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Timestamp: 2019-03-20 21:54:16
Document Index: 298253520

Matched Legal Cases: ['Art. 699', 'Art. 621', 'Art. 675', 'Art. 697', 'Art 8', 'Art. 95']

GoingPublic-Schweiz-2017-d
Vertrauensbeweis IPO
Schweiz 4.0
Wie sich der Schweizer Finanzmarkt Heraus forderungen stellt und neue Chancen nutzt
„Durch Stage werden wir viel besser wahrgenommen“
Interview mit Patric Schoch, CFO, Cicor Technologies Ltd.
The Winner takes it all: Durch Äquivalenzregelungen zum EU-Pass
Warum die EU-Regulierung eine Opportunität für den Finanzplatz Schweiz ist
Wie fit sind Ihre Investor Relations für den digitalen Wandel?
Cédric Baumgartner, IR club Schweiz
„Mit Digitalisierung Compliance auf ein neues Niveau heben“
Interview mir Peter Hiller, Tensid EQS, und Marcus Sultzer, EQS Group
Investor-Relations-Webseiten auf dem Prüfstand
Dr. Petra Nix, Susanne Erdt, PETRANIX Corporate and Financial Communications
Wie kommunizieren börsennotierte Unternehmen mit ihren Aktionären im Web?
„LEI fördert die Marktintegrität“
Interview mit Stephan Wolf, CEO, GLEIF
„Sich gegen die Zukunft zu wehren, ist niemals eine gute Strategie“
Interview mit Walter Oberhänsli, CEO Zur Rose-Gruppe
Warum Dividendenjäger die Schweiz mögen
Gewinn- und Dividendenwachstum intakt
„Bei Unsicherheiten in der Welt gilt die Schweiz als ‚safe haven‘“
Interview mit Hanspeter Gehrer und Marc Klingelfuss, Vontobel
Aktionärsaktivismus in der Schweiz
Dr. Rudolf Tschäni, Hans-Jakob Diem, Lenz & Staehelin
Einfluss von Aktivisten wird stärker
Die Schweiz als globales FinTech-Zentrum
Für etablierte Banken bieten sich sogar enorme Chancen statt Risiken
„Wir wollen die FinTech- Innovation in der Schweiz befeuern“
Interview mit Thomas Landis, F10
Digitale Börsengänge ergänzen die Palette an verschiedenen Finanzierungsformen
Auf den Weltmärkten aktiv, in der Heimat an der Börse
Emittentenbefragung unter Schweizer Unternehmen
Unternemensindex / Impressum
2017 Pﬂ ichtblatt an allen deutschen Wertpapierbörsen Oktober 2017 – 12,50 EUR (D) – www.goingpublic.de Das Kapitalmarktmagazin GoingPublic Magazin Special Kapitalmarkt Schweiz (5. Jg, 2017) Alte & Neue Welt Regulierungskorsett oder Chance? Dividenden-Eldorado Innovation und Moderne EU-Regularien als Opportunität für Value-Investoren auf miteinander vereinen den Finanzplatz Schweiz Aktienjagd in der Schweiz
Zeigen Sie Ihre Stärke Erhöhen Sie Ihre Präsenz im Markt. Mit unserem Stage- Partner
Grußwort Bernhard Schweizer ist Leiter des Bachelor- Studiengangs Business Communications und Hauptdozent an der Hochschule für Wirtschaft Zürich HWZ sowie Partner von Sensus Communication Consultants, Zürich. Vertrauensbeweis IPO Liebe Leserinnen und Leser, fünf erfolgreiche Börsengänge in der ersten Jahreshälfte 2017 – wovon zwei im europäischen Quervergleich als echte Schwergewichte gelten dürften – und eine laut Expertenaussagen ordentlich gefüllte Pipeline: Der Börsenplatz Schweiz lebt und blickt selbstbewusst in die Zukunft. Die ansehnlichen Kursavancen der Leitindizes im bisherigen Jahresverlauf bezeugen dies ebenfalls. Neben großen wählen auch kleinere Unternehmen zur Finanzierung ihrer Expan- sionspläne den Gang an die Börse. Denn auch für sie zahlt sich ein IPO aus – selbst unter Einrechnung der Anforderungen und der laufenden Kosten, die eine Börsennotiz mit sich bringt. Ist der Börsengang mit den richtigen Partnern seriös vorbereitet und wird eine realistische, später auch nachvollziehbar gelebte Equity Story präsentiert, schöpfen Anleger aus breiten Kreisen Vertrauen und unterbreiten ihre Zeichnungsangebote. Die eingeengten und ausgeschöpften Preisspannen und die für viele Investoren stark gekürzten oder gar nicht erfolgten Zuteilungen bei den letzten IPOs legen ein beredtes Zeugnis davon ab. Man erinnert sich hierzulande aber auch an Schlagzeilen wie „Von der Börse wegreguliert“ und „Steiniges Pﬂ aster für Start-ups“. Selbst in der Schweiz mit ihrer insgesamt liberalen Wirtschaftsordnung laufen Regulatoren und Gesetzgeber rasch einmal Gefahr, den börsengehandelten Firmen und Börsenneulingen aus gut gemeintem, indes wohl zu extensiv ausgelegtem Anlegerschutz zu hohe Hürden in den Weg zu stellen. Man sollte doch im Land der direkten Demokratie den Anlegern ein gewisses Maß an Reife zutrauen. Ferner werden (zu) viele pﬁ fﬁ ge Geschäftsideen von Jungunternehmen durch unﬂ exible Steuergesetze und komplizierte Gründungsprozesse im Keim erstickt. Dadurch wird die IPO-Pipeline leider unnötig gedrosselt. Hier sind ähnliche Vertrauensbeweise in die Wirtschaft gefordert, wie sie die Politik andernorts erbringt: Viele Anleger mögen zwar altbekannten Namen nachtrauern, die nach erfolgreichen, internationalen Übernahmeangeboten vom Börsenzettel verschwanden. Die Schweiz hat – anders als das Ausland – bisher richtigerweise der Versuchung wider- standen, solche Offerten mit neuen Gesetzen quasi „ad hoc“ zu vereiteln. Einfache, klare und vor allem auch beständige Regeln schaffen Vertrauen in den Finanz- und Börsenplatz Schweiz – sowohl im In- als auch im Ausland. Wie sehr die börsennotierten Unternehmen den Zuspruch ihrer Investoren und den Dialog mit ihnen schätzen, zeigt sich nicht zuletzt jeweils während der „Reporting Season“ in der hohen Qualität der Geschäftsberichte und der Güte der laufenden Unternehmens- berichterstattung: Die Großzahl der Unternehmen geht dabei deutlich über das geforderte Mindestmaß an Transparenz hinaus und liefert so einen weiteren Tatbeweis, kontinuier- lich in die Vertrauensbasis investieren zu wollen, die mit einem IPO gelegt wird. Es freut mich persönlich sehr, dass das GoingPublic Magazin sich auch dieses Jahr wieder ausführlich mit dem Börsenplatz Schweiz auseinandersetzt, der betreffend Marktkapitali- sierung und Umsatz zu den Top Five in Europa zählt. Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Bernhard Schweizer Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“ 3
Inhalt Investor Relations stehen vor der Herausforderung, sich an die digi- tale Realität anzupassen. Worauf sollten IR-Manager dabei achten? Cédric Baumgartner Seiten 18–20 Die seit Juli an der Schweizer Börse notierte Zur Rose Group, auch unter DocMorris bekannt, ist durch den Online-Pharmahandel groß geworden. Walter Oberhänsli, Zur Rose Seiten 28–29 Die Rahmenbedingungen für Schweizer FinTech-Unternehmen sind im inter- nationalen Vergleich ausgezeichnet. Für etablierte Banken könnten sich dadurch große Chancen ergeben. Dr. Thomas Ankenbrand, Hochschule Luzern Seiten 38–39 4 Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“ 3 Grußwort Vertrauensbeweis IPO Bernhard Schweizer, Hochschule für Wirtschaft Zürich HWZ Einführung & Hintergrund 6 Schweiz 4.0 Wie sich der Schweizer Finanzmarkt Heraus forde- rungen stellt und neue Chancen nutzt 12 „Durch Stage werden wir viel besser wahrgenommen“ Interview mit Patric Schoch, CFO, Cicor Technologies Ltd. 16 The Winner takes it all: Durch Äquivalenzregelungen zum EU-Pass Warum die EU-Regulierung eine Opportunität für den Finanz- platz Schweiz ist Being Public/Investor Relations 18 Wie fit sind Ihre Investor Relations für den digitalen Wandel? Handlungsempfehlungen für die Praxis Cédric Baumgartner, IR club Schweiz 22 „Mit Digitalisierung Compliance auf ein neues Niveau heben“ Interview mir Peter Hiller, Tensid EQS, und Marcus Sultzer, EQS Group 24 Investor-Relations-Webseiten auf dem Prüfstand Wie kommunizieren börsenno- tierte Unternehmen mit ihren Aktionären im Web? Dr. Petra Nix, Susanne Erdt, PETRANIX Corporate and Financial Communications 26 „LEI fördert die Marktintegrität“ Interview mit Stephan Wolf, CEO, GLEIF Finanzierung & Investment 28 „Sich gegen die Zukunft zu wehren, ist niemals eine gute Strategie“ Interview mit Walter Oberhänsli, CEO Zur Rose-Gruppe 30 Warum Dividendenjäger die Schweiz mögen Gewinn- und Dividenden- wachstum intakt 32 „Bei Unsicherheiten in der Welt gilt die Schweiz als ‚safe haven‘“ Interview mit Hanspeter Gehrer und Marc Klingelfuss, Vontobel 36 Aktionärsaktivismus in der Schweiz Einfluss von Aktivisten wird stärker Dr. Rudolf Tschäni, Hans-Jakob Diem, Lenz & Staehelin 38 Die Schweiz als globales FinTech-Zentrum Für etablierte Banken bieten sich sogar enorme Chancen statt Risiken Thomas Ankenbrand, Denis Bieri, Hochschule Luzern 40 „Wir wollen die FinTech- Innovation in der Schweiz befeuern“ Interview mit Thomas Landis, F10 42 ICO vs. IPO? Digitale Börsengänge ergänzen die Palette an verschiedenen Finanzierungsformen Dr. Alexander Vogel, Dr. Wolfgang Müller, Dr. Reto Luthiger, Samuel Ljubicic, Meyer lustenberger Lachenal 44 Auf den Weltmärkten aktiv, in der Heimat an der Börse Emittentenbefragung unter Schweizer Unternehmen Service 47 Partner der Ausgabe im Portrait 50 Unternemensindex/Impressum
Danke.* *) Das Special „Kapitalmarkt Schweiz“ entstand mit freundlicher Unterstützung von:
Einführung & Hintergrund Schweiz 4.0 Wie sich der Schweizer Finanzmarkt Herausforderungen stellt und neue Chancen nutzt Die Schweiz gilt als einer der wirtschaftlich stärksten Standorte der Welt: Traditionsreiche Familienunternehmen wie Swatch, Luxusschmieden wie Richemont oder Pharmariesen wie Roche sind hier beheimatet. Aufgrund dieser Schwergewichte ist die Market Cap des Schweizer Aktienindex SMI ungefähr so groß wie die des deutschen DAX. Doch vermehrte Regularien, um international wettbewerbsfähig zu bleiben, und steigender Innovationsdruck machen auch vor der Schweiz keinen Halt. Von Svenja Liebig W erfen wir einen kurzen Blick auf den Schweizer IPO-Markt 2017: Mit drei „echten“ IPOs und fünf Börsenneuzugängen hat die Alpenrepublik zwar bislang „nur“ die Hälfte an Börsen- gängen geschafft, die die deutschen Nach- barn in der ersten Jahreshälfte aufweisen konnten – in Sachen Emissionserlösen hän- gen die Schweizer die Deutschen aber deutlich ab: Insgesamt wurden mit den drei IPOs von Galenica Santé, Zur Rose und Landis+Gyr Emissionserlöse von 4,4 Mrd. CHF erreicht – also mehr als das Doppelte im Vergleich zu Deutschland. Das Gros der Emissionserlöse ging dabei auf Galenica und Landis+Gyr – Erstere legten damit sogar das zweitgrößte IPO Europas 2017 hin. Damit beweist die Schweiz einmal mehr, dass sie es mit Big-Ticket-IPOs auf- nehmen kann. Unternehmen wie Online- Pharmahändler Zur Rose zeigen mit ihrem n e n o i t k a s n a r T l h a z n A 140 120 100 80 60 40 20 0 Abb. 1: Anzahl Transaktionen und Transaktionswert per Quartal 69,0 87 75 75 69 62 56 47,7 39,8 26,4 94 59,6 78 76 76 31,5 87,8 118 109 106 104 97 85 87 86 89 72 70 50,1 82,0 82 78 100 95 93 74 51,5 87 82 75 41,5 25,8 24,5 36,3 38,0 20,8 14,9 13,6 9,7 31,4 12,6 8,7 9,5 8,6 10,6 5,0 4,9 6,8 5,3 10,4 Q1 2010 Q3 2010 Q1 2011 Q3 2011 Q1 2012 Q3 2012 Q1 2013 Q3 2013 Q1 2014 Q3 2014 Q1 2015 Q3 2015 Q1 2016 Q2 2016 Q1 2017 Quelle: KPMG Schweiz Börsengang und der digitalen Wachstums- strategie, dass die Vorzeichen in der Schweiz auf Fortschritt gestellt sind – in Deutschland, wo anders als z.B. man in Sachen Onlinepharmahandel eher noch eingestaubte, „gar mittelalterliche Ansichten“ verfolgt, wie Zur Rose-CEO Walter Oberhänsli dem GoingPublic Magazin 100 l V o u m e n M r d . U S D 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 Volumen (Mio. USD) 29.592 10.355 6.458 2.813 1.920 1.449 1.200 1.005 900 871 Top 10 Schweizer M&A-Transaktionen von Januar bis Juni 2017 Datum Übernahmeziel Anteil in % Übernahme- ziel Land Käufer Januar Actelion Pharmaceuticals Ltd 100% Schweiz Johnson & Johnson Huntsman Corporation 52%* USA Clariant AG Eurosic SA 94,8% Frankreich Gecina SA Mai Juni April Naturgas Energia Distribution, S.A. 100% Spanien Januar Cerba HealthCare SAS 100% Frankreich Abu Dhabi Investment Council; J.P. Morgan Asset Management; Swiss Life Asset Management AG Partners Group Holding AG; Public Sector Pension Investment Board Vereinigte Arabische Emirate; USA; Schweiz Schweiz; Kanada April Dufry Group (16.79% Stake) 16,79% Schweiz HNA Group Co., Ltd. Mai Juni April April DONG Energy A/S (upstream oil and gas business) Aernnova Aerospace, S.A.U. Telvent DTN, LLC Breitling SA 100% Dänemark INEOS Group AG nicht verfügbar Spanien TowerBrook Capital Partners L.P; Torreal SCR S.A.; Peninsula Capital Partners LLC USA; Spanien; USA 100% USA TBG AG Schweiz 80% Schweiz CVC Capital Partners Limited Vereinigtes Königreich Käufer Land USA Schweiz Frankreich China Schweiz *) Transaktion ist ein Merger, bei welchem Clariant 52% der kombinierten Gesellschaft HuntsmanClariant besitzt. Quelle: KPMG Schweiz 6 Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“
Einführung & Hintergrund IPOs in der Schweiz 2017 – alle Neuemittenten in der Übersicht Galenica AG Valorennummer Branche Erstnotiz Market Cap Emissionserlös Zur Rose Group AG Landis + Gyr Group AG 36067446 Valorennummer 4261528 Valorennummer Pharma 7. April Branche Erstnotiz Online-Apotheke Branche 6. Juli Erstnotiz 2,1 Mrd. CHF Market Cap 794 Mio. CHF Market Cap 1,9 Mrd. CHF Emissionserlös 252 Mio. CHF Emissionserlös 37115349 Messtechnik 21. Juli 2,2 Mrd. CHF 1,9 Mrd. CHF Performance seit Erstnotiz +5% Performance seit Erstnotiz -11% Performance seit Erstnotiz -5% Dividendenrendite Free Float Umsatz 2016 – 86% Dividendenrendite Free Float – 75% Dividendenrendite Free Float 3,2% 100% 3,1 Mrd. CHF Umsatz 2016 880 Mio. CHF Umsatz 2016 1,6 Mrd. CHF CHF 47,00 46,00 45,00 44,00 43,00 42,00 Stück 600.000 300.000 0 LOG (c) Tai-Pan Kurs:46,95 (0,25 / 0,54%) - SMA(38):97.693 April Mai 07.04.2017 Juni Juli 107 Kurse August Umsatz: 141.557 Septembe 12.09.2017 CHF 150,00 145,00 140,00 135,00 130,00 125,00 120,00 Stück 40.000 20.000 0 LOG (c) Tai-Pan Kurs:125,00 (6,00 / 5,04%) - SMA(38):17.348 Juli 11 13 17 19 21 25 27 31 07.07.2017 3 4 7 8 9 Umsatz: 11 15 17 21 23 25 29 31 4 5 6 7 8 32.900 12 47 Kurse 12.09.2017 CHF 78,00 77,00 76,00 75,00 74,00 73,00 72,00 Stück 150.000 0 LOG (c) Tai-Pan Kurs:74,00 (-0,75 / -1,00%) Juli 26 24.07.2017 28 August 7 8 9 10 14 16 18 22 24 28 30 September 7 8 11 36 Kurse 12.09.2017 Umsatz: 118.520 ANZEIGE ANZEIGE Intensiv-Seminar Investor Relations Assistenz – Fit for the Job Was sind die Rahmenbedingungen und Treiber der Investor Relations und des Kapitalmarkts? Langjährige IR-Manager berichten aus der Praxis und verraten Tipps & Tricks für den Alltag. Sie lernen die Sprache der IR-Manager besser verstehen und unterstützen Ihren Vorgesetzten noch qualifizierter. 15.–17. November 2017 Veranstaltungsort: Basel, Schweiz Veranstalter: DIRK, C.I.R.A., IR Club Schweiz Anmeldung unter: info@dirk.de Mehr Informationen: www.irclub.ch, www.dirk.de, www.cira.at
Einführung & Hintergrund IPOs in der Schweiz 2017 – alle Listings in der Übersicht Rapid Nutrition Valorennummer Branche Erstnotiz Market Cap Emissionserlös 24217339 Health 29. März Idorsia Ltd. Valorennummer Branche Erstnotiz 5,8 Mio. CHF Market Cap Listing Emissionserlös 36346343 Pharma 16. Juni 1,5 Mrd. CHF Listing Performance seit Erstnotiz -90% Performance seit Erstnotiz +28% Dividendenrendite Free Float Umsatz 2016 – k.A. Dividendenrendite Free Float 1,6 Mio. CHF Umsatz 2016 – 100% – SMI – Swiss Market Index ISIN Zusammensetzung Start Market Cap 1 Ein-Jahres-Performance 2 +11% CH0009980894 20-Top-Werte Schweiz 30. Juni 88 1.000 Mrd. CHF 1) basierend auf der Marktkapitalisierung aller SMI- Werte, Schlusskurs 12.9.2019 2) im Zeitraum September 2016 bis September 2017 ,50 EUR ,00 EUR ,50 EUR ,00 EUR 0,50 EUR 200k 100k 0 Apr '17 Mai '17 Jun '17 Jul '17 Aug '17 Sep '17 CHF 20,00 18,00 16,00 14,00 12,00 10,00 Stück 1.500.000 0 LOG (c) Tai-Pan Kurs:17,45 (-0,10 / -0,57%) - SMA(38):323.055 252.027 Juni 22 26 28 30 4 6 10 12 14 18 20 24 26 28 August 9 11 15 17 21 23 25 29 31 4 6 8 12 16.06.2017 62 Kurse Umsatz: 12.09.2017 Punkte 18.000,00 17.500,00 17.000,00 16.500,00 16.000,00 15.500,00 15.000,00 14.500,00 LOG Sep Okt 12.09.2016 Nov Dez J'17 Feb Mrz Apr Mai Jun Jul 254 Kurse 12.09.2017 Kurs:17.886,80 (c) Tai-Pan (141,06 / 0,80%) Sep Aug im persönlichen Interview im schweize- rischen (siehe auch S. 28). Frauenfeld erläutert Appetit auf Schweizer Unternehmen Auch am öffentlichen Übernahmemarkt bewies die Schweiz in den letzten Mona- ten, dass sie bei ausländischen Investoren durchaus beliebt ist – geprägt wurde das bisherige M&A-Jahr von einer außer- ordentlichen Großtransaktion, chinesi- schen Käufern sowie Private-Equity-Inves- toren. Laut KPMG/Schweiz entwickelte sich der M&A-Markt in den vergangenen sechs Monaten 2017 konstant: Das Trans- aktionsvolumen nahm im Vergleich zum Vorjahr zwar um 7% ab, wobei die Anzahl an Transaktionen allerdings auf hohem Niveau nahezu unverändert blieb, wofür laut KPMG in erster Linie die Akquisition von Syngenta durch die China National Chemical Corporation verantwortlich war. Besonders eine Großtransaktion prägte das bisherige M&A-Jahr 2017: Der US-ame- rikanische Pharmazie- und Konsumgüter- hersteller Johnson & Johnson kündigte im Januar an, das Schweizer Biotechnologie- unternehmen Actelion für 30 Mrd. USD zu übernehmen. Nach der Akquise von Syngenta durch die China National Chemical Corporation letztes Jahr ist dies bereits die zweite Großtransaktion im Schweizer M&A-Markt innerhalb eines Jahres. Der Deal reihe sich nach Angaben von KPMG in die fünf größten Schweizer Transaktionen aller Zeiten ein. Der chine- sische Appetit auf Investitionsmöglich- keiten hält entsprechend in der Schweiz an. Mehr als Big Pharma Neben hochkapitalisierten Top-Unterneh- men verkörpert kein anderes Land so sehr den Begriff Pharma wie die Schweiz – im- merhin ist die SIX Swiss Exchange mit rund 40% der europäischen Life-Sciences- Marktkapitalisierung führend in Europa. Doch das ist nicht alles: So gibt es bei den Eidgenossen rund 300 Firmen, deren Aktien außerbörslich (over the counter, OTC) gehandelt werden – vorwiegend mittelgroße Unternehmen aus den Sekto- ren Industrie, Regionalbanken, Touris- mus, Bergbahnen und Medien. Bei diesen Gesellschaften dreht es sich zum großen Teil um traditionsreiche und solide Unter- nehmen, die aber aufgrund fehlender „Kapitalmarktkommunikation“ oft unter dem Radar der Öffentlichkeit bleiben – also Hidden Champions. Bei Anlegern kommen diese außerbörs- lichen Werte gut an: Zum Großteil hat man es hier mit unterbewerteten Aktien zu tun, die vor allem Institutionelle locken. Auch das ﬁ ktive OTC-Musterdepot der Platt- form schweizeraktien.net spiegelt diese positive Entwicklung wider – selbst in dem im Normalfall vom Sommerloch ge- plagten Monat August performte das Musterdepot außerordentlich. Daran wird deutlich, dass wir es in der Schweiz neben prominenten Großkonzernen auch mit einer lebhaften Small-and-Mid-Cap-Kultur zu tun haben, die durchaus bei Investoren Anklang ﬁ ndet – damit nehmen die Schwei- zer gar eine Art Vorbildfunktion ein, was die Belebung des Mittelstands betrifft. m o c . e b o d a . k c o t s – h c z e y l i W n r ö B © j : o t o F 8 Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“
