Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=06.09.1990&Aktenzeichen=IV%20R%20125/89
Timestamp: 2020-02-27 17:23:12
Document Index: 210882832

Matched Legal Cases: ['§ 18', '§ 2221', '§ 2221', '§ 18', '§ 18', '§ 2221', '§ 73', '§ 2221', '§ 2221', '§ 2221', '§ 2221', '§ 2221']

BFH, 06.09.1990 - IV R 125/89 - dejure.org
https://dejure.org/1990,643
BFH, 06.09.1990 - IV R 125/89 (https://dejure.org/1990,643)
BFH, Entscheidung vom 06.09.1990 - IV R 125/89 (https://dejure.org/1990,643)
BFH, Entscheidung vom 06. September 1990 - IV R 125/89 (https://dejure.org/1990,643)
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EStG § 18 Abs. 1 Nr. 1; BGB § 2221
Erblasser - Testamentsvollstreckerhonorar
BGB § 2221; EStG § 18 Abs. 1 Nr. 1, 3
§ 18 EStG; § 2221 BGB
Einkommensteuer; Zurechnung eines unangemessen hohen Testamentsvollstreckerhonorars
BFHE 161, 552
NJW 1991, 319
FamRZ 1991, 331
BB 1990, 2330
DB 1990, 2505
BStBl II 1990, 1028
Von den Betriebseinnahmen zu unterscheiden sind Wertzugänge, deren Zufluss durch private Umstände veranlasst worden ist (BFH-Urteile vom 14. März 1989 I R 83/85, BFHE 156, 462, BStBl II 1989, 650; in BFHE 161, 552, BStBl II 1990, 1028).
Als betrieblich veranlasst sind nicht nur solche Einnahmen zu werten, die aus der maßgeblichen Sicht des Unternehmers (BFH-Urteil in BFHE 156, 462, BStBl II 1989, 650) Entgelt für betriebliche Leistungen darstellen (ständige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteile vom 17. September 1987 III R 225/83, BFHE 151, 373, BStBl II 1988, 324; vom 22. Juli 1988 III R 175/85, BFHE 154, 218, BStBl II 1988, 995; in BFHE 161, 552, BStBl II 1990, 1028).
Was für freiwillige Zuwendungen unter Lebenden gilt, muss auch für solche von Todes wegen gelten (BFH-Urteil in BFHE 161, 552, BStBl II 1990, 1028).
Die Entscheidung des Senats widerspricht auch nicht dem Urteil des IV. Senats des BFH vom 6. September 1990 IV R 125/89 (BFHE 161, 552, BStBl II 1990, 1028).
So hindert die zivilrechtliche Behandlung des unangemessenen Teils der Testamentsvollstreckervergütung als Vermächtnis auch einkommensteuerrechtlich nicht, die Vergütung in vollem Umfang den Einkünften aus selbständiger Arbeit zuzurechnen (BFH-Urteil vom 6. September 1990 IV R 125/89, BFHE 161, 552, BStBl II 1990, 1028).
Dabei besteht eine Vermutung dafür, dass eine vom Erblasser als Testamentsvollstreckerhonorar bezeichnete Vergütung tatsächlich und rechtlich mit der Testamentsvollstreckung zusammenhängt; denn sie ist im Gegensatz zum Vermächtnis dadurch gekennzeichnet, dass der Testamentsvollstrecker sie nur dann erhält, wenn er sein Amt ausübt (BFH-Urteil in BFHE 161, 552, BStBl II 1990, 1028).
Es entspricht der ständigen Rechtsprechung des BFH, daß auch unentgeltliche Zuwendungen außerhalb des jeweiligen konkreten Leistungsverhältnisses zu Betriebseinnahmen führen (vgl. z. B. BFH-Urteile in BFHE 161, 552, BStBl II 1990, 1028 m. w. N.; in BFHE 154, 218, BStBl II 1988, 995 unter II. 1. b, bb der Gründe); es kommt hier grundsätzlich nur darauf an, daß die Zuwendung betrieblich veranlaßt ist.
Durch den Betrieb veranlaßt kann ein Vorteil auch dann sein, wenn er nicht Entgelt für eine konkrete betriebliche Gegenleistung des Empfängers ist (vgl. z. B. BFH in BFHE 161, 552, BStBl II 1990, 1028 m. w. N.).
Erbschaftsteuer; Testamentsvollstreckervergütung; Erblasser; Angemessenheit; …
Mit Schreiben vom 25.02.1998 unterrichtete der Bekl das Wohnsitzfinanzamt des Kl unter Hinweis auf das Urteil des BFH vom 06.09.1990, IV R 125/89, BStBl. II 1990, 1028 über die beabsichtigte erbschaftsteuerliche Behandlung.
