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Timestamp: 2016-10-26 09:28:21
Document Index: 391223199

Matched Legal Cases: ['Art. 181', 'Art. 181', 'BGE', 'BGE', 'Art. 181', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 165', 'BGE', 'Art. 181', 'Art. 926', 'Art. 641', 'Art. 928', 'BGH', 'BGE', 'BGH', 'BGH', 'Art. 16', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 156', 'Art. 278', 'Art. 278']

6S.77/2003 (06.01.2004)
Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Richard A. Schindler,
X.________ ist Eigent�mer der Liegenschaften LM und NO in A.________ in der Gemeinde B.________. F�r sie erliess der Einzelrichter des Bezirks H�fe am 11. M�rz 1998 ein Allgemeines Verbot mit folgendem Inhalt:
"Unberechtigten wird das Fahren und Parkieren auf den Grundst�cken LM und NO, A.________ verboten.
Auf den Grundst�cken wurde eine Tafel angebracht, die auf das Verbot und die angedrohte Strafe hinweist.
"Sie werden ersucht, mit beiliegendem Einzahlungsschein eine Umtriebsentsch�digung von Fr. 30.-- zu entrichten. Mit der Bezahlung dieser Geb�hr innert 10 Tagen entheben Sie uns der Pflicht, wegen Uebertretung des richterlichen Verbots zu verzeigen."
17 Fahrzeugf�hrer kamen dieser Aufforderung nach und �berwiesen insgesamt Fr. 510.-- auf das PC-Konto von X.________. Andere Lenker bezahlten nichts ein und wurden in der Folge beim Bezirksamt H�fe verzeigt.
Gest�tzt auf diesen Sachverhalt verurteilte das Bezirksgericht K�ssnacht am Rigi X.________ am 27. August 2001 wegen mehrfacher N�tigung und mehrfacher versuchter N�tigung zu einer Busse von Fr. 500.--. Zudem wurde die Einziehung des unrechtm�ssigen Gewinns von Fr. 510.-- angeordnet. Das Kantonsgericht des Kantons Schwyz wies am 15. Oktober 2002 die vom Angeklagten erhobene Berufung ab und best�tigte das erstinstanzliche Urteil.
X.________ f�hrt eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde und beantragt, es sei das Urteil des Kantonsgerichts aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob sich der Beschwerdef�hrer der N�tigung gem�ss Art. 181 StGB schuldig gemacht hat, weil er den unbefugt parkierenden Lenkern mit der Verzeigung wegen �bertretung eines richterlichen Verbots drohte, falls sie ihm nicht innert zehn Tagen eine Umtriebsentsch�digung von Fr. 30.-- bezahlten.
Nach Auffassung des Beschwerdef�hrers liegt in diesem Verhalten keine n�tigende Handlung. Jedenfalls sei die den unberechtigt Parkierenden unterbreitete "Offerte" nicht rechtswidrig. In diesem Zusammenhang beruft er sich auch auf eine in anderen Kantonen - namentlich in Luzern - g�ngige Praxis, die das von ihm gew�hlte Vorgehen ausdr�cklich als rechtm�ssig anerkenne. Schliesslich macht der Beschwerdef�hrer auch Rechtsirrtum geltend, da er sich vor der Verwendung des fraglichen Avis beim Pr�sidenten des Bezirksgerichts H�fe �ber die Zul�ssigkeit dieses Vorgehens erkundigt und es dieser wohl als heikel, aber nicht von vornherein als unzul�ssig bezeichnet habe.
Nach Art. 181 StGB wird mit Gef�ngnis oder mit Busse bestraft, wer jemanden durch Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschr�nkung seiner Handlungsfreiheit n�tigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden.
