Source: https://www.ferner-alsdorf.de/markenrecht__markenrecht-zur-markenmaessigen-benutzung-einer-marke__rechtsanwalt-alsdorf__13984/
Timestamp: 2018-08-17 22:52:42
Document Index: 388225696

Matched Legal Cases: ['EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 14', 'Art. 9', 'EuG', 'BGH', '§ 14', '§ 14', 'EuG', 'EuG', 'EuG']

Wann liegt markenmäßige Benutzung einer Marke vor? | Rechtsanwalt Alsdorf | Markenrecht | bundesgerichtshof, freie benutzung, marke, markenrecht, Oberlandesgericht Hamburg, urteil
Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf > News von Rechtsanwalt Ferner > Markenrecht > Markenrecht: Zur markenmäßigen Benutzung einer Marke
Beim Oberlandesgericht Hamburg (3 U 96/12) findet sich eine sehr schöne Zusammenfassung zur Frage, wann konkret eine markenmäßige Benutzung einer Marke anzunehmen ist:
Ein markenmäßiger Gebrauch liegt vor, wenn ein Zeichen von einem Dritten für seine Waren oder Dienstleistungen in der Weise benutzt wird, dass die Abnehmer es als Herkunftskennzeichnung dieser Waren oder Dienstleistungen auffasst (EuGH GRUR 2007, 971, [EuGH 11.09.2007 – C 17/06] Rn 27 – Céline), der Verkehr also annimmt, dass das Zeichen dazu dient, die Produkte eines Unternehmers von Waren anderer Unternehmer zu unterscheiden (EuGH, Urteil vom 12.11.2002 – Rs. C-206/01, GRUR 2003, 55, Rn. 51ff. – Arsenal Football Club).
Das Verständnis der markenmäßigen Benutzung ist nach neuerer Auffassung tatbestandsbezogen zu bestimmen: Soweit der Verwechslungsschutz betroffen ist (§ 14 Abs. 2 Nr. 2 MarkenG, Art. 9 Abs. 1 lit. b) GMV), ist eine Verwendung zu fordern, die in die Hauptfunktion der Marke – die Herkunftshinweisfunktion – eingreift (EuGH, Urteil vom 18.06.2009 – C-487/07, GRUR 2009, 756, Rn. 59 – L’Oréal/Bellure; BGH, Urteil vom 04.02.2010 – I ZR 51/08, GRUR 2010, 835, Rn. 23 – POWER BALL; Ströbele/Hacker, 10. Auflage, 2012, § 14 Rn. 93; Ingerl/Rohnke, 3. Auflage, § 14 Rn. 103). Ein markenmäßiger Gebrauch ist allein dann zu verneinen, wenn der Verwender das Zeichen lediglich zur Kennzeichnung der besonderen Eigenschaften der von ihm angebotenen Ware auf eine Weise benutzt, die ausschließt, dass der Verkehr das Zeichen als betriebliches Herkunftszeichen auffasst (EuGH, Urteil vom 14.05.2002 – Rs. C-2/00, GRUR Int. 2002, 841, Rn. 17 – Hölterhoff/Freiesleben). Maßgebend ist dafür die Auffassung eines verständigen Durchschnittsverbrauchers derjenigen Verkehrskreise, die von den vertriebenen Waren angesprochen werden. Ausreichend ist es dabei bereits, wenn nur ein Teil des betroffenen Verkehrskreises der Verwendung des Zeichens eine markenmäßige Bedeutung beimisst (EuGH, Urteil vom 12.11.2002, a.a.O. – Arsenal Football Club ; EuGH, Urteil vom 14.05.2002, a.a.O. – Hölterhoff/Freiesleben ).
KategorienMarkenrecht Schlagwörterbundesgerichtshof, freie benutzung, marke, markenrecht, Oberlandesgericht Hamburg, urteil
Vorheriger BeitragZurück Urheberrecht: Zum urheberrechtlichen Schutz von Seminarunterlagen
Nächster BeitragWeiter Werberecht: Werbeanlage in allgemeinem Wohngebiet nur an Stätte der Leistung zulässig