Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/anfechtung-einer-grundstuecksverkehrsgenehmigung-378872
Timestamp: 2020-02-28 21:44:57
Document Index: 73535890

Matched Legal Cases: ['§ 40', '§ 22', '§ 22', '§ 40', '§ 40', '§ 40']

Anfech­tung einer Grund­stücks­ver­kehrs­ge­neh­mi­gung | Rechtslupe
Für die auf Auf­he­bung des Bescheids über die grund­stück­ver­kehrs­recht­li­che Geneh­mi­gung gerich­te­te Kla­ge ist der Ver­wal­tungs­rechts­weg (§ 40 Abs. 1 Satz 1 VwGO) nicht eröff­net. Nach die­ser Bestim­mung ist der Ver­wal­tungs­rechts­weg in allen öffent­lich-recht­li­chen Strei­tig­kei­ten nicht­ver­fas­sungs­recht­li­cher Art gege­ben, soweit die Strei­tig­kei­ten nicht durch Bun­des­ge­setz einem ande­ren Gericht aus­drück­lich zuge­wie­sen sind. Eine sol­che aus­drück­li­che Zuwei­sung an ein ande­res Gericht liegt aber nicht nur dann vor, wenn sich im Geset­zes­wort­laut eine sol­che fin­det, son­dern auch dann, wenn sich aus dem Gesamt­ge­halt einer Rege­lung und dem Sach­zu­sam­men­hang in Ver­bin­dung mit der Sach­nä­he hin­rei­chend deut­lich und logisch zwin­gend ergibt, dass ein beson­de­rer Rechts­weg eröff­net sein soll 1.
Eine sol­che Zuwei­sung an ein ande­res Gericht liegt für Strei­tig­kei­ten über Geneh­mi­gun­gen nach dem Grund­stück­ver­kehrs­ge­setz vom 28.07.1961 2 vor. Zwar sieht § 22 Abs. 1 Grund­stück­ver­kehrs­ge­setz eine gericht­li­che Über­prü­fung aus­drück­lich nur für die Fäl­le vor, in denen die Geneh­mi­gungs­be­hör­de eine Geneh­mi­gung ver­sagt oder unter Auf­la­gen oder Bedin­gun­gen erteilt oder näher bezeich­ne­te Zeug­nis­se oder Beschei­ni­gun­gen ver­wei­gert; die Fäl­le, in denen eine Geneh­mi­gung ohne Auf­la­gen oder Bedin­gun­gen erteilt wor­den ist, fin­den in die­ser Bestim­mung kei­ne aus­drück­li­che Erwäh­nung. In der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts, der das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt folgt, ist aber geklärt, dass nach dem Wil­len des Gesetz­ge­bers für alle Fra­gen des land­wirt­schaft­li­chen Grund­stücks­ver­kehrs und der damit im Zusam­men­hang ste­hen­den behörd­li­chen Ent­schei­dun­gen, also auch für die in § 22 Abs. 1 Grund­stück­ver­kehrs­ge­setz nicht aus­drück­lich genann­te Nach­prü­fung von ohne Auf­la­gen oder Bedin­gun­gen erteil­ten Geneh­mi­gun­gen, die ordent­li­chen Gerich­te zustän­dig sein sol­len 3.
vgl. BVerwG, Urteil vom 03.12 1974 – BVerwG I C 11.73, BVerw­GE 47, 255 [259]; Beschluss vom 15.05.1986 – BVerwG 4 B 92.86, NJW 1986, 2845; OVG Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Beschluss vom 22.06.1995 – 1 O 41/​95, RdL 1996, 134; Schen­ke, in: Kopp/​Schenke, VwGO, Kom­men­tar 16. Aufl.2009, § 40 Rdnr. 49; Sodan, in: Sodan/​Ziekow, VwGO, Kom­men­tar 3. Aufl.2010, § 40 Rdnr. 482, 488 f.[↩]
BGBl. I S. 1091[↩]
BVerwG, Beschluss vom 23.01.1996 – BVerwG 11 B 150.95, Buch­holz 424.5 GrstVG Nr. 1 im Nach­gang auf das von den Klä­gern ange­führ­te Urteil des OVG Bre­men vom 16.05.1995 – 1 BA 44/​94; Beschluss vom 29.03.1978 – BVerwG 1 B 32.78, Buch­holz 310 § 40 VwGO Nr. 168; eben­so OVG Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Beschluss vom 22.06.1995, a.a.O.; vgl. auch OLG Cel­le, Beschluss vom 16.11.1998 – 7 W (L) 81/​98, RdL 1999, 327[↩]
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