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Timestamp: 2016-10-24 12:27:55
Document Index: 13867705

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 52', 'Art. 66', 'Art. 21', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 14', 'Art. 51', 'Art. 34', 'Art. 52', 'Art. 52', 'BGE', 'Art. 52', 'BGE', 'Art. 52', 'BGE', 'BGE', 'Art. 716', 'BGE', 'Art. 52', 'Art. 99', 'BGE']

9C_328/2012 (11.12.2012)
9C_328/2012
Urteil vom 11. Dezember 2012
Bundesrichter Borella,
vertreten durch Advokat Dr. Lienhard Meyer,
Ausgleichskasse Arbeitgeber Basel, Viaduktstrasse 42, 4051 Basel,
Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Basel-Stadt
vom 7. Februar 2012.
Die Firma X.________ AG mit Sitz in A.________ und Zweigniederlassung in B.________, als deren Gesch�ftsf�hrer (von 1997 bis 1999), Mitglied des Verwaltungsrates mit Einzelunterschrift (bis September 2002) und Pr�sident des Verwaltungsrates mit Einzelunterschrift (bis April 2009) S.________ amtete, war der Ausgleichskasse Arbeitgeber Basel (nachfolgend: Ausgleichskasse) als beitragspflichtige Arbeitgeberin angeschlossen. Ab Februar 2008 bis M�rz 2009 war P.________ als stellvertretender Gesch�ftsf�hrer mit Einzelunterschrift im Handelsregister eingetragen. Das Zivilgericht er�ffnete am ... 2009 den Konkurs �ber die X.________ AG. Nachdem die Ausgleichskasse im Konkurs Forderungen von Fr. 396'294.30 und Fr. 134'006.10 angemeldet hatte, wobei das Konkursamt die Dividendenaussichten f�r die erste Klasse auf 10 %, f�r die �brigen Klassen auf 0 % beziffert hatte, forderte die Kasse mit Verf�gung vom 12. August 2010 von S.________ Fr. 530'300.40 als Schadenersatz aus dem Konkurs der Firma X.________ AG. Eine Einsprache des S.________ wies sie mit Entscheid vom 5. Mai 2011 ab.
Die hiegegen erhobene Beschwerde des S.________ wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Basel-Stadt am 7. Februar 2012 ab, "mit der Massgabe", dass die Ausgleichskasse bei der Reduktion der Schadenersatzforderung auf Fr. 530'257.90 behaftet werde.
S.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren und die Aufhebung des angefochtenen Entscheides sowie der Schadenersatzverf�gung beantragen; eventualiter sei die Sache zu neuem Entscheid an das kantonale Gericht zur�ckzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragt er, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und es sei das Verfahren bis zum rechtskr�ftigen Abschluss des Strafverfahrens gegen P.________ zu sistieren. Die Ausgleichskasse schliesst auf Abweisung der Beschwerde, Vorinstanz und Bundesamt f�r Sozialversicherungen verzichten auf eine Vernehmlassung.
Mit nachtr�glicher Eingabe vom 21. Juni 2012 reicht S.________ weitere Bemerkungen ein.
Das Bundesgericht gew�hrt der Beschwerde mit Verf�gung vom 2. Juli 2012 die aufschiebende Wirkung.
Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann unter anderem die Verletzung von Bundesrecht ger�gt werden (Art. 95 lit. a BGG). Die Feststellung des Sachverhalts kann nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Artikel 95 beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat. Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Artikel 95 beruht (Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG).
