Source: http://m.hensche.de/Arbeitsrecht_Urteile_Geltendmachung_Wiedereinstellungsanspruchs_Arbeitsrecht_Urteile_Geltendmachung_eines_Wiedereinstellungsanspruchs_Saechsisches_Landesarbeitsgericht_3_Sa_232_14.html
Timestamp: 2017-05-25 14:15:07
Document Index: 226867740

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 1', '§ 10', '§ 280', '§ 64', '§ 611', '§ 894', '§ 615', '§ 326', '§ 615', '§ 615', '§ 615', '§ 326', '§ 615', '§ 615', '§ 615', '§ 615', '§ 326', '§ 184', '§ 184', '§ 275', '§ 311', '§ 326', '§ 275', '§ 326', '§ 275', '§ 10', '§ 276', '§ 1', '§ 305', '§ 276', '§ 326', '§ 326', '§ 326', '§ 31', '§ 31', '§ 9', '§ 31', '§ 31', '§ 31', '§ 291', '§ 288', '§ 145', '§ 291', '§ 286', '§ 326', '§ 615', '§ 280', '§ 894', '§ 92', '§ 72']

HENSCHE Arbeitsrecht: 3 Sa 232/14
Wiedereinstellung, Wiedereinstellung: Zusage
Arbeitsgericht Leipzig, Urteil vom 28.03.2014, 10 Ca 4142/12
hat das Säch­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt - Kam­mer 3 - durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt ... als Vor­sit­zen­den und die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Frau ... und Herrn ... auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 28. No­vem­ber 2014
1. Auf die Be­ru­fung der Be­klag­ten wird das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Leip­zig vom 28.03.2014 – 10 Ca 4142/12 – un­ter Zurück­wei­sung der Be­ru­fung im Übri­gen be­tref­fend den Aus­spruch un­ter den Zif­fern 45 und 46 so­wie be­tref­fend den Zins­aus­spruch un­ter den übri­gen Zif­fern ab­geändert.
Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger Vergütung für die Zeit vom 01. bis 25.04.2013 in Höhe von 4.159,31 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit dem 01.06.2013 zu zah­len.
Die Be­klag­te hat Zin­sen auf die For­de­run­gen aus den Zif­fern 1 bis 44 ab dem 01.06.2013 zu zah­len.
Im Hin­blick auf die Vergütungs­for­de­run­gen des Klägers für die Zeit vom 26.04. bis 31.05.2013 so­wie im Hin­blick auf die wei­ter­ge­hen­den Zins­for­de­run­gen wird die Kla­ge ab­ge­wie­sen.
Die Par­tei­en strei­ten über Vergütungs­ansprüche des Klägers für die Zeit vom 01.08.2009 bis 31.05.2013.
Der Kläger war seit dem 01.09.1971 bei der Be­klag­ten bzw. de­ren Rechts­vorgängern beschäftigt. In der Fol­ge der Aus­glie­de­rung des Breit­band­ka­bel­geschäfts wur­de der Kläger ab dem 01.10.1999 von der Be­klag­ten be­ur­laubt. Gleich­zei­tig be­gründe­te der Kläger ein Ar­beits­verhält­nis mit der ... & ... GmbH & Co. KG und war in der Fol­ge al­lein für die­se tätig.
Mit Ver­trag vom 30.04.2005 be­en­de­ten die Par­tei­en ihr Ar­beits­verhält­nis ein­ver­nehm­lich zum 31.12.2005. Des Wei­te­ren tra­fen sie u. a. fol­gen­de Ver­ein­ba­run­gen:
§ 2 Re­ge­lung zum Rück­kehr­recht
1. Der Ar­beit­neh­mer erhält in Zu­sam­men­hang mit dem bei der ... & ... GmbH & Co. KG, Re­gi­on ... bzw. de­ren Recht­nach­fol­ger be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis ein zeit­lich be­grenz­tes Rück­kehr­recht zur ... AG, des­sen Mo­da­litäten sich ab­sch­ließend aus der die­sem Ver­trag bei­gefügten An­la­ge 1 (Schuld­recht­li­cher Ver­ein­ba­rung vom 08.05.2005), die Be­stand­teil die­ses Ver­tra­ges ist, er­ge­ben. (...)
Die in Be­zug ge­nom­me­ne „Schuld­recht­li­che Ver­ein­ba­rung“ vom 08.05.2005 zwi­schen der Be­klag­ten, meh­re­ren Ka­bel­ge­sell­schaf­ten und der Ge­werk­schaft ... hat u. a. fol­gen­den Wort­laut:
1. Die ... AG räumt den Ar­beit­neh­mern ein­zel­ver­trag­lich ein Rück­kehr­recht zur ... AG ein.
a) in­ner­halb ei­nes Zeit­raums von 24 Mo­na­ten (be­rech­net ab dem 1. Ja­nu­ar 2004) oh­ne das Vor­lie­gen be­son­de­rer Gründe (all­ge­mei­nes Rück­kehr­recht),
b) nach Ab­lauf des all­ge­mei­nen Rück­kehr­rechts für wei­te­re 36 Mo­na­te ein Rück­kehr­recht un­ter be­son­de­ren Be­din­gun­gen (be­son­de­res Rück­kehr­recht). (...)
a) das Ar­beits­verhält­nis un­ter Ein­hal­tung der Vor­aus­set­zun­gen des § 1 Ab­satz 2 ff KSchG aus drin­gen­den be­trieb­li­chen Gründen wirk­sam gekündigt wirdoder (...)
3. Der Ar­beit­neh­mer kann von sei­nem Rück­kehr­recht nach der Zif­fer 1 frühes­tens 6 Mo­na­te nach Be­ginn des Rück­kehr­zeit­raums für das all­ge­mei­ne Rück­kehr­recht Ge­brauch ma­chen. Es ist bei dem Rück­kehr­recht nach Zif­fern 1 a. und b. ei­ne Ankündi­gungs­frist von 3 Mo­na­ten ein­zu­hal­ten. Im Fal­le des be­son­de­ren Rück-kehr­rechts nach Zif­fer 1 b. i. V. m. 2 a. fin­det ei­ne Rück­kehr je­doch erst nach Ab-lauf der für den Ar­beit­ge­ber (Ka­bel­ge­sell­schaft bzw. Rechts­nach­fol­ger) gel­ten­den je­wei­li­gen in­di­vi­du­el­len Kündi­gungs­frist statt, so­weit die­se länger ist als die drei-mo­na­ti­ge Ankündi­gungs­frist. (...)
4. Im Fal­le der Rück­kehr fin­den ab die­sem Zeit­punkt die Be­stim­mun­gen der je­weils gel­ten­den Ra­tio­na­li­sie­rungs­schutz-Ta­rif­verträge der ... AG An­wen­dung. Der Ar­beit­neh­mer wird hin­sicht­lich der zu ver­ein­ba­ren­den Ar­beits­ver­trags­be­din­gun­gen und an­zu­wen­den­den ta­rif­ver­trag­li­chen Re­ge­lun­gen so ge­stellt, als wäre er oh­ne Un­ter­bre­chung bei der ... AG wei­ter beschäftigt wor­den. (...)
5. Das Rück­kehr­recht be­steht nicht, wenn das Ar­beits­verhält­nis auf­grund ei­ner Kündi­gung bzw. ei­nes Auf­he­bungs­ver­trags be­en­det wird und die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses auf­grund ver­hal­tens­be­ding­ter Gründe des Ar­beit­neh­mers oder aus in der Per­son des Ar­beit­neh­mers lie­gen­den Gründen er­folgt und ein even­tu­el­ler Rechts­streit nicht zu Guns­ten des Ar­beit­neh­mers ent­schie­den hat. (...)
6. Der­zeit noch von der ... AG zu ei­ner Ka­bel­ge­sell­schaft be­ur­laub­te Ar­beit­neh­mer er­hal­ten ein An­ge­bot zur An­nah­me die­ser schuld­recht­li­chen Ver­ein­ba­rung bei gleich­zei­ti­ger Be­en­di­gung der Be­ur­lau­bung so­wie Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses zur ... AG.
