Source: https://www.coin.ink/bitcoin-haltefrist-von-einem-jahr/
Timestamp: 2019-09-18 01:21:57
Document Index: 36533803

Matched Legal Cases: ['§ 23', '§23', '§ 90', '§ 23', '§ 23', '§ 90', '§23', '§ 23']

Wie man die Bitcoin Haltefrist richtig versteht: halten oder verkaufen? | coin.ink
Bitcoin Haltefrist:
1. Ist Bitcoin steuerfrei nach einem Jahr Haltefrist?
2. Kryptowährungen verkaufen innerhalb eines Jahres Haltedauer
3. FiFo und LiFo zur Bestimmung der Haltedauer
4. Wie berechne ich die Haltedauer für meine Bitcoins und Kryptowährungen?
5. Die Faustregel: Bitcoin halten oder verkaufen?
6. Haltefrist Tipp: Depottrennung – Kryptowährungen in mehreren Depots halten
7. HODLING = Kryptowährungen kaufen und halten als Anlagestrategie?
8. Achtung: Transfers sind keine steuerbaren privaten Veräußerungsgeschäfte
9. Vorsicht bei Lending: Fruchtziehung führt zu einer Haltefrist von 10 Jahren
10. Vorsicht: Für gewerbliche Crypto Trader existieren keine Haltefristen
11. Bin ich verpflichtet die Bitcoin Haltedauer für das Finanzamt nachzuweisen?
Ist Bitcoin steuerfrei nach einem Jahr Haltefrist?
Da Kryptowährungen wie Bitcoin, Ripple, Ethereum und Co. als immaterielle Wirtschaftsgüter eingeordnet werden, fällt der Handel von Kryptowährungen unter private Veräußerungsgeschäfte (PVG) gem. § 23 Einkommensteuergesetz (EStG). Private Veräußerungsgeschäfte (PVG) von Wirtschaftsgütern, die innerhalb eines Jahres gekauft und wieder verkauft werden, klassifiziert der Gesetzgeber als „Spekulationsobjekt“ gem. §23 EStG. Dies beschreibt damit die berühmte Spekulationsfrist von einem Jahr, die bei Unterschreitung zu einer Besteuerung führt.
Private Veräußerungsgeschäfte sind damit nur steuerpflichtig, wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt. Folglich ist der Handel von Kryptowährungen außerhalb der Haltedauer bzw. Haltefrist von einem Jahr nicht mehr als privates Veräußerungsgeschäft (PVG) zu klassifizieren und damit steuerfrei.
Kryptowährungen verkaufen innerhalb eines Jahres Haltedauer
Solltest du deine Kryptowährungen wie Bitcoins nun innerhalb der einjährigen Haltefrist veräußern, sind die Gewinne daraus steuerbar. Als steuerbare Veräußerungen zählen beim Handel mit Kryptowährungen
der Tausch von Krypto- gegen Fiatwährungen
der Tausch von Krypto gegen Krypto
die Zahlung von Waren oder Dienstleistungen mit Kryptos
Welche Transaktionen kein privates Veräußerungsgeschäft auslösen erfährst du hier.
FiFo und LiFo zur Bestimmung der Haltedauer
Zu beachten ist aber die richtige Bestimmung der Haltedauer. Für diesen Zweck wird das Verbruchsfolgeverfahren FiFo (First-In, First-Out) genutzt. D.h. dass deine zuerst angeschafften Kryptowährungen auch wieder als erstes veräußert werden bei einem steuerbaren Vorgang.
Oftmals ist auch die Rede von anderen Methoden wie LiFo, HiFo oder LoFo, da keine gesetzlich vorgeschriebene Methode im Gesetzbuch verankert ist. Dennoch ist es zu empfehlen die FiFo-Methode zu nutzen, da alle anderen Methoden regelmäßig durch das Finanzamt nicht akzeptiert werden. Erfahre hier alles über FiFo, LiFo als Verbrauchsfolgeverfahren für Kryptowährungen.
Bei der Ermittlung der Haltedauer, ist es wichtig festzustellen welche konkreten Kryptowährungen zu welchem Zeitpunkt angeschafft und veräußert wurden. Solltest du häufiger Kryptowährungen hin und her tauschen, kann es schwierig sein aufgrund der Aufteilung der Anschaffungsdaten, die exakte Haltedauer der einzelnen Coins zu ermitteln.
