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Timestamp: 2019-07-23 22:34:25
Document Index: 207007219

Matched Legal Cases: ['BGE', 'BGE', 'Art. 5', 'Art. 6', 'Art. 14', 'Art. 5', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 14', 'BGE', 'BGE']

BGE-96-I-248 - 1970-02-03 - BGE - Verfassungsrecht - Markenrecht, Internationale Marke deutschen Ursprungs; Voraussetzungen der Eintragung in der...
Markenrecht, Internationale Marke deutschen Ursprungs; Voraussetzungen der Eintragung in der Schweiz. Madrider Abkommen (Fassung von Nizza), Art. 5 Abs. 1; Pariser Verbandsübereinkunft (Fassung von Lissabon), Art. 6 Abs. 1, 6 quinquies lit. B Ziff. 2; Art. 14 Abs. 1 Ziff. 2 MSchG (Erw. 1). Schutzverweigerung der Marke "Dominant", weil sie als vergleichende Beschaffenheitsangabe der gewöhnlichen Sachbezeichnung gleichzusetzen ist (Erw. 2).
Droit des marques. Marque internationale d'origine allemande; Conditions de l'enregistrement en Suisse; art. 5 al. 1 de l'Arrangement de Madrid (texte de Nice), art. 6 al. 1 et 6 quinquies litt. B ch. 2 de la Convention d'union de Paris (texte de Lisbonne), art. 14 al. 1 ch. 2 LMF (consid. 1). Refus de protéger la marque "Dominant" qui, constituant une indication comparative sur la qualité du produit, doit être assimilée à une indication descriptive ordinaire (consid. 2).
Diritto delle marche. Marca internazionale d'origine tedesca; requisiti per la registrazione in Svizzera. art. 5 cpv. 1 dell'Accordo di Madrid (testo di Nizza), art. 6 cpv. 1 e 6 quinquies lett. B num. 2 della Convenzione d'Unione di Parigi (testo di Lisbona), art. 14 cpv. 1 num. 2 LMF (consid. 1). Rifiuto di proteggere la marca "Dominant" che, costituendo una indicazione comparativa sulla qualità del prodotto, dev'essere assimilata ad una indicazione descrittiva ordinaria (consid. 2).
A.- Die Sektkellerei Carstens KG in Neustadt, Bundesrepublik Deutschland, hinterlegte am 5. November 1968 beim Internationalen Büro zum Schutz des gewerblichen Eigentums die Wortmarke "DOMINANT", Nr. 350955, für "nichtalkoholische Getränke, Weine, Schaumweine und Wein enthaltende Getränke". Am 16. September 1969 verfügte das Eidg. Amt für geistiges Eigentum, dieser Marke werde für das Gebiet der Schweiz der Schutz verweigert, weil sie eine bloss beschreibende Angabe ohne Unterscheidungskraft sei.
1. Die Bundesrepublik Deutschland und die Schweiz sind dem Madrider Abkommen betreffend die internationale Registrierung der Fabrik- oder Handelsmarken (MMA) in der am 15. Juni 1957 in Nizza revidierten Fassung beigetreten. Art. 5 Abs. 1 MMA erlaubt den auf das Abkommen verpflichteten Ländern, einer international eingetragenen Marke den Schutz unter den gleichen Voraussetzungen zu verweigern, unter denen sie ihn nach der Pariser Verbandsübereinkunft zum Schutze des gewerblichen Eigentums (PVUe) einer zur nationalen Eintragung hinterlegten Marke versagen dürfen. Zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweiz ist die am 31. Oktober 1958 in Lissabon vereinbarte Fassung der PVUe massgebend. Sie umschreibt in Art. 6 quinquies, lit. B, die Voraussetzungen, unter denen ein Land die Eintragung von Fabrik- oder Handelsmarken verweigern darf. Diese Bestimmung lässt in Ziffer 2 die Verweigerung unter anderem zu, "wenn die Marken jeder Unterscheidungskraft entbehren oder ausschliesslich aus Zeichen oder Angaben zusammengesetzt sind, die im Verkehr zur Bezeichnung der Art, der Beschaffenheit, der Menge, der Bestimmung, des Wertes, des Ursprungsortes der Erzeugnisse oder der Zeit der Erzeugung dienen können, oder die im allgemeinen Sprachgebrauch oder in den redlichen und ständigen Verkehrsgepflogenheiten des Landes, in dem der Schutz beansprucht wird, üblich sind". Im übrigen hängt die Eintragungsfähigkeit von
BGE 96 I 248 S. 250
den Gesetzen dieses Landes ab (Art. 6 Abs. 1 PVUe). Ein Verbandsland kann eine Marke also auch dann schützen, wenn es ihr nach der PVUe den Schutz verweigern dürfte. Nach schweizerischem Recht darf eine Marke unter anderem dann nicht eingetragen werden, wenn sie als wesentlichen Bestandteil ein als Gemeingut anzusehendes Zeichen enthält oder wenn sie gegen bundesgesetzliche Vorschriften oder gegen die guten Sitten verstösst (Art. 14 Abs. 1 Ziff. 2 MSchG). Als Gemeingut gelten nach ständiger Rechtsprechung unter anderem Hinweise auf Eigenschaften oder Beschaffenheit der Erzeugnisse, für welche die Marke bestimmt ist (BGE 94 I 76, BGE 91 I 357 Erw. 3 und dort erwähnte Entscheide).
Entscheid : 96 I 248
Datum : 03. Februar 1970
Status : 96 I 248
Regeste : Markenrecht, Internationale Marke deutschen Ursprungs; Voraussetzungen der Eintragung in der...
sachbezeichnung • pariser verbandsübereinkunft • bundesgericht • weiler • markenschutz • fabrik • wein • entscheid • eintragung • unternehmung • anschreibung • menge • sprachgebrauch • internationale marke • eigenschaft • sachverhalt • werbung • wortmarke • eigentum • wert
27-II-613 • 70-II-245 • 91-I-356 • 94-I-74 • 96-I-248