Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/bezirksnotare-notariatsreform-baden-3120769?pk_campaign=feed&pk_kwd=bezirksnotare-notariatsreform-baden
Timestamp: 2020-05-27 22:08:05
Document Index: 175945355

Matched Legal Cases: ['Art. 33', '§ 3', '§ 3', '§ 114', '§ 3', '§ 114', 'Art. 138', '§ 114', '§ 114', '§ 114', '§ 10', 'Art. 138', '§ 1', '§ 114', '§ 64', 'Art. 33', 'Art. 33', '§ 114', '§ 93', 'Art. 138', 'Art. 33', 'Art. 138', 'Art. 138', '§ 29', '§ 37', '§ 3', 'Art. 33', '§ 33', 'Art. 33', '§ 114', '§ 114', 'Art. 1', '§ 90', '§ 93', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', '§ 28', 'Art. 33', '§ 29', '§ 17', '§ 38', '§ 17', '§ 33', '§ 3', '§ 33', '§ 114', '§ 3', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 74', 'Art. 138', 'Art. 138', 'Art. 138', 'Art. 138', 'Art. 33', '§ 114', 'Art. 33', '§ 3', 'Art. 138', 'Art. 33', '§ 114', '§ 3', '§ 17', '§ 17', '§ 114', '§ 114', '§ 3', 'BGH', 'BGH', '§ 147']

Bezirksnotare - und die Notariatsreform in Baden-Württemberg | Rechtslupe
Bezirksnotare - und die Notariatsreform in Baden-Württemberg
Bezirks­no­ta­re – und die Nota­ri­ats­re­form in Baden-Würt­tem­berg
Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat die Ver­fas­sungs­be­schwer­de eines Bezirks­no­tars, die sich gegen die Reform des Nota­ri­ats­we­sens in Baden-Würt­tem­berg rich­tet, nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men. Die Nota­ri­ats­re­form ver­stößt nach Ansicht des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts nicht gegen Art. 33 Abs. 5 GG.
Das Nota­ri­ats­we­sen in Baden-Würt­tem­berg
Nota­ri­ats­re­form in Baden-Würt­tem­berg
Die Ent­schei­dun­gen der Ver­wal­tungs­ge­richt
Bezirks­no­ta­re – und die her­ge­brach­ten Grund­sät­ze des Berufs­be­am­ten­tums
Bezirks­no­ta­re und die amts­an­ge­mes­se­ne Bech­äf­ti­gung
Bezirks­no­ta­re und die Für­sor­ge­pflicht des Dienst­herrn
Bezirks­no­ta­re und die amts­an­ge­mes­se­ne Ali­men­tie­rung
Nota­ri­ats­re­form und Ver­trau­ens­schutz
Das Nota­ri­ats­we­sen in Baden-Würt­tem­berg[↑]
Das Nota­ri­ats­we­sen im Bun­des­ge­biet wird gemäß § 3 Abs. 1 Bun­des­no­tar­ord­nung (BNo­tO) durch haupt­be­ruf­li­che Nota­re geprägt. Aus­nahms­wei­se kön­nen auch soge­nann­te Anwalts­no­ta­re bestellt wer­den, wel­che neben ihrer Tätig­keit als Notar auch als Rechts­an­walt tätig sind (§ 3 Abs. 2 BNo­tO). Die Nur- und Anwalts­no­ta­re sind selbst­stän­di­ge frei­be­ruf­li­che Unter­neh­mer.
Das Nota­ri­ats­we­sen in Baden-Würt­tem­berg weicht von die­ser in der Bun­des­no­tar­ord­nung vor­ge­ge­be­nen Struk­tur ab, da für das Land Baden-Würt­tem­berg beson­de­re bun­des­recht­li­che Vor­schrif­ten gel­ten. Gemäß § 114 Abs. 1 BNo­tO kön­nen Amts­no­ta­re im Lan­des­dienst bestellt wer­den. Aus his­to­ri­schen Grün­den sind in Baden-Würt­tem­berg Nota­re zur haupt­be­ruf­li­chen Amts­aus­übung und Nota­re im Neben­be­ruf im Sin­ne des § 3 BNo­tO nur in gerin­ger Zahl tätig. Sowohl im Bereich der Beur­kun­dung und vor­sor­gen­den Rechts­pfle­ge als auch im Bereich der frei­wil­li­gen Gerichts­bar­keit wird ein Groß­teil der Auf­ga­ben durch Nota­re im Lan­des­dienst erle­digt. Im badi­schen Lan­des­teil erfor­dert die­se Bestel­lung zu Nota­ren im Lan­des­dienst die Befä­hi­gung zum Rich­ter­amt, wäh­rend im würt­tem­ber­gi­schen Lan­des­teil soge­nann­te Bezirks­no­ta­re bestellt wer­den. Die Ernen­nung zum Bezirks­no­tar setzt den Abschluss einer zwei­stu­fi­gen Aus­bil­dung über fünf Jah­re vor­aus, wel­che als Vor­be­rei­tungs­dienst im Amt des Notar­an­wär­ters im Beam­ten­ver­hält­nis auf Wider­ruf erfolgt. Bezirks­no­ta­re sind als Nota­re im Lan­des­dienst Beam­te, wer­den nach beam­ten­recht­li­chen Grund­sät­zen besol­det und füh­ren Antei­le am Gebüh­ren­auf­kom­men, das sie nach der Kos­ten­ord­nung erwirt­schaf­ten, an das Land Baden-Würt­tem­berg ab.
Nota­ri­ats­re­form in Baden-Würt­tem­berg[↑]
Mit der Reform des Nota­ri­ats strebt das Land Baden-Würt­tem­berg einen Wech­sel vom Amts­no­ta­ri­at hin zum Nota­ri­at zur haupt­be­ruf­li­chen Amts­aus­übung an, um einer­seits die Rechts­zer­split­te­rung im Land selbst und ande­rer­seits gegen­über dem rest­li­chen Bun­des­ge­biet zu berei­ni­gen. Der Bun­des­rat hat daher auf den Geset­zes­an­trag des Lan­des Baden-Würt­tem­berg vom 20.12 2007 1 den Ent­wurf eines Geset­zes zur Ände­rung der Bun­des­no­tar­ord­nung und ande­rer Geset­ze in den Bun­des­tag ein­ge­bracht 2.
Da der Bun­des­ge­setz­ge­ber in den §§ 114 bis 116 BNo­tO die his­to­risch gewach­se­nen Struk­tu­ren des Lan­des Baden-Würt­tem­berg aner­kannt und bewahrt hat, war zur Ein­füh­rung der Regel­form der Bun­des­no­tar­ord­nung eine Ände­rung von Bun­des­ge­set­zen, die nach Art. 138 GG unter dem Vor­be­halt der Zustim­mung der Lan­des­re­gie­rung Baden-Würt­tem­bergs steht, erfor­der­lich. Durch das Gesetz zur Ände­rung der Bun­des­no­tar­ord­nung und ande­rer Geset­ze vom 15.07.2009 3 wur­de unter ande­rem § 114 BNo­tO geän­dert. § 114 Abs. 2 BNo­tO beinhal­tet in sei­ner geän­der­ten Fas­sung die wesent­li­che Bestim­mung für den Sys­tem­wech­sel zum Stich­tag 1.01.2018. Mit­tels die­ser Rege­lung wer­den die Nota­re im Lan­des­dienst und Notar­ver­tre­ter, die bei den Abtei­lun­gen "Beur­kun­dung und vor­sor­gen­de Rechts­pfle­ge" der staat­li­chen Nota­ria­te tätig waren, auf eige­nen Antrag zu Nota­ren zur haupt­be­ruf­li­chen Amts­aus­übung bestellt, was mit einem Aus­schei­den aus dem Beam­ten­ver­hält­nis zum Land Baden-Würt­tem­berg ver­bun­den ist. Für die Nota­re und Notar­ver­tre­ter, die im Lan­des­dienst ver­blei­ben, sieht die Vor­schrift eine Über­gangs­re­ge­lung vor. Den bis­her im badi­schen Rechts­ge­biet bestell­ten Nota­ren im Lan­des­dienst und Notar­ver­tre­tern, die über die Befä­hi­gung zum Rich­ter­amt ver­fü­gen, wird der Wech­sel zu den ordent­li­chen Gerich­ten und zu den Staats­an­walt­schaf­ten ermög­licht. Dort sind sie nicht mehr mit Auf­ga­ben des Rechts­pfle­gers im Nach­lass- und Grund­buch­we­sen, son­dern mit Auf­ga­ben betraut, die Per­so­nen mit ihrer Qua­li­fi­ka­ti­on – das heißt der Befä­hi­gung zum Rich­ter­amt – vor­be­hal­ten sind. Die bis­her im würt­tem­ber­gi­schen Rechts­ge­biet bestell­ten Nota­re im Lan­des­dienst und Notar­ver­tre­ter wer­den zu den Amts­ge­rich­ten wech­seln und dort wei­ter mit Auf­ga­ben der frei­wil­li­gen Gerichts­bar­keit betraut sein. Die­je­ni­gen Nota­re und Notar­ver­tre­ter im Lan­des­dienst, die nicht als Nota­re im Haupt­be­ruf nach § 114 Abs. 2 BNo­tO in die Selbst­stän­dig­keit wech­seln, son­dern als Rich­ter, Staats­an­wäl­te oder Beam­te im Lan­des­dienst blei­ben, ver­lie­ren ihre Beur­kun­dungs­be­fug­nis. Die Notar­an­wär­ter, die noch an der Notaraka­de­mie Baden-Würt­tem­berg stu­die­ren, wer­den noch in die Lauf­bahn des Bezirks­no­tars über­nom­men wer­den (vgl. §§ 10 f. Ver­ord­nung des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums zur Rege­lung der Lauf­bah­nen vom 05.11.2014 4).
