Source: https://digital.zlb.de/viewer/image/15691387/1/
Timestamp: 2020-02-19 00:56:19
Document Index: 140177434

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 15', '§17', '§ 14', '§ 3', '§ 33', '§ 172']

Freiraumgestaltung Oberstufenzentrum Bürowirtschaft II : Berlin-Lichtenberg ; Verhandlungsverfahren / Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Freiraumgestaltung des Schulhofareals Oberstufenzentrum Bürowirtschaft II, Berlin-Lichtenberg
Schulhof ; Planung ; Sportplatz ; Online-Publikation
Elektronische Ressource (PDF-Datei: 40 S., 3,46 MB)
Datum des Herunterladens: 27.08.2013
urn:nbn:de:kobv:109-opus-201813
Freiraumgestaltung Oberstufenzentrum Bürowirtschaft II
Ergebnisprotokoll der Sitzung des Auswahlgremiums am 27.09.2004
Freiraumgestaltung Oberstufenzentrum Bürowirtschaft II Berlin-Lichtenberg
Freiraumgestaltung des Schulhofareals Oberstufenzentrum Bürowirtschaft II, Berlin – Lichtenberg Aufgabenstellung
Berlin, Juli 2004
Durchführung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Behrenstraße 42 10117 Berlin-Mitte Fotos Björn Steinhagen Maria Rünz Titelbild Björn Steinhagen
Anlass und Ziel Teil 1 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 1.6 1.7 1.8 1.9 1.10 1.11 1.12 1.13 1.14 1.15 1.16 1.17 1.18 Teil 2 2.1 2.2 2.3 2.4 2.5 2.6 2.7 2.8 Teil 3 3.1 3.2 3.3 3.4 3.5 3.6 Teil 4 Verhandlungsverfahren Auftraggeber, Bauherr, Nutzer Art des Verfahrens Ausgewählte Teilnehmer Auswahlgremium, Sachverständige Ausgabe der Verfahrensunterlagen Abgabe der Lösungsvorschläge Rückfragen Vorstellung der Arbeiten/Auswahlgremium Verzeichnis der Verfahrensunterlagen Geforderte Leistungen Beurteilungsverfahren und Vorprüfung Vergütung Auftragserteilung Eigentum und Urheberrecht Verfassererklärung Bekanntgabe des Ergebnisses/Ausstellung der Arbeiten Haftung und Rückgabe Zusammenfassung der Termine Situation und Planungsvorgaben Historische städtebauliche Entwicklung Lage des Planungsgebietes Planungsrecht Schulgebäude und Nutzung heute Freiraum der Schule/Schreiberhauerstraße Umweltbedingungen Schulhofnutzung Fotodokumentation Aufgabe des Verhandlungsverfahrens Zielsetzung zur Gestaltung des Freiraumes Nutzung der Freiflächen Ausstattung Kostenrahmen und Wirtschaftlichkeit Realisierung Beurteilungskriterien Anhang Verfassererklärung Quellen- und Abbildungsverzeichnis 5 6 6 7 7 7 9 9 9 9 9 10 11 11 11 11 12 12 12 12 13 13 15 19 23 25 28 29 30 35 35 35 36 37 37 38
OSZ Freiraumgestaltung Bürowirtschaft II / Anlass und Ziel
In der Nähe des S-Bahnhofs Ostkreuz befindet sich in einem denkmalgeschützten Gebäudeensemble die berufsbildende Schule Oberstufenzentrum (OSZ) Bürowirtschaft II, wo 500 Bürokaufleute und Kaufleute für Bürokommunikation ausgebildet werden. Die soziale Infrastruktur und das Angebot an Grün- und Freiflächen innerhalb des von Bahndämmen umgebenen Gebietes ist defizitär. Deshalb ist die geplante Freiflächengestaltung des OSZ BW II ein weiterer Aktionsschwerpunkt im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“, denn die Sport- und Freiflächen können von anliegenden Schulen, Sportvereinen oder auch Anwohnern zu unterrichtsfreien Zeiten mitgenutzt werden. Durch die Verlegung der Schreiberhauer Straße ist ein neuer Grundstückszuschnitt entstanden. Auch die Eingangssituation zum Schulhof ändert sich dadurch. Außerdem wird die Schulanlage um ein anliegendes Grundstück erweitert. Dieses nordöstliche Grundstück der Schreiberhauerstraße 45 wird zukünftig von den Schülern zum Außensport (Spielfeld, Kugelstoß- und Weitsprunganlagen) genutzt. Die noch vorhandenen Gewerbebauten werden hierfür beseitigt. In einer ersten Modernisierungsphase Mitte der neunziger Jahre wurde der nördliche Flügel samt der Turnhalle, jedoch ohne die darüber liegende Aula modernisiert. In einem zweiten Bauabschnitt wird in den folgenden Jahren der übrige Hochbau saniert werden. In diesem Zusammenhang soll ab 2005 der Freiraum der Schule neu gestaltet werden. Dazu gehören der Schulhof mit dem Eingangsbereich von der Schreiberhauerstraße, die Außensportflächen, die Grundstückseinfriedung und zwei Innenhöfe. Hierfür soll mit dem vorliegenden Verfahren der geeignete Planungspartner gefunden werden. Ziel der gesamten Umgestaltungs- und Neubaumaßnahme im Freiraum ist, auf hohem gestalterischen Niveau die vielfältigen funktionalen Anforderungen zu erfüllen und darüber hinaus die Schwerpunktaufgabe des Oberstufenzentrum für Bürowirtschaft als Ausbildungsort im Freiraum erkennbar zu machen.
OSZ Freiraumgestaltung Bürowirtschaft II / Teil 1 Verfahren
Teil 1 Verfahren 1.1 Auftraggeber, Bauherr und Nutzer
Auftraggeber, Bauherr Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Hochbau Referat V P I Fehrbelliner Platz 2 10707 Berlin Herrmann-Josef Pohlmann, V P I L Tel.: +49 (030) 9012 6700 Fax: +49 (030) 9012 5998 Bedarfsträger Senatsverwaltung für Bildung, Schule und Sport Beuthstraße 6-8 10117 Berlin Bernd Puhlemann, II D 60 Tel.: +49 (030) 9026 6257 Fax: +49 (030) 9026 6011 Wettbewerbsdurchführung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte, Referat II D Behrenstraße 42 10117 Berlin Maria Rünz, II D 22 Tel.: +49 (0)30/ 9020-5410 Fax: +49 (0)30/ 9020-5671 e-mail: maria.ruenz@senstadt.verwalt-berlin.de Technische Mitarbeit Björn Steinhagen Hans-Otto-Straße 15 10407 Berlin Tel 030/428 00 237 www.bjoernsteinhagen.de Nutzer Berufsbildende Schule Oberstufenzentrum Bürowirtschaft II Schulleitung Bernd Hoffmann Fischerstraße 32 10317 Berlin e-mail: 1713103@schulen.verwalt-berlin.de Mitwirkende Verwaltungen Bezirksamt Lichtenberg von Berlin
Verhandlungsverfahren mit Lösungsvorschlägen für die Planungsaufgaben. In der vorgeschalteten offenen Bewerbungsphase wurden vier Landschaftsarchitekturbüros ausgewählt, die im Rahmen der Auftragsverhandlungen skizzenhafte Lösungsvorschläge zur Konzeption des Schulhofes erarbeiten. Ein Vertreter der Architektenkammer ist in das Verfahren eingebunden.
Häfner/Jimenez, Berlin Schirmer und Partner, Berlin comakino*/ M.Staubach, Berlin Kamel Loafi, Berlin Datenschutz Jeder Teilnehmer und jedes Mitglied des Auswahlgremiums, Vorprüfer und Sachverständiger willigt durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren ein, dass seine personenbezogenen Daten im Zusammenhang mit o.g. Verfahren bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Form einer automatisierten Datei geführt werden. Die Einwilligung der Teilnehmer ist auf der Verfasser- bzw. auf der Zustimmungserklärung zu bestätigen. Eingetragen werden Name, Anschrift, Telefon, Bankverbindung, Beauftragung im Wettbewerb, Kammermitgliedschaft, Berufsbezeichnung. Nach Abschluss des Verfahrens können auf Wunsch diese Daten gelöscht werden (durch Vermerk auf der Verfassererklärung). Gemäß § 6 des novellierten Datenschutzgesetzes ist die Einwilligung der Betroffenen notwendig, da eine spezielle Rechtsgrundlage für die Führung dieser Datei fehlt.