Mit Schrei­ben vom 09.12.2008 kündig­te die ...GmbH & Co. KG das Ar­beits­verhält­nis des – auf­grund ta­rif­ver­trag­li­cher Vor­schrif­ten or­dent­lich nicht mehr künd­ba­ren – Klägers aus be­triebs­be­ding­ten Gründen we­gen Weg­falls sei­nes Ar­beits­plat­zes außer­or­dent­lich un­ter Ein­hal­tung ei­ner so­zia­len Aus­lauf­frist zum 31.07.2009. Die Kündi­gung war Teil ei­ner um­fang­rei­chen Re­struk­tu­rie­rung im Be­reich Tech­ni­cal Ope­ra­ti­ons („M“), in de­ren Ver­lauf am 12.11.2008 ein In­ter­es­sen­aus­gleich und So­zi­al­plan ge­schlos­sen wur­de. Den nach­fol­gen­den Kündi­gungs­schutz­pro­zess be­en­de­ten der Kläger und die ...GmbH & Co. am 18.06.2009 vor dem Ar­beits­ge­richt Leip­zig durch nach­fol­gen­den Ver­gleich:
1. Die Par­tei­en sind sich ei­nig, dass das zwi­schen ih­nen be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis auf­grund Kündi­gung der Be­klag­ten vom 09.12.2008 mit Ab­lauf des 31.07.2009 aus be­triebs­be­ding­ten Gründen en­den wird.
2. Die Be­klag­te ver­pflich­tet sich, an den Kläger ne­ben den ihm nach Maßga­be des So­zi­al­plans über „Ma­gel­lan“ – Re­struk­tu­rie­rung des Be­reichs Tech­ni­cal Ope­ra­ti­ons – vom 12.11.2008 zu-ste­hen­den Ansprüchen ei­ne Ein­mal­zah­lung in Höhe von 14.000,00 € brut­to zu zah­len.
3. Es be­steht Ei­nig­keit, dass Ansprüche aus der Kon­zern­be­triebs­ver­ein­ba­rung „Zu­satz­prämie Ma­gel­lan“ vom 12.11.2008 nicht be­ste­hen.
4. Die Ansprüche aus Zif­fer 2 die­ses Ver­gleichs ent­ste­hen mit der recht­li­chen Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses und sind bin­nen ei­nes Mo­nats nach ih­rem Ent­ste­hen zur Zah­lung fällig.
5. Der Kläger ver­pflich­tet sich, sämt­li­che noch in sei­nem Be­sitz be­find­li­chen Ge­gen-stände, Be­triebs­mit­tel und Geschäfts­un­ter­la­gen der Be­klag­ten, auch sol­che in elek­tro­ni­scher Form so­wie ein­sch­ließlich Ko­pi­en hier­von, spätes­tens am 31.07.2009 an die Be­klag­te (Nie­der­las­sung ...) zurück­zu­ge­ben.
6. Der Kläger ver­pflich­tet sich, auch nach Be­en­di­gung sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses über den In­halt die­ses Ver­gleichs ge­genüber je­der­mann Ver­schwie­gen­heit zu wah­ren, es sei denn, er ist ge­setz­lich zur Aus­kunft ver­pflich­tet. Für den Fall der Ver­let­zung der Ver­schwie­gen­heits­ver­pflich­tung ist der Kläger zu Zah­lung ei­ner Ver­trags­stra­fe in Höhe ei­nes Brut­to­ge­halts ver­pflich­tet.
7. Im Übri­gen blei­ben die ein­schlägi­gen Be­stim­mun­gen des In­ter­es­sen­aus­gleichs und So­zi­al­plans vom 12.11.2008 („Ma­gel­lan“) un­berührt, so­fern in die­sem Ver­gleich kei­ne ab­wei­chen­de Ver­ein­ba­rung ge­trof­fen wur­de.
8. Da­mit ist der vor­lie­gen­de Rechts­streit er­le­digt.
Mit Schrei­ben vom 10.12.2008 (An­la­ge zum Schrift­satz des Klägers vom 16.07.2013; Bl. 125 d. A.) erklärte der Kläger ge­genüber der Be­klag­ten, dass er von sei­nem be­son­de­ren Rück­kehr­recht gemäß der Schuld­recht­li­chen Ver­ein­ba­rung Ge­brauch ma­che, und for­der­te die Be­klag­te auf, ihm mit­zu­tei­len, an wel­chem Ort er am 01.08.2009 sei­ne Ar­beit auf­neh­men könne. Hier­auf teil­te die Be­klag­te dem Kläger mit Schrei­ben vom 15.12.2008 (An­la­ge zum Schrift­satz des Klägers vom 16.07.2013; Bl. 133/134 d. A.) mit, dass sie sei­nem An­trag nicht ent­spre­chen könne, da ein Rück­kehr­recht nur für Ar­beit­neh­mer be­ste­he, die bis zum 31.12.2008 zu ihr zurück­ge­kehrt sei­en. In der Fol­ge bot der Kläger mit Schrei­ben sei­ner Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten vom 08.07.2009 (An­la­ge zum Schrift­satz des Klägers vom 16.07.2013; Bl. 135/136 d. A.) noch­mals sei­ne Ar­beits­kraft ab dem 01.08.2009 an und bat er­neut um Mit­tei­lung, wo er sich zur Ar­beits­auf­nah­me mel­den sol­le.
Am 19.01.2009 er­hob der Kläger Kla­ge vor dem Ar­beits­ge­richt Leip­zig mit dem An-trag, die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, ihm mit Wir­kung vom 01.08.2009 ein An­ge­bot auf Ab­schluss ei­nes Ar­beits­ver­tra­ges zu un­ter­brei­ten, wo­nach er als voll­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer in Vergütungs­grup­pe T 8 Stu­fe 4 nach § 10 des Ent­gelt­rah­men­ta­rif­ver­tra­ges zu beschäfti­gen ist und die Ta­rif­verträge der ... AG in ih­rer je­wei­li­gen Fas­sung als un­mit­tel­bar zwi­schen den Par­tei­en ver­ein­bart gel­ten. Mit Ur­teil vom 27.07.2012 – 12 Ca 468/12 – ent­sprach das Ar­beits­ge­richt dem kläge­ri­schen An-
trag. Die hier­ge­gen ge­rich­te­te Be­ru­fung wur­de vom Säch­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richt mit Ur­teil vom 28.02.2013 – 6 Sa 562/12 – zurück­ge­wie­sen. Die­se Ent­schei­dung ist seit dem 26.04.2013 rechts­kräftig.
Erst­mals im No­vem­ber 2009 und dann mit Schrei­ben vom 27.10.2011 (An­la­ge zum Schrift­satz des Klägers vom 16.07.2013; Bl. 217 d. A.) so­wie vom 21.09.2012 (An­la­ge zur Kla­ge­schrift vom 02.11.2012; Bl. 19 ff. d. A.) ließ der Kläger durch sei­ne Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten Ent­gelt­ansprüche für die Zeit ab dem 01.08.2009 gel­tend ma­chen. Ei­ne Re­ak­ti­on der Be­klag­ten er­folg­te hier­auf nicht. In der Fol­ge hat der Kläger am 02.11.2012 vor dem Ar­beits­ge­richt Leip­zig die streit­ge­genständ­li­che Kla­ge er­ho­ben, mit der er – nach Kla­ge­er­wei­te­run­gen – Vergütungs­ansprüche für die Zeit vom 01.08.2009 bis 31.05.2013 ver­folgt.
Im Rah­men des vor­lie­gen­den Rechts­streits nahm der Kläger mit Schrift­satz vom 29.11.2012 (Bl. 39 d. A.), und da­mit noch vor Verkündung des Ur­teils des Säch­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts vom 28.02.2013, das vom Ar­beits­ge­richt un­ter dem 27.07.2012 aus­ge­ur­teil­te Ver­trags­an­ge­bot an. An­fang Mai 2013 leg­te die Be­klag­te ei­nen schrift­li­chen Ar­beits­ver­trag mit Da­tum vom 07.05.2013 vor, den der Kläger En­de Mai 2013 un­ter­zeich­ne­te und auf des­sen Ba­sis er seit dem 01.06.2013 von der Be­klag­ten beschäftigt und vergütet wird.
Der Kläger hat die An­sicht ver­tre­ten, auf­grund sei­ner An­nah­me des Ver­trags­an­ge­bots der Be­klag­ten sei rück­wir­kend für die Zeit ab dem 01.08.2009 ein Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en be­gründet wor­den. Auf­grund der er­folg­lo­sen Auf­for­de­run­gen, ihm Ar­beit zu­zu­wei­sen, ha­be sich die Be­klag­te ab dem 01.08.2009 im An­nah­me­ver­zug be­fun­den mit der Fol­ge, dass sie ver­pflich­tet sei, ihm die ver­ein­bar­te Vergütung zu gewähren. Je­den­falls sei die Be­klag­te ver­pflich­tet, ihm die Vergütung ab dem 01.08.2009 als Scha­den­er­satz zu be­zah­len, da sie die ver­trag­li­che Pflicht, ihm ein Ar­beits­ver­trags­an­ge­bot für die Zeit ab dem 01.08.2009 zu un­ter­brei­ten, schuld­haft ver­letzt ha­be.
