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Timestamp: 2016-10-28 04:46:47
Document Index: 4484014

Matched Legal Cases: ['Art. 26', 'Art. 5', 'Art. 9', 'Art. 8', 'Art. 29', 'Art. 97', 'Art. 82', 'Art. 83', 'Art. 86', 'Art. 100', 'Art. 95', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 97', 'Art. 29', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 38', 'Art. 9', 'Art. 26', 'Art. 29', 'Art. 36', 'BGE', 'Art. 66']

1C_277/2012 (16.11.2012)
Baugesuch f�r Dachgarten auf Mehrfamilienhaus,
X.________ ist Eigent�mer eines Stockwerkeigentumsanteils der �berbauung auf der Parzelle Nr. 6543 in Oberwil.
Aufgrund eines Hinweises der Gemeinde Oberwil, wonach auf der genannten Parzelle ohne Bewilligung eine Dachterrasse erstellt werde, verf�gte das Bauinspektorat des Kantons Basel-Landschaft gegen�ber X.________ zuerst m�ndlich, daraufhin mit schriftlicher Verf�gung Nr. 087/09 vom 28. Juli 2009 und Rektifikat vom 19. August 2009 die Einstellung der Arbeiten und die Verpflichtung, ein entsprechendes Baugesuch einzureichen.
Dagegen rekurrierte X.________ bei der Baurekurskommission des Kantons Basel-Landschaft vergeblich. Seine Beschwerde wurde am 17. November 2009 abgewiesen, die Frist f�r das Einreichen eines Baugesuchs erstreckt.
X.________ reichte - zusammen mit A.________ als urspr�nglichem Projektverfasser - am 5. Mai 2010 ein nachtr�gliches Baugesuch ein. Damit soll die Nutzung des Flachdachs als Dachgarten erm�glicht werden. Dagegen erhob die Gemeinde Oberwil Einsprache mit dem Hinweis, dass die urspr�ngliche Baubewilligung f�r die �berbauung unter der Auflage erteilt worden sei, dass Flachd�cher extensiv zu begr�nen seien und nicht als Dachterrassen benutzt werden d�rften.
Das Bauinspektorat hiess die Einsprache der Gemeinde Oberwil am 6. Dezember 2010 im Sinne der Erw�gungen gut, wies das Baugesuch von X.________ ab und ordnete den R�ckbau an.
Dagegen erhob X.________ bei der Baurekurskommission Beschwerde. Diese hiess die Beschwerde am 3. Mai 2011 teilweise gut und schw�chte die Verpflichtung zum R�ckbau ab, wies sie indes in Bezug auf das Baugesuch als solches ab.
Gegen dieses Urteil des Kantonsgerichts hat X.________ beim Bundesgericht am 22. Mai 2012 Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten erhoben. Er beantragt die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und die Bewilligung seines Baugesuchs, eventualiter die R�ckweisung des Baugesuchs an das Bauinspektorat zu neuer Beurteilung. Er r�gt Verletzungen der Eigentumsgarantie (Art. 26 BV und � 6 Abs. 3 KV/BL), des Legalit�tsprinzips (Art. 5 BV, � 4 KV/BL), des Willk�rverbots (Art. 9 BV), der Rechtsgleichheit (Art. 8 BV, � 7 KV/BL), der Rechtsweggarantie und des rechtlichen Geh�rs (Art. 29 und 29a BV, � 9 KV/BL) und macht eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung geltend (Art. 97 BGG). Auf die Beschwerde im Einzelnen ist in den nachfolgenden Erw�gungen einzugehen.
Mit Verf�gung vom 19. Juni 2012 ist der Beschwerde aufschiebende Wirkung zuerkannt worden.
Das angefochtene Urteil des Kantonssgerichts ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid in einer Materie des �ffentlichen Rechts, die unter keinen Ausschlussgrund f�llt. Die Beschwerde ist rechtzeitig erhoben. Der Beschwerdef�hrer wird durch das R�ckbaugebot und die Abweisung seines Baugesuchs direkt betroffen. Insoweit erweist sich die vorliegende Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten als zul�ssig (Art. 82 lit. a, Art. 83, Art. 86 Abs. 1 lit. d und Art. 100 Abs. 1 BGG).
Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann laut Art. 95 lit. a BGG die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich von Bundesverfassungsrecht, geltend gemacht werden. Es k�nnen gem�ss Art. 95 lit. c BGG auch kantonale verfassungsm�ssige Rechte angerufen werden. Die R�ge der Verletzung von kantonalem Gesetzesrecht wird ausschliesslich anhand des Verfassungsrechts gepr�ft.
In Umschreibung des Streitgegenstandes hielt das Kantonsgericht fest, dass einzig umstritten sei, ob die Abweisung des Baugesuchs des Beschwerdef�hrers sowie dessen Verpflichtung zum R�ckbau der auf das Dach f�hrenden Treppe und der bisher ausgef�hrten Dachgartenbauten und die Pflicht zu extensiver Begr�nung des Daches rechtens sei. Der Beschwerdef�hrer zieht diese Umschreibung nicht in Zweifel, sodass auch im vorliegenden Verfahren davon ausgegangen werden kann.
Der Beschwerdef�hrer r�gt vorerst gest�tzt auf Art. 97 BGG eine offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung im Zusammenhang mit der Frage, auf welche �berlegungen und Begr�ndungen sich die umstrittene Auflage der Baubewilligung von 2008 - Verbot der Ben�tzung der Flachd�cher als Dachterrassen und Pflicht zur extensiven Begr�nung - st�tzen lasse. Er erachtet die Sachverhaltsfeststellung im angefochtenen Entscheid deshalb offensichtlich als unrichtig, weil das Kantonsgericht annehme, er m�sse sich als Rechtsnachfolger des urspr�nglichen Bauherrn eine gegen diesen verf�gte Auflage entgegenhalten lassen. �berdies sei die Sachverhaltsfeststellung insofern offensichtlich unrichtig, als das Kantonsgericht zur Begr�ndung der streitigen Auflage auf eine dem urspr�nglichen Bauherrn gew�hrte Ausnahmebewilligung im Zusammenhang mit einer Nutzungsumlagerung und einer �berschreitung der Bebauungsziffer abstelle, w�hrend sich die Vorinstanzen auf eine �ltere Dienstbarkeit zugunsten der Gemeinde Oberwil, auf die Vermeidung von Nachbarkonflikten im Falle von Einblicken aus Dachg�rten in Nachbarg�rten, auf Bestimmungen des Zonenreglements und auf �sthetische Aspekte abst�tzten.
Die Vorbringen des Beschwerdef�hrers in diesem Zusammenhang beziehen sich nicht auf Fragen des Sachverhalts. Die Auffassung des Kantonsgerichts, dass die umstrittene Bedingung im Zusammenhang mit einer Ausnahmebewilligung f�r eine Nutzungsumlagerung und �berschreitung der Bebauungsziffer zu betrachten sei, st�tzt sich auf rechtliche Erw�gungen. Dasselbe trifft auf die Auffassung zu, der Beschwerdef�hrer habe sich die urspr�ngliche Auflage entgegenhalten zu lassen. Das Kantonsgericht hat damit keine Sachverhaltsfeststellungen getroffen, sondern rechtliche W�rdigungen vorgenommen. Solche rechtliche W�rdigungen unterliegen keiner Sachverhaltspr�fung nach Art. 97 BGG. Dass das Kantonsgericht den Sachverhalt offensichtlich falsch oder unvollst�ndig und damit willk�rlich festgestellt h�tte, ist weder rechtsgen�glich ger�gt noch ersichtlich. Die R�ge der unrichtigen Sachverhaltsfeststellung erweist sich daher von vornherein als unbegr�ndet.
Der Beschwerdef�hrer r�gt des Weitern eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs gem�ss Art. 29 Abs. 2 BV, weil sich das Kantonsgericht bei der Begr�ndung der umstrittenen Auflage auf neue rechtliche Erw�gungen abgest�tzt habe, zu denen er vorg�ngig nicht habe Stellung nehmen k�nnen und die f�r ihn unerwartet gewesen seien.
