Source: https://www.peterlang.com/view/9783631716250/bm_bibliography.xhtml
Timestamp: 2019-02-17 04:48:36
Document Index: 45844727

Matched Legal Cases: ['§ 174', '§ 2', 'Art. 59', 'Art. 25', 'Art. 59', 'Art. 25', '§ 50', '§ 50', '§ 50', 'Art. 14', 'Art. 2', '§ 50', 'Art. 2', '§ 50', '§ 50', '§ 50', 'Art. 2']

Literaturverzeichnis : Treaty Overriding im Internationalen Steuerrecht als Verfassungsproblem
Treaty Overriding im Internationalen Steuerrecht als Verfassungsproblem
Insbesondere zur Reichweite der Völkerrechtsfreundlichkeit des Grundgesetzes
Ralf Haendel
Der Bruch von Völkervertragsrecht durch den deutschen Gesetzgeber in Gestalt des Treaty Overriding ist ein verbreitetes Phänomen im Bereich des Internationalen Steuerrechts. Dieses Buch erfasst das Treaty Overriding in seiner einfach-, völker- und verfassungsrechtlichen Dimension und entwickelt einen verfassungsrechtlichen Rahmen für dieses gesetzgeberische Vorgehen. Der Autor zeigt, dass aus der u.a. vom Bundesverfassungsgericht in mehreren Entscheidungen betonten, als Verfassungsgrundsatz einzuordnenden Völkerrechtsfreundlichkeit des Grundgesetzes eine nach Regelungsbereichen «abgestufte Bindungswirkung» für den Gesetzgeber abzuleiten ist. Anhand dieses Maßstabs überprüft er zwei Treaty Overriding-Vorschriften auf ihre Vereinbarkeit mit dem Verfassungsrecht. Der Treaty Overriding-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 15.12.2015 wird auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse bewertet.
978-3-631-71625-0
https://doi.org/10.3726/b10718
B. Völkerrecht und innerstaatliches Recht
C. Abkommensrechtlicher Hintergrund zum Treaty Overriding
D. Dogmatische Erfassung des Treaty Overriding im deutschen Einkommensteuerrecht
E. Die völkerrechtliche Dimension des Treaty Overriding
F. Die innerstaatliche Dimension des Treaty Overriding
G. Thesenförmige Zusammenfassung
I. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zur Zulässigkeit des Treaty Overriding vom 15. Dezember 2015 (Nachtrag)
Gesetzesstand und Abkürzungen
Bautze, Kristina: Völkerrecht, Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2012.
Bayer, Adebiola: Das neue Update zum UN-Musterabkommen, SWI 2011, 539–542.
Becker, Florian: Völkerrechtliche Verträge und parlamentarische Gesetzgebungskompetenz, NVwZ 2005, 289–291.
Bernhardt, Rudolf: Verfassungsrecht und völkerrechtliche Verträge, in Isensee, Josef / Kirchhof, Paul (Hrsg.), Handbuch des Staatsrechts der Bundesrepublik Deutschland, Bd. VII, Verlag C. F. Müller, Heidelberg 1992, § 174.
Birk, Dieter: Doppelbesteuerungsabkommen im Rechtssystem der Bundesrepublik Deutschland, in Tipke, Klaus / Seer, Roman / Hey, Johanna / Englisch, Joachim (Hrsg.), Festschrift für Joachim Lang zum 70. Geburtstag, Gestaltung der Steuerrechtsordnung, Verlag Dr. Otto Schmidt, Köln 2010, 1131–1146.
– / Desens, Marc / Tappe, Henning: Steuerrecht, Verlag C. F. Müller, 17. Auflage, Heidelberg u. a. 2014.
Bleckmann, Albert: Begriff und Kriterien der innerstaatlichen Anwendbarkeit völkerrechtlicher Verträge, Schriften zum Öffentlichen Recht, Bd. 123, Verlag Duncker & Humblot, Berlin 1970.
–: Grundgesetz und Völkerrecht, Verlag Duncker & Humblot, Berlin 1975.
