Source: http://zeitpunkt-magazin.de/News-8171-
Timestamp: 2017-11-21 17:23:44
Document Index: 243511715

Matched Legal Cases: ['§ 1617', '§ 1617', '§ 1617', '§ 1617', '§ 1617', '§ 1618']

Zeitpunkt-Magazin - News: Welchen Familiennamentragen die Kinder nach der Geburt oder der Scheidung der Eltern?
- die verheirateten Eltern führen keinen gemeinsamen Ehenamen oder sind nicht verheiratet, beiden Elternteilen steht die elterliche Sorge zu
Wird ein gemeinsamer Ehename nicht geführt oder sind die Eltern nicht miteinander verheiratet, so bestimmen die Eltern durch Erklärung gegenüber dem Standesamt welchen der von den Ehegatten geführten Familiennamen das Kind erhält. Diese Bestimmung gilt für sämtliche weitere Kinder. Voraussetzung für die gemeinsame Bestimmung der Ehegatten ist aber, dass beiden Eltern die elterliche Sorge zu steht (§ 1617 Abs. 1 BGB). Unzulässig ist die Wahl eines Doppelnamens. Das Kind bekommt entweder den Familiennamen des Vaters oder der Mutter.
- die verheirateten Eltern führen keinen gemeinsamen Ehenamen oder sind nicht verheiratet, nur einem Elternteil steht die elterliche Sorge zu
Führen die Eltern keinen gemeinsamen Ehenamen oder sind nicht miteinander verheiratet und nur einem Elternteil steht die elterliche Sorge zu (sog. Alleinsorge), so erhält das Kind den Namen des allein sorgeberechtigten Elternteils (§ 1617a Abs. 1 BGB). Der allein sorgeberechtigte Elternteil kann aber durch Erklärung gegenüber dem Standesamt bestimmen, dass das Kind den Namen des anderen Elternteils tragen soll, wenn der andere Elternteil damit einverstanden ist. Zudem bedarf es der Zustimmung des Kindes, wenn es bereits das fünfte Lebensjahr vollendet hat (§ 1617a Abs. 2 BGB).
- die gemeinsame elterliche Sorge wird nach Geburt des Kindes begründet
Wird die gemeinsame elterliche Sorge nach der Geburt des Kindes begründet, so kann der Name des Kindes binnen drei Monaten nach der Begründung der gemeinsamen Sorge neu bestimmt werden. Hat das Kind bereits das fünfte Lebensjahr vollendet, so bedarf es seiner Zustimmung (§ 1617b Abs. 1 BGB).
- die verheirateten Eltern wählen nach Geburt des Kindes einen gemeinsamen Ehenamen
Wählen die Eltern nach der Geburt des Kindes einen gemeinsamen Ehenamen, so erstreckt sich die Namensänderung auch auf den Namen des Kindes. Hat es das fünfte Lebensjahr bereits vollendet, bedarf es der Zustimmung des Kindes (§ 1617c BGB).
Welchen Familiennamen tragen die Kinder nach der Scheidung der Eltern?
Kommt es zu einer Scheidung der Eltern, ändert dies nichts an den Namen des Kindes. Eine Ausnahme macht aber § 1618 BGB. Danach kann es zu einer Namensänderung kommen, wenn ein Elternteil erneut heiratet und die Eheleute einen gemeinsamen Ehenamen führen. Heiratet das Elternteil, welches die elterliche Sorge entweder allein oder mit dem anderen Elternteil gemeinsam ausübt, so kann es durch Erklärung gegenüber dem Standesamt den neuen gemeinsamen Ehenamen als Name des Kindes bestimmen.
Es kann dabei aus dem früheren und dem neuen Namen ein Doppelname gebildet werden. Die Neubestimmung des Kindesnamens bedarf aber der Zustimmung des anderen Elternteils, wenn eine gemeinsame elterliche Sorge besteht oder wenn das Kind seinen Namen trägt. Die Zustimmung des anderen Elternteils kann aus Gründen des Kindeswohls durch das Familiengericht ersetzt werden. Zudem ist die Zustimmung des Kindes erforderlich, wenn es das fünfte Lebensjahr vollendet hat.
Über den Autor des Artikels: Der Autor ist Rechtsanwalt in Berlin. Quelle: rb
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