Source: https://www.jagdlupe.de/mit-der-jagdwaffe-in-den-urlaub-85011
Timestamp: 2017-06-23 23:59:33
Document Index: 381096257

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 1', '§ 2', '§ 32', 'Art. 12', 'Art. 12']

Mit der Jagdwaffe in den Urlaub | Jagdlupe
Jagdlupe » Jagdrecht Aktuell » Mit der Jagdwaffe in den Urlaub
Mit der Jagdwaffe in den Urlaub	18. Juni 2014 | Jagdrecht AktuellGeschätzte Lesezeit: 2 Minuten	Es ist wieder Sommer und die Urlaubszeit hat begonnen. Wer in seinem Urlaub verreisen möchte, wünscht sich entweder eine erholsame Zeit durch Entspannung und “Nichtstun” oder es wird eher ein Aktiv-Urlaub als Entspannung bevorzugt. Vielfach wird das Urlaubsziel auch davon abhängig gemacht, ob man dort seinem Hobby nachgehen kann. So ist es nicht verwunderlich, dass ein passionierter Jäger seinen Urlaubsort nach vorhandenen Jagdmöglichkeiten aussucht. Jeder Jäger hat seine eigene Schusswaffe und möchte diese natürlich bei der Jagd im Urlaub auch benutzen. Befindet sich das Reiseziel innerhalb Deutschlands, gibt es üblicherweise diesbezüglich keine Schwierigkeiten. Anders sieht es aus, wenn die Urlaubsreise ins Ausland geht. Wer sich unsicher ist, wie er sich zu verhalten hat, sollte sich kompetente Hilfe suchen. Schon beim Erwerb einer Jagdwaffe können fachkundige Händler wie z.B. Waffen Ferkinghoff viele Fragen rund um den Waffenbesitz beantworten.
Für eine Reise ins Europäische Ausland mit einer Waffe gibt es den Europäischen Feuerwaffenpass. Eine Waffe nimmt jemand gemäß Anlage 1 zu § 1 Abs. 4 WaffG, Abschnitt 2 Nr. 6 mit, der diese Waffe auf einer Reise ohne Aufgabe des Besitzes zur Verwendung über die Grenze in den, durch den oder aus dem Geltungsbereich des Gesetzes bringt. Die Mitnahme einer Waffe stellt nach § 1 Abs. 3 WaffG eine Form des Umgangs im Sinne des Waffengesetzes dar und ist nach § 2 Abs. 2 WaffG erlaubnispflichtig. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf1 hat im Fall eines Jägers, der seine Waffe über die Grenze nach Österreich mitgenommen hat, ohne das diese im Europäischen Feuerwaffenpass eingetragen war, deutlich erklärt, dass für die Mitnahme einer Waffe in einen anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union keine Ausnahmeregelung von der Erlaubnispflicht besteht. Darüber hinaus wird zwar nach § 32 Abs. 6 WaffG demjenigen ein Europäischer Feuerwaffenpass ausgestellt, der zum Besitz der einzutragenden Waffen berechtigt ist, dass heißt aber nicht, dass ein Deutscher keine Erlaubnis für das Mitnehmen von Waffen in andere Staaten der Europäischen Union benötigt.
Nach Art. 12 Abs. 1 der Richtlinie 91/477/EWG vom 18. Juni 1991 über die Kontrolle des Erwerbs und des Besitzes von Waffen ist grundsätzlich der Besitz einer Feuerwaffe während einer Reise durch zwei oder mehrere Mitgliedstaaten nur mit Genehmigung aller dieser Mitgliedstaaten zulässig, wobei die zu erteilende Genehmigung in den Europäischen Feuerwaffenpass einzutragen ist. Dabei können nach Art. 12 Abs. 2 Unterabsatz 1 der Richtlinie Jäger bestimmte Waffen auch ohne Zustimmung zur Teilnahme an einer Jagd mitführen, wenn sie den für diese Waffen ausgestellten Europäischen Feuerwaffenpass besitzen und den Grund für die Reise nachweisen können. Also ist die Mitnahme von Waffen in andere EU-Staaten erlaubnispflichtig: In der Praxis erfolgt die Erlaubnis vom “Ausgangsstaat” durch Erteilung eines Europäischen Feuerwaffenpasses und der jeweilige Zielstaat verzichtet auf das eigene Zustimmungserfordernis bestimmter Waffen. Allerdings ergibt sich nach Auffassung des Verwaltungsgerichts Düsseldorf1 daraus nicht ein Verzicht des Staats des gewöhnlichen Aufenthalts auf die grundsätzliche Überprüfung der Voraussetzungen für eine Mitnahme von Waffen. Wer sich also auf einen Jagdurlaub freut, sollte sich vor Reisebuchung einen Europäischen Feuerwaffenpass ausstellen lassen.VG Düsseldorf, Beschluss vom 23.06.2010 – 22 L 256/10↩↩	Das könnte Sie auch interessieren:Kaninchenjagd im eigenen GartenDer Schoppen vor der JagdWaffenrechtliche Regelprüfung eines JagdscheininhabersErben und Vererben von JagdwaffenDer Rotwein vor der JagdDie Ablehnung der Jagd aus ethischen GründenDas erschossene Islandpony	Weiterlesen auf der Jagdlupe:
Themenseiten zu diesem Artikel: Jagdausübung, jagdlupe, Jagdwaffe	Weitere Beiträge aus diesem Rechtsgebiet: Jagdrecht Aktuell
Leser dieses Artikels lasen auch:Wildschaden an Baumpflanzungen Der Bundesgerichtshof hat ein aktuell bei ihm anhängiges Revisionsverfahren zum Anlass genommen, zur Bemessung des Wildschadens an Baumpflanzungen einer Forstwirtschaft Stellung zu nehmen: In dem…Hund statt Wildschwein Verwechselt ein Jäger im Wald einen Hund mit einem Wildschwein und erschießt ihn, handelt es sich um ein einmaliges fahrlässiges Fehlverhalten, aus dem nicht darauf…“Hobbymäßiges Rutenangeln” am Privatsee Eigentümer von Binnenseeflächen sind, wie jetzt das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht entschied, nicht berechtigt, Dritten das Recht zum „hobbymäßigen Rutenangeln“ im See zu übertragen. die Entscheidung erging…Jagdbehörden Die Jagdbehörden, also die örtlich und sachlich für den Vollzug der jagdrechtlichen Vorschriften zuständigen Verwaltungsbehörden, sind grundsätzlich Behörden der einzelnen Bundesländer. Dies gilt auch für…Das erschossene Islandpony Es gehört zu den elementaren Verhaltensregeln der Jagdausübung, dass der Jäger einen Schuss auf Wild nur dann abgeben darf, wenn er sich über das Tier,…