Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Baden-W%C3%BCrttemberg&Datum=06.09.2016&Aktenzeichen=2%20S%202168/14
Timestamp: 2020-07-11 15:45:55
Document Index: 40229236

Matched Legal Cases: ['Art 3', '§ 4', '§ 4', '§ 69', '§ 3', '§ 4', 'Art. 3', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 124', '§ 124']

VGH Baden-Württemberg, 06.09.2016 - 2 S 2168/14 - dejure.org
https://dejure.org/2016,30331
VGH Baden-Württemberg, 06.09.2016 - 2 S 2168/14 (https://dejure.org/2016,30331)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 06.09.2016 - 2 S 2168/14 (https://dejure.org/2016,30331)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 06. September 2016 - 2 S 2168/14 (https://dejure.org/2016,30331)
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Art 3 Abs 3 S 2 GG, § 4 RdFunkBeitrStVtr BW, § 4 Abs 2 S 1 Nr 3 RdFunkBeitrStVtr BW, § 69 Abs 5 SGB 9, § 3 Abs 1 Nr 5 SchwbAwV
Rundfunkstaatsvertrag; Rundfunkbeitrag; Schwerbehinderter; Merkzeichen "RF"; Beitragsbefreiung; Beitragsermäßigung; Gebührenbefreiung; Vertrauensschutz
Gewährung eines materiellrechtlichen Anspruchs auf Ermäßigung des Rundfunkbeitrages oder vollständige Beitragsbefreiung aufgrund einer Schwerbehinderung; Benachteiligung von behinderten Menschen durch die Ausgestaltung des § 4 RBStV in verfassungsrechtlich unzulässiger ...
Rundfunkbeiträge: Heranziehung von Schwerbehinderten zu einem Drittelbeitrag verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden
Rundfunkbeiträge: Auch Schwerbehinderte müssen zahlen
Ermäßigung des Rundfunkbeitrags für Schwerbehinderte rechtmäßig
Rundfunkbeiträge - Klage eines Schwerbehinderten gegen die Heranziehung zu Rundfunkbeiträgen auch im Berufungsverfahren erfolglos
Rundfunkbeiträge: Drittelbeitrag für Schwerbehinderte verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden - Rundfunkbeitragsstaatsvertrag formell und materiell verfassungsgemäß
Mit Urteil vom 06.09.2016 (- 2 S 2168/14 -, zur Veröffentlichung vorgesehen) hat der Senat diese Rechtsprechung nochmals bestätigt.
Mit Urteil vom 06.09.2016 (- 2 S 2168/14 -, juris) hat der Senat diese Rechtsprechung nochmals bestätigt.
Diese Einschätzung befindet sich in Übereinstimmung mit der Beurteilung durch den Senat (Urteile vom 03.03.2016 und vom 06.09.2016, a.a.O.) sowie des Bundesverwaltungsgerichts (Urteile vom 18.03.2016 - 6 C 6.15 -, juris …und vom 15.06.2016 - 6 C 35/15 -, juris Rdnr. 31ff).
Dass nach der Einschätzung des wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen vom Oktober 2014 zum Thema "Öffentlich-rechtliche Medien - Aufgabe und Finanzierung" auch andere Rundfunkmodelle möglich wären und vereinzelt Kritik am Finanzierungssystem des öffentlich-rechtlichen Rundfunks geübt wird, ändert an der Beurteilung der geltenden Rechtslage nichts (vgl. VGH Baden- Württemberg, Urteil vom 06.09.2016 - 2 S 2168/14 -, juris, Rn. 35).
Ein Verstoß gegen den Gleichheitssatz - hier in Form des speziellen Gleichheitsgrundrechts behinderter Menschen aus Art. 3 Abs. 3 Satz 2 GG - liegt auch nicht etwa deshalb vor, weil der Gesetzgeber in § 4 Abs. 1 und 2 RBStV in unzulässiger Weise nach Behinderungsgraden typisiert bzw. differenziert und hierbei den gebotenen Nachteilsausgleich für Schwerbehinderte außer Betracht gelassen hätte (VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 06.09.2016 - 2 S 2168/14 -, juris, Rn. 46).
Dass nach der Einschätzung des wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen vom Oktober 2014 zum Thema "Öffentlich-rechtliche Medien - Aufgabe und Finanzierung" (Anlage K 5) auch andere Rundfunkmodelle möglich wären und vereinzelt Kritik am Finanzierungssystem des öffentlich-rechtlichen Rundfunks geübt wird, ändert an der Beurteilung der geltenden Rechtslage nichts (vgl. VGH Bad.- Württ., U. v. 6.9.2016 - 2 S 2168/14 -, juris, Rn. 35).
Das Vorliegen der Voraussetzungen der Befreiungstatbestände in § 4 Abs. 2 RBStV wird ausschließlich durch das Merkzeichen "RF" im Schwerbehindertenausweis nachgewiesen (…vgl. Hahn/Vesting, Beck"scher Kommentar zum Rundfunkrecht, 4. Auflage 2018, § 4 RBStV Rn. 52, 53; VGH Bad.-Württ., U. v. 6.9.2016, a.a.O., Rn. 21), das Aufschluss darüber gibt, dass die Fähigkeit zur Rezeption von Rundfunkangeboten eingeschränkt ist.
Dass nach der Einschätzung des wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen vom Oktober 2014 zum Thema "Öffentlich-rechtliche Medien - Aufgabe und Finanzierung" auch andere Rundfunkmodelle möglich wären und vereinzelt Kritik am Finanzierungssystem des öffentlich-rechtlichen Rundfunks geübt wird, ändert an der Beurteilung der geltenden Rechtslage nichts (vgl. VGH Bad.- Württ., U. v. 6.9.2016 - 2 S 2168/14 -, juris, Rn. 35).
Die Berufung war zuzulassen, weil die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat, § 124a Abs. 1 Satz 1, § 124 Abs. 2 Nr. 3 VwGO (vgl. hierzu die unter den Az. 2 S 1943/14, 2 S 2104/14 und 2 S 2168/14 anhängigen Verfahren vor dem VGH Bad.-Württ.).
Hierzu hat der Senat bereits mit Urteil vom 06.09.2016 (- 2 S 2168/14 -, juris) u.a. folgendes ausgeführt:.