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Timestamp: 2017-02-24 12:49:21
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Matched Legal Cases: ['§ 27', '§ 20', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 17', '§ 8', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 17', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 15', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 143']

FG NÃ¼rnberg, Urteil vom 1. MÃ¤rz 2011 - Az. 1 K 69/2009 x
FG NÃ¼rnbergRechtsprechungUrteil vom 1. MÃ¤rz 2011 - Az. 1 K 69/2009
FG NÃ¼rnberg · Urteil vom 1. MÃ¤rz 2011 · Az. 1 K 69/2009
FG NÃ¼rnberg
1. MÃ¤rz 2011
1 K 69/2009
openJur 2013, 23243
Tenor1. Unter AbÃ¤nderung des KÃ¶rperschaftsteuerbescheids 2005 vom 29.07.2009 wird die KÃ¶rperschaftsteuer auf 12.484.733 â‚¬ festgesetzt.
Im Ãœbrigen wird die Klage abgewiesen.
2. Die Kosten des Verfahrens haben die KlÃ¤gerin zu 19/20 und der Beklagte zu 1/20 zu tragen.
Tatbestand Streitig ist die steuerliche Behandlung von OptionsgeschÃ¤ften, die im Zusammenhang mit AktiengeschÃ¤ften stehen.
Die KlÃ¤gerin ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in A-Stadt. Gegenstand des Unternehmens ist die Herstellung von u.a. Maschinen.
Nach Eingang der SteuererklÃ¤rungen erlieÃŸ das Finanzamt am 18.09.2006 den KÃ¶rperschaftsteuerbescheid 2005 unter dem Vorbehalt der NachprÃ¼fung gem. Â§Â 164 Abs.Â 1 AO.
In der Zeit vom 09.10.2007 bis 28.08.2008 fand bei der KlÃ¤gerin eine BetriebsprÃ¼fung fÃ¼r die Jahre 2004 bis 2006 statt. Die BetriebsprÃ¼fung traf dabei u.a. eine Feststellung zu Aktienan- und -verkÃ¤ufen betreffend zwei Aktiengesellschaften und jeweils zwei dazugehÃ¶rigen OptionsgeschÃ¤ften (vgl. AnlageÂ 10 zum AuÃŸenprÃ¼fungsbericht vom 06.11.2008). Im Einzelnen handelte es sich um folgende Transaktionen, die in gleicher Art und Weise durchgefÃ¼hrt wurden:
Die KlÃ¤gerin erwarb die Aktien von der Bank 1:
Am 04.05.2005 erwarb sie Aktien der X im Wert von 14.956.066,42Â â‚¬ (604.300 StÃ¼ck; Kurswert pro Aktie 24,70Â â‚¬) und am 18.08.2005 Aktien der Y im Wert von 16.278.794,10Â â‚¬ (194.450Â StÃ¼ck; Kurswert pro Aktie 83,55Â â‚¬). Jeweils an denselben Tagen schloss sie mit der Bank 1 zwei GeschÃ¤fte Ã¼ber auÃŸerbÃ¶rsliche Over-The-Counter-Optionen (OTC-Optionen) ab.
Sie erwarb von der Bank 1 jeweils eine (amerikanische) Put-Option auf diese Aktien, wonach sie mittels OptionsausÃ¼bung berechtigt war, den entsprechenden Basiswert (Underlying) - hier: die Aktien - zu einem vorher festgelegten Verkaufspreis (Basispreis: X 42,00Â â‚¬; Y 129,20Â â‚¬) an jedem Handelstag wÃ¤hrend der AusÃ¼bungsfrist an die Bank 1 zu verÃ¤uÃŸern. FÃ¼r die EinrÃ¤umung dieses Put-Optionsrechts zahlte die KlÃ¤gerin an die Bank 1 eine entsprechende OptionsprÃ¤mie (X: 10.333.530Â â‚¬; Y: 8.843.586Â â‚¬; gesamt: 19.177.116Â â‚¬).
Zeitgleich verÃ¤uÃŸerte die KlÃ¤gerin an die Bank 1 jeweils eine (amerikanische) Call-Option auf diese Aktien, wodurch sie der Bank 1 mit OptionsausÃ¼bung das Recht einrÃ¤umte, an jedem Handelstag wÃ¤hrend der AusÃ¼bungsfrist von der KlÃ¤gerin die Lieferung der Aktien zu einem vorher festgelegten Kaufpreis (Basispreis: X 40,20Â â‚¬, Y 127,00Â â‚¬ zu erwerben. FÃ¼r die EinrÃ¤umung dieses Optionsrechts erhielt sie von der Bank 1 eine entsprechende Stillhalter-OptionsprÃ¤mie (X: 302.150Â â‚¬; Y: 124.448Â â‚¬; gesamt: 426.598Â â‚¬).
Diese OTC-Optionen (Put- und Call-Optionen) hatten jeweils die gleiche AusÃ¼bungsfrist (X: jeweils 30.05.2005 bis 31.05.2006; Y: jeweils 15.09.2005 bis 22.09.2006) und einen identischen Verfallstermin. In ErgÃ¤nzungsvereinbarungen vom 04.05.2005 (betreffend X) und vom 18.08.2005 (betreffend Y) wurde zwischen der KlÃ¤gerin und der Bank 1 vereinbart, dass mit AusÃ¼bung einer der beiden Optionen das Recht der Gegenpartei aus der jeweils anderen Option verfallen sollte (sog. â€žKnock-Out-Vereinbarungâ€œ).
Am ersten Tag der AusÃ¼bungsfrist um 9.42Â Uhr (X) bzw. um 9.33Â Uhr (Y) Ã¼bte jeweils die Bank 1 ihre Kaufoption aus und erwarb von der KlÃ¤gerin sÃ¤mtliche Aktien zum vereinbarten Basiswert. Die KlÃ¤gerin erzielte VerÃ¤uÃŸerungserlÃ¶se von 24.292.860Â â‚¬ bei X (Basispreis: 40,20Â â‚¬ pro StÃ¼ck; Kassakurs an diesem Tag 25,80Â â‚¬) und 24.695.150Â â‚¬ bei Y (Basiswert: 127Â â‚¬ pro StÃ¼ck; Schlusskurs der BÃ¶rse: 90,26Â â‚¬). Die erworbenen Put-Optionen der KlÃ¤gerin verfielen aufgrund der â€žKnock-Out-Vereinbarungenâ€œ. Die Aktientransaktionen stellten sich zahlenmÃ¤ÃŸig wie folgt dar:
Â Aktientransaktion XÂ DatumÂ Â EreignisÂ AnzahlÂ Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Gesamt in â‚¬Â 04.05.2005Â Kauf Aktien X.Â 604.300Â Tageskurs 24,70 â‚¬Â Anschaffungskosten Aktien (inkl. Provision, etc.):Â -14.956.066,42Â 04.05.2005Â Kauf Put-OptionÂ 604.300Â Basispreis 42,00 â‚¬Â Gezahlte OptionsprÃ¤mie (â‚¬ 17,10 / Kontrakt):Â -10.333.530,00Â 04.05.2005Â Verkauf Call-OptionÂ 604.300Â Basispreis 40,20 â‚¬Â Erhaltene OptionsprÃ¤mie (â‚¬ 0,50 / Kontrakt):Â 302.150,00Â 30.05.2005Â AusÃ¼bung Call-Opt. durch Bank 1Â 604.300Â Basispreis 40,20 â‚¬Â VerÃ¤uÃŸerungserlÃ¶s Aktien:Â 24.292.860,00Â Aktientransaktion Groupe YS.A.Â DatumÂ Â EreignisÂ AnzahlÂ Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Gesamt in â‚¬Â 18.08.2005Â Kauf Aktien YÂ 194.450Â Tageskurs 83,55 â‚¬Â Anschaffungskosten Aktien (inkl. Provision, etc.):Â -16.278.794,10Â 18.08.2005Â Kauf Put-OptionÂ 194.450Â Basispreis 129,20 â‚¬Â Gezahlte OptionsprÃ¤mie (â‚¬ 45,48 / Kontrakt):Â -8.843.586,00Â 18.08.2005Â Verkauf Call-OptionÂ 194.450Â Basispreis 127,00 â‚¬Â Erhaltene OptionsprÃ¤mie (â‚¬ 0,64 / Kontrakt):Â 124.448,00Â 15.09.2005Â AusÃ¼bung Call-Opt. durch Bank 1Â 194.450Â Basispreis 127,00 â‚¬Â VerÃ¤uÃŸerungserlÃ¶s Aktien:Â 24.695.150,00Die KlÃ¤gerin buchte die erhaltenen OptionsprÃ¤mien aus den Call-Optionen als laufende Betriebseinnahmen und die bezahlten OptionsprÃ¤mien als laufende Betriebsausgaben. Sie behandelte die VerÃ¤uÃŸerungsgewinne aus den AktienverkÃ¤ufen (VerkaufserlÃ¶s + erhaltene OptionsprÃ¤mie ./.Â Buchwert) i.H.v. 18.179.747Â â‚¬ als steuerfrei nach Â§Â 8b Abs.Â 2 KStG (vgl. Anlage AE, AuslÃ¤ndische Sachverhalte nach Â§Â 8bÂ KStG, Gewinn i.S.d. Â§Â 8b Abs.Â 2Â KStG) und setzte davon 5Â % als nicht abziehbare Ausgaben (908.987Â â‚¬) an. Das Finanzamt war in seinem KÃ¶rperschaftsteuerbescheid vom 18.09.2006 der ErklÃ¤rung gefolgt.
