Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%2079/14
Timestamp: 2020-08-12 14:57:35
Document Index: 147030071

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 3', '§ 9', '§ 256', '§ 258', '§ 259', '§ 286', '§ 294', '§ 511', '§ 271', '§ 16', '§ 35', '§ 66', '§ 19', '§ 57', '§ 71', '§ 100', '§ 3', '§ 511', '§ 256', '§ 271', '§ 315', '§ 271', '§ 511', '§ 2', '§ 3', '§ 9', '§ 22', '§ 294', '§ 511', '§ 448', '§ 286', '§ 564', '§ 256', '§ 22', '§ 7', '§ 258', '§ 259', '§ 256', '§ 19', '§ 100', '§ 16', '§ 71', '§ 556', '§ 760', '§ 14', '§ 28', '§ 632', '§ 13', '§ 25', '§ 269', '§ 57', '§ 3', '§ 9', '§ 256', '§ 258', '§ 259', '§ 271', '§ 100', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 557', '§ 557', '§ 557', '§ 256', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 256', 'BGH', 'BGH', '§ 280', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 19.11.2014 - VIII ZR 79/14 - dejure.org
https://dejure.org/2014,38774
BGH, 19.11.2014 - VIII ZR 79/14 (https://dejure.org/2014,38774)
BGH, Entscheidung vom 19.11.2014 - VIII ZR 79/14 (https://dejure.org/2014,38774)
BGH, Entscheidung vom 19. November 2014 - VIII ZR 79/14 (https://dejure.org/2014,38774)
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ZPO § 3, § 9, § 256, § 258, § 259, § 286, § 294, § 511; BGB § 271; EEG 2012 § 16, § 35, § 66 Abs. 1 Nr. 6; EEG 2014 § 19, § 57, § 71, § 100 Abs. 1 Nr. 10
§§ 3, ... 9 ZPO, § 511 Abs. 2 Nr. 1 ZPO, § 256 ZPO, § 271 BGB, § 315 Abs. 1 BGB, § 271 Abs. 1 BGB, § 511 Abs. 2 ZPO, §§ 2, 3 ZPO, § 3 ZPO, § 9 ZPO, §§ 22, 100 Abs. 1 EEG 2014, § 294 ZPO, § 511 Abs. 3 ZPO, § 448 ZPO, § 286 Abs. 1 ZPO, § 564 ZPO, § 256 Abs. 1 ZPO, § 22 EEG 2014, § 7 EEG 2014, § 258 ZPO, § 259 ZPO, § 256 Abs. 1 Satz 1 ZPO, § 19 Abs. 2 EEG 2014, § 100 Abs. 1 Nr. 10 EEG 2014, § 16 Nr. 1 VOB/B, §§ 71, § 556 Abs. 2, § 760 Abs. 1 BGB, § 14 Abs. 1 StromGVV, § 28 Abs. 1 AVBWasserV, §§ 632a, 212 Abs. 1 Nr. 1 BGB, § 13 StromGVV, § 25 AVBWasserV, §§ 269 f. BGB, § 57 Abs. 1 EEG 2014
§ 3 ZPO, § 9 ZPO, § 256 ZPO, § 258 ZPO, § 259 ZPO
Anspruch auf Zahlung von Abschlägen auf die zu erwartende Einspeisevergütung: Glaubhaftmachung der Berufungsbeschwer durch bloße Parteierklärung des Berufungsklägers; Frage der Fälligkeit als Gegenstand einer Feststellungsklage; Bestimmung des Fälligkeitszeitszeitpunkts
Fälligkeit von Abschlagszahlungen aus einem Einspeiseverhältnis nach dem EEG
Zur Fälligkeit des Anspruchs des Anlagenbetreibers auf Abschlagszahlungen
BGB § 271 ; EEG 2014 § 100 Abs. 1 Nr. 10
Berufungsbeschwer - und ihre Glaubhaftmachung
Abschlagzahlungen - und die Zulässigkeit einer Feststellungsklage
Fälligkeit der Abschlagszahlungen aus einem Einspeiseverhältnis nach dem EEG
Fälligkeit von Abschlägen auf die EEG-Einspeisevergütung
Fälligkeit von Abschlagszahlungen nach dem EEG
Abschlagszahlungen für Stromeinspeisung nach dem EEG 2012
LG Kempten, 28.03.2013 - 21 O 1469/12
OLG München, 13.02.2014 - 14 U 1823/13
NJW 2015, 873
MDR 2015, 352
Gegen die Zulässigkeit der Berufung, die auch in der Revisionsinstanz von Amts wegen zu prüfen ist (vgl. BGH, Urteil vom 19. November 2014 - VIII ZR 79/14, NJW 2015, 873 Rn. 12 mwN), bestehen keine Bedenken.
