Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BayObLG&Datum=04.12.1984&Aktenzeichen=REMiet%202%2F84
Timestamp: 2018-03-21 16:30:33
Document Index: 159698742

Matched Legal Cases: ['§ 564', '§ 569', '§ 568', '§ 569', '§ 564', '§ 556']

BayObLG, 04.12.1984 - RE-Miet 2/84 - dejure.org
BayObLG, 04.12.1984 - RE-Miet 2/84
Rechtsentscheid; Vorlagevoraussetzungen; Entscheidungserheblichkeit; Kündigung bei Tod des Mieters; Erledigung durch Beweisaufnahme
BGB § 564b, § 569 Abs. 1
NJW 1985, 980 (Ls.)
BayObLGZ 1985, 279
Diese Ansicht entspricht der überwiegenden Meinung in Rechtsprechung und Schrifttum (BayObLGZ 1984, 279; OLG Schleswig RES Bd. I § 568 BGB Nr. 3; OLG Hamm WuM 1984, 321 ; Rödding NJW 1968, 2339 ; a.A. KG ZMR 1983, 413 ; OLG Karlsruhe 9. Zivilsenat WuM 1982, 273 ).
Die Entscheidungserheblichkeit darf aber nicht deshalb verneint werden, weil das Beweisergebnis noch ungewiß ist und die Rechtsfrage sich wieder stellen würde, wenn das Landgericht zu dem Ergebnis käme, die Kläger hätten die bestrittenen tatsächlichen Voraussetzungen bewiesen (BayObLGZ 1984, 279/281 m.weit.Nachw.).
Das Landgericht will die aufgeworfene Rechtsfrage verneinen, sieht sich hieran aber durch die Rechtsentscheide des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg vom 21. September 1983 (…OLGZ 83, 493 = Grundeigentum 1983, 1017 = ZMR 1984, 247 = WuM 1983, 310 = MDR 1984, 56 = NJW 1984, 60 = FamRZ 1984, 169), des Bayerischen Obersten Landesgerichts vom 4. Dezember 1984 (BayObLGZ 1985, 279 - WuM 1985, 52 = ZMR 1985, 97 - Grundeigentum 1985, 297 - MDR 1985, 324 - NJW 1985, 980 = FamRZ 1985, 473) und des Oberlandesgerichts Karlsruhe vom 29. Dezember 1989 (Bundesanzeiger 1990, 359 - NJW-RR 1990, 216 - WuM 1990, 60 = ZMR 1990, 108) gehindert.
d) Einem minderen oder sogar fehlenden Schutzbedürfnis des Erben, dem der Vermieter gemäß § 569 BGB gekündigt hat, kann daher nach der gegenwärtigen Rechtslage nur dadurch Rechnung getragen werden, daß an das berechtigte Interesse des Vermieters im Sinne des § 564 b BGB keine zu hohen Anforderungen gestellt sowie die beiderseitigen Interessen bei der Abwägung gemäß § 556 a Abs. 1 Satz 1 BGB berücksichtigt werden (Rechtsentscheid des BayObLG vom 4. Dezember 1984 aaO., Köhler/Kossmann aaO., vgl. auch BVerfG, Beschluß vom 10. Oktober 1990).
(erneuter) Beweisaufnahme als Individualvereinbarung eingestuft werden kann (zur Entscheidungserheblichkeit in diesem Fall vgl. BayObLGZ 1984, 279/281 und 1991, 66/69).
Dies ist eine weitere Voraussetzung für die Zulässigkeit eines Rechtsentscheids (ständige Rechtsprechung des Senats, z.B. BayObLGZ 1983, 30/32; BayObLGZ 1984, 279/281; BayObLGZ 1985, 88/91; BayObLGZ 1987, 36/38).
Die Entscheidungserheblichkeit darf aber nicht deshalb verneint werden, weil das Beweisergebnis noch ungewiß ist und die Rechtsfrage sich wieder stellen würde, wenn das Landgericht zu dem Ergebnis käme, daß die bestrittenen tatsächlichen Voraussetzungen bewiesen sind (vgl. BayObLGZ 1987, 36/39; BayObLGZ 1984, 279/281 m.w.Nachw.).
Das Landgericht ist bereits dann befugt, eine Frage zum Rechtsentscheid vorzulegen, wenn die Berufung nur bei einer der möglichen Antworten zur Endentscheidung reif ist (…Senat, Rechtsentscheid vom 19.8.1983, OLGZ 1983, 488 = NJW 1984, 62 = WuM 1983, 314 = Justiz 1983, 407; BayObLG, WuM 1985, 52 ).