Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=12.07.1979&Aktenzeichen=III%20ZR%20154/77
Timestamp: 2019-07-24 10:07:23
Document Index: 9342122

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 12.07.1979 - III ZR 154/77 - dejure.org
https://dejure.org/1979,368
BGH, 12.07.1979 - III ZR 154/77 (https://dejure.org/1979,368)
BGH, Entscheidung vom 12.07.1979 - III ZR 154/77 (https://dejure.org/1979,368)
BGH, Entscheidung vom 12. Juli 1979 - III ZR 154/77 (https://dejure.org/1979,368)
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Schutzrichtung staatlicher Aufsicht über die Kreditinstitute im Hinblick auf Einlagegläubiger - Amtsmissbrauch in Fällen fehlerhafter Ermessenausübung - Aufstellung von Grundsätzen über das haftende Eigenkapital durch das Bundesaufsichtsamt für Kreditwesen (BAK) als Amtspflichverletzung - Voraussetzungen der Haftung wegen pflichtwidrigen Unterlassens von Aufsichtsmaßnahmen durch das Bundesaufsichtsamt für Kreditwesen (BAK)
Zum Umfang der Prüfungspflicht des Bundesaufsichtsamts für Kreditwesen
BGHZ 75, 120
MDR 1980, 37
VersR 1979, 866
DB 1979, 1786
Soweit es um die Ausübung dieses Ermessens geht, ist im Amtshaftungsprozeß Prüfungsmaßstab, ob die Behörde sich innerhalb der Grenzen fehlerfreien Ermessensgebrauchs gehalten hat (vgl. BGHZ 74, 144, 155, 156 [BGH 15.02.1979 - III ZR 108/76]; 75, 120, 124; 118, 263, 271).
Die Vertreter dieser Argumentation (…Papier aaO., Nüßgens aaO.) beziehen sich hier auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, wonach - entgegen der zuvor ganz herrschenden Auffassung - den Normen des Kreditwesengesetzes, die die Befugnisse und die Pflichten des Bundesaufsichtsamtes für das Kreditwesen regeln, auch drittschützende Wirkung zukommen könne (BGHZ 74, 144 ff.; BGHZ 75, 120 ff.).
Selbst wenn der Gesetzgeber mit der auf die BGH-Rechtsprechung (BGHZ 74, 144 ff.; BGHZ 75, 120 ff.) reagierenden "Klarstellung" des Schutzzwecks der die Bankenaufsicht betreffenden Regelungen tatsächlich nichts anderes bezweckt haben sollte als einen Haftungsausschluss, handelt es sich hierbei allenfalls um eine Frage des gesetzgeberischen Weges, die im Ermessen des Gesetzgebers steht.
Die Sorge vor dem eigenen Eintretenmüssen hätte andererseits zwangsläufig Auswirkungen auf Art, Umfang und Dichte der Aufsicht, die sich jedenfalls streng an den vom Bundesgerichtshof, im Wetterstein - (BGHZ 74, 144 ff.) und im Herstatt-Urteil (BGHZ 75, 120 ff.) entwickelten Grundsätzen orientierten müsste.
Indessen sollte mit der Einführung dieser Regelung lediglich der Fiskus vor Schadensersatzansprüchen aus von der höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. BGHZ 75, 120; BGHZ 74, 144) in der Vergangenheit angenommener Amtspflichtverletzungen geschützt werden.