Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=3%20S%201057/09
Timestamp: 2019-12-09 02:09:29
Document Index: 154485923

Matched Legal Cases: ['§ 31', '§ 34', '§ 31', '§ 8', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 34', '§ 15', '§ 31', '§ 52']

VGH Baden-Württemberg, 26.08.2009 - 3 S 1057/09 - dejure.org
https://dejure.org/2009,2246
VGH Baden-Württemberg, 26.08.2009 - 3 S 1057/09 (https://dejure.org/2009,2246)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 26.08.2009 - 3 S 1057/09 (https://dejure.org/2009,2246)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 26. August 2009 - 3 S 1057/09 (https://dejure.org/2009,2246)
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Zulassung eines Spielstättencenters im Gewerbegebiet im Wege einer Ausnahme nach § 31 Abs 1 BauGB - Gebot der Rücksichtnahme
§ 34 Abs 2 BauGB, § 31 Abs 1 BauGB, § 8 Abs 3 Nr 3 BauNVO, § 15 Abs 1 S 2 BauNVO
Faktisches Gewerbegebiet; Vergnügungsstätte; Spielstättencenter; Gebietsbewahrungsanspruch; Gebietsverträglichkeit; Gebietstypische Prägung; Eigenart des Baugebiets; Umfang des Vorhabens; Kerngebietstypische Vergnügungsstätte; Schwellenwert; Trading-Down-Effekt;
Anspruch auf Aufrechterhaltung der typischen Prägung eines Baugebiets aus § 15 Abs. 1 S. 1 Baunutzungsverordnung (BauNVO); Erfordernis einer konkreten unzumutbaren Beeinträchtigung eines im Baugebiet ansässigen Nachbars durch das Vorhaben; Geltung des § 15 Abs. 1 S. 1 BauNVO ...
Vergnügungscenter im Industriegebiet:Trading-Down-Effekt
Anfechtung einer Baugenehmigung aufgrund Rücksichtnahmegebot und Gebietserhaltungsanspruch
Anspruch auf Aufrechterhaltung der typischen Prägung eines Baugebiets aus § 15 Abs. 1 S. 1 Baunutzungsverordnung ( BauNVO ); Erfordernis einer konkreten unzumutbaren Beeinträchtigung eines im Baugebiet ansässigen Nachbars durch das Vorhaben; Geltung des § 15 Abs. 1 S. 1 ...
Nachbarschutz bei Abweichung von nicht nachbarschützenden Vorschriften
VG Karlsruhe, 08.04.2009 - 5 K 358/09
NVwZ-RR 2010, 45
DÖV 2009, 1010
BauR 2010, 117
BauR 2010, 439
Die genannte Vorschrift gilt nicht nur für Vorhaben, die den Festsetzungen des Bebauungsplans nicht widersprechen, sondern - erst recht - für Vorhaben, die nur im Wege einer Ausnahme zugelassen werden können (…BVerwG, Urt. v. 25.1.2007 - 4 C 1.06 - BVerwGE 128, 118; Beschl. v. 13.5.2002 - 4 B 86.01 - NVwZ 2002, 1384; VGH Bad.-Württ., Urt. v. 26.8.2009 - 3 S 1057/09 - NVwZ-RR 2010, 45).
Bei unbeplanten Gebieten im Sinne von § 34 Abs. 2 BauGB ist dementsprechend auf den sich aus den örtlichen Verhältnissen ergebenden besonderen Gebietscharakter des konkreten Baugebiets abzustellen (…BVerwG, Beschl. v. 16.12.2008, a.a.O.; VGH Bad.-Württ., Urt. v. 26.8.2009, a.a.O.).
Auch hierauf könnten sich die Gebietsanlieger im Rahmen ihres Gebietserhaltungsanspruchs berufen (BVerwG, Beschluss vom 26.08.2009, a.a.O. m.N.).
Dessen Erwägungen zum typischen Charakter eines Baugebiets sind bei Beurteilung der örtlichen Verhältnisse im Plangebiet in den Blick zu nehmen (vgl. Beschluss des Senats vom 26.08.2009 - 3 S 1057/09 -, juris).
