Source: http://umsatzsteuer-voranmeldung.de/steuerberechnung.htm
Timestamp: 2017-04-26 05:55:10
Document Index: 15411722

Matched Legal Cases: ['§ 63', '§ 22', '§ 63', '§ 12', '§ 12', '§ 22', '§ 63']

Steuerberechnung und Umsatzsteuerrechner
Mathematisch wird die Umsatzsteuer nach folgender Formel berechnet: Bemessungsgrundlage (Nettobetrag) x Steuersatz (7 bzw. 19%) = Umsatzsteuer.
Der Rechnungs- bzw. Bruttobetrag berechnet sich aus Nettobetrag + Umsatzsteuer.
Der Rest ist Prozentrechnung (-> siehe auch Prozentrechner):
Alle weiteren Berechnungen können durch umstellen der Mehrwertsteuer Formel erfolgen, wie z.B.:
Nettobetrag = Bruttobetrag / (1 + Steuersatz), Beispiel: Nettobetrag = 119 / 1,19 = 100
Umsatzsteuer = Bruttobetrag / (1 + Steuersatz) * Steuersatz, Beispiel: Umsatzsteuer = 119 / 1,19 * 0,19 = 100
Umsatzsteuerrechner Nettobetrag
€ bei 19
16 (alt)
Umsatzsteuer berechnen bei unterschiedlichen Steuersätzen
Die Umsatzsteuer ist etwas komplizierter zu berechnen, wenn unterschiedliche Steuersätze anzuwenden sind und die Entgelte (Bemessungsgrundlagen) nicht getrennt aufgezeichnet werden. Für diese Fälle hat die Finanzverwaltung eine vereinfachte Methode zur Berechnung der Umsatzsteuer entwickelt:
Erleichterte Trennung der Bemessungsgrundlagen, Merkblatt
BMF, 6.5.2009, IV B 8 - S 7390/09/10001
BMF-Schreiben vom 5.1.2005, IV A 5 – S 7390 – 1/05 (BStBl 2005 I S. 69);
BMF-Schreiben vom 6.3.2009, IV B 8 – S 7390/09/10001 (2009/0130036);
Schreiben des Ministeriums der Finanzen Rheinland-Pfalz vom 14.4.2009, S 7390 A – 98 – 330 – 445
Unter Bezugnahme auf das Ergebnis der Erörterungen mit den obersten Finanzbehörden der Länder wird das „Merkblatt zur erleichterten Trennung der
Bemessungsgrundlagen” nach dem Stand Mai 2009 herausgegeben (siehe Anlage).
(§ 63 Abs. 4 der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung – UStDV)
(1) Unternehmer, deren Umsätze unterschiedlichen Steuersätzen unterliegen, müssen in ihren Aufzeichnungen ersichtlich machen, wie sich die Entgelte auf die
einzelnen Steuersätze verteilen (§ 22 Abs. 2 Umsatzsteuergesetz – UStG). Dem Unternehmer, dem wegen der Art und des Umfangs des Geschäfts eine Trennung der
Entgelte und Teilentgelte bzw. der Bemessungsgrundlagen nach Steuersätzen in seinen Aufzeichnungen nicht zuzumuten ist, kann das FA auf Antrag
Erleichterungen gewähren (§ 63 Abs. 4 UStDV). Eine solche Erleichterung der Aufzeichnungspflichten kommt allerdings nicht in Betracht, wenn eine
Registrierkasse mit Zählwerken für mehrere Warengruppen oder eine entsprechende andere Speichermöglichkeit eingesetzt wird.
(2) Das FA darf nur ein Verfahren zulassen, dessen steuerliches Ergebnis nicht wesentlich von dem Ergebnis einer nach Steuersätzen getrennten Aufzeichnung
abweicht. Die Anwendung des Verfahrens kann auf einen in der Gliederung des Unternehmens gesondert geführten Betrieb beschränkt werden.
(1) Die Aufschlagsverfahren kommen vor allem für Unternehmer in Betracht, die nur erworbene Waren liefern, wie z.B. Lebensmitteleinzelhändler,
Milchhändler, Drogisten, Buchhändler. Sie können aber auch von Unternehmern angewendet werden, die – wie z.B. Bäcker oder Fleischer – neben erworbenen
Waren in erheblichem Umfang hergestellte Erzeugnisse liefern. Voraussetzung ist jedoch, dass diese Unternehmer, sofern sie für die von ihnen hergestellten
Waren die Verkaufsentgelte oder die Verkaufspreise rechnerisch ermitteln, darüber entsprechende Aufzeichnungen führen.
