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Timestamp: 2016-10-21 14:54:36
Document Index: 287279134

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 105', 'BGE', 'Art. 7', 'Art. 8', 'BGE', 'Art. 28', 'Art. 28', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 99', 'BGE', 'Art. 61', 'Art. 29', 'Art. 43', 'Art. 61', 'BGE', 'BGE', 'Art. 61', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68']

8C_278/2011 (26.07.2011)
8C_278/2011 {T 0/2}
Bundesrichterinnen Leuzinger und Niquille,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Daniel Emch,
vom 3. M�rz 2011.
A.a Die 1960 geborene J.________ war als Aerobic- und Fitnessinstruktorin t�tig und leitete zuletzt ein eigenes Fitness Center. Nachdem im Juli 2003 gesundheitliche Probleme in Form von Muskel- und Skelettschmerzen sowie einer Ersch�pfungsdepression aufgetreten waren, meldete sie sich im Juni 2004 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle Bern zog verschiedene �rztliche Berichte bei und veranlasste beim Psychiatrischen Abkl�rungszentrum X.________ das am 24. Juni 2005 erstellte Gutachten. Mit Verf�gung vom 29. August 2005 wies sie das Leistungsbegehren ab. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 1. Juni 2006 fest. Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern hiess die von der Versicherten dagegen erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 10. Januar 2008 gut und wies die Sache an die Verwaltung zur�ck, damit diese mittels R�ckfrage bei den �rzten des Psychiatrischen Abkl�rungszentrum abkl�re, ob die Somatisierungsst�rung �berwindbar sei und bei Dr. med. K.________ den Zustand nach im Januar 2006 erlittener Humerusfraktur und Rotatorenmanschettenruptur erfrage.
A.b Die IV-Stelle holte daraufhin bei Dr. med. K.________ den �rztlichen Bericht vom 3. Mai 2008 ein. Weil das psychiatrische Gutachten des Zentrums X.________ bereits drei Jahre zur�ck lag und die Versicherte auf in der Zwischenzeit hinzugekommene somatische Beschwerden hingewiesen hatte, gab sie auf Anraten des Regionalen �rztlichen Dienstes (RAD) zudem beim medizinischen Abkl�rungszentrum Y.________ ein interdisziplin�res Gutachten in Auftrag, welches am 12. Mai 2009 erstellt wurde. Am 19. Januar 2010 lehnte die IV-Stelle das Leistungsgesuch erneut ab, da kein Krankheitsbild mit invalidisierender Arbeitsunf�higkeit vorliege.
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Entscheid vom 3. M�rz 2011 ab. In jenem Verfahren hatte die Versicherte ein Kurzgutachten des Dr. med. A.________ vom 20. Mai 2010, einen Bericht der Zahnmedizinischen Kliniken B._________ vom 28. April 2010 sowie einen Austrittsbericht der Klinik T.________ vom 22. April 2010 nachgereicht.
J.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit dem Antrag, es sei der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und ihr ab 1. Juli 2004 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter seien erg�nzende medizinische Abkl�rungen durchzuf�hren.
Die IV-Stelle schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt f�r Sozialversicherungen und das kantonale Gericht verzichten auf eine Vernehmlassung.
Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann u.a. die Verletzung von Bundesrecht ger�gt werden (Art. 95 lit. a BGG). Die Feststellung des Sachverhalts kann nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG).
Die Vorinstanz hat die Bestimmungen und Grunds�tze �ber das zeitlich massgebende Recht (BGE 130 V 445), die Begriffe der Erwerbsunf�higkeit (Art. 7 ATSG) und der Invalidit�t (Art. 8 Abs. 1 ATSG), insbesondere bei psychischen Gesundheitssch�den (BGE 131 V 49; 130 V 352, 396, je mit Hinweisen), sowie den Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 28 Abs. 2 IVG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fassung, resp. Art. 28 Abs. 1 IVG bis 31. Dezember 2007) zutreffend dargelegt. Dasselbe gilt f�r die Anforderungen an einen �rztlichen Bericht (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352) und die Aufgabe des Arztes bei der Ermittlung des Invalidit�tsgrades (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99 mit Hinweisen). Darauf wird verwiesen.
