Source: http://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/wann-die-umsatzsteuerpflicht-greift/150/3098/200493
Timestamp: 2017-03-27 00:53:59
Document Index: 271268246

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Wann die Umsatzsteuerpflicht greift - dhz.net
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Recht + Steuern - 08.01.2017
Wann die Umsatzsteuerpflicht greift
Im Handwerk tummeln sich viele kleine Betriebe, die auf die umsatzsteuerliche Kleinunternehmerregelung zurückgreifen. Doch wann gilt sie wirklich und welche Vorteile bietet die Einstufung beim Finanzamt als Kleinunternehmer? Ein Überblick gibt wichtige Tipps und zeigt, wo die Umsatzgrenzen liegen.
Wer auf die Kleinunternehmerregelung setzt, spart sich viel Papierkram. Gleichzeitig darf von Rechnungen für betriebliche Ausgaben jedoch keine Vorsteuer abgezogen werden. - © Foto: M. Schuppich/Fotolia
Umsatzsteuer: Die Regeln im Überblick
Kleinunternehmer und Umsatzsteuer: Die wichtigsten Fakten
Meldet ein Handwerker bei der Gemeinde ein Gewerbe an, leitet die Gemeinde diese Anmeldung
postwendend an das für den Handwerker zuständige Finanzamt weiter. Das Finanzamt schickt
dem selbständigen Handwerker daraufhin einen Gründerfragebogen zu, in dem er sich das erste Mal mit der umsatzsteuerlichen Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG befassen muss. Die Kleinunternehmerregelung hat viele Vorteile, aber auch komplizierte
Spielregen.
Handwerker, die beim Finanzamt die umsatzsteuerliche Einstufung als Kleinunternehmer
nach § 19 UStG beantragen, dürfen in ihren Rechnungen an Kunden keine Umsatzsteuer ausweisen, können im Gegenzug für gezahlte Rechnungen an andere Unternehmen keine Erstattung der Vorsteuer beantragen. Das sind die beiden einfachsten Grundsätze vorab. Voraussetzung für die Kleinunternehmeregel Die Kleinunternehmerbesteuerung dürfen Handwerker wählen, wenn der Umsatz nach § 19 Abs. 1 Satz 2 UStG zuzüglich der darauf entfallenden Umsatzsteuer im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 Euro nicht überstiegen hat und
im laufenden Kalenderjahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht übersteigt.
Diese beiden Voraussetzungen müssen gemeinsam erfüllt sein, damit das Finanzamt die Einstufung als Kleinunternehmer akzeptiert.
Besonderheiten zur Ermittlung der Umsatzgrenzen Bei der Ermittlung der 17.500-Euro- oder 50.000-Euro-Grenze gibt es einige Besonderheiten
zu beachten: 1. Umsatzgrenze wird nach Ist-Besteuerung ermittelt Der Umsatz für die beiden Umsatzgrenzen wird nach dem tatsächlich vereinnahmten Ist-Umsatz ermittelt. Es kann also vorkommen, dass Sie im vorangegangenen Jahr mehr als 17.500
Euro Umsatzsteuer erzielt haben und Sie im laufenden Jahr dennoch wieder einen Antrag
auf die Kleinunternehmerregelung beantragen können. Das ist immer dann möglich, wenn
Sie Ihren Umsatz bislang nach vereinbarten Entgelten versteuert haben. Beispiel: Im Jahr 2016 waren Sie noch nicht als Kleinunternehmer gemeldet. Sie wiesen in Ihrer
Umsatzsteuererklärung 2016 einen Umsatz von 25.000 zzgl. 4.750 Euro aus. Die Umsatzbesteuerung
