Source: https://www.recht.help/informationen/fotorecht-und-bildrecht/recht-am-eigenen-bild-rechtslage-zu-unerlaubter-veroeffentlichung-vebreitung-unterlassen-schadensersatz/
Timestamp: 2019-12-14 01:00:18
Document Index: 92467262

Matched Legal Cases: ['§ 22', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 22', 'BGH', '§ 22']

Recht am eigenen Bild: Rechtslage! - Rechtsanwalt
Recht am eigenen Bild: Veröffentlichung / Verbreitung von Fotos oder Videos wann erlaubt?
Ihr Foto wurde geteilt, verbreitet, öffentlich hochgeladen oder in sonstiger Weise beeinträchtigt? Ihr Recht am eigenen Bild wurde verletzt? Sie wollen wissen, welche Ansprüche Sie haben? - Der nachfolgende Artikel klärt Sie auf!
Recht am eigenen Bild = Jeder darf selbst bestimmen, ob und wie oder wo sein Bild veröffentlicht, verbreitetet oder zur Schau gestellt wird.
Die Verbreitung und Veröffentlichung von Fotos oder Videos und sonstigen Darstellungen einer Person ist grundsätzlich nur bei einer Einwilligung erlaubt.
Nur ausnahmsweise ist die Zustimmung nicht erforderlich, wenn an der Veröffentlichung ein öffentliches Interesse besteht.
Wird ein Bild unberechtigt veröffentlicht, kann sich der Betroffene mit Unterlassung, Löschung oder Herausgabe wehren und unter Umständen gar Schadensersatz verlangen.
Auch hat er das Recht zu erfahren, wann, wie, wo die Bilder veröffentlicht wurden und an wen sie herausgegeben wurden. Der Auskunftsanspruch hilft, Folgeverbreitungen zu unterbinden.
Die Ansprüche richten sich nicht nur gegen denjenigen, der das Bildnis zuerst veröffentlichte, sondern auch gegen Betreiber von Internetseiten, Sozialen Medien und gar Suchmaschinenbetreiber. Auch Personen, die das Bild oder Video einbetten, teilen oder posten sind zur Löschung, Unterlassung und ggf. auch zum Schadensersatz verpflichtet.
Holen Sie sich von uns eine kostenlose und vollkommen unverbindliche Ersteinschätzung per Email ein! Schreiben Sie kurz den Sachverhalt auf. Wenn Ihnen das Foto vorliegt, ist es hilfreich, wenn Sie es Ihrer Email anfügen oder den Link zur Veröffentlichung mitschicken. Dies reicht oftmals schon aus, um Ihnen nützliche Anhaltspunkte geben zu können. Wenn Sie uns Ihre Telefonnummer hinterlassen, dass rufen wir auch gerne zurück, um Sie persönlich über Ihre Ansprüche aufzuklären!
Rechtslage: Das Recht am eigenen Bild!
Unter welchen Umständen ist eine Bildveröffentlichung ohne Einwilligung der gezeigten Person erlaubt?
● Erkennbarkeit der Person auf dem Bild
● Veröffentlichung oder Verbreitung des Bildes mit Einwilligung
Wann die Zustimmung ausnahmsweise nicht erforderlich ist!
Welche Ansprüche Ihnen zustehen, wenn ein Foto oder Video über Sie unberechtigt veröffentlicht wird!
Wie lange das Recht am eigenen Bild besteht!
Was habe ich als Fotografen oder Bildverwender bei der Aufnahme und Nutzung von Bildern mit Personen zu beachten?
Wie wir Ihnen bei Problemen mit dem Recht am eigenen Bild helfen werden!
Rechtslage: Recht am eigenen Bild!
In Zeiten des Internets werden unzählige Bilder und Videos von Personen über facebook, twitter, instagram, youtube und anderen Social-Media Plattformen verbreitet. Nicht immer ist eine Veröffentlichung aber zulässig. Die Rechtslage ist nicht einfach; grundsätzlich gilt jedoch:
Jedermann hat das Recht, selbst zu entscheiden, ob sein Bildnis veröffentlicht werden darf oder nicht.
Dieses Recht wird Recht am eigenen Bild oder auch Bildnisrecht genannt. Es ist eine besondere Ausprägung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts. Es schützt den Einzelnen also vor ungewollten Verbreitungen, Veröffentlichungen und Zurschaustellungen seines Bildnisses. Als Bildnis gelten nicht nur Fotos, sondern auch Zeichnungen, Karikaturen, Comics, Gemälde, Videoaufnahmen und andere Darstellungen.
Das Recht am eigenen Bild schützt nicht vor ungewollten Foto- oder Videoaufnahmen.
Unter welchen Umständen ein Foto oder Video von einer Person überhaupt aufgenommen werden darf, erfahren Sie hier!
Wann ist eine Bildveröffentlichung erlaubt oder unerlaubt?
"Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Die Einwilligung gilt im Zweifel als erteilt, wenn der Abgebildete dafür, dass er sich abbilden ließ, eine Entlohnung erhielt. [...]" - siehe § 22 KUG
Ob eine Veröffentlichung erlaubt ist oder nicht, hängt von mehreren Voraussetzungen ab:
● Erkennbarkeit auf dem Bildnis:
Der Betroffene muss auf dem Bildnis -zumindest abstrakt- erkennbar dargestellt sein.
