Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=23.11.1995&Aktenzeichen=IX%20ZR%20213/94
Timestamp: 2020-06-03 23:32:13
Document Index: 219382929

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 19', '§ 21', '§ 278', '§ 278', '§ 19', '§ 21', 'BGH', '§ 14', 'BGH', 'BGH', '§ 19', '§ 278', 'BGH', '§ 278', 'BGH', '§ 19', '§ 839', '§ 278', 'BGH', '§ 278', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 23.11.1995 - IX ZR 213/94 - dejure.org
https://dejure.org/1995,552
BGH, 23.11.1995 - IX ZR 213/94 (https://dejure.org/1995,552)
BGH, Entscheidung vom 23.11.1995 - IX ZR 213/94 (https://dejure.org/1995,552)
BGH, Entscheidung vom 23. November 1995 - IX ZR 213/94 (https://dejure.org/1995,552)
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BNotO § 19; BeurkG § 21; BGB § 278
Haftung für Verschulden von Hilfspersonen
Notar - Hilfspersonen - Verschulden
Notarhaftung; Grundbucheinsicht durch Hilfspersonen
BGB § 278; BNotO § 19 Abs. 1; BeurkG § 21 Abs. 1
Haftung des Notars für das Verschulden von Hilfspersonen bei der Grundbucheinsicht
Notarhaftung für Verschulden von Hilfspersonen bei Grundbucheinsicht
Notarhaftung bei Grundbucheinischt
BGHZ 131, 200
NJW 1996, 464
MDR 1996, 314
DNotZ 1996, 581
VersR 1996, 202
WM 1996, 81
BB 1996, 452
DB 1996, 325
JR 1996, 458
Er hat in diesem Falle zu prüfen, ob das im Vertrag bezeichnete Grundstück mit dem im Grundbuch eingetragenen identisch ist, der Verfügende wirksam als Berechtigter eingetragen ist, ob Belastungen eingetragen sind und der Vollziehung nach dem Grundbuchinhalt rechtliche Hindernisse entgegenstehen (…Sandkühler, in Arndt/Lerch/Sandkühler, BNotO 4. Aufl. § 14 Rdn. 108; vgl. auch BGHZ 131, 200, 207).
Ist der Beklagten danach nach dem Vorbringen des Klägers bei Abschluß des streitigen Darlehensvertrages das arbeitsteilige Wirken von B. zugute gekommen, muß sie auch die damit verbundenen Gefahren tragen, d.h. sich dessen Wissen zurechnen lassen (vgl. BGHZ 131, 200, 204; Beuthien NJW 1999, 3585, 3587).
Dies gilt unabhängig davon, ob und inwieweit der Notar bei Erfüllung seiner originären Amtspflichten zu seiner Arbeitserleichterung ausnahmsweise seine Angestellten heranziehen darf und ob und inwieweit er sich im Rahmen seiner Haftung nach § 19 Abs. 1 BNotO das Verschulden dieser Personen entsprechend dem Grundgedanken des § 278 BGB wie eigenes Verschulden zurechnen lassen muß (vgl. hierzu BGHZ 131, 200, 205 ff).
Die Zurechnung eines Verschuldens von Hilfspersonen gemäß § 278 BGB kommt nur im Bereich der eigentlichen Amtshandlungen des Notars in Betracht (BGH, Urt. v. 23.11.1995 - IX ZR 213/94, juris Rn. 14 f.;… Frenz, in: Eylmann, BNotO, 3. Aufl. 2011, § 19 Rn. 56 f.).
Die verletzten Pflichten müssen allerdings über allgemeine Amtspflichten im Sinne des § 839 BGB hinausgehen; nur ein zwischen dem einzelnen und der öffentlich-rechtlichen Körperschaft bestehendes besonderes, enges Verhältnis kann Grundlage für eine sinngemäße Anwendung des § 278 BGB sein (BGHZ 131, 200, 204 m.w.N.;… vgl. zu den einzelnen Fallgruppen einer derartigen Sonderverbindung auch Staudinger/Löwisch, BGB 13. Bearb. 1995 § 278 Rn. 11).
Ihre Beantwortung wäre überdies durch das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 23. November 1995 - IX ZR 213/94 (BGHZ 131, 200 = NJW 1996, 464 = JR 1996, 458 m. Anm. Grziwotz) vorgezeichnet.
Inwieweit dies auch für sonstige Vorbereitungs-, Unterstützungs- und Ausführungsarbeiten von Gehilfen über die in BGHZ 131, 200 behandelte Grundbucheinsicht hinaus gilt (…vgl. dazu etwa Zugehör in Zugehör/Ganter/Hertel, aaO, Rn. 352 ff., 355), kann offen bleiben.
Durch den Auftrag ist eine vertragsähnliche öffentlich-rechtliche Sonderbeziehung zwischen dem Erblasser und dem Notar entstanden (…vgl. BGH, Urt. v. 2. Juni 1981 - VI ZR 148/79, WM 1981, 942, 943; v. 23. November 1995 - IX ZR 213/94, NJW 1996, 464, 465, z.V.b. in BGHZ 131, 200 ff).
Dabei sind neben dem gegenüber DDR-Verhältnissen erheblich gestiegenen Verkehrswert auch die weiteren, nicht unbeträchtlichen Vergünstigungen des Mauergrundstücksgesetzes zu berücksichtigen (Kittke, NJW 1996, 464, 466; Wittmer, IFLA, 1996, 109, 113; vgl. auch Hellmann, VIZ 1996, 428).
Der Grund dafür, dass der Schuldner für das Verschulden eines Dritten einzustehen hat, liegt in der Erweiterung seines Geschäfts- und Risikobereichs; die Hilfsperson übernimmt eine Aufgabe, die im Verhältnis zum Gläubiger dem Schuldner selbst obliegt (vgl. BGH, U.v. 23.11.1995 - IX ZR 213/94 - BGHZ 131, 200 = juris Rn. 12).
OLG Celle, 28.02.2013 - Not 12/12
Notarrecht: Gegenstand des Antrags auf gerichtliche Entscheidung bei einer …