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Timestamp: 2016-10-26 11:20:41
Document Index: 116112079

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 3', 'Art. 16', 'Art. 28', 'BGE', 'Art. 28', 'Art. 27', 'BGE', 'Art. 28', 'Art. 8', 'Art. 16', 'Art. 27', 'Art. 82', 'Art. 28', 'Art. 52', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 151', 'Art. 125', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 48', 'Art. 48', 'Art. 28', 'Art. 134', 'Art. 159', 'Art. 135']

I 590/03 (28.06.2004)
I 590/03
Pr�sidentin Leuzinger, Bundesrichter R�edi und Kernen; Gerichtsschreiberin Fleischanderl
W.________, 1955, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanw�ltin Karin Caviezel, Reichsgasse 65, 7000 Chur,
Die 1955 geborene W.________, geschieden und Mutter zweier 1979 und 1982 geborener Kinder, war vom 1. April 1998 bis 30. April 2000 in ihrem erlernten Beruf als Verk�uferin teilzeitlich in der Firma B.________ sowie ab 1. August 2000 - mit einem Pensum von 22 Wochenstunden - bei der Filiale M.________ in Z.________ als Kassiererin t�tig. Vom 1. Mai bis 31. Juli 2000 bezog sie Taggelder der Arbeitslosenversicherung. Am 1. Mai 2002 meldete sie sich unter Hinweis auf seit ca. f�nf Jahren bestehende R�ckenbeschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle des Kantons Graub�nden holte einen Bericht des Hausarztes Dr. med. G.________, FMH Allgemeine Medizin, vom 30. Juni 2002 (samt Bericht des Dr. med. K.________, Spital Y.________, Neurochirurgie vom 2. August 2000) und - in beruflich-erwerblicher Hinsicht - einen Auszug aus dem Individuellen Konto (IK) sowie Ausk�nfte der Arbeitslosenkasse des Kantons Graub�nden vom 13. Mai 2002, der Filiale M.________ vom 13. Juni 2002 sowie der Firma B.________ vom 8. Februar 2003 ein. Ferner liess sie die Verh�ltnisse im Haushalt der Versicherten vor Ort abkl�ren (Abkl�rungsbericht Haushalt vom 14. November 2002) und zog Angaben zur Unterhaltspflicht des geschiedenen Ehegatten bei (Schreiben der Stadtverwaltung Chur vom 10. September 2002 [Finanz- und Liegenschaftenverwaltung, Abteilung Finanzverwaltung] und 11. Februar 2003 [Soziale Dienste]). Gest�tzt darauf lehnte sie - nach Durchf�hrung des Vorbescheidverfahrens - den Rentenanspruch mit Verf�gung vom 20. M�rz 2003 ab; sie ging dabei von einem Invalidit�tsgrad im mit 60 % gewichteten Erwerbsanteil von 0 % sowie einer Einschr�nkung im h�uslichen Bereich von 11,15 % aus, woraus eine Invalidit�t von gesamthaft 4,46 % (0,6 x 0 % + 0,4 x 11,15 %) resultierte. Daran hielt sie auf Einsprache hin fest (Einspracheentscheid vom 22. April 2003).
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden ab (Entscheid vom 3. Juli 2003).
W.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und beantragen, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides, des Einspracheentscheides der IV-Stelle vom 22. April 2003 sowie der Verf�gung vom 20. M�rz 2003 sei die Sache an die Verwaltung zur�ckzuweisen, damit diese ihr mit Wirkung ab 1. August 2001 eine Viertelsrente zuspreche, die seit Erlass der Verf�gung bzw. des Einspracheentscheides eingetretenen gesundheitlichen Verschlechterungen abkl�re und ihr gegebenenfalls ab Zeitpunkt der Verschlimmerung eine h�here Rente ausrichte. Sie reicht einen weiteren Bericht des Dr. med. G.________ vom 6. September 2003 zu den Akten und ersucht zudem um Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung.
W�hrend das kantonale Gericht auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliesst, soweit darauf einzutreten sei, verzichten die IV-Stelle und das Bundesamt f�r Sozialversicherung, Erstere unter Verweis auf die Erw�gungen des angefochtenen Entscheides, auf eine Vernehmlassung.
