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Timestamp: 2016-10-25 12:13:04
Document Index: 65000229

Matched Legal Cases: ['BGE', 'Art. 104', 'BGE', 'Art. 152', 'BGE', 'Art. 152', 'BGE']

D.________, 1950, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Advokat Dr. Philipp Gremper, Blumenrain 20, 4001 Basel,
A.a Die 1950 geborene D.________ arbeitete ab 1. Juni 1992 als Pflegehilfe im Alters- und Pflegeheim X.________. Sie war bei der Schweizerischen National-Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: National) obligatorisch unfallversichert. Am 10. Januar 1996 verletzte sich D.________ bei einem Sturz zusammen mit einer begleiteten Pension�rin im Lendenwirbelbereich. Mit Verf�gung vom 14. April 1999 und Einspracheentscheid vom 8. November 1999 sprach ihr die National f�r die verbleibenden Unfallfolgen eine Invalidenrente (Invalidit�tsgrad: 37 %) sowie eine Integrit�tsentsch�digung (Integrit�tseinbusse: 5 %) zu. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde der D.________ bejahte das Versicherungsgericht des Kantons Basel-Landschaft den Rentenanspruch f�r die Zeit vom 1. Dezember 1997 bis 30. April 1999, wobei es den Invalidit�tsgrad auf 54 % festsetzte. F�r die Zeit ab 1. Mai 1999 wies es die Sache zur weiteren Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen und zum Erlass einer neuen Verf�gung an die National zur�ck. Soweit weitergehend wies es das Rechtsmittel ab (Entscheid vom 18. Dezember 2000).
A.b Mit Bericht vom 5. Juli 2001 nahm Prof. Dr. med. I.________, Chefarzt Orthop�dische Universit�tsklinik Y.________, welcher D.________ bereits im Juni 1999 im Rahmen des IV-Verfahrens untersucht und begutachtet hatte, zu Fragen der National und des Rechtsvertreters der Versicherten betreffend den nat�rlichen Kausalzusammenhang der R�ckenbeschwerden zum Sturz vom 10. Januar 1996 Stellung. Gest�tzt darauf verneinte der Unfallversicherer mit Verf�gung vom 16. Oktober 2001 eine Leistungspflicht ab 1. Oktober 2001 und stellte ihre Rentenzahlungen zu diesem Zeitpunkt ein. Hiegegen liess D.________ Einsprache erheben. In der Folge wurde die Versicherte durch Prof. Dr. med. G.________, Chefarzt Klinik f�r Orthop�dische Chirurgie Spital Z.________, begutachtet (Expertise vom 9. Dezember 2003). Schliesslich liess die National die Kausalit�tsfrage durch Dr. med. V.________, Spezialarzt f�r Chirurgie FMH, beurteilen (Bericht vom 7. September 2004). Mit Einspracheentscheid vom 15. Dezember 2004 best�tigte der Unfallversicherer die Verf�gung vom 16. Oktober 2001.
D.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit den Rechtsbegehren, in Aufhebung von Gerichtsentscheid und Einspracheentscheid seien ihr die gesetzlichen Leistungen, insbesondere ab 1. Mai 1999 eine Rente basierend auf einem Invalidit�tsgrad von 100 %, zuzusprechen; eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur�ckzuweisen, damit diese im Sinne der Erw�gungen �ber ihren Leistungsanspruch neu verf�ge; zudem sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen.
Die National beantragt die Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Das kantonale Gericht ist auf das Rechtsbegehren in der Beschwerde um Zusprechung einer Integrit�tsentsch�digung von 10 % nicht eingetreten. Insoweit ist der vorinstanzliche Entscheid nicht angefochten worden und demzufolge in formelle Rechtskraft erwachsen (vgl. BGE 117 V 295 Erw. 2b).
Umstritten ist der Anspruch der Beschwerdef�hrerin auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung ab 1. Mai 1999 als Folge des Sturzes vom 10. Januar 1996 (vgl. Erw. 6 und Dispositiv-Ziffer 1 des Entscheides vom 18. Dezember 2000 sowie Ziff. 3 der (Einsprache-)Erg�nzung vom 18. Oktober 2004 und Erw. 6h/cc des Einspracheentscheides vom 15. Dezember 2004). Dabei ist in erster Linie zu pr�fen, ob die auch nach dem 30. April 1999 bestehenden R�ckenbeschwerden und die darauf zur�ckzuf�hrende Arbeits- und Erwerbsunf�higkeit nat�rlich kausale Unfallfolgen darstellen. Diese Frage ist frei zu pr�fen (Art. 104 lit. a OG), und zwar auch f�r den Zeitraum vom 1. Mai 1999 bis 30. September 2001, f�r welchen die National eine Rente auf der Grundlage einer Erwerbsunf�higkeit von 54 % ausrichtete.
