Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757?p=702
Timestamp: 2019-02-17 01:59:41
Document Index: 23610650

Matched Legal Cases: ['§ 9', '§ 9', '§ 1721', '§ 1722', '§ 9', '§ 1723', '§ 1724', '§ 1721', '§ 1722', '§ 9', '§ 1723', '§ 1724']

ob die hut-
das umzäu-
nen verlo-
ren gehet?
Wer die hutungsgerechtigkeit hat, und leidet
daß die wisen verzäunet werden, verliret, nach des
von Leyser meinung, die hutung, im specim.
110 med. 1 s. 461 fg. II bande; ausserdem kan
derjenige, welcher durch einen von dem andern
angelegten zaun an der hut und trift behindert
werden will, solchen eigenmächtiger weise nider-
reisen, George Adam Struve de vindicta pri-
vata, cap. 6 aph. 8, s. 57, Leyser im iure geor-
gico s. 466; dahingegen, wenn die wise mit bü-
schen bewächset, wird die hutungsgerechtigkeit
dadurch nicht benommen, von Leyser im cor. I
spec. 110 s. 469, 470.
die wisen
könen nicht
iederzeit zu
äckern ge-
Nimand darf zum abbruche des andern hutge-
rechtigkeit seine wisen, oder laiden, zu äckern ma-
chen, Tenzel am a. o. thes. III not. 9 s. 24 fg.,
von Berger in der oeconomia iuris lib. II tit. 3
§ 9 not. 5; wofern aber aus der wise ein acker
gemachet wird, so entstehet daher kein rottzehnte.
Man muß sich aber, im falle der acker zehnt-
pflichtig war, mit dem zehntherrn vorher ab-
heuzehnte
Wo die flur und feldmarkung zehntbar ist,
wird auch der heuzehnte gefodert, Tenzel am a. o.
thes. IIII s. 26, Wehner in den obseru. pract.
unter dem worte: novalzehend. Immittelst
wird von den wisen in hisigen landen eigentlich
durchgehends kein zehnter gegeben. Jedoch hat
die benachbarte pfarre Ober-Weimar den heu-
zehnten; anerwogen es, in rücksicht auf den zehn-
ten, lediglich aufs herkommen hinaus lauft.
das umzaͤu-
daß die wiſen verzaͤunet werden, verliret, nach des
von Leyſer meinung, die hutung, im ſpecim.
110 med. 1 ſ. 461 fg. II bande; auſſerdem kan
werden will, ſolchen eigenmaͤchtiger weiſe nider-
reiſen, George Adam Struve de vindicta pri-
vata, cap. 6 aph. 8, ſ. 57, Leyſer im iure geor-
gico ſ. 466; dahingegen, wenn die wiſe mit buͤ-
ſchen bewaͤchſet, wird die hutungsgerechtigkeit
dadurch nicht benommen, von Leyſer im cor. I
ſpec. 110 ſ. 469, 470.
die wiſen
koͤnen nicht
aͤckern ge-
rechtigkeit ſeine wiſen, oder laiden, zu aͤckern ma-
chen, Tenzel am a. o. theſ. III not. 9 ſ. 24 fg.,
§ 9 not. 5; wofern aber aus der wiſe ein acker
gemachet wird, ſo entſtehet daher kein rottzehnte.
Man muß ſich aber, im falle der acker zehnt-
Wo die flur und feldmarkung zehntbar iſt,
theſ. IIII ſ. 26, Wehner in den obſeru. pract.