Bei der Androhung ernstlicher Nachteile stellt der T�ter dem Opfer die Zuf�gung eines �bels in Aussicht, dessen Eintritt er als von seinem Willen abh�ngig erscheinen l�sst. Ernstlich sind die Nachteile, wenn ihre Androhung nach einem objektiven Massstab geeignet ist, auch eine besonnene Person in der Lage des Betroffenen gef�gig zu machen und so seine freie Willensbildung und -bet�tigung einzuschr�nken (BGE 122 IV 322 E. 1a). Die Drohung mit einer Strafanzeige erf�llt nach der Rechtsprechung diese Voraussetzung. Ein Strafverfahren stellt f�r die beschuldigte Person regelm�ssig eine erhebliche Belastung dar. Sie wird daher geneigt sein, dem Druck, der von der Strafanzeige ausgeht, nachzugeben (BGE 120 IV 17 E. 2a/aa; 101 IV 47 E. 2b; 96 IV 58 E. 2). Der Beschwerdef�hrer r�gt zu Unrecht, dies gelte nur, wenn mit der Anzeige eines von Amtes wegen zu verfolgenden Verbrechens oder Vergehens gedroht werde, nicht aber wenn eine blosse �bertretung oder ein Antragsdelikt in Frage stehe. Diese Argumentation verkennt, dass auch Verfahren wegen geringf�giger Straftaten aufw�ndig und belastend sein k�nnen. Juristische Laien sind ausserdem h�ufig ohnehin nicht in der Lage, die Tragweite des angedrohten Strafverfahrens von Anfang an exakt zu beurteilen. Aus diesem Grund kommt ebenfalls dem Verweis des Beschwerdef�hrers auf den geringen Bussenbetrag, mit dem fehlbare Lenker bei einer Verzeigung zu rechnen h�tten, keine ausschlaggebende Bedeutung zu.
Im vorliegenden Fall beeinflusst die angedrohte Verzeigung die fehlbaren Lenker bei ihrem Entscheid, ob sie die verlangte Umtriebsentsch�digung bezahlen wollen. Darin liegt eine Einschr�nkung ihrer Willensbildung und -bet�tigung. Der Beschwerdef�hrer wendet zu Unrecht ein, er habe mit dem fraglichen Avis die Handlungsfreiheit der unbefugt Parkierenden gar nicht eingeschr�nkt, sondern erweitert, indem er ihnen ein sonst nicht bestehendes Angebot zur Vermeidung eines Strafverfahrens unterbreitet habe. Mit Blick auf die Sanktionierung des unzul�ssigen Parkierens mag das Vorgehen des Beschwerdef�hrers f�r den Fehlbaren zwar eine Handlungsalternative schaffen. Dies �ndert aber nichts am Druck, der auf den Lenker ausge�bt wird, die verlangte Umtriebsentsch�digung zu bezahlen. Bei genauer Betrachtung wird �berdies f�r den Falschparkierer keine eindeutige Alternative er�ffnet, da er bei seinem Entscheid nicht sicher weiss, ob bei Nichtbezahlung der Umtriebsentsch�digung wirklich in jedem Fall eine Verzeigung erfolgt.
Der angefochtene Entscheid verletzt somit kein Bundesrecht, soweit dem Beschwerdef�hrer darin ein n�tigendes Verhalten im Sinne von Art. 181 StGB vorgeworfen wird.
Eine n�tigende Handlung ist nur unrechtm�ssig, wenn das Mittel oder der Zweck unerlaubt sind oder wenn das Mittel zum erstrebten Zweck nicht im richtigen Verh�ltnis steht oder wenn die Verkn�pfung zwischen einem an sich zul�ssigen Mittel und einem erlaubten Zweck rechtsmissbr�uchlich oder sittenwidrig ist (BGE 122 IV 322 E. 2a).
3.1 Nach der Rechtsprechung ist es grunds�tzlich erlaubt, jemandem eine Strafanzeige anzudrohen, wenn diese nicht v�llig unbegr�ndet erscheint. Insbesondere darf das Opfer einer Straftat eine Anzeige f�r den Fall ank�ndigen, dass seine Schadenersatzanspr�che nicht befriedigt werden. Unzul�ssig ist die Drohung mit einer Strafanzeige indessen, wenn zwischen dem Straftatbestand, der angezeigt werden soll, und der gestellten Forderung jeder sachliche Zusammenhang fehlt oder wenn mit der Drohung eine ungerechtfertigte Zuwendung zu erlangen versucht wird (BGE 120 IV 17 E. 2a/bb; 101 IV 47 E. 2; 87 IV 13 E. 1).
