Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20R%2066/09
Timestamp: 2019-07-21 10:09:47
Document Index: 98240923

Matched Legal Cases: ['§ 50', '§ 50', '§ 50', '§ 52', '§ 50', '§ 50', '§ 50', '§ 80', '§ 50', '§ 50', '§ 50', '§ 50', '§ 50', '§ 44', '§ 42', '§ 42', '§ 50', '§ 50', 'Art 15', 'Art 23', '§ 80', '§ 50', '§ 50', '§ 50', '§ 34', '§ 42', '§ 50', 'Art. 3', '§ 50', 'Art. 3', '§ 50', '§ 50', '§ 50', 'Art 3', '§ 50', 'Art 20', 'Art 23', '§ 50', '§ 50']

Rechtsprechung: I R 66/09 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: BFH, 10.06.2015 | BFH, 29.06.2016
https://dejure.org/2012,10002
BFH, 10.01.2012 - I R 66/09 (https://dejure.org/2012,10002)
BFH, Entscheidung vom 10.01.2012 - I R 66/09 (https://dejure.org/2012,10002)
BFH, Entscheidung vom 10. Januar 2012 - I R 66/09 (https://dejure.org/2012,10002)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2012,10002) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Schließlich braucht auch nicht mehr darauf eingegangen zu werden, ob es dem Gesetzgeber gelungen ist, das wechselseitige Verhältnis von § 50d Abs. 9 Satz 1 Nr. 2 und § 50d Abs. 8 EStG 2002 n.F./2009 durch die rückwirkende Neuregelung in § 50d Abs. 9 Satz 3 (i.V.m. § 52 Abs. 59a Satz 9) EStG 2009 i.d.F. der Änderung durch das Gesetz zur Umsetzung der Amtshilferichtlinie sowie zur Änderung steuerlicher Vorschriften vom 26. Juni 2013 (BGBl I 2013, 1809, BStBl I 2013, 790) nunmehr im Sinne der Finanzverwaltung in einfach- wie verfassungsrechtlich nicht zu beanstandender Weise zu bestimmen, und --noch weiter gehend und grundsätzlicher--, ob § 50d Abs. 9 Satz 1 Nr. 2 EStG 2002 n.F./2009 als sog. Treaty override verfassungsrechtlichen Anforderungen genügt (vgl. dazu --bezogen auf § 50d Abs. 8 EStG 2002/2009-- Senatsbeschluss vom 10. Januar 2012 I R 66/09, BFHE 236, 304).
https://dejure.org/2015,18605
BFH, 10.06.2015 - I R 66/09 (https://dejure.org/2015,18605)
BFH, Entscheidung vom 10.06.2015 - I R 66/09 (https://dejure.org/2015,18605)
BFH, Entscheidung vom 10. Juni 2015 - I R 66/09 (https://dejure.org/2015,18605)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2015,18605) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
§ 50d Abs.... 8 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG 2002), § 80 Abs. 2 Satz 1 des Gesetzes über das Bundesverfassungsgericht, § 50d Abs. 8 Satz 1 EStG 2002, § 50d Abs. 1a EStG 1990, § 50d Abs. 1 Satz 1, Abs. 1a EStG 1990, § 50d Abs. 3 EStG, § 50d Abs. 1 EStG (1990, § 44d EStG (1990, § 42 der Abgabenordnung (AO), § 42 AO
§ 50d Abs 8 EStG 2002 vom 15.12.2003, § 50d Abs 1a EStG 1990 vom 21.12.1993, Art 15 Abs 1 DBA TUR 1985, Art 23 Abs 1 Buchst a S 1 DBA TUR 1985, § 80 Abs 2 S 1 BVerfGG
EStG § 50d Abs. 8 S. 1
Ergänzung des Vorlagebeschlusses vom 10.01.2012 I R 66/09: Verfassungswidrigkeit eines sog. Treaty override
Vorlagebeschluss zur Verfassungswidrigkeit eines Treaty-override ergänzt
Kurznachricht zu "Treaty Override verfassungswidrig? - Anmerkung zum Beschluss des BFH vom 10.06.2015" von Wolfgang Mitschke, original erschienen in: IStR 2015, 627 - 630.
Es handelt sich um das Verfahren, das der erkennende Senat mit Beschluss vom 10. Januar 2012 I R 66/09 (BFHE 236, 304) --ergänzt durch weiteren Beschluss vom 10. Juni 2015 I R 66/09 (BFH/NV 2015, 1250)-- ausgesetzt und dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) zur Entscheidung über die Verfassungsmäßigkeit der mit der Regelung des § 50d Abs. 8 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) 2002 i.d.F. des Zweiten Gesetzes zur Änderung steuerlicher Vorschriften (Steueränderungsgesetz 2003) vom 15. Dezember 2003 (BGBl I 2003, 2645, BStBl I 2003, 710) --EStG 2002 n.F.-- verbundenen Abkommensüberschreibung (sog. Treaty override) vorgelegt hatte.
Es geht also darum, die "Steuermoral" der Arbeitnehmer, demzufolge deren Einstellung zu Steuern und zur Besteuerung zu stärken (BT-Drs. 15/1562 Seite 39 zu Nummer 22 [§ 50d], zu Buchstabe b [Absatz 8];… BFH-Vorlagebeschluss vom 10. Januar 2012 I R 66/09, BFH/NV 2012, 1056, Entscheidungsgründe zu B.II.3.b)bb)bbb); BFH-Beschluss vom 10. Juni 2015 I R 66/09, BFH/NV 2015, 1250, zu II.3.).
