Source: https://www.hcu-hamburg.de/en/it-and-media/library/writing-publishing/urheberrecht/
Timestamp: 2020-04-10 09:47:55
Document Index: 143447482

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 64', '§ 51', '§53', '§60', '§ 60', '§ 60', '§ 60']

HafenCity Universität Hamburg (HCU): Urheberrecht
Im Umgang mit gedruckten und elektronischen Büchern und Zeitschriften oder beim Publizieren entstehen häufig vielfältige Fragen zum Urheberrecht - diese greift die folgende Liste auf. Die Antworten sollen allgemeine Hinweise geben und Orientierung im Alltag bieten (Stand: März 2018). Jeder Einzelfall muss konkret am individuellen Sachverhalt geprüft werden; die Antworten stellen keine rechtsverbindlichen Auskünfte dar.
> Was ist urheberrechtlich geschützt?
> Wann sind Werke ohne Zustimmung des Urhebers nutzbar?
> Was ist im Rahmen eines Zitats erlaubt?
> In welchem Umfang darf ich kopieren und scannen?
> Können Materialien für Lehre und Forschung online gestellt werden?
> An wen wende ich mich, wenn ich die Veröffentlichungsrechte einholen möchte?
> Haben Sie weitere Fragen?
Zunächst müssen die Voraussetzungen für den Urheberschutz erfüllt sein (§ 2 UrhWissG). Werke im Sinne des UrhWissG sind nur persönliche geistige, individuelle Schöpfungen. Zu den geschützten Werken zählen u.a. Sprachwerke, Werke der Musik, Werke der Baukunst und der angewandten Kunst und Entwürfe solcher Werke; Lichtbildwerke, Filmwerke, aber auch Darstellungen wissenschaftlicher oder technischer Art wie Zeichnungen, Pläne, Karten, Skizzen, Tabellen. Eine Idee ist übrigens nicht geschützt - sie muss ausgestaltet sein.
Wann sind Werke ohne Zustimmung des Urhebers nutzbar?
70 Jahre nach dem Todes des Urhebers erlischt das Urheberrecht (§ 64 UrhWissG). Ist der Urheberschutz noch nicht abgelaufen, ist die Nutzung möglich, wenn mit dem Urheber bzw. dem Rechteinhaber ein (Lizenz)Vertrag geschlossen wurde oder dieser eine offene Lizenz vergeben hat (z. B. eine CC-Lizenz).
Darüber hinaus hat der Gesetzgeber sogenannte Schrankenregelungen getroffen. Hierzu gehören unter anderem das Übernehmen urheberrechtlich geschützter Inhalte als Zitat, das Bereitstellen urheberrechtlich geschützter Materialien auf (Lern-)Plattformen für Unterricht und Forschung oder das Vervielfältigen.
Was ist im Rahmen eines Zitats erlaubt?
Die Übernahme fremder Inhalte (Text, Grafik, Foto etc.) als Zitat ist ohne Zustimmung des Urhebers möglich, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist (§ 51 UrhWissG). Das Zitat muss als Beleg für die eigene Aussage dienen, also der Erläuterung, Veranschaulichung oder Untermauerung, nicht zur Auflockerung oder Illustration. Wichtig ist: Übernehmen Sie das Zitat unverändert, kennzeichnen es als solches und geben Sie die Quelle an.
In welchem Umfang darf ich kopieren und scannen?
© Sonja Mueck, HCU
Das ist Verwendungszweck („privater Gebrauch", "sonstiger eigener Gebrauch" und "eigene wissenschaftliche Forschung") abhängig.
Für die eigene wissenschaftliche Forschung dürfen bis zu 75% eines Werkes vervielfältigt werden. Die Kopie oder der Scan darf nicht weitergegeben oder öffentlich zugänglich gemacht werden und keinem kommerziellen Zweck dienen. Weitere Details und Anwendungsfälle bzw. Bedingungen regeln §53 und §60c UrhWissG.
Können Materialien für Lehre und Forschung online gestellt werden?
Unter den Voraussetzungen des § 60a und § 60c UrhWissG können Studierenden und Forschungsgruppen für die Dauer eines Semesters bzw. der gemeinsamen Forschungsarbeit urheberrechtlich geschützte Materialien zur Nutzung bzw. zum Download in folgendem Umfang angeboten werden:
> Beiträge aus Fachzeitschriften und wiss. Zeitschriften, Abbildungen oder Werke geringen Umfangs (Text bis 25 Seiten, Musik und Film bis 5 Min, Notenedition < 6 Seiten),
> bis zu 15% eines urheberrechtlich geschützten Werkes,
> vollständiges Werk, wenn es vergriffen ist (seit 2 Jahren nicht mehr lieferbar).
Weitere Informationen zum E-Learning:
> Kreutzer, Till; Hirche, Tom: Rechtsfragen zur Digitalisierung in der Lehre - Praxisleitfaden zum Recht bei E-Learning, OER und Open Content. Hamburg : Multimedia Kontor, 2017. (Link zum PDF)
> Das Erklärvideo des niedersächsischen E-Learning-Netzwerks ELAN zeigt am Beispiel einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin,wie urheberrechtlich geschützte Inhalte Studierenden nach § 60a UrhG bereitgestellt werden dürfen.
> Anne Fuhrmann-Siekmeyer, Universität Osnabrück; angepasst von E-Learning-Arbeitsgruppe TU Darmstadt; Stand: März 2018 (CC-BY-SA). Klicken Sie auf das Schaubild, um die Übersicht zu vergrößern.
CC-BY-SA Anne Fuhrmann-Siekmeyer, Universität Osnabrück; angepasst von E-Learning-Arbeitsgruppe TU Darmstadt; Stand: März 2018
Tipp: Verlinkung
Schriftwerke, die die HCU-Bibliothek lizenziert hat, können Sie in Literaturlisten verlinken, so dass innerhalb des HCU-Netzes der Text direkt aufgerufen werden kann (Infos zur Nutzung von E-Medien).
> Recherchieren Sie den gewünschten Buch- oder Zeitschriftentitel im HCU-Katalog. Sie können die Trefferliste nach Online-Ressourcen filtern ("Trefferanalyse").
> E-Books: Klicken Sie den gewünschten Titel aus der Trefferliste heraus an und kopieren Sie aus der Vollanzeige am Fuß der Anzeige auf den Zitierlink (Screenshot). Es öffnet sich ein zweites Fenster, hier können Sie die URL in Ihre Literaturliste kopieren.
> Alternativ, vor allem bei Artikeln aus E-Journals, können Sie dauerhafte Links wie DOI nutzen (Screenshot).
An wen wende ich mich, wenn ich die Veröffentlichungsrechte einholen möchte?
An den Urheber bzw. Rechteinhaber. Bei Bildern sind die Rechteinhaber häufig im Bildnachweis angegeben (Beispiel), falls nicht hilft nur: nachfragen (beim Webseitenbetreiber, beim Verlag, bei der Verwertungsgesellschaft) oder Bilder mit offenen Lizenz (z.B. CC-Lizenz) verwenden. Recherchetipp für die Suche nach lizenzfreien Bildern: https://search.creativecommons.org/
Tel.: +49 (0) 40 42827-5683