Source: https://fachanwaelte-berlin.de/opferhilfe/
Timestamp: 2019-02-20 01:58:27
Document Index: 279630415

Matched Legal Cases: ['§ 397', '§ 176', '§ 177', '§ 179', '§ 232', '§ 233', '§ 211', '§ 212', '§ 226', '§ 234', '§ 234', '§ 235', '§ 238', '§ 239', '§ 239', '§ 239', '§ 249', '§ 250', '§ 252', '§ 255', '§ 316', '§ 397', '§ 397', '§ 174', '§ 174', '§ 174', '§ 174', '§ 180', '§ 181', '§ 182', '§ 221', '§ 225', '§ 238', '§ 238', '§ 240', '§ 397', '§ 223', '§ 224', '§ 395', '§ 395', '§ 187', '§ 188', '§ 189', '§ 244', '§ 253', '§ 114', '§ 7', '§ 73', '§ 114']

Opferhilfe | Die engagierten Rechtsanwälte aus Berlin helfen Ihnen
Als Opfer einer Straftat gibt es die Möglichkeit, sich anwaltlich beraten und vertreten zu lassen. Dies gilt auch für Angehörige eines durch eine Straftat Getöteten. Regelmäßig wird ein Schadensersatzanspruch gegen den Täter bestehen, der auch die Gebühren des vom Opfer (bzw. den Angehörigen) eingeschalteten Anwalts zu erstatten hat. Allerdings geht dies ins Leere, wenn beim Täter kein pfändbares Vermögen oder Einkommen vorhanden ist.
Opferschutzorganisationen wie der Weisser Ring gewähren auf Anfrage Beratungsschecks für die juristische Erstberatung, welche die Kosten für eine Beratung bei einem Rechtsanwalt abdecken. Einzelheiten dazu können sie dort erfragen.
Die Prozessordnungen für die jeweiligen Gerichtsverfahren sehen Möglichkeiten vor, dass die Gebühren der anwaltlichen Tätigkeit des Opfervertreters von der Landeskasse/Staatskasse übernommen werden.
Im Ermittlungsverfahren und dem nachfolgenden Strafverfahren gegen den Täter kann sich das Opfer (bzw. die Angehörigen) durch einen Rechtsanwalt als Beistand beraten und vertreten lassen. Der Rechtsanwalt kann als Zeugenbeistand oder Nebenklagevertreter auftreten und/oder vermögensrechtliche Ansprüche (z.B. Schmerzensgeld) mit einer sog. Adhäsionsklage geltend machen.
— Ein Anspruch auf Bestellung des Rechtsanwalts als Beistand besteht gemäß § 397 a StPO regelmäßig, wenn das Opfer durch eine der folgenden Straftaten betroffen ist:
schwerer sexueller Kindesmissbrauch gemäß § 176 a StGB
sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung gemäß § 177 StGB
sexueller Mißbrauch widerstandsunfähiger Personen gemäß § 179 StGB
Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung gemäß § 232 StGB
Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft gemäß § 233 StGB
versuchter Mord gemäß § 211 StGB
versuchter Totschlag gemäß § 212 StGB
wenn die Straftat zu schweren körperlichen oder seelischen
Schäden geführt hat oder voraussichtlich führen wird, bei
schwerer Körperverletzung gemäß § 226 StGB
Menschenraub gemäß § 234 StGB
Verschleppung gemäß § 234 a StGB
Entziehung Minderjähriger gemäß § 235 StGB
Nachstellung gemäß § 238 StGB
Freiheitsberaubung gemäß § 239 StGB
erpresserischem Menschenraub gemäß § 239 a StGB
Geiselnahme gemäß § 239 b StGB
Raub gemäß § 249 StGB
schwerem Raub gemäß § 250 StGB
räuberischem Diebstahl gemäß § 252 StGB
räuberischer Erpressung gemäß § 255 StGB oder
räuberischem Angriff auf Kraftfahrer gemäß § 316 a StGB
— Angehörige (Kinder, Eltern, Geschwister, Ehegatten oder Lebenspartner) eines durch eine rechtswidrige Tat Getöteten haben gemäß § 397 a StPO Anspruch auf Bestellung des Rechtsanwalts als Beistand.
