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Timestamp: 2016-10-22 07:11:43
Document Index: 199522573

Matched Legal Cases: ['Art. 132', 'Art. 34', 'Art. 24', 'BGE', 'Art. 103', 'Art. 22', 'Art. 16', 'Art. 24', 'Art. 7', 'Art. 34', 'Art. 6', 'Art. 1', 'Art. 34', 'Art. 34', 'Art. 34', 'Art. 16', 'Art. 16', 'BGE', 'BGE', 'Art. 16', 'Art. 16', 'Art. 34', 'BGE', 'Art. 34', 'Art. 16', 'BGE', 'Art. 22', 'Art. 24', 'Art. 24', 'Art. 24', 'BGE', 'Art. 41', 'Art. 24', 'Art. 42', 'Art. 42', 'Art. 24', 'Art. 22', 'Art. 16', 'Art. 24', 'Art. 156', 'Art. 159']

1A.184/2006 (15.02.2007)
1A.184/2006 /ggs
Ehepaar X.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Bernhard R�dy,
Amt f�r Raumplanung des Kantons Zug,
Aabachstrasse 5, Postfach, 6301 Zug,
Verwaltungsrechtliche Kammer, An der Aa 6, Postfach 760, 6301 Zug.
des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug, Verwaltungsrechtliche Kammer, vom 23. Juni 2006.
Am 31. M�rz 2005 reichten Ehepaar X.________ bei der Gemeinde Walchwil ein Gesuch f�r den Anbau eines St�cklis an das bestehende Wohnhaus auf dem Grundst�ck Nr. 509, "Schw�ndeli", ein. Mit Verf�gung vom 18. April 2005 stellte das Amt f�r Raumplanung des Kantons Zug fest, dem Vorhaben k�nne nicht zugestimmt werden. Das bauf�llige fr�here Wohnhaus mit einer Wohnfl�che von 220 m2 sei im Jahre 2002 ersetzt worden, wobei der Ersatzbau �ber eine Wohnfl�che von 300 m2 verf�ge. Eine nochmalige Erweiterung sei nicht m�glich.
Gegen diese Verf�gung gelangte die Bauherrschaft ans kantonale Verwaltungsgericht. Dieses wies die Beschwerde mit Urteil vom 23. Juni 2006 mit der Begr�ndung ab, die Betriebsleitung und Bearbeitung liege nach wie vor in den H�nden der beiden Beschwerdef�hrer. Von einer abtretenden Generation k�nne nicht ernsthaft gesprochen werden. Selbst wenn es tats�chlich um die Abl�sung einer Betriebsleiterfamilie gehen w�rde, m�sse man feststellen, dass gen�gend Wohnraum f�r eine Betriebsleiterfamilie und eine abtretende Generation vorhanden sei.
Mit Eingabe vom 4. September 2006 erhebt das Ehepaar X.________ Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht. Es beantragt die Aufhebung des Urteils vom 23. Juni 2006. Gleichzeitig ersuchen sie um die Baubewilligung beziehungsweise darum, das kantonale Amt f�r Raumplanung anzuweisen, seine Zustimmung zur kommunalen Bewilligung zu erteilen. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur neuen Entscheidung im Sinne der bundesgerichtlichen Erw�gungen zur�ckzuweisen.
Das Amt f�r Raumplanung und das Verwaltungsgericht des Kantons Zug schliessen beide auf Abweisung der Beschwerde.
Das Bundesamt f�r Raumentwicklung (ARE) verzichtet auf eine Stellungnahme.
In ihrer Replik halten die Beschwerdef�hrer sinngem�ss an ihren Antr�gen fest.
Am 1. Januar 2007 ist das Bundesgesetz �ber das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG; SR 173.110) in Kraft getreten. Der angefochtene Entscheid ist am 23. Juni 2006 ergangen, mithin noch unter der Geltung des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 (OG). Gem�ss Art. 132 Abs. 1 BGG richtet sich das Beschwerdeverfahren nach den Bestimmungen des OG.
1.1 Gem�ss Art. 34 Abs. 1 RPG ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht u.a. zul�ssig gegen Entscheide kantonaler Instanzen �ber die Zonenkonformit�t von Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen und �ber Bewilligungen i.S.v. Art. 24-24d RPG (BGE 129 II 321 E. 1.1 S. 324 mit Hinweisen).
