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Timestamp: 2020-01-25 00:11:01
Document Index: 12121659

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 18', '§ 30', '§ 20', '§ 15', '§ 74', '§ 15', '§ 15', '§ 74']

Landesrecht BW Ministerium für Kultus, Jugend und Sport | Verwaltungsvorschrift (Baden-Württemberg) | Öffentliche Schulkindergärten | i. d. F. v. 24.07.1984 | gültig ab 01.08.1984
Aktenzeichen: IV-2-6007/123
Erlassdatum: 24.07.1984
Fassung vom: 24.07.1984
Fundstelle: K. u. U. 1984, 479
I. Begriff des öffentlichen Schulkindergartens
II. Verfahren bei der Einrichtung
III. Arten der Schulkindergärten
B. Aufgabe und Ausgestaltung der Schulkindergärten
I. Der allgemeine Schulkindergarten
3. Organisation und Arbeit
5. Räumliche Unterbringung
II. Die Sonderschulkindergärten
c) Betreuungszeit
d) Räumliche Unterbringung
2. Die einzelnen Typen der Sonderschulkindergärten
a) Der Sonderschulkindergarten für blinde bzw. sehbehinderte Kinder
b) Der Sonderschulkindergarten für gehörlose bzw. schwerhörige Kinder
c) Der Sonderschulkindergarten für geistigbehinderte Kinder
d) Der Sonderschulkindergarten für körperbehinderte Kinder
e) Der Sonderschulkindergarten für besonders förderungsbedürftige (lernbehinderte) Kinder
f) Der Sonderschulkindergarten für sprachbehinderte Kinder
g) Der Sonderschulkindergarten für verhaltensgestörte Kinder
Verwaltungsvorschrift vom 24. Juli 1984
IV-2-6007/123
Fundstelle: K.u.U. 1984, S. 479
Zuletzt geändert durch Verwaltungsvorschrift vom 16.08.1991 (K. u. U. 1991, S. 399)1
Nachstehend wird die Verwaltungsvorschrift über die öffentlichen Schulkindergärten im Sinne von § 20 SchG bekanntgegeben:
Öffentliche Schulkindergärten sind - neben den vom Land getragenen Schulkindergärten an Heimsonderschulen - die Schulkindergärten, die von einer Gemeinde, einem Landkreis oder einem Zweckverband unterhalten werden und deren Lehrer und Erzieher im Dienst des Landes stehen (vgl. § 18 a des Gesetzes über den Kommunalen Finanzausgleich [FAG] in der Fassung vom 23. Januar 1984 - GBl. S. 128 -).
Die übrigen Schulkindergärten sind Schulkindergärten in freier Trägerschaft (private Schulkindergärten).
Das Land weist Lehrer und Erziehungskräfte nur zu, wenn und solange eine Einrichtung die in diesen Richtlinien genannten Voraussetzungen erfüllt.
Bevor Lehrer und Erziehungskräfte einem Schulkindergarten zugewiesen werden, wird das Ministerium für Kultus und Sport in entsprechender Anwendung des § 30 SchG prüfen, ob die Voraussetzungen hierfür vorliegen. Entsprechende Anträge sind dem Ministerium für Kultus und Sport über die Oberschulämter vorzulegen.
Im Rahmen des § 20 SchG können eingerichtet werden
allgemeine Schulkindergärten (aufgehoben)2
Sonderschulkindergärten - entsprechend den in § 15 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 bis 9 SchG genannten Typen der Sonderschulen – für
geistigbehinderte Kinder
besonders förderungsbedürftige (lernbehinderte) Kinder
verhaltensgestörte Kinder.
I. Der allgemeine Schulkindergarten3
Der allgemeine Schulkindergarten hat die Aufgabe, die schulpflichtigen, aber gemäß § 74 Abs. 2 SchG vom Schulbesuch zurückgestellten Kinder zur Grundschulfähigkeit zu führen. Im allgemeinen Schulkindergarten sollen diese Kinder durch freies Spiel und gezielte Förderung in ihrer geistigen, seelischen und körperlichen Entwicklung so gefördert werden, daß eine Aufnahme in die Grundschule möglich wird. Hierbei kommt dem sozialen Lernen innerhalb der Gruppe besondere Bedeutung zu. Es gehört jedoch nicht zu den Aufgaben des allgemeinen Schulkindergartens, den Unterrichtsstoff der ersten Grundschulklasse vorwegzunehmen.
