Source: https://medizinwelt.elsevier.de/rettungsdienst/rettungsdienst-rs-rh/buchkapitel/geraetekunde
Timestamp: 2020-08-11 07:18:32
Document Index: 14300416

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 5', '§ 2', '§ 4', '§ 14', '§ 2', '§ 2', '§ 6', '§ 11', '§ 3', '§ 2', '§ 5', '§ 2', '§ 7', '§ 8', '§ 3', '§ 4']

Medizinwelt | Rettungsdienst | Rettungsdienst RS/RH | Gerätekunde
MedizinweltRettungsdienstRettungsdienst RS/RHBuchkapitelGerätekunde
B978-3-437-48043-0.00005-4
10.1016/B978-3-437-48043-0.00005-4
Die manuelle Blutdruckmessung nach Riva-Rocci
SauerstoffMaskeSauerstoffmaske
SauerstoffBrilleSauerstoffbrille
Elektrische AbsaugeinheitAbsaugeinheit
Mechanische Absaugpumpe
AED mit KlebeelektrodenKlebeelektroden
[E415]
Beschilderung eines öffentlich zugänglichen AED (PAD)
[K313]
a) Umlagern eines Patienten mit der Schaufeltrage, b) Anheben eines Patienten mit der Schaufeltrage
Spineboard mit integriertem Kopffixiersystem, Stifneck und Quergurten
(Kap. 5.1)
Medizinprodukterecht132
Betreiberpflichten133
Anwenderpflichten134
Mess- und Überwachungsgeräte134
Blutdruckmessgerät134
Blutzuckermessgerät135
Pulsoxymeter136
EKG-Gerät137
Kapnometer/Kapnograph137
Fieberthermometer137
Sauerstoffbehandlungsgeräte138
Sauerstoffeinheit138
Beatmungsgerät139
Energiebetriebene Behandlungsgeräte140
Absauggerät140
Defibrillator140
Immobilisationsgeräte/Immobilisationstechniken141
Schaufeltrage141
Spineboard142
Die Gerätekunde thematisiert die Handhabung und die Anwendung von medizinischen Geräten am Patienten durch das Rettungsfachpersonal. Vornehmlich werden diese Geräte im Rettungsdienst zur Diagnostik und/oder Behandlung von Patienten eingesetzt. Damit das Rettungsfachpersonal mit ihnen den bestmöglichen diagnostischen Nutzen und/oder Behandlungserfolg für den Patienten erzielen kann, müssen zunächst die jeweiligen Geräte, ihre Ausführungen und auch ihre Funktion genau bekannt sein.
Das MedizinprodukteRechtMedizinprodukterecht regelt die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz von medizinischen Geräten. Zweck des Medizinprodukterechts ist es, die Sicherheit, Eignung und Leistung der Medizinprodukte sicherzustellen sowie bei der Anwendung von MedizinprodukteMedizinprodukten für die Gesundheit und den erforderlichen Schutz der Patienten, Anwender und Dritter zu sorgen. Die Teile des Medizinprodukterechts, die für das Rettungsdienstpersonal (26.4) wichtig sind, finden sich im MedizinprodukteGesetzGesetzMedizinprodukte-Medizinproduktegesetz (MPG), in der MedizinprodukteBetreiberverordnungMedizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) und in der Medizinprodukte-MedizinprodukteSicherheitsplanverordnungSicherheitsplanverordnung (MPSV).
MedizinprodukteMedizinprodukte sind, neben allen medizinischen Geräten (z. B. EKG-Gerät, Defibrillator, externer Herzschrittmacher, Beatmungsgerät, Sauerstoffeinheit, Absauggerät, Spritzenpumpe, Säuglingsinkubator, Kapnometer, Pulsoxymeter, Blutzuckermessgerät, Thermometer, Blutdruckmessgerät), sämtliche sonstige Produkte und Materialien, die zur Erkennung, Überwachung, Behandlung oder Linderung von Krankheiten oder Verletzungen eingesetzt werden (z. B. medizinische Verbrauchsmaterialien, Stifneck®, KED®-System, Spineboard, Schaufeltrage, Vakuummatratze) und keine Arzneimittel sind.
Sämtliche Medizinprodukte dürfen nur von Personen angewendet werden, die aufgrund ihrer Ausbildung die Gewähr für deren sachgerechte Handhabung bieten (§ 2 Abs. 2 MPBetreibV). Hiervon ist bei ausgebildetem Rettungsdienstpersonal in der Regel auszugehen.
Allerdings ist für die rechtmäßige Anwendung bestimmter Medizinprodukte, z. B. für Defibrillator, externe Herzschrittmacher, Beatmungsgerät, Spritzenpumpe und Säuglingsinkubator, zusätzlich eine spezielle Einweisung in deren sachgerechte Handhabung durch den Hersteller oder durch eine vom Hersteller eingewiesene Person (Medizinprodukte-MedizinprodukteBeauftragterBeauftragter) zwingende Voraussetzung (§ 5 Abs. 2 MPBetreibV). Diese Einweisung hat stets für den konkreten Gerätetyp und die konkrete Softwareversion zu erfolgen. Sie muss in einem sogenannten Medizinproduktebuch dokumentiert werden. Ohne diese zusätzliche Einweisung ist weder das Rettungsfachpersonal noch ein (Not-)Arzt befugt, solche Geräte zu bedienen.
Bestimmte medizinische Geräte dürfen nur nach spezieller Einweisung in den konkreten Gerätetyp und die konkrete Softwareversion durch zur Einweisung berechtigte Personen angewendet werden.
