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Timestamp: 2017-05-24 07:45:14
Document Index: 87905360

Matched Legal Cases: ['Art. 19', 'Art.20', 'Art. 20', 'Art. 2', 'Art. 49', 'Art. 20']

Gute Praxis zur Aufbereitung von Medizinprodukten in Arzt- und Zahnarztpraxen sowie bei weiteren Anwendern von Dampf-Klein-Sterilisatoren - PDF
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1 Gute Praxis zur Aufbereitung von Medizinprodukten in Arzt- und Zahnarztpraxen sowie bei weiteren Anwendern von Dampf-Klein-Sterilisatoren Desinfektion Rücktransport Reinigung Gebrauch Wartung / Inspektion Lagerung Verpackung Transport Sterilisation Version 1.0d / April 2010 QM-Ident: RN202_00_001d_AL / V01 / wma / wdm / / 382 Herausgeber Swissmedic Schweizerisches Heilmittelinstitut Hallerstrasse 7 CH-3000 Bern 9 In Zusammenarbeit mit SSO Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft FMH Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte SGSV/SSSH Schweizerische Gesellschaft für Sterilgutversorgung SGSH Schweizerische Gesellschaft für Spitalhygiene Bezugsquellen Swissmedic, Abteilung Medizinprodukte, Hallerstrasse 7, CH-3000 Bern 9 QM-Ident: RN202_00_001d_AL / V01 / wma / wdm / / 383 Inhaltsverzeichnis 1 Gesetzliche Grundlagen Bundesgesetz vom 15. Dezember 2000 über Arzneimittel und Medizinprodukte (Heilmittelgesetz, HMG), SR Medizinproduktverordnung (MepV) vom 17. Oktober 2001 (Stand am 1. April 2010), SR Verordnung über die Prävention der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit bei chirurgischen und medizinischen Eingriffen (CJKV), SR Beschaffung von Medizinprodukten Leitfaden zur Beschaffung eines Dampf-Klein-Sterilisators Allgemeines Klassifikation der aufzubereitenden Medizinprodukte nach deren Risiken Personal Räumlichkeiten Allgemeines Wasser Material Behandlung der Medizinprodukte vor dem Verpacken Desinfizierende Vorbehandlung Reinigung-Desinfektion Kontrolle der Sauberkeit und Funktionsprüfung Verpackung Etikettierung Sterilisation Freigabe der Charge Dokumentation und Archivierung Lagerung von sterilen Medizinprodukten Überprüfung vor Verwendung des Sterilgutes Validierung und Routineprüfung der maschinellen Reinigungs- / Desinfektionsund Sterilisationsprozesse Routineprüfung der maschinellen Reinigungs- / Desinfektionsprozesse Routineüberwachung der Sterilisationsprozesse Gerätekontrolle Sterilisationsprozess-Überwachung Wartung eines Damp-Klein-Sterilisators Wartungsarbeiten Aufbereitung und Sterilisation durch Dritte QM-Ident: RN202_00_001d_AL / V01 / wma / wdm / / 384 ANHANG A 16.1 Allgemeines Vertragliche Vereinbarungen Qualitätssicherung beim Auftraggeber Empfehlungen zu notwendigen Kontrollen zur Aufbereitung von sterilen Medizinprodukten ANHANG B Beispiel Tagesprotokoll Sterilisation ANHANG C Beispiel zur Berechnung des Verfalldatums ANHANG D Zusammenstellung der durchzuführenden Prüfungen während der Validierung / Revalidierung D1 Validierung der maschinellen Reinigungsprozesse D2 Erneute Qualifikation D3 Tabelle Validierung / Erneute Qualifikation maschineller Reinigungs- / Desinfektionsprozesse D4 Validierung der Sterilisationsprozesse D5 Erneute Beurteilung (Revalidierung) D6 Ablaufschemas D7 Tabelle Validierung / Erneute Beurteilung der Sterilisation ANHANG E Literatur / Spezifische Anwenderinformationen E1 Zahnärztliche Praxen ANHANG F Liste der wichtigsten Gesetze und Normen F1 Bundesgesetzliche Grundlagen F2 Normen (Stand März 2010) ANHANG G Mitglieder der Arbeitsgruppe QM-Ident: RN202_00_001d_AL / V01 / wma / wdm / / 385 Vorwort Die Anforderungen an die Aufbereitung von Medizinprodukten im niedergelassenen, ambulanten Bereich sind im Laufe der Jahre anspruchsvoller geworden. Viele Therapiemassnahmen welche früher mit einer Spitaleinweisung verbunden waren, können heute ambulant in einer Praxis durchgeführt werden. Das Gesundheitssystem unterstützt Kurzhospitalisationen, was wiederum eine frühere Konsultation beim niedergelassenen Arzt bedeutet. Die Ärzteschaft wird somit auch mit neuen Situationen z.b. nosokomialen (im Spital erworbenen) Infektionen - konfrontiert, welche früher praktisch nur den Spitälern vorbehalten waren. Neue innovative Behandlungsmethoden mit technisch komplexen chirurgischen Instrumenten (z.b. Instrumente für die minimal invasive Chirurgie MIC) aber auch Erkenntnisse zu neuen Übertragungsrisiken von nicht mikrobieller Natur (Creutzfeldt-Jakob-Krankheit) und der steigende Anspruch der Patienten an die Sicherheit tragen ebenso dazu bei. Mit dem Inkrafttreten des Heilmittelgesetzes und der revidierten Medizinprodukteverordnung per 1. Januar 2002 sowie dem Inkrafttreten der Creutzfeldt-Jakob-Verordnung per 1. Januar 2003 wurden die Anforderungen zur Wiederaufbereitung von Medizinprodukten festgelegt. Die geänderte Fassung der Medizinprodukteverordnung vom 24. März 2010 trat am 1. April 2010 in Kraft. Die schweizerische Gesetzgebung im Bereich Medizinprodukte überträgt dem Anwender eine hohe Eigenverantwortung, indem primär Zielsetzungen und der Rahmen vorgegeben sind. Das vorliegende Papier ist eine Anleitung die darlegt, mit welchen praktischen Massnahmen gemäss dem aktuellen Stand der Technik und Wissenschaft die bestehenden gesetzlichen Vorschriften im Bereich der Wiederaufbereitung von Medizinprodukten erfüllt werden können. Es handelt sich nicht um eine gesetzliche Vorschrift, sondern um einen empfehlenden Leitfaden, der insbesondere auch zu Schulungszwecken dienen soll. Das Dokument soll für einen sehr heterogenen Anwenderkreis Allgemeinpraktiker, Zahnärzte, Ärzte die komplexe chirurgische Eingriffe ambulant