Source: http://familienrecht-blog.de/?p=373
Timestamp: 2018-04-24 22:48:09
Document Index: 184478524

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 600', '§ 1600', '§ 1600', '§ 1600', '§ 1600', 'BGH', 'BGH']

Hat ein Samenspender das Recht die Vaterschaft anzufechten? | Blog: Familienrecht & Scheidungsrecht – Rechtsanwälte Dr. Papsch & Collegen, Hannover
Das AG gibt ihm nicht statt. Die hiergegen gerichtete Berufung hat Erfolg. Hiergegen richtet sich die Revision des Kindes und des Mannes, der die Vaterschaft anerkannt hatte. Der BGH weist diese Revision zurück.
Grundsätzlich ist es dem Samenspender möglich die Vaterschaft nach § 600 Abs. I, Nr.2 BGB anzufechten, wenn § 1600 Abs. V BGB nicht einschlägig ist. Gemäß § 1600 Abs. II BGB rührt das Recht zur Anfechtung der Vaterschaft von der leiblichen Abstammung her.
Eine Anfechtung ist jedoch in dem Fall ausgeschlossen, in dem der Samenspender vor der Zeugung des Kindes auf die rechtliche Vaterschaft verzichtet. Dies geschieht durch Vereinbarung mit der Mutter und dem Mann, der die Vaterschaft annehmen soll.
Das Wort Beiwohnen in § 1600 Abs. I, Nr.2 BGB bezieht sich nicht nur auf den Geschlechtsakt, sondern gerade auch auf die Samenspende. Voraussetzung ist jedoch, dass gemäß § 1600 Abs. V BGB keine Abrede getroffen wurde. Der Sinn und Zweck des Wortes Beiwohnen ist es gerade, Vaterschaftsanfechtungen auf gut Glück zu vermeiden.
Im vorliegenden Fall wurde die Vaterschaft ferner nie bestritten.
(BGH, Urt. v. 15.5.2013 – XII ZR 49/11)
Im vorliegenden Fall ermöglicht der BGH die vom BVerfG geforderte Möglichkeit für einen biologischen Vater den Zugang zur rechtlichen Vaterschaft zu bekommen.
Die Rechtsanwaltskanzlei Dr. Papsch&Collegen berät Sie in allen familienrechtlichen Fragen umfassend und vertritt Ihre Interessen (außer)- gerichtlich.
Weitere Informationen zum Rechtsgebiet „Familienrecht & Scheidungsrecht“ auf www.papsch.de »