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Timestamp: 2020-06-07 02:43:04
Document Index: 90327851

Matched Legal Cases: ['§ 33', '§ 18', '§ 93', '§ 9', '§ 9', '§ 20', '§ 19']

Steuererklärung für 2015: Das ist neu | Lohnsteuer-kompakt.deTAX – LK
Folgende Steueränderungen sind für das Steuerjahr 2015 zu beachten:
Steuertarif 2015
Die gute Nachricht gleich am Anfang: Der Grundfreibetrag ist auch 2015 wieder gestiegen, und zwar um 118 Euro. Er liegt jetzt bei 8.472 Euro für Ledige und 16.944 Euro für Verheiratete
Da sich der Abzug von Unterhaltsleistungen an der Höhe des Grundfreibetrags orientiert, steigt parallel zum erhöhten Grundfreibetrag auch der Unterhaltshöchstbetrag. Für Unterhaltsleistungen an bedürftige Personen steigt der Abzugshöchstbetrag von 8.354 Euro auf 8.472 Euro (§ 33a Abs. 1 EStG). Wenn Sie also eine unterhaltsberechtigte Person unterstützen, werden diese Aufwendungen unter bestimmten Voraussetzungen bis zum Unterhaltshöchstbetrag bei der Einkommensteuerveranlagung berücksichtigt.
Bei der Rürup-Rente müssen lebenslange Rentenzahlungen vereinbart sein, und die Rentenansprüche dürfen nicht kapitalisierbar sein. Der Versicherungsvertrag darf also kein Kapitalwahlrecht vorsehen, und der Versicherer darf bisher keine auch noch so kleine Kapitalzahlung leisten, nicht einmal ein Sterbegeld.
Ab 2015 kann vereinbart werden, 12 Monatsrenten in einem Gesamtbetrag zusammenzufassen und eine Kleinbetragsrente mit einem Kapitalbetrag abzufinden. Eine Kleinbetragsrente liegt vor, wenn die monatliche Rente nicht höher ist als ein Prozent der monatlichen Bezugsgröße gemäß § 18 SGB IV. Das ist im Jahre 2015 eine Monatsrente von höchstens 28,35 Euro in West und 24,15 Euro in Ost (§ 93 Abs. 3 Satz 2 EStG).
Aufwendungen für das Erststudium im Anschluss an das Abitur sind nach geltendem Recht nur bis zu 6.000 Euro als Sonderausgaben absetzbar, während die Kosten für jegliche Bildungsmaßnahmen nach abgeschlossener Berufsausbildung, auch für ein Erststudium nach einer Lehre, in voller Höhe als Werbungskosten berücksichtigt werden.
Im Jahre 2014 hat der 6. Senat des Bundesfinanzhofs dem Bundesverfassungsgericht die Frage vorgelegt, ob es mit dem Grundgesetz vereinbar ist, dass nach § 9 Abs. 6 EStG Aufwendungen für die erstmalige Berufsausbildung oder für ein Erststudium als Erstausbildung nicht als Werbungskosten anerkannt werden (BFH-Beschluss vom 17.7.2014, VI R 8/12 und VI R 2/12).
Die Aktenzeichen beim Bundesverfassungsgericht lauten: 2 BvL 22/14, 2 BvL 23/14, 2 BvL 24/14 u.a.
Aufwendungen für die erstmalige Berufsausbildung außerhalb eines Ausbildungsdienstverhältnisses oder für ein Erststudium als Erstausbildung sind nach geltendem Recht nur bis zu 6.000 Euro als Sonderausgaben absetzbar, während die Kosten für jegliche Bildungsmaßnahmen nach abgeschlossener Berufsausbildung, auch für ein Erststudium nach einer Lehre, in voller Höhe als Werbungskosten berücksichtigt werden. Was aber ist eine „richtige“ Erstausbildung?
Ab 2015 werden der Begriff der „Erstausbildung“ enger gefasst und bestimmte Mindestanforderungen im Gesetz festgeschrieben: Jetzt liegt eine Berufsausbildung nur dann vor, wenn die Ausbildung mindestens 12 Monate in Vollzeit dauert und mit einer Prüfung abgeschlossen wird. Nur nach einer solchen Erstausbildung können die Kosten für die Zweitausbildung als Werbungskosten abgesetzt werden (§ 9 Abs. 6 EStG).
