Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%20123/02
Timestamp: 2019-12-15 08:50:45
Document Index: 175529052

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 18.12.2002 - VIII ZR 123/02 - dejure.org
https://dejure.org/2002,2349
BGH, 18.12.2002 - VIII ZR 123/02 (https://dejure.org/2002,2349)
BGH, Entscheidung vom 18.12.2002 - VIII ZR 123/02 (https://dejure.org/2002,2349)
BGH, Entscheidung vom 18. Dezember 2002 - VIII ZR 123/02 (https://dejure.org/2002,2349)
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Sittenwidrig überhöhter Kaufpreises beim Handel mit Reitpferden - Arglistige Täuschung über den Gesundheitszustand eines Pferdes - Anspruch auf Rückgängigmachung eines Kaufvertrages - Preisbildung bei Handel mit Turnierpferden - Arglistiges Verschweigen eines ...
Zur Frage eines sittenwidrig überhöhten Kaufpreises beim Handel mit Reitpferden
Reitpferd: Sittenwidrig überhöhter Kaufpreis
NJW-RR 2003, 558
MDR 2003, 450
WM 2003, 1533
Dabei ist ein sog. wucherähnliches Geschäft im Sinne der vorgenannten Vorschrift anzunehmen, wenn ein auffälliges Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung und eine verwerfliche Gesinnung des Begünstigten als weiteres, subjektives Element festgestellt werden kann (BGH, Urt. v. 18.12.2002, VIII ZR 123/02, juris Rn. 13).
Sie greift nur dann nicht ein, wenn sie im Einzelfall durch besondere Umstände erschüttert ist (BGH, Urt. v. 18.12.2002, VIII ZR 123/02, juris Rn. 14).
Diese Grundsätze gelten - entgegen der Ansicht des Beklagten - auch bei dem Kauf eines Sportpferdes (BGH, Urt. v. 18.12.2002, VIII ZR 123/02, juris Rn. 15 f.;… OLG Köln, Urt. v. 26.11.2014,11 U 46/14, juris Rn. 36).
Der Beklagte vermochte die Vermutung für das Vorliegen einer verwerflichen Gesinnung auch nicht im Einzelfall durch den Vortrag besonderer Umstände zu erschüttern (vgl. BGH, Urt. v. 18.12.2002, VIII ZR 123/02, juris Rn. 14).
Mangels gegenteiliger Anhaltspunkte ist damit davon auszugehen, dass sich die Preisbildung in erster Linie nach objektiven Kriterien vollzogen und die subjektiven Erwägungen des Käufers sich nur in Grenzen preiserhöhend ausgewirkt haben (vgl. BGH, Urt. v. 18.12.2002, VIII ZR 123/02, juris Rn. 19), so dass im Ergebnis von einem Vorliegen der subjektiven Voraussetzungen des § 138 Abs. 1 BGB auszugehen ist.
Zwar kann diese Vermutung auch bei dem Kauf eines Turnierpferdes eingreifen (BGH NJW-RR 2003, 558).
Die insoweit vom BGH zumindest geforderte Unerfahrenheit (s.d. BGH Urteil vom 18.12.2002 - VIII ZR 123/02) der Käuferin lag bei der Klägerin nach ihrem eigenen Vortrag nicht vor.
Die Rechtsprechung nimmt eine beweiserleichternde tatsächliche Vermutung an, die nur dann nicht eingreift, wenn sie im Einzelfall durch besondere Umstände erschüttert ist (BGH NJW-RR 03, 558; NJW 2001, 1127, 1128).