In Anwendung dieser Grunds�tze hat das Bundesgericht in seiner bisherigen Rechtsprechung erkannt, dass ein Zahnarzt wohl seiner B�roangestellten eine Strafanzeige androhen durfte, um sie zur Anerkennung einer Forderung auf R�ckerstattung angeblich veruntreuter Gelder zu bewegen, er jedoch zu weit ging, als er ihr dar�ber hinaus einen Betrag von Fr. 220.-- als "freiwilligen" Zuschlag abn�tigte (BGE 69 IV 168 E. 3). In einem anderen Fall bejahte es zwar den sachlichen Zusammenhang zwischen der Strafanzeige und der geltend gemachten Forderung, erachtete aber das Vorgehen als Verstoss gegen die guten Sitten, weil der n�tigende Kaufmann verbotene Gesch�ftspraktiken zuvor gebilligt und sich teilweise selber strafbar gemacht hatte (BGE 87 IV 13 E. 2). Verneint wurde der erforderliche Sachzusammenhang in einem weiteren Fall, in dem ein Occasionsh�ndler einem Kunden ein Auto mit einem schw�cheren Motor als angegeben verkauft hatte. Mit der Drohung, diesen Vorfall in der Fernsehsendung "Kassensturz" zur Sprache zu bringen, h�tte der Kunde allenfalls seinem Anspruch auf Ersatz des Minderwerts Nachdruck verschaffen d�rfen, hingegen nicht einer keineswegs liquiden Forderung von Fr. 500.-- f�r angebliche Auslagen f�r eine Expertise und andere Umtriebe (BGE 106 IV 125 E. 3b). Schliesslich erkl�rte es das Bundesgericht als unzul�ssig, s�umigen Schuldnern ohne n�here Anhaltspunkte systematisch Anzeigen wegen Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 StGB anzudrohen und dabei unzutreffende Angaben �ber die Abwicklung des Strafverfahrens zu machen, um sie zur Bezahlung ausstehender Rechnungen anzuhalten (BGE 120 IV 17 E. 2a/bb und b).
3.2 Die Frage, ob von unerlaubt Parkierenden unter Androhung einer Strafanzeige eine Umtriebsentsch�digung verlangt werden d�rfe, hat das Bundesgericht bisher noch nie n�her gepr�ft. Der Beschwerdef�hrer weist zwar auf einen Entscheid vom 29. August 1999 (6S.501/ 1999) hin, der das Rechtsmittel einer Falschparkiererin gegen ein Urteil des Luzerner Obergerichts, II. Kammer, vom 21. Mai 1999, (publiziert in LGVE 1999 I Nr. 50) abwies. Letzteres hatte einen Abwart vom Vorwurf der N�tigung freigesprochen, der am Wagen der unbefugt parkierenden Frau einen Avis angebracht hatte, der �hnlich abgefasst war wie derjenige des Beschwerdef�hrers. Das Bundesgericht wies die Beschwerde der Falschparkiererin unter Verweis auf die Erw�gungen des Obergerichts ab. Offenbar mit Blick auf die geringe Bedeutung der Streitsache verzichtete es auf eine n�here Pr�fung der aufgeworfenen Rechtsfrage.
In den Kantonen besteht soweit ersichtlich keine einheitliche Praxis. W�hrend es das Luzerner Obergericht nach dem erw�hnten Urteil f�r zul�ssig h�lt, dass von Falschparkierern unter Androhung einer Strafanzeige eine Umtriebsentsch�digung eingefordert wird, sieht das Schwyzer Kantonsgericht darin in konstanter Rechtsprechung eine N�tigung im Sinne von Art. 181 StGB. Aus den Akten ergibt sich, dass auch in anderen Kantonen als Luzern das dem Beschwerdef�hrer vorgeworfene Verhalten toleriert wird.