erfolgte 2016 nach vereinbarten Entgelten (Sollbesteuerung). Das heißt, dass die Umsatzsteuer
bereits bei Ausführung der Umsätze entsteht. Tatsächlich haben Sie jedoch 10.000 Euro
dieser Umsätze erst im Jahr 2017 bezahlt bekommen. Folge: Der Gesamtumsatz 2016 betrug nach § 19 UStG also nur 10.000 Euro zzgl. 1.900 Euro
Umsatzsteuer. Da der Umsatz also unter 17.500 Euro lag, dürfen Sie 2017 einen Antrag
auf Einstufung als Kleinunternehmer stellen, sofern der Umsatz 2017 nicht über 50.000
Euro klettern wird. 2. Umsatzgrenze von 50.000 Euro – glaubhafte Schätzung reicht aus Lag der Umsatz nach § 19 UStG im vergangenen Jahr nicht über 17.500 Euro, muss der
Handwerker dem Finanzamt glaubhaft darlegen, wie hoch der voraussichtliche Umsatz des laufenden Jahres sein wird. Bei voraussichtlicher Unterschreitung der 50.000-Euro-Grenze steht der
Kleinunternehmerbesteuerung nichts mehr im Weg. Praxis-Tipp: Sollte sich nachträglich herausstellen, dass nicht 50.000 Euro, sondern wegen eines
Großauftrags auf einmal 70.000 Euro Umsatz erzielt wurden, wird die Kleinunternehmerregelung
dennoch nicht rückwirkend gekippt, wenn der Umsatzanstieg zu Beginn des Jahres nicht
vorhersehbar war. 3. Umsatzgrenze im Gründungsjahr Gründet ein Unternehmer während des Jahres seinen Handwerksbetrieb, hat er keine Vorjahresumsätze.
Aus diesem Grund gelten bei Existenzgründern zwei Besonderheiten:
Der Umsatz im Erstjahr (laufendes Gründungsjahr) darf maximal 17.500 Euro betragen.
Bei Beginn der gewerblichen Tätigkeit wird der Umsatz auf 12 Monate hochgerechnet (§ 19 Abs. 3 Satz 3 und 4 UStG).
Beispiel: Gründerin Maier meldet ihren Handwerksbetrieb zum 1. Juli 2017 beim Finanzamt an.
Sie erwartet einen Umsatz von 10.000 Euro in den Monaten Juli bis Dezember. Folge: Handwerkerin Maier kann die Kleinunternehmerregelung für sich nicht beanspruchen,
weil der hochgerechnete Jahresumsatz 20.000 Euro beträgt (10.000 Euro : 6 Monate x
12 Monate). Erfolgt die Gründung eines Handwerksbetriebs am 1. Dezember eines Jahres und es werden
in diesem Jahr keine Umsätze mehr erzielt, gilt trotzdem für das Folgejahr die 50.000-Euro-Umsatzgrenze
(OFD Frankfurt, Urteil v. 21.4.2010, Az. S 7361 A – 2 – St 16). Praxis-Tipp: Seien Sie wegen dieser Hochrechnung des Umsatzes aufs Jahr deshalb im Gründerfragebogen
eher zurückhaltend. Können Sie nicht einschätzen, ob und wie viele Kunden Sie an Land
ziehen können, kalkulieren Sie Ihre Umsatzprognose für das Erstjahr eher pessimistisch
und so, dass auf das Jahr hochgerechnet der Umsatz nicht über 17.500 Euro liegt. 4. Unternehmer mit stark schwankenden Umsätzen Schwanken die Umsätze eines Kleinunternehmers, so dass in einem Jahr die 17.500-Euro-Grenze leicht überschritten
ist, kennen die Finanzämter kein Pardon und fordern die Regelbesteuerung, also den
Wegfall der Kleinunternehmerregelung im Folgejahr. Beispiel: Ein Handwerker ist als Kleinunternehmer nach § 19 UStG beim Finanzamt erfasst. Er
hat finden Jahren 01 bis 06 folgende Umsätze erzielt:
Jahr 1: 10.000 Euro
Jahr 2: 20.000 Euro
Jahr 3: 10.000 Euro
Jahr 4: 12.000 Euro
Jahr 5: 14.000 Euro
Jahr 6: 8.000 Euro
