Source: https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/fulltext/000000453_90/269/
Timestamp: 2019-11-23 00:04:40
Document Index: 53800597

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 6', '§ 7']

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QUADERER / MILITÄRGESCHICHTE 1814-1849 ANHANG FORMATION DES FÜRSTLICH HOHENZOLLERN LIECHTENSTEINISCHEN LEICHTEN BATAILLONS (1843) beglaubigte Abschrift, dato 5. Mai 1843 LLA SF Militärakten 1832-1849. ad 393 / p. 1843 Die Contingente der drei souverainen Fürstenthümer Hohenzollern- Hechingen. Liechtenstein und Hohenzollern-Sigmaringen formieren ein Bataillon. § 1 Die durchlauchtigsten Fürsten zu Hohenzollern-Hechingen, Liechten- stein und Hohenzollern-Sigmaringen sind die obersten Kriegsherren des Bataillons. Von Höchst Ihnen gehen alle Verfügungen aus. § 2 Der Militär Commandant der drei Fürstenthümer ist zugleich Kom- mandant des fürstlich Hohenzollern- und Liecbtenstein'schen Batail- lon. Aus der Benennung geht hervor, dass der Commandant diejenige Behörde ist, an welche alle das ganze Bataillon oder einzelne Theile desselben betroffenden Bestimmungen, Befehle, Verordnungen oder sonstige Mittbeilungen gelangen; die grössere Entfernung von Vaduz vom Sitze des Bataillons-Stabes macht folgende Bestimmungen not- hig: § 3 Alle Befehle und Mittheilungen sollen wie bisher und so lange nicht das Contingent beim Bataillon steht, direkte von Sr. Durchlaucht und der Hofkanzlei an den Contingents-Commandanten, alle Meldungen direkte von dem Commandanten an Se. Durchlaucht ergehen, nur hat der Contingcnts-Commandant oder Commandeur an den Herrn Oberstlieutenant als Oberkonimandanten oder Commandeur in wich- tigen Fällen sogleich, in weniger wichtigen Fällen bei Gelegenheit der Quartalrapporte das Erhaltene oder Eingereichte in Abschrift mitzut- heilen. Anträge, welche auf die Contingentsformation wesentlich Bezug haben, hat der Commandant durch den Obercommandanten einzureichen, so wie alle auf die Formation Bezug nehmenden Befeh- le, alle wichtigeren auf das Contingent einen dauernden Einfluss neh- menden Verordnungen in der Regel erst nach abgeforderten Gutach- ten des Oborkommandanten erlassen werden. Dahin gehört namentlich die Besetzung der Chargen, Bestimmung des Locostandes und der theilweisen Einberufung, Veränderungen in der Militärgesetzgebung, in der Unifornüerung, im Conscriptionssistem, Ausrüstung. Es bleibt dem Bataillons Commandeur unbenommen, Sr. Durchlaucht was immer für Anträge, das Contingent betreffend, zu machen; diese Anträge wird die Hofkanzlei Sr. Durchlaucht immer ungesäumt zur Prüfung und allenfälligen Resolution vorzulegen haben. Der Bataillons Commandeur wird übrigens ermächtiget, Sr. Durchlaucht, wo nöthige Gründe dafür sprechen, zwar durch die Hofkanzlei, aber insbesonde- re versiegelt und mit der Aufschrift «zur Höchsteigenhändigen Eröff- nung» zu schreiben. So lange das Contingent nicht mit dem Bataillon vereiniget ist. hat der Oberkommandant nur eine beschränkte Einflussnahme auf das Con- tingent; während der Vereinigung, sie mag in Kriegs- oder Friedens- zeiten statt finden, tritt die strengste militärische Unterordnung des Contingentskommandanten unter den Oberkommandanten ein. mit ihr auch die Gewalt und Verantwortlichkeit dieses lezteren. Nur wird der Oberkommandant keine Verfügungen innerhalb der Sr. Durch- laucht reservierten Punkte vornehmen.
Wenn gleich während dieser Zeit alle Berichte und Befehle durch den Oberkommandanten gehen werden, so muss doch dem Contingents- kommandanten das Recht bleiben, sich directe an seinen Souvorain wenden zu dürfen. § 4 Der Stab des Bataillons, welcher von den drei Türst!. Häusern gemein- schaftlich gestellt wird, besteht aus: 1 Stabsoffizier als Commandant 1 Ober- oder Unterlieutenant als Adjutant 1 Offizier-Quartiermeister im Frieden aus der Zahl der Compagnie- Offiziere, mit gleichzeitiger Vorrichtung des Dienstes seiner Charge. 1 Bataillonsarzt 2 Junker Der Quartiermeister wird im Kriege ausser der Zahl der Compagnien ernannt, so wie auch ein Unterarzt oder ärztliche Praktiken erst im Falle eines Krieges aufgestellt werden. Als Bundescontingent stellt: A: Linie Hohenzollern-Hechingen 145 Mann Hohenzollern-Sigmaringen 356 Mann Liechtenstein 55 Mann Summa 556 Mann B. Reserve Hohenzollern-Hechingen Hohenzollern-Sigmaringen Liechtenstein Summa
72 Mann 178 Mann 27 Mann 277 Mann Das Bataillon soll von nun an formieren: 4 Linien Compagnien. 1 Scharfschützenzug, 2 Reserve-Compagnien und Scharfschützenzug. [Siehe Tabelle auf der folgenden Seite ] Der Stab des Bataillons liegt in Sigmaringcn. wohin der Commandant des liechtenstein'schen Scharfschützcnzuges alle nach s' 3 das Batail- lons Commando berührende Anträge, Vorfalle etc. zu melden hat. Die Ertheilung von Abschieden geschieht nach bisherigem Brauche durch den Commandanten des liechtenstein'schen Scharfschützenzuges im Einverständnis mit der Civilbehörde oder durch Verfügung Sr. Durch- laucht. Im letzten Falle hat der Antrag des Commandanten des liech- tenstein'schen Scharfschützcnzuges durch den Bataillons Comman- danten zu gehen. Es sind die Abschiede durch den Bataillons Commandanten unter- schriftlich zu bestätigen und zu siegeln. Urlaube unter 8 Jagen an die Offiziere ertheilt der fürstliche Landvogt als Repräsentant Sr. Durchlaucht, darüber müssen bei Höchstdersel- ben nachgesucht und das Gesuch vom Bataillons Commandanten ein- begleitet werden. § 6 Die Garnison llechingen und Vaduz haben ein Bef'ehlbuch zu halten, in welches nach Vorschrift alle Bataillonsbefehle etc. deutlich einzu- tragen sind, und ein Aus- und Einlauf Journal gleichfalls nach Vor- schrift anzufertigen. § 7 Das Hauptbuch befindet sich beim Stab, weshalb das jenseitige Grundbuch zur Abschrift, sowie in der Folge das National eines jeden 265