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Timestamp: 2020-07-10 08:52:57
Document Index: 23880583

Matched Legal Cases: ['§5', '§5', '§ 5', '§ 5', '§3', '§5', '§5', '§5', '§4', '§5']

Rechtsformen: Häufige Sonder-Fragen im Überblick Teil 1 #240 - www.richterschema.de
Rechtsformen: Häufige Sonder-Fragen im Überblick Teil 1 #240
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Fragen zur Rechtsformwahl von Gründern – Teil 1
Immer wieder kommt es bei der Wahl der Rechtsform zu besonderen Fragen der Gründer. Hier werden einige aufgeführt:
1 Rechnungslegung bei der UG – Besonderheiten?
Wie sieht die Rechnungsbelegung praktisch bei einer UG aus?
https://www.saarland.ihk.de/ihk-saarland/Integrale?MODULE=Frontend.Media&ACTION=ViewMediaObject&Media.PK=1942&Media.Object.ObjectType=full
https://www.ihk-trier.de/ihk-trier/Integrale?SID=CRAWLER&MODULE=Frontend.Media&ACTION=ViewMediaObject&Media.PK=4558&Media.Object.ObjectType=full
2 Haftungsbegrenzung ohne UG – aber über eine Versicherung?
Kann ich eine Haftungsbegrenzung auch über eine Versicherung regeln (ohne eine UG zu gründen)? Wann benötige ich eine Vermögenshaftpflicht?
Möglich, wenn das Risiko durch organisatorische Maßnahmen kalkulierbar ist
möglich, durch Betriebshaftpflichtversicherung und Vermögensschadenshaftpflichtversicherungen
Bei großen Risiken eines Vermögensschadens: Versicherung abschließen und Summen angemessen hoch halten!
3 Gewinnverwendung bei der UG?
Zu beachten ist, dass bei der Unternehmergesellschaft dahingehend eine gesetzliche Verpflichtung besteht, ein Viertel – also 25% – des Jahresüberschusses in eine Rücklage einzustellen. Die Regelung zu dieser sogenannten gesetzlichen Rücklage findet sich in §5a Absatz 3 GmbHG.
Gibt es gar keinen Jahresüberschuss oder wird letztere durch Verlustvorträge vollständig aufgezehrt, so hat natürlich auch keine Zwangsthesaurierung zu erfolgen. In diesem Fall kann natürlich auch keine Gewinnausschüttung vorgenommen werden.Die Rücklage darf gemäß §5a Absatz 3 Satz 2 GmbHG nur für ganz bestimmte Zwecke verwendet werden:
4 Verwendung der Rücklage für Investitionen?
Sind Investitionen auch mit den 25% Gewinn, die weggelegt werden müssen, möglich? (UG)
Rücklage darf ausweislich § 5a Abs. 3 GmbHG nur
Nebenbei: Die Rücklagendotierungspflicht besteht so lange, wie die UG kein eingetragenes Stammkapital in Höhe des für die echte GmbH geltenden Mindeststammkapitals von  25.000,00 aufzuweisen hat.
Auch dann wenn die Rücklage in der Zwischenzeit weit über diesen Betrag hinausgeht, die UG aber ihr Stammkapital nicht erhöht, verbleibt es bei der Pflicht zur Rücklagendotierung nach § 5a Abs. 3 GmbHG ohne zeitliches oder betragsmäßiges Limit.
5 Steuern sparen durch hohe Lohnkosten?
Wenn ich mich z.B. als Nebenjob in der UG auszahle, ist der Betrag dann frei wählbar?
Kann Arbeitgeber Lohnnebenkosten absetzen?“ eindeutig „Ja, er kann!“.
Allerdings muss man hierbei auf die verschiedenen Arten von Mitarbeitern eingehen und situationsorientiert entscheiden, ob eine Abschreibung vom Finanzamt anerkannt wird oder nicht.
Art des Mitarbeiters
Freie Mitarbeiter Diese Beschäftigtengruppe sind im Unternehmen nicht festangestellt und bearbeiten im Regelfall bestimmte Projekte. Die Zusammenarbeit ist deshalb zeitlich begrenzt. Sie können die hierfür anfallenden Lohnkosten als Betriebsausgabe absetzen.
Festangestellte Mitarbeiter Diese Personengruppe müssen Sie bei Versicherungen, etc. als bei Ihnen beschäftigt melden. Sie können alle anfallenden Lohnkosten sowie Lohnnebenkosten absetzen.
