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Timestamp: 2019-08-17 13:22:45
Document Index: 249449192

Matched Legal Cases: ['§ 14', '§ 14', '§ 44', 'Art. 28', 'Art. 83', 'Art. 91', '§ 44', '§ 44', '§ 44', '§ 44', '§ 6', '§ 44', '§ 14', '§ 14']

﻿ ﻿ BAG – 7 AZR 474/13 | bag-urteil.com
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 24.06.2015, 7 AZR 474/13
Auf die Revision des Klägers wird das Urteil des Landesarbeitsgerichts Hamburg vom 7. März 2013 – 7 Sa 59/12 – aufgehoben.
7 AZR 474/13 > Rn 1
7 AZR 474/13 > Rn 2
7 AZR 474/13 > Rn 3
7 AZR 474/13 > Rn 4
7 AZR 474/13 > Rn 5
7 AZR 474/13 > Rn 6
7 AZR 474/13 > Rn 7
7 AZR 474/13 > Rn 8
7 AZR 474/13 > Rn 9
7 AZR 474/13 > Rn 10
7 AZR 474/13 > Rn 11
7 AZR 474/13 > Rn 12
7 AZR 474/13 > Rn 13
7 AZR 474/13 > Rn 14
7 AZR 474/13 > Rn 15
7 AZR 474/13 > Rn 16
7 AZR 474/13 > Rn 17
7 AZR 474/13 > Rn 18
7 AZR 474/13 > Rn 19
7 AZR 474/13 > Rn 20
bb) Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze ist das Landesarbeitsgericht zutreffend davon ausgegangen, dass im Streitfall keine Vorbeschäftigung iSd. § 14 Abs. 2 Satz 2 TzBfG vorliegt. Der Kläger war vom 20. Februar 2007 bis zum 31. Dezember 2010 zunächst bei der H Service Gesellschaft mbH und anschließend bei der Bundesagentur für Arbeit beschäftigt. Beide sind andere juristische Personen und damit nicht derselbe Arbeitgeber iSv. § 14 Abs. 2 Satz 2 TzBfG. Dies gilt auch bezogen auf die Beklagte nach den Änderungen des SGB II zum 1. Januar 2011 aufgrund der Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts im Urteil vom 20. Dezember 2007 (- 2 BvR 2433/04, 2 BvR 2434/04 – BVerfGE 119, 331). Nach § 44b SGB II aF ließ sich die vormalige Aufgabenübertragung auf die Arbeitsgemeinschaften (ARGE), die von der Bundesagentur für Arbeit gemeinsam mit Kommunen gebildet werden konnten, mit den Anforderungen der kommunalen Selbstverwaltung nach Art. 28 Abs. 2 Satz 1 und Satz 2 iVm. Art. 83 GG nicht vereinbaren. Nachdem die Grundsicherung für Arbeitsuchende auf der Grundlage des Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 91e) vom 21. Juli 2010 (BGBl. I S. 944) und des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Organisation der Grundsicherung für Arbeitsuchende vom 3. August 2010 (BGBl. I S. 1112) neu organisiert wurde, dürfen die Aufgaben nach dem SGB II nunmehr auf der Grundlage des Art. 91e GG und des § 44b Abs. 1 Satz 1 SGB II wahrgenommen werden. Die gemeinsamen Einrichtungen verfügen dadurch aber weiterhin über keinen eigenen Personalkörper. Sie sind nicht Vertragsarbeitgeber. Das notwendige Personal wird vielmehr von den Trägern im Wege der Zuweisung gestellt (§ 44b Abs. 1 Satz 4, § 44g SGB II). Selbst wenn der Grad der Eigenständigkeit der gemeinsamen Einrichtung gegenüber vormals der ARGE aufgrund der Neuorganisation des SGB II stärker ausgeprägt sein mag, ändert dieser Umstand nichts daran, dass der Geschäftsführer der gemeinsamen Einrichtung nach § 44d Abs. 4 Halbs. 2 SGB II nicht über die Befugnisse eines Vertragsarbeitgebers zur Begründung und Beendigung von Arbeitsverhältnissen verfügt. Die grundsätzliche Beibehaltung der Arbeitgeberstellung bei den Trägern und die differenzierenden Regelungen in den §§ 6 – 6d, §§ 44b – 44k SGB II zur Wahrnehmung einzelner Arbeitgeberfunktionen durch die Geschäftsführung der gemeinsamen Einrichtung bestätigt vielmehr, dass die Träger weiterhin Dienstherren oder Arbeitgeber sind (vgl. BAG 15. Oktober 2014 – 7 ABR 71/12 – Rn. 32).
7 AZR 474/13 > Rn 21
7 AZR 474/13 > Rn 22
7 AZR 474/13 > Rn 23
7 AZR 474/13 > Rn 24
7 AZR 474/13 > Rn 25
7 AZR 474/13 > Rn 26
7 AZR 474/13 > Rn 27
bb) Nicht hinreichend gewürdigt hat das Landesarbeitsgericht aber, dass sich die Arbeitsverträge nahtlos aneinander anschlossen. Auf die Beschäftigung bei der Bundesagentur für Arbeit vom 1. Januar 2009 bis 31. Dezember 2010 folgte nahtlos die Beschäftigung bei der Beklagten vom 1. Januar 2011 bis 31. Dezember 2011. Der Umstand, dass die Beschäftigungsdauer bei der Bundesagentur für Arbeit und der Beklagten insgesamt weniger als vier Jahre betragen hat, spricht nicht gegen eine missbräuchliche Vertragsgestaltung. Soweit der Senat bei einem Fremdpersonaleinsatz nach dem AÜG in der Vergangenheit unter Bezugnahme auf die gesetzgeberische Wertung in § 14 Abs. 2a TzBfG angenommen hat, dass jedenfalls bis zu der dort genannten zeitlichen Grenze von vier Jahren die Ausnutzung der durch § 14 Abs. 2 TzBfG eröffneten Gestaltungsmöglichkeit regelmäßig nicht als rechtsmissbräuchlich angesehen werden könne (so BAG 18. Oktober 2006 – 7 AZR 145/06 – Rn. 26, BAGE 120, 34), hat er hieran nicht festgehalten (BAG 15. Mai 2013 – 7 AZR 525/11 – Rn. 21, BAGE 145, 128; 4. Dezember 2013 – 7 AZR 290/12 – Rn. 28, BAGE 146, 371).
7 AZR 474/13 > Rn 28
cc) Auch die unveränderte Beschäftigung des Klägers auf demselben Arbeitsplatz sowie die Umstände des Vertragsschlusses sprechen indiziell für einen Rechtsmissbrauch (vgl. auch BAG 4. Dezember 2013 – 7 AZR 290/12 – Rn. 32, BAGE 146, 371). Vom Kläger wurden die Aufgaben eines Administrators für ein EDV-Abrechnungssystem nach dem SGB II, die ihm ursprünglich bei der H Service Gesellschaft mbH übertragen wurden, sowohl in seinem Beschäftigungsverhältnis bei der Bundesagentur für Arbeit als auch bei der Beklagten weiter wahrgenommen.
7 AZR 474/13 > Rn 29
7 AZR 474/13 > Rn 30
7 AZR 474/13 > Rn 31
7 AZR 474/13 > Rn 32
7 AZR 474/13 > Rn 33
7 AZR 474/13 > Rn 34
Anschlussverbot,
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