Auswahlgremium, Sachverständige
Gabriele Kiefer Landschaftsarchitektin, Berlin Ariane Röntz Landschaftsarchitektin, Berlin Regina Schramm Senatsverwaltung Bildung, Jugend, Sport Birgitt Kalthöner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Architekturwerkstatt Herrmann-Josef Pohlmann Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abt. Hochbau
Tancredi Capatti Landschaftsarchitekt, Büro Kiefer Patrick Soetewey Landschaftsarchitekt, Büro Röntz Stephan Strauss Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, IC3 Detlev Ronnisch Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abt. Hochbau
Ev Askar Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Auftraggeber, Abt. Hochbau Bernd Hoffmann Schulleiter OSZ Bürowirtschaft II Ulrich Bergner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Projektvorbereitung und Prüfung Peter Ostendorff / Patrick Weiss Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Wettbewerbe Marianne Blankenfeld Bezirksamt Lichtenberg, Untere Denkmalschutzbehörde Clemens Radke Bezirksamt Lichtenberg, Stadtplanungsamt Harald Meier Bezirksamt Lichtenberg, Tiefbauamt Klaus-Peter Heinecke Bezirksamt Lichtenberg, Amt für Umwelt und Natur Peter Kever Architektenkammer Berlin
Ausgabe der Verfahrensunterlagen
Die Verfahrensunterlagen werden den ausgewählten Bewerbern im Zusammenhang mit einem Besichtigungstermin am 16.07.2004 um 10 Uhr vor Ort, OSZ Bürowirtschaft II, Berlin – Lichtenberg, Marktstr. 2-3, Raum 004 übergeben. Kann ein Teilnehmer die Unterlagen nicht persönlich entgegennehmen, werden ihm die Unterlagen per Post am gleichen Tage zugesendet.
Abgabe der Lösungsvorschläge
Die Arbeiten sind am 09.09.2004 von 14.00 bis 17.00 Uhr bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung - II D – Raum 14, Behrensstr. 42, 10117 Berlin abzugeben. Kennzeichnung der Arbeiten Die Lösungsvorschläge sind in allen Stücken mit dem Büronamen zu beschriften. Der Teilnehmer hat die Verfassererklärung (siehe Anhang) zeitgleich mit der Abgabe der Lösungsvorschläge mit seiner Anschrift und den geforderten Angaben abzugeben.
Rückfragen zum Verfahren können per E-Mail gestellt werden und müssen bis zum 10.08.2004 unter dem Betreff Verhandlungsverfahren OSZ BW II / Rückfragen bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Referat II D, maria.ruenz@senstadt.verwalt-berlin.de, eingegangen sein. Bei den Rückfragen ist auf die entsprechenden Teilziffern der Aufgabenstellung, auf die sie sich beziehen, Bezug zu nehmen. Die Rückfragen werden bei Bedarf mit den Sachverständigen erörtert. Die Beantwortung wird allen Teilnehmern per E-Mail zugesendet.
Vorstellung der Arbeiten Auswahlgremium
Die Verhandlungsgespräche an Hand der Lösungsvorschläge finden am 27.09.2004 ab 10 Uhr in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Behrenstraße 42, 10117 Berlin im Raum 038 statt. Es stehen pro Büro max. 20 min Vorstellungszeit zur Verfügung. Anschließend wird das Auswahlgremium über die Lösungsansätze unter Ausschluss der Teilnehmer weiterberaten.
Unterlagen des Verfahrens sind: • • die vorliegende Broschüre der Aufgabenstellung die schriftliche Beantwortung der Rückfragen per E-Mail
die im Folgendem aufgeführten Planunterlagen auf CD-ROM in den angegeben Dateiformaten
Informationspläne in Papierform • • • • • • Übersichtsplan M 1 : 4.000 Lageplan M 1 : 1.000 Informationsplan M 1 : 200 Leitungsplan M 1 : 200 Luftbild Luftbild (infrarot) mit Vegetation
Digitale Daten • • • Übersichtsplan / Lageplan als Vektordatei (.dwg) Arbeitsplan als Vektordatei (.dwg) Grundrisse / Ansichten / Schnitte des Schulgebäudes M 1 : 100 (Genehmigungsplanung des Büros Dreß & Wucherpfennig aus dem Jahre 1994) als Pixeldateien (.jpg) Luftbilder als Pixeldatei (.jpg) Historische Planausschnitte von 1906/07, 1913, 1928 als Pixeldateien (.jpg) Informationspläne der Leitungsträger GASAG, BEWAG und Berliner Wasserbetriebe als Pixeldateien (.jpg) B-Plan-Entwurf XVII-15 als Pixeldatei (.jpg) Straßenbestandsplan Marktstr. / Schreiberhauerstr. des Vermessungsamtes Lichtenberg als Pixeldatei (.jpg) Photodokumentation als Pixeldateien (.jpg) Aufgabenstellung (.pdf)
Hinweis Jeder Teilnehmer des Verfahrens verpflichtet sich, die vorliegenden digitalisierten Daten und Pläne nur für die Beteiligung am Verhandlungsverfahren zu nutzen. Daten, die im Rahmen der Bearbeitung als Zwischenprodukte anfallen und nicht an den Auftraggeber abgegeben werden, sind nach Abschluss des Verfahrens zu löschen.
Von den Teilnehmern werden folgende Leistungen in skizzenhafter Darstellungsform erwartet: • Verflechtungsbereich / Umfeld der Schule M 1 : 200 : Darstellung des Schulareals in Verbindung mit dem öffentlichen Straßenraum Vorentwurf M 1 : 100, Schulhof mit Nutzungszonen, Eingang und Einfriedung, Bäume/Bepflanzung, Oberflächengestaltung/Texturen Detail der Einfriedung M 1 : 50 Kostenaufstellung in nachvollziehbarer Form - Geländebearbeitung, Pflanzen, befestigte Flächen, Inventar, Einfriedung Prüfplan mit Angabe der notwendigen Maße Erläuterungsbericht, max. 2 Seiten DinA4
Verzeichnis der eingereichten Unterlagen Verfassererklärung (s. Anhang)
Die geforderten Leistungen sind in Papierform zu erbringen sowie zusätzlich auf CD-Rom (dwg oder dxf und 1x als pdf). Für die Lösungsvorschläge stehen 2 m hohe Rolltafeln mit einer Hängefläche von 1,96 m (Breite) x 1,46 m (Höhe) zur Verfügung. Die zur Verfügung gestellten Arbeitspläne sind ein Angebot, den Wettbewerbsbeitrag darzustellen; sie müssen von den Verfassern nicht verwendet werden. Jeder Teilnehmer darf nur eine Arbeit ohne Variante einreichen. Farbige Darstellungen sowie erläuternde Skizzen sind zugelassen.
Die Lösungsvorschläge werden auf Plausibilität auch im Hinblick auf die Kosten vorgeprüft und vom Auswahlgremium beurteilt.
1.12 Vergütung
Für die Lösungsvorschläge wird den Teilnehmern ein Bearbeitungshonorar gemäß HOAI von 2.000,00 € zuzüglich 16 % MwSt. pro Büro erstattet.
1.13 Auftragserteilung
Der Auftraggeber beabsichtigt unter Würdigung der Empfehlung des Entscheidungsgremiums einen der Teilnehmer mit der weiteren Bearbeitung der Planungsaufgabe sowie der Schulsportanlagen, mindestens mit den Leistungsphasen 2,3,4 (soweit erforderlich) und 5, nach § 15 bzw. §17 HOAI zu beauftragen, soweit und sobald die dem Verhandlungsverfahren zugrundeliegende Aufgabe verwirklicht wird. Voraussetzung ist, dass die Ausführung der ausgewählten Arbeit im Kostenrahmen möglich ist. Die Durchführung der weiteren Bearbeitung steht unter dem Vorbehalt der Freigabe der dafür erforderlichen Haushaltsmittel. Im Falle einer Beauftragung werden die im Verhandlungsverfahren erbrachten Leistungen bis zur Höhe des Bearbeitungshonorars nicht erneut vergütet, wenn der Entwurf in seinen wesentlichen Teilen unverändert der weiteren Bearbeitung zugrunde gelegt wird.
Die eingereichten Unterlagen werden Eigentum des Auftraggebers. Das Urheberrecht und das Recht der Veröffentlichung der Entwürfe bleiben dem Verfasser erhalten. Der Auftraggeber ist berechtigt, die Lösungsvorschläge nach Abschluss des Verhandlungsverfahrens ohne weitere Vergütung zu dokumentieren, auszustellen und (auch über Dritte) zu veröffentlichen. Die Namen der Verfasser werden dabei genannt.
