Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20ZR%20340/83
Timestamp: 2020-04-07 17:19:11
Document Index: 320555702

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', '§ 633', 'BGH', '§ 242', 'BGH', 'BGH', '§ 9', '§ 8', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 242', 'BGH', 'BGH', '§ 9', '§ 8', 'BGH', '§ 307', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 20.12.1984 - VII ZR 340/83 - dejure.org
https://dejure.org/1984,620
BGH, 20.12.1984 - VII ZR 340/83 (https://dejure.org/1984,620)
BGH, Entscheidung vom 20.12.1984 - VII ZR 340/83 (https://dejure.org/1984,620)
BGH, Entscheidung vom 20. Dezember 1984 - VII ZR 340/83 (https://dejure.org/1984,620)
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Wirksame Einbeziehung von Lieferbedingungen in einen Vertrag - Berufung auf einen Haftungsausschluss für entstandene Mangelfolgeschäden - Schutz der in dem vorgesehenen Raum untergebrachten wertvollen, hoch empfindlichen Datenverarbeitungsgeräte durch den Einbau einer ...
Unwirksamkeit des Haftungsausschlusses für entferntere Mangelfolgeschäden in AGB eines besonderes Vertrauen genießenden Fachunternehmers
AGBG § 9; BGB § 633
NJW-RR 1986, 271
ZIP 1985, 623
WM 1985, 522
BB 1985, 884
BauR 1985, 317
Die Einbeziehung Allgemeiner Geschäftsbedingungen in den konkreten Einzelvertrag beruht wesentlich auf der Erwartung des Verwenders, der Vertragspartner sei hiermit stillschweigend einverstanden (BGH, Urteil vom 20. Dezember 1984 - VII ZR 340/83 = WM 1985, 522 unter II 1).
Nach allgemeinen Grundsätzen ist es allerdings nicht ausgeschlossen, daß die Berufung des Verwenders von Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf eine an sich wirksame Klausel unter besonderen Umständen des Einzelfalls gegen Treu und Glauben (§ 242 BGB ) verstoßen kann (vgl. BGH-Urteile vom 12. Februar 1985 - X ZR 31/84 = BGHZ 93, 391, 399; vom 20. Dezember 1984 - VII ZR 34O/83 - WM 1985, 522 ;… Ulmer/Brandner/Hensen, AGBG , 5. Aufl., § 9 Rdn. 34 ff.; Bunte/Heinrichs, Aktuelle Rechtsfragen zur Freizeichnung nach dem AGB-Gesetz , RWS-Skript 157, 1985, S. 82 ff.; Hensen NJW 1987, 1986 zu V;… Palandt/Heinrichs, BGB , 47. Aufl., Vorbem. 4 c vor § 8 AGBG ;… H. Schmidt, Vertragsfolgen der Nichteinbeziehung und Unwirksamkeit von Allgemeinen Geschäftsbedingungen, 1986, S. 101 ff.; zu weitgehend Hensen NJW 1987, 361).
Seine Auffassung zur Zulässigkeit solcher Regeln steht im Widerspruch zur Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes, nach der sich ein Klauselverwender auch gegenüber einem Kaufmann in Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht von solchen Pflichten freizeichnen kann, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrages erst ermöglicht und auf deren Erfüllung der andere Teilvertraut und vertrauen darf (BGHZ 89, 363, 367 [BGH 19.01.1984 - VII ZR 220/82]; 93, 29, 48 [BGH 26.11.1984 - VIII ZR 214/83]; 103, 316, 324 [BGH 03.03.1988 - X ZR 54/86];… BGH, Urt. v. 23.04.1984 - VII ZR 274/82, NJW 1985, 3016;…Urt. v. 20.06.1984 - VIII ZR 137/83, WM 1985, 1053 = NJW 1985, 914;Urt. v. 20.12.1984 - VII ZR 340/83, WM 1985, 522;…Urt. v. 05.05.1992 - VI ZR 188/91, NJW 1992, 2016;…Urt. v. 11.11.1992 - VIII ZR 208/91 z.V.b.).
Nach allgemeinen Grundsätzen ist es allerdings nicht ausgeschlossen, dass die Berufung des Verwenders von Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf eine an sich wirksame Klausel unter besonderen Umständen des Einzelfalls gegen Treu und Glauben (§ 242 BGB) verstoßen kann (vgl. BGH-Urteile vom 12.2.1985 - X ZR 31/84 = BGHZ 93, 391, 399; vom 20.12.1984 - VII ZR 340/83 = WM 1985, 522;… Ulmer/Brandner/Hensen, AGBG, 5. Aufl., § 9 Rdn. 34 ff; Bunte/Heinrichs, Aktuelle Rechtsfragen zur Freizeichnung nach dem AGB-Gesetz, RWS-Skript 157, 1985, S. 82 ff; Hensen NJW 1987, 1986 zu V;… Palandt/Heinrichs, BGB, 47. Aufl., 82 ff; Hensen NJW 1987, 1986 zu V;… Palandt/Heinrichs, BGB, 47. Aufl., Vorbem. 4c vor § 8 AGBG;… H. Schmidt, Vertragsfolgen der Nichteinbeziehung und Unwirksamkeit von Allgemeinen Geschäftsbedingungen, 1986, S. 101 ff; zu weit gehend Hensen NJW 1987, 361).
Vorliegend war das Vertrauen der Klägerin gerade in die Fachkunde der Beklagten so groß, dass es auf eine Aushöhlung wesentlicher Vertragpflichten hinausliefe, wenn sich die Beklagte auf den Haftungsausschluss berufen könnte (BGH BauR 85, 317).
Die Vorschrift betrifft vor allem die Pflichten, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren Erfüllung der Vertragspartner daher auch vertraut und auch vertrauen darf (vgl. Heinrichs in Palandt § 307 BGB Rdnr.33; vgl. auch BGH NJW-RR 1986, 271; BGH NJW 1993, 335).
Das in dieser Regelung zum Ausdruck kommende Verbot der Aushöhlung wesentlicher Vertragspflichten und -rechte besagte, dass Allgemeine Geschäftsbedingungen dem Vertragspartner nicht solche Rechtspositionen nehmen oder einschränken dürfen, die ihm der Vertrag nach seinem Inhalt und Zweck zu gewähren hat (vgl. BGHZ 89, 363, 367; BGH BB 1984, 1449, 1450; 1985, 884).