Einführung & Hintergrund Rollt die Regularien-Flutwelle an? Es ist jedoch nicht alles Gold, was glänzt: Auch die Schweiz muss sich zunehmen- den Kapitalmarkt-Regularien stellen – selbst als Nicht-EU-Land. Besonders die ab Januar 2018 in Kraft tretende EU-Regel MiFID II könnte aufgrund des Äquivalenz- regimes auch vermeintlich Außenstehende wie die Schweiz betreffen (ausführlicher Artikel auf Seite 16). Nicht unbedingt zur Freude aller: Denn diverse Schweizer Finanzdienstleister sind gar nicht am Marktzugang der EU interessiert und wollen sich deshalb auch nicht den damit einhergehenden Regularien unterwerfen – eine zu starke Fremdbestimmung, so befürchten viele. Zudem müssen sich die Schweizer auch mit eigenen Regularien plagen. So disku- tiert man seit letztem Jahr verstärkt über eine erneute Revision des Aktienrechts. Diese verfolgt den Zweck, die bereits am 1. Januar 2014 in Kraft gesetzte und in der Praxis umgesetzte Verordnung gegen übermäßige Vergütungen bei börsen- notierten Aktiengesellschaften in die entsprechenden Bundesgesetze zu über- führen. Daneben enthält sie verschiedene Stimmrechtsvertretung Vorgaben für die Corporate Governance börsen- und nicht-börsengelisteter Aktien- gesellschaften: Dazu zählt z.B. die Aus- dehnung der Rückerstattungspﬂ icht, un- abhängige in nicht notierten AGs, Depotstimmrechts- vertretung in nicht notierten AGs, Aus- kunftsrecht der Aktionäre zwischen den Generalversammlungen, Senkung der Schwellenwerte zur Ausübung von Aktio- närsrechten, einheitliche Abstimmungen an der Generalversammlung, Verwendung elektronischer Mittel etc. Außerdem sollen die Gründungs- und Kapitalbestimmungen ﬂ exibler ausgestal- tet (insbesondere Einführung des sog. „Kapitalbandes“) und das Aktien- auf das neue Rechnungslegungsrecht abgestimmt werden. Schließlich sind auch Vorschläge für die Regelung der Transparenz bei wirt- schaftlich bedeutenden in der Rohstoff- förderung tätigen Unternehmen sowie die Implementierung einer Offenlegungs- pﬂ icht zur Geschlechtervielfalt im Verwal- tungsrat und in der Geschäftsleitung größerer notierter Unternehmen enthalten. Auch das Thema Digitalisierung spielt eine Rolle: „Die Digitalisierung im Aktien- WESENTLICHE PUNKTE DES NEUEN SCHWEIZER AKTIENRECHTS 1. Modernisierung Corporate Governance: u.a. teilweise Senkung der Schwellenwerte zur Ausübung von Aktionärsrechten (Traktandierungs- und Antragsrecht, Art. 699b). So soll die aktuelle Schwelle von 10% deutlich gesenkt werden – für börsennotierte Unternehmen auf 0 und nicht-börsennotierte auf 5%. 2. Stärkung der Flexibilität: Möglichkeit eines Aktienkapitals in ausländischer Währung (Art. 621) sowie Erleichterungen bei der Kapitalherabsetzung (653j ff.). 3. Schaffung von Rechtssicherheit: u.a. die Voraussetzung für Zwischendividenden (Art. 675a) und die Möglichkeit statuarischer Schiedsklauseln (Art. 697). 4. Erfüllung von Verfassungsaufträgen: Im Wesentlichen bezogen auf Art 8 Ans. 3 BV, wonach „Mann und Frau gleichberechtigt sind“. Rechtliche und tatsächliche Gleichstellung vor allem in Familie, Ausbildung und Arbeit; Volksinitiative gegen Abzockerei (Art. 95 Abs. 3 BV). 10 Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“ m o c . e b o d a . k c o t s – t r a n o i s u f r o t c e v © : o t o F recht bedeutet im Grunde nichts anderes als eine wohlverstandene zeitgemäße Corporate Governance, die sich deﬁ niert als ein transparentes und möglichst efﬁ zi- entes Zusammenspiel von Führung und Kontrolle im Unternehmen“, erklärt Prof. Dr. Christoph B. Bühler, LL.M., Rechts- anwalt, Partner bei böckli bühler partner, Titularprofessor an der Universität Zürich. Wenn auch das neue Schweizer Aktien- recht für aktuelle Diskussionen sorgt, so sind sich die Marktteilnehmer einig, dass die Revision nicht vor 2020 zustande kom- men wird. Ausblick Regularien und damit einhergehende, ver- stärkte Fremdbestimmung, disruptive Technologien, Umbrüche in der Industrie durch voranschreitende Digitalisierung – das sind mehr als nur Schlagworte, son- dern zentrale Themen, die auch die Schweiz künftig vor größeren Herausfor- derungen stellen. Die Schweiz muss sich, wie jeder andere Industriestaat auch, in einer immer schnelllebigeren Zeit stetig aufs Neue deﬁ nieren, um dem globalen Wett bewerbsdruck standzuhalten. Bei ausländischen Investoren scheinen sowohl Schweizer Mid Caps (an und außerhalb der Börse) als auch Branchen- größen weiterhin attraktiv zu sein. Auch in Sachen FinTech ist die Alpenrepublik bereits guten Wege (Siehe S. 38): Obwohl kein anderes Land wie die Schweiz als traditionelles Banken- land schlechthin gilt, entdecken bereits etablierte Institute die „neuen Wilden“ als Chance für sich. Durchaus könnte es der Schweiz also gelingen, die neue mit der alten Welt in Einklang zu bringen – und dabei wie gewohnt „natürlich“ weiterhin noch sich selbst treu zu bleiben. einem auf
Investment Banking Wir begleiten Sie bis ans Ziel Ob Börsengänge, Kapitalerhöhungen, Anleiheemissionen oder M&A — Vontobel Corporate Finance bietet efﬁziente Lösungen und inno- vative Konzepte, die optimal auf die Bedürfnisse Ihres Unternehmens zugeschnitten sind. Unser Erfolg beruht auf der qualitativ hochstehenden, unabhängigen Kundenberatung durch ein einge- spieltes Team mit langjährigem Erfolgsausweis. Weitere Informationen ﬁnden Sie unter: vontobel.com/corporate-ﬁnance Ausgewählte Transaktionen 2016 / 2017 Landis+Gyr Group AG Initial Public Offering (incl. 144A) CHF 2.3bn July 2017 Credit Suisse Group AG Capital Increase CHF 4.1bn June 2017 Johnson & Johnson Galenica Santé Public Tender Offer for Actelion Ltd. USD 30bn June 2017 Initial Public Offering (incl. 144A) CHF 1.9bn April 2017 Co-Bookrunner Co-Lead Manager Tender Agent Co-Lead Manager bfw Liegen- schaften AG Share Buyback (put options) Varia US Properties AG Initial Public Offering CHF 24.2m CHF 125m March 2017 December 2016 KTM Industries AG Temenos Group AG SIX Listing / Private Placement Share Buyback CHF 1.1bn / CHF 144m November 2016 / February 2017 CHF 99m November 2016 Lead Manager Lead Manager Sole Lead Manager Lead Manager Micalux / Veraison Life Watch AG Investis Holding AG VAT Group AG Sale of 16.31% stake Capital Increase Initial Public Offering Initial Public Offering (incl. 144A) CHF 43m CHF 45m October 2016 July 2016 CHF 148m June 2016 CHF 621m April 2016 Financial Advisor and Lead Manager Lead Manager Co-Lead Manager Co-Lead Manager vontobel.com
Einführung & Hintergrund I X S © : o t o F „Durch Stage werden wir viel besser wahrgenommen“ Interview mit Patric Schoch, CFO, Cicor Technologies Ltd. Vor rund einem Jahr hat SIX Swiss Exchange das Programm „Stage“ lanciert. Dieses soll Unternehmen dabei unterstützen, ihre Visibilität bei Investoren und relevanten Kapitalmarktteilnehmern zu steigern und damit eine angemessene Bewertung zu erreichen. Es beinhaltet unter anderem ein regelmäßig aktualisiertes Factsheet sowie Research Reports, die erfahrene Banken erstellen. Im Gespräch mit dem GoingPublic Magazin erläutert Patric Schoch, wieso Cicor am Programm teilnimmt und welche ersten Ergebnisse zu verzeichnen sind. Going Public: Herr Schoch, Cicor war eines der ersten Unternehmen, die am „Stage-Programm“ teilnahmen. Was waren die Gründe hierfür? Schoch: Das „Stage-Programm“ schien uns das richtige Mittel, um die Sicht- barkeit von Cicor im Markt zu verstärken und damit natürlich auch die Liquidität der Cicor-Aktie zu erhöhen. SIX Swiss Exchange und die involvierten Banken haben ein sehr gutes Ansehen im Markt und die im „Stage-Programm“ garantierte Unabhängigkeit zwischen den Banken und den Unternehmen war uns sehr wichtig. Außerdem erschienen uns die gebotenen Leistungen im Verhältnis zu den Kosten ein attraktives Angebot zu sein. Wir haben das Premium-Paket mit Research-Abdeckung durch zwei Banken gewählt. Per Losver- fahren haben wir die Bank Vontobel und die Zürcher Kantonalbank zugeteilt bekommen. Wie muss man sich die Zusammenarbeit mit den Banken zur Erstellung des Initial- reports vorstellen? Die Zusammenarbeit mit den Banken ist sehr professionell und es wird auch immer eine Distanz eingehalten. Die Souveränität der Analysten steht nie infrage. Für den Initialreport gab es mehrere Gespräche und Treffen mit dem Analysten der jeweili- gen Bank. In diesen Gesprächen haben wir unser Geschäft sehr ausführlich erklärt. Im Prinzip läuft der Prozess sehr ähnlich Die Zusammenarbeit mit den Banken ist sehr professionell und es wird auch immer eine Distanz eingehalten. 12 Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“ ZUM INTERVIEWPARTNER Patric Schoch ist ein international erfahrener CFO, der sich seine Fachkompetenz durch langjährige Tätigkeit in allen Hierarchiestufen und Verantwortungsbereichen angeeig- net hat. Seine Erfahrung ist geprägt von Best-Practice-Anwendung von modernen Controlling-Methoden sowie Ergebnis- und Effizienzverbesserungsprojekten. Im Juli 2012 ist Patric Schoch als Ad-interim- CFO zur Cicor Gruppe gestoßen. Seit März 2013 ist er CFO der Cicor Gruppe. Von Dezember 2012 bis Mai 2015 war er Ad-interim-CEO.
» Governance, Risk & Compliance « Digitale Lösungen für effiziente Compliance-Prozesse Die EQS Group / Tensid EQS expandiert weiter im Wachstumsfeld Governance, Risk & Compliance und bietet www.safechannel.eu www.insider-manager.com www.insider-manager.com Tensid EQS AG
Einführung & Hintergrund Cicor Technologies Ltd. (ISIN CH0008702190) CHF 50,00 45,00 40,00 35,00 30,00 25,00 20,00 18,00 Stück 3.000 0 LOG (c) Tai-Pan Kurs:54,80 (0,55 / 1,01%) - SMA(38):3.290 2010 04.01.2010 2011 2012 2013 2014 1937 Kurse 2015 2016 2.261 Umsatz: 2017 12.09.2017 Quelle: Tai-Pan ab, wie wenn man neue Investoren trifft und das Unternehmen dort vorstellt. Mittlerweile wurden die beiden Research Reports erstellt, was sind die nächsten Schritte? Die Research Reports sind für uns selbst auch sehr interessant, weil wir daraus verschiedene Rückschlüsse ziehen kön- nen, z.B. wie die Außenwahrnehmung unserer Firma ist und wo wir in der Kom- munikation noch nachbessern müssen. Als nächste Schritte wird es einen Aus- CICOR TECHNOLOGIES LTD. Cicor ist ein globaler Entwicklungs- und Fertigungspartner mit innova ti ven Technologielösungen in der Elektro nik- industrie. Mit rund 1.900 Mitarbeitenden an zehn Produktionsstandorten fertigt Cicor hochkomplexe Leiterplatten, Hybride und 3D-MID-Lösungen und bietet komplette Elektronik- und Kunststoff-Spritzguss- Dienstleistungen. Die Gruppe liefert maß- geschneiderte Lösungen vom Design bis zum fertigen Produkt für ihre weltweiten Kunden. Die Aktien der Cicor Technologies Ltd. werden an SIX Swiss Exchange gehan- delt (CICN). Weitere Informationen www.cicor.com tausch mit den Analysten betreffend den Einschätzungen und den nächsten Updates geben. Außerdem werden die Banken den jeweiligen Report über ihre bestehenden Kommunikationskanäle ihren Kunden zu- kommen lassen. Wir haben schon positives Feedback auf unsere Research Reports bekommen. Haben Sie auch schon ein erstes Feed- back seitens der Investoren erhalten oder sehen Sie bereits einen ersten Einﬂ uss auf den Handel in Ihren Aktien? Obwohl die Research Reports erst seit Kurzem vorhanden sind, haben wir schon positives Feedback dazu bekom- men. Generell finden es die Investoren und Aktionäre gut, dass Cicor jetzt mit- tels „Stage-Programm“ wieder deutlich besser wahrgenommen wird als vorher. Für eine Aussage betreffend den effekti- ven Einfluss auf den Handel ist es noch zu früh. 14 Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“ Ich gehe davon aus, dass dank den Research Reports an den Roadshows die Anzahl von neuen interessierten Investoren noch steigen wird. Ihr Aktienkurs hat sich seit gut einem Jahr sehr positiv entwickelt. Blicken wir in die Zukunft: Was erhoffen Sie sich dank der Teilnahme am Stage-Programm für Ihr Unternehmen? Dank der Research-Abdeckung wird der Investment Case „Cicor“ von den Inves- toren und potenziellen Aktionären noch viel besser wahrgenommen werden. Mit den Research Reports der zwei unabhän- gigen Banken bekommen die Investoren die wichtigen zusätzlichen Informations- quellen, die dann einen Investitions- entscheid unterstützen oder sogar be- schleunigen können. Was unternehmen Sie sonst noch für An strengungen, um Investoren zu gewin- nen und mit diesen in Kontakt zu stehen? Wir sind ein regelmäßiger Teilnehmer an der Investora, einer Aktienkonferenz, bei der Unternehmen mit unterschiedlichen Investoren zusammengebracht werden. Zudem führen wir während des Jahres mit verschiedenen Banken Roadshows durch, an denen wir meistens auch die bestehen- den Investoren treffen. Ich gehe davon aus, dass dank den Research Reports an den Roadshows die Anzahl von neuen interessierten Investoren noch steigen wird. Herr Schoch, vielen Dank für das interes- sante Gespräch und weiterhin viel Erfolg für Cicor. Das Interview führte Svenja Liebig. Siehe auch: www.six-swiss-exchange.com/stage
Einführung & Hintergrund The Winner takes it all: Durch Äquivalenzregelungen zum EU-Pass Warum die EU-Regulierung eine Opportunität für den Finanzplatz Schweiz ist Auch wenn viele die Zeit lieber zurückdrehen würden, die Globalisierung schreitet weiter voran – zumindest in der Regulierung der Finanzmärkte. Mit der ab 2018 anwendbaren Rechtsakte MiFID II und MiFIR wird EU-Recht umgesetzt, das auch den Zugang zum EU-Markt für Finanzdienstleister aus Drittländern regelt. Für die Schweizer Player öffnet sich ein „Window of Opportunity“. Von Robert Steininger durch die EU-Kommission als „äquiva- lent“. Dabei geht es in erster Linie darum, dass die Aufsichts- und Wohlverhaltens- regeln des Drittlandes im Wesentlichen denen der EU entsprechen. der Äquivalenz Das Äquivalenzregime Alles dreht sich also bei der Ausgestal- tung der Schweizer Regularien darum, denen der EU äquivalent zu sein und so zu einem „Äquivalenzentscheid“ der EU- Kommission zu kommen. Dann können Schweizer Finanzdienstleister aus ihrem Heimatmarkt heraus EU-weit ihr Ge- schäft betreiben. Besonders wichtig ist dies für die Asset Manager – ob Vermö- gensverwalter oder Fondsgesellschaft. Die Alternative, also keine formale Anerkennung der Schweiz in der ersten Entscheidungs- runde der EU-Kommission, wäre fatal, da möglicherweise Anbieter aus anderen Drittländern dann den wett bewerbs- intensiven Markt früher bearbeiten und besetzen könnten. Da die Vorteile einer Äquivalenz- anerkennung durch die EU-Kommission für den Finanzplatz Schweiz klar überwie- gen, ist von einer pragmatischen Entschei- dungsﬁ ndung bezüglich der Ausgestal- tung von FIDLEG und FINIG zu rechnen. Dabei haben auch die Kritiker gute Argu- mente für sich. Die stets um ihre Unabhän- gigkeit bemühte Schweiz wird durch eine Anpassung ihrer Regulierung an die der EU ein ganzes Stück weit „gleicher“ und büßt an Eigenständigkeit ein. m o c . e b o d a . k c o t s – e g u a d o g © l : n o i t a r t s u l l I K ern der neuen EU-Regulierung ist es, innerhalb der EU das „Spielfeld“ für alle Finanzmarktakteure gleich zu gestalten und somit die vielfältigen, historisch gewachsenen nationalen Rege- lungen durch eine Harmonisierung auf der Höhe der Zeit zu ersetzen. Einer der Leit- gedanken ist der Anlegerschutz, der bislang in den EU-Ländern höchst unter- schiedlich und manchmal auch nachlässig gehandhabt wird. In puncto Marktmiss- brauch wie Insiderhandel gehen die EU- Regelungen im Rahmen von MiFID II auch über die bisher in der Schweiz vorgesehe- nen Regelungen des Pendants dazu hinaus, des FIDLEG. Während bisher Finanzdienstleister aus Nicht-EU-Ländern für jedes EU-Land einzeln den Marktzugang benötigen, würde der EU-Pass dieses aufwändige Vorgehen erübrigen. Es geht um eine Chance für die gesamte Schweizer Finanz- industrie, ihren Zugang zum Markt der 500 Mio. EU-Bürger mit einem Schlag her- zustellen. Voraussetzung ist die Anerken- nung der Schweiz und ihrer Regularien 16 Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“
Einführung & Hintergrund im Widerstand der binnenorientierten Banken Zudem sind nicht alle Schweizer Finanz- dienstleister am Marktzugang zur EU inte- ressiert und wollen sich deshalb auch den damit einhergehenden Regularien nicht unterwerfen. Vor allem ländlichen Raum sind in der Schweiz Regional banken, die oft sogar an der SIX oder im außer- börslichen Markt auf OTC-X gehandelt werden, für die Versorgung der Bevölke- rung mit Bankdienstleistungen unver- zichtbar – denn auch Raiffeisen- und Kantonalbanken sind auf den Schweizer Binnenmarkt fokussiert. Ein weiterer gewichtiger Punkt ist die Unklarheit hinsichtlich der Zeitschiene zur Erlangung des Äquivalenzstatus. Es ist nicht deﬁ niert, wann die erste Prüfungs- runde stattﬁ nden wird, und auch nicht, wann die Entscheide getroffen und mit- geteilt werden. Es ist eine „ergebnis- orientierte Bewertung“ durch die EU vorgesehen mit allem denkbaren Ermes- sensspielraum. Es ist auch nicht auszu- schließen, dass das ganze Verfahren zur Erlangung des Äquivalenzstatus für Dritt- länder durch die EU politisch im Rahmen der Brexit-Verhandlungen als Druckmittel eingesetzt wird. Die Schweiz wäre somit ein Mitleidtragender des Brexit-Prozes- ses, den bisher kaum jemand zu Ende gedacht hat. Investoren begrüßen höhere Transparenz Aus Anlegersicht sind die regulatorischen Neuerungen zu begrüßen, denn der Markt wird transparenter. Dies betrifft auch die Kosten: Finanzdienstleister müssen künf- tig Zuwendungen Dritter offenlegen und verrechnen. Interessenkonﬂ ikte sind somit exponiert und dürften stärker vermieden werden als bisher. Regelverstöße sollen im größeren Ausmaß als bisher geahndet werden, wobei in diesem Punkt weder die EU noch die Schweiz bisher besonders glaubwürdig sind – gerade im Hinblick auf Banken. Einen regelrechten Umbruch erwarten viele Marktteilnehmer beim sogenannten „Unbundling“ von Kapitalmarkt-Research bei Wertpapiertransaktionen im instituti- onellen Bereich. Bisher liefern Banken und Broker umfangreiches Research, was als Begründung für die Gebühren über den reinen Transaktionskosten angeführt wird. Die Qualität des Researchs reicht von exzellent bis inakzeptabel, und viele Marktteilnehmer wollen dies gar nicht, weshalb sie auch nicht bereit sind, dafür zu bezahlen. Nun sollen Research-Berich- te mit einer Rechnung versehen werden, die der bezahlt, der es will. Es steht zu erwarten, dass die Zahl der in der Industrie beschäftigten Analysten deut- lich zurückgehen wird. Auf der anderen Seite sind Neugründungen von unab- hängigen Research-Boutiquen zu erwar- ten, die den Research-Markt mit frischen Perspektiven und spezieller Expertise beleben und bereichern können. Aller- dings brauchen diese unabhängigen Research-Anbieter am Ende Kunden, die auch dafür bezahlen, was den Markt insgesamt limitiert, da passive Anlage- strategien immer weiter auf dem Vor- marsch sind. ANZEIGE IT-SERVICES DATENSICHERHEIT WARTUNGSPAKETE IT-INFRASTRUKTUR MANAGED SERVICES VIRTUALISIERUNG
