Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%201/90
Timestamp: 2020-05-30 00:13:03
Document Index: 278080371

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1004', '§ 115', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1004', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1004', 'BGH', 'BGH', '§ 1004', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 903', '§ 1004', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 37', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', 'BGH', '§ 2', 'BGH', '§ 544', '§ 511']

Rechtsprechung: III ZR 1/90 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 22.02.1990
BGH, 18.04.1991 - III ZR 1/90
https://dejure.org/1991,459
BGH, 18.04.1991 - III ZR 1/90 (https://dejure.org/1991,459)
BGH, Entscheidung vom 18.04.1991 - III ZR 1/90 (https://dejure.org/1991,459)
BGH, Entscheidung vom 18. April 1991 - III ZR 1/90 (https://dejure.org/1991,459)
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Grundstückeigentümerpflicht - Abfließendes Niederschlagswasser - Veränderung des Wasserablaufs - Bewirtschaftungsänderung - Wasserabfuß auf tieferliegendes Grundstück
Niederschlagswasser vom Nachbargrundstück - Unterlassungsansprüche
BGB § 1004; LWG NRW § 115
Abfließen von Niederschlagswasser auf ein tieferliegendes Grundstück
Grundstücke in Hanglage: "besseres Recht" des Oberliegers (IBR 1991, 410)
BGH, 22.02.1990 - III ZR 1/90
BGHZ 114, 183
NJW 1991, 2770
MDR 1991, 869
NVwZ 1991, 1114 (Ls.)
VersR 1991, 824
WM 1991, 1609
Nur in dem hiernach gegebenen Rahmen kann der Grundstückseigentümer sich gegen Beeinträchtigungen zur Wehr setzen (BGH, Urteil vom 12.11.1999, Az.: V ZR 229/98, u. a. in: NJW-RR 2000, Seiten 537 f.; BGH, BGHZ 114, Seiten 183 ff.; BGH, BGHZ 90, Seiten 255 ff.).
Dann obliegt es dem Eigentümer des Nachbargrundstücks, sich um den Schutz seines Grundstücks zu kümmern (BGH, Urteil vom 18. April 1991 - III ZR 1/90, BGHZ 114, 183, 188 f; Senat…, Urteil vom 17. Oktober 2013 - V ZR 15/13, NZM 2014, 366 Rn. 10).
Daher sind dem Eigentümer des Grundstücks, von dem durch Naturereignisse ausgelöste Störungen ausgehen, diese Beeinträchtigungen nur zuzurechnen, wenn er sie durch eigene Handlungen ermöglicht oder wenn die Beeinträchtigung erst durch ein pflichtwidriges Unterlassen herbeigeführt worden ist (vgl. BGH MDR 1991, 869 f - Rdnr. 22 zitiert nach juris).
Der Umstand allein, daß die Einwirkung von einem bestimmten Grundstück ausgeht, macht dessen Eigentümer noch nicht zum Störer; notwendig ist vielmehr, daß die Beeinträchtigung wenigstens mittelbar auf den Willen des Eigentümers zurückgeht (BGHZ 90, 255, 266; BGH, Urteile v. 12. Februar 1985, VI ZR 193/83, WM 1985, 1352; v. 18. April 1991, III ZR 1/90, WM 1991, 1609, 1610).
Denn das dem Landesgesetzgeber vorbehaltene Wasserrecht überschneidet sich auf dem gesamten Gebiet des Wassernachbarrechts mit den nachbarrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Länder, so dass die Stellung des Eigentümers hier nicht allein durch das Landesrecht, sondern erst durch die Zusammenschau aller sie regelnden gesetzlichen Vorschriften bestimmt wird (BGHZ 114, 183, 186;… Senat, Urt. v. 12. November 1999, V ZR 229/98, NJW-RR 2000, 537 f.).
Danach spricht zwar gegen die Annahme der Störereigenschaft, daß der Beklagte sich als Eigentümer im Rahmen bestimmungsgemäßer Nutzung seines Grundstücks gehalten hat (vgl. dazu Senat, BGHZ 114, 183, 188; 122, 283, 285).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs genügt für sich genommen weder die Sachherrschaft über die störende Sache noch die damit einhergehende Möglichkeit, die Störung zu beenden, um jemanden als Störer im Sinne des § 1004 BGB anzusehen (Senat, BGHZ 28, 110, 112; 90, 255, 260; BGHZ 114, 183, 187).
