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Timestamp: 2019-11-19 02:11:45
Document Index: 2908029

Matched Legal Cases: ['Art 3', '§ 1', '§ 1', 'Art. 3', 'Art. 2', 'Art. 1', '§ 8', 'Art. 6', '§ 1', '§ 1', 'Art. 3', '§ 1', 'Art. 3', 'Art. 3', '§ 1', '§ 1', 'Art. 1', 'Art. 1', '§ 5', 'BGH', '§ 1', 'Art. 3', 'Art. 2', 'Art. 1', '§ 8', '§ 1', 'Art. 2', 'Art. 1', 'BGH', '§ 8', '§ 1', 'Art. 3', '§ 1', 'Art. 3']

Rechtsprechung: 1 BvL 12/04 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BVerfG, 25.01.2007
BVerfG, 18.07.2006 - 1 BvL 1/04, 1 BvL 12/04
https://dejure.org/2006,1153
BVerfG, 18.07.2006 - 1 BvL 1/04, 1 BvL 12/04 (https://dejure.org/2006,1153)
BVerfG, Entscheidung vom 18.07.2006 - 1 BvL 1/04, 1 BvL 12/04 (https://dejure.org/2006,1153)
BVerfG, Entscheidung vom 18. Juli 2006 - 1 BvL 1/04, 1 BvL 12/04 (https://dejure.org/2006,1153)
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Ausschluss transsexueller Ausländer von der nach dem TSG eröffneten Möglichkeit, ihren Vornamen zu ändern oder die geänderte Geschlechtszugehörigkeit feststellen zu lassen, ist mit GG Art 3 Abs 1 iVm dem Grundrecht auf Schutz der Persönlichkeit nicht vereinbar, sofern ...
Ausschluss transsexueller Ausländer von der nach dem Transsexuellengesetz (TSG) eröffneten Möglichkeit der Vornamensänderung oder der Feststellung der geänderten Geschlechtszugehörigkeit wegen Unmöglichkeit nach deren Heimatrecht; Vereinbarkeit von § 1 Abs. 1 Nr. 1 ...
TSG § 1 Abs. 1 Nr. 1; GG Art. 3 Abs. 1; GG Art. 2 Abs. 1; GG Art. 1 Abs. 1; TSG § 8 Abs. 1 Nr. 1
D (A), Transsexuellengesetz, Gleichheitsgrundsatz, Schutz der Persönlichkeit, Verfassungsmäßigkeit, Transsexuelle, Vornamen
IPR: Verfassungskonformität des Staatsangehörigkeitsprinzips, Namens- und Geschlechtsänderung von Transsexuellen im IPR, Einfluß des ordre public (Art. 6 EGBGB), Verfassungswidrigkeit von § 1 I Nr. 1 TSG
Vornamensänderung nach Geschlechtsumwandlung bei Ausländern
TSG § 1 Abs. 1 Nr. 1; GG Art. 3 Abs. 1
TSG § 1 Abs. 1 Nr. 1 ; GG Art. 3 Abs. 1
Anwendbarkeit des Transsexuellengesetzes auf ausländische Transsexuelle
Art. 3 Abs. 1 GG; § 1 Abs. 1 Nr. 1 TSG
Transsexuellengesetz zum Teil gleichheitswidrig
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Beschluss des BVerfG vom 18.07.2006, Az.: 1 BvL 1/04 - 1 BvL 12/04 (Ausschluss transsexueller Ausländer bei Antragsberechtigung zur Änderung des Vornamens)" von Dr. Jens M. Scherpe, original erschienen in: FamRZ 2007, 271 - 272.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Beschluss des BVerfG vom 18.07.2006, Az.: 1 BvL 1/04 und 1 BvL 12/04 (Verfassungsrecht)" von Prof. Dr. Hans-Martin Pawlowski, original erschienen in: JZ 2007, 413 - 415.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BVerfG vom 18.07.2006, Az.: 1 BvL 12/04 (Verfassungsmäßigkeit des Transsexuellengesetzes)" von Dr. Markus Roth, original erschienen in: StAZ 2007, 17.
Transsexuellengesetz, § 1 Abs. 1 No. 1 ; Grundgesetz Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1
AG München, 01.01.1000 - 722 UR III 259/02
LG München I, 01.01.1000 - 16 T 1371/03
AG Frankfurt/Main, 21.03.2002 - 44 UR 3 AMB 138/01
LG Frankfurt/Main, 15.10.2002 - 9 T 196/02
BayObLG, 08.12.2003 - 1Z BR 52/03
OLG Frankfurt, 12.11.2004 - 20 W 452/02
BVerfG, 25.01.2007 - 1 BvL 12/04
BVerfGE 116, 243
NJW 2007, 900
NVwZ 2007, 1044 (Ls.)
FGPrax 2007, 22 (Ls.)
