Source: http://mehrow.de/Geschichte/Dokumente/Mehrow_im_Geheimarchiv/PrBrRep_2B_II_B_4037.html
Timestamp: 2017-07-27 02:29:32
Document Index: 24842642

Matched Legal Cases: ['§ 29', '§ 22', '§29', '§ 29', '§ 29', '§ 31', '§ 36', '§ 29']

Pr.Br.Rep. 2B II B Nr. 4037: Das Brennholz für die Heizung der Mehrower Schule, 1828
HA X Pr.Br.Rep. 2B II B Nr. 4037 (Kirchen- und Schulwesen / Spezialakten)
Das Brennholz für die Heizung der Mehrower Schule, 1828
Seite 1 / Aktentitel
Königliche Regierung zu Potsdam
die Heitzung der Schulstube zu Mehrow
1828 bis 1861
Abtheilung für die Kirchen Verwaltung
und das Schulwesen
Kr. insp. Berlin-Land
(Biesdorf)
Berlin, Ahrensfelde, Mehrow
Schulbrennholz
Abt. II
Pr. Br. Rep. 2 B No. 4037
II. Reg. Potsdam
IV.3. Sup. Berlin
24.5.1828, Registratur-Notiz: No. 1012 ...
des Prediger Felgentreu
Eingegangen den 24. May 1828
Der Regierungs Kanzlist
20.9.1828, Prediger Busch an die Regierung: Der Prediger Busch zu Ahrensfelde
bittet um ... Verfügung
wegen Abhilfe des Mangels an
Holz zur Heitzung der Schulstube
zu Mehrow
N. 91 Pr. 26 Sept. 1828 Benicke
Berlinsche Land-Superintendantur
Euer Königlichen hochlöblichen
Regierung erlaube ich mir
den Mangel an Holz zur Heitzung
des Schulzimmers in der Filialgemeinde Mehrow gehorsamst
vorzuhalten.
Durch den Patron daselbst, Herrn
Amtmann Luther, ist im verflossenen Jahre das Schulzimmer nach
dem Bedürfniß der schulpflichtigen Kinder der Gemeinde erweitert worden, indem zwei Zimmer
in eines zusammengefaßt wurden. Bis dahin hatte ein Ofen
das Schulzimmer so wie die
Wohnstube der Familie des
Schulhalters geheizt. Seitdem
indeß ist die früher
unbewohnbare Hälfte des Schulhauses zur Wohnung des Lehrers
und seiner Familie eingerichtet worden. Wenn nun hierdurch eine dem Bedürfniß und den Vorschriften der Hohen Behörde angemessene Räumlichkeit gewonnen worden, so ist doch dagegen
das Bedürfniß des Lehrers zugleich gewachsen. Nach dem bisher
statt gefundenen Verfahren leistete
die Gemeinde außer dem ...
jährlich zwei Holzfuhren, der Patron selbst aber drei der Fuhren,
eine jegliche zu einem halben
Klafter Holz. Holz selbst aber
ist dem Schullehrer nie verabreicht worden, außer daß der
Patron demselben bisweilen erlaubte, einiges Reste- und Lese-
Holz für dessen Gebrauch zur
... sich zu holen und ...
daß der Patron statt der Fuhren bisweilen im Verhältniß auch einiges Holz ... verabreichte.
Der Schullehrer selbst aber, der nicht zugleich Küster ist, hat ein so dürftiges Einkommen wie
sonst nicht oft gefunden werden dürfte, indem er nach Bestreitung
der Ausgaben für das von ihm bisher
anzuschaffende Holz, für einiges Weiderecht, für geringe Ackerbestellung und etwas Heu nur
noch ungefähr 40 Thaler und 12 ... Metzen Roggen jährlich einnimmt. Außerdem ist mir auch keine Vorschrift bekannt, zufolge welcher ihm die Heitzung des Schulzimmers und zumal des nun
nocheinmal so großen als früher
zugemuthet werden könnte. Diesem
Uebelstande abzustellen habe ich bereits
mit Patron und Gemeinde Unterhandlung gepflogen. Der Erste
hat sich derselben zufolge für eine
freiwillige Gabe von einem halben
Klafter Holz jährlich auf vier hintereinander folgende Jahre bereit
erklärt, die Gemeinde aber selbst,
welche nur aus einigen Bauern
und Kossäthen und größtentheils
aus Tagelöhnern besteht, ist der
Meinung nichts weiter thun zu
können und zu dürfen, außer
was sie bisher gethan, wie vorher
gerecht, zumal ..., wie sie selbst
erwähnt, auch die Gemeinden der
umliegenden Gegend zu nichts anderem als zu Holzfuhren aufgefordert seien.
Demzufolge, nachdem ich Patron und Gemeinde von der Pflicht, das zu
thun nun nöthig würde, in Kenntniß gesetzt, bitte ich Eure Königliche Hochlöbliche Regierung um Entscheidung pro ... Angelegenheit, und erlaube ich mir
jedoch ... um Eile zu
ersuchen, da bei dem noch bevorstehenden Winter andern Falles leicht
eine Unterbrechung des Schulunterrichts eintreten dürfte.
Ahrensfelde den 20. September 1828
29.9.1828, Randnotiz der Regierung auf dem Schreiben vom 20.9.: Nach der Darstellung von der
Lage der Sache scheint die Gemeinde allerdings verpflichtet
dem Schullehrer dort zur fern
Heitzung der besonderen Schulstube erforderliche Holz zu
gewähren, weil der Schullehrer wohl
nur auf eine gemeinschaftliche Stube bemessen ist, u. es allerdings wohl Sache der Gemeinne seyn dürfte
nach dem allg. Land Rechte
Theil 2 Tit. 12 § 29. u. 31.
das Bedürfniß der Heitzung
der besonderen Schulstube
Der Hr. Referent wolle daher nach dieser Ansicht
die Gemeine durch die
Gerichtsobrigkeit, welche
nach § 22. ... dem Schullehrer
bestellt, zur Beschaffung des nöthigen Brennmaterials
auffordern laßen. Bleibt
diese Aufforderung jedoch
fruchtlos, dann muß der Schullehrer mit allem
Nachdruck angehalten werden das Schulzimmer zu
heitzen, damit die Schule
nicht ausfällt. Muß, nach unserer Untersuchung der Sache die Gemeine die Heitzung
besorgen, dann wird dem
Lehrer Ersatz für die Heitzung
werden, zu welchem Ende derselbe unter Leitung
des Hr. Predigers Busch
u. des Ortsschulvorstandes
den Bedarf einschätzen u.
darüber vollständige
Rechnung legen muß, um seine Forderung zu rechtfertigen.
Zur Entscheidung der Sache ist dann einzureichen
a) die Dovation des Schullehrers, u. die derselben zum Grunde
liegende Einkommensnachweisung
b) eine ganz vollständige
Übersicht zum wirklichen Einkommen
c) eine Berechnung des Brennholzbedarfs für die Schulstube.
Dem Pr. Busch ist es zu
verweisen: daß er diese
Sache erst mit dem letzten Eingang erneut zur Sprache bringt.
Potsd. 29. Sept. 28
26.9.1828, Superintendent Benicke an die Regierung: Stolpe den 26. Sept. 1828
Ich füge die gehorsamste Bitte hinzu,
daß Eur Hochlöbl. Regierung vor allen
Dingen gnädigst befehlen wolle, daß
auf keinen Fall die Schule in Mehrow wegen
des Holzmangels still stehe. Die Schuld liegt
mit an dem Herrn Prediger. Warum ist
nicht früher berichtet?
