Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=4%20RA%2041/94
Timestamp: 2019-10-22 02:37:06
Document Index: 150551478

Matched Legal Cases: ['§ 25', '§ 10', 'Art. 19', 'Art. 19', '§ 48', '§ 8', '§ 260', '§ 255', '§ 10', 'Art. 14', 'Art. 14', 'Art. 19', 'Art. 19', '§ 9', 'Art. 3', '§ 10', 'Art. 9', '§ 26', '§ 44', '§ 26', '§ 26', '§ 6', '§ 8', '§ 25', 'Art. 232', '§ 1', 'Art. 80', 'Art. 3', 'Art. 14', '§ 25']

BSG, 14.06.1995 - 4 RA 41/94 - dejure.org
https://dejure.org/1995,130
BSG, 14.06.1995 - 4 RA 41/94 (https://dejure.org/1995,130)
BSG, Entscheidung vom 14.06.1995 - 4 RA 41/94 (https://dejure.org/1995,130)
BSG, Entscheidung vom 14. Juni 1995 - 4 RA 41/94 (https://dejure.org/1995,130)
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Zusatzversorgungsrente - Anpassung von Renten
SG Berlin, 31.01.1994 - S 14 Z-An 248/91
BSGE 76, 136
MDR 1996, 617
NZS 1996, 124 (Ls.)
(Anschluß an und Fortführung von BSGE 76, 136 = SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 1).
Eine höhere - nach § 25 RAnglG-DDR zu berechnende und zu dynamisierende - Rente wird in keinem dieser Bescheide zuerkannt; von der nach § 10 Abs. 1 und 3 RAnglG-DDR vorzunehmenden Erhöhung der SV-Renten waren Bezieher von Renten aus Zusatzversorgungssystemen gerade ausdrücklich ausgeschlossen (vgl BSGE 76, 136, 138 = SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 1).
Dies betrifft insbesondere die grundsätzliche Entscheidung, die erworbenen Ansprüche und Anwartschaften aus Sonder- und Zusatzversorgungssystemen auf Leistungen wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, Alter und Tod bis zum 31. Dezember 1991 in die Rentenversicherung - und zwar in Renten nach den ab 1. Januar 1992 geltenden Bestimmungen des SGB VI - zu überführen (vgl BSGE 76, 136, 138 = SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 1).
Durch die Festlegung auf die Überführung in eine Rente nach den ab 1. Januar 1992 geltenden Bestimmungen des SGB VI und die Garantie des Zahlbetrages, der bei Bestandsrenten im Juli 1990 aus der SV und dem Versorgungssystem zu erbringen war bzw bei Rentenzugängen bis Juni 1995 zu erbringen gewesen wäre (Buchst b Sätze 4 und 5), werden die bei dem Erlaß der RAV vom Verordnungsgeber zu beachtenden Maßgaben hinreichend deutlich (vgl BSGE 76, 136, 140 = SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 1).
Durch Art. 19 Satz 1 EinigVtr war eine Abänderung der wirksam bleibenden Verwaltungsakte der DDR nicht generell ausgeschlossen, sondern diese unterlagen gemäß Art. 19 Satz 3 EinigVtr den Vorschriften über die Bestandskraft von Verwaltungsakten und konnten daher jedenfalls vom 1. Januar 1991 an nach den dann auch im Beitrittsgebiet in Kraft getretenen Vorschriften des SGB X abgeändert werden (EinigVtr Anl I Kap VIII D III Nr. 2; vgl BSGE 76, 136, 139 = SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 1 mwN).
Es kann hier offen bleiben, ob § 48 SGB X direkt (so BSGE 76, 136, 139 = SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9, Nr. 1) oder für die Bescheide betreffend die SV-Rente und die Zusatzversorgung ab dem 1. Januar 1991 entsprechend Anwendung findet.
