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Timestamp: 2018-05-27 16:37:04
Document Index: 370781801

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 1901', '§ 1896', 'BGH', 'BGH', 'Art. 115']

Die Regulierung der geschäftsmäßigen Suizidvermittlung in Deutschland: Vorgeschichte, Motive und Resultat Landtagsenquete Vorarlberg „Selbstbestimmt leben. - ppt herunterladen
Veröffentlicht von:Ella Holst Geändert vor etwa einem Jahr
Präsentation zum Thema: "Die Regulierung der geschäftsmäßigen Suizidvermittlung in Deutschland: Vorgeschichte, Motive und Resultat Landtagsenquete Vorarlberg „Selbstbestimmt leben."— Präsentation transkript:
1 Die Regulierung der geschäftsmäßigen Suizidvermittlung in Deutschland: Vorgeschichte, Motive und Resultat Landtagsenquete Vorarlberg „Selbstbestimmt leben – selbstbestimmt sterben?“ Bregenz, 22. April 2016 Prof. Dr. Gunnar Duttge
2 Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen Das Credo der neuzeitlichen Aufklärung „Selbstverwirklichung“ durch „Selbstbestimmung“
3 Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen …innerhalb „natürlicher“ Grenzen
4 Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen „Mit einer Verrechtlichung des Sterbens ist niemandem gedient…“ (früherer BÄK-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe, Pressemitteilung der BÄK v. 3.3.2009)
5 Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen
6 Selbstbestimmung als Abwehrrecht ärztliches Gewissen Fürsorge, insbes. Schädigungsverbot
7 Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen Selbstbestimmung zum Tode hin? Behandlungsverweigerung auch bei vitaler Indikation (BGHSt 11, 111 ff.) Patientenverfügung (§ 1901a I S. 1, III BGB) Gesundheitsvollmacht zur Verweigerung der Einwilligung mit tödlicher Folge (§§ 1896 II, 1904 V BGB) Wegfall der Rettungspflicht bei „freiverantwort- lichem Suizid“ (LG Deggendorf GesR 2014, 487 f.; StA München MedR 2011, 291 ff. gegen BGHSt 32, 367 ff.)
8 Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen Recht zum Suizid? Ausgangspunkt: Straflosigkeit ǂ Rechtmäßigkeit …einerseits BGHSt 46, 279, 285: „Das Leben eines Menschen steht in der Werte- ordnung des Grundgesetzes – ohne eine zulässige Relativierung – an oberster Stelle der zu schützen- den Rechtsgüter. Die Rechtsordnung wertet eine Selbsttötung deshalb – von äußersten Ausnahme- fällen abgesehen – als rechtswidrig…“
9 Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen Recht zum Suizid? …andererseits VG Hamburg MedR 2009, 550, 555 („Fall Kusch“) „…ist die im Selbstmord zum Ausdruck kom- mende persönliche Grenzentscheidung eines Menschen zu respektieren, der bei klarem Bewusstsein unbedingt entschlossen ist, sich das Leben zu nehmen…“ => Kommerzialisierung: „sozial unwertig“
10 Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen „Echte“ Suizidbeihilfe – eine unendliche Reformgeschichte… -„geschäftsmäßig“ (Gesetzesantrag der Länder Saar- land, Thüringen und Hessen v. 27.3.2006, BR-Drucks. 230/06) -„gewerblich“ (Empfehlung des Rechtsausschusses und des Gesundheitsausschusses v. 4.8.2008, BR-Drucks. 436/08; Regierungsentwurf v. 20.12.2012, BT-Drucks. 17/11126) - „Vereinigung“ (BT-Drucks. 436/08; siehe auch BMinG Gröhe, FAZ v. 19.1.2014: „organisiert“) - Werbung zwecks „Vermögensvorteils“ oder „in grob anstößiger Weise“ (Gesetzentwurf des Landes Rheinland-Pfalz v. 23.3.2010, BR-Drucks. 149/10)
11 Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen
16 Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen
18 Quelle: Statistisches Bundesamt
19 Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen Zentrales Kriterium: „geschäftsmäßig“ „wiederholte bzw. nachhaltige Tätigkeit“ „mit oder ohne Gewinnerzielungsabsicht“ „wenn jemand die Wiederholung gleich- artiger Taten zum Gegenstand seiner Beschäftigung machen will“ erst- und einmaliges Angebot grds. nicht, es sei denn, „das erstmalige Angebot stellt den Beginn einer auf Fortsetzung angeleg- ten Tätigkeit dar“
20 Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen Kritische Rückfragen Suizidbeihilfe mit Wiederholungsoption = egoistisch; Suizidbeihilfe ohne Wieder- holungsoption = altruistisch egoistische Suizidbeihilfe → Gefährdung des SBR → strafwürdig; altruistische Suizidbeihilfe → „freiverantwortlicher“ Suizid → BT-Drucks. 18/5373, S. 13: „…dass die Neuregelung die Möglichkeit jedes Einzelnen unberührt lässt, frei und eigenverant- wortlich über das Ende des eigenen Lebens zu entscheiden…“
21 Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen „geschäftsmäßig“ – „gewerbsmäßig“ BT-Drucks. 18/5373, S. 14: „Eine Gewinn- erzielungsabsicht ist im Rahmen der Vereins- organisation … leicht zu verschleiern“ Art. 115 schwStGB: „Wer aus selbstsüchtigen Motiven jemanden zum Selbstmorde verleitet oder ihm dazu Hilfe leistet, …“
22 Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen
24 Effektiv? Legitim?
25 Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen (BT-Drucks. 18/5373, S. 18)
26 Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen Das „gute Sterben“… (BT-Drucks. 18/5373, S. 18)
27 Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen Alternativen? BT-Drucks. 18/5376: Komplettverbot BT-Drucks. 18/5375: Verbot der gewerbsmäßigen Suizidbeihilfe + Regeln zur suizidpräventiven Beratungs- und Dokumentationspflicht bei organisierter oder geschäftsmäßigem Angebot BT-Drucks. 18/5374: begrenzte „Freigabe“ der „ärztlich begleiteten Lebensbeendigung“ (bei „unheilbarer Erkrankung“, die „unumkehrbar zum Tode führt“) BT-Drucks. 18/6546: keine Gesetzesänderung
28 Prof. Dr. Gunnar Duttge Zentrum für Medizinrecht Georg-August-Universität Göttingen „Nichts ist so entscheidend für den Stil eines Rechtszeitalters wie die Auffassung vom Menschen, an der es sich orientiert.“ (Gustav Radbruch, Der Mensch im Recht, 1927, S. 4)
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IRIS 2006 Voluntas aut salus aegroti suprema lex?