Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=B%205%20RJ%2042/01%20R
Timestamp: 2019-03-22 11:13:19
Document Index: 155899870

Matched Legal Cases: ['§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 170', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 2', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 54', '§ 118', '§ 118', '§ 31', 'Art. 25', '§ 118', '§ 118', '§ 243', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', '§ 118', 'Art. 3', '§ 118', '§ 300', '§ 118', '§ 118', '§ 288', '§ 945', '§ 300']

BSG, 11.12.2002 - B 5 RJ 42/01 R - dejure.org
Rückforderung überzahlter Rentenleistungen nach dem Tod des Versicherten - erteilte Einzugsermächtigung - Rechtsschutzbedürfnis zur Durchsetzung des Erstattungsanspruchs
Zum Erstattungsanspruch wegen überzahlter Rentenleistungen nach dem Tod des Versicherten - Voraussetzungen eines Rückforderungsanspruchs des Versicherungsträgers im unbaren Zahlungsverkehr - Beteiligtenfähigkeit und Prozessfähigkeit einer in Liquidation befindlichen Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - Möglichkeit der Geltendmachung durch Verwaltungsakt - Zulässigkeit einer Leistungsklage nach den Grundsätzen des intertemporalen Prozessrechts bei nachträglicher Beschränkung von Rechtsmitteln
Rentenversicherung; Erstattung eines wegen Todes überzahlten Rentenbetrags
SG Dortmund, 10.01.2001 - S 13 (38) RJ 250/99
NZS 2003, 662
Vielmehr wirkt er nach ständiger Rechtsprechung gegenüber allen, die an der Gutschrift des Rentenbetrags im unbaren Zahlungsverkehr sowie an nachfolgenden Verfügungen über das Konto beteiligt sind (…vgl BSG Urteil vom 28.8.1997 - 8 RKn 2/97 - SozR 3-2600 § 118 Nr. 1 S 5;… BSG Urteil vom 4.8.1998 - B 4 RA 72/97 R - BSGE 82, 239, 248 f = SozR 3-2600 § 118 Nr. 3 S 25; BSG Urteil vom 11.12.2002 - B 5 RJ 42/01 R - SozR 3-2600 § 118 Nr. 11 S 78;… BSG Urteil vom 26.4.2007 - B 4 R 89/06 R - SozR 4-1500 § 170 Nr. 2 RdNr 66, 73;… BSG Urteil vom 13.11.2008 - B 13 R 48/07 R - SozR 4-2600 § 118 Nr. 9 RdNr 33) .
§ 118 Abs. 4 S 1 SGB VI verknüpft die Erstattungspflicht von Empfängern (und Verfügenden) nämlich mit der die Rücküberweisungspflicht des Geldinstituts einschränkenden anderweitigen Verfügung iS des § 118 Abs. 3 SGB VI (…vgl BSG SozR 3-2600 § 118 Nr. 9 S 63 zu § 118 Abs. 4 S 1 SGB VI aF; bestätigt durch BSG SozR 3-2600 § 118 Nr. 11 für die ab 29.6.2002 hier relevante Neuregelung von § 118 Abs. 4 S 1 SGB VI idF des HZvNG) .
Im dortigen Zusammenhang ist mit Geldleistung der "Gegenstand" eines sozialen Rechts, dh die gerade zur Erfüllung eines sozialen Rechts erbrachte Geldleistung gemeint (§ 2 Abs. 2 S 1 SGB I;… vgl BSG SozR 3-2600 § 118 Nr. 9 S 63; SozR 3-2600 § 118 Nr. 11 S 77).
Mit der Gutschrift auf dem Konto des Rentenberechtigten verliert die Rentenzahlung ihren ursprünglichen Charakter als Sozialleistung (vgl BSG SozR 3-2600 § 118 Nr. 11 S 78;… BSGE 83, 176, 180 = SozR 3-2600 § 118 Nr. 4 S 34) .
Die Erstattungspflicht gegenüber einem Geldleistungsempfänger nach § 118 Abs. 4 S 1 SGB VI setzt schließlich voraus, dass gerade infolge des ihn begünstigenden Überweisungsvorgangs der Rücküberweisungsanspruch des Versicherungsträgers gegen das Geldinstitut ausgeschlossen ist (…vgl BSG SozR 3-2600 § 118 Nr. 9 S 62;… BSG SozR 3-2600 § 118 Nr. 10 S 70 f; BSG SozR 3-2600 § 118 Nr. 11 S 77) .
