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Timestamp: 2017-07-22 16:40:04
Document Index: 317665200

Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 4', 'Art. 5', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 10', 'Art. 11', 'Art. 12', 'Art. 13', 'Art. 14', 'Art. 15', 'Art. 16', 'Art. 17', 'Art. 18', 'Art. 19', 'Art. 20', 'Art. 21', 'Art. 22', 'Art. 23', 'Art. 24', 'Art. 25', 'Art. 26', 'Art. 27', 'Art. 28', 'Art. 29', 'Art. 30', 'Art. 31', 'Art. 32', 'Art. 33', 'Art. 34', 'Art. 35', 'Art. 36', 'Art. 37', 'Art. 38', 'Art. 39', 'Art. 40', 'Art. 41', 'Art. 42', 'Art. 43', 'Art. 44', 'Art. 45', 'Art. 46', 'Art. 47', 'Art. 48', 'Art. 49', 'Art. 50', 'Art. 51', 'Art. 52', 'Art. 53', 'Art. 54', 'Art. 55', 'Art. 56', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 6', 'Art. 11', 'Art. 18', 'Art. 24', 'Art. 26', 'Art. 27', 'Art. 31', 'Art. 33', 'Art. 34', 'Art. 35', 'Art. 36', 'Art. 37', 'Art. 38', 'Art. 41', 'Art. 42', 'Art. 43', 'Art. 44', 'Art. 45', 'Art. 46', 'Art. 47', 'Art. 48', 'Art. 49', 'Art. 51', 'Art. 52', 'Art. 56']

Frankfurter Gerichtsordnung B 2. Hälfte 15. Jahrhundert :: Transkription Speer 2010 / 2016
Frankfurter Gerichtsordnung B 2. Hälfte 15. Jahrhundert :: Transkription Speer 2010 / 2016InhaltsverzeichnisEditorial[Register][Gerichts-Ordnung][Art. 1][Art. 2][Art. 3][Art. 4][Art. 5][Art. 6][Art. 7][Art. 8][Art. 9][Art. 10][Art. 11][Art. 12][Art. 13][Art. 14][Art. 15][Art. 16][Art. 17][Art. 18][Art. 19][Art. 20][Art. 21][Art. 22][Art. 23][Art. 24][Art. 25][Art. 26][Art. 27][Art. 28][Art. 29][Art. 30][Art. 31][Art. 32][Art. 33][Art. 34][Art. 35][Art. 36][Art. 37][Art. 38][Art. 39][Art. 40][Art. 41][Art. 42][Art. 43][Art. 44][Art. 45][Art. 46][Art. 47][Art. 48][Art. 49][Art. 50][Art. 51][Art. 52][Art. 53][Art. 54][Art. 55][Art. 56]
Quelle: Thomas, Johann Gerhard Christian: Der Oberhof zu Frankfurt am Main und das fränkische Recht in Bezug auf denselben / ein Nachlaß von Johann Gerhard Christian Thomas. Hrsg. von Ludwig Heinrich Euler. Bevorwortet von Jacob Grimm. - Frankfurt am Main : Jäger, 1841. - XXXII, 591 S. [DRWSigle: FrankfOHof.] 257ff.
[Seite: S. 257]
I. Nota wie und vor wem man uff eigen
und erbe zu franckenfurd und in der termeny kommern
sal, und daz anschriben und waz man dauon geben sal.
Item wie man solich komer vor gerichte offenn und dan verkunden sal, mit
gerichte, oder mit des Schultheissen brieffe, und wie sich der bode, der
soliche brieffe truge, halden sal, und man sust dem kommer und gerichte
nachgeen etc. III.
Item were der, dem man verkunden sulde nit bynnen landes, wie man dan den
verkuntzbrieff zu herburge antworden sulde, und der bode dan vor gerichte komen
[Seite: S. 258]
wie der kommerer dan des gerichtes warten, sin gezuggelt zugeben, und zum
andern, und dritten male aber verkunden etc.
Item so der kommer irgangen und erfolget ist, wie
man dan die schult berechten sal, Zedel geben, und tun, richten etz und daz man
auch kein sache vor gericht berechten bedarff, dann schult. V.
Item Wann man an dem eigen und erbe gerichtit hat,
wie man iß dann feil tragen sal, zuversetzen odir
zuverkeuffen, und daz verkunden, zu entschuden.
Item wie man der Cleger darnach in die erfolgunge der entschudunge der eigen
und erbe setzen sal vor gerichte, und er des sin
gezuggelt geben.
Item obe der Cleger solich erclagt eigen odir erbe
nit versetzen, odir verkeuffen kunde, wie er die
dann selbir behalden mochte, und daz abir verkunden sulde etc.
Item wan daz eigen und erbe nit entschudt, sundern
gentzlich ergangen wirt, wie man des darubir des gerichts brieff geben sal.
Item wem eigen odir erbe vur scholt in der Stede
versatz buch virsast wirt, vur scholt zu zyden zubezalen, und die betzalunge
dann nit geschicht, wie man dann die uffbieden, erclagen,
und die erwynnen und dem nach geen sal.
Item obe einer solich eigen odir erbe, daz er irgangen
und erclaget hette, nit versetzen odir verkauffen
kunde, wie er daz dann selbir
behalden mag, und darynn gesast sal werden, und jme des brieffe geben etc.
Item wer uff farnde habe komert vur schult, zinse, gulde,
gelt oder geltis wert, wie man darumb mit burgern
und ußluden umbgeen, verkunden, und daz
ußtragen sal.
Item weres, daz solich farnde habe nit mochte versast
odir verkaufft werden, wie sie dann der Cleger
selbis behalden mochte, und damyde vmbgeen sulde.
[Seite: S. 259]
Item wer farnde habe vur schult versetzen sal odir
wil, der sal iß vur eim Richter tun, und die wider lyhen umb Wochen Zinß, und
wann er sins geltis nit lenger enberen wil, so sal er die an gerichte
uffbieden, und so den virsatz der Richter uff den Eyt besagit, Jme dann lassen
richten, und dann versetzen odir verkeuffen, odir
obe des nit sin mag selbis behalden etc.
Item wem phande von gerichts wegen gegeben werden
vur erclagt schult, wie der damyde umbgeen sal, zu uersetzen,
zu uerkeuffen, odir selbis zu behalden.
Item daz alle Eyde und berechtunge der schulde, ußziehunge der habe und guds,
darzu mit gericht geclagit, odir gekommert wirt, odir reuplich genommen odir
verstolen, und eigen und erbe antreffende, sal an
gerichte gescheen; Abir recht und unschulde, frauel odir
geltschult antreffende vor den heilgen gescheen.
Item Vurfluchtiger lude gude und habe, bekommert vur
schult, wie man und wer die beschriben und behuden sal.
Item wer umb zufallende anersterbende gude vur schult clagen wil, wie er den
kommer tun, und jerlichs offen und dem nachgeen sal.
Item von gezugen in zu schriben, er sy viel odir wenig, nit me dan sieben
hellir zunemen, und daz die Scheffen und auch alle treffliche urteile lassen
Item clerunge etzlicher artikele von gerichts wegen.
