Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/anstiftung-zu-einem-erfolgsqualifizierten-delikt-3103557
Timestamp: 2020-01-17 22:55:21
Document Index: 321437089

Matched Legal Cases: ['§ 227', '§ 227', '§ 357', '§ 251', '§ 18', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Anstif­tung zum erfolgs­qua­li­fi­zier­ten Delikt | Rechtslupe
Anstiftung zum erfolgsqualifizierten Delikt
Anstif­tung zum erfolgs­qua­li­fi­zier­ten Delikt
Nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs wird nicht jede straf­recht­li­che Haf­tung des Anstif­ters für den von ihm weder gewoll­ten noch gebil­lig­ten Erfolg bei erfolgs­qua­li­fi­zier­ten Delik­ten dadurch aus­ge­schlos­sen, dass der Ange­stif­te­te den Erfolg vor­sätz­lich her­bei­ge­führt hat 1.
Sofern der zu einer gefähr­li­chen Kör­per­ver­let­zung Ange­stif­te­te dem Miss­han­del­ten, inso­weit über den Vor­satz des Anstif­ters hin­aus­ge­hend, mit Tötungs­vor­satz eine Ver­let­zung zufügt, die auch zum Tode des Opfers führt, kann der Anstif­ter wegen Anstif­tung zur Kör­per­ver­let­zung mit Todes­fol­ge (§ 227 StGB) schul­dig sein 2.
Er haf­tet ande­rer­seits nur für die Fol­gen der­je­ni­gen Hand­lun­gen des Ange­stif­te­ten, die er in sei­ne Vor­stel­lun­gen ein­be­zo­gen hat­te.
Die von dem Ange­stif­te­ten dem Opfer mit Tötungs­vor­satz zuge­füg­ten Kör­per­ver­let­zun­gen dür­fen also – wenn eine Ver­ur­tei­lung nach § 227 StGB in Betracht kom­men soll – nicht von ande­rer Art und Beschaf­fen­heit sein, als der Anstif­ter woll­te und es sich vor­stell­te 3.
Im vor­lie­gen­den Fall hat­te das erst­in­stanz­li­che Land­ge­richt dies zwar nicht über­se­hen. Es hat jedoch bei den Fest­stel­lun­gen, dass nach den Vor­stel­lun­gen der Ange­klag­ten dem Geschä­dig­ten "maxi­mal Brü­che an Armen und Bei­nen" zuge­fügt wer­den soll­ten, nicht aber lebens­ge­fähr­li­che oder gar töd­li­che Ver­let­zun­gen durch Trit­te oder Schlä­ge an Kopf und Ober­kör­per, nicht berück­sich­tigt, dass die­se Vor­stel­lun­gen auf dem ursprüng­li­chen Tat­plan beruh­ten und ein Über­fall näch­tens und in dunk­ler Woh­nung erheb­lich grö­ße­re Risi­ken mit sich brach­te und in einem sol­chen Tat­um­feld töd­li­che Ver­let­zun­gen für das Opfer nicht gänz­lich aus­ge­schlos­sen wer­den kön­nen.
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 25. Novem­ber 2015 – 1 StR 349/​15
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BGH, Urteil vom 03.06.1964 – 2 StR 14/​64, BGHSt 19, 339, 341[↩]
BGH, Urteil vom 01.04.1952 – 1 StR 867/​51, BGHSt 2, 223, 226[↩]
BGH, Urtei­le vom 01.04.1952 – 1 StR 867/​51, BGHSt 2, 223, 226; und vom 20.05.1986 – 1 StR 224/​86, NJW 1987, 77 f.[↩]
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