Die Regie­rung des Lan­des Baden-Würt­tem­berg hat zu die­sem Bun­des­ge­setz die nach Art. 138 GG erfor­der­li­che Zustim­mung erteilt 5.
Mit dem Gesetz zur Reform des Nota­ri­ats- und Grund­buch­we­sens in Baden-Würt­tem­berg vom 29.07.2010 6 wur­de dann lan­des­recht­lich die Nota­ri­ats­re­form umge­setzt, indem das tra­di­tio­nell beam­te­te Nota­ri­at in die Regel­form des Nota­ri­ats zur haupt­be­ruf­li­chen Amts­aus­übung über­führt, die Nach­lass- und Tei­lungs­sa­chen und die Zustän­dig­keit für die beson­de­re amt­li­che Ver­wah­rung von Ver­fü­gun­gen von Todes wegen, im würt­tem­ber­gi­schen Rechts­ge­biet zusätz­lich der rest­li­chen dort den Nota­ria­ten über­tra­ge­nen Betreu­ungs­sa­chen auf die Amts­ge­rich­te über­tra­gen und die staat­li­chen Grund­buch­äm­ter bei den Gemein­den auf­ge­löst und ihre Auf­ga­ben – wie im übri­gen Bun­des­ge­biet – an die Amts­ge­rich­te zuge­wie­sen wur­den.
Dabei soll aus­weis­lich der Ein­zel­be­grün­dung zu Arti­kel 1 (Ände­rung des Lan­des­ge­set­zes über die frei­wil­li­ge Gerichts­bar­keit) des Geset­zes zur Reform des Nota­ri­ats- und Grund­buch­we­sens in Baden-Würt­tem­berg der flä­chen­de­cken­de Sys­tem­wech­sel zum Nota­ri­at zur haupt­be­ruf­li­chen Amts­aus­übung zum 1.01.2018 stu­fen­wei­se erfol­gen 7:
In einem ers­ten Schritt ist der wei­te­re Ver­wen­dungs­wunsch bei den Nota­ren im Lan­des­dienst und Notar­ver­tre­tern erho­ben wor­den. In einem zwei­ten Schritt ist die Bin­nen­struk­tur der staat­li­chen Nota­ria­te geän­dert wor­den und mit einer Ände­rung des Lan­des­ge­set­zes über die frei­wil­li­ge Gerichts­bar­keit die Grund­la­ge für eine Glie­de­rung der Nota­ria­te in zwei Abtei­lun­gen – Abtei­lung "Beur­kun­dung und vor­sor­gen­de Rechts­pfle­ge" und Abtei­lung "Frei­wil­li­ge Gerichts­bar­keit" – geschaf­fen wor­den. Aus­schließ­lich Nota­re im Lan­des­dienst und Notar­ver­tre­ter, die den Lan­des­dienst ver­las­sen und sich zu Nota­ren zur haupt­be­ruf­li­chen Amts­aus­übung bestel­len las­sen möch­ten, kön­nen in den Abtei­lun­gen "Beur­kun­dung und vor­sor­gen­de Rechts­pfle­ge" der Nota­ria­te Ver­wen­dung fin­den. Nota­re im Lan­des­dienst und Notar­ver­tre­ter, die im Lan­des­dienst ver­blei­ben möch­ten, sol­len in den Abtei­lun­gen "Frei­wil­li­ge Gerichts­bar­keit" tätig wer­den. In einem letz­ten Schritt wer­den die bei den Abtei­lun­gen "Beur­kun­dung und vor­sor­gen­de Rechts­pfle­ge" der staat­li­chen Nota­ria­te täti­gen Nota­re im Lan­des­dienst und Notar­ver­tre­ter durch Bun­des­ge­setz zu Nota­ren zur haupt­be­ruf­li­chen Amts­aus­übung bestellt. Die im würt­tem­ber­gi­schen Rechts­ge­biet bestell­ten Nota­re im Lan­des­dienst und Notar­ver­tre­ter, die im Lan­des­dienst ver­blei­ben, wech­seln als Bereichs­rich­ter in Betreu­ungs- und Nach­lass­sa­chen und als Grund­buch­be­am­te an die Amts­ge­rich­te.
Die Ent­schei­dun­gen der Ver­wal­tungs­ge­richt[↑]
Der Beschwer­de­füh­rer war von 1985 bis 1995 Notar­ver­tre­ter (Bes­Gr. A 12) und ab 1996 Bezirks­no­tar (Bes­Gr. A 14) im Diens­te des Lan­des Baden-Würt­tem­berg. Sein Nota­ri­at liegt im würt­tem­ber­gi­schen Rechts­ge­biet im Sin­ne des § 1 Abs. 4 des Lan­des­ge­set­zes über die frei­wil­li­ge Gerichts­bar­keit vom 12.02.1975 (LFGG). Nach eige­nen Anga­ben nimmt er in Aus­übung sei­nes Amts min­des­tens zur Hälf­te Beur­kun­dungs­tä­tig­kei­ten wahr. Ein Aus­schei­den aus dem Lan­des­dienst zur Bestel­lung als frei­be­ruf­li­cher Notar ab dem 1.01.2018 lehn­te der Bezirks­no­tar ab.
Der Bezirks­no­tar hat nach erfolg­lo­sem Wider­spruchs­ver­fah­ren am 20.04.2015 Kla­ge erho­ben mit dem Antrag fest­zu­stel­len, dass die 2018 in Kraft tre­ten­de Rechts­la­ge betref­fend das würt­tem­ber­gi­sche Bezirks­no­ta­ri­at ver­fas­sungs­wid­rig ist. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Sig­ma­rin­gen hat die­se Kla­ge mit Urteil vom 20.09.2016 abge­wie­sen 8.
Die Kla­ge sei unbe­grün­det. Das maß­geb­lich durch § 114 BNo­tO und das LFGG sowie § 64 BeurkG zum 1.01.2018 begrün­de­te Rechts­ver­hält­nis sei ver­fas­sungs­ge­mäß und ver­let­ze den Bezirks­no­tar nicht in sei­nen Rech­ten, da die­se gesetz­li­chen Vor­schrif­ten in ihrer Fas­sung ab dem 1.01.2018 nicht wegen eines Ver­sto­ßes gegen höher­ran­gi­ges Recht nich­tig oder unan­wend­bar sei­en. Die zum 1.01.2018 ein­tre­ten­de Rechts­la­ge sei mit dem aus Art. 33 Abs. 5 GG fol­gen­den Anspruch auf eine amts­an­ge­mes­se­ne Beschäf­ti­gung als her­ge­brach­tem Grund­satz des Berufs­be­am­ten­tums ver­ein­bar. Der Beam­te habe grund­sätz­lich nur einen Anspruch auf die Über­tra­gung eines sei­nem sta­tus­recht­li­chen Amt ent­spre­chen­den funk­tio­nel­len Amts mit einem "amts­ge­mä­ßen" Auf­ga­ben­be­reich, mit­hin auf amts­an­ge­mes­se­ne Beschäf­ti­gung. Das beklag­te Land habe nach­voll­zieh­bar und über­zeu­gend dar­ge­legt, dass die Zahl der Inha­ber eines der Besol­dungs­grup­pe A 14 zuge­ord­ne­ten Amts eines Bezirks­no­tars der Zahl der ihnen zugäng­li­chen Plan­stel­len die­ser Besol­dungs­grup­pe weit­ge­hend ent­spre­chen wer­de. Ob eine amts­an­ge­mes­se­ne Anschluss­ver­wen­dung in einer den Anfor­de­run­gen des Art. 33 Abs. 5 GG genü­gen­den Wei­se rea­li­siert wer­de, kön­ne aber erst geklärt wer­den, wenn der dem Bezirks­no­tar zuge­wie­se­ne Auf­ga­ben­be­stand in sei­ner kon­kre­ten Gestalt fest­ste­he. Bereits die – vom beklag­ten Land bei­spiel­haft ange­führ­te – Mög­lich­keit einer Tätig­keit im Rah­men der Auf­sicht nach § 114 Abs. 7 BNo­tO oder als Prü­fungs­be­auf­trag­ter gemäß § 93 BNo­tO zei­ge, dass eine ange­mes­se­ne Anschluss­ver­wen­dung nicht schlecht­hin aus­ge­schlos­sen sei.
Die Nota­ri­ats­re­form bewir­ke mit dem Weg­fall der Beur­kun­dungs­be­fug­nis kei­nen Ein­griff in den Kern­be­reich des Amts im sta­tus­recht­li­chen Sin­ne. Das sta­tus­recht­li­che Amt des Bezirks­no­tars blei­be mit der Son­der­lauf­bahn, der der­zeit gesetz­lich vor­ge­se­he­nen Besol­dung und der Dienst­be­zeich­nung erhal­ten.
