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Timestamp: 2016-10-27 10:50:54
Document Index: 95552880

Matched Legal Cases: ['Art. 30', 'Art. 44', 'Art. 30', 'Art. 45', 'BGE', 'BGE', 'Art. 20', 'BGE', 'Art. 44', 'BGE']

C 251/01 (17.04.2002)
Fr�sard; Gerichtsschreiberin Polla
M.________, 1968, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Pablo Bl�chlinger, Lutherstrasse 4, 8004 Z�rich,
A.- Mit Verf�gung vom 20. Juli 2000 stellte die Arbeitslosenkasse des Kantons Z�rich die 1968 geborene M.________ f�r die Dauer von 36 Tagen wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit in der Anspruchsberechtigung ein. Zur Begr�ndung wurde angegeben, sie sei w�hrend 16 Arbeitstagen unentschuldigt der Arbeit fern geblieben, weshalb M.________ der Arbeitgeberin Anlass zur K�ndigung gegeben habe.
B.- Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich in dem Sinne gut, dass es die Sache an die Arbeitslosenkasse zur�ckwies, damit diese, nach erfolgter Abkl�rungen im Sinne der Erw�gungen, neu verf�ge (Entscheid vom 26. Juli 2001).
C.- Das Staatssekretariat f�r Wirtschaft (seco) f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde und beantragt, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids sei die Sache an das kantonale Gericht zur�ckzuweisen, damit dieses, eventuell nach Vornahme weiterer Sachverhaltsabkl�rungen, hier�ber entscheide.
M.________ l�sst Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragen. Die als Mitinteressierte beigeladene Arbeitslosenkasse verzichtet auf eine Stellungnahme.
1.- a) Die Vorinstanz hat die massgeblichen Bestimmungen �ber die Einstellung in der Anspruchsberechtigung bei selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit (Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG), namentlich bei Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten (Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV) und die verschuldensabh�ngige Dauer der Einstellung (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG in Verbindung mit Art. 45 Abs. 2 AVIV) sowie die Rechtsprechung zum arbeitslosenversicherungsrechtlichen Begriff des Selbstverschuldens (ARV 1998 Nr. 9 S. 44 Erw.
2b, 1982 Nr. 4 S. 39 Erw. 1a, je mit Hinweisen) richtig dargelegt. Zutreffend ist auch, dass der Tatbestand erf�llt ist, wenn das allgemeine Verhalten der versicherten Person Anlass zur K�ndigung bzw. Entlassung gegeben hat (BGE 112 V 244 Erw. 1 mit Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden.
Bei Differenzen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer darf nicht ohne weiteres auf ein fehlerhaftes Verhalten des Arbeitnehmers geschlossen werden, wenn der Arbeitgeber nur unbestimmte Gr�nde geltend zu machen vermag, f�r welche er keine Beweise anf�hren kann (BGE 112 V 245 Erw. 1 mit Hinweisen; ARV 1999 Nr. 8 S. 39 Erw. 7b). Das vorwerfbare Verhalten muss zudem nach Art. 20 lit. b des �bereinkommens Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) �ber Besch�ftigungsf�rderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (SR 0.822. 726.8; f�r die Schweiz in Kraft seit dem 17. Oktober 1991, AS 1991 1914) vors�tzlich erfolgt sein (vgl. BGE 124 V 236 Erw. 3b, welche Rechtsprechung gem�ss Urteil M. vom 17. Oktober 2000 [C 53/00] auch im Bereich von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV anwendbar ist).
b) Nach der Rechtsprechung bez�glich der Beweisaufnahme durch die Verwaltung stellt eine formlos eingeholte und in einer Aktennotiz festgehaltene m�ndliche bzw. telefonische Auskunft nur insoweit ein zuverl�ssiges und taugliches Beweismittel dar, als damit bloss Nebenpunkte, namentlich Indizien oder Hilfstatsachen, festgestellt werden.
Sind aber Ausk�nfte zu wesentlichen Punkten des rechtserheblichen Sachverhalts einzuholen, kommt grunds�tzlich nur die Form einer schriftlichen Anfrage und Auskunft in Betracht.
2-. Streitig und zu pr�fen ist, ob die gesetzlichen Voraussetzungen f�r die Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit gegeben sind.
a) In tatbest�ndlicher Hinsicht steht fest, dass die fr�here Arbeitgeberin der Versicherten, die J.________ AG in B.________, am 19. April 2000 das Arbeitsverh�ltnis mit der Begr�ndung k�ndigte, die Beschwerdegegnerin sei unberechtigt und unentschuldigt w�hrend 16 Tagen dem Arbeitsplatz ferngeblieben, wobei ihr Verhalten und Auftreten bei den Gespr�chen vom 18. und 19. April 2000 Anlass zur K�ndigung gegeben h�tten.
