Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F15-12-2000-U_105-2000
Timestamp: 2016-10-21 14:58:12
Document Index: 52886900

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 159', 'BGE']

U 105/00 (15.12.2000)
Bundesrichter Sch�n, Spira und nebenamtlicher Richter Maeschi; Gerichtsschreiber Hadorn
Z�rich Versicherungs-Gesellschaft, Rechtsdienst, Postfach, Z�rich, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Adelrich Friedli, Stationsstrasse 66a, Wettswil,
P.________, Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Max Sidler, Unterm�li 6, Zug,
A.- P.________, geboren 1956, war Gesch�ftsf�hrer der Firma R.________ AG. Am 18. Oktober 1993 verunfallte er mit seinem Personenwagen auf der Autobahn. Laut Polizeirapport wurde sein Fahrzeug von der rechten vorderen Seite eines von der �berholspur auf die Normalspur wechselnden Lastwagens hinten links angefahren, nach vorne vor den Lastwagen und anschliessend nach links zur Mittelleitplanke geschleudert, wo es in der Gegenrichtung zum Stillstand kam. Ein nachfolgender, auf der �berholspur fahrender Personenwagen prallte gegen das Fahrzeug und wurde nach rechts auf die Normalspur abgedr�ngt, wo es zu weiteren Kollisionen kam. P.________ wurde ins Kantonsspital Z.________ verbracht, wo ein Schleudertrauma der Halswirbels�ule (HWS) sowie Kontusionen der Lendenwirbels�ule, des Malleolus rechts und des Ellenbogens links diagnostiziert wurden. Mit der Feststellung, dass keine oss�ren L�sionen und keine Sensibilit�tsst�rungen festzustellen seien, wurde der Verunfallte dem Hausarzt zur Weiterbehandlung �berwiesen. Ab 26. Oktober 1993 unterzog er sich einer ambulanten Physiotherapie im Spital Y.________, welches eine vollst�ndige Arbeitsunf�higkeit best�tigte. Die "Z�rich" Versicherungs-Gesellschaft (im Folgenden "Z�rich"), bei welcher P.________ nach UVG versichert war, kam f�r die Heilbehandlung auf und richtete ein Taggeld auf Grund einer vollst�ndigen Arbeitsunf�higkeit aus.
Auf den 1. Januar 1994 k�ndigte P.________ die Unfallversicherung bei der "Z�rich" und versicherte sich und seine Mitarbeiter bei der Freiburger Allgemeine Versicherung (im Folgenden "Freiburger"). Dabei verschwieg er den Unfall vom 18. Oktober 1993, bezeichnete sich als vollst�ndig gesund sowie voll arbeitsf�hig und verneinte, an den Folgen eines Unfalls oder einer Krankheit zu leiden. Am 18. Dezember 1994 meldete er der "Freiburger" einen am 14. Dezember 1994 erlittenen Auffahrunfall. Weder in der Unfallmeldung noch gegen�ber den behandelnden �rzten, welche ein HWS-Distorsionstrauma feststellten, machte er Angaben zum Unfall vom 18. Oktober 1993. Neben den Taggeldleistungen der "Z�rich" bezog er in der Zeit vom 19. Dezember 1994 - 5. April 1995 Taggelder der "Freiburger". Nachdem diese Kenntnis vom fr�heren Unfall und den entsprechenden Taggeldleistungen erhalten hatte, bezahlte P.________ dieser Fr. 38'734.90 zur�ck. Am 10. Oktober 1995 reichten die "Z�rich" sowie weitere Versicherungsgesellschaften und am 27. Dezember 1995 auch die Invalidenversicherung gegen P.________ Strafklagen wegen Betrugs und Betrugsversuchs ein.
