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Timestamp: 2019-08-26 00:31:59
Document Index: 277195946

Matched Legal Cases: ['§ 15', '§ 15', '§ 705', '§ 1', '§ 15', '§ 123', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2', '§ 6', '§ 180', '§ 6', '§ 15']

Littmann/Bitz/Pust, Das Einkommensteuerrecht, EStG § 15 ... / da) GbR, ARGE, sonstige Gesellschaften | Steuer Office Gold | Steuern | Haufe
Littmann/Bitz/Pust, Das Einkommensteuerrecht, EStG § 15 ... / da) GbR, ARGE, sonstige Gesellschaften
Wollen sich mehrere Personen zur Erreichung eines gemeinsamen Zwecks (§ 705 BGB) zusammenschließen und betreibt die GbR ein Kleingewerbe iSv § 1 Abs 2 HGB (nicht also Freiberufler-Gemeinschaften zum Zweck gemeinsamer Berufsausübung, Gesellschaften zur gemeinsamen privaten Vermögensverwaltung, zB sog Private Equity-Fonds – hierzu zB s Rodin, DB 2001, 883; Strahl, KÖSDI 2001, 12 802; Herzig, DB 2002, 600; Lorentz, DStR 2001, 821; Lumers, DB 2002, 60; Anm Wendt zu BFH v 25.07.2001, FR 2002, 35 – Bauherren-Gemeinschaften, Investment-Clubs etc), so fällt sie ("andere Gesellschaft") als Mitunternehmerschaft unter § 15 Abs 1 S 1 Nr 2 EStG (FG BdW, DStRE 1998, 88; RStBl 1938, 107).
Wird das Gewerbe mittels eines in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetriebs weiter betrieben, wandelt sich die GbR formwechselnd in eine OHG um. Eine GbR, die kein Gewerbe betreibt, wird durch Eintragung in das HR zur OHG (§ 123 Abs 1 HGB).
Die GbR besitzt als Außengesellschaft Rechtsfähigkeit (BGH v 29.01.2000, II ZR 331/00, BGHZ 146, 341; DB 2001, 423; anschließend BGH v 10.05.2012, BFH/NV 2012, 1565 als vorläufiger Schlusspunkt), ist grundbuchfähig (s zuletzt BGH v 04.12.2008, DB 2009, 109) und ist im Zivilprozess aktiv und passiv parteifähig; sie kann auch Gesellschaft einer anderen PersGes sein (s BGH v 16.07.2001, II ZB 23/00, BGHZ 148, 283 u BayObLG v 18.10.2000, DStR 2001, 1168 sowie s Steinbeck, DStR 2001, 1162). Ein neu in eine GbR eintretender Gesellschafter haftet auch für die vor seinem Beitritt begründeten Verbindlichkeiten der GbR (anders, wenn der Beitritt des Gesellschafters vor der Änderung der Rspr des BGH (BGH v 07.04.2003, II ZR 56/02), dh vor dem 07.04.2003 erfolgte. Die GbR hat keine "Firma".
Auch eine GbR als reine Innengesellschaft kann Mitunternehmerschaft sein: s Rn 24 u BFH v 10.07.2001, BFH/NV 2001, 1494; FG BdW v 09.10.2003, EFG 2004, 360.
Der gemeinsame Zweck kann ein Dauerzweck sein oder nur ein vorübergehender gemeinsamer Zweck, sog Gelegenheitsgesellschaften. Arbeitsgemeinschaften, Interessengemeinschaften, Pools, Meta-Verbindungen etc sind bei gemeinsamer gewerblicher Betätigung mit gemeinsamer Risikotragung Mitunternehmerschaften, s nachfolgend.
Arbeitsgemeinschaften die ein Gewerbe betreiben, sind Mitunternehmerschaften (FG BdW EFG 2004, 360; BFH BStBl III 1961, 194; R 2a GewStR 2009), es sei denn, ihr alleiniger Zweck ist die Ausführung eines einzigen Werksvertrags o Werklieferungsvertrages (§ 2a GewStG mit entsprechender einkommensteuerlicher Wirkung: sog "kleine" ARGE = anteilige Betriebsstätten der Gesellschafter; auch s BMF DB 1998, 447; DB 1995, 351; BFH v 13.05.1998, BFH/NV 1999, 355; § 6 Abs 5 S 3 EStG). Eine einheitliche Gewinnfeststellung erfolgt für die "kleine Arge" nicht (§ 180 Abs 4 AO).
Die Leistungen der einzelnen Partner gegenüber "kleinen" Arbeitsgemeinschaften sind steuerlich wie Fremdleistungen gegenüber einer außenstehenden Gesamthandsgemeinschaft nach allg ertragsteuerlichen Grundsätzen zu behandeln. Beim einzelnen Partner tritt somit Gewinnrealisierung bereits bei Erbringung der Leistung ein (BMF BStBl I 1998, 251). § 6 Abs 5 S 3 EStG ist hinsichtlich der gewinnneutralen Übertragung von WG aus einem Betrieb eines Mitunternehmers in das Gesamthandsvermögen der PersGes oder über die gewinnneutrale Übertragung eines WG aus dem Sonder-BV in das Gesamthandsvermögen nicht anwendbar, vielmehr liegt eine entgeltliche, zur sofortigen Gewinnrealisierung führende Leistung vor: BMF BStBl I 1998, 251.
GbR, die als sog Hilfsgesellschaften ausschließlich ihren Gesellschaftern für deren betriebliche Zwecke durch die gemeinsame Übernahme von Aufwendungen wirtschaftliche Vorteile ermöglichen wollen, zB Büro-, Labor-, Apparate- oder Werbegemeinschaften, sind mangels Gewinnerzielungsabsicht keine Mitunternehmerschaft (s Rn 126 u BFH v 06.02.1986, BStBl II 1986. 666; OFD Ffm v 14.06.1996, DStR 1996, 1484; OFD Cottbus v 03.11.1997, FR 1998, 78; BMF v 02.05.2001, BStBl I 2001, 256 Tz 1.2 zu a.).
Oft schließen sich Handwerker zu loseren Interessengemeinschaften zusammen, bei denen gewisse gemeinsame Zwecke erreicht werden sollen, die aber die Selbstständigkeit der einzelnen Handwerker unberührt lassen. Der Zweck solcher Interessengemeinschaften geht nicht auf den Betrieb eines gemeinschaftlichen Unternehmens, bei dem Gewinne und Verluste gemeinschaftlich erzielt und auch gemeinschaftlich ermittelt werden. Sie sind daher keine Mitunternehmerschaften iSd § 15 Abs 1 Nr 2 EStG.
Joint Ventures (s IDW, WPg 1993, 441) sind Sonderformen der Arge, rechtlich nicht klar definiert u idR Mitunternehmerschaften (aA FG BdW v 20.05.1992, EFG 1993, 225).
Ein Gewinnpoolungsvertrag zwischen mehreren Gesellschaften führt idR nicht zur Mitunternehmerschaft, deren Teilhaber die Gesellschaften bzw deren Gesellschafter sind, BFH BStBl III 1965, 71. ME gilt das nicht nur, wenn der Pool im außerbetrieblichen Interesse abgeschlossen wurde. Denn di...