Der Kläger hat nach teil­wei­ser Kla­gerück­nah­me und ei­nem Teil­ver­gleich noch be­an­tragt,
1. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Au­gust 2009 in Höhe von 4.519,47 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.09.2009 zu zah­len;
2. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Sep­tem­ber 2009 in Höhe von 4.519,47 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.10.2009 zu zah­len;
3. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Ok­to­ber 2009 in Höhe von 4.519,47 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.11.2009 zu zah­len;
4. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat No­vem­ber 2009 in Höhe von 4.519,47 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.12.2009 zu zah­len;
5. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat De­zem­ber 2009 in Höhe von 4.519,47 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.01.2010 zu zah­len;
6. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Ja­nu­ar 2010 in Höhe von 4.632,59 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.02.2010 zu zah­len;
7. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Fe­bru­ar 2010 in Höhe von 4.632,59 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.03.2010 zu zah­len;
8. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat März 2010 in Höhe von 4.632,59 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.04.2010 zu zah­len;
9. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat April 2010 in Höhe von 4.632,59 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf
Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.05.2010 zu zah­len;
10. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Mai 2010 in Höhe von 4.632,59 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.06.2010 zu zah­len;
11. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Ju­ni 2010 in Höhe von 4.632,59 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.07.2010 zu zah­len;
12. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Ju­li 2010 in Höhe von 4.632,59 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.08.2010 zu zah­len;
13. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Au­gust 2010 in Höhe von 4.632,59 € brut­to abzüglich er­hal­te­nen Ar­beits­lo­sen­gel­des in Höhe von 1.508,10 € nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.09.2010 zu zah­len;
14. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Sep­tem­ber 2010 in Höhe von 4.632,59 € brut­to abzüglich er­hal­te­nen Ar­beits­lo­sen­gel­des in Höhe von 1.508,10 € nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.10.2010 zu zah­len;
15. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Ok­to­ber 2010 in Höhe von 4.632,59 € brut­to abzüglich er­hal­te­nen Ar­beits­lo­sen­gel­des in Höhe von 1.508,10 € nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.11.2010 zu zah­len;
16. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat No­vem­ber 2010 in Höhe von 4.632,59 € brut­to abzüglich er­hal­te­nen Ar­beits­lo­sen­gel­des in Höhe von 1.508,10 € nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.12.2010 zu zah­len;
17. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat De­zem­ber 2010 in Höhe von 4.632,59 € brut­to abzüglich er­hal­te­nen Ar­beits­lo­sen­gel­des in Höhe von 1.508,10 € nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.01.2011 zu zah­len;
18. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Ja­nu­ar 2011 in Höhe von 4.632,59 € brut­to abzüglich er­hal­te­nen Ar­beits­lo­sen­gel­des in Höhe von 1.508,10 € nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.02.2011 zu zah­len;
19. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Fe­bru­ar 2011 in Höhe von 4.632,59 € brut­to abzüglich er­hal­te­nen Ar­beits­lo­sen­gel­des in Höhe von 1.508,10 € nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.03.2011 zu zah­len;
20. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat März 2011 in Höhe von 4.632,59 € brut­to abzüglich er­hal­te­nen Ar­beits­lo­sen­gel­des in Höhe von 1.508,10 € nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.04.2011 zu zah­len;
21. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat April 2011 in Höhe von 4.778,47 € brut­to abzüglich er­hal­te­nen Ar­beits­lo­sen­gel­des in Höhe von 1.508,10 € nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.05.2011 zu zah­len;
22. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Mai 2011 in Höhe von 4.778,47 € brut­to abzüglich er­hal­te­nen Ar­beits­lo­sen­gel­des in Höhe von 1.508,10 € nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.06.2011 zu zah­len;
23. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Ju­ni 2011 in Höhe von 4.778,47 € brut­to abzüglich er­hal­te­nen Ar­beits­lo­sen­gel­des in Höhe von 1.508,10 € nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.07.2011 zu zah­len;
24. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Ju­li 2011 in Höhe von 4.778,47 € brut­to abzüglich er­hal­te­nen Ar­beits­lo­sen­gel­des in Höhe von 1.508,10 € nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.08.2011 zu zah­len;
25. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Au­gust 2011 in Höhe von 4.778,47 € brut­to abzüglich er­hal­te­nen Ar­beits­lo­sen­gel­des in Höhe von 1.508,10 € nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.09.2011 zu zah­len;
26. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Sep­tem­ber 2011 in Höhe von 4.778,47 € brut­to abzüglich er­hal­te­nen Ar­beits­lo­sen­gel­des in Höhe von 1.508,10 € nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.10.2011 zu zah­len;
27. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Ok­to­ber 2011 in Höhe von 4.778,47 € brut­to abzüglich er­hal­te­nen Ar­beits­lo­sen­gel­des in Höhe von 1.508,10 € nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.11.2011 zu zah­len;
28. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat No­vem­ber 2011 in Höhe von 4.778,47 € brut­to abzüglich er­hal­te­nen Ar­beits­lo­sen­gel­des in Höhe von 1.508,10 € nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.12.2011 zu zah­len;
29. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat De­zem­ber 2011 in Höhe von 4.778,47 € brut­to abzüglich er­hal­te­nen Ar­beits­lo­sen­gel­des in Höhe von 1.508,10 € nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.01.2012 zu zah­len;
30. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Ja­nu­ar 2012 in Höhe von 4.778,47 € brut­to abzüglich er­hal­te­nen Ar­beits­lo­sen­gel­des in Höhe von 1.407,56 € nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.02.2012 zu zah­len;
31. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Fe­bru­ar 2012 in Höhe von 4.778,47 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.03.2012 zu zah­len;
32. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat März 2012 in Höhe von 4.778,47 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.04.2012 zu zah­len;
33. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat April 2012 in Höhe von 4.778,47 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.05.2012 zu zah­len;
34. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Mai 2012 in Höhe von 4.888,57 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.06.2012 zu zah­len;
35. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Ju­ni 2012 in Höhe von 4.888,57 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.07.2012 zu zah­len;
36. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Ju­li 2012 in Höhe von 4.888,57 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.08.2012 zu zah­len;
37. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Au­gust 2012 in Höhe von 4.888,57 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.09.2012 zu zah­len;
38. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Sep­tem­ber 2012 in Höhe von 4.888,57 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.10.2012 zu zah­len;
39. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Ok­to­ber 2012 in Höhe von 4.888,57 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.11.2012 zu zah­len;
40. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat No­vem­ber 2012 in Höhe von 4.888,57 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.12.2012 zu zah­len;
41. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat De­zem­ber 2012 in Höhe von 4.888,57 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.01.2013 zu zah­len;
42. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Ja­nu­ar 2013 in Höhe von 4.991,17 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.02.2013 zu zah­len;
43. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Fe­bru­ar 2013 in Höhe von 4.991,17 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf
Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.03.2013 zu zah­len;
44. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat März 2013 in Höhe von 4.991,17 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.04.2013 zu zah­len;
45. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat April 2013 in Höhe von 4.991,17 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.05.2013 zu zah­len;
46. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Vergütung für den Mo­nat Mai 2013 in Höhe von 4.991,17 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit 01.06.2013 zu zah­len.
