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Timestamp: 2016-12-10 07:34:20
Document Index: 124214290

Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'BGer', 'BGer', 'BGer', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'BGer', 'Art. 1', 'BGE', 'Art. 1', 'Art. 7', 'Art. 7', 'BGer', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 60', 'Art. 7', 'BGer', 'Art. 1', 'BGer', 'Art. 79', 'Art. 79', 'BGer', 'BGer', 'Art. 60', 'BGer', 'BGer', 'BGer', 'Art. 7', 'Art. 7', 'BGer', 'Art. 7', 'BGE', 'Art. 7', 'Art. 13', 'Art. 16', 'Art. 30', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 3', 'Art. 30', 'Art. 30', 'Art. 23', 'Art. 27']

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Vorsorge (Säulen 1, 2, 3a und 3b)
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1 Praxisfestlegung Steuerverwaltung Graubünden Vorsorge (Säulen 1, 2, 3a und 3b) StG 23, 29, 36, 16, 30 lit. e, 40, 40a DBG 20, 22, 33, 16, 24 lit. b, 37, Ausgangslage Säule (AHV/IV/EO) Grundsätze Abzug der Beiträge Besteuerung der Leistungen Säule (berufliche Vorsorge) Grundsätze Obligatorium (Säule 2a) Freiwilliger Anschluss (Säule 2a) Überobligatorium (Säule 2b) Abzug der Beiträge Periodische Beiträge Einkauf von Beitragsjahren Grundsätze Frühpensionierung Einschränkungen Besteuerung der Leistungen Rente Kapitalabfindung Voraussetzungen für die Ausrichtung einer Kapitalabfindung Spezialfall: WEF-Bezug Besteuerung Besteuerung bei Begünstigung Säule 3a (gebundene Selbstvorsorge) Abzug der Beiträge Grundsatz RK/te doc P2 4.1.2 Selbständigerwerbender mit unselbständiger (Neben-)Erwerbstätigkeit Wechsel von selbständiger zu unselbständiger Erwerbstätigkeit Aufgabe der Erwerbstätigkeit Besteuerung der Leistungen Transfer von Guthaben innerhalb der Säule 3a nach Alter 59/ Transfer von Guthaben in die 2. Säule Säule 3b (freie Selbstvorsorge) Begriffe Unterscheidungen Nach Art des versicherten Ereignisses Nach Art der Prämienzahlung Nach Art der Versicherungsleistung Rückkaufsrecht Geschäftliche und private Versicherung Abzug der Prämien Schuldzinsen bei fremdfinanzierter Kapitalversicherung mit Einmalprämie Besteuerung der Leistungen Kapitalversicherungen Kapitalversicherung mit Rückkaufsrecht Mit Einmalprämie Mit periodischer Prämie Kapitalversicherung ohne Rückkaufsrecht (Risikoversicherung) Rentenversicherungen Rückkaufsfähig Nicht rückkaufsfähig (reine Risikoversicherung) Zeitrenten Vermögenssteuer Literaturverzeichnis doc 23 1. AUSGANGSLAGE Die vorliegende Praxisfestlegung soll umfassend die steuerliche Behandlung der Vorsorge aufzeigen. Dabei wird zum einen zwischen den verschiedenen Vorsorgearten unterschieden, nämlich zwischen der ersten (AHV/IV/EO), der zweiten (berufliche Vorsorge) und der dritten Säule (gebundene und freie Selbstvorsorge). Zum anderen wird jeweils unterschieden zwischen der steuerlichen Behandlung der Beiträge (Abzugsfähigkeit) und der Leistungen (Besteuerung). Die in Franken aufgeführten (Grenz-)Beträge beziehen sich auf das Jahr bzw. die Steuerperiode 2014; für spätere Jahre ist diesbezüglich die entsprechende Publikation auf der Homepage des Bundesamtes für Sozialversicherungen (www.bsv.admin.ch) bzw. die jeweilige Wegleitung zur Steuererklärung zu konsultieren SÄULE (AHV/IV/EO 1 ) 2.1 Grundsätze Die Alters- und Hinterlassenenversicherung 2 und die Invalidenversicherung 3 bezwecken die Deckung des Existenzbedarfs bei Wegfall des Erwerbseinkommens infolge Alters, Invalidität oder Todes des Versorgers bzw. der Versorgerin. Ergänzungsleistungen 4 zur AHV und IV helfen dort, wo die Renten und das übrige Einkommen die minimalen Lebenskosten nicht decken. Beitragspflichtig sind in erster Linie alle natürlichen Personen mit Wohnsitz in der Schweiz, welche hier eine Erwerbstätigkeit ausüben und das 17. Altersjahr vollendet haben. Der Beitragspflicht unterliegen weiter alle nichterwerbstätigen Personen vom 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres bis zum Ende des Monats, in welchem Frauen das 64. und Männer das 65. Altersjahr vollendet haben. Ebenfalls beitragspflichtig sind alle Arbeitgeber, d.h. Personen, welche obligatorisch versicherten Personen Arbeitsentgelte ausrichten. Vom unselbständigen Erwerbseinkommen werden Beiträge für die AHV von 8.4% 5, für die IV von 1.4% 6 und für die EO von 0.5% 7 erhoben, welche von Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte zu tragen sind. Die Beiträge vom Einkommen aus selbständiger Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft (Erwerbsersatzgesetz, EOG; SR 834.1). Gemäss BG über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR ). Gemäss BG über die Invalidenversicherung (IVG; SR ). Gemäss BG über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG; SR ). AHVG 5 I i.v.m. AHVG 13. IVG 3 I. EOG 27 II doc 34 Erwerbstätigkeit betragen 7.8% 8, 1.4% und 0.5%. Für die Berechnung der Beiträge von Nichterwerbstätigen wird sowohl auf allfällige Renteneinkommen als auch auf das Vermögen abgestellt, wobei jedenfalls ein Mindestbeitrag geschuldet ist (AHVG 10 I, IVG 3 I bis, EOG 27 II). 2.2 Abzug der Beiträge Der Abzug der Beiträge an die AHV/IV/EO von Arbeitgeber und Arbeitnehmer richtet sich nach StG 36 lit. d bzw. DBG 33 I lit. d und f, wonach die gesetzlichen Beiträge an die Alters- und Hinterlassenenversicherung, an die Invalidenversicherung und an die Erwerbsersatzordnung (voll) abziehbar sind (anorganischer Abzug). Im interkantonalen Verhältnis werden die entsprechenden Beiträge dagegen den Gewinnungskosten (organischer Abzug) zugerechnet und daher objektmässig ausgeschieden Besteuerung der Leistungen Die AHV richtet Altersrenten (AHVG 21 ff.), Witwen- und Witwerrenten (AHVG 23 ff.) sowie Waisenrenten (AHVG 25) aus, die IV neben Taggeldern im Rahmen von Eingliederungsmassnahmen Invaliden- (IVG 28 ff.) und Kinderrenten (IVG 35). Bund und Kanton richten zusätzlich zur AHV/IV monatliche Ergänzungsleistungen zur Deckung des Existenzbedarfs aus (ELG 2). Die Renten der AHV und der IV werden stets zu 100%, zusammen mit dem übrigen Einkommen erfasst (StG 23 I bzw. DBG 22 I). Die Ergänzungsleistungen zur AHV/IV sind demgegenüber (StG 30 lit. l bzw. DBG 24 lit. h) SÄULE (BERUFLICHE VORSORGE) 3.1 Grundsätze Die berufliche Vorsorge dient den Erwerbstätigen und ihren Hinterlassenen als sog. 2. Säule in Ergänzung zur AHV/IV der Abdeckung der Risiken Alter, Invalidität und Tod (BVG 1 I). Die berufliche Vorsorge versteht sich dabei stets als kollektive Versicherung, welche durch spezielle, steuerbefreite Vorsorgeeinrichtungen betrieben wird, die