Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XII%20ZB%20334/17
Timestamp: 2019-09-18 06:03:47
Document Index: 26175625

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 37', '§ 68', '§ 316', '§ 319', '§ 321', 'BGH', '§ 325', '§ 288', '§ 276', 'BGH', 'BGH']

BGH, 07.02.2018 - XII ZB 334/17 - dejure.org
https://dejure.org/2018,5282
BGH, 07.02.2018 - XII ZB 334/17 (https://dejure.org/2018,5282)
BGH, Entscheidung vom 07.02.2018 - XII ZB 334/17 (https://dejure.org/2018,5282)
BGH, Entscheidung vom 07. Februar 2018 - XII ZB 334/17 (https://dejure.org/2018,5282)
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§ 37 Abs 2 FamFG, § 68 Abs 3 S 2 FamFG, § 316 FamFG, § 319 Abs 1 FamFG, § 321 Abs 1 S 1 FamFG
Unterbringungssache: Erforderlichkeit der Bekanntgabe des Sachverständigengutachtens an den Betroffenen persönlich
Notwendigkeit der persönlichen Bekanntgabe des Sachverständigengutachtens an den Betroffenen in einem Unterbringungsverfahren; Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik
Zur Bekanntgabe des Sachverständigengutachtens im Unterbringungsverfahren
Erforderliche Bekanntgabe des SV-Gutachtens an Betroffenen
AG Greifswald, 10.05.2017 - 6 XVII 12/15
LG Stralsund, 14.06.2017 - 1 T 42/17
NJW-RR 2018, 515
MDR 2018, 484
FGPrax 2018, 171
FamRZ 2018, 707
BGH, 08.05.2019 - XII ZB 2/19
Ersetzung der notwendigen persönlichen Bekanntgabe an den Betroffenen in einem …
In einem Unterbringungsverfahren ersetzt die Bekanntgabe des Sachverständigengutachtens an den Verfahrenspfleger oder an den Betreuer nicht die notwendige Bekanntgabe an den Betroffenen persönlich (im Anschluss an Senatsbeschluss vom 7. Februar 2018 - XII ZB 334/17, FamRZ 2018, 707).
Davon kann nur unter den Voraussetzungen des § 325 Abs. 1 FamFG abgesehen werden (vgl. Senatsbeschlüsse vom 7. Februar 2018 - XII ZB 334/17 - FamRZ 2018, 707 Rn. 9 …und vom 8. März 2017 - XII ZB 516/16 - FamRZ 2017, 911 Rn. 5 mwN).
Durch eine Bekanntgabe an den Verfahrenspfleger kann allenfalls dann ein notwendiges Mindestmaß rechtlichen Gehörs sichergestellt werden, wenn das Betreuungsgericht von der vollständigen schriftlichen Bekanntgabe eines Gutachtens an den Betroffenen entsprechend § 288 Abs. 1 FamFG absieht, weil zu besorgen ist, dass die Bekanntgabe die Gesundheit des Betroffenen schädigen oder zumindest ernsthaft gefährden werde, und die Erwartung gerechtfertigt ist, dass der Verfahrenspfleger mit dem Betroffenen über das Gutachten spricht (vgl. Senatsbeschlüsse vom 7. Februar 2018 - XII ZB 334/17 - FamRZ 2018, 707 Rn. 12 mwN …und vom 8. März 2017 - XII ZB 516/16 - FamRZ 2017, 911 Rn. 7 mwN).
Dies setzt jedoch voraus, dass die Anhörung bereits im ersten Rechtszug ohne Verletzung von zwingenden Verfahrensvorschriften vorgenommen worden ist (vgl. Senatsbeschluss vom 7. Februar 2018 - XII ZB 334/17 - FamRZ 2018, 707 Rn. 15 mwN).
Der Verfahrensbevollmächtigte im Betreuungsverfahren - und das …
Denn anders als ein nach § 276 FamFG bestellter Verfahrenspfleger (…vgl. Senatsbeschluss vom 8. März 2017 - XII ZB 516/16 - FamRZ 2017, 911 Rn. 7 mwN) ist der Verfahrensbevollmächtigte rechtsgeschäftlicher Vertreter des Betroffenen (Senatsbeschluss vom 7. Februar 2018 - XII ZB 334/17 - juris Rn. 12 mwN).
BGH, 08.08.2018 - XII ZB 139/18
Verwertung eines Sachverständigengutachtens als Grundlage einer Entscheidung in …
a) In einem Betreuungsverfahren ersetzt die Bekanntgabe des Sachverständigengutachtens an den Verfahrenspfleger oder an den Betreuer grundsätzlich nicht die notwendige Bekanntgabe an den Betroffenen persönlich (im Anschluss an Senatsbeschluss vom 7. Februar 2018 - XII ZB 334/17 - FamRZ 2018, 707).
Selbst wenn der Betreuer mit dem Betroffenen über das Gutachten gesprochen hätte, wofür jedoch Feststellungen fehlen, genügte dies allein nicht, um dem Anspruch des Betroffenen auf rechtliches Gehör gerecht zu werden (vgl. Senatsbeschlüsse vom 7. Februar 2018 - XII ZB 334/17 - FamRZ 2018, 707 Rn. 13 …und vom 19. Juli 2017 - XII ZB 183/17 - FamRZ 2017, 1715 Rn. 6).
BGH, 21.11.2018 - XII ZB 57/18
Möglichkeit des Beschwerdegerichts vom Absehen einer erneuten Anhörung des …
Dies setzt jedoch unter anderem voraus, dass die Anhörung bereits im ersten Rechtszug ohne Verletzung von zwingenden Verfahrensvorschriften vorgenommen worden ist (…Senatsbeschluss vom 21. Juni 2017 - XII ZB 45/17 - FamRZ 2017, 1610 Rn. 9 mwN; vgl. auch Senatsbeschluss vom 7. Februar 2018 - XII ZB 334/17 - FamRZ 2018, 707 Rn. 15 zur Unterbringung).
Selbst wenn die Betreuerin mit dem Betroffenen über das Gutachten gesprochen hätte, genügte dies allein indessen nicht, um dem Anspruch des Betroffenen auf rechtliches Gehör gerecht zu werden (vgl. Senatsbeschluss vom 7. Februar 2018 - XII ZB 334/17 - FamRZ 2018, 707 Rn. 13) und damit die Voraussetzungen für eine verfahrensordnungsgemäße Anhörung durch das Amtsgericht zu schaffen.
Dabei hat es sich auf die Aussage im - vom Amtsgericht dem Verfahrensbevollmächtigten der Betroffenen in Abschrift übersandten und daher entgegen der Auffassung der Rechtsbeschwerde ohne weiteres verwertbaren (vgl. Senatsbeschluss vom 7. Februar 2018 - XII ZB 334/17 - juris Rn. 12) - Gutachten gestützt, dass die "freie Willensbildung (...) als erheblich eingeschränkt anzusehen" sei.