2.1 Nach Art. 52 AHVG, welcher sinngem�ss auch im Bereich der Invalidenversicherung (Art. 66 IVG), der Erwerbsersatzordnung (Art. 21 Abs. 2 EOG, SR 834.1) und der Arbeitslosenversicherung (Art. 6 AVIG, SR 837.0) Anwendung findet, hat ein Arbeitgeber, der durch absichtliche oder grobfahrl�ssige Missachtung von Vorschriften einen Schaden verschuldet, diesen der Ausgleichskasse zu ersetzen. Ist der Arbeitgeber eine juristische Person, so k�nnen subsidi�r gegebenenfalls die verantwortlichen Organe in Anspruch genommen werden (BGE 129 V 11; 126 V 237; 123 V 12 E. 5b S. 15; je mit Hinweisen). Die Arbeitgeber sind verpflichtet, von dem von ihnen ausgerichteten Einkommen aus unselbst�ndiger Erwerbst�tigkeit die Arbeitnehmerbeitr�ge in Abzug zu bringen, mit der Ausgleichskasse abzurechnen sowie die erforderlichen Angaben zu machen, und die Beitr�ge zusammen mit dem Arbeitgeberbeitrag periodisch der Ausgleichskasse zu entrichten (Art. 14 Abs. 1 und Art. 51 AHVG, Art. 34 und 36 AHVV [SR 831.101]). Die Missachtung dieser Pflichten verletzt Vorschriften der Versicherung im Sinne von Art. 52 AHVG.
2.2 Eine Haftung im Sinne von Art. 52 AHVG setzt voraus, dass zwischen der absichtlichen oder grobfahrl�ssigen Verletzung von Vorschriften und dem Eintritt des Schadens ein ad�quater Kausalzusammenhang besteht (BGE 119 V 401 E. 4a S. 406 mit Hinweisen). Daran fehlt es, wenn auch ein pflichtgem�sses Verhalten den Schaden nicht h�tte verhindern k�nnen. Indes vermag die blosse Hypothese, der Schaden w�re auch bei pflichtgem�ssem Verhalten eingetreten, die Ad�quanz nicht zu beseitigen. Dass ein Schaden ohnehin eingetreten w�re, muss vielmehr mit Gewissheit oder doch mit hoher Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Das schuldhafte Verhalten eines solidarisch Ersatzpflichtigen kann nur dann als inad�quat f�r den eingetretenen Schaden gelten, wenn das Verschulden des Dritten oder des Gesch�digten dermassen schwer wiegt, dass das eigene Fehlverhalten eindeutig in den Hintergrund tritt und damit nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge und der Lebenserfahrung nicht mehr als ad�quate Schadensursache erscheint (z.B. Urteil 9C_135/2011 vom 11. April 2011 E. 4.3.1 mit weiteren Verweisen).
2.3 Die Unterbrechung des ad�quaten Kausalzusammenhangs f�llt insbesondere in Betracht, wenn ein Verwaltungsrat durch strafrechtlich relevante Machenschaften eines anderen Organs der Gesellschaft �ber die Ausst�nde gegen�ber der Ausgleichskasse hinters Licht gef�hrt und dadurch an der Wahrnehmung seiner Pflichten gehindert wurde (vgl. das bereits zitierte Urteil 9C_135/2011 E. 4.3.2; Marco Reichmuth, Die Haftung des Arbeitgebers und seiner Organe nach Art. 52 AHVG, 2008, Rz. 794). Eine Haftungsbeschr�nkung wegen mitwirkenden Drittverschuldens eines solidarisch Haftpflichtigen zieht das Bundesgericht bloss als eher theoretische M�glichkeit in Betracht, die, wenn �berhaupt, nur bei einer ausgesprochen exzeptionellen Sachlage von praktischer Bedeutung sein kann; so etwa, wenn das Verschulden des in Anspruch genommenen Haftpflichtigen als so leicht erscheint und in einem derartigen Missverh�ltnis zum Verschulden des Dritten steht, dass es offensichtlich ungerecht w�re, wenn jener den ganzen Schaden tragen m�sste (Urteil H 207/06 vom 19. Juli 2007 E. 4.2.2 mit Hinweis).