Die BetriebsprÃ¼fung qualifizierte jeweils den Gewinn (= VerÃ¤uÃŸerungserlÃ¶sÂ ./.Â Anschaffungskosten) aus der physisch durch Lieferung der Aktien erfÃ¼llten Call-Option als VerÃ¤uÃŸerungsgewinn i.S.v. Â§Â 8b Abs.Â 2 KStG (17.753.148Â â‚¬) und rechnete 5Â % als nicht abziehbare Ausgaben i.S.d. Â§Â 8b Abs.Â 3 SatzÂ 1Â KStG (887.657Â â‚¬) wieder hinzu. Den Saldo aus erhaltener StillhalterprÃ¤mie fÃ¼r die Call-Option und gezahlter OptionsprÃ¤mie fÃ¼r die Put-Option qualifizierte die BetriebsprÃ¼fung jeweils als nicht abzugsfÃ¤higen Verlust aus TermingeschÃ¤ften i.S.v. Â§Â 15 Abs.Â 4 SatzÂ 3 EStG. Das Finanzamt erlieÃŸ dementsprechend am 16.12.2008 einen geÃ¤nderten KÃ¶rperschaftsteuerbescheid 2005 gem. Â§Â 164 Abs.Â 2Â AO und rechnete i.H.v. insgesamt 18.750.518Â â‚¬ nicht ausgleichsfÃ¤hige Verluste aus beiden Aktientransaktionen bei der Einkommensermittlung hinzu.
Dieser Betrag ergab sich aus folgender Berechnung:
Â Â Â Â Â Â Â Â Â XÂ Â Â Â Â Â Â Â YÂ Â Â Â Â Â Â Â erhaltene OptionsprÃ¤mie fÃ¼r den CallÂ 302.150,00 â‚¬Â 124.448,00 â‚¬Â bezahlte OptionsprÃ¤mie fÃ¼r den Put, als laufende BA gebuchtÂ 10.333.530,00 â‚¬Â 8.843.586,00 â‚¬Â bisherige steuerliche Auswirkung (lt. Anlage 10 des BP-Berichts)Â -10.031.380,00 â‚¬Â -8.719.138,00 â‚¬Â Hinzurechnung beim kÃ¶rperschaftsteuerlichen EinkommenÂ 10.031.380,00 â‚¬Â 8.719.138,00 â‚¬Â Hinzurechnung beim kÃ¶rperschaftsteuerlichen Einkommen insgesamtÂ 18.750.518,00 â‚¬Die KlÃ¤gerin hat am 16.01.2009 Sprungklage erhoben, der das Finanzamt am 06.02.2009 zugestimmt hat.
Die KlÃ¤gerin begrÃ¼ndet ihre Klage wie folgt:
Die fÃ¼r die Call-Option von der KlÃ¤gerin vereinnahmte StillhalterprÃ¤mie in den FÃ¤llen X und Y sei jeweils als Teil des steuerfreien VerÃ¤uÃŸerungserlÃ¶ses der Aktien i.S.v. Â§Â 8b Abs.Â 2Â KStG zu berÃ¼cksichtigen. 5Â % der vereinnahmten StillhalterprÃ¤mie wÃ¼rden als nichtabziehbare Betriebsausgaben gem. Â§Â 8b Abs.Â 3 SatzÂ 1Â KStG gelten. Der Verlust aus der fÃ¼r die verfallene Put-Option aufgewandten OptionsprÃ¤mie i.H.v. insgesamt 19.177.116Â â‚¬ sei unsaldiert steuermindernd zu berÃ¼cksichtigen und falle nicht unter Â§Â 15 Abs.Â 4 SatzÂ 3 EStG.
Erziele der Stillhalter wie im vorliegenden Fall im Rahmen der physischen ErfÃ¼llung durch Lieferung von Aktien einen die Anschaffungskosten der Aktien Ã¼bersteigenden VerÃ¤uÃŸerungserlÃ¶s (Basispreis), so sei steuerrechtlich die erhaltene PrÃ¤mie dem VerÃ¤uÃŸerungserlÃ¶s der Aktien zuzuschlagen und partizipiere somit letztendlich am HalbeinkÃ¼nfteverfahren. Handelsbilanziell habe der Stillhalter mit Abschluss des OptionsgeschÃ¤fts erfolgsneutral eine â€žsonstige Verbindlichkeitâ€œ in HÃ¶he der erhaltenen StillhalterprÃ¤mie zu passivieren, die erst mit AusÃ¼bung, Glattstellung oder Verfall der Option erfolgswirksam auszubuchen sei. Dieser handelsrechtlichen Betrachtungsweise sei auch fÃ¼r steuerbilanzielle Zwecke zu folgen. Der entsprechenden hÃ¶chstrichterlichen Rechtsprechung (BFH-Urteil vom 18.12.2002 IÂ R 17/02, BB 2003, 1006) habe sich die Finanzverwaltung (vgl. BMF-Schreiben vom 12.01.2004 IVÂ A 6-S 2133-17/03) angeschlossen. Sie nehme nun nicht mehr eine erfolgswirksame Vereinnahmung der StillhalterprÃ¤mie bereits im Zeitpunkt des Abschlusses des OptionsgeschÃ¤fts an. Die spezifische VerÃ¤uÃŸerungsgewinndefinition des Â§Â 8b Abs.Â 2 SatzÂ 2Â KStG stehe dem nicht entgegen. Zwar falle die StillhalterprÃ¤mie unabhÃ¤ngig von einer tatsÃ¤chlichen AusÃ¼bung der Option an und sei Gegenleistung fÃ¼r die Stillhalterleistung wÃ¤hrend der Laufzeit. Ihre HÃ¶he sei jedoch untrennbar mit der HÃ¶he des AusÃ¼bungspreises verbunden, weshalb die erhaltene StillhalterprÃ¤mie im Fall der AusÃ¼bung und Lieferung von Aktien Bestandteil eines daraus erzielten VerÃ¤uÃŸerungsgewinns nach Â§Â 8b Abs.Â 2Â KStG sei. Im Ergebnis seien 21.329,90Â â‚¬ nach Â§Â 8b Abs.Â 3 KStG dem zu versteuernden Einkommen hinzuzurechnen. Dies entspreche 5Â % der aus beiden Call-OptionsgeschÃ¤ften insgesamt vereinnahmten StillhalterprÃ¤mien i.H.v. 426.598Â â‚¬.
