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Timestamp: 2016-10-26 11:19:20
Document Index: 119624440

Matched Legal Cases: ['Art. 321', 'Art. 18', 'Art. 321', 'Art. 321', 'Art. 321', 'Art. 321', 'Art. 321', 'Art. 321', 'BGE', 'BGE', 'Art. 321', 'Art. 321', 'Art. 341', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 18', 'Art. 63', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 321', 'Art. 341', 'Art. 321', 'Art. 321', 'Art. 321']

4C.110/2000 (09.10.2000)
A.________, Kl�gerin und Berufungskl�gerin, vertreten durch Rechtsanwalt Leo R. Gehrer, Pestalozzistrasse 2, 9000 St. Gallen,
Verein X.________, Beklagten und Berufungsbeklagten, vertreten durch Rechtsanw�ltin Hannelore Fuchs, Oberer Graben 44, 9000 St. Gallen,
A.- Mit Arbeitsvertrag vom 10. Juli 1996 wurde A.________ vom Verein X.________ angestellt. Die Anstellung war vom 1. Oktober 1996 bis zum 30. Juni 1997 befristet. Der Besch�ftigungsgrad betrug 50% bei einem Jahresgehalt von Fr.
47'647. 25. Gem�ss Stellenbeschreibung war A.________ mit der Projektleitung "Hotelwerkstatt" betraut. Ihre Aufgabe bestand darin, die Inbetriebnahme eines Hotels vorzubereiten, welches durch behinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gef�hrt wird. Am 26. Juni 1997 vereinbarten die Parteien in einem neuen Arbeitsvertrag, das Arbeitsverh�ltnis vom 1. Juli 1997 bis zum 30. November 1997 mit einem Besch�ftigungsgrad von 60% und einem Jahresgehalt von Fr. 58'290. 55 weiterzuf�hren. Im gleichen Vertrag war die unbefristete Anstellung von A.________ ab dem 1. Dezember 1997 mit einem Besch�ftigungsgrad von 100% vorgesehen. In beiden Arbeitsvertr�gen wurde eine 42-Stunden-Woche (f�r 100%) vereinbart.
Beide Vertr�ge enthielten zudem die Klausel: "�berstunden sind nur in Absprache mit dem Pr�sidenten zu leisten".
Nachdem A.________ ihren Arbeitgeber mit Schreiben vom 5. November 1997 um einen L�sungsvorschlag f�r ihren "Ferienanspruch und die geleisteten und noch zu leistenden �berzeiten" ersucht hatte, legte sie ihm im Januar 1998 die Berechnung einer Entsch�digung f�r geleistete �berstunden und nicht bezogene Ferien und Feiertage vor. Insgesamt machte sie ein Bruttoguthaben von Fr. 39'435. 74 aus beiden befristeten Arbeitsverh�ltnissen geltend. Die Parteien gelangten in der Folge zu keiner Einigung.
Mit dieser forderte sie die Bezahlung von Fr. 31'840. 24 nebst Zins. Eventualiter verlangte sie die Bezahlung von Fr. 26'090. 70 nebst Zins und die Gew�hrung eines zus�tzlichen Ferienanspruchs von 186, 38 Arbeitsstunden. Subeventualiter forderte die Kl�gerin die Bezahlung von Fr. 23'675. 67 nebst Zins und die Gew�hrung eines Ferien- und Freizeitanspruches von 241, 51 Arbeitsstunden. Das Bezirksgericht St.
Gallen hiess mit Urteil vom 15. M�rz 1999 die Klage im Umfang von Fr. 26'090. 70 nebst Zins gut und gew�hrte der Kl�gerin einen zus�tzlichen Ferienanspruch von 131, 25 Arbeitsstunden.
Auf kantonale Berufung des Beklagten hin reduzierte das Kantonsgericht St. Gallen mit Entscheid vom 13. Januar 2000 den zugesprochenen Betrag auf Fr. 5'749. 55 nebst Zins f�r nicht bezogene Ferien und wies die weitergehenden Forderungen ab. Zur Begr�ndung f�hrte es an, die Kl�gerin habe nicht bewiesen, dass entsch�digungspflichtige �berstunden vorl�gen.