(2) Eine Trennung der Bemessungsgrundlagen nach dem Verhältnis der Eingänge an begünstigten und an nichtbegünstigten Waren kann nur in besonders gelagerten
Einzelfällen zugelassen werden. Die Anwendung brancheneinheitlicher Durchschnittsaufschlagsätze oder eines vom Unternehmer geschätzten durchschnittlichen
Aufschlagsatzes kann nicht genehmigt werden. Die Berücksichtigung eines Verlustabschlags für Verderb, Bruch, Schwund, Diebstahl usw. bei der rechnerischen
Ermittlung der nichtbegünstigten Umsätze auf Grund der Wareneingänge ist, sofern Erfahrungswerte oder andere Unterlagen über die Höhe der Verluste nicht
vorhanden sind, von der Führung zeitlich begrenzter Aufzeichnungen über die eingetretenen Verluste abhängig zu machen.
(3) Die vom Unternehmer im Rahmen eines zugelassenen Verfahrens angewandten Aufschlagsätze unterliegen der Nachprüfung durch das FA.
(4) In Fällen, in denen ein Unternehmen oder ein Betrieb erworben wird, sind bei der Anwendung eines Aufschlagsverfahrens die übertragenen
Warenbestände als Wareneingänge in die rechnerische Ermittlung der begünstigten und der nichtbegünstigten Umsätze einzubeziehen. Diese Berechnung ist für
den Voranmeldungszeitraum vorzunehmen, der nach der Übertragung der Warenbestände endet. Der Unternehmer hat die bei dem Erwerb des Unternehmens oder
Betriebs übernommenen Warenbestände aufzuzeichnen und dabei die Waren, deren Lieferungen nach § 12 Abs. 1 UStG dem allgemeinen Steuersatz unterliegen, von
denen zu trennen, auf deren Lieferungen nach § 12 Abs. 2 Nr. 1 UStG der ermäßigte Steuersatz anzuwenden ist. Die Gliederung nach den auf die Lieferungen
anzuwendenden Steuersätzen kann auch im Eröffnungsinventar vorgenommen werden.
(5) Dies gilt auch, wenn ein Unternehmen gegründet wird. In diesem Falle sind bei einer erleichterten Trennung der Bemessungsgrundlagen
nach den Wareneingängen die vor der Eröffnung angeschafften Waren (Warenanfangsbestand) in die rechnerische Ermittlung der begünstigten und der nicht
begünstigten Umsätze für den ersten Voranmeldungszeitraum einzubeziehen. In den Fällen, in denen ein Verfahren zur Trennung der Bemessungsgrundlagen
umgestellt wird, sind übertragene Warenbestände entsprechend zu behandeln.
(6) Wechselt der Unternehmer mit Zustimmung des Finanzamts das Aufschlagsverfahren oder innerhalb des genehmigten Aufschlagsverfahrens die aufzuzeichnende
Umsatzgruppe oder wird das Verfahren zur erleichterten Trennung der Entgelte auf der Grundlage des Wareneingangs ganz oder teilweise eingestellt, sind die
Warenendbestände von der Bemessungsgrundlage des letzten Voranmeldungszeitraums abzuziehen (Abschnitt 259 Abs. 8 UStR).