Die fÃ¼r die verfallenen Put-Optionen aufgewandten OptionsprÃ¤mien i.H.v. insgesamt 19.177.116Â â‚¬ (unsaldiert) seien vollstÃ¤ndig als Betriebsausgabe abziehbar und nicht als TermingeschÃ¤ftsverlust i.S.v. Â§Â 15 Abs.Â 4 SatzÂ 3Â EStG zu qualifizieren. Die Vorschrift sei auf die auf physische ErfÃ¼llung gerichteten Optionen nicht anwendbar. Bereits aufgrund des eindeutigen Wortlauts im Wege der grammatikalischen Auslegung der Vorschrift ergebe sich, dass die getÃ¤tigten OptionsgeschÃ¤fte auÃŸerhalb des Anwendungsbereichs des Â§Â 15 Abs.Â 4 SatzÂ 3 EStG lÃ¤gen. Der vorliegende Verlust beruhe gerade nicht auf dem TermingeschÃ¤ft selbst, d.h. der DurchfÃ¼hrung des BasisgeschÃ¤fts, sondern auf dem Verfall des Optionsrechts. Ebenso wie im Fall einer VerÃ¤uÃŸerung einer Option mit Verlust fehle es bei einem Verfall eines Optionsrechts â€“Â hier aufgrund der Knock-Out-KlauselÂ â€“ an der fÃ¼r die TatbestandserfÃ¼llung notwendigen Beendigung des Rechts mit der Folge eines Differenzausgleichs.
Zwar handele es sich um ein TermingeschÃ¤ft, wenn man dabei auf den wirtschaftlichen Gehalt eines solchen GeschÃ¤fts abstelle. Es gehe um einen Vertrag (Ã¼ber Wertpapiere, vertretbare Waren oder Devisen), der von beiden Seiten erst zu einem spÃ¤teren Zeitpunkt zu erfÃ¼llen sei. Die weiteren einschrÃ¤nkenden Voraussetzungen des Â§Â 15 Abs.Â 4 SatzÂ 3Â EStG seien jedoch nicht erfÃ¼llt. Ein Differenzausgleich (erste Alternative), wonach die Vertragsparteien lediglich die Differenz zwischen dem Basispreis und dem aktuellen Kurswert in Geld auszugleichen haben (sog. Cash-Settlement), liege nicht vor, da die streitgegenstÃ¤ndlichen OptionsgeschÃ¤fte auf Lieferung der Aktien gerichtet gewesen seien. Auch erlange der Steuerpflichtige keinen durch den Wert einer verÃ¤nderlichen BezugsgrÃ¶ÃŸe bestimmten Geldbetrag oder Vorteil (zweite Alternative). Zwar fÃ¼hre die GesetzesbegrÃ¼ndung als Beispiel fÃ¼r einen â€žVorteilâ€œ die Lieferung von Aktien an, aber bei den vorliegenden GeschÃ¤ften sei die BezugsgrÃ¶ÃŸe im Zeitpunkt des Abschlusses der TermingeschÃ¤fte zwischen den Parteien festgelegt gewesen. Der Verlust beruhe auf dem Verfall des Optionsrechts und sei nicht aus einem TermingeschÃ¤ft erzielt worden.
Â§Â 15 Abs.Â 4 SatzÂ 3 EStG sei nicht anders auszulegen als Â§Â 23 Abs.Â 1 Nr.Â 4 EStG. Dies trage nicht nur der Gesetzessystematik und der Entwicklung beider Vorschriften Rechnung, sondern vermeide auch das Entstehen widersprÃ¼chlicher steuerlicher Ergebnisse.
Zu Unrecht stÃ¼tze sich das Finanzamt nunmehr im Klageverfahren auf das von der Rechtsprechung entwickelte Institut des Gesamtplans. Eine Einbeziehung von Kauf und Verkauf der Optionen in die Ermittlung des nach Â§Â 8b Abs.Â 2 KStG freizustellenden AktienverÃ¤uÃŸerungsgewinns sei nicht vorzunehmen. Im Streitfall habe kein solcher auf das Endziel eines steuerlichen Verlustes gerichteter, von vornherein gefasster und von der KlÃ¤gerin beherrschter Gesamtplan bestanden, auf dessen Grundlage das Finanzamt hier eine steuerliche WÃ¼rdigung der einzelnen GeschÃ¤fte als Einheit vornehmen mÃ¶chte.
Voraussetzung fÃ¼r die Annahme eines Gesamtplans im Sinn der Rechtsprechung wÃ¤re es, dass die KlÃ¤gerin sÃ¤mtliche Teilschritte des sog. Ablaufs beherrschen mÃ¼sse, ohne dass z.B. Marktrisiken die Wahrscheinlichkeit eines alternativen Geschehensablaufs begrÃ¼nden dÃ¼rften. Die Behauptung eines gemeinsamen Plans zwischen der KlÃ¤gerin und der Bank 1 entbehre jeglicher Grundlage. Der Bank 1 sei es als aufsichtsrechtlich kontrolliertem Kreditinstitut nicht erlaubt, entsprechende GeschÃ¤fte mit verdeckten Absprachen zu treffen. So wÃ¤re auch ein alternativer Geschehensablauf fÃ¼r die KlÃ¤gerin wirtschaftlich vorteilhafter gewesen. Bei spÃ¤terer AusÃ¼bung der Put-Option hÃ¤tte die KlÃ¤gerin einen hÃ¶heren VerkaufserlÃ¶s erzielt und wÃ¤re sogar noch in den Genuss des Bezugs der Dividenden auf die von ihr gehaltenen Aktien gekommen. Entscheidend gegen die Annahme eines Gesamtplans spreche jedoch der Umstand, dass die KlÃ¤gerin zu keiner Zeit sÃ¤mtliche Teilschritte eines (fiktiven) Gesamtplans, insbesondere die AusÃ¼bung der Call-Option, beherrschen habe kÃ¶nnen.
Die steuerliche WÃ¼rdigung der einzelnen RechtsgeschÃ¤fte als Einheit lasse sich schlieÃŸlich auch nicht auf den Vorwurf einer rechtlich missbrÃ¤uchlichen Gestaltung im Sinn der allgemeinen MissbrauchsbekÃ¤mpfungsvorschrift des Â§Â 42 AO stÃ¼tzen. Die Unangemessenheit der Gestaltung ergebe sich nicht bereits daraus, dass der Steuerpflichtige eine rechtliche Gestaltung wÃ¤hle, die eine geringere Steuerbelastung nach sich ziehe. Die Aktien- und OptionsgeschÃ¤fte seien in ihrer rechtlichen Struktur nicht allein auf die Erzielung eines steuerlichen Vorteils angelegt gewesen. Hochrangiges Ziel der KlÃ¤gerin sei es gewesen, eine Absicherung der erworbenen Aktien gegen Marktrisiken zu erlangen. Weder die gleichzeitige DurchfÃ¼hrung der zwei OptionsgeschÃ¤fte, noch die stark abweichenden PrÃ¤mien oder die hohe Differenz des Basispreises zu den Marktpreisen seien ungewÃ¶hnlich. Der Erwerb der Aktien durch die KlÃ¤gerin und eine Absicherung durch die Put-Call-Kombination entsprach einer angemessenen und marktÃ¼blichen Verhaltensweise. Das wirtschaftliche Resultat der Transaktion sei ergebnisoffen gewesen und habe aus einer Position Ex-ante von der AusÃ¼bung der jeweiligen Put- bzw. Call-Option durch die KlÃ¤gerin bzw. die Bank 1 abgehangen.