Item obe einer ein sache, der er sich vermißet zu gewisen, nit gantz zu
bringet, daz er doch wie verre er gewiset des genyssen sal.
Item obe eim burger geboden wurde, vur frauel von zinse
odir geltschult wegen odir ander sache, daz doch nit scheltwort,
odir slahery were, daz sulde kein frauel sin,
sundern die burger sich irer fryheid von der gebode wegen gebruchen. [Seite: S. 260]
Item umb kuntliche fellige zinse, die erfolget werden, bedarff man nit
berechten, dann erfolgete scholt sal man berechten.
Item wer den andern sluge odir wondte, daz irkant
odir erwiset wirt, sal man nit dafur sweren, daz iß
nit freuelich gescheen sy.
Item obe ein odir me person odir stamm gein eyme
odir me personen odir stemmen vor gerichte ußzerunge
odir uffgift tun sulden, von eyme odir me
stucken, die in eyme zinse legen, und ein sache were, daz sulde man halden mit
gezugegelt, als mit den uffgifften vor des rads frunden.
Item daz alle Schriber vor gericht und den heilgen sollen globen
und sweren etc. XXVI.
Item daz man kein buße nemen, odir vertedingen sal, sie sy dan vor mit urteil
gewiset, odir sust mit undirwisunge der Scheffene.
Item von den, die ir widersachen ir recht und
gerichte mit uffsatze verziehen.
Item von den fremden wegefertigen luden, den die burger von irer burger fryheid
wegen ir gerichte und sache mit uffsatze verziehen. XXIX.
Item von dem Richter vor den heiligen, daz der kein gelt davon nemme sulle, die
eyde werden dan getan, und sulle auch daran sin, daz die eyde verhalden mogen
werden. XXX.
Item umb die vursprechen, als die von momperschafft, tageleisten etc. ye viel
geltis nemen, wie sie daz vurter halden sullen. XXXI.
Item daz die vursprechen vurter nymandes mompar werden sullen.
Item daz die vursprechen umb sache an gerichte hangende nit me tage sullen
leisten, ane laube dez gerichts, und waz sie dan davon nemen mogen.
Item daz die vursprechen von sachen vor dem Rade odir anders, daz nit vor
gericht hinge, nit me nemen sullen tage zu leisten dan einen alden thurnoß.
[Seite: S. 261]
Doch mit beheltnis der vursprechen eyds vorgesworn. XXXV.
Item daz man einen burger in der messe friheid nit gewisen moge, er wulle iß
dan lyden. XXXVI.
Item daz bürgere und andere in der messe fryheid
einen andern gewisen mogen. XXXVII.
Item daz man gestolen odir geraubte fiehe salbdritte
berechten moge.
Item wie mompar oder truwenhendere erfolgete scholt
berechten sullen.
Item wie erben nach toder hant erfolgete
scholt berechten sullen.
Item daz ein beschuldigeter von eins kauffs wegen oder scholt, die eins teils
bezalt sulde sin, nit schuldig ist, der schulde vur voll zu bekennen, dann er
mag bekennen, waz des bezalt sy, und umb daz uberige sin unschult bieden, und
darzu komen lassen, als verre man in des nit bewisen wil.
Nota ordenunge der werntlichen Richtere zu Frankenfurd.
Item war ubir ein obirster Richter zu richten hat.
Item war ubir die andere Richtere zu richten han. XLIV.
Item wie sie sich gein den parthien in solichen clagen handeln sullen, und sie
vur gerichte odir die heilige wisen sullen inne
odir ußwendig der messe. XLV.
Item ußgescheiden umb zinse odir liedelon, wie man
daz halden sulle.
Item were einer der scholt vor dem richter leuckenber, wie er dann den
ansprecher vragen sal, obe er des gewisen wulle, und wie man Im furter nachgeen
sulle zu bescheiden.
Item weres abir umb liedelon, wie sich dan ein iglicher Richter darin halden
sulle. XLVIII.
Item weres aber umb frabel, daz sullen die Richtere an gerichte wisen.
Item obe man dem Richter nit recht antwert, so mag er gebieden, recht zu
antworten, und by der buße etc.
[Seite: S. 262]
Item daz die Richtere kein kuntschafft von
gerichtswegen geben sullen, sundern die sache vor gerichte besagen, und
der Schultheiß des von gerichts wegen briefe geben
Item wie der Richter ye zwen mitein andere brieffe und
kuntschafft ußwendig gerichts geben mogen, und waz in dauon gebore
zubesiegeln.
Item waz man den Richtern zu kommern, odir
zugebieden jnnwendig odir ußwendig den messen
geben sulle. LIII.
Item wie die Richter alle frabel und ungefug
vurbrengen sullen.
Item wie die Richtere rechts helffen sullen, mit geboden,
komern und rachtunge etc.
Item wie dicke die Richtere jnn und ußwendig den
messen burgern und ußluden gebieden sullen.
Item daz die Richtere nymand vur frabel gebieden sullen, iß sy dann slahery
odir scheltwort, odir ymand daz sin frebelich
gnomen. [Gerichts-Ordnung]
Es ist zu wissen, das die Scheffene des Richs gerichts, zu gode zu lobe des
heilgen Richs gerichts zu franckenfurd zu nutze und
beqwemlichkeit, itzunt oder hernach, in sachen und
geschichten, die sich teglich virhandeln, und vorter in kunfftigen zyten
vor des Richs gericht zu franckenfurd vorgnant gehandelt mogen werden, von
Eygen und Erbes wegen, in termini
und begriff der Stede und gerichts zu franckenfurt
gelegen, zu erfordern, zu erwynnen, zu erclagende,
und nach rechte und herkommende des Richs gerichts
vorgenant ein ewige ordenunge und satze geordnet,
gesatzt und ubirkommen han, allermenlichin,
geistlichen und werntlichen, fremden und heimschen, den des not ist, odir
vurter not sin wirdet, zu fordern oder zu suchen in
aller masse, als hernach von stucken und artikeln
[Seite: S. 263]
geschriben und underscheiden steet, nach dem als dann die Scheffene, nach
aldem herkommen, gewonheit und rechte des Richs
gerichts vorgenant des eynmudeclichen uberkommen sin, nach iren besten synnen
und virnunfften. [Art. 1]
Zum ersten ist iz sache, das eynche persone; Es sy frauwe
oder mannes persone, geistlich oder
werntlich, fremde odir heimisch, kommern wil
uff Eigen und Erbe in termeny
und begriff der Stede und gerichts zu franckenfurd gelegen, Es sy vur
schult, zinse, gulde, Erbes, rechte oder andere
forderunge, die iz darzü meint zü haben, die sollen geen zu einem
Schultheissen zu franckenfurd und an ym fordern und
begern yn, eins kommers uff soliche Eigen und
Erbe zu erkennen, und jm benennen, warfur sie kommern, das auch ein
Schultheis zu franckenfurd durch recht tun sal, und davon nit me nemen, dann
zwelff heller. Und sollen die oder der, die also
kommern von stunt zu des Richs gerichtis schriber geen, und yme das eigentlich
offenbaren, und sagen und in des gerichts buch tun schriben, und davon sol der
schriber nit me nemen, dann seß heller. Und wer is sache, das der Schultheiß
nit jnheimisch were, So hat der Eldeste Scheffen zu franckenfurd an dem sesse
des macht an des Schultheissen stat, von befelniß des Schultheißen, als das
auch von alter herkommen ist. [Art. 2] Jtem uff solichen kommer und jnschriben sal der
cleger affter demselben tage an dem nesten gerichte darnach denselben kommer
