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Timestamp: 2016-10-25 22:56:53
Document Index: 166157735

Matched Legal Cases: ['Art. 55', 'Art. 63', 'BGE', 'BGE', 'Art. 44', 'Art. 46', 'BGE', 'Art. 44', 'Art. 46', 'Art. 36', 'Art. 54', 'Art. 48', 'Art. 63', 'BGE', 'BGE', 'Art. 133', 'Art. 133', 'Art. 156', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 133', 'BGE', 'Art. 133', 'BGE', 'Art. 133', 'Art. 145', 'BGE', 'Art. 145', 'BGE', 'Art. 145', 'BGE', 'BGE', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 145', 'Art. 145', 'Art. 144', 'BGE', 'Art. 145', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 55', 'Art. 156', 'Art. 152', 'Art. 159']

5C.212/2005 (25.01.2006)
5C.212/2005 /blb
vertreten durch Rechtsanwalt Josef Jacober.
Berufung gegen den Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen, II. Zivilkammer, vom 18. August 2005.
X.________ und Y.________, libanesischer Staatsangeh�riger, heirateten im Januar 1997 in S.________. Im April desselben Jahres reiste der Ehemann in die Schweiz ein, wo er heute mit Niederlassungsbewilligung lebt. Im Jahre 2000 kam der Sohn A.________ auf die Welt. Ende des Jahres 2001 trennten sich die Eheleute. Anl�sslich ihrer Trennung kamen die Eheleute dar�ber ein, dass das Kind unter die Obhut der Mutter gestellt werde. Das Besuchsrecht des Vaters wurde erheblich ausgedehnt, nachdem die Mutter ab September 2003 eine Erwerbst�tigkeit aufgenommen hatte. Im Oktober 2003 reichten die Ehegatten das gemeinsame Scheidungsbegehren ein und verlangten jeweils die alleinige Zuteilung der elterlichen Sorge f�r A.________. Mit Urteil vom 2. Juli 2004 schied das Kreisgericht St. Gallen die Eheleute. Das Kind A.________ wurde unter die Obhut des Vaters gestellt, unter Weiterf�hrung der Erziehungsbeistandschaft, welche bereits die Eheschutzrichterin zur Begleitung des v�terlichen Besuchsrechtes angeordnet hatte. Das Besuchsrecht der Mutter und die finanziellen Nebenfolgen wurden entsprechend geregelt. Drei Tage sp�ter, am 5. Juli 2004, �bertrug die Familienrichterin vorsorglich die Obhut �ber A.________ dem Vater. Der Einzelrichter f�r Familiensachen am Kantonsgericht St. Gallen hob diesen Entscheid am 19. August 2004 wieder auf, um der endg�ltigen Entscheidung im Sorgerechtsstreit der Eltern nicht vorzugreifen.
Gegen das Scheidungsurteil erhob X.________ am 12. November 2004 Berufung mit dem Hauptantrag, es sei das Kind A.________ in ihre elterliche Sorge zu stellen; die �brigen Nebenfolgen sollten diesem Hauptantrag folgen. Y.________ widersetzte sich im Hauptpunkt der Berufung. Mit Urteil vom 18. August 2005 wies das Kantonsgericht St. Gallen die Berufung ab und best�tigte somit die Zuweisung der elterlichen Sorge �ber A.________ an den Vater.
X.________ f�hrt mit Eingabe vom 26. August 2005 eidgen�ssische Berufung und beantragt dem Bundesgericht im Wesentlichen, das Urteil des Kantonsgerichts sei aufzuheben und das Kind A.________ sei unter ihre elterliche Sorge zu stellen; die weiteren Nebenfolgen seien dem Hauptantrag entsprechend zu regeln, wobei die Begehren mit denjenigen vor Kantonsgericht �bereinstimmen.
