Source: https://www.hensche.de/urteile-und-kommentare-zum-thema-diskriminierungsverbote-behinderung.html
Timestamp: 2020-08-15 04:37:41
Document Index: 319085949

Matched Legal Cases: ['§ 84', '§ 1', '§ 81', 'BGH', 'EuG', 'EuG', '§ 81']

Urteile und Kommentare: Diskriminierungsverbote - Behinderung - HENSCHE Arbeitsrecht
Ur­tei­le und Kom­men­ta­re: Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bo­te - Be­hin­de­rung
Ur­teil­s­an­mer­kun­gen zum The­ma Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bo­te - Be­hin­de­rung von 2007 bis heu­te: Hen­sche Rechts­an­wäl­te, Kanz­lei für Ar­beits­recht
Un­ser Rechts­an­walts­team kom­men­tiert seit 2001 lau­fend ak­tu­el­le Ur­tei­le und wich­ti­ge Ge­set­zes­än­de­run­gen zum Ar­beits­recht, un­ter an­de­rem zum The­ma Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bo­te - Be­hin­de­rung.
16.09.2016. Das neue Bun­des­teil­ha­be­ge­setz (BTHG) soll die In­te­gra­ti­on von Men­schen mit Be­hin­de­rung im Ar­beits­le­ben ver­bes­sern und da­bei der UN-Be­hin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on (UN-BRK) Rech­nung tra­gen: Bun­des­re­gie­rung, Ent­wurf ei­nes Ge­set­zes zur Stär­kung der Teil­ha­be und Selbst­be­stim­mung von Men­schen mit Be­hin­de­run­gen, vom 12.08.2016, Bun­des­rat Drucks. 428/16.
15.08.2016. Je un­ge­nau­er öf­fent­li­che Ar­beit­ge­ber Stel­len­an­for­de­run­gen ab­fas­sen, des­to schwe­rer wird es für sie, sich spä­ter auf die feh­len­de fach­li­che Eig­nung schwer­be­hin­der­ter Stel­len­be­wer­ber zu be­ru­fen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 11.08.2016, 8 AZR 375/15 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
25.04.2016. Schwer­be­hin­der­te Ar­beit­neh­mer wer­den nicht dis­kri­mi­niert, wenn sie in der Pro­be­zeit oh­ne Prä­ven­ti­ons­ver­fah­ren ge­mäß § 84 Abs.1 Neun­tes Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB IX) ge­kün­digt wer­den: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 21.04.2016, 8 AZR 402/14.
01.12.2015. Öf­fent­li­che Ar­beit­ge­ber müs­sen schwer­be­hin­der­te Be­wer­ber auch dann zum Vor­stel­lungs­ge­spräch ein­la­den, wenn die­se ei­nen Eig­nungs­test im Aus­wahl­ver­fah­ren nicht be­ste­hen: Lan­des­ar­beits­ge­richt Schles­wig-Hol­stein, Ur­teil vom 09.09.2015, 3 Sa 36/15
26.05.2014. Wer sich im Be­rufs­le­ben dis­kri­mi­niert sieht, z.B. beim Be­wer­bungs­ver­fah­ren, muss sei­ne An­sprü­che auf Gel­dent­schä­di­gung in­ner­halb von zwei Mo­na­ten ab Kennt­nis der Dis­kri­mi­nie­rung schrift­lich gel­tend ma­chen. Vor ei­ni­gen Ta­gen hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ent­schie­den, dass schon die recht­zei­ti­ge Ein­rei­chung ei­ner Kla­ge bei Ge­richt die Frist wahrt: BAG, Ur­teil vom 22.05.2014, 8 AZR 662/13.