Medizinprodukte dürfen nur für ihren eigentlichen, vom Hersteller festgelegten Zweck angewendet werden. Bei ihrer Anwendung und Instandhaltung müssen Gebrauchsanweisungen sowie sonstige beigefügte sicherheitsbezogene Informationen und Instandhaltungshinweise, die allgemein anerkannten Regeln der Technik sowie Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften beachtet werden (§ 2 Abs. 1 MPBetreibV).
Es ist verboten, Medizinprodukte (z. B. Venenverweilkanülen oder Spritzen) zu verwenden, die Mängel aufweisen oder deren Verfallsdatum abgelaufen ist (§ 4 Abs. 1 und § 14 Satz 2 MPG).
Der Gebrauch von abgelaufenen oder mangelhaften Medizinprodukten ist verboten!
Soweit es der Zustand des Patienten erlaubt, muss sich das Rettungsfachpersonal vor jedem Gebrauch eines Medizinprodukts, zumindest aber bei jedem Dienstbeginn sowie nach jeder Anwendung und Instandhaltung von dessen Funktionsfähigkeit und ordnungsgemäßem Zustand überzeugen (§ 2 Abs. 5 MPBetreibV).
Die Instandhaltung (Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Aufbereitung) von Medizinprodukten darf nur von Personen durchgeführt werden, die auch speziell hierfür – und nicht nur für die Anwendung – die erforderliche Ausbildung oder Kenntnis und Erfahrung haben (§ 2 Abs. 2 MPBetreibV).
Bei Defibrillatoren, externen Herzschrittmachern, Beatmungsgeräten, Spritzenpumpen, Säuglingsinkubatoren und, wenn vom Hersteller vorgeschrieben, bei anderen Medizinprodukten müssen in den vom Hersteller angegebenen Fristen sicherheitstechnische Kontrollen (STK) durchgeführt werden (§ 6 MPBetreibV).
Besonders in Schnelleinsatzgruppen (SEG) und Katastrophenschutzeinheiten wird immer wieder vernachlässigt, dass für bestimmte Medizinprodukte (z. B. Geräte zur Bestimmung der Körpertemperatur, nichtinvasive Blutdruckmessgeräte und für andere Medizinprodukte, für die es der Hersteller vorgeschrieben hat) regelmäßig messtechnische Kontrollen (MTK) zu veranlassen sind (§ 11 MPBetreibV).
Funktionsstörungen oder Ausfälle von Medizinprodukten (sog. Vorkommnisse) müssen unverzüglich an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Bundesinstitut für Arzneimittel und MedizinprodukteMedizinprodukte (BfArM) gemeldet werden, wenn das aufgetretene Problem unmittelbar oder mittelbar zum Tod oder zu einer erheblichen Verschlechterung des Gesundheitszustands eines Patienten, eines Anwenders oder einer anderen Person geführt hat, geführt haben könnte oder führen könnte (§§ 3 Abs. 2 i. V. m. § 2 Nr. 1 und § 5 Abs. 2 MPSV). Ein Formular für solche Vorkommnis-Meldungen ist unter www.bfarm.de abrufbar.
Verstöße gegen das Medizinprodukterecht werden als Ordnungswidrigkeiten mit Geldbußen oder als Straftaten mit Geldstrafen oder Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren geahndet. Auch können sie zu weiteren straf- und haftungsrechtlichen Konsequenzen führen, wenn dadurch Patienten zu Schaden kommen (31.2.1 und 31.331.2.131.3). Aufgrund häufiger Missachtungen des Medizinprodukterechts in der Vergangenheit haben die zuständigen Behörden angekündigt, die Einhaltung des Medizinprodukterechts zukünftig überhaupt bzw. strenger überwachen zu wollen.
Das Medizinprodukterecht unterscheidet zwischen Pflichten, denen die Betreiber, und Pflichten, denen die Anwender eines Medizinprodukts nachkommen müssen.
Betreiber eines Medizinprodukts ist derjenige, der die tatsächliche Sachherrschaft über dieses innehat. Im Rettungsdienst ist also der Arbeitgeber oder Dienstherr des Rettungsfachpersonals der Betreiber.
Die MedizinprodukteBetreiberpflichtenBetreiberpflichten werden in den meisten medizinischen Einrichtungen jedoch nicht vom Betreiber (Inhaber bzw. Geschäftsführer, Vereinsvorstand oder Behördenleiter als Repräsentant des Betreibers) selbst wahrgenommen, sondern im Auftrag des Betreibers von einer durch diesen bestellten und dafür besonders ausgebildeten Person, dem Medizinprodukte-MedizinprodukteBeauftragterBeauftragten.
Die wichtigsten Betreiberpflichten sind:
Mit der Anwendung von Medizinprodukten dürfen nur Mitarbeiter beauftragt werden, die für die jeweiligen Medizinprodukte die erforderliche Ausbildung haben (§ 2 Abs. 4 MPBetreibV).
Einweisung der Anwender in die Medizinprodukte und Dokumentation dieser Einweisungen.
Aufbewahrung der Gebrauchsanweisungen und der dem Gerät beigefügten (Sicherheits-)Hinweise so, dass jeder Anwender diese während seiner Dienstzeit einsehen kann.
Führen von Medizinproduktebüchern für fast alle (es gibt einzelne Ausnahmen) energetisch betriebenen Medizingeräte und für diejenigen, die messtechnischen Kontrollen unterliegen (§ 7 MPBetreibV).
