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Timestamp: 2020-05-29 17:48:13
Document Index: 1710820

Matched Legal Cases: ['§ 145', '§ 45', '§ 254', 'Art. 67', '§ 253', '§ 253', '§ 253', '§ 249', 'Art. 67', '§ 317']

Bericht Issue 2017 - intranda GmbH
Bericht Issue 2017
ESWE-Verkehrsgesellschaft <Wiesbaden>
Bericht : über das Geschäftsjahr / ESWE Verkehr
Wiesbaden, 2002 -
2207822-8
urn:nbn:de:kobv:109-1-15356481
ZENTRALE THEMEN DES JAHRES 2017
· GESTEIGERT: Dritter Rekordwert in Folge
· GEFESTIGT: Kundenzufriedenheit auf stabilem Niveau
· GEPLANT: Emissionsfreier Nahverkehr,
umfassende Mobilitätsdienstleistungen
· GESICHERT: Direktvergabe der Linienkonzessionen
· GEWECHSELT: Neuer Vorsitz im Aufsichtsrat
· GEGRÜNDET: IT-Stabsstelle mit breitem Aufgabenspektrum
· GEWACHSEN: Gesundheitsmanagement weiterentwickelt
Die hier eingeklebte DVD enthält die sechs ESWE-Verkehr-Unternehmensvideos, die im Verlauf des Jahres 2017 neu produziert
und in den YouTube-Kanal von ESWE Verkehr (www.youtube.com/esweverkehr) eingestellt wurden.
· Fahrbetrieb
· Verkehrsplanung und Grundsatzplanung
· Technischer Betrieb
· Vertrieb, Marketing und Kundenkommunikation
· Nerobergbahn
Kennwerte 2017
1. Januar bis 31. Dezember 2017 · Zur Vorlage in der Ordentlichen Gesellschafterversammlung · ESWE Verkehrsgesellschaft mbH, Wiesbaden
VORWORT 2017: Ein Jahr des beginnenden Umbruchs
für ESWE Verkehr
Für ESWE Verkehr war das Jahr 2017 so ereignisreich wie kaum ein anderes zuvor seit dem Jahr 2000, in dem die ESWE
Verkehrsgesellschaft als eigenständiges Unternehmen gegründet wurde. 2017 haben die mehr als tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ESWE Verkehr intensiv an der Planung und Umsetzung der ersten Maßnahmen
gearbeitet, die aus der künftigen Rolle unseres Unternehmens als „umfassender Mobilitätsdienstleister“ resultieren.
Diese neue Rolle, hervorgegangen aus einem entsprechenden Beschluss des Wiesbadener Stadtparlaments vom
September 2016, ist eng verknüpft mit der Vision „Emissionsfreier Nahverkehr in Wiesbaden“, die schon in wenigen
Jahren Realität werden soll. Vieles zu diesem Thema finden Sie, verehrte Leserinnen und Leser, im vorliegenden Geschäftsbericht.
Wir bei ESWE Verkehr begreifen uns als wichtigen Teil der Verkehrswende, die Wiesbaden braucht, um auch in
Zukunft die „ebenso lebens- wie liebenswerte Landeshauptstadt“ sein zu können. Unserem Unternehmen kommt
eine wachsende Verantwortung für die Zukunft des Verkehrsgeschehens in Wiesbaden zu, denn die seit Jahren zu
verzeichnende kontinuierliche Steigerung der Nahverkehrsnutzung geht – noch – mit einer Zunahme der von den
Dieselantrieben der Busse verursachten Abgas- und Geräuschbelastung einher. Der Tatsache, dass hier nachhaltige
Änderungen vonnöten sind, tragen wir im Kern mit unserem Vier-Säulen-Modell Rechnung, das auf die Komplettelektrifizierung des Wiesbadener Nahverkehrs innerhalb weniger Jahre hinausläuft (auch über dieses Modell informiert
Sie der vorliegende Geschäftsbericht).
Für die große Unterstützung, die wir auf dem Weg zu unseren ambitionierten Zielen erhalten haben und weiterhin erhalten, und für das entgegengebrachte Vertrauen danken wir allen Verantwortlichen in der Stadtpolitik wie auch den
Aufsichtsrats- und den Betriebsratsmitgliedern unseres Unternehmens sehr herzlich. In besonderem Maß danken wir
allen Beschäftigten der ESWE Verkehrsgesellschaft, ohne deren starkes Engagement die genannten Ziele unerreichbar wären. Last, but not least haben wir selbstverständlich auch allen Kunden von ESWE Verkehr, also den Fahrgästen,
zu danken, deren stetig wachsende Nachfrage nach unseren Mobilitätsdienstleistungen für uns Bestätigung und
Ansporn zugleich ist.
Die Geschäftsführung der ESWE Verkehrsgesellschaft
Jörg Gerhard, Hermann Zemlin und Frank Gäfgen (v. l. n. r.)
DER GESCHÄFTSFÜHRUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2017
Die ESWE Verkehrsgesellschaft mbH, Wiesbaden (nachfolgend
ESWE Verkehr genannt), betreibt den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden.
Im städtischen Verkehrsgebiet werden insgesamt 41 Buslinien
bedient. Daneben zählen auch die koordinativen Aufgaben innerhalb der Verkehrsverbünde Verkehrsverbund Mainz-Wiesbaden
(VMW), Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und Rhein-NaheNahverkehrsverbund (RNN) sowie die Entwicklung neuer Mobilitätsangebote für die Stadt Wiesbaden zum Aufgabenspektrum der
Gesellschaft. Zudem erbringt ESWE Verkehr zahlreiche Diens­t­
leistungen für städtische Betriebe und Ämter.
Zu den tragenden Säulen der Mobilität in der Landeshauptstadt
Wiesbaden zählen die Busse von ESWE Verkehr. Die Umsetzung
dieser wichtigen Aufgabe ist sich ESWE Verkehr bewusst und
zum privaten Pkw in der Landeshauptstadt Wiesbaden. An dieser
Stelle sind besonders die zukunftsweisenden Projekte des emissionsfreien Personennahverkehrs in Wiesbaden zu erwähnen.
Der ÖPNV schafft Verbindungen
Indem er Mobilität ermöglicht, schafft der öffentliche Nahverkehr
Verbindungen: Er verbindet das Stadtzentrum mit der Peripherie,
er verbindet Stadtteile untereinander – und er verbindet Menschen
miteinander. Im Bild: Die Biebricher Allee, Hauptverbindungsachse
zwischen der Wiesbadener Innenstadt und Wiesbadens größtem
Mit der Erteilung der Linienkonzession, die vom 1. Oktober 2017 bis
zum 30. September 2027 gilt, konnte ESWE Verkehr im Jahr 2016 die
positive Entscheidung zur europarechtskonformen Direktvergabe
der ÖPNV-Leistungen in Wiesbaden bis 2027 sicherstellen. ESWE
Verkehr hat damit für weitere zehn Jahre den Auftrag erhalten,
das Wiesbadener Busnetz zu betreiben. Damit sind einerseits das
attraktive Angebot eines engmaschigen Liniennetzes und einer
hohen Fahrtendichte für die Fahrgäste sichergestellt und andererseits auch die Arbeitsplätze bei ESWE Verkehr langfristig gesichert.
Seit dem 1. Januar 2017 unterstützt der bisherige Fachbereichsleiter
Fahrdienst, Dipl.-Sozialpäd. Frank Gäfgen, die beiden bisherigen
Geschäftsführer, Herrn Prof. Dr. Hermann Zemlin (seit 2015) und
Herrn Dipl.-Kfm. Jörg Gerhard (seit 2014), als weiterer Geschäftsführer. Zu den Aufgabenstellungen der Geschäftsführung gehören
die Entwicklung eines emissionsfreien Personennahverkehrs in
Wiesbaden und der Ausbau der ESWE Verkehrsgesellschaft zum
umfassenden Mobilitätsdienstleister.
Darüber hinaus wird die Entwicklung der Organisation der ESWE
Verkehrsgesellschaft und die Übernahme neuer Aufgaben von
der Landeshauptstadt Wiesbaden und von Dritten mit dem Ziel
vorangetrieben, gesundheitlich eingeschränkten Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern verstärkt Mischarbeitsplätze bzw. Ersatzarbeitsplätze anzubieten. Das Betriebliche Gesundheitsmanagement
(BGM) wurde weiterentwickelt, und zusätzliche Mitarbeiter der
Gesellschaft entwickeln neue Maßnahmen und Angebote für
die Mitarbeiter zu den Themengebieten der Prävention und der
In der Aufsichtsratssitzung vom 25. April 2017 wurde mit Herrn
Stadtrat Andreas Kowol ein neuer Vorsitzender des Aufsichtsrates
gewählt. Er folgte der bisherigen Aufsichtsratsvorsitzenden, Frau
Stadträtin Sigrid Möricke. Dem aus zwölf Mitgliedern bestehenden
Aufsichtsrat von ESWE Verkehr, dessen Amtsperiode fünf Jahre
dauert, obliegt die Kontrolle aller Unternehmensaktivitäten hinsichtlich deren Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit. Turnusgemäß finden Aufsichtsratssitzungen statt, bei denen der Aufsichtsrat Informationen über die Unternehmensaktivitäten von ESWE
Verkehr erhält. Der Aufsichtsrat besteht gemäß den Regeln der
paritätischen Mitbestimmung je zur Hälfte aus Arbeitgeber- und
um 0,5 Prozent auf 55,64 Mio. Fahrgäste gesteigert werden. Eine
kontinuierliche Steigerung der Fahrgastzahlen im Zusammenhang
mit neuen Verkehrs- und Mobilitätsangeboten sowie einem emissionsfreien ÖPNV stellt die Zielsetzung der Zukunftsorientierung
des Unternehmens dar, ohne dabei die Gesamtwirtschaftlichkeit
Hierbei legt ESWE Verkehr ein besonderes Augenmerk auf die
ökologischen Facetten des öffentlichen Nahverkehrs. Neben dem
Haltestellenänderungen, über die sich die Fahrgäste im Fahrplanbuch 2017 informieren konnten. Die Linie 5 wurde bis Rauenthal
erweitert und verbindet damit die Eltviller Stadtteile Martinsthal
und Rauenthal stärker mit der hessischen Landeshauptstadt.
Einsatz von modernsten umweltschonenden Abgassystemen werden mit großen Anstrengungen die ausbaufähigen und zukunftsweisenden Fahrzeug- und Mobilitätskonzepte erarbeitet.
Der Tatsache Rechnung tragend, dass der ESWE Verkehrsgesellschaft mit ihrer großen Busflotte eine wachsende Verantwortung
für die Zukunft des Verkehrsgeschehens in Wiesbaden zukommt,
wurde die Vision vom „emissionsfreien Nahverkehr“ entwickelt.
Die Zukunft des hiesigen Nahverkehrs fußt auf vier Säulen:
Planung einer länderübergreifenden Stadtbahnstrecke
­zwischen den Landeshauptstädten Wiesbaden und Mainz
(CityBahn) mit einer vorgesehenen Verlängerung bis nach Bad
•	Einsatz von batteriebetriebenen E-Bussen auf den wirtschaftlich und technisch möglichen Streckenabschnitten
•	Einsatz von Brennstoffzellenbussen und Schaffung der nötigen
Infrastruktur in Kooperation mit der Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH (MVG) und der traffiQ Lokale Nahverkehrs­
gesellschaft Frankfurt am Main mbH (traffiQ)
•	Umtausch der Hilfsfahrzeuge (z. B. „Sprinter“ für Verkehrsmeis­
ter, Verkehrsüberwachung und Werkstatt) in Elektrofahr­zeuge
Neben der elektrisch angetriebenen CityBahn setzt ESWE Verkehr
auch beim Busbetrieb, der natürlich erhalten bleiben wird, auf
den endgültigen Abschied vom Verbrennungsmotor. Die zweite
und die dritte Säule heißen also: Busse mit Elektromotoren und
Brennstoffzellen-Elektrobusse. Die vierte Säule betrifft schließlich
die gesamten Servicefahrzeuge.
Am Ende des Vier-Säulen-Prozesses steht die Verwirklichung der
Vision vom emissionsfreien Nahverkehr, also: null Abgasemissionen und null Lärmemissionen. ESWE Verkehr und die Landeshauptstadt Wiesbaden haben dabei den ehrgeizigen Anspruch, die
erste Stadt in Deutschland zu sein, der es gelingt, dieses ambitionierte Null-Emissionen-Ziel zu erreichen.
Um die neue Vielfalt der unterschiedlichen Mobilitätsoptionen,
die sogenannten „multimodalen Verkehrsangebote“, sinnvoll und
kundenfreundlich miteinander zu verknüpfen, werden an zentralen Stellen im Wiesbadener Stadtzentrum sogenannte Mobilitätsstationen entstehen, die den direkten Umstieg zum Beispiel vom
Bus aufs Mietfahrrad oder von der CityBahn auf ein CarsharingAuto ermöglichen.
2.3. Entwicklung der Verkehrsnachfrage
•	Fortsetzung der Maßnahmen zur Verbesserung der Kundenor­i­entierung, z. B. der Planungsstart des Umzugs der Mobilitätszentrale
•	Umsetzung von Maßnahmen des lokalen Nahverkehrsplans
der Landeshauptstadt Wiesbaden zum Fahrplanwechsel am
• Ausbau des Fahrausweisverkaufs und der Einnahmensicherung
•	Sicherstellung der Qualitätsmerkmale und der Zuverlässigkeit
• Optimierung der Dienstplangestaltung im Fahrdienst
•	Ökologische und energetische Ertüchtigung der Betriebseinrichtungen
Die Verkehrsleistungen im Wiesbadener Liniennetz wurden im
Jahr 2017 mit 253 unternehmenseigenen Omnibussen (Vorjahr:
242) erbracht. Die Nutzwagenkilometer stiegen von 12.403 Tkm im
Vorjahr auf 12.477 Tkm im Geschäftsjahr 2017. Die Platzkilometer
änderten sich gegenüber dem Vorjahr von knapp 1.014 Mio. km auf
1.017 Mio. km.
253 Busse
242 Busse
12.477 Tkm
12.403 Tkm
Platzkilometer*
1.017.329 Tkm
1.013.612 Tkm
945.152 Std
973.929 Std
55,64 Mio.
55,36 Mio.
* Die Platzkilometer beziehen sich seit 2016 auf eine neue Berechnungsgrundlage, die
auf einem höheren Platzangebot in den neuen Fahrzeugen beruht.
Weiterhin war das Geschäftsjahr 2017 der ESWE Verkehrsgesellschaft von folgenden Schwerpunkten geprägt:
Die gesamte Verkehrsleistung ist mit 945.152 Einsatzstunden
gegenüber dem Vorjahr (973.929 Einsatzstunden) leicht gefallen. Dabei erbrachte ESWE Verkehr einen Anteil von 95 Prozent
(900.464 Einsatzstunden) gegenüber 91 Prozent im Vorjahr
(889.255 Einsatzstunden) an der gesamten Verkehrsleistung. Somit
erbringt ESWE Verkehr die Verkehrsleistung im Verkehrsgebiet fast
ausschließlich selbst.
•	Bestellung von 500 Fahrrädern für das Projekt Fahrradverleihsys­
Der Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 brachte auf verschiedenen Linien Fahrtzeitenanpassungen und vereinzelt auch
Für 2017 lag die Zielsetzung der Geschäftsführung in der Bestätigung der guten Fahrgastzahlen des Vorjahres. Diese konnten
durch den bereits seit dem Jahr 2006 bestehenden positiven
Trend übertroffen werden. Den Anstieg der Fahrgastzahlen von
55,36 Mio. ­in 2016 auf ein neues Rekordhoch von 55,64 Mio. in 2017
sieht die Geschäftsführung als Bestätigung der guten Ergebnisse
der vergangenen Jahre auf einem hohen Niveau.
Die Beförderungsentwicklung in dem Bereich Fahrausweisverkauf
stieg um 0,8 Prozent von 51,84 Mio. auf 52,26 Mio. Beförderungsfälle gegenüber dem Vorjahr. Inklusive der Fahrgastzahlen aus der
Beförderung von Schwerbehinderten und sonstigen Freifahrern in
Höhe von 3,38 Mio. Beförderungen wurde die Gesamtsumme von
55,64 Mio. Beförderungen erreicht.
Die positive Beförderungsentwicklung bei ESWE Verkehr ist auch
auf eine Fortführung der intensiven Marketing- und Vertriebsmaßnahmen zurückzuführen. Die durchgeführten Marketingkampagnen der vergangenen Jahre, z. B. die Bewerbung von Abonnementund Jahreszeitkarten, hatten dazu geführt, dem Öffentlichen
Personennahverkehr in Wiesbaden weiterhin ein positives Image
zu verleihen. Diese erfreuliche Entwicklung wird auch in der jährlich durchgeführten Kundenzufriedenheitsmessung deutlich. Die
guten Ergebnisse der Vorjahre mit der Durchschnittsnote von 2,54
konnten mit Abschluss des Geschäftsjahres und einer Note von 2,56
erneut auf einem gleichbleibend guten Niveau bestätigt werden.
Das zum 1. August 2017 eingeführte Schülerticket Hessen (STH) hat
sich zu einem großen Erfolg entwickelt. Es berechtigt Schüler sowie
Auszubildende, ein ganzes Jahr lang, so oft sie wollen, hessenweit
im Nahverkehr mit Bus und Bahn zu fahren. Bei einer Einmalzahlung am Beginn der zwölfmonatigen Laufzeit kostet das Schülerticket Hessen nur 365 Euro, also umgerechnet 1 Euro pro Tag. Mit
Stand von Mitte September meldete das Hessische Wirtschaftsund Verkehrsministerium mehr als 308.000 im gesamten Bundesland verkaufte Tickets. Bei ESWE Verkehr in Wiesbaden waren bis
Ende Dezember 18.103 Schülertickets registriert (zum Vergleich:
das Vorgängerprodukt CleverCard wurde von rund 12.263 ESWEKunden genutzt). Ein weiterer Vorteil des Schülerticket Hessen ist
die Möglichkeit, das Ticket bequem und komfortabel im Abonnement zu beziehen.
