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Timestamp: 2020-03-29 19:30:26
Document Index: 227804927

Matched Legal Cases: ['Art. 1', 'Art. 1', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 14', 'Art. 100', '§ 69', '§ 69', '§ 69', '§ 115', '§ 128', 'EuG']

Finanzgericht Hamburg, Beschluss v. 11.04.2014 - 4 V 154/13 - NWB Urteile
Dokument Finanzgericht Hamburg, Beschluss v. 11.04.2014 - 4 V 154/13
Finanzgericht Hamburg Beschluss v. 11.04.2014 - 4 V 154/13
Gesetze: RL 2008/118/EG Art. 1 Abs. 1 RL 2008/118/EG Art. 1 Abs. 2 RL 2003/96/EG Art. 2 Abs. 1 RL 2003/96/EG Art. 2 Abs. 3 RL 2003/96/EG Art. 14 Abs. 1 Buchst. a) GG Art. 100 Abs. 1FGO § 69 Abs. 2FGO § 69 Abs. 3FGO § 69 Abs. 6 Satz 2FGO § 115 Abs. 2FGO § 128 Abs. 3 Satz 2
1. Der 4. Senat des Finanzgerichts Hamburg hält das Kernbrennstoffsteuergesetz für verfassungswidrig. Die Kernbrennstoffsteuer besteuere nicht den Verbrauch von Kernbrennstoffen oder elektrischen Strom, sondern sei eine Steuer zur Abschöpfung der Gewinne der Kraftwerkbetreiber. Deshalb habe sich der Bund zu Unrecht auf seine Gesetzgebungskompetenz für Verbrauchsteuern berufen (im Anschluss an den Vorlagebeschluss des FG Hamburg an das BVerfG vom 29.1.2013, 4 K 270/11 ).
2. Die Unionsrechtmäßigkeit des Kernbrennstoffsteuergesetzes ist ernsthaft zweifelhaft. Das in der europäischen Energiesteuerrichtlinie verankerte Prinzip der "Output-Besteuerung" verbietet es, neben dem elektrischen Strom selbst auch noch die Energieerzeugnisse zu besteuern, die zu seiner Produktion eingesetzt werden. Es ist durchaus möglich, dass dieses Verbot auch die in der Richtlinie nicht ausdrücklich genannten Kernbrennstoffe erfasst (im Anschluss an das Vorabentscheidungsersuchen des FG Hamburg an den EuGH vom 19.11.2013, 4 K 122/13 ).
GAAAE-64577
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