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Timestamp: 2014-07-30 00:54:57
Document Index: 300098908

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§1', '§ 28', '§ 13', '§ 4', '§ 13', '§ 5', '§ 4', '§ 39', '§ 12', '§ 23', '§ 39', '§ 35', '§ 38', '§ 39', '§ 33', '§ 28']

Artikel vom 1. April 1998 © 1998 fhi Erstveröffentlichung Tanja Wegner:
I. Unterschied zwischen Blutpreis und Ehrenpreis II. Überlieferte Rechtstexte III. Die vergewaltigte Frau IV. Die entführte Frau V. Ehrverletzungen unter Ehegatten I. Unterschied zwischen Blutpreis und Ehrenpreis
1 Siehe dazu Owen, Morfydd E.: Shame and Reparation in The Welsh Law of Woman, 1980, S. 45 ff 2 Siehe dazu beispielsweise Dr. Binchy, Daniel Anthony: Bretha crólige in Èriu, Band 12, Teil 1, 1934, § 1, S. 6/ 7 3 Eine Aufzählung einzelner Verletzungen, bei denen lediglich die Hälfte des gesamten Blutgeldes entrichtet werden mußte findet sich innerhalb des Rechtstextes Bretha crólige, Zusammenstellung und Übersetzung siehe Dr. Binchy, Daniel Anthony: Bretha crólige in Èriu, Band 12, Teil 1, 1934, §1, S. 6/ 7 4 Dareste, Rodolphe: Le droit celtique. - l´irlande in Études d´histoire du droit, Band 1, 1889, S. 368 5 Anders hierbei die Verteilung innerhalb des walisischen Rechtes. Das Entgelt bei Verletzung und Tötung einer Frau ging an ihre Sippe. War sie verheiratet, so erlangte der Ehemann einen Anspruch auf den Ehrenpreis, der der Frau zustand, wenn ihr Ruf verletzt worden war, das Blutgeld erhielt weiterhin ihre eigene Sippe, siehe auch Owen, Morfydd E.: Shame and Reparation: Woman ´s Place in the Kin in The Welsh Law of Woman, 1980, S. 56 f 6 Siehe dazu Thurneysen, Rudolf: Irisches Recht I. Díre in Abhandlung der Preußischen Akademie der Wissenschaft, Philologisch - Historische Klasse, Band 2, Berlin 1931, §§ 28 - 32, S. 27, 28 7 Dies ergibt sich aus dem Rechtstext Díre, der nicht nur der Frau das recht zugesteht, ihren Ehrenpreis einzufordern, sondern auch festlegt, daß dieser die Ansprüche der Söhne nicht schmälert, siehe dazu Thurneysen, Rudolf: Irisches Recht I. Díre, 1931, § 13, S.10 f. Wahrscheinlich konnten nicht nur die Söhne eine Verletzung ihrer eigenen Ehre geltend machen, wenn die Frau beleidigt oder verletzt wurde, sondern auch zumindest ihre Sippe oder ihr Vater, wenn sie noch nicht verheiratet war oder noch keine Söhne geboren hatte. Ein solcher Nachweis ist jedoch nicht zu finden, so daß diese Spekulation in der vorliegenden Abhandlung nicht erwähnt wird. 8 Thurneysen, Rudolf: Irisches Recht I. Díre, Berlin 1931, § 4, S. 5 9 Der Ehrenpreis der Frau betrug grundsätzlich nur die Hälfte des Entgeltes, das bei der Verletzung ihres Ehemannes zu zahlen gewesen wäre, siehe dazu Ancient Laws of Ireland, 1865-1901, Do Tuaslucad Cundrad, Band 5, S. 516; Übersetzung: Ancient Laws of Ireland, 1865-1901, Of the Removal of Covenants, Band 5, S. 517 10 Ancient Laws of Ireland, 1865 - 1901, Uraiceid Becc, Band 5, S. 96; Übersetzung: Ancient Laws of Ireland, 1865 - 1901, Small Primer, Band 5, S. 97 11 So besitzt die Mutter eines Königs oder eines Bischofs den höchsten Rang innerhalb der gesellschaftlichen Ordnung, siehe dazu Thurneysen, Rudolf: Irisches Recht I. Díre, 1931, § 13, S.10 f 12 Fer dano, ci as ingba asa grad, ni fairben log enech a mna, feib inda tarraid. Imtha dano, ci as ingba in ben asa mamaib, ni fairben log n - ainech indi fir, f(e)ib inda tarra(i)d. "Wenn dann auch ein Mann seinen Stand verläßt (verliert), vermindert es den Ehrenpreis seiner Frau, wie sie ihn (einmal) erlangt hat nicht. Ganz ebenso, wenn eine Frau ihre Obliegenheiten (als Ehefrau) verläßt, vermindert es den Ehrenpreis dieses Mannes, wie er ihn (einmal) erlangt hat, nicht. Thurneysen, Rudolf: Irisches Recht II. Zu den unteren Ständen in Irland. A. Fuidir in Irisches Recht, 1931, § 5, S. 65; Auch eine Tochter verlor den Rang, den sie ursprünglich von ihrem Vater erhielt nur noch durch eigene Handlungen, siehe