Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerfGE%209,%20213
Timestamp: 2018-12-12 01:55:29
Document Index: 300232567

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 21', '§ 11', '§ 5', '§ 90', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BVerfG, 17.03.1959 - 1 BvR 53/56 - dejure.org
Verfassungsmäßigkeit der HeilmWVO - Anspruch auf rechtliches Gehör in der Revisionshauptverhandlung
BVerfGE 9, 213
NJW 1959, 1075
DVBl 1960, 217
BB 1959, 352
DÖV 1959, 627
Ein Verfahrensbeteiligter kann zwar dadurch seinem gesetzlichen Richter entzogen werden, dass ein Gericht die Verpflichtung zur Vorlage an ein anderes Gericht willkürlich außer Acht lässt (vgl. BVerfGE 3, 359 ; 9, 213 ).
Kommt ein Gericht der Verpflichtung zur Vorlage an ein anderes Gericht nicht nach, kann dies eine Verletzung der Garantie des gesetzlichen Richters bedeuten (vgl. BVerfGE 3, 359 ; 9, 213 ; 13, 132 ).
Zwar kann die Garantie des gesetzlichen Richters beeinträchtigt sein, wenn ein Gericht der Pflicht zur Vorlage an ein anderes Gericht nicht nachkommt (vgl. BVerfGE 3, 359 ; 9, 213 ; 101, 331 ).
Ebensowenig wie ein Straftäter seine Straflosigkeit mit dem Hinweis darauf fordern kann, daß andere Gesetzesbrecher nicht verfolgt worden sind (BVerfGE 9, 213 [223]), ist es durch den Gleichheitssatz geboten, an sich strafwürdige und zu Recht mit Strafe bedrohte Handlungen deswegen straffrei zu lassen, weil bestimmte andere, möglicherweise gleich zu bewertende Verhaltensweisen von der Strafvorschrift nicht erfaßt werden.
Das hat das Bundesverfassungsgericht bereits früher festgestellt (vgl. für § 1 UWG BVerfGE 32, 311 ; für § 21 Abs. 1 und 4 BO BVerfGE 71, 162 ; für § 11 HWG die Entscheidung über die Vorläuferbestimmung in § 5 Abs. 2 Buchst. e der Polizeiverordnung über die Werbung auf dem Gebiete des Heilwesens vom 29. September 1941 BVerfGE 9, 213 ).
Dies gilt auch, wenn ein Gericht die Verpflichtung zur Vorlage an ein anderes Gericht, das über eine bestimmte Rechtsfrage zu entscheiden hat, außer acht läßt (BVerfGE 3, 359 [363]; 9, 213 [215 f.]; 13, 132 [143]; 18, 441 [447]; 23, 288 [319]).
Denn es gibt grundsätzlich keine Gleichheit im Unrecht (BVerfGE 9, 213 ; 50, 142 ; 57, 29 ).
a) Der gesetzliche Richter kann auch dadurch entzogen werden, daß ein Gericht die gesetzliche Pflicht zur Vorlage an ein anderes Gericht außer acht läßt (vgl. BVerfGE 3, 359 [363 f.]; 9, 213 [215]; 13, 132 [143]; 17, 99 [104]; 18, 441 [447]; 19, 38 [42 f.]).
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