Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=5%20StR%20107/14
Timestamp: 2019-01-18 19:05:42
Document Index: 113621285

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', '§ 52', '§ 349', '§ 2', '§ 2', '§ 1', '§ 29', '§ 34', '§ 18', '§ 2', '§ 2', '§ 29', 'Art 1', '§ 2', '§ 20', '§ 20', '§ 52', 'BGH', 'EuG', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 52', '§ 20', '§ 132', '§ 2', '§ 2', '§ 29', '§ 1', '§ 132', '§ 132', '§ 2', '§ 52', '§ 20', '§ 20', 'Art. 1', 'BGH', '§ 3', '§ 3', 'BGH', 'BGH', '§ 132', 'BGH', '§ 52', '§ 20', 'BGH', '§ 132', '§ 52', 'BGH', 'BGH', 'Art. 267', 'Art. 107', 'EuG', '§ 2', 'EuG', 'Art 1', 'Art 267', '§ 2', '§ 4', 'EuG', 'EuG', 'Art. 267']

Rechtsprechung: 5 StR 107/14 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: BGH, 05.11.2014 | BGH, 08.04.2014
BGH, 25.05.2016 - 5 StR 107/14
§ 2 Abs. 1 AMG; § 52 Abs. 2 Nr. 1 VTabakG
Keine Arzneimitteleigenschaft bei gesundheitsschädlichen Stoffen (synthetische Cannabinoide); Wegfall der Strafbarkeit beim Inverkehrbringen von pflanzlichen Raucherzeugnissen unter Verwendung nicht zugelassener Stoffe
§ 349 Abs. 4 StPO, § ... 132 Abs. 3 Satz 1 GVG, § 2 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a AMG, § 2 Abs. 1 AMG, § 1 Abs. 1 BtMG, § 29 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 4 BtMG, § 34 Abs. 1 Nr. 9 und 10 TabakerzG, § 18 Abs. 2 Satz 1, Abs. 5 Satz 1, 2 TabakerzG, § 2 Nr. 1, § 2 Abs. 3 StGB, § 29 BtMG
Art 1 Nr 2 Buchst b EGRL 83/2001, § 2 Abs 1 Nr 2 Buchst a AMG, § 20 Abs 1 Nr 1 LMG 1974 vom 31.08.2015, § 20 Abs 1 Nr 2 LMG 1974 vom 31.08.2015, § 52 Abs 2 Nr 1 LMG 1974 vom 13.04.2006
Strafverfahren wegen gewerbsmäßigen Inverkehrbringens von Kräutermischungen zur Herbeiführung von Rauschzuständen: Strafbarkeit wegen Inverkehrbringens bedenklicher Arzneimittel, wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln und/oder Inverkehrbringens von Tabakerzeugnissen unter Verwendung nicht zugelassener Stoffe; Zurückverweisung in der Revisionsinstanz bei unklaren Urteilsausführungen zur Zusammensetzung der verkauften Kräutermischungen
Revisionsrechtliche Nachprüfung einer Verurteilung wegen vorsätzlichen Inverkehrbringens bedenklicher Arzneimittel; Verkauf von Kräutermischungen aus getrocknetem Pflanzenmaterial unter Zusatz synthetischer Cannabinoide; Richtlinienkonforme Auslegung des Arzneimittelbegriffs
LG Lüneburg, 26.06.2012 - 22 KLs 32/11
LG Itzehoe, 15.11.2013 - 1 KLs 10/13
BGH, 08.04.2014 - 5 StR 107/14
EuGH, 06.05.2014 - C-181/14
BGH, 04.09.2014 - 3 StR 437/12
BGH, 05.11.2014 - 5 StR 107/14
BGH, 20.01.2015 - 3 ARs 28/14
BGH, 23.12.2015 - 2 ARs 434/14
StV 2017, 325
§ 52 Abs. 2 Nr. 1 VTabakG, § 20 Abs. 1 Nr. 1, 2 VTabakG; § 132 Abs. 2 GVG
Zum Rauchen bestimmte synthetische Cannabinoide als Tabakerzeugnisse; Anfragveverfahren
Anlage II zum Betäubungsmittelgesetz, § 2 Abs. 1 Nr. 2a AMG, § 2 Abs. 1 AMG, § 29 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 4 BtMG, § 1 Abs. 1 BtMG, § 132 Abs. 2 GVG, § 132 Abs. 3 Satz 1 GVG
§ 2 AMG, § 52 Abs 2 Nr 1 LMG 1974, § 20 Abs 1 Nr 1 LMG 1974, § 20 Abs 1 Nr 2 LMG 1974
Strafbarkeit des gewerbsmäßigen Inverkehrbringens von zum Rauchen bestimmten Kräutermischungen
Vorsätzliches gewerbliches Inverkehrbringen bedenklicher Arzneimittel
Kräutermischungen - und die Strafbarkeit nach dem Vorläufigen Tabakgesetz
Legal Highs, die nicht dem Betäubungsmittelgesetz unterfallen - Verkauf nun doch strafbar?
