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Timestamp: 2016-10-23 14:21:59
Document Index: 46570363

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'Art. 11', 'Art. 65', 'Art. 66', 'Art. 65', 'Art. 65']

8C_758/2013 (14.02.2014)
8C_758/2013 � � Urteil vom 14. Februar 2014
Die 1955 geborene S.________ war als Teilzeit-Angestellte der Fremdenpolizei X.________ bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen versichert, als sie am 11. Januar 1996 mit ihrem Roller st�rzte. Die SUVA anerkannte ihre Leistungspflicht f�r die Folgen dieses Ereignisses; die Versicherte konnte ihre angestammte T�tigkeit am 18. M�rz 1996 wieder voll aufnehmen.
S.________ war zus�tzlich zu ihrer Versicherung bei der SUVA als teilzeitliche Callcenter Agentin der Y.________ GmbH, bei der Helsana Versicherungen AG (nachstehend: Helsana) gegen die Folgen von Unf�llen versichert, als sie am 24. April 2002 einen weiteren Verkehrsunfall erlitt: Die Lenkerin eines Personenwagens �bersah beim Einbiegen in eine Hauptstrasse die auf einem Motorrad herannahende Versicherte, so dass es zu einer Kollision kam und die Versicherte st�rzte. Die Helsana anerkannte ihre Leistungspflicht f�r die Folgen dieses Ereignisses und erbrachte die gesetzlichen Leistungen, stellte diese jedoch per 30. September 2006 ein, da die �ber dieses Datum hinaus anhaltend geklagten Beschwerden nicht mehr ad�quat kausal durch das Unfallereignis verursacht worden seien. Das Bundesgericht sch�tzte diese Leistungseinstellung letztinstanzlich mit Urteil 8C_624/2008 vom 12. Dezember 2008.
Mit Schreiben vom 4. M�rz 2009 machte S.________ wegen zunehmenden Kniebeschwerden einen R�ckfall geltend. Die SUVA verneinte ihre Leistungspflicht mit Verf�gung vom 9. Oktober 2009 und Einspracheentscheid vom 5. September 2011, da die Kniebeschwerden nicht auf das Ereignis vom 11. Januar 1996 zur�ckzuf�hren seien.
Die von S.________ hiegegen erhobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht Luzern nach Beiladung der Helsana und Einholung eines Gerichtsgutachtens bei Dr. med. K.________, Oberarzt Orthop�die an der Klinik A.________ (Gutachten vom 17. Januar 2013 mit Erg�nzungen vom 18. M�rz 2013), mit Entscheid vom 9. September 2013 gut und verpflichtete die SUVA unter Aufhebung des Einspracheentscheides, Leistungen in Zusammenhang mit der Knieendoprothesenoperation vom 21. April 2009 zu erbringen.
Mit Beschwerde beantragt die SUVA, es sei unter Aufhebung des kantonalen Gerichtsentscheides ihr Einspracheentscheid vom 5. September 2011 zu best�tigen.
W�hrend die Helsana und S.________ auf Abweisung der Beschwerde schliessen, verzichtet das Bundesamt f�r Gesundheit auf eine Vernehmlassung.
Streitig und zu pr�fen ist die Leistungspflicht der SUVA f�r den am 4. M�rz 2009 gemeldeten R�ckfall.
3.1.�Gem�ss Art. 6 UVG erbringt die Unfallversicherung Leistungen bei Unf�llen und Berufskrankheiten. Zudem werden in Anwendung von Art. 11 UVV Leistungen auch f�r R�ckf�lle und Sp�tfolgen gew�hrt.
3.2.�Steht mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass ein Gesundheitsschaden Folge eines Unfalles im Sinne eines R�ckfalles oder einer Sp�tfolge ist, so besteht ein Leistungsanspruch der versicherten Person auch dann, wenn eine Zuordnung zu einem von mehreren in Frage kommenden Unfallereignissen nicht mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit m�glich ist. Der Anspruch richtet sich gegen denjenigen Versicherer, bei welchem der Unfall versichert war, der dem R�ckfall in zeitlicher Hinsicht am n�chsten steht (RKUV 2002 Nr. U 469 S. 522, U 17/01 E. 3).