vor dem Schultheissen an des Richsgericht zu franckenfurd offen, und das aber
in des gericht buch lassen schriben und das selbe gerichte ußwarten, obe ymand
qweme, den soliche kommere und sache antreffe, und
das virantworten und virstehen wulde, das dann der
cleger da sy, die clage und forderunge zutun und zu
vollenfuren. Und weris daz an dasselbe gericht nymant qweme, der soliche kommere
und sache virantworte und
virstunde, so sal [Seite: S. 264]
darnach der cleger E andere gerichtstage kommen, denselben kommer den erben
desselben Eygen und erbes, daruff er gekommert
hette, die anders inplichtig und wonhafftig zu
franckenfurt sin, mit einem Richter von gerichts wegen lassen virkunden,
denselben kommer an dem nesten gerichte darnach zu verantworten
und virsteen. Weren aber die erben eins teils
oder zumale nit inplichtig oder wanhafftig zu
franckenfurd, so sal der cleger eine virkunds brieff under des Schultheissen
Jngesigel nemen, und dem Schultheissen davon achtzehen heller geben zubesigeln
und dem schriber zwelff heller zu schriben und nit me, und in dem selben
brieffe sal solichen erben, die das angeet ein gerume zyt
und gerichts tag bescheiden und gesast
werden, nach dem als sie dann verre oder na gesessen
sin, und sal den schicken mit eim gewissen boten, derselbe bote yn dann
solichen brieff antworten sal in ire hende, doch in keine frihunge oder uff
keinen gewiheten steden. Wulden die selben dann soliche brieffe nit nemen, so
sal der bote die brieffe vür sie legen, und vur ire fuße werffen, und von
dannen geen, und sal man auch demselben boten nit me von der mile geben dann
achzehen heller, Es enwere dann daz der cleger neher mit jme getedingen mochte,
und darnach, so der bode wider komet, so sal er an des Richs gerichte kommen
und uff den heilgen sweren, das er solchen verkunds brieff geantwort habe in
der masse, als vorgeschriben steet, und das sal der cleger dann aber in des
gerichts buch lassen schriben und davon dryzehen heller geben, seß von den
heilgen und sieben zugezuggelde und nit me, und diß vorgeschriben sal gehalden
werden mit gezuggelde siegelunge und brieffen nach
den Stemmen zu nemen, als viel der weren die das antreffe und nit verrer. Und
weris das ein bote, der soliche virkunds brieffe trüge, sehe oder kuntlich
wiste, das derjene, dem er den brieff brengen sulde
[Seite: S. 265]
jnheimisch were, und wulde man des brieffs nit von jm nemen, So sal er den
brieff ym in sin dore thore oder band desselben
sloßis, Burge, huses oder hofis darinne der oder die
weren stoßen, und von dannen geen. Und weris dann, das die jenen, den solich
virkundt geschee in der masse als vorgeschriben steet nit virantwurten
und virstunden uff den nemlich tag und zyt als
jn benant were, So sal und mag der cleger
desselben gericht tages an des Richs gericht ußwarten, und den kommer erfolgen
und in des gerichts buch tun schriben. Auch wann das ist, das eynche person
kommert in vorgeschribner maße uff Eigen und uff
erbe, und denselben kommer nit offente darnach an dem nesten gerichte,
So were der kommer aber, wulde er dann, so mocht er vor dem Schultheißen wider
an kommern, und dem nachgeen, in vorgeschribener maße.
[Art. 3] Auch weris sache, daz der bode solicher personen, an die er mit solchen
virkunds brieffen ußgeschicht wurde an den enden und
steden, da sie zu huse oder zu hofe weren,
nit fünder und die nit Jnheimisch weren, mochte er sie dann E der zyt des
nemlichen tagis, der Jn in solichem virkunds brieffe gesast
und bescheiden were, erlangen, das sulde er tun, und yn soliche verkunds
brieffe antworten, weren sie aber ußwendig landes und nit zu wissen zu finden,
so sal der bote solichen virkunds brieff oder brieffe, in der herburge, da sie
zu aller leste als sie von lande gescheden weren, Inne gewest weren oder
gewonet hetten, lassen und antworten und darnach an des Richs gericht zu
frankenfurd komen vur den Schultheissen und uff den heilgen sweren, das er dem
also nachgegangen habe, und wann das gescheen ist. Weris dann, das solicher
kommer nit virantwort oder virstanden wurde, wann dan seß wochen und ein tag
virgangen sin und der kommer nit virantwort [Seite: S. 266]
wort oder verstanden wirt, so sal der cleger sin gezugggelt geben, und das in
des gerichts büch tun schriben, Darnach sal der cleger zum andere male eynen
virkunds brieff von gerichtes wegen nemen da Jnne ein tag und seß wochen
begriffen und gesast sollen werden, und den aber fertigen mit einem boten in
die vorgenante herburge, der bote dann aber sweren sal, das er den brieff also
geantwort habe, das dann der cleger nach ußgange der seß
wochen und eine tage aber an das Richs gerichte vor dem Schultheissen
sal offen und das in des gerichts buch tun schriben und zu dem dritten male in
derselben masse sal der cleger den virkund in die selben herburge tun, und der
bote sweren, und in des gerichts buch tun schriben, nach uzgange der lesten
seß wochen und einen tag, also das soliche
virkundunge jezü drin tagen, und zu drin seß wochen gescheen sal, als
vorgeschriben steet. Weris dann sache, das solich kommer an des Richs gericht
in der zyt der drier tage und achtzehen wochen nit
virantwort und virstanden wurde, als recht ist, So
sal darnach der cleger so dry tage und achtzehen
wochen virgangen sin aber vur den Schultheißen an des Richs gerichte
kommen und solichen kommer, und clage offen, und desselben gerichts ußwarten,
und dann sin gezuggelt geben, und den kommer erfolgen, als recht ist und das
auch in des gerichtbuch lassen schriben.
Auch wann soliche kommere von Eigen und erbes wegen erfolget und ergangen
werden, als vorgeschriben steet, wil dann der cleger den sachen vurter nachgee,
als recht ist, So sal er sin schult darfür er gekommert hat an des Richs
gerichte vor Schultheißen und Scheffen uff den heilgen sweren, und damyde
kuntlich machen, und bedarff man auch kein ander sache me vor gerichte
berechten, dann allein scholt, als recht ist, und das auch in des gerichts buch
tun schriben, und wan das geschicht, So sal ym des [Seite: S. 267]
gerichts schriber solicher ergangen sache, obe er des begeret zetteln uß des
gerichts buch geben und schriben, davon als dan igliche sache in ir selbes
gelegen ist, und von einem iglichen zedel, der von erfolgunge, bekantnisse,
berechtunge oder anderen sachen gegeben were, sal des gerichts schriber von eim
iglichen Zedel nit me dann dry heller nemen, als das herkommen ist. Und sal der
Schultheiß nach solichen ergangen sachen dem cleger an solichen erfolgeten
eigen und erbe dann von gerichts wegen heissen richten, als recht ist, alsdann
igliche sache in ir selbs gelegen ist.
