Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201990,%20180
Timestamp: 2019-05-20 13:41:34
Document Index: 40106453

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2314', 'BGH', 'BGH', '§ 2314', 'BGH', '§ 2314', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2314', '§ 26', 'BGH', '§ 242', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 242', 'BGH', 'BGH', '§ 242', 'BGH', 'BGH', '§ 261', '§ 242', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2314', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2314', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 2303', 'BGH', 'BGH']

BGH, 04.10.1989 - IVa ZR 198/88 - dejure.org
https://dejure.org/1989,522
BGH, 04.10.1989 - IVa ZR 198/88 (https://dejure.org/1989,522)
BGH, Entscheidung vom 04.10.1989 - IVa ZR 198/88 (https://dejure.org/1989,522)
BGH, Entscheidung vom 04. Januar 1989 - IVa ZR 198/88 (https://dejure.org/1989,522)
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Kein Wertermittlungsanspruch des pflichtteilsberechtigten Erben auf Kosten des Beschenkten
Pflichtteilsergänzung - Schenkung - Erbfall - Pflichtteilsberechtigung - Anspruch auf Wertermittlung
BGB §§ 2314, 242, 2329, 2327
BGHZ 108, 393
NJW 1990, 180
MDR 1990, 138
FamRZ 1990, 41
FamRZ 1990, 43 (Ls.)
WM 1990, 283
BayObLGZ 1989, Nr. 26
Hieraus wurde geschlossen, dass ein solcher Auskunftsanspruch nicht schon deshalb verjährt ist, weil der Hauptanspruch verjährt ist, mag er nach der Verjährung des Hauptanspruchs auch regelmäßig, allerdings nicht zwingend (vgl. BGH, Urteile vom 4. Oktober 1989, aaO; vom 3. Oktober 1984 - IVa ZR 56/83;… aaO; jeweils zu § 2314 BGB), am fehlenden Informationsbedürfnis des die Auskunft Verlangenden scheitern (…vgl. BGH, Urteile vom 12. Juni 1991 - XII ZR 17/90, aaO; vom 4. Oktober 1989, aaO [zu § 2314 BGB];… vom 3. Oktober 1984 - IVa ZR 56/83, aaO;… ferner Urteile vom 17. Juli 2008 - I ZR 109/05, BGHZ 177, 319 Rn. 42 - Sammlung Ahlers;… vom 24. April 2002 - IV ZR 126/01, juris Rn. 8;… vom 26. Mai 1994 - IX ZR 39/93, aaO; anders noch BGH, Urteil vom 2. November 1960 - V ZR 124/59, BGHZ 33, 373, 379 [zu § 2314 BGB]).
Das Berufungsgericht hat sich daher entgegen der Ansicht der Revision des Beklagten zu Recht nicht mit der Frage auseinandergesetzt, ob einem Auskunftsanspruch gegen den Beklagten entgegensteht, dass dieser Auskunftsanspruch nicht zur Durchsetzung des Zahlungsanspruchs gegen den Veräußerer erforderlich ist (§ 26 Nr. 4 Satz 1 UrhG a.F.), weil dieser Zahlungsanspruch bereits verjährt ist und nicht mehr durchgesetzt werden kann (vgl. BGHZ 108, 393, 399).
Der Anspruch auf Wertermittlung (§ 242 BGB), die der pflichtteilsberechtigte Erbe von einem angeblich vom Erblasser beschenkten Miterben auf seine eigenen Kosten wünscht, setzt nicht voraus, daß sein möglicher Pflichtteilsergänzungsanspruch dem Grunde nach bereits feststeht (Ergänzung zu BGHZ 108, 393).
Eine Ausdehnung der Norm auf den pflichtteilsberechtigten Erben lehnt die höchstrichterliche Rechtsprechung beständig ab (BGHZ 108, 393, 395; vgl. auch BGHZ 107, 200, 203).
In Betracht kommt hier aber ein erbrechtlicher Wertermittlungsanspruch aus § 242 BGB (BGHZ 108, 393).
Mit Recht hebt die Revision allerdings hervor, daß der Senat in seinem Urteil vom 4. Oktober 1989 (BGHZ 108, 393) nicht entschieden hat, ob der Wertermittlungsanspruch des pflichtteilsberechtigten Miterben gemäß § 242 BGB voraussetzt, daß sein möglicher Pflichtteilsergänzungsanspruch gegen den angeblich beschenkten Miterben dem Grunde nach bereits feststeht.
Dementsprechend hat eine geschuldete Wertermittlung zu diesen beiden Stichtagen stattzufinden (BGHZ 108, 393, 397).
e) Der Herausgabeanspruch ist auch nicht dadurch ausgeschlossen, dass der mit ihm zu sichernde, noch nicht bezifferbare Zahlungsanspruch unter keinem denkbaren rechtlichen Gesichtspunkt begründet sein könnte (vgl BGHZ 108, 393, 399;… BAG ZIP 1994, 642, 644 und Palandt/Heinrichs aaO § 261 RdNr 24).
Anspruch eines Erben auf Auskunft im Hinblick auf ausgleichspflichtige …
Einen Anspruch auf Wertermittlung durch ein Sachverständigengutachten könnte der Kläger allenfalls dann aus § 242 BGB herleiten, wenn er bereit wäre, die Kosten eines solchen Gutachtens selbst zu tragen (vgl. BGH, NJW 1990, 180).
