Source: http://www.frag-einen-anwalt.de/Erhoehen-bestimmte-Zuwendungen-an-die-Kinder-das-Anfangsvermoegen--f28938.html
Timestamp: 2016-10-27 22:39:51
Document Index: 378368263

Matched Legal Cases: ['§ 1374', '§ 1375', 'BGH', '§ 534', '§ 1375', '§ 48', '§ 1374', '§ 1374', '§ 1375']

03.08.2007 18:53 | Preis: ***,00 € |
Meine eine Tochter geriet während der Schulzeit auf die schiefe Bahn, was ich nur durch einen sehr teuren Internatsaufenhalt korrigieren konnte. Die andere Tochter "berappelte" sich selber und ich habe ihr dafür im letzten Schuljahr vor dem Abitur ein Auto geschenkt.
Ist das so? Oder nur unter noch anderen Bedingungen? Oder kategorisch nein?
In jedem Fall bitte ich um die entsprechenden Fundstellen. Vielen Dank! Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 207 weitere Antworten zum Thema:
03.08.2007 | 20:39
Die Erhöhung des Anfangsvermögens eines Ehegatten erfolgt gem. § 1374 Abs. 2 Bürgerliches Gesetzbuch -im folgenden BGB- (sh. Anhang) im Zusammenhang von Schenkungen, wenn dieser im Laufe der Ehezeit eine solche erhalten hat.
Dem Endvermögen werden nach § 1375 Abs. 2 BGB (sh. Anhang) Beträge hinzugerechnet, welche der Ehegatte an Dritte unentgeltlich geleistet hat ohne hierzu sittlich verpflichtet gewesen zu sein oder einer auf den Anstand zunehmenden Rücksicht entsprochen hat. Ein Schenker hat dann einer sittlichen Pflicht entsprochen, wenn die Pflicht aus den konkreten Umständen des Falles erwachsen ist und in den Geboten der Sittlichkeit wurzelt, wobei das Vermögen und die Lebenssituation der Beteiligten sowie ihre persönlichen Beziehungen untereinander zu berücksichtigen sind (BGH, Urt. v. 13.2.1963, LM Nr.1 zu § 534 BGB ). Eine unentgeltliche Zuwendung aus sittlicher Pflicht nach § 1375 Abs. 2 Nr. 1 BGB liegt weiterhin vor, wenn sie mit der sittlichen Idee der Familiengemeinschaft verbunden ist (Gernhuber, Lehrbuch des Familienrechts, § 48 I 6). Unter Anwendung dieser Auslegungsgrundsätze kann die Schenkung des PKW nicht dem Endvermögen hinzugerechnet werden (sh. dazu OLG München, Urteil vom 31.01.1985- Aktenzeichen 26 UF 1403/84.
Die Schenkung darf jedoch nicht erfolgt sein um den Ehegatten zu benachteiligen.
Im übrigen ist nach § 1374 Abs. 3 BGB (sh. Anhang) ein Anrechnung zum Endvermögen erfolgt nicht, wen seit der Schenkung mindestens 10 Jahre vergangen sind.
(2) Dem Endvermögen eines Ehegatten wird der Betrag hinzugerechnet, um den dieses Vermögen dadurch vermindert ist, dass ein Ehegatte nach Eintritt des Güterstands 1.
Nachfrage vom Fragesteller	07.08.2007 | 13:00
Ich habe mich wahrscheinlich nicht genau ausgedrückt und möchte die Frage hier präzisieren: Gibt es irgendwelche Möglichkeiten durch bestimmte Handlungen oder Bedingungen (z.B. Schenkungen oder aussergewöhnliche Zuwendungen) mit oder durch die ehegemeinsamen Kinder als voraussichtlich Zugewinnpflichtiger die Berechnung des ausgleichspflichtigen Zugewinns zu verringern, also entweder Anfangsvermögen zu erhöhen oder Endvermögen zu verringern? Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt
Wenn Sie von den Kindern oder Dritten Personen Schenkungen erhalten, so steigt Ihr Anfangsvermögen (§ 1374 Abs. BGB) und der Zugewinnausgleichsforderung verringert sich. Ebenso verringern Verbindlichkeiten (z. B. Kredite) das Endvermögen. Schenkungen im Rahmen des Anstandes (Geburtstag, Hochzeit, Weihnachten) oder aus einer sittlichen Pflicht (z.B. Ihr Ausgangsfall) werden dem Endvermögen nicht hinzugerechnet. Ebenso eine angemessene Ausstattung für Ihre Kinder. Das Angemessen bestimmt sich nach Ihrem Lebensstandard.
Beachten Sie jedoch § 1375 Abs. 2 Nr. 3 BBG, wonach Handlungen bzw. Vermögensverschiebungen unbeachtet bleiben, welche in der Absicht erfolgen den anderen Ehegatten zu benachteiligen.
Erhöhen bestimmte Zuwendungen an die Kinder das Anfangsvermögen? © 2016 QNC GmbH