Nutzungsänderung; Baugenehmigung; Räume; freier Beruf; Finanzdienstleistungen; …
Hierbei kommt es nicht darauf an, ob ein im Baugebiet ansässiger Nachbar durch das Vorhaben konkret unzumutbar beeinträchtigt wird (vgl. BVerwG…, Beschluss vom 13.5.2002 - 4 B 86/01 - NVwZ 2002, 1384, juris Rn. 7; VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 26.8.2009 - 3 S 1057/09 - NVwZ-RR 2010, 45, juris Rn. 6).
27 Der Senat hat erhebliche Zweifel, ob unter der Geltung der neuen Spielverordnung der Abgrenzung von mischgebietsverträglichen zu kerngebietstypischen Spielhallen weiterhin der Schwellenwert von 100 m² Nutzfläche zugrunde zu legen ist (von der Rspr. wurde dies bislang entweder offengelassen vgl. z.B. VGH Baden-Württ., Urteil vom 02.11.2006 - 8 S 1891/05 -" BauR 2007, 1373, oder es wurde ohne Erörterung dieser Frage weiterhin der Schwellenwert von 100 m² angewendet, vgl. Beschluss des Senats vom 26.08.2009 - 3 S 1057/09 -, NVwZ-RR 2010, 45 [fünffache Überschreitung des Schwellenwertes] und BayVGH, Beschluss vom 11.02.2009 - 2 ZB 08.3309 -, juris).
Bei der Prüfung, ob ein Widerspruch zur Eigenart des Baugebiets besteht, ist maßgeblich auf die jeweilige örtliche Situation abzustellen, in die ein Gebiet hineingeplant ist, sowie auf den jeweiligen Planungswillen, soweit er im zeichnerischen und textlichen Teil des Bebauungsplans unter Berücksichtigung der Begründung zum Ausdruck gekommen ist (vgl. BVerwG, Beschluss vom 16.12.2008 - 4 B 68.08 -, BRS 73 Nr. 82 und Beschluss des Senats vom 26.08.2009 - 3 S 1057/09 -, NVwZ-RR 2010, 45).
Ein Widerspruch nach der "Lage" kann vorliegen wenn, das Vorhaben aufgrund seines konkreten Standorts städtebauliche Unzuträglichkeiten in dem Baugebiet hervorruft (vgl. Beschluss des Senats vom 26.08.2009 - 3 S 1057/09 -, NVwZ-RR 2010, 45; BayVGH…, Urteil vom 15.12.2010, a.a.O.).
vgl. zum ungeschriebenen Tatbestandsmerkmal der Gebietsverträglichkeit: BVerwG, Urteil vom 2. Februar 2012 - 4 C 14.10 -, BVerwGE 142, 1 = BRS 79 Nr. 86 = juris Rn. 10, 15 ff., Beschluss vom 28. Februar 2008 - 4 B 60.07 -, BRS 73 Nr. 70 = juris Rn. 5 ff., Urteil vom 21. März 2002 - 4 C 1.02 -, BVerwGE 116, 155 = BRS 65 Nr. 63 = juris Rn. 11 ff., Beschluss vom 6. Dezember 2000 - 4 B 4.00 -, BRS 63 Nr. 77 = juris Rn. 8; VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 26. August 2009 - 3 S 1057/09 -, BRS 74 Nr. 86 = juris Rn. 16.
vgl. zur Einordnung einer Spielhalle als kerngebietstypisch: BVerwG, Beschluss vom 29. Oktober 1992 - 4 B 103.92 -, BRS 54 Nr. 49 = juris Rn. 4, Urteil vom 18. Mai 1990 - 4 C 49.89 -, BRS 50 Nr. 166 = juris Rn. 25; OVG NRW, Urteil vom 29. Oktober 2012 - 2 A 2809/11 -, ZfWG 2012, 106 = juris Rn. 46 ff., Beschluss vom 15. Juni 2012 - 2 A 2992/11 -, BRS 79 Nr. 84 = juris Rn. 17; VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 26. August 2009 - 3 S 1057/09 -, BRS 74 Nr. 86 = juris Rn. 10, Urteil vom 2. November 2006 - 8 S 1891/05 - BRS 70 Nr. 72 = juris Rn. 27.
vgl. nur: BVerwG, Beschluss vom 16. Dezember 2008 - 4 B 68.08 -, BRS 3 Nr. 82 = juris Rn. 4, Beschlüsse vom 29. Juli 1991 - 4 B 40.91 -, BRS 52 Nr. 56 = juris Rn. 4, und vom 12. Dezember 1990 - 4 NB 13.90 -, BRS 50 Nr. 16 = juris Rn. 12, Urteil vom 4. Mai 1988 - 4 34.86 -, BVerwGE 79, 309 = BRS 48 Nr. 37 = juris Rn. 21. Siehe auch VGH Bad.-Württ., Urteil vom 9. Oktober 2013 - 5 S 29/12 -, juris Rn. 55, Beschluss vom 26. August 2009 - 3 S 1057/09 -, BRS 74 Nr. 86 = juris Rn. 7 f.
Eine solche ist dann anzunehmen, wenn die Vergnügungsstätte als zentraler Dienstleistungsbetrieb einen größeren Einzugsbereich besitzt und für ein größeres und allgemeines Publikum erreichbar ist oder jedenfalls sein soll (BVerwG, Beschl. v. 29.10.1992 - 4 B 103.92 -, NVwZ-RR 1993, 287;… VGH Bad.-Württ., Urt. v. 02.11.2006 - 8 S 1891/05 -, BauR 2007, 1373 und Beschl. v. 26.08.2009 - 3 S 1057/09 -, NVwZ-RR 2010, 45).
Eine Vergnügungsstätte dieser Größe und derartigen Zuschnitts ist ersichtlich auf einen erheblichen Umsatz und großen Einzugsbereich angewiesen, der ersichtlich auch angestrebt wird (vgl. VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 26.08.2009 a.a.O.).
Die Annahme eines solchen Effekts, der entgegen der Auffassung des Klägers je nach den Umständen des Einzelfalls auch in Gewerbegebieten und sogar in Gemengelagen eintreten kann (…vgl. BVerwG, Urt. v. 15.12.1994 a.a.O.; VGH Bad.-Württ., Urt. v. 26.08.2009 - 3 S 1057/09 -, BauR 2010, 117 …und Beschl. v. 10.02.2010 - 3 S 2170/09 - VG Neustadt, Urt. v. 09.02.2009 - 4 K 1199/08.NW -, BauR 2009, 1258; der Bayerische VGH hält ihn jedenfalls ausnahmsweise für möglich, vgl. Urt. 15.12.2010 - 2 B 09.2419 -, BauR 2011, 1143), wird im vorliegenden Fall - anders als der Kläger meint - nicht dadurch ausgeschlossen, dass auch die anderen im betroffenen Gebiet vorhandenen Gewerbebetriebe ebenso wie die Einrichtungen der Hochschule und die Moschee auf einen übergeordneten Einzugsbereich abzielen und nicht nur der Versorgung bzw. kirchlichen Zwecken in einem begrenzten Stadtteil dienen.
VG Karlsruhe, 13.07.2011 - 6 K 649/11
Erteilung eines Bauvorbescheids unter Inanspruchnahme von Ausnahmen; Eigenart des …
Für den Bereich der Baugebietsvorschriften der Baunutzungsverordnung ergibt sich eine unmittelbar geltende Schranke aus § 15 BauNVO, also aus der Wahrung des Gebietscharakters (BVerwG, Urteil vom 21.03.2002 - 4 C 1.02 - NVwZ 2002, 1118 und Beschluss vom 13.5.2002 - 4 B 86.01 - NVwZ 2002, 1384 ; VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 26.08.2009 - 3 S 1057/09 - NVwZ-RR 2010, 45;… zu alledem Söfker, in: Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautzberger, BauGB, 98. Erg.-Lfg. 2011, § 31 BauGB, Rn. 25).