Nach Auffassung des erkennenden Senats kann die Frage der doppelten Nichtbesteuerung -der sog. Keinmalbesteuerung- (BFH-Beschluss in BFH/NV 2015, 1250 zu II.3.) aus der Natur der Sache heraus nur beantwortet werden auf der Grundlage der Verteilung des Besteuerungsrechts zwischen dem Tätigkeitsstaat (hier: Frankreich) und dem Ansässigkeitsstaat (Bundesrepublik Deutschland) nach dem maßgeblichen -bilateral zwischen diesen Staaten abgeschlossenen- Abkommen.
In der Erklärung der hier in Rede stehenden Einkünfte gegenüber der ESTV manifestiert sich aus inländischer Sicht keine "Steuerumgehung" oder ein Gestaltungsmissbrauch i.S.d. § 34c Abs. 6 Satz 6 EStG 2007/2009 i.V.m. § 42 AO (BFH-Beschluss in BFH/NV 2015, 1250, zu II.3. mit weiteren Nachweisen).
Zwar war der I. Senat des BFH in seinem Vorlagebeschluss vom 10. Januar 2012 I R 66/09 (…BFH/NV 2012, 1056), den er durch weiteren Beschluss vom 10. Juni 2015 I R 66/09 (BFH/NV 2015, 1250) ergänzte, noch von der Verfassungswidrigkeit des § 50d Abs. 8 Satz 1 EStG 2002 in der Fassung des Zweiten Gesetzes zur Änderung steuerlicher Vorschriften (Steueränderungsgesetz 2003) vom 15. Dezember 2003 (BGBl I 2003, 2645) -EStG 2002 n.F.- wegen eines Verstoßes gegen den allgemeinen Gleichheitssatz des Grundgesetzes (Art. 3 Abs. 1 GG) überzeugt.
Zwar war der BFH in seinem Vorlagebeschluss vom 10. Januar 2012 I R 66/09 (…BFH/NV 2012, 1056), den er durch einen weiteren Beschluss vom 10. Juni 2015 I R 66/09 (BFH/NV 2015, 1250) ergänzte, noch von der Verfassungswidrigkeit des § 50d Abs. 8 Satz 1 EStG 2002 in der Fassung des Zweiten Gesetzes zur Änderung steuerlicher Vorschriften (Steueränderungsgesetz 2003) vom 15. Dezember 2003 (BGBl I 2003, 2645) wegen eines Verstoßes gegen den allgemeinen Gleichheitssatz des Grundgesetzes (Art. 3 Abs. 1 GG) überzeugt.
ccc) Soweit mit Blick auf den Vorlagebeschluss des BFH vom 10. Januar 2012 (Fussnote 36:I R 66/09, BFH/NV 2015, 1250 Az. Beim BVerfG 2 BvL 1/12) zu § 50d Abs. 8 EStG verfassungsrechtliche Bedenken gegen die Anordnung der Rückwirkung der Bestimmung des § 50d Abs. 9 Satz 1 Nr. 1 EStG geäußert werden (Fussnote 37: z.B. Hahn-Joecks in Kirchhof/Söhn/Mellinghof § 50d K 5), vermögen derartige Bedenken dessen Anwendung für den Streitfall nicht entgegenzustehen.
https://dejure.org/2016,35018
BFH, 29.06.2016 - I R 66/09 (https://dejure.org/2016,35018)
BFH, Entscheidung vom 29.06.2016 - I R 66/09 (https://dejure.org/2016,35018)
BFH, Entscheidung vom 29. Juni 2016 - I R 66/09 (https://dejure.org/2016,35018)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2016,35018) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Art 3 Abs 1 GG, § 50d Abs 8 S 1 EStG 2002 vom 15.12.2003, Art 20 GG, Art 23 Abs 1 Buchst a S 1 DBA TUR 1985
§ 50d Abs. 8 Satz 1 EStG i.d.F. vom 15. Dezember 2003 verfassungsgemäß
aa) Die Regelung des § 50d Abs. 8 Satz 1 EStG ist verfassungsgemäß (z.B. Senatsurteil vom 29. Juni 2016 I R 66/09, BFH/NV 2016, 1688, m.w.N.).
bb) Der Senat hat in seinem Beschluss vom 10. Januar 2012 I R 66/09 (BFHE 236, 304) erwogen, die Nachweispflicht einzuschränken, wenn es dem Steuerpflichtigen unmöglich oder für ihn unzumutbar gewesen wäre, dem Nachweiserfordernis nachzukommen.
Nachdem das BVerfG die Verfassungsmäßigkeit dieser Vorschrift ungeachtet des damit einhergehenden Völkerrechtsverstoßes bejaht hatte, ist der BFH dieser Entscheidung des BVerfG im nachfolgenden Beschluss vom 29. Juni 2016 I R 66/09 (BFH/NV 2016, 1688) nunmehr gefolgt.
Nachdem das BVerfG die Verfassungsmäßigkeit dieser Vorschrift ungeachtet des damit einhergehenden Völkerrechtsverstoßes bejaht hatte, ist der BFH dieser Entscheidung des BVerfG im nachfolgenden Beschluss vom 29. Juni 2016 I R 66/09 (BFH/NV 2016, 1688) gefolgt.