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Timestamp: 2016-10-27 11:12:42
Document Index: 258355342

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'Art. 72', 'Art. 72', 'Art. 67', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 14', 'BGE', 'Art. 132', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 18', 'BGE', 'Art. 18', 'Art. 22', 'Art. 18', 'BGE', 'Art. 22', 'Art. 72', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 18', 'BGE', 'Art. 18']

K 97/02 (16.09.2003)
Pr�sident Sch�n, Bundesrichter Borella, Meyer, Ferrari und Ursprung; Gerichtsschreiberin Weber Peter
Der 1962 geborene L.________ ist auf Grund seiner T�tigkeit als Maurer/Eisenleger bei der Firma B.________ AG im Rahmen eines Kollektivvertrages bei der damaligen Krankenkasse Artisana (seit 1. Januar 1997 Helsana Versicherungen AG, nachfolgend: Helsana) krankentaggeldversichert. Nachdem der Versicherte auf Grund einer Epicondylitis radialis humeri rechts (Arztzeugnis des Dr. med. X.________, Spezialarzt f�r Orthop�dische Chirurgie FMH, vom 22. August 2000) seit dem 19. Juni 2000 arbeitsunf�hig ist und am 12. Juli 2000 hospitalisiert worden war, richtete die Versicherung entsprechende Krankentaggeldleistungen aus. Mit Verf�gung vom 29. November 2000 k�ndigte die Helsana L.________ die Einstellung der Taggeldleistungen nach einer �bergangsfrist von 4 Monaten per 31. M�rz 2001 an. Am 7. Dezember 2000 meldete sich der Versicherte zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (Umschulung, medizinische Eingliederungsmassnahmen) an. Mit Einspracheentscheid vom 20. Juli 2001 hielt die Helsana an ihrer Verf�gung fest. Zur Begr�ndung wurde ausgef�hrt, der Versicherte habe auf Grund seiner Schadenminderungspflicht eine andere, zumutbare Arbeit aufzunehmen. F�r eine solche T�tigkeit, welche kein kraftvolles Greifen mit der Hand und keine Belastung des Handgelenkes erfordern d�rfe, sei er gem�ss �rztlichen Berichten zu 100 % arbeitsf�hig. Er habe demgem�ss keine Lohneinbusse von mindestens 25 % in Kauf zu nehmen, weshalb nach Gew�hrung einer angemessenen �bergangsfrist ab 1. April 2001 kein Anspruch auf Taggeldleistungen mehr bestehe.
Die Helsana f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Rechtsbegehren, der Entscheid des kantonalen Gerichts sei aufzuheben.
L.________ l�sst unter Beilage eines Attests des Dr. med. Y.________, Spezialarzt FMH f�r physikalische Medizin und Rehabilitation, vom 5. Februar 2002 Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragen. Das Bundesamt f�r Sozialversicherung verzichtet auf eine Vernehmlassung.
1.1 Am 1. Januar 2003 ist das Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in Kraft getreten. Mit ihm sind zahlreiche Bestimmungen im Krankenversicherungsbereich ge�ndert worden. Weil in zeitlicher Hinsicht grunds�tzlich diejenigen Rechtss�tze massgebend sind, die bei der Erf�llung des zu Rechtsfolgen f�hrenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 467 Erw. 1), und weil ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grunds�tzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheids (hier: 20. Juli 2001) eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 121 V 366 Erw. 1b), sind im vorliegenden Fall die bis zum 31. Dezember 2002 geltenden Bestimmungen anwendbar.