Durch ihre Unterschrift in der Verfassererklärung (siehe Anhang) versichern die Teilnehmer, dass sie die geistigen Urheber der Lösungsvorschläge, gemäß den Teilnahmebedingungen berechtigt, mit einer Beauftragung zur weiteren Bearbeitung einverstanden und zur fach- und termingerechten Durchführung in der Lage sind. Das Formular der Verfassererklärung befindet sich im Anhang.
1.16 Bekanntgabe des Ergebnisses Ausstellung der Arbeiten
Das Ergebnis des Verfahrens wird den Teilnehmern unmittelbar nach der Entscheidung des Auswahlgremiums mitgeteilt. Außerdem erhalten alle Verfahrensbeteiligten das Protokoll über die Sitzung des Auswahlgremiums. Der Auftraggeber beabsichtigt, die Lösungsvorschläge im OSZ Bürowirtschaft II in Berlin-Lichtenberg, Marktstraße. 2-3 auszustellen. Eröffnungstermin und Dauer der Ausstellung werden noch bekannt gegeben.
1.17 Haftung und Rückgabe
Für die Beschädigung oder den Verlust der eingereichten Lösungsvorschläge haftet der Auftraggeber nur im Fall nachweisbar schuldhaften Verhaltens.
Ausgabe der Arbeitsunterlagen Rückfragen über Internet bis Abgabe der Arbeiten Vorstellungstermin und Auswahlgremium 16. Juli 2004 10. August 2004 09. September 2004 27. September 2004
OSZ Freiraumgestaltung Bürowirtschaft II / Teil 2 Situation- und Planungsvorgaben
Teil 2 Situation und Planungsvorgaben 2.1 Historische städtebauliche Entwicklung
Ende des 19. Jahrhunderts lässt der industrielle Aufschwung Berlins den Wohnraumbedarf auch außerhalb des Stadtbahnringes schnell anwachsen. Im Zuge der damit verbundenen Stadterweiterung wurde das Gebiet zwischen der 1842 eröffneten Bahnlinie nach Frankfurt/Oder und der 1867 eingeweihten Ostbahn Richtung Königsberg unter den Fabrikantenbrüdern Lehmann nach englischem Vorbild zur Wohnsiedlung (Viktoriastadt) entwickelt. Dagegen war der Bereich zwischen den Bahndämmen und dem Kuhgraben in Berliner Besitz und beherbergte den privaten Gänse- und Schweinemarkt. 1904 wurde er von der Gemeinde Boxhagen/Rummelsburg angekauft. Östlich und südlich des Verlaufes des Kuhgrabens wird ab 1872 ein Baugebiet erschlossen, bei dem sich auf die Initiative der ansässigen Berliner Cement-Bau-AG hin auch einige der ersten Betonwohnhäuser befinden, deren Qualitätsstandards jedoch selbst für damalige Verhältnisse sehr bescheiden waren. Ab 1880 wird bis 1928 unter dem Baumeister Türrschmidt die Bebauung in traditioneller Ziegelbauweise fortgeführt. Auch über die Gemarkungsgrenze hinaus wird die Siedlung ab 1884 nördlich der Kuhgrabens fortgesetzt. 1897 beginnt man mit der Verlegung der Kanalisation, nachdem man bis dahin den Kuhgraben als Abwasserkanal genutzt hat. Der Kuhgraben wird im Zusammenhang mit der Kanalisation verrohrt und an das Abwassersystem angeschlossen. Der 1882 angelegte Kreuzungsbahnhof Stralau - Rummelsburg wird bis 1903 auf 6 Bahnsteige erweitert und ab 1929 als reiner S-Bahnhof genutzt. 1933 wird er zum S-Bahnhof Ostkreuz umgenannt. Der ständige Bevölkerungszuwachs macht den Bau von kommunalen Einrichtungen erforderlich. So werden westlich des Kuhgrabens zu Beginn des neuen Jahrhunderts zwei große Schulbauten, eine Feuerwache und ein Straßenreinigungsdepot gebaut. Zu den Schulbauten gehört das Neue Realgymnasium (1906/1907 von Artur Müller und Conrad Stumm) an der Marktstraße 2-3 (heute OSZ Bürowirtschaft II) und die Volks- und Knabenmittelschule (1908 von Gemeindearchitekt Ringel) in der Tradition der märkischen Backsteingotik in der Marktstraße 9-13. Der Straßenbau nordöstlich wird jedoch nicht weitergeführt. Neben dem Realgymnasium entstand in der Schreiberhauerstraße das Städtische Arbeitsamt. (s. Karte von 1913). Der Repräsentationsbau des ehemaligen Realgymnasiums war für die Gemeinde von großer Bedeutung. Die damals in Finanznöten befindliche Gemeinde Boxhagen-Rummelsburg verband nämlich mit dem Bau dieses Realgymnasiums die Erwartung, einem gehobeneren und zahlungskräftigeren Bürgertum die Ansiedlung in der Gemeinde attraktiver zu machen. Dies brachte sie dazu, hiermit nicht den Gemeindebaumeister zu beauftragen, sondern einen deutschlandweiten Architekten- Wettbewerb auszuschreiben. Der schließlich von der Jury (der u.a. Stadtbaumeister Ludwig Hoffmann angehörte) preisgekrönte Entwurf der Charlottenburger Architekten Arthur Müller und Conrad Stumm trug den Titel "Offene Bauweise". Gelobt wurde hier - zwar aus eher pragmatischer
Sicht - neben der Grundrisslösung und der Anordnung der Aula die Anordnung der Freifläche und ihre Orientierung: "Die Verlegung des Hofes an die Straße entzieht den Lehrräumen den Lärm und lässt die störend in die Erscheinung tretenden Nachbargebäude hinter dem neuen Schulbau vollständig verschwinden." (aus "Deutsche Konkurrenzen" XIX. Band, Heft 6, Leipzig 1905). 1916 kaufte die Knorrbremsen AG das noch unbebaute Gelände an der Hirschberger Straße auf, deren Firmensitz vorab schon an der Neuen Bahnhofstraße 9-17 residierte. An der Hirschberger Straße baute Alfred Grenander 1922-1927 einen Erweiterungsbau für die Knorrbremsen AG und gegenüber dem Realgymnasium wurde ein Sportplatz angelegt. Das städtische Arbeitsamt nördlich der Schule wurde im Krieg stark zerstört und abgerissen. Nach dem Krieg befand sich in dem Gebäude der Knorrbremse Hirschberger Straße der „VEB Meßelektronik“, der vor der Wende eine betriebseigene Kultureinrichtung und ein Casino in dem eingeschossigen Gebäuden in der Schreiberhauerstraße 45 (heute Schulgrundstück) betrieb.
Abb. 2.2.1 Karte von 1913 M 1:10.000
Abb. 2.2.2 Lage des Schulgeländes und Umgebung M 1:10.000
Das Grundstück der Schule Das gesamte Schulgrundstück Marktstraße 2-3 und Schreiberhauerstraße 45 mit einer Größe von insgesamt 8.387 m² befindet sich im Eigentum des Landes Berlin in der Zuständigkeit der Senatsverwaltung für Bildung Jugend und Sport. Die westlich anschließende Dreiecksfläche (746 m²), die im Rahmen der Straßenumlegung entstanden ist, wurde dem Schulgrundstück zugeordnet ebenso wie die Fläche der Schreiberhauer Straße 45 (2.720 m²). Das Bearbeitungsgebiet des Verhandlungsverfahrens bezieht sich auf die Schulhof- und die Dreiecksfläche, jedoch nicht auf die Fläche der Schreiberhauer Straße 45 (s. Abb. 2.2.3 Schulgelände).
Abb. 2.2.3 Schulgelände M 1:2.000
Der Grünstreifen zwischen der westlichen Grundstücksgrenze und dem Gehweg der Schreiberhauer Straße befindet sich als potentielle Straßenverbreiterungsfläche im Fachvermögen des Tiefbauamtes Lichtenberg. Derzeitig befindet sich darauf eine Aufbereitungsanlage zur Grundwassersanierung, die jedoch innerhalb des kommenden Jahres abgebaut werden wird.