Folge: Der Bundesfinanzhof entschied, dass der Kleinunternehmer im Jahr 3 zur Regelbesteuerung
wechseln und Umsatzsteuer ausweisen musste. Im Folgejahr durfte er aber wegen Unterschreitung
der 17-500-Euro-Grenze wieder zur Kleinunternehmerbesteuerung wechseln (BFH, Urteil
v. 16.10.1998, Az. V B 56/98). Praxis-Tipp: Es geht jedoch auch anders. Steht bereits zu Jahresbeginn fest, dass nach Überschreitung
der 17.500-Euro-Grenze diese Grenze vorerst nicht mehr überschritten wird, kann beim
Finanzamt ein Antrag gestellt werden, der die Kleinunternehmer ausnahmsweise weiterhin
erlaubt (§ 148 AO in Verbindung mit BFH-Urteil v. 18.10.2007, Az. VB 164/06). Interessante
Infos bei Kleinunternehmern mit stark schwankenden Umsätzen bietet auch eine Verfügung
der Oberfinanzdirektion Karlsruhe (Verfügung v. 29.2.2008, Az. S 7360). Freiwilliger Verzicht auf Anwendung der Kleinunternehmerregelung Verzichtet ein Unternehmer trotz Unterschreitung der Umsatzgrenzen auf die Kleinunternehmerregelung,
ist er an diesen Verzicht fünf Jahre lang gebunden. Der Verzicht kann folgendermaßen erfolgen:
Verzicht von Anfang an: Entscheiden Sie sich bereits im Gründerfragebogen gegen die Kleinunternehmerbesteuerung
und weisen in Ihren Rechnungen Umsatzsteuer aus und reichen für dieses Jahr Umsatzsteuererklärungen
ein, sind Sie fünf Jahre an diesen Verzicht gebunden.
Verzicht nach Jahren: Liegen Ihre Umsätze seit Jahren unter 17.500 Euro und wenden die Kleinunternehmerregelung
an, können Sie sich dennoch dafür entscheiden, zur normalen Besteuerung zurück zu
wechseln. Auch in diesem Fall sind Sie fünf Jahre an den Verzicht gebunden.
Kleinunternehmerregelung: Pflichten und Risiken beachten Unternehmer die beim Finanzamt umsatzsteuerlich als Kleinunternehmer eingestuft sind,
müssen trotz der sogenannten Kleinunternehmerregelung einige umsatzsteuerliche Besonderheiten
beachten. Die Pflichten und Risiken im Überblick.
Unternehmer, die bestimmte Umsatzgrenzen nicht überschreiten, können sich beim Finanzamt
als Kleinunternehmer nach § 19 UStG einstufen lassen. Vorteil: Sie müssen keine Umsatzsteuer in Rechnung stellen. Nachteil:
Sie können im Gegenzug aus Eingangsrechnungen anderer Unternehmer keine Vorsteuererstattung
beantragen. Umsatzsteuerliche Pflichten und Risiken bestehen bei der Kleinunternehmerregelung aber trotzdem. Umsatzsteuerjahreserklärung – ja oder nein? Frage 1: Muss ich eine Umsatzsteuerjahreserklärung beim, Finanzamt einreichen, obwohl ich gar
keine Umsatzsteuer in meinen Rechnungen ausweisen?
Antwort: Ja. Aber Sie müssen nur ein paar Zeilen ausfüllen. Das Finanzamt prüft anhand der
Umsatzangaben, ob die Voraussetzungen für die Kleinunternehmerregelung vorlagen und
in der Zukunft vorliegen. Frage 2: Ich habe auf eBay selbst hergestellte Waren versteigert. Die Gebührenrechnungen von
eBay wiesen keine Umsatzsteuer aus. Jetzt verlangt das Finanzamt von mir die Umsatzsteuer
aus diesen fremden Rechnungen von mir. Ist das korrekt?
Antwort: Leider ja. Denn sobald § 13b UStG greift, schuldet der Leistungsempfänger (= Kleinunternehmer),
sofern er Unternehmer ist, die Umsatzsteuer für den Rechnungsbetrag des Rechnungsausstellers.