1.2 Das kantonale Gericht hat die gesetzlichen Bestimmungen �ber die Entstehung des Krankentaggeldanspruchs (Art. 72 Abs. 2 Satz 1 KVG) und dessen Dauer (Art. 72 Abs. 3 KVG) richtig wiedergegeben. Zutreffend ist auch, dass die freiwillige Taggeldversicherung gem�ss Art. 67 ff. KVG weitgehend mit dem bisherigen Recht �bereinstimmt und insbesondere die Definition der Arbeitsunf�higkeit im KVG die gleiche ist wie unter dem KUVG, weshalb die bisherige Rechtsprechung zu den einzelnen Begriffselementen auch unter dem neuen Recht G�ltigkeit hat (RKUV 1998 Nr. KV 45 S. 430 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 128 V 152 Erw. 2a). Im angefochtenen Entscheid ist die Rechtsprechung zum Begriff der Arbeitsunf�higkeit (BGE 114 V 283 Erw. 1c; 111 V 239 Erw. 1b), zur Bestimmung des Grades der Einschr�nkung in der Arbeitsf�higkeit (BGE 114 V 283 Erw. 1c, 111 V 239 Erw. 1b) sowie zur Zumutbarkeit eines Berufswechsels bei dauernder Arbeitsunf�higkeit im bisherigen T�tigkeitsgebiet auf Grund des Gebotes der Schadenminderung (BGE 114 V 283 Erw. 1d und 285 Erw. 3a mit Hinweis; RKUV 2000 Nr. KV 112 S. 123 Erw. 3a) richtig dargelegt. Es kann darauf verwiesen werden.
Korrekt ist ferner, dass die Helsana von der M�glichkeit, reglementarisch schon bei einer Arbeitsunf�higkeit von unter 50 % einen Taggeldanspruch zu statuieren, Gebrauch gemacht und in Art. 14 Abs. 1 ihrer Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) f�r die FIRMA Kollektiv-Taggeldversicherung nach KVG, Ausgabe 1. Januar 1999, festgehalten hat, dass das Taggeld bei einer nachgewiesenen Arbeitsunf�higkeit von mindestens 25 % anteilm�ssig entsprechend dem Grad der Arbeitsunf�higkeit ausgerichtet wird.
2.1 Im angefochtenen Entscheid hat die Vorinstanz erwogen, aufgrund der medizinischen Aktenlage habe bereits Ende November 2000 festgestanden, dass der Versicherte seine Arbeitsf�higkeit im angestammten Beruf als Maurer/Eisenleger dauerhaft nicht mehr erlangen w�rde, ihm dagegen eine andere, leichte T�tigkeit unter Einhaltung gewisser Einschr�nkungen (kein kraftvolles Greifen oder Belastungen des Handgelenks) vollumf�nglich zumutbar war. Sie st�tzte sich dabei insbesondere auf die Berichte des Dr. med. X.________ (vom 21. November 2000 und vom 21. Februar 2001) sowie des Dr. med. U.________, Vertrauensarzt der Helsana (vom 29. November 2000). Diese �rzte gingen von der Diagnose einer Epicondylitis radialis humeri rechts aus.
2.2 Der Beschwerdegegner wendet in der Vernehmlassung dazu ein, dass sich diese Diagnose im Nachhinein als unvollst�ndig und insofern als falsch erwiesen habe. Die richtige Diagnose laute auf Psoriasis und Arthritis psoriatica. Der Versicherte habe bereits im Verf�gungszeitpunkt daran gelitten. Die Krankheit als solche und insbesondere das Ausmass seien im damaligen Zeitpunkt offensichtlich verkannt worden. Er st�tzt sich auf Berichte des Dr. med. Y.________ zuhanden der IV-Stelle Bern (vom 21. Dezember 2001) und ein Attest desselben (vom 5. Februar 2002).
2.3 Im Arztbericht vom 21. Dezember 2001 diagnostizierte Dr. med. Y.________ eine Psoriasis und beginnende Arthritis psoriatica seit wahrscheinlich 1999. Der Befund lautete auf nicht sehr ausgepr�gte, synovitische Schwellungen haupts�chlich der proximalen Interphalangialgelenke der H�nde sowie psoriatische L�sionen der Haut. Die Arbeitsunf�higkeit des Versicherten in seinem angestammten Beruf als Eisenleger setzte der Arzt auf 100 % seit dem 13. Juni 2000 fest. Er stellte Bewegungseinschr�nkungen der Schulter-, Ellbogen- und Handgelenke fest, weshalb der Patient keine schwere Arbeit mehr verrichten k�nne. Auch wegen der beginnenden Arthritis beurteilte er einen Einsatz im urspr�nglichen Beruf als nicht mehr m�glich. Demgegen�ber erachtete er leichte nicht gelenkbelastende T�tigkeiten wie Kontrollarbeiten, Sortieren oder Verkauf von leichteren Gegenst�nden noch als zumutbar.