Im Laufe des Klageverfahrens erlieÃŸ das Finanzamt am 29.07.2009 einen KÃ¶rperschaftsteuerbescheid fÃ¼r 2005 gem. Â§Â 175 Abs.Â 1 Nr.Â 1Â AO, der keine Ã„nderungen bei der Steuerfestsetzung enthielt. Der Bescheid geht zurÃ¼ck auf geÃ¤nderte Bescheide Ã¼ber die gesonderte Feststellung der Besteuerungsgrundlagen gem. Â§Â§ 27, 28, 37 und 38Â KStG zum 31.12.2001 bis 31.12.2005, die wegen Ã„nderungen bei dem KÃ¶rperschaftsteuerguthaben erforderlich waren.
Die KlÃ¤gerin beantragt, den KÃ¶rperschaftsteuerbescheid 2005 vom 29.07.2009 dahin abzuÃ¤ndern, dass die KÃ¶rperschaftsteuer um 4.788.946,52Â â‚¬ auf 7.917.700,48Â â‚¬ herabgesetzt wird.
Â§Â 15 Abs.Â 4 SatzÂ 3 EStG fÃ¤nde auf die vorliegenden Verluste Anwendung. Zwar liege kein Fall des reinen DifferenzgeschÃ¤fts vor, da die TermingeschÃ¤fte auf physische ErfÃ¼llung (=Â Lieferung des sog. Underlying) gerichtet seien. Die VerlustverrechnungsbeschrÃ¤nkung des Â§Â 15 Abs.Â 4 SatzÂ 3 EStG sei jedoch auch auf solche TermingeschÃ¤fte anzuwenden (Beschluss der obersten FinanzbehÃ¶rden des Bundes und der LÃ¤nder, BMF vom 23.09.2005; siehe Bayer. Landesamt fÃ¼r Steuern vom 09.03.2007 â€“ SÂ 2119-1Â StÂ 32/StÂ 33, ESt-Kartei Â§Â 15 Abs.Â 4 KarteÂ 1.1 -). Dies decke sich zum einen mit der Gesetzessystematik, weil die in Â§Â 15 Abs.Â 4 SatzÂ 5 EStG erwÃ¤hnten GeschÃ¤fte zur Absicherung von AktiengeschÃ¤ften als RÃ¼ckausnahme von SatzÂ 4 denknotwendig im Grundtatbestand â€žTermingeschÃ¤fteâ€œ enthalten sein mÃ¼ssten. Zum andern wÃ¼rden mit dem Begriff â€žVorteilâ€œ i.S.v. Â§Â 15 Abs.Â 4 SatzÂ 3 EStG neben der VergÃ¼nstigung in Form eines Geldbetrages auch andere Vorteile umschrieben. Insoweit sei der Begriff â€žTermingeschÃ¤ftâ€œ in Â§Â 15 Abs.Â 4 SatzÂ 3Â EStG anders auszulegen als in Â§Â 23 Abs.Â 1 Nr.Â 4Â EStG. Der Ausnahmefall nach SatzÂ 4 der â€žAbsicherung von GeschÃ¤ften des gewÃ¶hnlichen GeschÃ¤ftsbetriebsâ€œ liege nicht vor. Der kurzfristige Handel mit Aktien gehÃ¶re nicht zum gewÃ¶hnlichen GeschÃ¤ftsbetrieb der KlÃ¤gerin.
UnabhÃ¤ngig von der vorstehend geschilderten Rechtsauffassung wÃ¼rde die Anerkennung der Verluste auch daran scheitern, dass die vier vorliegenden RechtsgeschÃ¤fte (Aktienkauf, zwei OptionseinrÃ¤umungen, AktienrÃ¼ckkauf nach OptionsausÃ¼bung) wirtschaftlich derart verbunden seien, dass sie nur als Einheit betrachtet werden kÃ¶nnten. Bei der sog. Gesamtplanrechtsprechung wÃ¼rden fÃ¼r die steuerliche Beurteilung einer Mehrzahl von RechtsgeschÃ¤ften, die auf einem einheitlichen Plan (einem â€žGesamtplanâ€œ) beruhten und in engem zeitlichen und sachlichen Zusammenhang stehen wÃ¼rden, zu einem einheitlichen wirtschaftlichen Vorgang zusammengefasst, und das wirtschaftliche Gesamt- oder Endergebnis dieses Vorgangs werde sodann unter den Steuertatbestand subsumiert (BFH-Urteil vom 27.10.2005 IXÂ R 76/03, BStBlÂ II 2006, 359 m.w.N.). Keines der vier GeschÃ¤fte wÃ¤re allein ohne die drei anderen geschlossen worden. SÃ¤mtliche GeschÃ¤fte der Transaktionen X bzw. Y folgten einem am Kauftag der Aktien gefassten und alle Teile umfassenden Plan. UnabhÃ¤ngig vom Verlauf des Aktienkurses und allein aufgrund der gewÃ¤hlten Basispreise der beiden Optionsrechte der GeschÃ¤ftspartner seien sie zu einem bestimmten Verhalten wirtschaftlich gezwungen gewesen.
So sei die Bank 1 zur AusÃ¼bung ihrer Kaufoption auf RÃ¼ckerwerb der Aktien gezwungen gewesen, da sie nur so einen (um 1.087.740Â â‚¬) hÃ¶heren Verlust vermeiden habe kÃ¶nnen, der sich ergeben hÃ¤tte, wenn die KlÃ¤gerin ihre Verkaufsoption mit hÃ¶herem Basispreis ausgeÃ¼bt hÃ¤tte. Infolge der zuvor vereinnahmten OptionsprÃ¤mie habe die Bank 1 insgesamt betrachtet noch einen Gewinn erzielen kÃ¶nnen.
HÃ¤tte die KlÃ¤gerin die RÃ¼ckverÃ¤uÃŸerung an die Bank 1 aufgrund ihrer eigenen Verkaufsoption erzwungen, wÃ¤ren die gezahlten OptionsprÃ¤mien in die Ermittlung des VerÃ¤uÃŸerungsgewinns einzubeziehen gewesen und damit (nur) im Rahmen des Â§Â 8b Abs.Â 2 KStG zu berÃ¼cksichtigen gewesen (Schmidt/Weber-Grellet, EStG Â§Â 5 Rz.Â 144 fÃ¼r den Fall der OptionsausÃ¼bung). Im Hinblick auf die ins Auge gefasste Auftrennung von VerÃ¤uÃŸerungsgewinn und bezahlter Put-OptionsprÃ¤mie war Letztere von vorneherein zum Verfall bestimmt und erfolgswirksam zu erfassen.
Unter Einschluss der OptionsprÃ¤mien seien somit bereits am 04.05.2005 bzw. 18.08.2005 zwingend und frei vom Risiko des Verlaufs der Aktienkurse fÃ¼r die KlÃ¤gerin Verluste von-694.586Â â‚¬ (X) und -302.782Â â‚¬ (Y) festgelegt gewesen.
Der Plan der KlÃ¤gerin und der Bank 1 seien von Anfang an ausschlieÃŸlich auf die Erzielung dieses Ergebnisses gerichtet gewesen. Diesem Verlust stehe wirtschaftlich die erhoffte steuerliche VergÃ¼nstigung gegenÃ¼ber, die darin bestehe, dass der VerÃ¤uÃŸerungsgewinn steuerfrei, der Verlust aus der gezahlten OptionsprÃ¤mie hingegen steuerwirksam sei. Bei dieser Gesamtbetrachtung ergebe sich aus dem Aktienkauf und â€“verkauf ein Verlust von insgesamt -Â 997.368Â â‚¬, der dem Einkommen der KlÃ¤gerin nach Â§Â 8b Abs.Â 3Â KStG wieder hinzuzurechnen sei.
