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Timestamp: 2020-01-24 22:46:31
Document Index: 208744590

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 74', '§ 1', '§ 8', '§ 9', '§ 42', '§ 9', '§ 9', '§ 10', '§ 11', '§ 11', '§ 12', '§ 12', '§ 13', '§ 14', '§ 15', '§ 16', '§ 16', '§ 16', '§ 17', '§ 18', '§ 19', '§ 20', '§ 21', '§ 22', '§ 23', '§ 24', '§ 25', '§ 26', '§ 27', '§ 27', '§ 27', '§ 28', '§ 29', '§ 30', '§ 31', '§ 31', '§ 31', '§ 31', '§ 31', '§ 31', '§ 31', '§ 32', '§ 33', '§ 34', '§ 35', '§ 36', '§ 37', '§ 38', '§ 39', '§ 39', '§ 39', '§ 40', '§ 41', '§ 41', '§ 41', '§ 42', '§ 43', '§ 49', '§ 50', '§ 67', '§ 68', '§ 74', '§ 75', '§ 98', '§ 99', '§ 101', '§ 4', '§ 7', '§ 129', '§ 26', '§ 74', '§ 21']

40.460
Polizei- und Ordnungsbehördengesetz (POG) in der Fassung...
§ 1 - § 74 Erster Teil - Allgemeines
§ 1 - § 8 Erster Abschnitt - Aufgaben und allgemeine Bestimmungen
§ 9 - § 42 Zweiter Abschnitt - Befugnisse der allgemeinen...
§ 9 - Allgemeine Befugnisse
§ 9 a - Befragung und Auskunftspflicht
§ 10 - Identitätsfeststellung und Prüfung von Berechtigungsscheinen
§ 11 - Erkennungsdienstliche Maßnahmen
§ 11 a - Medizinische und molekulargenetische Untersuchungen
§ 12 - Vorladung
§ 12 a - Meldeauflagen
§ 13 - Platzverweisung, Aufenthaltsverbot
§ 14 - Gewahrsam
§ 15 - Richterliche Entscheidung
§ 16 - Behandlung festgehaltener Personen
§ 16 a - Nicht polizeiliche Gewahrsamseinrichtung
§ 16 b - Datenerhebung durch den Einsatz technischer Mittel...
§ 17 - Dauer der Freiheitsentziehung
§ 18 - Durchsuchung und Untersuchung von Personen
§ 19 - Durchsuchung von Sachen
§ 20 - Betreten und Durchsuchung von Wohnungen
§ 21 - Verfahren bei der Durchsuchung von Wohnungen
§ 22 - Sicherstellung
§ 23 - Verwahrung
§ 24 - Verwertung, Vernichtung
§ 25 - Herausgabe sichergestellter Sachen oder des Erlöses,...
§ 26 - Datenerhebung
§ 27 - Datenerhebung durch den Einsatz technischer Mittel
§ 27 a - Mobile Bild- und Tonaufzeichnungsgeräte
§ 27 b - Anlassbezogene Kennzeichenerfassung
§ 28 - Besondere Mittel der verdeckten Datenerhebung
§ 29 - Datenerhebung durch den verdeckten Einsatz technischer...
§ 30 - Datenerhebung bei Notrufen, Aufzeichnung von Anrufen
§ 31 - Datenerhebung durch den Einsatz technischer Mittel...
§ 31 a - Identifizierung und Lokalisierung von mobilen Telekommunikationsendgeräten
§ 31 b - Auskunft über Nutzungsdaten
§ 31 c - Datenerhebung durch den Einsatz technischer Mittel...
§ 31 d - Unterbrechung oder Verhinderung der Telekommunikation
§ 31 e - Funkzellenabfrage
§ 31 f - Auskunft über Bestandsdaten
§ 32 - Polizeiliche Beobachtung
§ 33 - Speicherung und Nutzung von personenbezogenen Daten
§ 34 - Datenübermittlung
§ 35 - Ergänzende Bestimmungen für die Datenübermittlung
§ 36 - Automatisiertes Übermittlungsverfahren, Datenverbund
§ 37 - Datenabgleich
§ 38 - Besondere Formen des Datenabgleichs
§ 39 - Berichtigung, Löschung und Sperrung von personenbezogenen...
