Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=LVerfGE%2019,%20103
Timestamp: 2020-02-26 02:14:29
Document Index: 123546896

Matched Legal Cases: ['Art 28', '§ 10', '§ 10', '§ 10', '§ 45', '§ 112', '§ 10', '§ 10', 'Art.97', 'Art.97', '§ 112', '§ 10', '§ 10', '§ 20', '§ 9', '§ 17', '§ 20', '§ 17', '§ 11', '§ 10']

VerfG Brandenburg, 20.11.2008 - VfGBbg 30/07 - dejure.org
https://dejure.org/2008,14418
VerfG Brandenburg, 20.11.2008 - VfGBbg 30/07 (https://dejure.org/2008,14418)
VerfG Brandenburg, Entscheidung vom 20.11.2008 - VfGBbg 30/07 (https://dejure.org/2008,14418)
VerfG Brandenburg, Entscheidung vom 20. November 2008 - VfGBbg 30/07 (https://dejure.org/2008,14418)
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Art 28 Abs 2 GG, § 10a ÖPNVG BB vom 28.06.2006, § 10 Abs 2 ÖPNVG BB vom 28.06.2006, § 10 Abs 4 ÖPNVG BB vom 28.06.2006, § 45 PBefG vom 28.06.2006
Kommunale Verfassungsbeschwerde gegen Bestimmungen zur Kostenbeteiligung von volljährigen Schülern im Rahmen des Schülerbeförderung erfolglos - zur Rechtfertigung gesetzgeberischer Eingriffe in das Recht auf kommunale Selbstverwaltung - Anforderungen an die ...
Verfassungsmäßigkeit des § 112 Abs. 1 S. 3 des Gesetzes über die Schulen im Land Brandenburg (BbgSchulG); Verfassungsmäßigkeit des § 10a i.V.m. § 10 Abs. 2, Abs. 4 des Gesetzes über den öffentlichen Personennahverkehr im Land Brandenburg (3. ÖPNVG-ÄndG); Neubeginn der ...
LV Art.97 Abs. 1 Satz 1; LV Art.97 Abs. 3 Satz 3; BbgSchulG § 112 Abs. 1 Satz 3; ÖPNVG § 10a; ÖPNVG § 10 Abs. 2; VerfGGBbg § 20 Abs. 1 Satz 2
Kommunale Selbstverwaltung; Schülerbeförderung; Begründungserfordernis
LVerfGE 19, 103
Unabhängig davon zeigt dieses Vorbringen die Möglichkeit einer Verletzung des Selbstverwaltungsrechts der Beschwerdeführerin infolge rechtsstaatswidriger Unbestimmtheit von § 9 Abs. 2 BbgFAG und § 17a BbgFAG nicht auf und genügt damit nicht dem Begründungserfordernis des § 20 Abs. 1 Satz 2 VerfGGBbg (vgl. zu dessen Anwendbarkeit auf Kommunalverfassungsbeschwerden zuletzt Urteil vom 20. November 2008 - VfGBbg 30/07 -, LVerfGE 19, 103, 126 f).
Um den durch die Kommunalverfassungsbeschwerde verbürgten verfassungsgerichtlichen Rechtsschutz der Gemeinden gegen ihr Selbstverwaltungsrecht betreffende Gesetze nicht zu verkürzen, können diese daher grundsätzlich nicht darauf verwiesen werden, vor Erhebung der Kommunalverfassungsbeschwerde fachgerichtlichen Rechtsschutz gegen einen gesetzesvollziehenden Einzelakt zu suchen (Urteil vom 20. November 2008, a. a. O., S. 120; Urteil vom 14. Februar 2002 - VfGBbg 17/01 -, LVerfGE 13, 97, 110;… Urteil vom 20. Januar 2000, a. a. O.; BVerfGE 71, 25, 35 f; 76, 107, 113).
Darüber hinaus schützt der Kernbereich die Gemeinden vor einer völligen Beseitigung und Aushöhlung der eigenverantwortlichen Aufgabenwahrnehmung (Urteil vom 20. November 2008, a. a. O., S. 123; BVerfGE 1, 17, 174 f; 38, 258, 278 f; 103, 332, 365 ff), wobei weder der Aufgabenbestand noch das Maß der Eigenverantwortlichkeit gegenständlich fest umschrieben, sondern unter Rückgriff auf die geschichtliche Entwicklung und die traditionellen Erscheinungsformen der Selbstverwaltung zu bestimmen sind (BVerfGE 79, 127, 146; 59, 216, 226; 76 107, 118).
Die Anknüpfung der Finanzausgleichsumlage gemäß § 17a BbgFAG an die nach fiktiven Hebesätzen ermittelte Realsteuerkraft verstößt nicht gegen das Willkürverbot (zu dieser Rechtmäßigkeitsvoraussetzung eines Eingriffs in das Selbstverwaltungsrecht Urteil vom 20. November 2008, a. a. O., S. 123; BVerfGE 125, 141, 167 f; 103, 332, 366 f).
Selbst wenn man die Änderung von § 11 Abs. 2 Nr. 1 AG-SGB XII (Anpassung der Aufzählung an den neu eingefügten § 10 Abs. 3 AG-SGB XII) als solche als Ausgangspunkt für eine neue Beschwerdefrist für unzureichend ansähe, da eine Frist dann nicht von neuem beginnt, wenn ein bereits bestehendes Gesetz nur mit kleinen Änderungen an andere Vorschriften angepasst oder sonst wie in einer so unbedeutenden Weise geändert wird, dass keine neue Beschwer entsteht (vgl. Urteil vom 22. November 2007 - VfGBbg 75/05 -, LVerfGE 18, 159, 202; Urteil vom 28. Juli 2008 - VfGBbg 76/05 -, LVerfGE 19, 84, 95 f; Urteil vom 20. November 2008 - VfGBbg 30/07 -, LVerfGE 19, 103, 119; BVerfGE 12, 139, 141; E 79, 1, 14; BVerfG NJW 2001, 3402), folgt daraus keine andere Bewertung.
Durch eine solche Regelung werden weder die Satzungs- noch die Finanzhoheit der Kreise derart eingeengt, dass der Kernbereich des Selbstverwaltungsrechts berührt wäre (vgl. ebenso VerfG Brandenburg, Urteil vom 20. November 2008 - VfGBbg 30/07 -, LVerfGE 19, 103 ff., Juris Rn.74).
Wie diese Übersicht zeigt, kann dem Anliegen des Beschwerdeführers, diejenigen Eltern sowie volljährigen Schülerinnen und Schüler nicht doppelt zu belasten, die von den aufgrund der demographischen Entwicklung in ländlichen Räumen notwendig gewordenen Schulschließungen betroffen sind und nun längere Schulwege in Kauf nehmen müssen, durch eine differenzierende Satzungsregelung Rechnung getragen werden (ebenso VerfG Brandenburg, Urteil vom 20. November 2008 - VfGBbg 30/07 - LVerfGE 19, 103 ff., Juris Rn. 80).
Die Darlegungslast für die Sachentscheidungsvoraussetzungen liegt mithin grundsätzlich beim Beschwerdeführer (vgl. Urteil vom 20. November 2008 - VfGBbg 30/07 -, LVerfGE 19, 103, 126 f; Beschluss vom 15. Juni 2006 - VfGBbg 58/04 -, LVerfGE 17, 123, 131; Beschluss vom 18. August 2005 - VfGBbg 9/05 -, www.verfassungsgericht.brandenburg.de).