Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202010,%202877
Timestamp: 2019-08-17 18:25:51
Document Index: 114117468

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 305', '§ 307', '§ 535', '§ 545', '§ 305', '§ 307', '§ 535', '§ 545', '§ 305', '§ 305', '§ 305', '§ 307', '§ 535', '§ 545', '§ 13', '§ 545', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', '§ 307', '§ 545', '§ 535', '§ 535', '§ 545', 'BGH', '§ 1', '§ 1', 'BGH', '§ 545', 'BGH', '§ 305', '§ 546', 'BGH']

BGH, 09.06.2010 - VIII ZR 294/09 - dejure.org
https://dejure.org/2010,84
BGH, 09.06.2010 - VIII ZR 294/09 (https://dejure.org/2010,84)
BGH, Entscheidung vom 09.06.2010 - VIII ZR 294/09 (https://dejure.org/2010,84)
BGH, Entscheidung vom 09. Juni 2010 - VIII ZR 294/09 (https://dejure.org/2010,84)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2010,84) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
BGB § 305c, § 307, § 535; ZPO § 545
§ 305c BGB, § 307 Abs 1 S 1 BGB, § 535 BGB, § 545 ZPO
Wohnraummiete: Wirksamkeit einer bei kundenfeindlichster Auslegung als Fachhandwerkerklausel zu behandelnden Schönheitsreparaturklausel
BGB §§ 305c, 307, 535
Unwirksamkeit einer Fachhandwerkerklausel
Wirksamkeit einer in Formularmietverträgen über Wohnraum enthaltenen Klausel über die Mieterpflicht zur Ausführung von Schönheitsreparturen bei einem möglichen Verständnis als Fachhandwerkerklausel
Eine Klausel im Mietervertrag, wonach es dem Mieter obliegt, Reparaturen "ausführen zu lassen", ist unwirksam, §§ 305c, 307, 535 BGB; 545 ZPO
Vereinbarung über Schönheitsreparaturen ohne Möglichkeit der Ausführung in kostensparender Eigenleistung; Fachhandwerkerklausel; kundenfeindlichste Auslegung
Schönheitsreparaturen Teil 5: Fachhandwerker - Klausel
BGB § 305c; BGB § 307; BGB § 535; ZPO § 545
Schönheitsreparaturen: kein Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit?
Schönheitsreparaturen - ein Ende des Schreckens ist nicht in Sicht
Mietrecht - Wohnungsmieter muss die Möglichkeit haben, Schönheitsreparaturen in Eigenleistung durchzuführen
Schönheitsreparaturen auch in Eigenleistung
Schönheitsreparaturen - Der Mieter muss die Möglichkeit bekommen, selbst zu renovieren
Schönheitsreparaturen - Darf der Mieter selbst ran?
Unwirksamkeit von Fachhandwerkerklauseln
Schönheitsreparaturen - Wohnungsmieter darf sie in Eigenleistung durchführen
Wohnungsmieter dürfen Schönheitsreparaturen in Eigenleistung durchführen
Für die Renovierung muss Mieter keine Fachfirma beauftragen
Mietrecht: Möglichkeit zur Erbringung von Schönheitsreparaturen in Eigenleistung
Mieter können Schönheitsreparaturen auch selbst erbringen // Forderung nach Fachfirma im Mietvertrag ist unzulässig
Mieter hat ein Recht zur Ausführung von Schönheitsreparaturen
Schönheitsreparaturen // Rechte des Mieters
§§ 13, 305c, 307, 535 BGB; § 545 ZPO
Schönheitsreparaturklausel in Formularmietvertrag (Prof. Dr. Markus Artz; ZJS 4/2010, S. 538-539)
Wohnungsmieter kann Schönheitsreparaturen in Eigenleistung durchführen
Unwirksamkeit der Fachhandwerkerklausel! (IMR 2010, 317)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 09.06.2010, Az.: VIII ZR 294/09 (Wirksamkeit einer bei kundenfeindlichster Auslegung als Fachhandwerkerklausel zu behandelnden Schönheitsreparaturklausel)" von Dr. Olaf Riecke, original erschienen in: ZMR 2011, 192.
AG München, 09.12.2008 - 453 C 4014/08
ZMR 2011, 190
(2) Die Auslegung von Allgemeinen Geschäftsbedingungen unterliegt der uneingeschränkten revisionsrechtlichen Nachprüfung (vgl. BGH, Urteil vom 9. Juni 2010 - VIII ZR 294/09, NJW 2010, 2877 Rn. 11;… Urteil vom 13. November 2012 - XI ZR 500/11, BGHZ 195, 298 Rn. 15).
Denn dem Mieter wird bei einer Kostenklausel unter Zugrundelegung der "kundenfeindlichsten" Auslegung die Möglichkeit zur Vornahme der Schönheitsreparaturen in Eigenleistung genommen (vgl. BGH, Urt. v. 9. Juni 2010 - VIII ZR 294/09, NJW 2010, 2877); damit aber verliert die Überwälzung dieser Arbeiten am Maßstab des § 9 Abs. 2 Nr. 1 BGB a.F. (§ 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB n.F.) gemessen ihre innere Rechtfertigung.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, an die der Gesetzgeber bei der Neufassung des § 545 Abs. 1 ZPO angeknüpft hat (BT-Drucks. 16/9733, S. 302), sind Allgemeine Geschäftsbedingungen wie revisible Rechtsnormen zu behandeln und infolgedessen vom Revisionsgericht frei auszulegen, da bei ihnen ungeachtet der Frage, ob sie über den räumlichen Bezirk des Berufungsgerichts hinaus Verwendung finden, ein Bedürfnis nach einheitlicher Handhabung besteht (Senatsurteil vom 9. Juni 2010 - VIII ZR 294/09, NJW 2010, 2877 Rn. 11 mwN).