Wie der Staat eine öffent­li­che Auf­ga­be der vor­beu­gen­den Rechts­pfle­ge und die ihn so tref­fen­de Gewähr­leis­tungs­ver­ant­wor­tung wahr­neh­me, unter­lie­ge einer gesetz­ge­be­ri­schen Ein­schät­zungs­prä­ro­ga­ti­ve. Deren Rah­men über­schrei­te die Ent­schei­dung des Bun­des- und Lan­des­ge­setz­ge­bers, das Amts­no­ta­ri­ats­we­sen in Baden-Würt­tem­berg ent­spre­chend der ver­fas­sungs­recht­li­chen Rege­lung des Art. 138 GG auf­zu­ge­ben, nicht. Dabei sei zu beach­ten, dass es sich bei der beur­kun­den­den Tätig­keit weder rechts­his­to­risch noch in der jet­zi­gen Zeit um zwin­gend hoheit­lich wahr­zu­neh­men­de Auf­ga­ben han­de­le, wel­che dem Funk­ti­ons­vor­be­halt des Art. 33 Abs. 4 GG unter­lä­gen. Hier­an knüp­fe auch die Vor­schrift des Art. 138 GG an, indem sie dem Notar­we­sen im würt­tem­ber­gi­schen Lan­des­teil einen rela­ti­ven Bestands­schutz ein­räu­me, aber das süd­deut­sche Notar­we­sen nicht einem voll­um­fäng­li­chen bun­des­ver­fas­sungs­recht­li­chen Schutz unter­stel­le. Art. 138 GG zeich­ne viel­mehr das Ende des süd­deut­schen Nota­ri­ats vor.
Das Amt des Bezirks­no­tars umfas­se die Auf­ga­ben des Grund­buch­be­am­ten (§ 29 Abs. 1 LFGG). Wei­ter sei­en die Auf­ga­ben des Betreu­ungs­ge­richts – mit Aus­nah­me der den Amts­ge­rich­ten nach § 37 Abs. 1 LFGG zuge­wie­se­nen Auf­ga­ben – und des Nach­lass­ge­richts – umfasst. Nach dem Wort­laut des § 3 Abs. 1 LFGG übten die Nota­re "neben" die­sen Auf­ga­ben die Auf­ga­ben der Beur­kun­dung von Rechts­vor­gän­gen und die ande­ren, den Nota­ren in der Bun­des­no­tar­ord­nung auf dem Gebiet der vor­sor­gen­den Rechts­pfle­ge über­tra­ge­nen Auf­ga­ben aus. Die Beur­kun­dungs­be­fug­nis tre­te inso­fern auch nach der heu­ti­gen Geset­zes­fas­sung zu dem eigent­li­chen Kern­be­reich der bezirks­no­ta­ri­el­len Auf­ga­ben als dis­po­nible Tätig­keit hin­zu, ohne das Amt in sei­nem Kern maß­geb­lich zu prä­gen.
Dies zei­ge sich eben­falls in der Gestal­tung der Besol­dung. Die Ämter eines Bezirks­no­tars und eines auf­sicht­füh­ren­den Bezirks­no­tars sei­en einer Son­der­lauf­bahn des geho­be­nen Diens­tes und so den Besol­dungs­grup­pen A 13 und A 14 zuge­ord­net, zu der die Gebüh­ren­an­tei­le aus der beur­kun­den­den Tätig­keit tre­ten wür­den. Die Mög­lich­keit, über sei­nen Tätig­keits­um­fang und deren finan­zi­el­le Abgel­tung selbst zu dis­po­nie­ren, zei­ge, dass es sich bei der Beur­kun­dungs­be­fug­nis nicht um eine Zuwei­sung ori­gi­nä­rer Staats­auf­ga­ben, son­dern viel­mehr um einen nicht amts­prä­gen­den Annex zum eigent­li­chen Amt han­de­le. Sofern Bezirks­no­ta­re die Beur­kun­dung zu ihrem Kern­ge­schäft gemacht hät­ten, möge dies fak­tisch den pri­mä­ren Bereich ihrer Tätig­keit aus­ma­chen; der gesetz­li­chen Gestal­tung des Amts ent­spre­che dies indes nicht.
Soweit der Bezirks­no­tar dem Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit eine Pflicht des beklag­ten Lan­des ent­neh­me, bereits beru­fe­ne Bezirks­no­ta­re bis zu deren Aus­schei­den aus dem Dienst in deren Amt im funk­tio­nel­len Sin­ne zu belas­sen, und hier­aus einen Anspruch auf eine inso­fern teil­wei­se Auf­recht­erhal­tung des bis­he­ri­gen Bezirks­no­tar­we­sens her­lei­te, gehe dies fehl. Selbst wenn der Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit eine Schran­ke für die Gestal­tung der Nota­ri­ats­re­form dar­stel­len soll­te – was man­gels recht­fer­ti­gungs­be­dürf­ti­gen Ein­griffs in den Anspruch auf amts­an­ge­mes­se­ne Beschäf­ti­gung dahin­ste­hen kön­ne –, sei das vom Bezirks­no­tar als alter­na­ti­ve Über­gangs­re­ge­lung vor­ge­schla­ge­ne Sys­tem eines zwei­spu­ri­gen Notar­we­sens in Würt­tem­berg mit der Fol­ge eines min­des­tens drei­spu­ri­gen Notar­we­sens im Land Baden-Würt­tem­berg kein glei­cher­ma­ßen effek­ti­ves Mit­tel zur Ver­fol­gung des mit der Reform des Notar­we­sens ver­folg­ten legi­ti­men Zwecks der Berei­ni­gung einer his­to­risch beding­ten Rechts­zer­split­te­rung und der Her­stel­lung der Rechts­ein­heit im Lan­des­ge­biet.
Auch wäre eine Auf­recht­erhal­tung der Bezirks­no­ta­ria­te bis zum Aus­schei­den der jewei­li­gen Amts­in­ha­ber nicht unter Berück­sich­ti­gung eines etwai­gen Ver­trau­ens­schut­zes die­ser Amts­in­ha­ber gebo­ten. Der Umgang mit den der­zei­ti­gen Amts­in­ha­bern bei der Umset­zung der Reform des Nota­ri­ats­we­sens begeg­ne kei­nen Beden­ken, da ihnen mit einer genü­gen­den Bedenk­zeit Mög­lich­kei­ten einer aus­bil­dungs­ge­rech­ten Wei­ter­be­schäf­ti­gung im Bereich der frei­wil­li­gen Gerichts­bar­keit oder als öffent­lich bestell­te Nota­re im Haupt­be­ruf in Aus­sicht gestellt wor­den sei­en. Die­se – jeden­falls fak­tisch – mehr­jäh­ri­ge Bedenk­zeit sei ange­mes­sen.
Nach Rechts­hän­gig­keit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de hat der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg mit Beschluss vom 06.02.2017 über den Antrag des Bezirks­no­tars auf Erlass einer einst­wei­len Anord­nung ent­schie­den 9. Der Antrag blei­be ohne Erfolg. Die bean­trag­te Rege­lungs­an­ord­nung kön­ne auch bei unter­stell­ter Zuläs­sig­keit in der Haupt­sa­che nicht erge­hen. Eine auf vor­beu­gen­den Rechts­schutz gerich­te­te einst­wei­li­ge Anord­nung kom­me nur dann in Betracht, wenn es dem Rechts­schutz­su­chen­den nicht zumut­bar sei, den Erlass eines Ver­wal­tungs­ak­tes bezie­hungs­wei­se eine Rechts­ver­let­zung abzu­war­ten und sodann Rechts­be­hel­fe und Rechts­mit­tel aus­zu­schöp­fen. Die­se Vor­aus­set­zung sei vor­lie­gend nicht gege­ben.
Zunächst feh­le es schon an einer kon­kre­ten abseh­ba­ren Maß­nah­me; das ver­wal­tungs­ge­richt­li­che Ver­fah­ren die­ne nicht der Klä­rung abs­trak­ter Rechts­fra­gen. Das Ver­wal­tungs­ge­richt habe zudem in sei­nem Urteil zutref­fend aus­ge­führt, dass erst, wenn der dem Bezirks­no­tar ab dem 1.01.2018 zuge­wie­se­ne Auf­ga­ben­be­stand in sei­ner kon­kre­ten Gestalt fest­ste­he, geklärt wer­den kön­ne, ob das vom Land ver­folg­te Ziel der amts­an­ge­mes­sen Anschluss­ver­wen­dung in einer den Anfor­de­run­gen des Art. 33 Abs. 5 GG genü­gen­den Wei­se rea­li­siert wer­den kön­ne. Zwar sei es rich­tig, dass zukünf­tig Beur­kun­dun­gen nicht mehr zu den dienst­li­chen Tätig­kei­ten des Bezirks­no­tars zähl­ten. Es sei aber nicht ersicht­lich, dass sein Sta­tus­amt und sein funk­tio­nel­les Amt nach dem Weg­fall der staat­li­chen Nota­ria­te und der Beur­kun­dungs­funk­ti­on der Bezirks­no­ta­re dau­ernd aus­ein­an­der­fie­len. Ent­schei­dend sei, ob der Bezirks­no­tar in Zukunft noch amts­an­ge­mes­sen beschäf­tigt wer­den kön­ne, mit­hin ob der Auf­ga­ben­be­reich des neu­en Dienst­pos­tens dem abs­trak­ten Auf­ga­ben­be­reich des neu­en sta­tus­recht­li­chen Amtes ent­spre­chen wer­de. Inso­weit sei der Bezirks­no­tar aber auf nach­träg­li­chen Rechts­schutz zu ver­wei­sen.
