Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201994,%20702
Timestamp: 2019-06-27 03:41:03
Document Index: 359286943

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 97', '§ 2', '§ 16', '§ 20', '§ 22', '§ 18', '§ 125', '§ 73', 'BGH', '§ 118', '§ 60', '§ 230', '§ 40']

BFH, 15.12.1992 - VIII R 42/90 - dejure.org
https://dejure.org/1992,266
BFH, 15.12.1992 - VIII R 42/90 (https://dejure.org/1992,266)
BFH, Entscheidung vom 15.12.1992 - VIII R 42/90 (https://dejure.org/1992,266)
BFH, Entscheidung vom 15. Dezember 1992 - VIII R 42/90 (https://dejure.org/1992,266)
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EStG § 15 Abs. 1 Nr. 2; BewG § 97 Abs. 1 Nr. 5; GewStG § 2 Abs. 1; AO 1977 § 16, § 20, § 22 Abs. 1 i. V. m. § 18 Abs. 1 Nr. 2, § 125; AO §§ 73 Abs. 2, 73 a
Gewerbesteuermeßbescheid
Atypisch stille Gesellschaft, insbesondere atypische GmbH & still
DB 1994, 2114
Ein solcher Verstoß gegen (materielles) Bundesrecht ist vom BFH ohne Rüge zu berücksichtigen (vgl. BFH-Urteil vom 15. Dezember 1992 VIII R 42/90, BFHE 170, 345, BStBl II 1994, 702, unter II.3.b; BGH-Urteil vom 24. November 1989 V ZR 240/88, unter I.2.; Gräber/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 8. Aufl., § 118 Rz 62).
Bei einer atypisch stillen Gesellschaft ist nach ständiger Rechtsprechung des BFH nicht die stille Gesellschaft als solche klagebefugt; klagebefugt ist vielmehr der Inhaber des Handelsgewerbes, an dem die stille Beteiligung besteht, im Streitfall also die Klägerin (vgl. z. B. BFH-Urteil vom 15. Dezember 1992 VIII R 42/90, BFHE 170, 345, BStBl II 1994, 702).
Den ebenfalls klagebefugten stillen Gesellschafter hat das FG, da er nicht selbst Klage erhoben hat, zu Recht gemäß § 60 Abs. 3 FGO notwendig beigeladen (Urteil in BFHE 170, 345, BStBl II 1994, 702).
Eine Innengesellschaft ist ebenfalls gegeben, wenn sich ein Dritter am Handelsgewerbe eines anderen, z. B. einer KG, beteiligt (vgl. § 230 HGB; BFH-Urteile vom 6. Juli 1995 IV R 79/94, BFHE 178, 180, 183; vom 15. Dezember 1992 VIII R 42/90, BFHE 170, 345, BStBl II 1994, 702, 704; vom 27. Mai 1993 IV R 1/92, BFHE 171, 510, BStBl II 1994, 700;… vom 13. Oktober 1992 VIII R 57/91, BFH/NV 1993, 518, 519, m. w. N.;… ferner Priester in Festschrift für L. Schmidt, S. 331, 349).
Beide Merkmale sind für das Gesellschaftsverhältnis konstitutiv und müssen kumulativ in mehr oder weniger ausgeprägter Form gegeben sein (BFHE 170, 345, BStBl II 1994, 702, 704, m. w. N.).
In der Rechtsprechung ist anerkannt, daß sich der Gesellschafter einer GmbH an dieser still beteiligen kann (vgl. BFH-Urteil vom 15. Dezember 1992 VIII R 42/90, BFHE 170, 345, BStBl II 1994, 702, 704, m.w.N.).
Deshalb hat der BFH einen im Rahmen der Würdigung des Gesamtbildes der Verhältnisse erheblichen Einzelumstand darin gesehen, daß der (stille) Gesellschafter als der alleinige Geschäftsführer der (Komplementär-) GmbH aufgrund dieser Stellung tatsächlich in besonders großem Umfang Mitunternehmerinitiative entfalten konnte (BFH-Urteile vom 16. Dezember 1997 VIII R 32/90, BFHE 185, 190, BStBl II 1998, 480, 484; in BFHE 170, 345, BStBl II 1994, 702).
Er hat an dieser Rechtsprechung in dem Urteil in BFHE 170, 345, BStBl II 1994, 702 festgehalten und bekräftigt, daß die Annahme einer atypisch stillen Gesellschaft nicht zwingend und ausnahmslos von der Beteiligung des Stillen an den stillen Reserven und am Geschäftswert abhängig sei.
Soweit der erkennende Senat in seinem Urteil vom 15. Dezember 1992 VIII R 42/90 (BFHE 170, 345, BStBl II 1994, 702, dort unter I. 2. b der Gründe a.E.) ausgeführt hat, daß für die Beurteilung der Mitunternehmerstellung eines stillen Gesellschafters einer GmbH & Still auch dessen Haftungsrisiko aufgrund seiner Beteiligung am Stammkapital der GmbH von Bedeutung sein könne (offengelassen im Urteil vom 21. September 1995 IV R 65/94, BFHE 179, 62, BStBl II 1996, 66, unter 3. der Gründe), kommt diesem Gesichtspunkt im Streitfall keine Bedeutung zu.