20.12.2013. Vor knapp zwei Jah­ren hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Ber­lin-Bran­den­burg die Kün­di­gungs­schutz- und Ent­schä­di­gungs­kla­ge ei­nes HIV-in­fi­zier­ten Che­misch-tech­ni­schen As­sis­ten­ten ab­ge­wie­sen, der von ei­nem Arz­nei­mit­tel­her­stel­ler we­gen hy­gie­ni­scher Be­den­ken ge­kün­digt wor­den war (LAG Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 13.01.2012, 6 Sa 2159/11). Ges­tern hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) die­se Ent­schei­dung auf­ge­ho­ben und ent­schie­den, dass ei­ne sym­ptom­lo­se In­fek­ti­on mit dem HIV-Vi­rus ei­ne Be­hin­de­rung dar­stellt: BAG, Ur­teil vom 19.12.2013, 6 AZR 190/12.‎
21.02.2012. Wer sich als schwer­be­hin­der­ter Mensch für ei­ne Stel­le im öf­fent­li­chen Dienst be­wirbt, hat ein ge­setz­li­ches Recht auf ein Vor­stel­lungs­ge­spräch. Die­ses Recht soll aber nach ei­ner beim In­nen­mi­nis­te­ri­ums gel­ten­den In­te­gra­ti­ons­ver­ein­ba­rung in be­stimm­ten, ge­setz­lich nicht ge­nann­ten Fäl­len aus­ge­schlos­sen sein. Vor ei­ni­gen Ta­gen hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ent­schie­den, dass die­se In­te­gra­ti­ons­ver­ein­ba­rung das Recht auf ein Vor­stel­lungs­ge­spräch nicht aus­schließt. Sieht der Ar­beit­ge­ber vom Vor­stel­lungs­ge­spräch ab, kann das ei­nen Ent­schä­di­gungs­an­spruch zur Fol­ge ha­ben: BAG, Ur­teil vom 16.02.2012, 8 AZR 697/10.
20.02.2012. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat erst­mals seit Ein­füh­rung des All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­set­zes (AGG) ent­schie­den, dass die Fra­ge nach ei­ner Schwer­be­hin­de­rung un­ter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen zu­läs­sig ist - näm­lich dann, wenn das Ar­beits­ver­hält­nis be­reits sechs Mo­na­te be­steht und da­her der Son­der­kün­di­gungs­schutz für schwer­be­hin­der­te Men­schen greift: BAG, Ur­teil vom 16.02.2012, 6 AZR 553/10.
17.10.2010. Schwer­be­hin­der­te Be­wer­ber dür­fen nicht we­gen ih­rer Be­hin­de­rung bei der Stel­len­be­set­zung be­nach­tei­ligt wer­den. Das folgt aus § 1 All­ge­mei­nes Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) und aus § 81 Abs.2 Neun­tes Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB IX). Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat ent­schie­den, dass es zum Nach­weis ei­ner be­hin­de­rungs­be­ding­ten Dis­kri­mi­nie­rung im All­ge­mei­er be­reits ge­nügt, wenn der Ar­beit­ge­ber nicht zu­sam­men mit der Ar­beits­agen­tur ge­prüft hat, ob die Stel­le mit ei­nem schwer­be­hin­der­ten Be­we­ber be­wetzt wer­den könn­te: BAG, Ur­teil vom 13.10.2011, 8 AZR 608/10
19.08.2011. We­der ei­ne krank­heits­be­ding­ten Kün­di­gung noch ein schlecht oder gar nicht durch­ge­führ­tes be­trieb­li­ches Ein­glie­de­rungs­ma­nage­ment (BEM) sind für sich ge­nom­men In­di­ztat­sa­chen für ei­ne be­hin­de­rungs­be­ding­te Dis­kri­mi­nie­rung. Al­lein auf sol­che Um­stän­de kön­nen be­hin­der­te Ar­beit­neh­mer ei­ne Kla­ge auf Ent­schä­di­gung nicht stüt­zen, so das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) in ei­ner ak­tu­el­len Ent­schei­dung: BAG, Ur­teil vom 28.04.2011, 8 AZR 515/10.