4.1.�Es steht fest und ist unbestritten, dass die von der Versicherten am 4. M�rz 2009 gemeldeten Kniebeschwerden Folge eines Unfalles sind. Das kantonale Gericht hat nach umfassender W�rdigung der medizinischen Akten, insbesondere aber gest�tzt auf das Gerichtsgutachten des Dr. med. K.________ vom 17. Januar 2013 (mit Erg�nzungen vom 18. M�rz 2013) sowohl die Kausalit�t bez�glich des Unfalles vom 11. Januar 1996 als auch bez�glich des Ereignisses vom 24. April 2002 bejaht. Wie die SUVA zutreffend geltend macht, sind nach der in E. 3.2 hievor zitierten Rechtsprechung nicht beide Unfallversicherer leistungspflichtig, sondern jener, bei welchem der zweite Unfall, mithin jener vom 24. April 2002, versichert war. F�r diesen Unfall war die Helsana zust�ndig. Eine Leistungspflicht dieser Versicherung w�rde nur dann entfallen, wenn ihr der Nachweis gelingen w�rde, dass das kantonale Gericht den Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 24. April 2002 und den geklagten Beschwerden zu Unrecht bejaht hat.
4.2.�In ihrer Vernehmlassung vom 20. November 2013 bestreitet die Helsana den entsprechenden Kausalzusammenhang, weil sich aus den echtzeitlichen Akten keine Beteiligung des Knies bei dem durch sie versicherten Unfall ergebe. Dies trifft indessen nicht zu: Der Unfall vom 24. April 2002 wurde zun�chst in Verkennung der Zust�ndigkeitsordnung der SUVA gemeldet; in der Unfallmeldung vom 7. Mai 2002 wird als betroffener K�rperteil auch das Knie aufgez�hlt. Zudem erw�hnt Dr. med. M.________, leitender Arzt Neurologie in der medizinischen Klinik des Spitals Z.________, in seinem Bericht vom 20. Juni 2002 eine m�gliche Mitbeteiligung des Knies am Unfall. Gem�ss den Ausf�hrungen des Gerichtsgutachters Dr. med. K.________ spricht im Weiteren der Ganzk�rperskelett-Szintigraphiebefund vom 17. Mai 2002 f�r eine Traumatisierung des linken Kniegelenkes. Aufgrund dieser Indizien erscheint eine Mitbeteiligung des Knies am Unfall vom 24. April 2002 als �berwiegend wahrscheinlich.
4.3.�Besteht somit f�r die am 4. M�rz 2009 gemeldeten Beschwerden eine Leistungspflicht der Helsana aus dem Unfall vom 17. Mai 2002, so entf�llt eine allf�llige Leistungspflicht der SUVA aufgrund des Ereignisses vom 11. Januar 1996. Ihre Beschwerde ist demgem�ss gutzuheissen und der kantonale Gerichtsentscheid ist unter Best�tigung des Einspracheentscheides vom 5. September 2011 aufzuheben.
Das Verfahren ist kostenpflichtig (Art. 65 BGG). Aufgrund der Umst�nde rechtfertigt es sich, die Gerichtskosten vollumf�nglich der unterliegenden Helsana aufzuerlegen und von einer Kostenauflage an die formell ebenfalls unterliegende Versicherte abzusehen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Da sich zwei Versicherer gegen�berstehen, gilt f�r die Gerichtsgeb�hr der ordentliche Rahmen nach Art. 65 Abs. 3 BGG, w�hrend Art. 65 Abs. 4 lit. a BGG keine Anwendung findet (Urteile 8C_957/2012 vom 3. April 2013 E. 6 und 8C_629/2013 vom 29. Januar 2014 E. 6).
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Kantonsgerichts Luzern vom 9. September 2013 wird aufgehoben und der Einspracheentscheid der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) vom 5. September 2011 best�tigt.
Dieses Urteil wird den Parteien, der Helsana Versicherungen AG, dem Kantonsgericht Luzern, 3. Abteilung, und dem Bundesamt f�r Gesundheit schriftlich mitgeteilt.