3.3 Das vom Beschwerdef�hrer angewandte Vorgehen oder eine �hnliche Praxis ist auch bei der Ver�bung anderer Bagatelldelikte verbreitet. So werden Schwarzfahrer in �ffentlichen Verkehrsmitteln in der Regel nicht verzeigt, wenn sie zum Fahrpreis einen Zuschlag bezahlen. Mit der Entrichtung des von den Verkehrsbetrieben geforderten Betrags kann sich somit der Schwarzfahrer von der strafrechtlichen Verfolgung "freikaufen" (Stephan Ochsner, Die strafrechtliche Behandlung des Schwarzfahrers, Diss. Z�rich 1997, S. 126, 130 f.). �hnlich gehen die Verkaufsgesch�fte gegen�ber Ladendieben vor, die sie auf frischer Tat ertappen. Sie sind bereit, auf eine Strafanzeige zu verzichten, wenn der Dieb neben dem Warenwert eine Umtriebsentsch�digung bezahlt (vgl. Fritz Falb, Das Vorgehen gegen den durch Private in flagranti erwischten Dieb im Selbstbedienungsladen, ZStrR 1964 68 ff.; Paul Rust, Ladendiebstahl und "Selbstjustiz", Diss. Z�rich 1972, S. 74 ff.; Rolf Stephani, Die Wegnahme von Waren in Selbstbedienungsgesch�ften durch Kunden, Diss. Bern 1968, S. 64 ff. - Siehe ferner allgemein aus kriminologischer Sicht G�nther Kaiser, Kriminologie, 3. Aufl. 1996, � 69 N. 14).
Zur rechtlichen Zul�ssigkeit dieser Praktiken gegen�ber Schwarzfahrern und Ladendieben liegen - soweit ersichtlich - ebenfalls keine h�chstrichterlichen Entscheide vor. Die juristische Literatur beurteilt sie differenziert nach den jeweiligen konkreten Umst�nden (vgl. die soeben angef�hrten Werke). In Deutschland ist f�r diese F�lle die Schaffung einer besonderen gesetzlichen Regelung gefordert worden, um Missbr�uchen allzu weit gehender Selbstjustiz vorzubeugen (vgl. etwa Claus Roxin, Strafrecht. Allgemeiner Teil, Band I, 3. Aufl. 1997, � 2 N. 60).
Aus der angef�hrten Rechtsprechung geht hervor, dass die Rechtm�ssigkeit der erw�hnten Vorgehensweisen gegen�ber Falschparkierern, Schwarzfahrern und Ladendieben nicht losgel�st von den konkreten Umst�nden beurteilt werden kann. Dementsprechend ist auch zur Frage, in welchem Umfang es zul�ssig ist, einem Falschparkierer eine Strafanzeige anzudrohen, falls er nicht innert einer bestimmten Frist eine Umtriebsentsch�digung bezahle, hier nicht umfassend Stellung zu nehmen. Der Pr�fung bedarf einzig, ob das dem Beschwerdef�hrer vorgeworfene Verhalten unter den gegebenen Umst�nden als rechtm�ssig erscheint.
4.1 Eine N�tigung ist nach der dargelegten Praxis zu bejahen, wenn mit der Drohung einer Strafanzeige eine Zuwendung zu erlangen versucht wird, die ungerechtfertigt erscheint oder die in keinem sachlichen Zusammenhang zum angeblich strafbaren Verhalten steht.
Sowohl die Umtriebsentsch�digung, die der Beschwerdef�hrer verlangt, als auch die Strafanzeige, die er f�r den Fall der Nichtbezahlung androht, kn�pfen an das unbefugte Parkieren auf seinem Grund an und sollen dieses sanktionieren. Sie stehen offenkundig in einem Sachzusammenhang (vgl. auch Rust, a.a.O., S. 79). Das Verhalten des Beschwerdef�hrers kann daher nur als N�tigung qualifiziert werden, wenn die von ihm geforderte Umtriebsentsch�digung von Fr. 30.-- ungerechtfertigt ist. Dies ist der Fall, wenn ihm nach zivil- oder �ffentlichrechtlichen Normen keine oder keine so hohe Entsch�digung zusteht.
Der Beschwerdef�hrer versucht demgegen�ber vergeblich, die Rechtm�ssigkeit seines Handelns auf die Regeln �ber den Besitzesschutz abzust�tzen. Auch nach dem angefochtenen Urteil steht ausser Frage, dass er die durch den Falschparkierenden verursachte Besitzesst�rung nicht taten- und auch nicht entsch�digungslos hinnehmen muss. Er kann vielmehr nach Art. 926 ZGB Unbefugte an der Benutzung der Parkpl�tze seiner Liegenschaft hindern oder sie von diesen vertreiben. Die Vorinstanz hat den Beschwerdef�hrer denn auch nicht verurteilt, weil er sein Besitzesschutzrecht in Anspruch genommen h�tte, sondern weil er durch Androhung einer Strafanzeige eine zu hohe Umtriebsentsch�digung verlangte.
