Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%2021/77
Timestamp: 2020-02-20 16:02:52
Document Index: 263702261

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 246', 'BGH', '§ 491', '§ 78', '§ 488', '§ 488', '§ 246', 'BGH', '§ 138', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 248', 'BGH', '§ 248', '§ 246', '§ 248', '§ 826', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', '§ 826', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 09.11.1978 - III ZR 21/77 - dejure.org
https://dejure.org/1978,695
BGH, 09.11.1978 - III ZR 21/77 (https://dejure.org/1978,695)
BGH, Entscheidung vom 09.11.1978 - III ZR 21/77 (https://dejure.org/1978,695)
BGH, Entscheidung vom 09. November 1978 - III ZR 21/77 (https://dejure.org/1978,695)
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Wirksamkeit einer als "Zahlungsgarantie" überschriebenen schriftlichen Erklärung - Anforderungen an einen Verstoß gegen die guten Sitten durch den Darlehensnehmer belastende Regelungen - Gesamtwürdigung des Geschäftsinhalts eines Darlehensvertrages - Anforderungen an das ...
NJW 1979, 804
NJW 1979, 805
MDR 1979, 476
WM 1979, 225
DB 1979, 979
Zins im Rechtssinne ist jedoch lediglich die nach der Laufzeit des Darlehens bemessene, gewinn- und umsatzunabhängige Vergütung für die Möglichkeit des Gebrauchs des auf Zeit überlassenen Kapitals (RGZ 86, 399, 400 f.; BGH, Urteile vom 9. November 1978 - III ZR 21/77, NJW 1979, 805, 806 und vom 29. Juni 1979 - III ZR 156/77, NJW 1979, 2089, 2090;… Palandt/Grüneberg, BGB, 73. Aufl., § 246 Rn. 2).
Ebenso wenig ist das Bearbeitungsentgelt, soweit es zugleich den mit der Beschaffung und Auskehrung der Darlehensmittel verbundenen betriebsinternen Aufwand des Darlehensgebers sowie etwaige Folgeaufwendungen abdeckt, zinsähnliche Vergütung für die Gewährung des Gebrauchs des Kapitals (vgl. RGZ 168, 284, 285; BGH, Urteil vom 9. November 1978 - III ZR 21/77, NJW 1979, 805, 806;… Staudinger/Kessal-Wulf, BGB, Neubearbeitung 2012, § 491 Rn. 48;… Bruchner/Krepold in Schimansky/Bunte/Lwowski, Bankrechts-Handbuch, 4. Aufl., § 78 Rn. 3, 116).
Danach ist ein Darlehensvertrag, wie der Senat schon wiederholt entschieden hat (u.a. Urteil vom 9. November 1978 - III ZR 21/77 = NJW 1979, 805; zuletzt Urteil vom 10. Juli 1980 - III ZR 177/78 = NJW 1980, 2301, Jeweils m.w. Nachw.) nichtig, wenn zwischen den Leistungen des Darlehensgebers und den durch einseitige Vertragsgestaltung festgelegten Gegenleistungen des Darlehensnehmers ein auffälliges Mißverhältnis besteht und der Darlehensgeber die wirtschaftlich schwächere Lage des Darlehensnehmers, dessen Unterlegenheit, bei der Festlegung der Darlehensbedingungen bewußt zu seinem Vorteil ausnutzt.
Dabei sind nach der bisherigen Senatsrechtsprechung der Zweck, dem sie dienen, und der Vorteil, den sie dem einen oder anderen Vertragspartner bringen sollen, zu berücksichtigen (vgl. die Senatsurteile vom 9. November 1978 aaO; vom 11. Januar 1979 - III ZR 119/77 = NJV 1979, 808;… vom 29. Juni 1979 aaO; für die Einbeziehung auch: Hackl BB 1977, 1412, 1414; Frhr. Marschall v. Bieberstein, Der finanzierte Abzahlungskauf S. 37;… Soergel/Hafermehl a.a.O. Rdn. 75).
Durch diese Vertragsgestaltung erhält der gesamte Vertrag ein sittenwidriges Gepräge und ist nichtig (vgl. Senatsurteil vom 9. November 1978 a.a.O. m.w. Nachw.).
Der Umstand, daß sich die Klauseln für den Fall des Zahlungsrückstands bei einer richterlichen Inhaltskontrolle als unwirksam herausgestellt hätten, ist unerheblich für die Beantwortung der Frage, ob der gesamte Vertrag durch zusammenwirkende Umstände als sittenwidriges Ausbeutungsgeschäft anzusehen ist (vgl. Senatsurteile vom 9. November 1978 a.a.O. u. vom 17. Mai 1979 - III ZR 118/77 = NJW 1979, 2092, 2093).