1.2 Die Beschwerdef�hrer sind als Baugesuchsteller, deren Vorhaben nicht bewilligt wurde, zur Beschwerdef�hrung legitimiert (Art. 103 lit. a OG). Da auch die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen erf�llt sind, ist auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde einzutreten.
Die Beschwerdef�hrer machen geltend, beim "Schw�ndeli" handle es sich um einen landwirtschaftlichen Betrieb. Das Verwaltungsgericht habe diese zentrale Frage nie gekl�rt, sondern sich auf die unzutreffenden, unsubstantiierten und untauglichen Ausf�hrungen des Vertreters des Landwirtschaftsamtes anl�sslich des Augenscheins gest�tzt. Sie werfen dem Verwaltungsgericht in verschiedener Hinsicht die Verletzung von Bundesrecht vor. Die Vorinstanz verkenne, dass es sich bei den R�umlichkeiten f�r die Klassenlager nicht um zus�tzlichen Wohnraum handle, sondern um seit jeher gewerblich genutzten Raum, der von der Betreiberwohnung her nicht zug�nglich sei und �berdies Bestandesschutz geniesse.
2.1 Vorab ist zu pr�fen, ob das Vorhaben der Beschwerdef�hrer den Vorschriften der Landwirtschaftszone entspricht und als zonenkonform zu bewilligen ist (Art. 22 Abs. 2 i.V.m. Art. 16a RPG). Wird dies verneint, stellt sich die Frage, ob allenfalls eine Ausnahmebewilligung nach den Art. 24 ff. RPG m�glich w�re.
2.2 Vorliegend ist umstritten, ob es sich beim Betrieb der Beschwerdef�hrer �berhaupt um einen zonenkonformen Betrieb handelt. Die Bewilligung von zonenkonformem Wohnraum kommt nur f�r landwirtschaftliche Gewerbe im Sinne von Art. 7 des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 1991 �ber das b�uerliche Bodenrecht (BGBB; SR 211.412.11) in Frage (Bundesamt f�r Raumentwicklung, Erl�uterungen zur Raumplanungsverordnung, Bern 2005, Ziff. IV 2.3.1 S. 31). Als landwirtschaftliches Gewerbe gilt eine Gesamtheit von landwirtschaftlichen Grundst�cken, Bauten und Anlagen, die als Grundlage der landwirtschaftlichen Produktion dient und zu deren Bewirtschaftung, wenn sie landes�blich ist, mindestens drei Viertel einer Standardarbeitskraft n�tig sind. Der Bundesrat legt die Faktoren und die Werte f�r die Berechnung einer Standardarbeitskraft in Abstimmung mit dem Landwirtschaftsrecht fest. Weiter sieht Art. 34 Abs. 4 der Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000 (RPV; SR 700.1) in allgemeiner Weise vor, dass die Bewilligung nur erteilt werden darf, wenn die Baute oder Anlage f�r die in Frage stehende Bewirtschaftung notwendig ist (lit. a), wenn der Baute oder Anlage am vorgesehenen Standort keine �berwiegenden Interessen entgegenstehen (lit. b) und wenn der Betrieb l�ngerfristig bestehen kann (lit. c).
2.3 Die Beschwerdef�hrer sind sinngem�ss der Auffassung, die Ausrichtung von Direktzahlungen lasse automatisch auf das Vorliegen eines landwirtschaftlichen Betriebs schliessen. Dem ist jedoch nicht so. Die Anerkennung als landwirtschaftlicher Betrieb im Sinn von Art. 6 der Landwirtschaftlichen Begriffsverordnung vom 7. Dezember 1998 (LBV, SR 910.91) beschr�nkt sich auf den Anwendungsbereich des Bundesgesetzes �ber die Landwirtschaft vom 29. April 1998 (Landwirtschaftsgesetz, LwG; SR 901.1) und der gest�tzt darauf erlassenen Verordnungen (siehe Art. 1 Abs. 1 LBV). Die landwirtschaftliche Bewirtschaftung im Sinne des RPG stellt auf andere Kriterien ab. Die Tatsache, dass der im Streit liegende Betrieb die Anforderungen f�r den Erhalt von Direktzahlungen erf�llt, l�sst weder darauf schliessen, dass der Betrieb l�ngerfristig bestehen kann (Art. 34 Abs. 4 lit. c RPV), noch dass ein dauernder, auf Wirtschaftlichkeit gerichteter und organisierter Einsatz von Kapital und Arbeit in einem wirtschaftlich bedeutsamen Umfang geleistet wird (vgl. Urteil 1A.256/2005 des Bundesgerichts vom 10. M�rz 2006, E. 2.2). Fehlt es an der Wirtschaftlichkeit des zu beurteilenden Betriebs und damit an einer wesentlichen Voraussetzung f�r eine Baubewilligung in der Landwirtschaftszone, ist nicht relevant, ob es sich um einen Betrieb im Sinne der Landwirtschaftsgesetzgebung handelt (vgl. die Urteile 1A.64/2006 vom 7. November 2006, E. 3.3 und 1A.312/2005 vom 27. September 2006, E. 4.3).
