Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202000,%201644
Timestamp: 2020-03-30 13:25:14
Document Index: 119855471

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 23', '§ 54', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 10.02.2000 - IX ZR 41/1999 - dejure.org
BGH, 10.02.2000 - IX ZR 41/1999
https://dejure.org/2000,1049
BGH, 10.02.2000 - IX ZR 41/1999 (https://dejure.org/2000,1049)
BGH, Entscheidung vom 10.02.2000 - IX ZR 41/1999 (https://dejure.org/2000,1049)
BGH, Entscheidung vom 10. Februar 2000 - IX ZR 41/1999 (https://dejure.org/2000,1049)
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BNotO § 23; BeurkG § 54a Abs. 2 Nr. 2
Notar - Hinterlegungsanweisung - Auslegung eines Vertrages
Grundsätzlich Maßgeblichkeit allein des Wortlauts der dem Notar erteilten Hinterlegungsanweisung
Wortgetreue Befolgung der Hinterlegungsanweisung
NJW 2000, 1644
DNotZ 2001, 856
VersR 2000, 1029
WM 2000, 971
BB 2000, 1164
(1) Bei der Auslegung ist von dem Grundsatz auszugehen, dass es entscheidend auf die dem Notar erteilte Weisung, dagegen nicht auf die Umstände außerhalb des Treuhandauftrags ankommt und dass es nicht Aufgabe des Notars ist, den Inhalt des zwischen den Parteien geschlossenen Vertrags zu ermitteln, auch wenn er ihn selbst entworfen hat (BGH, Urteil vom 10. Februar 2000- IX ZR 41/99, NJW 2000, 1644; Senat…, Beschluss vom 20. Januar 2011 - V ZB 219/10, juris Rn. 7).
Keinesfalls ist es ihm gestattet, sich unter Berufung auf die kaufvertraglichen Vereinbarungen über den Wortlaut der Anweisungen der Bank hinwegzusetzen, um auf diese Weise die Anweisungen der verschiedenen Auftraggeber eigenmächtig in Einklang zu bringen (BGH, Urteile vom 10. Februar 2000 aaO und vom 11. Juli 1996 - IX ZR 116/95 - NJW 1996, 3343, 3344 m.w.N.).
Es ist nicht Aufgabe des Notars - und dementsprechend auch nicht des Beschwerdegerichts -, bei unklaren Weisungen deren Inhalt durch Auslegung des zwischen den Beteiligten geschlossenen Vertrages zu ermitteln (vgl. BGH DNotZ 2001, 856, 857) oder andere materiellrechtliche Streitfragen zu entscheiden (vgl. OLG Köln, MittRhNotK 1986, 269).
Der Notar darf sich grundsätzlich auch dann nicht über den Wortlaut einer ihm erteilten Weisung hinwegsetzen, wenn er meint, nach dem zu vollziehenden Vertrag sei die wörtliche Befolgung der Weisung nicht erforderlich (…BGH, Urteile vom 16. März 2015 - NotSt (Brfg) 2/14 -, Rn. 17; vom 10. Februar 2000 - IX ZR 41/99 -, Rn. 9, juris).
Denn die Berücksichtigung sonstiger, nicht in der Anweisung selbst enthaltener Umstände ist dem Notar verwehrt (vgl. BGH, Urteil vom 10. Februar 2000 - IX ZR 41/99, NJW 2000, 1644 mit zust. Anm. Hertel, DNotZ 2001, 858, 861).
Amtspflichten des Notars im Rahmen von Grundstückskaufverträgen; Umfang der …
Ebenfalls zutreffend ist das Beschwerdegericht davon ausgegangen, dass sich der Inhalt und Umfang der Amtspflichten des Notars aus den in dem Kaufvertrag enthaltenen, an ihn gerichteten Weisungen ergeben und dass der Notar diese Weisungen streng zu befolgen und mit an ihrem Wortlaut orientierter Genauigkeit zu beachten hat, ohne dass es auf außerhalb des Auftrags liegende Umstände ankommt (vgl. BGH, Urteil vom 10. Februar 2000 - IX ZR 41/99, DNotZ 2001, 856, 857 mwN).
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Streit um die Verpflichtung eines Notars zur Erteilung von Urkundenausfertigungen …
Die Rechtsbeschwerde weist im Ausganspunkt auch zutreffend darauf hin, dass für den Inhalt einer gemeinsamen Anweisung in erster Linie deren Wortlaut maßgeblich ist und es nicht Sache des Notars oder des Beschwerdegerichts ist, den Inhalt der Anweisung abweichend vom Wortlaut auszulegen (vgl. Senat…, Beschluss vom 28. Oktober 2010 - V ZB 70/10, juris Rn. 33; BGH, Urteil vom 10. Februar 2000 - IX ZR 41/99, NJW 2000, 1644 juris Rn. 9).
Dabei wird insbesondere berücksichtigt, dass nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes zwar gerade bei der Wahrnehmung fremder Vermögensinteressen im Rahmen von Treuhandaufträgen besondere Sorgfalt und peinliche Genauigkeit zu fordern ist (vgl. BGH DNotZ 1972, 551 und NJW 2000, 1644).
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