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Timestamp: 2016-10-23 22:21:19
Document Index: 340341968

Matched Legal Cases: ['Art. 18', 'Art. 18', 'BGE', 'Art. 25', 'Art. 36', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 40', 'Art. 19', 'Art. 95', 'Art. 113', 'BGE', 'BGE', 'Art. 134', 'Art. 159', 'BGE']

U 389/99 (12.04.2000)
M.________, 1948, Beschwerdef�hrer, vertreten durch die Beratungsstelle A.________,
A.- Der 1948 geborene M.________ war seit 1971 als Handwerker/Friedhofsg�rtner beim Gartenbauamt X.________ t�tig und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert. Am 20. November 1995 rutschte er, als er am Grab seines Sohnes im ehemaligen Jugoslawien eine Keramikvase aufstellen wollte, aus, prallte mit der Vase gegen den Boden und verletzte sich durch die zersplitterten Keramikteile am rechten Daumen. Der nach seiner R�ckkehr in die Schweiz konsultierte Dr. med. G.________, Arzt f�r Allgemeine Medizin FMH, diagnostizierte eine Schnittwunde des rechten Daumengrundgelenkes volar und eine Durchtrennung der Flexorsehne (Bericht vom 21. Februar 1996). Am 18. M�rz 1996 wurde im Spital Y.________ eine palmare Tendolyse sowie eine Sehnen-, eine Ringband- und eine Digitalnervenrekonstruktion vorgenommen. Anschliessend hielt sich der Versicherte vom 31. Juli bis 11. September 1996 in der Rehabilitationsklinik auf.
Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen. Nach Abkl�rungen in medizinischer und erwerblichberuflicher Hinsicht sprach sie M.________ mit Verf�gung vom 4. Februar 1998 eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunf�higkeit von 25 % r�ckwirkend ab 1. Juli 1997 sowie eine Integrit�tsentsch�digung von 5 % zu. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 3. Juli 1998 fest.
B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 23. September 1999 ab.
C.- M.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Begehren, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides sei ihm eine Rente auf der Grundlage eines Invalidit�tsgrades von 60 % sowie eine Integrit�tsentsch�digung von 20 % zuzusprechen.
W�hrend die SUVA unter Hinweis auf den angefochtenen Entscheid auf eine Stellungnahme verzichtet, hat sich das Bundesamt f�r Sozialversicherung nicht vernehmen lassen.
D.- Mit Eingabe vom 29. November 1999 reicht M.________ den Bericht des Dr. med. S.________, FMH Handchirurgie, Klinik Z.________, Abt. Handchirurgie, vom 27. November 1999 nach. Die SUVA erhielt Gelegenheit, sich hiezu zu �ussern.
1.- Das kantonale Gericht hat die massgebenden Bestimmungen und Grunds�tze �ber den Begriff der Invalidit�t (Art. 18 Abs. 1 und Abs. 2 Satz 1 UVG), die Ermittlung des Invalidit�tsgrades nach der Methode des Einkommensvergleichs (Art. 18 Abs. 2 Satz 2 UVG; BGE 104 V 136 Erw. 2a und b), den Anspruch auf Integrit�tsentsch�digung je nach der Schwere des Integrit�tsschadens (Art. 25 Abs. 1 UVG und Anhang 3 zur UVV, in der hier anwendbaren, auf den 1. Januar 1998 in Kraft getretenen Fassung, basierend auf Art. 36 Abs. 2 UVV) sowie die Rechtsprechung zur Vereinbarkeit der von der SUVA in Weiterentwicklung der bundesr�tlichen Skala zus�tzlich erarbeiteten Bemessungsgrundlagen mit dem Anhang 3 zur UVV (BGE 116 V 157 Erw. 3a, 113 V 219 Erw. 2b; vgl. auch BGE 124 V 32 Erw. 1c mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Richtig wiedergegeben ist auch die Praxis zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers unter anderem vorausgesetzten ad�quaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und dem in der Folge eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod) bei psychischen Gesundheitsst�rungen, einschliesslich der dabei zu beachtenden Kriterien (BGE 115 V 135 Erw. 4b ff.). Auf diese Erw�gungen kann verwiesen werden.
