Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%202006,%20668
Timestamp: 2019-07-22 23:42:28
Document Index: 231174424

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 675', '§ 286', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 09.02.2006 - III ZR 20/05 - dejure.org
https://dejure.org/2006,55
BGH, 09.02.2006 - III ZR 20/05 (https://dejure.org/2006,55)
BGH, Entscheidung vom 09.02.2006 - III ZR 20/05 (https://dejure.org/2006,55)
BGH, Entscheidung vom 09. Februar 2006 - III ZR 20/05 (https://dejure.org/2006,55)
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Kapitalanlagerecht - Beweislast
Umfang der Prospekthaftung; So genannte Innenprovisionen für die Vermittlung von Eigenkapital; Ungenügende Offenlegung gezahlter Innenprovisionen; Pflicht zur Richtigstellung unrichtiger Angaben im Prospekt; Plausibilität der Berechnung von Mieteinnahmen für beworbene Anlageobjekte; Überraschende Klausel in Allgemeinen Geschäftsbedingungen
Zur Beweislast für Kausalität der unzureichenden Aufklärung durch Vermittler einer prospektierten Kapitalanlage für Anlegerschaden
Prospektierte Kapitalanlage; Innenprovision; Unrichtigkeiten im Prospekt
Zur Beweislast für Kausalität der unzureichenden Aufklärung durch Vermittler einer prospektierten Kapitalanlage
Zur Darlegungs- und Beweislast hinsichtlich der Kausalität, wenn der Vermittler einer prospektierten Kapitalanlage pflichtwidrig an ihn für den Vertrieb gezahlte "Innenprovisionen" ungenügend offen gelegt oder sonstige Unrichtigkeiten im Prospekt nicht richtig gestellt hat
Darlegungs- und Beweislast für die Kausalität der ungenügenden Offenlegung von Innenprovisionen im Prospekt einer Kapitalanlage
Ungenügend offen gelegte Innenprovisionen
Falsche Prospektangaben über Innenprovisionen
BGB § 675 Abs. 2; ZPO § 286
Beweislast für Kausalität der unzureichenden Aufklärung beim Vermittler einer prospektierten Kapitalanlage für Anlegerschaden
Darlegungs- und Beweislast bezüglich des Ursachenzusammenhangs zwischen Pflichtverletzung und Schaden im Rahmen von Prospekthaftungsansprüchen
NJW-RR 2006, 685
ZIP 2006, 568
MDR 2006, 1098
VersR 2006, 653
WM 2006, 668
BB 2006, 854
Für den Ursachenzusammenhang zwischen einer fehlerhaften Beratung und der Anlageentscheidung spricht eine durch die Lebenserfahrung begründete tatsächliche Vermutung (s. etwa Senatsurteile vom 9. Februar 2006 - III ZR 20/05 - NJW-RR 2006, 685, 687 f Rn. 22 ff;… vom 19. Juni 2008 aaO Rn. 8;… vom 5. November 2009 aaO S. 351 Rn. 21 …und vom 19. November 2009 aaO S. 121 Rn. 26 sowie Senatsbeschluss vom 9. April 2009 - III ZR 89/08 - BeckRS 2009, 11192 Rn. 8 m.w.N.).
Es ist grundsätzlich Sache des Aufklärungspflichtverletzers, die Vermutung, dass der Anlageinteressent bei richtiger Aufklärung von der Zeichnung der Anlage abgesehen hätte, durch konkreten Vortrag zu entkräften (z.B. Senatsurteile vom 9. Februar 2006 - III ZR 20/05, NJW-RR 2006, 685 Rn. 22 ff;… vom 8. Juli 2010 - III ZR 249/09, BGHZ 186, 152 Rn. 20 …und vom 14. April 2011 - III ZR 27/10, NJW-RR 2011, 1139 Rn. 13).