durchführen, aber auch Podologen, Spitex, Pflegeheime, u.a.m. als Leitfaden dienen. Einzelne Arbeitsschritte können deshalb für bestimmte Anwendergruppen als zu detailliert und für ihre Umgebung nicht nachvollziehbar erscheinen. Das Dokument soll jedoch als Hilfsmittel dienen, im eigenen Arbeitsbereich die kritischen Bereiche zu erkennen und geeignete Massnahmen zur Verbesserung der Praxishygiene zu definieren. Angesprochene Anwender sollen den für ihre Tätigkeit massgeblichen Handlungsbedarf erkennen und sich entsprechend ausrüsten und organisieren können. Entsprechende Empfehlungen der jeweiligen Fachverbände sollen falls bestehend mitberücksichtigt werden. Die im Papier aufgezeigten Dokumentationsmethoden dienen zudem als Beweisdokumente für allfällige Nachweisverfahren. Mit der Umsetzung dieser Empfehlungen tragen Sie als Anwender aktiv zu einer verantwortungsvollen Praxishygiene und somit zu einer höheren Sicherheit für Ihre Patienten, Ihre Mitarbeitenden und sich selbst bei. Bemerkung: Die Wiederaufbereitung flexibler Endoskope ist nicht Bestandteil dieses Leitfadens. Standards zur Aufbereitung dieser komplexen Instrumente werden z.zt. durch den Fachverband für die Endoskopie (SVEP; Schweizerische Vereinigung für Endoskopiepersonal, ) erarbeitet. QM-Ident: RN202_00_001d_AL / V01 / wma / wdm / / 386 1 Gesetzliche Grundlagen 1.1 Bundesgesetz vom 15. Dezember 2000 über Arzneimittel und Medizinprodukte (Heilmittelgesetz, HMG), SR (vollständiger Gesetzestext siehe: Seit dem 1. Januar 2002 ist das Heilmittelgesetz in Kraft. Zweck dieses Gesetzes ist, dass nur qualitativ hoch stehende, sichere und wirksame Heilmittel in Verkehr gebracht werden. Heilmittel sind sowohl Arzneimittel wie auch Medizinprodukte. Unter dem Begriff der Sorgfaltspflicht (Artikel 3, HMG) ist festgelegt, dass durch die Anwender der Medizinprodukte alle Massnahmen getroffen werden müssen, die nach dem Stand der Wissenschaft und Technik erforderlich sind, damit die Gesundheit von Mensch und Tier nicht gefährdet wird. Dies kann unter Beizug aktueller Normen sowie der Anwendung von Vollzugshilfen (Leitfäden, Wegleitungen, Empfehlungen der Verbände) erreicht werden. Normen und Vollzugshilfen sind keine Gesetze. Wer diese nicht anwendet, muss aber belegen können, dass die Arbeitsweise den Stand von Technik und Wissenschaft berücksichtigt, und dass die gesetzlich geforderten Sicherheitsziele im gleichen Ausmass erfüllt sind. Die Beweispflicht liegt beim Anwender. 1.2 Medizinproduktverordnung (MepV) vom 17. Oktober 2001 (Stand am 1. April 2010), SR (vollständiger Gesetzestext siehe: Zum gleichen Zeitpunkt wurde die revidierte Medizinprodukteverordnung (MepV) in Kraft gesetzt; die geänderte Fassung vom 24. März 2010 wurde per 1. April 2010 in Kraft gesetzt. Diese Verordnung soll einen sicheren Umgang mit Medizinprodukten gewährleisten, und regelt das Inverkehrbringen, die Produktebeobachtung sowie die nachträgliche Kontrolle von Medizinprodukten und deren Zubehör durch die Behörden. Ein wichtiger Bestandteil ist die Instandhaltungspflicht, die den Anwender zur regelmässigen Wartung und Instandhaltung des Medizinproduktes verpflichtet, wobei die Grundsätze der Qualitätssicherung einzuhalten sind. Da die Wiederaufbereitung als Akt der Instandhaltung gilt, sind auch für diese Tätigkeiten die Grundsätze der Qualitätssicherung anzuwenden. Die MepV regelt im Artikel 19 die Wiederaufbereitung, in Artikel 20 die Instandhaltung und in Artikel 20a die Abänderung. Diese drei Artikel sind für diese Wegleitung wichtig weshalb sie hier aufgeführt werden. QM-Ident: RN202_00_001d_AL / V01 / wma / wdm / / 387 Art. 19 Wiederaufbereitung 1 Wer als Fachperson ein zur mehrmaligen Verwendung bestimmtes Medizinprodukt mehrfach verwendet, sorgt vor jeder erneuten Anwendung für die Prüfung der Funktionsfähigkeit und die korrekte Wiederaufbereitung. 2 Als Wiederaufbereitung gilt jede Massnahme der Instandhaltung, die notwendig ist, um ein gebrauchtes oder neues Medizinprodukt für seine vorgesehene Verwendung vorzubereiten, insbesondere Aktivitäten wie Reinigung, Desinfektion und Sterilisation 3 Die Prozess- und Validierungsdaten der Sterilisation sind aufzuzeichnen. 4 Wer Medizinprodukte für Dritte wiederaufbereitet, hat sich über ein bestandenes Konformitätsbewertungsverfahren gemäss Anhang 3 für die Aufbereitung und Sterilisation von Medizinprodukten auszweisen. Zur Wiederaufbereitung von Medizinprodukten ist ein fachspezifisches Wissen Voraussetzung, um die Funktionsfähigkeit des Produktes, wie auch die korrekten Aufbereitungsmassnahmen beurteilen zu können. Hersteller sind verpflichtet, zusammen mit dem Medizinprodukt auch Angaben zu der Wiederaufbereitung (gem. SN EN ISO 17664) zu liefern, welche zu berücksichtigen sind. Während des Sterilisationsprozesses sind mindestens die Sterilisationstemperatur, der Sattdampfdruck sowie die Sterilisationszeit aufzuzeichnen. Daten zur Validierung des Sterilisationsprozesses sind ebenfalls aufzuzeichnen; das Validierungsdossier ist aufzubewahren. Art.20 Instandhaltung 1 Wer Medizinprodukte als Fachperson anwendet, sorgt für die vorschriftsgemässe Durchführung der Instandhaltung und der damit verbunden Prüfung. 