Source: https://tarneden.de/visum-aufenthaltserlaubnis-zum-studium-studienkolleg-in-deutschland/
Timestamp: 2020-08-09 04:54:26
Document Index: 210710639

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§ 17', '§ 17', '§ 16', '§ 16', '§ 17', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 16']

Visum / Aufenthaltserlaubnis zum Studium / Studienkolleg in Deutschland - Tarneden Rechtsanwälte Hannover
Visum / Aufenthaltserlaubnis zum Studium / Studienkolleg in Deutschland
Ein Visum bzw. eine Aufenthaltserlaubnis zum Studium / Studienkolleg oder studienvorbereitenden Sprachkurs in Deutschland ermöglicht ein Studium an einem der begehrtesten Studienorte weltweit. Wer das Visum erhalten möchte, muss eine Reihe von Besonderheiten beachten: Der Aufenthalt zum Studium setzt eine Studienplatzzulassung voraus. Nur im Idealfall liegt diese vor. Zumeist muss zunächst ein Studienkolleg durchlaufen werden. Es hat die Funktion, dass der Schulabschluss aus dem Ausland als Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland gewertet werden kann. Am häufigsten besteht nach meiner Erfahrung Streit mit Deutschen Botschaften um Erteilung des Visums zur Zulassung zur Aufnahmeprüfung vom Studienkolleg. In allen Fällen muss der Lebensunterhalt gesichert sein. Ferner müssen ausreichende Deutschkenntnisse vorhanden sein (zumeist B1 für Studienkolleg und C1 für Studienaufnahme). Der Aufenthalt zum Sprachkurs ist nur gestattet bei einem Intensivsprachkurs. Die Regelungen sind vielfältig und schwierig: nur wer sich genau auskennt, kann beurteilen, ob sich eine Remonstration oder Klage lohnt. Vertrauen Sie auf meine Erfahrung: Ich habe erfolgreich Visa für Studium, Studienkolleg und Sprachkurs am Verwaltungsgericht Berlin bzw. gegen Deutsche Botschaften erstritten. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die wichtigsten Fragen.
5. Kann meine Aufenthaltserlaubnis nach A b b r u c h des Studiums verlängert werden?
Der Erteilung des Visums für Studenten richtet sich nach § 16 b Abs. 1 AufenthG. Danach ist für die Visumserteilung erforderlich:
• Zulassungsbescheid einer deutschen Universität oder Fachhochschule (ggf. zunächst mit Studienkolleg)
• die Sicherung des Lebensunterhaltes (10.263,00 € p.a., ab 01.01.2010)
Hier kommt es darauf an, ob die Zusage für ein Studienkolleg schon erteilt ist oder ob nur eine Zusage zum Aufnahmetest zum Studienkolleg vorliegt (letzteres ist meiner Erfahrung nach häufiger der Fall).
Zusage zum A u f n a h m e t e s t eines Studienkollegs, § 17 Abs. 2 AufenthG
Wer eine Zusage zum Aufnahmetest am Studienkolleg erhalten kann, kann ein Visum zur Studienbewerbung beantragen.
Nach § 17 Abs. 2 Satz 2 AufenthG kann die Aufenthaltserlaubnis maximal für 9 Monate erteilt werden.
Nach meiner Erfahrung gibt es die meisten Streitverfahren an Deutschen Botschaften um die Zulassung zur Aufnahmeprüfung für ein Studienkolleg. Hauptablehnungsgrund der Botschaften: Ein Studienerfolg sei nicht zu erwarten bzw. der Aufenthaltszweck sei nicht glaubhaft. Für eine Klage oder Remonstration gegen einen Ablehnungsbescheid wirken sich für die Chancen günstig aus:
Lebenslauf ohne Brüche
zertifizierte Sprachkenntnisse, mindestens B1, besser B2
gute Studienmotivation für einen bestimmten Studiengang
Kontaktperson in Deutschland (z.B. Onkel, Bruder, Tante, Schwester…), die den Studienbewerber unterstützt
Lebensalter unter 25 Jahren
Berufsausbildung, Berufstätigkeit oder Praktikum mit Bezug zum Studium
Nur wer nach Abschluss des Studienkollegs die Feststellungsprüfung besteht, kann dann später ein Studium aufnehmen. Ob der Ausländer dann einen Studienplatz erhält, hängt dann oft vom Studiengang ab. Bei zulassungsfreien Fächern (wie Informatik) erhält der Ausländer nach bestandenem Studienkolleg immer seinen Studienplatz. Bei stark nachgefragten zulassungsbeschränkten Fächern (wie Medizin) ist auch nach bestandenem Studienkolleg unsicher, ob der Betroffene den Studienplatz überhaupt erhält.
Zusage zum S t u d i e n k o l l e g , § 16 b Abs. 1 AufenthG
Liegt dagegen die Zusage zum Studienkolleg selbst vor, beurteilt sich der Fall nach denselben Grundsätzen als wenn eine unmittelbare Studienplatzzusage vorliegt, s.o. Ziff. 1.