Führen eines Bestandsverzeichnisses für alle energetisch betriebenen Medizingeräte (§ 8 MPBetreibV).
Durchführung bzw. Veranlassung der Geräteinspektionen in den vom Hersteller vorgeschriebenen Intervallen.
Durchführung bzw. Veranlassung der sicherheits- oder messtechnischen Kontrollen innerhalb der vorgeschriebenen Fristen.
Mit der Instandhaltung (Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Aufbereitung) von Medizinprodukten dürfen nur Personen und Betriebe beauftragt werden, die hierfür u. a. die erforderliche Sachkenntnis haben (§ 3 Abs. 2 und § 4 Abs. 1 MPBetreibV).
Unverzügliche Meldung von Funktionsstörungen oder Ausfällen von Medizinprodukten an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, wenn das aufgetretene Problem unmittelbar oder mittelbar zum Tod oder zu einer erheblichen Verschlechterung des Gesundheitszustands eines Patienten, eines Anwenders oder einer anderen Person geführt hat, geführt haben könnte oder führen könnte.
Anwender eines MedizinprodukteAnwenderpflichtenMedizinprodukts ist jeder, der dieses tatsächlich handhabt. Im Rettungsdienst sind also das Rettungsfachpersonal und Notärzte Anwender.
Die wichtigsten Anwenderpflichten sind:
Sämtliche Medizinprodukte dürfen nur angewendet werden, wenn die Anwendung sicher beherrscht wird. Falls hierfür erforderlich, muss sich der Anwender um eine (Wiederholungs-)Einweisung kümmern.
Defibrillatoren, externe Herzschrittmacher, Beatmungsgeräte, Spritzenpumpen und Säuglingsinkubatoren dürfen nur angewendet werden, wenn eine Einweisung in den konkreten Gerätetyp und die konkrete Softwareversion durch eine dazu berechtigte Person (z. B. Medizinprodukte-Beauftragter) erfolgt ist.
Medizinprodukte stets gemäß den Vorschriften der Gebrauchsanweisung, den sonstigen sicherheitsbezogenen Informationen und den Instandhaltungshinweisen anwenden und instand halten, unter sorgfältiger Beachtung der allgemein anerkannten Regeln der Technik sowie der Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften.
Zu jedem Dienstbeginn, vor jeder Anwendung – soweit es der Zustand des Patienten erlaubt –, nach jeder Anwendung und nach jeder Instandhaltung eines medizinischen Geräts dessen ordnungsgemäßen Zustand und seine Funktionsfähigkeit überprüfen.
Abgelaufene Medizinprodukte dürfen nicht mehr angewendet werden.
Ein medizinisches Gerät, dessen Frist für die nächste sicherheits- oder messtechnische Kontrolle abgelaufen ist, darf nicht mehr gebraucht werden!
Werden Mängel oder Funktionsstörungen festgestellt oder besteht ein Verdacht hierauf, Gerät sofort außer Betrieb nehmen und deutlich als defekt kennzeichnen. Gerät keinesfalls mehr anwenden!
Mängel und Funktionsstörungen sind umgehend dem Vorgesetzten und dem innerbetrieblichen Geräteverantwortlichen (z. B. Medizinprodukte-Beauftragten) mitzuteilen.
Unverzügliche Meldung von Funktionsstörungen oder Ausfällen von Medizinprodukten an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, wenn das aufgetretene Problem unmittelbar oder mittelbar zum Tod oder zu einer erheblichen Verschlechterung des Gesundheitszustands eines Patienten, eines Anwenders oder einer anderen Person geführt hat, geführt haben könnte oder führen könnte (diese Pflicht gilt für Betreiber und Anwender).
Die Instandhaltung (Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Aufbereitung) von Medizinprodukten darf nur von Anwendern übernommen werden, die vom Betreiber damit beauftragt wurden und auch für die Instandhaltung – und nicht nur für die Anwendung – die erforderliche Ausbildung oder Kenntnis und Erfahrung haben.
Zur manuellen Blutdruckmessung nach Riva-Rocci (RR)Blutdruckmanuelle Messung wird eine Luftmanschette um den Oberarm gelegt. Unter Tasten des Pulses an der A. radialis (Abb. 3.5) wird die Manschette rasch mit Luft aufgepumpt. Wenn das Gefäß durch den Manschettenluftdruck verschlossen ist, kann kein Blut mehr passieren. Daher ist kein Puls mehr tastbar. Anschließend wird der Luftdruck der Manschette langsam (ca. 5 mmHg pro Sekunde) mithilfe einer Ablassschraube so weit abgesenkt, bis der systolische Blutdruck, also das Blutdruckmaximum, in der Lage ist, für einen kurzen Moment das Gefäß ein wenig gegen den Manschettenluftdruck zu öffnen, sodass Blut hindurchströmt. Mithilfe eines Stethoskops (akustische oder auskultatorische Blutdruckmessung) sind die entsprechenden Strömungsgeräusche in der Ellenbogenbeuge zu hören (Korotkow-Geräusche). Der Manschettendruck ist daher in diesem Moment etwa gleich dem systolischen Druck in dem betreffenden Gefäß (Abb. 5.1).