Being Public/Investor Relations Wie fit sind Ihre Investor Relations für den digitalen Wandel? Handlungsempfehlungen für die Praxis Die einzige Konstante ist der Wandel – dieses Bonmot ist in Zeiten der Digitalisierung aktueller denn je. Auch die Investor Relations stehen vor der Herausforderung, sich an die digitale Realität anzupassen. Worauf sollten IR-Manager dabei achten? Von Cédric Baumgartner Projekts mit der IR-Strategie. Ein verbind- licher Zeit- und Kostenplan, ausgefeilte Maßnahmen für eine wirksame digitale Informationsvermittlung und darauf abge- stimmte KPIs sind ebenfalls Bestandteile eines strategischen Ansatzes. Ohne Ressourcen erst recht nicht Eine zeitgemäße digitale Finanzkommuni- kation setzt die Erkennung sowie die Nutzung neuer Handlungsfelder voraus. Ressourcen bilden dabei jeglicher Hinsicht die Basis, um sich intensiv mit den Potenzialen der Digitalisierung zu beschäftigen. Personelle, zeitliche und ﬁ nanzielle Engpässe reduzieren jedoch oft in ZUM AUTOR Cédric Baumgartner zeichnet in Koope- ration mit dem IR club Schweiz sowie der Hochschule für Wirtschaft Zürich ver- antwortlich für die Studie „Die Investor Relations im digitalen Fitness-Check“. Ab Oktober 2017 fungiert er als Geschäftsführer der Tensid EQS AG. Zuvor war er bei Geberit als Projektleiter Online Communications für digitale Projekte, u.a. im Bereich Investor Relations, mitverantwortlich. m o c . e b o d a . k c o t s – 7 7 x o b x p © i : o t o F D ie Ausgestaltung einer wirksamen digitalen Investor Relations ist in der Praxis anspruchsvoll. Auf dem Weg zur digitalen Exzellenz werden Finanz- kommunikatoren vielfach mit Schwierig- keiten wie Ressourcenknappheit oder der mangelnden Dringlichkeit für die Initiierung digitaler Aktivitäten konfrontiert. Eine empirische Untersuchung zur digitalen Fitness börsenkotierter Unternehmen in der Schweiz zeigt jene praxisrelevanten STUDIE „DIE INVESTOR RELATIONS IM DIGITALEN FITNESS-CHECK“ Die Durchführung der Studie wurde vom IR club Schweiz unterstützt und von der Hochschule für Wirtschaft Zürich wissen- schaftlich begleitet. Implikationen auf, die zum Gelingen des digitalen Wandels im IR-Bereich beitragen. Ohne Strategie geht’s nicht Die Basis für die erfolgreiche Durchfüh- rung digitaler Maßnahmen ist ein syste- matischer, zukunftsorientierter Planungs- prozess. Die Deﬁ nition einer entsprechenden Strategie erfordert ein klares Engagement, die Finanzkommunikation konsequent auf die Herausforderungen der digitalen Welt einzustellen sowie auf neue rechtliche Gegebenheiten anzupassen. Zu einem durchdachten Planungsprozess gehören dabei eine detaillierte Situationsanalyse, die Bestimmung messbarer und zeitlich klar deﬁ nierbarer Ziele, eine intensive Auseinandersetzung mit der Financial Community sowie die Abstimmung des 18 Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“
Being Public/Investor Relations die Möglichkeit für eine gründliche und weitsichtige Auseinandersetzung mit dem digitalen Wandel. Deshalb ist es für IR- Manager besonders wichtig, den Entschei- dungsträgern die Dringlichkeit und die Relevanz digitaler Technologien sowie deren Einﬂ uss auf die IR so zu vermitteln, dass das Verständnis aller Führungskräfte zielgerichtet gefördert wird. Um sich in diesem Kontext die notwendigen Ressour- cen für die Initiierung und Durchführung digitaler Projekte zu sichern, hilft das anschauliche Aufzeigen von Chancen und Potenzialen einer digitalisierten Finanz- kommunikation: Nur die digitale IR schafft es, efﬁ zient und kostengünstig unter Ver- meidung unnötiger Streuverluste sekun- denschnell sowie aktuell an die Finanz- öffentlichkeit zu kommunizieren und mit ihr ortsunabhängig und simultan in einen Dialog zu treten. Nur die digitale IR schafft es, efﬁ zient und kosten- günstig unter Vermeidung unnötiger Streuverluste sekundenschnell sowie aktuell an die Finanz- öffentlichkeit zu kommu- nizieren. Erst die Pﬂ icht, dann die Kür Welche digitalen Fähigkeiten müssen IR- Abteilungen heutzutage aufweisen? Ohne vorhandene Fach- und Methodenkompe- tenzen wird der digitale Wandel nicht gelingen, weshalb die dafür notwendige Expertise eine zentrale Komponente in der Mitarbeiterentwicklung einnimmt. So sollten Finanzkommunikatoren heutzu- tage fundiertes digitales Know-how und Erfahrung mitbringen, um auch unter Zeit- druck mit unsicheren Rahmenbedingun- gen fachkompetente Entscheidungen fällen zu können. Zur Grundlagenbildung gehö- ren auch die Deﬁ nition von Rollen und Verantwortlichkeiten sowie die Wahl rele- vanter Schlüsseltechnologien. Nach der Schaffung einer soliden Basis rückt der Abb. 1: Herausforderungen des digitalen Wandels in der Finanzkommunikation Quelle: Studie „Die Investor Relations im digitalen Fitness-Check“ Ausbau schwieriger zu erfüllender Fähig- keiten in den Mittelpunkt. Dazu zählt mitunter die Realisierung digitaler Innova- tionen mit Nutzwert. Um sicherzustellen, dass digitale Initiativen die „wahren“ Nutzerbedürfnisse abdecken, lohnt es sich, relevante Anspruchsgruppen syste- matisch in Innovationsprozesse mit einzu- beziehen. Mittels deren Befragung bzw. der Analyse digitaler Kundendaten kön- nen Erkenntnisse über Verbesserungsvor- schläge gewonnen werden, die wiederum in das Design von neuen IR-Tools einﬂ ie- ßen. Die Erfüllung der Bedürfnisse der Financial Community ist auch in der digi- talen Welt das Mittel zum Zweck, um die Relevanz des eigenen Kommunikations- angebotes zu erhöhen. Weiter gilt es, Kernprozesse, wie den Versand von Unter- nehmensmitteilungen, regelmäßig auf Ver- besserungspotenzial durch digitale, auto- matisierte Technologien zu überprüfen und entsprechende Maßnahmen zu initiieren. Den digitalen Spirit leben Modern agierende IR-Abteilungen glänzen nicht nur mit umfassendem Know-how über cloudbasierte Technologien sowie einer zielführenden Umsetzung von inno- vativen Projekten. Entsprechend afﬁ ne IR-Manager lassen sich inspirieren und befassen sich mit aktuellen Themen, wie Big Data, Cognitive Computing oder die Nutzung künstlicher Intelligenz. Weiter passen sie sich neuen Gegebenheiten an, die durch dynamische Entwicklungen und die Innovationsgeschwindigkeit geschaf- fen worden sind. In diesem Kontext helfen eine offene Fehlerkultur und die Bereit- schaft, abschätzbare und IR vertretbare Risiken einzugehen, woraus Finanzkommunikatoren zweifelsohne einen Lernerfolg mitnehmen können. für die Digital geprägte Themen- felder weisen enorme Zugkraft auf und bergen auch für die IR großes Potenzial. Digital geprägte Themenfelder weisen enorme Zugkraft auf und bergen auch für die IR großes Potenzial. Damit lassen sich nicht nur Efﬁ zienzsteigerungen erzielen, sondern auch die Ansprache wichtiger Anspruchsgruppen zielgerichtet und sys- tematisch optimieren. Welche Plattformen und Instrumente auch immer für die Reali- sierung eines modernen in Betracht gezogen werden – eine nutzwert- orientierte Anwendung und gezielte Ver- knüpfung mit bestehenden Kanälen muss immer vordergründiger Anspruch der IR sein, um Authentizität, Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit in der Finanzkommuni- kation zu gewährleisten. IR-Setup 20 Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“
Being Public/Investor Relations „Mit Digitalisierung Compliance auf ein neues Niveau heben“ Interview mir Peter Hiller, Tensid EQS, und Marcus Sultzer, EQS Group Die Digitalisierung ermöglicht eine efﬁ ziente Compliance, die die Gefahr von Fehlern minimiert. Peter Hiller, Managing Director der Tensid EQS, und Marcus Sultzer, International Managing Director der EQS Group in München, erklären im Gespräch mit GoingPublic, mit welchen digitalen Lösungen alle Pﬂ ichten sicher und zuverlässig erfüllt werden können. Kommen wir zur Schweiz: Welche Regulierungen müssen die international tätigen, börsennotierten Unternehmen hier besonders beachten? Hiller: In der Schweiz müssen die Compli- ance-Verantwortlichen der Unternehmen stets im Auge behalten, welche Anforde- rungen die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA stellt. Die Maßnahmen dieser Behörde strahlen m o c . e b o d a . k c o t s – a i f a r g o t o f e n o t © : o t o F GoingPublic: Herr Hiller, Herr Sultzer, was sind derzeit die größten Herausfor- derungen in den Investor Relations und der Unternehmenskommunikation von börsennotierten Unternehmen? Hiller: Als größte Herausforderung sehen wir hier die drei Megatrends Digitalisie- rung, Regulierung und Globalisierung, die alle ineinandergreifen. Daraus lässt sich ableiten, was die Verantwortlichen für die Investor Relations und die Unternehmens- kommunikation brauchen: Eine umfassende cloudbasierte Plattform, die erstens alle Arbeitsschritte digital abbildet, zweitens die stetig zunehmenden Pﬂ ichten aus der Regulierung erfüllt und drittens das Unternehmen efﬁ zient und effektiv mit den globalen Zielgruppen verbindet. Sultzer: Für einen internationalen Techno- logieanbieter in den Bereichen der Digital Investor Relations, Corporate Communi- cations und Compliance bedeutet das: Die Anwendungen, die den global tätigen börsennotierten Unternehmen in allen Ländern angeboten werden, müssen alle nationalen und internationalen Regulie- rungspﬂ ichten, die gesamte Compliance mithin, sicher und efﬁ zient erfüllen und zudem die Investorengemeinde weltweit erreichen. ZU DEN INTERVIEWPARTNERN Marcus Sultzer, International Managing Director der EQS Group AG mit Stammsitz in München, ist verantwortlich für die Auslandsmärkte der Gesellschaft. Zuvor hat er mit mehrjährigen Aufenthalten in Hongkong und Moskau den Aufbau der Ländergesellschaften in Asien und Russland verantwortet. Marcus ist seit 2007 bei der EQS. Peter Hiller, Managing Director, leitet den Bereich Operations bei der Tensid EQS AG, einem führenden Schweizer Technolo gie- anbieter für Digital Investor Rela tions, Corporate Communications und Compliance. Tensid EQS ist ein Tochterunternehmen der EQS Group. 22 Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“
Being Public/Investor Relations teilnehmen. wegen der engen Verﬂ echtung der Schweiz mit der Europäischen Union auch auf die hiesige Wirtschaft aus. Besonders aktuell sind die EU-Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente, MiFID II, und die begleitende Verordnung Markets in Financial Instruments Regulation, MiFIR, die am 3. Januar 2018 in Kraft treten. MiFID II und MiFIR schreiben beispielsweise vor, wer künftig über einen Legal Entity Identiﬁ er, kurz LEI genannt, verfügen muss. Der LEI, ein zwanzigstelliger, alphanumerischer Code, ermöglicht die eindeutige Identiﬁ ka- tion von Marktakteuren, die an Finanz- transaktionen Schweizer Unternehmen sollten deshalb spätestens jetzt abklären, ob ihre Finanztätigkeiten in der EU eine LEI-Pﬂ icht begründen. Sultzer: Zudem ist ab dem 25. Mai 2018 die im letzten Jahr in Kraft getretene Daten- schutz-Grundverordnung, DSGVO, anzu- wenden. Mit dieser Verordnung werden die Regeln für die Verarbeitung von perso- nenbezogenen Daten durch private Unter- nehmen und öffentliche Stellen EU-weit vereinheitlicht. Zu beachten ist außerdem die bereits 2016 in Kraft getretene Markt- missbrauchsverordnung zur Bekämpfung von Insidergeschäften und Marktmanipu- lationen auf den europäischen Finanz- märkten. Dazu kommen nationale Erlasse wie der Deutsche Corporate Governance Kodex, DCGK, oder das französische Gesetz zur Transparenz, zum Kampf gegen die Korruption und zur Modernisierung des Wirtschaftslebens, Loi Sapin II. Die intelligente Digita- lisierung der Prozesse erlaubt es, die Regulie- rungsﬂ ut zu bewältigen und dabei die Wahr- scheinlichkeit von Fehlern zu minimieren. Peter Hiller Hier stellen sich also tatsächlich einige Herausforderungen. Was kann die Digitalisierung zu deren Bewältigung beitragen? Hiller: Die intelligente Digitalisierung der Prozesse erlaubt es, die Regulierungsﬂ ut zu bewältigen und dabei die Wahrschein- lichkeit von Fehlern zu minimieren. Eine neue oder abgeänderte Richtlinie lässt sich beispielsweise automatisiert und mit einer Pﬂ icht zur Empfangsbestätigung sofort an alle Mitarbeiter versenden. Dazu kommen die Möglichkeit von Online- Schulungen und die immer wichtigere Datenanalyse im gesamten Compliance- Bereich. Die Digitalisierung ermöglicht, efﬁ ziente Whistleblower-Lösungen mit anonymisierten Hinweis geberdaten anzubieten. Marcus Sultzer Können Sie weitere Beispiele nennen? Sultzer: Ja, natürlich. Die EU-Marktmiss- brauchsverordnung schreibt vor, die Insiderdaten zu speichern. Das lässt sich mit einem intelligenten, digitalen System elegant lösen. Die Digitalisierung ermög- licht es zudem, efﬁ ziente Whistleblower- Lösungen mit anonymisierten Hinweis- geberdaten anzubieten. Was gibt es denn im Compliance-Bereich konkret für digitale Lösungen? Sultzer: In der Schweiz und in allen ande- ren Ländern können die börsennotierten Unternehmen ihre regulatorischen Pﬂ ich- ten über unsere cloudbasierten Gesamt- systeme für die digitalen Investor Rela- tions und Unternehmenskommunikation, marCo.ch und COCKPIT, bereits weitge- hend erfüllen. Derzeit arbeiten wir in der EQS Group mit Hochdruck daran, die Stärken all unserer Lösungen in einer Gesamtlösung zu vereinen, die in allen Ländern genutzt werden kann. Darin eingeschlossen sind dann der INSIDER MANAGER, mit dem die Insiderverzeich- nisse zuverlässig gepﬂ egt werden können, sowie der SAFE CHANNEL, über den Hin- weisgeber wie Mitarbeiter, Kunden oder m o c . e b o d a . k c o t s – D S K G © : n o i t a r t s u l l I Geschäftspartner Verstöße gegen gesetz- liche Vorschriften innerhalb des Unter- nehmens anonym, sicher und unbüro- kratisch melden können. Dazu kommen wichtige Funktionen wie ein modernes IR und Compliance, CRM-System für natürlich unser führendes Financial Newswire und die zeitsparenden Anbin- dungen beispielsweise zum CMS der Website. Alles in allem kann man sagen: Die Digitalisierung hebt die Compliance auf ein neues Niveau. Apropos INSIDER MANAGER und SAFE CHANNEL: Können auch Schweizer Unternehmen diese Cloud-Lösungen einsetzen? Hiller: Selbstverständlich, die beiden Lösungen sind live und können auch von der Schweiz aus genutzt werden. Im kom- menden Jahr können unsere Schweizer Kunden dann auch von der Weiterentwick- lung unserer Plattformen marCo.ch und COCKPIT proﬁ tieren. Abschließend noch eine Frage: Ihre Lösungen beruhen auf dem Cloud Computing. Ist das im Bereich der Compliance mit ihren vielen sensiblen Daten kein Sicherheitsrisiko? Hiller: Nein, ganz im Gegenteil. Anbieter von geschützten Cloud-Lösungen setzen im Bereich der Sicherheit und der Ver- schlüsselung stets die jeweilige State-of- the-Art-Technologie ein. Denn ein erfolg- reicher Hackerangriff auf eine Cloud wäre auch ein Angriff auf deren Reputation. Man kann deshalb mit Fug und Recht sagen: Geschützte Cloud-Systeme sind in der Regel sicherer als Unternehmensnetz- werke. Davon zeugen auch die Statistiken über erfolgreiche Hackerangriffe: Statio- näre Systeme sind dabei weitaus häuﬁ ger betroffen. Herr Hiller, Herr Sultzer, vielen Dank für das Gespräch. Das Interview führte Svenja Liebig. Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“ 23
Being Public/Investor Relations Investor-Relations-Webseiten auf dem Prüfstand Wie kommunizieren börsennotierte Unternehmen mit ihren Aktionären im Web? Der Navigationsbutton „Investor Relations“ ist eines der wichtigsten Standardmodule der Firmenwebsite eines börsen- notierten Unternehmens. Analysten und Investoren erwarten, dass sie dort alle aktuellen und historischen Informationen ﬁ nden, die für eine Investition in das Unternehmen entscheidend sind. Wir haben die Webseiten großer Schweizer börsennotierter Unternehmen genauer unter die Lupe genommen. Von Dr. Petra Nix und Susanne Erdt U ntersucht wurden die Webseiten von 50 großen notierten Unterneh- men hinsichtlich ihrer Inhalte in den Themenbereichen Investor Relations (siehe Abb. 1) und Corporate Governance. Darüber hinaus war uns auch die Beurtei- lung der Nutzerfreundlichkeit ein Anliegen. Spärliche Angaben zur Aktionärsstruktur Einige Informationen – z.B. ein aktuelles Factsheet – haben sich mittlerweile als Stan- dard jeder Unternehmenswebseite durchge- setzt. Informationen zur Aktionärsstruktur sind jedoch nur spärlich vorhanden, obwohl sich daraus interessante Rückschlüsse ziehen lassen. So werden beispielsweise das Design und die Höhe der Management- Vergütungen von kontinentaleuropäischen und angelsächsisch geprägten Investoren durchaus unterschiedlich beurteilt. Auch innerhalb verschiedener Investorentypen (z.B. Hedge Fonds, inländische und auslän- dische Pensionskassen) kann es zu abwei- chenden oder sogar gegensätzlichen Sicht- weisen kommen, die die Einﬂ ussnahme und schlussendlich auch das Abstimmverhalten an der Generalversammlung stark beein- ﬂ ussen können. Es ist zu erwarten, dass die Haltung des Aktionariats auch den unter- nehmensinternen Umgang mit strategischen Themen beeinﬂ usst. Ein anderer Aspekt ist der Anlagehorizont des Aktionariats, der wiederum die strategische Positionierung und Langfristorientierung der Geschäfts- führung beeinﬂ ussen kann. Die Vermutung liegt nahe, dass ein Unternehmen, dessen Hauptaktionäre angelsächsische Hedge- fonds sind, mit einer stärkeren Einﬂ ussnah- me rechnen muss, was bei Unternehmens- entscheidungen zu berücksichtigen ist, als ein Unternehmen mit großen Staatsfonds und kontinentaleuropäischen Pensionskas- sen im Aktionariat. Der Aktionärsbesitz wird jedoch nur in wenigen Fällen nach Geo graﬁ e, Anlagehorizont, Anlagestil oder Größenordnung des Aktienpakets kategori- siert offengelegt. „Why to buy“ eine Rarität Die Basis für erfolgreiche IR ist das Argument, warum ein Aktionär in das Unternehmen investieren sollte – also die Equity Story. Überraschenderweise knau- sern hier viele Unternehmen mit Informa- tionen. Unsere Bewertungsergebnisse zei- gen, dass sich zwar ungefähr zwei Drittel der untersuchten Unternehmen mehr oder weniger intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt haben. Ein Drittel der untersuchten Unternehmen scheint jedoch nur wenig Wert auf einen konsistenten, durchdachten und interessanten Invest- ment Case zu legen und wurde in unserer Analyse als ungenügend beurteilt. Die Entwicklung einer überzeugenden Equity Story ist ein mit überschaubarem Auf- wand verbundener, aber sehr effektiver Weg, die Essenz einer Unternehmens- strategie zu vermitteln, die sich als „roter Faden“ durch die Kommunikation mit allen Stakeholdern ziehen sollte. Im Hin- blick auf die Umsetzung der MiFID-II- Vorschriften ist zu erwarten, dass sich 24 Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“ IR-Verantwortliche verstärkt um die Beziehungspﬂ ege mit einem erweiterten Investorenkreis kümmern müssen und damit auch die effektive Kommunikation der Equity Story eines Unternehmens an Bedeutung gewinnt. ZU DEN AUTORINNEN Dr. Petra Nix ist Inhaberin und Geschäfts- führende Partnerin von PETRANIX Corporate and Financial Communications AG. Sie verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Finanz- und Unternehmenskommunikation. So leitete sie die IR-Abteilung von Wella und VIAG (heute: E.ON) und bringt mehrjährige Erfahrung aus der Bankenbranche (z.B. Vontobel, Julius Bär) mit. Susanne Erdt ist als Senior Consultant für PETRANIX Corporate and Financial Communications tätig. Davor arbeitete sie im Bereich Investor Relations der UBS, für die SIX Exchange Regulation und mehr als zehn Jahre für Deloitte in den USA und der Schweiz. Sie ist seit 2002 als Certified Public Accountant in den USA zertifiziert und unterrichtet an der ZHAW School of Management and Law.
