Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%2044/89
Timestamp: 2019-11-17 19:51:16
Document Index: 106182766

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 197', '§ 852', 'BGH', 'BGH', '§ 218', '§ 197', '§ 218', '§ 198', 'BGH', '§ 852', '§ 218']

BGH, 06.03.1990 - VI ZR 44/89 - dejure.org
https://dejure.org/1990,687
BGH, 06.03.1990 - VI ZR 44/89 (https://dejure.org/1990,687)
BGH, Entscheidung vom 06.03.1990 - VI ZR 44/89 (https://dejure.org/1990,687)
BGH, Entscheidung vom 06. März 1990 - VI ZR 44/89 (https://dejure.org/1990,687)
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Einschlafenlassen - Deliktische Ansprüche - Verjährung
BGB §§ 197, 198, 201, 218, § 852 Abs. 1, Abs. 2
NJW-RR 1990, 664
MDR 1990, 809
NZV 1990, 226
FamRZ 1990, 599
VersR 1990, 755
Ein Abbruch der Verhandlungen durch ein solches "Einschlafenlassen" ist dann anzunehmen, wenn der Berechtigte den Zeitpunkt versäumt, zu dem eine Antwort auf die letzte Anfrage des Ersatzpflichtigen spätestens zu erwarten gewesen wäre, falls die Regulierungsverhandlungen mit verjährungshemmender Wirkung hätten fortgesetzt werden sollen (BGHZ 152, 298, 303; BGH, Urt. v. 6. März 1990 - VI ZR 44/89, VersR 1990, 755, 756; v. 1. März 2005 - VI ZR 101/04, NJW-RR 2005, 1044, 1047).
Das Berufungsgericht hat jedoch übersehen, daß nach der Rechtsprechung des Senats (vgl. Urteile vom 6. März 1990 - VI ZR 44/89 - VersR 1990, 755 und vom 23. Oktober 1984 - VI ZR 30/83 - VersR 1985, 62, 63) auch ein deklaratorisches Anerkenntnis gemäß § 218 Abs. 2 BGB a.F. zu der vierjährigen Verjährungsfrist des § 197 BGB a.F. führen kann, wenn die zwischen den Parteien geschlossene Vereinbarung vom 2./8. April 1968 den Kläger klaglos stellen und ein rechtskräftiges Feststellungsurteil im Sinne des § 218 Abs. 1 BGB a.F. ersetzen sollte.
Dies bedeutet, daß die Ansprüche des Klägers auf Ersatz seines Verdienstausfallschadens gemäß §§ 198, 201 BGB a.F. jeweils vier Jahre nach dem Schluß des Jahres verjähren, in dem sie entstanden, d.h. fällig geworden sind (vgl. Senatsurteil vom 6. März 1990 - VI ZR 44/89 - aaO und BGH, Urteil vom 3. November 1988 - IX ZR 203/97 - NJW-RR 1989, 215, 216).
Die Vorschrift des § 852 Abs. 2 BGB a.F. würde auch nicht bei der oben in Erwägung gezogenen Anwendbarkeit des § 218 Abs. 2 BGB a.F. von dessen Verdrängungswirkung erfaßt (vgl. Senatsurteil vom 6. März 1990 - VI ZR 44/89 - aaO, S. 756).
Zwar besteht ein "Einschlafenlassen" typischerweise darin, daß der Ersatzberechtigte den Zeitpunkt versäumt, zu dem eine Antwort auf eine letzte Anfrage des Ersatzpflichtigen zu erwarten gewesen wäre (vgl. Senatsurteile vom 6. März 1990 - VI ZR 44/89 - aaO;… vom 7. Januar 1986 - VI ZR 203/84 - aaO).
Dann aber bedurfte es nicht der Schaffung einer selbständigen Anspruchsgrundlage (vgl. Senatsurteil vom 6. März 1990 - VI ZR 44/89 - VersR 1990, 755).
Die Vereinbarung enthielt auch keine Äußerung der Beklagten - wie sie der Entscheidung des Senats vom 6. März 1990 (VI ZR 44/89 - VersR 1990, 755) zugrunde lag -, wonach die Ansprüche des Klägers "dem Grunde und der Höhe nach für Vergangenheit und Zukunft ersetzt werden" würden.
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