Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=18.08.2015&Aktenzeichen=I%20R%2043%2F14
Timestamp: 2019-07-19 22:03:27
Document Index: 97855608

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 126', '§ 8', '§ 581', '§ 581', '§ 99', '§ 581', '§ 535', '§ 74', '§ 135', '§ 8', '§ 74', '§ 581', '§ 8', 'Art 3', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 8', '§ 535', '§ 581', '§ 8', '§ 8']

BFH, 18.08.2015 - I R 43/14 - dejure.org
https://dejure.org/2015,39264
BFH, 18.08.2015 - I R 43/14 (https://dejure.org/2015,39264)
BFH, Entscheidung vom 18.08.2015 - I R 43/14 (https://dejure.org/2015,39264)
BFH, Entscheidung vom 18. August 2015 - I R 43/14 (https://dejure.org/2015,39264)
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§ 8 Nr. 1 Buchst. e des Gewerbesteuergesetzes 2002, § ... 8 Nr. 1 Buchst. e GewStG 2002, § 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung, § 8 Nr. 7 GewStG 2002, §§ 581 ff. des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB), § 581 Abs. 1 BGB, § 99 BGB, § 581 Abs. 1 Satz 2 BGB, § 535 Abs. 1 Satz 2 BGB, § 74 FGO, § 135 Abs. 2 FGO
§ 8 Nr 1 Buchst e GewStG 2002 vom 20.12.2007, § 74 FGO, § 581 BGB, § 8 Nr 7 GewStG 2002, Art 3 Abs 1 GG
GewStG § 8 Nr. 1 lit. e
Eine am Umsatz des Pächters bemessene Pachtzahlung unterliegt der Hinzurechnung gemäß § 8 Nr. 1 Buchstabe e GewStG
Grundstückspacht - umsatzabhängige Pachtzahlungen und die gewerbesteuerliche Hinzurechnung
Zur Hinzurechnung einer sog. Umsatzpacht
Bei offensichtlicher Aussichtslosigkeit des Musterverfahrens ist eine Aussetzung aber nicht geboten (vgl. BFH-Urteile vom 18. August 2015 I R 43/14, BFH/NV 2016, 232, Rz 23; vom 21. Februar 2018 VI R 11/16, BFHE 260, 507, DStR 2018, 1114, Rz 78, 80).
BFH, 25.09.2018 - III B 160/17
Im Urteil vom 18. August 2015 I R 43/14 (BFH/NV 2016, 232) habe der Bundesfinanzhof (BFH) lediglich festgestellt, dass "nichts dagegen" spreche, die bisherige Rechtsprechung zu § 8 Nr. 7 GewStG a.F. auf die neue Rechtslage zu übertragen.
Die Rechtsprechung beruht auf der Vorstellung, dass sich eine vom gesetzestypischen Normalfall abweichende Kostenübernahme durch den Mieter/Pächter mindernd auf die Miet-/Pachthöhe auswirkt (BFH-Urteil in BFH/NV 2016, 232, mit Hinweis auf Blümich/ Hofmeister, § 8 GewStG Rz 210).
Unabhängig hiervon teilt der Senat nicht die Ansicht der Klägerin, wonach der für die Hinzurechnung nach § 8 Nr. 1 GewStG bedeutsame Umstand, dass ein Mieter/Pächter vertraglich Verpflichtungen übernommen hat, zu denen er nach der Gesetzeslage nicht verpflichtet ist (vgl. BFH-Urteil in BFH/NV 2016, 232), eine Frage der Angemessenheit der zwischen Mieter/Pächter und Vermieter/Verpächter bestehenden Vertragsbeziehungen ist.
Soweit neben den laufenden im Vertrag vereinbarten Miet-/Pachtzahlungen zusätzlich auch bestimmte Kosten, die nach dem gesetzestypischen Lastenverteilungssystem eigentlich vom Vermieter/Verpächter zu tragen wären (insbesondere Aufwendungen, um den Miet-/Pachtgegenstand in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu erhalten - Instandhaltungskosten -, vgl. § 535 Abs. 1 Satz 2, § 581 Abs. 2 BGB), tatsächlich nach dem im konkreten Fall abgeschlossenen Vertrag aber vom Mieter/Pächter übernommen wurden, der Hinzurechnung unterliegen, beruht diese Rechtsprechung auf der Vorstellung, dass sich eine vom gesetzestypischen Normalfall abweichende Kostenübernahme durch den Mieter/Pächter mindernd auf die Miet-/Pachthöhe ausgewirkt hat (vgl. BFH-Urteil vom 18.8.2015 I R 43/14, BFH/NV 2016, 232).
Diese Rechtsgrundsätze sind auch auf die durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 vom 14. August 2007 (BGBl I 2007, 1912, BStBl I 2007, 630) eingefügten Tatbestände des § 8 Nr. 1 Buchst. d und e GewStG zu übertragen (so BFH-Urteil vom 18.08.2015 I R 43/14, BFH/NV 2016, 232).
Nach Auffassung des Gerichts ist der Begriff "Leasingraten" in § 8 Nr. 1 Buchst. d und e GewStG - ebenso wie bei Miet- und Pachtzinsen - in einem wirtschaftlichen Sinne zu verstehen (zu Miet- und Pachtzahlungen vgl. BFH-Urteil vom 18.08.2015 I R 43/14, BFH/NV 2016, 232).
Dies entspricht jedoch sowohl der Intention des Gesetzgebers, Miet-/Pacht- und Leasingverträge gleich zu behandeln und den Finanzierungsanteil lediglich pauschal zu bestimmen, als auch der Rechtsprechung des BFH, den Begriff Miet- und Pachtzinsen wirtschaftlich zu verstehen (vgl. BFH-Urteil vom 18.08.2015 I R 43/14, BFH/NV 2016, 232).
Das vom FG Hamburg angestrengte Normenkontrollverfahren wurde als unzulässig zurückgewiesen (BVerfG-Beschluss vom 15. Februar 2016 1 BvL 8/12, DStR 2016, 862, vgl. auch BFH-Urteil vom 18. August 2015 I R 43/14, BFH/NV 2016, 232).