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Timestamp: 2016-10-23 08:09:38
Document Index: 191890205

Matched Legal Cases: ['Art. 82', 'Art. 86', 'Art. 90', 'Art. 89', 'Art. 42', 'Art. 100', 'Art. 95', 'Art. 96', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 105', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 14', 'Art. 4', 'Art. 7', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 8', 'Art. 9', 'Art. 11', 'Art. 11', 'Art. 8', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 12', 'Art. 13', 'Art. 14', 'Art. 12', 'Art. 17', 'BGE', 'BGE', 'Art. 7', 'Art. 2', 'Art. 17', 'Art. 12', 'Art. 17', 'Art. 3', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 95', 'Art. 95', 'Art. 95', 'Art. 3', 'Art. 7', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 30', 'Art. 31', 'Art. 32', 'Art. 3', 'Art. 2', 'Art. 3', 'BGE', 'Art. 7', 'BGE', 'Art. 7', 'Art. 7', 'Art. 8', 'Art. 31', 'Art. 28', 'Art. 3', 'Art. 9', 'Art. 5', 'BGE', 'Art. 4', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 5', 'Art. 3', 'Art. 23', 'Art. 66', 'Art. 64', 'BGE', 'Art. 64']

2C_897/2015 (25.05.2016)
2C_897/2015 � � Urteil vom 25. Mai 2016
Aufsichtsbeh�rde �ber die Anw�ltinnen
und Anw�lte des Kantons Luzern.
Am 13. Mai 2015 entzog ihm die Aufsichtsbeh�rde �ber die Anw�ltinnen und Anw�lte des Kantons Luzern das Anwaltspatent mit der Begr�ndung, er erf�lle die Voraussetzungen f�r die Erteilung des Anwaltspatents nicht mehr, da gegen ihn am 18. Dezember 2014 beim Betreibungsamt U.________ Verlustscheine in der H�he von Fr. 46'392.95 und beim Betreibungsamt V.________ Verlustscheine in der H�he von Fr. 276'110.30 vorgelegen h�tten. Mit dem Entscheid, das Anwaltspatent zu entziehen, wurden zwei h�ngige Disziplinarverfahren als gegenstandslos abgeschrieben.
A.________ erhebt am 5. Oktober 2015 Beschwerde beim Bundesgericht mit den Antr�gen, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Rechtswidrigkeit des Patententzugs festzustellen. Zudem ersucht er um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege.
Das Kantonsgericht und die Aufsichtsbeh�rde schliessen auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Das Bundesamt f�r Justiz stellt keinen Antrag; es h�lt jedoch daf�r, der Entzug des Anwaltspatents sei, sofern es sich um eine Disziplinarmassnahme handle, nicht mit dem Bundesrecht vereinbar. In ihrer Vernehmlassungsantwort weist die Aufsichtsbeh�rde darauf hin, es gehe nicht um einen disziplinarischen Entzug des Anwaltspatents. Der Entscheid st�tze sich auf das kantonale Anwaltsgesetz, in dem der Patententzug geregelt sei. Der Erwerb und damit auch der Entzug des Anwaltspatents liege in der Kompetenz der Kantone.
1.1.�Der Entzug des Anwaltspatents durch die Aufsichtsbeh�rde betrifft ein �ffentliches Rechtsverh�ltnis. Der verfahrensabschliessende, kantonal letztinstanzliche Gerichtsentscheid unterliegt der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Art. 82 lit. a, Art. 86 Abs. 1 lit. d, Art. 90 BGG). Der Beschwerdef�hrer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen. Er ist durch den angefochtenen Entscheid besonders ber�hrt und hat ein schutzw�rdiges Interesse an dessen Aufhebung oder �nderung. Die Beschwerdelegitimation gem�ss Art. 89 Abs. 1 BGG ist damit gegeben. Auf die frist und formgerecht eingereichte Beschwerde (vgl. Art. 42 und Art. 100 Abs. 1 BGG) ist einzutreten.
1.2.�Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 und Art. 96 BGG ger�gt werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist folglich weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden (BGE 139 II 404 E. 3 S. 415). Die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht wird nur gepr�ft, wenn eine entsprechende R�ge in substanziierter Weise vorgebracht worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG). Die Anwendung von kantonalem Gesetzes- und Verordnungsrecht wird nur auf ihre Vereinbarkeit mit dem Bundesrecht gepr�ft (BGE 136 I 316 E. 2.2.1 S. 318 mit Hinweisen).
Das Bundesgericht legt seinem Urteil den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt zugrunde (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinn von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG).
2.1.�Die Vorinstanz erwog, der Patententzug habe eine klare Grundlage im Gesetz des Kantons Luzern vom 4. M�rz 2002 �ber das Anwaltspatent und die Parteivertretung (AnwG/LU; SRL 280). Die �nderung des Anwaltsgesetzes vom 19. M�rz 2012 (in Kraft seit 1. Juli 2012) sei aufgrund einer Kontroverse �ber die M�glichkeit des Patententzugs durch die Kantone erfolgt. Gem�ss � 5a i.V.m. � 2 Abs. 1 AnwG/LU i.V.m. Art. 8 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes vom 23. Juni 2000 �ber die Freiz�gigkeit der Anw�ltinnen und Anw�lte (BGFA; SR 935.61) k�nne die Aufsichtsbeh�rde das Anwaltspatent entziehen, wenn Verlustscheine best�nden. Dies sei hier unzweifelhaft der Fall, weshalb eine der Voraussetzungen, das Anwaltspatent zu erteilen, nachtr�glich weggefallen sei. Das Luzerner Anwaltspatent sei seit jeher nie ein reiner F�higkeitsausweis gewesen. Auch im Jahr 1977 sei f�r die Zulassung zum Rechtspraktikum und damit zur Anwaltspr�fung ein guter Leumund vorausgesetzt gewesen. Bei fehlender Vertrauensw�rdigkeit sei das Patent nicht erteilt bzw. wieder entzogen worden. Allein mit dem Einwand, das Patent sei keine Polizeierlaubnis, komme der Beschwerdef�hrer seiner Begr�ndungspflicht nicht nach. Der Entzug des Patents durch die Aufsichtsbeh�rde sei nicht zu beanstanden. Aufgrund des Entzugs sei es dem Beschwerdef�hrer fortan verboten, den Titel "Rechtsanwalt" bzw. "Anwalt" zu f�hren. Die Patenturkunde m�sse er nicht zur�ckgeben, weil diese keine konstitutive Wirkung habe.