Damit du die Erträge aus deinen Krypto-Verkäufen trotzdem in deine Steuererklärung aufnehmen kannst, wird für die Ermittlung der Haltedauer das „First in, First out“-Verfahren (FiFo) von den deutschen Finanzverwaltungen derzeit empfohlen. Die FiFo-Methode besagt, dass jeder Bitcoin in einem Depot chronologisch entsprechend seines Anschaffungsdatums auch wieder veräußert wird.
Das heißt, dass zuerst angeschaffte Bitcoins auch als erste wieder veräußert werden.
Wir besitzen also insgesamt 4 BTC und verkaufen davon 3 BTC. Laut dem FiFo-Prinzip wird nun angenommen, dass die am längsten gehaltenen Bitcoins zuerst verkauft werden, in diesem Fall werden zunächst die 2 BTC vom Kauf #1 veräußert. Der ausstehende verkaufte Bitcoin wird dann vom Pool der Bitcoins aus dem Kauf #2 gezogen. Es bleibt zum Schluss 1 BTC des Kauf #2 mit „Kaufdatum – 21. Dezember 2017“ übrig.
Um die Haltedauer zu ermitteln, schauen wir uns an, wie lange die verkauften Bitcoins im Besitz waren, bevor sie veräußert wurden. Die zwei verkauften Bitcoins aus Kauf #1 waren länger als ein Jahr im Besitz (Kauf am 15. August 2017, Verkauf am 26. November 2018). Dementsprechend ist der Gewinn von 1300 Euro (2x900EUR – 2x250EUR) hier steuerfrei. Der dritte verkaufte Bitcoin Kauf #2 war zum Zeitpunkt des Verkaufs weniger als ein Jahr im Besitz (Kauf am 21. Dezember 2017, Verkauf am 26. November 2018). Deswegen muss der Gewinn von 500 Euro grundsätzlich versteuert werden. In diesem Beispiel sind die jährlichen 600 Euro Freigrenze jedoch noch nicht überschritten worden, weswegen der Gewinn steuerfrei bleibt.
Hinweis: coin.ink wendet für die Ermittlung der Verbrauchsfolge das FiFo-Verfahren an. Registriere dich hier kostenfrei in der Early Acess, um die Berechnungen automatisiert übernehmen zu lassen und deinen Steuerbericht für das Finanzamt zu erstellen.
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Die Faustregel: Bitcoin halten oder verkaufen?
Das Wissen, um die Haltefrist kann man steuerlich nutzen, um Steuern zu sparen. So kann man die Faustregel formulieren, dass Gewinne durch Bitcoins besser außerhalb der Spekulationsfrist von einem Jahr realisiert werden sollten, um so die Steuerfreiheit geltend zu machen. Andersherum sollte man Verluste durch Kryptowährungen aber innerhalb der Haltefrist von einem Jahr realisieren, um diese steuerlich geltend zu machen und somit als Verlustvortrag eintragen kann. Sonst wären diese Verluste auch steuerfrei und würden damit verloren gehen. Erfahre alles über Bitcoin Verluste geltend machen und wo diese in der SE angegeben werden.
Haltefrist Tipp: Depottrennung – Kryptowährungen in mehreren Depots halten
Zusätzlich zum FiFo-Verfahren hast du die Möglichkeit dir die Haltefrist zunutze zu machen, indem du deine Coins in kurzfristige Depots (für die regelmäßige Nutzung) und langfristige Depots (zur Erreichung der Haltefrist) trennst. Dabei ist jede Kryptowährung in einem Depot (Adresse, Wallet, Börse, etc.) jeweils als ein eigenständiges Depot zu sehen, auf welche unabhängig voneinander die FiFo-Methode angewandt werden kann. Diese Aufteilung kann große steuerliche Ersparnisse zur Folge haben, weil man damit gezielt die Steuerfreiheit von Coins erreichen kann.
HODLING = Kryptowährungen kaufen und halten als Anlagestrategie?
HODLING ist eines der Buzzwords, die immer wieder beim Thema “Bitcoin & Haltefrist” aufkommt. Das Wort selbst entstand eigentlich erst durch einen Rechtschreibfehler, beim Versuch das Wort “holding” zu schreiben. Der Bitcoin-Investor GameKyuubi hatte (stark angetrunken) seine Gedanken im BitcoinTalk-Forum bezüglich seines Misserfolgs im Krypto-Trading geteilt und sich gleichzeitig Luft über seine derzeitige private Beziehung gemacht hat.
