Source: https://dejure.org/Drucksachen/Bundestag/BT-Drucks_14/5066
Timestamp: 2019-10-22 02:36:56
Document Index: 368247055

Matched Legal Cases: ['§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 27', '§ 27', '§ 27', '§ 27', '§ 45', '§ 25', '§ 25', '§ 25', '§ 27', '§ 25', '§ 24', '§ 24', '§ 25', 'Art. 1', '§ 3', '§ 25', '§ 24', '§ 24', '§ 24', '§ 2', '§ 25', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 27', '§ 2']

Bundestag: BT-Drs. 14/5066 - dejure.org
Bundestag - Drucksache 14/5066
BGBl. I 2001 S. 1027
https://dejure.org/2001,36682
BGBl. I 2001 S. 1027 (https://dejure.org/2001,36682)
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Bundesgesetzblatt Jahrgang 2001 Teil I Nr. 26, ausgegeben am 19.06.2001, Seite 1027
15.01.2001 BT Lücke in der sozialen Absicherung von Künstlern schließen
05.02.2001 BT Sachverständige diskutieren über Künstlersozialversicherung
07.02.2001 BT Einnahmenseite als Problem der Künstlersozialversicherung ausgemacht
07.02.2001 BT Verbesserung der sozialen Absicherung von älteren Künstlern angestrebt
30.03.2001 BT Anhörung über Niveausicherungsklausel in Rentenversicherung
04.04.2001 BT SPD: Künstlersozialversicherungsreform verbessert Lage der Berufsanfänger
Zwischen den Beteiligten steht nicht mehr im Streit, dass der Kläger - wovon die Beklagte im aufgehobenen Erfassungsbescheid noch ausgegangen war - in Bezug auf die hier streitigen Jahre seit 2002 kein Unternehmen nach dem Katalogtatbestand von § 24 Abs. 1 S 1 Nr. 3 KSVG (idF der Gesetze vom 25.9.1996, BGBl I 1461 und vom 13.6.2001, BGBl I 1027) betreibt.
§ 24 Abs. 1 S 2 KSVG (idF des Gesetzes vom 13.6.2001, BGBl I 1027) regelt die Abgabepflicht für Unternehmer, die für Zwecke ihres eigenen Unternehmens Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit betreiben und dabei nicht nur gelegentlich Aufträge an selbstständige Künstler oder Publizisten erteilen.
Der Kläger ist auch nach der Auffangvorschrift des § 24 Abs. 2 KSVG (idF des Gesetzes vom 13.6.2001, BGBl I 1027, sog Generalklausel) nicht zur KSA verpflichtet.
Mit dieser Norm sollte eine Abgabepflicht auch unabhängig vom wesentlichen Zweck des Unternehmens eintreten, wenn die Auftragserteilung an selbstständige Künstler ein gewisses Maß (= mindestens drei Veranstaltungen pro Jahr) überschreitet (vgl Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Arbeit und Sozialordnung zum Gesetzentwurf der Bundesregierung - BT-Drucks 14/5066 - Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Änderung des KSVG und anderer Gesetze, BT-Drucks 14/5792 S 27 Zu Nr. 16) .
b) Gemäß § 27 Abs. 1a S 2 KSVG in der ab 1.7.2001 geltenden und hier maßgeblichen Fassung des Zweiten Gesetzes zur Änderung des Künstlersozialversicherungsgesetzes und anderer Gesetze - 2. KSVG-ÄndG - vom 13.6.2001 (BGBl I 1027) wird der Abgabebescheid mit Wirkung für die Vergangenheit zu Ungunsten des zur Abgabe Verpflichteten zurückgenommen, wenn die Meldung nach § 27 Abs. 1 KSVG unrichtige Angaben enthält oder sich die Schätzung nach § 27 Abs. 1 S 3 KSVG als unrichtig erweist.
Dabei verdrängt § 27 Abs. 1a S 2 KSVG die allgemeine Regelung des § 45 SGB X (…BSGE 106, 276 = SozR 4-5425 § 25 Nr. 7, RdNr 10;… BSGE 104, 265 = SozR 4-5425 § 25 Nr. 5, RdNr 12;… BSG SozR 4-5425 § 25 Nr. 1, RdNr 7; zu den Gesetzesmaterialien vgl BT-Drucks 14/5066 S 14) .
Rechtsgrundlage des Bescheides vom 29.6.2006 ist § 27 Abs. 1a Satz 2 iVm § 25 Abs. 1 Satz 1 KSVG in der Fassung des Zweiten Gesetzes zur Änderung des KSVG und anderer Gesetze vom 13.6.2001 (BGBl I 1027), soweit er die Abgabebescheide für die Jahre 2001 bis 2004 ändert.