Being Public/Investor Relations Nachhaltigkeitsbericht üblich – ein Schweizer Phänomen? In der Schweiz publiziert der überwie- gende Teil der großen börsennotierten Unternehmen einen Nachhaltigkeits- bericht, meist in Anlehnung an anerkannte Berichtsstandards, wie z.B. die Global Reporting Initiative (GRI). Weltweit hinge- gen erstellen lediglich 3% der größten gelisteten Unternehmen einen Nachhaltig- keitsbericht. Vor diesem Hintergrund erscheint die auf einem Opting-in-Ansatz beruhende Vorschrift, nach der ein Nach- haltigkeitsbericht gemäß einem von der Börsenaufsicht anerkannten Standard zu erstellen ist, völlig ausreichend. Auf den Unternehmenswebseiten sind die Infor- mationen zur Nachhaltigkeit bei einem Großteil der beurteilten Unternehmen unter einem eigenen Navigationsbutton zu ﬁ nden. Ein Verantwortlicher wird jedoch nur bei zwei der untersuchten Unterneh- men angegeben. Was sich von den Web- seiten oft nicht erschließt, ist die konse- quente Einbindung von Nachhaltigkeits- themen in die Strategie und die Equity Story des Unternehmens. Fazit Eine gute IR-Webseite ermöglicht einen schnellen Zugang zu wichtigen Informatio- nen. Vollständigkeit, schnelle Aufﬁ nd- barkeit und Aktualität sind ein „Muss“. Da der Umfang der zur Verfügung gestellten Daten weiter zunimmt, sind eine logische Struktur, schlüssige Inhalte sowie web- gerechte Texte unerlässlich. Die Such- funktionalität muss intelligent sein, um Abb. 1: Beurteilung der Kriterien im Themenbereich IR Kontakt- information Anlässe und News Nachhaltigkeits- berichterstattung 2,7 2,7 Performance und Berichterstattung Unternehmens- informationen 5,0 3,4 2,7 2,5 4,0 3,0 2,0 1,0 0,0 1,8 3,7 3,2 Creditor Relations Aktionärs- informationen 2,9 3,9 General- versammlung Informationen zur Aktie Analysten- informationen Quelle: PETRANIX ein zielgerichtetes Navigieren der Web- seiteninhalte auch über verschiedene Berichte hinweg zu ermöglichen. Auch interaktive Inhalte können Key Messages des Unternehmens vermitteln. Insgesamt weisen die meisten Web- seiten der untersuchten Unternehmen je nach Kriterium starke Schwankungen auf. Der konsequente und überlegte Einsatz der Unternehmenswebseite ist sicherlich mit Aufwand verbunden. Die vollständige Einbindung in das Kommunikationskon- zept des Unternehmens bietet jedoch – insbesondere vor dem Hintergrund einer integrierten Bericht erstattung und MiFID II – noch viel ungenutztes Potenzial, bestehen- den und zukünftigen Investoren sowie Finanz analysten schnellen Zugang zu entscheidungsrelevanten Informationen zu ermöglichen. Ein besseres Verständnis der Strategie und der Darstellung der Alleinstel- lungsmerkmale eines Unternehmens redu- ziert die Unsicherheit der Investoren und Finanzanalysten, was im Allgemeinen zu Unternehmensbewertung einer besseren führt. Die detaillierte Auswertung der Studie wird im November veröffent- licht. Schreiben Sie bei Interesse an: mail@PETRANIX.com ANZEIGE VERTRAUEN aufbauen. Das Hausbankprinzip für den Kapitalmarkt. BankM - Repräsentanz der FinTech Group Bank AG Mainzer Landstraße 61 D - 60329 Frankfurt am Main www.bankm.de Kontakt: Dirk Blumhoff / Ralf Hellfritsch T +49 (0)69-71 91 838-10 info@bankm.de
Being Public/Investor Relations „LEI fördert die Marktintegrität“ Interview mit Stephan Wolf, CEO, GLEIF Der sogenannte Legal Entity Identiﬁ er, LEI, ermöglicht die eindeutige Identiﬁ kation von Unternehmen, die an Finanztrans- aktionen teilnehmen. Ab 2018 müssen viele Unternehmen sowie ihre Kunden in der EU obligatorisch über einen LEI verfügen. Im Interview erklärt Stephan Wolf, CEO von GLEIF, die wesentlichen Eckpunkte. GoingPublic: Herr Wolf, kurz und knapp: Was ist der Legal Entity Identiﬁ er (LEI)? Wolf: Der Legal Entity Identiﬁ er ist ein zwanzigstelliger, alphanumerischer Code, der mit wesentlichen Referenzdaten ver- knüpft ist. Der LEI erlaubt eine klare und eindeutige Identiﬁ kation von Unterneh- men, die an Finanztransaktionen teilneh- men. Der LEI basiert auf der ISO-Norm 17442, die von der Internationalen Organi- sation für Normung (ISO) entwickelt wurde. Und was ist die Global Legal Entity Identiﬁ er Foundation GLEIF? Die Global Legal Entity Identiﬁ er Foundation GLEIF wurde im Juni 2014 vom Financial Stability Board FSB gegründet. GLEIF ist eine supranationale, gemeinnützige Orga- nisation nach Schweizer Recht. Sie wurde geschaffen, um die Implementierung und die Verwendung des LEIs zu fördern. Das Serviceangebot stellt die operative Integri- tät des globalen LEI-Systems sicher. GLEIF stellt außerdem die technische Infrastruk- tur zur Verfügung, die Nutzern über eine offene Datenlizenz kostenlosen Zugriff auf die gesamten, weltweiten LEI-Daten bietet. Zudem wird ein Partnernetzwerk verwal- tet, die LEI-Vergabestellen, und ermög- licht so ein vertrauenswürdiges Service- angebot und offene, zuverlässige Daten zur eindeutigen Identiﬁ kation von Rechts- trägern in aller Welt. GLEIF untersteht der Aufsicht des LEI Regulatory Oversight Committees, das sich aus Behördenver- tretern aus aller Welt zusammensetzt. Worin liegt der Hauptnutzen des LEI? Das FSB hat darauf hingewiesen, dass die globale Implementierung des LEIs der Unterstützung ﬁ nanzieller Stabilitätsziele“ diene, wie zum Beispiel einem verbessertem Risikomanagement in Unternehmen sowie einer besseren „mehrerer Gemäß Deﬁ nition in der ISO-Norm 17442 ist jeder Rechtsträger, der Finanz- transaktionen durch- führt, zum Erhalt eines LEIs berechtigt. Bewertung mikro- und makroprudenziel- ler Risiken. In diesem Zusammenhang sehen wir den LEI auch als ein Instrument, beispielsweise um Know-your-Customer- Prozesse zu optimieren. Der LEI fördert somit die Marktintegrität und stellt gleich- zeitig einen Kontrollmechanismus gegen Marktmissbrauch und Finanzbetrug dar. In Zusammenarbeit mit unseren Partnern im globalen LEI-System konzentriert sich GLEIF auf die weitere Optimierung der Qualität, Zuverlässigkeit und Nutzbarkeit von LEI-Daten. Dies ermöglicht es Markt- teilnehmern, vom Informationsreichtum zu proﬁ tieren. Welche Unternehmen benötigen einen LEI, und gibt es auch solche, die gleich mehrere haben müssen? Grundsätzlich erhält ein Rechtsträger nur einen LEI. Es ist wichtig zu unterscheiden, ob man für den Erhalt berechtigt ist oder ob man wirklich einen LEI haben muss. Gemäß Deﬁ nition in der ISO-Norm 17442 ist jeder Rechtsträger, der Finanz- transaktionen durchführt, zum Erhalt eines LEIs berechtigt. Ein gesetzliches Erfordernis, über einen Code zu verfügen, ergeht durch die Gesetzgeber und Behör- 26 Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“ den der einzelnen Rechtsräume – etwa eines Landes oder der EU. Wer muss denn in der Schweiz einen LEI haben, und warum ist das wichtig? Im Hinblick auf die Schweiz ist insbeson- dere der Financial Market Infrastructure Act FMIA zu beachten. Rechtsträger, die dieser Vorschrift unterliegen, müssen sicherstellen, die in Bezug auf den LEI rele- vanten Anforderungen zu erfüllen. Gege- benenfalls sollten Unternehmen abklären, ob eine aus der Schweiz heraus in ein Drittland erbrachte Tätigkeit eine LEI- Pﬂ icht begründet. Was ist in Bezug auf die EU zu beachten? In Bezug auf die EU sind namentlich die Umsetzung der seitens des EU-Gesetz- gebers eingeführten, überarbeiteten EU- Richtlinie MiFID II und die begleitende Verordnung Markets in Financial Instru- ments Regulation, MiFIR, zu beachten, die am 3. Januar 2018 in Kraft treten. Die durch die MiFID II und MiFIR umgesetzten ZUM INTERVIEWPARTNER Stephan Wolf ist CEO der im Juni 2014 vom Financial Stability Board eingesetz- ten Global Legal Entity Identifier Foundation, GLEIF, in Basel. Diese supra- nationale, gemeinnützige Organisation nach Schweizer Recht verwaltet das globale System des Legal Entity Identifier LEI.
Rechtsakte schreiben vor, dass eine erhebliche Anzahl von Marktakteuren, für die derzeit keine entsprechende Verpﬂ ich- tung besteht, künftig über einen LEI verfü- gen muss. Im Hinblick auf Transaktions- meldungen im Rahmen der MiFIR hat die Europäische Wertpapier- und Marktauf- sichtsbehörde ESMA dargelegt, dass Investmentﬁ rmen LEIs von ihren Kunden einholen sollten, bevor sie Dienste erbrin- gen, die Meldepﬂ ichten hinsichtlich im Auftrag dieser Kunden ausgeführter Transaktionen auslösen. Dies betrifft auch Kunden mit Sitz in der Schweiz. Wie muss ein Schweizer Unternehmen vorgehen, um einen LEI zu erhalten? Es steht jedem Rechtsträger, der einen LEI beantragen möchte, frei, unter den Verga- bestellen den geeigneten Geschäfts- partner auszuwählen. Im Rahmen der Selbstregistrierung muss sich registrierende Rechtsträger akkurate Referenzdaten liefern. Die LEI-Vergabe- stelle muss dann die Referenzdaten bei den lokalen maßgeblichen Stellen – zum der Wir sehen Potenzial sowohl für die Wirtschaft als auch für Regierungs- organisationen, innova- tive Dienst leistungen zur LEI zu entwickeln. Beispiel einem nationalen Unternehmens- register – validieren und dann einen LEI vergeben, der dem LEI-Standard entspricht. Durch die Einführung neuer Regulierun- gen und Pﬂ ichten entsteht oft erheb- liches Potenzial für neue innovative Dienstleistungen und Start-ups: Sehen Sie ein solches Potenzial im Zusammen- hang mit dem LEI? Ja, wir sehen in der Tat Potenzial, sowohl für die Wirtschaft als auch für Regierungs- Being Public/Investor Relations organisationen, solche innovativen Dienst- leistungen zu entwickeln. Diese können dazu beitragen, Abläufe erheblich zu verschlanken, Kosten zu senken und Durchlaufzeiten für bestimmte Geschäfts- prozesse dramatisch zu senken. Letzteres gilt insbesondere für die Kundenakquise und das Procurement. Insgesamt wird auf diese Weise die Transparenz erhöht. Wir gehen auch davon aus, dass im Umfeld neue Technologien und Plattformen einge- setzt werden, beispielsweise in den Bereichen Blockchain, Identity Management oder Supply Chain. Kurz gesagt: Überall dort, wo Unternehmen mit Kunden und Liefe- ranten in Kontakt treten, hilft der LEI. Das Interview führte Jürg Sigerist. Weitere Informationen: www.gleif.org/de Infos zum Thema Registrierungsstelle: http://gp-mag.de/regierungsstelle Längere Version des Interviews: www.goingpublic.de ANZEIGE Richtig dicke Fische angeln: Der Bewertungs- und Finanzierungsleitfaden für Investoren & Startups Wie ticken Investoren? Wie lassen sich Schwachstellen in Geschäftsmodel- len identiﬁ zieren? Was beﬂ ügelt den Startup-Erfolg? Sven von Loh sensibili- siert Gründer und Investoren für die jeweils andere Perspektive. Unterschied- liche Erwartungen werden transparent – Grundvoraussetzung, damit die Zusammenarbeit auf Zeit erfolgreich gelingt. Gründer erfahren, was ein gutes Startup auszeichnet, welche Faktoren den Erfolg beeinﬂ ussen, wie sie ihr Vorhaben ﬁ nanzierungsfähig machen und den passenden Investor ﬁ nden. Der Autor deckt auf, wie Investoren Startup-Projekte wirklich bewerten. Er zeigt, wie der Kapitalgebereinstieg gelingt, das Miteinander funktioniert und wann ein Exit beiden Seiten einen maximalen Nutzen bietet. Risikokapitalge- ber erfahren einen innovativen Startup-Bewertungsleitfaden, den sie nutzen können, um Investitionsrisiken zu analysieren und zu minimieren. Anlei - t ungen und Tipps, Beispiele und Hintergrundinformationen, die bislang nur wenige kennen, garantieren den Lesern einen zusätzlichen Nutzwert. GoingPublic Media AG, ISBN 978-3-943021-67-7, 288 Seiten, 29,95 €, Mai 2015 Jetzt bestellen: http://vc-mag.de/dickefische
Finanzierung & Investment „Sich gegen die Zukunft zu wehren, ist niemals eine gute Strategie“ Interview mit Walter Oberhänsli, CEO Zur Rose-Gruppe Der Apotheken-Onlinehandel ist teils heftig umstritten – traditionelle Apotheken wehren sich stark gegen das digitale Geschäftsmodell. Die seit Juli an der Schweizer Börse notierte Zur Rose Group – in Deutschland unter dem Markennamen DocMorris bekannt – ist durch den Online-Pharmahandel groß geworden. Im Gespräch mit dem GoingPublic Magazin erklärt CEO Walter Oberhänsli u.a., welchen Herausforderungen sie sich stellen müssen, worin die Vorteile des digitalen Apothekenversands liegen und wie sie sich gegen Konkurrenten wappnen. Wir haben das ganz nüchtern betrachtet und umfassend geprüft, ob wir an die Züricher oder die Frankfurter Börse gehen sollen. Das größte Wachstum sehen wir aktuell in Deutschland. Von daher wäre der deutsche Markt durchaus eine Option gewe- sen. Wir haben uns letztendlich aber doch für die Schweiz entschieden. Hier waren wir schon eine Publikumsgesellschaft, hatten schon eine Vielzahl an Investoren gewon- nen und nach IFRS bilanziert. Außerdem ist der Schweizer Franken aus Investorensicht attraktiver als der Euro, und das Health- care-Segment ist am Schweizer Finanzplatz einfach besser positioniert. Das IPO an der SIX Swiss Exchange war schlussendlich ein Erfolg, weshalb wir jetzt wissen, dass Zürich die richtige Entscheidung war. Worin liegen denn die Vorteile des Online-Pharmahandels? In der Digitalisierung an sich liegt die große Stärke. Das Rezeptgeschäft ist in Deutschland zwar noch kein Online- geschäft, dennoch birgt der digitalisierte Weg mehr Qualitäten als der analoge: Die digitalisierten Prozesse erzeugen eine Transparenz – so z.B., um gewisse Fehl- entwicklungen zu verhindern, wie uner- wünschte Interaktionen mit anderen Medikamenten. Von daher ist die Behaup- tung „Online ist gefährlich“ schlichtweg falsch. Eine weitere Stärke liegt in der Kostengünstigkeit, von der das Gesund- heitssystem proﬁ tiert, denn im Versand müssen z.B. keine teuren Mieten für statio- näre Apotheken bezahlt werden. Der Apotheken-Versandhandel scheidet ja bekanntlich die Geister – besonders alteingesessene Apotheker sehen das Online-Geschäft mit Argwohn. Inwiefern stellt das eine Herausforderung für Sie dar? Sich gegen das „Establishment“ zu behaupten, ist immer herausfordernd. Ich habe mir seit Firmengründung sagen lassen: „Das geht nicht; das darf man nicht.“ Über die Jahre hinweg ist also eine lange Reihe an Vorwürfen seitens traditio- neller Apotheker entstanden. Daneben gab es auch handfeste Rechtsstreitig- keiten, durch die ich mich als gelernter Jurist aber nicht aus der Ruhe habe brin- gen lassen. Ich ﬁ nde es schade, dass man nicht versucht, den Beruf des Apothekers in eine andere, modernere Richtung zu lenken. Sich gegen die Zukunft zu wehren, ist niemals eine gute Strategie. ZUM INTERVIEWPARTNER Walter Oberhänsli ist seit 2005 Delegierter des Verwaltungsrats und CEO der Zur Rose-Gruppe, die er 1993 zusammen mit Ärzten gründete. Zwischen 1996 und 2011 amtete er auch als Präsident des Verwaltungsrats. Er studierte Rechts- wissenschaften an der Universität Zürich und war bis Ende 2004 als selbstständiger Rechtsanwalt in Kreuzlingen tätig. e p p u r G - e s o R r u Z © : o t o F GoingPublic: Herr Oberhänsli, seit Anfang Juli ist Zur Rose nun an der Schweizer Börse notiert. Welche Veränderungen merken Sie als „öffentliches Unternehmen“? Oberhänsli: Bislang bemerken wir noch keine großen Änderungen. Das Timing des IPOs war prinzipiell sehr gut, da gleich im Anschluss die Sommerpause folgte. Was wir im Vergleich zu „früher“ merken: Wir haben nun eine ganz andere Kapitalbasis und können mit einem solide- ren Fundament am Markt agieren. Das ist ein entscheidender Aspekt, der neu für uns ist. jedoch Gab es im Vorfeld Überlegungen, sich außerhalb der SIX an einem anderen Börsenplatz notieren zu lassen? 28 Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“