Darüber hinaus übersieht das Berufungsgericht, dass sich die Kausalitätsfrage - wie unter a) ausgeführt - dahin stellt, wie sich die Dinge entwickelt hätten, wenn die Kläger in der gebotenen Weise aufgeklärt worden wären (Senatsurteile vom 9. Februar 2006 - III ZR 20/05, NJW-RR 2006, 685 Rn. 18 …und vom 23. Juli 2009 - III ZR 306/07, juris Rn. 7).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist der Anleger, der aufgrund einer fehlerhaften Information eine für ihn nachteilige Kapitalanlage erworben hat, in der Regel bereits durch deren Erwerb geschädigt (Urteile vom 8. März 2005 - XI ZR 170/04, BGHZ 162, 306, 309 f.; vom 9. Februar 2006 - III ZR 20/05, NJW-RR 2006, 685 Rn. 17; vom 19. Juli 2004 - II ZR 354/02, NJW-RR 2004, 1407 unter II).
Der III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat es in seinem Urteil vom 9. Februar 2006 (III ZR 20/05, WM 2006, 668, 670 unter II.2.) für möglich gehalten, dass eine Plausibilitätsprüfung trotz eines negativen Berichts in einem Brancheninformationsdienst positiv ausfallen kann.
Dem liegt die Erwägung zugrunde, dass Vertriebsprovisionen solchen Umfangs Rückschlüsse auf eine geringere Werthaltigkeit und Rentabilität der Kapitalanlage eröffnen und dies wiederum einen für die Investitionsentscheidung derart bedeutsamen Umstand darstellt, dass der Anlageinteressent hierüber informiert werden muss (z.B. Senat, Urteil vom 12. Februar 2004 - III ZR 359/02, BGHZ 158, 110, 116 ff, 121;… dem folgend Senat, Urteile vom 23. Juni 2016 - III ZR 308/15, WM 2016, 1333 Rn. 11;… vom 12. Dezember 2013 - III ZR 404/12, WM 2014, 118 Rn. 14;… vom 3. März 2011 - III ZR 170/10, WM 2011, 640 Rn. 16, 22 und vom 9. Februar 2006 - III ZR 20/05, NJW-RR 2006, 685 Rn. 5;… Beschluss vom 29. Januar 2015 - III ZR 547/13, BeckRS 2015, 04824 Rn. 8).
Für die Bewertung einer Geldanlage kann allein schon der Umstand, in welchem Umfang dem vom Anleger zu zahlenden Preis Provisionen für die Vermittlung des Eigenkapitals gegenüberstehen, von maßgeblicher Bedeutung sein (Senat, Urteil vom 9. Februar 2006 aaO).
aa) Bezugsgröße für die Höhe aufklärungspflichtiger Provisionen (von mehr als 15 %) ist nach der Rechtsprechung des Senats das von den Anlegern einzubringende Eigenkapital (…Senat, Urteile vom 12. Februar 2004 aaO S. 117 f und vom 9. Februar 2006 aaO).
(3) Ob im Verschweigen der hohen Innenprovisionen in einer Größenordnung von 20 bis 25 Prozent der Kaufpreissumme eine weitere tatbestandsmäßige Täuschung der Käufer liegen könnte (vgl. hierzu Gallandi, wistra 1996, 323; zu den Auswirkungen überhöhter Innenprovisionen auf die "Werthaltigkeit" einer Immobilie vgl. auch BGH, Urteile vom 12. Februar 2004 - III ZR 359/02, BGHZ 158, 110, 118, 121; vom 9. Februar 2006 - III ZR 20/05, NJW-RR 2006, 685 Rn. 5 sowie Schmid, Die Rechtsstellung des Verbrauchers bei Mängeln fremdfinanzierter Immobilienkapitalanlagen (Schrottimmobilien) S. 80), braucht der Senat nicht zu entscheiden.
Deshalb verbietet sich bei einer derartigen Anlageform im Regelfall die Annahme, eine gehörige Aufklärung über wichtige, für eine werthaltige Anlage abträgliche Umstände hätte bei dem Anlageinteressenten allein schon deshalb, weil er mit erheblichen Steuervorteilen geworben wurde, vernünftigerweise mehrere Entscheidungsmöglichkeiten eröffnet, also nur einen "Entscheidungskonflikt" begründet (…BGH, Sen.Urt. v. 2. März 2009 - II ZR 266/07, ZIP 2009, 764 Tz. 6; Urt. v. 9. Februar 2006 - III ZR 20/05, ZIP 2006, 568 Tz. 24).