Nach wiederholten Untersuchungen im Spital Y.________, Einsichtnahme in ein von der IV-Stelle Obwalden in Auftrag gegebenes Gutachten der Neurologischen Klinik des Spitals X.________ vom 13. September 1995 und einer station�ren Behandlung in der Klinik A.________ vom 30. Oktober - 24. Dezember 1996 ordnete die "Z�rich" eine gutachtliche Beurteilung durch die Klinik B.________ an, welche mit Bericht vom 14. Oktober 1997 zum Schluss gelangte, dass aus neurologischer, rheumatologischer und neuropsychologischer Sicht keine erhebliche Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit vorliege und die bestehende Beeintr�chtigung vorwiegend auf psychopathologische Ph�nomene zur�ckzuf�hren sei. In der Folge wurde P.________ auf Anordnung der behandelnden �rztin Dr. med. W.________, FMH Innere Medizin, speziell Rheumatologie, von Dr. med. H.________, Spezialarzt FMH f�r Psychiatrie und Psychotherapie, untersucht, welcher ein mildes Sch�delhirn-Trauma annahm und eine posttraumatische Belastungsst�rung diagnostizierte (Bericht vom 6. April 1998). Mit Verf�gung vom 3. Juni 1998 teilte die "Z�rich" P.________ mit, dass keine Heilbehandlungskosten mehr �bernommen, die Taggeldleistungen auf den 30. Juni 1998 eingestellt und mangels Unfallkausalit�t keine weiteren Leistungen erbracht w�rden. Mit Einspracheentscheid vom 21. Juli 1998 hielt sie an dieser Verf�gung fest.
B.- P.________ liess hiegegen Beschwerde erheben und sinngem�ss beantragen, in Aufhebung des Einspracheentscheids vom 21. Juli 1998 sei festzustellen, dass auch nach dem 30. Juni 1998 ein leistungsbegr�ndender Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfall vom 18. Oktober 1993 bestanden habe, und es sei die Sache an die "Z�rich" zur�ckzuweisen, damit sie �ber die gesetzlichen Leistungen verf�ge.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Obwalden gelangte mit Entscheid vom 22. Februar 2000 zum Schluss, dass das Beschwerdebild eines HWS-Schleudertraumas sowie eines leichten Sch�del-Hirntraumas aufgrund der medizinischen Akten ausgewiesen und der nat�rliche Kausalzusammenhang gegeben sei. Zu bejahen sei auch die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs, wobei praxisgem�ss offen bleiben k�nne, inwieweit die Beschwerden psychisch bedingt seien. Dementsprechend hob das kantonale Gericht den Einspracheentscheid auf und wies die Sache zur Festsetzung der dem Versicherten zustehenden Leistungen an die "Z�rich" zur�ck.
C.- Die "Z�rich" f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, und es sei der Einspracheentscheid vom 21. Juli 1998 zu best�tigen. Zur Begr�ndung wird vorgebracht, es fehle sowohl am nat�rlichen als auch am ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen den Unf�llen vom 18. Oktober 1993 und 14. Dezember 1994 und den heute noch geklagten Beschwerden.
P.________ und das Verwaltungsgericht des Kantons Obwalden beantragen die Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesamt f�r Sozialversicherung l�sst sich nicht vernehmen.
1.- Streitig ist, ob der Beschwerdegegner f�r die Zeit ab 1. Juli 1998 weiterhin Anspruch auf Leistungen gem�ss UVG hat. Dabei kann als unbestritten gelten, dass der zweite Unfall vom 14. Dezember 1994 zu keinen weiteren Leistungen Anlass gibt, weil es sich um einen Bagatellunfall ohne bleibende Folgen handelte, wie der Beschwerdegegner im vorinstanzlichen Verfahren selber festgestellt hat. Zu pr�fen ist daher lediglich, ob sich aus dem ersten Unfall vom 18. Oktober 1993 eine weitere Leistungspflicht ergibt. Dies beurteilt sich danach, ob die bestehenden Beschwerden noch in einem nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis stehen, wobei die Beweislast f�r das Fehlen einer Kausalit�t bei der Beschwerdef�hrerin liegt (BGE 117 V 264 Erw. 3b mit Hinweisen, RKUV 1994 U 206 S. 328 Erw. 3b).