dazu Thurneysen, Rudolf: Irisches Recht I. Díre, Berlin 1931, § 4, S. 5 13 Siehe dazu Thurneysen, Rudolf: Irisches Recht I. Díre, Berlin 1931 14 Thurneysen, Rudolf: Aus dem Irischen Recht III. Die falschen Urteilssprüche Caratnia`s in ZCP 15, 1925, § 39, S. 350 15 Siehe beispielsweise bei Thurneysen, Rudolf: Irisches Recht I. Díre, 1931, § 12, S. 9 f 16 So findet sich die Bemessungsgrundlage für eine verheiratete Frau innerhalb der Rechtssammlung Ancient Laws of Ireland, 1865-1901, Do Tuaslucad Cundrad, Band 5, S. 516; Übersetzung: Ancient Laws of Ireland, 1865-1901, Of the Removal of Covenants, Band 5, S. 517; Der Ehrenpreis für Kinder wird durch die Texte der Sammlung Díre überliefert: Thurneysen, Rudolf: Irisches Recht I. Díre, 1931, § 23, S. 22, 23 17 Eine Zusammenstellung dieses Rechtstextes findet sich innerhalb der Rechtssammlung Ancient Laws of Ireland, 1865 - 1901, Band 2, Cáin Lánamna, S. 342 - 408; Übersetzung: Ancient Laws of Ireland, 1865 - 1901, Band 2, Law of Social Connexions, 343 - 408, Zusammenstellung und Übersetzung von O´Donovan, O´Curry und Atkinson; dieser Rechtstext wurde von Professor Thurneysen zusammengestellt und übersetzt in Studies in Early Irish Law, 1936, Cáin Lánamna, S. 1 - 75. 18 Siehe hierzu die Ausführungen Dr. Binchys, Daniel Anthony: The Legal Capacity of Woman in Regard to Contracts in Studies in Early Irish Law, Dublin 1936, S. 207 - 234 19 Siehe dazu Thurneysen, Rudolf: Aus dem Irischen Recht III. Die falschen Urteilssprüche Caratnia`s in Zeitschrift der celtischen Philologie, Band 15, Halle 1925, § 39, S. 350 20 Ancient Laws of Ireland, 1865 - 1901, Cáin Lánamna, Band 2, S. 404 21 Übersetzung von Thurneysen, Rudolf: Cáin Lánamna in Studies in Early Irish Law, 1936, § 35, S. 71 22 Innerhalb der keltischen Gesellschaft in Irland konnte ein Mann eine Hauptfrau heiraten und zusätzlich eine Ehe mit einer oder mehreren Nebenfrauen eingehen. Alle Frauen besaßen den Status einer legitimen Ehefrau, der Rang der Erstfrau war jedoch höher. 23 Siehe dazu Thurneysen, Rudolf: Irisches Recht I. Díre, Berlin 1931, § 38, S. 35, 36 24 Ancient Laws of Ireland, 1865 - 1901, Cáin Lánamna, Glosse, Band 2, S. 406; Übersetzung: Ancient Laws of Ireland, 1865 - 1901, The Law of Social Connexions, Glosse, Band 2, S. 407 25 Ancient Laws of Ireland, 1865 - 1901, Heptaden XLVII, Band 5, S. 272; Übersetzung: Ancient Laws of Ireland, 1865 - 1901, Heptads XLVII, Band 5, S. 273 26 Thurneysen, Rudolf: Aus dem Irischen Recht III. Die falschen Urteilssprüche Caratnia`s in ZCP 15, 1925, § 39, S. 350 27 Nähere Ausführungen finden sich bei Dillon, Myles und Chadwick, Nora: Die Kelten, Von der Vorgeschichte bis zum Normanneneinfall, London 1966, und Arbois de Jubainville, Marie Henri de: Études sur le Senchus Mor in Nouvelle revue historique de droit francais et étranger, Band 4, 1880 - 1881 28 Wie Myles Dillon annimmt stellten die Dichter und Rechtsgelehrten die einzige "nationale Institution innerhalb der irischen Gesellschaft dar, siehe dazu Dillon, Myles: Early Irish Society, Dublin 1954, S. 85 29 Anläßlich der Heirat war der zukünftige Ehemann verpflichtet ein Brautgeld an die Familie der Frau zu zahlen. 30 Die Gesellschaft der irischen Kelten war patrilinear strukturiert, d.h. die Kinder gehörten der Sippe des Vaters an, wenn auch die natürliche Verbundenheit der Kinder mit der Sippe der Frau nicht vollständig geleugnet wurde. So konnte die Familie der Mutter Einspruch gegen das Aufziehen der Kinder durch die väterliche Sippe erheben und ihnen wurde ebenfalls ein geringer Anspruch zugestanden, wenn die Söhne der Frau getötet wurden, siehe dazu Thurneysen, Rudolf: Irisches Recht I. Díre, Berlin 1931, § 33, S. 31 31 Siehe dazu Thurneysen, Rudolf: Irisches Recht I. Díre, Berlin 1931, §§ 28 - 32, S. 27, 28 32 Hierbei muß differenziert werden, ob ein Ehrenpreis an die Frau oder an ihre Sippe fällig war. Denn durch eine Entführung konnte durchaus die Ehre ihrer Häupter verletzt werden, nicht nur die Ehre der Frau. In diesem Fall wäre eine Zahlung an die Vertreter der Frau in Betracht zu ziehen, da möglicherweise eine Verletzung ihrer Ehre angenommen wurde. 