Die Beist�ndin von A.________ hat im Laufe des Monats Dezember 2005 dem Bundesgericht, dem Kantonsgericht St. Gallen und beiden Parteivertretern unaufgefordert �ber die Situation der Berufungskl�gerin berichtet und diesbez�glich weitere Unterlagen ins Recht gelegt. Mit Schreiben vom 21. Dezember 2005 hat der Rechtsvertreter der Berufungskl�gerin den Antrag gestellt, es seien die neuen Unterlagen nicht ins Hauptdossier zu nehmen und in der Entscheidfindung nicht zu ber�cksichtigen, eventuell sei ihm Frist zur Stellungnahme zu gew�hren. Damit hat die Berufungskl�gerin auf eine Stellungnahme sinngem�ss verzichtet, falls die fraglichen Akten nicht ber�cksichtigt werden. Dazu haben sich weder der Berufungsbeklagte noch sein Vertreter gemeldet.
Die von der Beist�ndin des Kindes eingereichten Unterlagen sind in Anwendung von Art. 55 Abs. 1 lit. c OG (vgl. auch Art. 63 Abs. 2 erster Satz OG) unber�cksichtigt geblieben (BGE 120 II 229 E. 1c S. 231).
Das Bundesgericht pr�ft die Rechtsmittelvoraussetzungen von Amtes wegen und mit freier Kognition, ohne an die Auffassungen der Parteien gebunden zu sein (BGE 131 I 57 E. 1 S. 59).
Die vorliegende Berufung richtet sich vor allem gegen die Zuteilung der elterlichen Sorge f�r das Kind A.________ an den Vater. Auf die eine nicht verm�gensrechtliche Zivilrechtsstreitigkeit betreffende Berufung kann insoweit eingetreten werden (Art. 44 OG). Bez�glich der dem Kind geschuldeten Unterhaltsbeitr�ge kann auf die Berufung ebenfalls eingetreten werden, ungeachtet dessen, ob die Beitr�ge die Streitwertgrenze gem�ss Art. 46 OG erreichen (BGE 116 II 493 E. 2b S. 495, m.w.H.; Poudret/Sandoz-Monod, Commentaire de la loi f�d�rale d'organisation judiciaire, Band II, Bern 1990, N. 1.4 ad Art. 44 OG). Was die Unterhaltsbeitr�ge betrifft, welche die Berufungskl�gerin f�r sich pers�nlich beantragt, ist der Streitwert gem�ss Art. 46 OG erreicht (Art. 36 Abs. 4 OG). Auf die rechtzeitig gegen ein kantonal letztinstanzliches Urteil eingelegte Berufung kann mit Blick auf die Art. 54 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 OG eingetreten werden.
Das Bundesgericht hat seiner Entscheidung im Berufungsverfahren die tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz zugrunde zu legen, es sei denn, sie beruhten auf einem offensichtlichen Versehen, seien unter Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften zustande gekommen oder bed�rften der Erg�nzung, weil das kantonale Gericht in fehlerhafter Rechtsanwendung einen gesetzlichen Tatbestand nicht oder nicht hinreichend kl�rte, obgleich ihm entscheidwesentliche Behauptungen und Beweisantr�ge rechtzeitig und in der vorgeschriebenen Form unterbreitet worden sind (Art. 63 und 64 OG; BGE 127 III 248 E. 2c S. 252; 125 III 193 E. 1e S. 205, 368 E. 3 S. 372; 123 III 110 E. 2 S. 111; 115 II 484 E. 2a S. 285). Blosse Kritik an der Beweisw�rdigung des kantonalen Gerichts kann mit der Berufung nicht vorgebracht werden (BGE 127 III 73 E. 6a S. 81; 126 III 10 E. 2b S. 12).
Strittig ist im vorliegenden Fall vor allem die Frage, unter wessen elterliche Sorge das Kind A.________ gestellt werden soll.