2.4 Im kantonalen Verfahren haben das Amt f�r Raumplanung und das Amt f�r Landwirtschaft sinngem�ss den Standpunkt vertreten, der Umstand, dass der Standardarbeitskraft-Wert (SAK-Wert) gem�ss den Berechnungen f�r die Direktzahlungen f�r das Jahr 2005 0.77 SAK und f�r 2006 0.906 SAK betragen habe, gen�ge nicht f�r die Bejahung eines landwirtschaftlichen Betriebes im Sinne des RPG. Dem ist insofern zuzustimmen, als der Arbeits- bzw. Zeitaufwand nicht allein ausschlaggebend ist, kann doch der zeitliche Aufwand f�r Freizeitbesch�ftigungen durchaus betr�chtlich sein, ohne dass bereits eine berufliche T�tigkeit vorliegt (vgl. Urteile 1A.64/2006 vom 7. November 2006, E. 3.2 und 1A.134/2002 vom 17. Juli 2003, E. 3.3, publ. in ZBl 106/2005 S. 158 ff.). Das Amt f�r Landwirtschaft hat zudem f�r den beschwerdef�hrerischen Betrieb einen SAK-Wert von lediglich 0.46 errechnet (Stellungnahme des kantonalen Amtes f�r Landwirtschaft vom 14. Juni 2005 im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens). Auf welche Zahlen tats�chlich abzustellen ist, kann vorliegend offen bleiben, wie die E. 3 und 4 hiernach zeigen werden.
2.5 Indes hat das Verwaltungsgericht zu Recht in Erw�gung gezogen, die Betriebsnachfolge k�nne im jetzigen Zeitpunkt nicht als gesichert bezeichnet werden (vgl. Art. 34 Abs. 4 lit. c RPV). Art. 34 Abs. 4 lit. c RPV soll sicherstellen, dass in der Landwirtschaftszone nicht unn�tig neue Bauten und Anlagen erstellt werden, die infolge Betriebsaufgabe schon nach kurzer Zeit wieder leer stehen (BBl 1996 III 503; ARE, Erl�uterungen zur RPV, Ziff. IV 2.3.1 S. 32). Das in der zitierten Bestimmung verankerte Erfordernis der wirtschaftlichen Rentabilit�t und �berlebensf�higkeit des Betriebs gilt f�r die Bewilligung von Wohn- und �konomiebauten; beim Betrieb kann es sich aber um ein Hauptgewerbe oder um einen Nebenerwerbsbetrieb handeln (vgl. BBl 1996 III 531 f. zu Art. 16a RPG). Die Tochter der Beschwerdef�hrer ist jedenfalls derzeit noch nicht Betriebsleiterin. Daran �ndert nichts, dass die Beschwerdef�hrer mit ihr im Dezember 2005 eine Betriebsleitergemeinschaft gegr�ndet haben. Es ist unbestritten, dass die Tochter momentan zu 75 % ausserhalb des "Schw�ndeli" in einem Handels- und Produktionsbetrieb t�tig ist. Die Feststellung des Verwaltungsgerichts, wonach die faktische Betriebsleitung nach wie vor bei den 55 und 63 Jahre alten Eltern liegt, ist mitnichten willk�rlich.
