Source: http://trakehner-bw.de/Zuchtbezirk/Vorstandsmitglieder/Zahlen-/Mitgliedschaft/Satzung/satzung.html
Timestamp: 2018-04-23 01:36:41
Document Index: 94997214

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 12', '§ 13', '§ 14', '§ 15', '§ 16', '§ 17', '§ 17', '§ 18', '§ 20', '§ 21', '§ 22', '§ 23', '§ 24', '§ 25', '§ 26', '§ 27', '§ 28', '§ 29', '§ 30', '§ 31', '§ 32', '§ 33', '§ 34', '§ 35', '§ 36', '§ 20', '§ 8', '§ 3', '§ 11', '§ 11', '§ 9', '§ 7', '§ 26', '§ 26', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 14', '§ 9', '§ 10', '§ 14', '§ 11', '§ 12', '§ 27', '§ 14', '§ 7', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 14', '§ 23', '§ 34', '§ 35', '§ 33', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 23', '§ 4', '§ 25', '§ 33', '§ 35', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 14', '§ 25', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 330', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 23', '§ 23', '§ 4', '§ 4', '§ 26', '§ 26', '§ 4', '§ 4', '§ 23', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 11', '§ 36']

Satzung des Trakehnerzuchtbezirks Baden-Württemberg
VERBAND DER ZÜCHTER UND FREUNDE DES OSTPREUSSISCHEN WARMBLUTPFERDES TRAKEHNER ABSTAMMUNG
I Verfassung
II Zuchtprogramm
III Zuchtbuchordnung
Anmerkung: Mit den von der Delegierten- und Mitgliederversammlung in Bingen am 10. Mai 2003 beschlossenen Änderungen.
§ 1 Name, Sitz, Geschäftsjahr und Gerichtsstand
§ 12 Bezirksversammlungen
§ 13 Zuchtleiter / Geschäftsführer
§ 14 Bewertungskommissionen
§ 15 Schiedsausschuss
§ 16 Rechnungsprüfungskommission
§ 17 Beiträge und Gebühren
§ 17 a Haftung
II. Zuchtprogramm (ZP)
§ 18 Rechtliche Grundlagen
§ 20 Zuchtgebiet und Zuchtpopulation
§ 21 Merkmale der Trakehner Ursprungszucht und Zuchtziel
§ 22 Zuchtmethode
§ 23 Bewertungsrahmen
§ 24 Bewertungsmerkmale
§ 25 Eintragung in das Zuchtbuch
§ 26 Körung
§ 27 Rücknahme, Widerruf, Widerspruch
§ 28 Leistungsprüfungen
§ 29 Vererbungsleistung
§ 30 Selektion
§ 31 Prämien
III. Zuchtbuchordnung (ZBO)
§ 32 Zuchtbuchführung
§ 33 Unterteilung des Zuchtbuches
§ 34 Identifizierung und Brennordnung
§ 35 Identitätssicherung durch abstammungsüberprüfende Untersuchungen
§ 36 Künstliche Besamung und Embryotransfer
1. Der Verband trägt den Namen "Verband der Züchter und Freunde des Ostpreußischen Warmblutpferdes Trakehner Abstammung", kurz genannt - Trakehner Verband -.
2. Der Sitz und der Gerichtsstand des Verbandes ist Neumünster. Der Verband ist in das Vereinsregister eingetragen.
4. Der räumliche Tätigkeitsbereich (Zuchtgebiet) des Verbandes ist in § 20 in Verbindung mit § 8 Abs 1 sowie Anlage 1 der Satzung bestimmt.
1. Der Verband ist die Züchtervereinigung aller derjenigen, die die Zucht des ostpreußischen Warmblutpferdes Trakehner Abstammung (Trakehner Pferd) betreiben oder auf andere Weise an der Erhaltung und Förderung dieser Zucht beteiligt sind. Er dient gemeinnützigen Zwecken und ist nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gerichtet. Die Mittel des Verbandes, insbesondere etwaige Überschüsse, dürfen nur zur Erreichung der satzungsgemäßen Zwecke verwandt werden.
2. Zweck des Verbandes ist die Erhaltung und Förderung der Zucht des Ostpreußi­schen Warmblutpferdes Trakehner Abstammung.
3. Zur Durchführung seiner Aufgaben hat der Verband
a) das Zuchtbuch zu führen,
b) die eingetragenen Pferde und deren Nachzucht zu kennzeichnen,
c) die Mitglieder in allen Fragen der Zucht, der Aufzucht, des Pferdesports und des Absatzes zu beraten,
d) den Einsatz des Trakehner Pferdes im Sport zu fördern.
4. Der Verband wird im übrigen das Ansehen und die allgemeine Kenntnis der Trakehner Pferdezucht durch geeignete Maßnahmen fördern.
Der Verband besteht aus ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedern sowie Ehrenmitgliedern.
1. Ordentliches Mitglied kann jede natürliche oder juristische Person werden, welche die Voraussetzungen einwandfreier züchterischer Arbeit erfüllt, die Zucht des Trakehner Pferdes betreibt und sich im Besitz mindestens einer eingetragenen Stute oder eines gekörten, anerkannten Hengstes Trakehner Abstammung befindet.
Jeder Züchter im sachlichen und räumlichen Tätigkeitsbereich des Trakehner Verbandes hat unter den vorgenannten Voraussetzungen ein Recht auf Mitgliedschaft.
2. Außerordentliches Mitglied (Freund) kann jede natürliche oder juristische Person werden, die zwar die Zucht des Trakehner Pferdes nicht selbst betreibt, aber die Bestrebungen des Verbandes unterstützt.
3. Ehrenvorsitzende und Ehrenmitglieder werden aufgrund hervorragender Verdienste um die Zucht von der Delegiertenversammlung auf Lebenszeit gewählt. Sie sind von Beiträgen des Verbandes befreit, nicht aber von Gebühren.
1. Anträge auf Erwerb der Mitgliedschaft sind schriftlich an den Verband zu richten.
2. Bewerber können aufgefordert werden, alle Auskünfte zu erteilen, die zur Feststellung ihrer Eignung Mitglied zu werden, notwendig erscheinen.
3. Die Aufnahme erfolgt durch den Geschäftsführenden Vorstand. Der Antrag auf Aufnahme kann bei Vorliegen eines wichtigen Grundes abgelehnt werden. Hiergegen kann binnen 4 Wochen nach Zugang der Ablehnung über die Geschäftsstelle Einspruch beim Gesamtvorstand eingelegt werden. Gegen die Entscheidung des Gesamtvorstandes ist kein weiteres Rechtsmittel möglich.
1. Alle ordentlichen Mitglieder sind gleichberechtigt. Sie haben Antrags-, Rede- und Stimmrecht in der Mitgliederversammlung und in der Bezirksversammlung ihres Zuchtbezirkes. Jedes ordentliche Mitglied hat darüber hinaus das Recht, an der Delegiertenversammlung teilzunehmen, das Rederecht wahrzunehmen, verfügt jedoch über kein Antrags- und Stimmrecht.
2. Außerordentliche Mitglieder sind berechtigt, an der Mitglieder- und Delegiertenversammlung und der Bezirksversammlung ihres Zuchtbezirkes mit Rede-, jedoch ohne Antrags- und Stimmrecht teilzunehmen.
3. Ehrenmitglieder, welche die Voraussetzungen des § 3 Ziffer 1 der Satzung erfüllen, genießen dieselben Rechte wie ordentliche Mitglieder. Erfüllen sie diese Voraussetzungen nicht, sind sie außerordentlichen Mitgliedern gleichgestellt.
Ehrenvorsitzende haben darüber hinaus die Rechte gemäß § 11 Ziffer 2 der Satzung.
4. Jedes ordentliche Mitglied kann in die Organe des Verbandes gewählt werden.
1. den Verband bei der Erreichung seiner Ziele zu unterstützen und alles zu unterlassen, was das Ansehen und die Interessen des Verbandes zu schädigen vermag;
2. die Verbandssatzung einzuhalten, Verbandsentscheidungen zu beachten und den Bestimmungen der Zuchtbuchordnung und des Zuchtprogramms nachzukommen;
3. Auskünfte über ihre eingetragenen Pferde und deren Nachzucht sowie Auskünfte, die im Interesse der Förderung der Zucht liegen und für die Zuchtbuchführung für notwendig erachtet werden, zu erteilen;
4. die von der Delegiertenversammlung beschlossenen Beiträge, Gebühren und Umlagen zu zahlen;
5. die Veröffentlichung zuchtwertrelevanter Daten aller Pferde zu dulden, die von ihnen gezüchtet wurden oder in ihrem Besitz stehen oder standen.
1. Jedes Mitglied kann seine Mitgliedschaft zum Schluss des Geschäftsjahres mit dreimonatiger Kündigungsfrist durch eingeschriebenen Brief aufkündigen.
2. Die ordentliche Mitgliedschaft erlischt, wenn die Voraussetzungen für diese nicht mehr gegeben sind.
Ordentliche Mitglieder verlieren die Mitgliedschaft mit Schluss des Geschäftsjahres, in dem sie nicht mehr im Besitz einer eingetragenen Stute oder eines gekörten und anerkannten Hengstes Trakehner Abstammung sind. Sie werden dann als außerordentliche Mitglieder weitergeführt, sofern sie nicht die Mitgliedschaft gekündigt haben.
3. Mitglieder können bei Vorliegen eines wichtigen Grundes durch den Schiedsausschuss aus dem Verband ausgeschlossen werden.
Ein wichtiger Grund liegt insbesondere bei Verstoß gegen den Tierschutz und das Tierzuchtrecht vor, so wie bei bewusst falschen Angaben für die oder in der Zuchtbuchführung. Grobe Verstöße gegen die Satzung sowie die Nichtbezahlung von Beiträgen und Gebühren trotz wiederholter Mahnung stellen gleichfalls einen wichtigen Ausschlussgrund dar.
4. Der Ausschluss bedarf schriftlicher Begründung, die dem/der Betroffenen zuzustellen ist. Der/die Ausgeschlossene hat das Recht, innerhalb von 4 Wochen nach Zustellung gegen den Ausschluss Einspruch bei der Delegiertenversammlung einzulegen. Gleichzeitig mit dem Einspruch ist eine Einspruchsbearbeitungsgebühr von EUR € 255,65 bei der Geschäftsstelle des Verbandes zu hinterlegen. Der Einspruch ist an den Vorsitzenden zu adressieren.
Wird dem Einspruch stattgegeben, ist die Bearbeitungsgebühr zurückzuerstatten.
Die Entscheidung der Delegiertenversammlung ist endgültig.
5. Die Beendigung der Mitgliedschaft befreit nicht von der Erfüllung etwa noch bestehender Verpflichtungen gegenüber dem Verband. Die eingetragenen Pferde der ausgeschiedenen Mitglieder bleiben im Zuchtbuch vermerkt, sofern sie nicht von einem anderen Mitglied übernommen werden.
1. Der Zuchtverband unterteilt sich in Zuchtbezirke, die in der Anlage zu dieser Satzung aufgeführt und beschrieben sind. Die Einteilung der Zuchtbezirke obliegt dem Gesamtvorstand.
Die Zuordnung des Mitgliedes zu einem Zuchtbezirk erfolgt in der Regel nach dem Wohnsitzprinzip. Die Zuordnung von Mitgliedern mit ausländischem Wohnsitz erfolgt wie in der Anlage beschrieben. Über Ausnahmen entscheidet der Gesamtvorstand.