Kinder, die wegen einer Behinderung unter § 15 Abs. 1 SchG fallen und deshalb vor Beginn der Schulpflicht förderungsbedürftig erscheinen, werden nicht in den allgemeinen Schulkindergarten aufgenommen.
Für zurückgestellte Kinder mit leichten sprachlichen Behinderungen können im allgemeinen Schulkindergarten besondere sprachheilpädagogische Maßnahmen von Sonderschullehrern durchgeführt werden.
Ein allgemeiner Schulkindergarten kann in der Regel eingerichtet werden, wenn zu erwarten ist, daß er auf Dauer von mindestens 30 Kindern besucht wird. Im begründeten Einzelfall (z. B. bei besonders schwierigen topographischen und sozialen Verhältnissen) kann ein eingruppiger Schulkindergarten zugelassen werden, wenn zu erwarten ist, daß er auf Dauer von mindestens 15 Kindern besucht wird. Der Einzugsbereich eines allgemeinen Schulkindergartens erstreckt sich in der Regel auf mehrere Grundschulbezirke.
Der allgemeine Schulkindergarten steht unter der Leitung einer fachlich vorgebildeten Erziehungskraft, deren Ausbildung vom Ministerium für Kultus und Sport als ausreichend anerkannt worden ist.
Der allgemeine Schulkindergarten wird vom Oberschulamt einer in seinem Einzugsbereich liegenden Grundschule in der Weise zugeordnet, daß der Leiter des Schulkindergartens seine Aufgaben in Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Leiter der Grundschule wahrnimmt. Hierzu gehören insbesondere die Mitwirkung bei der Aufnahme der Kinder und der Organisation der Schülerbeförderung, die Organisation des Betriebs des Schulkindergartens und die Festlegung der Betreuungszeit, die Regelung der Vertretung von Erziehungskräften im Verhinderungsfall und der Ausgestaltung des Schulkindergartens. Die Erziehungskräfte nehmen an der Lehrerkonferenz der Grundschule, der der Schulkindergarten zugeordnet ist, mit beratender Stimme teil, wenn Fragen besprochen werden, die die Arbeit des Schulkindergartens berühren. Darüber hinaus kann der Leiter des Schulkindergartens auf Einladung an Lehrerkonferenzen der übrigen Grundschulen im Einzugsbereich des Schulkindergartens teilnehmen.
Der Leiter des Schulkindergartens soll sich in wöchentlichen Besprechungen mit den Erziehungskräften, die die Kinder in den Gruppen betreuen und deren Arbeit er überwacht, nach den Fortschritten und Betreuungsschwierigkeiten einzelner Kinder erkundigen und Anregungen für förderliche Einwirkungen geben. Er muß um die gesundheitliche Überwachung der Kinder besorgt sein und darauf achten, daß ärztliche, sprachpflegerische, gymnastische und sonderpädagogische Ratschläge berücksichtigt werden. Er betreut gleichzeitig eine Gruppe.
Die Kinder sollen in Gruppen von etwa 15 Kindern betreut werden. Eine Gruppe soll nicht mehr als 20 Kinder haben. Jede Gruppe wird von einer Erziehungskraft betreut, unbeschadet der Regelung in Buchstabe a) letzter Satz.
Aus pädagogischen und organisatorischen Gründen arbeiten Lehrer der Grundschule stundenweise mit. Ihre Mitwirkung wird durch das Staatliche Schulamt geregelt; sie gehört zu den ordentlichen Dienstaufgaben der Lehrer und wird auf deren Regelstundenmaß voll angerechnet. Der Umfang dieser Tätigkeit, zu der auch regelmäßige Besprechungen zwischen Lehrern und Erziehungskräften gehören, darf jedoch ein Drittel des Regelstundenmaßes der Lehrer an Grundschulen nicht übersteigen, damit die Verbindung der Lehrer zur Schule und zum Unterricht nicht abreißt.