Der erkennende Senat schließt sich auch insoweit der Rechtsprechung des 4. Senats des BSG an, mit der dieser die genannten Regelungen im Hinblick auf die Anwendung bei Bestandsrenten als mit dem GG vereinbar angesehen hat (vgl insbesondere Urteil vom 14. Juni 1995 <BSGE 76, 136, 140 = SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 1> mwN).
Dem 4. Senat des BSG ist darin zu folgen, daß diese Ungleichbehandlung bis zur endgültigen Berechnung der Rente nach dem SGB VI für eine Übergangszeit auf sachgerechten Differenzierungskriterien beruht (vgl Urteil vom 14. Juni 1995 <BSGE 76, 136 = SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 1>).
Im Übrigen hat der Kläger im Rahmen der von ihm darzustellenden Klärungsbedürftigkeit außer Acht gelassen, dass das BVerfG in den Entscheidungen vom 28. April 1999 (BVerfGE 100, 1 ff) und vom 9. März 2000 (…SozR 3-8570 § 8 Nr. 5) und das BSG (vgl ua Urteile des erkennenden Senats vom 14. Juni 1995 - 4 RA 41/94 - BSGE 76, 136 = SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 1…, vom 10. April 2003 - B 4 RA 41/02 R - SozR 4-2600 § 260 Nr. 1, vom 31. Juli 2002 - B 4 RA 120/00 R - BSGE 90, 11 = SozR 3-2600 § 255c Nr. 1, vom 18. Juni 2003 - B 4 RA 50/02 R - und vom 8. Juni 2004 - B 4 RA 56/03 R) ua Folgendes entschieden haben:.
Dies gilt auch für Rechte und Pflichten, die von der demokratisierten Volkskammer der Deutsche Demokratische Republik (DDR) anerkannt bzw begründet worden sind, soweit der EinigVtr sie nach den og Maßgaben nicht in Geltung erhalten hat (stRspr des Senats; vgl hierzu zuletzt ua Vorlagebeschlüsse vom 14. Juni 1995 - 4 RA 1/95 - und - 4 RA 98/94 - sowie Urteil vom 14. Juni 1995 - BSGE 76, 136 = SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 1).
Mit den Vorschriften des Anspruchs- und Anwartschaftsüberführungsgesetz (AAÜG) hat der Gesetzgeber gemäß den Vorgaben in der Anl II Kap VIII H III Nr. 9 des EinigVtr das Ziel verfolgt, die Zeiten, in denen Beschäftigungen in der Deutsche Demokratische Republik (DDR) ausgeübt wurden, für die zu irgendeinem Zeitpunkt Versorgungsansprüche aus einem Zusatz- oder Sonderversorgungssystem zugesagt worden waren, - ggf - mit Ansprüchen aus der Sozialpflichtversicherung und aus der Freiwilligen Zusatzrentenversicherung (FZR), soweit es sich um nach dem EinigVtr überführbare Ansprüche handelt, ab 1. Januar 1992 zukunftsgerichtet ausschließlich durch eine Rente nach dem SGB VI zu ersetzen (…stRspr seit BSGE 72, 50 ff = SozR 3-8750 § 10 Nr. 1; vgl zuletzt Urteil vom 14. Juni 1995 - BSGE 76, 136 = SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 1 und Vorlagebeschlüsse vom 14. Juni 1995 ua - 4 RA 1/95, 4/94 und 28/94, jeweils mwN).
Indessen erstreckte sich die Institutsgarantie iS von Art. 14 Abs. 1 S 1 GG nicht rückwirkend auf Erwerbstatbestände, die im Gebiet der ehemaligen Deutsche Demokratische Republik (DDR) zurückgelegt worden sind (vgl Urteil vom 14. Juni 1995 - 4 RA 41/94 = SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 1); Rechtsnormen der ehemaligen Deutsche Demokratische Republik (DDR) können "inhaltsbestimmende" Gesetze iS von Art. 14 Abs. 1 S 2 Regelung 1 GG nur sein, soweit sie durch den EinigVtr hierzu erhoben worden sind; dies ist hinsichtlich der bbZ, wie ausgeführt, nicht der Fall.
