Source: http://www.tki.at/19/steuern-und-abgaben/steuerliche-aenderungen-2017.html
Timestamp: 2017-04-27 13:04:43
Document Index: 250694576

Matched Legal Cases: ['§ 42', '§ 102', '§ 189', '§ 22', '§ 5', '§ 4']

TKI - Tiroler Kulturinitiativen / IG Kultur Tirol : Steuerliche Änderungen 2017
Neuer Grenzbetrag für die Geringfügigkeit ab dem 01.01.2017: Ein Beschäftigungsverhältnis gilt als geringfügig, wenn es für mindestens einen Kalendermonat oder auf unbestimmte Zeit vereinbart ist und im Kalendermonat kein höheres Entgelt als 425,70 € gebührt. Die tägliche Geringfügigkeitsgrenze entfällt ab 1.1.2017!Einkommensteuer-/Lohnsteuertarif bzw. Steuererklärungspflicht für die Veranlagung für das Jahr 2016 und 2017 (§ 42 EStG). Die Grenze für die Bezahlung von Einkommensteuer beträgt für unbeschränkt Steuerpflichtige ohne Lohneinkünfte 11.000 € und für unbeschränkt Steuerpflichtige mit Lohneinkünften insgesamt 12.000 €. Eine Einkommensteuererklärung muss demnach dann abgegeben werden: wenn man vom Finanzamt dazu aufgefordert wird;wenn der Gewinn aus einer betrieblichen Tätigkeit (dazu gehört auch die Tätigkeit als „Neue/r Selbständige/r“) aufgrund eines Betriebsvermögensvergleiches ermittelt wird bzw. zu ermitteln ist (Erläuterungen dazu siehe unter *1); wenn im Einkommen keine lohnsteuerpflichtigen Einkünfte enthalten sind und das Einkommen (= der Gewinn) mehr als 11.000,00 € beträgt; wenn im Einkommen neben lohnsteuerpflichtigen Einkünften auch andere Einkünfte von insgesamt mehr als 730,00 € enthalten sind und das gesamte Jahreseinkommen, in dem auch lohnsteuerpflichtige Einkünfte sind, mehr als 12.000,00 € beträgt; wenn man beschränkt steuerpflichtig ist (keinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat) und die inländischen Einkünfte, die gem. § 102 EStG zu veranlagen sind, mehr als 2.000,00 € betragen oder wenn man vom Finanzamt dazu aufgefordert worden ist. Einkommensteuertarif neu für Einkünfte ab 2016
Bisherige Regelung:Für ein Einkommen bis 11.000 Euro pro sind sind keine Steuern zu bezahlen. Für Einkommen ab 11.000 Euro gibt es drei verschiedene Tarifstufen:0 - 11.000 €/Jahr > steuerfreiüber 11.000 € - 25.000 €/Jahr > 36,5 %über 25.000 € - 60.000 €/Jahr > 43,21 %über 60.000 €/Jahr > 50 %
Neue Regelung:Für Einkommen bis 11.000 Euro pro Jahr sind keine Steuern zu bezahlen. Für Einkommen ab 11.000 Euro pro Jahr gibt es ab der Veranlagung für das Jahr 2016 sechs verschiedene Tarifstufen:0 - 11.000 €/Jahr > steuerfreiüber 11.000 € - 18.000 €/Jahr > 25 %über 18.000 € - 31.000 €/Jahr > 35 %über 31.000 € - 60.000 €/Jahr > 42 %über 60.000 € - 90.000 €/Jahr > 48 %über 90.000 € - 1 Mio €/Jahr > 50 %über 1 Mio €/Jahr > 55 % (befristet für die Jahre 2016 - 2020)
Umsatzsteuererklärungspflicht: Grundsätzlich hat jede Unternehmerin/jeder Unternehmer für das abelaufende Kalenderjahr eine Stuererklärung abzugeben. KleinunternehmerInnen sind von der Abgabe einer Umsatzsteuererklärung prinzipiell befreit, wenn ihr Umsatz nicht über 30.000 € liegt und sie vom Finanzamt auch nicht zur Abgabe einer Erklärung durch Zusendung eines Vordruckes aufgefordert worden sind.Achtung: für KünstlerInnen, die Umsatzsteuer in Rechnung stellen: Der Steuersatz hat sich seit 1.1.2016 von 10 % auf 13 % erhöht.Es sind auch weitere