Da eBay ein im Ausland ansässiges Unternehmen ist, greift hier § 13b Abs. 2 Nr. 1
UStG. Tipp: Für Sie als Kleinunternehmer bedeutet die Abführung keine finanzielle Mehrbelastung.
Denn ohne § 13b UStG würde eBay eine Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer stellen
und Sie würden unter dem Strich denselben Betrag bezahlen wie jetzt, wenn Sie eBay
den Nettobetrag und dem Finanzamt die Umsatzsteuer überweisen. Die Besonderheit besteht
nur darin, dass viele Kleinunternehmer diese Steuer nicht abführen, weil sie glauben,
keine umsatzsteuerlich Verpflichtung zu haben.
Den richtigen Quittungsblock verwenden Frage 3: Ich benutze einen Quittungsblock, auf dem im Kleingedruckten steht inklusive 19 Prozent
Mehrwertsteuer? Ist das ein Problem?
Antwort: Auf jeden Fall. Denn handelt es sich um keine Kleinbetragsrechnung bis 150 Euro,
könnten vorsteuerabzugsberechtigte Kunden die Vorsteuer aus dem Quittungsbetrag geltend
machen. Stößt das Finanzamt auf diese Quittungen, schulden Sie die Umsatzsteuer aus
dem Quittungsbetrag nach § 14c UStG (BFH, Urteil v. 25.9.2013, Az. XI R 41/12). Also
stets als Kleinunternehmer auf Quittungsblöcke mit Hinweis aus Umsatzsteuer verzichten.
Frage 4: Ich habe ein Unternehmen gegründet und das Finanzamt fragt mich im Gründerfragebogen,
ob ich mich umsatzsteuerlich als Kleinunternehmer registrieren lassen möchte. Was
muss ich beachten?
Antwort: Normalerweise kann die Kleinunternehmerregelung angewandt werden, wenn die Vorjahresumsätze
eines Unternehmers nicht über 17.500 Euro lagen und der Umsatz des laufenden Jahres
voraussichtlich nicht über 50.000 Euro liegen wird. Da Sie als Existenzgründer keinen
Vorjahresumsatz hatten, gilt für Sie im Erstjahr die maximale Umsatzgrenze von 17.500
Euro. Doch aufgepasst! Das Finanzamt rechnet Ihren Umsatz im Erstjahr auf 12 Monate
Beispiel: Sie melden im Juni 2017 Ihr Gewerbe an und planen von Juni bis Dezember 2017 Umsätze
von 15.000 Euro, scheidet für Sie die Kleinunternehmerregelung aus. Denn der auf 12
Monate hochgerechnete Umsatz beträgt in Ihrem Fall für 2017 30.000 Euro (15.000 Euro
x12/6).
Verzicht möglich – aber mit folgenschweren Konsequenzen Frage 5: Ich erfülle zwar die Voraussetzungen für die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG,
würde mich wegen hoher Anfangsinvestitionen und deshalb hoher Vorsteuern zumindest
im ersten Jahr eher gegen die Kleinunternehmerregelung entscheiden. Kann ich die Kleinunternehmereigenschaft
dann trotzdem im Folgejahr beantragen?