2.1 Am 1. Januar 2003 sind das Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) und die Verordnung �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV) vom 11. September 2002 in Kraft getreten. Mit ihnen sind unter anderem auch im Invalidenversicherungsrecht verschiedene materiellrechtliche Bestimmungen ge�ndert worden. In zeitlicher Hinsicht sind grunds�tzlich diejenigen Rechtss�tze massgebend, die bei der Erf�llung des zu Rechtsfolgen f�hrenden Tatbestandes Geltung haben, und das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles grunds�tzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheides (hier: 22. April 2003) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 4 Erw. 1.2, 169 Erw. 1, 356 Erw. 1, je mit Hinweisen).
2.2 Im noch nicht in der Amtlichen Sammlung ver�ffentlichten Urteil A. vom 30. April 2004, I 626/03, hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht insbesondere hinsichtlich der ATSG-Bestimmungen zur Arbeitsunf�higkeit (Art. 6), Erwerbsunf�higkeit (Art. 7) und Invalidit�t (Art. 8) erkannt, dass es sich bei den in Art. 3-13 ATSG enthaltenen Legaldefinitionen in aller Regel um eine formellgesetzliche Fassung der h�chstrichterlichen Rechtsprechung zu den entsprechenden Begriffen vor In-Kraft-Treten des ATSG handelt und sich inhaltlich damit keine �nderung ergibt, weshalb die hiezu entwickelte Rechtsprechung �bernommen und weitergef�hrt werden kann (vgl. Erw. 3.1, 3.2 und 3.3). Auch die Normierung des Art. 16 ATSG bewirkt, wie sodann in Erw. 3.4 des erw�hnten Urteils dargelegt wird, keine Modifizierung der bisherigen Judikatur zur Invalidit�tsbemessung bei erwerbst�tigen Versicherten, welche weiterhin nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs vorzunehmen ist (zu altArt. 28 Abs. 2 IVG: BGE 128 V 30 Erw. 1, 104 V 136 f. Erw. 2a und b). Das EVG ist ferner im zur Publikation in der Amtlichen Sammlung vorgesehenen Urteil Z. vom 15. Juni 2004, I 634/03, (Erw. 3) zum Schluss gekommen, dass die st�ndige Gerichtspraxis zur Anwendung der gemischten Methode nach altArt. 28 Abs. 3 IVG in Verbindung mit altArt. 27bis Abs. 1 und 2 IVV (vgl. namentlich BGE 125 V 146 ff.), die der Ermittlung der Invalidit�t bei teilzeitlich erwerbst�tigen Versicherten dient, mit In-Kraft-Treten des ATSG (neu: Art. 28 Abs. 3 IVG [in der vom 1. Januar bis 31. Dezember 2003 in Kraft gestandenen Fassung] in Verbindung mit Art. 8 Abs. 3 und Art. 16 ATSG sowie - in der vom 1. Januar bis 31. Dezember 2003 g�ltig gewesenen Fassung - Art. 27bis Abs. 1 und 2 IVV) ebenfalls keine �nderung erfahren sollte.
Bei dieser Rechtslage kann offen bleiben, ob der Rentenanspruch, mit der Vorinstanz, integral dem ATSG untersteht oder aber nicht vielmehr f�r die Zeit bis 31. Dezember 2002 altes und ab 1. Januar 2003 neues Recht massgeblich ist. Zu letzterer L�sung gelangt man, wenn darauf erkannt wird, dass keine laufenden Leistungen gem�ss Art. 82 Abs. 1 ATSG vorliegen und - bedingt durch den fragmentarischen Charakter der �bergangsrechtlichen Ordnung des ATSG - der allgemeine intertemporalrechtliche Grundsatz herangezogen wird, wonach jenes Recht anwendbar ist, das bei Verwirklichung des zu Rechtsfolgen f�hrenden Sachverhaltes in Geltung stand (vgl. Erw. 2.1 hievor; Urteil M. vom 11. Mai 2004, I 16/04, Erw. 1 mit Hinweisen).
