Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=Verg%2019/09
Timestamp: 2019-10-14 02:34:04
Document Index: 286934666

Matched Legal Cases: ['§ 38', 'Art. 32', '§ 4', '§ 13', 'BGH', '§ 16', '§ 19', '§ 19', '§ 19', '§ 19', 'BGH', '§ 25', '§ 61']

OLG Düsseldorf, 18.11.2009 - VII-Verg 19/09 - dejure.org
OLG Düsseldorf, 18.11.2009 - VII-Verg 19/09
https://dejure.org/2009,18383
OLG Düsseldorf, 18.11.2009 - VII-Verg 19/09 (https://dejure.org/2009,18383)
OLG Düsseldorf, Entscheidung vom 18.11.2009 - VII-Verg 19/09 (https://dejure.org/2009,18383)
OLG Düsseldorf, Entscheidung vom 18. November 2009 - VII-Verg 19/09 (https://dejure.org/2009,18383)
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Nachprüfungsantrag - Vergabe der Durchführung von Maßnahmen nach § 38a SGB IX für die individuelle betriebliche Qualifizierung von Behinderten im Rahmen Unterstützter Beschäftigung
Rahmenvertrag über betriebl. Qualifizierung von Behinderten zulässig?
Im Beschluss vom 18.11.2009 - VII-Verg 19/09 - hat der Senat zur selben Problematik bemerkt:.
Der Senat hat sich in der Vergangenheit mehrfach mit vergleichbaren Ausschreibungen unter dem Gesichtspunkt des ungewöhnlichen Wagnisses befasst (Beschlüsse vom 09.06.2004 - Verg 18/04; vom 23.03.2005 - Verg 77/04; vom 19.10.2006 - VII-Verg 39/06; vom 18.11.2009 - VII-Verg 19/09) und dazu bestimmte Leitlinien aufgestellt.
Für einschlägige Fälle - also nicht für das vorliegende nationale Verfahren - verbietet auch Art. 32 Abs. 2 UAbs. 5 RL 2004/18/EG eine missbräuchliche Verwendung des Instruments der Rahmenvereinbarung, die auch in einem Risiko zu hoher Vorhaltekosten gesehen werden kann (vgl. OLG Düsseldorf, 18.11.2009, VII-Verg 19/09; VK Bund, 25.07.2011, VK3-92/11;… Zeise in: Kulartz/Marx/Portz/Prieß, VOL/A, 2. Auflage, 2011, § 4 EG, Rn. 27).
Dabei kann die Ungewöhnlichkeit der Leistung sowohl im rechtlichen Bereich, nämlich in der Art der Vertragsgestaltung, als auch im tatsächlichen Bereich liegen (so etwa OLG Düsseldorf, 18.11.2009, VII-Verg 19/09; OLG Düsseldorf, 29.09.2008, VII-Verg 50/08).
Die Verlagerung von Wagnissen, die auf Umständen und Ereignissen beruhen, auf die der Auftragnehmer Einfluss hat, und/oder deren Einwirkungen auf die Preise er schätzen kann, kann vergaberechtlich zulässig sein (so etwa OLG Düsseldorf, 18.11.2009, VII-Verg 19/09).
(OLG Düsseldorf, Beschluss vom 18.11.2009 - Az.: VII-Verg 19/09; 1. VK Bund, Beschluss vom 26.11.2009 - VK 1 - 197/09;; 2. VK Bund, Beschluss vom 14.09.2009 - VK 2 - 153/09; 1. VK Sachsen, Beschluss vom 09.02.2009 - 1/SVK/071-08).
Daraus folgt, dass dem Auftragnehmer solche Wagnisse auferlegt werden dürfen, die auf Umständen und Ereignissen beruhen, auf die er einen Einfluss hat oder deren Auswirkung auf die Preise er abschätzen kann bzw. die zu seiner Sphäre gehören und die im Prinzip von ihm beherrschbar sind (OLG Düsseldorf, Beschluss vom 18.11.2009 - VII -Verg 19/09; Beschluss vom 19.10.2006 - VII - Verg 39/06 ; VK Niedersachsen, Beschluss vom 15.01.2010 - VgK-74/2009 ; VK Brandenburg, Beschluss vom 30.09.2008 - VK 30/08VK Baden-Württemberg, Beschluss vom 28.05.2009 - 1 VK 21/09 ; 1. VK Bund, Beschluss vom 20.01.2010 - VK 1 - 233/09; 2. VK Bund, Beschluss vom 14.09.2009 - VK 2 - 153/09; VgK-74/2009; 1. VK Sachsen, Beschluss vom 09.02.2009 - 1/SVK/071-08).
Insofern ist es einem Auftragnehmer zuzumuten, Schätzungen vorzunehmen (OLG Düsseldorf, Beschluss vom 18.11.2009 - VII-Verg 19/09; Beschluss vom 19.10.2006 - VII - Verg 39/06 ; VK Baden-Württemberg, Beschluss vom 28.05.2009 - 1 VK 21/09 ; 1. VK Bund, Beschluss vom 20.01.2010 - VK 1 - 233/09; 2. VK Bund, Beschluss vom 14.09.2009 - VK 2 - 153/09; VK Niedersachsen, Beschluss vom 15.01.2010 - VgK-74/2009 ; 1. VK Sachsen, Beschluss vom 09.02.2009 - 1/SVK/071-08).
77/04; vom 19. Oktober 2006, VII-Verg 39/06; vom 18. November 2009, VII- Verg 19/09).
Die von der Ag vorliegend verwandte und durch das Einbeziehen des Faktors "fünf Wochen" bei der Berechnung der Mindestvergütung nur leicht modifizierte Vergütungssystematik auf der Basis einer 70 %igen Mindestvergütung ist im Übrigen von der obergerichtlichen Rechtsprechung (vgl. OLG Düsseldorf, Beschluss vom 18. November 2009, VII-Verg 19/09; Beschluss vom 7. März 2012, VII-Verg 91/11 bei einer 60 %igen Mindestvergütung) anerkannt.