2.- Die Vorinstanz geht aufgrund der medizinischen Akten davon aus, dass der Versicherte beim Unfall vom 18. Oktober 1993 ein Schleudertrauma der HWS sowie ein leichtes Sch�del-Hirntrauma erlitten hat und dieser Unfall mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit die entscheidende Ursache f�r die bestehenden Leiden darstellt. Die Beschwerdef�hrerin stellt das Vorliegen eines Schleudertraumas in Frage und verneint den nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis.
a) Nach den Arztberichten hat der Versicherte beim Unfall vom 18. Oktober 1993 ein Distorsionstrauma der HWS erlitten. Ob es sich dabei um ein sog. Schleudertrauma gehandelt hat, ist fraglich, kann jedoch offen bleiben, weil jedenfalls eine schleudertrauma�hnliche Verletzung vorliegt und die f�r die Unfallkausalit�t von Schleudertraumen der HWS geltende Rechtsprechung auch auf solche Verletzungen anwendbar ist (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 Erw. 2).
b) Fraglich ist des Weitern, ob der Beschwerdegegner beim Unfall vom 18. Oktober 1993 ein Sch�del-Hirntrauma erlitten hat. Im Bericht des Kantonsspitals Z.________ vom 11. Januar 1994 wird keine Kopfverletzung erw�hnt. Auch hat der Versicherte gegen�ber den erstbehandelnden �rzten nie Angaben �ber ein Anschlagen des Kopfes gemacht. Erst bei der Beantwortung des Fragebogens bei HWS-Verletzungen am 18. Mai 1994 gab er an, den Kopf wiederholt angeschlagen zu haben und kurz benommen gewesen zu sein. Organische Befunde f�r eine traumatische Hirnsch�digung konnten bei den medizinischen Untersuchungen nicht gefunden werden. Eine neuropsychologische Abkl�rung im Spital X.________ vom 28. Februar 1994 ergab eine Aufmerksamkeits- und Konzentrationsst�rung bei grosser und andauernder Belastung sowie frontale Minderleistungen im konzeptuellen Denken und neurovegetative St�rungen ohne erhebliche Auswirkungen auf die Arbeitsf�higkeit. Untersuchungen in der Klinik A.________ vom 7. und 21. November 1996 zeigten leichte bis mittelschwere Defizite in den Aufmerksamkeits-, Lern- und Ged�chtnisfunktionen sowie den Frontalhirnfunktionen, wobei darauf hingewiesen wurde, dass die neuropsychologische Interpretation der Befunde offen bleiben m�sse, da von erheblichen Interferenzen durch die Schmerzsymptomatik, die Medikamente und die Schlafst�rungen (M�digkeit) ausgegangen werden m�sse. Dennoch nahm die Rehabilitationsklinik in ihrem Bericht vom 17. Januar 1997 an, dass der Versicherte beim Unfall vom 18. Oktober 1993 eine leichte traumatische Hirnsch�digung erlitten habe. Die �rzte der Klinik B.________ gelangen im Gutachten vom 14. Oktober 1997 aufgrund neuer Untersuchungen demgegen�ber zum Schluss, dass eine neuropsychologische Funktionsst�rung zwar m�glich, nicht aber mit gen�gender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen sei. Unter Hinweis darauf, dass der Versicherte beim Unfall vom 18. Oktober 1993 nicht bewusstlos, sondern lediglich benommen war, verneinen sie ein Sch�del-Hirntrauma, welches auf eine erhebliche Hirnsch�digung schliessen liesse. Der Psychiater Dr. med. H.________ schliesst auf Grund der Angaben des Versicherten zum Unfallhergang und die angegebene kurze Amnesie sowie Benommenheit auf ein sog. mildes Sch�del-Hirntrauma (Bericht vom 6. April 1998). Nach den Akten hatte der Beschwerdegegner bis dahin jedoch nie eine Amnesie erw�hnt. Selbst wenn aber ein leichtes Sch�del-Hirntrauma stattgefunden hat, kann gest�tzt auf die �rztlichen Feststellungen nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 121 V 47 Erw. 2a) angenommen werden, der Beschwerdegegner habe eine erhebliche Hirnsch�digung erlitten und leide an unfallbedingten Hirnfunktionsst�rungen, welche ihn in der Arbeits- bzw. Erwerbsf�higkeit wesentlich beeintr�chtigen. Zu weiteren Abkl�rungen besteht kein Anlass, da hievon kaum zus�tzliche Erkenntnisse zu erwarten w�ren, nachdem der Versicherte bereits wiederholt eingehend untersucht worden ist.