Abb. 2.2.4 Luftbild Ostkreuz und Umgebung 2002
Städtebau und Nutzungen im Umfeld Das gegenüber an der Schreiberhauerstraße gelegene Grundstück wurde nach der Wende mit einem Dienstleistungs- und Einkaufscenter (Einzelhandel) bebaut, das dem Betrachter hauptsächlich als offenes Parkhaus mit vier Geschossen in Stahl-Skelettbauweise erscheint (s. Fotos F1 und F2).Richtung Norden schließt zur Hirschberger Straße ein dreigeschossiger Kopfbau an, in dem unter anderem ein Fitness-Studio untergebracht ist. Das geschützte und denkmalgemäß sanierte Gebäude der ehemaligen Knorrbremse AG wurde nach der Wende um einen Block nach Norden erweitert und ist der Hauptsitz der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) im östlichen Teil Berlins (s. Seite 23) In direkter Nachbarschaft zum zukünftigen Außensportgelände des OSZ ist in den 90er Jahren in der Schreiberhauerstraße 25-35 bis hin zur Kaskelstraße eine straßenbegleitende Wohnbebauung entstanden (s. Fotos F3 und F4). Lediglich die abschließende Kopfbebauung auf dem Grundstück Schreiberhauerstraße, die sich zur Schule hin orientieren wird, läßt noch auf einen Investor warten. Das Grundstück zeigt sich mit Baugrube und Bauzaun. Die ebenfalls denkmalgeschützte ehemalige Volks- und Knabenmittelschule in der Marktstraße 11 ist heute Sitz der Fachoberschule für Tech-
nik und Wirtschaft (s. Foto F5). Davor befindet sich auf dem Grundstück Marktstraße 12-13 ein Polizeirevier. Das Bahngrundstück Marktstraße 14, direkt gegenüber dem Lehrertrakt des OSZ, ist Teil der Planungen zur Umgestaltung des Bahnhofs Ostkreuz. Östlich des im Stadtbild nicht mehr erlebbaren Kuhgrabens schließt sich direkt das zusammenhängende Altbauwohngebiet um die Kaskelstraße (Kaskelkiez) bis hin zur Türrschmidtstraße und den Bahndämmen an (s. Fotos F6). Anbindung an den Verkehr Öffentlicher Nahverkehr
Abb. 2.2.5 Auszug aus dem BVG-Stadtplan 2003 M 1:30.000
S-Bahn Das Oberstufenzentrum ist an den öffentlichen Nahverkehr gut angeschlossen. Der S-Bahnhof Ostkreuz als Knotenpunkt für die Linien der Stadtbahn und der Ringbahn liegt in fußläufiger Entfernung. Der geplante Umbau des Bahnhofes Ostkreuz wird mit einem neuen Ausgang Richtung Osten die Erschließung des Gebietes verbessern. Die S- Bahnstationen Rummelsburg und Nöldener Platz sind ebenfalls zu Fuß bzw. in Kombination mit dem Fahrrad erreichbar. Straßenbahn und Linienbus Direkt vor dem Schulgebäude Marktstraße 2-3 befindet sich in der Marktstraße eine Straßenbahn- und eine Bushaltestelle. Die Straßenbahnlinie 21 verbindet über die Marktstraße Friedrichshain und Lichtenberg mit Köpenick/Oberschöneweide und Treptow/Schöneweide. Die Buslinie 240 verläuft zwischen Mitte/Märkisches Museum über Lichtenberg zur Ringbahn/Storkower Straße. In fußläufiger Entfernung (Nöl-
dener Straße) erreicht man auch die Buslinie 194, die Marzahn mit Neukölln verbindet. Individual - Verkehr Die Marktstraße verbindet als Hauptverkehrsstraße Friedrichshain mit Karlhorst/Schöneweide, die Schreiberhauer Straße ist eine Durchgangsstraße nach Lichtenberg/Frankfurter Allee. So ergibt sich an der Kreuzung im durchschnittlichen täglichen Verkehrsaufkommen (dtV) eine Belastung von 25.100 Fahrzeugen pro Tag. Davon sind 1.300 Lastkraftwagen. An Werktagen, also Schultagen, liegt diese Belastung um ca. 7 % höher. Die Zahlen zeigen die hohe Belastung der Straßenecke, zu der das Grundstück mit Schulhof und Haupteingang orientiert ist. Ruhender Verkehr Derzeit befinden sich ca. 15 PKW-Stellplätze, die hauptsächlich von Lehrern benutzt werden, auf der schuleigenen Restfläche der alten Schreiberhauer Straße (Gehwegstreifen). Fahrradständer sind auf dem Schulhofareal südlich des Haupeinganges aufgestellt.
Flächennutzungsplan Die historische Nutzungsgrenze zwischen Wohnen und Gewerbe entlang des Kuhgrabens zeigt sich auch im aktuellen Flächennutzungsplan (FNP 2004) und verläuft etwas versetzt entlang der Schreiberhauer Straße. Der Bereich nordwestlich der Schreiberhauerstraße ist als Gemischte Baufläche (M1) dargestellt, die eine hohe Nutzungsintensität – und dichte mit Kerngebietscharakter zulässt. Der Bereich östlich von ihr ist als Wohnbaufläche (W 2) mit einer Geschossflächenzahl (GFZ) bis 1,5 dargestellt. Der Schulstandort ist eingetragen. Langfristig ist durch die geplante Umlegung der Hauptverkehrsstraße lt. FNP südlich des Ostkreuzes eine Entlastung der Marktstraße zu erwarten. Der Durchgangsverkehr Richtung Frankfurter Allee wird sich dadurch jedoch kaum verringern.
Abb. 2.3.1 Flächennutzungsplan Berlin (Auszug) in der Fassung der Neubekanntmachung vom 8. Januar 2004 (ABl. S. 95), zuletzt geändert am 16. März 2004 (ABl. S. 1441).
Entwurf des Bebauungsplanes Für den Baublock zwischen Kaskelstraße, Pfarrstraße, Marktstraße und Schreiberhauerstraße, mit dem Schulgrundstück des OSZ, wurde im Mai 1992 das Bebauungsplanverfahren XVII-15 eingeleitet. Ziel des Bebauungsplans ist die Entwicklung eines Teils des ehemaligen Industriegeländes der Knorrbremse AG zu einem allgemeinen Wohngebiet sowie die Sicherstellung der Erschließung durch die Bestimmung der neuen Lage für die Schreiberhauerstraße als öffentliche Straßenverkehrsfläche. Die Grundstücke Marktstraße 2 - 3 sowie Schreiberhauerstraße 45 werden hinter der Straßenbegrenzungslinie im Bebauungsplan-Entwurf XVII-15 zu Gemeinbedarfsflächen mit der Zweckbestimmung «Schule, Schulsportanlagen, Sporthalle» erklärt. Das bestehende Schulgebäude von 1906/07 wird durch eine Baugrenze gesichert und nachrichtlich als Baudenkmal dargestellt. Auf dem Grundstück Schreiberhauerstraße 45 schafft der Bebauungsplan-Entwurf XVII-15 innerhalb eines von Baugrenzen gefassten Baufeldes die Genehmigungsfähigkeit für einen Erweiterungsbau mit schulischer Nutzung, der aufgrund einer kurzen Baulinie an die bestehende Brandwand der Turnhalle/Aula angebaut werden müsste, sofern der öffentliche Grundstückseigentümer einmal den Bedarf für eine bauliche Erweiterung hat (Vorsorgeplanung). Die südliche Schulhoffläche mit einer Tiefe von 15,5 m ab der Marktstraße ist mit Bindungen zum Anpflanzen belegt. Diese Flächen sind gärtnerisch anzulegen und zu erhalten. Die Verpflichtung zum Anpflanzen gilt nicht für Wege, Zufahrten, untergeordnete Nebenanlagen und
Einrichtungen im Sinne von § 14 Abs. 1 Satz 1 der Baunutzungsverordnung. Für die Gebäude der Schule ist Schallschutz festgesetzt. Leitungsrechte für den verrohrten Kuhgraben oder für den „Altabschnitt“ der Schreiberhauerstraße vor dem Schulgelände werden im Bebauungsplan XVII-15 nicht gesichert und wurden während des Aufstellungsverfahrens von keinem Leitungsträger gefordert. Der Bebauungsplan-Entwurf XVII-15 hat bereits zweimal öffentlich ausgelegen (§ 3 Abs. 2 BauGB) und war Grundlage für eine Genehmigungsfähigkeit des Wohnungsbauvorhabens Schreiberhauerstraße 25 33 gemäß § 33 Abs. 1 BauGB (Planreife). Aufgrund der langen Verfahrensdauer und der sich permanent ändernden Rechtslage müsste der Bebauungsplan XVII-15 vor seiner Festsetzung als Rechtsverordnung erneut öffentlich ausgelegt werden.