Die Umsatzerlöse der Gesellschaft in Höhe von 51,7 Mio. € beinhalten die Einnahmen aus Fahrausweisverkauf in Höhe von 50,7 Mio. €
­(Vorjahr: 50,4 Mio. €) sowie die Einnahmen aus der Vermarktung von
Busaußenflächen, Fahrplanverkäufen und Entgelten für Dienstleis­
tungen. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Verkehrseinnahmen
AUFWANDSSTRUKTUR 2017*
ERLÖSSTRUKTUR 2017 *
Gesamtaufwendungen: 77,380 Mio. €
63 % Personalaufwand
16 % Materialaufwand
9 % Abschreibungen
12 % Sonstige betriebliche Aufwendungen
* Aufwandsstruktur nach BilRUG
Umsatz aus dem Bus- und Bahnbetrieb: 52,230 Mio. €
81 % Zeitkarten
6 % Freifahrer
* Erlösstruktur bei Normierung der Beförderungen mit
Durchschnittserlösen je Beförderung
um 0,5 Prozent an. Dies konnte vor allem durch eine Steigerung der
Fahrgastzahlen sowie den kontinuierlichen Ausbau der Verkehrsmittelwerbung erreicht werden. Der Rückgang gegenüber dem
Vorjahr resultiert aus gesunkenen sonstigen Umsatzerlösen und
im Vorjahr enthaltenen periodenfremden Erlösen.
Die um 377 T € gestiegenen sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen, aus Erträgen der Einnahmenaufteilung für Vorjahre und
aus Infrastrukturkostenhilfe.
Der Materialaufwand ist im Berichtsjahr um insgesamt 805 T € auf
12,2 Mio. € gesunken. Die darin enthaltenen Aufwendungen für
­bezogene Leistungen reduzierten sich von 4,5 Mio. € auf 3,1 Mio. €;
sie beinhalten im Wesentlichen die Fremdleistung für die Per­
sonen­­beförderung durch Drittbeauftragte (1,5 Mio. €). Zudem
haben sich die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
­ ,5 Mio. € auf 9,1 Mio. € erhöht.
Der Personalaufwand hat sich gegenüber dem Vorjahr von 4
­ 6,1
Mio. € auf 49,1 Mio. € erhöht. Diese Steigerung resultiert aus dem
Anstieg der Mitarbeiterzahl, einhergehend mit der Erhöhung d
Eigenleistung im Fahrdienst und der damit verbundenen Reduktion der Fremdvergabe von Fahrdienstleistungen. Im gesamten
Geschäftsjahr 2017 waren durchschnittlich 995 Mitarbeiter bei
ESWE Verkehr beschäftigt.
Die Abschreibungen haben sich nur geringfügig von 6,8 Mio. €
(Vorjahr) auf 6,7 Mio. € reduziert. Dies ist im Wesentlichen auf die
verlängerte Nutzungsdauer der Busse zurückzuführen. Seit 2014
beträgt die Nutzungsdauer zwölf Jahre (bis 2014 waren es nur zehn
Jahre). Im Berichtsjahr wurden neue Fahrzeuge im Wert von 6,2 Mio. €
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich von
7,0 Mio. € auf 9,3 Mio. €. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf
den erhöhten Aufwand für Planungs- und Beratungsleistungen
im Zusammenhang mit dem Bau der CityBahn sowie die Vorbereitungen auf den emissionsfreien ÖPNV (1.844 T €), die daraus
resultierenden Werbemaßnahmen (766 T €) und die Rechts- und
Beratungskosten (317 T €) zurückzuführen.
Das weiterhin negative Zinsergebnis hat sich von 1.331 T € auf 840 T €
verbessert. Für die im Jahr 2017 angeschafften Busse musste das
Unternehmen keine Darlehen aufnehmen.
Der Jahresfehlbetrag vor Verlustübernahme beträgt 20,0 Mio. €
und liegt damit 4,7 Mio. € über dem Verlust des Vorjahres. Der
Wirtschaftsplan 2017 ging von einem negativen Jahresergebnis in
Höhe von 21,8 Mio. € aus.
Die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft war im Jahr 2017 aufgrund
des Kreditrahmens bei zwei Wiesbadener Bankinstituten jederzeit
sichergestellt. Der Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit
beträgt –16,98 Mio. €. Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit lag aufgrund gestiegener Investitionen in das Sachanlagevermögen bei –8,57 Mio. €. Die negativen Cash-Flows aus der laufenden Geschäftstätigkeit und der Investitionstätigkeit konnten
teilweise von dem Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit
von 15,71 Mio. € ausgeglichen werden, sodass sich der Finanzmittelfonds insgesamt auf 1,1 Mio. € verringerte. Der Cash-Flow aus der
Finanzierungstätigkeit enthält im Wesentlichen die Einzahlungen
der WVV Wiesbaden Holding GmbH (WVV) aus dem Verlustausgleich und 5,29 Mio. € Tilgungen von Darlehen.
–16,98 Mio. €
–8,57 Mio. €
15,71 Mio. €
Der Finanzmittelbestand (Kassenbestand und Guthaben bei Kredit­
instituten abzüglich Kontokorrentverbindlichkeiten) betrug zum
Bilanzstichtag 1.144 T € (Vorjahr: 10.986 T €) und hat sich damit um
9.842 T € verringert.
Die Abnahme der Bilanzsumme um 6,4 Mio. € auf 49,5 Mio. €
resultiert auf der Aktivseite hauptsächlich aus der Abnahme der
liquiden Mittel (im Vorjahr durch neue Darlehen höhere liquide
Mittel). 2017 existiert aufgrund von zu hohen Vorauszahlungen
der WVV auf die Verlustübernahme ein entsprechender Rückzahlungsanspruch, welcher die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen auf 1,46 Mio. € verringerte.
Auf der Passivseite reduzierten sich die Rückstellungen um 186 T €,
ebenso verringerten sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kredit­
instituten im Geschäftsjahr hauptsächlich durch planmäßige
Tilgungen um 4.850 T € auf 23.432 T €.
Das Anlagevermögen ist zu 8,6 Prozent (Vorjahr: 9,0 Prozent) durch
Eigenkapital sowie zu 57,3 Prozent (Vorjahr: 77,5 Prozent) durch
Eigenkapital und mittel- bis langfristiges Fremdkapital finanziert.
Das Investitionsvolumen in das Anlagevermögen belief sich im Berichtsjahr auf 10,0 Mio. € (Vorjahr: 8,7 Mio. €). Dabei handelt es sich
im Wesentlichen um die Anschaffung von 24 neuen Omnibussen
in Höhe von 6,3 Mio. €.
Finanz- und Fördermittel der öffentlichen Hand wurden im Berichts­
jahr im Wesentlichen in Form von Zuwendungen zur Finanzierung
des Öffentlichen Personennahverkehrs gemäß vertraglicher
Vereinbarungen auf RMV-Ebene in Höhe von 3,7 Mio. €, für die
Erstattung von Fahrgeldausfällen gemäß §§ 145 ff. SGB IX in Höhe
von 1,7 Mio. € sowie für die pauschalierte Ausgleichszahlung im
Ausbildungsverkehr gemäß § 45a PBefG in Höhe von 2,0 Mio. €
Bilanzstichtag beträgt 7,67 Prozent.
authentisches Beschwerdemanagement gehört zu diesen
Kommunikationsinstrumenten. Die Arbeitsgruppe Verbesserungsmanagement setzt sich mit den Anregungen der Fahrgäste
intensiv auseinander und erarbeitet daraus Vorschläge für
Maßnahmen. Im Berichtsjahr haben sich Fahrgäste in 4.361 Fällen
(Vorjahr: 3.586) an ESWE Verkehr gewandt, um ihre Wünsche und
Anregungen vorzutragen. Für die Geschäftsführung waren
hierunter viele hilfreiche Hinweise, die in den kommenden
Perioden berücksichtigt werden sollen.
3. Prognosebericht – Bericht der
Die finanziellen Leistungsindikatoren sind im Wirtschaftsbericht
dargestellt. Dabei wird der Erfolg der ESWE Verkehrsgesellschaft
neben den finanziellen Indikatoren auch mit nicht finanziellen
Leistungsindikatoren vorrangig an der Qualität der Verkehrsleis­
tungen gemessen. Das Erfolgskriterium „Qualität“ im Personennahverkehr umfasst eine Vielzahl von einzelnen Beurteilungspunkten, die nur in einem gemeinsamen und ausgewogenen Verhältnis
eine gute Leistungsbewertung für die Gesellschaft darstellen. Die
jährliche Kundenzufriedenheitsmessung zeigt für die Geschäftsführung nicht nur eine Gesamtbeurteilung der ÖPNV-Leistung,
sondern untergliedert sich in Punkte wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Sauberkeit sowie Freundlichkeit von Fahr- und Servicepersonal.
Kommunikationsmittel erkannt und entsprechende Instrumente
zur Nutzung von sozialen Netzwerken weiterentwickelt. Auch ein
unter dem Vorbehalt des zukünftig einzubeziehenden Vorantreibens des emissionsfreien Ausbaus des ÖPNV in Wiesbaden.
Es ist mit einer erhöhten Belastung des Jahresergebnisses zu
rechnen, da die umfangreichen Projekte nicht in vollem Umfang
von Fördermittelgebern getragen werden. Dieser Trend wird sich
wahrscheinlich in den folgenden Jahren vorerst weiter fortsetzen. Zwei große Projekte stehen bereits in der Planungsphase:
Zum einen ist der Bau einer CityBahn geplant, die zunächst auf
den Strecken mit einem hohen Fahrgastaufkommen zwischen
der Theodor-Heuss-Brücke und der Hochschule RheinMain am
Elsässer Platz verkehren soll. In der zweiten Stufe sollen die beiden
Für das Folgejahr 2019 wird ein Jahresergebnis in Höhe von –
­ 30,3
Mio. € und im nachfolgenden Jahr 2020 ein Jahresergebnis in
Höhe von –31,7 Mio. € prognostiziert.
4. Risikoberichterstattung
Zur Unternehmenssteuerung der Chancen und Risiken setzt ESWE
Verkehr ein umfassendes und den gesetzlichen Anforderungen
entsprechendes Risikomanagementsystem ein. Im Rahmen des
Risikomanagements werden identifizierte Risiken in regelmäßigen
Sitzungen von Geschäftsführung und Fachbereichsleitungen erörtert, deren Eintrittswahrscheinlichkeit sowie Schadensvolumen
bewertet und Maßnahmen zu deren Bewältigung benannt.
Das Risikomanagement ist als verbindliche Regelung im Unternehmen eingeführt und besteht aus den einzelnen Elementen:
Landeshauptstädte Mainz und Wiesbaden sowie Bad Schwalbach verbunden werden. Die Gründung einer Gesellschaft für die
planerischen Vorbereitungen des Projekts CityBahn ist im Jahr
2017 erfolgt. Des Weiteren ist ESWE Verkehr in Kooperation mit der
MVG und der traffiQ an dem Projekt „H2Bus Rhein-Main – emissionsfreier Nahverkehr in der Metropolregion“ beteiligt. Parallel dazu
ist der Austausch der Dieselbusflotte durch Elektrobusse geplant,
um dem Ziel eines emissionsfreien ÖPNV näherzukommen. Auch
bei diesen Projekten ist jährlich mit einer zusätzlichen Belastung für
ESWE Verkehr zu rechnen.
Für das begonnene Geschäftsjahr 2018 geht die Geschäftsführung
im Rahmen der Wirtschaftsplanung 2018 von einem prognostizierten negativen Jahresergebnis in Höhe von 27,14 Mio. € aus. Die
Umsatzerlöse sind in Höhe von 54,4 Mio. € und die Investitionen in
Höhe von 34,3 Mio. € geplant.
Als grundlegendes Instrument für das Risikomanagementsystem
wurden im Unternehmen ein Handbuch entwickelt und ein Risikobeauftragter benannt. Das nach Bewertung der Risiken erstellte
Risikoinventar für das Unternehmen wird periodisch regelmäßig
fortgeschrieben. Seit 2013 erfolgt die Dokumentation des Risikomanagementsystems mithilfe einer speziellen Software-Lösung.
Zudem wird der eingeschlagene Weg zur kontinuierlichen Optimierung der Unternehmensstrukturen und -prozesse weiterverfolgt,
um zukünftig unter den weiter wachsenden Herausforderungen
hochwertige Verkehrsleistungen anbieten zu können.
Darüber hinaus sind im operativen Geschäft die anspruchsvollen
Rahmenbedingungen einer kontinuierlichen Personalbeschaffung
für die Fahrdienstbereiche zu beachten. Infolge der Personalfluktuation und zeitweise hoher Krankenstände ist der Bedarf an
neuem Fahrpersonal gegeben. Für das Jahr 2018 und die folgenden
Perioden sieht die Geschäftsführung in diesen Themen eine in der
Verkehrsbranche verbreitete und anspruchsvolle Aufgabenstellung. Durch die gute Wirtschaftslage in der Region Rhein-Main
sind die Nachfrage nach qualifiziertem Personal und der damit
einhergehende Wettbewerb um Arbeitskräfte weiterhin hoch.
Die derzeitige Arbeitsmarktsituation unter Berücksichtigung
der aktuell gültigen und anzuwendenden Tarifverträge stellt die
Gesellschaft vor schwierige Rahmenbedingungen. ESWE Verkehr
stellt sich auf diese Rahmenbedingungen ein und wird weiterhin
erhebliche Ressourcen in die Ausbildung neuer Arbeitskräfte
investieren. Zusätzlich wird der umfassende Ausbau eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements weiter vorangetrieben.
• Risikopolitische Grundsätze
• Ziele, Aufgaben und Verantwortlichkeiten
• Identifikation der Risiken durch eine Risikoinventur
•	Risikosteuerung unter Berücksichtigung von Frühwarnindikatoren
• Risikoberichtswesen zur Dokumentation und Kontrolle
Die Risikofelder mit den höchsten Risikobewertungen hinsichtlich
Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit sind zum 31. Dezember 2017 Verbundfinanzierungs-, Verkehrsleistungs-, Vertriebsund Unfallrisiken. Chancen sind in der Weiterentwicklung zu einem
umfassenden Mobilitätsanbieter mit dem Ziel eines emissionsfreien Nahverkehrs zu sehen.
die Abschreibungen und die Zinsaufwendungen aufgrund der
steigenden Investitionstätigkeit nach oben entwickeln. Von den
geplanten Investitionen entfallen 22,9 Mio. € auf die neuen Mobilitätstechnologien und -angebote.
stellt mit der Überwachung des IKS durch einen IKS-Beauftragen
sicher, dass die Geschäftsprozesse ordnungsgemäß und effizient
ablaufen. Damit leistet das IKS einen signifikanten Beitrag zum
Management der Prozessrisiken und ist daher eng mit dem Risikomanagement verknüpft.
Eine Gremienberichterstattung zum Geschäftsverlauf erfolgt in
turnusmäßigen Abständen. Das Aufsichtsgremium wird im Rahmen von Quartalsberichten über die wirtschaftliche Entwicklung
sowie über Risiken und Chancen informiert, die in den Aufsichtsratssitzungen besprochen und hinterfragt werden. Für die Geschäftsführung stehen zahlreiche monatliche und quartalsweise
Controlling-Berichte zur Unternehmenssteuerung zur Verfügung.
Um den wachsenden gesetzlichen Anforderungen des Datenschutzes und der Informationssicherheit gerecht zu werden,
wurde die Zusammenarbeit mit einem externen Datenschutz- und
Informationssicherheitsbeauftragten im Jahr 2017 weiter fortgeführt. Der Datenschutz- und Informationssicherheitsbeauftragte der ESWE Verkehrsgesellschaft ist Ansprechpartner in allen
Belangen zu den Themen Daten- und Informationssicherheit und
soll auch in Zukunft neue Projekte unter diesem Gesichtspunkten
Die von der Geschäftsführung der ESWE Verkehrsgesellschaft
angestrebte Zielquote von Mitarbeiterinnen in der Führungsebene
direkt unter der Geschäftsführung in Höhe von 20 Prozent wurde
im Jahr 2017 erreicht. In der darunterliegenden Führungsebene
wurde die angestrebte Zielquote in Höhe von 17 Prozent ebenfalls
2017 erreicht. Die für den Aufsichtsrat und die Geschäftsführung
angestrebten Zielgrößen von 30 Prozent wurden noch nicht erreicht; sie gelten nur im Zuge von Neubestellungen, andernfalls gilt
der zum 1. Oktober 2015 erreichte Frauenanteil als Zielgröße.
Wiesbaden, 30. April 2018
Während beim Risikomanagement der Schwerpunkt auf der Identifikation, Bewertung und Steuerung der Risiken liegt, regelt das
Interne Kontrollsystem (IKS) die Vermeidung oder Einschränkung
von Risiken durch Kontrollmaßnahmen. Die Geschäftsführung
Prof. Hermann Zemlin
GESTEIGERT: Dritter Rekordwert in Folge
Mit einem neuerlichen Allzeitrekord bei der Gesamtfahrgastzahl
hat ESWE Verkehr das Jahr 2017 abgeschlossen: Im Berichtsjahr
sind 55,64 Millionen Menschen mit den 254 ESWE-Bussen gefahren; dies entspricht einem Zuwachs um 0,5 Prozent (rund 278.000
Fahrgäste) gegenüber dem Vorjahr 2016, als rund 55,36 Millionen
Passagiere gezählt worden waren. Die Zahl von 55,64 Millionen
Fahrgästen bedeutet den dritten Rekordwert in Folge – bereits
die Gesamtfahrgastzahlen der Jahre 2016 und 2015 hatten jeweils
einen Allzeitrekord dargestellt.
Zum Plus bei der Gesamtfahrgastzahl hat nicht zuletzt das zum
Beginn des Schuljahres 2017/18 neu eingeführte, landesweit
gültige „Schülerticket Hessen“ beigetragen, das bei ESWE Verkehr
von rund 18.100 Kunden (Stand: Jahresanfang 2018) genutzt wird –
gegenüber rund 12.000 Nutzern des Vorgängerprodukts „CleverCard“. Allerdings kann man nicht alle Schülerticket-Neukunden
automatisch als Neu-Fahrgäste werten, denn nicht wenige dieser
Kunden sind von einem anderen Ticketprodukt, das sie zuvor genutzt haben, zum Schülerticket gewechselt.
JAHRESGESAMTZAHL DER
ESWE-VERKEHR-FAHRGÄSTE
48,581 Mio.
48,703 Mio.
49,369 Mio.
49,854 Mio.
50,356 Mio.
51,989 Mio.
55,362 Mio.
55,640 Mio.
GEFESTIGT: Kundenzufriedenheit auf stabilem Niveau
Der ÖPNV kommuniziert Botschaften
Werbebotschaften auf den Bussen bieten Unternehmen
die Möglichkeit, für sich sowie für ihre Produkte und/oder
Dienstleistungen Öffentlichkeit zu schaffen. In vielen Fällen
wirbt der öffentliche Nahverkehr auch für sich selbst, indem
er seine Vorteile gegenüber dem Individualverkehr betont. Im
Bild: Der Auftakt zur Werbekampagne „ESWE Verkehr – wir
Jedes Jahr untersucht der Fachbereich Wiesbaden Business
School der Hochschule RheinMain im Auftrag von ESWE Verkehr,
wie zufrieden die Wiesbadener mit „ihrem“ Nahverkehr sind. Die
alljährliche Repräsentativuntersuchung der Kundenzufriedenheit
findet stets, um eventuelle saisonal bedingte Meinungsschwankungen auszugleichen, übers Jahr hinweg in vier Intervallen statt.
