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Timestamp: 2016-10-24 16:06:04
Document Index: 125461256

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'in fine', 'Art. 31', 'Art. 31', 'Art. 135', 'Art. 134', 'Art. 159', 'BGE', 'Art. 152', 'Art. 135', 'BGE', 'Art. 152']

Pr�sidentin Leuzinger, Bundesrichter R�edi und Ursprung; Gerichtsschreiberin Bollinger
A.- Der 1962 geborene R.________ war seit Mai 1992 als Sanierungsmonteur f�r Brandschadensanierungen bei der Q.________ AG t�tig und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen Unf�lle versichert. Am 13. M�rz 1997 wurde er bei Montagearbeiten von einem herabfallenden Rohr am Kopf getroffen und st�rzte aus etwa zwei Metern H�he auf den Boden. Dabei zog er sich eine Commotio cerebri, eine Querfortsatzfraktur bei LWK-1 sowie einen Bruch der linken Hand zu. Nach medizinischer Behandlung im Spital A.________ sowie im Spital B.________ wurde er am 20. M�rz 1997 nach Hause entlassen. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Ab dem 25. M�rz 1997 war R.________ wegen Kopf-, R�cken-, Rippen- und Thoraxschmerzen, Ged�chtnisst�rungen, Schwindel, Unsicherheit beim Gehen und Sensibilit�tsst�rungen an der Stirn, �ber dem rechten Auge sowie Seh- und Schlafst�rungen und Vergesslichkeit bei seinem Hausarzt, Dr. med. Z.________ in Behandlung. Dieser ersuchte die SUVA um weitere Abkl�rungen und Durchf�hrung von medizinischen Massnahmen in der Rehaklinik K.________, wo R.________ in der Folge mehrmals station�r behandelt wurde. Nach Untersuchungen in dieser Klinik sowie durch den Kreisarzt Dr. med. Y.________ er�ffnete ihm die SUVA mit Verf�gung vom 4. Januar 1999, dass keine erheblichen organischen Unfallfolgen mehr vorl�gen und bez�glich der psychischen Beschwerden der ad�quate Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis zu verneinen sei. Das Taggeld werde daher nur noch bis und mit 17. Januar 1999 ausbezahlt; ab diesem Datum stelle sie s�mtliche Leistungen ein. Die dagegen erhobene Einsprache wies die SUVA mit Entscheid vom 28. Juli 1999 ab.
B.- Beschwerdeweise liess R.________ beantragen, es sei der Einspracheentscheid aufzuheben, ein Obergutachten anzuordnen und nach Bejahung des Kausalzusammenhangs die Sache an die SUVA zur�ckzuweisen, damit diese alle gesetzlichen Leistungen inklusive Psychotherapie erbringe. Zudem liess er um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege nachsuchen. Das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, zog die IV-Akten bei, aus denen ersichtlich war, dass die IV-Stelle Dr. med. X.________ mit einem psychiatrischen Gutachten beauftragt hatte (vgl. Expertise vom 6. Juli 2001). Es unterbreitete diesem verschiedene Zusatzfragen, auf welche der Facharzt am 9. Juli 2001 einging. Am 18. Dezember 2001 hiess das Verwaltungsgericht die Beschwerde in dem Sinne gut, als es den ad�quaten Kausalzusammenhang der psychischen Unfallfolgen bejahte, den Einspracheentscheid diesbez�glich aufhob und die Sache an die SUVA zur Festsetzung der gesetzlichen Leistungen zur�ckwies.
R.________ l�sst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliessen und gleichzeitig beantragen, die SUVA sei zu verpflichten, die Kosten eines Aufenthalts in der Rehaklinik J.________ zu �bernehmen; �berdies sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gew�hren. Die beigeladenen Versicherungen, CSS Versicherung, Luzern, sowie Z�rich Versicherungen, Z�rich, verzichten auf eine Vernehmlassung. Auch das Bundesamt f�r Sozialversicherung l�sst sich nicht vernehmen.
D.- Mit Verf�gung vom 7. Mai 2002 wies der Instruktionsrichter die Eingabe von R.________ vom 15. April 2002 wegen Ausf�hrungen ungeb�hrlichen Inhalts an dessen Rechtsvertreter zur Um�nderung zur�ck.