Finanzierung & Investment GoingPublic-Redakteurin Svenja Liebig im Gespräch mit Walter Oberhänsli, CEO der Zur Rose-Gruppe. Handlungsbedarf besteht deﬁ nitiv noch bei der vermehrten Zulassung von Wettbewerb. Dieser Punkt wurde zwar aktuell am Euro- päischen Gerichtshof angestoßen, ist aber in Deutschland noch nicht wirksam. Man befürchtet durch den vermehrten Wett- bewerb, dass ein Apothekensterben eintre- ten könnte. Dies hätte angeblich zur Folge, dass in den länd lichen Gebieten die Versor- gung einbricht. Jedoch halte ich das für eine ungeprüfte Tatsachenbehauptung, die nie- mals bewiesen wurde. Man sieht am Beispiel der Schweiz, die strukturell nicht viel anders als Deutschland ist, dass Wettbewerb kein Apothekensterben zur Folge hat. Außerdem stellt das Verbot von elektronischen Rezepten in Deutschland ein deutliches Hindernis dar. auf dem Weg, unsere Markenbekanntheit und die Kundenbasis auszubauen sowie den Vorsprung so groß wie möglich zu machen. Somit wären wir auch für Amazon gut gerüstet. In den USA herrscht aber generell ein anderer Umgang mit Medika- menten. Der Online-Pharmahandel ist dort eine Selbstverständlichkeit. Warum sollte Amazon sich den Hürden des euro- päischen Marktes aussetzen, wenn sie doch in den USA die besten Voraussetzun- gen haben? Auch logistisch ist der euro- päische Markt längst noch nicht ausge- reift – deshalb halte ich den Weg für schwierig. Die einzige Möglichkeit sehe ich darin, dass Amazon über Akquisitio- nen in den Pharmamarkt einsteigt. Der Handelsriese Amazon deutet immer mal wieder an, eventuell auch ins Pharma- Versandgeschäft in Europa einzusteigen – wie wappnen Sie sich gegen solch potenzielle Konkurrenten? Wir sehen uns für die Konkurrenz gut auf- gestellt: Das IPO ist vollbracht, wir sind (c) Tai-Pan Kurs:125,00 (6,00 / 5,04%) Zum Beispiel bei Zur Rose? Warum nicht? Vielleicht würde der eine oder andere Aktionär bei einem entspre- chenden Angebot durchaus verkaufen. Eine rein hypothetische Frage zum Schluss: Werden wir in zehn bis zwanzig Jahren überhaupt noch in klassische, „analoge“ Shops, wie z.B. Apotheken, einkaufen gehen? Bestimmt. Es wird zwar sicherlich in den nächsten Jahren noch eine stärkere Konzentrierung auf den Onlinebereich geben, aber aussterben wird das analoge Geschäft sicherlich nicht. Das Angebot muss sich letztlich an den Bedürfnissen der Kunden orientieren; es gibt Menschen, die den Versand von Arzneimitteln genauso bevorzugen wie den Versand von Büchern oder Kleidung. Andere gehen lieber in die Apotheke. Beides ist vollkommen legitim. Herr Oberhänsli, vielen Dank für das überaus spannende Gespräch. Das Interview führten Falko Bozicevic und Svenja Liebig. Was ist das größte Einzelrisiko Ihres Unternehmens? Das größte Risiko ist die Umsetzung. Wir haben zwar präzise Strategien formuliert, doch diese müssen eben auch in die Reali- tät umgesetzt werden und funktionieren. Die Voraussetzung dafür ist, dass man geeignete Mitarbeiter hat und die rich- tigen Entscheidungen fällt. Natürlich bergen die Regularien auch ein gewisses Risiko. Doch das größte Risiko liegt in der Umsetzung, das Richtige zu tun. Stichwort Regularien: Welchen Hürden müssen Sie sich stellen, besonders was das Wachstum im Ausland betrifft? Wir stellen fest, dass zentrale Märkte wie Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien über weite Strecken mittelalter- liche Strukturen aufweisen, da hier das Fremdbesitzverbot herrscht. Hier scheint die Erkenntnis noch lange nicht angekom- men zu sein, dass Wettbewerb Vorteile für die Kunden mit sich bringt. Demnach ist es dort naturgemäß etwas schwieriger, ein Onlinegeschäft zu etablieren – anders als in der Schweiz, Skandinavien oder Großbri- tannien. Wir haben aber dennoch unser Geschäft in Deutschland ausge weitet, da es hier durchaus viel Potenzial gibt. Bis zu dem Tag, an dem Arzneimittel so selbstver- ständlich versendet werden wie Bücher oder andere Konsumgüter, wird aber noch viel Wasser den Rhein runterﬂ ießen. Wo sehen Sie noch Handlungsbedarf, was den E-Commerce-Handel im Pharma- bereich in Deutschland angeht? Zur Rose Group (ISIN CH0042615283) CHF 150,00 145,00 140,00 135,00 130,00 125,00 120,00 Stück 40.000 20.000 0 LOG - SMA(38):17.348 Juli 11 13 17 19 21 25 27 31 07.07.2017 Quelle: Tai-Pan 3 4 7 8 9 11 15 17 21 23 25 29 31 4 5 6 7 8 Umsatz: 32.900 12 47 Kurse 12.09.2017 Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“ 29
Finanzierung & Investment Warum Dividendenjäger die Schweiz mögen Gewinn- und Dividendenwachstum intakt Auch wenn sich allmählich ein Ende der „monetären Kunstwelt“ der Nullzinsen abzeichnet: Im Land der härtesten Währung der Welt wird die Normalisierung des Zinsumfeldes länger dauern. Immer noch strömt internationales Anlage kapital in den sicheren Hafen. Nicht nur deshalb erscheint der Aktienmarkt der Schweiz mit seiner hohen Dividendenrendite von über 3% weiterhin aussichtsreich. Von Falko Bozicevic Swiss Re (ISIN CH0126881561) CHF 90,00 80,00 70,00 60,00 50,00 45,00 40,00 35,00 Stück 2.500.000 1.250.000 0 LOG (c) Tai-Pan Kurs:87,80 (0,90 / 1,04%) - SMA(38):1.477.038 2009 03.12.2009 2011 2012 2013 2014 1957 Kurse 2015 2016 Umsatz: 1.771.906 2017 12.09.2017 F ür 2017 errechnet die Züricher Kanto- nalbank auf Basis ihrer Gewinnschät- zungen ein KGV des Schweizer Aktien- marktes von 20,7 und eine Dividendenrendite von 3,1%. Worauf es mit Blick in die Zukunft jedoch ankommt, sind Gewinnsteigerungen in Folgejahren. Die erwartet die ZKB bei 13,4% für 2018 und 14,7% für 2019, wodurch auch das Markt-KGV über 18,3 auf 15,9 zurückginge. In aller Regel werden die Aus- schüttungen an die Aktionäre etwa proporti- onal zur Gewinnentwicklung angehoben. Dies betrifft jedoch nicht alle Unter- nehmen auf dem Dividendenradar. Nicht gerade wenige Dividendenzahler halten die Ausschüttungen hoch, um den Aktien- kurs zu stützen, oder erhöhen sogar die Dividende. Geht man allein nach der Ausschüttungsrendite, so führen Versiche- rungs- und Bankaktien die Liste an. Zurich Insurance weist eine Dividendenrendite von 5,8% auf, Crédit Suisse 4,8% und UBS 3,7%. Bei genauerer Betrachtung sind diese Aktien jedoch nicht überzeugend. Die Ausschüttungsquote von Zurich Insu- rance liegt bei 85%, was als Warnsignal verstanden werden will: Die jahrelange Niedrig- und sogar Negativzinspolitik in der Schweiz macht es für die Assekuranz Quelle: Tai-Pan schwierig, langfristig akzeptable Anlage- ergebnisse zu erzielen. Finanztitel blenden mit hohen Dividenden Ähnlich wie in Deutschland beﬁ nden sich die großen Banken der Schweiz, Crédit Suisse und UBS, ebenfalls in schwierigem Fahrwasser. Bilanzen werden verkürzt, Restrukturierung und Neuausrichtung prägen das Geschehen. Anleger sind nicht unbedingt begeistert. CS beispielsweise erzielte zuletzt einen Verlust – schüttet dennoch aus. Auch wenn manches auf eine Verbesserung der Marktbedingungen für die großen Banken und Versicherun- gen hinweist, die Schatten des monetären Regimes und der Wettbewerbsintensi vie- rung durch FinTechs und Schattenbanken sind lang – und die Regulierungskosten bleiben hoch. Eine Ausnahme unter den Finanztiteln bildet die Rückversicherung Swiss Re mit einer nachhaltigen Dividendenrendite von 5,5%. Nachhaltig, da die Ausschüttungs- quote bei Swiss Re nur bei 43% liegt und die Gesellschaft anerkannt weltweit zu Schweizer Dividendenwerte (Auswahl) Unternehmen Kurs CHF am 25.08. KGV 2016 Dividendenrendite Ausschüttungsquote Swiss Re Roche Novartis Nestlé Swisscom Quelle: SIX Swiss Exchange 88 245 80 81 479 9 18 27 27 16 5,5% 3,4% 3,4% 2,8% 4,6% 43% 73% 96% 84% 71% 30 Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“
Finanzierung & Investment Nestlé (ISIN CH0038863350) CHF 80,00 70,00 60,00 50,00 45,00 Stück 10.000.000 5.000.000 0 LOG (c) Tai-Pan Kurs:81,40 (0,00 / 0,00%) - SMA(38):4.318.092 2009 02.12.2009 2011 2012 2013 2014 1957 Kurse 2015 2016 Umsatz: 4.555.961 2017 12.09.2017 Quelle: Tai-Pan auf gleicher Höhe wie bei Roche. Allerdings liegt das KGV bei 27, da diverse Patente abgelaufen sind und die Neuzulassungen nicht schnell genug kompensieren. Die Pipeline ist auch bei Novartis vielverspre- chend, die optisch hohe Ausschüttungs- quote von 96% wird am Markt aber wohl nur vorübergehend toleriert werden. Nestlé unter Erwartungsdruck Bei Nestlé, dem wohl bekanntesten Dividen- denzahler der Schweiz, sind die Gewinne in den letzten Jahren indes kaum noch gestiegen. Die Dividende wurde trotzdem jeweils leicht angehoben. Die Ausschüt- tungsquote ist daher auf 84% angestiegen, was deutlich über dem langfristigen Ziel- den besten Risiko-Managern zählt. Die global aktive und in US-Dollar bilanzierende Gesellschaft verfolgt das Ziel, die Dividende langfristig zu steigern oder zumindest ihre Höhe zu halten. Kapital, das nicht für Investitionen benötigt wird, soll an die Aktionäre zurückgezahlt werden. Wer allerdings an eine unmittelbar bevorste- hende weitere Finanzkrise glaubt, sollte nicht einmal auf Swiss Re setzen, denn nach 2001 und nach 2007 waren die Kor- rekturen heftig – boten allerdings im Rück- blick die besten Einstiegszeitpunkte. Pharma-Aktien sind beste Dividendenzahler Die andere herausragende Ausnahme auf dem Kurszettel der Börse Zürich ist der Pharma-Titel Roche. Nicht in erster Linie aufgrund der bemerkenswerten Dividen- denrendite von 3,4%, sondern da Roche die Dividende seit fast 30 Jahren kontinu- ierlich erhöht hat. Allein in den letzten zehn Jahren wurde die Ausschüttung um 15% p.a. angehoben! Es gibt nur wenige börsennotierte Unternehmen in Europa, die da mithalten können. Die Ausschüt- tungsquote ist mit 73% derzeit zwar hoch, doch die reich gefüllte Wirkstoff-Pipeline verspricht für die kommenden Jahre wei- tere Gewinnschübe. Mit einem KGV von 18 erscheint Roche auch unterbewertet ge- genüber den Pharma-Aktien der Wall Street, die KGVs von deutlich über 20 oder, wie im Fall Merck, sogar 38 aufweisen. Ähnlich liegt der Fall bei Novartis, dem anderen Healthcare-Giganten der Eidge- nossen. Die Dividendenrendite ist mit 3,4% Roche (ISIN CH0012032048) band liegt. Aktuell liegt die Dividenden- rendite von Nestlé bei 2,8%. Das KGV beﬁ n- det sich mit 27 auf hohem Niveau, was aber im Bereich der Multis nicht unge- wöhnlich ist. Mit einem neuen CEO und einem aktivistischen Hedge Fund als Aktionär steigen die Chancen auf eine stärkere Fokussierung, höhere Margen und einen Kurs, der am Shareholder Value ausge- richtet ist. Mehr hierzu auch auf S. 36. Swisscom bietet eine Dividendenrendite von 4,6%, und die erscheint auch sicher. Die Ausschüttungsquote liegt bei 71%, was aber in der reifen Industrie mit hohen Cashﬂ ows durchaus üblich ist. Mit einem KGV von fast 16 scheint die Aktie fair be- wertet. Sie bewegt sich seit Jahresbeginn langsam in einem Aufwärtstrendkanal nach oben. Das Kurspotenzial erscheint jedoch begrenzt. Fazit Unter den Aktien aus der zweiten Reihe sind aufgrund der starken Entwicklung der Small- und Mid Caps seit 2016 kaum noch attraktive Dividendenaktien zu ﬁ nden. Zudem besteht bei den niedriger kapitali- sierten Werten das Risiko, dass der typische spätzyklische Ausschlag nach oben bei einer allfälligen Korrektur von einem ebenso heftigen Abschwung abgelöst wird. Dem- gegenüber erscheinen aktuell die Kursrisiken bei den internationalen Blue Chips Swiss Re, Roche, Novartis und Nestlé überschaubar. Gleichzeitig weisen diese Titel aus verschiedenen Gründen beacht- liches Aufwertungspotenzial auf. Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“ 31 CHF 250,00 200,00 180,00 160,00 140,00 120,00 Stück 2.500.000 1.250.000 0 LOG (c) Tai-Pan Kurs:242,30 (0,80 / 0,33%) - SMA(38):1.101.283 2009 02.12.2009 2011 2012 2013 2014 1957 Kurse 2015 2016 Umsatz: 1.468.216 2017 12.09.2017 Quelle: Tai-Pan
Finanzierung & Investment „Bei Unsicherheiten in der Welt gilt die Schweiz als ‚safe haven‘“ Interview mit Hanspeter Gehrer und Marc Klingelfuss, Vontobel Im Gespräch mit dem GoingPublic Magazin erklären Hanspeter Gehrer und Marc Klingelfuss vom Schweizer Finanzinstitut Vontobel u.a., wie es um den Schweizer IPO-Markt sowie die Wirtschaftskraft des Landes bestellt ist und warum es für einige Gesellschaften attraktiv ist, einen Unternehmensteil abzuspalten (z.B. jüngst Galenica Santé). trennen, welche nicht mehr ihrer strategi- schen Stoßrichtung entspricht. Ein Spin-off kann jedoch auch eine Möglichkeit sein, die Verkäuferin mit Liquidität und das abgespaltene Unternehmen mit zusätz- lichem Eigenkapital zu versorgen. Klingelfuss: Gerne möchten wir an dieser Stelle auf eine weitere interessante Trans- aktion am Schweizer Markt verweisen, bei der wir auf der Seite von Johnson & John- son mitgewirkt haben. Diesen Frühling m o c . e b o d a . k c o t s – s n a h n e s i E © : o t o F GoingPublic: Herr Gehrer, Herr Klingel- fuss, in der Schweiz gab es mit Landis+Gyr und Galenica Santé zwei milliardenschwere Börsengänge. Wie wirkt sich dieses positive Klima generell auf den Schweizer Kapitalmarkt aus? Gehrer: Mit der Abspaltung des Apothe- ken- und Logistikgeschäfts hat sich Galenica in zwei Unternehmen mit unter- schiedlichem Geschäftsproﬁ l aufgeteilt. Eine Transaktion, die sich bereits seit Längerem abzeichnete, jedoch verschie- dene vorbereitende Schritte bedingte. Es war mit 1,9 Mrd. CHF in Europa das zweit- größte IPO im ersten Halbjahr. Noch vor der Sommerpause folgte mit Landis+Gyr ein zweites Schwergewicht. Im Rahmen eines sogenannten Dual-Track-Prozesses, bei dem die Verkäufer Toshiba und Inno- vation Network Corporation of Japan (INCJ) sowohl den Verkauf als auch den Börsengang prüften, hat man sich für den IPO-Weg entschieden. Zwei der bis dato drei größten Publikumsöffnungen in Europa sind somit Schweizer Unternehmen. Bei beiden IPOs fungierte Vontobel als Syndi- katsmitglied. Es ist erfreulich, dass der Börsenplatz Schweiz durch diese zwei wesentlichen und erfolgreichen Neu- zugänge bereichert wurde, zumal dadurch die Kapitalisierung des Aktienmarktes erhöht und dessen Diversiﬁ kation verbes- sert wird. Was sind generell betrachtet Beweg- gründe für eine Gesellschaft, einen Unternehmensteil abzuspalten? Gehrer: Abspaltungen können strategi- sche, ﬁ nanzielle, regulatorische und andere Motive haben. Oft sieht die Eigentümerin der abzuspaltenden Gesellschaft darin einen Weg, sich von einer Aktivität zu in ZU DEN INTERVIEWPARTNERN Hanspeter Gehrer ist seit 2006 Leiter des Corporate-Finance-Teams der Bank Vontobel AG. Zuvor war er bei JP Morgan und Lehman Brothers führenden Funktionen tätig. Gehrer hat während sei- ner Karriere zahlreiche, namhafte Aktien-, Fremdkapitalmarkt- und M&A-Mandate begleitet. Marc Klingelfuss ist seit 26 Jahren im Investment Banking tätig und ist seit 2006 stv. Leiter des Corporate-Finance-Teams der Bank Vontobel AG. Frühere Stationen waren Lombard Odier und Credit Suisse. Er hat u.a. bei der Strukturierung und Abwicklung von IPOs, Hybriden Anleihen, Kapitalerhöhungen, Restrukturierungen und öffentlichen Übernahmeangeboten im Schweizer Markt maßgeblich mitgewirkt. 32 Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“
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Finanzierung & Investment wurde das 30-Mrd.-USD-Übernahme- angebot auf Actelion erfolgreich umge- setzt, eine der größten Übernahmen am Schweizer Kapitalmarkt. Im Rahmen des Angebotes wurde die frühe Forschungs- und Entwicklungspipeline in ein neues Unternehmen eingebracht und unter dem Namen Idorsia an die Börse gebracht. Johnson & Johnson wird die erfolgreich eingeführten Produkte weltweit vertrei- ben und bleibt zudem an Idorsia beteiligt, deren Marktkapitalisierung inzwischen über 2 Mrd. CHF beträgt. Gibt es nebst unterschiedlichen Beweg- gründen auch verschiedene Arten von Abspaltungen? Klingelfuss: Einerseits gibt es Spin-offs, bei denen sämtliche Aktien der abzuspal- tenden Gesellschaft den Aktionären der Muttergesellschaft unentgeltlich übertra- gen werden. Andererseits gibt es Trans- aktionen, bei denen die Muttergesellschaft die abzuspaltende Gesellschaft teilweise oder ganz veräußert, indem sie ihre Anteile an der Tochter im Rahmen eines Börsen- ganges im Markt platziert. Oftmals nimmt das abgespaltene Unternehmen bei dieser Gelegenheit auch neues Eigenkapital zur Wachstumsﬁ nanzierung oder zur Tilgung von Schulden auf. Gibt es Industrien, die für Spin-offs prädestiniert sind? Gehrer: Das Universum abgespaltener Gesellschaften ist sehr breit. Meist wer- den Spin-offs von Konglomeraten durch- geführt, die sich während ihrer Entwick- lung in Bereiche diversiﬁ ziert haben, die untereinander keine oder sehr beschränkte Kosten- oder Ertragssynergien aufweisen. Die Aktien abgespaltener Gesellschaften entwickeln sich oft besser als jene der Muttergesellschaft oder vergleichbarer Unternehmen. Was sind die Gründe? Gehrer: Abgespaltene Einheiten sind oft bedeutend kleiner als die Muttergesell- schaft und verändern deren Struktur somit nur unwesentlich. Ein Spin-off, der von den bestehenden Aktionären begrüßt wird, führt somit nicht notwendigerweise zu einer nennenswerten zusätzlichen Nachfrage nach Aktien der veräußernden Gesellschaft. Im Gegensatz dazu wird die entsprechende Tochter im Vorfeld so strukturiert, dass sie einen attraktiven „Investment Case“ aufweist. Anschlie- KMU in der Schweiz sind eher konservativ ﬁ nanziert, d.h. sie wei- sen einen hohen Eigen- kapitalanteil auf. Marc Klingelfuss ßend wird sie von den Syndikatsbanken bei potenziellen Investoren positioniert und aktiv vermarktet. Zudem werden die Aktien der „neuen“ Gesellschaft meist mit einem IPO-Discount zugeteilt, also leicht unter dem fairen Wert. Diese Faktoren erhöhen tendenziell die Nachfrage und somit auch die Performance. Welche Rolle spielt der Kapitalmarkt im Allgemeinen für die Unternehmensﬁ nan- zierung in der Schweiz? Klingelfuss: KMU in der Schweiz sind eher konservativ ﬁ nanziert, d.h. sie weisen einen hohen Eigenkapitalanteil auf. Dane- ben haben wir einen etablierten Kredit- markt mit einem breiten Angebot an Instrumenten, in dem neben den Groß- banken v.a. auch die Kantonal- und Regionalbanken eine wichtige Rolle spie- len. Der Kapitalmarkt kommt grundsätz- lich nur für die mittleren und größeren Unternehmen als zusätzliche Finanzie- rungsalternative infrage. Für Investoren am Aktienmarkt ist u.a. die Liquidität ein wichtiges Kriterium, daher sollte der ﬂ otierende Teil des Aktienkapitals deut- lich über 100 Mio. CHF liegen, um für Anleger attraktiv zu sein. Ausnahmen bestätigen die Regel. Anleihen am Fremd- kapitalmarkt werden auch überwiegend durch große Unternehmen begeben, die zudem ein Investment Grade Rating auf- weisen. In den vergangenen Jahren haben jedoch auch einige kleinere Firmen mit einem Rating unterhalb der BBB-Schwelle sich über den Bondmarkt ﬁ nanziert, es handelte sich jedoch dabei meist um etablierte Unternehmen. Einen eigent- lichen Markt für hochverzinsliche Anlei- hen wie in Deutschland gibt es hierzu- lande jedoch nicht. Zwei längerfristige und teilweise zusammenhängende Ten- denzen gilt es zu beobachten: die Ver- schiebung weg von den herkömm lichen Bankﬁ nanzierungen hin zum Kapitalmarkt bzw. zu neuen alternativen und heute noch wenig regulierten, digitalen Märkten (z.B. Crowdlending etc.). Die Schweiz zeigt sich selbst in schwieri- gen Situationen immer recht robust – sei es der „Frankenschock“ 2015 oder geo- politische Krisen in der Welt. Was sind die Gründe dafür? Klingelfuss: Unseres Erachtens hängt dies stark mit der Entwicklung der Schweiz zusammen. Wir mussten uns als rohstoff- armes und kleines Land immer wieder am Weltmarkt behaupten und durch ﬂ exibles Agieren neuen Umständen anpassen. Bei Unsicherheiten in der Welt gilt das Land zudem weiterhin als „safe haven“. Die Wettbewerbsfähig- keit sowie der gute Ruf des Schweizer Kapital- marktes sind sicherlich wesentliche Elemente, die es zu sichern und auszubauen gilt. Hanspeter Gehrer Welchen Herausforderungen muss sich der Schweizer Kapitalmarkt in der nahen Zukunft stellen? Gehrer: Die Wettbewerbsfähigkeit sowie der gute Ruf sind sicherlich wesentliche Elemente, die es zu sichern und auszubau- en gilt. Der Kapitalmarkt ist zudem eng verknüpft mit dem Vermögensverwal- tungsgeschäft, d.h. dem Anlegen von privaten und institutionellen Geldern. Das Ganze ist eingebunden in einen steuer- lichen und regulatorischen Rahmen, der mehr und mehr auch von außen mit- bestimmt wird. Herr Klingelfuss, Herr Gehrer, vielen Dank für das informative Gespräch. Das Interview führte Svenja Liebig. 34 Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“
