulars festgehalten sind. Im vorliegenden Fall verh�lt es sich indessen genau umgekehrt, indem erst der Text am Ende des Formulars die wesentlichen Vertragsbestimmungen BGE 136 III 23 S. 48enth�lt. Es fehlt zudem an einem wirksamen Blickfang, mit dem auf die Wichtigkeit dieses Abschnitts aufmerksam gemacht wird. Daran vermag nichts zu �ndern, dass das Wort "Auftrag" am Anfang des Abschnitts und der Preis von EUR 989.- pro Ausgabe leicht hervorgehoben sind, zumal die Hervorhebung der Preisangabe dadurch praktisch unwirksam gemacht wird, indem sie in fast allen Sprachversionen des Formulars durch einen Zeilenumbruch getrennt wird.
Insgesamt ist der Vorinstanz beizupflichten, wenn sie angesichts der geringen durchschnittlichen Aufmerksamkeit der angesprochenen Verkehrskreise die Gefahr bejahte, dass ein nicht unerheblicher Teil der Adressaten das Vertragsformular unterschreiben wird, ohne den letzten Textteil gelesen zu haben, in der Meinung, nur eine unentgeltliche Leistung in Anspruch zu nehmen. F�r die Gefahr der Irref�hrung spricht auch, dass der entgeltliche und der unentgeltliche Auftrags- bzw. Dienstleistungsteil im Formular nicht klar getrennt sind und es an der M�glichkeit fehlt, nur f�r den unentgeltlichen Eintrag eine Unterschrift zu leisten. Entgegen der Beschwerdef�hrerin kann erfahrungsgem�ss nicht davon gesprochen werden, dass es in der Gesch�ftspraxis un�blich w�re, auch in Formularen f�r unentgeltliche Leistungen ein Feld f�r eine Unterschrift vorzusehen, und daher dem Adressaten automatisch klar w�rde, dass er eine finanzielle Bindung eingeht, wenn er eine Unterschrift leistet. Ebenso wenig ist es notorisch oder entspricht es der allgemeinen Lebenserfahrung, dass gestaltete Anzeigen �berall auf der Welt Geld kosten, wie die Beschwerdef�hrerin behauptet. Damit ist auch ihren auf der entsprechenden Behauptung basierenden R�gen die Grundlage entzogen, wonach die Vorinstanz in Willk�r verfallen sei und Art. 8 ZGB verletzt habe, indem sie feststellte, es sei nicht erh�rtet, dass die Betroffenen im Ausland w�ssten, dass gestaltete Anzeigen in einem Verzeichnis in der Regel nicht kostenlos seien.
Als Ergebnis ist damit festzuhalten, dass das Formular, mit dem die Beschwerdef�hrerin im Anzeigenmarkt auftritt, ein Irref�hrungspotential aufweist, das sich mit dem durch Art. 2 und Art. 3 lit. b UWG gesch�tzten Gebot der Klarheit des Marktauftritts nicht vereinbaren l�sst. Der Schluss dr�ngt sich auf, dass das Formular darauf angelegt ist, den durchschnittlichen Leser davon abzulenken, dass er mit der Unterzeichnung des Formulars eine erhebliche finanzielle Verpflichtung eingeht. Daf�r spricht auch die �berlegung, dass sich dem Formular, abgesehen von der Behauptung, das TouristDirectory sei die BGE 136 III 23 S. 49ideale Plattform zur Gewinnung neuer Kunden, nichts �ber die Qualit�t der Publikationsleistung der Beschwerdef�hrerin entnehmen l�sst und dass nicht davon auszugehen ist, es gebe viele Gesch�ftsleute, die sich irrtumsfrei verpflichten, f�r einen Eintrag in einem Hotelf�hrer rund EUR 3'000.- zu bezahlen, ohne mehr �ber die Qualit�t der Gegenleistung zu erfahren, die sie daf�r erhalten. Ob der Eintrag auf der CD der Beschwerdef�hrerin gar nutzlos ist, wie die Vorinstanz angenommen hat, kann dabei offenbleiben.
9.1.5 Die Vorinstanz bejahte die Wettbewerbsrelevanz des der Beschwerdef�hrerin vorgeworfenen irref�hrenden Verhaltens. Die fraglichen Formulare der Beschwerdef�hrerin seien offenkundig objektiv geeignet, diese im Kampf um Abnehmer f�r Werbeerzeugnisse bzw. f�r Raum auf Internetplattformen gegen�ber anderen Anbietern zu bevorteilen, die ihre Leistungen nur gegen Entgelt anbieten. Denn es liege in der Natur des Menschen, dass er einem vermeintlichen Gratisinserat, das als ideale Plattform zur Gewinnung von Kunden angeboten werde, den Vorzug gebe.
Die Beschwerdef�hrerin geht fehl, wenn sie der Vorinstanz vorwirft, Art. 2 UWG verletzt zu haben, weil sie sich damit begn�gt hat festzustellen, dass das beanstandete Verhalten geeignet sei, den Wettbewerb zwischen den Anbietern von Werbeleistungen zu beeinflussen, und verkannt habe, dass sich das Verhalten tats�chlich in konkret betroffenen ausl�ndischen M�rkten auswirken m�sse.
