Source: http://remus-schule.jura.uni-saarland.de/wordpress/index.php/schulgeschichten/schulorchester/nutzungsrechte-fur-auffuhrung/
Timestamp: 2018-11-18 17:20:19
Document Index: 239649905

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 64', '§ 52', '§ 52', '§ 19', '§ 52']

Nutzungsrechte für Aufführung | Remus Schule
Die Ledroits
Das coole Webradio
Das zu billige Schulkino
Der machtlose Kopierschutz
Die gerippte Film-DVD
Kinohits aus dem Netz
Die kopierte Musik-CD
Bücher im Intranet
Die geklaute Titelstory
Das Referat aus dem Netz
Dialer und andere Wegelagerer
Trau dich, werde legal!
Shareware plus minus null
Shareware ist eine Lösung
Meine erste Raubkopie!
Eine Website mit Hindernissen
Rechte einholen!
Sofie auf der Homepage
Die missglückte Anbieterkennzeichnung
Lexingen.de gehört Lexingen
Kopieren von Texten aus einem Schullesebuch für den Deutschuntericht
Kopieren von Texten für mehrere Klassen
Kopieren von Texten von einer Web-Seite
Urheberrechtlicher Schutz von Abituraufgaben
Verlust der Urheberrechte an Abituraufgaben auf CD-ROM
Multimedia und Internet in Schulen
Filmnachmittag in der Schule
Klassenübergreifende Filmvorführung
Kopie eines gesamten Films zur Vorführung im Unterricht
Vorführung für private Zwecke kopierter Filme im Unterricht
Vorführung geliehener und gekaufter Filme im Unterricht
Welche Angaben gehören dort hinein?
Wer ist der Diensteanbieter?
Fotografieren von Schülern
Fotos im passwortgeschützten Raum
Ist die Einwilligung immer erforderlich?
Veröffentlichung von Fotos auf der Web-Seite
Die minderjährigen Webmaster
Minderjährige als Verantwortliche einer Schulwebseite
Minderjährige im Impressum einer Schulwebseite
Nutzung der Webseite durch die Schule
Abschreiben der Noten
Aufführen von klassischen Musikwerken
Aufnahme des Konzertes auf Video
Aufnahme und Abspielen einer CD mit Interpretationen klassischer Musik
Fotokopieren der Noten
Nutzungsrechte für Aufführung
Pflicht zur Vergütung der Komponisten
Vergütungsrecht der Mitglieder
Verkauf des Videos
Veröffentlichung auf Web-Seite
Zustimmung bei Aufnahme des Konzertes
Aufzeichnung einer Schulfunksendung
Private Nutzung einer aufgezeichneten Schulfunksendung
Web-Seite als Schulfunk?
Abspielen einer gekauften oder geliehenen Musik-CD im Unterricht
Abspielen einer privat kopierten Musik-CD im Unterricht
Gebrannte Musik-CDs für alle Schüler der Klassen
Materialien passwortgeschützt im Intranet
Nutzung der Materialien außerhalb der Unterrichtszeit
Vorratspeicherung für mehrere Klassen
Vorratsspeicherung für eine Klasse
Lehrer Lemke war hocherfreut, als er von dem Verlag des Notenheftes die Erlaubnis bekommen hat, die Noten für die Musikstücke, die er beim Sommerfest mit seinem Schulorchester aufführen möchte, aus dem Notenheft zu kopieren. Für das Konzert verlangt die Schule keinen Eintritt. Auch die Schülerinnen und Schüler bekommen kein Geld. Nun möchte er wissen, ob er für das Schulkonzert Nutzungsrechte einholen muss.
Die Musikstücke der zeitgenössischen Komponisten sind natürlich urheberrechtlich geschützt, denn sie sind gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 UrhG als Werke der Musik zu betrachten. Den Komponisten als Schöpfer der Werke steht das Urheberrecht an ihren Musikstücken zu. Dieses ist auch nicht erloschen, da zeitgenössische Komponisten noch am Leben bzw. seit ihrem Tod noch nicht die nach § 64 UrhGerforderlichen 70 Jahre vergangen sind. Die Komponisten haben somit grundsätzlich die ausschließliche Befugnis zur Verwertung ihrer Werke.Jedoch unterliegt das Urheberrecht der Komponisten in diesem Fall einer Beschränkung zugunsten des Interesses der Allgemeinheit am Zugang zu urheberrechtlich geschützten Werken. Die Besucher des Konzerts zahlen keinen Eintritt; zudem ist keine Vergütung für die Schülerinnen und Schüler aus dem Orchester vorgesehen. Auch dient das Konzert weder mittelbar noch unmittelbar einem Erwerbszweck der Schule. In diesem Fall ist das Spielen der Musikstücke gemäß § 52 Abs. 1 S. 1 UrhG erlaubnisfrei.
Einer Einwilligung durch den Berechtigten bedarf es jedoch nach § 52 Abs. 3 UrhG bei bühnenmäßigen Aufführungen. § 19 Abs. 2 UrhG unterscheidet zwei Arten von Aufführungsrechten:
1. das Recht der öffentlichen Darbietung eines Musikwerks,
2. das Recht der öffentlichen bühnenmäßigen Darstellung eines Werkes.
Eine bühnenmäßige Darstellung liegt bei einem bewegten Spiel im dreidimensionalen Raum vor, das einen Gedankeninhalt optisch und / oder akustisch wiedergibt. Für die Aufführung einer Oper oder eines Theaterstücks müssen wegen § 52 Abs. 3 UrhG Nutzungsrechte eingeholt werden, wenn das Werk dem Urheberrechtschutz unterliegt.
Ebenfalls unberührt von der Pflicht zur Einholung der Nutzungsrechte bleiben Meldepflichten gegenüber der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) aufgrund der sog. GEMA-Vermutung. Hiernach wird vermutet, dass bei einer Musikaufführung Titel aus dem GEMA-Repertoire vergütungspflichtig dargeboten werden. Durch die Meldung kann die GEMA-Vermutung widerlegt werden, wenn beispielsweise ausschließlich Musik von Komponisten gespielt wird, die ihre Rechte nicht durch die GEMA wahrnehmen lassen, sondern Titel etwa unter einer Creative Commons-Lizenz anbieten.