Source: https://www.wachleute.de/forum/thread/11832-lohnfortzahlung-nach-arbeitsunfall/?pageNo=2
Timestamp: 2019-12-13 16:29:12
Document Index: 122278897

Matched Legal Cases: ['§8', '§8', '§3', '§2', '§5', '§2']

Lohnfortzahlung nach Arbeitsunfall - Seite 2 - Diskussionen über Lohn und Gehalt - Wachleute.de
Es kam die Frage auf was für ein Fall genau vorliegt.
Ich möchte von euch keine Rechtsberatung aber hier kurz die Schilderung.
Ich hate am 01.08.2013 einen Arbeitsunfall habe 6 Monaten zurück über 250 Stunden pro Monat gearbeitet
und die Firma zahlte nur eine Lohnfortzahlung von 180 Stunden ohne jegliche Zuschläge
die mir laut TV in Baden Württemberg zustehen
Was Dir nach TV Baden-Württemberg zusteht?
Wo steht in jenem TV etwas von 180 Stunden?
Es ist halt die Frage, ob dein Arbeitgeber
a) die Durchschnittsberechnung nach §8 1.2 MTV BW durchführt oder
b) das Lohnausfallprinzip nach §8 1.3 MTV BW.
Im Falle von b) kommt es dann darauf an wie du gearbeitet hättest wenn Du nicht krank geworden wärst. Wenn Du laut Dienstplan im Monat 20 Schichten à 12 Stunden gehabt hättest, dann müsste Dir auch nach dem Lohnausfallprinzip 240 Stunden bezahlt werden.
Wenn die Durchschnittsberechnung durchgeführt wird, ist eine Rückrechnung und damit die Kontrolle ob der Tagessatz passt nicht immer so einfach. Auf den ersten Blick erscheint hier der Tagessatz oft zu klein und/oder man rechnet falsch auf die bezahlten Stunden zurück. Auch sogenannte Spezialisten wie Fachanwälte für Arbeitsrecht haben da mitunter Schwierigkeiten.
Ohne Zuschläge passt soweit, zumindest solange es um Zuschläge nach §3 LTV BW geht (Zeitzuschläge).
Zuschläge bzw. Zulagen nach §2 (die im MTV benannten Zulagen nach §5 LTV BW wurden in §2 übernommen) des LTV BW (also bestimmte Lohn- bzw. Funktionszulagen) sind wie Mehrarbeitszuschläge und außertarifliche Zulagen (z.B. sogenannte Objektzulagen) auch bei der Lohnfortzahlung mit zu zahlen bzw. mit zu berücksichtigen.
Habe jetzt Post von Gewerkschaft bekommen und die haben genau ausgerechnet
laut denen werden die letzten 6 Monate berücksichtig und sie kommen auf eine
Betrag x der denn Tagessatz angibt und mir somit ca. 800,-€ zuwenig bezahlt wurde
Gewerkschaft hat jetzt um Ausgleich der Differenz gebeten und somit muß ich warten was
Es ist sowieso traurig genug, daß man sich mit der Firma um so etwas streiten muß zumal es sich um einen Arbeitsunfall gehandelt hat.
Da sollte es schon eine Unterscheidung zur normalen Krankheit geben.
Es ist schon einige Jahre her als ich den letzten Arbeitsunfall hatte, aber ich habe keinen finanziellen Unterschied gespürt gegenüber dem normalen Lohn (In NRW).
Naja - für den Arbeitgeber ist es im Grunde irrelevant, aus welchem Grund der Arbeitnehmer arbeitsunfähig ist.
Von daher sehe ich hier tatsächlich keine Notwendigkeit, die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber in den einzelnen Fällen unterschiedlich zu behandeln.
Als Arbeitnehmer ergibt sich aber durchaus eine wichtige Unterscheidung:
Bei einem Arbeitsunfall erhält er Verletztengeld von der BG... das zahlt aber eben die BG und nicht der Arbeitgeber.
Der Arbeitnehmer erhält also zum einen die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers, die jeweils entsprechend der gesetzlichen bzw. tarifvertraglichen Regelungen berechnet wird,
und zusätzlich kalendertäglich für jeden Tag der AU das Verletztengeld der BG.
Miese gegenüber dem normalen Einkommen dürfte es daher nicht geben.