Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%202014,%20256
Timestamp: 2019-03-23 05:34:18
Document Index: 142835860

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 249', '§ 632', '§ 249', '§ 632', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 632', 'BGH', 'BGH']

BGH, 19.11.2013 - VI ZR 363/12 - dejure.org
§ 249 Abs 2 S 1 BGB, § 632 Abs 2 BGB
Schadenersatz bei Kfz-Unfall: Selbstreparatur einer beschädigten Baustellenabsicherungsanlage
Ersatzumfang bei Selbstreparatur einer beschädigten Baustellenabsicherungsanlage
Schadensersatzanspruch eines Unternehmers bei Beschädigung einer im Bereich einer Autobahn befindlichen und von ihm errichteten Baustellenabsicherungsanlage durch ein Kfz
BGB § 249 Abs. 2 S. 1; BGB § 632 Abs. 2
Baustellenabsicherung repariert: Schadenshöhe?
Verkehrsrecht - Einsatzfahrt der Freiwilligen Feuerwehr mit Privat-Kfz
Beschädigung einer Baustellenabsicherungsanlage verpflichtet zum Schadensersatz
Eigenreparatur einer im Fremdauftrag errichteten Anlage
Zum Schadensersatzanspruch wenn eine im Bereich einer Autobahn befindliche Baustellenabsicherungsanlage durch ein Kraftfahrzeug beschädigt wird
Baustellenabsicherung selbst repariert: Fremdreparaturkosten als Schadensersatz! (IBR 2014, 180)
AG Koblenz, 18.06.2008 - 142 C 273/08
LG Koblenz, 10.07.2012 - 6 S 197/08
NJW 2014, 1376
NZV 2014, 162
VersR 2014, 256
Ortsüblich ist eine Vergütung, die zur Zeit des Vertragsschlusses nach allgemeiner Auffassung der beteiligten Kreise am Ort der Werkleistung gewährt zu werden pflegt, wobei Vergleichsmaßstab Leistungen gleicher Art, gleicher Güte und gleichen Umfangs sind und die Anerkennung der Üblichkeit gleiche Verhältnisse in zahlreichen Einzelfällen voraussetzt (vgl. BGH, Urteil vom 19. November 2013 - VI ZR 363/12, NJW 2014, 1376 Rn. 12 m.w.N.).
Die Anerkennung der Üblichkeit setzt gleiche Verhältnisse in zahlreichen Einzelfällen voraus (vgl. Senatsurteil vom 19. November 2013 - VI ZR 363/12, VersR 2014, 256 Rn. 12; BGH, Urteile vom 26. Oktober 2000 - VII ZR 239/98, NJW 2001, 151, 152; vom 15. Februar 1965 - VII ZR 194/63, BGHZ 43, 154, 159;… vom 4. April 2006 - X ZR 122/05, BGHZ 167, 139 Rn. 14 mwN).
In diesen Fällen bejaht der Bundesgerichtshof einen Anspruch darauf, dass dem Gewerbetreibenden die Kosten einer Fremdreparatur selbst dann ersetzt werden müssen, wenn das vorhandene Personal die Reparatur ohne gesonderte Vergütung vornimmt Eine Ausnahme hiervon gilt nur dann, wenn der Betrieb nicht ausgelastet ist und deshalb die Kapazitäten ansonsten ungenutzt blieben (vgl. BGH Urteil vom 19.11.2013 - VI ZR 363/12, VersR 2014, 256 = juris Rn. 11).
Bei dieser Sachlage ist es nach wie vor gerechtfertigt, bei der Bemessung des Schadens auf die Selbstkosten der durchgeführten Arbeiten zuzüglich anteiliger Gemeinkosten abzustellen (vgl. BGH, Urteil vom 19.11.2013 - VI ZR 363/12, a.a.O., Rn. 10; a.A.: LG Frankenthal (Pfalz), Urteil vom 03.07.2013 - 4 O 459/12, Bl. 228 d.A.).
Der Zuschlag rechtfertigt sich dem Grund nach aus Berücksichtigung von anteiligen Gemeinkosten (vgl. BGH, VersR 2014, 256) und der Höhe nach aus der eigenen Stundenlohnberechnung der Klägerin und deren Bezug auf 2. AVVFStr.
Dabei berücksichtigt der Senat, dass der Ersatzanspruch der Klägerin nicht auf ihre Selbstkosten beschränkt ist, vielmehr kann sie den Stundensatz zugrunde legen, den sie für die entsprechende Leistung Dritten gegenüber berechnen würde (BGH Urt. v. 19.11.2013 - VI ZR 363/12, VersR 2014, 256, zit. nach juris).
aa) Anders als in dem o.g., kürzlich vom Bundesgerichtshof entschiedenen Fall und in den weitläufig von anderen Land- und Oberlandesgerichten entschiedenen Fällen ist im vorliegenden Fall zu beachten, dass sich die Höhe der Anspruchsverpflichtung der Geschädigten (ursprünglich Land und Bund) nicht etwa aus § 632 BGB als ortsübliche oder angemessene Vergütung ergibt (so aber die Fälle Landgericht Dresden, Urteil vom 29.01.2014, 8 O 1508/12, juris; BGH, Urteil vom 15.10.2013, VI ZR 471/12, juris; OLG Frankfurt am Main, Urteil vom 10.07.2013, 4 U 34/12, BeckRS 2014, 14656, Ziff. II. 4 c, wohl auch BGH, Urteil vom 19.11.2013, VI ZR 363/12, juris, Rn. 12).
NJW 2014, 1376).