3.- a) Laut Gutachten der Klinik B.________ vom 14. Oktober 1997 konnte als einziger objektivierbarer Befund ein ausgepr�gtes tendomyotisches Zervikobrachialsyndrom ohne Hinweise auf sensomotorische radikul�re Ausf�lle mit wahrscheinlich schmerzbedingter Einschr�nkung der HWS-Beweglichkeit festgestellt werden. Es liessen sich weder erhebliche neurologische oder rheumatologische Befunde erheben noch ergaben die radiologischen, computertomographischen und MRI-Untersuchungen im Bereich der HWS und des Kopfes Hinweise auf posttraumatische L�sionen. Nach Auffassung der Gutachter steht beim vorliegenden Beschwerdebild nicht der klinische Befund, sondern die Schmerzsymptomatik im Vordergrund, wobei eine Chronifizierung und teilweise auch psychische Fixierung der Beschwerden anzunehmen ist. Aufgrund der vorgenommenen interdisziplin�ren Untersuchungen sei von einer ausgepr�gten dysfunktionalen Traumaverarbeitung mit teilweise sekund�rer Somatisierung der Beschwerden auszugehen, wobei nicht mehr die Schwere des Unfallereignisses, sondern die �ber die Jahre verst�rkte psychogene Fixierung und Chronifizierung des gesamten Beschwerdekomplexes im Vordergrund stehe. Es liege m�glicherweise eine somatoforme Schmerzst�rung und posttraumatische Belastungsst�rung vor. Ein "gewisser" kausaler Zusammenhang des jetzigen Beschwerdebildes mit den Unf�llen sei als wahrscheinlich zu erachten. Der heutige Zustand und die damit verbundene Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit beruhe aber vorwiegend auf psychopathologischen Ph�nomenen, die sich vor allem in einer m�glichen somatoformen Schmerzst�rung sowie psychosozialen und beruflichen Problemen �usserten.
b) Das Gutachten der Klinik B.________ erf�llt die nach der Rechtsprechung f�r den Beweiswert von Arztberichten geltenden Anforderungen (BGE 122 V 160 Erw. 1c mit Hinweisen). Es wurde in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben, beruht auf umfassenden Untersuchungen, ist eingehend begr�ndet und vermag in der medizinischen Beurteilung und den Schlussfolgerungen zu �berzeugen, weshalb darauf abgestellt werden kann. Auf Grund des Gutachtens ist mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass im Zeitpunkt, ab welchem der Unfallversicherer die Leistungen eingestellt hat (1. Juli 1998), keine behandlungsbed�rftigen und die Arbeits- bzw. Erwerbsf�higkeit erheblich beeintr�chtigenden organischen Unfallfolgen mehr bestanden haben und die weiter vorhandenen Leiden und Beeintr�chtigungen im Wesentlichen psychisch bedingt waren.
Zu einer andern Beurteilung besteht auch im Lichte der in den Akten enthaltenen weiteren Arztberichte - soweit diese wegen der unwahren bzw. unvollst�ndigen Angaben des Beschwerdegegners �berhaupt auf einer umfassenden Kenntnis des Sachverhalts beruhen - kein Anlass. Im psychiatrischen Bericht vom 6. April 1998 best�tigt Dr. med. H.________ die Annahme der Klinik B.________, dass (behandlungsbed�rftige) psychische Beeintr�chtigungen bestehen, wobei seiner Auffassung nach allerdings eine posttraumatische Belastungsst�rung (ICD-10: F43.1) und nicht eine somatoforme Schmerzst�rung (ICD-10: F45.4) im Vordergrund steht. Demgegen�ber h�lt Dr. med. F.________, Arzt f�r Neurologie und Psychiatrie sowie Psychotherapie, in dem zu Handen des deutschen Haftpflichtversicherers verfassten Gutachten vom 16. Februar 1998 daf�r, dass die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsst�rung nach den Kriterien der ICD-10 nicht gegeben und von einer Anpassungsst�rung (ICD-10: F43.2) auszugehen sei, welche in der Regel nicht zu anhaltenden Folgen f�hre. Des Weitern best�tigt er, dass die bestehenden Leiden, allenfalls mit Ausnahme der HWS-Beschwerden, als ausschliesslich psychogen zu betrachten seien. Im �brigen geht aus den Arztberichten hervor, dass am bestehenden Beschwerdebild psychosoziale und berufliche Faktoren beteiligt sind. Damit bleibt fraglich, inwieweit die psychischen St�rungen noch in einem nat�rlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 18. Oktober 1993 stehen. Weitere Abkl�rungen er�brigen sich indessen, weil jedenfalls die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs zu verneinen ist, wie sich aus dem Folgenden ergibt.
