Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20R%20220/78
Timestamp: 2018-03-17 20:17:16
Document Index: 314838584

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 302', '§ 17', '§ 302', '§ 302', '§ 302', '§ 17', 'BGH', '§ 302', '§ 302', '§ 17', '§ 302', '§ 302', '§ 17', '§ 7', '§ 17', '§ 17', '§ 302', '§ 302', '§ 302', '§ 302', '§ 17']

BFH, 17.12.1980 - I R 220/78 - dejure.org
KStG 1968 § 7a Abs. 5 Nr. 3
Anerkennung eines Organschaftsverhältnisses - Gewinnabführungsvertrag - Verlustübernahme
KStG (1968) § 7a Abs. 5 Nr. 3
BFHE 132, 285
DB 1981, 1264
BStBl II 1981, 383
Der Gesetzgeber wollte die aktienrechtliche und die außeraktienrechtliche Organschaft in den Voraussetzungen und den steuerrechtlichen Wirkungen "soweit wie möglich" einander anpassen (vgl. BTDrucks V/3017, S.9, zu § 7a Abs. 5 KStG a.F.) und die Anerkennung einer körperschaftsteuerrechtlichen Organschaft an die inhaltsgleiche Verlustübernahmeverpflichtung des Organträgers anbinden (vgl. Senatsurteile vom 17. Dezember 1980 I R 220/78, BFHE 132, 285, BStBl II 1981, 383;… vom 29. März 2000 I R 43/99, BFH/NV 2000, 1250).
Dabei müsse der EAV eine dem § 302 Abs. 1 und Abs. 3 AktG entsprechende Vereinbarung enthalten (BFH-Urteil vom 17. Dezember 1980,BStBl II 1981, 383 …und Urteil vom 29. März 2000, Sammlung amtlich nicht veröffentlichte Entscheidungen des Bundesfinanzhofs -BFH/NV- 2000, 1250).
Nach der Rechtsprechung des BFH (Urteil vom 17. Dezember 1980, BStBl II 1981, 383), der sich die Finanzgerichte Baden-Württemberg (Urteil vom 26. Juni 1985 in Entscheidungen der Finanzgerichte -EFG- 1986, 88) und Düsseldorf (Urteil vom 2. Dezember 1991 (EFG 1992, 415) angeschlossen hätten, setze § 17 Satz 2 Nr. 3 KStG jedoch voraus, dass der EAV eine dem § 302 Abs. 1 und Abs. 3 AktG entsprechende Vereinbarung über die Verlustübernahme enthalte.
Insofern sei die zu der alten Rechtslage ergangene Rechtsprechung (BFH/NV 2000, 1250, sowie BStBl II 1981, 383) für die Entscheidung des vorliegenden Rechtsstreits nur von eingeschränkter Bedeutung.
Nach der zutreffenden Rechtsprechung des BFH (Urteile vom 17. Dezember 1980,BStBl II 1981, 383, vom 29. März 2000 in BFH (NV 2000, 1250) muss der Ergebnisabführungsvertrag eine dem § 302 Abs. 1 und Abs. 3 AktG entsprechende Vereinbarung enthalten.
Der Gesetzgeber wollte den Organträger in einer außeraktienrechtlichen Organschaft und den Organträger in der aktienrechtlichen Organschaft gleichstellen (vgl. BFH-Urteil vom 17. Dezember 1980 a.a.O.).
Wie der BFH bereits im Urteil vom 17. Dezember 1980 (a.a.O.) ausgeführt hat, musste der Gesetzgeber sich nicht ausschließlich an steuerlichen Gesichtspunkten orientieren, sondern durfte auch Interessen der Gläubiger und Minderheitsgesellschafter der Organgesellschaft berücksichtigen.
Wie der erkennende Senat durch Urteil vom 17. Dezember 1980 I R 220/78 (BFHE 132, 285, BStBl II 1981, 383) entschieden hat, muss der Ergebnisabführungsvertrag eine dem § 302 Abs. 1 und Abs. 3 AktG entsprechende Vereinbarung enthalten.
Der Gesetzgeber wollte den Organträger in einer außeraktienrechtlichen Organschaft und den Organträger in der aktienrechtlichen Organschaft gleichstellen (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- in BFHE 132, 285, BStBl II 1981, 383).
Wie der Senat bereits in BFHE 132, 285, BStBl II 1981, 383 ausgeführt hat, musste der Gesetzgeber sich nicht ausschließlich an steuerlichen Gesichtspunkten orientieren, sondern durfte auch Interessen der Gläubiger und Minderheitsgesellschafter der Organgesellschaft berücksichtigen.
