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Timestamp: 2017-03-30 06:51:41
Document Index: 153271613

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE']

8C_84/2012 (07.05.2012)
8C_84/2012
A.a Die 1971 geborene G.________ war als stellvertretende Gouvernante im Hotel X.________ bei der Winterthur Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft (nachstehend: Winterthur; heute AXA Versicherungen AG, nachstehend: AXA) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 23. März 2002 unter nicht vollständig geklärten Umständen beim Aufhängen eines Vorhanges stürzte und sich eine Riss-Quetsch-Wunde am rechten Oberschenkel und multiple Kontusionen an Kopf und Wirbelsäule zuzog. Die Winterthur anerkannte ihre Leistungspflicht für die Folgen dieses Ereignisses und erbrachte die gesetzlichen Leistungen, stellte diese jedoch mit Verfügung vom 7. März 2003 und Einspracheentscheid vom 12. Juni 2003 per 28. September 2002 ein. Die von der Versicherten hiegegen erhobene Beschwerde hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Entscheid vom 25. Juni 2004 gut und wies die Sache unter Aufhebung des Einspracheentscheides zu weiteren Abklärungen an die Winterthur zurück.
A.b In Nachachtung des kantonalen Entscheides holte die Winterthur in Zusammenarbeit mit der IV-Stelle des Kantons Zürich beim medizinischen Begutachtungsinstitut Y.________ ein Gutachten ein. Nach dessen Vorliegen verneinte die Winterthur mit Verfügung vom 15. November 2005 erneut einen über den 28. September 2002 hinausgehenden Leistungsanspruch der Versicherten. G.________ erhob fristgerecht Einsprache gegen diese Verfügung; auf ihren Antrag hin wurde das Einspracheverfahren bis zum Abschluss des IV-Verfahrens sistiert. Nach Eintritt der Rechtskraft der leistungsablehnenden IV-Verfügung bestätigte die AXA als Rechtsnachfolgerin der Winterthur mit Einspracheentscheid vom 9. Februar 2010 die Verfügung vom 15. November 2005.
Die von G.________ hiegegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Entscheid vom 30. November 2011 ab.
Mit Beschwerde beantragt G.________, ihr sei unter Aufhebung des Einsprache- und des kantonalen Gerichtsentscheides ab 28. September 2002 eine Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 100 %, eventuell von 20 %, zuzusprechen.
2.1 Im kantonalen Entscheid werden die nach der Rechtsprechung für den Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 UVG) geltenden Voraussetzungen des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181), insbesondere bei psychischen Unfallfolgeschäden (BGE 115 V 133), zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
2.2 Zu ergänzen ist, dass das Bundesgericht mit Urteil vom 19. Februar 2008 (BGE 134 V 109) die sog. Schleudertrauma-Praxis bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden präzisiert hat. Im genannten Urteil wurde zunächst der Grundsatz bestätigt, dass der Fallabschluss und damit verbunden die Adäquanzprüfung im Hinblick auf die Rentenleistungen in dem Zeitpunkt zu erfolgen hat, in dem von der Weiterführung der medizinischen Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten ist (zitiertes Urteil, E. 4). Hinsichtlich der Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und den geklagten organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden wurde festgehalten, dass diese aufgrund einer eingehenden medizinischen Abklärung zu erfolgen hat (zitiertes Urteil, E. 9.4 und 9.5). Schliesslich wurden in E. 10 des zitierten Urteils die Kriterien, welche zur Beurteilung der Adäquanz bei mittelschweren Unfällen (vgl. dazu insbesondere SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, E. 5.3.1 [U 2/07]) dienen, neu gefasst. Der Katalog der adäquanzrelevanten Kriterien lautet nunmehr:
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin ab 28. September 2002 Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung hat.
