Source: http://www.servat.unibe.ch/dfr/bger/160927_6B_976-2015.html
Timestamp: 2019-04-22 02:08:12
Document Index: 330906390

Matched Legal Cases: ['BGer', 'BGer', 'Art. 19', 'Art. 19', 'Art. 27', 'Art. 66', 'Art. 66', 'Art. 68']

DFR - BGer 6B_976/2015 vom 27.09.2016
BGer 6B_976/2015 vom 27.09.2016
Bearbeitung, zuletzt am 20. Okt. 2016, durch: DFR-Server (automatisch)
A. Die Anklage wirft X.________ vor, als Mitglied einer Bande Ende Oktober 2012 Anstalten zum Verkauf von rund 200 kg Marihuana getroffen zu haben sowie zwischen Ende Januar 2013 und April 2013 am Verkauf von rund 53 kg Marihuana beteiligt gewesen zu sein und durch den gewerbsmässigen Handel einen grossen Umsatz erzielt zu haben.
B. Das Bezirksgericht Baden verurteilte X.________ am 2. Juli 2014 wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 36 Monaten, unter Anrechnung der Untersuchungshaft von 128 Tagen. Im Umfang von 24 Monaten schob es den Vollzug der Freiheitsstrafe auf und setzte die Probezeit auf 2 Jahre fest. X.________ wurde überdies zur Leistung einer Ersatzforderung an den Staat in der Höhe von Fr. 5'000.-- verpflichtet.
C. Am 13. August 2015 wies das Obergericht des Kantons Aargau die Berufung von X.________ gegen das bezirksgerichtliche Urteil ab und hiess die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft gut. Es verurteilte X.________ wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren.
D. X.________ beantragt mit Beschwerde in Strafsachen, das Urteil des Obergerichts sei aufzuheben und er freizusprechen. Eventualiter sei er der mehrfachen einfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig zu sprechen und mit einer bedingten Geldstrafe von maximal 360 Tagessätzen zu bestrafen. Im Falle einer Verurteilung gemäss Anklage sei er subeventualiter mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 2 Jahren zu bestrafen.
E. Die Oberstaatsanwaltschaft und das Obergericht des Kantons Aargau liessen sich nicht vernehmen.
Erwägung 1.4 33
Erwägung 4.2 46
Erwägung 5.2 53
Erwägung 9 77
Erwägung 10 80
10. 10.1. Zum Anklagevorwurf des Handels mit 53 kg Marihuana bringt der Beschwerdeführer verschiedene Rügen vor. Er bemängelt, die Vorinstanz verurteile ihn wegen des "Erlangens auf andere Weise" und des "Veräusserns" von Drogen im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. d und c BetmG. Dabei handle es sich um aufeinander folgende Stadien derselben deliktischen Tätigkeit. Das "Erlangen auf andere Weise" werde durch das "Veräussern" der Drogen konsumiert, weshalb er nur deswegen zu verurteilen sei.
Erwägung 10.3 85
10.3. 10.3.1. Schliesslich trägt der Beschwerdeführer vor, entgegen der vorinstanzlichen Annahme liege bei ihm die Qualifikation der Gewerbsmässigkeit gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. c BetmG nicht vor. Dabei handle es sich um ein persönliches Merkmal im Sinne von Art. 27 StGB. Er selber habe jedoch weder einen grossen Umsatz noch einen erheblichen Gewinn erzielt. Er habe den aus dem Drogenhandel stammenden Erlös in der Höhe von Fr. 130'000.-- an E.________ und F.________ weitergeleitet und nicht für sich persönlich behalten. Für sich selber habe er innert vier Monaten rund Fr. 5'000.-- von dem erwirtschafteten Geld abgezweigt.
Erwägung 11 90
11. Die Beschwerde ist teilweise gutzuheissen; im Übrigen ist sie abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Der Beschwerdeführer wird im Umfang seines Unterliegens kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Der Kanton Aargau trägt keine Verfahrenskosten (Art. 66 Abs. 4 BGG), hat jedoch den Beschwerdeführer im Umfang dessen Obsiegens für das bundesgerichtliche Verfahren zu entschädigen (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).