Selbst wenn sich die Diagnose des Dr. med. Y.________ im Nachhinein als zutreffend erweisen sollte, was vorliegend nicht n�her abgekl�rt zu werden braucht, �ndert dies entgegen den Ausf�hrungen des Beschwerdegegners nichts an der Beurteilung der verbleibenden Arbeitsf�higkeit im hier massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheides (BGE 121 V 366 Erw. 1b). Die dauerhafte Arbeitsunf�higkeit des Versicherten im angestammten Beruf wird von Dr. med. Y.________ ebenfalls best�tigt. Zwar hat die seinerzeit noch nicht erkannte Krankheit, wie der Beschwerdegegner zu Recht anf�hrt, tats�chlich Auswirkungen auf das Zumutbarkeitsprofil. So sind, da die Gelenke im ganzen Bewegungsapparat betroffen sind, im Krankenversicherungsverfahren vorgeschlagene alternative Arbeiten, wie leichte Archiv- oder Magazinert�tigkeiten, hausinterne Boteng�nge usw. wohl nur bedingt mehr m�glich. Hingegen l�sst sich auch mit den von Dr. med. Y.________ noch als zumutbar bezeichneten T�tigkeiten, wie beispielsweise Kontrollarbeiten, Sortieren oder Verkauf die Anrechnung eines monatlichen Einkommens von Fr. 4'268.- (vgl. Einspracheentscheid vom 20. Juli 2001) im Rahmen der Angemessenheitskontrolle nicht beanstanden (Art. 132 lit. a OG; BGE 114 V 316 Erw. 5a mit Hinweisen), womit im Vergleich zum Verdienst im bisherigen Beruf keine Lohneinbusse von mind. 25 % zu verzeichnen ist.
Unter diesen Umst�nden steht fest, dass im massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheides die Dauerhaftigkeit der Arbeitsunf�higkeit im angestammten Beruf erstellt war. Eine andere leichtere T�tigkeit war dem Beschwerdegegner dagegen unter Einhaltung gewisser Einschr�nkungen vollumf�nglich zumutbar. Richtig ist mithin, dass den Versicherten eine Schadenminderungspflicht trifft und er daher nach einer �bergangsfrist von 3 bis 5 Monaten grunds�tzlich keinen Anspruch auf Taggeldleistungen der Kollektivversicherung mehr hatte (BGE 114 V 285 Erw. 3; RKUV 2000 K 112 S. 123 Erw. 3a).
Streitig und zu pr�fen bleibt, ob der Versicherte seiner Schadenminderungspflicht dadurch nachgekommen ist, dass er sich am 7. Dezember 2000 bei der Invalidenversicherung f�r berufliche Eingliederungsmassnahmen angemeldet hat.
3.1 Die Vorinstanz hat hiezu unter Hinweis auf BGE 111 V 235 ausgef�hrt, der Versicherte habe sich am 7. Dezember 2000 sogleich bei der IV-Stelle Bern f�r die Durchf�hrung beruflicher Eingliederungsmassnahmen angemeldet. Entsprechende Vorkehren seien seitens der Invalidenversicherung jedoch erst mit Verf�gung vom 31. Oktober 2001 in Form von Berufsberatung sowie der Abkl�rung beruflicher Eingliederungsm�glichkeiten getroffen worden. Der Aufenthalt in der Eingliederungsst�tte Z.________ sei gar erst mit Verf�gung vom 20. M�rz 2002 festgesetzt worden. Weder aus den Akten der IV-Stelle noch den sonstigen Unterlagen sei ersichtlich, dass die Verz�gerungen zwischen der Anmeldung und den beruflichen Eingliederungsmassnahmen durch den Versicherten verursacht worden seien. Es habe sich demzufolge um Verz�gerungen gehandelt, die dem Versicherten nicht angelastet werden d�rften. Dieser habe weder ahnen k�nnen noch wissen m�ssen, dass die beruflichen Abkl�rungen erst 15 Monate nach seiner Anmeldung beginnen w�rden. Verz�gerungen bei der Durchf�hrung von beruflichen Massnahmen von einem Jahr und mehr seien nicht notorisch. Da der Versicherte jederzeit mit der Anordnung beruflicher Massnahmen habe rechnen m�ssen, h�tte er sich h�chstens f�r kurzzeitige Eins�tze melden k�nnen. Dies h�tte seine Vermittelbarkeit auf dem Arbeitsmarkt stark beeintr�chtigt. Es sei ihm demnach nicht zumutbar gewesen, f�r vorher nicht bestimmbare, kurze Zeiten eine Erwerbst�tigkeit zu suchen.