Zur Beurteilung der Sittenwidrigkeit bedarf es dabei der Gesamtwürdigung des Inhalts und des Zwecks des Geschäfts und der Geschäftsumstände, wobei die vertraglich festgelegten Leistungen und Gegenleistungen, sowie die sonstigen Regelungen, insbesondere auch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Darlehensgebers, heranzuziehen sind (vgl. Senatsurteile vom 9. November 1978 - III ZR 21/77 = NJW 1979, 805 = WM 1979, 2255 11. Januar 1979 - III ZR 119/77 - NJW 1979, 808 - WM 1979, 270; 29. Juni 1979 - III ZR 156/77 = NJW 1979, 2089 = WM 1979, 966; 25. Oktober 1979 - III ZR 182/77 - NJW 1980, 445, 446 - WM 1980, 10; 10. April 1980 - III ZR 59/79; 17. April 1980 - III ZR 96/78).
Diese zusätzlichen Gebühren und Kosten sind zwar laufzeitunabhängig und daher im Gegensatz zu den Kreditgebühren (Senatsurteile vom 16. November 1978 - III ZR 47/77 = NJW 1979, 540, 541 = WM 1979, 52; vom 9. November 1978 - III ZR 21/77 = NJW 1979, 805, 806 = WM 1979, 225; vom 29. Juni 1979 - III ZR 156/77 - NJW 1979, 2089, 2090 = WM 1979, 966) nicht als Zinsen im Sinne des bürgerlichen Rechts anzusehen (vgl. zum Zinsbegriff: Canaris NJW 1978, 1892).
Sie unterliegen daher der revisionsrechtlichen Beurteilung des Senats (vgl. Senatsurteile vom 9. November 1978 - III ZR 21/77 = NJW 1979, 805, 806 = WM 1979, 225; 16. November 1978 - III ZR 47/77 = NJW 1979, 540, 541 = WM 1979, 52; vom 25. Oktober 1979 - III ZR 182/77 = NJW 1980, 445, 446 = WM 1980, 10).
Die richterliche Inhaltskontrolle der Allgemeinen Geschäftsbedingungen kann zwar ergeben, daß nur einzelne unangemessene Vertragsklauseln der rechtlichen Wirksamkeit entbehren (vgl. Senatsurteile vom 9. November 1978 - III ZR 21/77 - NJW 1979, 805 - WM 1979, 225; vom 25. Oktober 1979 - III ZR 182/77 = NJW 1980, 445, 446 = WM 1980, 10).
Dieser Verstoß, der allein die Rechtswirksamkeit des Darlehensvertrages nicht berührt (Senatsurteil vom 16. November 1978 - III ZR 47/77 = NJW 1979, 540, 541 = WM 1979, 52), erschwert es den Darlehensnehmern, ihre Belastung zuverlässig zu beurteilen, und fällt damit bei der Bewertung der Vertragsumstände ins Gewicht (Bachmann NJW 1978, 865; vgl. auch Senatsurteile vom 9. November 1978 - III ZR 21/77 - NJW 1979, 805, 807 = WM 1979, 225; vom 29. Juni 1979 - III ZR 156/77 = NJW 1979, 2089, 2091 = WM 1979, 966).
Der in § 488 BGB genannte Zins wird nach weitgehend akzeptierter Formel als synallagmatisches, laufzeitabhängiges Entgelt für die Kapitalüberlassung definiert (…vgl. nur Staudinger/Freitag, BGB, Neubearbeitung 2015, § 488 Rn. 181 mwN;… Palandt/Grüneberg, BGB, 77. Aufl., § 246 Rn. 2), sodass laufzeitunabhängige Entgelte keine Zinsen im Sinne des bürgerlichen Rechts darstellen (so auch schon BGH, Urteil vom 9. November 1978 - III ZR 21/77, WM 1979, 225, 227 f., unzutreffend deshalb Bitter/Linardatos, ZIP 2018, 1203).
Ebenso sind nach allgemeiner Auffassung in die Beurteilung der Sittenwidrigkeit eines Darlehensvertrages nach § 138 BGB neben den laufzeitabhängigen Zinsen auch vereinbarte laufzeitunabhängige Kosten einzubeziehen (siehe nur BGH, Urteil vom 9. November 1978 - III ZR 21/77, WM 1979, 225, 226 ff.;… Palandt/Ellenberger, BGB, 77. Aufl., § 138 Rn. 26), ohne dass sich daraus Anhaltspunkte dafür ergeben können, dass entsprechende Kostenpositionen zu Recht gefordert werden.
