Source: https://www.akademie-herkert.de/reisekosten-blog.de/neues-bmf-schreiben-zur-lohnsteuerlichen-behandlung-der-dienstwagen/
Timestamp: 2019-07-19 21:34:28
Document Index: 98569739

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 8', '§ 40', '§ 8', '§ 8', '§ 8']

BMF-Schreiben klärt Zweifelsfragen zur lohnsteuerlichen Behandlung von Dienstwagen | Reisekosten Blog
Allgemeines und Anwendungsregeln vorab
Allgemein ist zu sagen, dass bei der Überlassung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs an Arbeitnehmer die Regelungen zu Fahrten zwischen der Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte gelten; für Fahrten von der Wohnung zu einem Sammelpunkt oder zu einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet i. S. d. § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4a Satz 3 EStG entsprechend (§ 8 Abs. 2 Satz 3 und 4 EStG).
Bei der Pauschalbesteuerung des Nutzungswerts nach § 40 Abs. 2 Satz 2 EStG für Fahrten zwischen der Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte wird auf Tz. 5 des Schreibens vom 31.10.2013 (BStBl. I S. 1376) verwiesen.
Das BMF-Schreiben vom 04.04.2018 ist in allen offenen Fällen anzuwenden. Bei einer Regelung (Randnummer 10 Buchstabe e, in der es um das Lohnsteuerabzugsverfahren bzgl. der pauschalen Nutzungswertmethode geht) ist es aber nicht zu beanstanden, wenn diese erst ab 01.01.2019 angewandt wird – bis dahin kann nach Rdnr. des BMF-Schreibens vom 01.04.2011 (BStBl. I S. 301) verfahren werden.
Außerdem ersetzt es neben dem Merkblatt für den Arbeitgeber vom 01.11.1995 (BStBl. I S. 719) auch einige BMF-Schreiben – und zwar:
BMF-Schreiben vom 28.05.1996 (IV C 5 – S 2334/08/10010):
BMF-Schreiben vom 01.04.2011 (IV C 5 – S 2334/08/10010):
Lohnsteuerliche Behandlung der Überlassung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte (§ 8 Absatz 2 Satz 3 EStG); Anwendung der Urteile des BFH vom 22. September 2010 – VI R 54/09 – (BStBl 2011 II Seite 354), – VI R 55/09 – (BStBl 2011 II Seite 358) und – VI R 57/09 – (BStBl 2011 II Seite 359)
BMF-Schreiben vom 15.07.2014 (IV C 5 – S 2334/13/10003):
Geldwerter Vorteil für die Gestellung eines Kraftfahrzeugs mit Fahrer; BFH-Urteil vom 15. Mai 2013 – VI R 44/11 – (BStBl 2014 II Seite 589)
BMF-Schreiben vom 15.12.2016 (IV C 5 – S 2334/16/10003):
BMF-Schreiben vom 21.09.2017 (IV C 5 – S 2334/11/10004-02):
Lohnsteuerliche Behandlung vom Arbeitnehmer selbst getragener Aufwendungen bei der Überlassung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs (§ 8 Absatz 2 Satz 2 ff. EStG); Anwendung von R 8.1 Absatz 9 Nummer 1 Satz 5 LStR 2015 und R 8.1 Absatz 9 Nummer 4 LStR 2015; Anwendung der Urteile des BFH vom 30. November 2016 – VI R 49/14 (BStBl 2017 II Seite 1011) und VI R 2/15 (BStBl 2017 II Seite 1014)
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Die Anwendung dieser Nutzungswertmethode (1%-Regelung, 0,03%-Regelung, 0,002%-Regelung) ist in § 8 Abs. 2 Satz 2, 3 und 5 EStG und in R 8.1. Abs. 9 Nr. 1 LStR geregelt.
Begrenzung des pauschalen Nutzungswerts (Rdnr. 4)
In den Fällen, in denen der pauschale Nutzungswert die Kosten, die dem Arbeitgeber für das Fahrzeug insgesamt entstanden ist, übersteigt, ist bei entsprechendem Nachweis der pauschale Nutzungswert maximal mit dem Betrag der Gesamtkosten des Kraftfahrzeugs anzusetzen (Kostendeckelung).
Dienstliche Fahrten von und zur Wohnung (Rdnr. 5)
Wenn dem Arbeitnehmer ein Dienstfahrzeug ausschließlich an den Tagen für seine Fahrten zwischen der Wohnung und seiner ersten Tätigkeitsstätte überlassen wird, an denen es erforderlich werden kann, dass der Arbeitnehmer Dienstfahrten von Zuhause aus antritt oder dort beendet, ist kein geldwerter Vorteil für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte zu erfassen.
Ein Beispiel hierfür ist der Bereitschaftsdienst in Versorgungsunternehmen.
In Teil 2 erfahren Sie, welche Regelungen das neue BMF-Schreiben vom 04.04.2018 die zu den Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte vorsieht: vom pauschalen Nutzungswert über die 0,03%-Regelung und zur Einzelbewertung bis hin zum Lohnsteuer- und Einkommensteuerabzugsverfahren.
Quelle: BMF-Schreiben vom 04.04.2018 (IV C 5 – 2334/18/10001)