Source: https://www.zh.ch/de/steuern-finanzen/steuern/treuhaender/steuerbuch/steuerbuch-definition/zstb-88-1.html
Timestamp: 2020-08-08 18:33:17
Document Index: 323322329

Matched Legal Cases: ['Art. 83', 'Art. 86', 'Art. 23', 'BGE', 'BGE', 'Art. 15', 'Art. 18', 'Art. 19', 'Art. 21', 'Art. 147', '§ 155', 'Art. 148', '§ 156', 'Art. 21']

Merkblatt des kantonalen Steueramtes über die Quellenbesteuerung von Ersatzeinkünften für ausländische Arbeitnehmer | Kanton Zürich
Merkblatt des kantonalen Steueramtes über die Quellenbesteuerung von Ersatzeinkünften für ausländische Arbeitnehmer
I. Ausländische Arbeitnehmende mit steuerrechtlichem Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz
II. Arbeitnehmende ohne steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz
III. Abrechnungspflicht und Steuerberechnung
IV. Abrechnung und Ablieferung an die kantonale Steuerverwaltung
V. Steuerhinterziehung / Veruntreuung von Quellensteuern
VI. Bescheinigung über den Steuerabzug / Rechtsmittel / Auskünfte
Der Quellensteuer auf Ersatzeinkünften unterliegen alle in der Schweiz ansässigen ausländischen Arbeitnehmenden, welche weder die fremdenpolizeiliche Niederlassungsbewilligung (Ausweis C) besitzen noch mit einer Person verheiratet sind, die das Schweizerische Bürgerrecht oder die Niederlassungsbewilligung hat.
2. Quellensteuerpflichtige Ersatzeinkünfte
Quellensteuerpflichtig sind alle Ersatzeinkünfte. Steuerbar sind somit insbesondere Taggelder (IV, UV, ALV, KVG usw.), Ersatzleistungen haftpflichtiger Dritter, Teilrenten infolge Invalidität (IV, UV, berufliche Vorsorge usw.) und an deren Stelle tretende Kapitalleistungen.
Leistungen an endgültig nicht mehr erwerbstätige Personen stellen keine Ersatzeinkünfte dar. Folgende Leistungen unterliegen deshalb nicht der Quellensteuer:
Ganze Invaliditätsrenten aus IV und BVG;
Alters- und Hinterlassenenleistungen aus 2. und 3. Säule;
Freizügigkeitsleistungen (Barauszahlungen) aus 2. und 3. Säule.
Diese Leistungen werden, soweit sie steuerbar sind, im ordentlichen Verfahren besteuert.
Die Tarifeinstufungen bei quellensteuerpflichtigen Ersatzeinkünften sind wie folgt vorzunehmen:
Leistung Abrechnungs-pflichtiger A, B, C, F, H, L, M, N, P D, O
Taggeld Arbeitgebende1 bzw. Ausgleichskasse X
1/4-, 1/2- und 3/4-Rente Ausgleichskasse X
2. AVIG
Arbeitslosentaggeld Arbeitslosenkasse X
Kurzarbeitsentschädigung Arbeitgebende1 bzw.
Arbeitslosenkasse X
Schlechtwetterentschädigung Arbeitgebende1 bzw.
Insolvenzentschädigung Arbeitslosenkasse X
(Obligatorium und
Abredeversicherung)
Taggeld Arbeitgebende1 bzw.
Übergangstaggeld2 Arbeitgebende1 bzw.
Übergangsentschädigung3 Arbeitgebende1 bzw.
IV-Teilrente Versicherer X
IV-Rentenauskauf Versicherer X
Abfindung4 Versicherer X
4. UVG-Zusatz
(UVG-Differenz-deckung)5
Taggeld Arbeitgebende4 bzw.
Versicherer6 X X
5. KVG
6. VVG
(Schadenversiche-
rungsleistung)8
Rentenleistung Versicherer X
7. BVG / OR / Vorsorgereglement /
Freizügigkeitsver-
ordnung5 (2. Säule)5
Vorsorgeeinrichtung X
IV-Teilrente Vorsorgeeinrichtung X
IV-Kapitalleistung Vorsorgeeinrichtung X
8. BVV 3 (Säule 3a)5
9. EOG
Ausgleichskasse X
10. OR und Spezialgesetze (Haftpflicht)
vorübergehender Schaden Arbeitgebende1 bzw.