4.1 Die Berufungskl�gerin bringt vor, das Kantonsgericht habe mit der Sorgerechtszuteilung an den Berufungsbeklagten gegen Art. 133 Abs. 2 ZGB verstossen, indem es die massgebenden Kriterien falsch gewichtet habe. Sie vertritt die Auffassung, dass sie aufgrund ihres Alters und ihrer fr�heren Eheerfahrung die besseren erzieherischen F�higkeiten habe, dass ihre pers�nlichen Beziehungen zum Kinde gleich gut seien wie diejenigen des Vaters, und dass sie - zurzeit vom Sozialamt unterst�tzt - die M�glichkeit habe, das Kind pers�nlich rund um die Uhr zu betreuen, was beim erwerbst�tigen Vater - allein stehend, vorher nie verheiratet und Ausl�nder - nicht der Fall sei. Dieser sei auf die Zuhilfenahme einer Pflegefamilie angewiesen, �ber die wenig bekannt sei. Weiter bringt die Berufungskl�gerin vor, dass eine Umteilung des Sorgerechts auf den Berufungsbeklagten auch noch einen Quartier- und Kindergartenwechsel zur Folge h�tte, weshalb der Kontinuit�t der Umgebung und der Stabilit�t der Verh�ltnisse besser gedient sei, wenn das Kind bei ihr bleibe, so dass im Ergebnis die Voraussetzungen f�r eine positive Entwicklung und Entfaltung des Kindes bei ihr mindestens im gleichen Masse wie beim Kindesvater gegeben seien. Im �brigen sei sie mit der Gew�hrung eines auch ausgedehnten pers�nlichen Verkehrs des Kindes mit dem Vater sehr grossz�gig gewesen, obwohl letzterer sich wenig kooperativ und kommunikativ, sondern eigenm�chtig verhalten habe; jedenfalls sei anzunehmen, dass die bestehenden emotionalen Widerst�nde zwischen den Parteien nach der Scheidung abnehmen werden.
4.2 Gem�ss Art. 133 Abs. 1 und 2 ZGB hat das Scheidungsgericht namentlich die elterliche Sorge einem Elternteil zuzuteilen und dabei alle f�r das Kindeswohl massgebenden Umst�nde zu ber�cksichtigen. Auf die Meinung der Kinder ist, soweit tunlich, R�cksicht zu nehmen. Im �brigen sind f�r die Zuteilung die vom Bundesgericht in der langj�hrigen Rechtsprechung zum fr�heren Art. 156 ZGB umschriebenen Kriterien wegleitend. Entscheidend ist das Kindeswohl. Die Interessen der Eltern haben in den Hintergrund zu treten, und v�llig ausser Betracht zu bleiben haben vor allem emotionale Widerst�nde des einen Ehegatten gegen�ber dem die Scheidung begehrenden anderen Ehegatten (BGE 115 II 206 E. 4a S. 209, 317 E. 2 S. 319; 117 II 353 E. 3 S. 354 f.). Den Bed�rfnissen der Kinder ist entsprechend ihrem Alter, ihren Neigungen und ihrem Anspruch auf elterliche F�rsorglichkeit, Zuwendung und Erziehung bestm�glich zu entsprechen. Als massgebliche Gesichtspunkte stehen dabei im Vordergrund die pers�nlichen Beziehungen der Eltern zu den Kindern, ihre erzieherischen F�higkeiten und ihre Bereitschaft, die Kinder in eigener Obhut zu haben und sie weitgehend pers�nlich zu betreuen und zu pflegen. Auch dem Bed�rfnis der Kinder nach der f�r eine harmonische Entfaltung in k�rperlicher, seelischer und geistiger Hinsicht notwendigen Stabilit�t der Verh�ltnisse ist Rechnung zu tragen (BGE 114 II 200 E. 3 S. 201 f.; 112 II 381 E. 3 S. 382 f.). Das letztgenannte Kriterium erh�lt bei ungef�hr gleicher Erziehungs- und Betreuungsf�higkeit besonderes Gewicht (BGE 115 II 206 E. 4a S. 209). Bei der Beurteilung steht den kantonalen Beh�rden, welche die Parteien und die Verh�ltnisse besser kennen als das Bundesgericht, ein erhebliches Ermessen zu. Das Bundesgericht greift nur ein, wenn einschl�gige Kriterien grundlos ausser Betracht geblieben oder offenkundig falsch gewichtet worden sind, oder wenn die Zuteilung auf �berlegungen abgest�tzt worden ist, die unter dem Gesichtswinkel des Kindeswohls bedeutungslos sind oder gegen die dargelegten bundesgerichtlichen Grunds�tze verstossen (BGE 117 II 353 E. 3 S. 355; 115 II 317 E. 2 S. 319).