Jtem Wann dem Cleger also gerichtet ist, nach besagunge des Richters off den
Eyd; ist iz dann, das er fordert und begert jn
vorter zu wisen, wie er damyde umbgeen sulle, So sol er die gesworn
underkeuffer von Eigens und Erbiswegen das selbe
erfolgete Eygen und Erbe, als verre daz selbe eigen
und erbe erbes falle und erbes
recht nit antreffe, lassen feyl tragen vierzehen gantz tage zu
virsetzen; mochte die virsatzunge nit geen, So zu virkeuffen als thür als man
mag, doch nit hoher dann der cleger gekommert und
berechtet hette, darunder mag der cleger daz wol tun, und vor was koste
oder geltes von gerichts wegen uff die sache gegangen were, oder geende wurde,
darnach nach den ersten vierzehen tagen in den nesten vierzehen tagen zu
versteen und wann solich Eigen und Erbe also von
gerichts wegen virsast oder virkeufft wirt und die
gesworn underkeuffer uff den Eit besagen, das sie das nit hoher brengen mogen,
So sal man von gericht wegen die dann darinn setzen, den also virsatzt
oder virkeufft were doch mit beheltniß und
unschedelich dem Riche, dem Rade und der Stad zü franckenfurd an iren dinsten,
gnaden und friheiden, und auch das den erben und zinßluden
daz zuverkünden, dann sal der cleger
das den erben und zinßluden lassen [Seite: S. 268]
virkunden mit namen denjenen die zu franckenfurd oder in der terminy
und begriff daselbis wonhafftig und inplichtig
sin, mit dem Richter und den
ußmerckern mit des schultheissen offen versiegelten brieffe, solich Eygen
und Erbe in den nesten viertzehen tagen darnach
zu entschudden und zu versteen. Und weris sache, das
der eins teils oder zumale ußwendig landes weren, und man der nit wiste zu
finden, So sal man aber mit der verkundunge gebaren, und damyde umbgeen zu den
drin tagen und zu drin seß wochen, als auch
vorunderscheiden ist.
[Art. 6] Jtem Wann das solich Eigen und Erbe in der masse und
zu den zyten, als vorgeschriben steet entschudt oder
virstanden wurde, nach recht und herkommen
des Richs gericht vorgenant; So sal der Cleger aber vur den Schultheissen an
des Richs gerichte kommen und die sache offenbaren, und desselben gerichts
ußwarten, und dann dieselben erfolgunge der entschuddunge aber in des gerichts
buch tun schriben und sin gezuggelt geben, und von solichem Jnsatze sal dem
Schultheissen und Scheffen vierzig heller werden unde
gefallen, und mit namen von iglichem stamme als vil die dann gekommert
und die sache ergangen hetten, und sal das dem Schultheissen halb, und den
Scheffen das ander halbteil gefallen.
Auch weris sache, das der cleger solich Eigen und
Erbe, daruff er gekommert und das mit gerichte und
rechte erclaget hette, nit versetzen oder
verkeuffen konde, und das die gesworn Underkeuffer hette lassen feil
tragen, und die das uff den Eit besageten vor dem Schultheissen vor gerichte,
das sie das nit virsetzen oder virkeuffen konden,
wolde dann der cleger soliche erfolgete Eigen und
Erbe vur sin schult, zinse, gulde, oder
forderunge, darfur der kommer gescheen were, oder vur mynner und nit
daruber, nach siner berechtunge, und vur die zinse daruff [Seite: S. 269]
gelegen, und vur den kosten, der von gerichts wegen uff die sache gegangen were
oder vurter daruff geen wurde, selber behalten, des solde man jm gonnen, und jn
von gerichts wegen darin setzen, und in des gerichtes buch lassen schriben;
doch das er dann daz sal lassen virkunden den erben und
zinßluden, das zu entschudden und zü virsteen
und auch mit der verkundunge zutun und umbzugeen, als auch vor underscheiden
ist, und auch mit beheltniß und unschedelich dem Riche, dem Rade, und der Stadt
zu franckenfurd an iren dinsten, gnaden und
friheiden, und auch dem Schultheissen und Scheffen ir recht zu geben,
als auch vor irludt. Geschee dann solicher entschudunge nit in der masse und in
der zyt, als auch vor underscheiden steet, So sal und mag der cleger dann an
des Richs gericht kommen, und daruff sin gezuggelt geben, und das in des
gerichts buch tun schriben, und dann hat das sinen bestant.
Auch wann der cleger solichs rechten und ußtrags in
der masse als vor irludt gentzlich gewartit und dem nachgegangen hat, unentschudt
und unvirantwort sache, als vor geschriben
steet, fordert er dann jm oder dem das virsatzt oder
virkaufft were, als auch vorgeschriben steet jn des brieffe von gerichts
wegen under des Schultheissen Jngesigel zu geben, daz sal yn dann von
rechtswegen geben und tun.
Auch ist zu wissen, wem Eigen und Erbe, das in termeny
und begriffe der stede und
gericht zu frankenfurd gelegen ist, in der Stede franckenfurd
virsatzbüch virsast were, vur schult uff zyde zu bezalen, und obe des not
geschicht, das die bezalunge und ußrichtunge
derselben schulde nit ußgerichtit und bezalt were
uff die zyde, als dann das vorgenant buch ußwisete; So sal und mag derselbe dem
des also not ist, die selben underphande vor des Richs gericht [Seite: S. 270]
uffbieden, und das in des gerichts buch lassen schriben, dann sal jm der
Schultheiß einen Richter lihen, und jm von gerichts wegen an solichem Eigen
und Erbe lassen richten. Und wann dem also daran
gerichtet ist, nach besagunge des Richters uff den Eit vor dem Schultheissen
vor gericht, So sal der Schultheiß die gesworen undirkeuffer das heissen veil
tragen, viertzehen gantz tage vur die schult, wie vorgeschriben steet, darumb
der cleger das angesprochen hat, und vur den kosten, der von gerichts wegen uff
die sache gegangen were, oder vorter geen mochte, zu
virsetzen oder zu virkeuffen. Und wirt das in derselben zyt virsatzt
oder virkaufft, nach besagunge der gesworn
underkeuffer uff den Eit vor dem Schultheißen vor gericht, So sal der
Schultheiß dem dem iz also von gericht wegen virsatzt oder
virkaufft were, darin von gericht wegen setzen, doch mit beheltniß und
unschedelich dem Riche, dem Rade und der Stadt
franckenfurd an iren dinsten, gnaden und friheiden,
und auch also, das der vorter das von gerichts wegen sal lassen verkunden den
erben und zinßluden desselben Eigen
und Erbes, das in den nehsten viertzehen tagen
darnach zu entschudden, und sal die verkundunge gescheen mit eime Richter den
die inplichtig oder wonhafftig sin zu franckenfurd
und irm begriff, und den ußmerckern mit des
Schultheissen virsigelten virkunds brieff, als gewonlich ist; weren die aber
eins teils oder zumale, den man also virkunden solde ußwendig landis, und daz
man die nit wiste zu finden So sal die virkundunge gescheen mit des
Schultheissen brieff in die herburge, da uz sie zu leste geschiden weren oder
da jnne sie wonhafft gewest weren zu drin tagen und zu drin
seß wochen zu glicher wise als auch da vor von Eygen
und Erbes wegen underscheiden ist, und geschicht die entschuddunge dann
nit nach ußgange iglicher der obgenanten getzyde, daz sal der cleger dann daz
vor [Seite: S. 271]
dem Schultheissen an des Richs gericht offen, und das auch in des gerichts buch
tun schriben, und sal auch kein andir insatz von eygen und
erbes wegen gescheen, dan noch lude der Stede franckenford versatzbuch.
