Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/amtliches-Fuehrungszeugnis--f16175.html
Timestamp: 2017-12-16 17:01:13
Document Index: 388986387

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 32', '§ 32', '§ 56', '§ 57', '§ 149']

amtliches Führungszeugnis (Strafrecht) - frag-einen-anwalt.de
| 18.08.2006 20:54 |
Also ich habe vor im Herbst ein Medizinstudium zu beginnen. Dabei dachte ich in dem Zusammenhang jetzt an eine größere ´´Jugendsünde´´, die ich mit 19 Jahren begangen habe (bin jetzt 27). Davor und auch seither bin ich nicht wieder straffällig geworden.
Jetzt habe ich Angst, dass hinsichtlich der Approbation (bei der man ja ein amtliches Führungszeugnis vorlegen muss), Probleme entstehen. Es wäre sehr wichtig für mich zu wissen, da auch meine Entscheidung, das Studium zu beginnen natürlich davon abhängt (es wäre ja fatal, ich studiere jetzt sechs Jahre Medizin und bekomme dann wegen der damaligen Straftat keine Approbation, weil diese in meinem Führungszeugnis steht).
Ich wurde im Sommer 1999 zu einer Jugenstrafe von einem Jahr verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Daneben wurde mir im selben Urteil die Fahrerlaubnis entzogen und eine Sperre von 10 Monaten verhängt, bevor ich wieder eine Fahrerlaubnis beantragen kann. Ich erhielt außerdem eine Geldbuße von 600,- DM in 12 Raten a 50,- DM.
Meine Fragen sind nun folgende: Würde in einem amtlichen Führungszeugnis zum jetzigen Zeitpunkt (oder in 6 Jahren) noch etwas darüber stehen? Die Jugenstrafe von einem Jahr müsste meiner Kenntniss nach ja schon aus dem Bundeszentralregister getilgt worden sein, wie ist das aber mit der Sperre von 10 Monaten hinsichtlich der Fahrerlaubnis? Wird der Entzug der Fahrerlaubnis hinsichtlich eines Eintrags in ein amtliches Führungszeugnisses extra gewertet oder wird in meinem Fall das Gesamturteil aus dem Register (und damit dem Führungszeugnis) entfernt?
Wenn es nicht getilgt wurde, wie lange ist die Tilgunsfrist?
Zur Eingrenzung und Hilfe in der Beantwortung meiner Fragen; in der Strafliste des Urteils sind folgende Paragraphen aufgeführt: §§ 1/, 3 / 1, 29 a / 2, 30 / 4 BTMG, 25 II, 52, 69, 69 a StGB, 1, 21, 105 JGG.
18.08.2006 | 21:33
Ach ja, hatte ich ganz vergessen anzugeben. Ich hatte schon einmal (weiß leider nicht mehr genau wann) eine Mitteilung erhalten, dass der Strafmakel getilgt sei. Heißt das, die ganze Strafsache, ist aus dem Führungszeugnis raus, oder kann das mit der Fahrsperre trotzdem noch drinstehen?
Ihre Verurteilung aus dem Jahre 1999 (1 Jahr Jugenstrafe mit Bewährung sowie die Entziehung der Fahrerlaubnis) ist im Führungszeugnis nicht aufgenommen worden. Das ergibt sich aus § 32 Bundeszentralregistergesetz (BZRG), so dass sich Ihre weiteren Fragen damit erübrigt haben.
Die einschlägige Vorschrift ist nachfolgend abgedruckt.
§ 32 BZRG - Inhalt des Führungszeugnisses
b) nach § 56 oder § 57 des Strafgesetzbuchs zur Bewährung ausgesetzt worden ist und sich aus dem Register ergibt, dass der Verurteilte die Tat oder bei Gesamtstrafen alle oder den ihrer Bedeutung nach überwiegenden Teil der Taten auf Grund einer Betäubungsmittelabhängigkeit begangen hat, diese Entscheidungen nicht widerrufen worden sind und im Register keine weitere Strafe eingetragen ist,
b) von einer Person, die in einer Rechtsvorschrift ausdrücklich als Verantwortlicher bezeichnet ist, begangen worden sind, wenn das Führungszeugnis für die in § 149 Abs. 2 Nr. 1 der Gewerbeordnung bezeichneten Entscheidungen bestimmt ist.
Nachfrage vom Fragesteller	18.08.2006 | 21:55
Eine Nachfrage hätte ich noch (weil ich in dieser Hinsicht wirklich sicher gehen möchte). Also wenn der Strafmakel als beseitigt erklärt wurde und damit auch kein Eintrag mehr in einem amtlichen Führungszeugnis vorhanden ist, so bezieht sich dies auf das ganze Urteil (also Jugendstrafe und Fahrsperre)? Das Urteil wird also als ein einziges Urteil behandelt und nicht als mehrere, bzw. als Urteil (hier: Jugendstrafe) mit Nebenurteil (hier: 10-monatige Fahrsperre und Geldstrafe) und somit auch komplett aus dem Führungszeugnis entfernt?
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.08.2006 | 22:00
Ja, das gegen Sie ergangene Urteil (dazu gehört der Strafausspruch sowie der Führerscheinentzug als Maßregel der Besserung und Sicherung) ist in Ihr Führungszeugnis aufgrund der mitgeteilten Vorschrift nicht aufgenommen worden.
Vor diesem Hintergrund sind Ihre Bedenken unbegründet.
"Danke, prompte Antwort die meine Ängste zerstreut hat. "
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