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Timestamp: 2018-09-24 08:20:46
Document Index: 305756153

Matched Legal Cases: ['Art. 4', 'Art. 8', 'Art. 4', 'Art. 8', 'EuG', 'EuG', '§ 5', 'EGMR', 'EGMR', 'EGMR']

Ausweisung – und die Berücksichtigung des Kindeswohls | Rechtslupe ")}}return a.proceed()});scriptParent=document.getElementsByTagName("script")[0].parentNode;if(scriptParent.tagName.toLowerCase!=="head"){head=document.getElementsByTagName("head")[0];aop_around(head,"insertBefore");aop_around(head,"appendChild")}aop_around(scriptParent,"insertBefore");aop_around(scriptParent,"appendChild");var a2a_config=a2a_config||{};a2a_config.no_3p=1;var addthis_config={data_use_cookies:false};var _gaq=_gaq||[];_gaq.push(["_gat._anonymizeIp"])}
Rechtslupe » Verwaltungsrecht » Ausweisung – und die Berücksichtigung des Kindeswohls
10. August 2015 | Verwaltungsrecht
Die EMRK garantiert einem Ausländer nicht generell das Recht, in einen bestimmten Drittstaat einzureisen, sich dort aufzuhalten oder – vorbehaltlich des in Art. 4 des 4. Zusatzprotokolls zur EMRK verbürgten Schutzes vor Kollektivausweisungen – nicht ausgewiesen zu werden, sodass die Vertragsstaaten grundsätzlich das Recht haben, die Einreise, den Aufenthalt und die Ausweisung von Ausländern zu regeln5.
Insbesondere verleiht Art. 8 EMRK Ausländern, die als Erwachsene bzw. in früher Kindheit in das Gastland eingereist oder sogar dort geboren sind, kein absolutes Recht, nicht aus dem Hoheitsgebiet ausgewiesen zu werden. Die Ausweisung eines Ausländers nach einer strafrechtlichen Verurteilung stellt auch keine Doppelbestrafung dar, weder im Sinne des Art. 4 des Zusatzprotokolls Nr. 7 zur EMRK noch im allgemeineren Sinne6.
Die Vertragsstaaten haben vielmehr das Recht, gegenüber Personen, die wegen Straftaten verurteilt worden sind, Maßnahmen zum Schutz der Gesellschaft zu treffen, vorausgesetzt, diese Maßnahmen sind, sofern sie die nach Art. 8 Abs. 1 EMRK zugesicherten Rechte beeinträchtigen, auf jeden Fall in einer demokratischen Gesellschaft notwendig und in Bezug auf das verfolgte Ziel verhältnismäßig. Solche Verwaltungsmaßnahmen sind präventiver Natur und nicht als Bestrafung zu werten7.
Bundesverwaltungsgericht, Beschluss vom 21. Juli 2015 – 1 B 262015 –
BVerwG, Urteil vom 22.10.2009 – 1 C 26.08, BVerwGE 135, 137 Rn. 28 m.w.N.↩
EuGH, Urteile vom 27.06.2006 – C-540/03 [ECLI:EU:C:2006:429], Rn. 58; und vom 06.12 2012 – C-356/11 [ECLI:EU:C:20:12:776] u.a., Rn. 76↩
BVerwG, Urteil vom 27.06.2006 – C-540/03, Rn. 59↩
EuGH, Urteil vom 15.11.2011 – C-256/11 [ECLI:EU:2011:734], Dereci u.a., Rn. 70; BVerwG, Urteil vom 13.06.2013 – 10 C 16.12, Buchholz 402.242 § 5 AufenthG Nr. 14 Rn. 23↩
EGMR, Urteil vom 06.02.2001 – Nr. 44599/98 [ECLI:CE:ECHR:2001:0206JUD004459998], Bensaid↩
EGMR, Urteile vom 28.06.2007 – Nr. 31753/02 [ECLI:CE:ECHR:2007:0628JUD003175302], Kaya, Rn. 52; und vom 18.10.2006 – Nr. 46410/99 [ECLI:CE:ECHR:2006:1018JUD004641099], Ümer, Rn. 56↩
EGMR, Urteil vom 18.10.2006 – Nr. 46410/99, Rn. 56↩
Themenseiten zu diesem Artikel: Ausweisung, EMRK, Europäische Grundrechte-Charta, Kindeswohl