Er mußte nicht diejenigen, die Versorgungsversprechen der Deutsche Demokratische Republik (DDR) erhalten hatten, die über das für die Arbeiter und Angestellten allgemein zugesagte Niveau aus Sozialpflicht- und freiwilliger Zusatzrentenversicherung hinausgingen, rückwirkend und kostenfrei so stellen, als hätten auch sie die Gegenleistungen für die speziellen Alterssicherungssysteme in der Bundesrepublik Deutschland erbracht (vgl hierzu Urteil vom 14. Juni 1995 - 4 RA 41/94 = SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 1).
Eine höhere - nach 5 25 RAngIG-DDR zu berechnende und zu dynamisierende - Rente wird in keinem dieser Bescheide zuerkannt; von der nach 5 10 Abs. 1 und 3 RAnglG-DDR vorzunehmenden Erhöhung der SV-Renten waren Bezieher von Renten aus Zusatzausdrücklich versorgungssystemen gerade ausgeschlossen (vgl BSGE 76, 136, 138 = SozR 3-8120 Kap VIII I-l III Nr. 9 Nr. 1).
SGB VI - zu überführen (vgi BSGE 76, 136, 138 = SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 1).
Juni 1995 zu erbringen gewesen wäre (ng Einithr Nr. 9 Buchst b Sätze 4 und 5), werden die bei dem Erlaß "der RAV vom Verordnungsgeber zu beachtenden Maßgaben hinreichend deutlich (vgl BSGE 76, 136, 140 = SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 1).
Durch Art. 19 Satz 1 Einithr ist eine spätere Abänderung der wirksam bleibenden Verwaltungsakte der DDR nicht generell ausgeschlossen, sondern diese unterliegen gemäß Art. 19 Satz 3 Einithr den Vorschriften Über die Bestandskraft von Verwaltungsakten und können daher jedenfalls vom 1. Januar 1991 an nach den dann auch im Beitrittsgebiet in Kraft getretenen Vorschriften des Zehnten Buches Sozialgesetzbuch (SGB X) abgeändert werden (Einithr Anl I Kap VIII D III Nr. 2; vgl BSGE 76, 136, 139 = 4SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 1 mle.
Es kann offenbleiben, ob 5 48 SGB X für die Bescheide, welche die SV-Rente ' und die Zusatzversorgung betreffen, ab 1. Januar 1991 direkt (so BSGE 76, 136, 139 = SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 1) oder jedenfalls entsprechend Anwendung findet.
Der erkennende Senat schließt sich auch insoweit der Rechtsprechung des 4. Senats des Bundessozialgerichts (BSG) an, mit der dieser die genannten Regelungen im Hinblick auf die Anwendung bei Bestandsrenten als mit dem GG vereinbar angesehen hat (vgl insbesondere Urteil vom 14. Juni 1995 <BSGE 76, 136, 140 = SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 1> mle.
gültigen Berechnung der dem SGB VI für eine Übergangszeit auf sachgerechten Differenzierungskriterien beruht (vgl Urteil vom 14. Juni 1995 <BSGE 76, 136, 146 = SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 1>).
Im Zusammenhang mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland wurden indessen (auch) denjenigen Personen, die in der DDR nach deren Vorschriften Rechte, Ansprüche und Anwartschaften erworben hatten - mit Ausnahme sog nicht überführter Ansprüche und Anwartschaften (vgl §§ 9 ff des Anspruchs- und Anwartschaftsüberführungsgesetzes , verkündet als Art. 3 des Renten-Überleitungsgesetzes vom 25. Juli 1991, BGBl I S 1606) - ab 1. Januar 1992 kraft Gesetzes entsprechende Rechte, Ansprüche und Anwartschaften nach dem SGB VI eingeräumt (…stellvertretend hierzu BSGE 72, 50 = SozR 3-8750 § 10 Nr. 1; BSGE 76, 136, 140 = SozR 3-5120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 1; BSGE 81, 1, 3).