Ein Interview mit Mr. HODLING, aka GameKyuubi, zur Entstehung des Begriffs könnt ihr hier im Video-Interview sehen.
Heute versteht man unter HODLING eine ganz simple Anlagestrategie im Umgang mit Bitcoins und Kryptowährungen. Diese beschreibt, den Kauf von Kryptowährungen mit der Intention diese weit über die Haltefrist zu halten, um diese unangetastet wieder zu verkaufen und so langfristig vom Kursgewinn der Kryptowährungen profitiert. Somit muss man sich keine Sorgen über kurzfristige Volatilitäten machen und stellt damit das Gegenstück eines Day-Traders dar.
Steuerlich hat diese Anlagestrategie einen enormen Vorteil. Durch das langfristige Halten weit über der Haltedauer von einem Jahr, landet man beim Handel von Kryptowährungen in der Zone der Steuerfreiheit. Damit müssen Hardcore Hodler gar keine Steuern zahlen und müssten damit auch nichts in ihrer Steuererklärung angeben. Dies ist jedoch kein Freifahrtschein für eine unsaubere Dokumentation aller Transaktionen. Denn man muss trotzallem darauf achten, dass alle Kryptoaktivitäten gegenüber dem Finanzamt nachgewiesen werden können, sollte es gem. § 90 Abgabenordnung (AO) zu dem Fall einer Prüfung kommen. Dazu erfährt du hier am Ende des Artikels mehr.
Achtung: Transfers sind keine steuerbaren privaten Veräußerungsgeschäfte
Ein Transfer ist die Verschiebung von Coins von einem Depot (Wallet, Adresse oder Börse) in ein anderes eigenes Depot. Wichtig ist dabei, dass die Besitzverhältnisse nicht wechseln. Konkret bedeutet das, dass du beide involvierten Depots selbst führst.
Da ein Transfer steuerlich keine Veräußerung darstellt, werden die Anschaffungsdaten des Coin fortgeführt. Somit bleibt die Haltedauer des spezifischen Coin bzw. der Coin-Tranchen unberührt durch einen Transfer. Bei Transfers ist es wichtig, dass die Einhaltung der Spekulationsfrist nachvollziehbar nachgewiesen werden kann. Denn ob diese Frist eingehalten wurde oder nicht, steht in den meisten Fällen von “ungewollter” Steuerhinterziehung. In Fällen von Steuerfreiheit (durch den Verkauf außerhalb der Haltefrist) werden trotzdem Belege dessen vom Finanzamt gefordert. Deswegen sollte man in allen Fällen, die Belege über Veräußerungen und Transfers sauber führen.
Vorsicht bei Lending: Fruchtziehung führt zu einer Haltefrist von 10 Jahren
Solltest du deine Kryptowährungen verleihen und dadurch Zinsen erhalten oder in einer anderen Form Früchte daraus tragen, dann verlängert sich die Haltefrist auf zehn Jahre!
§ 23 Abs. 1 Nr. 2 Satz 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) sagt: „Bei Wirtschaftsgütern im Sinne von Satz 1, aus deren Nutzung als Einkunftsquelle zumindest in einem Kalenderjahr Einkünfte erzielt werden, erhöht sich der Zeitraum auf zehn Jahre.“
§ 23 Abs. 1 Nr. 2 Satz 1: “Veräußerungsgeschäfte bei anderen Wirtschaftsgütern, bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt.”
Die Erträge aus Fruchtziehung sind auch anders zu versteuern. Beispielsweise werden Zinseinnahmen als Kapitalerträge besteuert. Der Freibetrag für Kapitalerträge liegt bei insgesamt 800 Euro und wird in der Steuererklärung in der Anlage KAP erklärt.
Vorsicht: Für gewerbliche Crypto Trader existieren keine Haltefristen
Für gewerbliche Crypto Trader gelten die aufgeführten Steuerfreiheiten nicht, weil es hier keine Haltefristen gibt. Sollten Privatanleger in den gewerblichen Handel von Kryptowährungen rutschen, dann zählen für sie diese Haltefristen nicht mehr. Ob man als gewerblich eingestuft werden kann oder nicht, sollte im Einzelfall durch einen Steuerberater geprüft werden. Klare Grenzwerte bezüglich der Anzahl von Transaktionen oder ähnlichen Kriterien existieren noch nicht. Es müssen hierfür viele Merkmale erfüllt werden, sodass der Fall des gewerblichen Crypto Traders den Großteil der Investoren nicht betreffen sollte.