Leistungen von der Umsatzsteuererhöhung von 10 % auf 13 % betroffen, u.a.: Lieferungen und Einfuhren von bestimmten Gegenständen. Davon betroffen sind u. a. Holz, Gemälde, Zeichnungen, Drucke, Briefmarken, Sammlungsstücke, Antiquitäten, usw. Umsätze aus der Tätigkeit als KünstlerInKulturelle Dienstleistungen, wie Theater, Musik- und Gesangsaufführungen, Museen, Tiergärten, Filmvorführungen, Zirkusvorführungen, Schaustellertätigkeiten(siehe dazu auch Atikel: Steuerreform 2015)Leistungen der Jugendbetreuung an Personen bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres. Die Leistung muss aus Betreuung, Beherbergung, Verköstigung undden üblichen Nebenleistungen bestehenBeherbergung in eingerichteten Wohn- und Schlafräumen und die damit verbundenen Nebenleistungen (einschließlich Beheizung).Steuererklärungsfristen bzw. Arbeitnehmerveranlagungsfristen Einkommensteuer, Umsatzsteuer und Körperschaftsteuer Allgemein 30.04.Über FinanzOnline 30.06. Bei Veranlagung aufgrund mehrerer Dienstverhältnisse 30.09.Arbeitnehmerveranlagung (freiwillig) 5 Jahre Pauschalierungen für KünstlerInnen und SchriftstellerInnen Selbständige KünstlerInnen und SchriftstellerInnen, die nicht buchführungspflichtig (*1) sind und auch freiwillig keine Bücher führen, können ihre Betriebsausgaben pauschaliert absetzen. Das Pauschale beträgt 12 % des Umsatzes, maximal € 8.725,00 jährlich und umfasst folgende Betriebsausgaben: Ausgaben für übliche technische HilfsmittelAufwendungen für Telefon und BüromaterialAufwendungen für Fachliteratur und Eintrittsgelderbetrieblich veranlasste Aufwendungen für Kleidung, Kosmetika und sonstige Aufwendungen für das äußere ErscheinungsbildMehraufwendungen für die Verpflegung (Tagesgelder) Ausgaben für im Wohnungsverband gelegene RäumeBewirtungsspesen sowie üblicherweise nicht belegbare Betriebsausgaben.Die übrigen Betriebsausgaben sind in tatsächlicher Höhe absetzbar.
Ermittlung der Vorsteuern: 12 % des Betriebsausgabenpauschales, maximal 1.047,00 € jährlich (damit ist nur der Vorsteuerabzug aus den pauschalierungs-fähigen Betriebsausgaben abgegolten); Vorsteuern für andere Ausgaben können zusätzlich in tatsächlicher Höhe geltend gemacht werden. (*1) Buchführungspflicht gemäß § 189 Abs. 1 Z 2 UGB (die Verpflichtung zur Führung einer doppelten Buchführung) entsteht grundsätzlich, wenn der Umsatz in zwei aufeinander folgenden Jahren € 700.000,00 überschreitet oder in einem Jahr 1 Mio. € (Grenze ab 2010). Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) sind unabhängig von der Höhe des Umsatzes buchführungspflichtig.Für freie Berufe iSd UGB (z.B. KünstlerInnen, SchriftstellerInnen) ist keine Buchführungspflicht vorgesehen. Selbstverständlich können FreiberuflerInnen– wie alle anderen UnternehmerInnen, die nicht buchführungspflichtig sind – freiwillig Bücher führen. (Die Pflicht zur Führung einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung besteht aber sehr wohl.)Für UnternehmerInnen, die zwar Einkünfte aus selbständiger Arbeit nach § 22 EStG erzielen, aber keine freien Berufe im Sinne des UGB ausüben (z.B. HausverwalterInnen), sind die Umsatz-Schwellenwerte des UGB hingegen anzuwenden; ihr Überschreiten führt aber nicht zur Gewinnermittlung nach § 5 EStG, sondern nach § 4 Abs. 1 EStG.