Antwort: Nein, das geht leider nicht. Wenn Sie die Voraussetzungen für die Kleinunternehmerregelung
nach § 19 UStG erfüllen und ganz bewusst darauf verzichten, sind Sie an diesen Verzicht
für fünf Jahre gebunden. Erst nach Ablauf dieser 5 Jahre können Sie denn erneut die
Kleinunternehmerregelung beantragen. Keine steuerliche Billigkeitsregelung für Kleinunternehmer Sind Sie beim Finanzamt als Kleinunternehmer eingestuft und haben im Vorjahr die Umsatzgrenze
von 17.500 Euro überschritten, hätten Sie eigentlich zum 1. Januar dieses Jahres erstmals
Umsatzsteuer ausweisen müssen. Das Finanzamt kennt mit unwissenden Kleinunternehmern kein Pardon. In einer Verfügung hat die Oberfinanzdirektion Magdeburg seine Beamten darauf hingewiesen,
dass es bei Überschreitung der 17.500-Euro-Grenze keine Billigkeitsregelung gibt (Verfügung
v. 20.11.2012, Az. S 7360 – 4 – St 244). Beispiel: Kleinunternehmerin Huber hat im Jahr 2016 einen Umsatz von 19.000 Euro erzielt. Dass
der Umsatz 2016 19.000 Euro betrug, hat sie erst bei den Jahresabschlussarbeiten und
der Erstellung der Steuererklärungen für 2016 im Oktober 2017 bemerkt. Sie hat das
ganze Jahr 2017 noch die Kleinunternehmerregelung angewandt – also keine Umsatzsteuer
für ihre betrieblichen Leistungen ausgewiesen. Die Umsätze 2017 betrugen 15.000 Euro. Folge: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Das Finanzamt fordert von Frau Huber für ihre
Umsätze 2017 Umsatzsteuer in Höhe von 3.034 Euro. Praxis-Tipp: Zwei Ausnahmesituationen können jedoch dazu führen, die Umsatzbesteuerung trotz Überschreitung
des Vorjahresumsatzes und die Umsatzsteuernachzahlungen im Folgejahr zu vermeiden.
Das wäre der Fall, wenn sich in dem Umsatz auch Umsätze aus dem Verkauf von Anlagevermögen
befinden. Diese Umsätze werden bei Ermittlung der 17.500-Euro-Grenze nicht berücksichtigt.
Selbstständige können trotz der Verfügung der OFD Magdeburg versuchen, einen Deal
mit ihrem Finanzamt auszuhandeln. Denkbar ist ein Billigkeitsantrag nach § 148 AO
mit der Begründung, dass der Umsatz nur einmalig durch Sondereffekte überschritten
wurde. Ein Versuch ist es allemal wert. Verpflichtung zur Abgabe einer Umsatzsteuervoranmeldung trotz Kleinunternehmerschaft
Erbringt ein Kleinunternehmer Bauleistungen und beauftragt einen anderen Unternehmer
mit Bauleistungen, greift die Steuerschuldnerschaft nach § 13b Abs. 2 Nr. 4 UStG. Das bedeutet im Klartext: Obwohl der andere Unternehmer zum Ausweis der Umsatzsteuer berechtigt ist, weist
er in seiner Rechnung über Bauleistungen keine Umsatzsteuer aus. Denn die Umsatzsteuer
hat der Auftraggeber ans Finanzamt nach § 13b UStG abzuführen. Dadurch kommt es zu
dem kuriosen Fall, dass ein Kleinunternehmer auf einmal Umsatzsteuervoranmeldungen
und eine Umsatzsteuererklärung beim Finanzamt abgeben muss. Dasselbe passiert auch, wenn ein Kleinunternehmer Rechnungen von eBay oder Google bekommt. Denn beide Unternehmen sind im Ausland ansässig. Der Kleinunternehmer muss
in diesem Fall aus den Nettorechnungen die Umsatzsteuer ausrechnen und nach § 13b
UStG ans Finanzamt abführen. Checkliste zur Kleinunternehmerregelung Vorteile: Weniger Papierkram, weniger bürokratischer Aufwand, günstigere Preise vor allem für
Privatkunden, keine Umsatzsteuerprüfung durch das Finanzamt.
Nachteile: Kein Vorsteuerabzug aus Eingangsrechnungen von anderen Unternehmern.
Den gesamten Text können Sie als Merkblatt hier herunterladen.>>>Sonderfälle der Kleinunternehmerreglung Sonderfall 1: Existenzgründung im Vorjahr Hat ein Handwerker seinen Betrieb während des Jahres 2016 – also im Vorjahr – gegründet,
gibt es eine Besonderheit zu beachten. Denn der Umsatz 2016 wird auf zwölf Monate
hochgerechnet. Wird dadurch die 17.500-Euro-Grenze überschritten, muss der Handwerker
ab 2017 Umsatzsteuer in seinen Rechnungen ausweisen. Beispiel: Herr Maier hat sich im November 2016 mit einem Malereibetrieb selbständig gemacht.