2.3 Das kantonale Gericht hat im Weiteren die Bestimmungen und Grunds�tze zu den Voraussetzungen und zum Umfang des Anspruchs auf eine Rente der Invalidenversicherung (Art. 28 Abs. 1 und 1bis IVG [in den bis 31. Dezember 2003 g�ltig gewesenen Fassungen]) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
3.1 Streitig und zu pr�fen ist vorab, in welchem Umfang die Beschwerdef�hrerin ohne gesundheitliche Beeintr�chtigung erwerbst�tig w�re. W�hrend Vorinstanz und Verwaltung von einem Pensum von 60 % ausgehen, macht die Versicherte geltend, dass sie auf Grund der finanziellen Situation sowie des fortgeschrittenen Alters ihrer Kinder aktuell vollzeitlich eine erwerbliche Besch�ftigung aus�ben w�rde.
3.2 Ob eine versicherte Person als ganzt�gig oder zeitweilig erwerbst�tig oder als nichterwerbst�tig einzustufen ist - was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invalidit�tsbemessung f�hrt -, ergibt sich aus der Pr�fung, was die Person bei im �brigen unver�nderten Umst�nden t�te, wenn keine gesundheitliche Beeintr�chtigung best�nde. Diese Frage beurteilt sich, nachdem auch im Bereich der Invalidenversicherung mit dem ATSG das Einspracheverfahren eingef�hrt worden ist (Art. 52 ATSG), praxisgem�ss nach den Verh�ltnissen, wie sie sich bis zum Erlass des Einspracheentscheides entwickelt haben (vgl. Erw. 2.1 hievor), wobei f�r die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausge�bten (Teil-)Erwerbst�tigkeit der im Sozialversicherungsrecht �bliche Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150 Erw. 2c mit Hinweisen). Ob eine versicherte Person als ganzt�gig oder zeitweilig Erwerbst�tige zu betrachten ist, beurteilt sich praxisgem�ss sodann nicht danach, ob sie vor ihrer Heirat erwerbst�tig war oder nicht. Diese Tatsache kann allenfalls ein Indiz darstellen. Entscheidend ist vielmehr jene T�tigkeit, welche die Versicherte aus�ben w�rde, wenn sie nicht invalid geworden w�re. Es ist demnach zu pr�fen, ob die Versicherte ohne Invalidit�t mit R�cksicht auf die gesamten Umst�nde (dazu geh�ren die pers�nlichen, famili�ren, sozialen und erwerblichen Verh�ltnisse) vorwiegend erwerbst�tig oder im Haushalt besch�ftigt w�re (BGE 117 V 195 Erw. 3b mit Hinweisen). F�r die Beurteilung und Festlegung des im Gesundheitsfall mutmasslich ausge�bten Aufgabenbereichs sind ausser der finanziellen Notwendigkeit, eine Erwerbst�tigkeit wieder aufzunehmen oder auszudehnen, auch allf�llige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegen�ber Kindern, das Alter, die beruflichen F�higkeiten und die Ausbildung sowie die pers�nlichen Neigungen und Begabungen zu ber�cksichtigen. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der Versicherten nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu w�rdigen. Denn Tatfragen, �ber die sich gem�ss der Natur der Dinge nur Hypothesen aufstellen lassen, beurteilen sich nach Erfahrungss�tzen. Es gibt Tatsachen, mit deren Vorhandensein nach den Erfahrungen des Lebens so sehr zu rechnen ist, dass ihr Vorhandensein so lange vorausgesetzt werden darf, als nicht Umst�nde nachgewiesen sind, welche es unwahrscheinlich machen, dass sie sich verwirklicht haben. Es sind dies Tatsachen, f�r welche eine nat�rliche Vermutung streitet. Sie d�rfen dem Urteil zugrunde gelegt werden, auch wenn sie nicht durch ein Beweismittel nachgewiesen sind. Diese zivilprozessuale Beweisw�rdigungsregel ist auch im Sozialversicherungsrecht anzuwenden (BGE 117 V 195 f. Erw. 3b mit zahlreichen Hinweisen auf Rechtsprechung und Literatur; nicht ver�ffentlichtes Urteil P. vom 4. Januar 1996, I 300/95).