Abb. 2.3.2 Entwurf des Bebauungsplanes XVII-15
Sanierungsgebiet und Erhaltungssatzung Das Schulgrundstück Marktstraße 2 - 3 sowie das Grundstück Schreiberhauerstr. 45 grenzen unmittelbar an das Sanierungs- und Erhaltungsgebiet „Kaskelstraße/Victoriastadt“. Das Wohnquartier um die Kaskelstraße wurde aufgrund der Zehnten Verordnung über die förmliche Festlegung von Sanierungsgebieten vom 18. November 1994, veröffentlicht im Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 64 vom 03. Dezember 1994 auf Seite 472, zum förmlich festgelegten Sanierungsgebiet erklärt. Der Geltungsbereich des Gebietes zur Erhaltung der städtebaulichen Eigenart aufgrund seiner städtebaulichen Gestalt ( gem. § 172 Abs. 1 Nr. 1
BauGB) ist identisch mit dem Sanierungsgebiet. Die Erhaltungsverordnung wurde am 04. November 1997 im Gesetz- und Verordnungsblatt, 53. Jahrgang Nr. 46 auf Seite 520 veröffentlicht. Gegenwärtig wird das Verfahren zur Geltungsbereichserweiterung der Erhaltungsverordnung „Kaskelstraße / Victoriastadt“ betrieben. In den Geltungsbereich aufgenommen werden sollen das Schulgrundstück Marktstraße 2 - 3, die Schreiberhauerstraße 45 sowie die Grundstücke Nöldnerstraße 37 bis 45. Das Bezirksamt Lichtenberg beabsichtigt, den Bezirksamtsbeschluß zur Festsetzung des erweiterten Geltungsbereiches im Juli 2004 zu fassen und anschließend im Gesetz- und Verordnungsblatt für Berlin zu veröffentlichen." Denkmalschutz Im Umfeld des Oberstufenzentrums befinden sich folgende denkmalgeschützte Gebäude (s. Pkt. 2.1 Historische Städtebauliche Entwicklung):
Mietshäuser Pfarrstraße 87/146 mit Kuhgraben, Denkmalbereich Ensemble Mietshäuser an der Kaskelstraße 4,5/9,10-16,21,22/24, Kernhofer Straße 1-16 und Hauffstraße 2-4, Baudenkmale Mietshäuser in der Victoriastadt,Kaskelstraße 13; Kernhofer Straße 16; Pfarrstraße 91, Spittastraße 38a/40, Türrschmidtstraße 17, Baudenkmale Schule, Turnhalle, Feuerwache, Turm und Umfassungsmauer in der Marktstraße 9-13, 1906-08 von Ringel, Baudenkmal S-Bahnhof Ostkreuz Sonntagstraße/Hauptstraße, 1900-1914, Denkmalbereich Gesamtanlage Wasserturm auf den Bahnanlagen am Ostkreuz,1909-12 von Karl Cornelius, Baudenkmal Knorrbremse AG in der Hirschberger Str. 4, 1922-27 von Alfred Grenander, Baudenkmal Knorrbremse AG Neue Bahnhofstr. 9-17, 1913-16 von Alfred Grenander, Umbau 1955, Denkmalbereich Gesamtanlage Schule und Turnhalle Marktstraße 2-3 (OSZ Bürowirtschaft II), Baudenkmal 1906-07 von Arthur Müller und Conrad Stumm
Abb. 2.3.3 Denkmalgeschützte Gebäude in der Umgebung M 1:10.000
Das ehem. Realgymnasium an der Marktstraße 2-3 gehört zu den bemerkenswertesten Berliner Bauten der historisierenden Architekturströmung. An diesem Bau treten die typischen Merkmale aus der Spätphase mit der Übernahme von Formen der deutschen Spätrenaissance auf, z.B. Schaugiebel, Portale, Erker, Haupttreppenhaus als vorgelagerter Baukörper, hohe Dächer mit Dachreiter, bewegte Silhouette und malerische Gestaltung zur Belebung des Stadtbildes. Das Urteil der Wettbewerbsjury aus dem Jahre 1905 hob einige dieser Merkmale lobend hervor: „Die Gebäudeflügel sind in den Straßen parallel geführt, wodurch eine weiträumige, einheitliche Hofanlage erzielt ist. Besonders verdient die gute Raumentwicklung vom Haupteingang zur Treppe und zur Aula Anerkennung. In der äußeren Erscheinung zeigt der Entwurf eine gute Auflösung der sonst einheitlich zusammengehaltenen Gesamtmasse des Baukörpers.“ Der Tuchollaplatz im Kaskelkiez (Türrschmidtstraße) wurde in Anlehnung an die historische Platzanlage vor Kurzem wiederhergestellt.
Abb. 2.3.4 Denkmalgeschütztes Gebäude der ehemaligen Knorrbremse (heute Sitz der BfA) Marktstr. / Hirschberger Str.
Schulgebäude und Nutzung heute
Nutzung der Schule Das Oberstufenzentrum für Bürowirtschaft II wird von ca. 500 Berufsschüler/n-innen aus ganz Berlin genutzt. Sie werden hier zum Bürokaufmann/-frau und zum Kaufmann/-frau für Kommunikation ausgebildet. Das Alter der Schüler liegt zwischen 16 Jahren (Schulabschluss 10. Klasse) und 25 Jahren (Schüler nach Orientierungsphasen in anderen Berufen oder Studien). Die statistischen Erhebungen der letzten Jahre zeigen einen Anstieg an älteren Schüler/innen auf.
Es werden Ausbildungen verschiedener Typen und verschiedener Dauer angeboten: • Neben der Berufsausbildung über drei Jahre in einem Betrieb, besuchen die Schüler/innen wöchentlich 12 Stunden oder im Blockunterricht einwöchig die Schule (Berufsschule). In einer Vollzeitausbildung über zwei Jahre kann am OSZ die Fachhochschulreife erreicht werden (Berufsfachschule). Ebenfalls als Vollzeitausbildung kann nach dem Schulabschluss im OSZ ein Berufsvorbereitungsjahr absolviert werden. Schüler/innen mit abgeschlossener Berufsausbildung können sich nach einem Jahr durch die Fachhochschulreifeprüfung qualifizieren (Fachoberschule). In Kooperation mit dem Berufsbildungswerk werden einzig im OSZ BW II die Projekte MDQM I und MDQM II in einjähriger bzw. vollschulischer Ausbildung angeboten. Die Projekte werden von der Humboldt-Universität wissenschaftlich begleitet und füllen drei bis vier Klassen pro Jahrgang.
Der Unterricht findet ganztags von Montag bis Freitag statt. Schulgebäude Die technische Infrastruktur/Versorgung des Schulgebäudes wurde Mitte der neunziger Jahre modernisiert, und Teile des Schultraktes sind unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes saniert worden. Diese Baumaßnahmen erstreckten sich über das Turnhallengebäude -ohne die darüberliegende Aula- aber mit Dach- und Fassadensanierung, Erneuerung der Heizungsanlage und den gesamten nördlichen Gebäudeflügel. In ihm befinden sich vorwiegend Klassen- und Sitzungsräume (s. Fotos F7 bis F12). Die Klassenräume sind zum Teil entsprechend der Berufsausbildungen medientechnisch ausgestattet (PC- Räume). Das Hauptgebäude mit dem Eingangsportal, und der Cafeteria sowie der südlich gelegene Klassen- und Rektorenhausflügel sind noch in unsaniertem Zustand (s. Foto F13). Zum Kuhgraben hin befinden sich zwecks Belichtung des Schulgebäudes zwei kleine Innenhöfe. In einem der Höfe ist ein Außenschornstein nach oben geführt (s. Foto F 14). Die Sanierung des Schulgebäudes in der anstehenden zweiten Bauphase wird wiederum nach denkmalpflegerischen Aspekten durchgeführt. Der Außenschornstein wird nicht mehr benötigt und abgerissen. Ein außenlaufender Fahrstuhl wird seitlich versetzt an Stelle des Schornsteins vom Hochparterre bis zum 2. OG geführt. Es ist geplant, dass Rollstuhlfahrer/innen den Niveau-Unterschied zwischen Eingang und Hochparterre (10 Stufen) innenliegend durch einen Hilfsfahrstuhl seitlich der Eingangstreppe überwinden. Entgegen den Aussagen der Planungen von 1995 wird die Cafeteria zukünftig im Bereich der Aula liegen und über den allgemeinen Aufzug versorgt werden.