2.6 Hinzu kommt, dass die Gr�sse des Betriebs (ca. 3 ha Eigenland, bewirtschaftete Fl�che inkl. Pachtland ca. 4.8 ha) und die fehlende landwirtschaftliche Ausbildung der designierten neuen Betriebsleiterin das l�ngerfristige �berleben des Betriebes zwar nicht ausschliessen, aber doch als fraglich erscheinen lassen. Gesicherte Daten dazu und zur Rentabilit�t des Betriebes liegen jedenfalls nicht vor. Selbst wenn aber zu Gunsten der Beschwerdef�hrer davon auszugehen w�re, dass sie einen �berlebensf�higen landwirtschaftlichen Betrieb f�hren, ist Folgendes zu ber�cksichtigen:
3.1 Wohnbauten waren im Lichte der bis am 31. August 2000 geltenden Fassung von Art. 16 des Raumplanungsgesetzes (aRPG) in der Landwirtschaftszone nur zonenkonform, wenn sie hinsichtlich Standort und Ausgestaltung in einer unmittelbaren funktionellen Beziehung zu einem Landwirtschafts- oder Gartenbaubetrieb standen und im Hinblick auf die bodenabh�ngige Nutzung des Landes als unentbehrlich erschienen. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung verlangte, dass der Wohnraum f�r ein ordnungsgem�sses, zonenkonformes Bewirtschaften des Bodens ein l�ngeres Verweilen am betreffenden Ort erforderte und dieser von der n�chstgelegenen Wohnzone weit entfernt lag. Das Vorrecht, ausserhalb der Bauzone zu wohnen, sollte damit einem relativ engen Personenkreis vorbehalten bleiben. Dazu z�hlten nur Leute, die als Betriebsinhaber oder Hilfskr�fte unmittelbar in der Landwirtschaft t�tig waren, und ihre Familienangeh�rigen (BGE 121 II 67 E. 3a S. 68 f., 307 E. 3b S. 310; 115 Ib 295 E. 3a S. 299; 113 Ib 138 E. 4d S. 141). Im dargestellten eng gezogenen Rahmen hat die Rechtsprechung auch Wohnraum f�r die abtretende Generation, die ein Leben lang in der Landwirtschaft t�tig war, als zonenkonform anerkannt. Massgeblich war, dass es einem betagten Bauern nach �bergabe des Gewerbes an einen j�ngeren Inhaber nicht zugemutet werden k�nne, seinen Hof zu verlassen. Ausserdem sei der fr�here Landwirt in der Lage, mit Besorgungen oder Ratschl�gen weiterhin wertvolle Dienste f�r die Bewirtschaftung des Hofes zu leisten, namentlich in Zeiten grosser Arbeitsbelastung oder bei Krankheit oder Milit�rdienst des Betriebsinhabers. Auf diese Weise k�nne die b�uerliche Sozialstruktur, zu der auch das Verbleiben der abtretenden Generation auf dem Hof geh�re, aufrechterhalten werden (BGE 116 Ib 228 E. 3a S. 230 f.; Urteil 1A.19/2001 des Bundesgerichts vom 22. August 2001, publ. in ZBl 103/2002 S. 582, E. 3b).
3.2 Art. 16a RPG umschreibt die Zonenkonformit�t in der Landwirtschaftszone neu. Danach sind in der Landwirtschaftszone Bauten und Anlagen zonenkonform, die zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung oder f�r den produzierenden Gartenbau n�tig sind. Die vorgenommene Erweiterung bezieht sich jedoch nur auf die als zonenkonform anerkannten landwirtschaftlichen Nutzungsformen, die sich jetzt nicht mehr allein auf die bodenabh�ngige Produktion beschr�nken. Dagegen sollte an den strengen Kriterien, welche die bundesgerichtliche Rechtsprechung f�r die Zonenkonformit�t von Wohnbauten aufgestellt hatte, festgehalten werden (vgl. Botschaft des Bundesrats zu einer Teilrevision des Bundesgesetzes �ber die Raumplanung vom 22. Mai 1996, BBl 1996 III 533; Rudolf Muggli, Kurzkommentar zum Entwurf f�r eine �nderung des Raumplanungsgesetzes vom 20. M�rz 1998, Raum & Umwelt 1998, Art. 16a Rz. 4; Urteil 1A.19/2001 des Bundesgerichts vom 22. August 2001, publ. in ZBl 103/2002 S. 582, E. 3b). Davon ging auch der Verordnungsgeber beim Erlass der neuen konkretisierenden Norm von Art. 34 Abs. 3 RPV aus. Danach sind Bauten f�r den Wohnbedarf in der Landwirtschaftszone zonenkonform, wenn sie f�r den Betrieb des entsprechenden landwirtschaftlichen Gewerbes unentbehrlich sind. Das setzt voraus, dass aus betrieblichen Gr�nden die st�ndige Anwesenheit der bewirtschaftenden Personen erforderlich und die n�chste Wohnzone weit entfernt und schwer erreichbar ist (BGE 125 III 175 E. 2b S. 177/178; 121 II 307 E. 3b S. 310 f., je mit Hinweisen). Art. 34 Abs. 3 RPV kodifiziert die bisherige Rechtsprechung, die weiterhin wegleitend sein soll (Urteile 1A.19/2001 des Bundesgerichts vom 22. August 2001, publ. in ZBl 103/2002 S. 582, E. 3b und 1A.205/2004 vom 11. Februar 2005, in RDAF 2005 I p. 365, E. 3.3). Wohnraum ausserhalb der Bauzone ist nur zul�ssig, wenn die Bewirtschaftung aus objektiven Gr�nden nicht von der Bauzone aus m�glich ist (Entscheid A.179/1987 vom 4. August 1987, E. 3a).
