Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=5%20U%2063/16
Timestamp: 2020-04-07 20:49:35
Document Index: 118815976

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 833', '§ 830', '§ 830', '§ 833', '§ 833', 'BGH', '§ 7', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 830', '§ 830', '§ 830', '§ 823', 'BGH', 'BGH', '§ 830', '§ 833', '§ 830', '§ 823', '§ 830', 'BGH', 'BGH', '§ 833', '§ 833']

Rechtsprechung: 5 U 63/16 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OLG Düsseldorf, 19.01.2017
https://dejure.org/2017,12912
KG, 31.01.2017 - 5 U 63/16 (https://dejure.org/2017,12912)
KG, Entscheidung vom 31.01.2017 - 5 U 63/16 (https://dejure.org/2017,12912)
KG, Entscheidung vom 31. Januar 2017 - 5 U 63/16 (https://dejure.org/2017,12912)
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§ 7 Abs 1 UWG, § 7 Abs 2 Nr 3 UWG, § 7 Abs 3 Nr 3 UWG
Wettbewerbsrecht: Wirkung des Widerspruchs gegen die weitere Zusendung von E-Mail-Werbung
Wettbewerbsrecht: Widerruf von E-Mail-Werbung gilt nur für bekannte Adressen
Wie muss der Unternehmer mit dem Widerruf eine Einwilligung umgehen?
LG Berlin, 11.03.2016 - 15 O 234/15
MMR 2017, 705
OLG Düsseldorf, 19.01.2017 - I-5 U 63/16
https://dejure.org/2017,34333
OLG Düsseldorf, 19.01.2017 - I-5 U 63/16 (https://dejure.org/2017,34333)
OLG Düsseldorf, Entscheidung vom 19.01.2017 - I-5 U 63/16 (https://dejure.org/2017,34333)
OLG Düsseldorf, Entscheidung vom 19. Januar 2017 - I-5 U 63/16 (https://dejure.org/2017,34333)
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BGB § 833 Abs. 1 S. 1; BGB § 830 Abs. 1 S. 2
LG Duisburg, 27.04.2016 - 8 O 286/14
aa) In der höchstrichterlichen und obergerichtlichen Rechtsprechung ist anerkannt, dass der Anwendungsbereich der Vorschrift des § 830 Abs. 1 Satz 2 BGB nicht auf die Verschuldenshaftung beschränkt ist, sondern auch die Gefährdungshaftung erfasst, insbesondere die Tierhalterhaftung nach § 833 BGB (vgl. zur Tierhalterhaftung nach § 833 BGB: Senatsurteil vom 15. Dezember 1970 - VI ZR 121/69, BGHZ 55, 96, 98 ff.; OLG Düsseldorf, Urteil vom 19. Januar 2017 - 5 U 63/16, juris Rn. 21; OLG Koblenz, VersR 2013, 328 f.; OLG München, VersR 2012, 1267, 1268; ferner: Senatsurteil vom 23. September 1969 - VI ZR 37/68, NJW 1969, 2136, 2137 f. [Haftung des Fahrzeughalters gemäß § 7 StVG]; BGH, Urteile vom 22. Juli 1999 - III ZR 198/98, BGHZ 142, 227, 239; vom 27. Mai 1987 - V ZR 59/86, BGHZ 101, 106, 111;… Staudinger/ Eberl-Borges [2018] § 830 Rn. 74 ff.; dies., AcP 196 (1996), 491, 512 f.;… BeckOGK/Förster, 15. Januar 2018, BGB § 830 Rn. 43;… MüKoBGB/Wagner, 7. Aufl., § 830 Rn. 49; anders jedenfalls für die Gefährdungshaftung außerhalb der §§ 823 ff. BGB noch RGZ 102, 316, 320 f.).
Dementsprechend hat der erkennende Senat im Urteil vom 15. Dezember 1970 (VI ZR 121/69, BGHZ 55, 96, 100) darauf abgestellt, dass sich alle dort als mögliche Schadensverursacher in Betracht kommenden Reitpferde (gemeinsam) in einer Weise bewegt hatten, die geeignet war, den eingetretenen Schaden in vollem Umfang zu verursachen (vgl. ferner OLG Düsseldorf, Urteil vom 19. Januar 2017 - 5 U 63/16, juris Rn. 22; OLG Koblenz, VersR 2013, 328, 329).
