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Timestamp: 2016-10-25 13:55:41
Document Index: 302012493

Matched Legal Cases: ['Art. 82', 'Art. 83', 'Art. 90', 'Art. 86', 'Art. 86', 'Art. 89', 'Art. 95', 'Art. 96', 'Art. 106', 'BGE', 'BGE', 'Art. 106', 'BGE', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 6', 'Art. 29', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 6', 'EGMR', 'BGE', 'Art. 6', 'EGMR', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 320', 'Art. 66', 'Art. 68']

2C_765/2014 (31.03.2015)
2C_765/2014 � � Urteil vom 31. M�rz 2015
Fachgruppe Dolmetscherwesen.
L�schung aus dem Dolmetscherverzeichnis,
Obergerichts des Kantons Z�rich, Verwaltungskommission,
�Mit Beschluss der Fachgruppe Dolmetscher- und �bersetzungswesen (nachfolgend: Fachgruppe), angegliedert dem Obergericht des Kantons Z�rich, vom 12. Februar 2004 wurde A.________ (geb. 1970) f�r die Sprachen Spanisch und Franz�sisch im Dolmetscherverzeichnis des Kantons Z�rich eingetragen.
A.a.�Am 27. Mai 2008 und am 11. Juni 2009 wurde A.________ wegen Fahrens in fahrunf�higem Zustand zu je einer bedingten Geldstrafe (25 Tagess�tze zu Fr. 120.-- bzw. 50 Tagess�tze zu Fr. 60.--) und je einer Busse (Fr. 1'200.-- bzw. Fr. 1'000.--) verurteilt. Am 23. April 2009 vers�umte sie krankheitsbedingt einen Dolmetschertermin bei der Polizei, ohne vorg�ngig ihre Abwesenheit mitzuteilen. Ebenfalls im Jahr 2009 wurde A.________ vorgeworfen, dass sie einen �bersetzungsauftrag aus gesundheitlichen Gr�nden erst 45 Minuten vor dem Termin abgesagt hatte.
�Aufgrund dieser Vorf�lle forderte die Fachgruppe A.________ am 8. Januar 2010 zu einer schriftlichen Stellungnahme auf. A.________ nahm am 28. Februar 2010 zu den Vorw�rfen Stellung. Am 29. April 2010 fand zudem ein Treffen mit einem Vertreter der Fachgruppe statt, an dem die erw�hnten sowie weitere, nicht dokumentierte Vorkommnisse besprochen wurden (vgl. Aktennotiz vom 6. Mai 2010). Am 15. Juni 2010 teilte die Fachgruppe A.________ mit, das Verfahren werde als erledigt abgelegt. Bei weiteren Straff�lligkeiten m�sse jedoch eine Neubeurteilung erfolgen, da der Eintrag ins Dolmetscherverzeichnis einen guten Leumund - insbesondere in strafrechtlicher Hinsicht - voraussetze.
A.b.�Am 27. Februar 2013 ging bei der Zentralstelle Dolmetscherwesen ein Bericht der Stadtpolizei Z�rich vom 25. Februar 2013 ein. Darin wurden neben den erw�hnten Verurteilungen folgende Vorf�lle betreffend A.________ aufgef�hrt:
- Unangemessene private Beziehungen zu Drogenh�ndlern (zu B.________ vom 11. Juli 2009 bis 5. Januar 2012 sowie zu C.________ vom 16. Januar 2010 bis 13. Juni 2010);
- Problematische Beziehung zu einem Kleinkriminellen (D.________, ca. von Dezember 2011 bis 25. Februar 2013);
- Renitentes, unkooperatives und unfl�tiges Verhalten von A.________ gegen�ber der Polizei anl�sslich eines Einsatzes in ihrer Wohnung, der am 14. Februar 2013 im Anschluss an eine Messerstecherei durchgef�hrt wurde mit dem Ziel, eine tatverd�chtige Person ausfindig zu machen;
- Entgegen der Angabe von A.________ habe sich beim Eintreffen der Polizei am 14. Februar 2013 eine weitere Person in der Wohnung aufgehalten; zudem h�tten �berall Gerichtsakten offen herumgelegen.
