Source: https://www.steuba.de/betriebsausgaben/abschreibung-handelsrechtlich-und-steuerrechtlich/
Timestamp: 2020-01-19 02:05:03
Document Index: 44109041

Matched Legal Cases: ['§ 253', '§ 253', '§ 253', '§ 253', '§ 253', '§ 253', '§ 253', '§ 7', '§ 253', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 7', '§ 6', '§ 7']

Abschreibung: Definition handelsrechtlich und steuerrechtlich
31 Mai Abschreibung: Definition handelsrechtlich und steuerrechtlich
VerÃ¶ffentlicht um: 15:33Uhr in Betriebsausgaben	von	Michael Jonas
Was versteht man unter Abschreibung bzw. einer Absetzung fÃ¼r Abnutzung?
Was versteht man handelsrechtlich unter einer Abschreibung?
Was ist eine Absetzung fÃ¼r Abnutzung im Steuerrecht?
Was ist die Definition der Abschreibung im Steuerrecht?
Wann beginnt der Abschreibungszeitraum bei der Absetzung fÃ¼r Abnutzung?
Wann endet der Abschreibungszeitraum bei der Absetzung fÃ¼r Abnutzung?
Was versteht man unter steuerlichen AfA Tabellen fÃ¼r die Abschreibung?
Das Handelsrecht versteht unter Abschreibungen den Werteverzehr von VermÃ¶gensgegenstÃ¤nden und verfolgt damit den Zweck der Darstellung der VermÃ¶genslage sowie des JahresÃ¼berschusses. Im Vordergrund stehen die periodengerechte Verteilung der Anschaffungs- und Herstellungskosten von AnlagegÃ¼tern sowie die Bewertung von VermÃ¶gensgegenstÃ¤nden des Anlage- und UmlaufvermÃ¶gens. Die Abschreibungen erfassen planmÃ¤ÃŸige oder auÃŸerplanmÃ¤ÃŸige Wertminderungen dieser VermÃ¶gensgegenstÃ¤nde. Handelsrechtlich sind die Abschreibungen in Â§ 253 Abs. 3 bis 5 HGB geregelt. Nach dem Handelsrecht sind folgende Abschreibungen vorzunehmen:
planmÃ¤ÃŸige Abschreibungen gem. Â§ 253 Abs. 3 SÃ¤tze 1 und 2 HGB,
auÃŸerplanmÃ¤ÃŸige Abschreibungen gem. Â§ 253 Abs. 3 Satz 3 HGB, um die VermÃ¶gensgegenstÃ¤nde mit dem niedrigeren Wert anzusetzen; bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung besteht dazu eine Verpflichtung,
Abschreibungen gem. Â§ 253 Abs. 4 Satz 1 HGB bei WG des UmlaufvermÃ¶gens auf den niedrigeren BÃ¶rsen- oder Marktpreis am Abschlussstichtag,
Abschreibungen gem. Â§ 253 Abs. 4 Satz 2 HGB bei WG des UmlaufvermÃ¶gens auf den niedrigeren beizulegenden Wert,
Abschreibungen gem. Â§ 253 Abs. 4 Satz 3 HGB bei WG des UmlaufvermÃ¶gens wegen zukÃ¼nftiger Wertschwankungen,
Abschreibungen gem. Â§ 253 Abs. 5 HGB bei WG des Anlage- und UmlaufvermÃ¶gens im Rahmen vernÃ¼nftiger kaufmÃ¤nnischer Beurteilung.
Die von Â§ 7 EStG umfassten linearen, degressiven Absetzungen fÃ¼r Abnutzung (AfA) fallen unter den Begriff der planmÃ¤ÃŸigen AfA i.S.d. Â§ 253 HGB und sind handelsrechtlich daher erlaubt. Sofern das Steuerrecht eigene AfA-Methoden vorsieht (z.B. Â§ 7g EStG), die von denen des Handelsrechts abweichen, sind die steuerlichen Regelungen fÃ¼r die Steuerbilanz maÃŸgeblich. Handelt es sich um steuerliche Wahlrechte, dÃ¼rfen diese auch unabhÃ¤ngig von der Handelsbilanz ausgeÃ¼bt werden.