Deshalb ist sein gleichwohl gestelltes Informationsverlangen in einer solchen Lage, von Ausnahmefällen abgesehen, unbegründet (…vgl. Senatsurteile vom 24. April 2002 - IV ZR 126/01, juris Rn. 8;… vom 25. Januar 1995 - IV ZR 134/94, NJW 1995, 1157 unter I 3 [juris Rn. 22]; vom 4. Oktober 1989 - IVa ZR 198/88, BGHZ 108, 393, 399 f. [juris Rn. 16];… vom 9. März 1988 - IVa ZR 272/86, BGHZ 103, 333, 334 [juris Rn. 7];… vom 3. Oktober 1984 - IVa ZR 56/83, NJW 1985, 384, 385 [juris Rn. 10 f.]).
Demgegenüber ist die Wertermittlung gemäß § 2314 Abs. 1 Satz 2 Halbsatz 2 BGB nicht etwa auf eine Äußerung des Verpflichteten über den Wert gerichtet; sie ist von dem Wissen und den Vorstellungen, die der Verpflichtete von diesem Wert hat, unabhängig (Senatsurteile vom 4. Oktober 1989 - IVa ZR 198/88, BGHZ 108, 393, 396 [juris Rn. 8];… vom 9. November 1983 - IVa ZR 151/82, BGHZ 89, 24, 28 [juris Rn. 10]).
Da sich dem Pflichtteilsberechtigten vielfach ohne sachverständige Hilfe aus den Geschäftsunterlagen die für die Bewertung besonders bedeutsamen stillen Reserven, die Ertragskraft des Unternehmens und der zu berücksichtigende Firmenwert nicht vollständig erschließen lassen, ist es gerechtfertigt, ihm in solchen Fällen einen Anspruch darauf einzuräumen, dass der Wert durch einen unparteiischen Sachverständigen ermittelt wird (…ständige Rechtsprechung des BGH, z.B. Urt. v. 30.10.1974, IV ZR 41/73, zit. nach juris, Tz. 35;… Urt. v. 08.07.1985, II ZR 150/84, zit. nach juris, Tz. 11; Urt. v. 04.10.1989, IVa ZR 198/88, zit. nach juris, Tz. 12;… OLG Köln, Urt. v. 04.03.1998, 13 U 152/97, zit. nach juris Tz. 9;… Urt. v. 05.10.2005, 2 U 153/04, juris Tz. 60).
Weiter meint er, nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (siehe etwa BGH, NJW 1990, 180) könne aus den Grundsätzen von Treu und Glauben ein nicht normierter "allgemeiner" Auskunftsanspruch nur dann hergeleitet werden, wenn die Rechtsbeziehungen zwischen den Parteien es mit sich brächten, dass der Berechtigte entschuldbar über das Bestehen und den Umfang seines Rechtes im Unklaren und deshalb auf die Auskünfte des Verpflichteten angewiesen sei.
Da die Vorschrift des § 2314 BGB nach ihrem Wortlaut und ihrem Zweck auf den Nichterben als Anspruchsinhaber zugeschnitten ist, kommt eine entsprechende Anwendung auf den pflichtteilsberechtigten Erben gegen den Beschenkten - so liegt hier der Fall - nicht in Betracht (vgl. BGHZ 61, 180; BGH NJW 1990, 180).
Wie der Bundesgerichtshof (s. BGH NJW 1990, 180) weiter ausgeführt hat, bringt das Rechtsverhältnis zwischen dem pflichtteilsberechtigten Erben und dem Beschenkten es mit sich, dass der Berechtigte unverschuldet selbst dann keine Gewissheit über Bestehen und Umfang seines Rechts auf Pflichtteilsergänzung gewinnen kann, wenn er alle pflichtteilsrelevanten Schenkungen kennt; denn sein Recht ist entscheidend von dem Wert der Zuwendungen bestimmt.
Dabei ist ein schützenswertes Interesse des Pflichtteilsberechtigten daran anzuerkennen, dass der Wert der übertragenen Grundstücke sachverständig und objektiv ermittelt wird (siehe BGH NJW 1990, 180).
Dies ist vom Bundesgerichtshof (BGH NJW 1990, 180) für den Fall angenommen worden, dass der Pflichtteilsberechtigte eine Pflichtverletzung seines (früheren) Prozessbevollmächtigten geltend macht, die zur Verjährung des Pflichtteilsanspruchs aus § 2303 Abs. 1 BGB geführt hat, und der Pflichtteilsberechtigte die genaue Kenntnis des Nachlasses benötigt, um eventuelle Schadensersatzansprüche gegen den Prozessbevollmächtigten abschätzen und durchsetzen zu können.
Das gilt aber nicht, wenn der Pflichtteilsberechtigte die Auskünfte des Erben trotz der Verjährung seiner eigenen möglichen Pflichtteilsansprüche noch benötigt, etwa um gegen seinen Prozessbevollmächtigten vorgehen zu können, der die Unterbrechung der Verjährung schuldhaft versäumt hat (vgl. BGH FamRZ 1990, 41 ff, 43).
BGH, 11.05.2005 - IV ZR 139/04
OLG Jena, 22.01.2001 - 6 W 812/00
Auskunfterteilung; Zwangsvollstreckung; Urkundeneinsicht
LG Nürnberg-Fürth, 03.09.2009 - 8 O 673/09
Hemmung der Verjährung des Pflichtteilsanspruchs während eines bestehenden …