Source: https://www.betriebsrat.com/br-forum/46369/wie-viele-tage-am-stueck-darf-gearbeitet-werden
Timestamp: 2020-07-14 03:33:44
Document Index: 3618568

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 12', '§ 12', '§ 11', '§ 11', '§ 87']

BR-Forum: Wie viele Tage am Stück darf gearbeitet werden | W.A.F.
Wie viele Tage am Stück darf gearbeitet werden?
Gibt es dazu eine Eindeutige Regelung, bzw Präzedenzfälle oder Urteile?
Erstellt am 22.03.2011	um 12:10 Uhr von brLicher
Erstellt am 22.03.2011	um 12:31 Uhr von galaxy
@brlichter
Samstag	1	Frei	Ausgleich für den 09.
Sonntag	2	Frei
Montag	3	Frei	Ausgleich für den 16.
Dienstag	4	Arbeiten	1 AT
Mittwoch	5	Arbeiten	2 AT
Donnerst	6	Arbeiten	3 AT
Freitag	7	Arbeiten	4 AT
Samstag	8	Arbeiten	5 AT
Sonntag	9	Arbeiten	6 AT
Montag	10	Arbeiten	7 AT
Dienstag	11	Arbeiten	8 AT
Mittwoch	12	Arbeiten	9 AT
Donnerst	13	Arbeiten	10 AT
Freitag	14	Arbeiten	11 AT
Samstag	15	Arbeiten	12 AT
Sonntag	16	Arbeiten	13 AT
Montag	17	Arbeiten	14 AT
Dienstag	18	Arbeiten	15 AT
Mittwoch	19	Arbeiten	16 AT
Donnerst	20	Arbeiten	17 AT
Freitag	21	Arbeiten	18 AT
Samstag	22	Arbeiten	19 AT
Sonntag	23	Arbeiten	20 AT
Montag	24	Arbeiten	21 AT
Dienstag	25	Arbeiten	22 AT
Mittwoch	26	Arbeiten	23 AT
Donnerst	27	Arbeiten	24 AT
Freitag	28	Arbeiten	25 AT
Samstag	29	Arbeiten	26 AT
Sonntag	30	Arbeiten	27 AT
Montag	31	Arbeiten	28 AT
Dienstag	32	Arbeiten	29 AT
Mittwoch	33	Arbeiten	30 AT
Donnerst	34	Arbeiten	31 AT
Freitag	35	Arbeiten	32 AT
Samstag	36	Frei	Ausgleich für den 23.
Sonntag	37	Frei
Montag	38	Frei	Ausgleich für den 30.
Erstellt am 22.03.2011	um 12:58 Uhr von Angie
ein Ersatzruhetag kann nicht im "VORHINEIN" gegeben werden.
Wenn jemand am Montag anfängt zu arbeiten und dann einschließlich der nächsten 2 Sonntage durcharbeitet, tritt die Verpflichtung zur Gewährung des Ersatzruhetages erst nach dem 1. Sonntag auf. Somit sind im Extremfall auch 19 Arbeitstage in Folge möglich.
Erstellt am 22.03.2011	um 13:14 Uhr von galaxy
>Wenn jemand am Montag anfängt zu arbeiten und dann einschließlich der nächsten 2 Sonntage durcharbeitet, tritt die Verpflichtung zur Gewährung des Ersatzruhetages erst nach dem 1. Sonntag auf. Somit sind im Extremfall auch 19 Arbeitstage in Folge möglich.
Womit kannst du dieses belegen?
Aus dem ArbZG kann ich nicht herauslesen, dass "Verpflichtung zur Gewährung des Ersatzruhetages erst nach dem 1. Sonntag" eintritt.
Das bedeutet nicht, dass ich mit der von mir erwähnten Auslegung dacor gehe.
Erstellt am 22.03.2011	um 13:45 Uhr von Maria
Ich muss galaxy Recht geben. Ich war auf einem DGB NRW-Seminar zum Thema "ArbeitszeitG und Dienstplangestaltung in Krankenhäusern, Altenheimen, etc." in dem genau dieser Fall behandelt wurde.
Dort wurden nach § 11 Abs. 3 ArbZG auch 32 Tage am Stück rechnerisch als Möglichkeit errechnet.
Erstellt am 22.03.2011	um 15:02 Uhr von Lotte
Maria, galaxy,
ich behaupte aber auch regelmäßig, dass Ersatzurlaubstage nur im Nachhinein gewährt werden können. Ich lehne mich dabei an den Umgang mit Urlaub, der ja auch nicht im Vorneherein gewährt werden darf und an den Grund der Entstehung des ArbZG: einen Arbeitsschutz zu bieten. Der würde mit der Vorgewährung m. E. ad absurdum geführt.
Erstellt am 22.03.2011	um 15:27 Uhr von galaxy
deine Argumentation ist durchaus schlüssig, aber ein "Ersatzruhetag" ist nun mal KEIN Urlaubstag. Meines Wissens nach hat bis jetzt aber auch noch niemand versucht, auf dem Klageweg durch alle Instanzen feststellen zu lassen, ob 32 Tage arbeiten am Stück rechtmäßig sind oder nicht. Mir ist auch kein Betrieb bekannt, der dieses so praktiziert, die 32 Tage "geistern" mal mehr und mal weniger durch die Foren, mir ist durchaus aus der Pflege bekannt, dass dort versucht wird, AN schon mal zwischen 13 - 19 Tagen durchgängig arbeiten zu lassen. Und 19 Tage lassen sich auch ohne "Gewährung im vorhinein" realisieren und auch dieses ist für mich NICHT mit Arbeitsschutz kompatibel aber leider rechtmäßig.