Lässt man den Manschettendruck weiter absinken, so dehnt der systolische Blutdruck das Gefäß auf seine ursprüngliche Weite. Nach Beendigung der Systole kollabiert das Gefäß zunächst jedoch wieder. Erniedrigt man den Manschettendruck weiter, so ist irgendwann auch der diastolische Blutdruck in der Lage, das Gefäß offen zu halten. Dann sind normalerweise keine Geräusche mehr hörbar. Der Punkt, an dem die Strömungsgeräusche verschwinden, entspricht in etwa dem diastolischen Blutdruck.
In Situationen, in denen zügig eine grobe Beurteilung der Kreislaufsituation erfolgen soll oder eine laute Umgebung das Arbeiten mit dem Stethoskop unmöglich macht, wird die sogenannte palpatorische Blutdruckpalpatorische MessungBlutdruckmessung durchgeführt. Dabei wird beim langsamen Ablassen des Manschettendrucks nicht die Ellenbeuge abgehorcht (auskultiert), sondern weiterhin der Puls an der A. radialis getastet (palpiert). In dem Moment, in dem erstmals wieder ein Pulsschlag gefühlt werden kann, ist der systolische Druck erreicht und die Messung kann beendet werden. Das palpatorische Messverfahren liefert daher nur den systolischen Blutdruckwert.
Viele Rettungswagen verfügen heute über oszillometrische Blutdruckoszillometrische MessungBlutdruckmessgeräte. Diese Geräte funktionieren vollautomatisch, d. h., der Anwender legt lediglich die Druckmanschette am Arm des Patienten an und startet die Messung über das Gerät. Aufblasen der Manschette, Ablassen des Drucks und Registrierung der Pulswelle werden von der Elektronik gesteuert. Das Messergebnis wird auf einem Monitor angezeigt.
Nachteile dieser Technik sind die relativ lange Dauer (ca. eine Minute) und vor allem die Störanfälligkeit der Messung. Da das Gerät die Pulswelle über Druckschwankungen in der Manschette misst, funktioniert die Messung nur bei bewegungs- und erschütterungsfreier Lagerung des Armes, also regelmäßig nicht auf dem Transport und häufig auch nicht bei Herzrhythmusstörungen. Aus diesem Grund lässt sich das Verfahren nicht bei unruhigen Patienten und nur eingeschränkt während der Fahrt einsetzen.
Die gebräuchlichen Blutdruckmessgeräte zeigen den Blutdruck in der Maßeinheit mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) an.
Zur schnellen BlutzuckerBestimmungBestimmung des Blutzuckergehalts (BZ-Wert) sind zahlreiche mobile Messgeräte auf dem Markt. Die Bedienung der Geräte richtet sich nach den Angaben des jeweiligen Herstellers.
Üblicherweise wird ein Blutzuckerteststreifen in das Gerät eingesteckt und ein Tropfen Kapillarblut aufgebracht. Bei einigen Testgeräten muss der Blutstropfen an die Spitze des eingesteckten Teststreifens gehalten werden, wo der Blutstropfen durch Kapillarkräfte der Teststreifenspitze aufgesogen wird. Auch aus dem Metallmandrin einer Venenverweilkanüle kann genug Blut zur Blutzuckermessung gewonnen werden (der so erhaltene Messwert ist nur unwesentlich niedriger als bei der Messung von Kapillarblut). Hierzu wird der hintere Verschlusskonus abgenommen und einfach wieder aufgesteckt. Dadurch entweicht am vorderen Ende der Nadel ein ausreichend großer Tropfen Blut (Abb. 5.2). Nach ca. 3–5 Sekunden zeigt das Gerät den BZ-Wert auf einer Digitalanzeige an. Maßeinheit ist in der Regel mg/dl, eher selten mmol/l (einfache Umrechnung: mmol × 18 = mg/dl). Der Messbereich liegt bei den im Rettungsdienst verwendeten Modellen etwa zwischen 20 und 500–800 mg/dl. Liegt der Glukosegehalt außerhalb des Messbereichs, so zeigen die Geräte die Unter- oder Überschreitung der Messgrenzen an (z. B. „low/high“).
Das Hämoglobin (3.1.4) ändert bei Aufnahme von Sauerstoff seine Farbe (von dunkelrot nach hellrot). Daher kann mit einem Sensor die Stärke der Absorption eines Lichtstrahls im Kapillargewebe gemessen und daraus die Sauerstoffsättigung (3.2.8) des Blutes berechnet werden. Außerdem ändert sich der Sauerstoffgehalt des Kapillarblutes im Rhythmus des Pulsschlages, sodass mit demselben Messgerät (Abb. 5.3) gleichzeitig die Pulsfrequenz bestimmt werden kann. Aus diesem Grund bezeichnet man dieses Verfahren als Pulsoxymetrie, das Messgerät als Pulsoxymeter.
Die PulsOxymetriePulsoxymetrie ist ein einfaches, schnelles und nichtinvasives Messverfahren: Der Sensor muss lediglich an einem schmalen und relativ gut mit Licht durchstrahlbaren Körperteil (Finger, bei Bedarf auch Ohrläppchen, Nasenrücken oder Fußsohle bei Kindern) angebracht werden. Nach wenigen Sekunden können Pulsfrequenz (in Schlägen/min) und Sauerstoffsättigung des Hämoglobins (in % SpO2) am Gerät abgelesen werden.
Die Aussagekraft der SauerstoffsättigungMessung derSauerstoffsättigungsmessung kann jedoch durch zahlreiche Faktoren beeinflusst werden. Periphere Durchblutungsstörungen (z. B. Schock), Anämie (Mangel an Erythrozyten), eine Kohlenmonoxidvergiftung, Verunreinigungen der Haut oder lackierte Fingernägel führen zu einer veränderten Lichtabsorption im Gewebe, sodass die angezeigten Werte verfälscht werden.
