Source: http://shipdefence.de/service_regeln.php
Timestamp: 2017-09-20 00:20:43
Document Index: 164168170

Matched Legal Cases: ['§ 577', '§ 562', '§ 569', '§ 653', '§ 596', '§ 602']

Service - Goldene Regeln
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Vor Antritt der Reise, vor Beginn der Beladung und vor Beginn der Entlöschung den Frachtvertrag genau durchlesen (ebenso diese "Goldenen Regeln").
Besonders vorsichtig sein, wenn das Schiff laut Vertrag verpflichtet ist, den Makler und/oder Stauer des Befrachters, Abladers oder Empfängers zu benutzen. Sonder-maßnahmen wegen der Einziehung der Fracht treffen, wenn die Zahlungsfähigkeit des Maklers nicht über jeden Zweifel erhaben ist.
Den Abladern sofort schriftlich das Schiff ladebereit melden und die gewünschte Ladungsmenge (auch Staumaterial) bestellen.
Bei Holzladungen mit der Notizgabe die benötigte Menge Stauholz (zu zwei Drittel Fracht) bestellen. Die Mitnahme einer größeren als der bestellten Stauholzmenge (kurzer Enden) verweigern, eventuell Protest notieren und nicht nur die volle Fracht für die zuviel verladene Menge kurzer Enden, sondern obendrein Schaden-ersatz wegen Stauverlust, höherer Staukosten, Zeitverlust usw. fordern.
Wenn Ablader nicht zu ermitteln ist oder die Lieferung der Ladung verweigert, schleunigst den Befrachter benachrichtigen (§ 577 HGB).
Nur die im Frachtvertrag angegebene Ladung annehmen oder mit Genehmigung des Befrachters solche Ersatzladung, durch deren Beförderung das Schiff hin-sichtlich Frachteinnahme, Lade- und Löschzeit usw. nicht ungünstiger gestellt wird (§ 562 HGB).
Notariellen Protest machen, wenn nicht genügend Ladung geliefert wird, und möglichst durch unparteiische Sachverständige feststellen lassen, wieviel das Schiff mehr laden kann.
Wenn die Dauer der Ladezeit nicht vereinbart ist (z.B. schnellstmöglich oder nach Ortsgebrauch), den Abladen v o r Ablauf einer angemessenen Zeit schriftlich mitteilen, wann die freie Liegezeit als abgelaufen erachtet wird und von welcher Stunde ab Liegegeld fällig ist (§ 569 HGB).
Die Konnossemente vor der Unterzeichnung genau durchlesen. Darauf achten, daß sie das richtige Datum tragen, Bordkonnossemente nur zeichnen, wenn sich am Ausstellungstage die Ladung auch wirklich schon an Bord befindet. Nur solche Konnossemente zeichnen, die sich in Übereinstimmung mit dem Frachtvertrag befinden, und wegen aller Bedingungen und Ausnahmen auf den Frachtvertrag, dessen Ausstellungsort und Datum genannt sein müssen, verweisen.
Darauf achten, daß die Konnossemente bezüglich der Regelung etwaiger großer Haverei keine Bestimmungen enthalten, die im Widerspruch zum Frachtvertrag stehen.
Darauf achten, daß richtige Maße und/oder Gewichte in die Konnossemente gesetzt werden. Der Konnossementsvermerk "Maß und Gewicht unbekannt" befreit den Kapitän keineswegs von jeder Verantwortlichkeit. Wenn die Angaben erkenn-bar unrichtig sind, im Konnossement einen Protestvermerk machen, notfalls nota-riell protestieren.
Keine reinen Konnossemente ausstellen, wenn äußere Beschaffenheit oder Verpackung der Güter Anlaß zu Beanstandungen gibt. Lieber übertrieben vorsichtig sein.
Falls die Ablader Konnossementsvermerke wegen Liegegeld, Fautfracht und dergleichen ablehnen und es nach dem Gesetz des Abladehafens nicht zulässig ist, auf solchen Vermerken zu bestehen, notariellen Protest machen gegen Befrachter, Ablader und wen die Sache sonst angehen mag, und die Befrachter sowie mög-lichst auch die Empfänger telegrafisch benachrichtigen, daß neben den reinen Konnossementen ein Protest wegen Liegegeld, Fautfracht usw. herläuft.