C.- Gegen dieses Urteil gelangt die Kl�gerin mit Berufung ans Bundesgericht und verlangt im Wesentlichen dessen Aufhebung und R�ckweisung der Sache an die Vorinstanz. Eventualiter beantragt sie, den Beklagten, zus�tzlich zum bereits vom Kantonsgericht zugesprochenen Betrag, zur Bezahlung von Fr. 26'090. 70 zu verpflichten. Der Beklagte verlangt die Abweisung der Berufung.
1.- Die Parteien sind sich in der Frage uneinig, ob die von der Kl�gerin �ber die vereinbarte Arbeitszeit hinaus erbrachte Arbeit zu entsch�digen sei. Nach Ansicht der Kl�gerin handelt es sich dabei einerseits um zu entsch�digende �berstunden, andererseits um ebenfalls entsch�digungspflichtige Arbeit an Feiertagen. Der Beklagte bestreitet beide Anspr�che.
Demgegen�ber wurde die Entsch�digung f�r die nicht bezogenen Ferien nicht angefochten, so dass die Ziffer 1 Abs. 1 des Dispositivs des Urteils des Kantonsgerichts in Rechtskraft erwachsen ist.
Das Kantonsgericht wies die eingeklagte Forderung haupts�chlich mit dem Argument ab, es sei arbeitsvertraglich vereinbart worden, dass �berstunden nur im Einverst�ndnis mit dem Pr�sidenten des Beklagten zu leisten seien. Die erbrachte Mehrarbeit sei aber vom Pr�sidenten weder angeordnet noch nachtr�glich genehmigt worden. Die entsprechende Mehrleistung sei daher nicht zu entsch�digen. Dem f�r die Arbeit an Feiertagen geltend gemachten Anspruch komme keine selbst�ndige Bedeutung zu, vielmehr handle es sich auch diesbez�glich um freiwillig geleistete, und damit nicht entsch�digungspflichtige �berstunden. Die Kl�gerin sieht darin eine Verletzung der Bestimmungen �ber die �berstunden (Art. 321c OR) und die Auslegung von Vertr�gen (Art. 18 OR). Im Rahmen dieser Rechtsverletzungen r�gt sie auch mehrfach eine unvollst�ndige Sachverhaltsfeststellung. Sie macht damit zul�ssige R�gen geltend und auf die Berufung ist einzutreten.
Nicht eingetreten werden kann auf die kl�gerischen Ausf�hrungen, soweit sie sich in der Kritik an der Beweisw�rdigung der Vorinstanz ersch�pfen.
2.- Gem�ss Art. 321c OR ist ein Arbeitnehmer verpflichtet, gegen�ber dem vereinbarten zeitlichen Umfang Mehrarbeit zu leisten, sofern sich dies als notwendig erweist, der Arbeitnehmer dazu in der Lage ist und ihm dies zugemutet werden kann. Soweit nichts anderes schriftlich vereinbart oder durch einen Gesamtarbeitsvertrag oder einen Normalarbeitsvertrag bestimmt wird, ist f�r diese �berstunden Lohn zu entrichten, der sich nach dem Normallohn samt einem Zuschlag von mindestens einem Viertel bemisst (Art. 321c Abs. 3 OR).
Allerdings k�nnen im gegenseitigen Einverst�ndnis statt der Bezahlung der �berstunden diese auch durch Bezug von Freizeit in mindestens gleichem Umfang abgegolten werden (Art. 321c Abs. 2 OR).
