Source: http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/268318,0.html
Timestamp: 2019-09-17 11:20:08
Document Index: 343817136

Matched Legal Cases: ['§ 227', '§ 224', '§227', '§ 224', '§ 227', 'BGH', '§227', '§222', '§ 212', '§ 227', '§ 13', '§18', '§ 223']

Verfasst am: 24 Jul 2010 - 16:25:08 Titel: Frage zu § 227 StGB
ich hab nur eine kleine Frage, und zwar gehts um folgenden Fall:
F lebt mit ihrem Lebensabschnittsgefährten M und dem gemeinsamen Kind K zusammen. Die Be-ziehung zwischen ihr und M ist angespannt, es kommt immer wieder zu Streit, weil M sich oft be-trinkt und im Zustand der völligen Unzurechnungsfähigkeit zu Gewaltausbrüchen neigt. Eines Abends ist M wieder mal volltrunken und fühlt sich durch das Schreien des ein Jahr alten K äußerst gestört fühlt. Deshalb schlägt er das wehrlose Kind in brutaler Weise, was K nur noch heftiger schreien lässt. Daraufhin steigert M die Intensität und Zahl seiner Schläge gegen Kopf und Körper des Kindes, bis K sich nicht mehr rührt. K verstirbt kurz darauf an inneren Blutungen, womit M wegen seiner Trunkenheit nicht gerechnet hatte.
Ist das "normale" KV oder schon gefährliche? Könnte auch § 224 Nr. 5 sein, oder?? Und wo bau ich meine Diskussion darüber denn in meinen Prüfungsaufbau vom §227 ein?
Und noch eine kleine Frage, das ist für die Anfänger Hausarbeit, sollte ich da noch Mord anprüfen oder nur kurz erwähnen, dass Mord angerpüft werden könnte aber wegen Fehlen des Vorsatzes (was ja offensichtlich ist) niemals greift? und wenn ja, wo erwähne ich sowas? Oder einfach gar nichts drüber sagen bzw. schreiben?
Verfasst am: 24 Jul 2010 - 19:20:04 Titel:
Also zu § 224 Nr 5 sagt ich auf jeden Fall "ja". Ist ja definitiv eine lebensgefährdente Behandlung.
Du könntest den Totschlag noch anprüfen und dann verneinen wegen dem Vorsatz. (Musst du in dieser Form machen, da man den Totschlag ja immer vor dem Mord prüft und diesen nur, wenn der Totschlag bejaht wurde).
Zu § 227 kann ich dir leider nicht weiter helfen, sorry
Verfasst am: 24 Jul 2010 - 20:04:03 Titel:
Verfasst am: 25 Jul 2010 - 12:12:57 Titel:
Ok, prima, auch für den Hinweis mit dem Fall, vielen Dank.
Die Mutter ist übrigens anwesend, das ist der nächste Absatz. Sie hätte K auch entreißen und flüchten können, macht das aber aus berechtigter Angst bei der späteren Rückkehr von M geschlagen zu werden, nicht. Dann bin ich ja mal gespannt wie das funktionieren wird
Verfasst am: 26 Jul 2010 - 14:15:19 Titel:
Diese HA schreibe ich auch
Bin gerade an der Garantenstellung von F dran.
Hast du bei M eine a.l.i.c in Betracht gezogen
Verfasst am: 26 Jul 2010 - 20:41:41 Titel:
soweit bin ich noch nicht, aber ich denke nicht. Er hat das ja vorher in keinster Weise in Erwägung gezogen, nichtmal als er das Kind tatsächlich tötet, ist ja da ein Vorsatz erkennbar. Vielleicht erwähn ich das noch irgendwie nebenbei, aber bis jetzt hab ichs noch nicht eingeplant. Und wie genau hast du denn das alles gegliedert? Also grad bei der Prüfung von KV, hast du das unterteilt (also auch Überschriften geamcht) in Erfolg, Handlung, Kausalität usw.? Weil prinzipiell ist das ja unproblematisch, aber ich weiß nicht, obs nicht zu knapp ist, das in ein paar Sätzen abzuhandeln. Wie machst dus?
Verfasst am: 27 Jul 2010 - 08:47:42 Titel:
Es gibt die Form der fahrlässigen alic - die man aber nach dem BGH auch weglasssen kann.
Man prüft einfach ein Fahrlässigkeitsdelikt durch und dann hat sich das erledigt.
Im ersten Abschnitt prüfe ich einmal §227 als Vorsatz-Fahrlässigkeits Kombination bei M ( §222 tritt subsidär zurück)
Man könnte einen § 212 anprüfen aber da der Vorsatz bei der Tötung fehlt, fällt man dann raus.
Und § 227 in V. m § 13 bei F prüfe ich dann gleich danach.
Verfasst am: 27 Jul 2010 - 15:36:49 Titel:
und wieso 227 durch unterlassen ? sie hat doch garkeinen erkennbaren vorsatz ?
und dem 224 würde ich nur objektiv zustimmen subjektiv geht der doch nicht durch !?
Verfasst am: 27 Jul 2010 - 17:00:06 Titel:
Verfasst am: 27 Jul 2010 - 17:27:22 Titel:
obwohl ein Tatbestandsmäßiger Erfolg eintreten könnte
Ja .. hmm .. stört halt'n bisschen, dass er die mögliche Todesfolge nicht erkennt.
Anderseits erscheint doch auch §18 anwendbar, oder?
(Unbewusste) Fahrlässigkeit hinsichtlich des Todeserfolgs müßte dann ausreichend sein, bei §§ 223, 227, 13 .
Doch war er ja die ganze Zeit betrunken, weshalb er laut SV die mögliche Todesfolge nicht erkennen konnte. Damit scheidet auch Fahrlässigkeit, wenn man dafürhält, dass der Täter in seinen Trunkenheitszustand auch nicht abstrakt dazu befähigt war, die Todesgefährlichkeit zu erkennen, aus.
Alles in allem ... muss man dann vorsätzliche Körperverletzung MIT Todesfolge durch Unterlassen ablehnen. (Dafür muss man aber schon arg betrunken sein, oder?)