ausschliesslich und dauernd dem Zweck der beruflichen Vorsorge gewidmet sind. Reine Spareinrichtungen decken nicht sämtliche dieser Risiken ab. Sie sind somit nicht dem Zweck der beruflichen Vorsorge gewidmet 10, weshalb deren Steuerbefreiung nicht AHVG 8. Höhn/Mäusli, 19 Rz 6a m.h. Das Ansammeln eines den Destinatären individuell zugeteilten Sparkapitals gilt nicht als Vorsorge doc 45 möglich ist und dementsprechend auch die geleisteten Beiträge nicht zum Abzug zugelassen werden können 11. Dies gilt sowohl im obligatorischen wie auch im überobligatorischen Bereich 12. Versichert werden können entweder nur das BVG-Obligatorium (Säule 2a 13 ) oder neben dem obligatorischen Bereich auch über das Obligatorium hinausgehende Vorsorgerisiken (Säule 2b 14 ). Letztere können bei einer sog. umhüllenden Vorsorgeeinrichtung zusammen mit dem Obligatorium oder bei einer überobligatorischen oder Kadereinrichtung separat versichert werden. Im Rahmen der 1. BVG-Revision 15 wurde mit Art. 1 Abs. 3 BVG eine neue Bestimmung aufgenommen, wonach der Bundesrat die aus dem Steuerrecht stammenden, in Praxis und Rechtsprechung entwickelten Grundsätze der Angemessenheit, der Kollektivität, der Gleichbehandlung, der Planmässigkeit sowie des Versicherungsprinzips präzisiert. Der Bundesrat ist diesem Auftrag nachgekommen und hat die fraglichen Grundsätze auf Verordnungsstufe geregelt. Die entsprechenden Bestimmungen finden sich in den Artikeln 1-1h BVV 2 16 : Der Grundsatz der Angemessenheit ergibt sich direkt aus dem Zweckartikel des BVG, wonach die berufliche Vorsorge zusammen mit der AHV/IV die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung in "angemessener" Weise ermöglichen soll. Die Endleistungen aus der beruflichen Vorsorge dürfen demnach zusammen mit den Sozialversicherungsleistungen 100% des letzten Erwerbseinkommens nicht übersteigen; das beitragspflichtige Einkommen darf dementsprechend das Erwerbseinkommen nicht übersteigen. Art. 1 BVV 2 legt fest, dass die Angemessenheit aufgrund einer modellmässigen Betrachtung entweder des Verhältnisses der Altersleistungen aus der 2. Säule oder der gesamten reglementarischen Beiträge für die 2. Säule zum letzten AHV-pflichtigen Einkommen beurteilt wird: Gemäss lit. a ist die Vorsorge angemessen, wenn die Altersleistungen nicht mehr als 70% des letzten versicherbaren AHV-pflichtigen Lohns oder Einkommens betragen, gemäss lit. b, wenn die gesamten reglementarischen Beiträge nicht mehr als 25% aller versicherbaren AHV-pflichtigen Löhne bzw. des AHV-pflichtigen Einkommens betragen. Dabei handelt es sich um alternative Voraussetzungen, d.h. es ist nur entweder die eine oder die andere Voraussetzung zu erfüllen. Gibt es mehrere Vorsorgeeinrichtungen sind die genannten Voraussetzungen für die Gesamtheit der Vorsorgeverhältnisse einzuhalten (Art. 1a BVV 2). Der Grundsatz der Kollektivität verlangt den Einbezug aller Arbeitnehmer eines Unternehmens in die berufliche Vorsorge im Rahmen von einem oder mehreren Kollektiven und verbietet Sondervereinbarungen einzelner Vorsorgenehmer mit der Vorsorgeeinrichtung im Sinne von "à la carte-versicherungen". Die Zugehörigkeit zu einem Kollektiv muss sich nach objektiven Kriterien, wie bspw. der Lohnhöhe oder der hierarchischen Stellung im Betrieb, richten (Art. 1c Abs. 1 BVV 2). Die Kollektivität ist auch bei Versicherung einer Einzelperson gegeben, wenn gemäss Reglement die Auf BGer , 2A.408/2002, publ. in: ASA 75, S. 159; BGer , publ. in: StE 2001 B Nr. 27. BGer , 2A.408/2002, publ. in: ASA 75, S Vgl. dazu unten, Ziff Vgl. dazu unten, Ziff In Kraft seit SR doc 56 nahme weiterer Personen möglich ist (sog. virtuelle Kollektivität); Letzteres gilt jedoch nicht für die freiwillige Versicherung von Selbständigerwerbenden (Art. 1c Abs. 2 BVV 2). Der Grundsatz der Gleichbehandlung verlangt eine Gleichbehandlung hinsichtlich Finanzierung und Höhe der Leistungen im Verhältnis zu versichertem Salär und Beiträgen. Der Grundsatz der Gleichbehandlung ist eingehalten, wenn für alle Versicherten eines Kollektivs die gleichen reglementarischen Bestimmungen im Vorsorgeplan bestehen (Art. 1f BVV 2). Nach dem Grundsatz der Planmässigkeit sollen die Finanzierung (Aufbau der Vorsorge) und die Art der späteren Durchführung der Vorsorge auf der Leistungsseite in Statuten und Reglement zum Voraus nach schematischen Kriterien festgelegt sein. Die Zusprechung von Leistungen, die nicht im Reglement vorgesehen sind, oder unter anderen als den vom Reglement vorgesehenen Bedingungen ist nicht zulässig. Zudem müssen die zur Festlegung des Leistungsziels dienenden Parameter nach fachlich anerkannten Grundsätzen festgelegt werden (Art. 1g BVV 2). Das Versicherungsprinzip ist eingehalten, wenn die Risikobeiträge (zur Finanzierung der Leistungen für die Risiken Tod und Invalidität) mindestens 6 Prozent der Gesamtbeiträge ausmachen (Art. 1h BVV 2). Massgebend für die Berechnung des Mindestanteils ist die Gesamtheit der Beiträge für alle Kollektive und Pläne eines angeschlossenen Arbeitgebers in einer Vorsorgeeinrichtung. Es wird jedoch keine konsolidierte Betrachtungsweise über eine Mehrzahl von Vorsorgeeinrichtungen gemacht; diesfalls muss jede Einrichtung mindestens 6 Prozent der gesamten Beiträge zur Deckung der Risiken Tod und Invalidität vorsehen 17. Die genannten Grundsätze gelten gemäss BVG 49 II Ziff. 1 bzw. ZGB 89 bis VI auch im überobligatorischen Bereich 18. Gemäss BVG 1 III, letzter Satz, kann der Bundesrat neu ein Mindestalter für den vorzeitigen Altersrücktritt (Frühpensionierung) festlegen. Der Bundesrat hat dementsprechend in Art. 1i BVV 2 vorgesehen, dass die Reglemente der Vorsorgeeinrichtungen einen Altersrücktritt grundsätzlich frühestens ab dem vollendeten 58. Altersjahr vorsehen können. Frühere Altersrücktritte sind nur noch bei betrieblichen Restrukturierungen sowie bei Arbeitsverhältnissen, in denen frühere Altersrücktritte aus Gründen der öffentlichen Sicherheit vorgesehen sind, möglich. 