a) aa) Macht ein Arbeitnehmer eine �berstundenentsch�digung geltend, so hat er zu beweisen, dass er �berstunden geleistet hat. Dabei reicht der Nachweis, die entsprechende Arbeit erbracht zu haben, nicht aus. Vielmehr muss bewiesen werden, dass es sich um �berstunden im Sinne von Art. 321c OR gehandelt hat, die Mehrleistung also notwendig war. Hat der Arbeitgeber die Mehrleistung angeordnet, so kann er sich nicht mehr mit dem Argument, die Leistung sei nicht notwendig gewesen, von der Pflicht, die �berstunden zu entsch�digen, befreien. Es gen�gt daher nachzuweisen, dass die Mehrleistung angeordnet war. Der f�rmlichen Anordnung der �berstunden wird gleichgesetzt, wenn der Arbeitgeber von ihrer Erbringung Kenntnis hatte, jedoch dagegen nicht einschreitet (Streiff/von Kaenel, Arbeitsvertrag, N 10 zu Art. 321c OR; Staehelin, Z�rcher Kommentar, N 13 f. zu Art. 321c OR; Vischer, Der Arbeitsvertrag, SPR Bd. VII/1, III, S. 73 ff.). Keine �berstunden sind Mehrleistungen des Arbeitnehmers, welche gegen den Willen des Arbeitgebers erbracht worden sind. Ebensowenig liegen �berstunden vor, wenn der Arbeitgeber keine Kenntnis davon haben konnte, dass der Arbeitnehmer die Initiative zur Leistung der �berstunden selber ergriffen hat (BGE 116 II 69 E. 4b S. 71). Bei leitenden Angestellten ist zu pr�fen, ob es sich nach den konkreten vertraglichen Vereinbarungen �berhaupt um eine Mehrleistung handelt, oder ob die vom Arbeitnehmer zu erbringende Leistung nicht vielmehr auch eine �ber das �bliche hinausgehende Stundenbelastung einschliesst, welche durch den entsprechenden Lohn bereits abgegolten ist. Auch bei leitenden Angestellten sind indessen �berstunden zu entsch�digen, wenn im Arbeitsvertrag die w�chentliche Arbeitszeit festgelegt und eine �berstundenentsch�digung nicht schriftlich wegbedungen worden ist (BGE vom 6.2.1997 in JAR 1998, S. 145 f.).
bb) Die Pflicht zur Leistung von �berstunden ist im Gesetz absolut zwingend ausgestaltet (Art. 321c Abs. 1 OR).
In Bezug auf den Ausgleich und die Entsch�digung dieser Leistung k�nnen die Parteien eine von der gesetzlichen Ordnung abweichende Vereinbarung schliessen. Diese bedarf jedoch der Schriftlichkeit, soweit sie die Entsch�digung betrifft (Art. 321c Abs. 3 OR). Vertraglich kann allerdings nur die Entsch�digung f�r k�nftige �berstunden wegbedungen werden. Soweit die �berstunden bereits geleistet worden sind und der entsprechende Lohnanspruch deshalb schon entstanden ist, kann w�hrend der Dauer des Arbeitsverh�ltnisses und w�hrend eines Monats nach dessen Beendigung darauf nicht verzichtet werden (Art. 341 Abs. 1 OR; BGE 124 III 469 E. 3a S. 473).
cc) Die Kl�gerin beruft sich neben Bestimmungen des Obligationenrechts auch auf Normen der Verordnung �ber den Normalarbeitsvertrag f�r die Erzieher in Heimen und Internaten (SR 221. 215.324. 1; NAV). Art. 8 NAV regelt neben der Arbeitszeit auch die �berstunden, wobei gewisse Abweichungen gegen�ber dem Obligationenrecht bez�glich der Leistungspflicht vorgesehen sind. �berdies wird die Frage geregelt, in welchem Zeitraum die �berstunden durch Freizeit auszugleichen sind. Inwiefern die Abweichungen vom Obligationenrecht bez�glich der Pflicht, �berstunden zu leisten, �berhaupt zul�ssig sind, erscheint fraglich, ist vorliegend jedoch nicht zu entscheiden. Zur hier massgebenden Frage, unter welchen Voraussetzungen eine Mehrleistung zu verg�ten ist, �ussert sich die Bestimmung nicht. Damit kann auch offen bleiben, ob die Kl�gerin aufgrund ihrer Arbeit �berhaupt in den Anwendungsbereich des genannten NAV f�llt.
b) aa) Gem�ss der Stellenbeschreibung und der tats�chlichen T�tigkeit der Kl�gerin handelte es sich bei dieser, wie das Kantonsgericht richtig festh�lt, um eine leitende Angestellte. Im Arbeitsvertrag wurde allerdings die zu erbringende Arbeitszeit festgelegt. Diese betrug bei einem Besch�ftigungsgrad von 100% w�chentlich 42 Stunden. Der blosse Umstand, dass es sich bei der Kl�gerin um eine leitende Angestellte handelte, steht dem Anspruch auf eine Entsch�digung der geleisteten �berstunden somit nicht entgegen.
bb) Das Kantonsgericht hat die Forderung der Kl�gerin auch nicht aus diesem Grund abgewiesen. Vielmehr stellte es auf die im Arbeitsvertrag vereinbarte �berstundenregelung ab. Diese Vereinbarung sei "so zu verstehen, dass nur �berstunden, die in Absprache mit dem Pr�sidenten geleistet wurden, zu entsch�digen" seien. Damit sei die Kompetenz zur Anordnung von �berstunden klar geregelt gewesen. Die geltend gemachten �berstunden seien aber vom Pr�sidenten weder angeordnet noch genehmigt worden, eine Entsch�digung sei daher vertraglich wegbedungen. Der Arbeitsvertrag sei von der Kl�gerin unterschrieben, so dass die Schriftform gewahrt sei.
