Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=8%20AZR%201/05
Timestamp: 2019-07-21 03:46:55
Document Index: 163348759

Matched Legal Cases: ['§ 611', '§ 611', '§ 311', '§ 241', 'BGH', 'BGH', '§ 43']

BAG, 24.11.2005 - 8 AZR 1/05 - dejure.org
https://dejure.org/2005,1123
BAG, 24.11.2005 - 8 AZR 1/05 (https://dejure.org/2005,1123)
BAG, Entscheidung vom 24.11.2005 - 8 AZR 1/05 (https://dejure.org/2005,1123)
BAG, Entscheidung vom 24. November 2005 - 8 AZR 1/05 (https://dejure.org/2005,1123)
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Anspruch auf Schadensersatz im Zusammenhang mit der Insolvenz einer Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft; Grundsätze der Eigenhaftung von Vertretern und ähnlichen Personen; Grundsätzlich haftender Personenkreis im Falle von Verschulden bei Vertragsschluss; Gesichtspunkte bei der Inanspruchnahme besonderen persönlichen Vertrauens; Anspruch nach den Grundsätzen der Prospekthaftung
Keine persönliche Haftung der Gesellschafter oder Geschäftsführer bei Insolvenz einer Mitarbeiterbeteiligungs-GmbH
Arbeitsrecht - Haftung für Ansprüche gegen eine insolvente Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft
ArbG Würzburg, 15.10.2003 - 6 Ca 9/03
ArbG Würzburg, 17.11.2004 - 6 Ca 9/03
LAG Nürnberg, 17.11.2004 - 4 Sa 55/04
NZA 2006, 914
DB 2006, 956
NZG 2006, 597 (Ls.)
b) Der Geschäftsführer einer GmbH haftet nur dann persönlich, wenn ein besonderer Haftungsgrund gegeben ist (BAG 24. November 2005 - 8 AZR 1/05 - EzA BGB 2002 § 611 Arbeitgeberhaftung Nr. 2).
Geschäftsführer einer GmbH haften für deren Verbindlichkeiten nur dann persönlich, wenn ein besonderer Haftungsgrund gegeben ist (BAG 24. November 2005 - 8 AZR 1/05 - EzA BGB 2002 § 611 Arbeitgeberhaftung Nr. 2).
Die Voraussetzungen für einen Anspruch nach § 311 Abs. 3 iVm. § 241 Abs. 2 BGB richten sich nach den Grundsätzen, die die zivil- und arbeitsgerichtliche Rechtsprechung für die sogenannte Sachwalterhaftung aufgestellt hat (vgl. BAG 18. August 2011 - 8 AZR 220/10 -; 13. Februar 2007 - 9 AZR 106/06 -; 24. November 2005 - 8 AZR 1/05 -) .
Geschäftsführer einer GmbH haften nur dann persönlich, wenn ein besonderer Haftungsgrund gegeben ist (vgl. BAG 24. November 2005 - 8 AZR 1/05 -).
Dabei kann dahingestellt bleiben, ob der Beklagte aus dem Gesichtspunkt der Eigenhaftung von Vertretern, Vermittlern und Sachwaltern wegen Inanspruchnahme besonderen persönlichen Vertrauens für ein Verschulden bei Vertragsabschluss persönlich haftet (vgl. BGH 24. Mai 2005 - IX ZR 114/01 - NJW-RR 2005, 1137 mwN; auch Senat 24. November 2005 - 8 AZR 1/05 -, zu II 1 c aa der Gründe).
a) Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichtes (vgl. BAG, Urteil vom 24.11.2005 - 8 AZR 1/05 - NZA 2006, 914 ff.), der die Kammer folgt, sind vertragliche Ansprüche gegen den Vertragspartner, in der Regel also gegen die Gesellschaft zu richten.
Ein solcher ergibt sich etwa aus den Grundsätzen der Eigenhaftung von Vermittlern, Vertretern oder Sachwaltern (vgl. BAG, Urteil vom 24.11.2005 - 8 AZR 1/05 - NZA 2006, 914 ff. m.w.N.).
Danach kann der für einen Beteiligten auftretende Vertreter, Vermittler oder Sachwalter selbst auf Schadensersatz in Anspruch genommen werden, wenn er in besonderem Maße Vertrauen für sich in Anspruch genommen hat oder wenn er ein unmittelbares eigenes wirtschaftliches Interesse am Abschluss des Geschäfts hatte und damit einen eigenständigen Schuldgrund gesetzt hat (vgl. BAG, Urteil vom 24.11.2005 - 8 AZR 1/05 - NZA 2006, 914 ff. unter Hinweis auf BGH, Urteil vom 24.05.2005 - IX ZR 114/01 - NJW-RR 2005, 1137 f.;… vgl. auch Zöllner/Noack, in: Baumbach/Hueck, GmbHG, 18. Auflage 2006, § 43 Rn. 70 ff.).