Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%202003,%20842
Timestamp: 2019-12-16 12:31:28
Document Index: 64452502

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 89', '§ 89', '§ 89', 'BGH', 'BGH', '§ 84', '§ 84', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 09.10.2002 - VIII ZR 95/01 - dejure.org
https://dejure.org/2002,1629
BGH, 09.10.2002 - VIII ZR 95/01 (https://dejure.org/2002,1629)
BGH, Entscheidung vom 09.10.2002 - VIII ZR 95/01 (https://dejure.org/2002,1629)
BGH, Entscheidung vom 09. Januar 2002 - VIII ZR 95/01 (https://dejure.org/2002,1629)
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Vertragshändlervertrag - Kettenverträge - Entsprechende Anwendung des § 89 Abs. 1 HGB - Berücksichtigung von Prozessstoff - Aneinanderreihung von Verträgen - Verpflichtung zur Förderung des Absatzes
Kettenverträge; Vertragshändlervertrag; Kündigungsfristen
Zur entsprechenden Anwendung des § 89 Abs. 1 HGB auf einen durch so genannte Kettenverträge zustandegekommenen Vertragshändlervertrag
Vertragshändlervertrag bei mehrfachem Jahresvertrag mit Großhändler
NJW-RR 2003, 98
MDR 2003, 162
WM 2003, 842
BB 2002, 2520
DB 2003, 825
Zwar kann auf einen Vertragshändlervertrag die unmittelbar nur für Handelsvertreter geltende Regelung des § 89 HGB entsprechende Anwendung finden (Senatsurteil vom 9. Oktober 2002 - VIII ZR 95/01, BB 2002, 2520, unter II 1 a und 2 m.w.N., zu einem Vertragshändlervertrag über Tiernahrung).
Als Vertragshändlervertrag wird ein auf gewisse Dauer gerichteter Rahmenvertrag eigener Art bezeichnet, durch den sich der Vertragshändler verpflichtet, Waren des Herstellers oder Lieferanten im eigenen Namen und auf eigene Rechnung zu vertreiben, und durch den der Vertragshändler in die Verkaufsorganisation des Herstellers bzw. Lieferanten eingegliedert wird (vgl. BGH, Urteil vom 09.10.2002 - VIII ZR 95/01, juris Rn. 8; BGH…, Urteil vom 05.02.2015 - VII 315/13, juris Rn. 11;… Emde, Vertriebsrecht, 3. Auflage, vor § 84 Rn. 372;… Hopt, Handelsvertreterrecht, 5. Auflage, § 84 Rn. 10).
Voraussetzung ist allerdings, dass der Vertragshändler durch den Rahmenvertrag handelsvertretertypische Rechte und Pflichten übernommen hat und in erheblichem Umfang Aufgaben erfüllt, wie sie auch von einem Handelsvertreter wahrgenommen werden (vgl. BGH, Urteil vom 09.10.2002 - VIII ZR 95/01, juris Rn. 8 ff.; OLG Köln…, Urteil vom 21.09.2012 - 19 U 113/11, juris Rn. 30).
Die Antragstellerin verweist insoweit auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH BB 2002, 2520).
Handelsvertreterrecht ist entsprechend anwendbar, wenn der Vertragshändler durch den Rahmenvertrag handelsvertretertypische Rechte und Pflichten übernommen hat und in erheblichem Umfang Aufgaben erfüllt, wie sie auch vom Handelsvertreter wahrgenommen werden (vgl. BGH BB 2002, 2520).
Im Ausgangspunkt sind Kettenverträge allerdings als auf unbestimmte Zeit abgeschlossen anzusehen (statt vieler: Urt. v. 9. Oktober 2002 - VIII ZR 95/01, juris-Rn. 12, NJW-RR 2003, 98).
Verträge zwischen denselben Parteien sind als Kettenverträge zu werten, wenn befristete Verträge mehrfach kurz vor oder kurz nach ihrem Ablauf mit den im wesentlichen gleichen Bedingungen verlängert werden, ohne dass diese Verträge jeweils erneut ausgehandelt werden (…BGH, Urt. v. 11. Dezember 1958 - II ZR 169/57, VersR 1959, 129, 131;… Urt. v. 17. Juli 2002 - VIII ZR 59/01, juris-Rn. 25, WM 2003, 251, 253; Urt. v. 9. Oktober 2002 - VIII ZR 95/01, aaO).
Die Vertragshändler übernehmen durch den Rahmenvertrag keine Rechte und Pflichten, wie sie typischerweise von einem Handelsvertreter wahrgenommen werden und damit nach dem Gesamtbild seiner Verpflichtungen derart in die Absatzorganisation des Herstellers eingegliedert sind, dass sie wirtschaftlich in erheblichem Umfang Handelsvertretern vergleichbare Aufgaben zu erfüllen hätten (vgl. BGH, Urt. vom 09.10.2002 - VIII ZR 95/01, juris. Rn. 8 ff.; OLG Hamm…, Urt. vom 27.10.2016 - 18 U 34/15; OLG Köln…, Urt. vom 21.12.2012 - 19 U 113/11).
Nach der Rechtsprechung des BGH (Urteil vom 09.10.2002, VIII ZR 95/01, NJW-RR 2003, S. 98) ist auf einen Vertragshändlervertrag Handelsvertreterrecht entsprechend anzuwenden.
Auf ein solches Vertragsverhältnis ist Handelsvertreterrecht entsprechend anwendbar, wenn der Vertragshändler auf Grund der vertraglichen Abmachungen und damit übernommener handelsvertreterrechtlicher Pflichten nach dem Gesamtbild seiner Bindungen und Verpflichtungen so in die Absatzorganisation des Herstellers eingliedert ist, dass er wirtschaftlich in erheblichem Umfang einem Handelsvertreter vergleichbare Aufgaben zu erfüllen hat (vgl. BGH, Urteil vom 09.10.2002 - VIII ZR 95/01 (Köln), NJW-RR 2003, 98 unter II.1.a, bei juris Rn. 10, 12;… OLG Köln vom 29.01.2010 - 19 U 134/09 - BeckRS 2010, 12320, bei juris Rn. 7).