4.1 Die 1955 geborene Beschwerdef�hrerin absolvierte von 1971 bis 1973 eine Lehre als Parf�merieverk�uferin in Z.________. Anschliessend arbeitete sie mit Ausnahme eines dreimonatigen Sprachaufenthaltes bis zu ihrer Heirat 1978 im L.________ in A.________. In den Jahren 1979 und 1982 kamen ihr Sohn und ihre Tochter zur Welt. Gem�ss IK-Auszug war sie bis zur Geburt des zweiten Kindes stets einer Teilzeitbesch�ftigung nachgegangen, welche sie in der Folge erst 1994 wieder in gr�sserem Umfang regelm�ssig aufnahm. Nach ihrer Scheidung im M�rz 1998 arbeitete sie vom 1. April 1998 bis 30. April 2000 w�hrend 26 Stunden w�chentlich als Verk�uferin bei der Firma B.________ in Z.________, woraus sich angesichts einer betrieblichen Gesamtarbeitszeit von 44 Wochenstunden (Arbeitgeberbericht vom 8. Februar 2003) ein Pensum von 60 % ergibt. Anschliessend bezog sie auf der Basis einer 60 %igen Vermittlungsf�higkeit vom 1. Mai bis 31. Juli 2000 Arbeitslosenentsch�digung. Seit dem 1. August 2000 arbeitet sie vier Tage pro Woche � 5,5 Stunden bzw. - in Anbetracht einer Normalarbeitszeit von 41 Stunden (Arbeitgeberbericht vom 13. Juni 2002) - als Kassiererin zu einem Pensum von knapp 54 % - bei Bedarf mehr - in der Manor Filiale in Chur. Ihre beiden Kinder, welche sich laut Abkl�rungsbericht Haushalt vom 14. November 2002 im damaligen Zeitpunkt noch in Ausbildung befanden, wohnen bei der Beschwerdef�hrerin, wobei der Sohn, welcher der Versicherten monatlich Fr. 500.- an Unterkunft und Verpflegung entrichtete, zufolge den Angaben in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde auf den 1. Oktober 2003 aus dem gemeinsamen Haushalt ausgezogen ist. Dem Scheidungsurteil des Bezirksgerichts P.________ vom 10./20. M�rz 1998 ist sodann zu entnehmen, dass der geschiedene Ehegatte sich verpflichtete, f�r die Dauer von f�nf Jahren ab Rechtskraft des Urteils einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 900.- an die Beschwerdef�hrerin sowie - bis zur Vollj�hrigkeit bzw. bis zum Abschluss der ordentlichen Ausbildung - von Fr. 800.- an die Tochter zu bezahlen.
4.2 Vor diesem famili�ren und beruflichen Hintergrund erhellt, dass die Beschwerdef�hrerin abgesehen von der intensivsten Kinderbetreuungsphase in den Jahren 1982 bis 1994 stets zumindest teilzeitlich gearbeitet hat. Aus den Akten - insbesondere den Ausk�nften der Stadtverwaltung Z.________ vom 10. September 2002 und 11. Februar 2003 - ist ferner ersichtlich, dass der geschiedene Ehemann seinen Unterhaltsverpflichtungen, namentlich gegen�ber der Versicherten, nur unregelm�ssig nachgekommen und die Beschwerdef�hrerin wiederholt finanziell von ihrer Mutter unterst�tzt worden ist. Entgegen der Auffassung von Vorinstanz und Verwaltung lassen diese objektiven Faktoren sowie der Umstand, dass die Versicherte seit mindestens 1998 (Berichte des Dr. med. K.________ vom 2. August 2000 und des Dr. med. G.