Die Zuchtpferde der Mitglieder mit ausländischem Wohnsitz, die zugleich Mitglieder einer ausländischen Züchtervereinigung sind, werden entweder in dem Zuchtbuch des Verbandes oder der ausländischen Züchtervereinigung geführt.
2. Der Verband hat folgende Organe
b) Delegiertenversammlung
c) Geschäftsführender Vorstand
d) Gesamtvorstand
e) Bezirksversammlungen
f) Zuchtleiter/Geschäftsführer
g) Bewertungskommissionen
h) Schiedsausschuss
i) Rechnungsprüfungskommission
j) Sportkommission
3. Über jede Sitzung bzw. Versammlung der Verbandsorgane ist eine Niederschrift zu führen. Sie ist vom Versammlungsleiter und dem jeweiligen Schriftführer zu unterzeichnen und zu den Akten in der Geschäftsstelle zu nehmen.
1. Die ordentliche Mitgliederversammlung aller Mitglieder des Verbandes findet jährlich einmal in Zusammenhang mit der ordentlichen Delegiertenversammlung statt. Zur Beschlussfähigkeit einer Mitgliederversammlung ist die Anwesenheit von 20 stimmberechtigten Mitgliedern erforderlich. Anderenfalls findet frühestens 3 Wochen später eine weitere Mitgliederversammlung statt, die ohne Rücksicht auf die Zahl der Anwesenden beschlussfähig ist, vorausgesetzt, dass die Einladung ordnungsgemäß ergangen ist.
2. Für die Einladung zur Mitgliederversammlung und deren Abhaltung gelten die Vorschriften über die Delegiertenversammlung sinngemäß.
3. Die Mitgliederversammlung ist, unbeschadet der Befugnisse des Gesamtvorstandes gemäß § 11 Ziffer 2 der Satzung, zuständig für Änderungen der Satzung einschließlich Zuchtbuchordnung und Zuchtprogramm. Satzungsänderungen bedürfen einer 3/4-Mehrheit der auf einer ordnungsgemäß einberufenen Mitgliederversammlung abgegebenen Stimmen und müssen auf der Tagesordnung angekündigt sein. Anträge auf Änderung der Satzung müssen spätestens 8 Wochen vor der Mitgliederversammlung durch den Gesamtvorstand, mindestens einen Zuchtbezirk aufgrund eines entsprechenden Beschlusses der Bezirksversammlung oder aus der Mitgliederschaft, wenn die Anträge von mindestens 40 ordentlichen Mitgliedern unterschrieben werden, gestellt werden. Entscheidend für die Fristwahrung ist der Eingang der Anträge bei der Geschäftsstelle des Verbandes.
4. Die Mitgliederversammlung ist auch zuständig für die Auflösung des Verbandes. Dem Beschluss über die Auflösung des Verbandes müssen mindestens die Hälfte aller Mitglieder des Verbandes in einer Mitgliederversammlung zustimmen.
Der Antrag muss auf der Tagesordnung angesetzt sein. Wird diese Mehrheit nicht erreicht, ist zu dem gleichen Zweck eine weitere Mitgliederversammlung mit entsprechender Tagesordnung einzuberufen. Zwischen beiden Mitgliederversammlungen muss eine Frist von wenigstens 4 Wochen liegen. In dieser weiteren Mitgliederversammlung genügt für den Beschluss über die Auflösung des Verbandes die Mehrheit von 3/4 der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder. Bei der Auflösung des Verbandes fällt das nach der Erfüllung der Verbindlichkeiten sich ergebende Verbandsvermögen an das für die Landwirtschaft zuständige Bundesministerium der Bundesrepublik Deutschland mit der Zweckbestimmung, es zur Förderung der deutschen Pferdezucht zu verwenden.
1. Die Delegiertenversammlung des Verbandes ist die Mitgliederversammlung des Vereins im Sinne des BGB, soweit nicht gemäß § 9 der Satzung die Zuständigkeit der Mitgliederversammlung gegeben ist.
Die Delegiertenversammlung setzt sich aus den gewählten Delegierten und den Mitgliedern des Geschäftsführenden Vorstandes des Verbandes zusammen. Das Amt der Delegierten ist ehrenamtlich.
2. Die Delegierten und Ersatzdelegierten werden von den einzelnen Bezirksversammlungen für die Dauer von 3 Jahren gewählt. Die Amtsdauer der Delegierten währt bis zur Bekanntgabe des Ergebnisses der Neuwahlen.
Ist ein Delegierter verhindert, an der Delegiertenversammlung teilzunehmen, so tritt an seine Stelle der Ersatzdelegierte mit der bei der Wahl erzielten höchsten Stimmenzahl, bei dessen Verhinderung der Ersatzdelegierte mit der nächsthöheren Stimmenanzahl. Gleiches gilt für das Ausscheiden eines Delegierten vor Ablauf seiner Amtszeit oder, wenn ein Delegierter in den Geschäftsführenden Vorstand gewählt wird.
Die Zahl der Delegierten eines Zuchtbezirks richtet sich nach der Zahl der beim Verband eingetragenen Stuten der Mitglieder, die ihren Wohnsitz in diesem Zuchtbezirk haben oder diesem Zuchtbezirk gemäß Anlage zu dieser Satzung zugeordnet sind. Für jeweils 60 Stuten ist ein Delegierter zu wählen, für den verbleibenden Rest ab 25 Stuten ein weiterer Delegierter. Stichtag für die Zahl der eingetragenen Stuten ist der 31. Dezember des Vorjahres.
3. Die ordentlichen Delegiertenversammlung muss einmal jährlich innerhalb von 7 Monaten nach Schluss des voraufgegangenen Geschäftsjahres abgehalten werden.
4. Eine außerordentliche Delegiertenversammlung kann vom Vorsitzenden des Geschäftsführenden Vorstandes einberufen werden.
Eine außerordentliche Delegiertenversammlung ist einzuberufen, wenn dies mehrheitlich vom Gesamtvorstand beschlossen oder von mindestens einer Bezirksversammlung verlangt wird.
5. Sämtliche Delegierte sowie alle Mitglieder des Gesamtvorstandes sind mindestens 3 Wochen vor der Abhaltung einer Delegiertenversammlung vom Geschäftsführenden Vorstand im Mitteilungsblatt des Trakehner Verbandes (z. Zt. Trakehner Hefte) oder schriftlich unter Nennung der Tagesordnung einzuladen.
6. Alle Anträge, welche die Delegierten in einer ordentlichen Delegiertenversammlung behandelt haben wollen, müssen spätestens 4 Wochen vor der Versammlung schriftlich dem Geschäftsführenden Vorstand zugegangen sein.
7. Anträge, die nicht auf der Tagesordnung stehen, können nur dann zur Abstimmung gebracht werden, wenn die Mehrheit der Delegierten sich hierfür ausspricht.
8. Jeder Delegierte und jedes Vorstandsmitglied hat eine Stimme.
Ist ein Delegierter zugleich Vorstandsmitglied, hat er nur eine Stimme.
Entscheidungen erfolgen durch Mehrheit der bei der Delegiertenversammlung abgegebenen Stimmen. Stimmengleichheit gilt als Ablehnung.
9. Zur Beschlussfähigkeit einer Delegiertenversammlung ist die Anwesenheit von mindestens 60 % der Mitglieder der Delegiertenversammlung erforderlich. Anderenfalls findet frühestens 3 Wochen später eine weitere Delegiertenversammlung mit der gleichen Tagesordnung statt, die ohne Rücksicht auf die Zahl der Anwesenden beschlussfähig ist, vorausgesetzt, dass die Einladungen ordnungsgemäß ergangen sind.
10. Die Delegiertenversammlung hat folgende Aufgaben:
a) Entgegennahme des Geschäftsberichtes des Geschäftsführenden Vorstandes über das vergangene Jahr;
c) Genehmigung des Jahresabschlusses und Entlastung des Geschäftsführenden Vorstandes;
d) Wahl des Geschäftsführenden Vorstandes, der aus folgenden Mitgliedern besteht:
1. und 2. Stellvertreter
2 Beisitzer;
e) Wahl der Rechnungsprüfer;
f) Genehmigung des Wirtschafts- und Investitionsplanes und Festlegung der Beiträge und Gebühren;
g) Wahl des Schiedsausschusses;
h) Beratung und Beschlussfassung über alle sonstigen Verbandsangelegenheiten, soweit diese nicht der Mitgliederversammlung, dem Geschäftsführenden Vorstand, dem Zuchtleiter oder der Bezirksversammlung vorbehalten sind.
11. Über die Art von Wahlen und Abstimmungen entscheidet der Versammlungsleiter, wenn sich nicht eine Mehrheit für ein anderes Abstimmungsverfahren ausspricht. Die Vorstandswahlen und die Abstimmungen über die Ausschlüsse von Mitgliedern gemäß § 7 Ziff. 4 der Satzung haben in geheimer Wahl zu erfolgen. Bei Wahlen ist derjenige gewählt, der die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen erhält. Sollte im ersten Wahlgang kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichen, so ist eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit der höchsten Stimmenzahl notwendig.
1. Der Verband hat einen geschäftsführenden Vorstand und einen Gesamtvorstand.
Vorstand im Sinne des § 26 BGB sind der Vorsitzende, der erste Stellvertreter und der zweite Stellvertreter. Der Verband wird gerichtlich und außergerichtlich durch zwei Mitglieder des Vorstandes im Sinne von § 26 BGB vertreten.
2.Gesamtvorstand
Dem Gesamtvorstand gehören die Mitglieder des Geschäftsführenden Vorstandes und alle Bezirksvorsitzenden an. Wird ein Bezirksvorsitzender in den Geschäftsführenden Vorstand gewählt, wird er als Bezirksvorsitzender im Gesamtvorstand durch seinen 1. Stellvertreter, bei dessen Verhinderung durch seinen 2. Stellvertreter, vertreten. Das Gleiche gilt, wenn der Bezirksvorsitzende vorzeitig aus seinem Amt ausscheidet oder an der Teilnahme an den Sitzungen des Gesamtvorstandes gehindert ist.
Der Gesamtvorstand gibt sich eine Geschäftsordnung.
Der Gesamtvorstand berät den Geschäftsführenden Vorstand, wählt die Mitglie­der und Ersatzmitglieder der Bewertungskommission für Hengste gemäß § 14 Ziff. 1 der Satzung, ein Mitglied für die Bewertungskommission für Stuten gemäß § 14 Ziff. 2.1 b), die Mitglieder und Ersatzmitglieder der Widerspruchskommission gemäß § 14 Ziff. 3 der Satzung, die Mitglieder der Sportkommission gemäß § 14 a der Satzung und nimmt darüber hinaus alle weiteren ihm nach dieser Satzung übertragenen Aufgaben wahr. Der Gesamtvorstand ist auch der Zuchtausschuss.
Der Gesamtvorstand ist berechtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die aufgrund behördlicher oder gesetzlicher Anordnungen erforderlich sind, sofern solche Änderungen dem Satzungsinhalt nicht zuwiderlaufen. Für die Beschlussfassung des Gesamtvorstandes gilt § 9 Ziffer 3 Satz 2 der Satzung entsprechend. Über die beschlossenen Änderungen und deren Notwendigkeit hat der geschäftsführende Vorstand in der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung zu berichten.
Ehrenvorsitzende des Verbandes haben Sitz- und Mitspracherecht im Gesamtvorstand, jedoch kein Stimmrecht.
3. Geschäftsführender Vorstand
3.1 Der Geschäftsführende Vorstand wird auf 3 Jahre gewählt und bleibt bis zu seiner Neuwahl im Amt. Die Wahl hat spätestens 3 Monate nach Abschluss der alle 3 Jahre stattfindenden Neuwahl der Delegierten stattzufinden.