Auch unter Anwendung der allgemeinen MissbrauchsbekÃ¤mpfungsnorm des Â§Â 42Â AO ergebe sich im Ergebnis keine andere LÃ¶sung, da die Parteien eine Gestaltung gewÃ¤hlt hÃ¤tten, deren ausschlieÃŸliches Ziel es gewesen sei, Steuern zu sparen. In diesem Fall sei ein Steuerpflichtiger so zu stellen, als habe er sich wirtschaftlich sinnvoll verhalten. Eine wirtschaftlich sinnvolle Gestaltung liege nicht darin, dass die KlÃ¤gerin hÃ¤tte versuchen mÃ¼ssen, die Verkaufsoption auszuÃ¼ben. Damit wÃ¤re der wirtschaftliche Erfolg vom Zufall abhÃ¤ngig, welcher der Beteiligten seine Option schneller ausÃ¼be. Â§Â 42Â AO fÃ¼hre zu dem Ergebnis, dass der erzielte Verlust aus sÃ¤mtlichen GeschÃ¤ften nicht anzuerkennen sei, da bei wirtschaftlich sinnvollem Verhalten die KlÃ¤gerin keines der GeschÃ¤fte abgeschlossen hÃ¤tte.
GrÃ¼ndeDie Klage ist teilweise begrÃ¼ndet. Die KÃ¶rperschaftsteuer ist um 221.914 â‚¬ niedriger auf 12.484.733 â‚¬ festzusetzen.
Die KlÃ¤gerin hat aus dem Verkauf der Aktien von X und Y jeweils einen Verlust erzielt, der nach Â§Â 8b Abs.Â 3 SatzÂ 3Â KStG bei der Ermittlung des Einkommens nicht zu berÃ¼cksichtigen ist. Es ist entgegen der Auffassung der KlÃ¤gerin kein steuerfreier VerÃ¤uÃŸerungsgewinn nach Â§Â 8b Abs.Â 2Â KStG auÃŸer Ansatz zu lassen, da die gezahlten OptionsprÃ¤mien fÃ¼r die Put-Optionen als VerÃ¤uÃŸerungskosten im Sinne von Â§Â 8b Abs.Â 2 SatzÂ 2Â KStG vom VerÃ¤uÃŸerungspreis abzuziehen sind.
1. Bei der Ermittlung des Einkommens einer KÃ¶rperschaft bleiben Gewinne aus der VerÃ¤uÃŸerung eines Anteils an einer KÃ¶rperschaft oder Personenvereinigung, deren Leistungen beim EmpfÃ¤nger zu Einnahmen im Sinne des Â§ 20 Abs.Â 1 Nr. 1, 2, 9 und 10 Buchst. a des Einkommensteuergesetzes gehÃ¶ren, oder an einer Organgesellschaft im Sinne der Â§Â§Â 14, 17 oder 18Â KStG auÃŸer Ansatz (Â§Â 8b Abs.Â 2 SatzÂ 1 KStG). Nach der Legaldefinition in Â§Â 8b Abs.Â 2 Satz 2Â KStG ist VerÃ¤uÃŸerungsgewinn im Sinne des Satzes 1 der Betrag, um den der VerÃ¤uÃŸerungspreis oder der an dessen Stelle tretende Wert nach Abzug der VerÃ¤uÃŸerungskosten den Wert Ã¼bersteigt, der sich nach den Vorschriften Ã¼ber die steuerliche Gewinnermittlung im Zeitpunkt der VerÃ¤uÃŸerung ergibt (Buchwert).
Von dem jeweiligen Gewinn im Sinne des Absatzes 2 Satz 1, 3 und 5 gelten 5 vom Hundert als Ausgaben, die nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden dÃ¼rfen (Â§Â 8b Abs.Â 3 SatzÂ 1Â KStG in der im Streitjahr geltenden Fassung). Â§Â 3c Abs.Â 1 des Einkommensteuergesetzes ist nicht anzuwenden. Gewinnminderungen, die im Zusammenhang mit dem in Absatz 2 genannten Anteil entstehen, sind bei der Ermittlung des Einkommens nicht zu berÃ¼cksichtigen (Â§ 8b Abs. 3 SÃ¤tze 2 und 3 KStG).
412. Hinsichtlich der Begriffe des VerÃ¤uÃŸerungspreises und der VerÃ¤uÃŸerungskosten, die in Â§Â 8bÂ KStG nicht geregelt sind, kann auf die Definitionen des Â§Â 17Â EStG zurÃ¼ckgegriffen und die dazu ergangene Rechtsprechung herangezogen werden (DÃ¶tsch/Pung in DÃ¶tsch/Jost/Pung/Witt, Die KÃ¶rperschaftsteuer, Â§ 8b Rz. 59; Frotscher in Frotscher/Maas, KStG, Â§ 8b Rz. 43c).
2.1. VerÃ¤uÃŸerungspreis i.S. von Â§Â 17 Abs.Â 2Â EStG ist der Wert der Gegenleistung, die der VerÃ¤uÃŸerer durch Abschluss des -dinglichen- VerÃ¤uÃŸerungsgeschÃ¤fts am maÃŸgebenden Stichtag erlangt. Zum VerÃ¤uÃŸerungspreis i.S. von Â§Â 17 Abs.Â 2Â EStG gehÃ¶rt alles, was der VerÃ¤uÃŸerer aus dem VerÃ¤uÃŸerungsgeschÃ¤ft als Gegenleistung fÃ¼r die AnteilsÃ¼bertragung erhÃ¤lt (vgl. BFH-Urteile vom 30.03.1993 VIII R 29/93, BStBl II 1995, 693; vom 01.12.1992 VIII R 43/90, BFH/NV 1993, 520; vom 28.02.1990 I R 43/86, BStBl II 1990, 615 - nur vereinbarte Gegenleistungen). Â§ 17 Abs. 2 EStG soll grundsÃ¤tzlich den gesamten Wertzuwachs zwischen Anschaffung und VerÃ¤uÃŸerung erfassen (vgl. BFH-Urteil vom 30.03.1993 VIII R 44/90, BFH/NV 1993, 597, 598). Das ist regelmÃ¤ÃŸig der vereinbarte Kaufpreis mit seinem Nennwert. VerÃ¤uÃŸerungspreis i.S. von Â§ 8b Abs. 2 Satz 2 KStG 2002 ist jener Betrag, den der VerÃ¤uÃŸerer im Ergebnis tatsÃ¤chlich vereinnahmt (BFH-Urteil vom 22.12.2010 I R 58/10, BFH/NV 2011, 711). Der VerÃ¤uÃŸerungspreis ist grundsÃ¤tzlich ohne RÃ¼cksicht darauf anzusetzen, ob die VerÃ¤uÃŸerung bedingt oder befristet ist oder ob der Kaufpreis gestundet ist (BlÃ¼mich/Ebling, Â§ 17 EStG Rz 168; Pung/DÃ¶tsch in DÃ¶tsch/Jost/Pung/Witt, Kommentar zum KStG und EStG, Â§ 17 EStG Rz 123). MaÃŸgeblicher Zeitpunkt fÃ¼r die Bewertung des VerÃ¤uÃŸerungspreises ist grundsÃ¤tzlich der des Vollzugs des VerÃ¤uÃŸerungsgeschÃ¤fts (BlÃ¼mich/Ebling, Â§ 17 EStG Rz 176). Auf den Zufluss des Entgelts kommt es grundsÃ¤tzlich nicht an (BFH-Urteil vom 02.04.2008 IX R 73/04, BFH/NV 2008, 1658).
Zum VerÃ¤uÃŸerungspreis gehÃ¶ren auch Leistungen, die der VerÃ¤uÃŸerer nicht als Gegenleistung, aber im unmittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhang mit der VerÃ¤uÃŸerung erhÃ¤lt, sei es vom Erwerber oder, ohne dass dies der Erwerber veranlasst hat, von dritter Seite (vgl. zur AusscheidungsprÃ¤mie fÃ¼r den Verzicht auf die KassenÃ¤rztliche Zulassung bei VerÃ¤uÃŸerung einer Arztpraxis BFH-Urteil vom 07.11.1991 IV R 14/90, BStBl II 1992, 457). Die Gegenleistung kann in jeder Leistung, auch einer Nebenleistung bestehen, die einen wirtschaftlichen Wert hat.