Im Souterrain des nördlichen Gebäudeflügels liegt die Hausmeisterwohnung mit Außenterrasse und kleinem Garten zum Schulhof hin (s. Foto F15 und F16).
Freiraum der Schule und Schreiberhauerstraße
Einfriedung Zu der historischen Schulanlage gehörte auch eine aufwändige Mauer mit verziertem Eingangsportal, axial zum Haupteingang der Schule auf der alten Grundstücksgrenze zur Schreiberhauer Straße gelegen. Diese Einfriedung wurde in den sechziger Jahren wegen Baumängel abgerissen. Es gibt von ihr keinerlei Spuren mehr.
Abb. 2.5.1 Schreiberhauerstr./Marktstr., historische Maueranlage mit Ecktürmchen, ca.1907
Abb. 2.5.2 Hauptportal der historischen Abb. 2.5.3 Maueranlage und ehemaliger Gesangssaal, ca. 1907 Maueranlage, ca. 1920
Die alte Mauer wurde vom Rektorenhaus in der Marktstraße bis hin zum Turnhallenriegel entlang der alten Grenze zur Schreiberhauerstraße durch eine niedrige Abgrenzung in Bossenmauerwerk aus Rüdersdorfer Kalkstein ersetzt. Der Eingang wird durch mannshohe Pfeilermauern flankiert, ein dritter Pfeiler aus Ziegelmauerwerk wurde nachträglich errichtet. Tore und Zäune dieser neueren Einfriedung sind nicht mehr vorhanden (s. Fotos F17-19). Nach der Verlegung der Schreiberhauerstraße wurde das Grundstück zur Straße hin durch einen hohen Maschendrahtzaun entlang der neuen Grenze eingezäunt. Das Areal des zukünftigen Außensportgeländes ist entlang der Grundstücksgrenze mit einem provisorischer Bauzaun umschlossen (s. Fotos F19-21). Die Innenhöfe sind zur Wohnbebauung in der Pfarrstraße nur durch niedrige Restmauern ohne Zaun begrenzt. Die gesamten Einfriedungen sind als Zwischenlösung zu verstehen, die im Entwurf zur Disposition gestellt werden. Vegetation Erhaltenswerten Baumbestand findet man im Bereich des Lehrer- und Pausenhofes (s. Fotos F22-23). Dort stehen neben drei Süßkirschbäumen drei erhalteswerte Exemplare Malus floribunda (japanischer Wildapfel) außerdem eine junge Tilia cordata (Linde) und ein neu gepflanzter Walnussbaum (Juglans regia). Die Ecke Markt/Schreiberhauerstraße ist von einer Spirea-Hecke umgeben. Ein Pflanzbeet inmitten des Lehrerhofes ist mit bodendeckenden Sträuchern bepflanzt. Als Sichtschutz zur privaten Freifläche der Hausmeistenwohnung wurde vor einigen Jahren eine Thuja-Hecke angelegt.
In den Lichthöfen hat sich nach der Entsiegelung in den 90er Jahren eine wildwachsende, schattenverträgliche Spontanvegetation mit Baumsämlingen und Krautschicht entwickelt. Schulhof mit Inventar Der Schulhof ist nahezu ungestaltet und mit einer vielfach ausgebesserten Bitumenoberfläche versiegelt. Lediglich der Erschließungsweg vom ehemaligen Tor entlang des Lehrerhauses vorbei an Kellertreppen und – rampen bis zum Haupteingang liegt als Plattenweg mit Bordsteinkante leicht erhöht. Links neben diesem Eingang steht eine kleine Mauer, dahinter ragen zwei Kellerschächte zum Hof. Entwässert wird der Hof zur Mitte hin über eine Rinne (s. Fotos F24-25, F29-F30). Nur durch das Notdürftigste ist der Schulhof ausgestattet. So befinden sich einige Abfallbehälter, Fahrradständer und drei Bänke ohne Rückenlehne auf dem Hof. Der abgesenkte Hausmeistergarten und die Rampen sind durch Gitter gesichert. Der Haupterschließungsweg ist mit niedrigen Metallpfeilern geschützt, wobei deren Notwendigkeit zu hinterfragen ist. Der Schulhofbereich ist durch eine Unterführung mit der Fläche der zukünftigen Außensportfläche verbunden (s. Foto F26). Über eine Rampe kommt man unter dem Nordflügel hindurch und steigt dann über fünf Stufen zum nördlichen Schulgelände hinauf. Über diesen Weg ist auch die Hausmeisterwohnung extern erschlossen. Hof am ehemaligen Rektorenhaus Die historische Außentreppe erschließt über eine Loggia die Lehrerzimmer mit dem Außenraum. Der Hofbereich ist in den Sommermonaten durch das Baumdach der Wildäpfel verschattet. Der Plattenbelag ist vermoost, und die Pflanzflächen sind verwildert. Schreiberhauerstraße Die ehemalige Schreiberhauerstraße ist dem Schulgelände gestalterisch nicht zugeordnet. Sie zeigt sich als verwahrlostes Straßenland mit Schlackepflastersteinen, Granitbordsteinen, Bernburger Mosaikpflaster und Granitgehwegplatten (s. Foto F22). Viele Stellen sind mit Bitumen ausgebessert. Heute wird dieser vorgelagerte Bereich als Lehrerparkplatz und Standort für die Müllsammelbehälter genutzt (s. Foto F19). An einem Metalltor zur Marktstraße sind die Briefkästen (Schule/Hausmeister) montiert. Innenhöfe/Kuhgraben Nach Osten zur Wohnbebauung der Pfarrstraße befinden sich zwei kleine Lichthöfe mit einer Fläche von 135 m² und 82 m² (s. Foto F 14). Begrenzt werden die Höfe durch eine niedrige Brüstung aus Ziegelmauerwerk. Die Wohnbebauung schließt direkt mit ihren Hofbereichen an. Der Kuhgraben kreuzt nicht sichtbar die beiden Lichthöfe ebenso wie die drei Seitenflügel und verläuft parallel zur östlichen Grundstücksgrenze. Zugänglich sind die beiden Höfe über den Haupttreppenhaustrakt und über das südliche Seitentreppenhaus. Zukünftige Außensportfläche Das Grundstück der Schreiberhauerstraße 45 ist nicht Gegenstand der entwurflichen Bearbeitung im Verhandlungsverfahren. Es ist im Bedarfs-
programm der anstehenden Schulmodernisierung als Außensportfläche ausgewiesen und wird im anschließenden Planungsauftrag mit vergeben werden. Die bestehender Flachbauten werden abgeräumt. Der Seitenflügel der Schule zeigt sich zu diesem Grundstück mit einer Fensterfassade, während der Turnhallenbau mit einer Brandwand nach Nordosten zeigt (s. Foto F16). Entlang dieser Brandwand führt die vorgeschriebene Fluchttreppe in Stahlbauweise nach unten (s.Foto F28).
Klima, Wind, Besonnung Es ist von den bekannten Berliner Klimaverhältnissen auszugehen. Die Exposition des bestehenden Schulkomplexes wirft einen Schlagschatten in die südliche Schulhofecke. Die offene Gebäudelage nach Westen lässt auf dem Pausenhof bei Westwinden Turbolenzen erwarten. Die beiden kleinen Höfe am Kuhgraben erhalten augrund ihrer geringen Größe kaum direktes Sonnenlicht. Der Luftaustausch wird gering sein.
Abb. 2.6.1 Verschattungssituation am 21.04. um 12:00h
Lufthygiene, Lärm Die Luftbelastung mit Schadstoffen (Dieselruß und Straßenstaub) im Bereich des Schulhofes und der Fassade sind auf Grund des starken Straßenverkehrs hoch, bewegt sich jedoch in einem Bereich, der oft in Berlin anzutreffen ist. Der Kurzzeitwert zur Staubbelastung (Tagesmittelwert von 50 µg im Jahr >35mal überschritten) liegt über der ab 2005 zulässigen Grenze. Durch das starke Verkehrsaufkommen (s. Pkt. 2.2 Individualverkehr) Ecke Markt/Schreiberhauerstraße ist die Lärmbelastung der Schule entsprechend hoch. Bei Messungen wurde eine Belastung von 75 dB an der Schulfassade gemessen. Aufgrund der offenen und ungeschützten Lage des Schulhofes gegen Westen ist die Aufenthaltsqualität in der Pause dort stark beeinträchtigt. Der Schulseitenflügel im NO mit der angrenzenden Turnhalle schirmt die Lärmquelle zur Schreiberhauerstraße 45 hin
ab. Die dort liegenden Freiflächen sind deshalb weitaus geringer durch den Straßenverkehrslärm beeinträchtigt.
