Source: http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/nsg_ketziner_havelinseln
Timestamp: 2019-02-18 10:59:26
Document Index: 339386556

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 10', '§ 10', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 11', '§ 4', '§ 4', '§ 10', '§ 78', '§ 5', '§ 5']

Verordnung über das Naturschutzgebiet „Ketziner Havelinseln“
(GVBl.II/03, [Nr. 5], S.83)
geändert durch Artikel 2 der Verordnung vom 11. Dezember 2018
(GVBl.II/19, [Nr. 5])
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche in den Landkreisen Havelland und Potsdam-Mittelmark wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Ketziner Havelinseln“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 238 Hektar. Es umfasst Flächen in folgenden Fluren:
Havelland Ketzin Ketzin 2;
Havelland Zachow Zachow 6, 7;
Potsdam-Mittelmark Schmergow Schmergow 1.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in den in Anlage 3 dieser Verordnung aufgeführten Karten mit ununterbrochener Linie eingezeichnet; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Die in Anlage 3 Nummer 1 aufgeführten topografischen Karten im Maßstab 1 : 10 000 und der in Anlage 3 Nummer 2 aufgeführte Auszug aus der Bundeswasserstraßenkarte im Maßstab 1 : 5 000 ermöglichen die Verortung im Gelände. Maßgeblich für den Grenzverlauf ist die Einzeichnung in den in Anlage 3 Nummer 3 aufgeführten vier Flurkarten.
(3) Die Verordnung mit Karten kann beim Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg, oberste Naturschutzbehörde, in Potsdam sowie bei den Landkreisen Havelland und Potsdam-Mittelmark, untere Naturschutzbehörden, von jedermann während der Dienstzeiten kostenlos eingesehen werden.
(1) Schutzzweck des Naturschutzgebietes, das eine Gruppe von Schwemmsandinseln in einem naturnah erhaltenen Flussabschnitt der Havel umfasst, ist
die Erhaltung und Entwicklung als Lebensraum wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere von Schwimmblattgesellschaften, Röhrichten, Großseggenrieden, Feucht- und Frischwiesen, Weidengebüschen und Feuchtwäldern;
die Erhaltung der Lebensräume wild lebender Pflanzenarten, die nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützt sind, beispielsweise SumpfWolfsmilch (Euphorbia palustris), Sumpf-Platterbse (Lathyrus palustris) und Krebsschere (Stratiotes aloides);
die Erhaltung der Vorkommen besonders charakteristischer und gefährdeter Pflanzenarten, beispielsweise Schwanenblume (Butomus umbellatus), Blasensegge (Carex vesicaria), Froschbiss (Hydrocharis morsus-ranae), Durchwachsenes Laichkraut (Potamogeton perfoliatus), Schwingelschilf (Scolochloa festucacea), Sumpf-Greiskraut (Senecio paludosus) und Graugrüne Sternmiere (Stellaria palustris);
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- beziehungsweise Rückzugsraum und potenzielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, darunter einiger nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 und 11 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützter Vogelarten, beispielsweise Großer Brachvogel (Numenius arquata), Tüpfelsumpfhuhn (Porzana porzana), Kiebitz (Vanellus vanellus) und Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus);
die Erhaltung der Flussaue wegen ihrer Vielfalt an auentypischen Strukturen und Biotopen, insbesondere mit Flach- und Tiefwasserzonen, Altarmen, Buchten, breiten Verlandungsbereichen sowie naturnah ausgeprägten Uferzonen und wegen der besonderen Eigenart dieses dem ursprünglichen Erscheinungsbild nahekommenden Flussabschnittes;
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als wesentlicher Teil des überregionalen Biotopverbundes innerhalb der Havelniederung und dabei insbesondere zwischen den Naturschutzgebieten „Mittlere Havel“ stromabwärts und „Wolfsbruch“ stromaufwärts.
(2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Ketziner Havelinseln“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes) mit seinen Vorkommen von
Natürlichen eutrophen Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions, Flüssen der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion und Feuchten Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe als natürlichen Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes;
Biber (Castor fiber), Fischotter (Lutra lutra), Rapfen (Aspius aspius), Bitterling (Rhodeus amarus), Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis) und Steinbeißer (Cobitis taenia) als Art von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 10 des Bundesnaturschutzgesetzes, einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume.
mit Fahrzeugen auf den Inseln zu fahren oder Fahrzeuge dort abzustellen, zu warten oder zu pflegen;
im Uferbereich der Inseln zu baden oder zu tauchen;
mit Wasserfahrzeugen aller Art in die Röhricht- und Schwimmblattzonen einzudringen;
wild lebende Pflanzen oder ihre Teile oder Entwicklungsformen abzuschneiden, abzupflücken, aus oder abzureißen, auszugraben, zu beschädigen oder zu vernichten;
die im Sinne des § 11 Abs. 2 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung als extensives Grünland innerhalb der in den Karten gekennzeichneten Bereiche mit der Maßgabe, dass
Grünland als Wiese oder Weide genutzt wird und die jährliche Zufuhr an Pflanzennährstoffen über Dünger inklusive der Exkremente von Weidetieren je Hektar Grünland die Menge nicht überschreitet, die dem Äquivalent an Dünger von 1,4 Großvieheinheiten (GVE) entspricht, ohne chemisch-synthetische Stickstoffdüngemittel einzusetzen. Im Übrigen gilt § 4 Abs.2 Nr. 16,
die Nutzung vor dem 16. Juni eines Jahres unzulässig ist,
Gewässerufer in einem Abstand von zehn Metern von der Mittelwasserlinie ungenutzt bleiben und bei Beweidung auszuzäunen sind,
Fanggeräte und Fangmittel so eingesetzt oder ausgestattet werden, dass das Einschwimmen und eine Gefährdung des Fischotters weitgehend ausgeschlossen ist,
der Umfang und der Zeitpunkt der Rohrwerbung mit der zuständigen unteren Naturschutzbehörde abzustimmen sind;
die rechtmäßige Ausübung der Angelfischerei vom Ufer aus an den in den Karten gekennzeichneten Stellen. Für das Angeln vom Boot aus gilt die Maßgabe, dass das Befahren von Verlandungsbereichen, Röhrichten und Schwimmblattgesellschaften verboten bleibt; § 4 Abs. 2 Nr. 19 gilt weiterhin;
aa) die Jagd auf Wasservögel verboten ist,
bb) die Jagd in der Zeit vom 1. März bis 30. Juni eines Jahres ausschließlich vom Ansitz aus erfolgt,
die Anlage von Kirrungen nur mit Zustimmung der zuständigen unteren Naturschutzbehörde,
die Errichtung ortsunveränderlicher jagdlicher Einrichtungen zur Ansitzjagd mit Zustimmung der zuständigen unteren Naturschutzbehörde. Die Zustimmung ist zu erteilen, wenn der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird. Transportable und mobile Ansitzeinrichtungen sind der zuständigen unteren Naturschutzbehörde vor der Errichtung anzuzeigen. Die zuständige untere Naturschutzbehörde kann in begründeten Einzelfällen das Aufstellen verbieten, wenn es dem Schutzzweck entgegensteht. Die Entscheidung hierzu soll unverzüglich erfolgen.