Ist in dieser kurzen Frist kein Ausweg
zu ermitteln, so muß der Schullehrer auch
in diesem Winter noch die Wohnstube mit
zur Schulstube machen, und diese, wie früher heitzen. Es ist in hiesiger
Superintendantur alles darauf vorbereitet, daß mit dem 1. October c. der regelmäßige Schulbesuch und die Erlegung
der ... Versäumnißstrafen
in allen Dörfern eingeführt werde.
Solche Unterbrechung aber müßte sehr
stöhrend auch auf die da angrenzenden (?)
Gemeinen wirken.
Der einfachste Weg wäre, wenn
4 Klaftern gutes Klobenholz vom
Schulvorstand gekauft, und die
Kosten auf sämtliche Schulkinder repartiert würden. Die Gemeine fährt es an. Will der Patron etwas
thun, so zahle er für seine armen
Tagelöhner das Holzgeld. Es
kommt nur darauf an, daß Euer Königl.
Hochlöbliche Regierung diese oder
eine ähnliche Weise bestimmt befehle.
27.1.1838, Bericht des Superintendenten Benicke: Auszug aus dem Bericht des Superint.
Benicke vom 27. Januar 1838
II 327/3 die Kirchen- und Schulvisitation zu Ahrensfelde betr.:
In Betracht der 2 Klaftern Schulholz, welche zu Mehrow bei der letzten Kirchen-Visitation bis heuer bewilligt
wurden, erklärte der Herr Patron sich bereit, die eine
Klafter seines Antheils
bis zur nächsten Kirchen-Visitation, unter der Bedingung zu geben, daß auch die Gemeinde
ein Gleiches thue. Letztere
aber erklärte, daß nachdem sie 9 Jahre durch Holz geliefert, sie
sich nun veranlaßt sehe, es für
die Zukunft zu verweigern.
Der Lehrer wird also von nun
an für Heitzung der Schulstube selbst sorgen müßen.
8.5.1838, Bericht des Superintendenten Benicke an die Regierung: II. No. 617 Juli
Der Bericht des Herrn Superint. Benicke
zu Stolpe vom 11ten Juli 1838
wegen des Schulbrennholzes zu Mehrow ist dem
Kgl. Landrath v. Witzleben und nach dem Decret (?) des
Herrn OKR Meyer am 4ten Septbr. 1838
zur Berichterstattung in Urschrift nebst 1 Beilage zugefertigt
Abgegangen den 8ten Septbr. 1838
zur Registratur gegeben den 8ten Septbr. 1838
Der Regierungs-Kanzlist
Lieberkütz
11.7.1838, Bericht des Superintendenten Benicke an die Regierung: Berlinsche Landsuperintendant.
betr. Schulbrennholz zu Mehrow
Origin. Ausf. vom 30 Juny c.
Regierung erwidere ich unter
Rückreichung der geforderten
Original-Verfügung vom
20. Juny c. ganz ergebenst:
Die darin erwähnte Verfügung vom 29. Sept. 1828
ist mir nicht bekannt und habe
in Folge in den hiesigen Acten
nichts aufgefunden.
Das mir in dieser Sache bekanntgemachte ist folgendes. Bei
meiner Uebernahme der
Superintendantur fand ich in
Mehrow kein Schulholz vor,
sondern der Lehrer heitzte die
Schulstube aus eigenen Mitteln.
Zuerst bei der Kirchenvisitation
vom 12. April 1829 gelang es mir
von der Gutsherrschaft und der
Gemeine 2 Klaftern Kiefern
Kloben Holz zu diesem Zwecke
bewilligt zu erhalten auf 4 Jahre.
Diese Bewilligung wurde bei der
Kirchenvisitation am 29. Maerz 1832
und ebenso bei der am 10. May 1835
jedesmal für die Zeit bis zur nächsten Visitation erneuert;
bis neuerlich bei Gelegenheit der
letzten diesjährigen Visitation das Holz verweigert wurde.
Stolpe, den 11. July 1838
Der Superintendent Benicke
2.1.1839, Bericht des Landrats v. Witzleben an die Regierung: Berlin, den 2. Januar 1839
Des Landraths von Witzleben
Bericht die Anstellung des Schullehrers Wilde zu Mehrow betr.
Zur Erledigung der sehr geehrten
nebst Anlage hierbei zurückgehenden
Marginal Verfügung vom 4ten
Septbr. c. überweise ich Euer Königlichen Hochlöblichen Regierung hierbei
ganz gehorsamst sub. ... von zwei
Schreiben des Ritterguts Besitzer Luther zu Mehrow, eine Verhandlung vom 30ten November v. J. und ein Gutachten des Predigers Böttcher zu Blumberg vom 17. Dez. (?) mit der Bitte,
dem Schullehrer Wilde zu Mehrow
geneigtest eine recht ernste Admanition ertheilen zu wollen,
da es wenn der p. Wilde sein Benehmen nicht ändert und sich nicht bessert, schwerlich gelingen dürfte,
den Patron und die Gemeinde in künftigen Jahren zu ähnlichen Leistungen für die Schule zu bewegen,
als dieselben bereitwillig in diesem
Jahre übernommen haben.
23.1.1839, Die Regierung an den Lehrer Wilde (Abmahnung): P. d. 23. Jan. 1839
An dem Schullehrer ... Wilde
Hr. Lehrer (?)
die seit einiger Zeit wegen
Ihrer Bestallung und wegen Ihrer Schulbrennholzzahlungen Verhandlungen
haben bisher zur Genüge ergeben, daß Sie durch Anmaßung, Trotz und unziemliches Benehmen, durch nachlässige oder durch ... Verwaltung Ihres Amtes, durch
schlechte Heizung der Schulstube
und vorwitziges (?) Betragen
gegen die von Amts wegen der Schule ...
Schulvorsteher u.s.w.
alle Ihre Vorgesetzten und die Ortsgemeinde gegen sich aufgebracht haben und
ernstliche Zurechtweisung verdient haben. Indem wir
Ihnen diese hiermit ertheilen,
geben wir Ihnen genug Zeyt (?)
mit, Ihr Verhalten gründlich zu beßern und in Ihrem Amte mit
pflichtgemäßer Treue und Anstrengung
zu wirken, die Schulstube gehörig
zu heizen, sich überhaupt und inbesonderheit auch gegen die ...
Schulvorsteher ...
... und sich die Zufriedenheit
Ihrer Vorgesetzten und der Ortsgemeine zu erwerben,
widrigenfalls Sie Entlassung aus dem ihnen noch immer interimistisch übertragenen Amte zu gewärtigen haben.
13.2.1840, Registratur-Notiz: II. No. 1332_ Januar
Der Bericht des Predigers Lücke
zu Ahrensfelde vom 13ten Januar 1840
an den Kgl. Superintendenten Benicke gerichtet, von welchem
derselbe mittelß Marginalbericht vom 18. ...
... gelangt, in Betreff des Schulholzes zu Mehrow, ist dem
Herren Landrath v. Witzleben, nach dem Decret des Herrn Reg. Raths v. Weit... vom 25ten Januar 1840
zur Berichterstattung binnen 4 Wochen
in Urschrift nebst 4 Beilagen zugefertigt und
ist dem Kgl. Sup. Benicke besagte (?) Verfügung gegeben worden.
Abgegangen den 13ten Februar 1840
zur Registratur gegeben dem 13tem Februar 1840
nach 4 Wochen vorzulegen.
Seite 18...19 rechts
Euer Hochwürden
sehe ich mich genöthigt, Bericht abzustatten über die Schule in Mehrow.
Schon in voriger Woche beschwerte sich
der Schmiedemeister Stöckert bei mir,
daß er sein Kind nicht mehr zur Schule
schicken könne, weil es dort zu kalt sei.
Auf mein Befragen darüber beim Schullehrer Wilde erklärte dieser, daß er
weder Holz noch Geld habe, die Gemeine sich weigere, erstens selbige zu beschaffen und
er kaum seine eigene Stube heizen könne.
Bei meinem heutigen Schulbesuch fand
ich die Schule ganz aufgelöst und nur 6 Kinder befanden sich in der Wohnstube.
Ein großer Theil der Gemeinde sieht es
ein, daß der Schullehrer bei seinem geringen Diensteinkommen, zumal wenn
der Winter hart ist, nicht aus eigenen
Mitteln die Schulstube heizen kann und
so haben dann auch die Tagelöhner und der
Schmid (!) gegen den Amtmann Luther erklärt, sie wollen ihren Theil gern zu beitragen im Falle sich die Bauern als eigentliche Gemeindeglieder nicht ausschließen. Und das ist nun freilich ein bedeutendes Hinderniß, einmal weil
diese die wenigsten Kinder in der Schule
haben und dann aus Opposition gegen
alles neu Einzuführende, besonders da sie wegen Ihrer Trennung von Ahrensfelde in Klage sind. Ich habe heute ausführlich darüber mit dem Schulvorsteher Meißner gesprochen und ihn gebeten, doch
die anderen Gemeindeglieder dahin zu vermögen, ihren Antheil am Holzgeld zu
geben, aber ich weiß nicht, ob er es durchsetzen kann und will, da er sich auch weigert, vier rückständige Schulgelde und die
Schulstrafen für seinen schon 14 jährigen Sohn zu bezahlen und darüber noch besonders bei Ihnen einkommen wird.
Ich habe nun alle Mittel der Güte versucht um die Gmeinde hierzu zu vermögen
und die Schule doch wenigstens äußerlich
zusammenzuhalten, hätte wohl auch in Rücksicht der sehr dürftigen Lage des Wilde auf eine Gratifikation angetragen,
daß ist der Herr Patron nicht Willens
solche aus der Schulkasse zufließen zu lassen.
Ich bitte Sie, hochgeehrter Herr Superintendent, daher ergebenst mir, wenn es möglich ist, Mittel in die Hand zu geben, um
dem besagten Uebelstande abzuhelfen und
der Schule aufzuhelfen ist.
In tiefer Hochachtung verharre ich
Lücke, Prediger
den 13ten Januar 1840
Seite 18 links oben
Berlinsche Landsuperintendantur
betr. das Schulholz zu Mehrow
ad Decretum vom 30. Juny 1838
II. 317/3
... auf meinen ergebensten Bericht
vom 11. July 1838
Euer Königlichen Hochlöblichen Regierung
wolle nach nebenstehendem Berichte des Hr. Predigers Lücke ersuchen,
wie es in Mehrow mit dem
in diesem Augenblicke steht, und das Weitere gnädigst verfügen.
Stolpe, den 18. januar 1840
Seite 19...21
Potsdam, den 25. Januar 1840
den Hr. Superintendenten Benicke
Nachdem die Schulstube zu Mehrow dem Lehrer nicht mehr zugleich als Wohnstube
dient, sondern für die Abhaltung
des Schulunterrichts eine besondere Stube eingerichtet
ist, welche mithin ausschließlich
für Gemeindezwecke bestimmt ist, kann ab, zumal die neue Einrichtung erst nach der Vocation des Schullehrers Wilde getroffen ist, mithin der
etwaige Einwand der Gemeine
nicht durchgreift, daß das
Diensteinkommen des Lehrers
worauf er berufen worden,
zugleich auf die Bestreitung des Holzbedarfs zur Heizung der
Schulstube berechnet sei, noch
die allgemeinen Bestimmungen keinen Zweifel
leiden, daß die Beschaffung
des Holzbedarfs zur Heizung
der Schulstube nicht dem Lehrer, sondern doch
sämtlichen Hausvätern der Schulgemeinde obliegt, und zwar
ohne Unterschied, ob sie Kinder, welche die Schule besuchen, haben
Wir haben deshalb aus dem Schreiben des Hr. Predigers Luecke vom 13ten und Eur pp Randbericht vom 18ten d. m. Veranlaßung genommen
den Hr. Landrath v. Witzleben, wie schon im Jahre 1838
geschehen, auch jetzt wider zu beauftragen, die Gemeine Mehrow nach Obigem auf ihre gesetzliche
Verpflichtung aufmerksam zu machen, und
wenn sie dieselbe wider Erwarten nicht
anerkennen und ihr nicht nachkommen sollte,
den Bedarf zur Heizung der Schulstube
durch Sachverständige ermitteln zu laßen, und
dann denselben zur Festsetzung und evtl. Veranlaßung der ... Beitreibung an
zuzeigen.
Auf keine Weise kann aber die zeitige Weigerung der Gemeine zur Verabfolgung des
nöthigen Brennholzes den Lehrer Wilde berechtigen, den Schulunterricht ganz oder
theilweise auszusetzen, oder durch Nichtheizung
der Stube es zu bewirken, daß die Eltern ihre
Kinder nicht zur Schule schicken können.
Euer pp. haben daher den Wilde zur gewißenhaften
Erfüllung seiner Pflichten in dieser Beziehung mit allem Nachdrucke und evtl. unter Aus-
setzung (?) und Einziehung von Ornungsstrafen
anzuhalten und gleichzeitig zu berichten,
welchen Einfluß die demselben wegen seines
trotzigen und anmaßenden Benehmens und Vernachläßigung seiner dienstlichen Obliegenheiten unterm 23. Januar v. J. ertheilte, durch
Ihre Hände gegangene ernste Zurechtweisung auf seine Dienstführung im Allgemeinen ausgeübt hat.
Nach dem Abgange ...
An den Hr. landrath Regierungs Rath Witzleben
mit dem Wunsche, der schon im Jahre 1838
mit Erfolg geführten Unterhandlungen mit der
Gutsherrschaft und der Gemeine zu
Mehrow zur Bewilligung einer angemeßenen
Holzquanti zur Heizung der Schulstube sich
auch jetzt wieder zu unterziehen, für den
Fall der Enthaltung (?)
eines gütlichen Abkommens aber die
zutreffende
definitive Entscheidung nach
Maßgabe des Inhalts
obiger Verfügung vorzubereiten und darüber binnen 4 Wochen zu
Sollte die Gemeine gegen die Dienstführung des
g. Wilde, wie im Jahr 1838, auch jetzt wieder
gegründete Beschwerden haben, so wird auf ihre deßfallsige (?) Anzeige deren untersuchung und Abstellung veranlaßt werden, doch kann sie sich mit Rücksicht auf diese Beschwerden der nach dem Gesetze ihr obliegenden Verpflichtungen gegen den Lehrer nicht für entbunden
erachten. Die von seiner Hochwohlgeboren im Jahre 1838
in dieser Angelegenheit aufgenommenen Verhandlungen folgen
sub ... zur Benutzung bei dem obigen Antrage ...
zurück. Potsdam 25. Januar 1840. Kgl. Regierung II. Abtheilung
Seite 25...26
Verhandelt Mehrow den 30. November 1838
Die unterzeichneten Gemeine Glieder und Einwohner des hiesigen Dorfes waren heut auf Vorladung in folge der Königl. Regierungs
Verfügung de 4. Sept c. versammelt und
... zu erklären, ob sie die zur Heitzung der Schulstube bisher jährlich bewilligten vier Klafter fichten Klobenholz ferner gewähren wollen. Nach langen Sträuben einige
unter ihnen erklärten sie sich bereit
für den bevorstehenden Winter diese
vier Klafter wie bisher anzukaufen und dem Schullehrer Wilde anzufahren und
von ihrer Seite alles gethan zu haben was
zur Wiederaufnahme der Schule gereichen kann, nachdem wie sie den sich aus diesen
Gründen der Holzlieferung widersetzenden
Mitglieder nicht bestreiten können und
mögen. Daß durch des Wilde wachsende
Nachlässigkeit und Böswilligkeit die Schule
in ihrer Wirkung so tief gesunken ist, daß die Zeit und die Kosten welche auf dieselbe verwendet werden, als verloren erscheinen.