4.3 Die erw�hnten Kriterien hat das Kantonsgericht wohl angewandt, ist dabei aber zu anderen Schlussfolgerungen als die Berufungskl�gerin gelangt. Bleibt zu pr�fen, ob darin eine Verletzung von Bundesrecht erblickt werden kann.
4.3.1 Gest�tzt auf ein eigens in Auftrag gegebenes kinderpsychologisches Gutachten h�lt das Kantonsgericht fest, dass beide Elternteile eine herzliche Beziehung zum Kind haben und sich engagiert um dieses k�mmern. Eine Zeit lang h�tten sich beide Eltern etwa gleich intensiv mit A.________ besch�ftigt, seit die Mutter arbeitslos sei (Sommer 2004), lebe das Kind allerdings bei ihr; trotzdem seien beide Elternteile f�r das Kind gleichermassen wichtige Bezugspersonen geblieben, und es f�hle sich an beiden Orten wohl. Unterschiede h�tten sich allerdings im Umgang der Eltern mit dem Kind und vor allem in ihrer jeweiligen Pers�nlichkeit gezeigt: A.________ habe einen sichereren Umgang mit dem Vater an den Tag gelegt als mit der Mutter, welcher gegen�ber er hingegen unausgewogener reagiere. Die Mutter wird als psychisch labil beschrieben: Sie sei zur Ver�nderung wenig motiviert, neige zu Projektionen und einseitigen Schuldzuweisungen, habe ein negatives M�nnerbild entwickelt und in der Vergangenheit weder im Beruf noch im Privatleben l�ngerfristige Bindungen eingehen k�nnen. Anders der Vater: Bei in der Vergangenheit konstanteren Lebensumst�nden habe er sich f�hig gezeigt, A.________ zu f�rdern und ihm gleichzeitig auch Grenzen zu setzen. Er sei offen f�r die Beziehung des Kindes zur Mutter und betrachte die Ehegeschichte mit mehr Distanz und der F�higkeit zur Selbstkritik.
4.3.2 Das Kantonsgericht beschr�nkt sich nicht auf eine unkritische �bernahme der Ergebnisse des Gutachtens, sondern erkl�rt im angefochtenen Entscheid eingehend, weshalb es dieselbe Auffassung vertritt. Es weist insbesondere auf die Grundlagen, derer sich die Gutachterin bedient hat (Akten, Gespr�che mit den Parteien und Drittpersonen, testpsychologische Untersuchungen des Kindes sowie Beobachtungen der Eltern-Kind-Beziehung), sowie auf die �berzeugungskraft und Nachvollziehbarkeit des Gutachtens selbst hin. Dar�ber hinaus stellt das Kantonsgericht fest, dass die Schlussfolgerungen aus dem Gutachten mit denjenigen, die sich auf anderes Beweismaterial st�tzen, �bereinstimmten: So habe sich die labile Pers�nlichkeitsstruktur der Mutter auch aus den Arztzeugnissen, dem Bericht des fr�heren Beistandes sowie den Aussagen der Berufungskl�gerin gegen�ber dem Kreisgericht ersehen k�nnen. Dass es sich dabei teilweise um Umst�nde gehandelt habe, die aus fr�heren Verfahren stammten und deshalb einige Jahre zur�ckl�gen, �ndere an deren Aussagekraft nichts, sondern zeige hingegen, dass die Probleme bei der Mutter schon l�nger andauerten und es deshalb schwierig sein d�rfte, grundlegende Ver�nderungen herbeizuf�hren. Auch die pers�nliche Anh�rung der Mutter habe ihre Neigung best�tigt, die Ursache f�r alle Probleme bei anderen zu sehen und dem Vater fortlaufend Vorw�rfe zu machen. Schliesslich unterstreicht das Kantonsgericht, dass die Anh�rung des Kindes mittels einer Fachperson und nicht durch das Gericht durchaus zul�ssig, angesichts der j�ngsten Rechtsprechung (BGE 131 III 553) unter den gegebenen Umst�nden geradezu geboten war; die Einholung eines Obergutachtens k�nne nicht damit gerechtfertigt werden, dass die bisherigen Beweise nicht zu Gunsten der Berufungskl�gerin ausgefallen seien.