Sie ist deshalb auch vom Revisionsgericht unabhängig von den Anträgen der Parteien von Amts wegen zu prüfen (…z.B. Senatsurteil vom 10. Februar 2011 - III ZR 338/09, NJW 2011, 926 Rn. 7; BGH, Urteile vom 19. November 2014 - VIII ZR 79/14, NJW 2015, 873 Rn. 12;… vom 14. November 2007 - VIII ZR 340/06, NJW 2008, 218 Rn. 8;… vom 26. Januar 2006 - I ZR 121/03, NJW-RR 2006, 1044 Rn. 23; vom 30. September 1987 - IVb ZR 86/86, BGHZ 102, 37, 38 und vom 26. Juni 1952 - IV ZR 36/52, BGHZ 6, 369, 370;… MüKo-ZPO/Krüger, 5. Aufl., § 557 Rn. 26;… Musielak/Ball, ZPO, 14. Aufl., § 557 Rn. 15;… Zöller/Heßler, ZPO, 31. Aufl., § 557 Rn. 8; siehe auch Senatsurteil vom 21. Juni 1976 - III ZR 22/75, NJW 1976, 1940 zum Einspruch gegen ein Versäumnisurteil).
Daher besteht in Fällen der Minderung ebenso wenig wie bei anderen negativen Feststellungsklagen hinsichtlich der Miethöhe ein Grund, diese anders zu behandeln als eine Klage des Vermieters auf (künftige) Zahlung oder - unbeschadet eines Feststellungsabschlages - eine ihm wahlweise offenstehende (vgl. Senatsurteile vom 19. November 2014 - VIII ZR 79/14, NJW 2015, 873 Rn. 34; vom 21. Januar 2004 - VIII ZR 99/03, NZM 2004, 253 unter II 1 a) Klage auf Feststellung der Höhe der geschuldeten Miete.
Die Klage auf Feststellung des Bestehens eines Rechtsverhältnisses setzt gemäß § 256 Abs. 1 ZPO ein rechtliches Interesse des Klägers daran voraus, dass das Rechtsverhältnis durch richterliche Entscheidung alsbald festgestellt wird (BGH, Urteil vom 19. November 2014 - VIII ZR 79/14 NJW 2015, 873).
Ein feststellungsfähiges Rechtsverhältnis liegt daher auch vor, wenn eine Verbindlichkeit noch nicht entstanden, aber für ihren späteren Eintritt der Grund in der Art gelegt ist, dass die Entstehung der Verbindlichkeit nur von dem Eintritt weiterer Umstände oder dem Zeitablauf abhängt (BGH, Urteil vom 19. November 2014 - VIII ZR 79/14 aaO).
Die Feststellungsklage hingegen lässt unter dem Gesichtspunkt der Prozesswirtschaftlichkeit eine sinnvolle und sachgemäße Erledigung des aufgetretenen Streitpunktes erwarten, da sie die von beiden Parteien des Rechtsstreits aufgeworfene Frage in einem Prozess für die gesamte Dauer des zwischen den Parteien bestehenden Vertragsverhältnisses ein für alle Mal verbindlich klärt (vgl. BGH, Urteil vom 19. November 2014 - VIII ZR 79/14 aaO).
Denn die Möglichkeit einer solchen Klage steht der Zulässigkeit der Feststellungsklage und dem dafür nach § 256 Abs. 1 Satz 1 ZPO erforderlichen Feststellungsinteresse nicht entgegen (BGH, Urteil vom 19. November 2014 - VIII ZR 79/14 aaO m.w.N.).
Ein rechtliches Interesse an einer alsbaldigen Feststellung des Bestehens oder Nichtbestehens eines Rechtsverhältnisses ist nur gegeben, wenn dem Recht oder der Rechtslage der Klägerin eine gegenwärtige Gefahr der Unsicherheit droht und wenn das erstrebte Urteil geeignet ist, diese Gefahr zu beseitigen und unter dem Gesichtspunkt der Prozeßwirtschaftlichkeit zu einer sinnvollen und sachgemäßen Erledigung der aufgetretenen Streitpunkte zu führen (BGH…, Urteil vom 28. September 1999 - VI ZR 195/98, Rn. 17; Urteil vom 19. November 2014 - VIII ZR 79/14, Rn. 29 m.w.N.).