Der Schulhof lädt in seinem derzeitigen Zustand, der weder Gestaltqualität noch nennenswerte Angebote aufweist, die Schüler und Lehrer nicht zum Verweilen ein. Lediglich dort, wo Bänke auf dem Schulhof aufgestellt sind oder sich Geländer zum Anlehnen anbieten, treffen sich die jungen Leute zum Erzählen, Rauchen, Essen oder Trinken. An der sonnenwarmen Fassade des Turnhallenkomplexes und dem Turnhallenausgang halten sich die Schüler/innen auch bevorzugt auf. Außerhalb der Pausenzeiten ist der versiegelte Hof wenig frequentiert. Externe Nutzungen gibt es derzeit nicht. Der Bereich westlich des Rektorenhauses mit dem alten Baumbestand wird von den Schülern/innen kaum genutzt. Dies liegt zum einen an der Verschattung und der Lärmbelastung zum anderen am Mangel an Sitzmöglichkeiten.
Foto F1 Schreiberhauer Str., Dienstleistungszentrum, BfA (Knorrbremse), Turnhalle OSZ
Foto F2 Dienstleistungszentrum gegenüber des Schulhofes
Foto F3 Schreiberhauer Str., Teile der zukünftigen Außensportanlage und Fläche des zukünftigen Grünstreifens
Foto F4 Wohnbebauung Schreiberhauerstr. 25 - 35
Foto F5 Denkmalgeschützte Fachoberschule für Technik und Wirtschaft
Foto F6 Denkmalensemble Pfarrstraße
Foto F7 Oberstufenzentrum Bürowirtschaft II, Marktstr. 2-3
Foto F8 OSZ BW II, Ansicht Marktstraße
Foto F9 OSZ BW II, Ansicht Marktstraße
Foto F11 OSZ BW II, Sanierter Schulkorridor
Foto F12 OSZ BW II, Haupttreppenhaus
Foto F13 OSZ BW II, unsanierter Rektorenflügel
Foto F14 OSZ BW II, Lichthof mit Außenschornstein
Foto F15 BW II, Hausmeistergarten
Foto F16 OSZ BW II, Nordfassade mit Hausmeisterwohnung
Foto F17 OSZ BW II, Eingang Schulhof, Bestand
Foto F18 OSZ BW II, Schulhof, Grenzmauer, Bestand
Foto F19 OSZ BW II, Zaunanlage Eingang
Foto F20 OSZ BW II, Zaunanlage, neue Grundstücksgrenze
Foto F21 OSZ BW II, Einzäunung und Grenzsituation Turnhalle
Foto F22 OSZ BW II, Baumbestand Schulhof
Foto F23 OSZ BW II, Baumbestand und hintere Außentreppe Lehrerhof
Foto F24 OSZ BW II, Schulhof
Foto F 25 OSZ BW II, Schulhof, Bestand im Eingangsbereich
Foto F26 OSZ BW II, Durchgang zur Schreiberhauerstr.45, zukünftiges Außensportgelände
Foto F27 OSZ BW II, Gelände des geplanten Grünstreifens zwischen Schreiberhauerstraße und Schule
Foto F28 OSZ BW II, Schreiberhauerstr.45, Brandwand Turnhallengebäude
Foto F29 OSZ BW II, Haupteingang, Schulhof während der Pause
Foto F30 OSZ BW II, Eingang Turnhalle während der Pause
OSZ Freiraumgestaltung Bürowirtschaft II / Teil 3 Aufgabe des Verhandlungsverfahrens
Teil 3 Aufgabe des Verhandlungsverfahrens 3.1 Zielsetzung zur Gestaltung des Freiraumes
Nach der Verlegung der Schreiberhauer Straße und dem Abriss der alten Grundstückseinfriedung mit dem aufwendig gestalteten Portal, sind dem denkmalgeschützten Schulgebäude des Oberstufenzentrums die wichtigen gestalterischen Elemente eines Entrés verloren gegangen. Die Verkehrsbelastung der angrenzenden Straßen beeinträchtigen die Aufenthaltsqualität des Pausenareals und das Erscheinungsbild des neuen Dienstleistungszentrums vis à vis wertet die städtebauliche Situation nicht gerade auf. Die Grundstückserweiterung nach Westen lässt die Frage nach dem Umgang mit dem historischen Straßenland, unter dem auch die Versorgungsleitungen verlaufen, entstehen. Wie kann man mit dem geplanten öffentlichen Grünstreifen vor dem Schulhof an der Schreiberhauerstraße umgehen? Wie antwortet man gestalterisch auf die unglückliche Grenzführung an der Turnhallenfront zur Straße hin? Dazu sind in diesem ersten Schritt der Vorentwurfsplanung Antworten zu finden, ebenso wie auf die Frage, wie sich eine Berufsfachschule für Bürowirtschaft und Kommunikation auch im Außenraum der Öffentlichkeit präsentiert. Im Hinblick auf die Nachhaltigkeit und die schwierige finanzielle Lage des Landes Berlin wird eine zeitlose, dem historischen Schulgebäude angemessene uns somit solide Schulhofgestaltung erwartet, die den Ansprüchen der Benutzer auch in späteren Jahren noch Rechnung tragen kann.
Nutzung der Freiflächen
Es soll ein Freiflächenkonzept aufgestellt werden, das alle genannten Fragen schlüssig beantwortet, gleichwohl aber auch noch Spielräume für Weiterentwicklung lässt. Die Pädagogen/innen und Schüler/innen als Nutzer des Schulareals sind bereit, sich im späteren Planungsablauf im Rahmen des Modellprojektes „Demokratie lernen und leben /Grün macht Schule“ inhaltlich zu beteiligen. Der zentrale Anspruch an den Schulhof ist, durch die Freiflächengestaltung die Aufenthaltsqualität für Schülerinnen und Lehrer/innen zu erhöhen. So sind Ruhezonen mit Ablage – und Sitzmöglichkeiten genauso wichtig wie die Möglichkeit, den Unterricht im Freien abzuhalten und regengeschützte Aufenthaltsbereiche anzubieten. Die Möglichkeit zum Sitzen und sich Treffen sollte in vielfältiger Form berücksichtigt werden. Eine Bündelung der befahrbaren Flächen ist anzustreben, um die dafür notwendigen Flächen zu reduzieren. Vier PKW-Stellplätze mit je 25 m² für behinderte Menschen und 50 Motorrad- und Fahrradstellplätze mit je 2 m² sind lt. Bedarfsprogramm zu berücksichtigen. Die Stellplätze sollen zu Vermeidung von Vandalismus an den Fahrzeugen gut einsichtig sein. Der Bauherr beabsichtigt, vorerst 25 dieser Stellplätze zu errichten und nur bei zusätzlichem Bedarf weitere Stellplätze anzulegen. Die Fläche für die zusätzlichen 25 Stellplätze ist vorzuhalten. Der derzeitige Stellplatz der Abfallcontainer wird aufgegeben. Für vier Abfallcontainer soll ein neuer Standort vorgeschlagen werden.
Die Innenhöfe werden sicherlich nicht einer neuen Nutzung zugeführt werden. Sie sind jedoch gestalterisch zu berücksichtigen. Die geringe Erlebbarkeit der Orte und der Aufwand für die Herstellung und die Unterhaltung dieser Flächen sollten in einem ausgewogenen Verhältnis stehen.