2.2.�Der Beschwerdef�hrer vertritt den Standpunkt, das im Jahr 1977 erworbene Anwaltspatent stelle einen F�higkeitsausweis dar, dessen Erwerb auch durch nachtr�glich eingetretene Zahlungsunf�higkeit nicht in Frage gestellt werden k�nne. Der Bundesgesetzgeber habe die pers�nlichen Voraussetzungen f�r die Aus�bung des Anwaltsberufs in Art. 8 BGFA geregelt. Die L�schung des Registereintrags gem�ss Art. 9 BGFA habe nicht den Verlust des Anwaltspatents zur Folge. Der im AnwG/LU vorgesehene Patententzug stimme nicht mit der bundesgesetzlichen Regelung �berein. Dem kantonalen Gesetzgeber komme lediglich bei der Festlegung der Anforderungen f�r den Erwerb des Patents ein gewisser Spielraum zu. Wenn der Entzug des Patents im BGFA nicht geregelt sei, handle es sich um ein qualifiziertes Schweigen des Bundesgesetzgebers. Gerade weil dieser nur die Erteilung, nicht aber den Entzug des Anwaltspatents geregelt habe, m�sse auf die Unzul�ssigkeit des Entzugs geschlossen werden. Eine Regelung zum Entzug des Anwaltspatents sei zudem willk�rlich und unverh�ltnism�ssig.
3.1.�Das BGFA gew�hrleistet die Freiz�gigkeit der Anw�ltinnen und Anw�lte und legt die Grunds�tze f�r die Aus�bung des Anwaltsberufs in der Schweiz fest (Art. 1 BGFA). Es gilt f�r Personen, die �ber ein Anwaltspatent verf�gen und in der Schweiz im Rahmen des Anwaltsmonopols Parteien vor Gerichtsbeh�rden vertreten (Art. 2 Abs. 1 BGFA). Das Recht der Kantone, im Rahmen dieses Gesetzes die Anforderungen f�r den Erwerb des Anwaltspatents festzulegen, bleibt gewahrt (Art. 3 Abs. 1 BGFA). Das Gleiche gilt f�r das Recht der Kantone, Inhaberinnen und Inhaber ihres kantonalen Anwaltspatents vor den eigenen Gerichtsbeh�rden Parteien vertreten zu lassen (Art. 3 Abs. 2 BGFA).
3.2.�Jeder Kanton bezeichnet eine Beh�rde, welche die Anw�ltinnen und Anw�lte beaufsichtigt, die auf seinem Gebiet Parteien vor Gerichtsbeh�rden vertreten (Art. 14 BGFA).
3.3.�Anw�ltinnen und Anw�lte, die in einem kantonalen Anwaltsregister eingetragen sind, k�nnen in der Schweiz ohne weitere Bewilligung Parteien vor Gerichtsbeh�rden vertreten (Art. 4 BGFA). Jeder Kanton f�hrt ein Register der Anw�ltinnen und Anw�lte, die �ber eine Gesch�ftsadresse auf dem Kantonsgebiet verf�gen und die Voraussetzungen nach den Art. 7 und 8 BGFA erf�llen (Art. 5 Abs. 1 BGFA). Es wird von der kantonalen Aufsichtsbeh�rde �ber die Anw�ltinnen und Anw�lte gef�hrt (Art. 5 Abs. 3 BGFA). Anw�ltinnen und Anw�lte, die �ber ein kantonales Anwaltspatent verf�gen und Parteien vor Gerichtsbeh�rden vertreten wollen, lassen sich ins Register des Kantons eintragen, in dem sie ihre Gesch�ftsadresse haben (Art. 6 Abs. 1 BGFA). Die Aufsichtsbeh�rde tr�gt sie ein, wenn sie festgestellt hat, dass die Voraussetzungen nach den Art. 7 und 8 BGFA erf�llt sind (Art. 6 Abs. 2 BGFA). F�r den Registereintrag m�ssen die Anw�ltinnen und Anw�lte �ber ein Anwaltspatent verf�gen. Ein solches kann von den Kantonen nur auf Grund folgender Voraussetzungen erteilt werden: ein juristisches Studium, das mit einem Lizentiat oder Master einer schweizerischen Hochschule oder einem gleichwertigen Hochschuldiplom eines Staates abgeschlossen wurde, der mit der Schweiz die gegenseitige Anerkennung vereinbart hat (Art. 7 Abs. 1 lit. a BGFA); ein mindestens einj�hriges Praktikum in der Schweiz, das mit einem Examen �ber die theoretischen und praktischen juristischen Kenntnisse abgeschlossen wurde (Art. 7 Abs. 1 lit. b BGFA). F�r den Registereintrag m�ssen die Anw�ltinnen und Anw�lte folgende pers�nliche Voraussetzungen erf�llen: sie m�ssen handlungsf�hig sein (Art. 8 Abs. 1 lit. a BGFA); es darf keine strafrechtliche Verurteilung vorliegen wegen Handlungen, die mit dem Anwaltsberuf nicht zu vereinbaren sind, es sei denn, diese Verurteilung erscheine nicht mehr im Strafregisterauszug f�r Privatpersonen (Art. 8 Abs. 1 lit. b BGFA); es d�rfen gegen sie keine Verlustscheine bestehen (Art. 8 Abs. 1 lit. c BGFA); sie m�ssen in der Lage sein, den Anwaltsberuf unabh�ngig auszu�ben und k�nnen Angestellte nur von Personen sein, die ihrerseits in einem kantonalen Register eingetragen sind (Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA). Anw�ltinnen und Anw�lte, die eine der Voraussetzungen f�r den Registereintrag nicht mehr erf�llen, werden im Register gel�scht (Art. 9 BGFA). Sie verwenden diejenige Berufsbezeichnung, die ihnen mit ihrem Anwaltspatent erteilt worden ist, oder eine gleichwertige Berufsbezeichnung des Kantons, in dessen Register sie eingetragen sind (Art. 11 Abs. 1 BGFA). Im Gesch�ftsverkehr geben sie ihren Eintrag in einem kantonalen Register an (Art. 11 Abs. 2 BGFA).