Mit Blick auf diese klare vertragliche Regelung komme dem Umstand keine Bedeutung zu, dass regelm�ssig Arbeitsrapporte abgeliefert worden seien, aus denen die Mehrleistung ersichtlich gewesen sei.
Die Kl�gerin macht demgegen�ber geltend, diese Vereinbarung k�nne nur dahingehend verstanden werden, dass sie nicht von sich aus �berstunden machen m�sse, sondern nur dazu verpflichtet sei, wenn der Pr�sident dies anordne. Die Vereinbarung sage aber nichts dar�ber aus, ob und gegebenenfalls unter welchen Voraussetzungen die �berstunden zu entsch�digen seien. Ebensowenig enthalte diese Vereinbarung eine Aussage dazu, wie �berstunden zu behandeln seien, welche zwar nicht vom Pr�sidenten angeordnet, aber dennoch von der Kl�gerin geleistet und regelm�ssig einem Vorstandsmitglied des Beklagten gemeldet worden seien. Entscheidend ist somit die Auslegung der vertraglichen Vereinbarung.
3.- Ein Vertrag ist in erster Linie nach dem �bereinstimmenden wirklichen Willen der Parteien auszulegen. Das Gericht hat deshalb in einem ersten Schritt nach dem tats�chlichen Willen beider Parteien zu forschen (Art. 18 Abs. 1 OR). Das Ergebnis ist in einer Sachverhaltsfeststellung festzuhalten, an die das Bundesgericht im Berufungsverfahren gebunden ist (Art. 63 Abs. 2 OG). L�sst sich so kein eindeutiger Wille der Parteien ermitteln oder stellt das Gericht fest, dass eine Partei die �usserung der anderen nicht in dem Sinne verstanden hat, wie sie von dieser gemeint war, so untersucht das Gericht, welchen Sinn die Parteien der Erkl�rung der Gegenpartei nach Treu und Glauben aufgrund der gesamten Umst�nde geben durften und mussten (BGE 125 III 435 E. 2a/aa S. 436 f.; 122 III 106 E. 5a S. 108 f.). Dabei handelt es sich um eine Rechtsfrage, die das Bundesgericht im Berufungsverfahren �berpr�fen kann.
a) Vorliegend hat das Kantonsgericht keinen tats�chlichen Willen der Parteien festgestellt, sondern die Vertragsvereinbarung nach Treu und Glauben ausgelegt. Das Bundesgericht kann somit die Vertragsauslegung �berpr�fen.
Bez�glich des Wortlauts der Klausel, der Umst�nde, unter denen sie abgeschlossen worden ist, sowie der Art, wie die Parteien sie in der vertraglichen Praxis angewendet haben, ist das Bundesgericht indessen an die tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz gebunden.
"Arbeitszeit:Die Arbeitszeit betr�gt 42 Stunden pro Woche.
�berstunden sind nur in Absprache mit dem
Pr�sidenten zu leisten.. "
Der Arbeitsvertrag wurde wegen �nderungen des Besch�ftigungsgrades bzw. der Besch�ftigungsdauer neu gefasst, allerdings ohne Modifikation dieser Klausel. Die Kl�gerin hat der Kassierin des Arbeitgebers, die Mitglied dessen Vorstandes war, regelm�ssig Arbeitsrapporte �bergeben. Aus diesen Rapporten war die Mehrleistung der Kl�gerin ersichtlich.
Offenbar haben w�hrend der Dauer des Arbeitsverh�ltnisses mehrfach Diskussionen �ber diese �berstunden stattgefunden.
