Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/darlegungserfordernisse-bei-der-nichtzulassungsbeschwerde-372210
Timestamp: 2020-08-14 20:39:20
Document Index: 77330858

Matched Legal Cases: ['§ 543', '§ 544', 'BGH', 'BGH', '§ 543', 'BGH', 'BGH', '§ 544', 'BGH', 'BGH', '§ 544']

Darlegungserfordernisse bei der Nichtzulassungsbeschwerde | Rechtslupe
Dar­le­gungs­er­for­der­nis­se bei der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de
Gemäß § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO ist die Revi­si­on zuzu­las­sen, wenn die Rechts­sa­che grund­sätz­li­che Bedeu­tung hat oder die Fort­bil­dung des Rechts oder die Siche­rung einer ein­heit­li­chen Recht­spre­chung eine Ent­schei­dung des Revi­si­ons­ge­richts erfor­dern.
Die­se Zulas­sungs­grün­de müs­sen gemäß § 544 Abs. 2 Satz 3 ZPO in der Beschwer­de­be­grün­dung dar­ge­legt wer­den. „Dar­le­gen“ bedeu­tet schon nach all­ge­mei­nem Sprach­ge­brauch mehr als nur einen all­ge­mei­nen Hin­weis; „etwas dar­le­gen“ bedeu­tet viel­mehr soviel wie „erläu­tern“, „erklä­ren“ oder „näher auf etwas ein­ge­hen“.
Der Beschwer­de­füh­rer hat des­halb die Zulas­sungs­grün­de, auf die er die Beschwer­de stützt, zu benen­nen und zu deren Vor­aus­set­zun­gen sub­stan­ti­iert vor­zu­tra­gen (z.B. BGH, Beschluss vom 01.10.2002 – XI ZR 71/​02, BGHZ 152, 182, 185 mwN)). Für die Zulas­sungs­ent­schei­dung sind nur die Grün­de zu prü­fen, die der Beschwer­de­füh­rer bis zum Ablauf der Begrün­dungs­frist anführt und deren Zulas­sungs­vor­aus­set­zun­gen er sub­stan­ti­iert dar­legt [1].
Da das Ver­fah­ren über die Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de spe­zi­ell den Inter­es­sen des Beschwer­de­füh­rers dient, fin­det eine Prü­fung ande­rer als der vor­ge­tra­ge­nen Zulas­sungs­grün­de nicht statt [2]. Zu den Zulas­sungs­vor­aus­set­zun­gen, die der Beschwer­de­füh­rer dar­zu­le­gen hat, gehört auch die Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit der als klä­rungs­be­dürf­tig gel­tend gemach­ten Rechts­fra­ge (§ 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZPO) bezie­hungs­wei­se der Umstän­de, die die Not­wen­dig­keit einer Ent­schei­dung des Revi­si­ons­ge­richts zur Fort­bil­dung des Rechts oder zur Siche­rung einer ein­heit­li­chen Recht­spre­chung begrün­den [3].
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 28. Janu­ar 2014 – III ZR 108/​12
BGH, Beschluss vom 23.07.2002 – VI ZR 91/​02, BGHZ 152, 7, 8 f m. umfangr. w. N. auch aus der Recht­spre­chung ande­rer Obers­ter Gerichts­hö­fe des Bun­des[↩]
z.B. Zöller/​Heßler, ZPO, 30. Aufl., § 544 Rn. 12[↩]
BGH, Beschlüs­se vom 27.03.2003 – V ZR 291/​02, BGHZ 154, 288, 291, 296; und vom 19.12 2002 – VII ZR 101/​02, NJW 2003, 831; Musielak/​Ball, ZPO, 10. Aufl., § 544 Rn. 17; Zöller/​Heßler aaO Rn. 10a[↩]
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