Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20R%2028/87
Timestamp: 2019-07-18 05:59:22
Document Index: 214838149

Matched Legal Cases: ['§ 150', '§ 167', '§ 350', '§ 50', '§ 3', '§ 8', '§ 50', '§ 150', '§ 73', '§ 50', '§ 50', '§ 40', '§ 37']

BFH, 27.07.1988 - I R 28/87 - dejure.org
https://dejure.org/1988,565
BFH, 27.07.1988 - I R 28/87 (https://dejure.org/1988,565)
BFH, Entscheidung vom 27.07.1988 - I R 28/87 (https://dejure.org/1988,565)
BFH, Entscheidung vom 27. Juli 1988 - I R 28/87 (https://dejure.org/1988,565)
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AO 1977, § 150 Abs. 1 Satz 2, § 167, § 350; EStG § 50a Abs. 4, § 3, § 8 Abs. 1
Vergütungsschuldner - Steueranmeldung - Anfechtung mit Einspruch - Vergütungsgläubiger - Steuerfreie Einnahmen - Steuerabzug
§§ 50a Abs. 4, 3, 8 Abs. 1 EStG; §§ 150, 350 AO
Einkommensteuer; Steuerabzug bei Einkünften beschränkt Steuerpflichtiger
BFHE 155, 479
DB 1989, 1171
BStBl II 1989, 449
Im Urteil vom 27.07.1988 (I R 28/87 - BStBl. 1989, 449) hat der BFH demgemäß die von einem Filmproduzenten getragenen Kosten für die Beförderung einer Schauspielerin zu verschiedenen Drehorten in der Bundesrepublik nicht als geldwerten Vorteil bei ihren Einkünften aus selbstständiger Arbeit erfasst, weil es in dem überwiegenden betrieblichen Interesse des Filmproduzenten lag, die Künstler jeweils zusammen zu den einzelnen Produktionsorten zu befördern, um so die zur Verfügung stehende Produktionszeit optimal nutzen zu können und die Gewähr zu haben, dass die engagierten Künstler ständig zur Verfügung stehen.
Entsprechend hat der BFH zur Kirchenlohnsteuer (…BFH-Urteil vom 12. Juni 1997 I R 44/96, BFHE 185, 92, BStBl II 1998, 207, und BFH-Beschluss vom 15. Oktober 1993 I B 89/93, BFH/NV 1994, 292) und zur Steueranmeldung nach § 73e der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung --EStDV--, § 50a EStG entschieden (BFH-Urteile vom 27. Juli 1988 I R 28/87, BFHE 155, 479, BStBl II 1989, 449; vom 16. Mai 1990 I R 113/87, BFHE 161, 358, BStBl II 1990, 983;… BFH-Beschlüsse vom 13. September 1989 I B 23/89, BFH/NV 1990, 208, und vom 13. August 1997 I B 30/97, BFHE 184, 92, BStBl II 1997, 700).
Trägt der Veranstalter eines Konzerts die Kosten für den Transport des von ihm engagierten Künstlers zum Veranstaltungsort und für die Übernachtung und Verpflegung des Künstlers im Zusammenhang mit der Veranstaltung, so führt dies regelmäßig zu Einnahmen des Künstlers (Abgrenzung zum Senatsurteil vom 27. Juli 1988 I R 28/87, BFHE 155, 479, BStBl II 1989, 449).
Diese Überlegung gilt nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats (BFH-Urteil vom 27. Juli 1988 I R 28/87, BFHE 144, 479, BStBl II 1989, 449) gleichermaßen bei der Besteuerung selbständig Tätiger, insbesondere von Künstlern.
Der Vergütungsgläubiger kann einen Erstattungsanspruch in dieser Situation vielmehr nur in der Weise geltend machen, dass er entweder die Steueranmeldung des Vergütungsschuldners bzw. den ihr entsprechenden Verwaltungsakt (z.B. Haftungsbescheid) anficht (Senatsurteil in BFHE 144, 479, BStBl II 1989, 449) oder außerhalb des Verfahrens nach § 50d EStG einen Freistellungsbescheid beantragt.
Es entspricht zudem ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung, dass von steuerbefreiten Einnahmen keine Steuer abgezogen werden darf (Senatsurteil vom 27. Juli 1989 I R 28/87, BFHE 155, 479, BStBl II 1989, 449).
Es entspricht zudem ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung, dass von steuerbefreiten Einnahmen keine Steuer abgezogen werden darf (Senatsurteil vom 27. Juli 1988 I R 28/87, BFHE 155, 479, BStBl II 1989, 449).
Als solcher ist er gemäß § 40 Abs. 2 FGO in eigenen Rechten verletzt, wenn er mit der Klage geltend macht, daß die Steuer dem Grunde oder der Höhe nach zu seinen Lasten unzutreffend einbehalten und abgeführt wurde (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 27. Juli 1988 I R 28/87, BFHE 155, 479, BStBl II 1989, 449).
Dennoch ist die Würdigung des FG, der Einsatz der eigenen Tourbegleiter sei im überwiegenden betrieblichen Interesse der Klägerin erfolgt, möglich (vgl. zur Zuordnung dieser Frage zu den tatsächlichen Feststellungen das Senatsurteil in BFHE 155, 479, BStBl II 1989, 449).
Vielmehr kann auch ein Dritter einen Verwaltungsakt anfechten, wenn dieser in seine Rechte eingreift (BFH-Urteile vom 27. Juli 1988 I R 28/87, BFHE 155, 479, BStBl II 1989, 449; vom 20. Juli 2005 VI R 165/01, BFHE 209, 571, BStBl II 2005, 890).
Wegen dieser Drittwirkung hat die Rechtsprechung dem Vergütungsgläubiger das Recht zugebilligt, aus eigenem Recht die Steueranmeldung anzufechten (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 27. Juli 1988 I R 28/87, BFHE 155, 479, BStBl II 1989, 449; vom 16. Mai 1990 I R 113/87, BFHE 161, 358;… BFH-Beschluß vom 13. September 1989 I B 23/89, BFH/NV 1990, 208).
Der I. Senat des BFH hat diesen Gesichtspunkt auch zur inhaltlichen Bestimmung der Betriebseinnahmen bei den Gewinneinkünften herangezogen (BFH-Urteil vom 27. Juli 1988 I R 28/87, BFHE 155, 479, BStBl II 1989, 449).
BFH, 24.03.1999 - I B 113/98
BFH, 13.09.1989 - I B 23/89
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