11. FamZG / kantonale Zulagengesetze
Geburts-, Kinder-, Ausbildungs- und Familienzulagen Arbeitgebende1 bzw.
1 sofern Abrechnung über Arbeitgebende
2 gemäss Art. 83 ff. VUV (SR 832.30)
3 gemäss Art. 86 ff. VUV
4 gemäss Art. 23 UVG (SR 832.20)
5 Aufzählung nicht abschliessend; sofern Schadenversicherungsleistungen (vgl. BGE 104 II 44 ff., 119 II 361 ff.)
6 Tarif D für alle Leistungen bei Direktauszahlung durch den Versicherer
7 Taggeldleistungen bis und mit Fr. 10.- werden nicht abgerechnet
8 Aufzählung nicht abschliessend (vgl. BGE 104 II 44 ff., 119 II 361 ff.)
Der Quellensteuer auf Ersatzeinkünften unterliegen auch alle in der Schweiz tätigen Arbeitnehmenden (ungeachtet ihrer Staatsangehörigkeit) mit Ansässigkeit im Ausland. Es sind dies Arbeitnehmende, die als Grenzgänger bzw. Grenzgängerinnen, als Kurz- oder Wochenaufenthalter bzw. als Kurz- oder Wochenaufenthalterinnen bei einem Arbeitgebenden mit Sitz in der Schweiz einer Erwerbstätigkeit nachgehen.
Quellensteuerpflichtig sind alle Ersatzeinkünfte gemäss vorstehender Ziffer I.2., soweit das Besteuerungsrecht der Schweiz nicht durch ein Doppelbesteuerungsabkommen eingeschränkt wird (vgl. Ziffer II.3 unten).
Die von der Schweiz abgeschlossenen Doppelbesteuerungsabkommen weisen die Besteuerungsbefugnis für aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit erzieltes Erwerbs- und damit verbundenes Ersatzeinkommen grundsätzlich dem Arbeitsortstaat (Schweiz) zu (Art. 15 Abs. 1 OECD-MA1).
Leistungen der Sozialversicherungen, die nicht im Zusammenhang mit einer gegenwärtigen Erwerbstätigkeit stehen, stellen keine Ersatzeinkünfte dar, die im Arbeitsortstaat steuerpflichtig sind. Leistungen aus Sozialversicherungen wie insbesondere die (Teil-)Invalidenrenten sind daher im Ansässigkeitsstaat steuerpflichtig, da sie einen dauerhaft wegfallenden Teil der Erwerbsfähigkeit kompensieren (Art. 18, Art. 19 Abs. 2 und Art. 21 OECD-MA).
Rentenleistungen, die aufgrund einer (Teil-)Invalidität ausgerichtet werden und unter die Rechtsgrundlagen gemäss den in dieser Tabelle aufgeführten Ziffern 3 (UVG), 4 (UVG-Zusatz) und 6 (VVG) fallen, sind nach der im Anhang zu diesem Merkblatt gehörenden Übersicht über die Doppelbesteuerungsabkommen zu besteuern. Für Rentenleistungen nach den Ziffern 7 (2. Säule) und 8 (Säule 3a) sind die Merkblätter über die Quellenbesteuerung öffentlich-rechtlicher resp. privatrechtlicher Vorsorgeleistungen anwendbar.
1 OECD-Musterabkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen, Ausgabe 2017.
3.2. Für Grenzgänger und Grenzgängerinnen
Als Grenzgänger bzw. Grenzgängerin im steuerlichen Sinn gelten grundsätzlich Arbeitnehmende, die in der Regel täglich an ihren Wohnort zurückkehren. Arbeitnehmende, welche nur wöchentlich an ihren Wohnort zurückkehren, gelten im steuerlichen Sinn nicht als Grenzgänger bzw. Grenzgängerin, sondern i.d.R. als internationale Wochenaufenthalterin bzw. Wochenaufenthalter.
Aufgrund von besonderen Abkommen zwischen der Schweiz und ihren Nachbarstaaten gelten für die Quellenbesteuerung von Ersatzeinkünften von Grenzgängern und Grenzgängerinnen gewisse Besonderheiten (vgl. nachfolgende Tabelle).
