Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=20.02.2003&Aktenzeichen=III%20R%209%2F02
Timestamp: 2019-04-24 04:56:22
Document Index: 200576155

Matched Legal Cases: ['§ 33', '§ 65', '§ 33', '§ 65', '§ 33', '§ 65', '§ 65', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 33', '§ 15']

BFH, 20.02.2003 - III R 9/02 - dejure.org
EStG § 33b Abs. 6 und 7; EStDV § 65 Abs. 2 und 4
EStG § 33b Abs. 6, 7; EStDV § 65 Abs. 2, 4
Nachweis der Voraussetzungen für die Inanspruchnahme des Pflegepauschbetrages; Zweck, die häusliche Pflege zu stärken und die vielfältigen Belastungen, die die häusliche Pflege mit sich bringen, angemessen steuerlich zu berücksichtigen
§ 33b Abs. 6, 7 EStG; § 65 EStDV
Einkommensteuer; Nachweis der Voraussetzungen für die Inanspruchnahme des Pflegepauschbetrags
Schweregrad der Pflegebedürftigkeit
Besonderheiten bei Pflegestufe III
FG Münster, 20.02.2002 - 8 K 5559/01
BFHE 201, 511
DB 2003, 1253
BStBl II 2003, 476
BFH, 14.04.2015 - VI B 143/14
Ebenso wenig beschränkt sich der Wortlaut des § 65 Abs. 2 EStDV auf den Nachweis der Hilflosigkeit nach § 33b Abs. 3 Satz 3 EStG (BFH-Urteil vom 20. Februar 2003 III R 9/02, BFHE 201, 511, BStBl II 2003, 476).
Der Kläger begnügt sich mit allgemeinen Hinweisen auf gewandelte gesellschaftliche Verhältnisse und mit der Behauptung, die vom Finanzgericht (FG) in dem angefochtenen Urteil in Bezug genommenen BFH-Urteile vom 29. August 1996 III R 4/95 (BFHE 181, 441, BStBl II 1997, 199), vom 22. Oktober 1996 III R 265/94 (BFHE 182, 352, BStBl II 1997, 558) und vom 20. Februar 2003 III R 9/02 (BFHE 201, 511, BStBl II 2003, 476) trügen diesen Umständen nicht mehr hinreichend sachgerecht Rechnung.
Das angefochtene Urteil des Finanzgerichts (FG) entspricht der Rechtsprechung des Senats in dem Urteil vom 20. Februar 2003 III R 9/02 (BFHE 201, 511, BStBl II 2003, 476).
dieser von dem BFH in ständiger Rechtsprechung vertretenen (vgl. Urteile des BFH vom 29.7.2004 III B 155/03; vom 20.2.2003 III R 9/02 BFHE 201, 511 , BStBl II 2003, 476 ) und auch in der Literatur befürworteten (vgl. Oepen in Blümich EStG § 33b Anm. 84;… Glanegger in Schmidt EStG 23. Aufl. § 33b Anm. 19;… Mellinghoff in Kirchhof EStG 4. Aufl. § 33b Anm. 20) Auslegung ist deshalb im Streitfall eine sittliche Verpflichtung der Klägerin zur Pflege ihres Vaters anzuerkennen, da die Klägerin als nahe Angehörige i. S. v. § 15 Abs. 1 Nr. 3 AO anzusehen ist, zwischen ihnen enge persönliche Beziehungen bestanden und diese persönliche Beziehung für die Erbringung der Pflegeleistungen erkennbar im Vordergrund stand.
Zudem ist davon auszugehen, dass in derartigen Fällen Leistungen nach dem Pflegeversicherungsgesetz beansprucht werden, so dass entsprechende Bescheide vorhanden sind (vgl. BFH-Urteil vom 20. Februar 2003 III R 9/02, BStBl. II 2003, 476; bestätigt durch BFH-Beschluss vom 4. Mai 2004 III B 118/03, juris).