BGH, 30.06.1983 - III ZR 114/82
Bestimmung der Sittenwidrigkeit eines Rechtsgeschäfts nach den im Zeitpunkt …
Zwar hat der erkennende Senat zur Frage der Sittenwidrigkeit von Ratenkreditverträgen erstmalig in seinem Urteil vom 9. November 1978 - III ZR 21/77 - WM 1979, 225 eingehend Stellung genommen und sich erst in einer Reihe späterer Urteile mit den im Rahmen der Gesamtwürdigung zu prüfenden Umständen befaßt, insbesondere damit, wann ein auffälliges Mißverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung zu bejahen ist, welche Kreditbedingungen im einzelnen die Belastung des Kreditnehmers ins Unangemessene und Untragbare steigern können und welche persönlichen Voraussetzungen - objektiv und subjektiv - beim Kreditnehmer und Kreditgeber vorliegen müssen, um einen Teilzahlungskreditvertrag als sittenwidrig erscheinen zu lassen (vgl. Urteile vom 11. Jan.
BGH, 25.10.1979 - III ZR 182/77
Klage auf Erfüllung einer Bürgschaftverpflichtung - Wirksamkeit des …
Zur Prüfung der Sittenwidrigkeit eines im kaufmännischen Rechtsverkehr geschlossenen Darlehensvertrags (Abgrenzung zu den Senatsurteilen vom 9. November 1978 - III ZR 21/77 = NJW 1979, 805, vom 11. Januar 1979 - III ZR 119/77 = NJW 1979, 808 und vom 29. Juni 1979 - III ZR 156/77 - NJW 1979, 2089).
Das Berufungsgericht hat die Prüfung der Sittenwidrigkeit noch nicht an den Grundsätzen ausgerichtet, die der Senat erst in mehreren nach der Verkündung des Urteils des Berufungsgerichts ergangenen Entscheidungen ausgesprochen hat (vgl. die Senatsurteile vom 9. November 1978 - III ZR 21/77 - NJW 1979, 805 - WM 1979, 225; vom 11. Januar 1979 - III ZR 119/77 = NJW 1979, 808 = WM 1979, 270; vom 29. Juni 1979 - III ZR 156/77 = NJW 1979, 2089 = WM 1979, 966).
Diese den Darlehensnehmer belastenden Regelungen, die u.a. die Forderung von Zinseszinsen ermöglichen und der kreditgebenden Bank einseitig das Recht gewähren, vom Darlehensnehmer höhere Teilzahlungszuschläge zu fordern, wenn sich die Diskontsätze der Deutschen Bundesbank während der Laufzeit des Darlehen erhöhen (vgl. hierzu die Ausführungen des Senatsurteils vom 9. November 1978 a.a.O.), führen in der zur Entscheidung stehenden Sache nicht zur Sittenwidrigkeit des gesamten Darlehensvertrages.
Die richterliche Inhaltskontrolle der Allgemeinen Geschäftsbedingungen kann in einem solchen Fall ergeben, daß nur einzelne zum Vertragsinhalt gewordene Bestimmungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen der rechtlichen Wirksamkeit entbehren (vgl. das Senatsurteil vom 9. November 1978 a.a.O.).
Diese Kosten stellen jedoch kein Entgelt für den Gebrauch des Kapitals, sondern eine Vergütung (in Form einer pauschalierten Auslagenentschädigung) für die Verschaffung oder Hingabe und Überlassung des Kapitals (vgl. BGH, Urt. v. 09.11.1978, III ZR 21/77, BB 1979, 343 ff., zit. nach juris, Rn. 28) dar.
Wäre dies der Fall, würde ihr fehlender Zinscharakter ohnehin dazu zwingen, sie den laufzeitunabhängigen Kosten zuzuordnen (vgl. BGH, Urt. v. 09.11.1978, III ZR 21/77, BB 1979, 343 ff., zit. nach juris, Rn. 29).
Zu verzinsen ist danach nur das im zugesprochenen Saldo noch enthaltene Darlehenskapital einschließlich der Bearbeitungsgebühr, die als einmalige Belastung nicht unter den Zinsbegriff des § 248 BGB fällt (vgl. BGH Urteil vom 20. November 1970 - V ZR 71/68 = LM § 248 BGB Nr. 2; Senatsurteil vom 9. November 1978 - III ZR 21/77 = NJW 1979, 805;… Canaris Bankvertragsrecht Rn. 1324;… Karsten Schmidt Geldrecht § 246 Rn. 25, § 248 Rn. 5).