Gegen diese Wertung --die trotz fehlender Beteiligung des Gesellschafters am Verlust, an den stillen Reserven und am Geschäftswert der Gesellschaft zur Behandlung des Geschäftsführers als atypisch stiller Gesellschafter der GmbH & Co. KG führte-- bestünden so lange keine Bedenken, als die einzige Aufgabe der GmbH in der Geschäftsführung für die KG bestehe und neben die prägende Einflußnahme des Gesellschafters auf das Unternehmen der Personengesellschaft über die Beherrschung der GmbH eine außergewöhnlich hohe Beteiligung am Gewinn der Personengesellschaft aus anderen schuldrechtlichen oder gesellschaftsrechtlichen Rechtsbeziehungen trete (vgl. dazu auch die Senatsurteile in BFHE 163, 336; vom 15. Dezember 1992 VIII R 42/90, BFHE 170, 345, BStBl II 1994, 702 --für GmbH & atypisch Still--, und vom 21. September 1995 IV R 65/94, BFHE 179, 62, BStBl II 1996, 66 --für GmbH & Co. KG--).
Ein schwach ausgeprägtes Unternehmerrisiko ist jedoch im Einzelfall kompensierbar durch eine stark ausgebildete Mitunternehmerinitiative, wie sie dem M als alleinigem Geschäftsführer der Komplementär-GmbH zustand (BFH-Urteile vom 21. September 1995 IV R 65/94, BFHE 179, 62, BStBl II 1996, 66; in BFHE 147, 146, BStBl II 1986, 802, und vom 15. Dezember 1992 VIII R 42/90, BFHE 170, 345, BStBl II 1994, 702).
Denn eine atypisch stille Gesellschaft kann bürgerlich-rechtlich und ertragsteuerrechtlich wirksam auch durch die Beteiligung des einzigen Gesellschafters einer GmbH an dieser, und zwar selbst durch den Organträger an einer Organgesellschaft zustande kommen (vgl. Urteil des erkennenden Senats vom 15. Dezember 1992 VIII R 42/90, BFHE 170, 345, 349, BStBl II 1994, 702, m. w. N.).
FG Rheinland-Pfalz, 21.06.2001 - 4 K 2623/97
Beherrschender GmbH-Gesellschafter als atypisch stiller Gesellschafter/Zur …
Das vom Betriebsprüfer herangezogene Urteil des BFH vom 15. Dezember 1992 (BStBl II 1994, S. 702) greife im Streitfall nicht, da der Gesellschaftsvertrag über die stille Beteiligung die rechtliche Stellung des Klägers nicht erweitert habe.
Eine Mitunternehmerschaft in Gestalt einer atypischen stillen Gesellschaft liegt auch dann vor, wenn sich ein beherrschender Gesellschafter, der gleichzeitig alleiniger Geschäftsführer einer GmbH ist, an dieser noch als stiller Gesellschafter mit einer erheblichen Vermögenseinlage unter Vereinbarung einer hohen Gewinnbeteiligung beteiligt (BFH-Urteil vom 15. Dezember 1992 - VIII R 42/90, BStBl II 1994 S. 702).
Hinzu kam, dass er als Alleingeschäftsführer der GmbH, deren Stammkapital mehrheitlich von ihm stammte, durch die stille Beteiligung an ihr so viel Befugnisse und tatsächliche Möglichkeiten zur Entfaltung der Unternehmerinitiative vereinigte, dass seine Stellung als die eines Mitunternehmers einzustufen war (vgl. BFH-Urteil vom 15. Dezember 1992 - VIII R 42/90, BStBl II 1994 S. 702 (S. 704 Ziff. I.2.b.)).
Die Klage des Klägers gegen die Gewerbesteuermessbescheide ist mangels Klagebefugnis nach § 40 Abs. 2 FGO unzulässig, da bei einer atypischen stillen Gesellschaft, die kein Gesellschaftsvermögen hat, als Schuldner der Gewerbesteuer nur der Inhaber des Handelsgeschäfts - im Streitfall die Klägerin - in Betracht kommt (BFH-Urteil vom 15. Dezember 1992 - VIII R 42/90, BStBl II 1994, S. 702 (S. 705 Ziff. II.2.) und BFH-Beschluss vom 24. November 1988 - VIII B 90/87, BStBl II 1989, S. 145 (S. 146 Ziff. 1 linke Sp.)).
Dem BFH-Urteil vom 15. Dezember 1992 VIII R 42/90 (BFHE 170, 345, BStBl II 1994, 702) läßt sich nichts Abweichendes entnehmen.
BFH, 26.11.2003 - VIII R 64/03
BFH, 14.10.2003 - VIII B 281/02
BFH, 25.11.1998 - VIII B 46/98
NZB; grundsätzliche Bedeutung einer Rechtsfrage; Verletzung des rechtlichen …
BFH, 01.07.1998 - IV B 140/97