3.3 In jedem einzelnen Fall ist nach objektiven Kriterien aufgrund einer gesamthaften, mehr an qualitativen denn an quantitativen Faktoren ankn�pfenden Betrachtungsweise zu beurteilen, ob eine betriebliche Notwendigkeit besteht, ausserhalb der Bauzonen Wohnsitz zu nehmen, und damit das Wohnen in der Landwirtschaftszone im Sinne von Art. 16a RPG als zonenkonform bezeichnet werden kann. Auf subjektive Vorstellungen und W�nsche des Einzelnen kann es ebenso wenig ankommen wie auf die pers�nliche Zweckm�ssigkeit und Bequemlichkeit (BGE 121 II 67 E. 3a S. 68 f., 307 E. 3b S. 310, je mit Hinweisen).
3.4 Im vorliegenden Fall wurde das ehemalige Wohnhaus mit einer Geschossfl�che von 220 m2 im Jahr 2002 abgebrochen und durch einen Neubau von 300 m2 ersetzt. Das Verwaltungsgericht hat zur Berechnung des Wohnraumbedarfs auf die Anleitung f�r die Sch�tzung des landwirtschaftlichen Ertragswertes (Anhang 1 zur Sch�tzungsanleitung der Verordnung zum b�uerlichen Bodenrecht vom 4. Oktober 1993 [VBB; SR 211.412.110]) abgestellt. Gem�ss dem im Auftrag der Sch�tzungskommission des Kantons Zug am 4. November 2004 erstellten Sch�tzungsbericht umfasst der gesamte Wohnraum 16.3 Raumeinheiten, demgegen�ber der Normalbedarf bei 6 Wohneinheiten liegt. Diese Zahlen bestreiten die Beschwerdef�hrer nicht grunds�tzlich, sie stellen aber deren Eignung als Berechnungsgrundlage in Abrede. Die Sch�tzungsanleitung bildet zwar keine geeignete Grundlage zur Bestimmung des objektiven Wohnraumbedarfs im Sinne von Art. 22 Abs. 2 lit. a RPG. Sie dient in erster Linie dazu, den Wohnraum zu bestimmen, den sich der �bernahmewillige Erbe zum landwirtschaftlichen Ertragswert anrechnen lassen kann (Urteile 1A.78/2006 vom 1. Dezember 2006, E. 4.2; 1A.70/1996 vom 27. Juni 1997, E. 2b). Immerhin zeigt sich, dass dieser Normalbedarf vorliegend um 10.3 Raumeinheiten �berschritten w�re, was als klares Indiz f�r eine ausreichende Wohnfl�che gedeutet werden kann.
3.5 Angesichts der Gr�sse des Betriebs, welcher ca. 3 ha Eigenland umfasst und eine landwirtschaftliche Nutzfl�che von insgesamt 4.73 ha (act. V 2005/51 Nr. 1) aufweist, sowie des Umstandes, dass die Betriebsnachfolge faktisch noch nicht stattgefunden hat (und auch nicht als gesichert gelten kann), ist der Vorinstanz keine Verletzung von Bundesrecht vorzuwerfen, wenn sie den vorhandenen Wohnraum als bei Weitem gen�gend erachtet hat. Selbst wenn die Abl�sung der Eltern dereinst stattfinden sollte, sind 300 m2 als ausreichend zu bezeichnen. Mit der zonenfremden Durchf�hrung von Klassenlagern kann jedenfalls kein zus�tzlicher Wohnbedarf ausserhalb Bauzone begr�ndet werden.
Insbesondere gilt aber zu beachten, dass der Neu- resp. Wiederaufbau im Jahr 2002 gest�tzt auf Art. 24c RPG bewilligt wurde. In der damaligen Verf�gung der Baudirektion vom 4. M�rz 2002 (Beilage A6 des Amtes f�r Raumplanung) wurde in E. 3 ausdr�cklich festgehalten, das Wohnhaus entspreche nicht dem Zweck der Nutzungszone. Das Bauvorhaben sei deshalb als Ausnahme gem�ss Art. 24c RPG zu behandeln.