Nach Gew�hrung des rechtlichen Geh�rs verf�gte die Fachgruppe am 10. Juli 2013 die L�schung von A.________ aus dem Dolmetscherverzeichnis. Den dagegen erhobenen Rekurs wies die Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Z�rich am 27. Juni 2014 ab.
�A.________ erhebt am 2. September 2014 Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten, eventuell subsidi�re Verfassungsbeschwerde beim Bundesgericht mit den Antr�gen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und damit anzuordnen, sie - A.________ - wieder ins Dolmetscherverzeichnis aufzunehmen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
�Die Verwaltungskommission des Obergerichts verzichtet auf Vernehmlassung. Die Fachgruppe schliesst auf Abweisung der Beschwerde. A.________ hat am 3. November 2014 repliziert.
�Mit Pr�sidialverf�gung vom 29. September 2014 ist der Beschwerde antragsgem�ss aufschiebende Wirkung beigelegt worden.
1.1.�Der Eintrag ins Dolmetscherverzeichnis oder die L�schung aus demselben begr�ndet ein �ffentliches Rechtsverh�ltnis, weshalb die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten grunds�tzlich zul�ssig ist (Art. 82 lit. a BGG). Da die L�schung aus dem Dolmetscherverzeichnis nicht aufgrund einer F�higkeitsbewertung verf�gt wurde, f�llt der Ausschlussgrund von Art. 83 lit. t BBG ausser Betracht.
�Der angefochtene Beschluss ist ein Endentscheid im Sinn von Art. 90 BGG und wurde von der Verwaltungskommission des Obergerichts gef�llt. Das Obergericht des Kantons Z�rich ist ein oberes kantonales Gericht im Sinn von Art. 86 Abs. 2 BGG und damit eine Vorinstanz im Sinn von Art. 86 Abs. 1 lit. d BGG (vgl. Urteile 2C_763/2013 vom 28. M�rz 2014 E. 1.1; 2C_694/2012 vom 21. Dezember 2012 E. 1.3.1; 2A.295/2003 vom 3. Juni 2004 E. 1.2).
1.2.�Die Beschwerdef�hrerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen. Sie ist durch den angefochtenen Entscheid besonders ber�hrt und hat an dessen Aufhebung oder �nderung ein schutzw�rdiges Interesse. Die Legitimation gem�ss Art. 89 Abs. 1 BGG ist damit gegeben.
2.1.�Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 und Art. 96 BGG ger�gt werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist folglich weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden (BGE 139 II 404 E. 3 S. 415). Die rechtsfehlerhafte Auslegung von kantonalem Gesetzes- und Verordnungsrecht bildet keinen eigenst�ndigen R�gegrund; sie wird nur unter dem Blickwinkel des Bundesrechts, namentlich des Willk�rverbots, gepr�ft (BGE 136 I 316 E. 2.2.1 S. 318 mit Hinweisen). In Bezug auf die Verletzung von Grundrechten gilt eine qualifizierte R�ge- und Substanziierungspflicht (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 139 I 229 E. 2.2 S. 232; 136 II 304 E. 2.5 S. 314).
�Vorab sind die formellen R�gen zu behandeln (BGE 138 I 232 E. 5.1 S. 237).
3.1.�Die Beschwerdef�hrerin moniert, sie sei trotz entsprechenden Antrags von der Vorinstanz nicht m�ndlich angeh�rt worden. Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK w�rden eine pers�nliche Anh�rung gebieten, weil bei der L�schung aus dem Dolmetscherverzeichnis ihre charakterliche Eignung zur Diskussion stehe.
3.1.1.�Entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin fliesst aus Art. 29 Abs. 2 BV kein Anspruch auf eine m�ndliche Anh�rung (BGE 134 I 140 E. 5.3 S. 148; 130 II 425 E. 2.1 S. 428 f.). Auch die Berufung auf BGE 122 II 464 geht fehl: In jenem Fall war ausnahmsweise eine pers�nliche Anh�rung angeordnet worden, um eine Expertise zu vervollst�ndigen, deren Gegenstand der Beschwerdef�hrer selbst gewesen war. Es handelte sich somit nicht um eine �ffentliche Verhandlung, sondern um eine Anh�rung zwecks Beweiserhebung (vgl. BGE 122 II 464 E. 4c). Die Beschwerdef�hrerin kann somit daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten.