4.1.�Der Kanton Luzern regelte den Erwerb des Anwaltspatents beim Erlass des AnwG/LU wie folgt: Anw�ltin oder Anwalt ist, wer das Anwaltspatent besitzt (� 1 AnwG/LU). Die Pr�fungskommission gem�ss � 5 AnwG/LU erteilt das Anwaltspatent Bewerberinnen und Bewerbern, welche die Voraussetzungen von Art. 8 Abs. 1 lit. a-c BGFA erf�llen und die Anwaltspr�fung bestanden haben (� 2 Abs. 1 AnwG/LU). Bewerberinnen und Bewerber, welche die Voraussetzungen der Art. 7 Abs. 1 lit. a und Art. 8 Abs. 1 lit. a-c BGFA erf�llen, haben vor der Zulassung zur Anwaltspr�fung ein Anwaltspraktikum von mindestens einem Jahr zu absolvieren (� 3 Abs. 1 AnwG/LU).
4.2.�Im Bereich des Aufsichts- und Disziplinarwesens machte der Kanton Luzern von den Kompetenzen, welche seiner Ansicht nach (vgl. E. 5.2.2 hiernach) das BGFA gew�hrt, folgendermassen Gebrauch: Die Anw�ltinnen und Anw�lte unterstehen der Aufsicht der Aufsichtsbeh�rde �ber die Anw�ltinnen und Anw�lte (� 8 Abs. 1 AnwG/LU). Auf die nicht zur Parteivertretung zugelassenen Anw�ltinnen und Anw�lte sind als kantonales Recht Art. 12 BGFA �ber die Berufsregeln, Art. 13 BGFA �ber das Berufsgeheimnis und Art. 14-20 BGFA �ber das Disziplinarwesen sinngem�ss anwendbar (� 8 Abs. 2 AnwG/LU). Die Aufsichtsbeh�rde ahndet Verletzungen der Berufsregeln nach Art. 12 BGFA. Sie kann Weisungen erteilen und die Anw�ltin oder den Anwalt mit Disziplinarmassnahmen belegen (� 10 Abs. 1 AnwG/LU).
4.3.�Am 19. M�rz 2012 verabschiedete der Grosse Rat des Kantons Luzern eine Gesetzesnovelle folgenden Inhalts: Die Aufsichtsbeh�rde �ber die Anw�ltinnen und Anw�lte kann das Anwaltspatent entziehen, wenn die Voraussetzungen gem�ss � 2 Abs. 1 AnwG/LU nicht mehr gegeben sind (� 5a lit. a AnwG/LU) oder ein dauerndes Berufsaus�bungsverbot gem�ss Art. 17 Abs. 1 lit. e BGFA oder eine offensichtliche Zahlungsunf�higkeit besteht und dadurch die Vertrauensw�rdigkeit nicht mehr gegeben ist (� 5a lit. b AnwG/LU). Der Inhaber oder die Inhaberin des Anwaltspatents kann mit schriftlicher Erkl�rung gegen�ber der Aufsichtsbeh�rde �ber die Anw�ltinnen und Anw�lte auf das Anwaltspatent verzichten (� 5b AnwG/LU). Nach einem Entzug gem�ss � 5a AnwG/LU kann die Aufsichtsbeh�rde �ber die Anw�ltinnen und Anw�lte das entzogene Anwaltspatent wieder erteilen, wenn der Gesuchsteller oder die Gesuchstellerin nachweist, dass die Entzugsgr�nde nicht mehr gegeben sind und der Schutz des rechtsuchenden Publikums und der Rechtspflege dies zul�sst (� 5c Abs. 1 AnwG/LU). Diese Regel gilt sinngem�ss auch f�r die Wiedererteilung des Anwaltspatents nach einem freiwilligen Verzicht gem�ss � 5b AnwG/LU (� 5c Abs. 2 AnwG/LU). Die � 5a-5c AnwG/LU sind zusammen mit den Folge�nderungen in � 13 und � 17 AnwG/LU am 12. Juli 2012 in Kraft getreten.
5.1.�Dem angefochtenen Urteil ist �ber eine allf�llige Eintragung bzw. L�schung aus dem Anwaltsregister nichts zu entnehmen. Aus den Akten ist ersichtlich, dass der Beschwerdef�hrer am 10. Juni 2011 auf eigenes Gesuch hin aus dem Anwaltsregister gel�scht wurde, weil er die den Verlustscheinen zugrunde liegenden Forderungen nicht begleichen konnte.
5.2.�Im Bereich der reglementierten Berufe wird unterschieden zwischen administrativen und disziplinarischen Massnahmen (vgl. BGE 137 II 425 E. 7.2 S. 429; ferner Urteil 2C_853/2013 vom 17. Juni 2014 E. 5.3). Administrative Massnahmen sollen die sch�dliche Wirkung einer T�tigkeit f�r die Zukunft vermeiden und ihr - falls die T�tigkeit bereits ausge�bt wird - ein Ende setzen; sie haben einen Sicherungszweck. Sie werden verh�ngt, wenn gesetzliche Voraussetzungen f�r die Aus�bung des Berufs nicht oder nicht mehr gegeben sind. Disziplinarische Massnahmen wirken dagegen repressiv; sie sanktionieren die Verletzung von gesetzlich normierten Berufsregeln. Disziplinarmassnahmen haben in der Regel keinen p�nalen Charakter (BGE 128 I 346 E. 2.2 S. 348; 125 I 417 E. 2a S. 419), sondern sollen den Bewilligungsinhaber von weiteren Verfehlungen abhalten. Dadurch wird mittelbar auch das Publikum gesch�tzt (vgl. Urteil 2P.159/2005 vom 30. Juni 2006 E. 3.3). Die Zwecke von Administrativ- und Disziplinarmassnahmen �berschneiden sich somit im Bereich des Publikumsschutzes.
5.2.1.�Administrative Massnahmen gegen Rechtsanw�lte, die dem BGFA unterstehen, sind die Verweigerung des Registereintrags und die L�schung aus dem Register. Dadurch wird verhindert, dass ein Rechtsanwalt, welcher die Voraussetzungen gem�ss Art. 7 und 8 BGFA nicht oder nicht mehr erf�llt, Parteien berufsm�ssig vor Gerichtsbeh�rden vertritt. Diese Massnahmen dienen dem Schutz des rechtsuchenden Publikums im Bereich der berufsm�ssigen anwaltlichen Vertretung. Ausschliesslich beratend t�tige Anw�lte bzw. jene, die auf einen Registereintrag verzichten, werden von diesen Massnahmen nicht erfasst (vgl. Art. 2 Abs. 1 BGFA). Demnach sind von Bundesrechts wegen Verlustscheine kein Hindernis f�r beratend t�tige Anw�lte.