FamRZ 2006, 1818
FamRZ 2007, 270 (Ls.)
DVBl 2007, 115
Hierauf kann sich auch der Kläger als Ausländer berufen (vgl. BVerfGE 116, 243 s. auch BVerfG, NVwZ 2007, 1300).
b) Das allgemeine Persönlichkeitsrecht schützt danach auch die geschlechtliche Identität (vgl. BVerfGE 115, 1 ; 116, 243 ; 121, 175 ; 128, 109 ), die regelmäßig ein konstituierender Aspekt der eigenen Persönlichkeit ist.
Das Personenstandsrecht zwingt dazu, das Geschlecht zu registrieren, ermöglicht der beschwerdeführenden Person, deren Geschlechtsentwicklung gegenüber einer weiblichen oder männlichen Geschlechtsentwicklung Varianten aufweist und die sich selbst dauerhaft weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnet, aber keinen personenstandsrechtlichen Geschlechtseintrag, der ihrer Geschlechtsidentität entspräche (vgl. zum Eingriffscharakter bereits BVerfGE 49, 286 ; 60, 123 ; 116, 243 ; 121, 175 ; 128, 109 ).
Steht bei einem Transsexuellen das eigene Geschlechtsempfinden nachhaltig in Widerspruch zu dem ihm rechtlich nach den äußeren Geschlechtsmerkmalen zugeordneten Geschlecht, gebieten es die Menschenwürde in Verbindung mit dem Grundrecht auf Schutz der Persönlichkeit, dem Selbstbestimmungsrecht des Betroffenen Rechnung zu tragen und seine selbstempfundene geschlechtliche Identität rechtlich anzuerkennen, um ihm damit zu ermöglichen, entsprechend dem empfundenen Geschlecht leben zu können, ohne in seiner Intimsphäre durch den Widerspruch zwischen seinem dem empfundenen Geschlecht angepassten Äußeren und seiner rechtlichen Behandlung bloßgestellt zu werden (vgl. BVerfGE 116, 243 ).
Es ist dem Gesetzgeber nicht generell untersagt, nach der Staatsangehörigkeit zu differenzieren (vgl. BVerfGE 116, 243 ).
Widerspricht wie bei Transsexuellen das eigene Geschlechtsempfinden den äußeren Geschlechtsmerkmalen und hat sich ein Transsexueller zur Annäherung an das Erscheinungsbild des empfundenen Geschlechts operativen Eingriffen unterzogen, um seine Physis mit seiner Psyche in Übereinstimmung zu bringen, gebieten es die Menschenwürde und das Grundrecht auf Schutz der Persönlichkeit, dem Selbstbestimmungsrecht des Betroffenen Rechnung zu tragen, seine neue geschlechtliche Identität anzuerkennen und seinen Personenstand dem Geschlecht zuzuordnen, dem er nunmehr nach seiner psychischen und physischen Konstitution zugehört (vgl. BVerfGE 49, 286 [298]; - 116, 243 [264]).
In einem solchen Fall führt die Feststellung eines Verfassungsverstoßes regelmäßig nicht zur Nichtigerklärung - die vorliegend den Wegfall der angegriffenen Norm und somit das Inkrafttreten des § 5 RVermG zum 3. Oktober 1990 zur Folge hätte -, sondern lediglich zur Erklärung der Unvereinbarkeit der Norm mit dem Grundgesetz (vgl. BVerfGE 112, 268 ; 116, 243 ).
BGH, 29.11.2017 - XII ZB 345/17
Personenstandssache: Antrag eines in Deutschland lebenden türkischen …
Dieses hat entschieden, dass § 1 Abs. 1 Nr. 1 TSG aF mit dem Gleichbehandlungsgebot (Art. 3 Abs. 1 GG) in Verbindung mit dem Grundrecht auf Schutz der Persönlichkeit (Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG) nicht vereinbar sei, soweit er ausländische Transsexuelle, die sich rechtmäßig und nicht nur vorübergehend in Deutschland aufhielten, von der Antragsberechtigung zur Änderung des Vornamens und zur Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit nach § 8 Abs. 1 Nr. 1 TSG ausnehme, sofern deren Heimatrecht vergleichbare Regelungen nicht kenne (BVerfG FamRZ 2006, 1818, 1819).
Dies benachteilige diesen Personenkreis gegenüber den nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 TSG Antragsberechtigten schwerwiegend, weil es die Betroffenen zugleich in empfindlicher Weise in ihrem Recht auf freie Persönlichkeitsentfaltung und Wahrung ihrer Intimsphäre aus Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG beeinträchtige (BVerfG FamRZ 2006, 1818, 1821).
Eine solche Grundrechtsbeeinträchtigung in Deutschland lebender Ausländer rechtfertige sich nicht mit der Vermeidung "hinkender Rechtsverhältnisse", die bei Sachverhalten mit Auslandsbezug ohnehin häufig vorkämen, weil das Internationale Privatrecht der Staaten keineswegs gleichen Regeln folge (BVerfG FamRZ 2006, 1818, 1821 mwN).