Ein Schadensersatzanspruch des Beklagten gegen die Klägerin aus § 280 Abs. 1 BGB (zur Anwendbarkeit der Vorschriften des allgemeinen Schuldrechts vgl. Senatsurteile vom 19. November 2014 - VIII ZR 79/14, NJW 2015, 873 Rn. 46 mwN;… vom 11. Mai 2016 - VIII ZR 123/15, WM 2017, 389 Rn. 18) scheidet bereits deshalb aus, weil die Klägerin dem Beklagten gegenüber weder eine Hinweis- oder Aufklärungspflicht verletzt noch pflichtwidrig einen Vertrauenstatbestand geschaffen hat.
Er zielt nämlich nicht auf die Feststellung des Bestehens oder Nichtbestehens eines Rechtsverhältnisses oder, was auch zulässig wäre (vgl. BGH, Urteil vom 19. November 2014 - VIII ZR 79/14, NJW 2015, 873 Rn. 24), auf einzelne Beziehungen oder Folgen aus einem Rechtsverhältnis, etwa auf bestimmte Ansprüche oder Verpflichtungen oder auf die Feststellung des Umfangs einer Leistungspflicht wie die Fälligkeit der Leistung.
Das ist hier der Fall, da es sich bei der von der Klägerin bzw. dem Widerkläger jeweils begehrten Feststellung hinsichtlich der Minderung der Miete durch den Beklagten/Widerkläger wegen der Errichtung eines "hölzernen Unterstellplatzes für Altpapiercontainer" bzw. wegen der daneben befindlichen und bereits zuvor errichteten "Gitterboxen und Unterstellmöglichkeiten für die Müllentsorgung" jeweils um ein feststellungsfähiges gegenwärtiges Rechtsverhältnis handelt, dessen Inhalt von dem Beklagten/Widerkläger bestritten wird (BGH, Beschluss vom 14.06.2016 - VIII ZR 43/15; BGH, Urteil vom 19.11.2014 - VIII ZR 79/14; BGH, Urteil vom 21.01.2004 - VIII ZR 99/03; AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 03.07.2017 - 34 C 84/16; AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 11.05.2017 - 31 C 354/15; AG Köpenick, Urteil vom 28.11.2012 - 6 C 258/12).
Ein Rechtsverhältnis wird durch die aus einem konkreten Lebenssachverhalt entstandenen Rechtsbeziehungen von Personen zu Personen oder Sachen gebildet (BGH, Urteil vom 19.11.2014 - VIII ZR 79/14; BGH, 05.05.2011 - VII ZR 179/10; AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 03.07.2017 - 34 C 84/16; AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 11.05.2017 - 31 C 354/15; AG Köpenick, Urteil vom 28.11.2012 - 6 C 258/12).
Gegenstand eines Feststellungsurteils können insofern aber auch einzelne sich aus einem umfassenderen Rechtsverhältnis ergebende Beziehungen oder Folgen eines Rechtsverhältnisses sowie der Umfang und der Inhalt einer Leistungspflicht sein (BGH, Urteil vom 19.11.2014 - VIII ZR 79/14, u.a. in: NJW 2015, Seiten 873 ff.; BGH, Urteil vom 07.03.- - VII ZR 223/11; AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 03.07.2017 - 34 C 84/16; AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 11.05.2017 - 31 C 354/15).
Dabei muss sich das Feststellungsbegehren nicht auf ein Rechtsverhältnis im Ganzen beziehen, sondern kann sich auch auf einzelne Beziehungen oder Folgen aus dem Rechtsverhältnis, auf bestimmte Ansprüche oder Verpflichtungen oder auf den Umfang einer Leistungspflicht, insbesondere auch auf einen streitigen Teil des Vertragsinhalts, beschränken (BGH, Urteil vom 19.11.2014 - VIII ZR 79/14; AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 03.07.2017 - 34 C 84/16; AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 11.05.2017, Az.: 31 C 354/15, u.a. in: NJOZ 2017, Seite 956).