Der Geschäftsführende Vorstand gibt sich eine Geschäftsordnung.
3.2 Der Geschäftsführende Vorstand nimmt die Aufgaben wahr, die nicht anderen Organen kraft Satzung vorbehalten oder übertragen sind. Dem Geschäftsführenden Vorstand obliegt insbesondere:
a) die Durchführung der Beschlüsse der Mitglieder- und Delegiertenversammlung;
b) die Vorbereitung der Beschlüsse der Mitglieder- und Delegiertenversammlung;
c) die Anstellung des Zuchtleiters nach Anhörung des Gesamtvorstandes;
d) die Aufstellung des Wirtschafts- und Investitionsplanes;
e) die Verwaltung des Verbandsvermögens.
3.3 In wichtigen Angelegenheiten, die der Delegiertenversammlung zur Entscheidung vorbehalten sind, aber deren Erledigung nicht bis zur Einberufung einer solchen Versammlung aufgeschoben werden kann, ist der Geschäftsführende Vorstand berechtigt, selbst zu handeln. Die vom Geschäftsführenden Vorstand getroffenen Maßnahmen sind von der nächsten Delegiertenversammlung zu genehmigen.
Finanzielle Verpflichtungen, die € 51.129,19 im Einzelfall überschreiten und nicht im Wirtschafts-/Investitionsplan enthalten sind, dürfen nur mit vorheriger Zustimmung der Delegiertenversammlung eingegangen werden.
4. Mitglieder der Vorstände führen ihre Arbeit für den Verband ehrenamtlich aus.
Barauslagen können auf Antrag erstattet werden.
1. In den Zuchtbezirken werden Bezirksversammlungen abgehalten.
2. Die Mitglieder der jeweiligen Zuchtbezirke sind mindestens 2 Wochen vor der Abhaltung der Bezirksversammlung schriftlich unter Beifügung der Tagesordnung einzuladen. Dies gilt auch für die Mitglieder, die im Ausland ihren Wohnsitz haben, jedoch entsprechend der Anlage zu dieser Satzung einem Zuchtbezirk zugeordnet sind.
Anträge, die nicht auf der Tagesordnung stehen, können nur dann zur Abstimmung gebracht werden, wenn die Mehrheit der anwesenden Mitglieder sich hierfür ausspricht.
Eine ordentliche Bezirksversammlung findet mindestens einmal im Jahr vor der Delegiertenversammlung statt.
3. Jedes ordentliche Mitglied des Zuchtbezirkes hat eine Stimme. Entscheidungen erfolgen durch die Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Stimmengleichheit gilt als Ablehnung.
4. Zur Beschlussfassung einer Bezirksversammlung ist die Anwesenheit von mindestens 10 % der ordentlichen Mitglieder des Zuchtbezirkes erforderlich. Anderenfalls findet frühestens 3 Wochen später eine weitere Bezirksversammlung mit der gleichen Tagesordnung statt, die ohne Rücksicht auf die Zahl der Anwesenden beschlussfähig ist.
5. Die Bezirksversammlung hat folgende Aufgaben:
a) Wahl des Bezirksvorsitzenden, der kraft seines Amtes Delegierter ist;
b) Wahl der weiteren Delegierten und Ersatzdelegierten des Bezirks gemäß § 10 Ziff. 2 der Satzung;
c) Wahl des 1. und 2. Stellvertreters des Bezirksvorsitzenden aus dem Kreis der gewählten Delegierten;
d) Wahl der Mitglieder der Bewertungskommission für die Eintragung von Stuten gemäß § 14 Ziffer 2.2 Buchstabe c) der Satzung.
Im übrigen soll die Bezirksversammlung der Information der Mitglieder sowie mittels Fachvorträgen über die Zucht der Fort- und Weiterbildung der Mitglieder dienen. Darüber hinaus sollen die jeweiligen Bezirksveranstaltungen und Maßnahmen, die der Werbung für das Trakehner Pferd dienen, besprochen werden.
6. Scheidet der Bezirksvorsitzende vorzeitig aus seinem Amt aus, rücken der erste und zweite Stellvertreter bis zur turnusmäßigen Neuwahl des Bezirksvorsitzenden auf. Auf der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung ist ein neuer zweiter Stellvertreter für den Rest der Amtsperiode zu wählen.
Der Bezirksvorsitzende bleibt jedoch in seinem Amt, wenn er in den geschäftsführenden Vorstand gewählt wird (vgl. § 11 Ziffer 2).
7. Über die Art der Abstimmungen entscheidet der Versammlungsleiter, wenn sich nicht eine Mehrheit für ein anderes Abstimmungsverfahren ausspricht. Die Wahlen haben in geheimer Abstimmung zu erfolgen. Gewählt ist der Kandidat, der die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen erhält. Sollte im ersten Wahlgang kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichen, so ist eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit der höchsten Stimmenzahl notwendig.
Für die Wahl der weiteren Delegierten und Ersatzdelegierten gemäß § 12 Ziffer 5b ist mit Zustimmung der Mehrheit der Versammlung auch eine Blockwahl zulässig. In diesem Fall hat jedes stimmberechtigte Mitglied so viele Stimmen, wie Delegierte bzw. Ersatzdelegierte zu wählen sind. Gewählt ist, wer die meisten Stimmen auf sich vereinigt und zugleich die Mehrheit der abgegebenen Stimmen erreicht. Wird die Mehrheit der abgegebenen Stimmen nicht erreicht, findet ein zweiter Wahlgang statt. Gewählt sind dann diejenigen Kandidaten, die in der Reihenfolge der für sie abgegebenen Stimmen die meisten Stimmen erhalten haben.
8. Die Aufgabe der Zuchtbezirke besteht in der regionalen Beratung der einzelnen Züchter, der Organisation der Fohlen- und Stuteneintragungen, der Vorbereitung von Zuchtschauen sowie der Förderung züchterischer Maßnahmen, die sämtlich in Abstimmung mit der Zuchtleitung durchzuführen sind.
Zuchtleiter / Geschäftsführer
Der Geschäftsführende Vorstand bestellt und entlässt den Zuchtleiter, dem auch die Funktion des Geschäftsführers des Verbandes übertragen werden kann, nach Anhörung des Gesamtvorstandes.
1. Dem Zuchtleiter / Geschäftsführer obliegen insbesondere:
a) Bearbeitung des Zuchtprogrammes;
b) Verantwortliche Überwachung der Zuchtbuchführung;
c) Leitung der Geschäftsstelle; hierbei ist er auch Vorgesetzter des dort tätigen Personals;
d) Einstellungen und Entlassungen des Personals der Geschäftsstelle im Rahmen des vom Vorstand vorgegebenen Wirtschaftsplanes;
e) Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Buchhaltung und Kassenführung;
f) Erstellung des Wirtschafts- und Investitionsplanes sowie Rechnungslegung incl. Bilanz und GuV.
2. Der Geschäftsführende Vorstand vereinbart mit dem Zuchtleiter / Geschäftsführer alle tarifvertraglichen und arbeitsrechtlichen Anstellungsbedingungen.
Der Zuchtleiter / Geschäftsführer nimmt an allen Sitzungen des Geschäftsführenden Vorstandes und des Gesamtvorstandes mit Vorschlags- und Rederecht teil. Er hat kein Stimmrecht.
Der Zuchtleiter / Geschäftsführer hat das Recht, an allen sonstigen Sitzungen der Verbandsorgane mit Rederecht teilzunehmen.
Bewertungskommissionen
1. Die Bewertungskommission für Hengste (Körkommission) besteht aus:
a) dem Zuchtleiter
b) 4 ordentlichen Mitgliedern des Trakehner Verbandes.
Ein Tierarzt kann zur Beratung hinzugezogen werden
Die unter b) genannten Kommissionsmitglieder sowie zwei Ersatzmitglieder, die ordentliche Mitglieder des Trakehner Verbandes sein müssen, werden vom Gesamtvorstand für 3 Jahre gewählt.
Die Mitglieder der Kommission wählen aus ihrer Mitte zu Beginn ihrer Amtsperiode den Vorsitzenden der Kommission sowie dessen 1. und 2. Stellvertreter.
Beschlüsse der Körkommission werden mit Stimmenmehrheit gefasst.
Die Körkommission ist grundsätzlich nur dann beschlussfähig, wenn 3 Kommissionsmitglieder, darunter der Zuchtleiter, anwesend sind. Beschlüsse einer 3köpfigen Körkommission müssen einstimmig gefasst werden. Bei Anwesenheit von 4 oder 5 Kommissionsmitgliedern ist die Teilnahme des Zuchtleiters nicht erforderlich. Es entscheidet die Mehrheit der Stimmen. Bei Stimmengleichheit ist die Entscheidung von einer vollständig besetzten Körkommission anlässlich eines erneuten Körtermins zu treffen.
2.1 Bei zentralen Stuteneintragungen besteht die Bewertungskommission aus:
a) dem Zuchtleiter,
b) einem ordentlichen Mitglied des Trakehner Verbandes, das durch den Gesamtvorstand für 3 Jahre gewählt wird,
c) dem jeweiligen Bezirksvorsitzenden.
Eine Vertretung ist möglich.
2.2 Im übrigen besteht die Bewertungskommission für Stuten grundsätzlich aus:
b) dem jeweiligen Bezirksvorsitzenden
c) mindestens einem weiteren Delegierten des Bezirkes.
Zur Beschlussfassung ist die Anwesenheit des Zuchtleiters oder des Bezirksvorsitzenden oder von wenigstens 2 Delegierten erforderlich.
Der Zuchtleiter ist zugleich Vorsitzender der Kommission und ist für die Bewertung verantwortlich. Ist dieser nicht anwesend, übernimmt der Bezirksvorsitzende den Vorsitz. Die Amtsdauer der unter b) und c) genannten Mitglieder beträgt 3 Jahre.
Die Bewertungskommission für Stuten ist außerdem zuständig für die Bewertung der Fohlen.
3. Im Falle eines Widerspruchs gemäß § 27 Ziff. 2 der Satzung entscheidet eine Widerspruchskommission, bestehend aus dem Zuchtleiter sowie fünf ordentlichen Mitgliedern des Trakehner Verbandes, für die weiterhin zwei Ersatzmitglieder mit gleicher Qualifikation bestellt werden. Die Wahl der ordentlichen Mitglieder und der Ersatzmitglieder, die keiner Kommission gemäß § 14 Ziff. 1 und 2 der Satzung angehören dürfen, erfolgt für drei Jahre durch den Gesamtvorstand.
Die Kommission wählt zu Beginn der Amtsperiode aus ihrer Mitte einen Vorsitzendenden und dessen Stellvertreter. Die Entscheidungen erfolgen mit einfacher Mehrheit; der Zuchtleiter hat dabei kein Stimmrecht. Die Beschlussfähigkeit ist nur gegeben, wenn drei stimmberechtigte Mitglieder anwesend sind.
1. Die Sportkommission setzt sich aus Mitgliedern des Trakehner Verbandes und dem Zuchtleiter/Geschäftsführer als ständigem Mitglied zusammen.
2. Die Mitglieder des Trakehner Verbandes, die nicht ordentliche Mitglieder des Verbandes sein müssen, werden aufgrund ihrer Fachkunde auf dem Gebiet des Reitsports vom Gesamtvorstand für die Dauer von drei Jahren auf der Grundlage der jeweils geltenden Geschäftsordnung gewählt.