4.1 Die National w�rdigte im Einspracheentscheid vom 15. Dezember 2004 die medizinische Aktenlage dahingehend, es h�tten bereits vor dem Unfall vom 10. Januar 1996 degenerative Ver�nderungen der Wirbels�ule bestanden. Der Sturz habe zwar die Beschwerden ausgel�st. Indessen sei davon auszugehen, dass der Zustand, wie er vorliegen w�rde, wenn sich kein Unfall ereignet h�tte (Status quo sine), sicher am 1. Mai 1999 erreicht gewesen sei. Nach Auffassung des kantonalen Gerichts sind diese Beweisw�rdigung und die daraus gezogenen rechtlichen Schl�sse nicht zu beanstanden. Insbesondere erbr�chten die im Ergebnis �bereinstimmenden Berichte des Prof. Dr. med. I.________ vom 5. Juli 2001 und des Dr. med. V.________ vom 7. September 2004 sowie das Gutachten des Prof. Dr. med. G.________ vom 9. Dezember 2003 den rechtsgen�glichen Nachweis, dass �berwiegend wahrscheinlich sp�testens in jenem Zeitpunkt unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung f�r die geklagten R�ckenbeschwerden verloren hatten, also dahingefallen waren (vgl. Urteil C. vom 21. Juni 2006 [U 67/06] Erw. 3.2 mit Hinweisen; RKUV 2000 Nr. U 363 [U 355/98] S. 46 Erw. 2; ferner zum Begriff des nat�rlichen Kausalzusammenhangs BGE 129 V 181 Erw. 3.1 mit Hinweisen).
4.2 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird nichts vorgebracht, was die tats�chlichen Feststellungen und rechtlichen Schlussfolgerungen des kantonalen Gerichts als unzutreffend erscheinen liesse. Insbesondere geben weder das Vorbringen, vor dem Unfall habe v�llige Beschwerdefreiheit bestanden, noch der Umstand, dass Prof. Dr. med. I.________ und Dr. med. V.________ die Beschwerdef�hrerin nicht untersucht hatten, zu einer anderen Beweisw�rdigung Anlass. Dies gilt umso mehr, als die Aussagen des Prof. Dr. med. G.________ unklar sind. Laut Gutachter war der Unfall vom 10. Januar 1996 der Ausl�ser f�r die Beschwerden. Als Folge des Sturzes sei akut eine Lumboischialgie aufgetreten. In diesem Zeitpunkt habe eine radiologisch nachweisbare, klinisch nicht manifeste degenerative Wirbels�ulenerkrankung (vor-)bestanden. Es gebe keine prospektiven Untersuchungen, die mit statistischer Signifikanz aussagen k�nnten, ob und wann radiologisch sichtbare degenerative Ver�nderungen der LWS klinisch relevant w�rden. Momentan existiere keine evidenzbasierte Methode, mit der eine Korrelation zwischen radiologischen Befunden und dem Zeitpunkt des Auftretens klinischer Beschwerden hergestellt werden k�nne und eine sichere Prognose hinsichtlich der Beschwerdeentwicklung zuliesse. Ob, und wenn ja, wann bei der Beschwerdef�hrerin ohne den Sturz vom 10. Januar 1996 R�ckenbeschwerden aufgetreten w�ren, lasse sich anhand der bildgebenden Diagnostik nicht sagen, sei daher rein spekulativ. Die von Prof. Dr. med. I.________ in seinem Bericht vom 5. Juli 2001 unter Hinweis auf die aktuelle Literatur erw�hnte wahrscheinliche Erholung von den Beschwerden binnen zw�lf Monaten gelte nur f�r Personen, die nicht an degenerativen Erkrankungen litten. Anderseits h�lt Prof. Dr. med. G.________ ausdr�cklich fest, es sei nicht m�glich, den Unfall vom 10. Januar 1996 f�r das ununterbrochene Andauern der Beschwerden �anzuschuldigen�. Der Sturz selbst �ber Jahre hinweg habe am Beschwerdebild an Bedeutung verloren. Der prozentuale Anteil am gegenw�rtigen Symptomenkomplex sei sicherlich vom Zeitpunkt des Unfalles r�ckl�ufig.