Die Regelung in § 17 Satz 2 Nr. 3 KStG a.F. wurde jedoch in der jetzigen Nr. 2 dieser Norm beibehalten, obwohl die Senatsrechtsprechung (Urteil in BFHE 132, 285, BStBl II 1981, 383) bekannt war und bereits der vorgenannte BGH-Beschluss von einer entsprechenden Anwendung des § 302 AktG im GmbH-Konzern ausgeht.
Wie der erkennende Senat in zwischenzeitlich ständiger Spruchpraxis (…durch Urteile vom 29.3.2000 I R 43/99, BFH/NV 2000, 1250, …und vom 22.2.2006 I R 74/05, BFH/NV 2006, 1513, und I R 73/05, GmbHR 2006, 890; vgl. auch bereits Urteil vom 17.12.1980 I R 220/78, BFHE 132, 285 , BStBl II 1981, 383) entschieden hat, muss der Ergebnisabführungsvertrag eine dem § 302 AktG entsprechende Vereinbarung enthalten.
Dazu muß der Vertrag entweder auf diese Vorschrift Bezug nehmen oder zumindest eine den Absätzen 1 und 3 dieser Norm inhaltlich genau entsprechende Regelung enthalten (BFH BStBl. II 1981, 383;… Streck, KStG 4. Aufl. § 17 Anm. 11).
Dazu führte er aus, dass nach der Rechtsprechung (Urteil des BFH vom 17.12 1980 I R 220/78; FG Düsseldorf Urteil vom 02.12.1991 6 K 307/86) neben der Vereinbarung der Verlustübernahme selbst (§ 302 Abs. 1 AktG) zusätzlich eine Vereinbarung entsprechend § 302 Abs. 3 AktG getroffen werden müsse.
Wie bereits im Gesetzgebungsverfahren zu § 17 KStG a. F. klar herausgestellt, wollte der Gesetzgeber "durch die vorgesehenen besonderen Vorschriften hinsichtlich der Form und des Inhalts der zwischen der Organgesellschaft und dem Unternehmen des Organträgers zu treffenden Vereinbarungen" den aktienrechtlichen und den außeraktienrechtlichen Ergebnisabführungsvertrag in den Voraussetzungen und den steuerrechtlichen Wirkungen "soweit wie möglich" aneinander anpassen (vgl. Bundestags-Drucksache V/3017 S. 9 zum damaligen § 7a Abs. 5, später § 17 KStG; ebenso BFH-Urteil vom 17. Dezember 1980 I R 220/78, BStBl II 1981, 383).
Wie der Bundesfinanzhof bereits 1980 festgestellt hat, ist die Formulierung in § 17 Nr. 2 KStG "Verlustübernahme entsprechend den Vorschriften des § 302 AktG" hinsichtlich des Umfangs der Einbeziehung der aktienrechtlichen Vorschriften in die vertragliche Regelung nicht eindeutig (BFH-Urteil vom 17. Dezember 1980 I R 220/78, BStBl II 1981, 383).
Das Regelungserfordernis erstreckt sich auf § 302 Abs. 1 und Abs. 3 AktG (vgl. Senatsurteile vom 17. Dezember 1980 I R 220/78, BFHE 132, 285, BStBl II 1981, 383;… vom 29. März 2000 I R 43/99, BFH/NV 2000, 1250;… vom 22. Februar 2006 I R 74/05, BFH/NV 2006, 1513) und nach der Einfügung des § 302 Abs. 4 AktG durch das Gesetz zur Anpassung von Verjährungsvorschriften an das Gesetz zur Modernisierung des Schuldrechts mit Wirkung vom 15. Dezember 2004 auch auf diesen.
Wie der erkennende Senat durch Urteil vom 29. März 2000 I R 43/99 (…BFH/NV 2000, 1250; vgl. auch bereits Urteil vom 17. Dezember 1980 I R 220/78, BFHE 132, 285, BStBl II 1981, 383) entschieden hat, muss der Ergebnisabführungsvertrag eine dem § 302 Abs. 1 und Abs. 3 AktG a.F. entsprechende Vereinbarung enthalten.
Soweit sich der Beklagte zur Stützung seiner gegenteiligen Rechtsauffassung auf die Urteile des BFH vom 17. Dezember 1980 I R 220/78 (BStBl II 1981, 383) und vom 29. März 2000 I R 43/99 (…BFH/NV 2000, 1250) stütze, übersehe er, dass diese Entscheidungen zu § 17 Nr. 3 KStG in der Fassung vor dem Steueränderungsgesetz 1992 ergangen seien.