Schließ­lich sei nicht davon aus­zu­ge­hen, dass eine recht­mä­ßi­ge Ver­set­zung aus Grün­den der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit oder des Ver­trau­ens­schut­zes aus­ge­schlos­sen wäre. Der Gesetz­ge­ber habe dem Weg­fall der staat­li­chen Nota­ria­te durch die über­gangs­wei­se Bei­be­hal­tung der Son­der­lauf­bahn der Bezirks­no­ta­re Rech­nung getra­gen, wie sich aus § 33 Abs. 3 Satz 1 RPflG erge­be. Damit blie­ben auch rich­ter­li­che Auf­ga­ben der Rechts­pfle­ge im Bereich der Vor­mund­schafts- und Nach­lass­sa­chen im bis­he­ri­gen Umfang erhal­ten. Der Gesetz­ge­ber habe im Hin­blick auf die neue Struk­tur der Tätig­keit der im Lan­des­dienst ver­blei­ben­den Bezirks­no­ta­re wei­te­re Funk­ti­ons­äm­ter geschaf­fen, wie etwa den Bezirks­no­tar als Fach­grup­pen­lei­ter in einem Amts­ge­richt mit drei oder mehr Dienst­pos­ten für Ange­hö­ri­ge des geho­be­nen Diens­tes im Bereich Nach­lass und Betreu­ung oder den Bezirks­no­tar als Prü­fungs­be­auf­trag­ten. Damit habe er für die Bezirks­no­ta­re in ihrer Son­der­lauf­bahn Sta­tus­äm­ter geschaf­fen, die in ers­ter Linie ihnen offen stün­den. Hier­durch wür­den die Rech­te aus Art. 33 Abs. 5 GG nicht ver­letzt. Hin­zu kom­me, dass neben der lan­des­recht­li­chen Schaf­fung neu­er (Beförderungs-)Statusämter für Bezirks­no­ta­re bun­des­recht­lich Über­gangs­re­ge­lun­gen bestün­den. Sie eröff­ne­ten ins­be­son­de­re im Zuge des Sys­tem­wech­sels einen pri­vi­le­gier­ten Über­gang von Beam­ten der geho­be­nen Lauf­bahn in die höher bewer­te­ten Ämter öffent­li­cher Nota­re (§ 114 Abs. 2 Satz 1 BNo­tO). Dem Bezirks­no­tar ste­he schließ­lich gemäß § 114 Abs. 5 BNo­tO die Bestel­lung zum öffent­li­chen Notar offen, auch wenn die­se mit dem Aus­schei­den aus dem Staats­dienst ver­bun­den sei.
Mit sei­ner Ver­fas­sungs­be­schwer­de wen­det sich der Bezirks­no­tar unmit­tel­bar gegen das Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Sig­ma­rin­gen vom 20.09.2016 und mit­tel­bar gegen Art. 1 des Geset­zes zur Abwick­lung der staat­li­chen Nota­ria­te in Baden-Würt­tem­berg vom 23.11.2015 10, das Gesetz zur Umset­zung der Nota­ri­ats­re­form und zur Anpas­sung grund­buch­recht­li­cher Vor­schrif­ten vom 10.02.2015 11, das Gesetz des Lan­des Baden-Würt­tem­berg zur Reform des Nota­ri­ats- und Grund­buch­we­sens in Baden-Würt­tem­berg vom 29.07.2010 12, das Gesetz zur Ände­rung der Bun­des­no­tar­ord­nung und ande­rer Geset­ze vom 15.07.2009 13. Mit Schrei­ben vom 14.02.2017 erwei­tert der Bezirks­no­tar sei­ne Ver­fas­sungs­be­schwer­de auf den zwi­schen­zeit­lich ergan­ge­nen Beschluss des Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs Baden-Würt­tem­berg vom 06.02.2017, mit wel­chem sein Antrag auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung abge­lehnt wur­de.
Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat die Ver­fas­sungs­be­schwer­de nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men. Dabei hat es das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt dahin­ste­hen las­sen, ob die Ver­fas­sungs­be­schwer­de bereits man­gels Erschöp­fung des Rechts­wegs unzu­läs­sig ist: Der Ver­fas­sungs­be­schwer­de kommt weder grund­sätz­li­che ver­fas­sungs­recht­li­che Bedeu­tung zu, noch ist ihre Annah­me zur Durch­set­zung der in § 90 Abs. 1 BVerfGG genann­ten Rech­te ange­zeigt (§ 93a Abs. 2 BVerfGG). Sie hat kei­ne hin­rei­chen­de Aus­sicht auf Erfolg. Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de ist unbe­grün­det. Die mit­tel­bar ange­grif­fe­nen Vor­schrif­ten ver­sto­ßen nicht gegen Art. 33 Abs. 5 GG. Daher bestehen gegen die mit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de ange­grif­fe­nen Ent­schei­dun­gen kei­ne ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken.
Bezirks­no­ta­re – und die her­ge­brach­ten Grund­sät­ze des Berufs­be­am­ten­tums[↑]
Die mit der Nota­ri­ats­re­form bezweck­te Rechts­ver­ein­heit­li­chung ist mit Art. 33 Abs. 5 GG ver­ein­bar.
Nach Art. 33 Abs. 5 GG ist das Recht des öffent­li­chen Diens­tes unter Berück­sich­ti­gung der her­ge­brach­ten Grund­sät­ze des Berufs­be­am­ten­tums zu regeln und fort­zu­ent­wi­ckeln. Mit den her­ge­brach­ten Grund­sät­zen des Berufs­be­am­ten­tums im Sin­ne die­ser Vor­schrift ist der Kern­be­stand von Struk­tur­prin­zi­pi­en gemeint, die all­ge­mein oder doch ganz über­wie­gend wäh­rend eines län­ge­ren, tra­di­ti­ons­bil­den­den Zeit­raums, min­des­tens unter der Reichs­ver­fas­sung von Wei­mar, als ver­bind­lich aner­kannt und gewahrt wor­den sind. Art. 33 Abs. 5 GG ist unmit­tel­bar gel­ten­des Recht und ent­hält einen Rege­lungs­auf­trag an den Gesetz­ge­ber sowie eine insti­tu­tio­nel­le Garan­tie des Berufs­be­am­ten­tums 14. Nicht jede Rege­lung des Beam­ten­rechts, die sich als her­ge­bracht erweist, wird von der insti­tu­tio­nel­len Garan­tie erfasst. Bezugs­punkt des Art. 33 Abs. 5 GG ist nicht das gewach­se­ne Berufs­be­am­ten­recht, son­dern das Berufs­be­am­ten­tum. Geschützt sind daher nur die­je­ni­gen Rege­lun­gen, die das Bild des Berufs­be­am­ten­tums in sei­ner über­kom­me­nen Gestalt maß­geb­lich prä­gen, sodass ihre Besei­ti­gung auch das Wesen des Berufs­be­am­ten­tums antas­ten wür­de. Dies ergibt sich bereits aus dem Wesen einer Ein­rich­tungs­ga­ran­tie, deren Sinn gera­de dar­in liegt, den Kern­be­stand der Struk­tur­prin­zi­pi­en – mit­hin die Grund­sät­ze, die nicht hin­weg­ge­dacht wer­den kön­nen, ohne dass damit zugleich die Ein­rich­tung selbst in ihrem Cha­rak­ter grund­le­gend ver­än­dert wür­de – dem gestal­ten­den Gesetz­ge­ber ver­bind­lich als Rah­men vor­zu­ge­ben. Bei die­sen Grund­sät­zen ver­langt Art. 33 Abs. 5 GG nicht nur "Berück­sich­ti­gung", son­dern auch "Beach­tung" 15.
Auch bei einem her­ge­brach­ten Grund­satz ver­bleibt aller­dings grund­sätz­lich ein Gestal­tungs­spiel­raum des Gesetz­ge­bers, um die Beam­ten­ge­setz­ge­bung den Erfor­der­nis­sen des frei­heit­li­chen demo­kra­ti­schen Staa­tes sowie sei­ner fort­schrei­ten­den Ent­wick­lung anpas­sen zu kön­nen 16. Art. 33 Abs. 5 GG for­dert näm­lich kei­ne Bewah­rung um jeden Preis, son­dern ver­pflich­tet auf die "Berück­sich­ti­gung" der her­ge­brach­ten Grund­sät­ze des Berufs­be­am­ten­tums und erlaubt damit die ste­te Fort­ent­wick­lung, die das Beam­ten­recht in sei­nen ein­zel­nen Aus­prä­gun­gen den ver­än­der­ten Umstän­den anpasst 17. Die Struk­tur­ent­schei­dung des Art. 33 Abs. 5 GG belässt daher aus­rei­chend Raum, die geschicht­lich gewach­se­ne Insti­tu­ti­on in den Rah­men unse­res heu­ti­gen Staats­le­bens ein­zu­fü­gen und den Funk­tio­nen anzu­pas­sen, die das Grund­ge­setz dem öffent­li­chen Dienst in der frei­heit­li­chen, rechts- und sozi­al­staat­li­chen Demo­kra­tie zuschreibt. Ver­än­de­run­gen ver­sto­ßen daher nur dann gegen Art. 33 Abs. 5 GG, wenn sie nicht als Fort­ent­wick­lung des Beam­ten­rechts ein­ge­stuft wer­den kön­nen, son­dern in einen Kern­be­stand von Struk­tur­prin­zi­pi­en ein­grei­fen 18.
