Source: https://www.haufe.de/finance/jahresabschluss-bilanzierung/neue-eu-bilanzrichtlinie-1-eu-will-groessenklassen-neu-sortieren_188_170262.html
Timestamp: 2016-10-24 23:46:25
Document Index: 22896868

Matched Legal Cases: ['Art. 3', '§ 267', '§ 267', '§ 267', 'Art. 24', 'Art. 3', '§ 293', '§ 293']

Neue EU-Bilanzrichtlinie (1): EU will Größenklassen neu sortieren | Finance | Haufe
19.03.2013 | Neue EU-Bilanzrichtlinie (1)
Keine Verschnaufpause für Unternehmen - die EU plant eine neue Bilanzierungsrichtlinie.
Die Arbeiten am zweiten Entwurf zur neuen EU-Bilanzrichtlinie sind in vollem Gange. Ein Schwerpunkt dabei bildet eine Änderung der Größenklassen sowohl im Einzel- als auch im Konzernabschluss.
Ziele der neuen EU-Bilanzrichtlinie, die die 4. und 7. EU-Richtlinie (78/660/EWG und 83/349/EWG) ersetzen soll, sind vor allem eine Reduzierung der Kosten der Berichterstattung (insbesondere für Kleinunternehmen) sowie eine europaweite Harmonisierung der Rechnungslegungsvorschriften. Änderung der Größenklassenkriterien im EinzelabschlussEin Schwerpunkt der Arbeiten an der Richtlinie sind die Größenklassenkriterien beim Einzel- und Konzernabschluss. Beim Einzelabschluss stehen folgende Änderungen auf der Tagesordnung: Anhebung der maximal zulässigen Grenzwerte für die Größenklassenzuordnung (Art. 3 EU-Bilanzrichtlinie-E2) nebst Wahlrecht innerhalb einer Schwellenwertespanne für kleine und mittlere Unternehmen.In der Folge kann sich bei entsprechender Orientierung an der Untergrenze im Rahmen der Nationalisierung auch eine Absenkung der Schwellenwerte ergeben, würde der Gesetzgeber die Obergrenze festschreiben, hätte dies einen deutlichen Anstieg im Vergleich zur jetzigen Regelung zur Folge. Insgesamt ergeben sich folgende Schwellenwerte (die HGB-Werte jeweils zum Vergleich). Wichtig: Die durch das MicroBilG eingeführte Größenklasse der Kleinst-Unternehmen wird nicht verändert: KleinmittelgroßgroßEU§ 267 HGBEU§ 267 HGBEU§ 267 HGBBilanzsumme (Mio. €)> 0,35≤ 4 bis ≤ 6≤ 4,840> 4 bis > 6≤ 20> 4,840 ≤ 19,25> 20> 19,25Umsatz(Mio. €)> 0,7≤ 8 bis ≤ 12≤ 9,68> 8 bis > 12≤ 40> 9,68 ≤ 38,50> 40> 38,50Mitarbeiter> 10≤ 50≤ 50≤ 250≤ 250> 250> 250 Änderung der Größenklassenkriterien im KonzernabschlussFür den Konzernabschluss sind bisher folgende Änderungen vorgesehen: Anhebung der maximal zulässigen Schwellenwerte für die Größenklassenzuordnung im Konzernabschluss verbunden mit zwei Mitgliedstaatenwahlrechten (Art. 24 Abs. 1 EU-Bilanzrichtlinie-E2 i. V. m. Art. 3 EU-Bilanzrichtlinie-E2), die es den Mitgliedstaaten zunächst freistellen, im Rahmen der Nationalisierung nur kleine Gruppen oder kleine und mittlere Gruppen von der Konzernrechnungslegungspflicht zu befreien.Das Wahlrecht zur Befreiung auch mittlerer Gruppen ist dabei jedoch an die Voraussetzung geknüpft, dass es sich nicht um Gruppen von öffentlichem Interesse handeln darf. Darüber hinaus steht eine Wertespanne für die Schwellenwerte bei der Befreiung nur kleiner Gruppen zur Verfügung. Der deutsche Gesetzgeber hat sich bislang an der Befreiung kleiner und mittelgroßer Gruppe orientiert. Insgesamt ergeben sich folgende Schwellenwerte (die HGB-Werte jeweils zum Vergleich): BruttomethodeNettomethodeKleine GruppenMittlere Gruppen§ 293 HGBKleine GruppenMittlere Gruppen§ 293 HGBBilanzsumme (Mio. €)≤ 4,8 bis≤ 7,2≤ 24≤ 23,1≤ 4 bis ≤ 6≤ 20≤ 19,25Umsatz(Mio. €)≤ 9,6 bis ≤ 14,4≤ 48≤ 46,2≤ 8 bis ≤ 12≤ 40≤ 38,5Mitarbeiter≤ 50≤ 250≤ 250≤ 50≤ 250≤ 250 Prof. Stefan Müller
EU-Bilanzrichtlinie, Einzelabschluss, Konzernabschluss
BilRUG: Handlungsmöglichkeiten zum Jahresabschluss 2014 und 2015: BilRUG: Vermeidung der Konzernrechnungslegungspflicht
Bei der rückwirkenden Erhöhung der monetären Schwellenwerte ab dem Geschäftsjahr 2014 durch das Bilanzrichtlinien-Umsetzungsgesetz (BilRUG) sind neben den Größenklassenkriterien rückwirkend auch die Kriterien für die Befreiung von der Konzernrechnungslegungspflicht um etwa 4 % erhöht worden. Damit kommen einige wenige Konzerne in den Genuss von erheblichen Erleichterungen bei der Rechnungslegung.Weiter