Source: https://www.stromnetz.berlin/en/digitale-zaehler.htm
Timestamp: 2018-11-21 06:04:49
Document Index: 290258334

Matched Legal Cases: ['§ 14', '§ 37', '§ 14', '§ 5', '§ 6', '§ 1', '§ 29']

Digitale Zähler für Berlin
Ab 2017 werden die bisher eingesetzten herkömmlichen Zähler von uns kostenfrei durch moderne Messeinrichtungen oder intelligente Messsysteme ersetzt. Der Austausch der ca. 2,3 Mio. Zähler erfolgt über einen Zeitraum von ca. 16 Jahren.
Durch die modernen Messeinrichtungen und die intelligenten Messsysteme erhalten Sie mehr Transparenz bei Ihrem Stromverbrauch gegenüber der bisher eingesetzten Technik.
Eine moderne Messeinrichtung ist ein digitaler Zähler mit einem mehrzeiligen Display. Diese Messeinrichtung ist nicht mit einer Kommunikationseinheit verbunden, so dass die Messwerte nicht fernausgelesen werden können. Die moderne Messeinrichtung misst Ihren Stromverbrauch und speichert die Zählerstände tagesgenau rollierend über 24 Monate. Über das mehrzeilige Display kann jederzeit der aktuelle Zählerstand abgelesen werden. Für die Anzeige der detaillierten persönlichen Verbrauchsdaten ist die Eingabe einer persönlichen Identifikationsnummer (PIN) erforderlich.
Ein intelligentes Messsystem ist ein digitaler Zähler, bzw. eine moderne Messeinrichtung, die mit einer Kommunikationseinheit ausgestattet ist. Über die Kommunikationseinheit, dem sogenannten Smart-Meter-Gateway, werden die Verbrauchsdaten regelmäßig fernausgelesen. Die Kommunikationseinheit überträgt die ermittelten Daten an die berechtigten Marktteilnehmer. Berechtigte Marktteilnehmer sind der Messstellenbetreiber, der Verteilungs- und der Übertragungsnetzbetreiber sowie der Stromlieferant. Weitere Berechtigte sind möglich. Über die Kommunikationseinheit können auch andere Messgeräte, z. B. Gaszähler, Wasser- und Wärmemengenzähler, integriert und fernausgelesen werden.
Verbrauchsanzeige am Gerät
Online-Visualisierung des Verbrauchs
030-64 49 41 668
Mehr Informationen zur modernen Messeinrichtung
Sie erhalten eine moderne Messeinrichtung bei einem Jahresverbrauch unter 6.000 kWh oder wenn Sie eine Erzeugungsanlage mit einer installierten Leistung kleiner 7 kW betreiben.
Mehr Informationen zum intelligenten Messsystem
Sie erhalten ein intelligentes Messsystem bei einem Jahresverbrauch ab 6.000 kWh, bei Betrieb einer Erzeugungsanlage mit einer installierten Leistung über 7 kW oder wenn Sie eine unterbrechbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG haben.
Informationen des grundzuständigen Messstellenbetreibers
Das Gesetz über den Messstellenbetrieb und die Datenkommunikation in intelligenten Energienetzen (Messstellenbetriebsgesetz – MsbG) beinhaltet unter anderem Regelungen zur Ausstattung von Messstellen der leitungsgebundenen Energieversorgung mit modernen Messeinrichtungen und intelligenten Messsystemen. Die Informationen des grundzuständige Messstellenbetreibers nach § 37 Abs. 1 MsbG spätestens sechs Monate vor dem Beginn des Rollouts finden Sie hier.
Zeitplan Einführung
Der Austausch herkömmlicher Zähler durch moderne Messeinrichtungen (Rollout) startet im 4. Quartal 2017. Für intelligente Messsysteme beginnt der Rollout zu einem späteren Zeitpunkt, da dafür die technische Verfügbarkeit erst noch sichergestellt werden muss.
Wer erhält welche Technik?
Zeitraum Austausch
ab Oktober 2017 innerhalb von 16 Jahren
> 6.000 bis 10.000
ab 2020 innerhalb von 8 Jahre
> 10.000 bis 100.000
ab Rollout-Start innerhalb von 8 Jahren
ab Rollout-Start innerhalb von 16 Jahren
Erzeugung (kW)
> 7 bis 100
ab 2020 innerhalb von 8 Jahren
Unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen gemäß § 14a EnWG
Weitere Informationen zu neuen Zählern
Preise für digitale Zähler
Im Messstellenbetriebsgesetz sind für den grundzuständigen Messstellenbetreiber Preisobergrenzen für moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme in Abhängigkeit vom Verbrauch, der Leistung einer Erzeugungsanlage oder der Steuerung der Verbrauchseinrichtung vorgegeben.
Für den Messstellenbetrieb für moderne Messeinrichtungen ist das Preisblatt veröffentlicht.
Für den Messstellenbetrieb für intelligente Messsysteme ist das ab 01.10.2018 gültige Preisblatt veröffentlicht.
Einbau eines digitalen Zählers
Für den Austausch des herkömmlichen Zählers gegen eine moderne Messeinrichtung bzw. ein intelligentes Messsystem nehmen wir oder ein von uns beauftragter Dienstleister Kontakt mit Ihnen auf. Den geplanten Wechsel des Zählers kündigen wir rechtzeitig mit einem Schreiben an. In dem Schreiben nennen wir einen Termin für den Austausch des Zählers und auch den beauftragten Dienstleister.
