Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%20197/98
Timestamp: 2019-11-15 12:35:24
Document Index: 268104050

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 705', '§ 273', '§ 242', '§ 242', '§ 705', 'BGH', '§ 242', '§ 242', 'BGH', 'BGH', '§ 242', '§ 242', '§ 242', '§ 242', '§ 242', 'BGH', 'BGH', '§ 242', '§ 242', '§ 242', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 273', '§ 242', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 242']

BGH, 08.11.1999 - II ZR 197/98 - dejure.org
https://dejure.org/1999,717
BGH, 08.11.1999 - II ZR 197/98 (https://dejure.org/1999,717)
BGH, Entscheidung vom 08.11.1999 - II ZR 197/98 (https://dejure.org/1999,717)
BGH, Entscheidung vom 08. November 1999 - II ZR 197/98 (https://dejure.org/1999,717)
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Eigenmächtige Entnahme der Mieterträge
§§ 705 ff, 721 BGB, BGB-Gesellschaft, actio pro socio;
§ 273, § 242 BGB
Gesellschaft bürgerlichen Rechts - Gesellschafter - Actio pro socio - Rückzahlung - Beweislast - Darlegungslast
Unzulässigkeit des Einwands eigenmächtiger Entnahme durch klagenden Gesellschafter bei actio pro socio wegen unberechtigter Auszahlung
Zur Frage der Beweislast bei einer Sozialklage des BGBGesellschafters auf Rückzahlung angeblich eigenmächtiger Entnahmen des anderen Gesellschafters; kein Einwand des Rechtsmißbrauchs, wenn der Kläger selbst gleichartigen Sozialansprüchen ausgesetzt ist
BGB §§ 242, 705, 721
Actio pro socio, Darlegungs- und Beweislast, Gewinnentnahmen
Beweislast eines Gesellschafters bei Entnahme
BGB §§ 705, 721, 242
NJW 2000, 505
ZIP 2000, 136
MDR 2000, 167
DNotZ 2000, 524
WM 2000, 33
BB 2000, 58
DB 2000, 38
NZG 2000, 199
Die Verletzung eigener Pflichten durch den Gläubiger führt grundsätzlich nur zu Gegenansprüchen des Schuldners und hindert den Gläubiger grundsätzlich nicht an der Geltendmachung seines Anspruchs (BGH, Urteil vom 26. November 2004 - V ZR 90/04, NJW-RR 2005, 743, 745; Urteil vom 8. November 1999 - II ZR 197/98, NJW 2000, 505, 506; BAG, DB 1974, 2355, 2357 f.;… Palandt/Grüneberg, BGB, 72. Aufl., § 242 Rn. 46).
Zwar kann die Ausübung eines Rechts in Anwendung von § 242 BGB nach Treu und Glauben im Einzelfall unzulässig sein, wenn dem Berechtigten eine mit seinem Anspruch in engem Zusammenhang stehende schwerwiegende Verletzung eigener Pflichten zur Last fällt (vgl. BGH…, Urteil vom 25. Oktober 2012 - I ZR 162/11, NJW-RR 2013, 1057 Rn. 45;… Urteil vom 4. August 2010 - XII ZR 14/09, BGHZ 186, 372 Rn. 29;… Urteil vom 15. November 2006 - VIII ZR 166/06, NJW 2007, 504 Rn. 17; Urteil vom 26. November 2004 - V ZR 90/04, NJW-RR 2005, 743, 745; Urteil vom 8. November 1999 - II ZR 197/98, NJW 2000, 505, 506;… Palandt/Grüneberg, BGB, 73. Aufl., § 242 Rn. 46).
Nach der Konzeption des Bürgerlichen Gesetzbuchs gilt nicht schlechthin der Grundsatz, dass nur der Rechtstreue seinerseits Rechtstreue erwarten könnte (Bamberger/Roth/Sutschet BGB 3. Aufl. § 242 Rn. 71; Jauernig/Mansel BGB 15. Aufl. § 242 Rn. 47; MüKoBGB/Roth/Schubert 6. Aufl. § 242 Rn. 389 mwN; Soergel/Teichmann 12. Aufl. § 242 Rn. 287 mwN; BAG 14. Mai 1987 - 6 ABR 39/84 - zu II 5 der Gründe; BGH 8. November 1999 - II ZR 197/98 - zu II der Gründe) .
