Source: https://www.studentische-versicherungen.de/krankenversicherung-student/auslaendische-studenten-in-deutschland/
Timestamp: 2019-04-22 16:32:32
Document Index: 125747477

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 2', '§ 5', '§ 30', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 8']

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Die Anzahl an Immatrikulationen ausländischer Studenten an Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland bewegt sich seit Jahren auf einem hohen Niveau. Im Wintersemester 2017/18 hatten 13,2 % aller Studierenden eine ausländische Staatsangehörigkeit (in absoluten Zahlen rund 375.000).
Wenn du als Ausländer nach Deutschland kommst, um hier zu studieren, wird bei dir grundsätzlich erstmal von einem vorübergehenden Aufenthalt ausgegangen. Dies kann selbst dann der Fall sein, wenn du nicht nur ein oder zwei Semester, sondern ein Vollstudium in Deutschland absolvierst. Es gibt keine Höchstgrenze, bis zu der von einem vorübergehenden Aufenthalt in Deutschland ausgegangen werden kann. Maßgeblich sind im Zweifelsfall immer die tatsächlichen Umstände des Aufenthalts.
Bei der Einschreibung an der Hochschule ist auch von Ausländern eine Versicherungsbescheinigung von der zuständigen gesetzlichen Krankenkasse in Deutschland vorzulegen.
Krankenversicherung für die Einreise nach Deutschland
Staatsangehörige bestimmter Länder benötigen bereits für einen kurzen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen in Deutschland ein Visum. Eine Liste dieser Länder erhältst du beim Auswärtigen Amt.
Ausländer, die sich länger als 90 Tage in Deutschland aufhalten wollen, zum Beispiel zum Studium, benötigen grundsätzlich ein Visum. Ausgenommen von diesem Grundsatz sind Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der Europäischen Union (EU) oder eines der anderen Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und der Schweiz. Für sie entfällt die Verpflichtung, vor und nach der Einreise einen entsprechenden Aufenthaltstitel zu beantragen. Nach der Ankunft und Niederlassung in Deutschland besteht lediglich die allgemeine Meldepflicht bei den zuständigen Einwohnermeldeämtern.
Staatsangehörige Australiens, Israels, Japans, Kanadas, Neuseelands, Südkoreas und der Vereinigten Staaten von Amerika können einen erforderlichen Aufenthaltstitel auch nach der Einreise einholen. Gleiches gilt für Staatsangehörige von Andorra, Brasilien, El Salvador, Honduras, Monaco und San Marino, sofern keine Erwerbstätigkeit aufgenommen werden soll.
Für alle anderen, bisher nicht genannten Staatsangehörigen gilt, dass diese vor der Einreise nach Deutschland bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung ein Visum beantragen müssen. Achte darauf, mit dem richtigen Visum einzureisen, ein Touristenvisum kann beispielsweise in Deutschland nicht in eine Aufenthaltserlaubnis umgewandelt werden!
Nach § 5 Abs. 1 Nr. 1 AufenthG setzt die Erteilung eines Aufenthaltstitels in der Regel die Sicherung des Lebensunterhalts voraus. Bestandteil der Sicherung des Lebensunterhaltes ist nach § 2 Abs. 3 AufenthG auch das Bestehen eines ausreichenden Krankenversicherungsschutzes. Das heißt also, dass du für die Beantragung und auch Verlängerung eines Visum oder einer Aufenthaltserlaubnis eine Krankenversicherung benötigst.
Das Problem ist, dass du als Ausländer in Deutschland nicht per se (sofort) Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung hast, die in jedem Fall einen ausreichenden Krankenversicherungsschutz darstellt (genauso wie eine substitutive private Krankenversicherung). Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn du erstmal einen studienvorbereitenden Sprachkurs oder ein Studienkolleg besuchst. Einfacher ist die Absicherung für Ausländer dann über eine Reisekrankenversicherung, die sogenannte incoming-Versicherung. Hier kannst du verschiedene Angebote vergleichen und direkt online abschließen!