Die Kl�gerin schrieb der Kassierin in einer Notiz folgendes:
"Wenn ich die �berzeiten nicht kompensieren kann (...), lassen wir es, keine Mehrkosten. Ist f�r Dich auch ok?". Ob die Kassierin den Pr�sidenten �ber die �berstunden informiert hat und die Kl�gerin bez�glich der �berstunden auf die vertragliche Vereinbarung verwiesen hat, ist nicht bekannt.
c) Zu Recht weist die Kl�gerin darauf hin, dass sich aus dem Wortlaut der genannten Vertragsklausel nichts �ber die Entsch�digung der �berstunden ergibt. Vielmehr zeigt die Vertragsklausel, dass beide Parteien mit der Notwendigkeit von �berstunden gerechnet haben und diese nicht bereits mit dem Lohn abgegolten waren. Es kann daher dem Kantonsgericht nicht gefolgt werden, wenn es die Klausel im Sinne eines teilweisen Verzichts auf die Entsch�digung der �berstunden verstanden haben will.
d) Der Vereinbarung ist indessen zu entnehmen, dass die Kl�gerin nicht berechtigt war, selbst�ndig zu entscheiden, ob �berstunden notwendig seien oder nicht. Die offensichtlich sehr freie Arbeitszeiteinteilung spricht daf�r, dass es im Gegenteil zu den Aufgaben der Kl�gerin geh�rte, ihre Arbeit so einzuteilen, dass sie mit der vorgegebenen Zeit per Saldo auskam. Erkennt die Arbeitnehmerin, dass dies nicht m�glich ist, so hat sie ihren Arbeitgeber dar�ber zu informieren, damit dieser die notwendigen Vorkehren treffen kann. Dies hat die Kl�gerin nach den tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz gemacht. Sie hat regelm�ssig ihre Arbeitsrapporte, aus denen die geleisteten �berstunden ersichtlich waren, der Kassierin �bergeben. Diese hat die Rapporte offensichtlich auch zur Kenntnis genommen, andernfalls w�re das genannte Schreiben der Kl�gerin an die Kassierin nicht erkl�rbar. Reagiert der Arbeitgeber nicht auf diese Mitteilungen, so darf die Arbeitnehmerin dies als nachtr�gliche Genehmigung der �berstunden verstehen. �berdies darf sie f�r die Zukunft annehmen, dass bez�glich der �berstunden gleich vorgegangen werde wie in der Vergangenheit. Das Dulden einer vom schriftlichen Vertrag abweichenden betrieblichen Praxis f�hrt somit zu einer Vertrags�nderung.
e) Es stellt sich freilich die Frage, ob die genannte Vertragsklausel dahingehend zu verstehen ist, dass einzig der Pr�sident des Arbeitgebers �ber allf�llig zu leistende �berstunden entscheidet. Im Weiteren ist fraglich, ob nur er die betriebliche Praxis bestimmen, sowie den Vertrag �ndern kann.
Wer beim Arbeitgeber f�r bestimmte Weisungen zust�ndig ist, geh�rt zu dessen innerer Organisation. In einem Arbeitsvertrag organisatorische Zust�ndigkeiten mit bindender Wirkung zu vereinbaren, ist weder �blich noch sinnvoll.
Solche Regeln in Arbeitsvertr�gen sind regelm�ssig nicht als vertragliche Klauseln sondern bloss als einseitige Hinweise zu verstehen, welche jederzeit durch den Arbeitgeber abge�ndert werden k�nnen. Weicht der Arbeitgeber in der betrieblichen Praxis von solchen Klauseln ab, kann er sich jedoch sp�ter nicht mehr auf die im Vertrag genannte Zust�ndigkeit berufen. Die Arbeitnehmerin braucht sich grunds�tzlich nicht darum zu k�mmern, wer innerhalb des Betriebes f�r die �nderung der Organisation verantwortlich ist. Es gen�gt, dass eine ihr vorgesetzte Person die entsprechenden Arbeitgeberfunktionen wahrnimmt und die Arbeitnehmerin nach den gesamten Umst�nden nicht darauf schliessen muss, diese Weisungen widerspr�chen dem Willen des Arbeitgebers.
Vorliegend hat die Kl�gerin der Kassierin die Leistung der �berstunden regelm�ssig mitgeteilt. Es haben offenbar zwischen den genannten Personen auch Diskussionen �ber diese Mehrleistungen und deren Ausgleich stattgefunden. Die Kassierin war gleichzeitig ein Vorstandsmitglied des Beklagten.
Nach der Vereinsversammlung ist der Vorstand das h�chste Organ des Vereins. Insofern kommt den Vorstandsmitgliedern, welche �berdies offenbar auch aktiv in der Organisation des Betriebes mitwirken, eine Arbeitgeberfunktion zu.