4.1 Nach Art. 24c Abs. 2 RPG k�nnen bestimmungsgem�ss nutzbare, aber zonenfremde Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzone teilweise ge�ndert oder massvoll erweitert werden, sofern sie rechtm�ssig erstellt oder ge�ndert worden sind; in jedem Fall bleibt die Vereinbarkeit mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung vorbehalten. Die Zul�ssigkeit einer teilweisen �nderung oder massvollen Erweiterung ergibt sich unmittelbar aus dem Bundesrecht (BGE 127 II 215 E. 3b S. 219 mit Hinweisen). Der Bundesrat hat in Art. 41 und 42 RPV die zul�ssigen �nderungen im Sinne von Art. 24c Abs. 2 RPG konkretisiert. Nach Art. 42 Abs. 1 RPV sind �nderungen zul�ssig, wenn die Identit�t der Baute oder Anlage einschliesslich ihrer Umgebung in den wesentlichen Z�gen gewahrt bleibt. Verbesserungen gestalterischer Art sind zul�ssig. Ob die Identit�t der Baute im Wesentlichen gewahrt bleibt, ist gem�ss Art. 42 Abs. 3 RPV unter W�rdigung der gesamten Umst�nde zu beurteilen. Sie ist jedenfalls dann nicht mehr gewahrt, wenn die zonenwidrig genutzte Fl�che um mehr als 30 % erweitert wird, wobei Erweiterungen innerhalb des bestehenden Geb�udevolumens nur zur H�lfte angerechnet werden (lit. a), oder wenn die zonenwidrig genutzte Fl�che innerhalb oder ausserhalb des bestehenden Geb�udevolumens um insgesamt mehr als 100 m2 erweitert wird (lit. b).
4.2 Am 7. Dezember 2001 hatte der Baudirektor in einem Schreiben an den Rechtsvertreter der Beschwerdef�hrer zudem festgestellt, die anrechenbare Geschossfl�che des abzubrechenden Wohnhauses betrage 220 m2. Die massvolle Erweiterung von 30 % ergebe unter Ber�cksichtigung einer geringf�gigen Aufrundung eine maximale anrechenbare Geschossfl�che von 300 m2. Diese Fl�che sei auf jeden Fall massgebend und es k�nnten keine zus�tzlichen Vergr�sserungen gestattet werden. Die Beschwerdef�hrer haben denn von dieser Erweiterungsm�glichkeit auch Gebrauch gemacht. Es ist nicht ersichtlich und wurde auch nicht dargetan, inwiefern sich an der damaligen Ausgangslage massgeblich etwas ge�ndert haben sollte. Offenbar hatten die Beschwerdef�hrer damals keine Einw�nde dagegen, nicht als zonenkonformer landwirtschaftlicher Betrieb qualifiziert zu werden. Die Verf�gung vom 4. M�rz 2002 ist jedenfalls in Rechtskraft erwachsen. Wurde aber das maximal zul�ssige Mass an Erweiterung gest�tzt auf Art. 24c Abs. 2 RPG bereits ausgesch�pft, kann keine weitere Ausnahmebewilligung mehr erteilt werden.
Mit den kantonalen Beh�rden ist demnach festzuhalten, dass die Bewilligung f�r ein St�ckli weder gest�tzt auf Art. 22 Abs. 2 i.V.m. Art. 16a RPG noch nach Art. 24c Abs. 2 RPG erteilt werden kann. Selbst wenn der Betrieb als zonenkonform zu bezeichnen w�re, verf�gt er �ber gen�gend Wohnraum f�r zwei Generationen. Bei Verneinung der Zonenkonformit�t wurde das Mass an zul�ssiger Erweiterung bereits mit dem Neubau im Jahre 2002 ausgesch�pft.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist demnach abzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang haben die Beschwerdef�hrer die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens zu tragen (Art. 156 Abs. 1 OG). Parteientsch�digungen sind keine auszurichten (Art. 159 Abs. 2 OG).
Dieses Urteil wird den Beschwerdef�hrern, dem Amt f�r Raumplanung und dem Verwaltungsgericht des Kantons Zug, Verwaltungsrechtliche Kammer, sowie dem Bundesamt f�r Raumentwicklung schriftlich mitgeteilt.