4.- a) Weil die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der HWS geh�renden Beeintr�chtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zur vorliegenden ausgepr�gten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten, hat die Ad�quanzbeurtelung nach den f�r psychische Fehlentwicklungen nach Unf�llen massgebenden Kriterien zu erfolgen (BGE 123 V 99 Erw. 2a).
b) F�r die Beurteilung der Ad�quanz psychischer Unfallfolgen ist nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 138 Erw. 6; best�tigt in SVR 1999 UV 10 S. 31) an das Unfallereignis anzukn�pfen. Bei leichten Unf�llen kann der ad�quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und nachfolgenden Gesundheitsst�rungen in der Regel ohne Weiteres verneint werden, weil auf Grund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu verursachen. Bei schweren Unf�llen dagegen ist der ad�quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und Folgen in der Regel zu bejahen. Denn nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unf�lle geeignet, entsprechende Gesundheitssch�den zu bewirken. Bei Unf�llen aus dem mittleren Bereich l�sst sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein ad�quater Kausalzusammenhang besteht, nicht auf Grund des Unfalls allein schl�ssig beantworten. Weitere, objektiv erfassbare Umst�nde, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte oder indirekte Folgen davon erscheinen, sind in eine Gesamtw�rdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
insbesondere ihre erfahrungsgem�sse
Der Einbezug s�mtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtw�rdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umst�nden kann f�r die Beurteilung des ad�quaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium gen�gen. Dies trifft einerseits zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren F�llen im mittleren Bereich zu z�hlen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium gen�gen, wenn es in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt ist. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bzw. ausschlaggebendes Gewicht zu, so m�ssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Ereignissen zuzuordnen ist, m�ssen die weiteren zu ber�cksichtigenden Kriterien in geh�ufter oder auffallender Weise erf�llt sein, damit die Ad�quanz bejaht werden kann (BGE 115 V 140 Erw. 6 c/bb).
5.- a) In RKUV 1999 U 330 S. 122 ff. hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht eine �bersicht �ber die in der Rechtsprechung bisher als schwerere F�lle im mittleren Bereich qualifizierten Unfallereignisse gegeben. Hiezu geh�ren etwa folgende Verkehrsunf�lle: Eine Radfahrerin wurde von einem nicht vortrittsberechtigten Lastwagen angefahren; diagnostiziert wurde eine obere und untere Schambeinastfraktur links sowie eine Oberschenkelkontusion rechts (RKUV 1995 U 215 S. 90). Ein Zweiradfahrer wurde von einem Personenwagen frontal erfasst, auf die Motorhaube gehoben und rund 22 m von der Kollisionsstelle weg auf das Trottoir geschleudert; er zog sich dabei eine Commotio cerebri, eine Humerus-Querfraktur rechts, eine proximale Ulnaschaft-Fraktur links, eine proximale Radiushals-Fraktur links sowie eine laterale Tibiakopf-Impressionsfraktur links zu (nicht ver�ffentlichtes Urteil C. vom 23. Dezember 1991, U 90/90). Ein Insasse wurde bei einer Kollision mit einem andern Personenwagen aus dem Fahrzeug geschleudert, wobei das rechte Bein im umgest�rzten Auto eingeklemmt blieb; es wurden eine Commotio cerebri, eine offene Quetschwunde am Hinterkopf, ein Mittelhandbruch rechts sowie eine Kontusion und ein H�matom an der linken Leiste diagnostiziert (nicht ver�ffentlichtes Urteil A. vom 29. Oktober 1991, U 62/90). Eine Mofa-Fahrerin zog sich bei einem Zusammenstoss mit einem Personenwagen eine Tibiakopf-Fraktur zu (nicht ver�ffentlichtes Urteil P. vom 14. Dezember 1989, U 91/87).