Spezielle Pulsoxymeter, deren Sensor über mehr als die herkömmlichen zwei Wellenlängen verfügt, sind allerdings in der Lage, durch Kohlenmonoxid (CO) blockiertes Hämoglobin (CO-Hb) von normalem (mit Sauerstoff beladenem) Hämoglobin zu unterscheiden und bei einer CO-Vergiftung sowohl die korrekte Sauerstoffsättigung als auch den CO-Hb-Wert anzuzeigen.
Die bei der Erregungsausbreitung und -rückbildung im Herzen entstehenden Spannungsunterschiede (3.1.1) können mit einem empfindlichen Messgerät, dem EKG-EKGGerätGerät (Abb. 5.4), von der Körperoberfläche abgeleitet werden (7.1, 7.2). Dazu werden EKG-Elektroden auf die Haut aufgeklebt und mittels eines Verbindungskabels an das EKG-Gerät angeschlossen. Man erhält als Spannungs-Zeit-Kurve eine charakteristische Herzspannungskurve, ein Elektrokardiogramm (EKG). Einem EKG kann man Herzfrequenz, -rhythmus, -erregungsbildung, -ausbreitung und -rückbildung entnehmen (7.3, 7.4, 7.5). Allerdings veranschaulicht ein EKG nur die elektrische Aktivität der Herzfasern, sagt jedoch nichts über die tatsächliche Auswurfleistung des Herzens (7.5.1, pulslose elektrische Aktivität) aus.
In den meisten Rettungsmitteln finden sich heute leistungsstarke 12-Kanal-EKG-Geräte, die parallel zwölf verschiedene EKG-Ableitungen (7.2.3) ermöglichen. Diese sind zudem mit Drucker, Speicher und teilweise auch mit Telemetrie-Vorrichtungen ausgestattet.
Kapnometer/Kapnograph
Kohlendioxid (CO2) ist das Stoffwechselendprodukt, das über die Atemluft ausgeatmet wird (3.2). Der Kohlendioxidanteil in der Ausatemluft eines Patienten kann mithilfe eines Photosensors gemessen werden, der beim beatmeten Patienten zwischen Endotrachealtubus und Beatmungsventil eingefügt wird. Dieses Messverfahren wird Kapnometrie genannt. Kapnometer zeigen die endexspiratorische CO2-Konzentration (EtCO2) an, die meisten in der Maßeinheit mmHg, manche in Volumen-Prozent (Vol.-%). Ein Kapnograph stellt die exspiratorische CO2-Konzentration über die gesamte Atemphase in einer Kurve, einem Kapnogramm, dar.
Die KapnometrieKapnometrie bzw. Kapnografie hilft bei der Beurteilung des Gasaustausches in den Lungenbläschen und lässt sicher erkennen, ob sich der Endotrachealtubus in der Trachea oder in der Speiseröhre befindet. Der weitere Nutzen der Kapnometrie liegt in der Möglichkeit einer kontinuierlichen Überwachung beatmeter Patienten und deren Kontrolle bezüglich einer ausreichenden Lungenbelüftung. Daher ist die Kapnometrie bei intubierten Patienten immer anzuwenden, sowohl im Rahmen der Polytraumaversorgung als auch bei der Reanimation.
Grundsätzlich wird zwischen zentraler Körpertemperatur (Kerntemperatur) und peripherer Körpertemperatur (Schalentemperatur) unterschieden. Im Rettungsdienst wird die Messung der Körperkerntemperatur angestrebt, weil von der Kerntemperatur die Funktion der lebenswichtigen Organe entscheidend abhängt. Die normale KörperkerntemperaturKörperkernTemperatur des gesunden Menschen schwankt zwischen 36,5 °C und 37,5 °C.
Zur TemperaturmessungTemperaturMessung stehen im Rettungsdienst mehrere Methoden bzw. Messgeräte zur Verfügung:
Ohrthermometer (äußerer Gehörgang, Kerntemperatur)
Stirnelektrode (annähernd Kerntemperatur)
FieberthermometerFieberThermometer:
Axillar (unter der Achsel, Schalentemperatur: Axillar gemessene Werte liegen etwa 1 °C unter der Kerntemperatur)
Inguinal (in der Leiste, Schalentemperatur)
Sublingual (unter der Zunge, annähernd Kerntemperatur).
Thermometer, die im Rettungsdienst Verwendung finden, sollten den Messbereich zwischen 26,0 °C und 42,0 °C abdecken.
Sauerstoffbehandlungsgeräte
SauerstoffBehandlungsgeräteEine SauerstoffEinheitSauerstoffeinheit besteht aus einer Sauerstoffflasche, einem aufgesetzten Druckminderer mit Manometer und einem Durchflussregler.
Druckgasflaschen, die verdichteten Sauerstoff für den medizinischen Gebrauch enthalten, sind seit einiger Zeit vollständig weiß lackiert und entsprechend beschriftet. Im Rettungsdienst sind für tragbare Sauerstoffeinheiten und Beatmungsgeräte 2-Liter-Flaschen sowie für fest in den Fahrzeugen installierte Sauerstoffeinheiten 10-Liter-Flaschen am weitesten verbreitet.
