Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/2/82150000040.htm
Timestamp: 2018-12-12 12:36:22
Document Index: 391372626

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 64', '§ 2', '§ 2', '§ 2', '§ 5', '§ 8']

2.15.040 Sickinger Tal
Verordnung des Landratsamtes Karlsruhe als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Sickinger Tal" mit den flächenhaften Naturdenkmalen "Röhricht" (ND-Nr. 21/2) und "Erlenwald" (ND-Nr. 22/20) auf dem Gebiet der Gemeinden Kürnbach und Oberderdingen vom 22. Dezember 1987 (BNN vom 08.01.1988).
Aufgrund von §§ 22, 24, 58 Abs. 3 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Karlsruhe verordnet:
(1) Die in § 2 Abs. 1 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Kürnbach und Oberderdingen, Gemarkung Flehingen, Landkreis Karlsruhe, wird zum Landschaftsschutzgebiet mit der Bezeichnung "Sickinger Tal" erklärt.
(2) Die in § 2 Abs. 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Kürnbach, Landkreis Karlsruhe, wird zum flächenhaften Naturdenkmal mit der Bezeichnung "Röhricht" erklärt.
(3) Die in § 2 Abs. 3 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Oberderdingen, Gemarkungen Flehingen und Oberderdingen, Landkreis Karlsruhe, wird zum flächenhaften Naturdenkmal mit der Bezeichnung "Erlenwald" erklärt.
(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 37 ha. Es umfaßt folgende Gewanne ganz oder teilweise:
· Gemarkung Kürnbach:
Unter der Humstermühle, Humstertal und Pfändere.
· Gemarkung Oberderdingen:
Humstertal.
· Gemarkung Flehingen:
Stockwiese, Große Tal und Kleine Tal.
(2) Das flächenhafte Naturdenkmal "Röhricht" hat eine Größe von rd. 0,5 ha und umfaßt auf Gemarkung Kürnbach das Gewann Pfändere teilweise.
(3) Das flächenhafte Naturdenkmal "Erlenwald" hat eine Größe von rund 1,5 ha und umfaßt auf Gemarkung Oberderdingen das Gewann Humstertal jeweils teilweise.
(4) Die Grenzen der 3 Schutzgebiete sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 50 000 und in einer Detailkarte im Maßstab 1 : 5 000 für das Landschaftsschutzgebiet grün und die 2 flächenhaften Naturdenkmale rot eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Karlsruhe sowie bei den Bürgermeisterämtern Kürnbach und Flehingen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.
Wesentlicher Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes ist die Erhaltung
1. eines Bachtales mit landschaftsprägendem Ufergehölz sowie die allmähliche Ersetzung standortfremder Gehölze durch standortheimische Bepflanzung,
2. von mehr oder weniger feuchten Wiesen und Seggenriede als ökologischer Ausgleich und Lebensraum, insbesondere für gefährdete Vogelarten innerhalb einer vom intensiven Acker- und Weinbau geprägten Landschaft,
3. der Talaue als Grundwasseranreicherungsgebiet mit dessen Wiesen und der möglichen Rückwandlung der Äcker in Wiesen, insbesondere im Hinblick auf die Sicherung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, speziell des Wasserhaushaltes,
sowie die Förderung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes wie durch Pflanzung von Feldgehölzen entlang von Feldwegen und Gräben südlich des Humsterbaches sowie der Beseitigung bereits eingetragener Landschaftsschäden wie dem Auffüllen von Feuchtwiesen.
1. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung landschaftlicher Grundstücke mit der Maßgabe, daß nach § 5 Abs. 2 Ziffern 14-16 zu beachten sind;
(1) Wesentlicher Schutzzweck des flächenhaften Naturdenkmals "Röhricht" ist die Erhaltung eines Schilfröhrichts und eines Schlankseggenriedes als Lebensraum zum Teil bedrohter Tierarten.
(2) Wesentlicher Schutzzweck des flächenhaften Naturdenkmals "Erlenwald" ist die Erhaltung und die Sicherstellung der ungestörten Entwicklung eines Schwarzerlen-Eschenwaldes.
(1) In den flächenhaften Naturdenkmalen sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder nachteiligen Störung führen können. Beeinträchtigung ist auch die nachteilige Veränderung des Erscheinungsbildes.
9. die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern, insbesondere Dauergrünland, Feuchtwiesen, Seggenriede und Schilfflächen in Ackerland umzubrechen;
14. die Gebiete außerhalb von Wegen zu betreten;
15. Biozide anzuwenden.
2. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung forstwirtschaftlicher Grundstücke mit der Maßgabe, daß § 8 Abs. 2 Ziffer 9, 13 und 15 zu beachten sind;
Karlsruhe, den 22. Dezember 1987