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Timestamp: 2016-10-25 15:40:36
Document Index: 356008619

Matched Legal Cases: ['Art. 99', 'Art. 123', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 99', 'Art. 3', 'Art. 1', 'Art. 25', 'Art. 52', 'Art. 33', 'Art. 34', 'Art. 37', 'Art. 60', 'Art. 28', 'in fine', 'Art. 32', 'BGE', 'BGE', 'Art. 5', 'BGE', 'Art. 26', 'Art. 106', 'Art. 32', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68']

9C_1011/2012 (18.04.2013)
9C_1011/2012
T.________, handelnd durch seine Mutter
A.________, Procap f�r Menschen mit Handicap,
Reitergasse 1, 8004 Z�rich,
Krankenversicherung (Analysenliste),
Im 2011 wurde am Spital R.________ eine Blutprobe von dem 2006 geborenen T.________ molekulargenetisch untersucht (hochaufl�sende Reihen-Hybridisierung in situ). Indikation f�r diese diagnostische Massnahme waren eine mentale Retardierung unklarer �tiologie, eine Mikrozephalie, zahlreiche Dysmorphien und eine hyperkinetische Verhaltensst�rung (Bericht Dr. med. S.________, M�decin Adjoint P�diatrie Spital L.________ vom 15. Juli 2011). Die Untersuchung ergab eine Aberration in Form einer ca. 60 kb grossen Duplikation auf dem langen Arm von Chromosom 14 (Bericht Spital R.________ vom 27. Mai 2011). Die Sanitas Grundversicherungen AG (nachfolgend: Sanitas), bei welcher T.________ obligatorisch krankenpflegeversichert war, lehnte mit Verf�gung vom 7. Dezember 2011 und Einspracheentscheid vom 29. M�rz 2012 eine �bernahme der Kosten von Fr. 2'863.- ab. Der Ablehnung vorausgegangen war eine ausf�hrliche Korrespondenz zwischen Dr. med. F.________, Vertrauensarzt des Krankenversicherers, und Dr. S.________, der die genetische Untersuchung angeordnet hatte.
Die von A.________, Mutter und gesetzliche Vertreterin von T.________, erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Zug, Sozialversicherungsrechtliche Kammer, unter Ber�cksichtigung der von den Parteien eingereichten Stellungnahmen des Dr. S.________ und von Prof. Dr. M.________, Spezialarzt f�r Innere Medizin FMH, Spital B.________, mit Entscheid vom 25. Oktober 2012 ab.
A.________ hat Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten eingereicht mit den Rechtsbegehren, der Entscheid vom 25. Oktober 2012 sei aufzuheben und die Sanitas sei zu verpflichten, Kostengutsprache f�r die diagnostischen und genetischen Untersuchungen im Spital U.________ zu erteilen sowie die Kosten f�r die fachmedizinische Stellungnahmen von Dr. S.________ und diejenige von Prof. Dr. I.________, Medizinische Genetik FMH und FAMH, Chefarzt Medizinische Genetik Spital B.________, die nachgereicht werde, zu �bernehmen bzw. eine angemessene Entsch�digung zu bezahlen.
Die Sanitas beantragt die Abweisung der Beschwerde, desgleichen das kantonale Verwaltungsgericht. Das Bundesamt f�r Gesundheit (BAG) verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Zur Stellungnahme des Prof. Dr. I.________ vom 18. Januar 2013 hat die Sanitas eine Entgegnung des Prof. Dr. M.________ vom 13. Februar 2013 eingereicht. Dazu und zur Vernehmlassung des Krankenversicherers hat sich Prof. Dr. I.________ in einer weiteren Stellungnahme vom 19. M�rz 2013 zuhanden der Rechtsvertreterin von T.________ bzw. A.________ ge�ussert.
1.1 Neue Tatsachen und Beweismittel d�rfen vor Bundesgericht nur so weit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG). Vorbehalten ist der Fall, dass solche Aktenst�cke neue erhebliche Tatsachen oder entscheidende Beweismittel darstellen, die zu einer Revision (Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG) f�hren k�nnten. Tatsachen oder Beweismittel, welche erst nach dem angefochtenen Entscheid sich ereigneten oder entstanden, k�nnen nicht durch das weitergezogene Urteil veranlasst worden sein und sind deshalb von vornherein unzul�ssig (Urteil 9C_334/2010 vom 23. November 2010 E. 2.1, nicht publ. in: BGE 136 V 395, aber in: SVR 2011 KV Nr. 5 S. 20; vgl. auch Urteil 9C_506/2012 vom 27. September 2012 E. 1). Vom Novenverbot nicht erfasst werden allgemein bekannte und gerichtsnotorische Tatsachen wie beispielsweise allgemein zug�ngliche Fachliteratur (Urteil 9C_334/2010 vom 23. November 2010 E. 2.3, nicht publ. in: BGE 136 V 395, aber in: SVR 2011 KV Nr. 5 S. 20; vgl. auch Urteil 4A_412/2011 vom 4. Mai 2012 E. 2.2, nicht publ. in: BGE 138 III 294).
1.2 Es kann offenbleiben, ob und inwieweit die Stellungnahme des Prof. Dr. I.________ vom 18. Januar 2013, in welcher eine breite Auswahl von Fachliteratur zitiert wird, ein (un-)zul�ssiges Novum bildet. Der Beschwerdef�hrer r�gt, die Vorinstanz habe den medizinischen Sachverhalt offensichtlich unrichtig erhoben und die fachmedizinischen Beweismittel willk�rlich gew�rdigt, insbesondere dadurch, dass sie auf die Beurteilung von Internisten abgestellt habe, die �ber keine ausgewiesenen fachlichen Qualifikationen in medizinischer Genetik verf�gten. Eine rechtsfehlerhafte Sachverhaltsfeststellung f�hrt �blicherweise zur R�ckweisung der Sache an die Vorinstanz. Art. 105 Abs. 2 BGG erm�chtigt indessen das Bundesgericht, den Sachverhalt von Amtes wegen oder auf entsprechendes Begehren zu erg�nzen oder zu berichtigen. Das Bundesgericht kann den Sachverhalt dabei nicht nur auf Grund der vorinstanzlichen Akten korrigieren, sondern auch gest�tzt auf die Beweismittel der Parteien, welche im Rahmen des Schriftenwechsels angeboten oder im Beweisverfahren selber eingeholt wurden. Das Bundesgericht ist zur Abnahme solcher neuer Beweismittel freilich nicht verpflichtet; vielmehr wird es von dieser Befugnis nur zur�ckhaltend Gebrauch machen (Botschaft des Bundesrates vom 28. Februar 2001 zur Totalrevision der Bundesrechtspflege, BBl 2001 S. 4344 zu Art. 99 E-BGG). In concreto rechtfertigt es sich schon aus prozess�konomischen Gr�nden, die Stellungnahme von Prof. Dr. I.________ in die Beurteilung miteinzubeziehen, zumal der Beschwerdef�hrer damit - wie sich aus seiner Begr�ndung im Kostenpunkt ergibt - den Mangel einer zus�tzlichen Fachmeinung (neben derjenigen von Dr. S.________) als behoben erachtet und die Beschwerdegegnerin Fachkompetenz von Prof. Dr. I.________ nicht in Frage stellt.
2.1 Die soziale Krankenversicherung gew�hrt Leistungen u.a. bei Krankheit (Art. 3 ATSG; Art. 1a Abs. 2 lit. a KVG). Die obligatorische Krankenpflegeversicherung �bernimmt die Kosten f�r die Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer Folgen dienen. Diese Leistungen umfassen u.a. die �rztlich verordneten Analysen (Art. 25 Abs. 1 und Abs. 2 lit. b KVG). Die entsprechende Liste (AL) wird vom Departement nach Anh�ren der Eidgen�ssischen Kommission f�r Analysen, Mittel und Gegenst�nde erlassen (Art. 52 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 und Art. 33 Abs. 2 KVG, Art. 34 und Art. 37f KVV). Die abschliessende in der Regel j�hrlich �berarbeitete Liste der verg�tungsf�higen Analysen mit Tarif ist in Anhang 3 KLV enthalten (Art. 60 KVV und Art. 28 KLV; SVR 2010 KV Nr. 2 S. 5, 9C_224/2009 E. 2.2 in fine).
Die beim Beschwerdef�hrer durchgef�hrte Reihen-Hybridisierung in situ war im Zeitpunkt der Vornahme (April 2011) in der AL enthalten (vgl. Anhang 3 KLV Ziff. 2.2.1.3 Molekulare Zytogenetik, Position 2018.05).
2.2 Voraussetzung f�r eine Kosten�bernahme im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung sind Wirksamkeit, Zweckm�ssigkeit und Wirtschaftlichkeit der Leistung (Art. 32 Abs. 1 KVG). Eine Leistung ist wirksam, wenn sie geeignet ist, das angestrebte diagnostische oder therapeutische Ziel zu erreichen (BGE 137 V 295 E. 6.1 S. 303). Die Zweckm�ssigkeit fragt nach dem diagnostischen oder therapeutischen Nutzen der Anwendung im Einzelfall unter Ber�cksichtigung der damit verbundenen Risiken, gemessen am angestrebten Heilerfolg der m�glichst vollst�ndigen Beseitigung der k�rperlichen oder psychischen Beeintr�chtigung sowie allenfalls an der Missbrauchsgefahr (BGE 137 V 295 E. 6.2 S. 306). Das Wirtschaftlichkeitserfordernis bezieht sich auf die Wahl unter mehreren zweckm�ssigen Diagnose- oder Behandlungsalternativen Bei vergleichbarem medizinischem Nutzen ist die kosteng�nstigste Variante bzw. diejenige mit dem besten Kosten-/Nutzen-Verh�ltnis zu w�hlen. Wo es nur eine Diagnose- oder Behandlungsm�glichkeit gibt, ist nach dem allgemeinen Grundsatz der Verh�ltnism�ssigkeit (Art. 5 Abs. 2 BV) die Leistung zu verweigern, wenn zwischen Aufwand und Heilerfolg ein grobes Missverh�ltnis besteht (BGE 136 V 395 E.7.4 S. 407; vgl. zum Ganzen Gebhard Eugster, Krankenversicherung, in: Soziale Sicherheit, SBVR Bd. XIV, 2. Aufl. 2007, S. 494 ff.).
2.3.1 Diagnostische Massnahmen m�ssen (in Abgrenzung zu Untersuchungen zur Fr�herkennung von Krankheiten im Sinne von Art. 26 Abs. 1 KVG) im Zusammenhang mit der Behandlung einer manifesten Erkrankung oder eines konkreten Krankheitsverdachts stehen, damit sie durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung zu verg�ten sind (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts K 55/05 vom 24. Oktober 2005 E. 1.1). Sie m�ssen letztlich der Krankheitsbehandlung dienen (Eugster, a.a.O., Rz. 316 S. 500), wozu auch geh�rt, das Eintreten einer Krankheit zu verhindern einschliesslich eine (Erb-) Krankheit auszuschliessen (RKUV 1995 Nr. K 957 S. 12, K 28/94). Das bedeutet, dass sie - bei prognostischer Beurteilung (SVR 2008 KV Nr. 1 S. 1, K 47/06 E. 4.1) - therapeutische Konsequenzen haben k�nnen. Trifft dies nicht zu, d.h. ist in dem Sinne der diagnostische Endpunkt erreicht, dass die Therapie feststeht oder keine (andere) mehr m�glich ist, besteht keine Kosten�bernahmepflicht (Eugster, a.a.O., Rz. 320 S. 500). Im Urteil I 322/05 vom 4. Dezember 2005 erachtete das Eidg. Versicherungsgericht als entscheidend f�r die �bernahme der Kosten einer molekulargenetischen Blutuntersuchung durch die Invalidenversicherung bei einem Versicherten, der an einem Geburtsgebrechen litt, inwiefern in Bezug auf Art und Ausmass der St�rung der k�rperlichen Funktionen Unklarheit bestand, und ob diesbez�glich von der Massnahme neue, f�r die Anwendung der bereits zugesprochenen und durchgef�hrten oder allenfalls anderer Therapien bedeutsame Erkenntnisse erwartet werden konnten (E. 4.2.2).
2.3.2 In den einleitenden Bemerkungen zur Analysenliste in Anhang 3 KLV (in der hier anwendbaren Fassung vom 1. Januar 2011) werden Analysen von der Kosten�bernahme ausgeschlossen, bei denen schon zum Zeitpunkt der Anordnung feststeht, dass das Resultat keine medizinisch-therapeutischen Konsequenzen hat. In der Beschwerde wird sinngem�ss richtig vorgebracht, dass damit lediglich gesagt wird, wann eine Leistungspflicht sicher entf�llt. Von ebenso grossem Interesse ist, unter welchen Voraussetzungen eine Verg�tung durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung in Betracht f�llt. Im Rahmen der �nderung per 1. Januar 2013 sind gest�tzt auf einen entsprechenden Vorschlag des BAG vom 10. Juli 2012 in den einleitenden Bemerkungen zur Analysenliste solche Bedingungen formuliert worden. Danach gilt Folgendes: "Die Diagnostik hat mit einer akzeptablen Wahrscheinlichkeit die Konsequenz, dass sie einen Entscheid �ber Notwendigkeit und Art einer medizinischen Behandlung oder eine richtungsgebende �nderung der bisher angewendeten medizinischen Behandlung oder eine richtungsgebende �nderung der notwendigen Untersuchungen (z.B. zur rechtzeitigen Verh�tung, Erkennung oder Behandlung von typischerweise zu erwartenden Komplikationen) oder einen Verzicht auf weitere Untersuchungen von typischerweise zu erwartenden Krankheitssymptomen, Folgeerkrankungen oder Beschwerden zur Folge hat. Analysen, bei denen schon zum Zeitpunkt der Anordnung feststeht, dass das Resultat keine der oben erw�hnten Konsequenzen hat, sind von der Kosten�bernahme ausgeschlossen". Es spricht nichts dagegen und es ist unter den Parteien auch nicht streitig, diese Umschreibung der Voraussetzungen f�r eine Verg�tung von Analysen durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung auch im vorliegenden Fall zum Beurteilungsmassstab zu nehmen.
Die Vorinstanz hat erwogen, der verantwortliche Arzt habe weder darlegen k�nnen, welche genaue Diagnose er mit der in-situ Reihenhybridisierung zu best�tigen oder auszuschliessen hoffte, welches Spektrum konkreter Krankheiten f�r ihn in Frage gekommen sei, noch habe er aufzuzeigen vermocht, in welcher Weise die Massnahme die aufgrund der klar erhobenen Symptome bereits eingeleitete Therapie (intensive heilp�dagogische Fr�herziehung) beeinflussen k�nnte. Er sei nicht in der Lage gewesen, die konkreten therapeutischen Konsequenzen je nach Erkenntnis der �tiologie aufzuzeigen. In diesem Zusammenhang sei die Aussage von Prof. Dr. M.________ unwidersprochen geblieben, wonach auch irgendeine Fehlfunktion eines der in der Chromosomenuntersuchung unauff�llig gebliebenen 25'000 bis 40'000 Gene die Krankheit h�tte verursachen k�nnen. Selbst der Umstand, dass eine genetische Ursache der Erkrankung des Beschwerdef�hrers offenbar auf der Hand gelegen habe, sei mangels irgendwie gearteter absehbarer Aussichten auf therapeutische Konsequenzen nicht von Bedeutung. Sei man sich n�mlich weitgehend einig, dass das Wissen um die �tiologie der mentalen Retardierung am therapeutischen Vorgehen nichts zu �ndern verm�ge - immerhin bestehe Konsens dar�ber, dass es keine entsprechende Gentherapie gebe -, so erweise sich die durchgef�hrte Chromosomenuntersuchung �berwiegend wahrscheinlich nicht als zweckm�ssig und folglich auch nicht als wirtschaftlich. Dies gelte sinngem�ss umso mehr, als der diagnostische Endpunkt als erreicht gelte, wenn keine weiteren therapeutischen Konsequenzen zu erwarten seien.
4.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs. Die Vorinstanz habe mit keinem Wort zu den mit der Replik eingereichten Empfehlungen des BAG vom 10. Juli 2012 zur Anpassung des Einleitungstextes zur Analysenliste Stellung genommen. Abgesehen davon, dass er nicht dartut, inwiefern dieser angebliche Mangel entscheidrelevant sein k�nnte (Art. 106 Abs. 2 BGG), werden die aufgrund der erw�hnten bundesamtlichen Empfehlungen auf den 1. Januar 2013 vorgenommenen �nderungen in den einleitenden Bemerkungen zur Analysenliste vorliegend ber�cksichtigt (E. 2.3.2).
4.2.1 Materiell tr�gt der Beschwerdef�hrer vor, Hauptgrund f�r den genetischen Untersuch sei gewesen, mit einer gesicherten Diagnose den Verlauf und die Risiken seiner Erkrankung besser beurteilen und so die optimale Behandlung festlegen bzw. die bisherige Therapie anpassen zu k�nnen. Diese Zielsetzung liegt indessen jeder diagnostischen Massnahme zugrunde und vermag f�r sich allein genommen die hier zur Diskussion stehende Reihen-Hybridisierung in situ nicht als wirksame, zweckm�ssige und wirtschaftliche Leistung im Sinne von Art. 32 Abs. 1 KVG darzutun. Weiter bringt der Beschwerdef�hrer vor, die genaue Kenntnis der Natur des Leidens sei von grunds�tzlicher Bedeutung und f�r die Bestimmung und Anwendung therapeutischer Massnahmen ausschlaggebend. Die Vervollst�ndigung einer Verdachtsdiagnose k�nne ausserdem auch in anderer Hinsicht, z.B. im Hinblick auf die sp�tere berufliche Eingliederung, von gr�sstem Interesse sein. Aus diesen im Grundsatz richtigen Ausf�hrungen lassen sich jedoch keine Schlussfolgerungen f�r den hier zu beurteilenden Sachverhalt ziehen, insbesondere nicht, inwiefern in Bezug auf die konkret in Frage stehende Analyse die Voraussetzungen gem�ss den zum 1. Januar 2013 ge�nderten einleitenden Bemerkungen zur AL (E. 2.3.2) gegeben sind. Im �brigen legt der Beschwerdef�hrer nicht dar, welche Verdachtsdiagnose bestand und - im Hinblick auf m�gliche therapeutische Konsequenzen - verifiziert oder ausgeschlossen werden musste. In diesem Zusammenhang ist unerheblich, ob die (sprachbetonte) mentale Retardierung, um die es haupts�chlich geht, lediglich als ein Symptom (Krankheitszeichen) zu betrachten oder als eigenst�ndige Diagnose aufzufassen ist. Wie Prof. Dr. I.________ in seiner Stellungnahme vom 18. Januar 2013 festh�lt, k�nnen heute auch (blosse) Symptome in Diagnoselisten wie die ICD-10 enthalten sein, wenn bzw. weil es nicht immer m�glich sei, eine zugrundeliegende Krankheit zu identifizieren.
Zwei Aussagen von Prof. Dr. I.________ werfen im �brigen die Frage nach der Wirksamkeit einer Reihenhybridisierung in situ beim konkreten Beschwerdebild auf: Indikation f�r diese diagnostische Massnahme waren eine mentale Retardierung unklarer �tiologie, eine Mikrozephalie und verschiedene Dysmorphien (Bericht Dr. S.________ vom 15. Juli 2011). Prof. Dr. I.________ f�hrt aus, auch wenn die Wahrscheinlichkeit f�r eine genetische Ursache hoch sei, bleibe bei etwa der H�lfte aller Patienten mit vergleichbaren Symptomen die Diagnose unklar. Eine andere Ursache m�sse nach wie vor in Betracht gezogen werden. Je nach untersuchtem Patientenkollektiv bestehe eine Wahrscheinlichkeit von 20 %, eine Chromosomenanomalie zu identifizieren. Punktmutationen, also Ver�nderungen in der Gr�ssenordnung von wenigen Basenpaaren, die durchaus auch zu den hier in Frage stehenden Symptomen f�hren k�nnten, seien auch durch eine hochaufl�sende Chromosomenuntersuchung (wie die konkret durchgef�hrte Reihen-Hybridisierung in situ) nicht zu erkennen, sondern erforderten spezielle Nachweismethoden. Die Untersuchung beim Beschwerdef�hrer ergab eine Aberration in Form einer ca. 60 kb grossen Duplikation auf dem langen Arm von Chromosom 14 (Bericht Spital R.________ vom 27. Mai 2011). Aus den Ausf�hrungen von Prof. Dr. I.________ ergibt sich zudem, dass die Entdeckung einer Chromosomenanomalie h�ufig und auch im vorliegenden Fall nicht auf einen urs�chlichen Zusammenhang mit den klinischen Symptomen schliessen l�sst. Diese Unsicherheit ist auch f�r die Frage der Zweckm�ssigkeit von Bedeutung, wenn davon ausgegangen wird, dass eine m�glichst genaue Diagnose bzw. Kenntnis der Ursache der Symptomatik f�r die Wahl der Behandlung oder eine �nderung der Therapie (mit-) entscheidend ist. Die Diagnostik muss mit einer akzeptablen Wahrscheinlichkeit die in den einleitenden Bemerkungen zur Analysenliste (in der seit 1. Januar 2013 geltenden Fassung) alternativ umschriebenen Konsequenzen haben (E. 2.3.2).
4.2.2 Schliesslich bestreitet der Beschwerdef�hrer, dass in seinem Fall der diagnostische Endpunkt bereits erreicht und die Therapie feststehe. Im kantonalen Verfahren seien die m�glichen Therapieoptionen sowie weitere wertvolle Erkenntnisse aus dem genetischen Untersuch (z.B. fr�hzeitige Erkennung anderer Krankheiten, rechtzeitige Einleitung von schulischen F�rdermassnahmen) hinl�nglich dokumentiert worden. Damit �bt er in erster Linie unzul�ssige appellatorische Kritik an der betreffenden Feststellung der Vorinstanz (E. 3; BGE 137 II 353 E. 5.1 S. 356). Im �brigen ist das Vorbringen auch unter Ber�cksichtigung der Stellungnahme von Prof. Dr. I.________ vom 18. Januar 2013 nicht stichhaltig. Der Facharzt h�lt u.a. fest, es bestehe kein vern�nftiger Grund anzunehmen, dass bereits bei der Anordnung der Untersuchung ein Fehlen medizinisch-therapeutischer Konsequenzen ihres Resultats festgestanden habe. Eine Feststellung in diesem Sinne hat die Vorinstanz indessen nicht getroffen, ebenso wenig wie sie die M�glichkeit einer Heilung der angeborenen Behinderung (durch eine Gentherapie) als Voraussetzung der Leistungspflicht der obligatorischen Krankenpflegeversicherung f�r ihre Diagnose postuliert hat.
Weiter erw�hnt Prof. Dr. I.________ Beispiele von genetischen Erkrankungen (Chromosomenanomalien), die unmittelbare Auswirkungen auf Therapie und klinisches Management haben k�nnen, wobei er zwischen kausalen (die Ursachen beeinflussenden) und symptomatischen (die Symptome mildernden) Behandlungen unterscheidet (vgl. auch BGE 121 V 289 E. 4b S. 295). Dabei f�hrt er u.a. aus, Betroffene mit seltenen "privaten" Mikrodeletions- und Duplikationssyndromen k�nnten unmittelbar von den in Datenbanken und Publikationen zug�nglichen Erfahrungen mit vergleichbaren Anomalien profitieren. Diese betr�fen die Wirksamkeit durchgef�hrter Behandlungen, Erkenntnisse zur Prognose, zu geeigneten F�rdermassnahmen und Konsequenzen f�r die Lebensplanung. In einer retrospektiven Studie sei gezeigt worden, dass die Diagnose einer Mikrodeletion oder -duplikation das klinische Management bei der Mehrzahl der Patienten beeinflusst habe. In seiner Stellungnahme vom 19. M�rz 2013 erw�hnt Prof. Dr. I.________ eine neue Studie, wonach hochaufl�sende Chromosomenuntersuchungen in 7 % aller befundeten Tests zu Managementempfehlungen der Evidenzlevel 1 oder 2 gef�hrt haben. Der Facharzt vermag indessen kein Beispiel mit einigermassen vergleichbarer Symptomatik wie beim Beschwerdef�hrer anzugeben, wo eine aufgrund eines mehr oder weniger starken Verdachts auf eine - allenfalls urs�chliche - Chromosomenanomalie durchgef�hrte diagnostische Untersuchung, wie namentlich eine hochaufl�sende Reihen-Hybridisierung in situ, zu konkreten therapeutischen Konsequenzen im Sinne der einleitenden Bemerkungen zur Analysenliste (in der seit 1. Januar 2013 geltenden Fassung; vgl. E. 2.3.2) f�hrte. In diesem Zusammenhang ist die Aussage von Prof. Dr. M.________ in seiner Entgegnung vom 9. Februar 2013 unwidersprochen geblieben, wonach bei keiner der verschiedenen genetischen Ursachen der mentalen Retardierung bisher eine Therapie gefunden werden konnte. Auch im konkreten Fall zeitigte das Resultat der beim Beschwerdef�hrer durchgef�hrten Chromosomenanalyse offenbar keine weiteren f�r die Frage der Verg�tung durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung bedeutsame Folgen auch nicht im Sinne einer richtunggebenden Kl�rung der Frage, welche zus�tzlichen diagnostischen Massnahmen mit akzeptabler Wahrscheinlichkeit zu einer der seit 1. Januar 2013 geforderten Konsequenzen f�hren k�nnen.
4.3 Nach dem Gesagten verletzt der vorinstanzlich Entscheid kein Bundesrecht.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend hat der Beschwerdef�hrer die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Einen Anspruch auf Parteientsch�digung f�r seine anwaltliche Vertretung hat er nicht (Art. 68 Abs. 2 BGG). Jedoch sind ihm unter diesem Titel von der Beschwerdegegnerin die Kosten der Stellungnahme des Prof. Dr. I.________ vom 18. Januar 2013 - nicht jedoch diejenigen des Dr. S.________ - zu ersetzen, da sie nicht von vornherein unberechtigt war (vgl. E. 1.2; vgl. RKUV 2004 Nr. U 503 S. 15, U 282/00 E. 5.1) Dies gilt hier umso mehr, als die Beschwerdegegnerin mit Prof. Dr. M.________ - wenn auch bereits als Prozesspartei - bewusst eine kritische Stimme beauftragt hatte.
Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdef�hrer Fr. 2'625.- f�r die Stellungnahme des Prof. Dr. I.________ vom 18. Januar 2013 zu bezahlen.