Art. 29 Abs. 2 BV r�umt einer betroffenen Partei den Anspruch ein, nach Einsicht in die massgeblichen Akten zu den wesentlichen Punkten einer Streitsache Stellung zu nehmen, bevor der Entscheid getroffen wird. Der Anspruch betrifft in erster Linie den rechtserheblichen Sachverhalt (BGE 132 II 485 E. 3.2 S. 494). Er verlangt indes grunds�tzlich nicht, dass sich die betroffene Partei zu jedem m�glichen Ergebnis soll �ussern k�nnen, das die entscheidende Beh�rde unter Beachtung des Grundsatzes "iura novit curia" ins Auge fasst (BGE 132 II 257 E. 4.2 S. 267; vgl. auch 130 III 35 E. 5 S. 38 f.). Nur in Ausnahmef�llen bezieht sich der Anspruch auf rechtliches Geh�r auch auf Rechtsnormen oder in Betracht gezogene rechtliche Begr�ndungen (BGE 132 II 485 E. 3.2 S. 494). Das kann im Sinne einer verfahrensrechtlichen Kompensation zutreffen bei grosser Unbestimmtheit der anzuwendenden Norm (BGE 127 V 431 E. 2b/cc S. 434) oder wenn sich die Beh�rde auf v�llig neue, bisher in keiner Weise angesprochene Normen und Erw�gungen abst�tzen will, mit denen die Parteien in keiner Weise rechnen mussten (BGE 115 Ia 94 E. 1b S. 96; 114 Ia 97 E. 2a und b S. 98; vgl. zur besondern Konstellation im Verfahren der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit BGE 130 III 35 E. 6 S. 6.2 S. 41).
Im vorliegenden Fall zeigt sich, dass zur Begr�ndung der umstrittenen Auflage unterschiedliche Argumente ins Feld gef�hrt wurden, wie der Beschwerdef�hrer darlegt. Im angefochtenen Entscheid hat das Kantonsgericht die umstrittene Auflage mit der �berschreitung der zul�ssigen Bebauungsfl�che, der damit verbundenen Nutzungsumlagerung und der entsprechend erteilten Ausnahmebewilligung in Zusammenhang gebracht und begr�ndet. Entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers hat bereits die Baurekurskommission in ihrem Entscheid vom 3. Mai 2011 auf diesen Zusammenhang verwiesen. Ferner hat die Gemeinde Oberwil in ihrer Stellungnahme vom 7. Oktober 2011 zuhanden des Kantonsgerichts ausgef�hrt, die Begr�nung der Dachterrassen kompensiere als �kologische Ausgleichsfl�che den erh�hten Landverbrauch und liege daher im �ffentlichen Interesse. Bei dieser Sachlage kann nicht davon gesprochen werden, dass der angefochtene Entscheid auf Erw�gungen abgest�tzt ist, mit denen die Parteien in keiner Weise rechnen mussten. �berdies wird sich zeigen, dass der rechtlichen Grundlage der umstrittenen Auflage unter dem Gesichtswinkel der Rechtsbest�ndigkeit von formell rechtskr�ftigen Verf�gungen kein entscheidendes Gewicht zukommt.
Aus diesen Gr�nden erweist sich die R�ge der Verletzung des rechtlichen Geh�rs als unbegr�ndet.
5.1 F�r die �berbauung in Oberwil, an der der Beschwerdef�hrer heute als Stockwerkeigent�mer beteiligt ist, wurde am 8. Januar 2008 die Baubewilligung erteilt. Die Gemeinde Oberwil erliess dazu am 13. September 2007 verschiedene Bedingungen und Auflagen. Sie hielt u.a. fest: "Die Flachd�cher sind extensiv zu begr�nen und d�rfen nicht als Dachterrassen genutzt werden." Umstritten ist im vorliegenden Verfahren die Bedeutung der genannten Auflage im Zusammenhang mit der Pr�fung des nachtr�glichen Baugesuchs des Beschwerdef�hrers vom 5. Mai 2010.
5.2 Das Kantonsgericht hat vorerst festgehalten, dass die Baubewilligung nicht an eine bestimmte Person gebunden sei, sondern einem Grundst�ck anhafte und zusammen mit diesem auf einen Rechtsnachfolger �bertragen werden k�nne (vgl. Mischa Berner, Die Baubewilligung und das Baubewilligungsverfahren, 2009, S. 34; H�felin/M�ller/ Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2010, N. 844 und 2533). Der Beschwerdef�hrer zieht diese Auffassung nicht in Frage und r�gt in dieser Hinsicht keine Verletzung des Willk�rverbots. Es w�re auch nicht nachvollziehbar, dass er die Massgeblichkeit der damaligen Baubewilligung f�r die von ihm bewohnte Baute nunmehr anzweifeln sollte.
