Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Muss-ich-als-Miterbe-einer-Vermietung-immer-zustimmen--f274081.html
Timestamp: 2020-07-16 15:53:45
Document Index: 336529572

Matched Legal Cases: ['§ 2038', '§ 2038', '§ 2038', '§ 745', '§ 745', '§ 745']

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| 09.05.2015 07:06 |
Sehr geehrte Anwälte, zu unserer Erbengemeinschaft gehört ein Haus
Ich und meine Tante sind Eigentümer
Meine Tante möchte nun aus meiner Sicht zwielichtige Gestalten vermieten, ich will das nicht.
Kann ich dadurch Nachteil erleiden bzw könnte meine Tante Zustimmung verlangen oder mich auf Schadenersatz verklagen, wenn ich meine Unterschrift unter den Vertrag einfach ablehne?
Habe ich vielleicht trotzdem die Möglichkeit der Ablehnung, etwa wenn ich einen triftigen Grund - zB negative Schufa des Mieters- nachweisen kann und kann ich die Vermietung von einer guten Bonitöt - Schufa- abhängig machen ?
Habe ich als Miteigentümer jederzeit das Recht das Grundbuch einzusehen, in denen wir als Erbengemeinschaft stehen oder brauchen auch Miteigentümer dazu immer ein berechtigtes Interesse? Etwa wenn man fürchtet das das Eigentum teils verkauft belastet etc wird von der anderen Eigentümerin ?
Recht Recht Vertrag Eigentum Grundbuch
Die Vermietung Ist Teil der ordnungsgemäßen Verwaltung des Nachlasses und in § 2038 BGB geregelt. Die gemeinschaftliche Verwaltung des Nachlasses ist auf die Erhaltung, Vermehrung, Sicherung und Nutzung des Nachlasses gerichtet. Entsprechende Maßnahmen können durch die Miterben mit einfacher Stimmenmehrheit beschlossen werden, wobei sich die Stimmen nach der Größe der Erbteile bemessen. Gemäß § 2038 I BGB ist jeder Miterbe zur Mitwirkung bei Maßnahmen der ordnungsgemäßen Verwaltung verpflichtet. Wird die Zustimmung verweigert, so kann auf Zustimmung bzw. auf Ausführung geklagt werden.
Fazit: Wenn lediglich zwei Miterben vorhanden sind, kann nur mit Zustimmung beider Erben vermietet werden. Weigert sich einer der beiden, der Vermietung zuzustimmen, muss der andere Miterbe eine gerichtliche Klärung herbeiführen. Hier wird dann natürlich auch geprüft, ob die Zustimmung aus triftigen Gründen und mithin zu Recht verweigert wurde.
Als Miteigentümer haben Sie jederzeit das Recht, einen aktuellen Grundbuchauszug einzuholen. Diese haben stehst das erforderliche "berechtigte Interesse".
Nachfrage vom Fragesteller	09.05.2015 | 09:15
Leider verstehe ich die Antwort nicht, außerdem sind sie nicht auf meine Frage eingegangen, die war :
Kann meine Tante von mir Schadensersatz fordern, wenn ich einen Mirtinteressenten ablehne der eine schlechte Bonität hat, ich denke doch wohl nicht das ich als Miteigentümer einen Mieter akzeptieren muss, der keine ausreichende Bonität hat, ich bitte daher meine Frage zu beantworten.
Außerdem erlauben Sie mir als Laie den Hinweis das der erste Teil ihrer Antwort widersprüchlich klingt, denn wie kann ein Miterbe eigentlich eine Zustimmungsklage einreichen, wenn er Dinge verlangt, die von der Erbengemeinschaft nicht mit Mehrheit beschlossen wurden ?
Im Gesetz steht, dass ein Miteigentümer mitwirken muss, allerdings gehört der Abschluss eines Vertrages - wie sie auch sagen zur ordnungsgemäßen Verwaltung-
Wenn die Gemeinschaft nun auf zwei leutchen besteht verstehe ich nicht wie meine Tante hier eine Rechtsgrundlage ableiten will, denn erklären Sie mir wo Absatz 2 des 2038 hier eine fehlende Mehrheit hergibt, diese ergibt sich doch nur aus Notfällen ( Rohrbruch Gasgeruch etc..)
Es geht also offenbar nach Mehrheit, Miterbengemeinschaft beschließt durch Stimmenmehrheit (§§ 2038 Abs. 2, 745 Abs. 1 BGB Ist es Mehrheit wenn ich der 50 Prozebt hat nun dageren ist ?? es gibt vertragsfreiheit was soll der miterbe der keine mehrheut hat nun daraus ableiten.
Seien Sie mir nicht böse, ich habe jetzt 61 Euro bezahlt und erbitte zur Frage ob ich einen evtl Insolventen oder sonst was Mieter nehmen muss oder nicht eine Antwort
Denn wenn ich nun denken muss, dass ich dem zustimmen muss und der Mieter muss wieder rausgeklagt werden, wer entsetzt mir dann den Schaden wenn sich herausstellt das ich berechtigte Gründe hab den abzulehnen
Ihren zweiten Teil der Antwort kann ich nicht verstehen, die schreiben "stehst" sie meinen wohl "stets" also immer oder ?
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.05.2015 | 10:26
Vielen Dank für Ihre Nachfrage. Gern ergänze ich meine Antwort wie folgt:
Ich gehe davon aus, dass die Immobilie zum Nachlass gehört und Sie und ihre Tante zu gleichen teilen (50:50) Miterben sind. Dann kommt einfache Stimmenmehrheit zur Entscheidung über die erforderlichen Maßnahmen nur zustande, wenn sich beide Miterben einig sind und gemeinsam zustimmen. Einer allein kann ohne Zustimmung das anderen nichts veranlassen und auch nicht vermieten.
Selbstverständlich dürfen Sie die Zustimmung zur Vermietung verweigern, wenn gewichtige Gründe dagegen sprechen. Ist die Tante anderer Ansicht und will diese die beabsichtigte Vermietung durchsetzen, muss Ihre Tante Klage auf Zustimmung zur Vermietung erheben. Gerade weil keine Stimmenmehrheit vorliegt, diese jedoch herbeigeführt werden soll. Das Gericht würde - wenn die Tante das Klageverfahren gewinnt - Ihre verweigerte Zustimmung durch Urteil erteilen. Ob diese Klage Erfolg hat, hängt von den Details des zugrunde liegenden Sachverhaltes ab und kann derzeit von mir nicht abschließend geprüft werden.
Sie unterliegen - offensichtlich mangels juristischer Vorkenntnisse - diversen Irrtümern und Fehlvorstellungen. Ich empfehle daher dringend, einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen.
Bewertung des Fragestellers 11.05.2015 | 12:03
"Leider ist der Anwalt nicht auf alles detailliert eingegangen zB garnicht darauf ob ein Miterbe einen Mieter verweigern kann, der eine schlechte Schufa hat.
Bzgl § 745 wurde gar kein Rückgriff genommen es geht doch bei 50 zu 50 nur nach billigen Ermessen in § 745 steht von Interesse ALLER Teilhaber, hier geht es aber um das slleinige interesse meintee Tante !
Das Gesetz redet is § 745 Abs.2 aber ausdrücklich von aller.
Ich gebe volle Punkte wenn der Anwalt im Rahmen der Fragen hier auf meine Fragen eingeht, ansonsten erkenne ich hier keine Vollständigkeit bzw ausreichend Detailreichtum "
Recht auf Schadenersatz wegen ergehenden Teil-Versäumnisurteil (Gesamtschuldklage)