3.2 Demgegen�ber macht die Helsana in ihrer Verwaltungsgerichtsbeschwerde geltend, den IV-Akten sei zu entnehmen, dass der Beschwerdegegner sich am 7. Dezember 2000 bei der Invalidenversicherung f�r eine Umschulung angemeldet und sich am 28. Juni 2001 �ber seinen Anspruch auf Wartetaggelder nach Art. 18 IVV erkundigt habe. Mit Schreiben vom 7. September 2001 habe die IV-Stelle den Anspruch mit der Begr�ndung abgelehnt, Wartetaggelder k�nnten erst dann ausgerichtet werden, wenn eine konkrete berufliche Eingliederungsmassnahme bevorstehe. Zu jenem Zeitpunkt sei noch nicht klar gewesen, ob �berhaupt Leistungen der Invalidenversicherung ausgerichtet w�rden. Erst mit Verf�gung vom 31. Oktober 2001 sei �ber die Berufsberatung und Abkl�rung der beruflichen Eingliederungsm�glichkeiten entschieden worden. Der vorliegende Fall unterscheide sich bez�glich des Sachverhaltes von BGE 111 V 235 insofern, als f�r den damaligen Beschwerdef�hrer eine volle Arbeitsunf�higkeit auch f�r jegliche andere, selbst vor�bergehende T�tigkeiten bestanden habe. Im vorliegenden Fall sei demgegen�ber die volle Arbeitsf�higkeit f�r eine leichtere T�tigkeit erwiesen und unbestritten. Zudem sei ein Anspruch auf Umschulung v�llig offen gewesen, und es k�nne nicht argumentiert werden, der Beschwerdegegner habe sich jederzeit f�r eine solche Massnahme bereithalten m�ssen. Es habe demnach kein Hindernis f�r die Erf�llung der Schadenminderungspflicht bestanden. Zu Umschulungsmassnahmen werde nicht von einem Tag auf den andern vorgeladen, in der Regel w�rden Betroffene etwa einen Monat im Voraus benachrichtigt. Es k�nne nicht sein, dass die soziale Krankenversicherung so lange Taggelder auszurichten habe, bis sich die Invalidenversicherung entschliesse, irgendwelche berufliche Abkl�rungen zu treffen. Die Dauer der Ausrichtung von Taggeldern k�nne nicht von der zum Teil sehr schleppenden und tr�gen Abkl�rungspraxis der IV-Stelle abh�ngig gemacht werden. Gem�ss Art. 18 IVV habe der Eingliederungswillige sp�testens vier Monate nach Anmeldung Anspruch auf Wartetaggelder. Es gehe nicht an, dass der Krankenversicherer als "L�ckenf�ller" einspringen m�sse.
4.1 Der Anspruch auf Wartetaggelder der Invalidenversicherung gem�ss Art. 22 Abs. 3 IVG in Verbindung mit Art. 18 Abs. 1 und 2 IVV setzt nach der Rechtsprechung voraus, dass die versicherte Person in der gewohnten Erwerbst�tigkeit eine mindestens 50 %ige Arbeitsunf�higkeit aufweist und die Eingliederungsf�higkeit in subjektiver und objektiver Hinsicht so weit rechtsgen�glich erstellt ist, dass Eingliederungsmassnahmen - und nicht bloss Abkl�rungsmassnahmen - ernsthaft in Frage kommen. Nicht erforderlich ist hingegen, dass die Durchf�hrung der Eingliederungsmassnahmen bereits beschlossen ist (AHI 1997 S. 169 Erw. 3a; Urteil S. vom 7. August 2002, I 705/01). Insofern erweist sich die von der IV-Stelle im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren wiederholt vertretene Auffassung, wonach Wartetaggelder seitens der Invalidenversicherung erst dann ausgerichtet werden k�nnen, wenn eine konkrete berufliche Eingliederungsmassnahme bevorsteht, als unrichtig.