4.4 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass das Kantonsgericht die einschl�gigen, unter dem alten Scheidungsrecht von Lehre und Rechtsprechung entwickelten und unter dem neuen (Art. 133 Abs. 1 und 2 ZGB) verfeinerten Kriterien allesamt ber�cksichtigt hat. Die weitere W�rdigung der einzelnen Kriterien, wie sie das Kantonsgericht vorgenommen hat, gibt keinen Anlass, um in das Ermessen des kantonalen Gerichts einzugreifen.
4.4.1 Wenn das Kantonsgericht im Einzelnen ausf�hrt, dass der Berufungsbeklagte eine klarere Erziehungshaltung und eine engere innere Beziehung zum Kinde habe, spricht es die pers�nlichen Beziehungen der Eltern zum Kind sowie ihre erzieherischen F�higkeiten an. Sodann wird im angefochtenen Entscheid ausdr�cklich die Bereitschaft der Eltern, das Kind in eigener Obhut zu haben und es weitgehend pers�nlich zu betreuen und zu pflegen, ber�cksichtigt: Das Kantonsgericht tut dies kritisch, indem es darauf hinweist, dass vorl�ufig die Mutter das Kind zwar pers�nlich betreuen kann, aber bei ihr spontane Entschl�sse eher zu bef�rchten sind, die einen f�r das Kindeswohl abtr�glichen Milieuwechsel bewirken k�nnten. Es ist nicht zu beanstanden, wenn das Kantonsgericht unter diesem Gesichtspunkt die Lage beim Vater als vorteilhaft gew�rdigt hat, der zwar auf teilweise Fremdbetreuung angewiesen ist, daf�r aber in unmittelbarer N�he eine geeignete Familie gefunden hat. Mit den l�ngerfristig best�ndigeren und somit vorteilhafteren Perspektiven beim Vater hat das Kantonsgericht gleichzeitig auch das wichtige Kriterium der Stabilit�t der Verh�ltnisse geb�hrend ber�cksichtigt.
4.4.2 Die Einwendungen der Berufungskl�gerin ersch�pfen sich im Wesentlichen in einer Darstellung aus ihrer Sicht, die weitgehend auf pauschaler Kritik an der Begr�ndung des angefochtenen Urteils und allgemein gehaltenen Spekulationen beruht. Bei einigen Argumenten, welche die Berufungskl�gerin vortr�gt, ist nicht ersichtlich, was daraus zu ihren Gunsten abzuleiten sei, so z.B., wenn sie zur Untermauerung ihrer erzieherischen F�higkeiten auf die Tatsache hinweist, dass ihre Tochter aus erster Ehe fremdplatziert wurde. Das Gleiche gilt f�r den Hinweis auf ihre Abh�ngigkeit vom Sozialamt. Ob mit dem letztgenannten Argument g�nstige l�ngerfristige Perspektiven auf Seiten der Berufungskl�gerin vereinbar sind, braucht nicht er�rtert zu werden, da das Kantonsgericht die F�rsorgeabh�ngigkeit gar nicht als Umstand ber�cksichtigt hat, welcher der Zuteilung der elterlichen Sorge entgegenstehe. Die Berufungskl�gerin setzt sich mit den Argumenten, die das Kantonsgericht zu den Betreuungsm�glichkeiten beider Parteien anf�hrt, nicht auseinander, und den Zweifeln des Kantonsgerichts hinsichtlich der Kontinuit�t ihrer Umgebung h�lt sie lediglich entgegen, dass sie mittlerweile von der Vorstellung, in einen anderen Kanton umzuziehen, Abstand genommen habe. Dass