Source: https://www.haufe.de/controlling/rechnungslegung/csr-richtlinie-nichtfinanzielle-berichterstattung-neu-im-hgb_110_403914.html
Timestamp: 2019-11-19 10:37:07
Document Index: 157454971

Matched Legal Cases: ['§ 264', '§ 289', '§ 315', '§ 340', '§ 341', '§ 289', '§ 315', '§ 340', '§ 341']

CSR-Richtlinie nichtfinanzielle Berichterstattung neu im HGB | Controlling | Haufe
Der Bundestag hat am 9.3.2017 das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz beschlossen. Damit müssen bestimmte Unternehmen über Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange, die Achtung der Menschenrechte und die Bekämpfung von Korruption berichten. Für die Auswahl und Bereitsstellung der entsprechenden Kennzahlen bringen Controller die richtigen Kompetenzen mit.
Welche Unternehmen müssen zukünftig eine nichtfinanzielle Erklärung abgeben?
Die neue Vorschrift, mit der eine EU-Richtlinie zu Corporate Social Responsibility (CSR-Richtlinie) umgesetzt wird, gilt für Unternehmen, die
kapitalmarktorientierte Unternehmen (im Sinne von § 264a HGB) sind und,
Ab wann ist die nichtfinanzielle Erklärung vorgeschrieben?
Die betroffenen Unternehmen müssen diese nichtfinanzielle Erklärung für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2016 beginnen, abgeben.
Welche Inhalte muss die nichtfinanzielle Erklärung umfassen?
Sollte das Unternehmen in Bezug auf einen oder mehrere der genannten Aspekte kein Konzept wie z. B. das IIRC-Framework oder die Global Reporting Initiative (GRI) verfolgt haben, hat es dies anstelle der auf den jeweiligen Aspekt bezogenen Angaben in der nichtfinanziellen Erklärung klar und begründet zu erläutern (§ 289c Abs. 4 HGB).
In welcher Form kann die nichtfinanzielle Erklärung abgegeben werden?
Die Erklärung kann entweder als Teil des Lageberichts oder ausgelagert in einem gesonderten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht werden, wobei die Frist der Veröffentlichung in der verabschiedeten Fassung nun ebenso wie der Konzernabschluss 4 Monate nach dem Abschlussstichtag beträgt.
Analog für Konzernabschluss sowie bei Finanzdienstleistern notwendig
Die nichtfinanzielle Erklärung ist analog auch für den Konzernabschluss notwendig (§§ 315b und 315c HGB) sowie für Jahres- und Konzernabschlüsse bei Kreditinstituten und Versicherungen (§ 340a Abs. 1a, § 341a Abs. 1a HGB).
Weitere Diversivitätsangaben bei bestimmten Rechtsformen erforderlich
Ebenfalls für Geschäftsjahre ab 2017 erfolgt eine Ausweitung der Erklärung der Unternehmensführung um weitere Diversitätsangaben (§ 289f Abs. 2 Nr. 6, § 315d, § 340a Abs. 1b, § 341a Abs. 1b HGB). Konkret handelt es sich über die bereits gesetzlich geforderten Angaben und Erläuterungen zur Frauenquote hinaus um eine Beschreibung des Diversitätskonzepts, das im Hinblick auf die Zusammensetzung des vertretungsberechtigten Organs und des Aufsichtsrats in Bezug auf Aspekte wie beispielsweise Alter, Geschlecht, Bildungs- oder Berufshintergrund verfolgt wird, sowie der Ziele dieses Diversitätskonzepts, der Art und Weise seiner Umsetzung und der im Geschäftsjahr erreichten Ergebnisse.
Hiervon sind, anders als bei der nichtfinanziellen Erklärung, nur bestimmte Rechtsformen betroffen (Aktiengesellschaft, Kommanditgesellschaft auf Aktien, Europäische Gesellschaft). Allerdings gilt diese Vorschrift für jedes Unternehmen dieser Rechtsformen, unabhängig von der Anzahl der Beschäftigten.
Integrated Reporting nach dem Rahmenkonzept des IIRC: Implikationen für Rechnungslegung und Controlling (Fachbeitrag aus Controlling Office)
Schlagworte zum Thema: Jahresabschluss, Lagebericht, CSR