Source: https://studylibde.com/doc/2428197/jahresbericht-2014--pdf--2099-kb-----cvua-rrw
Timestamp: 2019-08-19 00:21:12
Document Index: 255030812

Matched Legal Cases: ['§ 64', '§ 64', 'Art. 3', '§ 11', 'Art. 7', '§ 27']

Jahresbericht 2014 (PDF, 2099 kB ) - CVUA-RRW
- Anstalt öffentlichen Rechts –
+49 2151 - 849 – 0
+49 2151 - 849 – 4042
Dr. Olivier Aust (verantwortlich)
René Bonnacker
Dr. Robert Höveler
Dr. Hella Monse
Foto Titelblatt:
Diese Druckschrift wird im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des Chemischen und
Veterinäruntersuchungsamtes Rhein-Ruhr-Wupper herausgegeben. Sie ist nicht zum
gewerblichen Vertrieb bestimmt. Weitergabe und Vervielfältigung mit Quellenangabe
gestattet. Alle weiteren Rechte vorbehalten.
NEUES AUS DEM CVUA
NEU EINGEFÜHRTE ANALYSENMETHODEN
DIE ARBEIT DER UNTERSUCHER IM VISIER –ANALYTIKER UND DIAGNOSTIKER
WIE VALIDIERT MAN DIE LEBENSMITTEL-HISTOLOGIE?
FOLGENSCHWERER RESTAURANTBESUCH – SALMONELLOSE NACH TIRAMISUVERZEHR
TOXINBILDENDE COLI-BAKTERIEN IN ROQUEFORT AUS ROHER SCHAFSMILCH
IRREFÜHRENDE HALTBARKEITEN BEI BRÜHWÜRSTEN
AMTLICHE KONTROLLE IM WANDEL
ALLERGENE LEBENSMITTELPROTEINE
NICKELABGABE AUS MODE-UND PIERCINGSCHMUCK
ISOTHIAZOLINONE IN SPIELZEUG
MIGRATION VON BOR AUS SPIELZEUG
ANORGANISCHES ARSEN IN LEBENSMITTELPROBEN AUF REISBASIS
CHLORAT- UND PERCHLORATRÜCKSTÄNDE IN OBST UND GEMÜSE
POLYZYKLISCHE AROMATISCHE KOHLENWASSERSTOFFE IN ARGAN- UND TRAUBENKERNÖL
ACRYLAMID IN SPEKULATIUS UND LEBKUCHEN
TÄUSCHUNG UND KENNZEICHNUNG
DEUTSCHES LEBENSMITTELBUCH - WOZU NATIONALE LEITSÄTZE?
ALLES NEU MACHT DIE EU-VERORDNUNG ÜBER LEBENSMITTELZUSATZSTOFFE?
KANN EINE FRIKADELLE HEILEN?
KONSERVIERUNGSSTOFFE IN KINDER- UND BABYKOSMETIK
DAS AUFTRETEN DER „RICE BREAST DISEASE“ BEIM WASSERGEFLÜGEL
KANINCHENSTERBEN - RABBIT HAEMORRHAGIC DISEASE VIRUS TYP 2
UNTERSUCHUNGEN IM GESCHÄFTSBEREICH TIERGESUNDHEIT
UNTERSUCHUNGEN IM BEREICH DER GENTECHNIKÜBERWACHUNG
MAISSAATGUT, RAPSMONITORING
VON DER LOCKERUNG DES VERFÜTTERUNGSVERBOTS
PROBEN/UNTERSUCHUNGEN
das Jahr 2014 stand bei den integrierten Untersuchungsanstalten in NRW ganz unter
dem Thema Schwerpunktbildung. Nach der Gründung des CVUA Westfalen wurde der
Prozess der Schwerpunktbildung intensiv durch das Ministerium für Klimaschutz
Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz und das Landesamt für Natur,
Umwelt und Verbraucherschutz begleitet. Dabei wird es wichtig sein, den in 2014
geebneten Weg weiterhin konsequent zu verfolgen, um nachhaltig eine im Sinne des
gesundheitlichen Verbraucherschutzes gesicherte Untersuchungsquantität und –qualität
wirtschaftlich zu garantieren.
Die afrikanische Schweinepest in Osteuropa bedroht weiterhin die Schweinepopulation
in Zentraleuropa. In den EU-Mitgliedstaaten Litauen, Polen und Lettland sind
insbesondere die Grenzgebiete zu Weißrussland betroffen. Aber auch aus Sardinien
wurden wieder einige Fälle bei Haus- und Wildschweinen im 2. Halbjahr 2014 gemeldet.
Nicht nur spektakuläre Fälle wie diese oder die bekannten Tierseuchen- und
Zoonosenerreger beschäftigen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Geschäftsbereiches Tiergesundheit im CVUA-RRW. Die Tularämie oder auch Hasenpest genannt
breitet sich in Deutschland aus und wurde 2014 im CVUA-RRW bei vier Hasen festgestellt. Bereits niedrige Keimzahlen des Erregers können beim Menschen zu einer
Erkrankung (Fieber, Unwohlsein, Muskelschmerzen, typhusähnliches Krankheitsbild)
führen. Die Sektionen und die weiteren Untersuchungen auf den Erreger müssen daher
unter besonderen Sicherheitsbedingungen durchgeführt werden.
Um bakterielle Infektionen bei Mensch und Tier rasch diagnostizieren zu können, hat das
CVUA-RRW Ende 2014 ein auf dem PCR-Prinzip basierendes Screeningverfahren
etabliert. Mit der Beschaffung einer entsprechenden Gerätschaft ist es nun möglich, ein
schnelles Pathogenenscreening einer hohen Anzahl von Lebensmittelproben auf die
Anwesenheit von Salmonellen, Listerien und Campylobacter durchzuführen. Untersuchen. Lediglich die wenigen positiven Ergebnisse werden durch herkömmliche Untersuchungsmethoden bestätigt.
Seit dem 13. Dezember 2014 gelten die Regelungen der europäischen Lebensmittelinformationsverordnung. Mit dieser Verordnung werden die bisherigen Kennzeichnungsregeln zusammengefasst, zusätzliche Informationen für die Verbraucherinnen und
Verbraucher eingeführt und einzelne nationale Regeln durch gemeinschaftliche Regeln
ersetzt. Die Sachverständigen des CVUA-RRW haben sich intensiv mit den Änderungen
auseinander gesetzt und unter anderem in Vorbereitung der Umsetzung gemeinsam mit
dem CVUA Rheinland eine Fortbildungsveranstaltung für die Lebensmittelüberwachungsbehörden aus den Regierungsbezirken Düsseldorf und Köln durchgeführt.
Das zuständige Ministerium hat im Juni 2014 einen Beirat für Zoonosen in der
Lebensmittelkette eingerichtet. Dieser Beirat hat die Aufgabe, die Landesregierung in
Fragen der Belastung von Lebensmitteln mit Zoonosen zu beraten, ad-hoc-Strategien bei
Zoonoseausbrüchen zu entwickeln, gemeinsame und abgestimmte Stellungnahmen von
Politik und Wirtschaft zu Zoonosen in der Lebensmittelkette zu erarbeiten, Konzepte zur
Weiterentwicklung der rechtlichen Vorgaben in Sachen Zoonosen in der
Lebensmittelkette zu entwickeln und diese Arbeit durch eigene Anregungen zu fördern.
Das CVUA-RRW vertritt die integrierten Untersuchungsanstalten des Landes im Beirat.
Unser Dank gilt wie in jedem Jahr natürlich zuallererst den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die durch Ihr großes Engagement den Erfolg des CVUA-RRW gewährleisten.
Weiterhin bedanken wir uns bei den Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämtern
der Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln, den Untersuchungsämtern im Lande NRW,
den Trägerkommunen sowie dem zuständigen Ministerium und dem zuständigen
Landesamt für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung.
Mit diesem Jahresbericht wollen wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, einen umfassenden Einblick über die geleistete Arbeit aus dem Jahr 2014 des CVUA-RRW verschaffen.
Krefeld, im Mai 2015
Dr. Regina Conrads; Dr. Matthias Kronen; Roswitha Rzehak; Dr. Harald Schäfer
Anorganische Arsenspezies in Reis mit Niederdruck-LC und ICP-MS Detektion
Kurzbeschreibung: Organische und anorganische Arsenverbindungen werden aus dem
Reis mit verdünnter Salpetersäure extrahiert. Die Analytik erfolgt mit einer NiederdruckFlüssigchromatographie gekoppelt an ein ICP-MS-Gerät (Induktiv-gekoppeltes-Plasma
Massenspektrometer). Bei dieser Technik werden die Arsenspezies mit einer ArsenAnionen-Austauschersäule getrennt, dann über die Probenzuführung in das ICP-MSGerät geleitet und anschließend detektiert. Mit einer entsprechenden Software können
die so getrennten Arsenspeziesgehalte ausgewertet werden.
Bor in Spielzeug nach Migration mit ICP-OES
Kurzbeschreibung: Das lösliche Element Bor wird mit verdünnter Salzsäure (simuliert
die Magensäure) aus den Spielzeugmaterialien extrahiert. Danach wird die Konzentration
mit einem Atomemissionsspektrometer mit induktiv gekoppeltem Plasma (ICP-OES)
quantitativ bestimmt.
Abgabe von Aluminium und Eisen aus Haushaltsgegenständen mit ICP-OES
Kurzbeschreibung: Zur Bestimmung der Abgabe von Aluminium und Eisen aus
metallischen Haushaltsgegenständen wird die Probe, wie z. B. Löffel, Gabel oder Pfannenwender mit 0,5 % iger Zitronensäure unter definierten Bedingungen extrahiert. Die
Analytik erfolgt mit einem ICP-OES-Gerät.
In 2014 wurden 56 Proben untersucht, die alle den aktuellen Empfehlungen der
Technischen Leitlinie zu Metallen und Legierungen, die in Lebensmittelkontaktmaterialien verwendet werden, entsprachen. Diese legt für Aluminium einen maximalen
Nachweis von 5 mg Aluminium/kg in der Simulanzlösung sowie für Eisen einen
maximalen Nachweis von 40 mg Eisen/kg in der Simulanzlösung fest.
Bestimmung von Citrinin (CIT)
Citrinin ist ein Mykotoxin, das von Penicillium- und Aspergillus-Arten gebildet wird. CIT
gilt als kancerogen, nephrotoxisch und hepatotoxisch. Der Gehalt in Lebensmitteln sollte
daher so niedrig wie möglich sein. Häufig kann der Bildner auch Ochratoxin A
produzieren. Welche Prozesse die Bildung des jeweiligen Mykotoxins beeinflussen, ist
noch Gegenstand der Forschung.
CIT kommt in Getreide insbesondere der gemäßigten Klimazonen vor. Darüber hinaus
wird es auch bei der Fermentierung von Reis zu Rotem Reis (Monakolin A-Produkte)
gebildet. Europaweit wurde deshalb ein Grenzwert für CIT in Nahrungsergänzungsmitteln eingeführt.
Zur Überwachung dieses Grenzwertes und um die Datenlage zu Citrinin in Getreide zu
verbessern, hat das CVUA-RRW die Methode 2014 eingeführt. Das CIT wird aus dem
Lebensmittel mit geeignetem Lösungsmittel extrahiert, über eine spezifische Immunoaffinitätssäule von der Matrix abgetrennt, mittels HPLC aufgetrennt und aufgrund seiner
Fluoreszenz detektiert.
Das Verfahren ist validiert und hat die in Tabelle aufgeführten Leistungsmerkmale.
Seit Einführung der Methode wurden noch keine auffälligen Gehalte an Citrinin in den
untersuchten Lebensmitteln gefunden.
[1] Roth, Frank, Kormann: Giftpilze Pilzgifte, Verlag ecomed, Landsberg/Lech, 1990
[2] Yan Li, Yu-Chun Zhou, Mei-Hua Yang, Zhen Ou-Yang: Natural occurence of citrinin in
wideley consumed traditional Chinese food red yeast rice, medical plants and their
related products, Food Chemistry 132 (2012) 1040-1045
[3] Stoll, Schmidt-Heydt, Geisen: A shift between citrinin and ochratoxin A biosynthesis in
P. verrucosum supports adaption to completely different enviroments, aus:
Conference abstracts 36th Mykotoxin workshop 2014
Bestimmung von Isothiazolinonen in Spielzeug
Isothiazolinone sind Konservierungsstoffe, die häufig in kosmetischen Produkten eingesetzt werden. Aber auch in Wabbelmassen ("Schleimi") oder in Knete ist die Anwendung erlaubt. Sie gelten aber als Kontaktallergene. Im Rahmen eines Untersuchungsprogrammes sollte ihr Einsatz in diesen Produkten untersucht werden. Für diese Untersuchung wurde die Bestimmung am LC-MSMS eingeführt. Diese Messmethode bietet im
Hinblick auf die konventionelle Methode, ebenfalls hier angewendete Methode, den
Vorteil der größerer Empfindlichkeit und der sichereren Identifizierung.
Bestimmung von Weichmachern in lackiertem Spielzeug
Weichmacher werden bekanntermaßen bei der Herstellung von Kunststoffen eingesetzt.
Die Analytik von Weichmachern in Kunststoff ist schon lange am CVUA-RRW etabliert.
Dem Verbraucher weniger bekannt ist, dass sie auch in Lacken vorkommen können. Um
Kinder auch vor diesem Eintrag von verbotenen und gesundheitsschädlichen Weichmachern zu schützen, ist im Jahr 2014 die Untersuchung eingeführt worden. Im Hinblick
auf die Untersuchung von Weichmachern in Kunststoff, musste die Analytik der Matrix
insbesondere in der Aufarbeitung angepasst werden.
Bestimmung von Cumarin
Cumarin ist ein natürlicher Bestandteil insbesondere von Cassiazimt und kommt daher
auch in Lebensmitteln, z. B. Weihnachtsgebäck vor. Im Haus war bisher eine HPLC-UVMethode etabliert. Um aber auch Backwaren empfindlich genug messen zu können,
wurde die Untersuchung auf LC-MSMS umgestellt.
In 2014 wurden 15 Proben zimthaltiger Feiner Backwaren und vier Proben Zimtgewürz
untersucht. In keiner Probe wurde ein auffälliger Gehalt an Cumarin gefunden.
Bestimmung von Capsaicinoiden in Würzpulvern, -pasten und –saucen
Capsaicinoide sind scharf schmeckende Alkaloide, die natürlicherweise in Chili-Schoten
vorkommen. Sie bestehen im Wesentlichen aus folgenden fünf Komponenten: Capsaicin
(etwa 70 %), Dihydrocapsaicin (etwa 20 %), Nordihydrocapsaicin, Homodihydrocapsaicin und Homocapsaicin. Die Hauptkomponenten Capsaicin und Dihydrocapsaicin
lassen sich nach einem neu etablierten Untersuchungsfahren wie folgt bestimmen: Die
Analyten werden aus einem Teil der homogenisierten Probe mit einem AcetonitrilWasser-Gemisch mittels beschleunigter Lösemittelextraktion (accelerated solvent extraktion, ASE) extrahiert und mit LC-Orbitrap-MS untersucht. Seit Einführung der Methode wurden keine auffälligen Gehalte in Proben gefunden.
Gärungsnebenprodukte in Wein
Bei der alkoholischen Gärung entstehen neben dem Hauptprodukt Ethanol auch andere
Stoffe, die sogenannten „sekundären Gärungsnebenprodukte“, die die Qualität und
Verträglichkeit des Weins beeinflussen. Gärungsnebenprodukte haben weiter eine große
Bedeutung an der Entstehung von erwünschten Aromen im Wein, aber auch Fehlaromen
(Weinfehler) sind auf sie zurückzuführen. Hier sind vor allem sehr geruchsintensive
Verbindungen von Bedeutung (sogenannte „Ester“), die z. B. ein angenehmen fruchtigblumiges Aroma bilden können, aber auch ein unangenehmes an Nagellack oder „Uhu“
erinnerndes Fehlaroma, den sogenannten „Ester- oder Lösungsmittelton“. Um die
Qualität des Weines besser beurteilen zu können, sind diese Stoffe ein wichtiger Bestandteil der Analytik. Insbesondere Weine, die im Vorfeld im Rahmen der sensorischen
Geruchs- und Geschmacksprüfung u. a. durch einen Lösungsmittelton auffällig sind,
werden darauf untersucht. Auch weiterverarbeitete Produkte wie Glühweine werden
analysiert, denn sie werden häufig aus einfachen Weinen hergestellt, bei denen sich
aufgrund von weiteren Zutaten (Gewürze) Fehlgärungen eher überdecken lassen. Die
Methode ist eine klassische GC-FID-Methode auf Basis einer offiziellen OIV-Methode.
Seit Einführung der Methode wurden 18 Weine untersucht. In keiner der untersuchten
Proben waren auffällige Gehalte an Gärungsnebenprodukten zu finden.
Bestimmung des Natamycin-Gehaltes in Käse und auf der Käserinde mittels HLPCMSMS
Natamycin ist eine antimykotisch wirksame Substanz, die als Konservierungsmittel für
die Oberflächenbehandlung von gereiftem Käse zugelassen ist. Für den Gehalt an der
Oberfläche des Käses (Außenschicht des Käses außer der Ummantelungsschicht) existiert eine Höchstmenge von 1 mg/dm2. In einer Tiefe von 5 mm dürfen keine Rückstände
von Natamycin nachweisbar sein.
Die bestehende Analysenmethode zur Bestimmung von Natamycin wurde modifiziert.
Neben der Anpassung des Aufarbeitungsverfahrens liegt die wesentliche Änderung der
Methode in der Umstellung des Detektionsverfahrens von der HPLC-DAD- auf die HPLCMSMS-Technik. Dadurch wird eine höhere Nachweissicherheit erreicht, weil die Messempfindlichkeit signifikant ansteigt und die Störanfälligkeit durch die Matrix deutlich
Im Jahre 2014 wurden 75 Käseproben untersucht. Keine der untersuchten Proben enthielt Natamycin in unzulässiger Menge; vier Proben wurden jedoch auf Grund fehlender
Kenntlichmachung von enthaltenem Natamycin beanstandet.
Dr. Olivier Aust, Dr. Harald Schäfer
Stichworte: Laboruntersuchungen, Analysen, Diagnostiken
Seit Gründung des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes Rhein-Ruhr-Wupper
im Jahre 2007 sind die Aufgaben des Verbraucherschutzes auf die Geschäftsbereiche
„Tiergesundheit“, „Beratung und Bewertung“ sowie „Analytik und Entwicklung“ verteilt.
