Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=EGMR&Datum=02.09.2010&Aktenzeichen=46344%2F06
Timestamp: 2019-03-20 16:23:36
Document Index: 339514725

Matched Legal Cases: ['EGMR', 'Art. 6', 'Art. 13', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 13', 'Art. 41', 'Art. 46', 'Art. 46', 'Art. 6', 'Art. 13', 'EGMR', 'EGMR', 'EGMR', 'EGMR', 'EGMR', 'EGMR', 'EGMR', 'EGMR', 'Art. 41', 'EGMR', 'Art. 41', 'EGMR', '§ 198', 'EGMR', 'EGMR', 'Art. 13', 'EGMR', 'EGMR', 'EGMR', 'BGH', 'EGMR', 'EGMR', 'EGMR', 'EGMR', 'EGMR', 'EGMR', 'EGMR', 'EGMR', 'EGMR', 'EGMR', 'EGMR', 'EGMR', 'EGMR', 'EGMR']

EGMR, 02.09.2010 - 46344/06 - dejure.org
Art. 6 Abs. 1 EMRK; Art. 13 EMRK
überlange Verfahrensdauer; Fehlen eines wirksamen Rechtsbehelfs; verwaltungsgerichtliches Verfahren; Piloturteil
Deutschland verstößt erneut gegen die Menschenrechtskonvention wegen überlanger Verfahrensdauer
Art. 6, Art. 6 Abs. 1, Art. 13, Art. 41, Art. 46, Art. 46 Abs. 2 MRK
Violation of Art. 6-1 Violation of Art. 13 Pecuniary damage - claim dismissed Non-pecuniary damage - award (englisch)
Justiz - BÖV-Internetseite sammelt verschleppte Verfahren
Deutschland muss Bürgern gegen lahme Richter helfen
Deutsche Justiz als Langstreckenläufer? EGMR rügt überlange Verfahrensdauer
Kurznachricht zu "Neuer Rechtsschutz gegen die überlange Dauer finanzgerichtlicher Verfahren" von RA Thomas Böcker, original erschienen in: DStR 2011, 2173 - 2178.
NJW 2017, 3055
FamRZ 2010, 1965
Darüber, ob die Dauer eines Verfahrens angemessen ist, muss unter Berücksichtigung der Schwierigkeit des Falles, des Verhaltens des Beschwerdeführers und der zuständigen Behörden und Gerichte sowie der Bedeutung des Rechtsstreits für den Beschwerdeführer entschieden werden (EGMR, Urteil vom 2. September 2010, Nr. 46344/06, Rumpf ./. Deutschland, Rn. 41;… Urteil vom 21. Oktober 2010, Nr. 43155/08, Grumann ./. Deutschland, Rn. 26).
Insgesamt stellt sich die Schaffung des Gesetzes als innerstaatlicher Rechtsbehelf gegen überlange Gerichtsverfahren als Reaktion auf eine entsprechende Forderung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte dar (vgl. insbesondere EGMR, Urteil vom 2. September 2010 - Nr. 46344/06, Rumpf/Deutschland - NJW 2010, 3355).
Gelingt dies nicht, muss die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 02.09.2010 46344/06, Rumpf, NJW 2010, 3355 und die mittlerweile geschaffene Rechtsgrundlage Anwendung finden.".
Der Kläger hat darin erklärt, "ohne eine klare Richtungsvorgabe" des FG gegenüber der Familienkasse müsse die Entscheidung des EGMR vom 2. September 2010 46344/06 --Rumpf/Deutschland-- (Neue Juristische Wochenschrift --NJW-- 2010, 3355) "und die mittlerweile geschaffene Rechtsgrundlage" Anwendung finden.
Insoweit ist auf das Urteil des Gerichtshofs vom 2. September 2010 (Nr. 46344/06, Rumpf/Bundesrepublik Deutschland - NJW 2010, 3355) zu verweisen.
Nicht unberücksichtigt werden darf, dass das gesamte Gesetz letztlich durch die Rspr. des EGMR (vgl. 2. September 2010, 46344/06, Juris) erzwungen worden war (…siehe den Vortrag der Bundesregierung in dem Beschluss des EGMR vom 29. Mai 2012, 53126/07 [Rn. 15] und die Ausführungen des EGMR [Rn. 39], jeweils zit. nach Juris).
Nach der Rspr. des EGMR ist aber ein entgangener Gewinn zu entschädigen (vgl. die Entscheidungen vom 2. September 2010, 46344/06; 25. März 2010, 485/09, 13. November 2008; 10597/03, 4. April 2002; 45181/99, 31. Juli 2003; 57249/00;… 1. Juli 1997, 17820/91, Rn. 76 ff, jeweils zit. nach Juris;… vgl. Meyer-Ladewig, EMRK Kommentar, Art. 41 Rn. 7).
Im Zusammenhang mit einer ungerechtfertigten Verfahrensverzögerung hat der EGMR selbst häufig den Vortrag als ungenügend eingeschätzt (vgl. die Entscheidungen vom 2. September 2010, 46344/06; 25. März 2010, 485/09, 13. November 2008; 10597/03, 4. April 2002; 45181/99, 31. Juli 2003; 57249/00, jeweils zit. nach Juris;… vgl. hierzu auch Meyer-Ladewig, EMRK Kommentar, Art. 41 Rn. 8); die Anforderungen sind hoch (…vgl. EGMR, 1. Juli 1997, 17820/91, Juris Rn. 76 ff.).
38 Die Angemessenheit der Verfahrensdauer richtet sich gemäß § 198 Abs. 1 Satz 2 GVG "nach den Umständen des Einzelfalls" (so auch der wörtlich oder sinngemäß immer wieder verwendete Einführungssatz des EGMR, etwa in seiner für den deutschen Gesetzgeber maßgeblichen Pilotentscheidung vom 2. September 2010 in dem Verfahren Rumpf/Bundesrepublik Deutschland, Nr. 46344/06).
Anlass für die Schaffung des ÜGG waren zwar ua die Entscheidungen des EGMR vom 8.6.2006 in der Sache Sürmeli (Az 75529/01 - NJW 2006, 2389 ff) , mit der dieser festgestellt hat, dass seinerzeit in der Bundesrepublik Deutschland pflichtwidrig kein wirksamer Rechtsbehelf iS von Art. 13 EMRK gegen eine überlange Verfahrensdauer existierte, und vom 2.9.2010 in der Sache Rumpf (Az 46344/06 - NJW 2010, 3355 ff) , mit der dieser der Bundesrepublik Deutschland aufgegeben hat, ohne Verzögerung und spätestens innerhalb eines Jahres nach Rechtskraft seines Urteils einen oder mehrere Rechtsbehelfe gegen überlange Gerichtsverfahren einzuführen.
Über die Frage, ob die Dauer eines Verfahrens angemessen ist, ist unter Berücksichtigung der Umstände des Falles und folgender Kriterien zu entscheiden: der Schwierigkeit des Falles, des Verhaltens des Beschwerdeführers und der zuständigen Behörden und Gerichte sowie der Bedeutung des Rechtsstreits für den Beschwerdeführer (EGMR, Urteil vom 2. September 2010, Beschwerde-Nr. 46344/06, Rumpf ./. Deutschland, Rn. 41;… Urteil vom 21. Oktober 2010, Beschwerde-Nr. 43155/08, Grumann ./. Deutschland, Rn. 26).
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