Source: http://verkehrsportal.de/cgi-bin/vp_foren.cgi?msg-32987!2003
Timestamp: 2019-12-05 23:26:58
Document Index: 183289346

Matched Legal Cases: ['§ 24', '§ 31', '§ 42', '§ 64', '§ 24', '§ 24']

BMX Räder auf der Strasse
am 30.04.03 16:44
Seit einiger Zeit fahren bei uns in einer Tempo 30 Zone ein paar Jungs mit BMX Rädern (20" mit Achsenverlängerungen) rum und machen auf der Straße Tricks. Oft müssen Autos wegen ihnen anhalten, da sie den Verkehr nicht beobachten wenn sie ihre Tricks machen. Meistens räumen sie jedoch die Strasse, wenn Autos kommen.
Diese Fahrräder sind absolut nicht verkehrssicher (kein Licht, kein Schutzblech, keine Reflektoren).
Zu: BMX Räder auf der Strasse
am 30.04.03 20:01
Die Fahrräder entsprechen nicht der StVZO und haben nach den Buchstaben des Gesetzes nichts im öffentlichen Verkehrsraum verloren.
am 01.05.03 12:08
BMX-Räder sind keine Fahrzeuge im Sinne der StVO, sondern besondere Fortbewegungsmittel. Damit dürfen sie nur unter besonderer Berücksichtigung der Fußgängersicherheit auf Gehwegen benutzt werden (siehe § 24 StVO).
Da es sich bei den BMX-Rädern um Sport- und Spielgeräte handelt, dürfen sie außerdem auf den dafür zugelassenen Straßen benutzt werden (siehe § 31 StVO). Weiterhin ist ihre Benutzung in mit Z. 325 StVO beschilderten verkehrsberuhigten Bereichen zulässig (siehe § 42 Abs. 4a Nr. 1 StVO).
Ansonsten haben diese Räder im öffentlichen Straßenverkehr, also auch in Tempo-30-Zonen, auf der Fahrbahn nichts verloren, wie bereits von Andreas angedeutet.
am 03.05.03 17:13
>[Zitat:] "Diese Fahrräder sind absolut nicht verkehrssicher (kein Licht, kein Schutzblech, keine Reflektoren). "
Schutzbleche sind nicht wirklich vorgeschrieben, oder?
am 03.05.03 17:42
Also was die StVZO von Fahrrädern angeht, bin ich nicht so super informiert. Aber nachdem was dort alles geregelt ist, könnten Schutzbleche ebenfalls "befohlen" sein.
Was das Ausgangsthema betrifft wollte ich mich eigentlich nur allgemein informieren.
Persönlich schaue ich den Jungs häufig zu und finde, dass die teilweise schon coole Sachen machen.
Find ich jedenfalls spannender, als Rennradfahrern zuzusehen, wie sie um den Henningertum fahren ;)
am 03.05.03 19:00
Vorschriften zur Ausrüstung von Fahrrädern findest Du in §§ 64a (Glocke), 65 (Bremsen) und 67 StVZO (Beleuchtung). Schutzbleche sind übrigens keine Vorschrift. Wer sich unbedingt dreckig machen will, darf dies unbesorgt tun.
Zur Faszination von BMX-ern: wer auf solchen Kunststückchen steht, kommt dort sicherlich auf seine Kosten. Aber bitte nicht auf öffentlichen Straßen! Ich denke, es gibt zwischen Rennradfahrern und BMX-ern schon einen erheblichen Unterschied. Während Radrennen für mich Sport pur sind, geht das BMX-en mehr in Richtung Action, Show und Akrobatik und hat weniger mit reiner sportlicher Anforderung zu tun. Aber jedem Tierchen sein Pläsierchen!
am 03.05.03 19:32
>[Zitat:] "BMX-Räder sind keine Fahrzeuge im Sinne der StVO, sondern besondere Fortbewegungsmittel. Damit dürfen sie nur unter besonderer Berücksichtigung der Fußgängersicherheit auf Gehwegen benutzt werden"
Wenn ich mein BMX-Rad mit Klingel und StVO-konformer Beleuchtung ausstatte, darf ich doch sicherlich auch auf der Fahrbahn fahren, oder nicht?
