Source: http://www.jurablogs.com/2015/02/16/spontaner-tatentschluss-und-heimtuecke-ein-widerspruch-in-sich
Timestamp: 2016-10-25 14:10:09
Document Index: 337698431

Matched Legal Cases: ['§ 211', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 211', '§ 211']

BlogsstrafrechtsbloggerFebruar 2015Spontaner Tatentschluss und Heimtücke – ein Widerspruch in sich?von Rechtsanwalt Steffen DietrichDas Mordmerkmal der Heimtücke ist eines der weitesten Tatbestandsmerkmale des § 211 StGB. Denn nach der Definition der Rechtsprechung handelt heimtückisch, wer die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers in feindlicher Willensrichtung bewusst ausnutzt. Arglos ist dabei, wer sich im Zeitpunkt der Tat, also bei Beginn der ersten mit Tötungsvorsatz geführten Handlung, keines Angriffs von Seiten des Täters versieht. Hinzukommen muss, dass das Opfer gerade aufgrund seiner Arglosigkeit wehrlos ist, also keine oder nur eine eingeschränkte Möglichkeit zur Verteidigung hat.Um diesen Tatbestand einzuschränken, hat die Rechtsprechung zum einen das Kriterium des Handelns in feindlicher Willensrichtung entwickelt, der Mitleidstötungen aus dem Anwendungsbereich ausschließen soll. Zum anderen fordert sie ein Ausnutzungsbewusstsein des Handelnden, um nicht jeden für das Opfer überraschend wirkenden Angriff auf sein Leben zu erfassen. Für ein solches Ausnutzungsbewusstsein ist erforderlich, dass der Angreifer die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers nicht nur in objektiver Weise wahrgenommen hat. Vielmehr muss er die Bedeutung der hilflosen Lage für sein Opfer genau erfasst haben und sich darüber bewusst sein, dass er einen durch seine Ahnungslosigkeit schutzlosen Menschen mit seinem Angriff überrascht.Die Kriterien, die an das Ausnutzungsbewusstsein gestellt werden, hat der Bundesgerichtshof (BGH) in seiner Rechtsprechung immer weiter entwickelt. Nach seinen Ausführungen setzt das Ausnutzungsbewusstsein nicht unbedingt einen planvoll Handelnden oder eine längere Überlegung voraus. Heimtücke kann vielmehr auch einer raschen Eingebung folgen, bei der der Angreifer die für ihn günstige Situation erfasst hat. Das bedeutet, dass sich Spontanität und das Merkmal der Heimtücke nicht grundsätzlich ausschließen. Allerdings ist die Spontanität des Tatentschlusses nach Ansicht des BGH regelmäßig ein Indiz für das Fehlen des Ausnutzungsbewusstseins ...Zum vollständigen Artikel30 Leseriurastudent.de:Der Stachinsky-Fall (angelehnt an: BGHSt 18, 87)52 Leseriurastudent.de:Katzenkönig-Fall Urteil vom 15. September 1988, BGHSt 35, 34710 verwandte ArtikelBasiswissen StGB: HeimtückeMordmerkmal HeimtückeWer heimtückisch einen Menschen tötet begeht einen Mord, der mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft wird (§ 211 StGB).HeimtückeHeimtücke – und die Frage der WehrlosigkeitStrafrecht – Mordmerkmal Heimtücke.„bewusstes Ausnutzen“ im Rahmen der Heimtücke, § 211 Abs. 2 Gr. 2 Var. 1 StGBHeimtückeWegen Reinigung der Tatwaffe voll schuldfähigHeimtücke ist es auch wenn das Opfer Angst vor dem Täter hatÜber den ArtikelVeröffentlicht February 16, 2015 6:20am von Rechtsanwalt Steffen Dietrich im Blog strafrechtsblogger.Über den AutorRechtsanwalt Steffen DietrichFachanwalt für Strafrecht in Berlin-Kreuzberg
www.verteidiger-berlin.info79 Artikel von Rechtsanwalt Steffen DietrichFolge @Anwalt_DietrichMehr von Rechtsanwalt Steffen DietrichKategorienStrafrechtThemenHeimtücke, Mord, Strafrechtsdefinitionen, Ausnutzungsbewusstsein, Mord / Totschlag, Entscheidungsbesprechung, Feindliche WillensrichtungTäglich juristische Top-MeldundenMehr Informationen zum NewsletterTop-MeldungenWeiteresVersehentlich eingestelltvon Thomas Will / STRAFSACHENGeldschein-Fallvon Jura Online Geschenke für den Lehrervon Sie hören von meinem Anwalt!Ganz Gallien? Fehlschlüsse aus dem wallonischen CETA-Vetovon VerfassungsblogStaatsanwalt als Opfer einer Misshandlungvon Ulrich Dost Roxin / Rechtsanwalt Ulrich Dost-RoxinAls nächstes lesen - bislang 160 Leser:Geldschein-Fall