2.- F�r die Beantwortung der vorliegend zun�chst streitigen Frage, ob der Beschwerdef�hrer Anspruch auf eine h�here als die ihm zugesprochene Invalidenrente hat, sind vorab der Gesundheitszustand und die funktionelle Leistungsf�higkeit des Versicherten massgebend. SUVA und Vorinstanz gingen hiebei davon aus, dass es dem Beschwerdef�hrer zumutbar sei, eine seinen unfallbedingten Leiden angepasste, k�rperlich leichte T�tigkeit zu 100 % auszu�ben.
a) Um den Invalidit�tsgrad bemessen zu k�nnen, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die �rztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verf�gung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der �rztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bez�glich welcher T�tigkeiten die versicherte Person arbeitsunf�hig ist. Im Weiteren sind die �rztlichen Ausk�nfte eine wichtige Grundlage f�r die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden k�nnen (BGE 115 V 134 Erw. 2, 114 V 314 Erw. 3c, 105 V 158 Erw. 1).
b) Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu w�rdigen sind. F�r das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweisw�rdigung (Art. 40 BZP in Verbindung mit Art. 19 VwVG; Art. 95 Abs. 2 OG in Verbindung mit Art. 113 und 132 OG). Danach haben Versicherungstr�ger und Sozialversicherungsrichter die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an f�rmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgem�ss zu w�rdigen (Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., S. 278). F�r das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass der Sozialversicherungsrichter alle Beweismittel, unabh�ngig davon, von wem sie stammen, objektiv zu pr�fen und danach zu entscheiden hat, ob die verf�gbaren Unterlagen eine zuverl�ssige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Bestehen Zweifel an der Zuverl�ssigkeit und Schl�ssigkeit der �rztlichen Feststellungen, sind erg�nzende Abkl�rungen vorzunehmen. Dabei hat der Sozialversicherungsrichter grunds�tzlich die Wahl, ob er die Sache zu weiteren Beweiserhebungen an die verf�gende Instanz zur�ckweisen oder die erforderlichen Instruktionen insbesondere durch Anordnung eines Gerichtsgutachtens selber vornehmen will (BGE 122 V 160 Erw. 1c und d; RKUV 1999 Nr. U 332 S. 193 Erw. 2a/bb und 1998 Nr. U 313 S. 475 Erw. 2a).
c) Aus den Akten ist ersichtlich, dass die behandelnden �rzte dem Beschwerdef�hrer, welcher Rechtsh�nder ist, auf Grund seiner Handverletzung bis Ende Juni 1996 �bereinstimmend eine 100 %ige Arbeitsunf�higkeit attestierten. W�hrend Dr. med. B.________, Spezialarzt f�r Innere Medizin FMH, speziell Blut- und Krebskrankheiten, einen vollzeitigen Arbeitsbeginn per 1. Juli 1996 indes f�r zumutbar erkl�rte (Bericht vom 5. Juni 1996), erachtete der Kreisarzt Dr. med. F.________ den Versicherten f�r weiterhin voll arbeitsunf�hig (Bericht vom 17. Juli 1996). Im Abschlussbericht "Berufliche Abkl�rungen" sowie im Austrittsbericht der Rehabilitationsklinik vom 25. bzw. 26. September 1996 wurde sodann eine Arbeitsf�higkeit von 0 % im angestammten Beruf angegeben, wobei einfachste Gartenarbeiten ganztags m�glich seien. Der Kreisarzt Dr. med. J.________, Spezialarzt FMH f�r Chirurgie, hielt anl�sslich der Untersuchung vom 28. Oktober 1996 hingegen fest, dem Patienten sei eine 75 %ige Arbeitsf�higkeit in seiner bisherigen T�tigkeit zuzumuten. Nachdem der Beschwerdef�hrer seine Arbeit als G�rtner auf den 11. November 1996 wieder aufgenommen hatte, sch�tzte Dr. med. L.________, Chirurgie FMH, spez. Handchirurgie, diesen zu lediglich 40 % arbeitsf�hig ein, da er gewisse Aufgaben nicht oder nur unter Schmerzen zu erledigen imstande sei (Bericht vom 21. November 1996). Dr. med. B.________ f�hrte in seiner Stellungnahme vom 4. Dezember 1996 seinerseits aus, die Beurteilung der Situation bereite ihm Schwierigkeiten, da er die objektiven Befunde des Dr. med. J.