Sein Umsatz in den Monaten November und Dezember betrug nur. 4.000 Euro. Das macht
auf zwölf Monate hochgerechnet einen Umsatz von 24.000 Euro (4.000 Euro : zwei Monate
× zwölf Monate). Folge: Ab 2017 muss Herr Maier Umsatzsteuer in Rechnung stellen. Sonderfall 2: Existenzgründung 2017 Eröffnet ein Handwerker 2017 seinen Betrieb, gilt für das laufende Jahr nicht die
50.000-Euro-Grenze, sondern ausnahmsweise die 17.500-Euro-Höchstgrenze, wiederum hochgerechnet
auf zwölf Monate. Kalkuliert ein Gründer 2017 also für acht Monate einen Umsatz von
16.000 Euro, beträgt sein Umsatz im Sinn der Kleinunternehmerregelung 24.000 Euro.
Er ist also von Anfang an kein Kleinunternehmer. Sonderfall 3: Besonderheit beim Gesamtumsatz Selbst wenn ein Handwerker im Jahr 2016 die 17.500-Euro-Grenze leicht überschritten
hat, bedeutet das noch lange nicht das Aus für die Kleinunternehmerregelung für 2017.
Denn der Umsatz aus dem Verkauf von Anlagevermögen rechnet nicht zum Gesamtumsatz
im Sinn der Kleinunternehmerregelung. Beispiel: Kleinunternehmerin Maier ermittelt für 2016 einen Umsatz von 19.500 Euro. Doch in
diesem Gesamtumsatz steckt ein Verkaufsumsatz von 5.000 Euro für den Verkauf eines
ausrangierten Pkws. Da der Umsatz im Sinn der Kleinunternehmerregelung somit also
2016 nur bei 14.500 Euro liegt, klappt es mit der Kleinunternehmerregelung auch 2017
– vorausgesetzt der voraussichtliche Umsatz 2017 überschreitet die 50.000-Euro-Grenze
nicht. Steuer 1x1 für Kleinunternehmer
Private Pkw-Nutzung: Die private Nutzung des Firmen-Pkws erhöht den Gesamtumsatz im Rahmen der Kleinunternehmerregelung
nicht (BFH, Urteil v. 15.09.2011, Az.: V R 12/11).
Freiwilliger Wechsel: Ein Unternehmer, der wegen hoher Vorsteuererstattungen freiwillig von der Kleinunternehmerregelung
zur Regelbesteuerung wechselt, ist fünf Jahre lang an die Regelbesteuerung gebunden.
Ist-Brutto-Umsatz: Der Gesamtumsatz von 17.500 Euro und voraussichtlich 50.000 Euro bezieht sich auf
den Ist-Brutto-Umsatz, also nur auf tatsächlich vereinnahmte Umsätze.
Umsatzsteuer: Verwendet ein Kleinunternehmer einen Quittungsblock, in dem steht „inklusive 19 Prozent
Umsatzsteuer“, schuldet er die Umsatzsteuer nach § 14c UStG, wenn der Empfänger der
Quittung dadurch zum Vorsteuerabzug berechtigt ist. Schwankender Umsatz: Überschreitet der Vorjahresumsatz die 17.500-Euro-Grenze, muss ab dem nächsten 1.
Januar ohne Wenn und Aber zur Regelbesteuerung übergangen werden. Das gilt selbst
dann, wenn klar ist, dass der Umsatz des laufenden Jahres wieder unter 17.500 Euro
liegen wird. Dieser Beitrag wurde am 10. Januar 2017 aktualisiert. Via Whatsapp teilen
Unternehmer, die beim Finanzamt die Einstufung als Kleinunternehmer nach § 19 UStG beantragen, müssen in ihren Rechnungen an Kunden keine Umsatzsteuer ausweisen, können aber im Gegenzug für gezahlte Rechnungen mehr...
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