dem Kantonsgericht offensichtlich nicht so sehr dieses einmalige Ereignis zu Besorgnis Anlass gegeben hat, sondern der Umstand, dass die Berufungskl�gerin mit spontanen Entschl�ssen dem Kind einen �berst�rzten Wechsel des Milieus zumuten k�nnte, �bergeht sie. Vielmehr begn�gt sie sich damit, die Eignung der dem Vater zur Verf�gung gestellten Pflegefamilie (f�r die Betreuung w�hrend der Woche) in Abrede zu stellen und ihm Auswanderungsabsichten zu unterstellen, ohne f�r ihre Kritik Anhaltspunkte zu liefern, welche im angefochtenen Entscheid eine St�tze finden w�rden. Ebenso wenig ergeben sich in den Sachverhaltsfeststellungen Hinweise f�r das Argument, dass die emotionalen Widerst�nde eines Elternteils gegen den anderen, hier namentlich der Berufungskl�gerin gegen�ber dem Berufungsbeklagten, sich nach der Scheidung legen werden.
4.4.3 Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die meisten Ausf�hrungen der Berufungskl�gerin eine im Berufungsverfahren unzul�ssige Kritik an der vorinstanzlichen Beweisw�rdigung darstellen (vgl. BGE 122 III 219 E. 3c S. 223). Dies gilt namentlich f�r ihre Vorbringen betreffend die Stabilit�t ihrer Verh�ltnisse, ihre Einstellung zur Scheidung und zur Beziehung von A.________ zu seinem Vater, die Eignung der Pflegefamilie und die Auswanderungsabsichten des Berufungsbeklagten (zur W�rdigung des Gutachtens vgl. E. 5.4). Die weiteren Vorbringen der Berufungskl�gerin gehen auf die vorinstanzliche Begr�ndung und das zu Grunde liegende Gutachten nicht hinreichend ein. Ihre Behauptungen sind mithin nicht plausibler abgest�tzt als die beanstandete Betrachtungsweise und k�nnen folglich nicht zu einer anderen W�rdigung f�hren. Die Darstellung der Berufungskl�gerin ist zwar angesichts des Zerw�rfnisses zwischen den Parteien verst�ndlich, gen�gt aber nicht, den Schluss auf eine falsche Handhabung der bundesrechtlichen Kriterien zur Zuweisung des Sorgerechts f�r das Kind A.________ zuzulassen.
Die Berufungskl�gerin erhebt neben ihren R�gen betreffend die Anwendung von Art. 133 Abs. 1 und 2 ZGB verschiedene Einwendungen formeller Natur gegen die Vorgehensweise der Vorinstanz.
5.1 Zun�chst bem�ngelt die Berufungskl�gerin, dass das Kantonsgericht sich durch die Bestellung eines Gutachtens von der Verantwortung dispensiert bzw. diese quasi delegiert habe: Zumindest h�tten ein Obergutachten eingeholt und umfassende Abkl�rungen zu den �brigen Zuteilungskriterien angeordnet werden m�ssen. Weiter h�tten, unter Ber�cksichtigung von BGE 131 III 553 und in pflichtgem�sser Anwendung der Untersuchungsmaxime, das Kind pers�nlich und zahlreiche andere Zeugen und Amtsvertreter einvernommen werden m�ssen. Allgemein h�tte die W�rdigung des kinderpsychologischen Gutachtens besonders sorgf�ltig sein m�ssen, und es h�tten umfassende Abkl�rungen get�tigt werden sollen. Schliesslich wird das Gutachten ausgiebig inhaltlich kommentiert.
