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Timestamp: 2017-05-23 01:09:22
Document Index: 234060258

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BGHM-Aktuell 02/2014: BGHM
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Die Herstellung von Fensterrahmen in großer Stückzahl erfolgt in automatisierten Anlagen, die durch technische Schutzeinrichtungen gesichert sind. Zäune, Zugangstüren mit Endschaltern und Sicherheitslichtschranken verhindern den Zugang und den Zugriff in Gefahrstellen. Sägen, Kunststoffschweißen und Fräsen sind die dominanten Arbeitsverfahren. Unfälle ereignen sich dabei weniger beim Bedienen dieser Anlagen als vielmehr durch zusätzliche Arbeiten, zum Beispiel beim Zuschnitt von Leisten oder ähnlichen Teilen an Kreissägen. Bei der Fertigung von Holzfenstern entstehen, neben den mechanischen Gefahren, zusätzliche Gefährdungen durch den Werkstoff: Stäube von Harthölzern sind als krebserzeugend eingestuft und müssen daher effektiv erfasst und abgesaugt werden. Hauptbestandteil des Fensters ist Glas, das auch den höchsten Anteil zum Gewicht des Fensters beisteuert. Die Glasscheiben werden entweder bereits beim Hersteller eingesetzt oder erst auf der Baustelle. Das hängt von der Größe der Bauteile und den Lastgewichten ab. Das Gewicht eines Fensters mit Mehrfachverglasung liegt deutlich über 30 Kilogramm pro Quadratmeter. Eine Balkonschiebetür von 2 x 2 Metern bringt es bei einer Dreifach-Verglasung bereits auf 170 Kilogramm. Nach den Erfahrungen des Sachgebietes „Holzbe- und -verarbeitung der BGHM“ entsprechen leider nicht alle Anlagen mit CE-Zeichen den Anforderungen der Maschinenrichtlinie. Vor allem die Schnittstellen, an denen Mitarbeiter manuell in die Abläufe eingreifen, um Teile zu platzieren, für den nächsten Bearbeitungsschritt vorzubereiten oder Störungen zu beseitigen, weisen häufig Gefahrstellen auf. Eine Überprüfung durch die Spezialisten des genannten Sachgebietes kann diese Sicherheitslücken schließen. Bewegen, transportieren, sichern Ohne Glasscheiben sind die Gewichte der Rahmen für Fenster, Türen und teilweise sogar Fassadenelemente noch in einem Bereich, der ein manuelles Handling in der Fertigung zulässt. Höhenverstellbare Montagegestelle ermöglichen dabei für eine bequeme Arbeitshaltung. Beim Heben und Tragen kommt es auf die richtige Technik an, um einer Schädigung der Wirbelsäule vorzubeugen. Gegen Verletzungen an Händen und Füßen schützen Schutzhandschuhe und Sicherheitsschuhe. Während für den Transport kleinerer Glasscheiben Vakuumhandsauger zur Verfügung stehen, benötigt man für große Scheiben Manipulatoren, die mittels Vakuumtechnik die Scheiben aufnehmen und in jede erforderliche Lage drehen und schwenken können. Vakuumheber können auch als Lastaufnahmemittel für den Transport von Glasscheiben mit dem Kran eingesetzt werden. Zudem gibt es Glasmontagegeräte, die von Hand bewegt oder mit eigenem Antrieb Glas in jeder beliebigen Lage positionieren. Um das Tragen größerer Lasten zu vermeiden, kommen beispielsweise auch Transportgestelle mit Rollen zum Einsatz, auf denen mehrere Fenster oder Glasscheiben für die weitere Verwendung bereitgestellt werden. Gefährlich kann es für den Mitarbeiter werden, wenn die Ladung verrutscht und ins Kippen gerät. Dann überschätzen Mitarbeiter häufig ihre Kräfte und glauben die Last auffangen zu können – schlimmstenfalls ein tödlicher Irrtum. Um größere Fenster sicher heben und tragen zu können, haben sich Tragehilfen bewährt. Das sind Trageschlaufen, -haken oder auch -netze, die einen sicheren Zugriff ermöglichen. Kaum ein anderer Werkstoff vermittelt seine Zerbrechlichkeit intensiver als Glas. Daher ist ein sicherer Transport immer mit einer optimalen Ladungssicherung verbunden. Das gilt im Betrieb genauso wie auf dem Weg zur Baustelle. Dieser erfolgt, je nach Menge und Größe der Teile im Lkw, auf speziellen Anhängern oder auch in außen am Fahrzeug angebrachten Gestellen. Beim Sichern der Ladung ist darauf zu achten, dass möglichst jede Einheit einzeln gesichert wird, um einen „Dominoeffekt“ beim Entladen zu verhindern. Die Verantwortung für den sicheren Transport tragen Auftraggeber, Verlader, Fahrer und Fahrzeughalter.