§ 39 a - Schutz des Kernbereichs privater Lebensgestaltung
§ 39 b - Schutz zeugnisverweigerungsberechtigter Berufsgeheimnisträger
§ 40 - Auskunft, Unterrichtung
§ 41 - Errichtung von polizeilichen Dateien
§ 41 a - Technische und organisatorische Maßnahmen des Datenschutzes
§ 41 b - Aufgaben und Befugnisse des Landesbeauftragten für...
§ 42 - Geltung des Landesdatenschutzgesetzes
§ 43 - § 49 Dritter Abschnitt - Gefahrenabwehrverordnungen
§§ 50 bis 56a - § 67 Vierter Abschnitt - Anwendung von Zwangsmitteln...
§ 68 - § 74 Fünfter Abschnitt - Entschädigungsansprüche
§ 75 - § 98 Zweiter Teil - Organisation und Zuständigkeiten
§ 99 - § 101 Dritter Teil - Übergangs- und Schlussbestimmungen
Amtliche Abkürzung: POG
Gültig ab: 08.07.2017
Gliederungs-Nr: 2012-1
Polizei- und Ordnungsbehördengesetz
(POG)
in der Fassung vom 10. November 1993
Besondere Mittel der verdeckten Datenerhebung
(1) Die Polizei kann personenbezogene Daten durch den Einsatz besonderer Mittel der verdeckten Datenerhebung nach Absatz 2 erheben über
die Verantwortlichen nach den §§ 4 und 5 und unter den Voraussetzungen des § 7 über die dort genannten Personen, soweit die Datenerhebung zur Abwehr einer Gefahr für Leib oder Leben erforderlich ist,
Personen, bei denen bestimmte Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sie innerhalb eines übersehbaren Zeitraums auf eine zumindest ihrer Art nach konkretisierte Weise Straftaten von erheblicher Bedeutung begehen und die Datenerhebung zur vorbeugenden Bekämpfung dieser Straftaten erforderlich ist,
Personen, deren individuelles Verhalten die konkrete Wahrscheinlichkeit begründet, dass sie innerhalb eines übersehbaren Zeitraums eine in § 129 a Abs. 1 und 2 des Strafgesetzbuchs bezeichnete Straftat begeht, die dazu bestimmt ist
die Bevölkerung auf erhebliche Weise einzuschüchtern,
eine Behörde oder eine internationale Organisation rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit Gewalt zu nötigen oder
die politischen, verfassungsrechtlichen, wirtschaftlichen oder sozialen Grundstrukturen eines Staates oder einer internationalen Organisation zu beseitigen oder erheblich zu beeinträchtigen,
und durch die Art ihrer Begehung oder ihre Auswirkungen einen Staat oder eine internationale Organisation erheblich schädigen können,
Kontakt- und Begleitpersonen ( § 26 Abs. 3 Satz 2 ), soweit die Datenerhebung zur vorbeugenden Bekämpfung von Straftaten von erheblicher Bedeutung erforderlich ist, und
Personen im Umfeld einer in besonderem Maß als gefährdet erscheinenden Person, soweit die Datenerhebung zur Abwehr der Gefahr erforderlich ist.
Die Datenerhebung darf auch durchgeführt werden, wenn Dritte unvermeidbar betroffen werden.
(2) Besondere Mittel der verdeckten Datenerhebung im Sinne dieses Gesetzes sind
die planmäßig angelegte Beobachtung einer Person, die durchgehend länger als 24 Stunden oder über einen Zeitraum von mehr als einer Woche durchgeführt werden soll (längerfristige Observation),
der verdeckte Einsatz technischer Mittel zur Anfertigung von Bildaufzeichnungen,
der verdeckte Einsatz technischer Mittel zum Abhören und Aufzeichnen des nicht öffentlich gesprochenen Wortes,
der Einsatz von Polizeibeamten unter einer ihnen auf Dauer angelegten Legende (verdeckte Ermittler),
der Einsatz von Personen, deren Zusammenarbeit mit der Polizei Dritten nicht bekannt ist (Vertrauenspersonen), und
der Einsatz technischer Mittel zur Feststellung des jeweiligen Standortes einer Person oder eines Fahrzeuges.