In einer vollen Gasflasche steht der Sauerstoff unter einem Druck von 200 bar. Den in einer Sauerstoffflasche bestehenden Druck kann man am Manometer (in der Einheit bar) ablesen. Um den Inhalt und die Verfügbarkeit an Sauerstoff zu berechnen, wird das Volumen der Flasche mit dem in der Flasche bestehenden Druck multipliziert. Das heißt: In einer 10-Liter-Flasche befinden sich bei einem Druck von 200 bar 2.000 Liter Sauerstoff, „zusammengedrückt“ auf ein Volumen von 10 Litern.
Der Inhalt einer SauerstoffflascheInhaltsberechnungSauerstoffflasche wird durch die Multiplikation des Volumens mit dem Druck berechnet:
Flascheninhalt = Volumen × Druck
Über den Druckminderer wird der hohe Druck des Sauerstoffs in der Flasche von bis zu 200 bar auf den normalen Umgebungsdruck von 1 bar gemindert. Nur so kann der Sauerstoff gefahrlos dem Patienten zugeführt werden.
Der Sauerstoff wird dem Patienten über ein Sauerstoffinhalationsgerät verabreicht. Die im Rettungsdienst gebräuchlichen Sauerstoffinhalationsgeräte sind die Sauerstoffmaske mit oder ohne Reservoir sowie die Sauerstoffbrille (Abb. 5.5 und Abb. 5.6).
Über eine Sauerstoffmaske müssen mindestens 6 l Sauerstoff/min verabreicht werden, sonst kommt es zu einer CO2-Anreicherung in der Maske.
Jede Sauerstoffeinheit verfügt über einen Durchflussregler, mit dem die Sauerstoffmenge, die pro Minute durch das Inhalationsgerät fließt, eingestellt werden kann. Diese Menge O2 pro Minute nennt man Sauerstoff-Flow oder Flussrate, z. B. 6 Liter pro Minute.
Sind die in der Gasflasche vorhandene (Rest-)Sauerstoffmenge und die indizierte Flussrate bekannt, kann ausgerechnet werden, wie lange der Sauerstoff zur Inhalations- oder Beatmungstherapie ausreicht. So werden z. B. 2.000 l O2 bei einer Flussrate von 4 l/min in 500 Minuten verbraucht, bei einer Flussrate von 12 l/min in 166 Minuten.
Der Zeitraum der Sauerstoffverfügbarkeit wird über die Division des Flascheninhaltes durch die Flussrate ermittelt:
Zeitraum der Sauerstoffverfügbarkeit = Flascheninhalt/Flussrate
Wegen des hohen Innendrucks sind beim Umgang mit SauerstoffflascheSicherheitsregelnSauerstoffflaschen folgende Sicherheitsregeln zu beachten:
Nur hierfür geschulte oder eingewiesene Personen dürfen mit Sauerstoff umgehen.
Sauerstoffflaschen stets gegen Umfallen, Herunterfallen, Verrutschen und Umherrollen sichern (z. B. mit Ketten oder Bügeln).
Sauerstoffflaschen niemals werfen.
Beim Transport/Tragen der großen Sauerstoffflaschen Flaschenventile stets mit Schutzkappen schützen.
Sauerstoffflaschen vor Erwärmung (über 50 °C) und Sonneneinstrahlung schützen.
Keinesfalls rauchen, offenes Feuer oder Zündquellen in der Nähe (Brand- und Explosionsgefahr!).
Dichtungen und Gewinde nicht einfetten, nicht einölen und nicht mit unbedeckten Fingern berühren; diese müssen stets absolut fett- und ölfrei sein (Fett- oder Ölspuren können bei Anwesenheit von unter Druck stehendem Sauerstoff explosionsartig verbrennen)!
Gewinde immer nur handfest anziehen.
Die Handräder von Sauerstoffflaschen nur von Hand betätigen und nur langsam öffnen. Ventilöffnung und Handrad immer vom Körper weg gerichtet halten.
Verstellbare Druckminderer müssen stets vollständig geöffnet (entlastet) sein, bevor die Sauerstoffflasche am Handrad durch Aufdrehen geöffnet wird. Der Druckminderer darf erst nach dem Öffnen der Sauerstoffflasche entsprechend der benötigten Flussrate zugedreht werden.
Nach Gebrauch stets das Flaschenventil mit dem Handrad schließen (und nicht den Druckminderer).
Beim mobilen Einsatz von Sauerstoffflaschen Schutzmaßnahmen gegen Beschädigungen am Ventil treffen (z. B. speziell gepolsterte Sauerstoffkoffer oder -taschen benutzen).
Sauerstoffflaschen niemals vollständig entleeren, sondern sie bereits bei einem Restdruck von ca. 10 bar auswechseln und füllen lassen. Der Restdruck sorgt dafür, dass keine Luftfeuchtigkeit eindringen kann und die innere Oberfläche der Druckgasbehälter unbeschädigt bleibt.
Beim Lösen von Gewinden vor Zuhilfenahme von Werkzeug kontrollieren, ob das System wirklich drucklos ist.
TÜV-Fristen der Sauerstoffflaschen beachten (Überprüfung alle 10 Jahre vorgeschrieben).
Verfallsdatum des medizinischen Sauerstoffs beachten (maximal 3 Jahre ab Fülldatum).
Mehrere spektakuläre, lebensgefährliche Explosionen in den letzten Jahren, deren Ursachen zunächst unerklärlich schienen, wurden letztlich auf einen zu sorglosen Umgang mit Sauerstoffflaschen im Rettungsdienst zurückgeführt. Mangels anderer auffindbarer Ursachen wird vermutet, dass die Sicherheitsregeln nicht sorgfältig genug beachtet wurden, z. B. dass die Dichtungen und Gewinde nicht absolut fett- und ölfrei oder/und die Druckminderer beim Öffnen der Sauerstoffflaschen geschlossen waren.