3.2 Obligatorium (Säule 2a) Unselbständigerwerbende mit einem Jahreslohn von mehr als Fr. 21'060. (beim selben Arbeitgeber) unterliegen gestützt auf BVG 7 I der obligatorischen Versicherung in der 2. Säule. Obligatorisch zu versichern ist der Teil des Jahreslohns zwischen Fr. 21'060. (sog. Eintrittsschwelle) und Fr. 84' Das Lohnsegment zwischen diesen Grenzbeträgen ist somit bei Unselbständigerwerbenden durch die Arbeitgeber obligatorisch zu versichern. Der Koordinationsabzug entspricht nicht der Eintrittsschwelle, sondern be Vgl. auch BGer, , 2A.18/2005, publ. in: Pra 2006 Nr Vgl. dazu unten, Ziff BVG 8 I; Stand 2014 (2015: Fr bzw. Fr ) doc 67 trägt Fr. 24'570. (2015: FR ), der sog. koordinierte Jahreslohn beträgt daher max. Fr. 59'670. (2015: Fr ); der minimal versicherte Lohn beträgt jedoch stets Fr. 3'510. (2015: Fr ). Der bei seiner AG angestellte Alleinaktionär unterliegt als Unselbständigerwerbender im Rahmen der erwähnten Grenzbeträge ebenfalls dem Obligatorium und hat sich zusammen mit seinem Personal zu versichern. Entgegen der früheren bundesgerichtlichen Rechtsprechung 20 ist für den bei seiner AG angestellten Alleinaktionär ohne weiteres Personal nach der ausdrücklichen Bestimmung in Art. 1c Abs. 2 BVV 2 auch der Einzelanschluss an eine Sammelstiftung zulässig, wenn die sog. virtuelle Kollektivität gegeben bzw. im Reglement vorgesehen ist 21 ; dabei wird der Prüfung der Einhaltung der vorsorgerechtlichen Grundsätze besondere Beachtung geschenkt. 3.3 Freiwilliger Anschluss (Säule 2a) Arbeitnehmer und Selbständigerwerbende, welche der obligatorischen Versicherung nicht unterstellt sind, können sich freiwillig versichern lassen (BVG 4 I und 44 ff.). Der nicht obligatorisch versicherte Arbeitnehmer, welcher bei mehreren Arbeitgebern einen Jahreslohn von über Fr. 21'060. erzielt, kann sich entweder bei der Auffangeinrichtung 22 oder bei der Vorsorgeeinrichtung eines seiner Arbeitgeber freiwillig versichern lassen, sofern das entsprechende Reglement dies vorsieht (BVG 46 I). Ist der Arbeitnehmer bereits bei einer Vorsorgeeinrichtung obligatorisch versichert, kann er sich für den bei den anderen Arbeitgebern erzielten Lohn ebenfalls bei dieser Vorsorgeeinrichtung versichern lassen, falls ihre reglementarischen Bestimmungen es nicht ausschliessen; andernfalls kann er den bei den anderen Arbeitgebern erzielten Lohn bei der Auffangeinrichtung versichern lassen (BVG 46 II). Bezahlt der Arbeitnehmer die Beiträge direkt an die Vorsorgeeinrichtung, so schuldet ihm jeder Arbeitgeber die Hälfte der Beiträge, welche auf den bei ihm bezogenen Lohn entfallen (BVG 46 III); das Inkasso gegenüber den Arbeitgebern kann durch die Vorsorgeeinrichtung übernommen werden (BVG 46 IV). Ein aus der obligatorischen Versicherung ausscheidender Versicherter (wenn z.b. das Mindesteinkommen von Fr. 21'060. nicht mehr erzielt wird) kann die Vorsorge oder bloss die Altersvorsorge im bisherigen Umfang bei derselben Vorsorgeeinrichtung, wenn das Reglement dies zulässt, oder bei der Auffangeinrichtung weiterführen (BVG 47 I); diese Weiterversicherungsmöglichkeit besteht für maximal zwei Jahre 23 und gilt auch für die weitergehende (Kader-) Vorsorge BGE 120 Ib 199. Zur Lehre vgl. Maute/Steiner/Rufener, S. 132 ff., mit zahlreichen Hinweisen in FN 121. Vgl. BVG 60: Die Auffangeinrichtung ist eine Vorsorgeeinrichtung. Konkret handelt es sich um eine vom Bund getragene Stiftung, wobei die technische Durchführung der Vorsorge derzeit bei der Rentenanstalt liegt. Vgl. Vorsorge und Steuern, Anwendungsfälle, A VGer ZH , publ. in: StE 2008 B 27.1 Nr doc 78 In Präzisierung von BVG 44 hat die EStV das Kreisschreiben Nr. 1 vom 30. Januar 1986 verfasst: Danach können sich selbständigerwerbende Arbeitgeber ebenfalls einer Vorsorgeeinrichtung anschliessen, jedoch lediglich, wenn für das gesamte Personal in gleicher Weise Vorsorgemassnahmen getroffen worden sind. Als Arbeitgeber gilt, wer mindestens eine Drittperson (wozu auch der mitarbeitende Ehegatte und die mitarbeitenden Nachkommen zu zählen sind) arbeitsvertraglich angestellt hat. Selbständigerwerbende ohne Personal können sich gemäss Praxis und Rechtsprechung 25 wahlweise, aber ausschliesslich der Vorsorgeeinrichtung ihres Berufsverbandes oder der Auffangeinrichtung anschliessen 26. Der Einzelanschluss eines Selbständigerwerbenden an eine Vorsorgeeinrichtung ist demgegenüber nicht zulässig, da dies faktisch zu einer vollständigen Individualisierung der Vorsorge führen würde; Art. 1c Abs. 2 BVV 2, letzter Satz, hält dies neu ausdrücklich so fest. Selbständigerwerbende, welche sich keiner Vorsorgeeinrichtung der 2. Säule angeschlossen haben, können gestützt auf Art. 7 I BVV 3 eine gebundene Vorsorge ( grosse Säule 3a 27 ) aufbauen. Ein Steuerpflichtiger, der sowohl Arbeitnehmer 28 als auch Selbständigerwerbender ist, kann, auch wenn er sich für sein selbständiges Erwerbseinkommen keiner Vorsorgeeinrichtung der 2. Säule angeschlossen hat, in der Säule 3a grundsätzlich lediglich den kleinen Abzug gemäss Art. 7 I lit. a BVV 3 steuerlich geltend machen. Ausnahmen ergeben sich für Steuerpflichtige, welche von einer selbständigen zu einer unselbständigen Erwerbstätigkeit (oder umgekehrt) wechseln, sowie für Selbständigerwerbende mit einer unselbständigen Nebenerwerbstätigkeit Überobligatorium (Säule 2b) Ein Vorsorgereglement kann vorsehen, dass auch über den obligatorisch zu versichernden Teil des Jahreslohns 30 hinausgehende Einkommen versichert werden. Eine solche, überobligatorische Versicherung kann als sog. umhüllender Vorsorgeplan ausgestaltet werden, wonach sämtliche Mitarbeiter eines Unternehmens für den gesamten Jahreslohn (allenfalls nur bis zu einer bestimmten Grenze) versichert werden. Zulässig ist es auch, den überobligatorischen Bereich separat, nur für eine bestimmte Gruppe von Arbeitnehmern, zu versichern (sog. Kader- oder Beletage-Versicherung). Bei separater Regelung des überobligatorischen Bereichs gilt mit Bezug auf das Versicherungsprinzip 31 was folgt: Wird der überobligatorische Bereich von derselben Vorsor BGer , publ. in: StE 1988 B 27.1 Nr. 7; VGer AG , publ. in: StE 1993 B 27.1 Nr. 16; VGer LU , publ. in: StE 1993 B 27.1 Nr. 15. Vgl. zum Ganzen Peter-Szerenyi, S. 112 ff. Vgl. dazu unten, Ziff Und für dieses Einkommen aufgrund der Lohnhöhe einer Vorsorgeeinrichtung der 2. Säule obligatorisch angeschlossen ist. Vgl. zu diesen Ausnahmen unten, Ziff f. Vgl. dazu oben, Ziff Art. 1h BVV 2; vgl. vorne, Ziff doc 89 geeinrichtung abgedeckt wie das Obligatorium, ist das Versicherungsprinzip eingehalten, wenn die Risikobeiträge mindestens 6 Prozent sämtlicher Beiträge für Obligatorium und Überobligatorium ausmachen. Wird der überobligatorische Bereich dagegen bei einer separaten Vorsorgeeinrichtung versichert, muss diese allein mindestens 6 Prozent der Beiträge zur Deckung der Risiken Tod und Invalidität vorsehen. Die Unterteilung der Arbeitnehmer in verschiedene Gruppen von Versicherten ist nach objektiven Kriterien vorzunehmen (Art. 1c I BVV 2), welche nicht von vornherein nur auf eine einzige Person zutreffen dürfen 32 ; so können insbesondere auch