2 Die Instandhaltung hat nach den Grundsätzen der Qualtiätssicherung zu erfolgen, ist betriebsintern zweckmässig zu planen und zu organisieren und richtet sich insbesondere: a) nach den Anweisungen der Person, die das Produkt erstmals in Verkehr gebracht hat; b) nach dem Risiko, das dem Produkt und seiner Verwendung eigen ist. 3 Die Ergebnisse der Instandhaltung und der damit verbundenen Prüfungen, festgestellte Mängel und Störungen sowie getroffene Massnahmen sind aufzuzeichnen für: a) aktive Medizinprodukte; QM-Ident: RN202_00_001d_AL / V01 / wma / wdm / / 388 Wer bei der Instandhaltung von Medizinprodukten von den Angaben des Herstellers abweicht, hat die neuen Risiken, die dadurch entstehen können, zu analysieren, auszuwerten und die Tragbarkeit der Restrisiken zu bewerten. Die Risikobewertung muss dokumentiert sein. Massnahmen der Instandhaltung müssen für aktive Medizinprodukte (z.b. Sterilisatoren, Reinigungs- /Desinfektionsgeräte / Thermodesinfektoren) aufgezeichnet werden. Art. 20a Abänderung Wer Medizinprodukte so abändert oder abändern lässt oder wiederaufbereitet oder wiederaufbereiten lässt, dass sie nicht mehr dem vorgesehenen Zweck dienen oder die vorgesehene Leistung erbringen, muss die Anforderungen für das erstmalige Inverkehrbringen erfüllen. Die Wiederaufbereitung von Produkten, welche durch den Hersteller zur einmaligen Verwendung vorgesehen wurden (single-use), fällt unter Artikel 20a. Das Erfüllen der Anforderungen für das erstmalige Inverkehrbringen wird für kleine Strukturen kaum möglich sein. 1.3 Verordnung über die Prävention der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit bei chirurgischen und medizinischen Eingriffen (CJKV), SR (vollständiger Gesetzestext siehe: Seit dem 1. Januar 2003 ist diese Verordnung in Kraft. Sie bestimmt, dass bei der Aufbereitung von wiederverwendbaren invasiven Medizinprodukten besondere Vorsichtsmassnahmen gegen die Übertragung von Prionen zu treffen sind. Dies gilt sowohl für Spitäler und Kliniken, als auch teilweise für kleine Strukturen: QM-Ident: RN202_00_001d_AL / V01 / wma / wdm / / 389 Art. 2 Dekontamination, Desinfektion und Sterilisation 1 Die Spitäler und Kliniken müssen wieder verwendbare invasive Medizinprodukte, welche in sterilem Zustand zu verwenden sind, insbesondere wieder verwendbare chirurgische Instrumente, vor jeder Anwendung: a) nach dem Stand der Wissenschaft dekontaminieren und desinfizieren; b) bei 134 C im gesättigten gespannten Wasserdampf während 18 Minuten sterilisieren. 2 Das Sterilisationsverfahren nach Absatz 1 Buchstabe b gilt nicht für Medizinprodukte, die gemäss den Angaben des Herstellers durch das Sterilisationsverfahren Schaden nehmen. Diese Medizinprodukte dürfen nicht wieder verwendet werden, wenn sie durch vergleichbare Medizinprodukte ersetzt werden können, die das Verfahren tolerieren. 3 Andere Gesundheitseinrichtungen als Spitäler und Kliniken, namentlich die Arztpraxen, müssen Medizinprodukte, die für neurochirurgische, ophthalmologische, otorhinolaryngologische oder kieferchirurgische Eingriffe verwendet wurden, nach Absätzen 1 und 2 behandeln. Sowohl das Bundesamt für Gesundheit als auch die Swissmedic empfehlen grundsätzlich allen kleinen Strukturen welche invasiv tätig sind, die Anforderungen aus der CJKV zu erfüllen. 2 Beschaffung von Medizinprodukten Für die Sicherheit ist wesentlich, dass nur Produkte beschafft werden, die den aktuellen Normen entsprechen und nach den gesetzlichen Anforderungen verkehrsfähig sind. Ebenso wichtig ist auch, dass die Geräte gemäss den Anweisungen des Herstellers und entsprechend dem Leistungsspektrum eingesetzt werden. Um die Sicherheit und Funktionstüchtigkeit zu gewährleisten, muss die Instandhaltung gemäss Art. 49 des HMG sowie Art. 20 der MepV durchgeführt werden. 2.1 Leitfaden zur Beschaffung eines Dampf-Klein-Sterilisators Nicht alle Sterilisatoren eignen sich für die Wiederaufbereitung von invasiven Instrumenten. Für die Beschaffung von Dampf-Klein-Sterilisatoren wurde von Swissmedic, in Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachpersonen, ein Leitfaden sowie eine dazugehörende Checkliste erstellt. Diese Dokumente sind auf dem Internet unter Rubrik Berufliche Anwender und Spitäler, zum Download bereitgestellt. 3 Allgemeines Das Ziel der Aufbereitung ist die Beseitigung aller Infektionsrisiken, insbesondere der Kreuzinfektionen, die von den Medizinprodukten ausgehen können. Sterilität bedeutet die Abwesenheit jeglicher lebensfähiger Mikroorganismen. Für ein in der Endverpackung zu sterilisierendes Medizinprodukt, das als Steril gekennzeichnet werden soll, muss die theoretische Wahrscheinlichkeit, dass sich ein lebensfähiger Mikroorganismus auf dem Produkt befindet, kleiner oder gleich eins in 1 x 10 6 Produkten sein (siehe SN EN 556-1). Die der Sterilisation vorausgehenden Schritte (desinfizierende Vorbehandlung, Reinigung, Desinfektion, Verpackung) zielen auf die Verminderung der mikrobiellen, chemischen und partikulären Kontamination sowie auf die Reduktion von vorhandenen pyrogenen Substanzen ab. QM-Ident: RN202_00_001d_AL / V01 / wma / wdm / / 3810 Wer die Aufbereitung von sterilen Medizinprodukten wahrnimmt, muss über die notwendigen Mittel wie Räumlichkeiten, Personal, Ausrüstungen und Informationssysteme verfügen. Die Verantwortung für die Durchführung des Aufbereitungsprozesses wird definiert und schriftlich festgehalten (Hygieneplan). Der/die Verantwortliche hat die Erfahrung und die Ausbildung für die Sterilisation und muss sich regelmässig weiterbilden. 3.1 Klassifikation der aufzubereitenden Medizinprodukte nach deren Risiken Wiederaufzubereitende Medizinprodukte werden in Abhängigkeit ihres Infektionsrisikos in drei Klassen eingeteilt. Die erforderlichen Aufbereitungsmassnahmen erfolgen also risikobasiert. 1. Unkritische Medizinprodukte Unkritische Medizinprodukte zeichnen sich dadurch aus, dass diese bei der Anwendung lediglich oberflächlichen Kontakt mit der Haut haben. 