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Timestamp: 2020-06-02 01:04:28
Document Index: 50980050

Matched Legal Cases: ['§ 37', '§ 7', '§ 37', '§ 45', '§ 37', '§ 37']

Beratungsgespräch Pflege - Beratungseinsatz für Pflegegeldempfänger
Die wichtigsten Infos zum Beratungsgespräch Pflege bzw. Beratungseinsatz nach § 37 Abs 3 SBG XI
Es gibt Pflegebedürftige, die nicht durch einen Pflegedienst gepflegt werden und deshalb nur Pflegegeld beziehen. In dieser Situation besteht die gesetzliche Pflicht, dass regelmäßig ein Beratungsgespräch Pflege stattfindet. Es ist auch unter dem Begriff Beratungseinsatz bekannt. Wenn diese regelmäßigen Beratungsgespräche zur Pflegesituation nicht stattfinden, hat die Pflegekasse ein Recht das Pflegegeld zu streichen oder zu kürzen.
Plegeberatung allgemein
Was ist ein Beratungseinsatz in der Pflege
Ablauf und Dokumentation des Beratungsgespräches in der häuslichen Pflege
Rückschlüsse der Pflegekasse nach dem Beratungsgespräch
Grundsätzlich dient die Pflegebratung dazu, die Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen umfangreich über die Möglichkeiten der Pflege zu informieren.
Die wenigsten Menschen beschäftigen sich proaktiv mit einer Pflegesituation und der Pflege von Angehörigen. Es ist eher ein unangenehmes Thema und tritt nicht selten plötzlich auf. Die Organisation der Pflege und Vereinbarkeit mit dem Beruf und der Familie ist oft nicht leicht. Dagegen ist das Pflegegesetz sehr umfangreich. Welche Ansprüche bestehen? Welche Leistungen kann man nutzen? Die Übersicht zu behalten ist schwierig.
Im Rahmen der Plegeberatung kann man wiefolgt unterscheiden:
Kostenlose Pflegebratung zur Fragen der häuslichen pflege nach § 7 a SBG XI
Beratungseinsatz für Empfänger*innen von Pfegegeld nach § 37 Abs. 3 SBG XI
Kostenlose Schulungen für pflegende Angehörige nach § 45 SBG XI
Eine regelmäßige Beratung bei Pflegebedürftigkeit ist vorgeschrieben. Warum eigentlich?
Die Pflege wird teilweise unterschätzt. Im konkreten Pflegealltag ist es notwendig, die richtigen Pflegetechniken und Umgangsweisen zu kennen. Außerdem sind oft nicht alle Möglichkeiten der Entlastung bekannt, z.B. die Nutzung von Verhinderungspflege, Kombinationspflege oder den Anspruch auf kostenfreie Pflegehilfsmittel zum Verbrauch.
Das Beratungsgespräch zur Pflege bzw. der Beratungseinsatz ist zwar verpflichtend, aber es sollte trotzdem als sinnvolle Hilfe bei der Pflege zu Hause gesehen werden. Mit dem Beratungseinsatz soll sichergestellt werden, dass pflegende Angehörige die richtigen Informationen erhalten, Ihnen Hilfe gezeigt werden und ein Ansprechpartner zu Pflegethemen vorhanden ist.
Anspruch und Verpflichtung zum Beratungseinsatz
Gemäß § 37 Abs. 3 SBG XI ist das Beratungsgespräche für Pflegebedürftige verplfichtend, wenn sie einen anerkannten Pflegegrad 2 bis 5 haben und wenn sie ausschließlich Pflegegeld erhalten.
Pflegebedürftige, die Pflegesachleistungen oder Kombinationspflege nutzen, sind nicht zum Beratungseinsatz verpflichtet.
Beratungsgespräch bei Pflegegrad 1
Personen mit einem Pflegegrad 1 können jedes Jahr einmal pro Halbjahr ein Beratungsgespräch in Anspruch nehmen. Der Unterschied zum Pflegegrad 2 bis 5 ist, dass hier der Beratungseinsatz nicht verpflichtend, sondern freiwillig ist. Man muss sich mit dem Pflegegrad 1 also nicht zwingend beraten lassen.