Leiharbeiter Leiharbeiter werden von einer Agentur für Zeitarbeit gestellt und gelten nicht als selbstständige/freie Mitarbeiter. Dennoch dürfen Sie alle anfallenden Kosten absetzen. Auch die Umsatzsteuer darf als Vorsteuer beim Finanzamt eingereicht werden, wenn diese auf der Rechnung der Agentur gesondert aufgeführt wird.
Geringfügig Beschäftigte, Jubiläen und Sekretariatsdienste Alle hierfür aufkommenden Honorare, Gehaltszahlungen und Ausgaben zählen steuerrechtlich als Betriebsausgabe und dürfen somit in voller Höhe von der Steuer abgesetzt werden.
Gesellschafter Geschäftsführer Welche Vergütung ist für einen Geschäftsführer/eine Geschäftsführerin, der/die zugleich Gesellschafter/-in einer GmbH ist – und damit sein/ihr Gehalt selbst (mit-)bestimmen kann – angemessen? Diese Frage ist in der Praxis ein stetigen Streitpunkt zwischen Finanzamt und Unternehmen.
6 Welche Vorteile hat eine GmbH gegenüber einer UG?
Der wohl größte Vorteil einer GmbH ist das Image.
Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist eine in Deutschland etablierte Rechtsform, die sich größter Beliebtheit erfreut.
Die Unternehmergesellschaft hingegen gilt nach wie vor als Neuheit und muss sich vielerorts noch Anerkennung erkämpfen.
7 Was passiert, wenn die 25.000 Euro in der UG angespart wurden?
Grundsätzlich ist das Stammkapital einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) der im Gesellschaftsvertrag festgelegte Gesamtbetrag bzw. die Summe aller Stammeinlagen (§3 Absatz 1 Nr. 3 und 4 GmbHG, §5 GmbHG).
Da §5a Absatz 1 GmbHG kodifiziert, dass eine Gesellschaft, die mit einem Stammkapital gegründet wird, das den Betrag des Mindeststammkapitals gemäß §5 Absatz 1 GmbHG unterschreitet, die Firma abweichend von §4 GmbHG die Bezeichnung „Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)“ oder „UG (haftungsbeschränkt)“ aufweisen muss, ist daraus für die Praxis abzuleiten, dass eine Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) nur mit einem Stammkapital von bis zu maximal EUR 24.999 gegründet werden kann.
Ab einem Stammkapital von EUR 25.000 wird nämlich eine „normale“ GmbH errichtet.
Da zudem der Nennbetrag eines jeden Geschäftsanteils auf volle Euro lauten muss (§5 Absatz 2 GmbHG), folgt daraus, dass die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) bei Gründung mit einem Stammkapital zwischen einem Euro und EUR 24.999 ausgestattet werden kann.Praxistipp: Eine geringe Ausstattung mit einem Euro ist in der Praxis kaum sinnvoll, da bei Verwendung des Mustergründungsprotokolls notwendige Gründungskosten von mindestens rund EUR 300 entstehen.
8 Wie wandelt man eine UG in eine GmbH um?
Es ist durchaus möglich, eine UG nach einer gewissen Zeit in eine GmbH umzuwandeln. Allerdings gibt es hierbei ein paar Besonderheiten zu beachten.So ist es beispielsweise ein großer Irrglaube, dass sich eine Unternehmergesellschaft nach Erreichen der 25.000 Euro Rücklage-Grenze automatisch in eine GmbH verwandelt.
Ist die Kapitalerhöhung erfolgreich gewesen, muss sie beim Handelsregister angemeldet werden.
Die Anmeldung muss von allen Geschäftsführern der UG unterschrieben werden.Darüber hinaus brauchst du für die Umfirmierung folgende Unterlagen:
9 Wie wandelt man eine UG in eine GmbH um?
10 Welche Vorteile bietet es steuertechnisch zwei Firmen zu gründen? (eine Mutter mit einer Tochter)
https://www.unternehmer-gesucht.com/ratgeber/holding-gruenden
Video ab wann es sich lohnt eine Holding zu gründen: https://www.youtube.com/watch?v=mwpIL6uMrPg
nur ab 100.000 Euro Gewinn
nur bei bestimmten Unternehmenskonstellationen
11 Mit welcher Rechtsform ist welcher Wunsch erreichbar?
– Haftung trennen: UG, GmbH und AG
– Wenig Eigenkapital: GbR, OHG, KG, UG
– Möglichst frei sein mit der Verwendung des Gewinns: alle mit Ausnahme UG
– Möglichst keine Bilanz oder doppelte Buchführung: alles unter HGB-Kaufmannseigenschaft, d.h. BGB- Unternehmer oder GbR
– Müssen alle Steuern bezahlt werden (Soli….) ? https://www.finanztip.de/solidaritaetszuschlag/