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Timestamp: 2020-08-08 14:46:09
Document Index: 104119981

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 8', '§ 9', '§ 19', '§ 126', '§ 19', '§ 8', '§ 8', '§ 9']

BFH Urteil vom 18.10.2007 - VI R 57/06 (veröffentlicht am 12.12.2007) | Haufe Personal Office Platin | Personal | Haufe
BFH Urteil vom 18.10.2007 - VI R 57/06 (veröffentlicht am 12.12.2007)
Bei Überlassung eines Dienstwagens und Anwendung der 1%-Regelung sind vom Arbeitnehmer übernommene Treibstoffkosten nicht als Werbungskosten abziehbar
EStG 2001 § 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 2, § 8 Abs. 1-2, § 9 Abs. 1, § 19 Abs. 1 S. 1 Nr. 1
FG Münster (Urteil vom 16.08.2006; Aktenzeichen 10 K 3390/04 E; EFG 2006, 1662)
II. Die Revision ist begründet. Sie führt zur Aufhebung der Vorentscheidung, soweit die Klage abgewiesen wurde, und zur Zurückverweisung der Sache an das FG (§ 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung --FGO--).
1. Zu den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit nach § 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) gehören auch Vorteile aus der unentgeltlichen oder verbilligten Überlassung eines Dienstwagens durch den Arbeitgeber an den Arbeitnehmer für dessen Privatnutzung. Der Vorteil ist nach § 8 Abs. 2 Satz 2 ff. EStG entweder pauschal nach der sog. 1 %-Regelung oder individuell nach der sog. Fahrtenbuchmethode zu bewerten (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 7. November 2006 VI R 95/04, BFHE 215, 252, BStBl II 2007, 269, m.w.N.). Dabei kommt die zuletzt genannte Methode nur in Betracht, wenn die durch das Kraftfahrzeug insgesamt entstehenden Aufwendungen durch Belege und das Verhältnis der privaten Fahrten und der Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zu den übrigen Fahrten durch ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch nachgewiesen werden (näher zu den beiden Bewertungsmethoden Senatsurteil in BFHE 215, 252, BStBl II 2007, 269).
a) Wie sich aus der Formulierung in § 8 Abs. 2 Satz 4 EStG "die durch das Kraftfahrzeug insgesamt entstehenden Aufwendungen" (vgl. dazu BFH-Urteil vom 14. September 2005 VI R 37/03, BFHE 211, 215, BStBl II 2006, 72) ergibt, gehen in die Vorteilsermittlung auch solche Kraftfahrzeugkosten ein, die nicht der Arbeitgeber getragen hat. Folgerichtig sind die vom Arbeitnehmer selbst getragenen Kraftfahrzeugkosten grundsätzlich Aufwendungen zur Erwerbung des Nutzungsvorteils i.S. des § 9 Abs. 1 Satz 1 EStG.
Haufe-Index 1840412
BFH/NV 2008, 283
BFHE 2007, 206
DStR 2007, 2318
HFR 2008, 123