Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20ZR%20155/04
Timestamp: 2020-03-30 08:19:44
Document Index: 249063278

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 640', '§ 640', 'BGH', 'BGH', '§ 15', 'BGH', '§ 199', '§ 641', 'BGH', '§ 15', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 641', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 20.10.2005 - VII ZR 155/04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,1468
BGH, 20.10.2005 - VII ZR 155/04 (https://dejure.org/2005,1468)
BGH, Entscheidung vom 20.10.2005 - VII ZR 155/04 (https://dejure.org/2005,1468)
BGH, Entscheidung vom 20. Januar 2005 - VII ZR 155/04 (https://dejure.org/2005,1468)
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BGB § 640 Abs. 1 a. F.
Schadensersatz gegen einen Architekten wegen unzureichender Rechnungsprüfung; Vertragliche Verkürzung der Verjährungsfrist auf zwei Jahre; Konkludente Abnahme des Architektenwerkes durch Nichtbeanstandung innerhalb der Zweijahresfrist
Zur konkludenten Abnahme des Architektenwerks
BGB § 640 Abs. 1 (a.F.)
Konkludente Abnahme des Architektenwerks?
Stillschweigende Abnahme der Leistungsphase 9?
Leistungsphase 9: Konkludente Abnahme und Verjährungsbeginn (IBR 2006, 99)
LG Marburg, 02.05.2002 - 1 O 240/01
OLG Frankfurt, 27.05.2004 - 15 U 103/02
NJW-RR 2006, 303
MDR 2006, 441
NZBau 2006, 122
BauR 2006, 396
ZfBR 2006, 148
Zwar kann eine konkludente Abnahme im Regelfall nur angenommen werden, wenn alle vertraglich geschuldeten Leistungen erbracht sind (BGH, Urteile vom 20. Oktober 2005 - VII ZR 155/04, BauR 2006, 396 Rn. 12 = NZBau 2006, 122; vom 25. Februar 1999 - VII ZR 190/97, BauR 1999, 934, 935 = ZfBR 1999, 202 und vom 10. Februar 1994 - VII ZR 20/93, BGHZ 125, 111, 114).
Hat der Architekt auch die Leistungen der Phase 9 des § 15 Abs. 2 HOAI übernommen, ist sein Werk erst dann vollendet, wenn auch diese Leistungen erbracht sind (…BGH, Urteile vom 10. Oktober 2013 - VII ZR 19/12, BauR 2014, 127 Rn. 29 = NZBau 2014, 47; vom 20. Oktober 2005 - VII ZR 155/04, aaO Rn. 12 …und vom 10. Februar 1994 - VII ZR 20/93, aaO S. 114).
Bei der Prüfung, zu welchem Zeitpunkt die Verjährungsfrist nach § 199 Abs. 1 Nr. 1 BGB zu laufen begonnen hat, wird das Berufungsgericht zu berücksichtigen haben, dass die Anwendung von § 641 Abs. 1 Satz 2 BGB eine entsprechende vertragliche Vereinbarung über Teilabnahmen voraussetzt (vgl. BGH, Urteil vom 20. Oktober 2005 - VII ZR 155/04, BauR 2006, 396, 397, juris Rn. 15 = NZBau 2006, 122), für die die Beklagte die Darlegungs- und Beweislast trägt.
a) Wird ein Architekt mit Architektenleistungen einschließlich solchen der Leistungsphase 9 des § 15 HOAI beauftragt, hat er seine Leistungen vertragsgemäß erst erbracht, wenn auch die Leistungen gemäß Leistungsphase 9 erfüllt sind (BGH, Urteile vom 10. Februar 1994 - VII ZR 20/93, BGHZ 125, 111, 114 und vom 20. Oktober 2005 - VII ZR 155/04, BauR 2006, 396, 397 = NZBau 2006, 122).
Erst damit ist seine Leistung abnahmereif und kommt eine Billigung der Ingenieurleistung als vertragsgemäß in Betracht (BGH, Urteil vom 20. Oktober 2005 - VII ZR 155/04, aaO).
Rechnet der Ingenieur daher in einem solchen Fall bereits nach Abschluss der Leistungen bis Leistungsphase 8 sein bis dahin verdientes Honorar oder gar sein insgesamt zu beanspruchendes Honorar einschließlich Leistungsphase 9 ab, kann in der vorzeitigen Bezahlung eine konkludente Abnahme der insgesamt zu erbringenden Leistungen durch den Auftraggeber nicht gesehen werden (vgl. BGH, Urteile vom 20. Oktober 2005 - VII ZR 155/04 …und vom 10. Februar 1994 - VII ZR 20/93, jeweils aaO).
Denn in diesem Fall kann der Auftragnehmer Schlusszahlung erst dann verlangen, wenn er neben den Leistungen aus den vorhergehenden Leistungsphasen auch alle Leistungen aus der Leistungsphase 9 erbracht hat (vgl. BGH, Urteil vom 10. Februar 1994 - VII ZR 20/93, BGHZ 125, 111, 113; Urteil vom 20. Oktober 2005 - VII ZR 155/04, zur Veröffentlichung bestimmt).
Teilabnahmen im Sinne von § 641 Abs. 1 Satz 2 BGB setzen eine entsprechende vertragliche Vereinbarung hierüber voraus (vgl. BGH…, Beschluss vom 5. Januar 2017 - VII ZR 184/14 Rn. 21, BauR 2017, 721; BGH, Urteil vom 20. Oktober 2005 - VII ZR 155/04 Rn. 15, BauR 2006, 396 = NZBau 2006, 122).
Zur abnahmefähigen Herstellung gehört im Regelfall die Vollendung aller vertraglich geschuldeten Leistungen (vgl. dazu nur: BGH Urteil vom 20.10.2005 - VII ZR 155/04 - Rn. 12).
Eine Teilabnahme ist grundsätzlich auch konkludent möglich, wenn deutlich wird, dass dies dem Willen des Auftraggebers entspricht und er sich der Folgen bewusst ist (BGH NZBau 2006, 122, 123; OLG Celle…, Urteil vom 26.05.2011, 5 U 87/10, Rn. 20 f. bei juris).
Erst damit ist seine Leistung abnahmereif und kommt eine Billigung der Ingenieurleistung als vertragsgemäß in Betracht 27 28 29 - 14 - (BGH, Urteil vom 20. Oktober 2005 - VII ZR 155/04, aaO).
Rechnet der Ingenieur daher in einem solchen Fall bereits nach Abschluss der Leistungen bis Leistungsphase 8 sein bis dahin verdientes Honorar oder gar sein insgesamt zu beanspruchendes Honorar einschließlich Leistungsphase 9 ab, kann in der vorzeitigen Bezahlung eine konkludente Abnahme der insgesamt zu erbringenden Leistungen durch den Auftraggeber nicht gesehen werden (vgl. BGH, Urteile vom 20. Oktober 2005 - VII ZR 155/04 …und vom 10. Februar 1994 VII ZR 20/93, jeweils aaO).
Auch eine konkludente Teilabnahme der Leistungen bis Leistungsphase 8 ist in der Zahlung nicht zu sehen, weil eine Teilabnahme vereinbart gewesen sein müsste, was hier nicht ersichtlich ist, und zudem der Bauherr das Bewusstsein haben muss, trotz ausstehender Leistungen die bisherigen Leistungen mit der Folge des Verjährungsbeginns anzuerkennen (vgl. BGH, NZBau 2006, 122, 123; OLG Celle, Urteil vom 26.05.2011, 5 U 87/10), was hier ebenfalls nicht anzunehmen ist.