Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20StR%2049/82
Timestamp: 2019-06-19 12:10:02
Document Index: 193754034

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 01.09.1982 - 2 StR 49/82 - dejure.org
https://dejure.org/1982,8987
BGH, 01.09.1982 - 2 StR 49/82 (https://dejure.org/1982,8987)
BGH, Entscheidung vom 01.09.1982 - 2 StR 49/82 (https://dejure.org/1982,8987)
BGH, Entscheidung vom 01. September 1982 - 2 StR 49/82 (https://dejure.org/1982,8987)
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Verletzung der Aufklärungspflicht durch Nichteinholung eines weiteren Sachverständigengutachtens - Vorliegen einer allgemeinen Schuldunfähigkeit zur Zeit der Tat
Das Landgericht setzt sich nicht mit der Frage auseinander, ob die Modalitäten der Tat- die Vielzahl der Stiche und die Verwendung eines zweiten Messers - gerade auf der psychischen Ausnahmesituation beruhten, in die der Angeklagte geraten war, also nicht den Schluß auf eine gesteigerte verbrecherische Energie gestatteten (vgl. BGHSt 16, 360, 363/364; BGH StrVert 1981, 401; BGH NStZ 1982, 200/201; BGH, Urt. vom 1. September 1982 - 2 StR 49/82; BGH StrVert 1984, 202; Eser NStZ 1984, 49, 55).
Ferner geben die Strafzumessungsgründe im Urteil vom 18. Dezember 1981 Anlaß zu dem Hinweis, daß die strafschärfend gewertete "überaus starke Brutalität" (mindestens elf mit erheblicher Wucht geführte Hiebe) durch die "affektive Erregung" beeinflußt gewesen sein kann und ihr deshalb möglicherweise ein zu großes Gewicht zum Nachteil des Angeklagten beigemessen worden ist (BGHSt 16, 360, 363, 364; BGH, Urteil vom 1. September 1982 - 2 StR 49/82).
Der Senat vermag daher - auch bei Beachtung der weiteren den Angeklagten belastenden Umstände (UA S. 27) - nicht mit Sicherheit auszuschließen, daß das Schwurgericht diesem Umstand bei der Strafzumessung zum Nachteil des Angeklagten ein zu großes Gewicht beigemessen hat (vgl. BGHSt 16, 360, 363, 364; BGH, Urteil vom 1. September 1982 - 2 StR 49/82 -).
Sofern das neu erkennende Gericht wiederum "die brutale Art und Weise, in der der Angeklagte ... vorgegangen ist", zu seinem Nachteil verwertet, muß sie sich mit der Frage auseinandersetzen, ob nicht dieses Verhalten eine Folge der erheblichen Verminderung der Schuldfähigkeit ist (BGHSt 16, 360, 363 f; Urteil vom 1. September 1982 - 2 StR 49/82).
Jedenfalls war es fehlerhaft, dem Angeklagten die "überaus starke und gefährliche Hemmungslosigkeit zu unnachgiebiger Aggressivität" strafschärfend zur Last zu legen, ohne sich damit auseinanderzusetzen, ob nicht dieses Verhalten gerade in dem krankhaften schweren Persönlichkeitsdefekt begründet war (vgl. BGHSt 16, 360, 363, 364; BGH, Urteil vom 2. September 1982 - 2 StR 49/82).