Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Nordrhein-Westfalen&Datum=18.09.2007&Aktenzeichen=19%20E%20826/06
Timestamp: 2019-12-12 13:06:43
Document Index: 91230661

Matched Legal Cases: ['§ 146', '§ 146', 'BGH', '§ 146', '§ 54', '§ 41', '§ 98', '§ 406', 'BGH', '§ 98', '§ 406', '§ 98']

OVG Nordrhein-Westfalen, 18.09.2007 - 19 E 826/06 - dejure.org
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OVG Nordrhein-Westfalen, 18.09.2007 - 19 E 826/06 (https://dejure.org/2007,18978)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 18.09.2007 - 19 E 826/06 (https://dejure.org/2007,18978)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 18. September 2007 - 19 E 826/06 (https://dejure.org/2007,18978)
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Statthaftigkeit einer Beschwerde gegen einen verwaltungsgerichtlichen Beschluss über die Ablehnung von Sachverständigen; Besorgnis der Befangenheit wegen fehlerhafter Gutachtenerstattung; Begriff "Gerichtspersonen"
Infolge eines Befangenheitsantrags gegen die Gutachterin Dr. xxxxxxxxxxxxxxxx im Gelsenkirchener Verfahren hat sich das Verfahren weiter verzögert; die Ablehnung des Befangenheitsantrags durch das VG Gelsenkirchen (Beschluss vom 4.7.2006) ist mit der Beschwerde angegriffen worden, die durch Beschluss des OVG Münster vom 18.9.2007 (19 E 826/06) zurückgewiesen worden ist.
Die Beschwerde ist zwar nicht nach § 146 Abs. 2 VwGO ausgeschlossen, da im Falle der Zurückweisung eines Antrags auf Ablehnung eines Sachverständigen wegen Besorgnis der Befangenheit kein Beschluss über die Ablehnung von Gerichtspersonen in Rede steht, vgl. insoweit OVG NRW, Beschluss vom 18. September 2007 - 19 E 826/06 -, juris, Rn. 2 f., und Guckelberger, in: Sodan/Ziekow, VwGO, 4. Aufl. 2014, § 146 Rn. 28, jeweils m. w. N., und auch im Übrigen zulässig; sie hat aber in der Sache keinen Erfolg.
vgl. BGH, Beschlüsse vom 27. September 2011- X ZR 142/08 -, juris, Rn. 4, und vom 15. März 2005 - VI ZB 74/04 -, juris, Rn. 14; ferner OVG NRW, Beschluss vom 18. September 2007- 19 E 826/06 -, juris, Rn. 9 f., m. w. N.
Der Beschwerdeausschluss nach § 146 Abs. 2 a.E. VwGO greift nicht ein, weil Sachverständige nicht als "Gerichtspersonen" im Sinne dieser Vorschrift anzusehen sind (vgl. VGH München, Beschl. v. 4.8.2003 - 1 C 03.950 -, NJW 2004, 90; VGH Mannheim, Beschl. v. 21.7.1997 - 9 S 1580/97 -, NVwZ-RR 1998, 689; OVG Münster, Beschl. v. 18.9.2007 - 19 E 826/06 -).
Mit dem Begriff "Gerichtspersonen" erfasst sie nur die in § 54 VwGO und in §§ 41 bis 49 ZPO benannten Richter, ehrenamtlichen Richter und Urkundsbeamten der Geschäftsstelle (vgl. OVG Münster, Beschl. v. 18.9.2007, 19 E 826/06; VGH München, Beschl. v. 4.8.2003, NJW 2004, 90; VGH Mannheim, Beschl. v. 21.7.1997, NVwZ-RR 1998, 689).
Die nur subjektive Besorgnis, für die bei Würdigung der Tatsachen vernünftigerweise kein Grund ersichtlich ist, reicht dagegen zur Ablehnung eines Sachverständigen nicht aus (st. Rspr. des BVerwG, vgl. Beschluss vom 6.10.1998, DÖV 1999, 342; OVG NRW vom 18.9.2007 Az. 19 E 826/06 juris; BayVGH, Beschluss vom 17.1.2008 Az. 21 B 06.1389).
d) Soweit der Kläger vorträgt, Äußerungen des Landesamts für Verfassungsschutz hätten keine Berücksichtigung finden dürfen, weil dieses nicht sachkundig sei und er den Sachverständigen wegen fehlender Sachkunde abgelehnt habe, zeigt er ebenfalls keinen Verfahrensfehler auf, denn damit lässt sich eine Besorgnis der Befangenheit (§ 98 VwGO i.V.m. § 406 ZPO) nicht begründen (vgl. BGH vom 15.3.2005 NJW 2005, 1869/1870, OVG NRW vom 18.9.2007 Az. 19 E 826/06 - juris).
In der Rechtsprechung der Verwaltungsgerichte ist herrschende Meinung, dass die Beschwerde gegen den Beschluss über die Ablehnung der Sachverständigen nach §§ 98, 146, Abs. 1 VwGO i.V.m. § 406 Abs. 5 ZPO statthaft ist (vgl. OVG Hamburg, Beschluss vom 27.04.2011 - 1 So 15/11 - OVG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 18.09.2007 -19 E 826/06 -, VGH Bayern, Beschluss vom 04.08.2003 - 1 C 03.950 - VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 21.07.1997 - 9 S 1580/97 -).
VGH Bayern, 09.08.2010 - 3 C 10.1594
Ablehnung (erfolglos) eines Sachverständigen wegen Besorgnis der Befangenheit
Die nur subjektive Besorgnis, für die bei Würdigung der Tatsachen vernünftigerweise kein Grund ersichtlich ist, reicht dagegen zur Ablehnung eines Sachverständigen nicht aus (st. Rspr. des BVerwG, vgl. Beschluss vom 6.10.1998, DÖV 1999, 342; OVG NRW vom 18.9.2007 Az. 19 E 826/06 ; BayVGH, Beschlüsse vom 17.1.2008 Az. 21 B 06.1389 und vom 22.6.2010 Az. 3 C 10.1227. ebenfalls jeweils ).
VG Köln, 29.05.2012 - 7 K 3339/11
Ablehnung eines Sachverständigen aufgrund subjektiver Besorgnis
vgl. BVerwG, Beschluss vom 06.10.1998 - 3 B 35.98 -, Rn. 3 ff., juris; OVG Hamburg, Beschluss vom 27.04.2011 - 1 So 15/11 -, Rn. 3, juris; VGH Bayern, Beschluss vom 09.08.2010 - 3 C 10.1594 -, Rn. 37, juris; VGH Bayern, Beschluss vom 22.06.2010 - 3 C 10.1227 -, Rn. 12, juris; VGH Bayern, Beschluss vom 17.01.2008 - 21 B 06.1389 -, Rn. 2, juris; OVG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 18.9.2007 - 19 E 826/06 -, Rn. 6, juris; OVG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 09.03.2005 - 6 E 58/05 -, Rn. 3, juris; Lang , in: Sodan/Ziekow, Verwaltungsgerichtsordnung, 3. Auflage 2010, § 98 VwGO, Rn. 173 ff. m.w.N.
VGH Bayern, 17.01.2008 - 21 B 06.1389
Prozessrecht/Heilpraktikerprüfung