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Timestamp: 2016-10-21 13:20:27
Document Index: 8673792

Matched Legal Cases: ['Art. 21', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68']

8C_490/2013 (18.11.2013)
8C_490/2013 � � Urteil vom 18. November 2013
Die 1976 geborene R.________ war ab September 2005 als Verkaufsberaterin bei der X.________ AG t�tig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen Unfallfolgen versichert. Am 10. April 2006 erlitt sie bei einem Verkehrsunfall ein Polytrauma (Thorax, Abdomen, Becken und Wirbels�ule). Die SUVA gew�hrte Heilbehandlung und richtete Taggeld aus. Die X.________ AG k�ndigte das Arbeitsverh�ltnis per Ende Juni 2007. Die Versicherte liess sich hierauf zur Betreuerin von Kleinkindern ausbilden und schloss diese Umschulung im August 2010 ab. Die SUVA zog die Akten der Invalidenversicherung (IV), bei der sich R.________ ebenfalls zum Leistungsbezug angemeldet hatte, bei und traf medizinische sowie erwerbliche Abkl�rungen. Am 23. Juli 2010 verf�gte sie eine Integrit�tsentsch�digung entsprechend einer - mit einer Endoprothese nach Aortenruptur und mit Restfolgen einer Sacruml�ngs- und Schambeinastfraktur begr�ndeten - Integrit�tseinbusse von 15 %. Mit Verf�gung vom 31. Oktober 2011 sprach die SUVA R.________ sodann eine ab 1. Dezember 2011 laufende Invalidenrente entsprechend einer Erwerbsunf�higkeit von 40 % und eine zus�tzliche Integrit�tsentsch�digung nach Massgabe eines - psychiatrisch begr�ndeten - Integrit�tsschadens von 15 % zu. Die von der Versicherten gegen die Verf�gung vom 31. Oktober 2011 erhobene Einsprache wies der Unfallversicherer mit Entscheid vom 8. Juni 2012 ab.
Zwischenzeitlich hatte die IV-Stelle Zug R.________ mit Verf�gung vom 20. Juni 2011 r�ckwirkend ab 1. April 2007 eine ganze Invalidenrente, ab 1. August 2008 eine Dreiviertelsrente und ab 1. November 2010, bei einem Invalidit�tsgrad von noch 57 %, eine halbe Invalidenrente der IV zugesprochen.
Beschwerdeweise beantragte R.________, die SUVA sei zu verpflichten, die versicherten Leistungen nach UVG, namentlich eine Invalidenrente von mindestens 57 % und eine Integrit�tsentsch�digung von mindestens 50 % auszurichten sowie weitere Heilbehandlung nach Art. 21 UVG zu erbringen. Das Verwaltungsgericht des Kantons Zug wies die Beschwerde mit Entscheid vom 16. Mai 2013 ab.
R.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit dem Rechtsbegehren, in Aufhebung des Einsprache- und des vorinstanzlichen Entscheides sei die SUVA zu verpflichten, eine UVG-Invalidenrente von 57 % und eine zus�tzliche Integrit�tsentsch�digung von 20 % auszurichten sowie weitere Heilungskosten f�r die unfallkausalen Kopfschmerzen zu erbringen.
Die SUVA und die Vorinstanz schliessen auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Mit Eingabe vom 10. Oktober 2013 l�sst sich R.________ nochmals vernehmen.
Die Beschwerdef�hrerin hat f�r die verbleibenden Folgen des Unfalls vom 10. April 2006 unbestrittenermassen Anspruch auf eine Invalidenrente und eine Integrit�tsentsch�digung der obligatorischen Unfallversicherung. Streitig und zu pr�fen ist, ob die diesen Leistungen zugrunde zu legende Erwerbsunf�higkeit und Integrit�tseinbusse h�her anzusetzen sind und ob Anspruch auf weitere Heilbehandlung besteht. Als gegebenenfalls leistungserh�hender resp. -begr�ndender Faktor steht letztinstanzlich nurmehr eine Migr�ne/Kopfschmerzen-Problematik zur Diskussion. Unfallversicherer und Vorinstanz haben einen Leistungsanspruch hief�r mit der Begr�ndung verneint, diese Beschwerden st�nden nicht in einem nat�rlichen Kausalzusammenhang zum Unfall vom 10. April 2006. Nach Auffassung der Versicherten sind die Beschwerden unfallbedingt.
Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen zum Anspruch aus der obligatorischen Unfallversicherung auf eine Invalidenrente, auf eine Integrit�tsentsch�digung und auf Heilbehandlung nach Festsetzung der Rente zutreffend dargelegt. Richtig sind auch die Erw�gungen zum f�r einen Leistungsanspruch nebst anderem erforderlichen nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden sowie zu den hiebei zu beachtenden Beweisregeln. Das gilt insbesondere auch f�r die Anforderungen an beweiswertige �rztliche Berichte und Gutachten. Darauf wird verwiesen.
In den medizinischen Akten wird die Frage, ob die besagten Beschwerden unfallkausal sind oder nicht, unterschiedlich beantwortet. SUVA und Vorinstanz stellen auf die Berichte und Stellungnahmen der SUVA-�rzte Dr. med. B.________, Facharzt f�r Neurologie FMH, Facharzt f�r Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. S.________, Facharzt f�r Neurologie FMH, ab. Die Versicherungsmediziner beurteilen die Beschwerden als unfallfremd. Die Beschwerdef�hrerin beruft sich zur St�tzung ihres abweichenden Standpunktes auf die Berichte des Dr. med. I.________, Facharzt FMH f�r Neurologie. Dieser erachtet die Beschwerden als unfallbedingt.
5.1.�Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsanspr�che bedarf es verl�sslicher medizinischer Entscheidgrundlagen (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser f�r die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden ber�cksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenh�nge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begr�ndet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232 mit Hinweis auf 125 V 351 E. 3a S. 352). Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner �rzte kommt Beweiswert zu, sofern sie als schl�ssig erscheinen, nachvollziehbar begr�ndet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverl�ssigkeit bestehen. Bestehen allerdings auch nur geringe Zweifel an der Zuverl�ssigkeit und Schl�ssigkeit der versicherungsinternen �rztlichen Feststellungen, so sind erg�nzende Abkl�rungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470 mit Hinweisen).
5.2.�Es stehen sich medizinische Berichte gegen�ber, welche mit jeweils einl�sslicher Begr�ndung die Unfallkausalit�t der Beschwerden entweder verneinen oder bejahen. Dabei werfen die Ausf�hrungen des Dr. med. I.________ Fragen hinsichtlich der abweichenden Auffassung der Versicherungsmediziner auf, welche nicht gestatten, einzig auf Letztere abzustellen. Anderseits gen�gen aber die Berichte des Dr. med. I.________ - wie auch die �brigen medizinischen Akten - ebenfalls nicht, um die Unfallkausalit�t verl�sslich zu bejahen. Das bedingt eine erg�nzende Abkl�rung im Sinne eines durch die Vorinstanz einzuholenden medizinischen Gutachtens, zumal nicht gesagt werden kann, hievon sei von vornherein kein entscheidrelevanter neuer Aufschluss zu erwarten. Bei der vorzunehmenden Begutachtung ist auch der letztinstanzlich aufgelegte Bericht vom 27. Juni 2013 �ber eine gleichentags durchgef�hrte Untersuchung der Sch�delbasis mittels Computertomografie (CT) zu ber�cksichtigen. Die Sache ist f�r diese Beweiserg�nzung und zum neuen Entscheid �ber die vorinstanzliche Beschwerde an das kantonale Gericht zur�ckzuweisen.
Bei diesem Verfahrensausgang wird die Beschwerdegegnerin kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 1 BGG).
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug vom 16. Mai 2013 aufgehoben. Die Sache wird zur erg�nzenden Abkl�rung und neuen Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen.