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Timestamp: 2016-10-24 15:57:51
Document Index: 12968411

Matched Legal Cases: ['Art. 16', 'BGE', 'Art. 25', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 25', 'BGE']

U 271/00 (24.04.2001)
U 271/00 Vr
Bundesrichter Borella, R�edi und Bundesrichterin Leuzinger; Gerichtsschreiberin Polla
P.________, 1961, Beschwerdef�hrer, vertreten durch F�rsprecher Ulrich Seiler, Falkenh�heweg 20, Bern,
A.- Der 1961 geborene P.________ war seit 1. Oktober 1985 als Mitarbeiter Dachrinnen bei der T.________ AG angestellt und somit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen Unf�lle versichert. Am 24. Oktober 1986 und am 18. Februar 1987 erlitt er Stanzverletzungen an der linken Hand, welche eine traumatische partielle Amputation des Endgliedes des Mittelfingers und eine Teilamputation des Zeigefingers erforderten. Die SUVA anerkannte ihre Leistungspflicht, �bernahm die Heilungskosten und richtete Taggelder aus. Fortan litt der Versicherte unter Beschwerden an beiden Fingern, insbesondere klagte er anl�sslich einer kreis�rztlichen Untersuchung am 8. Mai 1987 �ber grosse K�lteempfindlichkeit und ein eigenartiges Gef�hl in den Fingern beim Packen von Gegenst�nden (Bericht des SUVA-Kreisarztes Dr. K.________ vom 8. Mai 1987). Mit Verf�gung vom 25. Juni 1987 schloss die SUVA den Fall mit der Zusprechung einer Integrit�tsentsch�digung von Fr. 4080.-, entsprechend einer Integrit�tseinbusse von 5 %, ab, nachdem P.________ die Arbeit seit 6. April 1987 wieder im Umfang von 100 % aufgenommen hatte. Seit 16. August 1990 war der Versicherte in der Abteilung Platten bei der M.________ AG angestellt. Am 17. September 1995 zog er sich beim Brotschneiden eine Schnittwunde am linken Zeigefinger zu, welche den Stumpf noch empfindlicher werden liess (Kreis�rztliche Untersuchung des Dr. B.________ vom 12. Oktober 1995). Wegen persistierender Schmerzen f�hrte Dr. U.________ am 21. Februar 1996 an beiden St�mpfen des Zeige- und Mittelfingers eine chirurgische Knochen- und Weichteilkorrektur durch. Nachdem der Versicherte ab 1. Mai 1998 arbeitslos geworden war, leistete er ab 11. Mai 1998 einen Einsatz bei der Besch�ftigungsst�tte X.________ wobei dieser aufgrund der geklagten Schmerzen (Bericht des Dr. B.________ vom 10. Juli 1998) zu Gunsten einer in der Rehabilitationsklinik Y.________ vom 12. August bis 2. September 1998 durchgef�hrten Abkl�rung der beruflichen Wiedereingliederungsm�glichkeiten abgebrochen wurde. Gest�tzt auf die im Austrittsbericht (vom 23. September 1998) gesch�tzte Arbeitsf�higkeit von 75 % stellte die SUVA mit Verf�gung vom 3. November 1998 ihre Taggeldleistungen r�ckwirkend ab 3. September 1998 ein und hielt daran mit Einspracheentscheid vom 4. Februar 1999 fest.
B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons Solothurn mit Entscheid vom 10. Mai 2000 ab.
C.- P.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Rechtsbegehren um Aufhebung des angefochtenen Entscheides. Er legt zudem ein Arztzeugnis des Dr. S.________ vom 7. Juni 2000 und einen Bericht der Frau Dr. A.________, Psychiatrie und Psychotherapie, vom 15. Juni 2000 ins Recht.
1.- Die Vorinstanz hat die Bestimmungen �ber den Anspruch auf Taggeld (Art. 16 Abs. 1 und 2 UVG) zutreffend dargelegt. Richtig wiedergegeben hat sie auch die Rechtsprechung zum Begriff der Arbeitsunf�higkeit (BGE 115 V 133 Erw. 2 mit Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden. Zu erg�nzen ist, dass gest�tzt auf den hier anwendbaren, per 1. Januar 1998 wieder in Kraft getretenen Art. 25 Abs. 3 UVV (AS 1998 151) arbeitslose Versicherte, deren Arbeitsunf�higkeit 25 oder weniger Prozent betr�gt, keinen Taggeldanspruch haben. Hinsichtlich der richterlichen Beweisw�rdigung von Arztberichten ist festzuhalten, dass entscheidend ist, ob der Bericht f�r die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden ber�cksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenh�nge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begr�ndet sind (BGE 122 V 160 Erw. 1c; siehe auch BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis).
2.- a) Die Vorinstanz hat mit einl�sslicher Begr�ndung, welcher sich das Eidgen�ssische Versicherungsgericht vollumf�nglich anschliesst, festgestellt, dass der Beschwerdef�hrer in der Lage ist, bei einem Teilpensum von 75 % einer Vollzeitbesch�ftigung t�tig zu sein (Austrittsbericht der Rehabilitationsklinik Y.________ vom 23. September 1998). Dies unter Beachtung folgender Einschr�nkungen: Heben und Tragen selten beidh�ndig bis 10 kg, einh�ndig links bis 5 kg. Keine Arbeiten in kalter Umgebungstemperatur, kein Kontakt der linken Hand zu kalten Materialien. Keine Arbeiten, die kraftvolle Manipulationen oder gutes feinmotorisches Geschick der linken Hand voraussetzen.
b) Die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde hiegegen erhobenen Einw�nde verm�gen an diesem Ergebnis nichts zu �ndern. Insbesondere ist die Behauptung des Beschwerdef�hrers, er sei bez�glich seiner zuletzt ausge�bten T�tigkeit im Umfang von 100 % arbeitsunf�hig, in keiner Weise stichhaltig begr�ndet. Die vom 12. August 1998 bis 2. September 1998 durchgef�hrte berufliche Abkl�rung in der Rehabilitationsklinik Y.________ ergab vielmehr, dass dem Versicherten die Wiederaufnahme der bisherigen beruflichen T�tigkeit als angelernter CNC-Bediener und -Programmierer, unter der Voraussetzung eines vermehrten Einsatzes als Programmierer, zugemutet werden kann. Zur Verbesserung der beruflichen Wiedereingliederung empfahl die Rehabilitationsklinik zudem vertiefte Abkl�rungen im Hinblick auf die Anlehre zum Programmierer/Bediener von CNC-Maschinen, welche schliesslich zu einer durch die Invalidenversicherung bewilligten Ausbildung in diesem Bereich f�hrten. Nach einer dreiw�chigen station�ren Abkl�rung ging die Rehabilitationsklinik von einer Arbeitsunf�higkeit im Umfang von 25 % in seiner zuletzt ausge�bten T�tigkeit wie auch im Hinblick auf den allgemeinen Arbeitsmarkt aus, welche entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers keiner medizinisch-theoretischen Sch�tzung entspricht. Diese Stellungnahme, die in Kenntnis der Vorakten und unter Ber�cksichtigung der subjektiv geklagten Beschwerden erging und als schl�ssig und umfassend anzusehen ist, deckt sich zudem mit jener des Spitals D.________ vom 13. Juli 1998. Die vorinstanzlich aufgelegten Arztzeugnisse des Dr. C.________, Spezialarzt f�r Innere Medizin, Chefarzt der medizinischen Abteilung des Spitals Z.________, vom 19. Februar 1999 und die Atteste des Dr. R.________ vom 18. M�rz, 7. April und 16. April 1999 sind unbeachtlich, da sie sich nicht auf den praxisgem�ss (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweis) massgebenden Zeitraum bis zum Erlass des Einspracheentscheides (vom 4. Februar 1999) beziehen und daher der Beurteilung der vorliegenden Streitsache nicht zu Grunde gelegt werden k�nnen. Gleiches gilt auch bez�glich der neu ins Recht gelegten Berichte des Dr. S.________ vom 7. Juni 2000 und der Frau Dr. A.________ vom 15. Juni 2000. Die Vorinstanz hat daher richtig festgehalten, dass der Beschwerdef�hrer mit R�cksicht auf seinen Gesundheitsschaden sowohl als angelernter CNC-Bediener/-Programmierer, als auch bez�glich einer T�tigkeit auf dem gesamten Arbeitsmarkt im Umfang von 75 % arbeitsf�hig ist.
c) Zu pr�fen bleibt, ob die SUVA zu Recht die Taggeldleistungen ab 3. September 1998 einstellte.
Unbestritten ist, dass die M.________ AG das Arbeitsverh�ltnis per 31. M�rz 1998 mit der Begr�ndung beendete, Leistung und Verhalten des Beschwerdef�hrers seien nicht mehr zufriedenstellend. Der Versicherte war ab 1. Mai 1998 im Umfang von 100 % arbeitslos gemeldet und leistete ab 15. Mai 1998 einen befristeten Einsatz in der Besch�ftigungsst�tte X.________. Es steht fest, dass der Versicherte seit 1. Mai 1998 die Anspruchsvoraussetzungen gem�ss Art. 8 AVIG mit einer Rahmenfrist f�r den Leistungsbezug bis 31. M�rz 2000 erf�llte. In Anwendung des Art. 25 Abs. 3 UVV (BGE 126 V 129 Erw. 4) besteht daher bei einer Arbeitsunf�higkeit von 25 und weniger Prozent kein Taggeldanspruch, sodass die SUVA zu Recht ab 3. September 1998 einen weiteren Anspruch auf Taggeldleistungen verneinte.