Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=14.02.1996&Aktenzeichen=VIII%20ZR%2068/95
Timestamp: 2019-12-14 20:33:42
Document Index: 14310031

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 263', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 91', '§ 91', '§ 91', '§ 91', 'BGH', 'BGH', '§ 523', 'BGH']

BGH, 14.02.1996 - VIII ZR 68/95 - dejure.org
https://dejure.org/1996,787
BGH, 14.02.1996 - VIII ZR 68/95 (https://dejure.org/1996,787)
BGH, Entscheidung vom 14.02.1996 - VIII ZR 68/95 (https://dejure.org/1996,787)
BGH, Entscheidung vom 14. Februar 1996 - VIII ZR 68/95 (https://dejure.org/1996,787)
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Berufung des Klägers - Neuer Hauptantrag - Erstinstanzliche Weiterverfolgung des Hilfsantrags
Nach der gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, die auch durch die Senatsentscheidung vom 14. Februar 1996 (aaO unter II 2, 3;… ferner Urteil vom 26. November 1997 aaO unter II 2, 3) und den Beschluß des VI. Zivilsenats vom 12. Juli 1994 (VI ZB 43/93, NJW-RR 1994, 1404 = MDR 1994, 1143 unter II) bestätigt wird, ist die Berufung hinsichtlich des im Berufungsverfahren gestellten Hilfsantrags zulässig, mit dem der Kläger seinen Hauptantrag erster Instanz, nunmehr in zweiter Linie, weiterverfolgt.
Der Berufungskläger kann daher mit der Berufung nicht im Wege der Klageänderung allein einen neuen, bisher nicht geltend gemachten Anspruch zur Entscheidung zu stellen (BGH, Urt. v. 14. Februar 1996, VIII ZR 68/95, NJW-RR 1996, 765;… Urt. v. 6. Mai 1999, IX ZR 250/98, NJW 1999, 2118, 2119;… Senat, Urt. v. 15. März 2002, V ZR 39/01, NJW-RR 2002, 1435, 1436 - std. Rspr.).
Die Änderung der Klage im Berufungsverfahren (§§ 263, 523 ZPO) kann nicht allein das Ziel des Rechtsmittels sein, sondern setzt dessen Zulässigkeit voraus (…BGH, Urt. v. 12. Juli 1994 - VI ZB 43/93, NJW-RR 1994, 1404; Beschl. v. 9. November 1995 - IX ZB 65/95, NJW 1996, 320; Urt. v. 14. Februar 1996 - VIII ZR 68/95, NJW-RR 1996, 765; v. 13. Juni 1996 - III ZR 40/96, NJW-RR 1996, 1276; v. 18. Juni 1996 - VI ZR 325/95, NJW-RR 1996, 1210, 1211; v. 13. November 1997 - VII ZR 100/97, WM 1998, 1141).
Es ist nicht folgerichtig, die Zulässigkeit eines neuen Hauptantrags allein aus derjenigen eines Hilfsantrags herzuleiten, der nur für den Fall gestellt wird, daß der Hauptantrag unbegründet ist (BGH, Urt. v. 14. Februar 1996, aaO).
Soweit der Berufungskläger seinen in erster Instanz geltend gemachten Klageanspruch hilfsweise weiterverfolgt, ist die Berufung dagegen zulässig (Senat, Urteil vom 14. Februar 1996 - VIII ZR 68/95, WM 1996, 1511 = NJW-RR 1996, 765 unter II 2 a; Senat, Urteil vom 11. Oktober 2000 - VIII ZR 321/99, WM 2001, 45 = NJW 2001, 226 unter II 2 c).
Das Berufungsgericht geht zutreffend selbst davon aus, daß sich die Beklagte mit ihrer Berufung in zulässiger Weise gegen die auf Klage erfolgte Verurteilung verteidigt und damit mindestens teilweise die in dem angefochtenen Urteil liegende Beschwer beseitigen will (vgl. z.B. BGH, Urt. v. 14. Februar 1996, VIII ZR 68/95, NJW-RR 1996, 765 m.w.N.).
(1) Entgegen einer im Schrifttum verbreiteten Meinung (…vgl. FK- Bracher , § 91 Rz. 12;… Immenga/Mestmäcker - K. Schmidt , § 91 Rz. 13;… Langen/Bunte - Bornkamm , § 91 Rz. 12; Loewenheim - Dicks , § 91 Rzn. 11 ff.) kommt es für die Frage der Berufungszuständigkeit sowie deren Beurteilung richtigerweise maßgeblich auf den Zeitpunkt der Einlegung der Berufung bei dem insoweit angerufenen Gericht an und kann ein (unmittelbar) bei dem Kartell-Oberlandesgericht anhängig gemachter Berufungsrechtsstreit nicht (erst) durch neues tatsächliches Vorbringen im zweiten Rechtszug zu einer "nachträglichen Kartellberufungssache" werden (offenlassend BGH, Urteil v. 14. Februar 1996 - VIII ZR 68/95 , WuW/E BGH 3053 ff. = NJW-RR 1996, 765 [unter II.1.], Rz. 11 bei juris: Zuständigkeit des Kartellsenats "allenfalls" dann, wenn sich der kartellrechtliche Tatbestand aus Vorbringen ergibt, das in der Berufungsinstanz in prozessrechtlich zulässiger Weise nachgeschoben worden ist).
Insoweit wird auf das den Parteien bekannte Senatsurteil vom 14. Februar 1996 - VIII ZR 68/95 (= WM 1996, 1511 unter II 1) verwiesen, das in dem gleichgelagerten Rechtsstreit eines anderen Vertragshändlers gegen die Beklagte ergangen ist.
Ob sich, wie die Revision meint, dem Beschluß des IX. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs vom 9. November 1995 - IX ZB 65/95 (= WM 1996, 420 a.E.) eine andere Auffassung entnehmen läßt, kann dahinstehen, weil dieser Teil der Entscheidung aus den im Senatsurteil vom 14. Februar 1996 (aaO) genannten Gründen nicht tragend ist.
Die Änderung oder bloße Erweiterung der Klage in zweiter Instanz (§§ 523 i.V.m. 264 Nr. 2, 263 ZPO) kann nicht alleiniges Ziel des Rechtsmittels sein; vielmehr setzt ein derartiges Prozeßziel eine zulässige Berufung voraus (Senatsurteil vom 30. November 1995 - III ZR 240/94 = NJW 1996, 527 mit zahlreichen weiteren Nachweisen; siehe auch BGH, Urteil vom 14. Februar 1996 - VIII ZR 68/95, zur Veröffentlichung bestimmt).