Source: https://www.steuba.de/gmbh-geschaeftsfuehrer/gmbh-geschaeftsfuehrer-haftung/
Timestamp: 2019-10-21 02:17:02
Document Index: 50008887

Matched Legal Cases: ['§ 43', '§ 64', '§ 64', '§ 64', '§ 43', '§ 30', '§ 33', '§ 9', '§ 30', '§ 43', '§ 43', '§ 64', '§ 43', '§ 64', '§ 43']

GmbH GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer: Welcher Haftung unterliegt der GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer?
GmbH GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer: Welcher Haftung unterliegt ein GmbH GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer?
19 Sep GmbH GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer: Welcher Haftung unterliegt ein GmbH GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer?
VerÃ¶ffentlicht um: 16:50Uhr in GmbH GeschÃ¤ftsfuehrer	von	Michael Jonas
Welcher Haftung unterliegt ein GmbH GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer? Was sind die Haftungsrisiken?
Welche Haftungsrisiken hat ein GmbH GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer gegenÃ¼ber der Gesellschaft aus Â§ 43 GmbHG?
Wo sind die Pflichten des GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer im GmbHG geregelt?
Was ist eine Pflichtverletzung durch den GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer der GmbH?
Ab wann spricht man von einem Verschulden durch den GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer der GmbH?
Was ist der Schaden bei einer Pflichtverletzung durch den den GmbH GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer?
Wann ist ein Schaden durch den GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer einer GmbH verjÃ¤hrt?
Welche Haftungsrisiken hat ein GmbH GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer gegenÃ¼ber der Gesellschaft aus Â§ 64 GmbHG?
Was sind die Voraussetzungen der Haftung des GmbH GeschÃ¤ftsfÃ¼hrers nach Â§ 64 GmbHG?
Kann ein GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer von der Haftung des Â§ 64 GmbHG befreit werden?
Wann verjÃ¤hrt der Anspruch gegenÃ¼ber dem GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer der GmbH?
GemÃ¤ÃŸ Â§ 43 GmbHG hat der GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer bei seiner AusÃ¼bung der TÃ¤tigkeit die Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns anwenden:
(1) Die GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer haben in den Angelegenheiten der Gesellschaft die Sorgfalt eines ordentlichen GeschÃ¤ftsmannes anzuwenden.
(2) GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer, welche ihre Obliegenheiten verletzen, haften der Gesellschaft solidarisch fÃ¼r den entstandenen Schaden.
(3) Insbesondere sind sie zum Ersatz verpflichtet, wenn den Bestimmungen des Â§ 30 zuwider Zahlungen aus dem zur Erhaltung des Stammkapitals erforderlichen VermÃ¶gen der Gesellschaft gemacht oder den Bestimmungen des Â§ 33 zuwider eigene GeschÃ¤ftsanteile der Gesellschaft erworben worden sind. Auf den Ersatzanspruch finden die Bestimmungen in Â§ 9b Abs. 1 entsprechende Anwendung. Soweit der Ersatz zur Befriedigung der GlÃ¤ubiger der Gesellschaft erforderlich ist, wird die Verpflichtung der GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer dadurch nicht aufgehoben, daÃŸ dieselben in Befolgung eines Beschlusses der Gesellschafter gehandelt haben.
(4) Die AnsprÃ¼che auf Grund der vorstehenden Bestimmungen verjÃ¤hren in fÃ¼nf Jahren.
Die Haftung aus den AbsÃ¤tzen 1 und 2 sind dispositiv, was bedeutet, dass diese durch Satzung, Gesellschafterbeschluss oder Arbeitsvertrag beschrÃ¤nkt werden kÃ¶nnen.
Voraussetzung fÃ¼r eine Haftung gemÃ¤ÃŸ des oben genannten Paragraphen ist natÃ¼rlich eine Organstellung als GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer, sprich: eine wirksame Bestellung.
Der GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer haftet dabei nur fÃ¼r Handlungen in AusÃ¼bung seiner TÃ¤tigkeit als Organ der Gesellschaft und nur fÃ¼r Verbindlichkeiten, die wÃ¤hrend seiner TÃ¤tigkeit entstanden sind. Dies bedeutet, dass aufgenommene Verbindlichkeiten nach Beendigung seiner GeschÃ¤ftsfÃ¼hrung nicht unter seine Haftung fallen.
Wie schon einleitend dargestellt orientiert sich bei der GmbH am Gesellschaftszweck.
Dabei muss immer das Leitbild gewahrt sein, dass der GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer das Wohl der Gesellschaft im Blick haben muss, dann erst sein Wohl.
Sofern Handlungen vom GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer unternommen werden, die ausserhalb des Unternehmensgegenstands liegen, kann eine Haftung ausgelÃ¶st werden. Sofern dies von der Gesellschafterversammlung gedeckt ist, handelt der GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer nicht pflichtwidrig, so dass hier ggf. Verletzungen aus Â§Â§ 30 und 64 GmbHG resultieren kÃ¶nnen.