Das Berufungsgericht hat ferner angenommen, daß einer Vollstreckung aus dem Vollstreckungsbescheid grundsätzlich § 826 BGB entgegen gestanden habe, weil zur Zeit der Erwirkung des Vollstreckungsbescheids im August 1979 die höchstrichterliche Rechtsprechung zur Nichtigkeit von Ratenkrediten (vgl. insbesondere BGH, Urt. v. 9. November 1978 - III ZR 21/77, WM 1979, 225;… Urt. v. 11. Januar 1979 - III ZR 119/77, WM 1979, 270) bereits soweit fortgeschritten gewesen sei, daß sich der Bank bei einer Gesamtwürdigung die Einsicht habe aufdrängen müssen, eine gerichtliche Schlüssigkeitsprüfung im Klageverfahren müsse zu einer Anwendung des § 138 Abs. 1 BGB auf den Darlehensvertrag führen und daher auch die Bürgschaft insoweit gegenstandslos machen.
OLG Nürnberg, 09.04.2002 - 12 W 3827/01
Unzulässigkeit einer Zwangsvollstreckung aus einem Vollstreckungsbescheid über …
BGH, 18.01.1990 - III ZR 26/89
Anspruch auf Unterlassung der Zwangsvollstreckung - Sittenwidrigkeit der …
BGH, 07.05.1981 - III ZR 2/79
Anspruch auf Zahlung rückständiger Beträge aus Kreditvertrag wegen Übernahme der …
BGH, 12.03.1981 - III ZR 88/79
KG, 18.02.1985 - 12 U 3095/84
Wirksamkeit eines Darlehensvertrages; Sittenwidrigkeit eines Vertrages wegen …
BGH, 17.05.1979 - III ZR 118/77
Vermittlung eines Darlehensgeschäfts von Reisegewerbetreibenden - Werbung von …
BGH, 20.03.1980 - III ZR 172/78
Nichtigkeit eines im Reisegewerbe vermittelten Darlehensvertrags - Übertragung …
KG, 19.12.1983 - 12 U 2312/83
Schadensersatz wegen Nichterfüllung eines Kaufvertrages ; Sittenwidrigkeit eines …
BGH, 17.04.1980 - III ZR 96/78
Sittenwidrigkeit eines Darlehensvertrages wegen eines wucherähnlichen Tatbestands …
BGH, 10.04.1980 - III ZR 59/79
BGH, 11.01.1979 - III ZR 119/77
Klage gegen einen Bürgen auf Erfüllung der Bürgschaftsverpflichtung - Wirksamkeit …
OLG Stuttgart, 23.07.1991 - 6 U 10/91
Bank-Anspruch; Ratenweise Kredit-Rückzahlung; Ratenkredit; Verjährungsfrist
OLG Bremen, 13.03.1986 - 3 U 86/85
Anspruch eines rechtskräftig verurteilten Schuldners auf Unterlassung der …
OLG Düsseldorf, 13.06.1983 - 6 W 35/83
Ausnutzung; Rechtskräftiger Vollstreckungstitel; Vollstreckungstitel; …
OLG Brandenburg, 09.04.2002 - 12 W 3827/01
BGB § 138 Abs. 2 § 826
OLG Saarbrücken, 05.08.1987 - 5 U 21/87
Nichtigkeit eines Kreditvertrages ; Abänderung eines Urteils ; Anfechtung wegen …
OLG München, 28.06.1985 - 18 U 2224/85
BGH, 21.06.1979 - III ZR 171/77
Wucher oder sonstige Sittenwidrigkeit bei einem Darlehensvertrag mit einem …
BGH, 17.05.1979 - III ZR 117/77
Nichtigkeit eines im Reisegewerbe verbotenerweise abgeschlossenen oder …
BGH, 06.03.1980 - III ZR 64/79
Einbeziehung der eingeräumten Sicherungen in den Wertvergleich zur Feststellung …
BGH, 29.06.1979 - III ZR 157/77
Darlegungslast und Beweislast für die Voraussetzungen der Sittenwidrigkeit des …
BGH, 17.05.1979 - III ZR 123/77
Wirksamkeit eines im Reisegewerbe abgeschlossenen oder vermittelten …
LG Paderborn, 19.06.1985 - 4 O 249/84
Unterlassung der Zwangsvollstreckung und Herausgabe eines Titels wegen materiell …
OLG Hamburg, 29.08.1984 - 8 U 24/84
Sittenwidrigkeit von Verbraucherkreditverträgen; Erfordernis eines subjektiven …