Die Aus­übung von Beur­kun­dungs­tä­tig­kei­ten durch Bezirks­no­ta­re zählt nicht zu die­sem Kern­be­stand von Struk­tur­prin­zi­pi­en. Der Notar ist seit der Reichs­no­tar­ord­nung nicht mehr Beam­ter. Die Her­aus­nah­me aus dem Beam­ten­sta­tus erfolg­te durch die Reichs­no­tar­ord­nung vom 13.02.1937, die durch die Bun­des­no­tar­ord­nung auf­recht­erhal­ten wird 19.
Der Staat hat kraft sei­ner Hoheits­ge­walt die Befug­nis, über die Form des Nota­ri­ats zu ent­schei­den. Es steht in sei­nem Ermes­sen, die­se Auf­ga­be der frei­wil­li­gen Gerichts­bar­keit den Gerich­ten anzu­ver­trau­en, beson­de­re Behör­den für sie ein­zu­rich­ten, sie haupt­amt­li­chen Nota­ren zu über­tra­gen oder den Rechts­an­wäl­ten zur neben­be­ruf­li­chen Amts­aus­übung zu über­las­sen.
Aus­weis­lich der Begrün­dung zum Ent­wurf eines Geset­zes zur Ände­rung der Bun­des­no­tar­ord­nung und ande­rer Geset­ze soll die Struk­tur­re­form des Nota­ri­ats in Baden-Würt­tem­berg dazu bei­tra­gen, die in unmit­tel­ba­rer Staats­ver­wal­tung erle­dig­ten Auf­ga­ben auf den Bestand zurück­zu­füh­ren, der in die Hand der unmit­tel­ba­ren Staats­ver­wal­tung gehö­re. Außer­dem soll mit­tels des Sys­tem­wech­sels die Orga­ni­sa­ti­on des Nota­ri­ats­we­sens in Baden-Würt­tem­berg ein­schließ­lich des Bereichs der frei­wil­li­gen Gerichts­bar­keit an die im übri­gen Bun­des­ge­biet bewähr­te Orga­ni­sa­ti­on her­an­ge­führt wer­den. Damit soll im Bereich des Nota­ri­ats eine his­to­risch beding­te Rechts­zer­split­te­rung berei­nigt wer­den 20. Mit einem flä­chen­de­cken­den Wech­sel vom Amts­no­ta­ri­at hin zum Nota­ri­at zur haupt­be­ruf­li­chen Amts­aus­übung las­se sich in allen Tei­len des Lan­des dau­er­haft ein funk­ti­ons­fä­hi­ges und leis­tungs­star­kes Nota­ri­at gewähr­leis­ten. Der Über­gang zur Regel­form des Nota­ri­ats bie­te den Nota­ren und den Notar­ver­tre­tern im Lan­des­dienst eine kla­re Per­spek­ti­ve für die Zukunft 21.
Bezirks­no­ta­re und die amts­an­ge­mes­se­ne Bech­äf­ti­gung[↑]
Der Bezirks­no­tar wird nicht in sei­nem grund­rechts­glei­chen Recht auf amts­an­ge­mes­se­ne Beschäf­ti­gung aus Art. 33 Abs. 5 GG ver­letzt. Sein sta­tus­recht­li­ches Amt bleibt mit der Son­der­lauf­bahn des geho­be­nen Diens­tes, der Besol­dung und der Amts­be­zeich­nung unbe­rührt.
Ein her­ge­brach­ter Grund­satz des Berufs­be­am­ten­tums ist der Anspruch des Beam­ten auf amts­an­ge­mes­se­ne Beschäf­ti­gung, das heißt auf Über­tra­gung einer sei­nem Sta­tus ent­spre­chen­den Funk­ti­on. Der Beam­te braucht grund­sätz­lich in Aus­übung sei­nes Amts nur sol­che Tätig­kei­ten zu ver­rich­ten, die sei­nem Sta­tus ent­spre­chen 22. Das Amt im sta­tus­recht­li­chen Sinn ist durch die Zuge­hö­rig­keit zu einer bestimm­ten Lauf­bahn oder Lauf­bahn­grup­pe, durch die Besol­dungs­grup­pe sowie durch die dem Beam­ten ver­lie­he­ne Amts­be­zeich­nung gekenn­zeich­net 23. Die­ser Anspruch bedeu­tet aller­dings kein Recht auf unver­än­der­te oder unge­schmä­ler­te Aus­übung eines bestimm­ten Amts im funk­tio­nel­len Sinn; der Beam­te muss viel­mehr Ände­run­gen sei­nes abs­trak­ten und kon­kre­ten Auf­ga­ben­be­rei­ches nach Maß­ga­be sei­nes sta­tus­recht­li­chen Amts hin­neh­men 24.
Es ent­spricht aber auch den her­ge­brach­ten Struk­tu­ren des Dienst­rechts im Fal­le wesent­li­cher Orga­ni­sa­ti­ons­än­de­run­gen wie Umbil­dung von Kör­per­schaf­ten des öffent­li­chen Rechts und einer Ände­rung der Ver­tei­lung ihrer Auf­ga­ben, die betrof­fe­nen Beam­ten fle­xi­bel ein­zu­set­zen, etwa durch die Mög­lich­keit des Dienst­herrn­wech­sels 25 oder auch durch Sta­tus­ver­än­de­run­gen 26. Der Dienst­herr muss die Mög­lich­keit haben, den Ein­satz des vor­han­de­nen Per­so­nals zu steu­ern, auf sich ver­än­dern­de Auf­ga­ben der öffent­li­chen Ver­wal­tung zu reagie­ren und zur Erhal­tung und Gewähr­leis­tung der Funk­ti­on der öffent­li­chen Ver­wal­tung uner­läss­li­che Maß­nah­men zu tref­fen 27. Dies zeigt sich ein­fach­recht­lich beson­ders in § 28 Abs. 3 BBG, wonach bei der Auf­lö­sung oder einer wesent­li­chen Ände­rung des Auf­baus oder der Auf­ga­ben einer Behör­de oder der Ver­schmel­zung von Behör­den Beam­te, deren Auf­ga­ben­ge­biet davon berührt wird, ohne ihre Zustim­mung in ein ande­res Amt der­sel­ben oder einer ande­ren Lauf­bahn mit gerin­ge­rem End­grund­ge­halt im Bereich des­sel­ben Dienst­herrn ver­setzt wer­den kön­nen. Die Vor­schrift erfasst neben orga­ni­sa­ti­ons­recht­li­chen Ver­set­zun­gen, die das Amt im sta­tus­recht­li­chen Sin­ne unbe­rührt las­sen, auch soge­nann­te sta­tus­be­rüh­ren­de Ver­set­zun­gen.
Der Beam­te muss Ände­run­gen des ihm über­tra­ge­nen kon­kret-funk­tio­nel­len Amts (Dienst­pos­tens), mit­hin sei­nes dienst­li­chen Auf­ga­ben­be­reichs, durch orga­ni­sa­to­ri­sche Maß­nah­men nach Maß­ga­be sei­nes Amts im sta­tus­recht­li­chen Sin­ne hin­neh­men. Der Dienst­herr kann aus jedem sach­li­chen Grund den Auf­ga­ben­be­reich des Beam­ten ver­än­dern, solan­ge die­sem ein amts­an­ge­mes­se­ner Auf­ga­ben­be­reich ver­bleibt. Beson­der­hei­ten des bis­he­ri­gen Auf­ga­ben­be­reichs des dem Beam­ten über­tra­ge­nen Amts, wie bei­spiels­wei­se der Vor­ge­setz­ten­funk­ti­on, Beför­de­rungs­mög­lich­kei­ten oder einem etwai­gen gesell­schaft­li­chen Anse­hen, kommt kei­ne das Ermes­sen des Dienst­herrn bei der Ände­rung des Auf­ga­ben­be­reichs ein­schrän­ken­de Wir­kung zu 28.
Durch einen Ent­zug der Beur­kun­dungs­tä­tig­keit und der ver­blei­ben­den Tätig­keit in den der frei­wil­li­gen Gerichts­bar­keit zuge­ord­ne­ten Fel­dern des Betreu­ungs- und Nach­lass­we­sens wird der Bezirks­no­tar nicht in sei­nem grund­rechts­glei­chen Recht auf amts­an­ge­mes­se­ne Beschäf­ti­gung ver­letzt.
Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat bereits in sei­ner Ent­schei­dung zur Neu­be­set­zung von 25 Notar­stel­len im Bereich des badi­schen Nota­ri­ats dar­auf hin­ge­wie­sen, dass aus der Siche­rung des sta­tus­recht­li­chen Amts in Art. 33 Abs. 5 GG kei­ne Garan­tie folgt, neben der Beur­kun­dungs­tä­tig­keit allein oder weit über­wie­gend Auf­ga­ben in Grund­buch- und Nach­lass­sa­chen wahr­zu­neh­men 29. Dies gilt auch umge­kehrt. Die den Bezirks­no­ta­ren nach § 29 Abs. 1 Satz 1, § 17 Abs. 3 und § 38 LFGG in der Fas­sung bis zum 31.12 2017 zuge­wie­se­nen Auf­ga­ben in Grund­buch- und Nach­lass­sa­chen prä­gen als nicht­rich­ter­lich sta­tu­ier­te Auf­ga­ben­fel­der das jewei­li­ge sta­tus­recht­li­che Amt eines Notars im Lan­des­dienst. Eine aus­schließ­li­che Tätig­keit in die­sen Berei­chen stellt kei­ne unter­wer­ti­ge Tätig­keit dar 29.
Nach § 17 Abs. 3 LFGG in der Fas­sung ab dem 1.01.2018 ist der Notar bei der Abtei­lung "Frei­wil­li­ge Gerichts­bar­keit" für alle Auf­ga­ben des Nota­ri­ats zustän­dig, soweit sie nicht der Geschäfts­stel­le oder dem Urkund­s­be­am­ten der Geschäfts­stel­le über­tra­gen sind. § 33 RPflG und § 3 Abs. 1 LFGG blei­ben unbe­rührt. Wer die Befä­hi­gung zum Amt des Bezirks­no­tars erwor­ben hat, ver­fügt über eine beson­de­re Qua­li­fi­ka­ti­on, die einen weit­ge­hen­den Ver­zicht auf die Rich­ter­vor­be­hal­te des Rechts­pfle­ger­ge­set­zes recht­fer­tigt. Dies bringt der neue § 33 Abs. 3 RPflG zum Aus­druck. Er über­trägt den mit Auf­ga­ben der Rechts­pfle­ge betrau­ten Beam­ten des Jus­tiz­diens­tes im Bereich der Kind­schafts- und Adop­ti­ons­sa­chen, in Betreu­ungs­sa­chen und betreu­ungs­ge­richt­li­chen Zuwei­sungs­sa­chen oder in Nach­lass- und Tei­lungs­sa­chen Auf­ga­ben in dem Umfang, in dem sie schon bis­her von den im würt­tem­ber­gi­schen Rechts­ge­biet bestell­ten Nota­ren im Lan­des­dienst und Notar­ver­tre­tern erle­digt wur­den. Hier gel­ten bestimm­te Rich­ter­vor­be­hal­te nicht. Gegen­über der Rechts­la­ge vor dem Inkraft­tre­ten einer umfas­sen­den Struk­tur­re­form des Nota­ri­ats in Baden-Würt­tem­berg ändert sich damit mate­ri­ell nichts. Zugleich ist gewähr­leis­tet, dass die Auf­ga­ben wei­ter­hin im bis­he­ri­gen Umfang von den Bediens­te­ten wahr­ge­nom­men wer­den 30.
Wei­ter­hin erge­ben sich amts­an­ge­mes­se­ne Beschäf­ti­gungs­mög­lich­kei­ten als Prü­fer im Sin­ne des § 114 Abs. 7 BNo­tO. Aus dem Kreis der Nota­re im Lan­des­dienst und Notar­ver­tre­ter, die nicht zu Nota­ren zur haupt­be­ruf­li­chen Amts­aus­übung bestellt wer­den, wer­den Prü­fer beru­fen, die die Auf­sichts­be­hör­den bei ihrer Auf­sichts­tä­tig­keit unter­stüt­zen 31.
Zwar mag es sein, dass mit der Beur­kun­dungs­funk­ti­on Ver­ant­wor­tung und gesell­schaft­li­ches Anse­hen ver­bun­den sind. Aller­dings sind Art und Schwie­rig­keit der bis­he­ri­gen Auf­ga­ben, Füh­rungs­funk­tio­nen, Anse­hen in der Öffent­lich­keit, Auf­stiegs­mög­lich­kei­ten, eine Ver­rin­ge­rung der Mit­ar­bei­ter­zahl, der Ver­lust der Vor­ge­setz­ten­ei­gen­schaft oder einer Funk­ti­ons­be­zeich­nung ohne sta­tus­recht­li­che Bedeu­tung 32.
Im Ergeb­nis blei­ben dem Bezirks­no­tar wei­ter­hin ori­gi­nä­re Auf­ga­ben der frei­wil­li­gen Gerichts­bar­keit und damit sei­nem Sta­tus­amt ent­spre­chen­de Auf­ga­ben. Die Wer­tig­keit des Amts zeigt sich auch in der lauf­bahn­recht­li­chen Ein­ord­nung zum geho­be­nen Dienst, die – ent­ge­gen des Vor­brin­gens des Bezirks­no­tars – wei­ter­hin bestehen bleibt. Damit wird das sta­tus­recht­li­che Amt des Bezirks­no­tars nicht berührt; denn weder die Zuge­hö­rig­keit zur Lauf­bahn, noch die Besol­dungs­grup­pe (mit End­grund­ge­halt), noch die ver­lie­he­ne Amts­be­zeich­nung wer­den ver­än­dert.
Bezirks­no­ta­re und die Für­sor­ge­pflicht des Dienst­herrn[↑]
Ein Ver­stoß gegen die Für­sor­ge­pflicht ist eben­falls nicht gege­ben.
Zu den her­ge­brach­ten Grund­sät­zen des Berufs­be­am­ten­tums gehört auch der Grund­satz der Für­sor­ge­pflicht des Dienst­herrn gegen­über dem Beam­ten 33. Der Grund­satz ist das Kor­re­lat zum her­ge­brach­ten Grund­satz der Treue­pflicht des Beam­ten. Die Für­sor­ge­pflicht ver­pflich­tet den Dienst­herrn, bei sei­nen Ent­schei­dun­gen die wohl­ver­stan­de­nen Inter­es­sen des Beam­ten in gebüh­ren­der Wei­se zu berück­sich­ti­gen, d.h. den Beam­ten gegen unbe­rech­tig­te Anwür­fe in Schutz zu neh­men, ihn ent­spre­chend sei­ner Eig­nung und Leis­tung zu för­dern und bei sei­nen Ent­schei­dun­gen die wohl­ver­stan­de­nen Inter­es­sen des Beam­ten in gebüh­ren­der Wei­se zu berück­sich­ti­gen 34.
Die Befug­nis­se der Nota­re im Lan­des­dienst wer­den zwar geän­dert. Ihnen ver­blei­ben aber die Kom­pe­ten­zen im Betreu­ungs, Grund­buch- und Nach­lass­we­sen. In die­ser Kon­stel­la­ti­on ste­hen mit dem Weg­fall der Beur­kun­dungs­funk­ti­on vor­nehm­lich finan­zi­el­le Aspek­te für den Bezirks­no­tar im Vor­der­grund. Wäh­rend den frei­be­ruf­lich täti­gen Nota­ren im Sin­ne von § 3 BNo­tO die Gebüh­ren für ihre Tätig­keit selbst zuflie­ßen, wer­den die Notar­kos­ten der im Lan­des­dienst ste­hen­den baden-würt­tem­ber­gi­schen Amts­no­ta­re nach Maß­ga­be des Lan­des­jus­tiz­kos­ten­ge­set­zes des Lan­des Baden-Würt­tem­berg grund­sätz­lich zur Staats­kas­se erho­ben. Den Amts­no­ta­ren ver­blei­ben aber gleich­wohl Gebüh­ren­an­tei­le 35. Die Berüh­rung sol­cher Inter­es­sen ver­mag eine Für­sor­ge­pflicht­ver­let­zung jedoch nicht zu begrün­den 36.
Bezirks­no­ta­re und die amts­an­ge­mes­se­ne Ali­men­tie­rung[↑]
Ein Ver­stoß gegen den Grund­satz der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­tie­rung infol­ge der Nota­ri­ats­re­form liegt eben­falls nicht vor.
Nach dem Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip ist der Dienst­herr ver­pflich­tet, den Beam­ten und sei­ne Fami­lie lebens­lang ange­mes­sen zu ali­men­tie­ren und ihm nach sei­nem Dienst­rang, nach der mit sei­nem Amt ver­bun­de­nen Ver­ant­wor­tung und nach Maß­ga­be der Bedeu­tung des Berufs­be­am­ten­tums für die All­ge­mein­heit ent­spre­chend der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se und des ange­mes­se­nen Lebens­stan­dards einen ange­mes­se­nen Lebens­un­ter­halt zu gewäh­ren. Dies schließt eine Kür­zung der Bezü­ge aus sach­li­chen Grün­den nicht aus 37.
Der Bezirks­no­tar erhält aber auch nach Weg­fall der Beur­kun­dungs­tä­tig­keit eine Besol­dung, wel­che min­des­tens sei­ner Besol­dungs­grup­pe A 14 ent­spricht. Eine Bestands­ga­ran­tie für die neben der Besol­dung in der Ver­gan­gen­heit belas­se­nen Gebüh­ren­an­tei­le kann Art. 33 Abs. 5 GG nicht ent­nom­men wer­den 38. Dafür, dass ihm in Zukunft mit der Besol­dung – unter Weg­fall der ihm zukom­men­den Gebüh­ren­an­tei­le für die Beur­kun­dungs­tä­tig­keit – ein amts­an­ge­mes­se­ner Lebens­un­ter­halt nicht mehr ermög­licht wird 39, lie­gen kei­ne Anhalts­punk­te vor.
Nota­ri­ats­re­form und Ver­trau­ens­schutz[↑]
Der rechts­staat­li­che Grund­satz des Ver­trau­ens­schut­zes ist eben­falls nicht ver­letzt.
Der Grund­satz hat in Art. 33 Abs. 5 GG eine beson­de­re Aus­prä­gung erfah­ren. Die her­ge­brach­ten Grund­sät­ze des Berufs­be­am­ten­tums erfül­len für den Bereich des Beam­ten­rechts die Funk­ti­on des Ver­trau­ens­schut­zes. Die her­ge­brach­ten Grund­sät­ze des Berufs­be­am­ten­tums sol­len dem Beam­ten Rechts­si­cher­heit hin­sicht­lich der durch Art. 33 Abs. 5 GG geschütz­ten Güter gewähr­leis­ten und ins­be­son­de­re ver­hin­dern, dass Beam­te in ihrem schutz­wür­di­gen Ver­trau­en auf amts­an­ge­mes­sen Ali­men­ta­ti­on ent­täuscht wer­den 40.
Ein schutz­wür­di­ges Ver­trau­en auf den Bestand der Nota­ri­ats­form in Baden-Würt­tem­berg besteht nicht; einen Hin­weis dafür gibt Art. 74 Abs. 1 Nr. 1 GG, der davon aus­geht, dass das Recht des Nota­ri­ats unter dem Vor­be­halt des Art. 138 GG bun­des­ein­heit­lich gere­gelt wer­den kann 41.
GG beschränkt sich im Bereich des his­to­risch gewach­se­nen Nota­ri­ats­rechts dar­auf, Rück­sicht auf die Beson­der­hei­ten der süd­deut­schen Län­der zu neh­men und die Inan­spruch­nah­me der Bun­des­kom­pe­tenz an die Zustim­mung der betrof­fe­nen Län­der zu knüp­fen 42. Bei Art. 138 GG han­delt es sich um ein Reser­vat­recht, also um ein Hoheits­recht, das nach der all­ge­mei­nen Kom­pe­tenz­ord­nung an sich dem Bund zusteht, für das aber Vor­be­hal­te zuguns­ten ein­zel­ner Län­der bestehen. Die Ver­fas­sungs­be­stim­mung hat mate­ri­el­le Aus­sa­ge­kraft nur inso­weit, als die unter­schied­li­chen Nota­ri­ats­sys­te­me ver­fas­sungs­recht­lich aner­kannt wer­den 43. Einen wei­ter­ge­hen­den (mate­ri­el­len) Aus­sa­ge­ge­halt hat Art. 138 GG nicht. Ange­sichts des aus­drück­li­chen Wort­lauts des Art. 138 GG, der eine "Ände­rung" der Ein­rich­tun­gen des jetzt bestehen­den Nota­ri­ats von der Zustim­mung abhän­gig macht, kann sich hier­aus – wie es das Ver­wal­tungs­ge­richt Sig­ma­rin­gen in sei­nem Urteil vom 20.09.2016 bezeich­net – nur ein "rela­ti­ver Bestand­schutz" erge­ben, mit­hin kei­ne ver­fas­sungs­recht­li­che Ver­pflich­tung zur Auf­recht­erhal­tung der Nota­ri­ats­ver­fas­sung.
Soweit der Gesetz­ge­ber bestehen­de Rechts­la­gen, Berech­ti­gun­gen und Rechts­ver­hält­nis­se auf­hebt oder modi­fi­ziert, muss er erwä­gen, in geeig­ne­ter Wei­se die Fol­gen durch eine ange­mes­se­ne Über­gangs­re­ge­lung abzu­mil­dern oder aus­zu­glei­chen. Dies ist zum einen im Rah­men der Abwä­gung zwi­schen dem Ein­zel­in­ter­es­se der Betrof­fe­nen und der Bedeu­tung des gesetz­ge­be­ri­schen Anlie­gens für das Wohl der All­ge­mein­heit zu berück­sich­ti­gen.
Bei der Aus­ge­stal­tung der Stich­tags- und Über­gangs­re­ge­lung steht dem Gesetz­ge­ber ein wei­ter Gestal­tungs­spiel­raum zur Ver­fü­gung. Zwi­schen der sofor­ti­gen, über­gangs­lo­sen Inkraft­set­zung des neu­en Rechts und dem unge­schmä­ler­ten Fort­be­stand begrün­de­ter sub­jek­ti­ver Rechts­po­si­tio­nen sind viel­fa­che Abstu­fun­gen denk­bar. Die ver­fas­sungs­recht­li­che Prü­fung von Stich­tags­re­ge­lun­gen muss sich dar­auf beschrän­ken, ob der Gesetz­ge­ber den ihm zuste­hen­den Spiel­raum in sach­ge­rech­ter Wei­se genutzt hat, ins­be­son­de­re ob die Ein­füh­rung des Stich­tags über­haupt und die Wahl des Zeit­punkts am gege­be­nen Sach­ver­halt ori­en­tiert und damit sach­lich ver­tret­bar war. In beson­de­ren Lagen kön­nen Über­gangs­re­ge­lun­gen gebo­ten sein 44. Die­se Grund­sät­ze gel­ten eben­so für die Anwen­dung der her­ge­brach­ten Grund­sät­ze des Berufs­be­am­ten­tums im Sin­ne des Art. 33 Abs. 5 GG 45.
Die­sen Maß­stä­ben genügt § 114 BNo­tO in der Fas­sung vom 15.07.2009. Hier­nach soll der Sys­tem­wech­sel zum 1.01.2018 voll­zo­gen und die baden-würt­tem­ber­gi­schen Amts­no­ta­re zu frei­be­ruf­li­chen Nota­ren bestellt wer­den.
Die Fra­ge der Fest­le­gung der zweck­mä­ßigs­ten oder effi­zi­en­tes­ten Über­füh­rung in die künf­ti­ge Notar­struk­tur betrifft zuvör­derst rechts­po­li­ti­sche Über­le­gun­gen des Lan­des Baden-Würt­tem­berg 36. Es obliegt der staat­li­chen Orga­ni­sa­ti­ons­ge­walt, Ein­rich­tung und Auf­bau der staat­li­chen Ver­wal­tung zu ord­nen sowie die Art und Wei­se, wie die staat­li­chen Auf­ga­ben erfüllt wer­den sol­len, näher zu regeln, ins­be­son­de­re auch – im Rah­men der Grund­sät­ze des Art. 33 GG – zu bestim­men, wer mit der Erfül­lung staat­li­cher Auf­ga­ben betraut wer­den soll 46.
Der Gesetz­ge­ber hat sich ange­sichts der ent­ge­gen­ste­hen­den Schwie­rig­kei­ten bei einer – wie vom Bezirks­no­tar vor­ge­schla­ge­nen – über­gangs­wei­sen Auf­recht­erhal­tung der Nota­ri­ats­for­men bis zum alters­be­ding­ten Aus­schei­den der Bezirks­no­ta­re aus dem Dienst und damit einem Par­al­lel­lauf der Nota­ri­ats­for­men für eine Stich­tags­re­ge­lung ent­schie­den. Ohne dass es dar­auf ankä­me, ob auch die Auf­recht­erhal­tung der über­kom­me­nen Rechts­ver­schie­den­heit im Lan­des­ge­biet einer­seits und im Bun­des­ge­biet ande­rer­seits ver­fas­sungs­recht­lich unbe­denk­lich gewe­sen wäre. Ihre Besei­ti­gung könn­te im Hin­blick dar­auf, dass sie his­to­risch begrün­det ist und einer ein­ge­wur­zel­ten Tra­di­ti­on ent­spricht, nur dann einen Ver­fas­sungs­ver­stoß dar­stel­len, wenn sich für die Neu­re­ge­lung sach­lich ver­tret­ba­re Grün­de nicht anfüh­ren lie­ßen, wenn sie also will­kür­lich wäre.
Dies ist vor­lie­gend nicht der Fall. Gewich­ti­ger Gesichts­punkt, der für eine Struk­tur­re­form zu einem Stich­tag spricht, ist der Nach­teil einer Jahr­zehn­te andau­ern­den Über­lei­tung. Der Bun­des­ge­setz­ge­ber führt hier­zu an, dass Nota­re im Sin­ne des § 3 BNo­tO nur suk­zes­si­ve bestellt wer­den könn­ten, wenn das Auf­ga­ben­spek­trum der Nota­re im Lan­des­dienst bis zur Pen­sio­nie­rung eines jeden Amts­trä­gers im heu­te bestehen­den Maße gewähr­leis­tet wer­den müss­te. Im Bereich der frei­wil­li­gen Gerichts­bar­keit käme es zu Misch­struk­tu­ren, die orga­ni­sa­to­risch kaum zu bewäl­ti­gen und für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger nur schwer zu durch­schau­en wären 20.
Damit trägt der Gesetz­ge­ber vor­ran­gig den Erfor­der­nis­sen einer geord­ne­ten Rechts­pfle­ge Rech­nung, wobei er das Bedürf­nis nach einer ange­mes­se­nen Ver­sor­gung der Recht­su­chen­den mit nota­ri­el­len Leis­tun­gen zu berück­sich­ti­gen hat­te 47.
Der Gesetz­ge­ber hat dabei die ver­fas­sungs­recht­li­che Span­nungs­la­ge zwi­schen Art. 138 GG und Art. 33 Abs. 5 GG nicht ein­sei­tig zu Las­ten der Bezirks­no­ta­re und zuguns­ten der Stei­ge­rung der Struk­tur­re­form auf­ge­löst. Er ermög­licht durch das Gesetz zur Reform des Nota­ri­ats- und Grund­buch­we­sens in Baden-Würt­tem­berg zu Guns­ten der Nota­re und Notar­ver­tre­ter, die im Lan­des­dienst ver­blei­ben, einen stu­fen­wei­sen Über­gang 48:
Nach § 114 Abs. 2 Satz 1 BNo­tO gilt, wer am 31.12 2017 als Notar im Lan­des­dienst oder als Notar­ver­tre­ter im Sin­ne des baden-würt­tem­ber­gi­schen Lan­des­ge­set­zes über die frei­wil­li­ge Gerichts­bar­keit bei den Abtei­lun­gen "Beur­kun­dung und vor­sor­gen­de Rechts­pfle­ge" der staat­li­chen Nota­ria­te tätig war und mit Ablauf des 31.12 2017 auf eige­nen Antrag aus dem Lan­des­dienst ent­las­sen wur­de, als am 1.01.2018 zum Notar im Sin­ne des § 3 Abs. 1 BNo­tO bestellt. § 17 Abs. 3 Satz 4 LFGG bestimmt, dass als Notar bei der Abtei­lung "Beur­kun­dung und vor­sor­gen­de Rechts­pfle­ge" nur ver­wen­det wird, wer die Bestel­lung zum Notar zur haupt­be­ruf­li­chen Amts­aus­übung anstrebt und nach sei­ner Per­sön­lich­keit und sei­nen Leis­tun­gen für die­ses Amt geeig­net ist. Mit § 17 Abs. 3 LFGG und § 114 Abs. 3 BNo­tO wird den beam­te­ten Nota­ren lan­des­recht­lich in Baden-Würt­tem­berg ein pri­vi­le­gier­ter, wei­te­rer Zugang zum frei­en Beruf des Notars geschaf­fen, ohne dass ihre Mög­lich­keit, die­sen Beruf – nach Aus­schei­den aus dem Dienst des Lan­des – ent­spre­chend der bun­des­recht­li­chen Rege­lun­gen für die­sen Beruf zu ergrei­fen, ein­ge­schränkt wird. Inso­fern sieht § 114 Abs. 5 BNo­tO viel­mehr vor, dass Per­so­nen, die am 31.12 2017 zum Notar im Lan­des­dienst bestellt waren und sich um eine Bestel­lung zum Notar nach § 3 Abs. 1 BNo­tO bewer­ben, Bewer­bern gleich­ste­hen, die einen drei­jäh­ri­gen Anwär­ter­dienst als Nota­ras­ses­sor geleis­tet haben und sich im Anwär­ter­dienst des Lan­des Baden-Würt­tem­berg befin­den 49. Damit wird zu Guns­ten sämt­li­cher (ehe­ma­li­ger) Nota­re im Lan­des­dienst und Notar­ver­tre­ter bei der Bestel­lung von Nota­ren zur haupt­be­ruf­li­chen Amts­aus­übung nach dem 1.01.2018 in Baden-Würt­tem­berg ein Regel­vor­rang grei­fen.
Die bis­her im würt­tem­ber­gi­schen Rechts­ge­biet bestell­ten Nota­re im Lan­des­dienst und Notar­ver­tre­ter wer­den zu den Amts­ge­rich­ten wech­seln und dort wei­ter mit Auf­ga­ben der frei­wil­li­gen Gerichts­bar­keit betraut sein. Sie wer­den die­se Auf­ga­ben im bis­her bewähr­ten Umfang wahr­neh­men. Die wei­ter gehen­den Rich­ter­vor­be­hal­te nach dem Rechts­pfle­ger­ge­setz wer­den für sie nicht gel­ten. Aus dem Kreis der Nota­re im Lan­des­dienst und Notar­ver­tre­ter, die nicht zu Nota­ren zur haupt­be­ruf­li­chen Amts­aus­übung bestellt wer­den, wer­den Prü­fer beru­fen, die die Auf­sichts­be­hör­den bei ihrer Auf­sichts­tä­tig­keit unter­stüt­zen.
Die­se Über­gangs­re­ge­lung ist nicht sach­wid­rig. Dabei ist auch zu beach­ten, dass mit dem Bun­des­ge­setz zur Ände­rung der Bun­des­no­tar­ord­nung und ande­rer Geset­ze vom 15.07.2009 3 und dem Lan­des­ge­setz zur Reform des Nota­ri­ats- und Grund­buch­we­sens in Baden-Würt­tem­berg vom 29.07.2010 6 die Nota­ri­ats­re­form zum 1.01.2018 – also nach einer acht­jäh­ri­gen Über­gangs­pha­se – ein­ge­lei­tet wur­de 50.
Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 24. Febru­ar 2017 – 2 BvR 2524/​16
BR-Drs. 930/​07[↩]
BT-Drs. 16/​8696[↩]
GBl S. 614, 616[↩]
BGBl I 2009 S. 1798, 1800[↩]
GBl S. 555[↩][↩]
LT-Drucks. 14/​6250, S. 29 f.[↩]
VG Sig­ma­rin­gen, Urteil vom 20.09.2016 – 4 K1435/​15[↩]
VGH Baden-Würt­tem­berg, Beschluss vom 06.02.3017 – 4 S 2542/​16[↩]
BGBl l S.2090[↩]
GBl BW S. 89[↩]
GBl BW S. 555[↩]
BGBl l S. 1798[↩]
vgl. BVerfGE 141, 56, 69 Rn. 33[↩]
vgl. BVerfGE 119, 247, 262 f. m.w.N.; BVerfG, Beschluss vom 16.12 2015 – 2 BvR 1958/​13 – 34 f.[↩]
vgl. BVerfGE 7, 155, 162; 114, 258, 288; 117, 330, 348; 119, 247, 262[↩]
vgl. BVerfGE 97, 350, 376 f.; 117, 330, 348 f.[↩]
vgl. BVerfGE 117, 330, 348, 349; BVerfG, Beschluss vom 02.05.2016 – 2 BvR 1137/​14 – 21[↩]
vgl. BVerfGE 17, 371, 378[↩]
BT-Drs. 16/​8696, S. 9[↩][↩]
LTDrucks 14/​6250, S. 28[↩]
vgl. BVerfGE 70, 251, 266[↩]
vgl. BVerfGE 70, 251, 266 f.[↩]
vgl. BVerfGE 52, 303, 354 f.; BVerfG, Beschluss vom 16.12 2015 – 2 BvR 1958/​13 – 37[↩]
vgl. BVerfGE 17, 172, 187 f.; BVerw­GE 135, 286, 288 Rn. 14[↩]
vgl. BVerw­GE 151, 114, 124 Rn. 32[↩]
vgl. Ent­wurf eines Geset­zes zur Reform des öffent­li­chen Dienst­rechts, BT-Drs. 13/​3994, S. 27, 32[↩]
vgl. BVerfG, Beschluss vom 30.01.2008 – 2 BvR 754/​07 – 10; BVerw­GE 60, 144, 150; 89, 199, 201[↩]
vgl. BVerfG, Beschluss vom 16.10.2007 – 2 BvR 1825/​07 – 11[↩][↩]
vgl. BT-Drs. 16/​8696, S. 12[↩]
vgl. BT-Drs. 16/​8696, S. 9[↩]
vgl. BVerw­GE 60, 144, 152 f.[↩]
vgl. BVerfGE 8, 332, 356 f.; 43, 154, 165 f.; 46, 97, 117; 83, 89, 100; 106, 225, 232[↩]
vgl. BVerfGE 43, 154, 165[↩]
vgl. BVerfG, Beschluss vom 09.12 2008 – 2 BvR 2120/​03 – 8[↩]
vgl. BVerfG, Beschluss vom 16.10.2007 – 2 BvR 1825/​07 – 12[↩][↩]
vgl. BVerfGE 114, 258, 289[↩]
vgl. BVerfGK 7, 117, 119; BVerfG, Beschluss vom 16.10.2007 – 2 BvR 1825/​07 – 10[↩]
vgl. hier­zu BVerfGE 107, 218, 237[↩]
vgl. BVerfGE 76, 256, 347 m.w.N.[↩]
vgl. BVerfGE 16, 6, 24 f.[↩]
vgl. BVerfGE 111, 191, 223[↩]
vgl. BVerfG, Beschluss vom 09.12 2008 – 2 BvR 2120/​03 – 9; BGHZ 38, 228, 232[↩]
vgl. BVerfGE 7, 377, 398; 73, 280, 292[↩]
vgl. BVerfGE 17, 371, 379 f.; BVerfGK 7, 458, 463; BGH, Beschluss vom 14.04.2008 – NotZ 118/​07 – 11 m.w.N.[↩]
BT-Drs. 16/​8696, S. 9 f.[↩]
vgl. VGH Baden-Würt­tem­berg, Beschluss vom 11.05.2016 – 4 S 114/​16[↩]
so schon BVerfG, Beschluss vom 09.12 2008 – 2 BvR 2120/​03 – 9[↩]
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