Das Kantonsgericht hat weiter dargelegt, dass Baubewilligungen mit allen ihren Bestandteilen ein Ganzes bildeten und damit auch allf�llige Auflagen mitenthielten. Das bedeute insbesondere, dass die urspr�ngliche Baubewilligung vom 8. Januar 2008 auch die genannte Auflage, dass die Flachd�cher zu begr�nen seien und nicht als Dachterrassen ben�tzt werden d�rften, einschliesse (vgl. Berner, a.a.O., S. 48). Auch diese Auffassung des Kantonsgerichts r�gt der Beschwerdef�hrer nicht als willk�rlich. Er legt in keiner Weise dar, dass die genannte Auflage bei der damaligen Errichtung des Geb�udes im Anschluss an die Baubewilligung vom 8. Januar 2008 keine Verbindlichkeit entfaltet h�tte.
5.3 Aus den vorstehenden Erw�gungen hat das Kantonsgericht geschlossen, dass die urspr�ngliche Baubewilligung inklusive der genannten Auflage vom urspr�nglichen Eigent�mer und Bauherrn auf den Beschwerdef�hrer �bergegangen sei, der die Stockwerkeigentumseinheit am 25. Juni 2008 erworben hatte. Die Auflage sei daher auch f�r den Beschwerdef�hrer verbindlich (vgl. Urteil 1C_337/2008 vom 18. November 2008 E. 3.3 mit Hinweisen; Berner, a.a.O., S. 49).
Der Beschwerdef�hrer h�lt dem entgegen, dass er beim Kauf seiner Stockwerkeigentumseinheit keine Kenntnis von der genannten Auflage hatte, dass er die Wohnung im Vertrauen auf die Ausbaum�glichkeit gem�ss dem Stockwerkeigent�merreglement erworben hatte und dass die genannte Auflage nicht auf ihn �bergegangen sei.
Das Kantonsgericht durfte entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers ohne Willk�r annehmen, dass der Kenntnisstand des Beschwerdef�hrers im Zeitpunkt des Erwerbs nicht massgebend sei und dass sich in diesem Zusammenhang keine Fragen des Gutglaubensschutzes stellten. Gem�ss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum Bau- und Planungsrecht gehen �ffentlich-rechtliche Pflichten oder Belastungen des Grundeigentums bei einer Hand�nderung grunds�tzlich auf den Erwerber �ber. Dieser muss sich gar den b�sen Glauben seines Vorg�ngers anrechnen lassen (Urteil 1C_337/2008 vom 18. November 2008 E. 3.3 mit Hinweisen). Dem steht gem�ss der Auffassung des Kantonsgerichts auch das Stockwerkeigent�merreglement nicht entgegen. Der Umstand, dass dieses vom Bauinspektorat genehmigt worden war, ist in diesem Zusammenhang nicht massgeblich. Der Beschwerdef�hrer geht auf die Erw�gungen des Kantonsgerichts nicht in einer den Begr�ndungsanforderungen gen�genden Weise ein. Schliesslich ist nicht ersichtlich, inwiefern die Baubewilligung und die darin eingeschlossene Auflage zwar konkret die vier Mehrfamilienh�user und den damaligen Baugesuchsteller betreffen, hingegen nicht gegen den Beschwerdef�hrer gerichtet sein und ihn unber�hrt lassen sollen.
Es ergibt sich daraus, dass das Kantonsgericht ohne Willk�r davon ausgehen durfte, dass die genannte Auflage auf den Beschwerdef�hrer �bergegangen und daher grunds�tzlich auch f�r ihn verbindlich sei. Soweit der Beschwerdef�hrer diese Folgerung in Zweifel zieht, erweist sich die Beschwerde als unbegr�ndet.
5.4 Die Baubewilligung inklusive die umstrittene Auflage ist damals vom urspr�nglichen Eigent�mer und Bauherrn nicht angefochten worden. Sie ist daher in formelle Rechtskraft erwachsen. Das bedeutet, dass die Baubewilligung inklusive die Auflage in dieser Form auf den Beschwerdef�hrer �bergegangen und daher f�r ihn massgeblich ist. Die Massgeblichkeit der Verf�gung hat zur Folge, dass ein Baugesuch - unabh�ngig davon, ob im Voraus oder auf Intervention der Beh�rden hin erst nachtr�glich gestellt - an dieser Verf�gung zu messen ist. Die formelle Rechtskraft von Verf�gungen bewirkt Rechtsbest�ndigkeit. Das bedeutet, dass diese Verf�gungen nicht frei �berpr�ft werden m�ssen und k�nnen, es vielmehr besonderer Umst�nde bedarf, um darauf zur�ckzukommen. Das Kantonsgericht hat demnach die Rechtsweggarantie von Art. 29a BV nicht verletzt, wenn es einerseits die urspr�ngliche Baubewilligung und umstrittene Auflage nicht frei �berpr�ft und wenn es das neue Baugesuch lediglich im Lichte der bisherigen Auflage beurteilt hat. Insofern kann daher entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers nicht gesagt werden, sein neues Baugesuch sei �berhaupt nicht gepr�ft worden.
