Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%202008,%20719
Timestamp: 2020-02-28 16:44:16
Document Index: 137129259

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 3', '§ 17', '§ 23', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 3', '§ 23', '§ 17', '§ 23', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 20', '§ 8']

BFH, 23.01.2008 - I R 101/06 - dejure.org
https://dejure.org/2008,1665
BFH, 23.01.2008 - I R 101/06 (https://dejure.org/2008,1665)
BFH, Entscheidung vom 23.01.2008 - I R 101/06 (https://dejure.org/2008,1665)
BFH, Entscheidung vom 23. Januar 2008 - I R 101/06 (https://dejure.org/2008,1665)
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KStG 2002 § 8b Abs. 2; EStG 2002 § 3 Nr. 40 Satz 1 Buchst. j, § 17 Abs. 1 Satz 3, § 23
Gewinne aus der Veräußerung von Bezugsrechten körperschaftsteuerpflichtig
Ermittlung des Einkommens einer Körperschaft an Hand von Gewinnen aus der Veräußerung eines durch Kapitalerhöhung entstandenen Bezugsrechts an einem entsprechenden Anteil; Außerachtlassen von beim Empfänger zu Einnahmen führenden Leistungen als Gewinn aus der Veräußerung ...
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 23.01.2008, Az.: I R 101/06 (Gewinne aus der Veräußerung von Bezugsrechten körperschaftsteuerpflichtig)" von Klaus D. Hahne, StB, original erschienen in: DStR 2008, 864 - 865.
Kurznachricht zu "Anmerkung zur Entscheidung des BFH v.23.01.2008, Az.: I R 101/06 (Gewinn aus der Veräußerung von Bezugsrechten)" von RA/StB Dr. Jörg Luxem, original erschienen in: GmbH-StB 2008, 165 - 166.
Kurznachricht zu "Anmerkung zur Entscheidung des BFH v. 23.01.2008, Az.: I R 101/06 (Veräußerung von Bezugsrechten)" von StB/Dipl.-Fw. Rolf Wischermann, original erschienen in: EStB 2008, 193 - 194.
Zusammenfassung von "Gewinne aus der Veräußerung von Bezugsrechten - § 8b KStG nach BFH nicht anwendbar" von RA Dr. Daniel Dürrschmidt, LL.M., und RA/StB/Dipl.-Finw. Dr. Adrian Hans, original erschienen in: NWB 2008, 3577 - 3582.
BFH, 28.04.2008 - I R 101/06
BVerfG, 09.01.2009 - 1 BvR 1302/08
BB 2008, 1103
Das hat der Senat durch sein Urteil vom 23. Januar 2008 I R 101/06 (BFHE 220, 352, BStBl II 2008, 719) --in Übereinstimmung mit der Verwaltungspraxis (BMF-Schreiben in BStBl I 2003, 292, Tz. 24)-- entschieden und daran hält er uneingeschränkt fest.
Auch dazu genügt es, auf das Senatsurteil in BFHE 220, 352, BStBl II 2008, 719 zu verweisen.
Das ist bei § 8b Abs. 2 KStG 2002 der Fall: Das Gesetz geht typisierend von der Vorstellung aus, bei dem Veräußerungsgewinn handele es sich um thesaurierte (komprimierte) Gewinne (…vgl. Gosch, Kommentar zum KStG, 2. Auflage, § 8b Rz 150; BFH-Urteil vom 23. Januar 2008 I R 101/06, BStBl II 2008, 719).
Überdies knüpft § 3 Nr. 40 Satz 1 Buchst. j EStG 2002 an § 23 EStG 2002 an, von dessen Regelungsbereich wegen § 17 Abs. 1 Satz 3 EStG 2002 und einer daraus abgeleiteten "Einheitlichkeit des Anschaffungskostenbegriffs" "seit eh und je" (so BFH-Beschluss vom 16. Oktober 2007 IX -ER- S 7/07) auch Bezugsrechte an Kapitalanteilen erfasst sein sollen (vgl. BFH-Urteile vom 19. Dezember 2000 IX R 100/97, BFHE 194, 182, BStBl II 2001, 345; in BFHE 202, 309, BStBl II 2003, 712;… vom 21. September 2004 IX R 36/01, BFHE 207, 543, BStBl II 2006, 12: kritisch z.B. Musil in Herrmann/Heuer/Raupach, a.a.O., § 23 Rz 145); für § 8b Abs. 2 KStG 2002 gilt das jedoch nicht und ist ohne Bedeutung (Zum Vorstehenden: BFH-Urteil vom 23. Januar 2008 I R 101/06, BStBl II 2008, 719).
Nach dem Regelungssinn des § 8b Abs. 2 KStG liegt die Rechtfertigung für die (uneingeschränkte und typisierende) Freistellung des Veräußerungsgewinns im sog. Teileinkünftesystem darin, dass der Gewinn im wirtschaftlichen Ergebnis gewissermaßen aufgesummt an die Stelle der anderweitig verdienten oder zukünftig "verdienbaren" Dividenden tritt (vgl. BFH-Urteil vom 23.01.2008 I R 101/06, BFHE 220, 352, BStBl II 2008, 719;… Rengers in Blümich, EStG, KStG, GewStG, 132. Aufl. 2016, § 8b KStG, Rn. 200).
Der sich danach ergebende Gewinn von (8.375.351 DM ./. 1.942.680 DM = 6.432.671 DM) aus der verdeckten Einlage des Rechtes zum Bezug der durch die (zweite) Kapitalerhöhung bei der W. GmbH entstehenden Geschäftsanteile ist nicht gem. § 8b Abs. 2 KStG steuerfrei zu belassen, denn von der Steuerfreistellung nach dieser Vorschrift werden lediglich Gewinne aus der Veräußerung von Anteilen an einer Körperschaft, nicht aber Gewinne aus der Veräußerung von Rechten zum Bezug von Anteilen an einer Körperschaft erfasst (vgl. BFH-Urteile vom 23.1.2008 I R 101/06, BStBl II 2008, 719; vom 6.3.2013 I R 18/12, BStBl II 2013, 588).
Nach den Urteilen des BFH vom 06.03.2013 I R 18/12, BStBl II 2013, 588 und vom 23.01.2008 I R 101/06, BStBl II 2008, 719 erfordere der Begriff "Anteil" im Sinne des § 8b Abs. 2 KStG, dass der Gewinn im wirtschaftlichen Ergebnis gewissermaßen aufsummiert an die Stelle der anderweitig verdienten oder zukünftig verdienbaren Dividenden trete und somit beim Anteilseigner Einnahmen gemäß § 20 EStG auslösen könne.
Der sich danach ergebende Gewinn von (8.375.351,00 DM ./. 1.942.680,00 DM =) 6.432.671,00 DM aus der verdeckten Einlage des Rechtes zum Bezug der durch die (zweite) Kapitalerhöhung bei der E GmbH entstehenden Geschäftsanteile ist nicht gem. § 8b Abs. 2 KStG steuerfrei zu belassen, denn von der Steuerfreistellung nach dieser Vorschrift werden lediglich Gewinne aus der Veräußerung von Anteilen an einer Körperschaft, nicht aber Gewinne aus der Veräußerung von Rechten zum Bezug von Anteilen an einer Körperschaft erfasst (vgl. BFH-Urteile vom 23.01.2008 I R 101/06, BStBl II 2008, 719; vom 06.03.2013 I R 18/12, BStBl II 2013, 588).