Diese Form der Arbeitsorganisation wurde bereits vor längerer Zeit in großen, privaten
Handelslaboren etabliert und soll der Entwicklung von Spezialisierungen dienen. Diese
sollen wiederum ein effizienteres und kostengünstigeres Arbeiten ermöglichen.
Der Geschäftsbereich 40 „Analytik und Entwicklung“ des CVUA-RRW ist ein zentraler
Bestandteil der Einrichtung und stellt mit 90 qualifizierten Mitarbeiter und
Mitarbeiterinnen den größten Teil der Belegschaft. Dieser liefert validierte und
justiziable Messergebnisse aus den chemischen und molekularbiologischen
Bedarfsgegenständen, Tabakerzeugnissen und Materialien aus dem Nationalen
Rückstandskontrollplan für Tierarzneimittel an die Kollegen und Kolleginnen des
Geschäftsbereichs 30 „Beratung und Bewertung“.
In einem Fachgebiet werden klassische, sog. „nasschemische“ und größtenteils genormte
Untersuchungsverfahren angewendet, die z. B. der Bestimmung der Hauptinhaltsstoffe
Fett, Eiweiß, Asche und Wasser dienen. Für diese Verfahren werden Gerätschaften
benötigt, die man in einem Labor üblicherweise erwartet: größere Kolben, Becher und
Pipetten aus Glas, Schalen aus Porzellan oder Nickel sowie farblose und farbige
Lösungen. Geradezu miniaturisiert sehen dagegen die Gerätschaften aus, die man für
enzymatische Untersuchungsverfahren benötigt: in kleinen Gefäßen mit wenigen
Millilitern Inhalt ermöglichen Enzyme die Bestimmung der Gehalte an bestimmten
Hauptinhaltsstoffen wie Zuckern oder Zuckeralkoholen (z. B. Sorbit). Aber auch Zusatzstoffe wie z. B. die Säuerungsmittel Milchsäure und Zitronensäure oder auch der Geschmacksverstärker Glutamat lassen sich mit enzymatischen Methoden bestimmen.
In zwei anderen Fachgebieten sind sog. instrumentell-analytische Untersuchungsverfahren etabliert. Damit lassen sich in einem Analysenlauf mehrere bis viele, z. T.
hunderte Analyten parallel erfassen (Multimethode) und/oder besonders empfindliche
Messungen durchführen (Spurenanalytik). Metalle, in Form von Spuren- und Mengenelementen sowie Schwermetallen, werden mit spektrometrischen Methoden wie Atomabsorptionsspektrometrie oder optischer oder massenspektrometrischer Emissionsspektrometrie identifiziert und quantifiziert. Für die Spurenanalytik von z. B. Pflanzenschutzmittel- oder Tierarzneimittelrückständen stehen diverse Kombinationen aus
chromatographischen und massenspektrometrischen Untersuchungsverfahren zur
Verfügung. Auch hochauflösende Massenspektrometer kommen vermehrt in der Routine
Nicht weniger aufwändig sind die Analysenverfahren im Fachgebiet Molekularbiologie, in
dem sich in kontaminationsfreier Umgebung Allergene, verschiedenste Tierarten und
gentechnisch verändertes Saatgut nachweisen lassen. Geringste Mengen an Erbsubstanz
(z. B. DNA) von Pflanze und Tier werden mit automatisierten Verfahren vervielfältigt und
über den Vergleich mit Referenzmaterial nachgewiesen oder auch quantifiziert.
Die Labore der Grundanalytik, der instrumentellen und der molekularbiologischen
Analytik werden von Naturwissenschaftler und Naturwissenschaftlerinnen geleitet, die
verschiedensten Fachgebieten angehören: Chemie-Ingenieurwesen, Biochemie, Chemie,
Landschaftsökologie und Lebensmittelchemie. Die Leitungskräfte haben sich auf
Führungsaufgaben und auf labororganisatorische Aufgaben im weitesten Sinne
spezialisiert. Sie arbeiten mit einem Team von Labormitarbeiter und
Labormitarbeiterinnen zusammen, die wiederum verschiedensten Berufsgruppen angehören: weitere Chemie-Ingenieure und Chemie-Ingenieurinnen, Chemotechniker und
Chemotechnikerinnen, Laboranten und Laborantinnen und diverse Technische
Assistenten und Assistentinnen (BTA, CTA, MTA, UTA). Der hohe Betreuungs- und Wartungsaufwand der Geräte lässt diese Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu Experten der
instrumentellen Analytik werden.
Neben Lebensmitteln werden im Geschäftsbereich 20 „Tiergesundheit“ tierisch-klinische
Materialien“ mikrobiologisch/bakteriologisch untersucht. Hier sind spezialisierte
Veterinärmediziner und Veterinärmedizinerinnen diagnostisch tätig und wenden
Nachweisverfahren an, welche die selektive Anzucht von Keimen ermöglichen.
Zusammen mit weiteren Verfahren, wie auch der erst vor wenigen Jahren in der
Bakteriologie eingeführten Massenspektrometrie, gelingt es somit, Bakterienstämme zu
erkennen und z. B. als Krankheitsursache zu diagnostizieren.
Klassische Diagnostikverfahren in den Bereichen Serologie und Virologie werden
ebenfalls durch Veterinärmediziner und Veterinärmedizinerinnen betreut. Dabei werden
klinische Materialien wie Gewebe und Blut von Tieren untersucht. Die angewandten
Untersuchungsverfahren umfassen auch molekularbiologische Verfahren. Sie weisen z. T.
einen höheren Automatisierungsgrad auf wegen der höheren Stückzahlen und der
geringeren Variabilität der Probenmatrix. Die Durchführung der vielfältigen
Untersuchungen im Geschäftsbereich 20 geschieht vielfach durch technische Assistenten
und Assistentinnen der Medizin und Veterinärmedizin, aber auch der Biologie.
Zur Feststellung von Krankheits- oder Todesursache von Tieren muss der ganze
Tierkörper seziert und auf pathomorphologische Veränderungen z. B. der Organe untersucht werden. Dabei werden Organproben entnommen und an die o. g. diagnostischen
Labore zur Untersuchung weitergeleitet. Eine wichtige Untersuchung ist hierbei auch die
mikroskopische Untersuchung angefertigter Schnitte aus den Organen, um auf Zellebene
Veränderungen feststellen zu können. Daneben werden tierschutzrelevante Fragestellungen durch Sektionen und weitergehende Untersuchungen bearbeitet.
Ob lebensmittelchemische Analytik oder tiergesundheitliche Diagnostik – amtliche
Laboratorien benötigen auch in Zukunft kostenintensive Gerätschaften, die von
qualifizierten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bedient werden müssen. Die validen
Messergebnisse werden letztlich von gut ausgebildeten und qualifizierten Laborleiter
und Laborleiterinnen als „gerichtsfest“ freigegeben und können zwecks Bewertung anschließend einem Fachpersonal übergeben werden.
Dr. Beate Schering
Stichworte: Laborvergleichsuntersuchungen, Validierung, ALTS-AG Histologie
Im Jahr 2014 wurden mehrere Laborvergleichsuntersuchungen (LVU) im Bereich der
Lebensmittel-Histologie durchgeführt.
Die erste Laborvergleichsuntersuchung fand mit nur geringer Teilnehmerzahl statt. Zwei
Untersuchungsserien befassten sich mit dem Nachweis von Verdickungsmitteln. Proben
wurden in einem anderen Institut hergestellt, mit Zugabe der namentlich genannten
Verdickungsmittel Carrageen, Johannisbrotkernmehl, Guarkernmehl, Gummi arabicum,
Xanthan und Pektin. Wurstproben wurden auf Objektträgern als aufgezogene, ungefärbte
Schnitte mit und ohne Zusätze versandt. Sie wurden im CVUA-RRW gefärbt und beurteilt,
von den gefärbten histologischen Präparaten wurden Fotos erstellt. Die Verdickungsmittel sollten den Proben zugeordnet werden. Eingesetzte Färbungen waren die BauerCalleja- und die Calleja-Lugol-Färbung aus der Amtlichen Sammlung von Untersuchungsverfahren nach § 64 LFGB sowie die Alcianblau pH 2,5- und Alcianblau pH 1,0-Färbungen
als Hausmethoden.
Eine weitere Serie Proben wurde im selben Institut mit der Zugabe von nicht genannten
Verdickungsmitteln/Kohlenhydraten/sauren Hydrokolloiden hergestellt, die mit den
oben genannten Färbungen als nachweisbar oder
nicht nachweisbar anzugeben waren, auch die
Herstellung von Fotos war erwünscht.
In der ersten Serie wurde Mett als Träger für die
Verdickungsmittel verwendet, in der zweiten Serie
Hackfleisch. Mett bzw. Hackfleisch wurden mit
Verdickungsmitteln gemischt und erhitzt, dann
wurden Gefrierschnitte hergestellt. Eine Probe ohne
Zugabe von Verdickungsmitteln wurde als Kontrolle
verwendet. Teils wurden saure Verdickungsmittel positiv dargestellt und nachgewiesen.
Die Ergebnisse waren jedoch teils auch fraglich, da pflanzliche Bestandteile und Gewürze
durch ihren Kohlenhydratgehalt positive Farbreaktionen ergaben,
Der Nachweis gelingt besser in Abwesenheit von Gewürzen. Die Beurteilung der
Anwesenheit von Verdickungsmitteln mit dem histologischen Befund allein ist schwierig.
Die zweite Laborvergleichsuntersuchung fand mit den Teilnehmern und Teilnehmerinnen der vier Untersuchungseinrichtungen in NRW statt, die sich mit der LebensmittelHistologie beschäftigen. Insgesamt waren 15 Personen mit ihren Ergebnissen beteiligt, da
auch weiteren Interessenten anderer Untersuchungseinrichtungen die Mitarbeit ermöglicht wurde.
In dieser LVU war die Fragestellung eine andere: Es wurden gefärbte histologische Präparate von fünf Proben versandt, begleitet von der Verkehrsbezeichnung der Roh- und
Brühwürste, identische Proben wurden dadurch von allen Teilnehmenden nacheinander
begutachtet, nach spätestens zwei Wochen weitergegeben und anschließend in NRW
Zu jeder Probe wurden mindestens sechs histologische Präparate beurteilt und das
Ergebnis in ein vorgegebenes Formblatt eingetragen, um eine Vergleichbarkeit herzustellen. Die Proben waren nicht eigens hergestellt worden, sondern stammten aus dem
Routinebetrieb und enthielten teils unübliche Strukturen oder Gewebe, die zu erkennen
waren. So konnte die Beurteilung verglichen und die Art der Befundmitteilung einheitlich
gestaltet werden. Diese Art von Laborvergleichsuntersuchung soll regelmäßig durchgeführt werden. Da Interesse an einer Beteiligung auch bei weiteren Untersuchungseinrichtungen geäußert wurde, ist künftig mit noch mehr Teilnehmenden zu rechnen.
Die dritte Laborvergleichsuntersuchung wurde organisiert vom BVL und dient der
Validierung der Lebensmittel-Histologie. Die Teilnehmenden waren über Deutschland
verteilt, Mitglieder der ALTS-AG Histologie, Leitung Frau Dr. Schering. Diese Validierung
befasste sich zunächst mit der ersten der Färbungen und überprüfte die Calleja-Färbung
hinsichtlich Durchführbarkeit, Verbesserungsmöglichkeiten und Ausdruckskraft. In
einem ersten Durchgang mit Roh- und Brühwurst wurde festgestellt, dass zwar die
erzielten Farben in den teilnehmenden Untersuchungseinrichtungen nicht völlig gleich
sind, die Färbung aber nicht weiter verbessert werden kann. Im nächsten Durchgang
wurden Brühwurst-Proben (ein mittelgrob zerkleinertes Erzeugnis wurde in der
Hochschule Ostwestfalen, Lemgo, hergestellt) versandt, denen in unterschiedlichen
Mengen Herz, elastisches Bindegewebe, Knochen und Leber zugemischt wurden,
Kontrollen ohne Zusätze waren vorhanden. Diese Zusätze wurden gewählt, weil der
Nachweis jeweils unterschiedliche Schwierigkeitsgrade darstellt. Die Proben enthielten
teilweise Zusätze genannter Organe und Gewebe in unterschiedlichen Mengen und
Mischungsverhältnissen, zudem waren im Ausgangsmaterial Brühwurst auch schon
Anteile an Knochen und elastischem Bindegewebe zu erwarten.
Schließlich konnten die Kennwerte der Calleja-Färbung als erfolgreich validiert
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass eine Validierung der Histologie
durchaus möglich ist, wobei der Fokus auf der Beurteilung und der Ergebnismitteilung,
also der Eignung der untersuchenden Person, oder auf der Eignung der Färbung liegen
Ulrike Kürzdörfer
Stichworte: Sahnetorte, Feine Backwaren, Hygiene, DGHM
Sahne wird als Extra sowohl zu Eis und Kuchen gereicht als auch direkt bei der
Herstellung von Torten verwendet. Nach den Leitsätzen für Feine Backwaren enthalten
die bei der Herstellung von Sahnetorten verwendeten Sahnefüllungen und/oder garnierungen mindestens 60 % Schlagsahne. Füllungen oder Garnierungen mit einem
geringeren Anteil an Schlagsahne werden als Sahnekrem bezeichnet, der Gehalt an
Schlagsahne beträgt mindestens 20 %.
Leitsätze sind keine Rechtsnormen, sie ergänzen diese und haben den Charakter
objektivierter Sachverständigengutachten, die der gerichtlichen Nachprüfung unterliegen. In den Leitsätzen wird die Verkehrsauffassung der am Lebensmittel-verkehr
Beteiligten beschrieben, das heißt der redliche Hersteller- und Handelsbrauch unter
Berücksichtigung der Erwartung der Durchschnittsverbraucher an die betreffenden
Leitsätze werden von der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission erarbeitet. Ihr
gehören Vertreter aus der Wissenschaft, der Lebensmittelüberwachung, der
Verbraucherschaft und der Lebensmittelwirtschaft an.
Die Ergebnisse der mikrobiologischen Untersuchung von aufgeschlagener Sahne, wie sie
bereits im Jahresbericht 2013 dargestellt wurden, zeigen erneut, dass aufgeschlagene
Sahne häufig mit Keimen belastet ist. Im Rahmen eines Untersuchungsschwerpunktes
wurden daher Kuchen und Torten mit hohem Anteil an Sahne untersucht.
Für die Beurteilung der mikrobiologischen Qualität wurden die Richt- und Warnwerte
der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) herangezogen. Diese
werden von der Fachgruppe "Lebensmittelmikrobiologie und -hygiene der DGHM" für
verschiedene Lebensmittelgruppen zur Beurteilung erarbeitet und veröffentlicht.
Richtwerte geben eine Orientierung, welches produktspezifische Mikroorganismenspektrum zu erwarten und welche Mikroorganismengehalte in den jeweiligen Lebensmitteln bei Einhaltung einer guten Hygienepraxis akzeptabel sind. Warnwerte geben
Mikroorganismengehalte an, deren Überschreitung einen Hinweis darauf gibt, dass die
Prinzipien einer guten Hygiene- und/oder Herstellungspraxis verletzt wurden.
Die mikrobiologischen Richt- und Warnwerte der DGHM geben sowohl der Wirtschaft als
auch den Behörden eine objektivierte Grundlage zur Beurteilung des mikrobiologischhygienischen Status eines Lebensmittels oder einer Lebensmittelgruppe.
Richt- und Warnwerte zur Beurteilung von Patisseriewaren mit nicht durchgebackener
Füllung, 2012
(KbE*/g)
nicht nachweisbar in 25g
*KbE: Koloniebildende Einheit
Quelle: Beuth Verlag GmbH, DGHM Online Dienst
Insgesamt wurden 45 Proben aus handwerklicher Herstellung (Bäckereien, Konditoreien, Cafés) für dieses Untersuchungsprogramm eingeliefert. Davon waren 66 % der
Proben mikrobiologisch unauffällig. Salmonellen und Staphylokokken waren in keiner
der Proben nachweisbar.
Escherichia coli (E. coli) kommt im Dickdarm des Menschen vor und hat daher eine
Bedeutung als Hygieneindikator. Nach den Richt- und Warnwerten der DGHM ist beim
Nachweis von E. coli immer der Kontaminationsquelle nachzugehen. E. coli war bei drei
Proben über dem Warnwert nachweisbar, eine Probe lag über dem Richtwert.
Die Belastung mit Enterobacteriaceae ist nach wie vor hoch. Enterobacteriaceae sind ein
Hinweis auf mangelnde Hygiene bei der Herstellung und/oder Lagerung feiner Backwaren. Bei sieben Proben war der Warnwert für Enterobacteriaceae überschritten,
weitere vier Proben wiesen Gehalte über dem Richtwert auf.
Die DGHM hat für frisch aufgeschlagene Sahne auch Richt- und Warnwerte für
Pseudomonaden festgelegt. Hierbei handelt es sich um Verderbsorganismen, die häufig in
kühl gelagerten, eiweißreichen Lebensmitteln wie Milch und Milchprodukten vorkommen und sich bei niedrigen Temperaturen noch vermehren können. Im Rahmen der
Schwerpunktuntersuchung wurde daher auch auf Pseudomonaden untersucht. Fünf
Proben wiesen dabei sehr hohe Gehalte an Pseudomonaden auf.
Betrachtet man die Ergebnisse der rund 400 Backwaren aus loser Abgabe, die im Jahr 2014 mikrobiologisch untersucht wurden, so ergibt sich ein
ähnliches Bild. 26 Proben (6 %) wiesen Gehalte an
Enterobacteriaceae über dem Warnwert auf, neun
Proben (2 %) überschritten den Warnwert für
E. coli. 36 Proben (9 %) überschritten den Richtwert für Enterobacteriaceae, damit waren insgesamt 15 % aller Proben auffällig bei den Enterobacteriaceae.
Insgesamt erfüllten 105 Proben (26 %) nicht die Richt- und Warnwerte der DGHM. Die
Untersuchungsergebnisse zeigen, dass bei Kuchen und Torten, insbesondere mit nicht
durchgebackener Füllung und Belägen auch weiterhin mikrobiologische Untersuchungen
[1] http://www.bmel.de/DE/Ernaehrung/Kennzeichnung/Lebensmittelbuch/
[2] http://www.dghm.org und Beuth Verlag GmbH, DGHM Online Dienst
Alexandra Bartholomä
Stichworte: Salmonellen-Ausbruch, Personalhygiene, Küchenhygiene
Ein Salmonellose-Ausbruch mit 21 erkrankten Personen nahm Ausgang von einem sonntäglichen Besuch eines chinesisch-mongolischen Restaurants. Dem Gesundheitsamt lagen
zunächst nur zwei Meldungen von Erkrankungen mit typischen Symptomen einer Salmonellen-Gastroenteritis vor. Beide Personen, von denen eine stationär behandelt werden
musste, gaben an, im Restaurant Tiramisu verzehrt zu haben.
