Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20185/04
Timestamp: 2019-06-16 02:02:09
Document Index: 226718936

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', '§ 41', '§ 15', '§ 41', '§ 823', 'BGH', '§ 823', '§ 823', '§ 823', 'BGH', '§ 823', '§ 823', '§ 823', 'BGH', '§ 823', '§ 41', '§ 823', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 266', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 81', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: VI ZR 185/04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,1149
BGH, 14.06.2005 - VI ZR 185/04 (https://dejure.org/2005,1149)
BGH, Entscheidung vom 14.06.2005 - VI ZR 185/04 (https://dejure.org/2005,1149)
BGH, Entscheidung vom 14. Juni 2005 - VI ZR 185/04 (https://dejure.org/2005,1149)
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BGB § 823; StVO § 41 Abs. 2 Nr. 6 Zeichen 265; AKB § 15 Abs. 2
Verursachung eines Unfalls durch die Missachtung eines Verkehrszeichens; Anspruch eines Kaskoversicherers gegen den Verursacher eines Verkehrsunfalls aus übergegangenem Recht; Grobe Fahrlässigkeit als Voraussetzung für den Rückgriff durch die Versicherung auf den Verursacher eines Unfalls ; Einstufung des § 41 Abs. 2 Nr. 6 , Zeichen 265 Straßenverkehrsordnung (StVO) als ein Schutzgesetz im Sinne des § 823 Abs. 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB); Voraussetzungen für das Vorliegen eines Schutzgesetzes
BGH, 14.07.2005 - VI ZR 185/04
NJW 2005, 2923
MDR 2005, 1409
NZV 2005, 457
VersR 2005, 1449
Der eingetretene Schaden muss also in den sachlichen Schutzbereich der verletzten Norm fallen (z.B. Senatsurteil vom 14. Juni 2006 - VI ZR 185/04, aaO;… Freymann, aaO Rn. 3;… Greger, aaO Rn. 5;… Palandt/Sprau, 74. Aufl., § 823 Rn. 59;… MünchKommBGB/Wagner, 6. Aufl., § 823 Rn. 418).
Einzelne Vorschriften der StVO können allerdings zugleich dem Schutz von Individualinteressen dienen, namentlich der Gesundheit, der körperlichen Unversehrtheit und des Eigentums (…Senatsurteile vom 28. März 2006 - VI ZR 50/05, VersR 2006, 944 Rn. 18; vom 14. Juni 2005 - VI ZR 185/04, aaO;… vom 18. November 2003 - VI ZR 385/02, aaO).
Für die Beurteilung, ob einer Vorschrift Schutzgesetzcharakter zukommt, ist in umfassender Würdigung des gesamten Regelungszusammenhangs, in den die Norm gestellt ist, auch zu prüfen, ob es in der Tendenz des Gesetzgebers liegen konnte, an die Verletzung des geschützten Interesses die Haftung gemäß § 823 Abs. 2 BGB mit allen damit zugunsten des Geschädigten gegebenen Haftungs- und Beweiserleichterungen zu knüpfen (vgl. Senatsurteile BGHZ 84, 312, 314; vom 14. Juni 2005 - VI ZR 185/04 - aaO;… RGRK/Steffen, aaO, § 823, Rn. 544).
Eine Reihe von Vorschriften der Straßenverkehrsordnung dient dabei dem Schutz von Individualinteressen, insbesondere der Gesundheit, der körperlichen Unversehrtheit und des Eigentums (vgl. Senatsurteile vom 14. Juni 2005 - VI ZR 185/04 - aaO und vom 18. November 2003 - VI ZR 385/02 - VersR 2004, 255, 256, jeweils m.w.N.;… RGRK/Steffen, aaO, § 823, Rn. 541;… Bamberger/Roth/Spindler, BGB, § 823, Rn. 192;… Wussow/Kürschner, Unfallhaftpflichtrecht, 15. Aufl., Kap. 4, Rn. 14), und entspricht damit einem Gesamtanliegen dieser Verordnung, durch einzelne Ge- und Verbote abstrakten und konkreten Gefahren für Leib und Leben zu begegnen (vgl. Begründung zur StVO i.d.F. v. 16. November 1970, BR-Drucks. 420/70, S. 46).
Der Kreis der Schutzgesetze (zum Begriff vgl. BGH, Urt. v. 14. Juni 2005 - VI ZR 185/04, NJW 2005, 2923, 2924) ist sehr weit (…vgl. etwa die Übersicht bei Palandt/Sprau, BGB 66. Aufl. § 823 Rn. 61 bis 72).
Der § 41 Abs. 2 StVO, Zeichen 264 ist auch als ein Schutzgesetz im Sinne des § 823 Abs. 2 BGB anzusehen, welches auch das Eigentum an den Fahrzeugen schützen soll, die in seinem Geltungsbereich am Verkehr teilnehmen (BGH, Urteil vom 14.06.2005, Az.: VI ZR 185/04, u.a. in: NJW 2005, Seiten 2923 ff.; LG Potsdam, Urteil vom 10.06.2004, Az: 3 S 215/03).
Dass dieser Kreis - die Gesamtheit der Sozialversicherer - hinreichend konkretisiert ist (vgl. BGH, Urteil vom 9.11.2004 - VI ZR 311/03 - NJW-RR 2005, 680 unter II. 1.; BGH, Urteil vom 14.6. 2005 - VI ZR 185/04 - NJW 2005, 2923, 2924 unter II. 1. a. aa.), ist für § 266a Abs. 1 StGB anerkannt und kann für dessen Abs. 2 nicht anders gesehen werden.
Grob fahrlässig ist nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ein Handeln, bei dem die erforderliche Sorgfalt nach den gesamten Umständen in ungewöhnlich hohem Maße verletzt worden ist und bei dem dasjenige unbeachtet geblieben ist, was im gegebenen Fall jedem hätte einleuchten müssen, wobei auch in subjektiver Hinsicht ein unentschuldbares Fehlverhalten vorliegen muss, das ein gewöhnliches Maß übersteigt (BGH NJW 2005, 981; DAR 2005, 504; Urteil vom 12. Juli 2005, VI ZR 83/04).
Es ist schließlich nicht zweifelhaft, dass das Verhalten des Beklagten grob fahrlässig den Eintritt des Versicherungsfalls gefördert hat (vgl. hierzu BGH DAR 2005, 504).
und das unbeachtet lässt, was im gegebenen Fall jedem hätte einleuchten müssen (st. Rspr. des BGH seit BGHZ 10, 14, zuletzt BGH r+s 2005, 410 = VersR 2005, 1449; r+s 1992, 279 = VersR 1992, 1087; VersR 1989, 582; vgl. etwa auch BGH VersR 1989, 141; 1988, 509; 1986, 671;… weitere Hinweise siehe § 81 Rn. 47).
https://dejure.org/2005,35837
BGH, 14.07.2005 - VI ZR 185/04 (https://dejure.org/2005,35837)
BGH, Entscheidung vom 14.07.2005 - VI ZR 185/04 (https://dejure.org/2005,35837)
BGH, Entscheidung vom 14. Juli 2005 - VI ZR 185/04 (https://dejure.org/2005,35837)
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