2. Semikritische Medizinprodukte Semikritische Medizinprodukte kommen während der Anwendung mit der Schleimhaut oder mit nicht intakter Haut in Kontakt. 3. Kritische Medizinprodukte In diese Klasse werden diejenigen Produkte eingeteilt, mit denen während der Anwendung die Haut beziehungweise Schleimhaut durchdrungen wird und die in Kontakt mit Blut, inneren Geweben oder Organen sowie mit Wunden kommen. Ebenso werden Produkte dazugezählt, welche zur Anwendung von Blut, Blutprodukten und anderen sterilen Arzneimitteln und Medizinprodukten vorgesehen sind. Diese Produkte müssen zur Anwendung steril sein. QM-Ident: RN202_00_001d_AL / V01 / wma / wdm / / 3811 Tabelle Risikoklassifikation von Medizinprodukten nach Spaulding mit Beispielen Definition (nach Spaulding) Beispiele Minimale Massnahmen Mittel Unkritische Medizinprodukte (nur oberflächlicher Kontakt mit der Haut) Blutdruckmanschette, Stethoskop, EKG Elektrode, Schieblehre Intermediate-level Desinfektion: Elimination der wichtigsten pathogenen Erreger Geeignetes Reinigungsverfahren mit anschliessender Desinfektion z.b. mit Alkohol 70% Semikritische Medizinprodukte (Kontakt mit Schleimhaut oder nicht intakter Haut) Bronchoskop, Gastroskop, Vaginalspekulum, Nasenspekulum, Anästhesiematerial, Füllinstrumente High-level Desinfektion: Elimination aller Mikroorganismen mit Ausnahme von einigen Sporen Nicht fixierendes Reinigungsverfahren gefolgt durch - chemische Desinfektion auf Basis Peressigsäure oder Aldehyde oder - thermische Desinfektion (unverpackt im Dampfsterilisator) Kritische Medizinprodukte (Kontakt mit z.b. Blut oder anderen sterilen Anteilen des Körpers) Intravaskuläre Katheter, Punktionsnadel, Biopsiezangen z.b. für Endoskope, Akupunkturnadeln, Urinkatheter, Handinstrumente (chir.) Sterilisation: Elimination aller Mikroorganismen inklusive aller Sporen Nicht fixierendes Reinigungs- und Desinfektionsverfahren gefolgt von einer Sterilisation. Falls immer möglich Dampfsterilisation bei 134 C (Zyklus B oder S) in geeigneter Verpackung. Quellen: swiss-noso, Band 6 Nr.4 / Praktische Hygiene in der Arztpraxis, Schweiz Med Forum 2005;5: Nur verpackte Produkte bleiben steril. Die Sterilisation unverpackter massiver Produkte gilt daher als Durchführung einer thermischen Desinfektion. Bei manueller Aufbereitung von semikritischen Produkten kann dieses Verfahren als abschliessende Desinfektionsmassnahme verwendet werden. 4 Personal Die Qualität der Aufbereitung von sterilen medizinischen Produkten hängt weitgehend von der Sachkenntnis, der Aus- und Weiterbildung und dem Verhalten des Personals ab, das mit diesen Aufgaben betraut ist. Das Personal muss über eine ausreichende Grund- und Berufsausbildung (z.b. Med. Praxisassistent/in, Dentalassistent/in) mit integrierter Fachausbildung betreffend Wiederaufbereitung von Medizinprodukten verfügen. Die Fachausbildung muss sich insbesondere auf die Sterilisation, die Bedienung eines Autoklaven, das System der Qualitätssicherung bei der Sterilisation, die Hygiene und die Sicherheit beziehen. Konnte keine spezifische Fachausbildung besucht werden, wird empfohlen, einen entsprechenden Aus- bzw. Weiterbildungskurs zu belegen (z.b. Aufbereitung von QM-Ident: RN202_00_001d_AL / V01 / wma / wdm / / 3812 Medizinprodukten für kleine Strukturen 1 oder eine äquivalente Ausbildung). Schulungsnachweise sollten aufbewahrt werden. Das Personal muss sich bei der Manipulation von offenen und schmutzigen Instrumenten vor Kontamination und Verletzungen schützen. Zu diesem Zweck verfügt es über die notwendige Schutzausrüstung wie flüssigkeitsdichte Überschürze, Schutzbrille, Handschuhe, etc. Das Essen, Trinken und Rauchen ist in den Räumen, die zur Wiederaufbereitung von Medizinprodukten dienen, untersagt. 5 Räumlichkeiten 5.1 Allgemeines Die Instrumentenaufbereitung sollte ausserhalb der Behandlungszone erfolgen, vorzugsweise in einem separaten Raum. Dieser muss in drei Ablagezonen unterteilt werden. Die Zonenunterteilung kann beispielsweise mit Plexiglasscheiben erfolgen. Ist dies nicht möglich so genügen Markierungen mit Farbklebbändern an der Wand. In der rot markierten Zone werden alle gebrauchten Instrumente deponiert. Alle Manipulationen erfolgen mit Haushaltshandschuhen. Die Instrumente werden bevorzugt in einem Reinigungs-/ Desinfektionsgerät (Thermodesinfektor) behandelt oder in einem Tauchbad desinfiziert und anschliessend gereinigt. In dieser Zone erfolgt auch die sachgemässe Abfallentsorgung. Die desinfizierten Instrumente können nach erfolgter Händedesinfektion auch ohne Handschuhe in der gelb markierten Zone, kontrolliert, eventuell geschärft und geölt und für die Sterilisation in Filtertrays oder Sterilisationsbeutel verpackt werden. In der grünen Zone erfolgt die Sterilisation im Wasserdampfautoklaven. Das verpackte, autoklavierte Instrumentarium muss staubfrei und trocken gelagert werden. Die Pflege aller Räumlichkeiten ist Bestandteil des Hygieneplanes. Die Durchführung der Reinigung muss dokumentiert sein. 5.2 Wasser Das Wasser muss mindestens den Kriterien für Trinkwasser entsprechen (dies gilt insbesondere auch für Dentaleinheiten): Artikel 28 der Lebensmittelverordnung vom 1. März 1995 (LMV, SR ), Verordnung des EDI über die hygienischen und mikrobiellen Anforderungen an Lebensmittel, Gebrauchsgegenstände, Räume, Einrichtungen und Personal vom 26. Juni 1995 (HyV, SR ) und Verordnung des EDI über Fremd- und Inhaltsstoffe in Lebensmitteln vom 26. Juni 1995 (FIV, SR ). Für die abschliessende Spülung nach der Reinigung und für die Dampferzeugung sollte vollentsalztes, pyrogenfreies Wasser verwendet werden. Die Empfehlungen der Gerätehersteller (gemäss der Norm SN EN 13060) sind zu berücksichtigen. 