Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=LSG%20Sachsen&Datum=29.04.2008&Aktenzeichen=L%201%20B%20207/08%20KR-ER
Timestamp: 2019-10-22 07:26:26
Document Index: 160728699

Matched Legal Cases: ['§ 126', '§ 33', '§ 33', '§ 127', '§ 126', '§ 127', '§ 33', '§ 127']

LSG Sachsen, 29.04.2008 - L 1 B 207/08 KR-ER - dejure.org
https://dejure.org/2008,10860
LSG Sachsen, 29.04.2008 - L 1 B 207/08 KR-ER (https://dejure.org/2008,10860)
LSG Sachsen, Entscheidung vom 29.04.2008 - L 1 B 207/08 KR-ER (https://dejure.org/2008,10860)
LSG Sachsen, Entscheidung vom 29. April 2008 - L 1 B 207/08 KR-ER (https://dejure.org/2008,10860)
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Einstweilige Anordnung - Hilfsmittelausschreibung - Versorgungsberechtigung von Leistungserbringern
Geltendmachung der Zulassung zur Versorgung der Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung mit Inkontinenzartikeln im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes; Wille des Gesetzgebers hinsichtlich des Bestehens eines zeitlich begrenzten "Nebeneinanders" von ...
Exklusives Versorgungsrecht für Vertragspartner gesetzlicher Krankenkassen
Ende des Bestandsschutzes nach § 126 Abs. 2 SGB V bei der Leistungserbringung im Hilfsmittelbereich
SG Chemnitz, 22.02.2008 - S 11 KR 43/08
Da das Begehren der Beschwerdegegnerin allein darauf gerichtet ist, ihre bisher innegehabte Rechtsposition, nämlich die Zulassung zur Versorgung der Versicherten der Beschwerdeführerin mit Hilfsmitteln der Produktgruppe 15 des Hilfsmittelverzeichnisses, einstweilen, nämlich bis einschließlich 31. Dezember 2008, weiter wirtschaftlich ausnutzen zu dürfen, kommt hier, entgegen der Auffassung der Vorinstanz, allein der Erlass einer Sicherungsanordnung in Betracht (a.A,. allerdings ohne nähere Begründung Sächsisches LSG, Beschluss vom 29. April 2008, Az.: L 1 B 207/08 KR-ER; LSG Baden-Württemberg, Beschluss vom11. Juni 2008, Az.: L 11 KR 2438/08 ER-B; LSG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 21. Juli 2008, Az.: L 16 B 10/08: Regelungsanordnung).
Der gegenteiligen Auffassung (vgl. LSG Nordrhein-Westfalen…, Beschluss vom 21. Juli 2008, a.a.O.; Sächsisches LSG, Beschluss vom 29. April 2008, a.a.O.), die sich zur Begründung im Wesentlichen auf § 33 Abs. 6 SGB V n.F. stützt, kann nicht gefolgt werden.
Das Sächsische LSG hat hingegen mit Beschluss vom 29. April 2008, L 1 B 207/08 KR-ER, in abweichender Weise entschieden.
Insoweit erscheint eine Berechnung des Streitwertes nach dem durchschnittlichen Jahresumsatz als sachgerecht (gleiches gilt für Anträge auf Zulassung zur Versorgung, vgl. Sächsisches LSG, Beschluss vom 29. April 2008 - L 1 B 207/08 KR-ER; Thüringer LSG, Beschluss vom 22. August 2008 - L 6 KR 324/08 ER).
Bei systematischer Auslegung unter Einbeziehung der Regelung des § 33 Abs. 6 SGB V n. F. spricht jedoch mehr dafür, dass die Rechte der zugelassenen Leistungserbringer nach Abschluss und Maßgabe des Ausschreibungsverfahrens gemäß § 127 Abs. 1 SGB V n. F. zugunsten des Ausschreibungsgewinners einzuschränken sind (so auch Sächsisches LSG, Beschl. vom 29.04.2008, Az.: L 1 B 207/08 KR ER, www.juris.de; offen gelassen: LSG NRW, Beschl. vom 19.03.2008, Az.: L 16 B 13/08 KR ER, www.sozialgerichtsbarkeit.de;… a. A.: LSG Berlin-Brandenburg, a. a. O., GesR 2008, 272; LSG Baden-Württemberg, Beschl. vom 11.06.2008, Az.: L 11 KR 2438/08 ER-B, www.sozialgerichtsbarkeit.de; Roth, Vertrauensschutz gegen Wirksamkeit von Ausschreibungen, Medizinrecht (MedR) 2008, 206).
Sie führt damit zu einem weit reichenden Vertrauensschutz für nach altem Recht zugelassene Leistungserbringer (ebenso im Ergebnis TN., MedR 2008, 206 ff.; LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 08.02.2008 - L 1 B 41/08 KR ER - sowie die weiteren in der Antragsschrift zitierten Entscheidungen; anderer Ansicht LSG Sachsen, Beschluss vom 29.04.2008 - L 1 B 207/08 KR-ER -).
Das Sächsische Landessozialgericht hat in dem Beschluss vom 29.04.2008 (Az.: L 1 B 207/08 KR - ER) hierzu ausgeführt: "§ 126 Abs. 1 Satz 1 SGB V wurde durch das GKV-WSG ab dem 01.04.2007 dahin geändert, dass die Versorgung mit Hilfsmitteln nur (noch) durch Leistungserbringer erfolgen darf, die Verträge nach § 127 SGB V abgeschlossen haben.
Insofern kann die ASt auch nicht darauf verwiesen werden, dass verschiedene Landessozialgerichte eine Versorgungsberechtigung von Altzulassungsinhabern zumindest neben Ausschreibungsgewinnern schon bislang ablehnen (vgl. Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschlüsse vom 13. August 2008, L 5 B 49/08, und vom 21. Juli 2008, L 16 B 10/08 KR ER, sowie Landessozialgericht Sachsen, Beschluss vom 29. April 2008, L 1 B 207/08 KR-ER).
Auch wenn die Beschwerdeführerin unstreitig bis zum 31.12.2008 als Hilfsmittelerbringer zugelassen sei, dürfe sie gleichwohl nach erteiltem Zuschlag im Ausschreibungsverfahren zu Gunsten anderer Mitbewerber tatsächlich keine derartigen Leistungen mehr erbringen und gegenüber der Beschwerdegegnerin abrechnen (so das SG unter Bezugnahme auf den Beschluss des erkennenden Senats vom 29.04.2008 - L 1 B 207/08 KR-ER).
Bei systematischer Auslegung unter Einbeziehung der Regelung des § 33 Abs. 6 SGB V n.F. spricht jedoch mehr dafür, dass die Rechte der zugelassenen Leistungserbringer nach Abschluss und Maßgabe des Ausschreibungsverfahrens gemäß § 127 Abs. 1 SGB V n.F. zugunsten des Ausschreibungsgewinners einzuschränken sind (Sächsisches LSG, Beschluss vom 29.04.2008 - Az.: L 1 B 207/08 KR ER, Juris; LSG NRW, Beschluss vom 21.07.2008 - Az.: L 16 B 10/08 KR ER, sozialgerichtsbarkeit.de;… Knispel, a.a.O., 274; a.A.: LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 08.02.2008 - Az.: L 1 B 41/08 KR ER, GesR 2008, 272; LSG Baden-Württemberg, Beschluss vom 11.06.2008 - Az.: L 11 KR 2438/08 ER, sozialgerichtsbarkeit.de).
OVG Nordrhein-Westfalen, 14.01.2009 - 1 B 1286/08