Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=16.07.2008&Aktenzeichen=9%20A%2021.08
Timestamp: 2019-03-21 12:56:32
Document Index: 95988467

Matched Legal Cases: ['§ 48', '§ 83', '§ 17', '§ 18', '§ 4', '§ 11', '§ 48', '§ 83', '§ 48', '§ 48', '§ 48', '§ 48', '§ 48', '§ 18', '§ 48', '§ 48', '§ 48', '§ 48']

BVerwG, 16.07.2008 - 9 A 21.08 - dejure.org
VwGO § 48 Abs. 1 Satz 1 Nr. 7, Satz 2 Halbs. 2, § 83; GVG § 17a Abs. 2 Satz 1; AEG § 18 Satz 1; EBO § 4 Abs. 1 Satz 1 und 3, § 11 Abs. 1
Erstinstanzliche Zuständigkeit des Oberverwaltungsgerichts; Planfeststellungsverfahren; öffentliche Eisenbahn; Strecke; Änderung; Bahnübergang; Aufhebung; Schließung; Betriebsanlagen; Bahnanlagen; Nebeneinrichtung.
VwGO § 48 Abs. 1 Satz 1 Nr. 7, Satz 2 Halbs. 2, § 83
Erstinstanzliche Zuständigkeit des Oberverwaltungsgerichts; Planfeststellungsverfahren; öffentliche Eisenbahn; Strecke; Änderung; Bahnübergang; Aufhebung; Schließung; Betriebsanlagen; Bahnanlagen; Nebeneinrichtung.; Aufhebung; Bahnanlage; Bahnübergang; Betriebsanlage; Eisenbahnstrecke; Nebeneinrichtung; Planfeststellungsverfahren; Schließung; Strecke; Verfahrensbeschleunigung; Zuständigkeit; Änderung; öffentliche Eisenbahn
Erstinstanzliche Zuständigkeit innerhalb der Verwaltungsgerichtsbarkeit bei einem Planfeststellungsverfahren für den Bau neuer und für die Änderung bestehender Strecken von öffentlichen Eisenbahnen; Zuständigkeitsbegründende verwaltungsprozessuale Rechtsnatur der Aufhebung (Schließung) eines höhengleichen Bahnübergangs
Verwaltungsprozessrecht: Umfang der erstinstanziellen Zuständigkeit des OVG nach § 48 Abs. 1 S. 1 Nr. 7 VwGO
NVwZ 2009, 189
DVBl 2008, 1200 (Ls.)
DÖV 2009, 92
Dementsprechend hat das Bundesverwaltungsgericht im Zusammenhang mit der Zuständigkeit für Planfeststellungsverfahren (§ 48 Abs. 1 Satz 1 Nr. 7 VwGO) den Begriff der Strecke dahin ausgelegt, dass er eine zwischen zwei Punkten bestehende, von A nach B führende Verkehrsverbindung aus einem oder mehreren Gleisen beschreibe (BVerwG, Beschluss vom 16. Juli 2008 - 9 A 21.08 - Buchholz 310 § 48 VwGO Nr. 3 Rn. 6).
In dem vom Verwaltungsgericht in Bezug genommenen Beschluss hat das Bundesverwaltungsgericht eine Strecke als eine aus Gleisen bestehende Verkehrsverbindung zwischen zwei Punkten - von A nach B - beschrieben (BVerwG, Beschluss vom 16. Juli 2008 - 9 A 21.08 - Buchholz 310 § 48 VwGO Nr. 3 Rn. 6).
Der gesetzgeberische Zweck würde daher konterkariert, wenn der Streit um solche Nebenanlagen den gesamten Instanzenzug durchlaufen müsste (OVG RP, Urteil vom 12.12.2001 - 8 C 11219/01 - NVwZ-RR 2002, 392 und BVerwG, Urteil vom 16.07.2008 - 9 A 21.08 - NVwZ 2009, 189 [190]; BayVGH, Urteil vom 30.04.2004 - 22 A 03.40056 - BayVBl. 2005, 563 [564]; BVerwG, Urteil vom 10.12.2003 - 9 A 73.02 - NVwZ 2004, 613; a.A. OVG NRW, Urteil vom 05.05.2003 - 20 D 98/02.AK - juris).
Dem Umstand, dass § 48 Abs. 1 Satz 1 Nr. 7 VwGO von dem Bau oder der Änderung einer Strecke und nicht - wie § 18 Satz 1 AEG - von dem Bau oder der Änderung von Betriebsanlagen einer öffentlichen Eisenbahn spricht, hat das Bundesverwaltungsgericht (Beschl. v. 16.7.2008, 9 A 21.08, NVwZ 2009, 189; sich anschließend OVG Hamburg, Beschl. v. 20.9.2010, 5 E 2/10.P, n.v.) keine Bedeutung beigemessen.
Der Begriff ist vielmehr in einem räumlich-funktionalen Sinne als (Bahn-)Verbindung zwischen einem Abfahrts- und einem Bestimmungsort zu verstehen (ebenso BVerwG, Urt. v. 16.07.2008 - 9 A 21.08 - in juris).
Die Vorschrift schließt auch den Bau eines neuen Bahnhofs für den Personenverkehr ein (vgl. BVerwG, Beschl. v. 16.07.2008 - 9 A 21.08 -, Buchholz 310 § 48 VwGO Nr. 3).
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts bei Streit um Maßnahmen der Ausführung …
Der beschleunigte Abschluss dieser Verfahren durch Verkürzung des Instanzenzuges ist Sinn und Zweck der Zuständigkeitsbestimmung (BVerwG, Beschl. v. 16.07.2008 - 9 A 21.08 -, juris Rdnr. 6;… VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 13.09.1993, a.a.O.).
Nach § 48 Abs. 1 Satz 1 Nr. 7 VwGO entscheidet das Oberverwaltungsgericht bzw. der Verwaltungsgerichtshof im ersten Rechtszug über sämtliche Streitigkeiten, die ein Planfeststellungsverfahren für den Bau oder die Änderung der Strecken von öffentlichen Eisenbahnen betreffen; dies schließt auch den Bau eines neuen Bahnhofs für den Personenverkehr ein (vgl. BVerwG, Beschl. v. 16.07.2008 - 9 A 21.08 -, Buchholz 310 § 48 VwGO Nr. 3).
Die genannte Vorschrift schließt auch Vorhaben für die Aufhebung (Schließung) eines (höhengleichen) Bahnübergangs ein, sei es dass dieser ersatzlos aufgehoben wird oder durch eine Straßenunter- oder Straßenüberführung ersetzt wird (BVerwG, Beschluss vom 16. Juli 2008 - BVerwG 9 A 21.08 -, NVwZ 2009, 189; OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 23. April 2015 - OVG 12 A 1.14 -, juris).
Die genannte Rechtsänderung im Jahr 2009 diente der Klarstellung des § 48 Abs. 1 Satz 1 Nr. 7 VwGO, weil die vorangegangene und im Zeitpunkt der Rechtshängigkeit geltende Fassung sich sinnwidrig nur auf die Änderung "neuer" Strecken bezog (vgl. Bundestags-Drucksache 16/12717, S. 57; BVerwG, Beschluss vom 16.07.2008 - 9 A 21/08 - NVwZ 2009, 189).