25.02.2011. Das All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) ver­bie­tet, un­ter an­de­rem, Dis­kri­mi­nie­run­gen we­gen ei­ner Be­hin­de­rung. Wer ge­gen die­ses Ver­bot ver­stößt, muss un­ter Um­stän­den Ent­schä­di­gungs­zah­lun­gen leis­ten. Da­bei muss die Dis­kri­mi­nie­rung an­hand von In­di­zi­en glaub­haft ge­macht wer­den. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat nun ent­schie­den, dass ein Ver­stoß ge­gen zwin­gen­de so­zi­al­recht­li­che Ver­fah­rens­vor­schrif­ten sol­che In­di­zi­en sein kön­nen: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 17.08.2010, 9 AZR 839/08.
25.01.2011. Schwer­be­hin­der­te Men­schen wer­den im mo­der­nen Ar­beits­recht in be­son­de­rer Wei­se recht­lich ge­schützt. An­er­kannt ist nun­mehr weit­ge­hend, dass bei ei­ner Ein­stel­lung nur un­ter sehr en­gen Vor­aus­set­zun­gen nach der Be­hin­de­rung ge­fragt wer­den darf. Bei der Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses greift zu­dem ein Son­der-Kün­di­gungs­schutz, d.h. hier muss zu­nächst die Zu­stim­mung des In­te­gra­ti­ons­am­tes ein­ge­holt wer­den. Frag­lich ist, ob der Ar­beit­ge­ber un­ter die­sen Vor­aus­set­zun­gen nach dem Schwer­be­hin­der­ten­sta­tus fra­gen darf, um die Kün­di­gungs­vor­aus­set­zun­gen er­fül­len zu kön­nen: Lan­des­ar­beits­ge­richt Hamm, Ur­teil vom 30.06.2010, 2 Sa 49/10.
28.12.2010. Nach Auf­fas­sung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) ist ein ar­beits­recht­li­cher Rechts­schutz­ver­si­che­rungs­fall bei der be­vor­ste­hen­den Kün­di­gung ei­nes schwer­be­hin­der­ten Ar­beit­neh­mers be­reits dann ge­ge­ben, wenn der Ar­beit­ge­ber beim In­te­gra­ti­ons­amt den An­trag auf Zu­stim­mung zur Kün­di­gung des Be­trof­fe­nen ge­stellt hat. Der Ver­si­che­rungs­schutz er­streckt sich in die­sem Fall auch auf die Ver­hand­lun­gen und den Ab­schluss ei­nes Auf­he­bungs­ver­tra­ges: Bun­des­ge­richts­hof, Be­schluss vom 02.06.2010, IV ZR 241/09.
10/037 Kein Vorstellungsgespräch für schwerbehinderte Bewerber
23.02.2010. In der vor­lie­gen­den Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts (ArbG) Ulm geht es um die Fra­ge, in­wie­weit ein öf­fent­li­cher Ar­beit­ge­ber ei­ge­ne Nach­for­schun­gen an­stel­len muss, ob ein Be­wer­ber schwer­be­hin­dert ist und des­halb zum Vor­stel­lungs­ge­spräch ein­ge­la­den wer­den muss. Ar­beits­ge­richt Ulm, Ur­teil vom 17.12.2009, 5 Ca 316/09.
07.01.2010. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat mit ei­ner Mit­te De­zem­ber 2009 er­gan­ge­nen Ent­schei­dung zu der Fra­ge Stel­lung ge­nom­men, un­ter wel­chen Um­stän­den ein Stel­len­be­wer­ber we­gen ei­ner vom Ar­beit­ge­ber an­ge­nom­me­nen Be­hin­de­rung dis­kri­mi­niert wird: BAG, Ur­teil vom 17.12.2009, 8 AZR 760/08. Da­mit hat das BAG an­ders ent­schie­den als das Be­ru­fungs­ge­richt, das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Mün­chen (Ur­teil vom 08.07.2008, 8 Sa 112/08).