3.1 Das kantonale Gericht hat bei seiner Entscheidung wesentlich auf das Gutachten des Zentrums X.________ vom 10. Januar 2008 abgestellt.
Soweit die Beschwerdef�hrerin die von der Vorinstanz gesch�tzte Einholung eines interdisziplin�ren Gutachtens anstelle der im kantonalen R�ckweisungsentscheid vom 10. Januar 2008 angeordneten erg�nzenden Abkl�rung bei den �rzten des Zentrums X.________ kritisiert, kann ihr nicht gefolgt werden. Mit Blick auf die komplexen gesundheitlichen Beeintr�chtigungen und die sich im Zusammenhang mit der Schmerzproblematik stellende Frage einer �berwindbarkeit mittels zumutbarer Willensanstrengung war die Einholung eines Gutachtens mit interdisziplin�rer Ausrichtung, welches auch den von der Rechtsprechung bezeichneten versicherungsmedizinischen Vorgaben Rechnung tr�gt (vgl. dazu BGE 137 V 64 E. 4.1 S. 67 mit zahlreichen Hinweisen), durchaus geboten.
3.2 Das kantonale Gericht hat das Gutachten des Zentrums Y.________ vom 12. Mai 2009 gew�rdigt und diesem vollen Beweiswert zugemessen. Zur Begr�ndung stellte es unter anderem fest, die Formalkriterien der Beweiskraft eines Gutachtens (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232) seien erf�llt. Anhaltpunkte f�r eine k�rperliche oder psychische �berforderung der Versicherten w�hrend der medizinischen Exploration oder sprachliche Schwierigkeiten, welche die Beweiskraft der Begutachtung beeintr�chtigt h�tten, waren gem�ss den Feststellungen der Vorinstanz nicht auszumachen.
Die Beschwerdef�hrerin r�gt in diesem Zusammenhang eine offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts. Obwohl sie spanischer Muttersprache sei und nur gebrochen Deutsch spreche, sei die Untersuchung in Schweizerdialekt durchgef�hrt worden. Wegen der ungen�genden sprachlichen Kommunikationsm�glichkeiten h�tten die Gutachter die Anamnese nicht pr�zise erheben und sich kein aussagekr�ftiges Bild �ber den Gesundheitszustand machen k�nnen.
Im Rahmen von psychiatrischen Abkl�rungen kommt der bestm�glichen sprachlichen Verst�ndigung zwischen begutachtender und versicherter Person besonderes Gewicht zu. Die Gutachter attestierten der Versicherten trotz spanischer Muttersprache relativ gute (Dr. med. R.________) bis sehr gute (Dr. med. E._________) Deutschkenntnisse. Laut Dr. med. R.________ konnte das Gespr�ch ohne gr�ssere Probleme auf Deutsch gef�hrt werden. Daraus erhellt, dass sich die �rztlichen Fachpersonen weder von sich aus veranlasst sahen, zufolge sprachlicher Probleme eine �bersetzungshilfe beizuziehen, noch durch die Versicherte selber im Zeitpunkt der jeweiligen Untersuchung auf erhebliche Verst�ndigungsschwierigkeiten hingewiesen worden w�ren. Diese hat auch nie den Beizug einer Dolmetscherin beantragt. Vor diesem Hintergrund wie auch mit Blick darauf, dass der Entscheid dar�ber, ob eine medizinische Abkl�rungsmassnahme in der Muttersprache der Explorandin oder unter Beizug einer �bersetzerin im Einzelfall geboten ist, grunds�tzlich durch die begutachtende Person im Rahmen sorgf�ltiger Auftragserf�llung zu ergehen hat (AHI 2004 S. 147, I 245/00 E. 4.2.1), ist dem Gutachten des Zentrums Y.________ - selbst wenn etwas erschwerte Kommunikationsbedingungen vorhanden gewesen sein d�rften - mit der Vorinstanz unter diesem Gesichtspunkt voller Beweiswert zuzuerkennen. Dies rechtfertigt sich insbesondere auch deshalb, weil die Versicherte seit 1980 in der Schweiz lebt und hier gearbeitet hat und auch im Gutachten des Zentrums X.________ vom 24. Juni 2005 festgehalten wurde, sie spreche Berndeutsch mit spanischem Akzent. Es ist daher nicht willk�rlich, wenn die Vorinstanz davon ausging, die Begutachtung sei nicht durch sprachliche Schwierigkeiten negativ beeinfluss worden. Auch eine k�rperliche und psychische �berforderung hat das kantonale Gericht mit �berzeugender Begr�ndung verneint.