Finanzierung & Investment Aktionärsaktivismus in der Schweiz Einﬂ uss von Aktivisten wird stärker Am Schweizer Markt konnte in den vergangenen Jahren eine signiﬁ kante Zunahme an Aktionärsaktivismus beobachtet werden. Der nachfolgende Beitrag beleuchtet die Hintergründe und die von den Aktivisten angewandten Taktiken und zeigt potenzielle Verteidigungsmittel der Zielgesellschaften auf. Dr. Rudolf Tschäni und Hans-Jakob Diem lichen Generalversammlung 2017 ein Ver- treter von Cevian Capital in den Verwal- tungsrat der ABB gewählt. Als weitere Beispiele für High-Proﬁ le-Kampagnen können RBC Capitals Kampagne bei gategroup, die 2016 zur vollständigen Übernahme durch die chinesische HNA führte, GO Investments Kampagne bei Kuoni Group, welche in einem Going- private von Kuoni Group resultierte, oder etwa der gescheiterte Versuch von Elliott Advisors im Jahr 2011, sechs neue Verwal- tungsräte von Actelion zu bestellen, genannt werden. Diese Beispiele zeigen, ZU DEN AUTOREN Dr. Rudolf Tschäni ist Partner von Lenz & Staehelin in Zürich und wird als „Doyen“ des Schweizer M&A-Rechts bezeichnet. Er berät Verwaltungsräte von Unternehmen in Übernahmesituationen und ist regelmäßig als Schiedsrichter tätig. Hans-Jakob Diem ist Partner und Leiter der Fachgruppe Corporate & M&A bei Lenz & Staehelin in Zürich. Er verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Mergers & Acquisitions und Kapital markt- transaktionen. m o c . e b o d a . k c o t s – n a n a h c t i v © : n o i t a r t s u l l I D ie Anzahl der Kampagnen von Akti- visten – von 2010 bis 2016 über 20 – zeigt, dass die Schweiz in den ver- gangen Jahren zu einem wesentlichen Markt für Aktivisten geworden ist. Obwohl sog. Small- und MidCap-Gesellschaften häuﬁ ger das Ziel sind als SMI-Gesellschaf- ten, sind auch die größten Schweizer Gesellschaften vor Angriffen nicht gefeit: Im Juni 2017 beispielsweise hat Third Point bekannt gegeben, über eine Beteiligung von 1,3% (im Wert von 3,3 Mrd. CHF) an Nestlé zu verfügen. Auch Großunternehmen im Visier von Aktivisten Third Point hat Nestlés Führung öffentlich aufgefordert, die Beteiligung von Nestlé an L’Oréal zu verkaufen, den Verschul- dungsgrad zu erhöhen und ein Aktien- rückkaufprogramm zu starten. Nur einen Tag nachdem die Forderungen von Third Point publik wurden, kündigte Nestlé einen Aktienrückkauf mit einem Volumen von bis zu 20 Mrd. CHF an. Ein weiteres Beispiel für ein Großinvestment eines Aktivisten, wenn auch ein längerfristig orientiertes, wurde 2015 publik, als die schwedische Cevian Capital bekannt gab, über eine Beteiligung von mehr als 3% an ABB zu verfügen. Cevian Capital forderte ABB in der Folge öffentlich auf, die Strom- netzsparte abzuspalten. Diese Forderung führte zu einer strategischen Überprüfung seitens ABBs Verwaltungsrates, nach welcher dieser zum Schluss gelangte, von einer Veräußerung der Sparte abzusehen. Ungeachtet dessen wurde an der ordent- 36 Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“
dass sich das aktivistische Interesse nicht in erster Linie auf eine speziﬁ sche Indus- trie richtet: Vielmehr fokussieren Aktivis- ten in der Schweiz, wie in anderen Ländern auch, auf Gesellschaften mit vermeint- lichen Unzulänglichkeiten in der Corporate Governance oder operativen Problemen, mit überschüssigen Finanzmitteln oder tiefem Verschuldungsgrad sowie auf potenzielle Übernahmekandidaten. Die von den Aktivisten in der Schweiz angewandten Taktiken unterscheiden sich nicht signiﬁ kant von denjenigen in ande- ren Ländern: Bevor die Aktivisten auf den Verwaltungsrat zugehen, erwerben sie eine Beteiligung von typischerweise weniger als 3% der Stimmrechte, da ein darüber hinausgehender Erwerb nach den börsenrechtlichen Bestimmungen offen- gelegt werden müsste. Nach dem Beteili- gungsaufbau erfolgt die Kontaktaufnahme mit dem Verwaltungsrat, um diesem die speziﬁ schen Ideen und Forderungen zu präsentieren. Sofern die nicht-öffentlichen Gespräche mit dem Verwaltungsrat nicht zielführend sind, starten die Aktivisten in aller Regel ihre öffentliche Kampagne, um die institutionellen Anleger für ihre Ideen zu gewinnen. Können sich der Verwal- tungsrat und der Aktivist nicht einigen, weil der Verwaltungsrat den Forderungen nicht nachgibt und auch der Aktivist von seinen Forderungen nicht Abstand nimmt, so entscheidet sich die Auseinanderset- zung letztlich an der Generalversamm- lung (GV). Verfügt der Aktivist über eine erhebliche Beteiligung an der Zielgesell- schaft (d.h. Aktien mit einem Nennwert von insgesamt 1 Mio. CHF bzw. 10% des Aktienkapitals, sofern die Statuten keine tieferen Schwellen vorsehen), so hat er das Recht, die Traktandierung von Ver- handlungsgegenständen zu verlangen bzw. eine außerordentliche GV einzuberu- fen. Es können dabei jedoch nur Verhand- lungsgegenstände traktandiert werden, welche innerhalb der Kompetenz der GV liegen. Entsprechend ist es z.B. wohl nicht möglich, den Verwaltungsrat mittels einer Abstimmung an der GV zu beauftragen, Übernahmegespräche mit einer Dritt partei aufzunehmen. Darüber hinaus haben Akti- visten ungeachtet der Größe ihrer Beteili- gung namentlich das Recht, an der GV zu bereits traktandierten Verhandlungsgegen- ständen Anträge zu stellen. Dies ermög- licht es einem Aktivisten insbesondere, unter dem Tagesordnungspunkt Wahlen Finanzierung & Investment m o c . e b o d a . k c o t s – i n a z i d © : n o i t a r t s u l l I des Verwaltungsrates eigene Kandidaten zur Wahl vorzuschlagen. Die Rolle des Verwaltungsrats und der Proxy Advisor Die Reaktion des Verwaltungsrates der Gesellschaft auf einen aktivistischen Vorstoß hängt naturgemäß von den Umständen des Einzelfalls ab. Üblicher- weise entscheidet der Verwaltungsrat nach ersten, informellen Gesprächen, ob der Dialog mit dem Aktivisten weiter- geführt wird. Falls der Aktivist die Kam- pagne öffentlich bekannt macht, versucht der Verwaltungsrat mithilfe von externen Beratern (und häuﬁ g auch Proxy Solici- tors), die Unterstützung seiner Aktionäre häuﬁ g mit einer Kombination von strate- gischen und betrieblichen Initiativen, Public Relations und direktem Dialog mit den Großaktionären sicherzustellen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob Verwaltungsräte von Schweizer Gesellschaften dem Druck von Aktionären stärker ausgesetzt sind als Verwaltungs- räte von ausländischen Gesellschaften: Seit dem Inkrafttreten der Verordnung gegen übermäßige Vergütungen bei notierten Gesellschaften im Jahr 2014 muss jedes Mitglied des Verwaltungsrates jährlich wiedergewählt werden. Zudem müssen sowohl die Vergütung des Verwal- tungsrates als auch die Vergütung des Managements jährlich von der GV geneh- migt werden – entsprechend hat auch die Bedeutung der Empfehlungen von Stimm- rechtsberatern zugenommen. Dies kann dazu führen, dass sich der Verwaltungsrat dem Druck der Aktionäre evtl. stärker ausgesetzt sieht, als dies vor Inkrafttreten der Verordnung der Fall war. Trotz allem darf man jedoch festhalten, dass sich der Verwaltungsrat weiterhin im Vorteil gegenüber Aktivisten sieht, da er sowohl die Vorbereitung als auch die Durchfüh- rung der Generalversammlung maßgeb- lich kontrolliert. Ausgeprägt ist dieser Vorteil bei Gesellschaften, die über präventive Abwehrmechanismen verfü- gen, wie namentlich Übertragungs- oder Stimmrechtsbeschränkungen (welche die Stimmkraft typischerweise auf 3–5% be- schränken). Fazit Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Aktionärsaktivismus in den vergan- genen Jahren auch in der Schweiz zuge- nommen hat. In verschiedenen Fällen waren die Kampagnen Auslöser von Ver- änderungen, insbesondere von M&A- Aktivitäten. Obwohl die Aktionäre auf- grund einer Änderung des gesetzlichen Umfelds mehr Einﬂ uss gewonnen haben, ist es für einen glaubwürdigen, sorgfältig arbeitenden und gut vorbereiteten Ver- waltungsrat weiterhin möglich, die lang- fristigen Ziele der Gesellschaft gegen die kurzfristig orientierten Interessen der Aktivisten erfolgreich durchzusetzen. Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“ 37
Finanzierung & Investment Die Schweiz als globales FinTech-Zentrum Für etablierte Banken bieten sich sogar enorme Chancen statt Risiken Die Rahmenbedingungen für Schweizer FinTech-Unternehmen sind im internationalen Vergleich ausgezeichnet. Dies veranschaulicht auch das beachtliche Wachstum der Anzahl an Unternehmen von 17% auf 190 Unternehmen im vergangenen Jahr. Dieser Artikel präsentiert die zentralen Erkenntnisse aus der diesjährigen IFZ FinTech Study 2017, welche die aktuelle Lage sowie zukünftige Trends des Schweizer FinTech-Sektors beleuchtet. Von Dr. Thomas Ankenbrand und Denis Bieri Abb. 1: Anzahl Schweizer FinTech-Unternehmen nach Kanton und Geschäftsmodell lung der Unternehmen nach Kantonen und Geschäftsfeldern zeigt Abb. 1. Daraus ist zu erkennen, dass sich der Kanton Zug zu einem wichtigen Standort im Bereich der Distributed Ledger Tech- nologie (DLT), oftmals Blockchain-Tech- nologie genannt, entwickelt hat. Aufgrund dessen wird Zug international auch als „Crypto Valley“ bezeichnet.2 Die Anhäu- fung von Unternehmen im Bereich DLT hat Payment Distributed Ledger Technology Investment Management Banking Infrastructure Deposit & Lending Analytics Quelle: IFZ FinTech Study 2017 D ie Schweiz bietet ausgezeichnete Rahmenbedingungen für die FinTech- Branche: In einem internationalen Vergleich von 27 FinTech-Ökosystemen liegen Zürich und Genf auf Platz zwei und drei hinter dem erstplatzierten Singapur.1 Diese förderlichen Bedingungen haben zu einem lebendigen Schweizer FinTech- Sektor geführt, mit 190 aktiven Unterneh- 1) Für weitere Informationen siehe http://gp-mag.de/trfintech 2) Für weitere Informationen siehe https://cryptovalley.swiss/ men per Ende 2016. Im Vergleich zu 2015 entspricht dies einem Zuwachs von 17% – im Jahr 2010 zählte man noch 24 FinTech- Unternehmen. Kanton Zug on Top In Bezug auf die Anzahl domizilierter Unternehmen in der Schweiz konnte Zürich mit nun 84 (plus 12) FinTech-Unter- nehmen die Spitzenposition ausbauen, gefolgt von Zug mit 29 (plus 8) und Genf mit 19 (plus 6). Eine genaue Aufschlüsse- ZU DEN AUTOREN Dr. Thomas Ankenbrand hält einen Master abschluss von der Universität St. Gallen sowie einen Doktortitel der Universität Lausanne. Er ist Gründer meh- rerer Unternehmen und verfügt über breite Erfahrung als CEO und Vorstandsmitglied von verschiedenen Finanzinstituten. Zurzeit ist Ankenbrand an der Hochschule Luzern im Bereich FinTech tätig. Denis Bieri ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Luzern tätig. Sein Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der Finanzdienstleistungen, mit speziellem Fokus auf Finanztechnologien (FinTech). Zeitgleich verfolgt Bieri ein Doktoratsstudium an der Universität Basel. 38 Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“
Finanzierung & Investment Abb. 2: Anteil Schweizer FinTech-Unternehmen nach Ertragsmodell (2015: n=162, 2016: n=183) 2015 2016 50% 40% 30% 20% 10% 0% i s e n a p m o C i h c e T n F f o n o i t r o p o r P n=103 9% 7% 10% 5% 7% 4% n=4 n=45 n=39 4% 4% 4% 4% 2% 3% 3% 4% 3% n=22 2% 5% n=32 3% 2% 3% 3% n=5 50% 40% 30% 20% 10% 0% i s e n a p m o C i h c e T n F f o n o i t r o p o r P n=111 7% 7% 8% 4% 5% 2% n=9 n=81 n=70 4% 6% 8% 4% 2% 4% 2% 8% 4% n=12 n=18 n=36 2% 2% 4% 2% Analytics Banking Infrastructure Distributed Ledger Technology Deposit & Lending Investment Management Payment Quelle: IFZ FinTech Study 2017 sich im Jahr 2017 durch eine Vielzahl von Initial Coin Offerings (ICOs), einer alter- nativen Finanzierungsform für neue Kryptowährungsprojekte, weiter ver- stärkt. Im ersten Halbjahr 2017 haben sich mehrere zuvor international ansässige Start-ups in Zug niedergelassen und sich über diese alternative Finanzierungsform ein Volumen von über 250 Mio. USD an Kapital beschafft. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2016 belief sich die Summe der offengelegten Venture-Capital-Inves- titionen im Schweizer FinTech-Sektor auf rund 22 Mio. USD. sich Going Global Aber nicht nur Zuger FinTech-Unterneh- men, sondern der gesamte Schweizer FinTech-Sektor orientiert stark global: Der Hauptgrund hierfür ﬁ ndet sich in der Größe des Schweizer Marktes, welcher für die meisten FinTech- Geschäftsmodelle zu klein ist. Der Trend zur Globalisierung und Spezialisierung von Schweizer FinTech-Unternehmen hat im vergangenen Jahr weiter zugenommen: Ende 2016 verfolgten rund 60% der Firmen ein internationales Business-to-Business- Geschäftsmodell. Das heißt, dass sie oft- mals als spezialisierte globale Zulieferer von etablierten Finanzdienstleistungs- unternehmen tätig sind. Auch die Inkuba- toren und Akzeleratoren sowie die Wag- niskapitalgeber agieren verstärkt inter- national. Daher wird es für das weitere Wachstum der Schweizer FinTech-Industrie wichtig sein, dass einerseits die Produkte und Dienstleistungen global exportiert werden können, andererseits ein globaler Zugriff auf talentierte Mitarbeitende und Kapital gewährleistet ist. Des Weiteren muss das regulatorische Umfeld weiterhin dynamisch auf kommende Entwicklungen angepasst werden, um einer möglichen Abwanderung von FinTech-Unternehmen entgegenzuwirken. Mit den seit dem ersten August in Kraft stehenden neuen regulatorischen Rahmenbedingungen für FinTech-Unternehmen wurde dem ein ers- tes Mal Rechnung getragen. Ungeachtet des Wachstums und der steigenden Reife des Schweizer FinTech- Sektors stehen die Unternehmen nicht in direkter Konkurrenz mit den Geschäfts- modellen von etablierten Banken. In den meisten Fällen kooperieren die Firmen mit den Banken oder agieren als deren Zuliefe- rer. Dies wird durch Abb. 2, welche die Ertragsmodelle der FinTech-Unternehmen zeigt, bekräftigt. Daraus wird ersichtlich, dass die Einnahmen von Schweizer FinTech-Unternehmen verstärkt über Lizenzgebühren und SaaS (Software-as-a- Service), wie üblich für technologie- getriebene Geschäftsmodelle, generiert werden. Die typischen Ertragsmodelle der etablierten Finanzunternehmen haben hingegen eine tiefe Bedeutung (Zins- und Handelsgeschäfte) oder verlieren bei den Unternehmen an Relevanz (Kommissionsgeschäfte). FinTech-Unter- nehmen können also nicht als direkte Konkurrenz für etablierte Banken verstan- den werden, sondern eher als innovative in deren Digitalisierungs- Speerspitze bemühungen. REFERENCES Ankenbrand, T., Dietrich, A., Bieri, D. (2017). IFZ FinTech Study 2017. Hochschule Luzern. Zug: Verlag IFZ. Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“ 39
Finanzierung & Investment „Wir wollen die FinTech-Innovation in der Schweiz befeuern“ Interview mit Thomas Landis, F10 Im Gespräch mit dem GoingPublic Magazin erklärt uns Thomas Landis von F10, wie er Start-ups aus der Finanz- technologiebranche beim Wachstum hilft, welche FinTech-Trends aktuell den Markt beherrschen und was die Schweizer Banken- und Finanzbranche tun muss, um innovationsfähig zu bleiben. Weshalb haben Schweizer Finanzunter- nehmen Mühe, ihre Innovation intern kraftvoll voranzutreiben und rasch umzusetzen? Schweizer Finanzunternehmen bauen ihre Stärke auf Sicherheit, Systemstabilität und größtmögliche Verschwiegenheit. Das baut Widerstände auf gegen die Haupt- treiber der laufenden Innovationswelle in der Finanztechnologie: innovative Metho- den zur Vereinfachung und Verbesserung von Prozessen erkennen, rasch testen und umsetzen. Die interne Verzögerung der Innovation ist aber brandgefährlich, weil machtvolle und innovationsfreudige Inter- netkonzerne wie Google, Apple oder Amazon mit aller Kraft in das Geschäfts- feld der klassischen Banken und Finanz- unternehmen einzubrechen versuchen. Deshalb haben SIX und viele Schweizer Finanzunternehmen jetzt erkannt, dass GoingPublic: Herr Landis, erklären Sie uns doch kurz Ihr Geschäftsmodell. Landis: Als nichtgewinnorientierter Schwei- zer Verein wollen wir FinTech-Start-up- Unternehmen aus aller Welt als Inkubator in die Selbstständigkeit begleiten und deren Erfolg als Accelerator rascher herbeifüh- ren. Initiator und Hauptsponsor ist die SIX Group, die Betreiberin der schweizeri- schen Finanzinfrastruktur und Anbieterin von Dienstleistungen im Besitz von rund 140 Schweizer Banken. Mittels externer Ideen und Kräfte aus aller Welt wollen wir die ﬁ nanztechnologische Forschung und Innovation der Vereinsmitglieder stärken und damit deren Zukunft an der Spitze des technologischen Fortschritts sichern. ZUM INTERVIEWPARTNER Thomas Landis ist Programm-Manager und Start-up-Coach bei F10 in Zürich. Zudem ist er Direktor bei der SIX Group Services AG. Vor seinem Engagement bei F10 war er verantwortlich für die Innovation bei SIX Payment Services. m o c . e b o d a . k c o t s – a o m e L l i o k k M © : o t o F F10 Der Verein F10 wurde im Herbst 2016 gegründet und begleitet FinTech-Start-ups aus aller Welt in die Selbstständigkeit und beschleunigt deren Erfolg. Neben SIX Swiss Exchange zählen die Bank Julius Bär und das Beratungsunternehmen PwC zu den Gründungsmitgliedern. Weitere Mitglieder sind bislang die Basler Versicherungen, Generali Entwickler und Vertreiber der Bankensoftware „Olympic Banking System“ ERI sowie der Kreditspezialist Eny Finance. Schweiz, der Weitere Informationen www.f10.ch 40 Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“