3.1.2.�Art. 6 Ziff. 1 EMRK garantiert in Streitigkeiten bez�glich zivilrechtlicher Anspr�che (civil rights) das Recht auf ein faires Verfahren. Der Begriff "civil rights" bezieht sich nach der Rechtsprechung nicht nur auf zivilrechtliche Streitigkeiten im engeren Sinn, sondern betrifft auch Verwaltungsakte einer hoheitlich handelnden Beh�rde, sofern diese massgeblich in Rechte und Verpflichtungen privatrechtlicher Natur eingreifen (Urteile des EGMR�
Klein gegen Deutschland�vom 27. Juli 2000 [33379/96] � 29; BGE 130 I 388 E. 5 S. 394 ff. mit zahlreichen Hinweisen). Weil die Beschwerdef�hrerin durch die L�schung aus dem Dolmetscherverzeichnis die M�glichkeit verliert, staatliche �bersetzungs- und Dolmetscherauftr�ge zu erhalten, mit denen sie zumindest einen Teil ihres Lebensunterhalts bestreitet, ist die zivilrechtliche Natur des Eintrags zu bejahen.
3.1.3.�Art. 6 Ziff. 1 EMRK garantiert die �ffentlichkeit des Verfahrens. Dieser Grundsatz umfasst unter anderem das Recht der betroffenen Person, ihre Argumente dem Gericht m�ndlich in einer �ffentlichen Sitzung vorzutragen. Die Pflicht zur Durchf�hrung einer �ffentlichen Gerichtsverhandlung setzt nach der Rechtsprechung allerdings einen klaren Parteiantrag voraus (Urteil des EGMR�
Hurter gegen Schweiz�vom 15. Dezember 2005 [53146/99] � 34). Blosse Beweisabnahmeantr�ge, wie die Durchf�hrung einer pers�nlichen Befragung, reichen nicht aus (BGE 134 I 140 E. 5.2 S. 147; 229 E. 4.3 und 4.4 S. 236 f.; 331 E. 2.3 S. 333; 130 II 425 E. 2.4 S. 431).
�Im Verfahren vor der Vorinstanz hatte die Beschwerdef�hrerin den Antrag gestellt, sie sei pers�nlich anzuh�ren bzw. es sei eine m�ndliche Verhandlung im Sinn von � 26b Abs. 3 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes des Kantons Z�rich vom 24. Mai 1959 (VRG; LS 175.2) durchzuf�hren. Aus der (knappen) Begr�ndung geht hervor, dass es in erster Linie um Beweisfragen ging; die �ffentlichkeit der Verhandlung wurde nicht beantragt. Daraus erhellt, dass die Beschwerdef�hrerin keinen Antrag auf Durchf�hrung einer �ffentlichen Verhandlung im Sinn von Art. 6 Ziff. 1 EMRK gestellt, sondern lediglich um eine m�ndliche Anh�rung im Sinn eines Beweisantrags ersucht hat. Art. 6 Ziff. 1 EMRK hat im vorliegenden Zusammenhang daher keine �ber Art. 29 Abs. 2 BV hinausgehende Bedeutung.
�Auch das kantonale Verfahrensrecht enth�lt keine Bestimmungen, welche �ber die verfassungsm�ssige Minimalgarantie hinausgingen; insbesondere gew�hrt � 26b Abs. 3 VRG keinen Anspruch auf m�ndliche Anh�rung.
3.2.�Die Beschwerdef�hrerin kritisiert, das angefochtene Urteil sei nicht angemessen begr�ndet. Die Vorinstanz habe der wahren Begr�ndung - welche in angeblichen "Erkenntnissen" aus illegalen Telefon�berwachungen liege - weitere, untergeordnete Gr�nde vorgeschoben, weil sie aus formellen Gr�nden nicht auf die illegalen Telefon�berwachungen habe abstellen d�rfen.