Die Frage, ob sich der Beschwerdef�hrer einer N�tigung schuldig gemacht hat, h�ngt somit davon ab, ob er gegen�ber den fehlbaren Automobilisten einen Anspruch auf eine Umtriebsentsch�digung von Fr. 30.-- hatte.
4.2 Gegen die unbefugte Ben�tzung seiner Parkpl�tze steht dem Beschwerdef�hrer als Eigent�mer ein Anspruch auf Beseitigung der St�rung, Unterlassung in Zukunft und Schadenersatz zu (Art. 641 Abs. 2 und Art. 928 ZGB). Ausserdem kann er f�r den Gebrauch seines Grunds zum Abstellen eines Fahrzeugs eine Entsch�digung aus sog. faktischem Vertragsverh�ltnis verlangen (vgl. Peter Gauch/Walter R. Schluep/J�rg Schmid/Heinz Rey, Schweizerisches Obligationenrecht. Allgemeiner Teil, 8. Aufl. Z�rich 2003, N. 1190 mit Verweis auf BGHZ 21 319 ff.). Schliesslich hat der Beschwerdef�hrer Anspruch auf Ersatz der vorprozessualen und prozessualen Kosten, die ihm zur Geltendmachung seiner Rechte entstehen.
Die vorprozessualen Kosten gelten nach der Rechtsprechung als Teil des Schadens, soweit sie nicht durch eine nach kantonalem Verfahrensrecht zuzusprechende Parteientsch�digung gedeckt sind (BGE 117 II 394 E. 3a). Der Beschwerdef�hrer kann somit f�r diese Kosten auf jeden Fall Ersatz beanspruchen, auch wenn er zur Geltendmachung seiner Anspr�che keine Zivilklage erhebt. Hingegen steht ihm ein Anspruch auf Entsch�digung von Umtrieben im Strafverfahren nur zu, wenn er tats�chlich durch Verzeigung ein solches Verfahren einleitet und sich daran beteiligt. Die im Strafverfahren in der Regel zugesprochene Parteientsch�digung deckt sich daher nicht unbedingt mit dem zivilrechtlichen Ersatzanspruch f�r Umtriebe. Wie das Luzerner Obergericht im bereits erw�hnten Urteil (LVGE 1999 I Nr. 50) annimmt, wird sie sich allerdings meist in derselben H�he bewegen, zumal vorprozessuale Umtriebe auch im Strafverfahren entsch�digt werden (vgl. Niklaus Schmid, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Z�rich, Lieferung 1997, � 188 N. 2). Umgekehrt �ndert die restriktivere Praxis bei der Zusprechung von Parteientsch�digungen im Strafverfahren, die im Kanton Schwyz ge�bt wird, nichts am Bestehen des zivilrechtlichen Ersatzanspruchs f�r vorprozessuale Parteikosten.
Zu erstatten sind dem Gesch�digten nur jene Umtriebe, die ihm durch das Falschparkieren im jeweiligen Fall tats�chlich entstanden sind. Dazu geh�rt der f�r die Geltendmachung seiner Zivilanspr�che erforderliche Personalaufwand und die Auslagen f�r Papier, Porto etc. (Falb, a.a.O., S. 76; Rust, a.a.O., S. 111 ff.; vgl. auch Richard Frank/ Hans Str�uli/Georg Messmer, Kommentar zur z�rcherischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl. Z�rich 1997, � 68 N. 12; restriktiver bez�glich der Personalkosten dagegen die deutsche Praxis; vgl. BGHZ 75, 230 E. II.1.a). Hingegen besteht kein Anspruch auf Ersatz von allgemeinen �berwachungs- und Sicherungsmassnahmen gegen�ber Parks�ndern, da sie nicht dem einzelnen fehlbaren Lenker zugeordnet werden k�nnen (Falb, a.a.O., S. 76; vgl. ferner aus der ausl�ndischen Doktrin Helmut Heinrichs, in: Palandt, B�rgerliches Gesetzbuch, 62. Aufl. M�nchen 2003, � 249 N. 44; anders dagegen das Urteil der Cour d'appel de Poitiers vom 7. Februar 1974 in: Recueil Dalloz Sirey 1974, S. 693 ff., mit kritischer Anmerkung von Jean Pradel und Fran�ois Alaphilippe, S. 696). Demgegen�ber z�hlt eine Belohnung, die f�r die Ermittlung des Falschparkierers bezahlt wurde (sog. Fangpr�mie), zu den erstattungsf�higen Rechtsverfolgungskosten (vgl. BGHZ 75, 230 E. II.2).
