Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Strafbefehl-nach-29-BtmG-Kokain-Konsum-Fuehrerschein-weg--f296266.html
Timestamp: 2020-05-31 03:56:50
Document Index: 353666711

Matched Legal Cases: ['§29', '§29', '§ 14', '§29', '§ 14', '§ 14', '§ 11']

Strafbefehl nach §29 BtmG 'Kokain Konsum' - Führerschein weg?
www.frag-einen-anwalt.deVerkehrsrechtStrafbefehl nach §29 BtmG 'Kokain ...
| 07.03.2017 14:17 |
Zusammenfassung: Der reine Vorwurf, Kokain zum Eigenkonsum bestellt, heißt nicht, dieses auch erhalten, oder gar konsumiert zu haben. Ein Fall des § 14 Absatz 2 Fahrerlaubnisverordnung liegt als Voraussetzung eine MPU-Anordnung nicht vor. Eine ärztlichen Gutachten, ob konsumiert wird, kann aber angeordnet werden.
im Juli vergangenen Jahres erhielt ich eine Strafanzeige wegen einem Verstoß §29 BtmG (Tatzeitpunkt Oktober 2014)
Nach Akteneinsicht wurde festgestellt, dass bei einem Online Drogenhändler auf einer Liste mein Name mit einer grünen Markierung (steht für "versendet") bei 2 Bestellungen á 1 Gramm Kokain gefunden wurde.
Mein Rechtsanwalt hat die Vorwürfe zurückgewiesen.
Im Herbst 16 erhielt ich dann einen Strafbefehl in dem mir zur Last gelegt wird, in 2 eigenständigen Handlungen online jeweils 1 Gramm Kokain zum Eigenkonsum bestellt zu haben.
Daraufhin haben wir EInspruch eingelegt und ich machte sofort einen Termin für eine Haarentnahme. Diese war auch negativ, allerdings lies sich die Staatsanwaltschaft nicht auf eine Einstellung des Verfahrens ein. Die Indizien sprachen leider gegen mich.
Da ich meine Unschuld in einer Hauptverhandlung leider auf keinen Fall logisch darlegen kann und mir auch weitere Kosten nicht leisten kann, werden wir den Einspruch nun aus Verfahrensökonomischen Gründen zurückziehen, allerdings mit der Mitteilung an das Gericht, dass ich den Vorwürfen weiterhin widerspreche. (Dies sollte laut meinem Anwalt auf jedenfall gemacht werden).
Ich bin komplett clean und trinke nicht mal Alkohol, habe nun aber Angst, aufgrund des Wortlautes des Strafbefehls, meinen Führerschein zu verlieren.
Ein ärztliches Gutachten wäre kein Problem, aber eine MPU wäre fatal, da ich auf meinen Führerschein angewiesen bin.
Ich möchte daher wissen, ob eine MPU in diesem Fall angeordnet werden muss, oder ob die Führerscheinstelle nur ein ÄG anordnen darf, da weder Kokain bei mir gefunden wurde, noch ein Bezug zum Straßenverkehr vorliegt. Außerdem werden wir ja zum Widerruf des Einspruchs auch die Einlassung für das Gericht dazuschreiben.
Ich hoffe wirklich sie können mir helfen und mir meine Angst eventuell nehmen.
den Einspruch bei der von Ihnen geschilderten Sachlage zurückzunehmen ist sicher nicht die „1a-Lösung", zumal Sie nicht Ihre Unschuld beweisen müssen, sondern man Ihnen im Gegenteil beweisen müsste, dass Sie zumindest bestellt, gegebenenfalls auch erhalten haben.
Dies nur sicherheitshalber vorausgeschickt- dass Sie nach Beratung mit Ihren Anwalt einen anderen weg wählen, der wirtschaftlichen Gesichtspunkten Rechnung trägt, akzeptiere ich selbstverständlich. Ich halte es aber auch für dringend geboten, aktenkundig zu machen, dass Sie den Vorwürfen widersprechen und den Einspruch nur aus verfahrensökonomischen Gründen zurücknehmen.
2x1 Gramm zum Eigenkonsum bestellt, heißt jedenfalls nicht diese auch erhalten, schon gar nicht, sie auch konsumiert zu haben.
Ein Fall des § 14 Absatz 2 Fahrerlaubnisverordnung (FeV) liegt als Voraussetzung eine MPU-Anordnung daher nicht vor.
Mit der Anordnung eines ärztlichen Gutachtens nach § 14 Absatz 1 Satz 1 FeV in Verbindung mit
§ 11 Absatz 2 Satz 3 FeV (zur Abklärung, ob Sie konsumieren) haben Sie allerdings zu rechnen.
Nach Ihren Angaben kann ein solches Gutachten allerdings nur positiv ausfallen.
Insoweit hoffe ich, zu Ihrer Beruhigung beitragen zu können.
Bewertung des Fragestellers 07.03.2017 | 15:08
"Schnelle und super kompetente Antwort. Wäre ich direkt an einen solchen Verkehrsanwalt geraten hätte ich mir im Vorraus viel Geld erspart. Ich bin super zufrieden und kann Herrn Jeromin zu 100% weiterempfehlen"
Trunkenheits-Radfahrt mit Kokain