3.3 Des weitern r�gt die Beschwerdef�hrerin verschiedene Ungenauigkeiten in der Familien-, Berufs-, und Systemanamnese des Gutachtens des Zentrums Y.________ und stellt den ihrer Auffassung nach richtigen Sachverhalt dar. Abgesehen davon, dass es sich dabei weitestgehend um unzul�ssige Noven handeln d�rfte (Art. 99 Abs. 1 BGG), vermag sie nicht darzutun, inwiefern es sich dabei um entscheidrelevante Feststellungen handelt, welche die Gutachter zu anderen Schlussfolgerungen h�tten f�hren m�ssen. Es ist daher nicht weiter darauf einzugehen.
4.1 Gem�ss der auf einem Konsens der beteiligten Experten im Rahmen der allgemeinmedizinischen, internistischen, rheumatologischen und psychiatrischen Begutachtung beruhenden Beurteilung des Zentrums Y.________ liegen folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsf�higkeit vor: Akzentuierte histrionische Pers�nlichkeitsz�ge (DD: histrionische Pers�nlichkeitsst�rung), Verdacht auf anhaltende somatoforme Schmerzst�rung, St�rung durch multiplen Substanzgebrauch (Alkohol, Morphinderivate, Benzodiazepine, Laxantien). Bei der Versicherten bestehe ein ubiquit�res Schmerzsyndrom, welches als fibromyalgieformes Schmerzsyndrom beurteilt werde. Die klinische Untersuchung habe jedoch keine Hinweise f�r eine somatische Ursache der angegebenen Schmerzen gezeigt. Auf somatischer Ebene bestand laut Gutachten keine Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit in der bisherigen T�tigkeit als Fitnessinstruktorin und Gesch�ftsinhaberin. Die ab dem Jahre 2003 von den �rzten verschiedentlich angef�hrte Depression wie auch ein Ersch�pfungszustand konnten die Gutachter des Zentrums Y.________ nicht mehr diagnostizieren. Diesbez�glich gingen sie in �bereinstimmung mit dem Gutachten des Zentrums X.________ vom 24. Juni 2005 davon aus, dass die fr�her diagnostizierte Depression erfolgreich habe behandelt werden k�nnen. Im Vordergrund st�nden die akzentuierten histrionischen Pers�nlichkeitsz�ge, wobei differentialdiagnostisch an eine histrionische Pers�nlichkeitsst�rung zu denken sei. Dar�ber hinaus liege eine St�rung durch multiplen Substanzgebrauch vor (t�glich eine Flasche Rotwein, Behandlung mit Benzodiazepinen und morphinhaltigen Pr�paraten, �berm�ssiger Konsum von Laxantien). Aufgrund dieser beiden Krankheitsbilder sei die Beschwerdef�hrerin in der zuletzt ausge�bten wie auch in einer leidensangepassten T�tigkeit zu 80 Prozent arbeitsf�hig. Die Gutachter des Zentrums Y.________ wiesen zudem auf eine ausgepr�gte Verdeutlichungstendenz, eine Inkonsistenz der Angaben und eine Dramatisierungstendenz im Sinne eines bewusstseinsnahen Verhaltens der Explorandin hin. Die verschiedentlich als Bulimie bezeichnete St�rung wurde vom psychiatrischen Teilgutachter Dr. med. R.________ diskutiert und als nicht n�her bezeichnete Essst�rung (ICD-10 F50.9) ohne Auswirkung auf die Arbeitsf�higkeit diagnostiziert, in der Gesamtbeurteilung jedoch nicht mehr erw�hnt.