Weris aber sache das solich Eigen und Erbe nit virsast
oder virkaufft mochte werden in der zyt und in der masse,
als vorgeschriben steet, nach
besagunge der gesworen underkeuffer uff den Eit vor den Schultheissen vor
gericht, So mag iz dann der cleger selbir behalten vur als vil jn daz dann
bedunckt wert sin, und vur den kosten, der von gericht wegen daruff gegangen
were, oder vorter daruff geen mochte; Daruff jn der Schultheiß darjn in
dasselbe Eigen und Erbe von gerichtis wegen setzen
sal, doch mit beheltniß und unschedelich dem Riche, dem
Rade und der Stadt zu franckenfurd an iren dinsten,
gnaden und friheiden, und auch also, das er daz sal von gerichts wegen
lassen virkunden den erben und zinßluden zu
entschudden in aller der masse, und mit den underscheiden als itzunt zunest
davor geschriben und underscheiden steet, und wan
auch solich zyt der entschudunge virgangen ist, das sal dann der cleger an des
Richs gericht vor den Schultheissen offen, und das in des gerichts buch lassen
schriben, unde wann das gescheen ist; So sal und mag man dann den cleger oder
den iz in vorgeschriben masse virsast oder virkaufft
were, daruber brieffe von gerichts wegen geben, obe sie des begern, doch das
der cleger in dieselben sachen vor des Richs gerichte uff den heilgen swere,
daz man jm solich schult schuldig sy, und jm oder nymand von sinen wegen des
eins teils oder zumale nit betzalt sy, an gelde oder an
werde. [Art. 11]
Auch wer uff farnden habe kommern wil iz sy vur
schult, zinse, gulde, gelt oder geldes wert oder ander
forderunge, den kommer sal und mag ein iglich werntlich Richter zu
franckenfurd tun, und sal der cleger [Seite: S. 272]
den kommer am nesten gericht, das nach dem tage, als der kommer gescheen were,
als der kommer gescheen were, komende wirt vor dem Schultheissen offen, und das
in des gerichts buch tun schriben, und desselbin gerichts ußwarten, obe jmand
komme, den kommer zu verantworten und zu virsteen, und ist iz, daz nymand
kommet der den kommer verantwort oder virsteet, So sal der cleger den jenen uff
die er gekommert hette, den kommer von gerichtswegen lassen virkunden, mit
namen den Jngesessen und Jnwonern zu franckenford mit eime Richter, den selben
kommer an dem nesten gerichte zuverantworten und zu virsteen und den ußmerckern
mit des Schultheissen virsigelten virkunds brieffe, darjnne eime iglichen ein
gerume nemlich tag nach dem der danne verre oder nahe gesessen ist, gesast
werden daruff auch der bote, der solichen brieff treit an des Richs gerichte
sweren sal, das er den jenen solichen brieff geantwort habe, doch uff keiner
friheid oder keiner gewiheten stat. Weren sie auch ußwendig landis, also daz
man sie nit wiste zu finden; So sal die virkundunge gescheen zu drin tagen und
zu drin seß wochen, als auch vor underscheiden ist, und werden dan soliche
kommere nit virantwort und virstanden zu iglichen zyten und tagen als
vorgeschriben steet, So sal und mag der cleger dann uff die gerichts tage, die
alsdann gesast und bescheiden weren, sin gezuggelt geben, und den kommer
erfolgen, und das in des gerichts buch tun schriben; uff soliche erfolgunge der
cleger darnach am nesten gericht, obe er wil, sin schult und forderunge, darvur
er gekommert hat sal kuntlich machen, als recht ist; daruff sal der cleger dann
zedeln uz dem buch nemen, und sal jm dann der Richter an solicher farnder habe
lassen richten, und wann dem also gerichtet were; So sal der cleger die farnden
habe fur sin schult und forderunge oder vur mynner und nit daruber und vur den
gericht schaden virsetzen;
[Seite: S. 273]
mag die nit virsatzt weren, So zu virkeuffen und daz den erben der die farnde
habe ist, daz von gerichts wegen lassen virkunden in den nesten vierzehen tagen
darnach zu entschudden, obe das ist, das sie als nahe und bynnen lands sin;
were des nit, So sal man jn gerume tage setzen die sie erlangen mogen, die
entschuddunge zu tun und weren die ußwendig lands, und man die nit wiste zu
finden; So sal man mit der verkundunge aber umbgeen zu drin tagen und zu drin
seß wochen, als auch darvor underscheiden steet, und ist iz, das die
entschuddunge nit geschicht zu den zyten und in der masse, als vor
underscheiden ist, So hat das damyde sinen bestant und das sal dann der cleger
aber in des gerichts buch tun schriben.
Weris aber das solich farnde habe nit versast oder virkaufft mochte werden in
der masse, als vorgeschriben steet, So mag der cleger die selben farnden habe
selber behalden vur sin erklagete schult oder gelt, oder vur mynner und nit
daruber und vur das [was] von gerichts wegen uff die sache gegangen were oder
vurter geen wurde, und sal das lassen verkunden zu entschudden, nach gewonheid
und recht des Richs gerichts vorgenant, in aller der masse und fugen, als da
vor zu neste geschriben und underscheiden steet, und sal der cleger daz nach
ußgange der entschuddunge, obe des nit geschicht, das vor dem Schultheissen an
des Richs gericht offen und daz dann in des gerichts buch lassen schriben, und
damydde hette iz ein ende und sinen bestant.
Auch wer farnde habe vur schult versetzen sal oder wil, dat sal gescheen vor
eime werntlichen Richter, und der, dem sie also virsatzt were, mag sie dem
jenen, der sie versatzt hat, wider lihen umb einen benanten wochenlichen zins,
und wann dan der sins geldes nit lenger enberen wil, So sal er die farnden habe
vor dem Schultheissen an des Richs gericht uffbieten, also wann der Richter den
Jnsatz vor dem [Seite: S. 274]
Schultheissen an des Richs gericht mit Eide besaget hat, und uff solich
uffbietunge sal jm der Dchultheiß einen Richter daran heissen richten, dan mag
er daz versetzen oder virkeuffen vur die schult oder darunder und nit daruber,
und vur den gericht schaden und sal daz von gerichts wegen lassen virkunden den
jenen, der die farnde habe ist, zu entschudden, und damyde umbgeen in aller der
masse, als davor zu nest von virkundunge wegen geschrieben und underscheiden
steet, und obe die virsatzunge oder virkundunge nit gescheen mag, als davor
underscheiden ist; So mag er iz selber behalden als auch vor underscheiden ist
und solde dann das aber lassen virkunden, als auch vor underscheiden ist.