Die Be­klag­te hat die vom Kläger mit den vor­ste­hen­den Anträgen gel­tend ge­mach­ten Ansprüche in der Kam­mer­ver­hand­lung vom 07.03.2014 der Höhe nach un­strei­tig ge­stellt (vgl. Pro­to­koll vom 07.03.2014; Bl. 277 d. A.) und im Übri­gen be­an­tragt,
Zur Be­gründung hat sie aus­geführt, ein An­spruch aus An­nah­me­ver­zug schei­de be­reits nach all­ge­mei­nen zi­vil­recht­li­chen Prin­zi­pi­en aus, weil in den streit­ge­genständ­li­chen Mo­na­ten, in de­nen der Kläger sei­ne Ar­beits­leis­tung ha­be er­brin­gen wol­len, zunächst kein Ar­beits­verhält­nis be­stan­den ha­be. Die­ses sei erst rück­wir­kend durch die An­nah­me­erklärung des Klägers nach Rechts­kraft des Ur­teils des Säch­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts vom 28.02.2013 be­gründet wor­den. Vor die­sem Hin­ter­grund ha­be kei­ne Ob­lie­gen­heit be­stan­den, die Ar­beits­leis­tung des Klägers im Streit­zeit­raum ent­ge­gen­zu­neh­men. Auch ein Scha­den­er­satz­an­spruch nach §§ 280, 286 BGB kom­me nicht in Be­tracht. In­so­weit feh­le es an der haf­tungs­ausfüllen­den Kau­sa­lität. Der Kläger ha­be nicht dar­ge­legt, dass er ein frühe­res An­ge­bot auf Ab­schluss ei­nes Ar­beits­ver­tra­ges in je­dem Zeit­punkt nach der Er­he­bung sei­ner Wie­der­ein­stel­lungs­kla­ge an­ge­nom­men hätte. Ein sol­cher Nach­weis sei auch aus­ge­schlos­sen, da der Kläger sich, wie sei­ne An­trag­stel­lung be­le­ge, nicht ha­be bin­den,
son­dern sich viel­mehr vor­be­hal­ten wol­len, ob er das Ver­trags­an­ge­bot an­neh­me oder nicht.
Mit sei­nem der Be­klag­ten am 02.04.2014 zu­ge­stell­ten Ur­teil vom 28.03.2014 hat das Ar­beits­ge­richt nach den Anträgen des Klägers er­kannt. Hier­ge­gen wen­det sich die Be­klag­te mit ih­rer am 02.05.2014 beim Säch­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Be­ru­fung, die sie am 02.07.2014 be­gründet hat, nach­dem die Frist zur Be­ru­fungs­be­gründung auf ih­ren am 08.05.2014 ein­ge­gan­ge­nen An­trag bis zum 02.07.2014 verlängert wor­den war.
Die Be­klag­te ver­tritt die An­sicht, das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts sei in vie­ler­lei Hin­sicht feh­ler­haft. So ha­be es das Ar­beits­ge­richt zu Un­recht un­ter­las­sen, zwi­schen den Zeiträum­en vor und nach dem Zu­stan­de­kom­men des Ar­beits­ver­tra­ges zu dif­fe­ren­zie­ren. In der Zeit vor dem Zu­stan­de­kom­men des Ar­beits­ver­tra­ges sei ein An­spruch aus An­nah­me­ver­zug be­reits des­halb ab­zu­leh­nen, weil der Kläger bis zur Be­gründung des Ar­beits­verhält­nis­ses nicht ver­pflich­tet ge­we­sen sei, sei­ne Ar­beits­leis­tung zu er­brin­gen und da­mit gleich­zei­tig für sie kei­ne Ob­lie­gen­heit be­stan­den ha­be, die vom Kläger an­ge­bo­te­ne Ar­beits­leis­tung an­zu­neh­men. An die­sem Be­fund ände­re sich nichts durch die rück­wir­ken­de Be­gründung des Ar­beits­verhält­nis­ses. Dem Kläger sei ei­ne Ar­beits­leis­tung für die Ver­gan­gen­heit unmöglich. Des Wei­te­ren sei es mit der Zi­vil­rechts­lo­gik nicht zu ver­ein­ba­ren, ihr ursprüng­lich rechtmäßiges Ver­hal­ten al­lein we­gen der rück­wir­ken­den Be­gründung des Ar­beits­verhält­nis­ses als rechts­wid­rig an­zu­se­hen. Dies gel­te erst Recht, wenn man berück­sich­ti­ge, dass das Zu­stan­de­kom­men des Ar­beits­ver­tra­ges noch von der An­nah­me­erklärung des Klägers abhängig ge­we­sen sei und da­mit nicht in ih­ren Händen ge­le­gen ha­be. Un­abhängig da­von lie­ge auch kein ord­nungs­gemäßes An­ge­bot zur Ar­beits­leis­tung be­tref­fend die Zeit ab dem 01.08.2009 vor. Ein wört­li­ches An­ge­bot vor dem fin­gier­ten Ver­trags­be­ginn sei nicht möglich. Der An­trag im Wie­der­ein­stel­lungs­pro­zess be­inhal­te kein An­ge­bot der Ar­beits­leis­tung, da sich der Kläger die An­nah­me des Ver­trags­an­ge­bo­tes noch vor­be­hal­ten ha­be. Zu­dem feh­le es auf­grund der An­trag­stel­lung und des da­mit ver­bun­de­nen Vor­be­halts der An­ge­bots­an­nah­me an der für ei­nen An­spruch aus An­nah­me­ver­zug er­for­der­li­chen Leis­tungs­be­reit­schaft des Klä-
gers. Fer­ner sei ihr vor der An­nah­me des Ver­trags­an­ge­bots durch den Kläger ei­ne An­nah­me der Leis­tung un­zu­mut­bar ge­we­sen. Je­den­falls sei­en et­wai­ge Ansprüche auf­grund Nicht­ein­hal­ten der ta­rif­li­chen Aus­schluss­frist ver­fal­len. Ein Scha­den­er­satz­an­spruch schei­de für die Zeit bis zum Zu­stan­de­kom­men des Ar­beits­ver­tra­ges gleich­falls aus. Der Kläger ha­be durch ei­ne ih­rer­seits ver­späte­te Ab­ga­be ei­nes Ver­trags­an­ge­bo­tes kei­nen er­satzfähi­gen Scha­den er­lit­ten. Hätte sie ein Ver­trags­an­ge­bot ab­ge­ge­ben, wäre al­lein hier­durch noch kein Ar­beits­verhält­nis zu Stan­de ge­kom­men, da sich der Kläger durch sei­ne An­trag­stel­lung ei­ne An­nah­me vor­be­hal­ten ha­be. Ent­spre­chend sei der „Scha­den“ in Form des ent­gan­ge­nen Ar­beits­ent­gel­tes ihr nicht zu­re­chen­bar. Zu­dem ha­be sie ei­nen et­wai­gen Schuld­ner­ver­zug nicht zu ver­tre­ten, da sie sich in ei­nem ent­schuld­ba­ren Rechts­irr­tum be­fun­den ha­be. Je­den­falls müsse sich der Kläger al­le Vor­tei­le an­rech­nen las­sen, die er er­zielt ha­be. Hier­zu zähl­ten nicht nur ein an­der­wei­ti­ger Ver­dienst oder der Be­zug von Ar­beits­lo­sen­geld, son­dern auch et­wai­ge Leis­tun­gen der Ka­bel­ge­sell­schaft, ins­be­son­de­re die im Ver­gleich ver­ein­bar­te „Ein­mal­zah­lung“ in Höhe von 14.000,00 € brut­to.
Für die Zeit nach dem Zu­stan­de­kom­men des Ar­beits­ver­tra­ges bis zum 31.05.2013 sei ein Vergütungs­an­spruch gleich­falls aus­ge­schlos­sen. Der Kläger ha­be bis zum 31.05.2013 – un­strei­tig – kei­ne Ar­beits­leis­tung er­bracht. Dass der Kläger sei­ne Ar­beits­leis­tung in die­ser Zeit in an­nah­me­ver­zugs­be­gründen­der Wei­se an­ge­bo­ten ha­be, ha­be das Ar­beits­ge­richt nicht fest­ge­stellt. Ein Scha­den­er­satz­an­spruch schei­de für die­sen Zeit­raum gleich­falls aus, da ihr in der Fol­ge der Fik­ti­on der An­ge­bots­erklärung kei­ne haf­tungs­be­gründen­de Pflicht­ver­let­zung mehr zur Last ge­legt wer­den könne.
Sch­ließlich sei die Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts (auch) im Hin­blick auf den Zins­aus­spruch feh­ler­haft. Sie ha­be frühes­tens nach dem Zu­stan­de­kom­men des Ar­beits­ver­tra­ges in Schuld­ner­ver­zug ge­ra­ten können. Im Fal­le ei­nes Scha­den­er­satz­an­spruchs sei­en al­len­falls Pro­zess­zin­sen ab Rechtshängig­keit zu zah­len.
das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Leip­zig vom 28.03.2014 – 10 Ca 4142/12 – ab­zuändern und die Kla­ge ab­zu­wei­sen.
und ver­tei­digt die an­ge­grif­fe­ne Ent­schei­dung mit Rechts­ausführun­gen als zu­tref­fend.
Hin­sicht­lich des wei­te­ren Vor­brin­gens der Par­tei­en im zwei­ten Rechts­zug wird auf den In­halt der dort ge­wech­sel­ten Schriftsätze nebst An­la­gen so­wie auf den In­halt des Pro­to­kolls der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 28.11.2014 (Bl. 655 ff. d. A.) Be­zug ge­nom­men.
Ent­schei­dungs­gründe : I.
Auf die auf­grund ih­res Be­schwer­de­wer­tes gemäß § 64 Abs. 2 lit. b ArbGG statt­haf­te und auch im Übri­gen zulässi­ge, ins­be­son­de­re form- und frist­ge­recht ein­ge­leg­te so­wie aus­geführ­te Be­ru­fung der Be­klag­ten ist das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Leip­zig vom 28.03.2014 – 10 Ca 4142/12 – in dem aus dem Te­nor er­sicht­li­chen Um­fang ab­zuändern. Die Be­ru­fung der Be­klag­ten ist be­gründet, so­weit das Ar­beits­ge­richt den Anträgen des Klägers auch für die Zeit vom 26.04. bis 31.05.2013 ent­spro­chen und ihm Ver­zugs­zin­sen ab dem je­weils 1. des Fol­ge­mo­nats zu­ge­spro­chen hat. Im Übri­gen ist die Be­ru­fung der Be­klag­ten un­be­gründet und da­her zurück­zu­wei­sen.
Zu­tref­fend ist das Ar­beits­ge­richt zu dem Er­geb­nis ge­langt, dass die Be­klag­te dem Kläger Vergütung für die Zeit vom 01.08.2009 bis 25.04.2013 schul­det. Der An­spruch er­gibt sich aus §§ 611 Abs. 1, 326 Abs. 2 BGB.
1. Zwi­schen den Par­tei­en hat im vor­ge­nann­ten Zeit­raum ein Ar­beits­verhält­nis be­stan­den, nach­dem der Kläger das gemäß § 894 Satz 1 ZPO fin­gier­te Ver­trags­an­ge­bot der Be­klag­ten spätes­tens durch sei­ne Un­ter­schrift un­ter den neu­en Ar­beits­ver­trag En­de Mai 2013 an­ge­nom­men hat.
2. Durch die rück­wir­ken­de Be­gründung des Ar­beits­verhält­nis­ses war dem Kläger die Er­brin­gung der Ar­beits­leis­tung im Zeit­raum vom 01.08.2009 bis 25.04.2013 unmöglich. Dies hin­dert das Vor­lie­gen ei­nes Gläubi­ger­ver­zu­ges auf Sei­ten der Be­klag­ten und da­mit ei­nen An­spruch des Klägers nach § 615 Satz 1 BGB.
a) Die ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen be­tref­fend An­nah­me­ver­zug und Leis­tungs­unmöglich­keit schließen sich auf­grund un­ter­schied­li­cher Vor­aus­set­zun­gen und Wir­kun­gen ge­gen­sei­tig aus (vgl. BAG, Ur­teil vom 24.11.1960 – 5 AZR 545/59 – Rz. 11, zi­tiert nach Ju­ris). An­de­rer­seits führt nicht je­de „Unmöglich­keit“, die Ar­beits­leis­tung zu er­brin­gen, zur An­wen­dung der Re­ge­lung des § 326 BGB, denn an­sons­ten blie­be für die An­wen­dung von § 615 Satz 1 BGB kein Raum. Da die Ar­beits­leis­tung ab­so­lu­te Fix­schuld ist, führt je­der Ver­zug bei der An­nah­me der Ar­beits­leis­tung gleich­zei­tig zur Unmöglich­keit der Leis­tungs­er­brin­gung durch den Ar­beit­neh­mer (vgl. MükoBGB-Hens­s­ler, 6. Auf­la­ge, § 615 Rz. 3, Ri­char­di NZA 2002, 1004, 1006 f. und BAG, a.a.O.). Es be­darf da­her der Ab­gren­zung von An­nah­me­ver­zug im Sin­ne von § 615 Satz 1 BGB und Unmöglich­keit im Sin­ne von § 326 Abs. 2 BGB. In­so­weit geht das Bun­des­ar­beits­ge­richt (a. a. O.) da­von aus, dass un­ter An­nah­me­ver­zug das Un­ter­blei­ben der Ar­beits­leis­tung zu ver­ste­hen sei, das durch die Wei­ge­rung der An­nah­me der vom Ar­beit­neh­mer an­ge­bo­te­nen Ar­beit durch den Ar­beit­ge­ber ent­steht. Ei­ne Ar­beits­leis­tung sei da­ge­gen dann "unmöglich" im rechts­tech­ni­schen Sinn, wenn man un­ter­stel­le, der Ar­beit­ge­ber sei zur An­nah­me der Ar­beit be­reit, und
dem Ar­beit­neh­mer sei un­ter die­ser Hy­po­the­se die Ar­beits­leis­tung gleich­wohl nicht möglich ge­we­sen. In der Li­te­ra­tur wird da­ge­gen (wohl über­wie­gend) die Auf­fas­sung ver­tre­ten, § 615 Satz 1 BGB re­ge­le al­le Fälle der „An­nah­meunmöglich­keit“, gleichgültig, ob der Ar­beit­ge­ber nicht wil­lens oder nicht fähig sei, die Leis­tung an­zu­neh­men (vgl. MükoBGB-Hens­s­ler, 6. Auf­la­ge, § 615 Rz. 8 und Ri­char­di NZA 2002, 1004, 1008). Im Er­geb­nis soll die Vergütungs­pflicht gemäß § 615 Satz 1 BGB grundsätz­lich dann be­ste­hen blei­ben, wenn das Un­ter­blei­ben der Ar­beits­leis­tung auf ei­nem Um­stand be­ruht, der der Ri­si­ko­sphäre des Ar­beit­ge­bers zu­zu­ord­nen ist, wie sich nun­mehr auch aus dem mit Wir­kung ab dem 01.01.2002 an­gefügten Satz 3 des § 615 BGB er­gibt.
b) Aus­ge­hend hier­von liegt für die Zeit vom 01.08.2009 bis 25.04.2013 Unmöglich­keit im Sin­ne von § 326 Abs. 2 BGB vor. Der Um­stand, dass der Kläger sei­ne Ar­beits­leis­tung im ge­nann­ten Zeit­raum nicht er­bracht hat, be­ruht nicht auf ei­nem Um­stand, der der Ri­si­ko­sphäre der Be­klag­ten zu­zu­ord­nen ist. Es be­stand viel­mehr im ge­nann­ten Zeit­raum kei­ne ge­genwärti­ge Leis­tungs­pflicht der Par­tei­en. Die­se wur­de erst rück­wir­kend da­durch be­gründet, dass der Kläger das mit Rechts­kraft der Ent­schei­dung des Säch­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts vom 28.02.2013 am 26.04.2013 fin­gier­te Ar­beits­ver­trags­an­ge­bot der Be­klag­ten an­ge­nom­men hat.
In­so­weit un­ter­schei­det sich die vor­lie­gen­de Fall­ge­stal­tung maßgeb­lich von der vom Ar­beits­ge­richt zur Be­gründung sei­ner Ent­schei­dung her­an­ge­zo­ge­nen Si­tua­ti­on bei Aus­spruch ei­ner un­wirk­sa­men Ar­beit­ge­berkündi­gung. Im Fal­le ei­ner un­wirk­sa­men Ar­beit­ge­berkündi­gung hat zwi­schen den Par­tei­en durch­ge­hend ein Ar­beits­verhält­nis be­stan­den mit der Fol­ge, dass die ge­gen­sei­ti­gen Leis­tungs­pflich­ten zu kei­ner Zeit sus­pen­diert wa­ren. Das Ar­beits­ge­richt stellt in die­sem Fall le­dig­lich de­kla­ra­to­risch fest, dass das Ar­beits­verhält­nis durch die streit­ge­genständ­li­che Kündi­gung nicht auf­gelöst wor­den ist. Zu­dem liegt das Ri­si­ko, dass sich die aus­ge­spro­che­ne Kündi­gung als un­wirk­sam er­weist, ein­deu­tig in der Sphäre des Ar­beit­ge­bers als Kündi­gen­dem.
