Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20ZR%20169/11
Timestamp: 2019-04-19 17:48:49
Document Index: 21930131

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 15', '§ 10', '§ 15', '§ 10', '§ 53', '§ 906', '§ 15', '§ 906', '§ 53', 'BGH', 'BGH', '§ 15', 'BGH', 'Art. 20', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 15', '§ 1', '§ 15', '§ 906', '§ 823', '§ 812', '§ 906', '§ 910', 'BGH', '§ 15', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 907', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 15', 'BGH', '§ 906', '§ 53', '§ 906', '§ 15', '§ 15', 'BGH', 'BGH', '§ 15']

BGH, 02.03.2012 - V ZR 169/11 - dejure.org
BGH, 02.03.2012 - V ZR 169/11
EGZPO § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2; GüSchlG NRW § 10 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe a
§ 15a Abs 1 S 1 Nr 2 ZPOEG, § 10 Abs 1 Nr 1 Buchst a GüStSchlG NW, § 53 Abs 1 Nr 1 Buchst a JustizG NW, § 906 Abs 2 S 2 BGB
Obligatorische Streitschlichtung in Nordrhein-Westfallen bei Geltendmachung eines Zahlungsanspruchs gegen einen Grundstücksnachbarn
EGZPO § 15 Abs. 1
Keine obligatorische Streitschlichtung für Zahlungsansprüche in NRW
Notwendigkeit eines Schiedsverfahrens vor Klageerhebung in Nordrhein-Westfalen bei Zahlungsansprüchen gegen den Nachbarn auf angemessenen Ausgleich gemäß § 906 Abs. 2 S. 2 BGB analog
Kein obligatorisches Schlichtungsverfahren nach NRW-Landesrecht bei nachbarrechtlicher Zahlungsklage
Obligatorisches Schlichtungsverfahren nicht Zulässigkeitsvoraussetzung für Zahlungsklage; Nachbarstreitigkeiten
Verfahrensrecht - Streitschlichtung für Nachbarrechtsstreitigkeiten in NRW
Bei Zahlungsansprüchen infolge von Nachbarrechtsstreitigkeiten ist keine vorherige Streitschlichtung nötig
MDR 2012, 579
NZM 2012, 435
ZMR 2012, 745
Unterfiele die Klage § 53 Abs. 1 JustG NRW, wäre sie daher unzulässig (vgl. BGH, Urteil vom 23. November 2004 - VI ZR 336/03, BGHZ 161, 145, 149 ff.; Senat, Urteil vom 2. März 2012 - V ZR 169/11, NZM 2012, 435 Rn. 4).
Zahlungsansprüche unterliegen in Nordrhein-Westfalen keiner obligatorischen Schlichtung nach §§ 15a EGZPO, 53 JustizG NRW (BGH, Urteil vom 02.03.2012 - V ZR 169/11 = MDR 2012, 579, 580).
Eine spätere Gesetzesänderung kann wegen des aus dem Rechtsstaatsprinzip des Art. 20 Abs. 3 GG abgeleiteten Rückwirkungsverbots nur eine unzulässige Klage zulässig, nicht aber eine zulässige Klage nachträglich unzulässig machen (vgl zB BGH Urteil vom 2.3.2012 - V ZR 169/11 - MDR 2012, 579 RdNr 4 mwN; BGH Urteil vom 10.7.2009 - V ZR 69/08 - NJW-RR 2009, 1238, 1239 RdNr 11).
Davon ist der Senat bislang ausgegangen (Urteil vom 2. März 2012 - V ZR 169/11, NZM 2012, 435 Rn. 14).
Der Senat hat die Frage bislang offen gelassen (…vgl. Urteil vom 10. Juli 2009 - V ZR 69/08, NJW-RR 2009, 1238 Rn. 9; Urteil vom 2. März 2012 - V ZR 169/11, NZM 2012, 435 Rn. 7).
Diese Vorschriften legt der Senat eng in dem Sinne aus, dass ein Schlichtungsversuch in beiden Bundesländern für eine auf Zahlung gerichtete Klage auch dann nicht vorgeschrieben ist, wenn der Anspruch aus dem Nachbarrecht hergeleitet wird (…Urteil vom 10. Juli 2009 - V ZR 69/08, NJW-RR 2009, 1238 Rn. 10; Urteil vom 2. März 2012 - V ZR 169/11, NZM 2012, 435 Rn. 9).
BGH, 27.01.2017 - V ZR 120/16
Obligatorische Streitschlichtung für Nachbarrechtsstreitigkeiten im Saarland
Die von dem Senat bislang offen gelassene Frage (…vgl. Urteil vom 10. Juli 2009 - V ZR 69/08, NJW-RR 2009, 1238 Rn. 9; Urteil vom 2. März 2012 - V ZR 169/11, NZM 2012, 435 Rn. 7;… Urteil vom 19. Februar 2016 - V ZR 96/15, aaO) bedarf auch hier keiner Entscheidung.
Diese Vorschriften legt der Senat eng in dem Sinne aus, dass ein Schlichtungsversuch in diesen Bundesländern für eine auf Zahlung gerichtete Klage auch dann nicht vorgeschrieben ist, wenn der Anspruch aus dem Nachbarrecht hergeleitet wird (…Urteil vom 10. Juli 2009 - V ZR 69/08, aaO, Rn. 10; Urteil vom 2. März 2012 - V ZR 169/11, aaO, Rn. 9;… Urteil vom 19. Februar 2016 - V ZR 96/15, aaO, Rn. 11).
Ob die Ermächtigung des § 15 a Abs. 1 Nr. 2 EGZPO eine entsprechend weite Auslegung ihres Anwendungsbereichs und der entsprechenden landesrechtlichen Vorschriften, hier § 1 Abs. 1 Nr. 1 LSchlG, deckt und nicht nur dem Wortlaut des § 15 a EGZPO folgend _Ansprüche & und nach § 906 BGB&_ im Sinne der in den genannten Vorschriften selbst normierten Ansprüche erfasst, sondern auch solche Ansprüche, die sich aus einem Verstoß gegen die genannten Bestimmungen ergeben, sodass neben Beseitigungs- und Unterlassungsansprüchen auch Schadensersatzansprüche nach § 823 BGB, Aufwendungsersatzansprüche nach § 812 Abs. 1 BGB oder aus GoA in Verbindung mit den aufgeführten Vorschriften und ebenso der nachbarliche Ausgleichsanspruch nach § 906 Abs. 2 S. 2 BGB analog der Schlichtung unterliegen könnten, ist streitig (vgl. zum Streitstand betreffend Ansprüche _aus dem Nachbarrecht nach §§ 910, 911 & BGB_ BGH NJW-RR 2009, 1238 m.w.N.; Auslegung des § 15 a Abs. 1 Nr. 2 EGZPO dort wie auch in BGH NZM 2012, 435 offen gelassen).
a) Dies folgt nicht aus den Urteilen des 5. Zivilsenates des Bundesgerichtshofes vom 10. Juli 2009 (NJW-RR 2009, 1238) und vom 2. März 2012 (NZM 2012, 435).
Der Bundesgerichtshof geht für Nordrhein-Westfalen von derselben Rechtslage aus , wie er sie für Hessen herausgearbeitet hat (BGH MDR 2012, 579; NJW-RR 2008, 1662), nämlich dass ein Schlichtungsversuch nicht für Zahlungsklagen vorgesehen sei, weil der Landesgesetzgeber mit der gleichen Begründung wie in Hessen die Regelung zur Einbeziehung der vermögensrechtlichen Streitigkeiten mit einem Streitwert bis zu 600, 00 EUR aufgehoben habe.
Dies konnte in den bisherigen Entscheidungen (…BGH Urt. vom 10. Juli 2009, Az.: V ZR 69/08; Urt. vom 2. März 2012, Az.: V ZR 169/11) offen bleiben.
Jedoch stellt "wilde Wein" keine "Anlage" im Sinne von § 907 BGB dar (BGH, Urteil vom 16.02.2001, Az.: V ZR 422/99, u.a. in: NJW-RR 2001, Seiten 1208 ff.) und wird im Übrigen ein Schlichtungsversuch vor der Erhebung einer Klage zu den ordentlichen Gerichten auch nicht für Zahlungsklagen - so wie hier vom Kläger erhoben - vorgeschrieben (BGH, Urteil vom 19.02.2016, Az.: V ZR 96/15, u.a. in: NJW-RR 2016, Seiten 823 f.; BGH, Urteil vom 02.03.2012, Az.: V ZR 169/11, u.a. in: MDR 2012, Seiten 579 f.; BGH, Urteil vom 10.07.2009, Az.: V ZR 69/08, u.a. in: NJW-RR 2009, Seiten 1238 f.; OLG Koblenz, Beschluss vom 26.10.2012, Az.: 5 W 590/12, u.a. in: MDR 2013, Seite 399; OLG Hamm, Urteil vom 06.06.2011, Az.: I-5 U 32/11, u.a. in: "juris";… Monschau, in: Lützenkirchen, Anwalts-Handbuch Mietrecht, 5. Aufl. 2015, M. Besondere Probleme des Mietprozesses, Rn. 13).
Die Kläger können sich für ihre gegenteilige Auffassung nicht auf die Urteile des Bundesgerichtshofes vom 10. Juli 2009 - V ZR 69/08 - und 2. März 2012 - V ZR 169/11 -stützen.
Der Bundesgerichtshof hat jedoch in den zitierten Entscheidungen vom 10. Juli 2009 - V ZR 69/08 und 02. März 2012 - V ZR 169/11 - ausdrücklich offen gelassen, ob grundsätzlich die bundesrechtliche Ermächtigung in § 15 a Abs. 1. S. 1 Nr. 2 EGZPO nur Beseitigungs- und Unterlassungsansprüche, nicht jedoch Zahlungsansprüche umfasst, weil dies im Hinblick auf die länderspezifischen Regelungen nicht entscheidungserheblich war.
Dies konnte in den bisherigen Entscheidungen (BGH Urteil vom 10. Juli 2009 - V ZR 69/08; Urteil vom 2. März 2012 - V ZR 169/11) offen bleiben.
Denn auch in letzteren Fällen handelt es sich um eine Streitigkeit " über Ansprüche wegen der in § 906 des Bürgerlichen Gesetzbuches geregelten Einwirkungen " i.S.d. § 53 Abs. 1 Nr. 1 lit. a) JustG NRW, weil der Streitgegenstand den sachlichen Regelungsbereich des § 906 BGB betrifft (…vgl. Zöller/ Heßler , ZPO, 31. Aufl. (2016), § 15a EGZPO Rn. 5;… Prütting/Gehrlein/ Barth , ZPO, 6. Aufl. (2014), § 15a EGZPO Rn. 4;… OLG Saarbrücken, Urt. v. 20.05.2015 - 1 U 131/14 = BeckRS 2015, 10748 Rn. 23;… OLG Köln, Beschl. v. 18.01.2006 - 2 U 113/05 Rn. 4 f., zitiert nach juris;… LG Bückeburg, Urt. v. 07.11.2012 - 1 S 40/12 Rn. 19 f., zitiert nach juris;… für die Beseitigung störender Äste und Wurzeln offengelassen von BGH, Urt. v. 10.07.2009 - V ZR 69/08 = NZM 2009, 628 Rn. 9; allgemein für "Beseitigungs- und Unterlassungsansprüche" BGH, Urt. v. 02.03.2012 - V ZR 169/11 = NZM 2012, 435 Rn. 7;… a.A. ohne Begründung Stein/Jonas/ Schlosser , 22. Aufl. (2002), § 15a EGZPO Rn. 7).
OLG Koblenz, 26.10.2012 - 5 W 590/12
Zulässigkeit einer auf Deliktsrecht gestützten Klage unter Nachbarn; …