1 H+, " Wiederaufbereitung v. Medizinalprodukten in Kleinbetrieben und ärztlichen Praxen" QM-Ident: RN202_00_001d_AL / V01 / wma / wdm / / 3813 6 Material Das Material umfasst die gesamte Ausrüstung sowie die Stoffe und Produkte, die für Vorbehandlung, Desinfektion, Reinigung, Verpackung, Sterilisation, Kontrolle, Etikettierung und Lagerung der wieder aufzubereitenden Medizinprodukte verwendet werden. Es muss gemäss den Empfehlungen der Hersteller verwendet werden und muss leicht zu reinigen sein. 7 Behandlung der Medizinprodukte vor dem Verpacken Gemäss dem aktuellen Wissensstand ist anzustreben, die Medizinprodukte nach ihrer Verwendung in kürzester Zeit einer Reinigungs- und Desinfektionsmaschine zuzuführen. Sollte keine maschinelle Reinigung möglich sein, wird auf die Vorbehandlung und manuelle Reinigung zurückgegriffen. Die verunreinigten Medizinprodukte müssen so transportiert werden, dass alle Kontaminations- Risiken für Personen und Umgebung ausgeschlossen sind. Die bakterizide, fungizide und viruzide Wirkung der zur Desinfektion oder desinfizierenden Vorbehandlung verwendeten Produkte muss entsprechend der in der Schweiz gültigen Normen nachgewiesen sein. Weiter müssen sie mit den zu behandelnden Medizinprodukten kompatibel sein. Für die Vorbehandlung dürfen keine proteinfixierenden Substanzen (z.b. Aldehyde) verwendet werden. Die Empfehlungen und Anweisungen des Herstellers, insbesondere zu Konzentration, Einwirkungszeit und Verwendungsdauer des eingesetzten Produktes sind zu berücksichtigen. Geliehene Medizinprodukte, oder solche aus der Reparatur und Instandhaltung, müssen vor der Verwendung alle Schritte der Aufbereitung durchlaufen haben. Dasselbe gilt bei der Rückgabe an den Verleiher. 7.1 Desinfizierende Vorbehandlung Die Vorbehandlung dient am Ort der Benutzung dazu, die Verschmutzung und die Menge der Mikroorganismen zu reduzieren und die weitere Reinigung zu erleichtern. Das Eintrocknen der Verunreinigungen auf dem Material ist zu verhindern. Die unmittelbare Vorbehandlung dient dem Schutz des Personals während der Behandlung der Instrumente und verhindert die Kontamination der Räume. 7.2 Reinigung-Desinfektion Die Reinigung-Desinfektion ist ein unerlässlicher Schritt vor der Verpackung um ein funktionsfähiges und sauberes Medizinprodukt zu erhalten. Dabei werden die Verschmutzungen mittels eines geeigneten Reinigungsmittels in Verbindung mit einer mechanischen Einwirkung entfernt. Das Reinigungsverfahren muss mit den Medizinprodukten kompatibel sein und darf nicht zu Schäden führen. Daher sind die Anweisungen der Hersteller zu berücksichtigen. Die Reinigung-Desinfektion betrifft auch die wiederverwendbaren Behälter und Siebe, sowie Medizinprodukte, die ihrer Sterilverpackung entnommen wurden. Letztere müssen dem gleichen vollständigen Aufbereitungsprozess unterzogen werden wie bereits verwendete Medizinprodukte. Dem gleichen Prozess unterliegen auch nicht steril gelieferte Neu-, Leih- und Reparaturinstrumente. Die Reinigung-Desinfektion der Medizinprodukte sollte, soweit dies möglich ist, in einer geeigneten Maschine erfolgen. Die maschinellen Reinigungs- und Desinfektionsprozesse sollten validiert sein. QM-Ident: RN202_00_001d_AL / V01 / wma / wdm / / 3814 Wenn eine Reinigung-Desinfektion nur manuell möglich ist, muss dazu eine schriftliche Anweisung vorliegen. Besondere Aufmerksamkeit ist auf die Lumen und Scharniere der Medizinprodukte zu richten, um eine wirksame Reinigung-Desinfektion und die vollständige Beseitigung der Reste von Reinigungslösung zu gewährleisten. Dazu kann es erforderlich sein, dass die aus mehreren Teilen zusammengesetzten Medizinprodukte gemäss der Empfehlung des Herstellers demontiert werden müssen. Nach der Reinigung muss immer ein wirksames und nicht kontaminierendes Spülen und Trocknen der Medizinprodukte vor dem Verpacken durchgeführt werden. 7.3 Kontrolle der Sauberkeit und Funktionsprüfung Nach der Reinigung ist die Sauberkeit und die Funktionsfähigkeit der Bestandteile der Medizinprodukte sowie der wiederzusammengesetzten Instrumente visuell und manuell zu prüfen. Eine weitere Pflege hat gemäss den Empfehlungen der Hersteller dieser Produkte vor der Sterilisation zu erfolgen (z.b. Anwendung von speziellen Schmiermitteln für Rotationsinstrumente). Gewisse Schmier- und Pflegemittel können für die Sterilisation kritisch werden, wenn sie kein Wasser aufnehmen können und die Oberflächen abdichten (z.b. silikonhaltige Pflegemittel). Die Empfehlungen der Hersteller sind deshalb zu befolgen. 8 Verpackung Die gereinigten Medizinprodukte müssen vor Rekontamination geschützt werden. Das Verpacken der trockenen Medizinprodukte muss so rasch als möglich nach der Reinigung und Funktionskontrolle erfolgen. Das Sterilbarrieresystem (die primäre Verpackung im Kontakt mit dem Medizinprodukt) muss für Mikroorganismen undurchlässig sein (SN EN ISO 11607). Die Verpackung muss mit dem Sterilisationsverfahren kompatibel sein, die Erhaltung der Sterilität der Medizinprodukte bis zur Verwendung gewährleisten und deren aseptische Entnahme ermöglichen. Sie muss für jede Art von Medizinprodukten entsprechend ihrer Beschaffenheit und ihrer Verwendung ausgewählt werden. Sie muss mit einem Behandlungsindikator (Klasse 1) versehen sein. Dieser zeigt an, ob das Produkt einem Sterilisationsprozess ausgesetzt wurde und dient somit zur Vermeidung von Verwechslungen. Eine sekundäre Verpackung nach der Sterilisation (Schachtel, Plastikbeutel, Container, etc.) dient