Denn es gibt keinen Rechtssatz des Inhalts, dass der Eigentümer oder der Besitzer allein kraft seines Eigentums bzw. seines Besitzes für beeinträchtigende Einwirkungen einer Sache verantwortlich ist (vgl. Senat, BGHZ 28, 110, 112; 90, 255, 260; 122, 283, 284; BGHZ 114, 183, 187;… MünchKomm-BGB/Medicus, 4. Aufl., § 1004 Rdn. 46).
Für die erforderliche Zurechnung der Beeinträchtigung ist nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs vielmehr erforderlich, dass die Beeinträchtigung wenigstens mittelbar auf den Willen des Eigentümers oder Besitzers der störenden Sache zurückgeht (Senat, BGHZ 28, 110, 111; 90, 255, 266; 120, 239, 254; 122, 283, 284;… Urt. v. 7. Juli 1995, V ZR 213/94, NJW 1995, 2633, 2634;… Urt. v. 4. Februar 2005, V ZR 142/04, NJW 2005, 1366, 1368;… BGH, Urt. v. 12. Februar 1985, VI ZR 193/83, NJW 1985, 1773, 1774; Urt. v. 18. April 1991, III ZR 1/90, WM 1991, 1609, 1610).
aa) Für die Annahme der tatbestandlichen Voraussetzungen eines sich aus dieser als Schutzgesetz anzusehenden Vorschrift in Verbindung mit § 1004 BGB ergebenden Anspruchs (vgl. zu anderen landesrechtlichen Regelungen: Senatsurteile vom 21. Februar 1980 - III ZR 185/78, NJW 1980, 2580, 2581 und vom 18. April 1991 - III ZR 1/90, BGHZ 114, 183, 185 f; BGH, Urteil vom 12. Juni 2015 - V ZR 168/14, NJW-RR 2016, 24) reichen die bislang getroffenen Feststellungen der Vorinstanzen nicht aus.
(1) In der Rechtsprechung ist allerdings wiederholt entschieden worden, dass mittelbare Änderungen der Stärke oder Richtung des Wasserabflusses, die aus einer üblichen landwirtschaftlichen Nutzung, besonders aus jährlich wechselnder Fruchtfolge, eintreten, auch dann keine unzulässige Veränderung darstellen, wenn die einschlägige landesrechtliche Vorschrift diesbezüglich keine ausdrückliche Ausnahme vorsieht (vgl. BGH, Urteil vom 2. März 1984 - V ZR 54/83, BGHZ 90, 255, 264 sowie Senatsurteil vom 18. April 1991 - III ZR 1/90, BGHZ 114, 183, 188, vgl. auch BayVGH, AgrarR 1985, 293, 294).
Das Verbot, den Ablauf des wild abfließenden Wassers künstlich so zu verändern, dass tiefer liegende Grundstücke belästigt werden, soll allerdings den Oberlieger in seiner Dispositionsfreiheit nicht allzu sehr einschränken und in der wirtschaftlichen Ausnutzung seines Grundstücks Bewegungsfreiheiten belassen (vgl. Senatsurteile vom 22. November 1971 - III ZR 211/68, BeckRS 1971, 31122898 unter II. 1. und vom 18. April 1991 aaO, S. 191).
a) Der Eigentümer eines Grundstücks kann sich gegen Einwirkungen hierauf - auch durch wild abfließendes Niederschlagswasser -, die von einem Nachbargrundstück ausgehen und sein Eigentum (§ 903 BGB) beeinträchtigen, grundsätzlich mit dem auf Unterlassung gerichteten Abwehranspruch aus § 1004 Abs. 1 Satz 2 BGB zur Wehr setzen (zB Senatsurteil vom 18. April 1991 - III ZR 1/90, BGHZ 114, 183, 185 f).
Dazu reicht nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes die bloße Stellung als Eigentümer des Grundstücks, von dem die Einwirkung ausgeht, nicht aus (BGHZ 28, 110, 111 f), die Beeinträchtigung muß vielmehr wenigstens mittelbar auf den Willen des Eigentümers zurückgehen (BGHZ 90, 255, 266;… BGH, Urt. v. 12. Februar 1985, VI ZR 193/83, NJW 1985, 1773, 1773; v. 18. April 1991, III ZR l/90, WM 1991, 1609, 1610; Senatsurt. v. 20. November 1992, V ZR 82/91V ZR 82/91, ZIP 1993, 200, 205, jeweils m.w.N.).
