Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%201990,%201269
Timestamp: 2019-07-19 15:42:19
Document Index: 146481889

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 652', '§ 314', '§ 561', 'BGH', 'BGH', '§ 513', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 314', '§ 559', 'BGH', '§ 529', 'BGH', '§ 132', 'BGH', '§ 320', 'BGH', 'BGH', '§ 314', 'BGH']

BGH, 16.05.1990 - IV ZR 64/89 - dejure.org
https://dejure.org/1990,783
BGH, 16.05.1990 - IV ZR 64/89 (https://dejure.org/1990,783)
BGH, Entscheidung vom 16.05.1990 - IV ZR 64/89 (https://dejure.org/1990,783)
BGH, Entscheidung vom 16. Mai 1990 - IV ZR 64/89 (https://dejure.org/1990,783)
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Tatbestandsbeweiskraft - Nachweisprovision - Vorkenntnis - Abschluß des Hauptvertrags
Provisionsanspruch bei vorkenntnis des Maklerkunden
BGB § 652; ZPO § 314, § 561 Abs. 1 Satz 1
Hat der Makler einen Provisionsanspruch, wenn der Kunde Vorkenntnis von dem Objekt hat? (IBR 1990, 629)
NJW-RR 1990, 1269
MDR 1991, 36
VersR 1990, 974
WM 1990, 1758
Danach soll der Tatbestand nicht nur Beweis dafür erbringen, daß das, was in ihm als Parteivortrag wiedergegeben wird, tatsächlich vorgetragen worden ist, sondern auch beweisen, daß von den Parteien nichts behauptet worden ist, was nicht aus dem Tatbestand ersichtlich ist (…Senat, Urt. v. 25. Mai 1984, V ZR 199/82, NJW 1984, 2463, insoweit in BGHZ 91, 282 nicht abgedruckt;… BGH, Urt. v. 27. Mai 1981, IVa ZR 55/80, NJW 1981, 1848;… Urt. v. 3. November 1982, IVa ZR 39/81, NJW 1983, 885, 886 m.w.N.; Urt. v. 16. Mai 1990, IV ZR 64/89, NJW-RR 1990, 1269).
Die in § 513 Abs. 1 Alt. 2 ZPO zum Ausdruck kommende Funktion der Berufung würde eine den berücksichtigungsfähigen Prozeßstoff begrenzende Wirkung des erstinstanzlichen Urteils also selbst dann ausschließen, wenn man im übrigen mit der bisherigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (zuletzt BGH, Urt. v. 16. Mai 1990, IV ZR 64/89, NJW-RR 1990, 1269) und des Bundesverwaltungsgerichts (Beschl. v. 13. April 1989, 1 B 21/89, juris) an der negativen Beweiskraft des Urteilstatbestands ohne Einschränkungen festhielte.
Soweit der früheren Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl. Urteile vom 21. Mai 1971 - IV ZR 52/70 - WM 1971, 1098, 1099; vom 13. März 1985 - IVa ZR 152/83 - RDM-Slg A 103 Bl. 36 und vom 16. Mai 1990 - IV ZR 64/89 - WM 1990, 1758, 1759) eine andere Rechtsauffassung entnommen werden könnte, hält der jetzt für das Maklerrecht allein zuständige erkennende Senat hieran nicht fest.
Das Berufungsurteil ist bereits wegen dieses Mangels aufzuheben, denn damit ist eine erschöpfende sachliche Nachprüfung des Urteils nicht möglich (vgl. BGHZ 40, 84, 86 f.; 80, 64, 67 ff.; BGH Urteile vom 16. Mai 1990 - IV ZR 64/89 - VersR 1990, 974 f. und 13. Juli 1994 - VIII ZR 256/93 - NJW-RR 1994, 1340, 1341).
Was die Parteien darin vor dem Berufungsgericht vorgetragen haben, ist entsprechend § 314 Satz 1 ZPO dem Tatbestand des Berufungsurteils zu entnehmen, denn dieser erbringt zusammen mit dem Sitzungsprotokoll den Beweis für das mündliche Parteivorbringen, das gemäß § 559 Abs. 1 Satz 1 ZPO der Beurteilung durch das Revisionsgericht unterliegt (vgl. BGH, Urteil vom 16. Mai 1990 - IV ZR 64/89 - VersR 1990, 974).
Provisionszahlunganspruch eines Immobilienmaklers wegen Mitwirkung am Verkauf …
Ein Makler kann sich auch dann die Maklerprovision verdienen, wenn dem Kunden das Objekt und die Abschlußmöglichkeit bereits anderweitig bekannt war und wenn der Makler zusätzliche Informationen geliefert hat (vgl. Senatsurteil vom 16. Mai 1990 - IV ZR 64/89 - VersR 1990, 974 unter II 2 b).
Deswegen kann der erstinstanzliche Tatbestand den für das Berufungsgericht nach § 529 I Nr. 1 ZPO maßgeblichen Sachverhalt nicht bestimmen (Senat in st. Rspr., zuletzt etwa r+s 2010, 434; zur negativen Beweiskraft des Tatbestands: BGH NJW 1981, 1848; 1983, 885; 1984, 2463; NJW-RR 1990, 1269; anders, aber nicht überzeugend und unter Vermeidung einer Vorlage nach §§ 132 GVG, 2 RsprEinhG: NJW 2004, 1876) und dem weiteren Verfahren nicht zugrunde gelegt werden (BGH r + s 2003, 522), ohne dass ein Tatbestandsberichtigungsverfahren nach § 320 ZPO (BGH NJW-RR 2010, 975) notwendig wäre.
(2) Der Tatbestand eines Urteils beweist, was die Parteien vorgetragen haben und was nicht (BGH, MDR 1991, 36 f.; NJW 1999, 1339;… Zöller/Vollkommer, ZPO, 24. Aufl., § 314 Rdnr. 1 m.w.N.).
Zutreffend ist das Landgericht davon ausgegangen, dass trotz gegebener Vorkenntnis in Einzelfällen die Nachweistätigkeit des Maklers mitursächlich für den Abschluss des Hauptvertrages geworden sein kann (vgl. BGH NJW-RR 1990, 1269; NJW-RR 1996, 114).
OLG Frankfurt, 16.01.2009 - 19 W 87/08
Maklerprovision: Voraussetzungen der Nachweistätigkeit
LSG Berlin-Brandenburg, 16.04.2013 - L 22 R 1171/11