Source: http://www.juraforum.de/lexikon/koerperverletzung
Timestamp: 2016-12-10 20:33:37
Document Index: 340965740

Matched Legal Cases: ['§ 223', '§ 223', '§ 223', '§ 229', '§ 230', '§ 224', '§ 225', '§ 340', '§ 340', '§ 223', '§223', 'BGH', 'BGH', '§ 20', '§224', '§12']

Körperverletzung: Definition, Begriff und Erklärung im JuraForum.de
Neueintrag für Anwälte	KörperverletzungLexikon | 2 Kommentare(8) Teilen Twittern E-Mail
Erklärung zum Begriff KörperverletzungDie Körperverletzung ist ein Straftatbestand aus dem 17. Abschnitt des StGB (Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit). Nach § 223 StGB wird, wer eine andere Person körperlich mißhandelt oder an der Gesundheit schädigt mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Nach § 223 II StGB ist auch der Versuch der Körperverletzung strafbar.
Die einfache Körperverletzung nach § 223 StGB und die fahrlässige Körperverletzung nach § 229 StGB werden gem. § 230 StGB nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, dass die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält. Diese Tatbestände sind somit relative Antragsdelikte.
§ 224 StGB enthält eine Qualifikation der Körperverletzung. Wer die Körperverletzung durch Beibringung von Gift oder anderen gesundheitsschädlichen Stoffen, mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs, mittels eines hinterlistigen Überfalls, mit einem anderen Beteiligten gemeinschaftlich oder mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung begeht, macht sich einer Gefährlichen Körperverletzung schuldig. Weitere Qualifikationstatbestände enthalten die § 225 bis 227 StGB. Ein Strafantrag ist hier nicht erforderlich. Die Qualifikationen werden von Amts wegen verfolgt.
Ist der Täter ein Amtsträger, so macht er sich nach § 340 StGB wegen einer Körperverletzung im Amt strafbar. § 340 I StGB verdrängt § 223 I im Wege der Gesetzeskonkurrenz.
Aufbau Tatbestand von §223 I StGB - Körperverletzung
Beispiel: Schlag mit dem Baseballschläger, Bewerfen mit Feuerwerkskörpern etc.
Als Gesundheitsschädigung wird das Hervorrufen oder Steigern eines krankhaften (pathologischen) Zustands verstanden. Oftmals ist als Anhaltspunkt dafür, ob eine ärztlicher Behandlung notwendig ist.
Beispiel: Ein Supermarkt verkauft verdorbene Nahrungsmittel, sodass sich die Kunden daran vergiften, Überdosis von Speisesalz bei Kleinkindern, oder auch ein Faustschlag ins Gesicht, der Behandelt werden muss
Beispiel: Der T schlägt dem V aus Rache nieder oder der T fährt mit seinem Pkw Passanten um, um schneller voran zu kommen. Allerdings fehlt es am Vorsatz beim Verkehrsunfall, denn grundsätzlich verursacht der Schädigender den Unfall nicht absichtlich bzgl. mit seinem Wollen.
Die Rechtswidrigkeit der Körperverletzung kann ausgeschlossen sein. Dabei gelten die allgemeinen Regeln. Besonders kommt hierbei die Einwilligung des Verletzten in Betracht. Hierbei sind insbesondere die Fälle der Rechtfertigung beim Heileingriff gemeint.
Beispiel: Ein ärztlicher Eingriff bspw. eine Operation, aber auch die Verabreichung suchtbegründender oder- fördernder Medikamente im Rahmen einer Heilbehandlung
Auch ist sehr oft von einer mutmaßlichen (hypothetische) Einwilligung des Opfers auszugehen. Dies ist auch sehr bedeutend im Bereich des Heileingriffes. Fehlt beispielsweise die tatsächliche Einwilligung, weil der Patient nicht befragt werden kann, so kann eine mutmaßliche Einwilligung in Betracht kommen. Diese haben sich nach den persönlichen Umständen des Opfers zu richten.
Beispiel: P hat einen schwerwiegende Unfall und ist deshalb bewusstlos. Er muss allerdings schleunigst operiert werden, um keine Folgeschäden zu erleiden. Eine tatsächliche Einwilligung ist nicht gegeben. Hingegen ist davon auszugehen, dass bei Bewusstsein des P eine solche abgegeben worden wäre.