13.10.2009. Ein schwer­be­hin­der­ter Mensch, der sich bei ei­nem öf­fent­li­chen Ar­beit­ge­ber be­wirbt, muss zum Vor­stel­lungs­ge­spräch ein­ge­la­den wer­den, es sei denn, er ist für die Stel­le of­fen­sicht­lich un­ge­eig­net. Ein Ver­stoß des Ar­beit­ge­bers hier­ge­gen führt zu der Ver­mu­tung, dass der Be­wer­ber auf­grund sei­ner Be­hin­de­rung dis­kri­mi­niert wur­de. Of­fen­sicht­lich un­ge­eig­net ist ein Be­wer­ber nach ei­ner Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) je­doch nur dann, wenn er die An­for­de­run­gen der öf­fent­li­chen Stel­len­aus­schrei­bung nicht er­füllt. Ein in­ter­nes An­for­de­rungs­pro­fil des Ar­beit­ge­bers ist un­be­acht­lich. BAG, Ur­teil vom 21.07.2009, 9 AZR 431/08.
08/095 Verbotene Diskriminierung bei Benachteiligung eines Arbeitsnehmers wegen der Behinderung seines Kindes
27.08.2008. Die Richt­li­nie 78/2000/EG schützt Ar­beit­neh­mer ge­gen Dis­kri­mi­nie­run­gen im Er­werbs­le­ben "we­gen ei­ner Be­hin­de­rung". Nach ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs (EuGH) kann ei­ne ver­bo­te­ne Be­nach­tei­li­gung im Sin­ne die­ser Richt­li­nie auch dann vor­lie­gen, wenn der be­nach­tei­lig­te Ar­beit­neh­mer zwar selbst nicht be­hin­dert ist, aber ei­nen be­hin­der­ten An­ge­hö­ri­gen hat, um den er sich küm­mern muss. Führt die­se pri­va­te Be­las­tung zu ei­ner Be­nach­tei­li­gung im Ar­beits­ver­hält­nis, kann ei­ne be­hin­de­rungs­be­ding­te Dis­kri­mi­nie­rung vor­lie­gen: EuGH, Ur­teil vom 17.07.2008, C-303/06 (Cole­man gg. At­triddge Law, Ste­ve Law).
07/21 BAG stärkt Rechte Behinderter. BAG, Urteil vom 03.04.2007 - 9 AZR 823/06
20.06.2007. Das Ver­bot der be­hin­de­rungs­be­ding­ten Dis­kri­mi­nie­rung ge­mäß § 81 Abs.2 Nr.1 und 2 Neun­tes Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB IX) al­te Fas­sung setzt kei­ne Schwer­be­hin­de­rung vor­aus: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 03.04.2007, 9 AZR 823/06.
Wenn Sie Fra­gen im Zu­sam­men­hang mit ei­ner mög­li­cher­wei­se zu Ih­ren Las­ten ge­hen­den und Ih­rem Ar­beit­ge­ber zu­zu­rech­nen­den Dis­kri­mi­nie­rung we­gen ei­ner Be­hin­de­rung ha­ben, be­ra­ten und un­ter­stüt­zen wir Sie ger­ne.
Selbst­ver­ständ­lich un­ter­stüt­zen wir Sie auch bei der Durch­set­zung der aus ei­ner be­hin­de­rungs­be­ding­ten Dis­kri­mi­nie­rung fol­gen­den An­sprü­che. Je nach La­ge des Fal­les bzw. ent­spre­chend Ih­ren Wün­schen tre­ten wir ent­we­der nach au­ßen nicht in Er­schei­nung oder aber wir ver­han­deln in Ih­rem Na­men mit Ih­rem Ar­beit­ge­ber oder mit ei­nem Ver­tre­ter der Ge­sell­schaf­ter­ver­samm­lung.