Source: https://www.mediationslupe.de/aktuell/vollstreckbarerklaerung-eines-inlaendischen-schiedsspruchs-und-der-ordre-public-5234?pk_campaign=feed&pk_kwd=vollstreckbarerklaerung-eines-inlaendischen-schiedsspruchs-und-der-ordre-public
Timestamp: 2020-07-08 05:22:22
Document Index: 32588805

Matched Legal Cases: ['§ 1041', '§ 1044', 'Art. 6', '§ 328', 'Art. 16', 'Art. 34', 'EuG', 'Art. 22', 'Art. 23', 'Art. 24', 'Art. 40', 'Art. 21', 'Art. 26', 'Art. 12', 'Art. 13', 'Art. 35', '§ 109']

Vollstreckbarerklärung eines inländischen Schiedsspruchs - und der ordre public | Mediationslupe
Durch das Gesetz zur Neu­re­ge­lung des Inter­na­tio­na­len Pri­vat­rechts vom 25.07.19864 wur­den dann aller­dings unter ande­rem § 1041 Abs. 1 Nr. 2 und § 1044 Abs. 2 Nr. 2 ZPO dahin geän­dert, dass die Auf­he­bung eines (inlän­di­schen) Schieds­spruchs bezie­hungs­wei­se die Ver­sa­gung der Voll­streck­bar­er­klä­rung eines (aus­län­di­schen) Schieds­spruchs nur aus­zu­spre­chen ist, „wenn die Aner­ken­nung des Schieds­spruchs zu einem Ergeb­nis führt, das mit wesent­li­chen Grund­sät­zen des deut­schen Rechts offen­sicht­lich unver­ein­bar ist, ins­be­son­de­re wenn die Aner­ken­nung mit den Grund­rech­ten unver­ein­bar ist“. Par­al­lel zur Ände­rung im Schieds­recht wur­de der ord­re­pu­bli­cVor­be­halt in Art. 6 EGBGB zur Anwen­dung von Rechts­nor­men eines ande­ren Staa­tes und in § 328 Abs. 1 Nr. 4 ZPO zur Aner­ken­nung aus­län­di­scher Urtei­le ent­spre­chend umfor­mu­liert. Nach der Geset­zes­be­grün­dung soll­te durch die Vor­be­halts­klau­sel der „Kern­be­stand“ der inlän­di­schen Rechts­ord­nung geschützt wer­den, wobei in Anleh­nung an die neue­re völ­ker­ver­trag­li­che Pra­xis, ins­be­son­de­re an Art. 16 des EG-Schuld­ver­trags­über­ein­kom­mens vom 19.06.1980, der Vor­be­halt des ord­re public durch den Zusatz „offen­sicht­lich unver­ein­bar“ bewusst eng und damit ein­schrän­kend for­mu­liert wur­de5.
vgl. neben Art. 34 Nr. 1 EuGV­VO nur Art. 22 Buchst. a, Art. 23 Buchst. a EuE­he­VO, Art. 24 Buchst. a EuUn­terhVO, Art. 40 Buchst. a EuEr­bR­VO zur Aner­ken­nung von Ent­schei­dun­gen sowie Art. 21 Rom IVO, Art. 26 Rom IIVO, Art. 12 Rom IIIVO, Art. 13 HUnt­Prot, Art. 35 EuErbVO zur Anwen­dung aus­län­di­schen Rechts; sie­he auch § 109 Abs. 1 Nr. 4 FamFG [↩]