3.Die Mitglieder der Sportkommission beraten den Trakehner Verband in sportfachlichen Fragen, insbesondere auch im Hinblick auf die ideelle und finanzielle Förderung talentierter Trakehner Sportpferde und deren Reiterinnen und Reiter.
Die Sportkommission gibt sich eine Geschäftsordnung.
1. Der Schiedsausschuss besteht aus 3 von der Delegiertenversammlung gewählten ordentlichen Mitgliedern sowie 3 Ersatzmitgliedern. Der Schiedsausschuss wählt aus seiner Mitte einen Sprecher, der die Geschäfte des Schiedsausschusses führt.
Die Mitglieder des Schiedsausschusses dürfen nicht gleichzeitig Mitglieder der Vorstände des Verbandes sein. Die Schiedsausschussmitglieder werden auf die Dauer von 3 Jahren von der Delegiertenversammlung gewählt.
2. Der Schiedsausschuss ist für den Ausschluss von Mitgliedern gemäß § 7 Ziff. 3 der Satzung zuständig.
3. Die Abstimmung in dem aus 3 Mitgliedern bestehenden Schiedsausschuss erfolgt mit einfacher Mehrheit. Falls ein ordentliches Schiedsausschussmitglied ausscheidet, rückt an seine Stelle ein Ersatzmitglied.
1. Die Rechnungsprüfungskommission besteht aus 2 Mitgliedern und einem Ersatzmitglied. Jedes Jahr wird ein Mitglied neu gewählt. Das Mitglied, das am längsten im Amt ist, scheidet aus.
Einmalige Wiederwahl ist möglich.
Jedes neu gewählte Mitglied beginnt zunächst als Ersatzmitglied.
2. Der Rechnungsprüfungskommission ist der Jahresabschluss durch den Vorsitzenden einen Monat vor Durchführung der Delegiertenversammlung zur Prüfung vorzulegen. Die Jahresrechnung ist mit einem Vermerk über das Prüfungsergebnis zu versehen. Ein Mitglied der Kommission trägt das Ergebnis der Prüfungshandlung in der Delegiertenversammlung vor.
1. Die Höhe der Beiträge und Gebühren wird von der Delegiertenversammlung festgesetzt.
2. Die Beiträge und Gebühren sind für das gesamte Geschäftsjahr zu entrichten, in welchem die Mitgliedschaft erworben wird oder durch Austritt oder Ausschluss erlischt.
3. Als Grundlage für die Ermittlung des Beitrages für das Folgejahr dient die Zahl der eingetragenen Zuchtpferde am 31.12. eines Jahres.
Für Schäden jeder Art, die einem Verbandsmitglied durch Maßnahmen oder das Unterlassen von Maßnahmen des Verbandes oder seiner Mitglieder oder aus Benutzung von Einrichtungen des Verbandes oder dessen Mitgliedern entstanden sind oder entstehen, haften der Verband und seine Mitglieder nur, wenn einem Organmitglied oder einer sonstigen Person, für die der Verband oder seine Mitglieder nach den Vorschriften des bürgerlichen Rechts einzustehen haben, Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zur Last fällt.
II Zuchtprogramm (ZP)
Rechtliche Grundlagen für das Zuchtprogramm und die Zuchtbuchordnung sind:
1. die Verordnungen, Richtlinien und Entscheidungen der EU, soweit sie die Pferdezucht betreffen.
2. die tierzuchtrechtlichen Bestimmungen des Bundes und der Länder.
3. die Zuchtverbandsordnung (ZVO) der Deutschen Reiterlichen Vereinigung Abteilung Zucht (FN).
1. Das Zuchtprogramm umfasst alle Maßnahmen, die geeignet sind, einen Zuchtfortschritt im Hinblick auf das Zuchtziel zu erreichen. Hierzu gehören insbesondere die Leistungsprüfungen gemäß § 4 Abs. 2 und 3 Tierzuchtgesetz (TZG). Durch die Leistungsprüfungen nach § 4 Abs. 2 und 3 TZG wird deutlich gemacht, welche Pferde als erwünscht im Sinne einer Förderung der Zucht angesehen werden.
2. Bei den Leistungsprüfungen nach § 4 Abs. 2 TZG handelt es sich um Hengst- und Stutenleistungsprüfungen auf der Grundlage der Verordnung über die Leistungsprüfungen und die Zuchtwertfeststellung bei Pferden. Für die Durchführung dieser Leistungsprüfungen und daraus sich ergebende Zuchtwertfeststellungen ist die Landwirtschaftskammer Kiel die zuständige Behörde. Bei der Durchführung dieser Leistungsprüfungen unterstützt der Trakehner Verband die Landwirtschaftskammer als Verwaltungshelfer. Die Zuständigkeit für die Durchführung von Leistungsprüfungen und die Zuchtwertfeststellung in den Bundesländern außerhalb Schleswig-Holsteins wird durch das jeweilige Landesrecht geregelt.
3. Leistungsprüfungen nach § 4 Abs. 3 TZG sind die Körungen, Stuteneintragungen und Turniersportprüfungen. Leistungsprüfungen nach § 4 Abs. 3 TZG gibt der Trakehner Verband in Auftrag (Turniersportveranstaltungen) oder führt sie in eigener Verantwortung nach Maßgabe seines anerkannten Zuchtprogramms durch. Die zuständige Aufsichts- und Genehmigungsbehörde ist das Ministerium für ländliche Räume, Landesplanung, Landwirtschaft und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein in Kiel. Das Ministerium erhält zu Beginn eines jeden Jahres eine schriftliche Mitteilung über Orte und Zeitpunkte der Durchführung von Leistungsprüfungen gemäß § 4 Abs. 3 TZG.
4. Zur Verbesserung des Zuchtfortschrittes können neben den Ergebnissen der Leistungsprüfungen der eigenen Population auch solche anderer Zuchtverbände bzw. Stellen Berücksichtigung finden.
Zuchtgebiet und Zuchtpopulation
Das Zuchtgebiet des Trakehner Verbandes erstreckt sich auf die Bundesrepublik Deutschland. Angeschlossen sind weiterhin spezielle Einzelzuchten sowie Züchtervereinigungen im Ausland, über die der Gesamtvorstand in diesem Sinne beschlossen hat. Die Zuchtpopulation umfasst z.Z. rund 4800 Pferde.
Merkmale der Trakehner Ursprungszucht und Zuchtziel
Die Trakehner Ursprungszucht führt sich lückenlos auf die Gründung der ersten Zuchtstätte im Jahre 1732 durch königlich preußische Anordnung zurück. Nach den Prinzipien der Reinzucht wird das Warmblutpferd Trakehner Abstammung mit hohen genetischen Anteilen des englischen und arabischen Vollblutes, des Shagya- und des Anglo-Arabers bis zum heutigen Tage unter Berücksichtigung der nachstehenden Selektionskriterien gezüchtet. Hauptaufgabe des Verbandes ist es, diese Ursprungszucht in ihrer besonderen trakehnerspezifischen Ausprägung zu erhalten und durch geeignete Maßnahmen eine bestmögliche Teilhabe am Zuchtfortschritt auch zukünftig sicherzustellen.
Zuchtziel ist ein im Trakehner Typ stehendes, rittiges und vielseitig veranlagtes Reit- und Sportpferd.
Die Selektionskriterien sind:
I Abstammung
II Äußere Erscheinung
III Bewegungsablauf incl. Springen
IV Innere Eigenschaften (wie Leistungsveranlagung, Charakter, Temperament und Gesundheit)
Basierend auf der in Ostpreußen entstandenen Population des Warmblutpferdes Trakehner Abstammung mit hohen genetischen Anteilen des englischen und arabischen Vollblutes, des Shagya- und des Anglo-Arabers. Nach den Prinzipien der Reinzucht wird seit 1945 mit den nach dem Krieg noch zur Verfügung stehenden genetischen Anteilen des Ostpreußischen Warmblutpferdes Trakehner Abstammung das Trakehner Pferd im Zuchtgebiet Deutschland gezüchtet.
Größe: Angestrebt werden 160 bis 170 cm Stockmaß (Widerristhöhe)
Typ: Der Trakehner verkörpert die edelste deutsche Reitpferderasse, vor allem gekennzeichnet durch den Trakehner Rassetyp. Erwünscht ist das besonders elegante Erscheinungsbild eines großlinigen, dabei harmonischen und edlen Reitpferdes, geprägt durch Ausdruck, Adel und Markanz. Die Prägung des Trakehner Typs soll in einem trockenen ausdrucksvollen Kopf, einem großen Auge und gut geformter Halsung, plastischer Bemuskelung sowie korrekten, klaren Gliedmaßen zum Ausdruck kommen. Zuchthengste und Zuchtstuten sollen über einen typischen Geschlechtsausdruck verfügen.
Körperbau: Erwünscht ist ein großliniger und harmonischer Körperbau, der das Pferd in die Lage versetzt, auch seine Leistung in sportlichen Bereichen zu erbringen.
Dazu gehören: Eine mittellange, sich zum Kopf hin verjüngende Halsung, gute Ganaschenfreiheit, eine große, schräg gelagerte Schulter, ein markanter, weit in den Rücken hineinreichender Widerrist, ein funktionsfähiger Rücken, der die Anforderungen an ein athletisches Sportpferd erfüllt und der Bewegung, Schwingung, Tragkraft und Gleichgewicht vereint, eine lange, leicht geneigte, kräftig bemuskelte Kruppe sowie eine harmonische Rumpfaufteilung in Vor-, Mittel- und Hinterhand.
Weiterhin erwünscht ist ein zum Körperbau passendes trockenes Fundament mit korrekten großen Gelenken, mittellangen Fesseln und wohlgeformten Hufen, das eine lange Gebrauchsfähigkeit erwarten lässt. Außerdem eine korrekte, d.h. von hinten gesehen gerade Gliedmaßenstellung, von der Seite gesehen ein gerade gestelltes Vorderbein und ein im gut eingeschienten Sprunggelenk mit etwa 150° gewinkeltes Hinterbein sowie eine jeweils gerade Zehenachse mit etwa 45° bis 50° Winkelung zum Boden.
Unerwünscht ist ein insgesamt unharmonischer Körperbau, insbesondere eine kurze, schwere, tief angesetzte Halsung, eine kleine, steile Schulter, ein kurzer oder wenig markanter Widerrist, ein kurzer oder überlanger weicher Rücken, eine feste oder aufgewölbte Nierenpartie, eine kurze oder gerade Kruppe mit hohem Schweifansatz, geringe Brusttiefe und hoch gezogene Flanken mit kurzer Hinterrippe sowie unkorrekte Gliedmaßen; hierzu gehören: Kleine, schmale oder eingeschnürte Gelenke, schwache Röhrbeine und kurze, steile oder überlange weiche Fesseln sowie zu kleine Hufe, insbesondere mit nach innen gerichteten Trachten. Unerwünscht sind weiterhin Fehlstellungen, insbesondere zehenweite, zehenenge, bodenweite, bodenenge, rückbiegige, steile oder säbelbeinige, kuhhessige oder fassbeinige Gliedmaßenstellungen.
III Bewegungsablauf
Erwünscht sind fleißige, taktmäßige und raumgreifende Grundgangarten (Schritt 4-Takt, Trab 2-Takt, Galopp 3-Takt). Die Bewegungen sollen elastisch und energisch aus der Hinterhand entwickelt, über den locker schwingenden Rücken auf die frei aus der Schulter vorgreifende Vorhand übertragen werden. Die Bewegungsrichtung der Gliedmaßen soll dabei gerade und nach vorn gerichtet sein.
