Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%2079,%202092
Timestamp: 2019-07-20 04:25:01
Document Index: 11382542

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 242', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 276', '§ 607', 'BGH', '§ 56', '§ 278', 'BGH', 'BGH']

BGH, 17.05.1979 - III ZR 118/77 - dejure.org
https://dejure.org/1979,709
BGH, 17.05.1979 - III ZR 118/77 (https://dejure.org/1979,709)
BGH, Entscheidung vom 17.05.1979 - III ZR 118/77 (https://dejure.org/1979,709)
BGH, Entscheidung vom 17. Mai 1979 - III ZR 118/77 (https://dejure.org/1979,709)
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Vermittlung eines Darlehensgeschäfts von Reisegewerbetreibenden - Werbung von Mitgliedern für eine Spar- und Dahrlehensgemeinschaft - Unterschreiben des Dahrlehensvertrages in den Geschäftsräumen des Kreditvermittlers - Begründung eines Mitarbeiterverhältnisses als Vertragsgegenstand - Schaffen einer ständigen Erwerbsquelle auf eigene Rechnung - Gesamtbeurteilung eines Darlehensvertrags hinsichtlich seiner möglichen Sittenwidrigkeit - Beruhen der Eingliederung der gewonnenen neuen Mitarbeiter in die Vertriebsorganisation auf einem "Schneeballsystem" der Weiterwerbung - Aufklärungspflichten des Dahrlehensgebers gegenüber dem Darlehensbewerber
NJW 1979, 2092
WM 1979, 1035
DB 1979, 2129
Entsprechendes gilt, gleichartige Interessenlage vorausgesetzt, bei kreditfinanzierten Mitarbeitervertragen, Arbeitnehmerbeteiligungen oder Kapitalanlagen (vgl. BGHZ 72, 92, 99 ff. [BGH 08.06.1978 - III ZR 136/76]; BGH, Urteil vom 17. Mai 1979 - III ZR 118/77, WM 1979, 1035, 1037 f.; BGH, Urteil vom 12. Juli 1979 - III ZR 18/78, WM 1979, 1054 f.; BGH, Urteil vom 20. März 1980 - III ZR 172/78, WM 1980, 620, 621 f.).
Ein solcher "Einwendungsdurchgriff" kommt, wie der Senat schon mehrfach entschieden hat, nicht nur beim finanzierten Abzahlungskauf beweglicher Sachen, sondern auch beim finanzierten Teilzahlungskauf eines Waschsalons (…Urteil vom 9. Februar 1978 aaO), beim finanzierten Mitarbeitervertrag (Senatsurteile vom 20. März 1980 aaO, vom 17. Mai 1979 - III ZR 118/77 = NJW 1979, 2092, 2095 und vom 23. November 1978 - III ZR 61/77 = NJW 1979, 868) und beim finanzierten Bauträgervertrag (Senatsurteil vom 12. Juli 1979 - III ZR 18/78 = NJW 1980, 41 = LM § 242 (Cd) BGB Nr. 221 = WM 1979, 1054) in Betracht.
Der erkennende Senat hat wiederholt beim finanzierten Abzahlungskauf und anderen Geschäften mit vergleichbarer Interessenlage eine Verpflichtung der kreditgebenden Bank angenommen, den Kreditnehmer vorvertraglich eindeutig und unübersehbar darauf hinzuweisen, daß er das Darlehen unabhängig von den Risiken (z.B. Leistungsstörungen) des finanzierten Geschäfts zurückerstatten müsse - sogen. Aufspaltungsrisiko - (vgl. etwa Senatsurteile BGHZ 72, 92, vom 17. Mai 1979 a.a.O. m.w.Nachw. …und vom 20. März 1980 aaO;… weitere Nachweise bei Hadding a.a.O. S. 309 ff).
Es muß daher im Streitfall bei dem Grundsatz verbleiben, daß die Finanzierungsbank nicht verpflichtet ist, den Darlehensnehmer über Risiken der von ihm beabsichtigten Verwendung des Darlehens aufzuklären (Senatsurteil vom 17. Mai 1979 aaO).
Diesen Grundsatz hat der Senat schon mehrfach ausgesprochen (BGHZ 71, 358; Urteil vom 17. Mai 1979 - III ZR 118/77 = NJW 1979, 2129 = WM 1979, 1035 m.w. Nachw.).
Ein "Einwendungsdurchgriff" kommt jedoch nicht nur bei einem finanzierten Abzahlungsgeschäft dieser Art in Betracht, wie der Senat schon mehrfach entschieden hat (vgl. die Senatsurteile vom 9. Februar 1978 - III ZR 31/76 = NJW 1978, 1427 = WM 1978, 459 zum finanzierten Teilzahlungskauf eines Waschsalons; vom 23. November 1978 - III ZR 61/77 = NJW 1979, 868 = WM 1979, 289 zum finanzierten Mitarbeitervertrag; vom 17. Mai 1979 - III ZR 118/77 aaO; vom 12. Juli 1979 - III ZR 18/78 = JZ 1979, 721 = NJW 1980, 41 zum finanzierten Bauträgervertrag).
Diese werden den Darlehensvermittler wenn nicht als "Bank", so doch, ähnlich wie der Käufer den darlehensvermittelnden Verkäufer beim finanzierten Abzahlungskauf, als Vertreter oder wenigestens als Vertrauensperson der kreditgebenden Bank ansehen (vgl. das Senatsurteil vom 17. Mai 1979 aaO).
Nach den Grundsätzen des Senatsurteils vom 17. Mai 1979 (aaO) kann hier im übrigen auch ein Schadensersatzanspruch der Beklagten in Betracht kommen, den sie dem Darlehensrückzahlungsanspruch entgegensetzen können.
Insbesondere besteht bei Verhandlungen über den Abschluß eines Vertrages grundsätzlich die Verpflichtung, den anderen Teil über Umstände aufzuklären, die zur Vereitelung des Vertragszweckes geeignet sind und daher insbesondere auch für die Entschließung des anderen Teils von wesentlicher Bedeutung sein können (BGH Urteil vom 17. März 1954 - II ZR 248/53 = LM BGB § 276 /Fb/ Nr. 1; Senatsurteil vom 17. Mai 1979 - III ZR 118/77 = LM BGB § 607 Nr. 39).
Das hat der erkennende Senat bereits mehrfach entschieden (BGHZ 71, 358; Urteile vom 6. Juli 1978 - III ZR 63/76 = WM 1978, 1154; 8. Februar 1979 - III ZR 14/78 = WM 1979, 550 und III ZR 2/77 = WM 1979, 429; 17. Mai 1979 - III ZR 118/77 = WM 1979, 1035; 21. Juni 1979 - III ZR 62/78 = WM 1979, 1180; 20. März 1980 - III ZR 172/78 = WM 1980, 620; 8. Juli 1982 - III ZR 35/81 = ZIP 1982, 1044).
Dabei können Feststellungen, die im Zusammenhang mit § 56 Abs. 1 Nr. 6 GewO über eine Kreditvermittlertätigkeit der Firma G. getroffen werden, Auswirkungen haben für die Frage, ob die Klägerin gemäß § 278 BGB für ein Verschulden des Angestellten Kutscher einzustehen hat (vgl. Senatsurteile BGHZ 47, 224, 230 [BGH 20.02.1967 - III ZR 40/66]; vom 17. Mai 1979 - III ZR 118/77 = WM 1979, 1035 = NJW 1979, 2092 zu III 3 b a.E.; vom 10. Juli 1980 - III ZR 177/78 - NJW 1980, 2301, 2303).