Der allgemeine Schulkindergarten arbeitet eng mit den Eltern zusammen. In Elternsprechstunden, Elternabenden und erforderlichenfalls auch durch Hausbesuche sollen die Leiter und Erziehungskräfte sich bemühen, die einzelnen Kinder besser kennenzulernen; die Eltern sollen dabei beraten werden, mit welchen Hilfen sie zur Förderung der Kinder beitragen können.
Die tägliche Betreuung der Kinder soll sechs Zeitstunden nicht überschreiten. Die Arbeit in den Gruppen ist in der Regel von 8 bis 12 und 14 bis 16 Uhr täglich anzusetzen. Dabei ist auf eine angemessene Verteilung vor und nach der Mittagspause zu achten. Besonders förderungsbedürftige Kinder können zusätzlich einzeln oder in Gruppen gefördert werden. Samstags werden die Kinder nicht betreut.
Dem allgemeinen Schulkindergarten sollte neben dem für jede Gruppe erforderlichen Raum ein zusätzlicher größerer Raum zur Verfügung stehen, der bei mehreren Gruppen auch wechselseitig benützt werden kann. Hinzu sollten je ein kleiner Raum für den Leiter und das übrige Personal, ein Garderobenraum, eine Teeküche und die notwendigen sanitären Einrichtungen kommen, ferner ein Gymnastikraum und ein Spielrasen.
Die Sonderschulkindergärten betreuen behinderte Kinder, die bei Beginn der Schulpflicht voraussichtlich unter § 15 Abs. 1 SchG fallen und deshalb vor Beginn der Schulpflicht förderungsbedürftig erscheinen. Körperbehinderte Kinder können nach dem vollendeten zweiten Lebensjahr, die übrigen behinderten Kinder nach dem vollendeten dritten Lebensjahr aufgenommen und auch während der Zeit einer etwa erforderlichen Zurückstellung vom Schulbesuch gemäß § 74 Abs. 2 SchG gefördert werden. Soweit erforderlich, ist die Förderung in der Gruppe zu ergänzen, gegebenenfalls durch Einzelförderung. Eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern ist unerläßlich. Besuche der Eltern im Sonderschulkindergarten sind ebenso förderlich wie Hausbesuche durch die Erziehungskräfte.
Die Kinder werden in den ihrer Behinderung entsprechenden Sonderschulkindergarten aufgrund eines sonderpädagogischen Gutachtens aufgenommen. In der Regel ist eine amtsärztliche Untersuchung zu veranlassen. Für die Zuweisung von Kindern mit mehrfacher Behinderung zu einem Sonderschulkindergarten ist entscheidend, in welchem Typ des Sonderschulkindergartens das Kind am besten gefördert werden kann. Über die Aufnahme, die auch während des Schuljahres erfolgen kann, entscheidet das Staatliche Schulamt.
Der Sonderschulkindergarten steht unter der Leitung einer fachlich vorgebildeten Erziehungskraft, deren Ausbildung vom Ministerium für Kultus und Sport als ausreichend anerkannt worden ist. Der Leiter des Schulkindergartens soll sich in wöchentlichen Besprechungen mit den Erziehungskräften, die die Kinder in den Gruppen betreuen und deren Arbeit er überwacht, nach den Fortschritten und Betreuungsschwierigkeiten einzelner Kinder erkundigen und Anregungen für förderliche Einwirkungen geben. Er muß um die gesundheitliche Überwachung der Kinder besorgt sein und darauf achten, daß ärztliche, sprachpflegerische, gymnastische und sonderpädagogische Ratschläge berücksichtigt werden. Er betreut gleichzeitig eine Gruppe.