3.2.1.�Die R�ge stellt eine reine Behauptung dar, die im angefochtenen Urteil keine St�tze findet. Es ist einer Rechtsmittelinstanz erlaubt, die Begr�ndung des angefochtenen Entscheids durch eine neue Begr�ndung zu ersetzen. Die Motivsubstitution verletzt den Anspruch der rechtsuchenden Person auf Begr�ndung des Entscheids nicht. Es besteht im Rahmen des rechtlichen Geh�rs auch kein Anspruch auf die "richtige" Begr�ndung. Massgeblich ist vielmehr, dass die Beh�rde in ihrer Begr�ndung die �berlegungen nennt, von denen sie sich hat leiten lassen, damit der Entscheid sachgerecht angefochten werden kann (BGE 138 IV 81 E. 2.2 S. 84; 136 I 229 E. 5.2 S. 236 mit Hinweisen).
3.2.2.�Die Vorinstanz begr�ndet ihren Entscheid damit, die Beschwerdef�hrerin habe Gerichtsakten unverschlossen in ihrer Wohnung aufbewahrt, w�hrend sie Besuch empfangen habe. Zudem habe sie die Polizei bewusst angelogen, sich unkooperativ verhalten und dadurch die polizeiliche T�tigkeit aktiv behindert. Schliesslich habe sie in fahrl�ssiger Weise Kontakt zum kleinkriminellen Milieu gepflegt. Nachdem bereits mehrere Vorf�lle aktenkundig seien und die Beschwerdef�hrerin verwarnt worden sei, m�sse ihr nun die Vertrauensw�rdigkeit abgesprochen werden.
�Diese Begr�ndung ist im Rahmen von Art. 29 Abs. 2 BV nicht zu beanstanden. Die Beschwerdef�hrerin hat denn auch den Entscheid der Vorinstanz sachgerecht anfechten k�nnen.
4.1.�Der angefochtene Entscheid st�tzt sich auf die Dolmetscherverordnung des Kantons Z�rich vom 26./27. November 2003 (LS 211.17; nachfolgend: Dolmetscherverordnung). Die Fachgruppe f�hrt ein Verzeichnis von Personen, denen die Gerichts- und Verwaltungsbeh�rden Dolmetscher- und �bersetzungsauftr�ge erteilen k�nnen (� 7 Abs. 1 der Dolmetscherverordnung). Die Aufnahme in das Verzeichnis begr�ndet kein Vertragsverh�ltnis zwischen der betreffenden Person und den Beh�rden und keinen Anspruch auf Erteilung und keine Pflicht zur �bernahme von Auftr�gen (� 7 Abs. 3 der Dolmetscherverordnung). Die Aufnahme in das Verzeichnis setzt voraus, dass ein Bedarf f�r die angebotenen Dolmetscher- und �bersetzungsleistungen besteht und dass die Bewerberin oder der Bewerber die fachlichen und pers�nlichen Voraussetzungen erf�llt; auch bei Eignung besteht kein Anspruch auf Aufnahme (� 9 Abs. 2 der Dolmetscherverordnung). In pers�nlicher Hinsicht wird u.a. vorausgesetzt, dass die Bewerberin oder der Bewerber �ber einen guten Leumund, insbesondere in strafrechtlicher Hinsicht, verf�gt und gest�tzt auf die bisherige T�tigkeit eine unabh�ngige Auftragserf�llung und ein korrektes Verhalten gew�hrleisten kann (� 10 Abs. 2 lit. b und d der Dolmetscherverordnung). Erf�llt eine im Verzeichnis eingetragene Person die fachlichen oder pers�nlichen Voraussetzungen nicht mehr, wird der Eintrag gel�scht (� 13 Abs. 1 der Dolmetscherverordnung).
4.2.�Die Beschwerdef�hrerin beanstandet eine rechtswidrige und willk�rliche Sachverhaltsfeststellung bez�glich der von den Vorinstanzen angef�hrten Beziehungen zum "Milieu".
