Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Arbeitsvertrag-bei-Zeitarbeitsfirma-kuendigen-Ueberstunden-und-Urlaubsanspruch--f225636.html
Timestamp: 2020-08-14 02:50:23
Document Index: 294805512

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§3', '§2', '§ 6', '§3', '§ 6', '§ 5']

www.frag-einen-anwalt.deArbeitsrechtKündigungArbeitsvertrag bei Zeitarbeitsfirma...
25.05.2013 18:03 |
Zusammenfassung: Berechnung Urlaubsanspruch bei Ausscheiden während der ersten 6 Monate des Arbeitsverhältnisses nach MTV Zeitarbeit
ich habe einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit einer Zeitarbeitsfirma.
Arbeitsverhältnis begann am 11.03.2013
Nun werde ich zum 26.08.2013 eine Ausbildung anfangen (Ausbildungsvertrag von IHK genehmigt), und möchte davor noch einige Tage in Urlaub fahren. Kündigen würde ich fristgerecht zum 31.07.2013 schicken (2 Wochen Kündigungsfrist).
Was und wie muss ich bezüglich folgender Punkte in meine Kündigung schreiben:
1.) Urlaubsanspruch und Überstunden:
möchte diese gerne ausbezahlt bekommen
Urlaubsregelung gemäß § 6 Manteltarifvertrag iGZ, habe noch Urlaubssperre
Überstunden laufen über Zeitkonto gemäß §3.1.2 Manteltarifvertrag iGZ
muss ich meinen Urlaubsanspruch selbst errechnen?
2.) Einsatz bis 31.07.2013
möchte bis zum Schluss in meiner Einsatzfirma bleiben
von der Auftragslage auch erforderlich, und ich arbeite dort sehr gerne
Leihvertrag zwischen Einsatz- und meiner Zeitarbeitsfirma läuft bis 31.12.2013
In meinem Arbeitsvertrag mit der Zeitarbeitsfirma steht:
- Kündigung durch Arbeitgeber: nach Ausspruch der Kündigung Freistellung unter Anrechnunf bestehender Freizeitausgleich-/Urlaubsansprüche
- Lauf der Kündigungsfrist beginng mit Zugang der Kündigungserklärung, Fristen richten sich nach §2.2 Manteltarifvertrag iGZ
Und generell bestimmten sich Rechte und Pflichten der Arbeitsvertragsparteien nach den zwischen dem Arbeitgeberverband iGZ und dem Gewerkschaften der DGB-Tarifgemeinschaft geschlossenen Tarifverträgen für die Zeitarbeitsbranche (hab ich mal so aus dem Vertrag übernommen)
So, ich hoffe nichts vergessen zu haben und freue mich schon auf Ihre Auskunft! :)
Vielen Dank im Vorraus, freundliche Grüße
Kündigung Kündigung Arbeitsvertrag Frist Urlaub
25.05.2013 | 18:13
Was muss ich bezüglich folgendem Punkt in meine Kündigung schreiben:
Urlaubsanspruch und Überstunden: möchte diese gerne ausbezahlt bekommen, da ich bis zum 31.07.13 in meiner Einsatzfirma arbeiten will (Leihvertrag läuft bis 31.12.2013)
Urlaubsregelung gemäß § 6 Manteltarifvertrag iGZ, habe noch Urlaubssperre; Überstunden laufen über Zeitkonto gemäß §3.1.2 Manteltarifvertrag iGZ
Der Urlaubsanspruch muss nicht durch Sie selber errechnet werden. Dies erfolgt üblicherweise durch die Personalabteilung Ihres Arbeitgebers. Es lohnt sich dennoch immer, die Berechnungen der Personalabteilung zu überprüfen.
Gem. § 6 Abs. 2 des MTV Zeitarbeit, der nach Ihren Angaben Anwendung auf das Arbeitsverhältnis findet, steht Ihnen im ersten Jahr Ihrer Beschäftigung ein Jahresurlaub von 24 Arbeitstagen zu. Bei Ausscheiden innerhalb der ersten sechs Monate des Bestehens des Beschäftigungsverhältnisses erwirbt der Arbeitnehmer einen Urlaubsanspruch gemäß Bundesurlaubsgesetz.