Erstellt am 22.03.2011	um 19:10 Uhr von wölfchen
. . . man sollte auch mal in einen Kommentar zum ArbZG hineinschauen - und da wird eine Abgeltung des Ausgleichstages im Voraus verneint, weil damit der Schutzzweck dieses Paragrafen ausgehebelt würde, wie uns ja hier einige am praktischen Beispiel vorrechnen . . .
Erstellt am 22.03.2011	um 20:34 Uhr von Kölner
Ich habe auch in einen Kommentar hineingesehen und mitgeteilt bekommen, dass es einen § 12 Abs 2 ArbZG gibt...und da ist - gerade in Saisonbetrieben - alles möglich.
Demnach: galaxy hat aus meiner Sicht recht!
Erstellt am 22.03.2011	um 20:58 Uhr von wölfchen
. . . seltsam - ich schaue gerade auf den § 12 Abs 2 ArbZG :
. . . In einem Tarifvertrag oder auf Grund eines Tarifvertrags in einer Betriebs- oder Dienstvereinbarung kann zugelassen werden,
2. abweichend von § 11 Abs. 3 den Wegfall von Ersatzruhetagen für auf Werktage fallende Feiertage zu vereinbaren oder Arbeitnehmer innerhalb eines festzulegenden Ausgleichszeitraums beschäftigungsfrei zu stellen . . .
da lese ich nix von Saisonbetrieben und Ausgleich für Sonntage, der entfallen kann, sondern von tarifvertraglich möglichem Wegfall von Ersatzruhetagen für Feiertage und die standen hier doch nicht zur Debatte . . .
Erstellt am 22.03.2011	um 21:28 Uhr von Kölner
Dann lies mal den da zugehörigen Kommentar (z.B. Baeck/Deutsch).
Es gibt kein Urteil, dass dies nicht möglich ist...
Erstellt am 22.03.2011	um 22:13 Uhr von Lotte
als BRM würde ich diese Debatte lieber von der anderen Seite angehen. Wie Galaxy schon sagt: Auch 19 Tage sind schon jenseits von Arbeitsschutz.
Erstellt am 22.03.2011	um 23:00 Uhr von Immie
Der Ersatzruhetag im Sinne des § 11 Abs. 3 Satz 1 bezieht sich auf die Werktage. Demgemäß sind Sonn- und Feiertage hier nicht anrechenbar.
Der Samstag kann als Ersatzruhetag herangezogen werden.
Ein vorher festgelegter Ersatzruhetag entfällt nicht, wenn die Arbeitnehmerin bzw. der Arbeitnehmer an diesem Tag unerwartet erkrankt.
"Eine Gewährung des Ersatzruhetages im Vorgriff ist zulässig."
http://www.arbeitszeitberatung.de/06_publikationen/pdf/info-box/Runderlass_ArbZG_MWA_NRW.pdf
Erstellt am 23.03.2011	um 10:32 Uhr von wölfchen
. . . wie immer: so viele Gesetze es gbt, so viele verschiedene Auslegungen gibt es auch dazu. Da wir jedoch Betriebsräte sind und nicht die Interessen der Arbeitgeber vertreten, sondern die der Arbeitnehmer sollten wir uns nicht an dem orientieren, was laut arbeitgeberfreundlichen Kommentaren exzessiv möglich ist, sondern lieber daran, was die gewerkschaftsnahen Kommentare hergeben und da ist für mich der Kommentar von Buschmann/Ulber vom BUND-Verlag maßgebender, als alle anderen juristischen Spitzfindigkeiten.
Natürlich bestätigen Ausnahmen immer die Regel. Ein Spargelstecher, der nur in dieser Saison die Möglichkeit hat, Kohle zu verdienen, dem wird vielleicht die Sonntagsruhe genauso wichtig sein, wie die Wasserstandsmeldungen und Tauchtiefen der Elbschiffahrt . . . ;-)
Erstellt am 23.03.2011	um 12:15 Uhr von Kölner
Es war aber doch gar nicht gefragt, was erstrebenswert oder durch einen BR toleriert werden soll. Du hast Dich hier sehr monokausal geäußert. Ich meine, das man eben nicht alles andere ausblenden sollte und habe nur das machbare (galaxy sei Dank!) bestätigt.
Ob ein BR sich mit § 87 Abs. 1 Nr. 2, 3 BetrVG weiterhilft, das ArbZG anders deutet, sich nur einen einzigen gewerkschaftsdienlichen Kommentar zu Nutze macht (was angesichts so mancher gewerkschaftsnaher Kommentare [Stichwort: TVöD] fatal sein könnte) oder nicht, das ist doch eine ganz andere Frage.
Dein Appell 'an die AN zu denken' halte ich dem Grunde nach (auch in dieser Sache) für richtig; wenngleich dies auch nicht immer (!) zielführend sein wird. Das ist dann das Los eines 'Kämpfers für die AN', welches dann nicht immer deckungsgleich zu verstehen ist mit dem 'Kampf für die Sache'!
Wie viele Tage ununterbrochen darf man arbeiten