Es steht fest und ist unbestritten, dass die Beitr�ge auf den bis M�rz 2009 ausgerichteten L�hnen bloss teilweise bezahlt wurden und die Ausgleichskasse durch die Verletzung der Beitragszahlungspflicht aufgrund der Zahlungsunf�higkeit der Gesellschaft im geltend gemachten Ausmass zu Schaden kam. Dieses widerrechtliche Verhalten ist dem Beschwerdef�hrer, welcher im fraglichen Zeitraum als Verwaltungsratspr�sident - und damit als verantwortliches Organ der Firma - amtete, grunds�tzlich als qualifiziertes Verschulden zuzurechnen (BGE 121 V 243 E. 4b S. 244). Nach Art. 52 Abs. 1 AHVG zieht dies die volle Schadenersatzpflicht nach sich (Urteil 9C_369/2012 vom 2. November 2012 E. 7.1 mit Hinweis), sofern die Ad�quanz zu bejahen ist, keine Rechtfertigungs- oder Exkulpationsgr�nde gegeben sind (BGE 119 V 401 E. 4a S. 406; 108 V 199 E. 1 S. 201) und die Ausgleichskasse kein Mitverschulden trifft (BGE 122 V 185; Urteil 9C_48/2010 vom 9. Juni 2010 E. 4).
4.1 Die Vorinstanz erwog, der Beschwerdef�hrer behaupte nicht, P.________ h�tte ihn �ber die Ausst�nde gegen�ber der Ausgleichskasse im Unklaren gelassen. Aktenkundig habe er (unter anderem) am 17. September 2008 mit der Kasse Verhandlungen betreffend die Ausst�nde (in H�he von damals Fr. 337'000.-) gef�hrt. Damit habe es an einer den Beschwerdef�hrer entlastenden Unkenntnis �ber die Beitragsausst�nde gefehlt, was f�r den haftungsbegr�ndenden ad�quaten Kausalzusammenhang gen�ge. Die Machenschaften des P.________ seien nicht entscheidrelevant, weshalb sich auch die damit zusammenh�ngende Befragung von Zeugen er�brige. Selbst wenn die Ausgleichskasse einen Zahlungsaufschub mit Tilgungsplan gew�hrt h�tte, bleibe es bei der Widerrechtlichkeit der unterbliebenen ordnungsgem�ssen Beitragszahlung. Im konkreten Fall sei es ohnehin bei einer Absichtserkl�rung betreffend einen Teil der Ausst�nde geblieben, weshalb sich der Beschwerdef�hrer auch nicht unter Berufung auf die beabsichtigte Vereinbarung exkulpieren k�nne. Ob zum Zeitpunkt der Verhandlungen im September 2008 nicht bereits schon mit einem Konkurs der Firma habe gerechnet werden m�ssen, sei fraglich, jedenfalls deute auf mangelnde Liquidit�t hin, dass die X.________ AG in einem im Jahr 2008 angehobenen Zivilverfahren den Kostenvorschuss nicht bezahlt habe. Anl�sslich der Hauptverhandlung vom 7. Februar 2012 habe der Beschwerdef�hrer angegeben, sich bereits Ende 2007 der �berschuldung der Firma bewusst gewesen zu sein. In Zusammenhang mit einem von P.________ fingierten Grossauftrag (mit der Ladenkette Z.________), habe es der Beschwerdef�hrer nach diversen von P.________ angef�hrten Verz�gerungen unterlassen, je bei der betreffenden Firma selbst nachzufragen, worin eine unentschuldbare Unterlassung der Kontrollpflichten liege. Zudem habe der Beschwerdef�hrer best�tigt, ab Mitte Juni 2008 Gewissheit �ber das Scheitern jenes Grossauftrages gehabt zu haben. In diesem Zusammenhang sei auch der Umstand zu sehen, dass der Beschwerdef�hrer im September 2008 das Gespr�ch mit der Ausgleichskasse gesucht habe. Nicht n�her spezifiziert worden sei, worin die weiteren "lukrativen Auftr�ge" zu sehen gewesen w�ren, von denen sich der Beschwerdef�hrer die Rettung der Firma erhoffte. Weil der Beschwerdef�hrer nicht nachvollziehbar habe begr�nden k�nnen, weshalb er zu keinem Zeitpunkt direkte Nachfragen bei potenziellen Kunden get�tigt habe, sei das Verschulden erstellt; Zeugenbefragungen seien obsolet.