Selbständigerwerbende, welche aufgrund ihres liberalen Berufes, bei dem nur wenig Personal mitarbeitet (z.b. Rechtsanwälte, Ärzte, Architekten) offensichtlich nie Kaderpersonal haben werden, das mit ihnen eine Personalkategorie bildet, keine Kaderversicherung abschliessen; die Kaderversicherung würde in solchen Fällen zur unzulässigen à la carte-versicherung werden 33. Für den bei seiner noch weiteres Personal beschäftigenden Gesellschaft angestellten Alleinaktionär ist unter dem Vorbehalt des Missbrauchs 34 auch ein Einzelanschluss an eine Kaderversicherung möglich, solange die sog. virtuelle Kollektivität gegeben bzw. im Reglement vorgesehen ist Abzug der Beiträge Periodische Beiträge Gemäss StG 36 lit. e bzw. DBG 33 I lit. d sind abziehbar die gemäss Gesetz, Statut oder Reglement geleisteten Einlagen, Prämien und Beiträge zum Erwerb von Ansprüchen aus Einrichtungen der beruflichen Vorsorge (Säule 2a und 2b). Im interkantonalen Verhältnis werden die Beiträge an die 2. Säule wie die AHV- Beiträge 36 den Gewinnungskosten (organischer Abzug) zugerechnet und daher objektmässig ausgeschieden 37. Die Abzugsfähigkeit der Beiträge knüpft damit an zwei Voraussetzungen an: Einerseits muss die Beitragsleistung auf gesetzlicher, statutarischer oder reglementarischer Grundlage beruhen. Anderseits muss sie an eine Einrichtung der beruflichen Vorsorge mit Sitz in der Schweiz erfolgen, die gestützt auf StG 78 bzw. DBG 56 zu Recht steuerbefreit Nicht objektiv wäre insbesondere eine Zuteilungsregel, welche das Beteiligungsverhältnis zum Unternehmen als Kriterium hätte. Peter-Szerenyi, S. 120 m.h. Eine missbräuchliche Rechtsgestaltung in aussergewöhnlichen Fällen (z.b. der Arzt als Angestellter seiner AG) wird auf dem Weg der Steuerumgehung bekämpft. Art. 1c Abs. 2 BVV 2; vgl. VGer ZH , publ. in: StE 2001 B Nr. 17. Vgl. vorne, Ziff Höhn/Mäusli, 19 Rz 6a; Vorsorge und Steuern, Anwendungsfälle, A m.h doc 910 worden ist oder zumindest steuerbefreit werden könnte; die Steuerbefreiung der empfangenden Vorsorgeeinrichtung 38 ist unabdingbare Voraussetzung für den Abzug. Die Beiträge müssen zu mindestens 50% durch den Arbeitgeber finanziert werden (vgl. BVG 66 I); zulässig ist auch ein höherer Arbeitgeberanteil, im Extremfall bis zu 100% Einkauf von Beitragsjahren Grundsätze Gemäss StG 36 lit. k sind abziehbar die nach Gesetz und darauf beruhenden reglementarischen oder statutarischen Bestimmungen geleisteten Beiträge des Versicherten für den Einkauf von Beitragsjahren an anerkannte Einrichtungen der beruflichen Vorsorge, ebenso nach DBG 205 i.v.m. DBG 33 I lit. d. Enthalten Reglement oder Statuten keine Bestimmungen über den Einkauf von Beitragsjahren, ist ein solcher BVG-rechtlich nicht zulässig und können trotzdem geleistete Einkaufsbeiträge nicht zum Abzug zugelassen werden 40. Einkäufe sind nur im Umfang bestehender Lücken möglich, d.h. im Umfang der Differenz zwischen dem aufgrund des aktuellen Einkommens maximal möglichen Vorsorgeguthaben und dem tatsächlich vorhandenen Guthaben. Es sind sämtliche vorhandenen Vorsorgeguthaben des Vorsorgenehmers zu berücksichtigen, d.h. auch solche, welche in einer Freizügigkeitsform (Freizügigkeitspolice oder -konto) bestehen, sowie insbesondere als Ersatz für die 2. Säule geäufnete Säule 3a-Guthaben ( grosse Säule 3a 41 ). Letztere werden gemäss Art. 60a II BVV 2 insoweit berücksichtigt, als sie die (aufgezinste) Summe der ab dem vollendeten 24. Altersjahr bis zum Einkaufszeitpunkt maximal abziehbaren kleinen Säule 3a 42 übersteigen 43. Auch zu berücksichtigen ist das Altersguthaben, über welches die versicherte Person im Zeitpunkt des vorzeitigen Altersrücktritts verfügte, wenn sie später weiterarbeitet und in der neuen Vorsorgeeinrichtung Einkaufsbeiträge leisten will 44. Ein fiktiver Einkauf gemäss StG 40b bzw. DBG 37b wird steuerrechtlich ebenfalls an einen späteren Einkauf in die Vorsorgeeinrichtung angerechnet, d.h. die Deckungslücke in der Vorsorgeeinrichtung reduziert sich um den entsprechenden Betrag (Art. 7 der Verordnung über die Besteuerung der Liquidationsgewinne bei definitiver Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit [LGBV 45 ]) Voraussetzung für die Steuerbefreiung wiederum ist die Einhaltung der oben, unter Ziff 3.1. wiedergegebenen vorsorgerechtlichen Prinzipien. Im Falle einer Kaderversicherung kann sich bei über 50%iger Arbeitgeberfinanzierung jedoch im Einzelfall die Frage der geschäftsmässigen Begründetheit in der Unternehmung stellen. BGer , 2A.279/2006, publ. in: Pra 2007 Nr. 90. Vgl. unten, Ziff Vgl. unten, Ziff Das BSV publiziert auf dem Internet eine entsprechende, jährlich aktualisierte Berechnungstabelle, VGer ZH , publ. in: StE 2007 B 27.1 Nr. 35. SR doc 1011 Der Einkaufsbetrag kann in einem Mal oder in mehreren, über mehrere Steuerperioden verteilten Raten geleistet werden. Übersteigt der Einkauf die zulässige Summe, d.h. ist der Einkauf grösser als die bestehende Lücke, hat in diesem Umfang eine Rückabwicklung zu erfolgen: Der Einkaufsbetrag ist in der fraglichen Höhe dem Einleger, d.h. dem Arbeitnehmer oder dem Arbeitgeber für Beiträge i.s.v. FZG 7 I oder bei einem Einkauf zu Lasten der Arbeitgeberbeitragsreserve 46, zurückzuerstatten. Allfällige in der Rückzahlung an den Arbeitnehmer enthaltene Zinsen gelten als er Vermögensertrag. Scheidungsrechtlich hat grundsätzlich jeder Ehegatte gemäss ZGB 122 Anspruch auf die Hälfte des Altersguthabens des anderen Ehegatten (vgl. FZG 22 ff.). Um Deckungslücken zu vermeiden, die gestützt auf diese scheidungsrechtliche Regelung entstehen könnten, ist die in BVG 79b III Satz 1 enthaltene 3-jährige Sperrfrist für Kapitalbezüge 47 auf Wiedereinkäufe nach einer Scheidung nicht anwendbar. Wiedereinkäufe nach einer Scheidung können sodann auch vorgenommen werden, ohne dass ein getätigter Vorbezug für Wohneigentumsförderung vorgängig zurückzubezahlen ist. Damit soll ermöglicht werden, sich im Scheidungsfall vorsorgerechtlich wie steuerrechtlich uneingeschränkt wieder bis zur Höhe des vor der Scheidung vorhandenen Altersguthabens einkaufen zu können (BVG 79b IV, FZG 22c). Der an die Vorsorgeeinrichtung des Ehegatten (oder an eine Freizügigkeitseinrichtung) überwiesene Betrag unterliegt nicht der Besteuerung 48 und kann dementsprechend auch nicht als Einkaufsbetrag in Abzug gebracht werden Frühpensionierung Vorsorgeeinrichtungen können in ihren Reglementen vorsehen, dass über den Einkauf in die vollen reglementarischen Leistungen hinaus zusätzliche Einkäufe zur Senkung des Rücktrittsalters geleistet werden können. Damit sich ein