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Timestamp: 2018-08-20 00:40:29
Document Index: 35893912

Matched Legal Cases: ['§ 27', '§ 27', '§ 17', '§ 54', '§ 27', '§ 8']

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www.frag-einen-anwalt.de Verwaltungsrecht Zweitwohnsitz Halbes Jahr
Zweitwohnsitz Halbes Jahr
| 27.10.2016 13:06 |
Zusammenfassung: Eine Zweitwohnsitz ist von der Meldepflicht befreit , wenn er nur vorübergehend für max. 6 Monate bezogen wird ( § 27 Abs. 2 BMG)
Aufgrund meiner aktuellen Wohn- und Arbeitssituation pendle ich seit einem Jahr insgesamt 2 Stunden pro Tag auf die Arbeit mit meinem Auto. Nun habe ich mir eine kleine Mietwohnung in der Nähe meiner Arbeitsstelle genommen, um dort an Spätschichten oder Samstagsschichten Abends übernachten zu können und den Stress des Pendelns zu reduzieren.
Nun zu meiner Frage: Der Mietvertrag ist auf ein halbes Jahr begrenzt vorerst, da die Vermieter die Wohnung dann neu renovieren möchten und zu einem höheren Mietpreis dann an einen "Dauermieter" vermieten möchten. Für mich kein Problem da ich sehr flexibel bin, ABER muss ich dann für dieses halbe Jahr einen Zweitwohnsitz anmelden?
Habe mich natürlich erstmal durch das Internet geforstet und auf einer Seite bin ich auf folgenden Text gestoßen, welcher mich verunsichert hat.
"Nicht jeder kurzweilige Aufenthalt in einer auswärtigen Unterkunft zählt sofort als Nebenwohnung. Erst wenn der Aufenthalt eine Dauer von sechs Monaten übersteigt, gelten diese Meldepflichten – vorausgesetzt eine andere Wohnung ist bereits im Inland gemeldet."
In der Tat müssen sie sich erst ummelden wenn sie einen Wohnaufenthalt von mehr als 6 Monaten nehmen. Dies ergibt sich aus § 27 Abs. 2 BMG und gilt für den Fall, dass sie bereits einen Wohnsitz in Deutschland, also den Hauptwohnsitz genommen haben. Ziehen sie nach 6 Monaten nicht aus , so haben sie sich binnen 2 Wochen bei der Meldebehörde anzumelden.
1. Wenn sie eine Wohnung beziehen müssen sie sich innerhalb von 2 Wochen nach dem Umzug /Einzug bei der zuständigen Meldebehörde anmelden ( § 17 BMG). Dies gilt auch für Zweitwohnungen, die beruflich genutzt werden.
Das BMG legt nämlich folgendes fest:
Weiterhin legt das BMG zu weiteren Wohnungen wie folgt fest:
Folglich gilt bei einer Zweitwohnung grundsätzlich die normale Anmeldefrist von 2 Wochen.
Verstreicht die Frist, ohne dass hierfür triftige Gründe vorliegen, so kann ein Bußgeld auferlegt werden (§ 54 BMG).
Allerdings gibt es den § 27 BNG zu Ausnahmen von der Meldepflicht. In seinem 2. Absdatz steht folgendes:
Bitte beachten sie die Rückausnahme, die ich in ihrem Fall nicht für einschlägig halte:
1.Spätaussiedler und deren Familienangehörige, wenn sie nach § 8 des Bundesvertriebenengesetzes verteilt werden, und
2.Asylbewerber oder sonstige Ausländer, die vorübergehend eine Aufnahmeeinrichtung oder eine sonstige zugewiesene Unterkunft beziehen.
Fazit: Wenn sie einen Wohnsitz nicht länger als 6 Monate innehaben und in Deutschland bereits meldetechnisch mit einer anderen Wohnung erfasst sind, brauchen sie sich nicht mit der zweiten Wohnung anmelden. Behalten sie die 2 . Wohnung jedoch länger als 6 Monate besteht eine Meldepflicht binnen 2 Wochen nach Ablauf der 6 Monate.
Bewertung des Fragestellers 27.10.2016 | 14:03
"Schnelle, kompetente Antwort mit Auswahl der Gesetzestexte, die mir gefehlt hatten bei meiner eigenen Recherche. Super!"
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