4.2 Der Beschwerdef�hrer r�gt, die Vorinstanz habe die beantragten Zeugen falsch und unvollst�ndig genannt und insoweit den Sachverhalt aktenwidrig und offensichtlich unrichtig festgestellt. Die Ablehnung der Zeugenbefragung verletze �berdies das rechtliche Geh�r und stelle eine willk�rliche Beweisw�rdigung dar. Namentlich h�tten die Zeugen best�tigen k�nnen, dass er seiner Kontrollpflicht nachgekommen sei, beispielsweise indem er mit den Kunden habe Kontakt aufnehmen wollen, was aber von P.________ verhindert worden sei. Aktenwidrig sei weiter, dass im September 2008 keine weiteren lukrativen Auftr�ge im Raum gestanden h�tten, nachdem er in seiner vorinstanzlichen Beschwerde eine ganze Reihe von - durch Herrn P.________ erfundenen - Gesch�ften aufgez�hlt habe. Ebenso falsch sei die vorinstanzliche Feststellung, die Zahlungsvereinbarung habe lediglich in Form einer Absichtserkl�rung bestanden und nur einen Teil der Ausst�nde betroffen. Schliesslich sei die Zahlungsfrist f�r den im Jahr 2008 angehobenen Zivilprozess erst am 16. Februar 2009, also nach Deponierung der Bilanz der X.________ AG, abgelaufen. Die vorinstanzliche Feststellung, es h�tte nach dem Scheitern des Gesch�fts mit der Ladenkette Z.________ im Juni 2008, sp�testens im September 2008, keine konkrete Aussicht auf namhafte Besserung bestanden, sei daher mehrfach unvollst�ndig und unrichtig. Schliesslich sei es ihm nicht darum gegangen, den Betrieb auf Kosten der Ausgleichskasse weiterzuf�hren, sondern er habe sich aktiv um Begleichung der Ausst�nde bem�ht und daher mit der Kasse das Gespr�ch gesucht. Damals habe niemand wissen k�nnen, dass es nicht m�glich sein werde, die Beitr�ge innert n�tzlicher Frist abzuliefern. Von Herrn P.________ sei ihm mit grosser krimineller Energie ein positives Bild des Gesch�ftsgangs gezeichnet worden. Dass Herr P.________ nicht �ber die Ausst�nde gegen�ber der Kasse get�uscht habe, k�nne nicht allein entscheidend sein. Die Vorinstanz habe Bundesrecht verletzt, indem sie ihm ein Verschulden unterstellt habe und davon ausgegangen sei, das Verhalten des P.________ habe den Kausalzusammenhang nicht unterbrochen.