2.2. Zu den VerÃ¤uÃŸerungskosten zÃ¤hlen alle Aufwendungen des VerÃ¤uÃŸerers, die in unmittelbarem (nicht nur zeitlichem) sachlichem Zusammenhang mit dem VerÃ¤uÃŸerungsgeschÃ¤ft stehen (BFH-Urteil vom 01.12.1992 VIII R 43/90, BFH/NV 1993, 520; Gosch in Kirchhof, EStG, 10. Aufl., Â§Â 17 Rn. 83). Eine mittelbare Verbindung zu der AnteilsverÃ¤uÃŸerung, wie z.B. bei Kosten fÃ¼r fehlgeschlagene VerÃ¤uÃŸerungsversuche, reicht nicht aus. Zu den VerÃ¤uÃŸerungskosten zÃ¤hlen in erster Linie Ãœbertragungskosten sowie Abfindungen und Ausgleichszahlungen an Dritte, wenn sie erforderlich sind, um den Verkauf zu ermÃ¶glichen (Gosch in Kirchhof, a.a.O., Â§Â 17 Rn.Â 84). Entscheidend ist auf die wirtschaftliche Veranlassung der Aufwendungen abzustellen (vgl. BFH-Urteil vom 02.04.2008 IX R 73/04, BFH/NV 2008, 1658; Pung/DÃ¶tsch in DÃ¶tsch/Jost/Pung/Witt, Die KÃ¶rperschaftsteuer, Â§ 17 EStG Rz. 386). Danach sind VerÃ¤uÃŸerungskosten die durch die VerÃ¤uÃŸerung wirtschaftlich veranlassten Aufwendungen (BFH-Urteil vom 11.05.2010 IX R 26/09, BFH/NV 2010, 2067).
453. Der VerÃ¤uÃŸerungsgewinn der zwei AktiengeschÃ¤fte i. S. v. Â§Â 8b Abs.Â 2Â KStG ist im Streitfall aus der Differenz zwischen dem unmittelbar erzielten VerÃ¤uÃŸerungspreis fÃ¼r die Aktien von X und Y zuzÃ¼glich erhaltener OptionsprÃ¤mien fÃ¼r die Call-Optionen abzÃ¼glich der gezahlten OptionsprÃ¤mien fÃ¼r die Put-Optionen als VerÃ¤uÃŸerungskosten und den Anschaffungskosten der Aktien vom 04.05.2005 bzw. 18.08.2005 zu ermitteln.
463.1. Die jeweils zwei OptionsgeschÃ¤fte kÃ¶nnen im Streitfall nicht getrennt gesehen werden von den zugrundeliegenden BasisgeschÃ¤ften, den An- und VerkÃ¤ufen der Aktien, da die GrundgeschÃ¤fte nicht ohne die OptionsgeschÃ¤fte denkbar sind.
3.1.1 GrundsÃ¤tzlich werden OptionsgeschÃ¤fte, in denen ein Optionsnehmer das Recht erhÃ¤lt, einen Verkauf der Aktien an sich selbst (â€žCallâ€œ) bzw. einen Ankauf der Aktien durch den Vertragspartner (â€žPutâ€œ) zu verlangen, getrennt beurteilt von dem zugrundeliegenden BasisgeschÃ¤ft. Dies gilt unabhÃ¤ngig davon, ob die Lieferung des Basiswerts â€“ hier Aktien von X und Yâ€“ oder die Zahlung eines Barausgleichs vereinbart ist. So trennt der Bundesfinanzhof im Grundsatz zwischen ErÃ¶ffnungs-, Basis- und GegengeschÃ¤ft (BFH-Urteile vom 17.04.2007 IX R 40/06, BStBl II 2007, 608; vom 24.06.2003 IX R 2/02, BStBl II 2003, 752). Bei der Einkommensbesteuerung fÃ¼hrt dies dazu, dass Verluste aus dem BasisgeschÃ¤ft nicht mit vereinnahmten StillhalterprÃ¤mien (bei Â§Â 22 Nr.Â 3Â EStG) verrechnet werden kÃ¶nnen (BFH-Urteil vom 25.05.2010 IX B 179/09, BFH/NV 2010, 1627).
483.1.2. Anders ist jedoch der Streitfall zu beurteilen, bei dem die OptionsgeschÃ¤fte nicht ohne die zwei GrundgeschÃ¤fte (hier der Ankauf und die geplante RÃ¼ckverÃ¤uÃŸerung der Aktien) zustande gekommen wÃ¤ren, und alle vier GeschÃ¤fte ausschlieÃŸlich zwischen zwei Vertragspartnern geschlossen wurden. Den getroffenen Vereinbarungen vom 04.05. und 18.08.2005 ist zu entnehmen, dass sie auf den Verkauf der von der KlÃ¤gerin erworbenen Aktien innerhalb des Optionszeitraums gerichtet waren und keine der Vereinbarungen isoliert denkbar ist.
3.1.2.1. Mit den KÃ¤ufen der Aktien und den in Zusammenhang damit getroffenen Vereinbarungen waren von Anfang an die WiederverkÃ¤ufe an die Bank 1 beabsichtigt; denn die Vereinbarungen waren so getroffen, dass eine Option ausgeÃ¼bt, die andere verfallen sollte. Die Gefahr, dass die Anschaffungskosten fÃ¼r den Put vergeblich sein kÃ¶nnten, war von Anfang an ausgeschlossen. Die Vereinbarungen waren so gestaltet, dass die Aktien Ã¼ber den Put oder den Call verÃ¤uÃŸert wÃ¼rden. Offen war nur, welche der Optionen ausgeÃ¼bt werden wÃ¼rde. Dass beide Optionen verfallen wÃ¼rden, war ausgeschlossen. Der Sachverhalt ist insoweit bei beiden â€žVorgÃ¤ngen X und Yâ€œ gleich gelagert. Dass hingegen ein Halten der Aktien geplant war, um ihre Rechte aus der Beteiligung Ã¼ber lÃ¤ngere Zeit auszuÃ¼ben, wurde von Seiten der KlÃ¤gerin weder vorgetragen noch scheint sie bei dem gleichzeitigen Abschluss von Call- und Put-Optionen â€“ verbunden mit einer â€žKnock-Out-Klauselâ€œ - plausibel.
