Source: http://www.viavia.ch/ratgeber/pmwiki.php?n=Arbeitsrecht.Schwangerschaft-Mutterschaft
Timestamp: 2013-05-23 03:42:01
Document Index: 338112113

Matched Legal Cases: ['Art.35', 'Art. 35', 'Art. 35', 'Art. 36', 'Art. 336', 'Art. 3', 'Art. 60', 'Art. 61', 'Art. 335']

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Inhalt (hide) 1. Gesetzliche Grundlagen 2. Arbeitszeit 2.1 �berstunden: 2.2 Abend- und Nachtarbeit 3. Familienpflichten und Arbeit 4. K�ndigung 4.1 K�ndigungsschutz 4.2 Schwanger w�hrend der K�ndigungsfrist 4.3 Wenn Sie selber k�ndigen wollen 5. Nach der Geburt 5.1 Mutterschaftsurlaub 5.2 Wer hat Anspruch? 5.3 Wie wird gerechnet? 5.4 Woher kommt das Geld? 6. Schwanger und arbeitslos 7. Schwere Arbeit 7.1 Stehende Arbeit 7.2 Gef�hrliche oder beschwerliche Arbeit 8. Stellenbewerbung 9. Stillen 9.1 Bezahlte Stillzeit? 9.2 Forumsbeitr�ge
Arbeitsgesetz Art.35 Gesundheitsschutz bei Mutterschaft
Arbeitsgesetz Art. 35a: Besch�ftigung bei Mutterschaft
Arbeitsgesetz Art. 35b Ersatzarbeit und Lohnfortzahlung bei Mutterschaft
Arbeitsgesetz Art. 36: Arbeitnehmer mit Familienpflichten
OR Art. 336c 121, K�ndigung zur Unzeit
Gleichstellungsgesetz (GlG) Art. 3 Diskriminierungsverbot
Arbeitsgesetz Verordnung 1, Art. 60 Arbeitszeit und Stillzeit bei Schwangerschaft und Mutterschaft
Arbeitsgesetz Verordnung 1, Art. 61 Besch�ftigungserleichterung
Allgemein: Schwangere und Stillende d�rfen nicht mehr als neun Stunden t�glich arbeiten. Schwangere und Stillenden d�rfen nur mit ihrem Einverst�ndnis besch�ftigt werden. Schwangere d�rfen die Arbeit auf blosse Anzeige hin verlassen oder ihr fernbleiben. 2.1 �berstunden:
Seit 01.08.00 gilt das neue ArG. Zuvor waren �berstunden f�r Schwangere verboten. Dieser Schutz f�llt nun weg. Allerdings k�nnen Sie sich auf die zuvor genannten Grunds�tze berufen. 2.2 Abend- und Nachtarbeit
Neu kann jeder Betrieb ohne Bewilligung eine Abendarbeitszeit bis um 23h einf�hren. F�r die Abendarbeitszeit gibt es keine Zuschl�ge! Nachtarbeit und damit das Recht auf 10% Freizeitkompensation bzw. 25% Zuschlag gibt es erst nach 23 Uhr. Einziger Schutz f�r Schwangere: ab dem 8. Monat d�rfen Sie nur noch in der Tagesarbeitszeit (bis 6–20 h) besch�ftigt werden. Wichtig: Wenn der Arbeitgeber Ihnen in den letzten beiden Schwangerschaftsmonaten keine Arbeit w�hrend der Tagesarbeitszeit zuteilen kann, k�nnen Sie zu Hause bleiben. Der Arbeitgeber schuldet Ihnen aber nur 80% des Grundlohnes.
3. Familienpflichten und Arbeit
Arbeitnehmer/innen mit Familienpflichten haben besondere Rechte: bei einem kranken Kind unter 15 Jahren muss der Arbeitgeber die zur Betreuung n�tige Zeit (max. drei Tage pro Fall) freigeben, falls Sie die Krankheit des Kindes mit einem Arztzeugnis belegen k�nnen. beim Festlegen der Arbeitszeiten und beim Verordnen von �berzeitarbeit ist auf die Familienpflichten R�cksicht zu nehmen. Arbeitgeber/innen mit Familienpflichten k�nnen eine Mittagspause von mindestens 1 1/2 Stunden verlangen.