5.2.2.�Disziplinarische Massnahmen im Anwaltsrecht sind die Sanktionen, welche Art. 17 BGFA bei Verletzung von Berufsregeln gem�ss Art. 12 und 13 BGFA vorsieht. Der Gesetzeswortlaut, wonach "bei Verletzung dieses Gesetzes" Disziplinarmassnahmen greifen, ist mit Blick auf die Systematik ("Dritter Abschnitt: Berufsregeln und Disziplinaraufsicht") und den Sinn von Disziplinarmassnahmen (vgl. E. 5.2) zu reduzieren auf den Tatbestand der Verletzung von Berufsregeln (vgl. auch TOMAS POLEDNA, in Fellmann/Zindel [Hrsg.], Kommentar zum Anwaltsgesetz, 2. Aufl. 2011 [im Folgenden: Kommentar zum Anwaltsgesetz], N. 16 zu Art. 17 BGFA). Disziplinarische Massnahmen k�nnen von Bundesrechts wegen ebenfalls nur gegen Anw�lte ausgesprochen werden, welche dem BGFA unterstehen; der Kanton Luzern hat indessen diese Regeln auf die nicht zur Parteivertretung zugelassenen Anw�ltinnen und Anw�lte ausgedehnt (vgl. E. 4.2). In der Lehre ist umstritten, ob diese Regelung bundesrechtskonform ist (vgl. HANS NATER, in: Kommentar zum Anwaltsgesetz, N. 8b zu Art. 3 BGFA).
5.3.�Das BGFA regelt die Berufspflichten und das Disziplinarrecht - wie �brigens auch die Voraussetzungen f�r den Registereintrag und die damit verbundenen administrativen Massnahmen (vgl. STAEHELIN/ OETIKER, in: Kommentar zum Anwaltsgesetz, N. 18 zu Art. 6 BGFA) - abschliessend (BGE 130 II 270 E. 1.1 und E. 3.1.1; Urteil 2C_344/2007 vom 22. Mai 2008 E. 1). Dem Beschwerdef�hrer wurde das Anwaltspatent mit der Begr�ndung entzogen, gegen ihn w�rden Verlustscheine in betr�chtlicher H�he vorliegen. Daraus folgt, dass der Entzug keine Disziplinarmassnahme darstellen kann. Denn erstens ist der Patententzug keine vom Bundesrecht vorgesehene Massnahme und zweitens stellt das Vorliegen von Verlustscheinen keine Verletzung von Berufsregeln dar. Vielmehr f�hrt das Vorliegen von Verlustscheinen zur Verweigerung des Registereintrags bzw. - wie auch im vorliegenden Fall geschehen (vgl. E. 5.1) - zur L�schung aus dem Register. Es fragt sich daher, welchem Zweck der Entzug des Anwaltspatents dient und ob die Massnahme mit dem Bundesrecht vereinbar ist.
6.1.�Das BGFA st�tzt sich auf Art. 95 Abs. 1 und 2 BV. Art. 95 Abs. 1 BV r�umt dem Bund die Kompetenz ein, Vorschriften �ber die privatwirtschaftliche T�tigkeit zu erlassen. Dabei handelt es sich um eine konkurrierende Gesetzgebungskompetenz im Verh�ltnis zu den Kantonen. Bereiche oder Teilbereiche, die bundesrechtlich nicht geregelt sind, fallen weiterhin in die kantonale Kompetenz. Art. 95 Abs. 2 BV verpflichtet den Bund, f�r einen einheitlichen schweizerischen Wirtschaftsraum zu sorgen und zu gew�hrleisten, dass Personen mit einer wissenschaftlichen Ausbildung oder mit einem eidgen�ssischen, kantonalen oder kantonal anerkannten Ausbildungsabschluss ihren Beruf in der ganzen Schweiz aus�ben zu k�nnen.
6.2.�Art. 3 Abs. 1 BGFA erlaubt den Kantonen, im Rahmen des BGFA die Anforderungen f�r den Erwerb des Anwaltspatents (weiterhin) festzulegen. Es handelt sich um einen unechten Vorbehalt zugunsten der Kantone, wie auch aus dem Wortlaut hervorgeht ("Das Recht der Kantone [...] bleibt gewahrt"). Die Einschr�nkung "im Rahmen des BGFA" bedeutet, dass die Voraussetzungen f�r die Erteilung des Anwaltspatents gem�ss Art. 7 Abs. 1 BGFA eingehalten werden m�ssen. Dar�ber hinaus d�rfen die Kantone weitere Voraussetzungen statuieren. Dies ist unumstritten, soweit es nur darum geht, im Bereich der fachlichen Voraussetzungen �ber das bundesrechtliche Minimum hinauszugehen. Umstritten ist jedoch, ob die Kantone den Erwerb des Anwaltspatents auch an pers�nliche Voraussetzungen kn�pfen d�rfen.
6.2.1.�Von der Rechtsprechung und vom �berwiegenden Teil der Lehre wird dies bejaht (vgl. BGE 134 II 329 E. 5.1 S. 332; HANS NATER, in: Kommentar zum Anwaltsgesetz, N. 3 zu Art. 3 BGFA; BOHNET/ OTHENIN-GIRARD/SCHWEIZER, in: Commentaire Romand, Loi sur les avocats, 2010, N. 16 zu Art. 3 BGFA; BRUNNER/HENN/KRIESI, Anwaltsrecht, 2015, S. 12; WALTER FELLMANN, Anwaltsrecht, 2010, Rz. 684 f.; BOHNET/ MARTENET, Droit de la profession d'avocat, 2009, Rz. 576 ff.).