— Kinder und Jugendliche, die bei Antragstellung noch nicht 18 Jahre alt sind, aber auch Opfer, die ihre Interessen selbst nicht ausreichend wahrnehmen können, haben Anspruch auf Bestellung des Rechtsanwalts als Beistand gemäß § 397 a StPO, wenn diese durch eine der folgenden Straftaten betroffen sind:
sexueller Mißbrauch von Schutzbefohlenen gemäß § 174 StGB
sexueller Mißbrauch von Gefangenen, behördlich Verwahrten
oder Kranken und Hilfsbedürftigen in Einrichtungen
gemäß § 174 a StGB
sexueller Mißbrauch unter Ausnutzung einer Amtsstellung gemäß § 174 b StGB
sexueller Mißbrauch unter Ausnutzung eines Beratungs-, Behandlungs-
oder Betreuungsverhältnisses gemäß § 174 c StGB
Ausbeutung von Prostituierten gemäß § 180 a StGB
Zuhälterei gemäß § 181 a StGB
Sexueller Mißbrauch von Jugendlichen gemäß § 182 StGB
Aussetzung gemäß § 221 StGB
Mißhandlung von Schutzbefohlenen gemäß § 225 StGB
schweren Fällen der Nachstellung gemäß § 238 Abs. 2 StGB oder § 238 Abs. 3 StGB
schweren Fällen der Nötigung gemäß § 240 Abs. 4 StGB
wie z.B. Zwangsverheiratung, Schwangerschaftsabbruch
Raub gemäß 249 StGB
— Soweit nach den vorstehenden Möglichkeiten ein Anspruch auf Beiordnung nicht in Betracht kommt, kann das Opfer gemäß § 397 a Abs. 2 StPO Prozesskostenhilfe beantragen, wenn es seine Interessen selbst nicht ausreichend wahrnehmen kann oder ihm dies nicht zuzumuten ist.
Dies betrifft einerseits Opfer von Straftaten nach den vorgenannten Vorschriften, soweit dort ausnahmsweise kein Anspruch auf Beiordnung besteht, aber auch Opfer von
Körperverletzung gemäß § 223 StGB
gefährlicher Körperverletzung gemäß § 224 StGB oder
den in § 395 Abs. 1 Nr. 4 – 6 StPO aufgeführten Straftaten.
— Schließlich kann Prozesskostenhilfe auch bei den in § 395 Abs. 3 StPO genannten Straftaten beantragt werden, wenn das Opfer seine Interessen selbst nicht ausreichend wahrnehmen kann oder ihm dies nicht zuzumuten ist und wenn dies aus besonderen Gründen, insbesondere wegen der schweren Folgen der Tat, zur Wahrnehmung seiner Interessen geboten erscheint. Im einzelnen handelt es sich dabei um folgende Straftaten:
Verleumdung gemäß § 187 StGB
Üble Nachrede und Verleumdung gegen Personen des politischen
Lebens gemäß § 188 StGB
Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener gemäß § 189 StGB
Einbruchsdiebstahl gemäß § 244 Abs. 1 Nr. 3 StGB
Erpressung gemäß § 253 StGB
In einem zivilrechtlichen Verfahren gegen den Täter wegen Schadensersatz, Schmerzensgeld u.a. besteht unter den Voraussetzungen der §§ 114 ff. ZPO die Möglichkeit, Prozesskostenhilfe zu beantragen.
Für ein gerichtliches Verfahren über Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz sind gemäß § 7 OEG i.V.m. § 73 a SGG die Vorschriften der Zivilprozessordnung über die Bewilligung von Prozesskostenhilfe anzuwenden, es besteht daher unter den Voraussetzungen der §§ 114 ff. ZPO die Möglichkeit Prozesskostenhilfe zu beantragen.
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