Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Rheinland-Pfalz&Datum=09.08.1989&Aktenzeichen=10%20C%2036/88
Timestamp: 2019-06-25 23:15:22
Document Index: 4439410

Matched Legal Cases: ['§ 47', '§ 47', '§ 4', '§ 28', '§ 12', '§ 12', '§ 16']

OVG Rheinland-Pfalz, 09.08.1989 - 10 C 36/88 - dejure.org
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OVG Rheinland-Pfalz, 09.08.1989 - 10 C 36/88 (https://dejure.org/1989,466)
OVG Rheinland-Pfalz, Entscheidung vom 09.08.1989 - 10 C 36/88 (https://dejure.org/1989,466)
OVG Rheinland-Pfalz, Entscheidung vom 09. August 1989 - 10 C 36/88 (https://dejure.org/1989,466)
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NVwZ-RR 1990, 61
BauR 1989, 693
Die Antragsteller meinen ferner, wegen der zweiten Frage habe auch eine Vorlagepflicht nach § 47 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 VwGO bestanden, weil das Normenkontrollgericht mit seiner Auffassung, bei genehmigungsbedürftigen Satzungen dürfe die Ausfertigung schon vor der Erteilung der Genehmigung erfolgen, von dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz vom 9. August 1989 - 10 C 36/88 - NVwZ-RR 1990, 61 (= BRS 49 Nr. 28) abgewichen sei.
Damit fehlt es zugleich an der geltend gemachten Abweichung von dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz vom 9. August 1989 - 10 C 36/88 - (NVwZ-RR 1990, 61 = BRS 49 Nr. 28).
Der von der Beschwerde in diesem Zusammenhang geltend gemachte Vorlagegrund der Abweichung von dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz vom 9. August 1989 - 10 C 36/88 - (NVwZ-RR 1990, 61 = BRS 49 Nr. 28) liegt bereits deshalb nicht vor, weil eine Divergenz i.S.d. § 47 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 VwGO (a.F.) nur gegeben ist, wenn das Normenkontrollgericht in Anwendung derselben Rechtsvorschrift eine der Rechtsprechung eines in der Vorschrift genannten Gerichts widersprechende Rechtsauffassung vertreten hat.
Zum anderen wird durch sie in einem Formalakt bezeugt, daß der Inhalt dieser Originalurkunde mit dem Rechtsetzungsbeschluß übereinstimmt und die für die Rechtswirksamkeit maßgeblichen formellen Anforderungen eingehalten worden sind (vgl. VGH Kassel NJW 1994, 812; VGH München BayVBl 1991, 23; OVG Koblenz NVwZ-RR 1990, 61; VGH Mannheim NVwZ 1985, 206; Ziegler DVBl 1987, 280;… derselbe, Die Verkündung von Satzungen und Rechtsverordnungen der Gemeinden, 1976, S. 54 ff.).
Zum Beleg nimmt das Berufungsgericht Bezug auf sein Urteil vom 10. August 1989 - 10 C 36/88 - (BRS 49 Nr. 28 = BauR 1989, 693).
a) Die Teilaufhebungssatzung war bis zu ihrer erneuten Ausfertigung und Bekanntmachung im Jahr 2017 allerdings formell fehlerhaft und daher unwirksam, weil die Ausfertigung am 23. November 2007 nicht wie erforderlich zeitlich (unmittelbar) vor der Veröffentlichung am 23. November 2007 erfolgt war (vgl. zu diesem - landesrechtlichen - Erfordernis OVG RP, Urteil vom 15. Mai 2003 - 1 C 11224/02.OVG -, ESOVGRP; Urteil vom 9. August 1989 - 10 C 36/88.OVG -, AS 22, 380; OVG NRW, Urteil vom 24. Februar 2016 - 7 D 83/14.NE -, juris, Rn 65 f.; SaarlOVG…, Urteil vom 05. September 2013 - 2 C 190/12 -, juris Rn. 35 ff.; s. auch zur starken Indizwirkung der Datumsidentität von Ausfertigungs und Bekanntmachung bei Bebauungsplänen BVerwG…, Beschluss vom 27. Januar 1999 - 4 B 129/98 -, juris Rn. 6).
Nach sächsischem Landesrecht dürfen kommunale Satzungen erst dann ausgefertigt werden, wenn zuvor eine für den Satzungserlass erforderliche aufsichtsbehördliche Genehmigung erteilt wurde (wie BayVGH, Urt. v. 16. März 1990, BayVBl. 1991, 23, 24 und OVG Rh.-Pf., NK-Urt. v. 9. August 1989, NVwZ-RR 1990, 61 f. zum dortigen Landesrecht).