5.2 In der Frage der Zuteilung der elterlichen Sorge gem�ss Art. 133 Abs. 1 und 2 ZGB herrscht die Untersuchungsmaxime (Art. 145 Abs. 1 ZGB). Dies bedeutet, dass das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen erforscht, unter freier W�rdigung der zu diesem Zweck bedeutsam erscheinenden Elementen (vgl. BGE 128 III 411 E. 3.2.1 S. 412). Das Gericht ist allerdings nicht gezwungen, von Amtes wegen alle Elemente aufzunehmen, die geeignet w�ren, die Regelung �ber die Kinder zu beeinflussen; eine Begutachtung gem�ss Art. 145 Abs. 2 ZGB ist anzuordnen, wenn sie als einziger tauglicher Beweis erscheint (vgl. BGE 112 II 381 E. 4 S. 384; Breitschmid, Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 2. Aufl. 2002, N. 4 zu Art. 145 ZGB). Die abzunehmenden Beweise m�ssen allerdings als geeignet und zur Ermittlung der wichtigen Sachverhaltselemente erforderlich erscheinen (vgl. BGE 128 III 411 E. 3.2.1 S. 412), so dass der Verzicht auf Abnahme anerbotener Beweise in antizipierter W�rdigung derselben weder den Untersuchungsgrundsatz (BGE 114 II 200 E. 2b S. 201) noch Art. 8 ZGB verletzt (BGE 122 III 219 E. 3c S. 223). Im �brigen kann der begr�ndete Verzicht auf ein Beweismittel - konkret auf ein Obergutachten - nur mittels staatsrechtlicher Beschwerde wegen Willk�r in der Beweisw�rdigung ger�gt werden (BGE 122 III 219 E. 3c S. 223; 124 I 208 E. 4a S. 211). Trotz seiner grunds�tzlichen Freiheit in der Beweisw�rdigung darf das Gericht in Fachfragen vom Gutachten nicht ohne triftige Gr�nde abweichen; hingegen kann das Abstellen auf ein nicht schl�ssiges Gutachten gegen das Willk�rverbot verstossen (BGE 128 I 81 E. 2 S. 86).
5.3 Aus den dargelegten Grunds�tzen folgt, dass - in tats�chlicher Hinsicht - die umfassende Diskussion des kinderpsychologischen Gutachtens durch die Berufungskl�gerin im Rahmen des hier erhobenen Rechtsmittels nicht geh�rt werden kann. Ebenso wenig darf das Bundesgericht pr�fen, ob die Vorinstanz anerbotene Beweise h�tte abnehmen m�ssen, sofern der Verzicht auf Abnahme auf antizipierter Beweisw�rdigung beruht. Auch diese Frage betrifft die freie W�rdigung des Beweisergebnisses, die nur mit Willk�rr�ge in einer staatsrechtlichen Beschwerde angefochten werden kann.
5.4 Unbehelflich ist im Besonderen, wenn man die R�ge der Berufungskl�gerin als Kritik an der vorinstanzlichen Auslegung des Begriffs "n�tigenfalls" in Art. 145 Abs. 2 ZGB auffassen wollte. Das Kantonsgericht hat ein kinderpsychiatrisches Gutachten zur Sorgerechtszuteilung eingeholt, welches empfiehlt, das Sorgerecht f�r A.________ dem Berufungsbeklagten zuzuteilen, und es ist zur Auffassung gelangt, dass sich die Einholung eines Obergutachtens nicht aufdr�nge. Da der Verzicht auf ein Obergutachten auf antizipierter Beweisw�rdigung beruht, kann dieser nicht �ber den Untersuchungsgrundsatz bzw. Art. 145 ZGB in der Berufung kritisiert werden.