BGH, 17.10.2013 - V ZR 15/13
Schadenseintritt auf tiefer gelegenen Grundstücken durch wild abfließendes …
BGH, 12.11.1999 - V ZR 229/98
Schadensersatzansprüche wegen vom Nachbargrundstück herüberdringender …
BGH, 25.10.2005 - V ZR 241/04
Voraussetzungen der Zurückweisung von Parteivorbringen wegen Überschreitung einer …
VG Mainz, 20.03.2019 - 3 K 532/18
Eigenschutz bei Starkregen
OLG Zweibrücken, 12.06.2014 - 6 U 64/12
Begriff des Übertritts von Wasser i.S. von § 37 Abs. 1 LNRG Rheinland-Pfalz
OLG Hamm, 05.03.2012 - 5 U 160/11
Zulässigkeit der Änderung des Ablaufs wild abfließenden Wassers; Begriff der …
OLG Köln, 07.12.1994 - 27 U 85/94
Einsickern von Wasser vom Nachbargrundstück - Schadensersatzansprüche
BGH, 06.06.2007 - III ZR 313/06
Zulässigkeit der Änderung der Nutzung eines höher liegenden Grundstücks
OLG Köln, 14.05.2010 - 19 U 120/09
Abweisung der Klage wegen Schäden an Pflanzen eines Gartenbaubetriebes durch …
Anspruch des Nachbarn auf Beseitigung einer auf der Grundstücksgrenze errichteten …
BGH, 31.10.2019 - III ZR 64/18
ordnungsgemäße Entwässerung aus Anlass einer Straßensanierung
OLG Nürnberg, 14.01.2014 - 4 U 2123/13
Nachbarrecht: Störerhaftung bei durch Biber verursachten Überflutungsschaden
VG Göttingen, 24.07.2014 - 1 A 221/12
Abwendung von Eigentumsstörungen
OLG Düsseldorf, 20.03.2000 - 9 U 173/99
Anspruch eines Nachbarn auf Beseitigung eines künstlich veränderten Wasserlaufs
LG Arnsberg, 15.10.2014 - 1 O 113/12
Erfolgsaussichten einer Klage auf Beseitigung der Überbauung einer zwischen zwei …
OLG Düsseldorf, 20.12.2017 - 18 U 195/11
OVG Nordrhein-Westfalen, 30.10.2003 - 3 A 5019/00
BVerwG, 08.01.1998 - 4 B 212.97
https://dejure.org/1990,8651
BGH, 22.02.1990 - III ZR 1/90 (https://dejure.org/1990,8651)
BGH, Entscheidung vom 22.02.1990 - III ZR 1/90 (https://dejure.org/1990,8651)
BGH, Entscheidung vom 22. Februar 1990 - III ZR 1/90 (https://dejure.org/1990,8651)
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BGH, 24.11.1994 - GSZ 1/94
Daraus folgt, daß der Wert des Beschwerdegegenstandes - auch bei unverändertem Streitgegenstand - niedriger, gegebenenfalls aber auch höher sein kann als der für den Kläger nach seinem Antrag im ersten Rechtszug festgesetzte Wert (vgl. als Beispiele für einen höheren Beschwerdewert BGH, Urteil vom 10. Dezember 1993 - V ZR 168/92 - NJW 1994, 735 [BGH 10.12.1993 - V ZR 168/92] und Beschluß vom 22. Februar 1990 - III ZR 1/90 - BGHR ZPO § 2 Beschwerdegegenstand 13).
BGH, 26.10.2006 - III ZR 40/06
Streitwert und Rechtsmittelbeschwer bei Löschung von Daten über die Nutzung eines …
Maßgebend für die Beschwer der Beklagten sind die Nachteile, die ihr aus der Erfüllung des Unterlassungsanspruchs entstehen, auch wenn das Erfüllungsinteresse des Klägers geringer ist (vgl. z.B.: Senatsbeschlüsse vom 16. Juni 1988 - III ZR 65/88 - und vom 22. Februar 1990 - III ZR 1/90 - BGHR ZPO § 2 - Beschwerdegegenstand 8 und 13; BGH, Urteil vom 10. Dezember 1993 - V ZR 168/92 - NJW 1994, 735;… Musielak/Ball, ZPO, 4. Aufl., § 544 Rn. 5;… Zöller/Gummer/Heßler, ZPO, 25. Aufl., vor § 511 Rn. 19 b).