Source: https://steuerrecht-anwalt.berlin/buchfuehrungspflicht-im-steuerrecht/
Timestamp: 2020-04-06 13:36:35
Document Index: 265925129

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 4', '§ 5', '§ 4', '§ 140', '§ 141', '§ 4', '§ 140', '§ 238', '§ 243', '§ 145', '§ 146']

Buchführungspflicht im Steuerrecht? - Anwaltskanzlei Wudtke Berlin
Sie sind hier: Startseite » Steuerrecht » Buchführungspflicht im Steuerrecht?
Einkünfte aus z.B. Gewerbebetrieb sind gemäß § 2 EStG der Gewinn. Die Ermittlung des Gewinns ist abhängig von der Buchführungspflicht im Steuerrecht. Steuerpflichtige, die nicht auf Grund gesetzlicher Vorschriften verpflichtet sind, Bücher zu führen und regelmäßig Abschlüsse zu machen, und die auch keine Bücher führen und keine Abschlüsse machen, können gemäß § 4 III EStG als Gewinn den Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben ansetzen, sog. Einnahme-Überschuss-Rechnung. Bei Gewerbetreibenden, die hingegen auf Grund gesetzlicher Vorschriften verpflichtet sind, Bücher zu führen und regelmäßig Abschlüsse zu machen, oder die ohne eine solche Verpflichtung Bücher führen und regelmäßig Abschlüsse machen, ist gemäß § 5 EStG für den Schluss des Wirtschaftsjahres das Betriebsvermögen anzusetzen (§ 4 Abs. 1 Satz 1), das nach den handelsrechtlichen Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung auszuweisen ist, sog. Jahresabschluss.
Wer unterliegt der Buchführungspflicht im Steuerrecht?
Die Buchführungspflicht im Steuerrecht ergibt sich grundsätzlich aus § 140 der Abgabenordnung. Wer danach nach anderen Gesetzen als den Steuergesetzen Bücher und Aufzeichnungen zu führen hat, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, hat die Verpflichtungen, die ihm nach den anderen Gesetzen obliegen, auch für die Besteuerung zu erfüllen. Darüber hinaus gibt es aber auch für bestimmte Steuerpflichtige eine Buchführungspflicht im Steuerrecht. Gewerbliche Unternehmer z.B. gemäß § 141 AO, die nach den Feststellungen der Finanzbehörde für den einzelnen Betrieb 1. Umsätze einschließlich der steuerfreien Umsätze, ausgenommen die Umsätze nach § 4 Nr. 8 bis 10 des Umsatzsteuergesetzes, von mehr als 600.000 Euro z.B. im Kalenderjahr 2018 oder einen Gewinn aus Gewerbebetrieb von mehr als 60.000 Euro im Wirtschaftsjahr 2018 gehabt haben, sind auch dann verpflichtet, für diesen Betrieb Bücher zu führen und auf Grund jährlicher Bestandsaufnahmen Abschlüsse zu machen, wenn sich eine Buchführungspflicht aus § 140 AO nicht ergibt. Die §§ 238, 240, 241, 242 Abs. 1 und die §§ 243 bis 256 des Handelsgesetzbuches gelten sinngemäß, sofern sich nicht aus den Steuergesetzen etwas anderes ergibt. Verletzt der Steuerpflichtige seine Buchführungspflicht im Steuerrecht, so darf die Finanzbehörde die Besteuerungsgrundlagen nach pflichtgemäßem Ermessen schätzen.
Anforderungen an die Buchführungspflicht im Steuerrecht?
Die Buchführungspflicht im Steuerrecht unterliegt klaren Vorgaben. Die Buchführung muss gemäß § 145 AO z.B. so beschaffen sein, dass sie einem sachverständigen Dritten innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und über die Lage des Unternehmens vermitteln kann. Dabei müssen sich die Geschäftsvorfälle in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen. Die Buchungen und sonstigen Aufzeichnungen sind ferner gemäß § 146 AO vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet vorzunehmen.