Steuerpflichtiger für eine Frühpensionierung 50 einkaufen kann, muss das Vorsorgereglement die vorzeitige Pensionierung klar regeln und die Leistungen im vorgezogenen Altersfall genau bestimmen. Weiter muss das Reglement für den Fall der Weiterbeschäftigung bspw. durch die Einstellung der Sparbeiträge sicherstellen, dass das reglementarische Leistungsziel höchstens um 5% überschritten wird (Art. 1b II BVV 2); damit soll verhindert werden, dass eine Überversicherung entstehen kann, welche die Grenzen der Angemessenheit 51 überschreitet Der Arbeitgeber kann Vorauszahlungen an die Vorsorgeeinrichtung für künftig von ihm geschuldete Beiträge für sein Personal tätigen (OR 331 III i.v.m. StG 32 I lit. e bzw. DBG 27 II lit. c), und zwar bis zur Höhe maximal des Fünffachen der jährlichen Arbeitgeberbeiträge (StRK I ZH , publ. in: ZStP 2003, S. 147; VGer SZ , publ. in: StE 2001 B Nr. 28). Vgl. dazu unten, Ziff Vgl. dazu unten, Ziff Vgl. aber BGer , 2A.615/2004, publ. in: StR 2006, S. 510, betreffend Einkäufe in die Vorsorgeeinrichtung des Ehegatten ausserhalb einer Scheidung. Vgl. zum Zeitpunkt der Frühpensionierung vorne, Ziff. 3.1 am Ende. Vgl. oben, Ziff doc 1112 Einschränkungen Wurden Einkäufe getätigt, so dürfen gemäss BVG 79b III Satz 1 die daraus resultierenden Leistungen innerhalb der nächsten drei Jahre nicht in Kapitalform aus der Vorsorge zurückgezogen werden. Diese Sperrfrist gilt grundsätzlich für alle Kapitalbezüge, unabhängig von deren Begründung (Altersrücktritt, Vorbezug WEF 52, Beginn selbständige Erwerbstätigkeit). Sie beginnt vom Tag des Einkaufs an zu laufen. Für Wiedereinkäufe nach einer Scheidung muss die 3-jährige Sperrfrist nicht eingehalten werden (Art. 79b Abs. 4 BVG). Auf fiktive Einkäufe nach StG 40b I bzw. DBG 37b I ist die Sperrfrist ebenfalls nicht anwendbar. Das Bundesgericht hat im Zusammenhang mit BVG 79b III erwogen 53, dass es sich dabei zwar um eine primär vorsorgerechtliche Norm handle, welche aber klar auf steuerrechtlichen Motiven beruhe. Nach dem Wortlaut der Bestimmung werde an sich das Problem der Zulässigkeit einer Kapitalauszahlung innert drei Jahren seit der Einzahlung geregelt. Aus den parlamentarischen Beratungen ergebe sich aber, dass mit der Sperrfrist soweit ersichtlich dieselben Missbräuche der Steuerminimierung bekämpft werden sollten, welche schon zur bundesgerichtlichen Praxis zur Verweigerung der Abzugsberechtigung wegen Steuerumgehung geführt hätten. Das Bundesgericht erachtet deshalb BVG 79b III auch anwendbar für die Frage der Abzugsfähigkeit von Einkäufen bei nachfolgendem Kapitalbezug. Zum konkreten Fall führte das Bundesgericht Folgendes aus 54 : Die konsequente - und grundsätzlich ausnahmslose Gleichsetzung von Kapitalauszahlung in der Dreijahresfrist mit missbräuchlicher Steuerminimierung erweist sich auch im hier zu prüfenden Einzelfall als zutreffend. Zwar wurde vorliegend eine klare Trennung zwischen später Einzahlung und Rentenausrichtung einerseits, langfristig angespartem Vorsorgevolumen und Kapitalauszahlung andererseits, vollzogen. Wie schon hervorgehoben ( ), ist nicht dieser Unterschied gegenüber dem klassischen Missbrauchsmodell entscheidend. Wesentlich ist vielmehr die Übereinstimmung, die darin besteht, dass kurz nach einer späten Einzahlung Vorsorgemittel ausbezahlt werden, und zwar so, dass das Hin und Her nicht als sachgerechte Verbesserung des Versicherungsschutzes, sondern als vorübergehende und steuerlich motivierte Geldverschiebung erscheinen muss. Dagegen wendet sich Art. 79b Abs. 3 BVG (im hier massgeblichen steuerrechtlichen Rahmen) einheitlich und verbindlich, indem die Abzugsberechtigung immer dann zu verweigern ist, wenn innerhalb der Sperrfrist eine Kapitalauszahlung erfolgt. Dieser Bundesgerichtsentscheid lässt sich wie folgt zusammenfassen 55 : Vgl. dazu unten, Ziff BGer , 2C_658/2009, in: StE 2010 B 27.1 Nr. 43, E und 3.3. BGer , 2C_658/2009, in: StE 2010 B 27.1 Nr. 43, E Vgl. auch Analyse der Schweizerischen Steuerkonferenz (SSK) vom 3. November 2010; abrufbar unter: doc 1213 Der Entscheid beschlägt nicht die (vorsorgerechtliche) Frage, ob nach einem Einkauf ein Kapitalbezug möglich ist, sondern nur die steuerrechtliche Frage, ob Einkäufe vom en Einkommen abgezogen werden können. Die Mitteilungen des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) zur Auslegung von BVG 79b III sind für die steuerrechtliche Frage nicht verbindlich. Gestützt auf BVG 79b III ist die Abzugsberechtigung von Einzahlungen immer dann zu verweigern, soweit innerhalb der Sperrfrist von drei Jahren seit dem Einkauf eine Kapitalauszahlung erfolgt. Verfügt ein Pflichtiger über mehrere Vorsorgelösungen, ist eine konsolidierte Betrachtungsweise vorzunehmen, d.h. es kann nicht am einen Ort eingekauft und vor Ablauf von drei Jahren an einem anderen das Kapital bezogen werden. Dies gebietet zum einen der gesetzgeberische Wille 56, zum anderen der Verfassungsgrundsatz der Rechtsgleichheit 57 und entspricht überdies der Praxis in zahlreichen Kantonen. Der Steuerpflichtige, der einen Einkauf in die Vorsorgeeinrichtung geltend macht, wird in der betreffenden Veranlagungsverfügung darauf aufmerksam gemacht, dass eine nachträgliche Aufrechnung der zum Abzug zugelassenen Einkaufssumme erfolgt, soweit innerhalb von drei Jahren seit dem Einkauf ein Kapitalbezug erfolgt. Wird entgegen BVG 79b III Satz 1 trotzdem vor Ablauf von 3 Jahren eine Kapitalabfindung bezogen bzw. von der Vorsorgeeinrichtung ausbezahlt, ist wie folgt vorzugehen: Die Beiträge für den Einkauf von Beitragsjahren können nicht vom en Einkommen in Abzug gebracht werden (bei bereits rechtskräftiger Veranlagungsverfügung Eröffnung eines Nachsteuerverfahrens). Die Einkaufssumme ist weiterhin dem en Vermögen zuzurechnen (bei bereits rechtskräftiger Veranlagungsverfügung Eröffnung eines Nachsteuerverfahrens). Die steuerlich nicht akzeptierte Einkaufssumme muss für die Besteuerung der Kapitalabfindung in Abzug gebracht werden (bei bereits rechtskräftiger Veranlagungsverfügung Eröffnung eines Revisionsverfahrens). Gemäss Art. 60b BVV 2 dürfen Personen, welche aus dem Ausland zuziehen und die noch nie einer Vorsorgeeinrichtung in der Schweiz angehört haben, in den ersten fünf Jahren nach Eintritt in eine schweizerische Vorsorgeeinrichtung jährlich maximal einen Betrag von 20% des reglementarisch versicherten Lohnes einkaufen. Diese Bestimmung bezieht sich v.a. auf Personen, die sich in der Schweiz niederlassen, um hier eine Erwerbstätigkeit mit hohem Einkommen auszuüben, und oft nach einigen Jahren wieder ins Ausland zurückkehren 58 ; sie dient der Verhinderung des Missbrauchs, indem keine effektive Verbesserung der Vorsorge erzielt, sondern bloss während der Dauer des Aufenthaltes in der Schweiz hohe Einkäufe getätigt und bei der definitiven Ausreise die Vgl. P. Lang/W. Maute, Steuerliche Aspekte der 1. BVG-Revision, in: StR 2004, S. 10 f. Verwaltungsgericht ZH , SB , E Sog. Expatriates doc 1314 Guthaben gestützt auf FZG 5 I lit. a bar wieder bezogen werden. Ist die Fünfjahresfrist abgelaufen, muss die Vorsorgeeinrichtung diesen Versicherten die Möglichkeit geben, sich in die vollen reglementarischen Leistungen einzukaufen. 