Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerfGE%2081,%20242
Timestamp: 2019-03-20 16:21:56
Document Index: 308274988

Matched Legal Cases: ['Art. 12', '§ 90', '§ 90', 'Art. 12', '§ 90', 'Art. 12', 'Art. 12', '§ 90', '§ 138', 'BGH', 'Art. 2']

BVerfG, 07.02.1990 - 1 BvR 26/84 - dejure.org
Art. 12 GG, Pflicht des Gesetzgebers zu Vorkehrungen gegen vertragliche Vereinbarungen im Privatrechtsverkehr, die die Berufsfreiheit unverhältnismäßig einschränken, Verfassungswidrigkeit des § 90a Abs. 2 Satz 2 HGB aF
Ausgleich - Vertragsfreiheit - Berufsfreiheit
Beschränkung der Vertragsfreiheit bei faktischem Ungleichgewicht - Unvereinbarkeit des Karenzentschädigungsausschlusses nach § 90a Abs. 2 a.F. HGB mit Art. 12 Abs. 1 GG
Verfassungswidrigkeit des generellen Ausschlusses einer Karenzentschädigung nach § 90a Abs. 2 Satz 2 HGB a. F. bei Kündigung des Handelsvertreterverhältnisses aus wichtigem Grund
Zur Vereinbarkeit eines entschädigungslosen Wettbewerbsverbots für einen Handelsvertreter mit Art. 12 I GG
GG Art. 12 Abs. 1; HGB § 90a Abs. 2 S. 2
Wettbewerbsverbot: Handelsvertreter - Aufgaben des Gesetzgebers zum Ausgleich von Ungleichgewichtslagen im Widerstreit zwischen Berufsfreiheit und Vertragsfreiheit; ergänzender Grundrechtsschutz über die zivilrechtlichen Generalklauseln [§§ 138, 315, 242 BGB]
LG Passau, 18.06.1980 - HKO 24/80
OLG München, 07.05.1981 - 6 U 3258/80
BGH, 23.07.1981 - I ZR 127/81
BVerfGE 81, 242
NJW 1990, 1746
NJW-RR 1990, 736 (Ls.)
MDR 1990, 600
VersR 1990, 627
WM 1990, 559
DVBl 1990, 474
DB 1990, 574
Gesetzliche Vorschriften, die sozialem und wirtschaftlichem Ungleichgewicht entgegenwirken, verwirklichen die objektiven Grundentscheidungen der Grundrechte und damit zugleich das grundgesetzliche Sozialstaatsprinzip (BVerfGE 81, 242, 255).
Unter Berufung auf das Bundesverfassungsgericht (BVerfGE 81, 242 ) vertritt er die Auffassung, bei gestörter Vertragsparität sei der Richter zu einer Inhaltskontrolle von Bürgschaftsverträgen mit Hilfe der Generalklauseln des Bürgerlichen Gesetzbuchs verpflichtet.
Hat einer der Vertragsteile ein so starkes Übergewicht, daß er den Vertragsinhalt faktisch einseitig bestimmen kann, bewirkt dies für den anderen Vertragsteil Fremdbestimmung (vgl. BVerfGE 81, 242 [255]).
Nutzt der Arbeitgeber seine wirtschaftliche Überlegenheit gegenüber dem Arbeitnehmer aus, um ein für diesen ungünstiges Verhandlungsergebnis durchzusetzen, besteht der Schutzauftrag der Gerichte, der Vertragsparität mit den Mitteln des Zivilrechts Geltung zu verschaffen (BVerfG 19. Oktober 1993 - 1 BvR 567/89 -, - 1 BvR 1044/89 - BVerfGE 89, 214, 232; 7. Februar 1990 - 1 BvR 26/84 - BVerfGE 81, 242 ff.; Senat 25. Mai 2005 - 5 AZR 572/04 - BAGE 115, 19, 31 f.).
Privatautonomie setzt voraus, dass die Bedingungen der Selbstbestimmung des Einzelnen auch tatsächlich gegeben sind (vgl. BVerfGE 81, 242 ).
b) Die durch Art. 2 Abs. 1 GG gewährleistete Privatautonomie setzt voraus, dass die Bedingungen der Selbstbestimmung des Einzelnen auch tatsächlich gegeben sind (vgl. BVerfGE 81, 242 [254 f.]).
Der zum Ausdruck gebrachte übereinstimmende Wille der Vertragsparteien lässt deshalb in der Regel auf einen durch den Vertrag hergestellten sachgerechten Interessenausgleich schließen, den der Staat grundsätzlich zu respektieren hat (vgl. BVerfGE 81, 242 [254]).
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