Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BAG&Datum=20.01.1994&Aktenzeichen=8%20AZR%20269/93
Timestamp: 2019-06-25 10:44:24
Document Index: 80623874

Matched Legal Cases: ['§ 626', '§ 626', '§ 626', '§ 626', 'Art. 20', 'Art. 20', '§ 626', 'Art. 20', '§ 82', '§ 626', 'Art. 20']

BAG, 20.01.1994 - 8 AZR 269/93 - dejure.org
https://dejure.org/1994,1586
BAG, 20.01.1994 - 8 AZR 269/93 (https://dejure.org/1994,1586)
BAG, Entscheidung vom 20.01.1994 - 8 AZR 269/93 (https://dejure.org/1994,1586)
BAG, Entscheidung vom 20. Januar 1994 - 8 AZR 269/93 (https://dejure.org/1994,1586)
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Öffentlicher Dienst; Kündigung nach dem Einigungsvertrag
ArbG Berlin, 14.05.1992 - 90 Ca 5053/92
BAGE 75, 266
NZA 1994, 1026
NJ 1994, 430
DB 1994, 1474
Aus der Eigenständigkeit der Kündigungsregelung des Abs. 5 EV folgt, daß es zum einen keiner doppelten Unzumutbarkeitsprüfung nach den Maßstäben des § 626 Abs. 1 BGB bedarf und zum anderen die Fristbestimmung des § 626 Abs. 2 BGB keine Anwendung findet (BAG, Urteil vom 11. Juni 1992 - 8 AZR 474/91 - BAGE 70, 309, 316 f.; Urteil vom 11. Juni 1992 - 8 AZR 537/91 - BAGE 70, 323, 326 f.; Urteil vom 20. Januar 1994 - 8 AZR 269/93 - BAGE 75, 266, 273; Urteil vom 28. April 1994 - 8 AZR 157/93 - BAGE 76, 334, 339; Urteil vom 26. Mai 1994 - 8 AZR 180/93 -).
Aus der Eigenständigkeit dieser Kündigungsregelung des Abs. 5 EV folgt, daß es zum einen keiner doppelten Unzumutbarkeitsprüfung nach den Maßstäben des § 626 Abs. 1 BGB bedarf und zum anderen die Fristbestimmung des § 626 Abs. 2 BGB keine Anwendung findet (BAG, Urteil vom 11. Juni 1992 - 8 AZR 474/91 - BAGE 70, 309, 316 f.; Urteil vom 11. Juni 1992 - 8 AZR 537/91 - BAGE 70, 323, 326 f.; Urteil vom 20. Januar 1994 - 8 AZR 269/93 - BAGE 75, 266, 273; Urteil vom 28. April 1994 - 8 AZR 157/93 - BAGE 76, 334, 339; Urteil vom 26. Mai 1994 - 8 AZR 180/93 -).
Während eine außerordentliche Kündigung nach Abs. 5 Nr. 1 EV voraussetzt, daß der Arbeitnehmer durch eigene Entscheidungen vorsätzlich gegen Grundsätze der Menschlichkeit oder Rechtsstaatlichkeit verstoßen hat (dazu BAG Urteil vom 20. Januar 1994 - 8 AZR 269/93 - zu B II 3. a) der Gründe) genügt für eine ordentliche Kündigung wegen mangelnder persönlicher Eignung nach Abs. 4 Nr. 1 EV die nicht nur untergeordnete Mitwirkung an Verwaltungsverfahren, deren Form und Inhalt den Grundsätzen der Menschlichkeit und Rechtsstaatlichkeit zuwiderliefen.
b) Im Anschluß an die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (Urteil vom 20. Januar 1994 - 8 AZR 269/93 -) ist bei der näheren Bestimmung des Inhalts der Grundsätze der Rechtsstaatlichkeit davon auszugehen, daß der Zweck des Staates auf die Schaffung und Erhaltung einer materiell gerechten Ordnung gerichtet sein muß, daß demzufolge alle Zweige der Staatsgewalt der Herrschaft des Rechts im materiellen Sinne unterworfen sind.
Das Landesarbeitsgericht ist daher zu Recht davon ausgegangen, daß Art. 20 EV Anwendung findet (vgl. Senatsurteile vom 20. Januar 1994, BAGE 75, 266 und BAGE 75, 280 [BAG 20.01.1994 - 8 AZR 502/93], zu B II bzw. II 1, 2 der Gründe).
Das Landesarbeitsgericht hat daher zu Recht angenommen, daß Art. 20 EV Anwendung findet (vgl. Senatsurteile vom 20. Januar 1994 - 8 AZR 269/93 - BAGE 75, 266, 272 ff. = AP Nr. 1 zu § 626 BGB Einigungsvertrag, zu B II der Gründe, und - 8 AZR 502/93 - BAGE 75, 280, 282 f. [BAG 20.01.1994 - 8 AZR 502/93] = AP Nr. 11 zu Art. 20 Einigungsvertrag, zu II 1, 2 der Gründe).
Aus den §§ 82 Abs. 6, 116 b Abs. 2 Nr. 5 PersVG-DDR ergab sich auch keine Notwendigkeit, einen bestehenden Schul- oder Kreisschulpersonalrat zu beteiligen, denn diese Vorschriften sicherten lediglich ein mehrstufiges Beteiligungsverfahren und setzen das Vorhandensein einer erstzuständigen Personalvertretung voraus (ebenso neuerdings Walker in Anm. zu BAG Urteil vom 20. Januar 1994 - 8 AZR 269/93 - AP Nr. 1 zu § 626 BGB Einigungsvertrag), wobei ungeachtet dieser Regelungen der Beklagte den Personalrat beim staatlichen Schulamt Aue beteiligt hat.
Das Landesarbeitsgericht ist daher zu Recht davon ausgegangen, daß Art. 20 EV Anwendung findet (vgl. Senatsurteile vom 20. Januar 1994, BAGE 75, 266, 272 und BAGE 75, 280, 281 ff. ).