Materialien Der vorhandene Platzbelag wird zur Disposition gestellt. Die Kellertreppen werden zum Teil aufgegeben oder zurückgebaut und die Kellerschächte werden abgerissen (s. Informationsplan). Die gewählten Materialien sollen pflegeleicht und möglichst resistent gegen Zerstörung sowie einer hohen Nutzungsintensität gewachsen sein. Der Oberflächenbelag muss den Niederschlag weitestgehend an den Untergrund abgeben können. Vegetation Der vorhandene Baumbestand ist weitestgehend zu erhalten ebenso wie die Sichtschutzhecke zur Hausmeisterwohnung. Die vorhandene Hecke und die Sträucher im Bereich des Rektorenhauses können aufgegeben werden. Die Festsetzungen des B-Planes sind zu berücksichtigen. Weitere Baumpflanzungen und Neupflanzungen sind erwünscht, es muss jedoch beachtet werden, dass nur ein notwendiges Minimum an Gartenpflege vom Hausmeister zu erwarten ist (s. Hausmeistergarten) und der Senatsschulverwaltung nur ein Minimum an Unterhaltungsmitteln zur Verfügung stehen wird. Deshalb sind robuste und standortgerechte Bepflanzungen zu bevorzugen. Entwässerung Grundsätzlich soll die Oberflächenentwässerung sowohl der Dachflächen wie auch des Freiraumes auf dem eigenen Schulgrundstück versickern. Ist dies flächenbedingt nicht möglich, ist die Entwässerung an das Entwässerungssystem der Berliner Wasser Betriebe anzuschließen, was die Herstellungskosten und langfristig die Betriebskosten der Schule erheblich erhöht. Im Sinne einer nachhaltigen und kosteneffizienten Bewirtschaftung der Schule wird derzeit zwischen der Senatschulverwaltung und dem Bezirk Lichtenberg verhandelt, ob eine Nutzung des vorgelagerten öffentlichen Grünstreifens (s. Foto F27) zur Versickerung von Niederschlagswasser, möglich wäre. Die öffentliche Vorzone und die Eingangssituation des Schulhofes sollten auch aus ästhetischen Gründen als Einheit verstanden und gestaltet werden. Es ist zu prüfen, ob sich diese Idee in die Realität umsetzen lässt und zu einer gestalterisch guten Lösung führt (Regenauffangfläche lt. Bedarfsprogramm max. 5.600 m² ). Einfriedung Das Schulgrundstück ist zum öffentlichen Straßenraum hin einzufrieden. Da der neue Grundstückszuschnitt zur Schreiberhauerstraße hin den Verlauf der historischen und auch heutigen Grundstücksmauer in Frage stellt, wird hinsichtlich der Lage eine Antwort gesucht, die sowohl dem öffentlichen Raum, wie auch der Turnhalle und der Funktionalität der
Schule mit ihrer axialen Ausrichtung des Haupteinganges Rechnung trägt. Eine moderne Gestaltung der Einfriedung soll sich an der Qualität der historischen Schulanlage messen und - wenn möglich- schallisolierend einwirken. Ein Wiederaufbau der historischen Mauer mit ihrem aufwendigen Portal könnte längerfristig als Projekt für das Bund-Länder-Förderprogramm "Städtebaulicher Denkmalschutz" entwickelt werden. Die angestrebte Erweiterung der Erhaltungssatzung liefert hier eine wesentliche Voraussetzung. Ein Antrag und eine Entscheidung darüber liegen derzeit nicht vor. Der Wiederaufbau der historischen Mauer ist keine Vorgabe der Aufgabenstellung. Belange behinderter Menschen Der Haupteingang zur Schule soll für gehbehinderte Menschen barrierefrei zugänglich sein. Dazu hat der mit der Schulbausanierung beauftragte Architekt zwei Rampen rechts und links des Eingangsportals parallel zur Fassade vorgesehen. Alternativ soll im Rahmen der Schulhofgestaltung eine Lösung gewählt werden, die eine Anhebung des Schulhofes hin zur Eingangsschwelle (derzeit 0,30 m Höhendifferenz) vorsieht und die geplanten Rampen damit hinfällig macht. Hausmeister Die der Hausmeisterwohnung zugewiesenen Freiflächen sind in einem Abstand von 6 m ab Tieflage nicht mit Nutzungen zu versehen, die sich störend auf die Privatsphäre auswirken können.
Kostenrahmen und Wirtschaftlichkeit
Für die Gesamtbaumaßnahme (Gebäude und Freifläche) stehen von 2005 bis spätestens 2007 insgesamt 7,25 Mio. € zur Verfügung. Diese Mittel entspringen zu 90 % aus dem Investitionsprogramm Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GAMittel) und werden zu 10 % vom Land Berlin finanziert. Für den Freiraum (Geländebearbeitung, Wirtschaftsgegenstände bzw. Inventar, Wegebau und Schulhofgestaltung, Grünflächen) und die Außensportanlagen mit den notwendigen Einfriedungen stehen lt. geprüftem Bedarfsprogramm Gesamtbaukosten von 456.850 € (incl. 16 % MwSt) zur Verfügung. Gesamtbaukosten von 379.000 € (incl. 16 % MwSt) sind für Ver- und Entsorgungsleitungen (Be- und Entwässerung des Grundstücks, Beleuchtung/Strom im Außenbereich) zusätzlich vorgesehen. Baunebenkosten sind bei beiden Gesamtbaukosten nicht enthalten. Der Kostenrahmen ist unbedingt als verbindlich einzuhalten. Die wirtschaftlichen Standards des öffentlichen Bauens sind zu berücksichtigen.
Der zweite Teil der Sanierungsmaßnahme wird 2005 beginnen. Im Freiraum wird in einer 1. Bauphase die Bebauung der Schreiberauerstraße
45 abgerissen und das Grundstück geräumt werden. Im Anschluss werden die Außensportanlagen realisiert werden. Nach Abschluss der Sanierung des Schulhauptgebäudes und Rektorenhauses wird in einer 2. Bauphase die Neugestaltung des Schulhofes mit dem Lehrerhof, der Lichthöfe und die Einfriedung zur Schreiberhauerstraße erfolgen.
3.6 Beurteilungskriterien des Auswahlgremiums
Es wird von den teilnehmenden Büros ein qualitätsvoller Lösungsansatz erwartet, der die Aufgabe gestalterisch, funktional und wirtschaftlich löst. Die Reihenfolge der Kriterien stellt keine Wertung dar. Grundsätzlich sind die detaillierten Formulierungen der Aufgabenstellung ausschlaggebend.
OSZ Freiraumgestaltung Bürowirtschaft II / Teil 4 Anhang
Verfassererklärung Verhandlungsverfahren Freiraumgestaltung OSZ Bürowirtschaft II
Eintragungsort Kammer-Nr.
Verfasser mit Profession Mitarbeiter
................................................. ..................... .................. ................................................. ..................... .................. ................................................. ..................... .................. ................................................. ................................................. ................................................. ................................................. ............................................................................... ...............................................................................
............................................................................... ............................................Fax ............................. ...............................................................................
Sonderfachleute mit Profession/Berater
.................................................. .................................................. .................................................. .................................................. .................................................. .................................................. .................................................. .................................................. .................................................. .................................................. Ich (Wir) erkläre(n), dass ich (wir) in ................................................. meinen (unseren) Wohn- und /oder Geschäftssitz habe(n). Mit der Teilnahme am Wettbewerb verpflichte(n) ich mich (wir uns), im Falle einer Beauftragung durch den Auslober ausschließlich Planungsleistungen nach HOAI zu übernehmen (GRW 7.2) sowie in der Lage zu sein, diese Planungsleistungen gemäß Auslobung in persönlicher Verantwortung zu erbringen. Ich (wir) erkläre(n) mit meiner (unserer) Unterschrift, dass ich (wir) der (die) geistigen Urheber der Arbeit mit der oben genannten Kennzahl bin (sind) und dass weder ich noch der (die) oben genannte(n) Mitarbeiter gegen die ausschließenden Bestimmungen für Teilnehmer gemäß Ausschreibung verstoßen. Die Verfasser erklären sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten, die in diesem Vordruck enthalten sind, im Zusammenhang mit o. g. Wettbewerb bei der Senatsverwaltung in Form einer automatisierten Datei geführt werden.
Institut Kontonummer Bankleitzahl Kontoinhaber mit Anschrift
Ort, Datum Unterschrift des/der Verfasser, Stempel
Quellenverzeichnis Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Kunstwettbewerb Urban II, Künstlerische Zeichen im Kaskelkiez, Auslobung 2002 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung 5 Jahre Sanierung in Lichtenberg, 1995-1999 Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport, Berufsbildende Schulen in Berlin Schuljahr, 2003/2004 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Aufbau der Aula der Max-Taut-Schule, Verhandlungsverfahren, Aufgabenstellung 2002 Abbildungsverzeichnis Abb. 2.2.1 Karte von 1913, Landesarchiv Berlin, Kartenabteilung Abb. 2.2.2 Lage des Schulgeländes, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, II D Abb. 2.2.3 Schulgelände, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, II D Abb. 2.2.4 Luftbild, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abt. III Abb. 2.2.5 BVG Stadtplan 2003 Abb. 2.3.2 Entwurf, B-Plan, Bezirksamt Lichtenberg von Berlin Abb. 2.3.4 Denkmalgeschützte Gebäude, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, II D Abb. 2.5.1 Historische Mauer, sonst. Ansichten, Kopien über Architekten Dreß u. Wucherpfennig von Postkarte und Deutsche Konkurrenzen 1905 Abb. 2.5.1 Verschattung, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, II D