Die Feststellung der Abgabepflicht der Klägerin dem Grunde nach ist rechtmäßig, weil sie ein Unternehmen iS von § 24 Abs. 1 S 2 KSVG (Regelung für die Zeit ab 1.7.2001 idF des Zweiten Gesetzes zur Änderung des KSVG und anderer Gesetze vom 13.6.2001, BGBl I 1027) betreibt (hierzu b) , mit der Herausgabe des Ärzteblattes iS von § 24 Abs. 1 S 2 KSVG abgabepflichtige Öffentlichkeitsarbeit für Zwecke ihres eigenen Unternehmens wahrnimmt (hierzu c) , dabei an selbstständige Künstler oder Publizisten (hierzu d) Aufträge (hierzu e) erteilt und dies nicht nur gelegentlich (hierzu näher f und g) .
Ausgenommen hiervon sind nach § 25 Abs. 2 S 2 KSVG (idF des Art. 1 Nr. 17 Buchst b DBuchst aa des 2. KSVG-ÄndG vom 13.6.2001, BGBl I 1027) lediglich.
Die Herausnahme der steuerfreien Aufwandsentschädigungen und der in § 3 Nr. 26 EStG genannten steuerfreien Einnahmen aus der Abgabepflicht nach dem KSVG dient ua der finanziellen Entlastung bestimmter an sich abgabepflichtiger Personen, weshalb insbesondere die Übungsleiterpauschalen von der Abgabepflicht ausgenommen wurden (zur Begründung vgl Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Arbeit und Sozialordnung zu dem Gesetzentwurf der Bundesregierung <BT-Drucks 14/5066> eines 2. KSVG-ÄndG, BT-Drucks 14/5792 S 28 zu Nummer 17;… näher: Nordhausen in Finke/Brachmann/Nordhausen, KSVG, 4. Aufl 2009, § 25 RdNr 59 ff) , auch um dadurch einen Gleichlauf mit der Beitragspflicht in der allgemeinen Sozialversicherung zu schaffen.
dd) Der Kläger ist auch nicht nach § 24 Abs. 2 Satz 1 KSVG (idF durch das Zweite Gesetz zur Änderung des Künstlersozialversicherungsgesetzes und anderer Gesetze vom 13.6.2001 - BGBl I 1027) zur Künstlersozialabgabe verpflichtet.
§ 24 Abs. 2 Satz 2 KSVG hat er aus Klarstellungsgründen neugefasst (vgl BT-Drucks 14/5792 S 27) .
ee) Schließlich ist der Kläger auch nicht nach § 24 Abs. 1 Satz 2 KSVG (idF durch das Zweite Gesetz zur Änderung des Künstlersozialversicherungsgesetzes und anderer Gesetze vom 13.6.2001 - BGBl I 1027) zur Künstlersozialabgabe verpflichtet.
Diese Voraussetzung ist mit dem Zweiten Gesetz zur Änderung des Künstlersozialversicherungsgesetzes und anderer Gesetze vom 13.6.2001 (BGBl I 1027) entfallen.
a) Nach § 2 S 2 KSVG in der zu Beginn der selbstständigen publizistischen Tätigkeit der Klägerin bis zum 31.12.2011 geltenden Fassung (durch das Zweite Gesetz zur Änderung des Künstlersozialversicherungsgesetzes und anderer Gesetze vom 13.6.2001, BGBl I 1027) ist Publizist im Sinne dieses Gesetzes, wer als Schriftsteller, Journalist oder in anderer Weise publizistisch tätig ist oder Publizistik lehrt.
Die streitigen Abrechnungsbescheide beruhen auf § 25 KSVG (idF des zweiten Gesetzes zur Änderung des Künstlersozialversicherungsgesetzes und anderer Gesetze vom 13.6.2001, BGBl I 1027 mWv 1.7.2001) .
Nach § 2 S 1 KSVG (idF vom 13.6.2001, BGBl I 1027) ist Künstler im Sinne dieses Gesetzes, wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt.
e) Publizist ist, wer als Schriftsteller, Journalist oder in anderer Weise publizistisch tätig ist oder Publizistik lehrt (§ 2 S 2 KSVG idF vom 13.6.2001, BGBl I 1027) .
Nach § 2 Satz 1 KSVG (idF durch das 2. KSV-ÄndG vom 13. Juni 2001, BGBl I 1027) ist Künstler iS dieses Gesetzes, wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt; Publizist ist, wer als Schriftsteller, Journalist oder in anderer Weise publizistisch tätig ist oder Publizistik lehrt (§ 2 Satz 2 KSVG).
Dies wird jetzt dadurch bestätigt, dass der Gesetzgeber mit dem 2. KSVG-ÄndG vom 13. Juni 2001 (BGBl I S 1027) der Vorschrift des § 27 Abs. 1a KSVG als Satz 1 folgende Bestimmung vorangestellt hat: "Die KSK teilt dem zur Abgabe Verpflichteten den von ihm zu zahlenden Betrag schriftlich mit.".
Als Publizist im Sinne des KSV-Rechts bezeichnet § 2 Satz 2 KSVG wiederum denjenigen, der als Schriftsteller, Journalist oder in anderer Weise publizistisch tätig ist oder - so die Ergänzung durch das 2. KSVG-ÄndG vom 13. Juni 2001 (BGBl I S 1027) - Publizistik lehrt.
BSG, 28.03.2019 - B 3 KS 1/18 R
Künstlersozialversicherung - Abgabepflicht einer Literaturagentur
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