Source: https://wuerfelmagier.de/einfach-nur-geklaut-plagiat-von-bohnanza-auf-kickstarter/
Timestamp: 2018-12-10 16:06:40
Document Index: 326207553

Matched Legal Cases: ['BGH', '§1', '§11', 'BGH', '§41', '§ 23']

Einfach nur geklaut?! - Plagiat von Bohnanza auf Kickstarter | Würfelmagier Brettspiel Blog
Jerry aus PB 5. November 2018 at 20:26
deine Empörung ist verständlich, deine Recherche aber unvollständig. Was die Respekt- oder Gedankenlosigkeit des Autors angeht, stimmeich dir zu.
Dass CryptoCartel aber nur „ein paar“ Aktionskarten hinzufügt ist unzutreffend – so fair muss man als Außenstehender schon sein. 108 Aktionskarten plus 8 Ereigniskarten zusätzlich zu den bestehenden Handelskarten: das ist fast die doppelte Anzahl.
Fakt ist doch: Es wird ständig kopiert. Hatten am WE NEOM von Lookout auf dem Tisch. Das ist zu 75% 7 Wonders, zu 20% Among The Stars und zu 5% Innovation. Und das ohne irgendwo die Inspirationsquellen zu nennen. Beschwert sich auch keiner drüber.
Wir sollten hier nicht mit zweierlei Maß messen. Den Autor ermahnen: ja! Von moralisch oder gar rechtlich schwer verwerflichem Verhalten reden, das ist dann doch etwas zu viel des Guten.
Reply to Jerry aus PB
Dirk Post author 5. November 2018 at 20:34
Rechtliche Schritte sind wohl nicht möglich, da es sich eben nicht um ein schützenswertes Gut handelt. Und das Hinzufügen der 108 Karten, macht es noch nicht zu einem anderen Spiel. Der Grundsatz bleibt – es ist ein Plagiat.
Günter Cornett 12. November 2018 at 15:05
Natürlich sind auch Spielregelwerke geschützt und zwar auch unabhängig von thematischer Einkleidung, gestaltung oder konkreter Regelformulierung. Siehe hierzu das Urteil des BGH von 1961:
„Nun genießen zwar Spielerfindungen als solche keinen urheberrechtlichen Schutz. Doch können schriftlich niedergelegte Spielregeln den Anforderungen genügen, die gemäß §1 LitUrhG an ein Schriftwerk zu stellen sind. Trifft dies zu, so ist grundsätzlich allein der Urheber eines solchen Schriftwerks zu dessen Vervielfältigung und gewerbsmäßigen Verbreitung berechtigt (§11 Abs. 1 LitUrhG). Voraussetzung für ein solches Ausschließlichkeitsrecht ist aber, daß die schriftliche Niederlegung der Spielregeln eine für einen Urheberrechtsschutz ausreichende eigenpersönliche Gestaltung erkennen läßt. Die erforderliche schöpferische Eigenart braucht dabei nicht auf einer eigenpersönlichen Prägung der rein sprachlichen Ausdrucksform zu beruhen, sie kann sich vielmehr auch aus einem auf individuelle Geistestätigkeit zurückzuführenden Gedankeninhalt ergeben (RGZ 81, 120 – Kochrezepte; 121, 357 – Rechentabelle; 143, 416 – Buchhaltungsformulare; BGH in Lindenmaier/Möhring Nr. 2 zu §41 LitUrhG – Gasparone; Ulmer, Urheber – u. Verlagsrecht 2. Aufl. S. 119).“
https://www.jurion.de/urteile/bgh/1961-10-17/i-zr-24_60/
Inwiefern es sich um eine Urheberrechtsverletzung handelt, lässt sich für mich nur aufgrund des regelstudiums schwer sagen. Im Raum steht der Vorwurf, gegen § 23 UrhG verstoßen zu haben:
„1Bearbeitungen oder andere Umgestaltungen des Werkes dürfen nur mit Einwilligung des Urhebers des bearbeiteten oder umgestalteten Werkes veröffentlicht oder verwertet werden.“
https://dejure.org/gesetze/UrhG/23.html
Reply to Günter Cornett