Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BAG_19_01_2010_3_AZR_191_08_Regelungsgehalt_und_Anwendungsbe-d3961110.html
Timestamp: 2016-12-11 12:05:51
Document Index: 76068404

Matched Legal Cases: ['Art. 229', '§ 6', 'Art. 229', '§ 6', '§ 195', '§ 195', '§ 199', '§ 202', '§ 212', '§ 225', '§ 242', 'Art. 229', '§ 5', 'Art. 229', '§ 6', '§ 688', 'Art. 229', '§ 6', 'Art. 229', '§ 6', 'Art. 229', '§ 5', 'Art. 229', '§ 6', 'Art. 229', '§ 6', 'Art. 229', '§ 5', 'Art. 229', '§ 5', 'Art. 229', '§ 6', 'Art. 229', '§ 6', 'Art. 229', '§ 5', 'Art. 229', '§ 6']

BAG, 19.01.2010 - 3 AZR 191/08 - Regelungsgehalt und Anwendungsbereich des Art. 229 § 6 Einführungsgesetz zum BGB (EGBGB); Verzicht auf die Verjährungseinrede bei Arbeitgeberdarlehen | Urteile auf anwalt24.de
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BAG, 19.01.2010 - 3 AZR 191/08 - Regelungsgehalt und Anwendungsbereich des Art. 229 § 6 Einführungsgesetz zum BGB (EGBGB); Verzicht auf die Verjährungseinrede bei Arbeitgeberdarlehen
BundesarbeitsgerichtUrt. v. 19.01.2010, Az.: 3 AZR 191/08Gericht: BAGEntscheidungsform: UrteilDatum: 19.01.2010Referenz: JurionRS 2010, 14938Aktenzeichen: 3 AZR 191/08 Verfahrensgang:vorgehend:LAG Hamm - 15.01.2008 - AZ: 19 Sa 1398/07ArbG Hamm - 12.07.2007 - AZ: 4 Ca 399/07Rechtsgrundlagen:§ 195 BGB§ 195 BGB a.F.§ 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB§ 202 BGB§ 212 BGB§ 225 BGB a.F.§ 242 BGBArt. 229 § 5 EGBGBArt. 229 § 6 EGBGB§ 688 Abs. 2 Nr. 3 ZPOFundstellen:BAGE 133, 90 - 100ArbR 2010, 245AuR 2010, 272AUR 2010, 272BB 2010, 1276BB 2010, 1735-1736DStR 2010, 13EzA-SD 10/2010, 6-7MDR 2010, 797-798NZA 2011, 520-523NZA-RR 2010, 5RdW 2010, 416-417Orientierungssatz:1. Die Übergangsvorschrift des Art. 229 § 6 EGBGB dient der Klarstellung, welche Fristen auf bei Inkrafttreten der Neuregelung bereits entstandene, jedoch noch nicht verjährte Ansprüche Anwendung finden, wann der Lauf der Fristen beginnt und auf welche Weise der Fristablauf unterbrochen oder gehemmt werden kann. Für diesen Anwendungsbereich stellt Art. 229 § 6 EGBGB im Verhältnis zu Art. 229 § 5 EGBGB, der eine allgemeine Überleitungsvorschrift zum Schuldrechtsmodernisierungsgesetz enthält, die speziellere Überleitungsvorschrift dar (Leitsatz 1).2. Weder dem Gesetzeswortlaut noch den Gesetzesmaterialien ist zu entnehmen, dass Art. 229 § 6 EGBGB sich auch auf die Kontrolle von Vereinbarungen über die Verjährung erstrecken sollte. Art. 229 § 6 EGBGB findet demnach keine Anwendung auf Vorschriften, die die Erleichterung oder Erschwerung der Verjährung oder den Verzicht auf die Einrede der Verjährung betreffen (teilweise Leitsatz 2).3. Nach welchem Recht sich die Wirksamkeit einer einzelvertraglichen Vereinbarung über den Verzicht auf die Einrede der Verjährung richtet, ergibt sich aus Art. 229 § 5 EGBGB. Auf Ansprüche aus einem Dauerschuldverhältnis, die vor dem 1. Januar 2003 zu erfüllen waren, ist das Bürgerliche Gesetzbuch in seiner bis zum 31. Dezember 2001 geltenden Fassung weiterhin anzuwenden. Insoweit trifft der Sinn von Art. 229 § 5 Satz 2 EGBGB, das Bürgerliche Gesetzbuch in seiner Fassung durch das Schuldrechtsmodernisierungsgesetz auf zuvor begründete Dauerschuldverhältnisse anwendbar zu machen und den Parteien die Möglichkeit zur Anpassung der laufenden Pflichten aus einem Dauerschuldverhältnis auf die am 1. Januar 2002 in Kraft getretene Änderung des BGB einzuräumen, nicht zu.Amtlicher Leitsatz:1. Die Übergangsvorschrift des Art. 229 § 6 EGBGB dient der Klarstellung, welche Fristen auf bei Inkrafttreten der Neuregelung bereits entstandene, jedoch noch nicht verjährte Ansprüche Anwendung finden, wann der Lauf der Fristen beginnt und auf welche Weise der Fristablauf unterbrochen oder gehemmt werden kann. Für diesen Anwendungsbereich stellt Art. 229 § 6 EGBGB im Verhältnis zu Art. 229 § 5 EGBGB, der eine allgemeine Überleitungsvorschrift zum Schuldrechtsmodernisierungsgesetz enthält, die speziellere Überleitungsvorschrift dar.2. Art. 229 § 6 EGBGB findet keine Anwendung auf Vorschriften, die die Erleichterung oder Erschwerung der Verjährung oder den Verzicht auf die Einrede der Verjährung betreffen.In SachenBeklagter, Berufungskläger und Revisionskläger,pp.Klägerin, Berufungsbeklagte und Revisionsbeklagte,hat der Dritte Senat des Bundesarbeitsgerichts aufgrund der mündlichen Verhandlung vom 19. Januar 2010 durch den Vorsitzenden Richter am Bundesarbeitsgericht Dr. Reinecke, den Richter am Bundesarbeitsgericht Dr. Zwanziger, die Richterin am Bundesarbeitsgericht Dr. Schlewing sowie die ehrenamtlichen Richter Oberhofer und Dr. Schmidt für Recht erkannt:Tenor:1. Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Landesarbeitsgerichts Hamm vom 15. Januar 2008 - 19 Sa 1398/07 - aufgehoben.2. Auf die Berufung des Beklagten wird das Urteil des Arbeitsgerichts Hamm vom 12. Juli 2007 - 4 Ca 399/07 - abgeändert.3. Die Klage wird abgewiesen.4. Die Klägerin hat die Kosten des Rechtsstreits zu tragen.Von Rechts wegen!