33 Ancient Laws of Ireland, 1865 - 1901, Lebar Aicle, Kommentar, Band 5, S. 540; Übersetzung: Ancient Laws of Ireland, 1865 - 1901, The Book of Aicill, Kommentar, Band 5, S. 541 34 Wie bereits erwähnt mußte der zukünftige Ehemann an die Sippe der Frau einen Brautpreis entrichten. Dieser mußte bei ungerechtfertigter Trennung der Frau von ihrem Mann wahrscheinlich wieder an den Gatten zurückgezahlt werden. 35 Zumindest der erste Brautpreis ging vollständig an die männlichen Verwandten der Frau, ohne daß ihr selber ein Anteil daran zustand. Bei weiteren Heiraten war sie wahrscheinlich teilweise an dem Entgelt beteiligt, das der zukünftige Ehemann an ihre Familie zu zahlen hatte. 36 Die Rechtstexte wurden in Irland erstmalig beim Eintreffen der christlichen Missionare schriftlich niedergelegt, da die Kelten über keine eigene Schrift verfügten und sie diese erst aus einem anderen Kulturbereich adaptierten. Da die Glossatoren und Kommentatoren erst in den darauffolgenden Jahrhunderten agierten kann davon ausgegangen werden, daß sie stärker durch die christlichen Lehren beeinflußt waren, als die ursprünglichen Autoren der Gesetzestexte. 37 Ancient Laws of Ireland, 1865 - 1901, Heptaden LII, Band 5, S. 292; Übersetzung: Ancient Laws of Ireland, 1865 - 1901, Heptads LII, Band 5, S. 293 38 Der vorliegende Rechtstext läßt den Schluß zu, daß die Frau darüber entscheiden konnte, ob sie sich von ihrem Mann trennte. Da allerdings die Ehe als eine rechtliche Vereinbarung, oftmals in Form eine Vertrages angesehen wurde, die Frauen aber zumindest innerhalb des ursprünglichen keltischen Rechtssystems nicht als vertragsfähig angesehen wurden, ist es zweifelhaft, ob sie alleine die Entscheidungsbefugnis über eine Trennung von ihrem Ehemann besaßen. Wie ersichtlich ist konnte eine solche Scheidung weitreichende finanzielle Ansprüche nach sich ziehen. Eine endgültige Klärung dieser Frage ist nach dem derzeitigen Wissensstand jedoch nicht möglich. 39 "(...) A false story, i.e. a woman of whom her mate, i.e. her husband tells a false story, i.e. a lie, i.e. to bear false witness against her; (...) Übersetzung: Ancient Laws of Ireland, 1865 - 1901, Heptads LII, Band 5, Glosse, S. 295 40 (...) she has the choice whether she will separate, or remain in the law of marriage; (...) Übersetzung: Ancient Laws of Ireland, 1865 - 1901, Heptads LII, Band 5, Glosse, S. 295 41 (...) and whichever of them she adopts, dowry and honor - price are to be paid to her, besides the eric for the false testimony. Übersetzung: Ancient Laws of Ireland, 1865 - 1901, Heptads LII, Band 5, Glosse, S. 295 42 Wie eine solche Buße bemessen wurde ist nicht ersichtlich, da hierzu keine Rechtstexte überliefert wurden. 43 "There is a dairt - heifer for telling it to one pillow in this case, and fourth part of the dowry if told in the presence of the dwellers of one house or of one village; and full dowry if outside the house, and full eric besides, i.e. this answers to asn assembly; (...) Übersetzung: Ancient Laws of Ireland, 1865 - 1901, Heptads LII, Glosse, Band 5, S. 295 44 Siehe dazu die Glosse: Ancient Laws of Ireland, 1865 - 1901, Heptaden LII, Glosse, Band 5, S. 294; Übersetzung: Ancient Laws of Ireland, 1865 - 1901, Heptads LII, Glosse, Band 5, S. 295 45 "A woman who is sent back, i.e. she is entitled to dowry and honour - price and freedom (...) Übersetzung: Ancient Laws of Ireland, 1865 - 1901, Heptads LII, Glosse, Band 5, S. 295 46 "(...) i.e. there is due from him the eric of avoiding to lie with her for it; (...) Übersetzung: Ancient Laws of Ireland, 1865 - 1901, Heptads LII, Glosse, Band 5, S. 295 Betreut vom FHI-Team
Diese Seite ist vom 1. April 1998 Aktualisiert am 9. August 1998