Der Sonderschulkindergarten wird vom Oberschulamt einer Sonderschule desselben Typs, die in der Regel in dessen Einzugsbereich liegt, in der Weise zugeordnet, daß der Leiter des Sonderschulkindergartens seine Aufgaben in Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Leiter der Sonderschule wahrnimmt. Hierzu gehören insbesondere die Mitwirkung bei der Aufnahme der Kinder und die Organisation der Schülerbeförderung, die Organisation des Betriebs des Sonderschulkindergartens und die Festlegung der Betreuungszeit, die Regelung der Vertretung von Erziehungskräften im Verhinderungsfall und die Ausgestaltung des Sonderschulkindergartens. Die Erziehungskräfte des Sonderschulkindergartens nehmen an der Lehrerkonferenz der Sonderschule, der der Sonderschulkindergarten zugeordnet ist, mit beratender Stimme teil, wenn Fragen besprochen werden, die die Arbeit des Sonderschulkindergartens berühren. Darüber hinaus kann der Leiter des Sonderschulkindergartens auf Einladung an Lehrerkonferenzen der übrigen Sonderschulen im Einzugsbereich des Sonderschulkindergartens teilnehmen.
Außerdem arbeitet der Sonderschulkindergarten mit den zuständigen Frühberatungsstellen an Sonderschulen, den umliegenden allgemeinen Schulkindergärten und Kindergärten sowie gegebenenfalls mit der Grundschule zusammen. Die Kinder werden in Gruppen betreut, die von fachlich vorgebildeten Erziehungskräften geführt werden.
Ergänzend arbeiten Lehrer der Sonderschule, der der Sonderschulkindergarten zugeordnet ist, mit. Die Mitwirkung dieser Sonderschullehrer wird durch den Schulleiter mit Zustimmung des zuständigen Staatlichen Schulamts, bei Sonderschulkindergärten an Heimsonderschulen durch den Schulleiter, geregelt. Sie gehört zu den ordentlichen Dienstaufgaben der Sonderschullehrer und wird auf deren Regelstundenmaß voll angerechnet. Der Umfang dieser Tätigkeit darf einen halben Lehrauftrag nicht übersteigen, damit die Verbindung der Sonderschullehrer zu Schule und Unterricht nicht abreißt.
Die Sonderschullehrer geben dem Leiter des Sonderschulkindergartens und den Erziehungskräften Hinweise auf Art und Ursache der Behinderung und besprechen mit ihnen notwendige Maßnahmen, durch die die Auswirkung der jeweils gegebenen Behinderung auf den Erziehungs- und Entwicklungsprozeß positiv beeinflußt werden können. Sie sorgen durch ihre praktische Mitarbeit für die Kooperation zwischen dem Sonderschulkindergarten und der Sonderschule, der der Sonderschulkindergarten zugeordnet ist. Die Lehrer haben ferner die Aufgabe, im Sinne einer Langzeitdiagnose Grundlagen für die spätere Entscheidung über die richtige schulische Zuordnung der Kinder zu erarbeiten.
Die Sonderschulkindergärten sind in der Regel Ganztageseinrichtungen, deren Betreuungszeit sich nach dem Schulbetrieb der Sonderschule, der der Sonderschulkindergarten zugeordnet ist, richtet. Sofern der Sonderschulkindergarten nicht als Ganztageseinrichtung geführt wird, soll die tägliche Betreuung der Kinder sechs Zeitstunden nicht überschreiten; in der Regel ist die Zeit von 8.00 bis 12.00 und 14.00 bis 16.00 Uhr als Betreuungszeit anzusetzen. Samstags werden die Kinder nicht betreut.
Dem Sonderschulkindergarten sollte neben dem für jede Gruppe erforderlichen Raum ein zusätzlicher größerer Raum zur Verfügung stehen, der bei mehreren Gruppen auch wechselseitig benützt werden kann. Hinzu sollten je ein kleinerer Raum für den Leiter und das übrige Personal, ein Garderobenraum, eine Teeküche und die notwendigen sanitären Einrichtungen kommen, ferner ein Gymnastikraum und ein Spielrasen.
