Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BayObLG&Datum=06.03.2003&Aktenzeichen=1St%20RR%2013/03
Timestamp: 2019-05-27 14:46:18
Document Index: 391432064

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 410', '§ 410', '§ 20', 'BGH', '§ 20', 'BGH', '§ 20', '§ 20']

BayObLG, 06.03.2003 - 1St RR 13/03 - dejure.org
https://dejure.org/2003,2983
BayObLG, 06.03.2003 - 1St RR 13/03 (https://dejure.org/2003,2983)
BayObLG, Entscheidung vom 06.03.2003 - 1St RR 13/03 (https://dejure.org/2003,2983)
BayObLG, Entscheidung vom 06. März 2003 - 1St RR 13/03 (https://dejure.org/2003,2983)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2003,2983) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Unwirksame Einspruchsbeschränkung auf den Rechtsfolgenausspruch bei unterbliebener Prüfung der Schuldfähigkeit des Angeklagten
StGB § 20; StPO § 410 Abs. 2
Beschränkung des Einspruchs gegen einen Strafbefehl auf den Rechtsfolgenausspruch; Unzureichende Feststellungen zum Schuldspruch; Ausschluss der Schuldfähigkeit wegen Trunkenheit; Blutalkoholkonzentration von 2,64 Promille; Berechnung nach Trinkmengenangaben des Angeklagten; Ausnahmsweise Beurteilung nach psychodiagnostische Kriterien
NJW 2003, 2397
NStZ 2004, 646 (Ls.)
NZV 2003, 434
Unbeschiedener Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nach Ausbleiben …
Lagen nämlich bei Erlass des Strafbefehls konkrete Anhaltspunkte für Schuldunfähigkeit vor, ist die Beschränkung des Einspruchs auf den Strafausspruch unwirksam (vgl. BayObLG NJW 2003, 2397; zur Beschränkung der Berufung: OLG Hamm BeckRS 2014, 12983; OLG Bamberg BeckRS 2015, 03496).
OLG Celle, 18.06.2008 - 32 Ss 77/08
Geldstrafe neben Freiheitsstrafe und Verfall
Zwar ist auch in Bezug auf einen Einspruch gegen einen Strafbefehl grundsätzlich eine Beschränkung auf den Rechtsfolgenausspruch möglich (BayObLG NJW 2003, 2397; OLG Düsseldorf NStZ-RR 1997, 113, 114;… Meyer-Goßner, StPO, 50. Aufl., 2007, § 410 Rn. 4).
Daher ist schon bei Werten ab 2, 5 %o in der Regel § 20 StGB zu erörtern (ständige Senatsrechtsprechung, vgl. nur Senat VRS 80, 34, 36; SenE v. 27.04.1999 - Ss 67/99 - m. w. Nachw.; vgl. auch BayObLG NJW 2003, 2397 = zfs 2003, 369 = NZV 2003, 434 = VRS 105, 212; BayObLG NZV 2005, 494).
Hiervon kann nur ausnahmsweise abgesehen werden, wenn sich die Angaben zum Alkoholkonsum sowohl zeitlich als auch mengenmäßig jedem Versuch einer Eingrenzung entziehen (BGH NZV 2000, 46 = DAR 2000, 38 = NStZ 2000, 24 = VRS 98, 118; BayObLG NJW 2003, 2397 = zfs 2003, 369 = NZV 2003, 434 = VRS 105, 212; ständige Senatsrechtsprechung, vgl. nur SenE v. 21.12.2007 - 82 Ss 161-162/07 - SenE v. 08.07.2008 - 83 Ss 41/08 -).
Bei Blutalkoholwerten von 3 Promille und darüber sind die Voraussetzungen des § 20 StGB naheliegend (vgl. BGH bei Martin DAR 1970, 117; Senat NJW 1982, 2613; SenE v. 22.01.2010 - III - 1 RVs 5/10;… Fischer, aaO, § 20 Rn. 19 f. m.w.N.); selbst bei geringeren Werten kann die Schuldfähigkeit bereits ausgeschlossen sein (…Fischer aaO), so dass schon bei Werten ab 2, 5 Promille in der Regel § 20 StGB zu erörtern ist (ständige Senatsrechtsprechung, vgl. Senat VRS 80, 34, 36; SenE v. 27.04.1999 - Ss 767/99; SenE v. 22.01.2010 - III - 1 RVs 5/10; vgl. auch BayObLG NJW 2003, 2397 = zfs 2003, 369 = NZV 2003, 434 = VRS 105, 212; BayObLG NZV 2005, 494).