Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F11-08-2010-8C_398-2010
Timestamp: 2016-10-22 17:53:48
Document Index: 392123671

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 99', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 64', 'Art. 66']

8C_398/2010 (11.08.2010)
8C_398/2010
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hardy Landolt,
Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Glarus vom 31. M�rz 2010.
Der 1978 geborene S.________ war als Monteur der Genossenschaft M.________ bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen versichert, als er am 29. September 2005 als Beifahrer eines Autos einen Auffahrunfall erlitt. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen, stellte diese aber mit Verf�gung vom 15. Juni 2007 ein, da die anhaltend geklagten Beschwerden nicht ad�quat kausal durch das Ereignis verursacht worden seien. Mit Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2008 best�tigte sie ihre Verf�gung.
Die hiegegen eingereichte Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Glarus mit Entscheid vom 31. M�rz 2010 ab.
Mit Beschwerde l�sst S.________ die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides und die R�ckweisung der Sache an die Vorinstanz zur Erg�nzung des Sachverhalts bzw. zur Leistungsfestsetzung beantragen. Ferner wird um unentgeltliche Prozessf�hrung und Verbeist�ndung ersucht.
Das kantonale Gericht legte die Grunds�tze zu dem f�r die Leistungspflicht vorausgesetzten nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (BGE 129 V 179 E. 3.1 und 3.2 S. 181) zutreffend dar. Darauf wird verwiesen.
Hat die versicherte Person einen Unfall erlitten, welcher die Anwendung der Schleudertrauma-Rechtsprechung rechtfertigt, so sind die durch BGE 134 V 109 E. 10 S. 126 ff. pr�zisierten Kriterien massgebend. Ist diese Rechtsprechung nicht anwendbar, so sind grunds�tzlich die Ad�quanzkriterien, welche f�r psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall entwickelt wurden (BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140), anzuwenden (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f.).
Die Vorinstanz hat in W�rdigung der medizinischen Akten erwogen, beim Beschwerdef�hrer seien als Folgen des Auffahrunfalls vom 29. September 2005 keine organischen Gesundheitssch�den ersichtlich.
Diese Schlussfolgerungen erweisen sich als rechtens. Die am Unfalltag, am 29. September 2005, erstellten R�ntgenaufnahmen der HWS, BWS und LWS zeigten keine unfallbedingten Verletzungen. Am 31. Oktober 2005 nahmen die �rzte im Spital Y.________ MRI-Untersuchungen des Sch�dels und der HWS vor, welche normale Befunde ergaben bis auf eine minime Protrusion der Bandscheibe C5/C6. Es wurde festgestellt, die Abkl�rungen h�tten keinen Nachweis von Traumafolgen ergeben. Am 12. Januar 2007 nahmen die �rzte beim Beschwerdef�hrer in der Rehaklinik B.________ unter anderem eine radiologische Verlaufskontrolle vor, welche im Vergleich zu den konventionell-radiologischen Aufnahmen vom 29. September 2005 unver�nderte Verh�ltnisse zeigte. Organisch objektivierbare Folgen des Unfalls vom 29. September 2009 konnten insgesamt somit nicht festgestellt werden. Die vom Beschwerdef�hrer letztinstanzlich neu eingereichten weiteren Berichte stellen unzul�ssige Noven gem�ss Art. 99 Abs. 1 BGG dar (vgl. zur Geltung dieses Grundsatzes im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Milit�r- oder Unfallversicherung: BGE 135 V 194 E. 3.4 S. 199 f.). Selbst wenn sie Beachtung f�nden, k�nnten ihnen keine unfallbedingten organischen Befunde zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung entnommen werden. Wenn die dort neu festgehaltenen Diskushernien durch das Unfallereignis vom 29. September 2005 verursacht worden w�ren, was allerdings der bereits zuvor vorgenommenen bildgebenden Abkl�rungen, insbesondere der MRI-Aufnahme der HWS vom 31. Oktober 2005 widerspr�che, w�ren sie zum Zeitpunkt der Einstellung der Unfallversicherungsleistungen am 15. Juni 2007 nicht mehr als unfallkausal zu beurteilen. Der Status quo sine vel ante w�re zu diesem Zeitpunkt praxisgem�ss wieder erreicht gewesen (vgl. SVR 2009 IV Nr. 1 S. 1, 8C_677/2007 E. 2.3 und 2.3.2 mit Hinweisen).
