Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20248,%2028
Timestamp: 2019-04-25 00:58:43
Document Index: 247531452

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15']

Kurznachricht zu "Erstellung und Fortentwicklung der Ergänzungsbilanz - zugleich Anmerkungen zum Urteil des BFH vom 20.11.2014" von WP/StB/Dipl.-Kfm. Gerd Wichmann, original erschienen in: DStZ 2018, 584 - 592.
ZIP 2015, 14
Zugleich stehen dem Gesellschafter die Abschreibungswahlrechte zu, die auch ein Einzelunternehmer in Anspruch nehmen könnte, wenn er ein entsprechendes Wirtschaftsgut im Zeitpunkt des Anteilserwerbs angeschafft hätte (BFH-Urteil vom 20. November 2014 IV R 1/11, BFHE 248, 28, BStBl II 2017, 34).
Der Zeitraum der Nutzungsdauer beginnt bei Gebäuden, die der Steuerpflichtige - wie hier der Beigeladene, auf den für Zwecke der AfA-Bemessung i.R. der Ergänzungsrechnung abzustellen ist (vgl. BFH-Urteil in BFHE 248, 28, BStBl II 2017, 34) - nach dem 20. Juni 1948 angeschafft hat, mit dem Zeitpunkt der Anschaffung (§ 11c Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 EStDV).
aa) Der Senat braucht nicht zu entscheiden, ob die im Fall eines entgeltlichen Erwerbs eines Mitunternehmeranteils aufzustellende Ergänzungsbilanz lediglich den Teil der Anschaffungskosten für die Anteile an den einzelnen zum Gesellschaftsvermögen gehörenden Wirtschaftsgüter enthält, der über die in der Gesellschaftsbilanz ausgewiesenen und anteilig auf die Gesellschafter entfallenden Anschaffungs- und Herstellungskosten der Gesellschaft hinausgeht (BFH-Urteil in BFHE 248, 28, BStBl II 2017, 34; s. auch Wendt, Finanz-Rundschau 2015, 555), und damit zur Bestimmung der sich aus der Ergänzungsbilanz eines Mitunternehmers ergebenden AfA ausschließlich die in der Ergänzungsbilanz erfassten Mehrwerte maßgeblich sind, während hinsichtlich der bei der Gesamthand ausgewiesenen Buchwerte die AfA der Personengesellschaft weitergeführt werden (…so Reiß in Kirchhof, Einkommensteuergesetz, 17. Aufl., § 15 Rz 251; Desens/Blischke in Kirchhof/Söhn/Mellinghoff, EStG, § 15 Rz F 239; Carlé in Korn, EStG, § 15 Rz 197; Richter/Markl, in Lademann, EStG, § 15 Rz 828), oder, ob die gesamten Anschaffungskosten auf die Aktiva der Gesellschaft zu verteilen, davon ausgehend die Absetzungsbeträge zu berechnen und im Anschluss von dieser Summe die sich im Rahmen der Einkünfteermittlung der Gesamthand ergebenden AfA-Beträge abzuziehen sind, soweit sie auf den eingetretenen Mitunternehmer entfallen (so Schreiben des Bundesministeriums für Finanzen vom 19. Dezember 2016, BStBl I 2017, 34 "Beispiel 1";… ebenso Wacker in Schmidt, EStG, 37. Aufl., § 15 Rz 465; Tiede in Herrmann/Heuer/Raupach, EStG/KStG, § 15 EStG Rz 500 "planmäßige Abschreibungen"; Freikamp, Der Betrieb 2015, 1063; Bolk, Deutsche Steuer Zeitung 2015, 472, 474).
Dass dabei formal eine unrichtige Bezeichnung als "Ergänzungsbilanz" (zur anderweitigen Funktion einer solchen Bilanz z.B. BFH-Urteil vom 20. November 2014 IV R 1/11, BFHE 248, 28, BStBl II 2017, 34, Rz 17, m.w.N.) verwendet wird, stellt die subjektive Bestimmung nicht in Frage.