Nach der in RKUV 1995 U 215 S. 90 ff. enthaltenen �bersicht wurden als schwere Unf�lle etwa qualifiziert: Eine Frontalkollision, bei welcher der Versicherte schwere Verletzungen erlitt und ein anderer Fahrzeuginsasse starb (nicht ver�ffentlichtes Urteil I. vom 15. Dezember 1994, U 145/94), der Zusammenstoss einer Autofahrerin mit einem Zug mit Verlust des Unterschenkels (nicht ver�ffentlichtes Urteil T. vom 13. Dezember 1994, U 141/94), ein Unfall auf der Autobahn mit schweren Verletzungen (nicht ver�ffentlichtes Urteil A. vom 11. Januar 1990, U 77/89) sowie der Fall eines Arbeiters, der von einem mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h vorbeifahrenden Lastwagen am Kopf getroffen und weggeschleudert wurde und dabei eine schwere Commotio cerebri erlitt (nicht ver�ffentlichtes Urteil F. vom 17. Oktober 1989, U 53/86).
b) Im Lichte dieser Rechtsprechung kann der hier zur Diskussion stehende Unfall aufgrund des Hergangs und der erlittenen Verletzungen nicht als schwer qualifiziert werden. Der Unfall hat sich bei einer Geschwindigkeit von rund 80 km/h auf der Autobahn ereignet, wobei es sich beim ersten Zusammenstoss um eine Streifkollision in gleicher Fahrtrichtung bei geringer Geschwindigkeitsdifferenz und bei den anschliessenden Zusammenst�ssen um seitliche bzw. seitlich-frontale Kollisionen handelte. Auch wenn dabei erhebliche Kr�fte auf das Fahrzeug des Beschwerdegegners und diesen selber eingewirkt haben und das Auto stark besch�digt worden ist, ist der Unfall mit der Vorinstanz als mittelschwer zu qualifizieren. Immerhin rechtfertigt es sich, das Ereignis den schwereren F�llen im mittleren Bereich zuzuordnen. F�r die Bejahung des ad�quaten Kausalzusammenhangs gen�gt es daher, wenn ein einziges der unfallbezogenen Beurteilungskriterien erf�llt ist (BGE 115 V 140 Erw. 6c/bb).
Dem Unfallereignis vom 18. Oktober 1993 kann eine gewisse Eindr�cklichkeit nicht abgesprochen werden; eine besondere Eindr�cklichkeit oder besonders dramatische Begleitumst�nde sind indessen nicht gegeben. Entgegen den Ausf�hrungen im vorinstanzlichen Entscheid wurde der Versicherte nicht "�berraschend von hinten mit grosser Wucht angefahren", sondern es handelte sich um eine seitliche Kollision zweier in gleicher Richtung fahrender Fahrzeuge mit geringer Geschwindigkeitsdifferenz. Dass das Fahrzeug des Beschwerdegegners vom Lastwagen anschliessend nach links in die Mittelleitplanke getrieben, in die Gegenrichtung gedreht und von einem entgegenkommenden Personenwagen seitlich angefahren wurde, gen�gt nicht zur Annahme einer besondern Eindr�cklichkeit oder besonders dramatischer Begleitumst�nde des Unfallereignisses. Der Versicherte hat keine schweren Verletzungen erlitten und konnte vom Kantonsspital Z.________ nach ambulanter Untersuchung und mit Schmerzmitteln sowie einem weichen Halskragen versehen dem Hausarzt zur Weiterbetreuung zugewiesen werden. In der Folge wurde w�hrend l�ngerer Zeit ambulante Physiotherapie durchgef�hrt, welche indessen keine wesentliche und dauerhafte Besserung der Beschwerden brachte. Die Neurologische Klinik des Spitals X.________ stellte bereits im Februar 1994 (Bericht vom 3. M�rz 1994) neurovegetative St�rungen und im Juni 1995 (Gutachten vom 13. September 1995) ein weitgehend chronifiziertes Beschwerdebild fest und vertrat die Meinung, es liege eine behandlungsbed�rftige psychische St�rung vor. Am 22. November 1995 berichtete auch das Spital Y.