NStZ 2015, 597
NStZ-RR 2015, 142
Der Europäische Gerichtshof hat durch Urteil vom 10. Juli 2014 - C-358/13 und C-181/14 - (NStZ 2014, 461 ff. mit Anm. Patzak/Volkmer/Ewald, NStZ 2014, 463 ff., O?lakcio?lu, StV 2015, 166 ff. und Dettling/Böhnke, PharmR 2014, 342 ff.) in einem Vorabentscheidungsverfahren auf Vorlage des Bundesgerichtshofs durch Beschlüsse vom 8. April 2014 - 5 StR 107/14 - (NStZ-RR 2014, 182) und vom 28. Mai 2013 - 3 StR 437/12 (NStZ-RR 2014, 180 ff.) entschieden, dass Art. 1 Nr. 2 Buchstabe b der Richtlinie 2001/83/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 6. November 2001 zur Schaffung eines Gemeinschaftskodexes für Humanarzneimittel so auszulegen ist, dass davon Stoffe nicht erfasst werden, deren Wirkungen sich auf eine Beeinflussung der physiologischen Funktionen des menschlichen Körpers beschränken, ohne dass sie geeignet wären, der Gesundheit unmittelbar oder mittelbar zuträglich zu sein.
Danach können Erzeugnisse, die ausschließlich zu Entspannungs- oder Rauschzwecken konsumiert werden und zum Teil auch gesundheitsschädlich wirken, nicht als Funktionsarzneimittel eingestuft werden (vgl. BGH, Urteil vom 4. September 2014 - 3 StR 437/12; Beschluss vom 5. November 2014 - 5 StR 107/14).
Diese Auslegung des § 3 VTabakG würde ersichtlich dem auf Verbraucherschutz vor Gesundheitsgefahren gerichteten Regelungszweck des Gesetzes widersprechen, das bei tabakähnlichen Erzeugnissen im Sinne von § 3 Abs. 2 VTabakG schließlich nicht einmal das Vorhandensein von Nikotin aus Rohtabak oder die Verwechselbarkeit mit einem Tabakerzeugnis voraussetzt (vgl. für Kräutermischungen BGH, Beschluss vom 5. November 2014 - 5 StR 107/14, NStZ 2015, 597 f.).
Keine Arzneimitteleigenschaft bei gesundheitsschädlichen Stoffen (synthetische …
Die hiergegen gerichtete und auf die allgemeine Sachrüge gestützte Revision des Angeklagten hat - nach Erledigung eines Vorabentscheidungsersuchens an den Gerichtshof der Europäischen Union (vgl. BGH, Beschluss vom 8. April 2014 - 5 StR 107/14, PharmR 2014, 296) sowie eines Anfrageverfahrens nach § 132 Abs. 3 Satz 1 GVG (vgl. BGH, Beschlüsse vom 5. November 2014 - 5 StR 107/14, PharmR 2015, 33; vom 20. Januar 2015 - 3 ARs 28/14, PharmR 2015, 239; vom 23. Dezember 2015 - 2 ARs 434/14, PharmR 2016, 84) - Erfolg.