Am vorinstanzlichen Ergebnis auf Grund sorgf�ltiger Beweisw�rdigung vermag auch die - vom kantonalen Gericht nicht weiter er�rterte - Diskrepanz zwischen den Proff. I.________ und G.________ bez�glich der Interpretation von R�ntgenaufnahmen und MRI vom 26. August 1997 und 28. Juni 1999 nichts zu �ndern. Prof. Dr. med. I.________ f�hrte zur Frage, ob der Vorzustand auch ohne den Unfall vom 10. Januar 1996 zu Beschwerden in der genau gleichen Form und Intensit�t gef�hrt h�tte, wie dies im Juni/ Juli 1999 der Fall gewesen sei, u.a. Folgendes aus: �In casu findet sich in der R�ntgenaufnahme vom 28.06.1999 (R�ntgeninstitut Felix Platter-Spital) eine seitliche Abwinkelung der LWS im Segment L4/L5, welches auf der Voraufnahme vom 26.08.1997 (Felix Platter Spital) noch gerade war. Diese Abwinkelung ist durch einen schicksalsm�ssigen asymmetrischen Degenerationsprozess in der bewiesenermassen durch den Unfall unverletzten Bandscheibe bedingt, wobei gerade dieser Diskus im MRI vom 15.10.1996 noch am wenigsten signalver�ndert war. Diese anatomische Ver�nderung und Degenerationszunahme ist mit dem Wahrscheinlichkeitsgrad der 'Sicherheit' unfallunabh�ngig und w�re in der genau gleichen Form und Intensit�t im Juni/ Juli 1999 auch ohne Unfall vorhanden gewesen.� Unter Hinweis auf diese Ausf�hrungen hielt Prof. I.________ fest, dass mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit die Beschwerden der Versicherten nur noch und ausschliesslich auf unfallfremde Ursachen zur�ckzuf�hren seien. Der Interpretation der r�ntgenologischen und kernspintomografischen Befunde durch Prof. I.________ widersprach Prof. Dr. med. G.________, und zwar in folgendem Sinne: �Beim Vergleich der R�ntgenbilder vom 26.08.1997 und dem 28.06.1999 l�sst sich keine wesentliche Zunahme der Osteochondrose L5/S1 feststellen. Die von Professor I.________ beschriebene seitliche Abwinkelung der LWS im Sinne einer rechtskonvexen Skoliose kann durchaus auch auf eine einseitige Muskelkontraktion w�hrend einer Schmerzexazerbation zur�ckzuf�hren sein. Die einseitige Degeneration des Segmentes L4/5 mit konsekutiver Abwinkelung der dar�ber liegenden Segmente ist nicht erkennbar. Vielmehr scheint die Abwinkelung im Segment L2/3 am gr�ssten. Auch das am 28.06. 1999 durchgef�hrte MRI spricht nicht von einer einseitig betonten Degeneration des Diskus L4/5. Vielmehr sieht man auf den MRI-Aufnahmen eine eher symmetrische Einengung der lateralen Recessus beidseits. An den vorliegenden R�ntgenaufnahmen sowie den Befunden der Kernspintomographien findet sich keine radiologisch fassbare schl�ssige Begr�ndung f�r die Beschwerdezunahme. Gleichwohl ist die Verschlimmerung der Symptomatik klinisch objektivierbar. Gem�ss aktueller Literatur muss einer klinischen Beschwerdeverschlechterung nicht zwingend ein radiologisch nachweisbares Korrelat gegen�berstehen� (vgl. zur unfallversicherungsrechtlichen Bedeutung der Radioskopie bei vorbestandenen Wirbels�ulensch�den RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45).
Dem Gesuch um unentgeltliche Verbeist�ndung kann entsprochen werden, da die Voraussetzungen gem�ss Gesetz (Art. 152 OG) und Rechtsprechung (BGE 125 V 202 Erw. 4a) hief�r erf�llt sind. Die Beschwerdef�hrerin wird indessen ausdr�cklich darauf hingewiesen, dass sie gem�ss Art. 152 Abs. 3 OG der Gerichtskasse Ersatz zu leisten hat, wenn sie dazu sp�ter im Stande ist.
Die National hat praxisgem�ss keinen Anspruch auf Parteientsch�digung (BGE 118 V 169 Erw. 7, 112 V 49 Erw. 3).
Zufolge Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung wird Advokat Dr. Philipp Gremper, Basel, f�r das Verfahren vor dem Bundesgericht aus der Gerichtskasse der Betrag von Fr. 2500.- (einschliesslich Mehr-wertsteuer) ausgerichtet.
Der National wird keine Parteientsch�digung zugesprochen.