Unsere Empfehlung für die incoming-Krankenversicherung: der Tarif Young Travel Profi von der HanseMerkur
Die Prämie im Young Travel Profi der HanseMerkur, abschließbar bis unter 35 Jahre, beträgt 1,75 Euro pro Tag bei einer Versicherungsdauer bis 365 Tage und 2,15 Euro pro Tag bei einer Versicherungsdauer bis 1.825 Tage (5 Jahre). Dieser Tarif bietet einige Mehrleistungen im Vergleich zu anderen Reisekrankenversicherungen, wie zum Beispiel:
Kostenübernahme für ambulante und stationäre Heil­behandlungen bis zu den Höchstsätzen der GOÄ und GOZ (das heißt bis 3,5-facher Satz anstelle von sonst oft üblichem 2,3-fachem Satz)
Massagen, Packungen, Inhalationen und Krankengymnastik (woanders sind Heilmittel teilweise gar nicht oder nur eingeschränkt versichert)
Rehabilitationsmaßnahmen (woanders nicht immer versichert)
Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Krebskrankheiten (andere Versicherer bieten gar keine Vorsorgeuntersuchungen!)
Ambulante psychoanalytische und psychotherapeutische Behandlung (bis zu 5 Sitzungen pro Versicherungsjahr) – andere Versicherer leisten ebenfalls in dem Bereich überhaupt nicht
Hilfsmittel infolge eines Unfalls ohne Kostenbegrenzung
Unfallbedingter Zahnersatz bis 2.000 Euro
Zahnersatz mit 50 % des erstattungsfähigen Rechnungsbetrags pro Versicherungsjahr bis 2.000 Euro
Kur- und Sanatoriumsbehandlungen im Anschluss an eine versicherte, vollstationäre Krankenhausbehandlung wegen einer schweren Erkrankung
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Wichtig: Bei Verlängerungen von Aufenthaltserlaubnissen ist von allen nicht gesetzlich krankenversicherten Personen eine Bescheinigung der Krankenversicherung vorzulegen, dass der Versicherungsschutz durchgehend bestanden hat und nicht zwischenzeitlich gekündigt wurde.
Wenn du nach deiner Einreise von einer Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung, zum Beispiel als Student nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V erfasst wirst, wirst du dann Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse. Hier bekommst du einen Antrag.
Krankenversicherung fürs Studium
Versicherte Personen aus einem anderen EU-/EWR-Staat, der Schweiz oder einem anderen Abkommensstaat
Befindet sich dein Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt in einem anderen EU-/EWR-Staat, der Schweiz oder einem Abkommensstaat, der die Krankenversicherung umfasst (derzeit Bosnien und Herzegowina, Mazedonien, Montenegro, Serbien, Tunesien und der Türkei), und hältst du dich für das Studium in Deutschland auf, bleibst du nach Verordnung (EG) 883/04 grundsätzlich weiterhin den Rechtsvorschriften deines Wohnstaates unterstellt. Es kommt also nicht zur Krankenversicherung nach deutschem Recht und dein ausländischer Krankenversicherungsschutz besteht fort.
Dies kann nur verhindert werden, in dem der Aufenthalt in Deutschland nicht mehr nur vorübergehend ist. Wenn du also deinen Lebensmittelpunkt dauerhaft nach Deutschland verlegst (vgl. § 30 Abs. 3 SGB I), wäre eine Krankenversicherung nach deutschem Recht möglich, zum Beispiel als versicherungspflichtiger Student in einer gesetzlichen Krankenkasse bei Erfüllung der weiteren Voraussetzungen.
Besteht für dich ein Anspruch auf Sachleistungen, der Anspruch auf Leistungsaushilfe aufgrund des vorübergehenden Aufenthalts wird in der Regel durch eine Europäische Krankenversichertenkarte (EHIC / EKVK) oder eine provisorische Ersatzbescheinigung nachgewiesen, so tritt die Versicherungspflicht als Student nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V NICHT ein. Bei einem Studierenden mit Wohnort in einem Abkommensstaat ist die entsprechende Anspruchsbescheinigung dem jeweiligen bilateralen Abkommen zu entnehmen.
Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte hast du im Falle einer Erkrankung Anspruch auf „medizinisch notwendige Sachleistungen“. Dies sind alle Sachleistungen, die sich unter Berücksichtigung der Art der Sachleistung und der Aufenthaltsdauer als medizinisch notwendig erweisen (damit du nicht vorzeitig in deinen Wohnstaat zurückkehren musst, um die erforderlichen medizinischen Leistungen zu erhalten). Auch Erkrankungen, die bereits vor der Einreise nach Deutschland bestanden haben, können in diesem Rahmen behandelt werden. Allerdings gilt dies nicht, wenn die Einreise zum Zwecke einer Behandlung erfolgt ist. Leistungsumfang und Leistungsdauer sind genauso wie bei Mitgliedern einer deutschen gesetzlichen Krankenkasse.
Aufgepasst: Das Wohnstaatsprinzip gilt unter anderem nicht, sobald du eine Beschäftigung oder selbständige Tätigkeit aufnimmst. In einem solchen Fall gelten die Rechtsvorschriften des Beschäftigungsstaates, bei einer Beschäftigung in Deutschland auch während des Studiums grundsätzlich deutsches Recht! Wir prüfen in dem Fall gern eine mögliche Mitgliedschaft bei einer gesetzlichen Krankenkasse in Deutschland für dich.
Aus dem „vertragslosen“ Ausland kommend
Kommst du aus dem „vertragslosen“ Ausland zum Studieren nach Deutschland, wirst du bei Einschreibung an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule grundsätzlich von der Versicherungspflicht nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V erfasst, wenn du noch nicht mehr als 14 Fachsemester (in deinem Studiengang) studiert hast und noch nicht 30 Jahre alt bist. Wir stellen dir dafür einen Mitgliedschaftsantrag einer gesetzlichen Krankenkasse zur Verfügung. Eine Verlängerung der Versicherungspflicht über die genannten Grenzen hinaus ist in bestimmten Fällen möglich.
Wirst du als Studierender aus dem „vertragslosen“ Ausland nicht versicherungspflichtig in der GKV (auch nicht aufgrund eines anderen Versicherungspflichttatbestandes wie der Auffangversicherungspflicht nach § 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V), kannst du freiwilliges Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse werden, sofern die entsprechende Vorversicherungszeit von dir erfüllt wird. Gegebenenfalls kannst du dich auch über einen Familienangehörigen beitragsfrei mitversichern.
Kommt dies alles nicht in Frage, musst du dich privat krankenversichern. Da dieser Personenkreis der ausländischen Studierenden in der Regel wegen des befristeten Aufenthaltstitels von der „echten“ Privaten Krankenversicherung nicht aufgenommen wird, hat die private Versicherungswirtschaft Sondertarife entwickelt. Im Rahmen der sogenannten Reisekrankenversicherung für ausländische Gäste wird Versicherungsschutz für die Dauer von bis zu 5 Jahren angeboten: Angebote für eine solche „incoming“ Krankenversicherung findest du hier. Wir empfehlen dir den Tarif Young Travel Profi der HanseMerkur!
Alternativ zur Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse in Deutschland hast du nach den Regelungen des § 8 Abs. 1 SGB V grundsätzlich auch die Möglichkeit, dich von der Versicherungspflicht auf Antrag befreien zu lassen, sofern du das Bestehen eines anderweitigen Anspruchs auf Absicherung im Krankheitsfall (im Ausland) nachweisen kannst. Diese Entscheidung möchte ob ihrer möglichen Konsequenzen jedoch gut überlegt sein, wir empfehlen sie eher nicht!
Jetzt Mitgliedschaft bei einer deutschen Krankenkasse prüfen
Wir prüfen, ob eine Mitgliedschaft bei einer gesetzlichen Krankenkasse in Deutschland für dich möglich ist und stellen dir anschließend einen vorausgefüllten Mitgliedschaftsantrag zur Verfügung. Bitte füll dazu das folgende Formular aus: