Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=JZ%202009,%201124
Timestamp: 2019-06-19 18:10:59
Document Index: 89197006

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 73', '§ 73', '§ 73', '§ 73', '§ 73', '§ 73', '§ 73', '§ 73', '§ 73', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 33', 'BGH', '§ 73', '§ 73', 'BGH', '§ 73', '§ 73', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 73', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 04.02.2009 - 2 StR 504/08 - dejure.org
https://dejure.org/2009,1440
BGH, 04.02.2009 - 2 StR 504/08 (https://dejure.org/2009,1440)
BGH, Entscheidung vom 04.02.2009 - 2 StR 504/08 (https://dejure.org/2009,1440)
BGH, Entscheidung vom 04. Februar 2009 - 2 StR 504/08 (https://dejure.org/2009,1440)
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§ 73 Abs. 1 Satz 2 StGB; § 73a Satz 1 StGB
Verfall von Wertersatz bei Kaufgeld der Ermittlungsbehörden (mangelnde Sicherstellung; entgegenstehende Ansprüche bei eingesetztem Scheinkaufgeld; Begriff des Erlangten: etwas)
StGB §§ 73 Abs. 1 Satz 2, 73a Satz 1
Eintritt eines Wertersatzverfalls gem. § 73a S. 1 Strafgesetzbuch (StGB) bei von Ermittlungsbehörden für Betäubungsmittelaufkäufe eingesetztes Kaufgeld; Möglichkeit einer Anordnung des Verfalls von eingesetztem Scheinkaufgeld im Hinblick auf § 73 Abs. 1 S. 2 StGB; Kompensation verletzter Interessen der öffentlichen Hand durch eigenständige Ersatzansprüche im Zusammenhang mit einem Einsatz von Scheinkaufgeld
Von Ermittlungsbehörden eingesetztes Scheinkaufgeld als "erlangtes Etwas" bei der Vermögensabschöpfung
StGB § 73 Abs. 1; StGB § 73a
Eintritt eines Wertersatzverfalls gem. § 73a S. 1 Strafgesetzbuch ( StGB ) bei von Ermittlungsbehörden für Betäubungsmittelaufkäufe eingesetztes Kaufgeld; Möglichkeit einer Anordnung des Verfalls von eingesetztem Scheinkaufgeld im Hinblick auf § 73 Abs. 1 S. 2 StGB; Kompensation verletzter Interessen der öffentlichen Hand durch eigenständige Ersatzansprüche im Zusammenhang mit einem Einsatz von Scheinkaufgeld
Scheinkaufgeld
reference-global.com (Entscheidungsbesprechung)
Verfall von eingesetztem, nicht sichergestelltem Scheinkaufgeld? (Dr. Volker Stiebig; JR 2010, 34)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 04.02.2009, Az.: 2 StR 504/08 (Wertersatzverfall von für Betäubungsmittelaufkäufe eingesetztem Kaufgeld)" von Dr. Volker Stiebig, original erschienen in: JR 2010, 35 - 38.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 04.02.2009, Az.: 2 StR 504/08 (Von Ermittlungsbehörden eingesetztes Scheinkaufgeld als "erlangtes Etwas" bei der Vermögensabschöpfung)" von Prof. Dr. Thomas Rönnau, original erschienen in: JZ 2009, 1125 - 1128.
BGH, 12.03.2009 - 2 StR 504/08
BGHSt 53, 179
NJW 2009, 2073
NStZ 2009, 499
StV 2009, 353
JR 2010, 34
JZ 2009, 1124
(2) Der Angeklagte hatte - als Täter einer Geldwäsche - entgegen der Ansicht des Generalbundesanwalts auch die faktische bzw. wirtschaftliche Mitverfügungsgewalt über die inkriminierten Gelder (vgl. zur Mitverfügungsgewalt Senat…, Urteil vom 21. November 2018 - 2 StR 262/18, juris Rn. 7;… BGH, Urteile vom 27. September 2018 - 4 StR 78/18, juris Rn. 8;… vom 24. Mai 2018 - 5 StR 623 und 624/17 jeweils Rn. 8; vom 2. Juli 2015 - 3 StR 157/15, NStZ-RR 2015, 310; vom 28. Oktober 2010 - 4 StR 215/10, BGHSt 56, 39, 45 f.; Senat vom 4. Februar 2009 - 2 StR 504/08, BGHSt 53, 179, 180).
Unerheblich ist dagegen, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang der Täter oder Teilnehmer eine unmittelbar aus der Tat gewonnene (Mit-)Verfügungsmacht später aufgegeben hat, ob also der aus der Tat zunächst erzielte Vermögenszuwachs durch Mittelabflüsse gemindert wurde (vgl. BGH, Urteile vom 16. Mai 2006 - 1 StR 46/06, BGHSt 51, 65, 68, 72; vom 30. Mai 2008 - 1 StR 166/07, BGHSt 52, 227, 252; vom 4. Februar 2009 - 2 StR 504/08, JZ 2009, 1124, 1125 m. Anm. Rönnau).
Da es sich bei dem Erlangen um einen tatsächlichen Vorgang handelt, kommt es auf zivilrechtliche Besitz- oder Eigentumsverhältnisse nicht an (…vgl. BGH, Urteile vom 24. Mai 2018 - 5 StR 623 und 624/17 Rn. 8; vom 2. Juli 2015 - 3 StR 157/15, NStZ-RR 2015, 310; vom 28. Oktober 2010 - 4 StR 215/10, BGHSt 56, 39, 45 f.; vom 4. Februar 2009 - 2 StR 504/08, BGHSt 53, 179, 180).
Nach diesen Grundsätzen werden bei einem Absatz von Betäubungsmitteln in einer Handelskette von einem als Zwischenhändler oder - wie der Angeklagte - als selbständiger Vermittler agierenden Täter auch solche Geldbeträge wirtschaftlich erlangt, die er von seinem Abnehmer vereinnahmt und in der Folgezeit an den Lieferanten weitergibt (vgl. BGH, Urteile vom 4. Februar 2009 - 2 StR 504/08 aaO; vom 16. Mai 2006 - 1 StR 46/06, BGHSt 51, 65, 68; vom 12. August 2003 - 1 StR 127/03, NStZ 2004, 440;… Weber, BtMG, 5. Aufl., § 33 Rn. 79).
BGH, 02.07.2009 - IX ZR 174/08
Zurückweisung der Nichtzulassungsbeschwerde betreffend die Anwendung des § 73 …
Die Frage, ob § 73 Abs. 1 Satz 2 StGB nur im Falle des Verstoßes gegen ein individualschützendes Strafgesetz anwendbar ist, ist in der Rechtsprechung der Strafsenate des Bundesgerichtshofs geklärt (BGH, NStZ 1999, 560 ; Urt. v. 4. Februar 2009 - 2 StR 504/08, Rn. 5).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist ein Vermögenswert aus der Tat erlangt im Sinne des § 73 Abs. 1 Satz 1 StGB (hier i.V.m. § 73a Satz 1 StGB), wenn er dem Täter oder Teilnehmer unmittelbar aus der Verwirklichung des Tatbestands in irgendeiner Phase des Tatablaufs zugeflossen ist (BGH, Urteile vom 30. Mai 2008 - 1 StR 166/07, BGHSt 52, 227, 246, und vom 29. Juni 2010 - 1 StR 245/09), er an ihm also unmittelbar aus der Tat (tatsächliche, aber nicht notwendig rechtliche) Verfügungsmacht gewonnen und dadurch einen Vermögenszuwachs erzielt hat (vgl. BGH, Urteil vom 16. Mai 2006 - 1 StR 46/06, BGHSt 51, 65, 68, Beschluss vom 21. Oktober 2008 - 4 StR 437/08, NStZ 2010, 85, Urteil vom 4. Februar 2009 - 2 StR 504/08, JZ 2009, 1124 mit Anmerkung Rönnau m.w.N.).
a) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist ein Vermögenswert aus der Tat im Sinne des § 73 Abs. 1 Satz 1 StGB erlangt, wenn er dem Täter oder Teilnehmer unmittelbar aus der Verwirklichung des Tatbestands in irgendeiner Phase des Tatablaufs zugeflossen ist (BGH, Urteile vom 30. Mai 2008 - 1 StR 166/07, BGHSt 52, 227, 246, und vom 29. Juni 2010 - 1 StR 245/09), er an ihm also unmittelbar aus der Tat (tatsächliche, aber nicht notwendig rechtliche) Verfügungsmacht gewonnen und dadurch einen Vermögenszuwachs erzielt hat (BGH, Urteile vom 4. Februar 2009 - 2 StR 504/08, JZ 2009, 1124 m. Anm. Rönnau und vom 28. Oktober 2010 - 4 StR 215/10 m.w.N.).