________ zwar best�tigen, selber aber keine Zeichen einer Aggravation beobachten k�nne. Trotzdem neige er eher zur Interpretation des Kreisarztes und erkl�re den Versicherten ebenfalls zu 75 % arbeitsf�hig. Der Kreisarzt Dr. med. O.________, Orthop�dische Chirurgie FMH, verzichtete in seinem Bericht vom 17. Juni 1997 alsdann ausdr�cklich auf eine Festlegung der Arbeitsf�higkeit, bezifferte diese in seiner Stellungnahme vom 3. Oktober 1997 jedoch auf 75 %. Demgegen�ber f�hrte der Hausarzt Dr. med. G.________ am 25. September 1997 aus, der Beschwerdef�hrer sei im Gebrauch des rechten Daumens deutlich behindert und in einer k�rperlich anstrengenden Arbeit wesentlich eingeschr�nkt, weshalb mit Dr. med. L.________ von einer Leistungsf�higkeit im angestammten Beruf von 40 % bis 50 % auszugehen sei. Nachdem der Beschwerdef�hrer am 30. Oktober 1997 in der Neurologischen Klinik des Spitals W.________ ambulant untersucht worden war, gaben die behandelnden Dres. med. C.________ und E.________ in ihrem Bericht vom 18. November 1997 an, aus neurologischer Sicht bestehe eine fokale Nervenl�sion am Daumen mit denkbaren lokalen neurogenen Schmerzen, wobei der Patient diesbez�glich nicht n�her untersucht werden k�nne, da "alles" schmerze und er die Hand sofort zur�ckziehe; das diffuse Schmerzsyndrom und die damit verbundene Bewegungsst�rung am rechten oberen K�rperquadranten k�nne organisch jedoch nicht erkl�rt werden. Anl�sslich der �rztlichen Abschlussuntersuchung vom 5. Dezember 1997 kam Dr. med. O.________ zum Schluss, unter Einhaltung von gewissen Randbedingungen sei dem Beschwerdef�hrer ein Ganztageseinsatz zumutbar. Dem letztinstanzlich seitens des Beschwerdef�hrers aufgelegten Bericht des Dr. med. S.________ vom 27. November 1999 ist im Weiteren zu entnehmen, dass der Umstand der Verletzung der Nerven nicht erkannt worden sei, wodurch sich die Nerven mit der Umgebung verklebt h�tten. Sogar eine partielle Verklebung k�nne sodann durch den Zug der Sehne auf den Nerv bei jeder Bewegung erhebliche Schmerzen hervorrufen, was insbesondere im vorliegenden Falle einer ung�nstig liegenden Narbe zutreffe. Beim Greifen von Objekten verursachten diese einen direkten Druck auf den Nerv, wodurch grosse Schmerzen ausgel�st w�rden. F�r jeden manuell t�tigen Menschen sei eine derartige Verletzung eine "echte Katastrophe", weil dadurch die Greiffunktion gr�sstenteils verloren gehe.
d) Wie aus der geschilderten Aktenlage hervorgeht, geben die Arztberichte bez�glich der Fragen, inwiefern der Beschwerdef�hrer seinen rechten Daumen im Rahmen einer Erwerbst�tigkeit �berhaupt noch einsetzen kann, sowie in welchem Ausmass und betreffend welcher T�tigkeit eine Arbeitsunf�higkeit besteht, kein klares Bild. So gehen die Dres. med. L.________, G.________ und S.________ davon aus, dass der Versicherte im Gebrauch seines rechten Daumens deutlich behindert ist, w�hrend die Dres. med. J.________, B.________ und O.________ daf�r halten, die Beweglichkeit und die Kraft des Daumens seien lediglich etwas eingeschr�nkt. Hinsichtlich der bisherigen T�tigkeit als G�rtner bestehen sodann die unterschiedlichsten Angaben betreffend den noch zumutbaren Arbeitseinsatz, wohingegen sich nur gerade Dr. med. O.________ in seinem Bericht vom 5. Dezember 1997 explizit zur Arbeitsf�higkeit des Beschwerdef�hrers in einer leidensangepassten T�tigkeit �ussert. Angesichts der Widerspr�chlichkeit der Aussagen k�nnen die Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Erwerbsf�higkeit und somit die H�he des Invalidit�tsgrades - entgegen der Auffassung von SUVA und Vorinstanz - nicht abschliessend beurteilt werden. Die Akten sind deshalb an die SUVA zur�ckzuweisen, damit sie die erforderlichen Abkl�rungen nachholt. Gest�tzt auf die Ergebnisse dieser Erhebungen wird �ber die Zusprechung einer Rente neu zu befinden sein.