Dahingegen erklärten alle Anwesenden
daß, wenn der Wilde in seiner Trägheit
in seinem Trotze fortfahre, und namentlich
wie bisher geschehen die Heitzung der Schulstube unterlasse, und mithin aller ihrer
Bereitwilligkeit ungeachtet die Schule ferner nicht leisten sollte; sie auch ferner kein Holz mehr zu liefern sondern
vielmehr sich über Untauglichkeit des Schullehrers zu beschweren verpflichtet halten würden.
Sie unterzeichneten ...
nach dem auch der Hr. Luther sich zur Lieferung
eine zweiten Klafter Fichtenholz für das
laufende Winterhalbjahr, dergestallt, daß der Wilde ... und von der Gemeine ein zweites Klafter Holz für die ...
... erhallten soll, bereit erklärt hat.
Möhnert (?) / Lindenberg / Giese / Brederecke / Schultz
Rasche (?) / Meißner / Zernikow
Zeichen +++ der Martin Jonath (?), +++ der Michael Müller
Zeichen +++ der Michael Wegener, +++ der Martin Schmidt
Zeichen +++ der Michael Jahn, +++ der Ludwig Grube
Zeichen +++ der Joh. Ferd. ... Laemke, Hörnenke (?)
Zeichen +++ der Meißner, +++ der Johann Zinn
Zeichen +++ der Andreas Schulze, +++ der Martin Wegner
Der Kreutze attestiert Luther
W. r. o. (?)
Seite 27 oben
Mit dem nebenstehenden
Gutachten des die Schule zu
Mehrow beaufsichtigenden Predigers Bötticher
erkläre ich mich ganz
Seite 27...29 rechts
Sehr geehrter Herr Superintendent!
In Bezug auf Ihr geehrtes Schreiben vom 12. d. M. den
Schullehrer Wilde in Mehrow betreffend, welches mir erst gestern zugegangen ist, erwidere ich Ihnen
unter Rücksendung sämtlicher Anlagen ganz ergebenst:
Daß ich mir zwar ein vollständiges Urtheil über den
g. Wilde noch nicht zutraue, nach Allem aber, was ich in
früheren Jahren über den Mann gehört und in der letzten
Zeit an ihm selbst beobachtet habe die Beschwerden
der Gemeinde nicht ganz grundlos finden kann.
Nachläsigkeit kann ich ihm in der ... nicht nachtragen, als ich ihn bei meinen Schulbesuchen nie ohne
Entschuldigung, die ich nicht zu ... konnte, auf seinem Platze vermißte. Das ..., nach Aussage der
Ortsschulvorsteher, im Heizen der Schulstube oft nachlässig
finden lassen, und ... Punkt mag bestanden, ...
da es sich um Brennholz handelte, der Gemeinde ...
Trägheit liegt mal in ganzen Maßen das ...
ausgeprägt, er legt sie nur ab, wenn er beständig getrieben wird – und dazu wird auch der mobilste Prediger für
einen Filial-Schulmeister die Zeit nicht finden; auch ist der Wilde
schon zu alt, um bei allem Mangel am eignen gutem Wille
zur Sache, noch zum Eifer für das Amt ... werden
Trotz hat der Wilde offenbar gegen den Prediger Busch in hohem Maße bewiesen, mag auch der kranke Mann
manches in jenen Ihnen bekannten Vorfällen etwas
... dargestellt haben, durch unbefangenen Aeußerungen
der Schulkinder steht es fest, daß er sehr surordinationswidrig gehandelt hat. – Trotz hat der g. Wilde besonders auch gegen die Schulvorsteller gezeigt, ihnen unter Mitwirkung seiner Frau Beaufsichtigung der äußeren Schulordnung in jeder Maßen zu verleiden gesucht, bestanden ..., wenn
sie, auf Klagen der Gemeinde, die Ofenwaerme
der Schulstube untersuchen wollten. Der Schulze Bredereke hat blos deshalb sein Schulvorsteheramt niedergelegt, und man dazu ...brauch ... .
Böswilligkeit möchte ich dem Wilde ungern zur Last
legen, obgleich manche seiner Handlungen in seinen
Streitigkeiten aus den letzten Jahren, sein Undank
gegen den Prediger Busch, der ihm wirklich viele Wohlthaten erwiesen hat ect. – dafür sprechen möchten. Ich halte ihn für zu dumm, um boshaft zu sein. Er läßt sich in seiner großen Beschränktheit von notorisch boshaften Menschen leiten, mit denen er vertraut umgeht. Daß die Schule jetzt höchst wenig leistet, muß ich allerdings zugeben, es giebt Kinder welche ich in Jahr und Tag noch nicht im Mindesten fortgeschritten finde, es könnte schon bei ernstem Willen des Lehrers
ungleich besser sein, denn so dumm ist er auch nicht,
daß er nicht sollte in einem ihm vorgeschriebenen Mechanismus hineinfinden und danach unterrichten können. Doch giebt es freilich leider
nach meiner eigenen Wahrnehmung auch einsam (?)
stehende Schulen als in Mehrow.
Der Wilde muß sich weniger störrig und ganz
willig der Gemeinde gegenüberstellen, muß stets im Gutsherrn und dem Prediger seinen Partner finden
um diejenigen Diensteinkünfte und Nutzungen bitten
lernen, welche ihm beide nur aus gutem Willen
überlassen haben, muß von dem ihm dies Jahr
gewährten Schulholz auch wirklich die Schulstube heitzen und warm halten, den Schulvorstehern
nicht durch gehässige Äußerungen und Schmähun-
gen ihr Amt verbittern, ... wird er gleich sehen
wessen ..., den für alle Schulzwecke immer thätigen Patron zum Freunde haben, und auch
die Gemeinde bereitstehen ihm nach Kräften
zu unterstützen. Mit Gewalt aber und unbe-
gründete ... richtet er dort
nie etwas aus.
Mit aufrichtiger Hochachtung
Eur Hochwürden
ergebenster Böttiger
als zeitigen ...-
Schulinspector in Mehrow
d. 17. December
Seite 30 (Briefumschlag)
Sr. Hochwürden
Herrn Superintendent Benicke
Seite 31 links oben (Randnotiz)
Berlin-Landsuperintendantur
betr. das Schulholz zu
In Verfolg meiner
ergebensten Eingabe
in dieser Sache vom
18ten und 23ten d. M.
Stolpe den 29 Januar 1840
Seite 31...33 rechts
Hochwürdiger Herr
zusonders geehrter Herr Superintendent.
Euer Hochwürden werden gütigst entschuldigen, das Noth und Kummer mich treibt,
durch folgende ganz ergebenste Bitte
beschwerlich werde.
Seit 1815 bin ich Lehrer in Mehrow.
Damals war Lehrerwohnung und Schulzimmer eins. Vor 12 Jahren bewirkte der
Herr Prediger Busch daß eine eigene Schulstube hier eingerichtet wurde.
Weil ich aber meines geringen Einkommens wegen die neu eingerichtete
Stube, nicht aus eigenen Mittel erheizen konnte, so verpflichtete sich die Gemeinde und der Herr Patron zwei
Klafter Holz für dies Schulzimmer unentgeltlich herbei zu schaffen, und wozu Euer Hochwürden güthigst mitwirkte.
Dieses Holz ist mir dann auf 10 Jahre zufolge des Versprechens geliefert worden,
nur für diesen Winter nicht. Ich habe
aus meinen Mittel nur 2 Klafter kaufen können,
welche bereits verbraucht sind. Die Gemeinde
führt als Grund ihrer Weigerung an, daß die
Königliche Hochlöbliche Regierung im Jahre
1830 die Trennung des Dienstes mit dem Tode
des Emeritus Schencke zu bewirken versprochen haben, jetzt aber nicht in Ausführung bringe, so wollen sie auch die Zulage der
Klafter Holz zurück nehmen. Einige Taglöhner
wollen den ihnen gebürenden Antheil aufbringen,
dann fehlt es aber wieder an Fuhrn. – Ich
aus meinen Mitteln kann nicht mehr kaufen, - Schule zu halten ohne Heitzung ist unmöglich. Will ich die Kinder wieder in meine Wohnstube nehmen, so ist der Raum zu klein,
da die Zahl der Kinder bedeutend mehr
geworden ist. – Ich müßte in zwei Abtheilungen die Kinder zur Schule kommen lassen. Mein Schulgeldfixum beträgt monatlich 3 Thaler und 25 Sgr. Hiervon soll
ich mit Frau und Kinder leben? mich und die Meinigen bekleiden? O, ich habe viel Gram
und Sorge in meinen alten Tagen. In dieser
meiner verzweiflungsvollen Lage wende
ich micht bittend an Euer Hochwürden:
mir doch güthigst aus der Schulkasse,
welche einen bedeutenden Überschuß
von Schulgelder hat, eine außerordentliche Unterstützung gütigst zu bewilligen: weil mir jährlich 12 bis 14 Thaler abgezogen werden! Wie
ist es nun wohl möglich, daß ich dabei bestehen kann. -
Und eben so Gemeinde und Herrn
Patron Luther zu vermögen mir
das versprochene Holz doch so fort
Sie Herrn Superintendent werden gewiß
mein Bittegeschrei aus großer Noth nicht
abweisen, sondern mich gütigst erhören.
Mit der größten Hochachtung
Euer Hochwürden Diener
Schullehrer Wilde
den 20. Januari 1840.
Randnotiz auf Seite 32
pro 1838 war an Schulgeld
eingekommen 46 rthl 20 sgr 8 pf, und
der Lehrer hatte erhalten
46 rthl fixum. Es blieb ein Bestand von 75 rthl Pfandbriefe
und 7 rthl 22 sgr 8 pf baar.
Die Rechnung pro 1839 ist
noch nicht eingegangen.
Der Wilde weiß nicht,
was er schreibt.
Benicke.
Seite 34...35
Berlin den 1ten April 1840
Der Landrath von Witzleben berichtet
wegen Heitzung der Schulstube in Mehrow
Euer Königlichen Hochlöblichen Regierung überreiche ich hirbei unter Rückgabe der geehrten Marginalverfügung
vom 25ten Januar c. und deren Beilagen
ganz gehorsamst eine von mir in der
anbei bemerkten Angelegenheit mit der
Gemeinde Mehrow aufgenommenen Verhandlung, wobei es mir leider nicht gelungen ist,
die Gemeinde zur Bewilligung des
nöthigen Holzbedarfs für die Schulstube
Ich stelle daher gehorsamst anheim:
nunmehr das Intermistions...
... festzusetzen und zur Verhütung weiterer Streitigkeiten
der Gemeinde zugleich ausdrücklich
auszusprechen, daß die Einlieger
in der Gemeinde als Hausväter
zu den Kosten der Heizung der Schulstube mit herangezogen werden
können, jedoch nach dem an anderen
Orten des Kreises üblichen Maßgabe höchstens mit der Hälfte
des Beitrages eines Büdners.
Eine Ermittelung des Holzbedarfs durch Sachverständige habe ich unterlassen, weil die Betheiligten über das
zur Erwärmung der Schulstube erforderliche Holzquantum einverstanden sind.
In dem jetzt vergangenen Winter ist
für die Heizung der Schulstube dadurch nothdürftig gesorgt worden, daß der Gutsbesitzer Luther dem
Schullehrer dazu in der Stille Geld
Randnotizen auf Seite 34
Acten sind mit der anliegenden
No 27/2 dem Herrn E...
vorgelegt und zur Registratur noch nicht zurückgekommen
Acte und scheine sie auch nicht mit No.
II 27/2 erhalten zu haben.
Sie liegen wahrscheinlich mit
einer andren No.
dem Hr. M... vor.
... 5/4 40 ...
Vorgelegt hat die Acte mit der beiliegenden Nr. 27/2,
Sehe auch noch im Ausgabe-
Journal bei dieser Nr. offen,
sie aber wirklich vom Hr. E...
zu Nr. 1529, gebracht, welche
dem hl. Decernenten im
Seite 36...43
Verhandelt Mehrow den 31ten März 1840
Praesenter
1.	der Schulze und Kossäthe Brederecke
2.	der Gerichtsmann Kossäth Meißner
3.	der Bauer Zernikow
4.	der Kossäth Müller
5.	der Büdner ... Stecker (?)
6.	der Büdner Ludwig grube
7.	Michael Zerniko [!]
8.	Giese
9.	Martin Wegner
Behufs Schlichtung des Streites
wegen Heizung der hiesigen
Schulstube hatte sich der unterzeichnete Landrath heute
hierher begeben u. es waren außer
dem Herrn Ritterguthsbesitzer Luther
die nebenstehenden Mitglieder der hiesigen Gemeine erschienen, außer solchen nach
der Versicherung des Schulzen
keine angesessenen Gemeinemitglieder vorhanden sind.
Auch ward der Schullehrer
Wilde bei der Verhandlung
zugezogen.
Den Compaventen ward
ausführlich u. wiederholt
auseinandergesetzt, daß
und mit welchen Gründen sie
ihrerseits verpflichtet wären,
das nöthige Holz zur Erwärmung der Schulstube während des Winters zu beschaffen. Der widriglichen
Vorstellungen ungeachtet u. obgleich sich der Herr pp.
Luther erbot, eine Klafter
Holz volljährlich unentgeltlich zur Heizung der Schulstube
zu geben u. anzufahren
unter der Bedingung, daß seine Tagelöhner dagegen
keinen Beitrag zu leisten brauchten, u. obgleich die Büdner Stecker (?) u. Wegner die Nothwendigkeit für die
Heizung der Schulstube von
Seiten der Gemeine zu sorgen anerkannten, beharrten die übrigen Gemeinemitglieder
dabei, daß sie sich gutwillig
nicht dazu verstehen könnten,
dem Schullehrer zur Heizung der Schulstube irgend einen
Beitrag zu leisten. Sie
führen als Gründe dieser
Weigerung an,
daß sie es nicht verschmerzen könnten,
mit ihrem Antrage nach Abzweigung
der hiesigen Küsterei von der Küsterei in
Ahrensfelde nach
dem Tode des alten emeritierten Küsters Schenk zurückgewiesen
worden zu sein. Wäre durch die
... der hiesigen Küsterei
die Schulhalterstelle verbessert worden, dann hätte der Schullehrer die Heizung der Schulstube ohne
besondere Entschädigung mit übernehmen können u. müssen, durch
die Verweigerung jener Abzweigung
bis zum Tode des jetzigen Küsters Weitling in Ahrensfelde sei für
sie jede Hoffnung verschwunden, in dem Falle, wenn der hiesige Schullehrer vor dem Weitling abgehen sollte,
einen tüchtigen Lehrer zu erhalten,
weil ein tüchtiger Mann die hiesige
ohne den Küsterdienst mit heuer
60 rthl jährl. dotierte Stelle nicht
annehmen werde. In dem jetzigen
Lehrer hätten sie kein Vertrauen,
sie glaubten, daß ihre Kinder
Nichts bei ihm lernten u. sie wollten
daher auch gutwillig für die Haltung
des Unterrichts nicht das geringste
Opfer mehr bringen.
Es wurde den Compavanten auseinandergesetzt, daß die Frage wegen
Abzweigung der hiesigen v. der Ahrensfelder
Küsterei mit der vorliegenden ...
gar nicht im Zusammenhange stehn, daß
sie ihre Beschwerden gegen den jetzigen
Lehrer gehörigen Orts anbringen
könnten, daß sie aber deshalb,
weil der Lehrer nicht allen von ihm
zu machenden Anforderungen genüge, sich ihren Verpflichtungen in
Erziehung und der Unterhaltung
der Schule nicht entziehen dürften,
sie entgegen hiernach, daß sie
dem Schullehrer Wilde nur Mangel an
Kenntnissen u. Geschick im Unterrichten der Kinder u. Mangel an Autorität zum Vorwurf machen
müßten u. sich darüber zu beklagen
hätten, daß im Jahr 1838 der Wilde die
Schulstube doch nicht regelmäßig geheizt hätte, obgleich sie ihm damals
Holz dazu gegeben hätten, daß er
die Abhaltung der Schulstunden in ...
Zeit vernachlässigt habe, könnten sie
eben so wenig begreifen, als sie seinen sittlichen
Lebenswandel begreifen wollten.
Auch die Frage, wie viel Holz zum
gehörigen Erwärmen der Schulstube
während eines Winters gebraucht werde,
erwiderten Compaventen,
daß ihrer Ansicht nach 2 Klaftern
Fichtenholz genügen,
u. der Schullehrer Wilde bemerkte
dabei, daß mit dieser Quantität in einem
nicht ungewöhnlich strengen Winter
nothdürftig auszureichen sei. Eine
Machmeßung ergab, daß die Schulstube
22 1/2 Fuß lang, 12 Fuß breit u. 6 1/2 Fuß
hoch ist. Der darin befindliche Kachelofen
heizt sich nach der Angabe des Schullehrers
leidlich. Die Schulstube hat nach Morgen, Mitternacht und Abend Fenster.
Schließlich ist noch anzuführen, daß
neben dem ...pächter der Gemeine
u. drei Milchpächtern der Herrschaft
12 ... herrschaftliche Tagelöhner,
welche Hausväter sind, im Orte leben.
Der gewöhnliche Vertheilungsmaaßstab
der Communallasten hier im Orte ist, daß der Kossäth vier Mal, der Bauer
sechs Mal so viel giebt, als ein Büdner.
Ein bestimmter Vertheilungsmaaßstab zwischen den angesessenen Gemeinemitgliedern u. den
Einliegern hat sich noch nicht gebildet, weil
die letzteren noch zu keinen Communallasten
herangezogen worden sind. Das Geld für den in vorigen Jahren für die Schulstube von der Gemeinde gewährte Holz ist nach der Zahl der
schulpflichtigen Kinder unter deren ...
gleichmäßig vertheilt worden.
n.z.u. (?)
Brederecke, Schulze	Meißner, Gerichtsmann
Handzeichen (+++) des Müller
Zerniko [!]
Handzeichen (+++) des Ludwig Grube
Handzeichen (+++) des Martin Wegner
[Handzeichen attestiert durch Luther]
Der Bauer Zernikow [!] entfernte sich ohne Unterschrift.
Der Herr pp. Luther bemerkte schließlich, daß er
bei der hartnäckigen Weigerung der Gemeine an seiner mir für den Fall der ...bigkeit der Gemeine erklärte Zusicherg. eine Klafter Holz für die Schulstube zu geben, nicht gebunden bleiben
n.g.n. Luther
g.m. v. Witzleben
Seite 44...47
Potsdam, den 10. Novbr. 1840
den Kgl. Landrath Hl. von
Witzleben Hochwohlgeboren
Betr.: Hl. Reg. Schulvorst. ...
II 256 Apil
Die Entscheidung in der Mehrower Schulbrennholz Angelegenheit auf Euer pp. Bericht
vom 1. April d. J. hat sich dadurch,
daß der letztere längere Zeit
verlegt war, bis jetzt verzögert, und bemerken wir
nun mehr folgendes:
Bis zum Jahre 1827 hatte ein und derselbe Ofen das Schulzimmer und die Wohnstube des Lehrers zu Mehrow geheizt, in diesem
Jahre aber mußte nach dem Bedürfnisse der schulpflichtigen Kinder ein besonderes, von der
Wohnstube des Lehrers getrenntes Schulzimmer und in
demselben ein besonderer Ofen
Durch die Beschaffung (Bestreitung ?)
des hierdurch erweiterten Heizungsbedarfes entstand eine
neue Last, welche den Lehrer
Wilde nicht schon bei seiner
Anstellung überkommen hatte,
und mann daher gleich derselbe für den frühern Heizungsbedarf, als noch Schulzimmer und Wohnstube vereinigt
waren, nach seiner Bestallung allein zu sorgen hatte, so kann es doch keines Zweifels unterliegen, daß diese Last
während seiner Dienstzeit nicht
erschwert werden darf, und
daher die Verpflichtung zur Beschaffung des Heizungsbedarfs
für das neu eingerichtete,
abgesonderte Schulzimmer nicht
ihm, sondern nach §29 Tit. 12
Th. II des ALRechts die Schulgemeine trifft, in derem alleinigem Interesse das Schulzimmer
eingerichtet ist und dessen Heizung sich nöthig zeigt.
Auch hat die Gemeine ohne Zweifel in der Ueberzeugung von
dieser Verpflichtung, derselben durch die Gemeinschaft mit der Gutsherrschaft geschehene Lieferung von 2 Klaftern Brennholz jährlich bis zum
Jahre 1839 Genüge geleistet
und noch in der Verhandlung
vom 31. Maerz c. hat sie die
Nothwendigkeit anerkannt,
daß für die Heizung der schulstube von Seiten der
Gemeine gesorgt werde.
Wenn sie daher danach in der so eben
... Verhandlung sich hartnäckig
weigert, das erwähnte Brennholz zur Heizung
des Schulzimmers dem Lehrer ferner zu verabfolgen, und ist, aus der Zurückweisung ihres Antrages auf Abzweigung der Küsterei
zu Mehrow von der
Mutterküsterei
in Ahrensfelde entlehnter Weigerungsgrund nach den
ihr von dem Kgl.
geistlichen Angelegenheiten, wie von der Regierung wiederholt ertheilten Bescheiden gar keine Berücksichtigung verdient,
so tritt die Nothwendigkeit ein, sie durch Zwang zu ihrer unzweifelhaften Schuldigkeit anzuhalten.