5.1 Der Beschwerdef�hrer stellt nicht in Abrede, von den Ausst�nden gegen�ber der Kasse gewusst zu haben. Es war ihm nicht nur bekannt, dass die X.________ AG seit Jahren Liquidit�tsprobleme hatte, sondern er war auch stets im Bilde �ber die (wachsenden) Ausst�nde. Nach den zutreffenden Erw�gungen der Vorinstanz h�tte es unter diesen Umst�nden - die sich wesentlich unterscheiden von den in der Beschwerde angef�hrten Urteilen H 319/99 vom 25. Juli 2000 (E. 5c) und H 320/99 vom 14. M�rz 2001 (E. 5c) - zu seinen vordringlichsten Aufgaben geh�rt, daf�r zu sorgen, dass L�hne nur unter gleichzeitiger Abrechnung und Einzahlung oder Sicherstellung der darauf anfallenden Sozialversicherungsbeitr�ge ausgerichtet wurden. Bekanntlich ist ein Arbeitgeber gehalten, die Lohnzahlungen auf ein Mass zu reduzieren, das die Entrichtung der darauf entfallenden parit�tischen Beitr�ge erlaubt, wenn die Liquidit�tssituation eines Unternehmens die Begleichung der vollen Bruttol�hne zuz�glich des Arbeitgeberanteils nicht mehr zul�sst (Reichmuth, a.a.O., Rz. 673 und 952 mit weiteren Hinweisen). Obwohl der Beschwerdef�hrer allen Grund gehabt h�tte, seine Kontroll- und Aufsichtspflichten (Art. 716a Abs. 1 Ziff. 5 OR) besonders sorgf�ltig und umsichtig wahrzunehmen (vgl. BGE 114 V 219 E. 4a S. 223) und auf eine signifikante Reduktion der ausstehenden Beitr�ge hinzuwirken, wurden mit seinem Wissen priorit�r und gezielt die Forderungen der Bank Y.________ befriedigt, da diese ihnen "das Messer an den Hals gesetzt" habe, wie er anl�sslich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung ausf�hrte. Dabei stiegen die Schulden bei der Beschwerdegegnerin von Fr. 70'596.25 und Fr. 12'228.40 per 4. Januar 2007 auf Fr. 396'480.90 und Fr. 132'762.30 per 27. Februar 2009 an, was auch nicht unter Berufung auf einen Liquidit�tsengpass, welcher ohnehin nur in engen, hier nicht gegebenen Grenzen als Rechtfertigungsgrund angef�hrt werden kann (z.B. Urteil 9C_461/2009 vom 31. Dezember 2010 E. 5.5 mit Hinweisen), zu legitimieren war.
5.2 Wie die Vorinstanz zu Recht erwog, vermag der Hinweis auf die Machenschaften des P.________ den ad�quaten Kausalzusammenhang nicht in Frage zu stellen. Selbst wenn dieser so geschickt agiert h�tte, dass neben dem Beschwerdef�hrer weitere Personen get�uscht wurden, wie dies beschwerdeweise vorgebracht wird, f�hrte dies zu keiner anderen Beurteilung. Ebenso wenig f�llt ins Gewicht, ob der Beschwerdef�hrer mit Blick auf die ihm von P.________ pr�sentierten, angeblich bevorstehenden lukrativen Vertragsabschl�sse w�hrend einiger Zeit davon ausgegangen war, die finanzielle Lage der X.________ AG w�rde sich in absehbarer Zeit wesentlich und nachhaltig bessern. Eine Unterbrechung des Kausalzusammenhangs f�llt umso weniger in Betracht, als es sich bei den Ausst�nden nicht um vor�bergehende Liquidit�tsprobleme handelte, sondern die X.________ AG wie erw�hnt stets nur schleppend ihren Zahlungsverpflichtungen gegen�ber der Ausgleichskasse nachgekommen war. Selbst ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten des Gesch�ftsf�hrers liesse die Vers�umnisse des Beschwerdef�hrers nicht derart in den Hintergrund treten, dass eine Haftung des Letzten geradezu unbillig w�re. Wenn ein Verwaltungsratspr�sident als massgebendes Organ einer AG es hinnimmt, dass die ihm bekannten Ausst�nde an Sozialversicherungsbeitr�gen st�ndig anwachsen, kann er - nur schon mit Blick auf die solidarisch konzipierte Haftung des Art. 52 AHVG - nicht vorbringen, das Fehlverhalten eines anderen Organs habe eine den Kausalzusammenhang unterbrechende Wirkung. Nicht zuletzt ist die Beschwerdegegnerin darauf angewiesen, dass ihr die Sozialversicherungsbeitr�ge von den angeschlossenen Firmen vollst�ndig abgeliefert werden, zumal sie - im Gegensatz zum Verwaltungsrat(spr�sidenten) - weder Kenntnis von den betrieblichen Interna hat noch in den Gesch�ftsverlauf eingreifen, sondern einzig betreibungsrechtliche Schritte einleiten kann.