Gem�ss der von der Verwaltung eingeholten telefonischen Beweisauskunft der Firma J.________ AG vom 23. Mai 2000 habe die Beschwerdegegnerin vom 27. M�rz bis 17. April 2000 unentschuldigt am Arbeitsplatz gefehlt, da sie zu ihrem im Sterben gelegenen Vater nach A.________ gereist sei, wobei auch der Grossvater in der gleichen Woche dort verstorben sei. Es treffe zwar zu, dass eine Arbeitskollegin die Abwesenheit gemeldet habe. Man h�tte jedoch eine pers�nliche Mitteilung aus A.________ erwartet, welche nicht erfolgt sei, worauf der Gruppenchef die Versicherte in A.________ angerufen habe. Nach ihrer R�ckkehr habe sich die Beschwerdegegnerin anl�sslich der sofort durchgef�hrten Unterredung derart unm�glich und uneinsichtig aufgef�hrt, dass man anstatt der eigentlich vorgesehenen Verwarnung die K�ndigung ausgesprochen habe.
b) Gest�tzt auf diese Sachverhaltsdarstellung hat die Vorinstanz erwogen, es sei aufgrund der Aktenlage unklar, welche Information die Arbeitskollegin bez�glich des Aufenthalts in A.________ weiterleitete und an wen, und ob der Gruppenchef und diese Kollegin der Versicherten tats�chlich mitgeteilt haben, es sei alles in Ordnung. Ebenfalls abzukl�ren sei, was bei der nach erfolgter R�ckkehr gef�hrten Unterredung tats�chlich vorgefallen sei und welches Verhalten schliesslich die K�ndigung bewirkt habe.
c) Hiegegen wendet das seco ein, es sei in tatbest�ndlicher Hinsicht erstellt, dass die Arbeitgeberin rechtsgen�glich �ber die Abwesenheit und deren Grund informiert worden sei, zumal das kantonale Gericht zutreffend ausgef�hrt habe, dass keine pers�nliche Abwesenheitsmeldung bei der Arbeitgeberin zu erfolgen hatte. Es sei daher nicht ersichtlich, warum die Vorinstanz abkl�ren lassen wolle, was die Arbeitskollegin dem direkten Chef genau ausgerichtet habe und ob diese und der Gruppenchef die Versicherte in A.________ angerufen haben um mitzuteilen, dass alles in Ordnung sei. Weiter k�nne dem Gericht nicht gefolgt werden, dass zus�tzliche Abkl�rungen hinsichtlich des genauen Ablaufs der pers�nlichen Unterredung zwischen der Versicherten und der Arbeitgeberin notwendig w�ren, da erstellt sei, dass die Versicherte sich gegen den Vorwurf, sie h�tte sich selber aus A.________ melden m�ssen, zur Wehr setzte, was zur K�ndigung gef�hrt habe.
3.- Entgegen der Auffassung des seco ist der Vorinstanz darin beizupflichten, dass es sich bei der telefonischen Beweisauskunft der Firma J.________ AG vom 23. Mai 2000 um wesentliche Punkte des rechtserheblichen Sachverhalts handelt, welche nochmaliger Abkl�rung bed�rfen. Wie das kantonale Gericht zutreffend darlegte, ist erstens unklar geblieben, ob die Arbeitgeberin mit der dreiw�chigen Abwesenheit der Beschwerdegegnerin einverstanden gewesen war, und zweitens, ob der Abteilungsleiter informiert worden war. Auch steht anhand der Aktenlage nicht rechtsgen�glich fest, welches Verhalten anl�sslich der gef�hrten Unterredung am Ende f�r die K�ndigung ausschlaggebend gewesen war.
F�r die Vorinstanz bestand daher korrekterweise Anlass, die Sache zur Vornahme weiterer Sachverhaltsabkl�rungen an die Verwaltung zur�ckzuweisen, zumal diese selber im kantonalen Gerichtsverfahren vorbringt, es solle seitens der Arbeitgeberin eine schriftliche Best�tigung der telefonischen Aussagen eingeholt werden.
Das Verschulden der Versicherten steht weder eindeutig fest, noch ist ein vors�tzliches oder eventualvors�tzliches Verhalten bewiesen, insbesondere da einzig auf die lediglich in einer Aktennotiz festgehaltenen telefonischen Auskunft der Arbeitgeberin abgestellt wurde, was im Lichte der dargestellten Rechtsprechung den formellen Anforderungen an ein Beweismittel des entscheidrelevanten Sachverhalts nicht zu gen�gen vermag (vgl. Erw. 1b).
Weiter verletzt bei festgestellter Abkl�rungsbed�rftigkeit die R�ckweisung der Sache an die Verwaltung weder den Untersuchungsgrundsatz, noch kann diese nach den gegebenen Umst�nden als unverh�ltnism�ssig bezeichnet werden (BGE 122 V 162 Erw. 1d mit Hinweisen, RKUV 1999 Nr. U 342 S. 410 Erw. 3a).
Somit hat die Arbeitslosenkasse gem�ss Dispositiv-Ziffer 1 des vorinstanzlichen Entscheids zu verfahren und die Abkl�rungen des rechtserheblichen Sachverhalts in beweistauglicher Form vorzunehmen.
III. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich, dem Amt f�r Wirtschaft und Arbeit des Kantons Z�rich und der Arbeitslosenkasse
des Kantons Z�rich zugestellt.