Der Bewegungsablauf im Schritt soll losgelassen, energisch und erhaben sein bei klarem Ab- und Auffußen. Der Bewegungsablauf im Trab und Galopp soll bei klar erkennbarer Schwebephase elastisch, schwungvoll und leichtfüßig, getragen mit natürlicher Aufrichtung und Balance ausgestattet sein. Etwas Knieaktion ist erwünscht.
Unerwünscht sind insbesondere kurze, flache und unelastische Bewegungen bei festgehaltenem Rücken sowie schwerfällige, auf die Vorhand fallende oder untaktmäßige Bewegungen; sowie schwankende und schaukelnde oder deutlich bügelnde, drehende, bodenenge, zehenenge, bodenweite bzw. zehenweite Bewegungen.
Die Überprüfung erfolgt an der Hand wie im Freilaufen.
Springen: Erwünscht ist ein elastisches, vermögendes und überlegtes Springen, welches Gelassenheit und Intelligenz erkennen lässt. Im Ablauf sind deutliches sich Aufnehmen, ein kraftvolles und schnelles Abfußen beim Absprung, ein ausgeprägt schnelles Anwinkeln der Gliedmaßen (möglichst waagerechte Haltung des Unterarmes über dem Sprung), ein aufgewölbter Rücken bei deutlich hervortretendem Widerrist und abwärts gebogener Halsung mit sich öffnender Hinterhand (Bascule) erwünscht. Beim Gesamtablauf soll der Fluss der Bewegung und der Rhythmus der Bewegung des Galopps erhalten bleiben.
Die Überprüfung bei den Hengsten kann anlässlich der Körung im Freispringen erfolgen.
Unerwünscht ist insbesondere das Springen mit mangelnder Vorsicht und mangelndem Vermögen, mit hängendem Bein, hoher Nase über dem Sprung, verbunden mit einem gedrückten Rücken, bei dem der Fluss der Bewegung und der Rhythmus des Galopps verloren gehen, sowie unkontrolliertes oder auch unentschlossenes Springen.
IV Innere Eigenschaften (Leistungsveranlagung, Charakter, Temperament und Ge­sundheit)
Erwünscht ist ein unkompliziertes, umgängliches, gleichzeitig einsatzfreudiges, nervenstarkes und verlässliches Pferd, das einen wachen, intelligenten Eindruck macht und durch sein Auftreten und Verhalten gute Charaktereigenschaften sowie ein gelassenes, ausgeglichenes Temperament erkennen lasst.
Unerwünscht sind insbesondere im Umgang schwierige, nervöse, ängstliche oder feige Pferde.
Erwünscht sind weiterhin robuste Gesundheit, gut psychische und physische Belastbarkeit, natürliche Fruchtbarkeit sowie das frei sein von Erbfehlern.
Erwünscht ist ein gesundes, im Trakehner Typ stehendes, großrahmiges und korrektes, in seinen Formen harmonisches, dabei rittiges und vielseitig veranlagtes Reit- und Sportpferd mit schwungvollen, raumgreifenden elastischen Bewegungen. Guter Charakter, ausgeglichenes Temperament, Intelligenz, Leistungsbereitschaft, sowie Ausdauer und Härte in der Leistung sollen besonders hervorstechende Eigenschaften der inneren Veranlagung sein.
Die Abwägung der Zuchtzielmerkmale im Rahmen der Leistungsprüfungen nach § 4 Abs. 3 TZG obliegt den Entscheidungsgremien des Trakehner Verbandes.
Das Zuchtziel wird mit der Methode der Reinzucht angestrebt. Dies schließt jedoch die Hereinnahme von Genen englischen und arabischen Vollblutes sowie von Shagya- und Anglo-Arabern mit ein. Art und Umfang der Einbeziehung von Hengsten anderer Populationen, die zur Erreichung der im Zuchtprogramm festgelegten Ziele förderlich sind, müssen im Einzelfall durch Beschluss des Gesamtvorstandes bestimmt werden. Der Beschluss muss einstimmig erfolgen.
Bewertungsrahmen
Leistungen im Rahmen der Prüfungen nach § 4 Abs. 3 TZG (Körungen, Stuteneintragungen) werden von den nach § 14 der Satzung zuständigen Kommissionen bewertet. Sie werden grundsätzlich auf zentralen Veranstaltungen durchgeführt, um den Vergleich einer hinreichend großen Zahl von Pferden zu ermöglichen. In be­gründeten Einzelfällen entscheidet der Zuchtleiter über Ausnahmen bezüglich der Teilnahme an zentralen Körungen bzw. zentralen Stuteneintragungen.
Die Bewertung kann auch in halben Noten erfolgen; die ganzen Noten werden wie nachstehend beschrieben:
7 ziemlich gut
5 genügend
3 ziemlich schlecht
0 nicht bewertet
Bewertet werden das Exterieur, der Bewegungsablauf sowie im Rahmen des Gesamteindrucks auch das Temperament mit Noten gemäß § 23 ZP. Die Bewertungsergebnisse werden in das Zuchtbuch eingetragen (Stuten), bzw. für die Eintra­gung eines Hengstes in das Zuchtbuch herangezogen:
a) Rasse- und Geschlechtstyp
b) Körper
c) Fundament
d) Schritt
e) Trab
f) Galopp
g) Gesamteindruck einschließlich Temperament
h) Freispringen bei Hengsten
Das arithmetische Mittel aus den bewerteten Merkmalen wird als Gesamtnote bezeichnet und auf eine Stelle hinter dem Komma berechnet, wobei ab fünf Hundertstel aufgerundet wird. Über Ausnahmen bezüglich des Erfordernisses des Freispringens (z.B. Alter, Rasse, o.ä.) entscheidet die Körkommission.
1. Jedes Pferd, das hinsichtlich seiner Abstammung die Anforderung für seine Eintragung erfüllt wird im Zuchtbuch eingetragen oder darin vermerkt.
2. Die Eintragung eines Pferdes in das Zuchtbuch erfolgt, wenn die Identität des Pferdes nach den in § 34 und § 35 ZBO festgelegten Kriterien zweifelsfrei sichergestellt ist, die Regelungen des § 33 ZBO und die entsprechenden Anforderungen der Leistungsprüfungen erfüllt sind. Ein Pferd kann nur dann eingetragen werden, wenn sein Besitzer ordentliches Mitglied des Verbandes ist bzw. durch die Vorstellung des Pferdes wird und die Eintragung schriftlich beantragt hat. Ausnahmen hiervon müssen grundsätzlich im Einzelfall vom Gesamtvorstand beschlossen werden.
3. Zwecks Neubewertung bei Stuten ist die Leistungsprüfung gemäß § 4 Abs. 3 TZG frühestens nach einem Jahr einmal wiederholbar. Es gilt das zuletzt erzielte Ergebnis. Stuten, welche infolge Unfall oder Tod keine Leistungsprüfung gemäß § 4 Abs. 3 TZG abgelegt haben, werden in das Hauptstutbuch eingetragen.
4. Das Mindestalter für die Eintragung beträgt zwei Jahre beim Hengst und drei Jahre bei der Stute.
Für die Altersangabe gilt bei im November und Dezember geborenen Pferden der 1. Januar des folgenden Jahres, bei allen anderen Pferden der 1. Januar des Geburtsjahres als Stichtag für die Jahrgangszugehörigkeit.
5. Eingegangene Stuten können auch nachträglich, d.h. nach ihrem Tod eingetragen werden. Diese nachträgliche Eintragung dient ausschließlich der Ausstellung einer Zuchtbescheinigung für das letztgeborene Fohlen.
6. Pferde, für die eine Eintragung in das Zuchtbuch beantragt wird, sollen gesund und fruchtbar sein. Zu berücksichtigen sind hier die allgemeine Gesundheit sowie die Geschlechts- und Erbgesundheit.
1. Die Körung ist eine Leistungsprüfung im Sinne des § 4 Abs. 3 TZG. Auf ihrer Grundlage entscheidet der Verband über den grundsätzlichen Einsatz eines Hengstes im Rahmen des Zuchtprogramms. In die Entscheidung gehen insbesondere die Beurteilung des Exterieurs, des Bewegungsablaufes und der Leistungsveranlagung sowie die Ergebnisse tierärztlicher Feststellungen, insbesondere die Röntgenuntersuchung, ein, soweit diese aus den vorliegenden Informationen ersichtlich sind. Die Entscheidung fällt die Bewertungskommission für Hengste.
2. Der Besitzer eines Hengstes, der diesen anlässlich einer Körveranstaltung vorstellen will, muss Mitglied des Trakehner Verbandes sein und einen schriftlichen Antrag auf Körung an die Verbandsgeschäftsstelle richten. Das Mindestalter eines Hengstes für die Körung beträgt 2 Jahre.
Grundsätzlich haben alle Besitzer eines Hengstes Anrecht auf Teilnahme an der Leistungsprüfung Körung. Grundsätzlich findet die Leistungsprüfung Körung auf zentralen Terminen im Bundesgebiet statt. Diese Termine bzw. Veranstaltungsorte werden im Mitteilungsorgan des Verbandes offiziell bekannt gegeben. Eine Vorauswahl für die Leistungsprüfung Körung wird vom Verband als züchterische Beratung zur objektivierenden Einschätzung der Qualität des angemeldeten Hengstes durchgeführt.
Die Körung als Leistungsprüfung wird mit einer Körentscheidung beendet, die lautet: - gekört, - nicht gekört, - vorläufig nicht gekört
Die Körentscheidung kann mit Auflagen oder Einschränkungen verbunden werden. Über die Leistungsprüfung wird ein Körprotokoll unter Berücksichtigung der §§ 23, 24 ZP ausgestellt.
3. Ein Hengst wird gekört, wenn er die Leistungsprüfung Körung gemäß § 4 Abs. 3 TZG mit mindestens der Gesamtnote 7,5 als arithmetisches Mittel aus den bewerteten Merkmalen bestanden hat und er die Anforderungen gemäß § 25 Abs. 6 ZP, § 33 sowie § 35 ZBO erfüllt.
4. Die Körentscheidung lautet "vorläufig nicht gekört", wenn der Hengst den Anforderungen der Körung (Leistungsprüfung gemäß § 4 Abs. 3 TZG) noch nicht entspricht, jedoch zu erwarten ist, dass er sie zukünftig erfüllen wird (z.B. spätreife bzw. spätgeborene Junghengste). Mit dieser Entscheidung sind die Bedingungen und die Fristen festzusetzen, bis zu deren Ablauf der Hengst wieder zur Körung vorgestellt werden kann (z.B. Bestehen des 30-Tage-Veranlagungstests mit Wertnote 7,0 und besser oder entsprechendem Indexwert).
5. Die Entscheidung "gekört" ist in den Abstammungsnachweis einzutragen.
6.Die Körentscheidung ist auf der Körveranstaltung öffentlich bekannt zu geben.
Rücknahme, Widerruf, Widerspruch
1. Die Körung/Eintragung in das Zuchtbuch
1.1. kann vom Zuchtverband zurückgenommen werden, wenn eine Voraussetzung für ihre Erteilung nicht vorgelegen hat,
1.2 kann vom Zuchtverband widerrufen werden, wenn eine der Voraussetzungen nachträglich weggefallen ist,
1.3 kann vom Zuchtverband widerrufen werden, wenn mit ihr eine Auflage verbunden ist und diese der Begünstigte nicht oder nicht fristgerecht erfüllt hat.