Sofern der Zähler frei zugänglich ist, z. B. im Treppenaufgang oder einem Zähler-/Kellerraum, ist Ihre Anwesenheit bei dem Tausch nicht erforderlich. Für den Tausch ist eine Unterbrechung der Stromversorgung von ca. 15 Minuten notwendig. Um etwaige Beschädigungen an empfindlichen elektronischen Geräten auszuschließen, empfehlen wir derartige Geräte für die Dauer der Unterbrechung vom Stromnetz zu trennen.
Nach dem Wechsel erhalten Sie eine Informationskarte mit der Zählernummer des alten und neuen Zählers. Auf der Karte sind zusätzlich der Ausbaustand des alten und der Einbaustand des neuen Zählers notiert.
Wahl des Stromlieferanten
Der Austausch des herkömmlichen Zählers durch eine moderne Messeinrichtung oder ein intelligentes Messsystem hat keine Auswirkungen auf die Wahl Ihres Stromlieferanten.
Abrechnung Messstellenbetrieb
Bei herkömmlichen Zählern wird der Messstellenbetrieb von Ihrem Stromlieferanten in Rechnung gestellt.
Bei modernen Messeinrichtungen und intelligenten Messsystemen kann die Abrechnung des Messstellenbetriebs durch den Stromlieferanten oder den grundzuständigen Messstellenbetreiber erfolgen. Ihr Stromlieferant kann entscheiden, ob er die Abrechnung des Messstellenbetriebs über den Stromliefervertrag vornehmen möchte.
Übernimmt der Stromlieferant die Abrechnung des Messstellenbetriebs nicht, erfolgt die Abrechnung direkt durch den grundzuständigen Messstellenbetreiber. Sie erhalten in diesem Fall eine Rechnung von uns.
Bei modernen Messeinrichtungen sind der Abruf der detaillierten persönlichen Stromverbrauchsdaten und der momentanen Leistung durch eine persönliche Identifikationsnummer (PIN) vor einem Zugriff durch Unberechtigte geschützt.
Für intelligente Messsysteme werden durch das Messstellenbetriebsgesetz Schutzprofile und Technische Richtlinien zur Gewährleistung von Datenschutz, Datensicherheit und Interoperabilität verbindlich geregelt. Dadurch wird ein einheitliches und sehr hohes Sicherheitsniveau gewährleistet. Hauptverantwortlich für die Erstellung der Schutzprofile und Richtlinie ist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Zertifizierte Systeme sind mit einem Siegel des BSI gekennzeichnet. Das BSI ist ebenfalls für die Fortentwicklung der Schutzprofile verantwortlich. Durch uns werden ausschließlich zertifizierte intelligente Messsysteme eingesetzt.
Wechsel des Messstellenbetreibers
Der Messstellenbetreiber ist für die Bereitstellung der modernen Messeinrichtung bzw. des intelligenten Messsystems verantwortlich. Er kümmert sich um den Betrieb und die Instandhaltung des neuen Zählers. Bei einer modernen Messeinrichtungen ist er außerdem für die jährliche Ablesung vor Ort und bei intelligenten Messsystemen für die Fernauslesung zuständig.
Die Stromnetz Berlin GmbH ist Ihr grundzuständiger Messstellenbetreiber.
Auf Wunsch des Anschlussnutzers kann der Messstellenbetrieb durch einen anderen Messstellenbetreiber durchgeführt werden, sofern der andere Messstellenbetreiber den einwandfreien Messstellenbetrieb gewährleisten kann.
Auch der Anschlussnehmer, in der Regel der Eigentümer des Gebäudes, hat ein Auswahlrecht für einen anderen Messstellenbetreiber. Dieses spezielle Auswahlrecht hat möglicherweise Folgen für eine von einem Anschlussnutzer bereits getätigte Auswahl. Daher sind an das Auswahlrecht des Anschlussnehmers weitergehende Bedingungen geknüpft.
Das Auswahlrecht für Anschlussnutzer ist im § 5 Messstellenbetriebsgesetz und für Anschlussnehmer im § 6 Messstellenbetriebsgesetz geregelt.
Gesetzliche Grundlage - Messstellenbetriebsgesetz
Mit dem am 02.09.2016 in Kraft getretenen Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende werden eine Vielzahl von Gesetzen und Verordnungen geändert. Ziel ist die Bündelung aller Regelungen zum Messstellenbetrieb und zur Messung im neuen Messstellenbetriebsgesetz (MsbG). Neben der Einführung des MsbG werden z. B. das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) angepasst. Insgesamt sind 15 Gesetze und Verordnungen betroffen.
Der ab 2017 startende Austausch der herkömmlichen Zähler durch moderne Messeinrichtungen oder intelligente Messsysteme basiert auf den Regelungen des MsbG.
Der § 1 MsbG regelt grundsätzlich den Anwendungsbereich des Gesetzes:
zur Ausstattung von Messstellen der leitungsgebundenen Energieversorgung mit modernen Messeinrichtungen und intelligenten Messsystemen,
zur Ausgestaltung des Messstellenbetriebs und zur freien Wahl eines Messstellenbetreibers,
zur Aufgabentrennung von Messstellenbetrieb und Netzbetrieb,
zu technischen Mindestanforderungen an den Einsatz von intelligenten Messsystemen,
zur energiewirtschaftlichen Datenkommunikation und zur allgemeinen Datenkommunikation mit Smart-Meter-Gateways,
zur Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von Messwerten und weiteren personenbezogenen Daten zur Erfüllung von vorvertraglichen Verpflichtungen, von Verträgen, rechtlichen Verpflichtungen und zur Erfüllung von Aufgaben im öffentlichen Interesse.
Welche Art von neuem Zähler (intelligentes Messsystem oder moderne Messeinrichtung) bei einem Kunden installiert wird ist speziell im § 29 MsbG geregelt.
Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) (PDF 167 kB)