Da die Umtriebsentsch�digung somit nur die konkret angefallenen Parteikosten umfasst, spielen bei ihrer Festsetzung die H�he der Busse, mit welcher der Falschparkierer zu rechnen h�tte, und generalpr�ventive Gesichtspunkte grunds�tzlich keine Rolle. In der Doktrin wird freilich diskutiert, ob eine Pauschalierung der Umtriebsentsch�digung, die sich an der H�he der eingesparten Busse bzw. beim Ladendieb am Wert der gestohlenen Sache orientiert, w�nschbar w�re, um eine abschreckende Wirkung zu erzielen (vgl. etwa Gunther Arzt, Empfiehlt sich, in bestimmten Bereichen der kleinen Eigentums- und Verm�genskriminalit�t, insbesondere des Ladendiebstahls, die strafrechtlichen Sanktionen durch andere, zum Beispiel zivilrechtliche Sanktionen abzul�sen, gegebenenfalls durch welche?, in: Verhandlungen des einundf�nfzigsten Deutschen Juristentags, Band II, M�nchen 1976, S. N51). F�r solche Umtriebspauschalen bed�rfte es aber einer besonderen gesetzlichen Grundlage, wie sie bisher gegen�ber Schwarzfahrern in Art. 16 des Transportgesetzes vom 4. Oktober 1985 (TG; SR 742.40) geschaffen wurde (Botschaft �ber Transporte des �ffentlichen Verkehrs vom 23. Februar 1983, BBl 1983 II 186; Ochsner, a.a.O., S. 129), im Bereich des Falschparkierens aber nicht besteht.
4.3 Nach den Feststellungen im angefochtenen Urteil ist nicht erwiesen, dass der Beschwerdef�hrer in den F�llen, in denen er den fraglichen Avis unter den Scheibenwischer gelegt hat, dadurch einen Schaden erlitten hat, dass er selber oder Mieter der Parkpl�tze auf fremde Abstellpl�tze ausweichen mussten. Ebenso wenig ist die Parkgeb�hr ermittelt worden, welche f�r die unbefugte Belegung der Parkpl�tze geschuldet w�re. Angesichts der festgestellten Umst�nde ist ein solcher Anspruch im Grundsatz jedoch ohne weiteres zu bejahen. Freilich ist er vom Beschwerdef�hrer gegen�ber den fehlbaren Automobilisten nicht geltend gemacht worden, hat er doch von ihnen einzig eine Umtriebsentsch�digung verlangt. Auf diese Letztere steht ihm im Lichte der obigen Ausf�hrungen ebenfalls ein Anspruch zu, was auch von der Vorinstanz anerkannt wird. Die Umtriebsentsch�digung umfasst dabei den zur Geltendmachung der Zivilanspr�che n�tigen Personalaufwand und die Auslagen (B�romaterial, Porto etc.).
4.4 Zum Umfang der Umtriebe hat die Vorinstanz keine n�heren Erhebungen get�tigt. Sie stellt auf den erstinstanzlichen Entscheid ab, der von den Angaben des Beschwerdef�hrers ausgeht, aber nur zwei der von ihm genannten Aufwandpositionen anerkennt. Nach Auffassung der Vorinstanz erstreckt sich der personelle Aufwand lediglich auf die ben�tigte Zeit f�r das Ausf�llen des Avis (3 Minuten) und f�r die �berpr�fung der Parkberechtigung (3 Minuten), was beim geltend gemachten Stundenlohn von Fr. 85.-- einen Betrag von Fr. 8.50 ergibt. Die Auslagen beziffert die Vorinstanz auf Fr. 6.-- (Fr. 1.-- f�r eine Kopie und Fr. 5.-- f�r Portospesen). Die gesamthaften Umtriebe pro Falschparkierer setzt sie auf Fr. 14.50 fest (Fr. 8.50 + Fr. 6.--).