3.6 Besteuerung der Leistungen StG 23 I bzw. DBG 22 I sehen als Gegenstück zur Abziehbarkeit der Beiträge die volle Besteuerung der Leistungen aus der 2. Säule vor. Leistungen aus der 2. Säule werden nach BVG 37 in der Regel als Rente ausgerichtet. Die reglementarischen Bestimmungen können jedoch vorsehen, dass der Anspruchsberechtigte eine Kapitalabfindung verlangen kann. Gemäss BVG 37 IV lit. b steht es den Vorsorgeeinrichtungen seit dem frei, den Bezug einer Kapitalabfindung an Stelle der Altersrente von einer vorgängigen Erklärung des Anspruchsberechtigten abhängig zu machen Rente Die in Rentenform ausbezahlten Vorsorgeleistungen werden zu 100%, zusammen mit dem übrigen Einkommen besteuert. Eine Ausnahme gilt für Renten, welche vor dem 1. Januar 2002 zu laufen begannen und auf einem Vorsorgeverhältnis beruhen, welches am 1. Januar 1987 bereits bestand: Selbige werden je nach Finanzierungsgrad (vgl. StG 188c I bzw. DBG 204) in der Regel zu 80% oder zu 100% erfasst Kapitalabfindung Voraussetzungen für die Ausrichtung einer Kapitalabfindung Eine Kapitalabfindung wird beim Erreichen des Rentenalters ausgerichtet, wenn die reglementarischen Bestimmungen dies vorsehen und der Anspruchsberechtigte fristgerecht eine entsprechende Erklärung abgegeben hat. Die Ausrichtung einer Kapitalabfindung bzw. die Barauszahlung der Ansprüche gegenüber einer Einrichtung der beruflichen Vorsorge (2. Säule) ist gemäss FZG 5 in gewissen Fällen auch schon früher zulässig: Wenn der Versicherte die Schweiz endgültig verlässt, wenn er eine selbständige Erwerbstätigkeit aufnimmt und der obligatorischen Vorsorge nicht mehr untersteht oder wenn die Austrittsleistung weniger als einen Jahresbeitrag ausmacht. Besteht ein Barauszahlungsgrund gemäss FZG 5 I kann der Versicherte sein Vorsorgeguthaben bar beziehen 59. Falls ein Versicherter von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch macht, hat er gemäss FZG 4 I der Versicherung mitzuteilen, in welcher Form (Freizügigkeitskonto oder -police) er den Vorsorgeschutz zu erhalten gedenkt; tut er dies nicht, 59 Mit den entsprechenden Folgen betreffend die Fälligkeit der Leistung (vgl. dazu hinten, Ziff ) doc 1415 wird sein Guthaben samt Zins spätestens zwei Jahre nach Eintreten des Freizügigkeitsfalles der Auffangeinrichtung 60 überwiesen. Scheidungsrechtlich hat jeder Ehegatte gemäss ZGB 122 Anspruch auf die Hälfte des Altersguthabens des anderen Ehegatten (vgl. FZG 22 ff.). Die vom Richter im Rahmen der Scheidung angeordnete Übertragung eines Teils der Austrittsleistung des einen Ehegatten auf die Vorsorgeeinrichtung des anderen Ehegatten unterliegt nicht der Besteuerung und kann dementsprechend auch nicht als Einkauf in Abzug gebracht werden Spezialfall: WEF-Bezug Einen zusätzlichen Barauszahlungsgrund sieht das Bundesgesetz über die Wohneigentumsförderung mit Mitteln der beruflichen Vorsorge vor 61 : Gestützt darauf kann der Steuerpflichtige einen Betrag für Wohneigentum zum eigenen Bedarf, d.h. für die am Wohnsitz dauernd selbst bewohnte Wohnung (bzw. das Haus), geltend machen. Ein solcher Bezug kann alle fünf Jahre und bis spätestens drei Jahre vor Erreichen des ordentlichen Schlussalters getätigt werden. Der Bezug kann getätigt werden für den Erwerb und die Erstellung von Wohneigentum, für Beteiligungen an Wohneigentum (Mit- und Gesamteigentum) sowie für die Rückzahlung von Hypothekardarlehen. Der Mindestbezug beträgt Fr. 20'000.. Verheiratete Personen müssen für die Geltendmachung die Zustimmung des Ehegatten einholen. Unabhängig von der güterrechtlichen Qualifikation kann ein Ehegatte einen Bezug jedoch nur für sich bzw. für sein Wohneigentum tätigen, nicht dagegen für dasjenige des anderen Ehegatten; soll von den Vorsorgeeinrichtungen beider Ehegatten ein Bezug getätigt werden, so ist dies demnach nur möglich, wenn beide Ehegatten (Mit-) Eigentümer der Liegenschaft sind. Um den Vorsorgezweck sicherzustellen, wird im Grundbuch eine Veräusserungsbeschränkung angemerkt 62 ; bei Veräusserung des Wohneigentums muss der vorbezogene Betrag nämlich zwingend zurückbezahlt werden 63. Erfolgt nach einem Einkauf in die Vorsorgeeinrichtung innerhalb von drei Jahren ein WEF-Bezug, ist der Abzug des Einkaufs vom en Einkommen zu verweigern und der entsprechende Betrag dem en Vermögen zuzurechnen (gegebenenfalls im Nachsteuerverfahren). Für die Besteuerung der Kapitalabfindung ist der Einkaufsbetrag von dieser in Abzug zu bringen (vgl. Ziff ) 64. Tätigt der Pflichtige einen WEF-Bezug, so ist nach ausdrücklicher Regelung in BVG 79b III Satz 2, die Leistung von Beiträgen für den Einkauf von Beitragsjahren erst möglich, Vgl. FN 22. BVG 30a ff. und WEFV (SR ). BVG 30e. BVG 30d I. Vgl. auch Vorsorge und Steuern, Anwendungsfälle, A doc 1516 wenn der Vorbezug (oder allenfalls die mehreren Vorbezüge) vollumfänglich zurückbezahlt ist (sind), unabhängig davon, ob bereits im Zeitpunkt des Vorbezugs eine Vorsorgelücke bestand oder nicht. Wird der Vorbezug zurückbezahlt, kann gemäss BVG 83a II und III innerhalb von drei Jahren ab Wiedereinzahlung die zinslose Rückerstattung der beim Vorbezug erhobenen Steuern verlangt werden. In Fällen, wo beide Ehegatten WEF-Bezüge getätigt haben, welche für die Veranlagung zusammengerechnet wurden, ist bei der Wiedereinzahlung nach Trennung oder Scheidung für die Rückerstattung eine Aufteilung vorzunehmen: Die Rückerstattung ist im Verhältnis der seinerzeitigen Vorbezüge der Ehegatten vorzunehmen 65. Wer Gelder aus der beruflichen Vorsorge zum Zwecke der Amortisation seiner Hypothek bezieht und kurz darauf die Hypothek aufstockt, um mit dem betreffenden Kredit eine Kapitalanlage zu tätigen, verwendet BVG-Gelder missbräuchlich. Die anwartschaftlich für die Altersvorsorge gebundenen finanziellen Mittel werden in eine freie Verfügbarkeit mit allen damit verbundenen Risiken überführt. Die missbräuchliche Verwendung der BVG-Gelder kann erst bei Vorliegen