Das Steuerrecht regelt in Â§ 7 EStG:
die AfA in gleichen JahresbetrÃ¤gen bei beweglichen WG (Â§ 7 Abs. 1 SÃ¤tze 1 und 2 EStG);
die AfA von WG, die vor Einlage in ein BetriebsvermÃ¶gen im PrivatvermÃ¶gen der Einkunftserzielung dienten. Eine AfA kann nur insoweit vorgenommen werden, als sich nach BerÃ¼cksichtigung der im PrivatvermÃ¶gen vorgenommenen AfA von den tatsÃ¤chlichen angefallenen Anschaffungs- oder Herstellungskosten noch ein Restwert ergibt (Â§ 7 Abs. 1 Satz 5 EStG).
Die AfA-Bemessungsgrundlage bemisst sich nach geltender Rechtslage abweichend vom Einlagewert nach Â§ 6 Abs. 1 Nr. 5 EStG, wenn die WG vor der Einlage zur Einkunftserzielung im PrivatvermÃ¶gen genutzt worden sind. Um in diesen FÃ¤llen eine doppelte Inanspruchnahme von Abschreibungsvolumen zu vermeiden, ist die weitere Absetzung fÃ¼r Abnutzung nach dem Gesetzeswortlaut des Â§ 7 Abs. 1 Satz 5 EStG von den um die bisher geltend gemachten Absetzungen fÃ¼r Abnutzung geminderten Anschaffungs- oder Herstellungskosten vorzunehmen.
Bei einer Anschaffung ist es erforderlich, dass Besitz, Gefahr, Nutzungen und Lasten auf den Erwerber Ã¼bergehen und dieser damit das wirtschaftliche Eigentum an dem Wirtschaftsgut erlangt. Sind am Bilanzstichtag nicht alle Einzelkriterien erfÃ¼llt, bedarf es einer wertenden Beurteilung anhand der Verteilung von Chancen und Risiken, die aus dem zu bilanzierenden VermÃ¶gensgegenstand erwachsen. Danach setzt die Erlangung des wirtschaftlichen Eigentums aber jedenfalls dann den Ãœbergang der Gefahr des zufÃ¤lligen Untergangs voraus, wenn der VerkÃ¤ufer eine technische Anlage zu Ã¼bereignen hat, die vom Erwerber erst nach erfolgreichem Abschluss eines Probebetriebs abgenommen werden soll. Eine Kaufpreisvorauszahlung vor Ãœbergang des wirtschaftlichen Eigentums berechtigt nicht zur Annahme einer vorzeitigen Erlangung der wirtschaftlichen VerfÃ¼gungsmacht Ã¼ber das Wirtschaftsgut.
Die AfA endet, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten abgesetzt sind oder wenn die WirtschaftsgÃ¼ter aus dem Betrieb ausscheiden (R 7.4 Abs. 8 EStR).
Die AfA-Tabellen dienen als Hilfsmittel zur SchÃ¤tzung der Nutzungsdauer. Sie berÃ¼cksichtigen sowohl die technische als auch die wirtschaftliche Nutzungsdauer. Diese Abschreibungstabellen sind zwar weder handels- noch steuerrechtlich verbindlich, da es auf die betriebsindividuellen VerhÃ¤ltnisse ankommt. Die AfA-Tabellen sind jedoch von den Finanzgerichten unter dem Gesichtspunkt der Selbstbindung der Verwaltung und im Hinblick auf das Prinzip der GleichmÃ¤ÃŸigkeit der Besteuerung nur dann nicht zu beachten, wenn ihre Anwendung im Regelfall zu einer offensichtlich unzutreffenden Besteuerung fÃ¼hren wÃ¼rde.
Der BFH ermÃ¶glicht in stÃ¤ndiger Rechtsprechung eine Abweichung von den in den AfA-Tabellen angegebenen betriebsgewÃ¶hnlichen Nutzungsdauern, soweit objektiv nachprÃ¼fbare GrÃ¼nde fÃ¼r eine kÃ¼rzere oder lÃ¤ngere als die amtlich vorgesehene Nutzungsdauer sprechen.
Dabei habe derjenige, der eine abweichende Nutzungsdauer geltend macht, die hierfÃ¼r sprechenden GrÃ¼nde substantiiert vorzubringen.
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