�Die Vorinstanz hat ausdr�cklich offen gelassen, ob die Beweise betreffend die Kontakte der Beschwerdef�hrerin zu B.________ und zu C.________ verwertbar w�ren. Die R�ge, es handle sich um rechtswidrige Sachverhaltsfeststellungen, entbehrt insoweit der Grundlage. Immerhin hat die Beschwerdef�hrerin selbst einger�umt, mit den genannten Personen Kontakt gepflegt zu haben. Die Vorinstanz erachtete - im Unterschied zur Fachgruppe - die Vertrauensw�rdigkeit der Beschwerdef�hrerin indessen nicht durch die Kontakte zu diesen beiden Personen als ersch�ttert, sondern durch die Beziehung zu D.________, dem damaligen Freund der Beschwerdef�hrerin. Dieser sei in der Vergangenheit mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Auch wenn die Beschwerdef�hrerin davon nichts gewusst habe, k�nne diese N�he zum kleinkriminellen Milieu ihre Vertrauensw�rdigkeit tangieren. Aufgrund von gewaltt�tigen �bergriffen durch D.________ auf sie selbst h�tte zudem f�r die Beschwerdef�hrerin erkennbar sein m�ssen, dass D.________ M�he hatte, sich an die Gesetze zu halten.
�Diese Ausf�hrungen sind nicht zu beanstanden. Aus den Akten geht hervor, dass es am 4. Oktober 2012 anl�sslich einer t�tlichen Auseinandersetzung zwischen D.________ und der Beschwerdef�hrerin zu einer polizeilichen Intervention gekommen war. Die Beschwerdef�hrerin hatte dabei angegeben, es sei nicht das erste Mal, dass D.________ sie ins Gesicht geschlagen habe. Solche Vorkommnisse sind durchaus geeignet, die Vertrauensw�rdigkeit des Opfers in Frage zu stellen, wenn dieses - wie hier - den Kontakt nicht abbricht. Die Beschwerdef�hrerin hat wenig Charakterst�rke bewiesen, indem sie das Verh�ltnis trotz gewaltt�tiger �bergriffe fortsetzte. Wie bei den (nicht bestrittenen) Kontakten zu den im Drogenmilieu t�tigen M�nnern hat es die Beschwerdef�hrerin auch hier an der kritischen Distanz fehlen lassen, was ihre Vertrauensw�rdigkeit beeintr�chtigt. Daraus, dass sie die Beziehung zu D.________ im Nachgang des Polizeiberichts vom 25. Februar 2013, welcher Ausl�ser des vorliegenden Verfahrens war, beendete, kann sie nichts zu ihren Gunsten ableiten.
4.3.�Am 14. Februar 2013 durchsuchte die Polizei zur Aufkl�rung einer soeben gemeldeten Messerstecherei die Liegenschaft, in der sich die Wohnung der Beschwerdef�hrerin befand. D.________ war aufgrund einer Augenzeugenbeschreibung tatverd�chtig. Die Beschwerdef�hrerin weigerte sich, die Polizei in die Wohnung zu lassen, und gab auf entsprechende Nachfrage wahrheitswidrig an, es halte sich ausser ihr niemand darin auf.
�Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, kann dieses Verhalten nicht mit der Begr�ndung gerechtfertigt werden, die Beschwerdef�hrerin habe unter Schock gestanden oder sei in Panik geraten. Unerheblich ist auch, dass sie nicht gegen eine Rechtsnorm verstossen hat. Es geht nicht um strafbares Verhalten, sondern um die Frage, ob die Beschwerdef�hrerin ein korrektes Verhalten, wie es � 10 Abs. 2 lit. d der Dolmetscherverordnung verlangt, an den Tag gelegt hat. Dass die Beschwerdef�hrerin zun�chst an der Rechtm�ssigkeit der Durchsuchung zweifelte, gereicht ihr noch nicht zum Nachteil. Indessen geht aus den Berichten der beteiligten Polizeibeamten �bereinstimmend hervor, dass sich die Beschwerdef�hrerin mehr als nur verbal gegen die Kontrolle gewehrt hat. Dar�ber hinaus behinderte sie mit der falschen Auskunft, wonach sich ausser ihr niemand in der Wohnung befinde, die Arbeit der Polizei aktiv. Die L�ge ist durch nichts zu rechtfertigen und ersch�ttert die Vertrauensw�rdigkeit der Beschwerdef�hrerin erheblich.
