Source: https://findok.bmf.gv.at/findok?stammNr=113560
Timestamp: 2018-08-14 15:35:57
Document Index: 159703283

Matched Legal Cases: ['§ 21', '§ 279', '§ 101', '§ 191', '§ 81', '§ 81']

Einheitswert eines Einfamilienhauses - Findok Internet
Bescheidbeschwerde – Einzel – Erkenntnis des BFG vom 16.02.2017, RV/7102881/2015
Einheitswert eines Einfamilienhauses
Das Bundesfinanzgericht hat durch den Richter R. in der Beschwerdesache Mag. A. B. und Miteigentümer vertreten durch Mag. A. B., Adr., über die Beschwerde vom 23. Jänner 2015 gegen den Feststellungsbescheid Einheitswert zum 1. Jänner 2006 der belangten Behörde Finanzamt Bruck Eisenstadt Oberwart vom 07. Jänner 2015, EW-AZ 1-2-1 betreffend Artfortschreibung (§ 21 Abs. 1 Z 2 BewG) zu Recht erkannt:
Der Beschwerde wird teilweise Folge gegeben und der angefochtenen Feststellungsbescheid gemäß § 279 BAO abgeändert wie folgt:
Für den gegenständlichen Grundbesitz (Einfamilienhaus) Adr. - EZ 1 teilw. GrstNr. 2. KG 3 C. wird der Einheitswert mit € 31.600 und der gemäß Abgabenänderungsgesetz 1982 um 35% erhöhte Einheitswert mit € 42.600 festgestellt.
Anteil Einheitswert
Anteil erhöhter Einheitswert
Mag. A. B. 1/2
D. E. B. 1/2
Gemäß § 101 Abs. 3 BAO sind schriftliche Ausfertigungen, die in einem Feststellungsverfahren an eine Personenvereinigung (Personengemeinschaft) ohne eigene Rechtspersönlichkeit gerichtet sind (§ 191 Abs. 1 lit. a und c BAO), einer nach § 81 BAO vertretungsbefugten Person zuzustellen.
Mit der Zustellung einer einzigen Ausfertigung dieses Erkenntnisse an den nach § 81 BAO vertretungsbefugten Herrn Mag. A. B. gilt die Zustellung an alle Miteigentümer als vollzogen.
Der an Mag. A. B. und Miteigentümer gerichtete, nunmehr angefochtene Einheitswertbescheid zum 1. Jänner 2006 wurde vom Finanzamt Bruck Eisenstadt Oberwart entsprechend einer Mitteilung der Marktgemeinde C. erlassen.
Dabei ist das Finanzamt von folgenden Werten ausgegangen:
Kubikmeter umbauten Raumes
Nebengebäude 120,9 m3
Keller 959,3 m3
Erdgeschoss 1.101,4 m3
42.021,95
Bodenwert: 1.742 m2 je 1,82 = € 3.168,62
In der dagegen rechtzeitig eingebrachten Berufung machten die Beschwerdeführer (Bf.) geltend, dass dem Finanzamt falsche Daten übermittelt worden seien und beantragten unter Hinweis auf den beigelegten Bauplan eine entsprechende Richtigstellung.
In der stattgebenden Beschwerdevorentscheidung ging das Finanzamt abweichen zum angefochtenen Bescheid von einer Kubatur des Kellers von 687,1 m3, von einer Kubatur des Erdgeschosses von € 788,9 m3 und von einer Grundstücksfläche von 3.392 m2 (GrstNr. 2. 1.741 m2 und GrstNr. 4 1.651 m2) aus.
In dem dagegen eingebrachten Vorlageantrag, meinten die Bf. sinngemäß, dass beim Erdgeschoss die offene Fläche Eingangstür (1,65 m x 3,00 m) abzuziehen sei und sich die Kubatur für das Erdgeschoss mit 723,64 m3 (Fläche 249,53 m2 x 2,9 m Geschosshöhe) ergebe.
Weiters wiesen die Bf. darauf hin, dass der Wert der bebauten Fläche mit 355 m2 falsch sei (richtig seien 305 m2) und dass die Grundstücksfläche wie im angefochtenen Bescheid 1.741 m2 betrage. In der Beschwerdevorentscheidung sei irrtümlich die Fläche für das angrenzende Grundstück 4 in die Bodenwertermittlung einbezogen worden. Dieses werde seit Jahren unter der AZ 2-2-2 bewertet.
Im Vorlagbericht beantragte das Finanzamt, den Rechenfehler zu berichtigen und das Erdgeschoss mit einer Raumhöhe von € 2,90 zu bewerten. Die offene Fläche Eingangstür sei mitzubewerten, da diese von drei Seiten umschlossen sei und das Grundstück 4 sei aus der Berechnung auszuscheiden.
Auf Grund einer tel. Rückfrage ergänzte das Finanzamt gegenüber dem Bundesfinanzgericht den Vorlagebericht mit Email von 16. Oktober 2016 wie folgt:
"Wie aus beiliegendem Plan ersichtlich ist die Höhe des Erdgeschoßes mit 2,9 m anzusetzen (der Ansatz mit 3,1 m von uns ist offensichtlich inkorrekt) !
Die Fläche ist lt Plan im Akt korrekt.
Nachstehend die Schritte der Berechnung.
Berechnung EW B. A. – EWAZ 1-2-1 KG sowie EG
19,35 x 15,75 = 304,7625
5,15 x 1,95 = 10,0425
6,25 x 2,70 = 16,8750
7,75 x 3,00 = 23,2500
254,5 m² x Raumhöhe 2,7 m² = 687,1 m³
254,5 m² x Raumhöhe 2,9 m² = 738,0 m³
Auf Grund des von den Bf. vorgelegten Planes und den Angaben des Finanzamtes war dem Beschwerdebegehren - abgesehen vom Abzug der offenen Fläche Eingangstür von 4,95 m2 von der Fläche des Erdgeschosses - zu folgen, da es sich bei diesem Eingangsbereich, wie aus dem von den Bf. ins Treffen geführten Bauplan ersichtlich, um einen auf drei Seiten von Wänden umschlossenen inneren nutzbare Raum handelt.
11.3/3.33
2.196,5354
Keller 687,41 m3
12.489,0024
738,33 m3
28.169,6669
42.855,2047
Bodenwert jener Fläche, die das Zehnfache der bebauten Fläche nicht übersteigt: 1.741 m2 je € 1,8200
3.168,6200
- 792,1550
45.231,6697
-13.569,5009
31.662,1688
Entsprechend den obigen Ausführungen konnte dem Vorbringen des Bw. nur teilweise entsprochen werden und es war spruchgemäß zu entscheiden.
ECLI:AT:BFG:2017:RV.7102881.2015
Findok-Nr: 113560.1, aufgenommen am: 14.03.2017 10:14:01, Dokument-ID: ca8e32ce-1cc8-40c7-a70e-b7641d0b8eb7, Segment-ID: c70dddfb-1450-4427-bd03-ce9a3c4246ff