Wie oft und wo findet der Beratungseinsatz statt
Wie oft die Beratungssätze stattfinden müssen, ist genau geregelt:
Pflegegrad 1 = nicht verpflichtend, nur freiwillig 1x im Halbjahr
Pflegegrad 2 = 1x im Halbjahr
Pflegegrad 3 = 1x im Halbjahr
Pflegegrad 4 = 1x im Quartal
Pflegegrad 5 = 1x im Quartal
Das Beratungsgespräch zur Pflege findet direkt im häuslichen Umfeld der pflegebedürftigen Person statt. Der Pflegeberater oder die Pflegeberaterin kann sich im eigenen zu Hause am besten einen Überblick über die Pflegesituation verschaffen. Hier kann sinnvoll und zielgerichtet beraten werden. Es wird zum Beispiel erkannt, ob die richtigen Pflegehilfsmittel vorhanden sind und richtig eingesetzt werden.
Welche Leistungen beinhalten die Beratungseinsätze
Grundsätzlich sollen die Beratungseinsätze auf die individuelle Pflegesituation abgestimmt sein. Folgende Bereiche können abgehandelt werden:
Pflegesituation allgemein: Findet eine ausreichende und vernünftige Pflege statt? Wie ist der allgemeine Zustand der pflegebedürftigen Person? Ist eine weitere Betreuung notwendig?
Besprechung von Pflegeproblemen im Alltag
Informationen über Unterstützungsangebote und Beratungen von Pflegestützpunkten
Erklärung welche Pflegehilfsmittel und allgemein Hilfsmittel sinnvoll sind
Möglichkeiten von Schulungen und gratis Pflegekursen
Prüfung, ob der aktuelle Pflegegrad richtig ist, oder eine Höherstufung nötig ist
Informationen zu Entlastungsmöglichkeiten, wie z.B. Tages- und Nachtpflege oder Verhinderungspflege
Wer führt das Beratungsgespräch Pflege durch
Das Beratungsgespräche bzw. der Beratungseinsatz wird von einer anerkannten Beratungsstelle, einem ambulanten Pflegedienst oder durch eine anerkannte Pflegefachkraft durchgeführt.
Sinnvoll ist es, dass die regelmäßigen Beratungsgespräche zur Pflegesituation immer durch den gleichen Dienstleister oder durch die gleiche Person durchgeführt sind. So ist die Pflegesituation bereits bekannt. Außerdem kann im Laufe der Zeit noch besser und individuelle auf die Bedürfnisse eingegangen werden. Zudem lassen sich dadurch bessere Vergleiche zu den vorherigen Beratungseinsätzen ziehen. Man ist jedoch nicht gebunden und kann bei jedem Beratungsgespräch einen neuen Einsatz vereinbaren.
Was kostet das Beratungsgespräch
Der Beratungseinsatz nach § 37 Abs. 3 SBG XI ist für Pflegebedürftige und deren pflegende Angehörige kostenlos. Die Kosten für das Beratungsgespräch zur Pflegesituation werden bei gesetzlich Versicherten von der Pflegekasse übernommen. Die Private Krankenkasse übernimmt die Kosten bei privat Versicherten und die jeweils zuständige Beihilfestelle übernimmt es bei Beihilfeberechtigten. Das Geld wird durch den Pflegedienst oder der Pflegefachkraft direkt abgerechnet. Man muss also nicht in Vorleistung gehen und es wird keine Rechnung gestellt.
Der grobe Ablauf und die Dokumentation des Beratungseinsatzes sollte relativ gleich sein. Die Dokumentation ist auch für die Begutachtungen durch den MDK wichtig. Folgende Bereiche sollten das Beratungsgespräch beinhaltet und dokumentiert werden:
Datum und Thema der Beratung
Empfehlungen und konkrete Maßnahmen
Wurde ein Informationsblatt ausgehändigt
Welche Änderungen sind erwünscht und wurden besprochen
Unterschrift der beratenden Person
Rückschlüsse der Pflegekasse
Nach dem Beratungsgespräch Pflege wird die Dokumentation an die zuständige Pflegekasse geschickt und dort ausgewertet. Wenn es keine Auffälligkeiten gibt, bleibt vermutlich alles wie es ist. Sollte jedoch der Verdacht aufkommen, dass die Pflegesituation nicht ordnungsmäß ist, kann die Pflegekasse Maßnahmen einleiten. Dazu gehören beispielsweise:
Falls die beratende Person der Meinung ist, dass ein höhrer Pflegegrad nötig ist, dann kann eine erneute Begutachtung durch den MDK erfolgen. Nun wird eine Höherstufung geprüft.
Falls die Pflege nicht ordnungsgemäß stattfindet, kann die Pflegekasse anweisen, dass ein ambulanter Pflegedienst zur Unterstützung beauftragt wird.
Bei einem besonderer Bedarf, kann auch über ein Amtsgericht ein*e Betreuer*in bestellt werden.
Falls der Verdacht auf Gewalt oder Verwahrlosung besteht, wird gar eine Aufsichtsbehörder informiert.