Besteuerungsbefugnis
Arbeitsortstaat (Schweiz) Ausländischer Wohnsitzstaat
1 Dem Kanton Zürich steht bei täglicher Heimkehr ein Quellensteuerabzug von 4,5 % der Bruttoeinkünfte zu.
2 Besteuerung bei täglicher Heimkehr im Wohnsitzstaat, weshalb dem Kanton Zürich (Arbeitsort) kein Besteuerungsrecht zusteht. Besteuerung im Arbeitsortstaat nur bei Ausübung einer Tätigkeit bei einem öffentlich-rechtlichen Arbeitgebenden, ausgenommen Körperschaften, an denen sich beide Staaten beteiligen.
4. Ausscheidung von Drittstaattagen
Bei international tätigen Arbeitnehmenden mit Ansässigkeit im Ausland ist zu berücksichtigen, dass die Steuerpflicht in der Schweiz hinsichtlich des Erwerbseinkommens auf die effektiv in der Schweiz erbrachten Arbeitstage beschränkt ist. Diese Aufteilung der Steuerbefugnis gilt es auch bei der Quellenbesteuerung von Ersatzeinkünften an international tätige Arbeitnehmende zu berücksichtigen.
5. Rückerstattung von zu viel bezogenen Quellensteuern
Resultiert aus den Fallkonstellationen der Ziffern II. 3. und II. 4. eine internationale Doppelbesteuerung und sind keine Revisionsgründe gemäss Art. 147 ff. DBG (Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer vom 14.12.1990, SR 642.11) bzw. gemäss §§ 155 ff. StG (Steuergesetz Kanton Zürich vom 8.6.1997, LS 631.1) gegeben, so kann die quellensteuerpflichtige Person bei Vorliegen eines Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung bei der Steuerbehörde in ihrem Wohnsitzstaat die Eröffnung eines Verständigungsverfahrens beantragen. Ein allfälliges Revisionsgesuch muss spätestens innert 90 Tagen seit Aufdeckung des Revisionsgrundes bei der zuständigen Steuerbehörde eingereicht werden (Art. 148 DBG;
§ 156 StG).
Bei der Ausscheidung von Drittstaattagen (Ziff. II. 4.) hat die quellensteuerpflichtige Person dem Gesuch den ausländischen Steuerbescheid sowie ein Kalendarium zum Nachweis der schweizerischen und ausländischen Arbeitstage für die letzten zwölf Erwerbsmonate beizulegen. Das Kalendarium muss vom Arbeitgebenden und von der quellensteuerpflichtigen Person unterzeichnet werden. Die in der Schweiz steuerpflichtigen Arbeitstage werden durch Subtraktion der ausländischen Arbeitstage vom Total von 20 Arbeitstagen pro Monat ermittelt. Als ausländische Arbeitstage gelten dabei die nachfolgenden:
Jeder Arbeitstag in einem anderen Staat;
Abreise- oder Ankunftstage, an denen ausschliesslich oder zum grösseren Teil im anderen Staat gearbeitet wird.
Bei erfolgreicher Beweisführung nimmt das kantonale Steueramt, Dienstabteilung Quellensteuer, eine Revision vor und zwar wie folgt:
Invalidenrenten (Ziff. II. 3.): Vollständige Freistellung von der schweizerischen Quellensteuerpflicht mit entsprechender Rückerstattung.
Ausscheidung von Drittstaattagen (Ziff. II. 4.): Freistellung gemäss nachgewiesenen ausländischen Arbeitstagen. Es wird dabei von 240 Arbeitstagen pro Jahr ausgegangen und es werden die ausländischen Arbeitstage der letzten zwölf Erwerbsmonate berücksichtigt.
1. Abrechnung durch den Arbeitgebenden
Zuständig für die Abrechnung ist der Arbeitgebende, sofern die Ersatzeinkünfte über ihn abgerechnet und der steuerpflichtigen Person weitergeleitet bzw. gutgeschrieben werden. Erfolgt die Abrechnung durch den Arbeitgebenden, haben die Vorsorgeeinrichtung bzw. der Versicherer das Recht, die Leistungen ungekürzt dem Arbeitgebenden auszubezahlen, der seinerseits die Quellensteuer auf diesen Ersatzeinkünften und allfälligen übrigen Erwerbseinkünften zu erheben hat.