Ver­gleich­bar er­scheint eher die auch von der Be­klag­ten zur Be­gründung ih­res Rechts­stand­punk­tes her­an­ge­zo­ge­ne Si­tua­ti­on der Rück­wir­kung ei­ner Ge­neh­mi­gung nach § 184 BGB. In­so­weit wird in der Li­te­ra­tur die An­sicht ver­tre­ten, dass Gläubi­ger­ver­zug nicht rück­wir­kend be­zo­gen auf den Zeit­punkt der Vor­nah­me des (zu ge­neh­mi­gen­den) Rechts­geschäfts son­dern nur ex nunc, al­so ab dem Zeit­punkt der Ge­neh­mi­gung ein­tre­ten könne (vgl. MükoBGB-Bay­reu­ther, 6. Auf­la­ge, § 184 Rz. 13, m. w. N.).
3. Die Unmöglich­keit der Leis­tungs­er­brin­gung führt zwar gemäß § 275 Abs. 1 BGB da­zu, dass der An­spruch auf Ar­beits­leis­tung für die Zeit vom 01.08.2009 bis 25.04.2013 aus­ge­schlos­sen war. Sie hin­dert aber nicht die Wirk­sam­keit des (rück­wir­ken­den) Ar­beits­ver­tra­ges zwi­schen den Par­tei­en (§ 311a Abs. 1 BGB). Auch ver­liert der Kläger auf­grund der Unmöglich­keit der Er­brin­gung der Ar­beits­leis­tung nicht sei­nen dies­bezügli­chen Vergütungs­an­spruch. Zwar be­stimmt § 326 Abs. 1 BGB, dass der An­spruch auf die Ge­gen­leis­tung entfällt, wenn der Schuld­ner nach § 275 Abs. 1 bis 3 BGB nicht zu leis­ten braucht. Et­was an­de­res gilt gemäß § 326 Abs. 2 Satz 1 BGB je­doch dann, wenn der Gläubi­ger für den Um­stand, auf­grund des­sen der Schuld­ner nach § 275 Abs. 1 bis 3 BGB nicht zu leis­ten braucht, al­lein oder weit über­wie­gend ver­ant­wort­lich ist. Dies ist vor­lie­gend be­zo­gen auf die Be-klag­te der Fall. Sie ist für die Unmöglich­keit der Er­brin­gung der Ar­beits­leis­tung al­lein ver­ant­wort­lich.
a) Die Be­klag­te hat es schuld­haft versäumt, dem Kläger vor dem 01.08.2009 das aus­ge­ur­teil­te Ar­beits­ver­trags­an­ge­bot für die Zeit ab dem 01.08.2009 zu un­ter­brei­ten und dem Kläger da­mit Ge­le­gen­heit zu ge­ben die­ses vor dem 01.08.2009 an­zu­neh­men.
Auf­grund des rechts­kräfti­gen Ur­teils des Säch­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts vom 28.02.2013 steht fest, dass die Be­klag­te auf­grund der Ver­ein­ba­rung ei­nes Rück­kehr­rechts im Auf­he­bungs­ver­tag vom 30.04.2005 ver­pflich­tet war, dem Kläger mit Wir­kung vom 01.08.2009 ein An­ge­bot auf Ab­schluss ei­nes Ar­beits­ver­tra­ges zu un­ter­brei­ten, wo­nach der Kläger als voll­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer in Vergütungs-
grup­pe T 8 Stu­fe 4 nach § 10 des Ent­gelt­ta­rif­ver­tra­ges zu beschäfti­gen ist und die Ta­rif­verträge der ... AG in ih­rer je­wei­li­gen Fas­sung als un­mit­tel­bar zwi­schen den Par­tei­en ver­ein­bart gel­ten.
Die­se Ver­trags­pflicht hat die Be­klag­te un­strei­tig nicht erfüllt. Dies hat sie gemäß § 276 Abs. 1 BGB zu ver­ant­wor­ten, denn die Nicht­ab­ga­be des Ver­trags­an­ge­bo­tes war je­den­falls fahrlässig. Die Be­klag­te kann sich nicht da­mit ent­schul­di­gen, dass sie ei­nem Rechts­irr­tum un­ter­le­gen ist.
Be­ruht die Un­ge­wiss­heit über ei­ne Schuld auf recht­li­chen Zwei­feln des Schuld­ners (sog. Rechts­irr­tum), so muss dies im Grund­satz als mögli­cher Ent­schul­di­gungs­grund berück­sich­tigt wer­den. Der Rechts­irr­tum ist ent­schuld­bar, wenn die Rechts­la­ge ob­jek­tiv zwei­fel­haft ist und der Schuld­ner sie sorgfältig ge­prüft hat (vgl. BAG, Ur­teil vom 13.06.2002 – 2 AZR 391/01 – Rz. 45, NZA 2003, 44, 48). An die Dar­le­gung die­ser Vor­aus­set­zun­gen sind stren­ge An­for­de­run­gen zu stel­len. Dies geht auf die Über­le­gung zurück, dass der­je­ni­ge schuld­haft han­delt, der sei­ne In­ter­es­sen trotz zwei­fel­haf­ter Rechts­la­ge auf Kos­ten frem­der Rech­te wahr­nimmt. Die Dar­le­gungs- und Be­weis­last für das (feh­len­de) Ver­schul­den trägt der Schuld­ner. Er ist ge­hal­ten, im Ein­zel­nen dar­zu­le­gen und ggf. zu be­wei­sen, dass die ge­schul­de­te Leis­tung zum Fällig­keits­zeit­punkt un­ter­blie­ben ist, oh­ne dass ihn ein Ver­schul­den trifft (vgl. BAG, Ur­teil vom 26.01.2011 – 4 AZR 167/09 – Rz. 48/49, m. w. N., zi­tiert nach Ju­ris).
Aus­ge­hend hier­von kann auf der Grund­la­ge des Vor­brin­gens der Be­klag­ten nicht fest­ge­stellt wer­den, dass sie un­ver­schul­det ei­nem Rechts­irr­tum un­ter­le­gen ist. Es mag sein, dass die Be­klag­te im Zeit­punkt der Gel­tend­ma­chung des Rück­kehr­rechts durch den Kläger der An­sicht war, sei­ne Rück­kehr ha­be bis zum 31.12.2008 er­fol­gen müssen und ein Rück­kehr­recht be­ste­he nur dann, wenn er dar­le­ge, dass die Kündi­gung durch die Ka­bel­ge­sell­schaft un­ter Ein­hal­tung der Vor­aus­set­zun­gen des § 1 KSchG aus­ge­spro­chen wor­den sei. War­um die­se Er­kennt­nis­se „Re­sul­tat sorgfälti­ger Prüfung und sach­gemäßer recht­li­cher Be­ra­tung“ wa­ren, ist je­doch nicht er­kenn­bar. Über die bloße Be­haup­tung hin­aus hat die Be­klag­te in­so­weit kei­ne Tat­sa-
chen vor­ge­tra­gen. Auf die di­ver­gie­ren­de Recht­spre­chung zu die­sem Pro­blem­kreis kommt es nicht an, da die Ent­schei­dung der Be­klag­ten, dem Kläger kei­nen Ar­beits­ver­trag an­zu­bie­ten, zu ei­nem Zeit­punkt (15.12.2008) ge­fal­len ist, als es über­haupt noch kei­ne Recht­spre­chung zu die­sem Pro­blem­kreis gab. Die­se kann da­her nicht maßgeb­lich für die Ent­schei­dung der Be­klag­ten ge­we­sen sein, dem Kläger kein Ver­trags­an­ge­bot zu un­ter­brei­ten. Nur am Ran­de sei be­merkt, dass selbst die Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 09.02.2011 – 7 AZR 91/10 –, mit der die­ses die für die Be­klag­te maßgeb­li­chen Rechts­fra­gen ent­schie­den hat, die Be­klag­te nicht ver­an­lasst hat, dem Kläger das be­gehr­te Ver­trags­an­ge­bot zu un­ter­brei­ten. Es er­scheint da­her nicht fern­lie­gend, dass es der Be­klag­ten un­abhängig von der Rechts­la­ge dar­um ging, der er­heb­li­chen Zahl von Rück­keh­rern man­gels aus­rei­chen­der Zahl von Beschäfti­gungsmöglich­kei­ten in je­dem Fall nicht frei­wil­lig ein Ver­trags­an­ge­bot zu un­ter­brei­ten. Un­abhängig da­von und selbständig tra­gend ist bei der Fra­ge, ob ein un­ver­schul­de­ter Rechts­irr­tum vor­liegt, zu berück­sich­tig­ten, dass sich die recht­li­chen Zwei­fel­fra­gen aus von der Be­klag­ten ge­stell­ten All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen er­ga­ben. Vor dem Hin­ter­grund, dass der Ge­setz­ge­ber in § 305 c Abs. 2 BGB be­stimmt hat, dass Zwei­fel bei der Aus­le­gung All­ge­mei­ner Geschäfts­be­din­gun­gen zu Las­ten des Ver­wen­ders ge­hen, er­scheint es als sach­ge­recht recht­li­che Zwei­fel des Ver­wen­ders – hier al­so der Be­klag­ten – im Rah­men der An­wen­dung selbst for­mu­lier­ter All­ge­mei­ner Geschäfts­be­din­gun­gen nicht als ent­schul­di­gen­den Um­stand im Rah­men des § 276 BGB zu berück­sich­ti­gen.
b) Hätte die Be­klag­te dem Kläger das Ar­beits­ver­trags­an­ge­bot vor dem 01.08.2009 un­ter­brei­tet, hätte der Kläger die­ses mit an Si­cher­heit gren­zen­der Wahr­schein­lich­keit noch vor dem 01.08.2009 an­ge­nom­men mit der Fol­ge, dass die Unmöglich­keit der Er­brin­gung der Ar­beits­leis­tung nicht ein­ge­tre­ten wäre.