Sind die anhaltenden Beschwerden nicht auf einen organisch hinreichend nachweisbaren Gesundheitsschaden zur�ckzuf�hren, so ist die Ad�quanz eines allf�lligen Kausalzusammenhanges zwischen dem Ereignis vom 29. September 2005 und diesen Beschwerden speziell zu pr�fen. Auf weitere Abkl�rungen zur Frage, ob der Beschwerdef�hrer Verletzungen erlitten hat, welche eine Pr�fung nach den Kriterien der sog. "Schleudertrauma-Praxis" (BGE 134 V 109 E. 10.3 S. 130) rechtfertigen, kann verzichtet werden, da die Ad�quanz selbst bei Anwendung dieser f�r den Versicherten g�nstigeren Kriterien zu verneinen ist. Aus demselben Grund kann auch von n�heren Abkl�rungen zum Bestand des nat�rlichen Kausalzusammenhanges Umgang genommen werden (BGE 135 V 465 E. 5.1 S. 472).
Die Einw�nde des Beschwerdef�hrers gegen die A�quanzbeurteilung der Vorinstanz erweisen sich als unbegr�ndet. Unter Ber�cksichtigung, dass einfache Auffahrkollisionen auf ein haltendes Fahrzeug regelm�ssig dem Grenzbereich zu den leichten Unf�llen zugeordnet werden (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86, U 339/06 E. 5.2), ist der Unfall vom 29. September zu Recht als mittelschweres, im Grenzbereich zu den leichten Unf�llen liegendes Ereignis qualifiziert worden. Das Auto des Beschwerdef�hrers hielt kurz an, als ein anderes Fahrzeug von hinten auffuhr. Gem�ss biomechanischer Beurteilung vom 21. Juli 2006 lag die kollisionsbedingte Geschwindigkeits�nderung (sog. Delta-v) des Fahrzeugs, in dem der Beschwerdef�hrer sass, bei h�chstens ca. 12 km/h. Eine von diesem ger�gte �rztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, ist aus den Akten nicht ersichtlich. Beim letztinstanzlich neu eingereichten Bericht des Spitals Y.________ vom 30. M�rz 2009 handelt es sich um ein unzul�ssiges neues Beweismittel (Art. 99 Abs. 1 BGG), welchem im �brigen keine entsprechende �rztliche Fehlbehandlung entnommen werden kann. Dem Beschwerdef�hrer wurde von den �rzten weder Aggravation noch Simulation vorgeworfen, wie eingewendet wird, noch kann aus diesem Umstand eine fortgesetzte spezifische, belastende �rztliche Behandlung gem�ss BGE 134 V 109 E. 10.2.3 S. 128 gefolgert werden. Hierf�r sind andere und h�here Anforderungen vorausgesetzt (vgl. SVR 2009 UV Nr. 22 S. 80, 8C_209/2008 E. 5.4). Auch die �brigen Ad�quanzkriterien sind zu verneinen, mit Ausnahme des Kriteriums der erheblichen Beschwerden, welches unter Mitber�cksichtigung der nicht organischen Beschwerden als erf�llt betrachtet werden kann. Da dieses Kriterium jedoch nicht in ausgepr�gter Weise gegeben ist, muss ein ad�quater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 29. September 2005 und den �ber den 15. Juni 2007 anhaltend geklagten Beschwerden verneint werden. Die Beschwerde ist somit abzuweisen.
Das Verfahren ist kostenpflichtig. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird infolge Aussichtslosigkeit abgewiesen (Art. 64 Abs. 1 BGG). Der unterliegende Beschwerdef�hrer hat die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Glarus und dem Bundesamt f�r Gesundheit schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 11. August 2010