Ein Kurswert der Aktien unter dem Basispreis des Put (wie er zu erwarten war), lieÃŸ â€“ vorbehaltlich einer AusÃ¼bung des Call â€“ mit Sicherheit die AusÃ¼bung der Put-Option erwarten, denn an der BÃ¶rse war der Basiswert nicht zu erzielen. Bei einem Aktienkurs Ã¼ber dem Basispreis des Put â€“ dem vÃ¶llig unwahrscheinlichen Fall -, war hingegen der Verkauf durch AusÃ¼bung des Call zu erwarten - dessen Basispreis lag deutlich unter dem des Put, der Call lag dann â€žim Geldâ€œ. Da aufgrund der â€žKnock-out-Regelungâ€œ, bei AusÃ¼bung der einen Option die andere verfiel, war das Interesse der Bank 1 darauf gerichtet, den Call auch auszuÃ¼ben, wenn der Aktienkurs unter dessen Basispreis lag. Sonst nÃ¤mlich war mit einem Erwerb durch AusÃ¼bung des Put zu rechnen, der aufgrund des hÃ¶heren Basiswerts teurer gewesen wÃ¤re und fÃ¼r die Bank 1 sogar zu Verlusten gefÃ¼hrt hÃ¤tte. Nur der Call nÃ¤mlich ermÃ¶glichte es der Bank 1 aus Ver- und Ankauf der Aktien Gewinn zu erzielen. Bei Erwerb per Put wÃ¤re es fÃ¼r die Bank 1 zu Verlusten gekommen, wie folgende Darstellung zeigt:
Â Gewinn der Bank 1 bei fiktivem Erwerb per PutÂ Â Â Â Â Â Â Â Â XÂ Â Â Â Â Â Â Â YÂ Â Â Â Â Â Â Â ErlÃ¶s Verkauf AktienÂ 14.956.066Â â‚¬Â 16.278.794Â â‚¬Â ErlÃ¶s OptionsprÃ¤mie PutÂ + 10.333.530Â â‚¬Â + 8.843.586Â â‚¬Â Anschaffungskosten Aktien bei (fiktiver) OptionsausÃ¼bung PutÂ - 25.380.600Â â‚¬Â - 25.122.940Â â‚¬Â Gezahlte OptionsprÃ¤mie Call-OptionÂ - 302.150Â â‚¬Â - 124.448Â â‚¬Â GewinnÂ - 393.154Â â‚¬Â - 125.008Â â‚¬Â Gesamtverlust der Bank 1 (fiktiv)Â - 518.162Â â‚¬Bei OptionsausÃ¼bung Ã¼ber den Call waren dagegen die Aktien um 1,80Â â‚¬/StÃ¼ck (X) bzw. 2,20Â â‚¬/StÃ¼ck (Y) gÃ¼nstiger, also mit Gewinn zu erwerben. Die Anschaffungskosten im Vergleich zu einem â€žErwerb Ã¼ber den Putâ€œ ermÃ¤ÃŸigten sich dann um 1.087.740Â â‚¬ (604.300 x 1,80Â â‚¬, X) bzw. 427.790Â â‚¬ (194.450 x 2,20Â â‚¬, Y). Das Interesse der Bank 1 war daher darauf gerichtet, einer AusÃ¼bung der Put-Option zuvorzukommen, also die Call-Option so frÃ¼h wie mÃ¶glich auszuÃ¼ben. Dies bestÃ¤tigt der tatsÃ¤chliche Ablauf. Die Bank 1 Ã¼bte jeweils am ersten Tag der AusÃ¼bungsfrist kurz nach 9.00Â Uhr die Call-Optionen aus.
3.1.2.2. Die jeweils gleichzeitig getroffenen Vereinbarungen Ã¼ber Aktienankauf, Put und Call mit â€žKnock-out-Klauselâ€œ und der spÃ¤tere Erwerb der Aktien durch die Bank 1 waren dabei nur in ihrer Gesamtheit denkbar. Eine alleinige Put-Option hÃ¤tte zwar im Interesse der KlÃ¤gerin gelegen, sie wÃ¤re aber isoliert nicht getroffen worden; der Bank 1 hÃ¤tte sie bei der mit an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit zu erwartenden OptionsausÃ¼bung einen Verlust beschert. Die Interessen der Bank 1 an einem Gewinn aus Ver- und Wiederkauf der Aktien wahrte nur der Call, der gleichzeitig mit dem Put vereinbart wurde.
Auch die Call-Option war isoliert nicht denkbar. Mit ihr war die Absicht der KlÃ¤gerin am Aktienverkauf nicht zu wahren. Ein Anstieg des Aktienkurses Ã¼ber den Basispreis des Call hinaus - nur dann hÃ¤tte ein Erwerbsinteresse der Bank 1 bestanden - war unwahrscheinlich. Dass die KlÃ¤gerin die GeschÃ¤fte aber ausschlieÃŸlich getÃ¤tigt hat, um die erworbenen Aktien wieder zu verkaufen, belegen nicht nur die Vereinbarungen, die einen Verkauf der Aktien â€“ sei es Ã¼ber den Put oder den Call - als sicher erwarten lieÃŸen. Die Verkaufsabsicht wird auch durch den hohen Aufwand deutlich, den die KlÃ¤gerin fÃ¼r die Put-Option tÃ¤tigte (insgesamt: 19.177.116Â â‚¬). Er belief sich im Fall X auf 69 %, im Fall Y auf 54 % des Ankaufspreises der Aktien. Dass es sich dabei um bloÃŸe Kurssicherung â€“ jeweils fÃ¼r die AusÃ¼bungsfrist von ca. einem Jahr - handelte, ist auszuschlieÃŸen; jede andere gÃ¤ngige Geldanlage â€“ selbst eine zinslose - wÃ¤re sonst rentabler gewesen. Zwar hat die Put-Option einen Kurssicherungseffekt. Seinetwegen wurde sie aber nicht erworben. Der Aufwand der KlÃ¤gerin fÃ¼r den Put (19.177.116Â â‚¬) ist nur im Hinblick auf den beabsichtigten Aktienverkauf denkbar.SchlieÃŸlich deckt er â€“ von einem Minimalbetrag abgesehen â€“ den Unterschied zwischen Basiswert der Put-Option und Erwerbspreis der Aktien fast vÃ¶llig ab (50.503.540Â â‚¬ - 31.234.860Â â‚¬ = 19.268.680Â â‚¬). Dass der Put ausschlieÃŸlich dem Verkauf der Aktien diente, zeigt auch der Umstand, dass der KlÃ¤gerin â€“ trotz der hohen Aufwendungen dafÃ¼r - nicht einmal die Wahl blieb, im unwahrscheinlichen Fall des Anstiegs des Kurswerts Ã¼ber den Basispreis auf einen Aktienverkauf zu verzichten. Denn in diesem Fall war die AusÃ¼bung der Call-Option durch die Bank 1 und damit der Verkauf auf jeden Fall vorprogrammiert.
553.2. Zum von der KlÃ¤gerin erzielten VerÃ¤uÃŸerungspreis fÃ¼r die Aktien sind danach auch die erhaltenen OptionsprÃ¤mien der Call-Optionen zu rechnen, die zur RÃ¼ckverÃ¤uÃŸerung der Aktien an die Bank 1 fÃ¼hrten. Die besondere Sachverhaltsgestaltung, wonach von Anfang an der Verkauf der KlÃ¤gerin bzw. der Ankauf durch die Bank 1 beabsichtigt und keine Vereinbarung ohne die andere denkbar war, zwingt dazu, die OptionsprÃ¤mie als Einnahmen aus der VerÃ¤uÃŸerung zu behandeln. Sie ist Teil des VerÃ¤uÃŸerungspreises. Diese steuerrechtliche BerÃ¼cksichtigung bei dem VerÃ¤uÃŸerungspreis der ca. einen Monat spÃ¤ter durchgefÃ¼hrten VerÃ¤uÃŸerungsvorgÃ¤nge fÃ¼r Zwecke des Â§Â 8b Abs.Â 2 SatzÂ 2Â KStG stimmt zeitlich mit der bilanzrechtlichen Beurteilung Ã¼berein, dass die OptionsprÃ¤mie erst bei AusÃ¼bung der Option und somit zum Zeitpunkt der RÃ¼ckverÃ¤uÃŸerung der Aktien erfolgswirksam in der Bilanz zu erfassen ist (vgl. dazu BFH-Urteil vom 18.12.2002 IÂ RÂ 17/02, BStBl II 2004, 126).
563.3. Von dem VerÃ¤uÃŸerungspreis (48.988.010Â â‚¬ + 426.598Â â‚¬ = 49.414.608Â â‚¬) sind als VerÃ¤uÃŸerungskosten die OptionsprÃ¤mien fÃ¼r die Put-Optionen abzuziehen.