der nächsten Steuererklärung festgestellt werden. Aus diesem Grund können diese Gelder nicht in allen Fällen unmittelbar nach dem Bezug gemäss StG 40a bzw. DBG 38 besteuert werden. Die Steuerverwaltung hat wie folgt vorzugehen: Hat der Steuerpflichtige die BVG-Gelder für die Rückzahlung von Hypothekardarlehen (auf einem bereits bestehenden Eigenheim) verwendet, ist mit der Veranlagung dieser Gelder bis zur Einreichung der Steuererklärung zuzuwarten. - Hat keine missbräuchliche Verwendung des Vorbezuges stattgefunden, ist dieser gestützt auf StG 40a bzw. 38 DBG zu besteuern. - Stellt die Steuerverwaltung dagegen fest, dass die Hypothek mittlerweile (im Sinne der obgenannten Ausführungen) wieder aufgestockt worden ist, ist der Steuerpflichtige aufzufordern, den Vorbezug der Vorsorgeeinrichtung zurückzubezahlen. Die Besteuerung der vorbezogenen Gelder entfällt. - Kommt der Steuerpflichtige dieser Aufforderung nicht nach, sind die vorbezogenen Gelder zusammen mit dem übrigen Einkommen zu versteuern (keine Rentensatzberechnung). Dieses Vorgehen findet seine Begründung darin, dass dem betreffenden Steuerpflichtigen Mittel zuflossen, die er aufgrund des oben Gesagten gar nicht als BVG-Gelder beziehen durfte und die demzufolge nicht als solche qualifiziert werden können. Eine privilegierte Besteuerung im Sinne von StG 40a bzw. DBG 38 kommt damit nicht in Frage Besteuerung Kapitalabfindungen aus der 2. Säule werden mit einer vollen Jahressteuer, gesondert vom übrigen Einkommen, zu einem Sondersatz besteuert (StG 40a; DBG 38). Der Steuersatz beträgt beim Bund einen Fünftel des ordentlichen Steuersatzes (DBG 38 II); beim Kanton erfolgt die Besteuerung zu demjenigen Satz, der sich bei einem Fünfzehntel der Kapitalleistung ergeben würde, jedoch zum Mindestsatz von 1,5% (Ehegatten) StRK II ZH, , publ. in: StE 2005 B 99.4 Nr. 4. Vgl. VGer SG , publ. in: StE 2008 B Nr doc 1617 Änderung vom Ergänzung vom bzw. 2% (Übrige) und zum Maximalsatz von 2,6% bzw. 4% (StG 40a I), jeweils zum aktuellen Steuerfuss (aktuell 100%). Massgebend für den anzuwendenden Steuersatz sind die Verhältnisse am Ende der Steuerperiode oder am Ende der Steuerpflicht (vgl. StG 39 V). Im gleichen Kalenderjahr ausgerichtete Kapitalabfindungen werden beim Bund und Kanton zusammengerechnet (vgl. StG 40a III; DBG 48) 67. An Ehegatten (separat) ausgerichtete Kapitalabfindungen werden ebenfalls zusammengerechnet. Vorsorgeleistungen können erst besteuert werden, wenn sie fällig sind. Dieser Zeitpunkt ist auch für die Steuerhoheit im interkantonalen Verhältnis massgebend: Kapitalabfindungen aus der 2. Säule sind in dem Kanton, in dem der Steuerpflichtige im Zeitpunkt der Fälligkeit seinen Wohnsitz hat (StG 70 I). Die Fälligkeit tritt i.d.r. im Versicherungsfall ein, d.h. zufolge Alters, Invalidität oder Tod eines Versicherungsnehmers. Im Falle der Auszahlung infolge Alters tritt die Fälligkeit am ersten Tag ein, an dem kein Versicherungsschutz mehr besteht. Der Versicherungsschutz endet mit Ablauf des Arbeitsverhältnisses 68. Die Besteuerung erfolgt auch dann auf diesen Zeitpunkt, wenn die Altersleistung gestützt auf das Reglement über diesen Zeitpunkt hinaus stehen gelassen wird 69. Ein Aufschub von Altersleistungen über den Zeitpunkt der vorzeitigen oder ordentlichen Pensionierung hinaus ist demnach nicht zulässig. Beispiel: A hat seinen Wohnsitz bis zu seiner Pensionierung am 30. Juni 2010, d.h. bis zu seinem letzten Arbeitstag, im Kanton Zürich. Auf den 1. Juli 2010 verlegt er seinen Wohnsitz ans bisherige Feriendomizil im Kanton Graubünden. Am selben Tag wird ihm die Kapitalabfindung aus 2. Säule ausgerichtet. Die Kapitalabfindung wird am 1. Juli 2010 fällig und am selben Tag ausbezahlt. Da A zu diesem Zeitpunkt seinen Wohnsitz im Kanton Graubünden hat, ist die Kapitalabfindung gestützt auf StG 70 I in Graubünden steuerpflichtig. B war bei der Swiss angestellt. Er wurde per 31. Dezember 2008 pensioniert und gab seine Erwerbstätigkeit auf diesen Zeitpunkt auf. Über sein Vorsorgekonto traf B mit der Vorsorgeeinrichtung folgende Vereinbarung: Fr. 1'000'000. wurden per 31. Januar 2009 ausbezahlt; je weitere Fr. 1'000'000. wurden bis 31. Januar 2010 bzw. 31. Januar 2011 aufgeschoben, je zuzüglich Zins. Die ganze Kapitalabfindung wurde am 1. Januar 2009 fällig und ist in diesem Zeitpunkt zu besteuern. Die Fälligkeit wird nicht dadurch hinausgeschoben, dass B die Erfüllung hinausschiebt. Die (nach dem angefallenen) Zinsen stellen voll en Vermögensertrag dar. Das bei der Vorsorgeeinrichtung stehen gelassene Altersguthaben unterliegt sodann der Vermögenssteuer. Eine Ausnahme vom Grundsatz, wonach der Aufschub von Altersleistungen über die vorzeitige oder ordentliche Pensionierung hinaus nicht zulässig ist, besteht mit Bezug auf im Zeitpunkt der Pensionierung bereits bestehende Freizügigkeitskonten bzw. Frei KGr BL , in StE 2008 B 29.2 Nr. 16. BGer , 2P.389/1998, publ. in: Praxis 2000 Nr BGer , 2P.43/2000, publ. in: Praxis 2000 Nr doc 1718 Änderung vom zügigkeitspolicen. Die bisherige Praxis, welche für das Stehenlassen eines Guthabens auf einem Freizügigkeitskonto bzw. einer Freizügigkeitspolice eine aktive Erwerbstätigkeit voraussetzte und somit vom Eintritt der Fälligkeit des entsprechenden Guthabens mit Aufgabe der Erwerbstätigkeit ausging, wurde aufgehoben. Neu stellt in Anlehnung an FZV 16 I das Vorliegen einer Erwerbstätigkeit keine Voraussetzung für das Stehenlassen eines bereits bestehenden Freizügigkeitsguthabens mehr dar. Solche Freizügigkeitsguthaben werden somit im Bezugszeitpunkt besteuert (spätestens mit Erreichen des 69. bzw. 70. Altersjahres), ohne dass bezüglich der Satzbestimmung eine Korrektur erfolgt 70. Es ist jedoch nicht zulässig, auf den Zeitpunkt der Pensionierung das Vorsorgeguthaben bei der Pensionskasse auf eine Freizügigkeitseinrichtung zu übertragen und dort bis Alter 69 bzw. 70 stehen zu lassen 71. Denn mit der definitiven Aufgabe der Erwerbstätigkeit wird das Vorsorgeguthaben bei der Pensionskasse fällig und es ist als Rente oder in Kapitalform zu beziehen. Bei vorzeitiger Barauszahlung gestützt auf einen Barauszahlungsgrund (FZG 5) ist auf den Auszahlungszeitpunkt abzustellen 72. Der 54jährige A gab seine Erwerbstätigkeit per 31. November 2013 auf. Am 20. Dezember 2013 meldete er sich bei seiner Wohnsitzgemeinde ab und verlegte seinen Wohnsitz per 1. Januar 2014 nach Spanien. Am 5. Januar 2014 ersuchte er die Vorsorgeeinrichtung um Barauszahlung seines Freizügigkeitsanspruchs. Die Überweisung der Kapitalleistung erfolgte am 15. Januar