5.5 Die Ab�nderung rechtskr�ftiger Verf�gungen f�llt lediglich bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen in Betracht. Dabei wird unterschieden, ob einerseits ausreichende Gr�nde f�r ein R�ckkommen auf die urspr�ngliche Verf�gung vorliegen und ob andererseits hinreichende Gr�nde f�r eine Ab�nderung der Verf�gung vorliegen. Gr�nde hierf�r sind insbesondere urspr�ngliche Fehlerhaftigkeit der Verf�gung, Ver�nderung der Umst�nde oder Vorliegen eigentlicher Revisionsgr�nde. Besonderes Gewicht kommt bei der Pr�fung dieser Fragen der Interessenabw�gung zwischen dem Gesichtswinkel der richtigen Durchf�hrung des objektiven Rechts und dem Vertrauensschutz zu (vgl. zum Ganzen BGE 137 I 69 E. 2.2 S. 71; 138 I 61 E. 4.5 S. 75 ff.; H�felin/ M�ller/Uhlmann, a.a.O., Rz 1032 ff.; Tschannen/Zimmerli/M�ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 3. Auflage, 2009, S. 287 ff.).
Somit ist zu pr�fen, ob Umst�nde vorliegen oder vorgebracht werden, die ein Zur�ckkommen auf die umstrittene Auflage erlauben oder erfordern und welche Folgerungen daraus f�r das neue Baugesuch des Beschwerdef�hrers gezogen werden d�rfen.
5.6 Das Kantonsgericht hat gepr�ft, ob die umstrittene Auflage nichtig sei, und hat diese Frage verneint. Es hat ausgef�hrt, es l�gen in Bezug auf die Auflage weder sachliche Unzust�ndigkeit noch schwere Verfahrens- oder Er�ffnungsfehler vor. Dem Umstand, dass diese sich nicht auf eine direkte Gesetzesgrundlage st�tzen k�nne, komme in Anbetracht des engen sachlichen Zusammenhangs zwischen Auflage und Baubewilligung bzw. Ausnahmebewilligung keine Bedeutung zu. Bei dieser Sachlage l�gen keine Gr�nde vor, auf die urspr�ngliche Auflage zur�ckzukommen.
Nichtigkeit von Entscheiden kann nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung angenommen werden, wenn der ihnen anhaftende Mangel besonders schwer ist, wenn er offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar ist und wenn zudem die Rechtssicherheit durch die Annahme der Nichtigkeit nicht ernsthaft gef�hrdet wird. Inhaltliche M�ngel f�hren nur ausnahmsweise zur Nichtigkeit. Als Nichtigkeitsgr�nde fallen vorab funktionelle und sachliche Unzust�ndigkeit der entscheidenden Beh�rde sowie krasse Verfahrensfehler in Betracht. Umgekehrt f�hren Verfahrensm�ngel in der Regel nur zur Anfechtbarkeit des entsprechenden Entscheids (vgl. BGE 129 I 361 E. 2.1 S. 363 mit Hinweisen).
Der Beschwerdef�hrer setzt sich mit den Erw�gungen des Kantonsgerichts kaum vertieft auseinander und vermag nicht darzulegen, dass die Verneinung von Nichtigkeit gegen das Willk�rverbot verstossen sollte. Er behauptet selber nicht, dass die Gemeinde funktionell oder sachlich von vornherein zum Erlass einer entsprechenden Auflage unzust�ndig gewesen w�re. Hingegen macht er geltend, f�r die umstrittene Auflage fehle es an einer gesetzlichen Grundlage. Dass eine solche bestehen w�rde, wird auch im angefochtenen Urteil nicht angenommen. Das Kantonsgericht f�hrt vielmehr aus, dass Auflagen auch ohne direkte gesetzliche Grundlage zul�ssig seien. Voraussetzung sei bloss, dass sie einen engen sachlichen Zusammenhang mit der Bewilligung aufweisen. Es kann sich hierf�r auf die Lehre berufen (vgl. H�felin/M�ller/Uhlmann, a.a.O., N. 918 ff.; Tschannen/Zimmerli/M�ller, a.a.O., S. 251 f.; Zaugg/Ludwig, Baugesetz des Kantons Bern, 3. Auflage, 2007, Art. 29 N. 2 und Art. 38/39 N. 15a Bst. d).