Bin ich verpflichtet die Bitcoin Haltedauer für das Finanzamt nachzuweisen?
Die angemessene Aufzeichnung seiner Aktivitäten spielt für das Finanzamt eine entscheidende Rolle. Was viele Investoren nicht wissen, ist dass man dazu sogar gesetzlich verpflichtet ist. Man unterliegt erhöhten Dokumentations- und Mitwirkungspflichten nach § 90 Abgabenordnung (AO). Das heißt konkret, dass man all seine Aktivitäten nachweisen können muss und dabei auch verpflichtet ist aktiv mitzuwirken.
Macht man also dies von Anfang an sauber und gewissenhaft, dann wird man keine Probleme mit dem Finanzamt haben. Macht man dies gar nicht oder schlampig, dann kann dies ein großer nervenaufreibender Kampf mit dem Finanzamt und seinem persönlichen Steuerberater werden. Denn sollte keine ausreichende Aufzeichnung vorhanden sein, kann das Finanzamt die Steuerlast schätzen. Auch kann das Finanzamt die Trading Daten bei den Börsen direkt abfragen, um so die Daten abzugleichen, die Steuerlast zu schätzen oder ein Strafverfahren einzuleiten.
Gerade im Falle der Steuerfreiheit durch die Einhaltung der ein Jahres Spekulationsfrist, ist das Finanzamt dazu geneigt weitere Nachweise anzufordern. Diese müssen Belegen können, dass die entsprechenden Coins auch tatsächlich mehr als ein Jahr gehalten wurden.
Es ist also wichtig alle Aktivitäten detailliert darlegen zu können. Dazu gehören für alle Depots (Adressen, Wallets und Börsen) separat Excel Tabellen zu führen, worin alle Informationen zu den Transaktionen zu finden sind. Wichtige Informationen sind hierbei: Datum, Uhrzeit, Haltedauer der spezifischen Coin Tranchen, Anzahl der veräußerten Kryptowährungen/Fiatwährungen, Anzahl der erworbenen Kryptowährungen/Fiatwährungen und die jeweiligen Kurse zum Zeitpunkt der Transaktion. Der Kurs muss hierbei aber immer in Euro umgerechnet und angegeben werden. Dies kann sich durchaus als komplex herausstellen, wenn der entsprechende Coin nicht mit Fiatwährungen zu handeln ist. Diese Daten sind dann die Grundlage zur Erstellung des Steuerberichtes, in dem man für das Finanzamt berechnet wie hoch die Einkünfte aus Kryptowährungen sind.
coin.ink: Krypto Steuererklärung voll automatisiert
coin.ink ist ein Krypto Steuer Tool und Portfolio Manager, der dir deine Dokumentation voll automatisiert führt. Durch das Tracking deiner Crypto Trading Aktivitäten durch reine Leseberechtigungen, werden alle deine Trades aufgezeichnet und mit den jeweilig notwendigen Marktdaten in Euro verknüpft. Somit stellst du sicher, dass deine Dokumentation komplett und rechtssicher ist. Das Beste: coin.ink gibt dir einen übersichtlichen Steuerbericht aus, ohne eigenes steuerliches Vorwissen zu benötigen. Dieser ist perfekt für den Steuerberater oder das Finanzamt, um deine Aktivitäten nachvollziehen zu können. Mit der Ausgabe deines Steuerberichtes siehst du mit einem Blick welche steuerpflichtigen Einkünfte du hast und wo diese in der Steuererklärung eingetragen werden müssen.
Private Veräußerungsgeschäfte (PVG) von Wirtschaftsgütern, die innerhalb eines Jahres gekauft und wieder verkauft werden, klassifiziert der Gesetzgeber als „Spekulationsobjekt“ gem. §23 EStG. Dies beschreibt damit die berühmte Spekulationsfrist von einem Jahr, die bei Unterschreitung zu einer Besteuerung führt.
Viele Anleger werden durch den Handel mit Bitcoins und Kryptowährungen nicht nur einkommensteuerpflichtige Gewinne nach § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG erzielen, sondern auch gelegentlich Verluste. Grundsätzlich musst du deine Verluste nicht in der Einkommensteuererklärung angeben. Wir zeigen dir mit diesen 3 essentiellen Tricks, wie du diese Verluste dennoch in deiner Steuererklärung nutzen kannst, um deine Steuern zu minimieren.
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