I. Theorien zum Verhältnis von Völkerrecht und innerstaatlichem Recht
1. Die monistische Theorie
2. Die dualistische Theorie
3. Die Theorien in der Praxis
II. Die Einbeziehung von Völkerrecht in den innerstaatlichen Rechtskreis
1. Die Inkorporationstheorie
2. Die Transformationstheorie
3. Die Vollzugstheorie
4. Auffassung der Rechtsprechung
III. Vorgaben des Grundgesetzes für die Einbeziehung von DBA
I. Besteuerungsbefugnis als Teil staatlicher Souveränität
II. Vermeidung der Doppelbesteuerung durch den Abschluss von DBA
1. Begriff der internationalen Doppelbesteuerung
2. DBA als bilaterale Beschränkungs- und Verteilungsnormen zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung
3. Vorlagen für die Ausgestaltung der DBA
III. Methoden zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung auf bilateraler Ebene
1. Anrechnungsmethode
2. Freistellungsmethode
3. Wirtschaftliche Konsequenzen der Methoden
IV. Das Problem der doppelten Nichtbesteuerung bzw. einer Minderbesteuerung
1. Abkommensrechtliche Sachverhalte
a) Nichtbesteuerung als Folge der Freistellungsmethode
b) Qualifikationskonflikte
c) Personen- und sachbezogene Verlagerung von Steuersubstrat
d) Steuerhinterziehung und Steuerverkürzung
e) Vereinbarung einer fiktiven Steueranrechnung im DBA
2. Maßnahmen zur Vermeidung einer Nicht- oder Minderbesteuerung
a) Aktivitätsklauseln bzw. Switch-over-Klauseln
b) Subject-to-tax-Klauseln
c) Remittance-base-Klauseln
d) Anti-treaty-shopping-Klauseln
e) Limitation-on-benefits-Klauseln
f) Unilaterale Maßnahmen
I. Etablierung des Treaty Overriding als gesetzgeberisches Mittel
II. Gesetzgeberische Gründe für Treaty Overriding
a) Die staats- und völkerrechtliche Kategorie der innerstaatlichen Geltung völkerrechtlicher Normen
b) Treaty Overriding und früher abgeschlossene DBA
c) Die Unschärfe der Definition des OECD-Steuerausschusses
d) Formale Definitionsmerkmale
3. Eigene Begriffsbestimmung
IV. Identifizierung von Treaty Overriding-Normen in der Praxis
V. Abgrenzungsprobleme bzw. „tatbestandliche“ Eingrenzung
1. Allgemeine Regelungsvorbehalte zu Gunsten unilateraler Regelungen
a) Allgemeiner Missbrauchsvorbehalt
b) Allgemeiner Vorbehalt zur Verhinderung einer Nichtbesteuerung
c) Der Bezeichnung oder der Präambel eines DBA zu entnehmender Regelungsvorbehalt
2. Ausdrückliche Regelungsvorbehalte zu Gunsten unilateraler Abweichungen von DBA
a) Regelungsvorbehalte zu Gunsten konkreter nationaler Rechtsnormen
b) Regelungsvorbehalt zu Gunsten der Art oder dem Zweck nach beschriebener nationaler Rechtsnormen
c) Regelungsvorbehalte zu Gunsten von dem DBA nachfolgenden unilateralen Gesetzgebungsakten
d) Weitere Abgrenzungsfälle
3. Treaty Overriding durch die gesetzgeberische Festlegung der Auslegung von Abkommensbegriffen
4. Treaty Overriding durch die gesetzgeberische Festlegung der Zurechnung von Einkünften zu einer Person
5. Treaty Overriding durch die sog. Schachtelstrafe
VI. Kategorisierung des Treaty Overriding anhand der fiskalischen Zielsetzung
1. Treaty Overriding zur „Verhinderung der missbräuchlichen Inanspruchnahme von DBA-Regelungen“
2. Treaty Overriding zur „Verhinderung einer Minder- bzw. Nichtbesteuerung“
3. Treaty Overriding zur „Sicherstellung von Besteuerungssubstrat“
I. Völkerrechtliche Würdigung von Treaty Overriding
II. Sanktionsmöglichkeiten auf zwischenstaatlicher Ebene und ihre Durchsetzung in der Praxis
III. Berechtigung des Steuerpflichtigen auf Grund der Qualifizierung von DBA als völkerrechtliche Verträge mit Schutzwirkung zu Gunsten Dritter