Demnach setzen wir zunächst den Bedarf
zur Heizung der Schulstube in Mehrow nach
der eigenen Abschätzung der Gemeine und dem Anerkenntnis des Lehrers Wilde
zwei Klaftern kiefern Klobenholz
hierdurch fest und bestimmen demnächst,
daß, sofern der hl. Rittergutsbesitzer Luther,
wie wir von dem bisher bewiesenen Eifer desselben für das Wohl der Schule vertrauend erwarten, seinem freien
Anerbieten gemäß ferner eine Klafter
jährlich zu liefern bereit ist, die sämtlichen
selbständigen Hausväter der Schulge-
meine, mögen sie zu den Bauern, Kossäthen,
Büdnern oder bloßen Einliegern oder Tagelöhnern gehören, mögen sie ferner
schulpflichtige Kinder haben, oder nicht,
die noch fehlende zweite Klafter jährlich, sofern aber die obige Voraussetzung
nicht zutrifft, dieselben, gemäß der ihnen nach dem
Gesetze (§ 29. ALRecht II. 12) aus-
schließlich obliegenden Verpflichtung,
den ganzen Brennholzbedarf mit zwei Klaftern jährlich an den jedesmaligen
Schullehrer zur Heizung des Lehrzimmers frei in das Haus zu verabfolgen
schuldig sind, und der Kaufpreis dieses jährlichen Holzquantums von einer und resp. zwei Klaftern in der Art von ihnen aufzubringen ist,
daß jeder Koßäth vier Mal und jeder Bauer sechs Mal so viel als ein Büdner und jeder mit
Grundstücken nicht versehene Hausvater
(Einlieger, Tagelöhner etc.) endlich halb so viel als ein Büdner beizutragen hat,
wogegen die freie Anfuhr des Holzes von
den Gespann haltenden Eigenthümern der Gemeine zu bestreiten ist.
Eur pp. haben diese Entscheidung der Guthsherrschaft und der Gemeine bekannt zu
machen, und wenn letztere auch dann noch ihrer Verpflichtung nachzukommen sich
weigern sollte, die Vollstreckung der
Execution in der Art zu veranlassen, daß der Ankauf und die Anfuhr der von der
Gemeine, je nach der Erklärung der Gutsherrschaft
mit 1 oder 2 Klaftern zu liefernden Holzquantums durch dritte bewirkt und sodann der Kaufpreis von den sämtlichen Hausvätern nach dem oben interimistisch festgesetzten Repartitionsmaaßstabe, die Anfuhrkosten aber von den Gespann haltenden Eigenthümern executivisch beigetrieben
werden. Von dem, was hiernach geschehen ist,
sehn wir Ihrem Bericht entgegen.
den Hr. Sup. Benicke ...
Abschrift obiger Verf. erhalten Eur pp. zur eignen Kenntnißnahme und Benachrichtigung
des Hr. Predigers Luecke. Seite 49...51 rechts
Berlin, den 21. Januar 1841
Der Landrath von Witzleben
berichtet in der Mehrower
Schulholz-Angelegenheit.
II_1131 December pr.
In Folge der geehrten Verfügung
vom 9ten d. Mts. überreiche ich Euer
Königlichen Hochlöblichen Regierung
hierbei in der nebenbemerkten Angelegenheit mit der Bitte um Rückgabe
eine Eingabe des Schulzen zu Mehrow
vom 6ten d. Mts. nebst Beilage und
eine Anzeige des Ritterguts Besitzers
Luther daselbst vom 17ten d. Mts. nebst Anlage, indem ich zugleich ganz
gehorsamst bitte, daraus die jetzige
Lage der Sache ersehen und über die
Reklamation der Gemeine geneigtest
entscheiden zu wollen. Ich halte es
nämlich für ausgemacht, daß der
Ritterguts Besitzer Luther, obgleich er Besitzer mehrerer bäuerlichen
Grundstücke zu Mehrow ist, doch
zu den Ankaufskosten des Schulholzes
beizutragen gesetzlich nicht verpflichtet ist, da diese Last nicht auf dem Grundbesitz beruht, sondern von den Hausvätern der Gemeine, zu welchen
der p. Luther nicht zu zählen ist, getragen werden muß. Dagegen
aber bin ich im Zweifel, ob nicht der p. Luther wegen seiner
bäuerlichen Besitzungen im Dorfe
bei der Anfuhr des Holzes verhältnißmäßig mit heranzuziehen ist, da
die Fuhren eine den Gespannhaltenden
Wirthen in der Gemeine allein zufallende Last sind, und erbitte mir über
diese Frage die Belehrung Eurer
Königlichen Hochlöblichen Regierung.
Zugleich bitte ich aber gehorsamst,
die Entscheidung geneigtest so viel
als möglich beschleunigen zu wollen,
da es sehr an der Zeit ist, daß dem
Widerspruchsgeist der Gemeinde Mehrow
der sich schon nach verschiedenen Seiten
hin kund gegeben hat, einmal kräftig
gebrochen werde.
v. Witzleben
Seite 50...52 links (30.1.1841)
Eur Hochwohlgeboren
erwidern wir auf den Bericht vom 21ten
d. Mts., daß der Rittergutsbesitzer Luther zu Mehrow weder zu den Kosten des Ankaufs, noch
zu denen der Anfuhr des
Schulholzes für beitragspflichtig erachtet werden kann, auch wenn derselbe
wie angezeigt ist, neben dem
Rittergute noch bäuerliche Grundstücke
im Orte besitzt.
Die Besimmungen der §§ 29. ff ALR II-12 lassen
darüber keinen Zweifel
übrig, daß die Beitragsverpflichtung zur Deckung der Schulbedürfnisse eine ... gar
... ist, welche als gemeine Last aller zur Schule gewiesenen (?) Einwohner ohne
Unterschied obliegt.
Der Grundbesitz kann zwar nach § 31 l.c.
so wie die übrigen Vermögensverhältnisse, die Beitragsquote
niemals aber die Beitragsverpflichtung selbst bestimmen,
letztere ist vielmehr
stets davon abhängig, daß
das betreffende Individuum zu den zur Schule gewiesenen Einwohnern
gehört. Den letzteren kann
aber die Gutsherrschaft
des Orts nicht beigerechnet
werden, weshalb dann auch die Verpflichtungen
derselben für die Ortsschule
in § 36. l. c. von den
Verpflichtungen der zur Schule gewiesenen Einwohner (§§ 29-38. l. c.)
streng getrennt sind.
Da sonach der Rittergutsbesitzer Luther von den
zuletzt gedachten Verpflichttungen perönlich eximiert
ist, so folgt nach Obigem,
daß auch sein bäuerlicher
Grundbesitz ihm dergleichen nicht auferlegen kann, und
daß er mithin auch von der Verpflichtung zur Anfuhr des Schulholzes, welche ebenfalls
den Verpflichtungen der zur
Ortsschule gewiesenen Einwohner beizurechnen ist,
freigesprochen werden muß.
Unter allen Umständen wenigstens ist die Frage, ob er zu diesem Onus
rechtlich mit herangezogen werden
könne, dergestallt zweifelhaft, daß
nicht die Verwaltungs-, sondern nur
die competente Gerichtsbehörde zu deren Entscheidung gegen ihn befugt erscheinen kann.
Eur. Hochwohlgeboren werden daher hierdurch ausdrücklich ermächtigt, die Kosten des Ankaufs und der Anfuhr des Schulholzes, von den zur Schule
gewiesenen Hausvätern zu Mehrow, mit Ausschluß des Rittergutsbesitzers Luther, nach den
in der Verfügung vom 10. Novbr.
pr. angegebenes Repartitionsprincipien executivisch beizutreiben, denselben jedoch zu überlassen, die vermeintliche Beitragsverpflichtung
des Rittergutsbesitzers Luther im
Wege Rechtens gegen denselben
Die Berichtsanlagen folgen anbei
Potsd. ...
