Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20103,%20298
Timestamp: 2019-05-26 00:06:48
Document Index: 206680292

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 651', '§ 823', '§ 256', '§ 209', '§ 204', '§ 651', '§ 823', '§ 831', 'BGH', '§ 831', 'BGH', 'BGH', '§ 831', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 831', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 209', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 651', 'BGH', '§ 651', '§ 651', '§ 9', '§ 651', '§ 651', '§ 651', '§ 651', 'BGH', 'BGH', 'Art. 40', 'BGH']

BGH, 25.02.1988 - VII ZR 348/86 - dejure.org
https://dejure.org/1988,110
BGH, 25.02.1988 - VII ZR 348/86 (https://dejure.org/1988,110)
BGH, Entscheidung vom 25.02.1988 - VII ZR 348/86 (https://dejure.org/1988,110)
BGH, Entscheidung vom 25. Februar 1988 - VII ZR 348/86 (https://dejure.org/1988,110)
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§§ 651f, 651g BGB;
§§ 823 ff BGB, deliktische Haftung des Reiseveranstalters, Verkehrssicherungspflicht;
§ 256 ZPO, Reichweite der Verjährungsunterbrechung durch Feststellungsurteil, § 209 Abs. 1 BGB <Fassung bis 31.12.01> (vgl. nunmehr § 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB <Fassung seit 1.1.02>)
Deliktische Haftung des Reiseveranstalters, Eigenhaftung wegen der Verletzung von Verkehrssicherungspflichten
Schmerzensgeldanspruch gegen Reiseveranstalter nach Sturz von Balkon
Reiseveranstalter - Haftung - Hotelanlage - Mängel
Zur Haftung des Reiseveranstalters aus unerlaubter Handlung für Mängel einer Hotelanlage
BGB § 651f, § 823, § 831
Reiserecht - Sturz vom Hotelbalkon
BGHZ 103, 298
NJW 1988, 1380
MDR 1988, 573
VersR 1988, 469
BB 1988, 722
DB 1988, 958
Das steht, wie die Revision zu Recht rügt, nicht im Einklang mit der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, wonach der Leistungsträger des Reiseveranstalters und dessen Erfüllungsgehilfen nicht Verrichtungsgehilfen des Reiseveranstalters im Sinne des § 831 BGB sind, weil es an der dafür notwendigen sozialen Abhängigkeit und Weisungsgebundenheit im Verhältnis zum Reiseveranstalter fehlt (BGH, Urt. v. 25.02.1988 - VII ZR 348/86, BGHZ 103, 298 ff., und ständig).
a) Die Beklagte haftet zwar nicht für das deliktische Verschulden des Hoteleigentümers und seiner Mitarbeiter, weil diese Personen mangels der erforderlichen Abhängigkeit und Weisungsgebundenheit nicht ihre Verrichtungsgehilfen im Sinne des § 831 BGB waren (BGH, Urt. v. 25.02.1988 - VII ZR 348/86, BGHZ 103, 298, 303).
Ist das Vertragshotel einmal für in Ordnung befunden worden, so befreit dies den Veranstalter nicht von der Pflicht, es regelmäßig durch einen sachkundigen und pflichtbewussten Beauftragten daraufhin überprüfen zu lassen, ob der ursprüngliche Zustand und Sicherheitsstandard noch gewahrt ist (BGHZ 103, 298, 305 f.).
Im Einzelfall hängen Art und Umfang der gebotenen Kontrolle, deren Unterlassung den Fahrlässigkeitsvorwurf begründet, von den jeweiligen besonderen Umständen ab und unterliegen der tatrichterlichen Würdigung, die mit der Revision nur beschränkt anfechtbar ist (BGHZ 103, 298, 305 ff.;… Urt. v. 19.01.1993 - XI ZR 76/92, NJW 1993, 1066).
Offenbleiben kann auch die sich in diesem Zusammenhang stellende Frage, ob der prüfungsbeauftragte Mitarbeiter, so wie er z.B. die Treppen und Flure, die Aufzüge, Zimmer und Balkone selbst betreten und überprüfen musste (BGHZ 103, 298, 308), die Wasserrutsche persönlich hätte erproben müssen.
Es braucht hier nicht entschieden zu werden, ob die Beklagte sich im Falle einer bejahenden Antwort mit der örtlichen Baugenehmigung und -abnahme hätte zufriedengeben dürfen (vgl. die Bedenken in BGHZ 103, 298, 305).