Die OptionsprÃ¤mien stehen in unmittelbarem sachlichem Zusammenhang mit den VerkÃ¤ufen der Aktien. Wie dargestellt waren ohne die Put-Option die vertraglichen Vereinbarungen Call, Put und Knock-out-Vereinbarung â€“ die Grundlagen des Verkaufs - nicht denkbar. Die Abmachungen hatten das ausschlieÃŸliche Ziel â€žWiederverkauf der Aktien an die Bank 1â€œ. Die Put-Option - untrennbarer Bestandteil der Vereinbarungen - und die dafÃ¼r aufgewandten Kosten dienten also ausschlieÃŸlich dem Verkauf, und waren durch ihn veranlasst. Als VerÃ¤uÃŸerungskosten gehen sie in die Gewinnermittlung fÃ¼r die AktienverÃ¤uÃŸerung ein.
583.4. Im Ergebnis lÃ¤sst sich feststellten, dass abweichend von den OptionsgeschÃ¤ften, die im Regelfall von den Gerichten zu beurteilen waren, im Streitfall nicht zuerst ein OptionsgeschÃ¤ft geschlossen wird, und anschlieÃŸend sich die Frage eines Bar-ausgleichs, eines GegengeschÃ¤fts oder die Problematik der Beschaffung der Aktien stellt, die bei AusÃ¼bung der Option zu liefern sind. Im vorliegenden Sachverhalt waren die AnkÃ¤ufe der Aktien, BasisgeschÃ¤fte und OptionsgeschÃ¤fte mit â€žKnock-Out-Vereinbarungenâ€œ von Anfang an eng miteinander verknÃ¼pft und grÃ¶ÃŸtenteils zeitgleich (mit Ausnahme der OptionsausÃ¼bung) abgeschlossen worden. Die Festlegung der Basispreise und der OptionsprÃ¤mien bei den jeweiligen Put- bzw. Call-OptionsgeschÃ¤ften bedingten sich gegenseitig.
Die Aufwendungen fÃ¼r die Put-Option sind auch nicht mit einer Kursabsicherung des Kaufpreises durch DevisengeschÃ¤fte vergleichbar. Der BFH sieht diese KursabsicherungsgeschÃ¤fte als eigene RechtsgeschÃ¤fte und getrennt von dem VerÃ¤uÃŸerungsvorgang zu beurteilende Sachverhalte an, die auf den VerÃ¤uÃŸerungspreis keinen Einfluss haben (BFH-Urteil vom 02.04.2008 IX R 73/04, BFH/NV 2008, 1658). Um Kurssicherung ging es im Streitfall nicht.
4. Bei BerÃ¼cksichtigung der OptionsprÃ¤mien fÃ¼r die Put-Optionen als VerÃ¤uÃŸerungskosten berechnet sich der Gewinn bzw. Verlust aus der VerÃ¤uÃŸerung der Aktien von X und Y wie folgt:
Â Â Â Â Â Â Â Â Â XÂ Â Â Â Â Â Â Â YÂ Â Â Â Â Â Â Â VerÃ¤uÃŸerungserlÃ¶s der AktienÂ 24.292.860 â‚¬Â 24.695.150 â‚¬Â Vereinnahmte OptionsprÃ¤mie (Call)Â 302.150 â‚¬Â 124.448 â‚¬Â Kaufpreis der AktienÂ - 14.956.066 â‚¬Â - 16.278.794 â‚¬Â Gezahlte OptionsprÃ¤mie (Put)Â - 10.333.530 â‚¬Â - 8.843.586 â‚¬Â Â Â Â Â Â Â Â Â VerlustÂ -694.586 â‚¬Â -302.782 â‚¬Â GesamtverlustÂ -997.368 â‚¬5. Der gesamte VerÃ¤uÃŸerungsverlust ist nach Â§ 8b Abs.Â 3 SatzÂ 3Â KStG bei der Ermittlung des Einkommens nicht zu berÃ¼cksichtigen und entsprechend hinzuzurechnen.
Nach Â§ 8b Abs. 3 Satz 3 KStG sind Gewinnminderungen, die im Zusammenhang mit dem in Absatz 2 genannten Anteilen (an KÃ¶rperschaften) entstehen, bei der Ermittlung des Einkommens nicht zu berÃ¼cksichtigen.
Â§ 8b Abs. 3 KStG verknÃ¼pft den Ausschluss der aufgefÃ¼hrten Abzugspositionen nicht mit Einnahmen, welche mit jenen Positionen in Zusammenhang stehen, sondern verlangt einen Zusammenhang zwischen den Gewinnminderungen und den in Abs. 2 der Vorschrift genannten Anteilen. Der maÃŸgebliche Bezugspunkt orientiert sich also an dem durch die Freistellung steuerbegÃ¼nstigten Besteuerungsobjekt - den verÃ¤uÃŸerten Anteilen - und nicht an den steuerbegÃ¼nstigten Einnahmen - den VerÃ¤uÃŸerungsgewinnen â€“ (vgl. BFH-Urteil vom 13.10.2010 I R 79/09, BFH/NV 2011, 521 zur Fassung KStG 2002).
Der erforderliche Zusammenhang zwischen den gewinnmindernden Betriebsausgaben und den Anteilen an KÃ¶rperschaften ist nicht davon abhÃ¤ngig, dass die KlÃ¤gerin im Streitjahr 2005 oder in einem anderen Veranlagungs- oder Erhebungszeitraum tatsÃ¤chlich Einnahmen aus jenen Anteilen oder Gewinne aus deren VerÃ¤uÃŸerung erwirtschaftet hat.
6. Aus dem Urteil ergeben sich folgende steuerlichen Ã„nderungen:
Â Zu versteuerndes Einkommen lt. KStB vom 29.07.2009Â 51.090.551,00Â â‚¬Â AbzÃ¼glich bisherige Hinzurechnung, Â§ 15 Abs. 4 Satz 3 EStGÂ - 18.750.518,00Â â‚¬Â ZuzÃ¼glich bisherige inlÃ¤nd. Gewinne i.S.d. Â§ 8b Abs. 2Â KStGÂ + 17.753.148,00Â â‚¬Â AbzÃ¼glich bisherige nichtabziehbare Betriebsausgaben,Â§ 8b Abs. 3 Satz 1 KStGÂ - 887.657,00Â â‚¬Â ZuzÃ¼glich Gewinnminderung nach Â§ 8b Abs. 3 Satz 3 KStGÂ + 997.368,00Â â‚¬Â Zu versteuerndes Einkommen lt. UrteilÂ 50.202.892,00Â â‚¬Â Davon 25 %Â 12.550.723Â â‚¬Â AbzÃ¼glich anrechenbare auslÃ¤ndische SteuerÂ - 65.990Â â‚¬Â Festzusetzende KÃ¶rperschaftsteuerÂ 12.484.733Â â‚¬Â Lt. Urteil geringere KSt vonÂ 221.914Â â‚¬Im Ergebnis ist die KÃ¶rperschaftsteuer auf 12.484.733Â â‚¬ festzusetzen.
7. Die Kostenentscheidung ergibt sich aus Â§ 143 Abs.Â 1 i.V.m. Â§Â 136 Abs.Â 1 SatzÂ 1Â FGO.
Die Kosten des Verfahrens hat die KlÃ¤gerin entsprechend dem MaÃŸ ihres Unterliegens zu 19/20 zu tragen. Die KlÃ¤gerin obsiegt zu 4,63Â %, da die KÃ¶rperschaftsteuer um 221.914Â â‚¬ niedriger festzusetzen ist, die KlÃ¤gerin aber eine Festsetzung von 7.917.700Â â‚¬, und damit eine Minderung der KÃ¶rperschaftsteuer um 4.788.947Â â‚¬, beantragt hat. Das Gericht hÃ¤lt es aufgrund der HÃ¶he des Streitwerts fÃ¼r sachgerecht, der KlÃ¤gerin nicht nach Â§Â 136 Abs.Â 1 SatzÂ 3Â FGO die Kosten in voller HÃ¶he aufzuerlegen, obwohl sie zu einem geringeren Anteil als 5Â % obsiegt hat.
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