Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/116773,140.html
Timestamp: 2019-08-25 10:12:40
Document Index: 24505303

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 263', '§ 242', '§ 242', '§ 242', '§ 244', '§ 263', '§ 263', '§ 242', '§ 244', '§259', '§ 257', '§259', '§ 257', '§ 259']

Verfasst am: 18 Apr 2007 - 13:15:47 Titel:
Eben darum handelt F bei mir auch mit Selbstbereicherungsabsicht, da er genau wie J den Wert des Mp3-Players (80€) einschätzen kann. Ich sehe nach wie vor, in dem Angebot des F den Player dem J abzukaufen, weil dieser schon einen zweiten habe, lediglich den Grund dafür, dass der Verkauf überhaupt zustande kommt. Dadurch wird aber kein tatsächlicher Begünstigungswille, der gerade darauf abziehlt, die aus der Vortat erlangte Sache gegenüber Ansprüchen des Berechtigten zu sichern, deutlich.
Was allerdings deutlich wird, ist dass dieser Teil des SV offenbar nicht ganz so einfach zu lösen ist. Jedenfalls streiten wir ja auch schon darüber... Kudos Mr. Zopfs, fein gemacht!
Verfasst am: 18 Apr 2007 - 13:25:52 Titel:
Ich denke, wir können da jetzt drüber diskutieren, so lange wir wollen. Jeder bleibt auf seinem Standpunkt, wahrscheinlich deshalb, weil keiner so recht eine gute Argumentation findet. Jedenfalls ist das alles nicht so beruhigend .
Verfasst am: 18 Apr 2007 - 13:40:53 Titel:
"Der Begünstigende leistet Hilfe i. S. d. Norm, wenn er eine Handlung vornimmt, die objektiv geeignet ist und subjektiv mit der Tendenz vorgenommen wird, die durch die Vortat erlangten oder entstandenen Vorteile gegen Entziehung zu sichern(BGHSt 4, 221, 224)."
Das Argument mit dem "größeren wirtschaftlichen Nutzen" ist ja schön und gut, damit schafft er ihm vielleicht einen Vorteil.
Aber wo liest Du, dass F dem J einen Vorteil sichern will !?
Das kann ich beim besten Willen nicht aus dem einen Halbsatz "weil J ja schon einen eigenen habe" rauslesen.
Dolus directus 1. Grades bei der Bereicherungsabsicht (also jetzt wieder 259) kann man, bei lebensnaher (da haben wirs wieder : ) Auslegung, deshalb annehmen, weil es ja vor allem auf ein wollen ankommt. Man könnte also davon ausgehen, dass F zwar nicht genau weiß, was der Mp3 Player wert ist, er ihn aber billiger kaufen will.
Ist halt wirklich beides Sachverhaltsinterpretation (erinnert micht ein bisschen an die Frage "Vorsatz-Streit ja oder nein" , in der kleinen Strafrechtshausarbeit aus dem letzten Semester ).
Wenn sich aber beides nicht klar aus den SV-Angaben ergibt, schlage ich mich auf die Seite der lebensnahen Auslegung.
Mal abschließend : Das ganze ist wirklich etwas verworren. Ich denke aber nicht, dass die Frage 257 oder 259 über Wohl und Wehe einer Hausarbeit entscheidet.
Verfasst am: 18 Apr 2007 - 13:43:53 Titel:
Jeder bleibt auf seinem Standpunkt, wahrscheinlich deshalb, weil keiner so recht eine gute Argumentation findet.
Wahrscheinlich auch deshalb, weil keiner mehr Lust hat, seine Hausarbeit wieder abzuändern
Verfasst am: 18 Apr 2007 - 13:50:19 Titel:
Ja, nur das Problem ist: Wenn man Drittbereicherungsabsicht annimmt (wie ich), dann muss ein Streitstand geführt werden, nämlich ob der Vortäter als Empfänger der beabsichtigten Bereicherung in Betracht kommt.
Ich finde nach wie vor, dass man nicht einfach dol. dir. I in den SV interpretieren kann bzgl. der angeblichen Absicht des F, den MP3-Player zu kaufen, weil er ihn dadurch billiger erwirbt.
Im SV heißt es wörtlich: Wenig später trifft J seinen alten Freund F. (Die Angabe könnte sich darauf beziehen, dass die beiden Freunde sind und sich nicht gegenseitig abzocken, so die Idee von StR-Tobi.) Diesem erzählt er den "Verkauf" des Palandt, wobei sich beide sehr über die Dummheit des S amüsieren. F bietet dem J dann an, den MP3-Player abzukaufen, weil ja ja schon einen eigenen habe. Fü 50 € verkauft J deshalb den MP3-Player an F.
Verfasst am: 18 Apr 2007 - 13:57:17 Titel:
Was haltet ihr von § 263 III S. 2 Nr. 2?
Verfasst am: 18 Apr 2007 - 13:58:50 Titel:
Im dritten Teil macht es wenig Sinn direkt §§ 242 I, 244 I 1 a) zusammen zu prüfen, oder? Ich hab bis jetzt nur eine grobe Skizze, die wie folgt aussieht:
1. Erstmal nur § 242 I, dort die Wasserflasche als Sache. Fremden Gewahrsam bejahen. Gewahrsamsbegründung verneinen.
2. § 242, 22, 23 I durchgehen lassen, im obj. TB auf § 244 I 1 a) qualifizieren und schließlich als Strafaufhebungsgrund den Rücktritt einbringen.
Ist das so ok oder gibts bessere Alternativen?
Verfasst am: 18 Apr 2007 - 14:05:02 Titel:
Dafür muss entweder die Schadenshöhe außergew. hoch sein, wobei die Grenze bei etwa 50.000€ leigen dürfte (so. S/S-Cramer, § 263, Rn. 188c) oder aber eine Absicht durch fortgesetzte Begehung von Betrug eine großen Zahl von Menschen in die Gefahr eines Verlustes von Vermögenswerten zu bringen (ders. Rn 188d).
Anzeichen dafür erkenne ich nun wirklich beim besten Willen nicht
Verfasst am: 18 Apr 2007 - 14:27:09 Titel:
§ 263 III war auch nicht meine Idee, wollte nur wissen, was hier davon gehalten wird.
Ich prüfe im 3. Tatkomplex
A. §§ 242 I, II, 22, 23 I, 12 II, 243 I 2 Nr. 2, Nr. 3
B. §§ 244 I Nr. 1 a, II, 22, 23 I, 12 II
Verfasst am: 18 Apr 2007 - 16:28:25 Titel:
Denke nun auch dass es richtig ist was Du sagst! Das oben genannte steht nicht umsonst im Sachverhalt. Ich denke mit einer guten Begründen kann hier jedoch eventuell beides vertreten.
Die Strafbarkeit des F bei mir ist jedenfalls:
§259 - Drittbereicherungsabsicht (+)
Streit : Dritter als Vortäter. Hier folge ich der Ansicht der eine klare Abgrenzung zu § 257 vornimmt, verneine also den §259.
Dann § 257
aufgrund einer fehlenden Hilfeleistungstendenz des F jedoch (-)
§§ 259, 257 (-)