Ist das BMX-Rad aber nicht StVO-konform ausgestattet, darf ich - im Gegensatz zu Radfahrern mit anderen Fahrradmodellen (MTB, Rennrad etc.) - auf dem Gehweg fahren? Das käme mir seltsam vor.
Oder darf jeder Radfahrer, der z.B kein Licht besitzt den Gehweg benutzen?? (Das wäre doch völlig absurd.)
Wenn nicht, müsste im Gesetz irgendwo definiert sein, was ein BMX-Rad ist, und was nicht. Das etwas so neuzeitliches wie der Begriff BMX-Rad (ist höchstens 40 Jahre alt ;) )aber schon in irgendwelche Gesetzestexte eingeflossen ist bezweifle ich doch stark.
Ich vermute, ein BMX-Rad ist gesetzlich ein Rad wie jedes Andere: Ist es StVO-konform ausgestattet, darf man bzw. muss man damit auf der Fahrbahn fahren, ist es das nicht, darf man damit überhaupt nicht am Verkehr teilnehmen. Auch nicht auf dem Gehweg...
Oder etwa doch?.. Wie gesagt: ich bin verwirrt.
am 03.05.03 20:29
Also so wie ich das sehe dient ein BMX Rad, mit dem Tricks auf ebener Erde gemacht werden, in erster Linie zum Rollen, darauf herumspringen o.ä. Damit würde es generell nicht zum Fortbewegen von A nach B genutzt.
>[Zitat:] "BMX-Räder sind keine Fahrzeuge im Sinne der StVO, sondern besondere Fortbewegungsmittel."
Falls jetzt so ein BMX Rad doch als "Normales Fahrrad" am Verkehr teilnimmt, was für ein Verstoß wäre denn hier gegeben? Im Bußgeldkatalog steht scheinbar nichts darüber.
am 03.05.03 20:56
Ich kann verstehen, dass Du etwas verwirrt bist, bitte Dich jedoch, hier etwas zu differenzieren.
Legaldefinitionen für Fahrrad oder BMX-Rad gibt es keine im Verkehrsrecht. Maßgeblich für die Einstufung dieser Fahrzeuge sind ihr vorrangig vorgesehener Verwendungs- und Einsatzzweck. Das klassische Fahrrad wird immer ein Fahrrad bleiben und darf deswegen ohne Beleuchtung, Bremsen oder Klingel weder im normalen Straßenverkehr noch auf einem Gehweg benutzt werden. Es wird durch das Fehlen dieser Merkmale nicht zu einem besonderen Fortbewegungsmittel im Sinne des § 24 StVO.
Ein BMX-Rad ist jedoch so eine Art Zwitter, der nicht primär wie ein reguläres Fahrrad der Fortbewegung von Punkt A zu Punkt B dient, sondern zunächst einmal als Sport- und Spielgerät für BMX-Zwecke Verwendung findet, die mit dem Straßenverkehr an sich wenig bzw. gar nichts zu tun haben. Von daher fällt ein reinrassiges BMX-Rad grundsätzlich unter die besonderen Fortbewegungsmittel des § 24 StVO, der hier keine abschließende Aufzählung vornimmt, und hat im Straßenverkehr infolgedessen nichts zu suchen.
Da ein BMX-Rad aber aufgrund seiner Bauweise und nahen Verwandtschaft auch durchaus als "normales" Fahrrad Verwendung finden kann, ist es durchaus möglich und zulässig, es mit StVZO-konformer Ausrüstung auch im normalen Straßenverkehr zu verwenden. In diesem Fall wäre ein solches Rad dann als Fahrrad anzusehen.
am 03.05.03 21:04
Sorry, ich habe Dein Posting erst jetzt gelesen. Wenn Du mit einem BMX-Rad am Verkehr teilnimmst, was ja durchaus möglich ist (s.o.), verstößt Du gegen die einschlägigen Ausrüstungsvorschriften, die oben schon erwähnt sind.
Da in solch einem Fall Tateinheit vorliegt, kommt der höchste Verwarnungs-/Bußgeldsatz zur Anwendung. Besitzt das BMX-Rad die vorgeschriebenen Bremsen, kostet es 10 €; sind keine Bremsen montiert, werden 25 € fällig.