Es ist nicht ersichtlich, dass diese Betrachtungsweise gegen das Willk�rverbot verstossen w�rde. Es fragt sich daher einzig, ob die umstrittene Auflage einen hinreichenden Sachzusammenhang mit der urspr�nglichen Baubewilligung aufweist. Hierf�r finden sich in den Rechtsschriften unterschiedliche Begr�ndungen, wie der Beschwerdef�hrer zurecht vorbringt. Es wird insbesondere auf eine Dienstbarkeit aus dem Jahre 1959, auf �sthetische Erw�gungen und auf m�gliche Beeintr�chtigungen von Nachbarn verwiesen. Bereits in dieser Hinsicht kann ein Zusammenhang der Auflage mit der Baubewilligung erblickt werden. Dar�ber hinaus weist das Kantonsgericht namentlich darauf hin, dass f�r die urspr�ngliche Erstellung des Geb�udes eine Ausnahmebewilligung in Form einer Nutzungsumlagerung erteilt worden ist. Dies zieht der Beschwerdef�hrer nicht in Frage. Entgegen seiner Auffassung ist nicht entscheidend, dass die �berbauungsweise von der Baubeh�rde vorgeschlagen worden ist. Ebenso ist nicht massgeblich, ob der Bauherr dadurch einen eigentlichen Vorteil erzielte. Der Bauherr machte von der Ausnahmebewilligung Gebrauch. Mit dieser durften Auflagen verbunden werden. Die Verpflichtung, Flachd�cher extensiv zu begr�nen und nicht als Dachterrassen zu ben�tzen, kann in einem Zusammenhang mit der Ausnahmebewilligung betrachtet werden: Die Pflicht zum Begr�nen kann den durch die Umlagerung verursachten Verlust von Gr�nfl�che kompensieren, das Ben�tzungsverbot die vergr�sserte Bebauungsziffer ausgleichen. Dabei ist nicht wesentlich, dass dieser Ausgleich nicht ziffernm�ssig aufgeht. Wie das Kantonsgericht ausf�hrt, darf auch als wesentlich betrachtet werden, dass die Gemeinde der Auflage Gewicht beigemessen und an ihren Einsprachen festgehalten hat, die Ausnahmebewilligung ohne die Auflage nicht erteilt h�tte. Ausschlaggebend ist gesamthaft, dass das Kantonsgericht bei dieser Sachlage ohne Willk�r einen sachlichen Zusammenhang bejahen, selbst unter der Annahme eine Mangels diesen als gering betrachten und damit Nichtigkeit der umstrittenen Auflage verneinen durfte.
5.7 Der Beschwerdef�hrer bringt keine weitern Gr�nde vor, die im Sinne der allgemeinen Erw�gungen zur Rechtsbest�ndigkeit von Verf�gungen die Ab�nderung der umstrittenen Auflage rechtfertigen k�nnten oder nahelegen w�rden. Solche sind denn auch nicht ersichtlich. Seit der urspr�nglichen Baubewilligung von 2008 haben sich die faktischen oder rechtlichen Umst�nde nicht ge�ndert; vielmehr sind die sachlichen und rechtlichen Gegebenheiten bis zum Einreichen im Zeitpunkt des neuen Baugesuchs im Jahre 2010 dieselben geblieben. Es lassen sich auch keine eigentlichen Revisionsgr�nde finden, die eine �nderung der Auflage erheischen w�rden. Wie bereits ausgef�hrt, ist nicht von Belang, dass der Beschwerdef�hrer beim Kauf seines Stockwerkeigentumsanteils der Auflage keine Beachtung schenkte und ob er damit hatte rechnen m�ssen. Bedeutungslos ist ebenfalls, aus welchen Gr�nden der Bauherr die genannte Auflage akzeptierte, sie nicht anfocht. Es sind damit auch keine Vertrauensschutzgr�nde ersichtlich, die gegen die Best�ndigkeit der Auflage sprechen w�rden. Schliesslich legt der Beschwerdef�hrer nicht in einer den gesetzlichen Anforderungen gen�genden Weise dar, weshalb die umstrittene Auflage in der vorliegenden Konstellation gegen die Eigentumsgarantie verstossen sollte.