Erfolgversprechend früh wurde das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt in die
Ausbruchsermittlungen einbezogen. Dieses veranlasste zeitnah Probenahmen von verdächtigen Lebensmitteln: zwei roheihaltigen Tiramisuchargen, Softeis, Eiern und Vanillesoße. Die im Bierkühlhaus bei einer Lagertemperatur von 11 °C vorgefundenen zwei
Tiramisuchargen stammten vom Vortag und waren nicht identisch mit der von den
meisten Erkrankten sonntäglich verzehrten Charge.
Im Labor gelang in diesen beiden Tiramisuchargen der Nachweis von Salmonella
Enteritidis, der Serovarietät, die zwischenzeitlich auch von den beiden Ersterkrankten
bekannt war. Alle Human und Lebensmittel-Isolate konnten im Rahmen der epidemio13
logischen Ermittlungen durch die frühzeitige Interaktionen von Lebensmittelüberwachung, Gesundheitsamt und Laboren im Nationalen Referenzzentrum für Salmonellen
und andere Enteritiserreger am Robert Koch-Institut feintypisiert werden. Dabei
handelte es sich um insgesamt 21 Isolate von Betroffenen, davon waren 19 mit typischen
Symptomen erkrankt. Zwei Isolate stammten von Mitarbeitern des Servicepersonals, die
nicht erkrankt waren, jedoch Salmonellenausscheider waren. Die Differenzierung ergab
sowohl bei den Humanisolaten als auch bei den beiden nach Erkrankungsbeginn hergestellten Tiramisuchargen übereinstimmend Salmonella Enteritidis des Lysotyps 8/7.
Auch wenn die vorliegenden Befunde bei dieser Gruppenerkrankung Verdachtsmomente
entstehen lassen, kann ein eindeutiger epidemiologischer Zusammenhang nicht hergestellt werden. Der Ausbruch wurde aber durch die frühzeitige Intervention und Interaktion der beteiligten Behörden und Labore beendet.
Es erscheint zunächst naheliegend die Verwendung von rohem Ei in einem nicht durch
Erhitzen stabilisierten Dessert als alleinige Infektionsquelle auszumachen. Jedoch waren
bei dem geschilderten Ausbruchsgeschehen wohl mehrere Chargen salmonellenkontaminiert, neben der sonntäglich verzehrten Ausbruchscharge auch zwei später hergestellte
Chargen. Ein wiederholter Eintrag über rohe Eier erscheint daher fraglich. In Betracht zu
ziehen ist eine Verschleppung des Infektionserregers durch eine mangelnde Küchenhygiene, Kreuzkontaminationen über Personen und/oder Küchenutensilien mit nachfolgender Kontamination neu hergestellter Chargen. In den kontaminierten Lebensmitteln
wurde die Salmonellenvermehrung durch hohe Lagertemperaturen und lange Aufbewahrungszeiten begünstigt.
Die Salmonellose ist trotz rückläufiger
Meldezahlen in den letzten 20 Jahren nach
der Campylobacteriose die zweithäufigste
Deutschland. Im Jahr 2013 wurden insgesamt 18986 Salmonellosen gemeldet, im
Vergleich zum Vorjahr mit 20863 Fällen
verringerten sich die Erkrankungszahlen
damit um 9 %. Dieser deutliche Rückgang
wird mit den beim Geflügel eingeleiteten
Aufnahme mittels Raster- konsequenten Salmonellen-BekämpfungsElektronenmikroskopie.
maßnahmen in Verbindung gebracht. Seit
Quelle: Muhsin Özel, Gudrun Holland, Rolf Reissbrodt/RKI
2008 werden auf EU-Ebene auf der
Grundlage der Zoonosen-Bekämpfungsverordnung VO (EG) Nr. 2160/2003 Bekämpfungsprogramme für Salmonellen in der Geflügelhaltung mit der Zielsetzung durchgeführt, die Prävalenz relevanter Salmonella-Serovare (Salmonella enterica subsp. enterica Enteritidis und Typhimurium einschließlich der monophasischen Variante) in den ver14
schiedenen Produktionszweigen zu reduzieren und einen festgelegten Schwellenwert zu
Übermittelte Salmonellosen nach Meldewoche in Deutschland im Vergleich mit den Vorjahren grauer Bereich: Spannweite an Erkrankungen von 2008-2012; blaue Linie : Gesamtzahl Fälle;
blau-gestrichelte Linie; Median von 2008-2012; schwarze Linie: Anzahl der Ausbruchsfälle in
2013 (übernommen aus dem Epidemiolgischen Bulletin, RKI)
Die Verringerung der Prävalenzen bakterieller Zoonoseerrerger in der Lebensmittelkette
ist ein wichtiger Beitrag, um die Fallzahlen von Lebensmittelinfektionen zu reduzieren.
Daneben macht das geschilderte Ausbruchsgeschehen aber deutlich, dass die Verringerung der Salmonella-Prävalenzen in Lebensmitteln alleine nicht ausreicht. Ein
Salmonella-Eintrag in die Lebensmittelkette über rohes Fleisch, Eier oder andere unbehandelte Lebensmittel ist nicht auszuschließen. Lebensmittelinfektionen können aber
durch eine sachgemäße Zubereitung von Lebensmitteln unter Anwendung ausreichender
Erhitzungstemperaturen sowie eine an das Lebensmittel angepasste Aufbewahrungstemperatur und -dauer und ein konsequentes Küchenhygieneregime verhindert werden.
Insbesondere sind Kreuzkontaminationen zwischen rohen und erhitzten Lebensmitteln
durch Personen und/oder Küchen- und Reinigungsutensilien (Lappen!) unbedingt zu
[1] Robert Koch-Institut: Infektionsepidemiologisches Jahrbuch 2013, Berlin, 2014
[2] BfR Symposium „Zoonosen und Lebensmittelsicherheit“, Berlin, 10. und 11. November
Stichworte: VTEC, EHEC, nicht sicheres Lebensmittel, Gesundheitsschädlichkeit
Bakterien von Escherichia coli, welche die Eigenschaft
zur Bildung von Verotoxinen/ Shigatoxinen besitzen,
werden unter dem Begriff Shigatoxin- bzw. Verotoxinproduzierende E. coli (STEC bzw. VTEC) zusammengefasst. Im Infektionsschutzgesetz werden unter dem
Begriff EHEC (Enterohämorrhagische E. coli) diejenigen
VTEC verstanden, die fähig sind, beim Menschen Krankheitserscheinungen auszulösen. Dazu gehören sowohl E.coli unter dem Mikroskop, Quelle: RKI
schwere Erkrankungen wie hämorrhagische Kolitis und
hämolytisch-urämisches Syndrom – HUS, aber auch Erkrankungen mit milden gastroenteritischen Symptomen.
Für die lebensmittelrechtliche Beurteilung von VTEC in einem Lebensmittel sind die
Isolierung des Stammes mit entsprechendem Toxinbildungsvermögen sowie der Nachweis des Verotoxins bzw. dessen codierenden-Gens erforderlich. Zusätzliche Pathogenitätsfaktoren können durch die sog. eae-Gene codiert sein. Da auch eae-negative E. coli
Stämme zu Erregern von Durchfallerkrankungen zählen, sind alle VTEC als potentielle
EHEC anzusehen.
Anfang August 2014 wurde eine Planprobe Roquefortkäse aus roher Schafsmilch – hergestellt in Frankreich - aus dem Groß- bzw. Zwischenhandel entnommen und im CVUARRW mikrobiologisch auf pathogene Keime untersucht. Am darauffolgenden Tag wurde
der Verdacht auf VTEC ausgesprochen. Der Nachweis des Virulenzfaktors Shigatoxine
stx1 verlief positiv, der Nachweis des eae-Gens negativ.
Auf Grund des Nachweises der potentiell gesundheitsschädlichen Mikroorganismen im
verzehrsfertigen Käse wurde das Lebensmittel als unsicher und gesundheitsschädlich
bewertet. Das zuständige Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises Viersen sperrte die
noch vorhandene Restware und veranlasste eine europaweite RASFF Schnellwarnung.
Frankreich reagierte auf die Schnellwarnung mit der Meldung, dass STEC, entsprechend
der wissenschaftlichen Meinung der französischen Agentur für Lebensmittelsicherheit
als hochpathogen für den Menschen gilt, wenn lebensfähige STEC Stämme den genetischen Marker "eae" und "stx" in Verbindung mit hochpathogenen Stämmen aufweisen.
Als Konsequenz dieser Risikoeinschätzung durch die französischen Behörden wird der
isolierte Stamm als nicht hochpathogen angesehen und Maßnahmen entsprechend
Artikel 14 der Verordnung (EG) Nr. 178/2002 sind nicht zu ergreifen.
Aus diesem Grund wurde das von der Meldung betroffene Produkt (Roquefort Käse)
durch die französischen Behörden nicht als potenziell gefährlich angesehen und Management Maßnahmen durch die französische Firma wurden als nicht erforderlich befunden.
In der Stellungnahme des CVUA-RRW zu dieser Folgemeldung wurde auf den Beschluss
der 72. Arbeitstagung des ALTS vom 09. bis 10. Dezember 2013 in Erlangen verwiesen:
Nach derzeitigem Kenntnisstand werden Verotoxin-bildende E. coli (VTEC) auch ohne
den Nachweis weiterer Virulenzfaktoren als potenzielle EHEC angesehen. VTEC gelten im
Rahmen amtlicher Untersuchungen erst als nachgewiesen, wenn ein entsprechender
Stamm isoliert wurde. Entsprechend kontaminierte verzehrsfertige Lebensmittel werden
als geeignet, die menschliche Gesundheit zu schädigen, beurteilt.
Stichworte: Täuschung, Haltbarkeit, Milchsäurebildner, Verderb, DGHM
Die Angabe des Mindesthaltbarkeitsdatums ist verpflichtend. Wie dieses Datum zustande
kommt, liegt in der Verantwortung des Herstellers. Produzenten von bereits erhitzten
Fleischerzeugnissen wie Brühwürsten bringen zwar kein sehr leicht verderbliches
Lebensmittel in den Verkehr, jedoch resultiert aus dem Aufschneidevorgang bei Scheibenwaren auch eine erhöhte Sorgfaltspflicht hinsichtlich klassischer Verderbniskeime
wie Milchsäurebildnern.
Zwar stellen diese keine Gesundheitsgefährdung für den Menschen dar, ein erhöhter
Gehalt verbunden mit einer erhöhten Stoffwechselaktivität kann zu abweichenden
Gerüchen und einer veränderten substantiellen Beschaffenheit führen. Angefangen von
einer Klebrigkeit bis zu einer Schleimigkeit begleitet mit einem dumpfen, auch säuerlichen Geruch zeigt sich dann die Aktivität der Milchsäurebildner. Das Lebensmittel ist
offensichtlich ekelerregend verdorben.
Dieser Zustand, der irgendwann unweigerlich
eintreten wird, kann sich bereits im Laufe der
Lagerung durch stetig ansteigende Gehalte an
Milchsäurebildnern ankündigen. Aus diesem
Grunde lassen sich zur Bewertung von
Lebensmitteln als Orientierung das Richt- und
Warnwertkonzept der Deutschen Gesellschaft für
Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) auch in der
amtlichen Untersuchung anwenden. So werden © R.B. / PIXELIO
vielfach gegen Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums für aufgeschnittene Brühwürste
erhöhte Gesamtkeimzahlen festgestellt, die mit Richtwert überschreitenden Gehalten an
Milchsäurebildnern gut korrelieren, ohne das Lebensmittel sensorisch auffällig werden
zu lassen. Solche Lebensmittel lassen sich zwar nicht rechtlich „beanstanden“, geben
jedoch Hinweise auf Schwachstellen in der Hygieneführung des Lebensmittels.
Ob diese Schwachstellen durch den Hersteller bedingt sind, lässt sich hieraus nicht
ableiten, da auch Fehler auf der weiteren Distributionsstufe denkbar sind.
Eventuelle Fehler in der Festlegung des Haltbarkeitsdatums sind eher durch die amtliche
Einreichung von zwei Proben einzugrenzen. Sofern das Lebensmittel direkt beim
Hersteller entnommen werden kann, empfiehlt sich eine Untersuchung der ersten Probe
direkt nach Probenahme und anschließend die amtliche Lagerung der zweiten Probe bis
zum Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums unter den vom Hersteller angegebenen
Bedingungen (Dunkelheit, Temperatur). Sollte diese zweite Probe mikrobiologisch
und/oder sensorisch auffällig sein, sind Rückschlüsse auf fehlerhafte Haltbarkeitsangaben zulässig. Liegt also zudem eine sensorische Abweichung vor, die als nicht
produktspezifisch zu werten ist, liegt eine Beanstandung im Sinne des Irreführungsparagraphen des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches nahe.
Die Untersuchung von derartigen Teilproben ist allerdings nicht die Regel und wird
zunehmend als Empfehlung an die mit dem Vollzug zuständigen Behörden ausgesprochen.
Dr. Detlef Horn - Vortrag im Rahmen einer internen Fortbildung
Stichworte: Eigenverantwortung, Risikoorientierung, Kostenübernahme
Die Einrichtungen des gesundheitlichen Verbraucherschutzes stehen immer wieder in
der Kritik. In der Krise werden sie gebraucht, in der Zwischenzeit sind sie zu teuer. Die
Strukturen sind im Wandel, die Ansprüche der Verbraucher auch. Der demographische
Wandel und die schrumpfende Bevölkerungszahl fordern von den Beteiligten mit den
Ressourcen sachgerecht und verantwortungsvoll umzugehen. Es stellt sich die Frage,
„Was wird getan, was kann verbessert werden?“
Die Untersuchungstätigkeit ist ein integraler Bestandteil der amtlichen Kontrolle und die
beiden Bereiche können nicht getrennt voneinander betrachtet werden. In Deutschland
wird seit dem Ende des 19. Jahrhunderts eine systematische amtliche Kontrolle betrieben. Diese basierte zunächst auf dem Verständnis des fürsorgenden Staates. Es war
die Aufgabe und Verantwortung des Staates durch Kontrollen und Verbote den Schutz
der Verbraucher zu gewährleisten. Erst mit der Entwicklung des europäischen Binnenmarktes trat hier eine Veränderung ein.
Dem offenen Binnenmarkt und den Wünschen der Verbraucher nach vielfältigen
Produkten wurde Rechnung getragen. Die absoluten Verkehrsverbote fielen zugunsten
einer immer umfangreicheren Kennzeichnung der Produkte. Der durchschnittlich informierte und durchschnittlich verständige Verbraucher konnte mit einem der Situation angemessenen Interesse die Produkte auswählen. Zu seiner Unterstützung wurde im steigenden Umfang die Kennzeichnung der Erzeugnisse erweitert.
Die BSE-Krise führte dann zu einer europaweiten Neubewertung des Themas Verbraucherschutz. Das gesamte System wurde bewertet und neu gestaltet. Im Wesentlichen
wurden dabei die folgenden Elemente eingeführt:
 Umfassender Ansatz der amtlichen Kontrolle (Tiergesundheit, Futtermittel,
 Stärkere Verantwortung des Lebensmittelunternehmers (2-Säulen-Modell)
 Rückverfolgung der Rohstoffe und Produkte
 Risikoorientierung des Handelns der amtlichen Kontrolle
 Datenaustausch (RASFF-Meldungen)
 Risikokommunikation (gefühlte Verbrauchersicherheit)
 Transparenz und
 teilweise Übertragung der Kosten auf den Verursacher.
Anders als es häufig kommuniziert wird, zeigt der neue Ansatz Wirkung. Das System
funktioniert. Die Geschehnisse der jüngsten Zeit belegen dies. Wenn mehr entlang der Erzeugungskette kontrolliert wird, die Methoden empfindlicher werden und die Ergebnisse
kommuniziert, werden Zwischenfällen natürlich bekannt.
Was muss die amtliche Kontrolle nun tun, um den Ansprüchen einer ressourcenschonenden Wahrnehmung der Aufgaben nachzukommen?
Es muss die Bereitschaft eingefordert werden, bestehende Abläufe und Zuständigkeiten
im Kreis, Land und Bund infrage zu stellen und dabei die zur Verfügung stehenden
Ressourcen sachgerecht und risikoorientiert einzusetzen.
Es ist festzustellen, dass es ein deutliches Potential der Verbesserung von Abläufen und
Strukturen gibt. Vorhandenen Kompetenzen und Ressourcen können so aufgestellt
werden, dass sie den Anforderungen der Zukunft genügen:
1) Konsequente Einforderung der Verantwortung der Lebensmittelunternehmer
 Eigenkontrollen konsequent einfordern – amtliche Proben sollten im Betrieb erst
dann entnommen werden, wenn der Unternehmer seiner Pflicht nachkommt,
ansonsten Verstoß und Kostenpflicht
 Rückverfolgbarkeit der Produktströme streng überprüfen und Verstöße ahnden
 Kosten für zusätzlichen Maßnahmen konsequent einfordern
 Einführung von Transparenzsystemen vor allem für große Lebensmittelunternehmer
2) Zusammenarbeit der Bundes-, Landes- und regionaler Behörden
 Direkter, länderübergreifender Datentransfer bereits beginnend bei der Entnahme der Proben
 Nutzung moderner Datentechnik zur Auswertung von Materialströmen und Verhalten der Lebensmittelunternehmer
 risikoorientiertes Vorgehen in Krisensituationen, interdisziplinäres Vorgehen
(Bsp. Pferdefleisch) Untersuchungen zur Abgrenzung der Situation und nicht zu
wiederholten Feststellung des Sachverhaltes
 zentrale Methodenentwicklung durch die nationalen Referenzlabore
3) Entlastung und Unterstützung der Überwachungsbehörden vor Ort
 Bereitstellung von Unterstützung der Überwachungsbehörden bei der Kontrolle
von großen z. T. europaweit agierenden Betrieben durch interdisziplinäre Überwachungsteams
 Reduzierung des Aufwandes durch Reduzierung und teilweiser Verlagerung der
Probenahme (Konzentrierung auf betriebsspezifische Probenahme)
 Strukturelle Änderungen an den Untersuchungseinrichtungen
- Anpassung der Probenzahlen an den Bedarf (Risikoorientierung)
- Steigerung der Effizienz der Probenahme und Untersuchung
 landesweite Probenplanung
 Entnahme der Monitoring- und nichtbetriebsspezifischen Proben
durch spezialisierte, landesweit arbeitende Entnahmeteams
 länderübergreifender, direkter Datenaustausch bereits beginnend bei
der Entnahme der Probe
- Zusammenfassung der bestehenden Untersuchungseinrichtungen in NRW
- effektive Schwerpunktbildung
- Nutzung der vorhandenen Ressourcen
Dr. Jens Brockmeyer, Institut für Lebensmittelchemie, Westfälische Wilhelms-Universität
Münster – Vortrag im Rahmen einer internen Fortbildung
Stichworte: Allergieentstehung, chemische Charakterisierung, Nachweis, Kennzeichnung
Nach jüngsten Erhebungen leiden in Europa etwa 17 Millionen Verbraucher an einer
echten Lebensmittelallergie. Die Symptome können hierbei von leichten Reizerscheinungen des Mundraumes bis zu lebensbedrohlichen und potentiell tödlichen Komplikationen
wie dem anaphylaktischen Schock reichen. Dies beeinträchtigt naturgemäß auch die
Verzehrsgewohnheiten der betroffenen Allergiker massiv. Üblicherweise werden
Proteine der Nahrung vom Immunsystem als unschädlich identifiziert und durch Bildung
der sogenannten oralen Toleranz wird eine Immunreaktion aktiv unterbunden. Bei der
Ausbildung einer Lebensmittelallergie wird in der Sensibilisierungsphase gegen
bestimmte Proteine des Lebensmittels fälschlicherweise eine Reaktion initiiert. Es
werden spezifische Antikörper der Klasse Immunoglobulin E (IgE) gebildet, die bei einer
erneuter Aufnahme spezifisch an Teilstrukturen der allergenen Proteine binden und
letztlich die Freisetzung von hochpotenten Mediatoren wie Histamin oder Leukotrienen
Die strukturellen Eigenschaften, die ein Protein zu einem Allergen machen, sind noch
immer nicht verstanden. Anhand der bisher identifizierten Lebensmittelallergene zeigt
sich aber, dass kein allgemeingültiges strukturelles „Allergenmotiv“ existiert. Allerdings
beeinflusst die Verarbeitung von Lebensmitteln die Allergenität entscheidend. Durch
thermische Prozessierung können Proteine denaturieren, aggregieren und strukturell
komplex modifiziert werden, was das allergene Potential erhöhen oder verringern kann.
