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Timestamp: 2018-05-21 18:58:28
Document Index: 332020260

Matched Legal Cases: ['§1768', '§1747', '§ 1772', '§ 1772', '§ 1772', '§ 1767', '§ 1772', '§ 1767', '§ 1772', '§ 1772']

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Erwachsenenadoption - Widerspruch möglich?
Dieses Thema "ᐅ Erwachsenenadoption - Widerspruch möglich? - Adoptionsrecht" im Forum "Adoptionsrecht" wurde erstellt von micha135, 18. Februar 2015.
micha135 Neues Mitglied 18.02.2015, 21:12
... A ist 20 Jahre und lässt sich von B 50 Jahre Adoptieren.
Nach 3 Monaten erfährt C, die Mutter von A, durch Zufall, dass A adoptiert und den Nachnamen von B trägt. Angenommen A wurde 11.2014 adoptiert.
Nun will die Mutter von A dagegen einen Widerspruch einlegen, bzw. mit allen Mitteln dagegen angehen um die Adoption aufzulösen.
Kann C überhaupt einen Widerspruch gegen eine Erwachsenenadoption einlegen?
Welche Möglichkeiten hat C, sich dagegen zu wehren, wenn Sie davon vorher nichts wusste?
Ich bin gespannt, wie die Antworten ausfallen.
hambre V.I.P. 20.02.2015, 00:18
AW: Erwachsenenadoption - Widerspruch möglich?
CrazyStudi066 Neues Mitglied 15.03.2015, 02:10
Warum lässt man sich denn überhaupt als Erwachene/r noch adoptieren?
CrazyStudi066
quiddje V.I.P. 26.03.2015, 10:56
Das kann so eigentlich nicht passieren. Bei einer Erwachsenenadoption haben die Eltern des Angenommenen zwar kein Mitspracherecht, müssen aber vom Familiengericht angehört werden. A hätte also dem Familiengericht die Kontaktdaten von C geben müssen bzw. irgendwie nachweisen müssen, dass dieser Kontakt nicht möglich ist, z.B. wegen Todesfall.
Wenn A die Kontaktmöglichkeit hatte und vor Gericht gelogen hat, könnte das eventuell einen Anfechtungsgrund darstellen, da das Verfahren offensichtlich nicht ordnungsgemäß gelaufen ist. Zur Not muss man eben mit der Adoption von vorn anfangen, diesmal mit Anhörung der Mutter. Ob das etwas am Ergebnis ändert, ist natürlich fraglich.
In jedem Fall kann es sich hierbei nur um eine "schwache" Adoption handeln, bei der die rechtliche Beziehung zu C unverändert bleibt. Wenn sie also einfach nur beleidigt ist, weil ihr Kind jetzt noch andere Eltern hat - da wäre ein Therapeut eher der richtige Ansprechpartner, und nicht ein Anwalt.
TomRohwer V.I.P. 26.03.2015, 11:24
Das kann so eigentlich nicht passieren. Bei einer Erwachsenenadoption haben die Eltern des Angenommenen zwar kein Mitspracherecht, müssen aber vom Familiengericht angehört werden.
Sagt nicht §1768 BGB das Gegenteil? Daß nämlich §1747 BGB (Einwilligung der Eltern) bei der Erwachsenenadoption nicht anzuwenden ist. Woraus ergibt sich die Notwendigkeit, die Eltern anzuhören, wenn sie der Adoption nicht zustimmen müssen, ihr also auch nicht widersprechen können?
In jedem Fall kann es sich hierbei nur um eine "schwache" Adoption handeln, bei der die rechtliche Beziehung zu C unverändert bleibt.
Die "Erwachsenenadoption" ist ja immer eine "schwache Adoption".
xdiscoverx gefällt das.
quiddje V.I.P. 26.03.2015, 12:03
Erwachsenenadoption kann unter bestimmten, eingeschränkten Umständen auch stark sein : § 1772 BGB
Zur Anhörung der Eltern: Das schreibt das FamFG tatsächlich nicht vor, da hast du Recht. Die Notare haben so etwas wohl trotzdem gern.
meglio Boardneuling 30.03.2015, 16:10
die leiblichen Eltern müssen angehört werden :
Gemäß § 1772 Abs. 1 Satz 2 BGB darf einem Antrag auf Volladoption nicht entsprochen werden, wenn überwiegende Interessen der Eltern des Anzunehmenden entgegenstehen.
Hierfür reichen unterhaltsrechtliche ebenso wie erbrechtliche Interessen aus : Beispiel der anzunehmende will sich Unterhaltsverpflichtungen entziehen
hambre V.I.P. 09.04.2015, 00:19
Der § 1772 BGB gilt nur für die Volladoption. Hier geht es aber nicht um eine Volladoption, sondern um eine Erwachsenenadoption. Eine Pflicht zur Anhörung der Eltern kann ich daher nicht erkennen.
Das Rechtsverhältnis zu den leiblichen Eltern wird durch die Erwachsenenadoption auch gar nicht berührt.
khmlev V.I.P. 09.04.2015, 08:31
Denn neben der Volljährigenadoption nach § 1767 BGB gibt es auch noch die Volljährigenadoption nach
...§ 1772 BGB
Wegen der unterschiedlichen rechtlichen Wirkungen wird die
Volljährigenadoption nach § 1767 BGB auch als "Volljährigenadoption/Erwachsenenadoption mit schwacher Wirkung" oder als "Einfache Volljährigenadoption"
Volljährigenadoption nach § 1772 BGB auch als "Volljährigenadoption/Erwachsenenadoption mit starker Wirkung"
meglio Boardneuling 09.04.2015, 09:56
Hier geht es aber nicht um eine Volladoption, sondern um eine Erwachsenenadoption
das mit der mutter C hat mich zunächst auch irritiert.
gesetzt den fall, A lebt seit jahren beim vater , dieser hat B geheiratet und deren namen angenommen ; die "neue" familie besteht aus A, ihrem/dessen vater und B.
A hat seit jahren keinen kontakt zur mutter, diese den kontakt auch nicht gesucht, unterhalt schon garnicht bezahlt. betrieben wird dann ggf. eine volljährigenadoption nach 1772 mit der konsequenz, dass angehört werden muss
hambre V.I.P. 13.04.2015, 13:06
Da es offenbar keine Anhörung gegeben hat, handelt es sich wohl auch nicht um eine Erwachsenenadoption nach § 1772 BGB, sondern um eine schwache Erwachsenenadoption. Dagegen kann die Mutter nichts machen.
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