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Timestamp: 2020-02-24 09:10:22
Document Index: 226539896

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 8', '§ 7', '§ 15', '§ 7', '§ 8']

BFH, 09.04.1981 - IV R 178/80 - dejure.org
https://dejure.org/1981,418
BFH, 09.04.1981 - IV R 178/80 (https://dejure.org/1981,418)
BFH, Entscheidung vom 09.04.1981 - IV R 178/80 (https://dejure.org/1981,418)
BFH, Entscheidung vom 09. April 1981 - IV R 178/80 (https://dejure.org/1981,418)
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GewStG § 7, § 8 Nr. 1
Zinsen - Darlehn - Erwerb eines Mitunternehmeranteils - Gewerbeertrag
Schulden, die im Zusammenhang mit dem Erwerb eines Mitunternehmeranteils stehen, sind Dauerschulden unabhängig davon, ob sie der nicht nur vorübergehenden Verstärkung des Betriebskapitals dienen oder nicht
BFHE 133, 293
BStBl II 1981, 621
(2) Der früher vom Reichsfinanzhof (RFH) vertretenen Auffassung, nach der gewerbesteuerrechtlich dem Gewerbeertrag einer Personengesellschaft nur solche Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben zuzuordnen seien, die die Personengesellschaft berührten, während Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben, die einen Gesellschafter beträfen, beim Gewerbeertrag der Personengesellschaft außer Betracht zu lassen seien (vgl. z.B. RFH-Urteil vom 10. Januar 1940 VI 704/39, RStBl 1940, 134), ist der BFH nicht gefolgt (vgl. BFH-Urteil vom 9. April 1981 IV R 178/80, BFHE 133, 293, BStBl II 1981, 621).
Im Einklang damit hat der BFH in dem Urteil in BFHE 133, 293, BStBl II 1981, 621 bereits entschieden, dass Zinsen, die ein Gesellschafter für ein Darlehen aufwendet, welches er zum Erwerb eines dem Sonderbetriebsvermögen II zuzurechnenden Gesellschaftsanteils aufgenommen hat, nach § 7 GewStG den Gewerbeertrag der Personengesellschaft mindern.
Da sich aus dem Wortlaut der Vorschrift nicht ergibt, dass im Falle einer Mitunternehmerschaft Schuldentgelte von der Gesellschaft selbst geleistet werden müssen (vgl. BFH-Urteil vom 9. April 1981 IV R 178/80, BFHE 133, 293, BStBl II 1981, 621), und die Beteiligten diesen Punkt im Revisionsverfahren nicht beanstanden, sieht der Senat von weiteren Ausführungen ab.
Eine derartige Verbindlichkeit gehört, solange die Mitunternehmerstellung andauert, zum negativen Sonderbetriebsvermögen des Gesellschafters; die hierfür gezahlten Zinsen sind Sonderbetriebsausgaben (BFH-Urteile vom 6. Juli 1966 VI 124/65, BFHE 86, 578, BStBl III 1966, 584; vom 9. April 1981 IV R 178/80, BFHE 133, 293, 295, BStBl II 1981, 261).
In seinem Urteil vom 9. April 1981 IV R 178/80 (BFHE 133, 293, 295, BStBl II 1981, 621) ist der IV. Senat des BFH jedoch dem Urteil des RFH in RStBl 1940, 134 ausdrücklich nicht gefolgt: Für die Bestimmung dessen, was bei einer Personengesellschaft als Gewinn die Besteuerungsgrundlage bei der Gewerbesteuer bilde, seien keine anderen Grundsätze anzuwenden als bei der Besteuerung des Einkommens.
a) Sonderbetriebsausgaben von Gesellschaftern einer Personengesellschaft sind nach ständiger Rechtsprechung in die Gewinnermittlung der Personengesellschaft nach § 15 Abs. 1 Nr. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) einzubeziehen (vgl. z. B. Urteile des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 9. April 1981 IV R 178/80, BFHE 133, 293, 295, BStBl II 1981, 621, und vom 19. Mai 1983 IV R 138/79, BFHE 138, 248, BStBl II 1983, 380).
Der BFH hat deshalb Zinsen für ein Darlehen, das ein Steuerpflichtiger zur Finanzierung des Erwerbs der Beteiligung an einer Personengesellschaft aufgenommen hat, als Sonderbetriebsausgaben angesehen, die in die Ermittlung des Gewinns der Personengesellschaft einzubeziehen sind (BFH-Urteile vom 30. Juni 1966 VI 273/65, BFHE 86, 576, BStBl III 1966, 582, und vom 9. April 1981 IV R 178/80, BFHE 133, 293, BStBl II 1981, 621).
Die nicht unproblematische Einbeziehung der im Zusammenhang mit dem Sonderbetriebsvermögen II stehenden Erträge und Aufwendungen (…vgl. dazu Knobbe-Keuk, a. a. O., S. 619 f.) kann formal durch den Wortlaut des § 7 GewStG sowie das Fehlen einer Vorschrift gerechtfertigt werden, die insoweit Hinzurechnungen und Kürzungen anordnet (vgl. BFH-Urteil vom 9. April 1981 IV R 178/80, BFHE 133, 293, BStBl II 1981, 621).
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