Source: http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~cd2/drw/t/t47770.htm
Timestamp: 2013-05-19 01:26:04
Document Index: 387238010

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 4', '§ 5', '§ 6', '§ 7', '§ 8', '§ 9', '§ 10', '§ 11', '§ 12', '§ 13', '§ 14', '§ 15', '§ 16']

Seite davorSeitenauswahlGliederungsübersichtFreibergStR. 42Diz ist von den beckeren ir innunge.§ 1 Die beckere haben eine innunge hi in der stat zu Vriberc, also daz kein man ane innunge sal veile backen. Unde welch man sich herin halden wil vonme lande oder von anderen stetin unde backen wil veile, der muz alrest di innunge unde sin werc gewinnen mit den beckeren unde muz geben ein pfunt; des sal daz dritte teil dem obirsten voite unde daz andere dritte teil den burgeren unde daz dritte teil den gewerken. Unde zwene meistere sullen si haben; di sullen di burger selbe kisen alle iar unde sullen si bestetigen mit eiden also, daz si rechten kouf schaffen unde ir gewerken rechte meistern an allen sachen, daz zu bakwerke gehort.
§ 2 Unde dri stunt sal man ir brot sniden in der wochen zu rechte. Daz sal tun der richter, unde der burger sullen zwene oder einer dabi sin, unde di meistere sullen ouch dabi sin, beide oder einer. Unde daz brot sal man denne nicht thurer geben, den alse man iz setzet mit deme snite. Unde welch becker iz daruber thurer verkoufit, iz si umme pfenninge oder uf pfant oder zu borge, der verbuzet achtehalben schillinc zu rechte. Der buze geburt drizik pfenninge dem voite [Hier beginnt S. 242 der Edition] unde drizik pfenninge den burgeren unde drizik pfenninge den meisteren.
§ 3 Ist, daz einer zu kleine beckit unde wo daz gerugit wirdit oder daz zu kleine brot gewiset oder besagit wirdit under den burgeren oder von den meisteren berugit wirdit, daz ist alliz achtehalp schillinc zu rechte.
§ 4 Unde backen sullen si eime iklichem manne, der [Etwa hier beginnt bei Schott p. 274] zu der stat gehort, husbacken brot dri scheffele, zwene oder einen zu rechte.§ 5 Unde zu keiner zit sullen si die stat ane brot lazen sten. Si sullen backen ein brot umme einen pfenninc unde einez umme einen halben unde nicht hohir, iz wurden denne also thure iar, daz si is nicht mochten zukumen; dannoch sullen si is nicht tun ane der burger willen.§ 6 Morgensprache mugen si wol haben. Si sullen aber nicht mit urteilen teidingen in der morgensprache zu rechte ane der burgere willen.§ 7 Si sullen ouch nicht backen zu rechte mit keime gesetze.§ 8 Unde alle sunnabende sal man brot hervuren zu rechte, wer da wil, unde an deme heiligen cristesabende ouch darzu. Unde wenne di stat oder daz lant eine not antrittit, also daz di burgere dunkit unde kisen, daz iz nutze si, so sal man dazu brot hervuren in der wochen, an welchem tage die burger heizen unde wollen, an eime tage oder an zwen oder wi si daz haben wollen; di gewalt stet an den burgeren, also daz iz der stat zu nutze unde zu gute kumen muge.
§ 9 Unde unse becker von der stat sullen zu rechte nicht sten mit den vremden beckeren, di brot hervuren [Hier beginnt S. 243 der Edition] veile, si tun iz denne mit der burger gunst. Unde wenne is di burger nicht me staten wollen, so sullen si iz lazen.§ 10 Ist, daz eines meistirs sun sin werc gewinnen wil, der gibit nicht den vumf schillinge zu rechte, unde sin tochter achtehalben schillinc; da haben di burger nicht an.§ 11 Ist, daz korn oder weize kumet zu dem marcte veile oder mel, daz ist vri zu koufene eime iklichem manne. Ist aber, daz iz di beckere koufen, unde kumit ein besezzen man dazu, der sin darf zu siner spise, unde bittet, daz man im des laze umme eine marc oder umme eine halbe oder umme einen virdunc, daz sullen di becker tun zu rechte ane widerrede.§ 12 Ist, daz di beckere oder kein man geht vor daz thor oder uf daz velt unde koufet getreigede da, ee iz in di stat her kumit uf den marct, der sal zu rechte ein pfunt geben an di stat, he si becker oder melcer oder wer he si. Unde nicheine underkoufer sullen hi sin zu dem getregide zu keiner zit. Daz getreide sal kumen hi zu dem marcte unde sal vri sin, daz ein iklich man selbe dazu gee unde koufe wol habe wol ane underkoufere.§ 13 Di becker sullen pfant nemen von eime iklichem manne vor ir brot ane widerrede, di zwir also gut sint, unde sullen di halden vircehn tage zu rechte. Unde welch becker kein pfant halden wil, daz sal man den meisteren sagen; di sullen dar senden oder gehn unde sullen im gebieten, daz he die pfant halde. Wil he is denne nicht tun, so sal in der voit pfenden vor achtehalben schillinc oder di meistere sullen [Etwa hier beginnt bei Schott p. 275] in rugen vor den burgeren, di lazen in denne pfenden vor achtehalben schillinc.§ 14 Unde waz pfant den beckeren gesatzet werden vor einen schillinc oder darunder, wenne di vircehn tage [Hier beginnt S. 244 der Edition] uzkumen unde si ir nicht lenger wollen halden, so sullen si si geben einem butele, der sal si tragen zu huse unde zu hove ienem manne, des sie sin, unde sal si da ufbieten. Loset he ir denne nicht, so sal si der becker senden uffe den marct; unde waz si me gelden, daz sal he widerkeren.§ 15 Waz aber si andere pfant haben, di me sten den einen schillinc, wenne di vircehn tage uzkumen unde ir nicht lenger halden wollen, so sullen si mite tun, daz recht ist.§ 16 Uber alle dise vorgesprochene sache unde uber alliz daz recht, daz di beckere gehaben mugen mit innunge oder ane innunge, so haben die burger iu di hoiste gewalt uber si, waz si setzen zu nutze unde zu rate der stat an allen dingen, daz si daz halden ane widerrede, oder si muzen zu rechte di kure liden, di di burger daruf setzen.