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Timestamp: 2019-05-25 07:12:04
Document Index: 253904362

Matched Legal Cases: ['§ 320', '§ 551', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 314', '§ 314']

Urteilstatbestand, Sitzungsprotokoll – und der übergangene Parteivortrag | Rechtslupe
In der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist anerkannt, dass dem Tatbestand keine Beweiskraft zukommt, wenn und soweit er Widersprüche, Lücken oder Unklarheiten aufweist1. Solche Mängel müssen sich allerdings aus dem Urteil selbst ergeben2.
Unter Sitzungsprotokoll in diesem Sinne ist nur das Protokoll über die Verhandlung zu verstehen, auf Grund derer das Urteil ergangen ist5; durch den widersprechenden Inhalt eines früheren Sitzungsprotokolls wird die Beweiskraft des Tatbestands nicht entkräftet6.
Etwas anderes kann nur dann gelten, wenn ein im Tatbestand aufgeführtes Vorbringen ausdrücklich einem bestimmten Verhandlungstermin zugeordnet wird und diese Feststellung dem Protokoll über diese Sitzung widerspricht7.
Eine etwaige Unrichtigkeit tatbestandlicher Darstellungen im Berufungsurteil kann nur im Berichtigungsverfahren nach § 320 ZPO behoben werden. Eine Verfahrensrüge nach § 551 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 ZPO kommt zur Richtigstellung eines derartigen Mangels nicht in Betracht8.
vgl. BGH, Urteile vom 02.02.1999 – VI ZR 25/98, BGHZ 140, 335, 339; vom 12.05.2015 – VI ZR 102/14, VersR 2015, 1165 Rn. 48; BGH, Urteile vom 08.11.2007 – I ZR 99/05, NJW-RR 2008, 1566, 1567; vom 22.06.2011 – IV ZR 225/10, BGHZ 190, 120 Rn. 7; vom 15.07.2011 – V ZR 277/10, VersR 2012, 1265 Rn. 12; Musielak/Voit, ZPO, 12. Auflage, § 314 Rn. 5; Zöller/Vollkommer, ZPO, 30. Aufl., § 314 Rn. 6 [↩]