Ein weiterer wesentlicher Parameter ist die Verdaubarkeit. Für die Auslösung einer
allergischen Reaktion scheint eine minimale Peptidgröße von ~3500 Da oder ~30
Aminosäuren erforderlich, um vom Immunsystem erkannt zu werden. Allergene Proteine
müssen daher eine ausgeprägte Stabilität gegenüber den gastrointestinalen
Verdauungsenzymen aufweisen.
Ein aktueller Aspekt bei der Verbesserung des Schutzes allergischer Verbraucher ist das
Bestreben, eine solide Datenbasis zur Herleitung von Grenzwerten für allergene Proteine
zu schaffen. Die Kenntnis der Auslösemengen einer allergischen Reaktion ist weiterhin
ungenügend und unterliegt ausgeprägten individuellen Schwankungen. Im Bereich der
Analytik geht der Trend eindeutig zur Entwicklung massenspektrometrischer Multimethoden zum spezifischen Nachweis von Markerpeptiden, die nach enzymatischem
Verdau des allergenen Proteins erhalten werden. Zudem werden strukturelle Polymorphismen der Allergene im Lebensmittel eingehender strukturell charakterisiert. Während wesentliche allergene Proteine mittlerweile identifiziert sind, ist die Datenlage zum
Vorkommen von Isoformen noch sehr unvollständig. Die Allergenität kann sich jedoch
auf Ebene der Isoformen deutlich unterscheiden. Die Bestimmung und erstmalige
relative Quantifizierung von Isoformen des allergenen 2S Albumins Sin a 1 aus Senf ist
ein aktuelles Beispiel entsprechender Studien, die letztlich zu einem besseren
Verständnis führen, welche Isoformen im Lebensmittel relevant sin.
[1] P. G. J. Burney, J. Potts, I. Kummeling, et al., Allergy 69 (2014) 365–371.
[2] S. Lepski, J. Brockmeyer, Mol. Nutr. Food Res. 57 (2013) 145–152.
[3] O. M. Poulsen, J. Hau, Clinical allergy 17 (1987) 75–83.
[4] M. Hummel, T. Wigger, J. Brockmeyer, J. Proteome Res. 2015, angenommen.
Hildegard Stemmer
Stichworte: Piercingmaterialien, Nickelallergie, Migration
Die zu hohe Nickellässigkeit bei Piercings und Ohrsteckern stellt ein kontinuierliches
Problem dar (RAPEX 0610/13, 0254/13). Nickel ist in Europa das häufigste Kontaktallergen, die Sensibilisierungsrate in Deutschland liegt bei 9,9 % . Ist die Sensibilisierung
einmal vorhanden, bleibt sie lebenslang bestehen. Das Allergen, ein Nickelion, kann durch
Schweiß aus den nickelhaltigen Oberflächen herausgelöst werden und somit die
Sensibilisierung hervorrufen.
Nickel in Reinform wird 1751 erstmals hergestellt. 1881 wird die erste Münze aus
reinem Nickel geprägt und im Jahr 1889 wird erstmals über das "GalvanisierEkzem" berichtet. Mit zunehmender Verbreitung von nickelhaltigen Produkten
nimmt die Nickelallergie zu.
Zum Schutz des Verbrauchers vor einer Nickelallergie wurde 1994 in der sog. Nickeldirektive (RL 94/27/EG) eine wöchentliche Freisetzungsrate von 0,5 µg Nickel/cm² festgelegt für Produkte, die unmittelbar und länger mit der Haut in Berührung kommen. Für
Stäbe, die in den Wundkanal eingeführt werden (also für Piercings und Erstlinge) wurde
ein maximaler Gehalt an Nickel im Metall von 0,05 % festgelegt. Chirurgenstahl besitzt
einen hohen Anteil an Nickel (etwa 10 - 14 %), löst jedoch keine Allergie aus, da Nickel
fest im Metall eingeschlossen und damit nicht "lässig" ist, d. h. nicht an Schweiß
abgegeben wird. Nach einer neuen Risikobewertung legt die EU im Jahr 2004 (RL
2004/96 (EG)) den neuen Nickelabgabegrenzwert für Piercingschmuck von
0,2 µg/ cm²/Woche fest. Damit ist ein nicht nickellässiger Stahl für Piercings wieder
Konkrete Beschränkungsbedingungen für nickelhaltige Erzeugnisse werden in Anhang
XVII, Eintrag 27, der REACH-Verordnung definiert. Demnach dürfen sämtliche Stäbe, die
in durchstochene Körperteile (z. B. Ohren, Bauchnabel) eingeführt werden, eine wöchentliche Nickelfreisetzungsrate von 0,2 μg/cm2 nicht überschreiten.
Grenzwert REACH
Alle Stäbe, die in durchstochene
Ohren und andere
durchstochene Körperteile
Artikel, die auf einen direkten
und längerfristigen Hautkontakt
ausgelegt sind, wie Ohrringe,
Halsschmuck, Uhrbänder und
genietete Knöpfe in
0,2 µg/cm²/Woche
Grenzwert REACH unter
0,35 µg/cm²/Woche
0,5 µg/cm²/Woche
0,88 µg/cm²/Woche
Das Migrationslimit für Erzeugnisse, die für einen unmittelbaren und langfristigen Hautkontakt bestimmt sind (Schmuck, Accessoires, Verschlüsse, Handys etc.), ist dagegen auf
maximal 0,5 μg/cm2 und Woche begrenzt. Beschichtungen, die eine Nickelfreisetzung
oberhalb dieses Grenzwertes verhindern, müssen eine Haltbarkeit von mindestens zwei
Jahren bei normaler Verwendung aufweisen. Erfüllen Erzeugnisse diese Bedingungen
nicht, dürfen Sie nicht in den Verkehr gebracht werden.
Analytik der Freisetzungsrate
Überprüft werden die Grenzwerte, indem die Erzeugnisse für eine Woche in eine
künstliche Schweißlösung eingetaucht werden und die Nickelabgabe anschließend mit
Atomabsorptionsspektrometer gemessen und ausgewertet wird. Das Ergebnis wird auf
die Oberfläche berechnet. Während in der alten Normvorschrift EN 1811:1998 noch ein
Sicherheitsfaktor von 0,1 zu multiplizieren ist, d. h. der analytische Wert reduziert sich
auf ein Zehntel wird heute nach einer Weiterentwicklung der Methode mit dem Konzept
der erweiterten Messunsicherheit gearbeitet (EN 1811:2011). Damit ist der Korrekturfaktor angestiegen, also es gibt quasi eine Grenzwertabsenkung. Es sollte durch einen erneuten BÜP (Bundesweiter Überwachungsplan) die aktuelle Marktsituation zur Einhaltung der Grenzwerte erhoben werden.
Gewusst? Die 1- und 2 -Euro-Münzen sind nickellässig. Da jedoch der Kontakt unter
normalen Bedingungen immer nur kurz erfolgt, kann man davon ausgehen, dass
keine besondere Gefährdung von diesen Münzen ausgeht. Anders gelagert ist der Fall
bei Personen, die beruflich mit den 1- und 2-Euromünzen regelmäßig Kontakt
haben, hier sollten insbesondere bei bereits allergisierten Personen präventive
Maßnahmen wie z. B. das Tragen von Handschuhen erwogen werden.
Untersucht wurde Schmuck insbesondere Ohrringe. Da unterschiedliche Grenzwerte für
Stecker und sonstige Schmuckteile/Verschlüsse existieren wurden von den insgesamt 32
eingereichten Proben 62 Teilproben untersucht. Von den insgesamt 23 Teilproben
„Stecker“, für die die strengeren Grenzwerte von 0,2 µg/cm²/Woche gelten, überstiegen
fünf Proben (22 %) den Grenzwert inkl. Messunsicherheit, sodass diese Produkte nicht
verkehrsfähig waren.
Die Probe mit der höchsten Nickelabgabe
von im Mittel 9,6 µg/cm²/Woche war ein
Bauchnabelpiercing, kenntlich gemacht als
"Surgical Steel", also Chirurgenstahl.
Offensichtlich wurde hier eine mindere
Qualität an Stahl eingesetzt. Im Rahmen des
BÜP-Programms wurde gleichzeitig auch die
Cobalt- und Chromlässigkeit mit bestimmt.
Die Elemente Cobalt und Chrom sind © Maja Dumat / PIXELIO
allergologisch ebenso interessant. Auffällig
waren Proben, die eine erhöhte Nickellässigkeit aufwiesen. Grenzwerte für die Cobaltund Chromlässigkeit existieren nicht.
[1] Aktualisierte Stellungnahme Nr. 010/2012 des BfR vom 11. April 2012
Kontaktallergene in Spielzeug: Gesundheitliche Bewertung von Nickel und Duftstoffe
Stichworte: Fingermalfarbe, Hautsensibilisierung, Kontaktallergen
Isothiazolinone sind Konservierungsstoffe, die inzwischen sehr häufig in kosmetischen
Mitteln verwendet werden. Aber auch ein Einsatz im Spielzeugbereich hat sich inzwischen etabliert (z. B. Fingermalfarben, Seifenblasenspielzeug). Dabei werden Methylisothiazolinon (MI) und Methylchloroisothiazolinon (MCI) oft in einer Mischung (Verhältnis 3:1) eingesetzt. Im Jahr 2009 hat das Scientific Committee on Consumer Safety
nach damaliger Datenlage die Mischung als extrem hautsensibilisierend bewertet.
Daraufhin wurde für die kosmetischen Mittel eine Höchstmenge von 0,0015% erlassen.
Isothiazolinone gehören zu den bedeutendsten Kontaktallergenen. Akute
Hautekzeme können auch durch den Kontakt über die Luft während eines
Aufenthaltes in einem frisch gestrichenen Raum ausgelöst werden, da die
Isothiazolinone auch zur Topfkonservierung von Dispersionsfarben eingesetzt
Im Jahre 2013 wurde in einer Stellungnahme des BfR über eine Zunahme des Allergiegeschehens im Zusammenhang mit MI in kosmetischen Mitteln berichtet. Auf Grund der
steigenden Verwendung als Konservierungsstoff in Kosmetika und auch anderen
Verbraucherprodukten (z. B. Dispersionsfarben) die MI enthalten kommt der
Verbraucher immer häufiger damit in Kontakt. Auf Basis der vorhandenen Daten zum
Anstieg der Kontaktallergien kommt das BfR in seiner Stellungnahme zu dem Schluss,
dass eine gesundheitliche Gefährdung des Verbrauchers möglich ist.
Beurteilung heute
In der DIN 71 Sicherheit von Spielzeug Teil 7 Fingermalfarben sind Grenzwerte für das
Gemisch MCI/MI (Verhältnis 3:1) von 0,0008 % und für MI von 0,01 % für Fingermalfarben festgelegt. Gleichzeitig ist die Fingermalfarbe mit einem Hinweis auf die sensibilisierenden Eigenschaften zu versehen: "Enthält, Name des sensibilisierenden Stoffes.
Kann allergische Reaktion hervorrufen." Für andere Spielwaren existieren im Spielzeugrecht keine allgemein gültigen Grenzwerte. Bei kosmetischen Mitteln ist ab Juli 2015 die
gleichzeitige Verwendung des Gemisches und von MI verboten.
Von 11 im Berichtzeitraum untersuchten Proben (Seifenblasenspielzeug, Fingermalfarbe,
Wabbelmasse) war eine Probe Fingermalfarbe auffällig. Bei dieser Probe war der
Grenzwert um das Doppelte überschritten. Eine Kenntlichmachung der verwendeten
Konservierungsstoffe MI und MCI auf dem Behältnis durch die chemische Benennung,
INCI-Benennung oder E-Nummer erfolgte nicht. Stattdessen waren andere konservierend
wirkende Stoffe auf dem Karton und auf dem Behältnis aufgeführt, die jedoch nicht
nachzuweisen waren. Ein Allergiker würde im vorliegenden Fall in die Irre geleitet.
[1] Stellungnahme Nr. 020/2013 des BfR vom 22. Januar 2013: „Allergien durch
Methylisothiazolinon (MI) in Kosmetika möglich“
Stichworte: Hüpfknete, Slimy, Konservierung, Borsäure, Toxizität
Seit Jahren ist bekannt, dass Schleimmassen und Hüpfkneten Borsäure enthalten. Borsäure wirkt im Produkt konservierend und führt zu der bekannten dehnbaren und
schleimigen Konsistenz.
Borsäure ist als reproduktionstoxisch eingestuft und sollte nicht in zu hohen
Konzentrationen in Spielzeug enthalten sein.
Seit Juli 2013 gelten neue Grenzwerte für die Migration toxischer Elemente in Spielzeug.
Bor gehört dazu und wurde daher neu in der europäischen Spielzeugrichtlinie
2009/48/EG geregelt. Je nach Konsistenz und Art des Spielzeugs gibt es drei Kategorien
für die neuen Grenzwerte:
Schleimmassen,
Trockenes, brüchiges, stabförmiges oder Straßenmalkreide, Knete,
geschmeidiges Spielzeugmaterial
Lacke, Beschichtungen
Abgeschabte Spielzeugmaterialien
von Spielzeugmaterialien
Flüssiges oder haftendes
Bei den flüssigen oder haftenden Spielzeugmaterialien sind Materialien gemeint, die oral
aufgenommen werden können und/oder bei denen während des Spielens eine dermale
Exposition erfolgt.
Von vier im Berichtzeitraum untersuchten Proben waren zwei auffällig. Bei einer Probe
war der Grenzwert theoretisch nach Umrechnung der migrierten Borsäure überschritten.
Bei einer Schleimmasse gab es eine Grenzwertüberschreitung nach Einführung der
entsprechenden Untersuchungsmethode nach DIN EN 71-3 (Sicherheit von Spielzeug Migration bestimmter Elemente).
[1] Stellungnahme des BfR vom 01.02. 1995: Borsäuregehalt in "Slimy" zu hoch
http://www.bfr.bund.de/cm/343/borsaeuregehalte_in_slimys_zu_hoch.
[2] Gesundheitliche Bewertung des BfR Nr. 014/2005 des BfR vom 27. Oktober 2004:
Borsäure in Hüpfknete
http://www.bfr.bund.de/cm/343/borsaeure_in_huepfknete.pdf
[3] Erläuternde Leitlinien zur Richtlinie 2009/48/EG über die Sicherheit von Spielzeug
(Rev. 1.7 v. 13. Dezember 2013)
Dr. Renate Krull-Wöhrmann; Roswitha Rzehak
Stichworte: anorganisches Arsen, Toxikologie, differenzierte Spezies-Analytik
Im Jahre 2014 wurden 38 Reisproben auf ihren Gehalt an Arsen und anorganischem
Arsen untersucht. Das anorganische Arsen ist die toxikologisch relevante Spezies.
In einem EFSA-Gutachten von 2009 kam das CONTAM-Gremium zum Schluss, dass der
vorläufig festgelegte tolerierbare, wöchentliche Aufnahmewert für anorganisches Arsen
(PTWI 15 µg/kg Körpergewicht) nicht mehr angemessen ist, da Daten gezeigt haben,
dass anorganisches Arsen neben Hautkrebs auch Lungen- und Blasenkrebs verursacht
und dass auch bei Expositionswerten, die unter den vom JECFA geprüften lagen, eine
Reihe von Nebenwirkungen gemeldet wurde.
Bisher gibt es keine Höchstgehalte für Arsen in Lebensmitteln. Im wissenschaftlichen
Gutachten der EFSA wird festgestellt, dass Verbraucher in Europa, die große Mengen an
Reis verzehren, beispielsweise bestimmte ethnische Gruppen, und Kinder unter drei
Jahren der höchsten ernährungsbedingten Exposition gegenüber anorganischem Arsen
ausgesetzt sind. Ein Höchstgehalt von anorganischem Arsen für Reis und Erzeugnisse auf
Reisbasis ist von der EU zum 01. Januar 2016 durch die Änderung der VO (EG)
1881/2006 geplant.
Differenzierte Arsen-Spezies-Analytik:
Organische und anorganische Arsenverbindungen werden aus dem Reis mit
verdünnter Salpetersäure nach ASU § 64 LFGB L 15.06-2 extrahiert. Die Analytik erfolgt mit einer Nieder-Druck-Flüssig-Chromatographie gekoppelt an ein ICP-MSGerät (Induktiv-gekoppeltes-Plasma Massenspektrometer). Bei dieser Technik
werden die Arsenspezies mit einer Arsen-Anionen-Austauschersäule getrennt, dann
über die Probenzuführung in das ICP-MS-Gerät geleitet und anschließend detektiert.
