Source: https://www.rechtsportal.de/Rechtsprechung/Rechtsprechung/2005/BVerwG/node_453880
Timestamp: 2019-09-20 01:37:37
Document Index: 149998493

Matched Legal Cases: ['§ 132', '§ 1', '§ 1', '§ 1', '§ 154', '§ 162', '§ 13', '§ 72']

BVerwG, Beschluss vom 21.01.2005 - Aktenzeichen 8 B 60.04
DRsp Nr. 2005/2365
Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Der von der Klägerin allein geltend gemachte Zulassungsgrund des § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO liegt nicht vor.
Die Rechtssache hat keine grundsätzliche Bedeutung im Sinne dieser Bestimmung. Die Beschwerde hat keine klärungsbedürftige Rechtsfrage von Fall übergreifendem Gewicht aufgeworfen. Soweit sie die Frage aufwirft,
"ob die Voraussetzungen des § 1 Abs. 2 VermG bei unstreitig vorhandener Überschuldung auch dann gegeben sind, wenn von vornherein absehbar war, dass die Schulden für die Wiederherstellung des Gebäudes durch die nicht kostendeckenden Mieten nicht getilgt werden konnten",
wird die Klärungsbedürftigkeit dieser Frage verkannt. Denn ihre Beantwortung ergibt sich schon unmittelbar aus der einschlägigen, vom Verwaltungsgericht berücksichtigten Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zu § 1 Abs. 2 VermG. Mit dieser Rechtsprechung setzt sich die Beschwerde zudem gar nicht mehr auseinander, was zur Begründung einer Zulassungsbeschwerde notwendig ist. Insbesondere übersieht die Beschwerde von vornherein, dass die Überschuldung im konkreten Falle nicht auf der Niedrigmietenpolitik der DDR beruht, sondern nach den nicht angegriffenen Feststellungen des Verwaltungsgerichts ausschließlich auf den Kosten des Wiederaufbaus des Gebäudes nach dessen nahezu vollständigen Kriegszerstörung.
Soweit die Beschwerde die Frage aufwirft,
"ob das Verhalten staatlicher Stellen eine Nötigung im Sinne des § 1 Abs. 3 VermG darstellt",
so wird insoweit schon keine abstrakte Rechtsfrage, sondern eine schlichte Subsumtionsfrage gestellt, die von den Umständen des Einzelfalls abhängt. Das kann aber von vornherein einer Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung verleihen.
Die Kostenentscheidung folgt aus § 154 Abs. 2 , § 162 Abs. 3 VwGO . Die Streitwertfestsetzung beruht auf §§ 13 , 14 GKG a.F. i.V.m. § 72 Nr. 1 GKG .
Vorinstanz: VG Potsdam, vom 15.03.2004 - Vorinstanzaktenzeichen 9 K 2205/98
Zitieren: BVerwG - Beschluss vom 21.01.2005 (8 B 60.04) - DRsp Nr. 2005/2365