Zusätzlich sollten vorhanden sein:
beim Sonderschulkindergarten für gehörlose bzw. schwerhörige Kinder ein Raum für Einzelförderung,
beim Sonderschulkindergarten für geistigbehinderte Kinder ein Testraum, der zugleich Sprachtherapieraum ist,
beim Sonderschulkindergarten für körperbehinderte Kinder ein Raum für Krankengymnastik und Sprachtherapie, der auch als Mehrzweckraum dient,
beim Sonderschulkindergarten für besonders förderungsbedürftige (lernbehinderte) Kinder ein Testraum, der zugleich Sprachtherapieraum ist,
beim Sonderschulkindergarten für sprachbehinderte Kinder ein Sprachtherapieraum (Einzelförderung) und
beim Sonderschulkindergarten für verhaltensgestörte Kinder ein Testraum, der zugleich als Therapieraum verwendet werden kann.
Die einzelnen Typen der Sonderschulkindergärten
Der Sonderschulkindergarten für blinde bzw. sehbehinderte Kinder
Der Sonderschulkindergarten für blinde bzw. sehbehinderte Kinder hat die Aufgabe, blinde bzw. sehbehinderte Kinder mit Hilfe der besonderen Methoden der Blinden- und Sehbehindertenpädagogik zu fördern und insbesondere auf die Entwicklung der Funktionen hinzuarbeiten, die zur Bewältigung der Anforderungen der Schule für Blinde bzw. der Schule für Sehbehinderte notwendig sind. In geeigneten Fällen sind die Kinder, soweit möglich, auf den Besuch der Grundschule vorzubereiten.
Ein Sonderschulkindergarten für blinde bzw. sehbehinderte Kinder kann in der Regel eingerichtet werden, wenn zu erwarten ist, daß dauernd mindestens sechs Kinder ihn besuchen werden.
Die Kinder sollen in Gruppen von etwa sechs Kindern betreut werden. Eine Gruppe soll nicht mehr als acht Kinder haben. Gruppen für Kinder mit zusätzlichen Behinderungen sollen aus nicht mehr als fünf Kindern bestehen.
Der Sonderschulkindergarten für gehörlose bzw. schwerhörige Kinder
Der Sonderschulkindergarten für gehörlose bzw. schwerhörige Kinder hat die Aufgabe, gehörlose bzw. schwerhörige Kinder mit den besonderen Methoden der Hörgeschädigtenpädagogik zu fördern und sie auf den Besuch der Schule für Gehörlose bzw. der Schule für Schwerhörige und, soweit möglich, der Grundschule vorzubereiten. Er hat hierbei insbesondere das sprachlose oder spracharme Kind durch die Entwicklung des passiven und aktiven Sprach- und Wortschatzes zu einem angemessenen Gebrauch der Lautsprache zu führen und ist somit im Rahmen der Frühbetreuung ein integrierender Bestandteil der gesamten Gehörlosen- und Schwerhörigenbildung mit dem Auftrag der Erstsprachanbildung. Diese obliegt in erster Linie den mitwirkenden Sonderschullehrern. Der Sonderschulkindergarten für gehörlose bzw. schwerhörige Kinder betreut gehörlose Kinder, Kinder mit Hörresten, schwerhörige Kinder und hörende Kinder, die trotz Hörfähigkeit die Sprache auf natürlichem Wege nicht zu erlernen vermögen (zentralsprachgeschädigte Kinder).
Ein Sonderschulkindergarten für gehörlose bzw. schwerhörige Kinder kann in der Regel eingerichtet werden, wenn zu erwarten ist, daß dauernd mindestens zehn Kinder ihn besuchen werden.
Die Kinder sollen in Gruppen von etwa acht Kindern betreut werden. Eine Gruppe soll nicht mehr als zehn Kinder haben. Gruppen für Kinder mit zusätzlichen Behinderungen sollen aus nicht mehr als sechs Kindern bestehen.