Seite 53 rechts
Gesuch des Predigers Lücke um
Schulholz für den Lehrer Wilde zu Mehrow
Eur Königlichen Hochlöblichen Regierung
ersuche ich ergebenst, dem Schullehrer
Wilde zu Mehrow zur Erlangung der
ihm mit 2 Klaftern zuerkannten
Schulholzes behülflich zu sein. Die
Gemeinde weigert sich auf das Bestimmteste, wie aus anliegendem Berichte hervorgeht, gerade wie im vorigrn Jahre den ihr zuerkannten Verpflichtungen
nachzukommen; alle gütlichen Vorstellungen sind vergeblich, ihr Grundsatz ist
„Wir wollen nicht!“ Wenn daher nicht
alle Jahre neue Klagen in dieser Angelegenheit vorkommen sollen, so werden wohl nur durchgreifende Maaßregeln
dem selben für immer ein Ende machen können.
Ich bitte daher recht dringend, die Gemeinde zur Erfüllung ihrer Pflicht nachdrücklich
anzuhalten und verharrn in tiefster Ehrfurcht Euer Hochlöblichen Regierung
ganz gehorsamer Diener
der Prediger Lücke
8ten November 1841
Seite 53...54 links
Potsdam 22. Novbr. 1841
den Herrn Landrath von
Nach einem Bericht des Predigers Lücke zu Ahrensfelde vom 8ten d. M. weigert
sich die Gemeinde zu Mehrow
auch dieses Jahr wiederum,
das erforderliche Schulbrennholz für die dortige Schule
Wir veranlassen Eur.
pp. daher in Verfolg unserer Verfügungen vom 10ten Novbr.
pr. u. 30ten Januar dies. J.,
die ... im Wege von Execution zu ihrer Verpflichtung
anzuhalten und uns über den
Erfolg dieser Maaßregel
binnen 6 Wochen zu berichten.
den Herrn Prediger
Lücke ...
... Superintendent
Benicke Hochw.
(unter Abschr. vorst. Verf.)
Abschrift vorstehender Verfügung erhalten Eur. pp. zur
Nachricht auf den Bericht vom
8. d. M. ... Beilage.
Reg. II
17.1.1842, Bericht des Landrates an die Regierung: Berlin, den 17. Jan. 1842
Des Landraths Nieder-Barnimschen
Kreises Bericht die von der Gemeinde
Mehrow verweigerte Lieferung des
erforderlichen Holzes zur Heitzung
der Schulstube daselbst betr.
II 978 Novbr.
Auf die hohe Verfügung vom 22ten
November pr. beehre ich mich Euer
ganz gehorsamst anzuzeigen, daß da
die Gemeinde zu Mehrow der von mir an sie erlassenen Anweisung
nicht nachgekommen ist, die zwei Klaftern Kiefern Klobenholz zur
Heitzung der Schulstube bereits am
20ten v. Mnts und Jahres im Wege
der Caution angefahren und jetzt
die hierdurch erwachsenen Kosten
auf die einzelnen Gemeindemitglieder
aufgeteilt worden sind,
in Vertretung der Regierungs Assessor
14.2.1862, Bericht des Landrates an die Regierung: Berlin, den 14. Februar
Betrifft die Lieferung des
zur Heizung der Schulstube
in Mehrow erforderlichen
Holzes.
Ad rescr. vom 29. November
1861. II.A.L:2481
Der Königlichen Regierung berichte ich auf die wieder beigefügte verehrliche
Marginal-Verfügung
vom 29. November pr. gehorsamst, daß nach der abschriftlich
beigefügten Verhandlung vom 30 December pr. die Schulgemeinde und der Lehrer über die Lieferung
des zur Heizung der Schulstube erforderlichen Holzes
sich vollständig geeinigt haben, und das bezügliche
Abkommen zu keinen Bedenken Veranlassung geben dürfte.
Der Landrath
An die Königliche Regierung,
Abtheilung für Kirchenverwalötung
und Schulwesen
6.11.1861 und später, Auszug aus dem Visitationsbericht und Notizen:
aus dem Schulvisitationsberichte des Kreisschul-Inspectors, Prediger Bernhardi, d.d. Mehrow
den 6. Novbr. cr, die Schule zu Mehrow betreffend.
Da des neue Klassenlokal 3600 Kubikfuß
groß ist, so reicht das bisher gelieferte Holz (2 Klafter) nicht aus.
Auf Decret v. 18/11 61 (II L 5092 in den Schul-Akten von Mehrow, Sup. Berlin) durch das
A.L.Journal gehorsamst vorgelegt.
Potsd., 25 November 1861
die Registratur II.
In Urschrift unter dem Bedingung der Rückgabe
an den Herrn Landrath Scharnweber
Wohlgeboren zu Berlin zur Verhandlung
mit der Schulgemeinde Mehrow wegen
Erhöhung des Brennholz-Deputats unter
Zutiehung des Schulvorstandes und
Lehrers u. demnächstiger Berichterstattung.
1. Nach dem in neuerer Zeit angenommenen
u. höhern Orts bestätigten Grundsatze ist eine Klafter kiefern Klobenholz ausreichend,
800 Kubikfuß Klassen-Raum zu erheizen.
2. Not. term [?] von 4 Wochen
Potsdam, d. 29. Novembr 1861
Königl. Regierung
Abt. für Kirchen- u. Schulwesen.
30.12.1861, Verhandlungsprotokoll: Abschrift
Verhandelt Mehrow, den 30ten December
In Folge Auftrags der Verfügung des Königlichen
Landraths-Amts vom 12. December
c. waren die Mitglieder der hiesigen Schulgemeinde
zur Verhandlung über die Heitzung
des Schullokals unter der ausdrücklichen
Verwarnung zu heute eingeladen, daß von den Ausbleibenden angenommen werden wird, sie treten
den Beschlüssen der Mehrheit der Erschienenen
Es hatten sich demzufolge die unterschriebenen
Gemeindemitglieder eingefunden, mit
welchen folgendes verhandelt wurde.
Das Schullokal hat 3600 Kubikfuß Inhalt,
es würden also auf je 800 Kubikfuß eine Klafter Kiefern Klobenholz gerechnet, 4 1/2 Klafter
Holz erforderlich sein.
Durch freiwilliges Erbieten der Betheiligten
war schon zu Anfang des Winters dem Lehrer Schroeder eine erhöhte Schulholzlieferung
von 4 Klaftern zugesagt, und wiederholte
derselbe heute ausdrücklich seine Erklärung,
daß er mit diesem Quantum auch für die
Zukunft vollständig zufrieden gestellt sei,
wenn ihm dasselbe ein Jahr voraus geliefert
Bisher wurde der erforderliche Holzbedarf von 2 Klaftern von der Gemeinde und dem
Rittergute zu gleichen Theilen geliefert,
und soll dieser Lieferungsmodus auch ferner
beibehalten werden, so daß also jetzt die Dorfgemeinde
2 Klafter, und das Rittergut 2 Klafter
jährlich in natura zu liefern hat.
Der gleichfalls vorgeladene Schulvorstand
und der Lehrer Schroeder erklärten sich mit
diesem Abkommen einverstanden.
Da weiter nichts zu verhandeln war, so
wurde die Verhandlung geschlossen.
v.g.u.
Gez. Müller, Zernickow, Schulvorsteher, Bredereke,
Schulvorsteher, Schroeder, Lehrer.
a.u.r. [?]
gez. Heyse.
Quelle: Geheimes Preußisches Staatsarchiv, Stiftung Preußischer Kulturbesitz (Berlin-Dahlem)
Siehe auch: Der Streit um das Holz zur Heizung der Schule (1828).