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Timestamp: 2020-08-09 18:39:32
Document Index: 171948960

Matched Legal Cases: ['§ 315', '§ 315', '§ 2', '§ 2', '§ 315', '§ 315', '§ 325', '§ 294', '§ 297', '§ 298', '§ 244', '§ 313', '§ 314', '§ 243']

Buchführung/IFRS-Umstellung / 1 Einführung | Haufe Finance Office Premium | Finance | Haufe
In Deutschland ist die EU-Verordnung durch das Gesetz zur Einführung internationaler Rechnungslegungsstandards und zur Sicherung der Qualität der Abschlussprüfung (sog. Bilanzrechtsreformgesetz; BilReG) umgesetzt worden. Im Einzelnen ergibt sich daraus für die Relevanz der IFRS-Rechnungslegung derzeit folgendes Bild:
Eine Konzernabschlusspflicht nach § 315e Abs. 1 HGB besteht für Mutterunternehmen, deren Wertpapiere am Bilanzstichtag in einem beliebigen Mitgliedstaat zum Handel in einem geregelten Markt zugelassen sind (kapitalmarktorientierte Gesellschaften).
Eine Konzernabschlusspflicht nach § 315e Abs. 2 HGB besteht darüber hinaus für Mutterunternehmen, wenn für sie bis zum jeweiligen Bilanzstichtag die Zulassung eines Wertpapiers i. S. d. § 2 Abs. 1 des Wertpapierhandelsgesetzes zum Handel an einem organisierten Markt i. S. d. § 2 Abs. 11 des Wertpapierhandelsgesetzes im Inland beantragt worden ist.
Weiterhin können alle übrigen (nicht unter § 315e Abs. 1, 2 HGB fallenden) Mutterunternehmen ihren Konzernabschluss nach den IFRS aufstellen (§ 315e Abs. 3 HGB).
Zudem besteht hinsichtlich der Veröffentlichung des Jahresabschlusses die Möglichkeit, anstelle eines HGB-Jahresabschlusses einen IFRS-Jahresabschluss zu veröffentlichen (§ 325 Abs. 2a HGB), für den jedoch die in diesem Absatz im Einzelnen aufgeführten handelsrechtlichen Normen zu beachten sind. Unberührt von diesem Wahlrecht bleibt jedoch weiterhin die Verpflichtung bestehen, einen HGB-Jahresabschluss aufzustellen. Die zunächst im Referentenentwurf zum BilMoG vorgesehene generelle Möglichkeit der Aufstellung eines IFRS-Jahresabschlusses mit befreiender Wirkung für die Aufstellung eines HGB-Abschlusses wurde letztlich nicht umgesetzt.
Allerdings ist zu berücksichtigen, dass mit der Aufstellung eines IFRS-Konzernabschlusses bzw. der Veröffentlichung eines IFRS-Jahresabschlusses nicht sämtliche Informationspflichten des Handelsrechts entfallen. So hat ein IFRS-Konzernabschluss nur dann befreiende Wirkung für die Aufstellung eines HGB-Konzernabschlusses, wenn insbesondere die Vorschriften des § 294 Abs. 3 HGB, § 297 Abs. 1a, 2 Satz 4 HGB, § 298 Abs. 1 HGB i. V. m. §§ 244 und 245 HGB sowie § 313 Abs. 2, 3 HGB, § 314 Abs. 1 Nrn. 4, 6, 8,9 und Abs. 3 HGB sowie die Bestimmungen zum Konzernlagebericht (Neunter Titel) beachtet werden.
Ähnlich sind bei Veröffentlichung des IFRS-Jahresabschlusses mit befreiender Wirkung für die Veröffentlichung eines HGB-Jahresabschlusses zusätzlich die handelsrechtlichen Vorschriften der §§ 243 Abs. 2, 244, 245, 257, 264 Abs. 1a, 2 Satz 3, 285 Nrn. 7, 8 Buchst. b), Nrn. 9–11a, 14–17 sowie 286 Abs. 1, 3, 5 HGB zu beachten. Weiterhin haben diese Unternehmen – unverändert – einen Lagebericht aufzustellen, der allerdings dann auf den IFRS-Jahresabschluss Bezug nimmt.
Der IASB veröffentlichte 2010 ein Practice Statement "Management Commentary – A Framework for Presentation", das jedoch nicht verpflichtend anzuwenden ist.
Trotz einer Vielzahl von insbesondere in der Zeit der Verabschiedung und Umsetzung der erstmaligen Anwendung bzw. Umsetzung der EU-Verordnung erschienenen Monografien und Beiträgen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsunterschieden zwischen HGB und IFRS widmet sich die Literatur dem Problem des Übergangs von einer HGB-Rechnungslegung, die voraussichtlich im Jahresabschluss – auf absehbare Zeit – zumindest als Grundlage für die Ausschüttungsbemessung und in eingeschränktem Umfang der steuerlichen Gewinnermittlung fortbesteht, zur IFRS-Rechnungslegung wenig