Unternehmer U ermittelt die Entgelte der Lebensmittelgeschäfte in A und B auf der Grundlage des Wareneingangs unter Anwendung des gewogenen
Durchschnittsaufschlags i.H.v. 25 % auf die Einkaufsentgelte zu 7 %. Ab 1.1.09 beabsichtigt U, für die Filiale in B einen gewogenen
Durchschnittsaufschlag auf die Einkaufsentgelte von 21 % anzuwenden. Die Filiale in B hat den Umsatz für den Voranmeldungszeitraum Dezember
08 wie folgt zu ermitteln:
Wareneinkauf Dezember 08 zu 7 %
Warenendbestand 31.12.08 zu 7 %
Durchschnittsaufschlagsatz 25 %
Nettoumsatz Dezember 08 zu 7 %
(7) Als Aufschlagsverfahren kommen in Betracht:
· Anwendung tatsächlicher oder üblicher Aufschläge (Nr. 2)
· Anwendung des gewogenen Durchschnittsaufschlags (Nr. 3)
(1) Die erworbenen Waren, deren Lieferungen dem ermäßigten Steuersatz unterliegen, sind im Wareneingangsbuch oder auf dem Wareneinkaufskonto getrennt von
den übrigen Waren aufzuzeichnen, deren Lieferungen nach dem allgemeinen Steuersatz zu versteuern sind. Auf der Grundlage der Wareneingänge sind entweder
die Umsätze der Waren, die dem allgemeinen Steuersatz unterliegen, oder die steuerermäßigten Umsätze rechnerisch zu ermitteln. Zu diesem Zweck ist im
Wareneingangsbuch oder auf dem Wareneinkaufskonto für diese Waren neben der Spalte „Einkaufsentgelt” eine zusätzliche Spalte mit der Bezeichnung
„Verkaufsentgelt” einzurichten. Die Waren der Gruppe, für die die zusätzliche Spalte „Verkaufsentgelt” geführt wird, sind grundsätzlich einzeln und mit
genauer handelsüblicher Bezeichnung im Wareneingangsbuch oder auf dem Wareneinkaufskonto einzutragen. Statt der handelsüblichen Bezeichnung können
Schlüsselzahlen oder Symbole verwendet werden, wenn ihre eindeutige Bestimmung aus der Eingangsrechnung oder aus anderen Unterlagen gewährleistet ist. Bei
der Aufzeichnung des Wareneingangs sind auf Grund der tatsächlichen oder üblichen Aufschlagsätze die tatsächlichen bzw. voraussichtlichen Verkaufsentgelte
für die betreffenden Waren zu errechnen und in die zusätzliche Spalte des Wareneingangsbuchs oder des Wareneinkaufskontos einzutragen. Nach Ablauf eines
Voranmeldungszeitraums sind die in der zusätzlichen Spalte aufgezeichneten tatsächlichen oder voraussichtlichen Verkaufsentgelte zusammenzurechnen. Die
Summe bildet den Umsatz an begünstigten bzw. nichtbegünstigten Waren und ist nach Hinzurechnung der Steuer unter Anwendung des in Betracht kommenden
Steuersatzes von der Summe der im Voranmeldungszeitraum vereinbarten oder vereinnahmten Entgelte zuzüglich Steuer (Bruttopreise) abzusetzen. Der
Differenzbetrag stellt die Summe der übrigen Entgelte zuzüglich der Steuer nach dem anderen Steuersatz dar.
Einkaufsentgelte
Verkaufsentgelte
8892v. 3.8.08
Ware Nr. Y 51 60,00
8998v. 5.8.08
Ware Nr. Y 12.120,00
28.464,90
2.634,90
+ 19 % Umsatzsteuer =
Summe der Verkaufspreise (Bruttoumsatz) zu 19 % =
Gesamtbetrag der vereinbarten (bzw. vereinnahmten) Entgelte zzgl. Umsatzsteuer
(Bruttoumsatz) August 08
Unentgeltliche Wertabgaben (ggf. pauschal)
errechnete Verkaufspreise zu 19 % (siehe oben)
Umsatzsteuer =
verbleiben Verkaufspreise zu 7 %
Umsatzsteuer (7 %)
Verkaufsentgelte (Nettoumsatz) zu 7 %
Verkaufsentgelte zu 19 % (siehe oben Spalte 6)
32.663,55
(2) Anstelle der Aufgliederung im Wareneingangsbuch oder auf dem Wareneinkaufskonto kann auch für eine der Warengruppen ein besonderes Buch geführt werden.
Darin sind die begünstigten oder nichtbegünstigten Waren unter ihrer handelsüblichen Bezeichnung mit Einkaufsentgelt und tatsächlichem oder
voraussichtlichem Verkaufsentgelt aufzuzeichnen. Statt der handelsüblichen Bezeichnung können Schlüsselzahlen oder Symbole verwendet werden. Die
Aufzeichnungen müssen Hinweise auf die Eingangsrechnungen oder auf die Eintragungen im Wareneingangsbuch oder auf dem Wareneinkaufskonto enthalten.
(3) Die Verkaufsentgelte, die beim Wareneingang besonders aufzuzeichnen sind, können bereits auf den Rechnungen nach Warenarten zusammengestellt werden.