Im Rahmen der vier „Umfragewellen“ des Jahres 2017 wurden an
jeweils neun Standorten im Stadtgebiet insgesamt 1.490 Passanten interviewt – wobei mit Blick auf die wissenschaftliche
Seriosität wieder großer Wert darauf gelegt wurde, dass sowohl
die Meinungen regelmäßiger und sporadischer Busnutzer als auch
die Ansichten bekennender Nicht-Fahrgäste sowie eingefleischter
Nur-Auto-Fahrer Eingang in die Auswertung fanden.
Die Ergebnisse der Untersuchung belegten eine große Meinungsstabilität mit Abweichungen nur bei der zweiten Nachkommastelle: Orientiert an der Schulnotenskala von eins bis
sechs wurde fürs Busfahren in Wiesbaden 2017 eine Gesamtnote von 2,56 ermittelt – nach Bewertungen von 2,54 (2016)
und 2,51 (2015). Hingegen zeigte die Nutzung des Pkws (diese
Mobilitätsvariante schneidet stets deutlich schlechter ab als
die ÖPNV-Nutzung) einen Abwärtstrend: Die Note für die PkwNutzung in Wiesbaden lag 2017 bei 3,37 (2016: 3,28; 2015: 3,25).
GEPLANT: Emissionsfreier Nahverkehr, umfassende Mobilitätsdienstleistungen
Schon in wenigen Jahren wird Wiesbadens ÖPNV gemäß derzeitigem Planungsstand nicht mehr nur mit dem Verkehrsträger Bus
betrieben werden: Im Jahr 2022 soll in Gestalt der CityBahn ein
schienengebundenes Verkehrsmittel in der Landeshauptstadt
an den Start gehen. Diese Planung stellt eine im Wortsinn „Weichenstellung“ verkehrshistorischer Art dar – wird Wiesbadens
Nahverkehr doch seit dem Jahr 1955, als die letzte bis dato noch
existierende Straßenbahnlinie eingestellt wurde, vollständig
schienenfrei betrieben. Die schrittweise Entwicklung Wiesbadens
hin zur reinen „Busstadt“ hatte übrigens bereits anno 1929 ihren
Anfang genommen; damals hatte Wiesbaden fünf der bisherigen
Straßenbahnlinien auf Busbetrieb umgestellt.
GRÜNDUNG DER PLANUNGSGESELLSCHAFT
Am 16. Februar des Berichtsjahres hat das Wiesbadener Stadtparlament mit großer Mehrheit die ESWE Verkehrsgesellschaft
beauftragt, mit den Planungen für die Realisierung der CityBahn zu
beginnen. Somit ist am 3. August 2017 die CityBahn GmbH offiziell
gegründet worden, deren Unternehmensziele die Planung, der Bau
und der spätere Betrieb der CityBahn sind – und zwar vor allem in
Anbindung an das existierende Straßenbahnnetz in Mainz, aber
auch mit der Perspektive einer Trassenverlängerung in den Untertaunus, konkret: über Taunusstein bis nach Bad Schwalbach. Je zur
Hälfte waren anfangs die WVV Wiesbaden Holding GmbH und die
Mainzer Stadtwerke AG Anteilseigner der neuen Gesellschaft.
ENTLASTUNG FÜR UMWELT UND STRASSEN
Mithilfe der CityBahn sollen die beiden Kernprobleme des städtischen Verkehrs, nämlich die stetig wachsende Fahrgastnachfrage
im öffentlichen Nahverkehr sowie die von Dieselmotoren verursachte Luft- und Lärmbelastung, gelöst werden. Die steigenden
Fahrgastzahlen im Nahverkehr sind eine Auswirkung des kontinuierlichen Bevölkerungsanstiegs: Schon bald werden in Wiesbaden
mehr als 300.000 Menschen leben; rheinübergreifend kommen
Wiesbaden und Mainz zusammen – als westlicher Teil der RheinMain-Metropolregion – bereits heute auf mehr als eine halbe
Million Einwohner.
Dieses Wachstum hat unweigerlich ein Mehr an Verkehr zur Folge;
es muss also dafür gesorgt werden, dass ein möglichst großer Teil
der Verkehrszunahme vom öffentlichen Nahverkehr aufgefangen wird. Gelingt dies, verwirklicht sich die dem Projekt CityBahn
zugrunde liegende Philosophie: die Verknüpfung aus Mobilität und
Urbanität. Verkehrswissenschaftler und Stadtplaner formulieren
es so: Es gilt, sich zwischen der „durch den Verkehr geteilten Stadt“
und dem „Verkehr als Teil der Stadt“ zu entscheiden .
VISION „EMISSIONSFREIER NAHVERKEHR“
Die Zukunft des hiesigen Nahverkehrs fußt daher auf vier Säulen,
zu denen ESWE Verkehr im Berichtsjahr ein Konzept erarbeitet hat:
•	Als Säule Nr. 1 definiert ist der Bau der CityBahn. Eine im Berichtsjahr vorgestellte Nutzen-Kosten-Analyse prognostiziert
der Bahn eine enorme Nachfrage: Bis zu 100.000 Fahrgäste pro
Tag werden erwartet, rund 20.000 Pkw-Fahrten können entfallen. Die CityBahn wird also Autofahrer in einem Ausmaß zum
Wechsel auf den Nahverkehr bewegen können, wie dies das reine Busangebot nicht zu leisten imstande ist – nicht zuletzt weil
die Bahn besonders attraktiv ist: Auf ihrem eigenen Gleiskörper
fährt sie stets staufrei und somit pünktlich.
•	Neben der – selbstverständlich elektrisch angetriebenen
– CityBahn setzt ESWE Verkehr auch beim Busbetrieb, der
natürlich erhalten bleiben wird, auf den endgültigen Abschied
vom Verbrennungsmotor: Somit bilden Elektrobusse mit einem
„herkömmlichen“ Batteriebetrieb, wie man ihn von Elektroautos kennt, die Säule Nr. 2. Diese Busse sind wegen ihrer begrenzten Reichweite für den Einsatz im engeren Innenstadtbereich
sowie in den unmittelbar ans Stadtzentrum angrenzenden
Stadtteilen vorgesehen.
•	Für den Einsatz auf längeren Linienwegen (diese führen zum
Beispiel in Wiesbadens östliche Vororte) sind Brennstoffzellen-­
Elektrobusse eingeplant. Diese Busse – sie bilden die Säule Nr. 3 ­
des Konzepts – nutzen Wasserstoff als Energieträger, der von
Brennstoffzellen in elektrische Energie und damit in einen
schadstofffreien Elektroantrieb umgewandelt wird.
•	Last, but not least betrifft die Säule Nr. 4 die sogenannten
Hilfsfahrzeuge von ESWE Verkehr, die ebenfalls komplett auf
Elektroantrieb umgestellt werden sollen. Hierzu zählen etwa
diverse Werkstattfahrzeuge sowie die Kleinbusse der Verkehrsaufsicht, aber auch die Dienstwagen der Geschäftsführung.
tems „ESWE Verkehr meinRad“ haben im Berichtsjahr begonnen
und im Sommer 2018 zum erfolgreichen Start des neuen Systems
geführt. Die Mietfahrräder können beispielsweise die räumliche
Lücke („letzte Meile“) zwischen der Wohnung des Fahrgasts und
einer Bus- bzw. Bahnhaltestelle schließen.
Als „umfassender Mobilitätsdienstleister“ wird ESWE Verkehr den
Bürgern Wiesbadens künftig also unterschiedliche Mobilitätsoptionen (Fachleute sprechen von „multimodalen Verkehrsangeboten“) präsentieren. Um die Vielfalt dieser neuen Angebote sinnvoll,
nutzbringend und kundenfreundlich miteinander zu verknüpfen,
werden in den nächsten Jahren an zentralen Stellen im Wiesbadener Stadtzentrum sogenannte Mobilitätsstationen entstehen, die
den direkten Umstieg zum Beispiel vom Bus aufs Mietfahrrad oder
von der CityBahn auf ein Carsharing-Auto ermöglichen.
ANFORDERUNGEN AN DIE BATTERIEBUSSE
Die Umsetzungsplanung des Vier-Säulen-Konzepts sieht die
Komplettelektrifizierung der ESWE-Verkehr-Busflotte vor, also die
Beschaffung von 221 Batteriebussen (siehe links: Säule 2) sowie von
vier Brennstoffzellenbussen (siehe links: Säule 3). Die sich daraus
ergebende Gesamtzahl von 225 Bussen liegt um rund 30 Stück
unter dem derzeitigen Umfang des Linienfuhrparks von ESWE Verkehr. Die Möglichkeit der Reduktion um rund zwölf Prozent ergibt
sich – trotz weiterhin prognostizierter Zuwächse der Fahrgastzahlen – aus den Passagierkapazitäten, die die CityBahn befördern
Den Fahrzeugherstellern, die sich an dem in der zweiten Hälfte des
Berichtsjahres gestarteten Ausschreibungsverfahren zur Beschaffung der Batteriebusse beteiligen wollten, wurden von ESWE
Verkehr genaue Vorgaben gemacht: So ist beispielsweise eine Mindestreichweite von 200 Kilometern ohne Zwischenladung auf der
Vision vom „emissionsfreien Nahverkehr“, also: null Abgasemissionen und null Lärmemissionen! Wiesbaden hat den ehrgeizigen
Anspruch, die erste Stadt in Deutschland zu sein, der es gelingt,
dieses ambitionierte Null-Emissionen-Ziel zu erreichen.
Die „Null-Emissionen-Vision“ ist Bestandteil eines im September
2016 von der Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Konzepts, das zum Inhalt hat, dass sich ESWE Verkehr
zu einem „umfassenden Mobilitätsdienstleister“ entwickeln soll.
Konkret bedeutet dies, um nur zwei Beispiele zu nennen, dass auch
Carsharing-Angebote und ein Fahrradvermietsystem künftig zur
Leistungspalette der ESWE Verkehrsgesellschaft gehören sollen.
Die konkreten Planungen zur Realisierung des Fahrradvermietsys­
Preisverleihung auf der „hypermotion“Fachmesse in Frankfurt am Main: Am
21. November 2017 wurde ESWE Verkehr
mit dem „NUMBR1-Award“ ausgezeichnet.
Im Bild: die Staatssekretäre Rainer Bomba
(Bundesverkehrsministerium; Bildmitte)
und Mathias Samson (Hessisches Wirtschafts- und Verkehrsministerium; vordere
Reihe, 2. v. r.) sowie Wiesbadens Umweltund Verkehrsdezernent Andreas Kowol
(links), der auch Aufsichtsratsvorsitzender
bei ESWE Verkehr ist; außerdem die ESWEVerkehr-Geschäftsführer Frank Gäfgen
(2. v. l.) und Hermann Zemlin
Strecke festgeschrieben worden, außerdem ist die Voraussetzung
einer elektrisch betriebenen, also dieselfreien Innenraumheizung
zu erfüllen. Des Weiteren war und ist ESWE Verkehr bestrebt, einen
Generalunternehmer zu beauftragen, der sowohl die Busse liefert
als auch die erforderliche Ladeinfrastruktur zur Verfügung stellt.
Weitere von dem Generalunternehmer zu übernehmende Aufgaben sind das Betriebshofmanagement des ESWE-Verkehr-Firmengeländes sowie Schulungen für die Mitarbeiter der Buswerkstatt.
In Planung sind zudem ein eigenes Umspannwerk für die Batteriebusse sowie eine Wasserstofftankstelle für die Brennstoffzellenfahrzeuge. Das Umspannwerk (Leistungskapazität: 16 Megawatt)
soll von der Stadtwerke Wiesbaden Netz GmbH (sw netz) errichtet
werden. sw netz gehört zum Konzern der ESWE Versorgungs AG
und wird als Dienstleister für die „vorgelagerte Energieversorgungslogistik“ Sorge dafür tragen, dass der für die Elektroantriebe
benötigte Strom aus regenerativen Quellen stammt und klimaneutral erzeugt wird – auch in dieser Hinsicht ist die „Null-EmissionenVision“ ökologisch sinn- und wertvoll.
Im Verlauf des Berichtsjahres hat das Wiesbadener Projekt „Emissionsfreier ÖPNV“ immer mehr bundesweite Aufmerksamkeit
auf sich gezogen, auch die Anerkennung innerhalb der Nahverkehrsbranche blieb nicht aus: So wurde die ESWE Verkehrsgesellschaft im November 2017 für ihre nationale Vorreiterrolle mit
dem „NUMBR1-Award“ des Fachmagazins „Nahverkehrs-Praxis“
ausgezeichnet (das Kürzel NUMBR steht für „Nachhaltige Urbane
Mobilität in Ballungs-Räumen“). Auf der „hypermotion“-Fachmesse in Frankfurt am Main überreichten gleich zwei Staatssekretäre
dem Wiesbadener Verkehrsunternehmen den erstmals verliehenen Preis – siehe untenstehendes Foto.
TOPTHEMA im Fahrgastmagazin INFOMOBIL, Ausgabe 01/2017:
GESICHERT: Direktvergabe der Linienkonzessionen
Am 1. Oktober des Berichtsjahres hat ein Zeitraum begonnen, der
sowohl für die Fahrgäste des Wiesbadener ÖPNV als auch für die
ESWE Verkehrsgesellschaft von großer Bedeutung ist: Für zehn
weitere Jahre, also bis zum 30. September 2027, ist das Verkehrsunternehmen von der Stadt Wiesbaden im Wege der Direktvergabe
beauftragt worden, den Linienbetrieb im öffentlichen Nahverkehr
der Landeshauptstadt durchzuführen.
Dieser Entscheid, besiegelt durch eine vom Regierungspräsidium
Darmstadt ausgestellte Genehmigungsurkunde, hatte und hat
zur Folge, dass Wiesbadens ÖPNV in der Hand eines Anbieters
verbleibt, der eine vielfach bewährte Leistungsqualität bietet,
der moderne und umweltfreundliche Busse einsetzt, der seine
Beschäftigten ordentlich bezahlt und sein Fahrpersonal in der
unternehmenseigenen Fahrschule kompetent aus- und fortbildet
– und der Visionen für den Nahverkehr der Zukunft entwickelt und
umsetzt. Wichtig ist selbstverständlich auch, dass die Beauftragung durch die Stadt Wiesbaden eine dauerhafte Sicherheit für die
mehr als tausend Arbeitsplätze bei ESWE Verkehr bedeutet.
Die Wiedererlangung der hiesigen Linienkonzessionen für den
Zeitraum ab dem 1. Oktober 2017 stellte ein zentrales Element des
Wiesbadener „ÖPNV-Projekts 2017“ dar. Dieses Projekt, ins Leben
gerufen durch einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom November 2012, beinhaltete neben anderen Maßgaben
den Auftrag an den Magistrat der Landeshauptstadt, alles müsse
getan werden, um ESWE Verkehr die Linienkonzessionen ab 2017
zu sichern: und zwar im Wege einer Direktvergabe durch die Stadt,
also ohne das Erfordernis einer EU-weiten Ausschreibung – und
dies gleich für zehn, nicht wie zuvor für acht Jahre.
GEWECHSELT: Neuer Vorsitz im Aufsichtsrat
ZEITTICKETS WERDEN ELEKTRONISCH
WOCHEN-, MONATS- UND JAHRESKARTEN JETZT ALS E-TICKET
Der bei ESWE Verkehr eingeleitete Prozess der Umstellung
zahlreicher Fahrscheine auf elektronische Tickets, also auf das
scheckkartengroße „eTicket RheinMain“, schreitet voran: Im Lauf
dieses Frühjahrs werden nun auch die Zeittickets – bestehend
aus der Wochenkarte, der Monatskarte (einschließlich 9-Uhrund 65-plus-Monatskarte) sowie der Jahreskarte (einschließlich
9-Uhr-Jahreskarte) – auf die eTicket-Chipkarte umgestellt. Die
Vorteilstickets, also das Jahreskarten-Abonnement (inklusive
9-Uhr- und 65-plus-Abonnement) sowie die „CleverCard“, stehen
bekanntlich schon seit Längerem im eTicket-Format zur Verfügung. Hingegen werden alle Einzeltickets, darunter die beliebte
Sammelkarte, weiterhin als traditionelle Papierfahrscheine
Weitere Informationen zu diesem Thema hält der vorliegende
Geschäftsbericht auf der Seite 30 bereit.
GEGRÜNDET: IT-Stabsstelle mit breitem Aufgabenspektrum
Zum 1. August des Berichtsjahres hat bei ESWE Verkehr die neue,
direkt der Geschäftsführung zugeordnete Stabsstelle „IT-Verkehr“ ihre Tätigkeit aufgenommen. Im Zuge der Umsetzung der
Digitalisierungsstrategie, die sich das Unternehmen „verordnet“
hat, werden hier seither zahlreiche innovative Projekte in Angriff
genommen: ISMS (IT-Sicherheitsmanagementsystem), „SharePoint“ (Plattform für den unternehmensinternen Informations-
und Wissensaustausch) sowie die Einführung von „Office 2016“
sind nur drei Stichworte, die die Breite des Aufgabenspektrums der
neuen Stabsstelle verdeutlichen. Deren grundsätzliche Aufgabenbeschreibung lautet: Es gilt, verkehrsspezifische Anwendungen zu
implementieren, die die ESWE Verkehrsgesellschaft nicht zuletzt
mit Blick auf ihre neue Rolle als „umfassender Mobilitätsdienstleis­
ter“ benötigt.
GEWACHSEN: Gesundheitsmanagement weiterentwickelt
Der seit dem 1. April des Berichtsjahres amtierende Wiesbadener
Dezernent für Umwelt und Verkehr, Stadtrat Andreas Kowol, ist in
der Sitzung des Aufsichtsrates von ESWE Verkehr am 25. April 2017
zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsgremiums gewählt worden.
