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Timestamp: 2019-07-22 01:59:31
Document Index: 331750565

Matched Legal Cases: ['§ 164', '§ 105', '§ 176', '§ 128', '§ 15', '§ 15', '§ 20', '§ 2']

Investmentfonds und Immobilienfonds - Lexikon des Steuerrechts | smartsteuer
Investmentfonds und Immobilienfonds – Lexikon des Steuerrechts
2 Geschlossene Immobilienfonds (GmbH & Co. KG)
2.3.3 Der neue Bauherrenerlass
3 Der Investmentfonds
2. Geschlossene Immobilienfonds (GmbH & Co. KG)
Bei Immobilieninvestitionen hat der Investor die Möglichkeit, sich zwischen einer Anlage- oder einer Betreiberimmobilie zu entscheiden. Bei einer Anlageimmobilie handelt es sich um eine multifunktional nutzbare Immobilie, die nur geringe Umbaukosten bei einem Mieterwechsel verursacht und feste Vereinbarungen über die Miethöhe beinhaltet. Hier sucht der Investor einen langfristigen Ertrag mit Wertzuwächsen und ist nicht an einem unternehmerischen Investment interessiert. Bei einer Betreiberimmobilie ist die Immobilie auf den Betreiber zugeschnitten oder die Miete ist auf den Ertrag/Erfolg des Mieters abgestimmt, so dass der Investor vom jeweiligen Betreiber, dessen Branche und von der wirtschaftlichen Entwicklung der Region abhängig ist. Der Investor ist hier dementsprechend unternehmerisch ausgerichtet.
Nach den gesetzlichen Bestimmungen für die Kommanditgesellschaft sind die Kommanditisten von der Geschäftsführung ausgeschlossen (§ 164 HGB), so dass nur die persönlich haftenden Gesellschafter (Komplementäre) zur Führung der Geschäfte der Gesellschaft berechtigt und verpflichtet sind (→ Gesellschafter-Geschäftsführer).
In der Regel betreibt eine Immobilienfondsgesellschaft kein Handelsgewerbe, sondern lediglich Vermögensverwaltung, so dass die Eintragung ins Handelsregister konstitutive Wirkung für die Begründung einer KG hat (§ 105 Abs. 2 Satz 1 Alternative 2 HGB). Demzufolge wäre die Immobilienfonds-KG vor der Eintragung in das Handelsregister eine GbR und die unbeschränkte Haftung würde sich nicht aus § 176 Abs. 1 HGB herleiten, sondern aus der gesetzlichen Akzessorietätshaftung der BGB-Gesellschaft (§ 128 HGB analog).
A und B haben im Ausgangsfall als Gründungsgesellschafter der KG Verluste aus der KG i.H.v. je 15 T€. Bei einem Anfangskapital von 10 T€ bei beiden Gesellschaftern bleiben die Ergebnisse aus der jeweiligen Sonderbilanz unberücksichtigt, so dass beide i.H.v. je 10 T€ ausgleichs- und abzugsfähige Verluste nach § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG haben. Die verbleibenden 5 T€ sind bei jedem G’fter nach § 15a Abs. 2 EStG intern verrechenbare X-KG-Verluste, da nach 10 000 € Verlustzuweisung ein negatives Kapitalkonto entsteht.
2.3.3. Der neue Bauherrenerlass
3. Der Investmentfonds
Im Unterschied zu den sonstigen Kapitalanlagen des § 20 EStG (Wertpapiere, Beteiligungen, kurz: Kapitalforderungen als Stammrecht) führt der Erwerb von Investmentanteilen nur zu einer Mitberechtigung an einem gesonderten Fondsvermögen. Im Fonds werden die Gelder vieler Anleger gebündelt, um sie nach dem Grundsatz der Risikomischung (vgl. § 2 Abs. 5 InvG) in verschiedenen Vermögenswerten (Wertpapiere, Grundstücke, stille Beteiligungen oder – neuerdings bei Dachfonds – andere Fonds) anzulegen. Für die steuerliche Beurteilung ist es von besonderer Bedeutung, dass der Anleger mit seinen Investmentfonds nicht Mitgesellschafter der Kapitalanlagegesellschaft wird. Die Einzahlungen der Anleger werden getrennt vom Eigenvermögen der Anlagegesellschaft, die aufgrund des Investmentänderungsgesetzes vom 21.12.2007 (BGBl I 2007, 3089) nicht mehr mit dem Status eines Kreditinstitutes versehen ist, einem Sondervermögen zugeführt, das von der Gesellschaft verwaltet wird. Die Anteilscheine werden nicht an der Börse gehandelt, so dass die Rücknahmepreise nicht »amtlich«, sondern nur in den Tageszeitungen veröffentlicht werden.