Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%20136/54
Timestamp: 2019-09-22 15:10:09
Document Index: 347700945

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 906', '§ 1004', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 903', '§ 906', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 74', '§ 1004', 'BGH', '§ 218', '§ 229', '§ 15', 'OGH', 'BGH', '§ 903', 'BGH', '§ 1004', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 28.02.1955 - III ZR 136/54 - dejure.org
BGH, 28.02.1955 - III ZR 136/54
https://dejure.org/1955,385
BGH, 28.02.1955 - III ZR 136/54 (https://dejure.org/1955,385)
BGH, Entscheidung vom 28.02.1955 - III ZR 136/54 (https://dejure.org/1955,385)
BGH, Entscheidung vom 28. Februar 1955 - III ZR 136/54 (https://dejure.org/1955,385)
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BGHZ 16, 366
NJW 1955, 747
Chemische Pflanzenschutzmittel, die auf einem Grundstück versprüht werden und dann durch den Wind oder durch ähnliche Ursachen auf das Nachbargrundstück gelangen, sind Einwirkungen dieser Art (BGHZ 16, 366, 374 f) [BGH 28.02.1955 - III ZR 136/54].
Der erstgenannte Anspruch ist gegeben, wenn von einem Grundstück im Rahmen privatwirtschaftlicher Benutzung desselben Einwirkungen auf ein anderes Grundstück ausgehen, die - weil nicht nur unwesentlich und nicht auf ortsüblicher Benutzung des störenden Grundstücks beruhend - über das Maß dessen hinausgehen, was ein Grundstückseigentümer nach der Bestimmung des § 906 BGB (hier in der bis zum 31. Mai 1960 gültigen Fassung) entschädigungslos hinzunehmen hat, gegen die gemäß § 1004 BGB vorzugehen dem betroffenen Eigentümer jedoch aus besonderen Gründen versagt ist (vgl. dazu BGHZ 16, 366, 369 ff [BGH 28.02.1955 - III ZR 136/54];… Urt. v. 25. November 1964 - V ZR 185/62 S. 14 - insoweit in BGHZ 42, 374 und NJW 65, 389 nicht, wohl aber in VersR 1965, 185, 188 [BGH 25.11.1964 - V ZR 185/62] und WM 1965, 132, 134 abgedruckt;… Urt. v. 18. April 1967 - V ZR 216/64 So 6;… Soergel-Baur, 9. Aufl., Rdn. 64 vor §§ 903 ff BGB; Hemsen, Der allgemeine bürgerlich-rechtliche Aufopferungsanspruch, Diss.
Denn von einem besonderen dem Berechtigten abverlangten Opfer kann auch bei auf Eingriffen von hoher Hand beruhenden Beeinträchtigungen nicht gesprochen werden, wenn der Betroffene die nach Art und Maß gleichen Beeinträchtigungen, von einer Grundstücksbenutzung im privatwirtschaftlichen Rahmen ausgehend, nach § 906 BGB dulden muß, ohne eine Entschädigung verlangen zu können (so bereits BGHZ 16, 366, 374) [BGH 28.02.1955 - III ZR 136/54].
Der wesentliche - und insoweit den jeweils anderen Anspruch ausschliessende - Unterschied beider Ansprüche liegt darin, daß von dem nachbarrechtlichen Ausgleichsanspruch (bürgerlich-rechtlichen Aufopferungsanspruch) nur da gesprochen werden kann, wo die Einwirkungen durch privatwirtschaftliche Benutzung (einschließlich nicht hoheitlicher Tätigkeit der öffentlichen Hand) des Grundstücks verursacht sind, während dieser Anspruch bei auf Eingriffen von hoher Hand beruhenden Einwirkungen nicht gegeben ist, vielmehr in diesen Fällen nur der Anspruch auf Entschädigung wegen enteignenden oder enteignungsgleichen Eingriffs in Mitte liegen kann (BGHZ 16, 366, 369, 374 [BGH 28.02.1955 - III ZR 136/54];… Hemsen a.a.O. S. 12 ff;… Schack a.a.O. S. 343).
In der Rechtsprechung ist anerkannt, dass der Imker anspruchsberechtigt ist, wenn die Bienen durch Immissionen auf sein Grundstück zu Schaden kommen (BGH, Urteil vom 28. Februar 1955 - III ZR 136/54 - BGHZ 16, 366 ).
Man knüpft an den namentlich im Anschluß an die §§ 74, 75 EinlPrALR entwickelten öffentlichrechtlichen Aufopferungsanspruch bei Eingriffen von hoher Hand an und stellt diesem den sogenannten privatrechtlichen Aufopferungsanspruch zur Seite Muß der Eigentümer aus besonderen Gründen die Beeinträchtigung dulden, wird ihm also durch eine Sonderrechtsnorm die in § 1004 BGB vorgesehene Abwehrklage (Negatoria) versagt und ihm dadurch die Möglichkeit genommen, dem Schaden vorzubeugen, so kann er Entschädigung (Ausgleich) verlangen (vgl etwa BGHZ 16, 366 [369/370]; Hubmann, Der bürgerlichrechtliche Aufopferungsanspruch, JZ 1958, 490 ff.;… Enneccerus-Nipperdey, a.a.O., § 218 I 3; Enneccerus-Lehmann, Recht der Schuldverhältnisse, 15. Bearb. 1958, § 229 V) Während die herrschende Lehre und Praxis als Voraussetzung des Anspruchs einen Eingriff (des Arbeitgebers) fordern (der hier natürlich nicht vorliegt), will Küchenhoff im Hinblick auf den Wortlaut und den Sinn des § 15 EinlPrALR: "aufzuopfern genötigt wird" jeden Sachverhalt genügen lassen, auf Grund dessen sich der einzelne unentrinnbar zu einem Sonderopfer seiner Rechte veranlaßt sieht.
Zutreffend erklärt das Berufungsgericht, daß nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung aus dem nachbarlichen Gemeinschaftsverhältnis Pflichten der Rücksichtnahme entspringen, die bei widerstreitenden nachbarlichen Interessen dazu führen können, die Ausübung gewisser aus dem Eigentum sich ergebenden Rechte eines Grundstückseigentümers als unzulässig erscheinen zu lassen (RGZ 154, 161; 159, 129, 140; 167, 14, 24; ZAkDR 1940, 100; OGHBrZ 2, 181; BGH LM BGB § 903 Nr. 1 und 2; BGHZ 16, 366, 372/73).
Der Schutz des § 1004 BGB kommt auch dem Eigentümer beweglicher Sachen zugute (BGHZ 16, 366 C374); Pikart, WM 1976, 606).
Allerdings ist nicht so sehr abzuheben auf die Frage, ob dem Kläger ein Sonderopfer abverlangt worden ist (so noch BGHZ 16, 366, 374).
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