Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/neuerliche-zeugenvernehmung-durch-das-berufungsgericht-3100714
Timestamp: 2019-08-24 11:56:23
Document Index: 292007214

Matched Legal Cases: ['§ 398', '§ 398', 'Art. 103', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Neu­er­li­che Zeu­gen­ver­neh­mung durch das Beru­fungs­ge­richt | Rechtslupe
Neu­er­li­che Zeu­gen­ver­neh­mung durch das Beru­fungs­ge­richt
Im Zuge die­ser erneu­ten Tat­sa­chen­fest­stel­lung muss das Beru­fungs­ge­richt einen in ers­ter Instanz ver­nom­me­nen Zeu­gen gemäß § 398 Abs. 1 ZPO grund­sätz­lich noch­mals ver­neh­men, wenn es sei­ner Aus­sa­ge eine ande­re Trag­wei­te oder ein ande­res Gewicht als das erst­in­stanz­li­che Gericht bei­mes­sen möch­te1.
Unter­lässt es dies, so ver­letzt es den Anspruch der benach­tei­lig­ten Par­tei auf recht­li­ches Gehör2.
Die erneu­te Ver­neh­mung eines Zeu­gen darf unter­blei­ben, wenn sich das Beru­fungs­ge­richt auf Umstän­de stützt, die weder die Urteils­fä­hig­keit, das Erin­ne­rungs­ver­mö­gen oder die Wahr­heits­lie­be des Zeu­gen, d. h. sei­ne Glaub­wür­dig­keit, noch die Voll­stän­dig­keit oder Wider­spruchs­frei­heit sei­ner Aus­sa­ge, d. h. die Glaub­haf­tig­keit, betref­fen, und es die Zeu­gen­aus­sa­ge des­halb ohne Ver­stoß gegen das Ver­bot der vor­weg­ge­nom­me­nen Beweis­wür­di­gung bewer­ten kann, weil es kei­nes per­sön­li­chen Ein­drucks von dem Zeu­gen bedarf3.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. Juni 2015 – I ZR 217/​14
Noch­ma­li­ge Ver­neh­mung eines Zeu­gen in der Beru­fungs­in­stanz Nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs muss das Beru­fungs­ge­richt einen bereits in ers­ter Instanz ver­nom­me­nen Zeu­gen gemäß § 398 ZPO erneut ver­neh­men, wenn es des­sen pro­to­kol­lier­te Aus­sa­ge anders ver­ste­hen oder…
Der erst­in­stanz­lich nicht ver­nom­me­ne Zeu­ge – und die Fol­gen… Sieht das Beru­fungs­ge­richt eine von dem Gericht des ers­ten Rechts­zu­ges getrof­fe­ne ent­schei­dungs­er­heb­li­che Tat­sa­chen­fest­stel­lung als ver­fah­rens­feh­ler­haft an, weil die Ver­neh­mung eines Zeu­gen unter­blie­ben ist, so ent­fällt die Bin­dung an die Fest­stel­lung,…
Recht­li­ches Gehör und die Par­tei­ver­neh­mung im… Ein Beru­fungs­ge­richt ver­letzt den Anspruch einer Pro­zess­par­tei (hier: des Beklag­ten) auf recht­li­ches Gehör (Art. 103 Abs. 1 GG), wenn es eine Beweis­last­ent­schei­dung zu ihrem Nach­teil trifft, ohne die in ers­ter…
Zeu­gen­be­weis – und die Beweis­wür­di­gung in der… Das Beru­fungs­ge­richt darf ohne erneu­te Ver­neh­mung einer Zeu­gin deren Aus­sa­ge nicht anders wür­di­gen als das erst­in­stanz­li­che Gericht ((vgl. BGH, Beschluss vom 15.01.2013 – XI ZR 8/​12, BKR 2013, 203 Rn.…
BGH, Beschluss vom 05.04.2005 – IV ZR 253/​05, VersR 2006, 949 Rn. 2; Beschluss vom 14.07.2009 – VIII ZR 3/​09, NJW-RR 2009, 1291 Rn. 4↩
vgl. BVerfG, NJW 2005, 1487; BGH, NJW-RR 2009, 1291 Rn. 4; Beschluss vom 21.03.2012 – XII ZR 18/​11, NJW-RR 2012, 704 Rn. 6↩
vgl. BGH, Urteil vom 19.06.1991 – VIII ZR 116/​90, NJW 1991, 3285, 3286; Urteil vom 10.03.1998 – VI ZR 30/​97, NJW 1998, 2222, 2223; NJW-RR 2009, 1291 Rn. 5; NJW-RR 2012, 704 Rn. 7↩
BerufungBerufungsverfahrenBeweiserhebungrechtliches GehörZeugenvernehmungZivilprozess