Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%2079/74
Timestamp: 2019-07-19 15:39:59
Document Index: 118066161

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BGH, 05.04.1976 - III ZR 79/74 - dejure.org
https://dejure.org/1976,1307
BGH, 05.04.1976 - III ZR 79/74 (https://dejure.org/1976,1307)
BGH, Entscheidung vom 05.04.1976 - III ZR 79/74 (https://dejure.org/1976,1307)
BGH, Entscheidung vom 05. April 1976 - III ZR 79/74 (https://dejure.org/1976,1307)
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Klage auf Vergütung der Tätigkeit als Rechtsanwalt - Abgrenzung zwischen Anwaltstätigkeit und Maklertätigkeit - Sittenwidrigkeit eines Erfolgshonorars
WM 1976, 1135
Die Abgrenzung zwischen anwaltlicher und reiner Inkassotätigkeit hängt davon ab, ob die dem Rechtsanwalt eigentümliche Aufgabe, rechtlichen Beistand zu leisten, so in den Hintergrund tritt, dass seine Dienste als reine Inkassotätigkeit zu werten sind (vgl. BGH, Urteile vom 2. Juli 1998 - IX ZR 63/97, NJW 1998, 3486; vom 5. April 1976 - III ZR 79/74, WM 1976, 1135, 1136;… Beschluss vom 9. Juni 2008 - AnwSt (R) 5/05, juris Rn. 9 (insofern nicht abgedruckt in NJW 2009, 534)).
Dem Rechtsanwalt bleibt in einem solchen Falle sein Anspruch auf die gesetzlichen Gebühren (BGH, Urt. v. 5. April 1976 - III ZR 79/74, WM 1976, 1135, 1136).
Vielmehr hat der Rechtsanwalt in diesem Fall von vornherein einen vertraglichen Anspruch auf die gesetzlichen Gebühren (vgl. BGH vom 05.04.1976 - III ZR 79/74 - Rn. 27 f.; zitiert nach juris; NJW 2004, 1169, 1171;… Senat WRP 2012, 1007 Rn. 47; Urteil vom 17.08.2012 - 6 U 208/10 -).
Nur in diesem Fall ist nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes, von der abzuweichen kein Anlaß besteht, von einer reinen Maklertätigkeit auszugehen (vgl. BGHZ 18, 340, 346; BGH BB 1962, 1057, 1058; BGH VersR 1970, 136, 137; BGHZ 57, 53, 56; BGH WM 1976, 1135, 1136).
Ist der Inhalt einer dem Anwalt übertragenen Aufgabe in nicht unwesentlichem Umfange rechtsberatender Art, so liegt ein Anwaltsvertrag vor, unabhängig von den Vorstellungen, die sich die Parteien über die Rechtsnatur der von ihnen getroffenen Vereinbarung machen (BGH WM 1976, 1135, 1136).
Verhält sich eine Partei in dieser Weise, so erwartet sie, falls nicht eindeutige Gründe entgegenstehen, daß der Beauftragte bei seiner gesamten Tätigkeit auch ihre rechtlichen Interessen vertritt, also anwaltlich tätig wird (BGB BB 1962, 1057, 1058; WM 1976, 1135, 1136).
Streit besteht lediglich über den Umfang der Ausnahmen (vgl. BGHZ 39, 142, 145 f m.w.N.; BGH WM 1976, 1135, 1137;… Gerold/Schmidt, BRAGebO 5. Aufl. § 3 Rn 13;… Lauterbach/Hartmann Kostengesetze, 18. Aufl. § 3 BRAGebO Anm. 4 B;… Riedel/Sußbauer BRAGebO, 3. Aufl. § 3 Rn. 3).
Sie liegt auch dann vor, wenn ein Anwalt für die Vermittlung eines Grundstückskaufs oder -verkaufs mit seinem Mandanten als Honorar einen prozentualen Anteil am erzielten Kaufpreis vereinbart (BGH WM 1976, 1135, 1137).
Die Nichtigkeit der Provisionsvereinbarung schließt den normalen Gebührenanspruch des Klägers nicht aus (BGH WM 1976, 1135, 1137).
(1) Die Abgrenzung zwischen Anwalts- und reiner Inkassotätigkeit hängt davon ab, ob die dem Rechtsanwalt eigentümliche Aufgabe, rechtlichen Beistand zu leisten, so in den Hintergrund getreten ist, dass es gerechtfertigt ist, die beworbene Aufgabe als reine Inkassotätigkeit zu werten (vgl. BGH, Urt. vom 5. April 1976 - III ZR 79/74, WM 1976, 1135, 1136; vom 2. Juli 1998 - IX ZR 63/97, NJW 1998, 3486).
Vielmehr hat der Rechtsanwalt in diesem Fall von vornherein einen vertraglichen Anspruch auf die gesetzlichen Gebühren (vgl. BGH vom 05.04.1976 - III ZR 79/74 - Rn. 27 f.; zitiert nach juris; NJW 2004, 1169, 1171).
An die Herauslösung eines solchen Geschäfts aus der allgemeinen Anwaltstätigkeit sind jedoch strenge Anforderungen zu stellen; der bloße Hinweis darauf, daß der Rechtsanwalt nicht als solcher, sondern als Makler tätig werde, reicht nicht aus (Senatsurteil vom 5. April 1976 - III ZR 79/74 = WM 1976, 1135; vgl. auch BGHSt 34, 295, 298).
Ein Rechtsanwalt kann daher nicht für die Vermittlung eines Grundstücksgeschäfts mit seinem Mandanten als Honorar einen prozentualen Anteil am erzielten Kaufpreis vereinbaren (BGH, Urteil vom 16. Februar 1977 - IV ZR 55/75 = WM 1977, 551; Senatsurteil vom 5. April 1976 aaO.).
BGH, 13.03.1980 - III ZR 145/78
Zum Schadensersatzanspruch des Mandanten bei mangelnder Aufklärung des …
Nach der Rechtsprechung des Senats erwartet eine Partei, wenn sie sich an einen Rechtsanwalt wendet, falls nicht ausdrücklich etwas anderes vereinbart worden ist, woran es hier auch nach dem Vorbringen der Revision fehlt, daß er bei seiner Tätigkeit insbesondere ihre rechtlichen Interessen betreut, also als Rechtsanwalt tätig wird (Senatsurteil vom 5. April 1976 - III ZR 79/74 = WM 1976, 1135, 1136 m. w. Nachw.).
Nennt der Anwalt indessen zu diesem frühen Zeitpunkt zu niedrige Gebühren, so kann er später ohne einen rechtzeitigen Hinweis keine höhere Vergütung fordern (vgl. BGHZ 18, 340, 347 und Senatsurteil vom 5. April 1976 - III ZR 79/74 - a.a.O. S. 1137).
BGH, 06.07.1977 - IV ZR 17/76
Aufwendungen des vermeintlichen Testamentvollstreckers