Eine Ausnahme von diesem Grundsatz kommt allenfalls bei hochspekulativen Geschäften in Betracht (BGHZ 160, 58, 66 f.;… s. aber BGH, Urt. v. 12. Mai 2009 - XI ZR 586/07, ZIP 2009, 1264 Tz. 22 zur grundsätzlich geltenden Kausalitätsvermutung), zu denen die Investition in einen Immobilienfonds jedoch in aller Regel nicht gehört (BGH, Urt. v.9. Februar 2006 aaO Tz. 24).
Bei einem Immobilienfonds, von dem der durchschnittliche Anleger Werthaltigkeit erwartet, ist regelmäßig davon auszugehen, dass er bei richtiger Aufklärung über wichtige, die Werthaltigkeit der Anlage (negativ) beeinflussende Umstände dem Fonds nicht beigetreten wäre, auch wenn er mit erheblichen Steuervorteilen geworben wurde (BGH…, Urteil vom 2. März 2009 - II ZR 266/07, ZIP 2009, 764 Rn. 6;… Urteil vom 22. März 2010 - II ZR 66/08, WM 2010, 972 Rn. 19; Urteil vom 9. Februar 2006 - III ZR 20/05, ZIP 2006, 568 Rn. 24).
Eine Ausnahme von diesem Grundsatz kommt allenfalls bei hochspekulativen Geschäften in Betracht (BGH, Urteil vom 13. Juli 2008 - XI ZR 178/03, BGHZ 160, 58, 66 f.;… vgl. aber Urteil vom 12. Mai 2009 - XI ZR 586/07, ZIP 2009, 1264 Rn. 22 zur grundsätzlich geltenden Kausalitätsvermutung), zu denen die Beteiligung an einem Immobilienfonds grundsätzlich nicht gehört (BGH…, Urteil vom 22. März 2010 - II ZR 66/08, WM 2010, 972 Rn. 19;… Urteil vom 31. Mai 2010 - II ZR 30/09, ZIP 2010, 1397 Rn. 18; Urteil vom 9. Februar 2006 - III ZR 20/05, ZIP 2006, 568 Rn. 24).
Soweit die Revision meint, die Rechtsprechung des III. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs (u.a. Urteil vom 9. Februar 2006 - III ZR 20/05, WM 2006, 668, 671) weiche von der vorgenannten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ab, so trifft das nicht zu.
BGH, 31.01.2008 - III ZR 119/07
Haftung eines Wirtschaftsprüfers für die fehlerhafte Bestätigung eines …
OLG München, 09.07.2008 - 20 U 5290/07
Anlagevermittlung: Haftung wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung
BGH, 31.01.2008 - III ZR 135/07
BGH, 31.01.2008 - III ZR 109/07
BGH, 31.01.2008 - III ZR 121/07
BGH, 31.01.2008 - III ZR 103/07
BGH, 31.01.2008 - III ZR 98/07
BGH, 31.01.2008 - III ZR 101/07
BGH, 31.01.2008 - III ZR 122/07
BGH, 31.01.2008 - III ZR 108/07
BGH, 20.12.2007 - III ZR 92/07
BGH, 20.12.2007 - III ZR 94/07
BGH, 20.12.2007 - III ZR 134/07
BGH, 20.12.2007 - III ZR 308/06
BGH, 20.12.2007 - III ZR 133/07
BGH, 20.12.2007 - III ZR 93/07
BGH, 20.12.2007 - III ZR 120/07
BGH, 31.01.2008 - III ZR 112/07
BGH, 20.12.2007 - III ZR 111/07
BGH, 20.12.2007 - III ZR 95/07
BGH, 20.12.2007 - III ZR 96/07
BGH, 31.01.2008 - III ZR 113/07
OLG Köln, 16.08.2006 - 13 U 211/05
Anforderungen an die Kausalität der unrichtigen oder unvollständigen Information …
OLG München, 13.10.2008 - 17 U 3109/08
Kapitalanlage: Schadensersatzanspruch gegen einen Mittelverwendungskontrolleur …
LG Düsseldorf, 29.09.2008 - 9 O 463/06