6.2.2.�Eine Lehrmeinung wendet sich dagegen mit der Begr�ndung, aus den wenigen Materialien zu dieser Bestimmung (welche im Entwurf des Bundesrates noch nicht enthalten gewesen war) gehe hervor, dass es dem Bundesgesetzgeber nur um eine kantonale Zust�ndigkeit im Bereich der fachlichen Voraussetzungen gegangen sei. Dies ergebe sich auch aus der Systematik des BGFA, indem der Begriff des Anwaltspatents nur im Zusammenhang mit fachlichen Voraussetzungen (Art. 7 BGFA), nicht aber mit pers�nlichen Voraussetzungen (Art. 8 BGFA) verkn�pft werde (DANIEL KETTIGER, Entzug des Anwaltspatents: Zur Frage der Rechtm�ssigkeit kantonaler Regelungen des Patententzugs, Jusletter 28. September 2009 S. 4). Dass es dem Gesetzgeber hinsichtlich des Anwaltspatents nur um die fachlichen Voraussetzungen gehen k�nne, zeige sich auch darin, dass gem�ss Art. 30 BGFA von Anw�ltinnen und Anw�lten mit Anwaltspatenten aus Mitgliedstaaten der EU und EFTA f�r die Eintragung in das kantonale Anwaltsregister an Stelle eines schweizerischen Anwaltspatents eine Eignungspr�fung (Art. 31 BGFA) oder ein Gespr�ch zu den beruflichen F�higkeiten (Art. 32 BGFA) verlangt werde, also ausschliesslich der Nachweis von fachlichen Voraussetzungen (KETTIGER, a.a.O. S. 5).
6.2.3.�Es trifft zu, dass in der St�nderatsdebatte zum heutigen Art. 3 Abs. 1 BGFA (behandelt als Art. 2bis Abs. 1 der Gesetzesvorlage) lediglich die Vereinheitlichung der fachlichen Voraussetzungen angesprochen wurde (AB 1999 S 1158 ff., 1163, Votum Kommissionssprecherin Saudan). Dies bedeutet aber nicht, dass den Kantonen untersagt werden sollte, pers�nliche Voraussetzungen festzulegen, sondern nur, dass diesbez�glich kein Harmonisierungsbedarf bestand. So wurde gem�ss dem Vorschlag der Kommission die Bestimmung verabschiedet, wonach die Kantone weiterhin die Anforderungen f�r den Erwerb des Anwaltspatents festlegen d�rfen. Diese Anforderungen waren aber traditionell gerade nicht nur fachlicher Art (f�r �ltere Beispiele vgl. BOHNET/OTHENIN-GIRARD/SCHWEIZER, in: Commentaire Romand, Loi sur les avocats, 2010, N. 16 zu Art. 3 BGFA). H�tte der Bundesgesetzgeber gewollt, dass das Anwaltspatent allein aufgrund fachlicher Qualifikationen erteilt wird und pers�nliche Voraussetzungen nur bei der Eintragung ins Register eine Rolle spielen sollen, h�tte er dieses Anliegen im Rahmen des BGFA zu verwirklichen versucht. Beim Erlass des BGFA ging es jedoch nicht darum, was ein Kanton von seinen Anw�rtern verlangen darf, sondern darum, unter welchen Voraussetzungen er die ausserkantonalen Anw�lte zulassen muss (vgl. auch BGE 130 II 270 E. 3.1 S. 274 f.). Im Fokus der gesetzgeberischen Arbeiten stand der Registereintrag, nicht das kantonale Anwaltspatent. Dieses zu reformieren hat der Bundesgesetzgeber unterlassen mit der Folge, dass die Kantone - von den Mindestanforderungen gem�ss Art. 7 Abs. 1 BGFA abgesehen - frei sind, sowohl zus�tzliche fachliche als auch pers�nliche Anforderungen an dessen Erwerb zu stellen (vgl. auch BGE 134 II 329 E. 5.1 S. 332).
Betreffend die Verwendung des Begriffs des Anwaltspatents in Art. 7 und 8 BGFA ist zu ber�cksichtigen, dass dieser Normkomplex die Voraussetzungen f�r den Registereintrag festlegt. Dementsprechend erscheint der Begriff des Anwaltspatents bei den fachlichen (Art. 7 BGFA), nicht aber bei den pers�nlichen Voraussetzungen (Art. 8 BGFA) f�r den Registereintrag. Daraus kann nicht abgeleitet werden, der Bundesgesetzgeber habe den Kantonen die Statuierung von pers�nlichen Voraussetzungen f�r die Erteilung des Anwaltspatents verbieten wollen. Wenngleich das Anwaltspatent in erster Linie ein F�higkeitsausweis ist, werden von Bundesrechts wegen dennoch Elemente akzeptiert, die nicht die Fachkompetenz betreffen.
Im Verh�ltnis zu den Inhabern von Anwaltspatenten aus EU- und EFTA-Staaten verh�lt es sich �hnlich: Deren Anwaltsqualifikation gem�ss Art. 31 Abs. 1 lit. b BGFA bzw. Art. 28 Abs. 2 BGFA wird akzeptiert, unabh�ngig davon, ob sie nur an fachliche oder auch an pers�nliche Voraussetzungen gekn�pft ist. Wie bei den Kantonen standen aus Sicht des Gesetzgebers auch hier die Voraussetzungen f�r den Registereintrag im Zentrum, nicht die Anforderungen an das (ausl�ndische) Anwaltspatent.
6.3.�Ist es dem kantonalen Gesetzgeber gestattet, den Erwerb des Anwaltspatents von pers�nlichen Voraussetzungen abh�ngig zu machen, so kann er das Patent auch entziehen, wenn diese nicht mehr vorliegen (vgl. auch FELLMANN, a.a.O., Rz. 686). Dies entspricht den allgemeinen Voraussetzungen f�r den Widerruf formeller Verf�gungen (vgl. TSCHANNEN/ZIMMERLI/M�LLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, S. 302 Rz. 19, S. 309 Rz. 41 f.). Weder bedarf es daf�r einer gesetzlichen Grundlage im kantonalen Recht, noch kann darin, dass Art. 3 Abs. 1 BGFA den Entzug des Anwaltspatents bei Wegfall der Voraussetzungen nicht erw�hnt, ein qualifiziertes Schweigen erblickt werden. Der Widerruf ist grunds�tzlich zul�ssig, unabh�ngig davon, ob das Anwaltspatent als Bewilligung oder als Feststellungsverf�gung aufgefasst wird (vgl. E. 7.2-7.4 hiernach). Atypisch ist hier lediglich der Umstand, dass gem�ss � 5a lit. a AnwG/LU nicht die Beh�rde, die das Patent erteilt hat, zust�ndig ist f�r den Widerruf, sondern die Aufsichtsbeh�rde (vgl. E. 4.1 und 4.3). Wenn das kantonale Recht dies vorsieht, ist dagegen nichts einzuwenden, denn die Kompetenzen der Aufsichtsbeh�rde sind bundesrechtlich nicht beschr�nkt.
6.4.�Als Zwischenergebnis kann festgehalten werden, dass die luzernische Regelung der Patenterteilung und des Patententzugs (vgl. E. 4.1 und 4.3) mit dem BGFA vereinbar ist.
