Source: https://www.familienrecht-allgaeu.de/de/familienunterhalt.amp
Timestamp: 2020-05-28 02:13:27
Document Index: 72571899

Matched Legal Cases: ['§ 1360', '§ 1360', '§ 1360', '§ 1360', '§ 1360', 'BGH', '§ 1360', 'BGH', 'BGH']

Ehegattenunterhalt | Familienunterhalt
Familienunterhalt - §§ 1360, 1360a BGB
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bis zur Trennung
Je nachdem, in welcher > Phase sich die Ehe befindet, gelten zum > Ehegattenunterhalt unterschiedliche Anspruchsgrundlagen mit spezifischen Besonderheiten. Bis zur > Trennung schulden sich die Ehegatten den sog. Familienunterhalt gem. §§ 1360, 1360a BGB.
Wegweiser zum Familienunterhalt
Anspruchsgrundlage §§ 1360, 1360a BGB
Familienunterhalt in der unterhaltsrechtlichen Praxis
Rechtsprechung zum Familienunterhalt
§ 1360 BGB - Gesetzestext
§ 1360a BGB - Gesetzestext
Bedeutung für die unterhaltsrechtliche Praxis
Konkurrenz mit weiteren Unterhaltspflichten
Unterhaltsansprüche und Unterhaltsverpflichtungen zwischen den Ehegatten in intakter Ehe (= Familienunterhalt gem. §§ > 1360, > 1360a BGB) spielen in der Praxis meist dann eine Rolle, wenn es um das Konkurrenzverhältnis mit weiteren > Unterhaltsansprüchen geht. Meist sind es also Fälle, in denen der Unterhaltspflichtige verheiratet ist und neben dem Familienunterhalt für seine Ehefrau weitern Unterhaltsverpflichtungen ausgesetzt ist. Hier stellt sich die Frage, ob der Familienunterhalt wegen § > 1609 BGB (> Rangverhältnisse der Unterhaltsansprüche) weiteren Unterhaltsansprüchen vorgeht oder welchen Einfluss er für die Bestimmung der Leistungsfähigkeit, d.h. des > Selbstbehalts des Unterhaltspflichtigen hat. In der Regel handelt es sich um Unterhaltsfragen in > Patchwork-Situationen. Weiter kann ein Familienunterhaltsanspruch zu zurechenbarem Einkommen führen (Stichwort: > Taschengeldanspruch gegen den Ehegatten).
Bedeutung der Familienunterhaltsverpflichtung für den Kindesunterhalt bei der Ermittlung des Unterhaltsbedarfs vorrangiger Kinder
Der Selbstbehalt des (wieder-)verheirateten Unterhaltspflichtigen beim Unterhalt für Kinder aus anderer Partnerschaft
Rangverhältnis des Familienunterhalts und Selbstbehalt bei Unterhaltsverpflichtung gegenüber für nicht privilegiert volljährigem Kind
Taschengeldanspruch gegen Ehegatten und Elternunterhaltsverpflichtung
Anmerkung: In dieser Entscheidung geht der BGH ausführlich auf die allgemeinen Grundsätze zum Familienunterhalt ein. Anlass dafür war die Frage, ob und wie beim > Elternunterhalt ein > Taschengeldanspruch des unterhaltspflichtigen Kindes gegen seinen Ehegatten als unterhaltsrelevantes Einkommen berücksichtigt wird. Dass Ehegatten in intakter Ehe einander verpflichtet sind, durch ihre Arbeit und mit ihrem Vermögen die Familie angemessen zu unterhalten (§ > 1360 BGB), ist eine Selbstverständlichkeit, die in der familienrechtlichen Praxis kaum zu Problemen oder Streitigkeiten führt. Der Unterhalt kann hier nicht statisch in Form einer fixen monatlichen Geldrente verlangt werden (vgl. § 1360a Abs.2 BGB). Der Familienunterhalt kann aber mittelbar an Bedeutung gewinnen, wenn zur Bestimmung des unterhaltsrelevanten Einkommens ein Taschengeldanspruch des Unterhaltspflichtigen gegen seinen Ehegatten herangezogen werden soll. Weiter muss er monetisiert werden, wenn die Unterhaltslast etwa gleichrangig neben weiteren Unterhaltspflichten in der Unterhaltsberechnung zu berücksichtigen ist. Auch wenn der Familienunterhalt nicht auf Geldleistung gerichtet, kann der Bedarf berechnet werden wie beim nachehelichen Unterhalt (vgl. BGH, Urteil vom 25.04.2007 - XII ZR 189/04, Rn 17). Davon abgesehen ist der Familienunterhalt wegen des völlig anderen Inhalts streng vom -> Trennungsunterhalt und -> nachehelichen Unterhalt zu unterscheiden. Ab Trennung (-> Trennungszeitpunkt) wird nur noch Barunterhalt (= Geldrente) geschuldet. Mehr Informationen zum Trennungsunterhalt -> HIER ...
2. Ein solcher Unterhaltsanspruch setzt die Leistungsfähigkeit des Unterhaltsschuldners voraus. Der dem Unterhaltsschuldner mindestens zu belassende Eigenbedarf kann in zulässiger Weise nach dem in der Düsseldorfer Tabelle und den Leitlinien der Oberlandesgerichte ausgewiesenen sogenannten > eheangemessenen Selbstbehalt bemessen werden.
Anmerkung: Die Besonderheit der Entscheidung liegt darin, dass ausnahmsweise (hier wegen auswärtiger Pflege des Ehegatten und damit verbundener hoher Sonderbedarfbelastungen) die Leistungsfähigkeit beim Familienunterhalt wie bei einem Trennungsunterhaltsanspruch als Voraussetzung für den Familienunterhalt bei Nichtzusammenleben in häuslicher Gemeinschaft behandelt wird. Sie auch Anmerkungen zur BGH Entscheidung von Thomas Stein, in: > NZFam 2016, 650.
Die Unterhaltsansprüche im Überblick
Winfried Born, 40 Jahre Ehegattenunterhalt - Erfolgsgeschichte oder Zickzackkurs, in: FF 2017, 236 ff