Auch wem phande von gerichts wegen gegeben werden vur sin erclagete schult, der
sal damyde umbgeen zu versetzen oder zu virkeuffen, oder selber zu behalden,
und das lassen virkunden zu entschudden in aller der maße, als auch davor von
der farnden habe wegen eigentlich underscheiden und geschrieben steet, doch
also: sin iz essende phande, die sal er nit lenger dann uber nacht halden, sin
iz andere phande, die sal er viertzehen tage halden, E er die virsetzt, oder
virkeufft, oder selbir beheldet, nach dem als davor underscheiden steet.
Auch sollen alle Eide und berechtunge der schulde, iz sy umb wenig oder vil und
ußziehunge eins iglichen habe oder gudes dartzu mit gerichte geclagit oder
gekomert weren und von gude oder habe das reyplich ane fehede genomen oder
virstolen were und Eyde und recht, das Eygen und Erbe antreffende ist, vor
Schultheissen und Scheffen an des Richs gericht gescheen, waz aber recht und
unschulde fravel oder geldeschult andreffen sin, das sal vor dem heilgen
gericht gescheen und anders nit.
Auch wann lude vurfluchtig werden, weris dann, das lude uff ir gut und habe vur
ir schult kommerten,
[Seite: S. 275]
uff daz dann soliche habe und gude nit verruckt werde; So sollen der Obirster
Richter und des gerichts schriber von gerichtes wegen alle soliche habe und gut
von stucken zu stucken beschriben, und sal man von gerichts wegen einen huder
in das hus setzen, da solich habe und gut lege, biß uff den ußtrag des rechten,
js enwere dann, das die clegere des alle eins worden, das uß dem selben huse zu
thun, und anderswo lassen besliessen, solich besliessunge auch ein oberster
Richter tun sal.
Auch weris sache, das ein persone der andern schuldig were und der schuldige
nit zu bezalen hette und doch wartende were gudes das jm zu einer hant
irstorben were, so mag der cleger uff den selben anfall und gude kommern und
clagen vur sin schult und den selben kommer und clage sulde er dann alle
jerlichs an des Richs gericht offen, und in des gerichts buch lassen schriben,
und wann der fall dann gescheen ist, den sachen nachgeen, als recht ist, als
auch von Eigen und Erbes wegen underscheiden ist.
[Art. 18]
Auch sal man von getzugen nit me nemen inzuschriben dan sieben heller, er sy
vil oder wenig, und wann man solich getzugniß ingeschriben hat, daz sal man
lassen horen die Scheffen, die dann an gericht sin, und die das angeet; und des
selben glichen sal man die Scheffen alle trefflich urtheil, iz treffe Eygen,
Erbe oder geltschult an, auch von stunt lassen horen, und die nit, die das
angeet, daz zu meren oder zu mynnern, als sie dann behalden han.
[Seite: S. 276]
Nota disser hernach geschriben artikel han die Scheffen von gerichtis wegen
gecleret, und des ubirkomen, die also vorter zu halden, umb mancherley Jrrekeit
wegen zu vermiden, die vormals und auch itzunt an des Richs gerichte in den
sachen entstanden sin, und auch vorter entsteen mochten.
Zum ersten; als von gezugnisß wegen an des Richs gerichte zu furen, daruff ist
der Scheffen clerunge und meynunge, als viel und als verre ein iglicher von
gudes, zinse, schulde, geldes odir anderer sache wegen gewiset als recht ist,
daz er daz billich gemesse, daruff auch die fursprechen das urteil stellen und
fordern sollen; Also wie wol der jene, der das gezugnis gefuret habe, die sache
nit vor voll gewiset habe, als er sich vermessen hatte, als verre und als viel
er dann irwyset, und das getzugnis besagit habe, obe er des dann jm rechten it
billich gemessen solle, daruff dan die Scheffen daz urteil wisen werden, als
sie dann bedüncket recht sin.
Auch ist der Scheffen meynünge, weres daz ein burger dem andern, odir eyner der
nit burger were, eim burger gebode vur frawel, von zinse odir geltschulde
wegen, umb des willen, obe einer dem andern daz ubir die zyt der bezalunge
vorbehalten hette, odir umb andere sache, daz nit slehery odir scheltworte
antreffe; jst der Scheffen meynunge, daz das kein fravel sin sulle, und sich
ein iglich bürger siner fryheid als von der gebode wegen gebruchen sulle oder
moge, und daz sal man den Richtern kunt tun, sich mit den geboden darnach mogen
wissen zü richten, und auch den fursprechen daz zusagen, sich mit clage und
antwurt und auch mit dem urteil zustellen, sich darnach wissen zu richten.
Auch wann eins dem andern gebudet vur kuntliche fellige Zinse, lasset sich der
erfolgen, dem geboden ist, daz dann der, des die zinse sin, des nicht berechten
solle odir bedorffe; Wann abir einer den andern irfolget vur scholt, so sal er
sin scholt berechten, als recht ist.
[Seite: S. 277]
Auch wann einer dem andern slecht odir wonte, und derjene jm tut gebieden, daz
er jm daz frevelich getan habe, iß sy uff ein beduncken oder nit, fur den
fravel sal der odir die, die solich dat getan hetten, als verre sie der dat
bekennen, odir uff sie erwiset wirt, nit sweren, wan wol zu versteen ist, daz
eins daz ander ane fravel nit geslahen, odir gewonden kan, und der die dat odir
geschicht getan hat, sal dan den fravel verbüssen nach irkentnis odir ußwisunge
der Scheffen, nach dem als dann die sache groß odir klein ist; Er gewise dan
als recht ist, das er lipwerunge getan habe. [Art. 24]
Jtem von der uffgiffte und ußerunge wegen, daz sich an des Richs gericht
verhandelt, als ein stam odir person geyn andern zwein, odir drin personen,
odir stemmen, oder me, odir zwen odir dry, odir me stemme, odir personen gein
eym stamme odir personen sich usßern odir uffgeben wollen, zweyer oder dryer,
odir me stucke, die doch in einen zins gehoren odir ligen, und eyne sache ist,
daruff ist der Scheffen meynunge; daz der odir die nit von iglichem stucke
uffgifft oder ußerunge gelt geben sollen, dann mit solichen ußerungen und
uffgifften sal man iß halten nach anzal der personen odir stemme als man das
mit des Rades uffgifften heldet. Desselben glichen sal man auch halden mit dem
getzuggelt und jnschriben in des gerichtes buch.
Auch sal kein schriber vorter an des Richs gerichte, odir an gerichte vor den
heilgen sitzen, er habe dan daruber globet und gesworn , Ez sy dann mit des
gerichtis wissen und laube. [Art. 26]
Auch ist der Scheffen meynunge; daz der Schultheiß und die Rechenmeister vurter
kein busse nemen odir vertedungen sullen, sie sy dan vor mit urteil gewiset,
odir mit andern undirwisungen der Scheffen, und wan die kretzery sitzet, daz
dann die Scheffen davor etzlichen tag, als verre solich sache vor gerichte nit [Seite: S. 278]
ußgericht were, darby sitzen und erbodt sollen werden, soliche underwisunge zu
tun. [Art. 27]
Jtem von der lude wegen die iren widersachen ir recht und gerichte verziehen
mit uffsatze, und nit zu clage und antwurt komen wollen zu rechter zyt, jst der
Scheffen meynunge; daz der Schultheiß die mit eym Richter besende zu gerichte
zu kommen, die offenberlichen mit worten straffe, und jn dann nemlichte tage
setzen, des gerichtis zu warten.
Jtem als die Burger fremde lude und geste, die wegefertig sin, uffhalten mit
gerichten, als von der Burgerschafft friheide wegen, daz solichen wegefertigen
luden zu grossem Unstaden und schaden komet, ist der Scheffen meynunge, daz man
den Burgermeistern die dann zu zyden sin, macht gebe, die sache uß zu richten
nach gelegenheit der sache, als iß dann vur sie komet.
Jtem umb den richter, der an dem gerichte sitzet vor den heilgen, daruff ist
der Scheffen meynunge, daz der by Eyde kein gelt nemen solle, iß sy dann, daz
die recht und Eyde getan sin, als dann vor die heilgen beschieden sin und
werden, und sal auch getruwelich und flißiclich auch by Eyde vor dartzu raden
und reden, daz solich Eyde verhalden mogen werden, weris abir daz ein parthy
die andern der Eyde mit willen irliessen odir daz ein parthy die andern
irfolgite odir ledig worde von solicher Eyde wegen, daz sal der Richter lassen
inschriben, und mag das getzugegelt davon nemen.
Jtem umb die fürsprechen, als die zu viel geldes nemen, von Momperschafft,
tageleisten, und auch andern sachen etc., daruff ist der Scheffen meynunge und
ubirkomen, waz ein sache sy, wie viel der personen sin daz antreffende, daz sie
dann nit me dan ein fürsprechen gelt nemen sollen. [Art. 31]
Jtem von der Momperschafft wegen, als vor irludet, das vorter die fursprechen
furter me nymant [Seite: S. 279]
Momper werden odir sin sollen, umb sunderlicher sache und unrads willen, die
dem gerichte davon entstanden ist, und vorter entsteen mochte, als dan die
Scheffen das sunderlich gewegen han.
Jtem von des tageleisten wegen, als auch vor irludt, als die fürsprechen der
lude tage leisten, von sache wegen, die vor gerichte hangen, jst der Scheffen
meinunge, daz sie das vorter nit me tun sullen, jß sy dann von laube und
geheiße der Schultheissen und Scheffen, und ist iz, daz iz in irleubit wirt,
daz sie dann nit me nemen sullen, dan einen alden tornoß obe sie iz anders umb
sust odir umb fruntschafft nit tun wolden. [Art. 33]
Auch wem die fursprechen sin tage leisten wollen, dartzu sie gebeden werden, iß
sy vor dem Rade odir anderswo vor sache, die nit vor gerichte hingen, davon
sullen sie auch nit me nemen dan einen alden tornoß, obe sie iz anders umbsuß
odir umb fruntschafft nit tun wollen. [Art. 34]
Doch in allen vorgeschriben sachen mit beheltnis des Eydes, den sie von des
fürsprechen amtis wegen gesworn han, nach dem der in der Stede buch geschriben
steet. [Art. 35]
Jtem daz man einen Burger in der messe fryheid nit gewisen moge, er wolle iß
dan mit willen lyden und ubirgeben. [Art. 36]
Jtem daz ein burger einen ußman, oder ein ußman den andern ußman, in der messe
wol gewisen moge. [Art. 37]
Jtem daz ein iglich person, iß sy man odir frauwe gestolen odir geraubet
pherde, kuwe, odir anders des glichen salb dritte odir me berechten moge, daz
yn das ane fehede abegeraubet und entweldiget sy etc. odir yn gestolen, und
damyde entweldiget sy. [Art. 38]
[Seite: S. 280]
Jtem weres sache, daz eyn mompar odir truwenhender junger kindere, eynchen
personen zu gerichte umb scholt liessen gebieden, und die selben, den dan also
geboden were ußblieben und sich erfolgen ließen etc., daz dan die mompar, odir
truwen hender soliche scholt berechten mogen, also daz yn nit wißentlich sy,
odir auch von der kynder aldern ny gehort haben, daz soliche scholt eins teils
odir zumale yn odir ymand von iren wegen betzalt sy.
Jtem daz die Erben nach toder hand, umb scholt die in vorgeschribener maße an
gerichte erfolget were, auch die berechtunge thun mogen in der maße und mit dem
undirscheide, als vorgeschriben steet.
Jtem weres, daz einer einen schuldigete umb geltscholt, die er jme schuldig
were von eins kauffs wegen, den er umb yn getan hette, odir umb geltscholt, die
er yme geluwen hette, und det jme ein neyn odir Ja heischen, obe er den kauff
umb in getan hette, odir nit, odir obe er jme daz gelt geluwen hette, odir nit,
were dann der jener, den er also ansprech des kauffs odir der lyhunge
erkentlich, und hette yme daz gelt davon ußgericht, und betzalt, und were
unschuldig, daz er jm desselben kauffs odir der lihunge nicht schuldig were; da
sulde man mit urteil wisen also: dret der, der also geschuldiget wurde dar, und
swür uff den heilgen, daz er jm solich gelt von desselben kauffs odir lihunge
wegen eins teils odir zumale nicht schuldig were, daz er jm dan in dem rechten
billich engangen were, der jener, der jn dan schuldigete, wulde jn dan gewisen
als recht were, daz er jme solich gelt von desselben kauffs odir lihunge wegen
eins teils odir zumale schuldig were. Jtem weres abir, daz der, der also
geschuldiget wurde, den der yn dan schuldigete gewisen wulde, [Seite: S. 281]
daz er jm den vorgenanten kauff odir lihunge bezalt und ußgericht hette, so
ensulde er der unschult nit tun, sunder man sulde jn zu solicher gewisunge
lassen kommen.