Alleinverdiener-/Alleinerzieherabsetzbetrag (jährlich): ohne Kind seit 2011 gestrichenbei einem Kind 494 € bei zwei Kindern 669 € bei drei Kindern 889 €für jedes weitere Kind zusätzlich 220 € Zuverdienstgrenze jährlich 6.000 € Unterhaltsabsetzbetrag für das 1. Kind monatlich 29,20 €für das zweite Kind monatlich 43,80 € für jedes weitere Kind monatlich 58,40 € Kinderabsetzbetrag (monatlich pro Kind) 58,40 € Jede Person, die für Kinder Familienbeihilfe bezieht, erhält zusätzlich den Kinderabsetzbetrag ausbezahlt. Die Auszahlung erfolgt automatisch gemeinsam mit der Familienbeihilfe. In der Steuererklärung ist der Kinderabsetzbetrag daher nicht geltend zu machen. Mehrkindzuschlag (monatlich): Für das dritte und jedes weitere Kind ab 2011 monatlich 20,00 €. Abhängig vom Familienbeihilfenbezug. Einkommen des/r Anspruchsberechtigten und seines/ihres (Ehe)Partners im Vorjahr maximal 55.000 €. Die Absetzbeträge mindern direkt die Steuer. Wird keine Steuer gezahlt, wirken die Absetzbeträge dennoch als „Negativsteuer“, die bei der Veranlagung ausbezahlt wird. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass mindestens ein Kind vorhanden ist, für das man den Kinderabsetzbetrag erhält. Kinderfreibetrag Für Kinder, für die mehr als sechs Monate im Kalenderjahr ein Kinderabsetzbetrag oder ein Unterhaltsabsetzbetrag zusteht, besteht ab der Veranlagung 2009 ein Anspruch auf einen Kinderfreibetrag. Der Kinderfreibetrag vermindert das steuerpflichtige Einkommen und wirkt sich daher nur in Höhe des jeweiligen Steuersatzes aus. Der Kinderfreibetrag beträgt bis zur Veranlagung 2015wenn er nur von einer Steuerpflichtigen/einem Steuerpflichtigen geltend gemacht wird: 220 Euro jährlich,wenn er von zwei Steuerpflichtigen für dasselbe Kind geltend gemacht wird: 132 Euro jährlich pro Person. Der Kinderfreibetrag beträgt ab der Veranlagung 2016wenn er nur von einer Steuerpflichtigen/einem Steuerpflichtigen geltend gemacht wird: 440 Euro jährlich,wenn er von zwei Steuerpflichtigen für dasselbe Kind geltend gemacht wird: 300 Euro pro Person.
Freiberuflich tätige KünstlerInnen sind seit 2001 grundsätzlich als so genannte „Neue Selbständige“ bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) kranken- und pensionsversichert sowie bei der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) unfallversichert.Für „Neue Selbständige“ gelten für Gewinne bis einschließlich 2015 zwei Versicherungsgrenzen. Erst bei Überschreiten einer dieser beiden Grenzen besteht die Pflicht zur Bezahlung der Sozialversicherung. Bei Unterschreiten einer dieser beiden Grenzen kann man sich freiwillig versichern, um einen Versicherungsschutz beanspruchen zu können.
Autorin / Kontakt:Mag.a Monika ManzlCTE (Certified Turnaround Expert)CMC (Certified Management Consultant)CBT (Certified Business Trainer)WirtschaftscoachGerichtl. beeidete SachverständigeManzl Consulting Ges.m.b.H. & Co. KG Vogelweiderstr. 20c6300 Wörglmonika.manzl(at)manzl-consulting.comwww.manzl-consulting.com