Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=10%20WF%20167/08
Timestamp: 2020-03-28 15:47:18
Document Index: 229641529

Matched Legal Cases: ['§ 1836', '§ 70', '§ 67', '§ 50', '§ 19', '§ 19', '§ 168', '§ 1836', '§ 1', '§ 1836', '§ 1836', '§ 1836', '§ 1836', '§ 1836', '§ 1836', '§ 1']

OLG Brandenburg, 27.11.2008 - 10 WF 167/08 - dejure.org
https://dejure.org/2008,12096
OLG Brandenburg, 27.11.2008 - 10 WF 167/08 (https://dejure.org/2008,12096)
OLG Brandenburg, Entscheidung vom 27.11.2008 - 10 WF 167/08 (https://dejure.org/2008,12096)
OLG Brandenburg, Entscheidung vom 27. November 2008 - 10 WF 167/08 (https://dejure.org/2008,12096)
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§ 1836 Abs 1 S 2 BGB, § 70b FGG, § 67a Abs 2 FGG, § 50 FGG
Verfahrenspflegschaft: Anspruch eines zum Verfahrenspfleger bestellten Rechtsanwalts auf nachträgliche Feststellung der Berufsmäßigkeit im Zusammenhang mit einem Unterbringungsverfahren
Feststellung der Berufsmäßigkeit eines Verfahrenspflegers in einem Unterbringungsverfahren; Beschwerderecht eines Verfahrenspflegers wegen einer unterbliebenen Feststellung einer beruflichen Ausübung
Betreuungsrecht - Wann muss die berufsmäßige Führung der Pflegschaft festgestellt werden?
Nachträgliche Feststellung der Berufsmäßigkeit der Verfahrenpflegschaft
FamRZ 2009, 1005
Soweit in der obergerichtlichen Rechtsprechung vertreten worden ist, eine nachträgliche Feststellung sei jederzeit möglich (vgl. OLG Naumburg FamRZ 2011, 1252, 1253; 2009, 370; OLG Brandenburg ZKJ 2009, 132, 133; OLG Schleswig FGPrax 2010, 139), lagen dem Bestellungsentscheidungen zugrunde, die noch mit der unbefristet möglichen Beschwerde nach § 19 FGG angegriffen werden konnten.
Soweit in der obergerichtlichen Rechtsprechung vertreten wurde, eine nachträgliche Feststellung sei jederzeit möglich (vgl. OLG Naumburg FamRZ 2011, 1252, 1253; 2009, 370; OLG Brandenburg ZKJ 2009, 132, 133; OLG Schleswig FGPrax 2010, 139), lagen dem Bestellungsentscheidungen zugrunde, die noch mit der unbefristet möglichen Beschwerde nach § 19 FGG angegriffen werden konnten.
Auch unter der Geltung des bis zum 31. August 2009 geltenden Rechts kommt daher eine mit Rückwirkung versehene Feststellung der Berufsmäßigkeit im Vergütungsfestsetzungsverfahren nicht in Betracht, wenn diese Feststellung auf ein Rechtsmittel im Bestellungsverfahren getroffen werden kann (offengelassen in der von dem Beschwerdegericht in Bezug genommenen Entscheidung des OLG Brandenburg ZKJ 2009, 132, 133).
Vielmehr ist er auch, und zwar auf ausdrücklichen Wunsch der Beteiligten zu 2., gerade im Hinblick auf seine berufliche Qualifikation als Rechtsanwalt bestellt worden (zu letzterem vgl. OLG Brandenburg ZKJ 2009, S. 132 f.).
Die gerichtliche Feststellung, dass ein Ergänzungspfleger die Pflegschaft berufsmäßig geführt hat, ist auch noch nachträglich im Festsetzungsverfahren (§ 168 FamFG) möglich und kann zudem vom Beschwerdegericht selbst getroffen werden (OLG Brandenburg ZKJ 2009, 132; OLG Dresden FamRZ 2003, 935;… Palandt/Diederichsen Anh. zu § 1836 BGB (VBVG) § 1 VBVG Rn. 8).
Dass der Wortlaut des § 1836 Abs. 1 Satz 2 BGB weder Gleichzeitigkeit noch einen engen zeitlichen Zusammenhang der Feststellung der Berufsmäßigkeit mit der Bestellung des Betreuers erfordert, sondern vor allem dann, wenn die Vorschrift zunächst übersehen wurde beziehungsweise wenn sich die tatsächlichen Verhältnisse später geändert oder anders als ursprünglich erwartet entwickelt haben, auch eine nachträgliche Entscheidung zulässt, entspricht der in Judikatur und Schrifttum inzwischen wohl ganz herrschenden Meinung (vgl. dazu BayObLG, Beschl. v. 01.02.2001 - 3Z BR 34/01, Rdn. 6, BayObLGZ 2001, 19 = NJW-RR 2001, 943; OLG Brandenburg, Beschl. v. 27.11.2008 - 10 WF 167/08, Rdn. 10, NJOZ 2009, 513 = ZKJ 2009, 132; OLG Naumburg, Beschl. v. 09.07.2008 - 4 WF 123/07, Rdn. 7, FamRZ 2009, 370 = OLG-Rp 2009, 126; ferner BtKomm/Dodegge, 3. Aufl., Teil F Rdn. 71 [1]; Damrau/ Zimmermann, Betreuungsrecht; 4. Aufl., BGB § 1836 Rdn. 15; Erman/ Saar, BGB, 13. Aufl., Anhang § 1836 Rdn. 4 [c]; jurisPK-BGB/Pammler-Klein/Pammler, 5. Aufl., § 1836 Rdn. 18; MünchKommBGB/Wagenitz, 5. Aufl., § 1836 Rdn. 6; NK-BGB/Fritsche, 2. Aufl., § 1836 Rdn. 3; einschränkend Jürgens, Betreuungsrecht, 4. Aufl., VBVG § 1 Rdn. 9; a.A. Bienwald, FamRZ 2009, 370 und Staudinger/Bienwald, BGB, Neubearb.