W�hrend der Probezeit (maximal 3 Monate nach OR Art. 335) gilt der spezielle K�ndigungsschutz f�r Schwangere nicht! 4.1 K�ndigungsschutz
w�hrend der ganzen Schwangerschaft und bis 16 Wochen nach der Geburt darf Ihnen auf keinen Fall gek�ndet werden! Oft werden Schwangere gedr�ngt, selber zu k�ndigen. Auch wenn Sie nach der Geburt nicht mehr arbeiten m�chten, sollten Sie sich nicht dr�ngen lassen und erst nach der Geburt k�ndigen. 4.2 Schwanger w�hrend der K�ndigungsfrist
wenn Ihnen gek�ndigt wurde und Sie w�hrend der K�ndigungsfrist schwanger werden, bleibt die K�ndigung g�ltig. Die K�ndigungsfrist wird aber unterbrochen und l�uft erst 16 Wochen nach der Geburt wieder weiter. Diese Sperrfrist kann nicht umgangen werden. Sie k�nnen nicht auf diese Verl�ngerung verzichten und sich beim Arbeitsamt anmelden. Das Arbeitsamt w�rde Ihnen in diesem Fall keine Taggelder ausbezahlen. 4.3 Wenn Sie selber k�ndigen wollen
K�ndigen Sie erst nach der Geburt. W�hrend der ersten 16 Wochen nach der Geburt m�ssen Sie nicht zur Arbeit zur�ck. D.h. auch mit einer dreimonatigen K�ndigungsfrist besteht kein Risiko, dass Sie nochmals zur Arbeit antreten m�ssten.
5.1 Mutterschaftsurlaub Als letztes europ�isches Land hat die Schweiz seit 1.7.2005 eine Mutterschaftsversicherung. W�hrend 14 Wochen (98 Tagen) wird 80% des Lohns ausbezahlt. Wenn in einer Branche ein Gesamtarbeitsvertrag (GAV) gilt, der einen besseren Mutterschaftsurlaub vorschreibt ( z.B. im Gastgewerbe) gilt die Regelung des GAV’s. 5.2 Wer hat Anspruch? AHV-versicherte Arbeitnehmerinnen, Selbst�ndigerwerbende, im Betrieb des Ehemannes, der Familie oder des Konkubinatspartners Mitarbeitende, versicherte Arbeitslose, wegen Krankheit, Unfall oder Invalidit�t Arbeitsunf�hige. Wenn die Mutter vor Ablauf der 14 Wochen wieder zu arbeiten beginnt (auch nur teilweise), erl�scht der Anspruch auf Taggeld ganz. 5.3 Wie wird gerechnet? Der maximale Anspruch sind 98 Taggelder zu Fr. 172.- (entspricht einem Monatslohn von Fr. 6.450.-). Ein Beispiel: Bruttolohn vor Geburt:Fr. 5.250.-
geteilt durch 30 =Fr. 175.-
davon 80% =Fr. 140.-
Anspruch: max 98 malFr. 140.-
5.4 Woher kommt das Geld? Der Arbeitgeber bezahlt die Lohnfortzahlung an die Arbeitnehmerin und bekommt seinerseits von der kantonalen Ausgleichskasse das Geld ausbezahlt - so wie bei den Kinderzulagen. Wenn die Auszahlung nicht �ber den Arbeitgeber m�glich ist, kann das Taggeld direkt an die Mutter ausbezahlt werden.