Dabei genügt es, im Wareneingangsbuch, auf dem Wareneinkaufskonto oder in einem besonderen Buch die Sammelbezeichnungen für diese Waren anzugeben und die
jeweiligen Summen der errechneten Verkaufsentgelte einzutragen. Zur weiteren Vereinfachung des Verfahrens können die Einkaufsentgelte von Waren mit
gleichen Aufschlagsätzen in gesonderten Spalten zusammengefasst werden. Die aufgezeichneten Einkaufsentgelte für diese Warengruppen sind am Schluss des
Voranmeldungszeitraums zusammenzurechnen. Aus der Summe der Einkaufsentgelte für die einzelne Warengruppe sind durch Hinzurechnung der Aufschläge die
Verkaufsentgelte und damit rechnerisch die Umsätze an diesen Waren zu ermitteln.
Rechnungsend
Einkaufsentgelte zu 19 % mit einem tatsächlichen
oder üblichen Aufschlagsatz von:
(Warenunter gruppe A)
(Warenunter gruppe B)
(Warenunter gruppe C)
(Warenunter gruppe D)
189v.
211v.
226v.
+ 18 %:
+ 23 %:
+ 28 %:
+ 33 %:
4.805,67
30.098,67
(4) Das Verfahren kann in der Weise abgewandelt werden, dass der Unternehmer beim Wareneingang sowohl für die begünstigten als auch für die
nichtbegünstigten Waren die tatsächlichen bzw. voraussichtlichen Verkaufsentgelte gesondert aufzeichnet. Nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums werden die
gesondert aufgezeichneten Verkaufsentgelte für beide Warengruppen zusammengerechnet. Den Summen dieser Verkaufsentgelte wird die Steuer nach dem jeweils in
Betracht kommenden Steuersatz hinzugesetzt. Der Gesamtbetrag der im Voranmeldungszeitraum vereinbarten oder vereinnahmten Entgelte zuzüglich Steuer
(Bruttopreise) wird nach dem Verhältnis zwischen den rechnerisch ermittelten Verkaufspreisen beider Warengruppen aufgeteilt.
Rechnung-Nr. und Datum der Eingangs rechnung
Rechnungs endbetrag
Vorsteuer)
6715v. 2.8.08
Ware Nr. X 31 200,00
Ware Nr. Q 12 150,00
6802v. 3.8.08
Ware Nr. X 03 90,00
Ware Nr. X 05 80,00
6827v. 4.8.08
Ware Nr. Z 54 160,00
Ware Nr. R 61 130,00
Verhältnis der Verkaufspreise für beide Warengruppen:
16.860,00 : 13.490,00 = 55,6 % : 44,4 %
zuzüglich Umsatzsteuer (Bruttoumsatz) August 08
55,6 % von 32.130,00
17.864,28
Bruttoumsatz zu 7 %
ergibt Entgelte zu 7 %
16.695,59
44,4 % von 32.130,00
14.265,72
Bruttoumsatz zu 19 %
.Umsatzsteuer
ergibt Entgelte zu 19 %
Entgelte zu 7 %
Entgelte zu 19 %
Gesamtbetrag der Entgelte (einschl. unentgeltliche
28.683,59
3.446,41
Wertabgaben)
den übrigen Waren aufzuzeichnen, deren Lieferungen nach dem allgemeinen Steuersatz zu versteuern sind. Die Umsätze der Waren, die dem allgemeinen
Steuersatz unterliegen, oder die steuerermäßigten Umsätze sind auf der Grundlage der Einkaufsentgelte unter Berücksichtigung des gewogenen
Durchschnittsaufschlagsatzes für die betreffende Warengruppe rechnerisch zu ermitteln. Diese rechnerische Ermittlung ist grundsätzlich für die Umsatzgruppe
vorzunehmen, die den geringeren Anteil am gesamten Umsatz bildet. Zu der rechnerischen Umsatzermittlung sind am Schluss eines Voranmeldungszeitraums die
Einkaufsentgelte der betreffenden Warengruppe zusammenzurechnen. Dem Gesamtbetrag dieser Einkaufsentgelte ist der gewogene Durchschnittsaufschlag
hinzuzusetzen. Die Summe beider Beträge bildet den Umsatz der betreffenden Warengruppe und ist nach Hinzurechnung der Steuer unter Anwendung des in
Betracht kommenden Steuersatzes von der Summe der im Voranmeldungszeitraum vereinbarten oder vereinnahmten Entgelte zuzüglich Steuer (Bruttopreise)
abzusetzen. Der Differenzbetrag stellt die Summe der übrigen Entgelte zuzüglich der Steuer nach dem anderen Steuersatz dar.