Es werden sowohl die anorganischen Arsenspezies Arsen (III) und Arsen (V) als auch
die organischen Arsenspezies Dimethylarsinsäure (DMA), Monomethylarsonsäure
(MMA) und Arsenobetain (AsB) chromatographisch bestimmt. Mit einer
entsprechenden Software können die so getrennten Arsenspeziesgehalte ausgewertet werden. Der hier als anorganisches Arsen bezeichnete Parameter ist die
Summe aus Arsen(III) und Arsen(V). Mit einer Bestimmungsgrenze von 0,03 mg/kg
und einer Nachweisgrenze von 0,01 mg/kg werden die Leistungskriterien der
Methode eingehalten.
Im CVUA-RRW wurden Gehalte an anorganischem Arsen von 0,040 bis 0,268 mg/kg in
Reis und Reisprodukten festgestellt. In wenigen Proben lag der Gehalt an gemessenem
anorganischem Arsen sogar unter der Nachweisgrenze.
Keine der untersuchten Proben überschritt den geplanten Höchstgehalt. Bei drei Proben
Reiswaffeln wurden Gehalte an anorganischem Arsen über 0,2 mg/kg festgestellt (0,232
bis 0,268 mg/kg bei Gehalten an Gesamtarsen von 0,360 bis 0,380 mg/kg). Da diese
auffälligeren Proben allesamt aus 99,8 % Reis und 0,2 % Meersalz bestanden, kann nicht
ausgeschlossen werden, dass die Quelle der erhöhten Arsengehalte auch im Meersalz
Intensität in CPS
Chromatogramme der Arsenspezies
Arsen (V)
Reisprobe belastet
Chromatogramm der Arsenspezies
Rot: Standardprobe
Blau: Reisprobe
677 Zeit in s
Standard 0,10 mg/kg je Arsenspezies
Aktuell sind folgende Höchstgehalte für anorganisches Arsen geplant:
Geschliffener Reis, nicht parboiled
(polierter oder weißer Reis)
Parboiled-Reis und geschälter Reis
Reiskekse, Reiswaffeln, Reiskräcker
und Reiskuchen
Reis für die Herstellung von
Lebensmitteln für Säuglinge und
Höchstgehalt für Arsen,
anorganisch (Summe
von As(III) und As(V))
in mg/kg **
Geplante Ziffer
des Anhangs in
der VO (EG)
* Reis, geschälter Reis, geschliffener Reis und Parboiled-Reis im Sinne des Codex-Standards 198-1995
**Leistungskriterien nach SANCO/10908/2014 (Änderung der VO(EG) Nr. 333/2007): Bestimmungsgrenze <= ein Fünftel des
Höchstgehaltes,
Nachweisgrenze mindestens 3 Zehntel der Bestimmungsgrenze
[1] DG Health and Food Safety D038010/03 (Draft implementing measure/act) in
dossier CMTD(2015)0082 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006
hinsichtlich der Höchstgehalte für anorganisches Arsen in Lebensmitteln
[2] Scientific Opinion on Arsenic in Food. EFSA Journal 2009; 7(19):1351
Dr. Elke Dick-Hennes
Stichworte: Rückstände, Obst, Gemüse, Düngemittel, Bestimmung Perchlorat
Bereits im letzten Jahr wurde über Rückstände von Perchlorat in Obst und Gemüse berichtet. Ende 2013 wurden dann auch erste Befunde zu Rückständen von Chlorat in
Lebensmitteln bekannt.
Mitte 2014 wurde seitens der EU ein Monitoringprogramm für Chlorat in Lebensmitteln
vorgeschlagen, da die EFSA für die Suche nach den Kontaminationsquellen eine größere
Datenbasis benötigte. Im Rahmen dieses Programms wurden auch im CVUA-RRW Obstund Gemüseproben auf Rückstände von Chlorat untersucht.
Was ist Chlorat, wie gelangt es in die Lebensmittel?
Chlorate sind Salze der Chlorsäure. Wie Perchlorate haben sie eine starke oxidative
Wirkung. Chlorate wurden früher als Herbizide eingesetzt, sind aber in der EU nicht
Chlorate können bei der Desinfektion von Wasser mit Chlor oder Hypochlorit als Nebenprodukte entstehen. Rückstände von Chloraten auf Obst und Gemüse sind wahrscheinlich
auf die Verwendung von gechlortem Wasser, sowohl als Waschwasser als auch als
Prozesswasser, zurückzuführen.
Bewertung von Chloratrückständen in Lebensmitteln
Da Chlorate als Pflanzenschutzmittel verwendet wurden, unterliegen sie den Regelungen
der Verordnung (EG) Nr. 396/2005, in der Rückstände von Pflanzenschutzmitteln geregelt sind. Für Chlorat wurden keine spezifischen Höchstgehalte festgelegt, so dass ein
Höchstgehalt von 0,01 mg/kg Anwendung findet.
Da davon auszugehen ist, dass die nachgewiesenen
Chloratrückstände nicht auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zurückzuführen sind, sondern auf andere
Eintragswege, insbesondere die Verwendung von gechlortem Wasser, wird es als notwendig angesehen, den
unspezifischen Höchstgehalt auszusetzen und höhere
Was findet sich alles auf Obst und Gemüse? Rückstandsgehalte, die für alle Verbrauchergruppen
(© LUPO / PIXELIO)
sicher sind, festzulegen.
Über die Festlegung solcher temporärer Referenzwerte wird im ständigen Ausschuss für
Pflanzenschutzmittel der EU-Kommission entschieden. Die vorgeschlagenen Höchstgehalte betragen:
 0,1 mg/kg für alle pflanzliche Produkte außer Gemüse
 0,25 mg/kg für alle Gemüse außer Karotten
 0,2 mg/kg für Karotten
Untersuchungen im CVUA-RRW
Im Jahr 2014 wurden insgesamt 184 Proben Obst und Gemüse auf Rückstände an Chlorat
und Perchlorat untersucht. In sechs Proben war Perchlorat nachweisbar mit Gehalten
zwischen 0,03 und 0,21 mg/kg.
In drei Proben war Chlorat nachweisbar. Dabei handelte es sich um Zucchini
(0,03 mg/kg), Heidelbeeren (0,11 mg/kg) und eine Konserve Lychees in Syrup
(0,19 mg/kg).
Dr. Jochen Rosenboom
Stichworte: Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Arganöl, Traubenkernöl,
Novel-Food, Höchstgehalte
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sind eine Stoffklasse von mehr als
250 verschiedenen organischen Verbindungen, die sehr gut fettlöslich sind und ubiquitär
vorkommen. Daher sind alle nativen Speiseöle mehr oder weniger mit PAK kontaminiert.
Das Gefährdungspotential, das von PAK ausgeht, liegt in der krebserzeugenden und
erbgutschädigenden Eigenschaft vieler PAK begründet. PAK haben deshalb eine große
Bedeutung als Schadstoff. Mit der Beschränkung auf Benzo(a)pyren, Benzo(a)anthracen,
Benzo(b)fluoranthen und Chrysen (sogenannte „PAK4“) als Leitsubstanzen für Vorkommen und Wirkung kanzerogener PAK kann der Aufwand für Analytik und die Beurteilung
von PAK in Lebensmitteln deutlich reduziert werden. Gleichzeitig stellen die PAK4 laut
Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) einen besser
geeigneten Indikator als Benzo(a)pyren als alleinige Markersubstanz für das Vorkommen
von PAK in Lebensmitteln dar.
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffen (PAK) sind u. a. natürliche Bestandteile von Erdöl, Kohle, Ruß und Teer. Sie entstehen außerdem bei der unvollständigen Verbrennung von organischen Materialien, Treibstoffen (Dieselabgase),
Holz, Tabak und Pflanzenteilen und sind damit ubiquitär verbreitet. Zahlreiche PAK
besitzen ein erbgutveränderndes und kanzerogenes Potential. Da keine Schwellenwerte angegeben werden können, bei denen ein Risiko für die menschliche Gesundheit ausgeschlossen werden kann, soll die Aufnahme auf so niedrige Werte wie
möglich begrenzt werden (sog. ALARA-Prinzip: „as low as reasonably achievable“).
Anfang 2005 wurden deshalb erstmals EU-weit Höchstgehalte für Benzo(a)pyren
und Ende 2012 für die Summe der vier PAK Benzo(a)pyren, Benzo(a)anthracen,
Benzo(b)fluoranthen und Chrysen als Marker für PAK in verschiedenen Lebensmitteln festgesetzt.
Bei der Raffination von Speiseölen werden die PAK durch Dämpfung und Bleichung (mit
Aktivkohlezusatz) nahezu vollständig entfernt. Bei der Gewinnung von Argan- und
Traubenkernöl aus den Früchten bzw. Kernen des Arganbaums bzw. der Weinrebe
werden auch direkte Trocknungs- bzw. Röstverfahren, bei denen PAK entstehen können,
eingesetzt (z. B. Trocknung mit Verbrennungsabgasen). Bei der traditionellen Gewinnung
von handgepresstem Arganöl in Marokko erfolgt beispielsweise eine leichte Röstung der
Kerne vor der Pressung. Erfolgt dann keine Vermarktung als Raffinat, kann es eine Konta-
mination mit PAK aus dem Rauch des Brennmaterials geben. Ob dies der Fall ist, sollte in
einem landesweiten Untersuchungsprogramm (LUP) überprüft werden.
Die Frucht des 7 bis 10 m hohen, nur in Marokko wachsenden bedornten Arganbaums ist grüngelblich, ähnlich der Olive, aber in Pflaumengröße. Unter dem Fruchtfleisch befinden sich bis zu drei haselnussgroße Kerne mit harter Schale, die einen
ölhaltigen Samen von der Größe eines Sonnenblumenkerns umschließen. Zur Ölgewinnung verwendet man nur die heruntergefallenen Früchte. Daher ist die
Gewinnung und Herstellung des Öls sehr aufwendig. Um eine Liter Arganöl zu
gewinnen, sind 30 bis 50 kg Früchte notwendig. Traditionell werden die Samen vor
dem Pressen leicht geröstet. Mit Preisen bis zu 120 Euro pro Liter ist Arganöl heute
eines der teuersten Pflanzenöle und gilt als Gourmet-Speiseöl für die anspruchsvolle
Ziel der Untersuchungen war die Überprüfung der Grenzwerte der KontaminantenHöchstgehalte VO 1881/2006 für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)
in Argan- und Traubenkernöl. Für Arganöl liegen bisher nur in geringem Umfang aktuelle Untersuchungsergebnisse aus dem BÜP 2010 (PAK in sortenreinen Speiseölen) vor.
Damals wurden 6 Arganöle beprobt. Benzo(a)pyren wurde zwar in 3 Arganölen nachgewiesen, der Höchstwert aber nur bei einem Traubenkernöl überschritten.
Mit dem Landesweiten Untersuchungsprogramm (LUP) soll in NRW geprüft werden,
inwieweit die rechtlichen Bestimmungen zum Schutz der Gesundheit und der
Lebensmittelsicherheit, aber auch zum Schutz vor Täuschung, eingehalten werden.
Ein Programm umfasst in der Regel 50 Proben, die von einer Untersuchungseinrichtung bearbeitet werden.
Für den Vertrieb von Arganöl in der EU muss beachtet werden, dass es sich bei dem Öl
um ein neuartiges Lebensmittel (ein sogenanntes Novel Food) handelt. Unter den Begriff
Novel Food fallen Lebensmittel, die vor dem 15. Mai 1997 in der Europäischen Gemeinschaft noch nicht in nennenswertem Umfang für den menschlichen Verzehr verwendet wurden. Unternehmen, die neuartige Lebensmittel in Verkehr bringen bzw. importieren wollen, brauchen eine Zulassung nach der Novel-Food Verordnung, in
Deutschland vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).
Mit Stand vom 26. August 2014 besitzen insgesamt 29 Unternehmen eine Zulassung für
das Inverkehrbringen von Arganöl.
Die Gehalte der einzelnen PAK in Speiseölen bewegen sich meist im unteren µg/kgBereich. Daher werden für ihre Bestimmung Verfahren mit sehr hoher Empfindlichkeit
und hoher Spezifität benötigt. Vor der Bestimmung müssen die PAK selektiv von der
Fettmatrix getrennt und aufkonzentriert werden (sogenanntes Clean-up durch
Gelpermeationschromatographie, Bestimmungsverfahren HPLC-FLD).
Neben 32 Traubenkernölen wurden nur 13 Arganöle eingeliefert. Da Arganöl eines der
teuersten Pflanzenöle ist, war eine auf Traubenkernöle ausweichende Probenahme zu
befürchten. Die Belastung von Argan- und Traubenkernöl mit PAK ist als gering einzustufen. Bei keiner von 45 untersuchten Proben war eine Höchstgehaltsüberschreitung
bezüglich Benzo(a)pyren zu verzeichnen. Der Grenzwert für die Summe der PAK4 wurde
ebenfalls in keinem der untersuchten Speiseöle überschritten.
Benzo(a)pyren wurde in einem von 13 Arganölen nachgewiesen. Die gemessenen Werte
lagen bei 1,1 µg/kg Benzo(a)pyren bzw. 5,4 µg/kg
PAK4. In Traubenkernöl sah die Belastungssituation
ähnlich erfreulich aus. In keinem von 32 Ölen konnte
Benzo(a)pyren nachgewiesen werden. PAK4-Gehalte
waren in einem Öl mit 0,7 µg/kg nachweisbar.
Nach den vorliegenden Ergebnissen scheint eine
routinemäßige Überwachung der PAK-Gehalte in © Katharina Wieland Müller/PIXELIO
Argan- und Traubenkernöl als ausreichend. Zu den Untersuchungsergebnissen bleibt
allerdings anzumerken, dass aufgrund geringer Probenzahl eingelieferter Arganöle
(insgesamt nur acht verschiedene Öle) keine statistisch ausreichend gesicherten
Aussagen zur Belastungssituation getroffen werden können.
Novel Food: Da Arganöl vor dem 15. Mai 1997 (Stichtagregelung) im Raum der EU
nicht in nennenswertem Umfang verzehrt wurde, wird es als neuartiges Lebensmittel, sogenanntes Novel Food, eingestuft, obwohl es sich um das Öl eines der
ältesten Kulturpflanzen der Welt handelt. Vor der Vermarktung ist daher eine entsprechende spezifische Zulassung durch die europäische Kommission erforderlich. Ist
diese für ein Arganöl bereits erteilt worden, können weitere Arganöle bei wesentlicher Gleichwertigkeit (hinsichtlich ihrer Zusammensetzung, ihres Nährwertes,
Stoffwechsels, Verwendungszecks und ihres Gehaltes an unerwünschten Stoffen)
nach Art. 3 Abs. 4 VO (EG) Nr. 258/97 nach einem vereinfachten Zulassungsverfahren notifiziert werden (ohne die Sicherheit des Öls nochmals mit hohem Zeitaufwand und hohen Kosten auf der Grundlage wissenschaftlicher Nachweise und Studien zu belegen). Ohne erteilte Notifizierung ist keine Vermarktung möglich.
[1] Matthäus, Bertrand: Arganöl – Ein neues Wunderöl?, in: Ernährung im Fokus 901/2009
[2] Kirst, Sabine: Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle, 2. Aufl. Springer Verlag Wien
[3] Verordnung (EG) Nr. 258/97 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27.
Januar 1997 über neuartige Lebensmittel und neuartige Lebensmittelzutaten (ABl. Nr.
L 43. S.1)
[4] Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Notifizierungen neuartiger Lebensmittel
gemäß Artikel 5 Verordnung (EG) Nr. 258/97 (Stand 17. April 2014)
Nora Dittrich-Geurtz
Stichworte: erhitzte Lebensmittel, Krebsentwicklung, ungeklärte Wirkung, EU-Richtwert
Acrylamid entsteht in Lebensmitteln als Prozesskontaminante bei der Reaktion von
Asparagin und reduzierenden Kohlenhydraten bei Temperaturen ab etwa 120 °C. Deshalb sind v. a. gebratene, frittierte, geröstete oder stark gebackene Lebensmittel, wie Kartoffelprodukte, Backwaren u. a., häufig mit Acrylamid belastet. Im Tierversuch wurde
eine kanzerogene und mutagene Wirkung von Acrylamid festgestellt. Nach derzeitigem
wissenschaftlichen Stand könnte Acrylamid das Risiko einer Krebsentwicklung beim
Menschen erhöhen; die Studien an Menschen haben bislang allerdings keine eindeutigen
Ergebnisse zum Gefährdungspotential für den Menschen gebracht. Die Risikobewertung
des CONTAM wird derzeit auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse aktualisiert.
Das CONTAM ist ein Gremium aus unabhängigen wissenschaftlichen Sachverständigen der EFSA. Es hat die Aufgabe, wissenschaftliche Risikobewertungen zu
Kontaminanten in der Lebensmittelkette durchzuführen und wissenschaftliche Beratungen zu möglichen Risiken in der Lebensmittelkette zu leisten. Das Gremium
wird vom Referat Biologische Gefahren und Kontaminanten (BIOCONTAM-Referat)
Seitens der Lebensmittelindustrie, der EU- Mitgliedsstaaten und der EU- Kommission
werden währenddessen weiterhin umfassende Anstrengungen unternommen, die
Gehalte in verarbeiteten Lebensmitteln zu senken. In Deutschland gilt seit 2002 ein
Minimierungskonzept mitsamt nationaler Signalwerte. Werden Gehalte oberhalb der
Signalwerte festgestellt, sind die Überwachungsbehörden angehalten, gemeinsam mit
den betroffenen Herstellern nach Möglichkeiten zur Minimierung (z. B. durch Änderung
der Rezeptur, der Rohstoffe oder der Produktionsprozesse) zu suchen. Dieses Konzept ist
weitgehend auf EU-Ebene übernommen worden. Daraus resultierend sind im Jahre 2011
EU-weit gültige Richtwerte eingeführt worden. Für die Lebensmittelgruppen, für die
keine EU-Richtwerte existieren, gelten die nationalen Signalwerte weiterhin. Die
Empfehlung der EU- Kommission wird regelmäßig überarbeitet.
Die aktuellen EU- Richtwerte für Acrylamid liegen
für Spekulatius bei 500 µg/kg, für Lebkuchen bei
1000 µg/kg.
Untersuchungsprogrammes wurden 42 Proben
Spekulatius und sieben Proben Lebkuchen, bzw.
lebkuchenhaltige
Acrylamidgehaltes untersucht. 27 der untersuchten
Spekulatiusproben enthielten kein Acrylamid © Ute Mulder / PIXELIO
oberhalb der Bestimmungsgrenze; in den übrigen 15
Proben konnten Gehalte zwischen 47 und 435 µg/kg nachgewiesen werden. Damit
wurde in keiner der untersuchten Spekulatiusproben ein Acrylamidgehalt oberhalb des
EU-Richtwertes bestimmt.