Zum Rauchen bestimmte synthetische Cannabinoide als Tabakerzeugnisse; …
Er sieht sich an einem Freispruch jedoch gehindert, weil - insoweit unproblematisch - die von dem Angeklagten vertriebenen Kräutermischungen teilweise bereits zur Tatzeit in Anlage II zum Betäubungsmittelgesetz (BtMG) aufgenommene synthetische Cannabinoide enthielten und im Übrigen eine Strafbarkeit wegen gewerbsmäßigen Inverkehrbringens von Tabakerzeugnissen unter Verwendung nicht zugelassener Stoffe (§ 52 Abs. 2 Nr. 1, § 20 Abs. 1 Nr. 1, 2 VTabakG) in Betracht komme (BGH, Beschluss vom 5. November 2014 - 5 StR 107/14, juris).
Anfrageverfahren zum unerlaubtem Inverkehrbringen von Arzneimitteln (Begriff des …
Der 5. Strafsenat hat in dem Verfahren 5 StR 107/14 über die Revision eines Angeklagten zu entscheiden, der vom Landgericht wegen vorsätzlichen Inverkehrbringens bedenklicher Arzneimittel in 87 Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe verurteilt worden ist.
Im Hinblick auf das derzeit stattfindende Anfrageverfahren gemäß § 132 Abs. 3 GVG kommt jedoch in Betracht, dass sich die Angeklagten nach § 52 Abs. 1 des Vorläufigen Tabakgesetzes (VTabakG) bzw. Beihilfe hierzu strafbar gemacht haben (vgl. dazu einerseits BGH, Beschluss vom 5. November 2014 - 5 StR 107/14, NStZ 2015, 597, andererseits BGH, Beschluss vom 20. Januar 2015 - 3 ARs 28/14, NStZ-RR 2015, 142).
Art. 267 AEUV; Art. 107 Verfahrensordnung des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaften
Vorlage zur Vorabentscheidung durch EuGH (Antrag auf Eilvorabentscheidungsverfahren wegen Untersuchungshaft des betroffenen Angeklagten)
§ 2 AMG; RL 2001/83/EG; RL 2004/27/EG
Vorabentscheidungsverfahren zum EuGH zum europäischen Arzneimittelbegriff (Anwendung auf gesundheitsschädigend wirkende Stoffe ohne therapeutischen Nutzen)
Art 1 Nr 2 Buchst b EGRL 83/2001, EGRL 27/2004, Art 267 AEUV, § 2 Abs 1 AMG, § 4 Abs 17 AMG
Strafverfahren wegen vorsätzlichen Inverkehrbringens bedenklicher Arzneimittel: Vorabentscheidungsersuchen an den EuGH zur Arzneimitteleigenschaft gesundheitsgefährdender Stoffzusammensetzungen im Falle des Inverkehrbringens cannabinoidhaltiger Kräutermischungen zur Herbeiführung von Rauschzuständen
Gesundheitsgefährdung des Konsums von Stoffen oder Stoffzusammensetzungen als Arzneimittel bei Hervorrufen eines Rauschzustands mit psychoaktiven Wirkungen; Verkauf von Kräutermischungen aus getrocknetem Pflanzenmaterial als vorsätzliches Inverkehrbringen bedenklicher Arzneimittel
Dringlichkeit der Vorabentscheidung i.R.e. Verurteilung wegen vorsätzlichen Inverkehrbringens bedenklicher Arzneimittel
NStZ-RR 2014, 182
Indessen hat der EuGH in seiner auch von der Berufungsstrafkammer angezogenen Entscheidung vom 10. Juli 2014 (C-358/13 und C-181/14 = NStZ 2014, 461 = StraFo 2014, 343) auf Vorlagen des 3. und 5. Strafsenats des Bundesgerichtshofs (StraFo 2013, 327 = NStZ-RR 2014, 180 und NStZ-RR 2014, 182) den Arzneimittelbegriff insgesamt dahin ausgelegt, dass von diesem Stoffe nicht erfasst sind, deren Wirkungen sich auf eine schlichte Beeinflussung der physiologischen Funktionen beschränken, ohne dass sie geeignet wären, der menschlichen Gesundheit unmittelbar oder mittelbar zuträglich zu sein.
"Auf die Vorabentscheidungsersuchen nach Art. 267 AEUV des 3. Strafsenats des Bundesgerichtshofs vom 28. Mai 2013 (3 StR 437/12) und des 5. Strafsenats vom 8. April 2014 (5 StR 107/14) hat der Gerichtshof der Europäischen Union in den verbundenen Rechtssachen C-358/13 und C-181/14 mit Urteil vom 10. Juli 2014 entschieden:.