Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20ZR%20292/90
Timestamp: 2019-06-27 05:09:58
Document Index: 93513275

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 354', 'BGH', '§ 354', '§ 354', '§ 6', '§ 161', '§ 343', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 354']

BGH, 28.01.1993 - I ZR 292/90 - dejure.org
BGH, 28.01.1993 - I ZR 292/90
https://dejure.org/1993,2917
BGH, 28.01.1993 - I ZR 292/90 (https://dejure.org/1993,2917)
BGH, Entscheidung vom 28.01.1993 - I ZR 292/90 (https://dejure.org/1993,2917)
BGH, Entscheidung vom 28. Januar 1993 - I ZR 292/90 (https://dejure.org/1993,2917)
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Erfüllung von Geschäften Dritter - Provision für fremde Geschäfte - Provision für Geschäfte zugunsten Dritter
Voraussetzungen des gesetzlichen Provisionsanspruchs des Handelsvertreters
HGB § 354 Abs. 1
Erfüllung von Geschäften Dritter; Provision für fremde Geschäfte; Provision für Geschäfte zugunsten Dritter
NJW-RR 1993, 802
MDR 1993, 631
VersR 1993, 878
WM 1993, 1261
DB 1993, 1468
Ihr liegt dabei der seit jeher als maßgeblich anerkannte und auch an anderer Stelle im Gesetz mehrfach zum Ausdruck gekommene Gedanke zu Grunde, wonach jedermann weiß, dass ein Kaufmann sein Gewerbe in der Absicht regelmäßiger Gewinnerzielung betreibt und daher Handlungen für andere im Rahmen seines Gewerbebetriebs grundsätzlich nicht ohne Gegenleistung erbringen will (vgl. BGH, Urteil vom 28. Januar 1993 - I ZR 292/90, WM 1993, 1261 unter II 1;… Kindler in Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn, HGB, 3. Aufl., § 354 Rn. 1;… GK-HGB/B. Schmidt, aaO Rn. 1; jeweils mwN).
Voraussetzung des gesetzlichen Provisionsanspruchs aus § 354 Abs. 1 HGB ist neben der - hier gemäß § 6 Abs. 1, § 161 Abs. 1 HGB gegebenen - Kaufmannseigenschaft des Anspruchstellers und einem zu vermutenden Tätigwerden in Ausübung seines Handelsgewerbes (§§ 343, 344 Abs. 1 HGB), dass er mit der ausgeführten Tätigkeit ein Geschäft besorgt hat, welches im Interesse des Anspruchsgegners lag und befugtermaßen für diesen geschah (BGH, Urteil vom 28. Januar 1993 - I ZR 292/90, aaO).
Es kann vielmehr schon genügen, dass jemand die ihm vom Kaufmann erkennbar geleisteten Dienste in Anspruch nimmt, obwohl er weiß oder sich nach den Umständen sagen muss, dass solche Dienste auch ohne ausdrückliche, eine Vergütungspflicht und/oder deren Höhe klarstellende vertragliche Grundlage nur gegen entsprechende Vergütung erbracht werden (vgl. BGH, Urteile vom 7. Juli 2005 - III ZR 397/04, BGHZ 163, 332, 338; vom 28. Januar 1993 - I ZR 292/90, aaO; vom 19. November 1962 - VIII ZR 229/61, WM 1963, 165, unter B I 3).
Bei dieser Norm handele es sich nicht um einen vertraglich begründeten Anspruch, sondern um eine eigene gesetzliche Anspruchsgrundlage, die dann greife, wenn vertragliche Beziehungen fehlten (Hinweis auf RGZ 122, 229, 232; BGHZ 95, 393, 398; BGH, Urteil vom 28. Januar 1993 - I ZR 222/90 - NJW-RR 1993, 802;… Wagner in Röhricht/Graf v. Westphalen, HGB, § 354 Rn. 4, 5).