________ vom 30. Juni 2002) an erheblicheren R�ckenproblemen leidet, durchaus R�ckschl�sse auf eine ohne gesundheitliche Beeintr�chtigungen vollzeitliche Erwerbst�tigkeit zu, wie dies seitens Beschwerdef�hrerin sowohl im Vorbescheid- und Einspracheverfahren wie auch im kantonalen Beschwerdeprozess und vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht mehrfach nachdr�cklich geltend gemacht worden ist. Namentlich die Tatsache, dass die ihr geschuldeten Unterhaltszahlungen - wenn �berhaupt - nur schleppend eintrafen, sie somit also nicht darauf vertrauen konnte, und die Kinder im hier massgeblichen Zeitraum bereits erwachsen und damit nicht mehr betreuungs- und erziehungsbed�rftig waren, lassen die Annahme einer im Gesundheitsfall 100 %igen Erwerbst�tigkeit nachvollziehbar erscheinen. Zu beachten ist ferner, dass die Rechtsprechung des Bundesgerichts im Zusammenhang mit dem nachehelichen Unterhaltsanspruch gem�ss altArt. 151 Abs. 1 ZGB (in der bis 31. Dezember 1999 geltenden Fassung; nunmehr Art. 125 Abs. 1 ZGB) davon ausgeht, dass es einer geschiedenen Ehefrau, die - wie die Beschwerdef�hrerin - im Zeitpunkt der Scheidung noch nicht 45 Jahre alt und nur eine relativ kurze Zeitspanne aus dem Erwerbsleben ausgeschieden war, grunds�tzlich m�glich und zumutbar ist, in Ber�cksichtigung der weiterdauernden Kinderbetreuung im Rahmen einer Teilzeitarbeit in das Erwerbsleben zur�ckzukehren und ihre Erwerbst�tigkeit, nachdem das j�ngste Kind das 16. Altersjahr zur�ckgelegt hat, weiter auszubauen und wieder wirtschaftliche Selbstst�ndigkeit zu erlangen(BGE 115 II 9 ff. Erw. 3c und 4; nicht ver�ffentlichtes Urteil P. vom 4. Januar 1996, I 300/95, Erw. 2b mit weiteren Hinweisen). Die Tochter der Beschwerdef�hrerin hat 1998 - im Jahr der Scheidung - das 16. Altersjahr vollendet, sodass von der Versicherten - bei voller Gesundheit, welche gerade ab diesem Zeitpunkt aber eben nicht mehr gegeben war - die Ausweitung ihres bisherigen Teilpensums auf eine Vollzeitbesch�ftigung auch im Lichte der zuvor aufgef�hrten Grunds�tze h�tte erwartet werden d�rfen und ihr auch zumutbar gewesen w�re.
Auf Grund der gesamten Umst�nde ist somit nicht gen�gend wahrscheinlich, dass die Beschwerdef�hrerin ohne gesundheitliche Beeintr�chtigungen weiterhin lediglich im Umfang von 60 % gearbeitet h�tte.
4.3 Dem Abkl�rungsbericht Haushalt vom 14. November 2002, auf welchen das kantonale Gericht und die IV-Stelle zur Begr�ndung ihrer Argumentation zur Hauptsache abst�tzen, ist unter Ziff. 2b auf die Frage, ob heute ohne Behinderung eine Erwerbst�tigkeit ausge�bt w�rde, Folgendes zu entnehmen: "Ohne Behinderung w�rde Frau W.________, solange sie die Unterhaltszahlungen resp. die Alimente f�r die Tochter vom Ehemann erh�lt und der Sohn zu Hause wohnt, im Ausmass von 60 bis 70 % arbeiten", wobei die Aus�bung einer Erwerbst�tigkeit "von der finanziellen Situation" abh�nge. Nach Art und Ausmass der Erwerbst�tigkeit gefragt, gab die Versicherte an, ohne Behinderung im Verkauf im Rahmen von 25 Stunden pro Woche zu arbeiten.