Finanzierung & Investment Internetkonzerne wie Google, Apple oder Amazon versuchen mit aller Kraft in das Geschäftsfeld der klassischen Banken und Finanzunternehmen einzubrechen. sie den Innovationsprozess zusätzlich extern organisieren, unterstützen und beschleunigen müssen, um unsere Zukunft zu sichern. Wie arbeitet F10 konkret? Über SIX und unsere Vereinsmitglieder erforschen wir, welche Megatrends, Trends und Technologien im globalen und Schweizer Finanzbereich im Vordergrund stehen. Dann suchen wir im Internet, über Kontakte und an einschlägigen Veranstal- tungen nach Start-ups, die in diesen Feldern innovative Ideen zur Marktreife bringen wollen. Aus den jeweils mehreren Hundert Treffern ﬁ ltern wir in einem auf- wendigen, mehrstuﬁ gen Ausleseverfahren 15 Start-ups heraus. Die 15 Gewinner durchlaufen dann ein strukturiertes, sechsmonatiges Ausbildungsprogramm. Dieses umfasst teilweise vor Ort an unse- rem Standort in Zürich und teilweise mittels modernster Kommunikation übers Internet alles, was ein FinTech-Start-up aufgrund unserer Erfahrung zum mög- lichst raschen Erfolg braucht: ständiges Coaching, richtige Rechtsform, Business- plan, Marktstrategie, Finanzierung, Präsen- tationstechnik, Kontakte mit potenziellen Investoren und Kunden sowie, last but not least, Überwindung der regulatorischen Hürden. Pro Jahr werden zwei solche sechsmonatigen Programme mit 15 bis 20 Start-ups begonnen. Somit ermöglicht unser Geschäftsmodell, Jahr für Jahr über 30 vielversprechende Innovationen voran- zutreiben. fünf Wie wird das alles ﬁ nanziert? Die SIX Group hat ein jährliches Innova- tionsbudget. Daraus ﬁ nanziert sie als Hauptsponsor F10-Mitarbeitende sowie die Räumlichkeiten. Die laufenden Kosten werden aus den Mitgliederbeiträ- gen bezahlt. Jedes geförderte Start-up erhält neben dem kostenlosen, sechs- monatigen Förderungsprogramm eine Pauschale von 15.000 CHF. Dieses Geld dient namentlich der Abdeckung von Reise- und Aufenthaltskosten für die Veranstaltungen in Zürich. Wichtig: Wir investieren nie in Start-ups. Hingegen haben die Vereinsmitglieder ein Vorrecht darauf, mit den Start-ups ihrer Wahl eine Partnerschaft einzugehen und deren Inno- vationen zu nutzen. im Finanzbereich Welches sind die aktuellen FinTech-Trends, die Sie bei der Suche nach geeigneten Start-ups herausﬁ ltern können? fortschreitende Die Verlagerung des Geschäftsverkehrs ins Internet erfordert einen rasch erreichba- ren, zuverlässigen Kundenservice. Hier öffnet sich das Innovationsfeld des maß- geschneiderten, von Künstlicher Intelli- genz unterstützten und damit selbst- Im Versicherungsbereich sind die übers Internet abschließbaren event- basierten Versicherungen die große Herausforde- rung. lernenden Chatbots: Der Roboter gibt Antwort, wenn er die Frage hundert- prozentig beantworten kann. Nur wenn das nicht der Fall ist, kommt ein Mensch zum Zug. Ein weiterer herausfordernder Technologietrend ist die Vereinfachung der digitalen Identität: Da muss künftig alles bequem und dennoch vollkommen sicher ablaufen. Im Versicherungsbereich sind die übers Internet abschließbaren eventbasierten Versicherungen die große Herausforderung: Wer z.B. über Airbnb.ch eine Wohnung für sieben Tage vermietet oder mietet, will rasch und einfach für genau diese sieben Tage eine Versiche- rung abschließen, und zwar mit ein paar Klicks direkt von der entsprechenden Homepage. Oder wer hin und wieder eine Wagnissportart betreibt, will die Zusatz- versicherung nur für die Wagnistage mit ein paar Klicks abschließen. Entwick- lungschancen bietet des Weiteren die Blockchaintechnologie, die derzeit die Finanzwelt in Atem hält. Das Gleiche gilt für die Kreation von einfach zu bedienen- den Nebenbörsen, beispielsweise für Bonuspunkte von Großverteilern. Zusammengefasst gesagt: Was können Schweizer Banken tun, um innovations- fähig zu bleiben? Die Schweizer Banken- und Finanz branche muss wie die Pharma- oder die Hochtech- nologieindustrie über den Quartals- abschuss hinausschauen und längerfristige Entwicklungsszenarien entwickeln. Darauf muss die Innovationstätigkeit abgestützt werden. Wir wollen die FinTech-Innovation in der Schweiz befeuern, weil die größten potenziellen Wettbewerber nicht die ande- ren Banken oder Finanzinstitute, sondern die Internetgiganten Google, Apple oder Amazon sind: Diese stecken Milliarden in den technologischen Fortschritt. Herr Landis, vielen Dank für die interes- santen Einblicke. Das Interview führte Jürg Sigerist. Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“ 41
Finanzierung & Investment ICO vs. IPO? Digitale Börsengänge ergänzen die Palette an verschiedenen Finanzierungsformen Das Start-up Bancor sammelte mittels ICO (Initial Coin Offering) innerhalb von nur drei Stunden ungefähr 156 Mio. USD ein. Im Jahr 2017 fanden bereits fast 100 ICOs statt, durch die bis heute über 1,25 Mrd. USD beschafft wurden.1 Doch was genau sind ICOs, und welche Folgen haben sie für den Kapitalmarkt? Von Dr. Alexander Vogel, Dr. Wolfgang Müller, Dr. Reto Luthiger und Samuel Ljubicic D er Begriff ICO (auch Token Sale, Token Generating Event) lehnt sich ursprünglich an den Begriff IPO – Initial Public Offering – an. Im Gegensatz zu einem IPO werden jedoch nicht Aktien aus- gegeben und an einer Börse gelistet, son- dern rein digitale Token gegen virtuelle und allenfalls FIAT-Währung verkauft. Transaktionen bzw. das Orderbuch werden nicht zentral über eine Börse bzw. Verwah- rungsstelle, sondern mittels der Distributed Ledger Technology (DLT) dezentral über Millionen von Rechnern geführt. Es handelt sich beim ICO, vereinfacht gesagt, um eine Art digitales, auf DLT beru- hendes Crowdfunding. Ausgangspunkt bildet oft einzig ein Whitepaper, welches das Projekt in technischer und kommer- zieller Hinsicht für Investoren umschreibt. Der in einem begrenzten Zeitrahmen über das Internet erzielte ICO-Erlös dient der Finanzierung der eigentlichen Projekt- entwicklung sowie der operativen Projekt- kosten. ICO: mehr als nur eine Finanzierungsform? Obwohl bei einem ICO die Finanzierungs- funktion im Fokus steht, sollten zudem die vielfältigen Ausgestaltungsmöglichkeiten von Token für das Geschäftsmodell genutzt werden. Token interagieren zudem mit frei programmierbaren Contracts, welche die (fast) in Echtzeit mit relativ geringen Transaktionskosten automati- sierte Abwicklung von standardisiert dar- stellbaren Prozessen und Transaktionen ermöglichen. Smart 1) CNBC, Initial coin offerings have raised $1.2 billion and now surpass early stage VC funding, http://gp-mag.de/ico Aufgrund der Dezentralität fehlt im Vergleich zum börsenmäßigen Handel insbesondere die Börse, die zwar hohe Anforderungen an die Emittenten stellt, jedoch auch für den Markt und die Investo- ren Transparenz, Vertrauen und Handels- liquidität schafft. Dafür ermöglicht ein ICO einem Start-up-Unternehmen ohne bereits bestehende Geschäftstätigkeit und Track Record die Aufnahme ﬁ nanzieller Mittel. Schlüssel zu und für Investoren Für den Investor ist der Token die einzige Gegenleistung. Er ist technisch gesehen ein digitaler Code bzw. eine digitale Rechen- einheit, welche in einer Wallet gehalten wird. Es bestehen fast grenzen lose Ausge- staltungsmöglichkeiten: Zugangs entgelt bzw. -schlüssel für eine Plattform, Gegenleistung für Waren, Dienstleistungen und Rechte, wertrechtartige Funktionen, wie bspw. eine Art synthetische Aktie, Option oder auch Future, Berechtigung zu einer kommissions- ähnlichen Umsatzpartizipation. Die Handel- barkeit der Token eröffnet den Investoren die Chance, Gewinne zu erzielen. „Unreguliert“ bedeutet nicht „nicht reguliert“ Der schnellen Entwicklung der digitalen Welt hinken die Gesetzgebung und Regula- toren naturgemäß hinterher. Weil eine speziﬁ sche Regulierung für Token in vielen Rechtsordnungen (noch) fehlt, kann deren Ausgabe – je nach Ausgestaltung der Token – erhebliche Risiken sowohl für die Emit- tentin/Promotoren wegen Verletzung von Gesetzesvorschriften (namentlich Bewil- ligungs- und Prospektvorschriften) als auch für Investoren aufgrund eines mög- lichen Totalverlusts bergen. Folglich ver- 42 Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“ suchen Regulatoren, ICOs/Tokens durch Kategorisierung gemäß der bestehenden Rechtordnung zu erfassen. Die Vielseitig- keit der Token verunmöglicht jedoch einen allgemein anwendbaren Regulierungs- ansatz und führt zu einer Art funktionaler Analyse des einzelnen Tokens. Viele Rechtsordnungen unterscheiden insbesondere zwischen eigen- und fremd- kapitalähnlichen Finanzinstrumenten und knüpfen dementsprechend unterschied- liche Anforderungen an die Ausgabe-, ZU DEN AUTOREN Dr. Alexander Vogel, LL.M. (oben links), ist Rechtsanwalt und Partner bei Meyer- lustenberger Lachenal. Dr. Wolfgang Müller, MBA (oben rechts), ist Rechtsanwalt und Partner bei Meyer- lustenberger Lachenal. Dr. Reto Luthiger (unten links) ist Rechts- anwalt bei Meyerlustenberger Lachenal. Samuel Ljubicic, LL.M. (unten rechts), ist Rechtsanwalt und Partner bei Meyer- lustenberger Lachenal.
m o c . e b o d a . k c o t s – k u h c b o k a Y . V © : n o i t a r t s u l l I Vertriebs- und Handelstätigkeit, die darin involvierten Personen und Plattformen. Solche Anforderungen können in verschie- densten, namentlich im Finanzmarkt- und Gesellschaftsrecht geregelten Bewilligungs-, Prospekt- und Verhaltenspﬂ ichten zum Ausdruck kommen. Angloamerikanisch geprägte Rechts- systeme regulieren tendenziell eigenkapi- talähnliche Finanzinstrumente sehr stark, während bspw. die Schweiz mehr auf fremdkapitalähnliche Finanzinstrumente fokussiert. Das sich gegenwärtig in den parlamentarischen Beratungen beﬁ ndliche Finanzdienstleistungsgesetz wird dies- bezüglich jedoch mit einem vollständig neugeordneten Prospektrecht eine Ver- schärfung durch Angleichung an interna- tionale Standards bringen. Aufgrund der fehlenden Ähnlichkeit zu Eigen- und Fremdkapital stehen reinen Usage-Token weniger regulatorische Hür- Finanzierung & Investment den entgegen. Es handelt sich um eine Art belohnungsähnlicher Token für den Bezug von Dienstleistungen oder Waren, die zum Zeitpunkt ihrer Ausgabe typischerweise noch keine Rechtsansprüche vermitteln und häuﬁ g nicht als Finanzinstrument qualiﬁ zieren. Usage-Token können jedoch auch in rechtlich heikleren Mischformen mit anderen Token-Funktionen vorkommen. Fazit ICOs sind gegenwärtig sehr en vogue und stellen grundsätzlich eine mögliche Finan- zierungsform vorwiegend für Start-ups dar. Sie ersetzen jedoch IPOs nicht, sondern ergänzen die Palette an verschiedenen Finanzierungsformen in verschiedenen Unternehmenssituationen und bieten gleichzeitig zusätzliche Ausgestaltungs- möglichkeiten. Gerade die jüngsten regula- torischen Entwicklungen in diversen Staa- ten (bspw. USA und China) erfordern je- doch eine genaue Analyse der in- und aus- ländischen Rechtsvorschriften bei der Pla- nung und Umsetzung eines ICOs sowie dem späteren Token-Handel. ANZEIGE Jetzt kostenlos lesen! GoingPublic Magazin – E-Magazin Bequem mobil aufrufbar Alle Ausgaben auch offline lesen April 2017 – 12,50 EUR (D) – www.goingpublic.de Apr Pﬂ ichtblatt an allen deutschen Wertpapierbörsen Das Kapitalmarktmagazin GoingPublic Magazin Carve-outs und Spin-offs Papiertiger oder Trend? Designated Sponsoring Scale 20 Years after Ein Blick zurück und Meinungen und Gedanken aus Was vom Neuen Markt nach vorne der Financial Community geblieben ist April 2017 – 12,50 EUR (D) – www.goingpublic.de Apr Pﬂ ichtblatt an allen deutschen Wertpapierbörsen Das Kapitalmarktmagazin GoingPublic Magazin Carve-outs und Spin-offs Papiertiger oder Trend? Designated Sponsoring Scale 20 Years after Ein Blick zurück und Meinungen und Gedanken aus Was vom Neuen Markt nach vorne der Financial Community geblieben ist Sonstige Dienstleister (S. (( 192) Seminar- und Kongressveranstalter (S. (( 192) Verbände/Institutionen/Behör VV den (S. 190) http://gp-mag.de http://gp-mag.de/emagazine
Finanzierung & Investment Auf den Weltmärkten aktiv, in der Heimat an der Börse Emittentenbefragung unter Schweizer Unternehmen Die Schweiz hat traditionell einen starken Kapitalmarkt. Der Zugang ist ﬂ exibler und weniger stark reguliert als in EU-Ländern. Die größten Firmen der Schweiz sind im Swiss Market Index (SMI) enthalten. Zum breiteren Swiss Performance Index (SPI) gehören über 200 Schweizer Firmen, deren Aktien an der SIX Swiss Exchange gehandelt werden. Von Thomas Müncher W eil die Marktstimmung weiter- hin gut ist, bereiten mehrere Firmen derzeit ihr IPO vor. In den ersten sieben Monaten 2017 weist die Schweizer Börse mit fünf Börsengängen bereits mehr Neunotierungen auf als in den beiden Vorjahren insgesamt. In diesem Jahr gaben bereits Galenica Santé, Idorsia, Zur Rose und Landis+Gyr ihr Börsendebüt – zudem wurde das Health-Unternehmen Rapid Nutrition an der Börse notiert; jedoch als reines Listing. Beim Apotheken- Betreiber und -zulieferer Galenica Santé handelt es sich um eine Abspaltung des Gesundheitskonzerns Galenica, der heute als Vifor Pharma ﬁ rmiert. Bei der Ver- sandapotheke Zur Rose übertraf der erstbezahlte Kurs mit 151 CHF deutlich Dr. Marcel Kucher Dr. Marcel Kucher, CFO, Peach Property Group AG GoingPublic: Welche Vorzüge bietet eine Notierung in der Schweiz – zum Beispiel im Vergleich zum deutschen Kapitalmarkt? Kucher: Wir nutzen für unser Unternehmenswachstum die Vorzüge beider Kapitalmärkte. In der Schweiz ist die Investorenbasis sehr breit. Die Anleger schauen oft etwas stärker auf die vor Ort bör- sengelisteten Unternehmen. Das gilt besonders für Immobilien als traditionell eher lokales Geschäft. Der deutsche Kapitalmarkt ist naturgemäß deutlich größer. Hier muss sich ein Unternehmen klar positionieren, um Aufmerksamkeit zu gewinnen. Wir freuen uns, auch in Deutschland wichtige Investoren gewonnen zu haben, wie die Kreissparkasse Biberach im Rahmen einer Kapitalerhöhung. Sie ist seit April 2017 unser zweitgrößter Aktionär. Zudem haben wir uns einen Konsortialkredit von deutschen Sparkassen und Volksbanken von bis zu 60 Mio. EUR gesichert. Er stärkt unsere finanzielle Schlagkraft für den weiteren Portfolio-Ausbau. GoingPublic: Was macht ein Unternehmen für Schweizer Anleger interessant? Kucher: Auch in der Schweiz geht es doch hauptsächlich darum, das Vertrauen der Anleger zu gewinnen und zu halten. Dafür ist zum einen eine transparente und offene Kommunikation unerlässlich. Die Basis ist aber ein funktionierendes und verständliches Geschäftsmodell mit einer aussichtsreichen Perspektive und dem Fokus auf attraktive Märkte, auf denen sich langfristig gute Renditen erzielen lassen. Und nicht zuletzt zählen die Erfahrung, Expertise und Begeisterung auf dem Gebiet, in dem man tätig ist. 44 Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“ den Emissionspreis von 140 CHF. Für die Titel von Idorsia, der Abspaltung des Forschungsbereichs von Actelion, gab es keine Zuteilung. Jeder Actelion-Aktionär erhielt eine neue Aktie. Anfang Juli kamen zudem die Papiere des traditionsreichen Elektro- und Messtechnik-Spezialisten Landis+Gyr an die Schweizer Börse. Heimatmarkt ausschlaggebend Die Firmentradition und die Bedeutung des heimischen Absatzmarktes sind für viele Unternehmen die Hauptmotive, warum sie in der Schweiz an die Börse gehen. „Wir sind ein Schweizer Unterneh- men, das 1896 gegründet wurde“, sagt Thomas Zehnder, Pressesprecher bei Landis+Gyr. Trotz des Rückzugs von der Börse im Jahr 1996 und mehrerer Eigen- tümerwechsel besitzt der Stromzähler- produzent aus Zug in seinem Heimatmarkt nach wie vor einen sehr hohen Bekannt- heitsgrad. „Obwohl wir in allen wichtigen Märkten der Welt präsent sind, kam für uns nur eine Kotierung in Zürich infrage.“ Ein ähnliches Motiv hatte die Peach Property Group AG, als im Jahr 2010 die Entscheidung für eine Börsennotiz an der SIX Swiss Exchange ﬁ el. „Das war für uns als Schweizer Unternehmen naheliegend“, erläutert CFO Dr. Marcel Kucher. „Viele unserer langjährigen Investoren kommen aus der Schweiz.“ Der Immobilieninvestor aus Zürich ist aber auch am deutschen Kapitalmarkt aktiv. So emittierte er im Sommer 2011 eine KMU-Anleihe an der Frankfurter Wertpapierbörse, die mittler- weile zurückgezahlt wurde.
