Source: http://www.minijobs-aktuell.de/schueler-im-minijob-und-das-jugendarbeitsschutzgesetz/
Timestamp: 2018-07-18 22:23:26
Document Index: 257329349

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 16', '§ 17', '§ 18', '§ 8', '§ 13', '§ 14', '§ 11', '§ 17', '§ 17']

Schüler im Minijob und das Jugendarbeitsschutzgesetz - Minijobs aktuell
22. Juli 2016 25. April 2018 Marc WehrstedtAllgemein, Arbeitszeit, Ferienjobber, Minijob
Schüler im Minijob: Jugendarbeitsschutzgesetz für alle bis 18 Jahre
Inhalte Jugendarbeitsschutzgesetz
Im Wesentlichen regelt das Jugendarbeitsschutzgesetz diese Bereiche für jugendliche Minijobber:
Arbeitszeit (Dauer und Lage der Arbeitszeit)
Pausendauer und Länge
Gefährliche Arbeiten/Tätigkeiten
Wenn Sie Schüler im Minijob, also jugendliche Minijobber oder kurzfristige Aushilfen (Ferienjobber), in Ihrem Betrieb einsetzen wollen, gilt es daher die Regelungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes zu kennen und darauf Rücksicht zu nehmen.
Das Jugendarbeitsschutzgesetz (kurz: JArbSchG) gilt für alle jugendlichen Arbeitnehmer und Auszubildende, also auch für Ihre jugendlichen 450-€-Kräfte und kurzfristigen Aushilfen.
Bedenken Sie das Alter des Schüler im Minijob
Abhängig vom Alter des Jugendlichen gelten die Regelungen aus dem Jugendarbeitsschutzgesetz. So dürfen Sie Schüler im Minijob, die noch keine 13 Jahre alt sind, im Grunde nicht beschäftigen. Es gibt allerdings Ausnahmeregelungen für Theater oder Filmaufführungen, die beim zuständigen Gewerbeaufsichtsamt beantragt werden können. Hier können dann unter bestimmten Auflagen auch jüngere Schüler im Minijob mitwirken.
Schüler im Minijob unter 15 Jahre
Minijobber, die noch keine 15 Jahre alt sind, können nur leichte und für die Jugendliche geeignete Tätigkeiten ausführen. In der Praxis bedeutet dies, dass diese jugendlichen Minijobber als Zeitungsausträger oder für das Verteilen von Werbeprospekten eingesetzt werden können. Auch für leichte hauswirtschaftliche Tätigkeiten oder als Hilfe im Garten können sie arbeiten. Aber auch für die Kinderbetreuung oder für die Nachhilfe.
Ab 15 Jahren beginnt der ernstere Teil auch für Schüler im Minijob
Aber auch Minijobber, die das 15. Lebensjahr bereits erreicht haben, dürfen nur eingeschränkt beschäftigt werden, wenn sie noch der Vollzeitschulpflicht unterliegen. Diese Vollzeitschulpflicht variiert zwischen 9 oder 10 Jahren im Bundesgebiet in Abhängigkeit vom jeweiligen Bundesland.
Minijobber, die älter als 15 Jahre alt und nicht mehr vollzeitschulpflichtig sind, dürfen täglich bis zu 8 Stunden arbeiten, jedoch nicht länger als 40 Stunden in der Woche.
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Schüler im Minijob: Regelungen zur Arbeitszeit – Arbeitstage
Generell dürfen Sie jugendliche Minijobber nur an 5 Tagen je Woche beschäftigen. Die anderen beiden Tage sollen als Ruhetage dienen (§ 15 JArbSchG).
Dabei sollen die Jugendlichen in der Regel Montag bis Freitag arbeiten. Für Samstag und Sonntag gilt im Grunde nämlich ein Beschäftigungsverbot für Jugendliche (§ 16, § 17, § 18 JArbschG). Allerdings sind in einigen Branchen Ausnahmen möglich, wie beispielsweise in der Landwirtschaft zur Erntezeit. Hier können diese Arbeitszeiten auch einmal überschritten werden.
Für die Arbeitsdauer gilt, wie bereits erwähnt folgende Regelung (§ 8 JArbschG):
wöchentliche Arbeitszeit (Montag bis Freitag) maximal 40 Stunden,
tägliche Arbeitszeit maximal 8 Stunden.
Schüler im Minijob: Sonderfall Schichtdienst
Sofern Sie Ihre jugendlichen Minijobber im Schichtdienst einsetzen wollen, müssen Sie Folgendes bedenken:
Die Schichtarbeit (Arbeitszeit und Pausen) darf maximal 10 Stunden betragen. Ausnahmen gelten hier in der Gastronomie, der Landwirtschaft und Tierhaltung sowie auf Bau- und Montagestellen (höchstens 11 Stunden Schichtzeit).
Wichtig: Die Arbeitszeiten sind aufzuzeichnen!
Schüler im Minijob: Diese Ausnahmen sollten Sie kennen
Neben all den Regelungen rund um den Jugendarbeitsschutz sollten Sie sich auch mit den besonderen Ausnahmeregelungen vertraut machen. Denn in der Hektik des Arbeitsalltags kommt es immer wieder mal vor, dass bestimmte Grenzen überschritten werden. Dann sollten Sie besser die folgenden Ausnahmeregelungen kennen – vielleicht können sie Ihnen helfen.
Längere Arbeitszeit: Die tägliche Freizeit nach Beendigung der Arbeit muss laut § 13 JArbSchG ununterbrochen 12 Stunden betragen in welcher der Jugendliche zu keinerlei Arbeiten herangezogen werden darf.
