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Timestamp: 2020-04-06 10:06:26
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Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 10', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 25', '§ 20', '§ 20', '§ 10', '§ 10', '§ 20', '§ 10', '§ 20']

Die Kapitallebensversicherumg beim berufsständischen Versorgungswerk | VorsorgeBote
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Aktuelles27. Juli 2018
Zwar unter­liegt die Ein­mal­zah­lung aus einem berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­werk grund­sätz­lich als „ande­re Leis­tung” i.S. § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a EStG der Besteue­rung. Dies gilt jeden­falls dann, wenn sie Teil der Basis­ver­sor­gung ist.
Der Bun­des­fi­nanz­hof hat wie­der­holt ent­schie­den, dass eine Kapi­tal­aus­zah­lung sogar dann als „ande­re Leis­tung” i.S. des § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a EStG anzu­se­hen ist, wenn inso­weit kei­ne „wie­der­keh­ren­den Bezü­ge” nach § 22 Nr. 1 Satz 1 EStG gege­ben sind1. Die­se Recht­spre­chung bezieht sich jedoch nicht auf Leis­tun­gen, die nicht zur Basis­ver­sor­gung gehö­ren.
Das wesent­li­che Cha­rak­te­ris­ti­kum der Ein­künf­te des § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Dop­pel­buchst. aa EStG ist näm­lich, dass sie die ers­te Schicht des von der Sach­ver­stän­di­gen­kom­mis­si­on zur Neu­ord­nung der steu­er­recht­li­chen Behand­lung von Alters­vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen und Alters­be­zü­gen2 der Neu­re­ge­lung zugrun­de geleg­ten „Drei-Schich­ten-Modells” bil­den und der Basis­ver­sor­gung die­nen. Zu die­ser ers­ten Schicht der Basis­ver­sor­gung gehö­ren Leib­ren­ten, die auf einem durch Bei­trä­ge erwor­be­nen Anspruch gegen einen gesetz­li­chen oder pri­va­ten Ver­mö­gens­trä­ger auf lebens­läng­li­che Ver­sor­gung beru­hen, frü­hes­tens ab sei­nem 60. Lebens­jahr gezahlt wer­den und bei denen die Anwart­schaf­ten nicht ver­erb­lich, nicht über­trag­bar, nicht beleih­bar, nicht ver­äu­ßer­bar und nicht kapi­ta­li­sier­bar sein dür­fen3. Davon abzu­gren­zen sind die steu­er­lich geför­der­ten Pro­duk­te der pri­va­ten Alters­vor­sor­ge nach §§ 10a und 79 ff. EStG und die betrieb­li­che Alters­vor­sor­ge, die zur zwei­ten Schicht der kapi­tal­ge­deck­ten Zusatz­ver­sor­gung gehö­ren, sowie die zur drit­ten Schicht zäh­len­den Kapi­tal­an­la­ge­pro­duk­te, die zwar der Alters­vor­sor­ge die­nen kön­nen, es aber nicht müs­sen4.
Auch der vom Bun­des­fi­nanz­hof mit Urteil in BFHE 243, 287, BSt­Bl II 2014, 58 ent­schie­de­ne Fall betraf (allein) Leis­tun­gen eines berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­werks aus der Basis­ver­sor­gung. Dort waren die auf Bei­trags­zah­lun­gen zur Basis­ver­sor­gung des Zahn­arz­tes beru­hen­den und vor dem 1.01.2005 ein­ge­zahl­ten Bei­trä­ge kapi­ta­li­siert aus­ge­zahlt wor­den. Folg­lich ent­spricht es inso­weit dem Sinn und Zweck des Alt­Ein­kG und den dar­in ent­hal­te­nen grund­le­gen­den Wer­tun­gen, die­se Leis­tun­gen der nach­ge­la­ger­ten Besteue­rung nach § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Dop­pel­buchst. aa EStG zu unter­wer­fen5.
Die­se Sub­si­dia­ri­tät des § 22 Nr. 1 EStG ist im Fall von Leis­tun­gen berufs­stän­di­scher Ver­sor­gungs­wer­ke nicht des­halb auf­ge­ge­ben wor­den, weil der Finanz­aus­schuss des Deut­schen Bun­des­ta­ges in sei­nem Bericht zum Alt­Ein­kG die von eini­gen Ver­sor­gungs­wer­ken ein­ge­räum­te Mög­lich­keit von Teil­ka­pi­ta­li­sie­run­gen als Bei­spiel für eine „ande­re Leis­tung” (nach § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a EStG) ange­führt hat6. Schließ­lich betraf die­se Mög­lich­keit allein die Leis­tun­gen der berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­wer­ke aus der Basis­ver­sor­gung.
Auch steht die schich­ten­spe­zi­fi­sche Unter­schei­dung von Leis­tun­gen eines berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­werks nicht im Wider­spruch zur bis­he­ri­gen Bun­des­fi­nanz­hofs­recht­spre­chung. Die­se Recht­spre­chung betraf bis­lang nur „sons­ti­ge Leis­tun­gen” im Rah­men der Basis­ver­sor­gung. Fol­ge­rich­tig hat der Bun­des­fi­nanz­hof Ster­be­gel­der7 und Kin­der­zu­schüs­se8 als (steu­er­ba­re) „ande­re Leis­tun­gen” nach § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a EStG ange­se­hen.
