Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerwGE%2069,%20183
Timestamp: 2020-02-25 21:50:15
Document Index: 360471854

Matched Legal Cases: ['§ 40', '§ 40', '§ 40', '§ 40', '§ 40', '§ 47', '§ 40', '§ 40', '§ 40', '§ 44', '§ 47', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'Art. 14']

BVerwG, 12.04.1984 - 5 C 110.83 - dejure.org
https://dejure.org/1984,1365
BVerwG, 12.04.1984 - 5 C 110.83 (https://dejure.org/1984,1365)
BVerwG, Entscheidung vom 12.04.1984 - 5 C 110.83 (https://dejure.org/1984,1365)
BVerwG, Entscheidung vom 12. April 1984 - 5 C 110.83 (https://dejure.org/1984,1365)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1984,1365) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
VGH Bayern, 13.01.1983 - 13 A 83 A.139
BVerwGE 69, 183
Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts gibt § 40 Satz 1 FlurbG als Befugnisnorm (BVerwGE 69, 183 [BVerwG 12.04.1984 - 5 C 110/83]) der Flurbereinigungsbehörde nicht die Ermächtigung, ohne jede reale Grundlage für irgendwelche auch nur schemenhaft sich für die Zukunft abzeichnenden Anlagen bereits Land in verhältnismäßig geringem Umfange zur Verfügung zu stellen.
Bevor von der Ermächtigung des § 40 Satz 1 FlurbG Gebrauch gemacht wird, muß deshalb für die jeweils in Rede stehende Anlage entweder, falls diese nach dem einschlägigen Fachplanungsrecht planfeststellungsbedürftig ist, ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt oder, falls eine Planfeststellung nach dem Fachplanungsrecht nicht erforderlich ist, eine sonstige Ausweisung durch die zuständige Behörde vorgenommen worden sein (Beschlüsse vom 9. Oktober 1968 - BVerwG 4 B 145.68 - <RdL 1969, 300/301> und vom 11. November 1969 - BVerwG 4 B 154.68 - ; vgl. auch BVerwGE 69, 183 [BVerwG 12.04.1984 - 5 C 110/83] sowie Hegele in Seehusen/Schwede, Flurbereinigungsgesetz, 4. Aufl. 1985, § 40 RdNr. 5 und Quadflieg. Recht der Flurbereinigung, 1978/1988, § 40 FlurbG RdNr. 13 ).
Ein Anspruch auf eine konkrete Fläche entsteht durch die Verringerung nicht (s. BVerwG. Urteil vom 14. Dezember 1978 - BVerwG 5 C 72.76 - sowie BVerwGE 69, 183 [BVerwG 12.04.1984 - 5 C 110/83]).
Insbesondere würde § 40 Satz 1 FlurbG hierfür keine Handhabe bieten, denn beim Bachlauf als Landschaftsbestandteil handelt es sich - worauf die Klägerin zu Recht hinweist - nicht um eine "Anlage" im Sinne dieser Bestimmung (vgl. dazu nur BVerwG, Urteil vom 12.04.1984 - 5 C 110.83 -, BVerwGE 69, 192 und juris).
Nicht der für bestimmte Maßnahmen, sondern allein der für gemeinschaftliche und öffentliche Anlagen erforderliche Grund und Boden kann auf die Teilnehmer im Wege des Landabzugs nach § 47 FlurbG umgelegt werden (im Fall des § 40 FlurbG vgl. BVerwG, Urteil vom 12. April 1984 - BVerwG 5 C 110.83 -, BVerwGE 69, 183 [189]).
Hierunter fällt aber nicht die angeordnete unveränderte Erhaltung eines Landschaftsteils (BVerwG, Urteil vom 12. April 1984, a.a.O. und Beschluss vom 3. März 1978 - BVerwG 5 CB 34.75 -, RzF § 40 FlurbG Nr. 12;… a. A. Wingerter, a.a.O., § 40 Rdnr. 2).
Diese machen denn auch nicht etwa geltend, ihr Anspruch auf wertgleiche Abfindung (vgl. § 44 Abs. 1 FlurbG) sei wegen eines nicht - oder jedenfalls nicht in dieser Höhe - gerechtfertigten Flächenabzuges nach § 47 Abs. 1 FlurbG verletzt (…vgl. hierzu BVerwG, Urt. v. 8.11.1973, Bay.VBl. 1975, 49, 50/51; BVerwGE 69, 183, 185/186).
Dies folgt, soweit über den Wert der Abfindung im Rahmen eines nach den §§ 1, 4 FlurbG angeordneten Regelflurbereinigungsverfahrens zu befinden ist, im Einklang mit der bisherigen Rechtsprechung (s. etwa BVerwGE 1, 225 [BVerwG 09.11.1954 - I B 145/53] ; 8, 95 [BVerwG 13.01.1959 - I C 114/57] ; 69, 183 [BVerwG 12.04.1984 - 5 C 3/83] ; BGHZ 27, 15 [BGH 03.03.1958 - III ZR 157/56] ; 86, 226 ; 98, 85 ; auch BVerfGE 24, 367 ) ausschlaggebend daraus, daß es sich bei dieser Verfahrensart im Hinblick auf ihre in erster Linie privatnützige Zielrichtung grundsätzlich nicht um eine Enteignung, sondern um eine Inhalts- und Schrankenbestimmung in der Bedeutung des Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG handelt (ebenso Papier, JZ 1987, 619; Schmidt-Aßmann, NJW 1987, 1587).
Als Befugnisnorm enthält die Regelung allein eine Ermächtigung zur Bereitstellung von Land im öffentlichen Interesse (s. BVerwGE 34, 199 [BVerwG 26.11.1969 - IV C 22/66]; 69, 183 [BVerwG 12.04.1984 - 5 C 3/83]), nicht dagegen auch eine dahin gehende Verpflichtung, mit der ein Bereitstellungsanspruch des Trägers des in Betracht kommenden öffentlichen Interesses korrespondieren könnte.