1.- Das kantonale Gericht hat die Rechtsprechung zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen), zur im Weiteren erforderlichen Ad�quanz im Allgemeinen (BGE 125 V 461 Erw. 5a mit Hinweisen) und bei Unf�llen mit psychischen Folgesch�den im Besonderen (BGE 115 V 138 Erw. 6 mit Hinweisen), zu dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b, 125 V 195 Erw. 2, je mit Hinweisen) sowie zum Untersuchungsgrundsatz (BGE 125 V 195 Erw. 2, 122 V 158 Erw. 1a, je mit Hinweisen) und zum Beweiswert von Arztberichten (BGE 125 V 352 Erw. 3a; RKUV 2000 Nr. KV 124 S. 214) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
2.- Wie das kantonale Gericht in einl�sslicher W�rdigung der medizinischen Unterlagen, insbesondere auch der verschiedenen Berichte der Rehaklinik K.________ richtig festgestellt hat, ist nicht mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit erwiesen, dass nach dem 17. Januar 1999 noch organische Folgen des versicherten Unfalls vom 13. M�rz 1997 mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsf�higkeit vorhanden waren. Dem Austrittsbericht der Rehaklinik K.________ vom 2. Dezember 1998 ist zu entnehmen, dass 20 Monate nach dem Unfall keine wesentlichen unfallkausalen somatischen Folgen mehr vorlagen. Zum selben Schluss kamen Kreisarzt Dr. med. Y.________ in der Abschlussuntersuchung vom 7. August 1998 und Frau Prof. Dr. med. W.________ von der Rehaklinik K.________ in einem Schreiben an den Rechtsvertreter des Versicherten vom 8. Juni 1999. Dr. med. X.________ schliesslich f�hrte in seinem Gutachten vom 6. Juli 2001 sowie im Erg�nzungsschreiben vom 9. Juli 2001 aus, dass psychogene Ursachen dominant seien und mehrheitlich eine selbst�ndige (sekund�re) Gesundheitssch�digung vorliege. Der Unfall sei mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit nat�rlich kausal f�r die im Vordergrund stehenden psychischen Beschwerden.
3.- Zu pr�fen bleibt, ob der f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzte ad�quate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 13. M�rz 1997 und den vom Versicherten geklagten psychischen Beeintr�chtigungen gegeben ist.
a) Das Eidgen�ssische Versicherungsgericht hat mit Bezug auf den ad�quaten Kausalzusammenhang in BGE 115 V 138 ff. Erw. 6 erkannt, dass - ausgehend vom augenf�lligen Geschehensablauf - die Unf�lle zweckm�ssigerweise in drei Gruppen einzuteilen sind: Banale bzw. leichte Unf�lle einerseits, schwere Unf�lle anderseits und schliesslich der dazwischenliegende mittlere Bereich. Bei St�rzen kommt der Fallh�he ein grosses Gewicht zu (vgl. RKUV 1998 Nr. U 307 S. 449 Erw. 3a mit Hinweisen). Das vorliegende Unfallgeschehen mit einem Sturz aus zwei Metern H�he hat die Vorinstanz zu Recht im mittleren Bereich angesiedelt, ohne dass er im Grenzbereich zu den schweren Unf�llen einzureihen w�re (RKUV 1999 Nr. U 330 S. 122 Erw. 4b/bb). Demnach m�ssen f�r die Bejahung des ad�quaten Kausalzusammenhangs die von der Rechtsprechung entwickelten unfallbezogenen Kriterien (vgl. BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa) geh�uft oder eines in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt sein (BGE 115 V 140 Erw. 6c/bb).
b) aa) Das kantonale Gericht hat erwogen, da eine Hirnverletzung nachweisbar sei, m�sse die Voraussetzung der besonderen Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszul�sen, bejaht werden. Auch werde der Versicherte immer noch haus�rztlich betreut und medikament�s behandelt, weshalb die ungew�hnlich lange Dauer der �rztlichen Behandlung ebenfalls gegeben sei. Daraus schloss es, dass die massgebenden unfallbezogenen Kriterien in geh�ufter Weise erf�llt seien und bejahte die Ad�quanz zwischen dem Unfallereignis und den anhaltenden psychischen Beschwerden. In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wendet die SUVA ein, selbst wenn davon ausgegangen w�rde, dass zwei der Kriterien (knapp) erf�llt seien, w�re die Ad�quanz zu verneinen, da es sich um einem Unfall aus dem mittleren Bereich handle.
bb) Der Vorinstanz ist darin beizupflichten, dass sich der Unfall weder unter besonders dramatischen Begleitumst�nden ereignete, noch von besonderer Eindr�cklichkeit war. Zu Recht hat sie auch festgestellt, dass erhebliche Komplikationen, ein schwieriger Heilungsverlauf und Dauerschmerzen in somatischer Hinsicht nicht auszumachen sind. Soweit sie indessen die erlittene milde traumatische Hirnverletzung (anterograde Amnesie) als geeignet erachtet, eine psychische Fehlentwicklung auszul�sen, kann ihr nicht beigepflichtet werden. Bei einer Commotio cerebri, wie sie der Beschwerdegegner erlitten hat, handelt es sich nicht um eine schwere Verletzung, die erfahrungsgem�ss geeignet w�re, psychische Fehlentwicklungen auszul�sen (Urteil B. vom 25. Januar 2002, U 154/00).