Zieht ein Arbeitnehmer aus beruflichen Gründen um, kann er ohne Nachweis tatsächlich angefallener Umzugskosten eine Umzugskostenpauschale als Werbungskosten geltend machen.Für berufliche Umzüge im Zeitraum 1.1. bis 28.2.2015 beträgt die Umzugskostenpauschale für Verheiratete 1.429 Euro und für Ledige 715 Euro. Für jede weitere Person werden 315 Euro hinzugerechnet.
Für Umzüge ab dem 1.3.2015 steigt die Umzugskostenpauschale für Verheiratete auf 1.460 Euro, für Ledige auf 730 Euro und für jede weitere Person auf 322 Euro.
Beiträge zur Altersvorsorge sind im Jahre 2015 absetzbar bis zu 22.172 Euro bei Alleinstehenden und bis zu 44.344 Euro bei Verheirateten. Sie wirken sich mit 80 % steuermindernd aus, also mit höchstens 17.738 Euro bzw. 35.476 Euro. Bei Beamten und anderen rentenversicherungsfreien Personen wird der Höchstbetrag von 22.172 Euro bzw. 44.344 Euro zunächst um einen fiktiven Gesamtbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung gekürzt und erst dann mit 80 % angesetzt. Der Kürzungsbetrag beträgt 18,7% des Gehalts, maximal 62.400 Euro (Beitragsbemessungsgrenze Ost).
Eine kurzfristige Beschäftigung liegt bisher vor, wenn die Beschäftigung von vornherein auf längstens 2 Monate oder 50 Arbeitstage innerhalb eines Kalenderjahres begrenzt ist und nicht berufsmäßig ausgeübt wird und ihr Entgelt 450 Euro im Monat übersteigt. In den Jahren 2015 bis 2018 werden die Zeitgrenzen erweitert: Statt 2 Monaten oder 50 Arbeitstagen gilt nun eine zeitliche Grenze von 3 Monaten oder 70 Arbeitstagen innerhalb eines Kalenderjahres.
Eine geringfügige Beschäftigung (Minijob) liegt vor, wenn der Arbeitslohn nicht höher ist als 450 Euro im Monat. Diese Grenze darf bisher zweimal innerhalb eines Jahres bis zum Doppelten überschritten werden. Ab 2015 bis 2018 ist es für die Minijob-Regelung unschädlich, wenn infolge eines unvorhersehbaren Ereignisses die Verdienstgrenze von 450 Euro dreimal im Jahr überschritten wird.
Bei Kapitallebensversicherungen und Rentenversicherungen ist die Auszahlung der Versicherungsleistung im Todesfall oder bei Eintritt eines versicherten Nebenrisikos vollkommen steuerfrei. Doch steuerpflichtig ist die Versicherungsleistung im Erlebensfall oder bei Kündigung (Rückkauf) des Vertrages. Ab 2015 wird für „gebrauchte“ Lebensversicherungen nun ebenfalls eine Steuerpflicht im Versicherungsfall eingeführt – und zwar sowohl bei Eintritt des Todesfalls als auch bei Eintritt eines anderen versicherten Risikos, z. B. einer schweren Krankheit (sog. „dread-desease“-Versicherungen).
Die Auszahlung der Versicherungsleistung bei Eintritt des versicherten Risikos ist also nicht mehr steuerfrei, wenn der Versicherungsvertrag entgeltlich von einer anderen Person erworben wurde. Als Kapitalertrag steuerpflichtig ist dann der Unterschiedsbetrag zwischen Versicherungsleistung einerseits und dem Kaufpreis mitsamt fortgezahlten Beiträgen andererseits. Die Versteuerung nur des halben Unterschiedsbetrages kommt hier nicht in Betracht (§ 20 Abs. 1 Nr. 6 Satz 7 EStG 2015).
Auf Kapitalerträge behalten die Banken die Abgeltungsteuer von 25 % sowie den Solidaritätszuschlag von 5,5 % auf die Abgeltungsteuer ein. Zusätzlich müssen Kirchenangehörige auch noch Kirchensteuer zahlen. Dabei haben sie bisher die Wahl, ob die Kirchensteuer wie die Abgeltungsteuer ebenfalls an der Quelle einbehalten oder ob sie im Rahmen der Steuerveranlagung festgesetzt werden soll.
Ab 2015 behalten die Banken von Kapitalerträgen die Kirchensteuer automatisch ein und führen sie zusammen mit der Abgeltungsteuer und dem Soli an das Finanzamt ab. Dazu fragen sie einmal jährlich zwischen dem 1. September und dem 31. Oktober beim Bundeszentralamt für Steuern an, ob der Kunde am Stichtag 31. August des betreffenden Jahres kirchensteuerpflichtig war. In bestimmten Fällen sind auch Abfragen außerhalb dieses Zeitraums möglich, z. B. bei Auszahlung einer Lebensversicherung.
Betriebsveranstaltungen sind Veranstaltungen auf betrieblicher Ebene mit gesellschaftlichem Charakter, bei denen die Teilnahme grundsätzlich allen Betriebsangehörigen offen steht, z. B. Weihnachtsfeiern, Betriebsausflüge, Sommer- und Grillfeste, Karnevals- und Jubiläumsfeiern. Ab 2015 werden die Steuerregeln zur Betriebsveranstaltung im Gesetz festgeschrieben.
Positiv ist, dass die bisherige Steuerfreigrenze von 110 Euro nun in einen Freibetrag von 110 Euro (einschl. USt.) umgewandelt wird. Negativ ist, dass künftig die Kosten des Arbeitgebers für den äußeren Rahmen einbezogen und Aufwendungen für die Gäste den Arbeitnehmern zugerechnet werden (§ 19 Abs. 1 Nr. 1a EStG).
Der Arbeitgeber muss die Lohnsteuer bei dem für ihn zuständigen Finanzamt anmelden und dorthin abführen. Bei Privathaushalten ist es das Wohnsitzfinanzamt des Arbeitgebers. Beträgt die abzuführende Lohnsteuer nicht mehr als 1.000 Euro im Jahr, sind die Steuern nur jährlich anzumelden. Ist die Lohnsteuer höher, aber niedriger als 4.000 Euro, müssen die Steuern vierteljährlich angemeldet werden.
Nur bei einer Lohnsteuer von insgesamt mehr als 4.000 Euro im Jahr ist die Steueranmeldung monatlich erforderlich. Ab 2015 wird die Grenze für die jährliche Abgabe von Lohnsteueranmeldungen von 1.000 Euro auf 1.080 Euro angehoben.
Privatnutzung von PC, Tablet usw.:
Etwas anderes gilt für Freiberufler, Gewerbetreibende und andere Selbstständige: Falls Sie betriebliche Geräte für private Zwecke nutzen, müssen Sie den Nutzungsvorteil als Betriebseinnahme versteuern. Dies empfinden manche – aus gutem Grund – als ungerecht.
Wer im Jahre 2016 erstmals Rente bezieht, muss in diesem Jahr einen steuerpflichtigen Anteil von 72 % des Rentenbetrages versteuern.
Wer im Jahre 2016 erstmals eine Pension, Betriebsrente oder darauf beruhende Hinterbliebenenbezüge erhält, bekommt zeitlebens einen Versorgungsfreibetrag von 24,0 % der Bezüge, höchstens 1.800 Euro, und einen Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag von 540 Euro. Mitsamt Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 Euro bleiben die Bezüge also bis zu 2.442 Euro steuerfrei – lebenslänglich.
Wer im Jahre 2014 das 64. Lebensjahr vollendet hatte, erhält erstmals für das Steuerjahr 2015 den Altersentlastungsbetrag. Und zwar zeitlebens in Höhe von 24,0 %, höchstens 1.140 Euro. Werden Sie erst im Jahre 2015 64 Jahre alt, bekommen Sie ab 2016 zeitlebens einen Altersentlastungsbetrag von 22,4 %, höchstens 1.064 Euro.
Schlagwörter: Aufwandsentschädigungen, Berufsausbildung, Bewertung, BFH, Bundesfinanzhof, Erstausbildung, Erststudium, Grundfreibetrag, Kinder, Kirchensteuer, Kirchensteuerpflicht, Rürup-Rente, Sonderausgaben, Steuererklärung 2015, Steuererklärung für 2015, Steuertarif 2015, Studenten, Studium, Verlustfeststellung.
Merckens Helmut 5. Januar 2016
Bin Febr.2015 /texte/2019/310/ MIT 63 Jahren in Rente gegangen meine Rente beträgt 1204,89- Die Frührente meiner Frau -650- Euro wie viel Steuern müssten wir bei klasse 3 Zahlen . Einfach nur mal so gefragt.
Mit freundlichen Gruß Helmut Merckens
Thilo Rudolph 6. Januar 2016
Hallo Herr Merckens,
mit unserem Rechner für die Rentenbesteuerung können Sie mit Ihren Angaben den steuerpflichtigen Anteil der Rente berechnen.
Bei einer monatlichen Rente von 1204 Euro und Renteneintritt im Februar 2015 würde steuerpflichtige Anteil der pro Monat rd. 819 Euro betragen und für das Gesamtjahr 9825 Euro. Da der Grundfreibetrag für 2014 für einen Ledigen 8.354 Euro beträgt, sollte die Steuerbelelastung recht gering sein, wenn Sie keine weiteren steuerpflichtigen Einkünfte haben. Bei verheirateten liegt der Grundfreibetrag übrigens doppelt so hoch bei 16.708 Euro.
Wenn Sie die monatlich Rente und den Rentenbeginn für Ihre Frau in unseren Rechner können Sie auch den steuerpflichtigen Anteil für die Rente ihrer Frau ermitteln.
Mit Lohnsteuer kompakt können Sie alle Einkünfte für 2015 für die Steuererklärung erfassen und erhalten dann auch eine voraussichtliche Steuererstattung bzw. -nachzahlung ausgewiesen. Sie können Lohnsteuer kompakt ohne Einschränkungen bis zum Ausdruck oder der elektronischen Übermittlung Ihrer Steuererklärung kostenlos nutzen.
Keller,Roswitha 8. Januar 2016
wie kann ich bei der steuererklärung angeben das mein mann verstorben ist und muss ich seine rente die bis zum todestag gezahlt wurde mit angeben
Thilo Rudolph 8. Januar 2016
Katrin Haas 11. Januar 2016
Meine Frage ist ,ich habe 2015 meine Altersvorsorge bzw.Pensionskasse ausgezahlt bekommen,mein Arbeitgeber hat Sie gekündigt und mir ausgezahlt.Für diesen Betrag muss ich doch Steuern bezahlen,wo muss ich das in der Steuererklärung ein tragen?Liebe Grüße
Thilo Rudolph 11. Januar 2016
Vieregge 12. Januar 2016
Frage : Kann ich als Arbeitnehmer ein Büro in meinem Haus absetzen ?
Thilo Rudolph 13. Januar 2016
Hallo Herr Vieregge,
Maßgebend für die Beurteilung des „Arbeitszimmers als Mittelpunkt“ ist, dass der qualitative Schwerpunkt der Gesamttätigkeit im häuslichen Arbeitszimmer liegt.
Weitere Informationen zum Thema „Arbeitszimmer finden Sie in unseren FAQs
Mierke Reinhard 19. Januar 2016
ich bin sei den 01.08.2015 Rentner, welchen Betrag muß ich in der Steuererklärung angeben.
ist es der Betrag den ich als Rentner überwiesen bekomme oder erhalte ich von der Rentenstelle
auch einen Lohnsteuerbescheid.
falls Sie eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung bezogen haben, können Sie vom Rententräger als Ausfüllhilfe eine „Mitteilung zur Vorlage beim Finanzamt“ über Ihre bezogenen Renteneinkünfte anfordern. Diese wird Ihnen dann in den Folgejahren automatisch unaufgefordert zugesandt. Bei Beginn der Rente im Jahr 2015 beträgt der Besteuerungsanteil 70 %.
Rentnerinnen und Rentner können die Bescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt bei der Deutschen Rentenversicherung anfordern.
Die deutsche Rentenversicherung stellt auch eine Broschüre zum Thema „Versicherte und Rentner: Informationen zum Steuerrecht“ zur verfügung.
Anna Zazel 20. Januar 2016
ich bin bei einer Zeitarbeitsfirma angestellt und wurde 2015 in drei verschiedenen Firmen eingesetzt dementsprechend hatte ich drei Arbeitsstellen. Welches Formular soll ich ausfüllen? Vereinfachte Steuererklärung + Anlage N oder die ausführliche Version + Anlage N?
Thilo Rudolph 20. Januar 2016
Hallo Frau Zazel,
die wichtigsten Inforamtionen zur vereinfachten Steuererklärung finden Sie in dem Beitrag „Die vereinfachte Steuererklärung„.
Da Sie in der vereinfachten Steuererklärung keine Reisekosten angeben können und auch nur Platz für die Angabe einer Tätigkeitsstätte für die Entfernungspauschale ist, sollten Sie sich die Mühe machen und die ausführliche Version (Mantelbogen plus Anlage N) ausfüllen.
Probieren Sie doch einfach mal unser Programm „Lohnsteuer kompakt“ aus. Vielleicht kommen Sie damit besser zu Recht als mit den Formularen.
Werner Rabeneck 4. März 2016
Meine Frau und ich müssen 900 € nachzahlen..Kirchensteuer 90 €;nur meine Frau ist kirchensteuer-
pflichtig;ist der Betrag o.k.?
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