4.2 In Bezug auf die im rheumatologischen Teilgutachten diagnostizierte Fibromyalgie (DD: Verdacht auf anhaltende somatoforme Schmerzst�rung), welche in der Schlussbeurteilung des Zentrums Y.________ als Verdacht auf anhaltende somatoforme Schmerzst�rung (ICD-10 F45.4) Eingang in die Diagnosenliste fand, hat das kantonale Gericht erwogen, es seien weder eine psychische Komorbidit�t noch die anderen von der Rechtsprechung entwickelten Kriterien gegeben, welche ausnahmsweise einer willentlichen �berwindbarkeit entgegenst�nden (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50; 130 V 352). Die akzentuierten histrionischen Pers�nlichkeitsz�ge (ICD-10 Z73.1) sind laut angefochtenem Entscheid keinem pathologischen Substrat im engeren, rechtserheblichen Sinne zuzurechnen (vgl. zur Bedeutung der sog. Z-Kodierung der ICD-10: SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43, I 514/06 E. 2.2.2.2). Die Abh�ngigkeitssyndrome seien weder Folge eines k�rperlichen oder geistigen Gesundheitszustandes mit Krankheitswert, noch h�tten sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt, in deren Folge ein k�rperlicher oder geistiger Gesundheitsschaden eingetreten sei. Die Essst�rung beeintr�chtige die Arbeitsf�higkeit nicht, weshalb auch sie keine psychische Komorbidit�t darstelle, welche die Schmerzbew�ltigung der Versicherten intensiv und konstant behindern w�rde. Sodann verneinte das kantonale Gericht auch die Foerster-Kriterien, da keine somatische Erkrankung von Bedeutung diagnostiziert worden sei. Die Versicherte lebe in intakten famili�ren Verh�ltnissen, so dass kein sozialer R�ckzug in allen Lebenslagen gegeben sei. Anhaltspunkte f�r einen prim�ren Krankheitsgewinn w�rden nicht vorliegen. Auch die beiden Kriterien des verfestigten innerseelischen Verlaufs und des Scheiterns einer konsequent durchgef�hrten ambulanten oder station�ren Behandlung k�nnten nicht bejaht werden. Es sei daher davon auszugehen, dass die Versicherte �ber hinreichend Ressourcen verf�ge, ihr Leiden zu �berwinden.
5.1 Die Beschwerdef�hrerin bringt vor, das kantonale Gericht habe sich nicht mit den gegen das Gutachten des Zentrums Y.________ vom 12. Mai 2009 erhobenen Einw�nden auseinandergesetzt und die Berichte der behandelnden �rzte mit dem generellen Hinweis auf die auftragsrechtliche Vertrauensstellung nicht in die Beweisw�rdigung miteinbezogen. Insbesondere habe es nicht �berzeugend dargetan, weshalb das Kurzgutachten des Oberarztes des Zentrums X.________, Dr. med. A.________, vom 20. Mai 2010 und das Gutachten des Vertrauensarztes der Mobiliar, Dr. med. V.________, vom 26. Mai 2004 im Rahmen der Beweisw�rdigung nicht zu ber�cksichtigen seien. Zudem habe es seine Beurteilung auf ein widerspr�chliches und f�r die streitigen Belange weder umfassendes noch schl�ssiges Gutachten abgest�tzt.
5.2 Damit r�gt die Beschwerdef�hrerin die Verletzung der Pr�fungs- und Begr�ndungspflicht (Art. 61 lit. h ATSG) als Teilaspekt des Anspruchs auf rechtliches Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV), wie auch des im Verwaltungsverfahren und im kantonalen Sozialversicherungsprozess geltenden Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Der Untersuchungsgrundsatz weist enge Bez�ge zum - auf Verwaltungs- und Gerichtsstufe geltenden - Grundsatz der freien Beweisw�rdigung auf. F�hren die im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden Abkl�rungen die Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgem�sser Beweisw�rdigung zur �berzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als �berwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es k�nnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr �ndern, so liegt im Verzicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh�r begr�ndet (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 134 I 140 E. 5.3 S. 148).