4.3.1 Obgleich derartige im Verlauf des Abkl�rungsverfahrens gemachte Angaben praxisgem�ss st�rker zu gewichten sind als sp�tere, anders lautende Erkl�rungen, welche von �berlegungen sozialversicherungsrechtlicher Natur beeinflusst sein k�nnen (AHI 2000 S. 197 Erw. 2d; Erw. 3 des in RKUV 2001 Nr. U 437 S. 342 ff. auszugsweise publizierten Urteils C. vom 18. Juli 2001, U 430/00; Urteil Z. vom 2. September 2003, I 77/03, Erw. 3.2.3; vgl. auch BGE 121 V 47 Erw. 2a mit Hinweisen), kann darauf vorliegend nicht ohne weiteres abgestellt werden. Neben den hievor aufgezeigten pers�nlichen und beruflichen Verh�ltnissen sprechen auch andere Indizien gegen eine unbesehene �bernahme der Darstellung. Zum einen opponierte die Versicherte den diesbez�glichen, nicht unterschriftlich best�tigten Angaben im Abkl�rungsbericht - wie bereits dargelegt (vgl. Erw. 4.2 hievor) - umgehend nach Kenntnisnahme, d.h. bereits anl�sslich ihrer Besprechung vom 3. Januar 2003 mit einem Mitarbeiter der IV-Stelle auf Vorbescheid vom 6. Dezember 2002 hin, woran sie in der Folge sowohl im Einsprache- und kantonalen Beschwerdeverfahren wie auch in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde festhielt. Zum anderen geht auch aus diesen �usserungen klar hervor, dass die Beschwerdef�hrerin das Ausmass ihrer Erwerbst�tigkeit stets von ihrer finanziellen Lage abh�ngig gemacht hat. Da diese jedoch, wie in Erw. 4.2 gezeigt, stets sehr unsicher war, k�nnen die im Abkl�rungsbericht enthaltenen Stunden- bzw. Prozentangaben nicht unbesehen als massgeblich erachtet werden. Vielmehr sind sie in einen Gesamtzusammenhang zu stellen und entsprechend zu w�rdigen.
4.4 In Ber�cksichtigung s�mtlicher Tatsachen ist somit davon auszugehen, dass die Beschwerdef�hrerin ohne gesundheitliche Beeintr�chtigungen einer vollzeitlichen Erwerbst�tigkeit nachgehen w�rde. Demzufolge kommt zur Bemessung des Invalidit�tsgrades die Methode des Einkommensvergleichs (vgl. Erw. 2.2 hievor) zur Anwendung.
Was die noch verbliebene Arbeitsf�higkeit anbelangt, hielt Dr. med. G.________ in seinem Bericht vom 30. Juni 2002 fest, es bestehe seit ca. f�nf Jahren eine Einschr�nkung von 30 - 40 %. Als Kassiererin wie auch als Verk�uferin k�nne die Versicherte etwa 25 - 28 Stunden w�chentlich eingesetzt werden, was einem Leistungsverm�gen von 60 - 70 % entspreche. Diese Einsch�tzung wird letztinstanzlich zu Recht nicht mehr beanstandet. Die Beschwerdef�hrerin macht einzig geltend, laut Bericht des Hausarztes vom 6. September 2003 habe seit dessen Untersuchung im Juni 2002 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes stattgefunden, indem zus�tzlich eine Venenschw�che in beiden Beinen eingetreten sei. Ihr ist diesbez�glich jedoch entgegenzuhalten, dass Dr. med. G.________ die Arbeitsf�higkeit trotzdem immer noch auf 60 % veranschlagt, weshalb zumindest f�r den im vorliegenden Verfahren massgeblichen Beurteilungszeitraum bis 22. April 2003 - dem kantonalen Gericht und der IV-Stelle folgend - von einem Leistungsverm�gen als Kassiererin oder Verk�uferin von 60 % ausgegangen werden kann.
Zu pr�fen sind im Weiteren die erwerblichen Auswirkungen der festgestellten verminderten Arbeitsf�higkeit.
6.1 Bei erwerbst�tigen Versicherten ist der Invalidit�tsgrad auf Grund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Insoweit das Validen- und das Invalideneinkommen ziffernm�ssig nicht genau ermittelt werden k�nnen, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umst�nde zu sch�tzen und die so gewonnenen Ann�herungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Sch�tzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernm�ssigen Festlegung von Ann�herungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegen�berstellung blosser Prozentzahlen gen�gen. Das ohne Invalidit�t erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, w�hrend das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, sodass sich aus der Prozentdifferenz der Invalidit�tsgrad ergibt (so genannter Prozentvergleich; BGE 114 V 313 Erw. 3a mit Hinweisen).
