Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%2019/83
Timestamp: 2019-08-23 14:24:13
Document Index: 67406207

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 730', 'BGH', '§ 730', 'BGH', 'BGH', '§ 149', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 149', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 21.11.1983 - II ZR 19/83 - dejure.org
https://dejure.org/1983,2616
BGH, 21.11.1983 - II ZR 19/83 (https://dejure.org/1983,2616)
BGH, Entscheidung vom 21.11.1983 - II ZR 19/83 (https://dejure.org/1983,2616)
BGH, Entscheidung vom 21. November 1983 - II ZR 19/83 (https://dejure.org/1983,2616)
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Gründung einer Publikums-Abschreibungs-Kommanditgesellschaft zum Zweck des Baus und Betriebs eines Schiffs - Befriedigung eines Gesellschaftsgläubigers durch einen ihrer Gesellschafter als entsprechende Erfüllung der Verpflichtung zur Leistung der Pflichteinlage - Verrechnung von Forderungen - Auslegung des Gesellschaftsvertrags - Notwendigkeit einer Barentrichtung der Kommanditisteneinlage - Berechnung noch ausstehender Einlagen auf Grundlage einer "Überschlagsrechnung"
Voraussetzungen und Umfang des Anspruchs der Liquidatoren einer Publikums-Abschreibungs-KG auf Einzahlung rückständiger Kommanditeinlagen zum endgültigen Ausgleich unter den Gesellschaftern vor Erstellung der Schlußabrechnung
NJW 1984, 435
ZIP 1984, 49
MDR 1984, 293
WM 1983, 1381
Das setzt aber in jedem Fall die Feststellung voraus, dass der in Anspruch genommene Gesellschafter im Ergebnis noch etwas einzuzahlen hat (vgl. BGH, Urteil vom 14. November 1977 - II ZR 183/75, NJW 1978, 424 f.; Urteil vom 21. November 1983 - II ZR 19/83, ZIP 1984, 49, 53 f.).
In diesem Fall muss der Liquidator, d.h. hier die Klägerin, den geltend gemachten Ausgleichsanspruch dartun und beweisen (vgl. BGH, Urteil vom 21. November 1983 - II ZR 19/83, ZIP 1984, 49, 54).
Es bedarf hier keiner Entscheidung, ob wegen des engen Zusammenhangs zwischen der Abwicklung des Gesellschaftsvermögens (vgl. § 730 Abs. 1 BGB) und dem internem Ausgleich unter den Gesellschaftern für die Gesellschaft bürgerlichen Rechts überhaupt daran festzuhalten ist, dass der Kontenausgleich zwischen den Gesellschaftern nicht mehr als Gegenstand der Abwicklung und damit nicht als Aufgabe der Abwickler anzusehen ist, wenn er ihnen nicht ausdrücklich im Gesellschaftsvertrag übertragen ist (vgl. z.B. BGH, Urteil vom 14. April 1966 - II ZR 34/64, WM 1966, 706; Urteil vom 21. November 1983 - II ZR 19/83, ZIP 1984, 49, 53, jeweils zur Personenhandelsgesellschaft;… MünchKommBGB/Ulmer/Schäfer, 5. Aufl., § 730 Rn. 3 mit weiteren Nachweisen).
Zwar sind Liquidatoren im Grundsatz nicht berechtigt, zwecks Beschaffung der für den endgültigen Ausgleich unter den Gesellschaftern benötigten Mittel rückständige Einlagen einzuziehen; insoweit handelt es sich nach h.A. nicht um ein typisches Abwicklungsgeschäft, das nicht zum Aufgabenkreis der Liquidatoren gehört, es sei denn, diese Tätigkeit ist ihnen zusätzlich übertragen worden (BGH, Urteil vom 21.11.1983 - II ZR 19/83, beck-online, Tz. III.1; BGH Urteil vom 14.11.1977 - II ZR 183/75, beck-online, Tz II.2;… Hillmann in Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn, HGB, 3. Aufl. 2014, § 149 Rdnr. 11).
Dass ein solcher Plan hier ausnahmsweise entbehrlich wäre (vgl. dazu BGH, Urteil vom 14. November 1977 - II ZR 183/75, NJW 1978, 424 f.; Urteil vom 21. November 1983 - II ZR 19/83, ZIP 1984, 49, 53 f.), ist nicht ersichtlich und wird auch von der Klägerin mit der Revision nicht geltend gemacht.
a) Grundsätzlich sind Liquidatoren nicht berechtigt, zwecks Beschaffung der für den endgültigen Ausgleich unter den Gesellschaftern benötigten Mittel rückständige Einlagen einzuziehen; insoweit handelt es sich nach h.A. nicht um ein typisches Abwicklungsgeschäft, das nicht zum Aufgabenkreis der Liquidatoren gehört, es sei denn, diese Tätigkeit ist ihnen zusätzlich übertragen worden (BGH, Urteil vom 21.11.1983 - II ZR 19/83, beck-online, Tz. III.1; BGH, Urteil vom 14.11.1977 - II ZR 183/75, beck-online, Tz II.2;… Hillmann in Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn, HGB, 3. Aufl. 2014, § 149 Rdnr. 11).
Eine Einziehung rückständiger Einlagen zum Ausgleich unter den Gesellschaftern setzt voraus, dass ein im Rahmen der Auseinandersetzung zu erstellender Ausgleichsplan einen Passivsaldo zu Lasten des in Anspruch genommenen Gesellschafters aufweist (BGH, Urteil vom 14.11.1977- II ZR 183/75; BGH, Urteil vom 21.11.1983 - II ZR 19/83).
Ausnahmsweise kann die rückständige Einlage auch bei Fehlen einer derartigen Auseinandersetzungsrechnung eingezogen werden, wenn ohne eine solche festgestellt werden kann, dass ein Passivsaldo besteht, also der Gesellschafter in jedem Fall noch einen bestimmten Betrag zum Zwecke des Ausgleichs unter den Gesellschaftern leisten muss (BGH, Urteil vom 21.11.1983 - II ZR 19/83; BGH, Urteil vom 14.11.1977 - II ZR 183/75).
Vielmehr muss der Liquidator den geltend gemachten Ausgleichsanspruch dartun und beweisen (BGH, Urteil vom 21.11.1983 - II ZR 19/83).
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