5.3 Die Frage, ob ein medizinisches Gutachten inhaltlich schl�ssig, nachvollziehbar und widerspruchsfrei sei, kann nur im Kontext mit der Gesamtheit der einschl�gigen Akten beantwortet werden (BGE 9C_243/2010 vom 28. Juni 2011 E. 6). Wenn die Vorinstanz auf die Erfahrungstatsache verwies, dass behandelnde �rzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsf�llen mitunter eher zugunsten ihrer Patienten aussagen d�rften, so handelt es sich dabei um eine Richtlinie, die als solche mit dem Grundsatz der freien Beweisw�rdigung (Art. 61 lit. c ATSG) vereinbar ist (BGE 125 V 351 E. 3b Ingress S. 352). Bei der Absch�tzung des Beweiswertes im Rahmen einer freien und umfassenden Beweisw�rdigung m�ssen allerdings auch die potenziellen St�rken der Berichte behandelnder �rzte ber�cksichtigt werden. Der Umstand allein, dass eine Einsch�tzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu f�hren, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen. Die einen l�ngeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde �rzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite l�sst es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch t�tigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abkl�rungen zu nehmen, wenn die behandelnden �rzte zu anderslautenden Einsch�tzungen gelangen. Vorbehalten bleiben F�lle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdr�ngt, weil die behandelnden �rzte wichtige - und nicht rein subjektiver �rztlicher Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungew�rdigt geblieben sind.
5.4 Dr. med. A.________ war bereits am psychiatrischen Gutachten des Zentrums X.________ vom 24. Juni 2005 beteiligt. Damals wurde nebst einer Fibromyalgie auch eine Somatisierungsst�rung (ICD-10 F45.0) diagnostiziert. Gem�ss den Feststellungen der Gutachter bestimmten bis zu Panikepisoden auswachsende �ngste die Leistungsf�higkeit der Versicherten, w�hrend die depressiven Episoden - Dr. med. V.________ hatte im Gutachten zu Handen der Schweizerischen Mobiliar vom 26. Mai 2004 noch eine reaktive mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) diagnostiziert - offenbar erfolgreich behandelt werden konnten. Im von der Beschwerdef�hrerin aufgelegten Kurzgutachten vom 20. Mai 2010 ging Dr. med. A.________, welcher die Versicherte seit Oktober 2009 in zwei bis vierw�chigen Abst�nden insgesamt acht Mal gesehen hatte, von einer vollen Arbeitsunf�higkeit aus. Die Frage nach dem Vorliegen einer histrionischen Pers�nlichkeit/Pers�nlichkeitsst�rung verneinte er. Vielmehr sei von einer somatoformen Schmerzst�rung auszugehen, f�r welche mit einer ausgepr�gten Angstst�rung, Depression und Bulimie eine psychisch ausgewiesene Komorbidit�t vorliege. Die depressiven Symptome waren gem�ss Dr. med. A.________ in den vorangegangenen Monaten von mittelschwerer bis schwerer Auspr�gung. Aufgrund der unterschiedlich gezeichneten Zustandsbilder besteht ein klarer und un�berbr�ckbarer Widerspruch zur medizinischen Befundaufnahme und den leistungsbezogenen Schlussfolgerungen des Gutachtens des Zentrums Y.________.
5.5 Zwar sind f�r die richterliche Beurteilung grunds�tzlich die tats�chlichen Verh�ltnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens massgebend. Tatsachen, die sich erst sp�ter verwirklichen, sind soweit zu ber�cksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung bezogen auf jenen Zeitpunkt zu beeinflussen (BGE 121 V 362 E. 1b S. 366). Aus dem Wortlaut des Kurzgutachtens vom 20. Mai 2010 ergibt sich, dass die darin enthaltenen Schlussfolgerungen nach Auffassung des Verfassers nicht auf einer Wende im Verlauf des Leidens beruhen, sondern auf einem seit einiger Zeit andauernden Zustand. Sie beziehen sich damit ohne weiteres auch auf den Zeitraum vor Abschluss des Verwaltungsverfahrens.