dem Schutz der sterilen Medizinprodukte in ihrer Primärverpackung. Sie ist nur notwendig, wenn die Gefahr einer Beschädigung der Primärverpackung besteht. Die Verpackungsgeräte müssen regelmässig geprüft, gewartet und kontrolliert werden (insbesondere Temperatur, Siegeldruck und -Zeit der Schweissvorrichtung sowie die Stärke und die Beständigkeit der Schweissnaht). QM-Ident: RN202_00_001d_AL / V01 / wma / wdm / / 3815 Vor der Sterilisation muss bei jedem wiederverwendbaren Behälter eine Sicht- und Funktionskontrolle gemäss den Empfehlungen des Herstellers erfolgen. Die Unversehrtheit des Verschlusses nach der Sterilisation muss mit geeigneten Massnahmen sichergestellt werden (Plombe, Klebestreifen, etc.). Die Anordnung der Gegenstände in der Verpackung erfolgt so, dass das Sterilisationsmittel ungehindert eindringen und das sterile Medizinprodukt aseptisch entnommen werden kann. 9 Etikettierung Das Medizinprodukt in der Verpackung muss identifizierbar sein. Auf der Verpackung müssen die Angaben stehen, welche die Rückverfolgung zum Sterilisationsprozess und zum Verfalldatum ermöglichen. Das Anbringen der Kennzeichnung darf die Verpackung nicht beschädigen oder ihre Funktion beeinträchtigen. Die Etikettierung kann vor oder nach der Sterilisation erfolgen. Eine Tabelle zur Bestimmung des Verfalldatums steht in Anhang C zur Verfügung. 10 Sterilisation Bevor die Sterilisatoren für die Herstellung von sterilen Medizinprodukten verwendet werden, müssen die Sterilisationsprozesse validiert sein (s. Kap. 14 und Anhang D). Die Wahl der Sterilisationsmethode muss sich nach der Art des Medizinproduktes und nach den Empfehlungen des Herstellers richten. Falls immer möglich, sollte für thermostabile wiederverwendbare Medizinprodukte die Dampfsterilisation mit gesättigtem Dampf bei 134 C mit einer Haltezeit von mindestens 18 Minuten angewendet werden (siehe Verordnung über die Prävention der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit bei chirurgischen und medizinischen Eingriffen vom 20. November 2002). Die Anwendung der Methode mit trockener Hitze ist ungeeignet. Die Sterilisationsprozesse müssen der zu sterilisierenden Charge angepasst werden und müssen mindestens eine Luftentfernungsphase beinhalten, um die homogene Verteilung des Sterilisationsmittels innerhalb der Charge zu gewährleisten. Während des Sterilisationsvorgangs muss der ordnungsgemässe Ablauf des Zyklus überwacht werden. Die relevanten Sterilisationsparameter Druck, Temperatur und Zeit müssen aufgezeichnet werden. Zur Prozesskontrolle wird empfohlen, in jedem Sterilisationszyklus mindestens 1 chemischen Indikator der Klasse 5 oder 6 einzusetzen (s. Kapitel und Anhang A). Das Entladen des Sterilisators muss nach den Angaben des Herstellers erfolgen. Die Verpackungen dürfen nicht beschädigt werden. Wenn eine Höchstanzahl von Aufbereitungszyklen für ein Medizinprodukt vom Hersteller festgelegt ist, muss dazu ein Kontrollsystem geführt werden. 11 Freigabe der Charge Vor der Freigabe des Sterilgutes sind folgende Prüfungen und Massnahmen empfohlen: 1. Kontrolle der aufgezeichneten Sterilisationsparameter (Druck, Temperatur, Zeit) 2. Sichtkontrolle der chemischen Indikatoren 3. Sichtkontrolle jeder Verpackung (Feuchtigkeit, Beschädigung, etc.) QM-Ident: RN202_00_001d_AL / V01 / wma / wdm / / 3816 Wenn alle Kontrollen den Vorgaben entsprechen, werden die Ergebnisse unter Bezeichnung der Chargennummer auf dem Tagesprotokoll (s. Anhang B) aufgezeichnet. Die anschliessende Freigabe wird durch Unterschrift bescheinigt. Nach erfolgter Sterilisation wird die Charge nicht freigegeben, wenn das Ergebnis der Kontrollen die Anforderungen nicht erfüllt oder wenn Zweifel über das Ergebnis bestehen. Ein sterilisierter Artikel wird als nicht konform betrachtet, wenn Zweifel über die Unversehrtheit seiner Verpackung bestehen. Die sterilisierten Medizinprodukte müssen sich von den nicht sterilisierten, den noch nicht freigegebenen und nichtkonformen Medizinprodukten klar unterscheiden. 12 Dokumentation und Archivierung Das Tagesprotokoll (s. Anhang B) ermöglicht die Rückverfolgung des Verfahrens und enthält: Datum und Nummer des Sterilisationszyklus; Identifikation des Sterilisators; Liste der in der Charge enthaltenen Verpackungen und/oder allenfalls der darin enthaltenen Produkte; Aufzeichnung des Sterilisationszyklus; Ergebnis der durchgeführten Kontrollen; das durch die zuständige Person unterzeichnete Dokument der Chargenfreigabe Für die Produktehaftpflicht sind die dazu notwendigen Unterlagen mindestens bis 10 Jahre nach dem letzten Verwenden des Produktes aufzubewahren. 13 Lagerung von sterilen Medizinprodukten Der Bereich für die Lagerung steriler Medizinprodukte muss separat vom Lagerbereich der nicht sterilen Produkte sein. Die Räumlichkeiten und Ausstattungen für die Lagerung müssen leicht zu reinigen und in Stand zu halten sein. Die Ausstattungen müssen so beschaffen sein, dass jegliches Durcheinander, Überladen oder Herunterfallen vermieden wird. Sie dürfen selbst keine Staubpartikel erzeugen oder die Verpackungen beschädigen. Die Lagerung muss unter angepassten Bedingungen von Temperatur und Feuchtigkeit erfolgen, geschützt vor direktem Sonnenlicht und vor Verschmutzungen aller Art. Die sterilen Medizinprodukte dürfen niemals direkt auf dem Fussboden gelagert werden. Diese Regeln treffen auch für sterile Medizinprodukte zu, die von extern geliefert werden. Eine Tabelle zur Bestimmung des Verfalldatums steht im Anhang C zur Verfügung. QM-Ident: RN202_00_001d_AL / V01 / wma / wdm / / 3817 13.1 Überprüfung