Source: https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/fulltext/000130578/276/
Timestamp: 2019-12-08 16:04:04
Document Index: 3079156

Matched Legal Cases: ['Art. 12', 'Art. 24', 'Art. 26', 'Art. 30', 'Art. 34', 'Art. 35', 'Art. 36', 'Art. 30', 'Art. 26']

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Fallstudien zur Wahrnehmung öffentlicher Aufgaben in Liechtenstein Mit der Überwachung und dem Vollzug dieser Bestimmungen sind insbesondere die örtlichen Polizeiorgane, das Sicherheitskorps und der Jugenddienst des Amtes für Soziale Dienste betraut (Art. 12 JG). Direkte fiskalische Auswirkungen resultieren aus diesen Bestimmungen kaum. Die obigen Organe vollziehen die Jugendschutzbestimmungen im Rahmen ihrer sonstigen Tätigkeiten. Für das Jahr 1996 sind lediglich 25 000 CHF direkt für den Jugendschutz budgetiert. 4.3.2 Jugendhilfe Die Jugendhilfe wird als subsidiäre Institution tätig: "Die öffentliche Jugendhilfe tritt insbesondere dort ein, wo die Tätigkeit der Erziehungs­ träger der Ergänzung und Förderung bedarf." (Art. 24 Abs. 1 JG). Die weitere Unterteilung der Jugendhilfe gibt zu einiger Verwirrung Anlass. Mit Abbildung 4.9 wird eine Systematisierung versucht. Das Kernstück der Jugendhilfe besteht in der
Hilfe für Kinder und Ju­ gendliche in besonderen Lebenslagen (Art. 26 beziehungsweise 30 JG): Diese
Hilfe in besonderen Lebenslagen teilt sich wiederum in Einzelhilfen (freiwillig beziehungsweise gesetzlich) und Sonderhilfen (Art. 30 JG). Die Einzelhilfen konkretisieren sich letztlich in der Erziehungshilfe (Art. 34 JG), der Pflegehilfe (Art. 35 JG) und der Fürsorgeerziehung (Art. 36 JG). Die
Endpunkte dieser Aufgliederung in Abbildung 4.9 stellen also die konkreten Massnahmen dar, in deren Form Jugendhilfe gewährt wird: Was die
Einzelhilfen betrifft, so besteht die
Erziehungshilfe in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen unter Belassung in ihrer bisherigen Umgebung, während sich die
Pflege erzieh ung auf die Unter­ bringung ausserhalb des Elternhauses bezieht und mit der
Fürsorge­ erziehung die Unterbringung in Erziehungseinrichtungen mit therapeu­ tischem Charakter angesprochen wird. Die
Sonderhilfen (Art. 30 Abs. 1 lit. c JG) sprechen dezidiert ausser- gewöhnliche Umstände an, Situationen, in denen sich Kinder und Ju­ gendliche befinden können (Behinderung, Adoption, Suchtgefährdung etc.). Mit dieser Aufzählung ist offensichtlich beabsichtigt, den Gel­ tungsbereich der Jugendhilfe über die Einzelhilfen hinaus möglichst um­ fassend zu definieren. Ein Endpunkt der Aufgliederung in Abbildung 4.9 betrifft die
För­ derungshilfe. Sie bezweckt laut Art. 26 lit. a JG "[...] die Förderung 276