Der Umstand, dass ein in seiner gewohnten, d.h. bis zum Eintritt des Gesundheitsschadens ausge�bten T�tigkeit zu mindestens 50 % arbeitsunf�higer Versicherter w�hrend der Zeit, in der sich Umschulungsm�glichkeiten abzuzeichnen beginnen, in Erf�llung der Schadenminderungspflicht eine Erwerbst�tigkeit aus�bt, schliesst den Anspruch auf ein Wartetaggeld der Invalidenversicherung grunds�tzlich nicht aus, ist jedoch bei dessen Bemessung zu ber�cksichtigen (BGE 117 V 275 Erw. 2, 3; Ulrich Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Ziff. II/3a zu Art. 22 IVG).
4.2 Demgegen�ber setzt der Taggeldanspruch nach KVG eine mindestens h�lftige Arbeitsunf�higkeit (Art. 72 Abs. 2 KVG) voraus, welche wie schon unter dem KUVG (vgl. Erw. 1.2 hievor) unter Ber�cksichtigung des bisherigen Berufes festzusetzen ist, solange von der versicherten Person vern�nftigerweise nicht verlangt werden kann, ihre restliche Arbeitsf�higkeit in einem anderen Berufszweig zu verwerten. Nach Ablauf einer angemessenen Anpassungszeit h�ngt der Taggeldanspruch davon ab, ob und wie sich die Verwertung der Restarbeitsf�higkeit auf den krankheitsbedingten Erwerbsausfall im bisherigen Beruf und auf den damit zusammenh�ngenden Taggeldanspruch auswirkt. Dies ergibt sich aus der Schadenminderungspflicht (vgl. Gebhard Eugster: Zum Leistungsrecht der Taggeldversicherung nach KVG, in: LAMal-KVG, Lausanne 1997, S. 518; BGE 114 V 283 Erw. 1d und 287 Erw. 3d je mit Hinweisen). Diese stellt die Anweisung an die versicherte Person dar, nach Eintritt des Schadens alle ihr m�glichen und zumutbaren Massnahmen zu treffen, um diesen zu mindern oder zu beheben. Sie ist als allgemeiner Grundsatz des Sozialversicherungsrechts bei der Leistungsfestsetzung regelm�ssig und zwingend zu beachten (BGE 117 V 400).
4.3 Aus der schwierigen Vermittelbarkeit eines Versicherten kann kein Anspruch auf das versicherte Krankengeld abgeleitet werden. Diesem Faktor ist bei der Ermittlung des zumutbaren Verdienstes Rechnung zu tragen. Grunds�tzlich haben nicht die Krankenkassen das Risiko der schwierigen Vermittelbarkeit zu �bernehmen. Dazu besteht jedoch die wichtige Ausnahme, dass sie dem zur Schadenminderung durch Berufswechsel verpflichteten Versicherten praxisgem�ss eine gewisse �bergangsfrist zur Stellensuche und zur Anpassung an die ver�nderten Verh�ltnisse einzur�umen haben (BGE 114 V 289 Erw. 5b).
4.4 Der Anspruch auf Wartetaggelder der Invalidenversicherung beginnt gem�ss Art. 18 Abs. 2 IVV zu dem Zeitpunkt, in welchem die IV-Stelle aufgrund ihrer Abkl�rungen feststellt, dass Eingliederungsmassnahmen angezeigt sind, sp�testens aber vier Monate nach Eingang der Anmeldung. Der Anspruch setzt voraus, dass Eingliederungsmassnahmen ernsthaft in Frage kommen. Nicht erforderlich ist hingegen, dass die Durchf�hrung der Eingliederungsmassnahmen bereits beschlossen ist (vgl. Erw. 4.1 hievor). Liegt demnach eine Anmeldung bei der Invalidenversicherung vor und kommen Eingliederungsmassnahmen ernsthaft in Frage, besteht ein Anspruch auf Wartetaggelder der Invalidenversicherung, dagegen kein solcher auf die weitere Auszahlung von Krankentaggeldern. Werden demgegen�ber Massnahmen der Invalidenversicherung nicht ernsthaft ins Auge gefasst, und wird daher ein Anspruch auf Wartetaggelder abgelehnt, besteht der Anspruch auf Krankentaggelder weiter. In diesem Fall trifft den Versicherten gegen�ber der Krankenkasse eine Schadenminderungspflicht. Dieser Pflicht kann sich der Versicherte indessen nicht mit der Begr�ndung, er warte auf Massnahmen der Invalidenversicherung, entziehen, da solche eben nicht ernsthaft in Erw�gung gezogen werden, andernfalls ein Anspruch auf Wartetaggelder der Invalidenversicherung best�nde.