Unzulässig bleibt die Anlage von Ansaatwildwiesen und Wildäckern;
das Baden und Tauchen im Bereich der in den Karten gekennzeichneten Uferabschnitte;
die Nutzung der Flurstücke 150, 151 und 152 (Flur 6, Gemarkung Zachow) als Vereinsfläche des Motorwassersportclubs Ketzin Havel in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;
die im Sinne des § 10 des Brandenburgischen Straßengesetzes ordnungsgemäße Unterhaltung der dem öffentlichen Verkehr gewidmeten Straßen und Wege, die im Sinne des § 78 des Brandenburgischen Wassergesetzes ordnungsgemäße Unterhaltung der Gewässer, die ordnungsgemäße Unterhaltung sonstiger rechtmäßig bestehender Anlagen sowie die ordnungsgemäße Unterhaltung der im Gebiet gelegenen Bundeswasserstraße, sofern sie den gesetzlichen Rahmen nicht überschreitet, jeweils im Einvernehmen mit der zuständigen unteren Naturschutzbehörde;
Diese Verordnung tritt am Tage nach der Verkündung in Kraft. Ausgenommen davon sind die Maßgaben zur landwirtschaftlichen Bodennutzung nach § 5 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe a bis d, die am 1. Juli 2003 in Kraft treten.
Potsdam, den 16. Dezember 2002
Flurstücksliste zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Ketziner Havelinseln“ vom 16. Dezember 2002
Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 238 Hektar. Es umfasst folgende Flächen in den Gemarkungen:
Ketzin 2 166/2, 167/2, 168/2, 169/2, 170/2, 171/2, 172/2, 173/2, 175/2, 176/2, 177/2, 181/2, 182 bis 186, 187/1, 187/2, 188 bis 247, 248/1, 248/2, 249 bis 250, 251/2, 295/2, 295/4, 296 bis 300, 301/1, 301/2, 302, 303/1, 304 bis 358, 359/1, 360 bis 364, 365/2, 366/2, 369 anteilig, 370 bis 385;
Zachow 6 139 bis 175,
Zachow 7 2 bis 6, 7 anteilig, 16 anteilig.
Schmergow 1 1 bis 40, 41 anteilig.
Freistellung der Grünlandnutzung entsprechend § 5 Abs. 1 Nr. 1:
Insel Burgkavel:
Ketzin 2 166/2, 167/2, 168/2, 169/2, 170/2, 171/2, 172/2, 173/2, 175/2, 176/2, 182 bis 186, 187/1, 187/2, 188, 189, 240, 241, 243 bis 247, 248/1, 248/2, 249, 250, 251/2;
Insel Budüre I:
Ketzin 2 328 bis 358, 359/1, 360 bis 363;
Insel Budüre II:
Ketzin 2 370, 371, 376 bis 385;
Zachow 6 170, 171.
Titel: Anlage zur Verordnung für das Naturschutzgebiet „Ketziner Havelinseln“
1 unterzeichnet am 31. Januar 2003 von der Bearbeiterin Frau Nacke, Siegelnummer 39 des Ministeriums für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung (MLUR)
2 unterzeichnet am 31. Januar 2003 von der Bearbeiterin Frau Nacke, Siegelnummer 39 des MLUR
2. Auszug aus einer Digitalen Bundeswasserstraßenkarte im Maßstab 1 : 5 000 zur Wasserstraße Untere Havel West zu Kilometer 35 bis 38
ohne unterzeichnet am 31. Januar 2003 von der Bearbeiterin Frau Nacke, Siegelnummer 39 des MLUR
Titel: Anlage zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Ketziner Havelinseln“
1 Ketzin 2 1 : 3 000 unterzeichnet am 31. Januar 2003 von der Bearbeiterin Frau Nacke, Siegelnummer 39 des MLUR
2 Zachow 6 1 : 2 500 unterzeichnet am 31. Januar 2003 von der Bearbeiterin Frau Nacke, Siegelnummer 39 des MLUR
3 Zachow 7 1 : 5 000 unterzeichnet am 31. Januar 2003 von der Bearbeiterin Frau Nacke, Siegelnummer 39 des MLUR
4 Schmergow 1 1 : 3 000 unterzeichnet am 31. Januar 2003 von der Bearbeiterin Frau Nacke, Siegelnummer 39 des MLUR