Dieser "öffentlich-rechtliche Rücküberweisungsvorbehalt", der unabhängig davon entsteht, ob die von ihm im Ergebnis konkret Betroffenen (Rentenversicherungsträger, Geldinstitut, neuer Kontoinhaber und ggf andere Dritte) Kenntnis von ihm haben (…BSGE 82, 239, 248 = SozR 3-2600 § 118 Nr. 3 S 25), schließt zugunsten des Rentenversicherungsträgers für das Geldinstitut und den neuen Kontoinhaber (und ggf für Dritte) aus, dass rechtlich schutzwürdiges Vertrauen auf die Wirksamkeit von Verfügungen und Rechtshandlungen des Geldinstituts entstehen kann, soweit dieses mit dem Betrag der fehlgegangenen Rentengutschrift eigene Forderungen gegen den neuen Kontoinhaber befriedigt und das Überweisungskonto kein zur Erstattung ausreichendes Guthaben (mehr) aufweist (…vgl BSGE 82, 239, 248 f = SozR 3-2600 § 118 Nr. 3 S 25;… BSG SozR 3-2600 § 118 Nr. 9 S 60; BSG SozR 3-2600 § 118 Nr. 11 S 78;… W. Schmidt in Kreikebohm, SGB VI, 3. Aufl 2008, § 118 RdNr 28; Zweng/Scheerer/Buschmann/Dörr, Handbuch der Rentenversicherung, § 118 SGB VI RdNr 21, Stand: Januar 2005).
Indes ist der Erstattungsanspruch nach § 118 Abs. 4 Satz 1 SGB VI gegen den Beigeladenen gegenüber dem gegen das Geldinstitut gerichteten Rücküberweisungsanspruch nach § 118 Abs. 3 Satz 2 SGB VI materiell und prozessual nachrangig (…stRspr, zB BSGE 82, 239, 243 = SozR 3-2600 § 118 Nr. 3 S 19;… BSG SozR 3-2600 § 118 Nr. 9 S 58, 61 f; BSG SozR 3-2600 § 118 Nr. 11 S 78;… BSG SozR 4-2600 § 118 Nr. 2 RdNr 19).
Dem haben sich - jedenfalls im Ergebnis - auch der 5. und der 13. Senat des BSG angeschlossen (BSG, Urteil vom 14.11.2002 - B 13 RJ 7/02 R; BSG, Urteil vom 11.12.2002 - B 5 RJ 42/01 R, SozR 3-2600 § 118 Nr. 11; Urteil vom 7.10.2004 - B 13 RJ 2/04 R).
aa) Der gegen das Geldinstitut gerichtete Rücküberweisungsanspruch aus § 118 Abs. 3 Satz 2 SGB VI ist gegenüber dem Erstattungsanspruch gegen Dritte nach § 118 Abs. 4 Satz 1 Regelung 2 SGB VI vorrangig (BSG…, Urteil vom 4. August 1998 - B 4 RA 72/97 R, SozR 3-2600 § 118 Nr. 3 S 19; BSG, Urteil vom 11. Dezember 2002 - B 5 RJ 42/01 R, SozR 3-2600 § 118 Nr. 11 S 76).
Das Rechtsschutzbedürfnis für die gemäß § 54 Abs. 5 SGG erhobene allgemeine Leistungsklage (…vgl BSG SozR 3-2600 § 118 Nr. 9 S 57; BSG SozR 3-2600 § 118 Nr. 11 S 74) entfällt für den hier geltend gemachten Anspruch gegen den potenziellen Zahlungsempfänger nicht bereits deshalb, weil sich die Klägerin durch Erlass eines entsprechenden Verwaltungsakts (§ 31 Satz 1 SGB X) auf einfacherem Wege selbst einen vollstreckbaren Zahlungstitel hätte verschaffen können.
Diese Neuregelung, die am 29. Juni 2002 in Kraft getreten ist (Art. 25 Abs. 8 HZvNG), findet hier jedoch noch keine Anwendung: denn im Zeitpunkt der (etwaigen) Entstehung und der gerichtlichen Geltendmachung des Erstattungsanspruchs der Klägerin im August 1999 bzw im März 2001 galt noch § 118 Abs. 4 SGB VI aF (vgl Urteil des 5. Senats vom 11. Dezember 2002 - B 5 RJ 42/01 R, SozR 3-2600 § 118 Nr. 11 S 74;… zu den Grundsätzen des intertemporalen Verfahrensrechts auch: Urteil des erkennenden Senats vom 12. Juni 2001 - B 4 RA 37/00 R, SozR 3-2600 § 243 Nr. 9 S 38 f).
