Source: https://www.lecturio.de/jura/kollisionen-irrtum-teilnahme.vortrag
Timestamp: 2017-11-24 07:39:17
Document Index: 14275487

Matched Legal Cases: ['§ 30', '§ 212', '§ 212', '§ 222', '§ 222', '§ 212', '§ 222']

Kollisionen: Irrtum und Teilnahme | Lecturio
Kollisionen: Irrtum und Teilnahme
Kollisionen: Irrtum und Teilnahme von RA Wolfgang Bohnen
Der Vortrag „Kollisionen: Irrtum und Teilnahme“ von RA Wolfgang Bohnen ist Bestandteil des Kurses „Strafrecht Allgemeiner Teil 2“. Der Vortrag ist dabei in folgende Kapitel unterteilt:
Täterschaft und Teilnahme V
Error in persona bei MT
Error in persona bei mbT
Error in persona beim HT
Agent provocvateur
Kann eine mittelbare Täterschaft nach h.L. vorliegen, wenn der Hintermann sein Werkzeug irrig für gutgläubig hält, es in Wirklichkeit aber voll deliktisch handelt?
Er kann mittelbarer Täter sein, da Täterschaft vor Teilnahme steht.
Wovon geht der Täter aus, wenn er das Werkzeug irrig für nicht deliktisch handelnd hält?
Wie stellt sich die eben genannte Situation objektiv dar?
Anstfitung
Wie ist diese Differenz zwischen der Vorstellung des Täters (mittelbare Täterschaft) und der objektiven Betrachtung (Anstiftung) sachgerecht zu lösen?
Es liegt Anstiftung vor. Der fehlende doppelte Anstiftervorsatz wird durch den weitergehenden und schwerer wiegenden Tatherrschaftswillen ersetzt.
Es liegt mittelbare Täterschaft vor, da dies dem Willen des Täters entspricht.
Es liegt ein Versuch zur mittelbaren Täterschaft vor, da die Tatherrschaft fehlt, aber der Tatentschluss auf mittelbare Täterschaft gerichtet ist.
Es liegt ein Versuch zur mittelbaren Täterschaft und eine vollendete Anstiftung. Beides steht in Tateinheit zueinander.
Wovon geht der Täter aus, wenn er das Werkzeug irrig für voll deliktisch hält?
Wie ist diese Differenz zwischen der Vorstellung des Täters (Anstiftung) und der objektiven Betrachtung (mittelbare Täterschaft) sachgerecht zu lösen?
Es liegt eine versuchte Anstiftung vor gem. § 30 I StGB, da es an einer vorsätzlich begangenen rechtswidrigen Haupttat fehlt.
Es liegt eine Anstiftung vor, da die Haupttat trotz des Defekts des Vordermannes dem Grunde nach vorliegt.
Es liegt eine mittelbare Täterschaft vor, da die objektiven Voraussetzungen vorliegen. Das Fehlen der subjektiven Voraussetzungen ist hier unschädlich.
Es liegt eine Mittäterschaft vor, da beide zusammen zulasten eines Dritten wirken.
Wie wirkt sich nach h.M. ein error in persona eines Mittäters für den anderen Mittäter aus?
Dieser Irrtum ist für den anderen Mittäter auch ein error in persona, der unbeachtlich ist, soweit die Tathandlung vom Tatplan umfasst war.
Dieser Irrtum ist für den anderen Mittäter ein beachtlicher error in persona, da nicht er die Auswahl traf und somit nicht für die Verwechselung haften kann.
T tötet X, welche er für A hält. Strafbarkeit des T zulasten der X und der A?
Strafbarkeit zulasten der A besteht keine, da der Vorsatz bezüglich A bereits verbraucht ist.
Totschlag gem. § 212 I StGB zulasten der X
versuchter Totschlag gem. §§ 212 I, 22, 23 StGB zulasten der A
fahrlässige Tötung gem. § 222 StGB zulasten der X
T schießt auf X, die Kugel wird zum Querschläger und tötet A. Strafbarkeit des T zulasten X und A?
fahrlässige Tötung gem. § 222 I StGB zulasten der A
versuchter Totschlag gem. §§ 212 I, 22, 23 StGB zulasten der X
fahrlässige Tötung gem. § 222 I StGB zulasten der X
keine Strafbarkeit bezüglich A, da der Vorsatz darauf fehlt
Wie stellt sich die Situation nach h.M. für den Hintermann dar, wenn der Tatmitler einem error in persona unterliegt?
Es iiegt ein aberratio ictus vor, da kein Unterschied zu einem mechanischen Werkzeug besteht.
Es liegt auch für ihn ein unbeachtlicher error in persona vor.
Liegt die Individualisierung des Opfers beim Tatmittler, besteht für den Hintermann ebenfalls ein error in persona, ansonsten liegt ein abrratio ictus vor.
Diese Situation stellt sich als Exzess für den Hintermann dar.
Macht es nach h.L. in der Lösung ein Unterschied, wenn bei der mittelbaren Täterschaft und Anstiftung beim Vordermann ein error in persona vorliegt.
Was wird bezüglich des Anstifters in der Situation vertreten, dass der Haupttäter einem error in persona unterliegt?
Es liegt ein error in persona vor.
Es liegt ein aberratio ictus vor.
Liegt die Individualisierung des Opfers beim Haupttäter, liegt auch für den Anstifter ein error in persona vor, ansonsten ein aberratio ictus.
Es liegt ein Exzess des Haupttäters vor.
Auf was ist dem Grundsatz nach der Vorsatz des agent provocateur gerichtet, damit er straffrei bleibt?
auf Vorbereitungshandlungen
auf Beendigung
Kann von diesem Grundsatz eine Ausnahme gemacht werden?
Ja, wenn er zwar die Vollendung, aber nicht die materielle Beendigung will, d.h. das es zu keiner Rechtsgutbeeinträchtigung kommt.
Ja, auch die materielle Beendigung kann er gewollt haben, dann aber stehen ihm lediglich die allgemeinen Rechtfertigungsgründe zur Verfügung.
Nein, es sind keine Ausnahmen zu machen, da sonst der agent provocateur mehr dürfte als der normale Bürger.
Ja, ausnahmsweise kann der Vorsatz des agent provocateur auch auf Beendigung gerichtet sein, falls diese für die Strafbarkeit des Provoziertem erforderlich ist.
Dozent des Vortrages Kollisionen: Irrtum und Teilnahme
... irrt über die Werkzeugqualität. H hält W für gutgläubig, W ist aber bösgläubig ...
... eines Menschen durch Werkzeug? W ist volldeliktisch ...
... subj. Abgrenzung = Rückfall in extreme ...
... Teilnehmer tritt in einem anderen Objekt ein als geplant. Problem: Frau X, die T für Frau A ...
... T1 schießt mit Tötungsvorsatz auf vermeintlichen Verfolger, es ist ...
... Problem 1: T1 und T2 haben mittäterschaftlich geplant, auf einen Verfolger zu schießen. Auswirkung ...
... lauert dem O im Dunklen auf. B erschießt X im Glauben es sei O. ...
... Dr. S stiftet Krankenschwester Stefanie an, den O zu töten. Hierfür gibt er ihr ein Bild des ...