5.8 Es ergibt sich daraus, dass das Kantonsgericht die Rechtsbest�ndigkeit der Baubewilligung von 2008 inkl. die umstrittene Auflage, Flachd�cher extensiv zu begr�nen und nicht als Dachterrassen zu nutzen, bejahen durfte, ohne die verfassungsm�ssigen Garantien von Art. 9, Art. 26 oder Art. 29a BV zu verletzen. Insoweit erweist sich die vorliegende Beschwerde als unbegr�ndet.
In Anbetracht der Rechtsbest�ndigkeit von Baubewilligung und Auflage ist das Kantonsgericht zum Schluss gekommen, dass das vom Beschwerdef�hrer am 5. Mai 2010 eingereichte Baugesuch nicht bewilligt werden k�nne. Es hat daher die Verpflichtung zur Wiederherstellung best�tigt.
Der Beschwerdef�hrer macht nicht geltend, dass sein Baugesuch trotz der Rechtsbest�ndigkeit der umstrittenen Auflage h�tte bewilligt werden m�ssen. Hingegen erachtet er die Pflicht zum R�ckbau als unverh�ltnism�ssig.
6.1 Die Anordnung einer Wiederherstellung des rechtm�ssigen Zustands oder eines Abbruchs stellt eine Eigentumsbeschr�nkung dar. Sie ist verfassungsrechtlich nur zul�ssig, wenn sie gem�ss Art. 36 BV auf einer gesetzlichen Grundlage beruht, im �ffentlichen Interesse liegt und verh�ltnism�ssig ist. Von einem Abbruch kann ganz oder teilweise abgesehen werden, wenn die Wiederherstellung des rechtm�ssigen Zustands unverh�ltnism�ssig w�re oder ihr Gr�nde des Vertrauensschutzes entgegenstehen (BGE 136 II 359 E. 6 S. 364; 132 II 21 E. 6 S. 35; je mit Hinweisen).
Der Beschwerdef�hrer bestreitet im vorliegenden Fall einzig die Verh�ltnism�ssigkeit der Anordnung. Diese besteht darin, die provisorische Treppe, die vom Balkon durch den Dacheinschnitt auf das Dach f�hrt, abzubrechen, die verlegten Gartenplatten zu entfernen und die Dachgartenarbeiten r�ckzubauen.
6.2 Das Kantonsgericht hat im angefochtenen Entscheid ein bedeutendes �ffentliches Interesse an der Wiederherstellung damit bejaht, dem Beschwerdef�hrer entstehe eine grosse, zus�tzlich nutzbare Wohnfl�che und es werde die vorgesehene Gr�nfl�che entsprechend verkleinert. Der Beschwerdef�hrer vermag dem nichts entgegenzuhalten. Er zieht insbesondere nicht in Zweifel, dass er mit der nicht bewilligten Umnutzung der Dachterrasse eine erhebliche, zus�tzlich nutzbare Wohnfl�che erh�lt. Damit durfte das �ffentliche Interesse am R�ckbau ohne Verfassungsverletzung als gegeben und bedeutend betrachtet werden.
Der Beschwerdef�hrer erachtet die Wiederherstellung wegen der damit verbundenen Kosten als unverh�ltnism�ssig. Er legt allerdings nicht dar, weshalb der Abbruch der vom Kantonsgericht als provisorisch qualifizierten Treppe gr�ssere Kosten verursachen sollte. Dar�ber hinaus ist nicht ersichtlich, dass die Entfernung der Gartenplatten und eine entsprechende Begr�nung einen besondern Aufwand verursachen w�rden. Das Kantonsgericht hat die Kosten damit zu Recht als marginal bezeichnet.
Schliesslich sind keine Gutglaubensgr�nde vorgebracht worden oder ersichtlich.
Somit h�lt die umstrittene Anordnung zum R�ckbau vor der Verfassung stand. Die Beschwerde erweist sich daher auch in diesem Punkte als unbegr�ndet.
Demnach ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die bundesgerichtlichen Kosten dem Beschwerdef�hrer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Parteientsch�digungen sind keine zuzusprechen.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, der Einwohnergemeinde Oberwil, der Baurekurskommission des Kantons Basel-Landschaft und dem Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, schriftlich mitgeteilt.