Hintergrund: Nach dem Gesetz hat der Studienbewerber, der eine Studienplatzzusage oder Zusage zum Studienkolleg hat, einen Rechtsanspruch auf Erteilung eines Visums. Bewerber, die eine Zusage zum Aufnahmetest vom Studienkolleg haben, haben zumindest einen Rechtsanspruch auf fehlerfreie Ermessensausübung.
Der Europäische Gerichtshof (Az.: RS. C – 491/13) hat entschieden, dass es unzulässig ist, wenn die Botschaften weitere Voraussetzungen fordern.
Begründung: nachgewiesen werden muss nur der Zulassungsbescheid einer deutschen Uni oder Fachhochschule. Nach dem Gesetz (§ 16b und § 17 Abs. 2 AufenthG) kommt es nicht darauf an, ob der Bewerber gute oder schlechte Noten hat!
Zusammenfassung: Die Erfolgsaussichten für Remonstration oder Klage sind häufig gut.
Ein Visum für einen Sprachkurs gibt es nur für einen Intensivsprachkurs (Zusage für einen Intensivsprachkurs (z.B. vom ISK (Institut für Sprachen und Kommunikation), günstig ist, wenn nachgewiesen werden kann, dass der Sprachkurs auch bezahlt worden ist)
Ferner muss bei Visumserteilung für einen Sprachkurs der Lebensunterhalt gesichert sein. Im Übrigen ist wie nachstehend erörtert zu unterscheiden.
Das Gesetz unterscheidet, ob der Studienbewerber eine Zulassung zum Studium und zum Sprachkurs hat oder nur zum Sprachkurs (und nicht zum Studium).
Antragsteller hat Studienzulassung u n d Zulassung zum Sprachkurs
§ 16 b Abs. 1 Nr. 1 AufenthG: Hat der Antragsteller eine Zulassung zum Studium verbunden mit der Zulassung zum studienvorbereitenden Sprachkurs, so besteht ein Rechtsanspruch auf Visumserteilung. In diesen Fällen bestehen daher die besten Chancen auf Visumserteilung.
Antragsteller hat Zulassung zum studienvorbereitenden Sprachkurs, aber k e i n e Zulassung zum Studium
Hat der Antragsteller dagegen eine Zulassung zum studienvorbereitenden Sprachkurs, aber keine Zulassung zum Studium, richtet sich die Erteilung des Visums nach § 16 b Abs. 5 Nr. 2 AufenthG. In diesem Fall wird über die Visaerteilung nach Ermessen entscheiden.
Günstig wirkt sich hier eine gute Studienprognose (in aller Regel also gute Noten an der Schule) aus.
Wichtig: Lesen Sie dazu meinen Fachbeitrag speziell zum Aufenthalt zum Sprachkurs.
Für das klassische Drittausland (Studienbewerber aus Afrika, Russland, Asien) ist die Vorschrift im wesentlichen von Bedeutung für die Zusage zur Teilnahme an einem Aufnahmetest zum Studienkolleg, s.o. Ziff. 2.
Nach meiner mehr als 15-jährigen beruflichen Erfahrung im Ausländerrecht habe ich Streitverfahren erfolgreich geführt in allen Bereichen: Zulassung zum Studium, Zulassung zum Studienkolleg und Zulassung zum Sprachkurs, entweder gegenüber Deutschen Botschaften, am Verwaltungsgericht Berlin oder inländischen Ausländerbehörden. Ich habe z.B. am Verwaltungsgericht Berlin Visa erstritten sowohl für die Studienzulassung zum Studienkolleg (VG Berlin, Az.: 15 K 245.16 V) wie auch für den Sprachkurs (VG Berlin, Az.: VG 2 K 101.14 V).
2019: Deutsche Botschaft in Tunis (Tunesien) erteilt Visum nach von mir vertretener Remonstration für Masterstudiengang (Fall von § 16 Abs. 1 AufenthG). 2019: Vergleich am Verwaltungsgericht Berlin zwecks Studienaufnahme (Fall nach § 16 Abs. 7 AufenthG).
Ich bin zudem seit Jahren spezialisiert auf Studienplatzklagen: Nur wer die Regeln für die Vergabe von Studienplätzen richtig kennt, kann bei Visaverfahren richtig argumentieren, wenn es um die Ausländerzulassung geht. Mit meiner Spezialisierung auf Ausländer- und Hochschulrecht biete ich eine Spezialisierung an, die deutschlandweit nur selten zu finden ist.
In allen Fällen empfehle ich im Vorfeld ein Beratung, um genau einschätzen zu können, wie die Chancen sind. Kalkulieren Sie folgende Kosten:
Vertretung: ab 600,00 € (je nach Aufwand ggf. auch deutlich teurer).
Ein Klageverfahren kostet ca. 1.500,00 € Anwaltskosten.
Bei Interesse rufen Sie an (0511. 220 620 60), am besten werktags zwischen 10:00 – 12:00 Uhr oder 15:00 – 17:00 Uhr oder mailen mir (tarneden@tarneden.de).