5.6 Dem Gutachten des Zentrums Y.________ kann nicht beweism�ssiger Vorrang zugewiesen werden mit der Begr�ndung, Dr. med. A.________ habe bloss eine f�r die Versicherte g�nstigere Interpretation eines bestimmten medizinischen Zustandes abgegeben. Es ist n�mlich nicht auszuschliessen, dass im Rahmen der einmaligen Untersuchung zu gutachtlichen Zwecken wesentliche Aspekte unerkannt geblieben sein k�nnten. In diesem Zusammenhang f�llt auf, dass die in den medizinischen Unterlagen dokumentierte Angst- und Panikproblematik von den Gutachtern des Zentrums Y.________ nicht diskutiert wurde. Depressive Symptome wurden vom psychiatrischen Teilgutachter im Rahmen seiner Exploration nicht festgestellt, wobei nicht ersichtlich ist, auf welche Untersuchungsmethoden und objektiven Befunde sich dieses Ergebnis st�tzt. Obwohl im Gutachten des Zentrums Y.________ auf einen �berm�ssigen Medikamenten- und Alkoholkonsum hingewiesen wurde, bleibt unklar, ob das Bewusstsein der Versicherten bei der Untersuchung, wie in der Beschwerde geltend gemacht, aufgrund von Nebenwirkungen des multiplen Substanzgebrauchs getr�bt war. Dies k�nnte insbesondere die von den Gutachtern erw�hnten sehr unpr�zisen, inkonsistenten und manchmal widerspr�chlichen Angaben erkl�ren. Dazu im Widerspruch scheint demgegen�ber zu stehen, dass sich w�hrend der gesamten Untersuchungszeit keine Konzentrations-, Auffassungs- oder Aufmerksamkeitsst�rungen feststellen liessen.
5.7 Umgekehrt vermag der Bericht des Dr. med. A.________ vom 20. Mai 2010 f�r sich allein schon deshalb nicht gegen das Administrativgutachten durchzudringen, weil er nicht die formalen und inhaltlichen Merkmale eines Gutachtens aufweist, sondern sich auf die Beantwortung der Fragen des Rechtsvertreters der Versicherten beschr�nkt. Seine Beurteilung beruht zwar auf einem l�ngeren Beobachtungszeitraum als diejenige der Fach�rzte des Zentrums Y.________. Immerhin weckt sein Kurzgutachten - welches den Fach�rzten des Zentrums Y.________ bislang nicht zur Stellungnahme unterbreitet worden war - Zweifel an der Beweiswertigkeit der f�r die Vorinstanz massgebenden Entscheidungsgrundlage. Der angefochtene Entscheid beruht somit nicht auf einem vollst�ndig und schl�ssig ermittelten Bild des Gesundheitszustandes. Das kantonale Gericht h�tte daher aufgrund des Untersuchungsgrundsatzes und des Gebots der freien und umfassenden Beweisw�rdigung von Bundesrechts wegen weitere Abkl�rungen t�tigen m�ssen. Dabei h�tte es zumindest eine pr�zisierende Stellungnahme bei den Gutachtern des Zentrums Y.________ einholen und bei immer noch nicht schl�ssiger Beweislage ein kl�rendes gerichtliches Gutachten veranlassen m�ssen.
5.8 Inwieweit das kantonale Gericht bei der Begr�ndung des angefochtenen Entscheids seine Pflicht zur Auseinandersetzung mit allen wesentlichen Parteistandpunkten verletzt hat, kann offenbleiben, da die Sache ohnehin zur weiteren Abkl�rung und neuem Entscheid an es zur�ckzuweisen ist.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend hat die Beschwerdegegnerin die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG) und der Beschwerdef�hrerin eine Parteientsch�digung zu bezahlen (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, vom 3. M�rz 2011 aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zur�ckgewiesen wird, damit sie, nach erfolgter Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen, �ber die Beschwerde neu entscheide.
Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdef�hrerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 2800.- zu entsch�digen.
Luzern, 26. Juli 2011