Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20D%C3%BCsseldorf&Datum=04.05.2005&Aktenzeichen=3%20Ws%2062/05
Timestamp: 2019-05-24 10:32:50
Document Index: 16045022

Matched Legal Cases: ['§ 569', '§ 464', '§ 464', '§ 572', '§ 464', '§ 103', '§ 21']

OLG Düsseldorf, 04.05.2005 - III-3 Ws 62/05 - dejure.org
OLG Düsseldorf, 04.05.2005 - III-3 Ws 62/05
https://dejure.org/2005,3314
OLG Düsseldorf, 04.05.2005 - III-3 Ws 62/05 (https://dejure.org/2005,3314)
OLG Düsseldorf, Entscheidung vom 04.05.2005 - III-3 Ws 62/05 (https://dejure.org/2005,3314)
OLG Düsseldorf, Entscheidung vom 04. Mai 2005 - III-3 Ws 62/05 (https://dejure.org/2005,3314)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2005,3314) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Geltung der zweiwöchigen Notfrist aus § 569 Abs. 1 S. 1 der Zivilprozessordnung (ZPO) für die sofortige Beschwerde gegen einen Kostenfestsetzungsbeschluss in Strafsachen; Anspruch auf Erstattung von Wahlverteidigergebühren durch einen freigesprochenen Angeklagten; Bestellung eines Wahlverteidigers aus Gründen der gerichtlichen Fürsorge oder zur Sicherung eines Verfahrensfortgangs; Differenz zwischen einer Wahlverteidigervergütung und einer Pflichtverteidigervergütung; Festsetzung der Differenz zwischen Wahlverteidigergebühren und Pflichtverteidigergebühren als notwendige Auslagen; Vergütung der Müheverwaltung eines Rechtsanwalts; Möglichkeit der Liquidation einer Wahlverteidigervergütung in voller Höhe aus der Staatskasse durch einen Verteidiger
LG Wuppertal, 03.01.2005 - 25 Ks 26/03
StV 2006, 32
b) In der höchstrichterlichen Rechtsprechung ist jedoch anerkannt, dass dieser Grundsatz dann eine Ausnahme erfährt, wenn die Bestellung eines weiteren Pflichtverteidigers aus vom Angeklagten nicht zu vertretenden Gründen - wie etwa zur Sicherung des Fortgangs des Verfahrens - erfolgt (vgl. Brandenburgisches Oberlandesgericht, Beschluss vom 25. Oktober 2012 - 2 Ws 176/12 -, juris; Thüringer Oberlandesgericht, Beschluss vom 16. September 2011 - 1 Ws 417/11 -, juris; OLG Dresden, Beschluss vom 19. Oktober 2006 - 1 Ws 206/06 -, juris; OLG Köln, Beschluss vom 09. August 2002 - 2 Ws 191/02 -, juris; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 04. Mai 2005 - III-3 Ws 62/05 -, juris; OLG Hamm, Beschluss vom 24. Juli 2014 - III-1 Ws 305/14 -, juris; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 04. Mai 2005 - III-3 Ws 62/05 -, juris;… KK-StPO/Gieg StPO § 464a Rn. 13, beck-online; aA Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg, Beschluss vom 10. November 1993 - 1b Ws 255/93 -, juris).
Der Senat macht unter den gegebenen Umständen von der Möglichkeit von § 464b Satz 3 StPO, § 572 Abs. 3 ZPO Gebrauch, die Sache insoweit zur erneuten Entscheidung unter Berücksichtigung der vorstehenden Rechtsauffassung an das Landgericht zurückzuverweisen (vgl. KG NStZ-RR 2000, 163; OLG Dresden StraFo 2007, 126 ff; OLG Düsseldorf StraFo 2005, 349 ff.).
Insbesondere ist gegen die Festsetzungsentscheidung des Rechtspflegers des Gerichts des ersten Rechtszuges über § 464b S. 3 StPO iVm §§ 103 Abs. 2, 104 Abs. 1 ZPO iVm §§ 21 Nr. 1, 11 Abs. 1 RPflG die sofortige Beschwerde statthaft, die nach herrschender Auffassung geltende einwöchige Beschwerdefrist (vgl. OLG Koblenz in NJW 2005, 917 f, aA -Zwei-Wochen-Frist der ZPO- OLG Düsseldorf in StraFo 2005, 349) ist eingehalten.
In diesem Fall sind die Auslagen für zwei Verteidiger erstattungsfähig (vgl. KG Berlin NStZ-RR 2000, 163; OLG Rostock StV 1997, 33 f.; OLG Düsseldorf StV 2006, 32 ).