„Für mich gilt es, den sehr guten Weg von ESWE Verkehr in den
letzten Jahren nicht nur fortzuführen, sondern den öffentlichen
Nahverkehr noch weiter voranzubringen“, erklärte der neue Aufsichtsratsvorsitzende nach seiner Wahl, „hierzu zähle ich insbesondere die Maßnahmen zur Einführung eines emissionsfreien ÖPNV
und zur Umsetzung des Nahverkehrsplans.“ Andreas Kowol sagte
weiter, er freue sich auf die Arbeit als Aufsichtsratsvorsitzender,
da er in der Weiterentwicklung des Wiesbadener Nahverkehrs und
speziell in der künftigen Rolle von ESWE Verkehr als „umfassender
Mobilitätsdienstleister“ eine große Chance und eine spannende
Herausforderung sehe.
Dem aus zwölf Mitgliedern bestehenden Aufsichtsrat, dessen
Amtsperiode stets fünf Jahre dauert, obliegt die Kontrolle aller
Unternehmensaktivitäten hinsichtlich deren Zweckmäßigkeit und
Wirtschaftlichkeit. Turnusgemäß finden Aufsichtsratssitzungen
statt, bei denen die Mitglieder des Gremiums Informationen über
die laufende und künftige Geschäftstätigkeit der ESWE Verkehrsgesellschaft erhalten. Gemäß den Regeln der paritätischen Mitbestimmung setzt sich der Aufsichtsrat je zur Hälfte aus Arbeitgeberund Arbeitnehmervertretern zusammen.
Die im Februar 2016 innerhalb des Geschäftsbereichs Personal neu
eingerichtete Arbeitsgruppe Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) hat sich im Berichtsjahr erfolgreich weiterentwickelt.
Der BGM-Leitgedanke, die Gesundheit der Mitarbeiter zu erhalten,
zu fördern oder wiederherzustellen, fand im Jahr 2017 in einer Reihe
konkreter Projekte seinen Niederschlag. Beispielsweise präsentierten sich die regelmäßigen Fahrerschulungen ab Juni so praxisnah, interaktiv und auch körperbetont wie noch nie: Regelmäßig
war eine Diplom-Sportwissenschaftlerin in den Schulungen zu
Gast, um den Busfahrern theoretisches, vor allem aber praktisches
Know-how für ein gesundheitsförderndes Verhalten und für eine
gesunde Lebensweise zu vermitteln – und um vor Ort gemeinsam
mit den Fahrerkollegen zu trainieren.
zu fördern. Zudem gilt es, gesundheitsförderliche Strukturen im
Der strategische Ansatz im Betrieblichen Gesundheitsmanagement bei ESWE Verkehr liegt darin, dass alle Maßnahmen nachhaltig angelegt sind; es geht um eine dauerhafte Wirkung und um
ein kontinuierliches In-Bewegung-sein. Unter dem Motto „ESWE
Verkehr in Bewegung“ soll diese Haltung an die Mitarbeiter weitergeben werden. Die Beschäftigten werden unterstützt, ihr persönliches Potenzial für einen gesunden Lebensstil zu entdecken,
und sie werden befähigt, ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden
Die Betriebliche Sozialberatung setzt daran an, dass berufliche
­ rivate Probleme die Gesundheit und das Wohlbefinden eines
jeden Menschen massiv beeinträchtigen können – sowohl seelisch
als auch körperlich. Damit niemand mit einer derartigen Belastung
alleingelassen wird, bietet das BGM in Form der Betrieblichen Sozialberatung allen Beschäftigten eine professionelle Unterstützung an:
Diese Unterstützung soll helfen, die Gesundheit nachhaltig zu erhalten und die individuelle Leistungsfähigkeit wieder zu verbessern.
Die Zuständigkeit des Betrieblichen Gesundheitsmanagements erstreckt sich auch auf das Betriebliche Eingliederungsmanagement
(BEM) sowie auf die Betriebliche Sozialberatung. Das BEM umfasst
alle Aktivitäten und Maßnahmen, die zur Wiedereingliederung
eines Beschäftigten nach längerer Arbeitsunfähigkeit erforderlich
sind. Der Beschäftigte soll seine Arbeit langfristig ausüben können,
ohne eine Wiedererkrankung oder dauerhafte gesundheitliche Einschränkungen zu riskieren. Dadurch soll der Arbeitsplatz gesichert
werden, und das Know-how des Mitarbeiters soll dem Unternehmen erhalten bleiben.
Der ÖPNV rekrutiert Mitarbeiter
Nahezu jedes öffentliche oder private Verkehrsunternehmen in Deutschland sucht Busfahrer – der allgemeine
Fachkräftemangel hat längst auch die Nahverkehrsbranche erfasst. Neue Mitarbeiter zu rekrutieren: Dies gelingt
ESWE Verkehr sehr einigen Jahren sehr erfolgreich mit der
„Alltagshelden“-Kampagne, die in Anzeigen, auf Plakaten
und anderen Werbeträgern Busfahrer in Superman-artiger
Optik zeigt. Im Bild: Ein „Alltagshelden“-Motiv aus dem
Zum Beginn des Berichtsjahres trat eine Umstrukturierung in
Kraft: Aus dem vormaligen „Fachbereich Fahrdienst“ wurde der
„Geschäftsbereich Fahrbetrieb“. Dieser ist direkt an die Geschäftsführung angebunden, sodass an seiner Spitze kein Geschäftsbereichsleiter, sondern ein Sachgebietsleiter-Duo steht. Darüber
hinaus hat sich der neue Geschäftsbereich Fahrbetrieb vergrößert:
Mit Wirkung vom Jahresanfang 2017 wurde ihm die Gruppe Verkehrssteuerung eingegliedert, die zuvor mit der Verkehrsplanung
zusammengehört hatte. Es war unter anderem dieser Zuwachs,
der dazu geführt hat, dass der Fahrbetrieb nun der mit Abstand
größte Geschäftsbereich der ESWE Verkehrsgesellschaft ist: Mit
seinen insgesamt rund 780 Mitarbeitern umfasst er mittlerweile
etwa drei Viertel aller Beschäftigten des Unternehmens.
Ein weiterer Teil der Umstrukturierungsmaßnahme bestand darin,
unterhalb der Sachgebietsleiterebene eine neue Ebene mit insgesamt fünf Gruppen einzuziehen. Dadurch wurde zum einen ein
verbesserter, weil direkterer Kommunikationsaustausch geschaffen, zum anderen konnte eine optimale Betreuung der Mitarbeiter
erreicht werden, was insbesondere wegen des stetigen Mitarbeiterzuwachses beim Fahrpersonal erforderlich war.
Zum 1. August des Berichtsjahres wurde die Personaldisposition im
Sachgebiet Verkehrssteuerung des Geschäftsbereichs Fahrbetrieb
personell verstärkt. Gleichzeitig konnte die Arbeit der Disposition
auf einen Drei-Schicht-Betrieb ausgeweitet werden, sodass die
„Dispo“ nun montags bis freitags von 6:00 bis 18:00 Uhr sowie
samstags von 7:00 bis 15:00 Uhr durchgehend besetzt ist.
Die Notwendigkeit zur Verstärkung der Disposition war hauptsächlich eine Folge des Personal- und damit Aufgabenzuwachses
im Fahrbetrieb: Im Berichtsjahr nahm die Zahl der Mitarbeiter
allein im Fahrdienst um 109 Beschäftigte zu. Hinzu kommt, dass
mit Unterstützung durch das im Jahr 2015 erstmals testweise eingesetzte Dienstplan-Softwaremodul „FlexPlan“ immer stärker auf
die Wünsche des Fahrpersonals eingegangen werden kann: So lag
für die Busfahrer die Wunscherfüllungsquote in puncto Dienstezuteilung im Jahr 2017 bei 85 Prozent, während der Wunscherfüllungswert bei der Urlaubsplanung sogar rund 90 Prozent betrug.
Das Fahrschulbus-Trio auf einen Blick: Den neu hinzugekommenen Wagen
Nr. 947 rahmen seine beiden älteren „Kollegen“ ein
Im Berichtsjahr wurden, wie im Jahr zuvor beschlossen worden
war, alle zuvor an externe Unternehmen fremdvergebenen
Fahrleistungen schrittweise, am Ende aber vollständig ins eigene
Unternehmen zurückgeführt. Möglich wurde dies durch den oben
erwähnten massiven Personalaufbau, der im Übrigen aus zwei
weiteren Gründen erforderlich geworden war: zum einen wegen
der nun für alle Beschäftigten fest vereinbarten 30 Urlaubstage
pro Jahr, zum anderen wegen des für alle Inhaber eines Busführerscheins nun tarifvertraglich festgeschriebenen Schulungstags
für die Fortbildung gemäß dem BerufskraftfahrerqualifikationsGesetz.
Viele Jahre lang bildeten sie das bewährte Duo der ESWE-Fahrschulbusse: die beiden Wagen mit den Nummern 945 und 946, auf
denen Hunderte von Fahrdienstmitarbeitern ihr busfahrerisches
Handwerk gelernt haben. Im Frühjahr 2017 ist aus dem Duo ein Trio
geworden: Wagen Nummer 947 ist neu hinzugekommen, womit
die Fahrschule von ESWE Verkehr nun zum ersten Mal über drei
Ausbildungsbusse verfügt. Dieser Zuwachs hat einen einfachen
Grund: die wachsende Zahl der Fahrschüler.
Beim neuen Fahrschulbus handelt es sich um einen Solowagen
vom Typ „Citaro C2“ der Marke Mercedes-Benz/EvoBus. Das
Fahrzeug, Baujahr 2016, wurde im März desselben Jahres bei ESWE
Verkehr in Dienst gestellt und bereits Ende des Jahres – nach nur
einem Dreivierteljahr im regulären Linieneinsatz – zum Fahrschulbus umgebaut. Der jüngste der nunmehr drei Fahrschulbusse ist
der erste in LE-Bauweise („Low Entry“), und er ist der erste mit einer
Abgasfiltertechnik gemäß Euro-VI-Norm.
Andere Besonderheiten weisen die beiden älteren Ausbildungsfahrzeuge – ein „Citaro C1“ von 2009 (Wagen 945) sowie ein
Mercedes-Benz O 550 „Integro“ von 2004 (Wagen 946) – auf. Insbesondere der als Reisebus ohne Stehplätze zugelassene „Integro“Bus ist ungewöhnlich, und zwar wegen seines Getriebes: Statt der
heutzutage gängigen Automatik ist er noch mit einer althergebrachten Handschaltung ausgestattet.
FAHREREHRUNG
Im Mai des Berichtsjahres war es wieder einmal so weit: Es galt,
jene ESWE-Fahrer auszuzeichnen, die ihre Busse jahrzehntelang
unfallfrei – das heißt: ohne selbstverschuldet einen Unfall verur­
sacht zu haben – durch den Wiesbadener Straßenverkehr gesteuert
haben. Diese Leistung, die angesichts des ständig zunehmenden
und zudem immer hektischer werdenden Verkehrsgeschehens
besonders beachtenswert ist, wurde im Rahmen einer kleinen
Frühstücks-Feierstunde gewürdigt: Fünf langjährig verdienten
Fahrerkollegen wurden für ihre insgesamt 115 unfallfreien Jahre
repräsentative Urkunden sowie attraktive Präsente überreicht.
Nachdem im Vorjahr die erste Ehrung dieser Art nach vierjähriger
Pause stattgefunden hatte, betraf die Auszeichnung diesmal „nur“
jene Fahrer, die ihr Unfallfrei-Jubiläum im Jahr 2016 (also mit Stand
vom 31. Dezember 2016) begangen hatten. Besonders zu betonen
ist dabei die Leistung eines Kollegen, der zum Stichtag sage und
schreibe seit bereits 35 Jahren unfallfrei unterwegs gewesen war.
Die zum Sachgebiet Fahrdienst im Geschäftsbereich Fahrbetrieb
gehörende Gruppe Zentrale Dienste – sie war im Jahr 2015 aus der
früheren ESWE Verkehr Service GmbH hervorgegangen – bietet insbesondere jenen Mitarbeitern, die aus gesundheitlichen
Gründen die Tätigkeit als Busfahrer nicht mehr ausüben können,
attraktive und vielfältige Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten.
Dies leistet einen nennenswerten Beitrag zu der nicht zuletzt vom
„Tarifvertrag Demografie Nahverkehr“ geforderten verstärkten
Zurverfügungstellung sogenannter Mischarbeitsplätze.
Im Berichtsjahr konnten die Zentralen Dienste bedeutende
Aufgabenzuwächse vermelden: Zum einen haben sie infolge einer
internen Beauftragung am Jahresbeginn 2017 die Funktion der
hausinternen Poststelle – zuständig für die Eingangs- wie auch
die Ausgangspost – übernommen. Zweitens erfüllen Mitarbeiter
der Zentralen Dienste im Zuge einer externen Beauftragung, also
im Rahmen des sogenannten Drittgeschäfts, seit der Mitte des
Berichtsjahres Aufsichtsaufgaben in drei Parkhäusern in der Wiesbadener Innenstadt.
Alle drei Parkhäuser, in denen es für die ESWE-Kollegen neben der
Aufsicht auch um das Entleeren der Kassenautomaten geht, liegen
an der Schwalbacher Straße: Es handelt sich um die Parkhäuser
„City I“ (City-Passage), „City II“ (zwischen Wellritz- und Bleichstraße) und „Mauritiusgalerie“. Für die beiden erstgenannten Häuser
liegt die Zuständigkeit seit dem 1. Juli bei den Zentralen Diensten,
das Haus „Mauritiusgalerie“ kam am 1. August hinzu.
Mit der Aufgabe Parkhausaufsicht sind bei den Zentralen Diensten
zwei zusätzliche Arbeitsplätze für gesundheitlich eingeschränkte
Kollegen entstanden; die Gesamtzahl der Beschäftigten stieg
auf 54 an. Und die Tendenz ist weiter steigend, denn gerade in der
Stadtverwaltung und in den städtischen Unternehmen genießt
ESWE Verkehr als Qualitäts- und Vertrauensmarke große Wertschätzung.
Linienverl
gültig ab de
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TOPTHEMA im Fahrgastmagazin INFOMOBIL, Ausgabe 02/2017:
VISION EMISSIONSFREIHEIT
Mit Wirkung vom 18. Oktober des Berichtsjahres trat eine Umstrukturierung und Neuorganisation des vormaligen Geschäftsbereichs
Verkehrsplanung und Grundsatzplanung in Kraft: Der Geschäftsbereich wurde in zwei Arbeitsgruppen – Verkehrsplanung und
Grundsatzplanung – unterteilt, gleichzeitig entfiel die Position des
Geschäftsbereichsleiters, da der Bereich nun direkt der Geschäftsführung zugeordnet ist.
START DER KAMPAGNE „ESWE VERKEHR – WIR VERBINDEN“
Die RTV-Lin
ie 170 wird
zur ESWEESWE Verke
hr fährt je
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Im Jahr 2022 soll Wiesbaden Deutschlands erste Stadt mit einem
komplett emissionsfreien öffentlichen Nahverkehr sein. Dieses
visionäre Ziel – verknüpft mit der Botschaft, dass sich ESWE
Verkehr schon seit Langem mit großem Engagement für nachhaltige Mobilität einsetzt – stellt den zentralen Inhalt der neuen
Kommunikationskampagne „ESWE Verkehr – wir verbinden“
dar, zu der am 18. Mai der offizielle Startschuss gefallen ist. Mit
locker-hintersinnigen Sprüchen wie „Lieber abgasarm als ozonreich“ und „Öko-Typ sucht umweltbewusste Einsteiger“ machen
Im Berichtsjahr 2017 fand der Fahrplanwechsel am 10. Dezember
statt. Zu den wichtigsten Änderungen, die an diesem Tag in Kraft
traten, zählen die folgend genannten.
LINIE 5: Im Zuge der verstärkten Nahverkehrs-Zusammenarbeit
zwischen der Stadt Wiesbaden und dem Rheingau-Taunus-Kreis
war im Jahr 2015 erstmals ein gemeinsamer lokaler Nahverkehrsplan beschlossen worden. Dessen erstes Ergebnis wurde
mit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 wirksam: Als
neue gemeinsame Busverbindung wurde die ESWE-Linie 5 über
Wiesbaden-Schierstein hinaus verlängert; sie verkehrt seither
über Walluf und Eltville-Martinsthal bis nach Eltville-Rauenthal.
Die Linie 5 ersetzte hierbei die Linie 170 der Rheingau-TaunusVerkehrsgesellschaft (RTV). Der Stundentakt der Fahrten
zwischen Schierstein und Walluf – Martinsthal – Rauenthal
orientierte sich an der bestehenden Nachfrage und wird von
ESWE Verkehr im Auftrag der RTV entsprechend umgesetzt.
LINIE 8: Im Zuge des Fahrplanwechsels vom 10. Januar 2016 war
auf der Linie 8 im Rahmen eines Probebetriebs eine dritte Fahrtwegvariante – ergänzend zu den beiden Fahrtwegen über die
Idsteiner Straße und über die Freseniusstraße – hinzugekommen:
Diese dritte Variante bedient seither das Komponistenviertel und
führt über die Schumann- und die Richard-Wagner-Straße. Der
neue Fahrtweg wurde von der Linie 8 zunächst montags bis freitags zwischen circa 6:30 und circa 18:00 Uhr bedient, und zwar
mit etwa zwei Fahrten je Stunde und Richtung.
Zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 trat eine Maßnahme in Kraft, die die Fahrgastnachfrage weiter steigern soll:
Bei Fortsetzung des Probebetriebs wurde die Anbindung des
Komponistenviertels montags bis freitags auf die Abendstunden ausgedehnt. Seither findet im Abendverkehr je Stunde
und Richtung jeweils eine Fahrt auf den drei oben genannten
Linienästen statt.
LINIE 16: Die Linie 16 wurde zum Fahrplanwechsel verlängert:
Montags bis freitags findet nun zwischen circa 8:00 und circa
18:30 Uhr stündlich eine Fahrt über Wiesbaden-Rambach hinaus nach Wiesbaden-Naurod und zurück statt. Diese Fahrten
werden über die Nauroder Siedlung Erbsenacker geführt.
„ANGEBOT ERZEUGT NACHFRAGE“
In marktwirtschaftlich geprägten Wirtschaftssystemen gilt
das Grundprinzip „Nachfrage erzeugt Angebot“. In bestimmten
Bereichen des öffentlichen Lebens, beispielsweise im öffentlichen
Nahverkehr, funktioniert dieses Prinzip aber auch andersherum:
„Angebot erzeugt Nachfrage“.