86 Im Übrigen hat zwar der Bundesgerichtshof (BGH, Urteil vom 15.12.1970, Az.: VI ZR 121/69, u.a. in: NJW 1971 Seite 509) und die übrige Rechtsprechung (OLG Düsseldorf, Urteil vom 19.01.2017, Az.: I-5 U 63/16, u.a. in: BeckRS 2017, Nr.: 124397 = "juris"; OLG Schleswig, Urteil vom 16.12.2016, Az.: 17 U 52/16, u.a. in: SchlHA 2017, Seiten 263 ff.; OLG Koblenz, Urteil vom 10.05.2012, Az.: 2 U 573/09, u.a. in: VersR 2013, Seiten 328 ff.; OLG München, Urteil vom 19.04.2012, Az.: 14 U 2687/11, u.a. in: NJW-RR 2012, Seiten 1233 ff.; OLG Köln, Urteil vom 17.05.1990, Az.: 7 U 191/89, u.a. in: VersR 1991, Seite 115) auch eine Anwendung des § 830 Abs. 1 Satz 2 BGB auf die Tierhalterhaftung gemäß § 833 Satz 1 BGB grundsätzlich bejaht.
87 Der innere Grund des § 830 Abs. 1 Satz 2 BGB erklärt sich insofern auch nicht im Hinblick auf die Person der Beteiligten und sein vorwerfbares Verhalten, sondern im Hinblick auf die Person des Geschädigten und seine Beweisnot (OLG Düsseldorf, Urteil vom 19.01.2017, Az.: I-5 U 63/16, u.a. in: BeckRS 2017, Nr.: 124397 = "juris"), so dass dieser Gesetzeszweck auch dann zutreffen kann, wenn die mehreren Beteiligten eine Gefährdungshaftung trifft.
Das bedeutet, dass abgesehen vom Tatbestandsmerkmal der Kausalität bei jedem Beteiligten die haftungsbegründenden Voraussetzungen einer unerlaubten Handlung nach den §§ 823 ff. BGB, eines außerhalb des BGB geregelten Gefährdungstatbestandes oder eines sonstigen Tatbestandes, auf den § 830 Abs. 1 Satz 2 BGB entsprechend anwendbar ist, vorliegen müssen (BGH, Urteil vom 20.06.1989, Az.: VI ZR 320/88, u.a. in: NJW 1989, Seiten 2943 ff.; OLG Düsseldorf, Urteil vom 19.01.2017, Az.: I-5 U 63/16, u.a. in: BeckRS 2017, Nr.: 124397 = "juris"; OLG Schleswig, Urteil vom 16.12.2016, Az.: 17 U 52/16, u.a. in: SchlHA 2017, Seiten 263 ff.; OLG Koblenz, Urteil vom 10.05.2012, Az.: 2 U 573/09, u.a. in: VersR 2013, Seiten 328 ff.; Kruse, VersR 2012, Seite 1360).
89 Insofern ist es somit auch in den Fällen der Tierhalterhaftung gerechter, alle haften zu lassen, die sich an der gemeinsamen Gefährdung in einer ihre Haftung begründenden Weise beteiligt haben, als den Geschädigten leer ausgehen zu lassen (BGH, Urteil vom 15.12.1970, Az.: VI ZR 121/69, u.a. in: NJW 1971 Seite 509; OLG Düsseldorf, Urteil vom 19.01.2017, Az.: I-5 U 63/16, u.a. in: BeckRS 2017, Nr.: 124397 = "juris").
Dies würde ansonsten zugunsten der Überwindung der Beweisnot des geschädigten Klägers die Gefährdungshaftung des § 833 Satz 1 BGB zu weit ausdehnen (OLG Düsseldorf, Urteil vom 19.01.2017, Az.: I-5 U 63/16, u.a. in: BeckRS 2017, Nr.: 124397 = "juris").
Eben aus diesem Grund setzt die Tierhalterhaftung des § 833 Satz 1 BGB voraus, dass sich in dem Schadensereignis die spezifische Tiergefahr verwirklicht (OLG Düsseldorf, Urteil vom 19.01.2017, Az.: I-5 U 63/16, u.a. in: BeckRS 2017, Nr.: 124397 = "juris").