Soweit insbesondere aus Gründen der Transparenz und der Gleichbehandlung der Bieter Erklärungen als fehlend gewertet wurden, die sich an anderer Stelle als gefordert befanden, bezog sich dies entweder auf Preisnachlässe, für die § 13 Abs. 4 VOB/A dies ausdrücklich fordert (zur Vorgängervorschrift: BGH, Urteil vom 20. Januar 2009 - X ZR 113/07, juris Tz. 11 f.) oder auf Fälle, in denen maßgebliche Angaben insbesondere bei umfangreichen Angeboten mit zahlreichen Form- und Datenblättern, Listen und Anlagen selbst aus sich nicht aufdrängenden Stellen des Angebots zusammengesucht werden müssten (so: OLG Düsseldorf, Beschluss vom 18. November 2009 - Verg 19/09, juris Tz. 57; OLG Karlsruhe, Beschluss vom 23. März 2011 - 15 Verg 2/11, juris Tz. 23; OLG Frankfurt, Beschluss vom 08. Februar 2005 - 11 Verg 24/04, juris Tz. 110; OLG Jena, Beschluss vom 20. Juni 2005 - 9 Verg 3/05, juris Tz. 38;… Dittmann a.a.O. § 16 VOB/A Rdnr. 157;… ders. in: Kulartz/Marx/Portz/Prieß, VOL/A, 3. Aufl., § 19 EG Rdnr. 34;… Müller-Wrede in: ders., VOL/A, 4. Aufl., § 19 EG Rdnr. 91).
Das Vorliegen eines vergaberechtswidrigen ungewöhnlichen Wagnisses ist an zwei Voraussetzungen geknüpft, nämlich zum einen an das Vorhandensein von Umständen, auf die der Bieter keinen Einfluss hat, und zum anderen die Auswirkung dieser Umstände auf die Preiskalkulation des Bieters in der Weise, dass eine kaufmännisch vernünftige Kalkulation des Angebotspreises für den Bieter unzumutbar wird (OLG Düsseldorf, Beschluss vom 18.11.2009, Az.: VII-Verg 19/09).
Der Auftragnehmer kann nur dann die Einwirkung des ihm überbürdeten Wagnisses auf die Preise schätzen, wenn er im konkreten Fall das Risiko selbst abzusehen und die daraus resultierenden Auswirkungen auf den Preis zu ermessen vermag (OLG Düsseldorf, Beschluss vom 18.11.2009, Az.: VII-Verg 19/09; Beschluss vom 19.10.2006, Az.: VII-Verg 39/06).
Die Angaben in der 24-seitigen Broschüre wären insbesondere deshalb nicht ausreichend, weil die vom Anbieter erfragten Angaben an der Stelle erfolgen müssen, wo sie vom Auftraggeber verlangt werden (…Müller-Wrede/Horn, VOL/A, 3. Aufl., § 19 Rn. 89;… vgl. auch Kulartz/Marx/Dicks, Kommentar zur VOL/A, 2. Aufl., § 19 EG Rn. 33;… vgl. auch BGH v. 20.01.2009 - X ZR 113/07 = VergabeR 2008, 448, Rn. 11 f. für § 25 Nr. 2 S. 2, 21 Nr. 4 VOB/A a.F.; OLG Düsseldorf v. 18.11.2009 - VII Verg 19/09, Rn. 57 ff. nach Juris).
Soweit dem Bieter also noch eine kaufmännisch vernünftige Kalkulation seines Angebotspreises möglich ist, ist demnach kein ungewöhnliches Wagnis gegeben (OLG Düsseldorf, Beschluss vom 18.11.2009 - VII-Verg 19/09; 1. VK Bund, Beschluss vom 26.11.2009 - VK 1 - 197/09).
Daraus folgt, dass dem Auftragnehmer grundsätzlich durchaus solche Wagnisse auferlegt werden dürfen, die auf Umständen und Ereignissen beruhen, auf die er einen Einfluss hat oder aber deren Auswirkung auf die Preise er abschätzen kann bzw. die zu seiner Sphäre gehören und die im Prinzip von ihm beherrschbar sind (OLG Düsseldorf, Beschluss vom 18.11.2009 - VII-Verg 19/09; Beschluss vom 19.10.2006 - VII - Verg 39/06; VK Niedersachsen, Beschluss vom 15.01.2010 - VgK-74/2009; VK Brandenburg, Beschluss vom 30.09.2008 - VK 30/08VK Baden-Württemberg, Beschluss vom 28.05.2009 - 1 VK 21/09; 1. VK Bund, Beschluss vom 20.01.2010 - VK 1 - 233/09; 2. VK Bund, Beschluss vom 14.09.2009 - VK 2 - 153/09; VgK-74/2009; 1. VK Sachsen, Beschluss vom 09.02.2009 - 1/SVK/071-08).
Die Verlagerung von Wagnissen, die auf Umständen und Ereignissen beruhen, auf die der Auftragnehmer Einfluss hat, und / oder deren Einwirkungen auf die Preise er schätzen kann, ist vergaberechtlich nicht unzulässig, OLG Düsseldorf, 18.11.2009, Verg 19/09.
Ein ungewöhnliches Risiko ist aber anzunehmen, wenn mit der Forderung schwerwiegende wirtschaftliche Folgen für den Auftragnehmer verbunden sind, in diesem Sinne OLG Düsseldorf, 18.11.2009, Verg 19/09.
VK Bund, 25.07.2011 - VK 3-92/11
Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen nach §§ 61 und 61a SGB III