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Timestamp: 2016-10-26 05:55:26
Document Index: 216676233

Matched Legal Cases: ['Art. 9', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 9', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'Art. 9', 'BGE', 'BGE', 'Art. 9', 'Art. 36', 'BGE', 'BGE', 'Art. 156', 'Art. 135', 'BGE', 'BGE']

Progr�s Versicherungen AG, Versicherungsrecht, 8081 Z�rich, Beschwerdegegnerin,
Der 1973 geborene F.________ arbeitete seit 1. M�rz 2005 als An�sthesiepfleger im Spital X.________ und war damit bei den Vaudoise Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend Vaudoise) unfallversichert. Am 29. Mai 2005 verdrehte er sich bei der Landung mit dem Gleitschirm das rechte Knie und klagte seither �ber starke Beschwerden daselbst. Das Spital X.________, wo er am 30. Mai 2005 behandelt wurde, stellte folgende Diagnose: Ruptur des vorderen Kreuzbandes rechts, Verdacht auf Ruptur des hinteren Kreuzbandes rechts, fraglich mediale und laterale Meniskusl�sion Knie rechts. Als vorbestehend diagnostizierte es einen Status nach vorderer Kreuzbandplastik mit Patellarsehne Knie rechts vor sechs Jahren sowie einen Status nach Reruptur des vorderen Kreuzbandes und medialem Meniskusriss 2004 (konservative Therapie). Der Versicherte war seit 30. Mai 2005 eine Woche zu 100 % sowie eine weitere Woche zu 50 % arbeitsunf�hig und ab 13. Juni 2005 wieder voll arbeitsf�hig. Mit Verf�gung vom 31. August 2005 verneinte die Vaudoise ihre Leistungspflicht. Die dagegen von der Progr�s Versicherungen AG (nachfolgend Progr�s; Krankenversicherer des F.________) erhobene Einsprache wies die Vaudoise ab. Der Versicherte habe am 29. Mai 2005 mit der Ruptur des vorderen Kreuzbandes rechts zwar eine K�rpersch�digung nach Art. 9 Abs. 2 UVV erlitten. Es habe jedoch kein unfall�hnliches Ereignis im Rechtssinne stattgefunden, da die Landung normal bis fein gewesen sei. Die durchgef�hrte Bewegung sei somit nicht im Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen worden und k�nne somit nicht als Ereignis mit gewissem Gef�hrdungspotenzial betrachtet werden (Entscheid vom 16. November 2005).
In Gutheissung der hiegegen von der Progr�s eingereichten Beschwerde hob das Versicherungsgericht des Kantons Solothurn die Verf�gung und den Einspracheentscheid auf und wies die Vaudoise an, im Sinne der Erw�gungen zu verfahren. Den Erw�gungen ist zu entnehmen, dass bez�glich des Ereignisses vom 29. Mai 2005 der Tatbestand der unfall�hnlichen K�rpersch�digung als erf�llt angesehen wurde. Die Vaudoise wurde angewiesen, hief�r die gesetzlichen UVG-Leistungen zu erbringen, unter Vorbehalt der �brigen Anspruchsvoraussetzungen (Entscheid vom 14. Februar 2006).
Die Progr�s schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, w�hrend das Bundesamt f�r Gesundheit und der als Mitbeteiligter beigeladene F.________ auf eine Vernehmlassung verzichten.
Streitig und zu pr�fen ist, ob es sich beim Geschehen vom 29. Mai 2005 um ein versichertes Ereignis handelt.
Die Vorinstanz hat die Bestimmungen �ber den Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung im Allgemeinen (Art. 6 Abs. 1 und 2 UVG) zutreffend dargelegt. Gleiches gilt bez�glich des Begriffs der K�rpersch�digungen, die auch ohne ungew�hnliche �ussere Einwirkung Unf�llen gleichgestellt sind (Art. 6 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 UVV [in der seit 1. Januar 1998 g�ltigen Fassung]), sowie der zuletzt in BGE 129 V 466 mit Hinweisen best�tigten und pr�zisierten Rechtsprechung, wonach dabei am Erfordernis des �usseren Faktors gem�ss BGE 123 V 43 und RKUV 2001 Nr. U 435 S. 332 festzuhalten ist. Darauf wird verwiesen.