Zwei der untersuchten Lebkuchenproben enthielten kein Acrylamid oberhalb der Bestimmungsgrenze; vier Proben enthielten zwischen 58 und 581 µg/kg Acrylamid. Lediglich eine Probe wies einen Gehalt von 1050 µg/kg auf; nach Abzug der Messunsicherheit lag auch ihr Acrylamidgehalt unterhalb des Richtwertes von 1000 µg/kg.
Im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes sollte eine Überwachung und Minimierung des Acrylamidgehaltes in Lebensmitteln weiterhin angestrebt werden.
[1] http://www.bvl.bund.de/DE/01_Lebensmittel/02_UnerwuenschteStoffeOrganisme
n/04_Acrylamid/lm_acrylamid_node.html
[2] Mitteilung Nr. 041/2014 des BfR: Wirkung von Acrylamid auf den Menschen ist nach
wie vor nicht geklärt
[3] http://www.efsa.europa.eu/de/panels/contam.htm
Dr. Ute Neumann-Mumme
Stichworte: Tierarzneimittel, Pestizide, Umweltkontaminanten
Rückstände von Stoffen mit hormoneller Wirkung, von Tierarzneimitteln, aber auch von
Umweltkontaminanten werden gemäß Richtlinie der Europäischen Gemeinschaften
96/23 in produktionsnah entnommenen Proben tierischer Herkunft untersucht. Es wurden 8832 Proben untersucht. Davon entfielen 5412 Proben auf die Untersuchung mittels
Dreiplatten-Hemmstofftest.
Insgesamt waren zwei Proben auffällig. Es handelt sich in beiden Fällen um chemischinstrumentell nachuntersuchte Dreiplatten-Hemmstofftestproben, in denen Oxytetracyclin bzw. Tulathromycin nachgewiesen wurde.
Carbamate und
Nicotin, Cotinin
org. Chlorverbindungen inkl. PCB
org. Phosphorverbindungen
Anzahl negativ
144 997 6829
Wild/Zuchtwild
Anhang IV Stoffe
der VO 2377/90
Dreiplattentest
ß-Agonisten
N negative Proben
P positive Proben
In Nordrhein-Westfalen wird die chemisch-instrumentelle Analytik in Kooperation des
CVUA-RRW mit dem CVUA-OWL, dem CVUA MEL und dem CVUA Westfalen durchgeführt.
261 7 28 116
Stichworte: Europäisierung des Täuschungsschutzes, LMIV, nationale Verkehrsauffassung
Die Frage ob und wie Verbraucher durch Produkte und deren Kennzeichnung getäuscht
werden, wird zunehmend auf europäischer Ebene diskutiert und geregelt. Während über
eine lange Zeit vornehmlich, die für die Gesundheit der Verbraucher bedrohlichen
Lebensmittelkrisen für großes mediales Interesse sorgten, spielt in den letzten Jahren –
auch auf europäischer Ebene – die Frage der Täuschung des Verbrauchers eine größere
Die Industrialisierung und die damit verbundenen Vertriebswege machten seit Ende des
19ten Jahrhunderts den systematischen Aufbau der amtlichen Kontrolle in Deutschland
notwendig. Dabei spielte der Schutz vor Täuschung bereits früh eine große Rolle. Die
Verkehrsauffassung entschied in weiten Bereichen über die Verkehrsfähigkeit der Lebensmittel. Dem Verbraucher standen „normierte“ Produkte zur Wahl, Abweichungen in
der Beschaffenheit der Produkte waren kaum zulässig. Der deutsche Verordnungsgeber
entschied in vielen Fällen über die Verkehrsfähigkeit von Lebensmitteln. So reglementierte z. B. die Fleischverordnung den Zusatz von Milch oder Sahne zu Fleischerzeugnissen und verbot weitgehend den Zusatz pflanzlicher Lebensmittel zu Fleischerzeugnissen. Die Verkehrsauffassung wurde durch den redlichen Handelsbrauch auf der einen
und der berechtigten Verbrauchererwartung auf der anderen Seite beschrieben. Durch
rechtliche Vorgaben und einer engen Bindung der Verkehrsfähigkeit an die Verkehrsauffassung wurde der Markt streng reglementiert. Das Angebot der Lebensmittel
bewegte sich in dem vorgegebenen Rahmen und der Verbraucher nahm eine passive
Mit der Entwicklung des gemeinschaftlichen Binnenmarktes wurden die Vorschriften für
die Lebensmittelhygiene wie auch die grundlegenden Kennzeichnungsregeln harmonisiert. Damit wurden die Grundlagen für den offenen Binnenmarkt geschaffen. Den
Beteiligten in der amtlichen Kontrolle, den Unternehmern und den Verbraucher wurden
neue Rollen und Verantwortlichkeiten zugewiesen. Diese können durch die Begriffe
„Kontrolle der Eigenkontrolle“, „Wahrnehmung der Verantwortlichkeit“ und „selbstbestimmte Wahl“ beschrieben werden. Die Beschreibung der Verkehrsauffassung, die Wahl
der korrekten und ausreichenden Kennzeichnung (Schutz vor Täuschung) wurde weiterhin national geregelt.
Mit der Öffnung des Binnenmarktes verloren die absoluten Verkehrsverbote ihre Wirksamkeit. Dem Verbraucher wurde zudem eine aktive Rolle zugewiesen. Um ihm eine
sachgerechte Kaufentscheidung zu ermöglichen, wurde der Umfang der Kennzeichnung
stetig erweitert. Das Verkehrsverbot bei Verwendung „fremder“ Zutaten wurde durch
eine Korrektur der Verkehrsbezeichnung oder einen Hinweis auf die Verwendung einer
Zutat in der Zutatenliste ersetzt.
In den letzten Jahren hat das europäische Parlament dann im wachsenden Umfang die
Notwendigkeit erkannt, auch den Bereich des Schutzes der Verbraucher vor Täuschung
umfassend zu regeln. Mit der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) wurden über
die allgemein gültigen Kennzeichnungsregeln hinaus eine Reihe produktspezifischer
Festlegungen zur Verkehrsauffassung und Kennzeichnung diskutiert und verabschiedet.
Dabei taucht die Frage auf, inwieweit die europäischen Organe national geprägte
Verkehrsgewohnheiten und über lange Zeit gewachsene Erwartungen der Verbraucher
gemeinschaftlich für nun 28 Mitgliedstaaten abschließend bewerten und regeln können.
Darüber hinaus fallen durch die Verabschiedung von europäischen Verordnungen
mitunter nationale Regelungen weg, die die Verkehrsauffassung geprägt und beschrieben
haben, und neu geschaffene Regelungen zur Kennzeichnung treffen auf abweichende
oder detailliertere Verkehrsgewohnheiten in den einzelnen Mitgliedsstaaten.
Der festgestellte Trend zur „Europäisierung des Täuschungsschutzes“ genügt nicht den
Ansprüchen an eine ausreichende und sachgerechte Kennzeichnung die sich an den
nationalen Ansprüchen orientiert. Trotz globaler Märkte werden Verkehrsauffassung
und Verzehrsgewohnheiten weiterhin national geprägt sein. Es kann nicht erwartet werden, dass die für 28 Mitgliedstaaten erlassenen Regelungen den spezifischen nationalen
Deshalb wird es weiterhin nationale Verkehrsauffassungen und vor allem national geprägte Erwartungen der Verbraucher geben. Für den Täuschungsschutz und die damit
verwobenen regionalen Traditionen ergibt sich die Notwendigkeit einer nationalen Konkretisierung gemeinschaftlicher Regelungen im besonderen Maße. Dabei geht es nicht
darum, national von Gemeinschaftsrecht abzuweichen. Es geht vielmehr darum, gemeinschaftliche Regelungen unter Berücksichtigung nationaler Gewohnheiten zu
konkretisieren und eine Verkehrsauffassung darzustellen, die beim nationalen Verbraucher auf Akzeptanz stößt. Bei der Beschreibung der Verkehrsauffassung ist dabei die
Einbeziehung aller am Verkehr mit den Lebensmitteln beteiligten Kreise unabweislich.
Leitsätze werden daher auch zukünftig benötigt, um den Ansprüchen aller an dem
Verkehr mit Lebensmitteln zu genügen und Rechtsicherheit zu schaffen. Beim Wegfall
nationaler gesetzlicher Regelungen ist stets zu prüfen, ob sie nicht über den
jahrzehntelangen Vollzug die Verkehrsauffassung geprägt haben. Als Beispiel ist hier die
Fleischverordnung zu nennen.
Stichworte: Zulassung, Neubewertung, EFSA, nationale Verbote, Farbstoffe
Lebensmittelzusatzstoffe sind Stoffe, die in der Regel nicht selbst als Lebensmittel verzehrt, sondern Lebensmitteln aus technologischen Gründen, wie etwa zur Konservierung
oder Färbung, zugesetzt werden.
Die Zulassung von Lebensmittelzusatzstoffen ist mit Inkrafttreten des Anhangs II am
01. Juni 2013 in der EU-Verordnung 1333/2008 geregelt. Damit ist die bisherige
nationale Zusatzstoffzulassungsverordnung weitgehend abgelöst. In der europäischen
Gemeinschaft gibt es bereits seit 1962 Regelungen für Lebensmittelzusatzstoffe.
Was hat sich durch die EU-VO 1333/2008 geändert?
Die EU-VO 1333/2008 gilt unmittelbar und muss nicht mehr in nationales Recht
umgesetzt werden. Im Vergleich zur bisherigen Regelung sind die Anhänge deutlich
umfangreicher. Dies liegt an der veränderten Darstellung in den Anhängen. Die
zugelassenen Zusatzstoffe werden für jede der zahlreichen Lebensmittelkategorien
einzeln bzw. teilweise in Gruppen zusammengefasst dargestellt. Im Internet steht auch
eine englischsprachige Datenbank zur Verfügung, mit deren Hilfe sowohl nach dem
Zusatzstoff als auch nach den Kategorien gesucht werden kann.
Inhaltlich haben sich insbesondere bei den Farbstoffen und den aluminiumhaltigen
Zusatzstoffen Veränderungen ergeben.
Einige Farbstoffe wurden nicht in die EU-VO 1333/2008
übernommen, da kein Bedarf mehr an der Verwendung
bestand oder eine Verwendung aufgrund der Neubewertung aus Gründen des Verbraucherschutzes nicht
mehr zugelassen wurde (z. B. E 128 Rot 2G). Für einige
Farbstoffe ist der zusätzliche Warnhinweis "Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen"
Bei den aluminiumhaltigen Zusatzstoffen wurde die Zahl der zugelassenen Stoffe verringert und die Verwendungsmöglichkeiten eingeschränkt, um die Zufuhr von Aluminium durch Lebensmittel zu reduzieren.
Auch weiterhin wird es möglich sein, für bestimmte Lebensmittel nationale Verbote von
in der EU zugelassenen Zusatzstoffen aufrechtzuerhalten. Für Deutschland ist dies zum
Beispiel für nach deutschem Reinheitsgebot gebrautem Bier weiterhin möglich.
Gibt es noch weitere Neuregelungen im Bereich der Lebensmittelzusatzstoffe?
Das Verfahren für die Neuzulassung von Zusatzstoffen sowie die Neubewertung bereits
zugelassener Zusatzstoffe ist ebenfalls in EU-Verordnungen festgelegt. Bis Ende 2020
sollen alle bereits zugelassenen Zusatzstoffe eine Neubewertung durch die europäische
Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) durchlaufen haben. Werden der EFSA angeforderte Informationen innerhalb der gesetzten Fristen nicht vorgelegt, so kann der Zusatzstoff aus der Liste gestrichen werden (z. B. Montansäureester im September 2014).
Auch die Reinheitskriterien für Zusatzstoffe werden jetzt in einer EU-Verordnung (VO
(EU) 231/2012) festgelegt, die Anforderungen wurden ebenfalls aktualisiert.
Stichworte: Täuschung, Kennzeichnung, Arzneimittel, Heilwasser
Die Frage stellte sich maßgeblich bei der rechtlichen Bewertung einer Frikadelle, die als
rohe Masse in Scheiben geformt war und mit der Bezeichnung „in Wurstform“ in einer
Vakuumfolie in den Verkehr gebracht worden war. In der Tat, das Verzeichnis der
Zutaten wies "Heilwasser" aus, wobei jedoch nach lebensmittelrechtlicher Systematik
Heilwasser kein Wasser ist, das die Begriffsbestimmung der Mineral- und TafelwasserVerordnung erfüllt. Heilwasser ist dort ausgenommen, denn Stoffe und Zubereitungen
aus Stoffen, die dazu bestimmt sind, am oder im menschlichen Körper angewendet zu
werden und zur Heilung, Linderung oder Verhütung krankhafter Beschwerden eingesetzt
zu werden, sowie zur Wiederherstellung physiologischer Funktionen durch pharmakologische, immunologische oder metabolische Wirkungen angewendet zu werden, sind im
Sinne des Arzneimittelgesetzes eben Arzneimittel. Heilwasser ist damit ein Arzneimittel.
Die Verwendung von Heilwasser in einer Frikadelle lässt nach vernünftigem Ermessen
keine pharmakologische, immunologische, metabolische oder sonstige heilende, Krankheiten lindernde oder verhütende Wirkung erkennen.
Es wurde gefolgert, dass die substantiellen
Eigenschaften und die möglichen physiologischen
Wirkungen dieser Frikadelle sich von einem
Trinkwasser, natürliches Mineralwasser, Quell- oder
Tafelwasser zugesetzt wurde, nicht unterscheiden
lassen. Die Kenntlichmachung "Heilwasser" war
damit geeignet, den Verbraucher über eine besondere physiologisch wirkende Zutat zu täuschen.
Lebensmittel mit irreführenden Angaben dürfen
gem. § 11 Absatz 1 LFGB nicht in den Verkehr gebracht werden, wenn u. a. gem. Nr. 3 des
Gesetzes zu verstehen gegeben wird, dass ein Lebensmittel besondere Eigenschaften hat,
obwohl alle vergleichbaren Lebensmittel dieselben Eigenschaften haben.
Geprüft wurde allerdings nicht, ob auch die im Zutatenverzeichnis erwähnten „Brotkrümel“ eine heilende Wirkung haben könnten. Hier reichte die alleinige Verwendung
des Begriffs aus, die Zutat im Sinne der Lebensmittelkennzeichnungs-Verordnung als
nicht hinreichend beschrieben zu werten.
Norgard Böhme
Stichworte: Konservierungsstoffe, Parabene, Isothiazolinone, p-Anissäure, Untersuchungsprogramm
Kosmetische Mittel dürfen nur mit den in Anhang V der VO 1223/2009 aufgeführten
Inhaltsstoffen konserviert werden. Dabei müssen die dort festgelegten Grenzwerte,
Warnhinweise sowie mögliche weitere Einschränkungen eingehalten werden. Im
Rahmen eines Landesweiten Untersuchungsprogrammes (LUP) wurden im Jahr 2014 die
Konservierungsstoffe in Kinder- und Babykosmetik untersucht, wobei die Anwesenheit
und Konzentration der verschiedenen Parabene und Isothiazolinone im Vordergrund des
Untersuchungsprogrammes stand, weitere Konservierungsstoffe aber ebenfalls bestimmt
Bei den Parabenen handelt es sich um Ester der p-Hydroxybenzoesäure. Bisher lag der
Grenzwert bei 0,4 g/100 g Probe für jeden einzelnen Wirkstoff und 0,8 g/100 g Probe für
die Summe aller in einem Produkt enthaltenen Parabene. Da in Tierversuchen bei einigen
Parabenen eine Beeinflussung des Hormonsystems festgestellt wurde, hat eine neue
Bewertung des Wissenschaftlichen Ausschusses für Verbrauchersicherheit (SCCS) stattgefunden. Die Ergebnisse dieser Bewertung sind die Grundlage für Änderungen in der
VO 1223/2009. In einem ersten Schritt wurden die Stoffe Isobutyl-, Isopropyl-, Phenyl-,
Benzyl- und Pentylparaben verboten. Die Umsetzung erfolgte mit der VO (EU)
Nr. 358/2014 der Kommission vom 09. April 2014, wobei die folgenden Übergangsvorschriften festgelegt wurden: Die Hersteller durften noch bis zum 30. Oktober 2014
Produkte mit den o. a. Parabenen in den Verkehr bringen, das Bereitstellen von
Altprodukten auf dem Markt (Verkauf an den Verbraucher) ist ab dem 30. Juli 2015
verboten. Mit der VO (EU) Nr. 1004/2014 der Kommission vom 18. September 2014
wurde eine spezielle Regelung für die beiden Konservierungsstoffe Butyl- und
Propylparaben vorgenommen. Hier wird der Grenzwert auf 0,14 g/100 g Probe reduziert
und der Einsatz in Produkten verboten, die auf der Haut verbleiben und die für die
Anwendung im Windelbereich für Kinder unter drei Jahren vorgesehen sind. Ab dem
16. April 2015 dürfen die Hersteller nur noch Produkte in den Verkehr bringen, die
dieser Änderung entsprechen. Altprodukte dürfen noch bis zum 16. Oktober 2015 auf
dem Markt bereitgestellt werden.
Von der Gruppe der Isothiazolinone sind in Anhang V der VO 1223/2009 das Gemisch
Methylchloroisothiazolinon (MCI)/Methylisothiazolinon (MI) sowie die Einzelkomponente Methylisothiazolinon (MI) aufgeführt. Der Grenzwert für das MCI-/MI-Gemisch liegt
bei 0,0015 g/100 g Probe und für die Einzelkomponente MI bei 0,01 g/100 g Probe. Bisher dürfen diese Konservierungsstoffe ohne weitere Einschränkung in kosmetischen Mittel eingesetzt werden. Da die Isothiazolinone als sensibilisierend eingestuft sind, wurde
der Einsatz in kosmetischen Mitteln mit der VO EU Nr. 1003/2014 der Kommission vom
18. September 2014 weiter eingeschränkt. Die Verwendung des MCI-/MI-Gemisches ist
zukünftig nur noch in Produkten erlaubt, die abgespült werden und der gleichzeitige Einsatz von MI und dem MCI-/MI-Gemisch wird verboten. Ab dem 16. Juli 2015 dürfen Produkte, die dieser Änderung nicht entsprechen, nicht mehr in den Verkehr gebracht werden. Das Bereitstellen auf dem Markt ist ab dem 16. April 2016 verboten.
Insgesamt wurden im Berichtsjahr 54 kosmetische Mittel für Kinder und Babys untersucht. 24 Proben enthielten Konservierungsstoffe entsprechend Anhang V der VO (EG)
Nr. 1223/2009 [1], wobei jedoch nur in fünf Proben die hier betrachteten Parabene bzw.