In Form einer umfangreichen Dokumentation hat ESWE Verkehr
eine detaillierte Bilanz jener Angebotsverbesserungen vorgelegt,
die das Verkehrsunternehmen in den Jahren 2014 bis 2017 auf
Wiesbadens Straßen gebracht hat. Einer der Kernsätze dieser
Bilanz lautet sinngemäß: „Zusätzliche Angebote, etwa in Gestalt
von Verdichtungen des Fahrtentaktes oder Ausweitungen des
Liniennetzes, ziehen eine Steigerung des Fahrgastzuspruchs nach
sich.“ In konkreten Zahlen stellt sich die Erkenntnis „Angebot erzeugt Nachfrage“ wie folgt dar: Die Zahl der von den ESWE-Bussen
zurückgelegten Nutzwagenkilometer (dies ist die Gesamtzahl der
pro Jahr von der Linienbusflotte im Fahrgastverkehr geleisteten
Kilometer) stieg von 2014 bis 2017 um 5,72 Prozent an (von rund 11,8
Mio. auf fast 12,5 Mio.). Im selben Zeitraum nahm die JahresgesamtFahrgastzahl jedoch um 7,51 Prozent zu: von 51,754 Mio. auf 55,640
Mio. Der Anstieg der Fahrgastzahlen entwickelte sich also nicht,
wie zu erwarten gewesen wäre, genau linear zum Ausmaß der
vorgenommenen Angebotserweiterungen, vielmehr erzeugten
die Angebotserweiterungen eine überproportionale Zunahme der
Fahrgastnachfrage.
Projekt „LSA-Beeinflussung“
Es liegt auf der Hand: Der ÖPNV ist für seine Nutzer vor allem dann
attraktiv, wenn er schnell ist und dem Fahrgast idealerweise einen
Zeitvorteil verschafft. Seit jeher stellt eine für den Linienverkehr
optimale Abstimmung der Ampelschaltungen – also der Rot- und
Grünphasen an den „Lichtsignalanlagen“ (kurz: LSA), wie Ampeln
fachsprachlich genannt werden – einen entscheidenden Faktor
für die Schnelligkeit des Nahverkehrs gerade im Stadtzentrum dar.
Hierzu zählt insbesondere die technische Möglichkeit, dass die
Busse per Funkkontakt zu den LSAs die Ampelschaltung beeinflussen können: dass sie sich also durch das Versenden eines sogenannten Funktelegramms ihr grünes Ampellicht selbst „holen“ oder die
Grünphase verlängern können.
Mit einer grundlegenden Bestandsaufnahme der LSA-Beeinflussung in Wiesbaden befassen sich seit April 2017 die Verkehrsplaner
von ESWE Verkehr. In enger Abstimmung mit dem städtischen
Tiefbauamt wird geprüft, an welchen der mehr als 300 hiesigen
Plakate, Faltblätter und Busgestaltungen auf die Umweltvorteile
einer Mobilität ohne Auto aufmerksam.
Parallel zum Start der Kampagne ruft ESWE Verkehr alle Interessierten auf: „Verbinden Sie sich mit uns und helfen Sie uns, die
Zukunft Wiesbadens aktiv zu gestalten!“ Alles Weitere ist auf
www.eswe-verkehr-verbindet.de zu finden.
Geschäftsbericht auf der Seite 29 bereit.
LSAs, die über die technische Voraussetzung zur Beeinflussung
verfügen, Optimierungsbedarf besteht. So könnte beispielsweise
an manchen Standorten der Meldepunkt, über den der Bus die LSA
„kontaktiert“, so versetzt werden, dass die Grünphase früher angefordert wird – mit dem Ergebnis, dass der vor der Ampel angestaute
Individualverkehr schneller abgeleitet werden kann.
„Oldiebus-Weinfestlinie“
Als besondere Attraktion aus Anlass der Rheingauer Weinwoche
2017 war an den beiden Samstagen des Weinfests, also am 12. und
am 19. August, der 56 Jahre alte Oldtimer-Bus von ESWE Verkehr
erstmals auf historischer Route im Linieneinsatz unterwegs. Der
Bus-Oldie, ein Daimler-Benz O 317 (Baujahr 1961), verkehrte als „Oldie­
bus-Weinfestlinie“ auf der Fahrtstrecke der legendären Linie 7: von
Bierstadt nach Dotzheim und retour – in beiden Richtungen je ein
Mal quer durchs Wiesbadener Stadtzentrum. Die Fahrten waren
beim zuständigen Regierungspräsidium Darmstadt offiziell als
Verstärkungsfahrten angemeldet worden.
Unter dem Motto „Historischer Bus auf historischer Strecke“ war
bewusst die alte Linie 7 als Fahrtroute der „Oldiebus-Weinfestlinie“
ausgewählt worden, denn der 7er-Linienweg ist eine der ältesten
Nahverkehrsachsen Wiesbadens: Die ursprüngliche Straßenbahnverbindung zwischen Dotzheim und Bierstadt existierte
bereits seit dem Jahr 1910 (beide Orte gehörten damals noch nicht
zu Wiesbaden, erst anno 1928 wurden sie ins Stadtgebiet eingemeindet). Zwischenzeitlich mit Oberleitungsbussen betrieben,
wurde der Verkehr auf der Linie 7 im November 1961 vollständig auf
Normalbusbetrieb umgestellt. Nach diversen Erweiterungen des
Linienverlaufs wurde die Linie 7 schließlich Ende 2004 eingestellt,
ihre Streckenabschnitte wurden auf andere Linien aufgeteilt.
im Geschäftsbereich Technischer Betrieb die dreiköpfige „Projektgruppe Batteriebusse“ konstituiert.
Einen Gesamtbestand von 254 Bussen, bestehend aus 138 Solowagen und 115 Gelenkzügen sowie einem bedarfsweise für den Linienverkehr eingesetzten Kleinbus, wies der Busfuhrpark von ESWE
Verkehr am Ende des Berichtsjahres auf – dies sind unterm Strich
elf Linienfahrzeuge mehr als am Jahresende 2016. In der Zahl 254
nicht enthalten sind die drei Fahrschulbusse des Unternehmens
sowie der Reisebus und die beiden Oldtimer-Busse.
2017 ihren Busfuhrpark verjüngt: Insgesamt 24 neue Linienfahrzeuge kamen in den Monaten März bis Mai neu auf die Straßen
Wiesbadens. Den Anfang machen im März 14 Solowagen der
Marke Mercedes/EvoBus, von denen vier in „Low Entry“-Bauweise
geliefert wurden. Im weiteren Verlauf des Frühjahrs folgten dann
zehn Gelenkzüge vom Typ MAN A23 „Lion’s City“. Im Gegenzug zur
Indienststellung der 24 Neufahrzeuge wurden 14 alte Busse ausgemustert, sodass im Jahresverlauf per Saldo eine Vergrößerung
des Fuhrparks zu verzeichnen war. Dieses Plus war hauptsächlich
wegen der stetig steigenden Fahrgastzahlen erforderlich.
Zwei der zehn neuen MAN-A23-Gelenkbusse fallen aus dem
Rahmen: Mit einer Länge von 18,75 Metern sind sie 75 Zentimeter
länger als alle anderen ESWE-Gelenkzüge. Der Längenzuwachs
macht sich in Form einer zusätzlichen Sitzreihe (mit insgesamt vier
Plätzen) im vorderen Wagenteil bemerkbar. Darüber hinaus verfügt einer der beiden Überlänge-Busse über eine zusätzliche, also
eine vierte Tür – ein echtes Novum im ESWE-Busfuhrpark. Für diese
vierte Tür gilt das Gleiche wie für die dritte: Da sie vom Busfahrer
nicht eingesehen werden kann, schließt sie automatisch, sofern
sich kein Passagier in ihrem Bereich aufhält; und sie springt dank
Sensoren und einer „Reversiervorrichtung“ sofort wieder auf, falls
sie beim Schließen auf einen Widerstand trifft.
Jedes der 24 neuen Linienfahrzeuge erfüllt die strengste Abgasnorm Euro VI. Damit umfasste der Busbestand der ESWE Verkehrsgesellschaft am Ende des Berichtsjahres 92 Busse mit der Abgasnorm Euro VI, 107 Busse mit dem Abgasstandard EEV („Enhanced
Environmentally Friendly Vehicle”, dieser Standard liegt zwischen
Euro VI und Euro V) sowie elf Busse mit der Abgasnorm Euro V;
der kleine Rest lag unterhalb der Euro-V-Norm. Da jeder Standard
ab Euro V aufwärts als umweltschonend gilt, kann somit gesagt
werden, dass zum Jahresende 2017 mehr als 80 Prozent der ESWEBusflotte mit umweltfreundlicher Abgasfiltertechnik ausgestattet waren – ein Prozentanteil, den in dieser Höhe kaum ein anderes
Verkehrsunternehmen in Deutschland vorweisen kann.
Im Zusammenhang mit den „umfassenden Mobilitätsdienstleis­
tungen“, die ESWE Verkehr künftig erbringen wird, wird stets das
Vier-Säulen-Modell herangezogen (siehe hierzu die Seite 16 in
diesem Geschäftsbericht). Um speziell die Säule Nr. 2, bei der es
um die Elektrobusse mit „herkömmlichem“ Batterieantrieb geht,
Realität werden zu lassen, hat sich im Herbst des Berichtsjahres
Das Aufgabenspektrum der Projektgruppe lässt sich mit den
Stichworten Ausschreibung, Vergabe, Fördermittelbeantragung,
Fahrzeugbestellung und Umsetzung zusammenfassen. Im Detail
befasst sich das Expertentrio etwa mit der Frage, wie viel Platz
für die Ladeinfrastruktur der E-Busse benötigt werden wird und
wo dieser Platz geschaffen werden kann, wobei für das von der
Stadtwerke Wiesbaden Netz GmbH („sw netz“) zu errichtende
16-Megawatt-Umspannwerk (Grundfläche: circa 30 mal 60 Meter)
bereits ein Standort auf dem Betriebsgelände festgelegt werden
konnte. Auch die erforderlichen Umbaumaßnahmen in den Werkstatthallen sowie das Thema „Schulungen für Fahr- und Werkstattpersonal“ stehen auf der Agenda der Projektgruppe, genauso wie
die Notwendigkeit eines modernen Betriebshofmanagements.
Dieses ist unerlässlich, denn bei E-Bussen ist beispielsweise die
Fahrzeugdisposition sehr viel aufwändiger, weil stets der aktuelle
Ladezustand der Antriebsbatterien berücksichtigt werden muss.
der 57 Wartehäuschen ist seit dem Jahr 2016 das in Wiesbaden-Erbenheim ansässige Sozialunternehmen iba (individuelles betriebliches arbeiten e. V.) zuständig; 2017 wurde die Zusammenarbeit
Durch die Kooperation mit iba unterstützt ESWE Verkehr einen
Dienstleister, der gemäß Selbstbeschreibung ein Non-Profit-Unternehmen ist, das einen einzigen Zweck verfolgt – nämlich: „nachhaltig sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für Menschen zu
schaffen, die aufgrund ihrer besonderen Lebenssituation und/oder
der aktuellen gesellschaftlichen Voraussetzungen Schwierigkeiten
haben, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen“. Das im
Jahr 2014 mit dem Hessischen Landespreis für die beispielhafte
ausgezeichnete Unternehmen bietet Dienstleistungen in den Bereichen Innen- und Außenreinigung, Instandhaltung, Haustechnik,
Garten- und Landschaftspflege sowie Essenszubereitung an.
Während in der zweiten Hälfte des Jahres 2016 an 30 Haltestellen
des ESWE-Liniennetzes insgesamt 36 „Dynamische Fahrgastinformationsanlagen“ (kurz: DFI) im Rahmen von Erst-Installationen
neu montiert worden waren, wurde zu Beginn des Berichtsjahres
auch mit der Erneuerung bereits bestehender DFI-Anzeiger begonnen. Hierbei im Fokus standen jene „Alt-Displays“ an fünf Großhaltestellen, die bereits in den 1990er-Jahren installiert worden waren
und damals Wiesbadens erste DFI-Anlagen darstellten.
Insgesamt umfasste die Arbeitsplanung den Alt-gegen-neu-Austausch von 15 Fahrtzeiten-Displays. Den Anfang machte die Haltestelle „Hauptbahnhof“: Am dortigen Bussteig B wurde ein neues
doppelseitiges Display montiert, die Bussteige C und D wurden
mit jeweils einem neuen einseitigen Display ausgerüstet. Anders
als die alten Anzeiger verfügen die neuen Anlagen über Taster und
Lautsprecher für die sogenannte „Bedarfsansage“, also über die
individuell zu bedienende akustische Ansagefunktion, die gerade
für sehbehinderte Fahrgäste besonders wichtig ist.
Wartehallenreinigung
Im Haltestellennetz von ESWE Verkehr gab es im Berichtsjahr 57
unternehmenseigene Wartehallen, die von der zum Geschäftsbereich Technischer Betrieb gehörenden Arbeitsgruppe Streckeninfrastruktur betreut wurden. Für die regelmäßige Reinigung von 33
Zu den iba-Auftraggebern zählen neben ESWE Verkehr unter
anderem die Landeshauptstadt Wiesbaden und deren Entsorgungsbetriebe ELW sowie die EVIM-Behindertenhilfe und die Wall
AG. Das Stadtwerbungsunternehmen Wall, dem gemäß Vertrag
mit der Stadt Wiesbaden die meisten der hiesigen BushaltestellenWartehallen gehören, war es denn auch, das 2016 den Erstkontakt
zwischen ESWE Verkehr und iba hergestellt hatte. Als Ergebnis dieses Kontakts war auch im Jahr 2017 alle zwei Monate ein dreiköpfiges iba-Mitarbeiterteam ungefähr eine Woche lang unterwegs,
um die erwähnten 33 ESWE-eigenen Wartehallen zu säubern. Zu
betonen ist in diesem Zusammenhang, dass ESWE Verkehr trotz
des sozialen Hintergrunds der Kooperation mit iba selbstverständlich einen marktüblichen Preis entrichtet.
In der Verkehrsmittelwerbung, also in der Werbung auf und in den
ESWE-Bussen, spiegelten sich im Berichtsjahr unter anderem die
vielfältigen Kooperationen des Verkehrsunternehmens wider. Hier
Trotz des eher durchwachsenen Wetters war die Rheingauer Weinwoche – für viele Einheimische wie auch für zahlreiche WiesbadenBesucher ist sie das Lieblingsfest im Jahresverlauf – im Jahr 2017
abermals ein großer Erfolg. Dies gilt auch für ESWE Verkehr: Das
Engagement der Verkehrsbetriebe, die 2017 bereits im elften Jahr in
Folge auf dem Weinfest Präsenz zeigten, bestand einmal mehr aus
dem großen Info- und Beratungsstand an der Rathaus-Ostseite
sowie aus der mit abwechslungsreichem Programm bespielten
Musik- und Talk-Bühne am Dern’schen Gelände. Präsent war ESWE
Verkehr auch an mehr als jedem fünften der insgesamt 96 Weinstände – denn bei den 20 Partner-Weingütern von ESWE Verkehr
konnten sich alle Käufer des „WeinfestTickets“ ein Gratis-Gläschen
schmecken lassen. Im Berichtsjahr lag die Gesamtzahl der verkauften „WeinfestTickets“ etwas niedriger als in den beiden Vorjahren;
diese Entwicklung korrespondierte mit der wetterbedingt ebenfalls leicht gesunkenen Gesamtbesucherzahl der Weinwoche.
Positiv fiel die Resonanz der Kunden auf das veränderte Verfahren
aus, mit dem 2017 alle Inhaber eines Jahreskarten-Abonnements
in den Besitz ihrer beiden Gutscheine für Gratis-Wein oder -Sekt
gelangten: Das am Jahresbeginn an alle Abo-Kunden versandte
Treuebonus-Couponheft enthielt einen entsprechenden Abholcoupon. Diese Verfahrensänderung war im Vorfeld breit kommuniziert worden.
„VORORT AUF TOUR“
Ihren zehnten Geburtstag konnte 2017 die Veranstaltungsreihe
„VorOrt auf Tour“ feiern. Die mobile „Open-Air-Fahrgastsprechstunde“, die seit Anbeginn gemeinsam mit den beiden Wiesbade-
ner Tageszeitungen durchgeführt wird, machte auch im Berichtsjahr wieder in sechs Vororten der Landeshauptstadt Station:
Zwischen Mitte April und Mitte Oktober standen Termine in Erbenheim, Frauenstein, Naurod, Dotzheim, Bierstadt und Klarenthal auf
Da sich „VorOrt auf Tour“ auch als Bürgersprechstunde versteht,
ist stets – so auch im Jahr 2017 – außer der Geschäftsführung von
ESWE Verkehr auch der Wiesbadener Oberbürgermeister bei den
Terminen vor Ort zugegen, um zu den Fragen der Stadtteilbewohner Stellung zu nehmen.
„BUSVERKEHRSSCHULE“
Sicheres Abstandhalten am Bordstein, richtiges Verhalten im Fall
einer Gefahrenbremsung, korrekte Handhabung von Nothahn
und Nothammer, aber auch das Sitzplatz-Freimachen für ältere
oder gehbehinderte Fahrgäste – dies und noch vieles mehr sind
die pädagogischen Elemente der „Busverkehrsschule“, die ESWE
Verkehr auch im Schuljahr 2017/18 durchführte. Von Ende August
bis Ende November des Berichtsjahres erhielten rund 2.300 Schüler
– Fünftklässler von 22 weiterführenden Schulen sowie Schülerinnen und Schüler von drei Grund- und sechs Förderschulen – die
Möglichkeit, von pädagogisch versierten ESWE-Mitarbeitern auf
ebenso kindgerechte wie praxisnahe Weise die wichtigsten Regeln
fürs gefahrlose Busfahren vermittelt zu bekommen. Das Schuljahr
2017/18 war bereits das neunte in Folge, in dem die „Busverkehrsschule“ als Gemeinschaftsprojekt von ESWE Verkehr und städtischem Schulamt angeboten wurde.
Im Juni 2015 hatte auf dem Betriebsgelände von ESWE Verkehr erstmals ein großes Open-Air-Sommerfest für alle Mitarbeiter und deren Familienangehörige stattgefunden; damaliger Anlass war die
erfolgreiche Verschmelzung der drei ESWE-Verkehr-Unternehmen
gewesen. Einen derart historischen Feiergrund bot das Berichtsjahr
zwar nicht, dennoch lud das Unternehmen seine Beschäftigten
auch 2017 zum großen Mitarbeiter-Sommerfest ein. Und so trafen
sich am 21. Mai Hunderte von Kolleginnen und Kollegen mitsamt
Partnerinnen und Partnern, um bei bestem Wetter und ebenfalls
bester Laune gemeinsam zu feiern. Auf der Aktionsfläche hinter
dem Gebäude 4 wurde nicht nur für das leibliche Wohl gesorgt,
auch das abwechslungseiche Bühnenprogramm sorgte für kurzweilige Stimmung.