unter dem worte: novalzehend. Immittelſt
wird von den wiſen in hiſigen landen eigentlich
zehnten; anerwogen es, in ruͤckſicht auf den zehn-
<pb facs="#f0702" n="690"/>
<fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b"><hi rendition="#aq">XLI</hi> haubt&#x017F;tu&#x0364;ck</hi> </fw><lb/>
<head>§ 1721</head><lb/>
<note place="left">ob die hut-<lb/>
keit durch<lb/>
das umza&#x0364;u-<lb/>
nen verlo-<lb/>
ren gehet?</note>
<p>Wer die hutungsgerechtigkeit hat, und leidet<lb/>
daß die wi&#x017F;en verza&#x0364;unet werden, verliret, nach des<lb/><hi rendition="#fr">von Ley&#x017F;er</hi> meinung, die hutung, im <hi rendition="#aq">&#x017F;pecim.<lb/>
110 med.</hi> 1 &#x017F;. 461 fg. <hi rendition="#aq">II</hi> bande; au&#x017F;&#x017F;erdem kan<lb/>
derjenige, welcher durch einen von dem andern<lb/>
angelegten zaun an der hut und trift behindert<lb/>
werden will, &#x017F;olchen eigenma&#x0364;chtiger wei&#x017F;e nider-<lb/>
rei&#x017F;en, <hi rendition="#fr">George Adam Struve</hi> <hi rendition="#aq">de vindicta pri-<lb/>
vata,</hi> cap. 6 aph. 8, &#x017F;. 57, <hi rendition="#fr">Ley&#x017F;er</hi> im <hi rendition="#aq">iure geor-<lb/>
gico</hi> &#x017F;. 466; dahingegen, wenn die wi&#x017F;e mit bu&#x0364;-<lb/>
&#x017F;chen bewa&#x0364;ch&#x017F;et, wird die hutungsgerechtigkeit<lb/>
dadurch nicht benommen, <hi rendition="#fr">von Ley&#x017F;er</hi> im cor. <hi rendition="#aq">I</hi><lb/>
&#x017F;pec. 110 &#x017F;. 469, 470.</p>
<head>§ 1722</head><lb/>
<note place="left">die wi&#x017F;en<lb/>
ko&#x0364;nen nicht<lb/>
iederzeit zu<lb/>
a&#x0364;ckern ge-<lb/>
machet<lb/>
<p>Nimand darf zum abbruche des andern hutge-<lb/>
rechtigkeit &#x017F;eine wi&#x017F;en, oder laiden, zu a&#x0364;ckern ma-<lb/>
chen, <hi rendition="#fr">Tenzel</hi> am a. o. <hi rendition="#aq">the&#x017F;. III not.</hi> 9 &#x017F;. 24 fg.,<lb/><hi rendition="#fr">von Berger</hi> in der <hi rendition="#aq">oeconomia iuris lib. II</hi> tit. 3<lb/>
§ 9 not. 5; wofern aber aus der wi&#x017F;e ein acker<lb/>
gemachet wird, &#x017F;o ent&#x017F;tehet daher kein rottzehnte.<lb/>
Man muß &#x017F;ich aber, im falle der acker zehnt-<lb/>
pflichtig war, mit dem zehntherrn vorher ab-<lb/>
<head>§ 1723</head><lb/>
heuzehnte<lb/>
gefordert<lb/>
<p>Wo die flur und feldmarkung zehntbar i&#x017F;t,<lb/>
wird auch der heuzehnte gefodert, <hi rendition="#fr">Tenzel</hi> am a. o.<lb/><hi rendition="#aq">the&#x017F;. IIII</hi> &#x017F;. 26, <hi rendition="#fr">Wehner</hi> in den <hi rendition="#aq">ob&#x017F;eru. pract.</hi><lb/>
unter dem worte: <hi rendition="#fr">novalzehend.</hi> Immittel&#x017F;t<lb/>
wird von den wi&#x017F;en in hi&#x017F;igen landen eigentlich<lb/>
durchgehends kein zehnter gegeben. Jedoch hat<lb/>
die benachbarte pfarre Ober-Weimar den heu-<lb/>
zehnten; anerwogen es, in ru&#x0364;ck&#x017F;icht auf den zehn-<lb/>
ten, lediglich aufs herkommen hinaus lauft.</p>
<fw place="bottom" type="catch">§ 1724</fw><lb/>
[690/0702] XLI haubtſtuͤck § 1721 Wer die hutungsgerechtigkeit hat, und leidet daß die wiſen verzaͤunet werden, verliret, nach des von Leyſer meinung, die hutung, im ſpecim. 110 med. 1 ſ. 461 fg. II bande; auſſerdem kan derjenige, welcher durch einen von dem andern angelegten zaun an der hut und trift behindert werden will, ſolchen eigenmaͤchtiger weiſe nider- reiſen, George Adam Struve de vindicta pri- vata, cap. 6 aph. 8, ſ. 57, Leyſer im iure geor- gico ſ. 466; dahingegen, wenn die wiſe mit buͤ- ſchen bewaͤchſet, wird die hutungsgerechtigkeit dadurch nicht benommen, von Leyſer im cor. I ſpec. 110 ſ. 469, 470. § 1722 Nimand darf zum abbruche des andern hutge- rechtigkeit ſeine wiſen, oder laiden, zu aͤckern ma- chen, Tenzel am a. o. theſ. III not. 9 ſ. 24 fg., von Berger in der oeconomia iuris lib. II tit. 3 § 9 not. 5; wofern aber aus der wiſe ein acker gemachet wird, ſo entſtehet daher kein rottzehnte. Man muß ſich aber, im falle der acker zehnt- pflichtig war, mit dem zehntherrn vorher ab- finden. § 1723 Wo die flur und feldmarkung zehntbar iſt, wird auch der heuzehnte gefodert, Tenzel am a. o. theſ. IIII ſ. 26, Wehner in den obſeru. pract. unter dem worte: novalzehend. Immittelſt wird von den wiſen in hiſigen landen eigentlich durchgehends kein zehnter gegeben. Jedoch hat die benachbarte pfarre Ober-Weimar den heu- zehnten; anerwogen es, in ruͤckſicht auf den zehn- ten, lediglich aufs herkommen hinaus lauft. § 1724
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/702
Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 690. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/702>, abgerufen am 17.02.2019.