Die Kl�gerin durfte sich deshalb darauf verlassen, dass es gen�ge, wenn der Kassierin die �berstunden mitgeteilt wurden und sie diese stillschweigend genehmigte. Ob der Kassierin eine Vertretungsmacht nach aussen zukam, ist dabei ohne Bedeutung.
Es handelt sich um ein Vorgehen innerhalb des Vereins und insoweit nicht um Handlungen gegen�ber Aussenstehenden.
Entsprechend ist es auch ohne Bedeutung, dass die Vorinstanz keine Feststellungen �ber die Vertretungsmacht der Kassierin getroffen hat.
Es ergibt sich somit, dass die Mehrleistung der Kl�gerin als vom Arbeitgeber im Nachhinein durch Stillschweigen genehmigt und grunds�tzlich entsch�digungspflichtig anzusehen ist.
4.- Das Kantonsgericht h�lt fest, die Kl�gerin habe in einer Notiz gegen�ber der Kassierin erkl�rt, wenn sie die �berstunden nicht kompensieren k�nne, so mache sie keine Entsch�digung geltend. Es fragt sich, ob darin ein Verzicht auf die Entsch�digung f�r die erbrachte Mehrleistung zu erblicken ist.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist ein Verzicht auf eine bereits entstandene Forderung aus �berstunden w�hrend der Dauer des Arbeitsverh�ltnisses und eines Monats nach dessen Beendigung nicht m�glich (BGE 124 III 469 E. 3 S. 473). Demgegen�ber ist es zul�ssig, mit einer schriftlichen Vereinbarung auf die Entsch�digung der zuk�nftig zu leistenden �berstunden zu verzichten.
Dem genannten Schreiben kann somit nicht die Wirkung zukommen, dass die in jenem Zeitpunkt bereits geleisteten �berstunden nicht zu entsch�digen w�ren. Demgegen�ber k�nnte es einen Verzicht auf die Entsch�digung von k�nftigen �berstunden beinhalten. Das Kantonsgericht hat es allerdings unterlassen, Feststellungen zur Ermittlung des wirklichen Willens der Parteien in Bezug auf dieses Schreiben zu treffen.
Da das Fehlen eines �bereinstimmenden wirklichen Parteiwillens nicht festgestellt wurde, konnte auch keine Auslegung nach dem Vertrauensprinzip erfolgen. Die Sache ist daher an die Vorinstanz zur�ckzuweisen, damit sie die notwendigen Feststellungen zur Ermittlung des tats�chlichen Parteiwillens treffen kann (BGE 121 III 118 E. 4b S. 123 f.). Kann ein solcher nicht festgestellt werden, so ist das erw�hnte Schreiben nach dem Vertrauensprinzip auszulegen.
5.- Der Beklagte macht in seiner Berufungsantwort im Weiteren wie bereits vor den kantonalen Instanzen geltend, es widerspreche Treu und Glauben, wenn die Kl�gerin �ber Jahre die Entsch�digung der Mehrarbeit nicht gefordert habe und diese erst einverlange, nachdem zwischen den Parteien Spannungen aufgetreten seien.
Auch die Geltendmachung der �berstundenentsch�digung ist an die Schranke des Rechtsmissbrauchsverbots bzw.
des Gebots von Treu und Glauben gebunden. Das blosse Zuwarten mit der Geltendmachung eines Anspruchs ist indessen nach konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts kein Rechtsmissbrauch (BGE 125 I 14 E. 3g S. 19; 110 II 273 E. 2 S. 275; 105 II 39 E. b S. 42). Generell darf innerhalb der Verj�hrungsfrist die Verwirkung des Anspruches wegen rechtsmissbr�uchlicher Verz�gerung der Geltendmachung nur mit grosser Zur�ckhaltung angenommen werden (BGE 94 II 37 E. 6b S. 41). Zum Zeitablauf hinzu m�ssen weitere Umst�nde treten, welche die Rechtsaus�bung mit der fr�heren Unt�tigkeit des Berechtigten in einem unvereinbaren Widerspruch erscheinen lassen (BGE 125 I 14 E. 3g S. 19; 124 II 436 E. 10e/dd S. 453; 116 II 428 E. 2 S. 431). Dieser Auffassung hat sich auch die Lehre angeschlossen (Streiff/von Kaenel; a.a.O., N 10 zu Art. 321c OR; Staehelin, a.a.O., N 20 zu Art. 341 OR; Rehbinder, Berner Kommentar, N 11 zu Art. 321c OR; Brunner/B�hler/Waeber, Kommentar zum Arbeitsvertragsrecht, 2. Aufl. , N. 12 zu Art. 321c OR; Br�hwiler, Kommentar zum Einzelarbeitsvertrag, 1996, N 12d zu Art. 321c OR).