Diese Berechnung t�uscht einerseits eine Genauigkeit vor, die tats�chlich nicht besteht. So ist es verfehlt, den f�r den einzelnen Fall ben�tigten Zeitaufwand auf die Minute genau bestimmen zu wollen, auch wenn der Beschwerdef�hrer selber zu einzelnen Verrichtungen pr�zise Angaben macht. Anderseits ist die Berechnung der Vorinstanz unvollst�ndig. Denn sie verkennt, dass der Beschwerdef�hrer seine gesamten Zivilanspr�che mit den dazugeh�rigen Kosten geltend machen kann. Dazu geh�rt auch das F�hren einer einfachen Buchhaltung mit einer Kontrolle der Eing�nge der Zahlungen f�r die ausgestellten Avis. Da sich die vorliegend in Betracht fallenden kleinen Schadensposten nicht mit vern�nftigem Aufwand exakt bestimmen lassen, ist nach der Rechtsprechung gest�tzt auf Art. 42 Abs. 2 OR eine Sch�tzung nach richterlichem Ermessen vorzunehmen (BGE 106 IV 378 E. 6c-e; vgl. auch Roland Brehm, Berner Kommentar, Art. 42 N. 64 i.f.). In der Doktrin und in der ausl�ndischen Judikatur wird angesichts der Schwierigkeit des Nachweises der konkreten Umtriebe eine Pauschalierung der Umtriebe nach richterlichem Ermessen bef�rwortet (Rust, a.a.O., S. 113; Hans Stoll, Empfiehlt sich, in bestimmten Bereichen der kleinen Eigentums- und Verm�genskriminalit�t, insbesondere des Ladendiebstahls, die strafrechtlichen Sanktionen durch andere, zum Beispiel zivilrechtliche Sanktionen abzul�sen, gegebenenfalls durch welche?, in: Verhandlungen des einundf�nfzigsten Deutschen Juristentags, Band II, M�nchen 1976, S. N21 ff.; BHGZ 75, 230 E. II.2b betreffend die Fangpr�mie).
Unter W�rdigung des Zeitaufwands und der Auslagen, die dem Beschwerdef�hrer zur Wahrnehmung seiner Zivilanspr�che gegen�ber den Falschparkierern erwachsen, erscheint die von ihm verlangte Umtriebsentsch�digung von Fr. 30.-- nicht als �bersetzt.
4.5 Dem Beschwerdef�hrer steht somit ein Anspruch auf den Geldbetrag zu, den er mit dem angebrachten Avis von den Falschparkierern forderte. Sein Verhalten stellt aus diesem Grund keine N�tigung dar.
4.6 Es bleibt die Frage, ob sich der Beschwerdef�hrer der versuchten Erpressung schuldig gemacht haben k�nnte. Wer unter Drohung mit einer Strafanzeige in Bereicherungsabsicht mehr verlangt, als ihm zusteht, begeht eine Erpressung (vgl. BGE 69 IV 168 E. 3 S. 173; Philippe Weissenberger, Basler Kommentar, Strafgesetzbuch II, 2003, Art. 156 N. 14; Vital Schwander, Das Schweizerische Strafgesetzbuch, 2. Aufl. 1964, N. 629a).
Die Vorinstanz bemerkt zwar, dass der Beschwerdef�hrer im verlangten Betrag von Fr. 30.-- auch eine kleine Strafe gesehen habe. Sie unterstellt ihm aber nicht ein Handeln in Bereicherungsabsicht. Tats�chlich ergibt sich aus den Akten, dass der Beschwerdef�hrer mit den eingeforderten Betr�gen lediglich den ihm entstehenden Aufwand decken wollte. Er handelte somit nicht in erpresserischer Absicht.
Aus diesen Gr�nden ist die eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde gutzuheissen und der angefochtene Entscheid aufzuheben.
Bei diesem Verfahrensausgang sind keine Kosten zu erheben (Art. 278 Abs. 2 BStP). Dem Beschwerdef�hrer ist f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine angemessene Parteientsch�digung zuzusprechen (Art. 278 Abs. 3 BStP).
Die eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Kantonsgerichts des Kantons Schwyz vom 15. Oktober 2002 wird aufgehoben und die Sache an diese Instanz zur neuen Entscheidung zur�ckgewiesen.
Dem Beschwerdef�hrer wird f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Entsch�digung von Fr. 3000.-- aus der Bundesgerichtskasse ausgerichtet.