Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20R%2015/83
Timestamp: 2019-08-22 05:49:19
Document Index: 88482725

Matched Legal Cases: ['§ 11', '§ 428', '§ 428', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 11', '§ 1626', '§ 1629', '§ 1649', '§ 11', '§ 11', '§ 11']

BFH, 10.12.1985 - VIII R 15/83 - dejure.org
https://dejure.org/1985,484
BFH, 10.12.1985 - VIII R 15/83 (https://dejure.org/1985,484)
BFH, Entscheidung vom 10.12.1985 - VIII R 15/83 (https://dejure.org/1985,484)
BFH, Entscheidung vom 10. Dezember 1985 - VIII R 15/83 (https://dejure.org/1985,484)
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EStG § 11 Abs. 1 Sätze 1 und 2; BGB § 428
Einnahme - Mehrere Steuerpflichtige - Gesamtgläubiger - Leistung an einen Gläubiger
BGB § 428; EStG § 11 Abs. 1 S. 1, 2
Anteilsmäßiger Zufluß von Einnahmen bei allen Gesamtgläubigern in dem Zeitpunkt, in dem Einnahmen vereinbarungsgemäß bei bestimmtem Gesamtgläubiger eingehen
BFHE 145, 538
BB 1986, 2182
BStBl II 1986, 342
Die Regelmäßigkeit der Einnahmen i.S. von § 11 Abs. 1 Satz 2 EStG ist bereits zu bejahen, wenn diese "nicht nur einmal oder rein zufällig mehrmals" angefallen sind (BFH-Urteil vom 10. Dezember 1985 VIII R 15/83, BFHE 145, 538, BStBl II 1986, 342).
Das ist in der Regel der Zeitpunkt des Eintritts des Leistungserfolgs oder der Möglichkeit, den Leistungserfolg herbeizuführen (BFH-Urteil vom 10. Dezember 1985 VIII R 15/83, BFHE 145, 538, BStBl II 1986, 342).
Es handelt sich somit um Zahlungen, die aufgrund von bestehenden Rechtsverhältnissen wiederkehrend zu leisten sind (…vgl. Schmidt/Heinicke, Einkommensteuergesetz, 5. Aufl., § 11 Anm. 4; ebenso zuletzt BFHE 145, 438, BStBl II 1986, 342).
Als kurze Zeit in diesem Sinne ist nach ständiger Rechtsprechung des BFH in der Regel ein Zeitraum bis zu zehn Tagen anzusehen (vgl. Urteile vom 13. März 1964 VI 152/63, Steuerrechtsprechung in Karteiform - StRK - Einkommensteuergesetz bis 1975, § 11 Rechtsspruch 50; vom 9. Mai 1974 VI R 161/72, BFHE 112, 373, BStBl II 1974, 547, und BFHE 145, 538, BStBl II 1986, 342).
Diesem Ergebnis steht nicht entgegen, dass die vGA wegen der den Eltern obliegenden Vermögenssorge diesen zugeflossen und ggf. von diesen --zulässigerweise (§ 1626 Abs. 1 Satz 2, § 1629 Abs. 1, § 1649 BGB)-- für den Unterhalt des Klägers und der Familie verbraucht wurden; den Zufluss beim gewillkürten oder gesetzlichen Vertreter muss der Steuerpflichtige gegen sich gelten lassen (ständige Rechtsprechung, vgl. u.a. BFH-Urteil vom 10. Dezember 1985 VIII R 15/83, BFHE 145, 538, BStBl II 1986, 342, und Trzaskalik in Kirchhof/Söhn/Mellinghoff, Einkommensteuergesetz, § 11 Rdnr. B 19, m.w.N.).
Den Klägern ist zwar darin zuzustimmen, dass die Entscheidungen des BFH zur Auslegung des Begriffs "kurze Zeit" bisher nur zu Fallgestaltungen ergangen sind, in denen Einnahmen nach Beendigung des Kalenderjahres zugeflossen waren: In diesen Entscheidungen hat der BFH als "kurze Zeit" einen Zeitraum von "höchstens zehn Tagen" angesehen (Urteile vom 13. März 1964 VI 152/63, Steuerrechtsprechung in Karteiform --StRK--, Einkommensteuergesetz bis 1974, § 11, Rechtsspruch 50; vom 9. Mai 1974 VI R 161/72, BFHE 112, 373, BStBl II 1974, 547); einige Entscheidungen weisen die Formulierung "in der Regel ein Zeitraum bis zu zehn Tagen" auf (BFH-Urteile vom 10. Dezember 1985 VIII R 15/83, BFHE 145, 538, BStBl II 1986, 342; vom 24. Juli 1986 IV R 309/84, BFHE 147, 419, BStBl II 1987, 16); in anderen Entscheidungen ist der BFH stillschweigend von einem zehn Tage nicht überschreitenden Zeitraum ausgegangen (BFH-Urteile vom 6. Juli 1995 IV R 63/94, BFHE 178, 326, BStBl II 1996, 266;… vom 6. Juli 1995 IV R 72/94, BFH/NV 1996, 209; vom 6. März 1997 IV R 47/95, BFHE 183, 78, BStBl II 1997, 509; vom 23. September 1999 IV R 1/99, BFHE 190, 335, BStBl II 2000, 121).
Zum einen ist den beiden BFH-Entscheidungen, die den Zusatz "in der Regel" verwenden (BFH in BFHE 145, 538, BStBl II 1986, 342 und in BFHE 147, 419, BStBl II 1987, 16), nicht zu entnehmen, dass dies zu von der ursprünglichen Formulierung ("höchstens zehn Tage") abweichenden Ergebnissen führen sollte.
Ein Zufluss i.S. des § 11 Abs. 1 Satz 1 EStG liegt nach ständiger Rechtsprechung des BFH vor, wenn der Empfänger einer Leistung die wirtschaftliche Verfügungsmacht über das Leistungsobjekt erlangt (BFH-Urteil vom 10. Dezember 1985 VIII R 15/83, BFHE 145, 538, BStBl II 1986, 342, m.w.N.).