Vielmehr bleibt es, wie auch die Revision nicht in Abrede stellt, bei der gesetzlichen Regelung, wonach dem Vermieter die Schönheitsreparaturen als Teil der Instandhaltungspflicht (§ 535 Abs. 1 Satz 2 BGB) obliegen (vgl. hierzu Senatsurteil vom 9. Juni 2010 - VIII ZR 294/09, NJW 2010, 2877 Rn. 20;… Palandt/Weidenkaff, BGB, 73. Aufl., § 535 Rn. 41 f.).
b) Da es sich bei dem Mietvertrag der Parteien um einen Formularvertrag handelt, unterliegt dessen Auslegung durch den Tatrichter angesichts der Änderung des § 545 Abs. 1 ZPO mit Wirkung vom 1. September 2009 der uneingeschränkten revisionsrechtlichen Nachprüfung (vgl. Senatsurteil vom 9. Juni 2010 - VIII ZR 294/09, WuM 2010, 476 Rn. 11).
Allgemeine Geschäftsbedingungen sind nach ihrem objektiven Inhalt und typischen Sinn einheitlich so auszulegen, wie sie von verständigen und redlichen Vertragspartnern unter Abwägung der Interessen der normalerweise beteiligten Verkehrskreise verstanden werden, wobei die Verständnismöglichkeiten des durchschnittlichen Vertragspartners des Verwenders zugrunde zu legen sind (st. Rspr.; Senatsurteile vom 9. Juni 2010 - VIII ZR 294/09, aaO Rn. 12;… vom 21. Oktober 2009 - VIII ZR 244/08, aaO Rn. 11;… vom 28. Juni 2006 - VIII ZR 124/05, NJW 2006, 2915 Rn. 16 mwN; BGH…, Urteil vom 12. Oktober 2007 - V ZR 283/06, NJW-RR 2008, 251 Rn. 8).
Der die Allgemeinen Geschäftsbedingungen verwendende Arbeitgeber muss bei Unklarheiten die ihm ungünstigste Auslegungsmöglichkeit gegen sich gelten lassen (BAG 12. Dezember 2006 - 3 AZR 388/05 - Rn. 30, AP BetrAVG § 1 Zusatzversorgungskassen Nr. 67 = EzA BetrAVG § 1 Zusatzversorgung Nr. 18; st. Rspr. BGH, vgl. zB zuletzt 14. Juli 2010 - VIII ZR 246/08 - Rn. 41, MDR 2010, 1096; 9. Juni 2010 - VIII ZR 294/09 - Rn. 16, NJW 2010, 2877).
Wie der Gesetzgeber bei der Neufassung des § 545 Abs. 1 ZPO zum Ausdruck gebracht hat (BT-Drucks. 16/9733, S. 302), sind Allgemeine Geschäftsbedingungen aber wie revisible Rechtsnormen zu behandeln und infolgedessen vom Revisionsgericht frei auszulegen, da bei ihnen ungeachtet der Frage, ob sie über den räumlichen Bezirk eines Berufungsgerichts hinaus Verwendung finden, ein Bedürfnis nach einheitlicher Handhabung besteht (BGH, Urteile vom 9. Juni 2010 - VIII ZR 294/09, NJW 2010, 2877 Rn. 11 …und vom 8. Juni 2011 - VIII ZR 305/10, WM 2011, 2146 Rn. 20;… Palandt/Grüneberg, BGB, 71. Aufl., § 305c Rn. 20;… Musielak/Ball, ZPO, 9. Aufl., § 546 Rn. 6).
Diese Auslegung kann der Senat selbst vornehmen, da Allgemeine Geschäftsbedingungen bei der Auslegung wie revisible Rechtsnormen zu behandeln und infolgedessen von dem Revisionsgericht frei auszulegen sind (st. Rspr.; vgl. Senatsurteile vom 9. Juni 2010 - VIII ZR 294/09, NJW 2010, 2877 Rn. 11;… vom 3. Dezember 2014 - VIII ZR 224/13, NZM 2015, 79 Rn. 16;… vom 5. Oktober 2016 - VIII ZR 222/15, BGHZ 212, 140 Rn. 39; jeweils mwN).
Allgemeine Geschäftsbedingungen sind bei der Auslegung wie revisible Rechtsnormen zu behandeln und infolgedessen vom Revisionsgericht frei auszulegen, da bei ihnen ungeachtet der Frage, ob sie über den räumlichen Bezirk des Berufungsgerichts hinaus verwendet werden, ein Bedürfnis nach einer einheitlichen Handhabung besteht (Senatsurteile vom 9. Juni 2010 - VIII ZR 294/09, NJW 2010, 2877 Rn. 11;… vom 14. November 2012 - VIII ZR 22/12, WM 2013, 2235 Rn. 14;… vom 17. April 2013 - VIII ZR 225/12, NJW 2013, 1805 Rn. 9; jeweils mwN).
Als Allgemeine Geschäftsbedingung ist die dabei von den Händlern zu unterzeichnende Erklärung nach ihrem objektiven Inhalt und typischen Sinn einheitlich so auszulegen, wie sie von verständigen und redlichen Vertragspartnern unter Abwägung der Interessen der normalerweise beteiligten Verkehrskreise verstanden wird (st. Rspr.; vgl. Senatsurteile vom 9. Juni 2010 - VIII ZR 294/09, aaO Rn. 12;… vom 14. November 2012 - VIII ZR 22/12, aaO Rn. 15;… vom 17. April 2013 - VIII ZR 225/12, aaO; jeweils mwN).