Auch im vorliegenden Fall kann sich daher aus dem blossen Zeitpunkt der Geltendmachung kein Rechtsmissbrauch ergeben. Es stellt sich h�chstens die Frage, ob aufgrund des genannten Schreibens an die Kassierin und m�glicherweise weiterer im kantonalen Verfahren vorgetragener Umst�nde der Beklagte nach Treu und Glauben damit rechnen durfte, auch die Kl�gerin sei der Meinung, die k�nftigen �berstunden seien nicht zu entsch�digen. Diese Frage f�llt jedoch im Wesentlichen mit der bereits behandelten zusammen, ob das genannte Schreiben als g�ltiger Verzicht auf die �berstundenentsch�digung anzusehen ist oder nicht.
6.- Die Kl�gerin macht weiter geltend, sie habe an Feiertagen gearbeitet und es stehe ihr daf�r eine Entsch�digung zu. Das Kantonsgericht hat diesen Anspruch mit der Begr�ndung abgewiesen, dass es sich bei der Arbeit an Feiertagen ebenso wie bei den �berstunden zwar um eine Mehrleistung handle, diese aber nach Vertrag nicht zu entsch�digen sei, sofern keine Anordnung des Pr�sidenten vorliege. Nachdem sich diese Argumentation bei den �berstunden als haltlos erwiesen hat, kann sie auch f�r Arbeitsleistungen an Feiertagen keinen Bestand haben. Hingegen ist diesbez�glich abzukl�ren, ob es sich gegen�ber dem vertraglich vereinbarten Arbeitsumfang um eine Mehrleistung gehandelt hat, welche grunds�tzlich zu entsch�digen ist, oder ob die Kl�gerin bloss die geschuldete Arbeitsleistung zu einem anderen Zeitpunkt als dem �blichen geleistet hat, wozu sie mit Blick auf ihre freie Stundeneinteilung berechtigt war. Ob es sich tats�chlich um eine Mehrleistung handelt, wie dies die Kl�gerin behauptet, hat die Vorinstanz nicht gekl�rt. Die Sachverhaltsfeststellungen sind auch in diesem Bereich unvollst�ndig und von der Vorinstanz zu erg�nzen.
7.- Die Berufung erweist sich somit als weitgehend begr�ndet und der angefochtene Entscheid ist aufzuheben. Das Kantonsgericht wird zu pr�fen haben, ob im Schreiben der Kl�gerin an die Kassierin ein Verzicht auf k�nftige �berstunden zu erblicken ist. Sie wird diesfalls zu pr�fen haben, ob die Kl�gerin bis zu jenem Zeitpunkt �berstunden geleistet hat, welche zu entsch�digen sind. Falls im genannten Schreiben keine entsprechende Vereinbarung erblickt werden kann, hat die Vorinstanz auch die nach diesem Zeitpunkt erfolgten �berstunden festzustellen. Dabei hat sie bei der tats�chlich geleisteten Arbeitszeit auch jene Stunden zu ber�cksichtigen, welche die Kl�gerin an Feiertagen geleistet hat. Demgegen�ber sind die auf diese Tage entfallenden Arbeitszeiten bei der Sollarbeitszeit nicht mitzuz�hlen.
8.- Der Streitwert �bersteigt Fr. 20'000.--, so dass es sich nicht um ein unentgeltliches Verfahren handelt. Ob die Kl�gerin allerdings mit ihrer Klage durchdringen wird, h�ngt von den von der Vorinstanz durchzuf�hrenden zus�tzlichen Abkl�rungen und deren neuen Entscheidung ab. Aufgrund des ungewissen Verfahrensausganges rechtfertigt es sich, den Parteien die Gerichtskosten je zur H�lfte zu �berbinden und die Parteikosten wettzuschlagen.
1.- Die Berufung wird teilweise gutgeheissen. Das Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen (III. Zivilkammer) vom 13. Januar 2000 wird mit Ausnahme von Ziff. 1 Abs. 1 aufgehoben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.