Isothiazolinone nachgewiesen wurden. In einem Bad & Duschgel wurde das MCI-/MI-Gemisch bestimmt und eine Wundschutzcreme enthielt MI. Drei Proben enthielten Methylparaben und in einer Probe war zusätzlich Ethylparaben vorhanden. Weitere Parabene
wurden nicht nachgewiesen. Eine Probe Shampoo & Duschgel enthielt laut Bestandteilliste noch das MCI-/MI-Gemisch, diese Angabe konnte bei der hier durchgeführten Untersuchung jedoch nicht bestätigt werden. Alle 54 Proben entsprachen somit nicht nur den
derzeit gültigen Grenzwerten, sondern auch den ab 2015/2016 gültigen oben angegebenen Änderungen.
Alle 54 Proben wurden außerdem noch auf die Anwesenheit von p-Anissäure untersucht.
p-Anissäure ist im Inventar zwar mit der Funktion „maskierend“ gelistet, darüber hinaus
besitzt p-Anissäure jedoch auch antimikrobielle Eigenschaften. In Anhang V der VO (EG)
Nr. 1223/2009 ist p-Anissäure nicht aufgeführt, sodass der Einsatz als Konservierungs43
stoff nicht erlaubt ist. Bei 12 Proben wurde p-Anissäure nachgewiesen. Vier dieser 12
Proben waren zusätzlich entsprechend Anhang V der VO 1223/2009 konserviert, acht
Proben enthielten keine weiteren Konservierungsstoffe und waren zum Teil auch mit der
Werbung „ohne Konservierungsstoffe“ ausgelobt. Auffällig war hierbei, dass die Produkte
mit zusätzlicher Konservierung wesentlich geringere p-Anissäurekonzentrationen
(0,083 g/100 g bis 0,099 g/100 g) enthielten, als die Produkte ohne weitere Konservierung. Hier lag die p-Anissäurekonzentration bei 0,182 g/100 g bis 0,658 g/100 g. Bei diesen Produkten besteht der Verdacht, dass die p-Anissäure verbotener Weise zu konservierenden Zwecken eingesetzt wurde. Die Auslobung „ohne Konservierungsstoffe“ ist
hierbei als irreführend anzusehen. Hersteller von kosmetischen Mitteln müssen für jedes
Produkt eine Produktinformationsdatei führen. In dieser Datei muss jeder Rohstoff und
die Funktion des Rohstoffes in dem entsprechenden Produkt aufgeführt werden. Außerdem muss der Hersteller die Produktstabilität belegen. Bei allen Proben, die p-Anissäure
enthielten und mit der Auslobung „ohne Konservierungsstoffe“ versehen waren, wurde
eine Überprüfung der Produktinformationsdatei im Hinblick auf den Einsatz der p-Anissäure empfohlen.
[1] Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30.
November 2009 über kosmetische Mittel
[2] Verordnung (EU) Nr. 358/2014 der Kommission vom 09. April 2014 zur Änderung
der Anhänge II und V der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 des Europäischen
Parlaments und des Rates über kosmetische Mittel
[3] Verordnung (EU) Nr. 1003/2014 der Kommission vom 18. September 2014 zur
Änderung des Anhangs V der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 des Europäischen
[4] Verordnung (EU) Nr. 1004/2014 der Kommission vom 18. September 2014 zur
Robert Höveler
Stichworte: Stockente, Parasiten, Sarkosporidien, Oocysten,
Diagnostische Untersuchungen zur Feststellung von Krankheitsursachen bei Wildtieren
werden vom CVUA-RRW im Rahmen eines landesweiten Wildtiermonitorings durchgeführt. Hierdurch sollen insbesondere Tierseuchen und auf Menschen übertragbare Erkrankungen bei Wildtieren festgestellt und eine Datengrundlage für die wildbiologische
Forschung geschaffen werden. Die Daten werden regelmäßig statistisch ausgewertet und
Neben Untersuchungen an verendet aufgefundenen Tieren (Fallwild) spielen auch
Untersuchungen an veränderten Organen eine Rolle. Solche werden meist dann erkannt,
wenn Wild aufgebrochen oder zerlegt wird oder Wildbret zubereitet wird. Hierbei stellt
sich oft in erster Linie die Frage, ob die Veränderungen auf eine Krankheit hindeuten,
welche auch auf den Menschen übergehen kann.
An dieser Stelle soll über eine wenig bekannte Krankheit des Wassergeflügels berichtet
werden, welche im Jahr 2014 im Einzugsbereich des CVUA-RRW erstmalig auftrat. Zwischenzeitlich sind weitere Fälle bekannt geworden. In dem genannten Fall aus 2014
waren bei einer erlegten Stockente (Anas platyrhynchos) Veränderungen des Muskelfleisches beobachtet worden und eine diagnostische Abklärung im CVUA-RRW veranlasst
worden. Die Brustmuskulatur zeigte eine massive Durchsetzung von reiskornartigen
Gebilden (siehe Abb. 1 makromorphologisches Bild). Weitere Untersuchungen auf der
Ebene von Gewebestrukturen zeigten, dass es sich um zystische Gebilde aus parasitären
Stadien handelte, welche als Muskelzysten von Sarkosporidien (Sarcocystis spp.) diagnostiziert werden konnten.
Es handelt sich um einzellige parasitäre Organismen (Apikomplexa: Sarcocystidae), von
denen zahlreiche Arten bekannt, viele aber noch nicht ausreichend erforscht sind. Sie
können Haus- und Wildsäugetiere, Vögel und niedere Wirbeltiere und nicht zuletzt auch
den Menschen befallen. In den Zwischenwirten werden Muskelzysten ausgebildet. Diese
Zysten werden im Fleisch mit der Nahrung von fleisch- oder allesfressenden Tierarten
aufgenommen. Hier finden dann weitere Vermehrungsstadien statt und es kommt
schließlich zu einer Ausscheidung von Parasiten-„Eiern“ (Oocysten), die dann nach oraler
Aufnahme zu neuen Infektionen bei pflanzenfressenden Zwischenwirten führen, wodurch sich der parasitäre Entwicklungszyklus schließt.
Wenige gesicherte Erkenntnisse liegen zu den Arten und Entwicklungszyklen bei Vogelwirten vor. Neue Arten wurden in jüngster Zeit entdeckt. Erkrankungserscheinungen
beim Geflügel sind unterschiedlich und treten in den meisten Fällen offenbar nur bei
starkem Befall auf.
Ähnliche Befundbilder beim Wassergeflügel, wie in dem von uns beobachteten Fall, wurden insbesondere aus
Nordamerika berichtet und haben
dort zum Namen der „rice breast disease / Reis Brust Krankheit“ geführt.
Dieses Bild wird nach den Angaben in
der Literatur im Wesentlich auf die
Art Sarcocystis riley zurückgeführt.
Eine an der Justus-Liebig-Universität
Gießen durchgeführte Sequenzierung ergab tatsächlich den Nachweis
Abb. 1 Erkennbare Veränderungen der "rice breast disease" dieser Art auch in dem vom CVUABrustmuskulatur (makromorphologisch)
RRW diagnostizierten Fall. Der
Mensch kann sich in bestimmten Fällen mit Sarkosporidien durch den Verzehr von
Fleisch infizieren (durch die Arten Sarcocystis bovihominis, Sarcocystis suihominis).
Nach heutigem Stand der Erkenntnis ist aber nicht davon auszugehen, dass dies auch
durch den Verzehr eines mit Sarkosporidien befallenen Geflügelfleisches geschehen
Aufgrund der ins Auge fallenden Veränderungen ist das befallene Fleisch unappetitlich
und ekelerregend, sodass ein Verzehr kaum erfolgen dürfte. Grundsätzlich wird angeraten zur Vermeidung einer Infektion mit Sarkosporidien, Fleischprodukte vor dem Verzehr ausreichend zu erhitzen oder mindestens über einen Zeitraum von drei Tagen
bei -20 °C tiefzufrieren.
Offensichtlich verändertes Fleisch sollte unschädlich beseitig werden. Keinesfalls sollte
es roh an fleischfressende Tiere, die möglicherweise Endwirte darstellen, verfüttert werden, da sich sonst der parasitäre Zyklus schließen kann und eine Weiterverbreitung ermöglicht wird. Weitere Maßnahmen oder Möglichkeiten der Prophylaxe sind in der
Wildtierpopulation nicht bekannt.
Bei der „rice breast disease“ sind die mit bloßem Auge erkennbaren Veränderungen an
der Muskulatur recht charakteristisch und erlauben eine Verdachtsdiagnose. Oft können
aber ähnliche, parasitär bedingte Veränderungen allein aufgrund des makromorphologischen Bildes nicht sicher von anderen Erkrankungen (wie z. B. der Tuberkulose) unterschieden werden. Einsendungen an ein Untersuchungsinstitut geben dann immer Klarheit und tragen dazu bei, Informationen über Auftreten und Verbreitung von Krankheiten
in der Wildtierpopulation zu gewinnen.
[1] LANUV - Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung (FJW) - derzeit
Archiv im Internet unter https://www.wald-und-holz.nrw.de/wald-nutzen-foerdernschuetzen/jagd/informationssammlung-jagd/informationen-der-forschungsstellejagdkunde-und-wildschadenverhuetung/wildkrankheiten-und-fallwild.html
Dr. Claudia Bunzenthal, Dr. Annette Kuczka
Stichworte: Kaninchen, Feldhase, Caliciviren, RHDV, Erstbeschreibung RHDV-2
Die Hämorrhagische Kaninchenkrankheit (Rabbit Haemorrhagic Disease, RHD) wurde in
den 80er Jahren erstmals in China beschrieben und ist heute nahezu weltweit in der
Haus-und Wildkaninchenpopulation verbreitet. Verursacht wird die akut bis perakut
verlaufende Viruserkrankung durch das Rabbit Haemorrhagic Disease Virus (RHDV), das
zur Familie der Caliciviridae gehört. Diese verlustreiche und oft seuchenhaft auftretende
Infektion hat bis zur Entwicklung eines Impfstoffes zur Erkrankung bzw. zum Tod von
gesamten Kaninchenbeständen geführt und wird für das Verschwinden des
Wildkaninchens in ganzen Landstrichen zumindest mitverantwortlich gemacht. Nicht
geimpfte Kaninchen ab ca. der achten Lebenswoche sind für das Virus hochempfänglich.
Das Virus führt nur bei Kaninchen, nicht aber bei anderen Tierarten zur Erkrankung.
Die Infektion führt bei nicht immunisierten Tieren zu plötzlichem Tod, oft ohne klinische
Symptomatik oder zu einem kurzen fulminanten Krankheitsgeschehen mit Krämpfen, Erstickungssymptomatik, Blutungen aus der Nase etc. In den letzten Jahren wurden vermehrt auch längerdauernde Krankheitsverläufe beschrieben. Nahezu alle erkrankten Kaninchen sterben.
Bei Feldhasen ist ebenfalls ein Calicivirus bekannt, das mit dem RHDV verwandt ist, aber
nur bei Feldhasen, nicht dagegen bei Kaninchen zu einer ganz ähnlichen Erkrankung
führt. Dieses Virus, das sogenannte European Brown Hare Syndrome Virus (EBHSV) ist
seit ca. den 80er Jahren in Deutschland und in Europa verbreitet und wird regelmäßig bei
Feldhasen aus Sektionsmaterial des CVUA-RRW nachgewiesen.
Bei der Sektion von an RHDV gestorbenen Kaninchen findet man makroskopisch neben
deutlichen Befunden eines schockartigen Herzkreislaufversagens häufig keine besonderen Befunde an den inneren Organen. Die Milz ist häufig, aber nicht immer leicht bis
mittelgradig geschwollen.
Dagegen liegen bei der mikrokospischen Untersuchung der Organe insbesondere in der
Leber massive, recht typische Veränderungen vor. Das Organ weist hochgradige, manchmal das gesamte Lebergewebe umfassende Nekrosen der Leberzellen auf. In Abhängigkeit von der Dauer der Erkrankung können bei protrahiertem Verlauf auch bereits
entzündliche Reaktionen in Form einer Einwanderung von Entzündungszellen in das
Lebergewebe nachgewiesen werden. Bis auf häufig nachweisbare Nekrosen in der Milz
sind die weiteren Befunde an anderen Organen wenig spezifisch.
Auch das EBHSV zeigt einen deutlichen Lebertropismus, die Hauptzielzellen des Virus
sind ebenfalls die Leberzellen. Das makroskopische und histologische Bild bei an einer
EBHS gestorbenen Feldhasen ist nahezu identisch mit dem eines an RHD verendeten
Während das RHDV lange Zeit antigenetisch relativ stabil war, wurde im Oktober 2010 in
Frankreich eine neue Virusvariante festgestellt, die nur eine Homologie auf Nukleotidebene von ca. 80 – 85 % zu den bisher vorkommenden RHD-Viren aufwies. Die neue
Virusvariante wurde als RHDV-2 bezeichnet und konnte sowohl in Wildkaninchen als
auch in ungeimpften und geimpften Hauskaninchenbeständen nachgewiesen werden.
Außerdem wurde eine Infektion mit RHDV-2 im Gegensatz zu den bisherigen RHD-Viren
auch bei sardischen Hasen (Lepus capensis mediterraneus) beschrieben. In Deutschland
wurde RHDV-2 erstmals 2013 in einem Kaninchenbestand in NRW im Kreis Unna
nachgewiesen. Im August und September 2014 gelang dann der Nachweis von RHDV-2
durch das Friedrich-Loeffler-Institut in zwei Hauskaninchenbeständen im Kreis Kleve
und der Stadt Oberhausen und im Dezember bei einem Wildkaninchen aus Mühlheim an
Die bislang angewandten, gut protektiven Impfstoffe gegen RHD scheinen keine ausreichende Immunität gegen die neue Virusvariante zu induzieren, denn es war auffällig,
dass in den zur Untersuchung gelangten Fällen die Hauskaninchen aus Beständen kamen,
die regelmäßig die Impfung durchgeführt hatten.
Im Oktober wurden zwei Feldhasen zur Untersuchung
gebracht, die von einem Jäger verendet in seinem
Revier aufgefunden worden waren. Beide Tiere wiesen
das typische Bild einer EBHSV-Infektion auf. Mittels
Hämagglutinationstest konnten virale Hämagglutinine
nachgewiesen werden, die den Verdacht einer Infektion
mit Caliciviren bestätigten. Aufgrund der Beschreibung
einer RHDV-2 Infektion bei Hasen auf Sardinien
wurden Leber- und Milzproben der beiden Tiere zur weiteren Differenzierung der
Virusspezies bzw. -variante an das Friedrich-Loeffler-Institut gesandt. Dort wurde mittels
molekularbiologischer Methoden die neue RHDV-2-Variante aus den eingesandten
Geweben nachgewiesen. Die neue RHDV-Variante führt also, wie beschrieben, zu
natürlicher Infektion und Erkrankung bei Feldhasen und hat mithin die Speziesbarriere
übersprungen. Es handelt sich damit um den Erstnachweis von RHDV-2 bei Feldhasen in
Gesamtzahl der Untersuchungen
Pathologisch-anatomische und histopathologische Untersuchungen
Sonstige Untersuchungen (z. B. Hemmstofftest, Bakteriologische
Fleischuntersuchungen, Trichinellen)
448.568
Nachgewiesene Tierseuchen
Infektion (alle Formen)
Bovine Virusdiarrhoe/ Mucosal
Tierart/ -gruppe
Nachgewiesene Erkrankung /
Orthopoxvirusinfektion
Salmonellose (außer Rind)
Tuberkulose (außer M. bovis)
Wild,-Zier- und Zoovögel
Zootier (Steinbock)
Zootiere (Elefant)
Wild-, Zier-u. Zoovögel
Wildtiere (hier Hasen)
Sonstige Zoonosen
Nachweis Erkrankung / Erreger
Influenza Virus (LPH5N9)
Streptococcus suis-Infektion
Zootiere (Säugetiere)
Wildtier (Säugetier)
Wild-, Zier- und Zoovögel
Wild- Zier- und Zoovögel
Stichworte: Gentechnik, Überwachung, GVO, Mais, Raps
Am CVUA-RRW werden im Fachgebiet „Spezielle biologische Analytik – Proteinanalytik/Molekularbiologie“ auch molekularbiologische Untersuchungen im Bereich der
experimentellen Gentechniküberwachung nach dem GenTG durchgeführt. Diese Untersuchungen werden von den Bezirksregierungen, dem LANUV oder dem MKUNLV
Die jährliche Überprüfung von konventionellem Maissaatgut auf Beimischungen mit
gentechnisch verändertem Saatgut wurde 2014 im CVUA-RRW durchgeführt. Dabei
wurden 19 Proben untersucht, keine der Proben enthielt Bestandteile aus gentechnisch
verändertem Mais.
Im Rahmen der Ökologischen Flächenstichprobe (ÖFS) NRW, die vom LANUV
durchgeführt wird, werden seit 2006 auch Blattproben zur GVO-Analyse gesammelt.
Dazu werden von den ÖFS-Flächen Blätter von Rapspflanzen und von acht möglichen
Raps-Kreuzungspartnern gesammelt und diese im CVUA-RRW auf das Vorhandensein
von gentechnisch veränderten DNA-Sequenzen untersucht. 2014 wurden 52 Proben
eingeschickt, die die Pflanzenarten Raps (Brassica napus), Wegrauke (Sisymbrium
officinale), Schwarzer Senf (Brassica nigra), Weißer Senf (Sinapis alba), Ackersenf
(Sinapis arvensis), Hederich (Raphanus raphanistrum) und Gemüse-Kohl (Brassica
oleracea) umfassten. Die Proben wurden zwischen Mai und Dezember eingeliefert. Die
Analyse der Proben ist noch nicht abgeschlossen.
Stichworte: Rückverfolgbarkeit, Managementsystem, DAkks
Nach erfolgreicher Reakkreditierung in 2013 durch die DAkkS (Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH) lag in diesem Jahr der Focus des Qualitätsmangements auf der weiteren Umsetzung der Anforderungen der DAkkS. Das Ziel war es, die laufenden Prozesse
weiter zu verbessern, um für die folgenden anstehenden externen Überwachungen vorbereitet zu sein.
Dabei lag ein Schwerpunkt auf der nachvollziehbaren Dokumentation der Arbeitsschritte.
Zu diesem Zweck wurden neue Verfahren zur Dokumentation entwickelt, die auch
Rechenschritte beinhalteten. Diese Rechenoperationen werden sowohl in Hinblick auf
die fachliche als auch die rechnerische Richtigkeit vor Ihrem Einsatz geprüft.