5.1 Im vorliegenden Fall hat der Versicherte ab August 2000 Krankentaggelder bezogen. Mit Verf�gung der Helsana vom 29. November 2000 wurde ihm mitgeteilt, die Taggeldleistungen w�rden nach einer �bergangsfrist von vier Monaten per 31. M�rz 2001 eingestellt. Gleichzeitig wurde der Versicherte auf die Umschulungsmassnahmen der Invalidenversicherung und die damit verbundenen m�glichen Taggeldzahlungen hingewiesen. Aus diesem Grund hat sich L.________ am 7. Dezember 2000 bei der Invalidenversicherung zum Bezug von Leistungen angemeldet. Anl�sslich einer telefonischen Unterredung vom 27. M�rz 2001 hat der Vertreter des Versicherten die IV-Stelle um Wartetaggelder ersucht. Dieses Begehren hat er mit Schreiben vom 28. Juni 2001 wiederholt. Am 7. September 2001 wurde ihm von Seiten der IV-Stelle mitgeteilt, ein Wartetaggeld k�nne erst dann ausgerichtet werden, wenn eine konkrete berufliche Eingliederungsmassnahme bevorstehe. Dies sei noch nicht der Fall. Vorerst m�ssten weitere Abkl�rungsmassnahmen getroffen werden.
5.2 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass der Versicherte von der Beschwerdef�hrerin ordnungsgem�ss auf seine Schadenminderungspflicht und auf m�gliche Taggeldleistungen der Invalidenversicherung hingewiesen worden ist. Zudem wurde ihm die �bliche �bergangsfrist von vier Monaten zur Arbeitssuche gew�hrt. Ein Gesuch um Wartetaggelder der Invalidenversicherung wurde mit der Begr�ndung abgelehnt, es stehe noch nicht fest, ob es �berhaupt zu Leistungen der Invalidenversicherung kommen werde, da die erstmaligen Abkl�rungen noch nicht abgeschlossen seien. Ob dies in Anbetracht der langen Dauer der Abkl�rungen unter dem Aspekt, dass Eingliederungsmassnahmen lediglich ernsthaft in Betracht gezogen werden m�ssen (Urteil S. vom 7. August 2002, I 705/01), zu Recht erfolgte, braucht im vorliegenden Verfahren nicht gepr�ft zu werden (vgl. zuletzt Urteil O. vom 26. August 2003, I 753/02). Jedenfalls konnte und musste der Versicherte unter diesen Umst�nden nicht mit unmittelbar bevorstehenden Massnahmen rechnen. Er war demnach nicht gehindert, seiner Schadenminderungspflicht nachzukommen.
5.3 Es kann offen bleiben, ob sich der vorliegende Fall mit dem BGE 111 V 235 zu Grunde liegenden Sachverhalt vergleichen l�sst, da sich die Rechtslage seit dem Erlass des genannten Urteils ver�ndert hat: Art. 18 Abs. 2 IVV, wonach Anspruch auf Wartetaggelder der Invalidenversicherung sp�testens nach vier Monaten seit der Anmeldung besteht, ist erst seit 1. Juli 1992 in Kraft. Dem damaligen Beschwerdef�hrer konnte daher die entsprechende Bestimmung nicht entgegengehalten werden.
5.4 Nicht geh�rt werden kann der Einwand, der Versicherte habe sich h�chstens kurzfristig f�r eine andere Stelle bewerben k�nnen und sei daher schwer vermittelbar gewesen, da sich dies nicht zu Lasten des Krankenversicherers auswirken darf und dem Versicherten eine angemessene �bergangsfrist einger�umt wurde (vgl. Erw. 4.3). Dass der Beschwerdegegner tats�chlich gewillt war, eine andere Anstellung anzunehmen, ergibt sich schliesslich aus dem Umstand, dass er sich bei der Arbeitslosenversicherung gemeldet hat.
Wenn somit aufgrund der aufgezeigten Erw�gungen feststeht, dass der Versicherte nicht gehindert war, seiner Schadenminderungspflicht nachzukommen, ist der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juni 2002 aufzuheben.