vor Verwendung des Sterilgutes Vor Verwendung des Sterilgutes sind folgende Prüfungen geeignet: 1. Kontrolle des Verfalldatums 2. Sichtkontrolle der chemischen Indikatoren 3. Sichtkontrolle der Verpackung auf Unversehrtheit 4. Kontrolle der Funktion des Medizinproduktes nach den Anweisungen des Herstellers 14 Validierung und Routineprüfung der maschinellen Reinigungs- / Desinfektions- und Sterilisationsprozesse Die Validierung ist als Vorgang anzusehen, welcher darlegt, dass das Gerät korrekt installiert und betrieben werden kann, und das Verfahren wirksam angewendet werden kann. Die Validierung setzt sich aus der Überprüfung der Installation, der Funktionsprüfung und der Überprüfung der Prozesse zusammen. Validierungen können grundsätzlich durch den Betreiber selbst durchgeführt werden, erfordern aber ein hohes, spezifisches Fachwissen und spezielle Messinstrumente. Es sollte deshalb geprüft werden, ob der Lieferant dieser Geräte entsprechende Dienstleistungen beispielsweise in Form eines Wartungsvertrages anbieten kann. Detaillierte Informationen, welche Prüfungen anlässlich der Geräteinstallation und Prozessvalidierung durchzuführen sind, sind im Anhang D aufgeführt. Bemerkungen zu alternativen Verfahren zur Validierung: Verschiedene Hersteller von Dampfautoklaven bieten in letzter Zeit - insbesondere für den Dentalbereich - sogenannte alternative Verfahren zur Validierung von Sterilisationsprozessen an. Das bedeutet, dass der Hersteller bei typgleichen Sterilisatoren nachweist, dass die Sterilisationsprogramme für ausgewählte Referenzbeladungen geeignet sind und diese Referenzbeladungen äquivalent (gleichwertig) zu den im Routinebetrieb vorgesehenen Praxis- Beladungen sind. Dies bringt den Vorteil, dass der Aufwand für die Validierung vor Ort reduziert werden kann. Aus Sicht der Prozesssicherheit würde es in der Schweiz somit genügen, anstelle einer gesamten Leistungsbeurteilung lediglich eine erneute Beurteilung (siehe oben) vor Ort durchzuführen. Dieser Ansatz eines reduzierten Validierungsverfahrens ist grundsätzlich zu begrüssen. Leider muss jedoch festgestellt werden, dass diese alternativen Verfahren lediglich unter gewissen Voraussetzungen angewendet werden können: Autoklav muss der Norm SN EN entsprechen (Geräte ab 2004 entsprechen normalerweise dieser Norm); der Hersteller definiert geeignete Geräte; nur für Geräte der Klasse B anwendbar; Prozessbeurteilungssystem muss eingebaut sein; Referenzbeladung muss Praxis-Beladung entsprechen. Diese Voraussetzungen werden zur Zeit nicht in allen Praxen erfüllt werden können, weshalb dieses Verfahren nicht für alle Praxen in Frage kommt. QM-Ident: RN202_00_001d_AL / V01 / wma / wdm / / 3818 14.1 Routineprüfung der maschinellen Reinigungs- / Desinfektionsprozesse Die in Reinigungs-Desinfektionsgeräten behandelten Medizinprodukte sind für die sofortige Verpackung und anschliessende Sterilisation vorgesehen. Nur gereinigte und desinfizierte Produkte sollten raschmöglichst verwendet werden. Die Wirksamkeit der Reinigung und Desinfektion ist in beiden Fällen von grosser Bedeutung, da einerseits das Wohlergehen des Patienten, andererseits aber auch die Sicherheit des Personals, welches die Produkte prüft, instandhält und verpackt, davon abhängt. Die Routineprüfung soll sicherstellen, dass die Reinigungs- / Desinfektionsgeräte jederzeit sicher, leistungsfähig und dem Zweck entsprechend im Einsatz sind. Die Empfehlungen der Gerätehersteller sind zu berücksichtigen. Gerätekontrolle Zur Gerätekontrolle gehören die Sichtprüfungen. Diese sind oftmals täglich vor Inbetriebnahme durchzuführen. Hierzu gehören beispielsweise Kontrollen der Türdichtungen, der Türverschlüsse oder der Abläufe aber auch die Prüfung des freien Drehens der Sprüharme oder die korrekte Funktion der Beladungsträger. Die Kammer sollte regelmässig auf Ablagerungen kontrolliert werden. Kontrolle der Geräteleistung / Prozesskontrolle Es wird empfohlen, in regelmässigen Abständen die Reinigungsleistung sowie die Desinfektionsleistung zu überprüfen. Hierzu können im Handel erhältliche Prüfsysteme, welche beispielsweise Prüfanschmutzungen beinhalten, eingesetzt werden Routineüberwachung der Sterilisationsprozesse Bei der Sterilisation handelt es sich um ein Verfahren, bei dem die Wirksamkeit nicht durch Kontrolle und Prüfung des Endproduktes gesichert werden kann. Um die Wirkung solcher Verfahren nachzuweisen, muss eine vollständige und periodische Überprüfung der Parameter durchgeführt werden. Unter dem Begriff der Routineüberwachung werden die Gerätekontrolle sowie die Sterilisationsprozess-Überwachung zusammengefasst. Die Empfehlungen der Gerätehersteller sind zu berücksichtigen Gerätekontrolle Bevor der Dampfsterilisator für den Betrieb freigegeben werden kann, muss dieser auf seine korrekte Funktion überprüft werden. Dies beinhaltet einerseits eine Sichtkontrolle, andererseits eine Kontrolle der Geräteleistung. Sichtkontrolle Die Sichtkontrolle muss täglich durchgeführt werden. Hierzu soll das Gerät auf Sauberkeit, insbesondere in der Kammer, geprüft werden. Verschmutzungen in der Kammer können einerseits den Sterilisationserfolg beeinflussen indem der Dampf verunreinigt wird, andererseits können die zu sterilisierenden Güter infolge Korrosion oder höherer Beschädigung Schaden nehmen, oder es bilden sich auf der Oberfläche Flecken, die nur schwer wieder zu entfernen sind. Des Weiteren müssen das Türdichtungssystem sowie der Türverschluss auf Schäden und Funktion überprüft werden. Die meisten Geräte verfügen heute über ein Selbstdiagnosesystem, welches das Gerät