4.1 Es steht fest und ist unbestritten, dass die Versicherte am 23. März 2002 einen Unfall erlitten hat. Sie geht im Weiteren selber davon aus, dass über den 28. September 2002 von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten war. Sie macht auch zu Recht nicht geltend, die über dieses Datum hinaus geklagten Beschwerden seien auf einen im Sinne der Rechtsprechung (vgl. Urteil 8C_806/2007 vom 7. August 2008, E. 8.2 mit zahlreichen Hinweisen) organisch hinreichend nachweisbaren Gesundheitsschaden zurückzuführen. Die Vorinstanz hat erwogen, die Adäquanz des Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfallereignis und den anhaltend geklagten Beschwerden sei nach den Kriterien, die von der Rechtsprechung für psychische Unfallfolgeschäden entwickelt wurden (BGE 115 V 133), zu prüfen. Die Beschwerdeführerin macht dagegen geltend, die spezielle Prüfung der Adäquanz habe nach den Kriterien der sog. Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109; vgl. E. 2.2 hievor) zu erfolgen. Welche der beiden Rechtsprechungen anwendbar ist, kann indessen offenbleiben, da - wie nachstehende Erwägungen zeigen - die Adäquanz eines Kausalzusammenhanges selbst dann zu verneinen wäre, wenn man sie nach der für die Beschwerdeführerin günstigeren Schleudertrauma-Praxis prüft.
4.2 Das kantonale Gericht hat das Ereignis vom 23. März 2002 als mittelschweren Unfall qualifiziert. Diese Betrachtungsweise wurde von der Versicherten zu Recht nicht bestritten. Die Adäquanz eines Kausalzusammenhanges wäre somit nur dann zu bejahen, wenn eines der relevanten Adäquanzkriterien in besonders ausgeprägter oder mehrere dieser Kriterien in gehäufter Weise erfüllt wären.
4.3 Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, die Kriterien der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls, der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen, der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat oder jenes des schwierigen Heilungsverlauf und der erheblichen Komplikationen seien erfüllt. Diese können denn auch ohne Weiteres verneint werden.
4.4 Nach dem Unfall begab sich die Versicherte in Behandlung beim Notfalldienst A.________, wo die Wunde am rechten Oberschenkel genäht wurde. Zuhause verschlechterte sich der Zustand, so dass sie am Abend die Notfallstation des Spitals Z.________ aufsuchte. Dort wurden Röntgenbilder angefertigt und Medikamente abgegeben. Im Juli 2002 war die Versicherte für eine Woche in der Rheumaklinik des Spitals Z.________ hospitalisiert. Die sonstigen durchgeführten Therapiemassnahmen waren für die Beschwerdeführerin nicht überdurchschnittlich belastend im Sinne der Rechtsprechung; praxisgemäss werden an das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung deutlich höhere Anforderungen gestellt (vgl. Urteil 8C_910/2009 vom 13. Januar 2010 E. 4.4). Das Kriterium ist somit zu verneinen.
4.5 Was die beiden Kriterien der erheblichen Beschwerden und der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen betrifft, gilt festzustellen, dass selbst wenn diese bejaht werden könnten, sie jedenfalls nicht in ausgeprägter Weise gegeben sind.
4.6 Da mithin keines der massgeblichen Kriterien besonders ausgeprägt vorliegt und selbst dann, wenn man zugunsten der Versicherten die beiden Kriterien der erheblichen Beschwerden und der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen als erfüllt erachten würde, die Kriterien nicht in gehäufter Weise gegeben sind, ist die Adäquanz eines Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfallereignis vom 23. März 2002 und den über den 28. September 2002 hinaus anhaltend geklagten, organisch nicht im Sinne der Rechtsprechung hinreichend nachweisbaren Beschwerden, zu verneinen. Bereits aus diesem Grund folgt, dass die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung hat. Somit braucht nicht näher geprüft zu werden, welcher Beweiswert dem Gutachten des medizinischen Begutachtungsinstituts Y.________ vom 15. Juli 2005 zukommt. Der Einsprache- und der kantonale Gerichtsentscheid bestehen zu Recht; die Beschwerde der Versicherten ist dementsprechend abzuweisen.