Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGH%20VI%20ZR%2028/69
Timestamp: 2019-07-21 01:37:50
Document Index: 126082754

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 843', '§ 1601', 'BGH', 'BGH', '§ 843', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 254', '§ 843', 'BGH', 'BGH', '§ 412', 'BGH']

BGH, 22.09.1970 - VI ZR 28/69 - dejure.org
https://dejure.org/1970,141
BGH, 22.09.1970 - VI ZR 28/69 (https://dejure.org/1970,141)
BGH, Entscheidung vom 22.09.1970 - VI ZR 28/69 (https://dejure.org/1970,141)
BGH, Entscheidung vom 22. September 1970 - VI ZR 28/69 (https://dejure.org/1970,141)
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Zum Schadensersatzanspruch auf Unterhalt von Unfallwaisen, die an Kindes Statt angenommen wurden - Vorteilsausgleichung
Schadenersatzanspruch - Unfallwaisen - Unterhalt
Keine Minderung des Schadensersatzanspruchs von Unfallwaisen wegen Adoption
BGHZ 54, 269
NJW 1970, 2061
NJW 1971, 1137 (Ls.)
VersR 1970, 1051
Gegenüber dem Anspruch auf Ausgleich vermehrter Bedürfnisse nach § 843 Abs. 1 BGB ist der Unterhaltsanspruch aus den §§ 1601 ff. BGB subsidiär (vgl. Senatsurteil BGHZ 54, 269, 273 f.; BGHZ 22, 72, 77 ff. jeweils m.w.N.).
Es entspricht Sinn und Zweck des § 843 Abs. 4 BGB, derartige Zweifelsfragen von vorneherein abzuschneiden (Senatsurteile BGHZ 22, 72, 77 f.; 54, 269, 274; jeweils m.w.N.).
Die Vorteilsanrechnung darf nicht zu einer unbilligen Entlastung des Schädigers führen (BGH VI ZR 28/69).
Der Schadensersatzanspruch von Unfallwaisen wegen Entziehung des Rechts auf Unterhalt wird nicht dadurch gemindert, daß diese an Kindes Statt angenommen werden (BGHZ 54, 269 [BGH 22.09.1970 - VI ZR 28/69]; vgl. ferner auch BGHZ 62, 126, 129 [BGH 12.02.1974 - VI ZR 187/72] hinsichtlich der Verneinung des inneren Zusammenhangs zwischen zwei durch dasselbe Schadensereignis ausgelöster Todesfälle).
Der Vorteil, den Frau Ha. aus der tatsächlichen Versorgung durch ihren neuen Lebenspartner zieht, stellt - sofern es sich dabei nicht um eine angemessene Vergütung für eine von Frau Ha. in Erfüllung ihrer Erwerbsobliegenheit (§ 254 Abs. 2 BGB) zu erbringende Arbeitsleistung handelt, auf die noch einzugehen ist - eine freiwillige Leistung des neuen Lebenspartners He. dar, der nach dem aus § 843 Abs. 4 BGB abgeleiteten allgemeinen Rechtsgedanken auf den Schaden nicht anzurechnen ist, weil er seiner Natur nach dem Schädiger nicht zugute kommen soll (zu diesem allgemeinen Rechtsgedanken vgl. st. Rspr.; u.a. BGHZ 54, 269 [BGH 22.09.1970 - VI ZR 28/69] m.w.N.).
Die Betroffene kann sich daher gemäß §§ 412, 404 BGB auf den Verwirkungseinwand gegenüber der Beteiligten zu 3) auch berufen, soweit die darauf beruhenden Untreuehandlungen erst nach dem Zeitpunkt des Anspruchsübergangs begangen worden sind, da die Untreuehandlungen, ohne in ausschließlicher Beziehung zum Wechsel des Gläubigers zu stehen, nach Wesen und Inhalt des Schuldverhältnisses allein die geschädigte Betroffene zum Einwand berechtigen (vgl. BGHZ 54, 269, 271).