Im Löschhafen sofort schriftliche Löschbereitschaftsanzeige erstatten und, wenn die Empfänger unbekannt sind, gemäß Ortsgebrauch verfahren.
Die Ladung nur gegen Rückgabe des - gegebenenfalls indossierten - Konnossements oder gegen Hinterlegung des vollen Marktwertes der Ladung einschließlich Fracht usw. ausliefern. Von den Empfängern die Ablieferung der Güter auf dem Original-Konnossement bescheinigen lassen (§ 653 HGB).
Wenn keine feste Löschzeit vereinbart ist, dem Empfänger v o r Ablauf einer angemessenen Zeit schriftlich mitteilen, wann die freie Liegezeit als abgelaufen erachtet wird (§ 596 HGB).
Vor Ablauf der chartermäßigen Überliegezeit den Abladern bzw. Empfängern mitteilen, daß für etwaige weitere Verzögerung eine höhere Vergütung als das ver-einbarte Liegegeld (Schadenersatz laut § 602) gefordert werde.
Ursachen für verspäteten Lade- oder Löschbeginn sowie vorkommende Unterbrechungen genau notieren und möglichst von unparteiischer Seite bestätigen lassen.
Falls der Frachtvertrag nicht ausdrücklich vorsieht, daß die Befrachter auch an Sonntagen und Feiertagen sowie nachts oder vor Beginn der chartermäßigen oder gesetzlichen Liegezeit laden und/oder löschen dürfen, von den Abladern bzw. Empfängern eine schriftliche Bestätigung verlangen, daß die benutzte Zeit als Liegezeit rechnet und alle Kosten für Rechnung der Ablader bzw. Empfänger gehen. Einwilligung zum vorzeitigen Lade- oder Löschbeginn ohne Zeitzählung kann verweigert werden.
Wenn im Frachtvertrag nicht ausdrücklich Beladung und/oder Entlöschung durch maschinelle Vorrichtungen, z.B. Greifer, vereinbart oder die Benutzung sol-cher Vorrichtungen nicht ortsüblich ist, die Einwilligung zu einer solchen Bela-dung und/oder Entlöschung davon abhängig machen, daß die Befrachter bzw. Stauer sich verpflichten, die Reederei für alle etwaigen durch die Beladung bzw. Entlöschung verursachten Beschädigungen des Schiffes - ohne Rücksicht auf die Schuldfrage - schadlos zu halten.
Für eigene Rechnung nur eine Lade- bzw. Löschstelle, einschließlich Warteplatz einnehmen, sofern laut Frachtvertrag (evtl. Ortsgebrauch) nichts anderes gilt. Zu-stimmung zum Verholen davon abhängig machen, daß Befrachter, Ablader oder Empfänger die Kosten tragen und die Zeitzählung nicht unterbrochen wird.
Im Lade- und Löschhafen die Ladung genau zählen lassen und die Zählbücher aufbewahren. Falls die Ladung gewogen wird, die Gewichtsfeststellungen über-wachen lassen. Bei Frachtzahlung nach ausgeliefertem Gewicht oder Maß muß das Schiff meistens das ausgelieferte Gewicht bzw. Maß beweisen.
Durch Unterzeichnung von Rechnungen wird deren Richtigkeit anerkannt; daher Vorsicht!
Bei Befrachtung auf Zeitcharter Makler, Stauer, Bunkerlieferanten usw. darauf aufmerksam machen, daß das Schiff in Zeitcharter für die Firma "X" fährt und daß diese - aber nicht die Reederei - für alle Kosten aufzukommen habe.
Die vom Schutzverein Deutscher Rheder ernannten Vertrauensmakler stehen den Mitgliedern und ihren Kapitänen mit Auskunft und Rat jederzeit zur Verfügung.
Die Hilfe der Vertreter (Anwälte) des Vereins nur in eiligen und dringenden Fällen in Anspruch nehmen.