2. Gegen das Ergebnis einer Leistungsprüfung Körung oder Stuteneintragung gemäß § 4 Abs. 3 TZG kann der Besitzer des Pferdes bei der Geschäftsstelle Widerspruch einlegen bei gleichzeitiger Hinterlegung der in der Gebührenord­nung festgelegten Widerspruchsgebühr. Letztere wird bei erfolgreichem Widerspruch an den Pferdebesitzer zurückgezahlt. Die Widerspruchsfrist beträgt 1 Monat ab Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses. Dem Besitzer wird ermöglicht, sein Pferd erneut vorzustellen. Über Ort und Zeitpunkt der Wiedervorstellung entscheidet der Gesamtvorstand. Die Wiederholung der Leistungsprüfung gemäß § 4 Abs. 3 TZG erfolgt vor der Widerspruchskommission gemäß § 14 Ziff. 3 der Satzung. Eine Wiederholung ist nur einmal und ausschließlich über den Weg des Widerspruchsverfahrens möglich. § 25 Abs. 3 ZP bleibt hiervon unberührt.
1. Es werden nur Ergebnisse von Leistungsprüfungen anerkannt, die nach § 4 TZG und der Leistungsprüfungsordnung (LPO) der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V. (FN) bzw. dem Reglement der Federation Equestre Internationale (FEI) durchgeführt werden. Darüber hinaus werden nur Ergebnisse von Leistungsprüfungen berücksichtigt, wenn diese vom Trakehner Verband und von der FN anerkannt sind. Für Hengste der Rasse Englisches Vollblut und Arabisches Vollblut können Erfolge bei Renen für die Leistungsbeurteilung herangezogen werden.
2. Leistungsprüfungen nach § 4 Abs. 2 TZG sind Verfahren zur Ermittlung der Leistungen von Pferden im Rahmen der Feststellung des Zuchtwertes. Die Prüfungsbedingungen ergeben sich aus den jeweils geltenden gesetzlichen Vorgaben, der ZVO bzw. den Durchführungsbestimmungen.
3. Der Trakehner Verband beauftragt die jeweils zuständigen Landeskommissionen für Pferdeleistungsprüfungen mit der Durchführung von Turniersportprüfungen gemäß § 4 Abs. 3 TZG.
4. Als Grundlage der Leistungsbeurteilung bei Stuten gelten die Eintragungsbestimmmungen zum Leistungsstutbuch (LStb) der FN:
LStb A:
Eintragung aufgrund der Ablegung der Eigenleistungsprüfung
a) Stutenleistungsprüfung gemäß LPO § 330-333
b) Eigenleistung in einer anerkannten Prüfungsstation
c) Eigenleistungsprüfung im Feld nach den Richtlinien der jeweils zuständigen Landesbehörden.
LStb B:
Eintragung aufgrund eigener Turniererfolge
LStb C:
Eintragung aufgrund von Turniererfolgen der Nachkommen
LStb D:
Eintragung aufgrund von Zuchterfolgen (Fruchtbarkeit)
5. Die Besitzer leistungsgeprüfter Hengste und Stuten haben die Abstammungsnachweise bzw. Geburtsbescheinigungen an den Verband zu senden, damit die Ergebnisse der Eigenleistungsprüfungen eingetragen werden können.
Vererbungsleistung
Zur Einschätzung der Vererbungsleistung eines Hengstes können vom Trakehner Verband folgende Informationen herangezogen werden:
a) Ergebnisse von Leistungsprüfungen gemäß § 4 Abs. 3 TZG seiner Nachkommen.
b) Ergebnisse von Nachkommenprüfungen gemäß § 4 Abs. 2 TZG und Turniersportprüfungen gemäß § 4 Abs. 3 TZG auf der Grundlage der Beauftragungen der Landeskommissionen für Pferdeleistungsprüfungen durch den Trakehner Verband
c) Ergebnisse der Bewertung seiner Fohlen, die anlässlich der Registrierung und der Vergabe des Fohlenbrandes vorgenommen wird.
Die Ergebnisse der Leistungsprüfungen gemäß § 4 Abs. 2 TZG und/oder § 4 Abs. 3 TZG dienen als Grundlage für Selektionsentscheidungen, bzw. können den Mitgliedern für deren Selektionsentscheidungen zur Verfügung gestellt werden.
1. Verbandsprämien
1.1. Zuchtstuten (ausgenommen Vorbuchstuten) erhalten den Titel "Prämienstute", wenn sie anlässlich einer zentralen Leistungsprüfung gemäß § 4 Abs. 3 TZG in Verbindung mit § 23 ZP
1.1.1 mindestens 54 Exterieurpunkte erhalten und eine Stutenleistungsprüfung mit der Gesamtnote 7,0 oder besser abgelegt bzw. die für die Eintragung im LStB A oder B erforderlichen Erfolge auf Pferdeleistungsschauen erbracht haben,
1.1.2 53 Exterieurpunkte erhalten und eine Stutenleistungsprüfung mit der Gesamtnote 7,5 oder besser abgelegt haben.
In begründeten Ausnahmefällen kann der Gesamtvorstand den Titel "Prämienstute" vergeben, auch wenn die hier festgelegten Mindestnoten nicht erreicht worden sind.
An die Stelle der Erfolge auf Stutenleistungsprüfungen gemäß Ziffern 1.1.1 bis 1.1.2 können auf Beschluss des Gesamtvorstandes Leistungen im Turniersport treten.
Die vorstehenden Regelungen gelten für Stuten ab dem Geburtsjahrgang 1997. Für Stuten der Geburtsjahrgänge 1996 und früher gelten sie auf Antrag.
1.2. Zuchtstuten (ausgenommen Vorbuchstuten) erhalten auf Antrag den Titel "Elitestute", der auch nach dem Tode der Stute vergeben werden kann, wenn sie gemäß § 23 ZP eine Ge­samtnote von mindestens 7,0 erhalten, mindestens 2 Fohlen zur Welt brachten und
1.2.1 eine Eigenleistung von mindestens 3 Plazierungen in Turniersportprüfungen der Klasse M bzw. Großen Vielseitigkeitsprüfungen der Kl. L vorweisen,
1.2.2 eine Vererbungsleistung von mindestens 3 Nachkommen vorweisen, die entweder vom Trakehner Verband gekört bzw. anerkannt und erfolgreich leistungsgeprüft und/oder mit der Verbandsprämie oder dem Elite-Titel ausgezeichnet worden sind und/oder in Turniersportprüfungen der Klasse M bzw. Großen Vielseitigkeitsprüfungen der Klasse L mindestens 3 Plazierungen aufzuweisen haben.
1.3. In das Hengstbuch I eingetragene Hengste erhalten durch Entscheidung des Gesamtvorstandes den Titel "Elite-Anwärter" oder den Titel "Elite-Hengst" aufgrund herausragender Eigenleistung und/oder Nachkommenleistung.
2. Staatsprämie
Die Vergabe der Staatsprämie erfolgt nach den Richtlinien der Länder.
III Zuchtbuchordnung (ZBO)
Die Zuchtbuchführung erfolgt durch den Zuchtleiter, der sich hierzu der Verbandsgeschäftsstelle und der Datenverarbeitung bedient.
Der Züchter eines Pferdes ist der Besitzer der Mutter zum Zeitpunkt der Bedeckung/Besamung.
Der Züchter/Besitzer ist verantwortlich für die Richtigkeit der Angaben auf dem Deck-/Besamungsschein, der Abfohlmeldung, dem Stallbuch (Zuchtblatt) sowie auf weiteren Bescheinigungen, die er auszufüllen, einzureichen bzw. aufzubewahren hat. Er hat auch alle Zuchtbuchunterlagen und Formblätter einschließlich der Abstammungsnachweise, die ihm mit Eintragungen vom Verband zugeschickt werden, umgehend auf Richtigkeit der Angaben zu überprüfen. Alle Fehler sind dem Verband zur Korrektur mitzuteilen. Korrekturen und Änderungen dürfen nur durch die Verbandsgeschäftsstelle vorgenommen werden und müssen mit einem entsprechenden Vermerk versehen werden. Der Besitzwechsel eines eingetragenen Zuchtpferdes ist in das Zuchtbuch einzutragen und muss zu diesem Zweck der Verbandsgeschäftsstelle gemeldet werden.
2. Zuchtbuch
Das Zuchtbuch wird in der Geschäftsstelle geführt und aufbewahrt. Für die Zuchtbuchführung setzt der Verband die Elektronische Datenverarbeitung ein. In der Datenzentrale werden alle Einzeldaten der einzelnen Pferde einschließlich ihrer Nachkommen gespeichert. Das Zuchtbuch muss für jedes eingetragene Pferd mindestens folgende Angaben enthalten:
a) Name und Anschrift des Züchters und Besitzers
b) Deck-/Besamungsdatum der Mutter
c) Geburtsdatum, Geschlecht, Farbe und Abzeichen
d) Lebensnummer
e) Kennzeichnung (z.B. Brand und/oder Mikrochip)
f) Eltern mit Farbe und Lebensnummern
g) 3 Vorfahrengenerationen (soweit bekannt) mit Lebensnummern.
h) bei Zuchttieren, die aus einem Embryotransfer hervorgegangen sind, die genetischen Eltern und deren Blutgruppe
i) Datum der Ausstellung der Zuchtbescheinigung, des Pferdepasses und der Eigentumsurkunde und ggf. Datum, Zweck und Begründung für die Ausstellung von Zweitschriften
j) Bewertung der äußeren Erscheinung
k) Ergebnisse von Leistungsprüfungen gemäß § 4 TZG
l) Ausstellungs- und Prämierungserfolge (soweit für das Zuchtprogramm von Bedeutung)
m) die Nachzucht:
bei Hengsten eingetragene Söhne und Töchter (mit Lebensnummern)
bei Stuten die gesamte Nachzucht (mit Lebensnummern)
n) alle Ergebnisse von Zuchtwertfeststellungen
o) Entscheidungen über Eintragungen und Änderungen im Zuchtbuch
p) Entscheidungen über Besamungserlaubnis
q) Datum und (falls bekannt) Ursache des Abganges
r) Bluttyp bei Hengsten, bzw. DNA/Analyse
s) Angaben über Zwillingsgeburt
3. Stallbuch (Zuchtblatt)
Jedes Gestüt bzw. jeder Pferdebesitzer führt für die Zuchtpferde seines Bestandes ein Stallbuch (Zuchtblatt) in dem alle wesentlichen Angaben zum betreffenden Pferd wie Name, Lebensnummer, Farbe und Abzeichen, Abstammung, Bedeckungen/Besamung(auch Nichtbedeckungungen/-besamungen), Abfohlungen etc. laufend einzutragen sind. Das Stallbuch (Zuchtblatt) muss hinsichtlich seiner Angaben mit der Zuchtbescheinigung, den Angaben im Zuchtbuch und dem Deck-/Besamungs- und Fohlenregister übereinstimmen. Jeder Besitzer eines Pferdes ist für die ordnungsgemäße Führung des Stallbuches (Zuchtblatt) verantwortlich. Er ist verpflichtet, dem Zuchtleiter oder dessen Beauftragten das Stallbuch (Zuchtblatt) zur Überprüfung vorzulegen.
4. Deck-/Besamungsschein
Der Deck-/Besamungsschein wird nach erfolgtem/r Deckakt/Besamung vom Hengsthalter bzw. der Besamungsstation oder deren Beauftragten vollständig ausgefüllt. Der Deck-/Besamungsschein muss mindestens enthalten:
a) Name und Lebensnummer der Stute
b) Name und Lebensnummer des Hengstes
c) sämtliche Deck-/Besamungsdaten, ggf. Datum und Ergebnis der Trächtigkeitsuntersuchung
d) Name und Anschrift des Stutenbesitzers
e) Unterschrift des Hengsthalters bzw. der Besamungsstation oder deren Beauftragten
Der Besitzer der gedeckten/besamten Stute erhält den Deck-/Besamungsschein in mehrfacher Ausfertigung vom Hengsthalter bzw. der Besamungsstation oder deren Beauftragten und muss diese bis zur Eintragung und zum Brennen des Fohlens aufbewahren. Diese Verpflichtung muss beim Verkauf der Stute der Käufer übernehmen.