BeatmungGeräteBeatmungsgeräte werden im Rettungsdienst überwiegend eingesetzt, um die fehlende oder im Rahmen einer Narkose ausgeschaltete Eigenatmung eines Patienten zu ersetzen. Dafür ist es erforderlich, den Beatmungsschlauch des Beatmungsgeräts über einen Endotrachealtubus mit den Atemwegen des Patienten zu verbinden (12.1). Das Beatmungsgerät übernimmt dann die Atemtätigkeit durch ein abwechselndes Hineindrücken und Ablassen von Atemluft mit einem hohen Sauerstoffanteil. Dieser Sauerstoff aus der Sauerstoffdruckflasche dient dabei nicht nur als Atemgas, sondern auch als Betriebsmittel zum Antrieb des Beatmungsgeräts (pneumatische Steuerung). Die gewünschten Beatmungsparameter (12.3.2) werden am Beatmungsgerät eingestellt, bei Notfall-Beatmungsgeräten meist über Drehregler oder bildschirmgesteuerte Multifunktionsknöpfe.
Energiebetriebene Behandlungsgeräte
Mit Absauggeräten lässt sich ein Unterdruck erzeugen, mit dessen Hilfe Flüssigkeiten oder Sekrete durch Absaugkatheter schnell aus bestimmten Regionen des menschlichen Körpers entfernt werden können. Sie sind in verschiedenen Ausführungen sowohl elektrisch als auch mechanisch betrieben erhältlich. Elektrisch betriebene AbsaugpumpeAbsaugpumpen (Abb. 5.7) finden als tragbare oder stationär im RTW eingebaute Geräte Verwendung, mechanisch betriebene (Abb. 5.8) vor allem als kleine, handliche und wartungsarme Geräte zum Mitführen im Notfallkoffer.
An den Saugschlauch der Absaugpumpe werden ein steriler Absaugkatheter geeigneter Dicke und ein Fingertip-AbsaugunterbrecherAbsaugunterbrecher als Verbindung angeschlossen. Bei jedem aspirationsgefährdeten Patienten muss eine Absaugbereitschaft sichergestellt werden, d. h., das Absauggerät ist in greifbarer Nähe am Kopf des Patienten zu platzieren, der Schlauch einsatzbereit abzurollen, der Absaugkatheter ist anzuschließen und das Gerät auf volle Funktionstüchtigkeit zu prüfen.
Ein DefibrillatorDefibrillator (Abb. 5.9) ist ein Gerät zur Erzeugung elektrischer Impulse zur Therapie verschiedener lebensbedrohlicher HerzrhythmusstörungenDefibrillatorHerzrhythmusstörungen (7.5.2 und 8.2.47.5.28.2.4). Um diese zu beenden, kann er einen Stromstoß durch den Brustkorb des Patienten an den Herzmuskel abgeben. Dazu werden zwei Elektroden am Brustkorb des Patienten angebracht (8.2.4). Je nach Gerät stehen entweder selbstklebende Elektroden oder sogenannte Paddle-Elektroden, die mit Kontaktgel versehen und auf den Brustkorb aufgepresst werden müssen, zur Verfügung.
Es werden drei Arten von Defibrillatoren unterschieden:
Bei den manuellen Geräten muss die Herzrhythmusstörung vom Gerätebediener selbstständig diagnostiziert werden. Er muss entscheiden, ob und mit welcher Stromstärke eine Defibrillation erforderlich ist. Manuelle Geräte dürfen grundsätzlich nur von Notärzten angewendet werden, in Notkompetenz auch von dafür geschultem Rettungsfachpersonal (31.1.3).
Halbautomatische Geräte (automatisierte externe automatisierter externer DefibrillatorDefibrillatoren, AED) sind in der Lage, die Herzrhythmusstörung nach Anlage der Defibrillationselektroden elektronisch zu analysieren, und geben dem Bediener für das weitere Vorgehen optisch und akustisch Anweisungen. Der Gerätebediener muss lediglich den Anweisungen eines Sprachprogramms folgen und die Defibrillation per Knopfdruck auslösen.
Zur Erreichung einer möglichst frühzeitigen (Laien-)Defibrillation sind mittlerweile in zahlreichen öffentlich zugänglichen Gebäuden (z. B. Flughäfen, U-/S-Bahn-Stationen, Stadien, Schwimmbädern, Fitnessstudios, Einkaufszentren, Behörden-Gebäuden und Banken) öffentlich zugängliche AEDs (Public-Access-Public-Access-DefibrillatorDefibrillatoren, PAD) installiert worden. Diese sind entsprechend ausgeschildert (Abb. 5.10).
Mittlerweile gibt es bereits AEDs als vollautomatische Geräte ohne Schocktaste. Der Bediener wird wie beim halbautomatischen AED mit Sprachanweisungen durch den Notfall begleitet. Nach Anlage der Defibrillationselektroden ermittelt der vollautomatische AED die individuelle Impedanz (den Widerstand) eines jeden Patienten und errechnet durch ein spezielles Messverfahren die notwendige Schockintensität. Die patientenspezifische Schockabgabe erfolgt anschließend vollautomatisch, d. h. ohne Betätigung eines Druckknopfes durch den Bediener. Die vollautomatische Schockabgabe verhindert ein Zögern des Benutzers.
