Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=07.11.1990&Aktenzeichen=XII%20ZR%20120/89
Timestamp: 2019-07-17 09:34:02
Document Index: 373535095

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1594', 'Art. 3', '§ 1594', 'Art.3', 'Art. 18', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 220', 'BGH', 'Art. 220', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 220', 'Art. 220', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'EuG', 'BGH', '§ 1600', 'BGH']

BGH, 07.11.1990 - XII ZR 120/89 - dejure.org
https://dejure.org/1990,2238
BGH, 07.11.1990 - XII ZR 120/89 (https://dejure.org/1990,2238)
BGH, Entscheidung vom 07.11.1990 - XII ZR 120/89 (https://dejure.org/1990,2238)
BGH, Entscheidung vom 07. November 1990 - XII ZR 120/89 (https://dejure.org/1990,2238)
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Anfechtung der Ehelichkeit eines Kindes durch den Mann - Rechtmäßigkeit der Bestimmung des § 1594 BGB - Ehelichkeitsvermutung auch für solche Kinder, die vor der Eheschließung empfangen worden sind - Verstoß gegen den Gleicheitssatz des Art. 3 GG - Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit sowohl des Mannes als auch der Mutter - Rechtmäßigkeit der zeitlichen Beschränkung der Anfechtung der Ehelichkeit - Beginn der Zwei-Jahres-Frist mit der Geburt des Kindes
BGB § 1594 Abs. 1; GG Art.3 Abs. 1
NJW-RR 1991, 386
FamRZ 1991, 325
Deshalb ist die Frage der Ehelichkeit hier nach dem sich aus Art. 18 a.F. EGBGB ergebenden Recht zu beantworten (ständige Rechtsprechung BGHZ 75, 33, 35 [BGH 20.06.1979 - IV ZR 106/78]; s.a. Senatsurteil vom 7. November 1990 - XII ZR 120/89 - BGHR EGBGB Art. 220 Abs. 1 Abgeschlossener Vorgang 2 = NJW-RR 1991, 386 [BGH 07.11.1990 - XII ZR 120/89] m.w.N.;… Palandt/Heldrich BGB 53. Aufl. Art. 220 EGBGB Rn. 4;… MünchKomm/Schwimann BGB 2. Aufl. Art. 19 EGBGB Rdn. 9; Beitzke ZfJ 1986, 477, 478;… Vorschläge und Gutachten zur Reform des deutschen internationalen Kindschafts-, Vormundschafts- und Pflegschaftsrechts 1966, S. 11).
Nach dem Ehelichkeitsstatut beurteilt sich vielmehr grundsätzlich auch das Anfechtungsstatut, also das Recht, nach welchem die Nichtehelichkeit geltend zu machen ist (überwiegende Meinung, vgl. Senatsurteile vom 16. Juni 1982 - IVb ZR 720/80 - FamRZ 1982, 917; vom 7. November 1990 aaO.;… Münch-Komm/Schwimann aaO. Art. 19 EGBGB Rdn. 9, 43;… MünchKomm/Sonnenberger aaO. Art. 220 EGBGB Rdn. 13;… Palandt/Heldrich aaO. Art. 220 EGBGB Rdn. 4; Henrich, Internationales Familienrecht S. 182; derselbe IPrax 1993, 392;… v. Bar, Internationales Privatrecht 1991 Bd. II Rdn. 307, 309;… Beitzke aaO. S. 478;… a.A. Ferid, Internationales Privatrecht 3. Aufl. S. 330, 8 - 245).
Verfassungsrechtliche Bedenken hiergegen bestehen nicht (…BGHZ 75 aaO. S. 35, 36;… Senatsurteile vom 16. Juni 1982 aaO. und vom 7. November 1990 aaO.).
Rechtsunkenntnis hindert nicht den Lauf der Anfechtungsfrist (BGH, FamRZ 1991, 325).
Wurde er indes hinsichtlich der Vaterschaft zutreffend von der bestehenden Rechtslage in Kenntnis gesetzt, liegt ein Fall höherer Gewalt deswegen nicht vor, weil er sich im Hinblick auf die Ausführungen des Amtsgerichts im Scheidungsurteil zur Abstammung des Kindes bei seiner bisherigen Prozessbevollmächtigten oder einem anderen Rechtsanwalt über etwaige Widersprüche hätte informieren müssen (vgl. BGH FamRZ 1991, 325, 327).
Darunter sind alle unwandelbar angeknüpften Rechtsverhältnisse, deren Anknüpfungstatbestand sich vor diesem Stichtag verwirklicht hat, zu verstehen (BGH, NJW 1993, 2305; NJW-RR 1991, 386).
Die Regelung ist auch mit der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) und dem Grundgesetz vereinbar, weil die Einführung von Fristen für die Vaterschaftsanfechtungsklage vor dem Hintergrund der durch sie geschaffenen Rechtssicherheit und des Schutzes der Interessen des Kindes gerechtfertigt und erforderlich ist (vgl. EuGH NJW 1986, 2176, 2177; BverfG NJW 1975, 208; BGH FamRZ 1991, 325).
OLG Hamburg, 22.07.2011 - 12 UF 61/08
Abstammung: Anfechtung der Vaterschaft nach ghanaischem Recht
Unter diesen Voraussetzungen beginnt die Frist des § 1600 b Abs. 1 BGB auch dann, wenn der Ehemann der Kindesmutter infolge von Rechtsunkenntnis angenommen hat, das Kind gelte auch ohne Anfechtung der Ehelichkeit als nichtehelich (vgl. BGH FamRZ 1991, 325 m.w.N.).