7.1.�Streitgegenstand ist der Entzug des Anwaltspatents des Beschwerdef�hrers. Das Bundesgericht darf somit keine abstrakte Normenkontrolle in Bezug auf die luzernische Regelung des Patententzugs vornehmen. Es hat aber zu pr�fen, ob die Anwendung der betreffenden Bestimmungen im konkreten Fall mit dem Bundesrecht vereinbar ist (inzidente Normenkontrolle). Gem�ss den R�gen des Beschwerdef�hrers betrifft dies die Frage, ob die Massnahme vor dem Willk�rverbot gem�ss Art. 9 BV standh�lt und verh�ltnism�ssig im Sinn von Art. 5 Abs. 2 BV ist.
Im Rahmen der Verh�ltnism�ssigkeit ist zu pr�fen, ob eine Massnahme geeignet, erforderlich und f�r die betroffene Person zumutbar ist; im Kern geht es darum, die Wirkungen der Massnahme in Beziehung zum �ffentlichen Interesse zu setzen (BGE 140 II 194 E. 5.8.2 S. 199 f.). Deswegen muss zun�chst gekl�rt werden, welche Rechtsnatur das Anwaltspatent hat und welches die Wirkungen des Patententzugs sind.
7.2.�Nach traditioneller Auffassung der Lehre stellt das Anwaltspatent eine kantonale Polizeibewilligung dar (FELLMANN, a.a.O., Rz. 672 mit Literaturhinweisen). Auch das Bundesgericht hat das Anwaltspatent als Polizeibewilligung qualifiziert (Urteil 2P.159/2005 vom 30. Juni 2006 E. 3.2; ferner Urteil 6B_629/2015 vom 7. Januar 2016 E. 4.3.2). Es ist zu pr�fen, ob diese Qualifikation zutrifft.
Mittels Bewilligung erteilt der Staat die Erlaubnis, eine bestimmte (unter einem Erlaubnisvorbehalt stehende) T�tigkeit auszu�ben (TSCHANNEN/ZIMMERLI/M�LLER, a.a.O., S. 414 Rz. 1). Mit der Polizeibewilligung wird best�tigt, dass eine beabsichtigte private T�tigkeit mit den gesetzlichen Vorschriften - namentlich solchen polizeilicher Natur - im Einklang steht (TSCHANNEN/ZIMMERLI/M�LLER, a.a.O., S. 421 Rz. 24). Die Polizeierlaubnis hat konstitutiven Charakter: Indem sie dem Gesuchsteller erlaubt, eine an sich verbotene T�tigkeit unbehelligt auszu�ben, wird sein individueller Rechtsbestand erweitert (TSCHANNEN/ZIMMERLI/M�LLER, a.a.O., S. 422 Rz. 27). Das Anwaltspatent kann somit nur eine Polizeibewilligung sein, wenn es direkt zur Parteivertretung vor Gerichtsbeh�rden berechtigt.
7.2.1.�Die klassische - wenn auch nicht die einzige - T�tigkeit des Rechtsanwalts ist die Vertretung von Parteien vor Gerichtsbeh�rden. Diese T�tigkeit bedarf - zumindest im interkantonalen Verh�ltnis - zwingend einer Bewilligung (Art. 4 BGFA). Dagegen ist die (nicht forensisch ausgerichtete) Beratungst�tigkeit bewilligungsfrei; sie untersteht von Bundesrechts wegen auch nicht der Disziplinaraufsicht (vgl. auch Urteil 6B_629/2015 vom 7. Januar 2016 E. 4.4). Um Rechtsberatung anbieten zu k�nnen, ist weder eine juristische Grundausbildung noch ein Anwaltspatent erforderlich (FRAN�OIS BOHNET, Droit des professions judiciaires, 3. Aufl. 2014, S. 27 Rz. 29). Dennoch stellt gerade das Anwaltspatent f�r Rechtsberater einen starken Vorteil auf dem Markt dar. Ein drittes Bet�tigungsfeld bietet sich Rechtsanw�lten in der Privatwirtschaft (vgl. dazu BGE 130 II 87 E. 4.1 S. 93 f.), Verwaltung oder Justiz; hier gilt das Anwaltspatent als reiner F�higkeitsausweis (vgl. auch KELLER/KRUETTLI, Anmerkungen von Unternehmensjuristen zum Entwurf f�r ein Schweizerisches Anwaltsgesetz, ZBJV 2016 S. 59 ff., hier S. 63). Teilweise ist das Anwaltspatent auch Voraussetzung f�r die Wahl in ein richterliches Amt. Zusammenfassend hat es - �hnlich wie das Doktorat - die Funktion einer Zusatzausbildung zur juristischen Grundausbildung (Lizentiat oder Master) und verschafft dem Inhaber einen Wettbewerbsvorteil bei der Stellensuche.
Die rechtliche Tragweite des Anwaltspatents beschr�nkt sich somit auf die Parteivertretung vor Gerichtsbeh�rden, indem es Voraussetzung f�r den Registereintrag bildet. Auf kantonaler Ebene gilt der (echte) Vorbehalt gem�ss Art. 3 Abs. 2 BGFA, wonach ein Kanton die Inhaber des von ihm erteilten Anwaltspatents, welche nur in diesem Kanton Parteien vor Gerichtsbeh�rden vertreten wollen, vom Registereintrag dispensieren kann. Macht ein Kanton davon keinen Gebrauch, verlangt er - da bundesrechtlich vorgeschrieben - auch von seinen eigenen Anw�lten den Eintrag ins Register mit der Folge, dass die nicht eingetragenen Anw�lte auch in ihrem Stammkanton nicht berechtigt sind, Parteien vor Gerichtsbeh�rden zu vertreten (vgl. STAEHELIN/ OETIKER, in: Kommentar zum Anwaltsgesetz, N. 7 zu Art. 5 BGFA). Der Kanton Luzern hat den Vorbehalt im Gesetz ausdr�cklich ausgeschlossen: Gem�ss � 6 AnwG/LU ist, soweit die Rechtsordnung nichts anderes vorsieht, zur Parteivertretung vor den Gerichtsbeh�rden, den Strafverfolgungsbeh�rden sowie den Aufsichtsbeh�rden �ber Schuldbetreibung und Konkurs nur zugelassen, wer im kantonalen Anwaltsregister eingetragen ist oder Freiz�gigkeit nach dem BGFA geniesst.
