Source: https://www.abmahnung-erhalten.info/2013/11/13/bgh-abgabe-einer-unterlassungserkl%C3%A4rung-ist-kein-anerkenntnis/
Timestamp: 2017-09-25 11:29:11
Document Index: 127797916

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 12', '§ 12', '§ 12', '§ 12']

BGH: Abgabe einer Unterlassungserklärung ist kein Anerkenntnis bzgl. der Abmahnkosten - Dirk Polishuk - Rechtsanwalt und Fachanwalt aus Kaiserslautern für gewerblichen Rechtsschutz - Infos zu Abmahnungen im Markenrecht, Wettbewerbsrecht und Urheberrecht
Der eindeutige Leitsatz des BGH im Urteil vom 24.09.2013 lautet:
Dies gilt auch dann, wenn der Abgemahnte die Unterlassungserklärung abgibt, ohne zu erklären, dass dies ohne Anerkennung einer Rechtspflicht geschieht.
Und in der Begründung des Urteils heißt es:
Sofern der Abgemahnte den Anspruch auf Zahlung der Abmahnkosten nicht förmlich anerkennt oder sonst ausdrücklich zu erkennen gibt, dass der Vorwurf des Abmahnenden zu Recht erfolgt ist, sondern lediglich eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgibt, kann darin nicht das Anerkenntnis des zugrundeliegenden gesetzlichen Unterlassungsanspruchs und der Pflicht zur Übernahme der Abmahnkosten gesehen werden (Ahrens/Scharen, Der Wettbewerbsprozess, 6. Aufl., Kap. 11 Rn. 39; Hess in Ullmann, juris-PK-UWG, 3. Aufl., § 12 Rn. 31; ders., WRP 2003, 353; Bornkamm in Köhler/Bornkamm, UWG, 31. Aufl., § 12 Rn. 1. 111; aA KG, WRP 1977, 793). Die Unterlassungserklärung hat die Funktion, mit Wirkung für die Zukunft die Wiederholungsgefahr zu beseitigen und so den Streit zwischen den Parteien beizulegen. Dabei ist es für die Wirksamkeit der Unterlassungserklärung unerheblich, ob der Abgemahnte der Ansicht ist, die Abmahnung sei berechtigt gewesen, oder ob er sich unterwirft, weil er zukünftig am angegriffenen Wettbewerbsverhalten kein Interesse mehr hat oder lediglich Kostenrisiken und Prozessaufwand vermeiden möchte. Dies gilt - entgegen der Ansicht der Revision - auch dann, wenn der Abgemahnte die Unterlassungserklärung abgibt, ohne zugleich zu erklären, dass dies ohne Anerkennung einer Rechtspflicht, aber gleichwohl rechtsverbindlich erfolgt. Da in der strafbewehrten Unterlassungserklärung selbst keine Anerkennung der Berechtigung der Abmahnung liegt, hat ein solcher Zusatz eine allein klarstellende Funktion (Hess in Ullmann aaO § 12 Rn. 31; ders., WRP 2003, 353; Bornkamm in Köhler/Bornkamm aaO § 12 Rn. 1. 111).
Das Urteil findet folglich auf die Fälle Anwendung, in denen der Abgemahnte nur Unterlassung erklärt hat. Wurde mit der Unterlassungserklärung zusätzlich die Begleichung der Kosten der Abmahnung versprochen bzw. anerkannt, so müssten diese auch nach dem vorgenannten Urteil gezahlt werden.
Daher ist stets dazu zu raten, ein etwaiges Kostenversprechen in einer vorformulierten Unterlassungserklärung zu streichen, wenn man sich gegen die Kostenlast der Abmahnung wehren möchte. Da es aber nicht schadet, ist es meiner Meinung nach ratsam, den Zusatz "ohne Anerkennung einer Rechtspflicht" weiterhin in die Erklärung aufzunehmen.