cc) Wie die SUVA unter Hinweis auf die Berichte der Rehaklinik K.________ und des Kreisarztes Dr. med. Y.________ zutreffend feststellt, war die �rztliche Behandlung der somatischen Unfallfolgen mit der Entlassung aus der Rehaklinik K.________ Ende 1997 im Wesentlichen abgeschlossen (vgl. Austrittsbericht vom 11. Dezember 1997) und dauerte somit nicht ungew�hnlich lange. Soweit das kantonale Gericht darauf hinweist, dass der Versicherte auch vier Jahre nach dem Unfall noch in Behandlung stehe, �bersieht es, dass dabei psychisch bedingte Beschwerden im Vordergrund stehen, welche vorliegend bei der Beurteilung der Ad�quanz ausser Acht zu lassen sind (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa; vgl. auch RKUV 1993 Nr. U 166 S. 94 Erw. 2c).
dd) Der (sinngem�sse) Einwand des Beschwerdegegners, die Unterlassung psychotherapeutischer Massnahmen stelle eine �rztliche Fehlbehandlung dar, verf�ngt nicht. Der Unfallversicherer hat die Kosten einer Psychotherapie nur dann zu �bernehmen, wenn das psychische Leiden ad�quat unfallkausal ist. Aus deren Unterlassung darf, entgegen der Meinung des Beschwerdegegners, aber nicht auf eine Fehlbehandlung geschlossen werden, noch geht es an, gest�tzt auf dieses Kriterium die Ad�quanzfrage zu beurteilen. Es verh�lt sich diesbez�glich nicht anders wie mit der psychisch bedingten Arbeitsunf�higkeit, die weder in Bezug auf Dauer noch Ausmass in die Ad�quanzbeurteilung einbezogen werden darf (RKUV 1993 Nr. U 166 S. 94 Erw. 2c).
ee) Was Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunf�higkeit betrifft, l�sst sich diese zwar nicht zuverl�ssig festlegen. Zu ber�cksichtigen ist jedoch, dass die Einschr�nkung der Leistungsf�higkeit erheblich von psychischen Faktoren beeinflusst wurde und dieses Kriterium f�r sich allein betrachtet die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs ohnehin nicht zu begr�nden verm�chte.
ff) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass von den in BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa genannten Kriterien - unter Ausserachtlassung psychischer Einfl�sse (BGE 117 V 367 Erw. 6a in fine) - weder ein einzelnes in besonders ausgepr�gter noch mehrere in geh�ufter oder auffallender Weise erf�llt sind. Da zwischen dem Unfall und den anhaltenden psychischen Beschwerden kein ad�quater Kausalzusammenhang besteht, l�sst sich nicht beanstanden, dass die SUVA ihre Leistungen eingestellt hat.
4.- Die SUVA beantragte mit Eingaben vom 27. Mai und 1. Juli 2002, dem Beschwerdegegner sei wegen ungeb�hrlicher Ausf�hrungen in seiner Vernehmlassung vom 15. April 2002 in Anwendung von Art. 31 OG eine Ordnungsbusse aufzuerlegen. Auf einen Verweis oder eine Busse im Sinne von Art. 31 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 135 OG wird vorliegend verzichtet. Der Anwalt des Beschwerdegegners wird allerdings darauf aufmerksam gemacht, dass er im Wiederholungsfall mit einem Verweis oder einer Busse belegt wird.
5.- Dem Versicherten wurde im vorinstanzlichen Verfahren die unentgeltliche Verbeist�ndung gew�hrt, soweit er unterlag. In diesem Punkt wird der kantonale Entscheid nicht aufgehoben. Aufzuheben ist hingegen die vor dem kantonalen Gericht wegen teilweiser Gutheissung der Beschwerde zugesprochene Parteientsch�digung; demzufolge hat die Vorinstanz �ber das Gesuch um unentgeltliche Verbeist�ndung zu befinden.
6.- Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG). Der SUVA ist keine Parteientsch�digung zuzusprechen (Art. 159 Abs. 2 OG; BGE 126 V 150 Erw. 4a mit Hinweisen).
7.- Dem Beschwerdegegner kann die unentgeltliche Verbeist�ndung f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht gew�hrt werden (Art. 152 in Verbindung mit Art. 135 OG), da die Bed�rftigkeit aktenkundig ist und die Vertretung geboten war (BGE 125 V 202 Erw. 4a und 372 Erw. 5b, je mit Hinweisen). Es wird indessen ausdr�cklich auf Art. 152 Abs. 3 OG aufmerksam gemacht, wonach die beg�nstigte Partei der Gerichtskasse Ersatz zu leisten haben wird, wenn sie sp�ter dazu im Stande ist.
Dispositiv-Ziffer 2 vollst�ndig und DispositivZiffer
28. Juli 1999 bez�glich der psychischen Unfallfolgen
aufgehoben und die Sache an die SUVA zur�ckgewiesen
wurde, damit diese im Sinne der Erw�gungen verfahre
und hinsichtlich dieser Folgen �ber die gesetzlichen
Anspr�che des Versicherten neu entscheide.
wird Rechtsanwalt Hubert Cesna, Wettingen, f�r das
den Z�rich Versicherungen, Z�rich, und dem Bundesamt