7.2.2.�Aus dem Vorstehenden erhellt, dass das luzernische Anwaltspatent den Inhaber weder bundesrechtlich noch kantonalrechtlich zur Vertretung von Parteien vor Gerichtsbeh�rden berechtigt. Es ist lediglich eine der Voraussetzungen, um die Zulassung f�r diese T�tigkeit zu erhalten (vgl. E. 3.3). Die Berufszulassung wird im interkantonalen Verh�ltnis durch den Registereintrag bewirkt; der Kanton Luzern hat diese Regelung ausdr�cklich �bernommen und damit darauf verzichtet, seine eigenen Anw�lte zur Vertretung von Parteien vor Gerichtsbeh�rden zuzulassen, ohne dass diese im Anwaltsregister eingetragen sind. Daraus folgt, dass das luzernische Anwaltspatent keine Berufsaus�bungsbewilligung ist (so im Ergebnis auch KETTIGER, a.a.O., S. 4, allerdings ohne Differenzierung nach der jeweiligen kantonalen Ausgestaltung). Es ist eine Feststellungsverf�gung, wonach die fachlichen und pers�nlichen Voraussetzungen f�r den Anwaltsberuf vorliegen (zu den Wirkungen der Feststellungsverf�gung im Vergleich zur Bewilligung vgl. KIENER/R�TSCHE/KUHN, �ffentliches Verfahrensrecht, 2. Aufl. 2015, Rz. 394).
7.3.�Weil das luzernische Anwaltspatent seinen Inhaber nicht zur Parteivertretung vor Gerichtsbeh�rden berechtigt, beschr�nkt sich der mit dem Entzug beabsichtigte Schutz des Publikums auf Klienten, welche sich von einem Rechtsanwalt beraten lassen wollen und auf dessen Fachkompetenz und Seriosit�t vertrauen. Wie erw�hnt (vgl. E. 7.2.1) kann Rechtsberatung auch von Personen angeboten werden, die nicht �ber ein Anwaltspatent verf�gen, ja sogar von Personen, die keine juristische Ausbildung absolviert haben. Mit dem Entzug des Anwaltspatents wird somit nur - aber immerhin - das Vertrauen gesch�tzt, welches durch die Verwendung des Titels "Rechtsanwalt" erweckt wird. Potenzielle Klienten assoziieren mit diesem Titel nicht nur Fachkompetenz, sondern auch Integrit�t und Unbescholtenheit (Urteil 6B_629/2015 vom 7. Januar 2016 E. 4.4; KASPAR SCHILLER, Schweizerisches Anwaltsrecht, 2009, Rz. 363). Deswegen besteht ein �ffentliches Interesse daran, Empf�nger von juristischen (nicht forensischen) Dienstleistungen, welche von Rechtsanw�lten angeboten werden, in diesem Vertrauen zu sch�tzen (vgl. BOHNET/MARTENET, a.a.O., Rz. 578).
Auf kantonaler Ebene kann die Titelanmassung unter Strafe gestellt werden, sei es (spezifisch auf den Rechtsanwaltstitel bezogen) im Rahmen des Anwaltsrechts oder (unspezifisch) im �bertretungsstrafrecht. Im Kanton Luzern wird gem�ss � 25 des �bertretungsstrafgesetzes vom 14. September 1976 (SRL 300) mit Busse bestraft, wer unberechtigt einen Titel oder eine Berufsbezeichnung (einen akademischen Titel, Diplom, Patent usw.) f�hrt, um den Anschein besonderer Auszeichnungen oder F�higkeiten zu erwecken. Der Titel des Rechtsanwalts ist somit im Kanton Luzern durch diese Norm gesch�tzt. Dagegen enth�lt � 1 AnwG/LU entgegen den Ausf�hrungen der Vorinstanz keinen Titelschutz, sondern lediglich eine Legaldefinition; diese Bestimmung sanktioniert die unrechtm�ssige Verwendung des Rechtsanwaltstitels nicht.
Zur kantonalen Ausgestaltung des Titelschutzes tritt erg�nzend der wettbewerbsrechtliche Schutz hinzu. Bundesrechtlich wird der Titel des Rechtsanwalts zwar nicht direkt gesch�tzt - das BGFA enth�lt dazu keine Regelung - aber indirekt (vgl. auch BENO�T CHAPPUIS, La profession d'avocat, Tome I, 2. Aufl. 2016, S. 22) : Gem�ss Art. 3 Abs. 1 lit. c UWG gilt die Verwendung unzutreffender Titel oder Berufsbezeichnungen, die geeignet sind, den Anschein besonderer Auszeichnungen oder F�higkeiten zu erwecken, als unlauterer Wettbewerb und wird bei vors�tzlicher Begehung auf Antrag mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 23 Abs. 1 UWG).
Der Entzug des Anwaltspatents f�hrt somit im vorliegenden Fall dazu, dass der Beschwerdef�hrer sich privat und beruflich nicht mehr "Rechtsanwalt" nennen und insbesondere keine Beratungst�tigkeiten unter Verwendung dieses Titels anbieten darf, und dass er als Bewerber auf dem juristischen Stellenmarkt kein Anwaltspatent vorweisen kann.
7.4.�Der Entzug des Anwaltspatents ist eine harte Massnahme, welche das berufliche Fortkommen der betroffenen Person empfindlich behindert und deren eigenst�ndige Existenzsicherung in Frage stellen kann. Mit Blick auf die Bedeutung des Anwaltspatents auf dem Arbeitsmarkt kann sich der Patententzug - je nach den konkreten Umst�nden - als unverh�ltnism�ssig erweisen. Allerdings geht im Bereich der Rechtsberatung das �ffentliche Interesse des Konsumentenschutzes dem privaten Interesse an der Verwendung des Rechtsanwaltstitels im Wettbewerb grunds�tzlich vor. Auf dem juristischen Stellenmarkt hingegen ist das �ffentliche Interesse geringer, weil hier nicht die Vertrauensw�rdigkeit des Patentinhabers, sondern die durch das Anwaltspatent nachgewiesenen fachlichen Kompetenzen im Vordergrund stehen (vgl. E. 7.2.1). Zudem ist es einem Arbeitgeber unbenommen, von den Bewerbern einen Betreibungs- und/oder Strafregisterauszug zu verlangen, wenn das Profil der zu besetzenden Stelle es erfordert.