Der Sonderschulkindergarten für geistigbehinderte Kinder
Der Sonderschulkindergarten für geistigbehinderte Kinder hat die Aufgabe, bei geistigbehinderten Kindern die Grundlagen in der Regel für die Bildung und Erziehung in der Schule für Geistigbehinderte zu schaffen. Er hat ferner die Aufgabe, die Erziehungsbemühungen der Eltern angesichts der besonderen Schwierigkeiten zu unterstützen und zu ergänzen, die Kinder entsprechend ihrem speziellen Bedarf systematisch in allen Bereichen ihrer Persönlichkeit zu fördern, ihnen eine ihren Möglichkeiten angemessene Spielgemeinschaft zu bieten und sie auf den Übergang in die Schule vorzubereiten. Dazu gehört auch, den Kindern Freiraum zur persönlichen Gestaltung zu geben und einen Raum der Geborgenheit zu schaffen.
Ein Sonderschulkindergarten für geistigbehinderte Kinder kann in der Regel eingerichtet werden, wenn zu erwarten ist, daß dauernd mindestens zehn Kinder ihn besuchen werden.
Die Kinder sollen in Gruppen von etwa sechs Kindern betreut werden. Eine Gruppe soll nicht mehr als acht Kinder haben. Die stundenweise Mitwirkung eines Krankengymnasten/Gymnastiklehrers ist vorzusehen.
Der Sonderschulkindergarten für körperbehinderte Kinder
Der Sonderschulkindergarten für körperbehinderte Kinder hat die Aufgabe, körperbehinderte Kinder zu fördern und sie insbesondere auf den Besuch der Schule für Körperbehinderte vorzubereiten. In geeigneten Fällen sind die Kinder, soweit möglich, auf den Besuch der Grundschule vorzubereiten. Hierbei hat der Sonderschulkindergarten auf die Förderung der Bewegungsfähigkeit und auf die Funktionsschulung, auf die Erweiterung der Selbständigkeit, den Aufbau grundlegender Denkstrukturen, auf die Entwicklung der Sinne und des Sprachvermögens sowie auf die Erweiterung der Möglichkeiten zur Eingliederung in die Gruppe hinzuarbeiten. Er betreut körperbehinderte Kinder ohne Rücksicht auf die Ursache der Körperbehinderung, auch körperbehinderte Kinder mit zusätzlichen Behinderungen, insbesondere körperbehinderte und zugleich geistigbehinderte Kinder.
Ein Sonderschulkindergarten für körperbehinderte Kinder kann in der Regel eingerichtet werden, wenn zu erwarten ist, daß dauernd mindestens acht Kinder ihn besuchen werden.
Die Kinder sollen in Gruppen von sechs bis acht Kindern betreut werden; bei Kindern mit zusätzlichen Behinderungen, insbesondere bei körperbehinderten und zugleich geistigbehinderten Kindern, soll die Gruppengröße vier bis sechs Kinder betragen. Je Gruppe sind 1,5 Erziehungskräfte erforderlich. Die Mitwirkung von Krankengymnasten ist erforderlich.
Der Sonderschulkindergarten für besonders förderungsbedürftige (lernbehinderte) Kinder
Der Sonderschulkindergarten für besonders förderungsbedürftige (lernbehinderte) Kinder nimmt Kinder auf, bei denen aufgrund ihrer deutlich erkennbaren Entwicklungsverzögerung oder ihrer unzureichenden Lebens- und Erziehungsbedingungen zu erwarten ist, daß sie bei Beginn der Schulpflicht als lernbehindert erscheinen werden.
Kinder mit Sprachbehinderungen und Verhaltensstörungen können, sofern regional kein entsprechender Sonderschulkindergarten eingerichtet ist, ebenfalls aufgenommen werden.
Aufgabe des Sonderschulkindergartens für besonders förderungsbedürftige (lernbehinderte) Kinder ist es, die Kinder in allen Bereichen so gut wie möglich zu fördern und die Eltern bei der Erziehung dieser Kinder zu beraten. Ziel der Förderung ist es, einer späteren Lernbehinderung vorzubeugen oder ihren Schweregrad zu mildern. Im Bedarfsfalle ist die Förderung in der Gruppe durch sprachheilpädagogische Maßnahmen und Bewegungsförderung zu ergänzen. Für jedes Kind wird nach Abschluß einer sechswöchigen Beobachtungsphase ein individueller Förderplan erstellt. Die Förderung in der Gruppe erfolgt nach einem Plan, der jeweils den Förderbedürfnissen der Kinder entsprechend erstellt ist.