Nach der vorstehend (E. 9.1) zitierten Rechtsprechung gen�gt es unter dem vorliegend anwendbaren schweizerischen Recht (E. 6.6.2.3 vorne), dass das beanstandete Verhalten objektiv geeignet ist, den Wettbewerb bzw. die Funktionsf�higkeit des Marktes zu beeinflussen. Es muss dementsprechend ausreichen, dass das Verhalten sich auf einem beliebigen Markt wettbewerbsrelevant auswirken kann. Der Nachweis der tats�chlichen Beeinflussung des Wettbewerbs auf einem bestimmten nationalen Markt ist nicht erforderlich.
9.2 Es ist damit weiter zu pr�fen, ob die betroffenen ausl�ndischen Adressaten schon allein dadurch im Sinne von Art. 9 Abs. 1 und Art. 10 Abs. 1 UWG in ihren wirtschaftlichen Interessen bedroht oder verletzt werden, wenn sie das streitgegenst�ndliche Formular im Irrtum �ber die damit eingegangene finanzielle Verpflichtung unterzeichnen (dazu: BAUDENBACHER, a.a.O., N. 292 zu Art. 9 UWG; RAUBER, a.a.O., S. 255; PEDRAZZINI/PEDRAZZINI, a.a.O., S. 263 ff.). BGE 136 III 23 S. 50
Dies ist zu bejahen. Die Tatbestandsvoraussetzung der Beeintr�chtigung in wirtschaftlichen Interessen durch das t�uschende Verhalten im Sinne der genannten Bestimmungen ist erf�llt, wenn die Unterschrift von den Kunden im irrt�mlichen Glauben geleistet wird, keine finanziellen Verpflichtungen einzugehen, w�hrend sie sich damit in Wirklichkeit (bzw. wie ihnen von der Beschwerdef�hrerin in der Folge vorgegeben wird) verpflichten, �ber EUR 3'000.- zu bezahlen. Denn wenn die Kunden durch T�uschung dazu gebracht werden, eine finanzielle Verpflichtung einzugehen, die sich namentlich kleinere Betriebe in "Niedrigpreisl�ndern" kaum leisten k�nnen, wird damit ihre Freiheit, wirtschaftliche Dispositionen zu treffen oder zu unterlassen, beseitigt und werden sie in ihren wirtschaftlichen Interessen bedroht oder verletzt (PEDRAZZINI/PEDRAZZINI, a.a.O., S. 152 ff.). Daran �ndert nichts, dass sich die Betroffenen gegebenenfalls auf einen Willensmangel nach Art. 23 ff. OR berufen k�nnen. Dies zumal die Beschwerdef�hrerin die Unterzeichner nach den Feststellungen des Amtsgerichts nicht einfach aus dem Vertrag entl�sst, wenn sie sich auf Irrtum berufen und die Nichtigkeit des Vertrags geltend machen, sondern vielmehr auf der Forderung beharrt und mit hohen zus�tzlichen Administrativkosten droht, sofern die Zahlung ausbleibt. Nur auf Intervention eines Anwalts oder der Beschwerdegegnerin erkl�rt sich die Beschwerdef�hrerin jeweils bereit, das Inkasso aufzugeben, wodurch den Betroffenen jedenfalls ein betr�chtlicher Aufwand durch Korrespondenzen, allenfalls gar Einschaltung eines Anwalts anf�llt.
9.3 Zusammenfassend hat die Vorinstanz zu Recht entschieden, dass das Verhalten der Beschwerdef�hrerin Art. 2 und Art. 3 lit. b UWG verletze und die Beschwerdegegnerin zur gerichtlichen Geltendmachung dieser Verletzung berechtigt sei. Dies gen�gt zur Begr�ndung der von der Vorinstanz gegen die Beschwerdef�hrerin ausgesprochenen Verbote, die sich nur auf die Formulare und nicht auch auf ihr Produkt schlechthin beziehen. Wie es sich mit den R�gen zum weiteren Vorwurf verh�lt, die Beschwerdef�hrerin t�usche im Sinne von Art. 2 und Art. 3 lit. b UWG �ber ihre Leistungen, weil sie die CD als die ideale Plattform zur Gewinnung von Kunden bezeichnet, w�hrend der Eintrag auf der CD in Wirklichkeit nutzlos sei, kann damit offenbleiben. Dasselbe gilt f�r die R�gen gegen die Annahme, dass die Betroffenen mit der Bezahlung von EUR 3'000.- f�r einen nutzlosen Eintrag in ihren wirtschaftlichen Interessen verletzt werden.
124 IV 73,
132 III 389,
133 III 431,
132 III 414,
Art. 10 Abs. 2 lit. c UWG,
art. 18 et 136 LDIP,
art. 9 al. 1 et 2 LCD,
art. 18 LDIP suite... ,
art. 9 LCD,
Art. 10 UWG,
Art. 136 Abs. 1 IPRG,
Art. 2-8 UWG,
Art. 9 Abs. 1 und Art. 10 Abs. 1 UWG,
Art. 10 al. 2 let,
Art. 10 Abs. 1 UWG,
Art. 133 Abs. 3 IPRG,
Art. 41 und 55 OR,
Art. 10 Abs. 5 UWG,
Art. 3 UWG,