beim Einschalten automatisch kontrolliert. Deshalb muss auch die Anzeigeeinheit des Gerätes auf Betriebsbereitschaft kontrolliert werden. QM-Ident: RN202_00_001d_AL / V01 / wma / wdm / / 3819 Kontrolle der Geräteleistung Bei der Kontrolle der Geräteleistung soll der Dampfsterilisator auf Dichtigkeit der Kammer, sowie auf eine optimale Dampfdurchdringung geprüft werden. Dies geschieht mittels Vakuumtest (mindestens 3x/Monat) und B&D-Test, beziehungsweise mittels Helixtest. Hierzu sind die Angaben des Geräteherstellers zu beachten. Bei regelmässiger Sterilisation von porösen Gütern (z.b. Textilien, Tupfer) wird empfohlen, den B&D-Test täglich durchzuführen Sterilisationsprozess-Überwachung Während des Sterilisationsvorgangs muss der ordnungsgemässe Ablauf des Zyklus überwacht werden. Die relevanten Sterilisationsparameter Druck, Temperatur und Zeit müssen aufgezeichnet werden (SN EN ISO und CEN ISO TS ). Zur Prozesskontrolle wird empfohlen, in jedem Sterilisationszyklus mindestens 1 chemischen Indikator der Klasse 5 (integrierend) oder 6 (emulierend) einzusetzen (die Chemoindikatoren müssen der gültigen Norm SN EN ISO entsprechen). Der Indikator wird verpackt zur Beladung gegeben und gemäss den Herstellerangaben ausgewertet. Alternativ kann ein Prüfsystem (BMS, Batch Monitoring System, Chargenüberwachungs-Prüfkörper) eingesetzt werden, welches einerseits zum Nachweis der korrekten Dampfdurchdringung (Kontrolle der Geräteleistung), gleichzeitig aber auch als Nachweis eines korrekten Sterilisationsprozesses dient, womit die gesamte Charge freigegeben werden kann. (s. Anhang A). 15 Wartung eines Damp-Klein-Sterilisators Betreiber von Sterilisationgeräten sind verpflichtet, Instandhaltungsarbeiten regelmässig durchzuführen. Diese Arbeiten dienen zur Erhaltung der Einsatzbereitschaft. Zu diesem Zweck wird sinnvollerweise ein Wartungsplan erstellt, um die Instandhaltungsarbeiten planen zu können, und ein Wartungsheft geführt, in welchem alle festgestellten Mängel und Störungen, die ausgeführten Arbeiten, sowie die allenfalls getroffenen Massnahmen zur Wiedererlangung der Einsatzbereitschaft protokolliert werden. Die Hersteller von Dampf-Klein-Sterilisatoren sind verpflichtet, Angaben zu Wartungs- und Instandhaltungsmassnahmen zu machen. Diese Angaben müssen immer mitberücksichtigt werden Wartungsarbeiten Die in diesem Teil zusammengestellten Wartungsarbeiten gelten für einen Grossteil der Dampf-Klein- Sterilisatoren. Abweichungen zu den Empfehlungen einzelner Gerätehersteller sind jedoch nicht auszuschliessen. Aus diesem Grund müssen immer die Angaben des Herstellers berücksichtigt werden. Gerätereinigung Dampf-Klein-Sterilisatoren sollten in regelmässigen Abständen aussen und in der Kammer gereinigt werden. Mit dazu gehören auch Kammereinsätze, Haltesystem, Einsatzgestelle und ähnliches. Die Angaben der Hersteller, insbesondere zur Reinigung der Kammer, sind dabei unbedingt einzuhalten. Wasserbehälter Wasser, das zur Sterilisation verwendet wird, muss den Anforderungen der Norm SN EN entsprechen, weshalb vorzugsweise destilliertes oder vollentsalztes Wasser einzusetzen ist. Wenn der Sterilisator über längere Zeit nicht benutzt wurde, besteht die Gefahr der Verkeimung und der Ansammlung von Verschmutzungen. Moderne Kleinsterilisatoren bieten heute mittels Messung der Leitfähigkeit ein Überwachungssystem für die Wasserqualität an. Trotzdem ist eine regelmässige Inspektion des Wassertanks sowie eine Reinigung erforderlich. Um eine kontinuierliche Wasserqualität zu gewährleisten, wird empfohlen, das Wasser täglich vor Inbetriebnahme zu QM-Ident: RN202_00_001d_AL / V01 / wma / wdm / / 3820 wechseln. Falls das Gerät über einen Kondensatauffangbehälter verfügt, sollte dieser gleichzeitig entleert werden. Belüftungsfilter Der Lufteinlass für die Rückführung der Sterilisierkammer auf atmosphärischen Druck nach einer Vakuumphase zur Trocknung erfolgt durch einen Filter. Um ein Verschliessen der Filterporen zu verhindern, muss dieser in regelmässigen Abständen gewechselt werden. Türdichtung Die Türdichtung hat eine ganz zentrale Funktion in der Sterilisation; weist diese eine Leckage auf, dringt Luft von Aussen in die Kammer ein, und verhindert somit eine regelmässige Dampfpenetration der zu sterilisierenden Güter. Die Türdichtung ist regelmässig auf Verschmutzung zu überprüfen, und falls notwendig zu reinigen. Da Türdichtungen durch den täglichen Gebrauch verschleissen, müssen diese in regelmässigen Abständen gewechselt werden. Periodische Wartung und Instandsetzung Die periodische Wartung und Sicherheitsprüfung werden normalerweise durch den Hersteller oder dessen Vertriebspartner durchgeführt. Diese sollten auch die Kalibrierung und Justierung der Messinstrumente beinhalten. Im Anschluss an die periodische Wartung wird empfohlen, eine Funktionsprüfung durchzuführen. 16 Aufbereitung und Sterilisation durch Dritte 16.1 Allgemeines Eine Gesundheitseinrichtung kann Dritte für die Aufbereitung (mit Ausnahme der Vorbehandlung) und die Sterilisation von Medizinprodukten beauftragen, die der Hersteller zum mehrmaligen Gebrauch bestimmt hat. Ein Auftragnehmer (z.b. ein Spital oder ein industrielles Unternehmen) hat sich mit einer Zertifizierung gemäss der Norm SN EN ISO für die Aufbereitung und Sterilisation von Medizinprodukten auszuweisen. Dieser Sachverhalt wird in Artikel 19 Abs. 4 der MepV dargestellt. Die Konformitätsbewertung wird in Anhang 3 Ziff. 17 wie folgt spezifiziert: QM-Ident: RN202_00_001d_AL / V01 / wma / wdm / / 38 Mehr anzeigen
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