Finanzierung & Investment Antoine Millioud, CEO, aventron AG GoingPublic: Warum haben Sie sich für eine Börsennotierung in der Schweiz entschieden? Millioud: Unsere Gründungs- und Ankeraktionäre sind die Schweizer Energieversorgungsunternehmen EBM, ewb und SWW, die sukzessi- ve ihre Assets im Bereich erneuerbare Energien eingebracht haben. Zudem haben wir im Rahmen von Kapitalerhöhungen schnell langfri- stig orientierte Schweizer und internationale Investoren überzeugen können, in unsere langfristig angelegte Wachstums- und Ertragsstory zu investieren. Die Börsennotierung soll den Ein- und Ausstieg dieser Investorengruppe ins Aktionariat der aventron erleichtern. Antoine Millioud Hohe Stabilität und Sicherheit Der Finanzplatz Schweiz ist noch aus anderen Gründen für in- und ausländische Unternehmen attraktiv. Anleger mögen die Sicherheit und Währungsstabilität, Emittenten schätzen vor allem die hohe Platzierungskraft der hiesigen Banken. Ein Zugpferd ist zudem der Zugang zu kapital- kräftigen nationalen und internationalen Investoren. Und nicht zuletzt wird der Kapitalmarkt weniger strikt reguliert als in den EU-Ländern. „Die regulatorischen Rahmenbedingungen an der von uns gewählten BX Berne eXchange sind für ein relativ junges, mittelständisch geprägtes Unternehmen genau passend“, sagt Antoine Millioud, CEO von aventron. „Und wir bewegen uns damit aus Sicht unserer Hauptinvestoren und deren Anlageregeln auf bekanntem Terrain.“ Ausgeprägte Mittelstandskultur Wer in der Schweiz an die Börse geht, muss sich natürlich ebenfalls darum küm- mern, das Vertrauen der Anleger zu gewinnen und auf Dauer zu halten. Das kann zum Beispiel mit einer transparenten Berichterstattung erreicht werden, die über die gesetzlichen Mindestanforderun- gen hinausgeht. „Die Aktienkultur ist in der Schweiz gerade gegenüber mittel- ständischen Unternehmen aus- geprägt“, weiß Millioud. „Die Bereitstel- lung von Eigenkapital für aussichtsreiche Geschäftsmodelle genießt eine hohe Akzeptanz.“ Dafür muss ein Unternehmen gut ANZEIGE Wir sind Kapitalmarkt m o c . e b o d a . k c o t s – / 1 n g i s e d s p © Jetzt abonnieren! www.goingpublic.de/abonnement
Finanzierung & Investment mit Börsenplänen allerdings nicht nur die namhaften Schweizer institutionellen Investoren ansprechen. Es sollte auch gegenüber Privatanlegern und kleineren Vermögensverwaltern aufgeschlossen sein. Mehr Transparenz durch Regulierung? Fraglich ist allerdings, ob das Mehr an Gesetzen am Schweizer Kapitalmarkt auch zu einer größeren Offenlegung führen wird. „Natürlich bereitet die zuneh- mende Regulierungsdichte nicht nur Freude“, sagt Zehnder. „Jedoch stellen wir im Vergleich mit anderen Finanzplätzen fest, dass die Schweizer Regeln einer nach- vollziehbaren Logik folgen.“ Dass solche Maßnahmen die angestrebten Ziele errei- chen, hält Dr. Emanuel Hofacker, General Counsel der Cembra Money Bank, für wichtig. „Sofern die Regulierung zu einem Dr. Rolf Weilenmann, Leiter Corporate Finance, Neue Helvetische Bank AG GoingPublic: Wie beurteilen Sie die zunehmende Regulierung am Schweizer Kapitalmarkt? Weilenmann: Hier müssen immer zwei Aspekte berücksichtigt werden. Zum einen kann zusätzliche Regulierung durchaus zielfüh- rend sein, auch wenn sie für die Marktteilnehmer mit zusätzlichem Aufwand oder Umstellungen verbunden ist. Zum anderen besteht aber immer die Gefahr einer Überregulierung, die wenig zielführend ist und im Endeffekt zu Standortnachteilen führen kann. Der Vorteil der Schweiz ist, dass sie wegen ihrer politischen Eigenständigkeit in gewissem Rahmen die Möglichkeit hat, regulatorische Veränderungen durch einen sogenannten „Swiss Finish“ anzupassen. Auf diese Weise kann wenig zielführenden Regulierungstendenzen vorgebeugt werden. Thomas Zehnder, Vice President Group Communications, Landis+Gyr AG GoingPublic: Lässt sich eine offenere Berichterstattung der börsenno- tierten Unternehmen per Gesetz verordnen? Zehnder: Mehr Transparenz ist sicherlich eines der Hauptziele. Allerdings müssen das alle Beteiligten auch wollen. Dies erfordert einen kontinuierlichen Veränderungsprozess, der von Regulator und Unternehmen getragen und weiter vorangetrieben wird. Dr. Rolf Weilenmann Thomas Zehnder 46 Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“ Dr. Emanuel Hofacker, General Counsel, Cembra Money Bank AG GoingPublic: Bringt mehr Regulierung auch mehr Transparenz für Anleger? Hofacker: Gewisse Vorschriften zielen sicherlich in diese Richtung. Allerdings stellt sich in einigen Bereichen wie den Vergütungsvorschriften tatsächlich die Frage, ob nicht über das Ziel hinausgeschossen wurde und ob die ursprüngliche Idee der Deckelung von übertrie- benen Entschädigungen damit wirklich nachhaltig umgesetzt wird. Erhöhte Publikationsanforderungen führen nicht zwingend zu mehr Transparenz. Dr. Emanuel Hofacker Mehrwert für Marktteilnehmer führt, ist daran nichts auszusetzen.“ Investorenschutz oft nicht zielführend Deutlich negativer beurteilt hingegen Dr. Rolf Weilenmann, Leiter Corporate Finance der Neuen Helvetischen Bank AG, deren Wirkung. „Die Offenlegungsbestim- mungen für börsennotierte Unternehmen gehen bereits heute relativ weit, sie bieten eine gute Informationsgrundlage.“ Wäh- rend eine saubere Information von Inves- toren ein wichtiges Anliegen sei, könne jedoch Regulierung gerade auch als Inves- torenschutz wenig zielführend sein und überbordende Kosten mit sich bringen. „Das macht den Kapitalmarkt für Neu- emittenten weniger attraktiv“, befürchtet Weilenmann. Auch in der Schweiz habe jedes Wertpapier Chancen und Risiken, und es liege in der Verantwortung des Investors, sich auf Basis transparenter Informationen darüber eine Meinung zu bilden. „Diese Meinungsbildung mit sehr kurz gehaltenen Basisinformationsblät- tern abzukürzen, wägt Investoren in einer Sicherheit, die in einem dynamischen Umfeld nie gewährleistet werden kann“, kritisiert Weilenmann. Fazit Der Schweizer Kapitalmarkt inklusive sicherer Währung ist für Anleger beson- ders in kriselnden politischen und wirt- schaftlichen Zeiten ein sicherer Hafen. Dazu tragen auch attraktive Standort- faktoren wie politische Stabilität, gut aus- gebildete Arbeitnehmer oder niedrigere Steuersätze bei. Zudem agieren die Börsen im Vergleich zu anderen Ländern eher konservativ: So gibt es zum Beispiel kein Segment für kleine und mittlere Unterneh- men (KMU), deren Kursentwicklung mit höheren Risiken verbunden ist. Dadurch ist die Anzahl solcher Emittenten auch relativ gering. Das hat den stabilisieren- den Effekt, dass negative Schlagzeilen über hohe Kursverluste in der Schweiz sehr selten sind. Deshalb existiert hier bei der Finanzierung mittelständischer Unter- nehmen über Anleihen weiterhin ein posi- tives Investoren-Sentiment. Im Gegensatz dazu haben die deutschen KMU-Anleihen durch die vielen Ausfälle mittlerweile ein Imageproblem.
Partner der Ausgabe im Portrait Service Gegründet, gewachsen ... Der IR club Schweiz wurde 1992 unter dem Namen Schweizerische Investor Relations Vereinigung (SIRV) in Zürich gegründet, mit dem Ziel, sich als freiwillige Interessensgemeinschaft börsenkotierter Unternehmen für die Anliegen des Investor-Relations-Berufs einzu- setzen. Die Mitglieder setzen sich aus an der Schweizer Börse kotier- ten Gesellschaften zusammen, wodurch der IR club Schweiz allen Investor-Relations-Mitarbeitenden dieser Mitgliedsﬁ rmen offensteht. Derzeit umfasst der IR club Schweiz über 60 Mitgliedsﬁ rmen bzw. rund 200 Investor Relations Professionals. 90% der SMI-Firmen sind auch Mitglied beim IR club Schweiz. ... gereift Heute ist der IR club Schweiz ein (inter)aktives Forum. Mitglieder tauschen Erfahrungen aus, wichtige IR-Themen werden aufgegriffen und diskutiert, Lösungen werden transparent gemacht. Best Practice ist der Weg zum Ziel wie auch gute Kontakte der Mitglieder zu Inves- toren, Vermögensverwaltern und Analysten im In- und Ausland. Um dieses Ziel zu erreichen, organisiert der IR club Schweiz zahl- reiche Veranstaltungen pro Jahr, zu denen alle Investor-Relations- Mitarbeitenden der Mitgliedsﬁ rmen eingeladen sind. Neben einem Schwerpunktthema mit anschließender Diskussion bildet der informelle Gedankenaustausch einen zentralen Punkt dieser Veran- staltungen. Daneben verfasst der IR club Schweiz regelmäßige Umfragen bei seinen Mitgliedern zu Themen und Fragen, welche von Mitglieds ﬁ rmen an den IR club Schweiz gelangen. Als Verein sieht sich der IR club Schweiz als eine Non-Proﬁ t-Orga- nisation und ist auch in diesem Sinne organisiert. Der Vorstand wird aktuell von vier Personen gebildet, welche alle als Investor-Relations- Verantwortliche bei einer der Mitgliedsﬁ rmen angestellt sind. Die Vorstandstätigkeit wird ehrenamtlich und ohne Vergütung geleistet. Kontakt Michel Gerber Präsident IR club Schweiz Barbara Zäch Geschäftsführerin IR club Schweiz IR club Schweiz c/o Dorfstr. 29, CH-8037 Zürich barbara.zaech@irclub.ch info@irclub.ch www.irclub.ch Lenz & Staehelin ist mit über 220 Juristen die größte Anwalts- kanzlei der Schweiz und an den Standorten Zürich, Genf und Lausanne präsent. Wir verfügen über mehr als 100 Jahre aktiver Erfahrung im Wirtschaftsrecht und einen ausgeprägten inter- nationalen Fokus. Zu unseren Klienten zählen nicht nur die gro- ßen nationalen und internationalen Unternehmen und Konzerne, sondern auch international tätige Organisationen und Privatkunden. Lenz & Staehelin wird von diversen Rating-Agenturen regel- mäßig mit den höchsten Rankings ausgezeichnet und gilt als ein anerkannter Marktführer in der Schweiz. Unsere Klienten werden durch mehrsprachige und international ausgebildete, interdisziplinäre Teams betreut, die gezielt auf die Kunden- bedürfnisse eingehen und maßgeschneiderte Lösungen in höchster Qualität liefern. Kontakt Hans-Jakob Diem Partner, Leiter Corporate and M&A und Co-Leiter Capital Markets Tel.: +41 58 450 80 00 hans-jakob.diem@lenzstaehelin.com Lenz & Staehelin Brandschenkestrasse 24 8027 Zürich Schweiz www.lenzstaehelin.com Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“ 47
Service SIX Swiss Exchange ist eine der wichtigsten europäischen Börsen. Sie verfügt über eine herausragende Liquidität im Handel mit Schweizer Wertschriften und verbindet Unternehmen aus der ganzen Welt mit internationalen Investoren und Handelsteilnehmern. Dank ihrer Selbstregulierungskompetenz schafft sie besonders marktfreundliche Rahmenbedingungen für die Kotierung und den Handel von in- und ausländischen Aktien, Anleihen, ETFs, ETPs, Fonds sowie Strukturierten Produkten. SIX Swiss Exchange multi- pliziert die Standortvorteile des Schweizer Finanzplatzes mit erstklassigen Dienstleistungen und ist idealer Kotierungsstandort für Unternehmen jeder Herkunft, Größe und Sektorzugehörigkeit. Sie vertreibt ihre eigene Indexpalette, die mit dem SMI® den bedeutendsten Aktienindex der Schweiz beinhaltet. Kontakt Valeria Ceccarelli Head Issuer Relations Tel.: +41 58 399 2180 valeria.ceccarelli@six-group.com SIX Swiss Exchange AG Pﬁ ngstweidstrasse 110 8005 Zürich www.six-swiss-exchange.com Supertext macht Lesefreude. Auf Deutsch, Französisch, Englisch, Italienisch und in 30 weiteren Sprachen. Die Mission: die Welt von schlechten Texten befreien. 2005 gegründet, gehörte Supertext bereits 2008 zu den Top-100-Technologie- Start-ups in Europa. Bis heute loggten sich über 3300 Firmen ein. Sie bestellen und verwalten ihre Text- und Übersetzungs- aufträge online und proﬁ tieren bezüglich Translation Memory, Termbank und Online-Workﬂ ow-Anbindungen von modernster Technologie. Ein Team von über 40 festen Mitarbeitern in Zürich, Lausanne, Berlin und Los Angeles koordiniert die Arbeit von nun über 900 Textern, Korrektoren und Übersetzern für nationale und internationale Kunden aus allen Branchen. Supertext verarbeitet zwischen 1500 und 2300 Aufträgen monatlich und gehört zu den innovativsten europäischen Sprachdienstleistern. Kontakt Fabian Dieziger Gründer und CEO Supertext Schweiz Tel.: +41 43 500 33 81 fabian@supertext.ch Supertext AG Hardturmstrasse 253 8005 Zürich www.supertext.ch 48 Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“
Service Die Tensid EQS AG ist ein führender Schweizer Technologieanbieter für Digital Investor Relations, Corporate Communications und Compliance. Über 120 Schweizer börsenkotierte Unternehmen und mehr als 8‘000 Unternehmen weltweit sind dank der Anwen- dungen und Services in der Lage, komplexe, nationale und internationale Informationsanforderungen und Meldepﬂ ichten sicher, efﬁ zient und gleichzeitig zu erfüllen und die Investoren- gemeinde weltweit zu erreichen. Die Cloud-basierten Plattformen marCo.ch und das COCKPIT bilden dazu Arbeitsprozesse digital ab, kommunizieren mit der Unternehmenswebseite und verbreiten Mitteilungen über eines der wichtigsten Financial Newswire. Das Unternehmen ist von der britischen Finanzaufsicht FCA als „Primary Information Provider“ zugelassen. Produkte wie Investorenwebseiten, Charts und Tools, digitale Unternehmensberichte und Webcasts machen Tensid EQS zum digitalen Komplettanbieter. Tensid EQS ist ein Tochterunternehmen der EQS Group mit Stand- orten in den wichtigsten Finanzmetropolen der Welt. Der Konzern beschäftigt weltweit über 350 Mitarbeiter. Kontakt Marcus Sultzer (EQS Group) International Managing Director Tel +49 89 21 02 98 127 marcus.sultzer@eqs.com Peter Hiller (Tensid EQS) Managing Director Tel +41 41 763 00 50 peter.hiller@tensideqs.ch Tensid EQS AG Schochenmühelstrasse 4 6340 Baar www.eqs.com, www.tensideqs.ch Vontobel ist eine im Jahr 1924 gegründete global aktive Schweizer Bank mit 1.643 Mitarbeitenden. Das Geschäftsmodell basiert auf einem integrierten Ansatz. Es vereinigt die Kernkompetenzen aus den drei Geschäftsfeldern Private Banking, Investment Banking und Asset Management. Vontobel waren per Ende Juni 2017 Kundenvermögen in Höhe von rund 208 Mrd. CHF anvertraut. Die Namenaktien der Vontobel Holding AG sind an der SIX Swiss Exchange kotiert. Die Familien Vontobel und die gemeinnützige Vontobel-Stiftung besitzen die Aktien- und Stimmenmehrheit. Das Corporate Finance als Teil des Investment Bankings bietet eine umfassende Palette an Dienstleistungen in den Bereichen Eigenkapitalmarkt (IPO, Sekundärplatzierungen, Block Trans- aktionen, Öffentliche Übernahmeangebote, Aktienrückkäufe etc.), Fremdkapitalmarkt (Anleihen, Kapitalstrukturberatung, Restrukturierungen, Rückkäufe etc.) und M&A (Kauf-/Verkauf von Unternehmen, Nachfolgeregelungen, MBOs, Bewertungen etc.) an. Vontobel hat eine ausgewiesen starke Position im Schweizer Mittelstandssegment und deckt seitens Brokerage im Aktien- research rund 120 an der SIX Swiss Exchange kotierte Unternehmen ab. Bei der globalen Vermarktung von Schweizer Aktien an institutionelle Investoren, auf die sich Vontobel mit einem erfahrenen Brokerage Team fokussiert, ist die Bank führend. Seit vielen Jahren wird das Brokerage durch Top-Rankings von Thomson Extel ausgezeichnet. Kontakt Hanspeter Gehrer Leiter Corporate Finance Tel.: +41 58 283 7766 hanspeter.gehrer@vontobel.com Marc Klingelfuss Stv. Leiter Corporate Finance Tel.: +41 58 283 6329 marc.klingelfuss@vontobel.com Bank Vontobel AG Gotthardstrasse 43 8022 Zürich Special „Kapitalmarkt Schweiz 2017“ 49
Service Unternehmensindex Seite ABB ........................................................ 36 Actelion ............................. 6, 8, 34, 36, 44 Amazon ................................................. 29 China National Chemical Corporation .. 8 Crédit Suisse .......................................... 30 DocMorris ............................................. 28 Galenica Santé ................................... 6,44 HNA Group ........................................... 36 Johnson & Johnson ..................... 8,32, 34 Landis+Gyr .................................... 6,32,44 Nestlé ............................................... 31,36 Novartis ................................................. 31 Roche .................................................... 31 Swiss Re ................................................. 30 Syngenta ................................................. 8 UBS ........................................................ 30 Zur Rose ........................................ 6,28,44 Züricher Kantonalbank ........................ 30 Vorschau GoingPublic Magazin Oktober 2017 (Erscheinungsdatum: 30.9.2017) Air Berlin-Pleite: Was bringen Staatshilfen generell? Automotive: Wohin geht die Reise? Nachhaltigkeit: Wie Ethik und Kapitalmarkt zusammenpassen IPOs: Das erwartet uns im Schlussquartal 2017 u.v.m. GoingPublic Magazin Special „Kapitalmarkt Österreich“ (Erscheinungsdatum: 28.10.2017) Das Kapitalmarktmagazin Special Österreich 2017 – 12,50 EUR (D) – www.goingpublic.de Pﬂichtblatt an allen deutschen Wertpapierbörsen Nov GoingPublic M a g a z i n Special Kapitalmarkt Österreich 7. Jg. (2017) Kapitalmarkt-Melange Experten-Roundtable am Finanzplatz Wien Aktionärsstruktur Österreich So ticken der österreichische Kapitalmarkt und seine Investoren Austro-Aktien Emittentenumfrage unter österreichischen Unternehmen Impressum 20. Jahrgang 2017, September „Kapitalmarkt Schweiz 2017“ „Mitarbeiterbeteiligung“), 28.10. (Special „Kapitalmarkt Österreich“), 14.12. (Dezember 2017) Verlag: GoingPublic Media AG Hofmannstr. 7a, 81379 München Tel.: 089-2000 339-0 Fax: 089-2000 339-39 E-Mail: info@goingpublic.de Internet: www.goingpublic.de Preise: Einzelpreis 12,50 EUR, Plattform Life Sciences: 12,50 EUR, Sonderbeilagen 9,80 EUR, Jahresabon- nement 148,00 EUR, Jahresabonnement Aus land 148 EUR. Alle Preise incl. Ver- sandkosten und 7% MwSt. Redaktion: Svenja Liebig (Projektleitung), Falko Bozicevic (Chefredakteur) Bildredaktion: Andreas Potthoff Bilder: Fotolia, Adobe Stock Titelbild: © max dallocco – stock.adobe.com Mitarbeit an dieser Ausgabe: Dr. Thomas Ankenbrand, Cédric Baumgartner, Denis Bieri, Hans-Jakob Diem, Susanne Erdt, Samuel Ljubicic, Dr. Reto Luthiger, Dr. Wolfgang Müller, Thomas Müncher, Petra Nix, Bernhard Schweizer, Jürg Sigerist, Robert Steininger, Dr. Rudolf Tschäni, Dr. Alexander Vogel Interviewpartner: Hanspeter Gehrer, Peter Hiller, Dr. Emanuel Hofacker, Marc Klingelfuss, Dr. Marcel Kucher, Thomas Landis, Antoine Millioud, Walter Ober- hänsli, Patric Schoch, Marcus Sultzer, Dr. Rolf Weilenmann, Stephan Wolf, Thomas Zehnder Lektorat: Magdalena Aderhold, Visavis Media, Benjamin Eder Übersetzung: Supertext AG, Zürich, www.supertext.ch Gesamtgestaltung: Andreas Potthoff Redaktionsanschrift: s. Verlag, Fax: 089-2000339-39, E-Mail: redaktion@goingpublic.de Leiter Kapitalmarktmedien und Ansprechpartner Anzeigen: Peter List, Tel.: 069-71033719 E-Mail: list@goingpublic.de Gültig ist Preis liste Nr. 10 vom 1. November 2006 Erscheinungstermine 2017: 17.12.16 (Januar 2017), 18.2. (Februar/ März 2017), 25.3. (April 2017), 29.4. (Special „Kapitalmarktrecht“), 27.5. (Juni 2017), 29.7. (August 2017), 26.8. (Special „Geschäftsberichte & Trends“), 20.9. (Special „Kapitalmarkt Schweiz“), 30.9. (Oktober 2017), 14.10. (Special Abonnementverwaltung: GoingPublic Media AG GoingPublic Abo-Verwaltung Hofmannstr. 7a 81379 München Tel.: 089-2000339-0, Fax: -39 E-Mail: abo@goingpublic.de Druck: Druckerei Joh. Walch GmbH & Co KG, Augsburg Haftung und Hinweise: Artikeln, Emp- fehlungen und Tabel len liegen Quellen zu grunde, welche die Redak tion für verlässlich hält. Eine Garantie für die Rich tigkeit kann allerdings nicht über- nommen werden. 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