Abzustellen ist auf den Auszahlungstermin der Kapitalleistung. Da die Auszahlung zu einem Zeitpunkt erfolgt, in dem sich der Wohnsitz von A nicht mehr in der Schweiz befindet (massgebend ist das Abmeldedatum bei der bisherigen Wohnsitzgemeinde), unterliegt die Kapitalleistung der Quellensteuer im Sitzkanton der Vorsorgeeinrichtung. Gleich wie Kapitalleistungen aus der 2. Säule werden sog. gleichartige Zahlungen des Arbeitgebers (vgl. DBG 17 II) besteuert. Dabei handelt es sich um Abgangsentschädigungen des Arbeitgebers, die unter gewissen Voraussetzungen bei vorzeitiger Auflösung des Arbeitsverhältnisses ausgerichtet werden und die Vorsorgecharakter haben Besteuerung bei Begünstigung Der Personenkreis, welcher im Falle des Todes des Versicherungsnehmers im Rahmen der 2. Säule begünstigt werden kann, wird im BVG und in den gestützt darauf erlassenen Vorsorgereglementen umschrieben. In rechtlicher Hinsicht ergibt sich damit, dass die begünstigten Personen den Rechtsanspruch nicht zufolge Erbrechts erwerben, sondern aufgrund des Vorsorgevertrags, welcher zwischen dem verstorbenen Vorsorgenehmer und der Vorsorgeeinrichtung abgeschlossen worden ist. Der Begünstigte Vgl. Vorsorge und Steuern, Anwendungsfälle, A Urteil der Verwaltungsrekurskommission SG vom , in: StE 2007 B Nr. 21, E. 3a/bb. BGer vom , 2A.54/2003; VGer ZH vom , in: StE 2001 B 21.2 Nr. 13. Vgl. dazu das ausführliche Kreisschreiben der EStV Nr vom 3. Oktober 2002, welches auch für den Kanton Graubünden Gültigkeit hat doc 1819 hat mithin einen direkten (vorsorge-) versicherungsrechtlichen Anspruch, und die entsprechende Leistung fällt nicht in den Nachlass 74. Leistungen aus der 2. Säule zufolge Todes des Arbeitnehmers sind somit am Wohnsitz des begünstigten Empfängers und nicht am (letzten) Wohnsitz des Verstorbenen zu besteuern 75, da es sich dabei nicht um der Erbschaftssteuer, sondern der Einkommenssteuer zu unterwerfende Leistungen handelt. 4. SÄULE 3A (GEBUNDENE SELBSTVORSORGE) 4.1 Abzug der Beiträge Grundsatz Gemäss StG 36 lit. f bzw. DBG 33 I lit. e können die Beiträge an die gebundene Selbstvorsorge bis zum Höchstbetrag nach BVG in Abzug gebracht werden. Grundvoraussetzung für die Leistung von Beiträgen an die Säule 3a ist das Vorliegen einer AHVpflichtigen Erwerbstätigkeit (BVG 5). Gestützt auf Art. 7 der Verordnung über die steuerliche Abzugsberechtigung für Beiträge an anerkannte Vorsorgeformen (BVV 3) i.v.m. BVG 82 II sind Beiträge an die gebundene Selbstvorsorge in folgendem Umfang vom Einkommen steuerlich abziehbar: jährlich bis 8% des oberen Grenzbetrages nach BVG 8 I, wenn der Steuerpflichtige einer Vorsorgeeinrichtung nach BVG 80 (2. Säule) angehört; jährlich bis 20% des Erwerbseinkommens, jedoch höchstens bis 40% des oberen Grenzbetrages nach BVG 8 I, wenn der Steuerpflichtige keiner Vorsorgeeinrichtung nach BVG 80 (2. Säule) angehört. Unselbständigerwerbende sowie Selbständigerwerbende, welche einer Vorsorgeeinrichtung der 2. Säule angehören, können somit maximal Fr. 6'739. (2015: ) abziehen, Steuerpflichtige, welche keiner Vorsorgeeinrichtung der 2. Säule angehören, max. Fr. 33'696. (2015: Fr ). Änderung vom Schliesst sich eine bloss teilweise erwerbstätige Person freiwillig der 2. Säule an, so kann sich die Situation ergeben, dass das Nettoerwerbseinkommen kleiner ist als der zulässige Abzug von Fr. 6'739. in der (kleinen) Säule 3a. Der Abzug für Beiträge an die Säule 3a hat zwar keinen Gewinnungskosten-Charakter. Weil aber nach Art. 7 I lit. a BVV 3 trotzdem ein Bezug zum Erwerbseinkommen besteht, kann der Abzug nur bis zur Höhe des Erwerbseinkommens vor Gewinnungskosten gewährt werden. Der Abzug ist somit auf den Nettolohn beschränkt Vgl. zum Ganzen Th. Koller, Privatrecht und Steuerrecht Ein erschöpftes Thema?, in: ZBJV 1995 (31), S. 92 ff., insbesondere S. 110 f. BGer , 2P.389/1998, publ. in: StE 2001 A Nr. 2; vgl. auch Vorsorge und Steuern, Anwendungsfälle, A doc 1920 Ehegatten können, sofern beide erwerbstätig sind, je eine eigene Säule 3a begründen. Der im Betrieb mitarbeitende Ehegatte kann allerdings nur dann eine eigene Säule 3a begründen, wenn er für seine Arbeit ein Entgelt erhält, über das AHV-mässig abgerechnet wird. Ein Vorsorgenehmer kann auch mehr als ein Vorsorgekonto oder -police auf sich vereinigen, darf aber nicht mehr als die pro Jahr zulässigen Beiträge erbringen 76. Ein Einkauf wie bei der 2. Säule ist bei der Säule 3a ausgeschlossen. Aus diesem Grunde ist auch eine Übertragung eines Guthabens der 2. Säule in die Säule 3a nicht möglich. Hat eine Jahreseinlage in die Säule 3a die nach Art. 7 I BVV 3 zulässige Höhe überschritten, ist die Vorsorgeeinrichtung verpflichtet, den zu viel bezahlten Betrag zurückzuerstatten; der entsprechende Betrag wird dem en Vermögen zugerechnet 77. Resultiert aus der selbständigen Erwerbstätigkeit ein Verlust, können gleichwohl geleistete Zahlungen an die Säule 3a nicht zum Abzug zugelassen werden 78. Beiträge an die Säule 3a können grundsätzlich bis zum Erreichen des ordentlichen Rentenalters der AHV (Frauen: Alter 64; Männer: Alter 65; vgl. AHVG 21 I) geleistet werden; bei Erwerbstätigkeit über das ordentliche AHV-Rentenalter hinaus können höchstens weitere fünf Jahre lang, d.h. bis zum Erreichen des 69. bzw. 70. Altersjahres, Beiträge geleistet werden 79. Ergänzung vom Wer trotz Erreichen des Rentenalters weiterhin erwerbstätig bleibt und die BVG- Altersrente aufschiebt, bleibt weiterhin aktiv in der 2. Säule versichert, obwohl keine Beiträge mehr an die 2. Säule entrichtet werden. Der Rentenaufschub bewirkt eine fortdauernde Verzinsung des Altersguthabens und eine Erhöhung des Umwandlungssatzes, so dass das Guthaben in der 2. Säule weiter anwächst. Die steuerpflichtige Person kann daher lediglich den kleinen Säule 3a-Abzug geltend machen Selbständigerwerbender mit unselbständiger (Neben-)Erwerbstätigkeit Bei selbständig erwerbstätigen Steuerpflichtigen mit obligatorisch versicherter unselbständiger Nebenerwerbstätigkeit können sich im Bereich der Säule 3a Probleme ergeben, weil sie für ihre selbständige Erwerbstätigkeit nur noch den tieferen oberen Maximalbetrag beanspruchen können und so u.u. Schwierigkeiten haben, sich in der Säule 3a genügend zu versichern Maute/Steiner/Rufener, S BGE 119 Ia 241; VGer BE , publ. in: NStP 2007, S. 65; StRK SZ , publ. in: StR 2003, S. 47. StRK BS , publ. in: BStPra 2007, S. 575; VGer LU, , publ. in: LGVE 1996 II Nr. 16. Art. 7 Abs. 3 BVV 3; VGer ZH , in: ZStP 2/2014, S doc 20 Mehr anzeigen
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