5.3 Weil weiterhin L�hne ausbezahlt wurden, ohne die entsprechenden Sozialversicherungsbeitr�ge abzuf�hren oder die in jenem Zeitpunkt bereits erheblichen Schulden gegen�ber der Kasse signifikant zu tilgen, entlastet es den Beschwerdef�hrer auch nicht, dass er im Herbst 2008 das Gespr�ch mit der Ausgleichskasse gesucht hatte (vgl. etwa das bereits zitierte Urteil 9C_369/2012 vom 2. November 2012 E. 7.3.3.2). Nach den zutreffenden Erw�gungen der Vorinstanz h�tte sich der Beschwerdef�hrer seiner Verantwortung nur entledigen k�nnen, wenn er entweder selbst unverz�glich zweckdienliche Handlungen veranlasst oder als Verwaltungsrat(spr�sident) demissioniert h�tte. Dass er aber weder auf eine Reduktion der Lohnzahlungen hinwirkte noch sich - als ausgebildeter Betriebswirt - pers�nlich bei den (vermeintlichen) Gesch�ftspartnern nach dem Stand der Verhandlungen erkundigte, wovon er sich auch nicht durch allf�llige Hinderungsversuche seitens P.________ h�tte abhalten lassen d�rfen, gereicht ihm zum Verschulden. Seine Unt�tigkeit ist umso weniger nachvollziehbar, als er erst wenige Jahre zuvor von ehemaligen Mitarbeitern der X.________ AG in strafrechtlich relevanter Weise get�uscht worden war und damit auf entsprechendes Verhalten der Mitarbeitenden besonders sensibilisiert h�tte sein m�ssen, woran auch die angef�hrte langj�hrige Freundschaft mit P.________ nichts �ndert.
5.4 Soweit der Beschwerdef�hrer beanstandet, die Vorinstanz habe den Sachverhalt insoweit unvollst�ndig festgestellt, als sie "ignoriert" habe, dass die Beschwerdegegnerin der X.________ AG eine Stundung f�r alle Ausst�nde bis 30. Januar 2009 gew�hrt habe, ist unklar, ob er damit ein haftungsreduzierendes Mitverschulden der Beschwerdegegnerin r�gen wollte. Abgesehen davon, dass ein solches nicht ausreichend substanziiert w�re, k�nnte die Gew�hrung eines Zahlungsaufschubes f�r den Zeitraum vom 17. September 2008 bis 31. Januar 2009 - ohne dass weiter gepr�ft wird, ob diese R�ge letztinstanzlich �berhaupt zul�ssig w�re (Art. 99 Abs. 1 BGG) - ohnehin nicht als solches gewertet werden. Auch wenn ein Zahlungsaufschub mit Tilgungsplan unter Umst�nden bei der Beurteilung der Sorgfaltspflichten eines verantwortlichen Arbeitgeberorgans mitber�cksichtigt werden kann (BGE 124 V 253 E. 3b S. 255 und seitherige Entscheide), wurde hier gem�ss Aktennotiz der Beschwerdegegnerin vom 17. September 2008 die (allf�llige) Vereinbarung eines Abzahlungsplanes erst f�r Januar 2009 ins Auge gefasst. Das "Hochstellen" der offenen Forderungen bis 30. Januar 2009 betraf nach den zutreffenden Feststellungen der Vorinstanz nicht die gesamten Ausst�nde (sondern lediglich die Rechnungen Februar bis September 2008 sowie die Rechnung vom 3. April 2008 [wobei er am 17. September 2008 eine Zahlung Fr. 50'000.- geleistet hatte, was etwas mehr als die Akontobeitr�ge August und September 2008 �ber je Fr. 22'017.45 abdeckte]). Der Beschwerdef�hrer kann daraus somit nichts zu seinen Gunsten ableiten, umso weniger, als er nicht davon ausgehen durfte, eine zuk�nftige Abzahlungsvereinbarung einhalten zu k�nnen, ohne die vom stellvertretenden Gesch�ftsf�hrer in Aussicht gestellten Auftr�ge selbst eingehend auf ihre Erfolgschancen zu �berpr�fen, was er unbestritten unterliess. Abgesehen davon liegt sein Verschulden darin, dass es �berhaupt zu den Ausst�nden gekommen war, weil er sich w�hrend l�ngerer Zeit nur ungen�gend um die Beitragszahlung bem�hte. An den bis dahin aufgelaufenen, letztendlich nicht mehr signifikant abbaubaren Ausst�nden h�tte auch eine hypothetische, Ende Januar 2009 abzuschliessende Zahlungsvereinbarung nichts mehr ge�ndert.