6.2 Kann davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdef�hrerin ihrer bisherigen T�tigkeit als Verk�uferin/Kassiererin, welche sie im Gesundheitsfall zu 100 % aus�ben w�rde (Erw. 4 hievor), auf Grund ihrer Leiden nur noch zu 60 % nachzugehen vermag (Erw. 5 hievor), und sind nebst der rein zeitlichen Einschr�nkung keine weiteren lohnm�ssigen Beeintr�chtigungen ersichtlich, ist anzunehmen, dass sie bei einer 100 %igen Erwerbst�tigkeit im bisherigen Beruf auch 100 % des entsprechenden Einkommens erzielen k�nnte; der Invalidit�tsgrad betr�gt bei dieser Berechnung somit 40 %. Dies wird auch von der Beschwerdef�hrerin nicht ger�gt. Was den Beginn der damit ausgewiesenen Viertelsrente anbelangt, ist zu beachten, dass sich die Versicherte trotz seit l�ngerem vorhandener R�ckenbeschwerden erst am 1. Mai 2002 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug ange-meldet hat. Da gem�ss Art. 48 Abs. 2 Satz 1 IVG Leistungen jedoch lediglich f�r die zw�lf der Anmeldung vorangehenden Monate ausgerichtet werden - Hinweise daf�r, dass die in Art. 48 Abs. 2 Satz 2 IVG statuierte Ausnahmeregelung zum Tragen k�me, bestehen nicht -, entf�llt die Zusprechung einer Rente f�r die Zeit vor dem 1. Mai 2001. Entgegen den Ausf�hrungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist jedoch nicht nachvollziehbar, weshalb die Aufnahme einer Vollzeitstelle bei intakter Gesundheit erst per 1. August 2000, d.h. anl�sslich ihres Stellenantritts bei Manor, h�tte erfolgen sollen. So bestanden die gesundheitlichen, die Arbeitsf�higkeit um 30 - 40 % vermindernden Beeintr�chtigungen doch bereits seit ca. 1997/1998 und lassen auch der famili�re und finanzielle Hintergrund - wie in Erw. 4 einl�sslich dargelegt - auf eine fr�here Erh�hung ihres Arbeitspensums, jedenfalls aber auf den 1. Mai 2000 schliessen.
Der Beschwerdef�hrerin steht damit, �ber deren Antrag hinausgehend (vgl. Erw. 1 hievor), per 1. Mai 2001 eine Viertelsrente oder - bei Vorliegen der entsprechenden wirtschaftlichen Verh�ltnisse, welche die IV-Stelle zu pr�fen haben wird - auf eine halbe H�rtefallrente im Sinne von Art. 28 Abs. 1bis IVG (in der bis 31. Dezember 2003 in Kraft gestandenen Fassung) zu.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG). Dem Prozessausgang entsprechend steht der Beschwerdef�hrerin eine Parteientsch�digung zu (Art. 159 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit Art. 135 OG). Das Gesuch um unentgeltliche Verbeist�ndung ist damit gegenstandslos.
In Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde werden der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Graub�nden vom 3. Juli 2003 und der Einspracheentscheid der IV-Stelle des Kantons Graub�nden vom 22. April 2003 aufgehoben, und es wird die Sache mit der Feststellung, dass der Beschwerdef�hrerin ab 1. Mai 2001 eine Viertelsrente der Invalidenversicherung zusteht, zur Pr�fung des H�rtefalls und zu neuer Verf�gung an die IV-Stelle des Kantons Graub�nden zur�ckgewiesen.
Die IV-Stelle des Kantons Graub�nden hat der Beschwerdef�hrerin f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht eine Parteientsch�digung von Fr. 2500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden, Kammer 2 als Versicherungsgericht, der Ausgleichskasse des Kantons Graub�nden und dem Bundesamt f�r Sozialversicherung zugestellt.