Der trading-down-Effekt ist mittlerweile in der Rechtsprechung als städtebaulicher Belang anerkannt (BVerwG, Beschluss vom 04.09.2008 - 4 BN 9/08 - BauR 2009, 76 ff.; VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 26.08.2009 - 3 S 1057/09 - juris; BayVGH, Urteil vom 24.03.2011 - 2 B 11.59 - juris und vom 15.12.2010 - 2 B 09.2419 - BauR 2011, 1143 ff.).
Hiervon ausgehend kann nicht in Abrede gestellt werden, dass das konkrete Vorhaben beträchtliche Ausstrahlungswirkung entfalten und angesichts seiner Lage am Stadtrand sowie am Autobahnkreuz ... einen überörtlichen Kundenkreis ansprechen wird, es demnach geeignet ist, die zukünftige Prägung des Gewerbegebiets zu bestimmen (so auch VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 26.08.2009 - 3 S 1057/09 - juris, dort Rn. 12 zu einer Spielhalle mit ca. 517 m² in einem faktischen Gewerbegebiet).
Der Streitwert wird gemäß § 52 Abs. 1 GKG auf 15.000,-- EUR festgesetzt (in Anlehnung an VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 26.08.2009 - 3 S 1057/09 - juris).
75 vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 26. August 2008 - 3 S 1057/09 -, BRS 74 Nr. 86; Bayerischer Verwaltungsgerichtshof (BayVGH), Urteil vom 6. Juli 2005 - 1 B 01.1513 -, juris.
Soweit es für die Prüfung der städtebaulichen Auswirkungen einer solchen Vergnügungsstätte für das betreffende Gewerbegebiet dennoch nicht ohne Bedeutung ist, ob es sich um eine Vergnügungsstätte von einem kerngebietstypischen Ausmaß handelt, da deren Zulassung auf den Einfluss auf den Gebietscharakter städtebaulich in ganz anderer Art und Weise bedenklich sein kann, als dies bei einer kleineren Vergnügungsstätte der Fall wäre, 81 vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 26. August 2008 - 3 S 1057/09 -, BRS 74 Nr. 86, 82.
Eine für die Klägerin günstigere Beurteilung lässt sich auch nicht aus den von ihr angeführten Entscheidungen des VG München vom 10. März 2008 - M 8 K 07.2902 -, des VG Neustadt vom 9. Februar 2009 - 4 K 1199/08 - und des VGH Baden- Württemberg vom 26. August 2009 - 3 S 1057/09 - herleiten, weil die Beurteilung der Frage, welchen Einfluss eine kerngebietstpyische Vergnügungsstätte auf das bestehende Gewerbegebiet und dessen zukünftige Entwicklung hat, von den Umständen des jeweiligen Einzelfalles abhängt und der tatrichterlichen Wertung im Einzelfall unterliegt.
Die Beklagte hat in der mündlichen Verhandlung auf die Entscheidung des VGH Baden-Württemberg vom 26. August 2009 (Az. 3 S 1057/09 - juris) hingewiesen.
OVG Rheinland-Pfalz, 24.02.2011 - 1 C 10610/10
Normenkontrollantrag gegen Bebauungsplan; Antragsbefugnis einer …
VG Freiburg, 08.05.2012 - 3 K 463/11
Bauplanungsrecht - Dorfgebiet; Einzelhandelsbetrieb; Bebauungsplan; …
OVG Nordrhein-Westfalen, 27.07.2017 - 7 A 730/16
Beurteilung der Kerngebietstypik einer Spielhalle hinsichtlich Zulässigkeit als …
VG München, 30.07.2013 - M 1 K 13.1587
Kerngebietstypische Spielhalle
VG Freiburg, 29.04.2010 - 4 K 485/10
Erteilung einer Baugenehmigung zum Neubau eines Studentenwohnheims und zur …
VG Freiburg, 27.04.2010 - 4 K 499/10
Studentenwohnheim in Freiburg-Stühlinger kann gebaut werden
VG München, 21.10.2009 - M 9 K 08.5796