Dabei ist zu berücksichtigen, dass dem Gesetzgeber in der außergewöhnlichen Situation der Wiedervereinigung bei der Bewältigung der Gesamtaufgaben des Staates ein besonders weiter Gestaltungsspielraum zukam (vgl BVerfGE 100, 1, 46; 95, 143, 157; 84, 90, 130; 85, 360, 377; BSG Urteil vom 14.6.1995 - 4 RA 41/94 - BSGE 76, 136, 142 = SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 1 S 8 Juris RdNr 50) .
Nach dem Programm des EV Nr. 9 waren - wie ausgeführt - bis zur Überführung in die Rentenversicherung des Beitrittsgebiets zum 31. Dezember 1991 die bisherigen leistungsrechtlichen Regelungen der jeweiligen Zusatzversorgungssysteme weiter anzuwenden, sofern sich aus dem Überführungskonzept des EV Nr. 9 und den Bestimmungen des Art. 9 Abs. 2 und Abs. 4 EinigVtr iVm den maßgeblichen Anlagen I und II nichts anderes ergab (…stellv hierzu BSGE 75, 262, 274 ff = SozR 3-8560 § 26 Nr. 2; BSGE 76, 136, 139 = SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 1).
Insoweit hat der EV Nr. 9 auch schon am 3. Oktober 1990 "rückwirkend" Rentenbezugszeiten ab 1. Juli 1990 erfasst (…vgl BSG SozR 3-1300 § 44 Nr. 8 S 21;… BSGE 75, 262, 276 = SozR 3-8560 § 26 Nr. 2; BSGE 76, 136, 138 = SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 1).
War dies nicht der Fall, waren also Normen des RAnglG mit dem EinigVtr vereinbar, so fanden sie nachrangig, lückenfüllend und übergangsrechtlich kraft ausdrücklichen bundesgesetzlichen Anwendungsbefehls und in dessen Grenzen als sekundäres Bundesrecht Anwendung (…BSGE 75, 262, 270 = SozR 3-8560 § 26 Nr. 2; BSGE 76, 136, 138 = SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 1; Nr. 2 S 18, 22; Nr. 3 S 34;… BSGE 77, 65, 69 f = SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 4; Nr. 5 S 60;… SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 13 S 105).
Wie das BSG bereits mehrfach entschieden hat, beruhen § 6 1. RAV und § 8 2. RAV auf wirksamen Ermächtigungsgrundlagen (vgl BSGE 76, 136, 140 = SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 2 Nr. 1;… BSG SozR 3-8560 § 25 Nr. 2).
Angesichts dieser speziell auf Zusatzversorgungssysteme bezogenen Regelungen des EinigVtr geht der Hinweis der Klägerin auf die durch Anl I Kap III B II EinigVtr eingefügte Vorschrift des Art. 232 § 1 EGBGB, welche sich allgemein auf Schuldverhältnisse im Beitrittsgebiet bezieht, fehl (vgl dazu auch BSGE 76, 136, 144 f = SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 1).
Die genannten Ermächtigungsgrundlagen entsprechen nicht nur den Anforderungen des Art. 80 GG hinsichtlich der Bestimmtheit ihres Inhaltes, Zweckes und Ausmaßes, sondern sind auch sonst mit dem GG vereinbar; insbesondere verstößt die in Nr. 9 EinigVtr zum Ausdruck kommende "Systementscheidung" für eine Überführung der Ansprüche aus Zusatzversorgungssystemen in die gesetzliche RV nicht gegen Art. 3 Abs. 1, Art. 14 Abs. 1 GG (vgl dazu BSGE 76, 136, 140 ff = SozR 3-8120 Kap VIII H III Nr. 9 Nr. 1;… BSG SozR 3-8560 § 25 Nr. 2).
Klärungsbedürftigkeit von Rechtsfragen zur Geschiedenwitwenrenten im …