Werden Ersatzeinkünfte durch den Arbeitgebenden ausgerichtet, so sind diese zusammen mit dem in der gleichen Lohnabrechnungsperiode ausgerichteten Bruttomonatseinkommen und nach demselben Tarif quellensteuerpflichtig.
2. Abrechnung durch die Vorsorgeeinrichtung bzw. den Versicherer
Die Vorsorgeeinrichtung bzw. der Versicherer sind für die Abrechnung zuständig, wenn sie der steuerpflichtigen Person die Ersatzeinkünfte direkt ausbezahlen, gutschreiben oder verrechnen, unabhängig davon, ob der steuerpflichtigen Person gegenüber der Vorsorgeeinrichtung bzw. dem Versicherer ein direktes Forderungsrecht zusteht. Richten die Vorsorgeeinrichtung bzw. der Versicherer der steuerpflichtigen Person die Versicherungsleistungen direkt aus, so ist die Quellensteuerpflicht vorgängig beim Arbeitgebenden bzw. beim zuständigen Gemeindesteueramt bzw. beim kantonalen Steueramt, Dienstabteilung Quellensteuer, abzuklären.
Die Quellensteuer wird von den Bruttoeinkünften berechnet. Dabei finden folgende Tarife Anwendung:
für Leistungen, die nach Massgabe des versicherten Verdienstes, jedoch nicht zusätzlich zu Erwerbseinkünften ausgerichtet werden, sind die Tarife gemäss nachfolgender Tabelle massgebend;
Tarif für ledige, geschiedene, gerichtlich oder tatsächlich getrennt lebende und verwitwete Personen, die nicht mit Kindern oder unterstützungsbedürftigen Personen im gleichen Haushalt zusammenleben
Tarif für in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe lebende Ehegatten, bei welchen nur ein Ehegatte erwerbstätig ist
Tarif für in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe lebende Ehegatten, bei welchen beide Ehegatten erwerbstätig sind
Tarif für ledige, geschiedene, gerichtlich oder tatsächlich getrennt lebende und verwitwete Personen, die mit Kindern im gleichen Haushalt zusammenleben und deren Unterhalt zur Hauptsache bestreiten
Tarif für Grenzgängerinnen und Grenzgänger nach dem Abkommen vom 11. August 1971 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und Vermögen (DBA-D), welche die Voraussetzungen für den Tarif A erfüllen (Steuersatz von 4,5%)
Grenzgängerinnen und Grenzgänger nach dem DBA-D, welche die Voraussetzungen für den Tarif B erfüllen (Steuersatz von 4,5%)
Grenzgängerinnen und Grenzgänger nach dem DBA-D, welche die Voraussetzungen für den Tarif C erfüllen (Steuersatz von 4,5%)
Grenzgängerinnen und Grenzgänger nach dem DBA-D, welche die Voraussetzungen für den Tarif H erfüllen (Steuersatz von 4,5%)
für Leistungen, die nicht nach Massgabe des versicherten Verdienstes oder neben Erwerbseinkünften ausgerichtet werden, ist der Tarif D (10%) bzw. O (4,5%) massgebend.
1. Fälligkeit der Quellensteuer
Die Quellensteuer wird im Zeitpunkt der Auszahlung, der Gutschrift oder der Verrechnung der Ersatzeinkunft fällig.
2. Abrechnung der Quellensteuern
Die Vorsorgeeinrichtung bzw. der Versicherer oder der Arbeitgebende haben dem kantonalen Steueramt, Dienstabteilung Quellensteuer, das vollständig ausgefüllte amtliche Abrechnungsformular (Formular Q 101a) einzureichen. Vorbehalten bleibt eine elektronische Abrechnung. Das Abrechnungsformular bzw. die elektronische Abrechnung haben folgende Angaben zu enthalten:
Leistungsperiode;
AHVN13, Name und Vorname der steuerpflichtigen Person, Geburtsdatum;
Wohn- oder Aufenthaltsgemeinde (bei Pflichtigen mit steuerrechtlichem Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz) bzw. Sitzgemeinde der Vorsorgeeinrichtung bzw. des Versicherers oder des Arbeitgebenden (bei Pflichtigen ohne steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz), Kanton;
Mutationsdaten;
abgerechneter Monat;
Höhe der Bruttoleistung (steuerbar, satzbestimmend);
angewandter Tarif (bei Pflichtigen mit steuerrechtlichem Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz: Tarif des Wohnsitz- oder Aufenthaltskantons; bei Pflichtigen ohne steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz: Tarif des Sitzkantons), Anzahl Kinder (ausser bei den Tarifen D und O), Kirchensteuerpflicht sowie die Höhe der in Abzug gebrachten Quellensteuern;
Quellensteuerbetrag.