Immobilisationsgeräte/Immobilisationstechniken
Die SchaufeltrageSchaufeltrage eignet sich zur Umlagerung eines liegenden, gehunfähigen Patienten. Sie ist eine zweiteilige, in der Länge verstellbare, starre Tragehilfe und aus Kunststoff oder Aluminium in Leichtbauweise gefertigt. Ursprünglich wurde sie entwickelt, um Patienten mit Verdacht auf Wirbelsäulenverletzungen schonend und sachgerecht umzulagern. Aufgrund der einfachen Handhabung und ihrer Vielseitigkeit ist die Schaufeltrage eine wirksame Tragehilfe. Die schaufelförmigen Zangen bieten die Möglichkeit, durch schonendes Unterführen der Seitenteile unnötige Manipulationen zu vermeiden. Die Schaufeltrage ist kopf- und fußseitig zu öffnen und zu verschließen. Durch ihr geringes Eigengewicht und ihre Steifigkeit reichen zwei Helfer zum schonenden und achsengerechten Überheben des Patienten auf die Krankentrage aus.
Durchführung der Umlagerung mit der Schaufeltrage
Die Schaufeltrage wird flach neben den Patienten gelegt. Das schmale Teil zeigt fußwärts, das breite kopf- und brustwärts. Die Länge wird patientengerecht eingestellt. Nun wird die Arretierung kopf- und fußseitig gelöst und die Tragehälften werden beidseitig dicht an den Patienten angelagert. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Tragehälfte nicht über den Patienten, sondern um ihn herum gegeben wird. Beide Helfer treten zunächst an eine Patientenseite und fassen den Körper jeweils an Becken und Unterschenkel sowie im Bereich von Lenden und Schultern. Ein dritter Helfer hält ggf. den Kopf. Der Körper wird nur minimal achsengerecht abgehoben und die Tragehälfte schonend bis zum Rand untergeschoben. Dasselbe Vorgehen erfolgt nun auf der Gegenseite. Zum Schluss wird die Trage verriegelt, beginnend von der Kopfseite (Abb. 5.11).
Ein weiteres Gerät, das in den letzten Jahren immer mehr Verbreitung im Rettungsdienst, der technischen Rettung, der Wasserrettung und auch im Katastrophenschutz findet, ist das SpineboardSpineboard.
Das Spineboard besitzt eine glatte Oberfläche und ist mit zahlreichen Griffen ringsherum versehen. Hergestellt wird es entweder aus Holz oder Kunststoff. Für die Transportsicherung bzw. Fixierung des Patienten werden verschiedene Systeme, vom einfachen Gurtsystem bis hin zur Kopffixierung und Fixierspinnen mit mehreren Quer- und einem Längsgurt, angeboten (Abb. 5.12).
Zur Lagerung des Patienten auf dem Spineboard werden mindestens drei Helfer benötigt. Das Brett wird flach neben den Patienten gelegt, sodass es ihn um ca. eine Kopflänge überragt. Der Teamführer sichert den Kopf des Patienten über den gesamten Zeitraum. Die beiden Teampartner knien auf der brettabgewandten Seite des Patienten und drehen ihn achsengerecht um etwa 90 Grad auf die Seite. Nun wird das Spineboard, ggf. von einem weiteren Helfer, hinter dem Rücken des Patienten senkrecht aufgestellt. Anschließend wird der Patient zusammen mit dem Spineboard in Rückenlage gedreht und durch achsengerechtes Ziehen kopfwärts und zur Brettmitte gezogen. Die Fixierung erfolgt mit den oben erwähnten Gurtsystemen oder der Fixierspinne.
Spineboards können eine sinnvolle Ergänzung zu bereits vorhandenen Rettungsgeräten wie z. B. der Schaufeltrage darstellen. Vorteile bieten sie auf unbefestigtem Untergrund oder durch Wegfall einer zeitaufwendigeren Umlagerung auf eine Vakuummatratze, da der Patient bis ins Krankenhaus auf dem Spineboard fixiert verbleiben kann.
Nennen Sie zehn Beispiele für Medizinprodukte. (5.1)
Was müssen Sie bei der Anwendung von Medizinprodukten beachten? (5.1 u. 5.1.2)
Welche Kreislaufparameter können Sie mithilfe eines Pulsoxymeters bestimmen? (5.2.3)
Was kann man einem EKG entnehmen? (5.2.4)
Über was sagt ein EKG nichts aus? (5.2.4)
Was misst ein Kapnometer? (5.2.5)
Wie viel Liter Sauerstoff pro Minute müssen einem Patienten über eine Sauerstoffmaske mindestens verabreicht werden? (5.3.1)
Eine 2-Liter-Sauerstoffflasche hat einen Restdruck von 80 bar. Wie viel Liter Sauerstoff befinden sich noch in der Flasche? (5.3.1)
Wie lange können Sie mit einer Sauerstoffflasche reanimieren, in der sich noch 180 Liter Sauerstoff befinden, wenn für einen konkreten Patienten (über Endotrachealtubus/Beatmungsbeutel mit Sauerstoffreservoir) 12 l O2/min benötigt werden? (5.3.1)
Welche Sicherheitsregeln müssen Sie beim Umgang mit Sauerstoffflaschen beachten? (5.3.1)
Wie gehen Sie beim Absaugen von Sekret aus dem Mund-Rachen-Raum vor? (5.4.1)