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Timestamp: 2020-07-10 04:38:57
Document Index: 236568877

Matched Legal Cases: ['§ 68', '§ 68', '§ 68', '§ 19', '§ 14', '§ 107', '§ 107']

Gewerbesteuermessbescheid - und der laufende Streit um den Vorauszahlungsbescheid | Rechtslupe
Gewerbesteuermessbescheid - und der laufende Streit um den Vorauszahlungsbescheid
Der Gewer­be­steu­er­mess­be­scheid ersetzt gemäß § 68 FGO für das betref­fen­de Jahr den Vor­aus­zah­lungs­be­scheid zum Gewer­be­steu­er­mess­be­trag und wer­den damit zum Gegen­stand des Kla­ge­ver­fah­rens.
Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs ersetzt der Jah­res­steu­er­be­scheid den Vor­aus­zah­lungs­be­scheid i.S. des § 68 FGO.
Denn die Vor­schrift des § 68 FGO erfo­dert nicht etwa die Näm­lich­keit des Streit­ge­gen­stands, son­dern setzt ledig­lich vor­aus, dass der ursprüng­li­che Ver­wal­tungs­akt durch Erlass des neu­en Ver­wal­tungs­akts sei­ne Wir­kung ver­liert und dass sowohl Betei­lig­ter als auch Besteue­rungs­ge­gen­stand hin­sicht­lich bei­der Ver­wal­tungs­ak­te iden­tisch sind. Dies ist der Fall, wenn an die Stel­le eines Gewer­be­steu­er­mess­be­scheids für Zwe­cke der Vor­aus­zah­lun­gen (§ 19 Abs. 3 Satz 3 GewStG) ein Gewer­be­steu­er­mess­be­scheid (§ 14 GewStG) tritt; denn die­ser Bescheid ersetzt jenen [1].
Hat das Finanz­ge­richt indes­sen den geän­der­ten Streit­ge­gen­stand im Rubrum sei­ner Ent­schei­dung nicht auf­ge­nom­men, obwohl es die Erset­zung der Gewer­be­steu­er­mess­be­schei­de für Zwe­cke der Vor­aus­zah­lun­gen durch die Gewer­be­steu­er­mess­be­schei­de erkannt hat­te und über letz­te­re auch ent­schei­den woll­te, liegt inso­weit eine offen­ba­re Unrich­tig­keit vor.
Gemäß § 107 FGO sind offen­ba­re Unrich­tig­kei­ten im Urteil jeder­zeit vom Gericht zu berich­ti­gen. Als Berich­ti­gungs­ge­gen­stand erfasst § 107 FGO alle Bestand­tei­le des Urteils und des Beschlus­ses, auch das Rubrum und die dar­in ent­hal­te­ne Bezeich­nung des Streit­ge­gen­stands [2]. Im Rah­men des Revi­si­ons­ver­fah­rens ist der Bun­des­fi­nanz­hof für die Berich­ti­gung zustän­dig gewor­den [3].
Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 19. Dezem­ber 2019 – III R 39/​17
BFH, Urteil vom 23.04.2009 – IV R 73/​06, BFHE 225, 343, BStBl II 2010, 40, unter II. 1., m.w.N.; BFH, Beschluss vom 26.11.2008 – X B 3/​08, BFH/​NV 2009, 410, unter II. 2.b[↩]
vgl. BFH, Beschluss vom 08.01.2010 – V B 99/​09, BFH/​NV 2010, 911, Rz 21[↩]
vgl. BFH, Urteil vom 15.04.2015 – VIII R 1/​13, Zeit­schrift für Wirt­schafts- und Steu­er­straf­recht 2015, 479, Rz 35, m.w.N.[↩]
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