Kinder, die so weit gefördert werden können, daß ein erfolgreicher Besuch der Grundschule zu erwarten ist, sollen im Laufe des letzten Jahres vor ihrer Einschulung möglichst einem Kindergarten bzw. einem allgemeinen Schulkindergarten überwiesen werden.
Ein Sonderschulkindergarten für besonders förderungsbedürftige (lernbehinderte) Kinder kann in der Regel eingerichtet werden, wenn zu erwarten ist, daß dauernd mindestens 20 Kinder ihn besuchen werden.
Die Kinder sollen in Gruppen von etwa zehn Kindern betreut werden. Eine Gruppe soll nicht mehr als 15 Kinder haben.
Der Sonderschulkindergarten für sprachbehinderte Kinder
Der Sonderschulkindergarten für sprachbehinderte Kinder hat die Aufgabe, Kinder mit erheblichen Sprachstörungen mit den besonderen Methoden der Sprachheilpädagogik zu fördern und sie insbesondere auf den Besuch der Schule für Sprachbehinderte vorzubereiten. In geeigneten Fällen sind die Kinder, soweit möglich, auf den Besuch der Grundschule vorzubereiten.
Leichter sprachbehinderte Kinder werden nicht in den Sonderschulkindergarten aufgenommen. Soweit erforderlich, werden für diese Kinder sprachheilpädagogische Maßnahmen durch die Beratungsstellen an Sonderschulen durchgeführt.
Ein Sonderschulkindergarten für sprachbehinderte Kinder kann in der Regel eingerichtet werden, wenn zu erwarten ist, daß dauernd mindestens zehn Kinder ihn besuchen werden.
Die Kinder sollen in Gruppen von zehn Kindern betreut werden. Eine Gruppe soll nicht mehr als 15 Kinder haben.
Der Sonderschulkindergarten für verhaltensgestörte Kinder
Der Sonderschulkindergarten für verhaltensgestörte Kinder hat die Aufgabe, besonders förderungsbedürftige Kinder zu betreuen und die Eltern bei der Erziehung dieser Kinder zu beraten. Ziel der Förderung ist es, einer drohenden späteren Verhaltensstörung vorzubeugen und vorhandene Verhaltensstörungen nach Möglichkeit abzubauen oder ihren Schweregrad zu mildern. Für die Aufnahme in einen Sonderschulkindergarten für verhaltensgestörte Kinder kommen nur solche förderungsbedürftige Kinder in Frage, die aufgrund erheblich von der Norm abweichender Verhaltensweisen sonst nicht hinreichend gefördert werden können. Für jedes Kind wird nach Abschluß einer sechswöchigen Beobachtungsphase ein individueller Förderplan erstellt, nach dem auch die Förderung in der Gruppe erfolgt. Kinder, deren Verhalten so weit stabilisiert werden kann, daß ein erfolgreicher Besuch der Grundschule möglich erscheint, sollen noch im Laufe des letzten Jahres vor ihrer Einschulung an einen allgemeinen Schulkindergarten überwiesen werden.
Ein Sonderschulkindergarten für verhaltensgestörte Kinder kann in der Regel eingerichtet werden, wenn zu erwarten ist, daß dauernd mindestens zehn Kinder ihn besuchen werden.
Die Kinder sollen in Gruppen von etwa zehn Kindern betreut werden. Eine Gruppe soll nicht mehr als zwölf Kinder haben.
Diese Verwaltungsvorschrift tritt am 1. August 1984 in Kraft. Gleichzeitig treten die Richtlinien über die Einrichtung öffentlicher Schulkindergärten vom 21. August 1967 (K.u.U. S. 924), geändert durch Bekanntmachung vom 12. August 1971 (K.u.U. S. 1427), außer Kraft.
VwV SchBau 2., i. d. F. v. 05.02.2015, Az.:24-6440.02/121
Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, i. d. F. v. 11.11.2009, Az.:24-6440.02/100
Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, i. d. F. v. 28.11.2008, Az.:24-6440.02/100
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