Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=12.04.1989&Aktenzeichen=I%20R%20142/85
Timestamp: 2020-02-21 19:42:59
Document Index: 285897657

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 8', '§ 27', '§ 27', '§ 27', '§ 8']

BFH, 12.04.1989 - I R 142-143/85, I R 142/85, I R 143/85 - dejure.org
BFH, 12.04.1989 - I R 142-143/85, I R 142/85, I R 143/85
https://dejure.org/1989,1151
BFH, 12.04.1989 - I R 142-143/85, I R 142/85, I R 143/85 (https://dejure.org/1989,1151)
BFH, Entscheidung vom 12.04.1989 - I R 142-143/85, I R 142/85, I R 143/85 (https://dejure.org/1989,1151)
BFH, Entscheidung vom 12. April 1989 - I R 142-143/85, I R 142/85, I R 143/85 (https://dejure.org/1989,1151)
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KStG 1975 § 6 Abs. 1 Satz 2; KStG 1977 § 8 Abs. 3 Satz 2
Verdeckte Gewinnausschüttung - Beherrschender Gesellschafter - Vergütung für weitere Tätigkeiten - Sondervergütung - Wettbewerbsverbot - Klare Vereinbarung
Körperschaftsteuer; verdeckte Gewinnausschüttung bei Verstoß gegen Wettbewerbsverbot
BFHE 156, 484
BB 1989, 1467
DB 1989, 1702
DB 1989, 1703
BStBl II 1989, 636
a) Eine andere Ausschüttung i.S. des § 27 Abs. 3 Satz 2 KStG 1977 ist die Vermögensminderung (verhinderte Vermögensmehrung) einer Kapitalgesellschaft, die durch das Gesellschaftsverhältnis veranlaßt ist, die in keinem Zusammenhang mit einer offenen Ausschüttung steht und die sich durch einen tatsächlichen Mittelabfluß konkretisiert hat (vgl. BFH-Urteil vom 12. April 1989 I R 142-143/85, BFHE 156, 484, BStBl II 1989, 636).
In diesem Zusammenhang zitiert der Senat sein Urteil vom 12. April 1989 I R 142-143/85 (BFHE 156, 484, BStBl II 1989, 636), wonach eine Ausschüttung i.S. des § 27 Abs. 3 KStG a.F. "unabhängig von einer eingetretenen Einkommensminderung dann anzunehmen ist, wenn der Vermögensminderung entsprechende Mittel bei der Kapitalgesellschaft tatsächlich abfließen (vgl. Senatsurteil in BFHE 151, 560, BStBl II 1988, 460)".
Diese Sachbehandlung wäre nur dann zutreffend, wenn die verdeckt ausgeschütteten Beträge in dem jeweiligen Jahr aus dem Vermögen der Klägerin abgeflossen wären (Senatsurteile vom 9. Dezember 1987 I R 260/83, BFHE 151, 560, BStBl II 1988, 460; vom 12. April 1989 I R 142-143/85, BFHE 156, 484, BStBl II 1989, 636, m.w.N.).
Im übrigen liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung auch unter dem Gesichtspunkt vor, daß in dem Vertrag mit der Fa. S nicht klar und eindeutig abgegrenzt ist, ob der Kläger selbst oder die von ihm beherrschte GmbH der Fa. S das Verfahren zur Nutzung überlassen hat (vgl. BFH-Urteile vom 9. Februar 1983 I R 229/81, BFHE 138, 208, BStBl II 1983, 487, und vom 12. April 1989 I R 142-143/85, BFHE 156, 484, BStBl II 1989, 636).
Eine andere Ausschüttung i.S. des § 27 Abs. 3 Satz 2 KStG 1977 ist die Vermögensminderung (verhinderte Vermögensmehrung) einer Kapitalgesellschaft, die durch das Gesellschaftsverhältnis veranlaßt ist, die in keinem Zusammenhang mit einer offenen Ausschüttung steht und die sich durch einen tatsächlichen Mittelabfluß konkretisiert hat (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 12. April 1989 I R 142-143/85, BFHE 156, 484, BStBl II 1989, 636).
aa) Zu Recht ist das FG allerdings davon ausgegangen, dass der Vereinbarung eines umfassenden Wettbewerbsverbots im Streitfall eine eigenständige wirtschaftliche Bedeutung zukommen kann, auch wenn der Kläger weiterhin als Geschäftsführer der GmbH tätig war und daher während dieser Tätigkeit schon aus diesem Grund einem Wettbewerbsverbot unterlag (vgl. BFH-Urteil vom 12. April 1989 I R 142-143/85, BFHE 156, 484, BStBl II 1989, 636, unter II. B. 3. a, m.w.N.; Manger, das nachvertragliche Wettbewerbsverbot des GmbH-Geschäftsführers, GmbH-Rundschau 2001, 89 ff.); denn dieses Wettbewerbsverbot ging in Umfang, Dauer und Sanktion nicht so weit wie das zwischen den Parteien vereinbarte, umfassende Wettbewerbsverbot.
Gehört es zum Gesellschaftszweck einer Kapitalgesellschaft, Wohn- oder Geschäftsbauten zu errichten und daher zu diesem Zweck auch Pläne zu fertigen und ist der beherrschende Gesellschafter selbst Architekt, so bedarf es im voraus getroffener klarer vertraglicher Abreden zwischen der Kapitalgesellschaft und dem Gesellschafter, wenn dieser berechtigt sein soll, außerhalb seiner Tätigkeit als Geschäftsführer entgeltliche Architektenleistungen zu erbringen (vgl. BFH-Urteil vom 9. Februar 1983 I R 229/81, BFHE 138, 208, BStBl II 1983, 487; vgl. auch BFH-Urteil vom 12. April 1989 I R 142-143/85, BFHE 156, 484, BStBl II 1989, 636).
Für den Zeitpunkt der Herstellung der Ausschüttungsbelastung ist daher unerheblich, wann sich der Abfluß einkommensmindernd auswirkt (vgl. BFH-Urteile vom 30. Mai 1990 I R 41/87, BFHE 161, 87, 90, BStBl II 1991, 588; BFHE 156, 484, BStBl II 1989, 636 m.w.N.).
Die Honorarzahlungen an S sind verdeckte Gewinnausschüttungen gemäß § 8 Abs. 3 Satz 2 KStG, weil es an einer klaren, im voraus getroffenen Vereinbarung zwischen der Klägerin und S fehlt, daß die Geschäftsführertätigkeit nicht das Erbringen von Architektenleistungen erfaßt (vgl. BFH in BFHE 138, 208, BStBl II 1983, 487; BFHE 156, 484, BStBl II 1989, 636).