Wichtig hierbei ist auch zu nennen, dass die GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer wichtige Informationen den Gesellschaftern, aber auch den anderen GeschÃ¤ftsfÃ¼hrern, weitergeben mÃ¼ssen.
Neben der genannten Pflicht der Verfolgung des Gesellschaftszwecks haben die GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer die Pflicht zur Unternehmensleitung.
Die Pflicht zur Unternehmensleitung beinhaltet folgende TÃ¤tigkeiten:
Planung der Unternehmenspolitik
Umsetzung der GrundsÃ¤tze der Unternehmenspolitik
Umsetzung von Einzelanweisungen
Leitung des Ressorts nach betriebswirtschaftlichen GrundsÃ¤tzen
Riskante GeschÃ¤fte sind von dem GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer ggf. unter Hinzuziehung von SachverstÃ¤ndigen abzwÃ¤gen.
Das Verhalten des GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer ist mit dem Verhalten eines sorgfÃ¤ltigen und gewissenhaften Kaufmanns zu vergleichen.
Dabei ist die Gesellschaft im Gesamtkontext zu betrachten, so dass die Sorgfalt von der Art und der GrÃ¶ÃŸe des Unternehmens abhÃ¤ngt. Weiterhin ist auch die Beurteilung unabhÃ¤ngig von den konkreten persÃ¶nlichen Eigenschaften wie Alter und Bildung abhÃ¤ngig.
Eine Pflicht zum Ersatz eines Schadens kann nur bei einem Schaden entstehen.
Ein Schaden ist dabei jede gegen den Zweck der Gesellschaft gerichtete Handlung, die zu einer Minderung des GesellschaftsvermÃ¶gens fÃ¼hrt.
Nicht nur materiell sondern auch immateriell kann ein Schaden entstehen, so dass dies auch einzubeziehen ist.
Sofern der GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer geschÃ¤ftliche Chancen im eigenen Namen und Rechnung wahrnimmt und die GmbH benachteiligt, kann die GmbH diesen auf Schadensersatz gemÃ¤ÃŸ Â§ 43 GmbHG verklagen.
Die VerjÃ¤hrungsfrist fÃ¼r die AnsprÃ¼che gemÃ¤ÃŸ Â§ 43 GmbHG betrÃ¤gt 5 Jahre.
Diese Frist beginnt mit der Entstehung des Anspruchs, insofern frÃ¼hestens mit dem Schadenseintritt.
Â§ 64 GmbHG sieht einen Ersatz des GeschÃ¤ftsfÃ¼hrers von Zahlungen nach Eintritt der ZahlungsunfÃ¤higkeit der Gesellschaft oder nach Feststellung der Ãœberschuldung voraus.
Die GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer sind der Gesellschaft zum Ersatz von Zahlungen verpflichtet, die nach Eintritt der ZahlungsunfÃ¤higkeit der Gesellschaft oder nach Feststellung ihrer Ãœberschuldung geleistet werden. Dies gilt nicht von Zahlungen, die auch nach diesem Zeitpunkt mit der Sorgfalt eines ordentlichen GeschÃ¤ftsmanns vereinbar sind. Die gleiche Verpflichtung trifft die GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer fÃ¼r Zahlungen an Gesellschafter, soweit diese zur ZahlungsunfÃ¤higkeit der Gesellschaft fÃ¼hren mussten, es sei denn, dies war auch bei Beachtung der in Satz 2 bezeichneten Sorgfalt nicht erkennbar. Auf den Ersatzanspruch finden die Bestimmungen in Â§ 43 Abs. 3 und 4 entsprechende Anwendung.
Wie in dem Gesetzestext zu lesen ist, setzt Â§ 64 GmbHG Zahlungen bzw. sonstige Minderungen des GesellschaftsvermÃ¶gens nach Eintritt der ZahlungsunfÃ¤higkeit bzw. Ãœberschuldung voraus.
Sofern die Zahlungen mit der Sorgfalt eines gewissenhaften Kaufmanns erfolgt sind, entsteht keine Ersatzpflicht des GeschÃ¤ftsfÃ¼hrers. (hierunter sind Zahlungen verstehen, die nicht zur Minderung der Insolvenzmasse gefÃ¼hrt haben)
Ein Verschulden des GeschÃ¤ftsfÃ¼hrers liegt vor, wenn er nicht nach dem Leitbild des GeschÃ¤ftsfÃ¼hrers grob fahrlÃ¤ssig gehandelt hat. Dabei trÃ¤gt er als GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer die Beweislast.
Eine Befreiung durch einen Gesellschafterbeschluss bspw. ist nicht mÃ¶glich. Allerdings kann der Insolvenzverwalter mit dem GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer einen Vergleich oder Verzicht vereinbaren.
Wie bei dem Anspruch gemÃ¤ÃŸ Â§ 43 GmbHG verjÃ¤hrt der Anspruch ebenso nach 5 Jahren.
GmbH GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer Haftung gegenÃ¼ber Gesellschaft Haftung gegenÃ¼ber Insolvenzverwalter Haftung GmbH GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer Zahlung vor Insolvenz