[Art. 41]
Nota ordenunge der werntlichen Richtere ztu franckenfurt nach aldem herkommen,
und rechte des Richsgericht daselbis. [Art. 42]
Zum ersten so hat ein Oberster werntlich Richter zu franckenfurt von gerichts
wegen macht zu richten uber ein halb marg zinse oder schult, das ist mit namen
achtzehen schillinge heller und darunder. [Art. 43]
Jtem so han die andere richtere macht, ir iglicher zu richten vor einen
virdung, das ist Nun schillinge heller und darunder. [Art. 44]
Und wann das ist, das also clage vur sie kommet, so sullen sie den schuldigen
fragen, obe er des geldis eyns teils oder zu male erkentlich sy, wes und wie
vil er dann der vorgeschriben somme erkennet, des sal er viertzehen tage dann
frist han, und nach ußgange der viertzehen tage, darfur sal er dann dem cleger
phenden, obe er ym des nit betzalt oder des nit uffzog mit beider willen
getedingen mag, und mit den phanden sal der clger umbgeen, als des gerichts
recht und gewonheid ist. Was dann der schuldige dem cleger leuckenbar ist, So
sal der richter yn beyden tag machen und setzen an daz nest gericht odir uber
viertzehen tage, obe gericht wirt, vor dem heilgen gerichte; wurde nit
gerichts, so darnach an nesten gerichte die unschult zu tun, und der zu warten
als verre, als das umb geltschult ist, und ußwendig der messe friheit. Weris
aber in der messe, so sulde der Richter yn beiden tag machen [Seite: S. 282]
an daz neste gerichte, vur der heilgen gerichte, der unschult zü tun und zu
warten, als vorgeschriben steet, und mit der erkentnisse auch umbgegangen
werden, als der messe friheit steet. [Art. 45]
Jst itz aber sache, das iz ist umb zinß oder umb liedelon an die obgenante
summe dreffende und darunder, so sal das gehalden werden ußwendig der messe
friheit, die rechte zu setzen und der zu warten am nesten gerichte glicher wise
als in der messe. [Art. 46]
Auch wann die Richter also umb solich schult, darfur sie ztu richten han, eym
ein gebod tun, und ist der schuldige der schult leuckenber, so sal er den
cleger fragen, obe er das gewysen wulle, sprichet er Ja, so sal der Richter
beyden parthien tag machen an das neste gerichte vur Schultheissen und Scheffen
zu kommen, die sache da zu offen, und die getzuge zu nennen und dem vurter
nachzugeen, nach recht und herkomen des Richs gerichts; Es sy umb schult,
liedelon oder zinß nach dem als sich dann iglich sache geheischet.
[Art. 47]
Auch wann ein Richter eim gebut vur liedelon, so sal er den widersachen fragen,
obe er erkenne, das er jm gedienet habe; spricht er ja und des lones doch
leuckenber ist, jst iz dan umb nun schillinge, und daruber, und doch nit uber
achtzehn schillinge, so hat der obirste Richter macht, dem cleger tag zu setzen
an das nest gerichte, des liedelons nun schillinge oder darunder und nit
daruber mit sime Eide zu behalden vor Schultheissen und Scheffen an des Richs
gericht, und treffe sich is uber Nün schillinge, so sal der schuldige dem
cleger ein unschult tun am nesten gerichte vor den heilgen vur das ubirge als
verre yn der cleger des nit erwisen wulde, und sal auch solichen liedelon
nymand anders berechten, dann eins [Seite: S. 283]
gebrote gesynde; So umb die andern Richtere, als die zu richten han ubir Nun
schillinge und darunder und nit daruber, sal es von des liddelons wegen auch
gehalden werden, nach anzal als in gebürit zu richten, in aller der masse als
vor underscheiden steet.
[Art. 48]
Weris aber sache, das in diesen vorgeschriben sachen und geboden fravel
irludte, daruber han die Richtere nit zu richten, Sundern das wisen an gerichte
vur Schultheissen und Scheffen, als daz herkommen ist. [Art. 49]
Wulde auch einche person in diesen vorgeschriben sachen und geboden dem Richter
nit recht antwort geben oder tun, so hat der Richter macht, die zu fragen und
jn zu gebieden, recht zu antworten, eins, zwirnt, drywerbe, glicher wise, als
obe das vor dem Schultheissen an des Richs gericht were und ist iz, das der
dann nit recht antwort tud, so ist er zu buße verfallen, glicher wise als obe
iz an gericht gescheen were, und darumb sal dann der Richter dem tag machen vur
Schultheissen und Scheffen sich darumb mit jn zu richten.
Auch sollen die Richter keinerley kuntschafft oder brieffe von gerichts wegen
geben oder virsigeln, hinder dem gerichte; Es sy von der heilgen gerichts
wegen, oder anders, dann wem das not ist, der mag kommen vur Schultheissen und
Scheffen und das fordern, So sal dann der Richter, vor dem die sache ergangen
were, daz mit Eide vor Schultheissen und Scheffen besagen, daruff sal und mag
der Schultheiß dann under sim Jngesigel brieffe und kuntschafft gebe.
[Art. 51]
Auch was andere brieffe oder kuntschafft ußwendig gerichts die Richtere geben
und besigeln wollen da sollen ir zwene mit ein besigeln, und doch nit me von
dem siegel nemen, dan einen thurnoß mit namen iglichem Nün heller und doch daz
soliche besiegelunge nit gescheen in sachen, daz da antreffe eigen odir erbe,
odir daz sy wieder gnade und fryheit der Stede franckenfurt, iz sy ubir
besetzunge odir anders. [Art. 52]
[Seite: S. 284]
Auch sollen die Richter ußwendig der messe friheid von eim iglichen kommer und
gebode nit me nemen, dann vier heller in der altenstad, und in der Nuwenstad
und zu Sassenhusen seß heller; So in der messe friheid mogen sie nemen seß
heller in der aldenstat, und desglichen in der Nuwenstad und zu Sassinhusen.
Jtem sie sollen auch by iren Eiden alle fravel und ungefuge, der sie gewar
werden, vur gericht brengen und besundern an einen gerichts schriber, der das
virzeichen sal, und vorter vur gericht brengen.
Auch han die Richtere in gemeinschafft macht wer die artikele als davor
underscheiden sin, eim iglichen recht zu helffen, mit geboden, kommern und
rachtunge zu tun, so des not ist, doch besundern ußgescheiden, wann das ist,
das die sache einen Scheffen zu franckenfurt anginge, jm gebode zu tun, an jn
zu kommern oder zu richten, das hort eim obersten Richter zu allein oder eim
andere, der dann an sin stat were, obe er krang oder nit inheimisch were, und
den andern Richtern nit.
Jtem wann ein Obirster Richter eim gebudet ubir achtzehen schilling und der
andern Richter einer ubir Nun schillinge, ist er dan ein burger, so sal jm der
Richter drywerbe uzwendig der messe gebieden, daz erste munt wyder munt, und
die andern zwey zu huse und zu hove, und in der messe nit dann eins. Jst er
abir fremde odir ein bysesse, so endarff er jm nit me dan eins gebieden, munt
wider munt. Weres abir zins odir liedelon, so sal der Richter jm nit me dann
ein gebot tun, er sy ein burger, fremde, odir ein byseß, mund wider mont. Weres
abir fravel, und were einer in der Stad, so sal er jm auch ein gebot tun
muntlich odir zu huse oder zu hove. [Art. 56]
Jtem auch ensollen die Richtere nymant gebieden vor frabel, ez sy dan slehery
odir scheltwort, odir obe ymand dem andern das
sine frevelichen neme, odir vorbehielde eim daz syne, daz er mit gerichte
ergangen hette, und desglichen.
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