Der Kläger hat nach dem Aus­schei­den bei der Ka­bel­ge­sell­schaft kei­ne an­der­wei­ti­ge Beschäfti­gung ge­fun­den, ins­be­son­de­re nicht in un­mit­tel­ba­rem An­schluss an die Be­en­di­gung sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses mit der Ka­bel­ge­sell­schaft am 31.07.2009. Auf­grund des be­reits am 18.06.2009 ab­ge­schlos­se­nen Ver­gleichs mit der Ka­bel­ge­sell­schaft war auch nicht zwei­fel­haft, dass das Ar­beits­verhält­nis mit die­ser mit Ab-
– Sei­te 20 –
lauf des 31.07.2009 en­den würde. Zu­dem hat­te der Kläger die Be­klag­te vor dem 01.08.2009 un­strei­tig zwei­mal auf­ge­for­dert, ihn ab dem 01.08.2009 zu beschäfti­gen und die Kla­ge be­tref­fend die Un­ter­brei­tung ei­nes Ver­trags­an­ge­bo­tes am 19.01.2009 er­ho­ben. Vor die­sem Hin­ter­grund kann nicht ernst­haft in Zwei­fel ge­zo­gen wer­den, dass der Kläger das von der Be­klag­ten ge­schul­de­te An­ge­bot zum 01.08.2009 an­ge­nom­men hätte, wenn es ihm denn un­ter­brei­tet wor­den wäre.
4. Hat der Kläger da­mit den An­spruch auf die Ge­gen­leis­tung gemäß § 326 Abs. 2 Satz 1 BGB be­hal­ten, schul­det die Be­klag­te dem Kläger die von ihm gel­tend ge­mach­te Vergütung, de­ren Be­rech­nung nicht im Streit steht. Für die Zeit vom 01. bis 25.04.2013 er­gibt sich ein For­de­rungs­be­trag in Höhe von 4.159,31 € brut­to (= 4.991,17 € brut­to : 30 x 25; vgl. BAG, Ur­teil vom 16.05.2012 – 5 AZR 251/11 – Rz. 22 ff., NZA 2012, 971, 972 f.).
Ab­ge­se­hen von dem bei der Be­rech­nung der For­de­rung be­reits berück­sich­tig­ten Be­zug von Ar­beits­lo­sen­geld muss sich der Kläger ent­ge­gen der An­sicht der Be-klag­ten gemäß § 326 Abs. 2 Satz 2 BGB kei­ne wei­te­ren Beträge an­rech­nen las­sen. Dies gilt ins­be­son­de­re für die gemäß dem Ver­gleich vom 18.06.2009 von der Ka­bel­ge­sell­schaft zu zah­len­den Ein­mal­zah­lung in Höhe von 14.000,00 € brut­to.
Gemäß § 326 Abs. 2 Satz 2 BGB muss sich der Kläger das­je­ni­ge an­rech­nen las­sen, was er in­fol­ge der Be­frei­ung von der Leis­tungs­pflicht er­spart oder durch an­der­wei­ti­ge Ver­wen­dung sei­ner Ar­beits­kraft er­wirbt oder zu er­wer­ben böswil­lig un­terlässt. Der Kläger muss sich al­so im Kern sol­che Vor­tei­le an­rech­nen las­sen, die er durch den Weg­fall der ei­ge­nen Leis­tungs­pflicht im Zeit­raum ab dem 01.08.2009 er­langt hat. Hier­zu zählt die von der Ka­bel­ge­sell­schaft gewähr­te „Ein­mal­zah­lung“ be­reits des­halb nicht, weil sie nicht in der Fol­ge des Weg­falls der Leis­tungs­pflicht ge­genüber der Be­klag­ten, son­dern al­len­falls we­gen des Weg­falls der Leis­tungs­pflicht ge­genüber der Ka­bel­ge­sell­schaft ge­zahlt wor­den ist.
– Sei­te 21 –
5. Ent­ge­gen der An­sicht der Be­klag­ten sind die Vergütungs­ansprüche des Klägers für die Zeit ab dem 01.08.2009 auch nicht (teil­wei­se) gemäß der an­zu­wen­den­den ta­rif­li­chen Aus­schluss­frist ver­fal­len.
Der Kraft der zu Stan­de ge­kom­me­nen ar­beits­ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­rung auf das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en an­zu­wen­den­de Man­tel­ta­rif­ver­trag (MTV) der ... AG enthält in sei­nem § 31 un­ter der Über­schrift „Aus­schluss­frist“ u. a. fol­gen­de Re­ge­lun­gen:
(1) Die Ansprüche bei­der Sei­ten aus dem Ar­beits­verhält­nis müssen in­ner­halb ei­ner Aus­schluss­frist von sechs Mo­na­ten nach Fällig­keit schrift­lich gel­tend ge­macht wer­den.Bei re­gelmäßig wie­der­keh­ren­den Leis­tun­gen be­darf es kei­ner er­neu­ten schrift­li­chen Gel­tend­ma­chung, so­fern der nicht oder un­zu­tref­fend erfüll­te An­spruch auf dem­sel­ben Feh­ler be­ruht. Nach Ab­lauf der vor­ste­hen­den Frist ist die Gel­tend­ma­chung aus­ge­schlos­sen.
(4) Wer­den die Ansprüche bei­der Sei­ten aus dem Ar­beits­verhält­nis trotz Gel­tend­ma­chung durch Be­strei­ten in Schrift­form nicht erfüllt oder nur teil­wei­se erfüllt, in in­ner­halb ei­ner Frist von zwei Mo­na­ten Kla­ge zu er­he­ben. Wird kei­ne Kla­ge er­ho­ben, ver­fal­len die Ansprüche.
Die vor­ste­hend ge­nann­ten Fris­ten hat der Kläger ge­wahrt. In­so­weit ist zunächst dar­auf hin­zu­wei­sen – wo­von die Be­klag­te im Übri­gen sel­ber aus­geht –, dass vor dem Zu­stan­de­kom­men des Ar­beits­ver­tra­ges in der Fol­ge des Ur­teils des Säch­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts vom 28.02.2013 kei­ner­lei Leis­tungs­pflich­ten aus die­sem Ar­beits­ver­trag be­stan­den, mit­hin die Vergütung des Klägers erst mit dem Zu­stan­de­kom­men des Ar­beits­ver­tra­ges fällig ge­wor­den ist. Zu die­sem Zeit­punkt hat­te der Kläger aber be­reits al­le For­de­run­gen bis ein­sch­ließlich März 2013 ein­ge­klagt. Hin­sicht­lich der For­de­rung für April und Mai 2013 ist die Kla­ge­er­wei­te­rung am 19.06.2013 und da­mit in­ner­halb der 6-Mo­nats-Frist des § 31 Abs. 1 Satz 1 MTV er­folgt.
