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Timestamp: 2020-08-14 00:14:13
Document Index: 309445332

Matched Legal Cases: ['§ 23', '§ 162', '§ 23', '§ 23', '§ 76', '§ 76', '§ 95', '§ 95', '§ 31', '§ 54', '§ 95', '§ 54', '§ 23', '§ 23', '§ 23', '§ 19']

BSG Urteil vom 13.11.2008 - B 14 AS 36/07 R | Haufe Personal Office Platin | Personal | Haufe
BSG Urteil vom 13.11.2008 - B 14 AS 36/07 R
Arbeitslosengeld II. Sonderbedarf. mehrtägige Klassenfahrt. keine Beschränkung auf Höchstbetrag. Schulrecht. verfassungskonforme Auslegung
1. Bei den Leistungen für eine mehrtägige Klassenfahrt nach § 23 Abs 3 S 1 Nr 3 SGB 2 besteht ggf ein Individualanspruch des jeweiligen Schülers, der isoliert und unabhängig von den übrigen Grundsicherungsleistungen geltend gemacht werden kann. Im Rahmen der Anfechtungs- und Verpflichtungsklage gegen nur darlehensweise bewilligte Leistungen, ist mithin die Höhe der sonstigen Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nicht zu überprüfen.
2. Bei den schulrechtlichen Bestimmungen eines Landes handelt es sich um nicht revisibles Landesrecht (§ 162 SGG). Das BSG kann auch nicht abstrakt generell und bundesweit gültig definieren, wann eine Klassenfahrt iS des § 23 Abs 3 S 1 Nr 3 SGB 2 vorliegt. Insoweit handelt es sich um einen Rechtsbegriff, der jeweils einer Ausfüllung durch die landesrechtlichen Schulgesetze bedarf.
SGB 2 § 23 Abs. 3 S. 1 Nr. 3 Fassung: 2006-07-20, S. 2 Fassung: 2006-07-20, S. 5 Fassung: 2006-07-20, S. 6 Fassung: 2006-07-20; SchulG BE § 76 Abs. 2; SchulG BE 2004 § 76 Abs. 2; SchulG BE § 95; SchulG BE 2004 § 95; SGB 12 § 31 Abs. 1 Nr. 3 Fassung: 2006-07-20; SGG § 54 Abs. 1, §§ 95, 162
SG Berlin (Urteil vom 27.06.2007; Aktenzeichen S 103 AS 7827/07)
Das SG hat zu Recht die Klage als Anfechtungs- und Verpflichtungsklage (§ 54 Abs 1 SGG) behandelt. Die angefochtenen Bescheide des Beklagten enthalten den Verfügungssatz, dass die Leistungen lediglich als Darlehen bewilligt werden. Der Beklagte musste daher verpflichtet werden auszusprechen, die Leistungen als Zuschuss und nicht als Darlehen zu gewähren, weil anderenfalls - bei reiner Anfechtungsklage - der Verfügungssatz insgesamt entfallen wäre. Zutreffend ist das SG im Übrigen auch davon ausgegangen, dass es sich bei den Kosten der Klassenfahrt gemäß § 23 Abs 3 Satz 1 Nr 3 SGB II um einen Individualanspruch des jeweiligen Schülers bzw Klägers handelt, der isoliert und unabhängig von den übrigen Grundsicherungsleistungen geltend gemacht werden kann (hierzu Lang/Blüggel in Eicher/Spellbrink, SGB II, 2. Auflage 2008, § 23 RdNr 90; zum Anspruch gemäß § 23 Abs 3 Satz 1 Nr 1 SGB II auf eine Erstausstattung für die Wohnung einschließlich von Haushaltsgeräten vgl Bundessozialgericht ≪BSG≫, Urteil vom 19. September 2008 - B 14 AS 64/07 R). Da hier isoliert die Kosten der Klassenfahrt geltend gemacht werden, war mithin nicht zu überprüfen, ob die der Bedarfsgemeinschaft der Kläger gewährten Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts gemäß §§ 19 ff SGB II der Höhe nach richtig bemessen waren.
Haufe-Index 2102509
BSGE 2009, 68
DVP 2009, 349
FEVS 2009, 433
NDV-RD 2009, 67
SGb 2009, 145
SGb 2009, 34
GV/RP 2010, 724
KomVerw/LSA 2010, 433
SchuR 2009, 17
ZFE 2009, 156
FuBW 2010, 822
FuHe 2010, 629
KomVerw/B 2010, 433
KomVerw/MV 2010, 433
KomVerw/S 2010, 433
KomVerw/T 2010, 433
info-also 2009, 88