Die hier zu beur­tei­len­den Leis­tun­gen aus der Kapi­tal­ver­sor­gung des VZN sind kei­ne der Basis­ver­sor­gung. Denn anders als im Fall der Basis­ver­sor­gung sind die Ansprü­che aus der Kapi­tal­ver­sor­gung nach § 25h Abs. 3 der Sat­zung beleih­bar, über­trag­bar, ver­erb­bar und jeder­zeit mit einer Frist von drei Mona­ten aus­zahl­bar. Wesent­li­che Merk­ma­le der Basis­ver­sor­gung sind dage­gen, dass die Ren­ten erst bei Errei­chen einer bestimm­ten Alters­gren­ze bzw. Erwerbs­un­fä­hig­keit gezahlt wer­den und als Ent­gel­ter­satz­leis­tung in der Grund­kon­zep­ti­on der Lebens­un­ter­halts­si­che­rung die­nen. Folg­lich wird die tat­säch­li­che Ver­wen­dung für die Alters­ver­sor­gung gera­de dadurch sicher­ge­stellt, dass die Ren­ten­ver­si­che­rungs­an­sprü­che nicht beleih­bar, nicht ver­erb­lich, nicht ver­äu­ßer­bar, nicht über­trag­bar und nicht kapi­ta­li­sier­bar sind9.
Zin­sen aus den Spar­an­tei­len, die in den Bei­trä­gen zu Ver­si­che­run­gen auf den Erle­bens- oder Todes­fall ent­hal­ten sind, sind nach § 20 Abs. 1 Nr. 6 Satz 1 EStG 2004 zwar grund­sätz­lich steu­er­pflich­tig. Denn für Kapi­tal­erträ­ge aus Ver­si­che­rungs­ver­trä­gen, die vor dem 1.01.2005 abge­schlos­sen wor­den sind, ist § 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG 2004 wei­ter­hin anzu­wen­den. Nach Satz 2 der Vor­schrift gilt die­se Steu­er­pflicht aber nicht für Zin­sen aus Ver­si­che­run­gen i.S. des § 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b EStG 2004, die mit Bei­trä­gen ver­rech­net oder im Ver­si­che­rungs­fall oder im Fall des Rück­kaufs des Ver­trags nach Ablauf von zwölf Jah­ren seit dem Ver­trags­ab­schluss aus­ge­zahlt wer­den10. Zu den Ver­si­che­run­gen nach § 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b EStG 2004 gehö­ren nach Dop­pel­buchst. dd auch Kapi­tal­ver­si­che­run­gen gegen lau­fen­de Bei­trags­leis­tung mit Spar­an­teil, wenn der Ver­trag für die Dau­er von min­des­tens zwölf Jah­ren abge­schlos­sen wor­den ist.
Für die Anwen­dung des § 20 Abs. 1 Nr. 6 Satz 2 EStG 2004 kommt es ledig­lich dar­auf an, dass der betref­fen­de Ver­si­che­rungs­ver­trag gene­rell zu den nach § 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b EStG 2004 begüns­tig­ten Ver­trags­ty­pen gehört. Die Steu­er­be­frei­ung in § 20 Abs. 1 Nr. 6 Satz 2 EStG 2004 für Zin­sen aus Ver­si­che­run­gen ist nicht an die wei­te­ren Vor­aus­set­zun­gen des Son­der­aus­ga­ben­ab­zugs für die Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge geknüpft11.
Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 12. Dezem­ber 2017 — X R 39⁄15
etwa BFH, Urtei­le vom 23.11.2016 — X R 13⁄14, BFH/​NV 2017, 445, Rz 12, und in BFHE 243, 287, BSt­Bl II 2014, 58, Rz 21 ff. [↩]
Sach­ver­stän­di­gen­kom­mis­si­on zur Neu­ord­nung der steu­er­recht­li­chen Behand­lung von Alters­vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen und Alters­be­zü­gen ‑Sachverständigenkommission‑, Schrif­ten­rei­he des BMF, Bd. 74 [↩]
vgl. auch Sach­ver­stän­di­gen­kom­mis­si­on, a.a.O., S. 13 [↩]
vgl. nur BFH, Urteil vom 14.07.2010 — X R 37⁄08, BFHE 230, 361, BSt­Bl II 2011, 628, unter II. 3.b aa, m.w.N. [↩]
vgl. inso­weit auch BFH, Urteil in BFHE 243, 287, BSt­Bl II 2014, 58, Rz 27 ff. [↩]
BT-Drs. 15⁄3004, S.19 [↩]
BFH, Urteil in BFH/​NV 2017, 445 [↩]
BFH, Urteil vom 31.08.2011 — X R 11⁄10, BFHE 235, 207, BSt­Bl II 2012, 312 [↩]
vgl. wei­ter­füh­rend auch BFH, Urteil in BFHE 230, 361, BSt­Bl II 2011, 628, unter II. 3.b cc, m.w.N. [↩]
vgl. nur BFH, Urteil vom 01.03.2005 — VIII R 47⁄01, BFHE 211, 436, BSt­Bl II 2006, 365, unter II. 2. [↩]
BFH, Urtei­le in BFHE 211, 436, BSt­Bl II 2006, 365, unter II. 2.b; und vom 26.11.2014 — VIII R 38⁄10, BFHE 249, 22, BSt­Bl II 2016, 657, Rz 65 [↩]
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