e) Was die von Dr. med. J.________ am 28. Oktober 1996 festgestellte massive posttraumatische Verarbeitungsst�rung sowie die durch Dr. med. P.________, Spezialarzt f�r Innere Medizin, spez. Rheumaerkrankungen, in seinem Bericht vom 3. November 1997 diagnostizierte ausgepr�gte somatoforme St�rung bei psychosozialen Schwierigkeiten (K�ndigung der Arbeitsstelle, Unfalltod des Sohnes) anbelangt, kann gest�tzt auf die medizinische Aktenlage die Frage, ob es sich bei den psychischen Gesundheitsst�rungen um eine nat�rliche Folge des versicherten Unfalles handelt, nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht �blichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit beantwortet werden. Eine R�ckweisung auch in diesem Punkt zu weiterer Abkl�rung er�brigt sich aber, denn selbst wenn auf Grund zus�tzlicher Begutachtung der nat�rliche Kausalzusammenhang zu bejahen w�re, fehlt es - wie nachfolgend ausgef�hrt - an der Ad�quanz des Kausalzusammenhangs (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 68 Erw. 3c). Auf Grund des augenf�lligen Geschehensablaufs und der dabei erlittenen Verletzungen ist das Ereignis vom 20. November 1995 mit der SUVA - aber entgegen der im angefochtenen Entscheid vertretenen Auffassung - nicht den mittelschweren Unf�llen zuzuordnen, sondern lediglich als "leichter Unfall" im Sinne der Rechtsprechung zu qualifizieren (BGE 115 V 139 Erw. 6a; Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungrecht, Bundesgesetz �ber die Unfallversicherung, Z�rich 1995, S. 44 ff.). Demnach kann der ad�quate Kausalzusammenhang in der Regel ohne weiteres verneint werden. Die Voraussetzungen, welche eine Ausnahme von diesem Grundsatz rechtfertigen, sind vorliegend nicht erf�llt (RKUV 1992 Nr. U 154 S. 249).
3.- W�hrend SUVA und Vorinstanz dem Beschwerdef�hrer gest�tzt auf die Stellungnahme des Dr. med. O.________ vom 5. Dezember 1997 eine Integrit�tsentsch�digung von 5 % zugesprochen haben, wird in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eine Integrit�tseinbusse von 20 % geltend gemacht.
Wie in Erw. 2d hievor bereits dargelegt wurde, bestehen namentlich im Hinblick auf die Gebrauchsf�higkeit des rechten Daumens unterschiedliche �rztliche Einsch�tzungen. Da ohne klare Angaben zu diesem Punkt jedoch auch die Bemessung der Integrit�tsentsch�digung nicht m�glich ist, wird die SUVA auch hier�ber nach erfolgter Abkl�rung neu zu befinden haben.
4.- Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG). Dem durch einen Mitarbeiter der Beratungsstelle f�r Ausl�nder und Steuerpraxis vertretenen, obsiegenden Beschwerdef�hrer steht nach Massgabe der zu Art. 159 Abs. 1 und 2 OG ergangenen Rechtsprechung (BGE 122 V 278; nicht ver�ffentlichte Urteile M. vom 10. Februar 2000, I 142/99, B. vom 22. Juli 1998, U 108/97, und L. vom 17. Juni 1997, U 260/96) eine reduzierte Parteientsch�digung zu.
rungsgerichts des Kantons Z�rich vom 23. September
fallversicherungsanstalt zur�ckgewiesen wird, damit
diese, nach erfolgter Abkl�rung im Sinne der Erw�gun-
gen, �ber den Anspruch des Beschwerdef�hrers auf eine
Invalidenrente sowie auf eine Integrit�tsentsch�digung
Beschwerdef�hrer f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssi-
Der Pr�sident Die Gerichts der III. Kammer: schreiberin: