Source: http://bus-stop.de/index.php?option=com_content&view=article&id=36&Itemid=145
Timestamp: 2018-01-21 02:16:21
Document Index: 8676014

Matched Legal Cases: ['§ 78', '§ 1', '§1', '§11', '§13', '§13', '§1', '§13', '§14', '§13', '§ 28', '§ 34', '§ 28', '§13', '§73', '§ 78']

Trägerdarstellung
Das Interkulturelle Kinder-, Jugend- und Familienzentrum BUS-STOP ist seit 1998 in dem Sozialraum Lichterfelde-Süd aktiv. Seit 2014 ist aus der Stützpunktarbeit ein interkulturerlles Zentrum entstanden. Das Konzept der Arbeit ist auf die Bedarfe und Gewohnheiten sowie auf die soziale und kulturelle Herkunft der Kinder, Jugendlichen und Familien im Kiez ausgerichtet. Mit speziellen Programmen, Projekten und offenen, täglichen Angeboten reagiert BUS-STOP mobil und flexibel auf die ständig wechselnden Herausforderungen. Über die Mitarbeit in lokalen Gremien wie der Regionalen AG Region B1 ( Lichterfelde Südwest) nach § 78 des KJHGs, der Stadtteilkonferenz „Runder Tisch Lichterfelde-Süd“, der AG Mädchenförderung, dem Migrations- und Integrationsbeirat, dem Integrationsausschuss, dem Jugendhilfeausschuss oder dem Präventionsbeirat ist BUS-STOP mit anderen freien und öffentlichen Trägern und den politisch Verantwortlichen im Sozialraum vernetzt. BUS-STOP arbeitet im Lokalen Bündnis für Bildung in kurzer Vernetzung mit den Einrichtungen der Regelbetreuung für Kinder eng zusammen. Bus-Stop arbeitet seit 2013 aktiv in der Willkommenskultur für Flüchtlinge mit und hat mit seinen lokalen Integrationsbeauftragten aufsuchende und einladende Betreuung und Angebote für Flüchtlingsgruppenunterkünfte im Einzugsbereich übernommen. Am 7. Mai 2014 wurde ein Willkommensbündnis in Steglitz-Zehlendorf für Menschen nach Flucht und Vertreibung gegründet. Seitdem ist Bus-Stop in der Steuerungsgruppe aktiv. BUS-STOP ist seit dem 27.10.2007 ein eingetragener Verein, Vereinsregister Nr. VR 26869. Die Gemeinnützigkeit dient der Jugendhilfe und der Bildung und Erziehung. BUS-STOP e.V. ist Mitglied in der Ev. Jugend Berlin-Brandenburg-Oberlausitz.
§§ Rechtliche Grundlagen
Den rechtlichen Rahmen für die Konzeption einer mobilen Jugendberatung bilden die §§ 1, 11,13 und 16 (SGB VIII )des KJHGs. Das normative Fundament bildet der §1, der jedem Menschen ein „Recht auf Förderung seiner Entwicklung und Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit” zugesteht. Die besonderen Ziele und Aufgaben der mobilen Jugendarbeit sind noch fundierter im Absatz 3 angesprochen. Jugendhilfe soll „junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördern und dazu beitragen Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen”. Im §11 KJHG „Jugendarbeit” liegt unserer Meinung nach die gesetzliche Grundlage für die Aufgabe der Jugendberatung. Im Absatz 3 ist diese als ein Schwerpunkt der Jugendarbeit aufgeführt.
Im Inhalt und Umfang von Jugendsozialarbeit nach §13 findet BUS-STOP seine Aufgaben und in der Hilfestellung bei der sozialpädagogischen, vor allem aber der berufsbezogenen Integrationshilfe für junge Menschen, die aus sozialen oder persönlichen Gründen Schwierigkeiten haben mit individuellen oder gesellschaftlichen Anforderungen zurechtzukommen. Gemäß dem Asylrecht dehnt sich die Jugendhilfe auch auf junge Menschen, die nach Flucht und Vertreibung ein Bleiberecht haben, aus. Deren Integration gemäß unserem Grundrecht/Verfassung ist somit ein Teil der im Jugendrecht verankerten Aufgaben. Die Hilfen zielen nach §13,Abs. 1 bis 3 auf die ganzheitliche Förderung der Entwicklung (Selbstständigkeit) und der Integration junger Menschen gemäß §1 Abs. 1 - unter anderem im Schulsozialbereich - die besonders den Übergang von der Schule in die Berufswelt fördern kann. Insoweit entspricht die Beschreibung von Jugendsozialarbeit in §13 den erweiterten tatsächlichen Handlungsfeldern in den Bereichen Jugend und Schule, Jugend und Ausbildung, Jugend und Arbeit und Jugend und gesellschaftliche Eingliederung.
Integration bedarf immer auch entwicklungspolitischer Handlungsfelder.
Im §14 KJHG „erzieherischer Kinder- und Jugendschutz” sehen wir die Aufgabenstellung für eine mobile Jugendberatung, nämlich auf Grundlage des besonderen Einblicks und der Analyse der Gefährdungssituation bestimmter junger Menschen, darin, deren Bedarf öffentlich zu machen und dafür zu werben, entsprechende sozialpädagogische Angebote bereitzustellen, die diese Gefährdungssituation entschärfen.
Theoretischer Hintergrund (Sozialraumorientierung)
Die wichtigsten Schritte in Richtung Sozialraumorientierung haben wir aus unseren mit dem öffentlichen Träger der Kinder- und Jugendförderung und den mit uns kooperierenden freien Trägern der Jugendhilfe gemachten Erfahrungen zugrunde gelegt:
- Neue Arbeitsfelder von vornherein in Kooperation mit bestehenden Angeboten oder - noch besser - integriert mit anderen Hilfen aufzubauen,
- neue Mitarbeiter/Innen nicht für ein spezialisiertes Arbeitsfeld einzustellen, sondern einen flexiblen Einsatz zu vereinbaren,
- ein Netz von Kooperation, Beratung und Rückendeckung aufzubauen, um eine Krise mit einem Jugendlichen ohne Ausgrenzung durchzustehen,
- jugendhilfepolitische Ziele mit dem Jugendamt und freien Trägern gemeinsam zu erarbeiten und partnerschaftlich zu vereinbaren, welche Leistungen mit welchen Mitteln zu erbringen sind,
- die Weiterentwicklung unseres aufgebauten Kiezmentoring/lokale Integrationsbeauftragte-Ausbildungs-Programmes für die Region Lichterfelde-Süd weiter zu entwickeln,
- ausgebildete Mentoren/lokale Integrationsbeauftragte im Sozialraum mit entsprechender pädagogischer Begleitung(Coaching) einzusetzen. Hierbei werden sie rechtlich nach dem Personenhilfevertrag mit einer Dienstaufwandsentschädigung in der Sozialarbeit eingesetzt. Dieses kommt einer Übungsleitertätigkeit/Jugendleitertätigkeit gleich.
-Durchführung und Vorhalten von Integrationsangeboten für Geflüchtete, wobei das Einüben von sozialen Kompetenzen sowie die Vermittlung demokratischer Grundwerte im Vordergrund stehen.
- Bus-Stop arbeitet im Bündnis Jugendhilfe und Schule aktiv mit und versteht sich als Brückeninstitution zwischen Lernwelt und Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen.
Kriterien sind für uns:
- dass die Angebote für unseren spezifischen Sozialraum, einschließlich der nahe gelegenen Flüchtlingsgruppenunterkünften, möglichst unter Mitwirkung bzw. Beteiligung der Adressat/Innen entwickelt werden(Kiezmentoring),
- dass sich alle Mitarbeiter/Innen auf den Sozialraum einlassen,
- dass die Konzepte offen für Kooperation sind,
- dass die Handlungsweisen für alle transparent sind,
- dass die Projekte an den vorhandenen Ressourcen einzelner Hilfebedürftiger und des Sozialraums ansetzen und entsprechend Selbsthilfepotentiale aufbauen,
- dass unsere Jugendhilfe im Bezirk / Gemeinde und Sozialraum verankert ist.
Gemäß §13 AG KJHG,1-
"aufsuchende Jugendsozialarbeit wendet sich insbesondere an alleingelassene, aggressive, resignative, suchtgefährdete oder straffällig gewordene junge Menschen und Menschen nach Flucht und Vertreibung, die im Asylverfahren sind, und fördert deren Integration”-
so sehen wir als Zielgruppe für die Arbeit einer mobilen/aufsuchenden Jugendberatung deutsche und nichtdeutsche Jugendliche und junge Volljährige im Alter von 14 - 27 Jahren sowie deren Familien in besonders schwierigen Lebenssituationen, d.h. junge Menschen, die sich in krisenhaften Prozessen befinden aufgrund von Schwierigkeiten in Problemfeldern wie:
-Integration: Vermittlung von sozialen Kompetenzen, für Integration, Ausbildung, Bildung und Chancen auf den 1. Arbeitsmarkt
-Ablösungsprozessen vom Elternhaus, Heim, Jugendwohngemeinschaft
-Schule, Ausbildung, Beruf
-Wohnen und Obdachlosigkeit
-Gesundheit, Ernährung
-Sucht, Drogen
-sexueller Missbrauch, Gewalt
-Prostitution.
Wir bieten Hilfestellung für junge Familien sowie Alleinerziehende bei der elterlichen Sorge bezüglich der Unterbringung ihrer Kinder in der Regelbetreuung. (Krippe, Kita und Hort)
Förderung außerschulische Teilhabe an Bildung, ergänzende Lernförderung nach § 28 Abs.5 SGB II; § 34 Abs. % SGB XII; § &b Abs. 2 BKGG i.V.m. § 28 Abs. 5 SGB II
Im präventiven Bereich will BUS-STOP e.V. auch als Ansprechpartner für andere Jugendliche in der Region als Informations- und Vermittlungsstelle mit den Schwerpunkten
-Nachhilfe und Schullaufbahnberatung
-Berufsbildfindung und Ausbildungsberatung/Gelderwerb
-Interessengruppen
-Selbsthilfegruppen
-medizinische Hilfe (z.B. Th.Wenzel Haus, Kooperation)
-geschlechtsspezifische Angebote
Gemäß §13,2 AG KJHG versteht BUS-STOP sein Angebot der mobilen Jugendarbeit/-beratung als einen Ansatz von aufsuchender Jugendsozialarbeit.
”Die Angebote sind unmittelbar im Lebensfeld der jungen Menschen zu organisieren. Sie umfassen Einzelberatung, Gruppenarbeit, Projektarbeit und Stadtteilarbeit. Das Jugendamt hat Vorsorge zu treffen, dass es diese Angebote bei akutem Bedarf auch kurzfristig ermöglichen kann”.
Die wichtigsten Prinzipien des Arbeitsansatzes der mobilen interkulturellen Kinder-, Jugend- und Familienarbeit sind die Mobilität und die Flexibilität der Mitarbeiter/Innen von BUS-STOP und die Orientierung an der Lebenswelt und Lernwelt der jungen Menschen.
-Den Schwerpunkt setzt BUS-STOP im Sozialraum Lichterfelde-Süd, der Thermometersiedlung/Woltmannsiedlung und in den nahe gelegenen Gruppenunterkünften der Asylsuchenden
-Das Team verschaffte sich Kenntnisse über die sozialräumlichen Bedingungen in der Thermometersiedlung/Woltmannsiedlung und in den Gruppenunterkünften für Asylsuchende und erstellte eine Sozialraumanalyse.
-Das Team wird die Jugendlichen dort aufsuchen, wo sie leben oder sich aufhalten.
-Die Sozialpädagogen/Innen werden die jungen Menschen in deren eigener Lebenswelt in ihrer aktuellen Situation akzeptieren.
-Ihr Beratungsangebot hat einen ganzheitlichen Ansatz, indem es die Lebenswirklichkeit und das soziale Umfeld des jungen Menschen in das Gespräch mit einbezieht.
-Sie orientieren sich an den Ressourcen der jungen Menschen und versuchen diese zu stärken auch durch Einbeziehung unserer Kooperationspartner und der Eltern.
-Das Team wird versuchen mit den Jugendlichen vor Ort eine Cliquenanalyse zu erstellen, denn jugendliche Cliquen, Peer-Groups und Gleichaltrigen-Gruppen sind Teil des sozialen Netzwerks.
-Der Tradition der Gemeinde gemäß wird das Team versuchen, Jugendliche, junge Erwachsene sowie deren Eltern zur ehrenamtlichen, aktiven Mitarbeit in den Projekten und Gemeinschaften zu motivieren und diese als zusätzliche Ressource mit zu nutzen. (§73 KJHG)
-Das Angebot der Kinder-, Jugend- und Familienarbeit/-beratung basiert auf Freiwilligkeit, die jungen Menschen entscheiden selbst, welche der erarbeiteten Lösungswege für sie realisierbar sind.
- Die Beratung ist vertraulich und anonym.
- Das Team der mobilen Jugendarbeit/-beratung macht sein Vorgehen gegenüber den Jugendlichen und auch nach außen transparent.
-In ihrer Grundhaltung sind die Sozialpädagogen/Innen parteilich für die jungen Menschen und vertreten deren Interessen gegenüber Erwachsenen, Behörden, Einrichtungen usw.
-In der Öffentlichkeit werben sie um Verständnis für gesellschaftlich nicht übliche Verhaltensweisen und Bedürfnisse junger Menschen.
-Wenn es notwendig und sinnvoll erscheint, vermittelt die mobile Jugendarbeit/-beratung von BUS-STOP die jungen Menschen an das Jugendamt, an andere Fachdienste, Einrichtungen, Beratungsstellen unserer Kooperationspartner
-Das Kiezmentorenprogramm von BUS-STOP wird sich aktiv an der Entwicklung von guten Kooperationssystemen im Raum Lichterfelde Süd beteiligen.
-BUS-STOP ist bereit, sich in das soziale Netzwerk einzubringen und konkrete Aufgaben zu übernehmen.
BUS-STOP hat ein kiezorientiertes Mentoring-Programm entwickelt und begleitet dieses.
Das Kiezmentoren-Programm beteiligt zunehmend die Elterngeneration im Sozialraum in seiner Arbeit.
-BUS-STOP verpflichtet sich innerhalb seines Kiezmentorenprogrammes lokale Integrationsbeauftragte auszubilden und sie während ihres praktischen Einsatzes im Kiez zu begleiten
Die mobile interkulturelle Kinder-, Jugend- und Familienarbeit unterscheidet sich von anderen Arbeitsfeldern im Wesentlichen durch ein Höchstmaß an Mobilität und Flexibilität ihrer Mitarbeiter/Innen (räumlich und zeitlich). Sie ist ein besonders niedrigschwelliges Angebot, bei dem BUS-STOP Stützpunkte dort „einrichtet” oder „dorthin fährt”, wo die jungen Menschen sich aufhalten. Das kann an Brennpunkten im Stadtteil sein, in Gemeindezentren, auf den Straßen, Parks, in Cafés, aber auch in oder vor Schulen, in und vor Gruppenunterkünften für
Asylsuchende o.ä. Neben der Beratung im intensiven, situativ entstehenden Einzelgespräch können die klassischen Methoden der Sozialarbeit zum Einsatz kommen.
Ein gemeinsamer Ausgangsstützpunkt, unser Interkulturelles Kinder-, Jugend- und Familienzentrum ist als Schutzraum und Anlaufpunkt für alle Zielgruppen im Kiez zu unterhalten und weiter zu entwickeln.
In der Auseinandersetzung im Einzelgespräch und der konkreten, individuellen
Unterstützung durch den/die Sozialpädagog/e/in soll der junge Mensch zur kritischen Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Realitäten und mit sich selbst finden. Ziele sind:
- Akzeptanz der Grundrechte unserer Verfassung
- Soziale Kompetenzvermittlung, demokratisches Gesellschaftsverständnis
- die Stärkung des Selbstwertgefühls
- Motivationsförderung
- der Erwerb eigener Handlungskompetenz
- Unterstützung bei der Erarbeitung persönlicher Lösungswege
- Befähigung zur Eigeninitiative und Selbständigkeit
- Verbesserung der psychosozialen Lebensqualität
- Integration in bestehende positive Gemeinschaften, z.B. Sportvereinen
Bei der Gruppenarbeit soll die Akzeptanz von Regeln in bestehenden Gruppenstrukturen im Vordergrund stehen. Dazu braucht es die Vermittlung von entsprechenden sozialen Kompetenzen sowohl für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund und nach Flucht und Vertreibung.
Dabei können zur Verstärkung der Beziehungsarbeit erlebnispädagogische Aktivitäten eingesetzt oder auch gruppendynamische Prozesse angebahnt werden.
In Veranstaltungen wie Mädchengruppen oder Jungengruppen sollen auch geschlechtsspezifische Ansätze ausprobiert und begleitet werden.
Im Rahmen der Gruppenarbeit sollen die jungen Menschen neue Verhaltensweisen und Konfliktregelungsmuster üben, dazu bietet BUS-STOP verschiedene Levels an:
-Integrationstraining
-Antigewalttraining (AGT)
- Integratives soziales Kompetenztraining (ISK)
- "Faustlos", Antiaggressions- und Kompetenztraining für Schüler
-Soziales Kompetenztraining durch kreatives Gestalten
-Förderung der Frustrationstoleranz
- Mediation, gewaltfreie Kommunikation
- Mentoring-Programm
- Sport, begleitende Gruppenangebote zu Integrationen in Sportvereinen
Wobei die Angebote mobil und flexibel angeboten werden und den Bedingungen anzupassen sind.
BUS-STOP kann eine Vermittlerfunktion zwischen den jungen Menschen und der Öffentlichkeit übernehmen.
Als aufsuchende Arbeit erhält sie ständig authentische Informationen über Veränderungen in der Jugendszene und kann unvermittelt und schnell reagieren. Dabei ist die interkulturelle Kinder-, Jugend- und Familienarbeit von BUS-STOP angewiesen auf die Kooperation mit dem Jugendamt, sie wird die Vernetzung der im Bezirk vorhandenen Angebote und anderen Einrichtungen im Bezirk nutzen und vorantreiben.
BUS-STOP ist Kooperationspartner der sozialen Dienste der Justiz und der Berliner Staatsanwaltschaft. "Arbeit statt Strafe" ist ein Modell junge Menschen aus dem Kiez
in der Gemeinwesenarbeit in ihrem Kiez zu beteiligen.
BUS_STOP begleitet Familien, die nach Flucht und Vertreibung in Deutschland
( Steglitz/Zehlendorf) aufgenommen werden, engagiert sich an einer aufsuchenden Willkommenskultur und stellt flexible Hilfen zur Verfügung.
BUS-STOP ist zu einer Zusammenarbeit nach § 78 des KJHG. mit dem Bezirksamt / Jugendförderung verpflichtet und arbeitet in den regionalen AGs regelmäßig mit. BUS-STOP e.V. ist Mitglied in der Ev. Jugend Berlin-Brandenburg-Oberlausitz.
Bus-Stop e.V. steht mit seiner Sozialraumkompetenz den ansässigen Wohnungsbau-Gesellschaften und zukünftigen Bauträgern für ihre zukünftigen Planungen und damit verbundenen Bauvorhaben im Bereich sozialer Infrastruktur beratend kooperativ
zur Seite. Architektur und Prävention schließen sich nicht aus sondern sind für eine sozialverträgliche Stadtentwicklung auf einander abzustimmen.
Praxis/Projekte
Neben den kontinuierlichen pädagogischen Angeboten im interkulturellen Kinder-, Jugend- und Familien-Zentrum organisiert BUS-STOP seine Angebote "programmmäßig" oder „projektmäßig“. Sowohl die Einsatzorte, die Angebotszeiten als auch die Art der Angebote sind sehr unterschiedlich und flexibel. Für die aufsuchende Arbeit bleibt dabei das von der ev. Kirchengemeinde Petrus-Giesensdorf bereit gestellte und von BUS-STOP sanierte interkulturelle Zentrum (ehemaliges Gemeindezentrum) Ausgangsstützpunkt..BUS-STOP musste seine Streetworkarbeit nach Aufgabe des Stützpunktes „Horthaus“auf der Straße wieder verstärken. Die einzelnen Projekte sind in der Regel zeitlich befristet und am jeweiligen Bedarf im Stadtteil orientiert. Sie können bei auftretendem Bedarf initiiert, bei geringer werdender Nachfrage aufgegeben bzw. bei zusätzlichem Bedarf ausgebaut werden.
Alle Projekte entstehen im Rahmen der vorliegenden Gesamtkonzeption. Jedes einzelne Projekt bzw. Programm wird konzeptionell entwickelt, durchgeführt und anschließend dokumentiert, ausgewertet und veröffentlicht. ( www.bus-stop.de)
-Kiezmentoren-Programm (für Jugendliche und Eltern) und Ausbildung von Sozialassistenten, Ausbildung von Lokalen Integrationsbeautragten
-einschließlich dem Integrativen Sozialen Kompetenztraining
-Offener Türbereich für Kinder und Jugendliche
-Außerschulische Bildungsangebote und Hausaufgabenhilfe
-kostenlose Beköstigung der Kinder in den Sozialen Kompetenz Trainings
-Sport- und Spielangebote als Erfahrungsfeld und Verbesserung der Frustrationstoleranz
mit Überleitung in die entsprechenden Sportvereine
-Vermittlung sozialer und Sprachkompetenzen für Kinder, Jugendliche und deren Eltern
-Bereitstellung eines Ferienprogrammes
-Spezielles Angebote für Mädchen in Kooperation mit der Schulstation der Mercator Grundschule
-Schaffung von Möglichkeiten zur sozialen Teilhabe:
- Kinderkonferenzen, Organisationskonferenzen, Einsatz als Mentor/In, allgemeine
Mitarbeit im Familienstützpunkt
-Gründung eines interkulturellen Sportvereins durch Jugendliche und Heranwachsende
- Begleitung und Betreuung von Asylsuchenden, insbesondere Menschen nach Flucht und Vertreibung aus Kriegsgebieten in den Flüchtlingsgruppenunterkünften. Diese Arbeit wird in einladender sowie aufsuchender Weise in Einzelbetreuung sowie in Gruppen und Kursen vorgehalten und angeboten.
- Organisation und Durchführung von interkulturellen Treffen mit Frauen aus Flüchtlingsunterkünften und anderen integrierten Migrantinnen aus dem Sozialraum
- Unterstützung und Mitarbeit in den Willkommensklassen und demHort der Mercator-Grundschule, aufsuchend und einladend
-Eltern- und Rechtsberatung
-Durchführung von Stadtteilfesten mit kulturellen/religiösen Schwerpunkten
Sozialer Kontext –
-die Thermometersiedlung in Lichterfelde-Süd
Die Thermometersiedlung wurde in den 60er Jahren als Schlafstadt mit Hochhäusern am südlichen Stadtrand von Berlin errichtet. Heute leben in der zum Ortsteil Lichterfelde (Bezirk Steglitz-Zehlendorf) gehörenden Wohnanlage ca. 4.500 Menschen
Daten der( LOR) Lebensweltorientierten Räume:
Thermometersiedlung, LOR 06020407
Einwohnerinnen und Einwohner 4651
Arbeitslose (SGB II u. III) in % der 15-65-Jährigen 11,5
Arbeitslose unter 25 J.(SGB II u. III) in % der
15-65-Jährigen 5
Langzeitarbeitslose (SGB II u. III) mit einer
Bezugszeit von über einem Jahr in % der
15-65-Jährigen 3
Nicht-arbeitslose Empfänger von Existenz-
Sicherungsleistungen in % der EW 23,0
Nichterwerbsfähige Empfängerinnen und
Empfänger von Existenzsicherungsleistungen
unter 15 Jahren in % der EW 70,2
mit Migrationshintergrund in % der EW 67,3
(Definition Amt für Statistik Berlin-Brandenburg)
Schütte-Lanz-Straße, LOR 06020411
Woltmannsiedlung anteilig 20% (=1698)
Einwohnerinnen und Einwohner insgesamt 8499
Arbeitslose (SGB II u. III) in % der 15-65-Jährigen 5,2
15-65-Jährigen 2,
15-65-Jährigen 1,7
Sicherungsleistungen in % der EW 6,8
unter 15 Jahren in % der EW 19,2
mit Migrationshintergrund in % der EW 3
Die Grenzen des Sozialraumes umfassen den oben genannten Anteil des LOR Schütte-Lanz-Str., so dass es zu einer Einwohnergesamtzahl von ca. 6300 kommt.
Die Situation der Bewohner ist durch eine bereits jahrelang anhaltende selektive Entmischung geprägt. Immer mehr „besser gestellte“ Familien verließen die Wohngegend, während sozial schwache Familien hinzuzogen. Auffällig ist, dass unter den Neuhinzugezogenen derart viele Bürger nichtdeutscher Herkunft sind, dass diese Bevölkerungsgruppe bereits mehr als 2/3 der Bewohner ausmacht.
Die Ursache für den Zuzug so vieler Familien mit Migrationshintergrund liegt u.a. darin, dass diese in der Thermometersiedlung und der Woltmannsiedlung einen Schutzraum finden, in dem sie sich nicht ausgegrenzt fühlen, da sie sich in einer multikulturellen Umwelt mit vielfältiger religiöser Orientierung unauffällig einrichten können. Es entstehen Parallelgesellschaften, in denen die Menschen auch ohne deutsche Sprachkenntnisse auskommen. Die Kinder wurden und werden immer noch im Familien- und Bekanntenkreis betreut, was zu Sprach- und Bildungsdefiziten führt. Viele von ihnen sprachen bzw. sprechen mit Einsetzen der Schulpflicht kaum Deutsch.
Die Kinder und Jugendlichen sind oft hin- und hergerissen zwischen den Werten und Normen ihres Elternhauses und denen, die sowohl in den Regeleinrichtungen als auch in ihren Peer-Groups vermittelt werden. Ihre Erfahrungen sind oft geprägt durch die eigene Nichtausbildungsfähigkeit durch mangelnde Schulbildung, Arbeitslosigkeit, Gewalt in der Familie und auf der Straße, einem geringen Grad an Integration und insgesamt einer perspektivlosen Zukunft. Die Auswirkungen in den Siedlungen sind Drogenkonsum, Gewaltbereitschaft, Verweilen auf der Straße, Beschaffungskriminalität und Vandalismus. Immer mehr Jugendliche sind ohne Ausbildung und ohne Gelderwerb und leben noch als Heranwachsende im reiferen Alter im Elternhaus
In jüngster Zeit versuchen sich insbesondere Mädchen der Siedlung, Freiräume in entfernten Sozialräumen zu erobern. Sie suchen und machen dort Erfahrungen mit Alkohol, Drogen und Sexualität und benötigen dort Beratung und Begleitung.
Durch die beschriebene Situation haben sich im Laufe der letzten Jahre die Bedarfe in der Kinder- und Jugendarbeit verändert. Es gibt erhebliche Probleme mit dem Erwerb der deutschen Sprache im Kita- und Schulbereich, und in der offenen Kinder- und Jugendarbeit werden völlig andere Freizeitangebote nachgefragt.
Aktuell hat sich zusätzlich folgende Situation ergeben:
Im Zuge der starken Zuwanderung von Flüchtlingen aus den Kriegsgebieten im nahen Osten 2015 sind verschiedene Gruppenunterkünfte/Notunterkünfte in unsrem Bezirk vorgehalten, gebaut und bereit gestellt worden. So entstand in Sozialraumnähe am Ostpreußendamm 108 eine Flüchtlingsgruppenunterkunft in Modul-Bauweise(400 Flüchtlinge, ca.80 Kinder). Kinder der Einrichtung besuchen die drei Willkommensklassen in der Mercator-Grundschule in unsrem Kiez. Des Weiteren entstand 2013 die Gruppenunterkunft in der Klingsorstraße mit ca. 108 Flüchtlingen, in der Bus-Stop aufsuchend und einladend bis heute tätig ist.
Viele der Stadtteilbewohner nicht-deutscher Herkunft suchen nach annehmbaren, auf Integration ausgerichteten Angeboten für sich und ihre Kinder.
Für die Zukunft der Kinder ist es wichtig, dass Eltern nicht-deutscher Herkunft ihre Kinder frühzeitig in die Regelbetreuung (Kita, Schule, Hort) geben und nicht zu Hause aus ihrem kulturellen Selbstverständnis erziehen.
Das Interkulturelle Kinder-, Jugend- und Familienzentrum BUS-STOP hat sich der beschriebenen Problematik angenommen und stellt mit verschiedenen Kooperationspartnern niedrigschwellige und offene Angebote für die Bewohner/Innen bereit. So bietet die Einrichtung u.a. im Rahmen des 2005 gestarteten Projektes der offene Kinderarbeit „Kinder von der Straße brauchen Bildung“ Hausaufgabenbetreuung mit integrierten Freizeitaktivitäten an. Von Beginn an haben sich bei dem Projekt auch junge Erwachsene engagiert, die selbst in dem Kiez aufgewachsen sind und bereit waren, die jüngeren Kids zu begleiten.
Aus diesem Ansatz heraus entwickelte sich das Mentoring-Programm.
Stand Jan. 2017
Anlagen sind Bestandteil der Konzeption
[Geben Sie den Randleisteninhalt ein. Eine Randleiste ist eine eigenständige Ergänzung zum Hauptdokument. Sie wird meistens am linken oder rechten Rand der Seite ausgerichtet oder am oberen oder unteren Rand eingefügt. Verwenden Sie die Registerkarte 'Zeichentools', wenn Sie das Format des Randleistentextfelds ändern möchten.
Geben Sie den Randleisteninhalt ein. Eine Randleiste ist eine eigenständige Ergänzung zum Hauptdokument. Sie wird meistens am linken oder rechten Rand der Seite ausgerichtet oder am oberen oder unteren Rand eingefügt. Verwenden Sie die Registerkarte 'Zeichentools', wenn Sie das Format des Randleistentextfelds ändern möchten.]
Kiezmentorenkonzept
-Sozialraumbeschreibung