(3) Straftaten von erheblicher Bedeutung im Sinne dieses Gesetzes sind
Verbrechen und
Vergehen, die im Einzelfall nach Art und Schwere geeignet sind, den Rechtsfrieden besonders zu stören, soweit sie
sich gegen Leib, Leben oder Freiheit einer Person oder bedeutende Sach- oder Vermögenswerte richten,
auf den Gebieten des unerlaubten Waffen- oder Betäubungsmittelverkehrs, der Geld- und Wertzeichenfälschung oder des Staatsschutzes ( §§ 74 a und 120 des Gerichtsverfassungsgesetzes ) begangen werden, oder
gewerbs-, gewohnheits-, serien- oder bandenmäßig oder sonst organisiert begangen werden.
(4) Der Einsatz besonderer Mittel nach
Absatz 2 Nr. 1,
Absatz 2 Nr. 2, soweit Bildaufzeichnungen bestimmter Personen durchgehend länger als 24 Stunden oder über einen Zeitraum von mehr als einer Woche angefertigt werden sollen,
Absatz 2 Nr. 3 bis 5
bedarf der richterlichen Entscheidung. Die Maßnahme nach Absatz 2 Nr. 1 bis 3 ist auf höchstens einen Monat zu befristen; im Fall des Absatzes 2 Nr. 4 und 5 ist die Maßnahme auf höchstens drei Monate zu befristen. Eine Verlängerung um jeweils nicht mehr als denselben Zeitraum ist zulässig, sofern die Voraussetzungen der Anordnung weiterhin vorliegen. Zuständig ist das Amtsgericht, in dessen Bezirk die Polizeidienststelle ihren Sitz hat. § 21 Abs. 1 Satz 3 gilt entsprechend. Bei Gefahr im Verzug kann die Maßnahme vorläufig durch die Behördenleitung oder einen von ihr besonders beauftragten Beamten mit der Befähigung für das vierte Einstiegsamt angeordnet werden; die richterliche Entscheidung ist unverzüglich nachzuholen.
(5) Der Einsatz besonderer Mittel nach Absatz 2 Nr. 2, soweit er keiner richterlichen Entscheidung nach Absatz 4 Satz 1 Nr. 2 bedarf, und Absatz 2 Nr. 6 darf nur durch die Behördenleitung oder einen von ihr besonders beauftragten Beamten mit der Befähigung für das vierte Einstiegsamt angeordnet werden. Die Maßnahme ist zu befristen und kann wiederholt angeordnet werden. Bei Gefahr im Verzug können besondere Mittel nach Absatz 2 Nr. 2 und 6 vorläufig eingesetzt werden; eine Entscheidung nach Satz 1 ist unverzüglich nachzuholen.
(6) Nach Absatz 2 Satz 1 Nr. 1, 3 bis 5 erlangte personenbezogene Daten sind besonders zu kennzeichnen. Nach einer Übermittlung ist die Kennzeichnung durch die Empfänger aufrechtzuerhalten. Solche Daten dürfen für einen anderen Zweck verwendet werden, soweit sich aus ihnen konkrete Ermittlungsansätze zur
Verfolgung oder Verhütung von Straftaten von erheblicher Bedeutung nach Absatz 3 oder
zur Abwehr einer Gefahr für Leib oder Leben einer Person
ergeben und die Verwendung der Daten zu diesem Zweck erforderlich ist. Die Zweckänderung muss im Einzelfall festgestellt und dokumentiert werden.
(7) Nach Absatz 2 Satz 1 Nr. 2 und 6 erlangte personenbezogene Daten dürfen für einen anderen Zweck verwendet werden, soweit dies zur Verfolgung oder Verhütung von Straftaten von erheblicher Bedeutung nach Absatz 3 oder zur Abwehr einer Gefahr für Leib oder Leben einer Person erforderlich ist. Die Zweckänderung der Daten muss im Einzelfall festgestellt und dokumentiert werden.
(8) Soweit es zur Geheimhaltung der wahren Identität des verdeckten Ermittlers erforderlich ist, dürfen entsprechende Urkunden hergestellt, verändert und gebraucht werden. Ein verdeckter Ermittler darf zur Erfüllung seines Auftrages unter Geheimhaltung seiner wahren Identität am Rechtsverkehr teilnehmen sowie mit Einverständnis des Berechtigten, nicht jedoch unter Vortäuschung eines Zutrittsrechts, dessen Wohnung betreten. Soweit es zur Geheimhaltung der Zusammenarbeit einer Vertrauensperson mit der Polizei erforderlich ist, gilt Satz 1 entsprechend.