Im eben zitierten BGE 129 V 466 hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht seine Rechtsprechung zu den unfall�hnlichen K�rpersch�digungen dahingehend pr�zisiert, dass tatbestandsm�ssig ein ausserhalb des K�rpers liegender, objektiv feststellbarer, sinnf�lliger, eben unfall�hnlicher Vorfall erforderlich ist. Wo ein solches Ereignis mit Einwirkung auf den K�rper nicht stattgefunden hat, und sei es auch nur als Ausl�ser eines in Art. 9 Abs. 2 lit. a-h UVV aufgez�hlten Gesundheitsschadens, ist eine eindeutig krankheits- oder degenerativ bedingte Gesundheitssch�digung gegeben. Kein unfall�hnliches Ereignis liegt in all jenen F�llen vor, in denen der �ussere Faktor mit dem (erstmaligen) Auftreten der f�r eine der in Art. 9 Abs. 2 lit. a-h UVV enthaltenen Gesundheitssch�den typischen Schmerzen gleichgesetzt wird. Auch nicht erf�llt ist das Erfordernis des �usseren sch�digenden Faktors, wenn das (erstmalige) Auftreten von Schmerzen mit einer blossen Lebensverrichtung einhergeht, welche die versicherte Person zu beschreiben in der Lage ist; denn f�r die Bejahung eines �usseren, auf den menschlichen K�rper sch�digend einwirkenden Faktors ist stets ein Geschehen verlangt, dem ein gewisses gesteigertes Gef�hrdungspotenzial innewohnt. Das ist zu bejahen, wenn die zum einschiessenden Schmerz f�hrende T�tigkeit im Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies etwa f�r viele sportliche Bet�tigungen zutreffen kann. Wer hingegen beim Aufstehen, Absitzen, Abliegen, der Bewegung im Raum, Handreichungen usw. einen einschiessenden Schmerz erleidet, welcher sich als Symptom einer Sch�digung nach Art. 9 Abs. 2 UVV herausstellt, kann sich nicht auf das Vorliegen einer unfall�hnlichen K�rpersch�digung berufen. Erf�llt ist demgegen�ber das Erfordernis des �usseren sch�digenden Faktors bei �nderungen der K�rperlage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung h�ufig zu k�rpereigenen Traumen f�hren k�nnen, wie das pl�tzliche Aufstehen aus der Hocke, die heftige und/oder belastende Bewegung und die durch �ussere Einfl�sse unkontrollierbare �nderung der K�rperlage (BGE 129 V 467 ff. Erw. 2.2 und 4.2). Erforderlich und hinreichend f�r die Bejahung eines �usseren Faktors ist, dass diesem ein gesteigertes Sch�digungspotenzial zukommt, sei es zufolge einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der allt�glichen Lebensverrichtung f�hrenden Faktors (BGE 129 V 471 Erw. 4.3).
Der Ausl�sungsfaktor kann dabei allt�glich und diskret sein. Es muss sich indessen um ein pl�tzliches Ereignis handeln, wie eine heftige Bewegung oder das pl�tzliche Aufstehen aus der Hocke. Dabei kommt es beim Begriffsmerkmal der Pl�tzlichkeit im Rahmen der unfall�hnlichen K�rpersch�digungen nicht in erster Linie auf die Dauer der sch�digenden Einwirkung an als vielmehr auf deren Einmaligkeit. Keine unfall�hnliche K�rpersch�digung liegt demgem�ss vor, wenn eine Verletzung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. a-h UVV ausschliesslich auf wiederholte, im t�glichen Leben laufend auftretende Mikrotraumata zur�ckzuf�hren ist, welche eine allm�hliche Abn�tzung bewirken und schliesslich zu einem behandlungsbed�rftigen Gesundheitsschaden f�hren (Urteil B. vom 21. Dezember 2005 Erw. 2, U 368/05; Urteil A. vom 27. Oktober 2005 Erw. 4.2, U 223/05, mit Hinweisen auf BGE 116 V 148 Erw. 2c und Alfred B�hler, Die unfall�hnliche K�rpersch�digung, in: SZS 1996 S. 88).
In tats�chlicher Hinsicht ist davon auszugehen, dass der Versicherte sich beim Landen mit dem Gleitschirm das rechte Knie verdreht hat, wobei er im "Fragebogen Unfallbegriff" der Beschwerdef�hrerin vom 10. August 2005 angab, es habe sich um eine "normale bis feine Landung" gehandelt. Beweism�ssig ist mithin nicht erstellt, dass er bei der Landung st�rzte oder mit etwas zusammenstiess oder eine unkoordinierte Bewegung in dem Sinne machte, dass sein Bewegungsablauf durch etwas Programmwidriges oder Sinnf�lliges, wie ein Ausgleiten, ein Stolpern oder ein reflexartiges Abwehren eines Sturzes etc., gest�rt wurde, was zur Bejahung des f�r das Vorliegen eines Unfalles im Rechtssinne erforderlichen Merkmals eines ungew�hnlichen �usseren Faktors f�hren w�rde (BGE 130 V 118 Erw. 2.1, 122 V 232 Erw. 1; RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 Erw. 3c/aa und dd; vgl. auch erw�hntes Urteil U 368/05 Erw. 3.1). Ein Unfall im Rechtssinne f�llt daher ausser Betracht, was denn auch allseits unbestritten ist.
4.1 Die Vaudoise und das kantonale Gericht gelangten mit Blick auf die medizinischen Unterlagen zutreffend zum Schluss, dass der Versicherte beim Ereignis vom 29. Mai 2005 eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes rechts und damit eine K�rpersch�digung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. g UVV erlitten hat. Seither klage er �ber Beeintr�chtigungen am rechten Knie. Richtig ist mit der Vorinstanz auch, dass er vor diesem Ereignis trotz vorgesch�digtem rechten Kniegelenk beschwerdefrei war.
4.2 Die Vaudoise macht letztinstanzlich geltend, laut den Aussagen des Versicherten sei die Landung "fein bis normal" erfolgt. Es habe keine heftige oder br�ske Bewegung vorgelegen; der Versicherte sei vom Gleitschirm sogar getragen oder in der Luft zur�ckgehalten worden. Er sei somit bei optimaler Wetterlage sanft am Boden angekommen. Die Voraussetzung der Sinnf�lligkeit beziehe sich auf den �usseren Faktor selber, vorliegend auf das Landen auf dem Boden unter normalen oder optimalen Bedingungen, und nicht auf die Folgen der Landung, d.h. das Verdrehen des Knies in Folge dieser Landung.
4.3 Die Landung mit einem Gleitschirm stellt ein Geschehen mit einem gesteigerten Gef�hrundgspotenzial dar. Es handelt sich nicht um eine allt�gliche Lebensverrichtung wie z.B. das blosse Aufstehen, Absitzen, Abliegen oder Bewegen im Raum. Obwohl der Versicherte die Landung als "normal bis fein" beschrieb, ist diese nicht planm�ssig gelungen, indem er sich beim Aufsetzen auf den Boden das rechte Knie verdrehte. Es ist mithin durch eine pl�tzliche und unkontrollierte Drehbewegung des Kniegelenks zur Kreuzbandl�sion gekommen, worauf sofort starke Beschwerden und Schmerzen auftraten. Die Verletzung ist mithin auf ein sinnf�lliges Ereignis anl�sslich der Aus�bung einer erh�ht risikogeneigten Sportart zur�ckzuf�hren. Damit hat sich das gesteigerte Gef�hrdungspotenzial realisiert, weshalb mit der Vorinstanz auf ein unfall�hnliches Ereignis zu erkennen ist. Die Einwendungen der Vaudoise verm�gen an diesem Ergebnis nichts zu �ndern.
4.4 Die Vaudoise ist somit dem Grundsatz nach f�r die am 29. Mai 2005 zugezogene Knieverletzung rechts leistungspflichtig. Hieran �ndert die Vorsch�digung des Knies (Erw. 4.1) nichts (Art. 36 UVG), da es nach der Rechtsprechung gen�gt, wenn ein �usseres Ereignis erstellt ist, welches zumindest im Sinne eines Ausl�sungsfaktors die eingetretene Gesundheitssch�digung bewirkt hat (BGE 129 V 466 Erw. 2.1, 123 V 45, vgl. auch Urteil W. vom 21. M�rz 2006 Erw. 6.2, U 222/05, je mit Hinweisen). Das trifft hier nach dem Gesagten zu.
Streitigkeiten zwischen Versicherungstr�gern �ber Leistungen aus Unfallfolgen f�r einen gemeinsamen Versicherten sind kostenpflichtig (BGE 126 V 192 Erw. 6 mit Hinweisen). Die unterliegende Vaudoise hat demnach die Gerichtskosten zu tragen (Art. 156 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 135 OG).
Da die Progr�s eine mit �ffentlich-rechtlichen Aufgaben betraute Organisation ist, steht ihr trotz Obsiegens keine Parteientsch�digung zu (BGE 128 V 133 Erw. 5b; in BGE 129 V 466 nicht publizierte Erw. 6). Dem beigeladenen Versicherten steht ebenfalls keine Parteientsch�digung zu, da er sich nicht vernehmen liess (SVR 1995 AHV Nr. 70 S. 214 Erw. 6b).
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons Solothurn, dem Bundesamt f�r Gesundheit und F.________ zugestellt.