________ von einer zunehmenden psychischen Beeintr�chtigung. W�hrend der station�ren Behandlung in der Klinik A.________ vom 30. Oktober - 24. Dezember 1996 wurde erneut eine intensive physikalische Therapie durchgef�hrt und der Versicherte auch psychologisch betreut. Im Bericht der Klinik vom 17. Januar 1997 wird ausgef�hrt, die physiotherapeutischen Massnahmen h�tten in erster Linie einer Reharmonisierung der Bewegungsabl�ufe und der Entspannung und Entlastung der Nacken- und Schulterg�rtelmuskulatur sowie der Haltungsverbesserung und der Schmerzlinderung gedient. Bei wechselndem Therapieverlauf habe w�hrend des Klinikaufenthaltes insgesamt eine leichte Schmerzbeeinflussung erreicht werden k�nnen. Schmerzexazerbationen seien in der Regel durch psychischen Stress (Versicherungsprobleme) oder durch konzentrative Bet�tigung (lange Autofahrten) ausgel�st worden. Insgesamt sei eine leichte Stabilisierung des Zustandes erreicht worden; der Versicherte bleibe in seiner psychophysischen Belastbarkeit aber weiterhin eingeschr�nkt und durch die bestehende psychosoziale Problematik �usserst st�ranf�llig. Eine psychotherapeutische Behandlung ist laut Gutachten der Klinik B.________ vom 14. Oktober 1997 angezeigt. Aus diesen �rztlichen Angaben geht hervor, dass das Beschwerdebild schon verh�ltnism�ssig kurze Zeit nach dem Unfall durch behandlungsbed�rftige psychische St�rungen �berlagert war und mit physiotherapeutischen Massnahmen nicht mehr wesentlich zu beeinflussen war, weshalb das f�r die Ad�quanzbeurteilung massgebende Kriterium der ungew�hnlich langen Dauer der �rztlichen Behandlung ebensowenig erf�llt ist wie dasjenige k�rperlicher Dauerschmerzen. Von einer �rztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert h�tte, oder einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen kann nicht die Rede sein. Was schliesslich das Kriterium von Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunf�higkeit betrifft, ist davon auszugehen, dass die �rzte des Kantonsspitals Z.________ eine Arbeitsunf�higkeit lediglich f�r eine Woche angenommen haben und sowohl die Neurologische Klinik der Klinik X.________ als auch die Klinik A.________ eine T�tigkeit im Rahmen einer Arbeitsf�higkeit von bis zu 50 % als m�glich erachtet haben. Aus dem Gutachten der Klinik B.________ ist zu schliessen, dass unter der Voraussetzung einer psychischen Stabilisierung sogar eine volle Arbeitsf�higkeit m�glich w�re. Wenn der Beschwerdegegner weiterhin nur zu 25 % erwerbst�tig ist, so ist dies auf die bestehenden psychischen St�rungen zur�ckzuf�hren, was im Rahmen der Ad�quanzbeurteilung unber�cksichtigt zu bleiben hat. Da somit keines der von der Rechtsprechung als massgebend bezeichneten Kriterien als erf�llt gelten kann, ist die Ad�quanz zwischen den weiter bestehenden Leiden und dem Unfall vom 18. Oktober 1993 zu verneinen, was zur Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hrt.
6.- Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens steht dem Beschwerdegegner keine Parteientsch�digung zu (Art. 159 Abs. 2 OG), noch hat er Anspruch auf Kostenerstattung f�r das Gutachten der Dr. L.________ AG, welches f�r die Entscheidfindung nicht erforderlich war (vgl. BGE 115 V 62).