Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F15-08-2012-2C_851-2011
Timestamp: 2016-10-26 07:37:49
Document Index: 152959412

Matched Legal Cases: ['Art. 175', 'Art. 56', 'Art. 82', 'Art. 146', 'Art. 73', 'Art. 42', 'Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 106', 'Art. 174', 'Art. 56', 'Art. 25', 'BGE', 'Art. 175', 'BGE', 'Art. 175', 'Art. 56', 'BGE', 'Art. 95', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 105', 'Art. 9', 'BGE', 'Art. 97', 'Art. 123', 'Art. 126', 'Art. 124', 'BGE', 'Art. 175', 'Art. 175', 'BGE', 'EGMR', 'EGMR', 'Art. 175', 'Art. 12', 'BGE', 'Art. 104', 'Art. 333', 'Art. 12', 'Art. 104', 'Art. 333', 'Art. 175', 'Art. 175', 'Art. 103', 'Art. 106', 'BGE', 'BGE', 'Art. 47', 'Art. 107', 'Art. 175', 'Art. 106', 'Art. 333', 'Art. 47', 'Art. 175', 'Art. 175', 'Art. 175', 'Art. 48', 'Art. 123', 'Art. 175', 'Art. 12', 'Art. 104', 'Art. 333', 'Art. 130', 'Art. 175', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 67']

2C_851/2011 (15.08.2012)
Kantonale Steuerverwaltung Graub�nden,
Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graub�nden, Einzelrichter,
X.________ lebt zusammen mit ihren beiden Kindern in W.________/GR. Gem�ss dem Scheidungsurteil des Bezirksgerichts V.________/GR vom 4. Juni 2007 bezog sie nacheheliche Unterhaltsbeitr�ge. Diese beliefen sich im Jahr 2008 auf Fr. 15'600.-- und im Folgejahr auf Fr. 9'000.--. Dementgegen bezifferte sie in der Steuererkl�rung 2008 die vereinnahmten Unterhaltsbeitr�ge auf Fr. 9'000.--. Die Veranlagungsverf�gungen betreffend die direkte Bundessteuer 2008 sowie die Kantons- und Gemeindesteuer 2008, bez�glich der Unterhaltsbeitr�ge je auf der Selbstschatzung beruhend, blieben unangefochten und wurden rechtskr�ftig.
Mit rechtskr�ftiger Nachsteuerverf�gung vom 20. August 2010 erhob die Steuerverwaltung des Kantons Graub�nden die hinterzogenen Steuern. Sie f�hrte zu Betr�gen in H�he von Fr. 107.-- (direkte Bundessteuer 2008), Fr. 515.-- (Kantonssteuer 2008) und Fr. 538.-- (Gemeindesteuer 2008 inkl. Kirchensteuer). In der Folge er�ffnete die Steuerverwaltung des Kantons Graub�nden gegen�ber X.________ ein Strafsteuerverfahren. Die Steuerpflichtige bestritt ein schuldhaftes Verhalten und machte geltend, es sei ihr ein blosser �bertragungsfehler unterlaufen. In der Strafsteuerverf�gung vom 23. Juni 2011 ging die Veranlagungsbeh�rde von vollendeter Steuerhinterziehung aus und setzte die Busse auf 50 Prozent des Nachsteuerbetrages fest. Dies ergab Steuerforderungen von Fr. 53.50 (direkte Bundessteuer 2008), Fr. 257.50 (Kantonssteuer 2008) bzw. Fr. 269.-- (Gemeinde- und Kirchensteuer 2008), nebst Verfahrenskosten von Fr. 140.--. Die dagegen gerichtete Einsprache blieb erfolglos, ebenso wie die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid an das Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden. Dessen Einzelrichter wies sie mit Urteil vom 19. September 2011 ab, unter Verzicht auf Gerichtskosten.
Mit Eingabe vom 17. Oktober 2011 erhebt X.________ beim Bundesgericht Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten. Sie beantragt sinngem�ss, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die ausgesprochenen Bussen seien auf "deutlich unter 50 Prozent" zu senken.
Mit Verf�gung vom 10. November 2011 wies die II. �ffentlich-rechtliche Abteilung des Bundesgerichts das Gesuch X.________s (hienach: die Steuerpflichtige) um unentgeltliche Rechtspflege ab.
Die Vorinstanz und die Steuerverwaltung des Kantons Graub�nden beantragen die Abweisung der Beschwerde. Sie sehen im �brigen, dies wie die Eidgen�ssische Steuerverwaltung, von einer Vernehmlassung ab.
1.2 Das angefochtene Urteil betrifft den Tatbestand der Steuerhinterziehung im Sinne von Art. 175 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 �ber die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11) bzw. Art. 56 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 �ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG; SR. 642.14). Es handelt sich um den (End-)Entscheid einer letzten kantonalen Gerichtsinstanz in einer Angelegenheit des �ffentlichen Rechts, der beim Bundesgericht mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten angefochten werden kann (Art. 82 lit. a, 86 Abs. 1 lit. d und Abs. 2, 90 BGG i.V.m. Art. 146 DBG und Art. 73 Abs. 1 StHG). Mit Blick auf die bundesgerichtliche Praxis zu den Laienbeschwerden gen�gt die Beschwerdeschrift den gesetzlichen Begr�ndungsanforderungen (Art. 42 BGG; Urteil 2C_487/2008 vom 2. Februar 2009 E. 1.2). Die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass, sodass auf das Rechtsmittel einzutreten ist.
1.3 Mit der Beschwerde kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 und 96 BGG geltend gemacht werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist folglich weder an die in der Beschwerde vorgebrachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann die Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen, und es kann eine Beschwerde mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen. Trotz der Rechtsanwendung von Amtes wegen pr�ft es, unter Ber�cksichtigung der allgemeinen Begr�ndungspflicht der Beschwerde (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), an sich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 135 II 384 E. 2.2.1 S. 389; 134 III 102 E. 1.1 S. 104; 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254). Die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht untersucht es in jedem Fall nur insoweit, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG).
1.4 Art. 174 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1986 f�r den Kanton Graub�nden (StG/GR; BR 720.000), der die Steuerhinterziehung regelt, entspricht inhaltlich Art. 56 StHG. Sodann verweist Art. 25 des Gesetzes [des Kantons Graub�nden] vom 31. August 2006 �ber die Gemeinde- und Kirchensteuern (GKStG/GR; BR 720.200) bez�glich der Nach- und Strafsteuern auf das kantonale Steuergesetz. Ein Gestaltungsspielraum zugunsten des kantonalen Gesetzgebers, der zur Willk�rkognition f�hrte, besteht damit nicht. Demzufolge pr�ft das Bundesgericht die Anwendung des harmonisierten kantonalen Rechts mit freier Kognition, ebenso, wie es dies im Fall von Bundesrecht t�te (BGE 134 II 207 E. 2 S. 210; Urteile 2C_519/2011 vom 24. Februar 2012 E. 1.3.1, in: StR 67/2012 S. 367, StE 2012 B 97.3 Nr. 9; 2C_272/2011 vom 5. Dezember 2011 E. 1.3, in: StR 67/2012 S. 127). Die Praxis zu Art. 175 DBG ist aus Gr�nden der vertikalen Steuerharmonisierung analog heranzuziehen (BGE 133 II 114 E. 3.2 S. 116).
1.5 Streitgegenstand ist die Bemessung der Hinterziehungsbusse. Die Tatbest�nde des eidgen�ssischen und des harmonisierten kantonalen Steuerrechts kennen einen weiten Strafrahmen (Art. 175 Abs. 2 DBG bzw. Art. 56 Abs. 1 StHG; dazu E. 2.2 hienach). Sie r�umen damit den kantonalen Steuer- und Steuerjustizbeh�rden bei der Bemessung der Busse ein Rechtsfolgeermessen mit einem weiten Handlungsspielraum ein (BGE 114 Ib 27 E. 4a S. 31; Urteile 2C_480/2009 vom 16. M�rz 2010 E. 6.2; 2C_26/2007 vom 10. Oktober 2007 E. 6, in: RDAF 2009 II 120). Entscheide, die auf Ermessen beruhen, �berpr�ft das Bundesgericht nur daraufhin, ob das Ermessen rechtsfehlerhaft ausge�bt wurde (Art. 95 BGG). Es �bt dabei aber Zur�ckhaltung und greift nur ein, wenn die Vorinstanz von dem ihr zustehenden Ermessen falschen Gebrauch gemacht hat, das heisst, wenn sie grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grunds�tzen abgewichen ist, wenn sie Gesichtspunkte ber�cksichtigt hat, die keine Rolle h�tten spielen d�rfen, oder wenn sie umgekehrt rechtserhebliche Umst�nde ausser Acht gelassen hat. Aufzuheben und zu korrigieren sind ausserdem Ermessensentscheide, die sich als im Ergebnis offensichtlich unbillig, als in stossender Weise ungerecht erweisen (Urteil 4A_589/2011 vom 5. April 2012 E. 7.1, nicht publ. in BGE 138 III 304; BGE 135 III 121 E. 2 S. 123 f.; 133 III 201 E. 5.4 S. 211; 128 III 428 E. 4 S. 432, je mit Hinweisen).
Im Recht der Steuerhinterziehung unter Herrschaft des seinerzeitigen Bundesratsbeschlusses vom 9. Dezember 1940 �ber die Erhebung einer direkten Bundessteuer (BdBSt; BS 6 390) griff das Bundesgericht praxisgem�ss (BGE 114 Ib 27 E. 4a S. 31) nur ein, wenn die Vorinstanz:
1. den gesetzlichen Strafrahmen �ber- oder unterschritten hatte;
3. die Strafe willk�rlich hart oder milde angesetzt hatte.
Diese Praxis gilt im Anwendungsbereich des DBG und unter dem BGG weiter (Urteile 2C_480/2009 vom 16. M�rz 2010 E. 6.2; 2C_26/2007 vom 10. Oktober 2007 E. 6, in: RDAF 2009 II 120).
1.6 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt zugrunde (Art. 105 Abs. 1 BGG). Deren Sachverhaltsfeststellungen k�nnen nur berichtigt werden, sofern sie offensichtlich unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen (Art. 105 Abs. 2 BGG). Dies ist dann der Fall, wenn der Sachverhalt willk�rlich ermittelt worden (Art. 9 BV) oder dessen Feststellung unter Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte und Grunds�tze zustande gekommen ist (BGE 135 II 145 E. 8.1 S. 153). Zudem muss aufgezeigt werden, dass die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG).
2.1 Nach dem Prinzip der gemischten Veranlagung (Art. 123 Abs. 1 DBG) stellen die Veranlagungsbeh�rden zusammen mit der steuerpflichtigen Person die f�r eine vollst�ndige und richtige Besteuerung massgebenden tats�chlichen und rechtlichen Verh�ltnisse fest. Daraus geht zun�chst hervor, dass Beh�rden und steuerpflichtige Personen grunds�tzlich gemeinsam auf eine richtige und vollst�ndige Veranlagung hinarbeiten. Die steuerpflichtige Person hat alles zu tun, um eine vollst�ndige und richtige Veranlagung zu erm�glichen (Art. 126 Abs. 1 DBG). Insbesondere muss sie das Formular f�r die Steuererkl�rung wahrheitsgem�ss und vollst�ndig ausf�llen (Art. 124 Abs. 2 DBG). Die steuerpflichtige Person tr�gt die Verantwortung f�r die Richtigkeit und Vollst�ndigkeit ihrer Steuererkl�rung (Urteile 2C_494/2011, 2C_495/2011 vom 6. Juli 2012 E. 2.1.1; 2C_223/2011 vom 13. September 2011 E. 2.2.1; 2C_26/2007 vom 10. Oktober 2007 E. 3.2.1, in: ASA 78 S. 308; vgl. auch BGE 138 IV 47 E. 2.6.1 S. 51).
2.2 Wer als Steuerpflichtiger entgegen seiner Mitwirkungspflicht vors�tzlich oder fahrl�ssig bewirkt, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterbleibt oder dass eine rechtskr�ftige Veranlagung unvollst�ndig ist, wird gem�ss Art. 175 Abs. 1 DBG mit Busse bestraft. Die Busse betr�gt in der Regel das Einfache der hinterzogenen Steuer. Sie kann bei leichtem Verschulden bis auf einen Drittel erm�ssigt, bei schwerem Verschulden bis auf das Dreifache erh�ht werden (Art. 175 Abs. 2 DBG). Beim Hinterziehungsverfahren im Recht der direkten Bundessteuer handelt es sich um ein echtes Strafverfahren ("de nature p�nale"), f�r welches die strafprozessualen Garantien der EMRK gelten (BGE 138 IV 47 E. 2.6.1 S. 51; 121 II 257 E. 4b S. 264 f.; 273 E. 3a S. 281; 119 Ib 311 E. 2e und 2f S. 316 ff.; Urteile des EGMR Chambaz gegen Schweiz vom 5. April 2012 [11663/04] � 36 ff., insb. 48; J.B. gegen Schweiz vom 3. Mai 2001 [31827/96] � 42 ff., insb. 50; A.P., M.P. und T.P. gegen Schweiz vom 29. August 1997 [19958/92] � 37 ff., insb. 43, unter Bezugnahme auf das Urteil des EGMR Bendenoun gegen Frankreich vom 24. Februar 1994 [12547/86] � 44 ff., insb. 47).
2.3 Der objektive Tatbestand der vollendeten Steuerhinterziehung setzt voraus, dass aufgrund des Verhaltens der steuerpflichtigen Person eine Veranlagung �berhaupt unterbleibt oder eine rechtskr�ftige Veranlagung sich als unvollst�ndig erweist und damit ein zu geringer Steuerbetrag erhoben wird (Urteile 2A.706/2006 vom 1. M�rz 2007 E. 3.4; 2A.583/2004 vom 21. April 2005 E. 3.1; vgl. auch Urteil 2C_223/2011 vom 13. September 2011 E. 3.3 zur Nachsteuer). Der subjektive Tatbestand der vollendeten Steuerhinterziehung bedingt Vorsatz oder Fahrl�ssigkeit. Der Fahrl�ssigkeitsbegriff im Sinne von Art. 175 Abs. 1 DBG entspricht jenem gem�ss Art. 12 Abs. 3 StGB (BGE 135 II 86 E. 4.3 S. 91), zumal er gem�ss Art. 104 in Verbindung mit Art. 333 Abs. 1 StGB auch auf das Nebenstrafrecht anwendbar ist. Fahrl�ssig begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht R�cksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der T�ter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umst�nden und nach seinen pers�nlichen Verh�ltnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). Dasselbe gilt im Bereich der �bertretungen des Kern- (Art. 104 StGB) und des Nebenstrafrechts (Art. 333 Abs. 1 StGB; vgl. zur Steuerhinterziehung Urteile 2C_29/2011 vom 16. Juni 2011 E. 2.3, in: StR 66/2011 S. 704; 2A.583/2004 vom 21. April 2005 E. 3.2; 2A.194/2002 vom 25. April 2003 E. 2.3, in: StR 59/2004 S. 58).
3.1 Von keiner Seite wird bestritten, dass der objektive Tatbestand der Steuerhinterziehung erf�llt ist. Dies liegt auch auf der Hand, nachdem die Steuerpflichtige in der Steuererkl�rung 2008 den nachehelichen Unterhalt mit insgesamt Fr. 9'000.-- bezifferte, statt den tats�chlich vereinnahmten Betrag von Fr. 15'600.-- zu deklarieren. Die Veranlagung 2008, die auf einem um Fr. 6'600.-- zu tiefen Einkommen beruht, ist in Rechtskraft erwachsen. Damit liegt vollendete Steuerhinterziehung im Sinne von Art. 175 Abs. 1 DBG vor.
3.2 Auch im Steuerstrafrecht ist nach dem Verschuldensprinzip zun�chst das individuelle Verschulden der steuerpflichtigen Person zu ermitteln. Bei der Steuerhinterziehung gem�ss Art. 175 DBG handelt es sich um eine �bertretung im Sinne von Art. 103 StGB. Das Gericht bemisst �bertretungsbussen aufgrund von Art. 106 Abs. 3 StGB nach den Verh�ltnissen des T�ters so, dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist (BGE 114 Ib 27 E. 4a S. 31; 101 IV 16 E. 3c S. 16 f.; 92 IV 4 E. 1 S. 5 f.; zu den juristischen Personen: BGE 135 II 86 E. 4.4 S. 91). Eine detailliertere Regelung enth�lt Art. 47 StGB, der auf Verbrechen und Vergehen Anwendung findet. Die Vorinstanz geht hier von Fahrl�ssigkeit aus. Die Steuerpflichtige nimmt dies nunmehr hin, lautet ihr Antrag vor Bundesgericht doch auf Senkung des Strafmasses "auf deutlich unter 50 Prozent". In ihrer Begr�ndung kommt sie unter dem Titel "Schwere des "Deliktes" zum Schluss, bei leichter Fahrl�ssigkeit sei die Busse auf einen Drittel herabzusetzen. Mit Blick auf Art. 107 Abs. 1 BGG ist die rechtliche W�rdigung des Verschuldens - Fahrl�ssigkeit - f�r das Bundesgericht verbindlich. Es kann damit nur die vorinstanzliche Bussenbemessung (50 Prozent) best�tigen oder, dem Antrag der Steuerpflichtigen folgend, die Busse auf h�chstens einen Drittel herabsetzen, vorbeh�ltlich von weitergehenden Strafmilderungsgr�nden.
3.3 Gem�ss Art. 175 Abs. 2 Satz 1 DBG betr�gt die Busse in der Regel das Einfache der hinterzogenen Steuer. Bei leichtem Verschulden kann sie auf einen Drittel erm�ssigt werden (Satz 2). Der hier massgebende Art. 106 Abs. 3 StGB, der aufgrund von Art. 333 Abs. 1 StGB auch im Bereich des Steuerstrafrechts zu beachten ist, ruft nach einer Ermittlung der pers�nlichen Verh�ltnisse. Dabei kann der detaillierter gehaltene Art. 47 StGB analog herangezogen werden. Haupts�chliche Strafzumessungsgr�nde - neben dem Verschulden - bilden im Steuerstrafrecht namentlich die H�he der hinterzogenen Steuer (Taterfolg), die Art und Weise der Herbeif�hrung des Taterfolges, die Beweggr�nde, die pers�nlichen Verh�ltnisse und insbesondere die wirtschaftlichen Verh�ltnisse (THOMAS HOFER, Strafzumessung bei der Hinterziehung direkter Steuern - Unter besonderer Ber�cksichtigung der Praxis im Kanton Z�rich, 2007, S. 65 ff.; vgl. auch URS R. BEHNISCH, Das Steuerstrafrecht im Recht der direkten Bundessteuer, 1991, S. 145 ff.; RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl., 2009, N. 98 ff. zu Art. 175 DBG ; PIETRO SANSONETTI, in: Yersin/No�l (Hrsg.), Imp�t f�d�ral direct, Commentaire Romand, 2008, N. 41 ff. zu Art. 175 DBG). Der Strafrahmen von Art. 175 Abs. 2 DBG darf im Grundsatz weder �ber- noch unterschritten werden, es sei denn, es l�gen gesetzlich geregelte Strafmilderungs- oder -sch�rfungsgr�nde vor (Urteil 2C_188/2009 vom 7. Juli 2009 E. 2.2, in: StE 2010 B 101.9 Nr. 12, StR 65/2010 S. 223). Solche Gr�nde ergeben sich in analoger Anwendung aus Art. 48 StGB.
4.1 Die Vorinstanz wertet zugunsten der Steuerpflichtigen den Umstand, dass sie keine Unterhaltsbeitr�ge mehr beziehen kann, dass sie auf eine Arbeitslosenentsch�digung von Fr. 3'400.-- pro Monat angewiesen ist, um eine dreik�pfige Familie zu versorgen, und dass sie gesundheitlich angeschlagen ist. Anderseits bezieht die Vorinstanz das Wertschriftenverm�gen von Fr. 60'000.-- in ihre �berlegungen ein und h�lt fest, dass sich die Busse mit einer Reduktion um 50 Prozent bereits am unteren Rand des Strafrahmens befinde. Eine weitere Minderung der Busse w�re, h�lt sie zusammenfassend fest, weder aufgrund der H�he des hinterzogenen Betrages noch des Wertschriftverm�gens gerechtfertigt.
Die Steuerpflichtige tr�gt vor, es habe sich bei der fehlerhaften �bertragung um ein Versehen gehandelt. Sie empf�nde es als "v�llig dumm", wollte man auf diese Weise Steuern hinterziehen, sei es doch der Steuerverwaltung m�glich zu pr�fen, welchen Unterhaltsabzug der fr�here Ehegatte get�tigt habe. Sie sei seit dem 1. April 2011 arbeitslos. Im Jahr 2009, in welchem die Steuererkl�rung 2008 auszuf�llen war, sei sie schwer krank gewesen. Schliesslich kritisiert die Steuerpflichtige, dass die Steuerverwaltung das gesamte Verm�gen von Fr. 60'000.-- ihr alleine zugeschrieben habe, ohne abzukl�ren, wieviel davon den beiden minderj�hrigen Kindern zustehe.
4.2 Auch vor Bundesgericht tr�gt die Steuerpflichtige vor, es sei ihr ein blosser �bertragungsfehler unterlaufen. Die Vorinstanz schliesst sich dieser Sichtweise insofern an, als sie im Verhalten der Steuerpflichtigen lediglich Fahrl�ssigkeit - und damit nicht (mehr) Vorsatz - erblickt. Der Steuerpflichtigen ist damit vorzuwerfen, dass sie es entgegen der ihr obliegenden Mitwirkungspflicht (Art. 123 ff. DBG) unterlassen hat, die im Jahr 2008 ausgerichteten Unterhaltsbeitr�ge betragsm�ssig zu �berpr�fen, ehe sie die Steuererkl�rung erstellte. Unterliess sie dies, verhielt sie sich pflichtwidrig unvorsichtig im Sinne von Art. 175 Abs. 1 DBG bzw. Art. 12 Abs. 3 und Art. 104 in Verbindung mit Art. 333 Abs. 1 StGB. Der aufgrund der unterlassenen Pr�fung entstandene �bertragungsfehler ist insofern eine doppelrelevante Tatsache, als er nicht nur die Art des Verschuldens (Fahrl�ssigkeit) bestimmt, sondern auch dessen H�he beeinflusst.
Aus den gesamten Umst�nden muss geschlossen werden, dass der Steuerpflichtigen ein geringes Verschulden vorzuwerfen ist. Es ist aktenkundig, dass sie im Jahr 2009, in welchem die Steuererkl�rung 2008 auszuf�llen war, an den Folgen einer schweren Krankheit litt. Dies schm�lert zwar unter keinen Umst�nden den Grad der Mitwirkungspflicht, l�sst es aber immerhin als nachvollziehbar erscheinen, wenn die Steuerpflichtige von einem reinen Versehen spricht. Die Folgen der Unterbesteuerung beliefen sich auf rund Fr. 1'200.--, was aufgrund der Nachsteuerverf�gung behoben wurde. Zu folgen ist der Beschwerdef�hrerin auch insofern, als sie auf ihre prek�ren wirtschaftlichen Verh�ltnisse hinweist. Zum Zeitpunkt der vorinstanzlichen Urteilsf�llung war sie bereits seit l�ngerer Zeit arbeitslos und hatte als alleinerziehende Mutter den Unterhalt der dreik�pfigen Familie einzig mit der Arbeitslosenentsch�digung zu bestreiten.
Nicht zu �berzeugen verm�gen die Vorbringen der Steuerpflichtigen, soweit sie sinngem�ss dartut, der Steuerbeh�rde obliege im Bereich der Unterhaltsbeitr�ge eine Art "Mitverantwortung". Sie leitet dies daraus ab, dass der zu den Alimenten verpflichtete fr�here Ehegatte entsprechende Abz�ge vornehme, was die Steuerverwaltung abkl�ren k�nne. Es trifft zwar zu, dass die Veranlagungsbeh�rde im System der gemischten Veranlagung die Steuererkl�rung zu �berpr�fen und die erforderlichen Untersuchungen vorzunehmen hat (Art. 130 Abs. 1 DBG). Die Beh�rde darf sich jedoch grunds�tzlich darauf verlassen, dass die Steuererkl�rung richtig und vollst�ndig ist. Sie ist ohne besonderen Anlass nicht verpflichtet, Quervergleiche mit Akten anderer steuerpflichtiger Personen vorzunehmen oder selbst im Steuerdossier der betreffenden Person nach erg�nzenden Unterlagen zu suchen (Urteile 2C_494/2011, 2C_495/2011 vom 6. Juli 2012 E. 2.1.2 mit Hinweisen). Die Schuldkompensation, welche die Steuerpflichtige aus der "Mitverantwortung" der Veranlagungsbeh�rde herleitet, verf�ngt damit nicht. Ohnehin l�sst sie unber�cksichtigt, dass der Alimentenschuldner ausserkantonal oder im Ausland ans�ssig sein kann, was die �berpr�fung von vornherein erschwert oder ausschliesst. Soweit sie schliesslich vorbringt, die Veranlagungsbeh�rde habe zu Unrecht angenommen, sie sei alleinige Eigent�merin des (gesamten) Wertschriftenbestandes, ist dies nicht zu h�ren. Der Begr�ndung ihrer Beschwerde l�sst sich nichts entnehmen, was den von der Steuerverwaltung gezogenen Schluss zu entkr�ften vermag.
4.3 Der Veranlagungsbeh�rde steht bei der Aus�bung des Rechtsfolgeermessens im Sinne von Art. 175 Abs. 2 DBG ein erheblicher Handlungsspielraum zu. Dementsprechend greift das Bundesgericht nur zur�ckhaltend in die angefochtene Bemessung der Hinterziehungsbusse ein (BGE 114 Ib 27 E. 4a S. 31 zum BdBSt; Urteile 2C_480/2009 vom 16. M�rz 2010 E. 6.2; 2C_26/2007 vom 10. Oktober 2007 E. 6, in: RDAF 2009 II 120 zum DBG; vgl. E. 1.5 hievor). Freilich ist im konkreten Fall auch unter diesen Umst�nden nicht zu �bersehen, dass die Vorinstanz den pers�nlichen Umst�nden (Krankheit) und der wirtschaftlichen Leistungsf�higkeit der Steuerpflichtigen (Arbeitslosigkeit) allzu wenig Rechnung getragen hat, zumal das Verschulden, was letztlich ausschlaggebend ist, bescheiden ausf�llt. Die Herabsetzung der Hinterziehungsbusse auf das gesetzliche Minimum - ein Drittel der hinterzogenen Steuer - ist insgesamt gerechtfertigt. Die Beschwerde ist insofern gutzuheissen und die Hinterziehungsbusse betreffend die direkte Bundessteuer 2008 auf Fr. 35.65 festzulegen (ein Drittel von Fr. 107.--).
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Gerichtskosten geschuldet (Art. 66 Abs. 1 und 4 BGG). Eine Parteientsch�digung an die obsiegende Beschwerdef�hrerin, die nicht anwaltlich vertreten ist, entf�llt. Nachdem die Vorinstanz keine Kosten erhoben hat, er�brigt sich ein Entscheid bez�glich Kostenverteilung der Vorinstanz (Art. 67 BGG).
Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten wird gutgeheissen und das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graub�nden, Einzelrichter, vom 19. September 2011 aufgehoben. Die Steuerbussen werden festgesetzt f�r die direkte Bundessteuer 2008 auf Fr. 35.65, f�r die Kantonssteuer 2008 auf Fr. 171.65 und f�r die Gemeindesteuer 2008 (inkl. Kirchensteuer) auf Fr. 179.30.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden, Einzelrichter, und der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung schriftlich mitgeteilt.