4.4.�Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz war die Polizei bei besagtem Einsatz am 14. Februar 2013 in der Wohnung der Beschwerdef�hrerin auf offen herumliegende Akten des Obergerichts gestossen. Die Vorinstanz hat ohne Willk�r erwogen, dass dieses Verhalten ein schlechtes Licht auf die Vertrauensw�rdigkeit der Beschwerdef�hrerin wirft und dass auch deren Hinweis, sie m�sse vor einer allf�lligen Festnahme noch die Akten wegschliessen, das Vers�umnis nicht aufzuheben vermochte. Im Gegensatz zu den Vorbringen der Beschwerdef�hrerin hat die Vorinstanz ihr nicht vorgeworfen, sich strafbar im Sinn von Art. 320 StGB gemacht zu haben. Sie hat lediglich darauf hingewiesen, dass der dieser Strafnorm zugrunde liegende Gedanke auch aus verwaltungsrechtlicher Sicht gilt, was im Zusammenhang mit der hier zu beurteilenden Vertrauensw�rdigkeit auch zutrifft. Wer Gerichtsakten zu beruflichen Zwecken zu Hause aufbewahren muss, ist zu absoluter Diskretion verpflichtet und hat daf�r zu sorgen, dass Unbefugte keinen Zugang zu diesen Akten erhalten. Die Beschwerdef�hrerin hat diese grundlegende Vorgabe nicht eingehalten, indem sie w�hrend des Besuchs von D.________ Gerichtsakten frei zug�nglich und von blossem Auge sichtbar in der Wohnung aufbewahrte.
4.5.�Zusammenfassend muss der Beschwerdef�hrerin nicht nur ein unkritischer Umgang mit ihrem Umfeld und ein unprofessioneller Umgang mit Gerichtsakten vorgeworfen werden. Ausschlaggebend ist, dass die Beschwerdef�hrerin am 14. Februar 2013 aktiv die Aufkl�rung einer Straftat behindert hat, indem sie der Polizei den Zutritt zu ihrer Wohnung verwehrte und trotz expliziter Nachfrage die Anwesenheit ihres Freundes, des tatverd�chtigen D.________, zu verheimlichen versuchte.
�Die Vorinstanz hat zu Recht erwogen, dass der Massstab f�r die Vertrauensw�rdigkeit einer Gerichtsdolmetscherin hoch anzusetzen ist und dass der Fachgruppe ein Ermessen zukommt, in welches sie nicht ohne Not eingreift. Die Beschwerdef�hrerin hat sich bereits in der Vergangenheit mehrere Unregelm�ssigkeiten zuschulden kommen lassen und musste verwarnt werden. Zudem wurde sie zweimal strafrechtlich verurteilt. Bei dieser Sachlage erscheint die Vertrauensw�rdigkeit der Beschwerdef�hrerin nicht mehr gegeben, weshalb die L�schung aus dem Verzeichnis zu Recht erfolgt ist. Hinsichtlich der Verh�ltnism�ssigkeit der Massnahme ist festzuhalten, dass das Interesse des Staates an der Integrit�t der f�r Justiz und Polizei t�tigen Personen ungleich h�her ist als das Interesse der Beschwerdef�hrerin, weiterhin im Verzeichnis zu figurieren. Zudem ist die R�ge, die L�schung stelle ein Berufsaus�bungsverbot dar, nicht zutreffend, steht es der Beschwerdef�hrerin doch frei, auf privater Basis �bersetzungsauftr�ge auszuf�hren. Der angefochtene Entscheid ist auch vor diesem Hintergrund verh�ltnism�ssig. Im �brigen steht der Beschwerdef�hrerin die M�glichkeit offen, nach einer l�ngeren Zeit der Bew�hrung einen neuen Antrag auf Aufnahme in das Verzeichnis zu stellen.
�Nach dem Gesagten ist die Beschwerde als unbegr�ndet abzuweisen. Die unterliegende Beschwerdef�hrerin tr�gt die Gerichtskosten (Art. 66 Abs. 1 BGG). Ausgangsgem�ss ist keine Parteientsch�digung zuzusprechen (Art. 68 BGG).