Auf Baustellen gibt es häufig mangelhaft abgesicherte Bereiche, zum Beispiel Treppen ohne Geländer oder nicht gesicherte Bodenöffnungen, sodass bei vielen Tätigkeiten Absturzgefahr besteht. Eine systematische Ermittlung der örtlichen Gegebenheiten im Hinblick auf die möglichen Gefährdungen für die Mitarbeiter sorgt für sichere Arbeitsbedingungen vor Ort. Hierbei sind auch Absprachen mit den anderen Gewerken auf der Baustelle notwendig, um kollektive Schutzmaßnahmen, zum Beispiel ein Gerüst, gemeinsam nutzen zu können. Die Ergebnisse sind zu dokumentieren. Die Verantwortung für die Arbeitssicherheit liegt dabei bei den Vorgesetzten und jedes Unternehmen ist für die eigenen Mitarbeiter verantwortlich. Der Transport von „normal“ dimensionierten Fenstern vom Fahrzeug zur Montagestelle erfolgt in den meisten Fällen von Hand. Die Belastung des Muskel- und Skelettsystems der Mitarbeiter hängt vom Lastgewicht, der Trage- und Haltezeit, der Körperhaltung und den Ausführungsbedingungen ab. Die in Paketen angelieferten Fenster werden vereinzelt und durch das Treppenhaus an die Einbaustelle gebracht. Bereits beim Lösen der Ladungssicherung kommt es immer wieder zu Unfällen, wenn die Ladung plötzlich ins Kippen gerät. Bleibt die Frage, ob es zum Handtransport in diesen Situationen auch eine praktikable Alternative gibt. In bestimmten Objekten ist selbst dieser „einfache“ Weg versperrt, da die Form der Bautreppen das Tragen über diese Treppenkonstruktion unmöglich macht. Dann müssen andere Wege gefunden werden, die am besten bereits im Rahmen der vorausgehenden Gefährdungsbeurteilung ermittelt werden. Großflächige Fenster oder auch Fassadenelemente sind für den Handtransport grundsätzlich zu schwer und auch zu sperrig. Deshalb müssen sie von außen an die Montagestelle herangebracht werden, in der Regel mit einem Kran oder auch einem Materialaufzug. Das Gerüst erweist sich dabei leider oft als hinderlich, da der Abstand zur Gebäudewand nicht mehr als 30 Zentimeter betragen darf und zudem die Verankerungen des Gerüstes im Wege sein können. Damit das Positionieren der Fenster oder Elemente überhaupt möglich wird, bleibt den Fensterbauern nichts anderes übrig, als das Gerüst da, wo es stört, zumindest teilweise abzumontieren. Damit greifen sie aber in die Stabilität und sichere Funktion des Gerüstes ein und erhöhen die Einsturz- und Absturzgefahr. Ohne Ersatzmaßnahmen, die diese Sicherheitslücken wieder schließen, ist dies nicht zulässig. Muss zum Beispiel der Seitenschutz am Gerüst entfernt werden, darf an der Stelle nur mit Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) gegen Absturz gearbeitet werden. Unternehmer und Vorgesetzte setzen sich zudem dem Vorwurf des Organisationsverschuldens aus. Bauliche Veränderungen am Gerüst sollten mit dem Gerüstbauer abgesprochen und von ihm vorgenommen werden. Eine schriftliche Vereinbarung sorgt für Rechtssicherheit. Das entbindet aber den Fensterbauer nicht, sich selbst vom ordnungsgemäßen Zustand des Gerüstes zu überzeugen, schließlich sind es seine Mitarbeiter, die es für ihre Tätigkeiten nutzen. Eine gemeinsame Abnahme mit Prüfprotokoll dokumentiert den ordnungsgemäßen Zustand. Wichtig sind in jedem Fall Absprachen der beteiligten Gewerke. Auch beim Einbau der Fenster und anderer Glaselemente treten durch die Gewichte der Teile Probleme auf. Das exakte Einpassen und Ausrichten erfordert Haltekräfte, die das Leistungsvermögen des Menschen übersteigen. Für Abhilfe können in dieser Situation Montagegeräte und Einsetzhilfen sorgen, die durch Vakuumkräfte die Teile aufnehmen und positionieren bis sie durch die entsprechenden Befestigungen fixiert sind. Doch auch diese müssen zuerst an die Montagestelle gebracht werden. Ohne Kran oder andere technische Hilfsmittel ist dies jedoch nicht zu bewerkstelligen. Auch beim Einsetzen, Fixieren und Ausschäumen der Fenster besteht Absturzgefahr. Wenn das Gebäude mit einem Gerüst versehen ist, verhindert dieses den Absturz. Ansonsten müssen die Mitarbeiter PSA gegen Absturz tragen. Die dazu erforderlichen Anschlagpunkte können, falls nicht vorhanden, durch entsprechende zusätzliche Einrichtungen (Sekuranten) geschaffen werden. Auch mit Gefahrstoffen kommen Fensterbauer in Berührung, sowohl in der Fertigung als auch beim Einbau auf der Baustelle. So werden Holzfenster lackiert, um sie vor Witterungseinflüssen zu schützen. Hierbei sind die Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Lacken und Lösemitteln einzuhalten. Montageschäume auf PU-Basis enthalten Isocyanate, die für ihre sensibilisierende Wirkung bekannt sind. Zudem besteht bei MDI-haltigen Schäumen der Verdacht auf eine krebserzeugende Wirkung. Der Umgang ist so zu organisieren, dass kein direkter Hautkontakt stattfindet und das Minimierungsgebot hinsichtlich einer Exposition eingehalten wird. Peter Hackenberg, BGHM
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