Des Weiteren erfolgte eine Umgestaltung der vorhandenen Dokumentenverwaltung, um
zu gewährleisten, dass jederzeit allen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen die aktuell
gültigen Dokumente zur Verfügung stehen und nur diese verwendet werden.
In mehreren Schritten wurden die Benennung der Dateien geändert und die Eigenschaften der Dokumente adaptiert. Dies hat eine bessere Wiederfindung zur Folge, was
die Anwendung vereinfacht und die Akzeptanz erhöht.
Eine Forderung der DAkkS ist, dass jederzeit eine aktuelle Liste aller Prüfmethoden vorhanden sein muss. Dazu wurden die Anforderungen der DAkkS an diese Liste in einem
Großprojekt, an dem mehrere Fachgebiete beteiligt waren, in das vorhandene BLOMELIMS übertragen. Somit ist es jederzeit möglich, automatisch die Liste der aktuellen
Prüfmethoden mit allen gewünschten Informationen aus dem LIMS zu generieren.
Dr. Renate Krull-Wöhrmann, Dr. Hella Monse
Stichworte: BSE, verbotene tierische Proteine, Ruminanten-Nachweis, Aqua-Feed
Im Februar 2014 berichtete der Spiegel in seiner Online-Ausgabe, dass innerhalb weniger
Wochen in Deutschland nach fünf Jahren Ruhe ein zweiter BSE-Fall bei einem Rind aufgetreten sei. Aufgrund des mit der Verfütterung von Tiermehl in Verbindung gebrachten
Rinderwahnsinns war 2001 das absolute Verfütterungsverbot von Tiermehlen an Nutztiere in der EU (über die VO (EG) Nr. 999/2001) verhängt worden und nach jahrelangem
Rückgang der BSE-Fälle zum 1. Juni 2013 erstmalig gelockert worden. Art. 7 Anh. IV Kap.
5 Abs. F der VO (EG) Nr. 999/2001 schreibt für die Prüfung des Verfütterungsverbots die
amtliche Untersuchung nach Anh. VI der VO (EG) Nr. 152/2009 vor.
Für das für Futtermittel zuständige Untersuchungslabor entscheidend ist, dass erstmalig
über die Konsolidierung der Verordnung (VO (EG) Nr. 152/2009) neben der Mikroskopie
eine weitere Methode - die PCR - verbindlich festgeschrieben, die Nachweisgrenze in der
Mikroskopie neu definiert und spezielle Arbeitsanweisungen in der EU über das europäische Referenzlabor für tierische Proteine gesetzlich bindend festgelegt wurden. Als erste
Tierart, für die die Lockerung des Verfütterungsverbots gilt, wurden Tiere in Aquakultur
genannt. Für diese Tiere ist nur noch das relevante tierische Protein von Wiederkäuern
verboten. Da diese Untersuchung mittels Mikroskopie nicht möglich ist, wurde die PCR
Aktuell gilt das Verfütterungsverbot von Einzelfuttermitteln und Mischfuttermitteln an
Nutztiere mit folgenden Produkten wie folgt:
Verarbeitetes tierisches Protein von Wdk
Verarbeitetes tierisches Protein von NichtWdk
Kollagen und -Gelatine von Wdk
Blutprodukte von Wdk
Blutprodukte von Nicht-Wdk
Di- und Tricalciumphosphat tier. Ursprungs
hydrolisierte Proteine von Nicht-Wdk oder
Wdk-häuten und Wdk-fellen
Milch,- erzeugnisse, Kolostrum, Eier,
Nicht-Wdk
Fischmehl im Milchaustauscher
FM pflanzl. Ursprungs mit unerhebl.
Knochenspuren nicht zugelassener Tiere
* Wdk- Wiederkäuer, * Nicht-Wdk - Nicht-Wiederkäuer, z - zulässig, nz - nicht zulässig
Für die Zulassung von Ausnahmen von unerheblichen Knochenspuren in Futtermitteln
pflanzlichen Ursprungs muss eine spezielle Risikobewertung bei den zuständigen Behörden erfolgen.
Nach Inkrafttreten des geänderten Verfütterungsverbots wurden in der EU viele Schnellwarnungen (RASFF) für die Klassifizierung der Gefahrenquelle TSE veröffentlicht. Die
Warnungen führen meist dazu, dass die betroffenen Waren zurückgenommen oder
zurückgesandt werden. Anbei ein Auszug aus dem Schnellwarnsystem zu Futtermitteln
(Quelle: www.bvl.bund.de):
EU-RASFF-Nr
Meldender Staat
2015/0327
2015/0287
Wiederkäuer-DNS in FM für Forellen aus Italien
Wiederkäuer-DNS in AlleinFM für Fische aus
2014/1757
2014/1612
möglicher Nachweis von Wiederkäuer-DNA in
Ergänzungsfuttermittel für Wiederkäuer aus
Nachweis von Wiederkäuer-DNS in SchweineHämoglobin (Futtermittel) aus Dänemark
2014/1591
Nachweis von Wiederkäuer-DNS in Fischmehl
2014/1530
Wiederkäuer-DNS in Fischmehl aus Italien
2014/0667
Nachweis von Wiederkäuer-DNS in Fischfutter
aus Italien, via Spanien
2014/0518
2014/0235
Wiederkäuer-DNS in Fischmehl aus Spanien
2014/0131
2014/0078
Wiederkäuer-DNS
2014/0065
Wiederkäuer-DNS in Alleinfuttermittel
Fischlarven aus Belgien
2014/0051
Knochenfragmente in Geflügelblutmehl aus der
Während im EU-Ausland die vorgeschriebene PCR-Methode konsequent angewendet
wird, wird sie seitens der zuständigen deutschen Labore kritisiert. Im EU-Gremium
wurde die Kritik vor Verabschiedung der verbindlichen Methode jedoch abgelehnt.
Im CVUA-RRW wurden im Jahr 2014 insgesamt 437 Futtermittelproben auf verbotene
tierische Bestandteile mit Hilfe der Lichtmikroskopie untersucht und 22 Futtermittelproben mittels PCR auf tierische Bestandteile. Bei der Mikroskopie ergab keine Futtermittelprobe ein positives Untersuchungsergebnis mit der neu vorgeschriebenen Formulierung "im Schnitt mehr als 5 tierische Partikel spezifischer Art nachgewiesen".
Als problematisch erwiesen sich mit der PCR-Untersuchung Futtermittel für Tiere in
Aquakultur, hier Alleinfuttermittel für Fische, wenn sie hohe Anteile an tierischen
Bestandteilen enthielten. Es bleiben somit Zweifel an der europäischen Methode zum
Ruminanten-Nachweis. Ohne Prüfung mit Hilfe der Ruminanten-PCR ist aber jegliches
Verfütterungsverbot für Futtermittel für Tiere in Aquakultur gefallen.
PCR des Ruminanten-Nachweises bzw. Wiederkäuer-DNS:
Bei der PCR wird ein für Ruminanten spezifischer Genabschnitt amplifiziert. Im
Normalfall werden für eine PCR Genabschnitte ausgewählt, die pro Chromosomensatz
nur einmal bzw. von denen pro Zelle nur wenige hundert Kopien vorliegen. Bei dem
Nachweis von Ruminanten soll der nachzuweisende Genabschnitt ca. 200 000 Mal pro
Zelle vorkommen. Dies soll die gewünschte Sensitivität sicherstellen, da bei der
Erhitzung des Tiermehls die DNA stark geschädigt wird und ein Teil der nachzuweisenden Genabschnitte zerstört wird. Dies hat allerdings zur Folge, dass der Nachweis
sehr anfällig für Kontaminationen ist, da in den meisten Laboren auch andere tierische
Produkte analysiert werden. Bereits geringste Mengen an unverarbeitetem RuminantenMaterial - darunter auch Milch und Milchpulver - sind ausreichend, um ein positives
Signal bei der PCR zu erzeugen. Ein weiteres Problem ist, dass auch andere Tierarten im
unverarbeiteten Zustand positive Signale in der PCR erzeugen. Daher wurde in der EUMethode zur Vermeidung von falsch positiven Ergebnissen die Bestimmung eines Cutoffs
festgelegt, ab dem ein Signal als positiv zu bewerten ist. Dieser Cutoff wird von jedem
Labor spezifisch für jeweils einen Real-Time-PCR-Cycler anhand von Kalibrationsmaterial des EURL analytisch bestimmt, und variiert daher von Labor zu Labor. Auch ein
Chargenwechsel des Kalibrationsmaterials kann zu einer Veränderung des Cutoffs
In einer Futtermittelprobe für
Forellen mit Hauptbestandteil
Fischmehl wurde vom CVUARRW festgestellt, dass die
Probe über dem hier bei der
Validierung ermittelten Cutoff
liegt und damit als Ruminanten-positiv bewertet wird.
Die gleiche Futtermittelprobe
Labor als Ruminanten-negativ
bewertet, da das Ergebnis
unter dem dort ermittelten
Cutoff (als Ct Wert ausgeBeispielhafte Auswertung eines Ruminanten Nachweises.
Rosa: mitgeführte Standards
drückt) lag. Eine Möglichkeit,
Blau: Proben jeweils in zwei Verdünnungen
Rot: Kontrolle welche 0,1 % verarbeitetes tierisches Protein von Ruminanten derartig differierende Ergebenthält, in zwei Verdünnungen
nisse zu vermeiden, könnte im
Grün: Cutoff Grenze
Bezug des Ergebnisses auf eine
Kontrollprobe mit 0,1 % verarbeitetem tierischen Protein anstelle des Cutoffs liegen.
Weitere Lockerungen des Verfütterungsverbots sind gekoppelt an die Verfügbarkeit
validierter Nachweismethoden. Diskutiert werden dabei die Zulassung von verarbeitetem Insekten-Protein zur Verfütterung an Nicht-Ruminanten und die Wiederzulassung
von verarbeitetem tierischem Protein aus Nicht-Ruminanten zur Verfütterung an NichtRuminanten.
[1] Spiegel online: "Tierseuche: BSE bei einer Kuh in NRW nachgewiesen".
www.spiegel.de vom 04. Februar 2014
[2] Leitfaden für die Risikobewertung durch die zuständige Behörde bei der Durchführung der Ausnahmen vom Verfütterungsverbot gemäß § 27a der Futtermittelverordnung (Stand: 08. September 2014), www.bmel.de
Aust, O. (2014), Ohne Staat geht´s nicht, Vorwort/ Akzente,
Deutsche Lebensmittelrundschau 6 (110), S. 257
Aust, O. (2014), Mikrobiologische Untersuchungs- und rechtliche Bewertungsstrategien –
ein Aufgabenfeld für Lebensmittelchemiker/innen, Lebensmittelchemie 68, S. 56
Horn, D. (2014), Täuschungsschutz in Europa – Brauchen wir noch weiterhin nationale
Leitsätze? Leipziger Blauer Hefte, 7. Leipziger Tierärztekongress 1. Tagungsband ISBN
978-3-86541-572-2, S. 495 – 497
Horn, D. (2014), Anspruchsdenken verdrängt Vertrauen; Fleischwirtschaft 94/4,
Horn, D. (2014), Verkehrsauffassung in Europa – brauchen wir dann noch nationale Leitsätze?, Rundschau für Fleischhygiene und Lebensmittelüberwachung 66/3,
Zheng, L. und Horn, D. (2014), Fleischwarenproduktion in der chinesischen Provinz
Sichuan – eine Chance für die deutsche Lebensmittelindustrie; Fleischwirtschaft 94/6,
Kulow, W. und Horn, D. (2014), Kommentar zur Verordnung 2073/2005 der Kommission
vom 15. November 2005 über mikrobiologische Kriterien für Lebensmittel, in: Praxishandbuch Lebensmittelhygiene-Recht, Behr’s Verlag
Aust O., Mikrobiologische Untersuchungsstrategien – speziell Dessertspeisen, Landesverband der Lebensmittelkontrolleure und –kontrolleurinnen NRW e.V., Bezirksverband
Düsseldorf, 19. Februar 2014, Dr. Oetker Frische KG, Moers
Aust, O., Mikrobiologische Untersuchungs- und rechtliche Bewertungsstrategien – ein
Aufgabenfeld für Lebensmittelchemiker/innen, Arbeitstagung des Regionalverbandes
NRW der Lebensmittelchemischen Gesellschaft, Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.,
19. März 2014, Universität Bonn
Horn, D., Täuschungsschutz in Europa – brauchen wir noch weiterhin nationale
Leitsätze?, 7. Leipziger Tierärztekongress, 16. bis 18. Januar 2014
Horn, D., Structure of the German meat industry and the production of pigmeat products,
- AQSIQ (PRC) inspection mission, 19. Februar 2014, Bonn
Horn, D., Amtliche Kontrolle im Wandel, Hausinterne Fortbildung, 26. Februar 2014,
CVUA-RRW, Krefeld
Horn, D., Grundsätze der VO (EG) 2073 / 2005, Fortbildungsveranstaltung „VO (EG) Nr.
2073/2005 – im Spannungsfeld zwischen Überwachung und Wirtschaft“, 13. März 2014,
Horn, D., Deutsches Lebensmittelbuch - was ist das - was gibt es Neues - brauchen wir
noch weiterhin nationale Leitsätze?, Hausinterne Fortbildung, 14. Mai 2014, CVUA-RRW,
Horn, D., Lebensmittelüberwachung in NRW im Jahre 2020, 21. Mai 2014, Kreishaus
Horn, D., Bericht aus der Lebensmittelbuchkommission und Anhörung zu aktuellen LSÄnderungen, Arbeitstagung des ALTS, 23. bis 25. Juni 2014, Berlin
Horn, D., Europäische Verkehrsauffassung und Bedarf an nationalen untergesetzlichen
Normen?, Arbeitstagung des ALTS, 23. bis 25. Juni 2014, Berlin
Horn, D., Allgemeine Auswirkungen des Inkrafttreten der LMIV, Arbeitstagung des ALTS,
23. bis 25. Juni 2014, Berlin
Horn, D., Das neue EU-Lebensmittelzusatzstoffrecht und die LMIV – Was kommt bei
Fleischerzeugnissen auf uns zu?, Fachbesprechung der CVUÄ -RRW und -Rheinland,
26. Juni 2014, Kreishaus Rhein-Erft-Kreises
Horn, D., Deutsches Lebensmittelbuch und Deutsche Lebensmittelbuchkommission, Qualitätsgemeinschaft nordhessischer Lebensmittel e. V., Jahreshauptversammlung 2014, 02.
Juli 2014, Hochgeismar
Horn, D., Allgemeine Regelungen und Verfahren der Untersuchungslabore in Deutschland, Ministerium für Landwirtschaft der Russischen Föderation, 01. August 2014,
Horn, D., Die Zukunft des Deutschen Lebensmittelbuches – benötigen wir in Deutschland
weiterhin untergesetzliche Normen?, GDCh- Tagung Fruchtsäfte, fruchtsafthaltige Getränke: Technologie, Untersuchung und Beurteilung, 9. und 10. Oktober 2014, Geisenheim
Horn, D., Aktueller Stand der Rechtslage zur Trichinellenuntersuchungspflicht, Fortbildungsveranstaltung Trichinellen, 05. November 2014, Krefeld
Horn, D., Bericht aus der Lebensmittelbuchkommission und Anhörung zu aktuellen LSÄnderungen, 74. Arbeitstagung des ALTS, 09. bis 10. Dezember 2014, Erlangen
Krull-Wöhrmann, R., “BTSF Training course TS 09, Rome, 11.-14.03.2014 Controls on
contaminants in feed and food”, Futtermitteljahrestagung, 08. Mai 2014, Trier
Krull-Wöhrmann, R., Prohibited Materials in Feed according to Regulation (EC) No
767/2009 Annex III, IAG meeting, 10. Juni 2014, Posieux, Schweiz
Kürzdörfer, U., Das „neue“ EU-Lebensmittelzusatzstoffrecht, Fachbesprechung der CVUÄ RRW und -Rheinland, 26. Juni 2014, Kreishaus Rhein-Erft-Kreis
Schering, B., Bartholomä, A., Rechtliche Bewertung von Dry aged beef –Sachstand,
Fortbildungsveranstaltung „Rund ums Rind“, 07. Mai 2014; Regierungspräsidium Gießen
Proben/ Untersuchungen
davon Kosmetika
davon Bedarfsgegenstände
Proben aus Überwachungsprogrammen
Proben des Nationalen
Rückstandskontrollplans
Beurteilte Futtermittelproben
Untersuchungen zu Futtermitteln/
637/1.737
Untersuchungen zur Tiergesundheit
Vorstand, Qualitätsmanagement
Verwaltung & Finanzen, Controlling
Analytik & Entwicklung
Aufwände (Plandaten)
Materialaufwand;
Plandaten für das Wirtschaftsjahr 2014
Arbeitskreis der auf dem Gebiet der Lebensmittelhygiene und
der vom Tier stammenden Lebensmittel tätigen
Arseno-Betain
Biologisch Technische/r Assissten/in
Chemisch Technische/r Assissten/in
Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt OstwestfalenLippe
CVUA MEL
Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt MünsterlandEmscher-Lippe
Deutsche Akkreditierungsstelle, Berlin
Europäische Unions- Richtlinie
Gaschromatografie-Flammen-Ionisation-Detektion
High Performance Liquid Chromatography Diode Array
High Performance Liquid Chromatography Fluorescence
HPLC-MSMS
High Performance Liquid Chromatography-Ultraviolet
Immunolobulin E
Joint FAO/ WHO Expert Committee on Food Additives
Kolonie bildende Einheit je Gramm
Liquid Chromatography Mass Spectrometry Mass
Lebensmittel- und Futtermittel Gesetzbuch
Laborinformations- Managementsystem
Landesweites Untersuchungsprogramm
Labor-Vergleichs-Untersuchung
Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Naturund Verbraucherschutz NRW
Monomethylarsonsäure
Medizinisch Technische/r Assissten/in
Potentia Hydrogenii (Wasserstoffionen-Konzentration)
Provisionable Tolerable Weekly Intake
Rapid Exchange of Information (System)
Rapid Alert System for Food Feed
Shiga-like- Toxin
Shiga toxin-Escherichia coli
Vero toxin-Escherichia coli
PCB-Belastungen im Umfeld der Firma Envio
Real-MFM - Photonik Forschung Deutschland
EEHV Proben (Versand und Diagnostik)
Labordiagnose ansteckender Erkrankungen
MK Startschuss der Grünen Fair-Food Initiative – 27.5.2014 Warum
Durchfall durch Bakterien/Enteritis - Rhein-Sieg
4432J Wegwerfen von Lebensmitteln
Auftragsformular genomische Selektion
Entwicklung und Tendenzen bei amtlichen Kontrollen Dr. Reinhard