5. Deck-/Besamungslisten
Für jeden eingetragenen Hengst werden vom Trakehner Verband Deck-/Besamungslisten ausgegeben. In die Deck-/Besamungsliste sind vom Hengsthalter die ausgeführten Stutenbedeckungen/-besamungen einzutragen. Die Deck-/Besamungsliste enthält dieselben Eintragungen wie der Deck-/Besamungsschein und ist nach Beendigung der Decksaison (01. Dezember bis 30. Juni) bis spätestens 15. September des Jahres ausgefüllt und mit Unterschrift des Hengsthalters bzw. der Besamungsstation der Verbandsgeschäftsstelle einzureichen.
6. Abfohlmeldung
Die Abfohlmeldung wird nach erfolgter Abfohlung vom Besitzer der Stute mit den entsprechenden Daten versehen und innerhalb von 28 Tagen an die Verbandsgeschäftsstelle eingesandt. Dies gilt auch bei totgeborenen Fohlen, bei Fohlen, die kurz nach der Geburt verendet sind oder bei Nichtträchtigkeit. Als Abfohlmeldung ist die Rückseite, bzw. der Durchschlag einer vom Hengsthalter bzw. der Besamungsstation oder deren Beauftragten ausgestellten Ausfertigung des Deck-/Besamungsscheins zu verwenden. Die Abfohlmeldung muss mindestens enthalten:
a) Name und Lebensnummer der Mutter und des Vaters
b) Adresse und Name des Hengsthalters, bzw. der Besamungsstation und des Stuten- und Fohleneigentümers
c) Geburtsdatum und Geschlecht des Fohlens
d) Farbe und Abzeichen des Fohlens
e) Angaben über Zwillingsgeburt, Totgeburt, Verendung kurz nach der Geburt oder Nichtträchtigkeit
f) Unterschrift des Stutenbesitzers
7. Musterungsblatt für Fohlen
Aufgrund der Angaben auf den Deck-/Besamungslisten und den Abfohlmeldungen werden Formblätter für die Registrierung/Musterung der Fohlen erstellt.
8. Abstammungsnachweis, Geburtsbescheinigung, Pferdepass und Eigentumsurkunde.
Abstammungsnachweis und Geburtsbescheinigung sind Zuchtbescheinigungen im Sinne des Tierzuchtgesetzes und gehören zum Pferd. Für alle ab dem 01. November 1997 geborenen und registrierten Fohlen wird nach der Entscheidung 93/623/EWG der Kommis­sion vom 20. Oktober 1993 ein Pferdepass und eine Eigentumsurkunde ausgestellt. Die vorstehend erwähnten Urkunden sind dem Verband auf Anforderung und bei Besitzwechsel dem neuen Besitzer auszuhändigen und bei Tod des Pferdes an den Verband zurückzugeben. Bei Eigentumswechsel ist die Eigentumsurkunde dem neuen Eigentümer des Pferdes auszuhändigen.
Zweitschriften können auf Antrag nur bei Vorlage einer Eidesstattlichen Versicherung mit notariell beglaubigter Unterschrift über den Verlust des Originals ausgestellt werden. Sie sind deutlich als solche zu kennzeichnen und zu numerieren.
Außerdem kann der Trakehner Verband für die Eintragung von Zuchtpferden in das Zuchtbuch anderer Züchtervereinigungen und für die Erteilung von Besamungserlaubnissen weitere Ausfertigungen der Zuchtbescheinigung ausstellen, die unter Angabe der Ordnungszahl der Ausstellung und des Verwendungszweckes zu kennzeichnen sind.
8.1 Ausstellung eines Abstammungsnachweises
Die Ausstellung eines Abstammungsnachweises erfolgt, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
a) Vater und Mutter wurden im Jahr der Bedeckung/Besamung, spätestens aber im Jahr der Geburt des Fohlens (Zuchtjahr), in das Hengstbuch I bzw. in das Hauptstutbuch oder Stutbuch des Trakehner Verbandes eingetragen.
b) Die Abfohlmeldung wurde innerhalb von 28 Tagen nach dem Abfohlen vorgelegt.
c) Die Identifizierung des Fohlens wurde bei Fuß der Mutter durch die Bewertungskommission durchgeführt oder ist anderweitig gesichert.
8.2 Mindestangaben im Abstammungsnachweis
Der Abstammungsnachweis muss mindestens folgende Angaben enthalten:
a) Name und Anschrift des Zuchtverbandes
b) Ort und Datum der Ausstellung
c) Lebensnummer sowie DNA- bzw. Blutgruppen-Identifikationsnummer
d) Name und Anschrift des Züchters und des Besitzers
e) Deck-/Besamungsdatum der Mutter
f) Geburtsdatum, Geburtsort, Geschlecht, Farbe und Abzeichen bei Fuß der Mutter
g) Aktive Kennzeichnung
h) Name, Lebensnummer, Farbe und ggf. Rasse der Eltern und Name, Lebensnummer und ggf. Rasse drei weiterer Generationen
i) Bei Zuchttieren, die aus einem Embryotransfer hervorgegangen sind, die genetischen Eltern und deren Blutgruppe
j) Eintragung des Zuchtpferdes und seiner Vorfahren in die Abteilung eines Zuchtbuches
k) Das neueste Ergebnis der Leistungsprüfung nach § 4 TZG und der Zuchtwertfeststellung des Pferdes und seiner Eltern sowie bei reinrassigen Pferden auch seiner Großeltern; sowie die Behörde, die den Zuchtwert festgestellt hat
l) Die jeweils geltenden Regelungen der ZVO zur Ausstellung des Pferdepasses kommen zur Anwendung
m) Die Unterschrift des Zuchtleiters oder seiner/s Beauftragten
Die Angaben müssen dem letzten Stand vor der Ausstellung entsprechen.
8.3. Ausstellung einer Geburtsbescheinigung
Die Ausstellung einer Geburtsbescheinigung erfolgt, wenn die Bedingungen für einen Abstammungsnachweis nicht erfüllt, jedoch folgende Voraussetzungen gegeben sind:
a) Mindestens ein Elternteil muss im Jahr der Bedeckung/Besamung in das Zuchtbuch eingetragen sein oder spätestens im Jahr der Geburt des Fohlens (Zuchtjahr) eingetragen werden.
c) Die Identifizierung des Fohlens bei Fuß der Mutter ist durch die Bewertungskommission erfolgt oder anderweitig gesichert.
Die Geburtsbescheinigung enthält - soweit verfügbar - die gleichen Angaben wie der Abstammungsnachweis.
8.4 Bei Fohlen, die die abstammungsmäßigen Voraussetzungen gemäß Ziffern 8.1 und 8.3 nicht erfüllen, entscheidet in besonders begründeten Fällen der Gesamtvorstand über die Ausstellung einer Zuchtbescheinigung.
8.5 Kennzeichnung
Die Fohlen sind innerhalb des Zuchtjahres (Ziffer 8.1. a) zu kennzeichnen.
Unterteilung des Zuchtbuches
Der Trakehner Verband führt ein Zuchtbuch mit folgenden Abteilungen:
1: Zuchtbuch für Hengste
Das Zuchtbuch für Hengste ist in die Hengstbücher I und II unterteilt:
1.1. Hengstbuch I (HI)
1.1.1 Trakehner Hengste
Es werden Hengste Trakehner Abstammung eingetragen,
a) die das Erreichen der im Zuchtprogramm festgelegte Ziele erwarten lassen,
b) deren Väter und Väter der Mütter, Großmütter und Urgroßmütter Hengste sind, die im Hengstbuch I des Trakehner Verbandes eingetragen sind,
c) deren Mütter in das Hauptstutbuch des Trakehner Verbandes eingetragen sind,
d) die folgende Leistungsprüfungen abgelegt haben:
aa) die Körung gemäß § 26 ZP und eine der nachstehend aufgeführten, unter bb) bis dd) genannten Voraussetzungen erfüllen,
bb) den 30-Tage-Veranlagungstest, der gemäß den Richtlinien der zuständigen Behörden und den Emp­fehlungen des Trakehner Verbandes unter Berücksichtigung der jeweils geltenden ZVO angeboten wird, mit einer gewichteten Endnote von mindestens 7,0 oder mit einer „dressurbetonten“ bzw. „springbetonten“ Endnote von 8,0 und besser bestanden hat. Hiermit ist eine Befristung 3- und 4-jährig verbunden.
Diese kann
aaa) in Kombination mit Turniersportprüfungen um ein Jahr verlängert werden, wenn ein Ergebnis von 7,5 und besser in Dressurpferde-, Springpferde- oder Geländepferdeprüfungen der Klasse A oder Eignungsprüfungen als 4-Jähriger Hengst nachgewiesen wird oder er die Qualifikation als 4-Jähriger für das Bundeschampionat des Deutschen Reitpferdes erreicht hat,
bbb) auf Dauer verlängert werden, wenn
(i) er die Qualifikation als 5-Jähriger für das Bundeschampionat des Deutschen Reitpferdes erreicht hat,
(ii) er die Qualifikation als 6-Jähriger für das Bundeschampionat des Deutschen Reitpferdes erreicht hat,
(iii) er die unter cc) genannte Hengstleistungsprüfung bestanden hat.
Hengste, die die Bedingungen innerhalb der oben genannten Fristen nicht erfüllen, werden im Hengstbuch mit dem Tage des Fristablaufs gestrichen. Sobald sie die Eintragungsvoraussetzungen wieder erfüllen, werden sie wieder im Hengstbuch eingetragen.
cc) die Hengstleistungsprüfung nach tierzuchtrechtlichen Vorschriften mit mindesten 90 Punkten als Gesamtindex oder in einem Teilindex Springen oder Dressur mit mindestens 110 Punkten,
dd) Turniersportprüfungen mit folgenden Ergebnissen:
aaa) Dressur- und/oder Springprüfungen der Klasse S, fünf Platzierungen an erster bis dritter Stelle
bbb) Vielseitigkeitsprüfungen der Klasse M und/oder S, drei Platzierungen an erster bis dritter Stelle.
1.1.2 Hengste anderer Rassen
Es können Hengste der Rassen englisches und arabisches Vollblut, Shagya- und Anglo-Araber sowie der Kreuzungen dieser Rassen eingetragen werden, die,
a) die Voraussetzungen gemäß 1.1.1 a) erfüllen,
b) gemäß § 26 ZP gekört bzw. anerkannt wurden und
c) die Anforderungen unter 1.1.1 d) erfüllen oder ein GAG von mindestens 80 kg in Flachrennen bzw. 85 kg in Hindernisrennen bzw. bei mindestens 20 Starts in drei Rennjahren ein GAG von mindestens 75 kg in Flachrennen bzw. 80 kg in Hindernisrennen erbracht haben.
Über Ausnahmen von den Voraussetzungen zu a) bis c) entscheidet der Gesamtvorstand.
1.2. Hengstbuch II ( H II )
Es werden alle Hengste Trakehner Abstammung und der Rassen englisches und arabisches Vollblut, Shagya- und Anglo-Araber sowie der Kreuzungen dieser Rassen eingetragen, die die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllen, jedoch nicht ins Hengstbuch I eingetragen werden können.