IV. Auswirkungen der völkerrechtlichen Bewertung von Treaty Overriding auf den verfassungsrechtlichen Rahmen
I. Die Anwendbarkeit von Treaty Overriding-Vorschriften
1. § 2 Abs. 1 AO als besondere Kollisionsregel
2. Die allgemeinen Kollisionsregeln
a) Die Derogationsregel „lex superior derogat legi inferiori“
aa) Aussagen des Völkerrechts zur Rangbestimmung von DBA
bb) Aussagen des Grundgesetzes zum Rang von DBA
aaa) Art. 59 Abs. 2 GG
bbb) Art. 25 GG
3. Die Grundsätze „lex specialis derogat legi generali“ und „lex posterior derogat legi priori“ als kollisionsauflösende Rechtsmethoden
a) DBA als „leges speciales“ zu nationalen Steuergesetzen
b) DBA als „leges aliae“ zu nationalen Steuergesetzen
c) DBA und Treaty Overriding im Rahmen des „lex posterior“-Grundsatzes
d) Kollision des „lex posterior“-Grundsatzes und des „lex specialis“-Grundsatzes
aa) Auflösung des Konflikts zu Gunsten der „lex posterior“
bb) Auflösung des Konflikts durch den Satz „lex generalis posterior non derogat legi speciali (priori)“
cc) Auflösung des Konflikts durch Auslegung
II. Ausgewählte verfassungsrechtliche Implikationen von Treaty Overriding im Allgemeinen
1. Kompetenzielle Selbstbindung des Gesetzgebers infolge des Abschlusses von DBA
a) Der Grundsatz „pacta sunt servanda“ als Vehikel zur Begründung einer kompetenziellen Selbstbindung des Gesetzgebers
b) Kompetenzielle Selbstbindung als Folge des „Alles oder nichts“-Prinzips beim Erlass des Zustimmungsgesetzes nach Art. 59 Abs. 2 GG
2. Das Erfordernis einer besonderen verfassungsrechtlichen Rechtfertigung von Treaty Overriding auf Grund von Art. 25 GG in Verbindung mit dem Grundsatz „pacta sunt servanda“
a) Die Ansicht von Lehner
III. Treaty Overriding und die Völkerrechtsfreundlichkeit des Grundgesetzes im Besonderen
1. Die Völkerrechtsfreundlichkeit des Grundgesetzes als Auslegungsprinzip
2. Die Völkerrechtsfreundlichkeit des Grundgesetzes als Verfassungsgrundsatz
a) Ableitung eines Verfassungsgrundsatzes der Völkerrechtsfreundlichkeit des Grundgesetzes aus dem Grundgesetz
b) Bindungswirkung des Verfassungsgrundsatzes der Völkerrechtsfreundlichkeit des Grundgesetzes
aa) Harmonisierungsfunktion
bb) Abgestufte Bindungsintensität
aaa) Ableitung der Bindungsintensität aus dem Internationalen Privatrecht
bbb) Grenzen der Bindung des Gesetzgebers
c) Prozessuale Folgen
4. Die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur Völkerrechtsfreundlichkeit des Grundgesetzes
a) Die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts bis zum „Görgülü“-Beschluss
b) Der „Görgülü“-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts
c) Die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts nach dem „Görgülü“-Beschluss
5. Bewertung der Rechtsprechungslinie des Bundesverfassungsgerichts
a) Literaturstimmen
IV. Ausgewählte Treaty Overriding-Vorschriften und Verfassungsrecht
1. § 50d Abs. 8 Satz 1 EStG
a) Inhalt der Norm
b) Treaty Overriding – Charakter
c) Kategorisierung von § 50d Abs. 8 Satz 1 EStG
2. Verstoß von § 50d Abs. 8 Satz 1 EStG gegen Verfassungsrecht
a) Verstoß gegen Art. 14 Abs. 1 GG
b) Verstoß gegen Art. 2 Abs. 1 GG
aa) Eingriff
bb) Schranken (Gesetzesvorbehalt)
aaa) Verhältnismäßigkeit von § 50d Abs. 8 Satz 1 EStG
bbb) Zwischenergebnis
dd) Ergebnis zu Art. 2 Abs. 1 GG
d) Verfahrensrechtliche Fragen
3. Der Vorlagebeschluss des Bundesfinanzhofs zu § 50d Abs. 8 Satz 1 EStG
a) Wesentlicher Inhalt des Vorlagebeschlusses
b) Kritische Würdigung des Vorlagebeschlusses
4. § 50d Abs. 10 EStG
c) Kategorisierung von § 50d Abs. 10 EStG
d) Verstoß gegen Art. 2 Abs. 1 GG
I. Inhalt des Beschlusses