5.5 Nach dem Gesagten ist entscheidend, dass der Beschwerdef�hrer �ber ausstehenden Beitr�ge weder get�uscht noch durch P.________ an der Wahrnehmung seiner diesbez�glichen Pflichten gehindert wurde (vgl. hiezu Marco Reichmuth, a.a.O., Rz. 794). Das kantonale Gericht hat kein Bundesrecht verletzt, wenn es ohne Befragung der anerbotenen Zeugen sowohl eine Unterbrechung des Kausalzusammenhangs wie auch eine Exkulpationsm�glichkeit des Beschwerdef�hrers ausschloss. Massgebend ist einzig, dass der Beschwerdef�hrer im Wissen um die Beitragsausst�nde nicht die zweckdienlichen Massnahmen ergriff, dadurch seiner Pflicht, auf eine Begleichung der Ausst�nde hinzuwirken, nicht rechtsgen�glich nachkam und folglich schuldhaft den aus der Verletzung der Beitragsabrechnungs- und -zahlungspflichten der X.________ AG resultierenden Schaden bewirkte (vgl. z.B. Urteil 9C_461/2009 vom 31. Dezember 2010 E. 5.3 mit Hinweisen). Ob die Frist zur Bezahlung des Kostenvorschusses im Zivilverfahren der X.________ AG gegen ehemalige Mitarbeitende vor oder nach der Bilanzdeponierung abgelaufen war, f�llt nicht ins Gewicht.
Der Beschwerdef�hrer beantragt die Sistierung des Verfahrens bis zum rechtskr�ftigen Abschluss des Strafverfahrens gegen den ehemaligen stellvertretenden Gesch�ftsf�hrer P.________, unter anderem mit der Begr�ndung, es k�nnten sich dabei ihn entlastende Noven ergeben. Das kantonale Gericht hat dasselbe Begehren in der vorinstanzlichen Replik mit Verf�gung vom 25. November 2011 abgewiesen, weil das Strafverfahren nicht den Beschwerdef�hrer betreffe und auch eine rechtskr�ftige strafrechtliche Verurteilung des P.________ an der Haftung des Beschwerdef�hrers nichts zu �ndern verm�chte. Es besteht aufgrund der Akten und mit Blick auf die vorangehenden materiellen Erw�gungen kein Anlass, im letztinstanzlichen Verfahren anders zu entscheiden. Zu bedenken ist zudem Folgendes: Der Beschwerdef�hrer verzichtete zun�chst bewusst auf eine Strafanzeige und reichte eine solche erst am 28. Oktober 2011 ein (nachdem P.________ Einw�nde in einem Rechts�ffnungsverfahren betreffend eine - private - Darlehensr�ckzahlung erhoben hatte), obwohl er bereits lange zuvor von einer strafrechtlichen Relevanz der Machenschaften des P.________ ausging. Wenn er den Strafprozess nun als Sistierungsgrund f�r das Verfahren um die gegen ihn gerichtete Schadenersatzforderung anf�hrt, ist dies widerspr�chlich und w�rde die Vollstreckung der Schadenersatzanspr�che durch die Beschwerdegegnerin unbillig verz�gern.
Die Gerichtskosten von Fr. 10'000.- werden dem Beschwerdef�hrer auferlegt.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Basel-Stadt und dem Bundesamt f�r Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 11. Dezember 2012