651v. 2.8.08
Ware Nr. XY 2 180,00
698v. 4.8.08
Ware Nr. RS 5 60,00
715v. 7.8.08
Ware Nr. YZ 7 140,00
42.581,60
5.221,60
Der Unternehmer hat nach den tatsächlichen Verhältnissen des 1. Kalendervierteljahres 08 für die begünstigten Waren, deren Anteil am
Gesamtumsatz gegenüber den voll steuerpflichtigen Waren geringer ist, einen gewogenen Durchschnittsaufschlagsatz von 21,7 % festgestellt.
Summe der Einkaufsentgelte zu 7 % lt. Spalte 4
3.393,88
Errechnete Verkaufspreise zu 7 % (netto)
19.033,88
errechnete Verkaufspreise zu 7 % (brutto)
20.366,25
Gesamtbetrag der vereinbarten (bzw. vereinnahmten) Entgelte zuzüglich Umsatzsteuer
errechnete Verkaufspreise zu 7 % (brutto, s. o.)
verbleiben: Verkaufspreise zu 19 % (brutto)
25.583,75
Verkaufsentgelte (netto) zu 19 %
21.498,95
Verkaufsentgelte zu 7 % (siehe oben)
40.532,83
5.417,17
(2) Der gewogene Durchschnittsaufschlagsatz ist vom Unternehmer festzustellen. Dabei ist von den tatsächlichen Verhältnissen in mindestens drei für das
Unternehmen repräsentativen Monaten eines Kalenderjahrs auszugehen. Der Unternehmer ist – sofern sich die Struktur seines Unternehmens nicht ändert –
berechtigt, den von ihm ermittelten gewogenen Durchschnittsaufschlagsatz für die Dauer von 5 Jahren anzuwenden. Nach Ablauf dieser Frist oder im Falle
einer Änderung der Struktur des Unternehmens ist der Durchschnittsaufschlagsatz neu zu ermitteln. Als Strukturänderung ist auch eine wesentliche Änderung
des Warensortiments anzusehen.
(1) Von Filialunternehmen kann die Trennung der Bemessungsgrundlagen statt nach den vorbezeichneten Verfahren auch in der Weise
vorgenommen werden, dass die tatsächlichen Verkaufsentgelte der Waren, deren Lieferungen dem ermäßigten Steuersatz unterliegen oder nach dem allgemeinen
Steuersatz zu versteuern sind, im Zeitpunkt der Auslieferung an den einzelnen Zweigbetrieb gesondert aufgezeichnet werden. Eine getrennte Aufzeichnung der
Wareneingänge ist in diesem Falle entbehrlich. Nach Ablauf eines Voranmeldungszeitraums sind die Verkaufsentgelte für die in diesem Zeitraum an die
Zweigbetriebe ausgelieferten Waren einer der gesondert aufgezeichneten Warengruppen zusammenzurechnen. Die Summe dieser Verkaufsentgelte ist nach
Hinzurechnung der Steuer unter Anwendung des in Betracht kommenden Steuersatzes von der Summe der im Voranmeldungszeitraum vereinbarten oder vereinnahmten
Entgelte zuzüglich Steuer (Bruttopreise) abzusetzen. Aus dem verbleibenden Differenzbetrag ist die Steuer unter Zugrundelegung des anderen Steuersatzes zu
errechnen. Die Berechnung in Beispiel 2 gilt entsprechend.
(2) Unternehmer, für die eine erleichterte Trennung der Bemessungsgrundlagen zugelassen worden ist, sind berechtigt, nachträgliche Minderungen der Entgelte z.B. durch Skonti, Rabatte und sonstige Preisnachlässe nach dem Verhältnis zwischen den Umsätzen,
die verschiedenen Steuersätzen unterliegen, sowie den steuerfreien und nicht steuerbaren Umsätzen eines Voranmeldungszeitraums aufzuteilen. Einer
besonderen Genehmigung bedarf es hierzu nicht.
Für Fragen, die dieses Merkblatt nicht beantwortet, stehen die Finanzämter zur Verfügung. Auf die Möglichkeit, den Rat eines Angehörigen der
steuerberatenden Berufe in Anspruch zu nehmen, wird hingewiesen.
UStG § 22 Abs. 2;
UStDV § 63 Abs. 4;
UStR Abschn. 259
BStBl I, 2009, 681