Mitwirkende/Autoren: JuraforumWiki-Redaktion, webmaster, SebastianErstellt von JuraforumWiki-Redaktion, 04.05.2010 10:08Zuletzt editiert von JuraforumWiki-Redaktion, 10.12.2015 10:35 Haben Sie Fragen zu diesem Begriff? Stellen Sie eine Frage zu dem Begriff im Forum.Entscheidungen zum Begriff KörperverletzungLG-DETMOLD, 28.08.2013, 4 Ns 41 Js 398/12 AK: 162/13Strafbarkeit wegen fahrlässiger Körperverletzung, Abgabe von Alkohol an MinderjährigeAG-DETMOLD, 17.06.2013, 2 Ds-41 Js 398/12-422/13Strafbarkeit wegen fährlässiger Körperverletzung durch Abgabe von Alkohol an MinderjährigeBGH, 21.10.2008, 3 StR 408/08Die gefährliche Körperverletzung in der Qualifikationsform der lebensgefährdenden Behandlung steht in Tateinheit mit der durch die Tathandlung verursachten schweren Körperverletzung.KAMMERGERICHT-BERLIN, 30.04.2005, (2/5) 1 Ss 223/05 (73/05)Ein Busfahrer der Berliner Verkehrs Betriebe (BVG), der vorsätzlich einen Fahrgast verletzt, begeht keine Körperverletzung im Amt, sondern eine vorsätzliche Körperverletzung.BGH, 09.10.2002, 5 StR 42/02Der Versuch einer Körperverletzung mit Todesfolge in Form eines "erfolgsqualifizierten Versuchs" ist möglich.KG, 06.07.2010, (2) 1 Ss 462/09 (3/10)Zum unbenannten besonders schweren Fall des Landfriedensbruchs bei tateinheitlichem Zusammentreffen mit versuchter gefährlicher KörperverletzungOLG-HAMM, 24.04.2008, 5 Ss 131/08Zum erforderlichen Umfang der tatsächlichen Feststellungen bei einer Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung.OLG-HAMM, 27.10.2003, 2 Ss 578/03Zum erforderlichen Umfang der tatsächlichen Feststellungen bei einer Verurteilung wegen KörperverletzungOLG-HAMM, 14.07.2004, 4 Ss 174/04Zur gefährlichen Körperverletzung und zur Annahme der Voraussetzungen der §§ 20, 21 StGB.OLG-DUESSELDORF, 23.05.2002, 2a Ss 97/02 - 41/02Nächtliche Telefonanrufe, die reine Befindlichkeitsstörungen ohne einen medizinisch bedeutsamen Krankheitswert verursachen, stellen keine Körperverletzung dar.Aktuelle ForenbeiträgeFestnahmerecht und Körperverletzung (11.11.2009, 23:56)A beobachtet am Fahrkartenautomaten, dass B an C ein bereits gebrauchtes Länderticket der Deutschen Bahn AG für einen Betrag von 5 Euro weiterverkauft. Nach der Geldübergabe greift er ein, indem er beiden sofort und unmissverständlich zu verstehen gibt, dass sie vorläufig festgenommen sind. Darauf gerät C in Panik und versucht sich der...Körperverletzung, Ehestreit , Hilfe!! (06.10.2007, 22:48)Folgender Fall trägt sich zu: Freundin attackiert Mann aus Eifersucht (vermutlich wahnhaft) nach einer Feier in dessen Wohnung, beschimpft und beleidigt ihn unentwegt. Der Mann bittet die Frau, die Wohnung zu verlassen, aber die Frau weigert sich. Daraufhin ruft der Mann die Polizei. Die Frau ist außer sich, ruft selbst bei der...Hausarbeit Strafrecht - ... (06.08.2012, 10:28)Hallo zusammen,ich hoffe es ist in diesem Forum erlaubt Fragen zu einer Hausarbeit zu stellen. Ich bin leider ein Alleinschreiber und kann mich daher mit niemandem sonst austauschen, was meinen letzten Hausarbeiten nicht besnders gut getan hat... Ich möchte auch nicht, dass mir hier jemand die komplette Hausarbeit vorbetet, nein, ich...Ablauf einer Strafanzeige wegen Körperverletzung (08.03.2008, 15:11)Ich bräuchte sehr dringend Informationen darüber, wie das alles abläuft, wenn man eine anzeige wegen leichter körperverletzung bekommen hat! Insbesondere darüber, wie lange das alles dauert bis es abgeschlossen ist! Ist es normal, das nach einem Jahr noch nichts weiter passiert ist, außer einer anzeige!
Vielen dank schonmal...Zopf abgeschnitten - Körperverletzung? (12.09.2011, 08:40)Mal folgendes angenommen:Person A ist Künstlerin. A hat eigentlich kurze Haare, hat aber seit 20 Jahren einen kleinen Zopf im Nacken. Dieser Zopf gilt bei Kunden, Familie und Freunden als Markenzeichen (Nicht im juristischen Sinne).Person B ist Jäger und kann A nicht leiden und schneidet auf einem Dorffest A den Zopf ab.A bemerkt dies...
9 + N e un = Bisherige Kommentare zum Begriff (2) WiRe
(09.12.2015 19:02 Uhr):
Das ist nicht korrekt! §224 StGB ist kein Verbrechen,sondern ein Vergehen. Die gefährliche Körperverletzung wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren und in minder schweren Fällen von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft. Laut §12 StGB ist ein Verbrechen eine rechtswidrige Tat, die im Mindestmaß mit Freiheitsstrafe von einem Jahr und darüber bedroht ist. Konklusion: gefährliche Körperverletzung - ein Vergehen und kein Verbrechen. LG, ein Erstsemester! scarabaeus07
(03.12.2015 16:07 Uhr):
Münchner Kommentar zu StGB
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