5.5 Weiter ist festzuhalten, dass das Kantonsgericht - im Hinblick auf die Sorgerechtszuteilung - alle relevanten Tatsachen eingehend ber�cksichtigt und sorgf�ltig gegeneinander abgewogen hat. Sodann h�lt das Kantonsgericht zu Recht fest, dass eine erg�nzende Anh�rung des Kindes durch das Gericht weder geboten noch sinnvoll w�re, zumal die Berufungskl�gerin nicht darlegt, worauf ihre �berzeugung beruht, dass die Anh�rung ihres noch nicht sechs Jahre alten Kindes ohne weiteres m�glich sein soll, bzw. nicht auseinander setzt, inwiefern das Kantonsgericht die Regeln �ber die Anh�rung des Kindes verletzt habe (Art. 144 ZGB; BGE 127 III 295 E. 2 S. 296; 131 III 553 E. 1.2.3 S. 557, E. 1.3 S. 558). Schliesslich legt das Kantonsgericht �berzeugend dar, warum gegen das Abstellen auf Tatsachen �lteren Datums keine Bedenken angebracht sind: Dass es sich dabei teilweise um Umst�nde gehandelt habe, die aus fr�heren Verfahren stammten und deshalb einige Jahre zur�ckl�gen, mindere deren Aussagekraft nicht, sondern zeige, dass - was f�r die rechtliche Beurteilung erheblich ist - die Probleme bei der Mutter schon l�nger andauerten und es deshalb schwierig sein d�rfte, grundlegende Ver�nderungen herbeizuf�hren. Hingegen begr�ndet die Berufungskl�gerin ihre Beweisantr�ge lediglich damit, dass ihre Abnahme auf Grund der Untersuchungsmaxime in einem Fall, wo es so "Spitz auf Knopf" zugehe, unbedingt geboten gewesen w�re. Sie verkennt indessen, dass der Verzicht auf die Abnahme von Beweismitteln, wenn dieser - wie hier - auf antizipierter Beweisw�rdigung beruht, nicht �ber den Untersuchungsgrundsatz bzw. Art. 145 ZGB in der Berufung kritisiert werden kann (vgl. E. 5.4); im �brigen w�re das Abstellen auf ein nicht schl�ssiges Gutachten wegen Verletzung von Art. 9 BV mit staatsrechtlicher Beschwerde zu r�gen (BGE 128 I 81 E. 2 S. 86). Man kann im Ergebnis nicht sagen, dass das Kantonsgericht - was die rechtliche W�rdigung betrifft - das Gutachten unkritisch �bernommen und zur Grundlage seines Urteils erhoben hat. Es muss vielmehr festgehalten werden, dass das angefochtene Urteil auf breiter Grundlage abgest�tzt ist und gen�gend Sachverhaltselemente ber�cksichtigt, um die rechtlichen Schl�sse �ber die Sorgerechtszuteilung zu ziehen.
Die weiteren Antr�ge hinsichtlich der �brigen Scheidungsnebenfolgen stellt die Berufungskl�gerin f�r den Fall einer �nderung der Kinderzuteilung. Weil das Hauptbegehren abgewiesen wird, werden sie gegenstandslos. Im �brigen h�tte auf sie nicht eingetreten werden k�nnen, denn sie wurden unzul�ssigerweise mittels Hinweis auf fr�here Eingaben begr�ndet (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG).
Die Berufung erweist sich, soweit auf diese �berhaupt eingetreten werden kann, als unbegr�ndet und muss abgewiesen werden, unter Kostenfolgen zu Lasten der Berufungskl�gerin (Art. 156 Abs. 1 OG). Weil die Berufung von vornherein als aussichtslos bezeichnet werden muss, ist das Gesuch der Berufungskl�gerin um unentgeltliche Rechtspflege f�r das Verfahren vor dem Bundesgericht abzuweisen (Art. 152 Abs. 1 OG). Da der Berufungsbeklagte nicht aufgefordert wurde, eine Antwort einzureichen, sind ihm vor Bundesgericht keine Kosten erwachsen; folglich ist ihm keine Entsch�digung zuzusprechen (Art. 159 Abs. 1 OG).
Das Gesuch der Berufungskl�gerin um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.