2. Zuchtbuch für Stuten
Es werden Stuten eingetragen, deren Alter mindestens 3 Jahre beträgt und die eine Leistungsprüfung gemäß § 4 Abs. 3 TZG (Stuteneintragung) abgelegt haben. Das Zuchtbuch für Stuten ist in die Abteilungen Hauptstutbuch und Vorbuch gegliedert.
2.1. Hauptstutbuch (Hstb)
2.1.1 Trakehner Stuten
Es werden Stuten Trakehner Abstammung eingetragen,
a) deren Mütter mindestens im Stutbuch des Trakehner Verbandes (bis einschließlich Jahr 2000, danach Hauptstutbuch) eingetragen sind,
b) deren Väter und Väter der Mütter, Großmütter und Urgroßmütter Hengste sind, die im Hengstbuch I des Trakehner Verbandes eingetragen sind (4 Generationen Abstammung),
c) die die Leistungsprüfung gemäß § 4 Abs. 3 TZG in Verbindung mit §§ 23, 24 ZP mit mindestens der Gesamtnote 5,0 bestanden haben, wobei die Wertnote 4,0 in keinem Teilkriterium unterschritten werden darf.
2.1.2 Stuten anderer Rassen
Es können Stuten der Rassen englisches und arabisches Vollblut, Shagya- und Anglo-Araber sowie der Kreuzungen dieser Rassen eingetragen werden, die die Voraussetzungen gemäß 2.1.1 c) erfüllen.
2.2 Vorbuch (Vb)
Es werden Stuten Trakehner Abstammung und der Rassen englisches und arabisches Vollblut, Shagya- und Anglo-Araber sowie der Kreuzungen dieser Rassen eingetragen, die den gesetzlichen Mindestanforderungen entsprechen, jedoch die Anforderungen der Leistungsprüfung gemäß § 4 Abs. 3 TZG nicht erfüllen und/oder nicht in das Hauptstutbuch eingetragen werden können.
2.3 Bei Stuten, die die abstammungsmäßigen Voraussetzungen gemäß Ziffern 2.1 bis 2.2 nicht erfüllen, entscheidet – unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Leistungsprüfung gemäß § 4 TZG – über die Eintragung ins Zuchtbuch der Gesamtvorstand. Hierbei sind überdurchschnittliche Ergebnisse bei Leistungsprüfungen gemäß § 4 TZG und/oder genotypische Merkmale, die insbesondere im Rahmen der Reinzucht eine Bereicherung des Genpotentials und damit des Zuchtfortschrittes ermöglichen könnten, zu berücksichtigen.
Identifizierung und Brennordnung
1. Die Identifizierung von Pferden erfolgt mit Hilfe folgender Maßnahmen:
1.1 Bestimmung des Geschlechtes
1.2 Beschreibung von Farbe und Abzeichen
1.3 Vergabe einer Lebensnummer
Jedes Pferd erhält spätestens bei der Eintragung in das Zuchtbuch, Fohlen bei der Geburtsregistrierung eine Lebensnummer. Diese Nummer wird nicht verändert und auch bei einem Wechsel des Pferdes in ein anderes Zuchtbuch beibehalten.
2. Vergabe eines Namens bei der Eintragung in das Zuchtbuch
Bei der Eintragung in das Zuchtbuch erhalten Stuten und Hengste einen Namen, der den gleichen Anfangsbuchstaben trägt wie den der Mutter. Dieser Name muss beibehalten werden. Ein neuer Name kann nur eingetragen werden, wenn der ursprüngliche Name während der gesamten Lebensdauer des Pferdes sowohl bei Veröffentlichungen als auch auf dem Abstammungsnachweis stets nach dem neuen Namen angegeben wird. Ein für einen Hengst einmal vergebener Name darf nicht mehr für einen anderen als den Vollbruder dieses Hengstes ( mit entsprechendem Zusatz II etc.) verwendet werden; ansonsten wird ein mit einem Doppelnamen eingetragener Hengst bei allen Veröffentlichungen der FN lediglich unter seiner Lebensnummer geführt. Wenn von Hengsten nachweislich keine Nachkommen mehr im Turniersport eingesetzt sind, können diese Namen wieder verwendet werden.
3. Brennordnung
Das Brennen der Pferde darf nur vom Zuchtleiter oder seinen Beauftragten durchgeführt werden.
3.1 Fohlenbrand
Der Fohlenbrand erfolgt auf den linken Hinterschenkel. Er wird grundsätzlich nur dann vergeben, wenn die Voraussetzungen für die Ausstellung eines Abstammungsnachweises bzw. einer Geburtsbescheinigung erfüllt sind.
3.1.1 Brand der doppelten Elchschaufel
Fohlen, die die Voraussetzungen für die Ausstellung eines Abstammungsnachweises erfüllen und bei denen wenigstens ein Elternteil Trakehner Abstammung ist, erhalten das Brandzeichen der doppelten Elchschaufel.
3.1.2 Brand der halben Elchschaufel
Fohlen, die nicht die Voraussetzungen für einen Abstammungsnachweis erfüllen, deren Mütter und Väter aber im Jahr der Bedeckung/ Besamung, spätestens aber im Jahr der Fohlengeburt in das Zuchtbuch eingetragen wurden, und bei denen wenigstens ein Elternteil Trakehner Abstammung ist und die im übrigen die Voraussetzungen für die Ausstellung einer Geburtsbescheinigung erfüllen, erhalten den Brand der rechten halben Elchschaufel mit Schleife.
3.1.3 Kontrollbrand
Fohlen, die die Voraussetzung für die Ausstellung einer Geburtsbescheinigung erfüllen, bei denen jedoch nur ein Elternteil in das Zuchtbuch des Trakehner Verbandes eingetragen ist, erhalten den Kontrollbrand.
Die Züchter haben grundsätzlich Anspruch auf Durchführung des Heißbrandes. Der Heißbrand kann auf Wunsch des Züchters oder durch Beschluss des Gesamtvorstandes durch die Implantation eines Mikro-Chips ersetzt werden.
3.2 Nummernkennzeichnung
Allen Pferden wird zusätzlich mit dem Fohlenbrand, spätestens aber bei der Eintragung als Turnierpferd, unter dem Fohlenbrand eine Nummer gebrannt bzw. in die rechte Halsseite ein Mikrochip injiziert.
Identitätssicherung durch abstammungsüberprüfende Untersuchungen
1. Abstammungsüberprüfende Untersuchungen erfolgen grundsätzlich mit Hilfe einer blutgruppenserologischen Untersuchung und/oder mit Hilfe des DNA-Fingerprinting-Verfahrens.
2. Für jedes eingetragene Pferd bzw. zur Eintragung vorgestellte Pferd und für jedes zu registrierende Fohlen kann der Verband das Ergebnis einer abstammungsüberprüfenden Untersuchung verlangen. In diesen Fällen trägt der Verband die Kosten. Sollte das Untersuchungsergebnis die angegebene Abstammung nicht bestätigen, wird für die entstandenen Kosten der Züchter haftbar gemacht. In jedem Zuchtjahr sind mindestens bei 5 % der Fohlen abstammungsüberprüfende Untersuchungen vorzunehmen. Der Gesamtvorstand kann diesen Prozentsatz erhöhen.
3. Der Gesamtvorstand kann in begründeten Fällen (etwa gehäuftes Vorkommen von Falschabstammungen bei einem Züchter, Hengsthalter bzw. Hengstnachkommenschaft) die grundsätzliche Untersuchung aller in diesem Zusammenhang zu registrierenden Fohlen und/oder ins Zuchtbuch eingetragener oder einzutragender Stuten anordnen. In diesen Fällen trägt der Züchter bzw. der Antragsteller die Kosten. Vor Ausstellung von Abstammungsnachweisen oder Geburtsbescheinigungen müssen abstammungsüberprüfende Untersuchungen erfolgen, wenn an der angegebenen Abstammung Zweifel bestehen. Dieses ist unter anderem der Fall, wenn
a) eine Stute innerhalb einer Rosse von zwei oder mehreren Hengsten gedeckt/besamt wurde oder
b) eine Stute in zwei aufeinanderfolgenden Rossen von verschiedenen Hengsten gedeckt/besamt wurde und der Geburtstermin des Fohlens die Abstammung offen lässt, oder
c) die Trächtigkeitsdauer 30 Tage und mehr von der mittleren Trächtigkeitsdauer von 335 Tagen abweicht, oder
d) das Fohlen nicht bei Fuß der Mutter identifiziert wurde.
In diesen Fällen trägt der Züchter die Kosten.
4. Jeder gekörte Hengst wird auf Veranlassung des Trakehner Verbandes zu Lasten des Besitzers auf Richtigkeit seiner Abstammung vor Eintragung in das Hengstbuch nach vorgegebener Methode untersucht. Über Ausnahmen entscheidet der Gesamtvorstand.
5. Jeder Züchter/Hengsthalter ist grundsätzlich verpflichtet, an abstammungsüberprüfenden Untersuchungen mitzuwirken und hat hierzu notwendige Maßnahmen zu dulden bzw. aktiv an diesen mitzuwirken.
Die Züchter/Hengsthalter stimmen einer zentralen Speicherung der DNA-Daten und deren Übermittlung an andere Zuchtverbände zu Zwecken der Abstammungsüberprüfung zu.
6. Zur Identifikation eines Pferdes werden vom Trakehner Verband alle hierfür relevanten Daten im Sinne der §§ 11,12 und 13 ZVO erfasst und gespeichert. Für die Eintragung als Zucht- oder Turnierpferd, Abstammungskontrollen oder Veröffentlichungen werden die notwendigen Daten zur Identifikation eines Pferdes zwischen der FN und dem Trakehner Verband ausgetauscht.
Neben den tierzuchtrechtlichen Bestimmungen des Bundes, insbesondere der Verordnung über die Beteiligung von Besamungsstationen an Zuchtprogrammen vom 16.5.1991, und der Länder müssen folgende Anforderungen erfüllt werden:
1. Künstliche Besamung (KB)
1.1 Die Hengsthaltung muss als Besamungsstation im Besitz einer Betriebserlaubnis der zuständigen Behörde sein, die der Verbandsgeschäftsstelle vorzulegen ist.
1.2 Zwischen der Besamungsstation und dem Trakehner Verband muss ein Vertrag über die Beteiligung am Zuchtprogramm abgeschlossen sein.
1.3 Abgabe und Auslieferung von Frisch- und Tiefgefriersperma müssen in die Deckliste eingetragen werden.
1.4 Fohlen aus der künstlichen Besamung kann nur registriert werden, wenn der Hengst, von dem der Samen stammt, unter dem Namen der Besamungsstation, die gemäß § 36 Ziffer 1.2 am Zuchtprogramm teilnimmt, beim Trakehner Verband registriert ist.
2. Embryotransfer (ET)
Mit Hilfe des Embryotransfers erzeugte Fohlen können nur registriert werden, wenn Spender- und Empfängertiere dem Verband mitgeteilt werden. Sämtliche Zuchtrelevanten Daten ( Zeitpunkt der Besamung, Zeitpunkt der Entnahme, Zeitpunkt der Übertragung des Embryos ) sowie Name und Anschrift der Embryotransfereinrichtung sind ebenfalls aufzuzeichnen und anzugeben. Alle hieraus fallenden Fohlen sind abstammungsüberprüfenden Untersuchungen zu unterziehen. Kostenträger ist der Antragsteller.
Trakehner Verband, Postfach 27 29, 24517 Neumünster