Mit Schreiben vom 31.03.1998 legte der Kl gegen diesen Bescheid Einspruch ein und führte zur Begründung aus, wie ihm das Finanzamt mitgeteilt habe, habe der Bekl das Finanzamt auf das BFH-Urteil vom 06.09.1990, IV R 125/89, BStBl 1990 11, 1028 ff, hingewiesen.
Hierfür sprechen weiter die Gerichtsentscheidungen, die sich mit der Angemessenheit der Vergütungen für TV, die zu den angesprochenen Berufskreisen gehören, befassen (vgl. z. B. RFH, Urteil vom 28.04.1938, III e 33/37, Reichssteuerblatt 1938, 517; BFH, Urteil vom 06.09.1990, IV R 125/89, aaO.; Kammergericht, Urteil vom 10.12.1973, 12 U 2115/72, NJW 1974, 752 f.; OLG Köln, Urteil vom 08.07.1993, NJW-RR 1994, 269 ff.).
In Übereinstimmung mit der einheitlichen Auffassung in Rechtsprechung (RFH…, Urteil vom 03.06.1920, II A 35/20, Amtliche Sammlung Band 2, S. 221 ff.; RFH…, Urteil vom 28.04.1938, aaO.; BFH, Urteil vom 06.09.1990 aaO.) und Schrifttum (…s. Kipp-Coing, Erbrecht, 14. Aufl. 1990, § 73 IV. 2. S. 414;… Soergel-Darmrau § 2221 Rz. 4;… MünchKomm-Brandner, § 2221 Rz. 4;… Erman-Schmidt, § 2221 Rz. 1;… Palandt-Edenhofer, § 2221 Rz. 1;… Staudinger/Reimann BGB 13. Aufl. § 2221 Rz. 55; Möhring/Seebrecht, Betriebsberater 1977, 1561 ff., 1562 - bezüglich der einkommensteuerlichen Behandlung nicht mehr zutreffend -) geht der Senat davon aus, dass der eine angemessene Vergütung übersteigende Betrag als Erwerb von Todes wegen der ErbSt zu unterwerfen ist.
- Geschenke an den Steuerschuldner, die durch die steuerbare Leistung veranlaßt sind, aber zusätzlich zum dafür geschuldeten Entgelt erbracht werden (vgl. Urteil des Reichsfinanzhofs vom 9. Oktober 1935 VI A 84/35, RStBl 1936, 139; BFH-Urteil vom 6. September 1990 IV R 125/89, BFHE 161, 552, BStBl II 1990, 1028);.
Als betrieblich veranlasst sind nicht nur solche Einnahmen zu werten, die aus der maßgeblichen Sicht des Unternehmers Entgelt für betriebliche Leistungen darstellen (ständige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteile vom 14. März 1989 I R 83/85, BFHE 156, 462, BStBl II 1989, 650; vom 17. September 1987 III R 225/83, BFHE 151, 373, BStBl II 1988, 324; vom 22. Juli 1988 III R 175/85, BFHE 154, 218, BStBl II 1988, 995; in BFHE 161, 552, BStBl II 1990, 1028).
Ein Wertzuwachs ist betrieblich veranlasst, wenn insoweit nicht nur ein äußerlicher, sondern ein sachlicher, wirtschaftlicher Zusammenhang gegeben ist (BFH Urteile vom 27. Mai 1998 X R 17/95, BFHE 186, 256, BStBl II 1998, 618, m.w.N., vom 1. Oktober 1993 III R 32/92, BFHE 172, 445, BStBl II 1994, 179, vom 6. September 1990 IV R 125/89, BFHE 161, 552, BStBl II 1990, 1028, m.w.N., vom 14. März 2006 VIII R 60/03, BFHE 212, 535, BStBl II 2006, 650 m.w.N.).
Von den Betriebseinnahmen zu unterscheiden sind Wertzugänge, deren Zufluss durch private Umstände veranlasst worden ist (BFH Urteile vom 14. März 1989 I R 83/85, BFHE 156, 462, BStBl II 1989, 650, vom 6. September 1990 IV R 125/89, BFHE 161, 552, BStBl II 1990, 1028).
Als betrieblich veranlasst sind nicht nur solche Einnahmen zu werten, die aus der maßgeblichen Sicht des Unternehmers (BFH Urteil vom 14. März 1989 I R 83/85, BFHE 156, 462, BStBl II 1989, 650) Entgelt für betriebliche Leistungen darstellen (ständige Rechtsprechung, vgl. BFH Urteile vom 17. September 1987 III R 225/83, BFHE 151, 373, BStBl II 1988, 324, vom 22. Juli 1988 III R 175/85, BFHE 154, 218, BStBl II 1988, 995, vom 6. September 1990 IV R 125/89, BFHE 161, 552, BStBl II 1990, 1028).
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