Denn die von der Klägerin begehrte Feststellung der nicht berechtigten Minderung der von dem Beklagten monatlich geschuldeten Miete bzw. die vom Widerkläger begehrte Feststellung seiner Berechtigung zur Mietminderung zielen jeweils darauf ab, den Inhalt des zwischen den Parteien bestehenden Mietschuldverhältnisses insoweit abschließend dahin zu klären, ob der Beklagte/Widerkläger seiner ansonsten unstreitigen Zahlungspflicht jeweils nachkommen muss oder nicht (BGH, Urteil vom 19.11.2014, Az.: VIII ZR 79/14, u.a. in: NJW 2015, Seiten 873 ff.).
Ein feststellungsfähiges Rechtsverhältnis liegt daher auch vor, wenn eine Verbindlichkeit noch nicht entstanden, aber für ihren späteren Eintritt der Grund in der Art gelegt ist, dass die Entstehung der Verbindlichkeit nur von dem Eintritt weiterer Umstände oder dem Zeitablauf abhängt (BGH, Urteil vom 19.11.2014, Az.: VIII ZR 79/14, u.a. in: NJW 2015, Seiten 873 ff.; BGH, NJW-RR 2005, Seite 637; BGH, NJW 1988, Seite 774; AG Köpenick, Urteil vom 28.11.2012, Az.: 6 C 258/12, u.a. in: Grundeigentum -, Seite 215).
Daraus abgeleitet kann die Klägerin/Widerbeklagte - wie hier - zugleich die Feststellung beantragen, dass der Beklagte/Widerkläger dem Grunde nach verpflichtet ist, an sie alle künftigen Mietzahlungen spätestens bis zu dem vereinbarten Zeitpunkt zu erbringen hat bzw. kann der Beklagte/Widerkläger die Feststellung beantragen, dass er hierzu aufgrund eines konkret bestehenden Mangels der Mietsache gerade nicht verpflichtet ist (BGH, Urteil vom 19.11.2014, Az.: VIII ZR 79/14, u.a. in: NJW 2015, Seiten 873 ff.; BGH, NJW-RR 2012, Seite 1223; AG Köpenick, Urteil vom 28.11.2012, Az.: 6 C 258/12, u.a. in: Grundeigentum -, Seite 215).
Ein rechtliches Interesse an einer alsbaldigen Feststellung des Bestehens oder Nichtbestehens eines Rechtsverhältnisses ist zwar nur dann gegeben, wenn dem Recht oder der Rechtslage der Klägerin eine gegenwärtige Gefahr der Unsicherheit droht und wenn das erstrebte Urteil geeignet ist, diese Gefahr zu beseitigen (BGH, Urteil vom 19.11.2014, Az.: VIII ZR 79/14, u.a. in: NJW 2015, Seiten 873 ff.; BGH, NJW 2010, Seite 1877).
Denn der Beklagte/Widerkläger hat den von der Klägerin/Widerbeklagten angenommenen mangelfreien Zustand der Mietsache und die insofern in voller Höhe zu zahlende Miete seit dem Monat Dezember 2015 bestritten und ab diesem Zeitpunkt jeweils nur noch eine geminderte Miete gezahlt (BGH, Urteil vom 19.11.2014, Az.: VIII ZR 79/14, u.a. in: NJW 2015, Seiten 873 ff.; BGH, NJW 2001, Seite 1431; BGH, NJW 1986, Seite 2507; AG Köpenick, Urteil vom 28.11.2012, Az.: 6 C 258/12, u.a. in: Grundeigentum -, Seite 215).
Die Feststellungsklage hingegen lässt unter dem Gesichtspunkt der Prozesswirtschaftlichkeit eine sinnvolle und sachgemäße Erledigung des aufgetretenen Streitpunktes erwarten, da sie die Frage der Berechtigung des Beklagten zur Mietzinsminderung aufgrund der Errichtung des "hölzernen Unterstellplatzes für Altpapiercontainer" in einem Prozess für die gesamte Dauer des zwischen den Parteien bestehenden Mietvertragsverhältnisses ein für alle Mal verbindlich klären kann (BGH, Urteil vom 19.11.2014, Az.: VIII ZR 79/14, u.a. in: NJW 2015, Seiten 873 ff.; AG Köpenick, Urteil vom 28.11.2012, Az.: 6 C 258/12, u.a. in: Grundeigentum -, Seite 215).
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