Die Abrechnungsfristen sind zu beachten. Der Schuldner bzw. die Schuldnerin der steuerbaren Leistung (Vorsorgeeinrichtung, Versicherer, Arbeitgebender) hat Anspruch auf eine Bezugsprovision, welche 3% der Quellensteuer beträgt und bei Verletzung der Verfahrenspflichten gekürzt oder gestrichen werden kann.
3. Ablieferung der Quellensteuern
Die Quellensteuern sind gemäss Rechnungsstellung des kantonalen Steueramtes, Dienstabteilung Quellensteuer, zu begleichen. Für verspätet bezahlte Quellensteuern werden Verzugszinsen in Rechnung gestellt.
Der Schuldner bzw. die Schuldnerin der steuerbaren Leistung (Vorsorgeeinrichtung, Versicherer, Arbeitgebender) haftet verschuldensunabhängig für die korrekte Erhebung der Quellensteuern.
Die vorsätzliche oder fahrlässige Unterlassung der Quellensteuererhebung gilt als Steuerhinterziehung und kann mit einer Busse geahndet werden. Wer zum Quellensteuerabzug verpflichtet ist und abgezogene Quellensteuern zu seinem oder eines anderen Nutzen verwendet, erfüllt den Tatbestand der Veruntreuung von Quellensteuern und kann mit Gefängnis oder Busse bestraft werden.
Liegt ein Fehler bei der Tarifeinstufung vor oder ist den Arbeitgebenden bzw. den Versicherern bei der Ermittlung der steuerbaren Bruttoleistung oder bei der Tarifanwendung ein Fehler unterlaufen, so können Nachforderungen bzw. Rückerstattungsansprüche innert 5 Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres, in welchem der Quellensteuerabzug erfolgt ist, geltend gemacht werden. Die steuerpflichtige Person oder der Schuldner bzw. die Schuldnerin der steuerbaren Leistungen haben die Rückerstattungsanträge beim kantonalen Steueramt, Dienstabteilung Quellensteuer, einzureichen.
Die steuerpflichtige Person kann beim kantonalen Steueramt, Dienstabteilung Quellensteuer, bis Ende März des auf die Fälligkeit der Leistung folgenden Kalenderjahres die Berücksichtigung abzugsfähiger Aufwendungen beantragen.
In Fällen einer internationalen Doppelbesteuerung bleibt der steuerpflichtigen Person die Einleitung eines Revisionsverfahrens bzw. eines Verständigungsverfahrens vorbehalten (siehe vorstehende Ziffer II. 5.).
Auskünfte erteilt das kantonale Steueramt, Dienstabteilung Quellensteuer, Bändliweg 21, 8090 Zürich, Telefon 043 259 37 00.
Anhang: Übersicht über die Doppelbesteuerungsabkommen
In dieser Übersicht werden einzig Leistungen behandelt, die nach dem OECD-Musterabkommen als andere Leistungen (Art. 21 OECD-MA) zu qualifizieren sind.
Rechtsgrundlagen1:
UVG / UVG-Zusatz / VVG
Ausländischer Wohnsitzstaat2
Renten Quellensteuerabzug
vornehmen ja/nein Kapitalleistungen Rückforderungs-
möglichkeit ja/nein
ja3 nein
Chinesisches Taipeh (Taiwan)
ja (max. 15 %) nein
Sambia (bis 31.12.2019)
Sambia (ab 1.1.2020)
ja (max. 15 %) ja (nur jenen Teil, der
15 % übersteigt)
1 Vgl. Tabelle in Ziffer I.2. des Merkblattes über die Quellenbesteuerung von Ersatzeinkünften.
2 Bei allen übrigen Ländern, die auf der obigen Liste nicht aufgeführt sind, gilt, dass bei Renten die Quellensteuer stets in Abzug zu bringen ist und dass bei Kapitalleistungen nie ein Rückforderungsanspruch besteht.
3 Rückforderungsmöglichkeit, sofern durch Ansässigkeitsstaat besteuert (Besteuerungsnachweis verlangen).
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