Im Berichtsjahr begannen die Planungen für den im Folgejahr
stattfindenden Umzug der Mobilitätszentrale; zum neuen Domizil
wurde das im Herzen der Wiesbadener City gelegene Haus Marktstraße 10 bestimmt. Dieses Gebäude, am Schnittpunkt zwischen
Schlossplatz und Dern’schem Gelände, erfüllt in idealer Weise eine
der zentralen Anforderungen, die die Standortsuche bestimmten:
nämlich die unmittelbare, daher kundenfreundliche Nähe zu einer
der Großhaltestellen des Wiesbadener ÖPNV – an der Haltestelle
„Dernsches Gelände/Rathaus/Schloßplatz“ verkehren immerhin
25 ESWE-Linien.
Nach dem Umzug werden die Raumnöte der Mobilitätszentrale, die 2008 im Westteil des Einkaufszentrums „LuisenForum“
eröffnet worden war, der Vergangenheit angehören. Der kontinuierliche, seit Jahren festzustellende Anstieg der Nachfrage nach
Mobilitätsberatungs-Services – eine Folge der stetigen Zunahme
des Fahrgastaufkommens – ist mit nur drei Kundenschaltern am
Standort „LuisenForum“ nicht mehr zu bewältigen. Zudem sind
es auch die neuen Aufgaben, die im Zusammenhang mit den
„umfassenden Mobilitätsdienstleistungen“ auf ESWE Verkehr und
damit auf die Mobilitätsberatung zukommen, die ein Mehr an Platz
Was drei Jahre zuvor, zum Start der Saison 2014/15 der Frauenvolleyball-Bundesliga, unter dem Motto „Das wird ein Heimspiel!“
begonnen hatte, ging im Herbst des Berichtsjahres sozusagen
in die dritte Verlängerung: Auch in der Saison 2017/18 wurde die
Partnerschaft zwischen ESWE Verkehr und den Bundesligistinnen
des VC Wiesbaden (VCW) fortgesetzt. Eines der sichtbarsten Zeichen dieser Kooperations-Kontinuität war abermals das offizielle
Kampagnenfoto für die neue Saison, das die Spielerinnen mitsamt
„ihrem“ neu gestalteten ESWE-Bus vor der Sporthalle am Platz der
Deutschen Einheit zeigt.
Weitere Elemente der Partnerschaft zwischen den Verkehrsbetrieben und dem Bundesligaclub sind das in alle Heimspiel-Eintrittskarten integrierte „KombiTicket“ sowie die Tatsache, dass die
Mannschaft stets mit dem ESWE-Reisebus zu ihren Auswärtsspielen chauffiert wird.
„RHINE RIVER RHINOS“
Mit starken und dynamischen, somit besonders einprägsamen
Bildern ist die Partnerschaft zwischen ESWE Verkehr und den
Rollstuhlbasketballern der „Rhine River Rhinos“ seit dem Spätherbst des Berichtsjahres im Wiesbadener Straßenbild präsent.
Großflächig mit Folien beklebt, die sowohl die Rollstuhlathleten in
Aktion als auch packende Spielszenen zeigen, will der „Rhinos“-Bus
nicht nur für den Rollstuhlbasketballsport an sich und für dessen
Wiesbadener Protagonisten werben, sondern auch die öffentliche
Aufmerksamkeit auf die inklusive Sport- und Vereinsarbeit insgesamt lenken.
Die „Rhine River Rhinos“ sind die Rollstuhlbasketball-Mannschaft
des SV Rhinos Wiesbaden e. V., eines 2013 gegründeten Sportvereins, der ein inklusives, also an behinderte wie nichtbehinderte
Menschen gerichtetes Leistungssportangebot unterhält. Seit
der Spielzeit 2016/17 sind die „Rhine River Rhinos“ – übersetzt: die
„Rhinozerosse vom Rhein“ – in der 1. Rollstuhlbasketball-Bundeliga
(RBBL) vertreten.
Kampagne „ESWE Verkehr – wir verbinden“
Schon in wenigen Jahren soll Wiesbaden Deutschlands erste Stadt
mit einem komplett emissionsfreien öffentlichen Nahverkehr
sein. Dieses visionäre Ziel – verknüpft mit der Botschaft, dass sich
ESWE Verkehr schon seit Langem mit großem Engagement für
55 externen Vorverkaufsstellen Schritt für Schritt mit den notwendigen Kassengeräten ausgerüstet. Bereits zuvor, nämlich im
Januar, waren die drei ESWE-Verkehr-eigenen Verkaufsstellen – die
Mobilitätszentrale im „LuisenForum“ sowie die beiden Mobilitätsinfos am Luisenplatz und am Hauptbahnhof – entsprechend
nachhaltige Mobilität einsetzt – stellt den zentralen Inhalt der
Kommunikationskampagne „ESWE Verkehr – wir verbinden“ dar,
zu der am 18. Mai des Berichtsjahres der offizielle Startschuss fiel.
Mit locker-hintersinnigen Sprüchen wie „Lieber abgasarm als ozonreich“ und „Öko-Typ sucht umweltbewusste Einsteiger“ machen
Ticketprodukte
Zu einem großen Erfolg hat sich das Schülerticket Hessen entwickelt, das zum 1. August des Berichtsjahres eingeführt wurde und
Schüler sowie Auszubildende berechtigt, ein ganzes Jahr lang so
oft sie wollen im Nahverkehr mit Bus und Bahn zu fahren – und das
hessenweit. In Zahlen drückt sich dieser Erfolg, der sich im Vertrieb
bei ESWE Verkehr in Gestalt einer starken Nachfrage bemerkbar
machte, wie folgt aus: Ende Dezember 2017 waren bei ESWE
Verkehr rund 18.100 Schülertickets registriert, im Vergleich dazu
war das Vorgängerprodukt „CleverCard“ von rund 12.300 ESWEKunden genutzt worden.
Der Erfolg des neuen Schülertickets ist hauptsächlich dem güns­
tigen Preis geschuldet: Bei Einmalzahlung am Beginn der zwölf­
monatigen Laufzeit kostet das Schülerticket Hessen nur 365 Euro,
also 1 Euro pro Tag. Ein weiterer Vorteil gegenüber der früheren
„CleverCard“ ist die Möglichkeit, das Schülerticket bequem und
komfortabel im Abonnement zu beziehen – praktisch ist dies vor
allem für Eltern, deren Kind am Beginn seiner schulischen Laufbahn steht und somit das Ticket noch viele Jahre nutzen wird.
„E-TICKET RHEINMAIN“
Der bei ESWE Verkehr vor einigen Jahren eingeleitete Prozess der
Umstellung zahlreicher Fahrscheine auf elektronische Tickets, also
auf das scheckkartengroße „eTicket RheinMain“, schritt auch im
Berichtsjahr weiter voran: Im Frühjahr 2017 wurde die Umstellung
der Produktgruppe der Zeittickets – also der Wochenkarte, der
Monatskarte (einschließlich 9-Uhr- und 65-plus-Monatskarte)
sowie der Jahreskarte (einschließlich 9-Uhr-Jahreskarte) – auf die
eTicket-Chipkarte vollzogen. Im Zuge dessen wurden innerhalb
einer etwa sechswöchigen Umstellungsphase ab Mitte Februar die
JAHRESKARTEN-ABONNEMENT
Das zum Jahresbeginn 2017 eingeführte Treuebonus-Angebot
von ESWE Verkehr, das sich gezielt an die Premiumkunden – also
an alle Inhaber eines Jahreskarten-Abonnements – richtet, ist im
Berichtsjahr auf eine durchweg positive Kundenresonanz gestoßen. Die Treuebonus-Idee als solche, genauso aber die Inhalte und
die Aufmachung des Couponhefts wurden zustimmend kommentiert, sodass bereits zur Mitte des Berichtsjahres feststand, dass es
2018 eine Fortsetzung geben wird.
Bei einigen der zwölf Einzelangebote fiel der Zuspruch im Jahr 2017
stärker aus als erwartet: etwa beim „2 für 1“-Ticketangebot des
VCW sowie bei den Gratis-Kaffeebechern mit Busmotiven. Auch
die „Kunden werben Kunden“-Option wurde intensiv genutzt.
Online- und Social-Media-Aktivitäten
Mehr als tausend Menschen arbeiten bei ESWE Verkehr. Jeder dieser Menschen ist ein Individuum aus Fleisch und Blut, eine Persönlichkeit mit Herz und Leidenschaft … und zum Menschsein gehört
es, Gefühle zu haben und manchmal auch einen Fehler zu machen
– was allemal besser ist als roboterhafte Emotionslosigkeit. Dies ist
die Botschaft des Videos „Technik? Steckt nur in unseren Bussen!“,
das ESWE Verkehr im März 2017 veröffentlicht hat.
Der knapp zweiminütige Clip (er kann auf www.youtube.com/
esweverkehr angeklickt werden) erzielte sehr viel positive Resonanz.
Außerdem belegte er beim „Deutschen Preis für Online-Kommunikation 2018“ in der Wettbewerbskategorie „Imagefilm“ einen Platz
auf der sogenannten Shortlist, was konkret bedeutet, dass es das
Video unter die fünf bestbewerteten Einreichungen geschafft hat.
Im Berichtsjahr begannen die konzeptionellen Vorarbeiten für die
für 2018 geplante Neuauflage der „Meine ESWE“-App. Drei für die
Neuauflage vorgesehene Verbesserungen seien hier beispielhaft
genannt: eine Fahrplanauskunft im „Look and Feel“ von ESWE
Verkehr, ein „Fahrtbegleiter“, der dem App-Nutzer während der
Fahrt hilfreiche Zusatzinformationen zur Verfügung stellt (etwa
über Umsteigemöglichkeiten an den Haltestellen, die unterwegs
angefahren werden, sowie über Wissens- und Sehenswertes im
Umfeld der Haltestellen), sowie eine Ticketing-Funktion, die den
Fahrscheinkauf per App ermöglichen wird – und zwar zunächst für
die Tickets zum sofortigen Fahrtantritt, also etwa für den Einzelfahrschein und das Kurzstreckenticket.
TOPTHEMA im Fahrgastmagazin INFOMOBIL,
WETTER: NA JA. STIMMUNG: OHA!
ESWE VERKEHR ZUM 11. MAL AUF WIESBADENS WEINFEST PRÄSENT
Im zwölften Jahr seiner Existenz erreichte das INFOMOBIL, das im
Quartalsturnus erscheinende kombinierte Fahrgast- und Mitarbeitermagazin von ESWE Verkehr, zwei Mal einen Rekordumfang: Die
Ausgaben 03/2017 und 04/2017 waren jeweils 44 Seiten dick, wobei
in beiden Fällen der Kundenteil 20 Seiten und der Mitarbeiterteil
24 Seiten umfasste. Zurückzuführen sind die Seitenzahlrekorde
hauptsächlich auf den umfassenden Kommunikationsbedarf, der
sich aus den zusätzlichen Funktionen ergibt, die ESWE Verkehr in
der neuen Rolle als „umfassender Mobilitätsdienstleister“ erfüllt.
Trotz des etwas wechselhaften Wetters war die diesjährige
Rheingauer Weinwoche – für viele Einheimische wie auch
für zahlreiche Wiesbaden-Besucher ist sie das Lieblingsfest
im Jahresverlauf – abermals ein großer Erfolg. Dies gilt auch
für ESWE Verkehr: Das Engagement der Verkehrsbetriebe,
die 2017 bereits im elften Jahr in Folge auf dem Weinfest
Präsenz zeigten, bestand einmal mehr aus dem großen Infound Beratungsstand an der Rathaus-Ostseite sowie aus der
Musik- und Talk-Bühne auf dem Dern’schen Gelände.
Als besondere Attraktion war an den beiden Samstagen des
diesjährigen Weinfests der 56 Jahre alte Oldtimer-Bus von
ESWE Verkehr erstmals auf historischer Route im Linieneinsatz unterwegs. Der Bus-Oldie, ein Daimler-Benz O 317
(Baujahr 1961), verkehrte als „Oldiebus-Weinfestlinie“ auf
der historischen Fahrtstrecke der legendären Linie 7.
Im Dezember 2017 war es genau ein Jahr her, dass mit dem
Mitarbeiter-TV ein völlig neuer Kanal der internen Kommunikation bei ESWE Verkehr an den Start gegangen war. Die Bilanz zum
ersten Geburtstag des neuen Mediums fiel durchweg positiv aus;
im Verlauf des Berichtsjahres entstand eine Art Automatismus, der
sich wie folgt beschreiben lässt: „Wer unternehmensintern etwas
zu kommunizieren hat, hat mittlerweile in der Regel auch das
Mitarbeiter-TV – im wahrsten Wortsinn – auf dem Schirm.“
Die innerhalb des Geschäftsbereichs Vertrieb als Stabsstelle
organisierte Pressestelle von ESWE Verkehr wurde im Berichtsjahr
umorganisiert. Mit den vielfältigen neuen Aufgaben, die unter
dem Stichwort „umfassende Mobilitätsdienstleistungen“ künftig
auf ESWE Verkehr zukommen werden – zusätzlich zum normalen
Tagesgeschäft – entstehen neue Anforderungen an die mediale
Kommunikation des Unternehmens. Dies machte es erforderlich,
die Pressearbeit in die Hände einer Mitarbeiterin zu legen, die sich
voll und ganz auf diesen zunehmend wichtigen Bereich konzentrieren kann.
Geschäftsbericht auf den Seiten 25 und 28 bereit.
Der Arbeitsbereich Verbesserungsmanagement verzeichnete im
Berichtsjahr einen zahlenmäßigen Anstieg der von Fahrgästen eingereichten Wünsche und Anregungen. ESWE Verkehr setzt sich mit
den eingegangenen Kundenrückmeldungen intensiv auseinander
und nimmt sie gegebenenfalls zum Anlass, Serviceoptimierungen
zu erarbeiten. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass die
Servicegarantien von ESWE Verkehr in der zweiten Jahreshälfte
mit der vom Rhein-Main-Verkehrsverbund zum 1. Juni 2017 eingeführten „10-Minuten-Garantie“ harmonisiert wurden.
14 Mitarbeiter konnten im Berichtsjahr ihr 25-jähriges Dienstjubiläum feiern, zehn Beschäftigte blickten auf 40 Jahre Betriebszugehörigkeit zurück. All ihnen wie auch den Mitgliedern des Betriebsrates
sowie der gesamten Belegschaft gilt der Dank des Unternehmens
für ihre Leistungen und ihr Engagement.
Die neuen, zusätzlichen Aufgaben, die auf die ESWE Verkehrsgesellschaft in ihrer künftigen Rolle als „umfassender Mobilitätsdienstleister“ zukommen, stellen große Herausforderungen
dar – dies spiegelt sich in allen Betriebsbereichen wider, so auch
im Geschäftsbereich Personal. Beispielsweise sind neue Formen
der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit innerhalb des
Unternehmens erforderlich, um den neuen Herausforderungen in
professioneller Weise gerecht werden zu können. Damit das „neue
Miteinander“ Realität werden kann, wurden im Berichtsjahr Konzepte erarbeitet und erste konkrete Schritte eingeleitet.
(Stand: 31.12.2017, sofern nicht anders angegeben)
Belegschaftsstärke: 1.041 Mitarbeiter
Belegschaftsstärke im Jahresmittel: 1.022 Mitarbeiter
Vollzeitarbeitsverhältnisse: 952
Teilzeitarbeitsverhältnisse: 59
Aushilfskräfte: 30
Neu hinzugekommene Mitarbeiter: 153
Ausländische Mitarbeiter: 212 (20,4 Prozent)
Schwerbehinderte Mitarbeiter: 92 (8,8 Prozent)
Durchschnittsalter der Beschäftigten: 45 Jahre
Neu eingestellte Auszubildende: 6
Nach Ausbildung übernommene Auszubildende: 5
Krankheitsbedingte Fehlzeiten im Fahrdienst
(Jahresdurchschnitt): 14,1 Prozent
• Krankheitsbedingte Fehlzeiten in der Verwaltung ­
(Jahresdurchschnitt): 10,0 Prozent
• Geleistete Überstunden: 38.778
2017 verließen insgesamt 80 Beschäftigte das Unternehmen: 22
gingen in Rente, 58 schieden infolge von arbeitnehmer- oder arbeitgeberseitiger Beendigungen aus.
Im Berichtsjahr musste ESWE Verkehr den Tod von zwei aktiven Mitarbeitern sowie von zehn Pensionären betrauern. Das Unternehmen
wird den Verstorbenen ein ehrendes Gedenken bewahren.
(Informationen zum Personalaufwand: siehe Seite 49)
PERSONALBESCHAFFUNG UND -QUALIFIZIERUNG
In puncto Personalbeschaffung bedeutet der Wandel von ESWE
Verkehr zum „umfassenden Mobilitätsdienstleister“ unter anderem, dass Berufsbilder, die es bei den Verkehrsbetrieben bislang
nicht gegeben hat, erstmals definiert werden müssen. Damit geht
einher, dass für manche der neuen Berufe die Art der Bewerberansprache modifiziert werden muss, etwa in Gestalt einer veränderten Medienauswahl beim Schalten von Stellenanzeigen.
Fahrbetrieb*
Vertrieb und Marketing*
Neben regelmäßigen Klausurtreffen der Führungskräfte des
Unternehmens fanden im November des Berichtsjahres unter dem
Titel „Führungsleitlinien im Dialog“ erstmals Infotage zum Thema
Führung statt, zu denen alle Mitarbeiter eingeladen worden
waren. In lockerer Atmosphäre traten die Teilnehmer an den drei
Tagen in einen offenen Dialog ein. Diese Form des Meinungs- und
Gedankenaustauschs sollte auch die Gesprächskultur bei ESWE
Verkehr stärken – schließlich ist auch sie ein wichtiges Element der
Drei ausgewählte Leistungswerte zeigen exemplarisch den Anstieg der Fallzahlen im Bereich Personalbetreuung:
Summe: 1.041 Mitarbeiter
* inkl. Aushilfskräfte; ** inkl. 13 Auszubildende (Kfz-Mechatroniker); *** inkl. 5 Auszubildende (kaufmännische Berufe)
Um künftig – vor dem Hintergrund der stetig steigenden Zahl der
Beschäftigten – die erforderlichen Qualifizierungsbedarfe strategisch ermitteln und passgenaue Qualifizierungsmaßnahmen
noch zielgerichteter anbieten zu können, wurde im Berichtsjahr
entschieden, mit Wirkung zum Jahresbeginn 2018 im Geschäftsbereich Personal eine eigene Arbeitsgruppe Personalentwicklung neu
Mehr als ein Dutzend Ausbildungsbeauftragte in den unterschiedlichen Unternehmensbereichen bei ESWE Verkehr sind mit dafür
zuständig, dass den „Azubis“ die Inhalte ihrer Ausbildung kompetent vermittelt werden. Zudem sind die Ausbildungsbeauftragten,
neben den eigentlichen Ausbildern, wichtige Ansprechpartner
für die Auszubildenden. Das Know-how, das ein Ausbildungsbeauftragter benötigt, um diese Funktion erfüllen zu können, muss
erlernt werden – und so fand von Mai bis August des Berichtsjahres
erstmals eine Workshop-Reihe statt, in der die „ABBAs“ (Abkürzung
für „Ausbildungsbeauftragte“) für ihre Tätigkeit geschult wurden.