Ausgehend von diesen Maßstäben folgt der Senat der sowohl vom Schrifttum 34 (…Quecke, in: Quecke/Schmid u. a., Gemeindeordnung für den Freistaat Sachsen, Stand März 2011, G § 4 Rn. 56;… Wolff/Bachof/Stober, Verwaltungsrecht Bd. 1, 11. Aufl., § 28 Rn. 3; Ziegler, DVBl. 1987, 280, 282) als auch von Teilen der obergerichtlichen Rechtsprechung (…BayVGH [23. Senat], Urt. v. 16. März 1990, BayVBl. 1991, 23, 24; OVG Rh.-Pf., NK-Urt. v. 9. August 1989, NVwZ-RR 1990, 61 f.;… anders BayVGH [14. Senat], NK-Urt. v. 18. November 1991, BayVBl. 1993, 146;… OVG NW, NK-Urt. v. 18. Mai 2010 - 10 D 42/06.NE -, juris Rn. 36) zum Kommunalrecht anderer Bundesländer vertretenen Auffassung, nach der beim Fehlen einer ausdrücklichen landesgesetzlichen Regelung eine sog. Ausfertigungsreife von kommunalen Satzungen erst dann besteht, wenn eine für den Satzungserlass gesetzlich erforderliche Genehmigung erteilt wurde.
Dieses verlangt, daß das Ausfertigungsorgan durch die Ausfertigung der Rechtsnorm die Übereinstimmung des textlichen und gegebenenfalls zeichnerischen Inhalts der Normurkunde mit dem Willen des Rechtssetzungsberechtigten ("Authentizität") sowie die Einhaltung des für die Normgebung gesetzlich vorgeschriebenen Verfahrens ("Legalität") bezeugt (vgl. Urteile des Senats vom 27. Juli 1988 - 10 C 6/87 - und vom 09. August 1989 - 10 C 36/88 - sowie VGH Bad.-Württ., NVwZ 1985, 206;… Brügelmann/Grauvogel, BBauG-Kommentar, § 12 Rdnr. 36;… Ernst/Zinkahn/Bielenberg, BauGB-Kommentar, § 12 Rdnr. 15; Ziegler, DVBl 1987, 280).
Da die durch eine solche Ausfertigung entstehende Originalurkunde der Rechtsnorm Grundlage und Voraussetzung für deren Verkündung ist, muß die Ausfertigung nach Abschluß aller für die Verkündung der Rechtsnorm erforderlichen Verfahrensabschnitte und unmittelbar vor ihrer Verkündung erfolgen (so noch ausdrücklich § 16 Abs. 2 Satz 2 GemO-DVO vom 03. Dezember 1964 - GVBl S. 251 - OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 09. August 1989 - 10 C 36/88 -, m.w.N.).
Wie der Senat mit dem bereits oben erwähnten Urteil vom 09. August 1989 - 10 C 36/88 - entschieden hat, muß die Ausfertigung eines Bebauungsplans, da sie Grundlage und Voraussetzung für dessen Verkündung durch Bekanntmachung des Anzeigeverfahrens bzw. der Genehmigung ist, nach Abschluß aller dafür erforderlichen Verfahrensabschnitte und unmittelbar vor der Verkündung erfolgen.
Nach ständiger Rechtsprechung des OVG Rheinland-Pfalz folgt das Ausfertigungserfordernis auch für Bebauungspläne letztlich aus dem Rechtsstaatsprinzip: Dieses verlangt, dass das Ausfertigungsorgan durch die Ausfertigung der Rechtsnorm die Übereinstimmung des textlichen und gegebenenfalls zeichnerischen Inhalts der Normurkunde mit dem Willen des Rechtssetzungsberechtigten ("Authentizität") sowie die Einhaltung des für die Normgebung gesetzlich vorgeschriebenen Verfahrens ("Legalität") bezeugt (vgl. z.B. OVG RP, Urteil vom 9. August 1989 - 10 C 36/88 -, AS 22, 380, 381 …sowie Urteil vom 15. Mai 2003 - 1 C 11224/02.OVG -, BauR 2003, 1340 und juris, Rn. 29 und Beschluss vom 20. August 1999 - 8 C 10017/99.OVG -, jeweils m.w.N.).
Da die durch eine solche Ausfertigung entstehende Originalurkunde der Rechtsnorm Grundlage und Voraussetzung für deren Verkündung ist, muss die Ausfertigung nach Abschluss aller für die Verkündung der Rechtsnorm erforderlichen Verfahrensabschnitte und unmittelbar vor ihrer Verkündung erfolgen (st. Rspr.; vgl. z.B. OVG RP, Urteil vom 9. August 1989, a.a.O., …sowie Urteil vom 15. Mai 2003, a.a.O., Rn. 29; vgl. auch: BVerwG…, Beschluss vom 27. Januar 1999 - 4 B 129.98 -, BauR 1999, 611 und juris, LS 1 und Rn. 5 f.).
Durch die Ausfertigung bezeugt das Ausfertigungsorgan die Übereinstimmung des Inhalts der 41 Normurkunde mit dem Willen des Rechtssetzungsberechtigten (Authentizität) sowie die Einhaltung des für die Normgebung gesetzlich vorgeschriebenen Verfahrens (Legalität) (OVG Rheinland-Pfalz, Urt. v. 09.08.1989 - 10 C 36/88 -, BRS 49 Nr. 28).
VG Weimar, 28.01.2003 - 3 K 103/02
Ausbaubeiträge; Ausbaubeiträge
VG Weimar, 21.11.1997 - 3 E 2178/97