(1) Die Verletzung eigener Pflichten durch den Gläubiger führt zwar grundsätzlich nur zu Gegenansprüchen des Schuldners und hindert den Gläubiger grundsätzlich nicht an der Geltendmachung seines Anspruchs (BGH, Urt. v. 8. November 1999, II ZR 197/98, NJW 2000, 505, 506; BAG, DB 1974, 2355, 2357 f.;… Bamberger/Roth/Grüneberg, aaO, § 242 Rdn. 71;… Palandt/Heinrichs, aaO, § 242 Rdn. 46;… Soergel/Teichmann, BGB, 12. Aufl., § 242 Rdn. 287).
Unberechtigte Entnahmen lösen jedoch einen Anspruch der Gesellschaft gegen den Gesellschafter aus, den der oder die Mitgesellschafter im Wege der actio pro socio für die Gesellschaft geltend machen können (vgl. BGH, Urteil vom 8.11.1999 - II ZR 197/98, iuris Rdn 4 ff., abgedruckt in NJW 2000, 505 f.), nicht aber einen Anspruch des Mitgesellschafters gegen den unberechtigt entnehmenden Gesellschafter.
Den zugrunde liegenden Anspruch auf Rückzahlung unberechtigter Entnahmen könnte er, wäre die Gesellschaft nicht aufgelöst, im Wege der actio pro socio für die Gesellschaft geltend machen (vgl. BGH, Urteil vom 8.11.1999 - II ZR 197/98, iuris Rdn 4 ff., abgedruckt in NJW 2000, 505 f.).
Die Berechtigung kann sich bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts nur aus einer Vereinbarung der Gesellschafter ergeben (…BGH, Urteile vom 30.5.1994 - II ZR 205/93, iuris Rdn. 7, abgedruckt in NJW-RR 1994, 996 und vom 8.11.1999 - II ZR 197/98, iuris Rdn 4 ff., abgedruckt in NJW 2000, 505 f.).
Vielmehr müsste der Beklagte nach der Rechtsprechung des Bundesgerichthofs seinerseits im Wege der actio pro socio einen Anspruch wegen unberechtigter Entnahmen gegen den Kläger geltend machen und gegebenenfalls einklagen (BGH, Urteil vom 8.11.1999 - II ZR 197/98, iuris Rdn. 5, abgedruckt in NJW 2000, 505 d.A.).
Eine derartige eigene Verbindlichkeit des Geschäftsführers der Klägerin gegenüber der Gesellschaft führt mangels Gegenseitigkeit schon nicht zu einer Beschränkung des von der Klägerin geltend gemachten Sozialanspruchs unter dem Gesichtspunkt eines Zurückbehaltungsrechts der Beklagten gemäß § 273 BGB; umso weniger lässt sich aus § 242 BGB allein wegen des Bestehens einer Sozialverbindlichkeit des einen Gesellschafters ein vollständiger Ausschluss des Sozialanspruchs gegen den anderen Gesellschafter, der zu Lasten des Gesellschaftsvermögens gehen würde, ableiten (vgl. BGH, Urteil vom 08.11.1999 - II ZR 197/98 -, Rn. 5, juris).
Dazu zählen auch die Ansprüche auf Rückzahlung unberechtigter Entnahmen (BGH Urt. v. 08. November 1999, II ZR 197/98, juris Rz. 5 = NJW 2000, 505 f.).
Die Verletzung eigener Pflichten durch den Gläubiger führt grundsätzlich nur zu Gegenansprüchen des Schuldners und hindert den Gläubiger grundsätzlich nicht an der Geltendmachung seines Anspruchs (BGH, Urteil vom 26. November 2004 - V ZR 90/04, NJW-RR 2005, 743, 745; Urteil vom 8. November 1999 - II ZR 197/98, NJW 2000, 505, 506; BAG, DB 1974, 2355, 2357 f.;… Palandt/ Grüneberg, BGB, 72. Aufl., § 242 Rn. 46).