Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=FGPrax%202000,%20239
Timestamp: 2019-10-21 06:26:35
Document Index: 343405817

Matched Legal Cases: ['§ 1987', '§ 1908', '§ 69', '§ 1987', '§ 1908', '§ 69', '§ 1908', '§ 1897', '§ 1897', '§ 1897', '§ 1897']

OLG Jena, 18.09.2000 - 6 W 489/00 - dejure.org
https://dejure.org/2000,2673
OLG Jena, 18.09.2000 - 6 W 489/00 (https://dejure.org/2000,2673)
OLG Jena, Entscheidung vom 18.09.2000 - 6 W 489/00 (https://dejure.org/2000,2673)
OLG Jena, Entscheidung vom 18. September 2000 - 6 W 489/00 (https://dejure.org/2000,2673)
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BGB § 1987 Abs. 6; BGB § 1908 Abs. 1; FGG § 69b Abs. 5
Ehrenamtliche Betreuung; Berufsmäßige Betreuung; Vorrang des Berufsbetreuers; Betreuung
BGB § 1987 Abs. 6, § 1908 Abs. 1; FGG § 69b Abs. 5
Nachrang der Berufsbetreuung
LG Mühlhausen, 05.07.2000 - 1 T 102/00
NJW-RR 2001, 796
FGPrax 2000, 239
FamRZ 2001, 714
§ 1908b Abs. 1 Satz 2 BGB räumt der ehrenamtlichen Betreuung bewusst der Vorrang vor der beruflich geführten Betreuung ein, um die Bestellung überqualifizierter Betreuer zu vermeiden und die Staatskasse bei Mittellosigkeit des Betreuten zu schonen (vgl. Senatsbeschluss vom 18.09.2000, 6 W 489/00, FGPrax 2000, 239).
Damit ist der ehrenamtlichen Betreuung bewusst der Vorrang vor der beruflich geführten Betreuung gegeben worden, um die Bestellung überqualifizierter Betreuer zu vermeiden und die Staatskasse bei Mittellosigkeit des Betreuten zu schonen (vgl. Senatsbeschluss vom 18.09.2000, 6 W 489/00, FGPrax 2000, 239).
Das OLG Jena (vgl. NJW-RR 2001, 796) hat eine Abweichung in Fällen für zulässig gehalten, in denen eine enge persönliche Bindung des Betroffenen an den Berufsbetreuer vorliegt.
Der Vorschlag des Betroffenen, einen bestimmten Berufsbetreuer zu bestellen, enthebt das Vormundschaftsgericht nicht der Prüfung, ob ein geeigneter ehrenamtlicher Betreuer zur Verfügung steht (Anschluss an OLG Jena, Beschluss vom 18. September 2000 - 6 W 489/00; NJW-RR 2001, 769 = FamRZ 2001, 714 = FGPrax 2000, 239).
Deshalb ist das Gericht an den Vorschlag des Betroffenen, einen Berufsbetreuer zu bestellen, regelmäßig nicht gebunden, weil die ehrenamtliche Betreuung Vorrang vor derjenigen durch einen Berufsbetreuer hat, § 1897 Abs. 6 BGB (OLG Jena, NJW-RR 2001, 796;… Knittel, Betreuungsgesetz, Loseblatt Stand März 2006, § 1897 BGB, Rdn. 23a;… Palandt/Diederichsen, BGB, 65. Aufl., § 1897, Rdn. 23;… a.A.: Schwab, in: Münchener Kommentar, BGB, 4. Aufl., § 1897, Rdn. 22).
OLG Jena, 22.02.2002 - 6 W 117/02
Arztzeugnis vor Unterbringung; Kammeranhörung
Diese Entscheidung hat das Landgericht entweder in der Übertragungsentscheidung oder in dem Hauptsachebeschluss zu begründen (vgl. Senat, FGPrax 2000, 239 m.w.N.).
Diese Entscheidung hat das Landgericht entweder in der Übertragungsentscheidung oder in dem Hauptsachebeschluss zu begründen, um dem Rechtsbeschwerdegericht die Überprüfung zu ermöglichen, ob sich das Beschwerdegericht des Ausnahmecharakters der Übertragung der Anhörung auf den beauftragten Richter bewusst war und ob es seine Ermessensentscheidung - bezogen auf die Umstände des konkreten Einzelfalls - ohne Rechtsfehler getroffen hat (vgl. Senat, FGPrax 2000, 239 m.w.N.).
Es kann offen bleiben, ob besondere Gründe ausnahmsweise eine Abweichung von diesem Grundsatz rechtfertigen, z. B. bei einer engen persönlichen Bindung des Betroffenen an den von ihm vorgeschlagenen Berufsbetreuer (vgl. OLG Jena, FGPrax 2000, 239).
Überträgt das Landgericht die Anhörung einem beauftragten Richter, muss dies entweder in der Übertragungsentscheidung oder in der Entscheidung zur Hauptsache begründet werden (vgl. OLG Düsseldorf FamRZ 1995, 118/119; Thüringer OLG FamRZ 2001, 714/715).