Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=22.09.1998&Aktenzeichen=VII%20B%20188/98
Timestamp: 2019-06-18 22:05:57
Document Index: 339246855

Matched Legal Cases: ['§ 95', '§ 284', '§ 95', '§ 284', '§ 284', '§ 284', '§ 284', '§ 284', '§ 249']

BFH, 22.09.1998 - VII B 188/98 - dejure.org
https://dejure.org/1998,4090
BFH, 22.09.1998 - VII B 188/98 (https://dejure.org/1998,4090)
BFH, Entscheidung vom 22.09.1998 - VII B 188/98 (https://dejure.org/1998,4090)
BFH, Entscheidung vom 22. September 1998 - VII B 188/98 (https://dejure.org/1998,4090)
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Eidesstattliche Versicherung - Vollstreckung in unbewebliches Vermögen - Wohnung im Ausland - Ermessen - Vermögensverzeichnisses
a) Die aufgeworfene Frage, ob auch das "Kennen können" der Vollstreckungsbehörde (nämlich hinsichtlich der Vermögensverhältnisse des Vollstreckungsschuldners), was der Kläger mit einem freiwillig angebotenen Vermögensverzeichnis nach § 95 AO 1977 herbeiführen wollte, das vom FA aber abgelehnt wurde, die Aufforderung nach § 284 AO 1977 unverhältnismäßig macht, ist nicht klärungsbedürftig, weil der Senat in ständiger Rechtsprechung den Standpunkt vertritt, dass sich die Vollstreckungsbehörde nicht mit einem freiwillig angebotenen und beeideten Vermögensverzeichnis nach § 95 AO 1977 begnügen muss (BFH in BFHE 165, 477, BStBl II 1992, 57; vgl. ferner die Hinweise bei Müller-Eiselt in Hübschmann/Hepp/Spitaler, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, 10. Aufl., § 284 AO 1977 Rz. 12 mit Fn. 6, und zuletzt --dort noch nicht berücksichtigt-- die Senatsbeschlüsse vom 22. September 1998 VII B 188/98, BFH/NV 1999, 737, …und vom 4. März 1999 VII B 307/98, BFH/NV 1999, 1302).
Obschon diese Entscheidung im Schrifttum teilweise Kritik und Ablehnung erfahren hat (…vgl. Tipke/Kruse, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, 16. Aufl., § 284 AO 1977 Tz. 13; App, Nochmals: Zwei Wege zur Versicherung der Richtigkeit eines Vermögensverzeichnisses an Eides statt, Deutsche Steuer-Zeitschrift --DStZ-- 1992, 592; Carl und App, jeweils in Urteilsanmerkungen zu BFH VII R 34/90 in Steuerrechtsprechung in Karteiform --StRK--, Abgabenordnung, § 284, Rechtsspruch 7), hat der Senat, ohne auf diese Kritik näher einzugehen, diese Rechtsprechung in einer Kette späterer Entscheidungen bestätigt (vgl. die Hinweise bei Müller-Eiselt in Hübschmann/Hepp/Spitaler, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, 10. Aufl., § 284 AO 1977 Rz. 12 mit Fn. 6, und zuletzt --dort noch nicht berücksichtigt-- die Senatsbeschlüsse vom 22. September 1998 VII B 188/98, BFH/NV 1999, 737, …und vom 4. März 1999 VII B 307/98, BFH/NV 1999, 1302).
Nach der gefestigten Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (vgl. BFH-Urteil vom 24.09.1991 VII R 34/90, BFHE 165, 477, BStBl II 1992, 57 , und BFH-Beschluß vom 22.09.1999 VII B 188/98, BFH/NV 1999, 737 , mit weiteren Nachweisen), der sich der Senat anschließt, wird der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit nicht verletzt, wenn die Finanzverwaltung nach § 284 AO vorgeht, ohne vorher versucht zu haben, vom Vollstreckungsschuldner die Vorlage eines Vermögensverzeichnisses und die Abgabe einer Richtigkeitsversicherung im Rahmen des § 249 Abs. 2 AO zu erlangen.
Wenn das FA somit an den angefochtenen Bescheiden festhält, entspricht dies den Grundsätzen der ständigen Rechtsprechung, denen sich das Gericht anschließt (vgl. Bundesfinanzhof-BFH-Entscheidungen vom 22. September 1998 VII B 188/98, Sammlung von Entscheidungen des BFH -BFH/NV- 1999, 739 m.w.N., vom 24. September 1991 VII R 34/90, Sammlung der Entscheidungen des BFH -BFHE- 165, 477, Bundessteuerblatt -BStBl- II 1992, 57 …und vom 09. Mai 1989 VII B 295/88, BFH/NV 1990, 79, rechtskräftige Urteile des 9. Senats des Gerichts vom 21. Dezember 1998 9 K 288/97 und des 2. Senats des Gerichts vom 01. Februar 1995 2 K 447/94, jeweils n.v. juris-Dokumente).