Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=27.10.1982&Aktenzeichen=V%20ZR%2031/82
Timestamp: 2019-11-21 03:54:23
Document Index: 232478149

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 592', '§ 286', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 286', 'BGH', '§ 592', '§ 592', '§ 592', '§ 286', '§ 286', 'BGH', '§ 592', 'BGH', '§ 592', '§ 286', 'BGH', 'BGH']

BGH, 27.10.1982 - V ZR 31/82 - dejure.org
https://dejure.org/1982,2852
BGH, 27.10.1982 - V ZR 31/82 (https://dejure.org/1982,2852)
BGH, Entscheidung vom 27.10.1982 - V ZR 31/82 (https://dejure.org/1982,2852)
BGH, Entscheidung vom 27. Januar 1982 - V ZR 31/82 (https://dejure.org/1982,2852)
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Begründung und Beweis eines im Urkundsprozess geltend gemachten Anspruchs - Deklaratorisches Schuldanerkenntnis - Privaturkunde als Urkunde im Urkundsprozess - Zulässige Beweismittel für den Urkundsprozess
WM 1983, 22
Die Voraussetzungen des § 592 ZPO sind vielmehr bereits dann erfüllt, wenn der Inhalt der vorgelegten Urkunden für das Gericht ausreicht, um im Wege der freien Beweiswürdigung nach § 286 ZPO den von dem Kläger behaupteten Sachverhalt feststellen zu können (BGH, Urt. v. 27. Oktober 1982 - V ZR 31/82, WM 1983, 22).
Es genügt, daß Urkunden wie der schriftliche Vertrag vom 31. März 1994 und die Broschüre "Grundlagen des Terminhandels" einen Indizienbeweis ermöglichen (vgl. BGH, Urteile vom 27. Oktober 1982 - V ZR 31/82, WM 1983, 22 und vom 12. Juli 1985 - V ZR 15/84, WM 1985, 1244, 1245).
Abseits dessen genügt in diesem Zusammenhang jede Urkunde, die geeignet ist, dem Gericht gegenüber den Beweis für die Richtigkeit der klagebegründenden Tatsachen unmittelbar oder mittelbar zu erbringen (vgl. BGH, Urteil vom 27.10.1982, WM 1983, 22).
39 Für die Statthaftigkeit des Urkundsprozesses genügt jede Urkunde, die geeignet ist, dem Gericht gegenüber den Beweis für das Bestehen des geltend gemachten Anspruchs unmittelbar oder mittelbar zu erbringen (BGH, Urteil vom 27.10.1982 - V ZR 31/82 - WM 1983, 22 f.).
Es reicht aus, dass mit der Urkunde eine Indiztatsache bewiesen wird, die den Schluss auf die anspruchsbegründende Haupttatsache zulässt (BGH, Urteil vom 12.07.1985 - V ZR 15/84 - NJW 1985, 2953; Urteil vom 27.10.1982, aaO).
Die Urkunde muss nämlich nicht konstitutiv sein und den Klageanspruch selbst begründen oder belegen, wie etwa eine Vertragsurkunde; es genügt, dass sie einen Indizienbeweis ermöglicht und ausreicht, um im Wege der freien Beweiswürdigung nach § 286 ZPO den anspruchsbegründenden Sachverhalt zu beweisen (BGH WM 1983, 22; WM 2006, 691, 692 = NJW-RR 2006, 760;… Musielak/Voit, ZPO, 11. Aufl., § 592 Rn. 12;… Zöller/Greger § 592 Rn. 15;… Braun a. a. O. § 592 Rn. 16.).
Zum Beweisantritt im Urkundenprozeß genügt die Vorlage von Urkunden, aus denen Indizien entnommen werden können, durch die der Richter auf die zu beweisende Haupttatsache (hier: Einwendungen gegen den geltend gemachten Anspruch) schließen kann (Weiterführung zum Urt. v. 27. Oktober 1982, V ZR 31/82, WM 1983, 22).
Es reicht jedoch aus, daß die Tatsachen, auf die die Beklagte ihre Einwendungen stützt, genau wie die anspruchsbegründenden Tatsachen nach den Grundsätzen der freien Beweiswürdigung (§ 286 ZPO) aus den Urkunden unmittelbar oder wie hier, mittelbar durch den Beweis von Indiztatsachen zur Überzeugung des Gerichts erbracht werden (für die anspruchsbegründenden Tatsachen vgl. Senat Urt. v. 27. Oktober 1982, V ZR 31/82, WM 1983, 22 mit zahlr. Nachw.).
Die vorgelegten Dokumente müssen nur geeignet sein, im Wege der freien Beweiswürdigung nach § 286 ZPO den anspruchsbegründenden Sachverhalt zu beweisen (BGH WM 1983, 22; NJW 1985, 2953; WM 2006, 691, 692 = NJW-RR 2006, 760;… Musielak/Voit § 592 Rdn. 12;… Zöller/Greger a.a.O.).
Auch im Urkundenprozess kann unter Geltung des Grundsatzes der freien Beweiswürdigung ein mittelbarer Beweis anhand von Indiztatsachen geführt werden (BGH WM 1983, 22;… Zöller-Greger, 26. Aufl., Rdnr. 13 zu § 592 ZPO).
Der Inhalt vorgelegter Urkunden unterliegt den auch im Wechselprozeß geltenden Grundsätzen der freien Beweiswürdigung (§ 286 ZPO; vgl. BGH, Urteil vom 9. Mai 1968 - II ZR 170/67, WM 1968, 985; Urteil vom 27. Oktober 1982 - V ZR 31/82, WM 1983, 22; OLG Köln NJW-RR 1993, 946, 947; vgl. auch Nobbe, Die neuere Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zum Wechsel- und Scheckrecht, WM 1991, Sonderbeil. Nr. 10 S. 3).
b) Die Höhe und Fälligkeit des Vergütungsanspruchs kann zwar stattdessen auch durch eine privatschriftliche Urkunde über ein vom Besteller abgegebenes deklaratorisches Schuldanerkenntnis bewiesen werden, da diese Privaturkunde geeignet ist, dem Gericht im Wege der freien Würdigung des vorgelegten Beweismittels den Beweis für das Bestehen des geltend gemachten Anspruchs zu erbringen (vgl. BGH, WM 1983, 22).
LG Darmstadt, 30.01.1987 - 17 S 447/86