Denn hier führt das relative öffentlich-rechtliche Befriedigungsverbot des § 118 Abs. 3 Satz 4 SGB VI iVm dem gesetzlichen Vorbehalt in § 118 Abs. 3 Satz 1 SGB VI dazu, dass die Verrechnung sowohl im Verhältnis zum Rentenversicherungsträger als auch zum Bankkunden unwirksam ist (…vgl dazu bereits die Entscheidung des erkennenden Senats - B 4 RA 72/97 R, BSGE 82, 239, 245 ff = SozR 3-2600 § 118 Nr. 3 S 21 ff;… weiter: BSG SozR 3-2600 § 118 Nr. 9 S 59;… BSG SozR 3-2600 § 118 Nr. 10 S 70; dazu auch: Urteil des 5. Senats vom 11. Dezember 2002 - B 5 RJ 42/01 R, SozR 3-2600 § 118 Nr. 11 S 76 ff).
Diese verschärfte bereicherungsrechtliche Haftung ist nach der Rechtsprechung des BSG verfassungsgemäß und mit Art. 3 Grundgesetz vereinbar (BSG, Urteil vom 11. Dezember 2002 - B 5 RJ 42/01 R;… Körner, Kasseler Kommentar, aaO, § 118 Rdnr 28 a).
LSG Saarland, 19.05.2005 - L 4 KN 23/03
Diese Neufassung findet hier indes keine Anwendung, da es ausgehend vom Zeitpunkt der Entstehung und der erstmaligen Geltendmachung des Erstattungsanspruchs der Klägerin gemäß § 300 Abs. 2 SGB VI auf die bis zum 28.06.2002 geltende Rechtslage ankommt (vgl. BSG, Urteil vom 11.12.2002 - B 5 RJ 42/01 R -, SozR 3-2600 § 118 Nr. 11 = Juris, m.w.N.).
Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG), der sich der Senat anschließt, ergibt sich aus dem Regelungszusammenhang von § 118 Abs. 3 und Abs. 4 SGB VI a.F., dass der Kreis der Empfänger in 118 Abs. 4 Satz 1 SGB VI a.F. auch denjenigen erfasst, der aufgrund einer Verfügung bzw. Ermächtigung des verstorbenen Rentenberechtigten, wie sie hier zum Einzug des Entgelts für die Heimunterbringung im Lastschriftverfahren vom Konto der Rentenberechtigten vorlag und über ihren Tod hinaus rechtswirksam war, die gesamte auf dem Konto gutgeschriebene Rentenleistung oder Teile davon erhält und dadurch das Guthaben unter den Rückforderungsbetrag gesenkt wird (BSG, Urteil vom 11.12.2002 - B 5 RJ 42/01 R -, a.a.O.).
Erfasst werden also nicht alle Geldleistungsempfänger, sondern nur diejenigen, die an den Vermögensverschiebungen auf dem Konto des Versicherten beteiligt sind (BSG, Urteil vom 11.12.2002 - B 5 RJ 42/01 R -, a.a.O.).
Die §§ 288, 291 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), die die Zahlung von Verzugs- bzw. Prozesszinsen vorsehen, sind im Sozialrecht nicht entsprechend anwendbar (…so BSG, Urteile vom 10.08.1995 - 11 RAr 91/94 -, BSGE 76, 233 = SozR 3-1750 § 945 Nr. 1 = Juris und vom 11.12.2002 - B 5 RJ 42/01 R -, a.a.O.).
SG Hamburg, 09.06.2004 - S 39 RJ 1001/03
LSG Nordrhein-Westfalen, 15.10.2003 - L 8 RJ 15/03
LSG Bayern, 13.01.2004 - L 5 RJ 438/02
Bestehen eines Erstattungsanspruchs; Zuläsigkeit der Festsetzung durch …
LSG Bayern, 14.12.2006 - L 14 R 4041/03
Rückerstattung der vom Konto eines verstorbenen Versicherten gezahlten …
LSG Bayern, 22.07.2004 - L 14 RA 103/03
Rechtsschutzbedürfnis für die Klage eines Versicherungsträgers zur Durchsetzung …
LSG Hamburg, 24.01.2007 - L 1 R 48/06
Pflicht eines Erben zur Rückzahlungüberzahlter Versichertenrente; Möglichkeit des …
LSG Berlin-Brandenburg, 28.03.2006 - L 22 RA 120/04
Reichweite und Anwendungsbereich von § 300 Abs. 2 SGB VIjuris: SGB 6
LSG Hamburg, 16.02.2005 - L 1 RJ 60/04
Verpflichtung zur Erstattung eines zu Unrecht erbrachten Betrages an den Träger …
SG Köln, 08.12.2008 - S 6 R 16/08