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Timestamp: 2016-10-27 20:52:16
Document Index: 140527349

Matched Legal Cases: ['§ 13', '§ 13', 'BGH', '§ 13', '§ 50', '§ 57']

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19.05.2006 13:53 | Preis: ***,00 € |
erst Anfang März habe ich ein KFZ erworben. Der Kaufpreis in Höhe von € 13.800,00 lag hier etwa 2-2.500 E unter dem Wert lt. Liste (Gutachten). Nunmehr hatte ich mit dem Fahrzeug einen Unfall (wirtschaftlicher Totalschaden). Meine Kasko-Versicherung will mir nunmehr nicht den Widerbeschaffungswert, sondern lediglich meine Anschaffungskosten abzgl. des Restwertes ersetzen. Ist dies rechtens? Wenn nein bitte ich um Verweis auf einschlägige gerichtliche Entscheidungen (Az, §§ o.ä.)
Vielen Dank für Ihre Bemühungen Achtung Archiv
19.05.2006 | 22:05
Der Kaskoversicherer hat nach § 13 Satz 1 AKB den Schaden bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswertes des Fahrzeugs zu ersetzen. Wiederbeschaffungswert ist der Kaufpreis, den der Versicherungsnehmer bezogen auf den Tag des Schadens aufwenden muss, um ein gleichwertiges gebrauchtes Fahrzeug zu erwerben. Hinsichtlich der Abrechnung des wirtschaftlichen Totalschadens bestehen mithin zwischen der Kasko- und der Haftpflichtversicherung keine Unterschiede, so dass ohne Kenntnis des konkreten Sachverhalts nicht nachvollziehbar ist, aus welchem Grunde Ihr Kaskoversicherer den wirtschaftlichen Totalschaden entgegen § 13 ABK aufgrund des Anschaffungspreises abrechnet. Denn eine Bewertung nach dem Anschaffungspreis erfolgt grundsätzlich nur hinsichtlich solcher Fahrzeuge, für die ein Gebrauchtwagenmarkt nicht besteht (vgl. BGH VersR 1975, 752) oder wenn der Geschädigte ein Händler ist (vgl. Hamm NJW –RR 1990, 468). Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe
Nachfrage vom Fragesteller	20.05.2006 | 15:27
nur zum besseren Verständnis für mich: Der Fahrzeughalter ist eine Schreinerei-GmbH, also kein KFZ-Händler, somit dürften wir nicht als Händler eingestuft werden oder?
22.05.2006 | 16:09
§ 13 Abs. 1 AKB stellt auf die individuellen Verhältnisse des Versicherungsnehmers am Schadenstag ab, wobei die verschiedenen Handelsstufen bei der Frage der Höhe des Kaufpreises zu berücksichtigen sind. Aus diesem Grunde bemisst sich der Wiederbeschaffungswert bei Kfz-Händlern nach dem Händler-Einkaufspreis. Auf eine Schreinerei-GmbH ist dieser Fall nicht zu übertragen, so dass der Anschaffungspreis der Schadensersatzleistung grundsätzlich nur unter der Voraussetzung zugrunde gelegt werden kann, dass für das beschädigte Fahrzeug kein Gebrauchtwagenmarkt besteht. Besteht ein Gebrauchtwagenmarkt und enthält Ihr Versicherungsvertrag weiterhin keine Begrenzung dahingehend, dass nur bis zu einer bestimmten Versicherungssumme geleistet wird (§ 50 VVG) oder der Versicherungswert auf den Anschaffungspreis festgesetzt wurde (§ 57 VVG), wird ein Anspruch auf Ersatz des Wiederbeschaffungswertes abzüglich des Restwertes bestehen.
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