Selbst wenn man be­tref­fend die Fällig­keit auf den 16. des je­weils lau­fen­den Mo­nats als re­gelmäßigen Zahl­tag nach § 9 Abs. 1 Satz 1 des Ent­gelt­rah­men­ta­rif­ver­tra­ges
– Sei­te 22 –
(ERTV) der ... AG ab­stel­len woll­te, führt dies zu kei­nem an­de­ren Er­geb­nis. Un­strei­tig hat der Kläger erst­mals En­de No­vem­ber 2009 sei­ne Ent­gelt­ansprüche für die Zeit ab dem 01.08.2009 für die Dau­er des Wie­der­ein­stel­lungs­pro­zes­ses gel­tend ge­macht. Da­mit wahr­te er die 6-Mo­nats-Frist des § 31 Abs. 1 Satz 1 MTV für die am 16.08.2009 zahl­ba­ren Ent­gelt­ansprüche für den Mo­nat Au­gust 2009 so­wie für die Fol­ge­mo­na­te bis ein­sch­ließlich No­vem­ber 2009. Ei­ner noch­ma­li­gen schrift­li­chen Gel­tend­ma­chung für die Fol­ge­zeit be­durf­te es nach § 31 Abs. 1 Satz 2 MTV nicht, da die Nich­terfüllung der Ent­gelt­ansprüche auf dem­sel­ben Feh­ler (Be­strei­ten ei­nes Rück­kehr­rechts) be­ruh­te. Eben­so be­durf­te es kei­ner kla­ge­wei­sen Gel­tend­ma­chung nach § 31 Abs. 4 Satz 1 MTV, da die Be­klag­te die Ent­gelt­ansprüche des Klägers un­strei­tig nicht in Schrift­form ab­ge­lehnt hat. Im Übri­gen er­scheint es vor dem Hin­ter­grund der Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 01.12.2010 (– 1 BvR 1682/07 – NZA 2011, 354) als zwei­fel­haft, ob ei­ne ge­richt­li­che Gel­tend­ma­chung von Vergütungs­ansprüchen, die vom Be­ste­hen des Rück­kehr­rechts ab­hin­gen, vor Rechts­kraft der Ent­schei­dung über das Rück­kehr­recht als zu­mut­bar an­ge­se­hen wer­den kann.
6. Der Zins­an­spruch folgt aus §§ 291, 288 Abs. 1 Satz 2 BGB. Der Kläger kann Pro­zess­zin­sen ab dem auf die Un­ter­zeich­nung des neu­en Ar­beits­ver­tra­ges fol­gen­den Tag be­an­spru­chen. Ein An­spruch auf Ver­zugs­zin­sen be­steht nicht.
Für ei­nen An­spruch auf Ver­zugs­zin­sen nach §§ 288, 286 BGB ist Grund­vor­aus­set­zung, dass der Schuld­ner trotz des Ein­tritts der Fällig­keit nicht leis­tet. Fällig wur­den die Vergütungs­for­de­run­gen des Klägers vor­lie­gend je­doch erst mit Zu­stan­de­kom­men des Ar­beits­ver­tra­ges, mit­hin erst in dem Zeit­punkt, in dem der Kläger das fin­gier­te Ver­trags­an­ge­bot der Be­klag­ten an­nahm. Dies war vor­lie­gend – so­weit er­sicht­lich – erst im Zeit­punkt der Un­ter­zeich­nung des schrift­li­chen Ar­beits­ver­tra­ges vom 07.05.2013 der Fall, die un­strei­tig En­de Mai 2013 er­folgt ist. Dass der Kläger nach Rechts­kraft der Ent­schei­dung des Säch­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts vom 28.02.2013 am 26.04.2013 das fin­gier­te An­ge­bot der Be­klag­ten zu ei­nem frühe­ren Zeit­punkt aus­drück­lich an­ge­nom­men hat, ist nicht er­kenn­bar. Auf die An­nah­me­erklärung vom 29.11.2012 kann nicht ab­ge­stellt wer­den, da die­se vor dem An­ge­bot
– Sei­te 23 –
der Be­klag­ten liegt. Das Ge­setz geht da­von aus, dass ein Ver­trag durch zwei zeit­lich auf­ein­an­der­fol­gen­de Wil­lens­erklärun­gen (An­trag und An­nah­me) zu­stan­de kommt. Al­len­falls zwei gleich­zei­ti­ge Erklärun­gen können eben­falls zu ei­nem Ver­trag führen (vgl. Pa­landt-El­len­ber­ger, BGB, 73. Auf­la­ge, § 145 Rz. 6). Nach der ge­setz­li­chen Kon­struk­ti­on ist da­mit aus­ge­schlos­sen, dass die An­nah­me dem An­trag/An­ge­bot vor­aus­geht.
Für den An­spruch auf Pro­zess­zin­sen ist gemäß § 291 Satz 1 BGB vor­lie­gend nicht auf den Zeit­punkt der Rechtshängig­keit son­dern auf den Zeit­punkt der Fällig­keit ab­zu­stel­len. Wird ei­ne Schuld – wie hier – erst nach dem Ein­tritt der Rechtshängig­keit fällig, so können Pro­zess­zin­sen erst ab dem Zeit­punkt der Fällig­keit ver­langt wer­den. Fällig­keit trat – wie be­reits oben aus­geführt – vor­lie­gend erst im Zeit­punkt der Un­ter­zeich­nung des Ar­beits­ver­tra­ges vom 07.05.2013 En­de Mai 2013 ein mit der Fol­ge, dass der Kläger Pro­zess­zin­sen ab dem Fol­ge­tag ver­lan­gen kann.
Ob der Kläger ggf. aus dem Ge­sichts­punkt des Scha­den­er­sat­zes Zin­sen be­reits ab ei­nem frühe­ren Zeit­punkt be­an­spru­chen kann, ist nicht zu prüfen, da der Kläger sei­ne Zins­for­de­rung al­lein auf Ver­zug (§ 286 Abs. 1 und Abs. 2 Nr. 1 BGB) gestützt hat.
Kei­ne Vergütung schul­det die Be­klag­te dem Kläger da­ge­gen für die Zeit vom 26.04. bis 31.05.2013.
1. So­weit in die­sem Zeit­raum bis zum Zu­stan­de­kom­men des Ar­beits­ver­trags durch ei­ne An­nah­me­erklärung des Klägers noch Unmöglich­keit be­stand, schei­det ein Vergütungs­an­spruch nach § 326 Abs. 2 Satz 1 BGB aus, da ab dem Zeit­punkt des Vor­lie­gens des An­ge­bots der Be­klag­ten auf­grund Rechts­kraft der Ent­schei­dung des Säch­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts vom 28.02.2013 die Unmöglich­keit al­lein auf der Nicht­an­nah­me des An­ge­bots durch den Kläger be­ruh­te. Wie be­reits oben aus­geführt, be­durf­te es ei­ner dem An­trag/An­ge­bot nach­fol­gen­de An­nah­me­erklä-
– Sei­te 24 –
rung mit der Fol­ge, dass die An­nah­me­erklärung vom 29.11.2012 nicht berück­sich­tigt wer­den kann.
2. Ein An­spruch des Klägers aus § 615 Satz 1 BGB schei­det bis zum 31.05.2013 auch bei Vor­lie­gen ei­ner An­nah­me­erklärung aus, da nicht zu er­ken­nen ist, dass der Kläger in der Zeit vom 26.04. bis 31.05.2013 sei­ne Ar­beits­leis­tung ge­genüber der Be­klag­ten tatsächlich oder wört­lich an­ge­bo­ten hat.
3. Sch­ließlich kann der Kläger sei­ne For­de­rung für die Zeit vom 26.04. bis 31.05.2013 auch nicht auf § 280 Abs. 1 BGB stützen. Ei­ne Pflicht­ver­let­zung der Be­klag­ten schei­det für die Zeit nach Ein­tritt der Fik­ti­ons­wir­kung des § 894 ZPO aus, da mit Vor­lie­gen des Ver­trags­an­ge­bo­tes ih­re Pflich­ten aus dem Auf­he­bungs­ver­trag vom 30.04.2005 erfüllt wa­ren.
Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 92 Abs. 2 Nr. 1 Satz 1 ZPO. In­so­weit er­scheint es als an­ge­mes­sen, der Be­klag­ten trotz ih­res teil­wei­sen Ob­sie­gens und der Teil­kla­gerück­nah­me so­wie des Teil­ver­gleichs ers­ter In­stanz die ge­sam­ten Pro­zess­kos­ten auf­zu­er­le­gen, da die Zu­viel­for­de­rung des Klägers verhält­nismäßig ge­ringfügig war und nur ge­ringfügig höhe­re Kos­ten ver­an­lasst hat.
Die Zu­las­sung der Re­vi­si­on folgt aus § 72 Abs. 2 Nr. 1 ArbGG da die strei­tent­schei­den­den Rechts­fra­gen grundsätz­li­che Be­deu­tung ha­ben. Es gilt da­her die nach­fol­gen­de
zur Übersicht 3 Sa 232/14 Kontakt