Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%20201/90
Timestamp: 2020-03-29 06:35:47
Document Index: 115370435

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 1', '§ 139', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 03.07.1991 - VIII ZR 201/90 - dejure.org
https://dejure.org/1991,1362
BGH, 03.07.1991 - VIII ZR 201/90 (https://dejure.org/1991,1362)
BGH, Entscheidung vom 03.07.1991 - VIII ZR 201/90 (https://dejure.org/1991,1362)
BGH, Entscheidung vom 03. Juli 1991 - VIII ZR 201/90 (https://dejure.org/1991,1362)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1991,1362) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Abzahlungsgeschäft - Widerruf - Willenserklärung - Getränkebezugsverpflichtung - Brauerei
Wirksamer Widerruf nach dem Abzahlungsgesetz bei Übernahme einer vertraglichen Getränkebezugsverpflichtung
AbzG §§ 1b, § 1c Nr. 3; BGB § 139
NJW 1991, 2903
ZIP 1991, 1011
WM 1991, 1675
BB 1991, 1961
Die Getränkebezugsverpflichtung in einem Bierlieferungsvertrag fällt nach ständiger Rechtsprechung des Senats (seit BGHZ 78, 248 [BGH 15.10.1980 - VIII ZR 192/79]; zuletzt Urteil vom 3. Juli 1991 - VIII ZR 201/90 = WM 1991, 1675 = ZIP 1991, 1011 unter II 1 a aa) unter § 1 c Nr. 3 AbzG.
Auch die vertragliche Übernahme einer Getränkebezugsverpflichtung wird von § 1 c Nr. 3 AbzG erfaßt (BGH, Urteil vom 3. Juli 1991 aaO).
Die längere Zeit der Vertragsdurchführung hindert die Ausübung des Widerrufsrechts nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes nicht (BGH, Urteil vom 3. Juli 1991 a.a.O. unter II 1 a cc m.Nachw.).
Ebenso kann dahinstehen, wem gegenüber der Verpflichtete in einem Fall wie diesem die Widerrufserklärung abzugeben hat (vgl. BGH, Urteil vom 3. Juli 1991 a.a.O. unter II 1 a ee).
Daß der Kläger - wie die Käufer wußten - bereits bei Abschluß des Bierbezugsvertrages vom 16. Juli 1984 von der T.-Brauerei über eine Widerrufsmöglichkeit belehrt worden war, steht dem Widerrufsrecht der Käufer und deren Belehrungsbedürftigkeit nicht entgegen (vgl. BGH, Urt. v. 3. Juli 1991 aaO.).
Die Käufer hatten den Widerruf gemäß §§ 1 c, 1 b Abs. 1 AbzG gegenüber der Brauerei als der Verkäuferin (Lieferantin) zu erklären (BGH, Urt. v. 3. Juli 1991 aaO.).
Wenn ein Vertrag neben anderen, nicht unter das Abzahlungsgesetz fallenden Regelungen die Übernahme einer Bierbezugsverpflichtung enthält, die diesem Gesetz unterliegt, bezieht sich die Widerruflichkeit nur auf die Bezugsabrede, nicht auf die anderen vertraglichen Vereinbarungen (BGHZ 109, 314, 320; BGH, Urt. v. 3. Juli 1991 aaO.).
Zu ersetzen sind aber jedenfalls die aus dem Kapital tatsächlich gezogenen Nutzungen (Senatsurteil vom 3. Juli 1991 aaO. unter II 2 a, BGHZ 115, 268, 270; BGH, Urteil vom 24. September 1996 - XI ZR 185/94 unter III 2 a, z. Veröffentl. bestimmt).
Es hat schon nicht erkannt, jedenfalls aber nicht in den Entscheidungsgründen erörtert, daß neben den von ihm allein geprüften Alternativen einer kumulativen oder befreienden Schuldübernahme durch die Eheleute E. als weitere, besonders naheliegende Möglichkeit eine Vertragsübernahme in Betracht kam (dazu z.B. BGHZ 95, 88, 93 ff; 96, 302, 307 ff [BGH 27.11.1985 - VIII ZR 316/84]; 109, 118, 123 und Senatsurteil vom 3. Juli 1991 - VIII ZR 20l/90 = WM 1991, 1675 unter II 1 a aa m.Nachw.), wenn es auch den hier entscheidungserheblichen Teil einer Vertragsübernahme - nämlich das Ausscheiden des Beklagten aus dem Vertragsverhältnis mit der Klägerin - mit der Ablehnung einer privativen Schuldübernahme ebenfalls verneint hat.
bb) Die erforderliche Zustimmung der Klägerin zu der Vertragsübernahme (dazu z.B. Senatsurteil vom 3. Juli 1991 aaO.) ergibt sich aus ihrem oben (II 1 b aa) bereits erörterten Schreiben vom 22. Oktober 1981.
Zu ersetzen sind jedenfalls die aus dem Kapital tatsächlich gezogenen Nutzungen [BGH Urt. v. 3.7.1991 - VIII ZR 201/90 - Rn. 22; Urt. v. 24.9.1996 XI ZR 185/94 - Rn. 28].
Vielmehr reicht es aus, wenn der Verbraucher deutlich zum Ausdruck bringt, daß er den Vertragsschluß nicht mehr gelten lassen will, wobei es auf seine Motive für die Ausübung des Widerrufsrechts nicht ankommt (vgl. BGH ZIP 1991, 1011 = WM 1991, 1675).