Den Betroffenen stehe schließlich die Entscheidung frei, ob es für sie wichtiger sei, zumindest in Deutschland in ihrer empfundenen Geschlechtlichkeit auch rechtlich anerkannt leben zu können, oder ob sie auf diese Anerkennung verzichten, um vor Schwierigkeiten im Zusammenhang mit einer unterschiedlichen Behandlung durch ihren Heimatstaat bewahrt zu sein (BVerfG FamRZ 2006, 1818, 1822).
BGH, 29.11.2017 - XII ZB 346/17
BVerwG, 08.12.2014 - 6 C 16.14
Gemischt-nationale Ehe; Änderung des Ehenamens; Anwendungsbereich des NamÄndG; …
Die Achtung der Eigenständigkeit anderer Rechtsordnungen rechtfertigt es grundsätzlich, im eigenen Recht dem Staatsangehörigkeitsprinzip zu folgen und für bestimmte Rechtsverhältnisse bei Ausländern die Normierung grundsätzlich nicht den deutschen, sondern den jeweiligen nationalen Regeln zu entnehmen (BVerfG, Beschluss vom 18. Juli 2006 - 1 BvL 1, 12/04 - BVerfGE 116, 243 ).
Sie wird freilich auch in anderen Konstellationen mit Auslandsbezug von der deutschen Rechtsordnung hingenommen (vgl. BVerfG, Beschluss vom 18. Juli 2006 a.a.O. S. 266).
Rechtssache L. gegen DEUTSCHLAND
OLG Frankfurt, 24.05.2017 - 20 W 199/16
Antragsberechtigung eines Ausländers nach Transsexuellengesetz
OLG Frankfurt, 24.05.2017 - 20 W 223/16
Antrag auf Vornamensänderung von türkischem Transsexuellen
VG Würzburg, 25.02.2015 - W 6 K 14.2
Namensänderung (Familienname); wichtiger Grund
OLG Frankfurt, 09.05.2017 - 20 W 61/16
SG Nürnberg, 08.08.2019 - S 7 KR 37/19
Kostenübernahme einer geschlechtsangleichenden Operation
LSG Bayern, 17.09.2013 - L 15 VK 5/12
Ein EU Angehöriger, der eine Schädigung nach Ende der Besetzung seines …
VG Saarlouis, 11.02.2011 - 10 K 378/10
Rücknahme von Aufenthaltstiteln wegen Identitätstäuschung
https://dejure.org/2007,13541
BVerfG, 25.01.2007 - 1 BvL 12/04 (https://dejure.org/2007,13541)
BVerfG, Entscheidung vom 25.01.2007 - 1 BvL 12/04 (https://dejure.org/2007,13541)
BVerfG, Entscheidung vom 25. Januar 2007 - 1 BvL 12/04 (https://dejure.org/2007,13541)
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Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe und Beiordnung eines Rechtsanwalts im Normenkontrollverfahren
In den Verfahren zur verfassungsrechtlichen Prüfung, ob die Beschränkung der Antragsberechtigung auf Deutsche beziehungsweise Personen mit deutschem Personalstatut im Verfahren zur Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit gemäß § 8 Abs. 1 Nr. 1 in Verbindung mit § 1 Abs. 1 Nr. 1 TSG mit Art. 3 Abs. 1 und Abs. 3 GG in Fällen vereinbar ist, in denen ein ausländischer Transsexueller mit gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland den Feststellungsantrag stellt und sein Heimatrecht ein entsprechendes Verfahren nicht vorsieht, - Aussetzungs- und Vorlagebeschluss des Bayerischen Obersten Landesgerichts vom 8. Dezember 2003 (1Z BR 52/03) - 1 BvL 1/04 -, ob die Beschränkung der Antragsberechtigung im Verfahren zur Änderung des Vornamens gemäß § 1 Abs. 1 Nr. 1 TSG auf Deutsche beziehungsweise Personen mit deutschem Personalstatut mit Art. 3 Abs. 1 und Abs. 3 GG in Fällen vereinbar ist, in denen ein ausländischer Transsexueller mit gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland den Änderungsantrag stellt und sein Heimatrecht eine solche Namensänderung nicht vorsieht, - Aussetzungs- und Vorlagebeschluss des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 12. November 2004 (20 W 452/02) - 1 BvL 12/04 - hat das Bundesverfassungsgericht - Erster Senat - unter Mitwirkung des Präsidenten Papier, der Richterin Haas, des Richters Steiner, der Richterin Hohmann-Dennhardt und der Richter Hoffmann-Riem, Bryde, Gaier, Eichberger am 18. Juli 2006 beschlossen:.
Vorlageverfahren 1 BvL 12/04.