Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=KG&Datum=01.02.2002&Aktenzeichen=3%20UF%20184/01
Timestamp: 2020-01-29 00:09:33
Document Index: 7626054

Matched Legal Cases: ['§ 1569', '§ 1572', '§ 1578', '§ 1', 'BGH', 'BGH']

KG, 01.02.2002 - 3 UF 184/01 - dejure.org
https://dejure.org/2002,7952
KG, 01.02.2002 - 3 UF 184/01 (https://dejure.org/2002,7952)
KG, Entscheidung vom 01.02.2002 - 3 UF 184/01 (https://dejure.org/2002,7952)
KG, Entscheidung vom 01. Februar 2002 - 3 UF 184/01 (https://dejure.org/2002,7952)
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BGB § 1569 § 1572 Nr. 1 § 1578
AG Berlin-Tempelhof/Kreuzberg, 09.05.2001 - 173 F 9468/95
FamRZ 2002, 1406
FamRZ 2002, 460
Wenn ihm jedoch krankheitsbedingt die Therapieeinsicht fehlt und er nicht in der Lage ist, zu erkennen, dass Behandlungsmaßnahmen notwendig sind, kann ihm das unterhaltsrechtlich nicht angelastet werden: Wer aufgrund eines krankhaften und nicht vorwerfbaren Verhaltens nicht bzw. nicht mehr in der Lage ist, seiner Erkrankung gegenzusteuern und Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung zu ergreifen, muss keine unterhaltsrechtlichen Nachteile befürchten (vgl. KG, Urteil vom 1. Februar 2002 - 3 UF 184/01, FamRZ 2002, 460 [bei juris LS 2 und Rz. 104]; OLG Bamberg…, Urteil vom 11. März 1997 - 7 UF 50/96, FamRZ 1998, 370 [bei juris LS 2 und Rz. 26ff.] sowie Wendl/Dose, Das Unterhaltsrecht in der familienrichterlichen Praxis [9. Aufl. 2015], § 1 Rn. 789f.).
Zweifelhaft, ob die der Surrogatstherorie zugrunde liegenden Erwägungen noch zu einer angemessenen Bewertung des Bedarfs nach den ehelichen Lebensverhältnissen führen, wird es aber dann, wenn es nicht um eine erziehungsbedingte Erwerbspause geht (so aber BGH NJW 2001, 2254 [2258]; zweifelnd KG Urteil vom 01. Februar 2002, FamRZ 2002, 460; Bienko FamRZ 2000, 13; Rauscher FuR 2001, 385 [390]).
Auch das Kammergericht ist zwar in seiner vom Kläger zitierten Entscheidung vom 01.02.2003 (Az.: 3 UF 184/01) von der Rechtsprechung des BGH abgewichen, aber nur der 3. Senat.
Der 3. Zivilsenat des Kammergerichts ist dieser Ansicht in seiner Entscheidung vom 1. Februar 2002 (FamRZ 2002, 460) nicht gefolgt.
Denn sie trägt dem Grundgedanken des Versorgungsausgleichs und dem in der Grundsatzentscheidung vom 13. Juni 2001 heraus gearbeiteten Grundsatz der Gleichwertigkeit von Familienarbeit und Erwerbstätigkeit eher als die Entscheidung des 3. Senats des Kammergerichts Rechnung (vgl. auch Anmerkung Müller zu der Entscheidung des 3. Zivilsenates, FamRZ 2002 1406 f).
Letztlich bedarf diese noch nicht abschließend geklärte und in der obergerichtlichen Rechtsprechung umstrittene Frage (vgl. OLG Celle in OLG-Report 2002, 99 und KG in FamRZ 2002, 460) hier keiner Entscheidung.