Der Beschwerdef�hrer legt indessen nicht dar, inwiefern der Entzug des Anwaltspatents in seinem Fall unverh�ltnism�ssig sein soll. Im Zeitpunkt des angefochtenen Urteils war er 66 Jahre alt. Er f�hrt keine Nachteile an, die ihm aus dem Verlust des Anwaltspatents erwachsen. Dies f�hrt zum Schluss, dass die Massnahme in diesem Fall nicht unverh�ltnism�ssig ist.
Zusammenfassend ist Folgendes festzuhalten: Das BGFA ist das Resultat jahrzehntelanger Bem�hungen um die Vereinheitlichung des Anwaltsrechts. Ausgangspunkt war - bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts - die Schaffung eines eidgen�ssischen Anwaltspatents gewesen; das Anliegen war indessen schon fr�h gescheitert (Botschaft vom 28. April 1999 zum Bundesgesetz �ber die Freiz�gigkeit der Anw�ltinnen und Anw�lte, BBl 1999 6013 6019 Ziff. 114; MADELEINE VOUILLOZ, La nouvelle loi f�d�rale sur la libre circulation des avocats, SJZ 98/2002 S. 433 ff., hier S. 441). Die Kantone behielten die Kompetenz, die Anforderungen zum Erwerb des Anwaltspatents (unter Ber�cksichtigung der bundesrechtlichen Mindestanforderungen) festzusetzen mit der Folge, dass ein Patententzug nach dem Wegfall von pers�nlichen Voraussetzungen m�glich wird. Diese Rechtslage l�uft der im BGFA angestrebten Vereinheitlichung des Umgangs mit Verletzungen von Standards im Bereich der pers�nlichen Voraussetzungen zuwider. So entspricht es nicht dem Sinn und Geist des BGFA, dass Gr�nde f�r die Erteilung des Anwaltspatents mit den Voraussetzungen f�r den Registereintrag vermischt werden. Denn auf diese Weise f�hrt ein Verhalten, dessen Rechtsfolgen bundesrechtlich geregelt sind, in einzelnen Kantonen zum Entzug des Anwaltspatents, in anderen aber nicht. Dieses Geflecht ist jedoch eine Folge des gesetzgeberischen Entscheids, nicht das gesamte Anwaltsrecht zu vereinheitlichen, sondern nur die Disziplinaraufsicht, die Berufszulassung in Form des Registereintrags und die damit verbundene interkantonale Freiz�gigkeit sowie die Zulassung von Anw�lten aus den EU- und EFTA-Staaten. Es ist nicht Sache des Bundesgerichts, sondern des Bundesgesetzgebers, einer unerw�nschten Zersplitterung des Rechts entgegenzuwirken. Der Vorentwurf f�r ein neues, umfassendes Anwaltsgesetz auf Bundesebene, welcher auf eine Motion Karl Vogler vom 3. Mai 2012 (Gesch�ftsnummer 12.3372) zur�ckgeht, ist in Vorbereitung. In der Fachwelt wird die klare Trennung zwischen F�higkeitsausweis und Berufsaus�bungsbewilligung bef�rwortet (vgl. VINCENZO AMBERG, Das neue Anwaltsgesetz, ZBJV 2015 S. 629 ff., hier S. 635 und 640). Wird diese Trennung konsequent durchgef�hrt, bleibt f�r pers�nliche Voraussetzungen f�r die Erteilung des Anwaltspatents kein Raum mehr; der Publikumsschutz im Bereich der beratend t�tigen Rechtsanw�lte kann auf andere Weise erreicht werden. Nach geltendem Recht aber ist der Entzug des Anwaltspatents infolge Wegfalls pers�nlicher Voraussetzungen m�glich. Im vorliegenden Fall hat die Pr�fung ergeben, dass die Massnahme unter den gegebenen Umst�nden nicht unverh�ltnism�ssig ist.
9.1.�Bei diesem Verfahrensausgang h�tte der Beschwerdef�hrer die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG); er hat indessen um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege ersucht. Gem�ss Art. 64 Abs. 1 BGG befreit das Bundesgericht eine Partei, die nicht �ber die erforderlichen Mittel verf�gt, auf Antrag von der Bezahlung der Gerichtskosten und von der Sicherstellung der Parteientsch�digung, sofern ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Praxisgem�ss sind Prozessbegehren als aussichtslos anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten betr�chtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden k�nnen; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht f�hren w�rde, nicht deshalb anstrengen k�nnen, weil er sie nichts kostet (BGE 138 III 217 E. 2.2.4 S. 218; 129 I 129 E. 2.3.1 S. 135 mit Hinweisen).
9.2.�Die Vorinstanz hat die Prozessarmut bejaht. Weil die wirtschaftlichen Verh�ltnisse im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung massgeblich sind, w�re der Beschwerdef�hrer dennoch gehalten gewesen, vor Bundesgericht die Mittellosigkeit durch Vorlage entsprechender Unterlagen nachzuweisen. Aufgrund der Umst�nde ist allerdings nicht davon auszugehen, dass sich die finanzielle Situation des Beschwerdef�hrers seit der Einreichung der Beschwerde bei der Vorinstanz am 22. Juni 2015 wesentlich verbessert hat. Es kann daher auf die Einsch�tzung der Vorinstanz abgestellt werden, wonach die Voraussetzung der Prozessarmut erf�llt ist.
Sodann kann nicht gesagt werden, die Beschwerde sei aussichtslos.���Die Vorinstanz hat sich weder mit der Funktion des Anwaltspatents nach Inkrafttreten des BGFA noch mit der Verh�ltnism�ssigkeit des Patententzugs auseinandergesetzt. Die Frage der Kompetenzausscheidung zwischen Bund und Kantonen hat die Vorinstanz (wenn auch sehr knapp) behandelt; eine andere Betrachtungsweise war aber nicht zum vornherein ausgeschlossen. Deswegen durfte der Beschwerdef�hrer�dem h�chsten Gericht die damit zusammenh�ngende Frage, ob die kantonale Regelung bundesrechtskonform ist, unterbreiten, ohne dass ihm vorgeworfen werden k�nnte, er f�hre einen Prozess, den er ohne Erlass der Verfahrenskosten nicht f�hren w�rde.
9.3.�Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist gest�tzt auf Art. 64 Abs. 1 BGG gutzuheissen und der (nicht vertretene) Beschwerdef�hrer von der Bezahlung der Gerichtskosten zu befreien.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Kantonsgericht Luzern, 1. Abteilung, und dem Bundesamt f�r Justiz schriftlich mitgeteilt.