Hierfür ist es unerheblich, ob er auch tatsächlich erkannt wurde oder nicht; die abstrakte Möglichkeit, erkannt zu werden, reicht aus (siehe BGH, Urteil vom 26.06.1979 - VI ZR 108/78). Daher ist es nicht entscheidend, ob das Gesicht des Betroffenen abgebildet ist. Vielmehr kann sich die Erkennbarkeit auch aus dem Kontext der Bildveröffentlichung ergeben. Selbst, wenn der Betroffene nur mit dem Rücken dargestellt ist, kann eine Erkennbarkeit gegeben sein (siehe BGH, Urteil vom 26.06.1979 - VI ZR 108/78). Unerheblich ist auch, ob es sich um ein Gruppenfoto oder ein Einzelporträt handelt.
Vorsicht: Trotz eines schwarzen Balkens vor der Augenpartie oder sonstiger Anonnymisierung kann die Erkennbarkeit daher gegeben sein.
Als Faustregel gilt: Erkennt sich der Betroffene selbst auf dem Bildnis, so kann eine Erkennbarkeit angenommen werden!
● Veröffentlichung oder Verbreitung des Bildes ohne Einwilligung:
Eine Veröffentlichung oder Verbreitung ist grundsätzlich nur mit vorheriger Zustimmung erlaubt. Die Einwilligung ist an keine besondere Form gebunden: sie kann ausdrücklich oder auch stillschweigend erteilt werden. Sie kann auch auf nur bestimmte Veröffentlichungsformen - wie in Familiengruppe bei facebook oder WhatsApp - beschränkt werden (siehe BGH, Urteil vom 08.05.1956 - I ZR 62/54).
Für eine stillschweigende Einwilligung ist es erforderlich, dass der Betroffene die Aufnahme sowie die spätere Verwendung des Bildes gebilligt hat.
Zum Beispiel: Der Betroffene wusste, dass sich vor Ort ein Fernsehteam befand und ihm war es auch klar, dass die Presse die Videoaufnahmen veröffentlicht. Dennoch blieb der Betroffene und lies sich filmen, ohne ausdrücklich gegen die Veröffentlichung zu widersprechen.
Die Einwilligung wird vermutet, wenn der Betroffene Geld für das Foto bekommen hat (siehe § 22 KUG).
Vorsicht: Derjenige, der das Bildnis veröffentlicht oder verbreitet, hat im Zweifel den Beweis für die Einwilligung des Betroffenen zu erbringen (siehe BGH, Urteil vom 08.05.1956 - I ZR 62/54). Fotografen ist daher dringend anzuraten, sich eine schriftliche Einverständniserklärung unterschreiben zu lassen.
Aber selbst, wenn eine Einverständniserklärung vorliegt, kann diese nachträglich noch widerrufen werden.
Nähere Informationen zum "Widerruf einer Einverständniserklärung" finden Sie hier!
Wann ist die Einwilligung ausnahmsweise nicht erforderlich?
Unter besonderen Umständen darf ein Bild einer Person auch ohne Einwilligung verbreitet werden. In der Regel ist dies dann der Fall, wenn das Bild für die öffentliche Meinungsbildung wichtig ist. Anhand einer Einzelfallbetrachtung sind daher die öffentlichen Interessen den Interessen des Abgelichteten gegenüber zu stellen und abzuwägen.
Wann eine Einwilligung ausnahmsweise nicht erforderlich ist, erfahren Sie hier!
Welche Ansprüche habe ich bei einer ungewollten Veröffentlichung des Fotos oder Videos?
Wurde ein Foto unerlaubt veröffentlicht, so müssen Betroffene einen Verstoß gegen das Recht am eigenen Bild nicht tatenlos hinnehmen. Ihnen stehen umfassende Ansprüche zur Seite, um ihre Rechtsposition zu verteidigen.
Welche Ansprüch bei einem Verstoß gegen das Bildnisrecht bestehen, erfahren Sie hier!
Wie lange gilt das Recht am eigenen Bild gilt?
Nach dem Tode des Abgebildeten bedarf es bis zum Ablaufe von 10 Jahren der Einwilligung der Angehörigen des Abgebildeten. Angehörige im Sinne dieses Gesetzes sind der überlebende Ehegatte oder Lebenspartner und die Kinder des Abgebildeten und, wenn weder ein Ehegatte oder Lebenspartner noch Kinder vorhanden sind, die Eltern des Abgebildeten." - siehe § 22 Kunsturhebergesetz
Das Recht am eigenen Bild besteht auch nach dem Tod des Betroffenen: bis zu 10 Jahre nach dem Tod wird das Bildnis des Verstorbenen geschützt. Für die Geltendmachung des Rechts sind die verblieben Eheleute, Kinder oder auch Eltern zuständig. Per postmortaler Vollmacht kann aber auch ein beliebiger Dritter mit der Rechtswahrnehmung beauftragt werden. Oft geht diese besondere Vollmacht mit einem Testament einher.
Worauf haben Fotografen und Bildverwender zu achten?
Fotografen und Bildverwender haben im Streitfall zu beweisen, dass die abgelichtete Person mit der Aufnahme sowie späteren Verwendung des Bildes einverstanden war. Daher sollte zuvor eine schriftliche Einwilligung eingeholt werden.
Nähere Informationen zur Einwilligung und eine schriftliche Mustereinverständniserklärung finden Sie hier!
Ihr Foto wurde ohne Einwilligung veröffentlicht? - Hier wird Ihnen geholfen!
Wir helfen Ihnen, Ihr Bildnisrecht zu verteidigen!