Das heißt Sie müssen dem Jugendlichen nach einer Schicht 12 Stunden Freizeit gewähren.
Schüler im Minijob – Nachtarbeit: ja, nein, vielleicht
Weiter regelt das Jugendarbeitsschutzgesetz die Zeiten in welchen Jugendliche unter 18 Jahren nicht zu Arbeiten herangezogen werden dürfen. In diesen Zeiten ist es dem Ausbildenden strikt untersagt Jugendliche zu beschäftigen.
Gemäß § 14 JArbSchG gilt nämlich eine Nachtruhe, danach dürfen Jugendliche generell nur in der Zeit von 6:00 Uhr bis 20:00 Uhr beschäftigt werden.
Ausnahme im Jugendarbeitsschutzgesetz
Es gelten aber auch Ausnahmen bei der Nachtarbeit, so dürfen Jugendliche über 16 Jahren in
Gaststätten und Schaustellegewerbe bis 22:00 Uhr
mehrschichtigen Betrieben bis 23:00 Uhr
Landwirtschaftsbetrieben ab 05:00 Uhr bis 21:00 Uhr
Bäckereien und Konditoreien ab 05:00 Uhr
Jugendliche ab 17 Jahren dürfen
in Bäckereien und Konditoreien ab 04:00 Uhr
beschäftig werden.
Pausenregelung für Schüler im Minijob
Die Ruhepause für Arbeitnehmer muss täglich mindestens 30 Minuten betragen. Besondere Regelungen sieht das Jugendarbeitsschutzgesetz auch hier wieder für Jugendliche vor. Es müssen den Jugendlichen nämlich im Voraus feststehende Ruhepausen von angemessener Dauer gewährt werden (§ 11 JArbSchG). Die Ruhepausen müssen demnach mindestens:
bei einer Arbeitszeit von 4,5 bis zu 6 Stunden mindestens 30 Minuten Pause
bei einer Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden 60 Minuten Pause gewährt werden.
Als Ruhepause gilt nur hierbei eine Arbeitsunterbrechung von mindestens 15 ununterbrochenen Minuten. Daneben müssen die Pausen in angemessener, zeitlicher Lage, mindestens 1 Stunde nach Beginn der Arbeit und spätestens 1 Stunde vor Beendigung der Arbeitszeit gewährt werden.
Länger als 4,5 Stunden hintereinander dürfen Sie Jugendliche nicht beschäftigen. Der Aufenthalt der Jugendlichen während der Ruhezeiten am Arbeitsplatz darf nur dann gewährt werden, wenn dort die Arbeit vollständig eingestellt wird. Ist das betrieblich nicht umsetzbar, so ist der Jugendliche während der Ruhezeit vom Arbeitsplatz zu verweisen, also zum Beispiel in einen Pausenraum.
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7 Gedanken zu „Schüler im Minijob und das Jugendarbeitsschutzgesetz“
Pingback: Schüler als Minijobber – das ist oft clever – Minijobs aktuell
Yvonne Niebergall sagt:
Darf ich mit 15 Jahren im Rahmen eines Minijobs an einem Weinstand ( dem Weinstand meiner Familie) Wein ausschenken, wenn ich ihn nicht selbst konsumiere? Es geht wirklich nur um den Ausschank von Wein und Sekt im Rahmen eines Weinfestes…?
ich würde davon abraten eine Jugendliche, die Sie sind, mit dem Ausschank von Alkohol zu betrauen. Der Arbeitgeber (hier Ihre Eltern) müssen nämlich sicherstellen bzw. lückenlos überwachen, dass Sie selbst keinen Alkohol konsumieren. Daneben stellt sich auch noch die Frage, ob Sie Alkohol ausschenken dürfen, den Sie selbst nicht konsumieren dürfen. Wenn Sie eine Arbeit in dem elterlichen Betrieb aufnehmen könnten, die nichts mit dem Ausschank von Alkohol zu tun hat, wäre dies aus meiner Sicht die beste Lösung.
Das Land Baden-Württemberg hat hierzu auch ein Schreiben aufgesetzt, das Ihnen evt. auch weiterhilft.
http://www.ajs-bw.de/media/files/aktuell/2011/ajs_SM-Alkverkauf_Jugendliche.pdf
vife@gmx.net sagt:
Mein Sohn ist 17. Darf er Sonntags 13:30-18:00 in einem Fitnessstudio arbeiten?
im Grunde nein, es gilt nämlich grds. ein Verbot für Sonntagsarbeit (§ 17 Absatz 1 Jugendarbeitsschutzgesetz. Allerdings gilt beim Sport (§ 17 Abs. 2 Nr 6 JArbSchG) eine Ausnahme. Aus meiner Sicht kann er dann also arbeiten.
Meine Tochter ist 16 und benötigt für ihren Nebenjob auf 450 EUR Basis in einem Konditor-Café mit max. 10 h/Woche einen Gesundheitspass.
Den Termin für den Gesundheitspass hat man ihr beim Gesundheitsamt verweigert mit der Begründung, dass sie im jeweiligen Bundesland in der 10. Klasse noch vollschulzeitpflichtig ist und deshalb als Kind gilt. Das verstehe ich nicht. Dann dürften 13-jährige auch keine Zeitungen mehr austragen. Außerdem verstehe ich nicht, dass das Gesundheitsamt wissen muss, wofür der Gesundheitspass gebraucht wird.