Die Qualifikation als Verrichtungsgehilfe setzt Abhängigkeit und Weisungsgebundenheit voraus (vgl. BGH, Urteil vom 25. Februar 1988 - VII ZR 348/86, BGHZ 103, 298, 303;… MünchKommBGB-Wagner, 6. Aufl., § 831 Rn. 14).
Nimmt ein Reiseveranstalter ein Hotel als Leistungsträger unter Vertrag, so muss er sich zuvor vergewissern, dass es nicht nur den gewünschten oder angebotenen Komfort, sondern auch ausreichenden Sicherheitsstandard bietet (BGH, Urteil vom 25. Februar 1988 - VII ZR 348/86, juris Rn. 26).
Wie häufig und in welchem Umfang eine solche Kontrolle geboten ist, hängt von den Umständen ab (BGH, Urteil vom 25. Februar 1988 - VII ZR 348/86, juris Rn. 27).
Eine unbezifferte Feststellungsklage unterbricht die Verjährung für den streitigen Anspruch im Ganzen (BGH 25. Februar 1988 - VII ZR 348/86 - aaO mwN).
Dies gilt etwa für die Klage vor einem örtlich oder sachlich unzuständigen Gericht (vgl. nur BGH, Urteil vom 22. Februar 1978 - VIII ZR 24/77, NJW 1978, 1058; Senat…, Urteil vom 11. Juni 1992 - III ZR 134/91, BGHR BGB § 209 Abs. 1 Klageerhebung 4, insoweit in BGHZ 118, 368 nicht abgedruckt), für das Fehlen des Feststellungsinteresses bei einer Feststellungsklage (vgl. BGH, Urteile vom 22. Mai 1963 - VIII ZR 49/62, BGHZ 39, 287, 291 und 25. Februar 1988 - VII ZR 348/86, BGHZ 103, 298, 302) oder für eine wegen Nichteinhaltung eines vorgeschriebenen Vorverfahrens unzulässige Klage (Senat, Urteil vom 20. Dezember 1973 - III ZR 154/71, LM TelegrafenwegeG Nr. 3/4).
Auf andere als reisevertragliche Ansprüche ist § 651 l BGB a.F. nicht unmittelbar anwendbar (BGHZ 103, 298, 302;… Staudinger/Schwerdtner, BGB, 12. Aufl., § 651 g Rdn. 5, 21;… Erman/Seiler, BGB, 9. Aufl., § 651 g Rdn. 1;… Wolf/Horn/Lindacher, AGBG, 4. Aufl., § 9 Rdn. R 101;… Soergel/H. W. Eckert, BGB, 12. Aufl., § 651 g Rdn. 6;… Staudinger/J. Eckert, BGB, Neubearbeitung 2003, § 651 g Rdn. 25;… Führich, Reiserecht, 3. Aufl. Rdn. 360;… Seyderhelm, Reiserecht, BGB, § 651 g Rdn. 7;… Tonner, Der Reisevertrag, 4. Aufl., BGB, § 651 g Rdn. 18).
In seiner Entscheidung vom 25. Februar 1988 (BGHZ 103, 298, 302) hat der VII. Zivilsenat ausdrücklich hervorgehoben, daß die Ansprüche aus dem Reisevertrag und diejenigen aus unerlaubter Handlung grundsätzlich selbständig zu bewerten sind und insbesondere in diesem Fall die kurze Verjährungsfrist des Reisevertragsrechts nicht für unerlaubte Handlungen gilt, die dem Reisenden auf der Reise zugefügt wurden.
Dies entspricht der bisherigen Rechtsauffassung (vgl. u.a. BGHZ 103, 298, 303 f.), die nunmehr in Art. 40 Abs. 2 des Gesetzes zum Internationalen Privatrecht für außervertragliche Schuldverhältnisse und für Sachen vom 21. Mai 1999 (BGBI. S. 1026) eine ausdrückliche Regelung gefunden hat.
b) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes hat der Reiseveranstalter bei der Vorbereitung und Durchführung der von ihm veranstalteten Reisen Verkehrssicherungspflichten zu beachten (BGHZ 103, 298, 303 ff.).
OLG Celle, 31.05.1995 - 11 U 259/94
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OLG Köln, 12.07.1995 - 2 U 33/95
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OLG Frankfurt, 29.11.1993 - 16 U 79/93
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LG Koblenz, 22.04.2005 - 10 O 181/03
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