Ausf�hrliche Informationen findest Du auf der Webpage der AHV (EO, also: Erwerbsersatzordnung): www.ahv.ch/Home-D/EO/eo.html
6. Schwanger und arbeitslos
Schwangere Arbeitslose m�ssen bis zwei Monate vor der Geburt aktiv eine neue Stelle suchen. Sie m�ssen mit einem Arztzeugnis beweisen, dass sie eine Arbeit annehmen k�nnten. W�hrend der 2 Jahre Rahmenfrist stehen insgesamt 44 Taggelder (maximal 30 Tage am St�ck) f�r Krankheit und Schwangerschaft zur Verf�gung. Nach der Niederkunft haben Arbeitslose Anrecht auf den gesetzlichen 14-w�chigen Mutterschaftsurlaub (AHV/EO). Diese Taggelder werden aber nicht von der Arbeitslosenversicherung sondern �ber die AHV-Ausgleichskasse ausbezahlt. Die Frau muss sich selber bei der Ausgleichskasse anmelden! Die Antragsformulare f�r die Entsch�digung sind hier als pdf-Dokument zum Runterladen bereit.
Mehr zum Thema Mutterschaftsversicherung Adressen:
AHV-Ausgleichskasse Basel-Stadt
Wettsteinplatz 1, 4021 Basel, Tel. 061 685 22 22
AHV-Ausgleichskasse Baselland
Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Tel. 061 425 25 25 Mehr zum Thema Arbeitslosigkeit finden Sie unter der Rubrik “Arbeitslosenversicherung”.
7. Schwere Arbeit
7.1 Stehende Arbeit
Bei vorwiegend stehender Arbeit haben Sie ab dem vierten Monat Anrecht auf zus�tzliche Pausen. Ab dem sechsten Monat d�rfen Sie nicht mehr als vier Stunden t�glich stehend arbeiten. 7.2 Gef�hrliche oder beschwerliche Arbeit
Der Arbeitgeber muss sicherstellen, dass bei der Arbeit keine Gefahr f�r Mutter und Kind besteht. D.h. beispielsweise keine Arbeit unter Einwirkung von Hitze, K�lte, Ersch�tterungen, sch�dlichen Stoffe, Strahlen, oder L�rm, keine schweren Lasten. Wichtig: auch bei stehender, gef�hrlicher oder beschwerlicher Arbeit gilt: wenn der Arbeitgeber die Vorschriften nicht einhalten kann, ist er Ihnen 80% des Grundlohnes schuldig.
Hier finden Sie die Mutterschutzverordnung als pdf-Datei
8. Stellenbewerbung
Bei der Stellenbewerbung m�ssen Sie auf die Frage ob Sie schwanger sind, nur dann wahrheitsgem�ss antworten, wenn eine Schwangerschaft Sie f�r die Arbeit ungeeignet machen w�rde (z.B. T�nzerin, Fotomodell oder k�rperlich sehr anstrengende Arbeit). Das Gleichstellungsgesetz (GlG) verbietet ausdr�cklich eine Benachteiligung bei der Anstellung aufgrund einer Schwangerschaft. Mehr zum Thema Gleichstellung finden Sie unter der Rubrik “Gleichstellungsgesetz”
Im ersten Lebensjahr des Kindes darf die Mutter die f�r das Stillen notwendige Zeit von der Arbeit fernbleiben. Auch f�r Stillende gilt: es muss keine gef�hrliche oder beschwerliche Arbeit gemacht werden. Wenn der Arbeitgeber keine gleichwertige Ersatzarbeit anbieten kann, muss er Ihnen 80% des Grundlohns bezahlen. 9.1 Bezahlte Stillzeit? Wenn Sie Ihr Kind im Betrieb stillen, dann gilt im ersten Lebensjahr das Stillen als Arbeitszeit. Wenn Sie das Kind ausserhalb des Betriebs stillen, dann gilt die H�lfte der Zeit als Arbeitszeit. Die kantonalen Stillgelder sind in Basel weggespart worden.
9.2 Forumsbeitr�ge
top Zuletzt geändert am 11.03.2007 17:33 Uhr