Das heißt, Sie können vor Ablauf der Wartezeit zwar keinen "vollen" Urlaub im Umfang von vier Wochen verlangen, aber stattdessen gemäß § 5 Abs.1 Buchstabe a) BUrlG Teilurlaub im Umfang von einem Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat des Bestehens des Arbeitsverhältnisses.
Kündigen Sie zum 31.07.2013, steht Ihnen (ausgehend von 5 Arbeitstagen pro Woche) ein Anspruch von 4/12 d.h. 8 Arbeitstagen zu. Würden Sie unter Einhaltung Ihrer Kündigungsfrist zum 14.08.2013 kündigen, stünde Ihnen ein Urlaubsanspruch von 10 Tagen zu.
Ich kann leider aus den Ausführungen unter Punkt 2 keine Frage erkennen. Gerne beantworte ich Ihnen die Frage im Rahmen der kostenlosen Nachfrage.
Andrea Enseling, Rechtsanwältin
Nachfrage vom Fragesteller	26.05.2013 | 20:30
Sehr geehrte Frau Enseling,
Vermutlich habe ich mich bei Frage 1/2 nicht präzise genug ausgedrückt, dies bitte ich zu entschuldigen.
Ich möchte bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses gern in meinem Einsatzbetrieb arbeiten. Deshalb möchte ich in meine Kündigung schreiben, dass Urlaub und Überstunden ausgezahlt werden sollen.
>>> Eigentlich wollte ich wissen, ob ich die Auszahlung für die mir zustehenden Urlaubstage UND für meine bisher angefallenen Überstunden fordern kann oder mich die Zeitarbeitsfirma zwingen kann, Urlaubstage und angefallene Überstunden vor dem 31.07.2013 abzubauen? <<<
Wenn ich aktuell von meinem Arbeitszeitkonto (Überstunden) einen Tag frei nehme, bekomme ich für diesen Tag ja keinen Lohn. Stattdessen wird auf meiner Lohnabrechnung der freie Tag durch Überstundenabbau ausgewiesen. Deswegen möchte ich die Überstunden ausgezahlt bekommen und nach Möglichkeit NICHT Urlaubstage und Überstunden vor meinem Austritt abbauen müssen. Da käme ich mir - bei den Überstunden - nämlich ziemlich übers Ohr gehauen vor..
So, ich hoffe, mich nun verständlicher ausgedrückt zu haben und bedanke mich nochmals recht herzlich für Ihre Auskunft!
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.05.2013 | 07:51
ich würde Ihnen empfehlen, das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten und der Personalabteilung zu suchen und Ihre Arbeitsleistung bis zum Ablauf der Kündigungsfrist anzubieten.
Grds. wird dieses Angebot gerne von den Unternehmen angenommen, denn die Such nach Ersatzkräften und die Durchführung einer geordneten Übergabe an die Nachfolge ist zeitaufwändig.
Allerdings bedingen sich Unternehmen teilweise aus, nach (beiderseitigem) Ausspruch von Kündigungen, den Arbeitnehmer unter Fortzahlung der Vergütung und Anrechnung etwaiger Urlaubs- und Überstundenansprüche freizustellen. Sollte diese Klausel in Ihrem Vertrag enthalten sein und Ihr Arbeitgeber von seinem Freistellungsrecht Gebrauch machen, dann müssten Sie die Anweisung des Abbaus von Urlaubs-/Überstundenguthaben hinnehmen.
Noch ein Hinweis zum Thema Überstundenabbau:
wenn Sie Überstunden abbauen, dann sollte Ihnen für den Tag des Überstundenabbaus Gehalt ausgezahlt werden, eine unbezahlte Freistellung bei gleichzeitiger Reduzierung Ihres Arbeitszeitguthabens wäre (vorbehaltlich abweichender betrieblicher Regelungen, die ggf. überprüft werden müssten) unwirksam.
Zeitarbeitsfirma, Resturlaub und Überstunden