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Timestamp: 2020-01-19 02:31:34
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Matched Legal Cases: ['§ 157', '§ 165', '§ 68', '§ 165', '§ 157', '§ 165', '§ 165', '§ 173', '§ 68', '§ 165', '§ 173', '§ 68', '§ 68']

BFH, 09.08.1991 - III R 41/88 - dejure.org
https://dejure.org/1991,217
BFH, 09.08.1991 - III R 41/88 (https://dejure.org/1991,217)
BFH, Entscheidung vom 09.08.1991 - III R 41/88 (https://dejure.org/1991,217)
BFH, Entscheidung vom 09. August 1991 - III R 41/88 (https://dejure.org/1991,217)
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AO 1977 § 157 Abs. 1, § 165 Abs. 1; FGO §§ 68, 123
Abgabenordnung; Vorläufigkeit von Steuerbescheiden
BFHE 166, 1
NVwZ 1992, 920
BB 1992, 418
BStBl II 1992, 219
Eine Steuerfestsetzung nach § 165 AO 1977 kann nur im Hinblick auf ungewisse Tatsachen, nicht aber hinsichtlich der steuerrechtlichen Beurteilung von Tatsachen für vorläufig erklärt werden (BFH-Urteil vom 9. August 1991 III R 41/88, BFHE 166, 1, BStBl II 1992, 219, ständige Rechtsprechung).
Zwar muss ein schriftlicher Steuerbescheid nach § 157 Abs. 1 Satz 2 AO 1977 die festgesetzte Steuer nach Art und Betrag bezeichnen; die Angabe der Steuerschuld kann aber durch eine Bezugnahme auf den geänderten Bescheid ersetzt werden (BFH-Urteile vom 9. August 1991 III R 41/88, BFHE 166, 1, BStBl II 1992, 219, und vom 15. März 1994 IX R 6/91, BFHE 174, 4, BStBl II 1994, 599).
Eine Abweichung liegt nach Auffassung des Klägers von dem Urteil des erkennenden Senats vom 9. August 1991 III R 41/88 (BFHE 166, 1, BStBl II 1992, 219) und vom Beschluß des Großen Senats des BFH vom 19. Juli 1993 GrS 2/92 (BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897) vor.
Der erkennende Senat habe in seinem Urteil in BFHE 166, 1, BStBl II 1992, 219 entschieden, daß die aufgrund einer Entscheidung des BVerfG erforderliche gesetzliche Neuregelung eine Tatsache sei.
Er legt lediglich dar, daß das FG die Entscheidungen des BFH in BFHE 166, 1, BStBl II 1992, 219 und in BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897 nicht richtig auf den Streitfall angewendet habe.
Der Bundesfinanzhof (BFH) habe nämlich zu § 165 AO 1977 entschieden, daß die Ungewißheit darüber, wie der Gesetzgeber die durch Entscheidungen des BVerfG notwendig werdende Neuregelung gestalte, eine ungewisse Tatsache sei (Hinweis auf Urteil des erkennenden Senats vom 9. August 1991 III R 41/88, BFHE 166, 1, BStBl II 1992, 219).
a) Dabei kann offenbleiben, ob die zu § 165 AO 1977 ergangene Entscheidung des erkennenden Senats in BFHE 166, 1, BStBl II 1992, 219 dazu zwingt, die aufgrund der Entscheidung des BVerfG in BStBl II 1990, 664 erforderlich gewordene gesetzliche Neuregelung der Kinderfreibeträge für die Jahre 1983 bis 1985 als eine Tatsache i. S. des § 173 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO 1977 anzusehen.
Der erkennende Senat hat mit Beschluß vom 9. August 1991 III R 48/90 (BFHE 165, 162, BStBl II 1991, 868) und mit Urteil vom 9. August 1991 III R 41/88 (BFHE 166, 1, BStBl II 1992, 219) entschieden, daß in einer wegen etwaiger Verfassungswidrigkeit einer Rechtsnorm möglicherweise erforderlich werdenden gesetzlichen Neuregelung eine tatsächliche Ungewißheit liegt.
Eine tatsächliche Ungewißheit liegt vielmehr in der künftigen gesetzlichen Regelung, die möglicherweise aufgrund der Entscheidung des BVerfG erforderlich wird (Entscheidungen des erkennenden Senats vom 9. August 1991 III R 48/90, BFHE 165, 162, BStBl II 1991, 868, und III R 41/88, BFHE 166, 1, BStBl II 1992, 219).
Aus dem BFH-Urteil vom 9. August 1991 III R 41/88 (BFHE 166, 1, BStBl II 1992, 219) ergibt sich nichts Gegenteiliges.
Den Beteiligten war auch klar ersichtlich (u.a. durch die Hinweise des erkennenden Senats), dass der damit bekanntgegebene Einkommensteueränderungsbescheid vom 15. Oktober 2015 (dem Tag der mündlichen Verhandlung) automatisch gemäß § 68 Satz 1 FGO ins finanzgerichtliche Verfahren eingeführt wurde (BFH-Urteil vom 9. August 1991 III R 41/88, BStBl II 1992, 219 mit weiteren Nachweisen).
Protokoll in Bezug genommenen und dem Kläger zugegangenen Einkommensteueränderungsbescheid in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 31. Juli 2013 entnehmen lassen (…vgl. BFH-Entscheidungen vom 9. Dezember 2014 I B 48/14, BFH/NV 2015, 472;… vom 20. Dezember 2000 III R 17/97, BFH/NV 2001, 914; vom 25. November 1997 VIII R 4/94, BStBl II 1998, 461; in BStBl II 1992, 219; in BStBl II 1992, 123).
Die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH), wonach die Frage, welche Neuregelung der Gesetzgeber aufgrund einer Entscheidung des BVerfG treffe, eine tatsächliche Ungewißheit i. S. des § 165 Abs. 1 AO 1977 sei (Entscheidungen des erkennenden Senats vom 9. August 1991 III R 48/90, BFHE 165, 162, BStBl II 1991, 868, und vom 9. August 1991 III R 41/88, BFHE 166, 1, BStBl II 1992, 219), sei auf den Tatsachenbegriff des § 173 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO 1977 nicht zu übertragen.
Die Kläger stützen diese Nichtzulassungsbeschwerde auf Abweichung des FG-Urteils von den Entscheidungen des BFH in BFHE 165, 162, BStBl II 1991, 868, und in BFHE 166, 1, BStBl II 1992, 219.
Bei dem vom FA während des Klageverfahrens erlassenen Bescheid, durch den die Steuerfestsetzung in weiterem Umfang für vorläufig erklärt wurde als bisher, handelt es sich um einen Änderungsbescheid i. S. des § 68 FGO (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 9. August 1991 III R 41/88, BFHE 166, 1, BStBl II 1992, 219).
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