Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=ZIP%202017,%202063
Timestamp: 2020-01-29 04:17:33
Document Index: 131409071

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', '§ 15', '§ 73', '§ 544', '§ 15', '§ 64', '§ 73', 'Art. 103', '§ 649', '§ 10', '§ 69', '§ 4', '§ 69', '§ 717', '§ 9', '§ 15', '§ 73', '§ 9', '§ 73', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'Art. 103', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: ZIP 2017, 2063 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 21.09.2017
https://dejure.org/2016,43625
BGH, 16.11.2016 - VII ZR 314/13 (https://dejure.org/2016,43625)
BGH, Entscheidung vom 16.11.2016 - VII ZR 314/13 (https://dejure.org/2016,43625)
BGH, Entscheidung vom 16. November 2016 - VII ZR 314/13 (https://dejure.org/2016,43625)
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AGBG § 9 Abs. 1; HOAI a. F. § 15 Abs. 2, § 73 Abs. 3
§ 544 Abs. 7 ZPO, § 15 Abs. 2 HOAI, § 64 Abs. 3 HOAI, § 73 Abs. 3 HOAI, Art. 103 Abs. 1 GG, § 649 Satz 2 BGB, § 10 Abs. 2 HOAI, § 69 Abs. 3 HOAI, § 4 HOAI, § 69 Abs. 1 HOAI, § 717 Abs. 2 ZPO
§ 9 Abs 1 AGBG, § 15 Abs 2 AIHonO vom 17.03.1988, § 73 Abs 3 AIHonO vom 17.03.1988
Architektenvertrag: Wirksamkeit einer vom Auftraggeber gestellten AGB-Klausel über die Bestimmung der anrechenbaren Kosten auf der Grundlage einer genehmigten Kostenberechnung zur Haushaltsunterlage Bau
Unwirksamkeit von AGB-Klauseln wegen unangemessener Benachteiligung des Architekten im Hinblick auf die anrechenbaren Kosten für Leistungen
AGBG § 9 Abs. 1 ; HOAI § 73 Abs. 3
Anrechenbare Kosten gemäß Kostenberechnung zur Haushaltsunterlage: Klausel unwirksam!
Unangemessene Benachteiligung des Architekten durch AGB des Auftraggebers über die der Honorarberechnung zugrunde zu legenden anrechenbaren Kosten
Rechtliches Gehör - und überspannte Anforderungen an die Darlegungslast
Anrechenbare Kosten auf der Grundlage einer "genehmigten Kostenberechnung": Klausel unwirksam
Anrechenbare Kosten gemäß genehmigter Kostenberechnung: Klausel unwirksam! (IBR 2017, 25)
LG Köln, 31.08.2010 - 5 O 225/01
OLG Köln, 22.10.2013 - 15 U 165/10
BauR 2017, 1094
BauR 2017, 306
Selbst wenn eine solche Kalkulation nicht den maßgeblichen tatsächlichen Umständen der Vertragsdurchführung (vgl. BGH, Beschluss vom 16.11.2016, VII ZR 314/13, Rz 23; Urteil vom 28.10.1999, VII ZR 326/98, BGHZ 143, 79) gerecht wird, weil sie "übervorsichtig" ist und einen tatsächlich ex ante erwartbaren Gewinn außer Acht lässt, wäre dies unerheblich, weil es sich nicht zu Lasten des Bestellers, sondern allenfalls zu Lasten des Unternehmers auswirkt.
Problematisch ist allein der umgekehrte Fall, in dem vor dem Hintergrund der maßgeblichen tatsächlichen Kosten der Vertragsdurchführung (vgl. BGH, Beschluss vom 16.11.2016, VII ZR 314/13, Rz 23; Urteil vom 28.10.1999, VII ZR 326/98, BGHZ 143, 79) der Kostendeckungsanteil in der Unternehmerkalkulation als zu gering und der Gewinnanteil unrealistisch hoch angesetzt wird.
Die angegriffene Entscheidung stehe insoweit auch in Widerspruch zu einer - nach der Urteilsverkündung durch das Landgericht - veröffentlichten Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 16. November 2016 - VII ZR 314/13 -, der entnommen werden könne, dass die Begründung eines einseitigen Leistungsbestimmungsrechts durch den Auftraggeber in der Form vorformulierter Vertragsbedingungen ohne weiteres die Annahme rechtfertige, es lägen Allgemeine Geschäftsbedingungen vor.
In diesem Zusammenhang ergebe sich auch kein Widerspruch zu der vom Kläger angezogenen Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 16. November 2016 - VII ZR 314/13 -, die sich mit einer typischen Preisnebenabrede befasse.
Hieran ändert im Übrigen auch die von dem Kläger als Gegenargument angeführte Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 16. November 2016 - VII ZR 314/13 - (BauR 2017, 306) nichts, der eine der Inhaltskontrolle zu unterwerfende Regelung zugrunde lag, die einer Vertragspartei ein einseitig auszuübendes Leistungsbestimmungsrecht zubilligte, also gerade nicht den Umfang einer Leistungspflicht zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses festlegte.
Ein Verstoß gegen Art. 103 Abs. 1 GG setzt voraus, dass im Einzelfall besondere Umstände deutlich machen, dass tatsächliches Vorbringen eines Beteiligten entweder überhaupt nicht zur Kenntnis genommen oder doch bei der Entscheidung nicht erwogen worden ist (vgl. BGH, Beschluss vom 16. November 2016 - VII ZR 314/13 Rn. 14, BauR 2017, 306;… Beschluss vom 20. Mai 2014 - VII ZR 187/13 Rn. 6;… BVerfG, NJW 2009, 1584, juris Rn. 14, jeweils m.w.N.).
Da eine Partei sich regelmäßig ein für sie günstiges Beweisergebnis zu eigen macht, verletzt das Übergehen eines solchen Beweisergebnisses deren Anspruch auf rechtliches Gehör, sofern es entscheidungserheblich ist (vgl. BGH, Beschluss vom 16. November 2016 - VII ZR 314/13 Rn. 14, BauR 2017, 306;… Beschluss vom 28. Januar 2016 - VII ZR 126/13 Rn. 11 …und Beschluss vom 3. Dezember 2015 - VII ZR 77/15 Rn. 14, BauR 2016, 713, jeweils m.w.N.).
Eine etwaige Widersprüchlichkeit des Parteivortrags kann regelmäßig nur im Rahmen der Beweiswürdigung berücksichtigt werden (vgl. BGH, Beschluss vom 16. November 2016 - VII ZR 314/13 Rn. 22, BauR 2017, 306;… Urteil vom 13. März 2012 - II ZR 50/09 Rn. 16, NJW-RR 2012, 728;… Beschluss vom 21. Juli 2011 - IV ZR 216/09 Rn. 6, VersR 2011, 1384; jeweils m.w.N.).
Denn die fehlende (Gesamt-) Kalkulation des Vertrags ist letzten Endes ohnehin nur ein Hilfsmittel zur Plausibilisierung der Ersparnis, maßgeblich für die Höhe des Abzugs sind nicht die kalkulierten, sondern die tatsächlichen ersparten Aufwendungen (vgl. BGH, Beschluss vom 16. November 2016, VII ZR 314/13, Rz. 23;… Urteil vom 28. Oktober 1999, VII ZR 326/98, BGHZ 143, 79, Rn. 29 f.), zu denen die Klägerin vorträgt.
Eine Partei macht sich regelmäßig ein für sie günstiges Beweisergebnis zu eigen (BGH vom 16.11.2016 - VII ZR 314/13, Rz. 14).