Zwei externe Trainer gingen in den drei Workshop-Modulen unter
anderem auf die Rollendefinition eines Ausbildungsbeauftragten,
auf Techniken der Wissensvermittlung sowie auf lernpsychologische Inhalte ein. Dabei immer im Blick: die Auszubildenden
selbst, denn die heutigen „Azubis“, so eine zentrale Erkenntnis,
gehören der sogenannten „Generation Z“ an, die andere Werte
und ein anderes Arbeitsverständnis mitbringt – aus diesem Grund
muss der Umgang heutzutage ein anderer sein als bei früheren
Auszubildenden-Generationen.
Ziel einer von Empathie geprägten Betreuung der Auszubildenden
ist es nicht zuletzt, die Verbundenheit der „Azubis“ mit dem Unternehmen zu stärken. Denn mit Blick auf den demografischen Wandel gilt es, kompetente Nachwuchsfachkräfte für ESWE Verkehr
zu gewinnen, indem den Auszubildenden nach Beendigung ihrer
Ausbildungszeit eine Anschlussbeschäftigung im Unternehmen
Im Rechnungswesen von ESWE Verkehr war die Arbeit im Berichtsjahr 2017 weitgehend gekennzeichnet von den Vorbereitungen auf
die kommenden Aufgaben, die sich künftig aus der neuen Rolle der
ESWE Verkehrsgesellschaft als „umfassender Mobilitätsdienstleis­
ter“ ergeben werden. Neben der Erledigung des unverzichtbaren
Tagesgeschäfts zog sich das neue Thema der „umfassenden Mobilitätsdienstleistungen“ wie ein roter Faden durch die Tätigkeit der
Mitarbeiter im Rechnungswesen.
Hierbei galt es zum Beispiel, erste Weichenstellungen für die
erforderlichen neuen Zuständigkeitsstrukturen vorzunehmen. Im
Rahmen vielfältiger Beratungen mit den jeweiligen Projektverantwortlichen wurden die Anforderungen an ein effektives Projektcontrolling erörtert und definiert. Solche Konkretisierungen waren
notwendig, um beispielsweise für die Verfahren zur Beantragung
von Fördergeldern von vorneherein klare Arbeitsabläufe und
eindeutige Verantwortlichkeiten festlegen zu können (Finanzmittelzuschüsse von der Landes- wie auch von der Bundesseite waren
im Berichtsjahr sowohl für die Anschaffung von Elektrobussen als
auch für den Bau der CityBahn in Aussicht gestellt worden).
kamen der Rheingau-Taunus-Kreis und der Rhein-Main-Verkehrsverbund als Mitgesellschafter hinzu. Insbesondere die komplexen
Finanzierungsstrukturen des CityBahn-Projekts bedeuteten für
die Finanzbuchhaltung im Berichtsjahr einen erhöhten Arbeitsaufwand.
Jenseits der im Zusammenhang mit den „umfassenden Mobilitätsdienstleistungen“ stehenden Vorbereitungsarbeiten konnte in
der Finanzbuchhaltung das Projekt „elektronische Rechnungsverarbeitung“, das am Ende des Vorjahres ins Leben gerufen worden
war, im Laufe des Berichtsjahres fortgeführt und erfolgreich zum
Im Controlling konnten die sich aus der neuen Rolle der ESWE
Verkehrsgesellschaft als „umfassender Mobilitätsdienstleister“
ergebenden Projektarbeiten im Wesentlichen bis zum Ende des
Berichtsjahres abgeschlossen werden; einzelne Feinjustierungen
waren noch für die Anfangszeit des Jahres 2018 vorgesehen.
Ein weiteres Thema, dem sich die Mitarbeiter des Controllings in
Berichtsjahr zu widmen hatten, war die angestiegene Zahl von
Unfällen im Linienverkehr. Diese Steigerung ist eine direkte Auswirkung der Zunahme der vom Unternehmen erbrachten Verkehrsleis­
tung – beispielsweise wuchs die Gesamtlänge des Liniennetzes
von ESWE Verkehr im Jahresvergleich 2017 zu 2016 um vier Prozent.
Parallel zum Anstieg der Unfallzahlen steigerten sich auch die
Anforderungen an die Unfallschadenbearbeitung: ESWE Verkehr
ist nämlich mehr und mehr bestrebt, einen hohen Anteil der
Schadensfälle in Eigenregie zu regulieren und nur die Abwicklung
wirklich schwerer Schäden in die Hände der Haftpflichtgemeinschaft Deutscher Nahverkehrs- und Versorgungsunternehmen
(HDN) zu geben. Der Hauptvorteil, der sich für die Unfallbeteiligten
aus der weitgehend eigenständigen Schadensregulierung durch
ESWE Verkehr ergibt, liegt in der individuellen Betreuung durch
einen persönlichen Ansprechpartner aufseiten des Verkehrsunternehmens.
Das bei ESWE Verkehr gemäß den entsprechenden gesetzlichen
Anforderungen eingesetzte Risikomanagementsystem, dessen
Aufgaben im Wesentlichen in der Identifizierung potenzieller
unternehmerischer Risiken, in der Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit und der möglichen Schadensvolumen sowie in der
Erarbeitung von Maßnahmen zur Bewältigung der Risiken besteht,
wurde im Berichtsjahr auf jene neuen Unternehmensaktivitäten
ausgedehnt, die sich aus den vom Unternehmen künftig zu erbringenden „umfassenden Mobilitätsdienstleistungen“ ergeben
werden. Hierbei richtete sich im Berichtsjahr das Hauptaugenmerk
auf die im Rahmen der Zukunftsvision „Emissionsfreier Nahverkehr in Wiesbaden“ bereits realisierten ersten Schritte: nämlich
auf die Gründung der CityBahn GmbH sowie auf die Beteiligung
am Projekt „H2Bus Rhein-Main – emissionsfreier Nahverkehr in
der Metropolregion“. Auch der im Berichtsjahr begonnene Prozess
zur Elektrifizierung des ESWE-Verkehr-Busfuhrparks, also des
Austauschs der Dieselbusflotte durch Elektrobusse, wurde unter
den Gesichtspunkten des Risikomanagementsystems geprüft und
Zu den Aufgaben der Finanzbuchhaltung zählte es im Berichtsjahr,
ihre kaufmännischen Dienstleistungen nun auch für die CityBahn
GmbH zu erbringen. So wurden für die neue Gesellschaft, die am
3. August des Berichtsjahres offiziell gegründet wurde, eigene
Buchungskreise im SAP-System eingerichtet. Anfänglich waren die
WVV Wiesbaden Holding GmbH und die Mainzer Stadtwerke AG je
zur Hälfte alleinige Anteilseigner der CityBahn GmbH, im Jahr 2018
im Fahrgastmagazin
­INFOMOBIL, ­­
RTV-LINIE 170 WIRD ZUR ESWELINIE 5
LINIE 8: PROBEBETRIEB IM KOMPONISTENVIERTEL GEHT WEITER
Im Zuge der verstärkten Nahverkehrs-Zusammenarbeit zwischen der Stadt Wiesbaden und dem Rheingau-Taunus-Kreis
ist im Jahr 2015 erstmals ein gemeinsamer lokaler Nahverkehrsplan beschlossen worden. Dessen erstes Ergebnis wird
mit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 wirksam:
Als neue gemeinsame Busverbindung wird die ESWE-Linie 5
über Wiesbaden-Schierstein hinaus verlängert und verkehrt
nun über Walluf und Martinsthal bis nach Rauenthal. Sie
ersetzt dabei die bisherige RTV-Linie 170.
Auf dem Fahrtweg der Linie 8 durchs Wiesbadener Komponistenviertel, der zum Fahrplanwechsel im Januar 2016 im
Rahmen eines Probebetriebs neu eingerichtet worden war,
hat sich zwischenzeitlich eine stabile, wenngleich niedrige
Fahrgastnachfrage eingestellt; diese möchte ESWE Verkehr
weiter steigern. Daher wird der Probebetrieb fortgesetzt,
und zwar mit einer Erweiterung: Ab dem Fahrplanwechsel
am 10. Dezember 2017 wird die Anbindung des Komponistenviertels mit der Linie 8 montags bis freitags auf die
Abendstunden ausgedehnt.
Weitere Informationen zu diesen Themen hält der vorliegende
Geschäftsbericht auf der Seite 24 bereit.
Jenseits dessen zeichnete das Controlling im Berichtsjahr beispielsweise für die Installierung des zentralen Informations-Tools „QlikView“ verantwortlich. Mithilfe dieses elektronischen Info-Systems
können zahlreiche wirtschaftliche Steuerungsinformationen, deren
Kenntnis für die Geschäftsführung und für die Geschäftsbereichsleitungen von Bedeutung ist, übersichtlich aufbereitet und dargestellt werden. Die vormals übliche Präsentation der relevanten, vom
Controlling ermittelten Daten in Form von Excel-Listen gehört damit
In seiner Eigenschaft als klassische Querschnittsaufgabe oblag es dem Rechnungswesen auch im Berichtsjahr, als interner
Dienstleister die anderen Geschäfts- und Betriebsbereiche und
die Stabsstellen der ESWE Verkehrsgesellschaft sowie natürlich
insbesondere auch die Geschäftsführung des Unternehmens bei
der Erfüllung ihrer jeweiligen Aufgaben zu beraten, zu begleiten
Ebenfalls gehörte zu den vom Rechnungswesen erbrachten
unterstützenden Tätigkeiten auch im Jahr 2017 wieder die von
verschiedenen externen Stellen, zum Beispiel vom Verkehrsverbund Mainz-Wiesbaden (VMW) sowie von verschiedenen Ämtern
und Einrichtungen der Stadtverwaltung der Landeshauptstadt
Wiesbaden, in Anspruch genommene Durchführung diverser
kaufmännisch-buchhalterischer Leistungen.
dargestellt von Bahnpersonal, darunter eine gehbehinderte Person, die anders als die anderen Passagiere nicht über den Notweg
entlang der Bahntrasse zur Talstation hinabgeführt werden
konnte; außerdem befand sich ein Rollstuhlfahrer auf der oberen
Plattform des havarierten Waggons.
Der dramatisch anmutende Notfall, gemeinsam inszeniert von der
Betriebsleitung der Bahn und der Wiesbadener Berufsfeuerwehr,
wurde professionell und komplikationsfrei bewältigt. Es zeigte
sich, dass die im Rahmen des Notfallmanagements der Nerobergbahn als regelmäßiges Pflichtprogramm stattfindenden Theorieund Praxisschulungen der Bahnmitarbeiter ihre Wirkung nicht
verfehlen – schließlich hat die Sicherheit der Fahrgäste stets an
allererster Stelle zu stehen.
Im Berichtsjahr startete die Nerobergbahn zum Osterferien-Beginn am ersten April-Wochenende in ihre neue Saison: Am Samstag, dem 1. April, fiel um 10:00 Uhr der Startschuss zur Bahnsaison
2017. Am Eröffnungstag durften, wie es mittlerweile Tradition ist,
alle Geburtstagskinder samt Begleitperson kostenlos fahren. Zwei
Wochen später, also zu Ostern, wurde an allen vier Tagen des langen Oster-Wochenendes – von Karfreitag bis Ostermontag – wie in
den Jahren zuvor ein spannendes Osterrätsel für Jung und Alt mit
vielen attraktiven Gewinnmöglichkeiten veranstaltet.
tenen Fahrpreiserhöhung die durchschnittliche Fahrgastzahl
pro Tag im Berichtsjahr praktisch unverändert geblieben ist im
Vergleich zu den beiden Vorjahren.
Unangekündigt, dafür umso realistischer – am Abend des 5. Ok­
tober 2017, kurz nach dem Ende der letzten regulären Passa­
gierfahrt, begann an der Anlage der Nerobergbahn ein Übungs-
Die in Zusammenarbeit mit dem Wiesbadener Standesamt seit
dem Jahr 2005 existierende Möglichkeit für Brautpaare, sich
während einer Fahrt mit der Nerobergbahn das Ja-Wort zu geben,
wurde auch im Berichtsjahr rege genutzt: An den drei „Bahnhochzeitstagen“ des Jahres 2017 – zwei Freitagen und einem Samstag
zwischen Mitte Juni und Mitte August – schlossen insgesamt ­­­
23 Paare in Wiesbadens „schrägstem Wahrzeichen“ den Bund fü­rs
Insgesamt zog sich die Fahrsaison auch im Berichtsjahr wieder bis
zum unmittelbaren November-Beginn hin, sodass der 1. November,
der in Rheinland-Pfalz Feiertag ist (Allerheiligen) und traditionsgemäß viele auf der Mainzer Rheinseite wohnende Bürger zu einem
Wiesbaden-Besuch veranlasst, noch „mitgenommen“ werden
Im Jahr ihres 129. Bestehens verzeichnete die Nerobergbahn
gegenüber 2016 einen leichten Rückgang der Fahrgastzahl: In der
Saison 2017 fuhren insgesamt 262.301 Menschen mit Wiesbadens
„schrägstem Wahrzeichen“. Der Rückgang war zum einen darauf
zurückzuführen, dass die Fahrsaison eine Woche kürzer war als
im Jahr zuvor, als wegen des deutlich früheren Ostertermins die
Saisoneröffnung bereits am 25. März (Karfreitag) stattgefunden
hatte. Zum anderen zeigte das im Jahresverlauf extrem wechselhafte Wetter seine Auswirkungen. Im Übrigen bleibt aber positiv
festzuhalten, dass trotz der zum Jahresbeginn 2017 in Kraft getre-
Spektakuläres Highlight der Evakuierungsübung war zweifellos der
Einsatz des Höhenrettungstrupps der Feuerwehr: Die spezielle Einsatzgruppe rettete einen der nicht gehfähigen Passagiere, indem
dieser – von einem ihn begleitenden Höhenretter „tandemmäßig“
gesichert – seitlich am Viadukt abgeseilt wurde.
szenario, das die 129 Jahre alte Bahn in der Realität glücklicherweise
noch nie erleben musste: Einer der beiden Wagen war am höchsten
Punkt des Bahnviadukts liegen geblieben; ein umgestürzter Baum
machte die Weiterfahrt unmöglich. Im Wagen: sieben Fahrgäste,
Und so geht die feierliche Zeremonie üblicherweise vonstatten:
Der Hochzeitswagen der Bahn wird für die Eheschließung liebevoll
dekoriert und in einen Trausaal des Standesamts verwandelt. Dem
Brautpaar, den Trauzeugen und den Hochzeitsgästen steht der gesamte Wagen alleine zur Verfügung. Die Trauung erfolgt während
der Fahrt, die für das Ja-Wort am schönsten Aussichtspunkt der
Bahntrasse unterbrochen wird: Der Wagen hält auf etwa halber
Strecke an der „Haltestelle zum siebten Himmel“ – dort, wo der
Blick über Wiesbaden am stimmungsvollsten ist.
Die in Wiesbaden spielende (und auch regelmäßig in der Landeshauptstadt gedrehte) ZDF-Krimiserie „Der Staatsanwalt“ sorgte
im Berichtsjahr für eine sehenswerte TV-Präsenz der Nerobergbahn: Die am 20. Januar 2017 im ZDF-Hauptprogramm ausgestrahlte „Der Staatsanwalt“-Episode „Rheingau blutrot“ enthielt
eine kurze Filmsequenz, in der eine Verfolgungsjagd gezeigt wurde,
die ihren Schauplatz auf, an und in der Bahn hatte. Für die Dreharbeiten, die am Montag nach den hessischen Sommerferien 2016
stattgefunden hatten, war der Fahrbetrieb – erstmals in der langen
Geschichte der Nerobergbahn – für einen ganzen Tag unterbrochen worden.
PLANUNGEN FÜR GEBURTSTAGSFEST
Mit Blick auf den im Folgejahr anstehenden runden Bahngeburt­s­­tag – die Nerobergbahn wird im September 2018 genau 1­ 30 Jahre
alt – begannen im Berichtsjahr die Planungen für ein großes
Nerobergbahnfest. Der aktionsreiche Familientag, für den sich das
Plateau des Nerobergs in eine bunte „Spiel, Spaß und Spannung“Feiermeile verwandeln wird, soll in der Tradition des früher jährlich
ausgetragenen Nerobergfests stehen, das zuletzt im Jahr 2014
Nach fast 20-jährigem Bestehen hat sich Ende 2017 der Verein
„Freunde und Förderer der Nerobergbahn“ aufgelöst. Der Grund:
Der Vereinszweck ist erfüllt. „Eine Bahn mit regelmäßig bis zu
300.000 Fahrgästen pro Jahr braucht vielleicht noch Freunde, ganz
sicher aber keine Förderer mehr“, so die Begründung des Vereinsvorstands. Das verbliebene Vereinsvermögen – ein Betrag in Höhe
von 3.019,26 Euro – wurde im Januar 2018 einem karitativen Zweck,
nämlich der Spendenaktion „Ihnen leuchtet ein Licht“ des „Wiesbadener Kurier“, zugeführt.
1. JANUAR BIS ZUM 31. DEZEMBER 2017
Der ÖPNV lebt Partnerschaften
Unter anderem im Bereich des Spitzen- und Breitensports pflegt
die ESWE Verkehrsgesellschaft zahlreiche Partnerschaften und
Kooperationen. Die Verkehrsbetriebe nehmen damit ihre soziale
Verantwortung wahr, die sie als bedeutendes kommunales Unternehmen besitzen. Im Bild: Die Bundesliga-Volleyballerinnen
des VC Wiesbaden
FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS ZUM 31. DEZEMBER 2017
40. 923
III. Kassenbestand und Guthaben
2. Bestandsveränderungen
– 19.971
– 15.308
10. Ergebnis nach Steuern
12. Erträge aus Verlustübernahme
13. Jahresergebnis
Die ESWE Verkehrsgesellschaft mbH (ESWE Verkehr) ist im Handelsregister des Amtsgerichts Wiesbaden unter
HRB 11962 eingetragen.
Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2017 wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handels­
gesetzbuchs und den ergänzenden Vorschriften des Gesetzes betreffend Gesellschaften mit beschränkter
Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den
Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke,
die wahlweise in der Bilanz bzw. der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzubringen sind, weitestgehend im Anhang aufgeführt. Darüber hinaus sind der Klarheit der Darstellung wegen in der Bilanz und in der
Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst. Diese Posten sind in den weiteren Abschnitten des Anhangs gesondert ausgewiesen und erläutert.
Seit 2011 werden für abnutzbare bewegliche Vermögensgegenstände, die einer selbstständigen Nutzung fähig sind und deren Anschaffungskosten bis 410 € betragen (Geringwertige Wirtschaftsgüter), Sofortabschreibungen vorgenommen; über diesem Wert liegend
werden sie nach der Nutzungsdauer linear abgeschrieben.
Bei den Finanzanlagen sind die Beteiligungen zu Anschaffungskosten bewertet. Verzinsliche Ausleihungen sind zum Nennwert, unverzinsliche zum Barwert angesetzt. Hierbei wird ein Zinssatz von 5,5 Prozent p. a. zugrunde gelegt.
Bei den grundsätzlich zum Nennwert bilanzierten Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen wurden alle erkennbaren Risiken
durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Dem Ausfallwagnis bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird darüber
hinaus mit einer Pauschalwertberichtigung in Höhe von unverändert 1 Prozent des Nettoforderungsbestands Rechnung getragen.
Mit der WVV Wiesbaden Holding GmbH als herrschendem Unternehmen besteht ein Ergebnisabführungsvertrag
(Vertrag vom 29. August 2000, zuletzt geändert am 17. November 2014).
für Grundstücke und Gebäude fünf bis 50 Jahre, für technische Anlagen und Maschinen neun bis 15 Jahre und für
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung drei bis 15 Jahre. Die Herstellungskosten umfassen Einzelkosten und angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten. Fremdkapitalzinsen sind nicht einbezogen.
Erhaltene Kapitalzuschüsse werden bei den Zugängen gekürzt.
Für die vor dem 1. Januar 2008 zugegangenen beweglichen Gegenstände des Sachanlagevermögens, insbesondere
Fahrzeuge, die nicht dem Personenverkehr dienen, wurde vereinzelt aus steuerlichen Gründen (§§ 254, 279 Abs.
2 HGB a. F.) die degressive Abschreibungsmethode angewandt. Mit Inkrafttreten des BilMoG ist die umgekehrte
Maßgeblichkeit der Steuerbilanz für die Handelsbilanz zwar entfallen, die Gesellschaft hat sich jedoch entschieden, von dem in der Übergangsregelung nach Art. 67 Abs. 4 EGHGB vorgesehenen Wahlrecht zur Fortführung der
bisherigen Wertansätze unter Anwendung der für sie bis zum Inkrafttreten des BilMoG geltenden Vorschriften
Gebrauch zu machen. Die degressive Abschreibung dieser Vermögensgegenstände, deren Restbuchwerte sich
zum 31. Dezember 2017 auf insgesamt 1 T € belaufen, wird daher fortgeführt. Im Vergleich zur linearen Methode
ergeben sich dabei nur unwesentliche Mehrabschreibungen.
Die Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt.
Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach
dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Heubeck bewertet. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank im Monat Dezember 2017 veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben und zehn Jahre abgezinst, der
sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Dieser Zinssatz beträgt 3,68 Prozent für zehn Jahre
(Vorjahr: 4,01 Prozent) und 2,80 Prozent für sieben Jahre (Vorjahr: 3,24 Prozent). Der sich aus der geänderten Ermittlung des Marktzinssatzes ergebende Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB beläuft sich auf 78 T €. Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen
und ähnliche Verpflichtungen wurden unverändert Rentensteigerungen von jährlich 2,0 Prozent zugrunde gelegt.
Die Rückstellungen für Jubiläumsverpflichtungen sind nach versicherungsmathematischen Grundsätzen errechnet. Die Rückstellungen
wurden pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank im Monat Dezember 2017 veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz
der vergangenen sieben Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB).
Dieser Zinssatz beträgt 2,80 Prozent (Vorjahr: 3,24 Prozent). Die Preis- und Kostensteigerung wurde mit unverändert 2,0 Prozent p. a. angenommen.
Die Gesellschaft hatte zum 31. Dezember 2009 Aufwandsrückstellungen nach § 249 Abs. 2 HGB a. F., im Wesentlichen für Reparaturen
bzw. Instandhaltungen, im Umfang von 6.620 T € gebildet. Nach der Neuregelung durch das BilMoG besteht für diese Innenverpflichtungen seitdem ein Passivierungsverbot, die Gesellschaft macht jedoch von dem in der Übergangsregelung von Art. 67 Abs. 3 Satz 1
Gebrauch. Der Buchwert der zum 31. Dezember 2017 noch bilanzierten Aufwandsrückstellungen beträgt 711 T €.
Unter den Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben bzw. Einnahmen erfasst, die Aufwand bzw. Ertrag für eine bestimmte Zeit nach
dem Abschlussstichtag darstellen.
Investitionszuschuss (I)
31 (U)
387 (U)
130 (I)
251 (U)
97 (U)
791 (U)
Bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen handelt es sich im Wesentlichen um Lagermaterialbestände für den Betriebs- und Instandhaltungsbereich der Fahrzeuge der Gesellschaft. Bei den unfertigen Arbeiten handelt es sich um noch nicht in Rechnung gestellte Unfallschäden sowie um Aufwendungen, die im Rahmen der Einführung des Schülerticket Hessen entstanden sind und dem RMV weiterberechnet
Bei den Zugängen handelt es sich vorwiegend um die Software „F.A.K.S II“ (41 T €) und die Software für Verkehrseinnahmenstatistik (36 T €).
Die geleisteten Anzahlungen i. H. v. 249 T € für noch nicht aktivierte Module betreffen hauptsächlich das Störmanagementsystem „Nettro
BME“ (91 T €), die App „Meine ESWE“ (70 T €) sowie die Schnittstelle „VAS VDV KA 1.3“ (57 T €).
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen umfassen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die mit Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen saldiert wurden. Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht,
betreffen Forderungen aus der Abrechnung des Schülerticket Hessen sowie Lieferungen und Leistungen.
Die Zugänge des Berichtsjahres in Höhe von 9.036 T € (ohne Umbuchungen) betreffen im Wesentlichen Fahrzeuge für den Personenverkehr (6.265 T €).
Die Forderungen gegen die Landeshauptstadt Wiesbaden betreffen im Wesentlichen den Liefer- und Leistungsverkehr mit der Gesellschafterin.
Die Zugänge bei den Anlagen im Bau (2.042 T €) resultieren in erster Linie aus den Streckenplanungen der CityBahn (1.007 T €) und dem
Sprechfunk DMR (791 T €).
Innerhalb der sonstigen Vermögensgegenstände haben 106 T€ (Vorjahr: 79 T€) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Alle übrigen
Der stichtagsbezogene Stand der liquiden Mittel beträgt 1.596 T € (Vorjahr: 10.986 T €).
Der Posten betrifft im Wesentlichen das Sponsoring des VfR Wiesbaden, Werbemaßnahmen, die über mehrere Jahre abgeschlossen
wurden, sowie Aufwendungen zur Weiterbildung von Mitarbeitern.
Das Gezeichnete Kapital beträgt am 31. Dezember 2017 1.500 T € und wird zu 94,9 Prozent von der WVV Wiesbaden Holding GmbH und zu
5,1 Prozent von der Landeshauptstadt Wiesbaden gehalten.
Die sonstigen Rückstellungen bestehen vorwiegend für den Personalbereich (8.301 T€), und hier im Wesentlichen aus Beihilfeverpflichtungen (1.154 T €), Freifahrtberechtigungen (1.640 T €), Zeitguthaben (1.395 T€) sowie Jubiläumsverpflichtungen (564 T €). Darüber hinaus
bestehen Rückstellungen für Verpflichtungen aus dem RMV-Einnahmenaufteilungsverfahren 2017 (1.903 T €), aus Brandschutzmaßnahmen und Sanierung des Betriebsgeländes Gartenfeldstraße (501 T €), für Altlasten und Umweltschutzmaßnahmen (20 T €) sowie für
Versicherungen, ausstehende Rechnungen und Kosten des Jahresabschlusses.
Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind 5.859 T€ (Vorjahr: 6.053 T €) innerhalb eines Jahres fällig, 15.571 T € (Vorjahr:
15.395 T €) haben eine Fälligkeit von mehr als einem Jahr und weniger als fünf Jahren, und 2.002 T € (Vorjahr: 6.835 T €) haben eine Fälligkeit von mehr als fünf Jahren. Darlehen im Umfang von 22.230 T€ (Vorjahr: 27.525 T €) sind durch Bürgschaften der Landeshauptstadt
­Wiesbaden besichert.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen umfassen hauptsächlich Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin
WVV Wiesbaden Holding GmbH aus der Rückzahlung der zu hoch erhaltenen Abschläge auf die erwartete Verlustübernahme, saldiert mit
Forderungen aus Umsatzsteuererstattungen (1.249 T €), sowie aus dem Liefer- und Leistungsverkehr mit der ESWE Versorgungs AG (209 T €).
Die Verbindlichkeiten haben – mit Ausnahme der Darlehensverbindlichkeiten – wie im Vorjahr sämtlich eine Restlaufzeit von unter einem
Der passive Rechnungsabgrenzungsposten betrifft im Wesentlichen abgegrenzte Verkehrseinnahmen für das Jahr 2018.
Das Bestellobligo beläuft sich auf 2.719 T €. Aus Miet- und Leasingverträgen bestehen mehrjährige Verpflichtungen in Höhe von 489 T € p. a.
Die Umsatzerlöse werden ausschließlich im Inland erzielt und stellen sich wie folgt dar:
In den Umsatzerlösen sind periodenfremde Erträge in Höhe von 317 T € (Vorjahr: 1.293 T €) enthalten. Diese betreffen im Wesentlichen die
Erstattung von Fahrgeldausfällen für die unentgeltliche Beförderung Schwerbehinderter für das Jahr 2015 (293 T €).
Im Bereich der Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe stellen die Treibstoffkosten (6.078 T €) die größte Teilposition dar. Die
Aufwendungen für bezogene Leistungen beinhalten im Wesentlichen Fremdleistungen für die Personenbeförderung durch Drittbeauftragte in Höhe von 1.510 T €.
Zum Bilanzstichtag hat sich der Bestand der nicht abgerechneten Leistungen um 74 T € erhöht (Vorjahr: 3 T € vermindert).
(15) Andere aktivierte Eigenleistungen
Sie umfassen die im Anlagevermögen aktivierten Personalaufwendungen und Gemeinkosten des Berichtsjahres.
Die ESWE Verkehrsgesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr 2017 durchschnittlich 995 Mitarbeiter (Vorjahr: 937 Mitarbeiter). D
­ avon
waren 731 Mitarbeiter (Vorjahr: 691) im Fahrdienst, 122 Mitarbeiter (Vorjahr: 116) im Technischen Betrieb und 142 Mitarbeiter (Vorjahr: 130)
in der Verwaltung tätig.
Die über die normale gesetzliche Sozialversicherung hinausgehende Versorgung erfolgte über die Zusatzversorgungskasse für Gemeinden und Gemeindeverbände (ZVK), deren Mitglied die ESWE Verkehrsgesellschaft ist.
Der Umlagesatz der ZVK betrug im Geschäftsjahr 2017 6,6 Prozent (5,9 Prozent Arbeitgeberanteil; 0,7 Prozent Arbeitnehmeranteil); der
Sanierungsbeitrag im Geschäftsjahr 2017 betrug 2,3 Prozent. Der Höchstbetrag für die Pauschalversteuerung des Arbeitgeberanteils an
der Umlage beläuft sich auf monatlich 89,48 € je Mitarbeiter.
Die Summe der umlagepflichtigen Löhne und Gehälter betrug im Geschäftsjahr 2017 37.178 T €.
Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen betreffen die Auflösung von Personalrückstellungen (216 T €), die Einnahmenaufteilung
des RMV (805 T €) sowie Versicherungen (29 T€).
Die übrigen Erträge betreffen im Wesentlichen Erlöse aus Schadenersatzleistungen, Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen
und Erträge aus Einnahmenaufteilung für Vorjahre
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen sind im Einzelnen im Anlagenspiegel dargestellt. Ergänzend verweisen wir auf die Darstellung der Bewertungsmethoden.
Die übrigen Aufwendungen beinhalten unter anderem Aufwendungen für Instandhaltungen, Projektaufwendungen für die CityBahn, allgemeine Aufwendungen für die Verwaltung, Versicherungsbeiträge, Mieten, Pachten, Aufwendungen für Dienstleistungen der Betriebskantine sowie Prüfungs- und Beratungskosten. In den übrigen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 463 T €
(Vorjahr: 269 T €) enthalten. Sie betreffen im Wesentlichen den Aufwand für die eventuelle Rückzahlung erhaltener Anzahlungen für die
Beförderungen nach SGB IX für 2016 (278 T €), die Partnerschaftsfinanzierung RBNV (37 T €), die Abrechnung von Subventionen RTV (21 T €)
sowie Aufwendungen aus der Schlussabrechnung des Infrastrukturkostenausgleichs für 2015 (27 T €).
Mitglieder des Aufsichtsrates im Geschäftsjahr 2017 waren:
Andreas Kowol, Dezernent für Umwelt und Verkehr der
Landeshauptstadt Wiesbaden, Stadtrat;
Vorsitzender (seit dem 25. April 2017)
Dipl.-Sozialpädagoge Frank Gäfgen, Wiesbaden
Verkehr der Landeshauptstadt Wiesbaden, Stadträtin;
Vorsitzende (bis zum 31. März 2017)
Thomas Baldering, Verkehrsmeister; Arbeitnehmervertreter
Andrea Baum, Gewerkschaftssekretärin
(21) Zinsergebnis
Claus-Peter Große, Dipl.-Geologe; Stadtverordneter
Hans-Martin Kessler, Werbe-/Kommunikationsberater;
Robert Lambrou, Dipl.-Kaufmann; Stadtverordneter
Marcus Maus, Busfahrer; Arbeitnehmervertreter
Fredy Mensching, Nachrichteningenieur; Stadtverordneter
Petra Schabel, Sekretärin; Arbeitnehmervertreterin
Michael Schiebel, Busfahrer; Arbeitnehmervertreter
In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen sind Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen von 25 T € (Vorjahr: 0 T €) enthalten.
Die unter den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen ausgewiesenen Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen betragen
­251 T € (Vorjahr: 569 T €).
(22) Sonstige Steuern
Der Steueraufwand betrifft Grundsteuer (27 T €) und Kraftfahrzeugsteuern (8 T €) für das Jahr 2017.
(23) Erträge aus Verlustübernahme
Die Erträge aus Verlustübernahme betreffen die Übernahme des Jahresfehlbetrags 2017 durch die WVV Wiesbaden Holding GmbH in
Höhe von 20.006 T€ (Vorjahr: 15.349 T €).
Dennis Volk-Borowski, Soziologe; Stadtverordneter
Die Aufsichtsratsvergütungen im Geschäftsjahr 2017 b
­ etrugen
25.240,00 €.
Dipl.-Kaufmann Jörg Gerhard, Wiesbaden
­Geschäftsjahr 2017 zusammen 528 T €.
Der Jahresfehlbetrag 2017 in Höhe von 20.006.512,76 € wurde gemäß Ergebnisabführungsvertrag von der WVV Wiesbaden Holding GmbH
Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang – unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH, Wiesbaden, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017
geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften
liegen in der Verantwortung der Geschäftsführung der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten
Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass
Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit
hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit
und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben
in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der Geschäftsführung sowie die Würdigung der
Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere
Die ESWE Verkehrsgesellschaft mbH wird in den Konzernabschluss der WVV Wiesbaden Holding GmbH, Wiesbaden, einbezogen. Der
Konzernabschluss der WVV Wiesbaden Holding GmbH für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen wird im elektronischen
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem
Jahresabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und
stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Mainz, 23. Mai 2018
Der Aufsichtsrat hat während des Geschäftsjahres 2017 aufgrund regelmäßiger schriftlicher und mündlicher Berichterstattung die
Geschäftsführung laufend überwacht. Im Rahmen seiner satzungsmäßigen Zuständigkeit hat er die ihm obliegenden Entscheidungen
getroffen. Es handelte sich hierbei um folgende wesentliche Themen:
6,756 Mio.
6,904 Mio.
45,507 Mio.
44,933 Mio.
52,263 Mio.
51,838 Mio.
3,377 Mio.
3,524 Mio.
0,262 Mio.
0,285 Mio.
55,902 Mio.
55,647 Mio.
52,230 Mio. €
52,644 Mio. €
93,430 Ct/Bef
94,762 Ct/Bef
659,926 km
634,656 km
253 St.*
242 St.*
· Solowagen
12.477.406 Nwkm
12.403.735 Nwkm
1.017.328.701 Plkm
1.013.612.880 Plkm
Ergebnisse Risikomanagementinventur
Projektentwicklung eines emissionsfreien Personennahverkehrs in Wiesbaden
Einführung e-Ticket-System im Vertrieb
Einführung Fahrradvermietsystem
Tarifanpassung der Fahrausweise zum 1. Januar 2018
Untersuchungen der internen Revision
Die Buchführung, der Jahresabschluss und der Lagebericht für die ESWE Verkehrsgesellschaft mbH zum 31. Dezember 2017 wurden von
der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mainz, geprüft. Beanstandungen haben sich nicht ergeben. Der uneingeschränkte
Bestätigungsvermerk wurde erteilt. Der Prüfungsbericht des Wirtschaftsprüfers lag den Aufsichtsratsmitgliedern vor. Vertreter des
Wirtschaftsprüfers haben an der Sitzung des Aufsichtsrates teilgenommen und Erläuterungen gegeben. Dem Ergebnis der Prüfung
stimmt der Aufsichtsrat zu.
Der Aufsichtsrat hat den von der Geschäftsführung aufgestellten Jahresabschluss einschließlich des Lageberichts der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH zum 31. Dezember 2017 geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung sind keine Einwendungen
zu erheben, sodass er den Jahresabschluss billigt. Der Geschäftsführung sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern spricht der
Aufsichtsrat für die im Geschäftsjahr 2017 geleistete Arbeit seinen Dank aus.
Gesamtlänge des Liniennetzes
Anzahl der Linienbusse
* ohne Kleinbus
ESWE Verkehr; Fotolia; Pixabay;
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