Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Grundbuch-Hypothek-in-Goldmark--f263260.html
Timestamp: 2019-10-15 22:16:05
Document Index: 354594930

Matched Legal Cases: ['§ 248', '§ 248', '§ 1115', '§ 195', '§ 1115', '§ 902', '§ 14', '§15', '§ 13', '§ 15']

Grundbuch Hypothek in Goldmark - frag-einen-anwalt.de
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27.06.2014 12:01 |
ich habe 6 ETW an verschiedene Käufer verkauft, allerdings über den gleichen Notar. Der Besitz befindet sich in West-Berlin.
Nun sind im Grundbuch 2 Hypotheken eingetragen,
- eine restliche auf 5000 GM aufgewertete Restkaufhypothek aus dem Jahre 1919 abgtetreten an Frau xxx mit den Zinsen seit dem 1.07.1941 mit 4,75% Zinsen
- eine 5000GM brieflose Hypothek abgetreten mit Zinsen seit dem 1.04.1939 an Frau xxx mit 8% Zinsen ab dem 01.01.1932. Den Grundbuchauszug kann ich gern mailen.
Ob die Hypotheken getilgt wurden ist mir nicht bekannt. Die Gläubigerin bzw. deren Erben sind gemäß Auskünften diverser EMA nicht zu ermitteln.
Wer kann mir VERBINDLICH sagen wieviele € diese Hypotheken noch wert sind da mir der Käufer einen Betrag von 180T€ als sicherheit auf dem Notaranderkonto vorenthält.
Ich habe diverse Informationen erhalten die von ca. 3500€ bis zu 180T€ gehen.
Meiner Meinung nach ist die Hypothek von 1919 nach der Währungsreform von 1923 nur noch 1/4 wert und nach der Währungsreform von 1948 nochmals 1/10 wert also insgesamt
ca. 5000GM:4:10:1,95583= 63,91€
Die Hypothek von 1932 müßte nach der Währungsreform von 1948 demnach
5000GM:10:1,95583=255,64€ wert sein.
Eine weitere Frage ergibt sich aus der Verzinsung, auch hier habe ich mehrere Informationen. Die eine lautet mit Zinseszinz also unsummen. Eine weitere lautet ohne Zinseszins (§ 248 Abs. 1 BGB statuiertes Zinsverbot kann nur unter der Vorraussetzung des § 248 Abs. 2 eine Ausnahme gemacht werden, unabhängig davon wäre es gem § 1115 BGB erforderlich gewesen einen etwaigen Zinseszins im Grundbuch als Nebenforderung einzutragen).Eine weitere Information lautet, dass Zinsen nach 3 Jahren verjähren und nur Zinsen für die letzten 3 Jahre zu zahlen wärren also fast gar nichts.
Vielen Dank für Ihre VERBINDLICHE Antwort.
Käufer Käufer Wert
Grundsätzlich haben Sie einen Anspruch auf Löschung der Hypotheken, wenn die ihnen zugrunde liegende Verbindlichkeiten getilgt sein sollten.
Für den Fall, dass die Hypotheken noch Bestand haben sollten, gilt für die Frage der Verjährung der Zinsen die regelmäßige Verjährungsfrist nach § 195 BGB (drei Jahre).
Nach § 1115 BGB gilt für Hypothekenzinsen die sich aus § 902 BGB ergebende Unverjährbarkeit nicht, so dass von einer Verjährung auszugehen ist, da hier die regelmäßige Verjährung von drei Jahren greift.
Hypotheken wurden nach der Währungsreform von 1948 im Verhältnis 10 zu 1 umgestellt.
Ihre Ausführungen zur Umstellung nach der Währungsreform von 1923 sind nicht zu beanstanden.
Nach meiner Auffassung kommt hier aber eine Löschung der Hypotheken nach den §§ 14, 15 Grundbuchmaßnahmengesetz in Betracht:
(1) Der Antrag, den Übergang einer eingetragenen Umstellungsgrundschuld auf den Eigentümer in das
Grundbuch einzutragen, kann nur bis zum Ende des Jahres 1964 gestellt werden. Das gleiche gilt für den Antrag eine nicht eingetragene Umstellungsgrundschuld, die auf den Eigentümer übergegangen ist, für den Eigentümer in das Grundbuch einzutragen.
Ist der Übergang einer eingetragenen Umstellungsgrundschuld auf den Eigentümer im Grundbuch nicht eingetragen und ist die Eintragung bis zum Ende des Jahres 1964 nicht beantragt worden oder eine
Verfügung, durch die der Eintragungsantrag zurückgewiesen ist, rechtskräftig geworden, so erlischt die Umstellungsgrundschuld, soweit sie nicht vorher erloschen ist. Die Umstellungsgrundschuld kann von Amts wegen im Grundbuch gelöscht werden. Die Löschung der Umstellungsgrundschuld ist kostenfrei.
Die Frage der Löschung müsste aber noch abschließend geprüft werden.
Nachfrage vom Fragesteller	27.06.2014 | 13:14
aber die Frage wieviel diese Hypotheken maximal noch wert sind haben Sie mir nicht beantwortet. Es geht mir hauptsächlich um die einbehaltenen 180T€ die ja wohl wesentlich zu hoch sind!!
Nach §15, wenn die Umstellungsgrundschuld bis 1964 nicht eingetragen ist erlischt die Umstelungsgrundschuld, gilt das hier auch
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.06.2014 | 22:37
Nach § 13 Absatz 3 UmstG sind Reichsmarkverbindlichkeiten und Reichsmarkforderungen im Sinne dieses Gesetzes alle Verbindlichkeiten und Forderungen aus vor dem 21. Juni 1948 begründeten Schuldverhältnissen, die auf Reichsmark, Rentenmark oder Goldmark lauten oder nach den vor dem Inkrafttreten des Währungsgesetzes in Geltung gewesenen Vorschriften in Reichsmark zu erfüllen gewesen wären.
Die Umstellung von Goldmark auf DM erfolgt insoweit auch im Verhältnis 10 zu 1.
5000 Goldmark wurden umgestellt auf DM 500.
Ja. Nach meiner Auffassung kommt hier eine Löschung nach § 15 UmstG in Betracht. Hier müssten aber die Einzelheiten durch eine Recherche geprüft werden.