Source: http://sl.juris.de/cgi-bin/landesrecht.py?d=http://sl.juris.de/sl/gesamt/WoogbTalNatSchGebV_SL.htm
Timestamp: 2020-01-17 16:34:29
Document Index: 87474445

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 31', '§ 3', '§ 4', 'Art 1060', '§ 1']

§§ 3 und 4 geändert durch Artikel 100 der Verordnung vom 5. November 2019 (Amtsbl. I S. 886)
(1) Das im Folgenden näher bestimmte Gebiet mit einer Größe von ca. 703,37 ha wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Es trägt die Bezeichnung Naturschutzgebiet „Woogbachtal“ (N 6708-305) und ist Teil des Netzes Natura 2000 ( § 31 Bundesnaturschutzgesetz ) als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung gemäß der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (ABl. L 206 vom 22. Juli 1992 S. 7) in der derzeit geltenden Fassung.
Das Schutzgebiet liegt auf Flächen der Stadt Saarbrücken in den Gemarkungen Bischmisheim, Ensheim und Fechingen und befindet sich nördlich der Landebahn des Flughafens Ensheim, die Autobahn A6 verläuft westlich und die Landstraße L 108 östlich des Gebietes. Das Naturschutzgebiet grenzt im Norden an die Entwicklungszone des Biosphärenreservates Bliesgau an.
(2) Das Schutzgebiet ist in der anliegenden Übersichtskarte ,[2] die Bestandteil dieser Verordnung ist, durch schwarze Umrandung gekennzeichnet. Die flurstückgenaue Abgrenzung ist in Detailkarten 1:2000, die ebenfalls Bestandteil dieser Verordnung sind, mit Flurstücknummern und Randsignatur, wiedergegeben. Diese Karten und der Verordnungstext werden im Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz - Oberste Naturschutzbehörde -, Saarbrücken, verwahrt. Eine weitere Ausfertigung befindet sich bei der Stadt Saarbrücken. Verordnungstext und Karten können bei den genannten Stellen eingesehen werden.
6212 Submediterrane Halbtrockenrasen (Mesobromion)(*besondere Bestände m. bemerkenswerten Orchideen)
9160 Subatlantischer oder mitteleuropäischer Stieleichenwald oder Hainbuchenwald (Carpinion betuli) [Stellario-Carpinetum],
1060 Großer Feurfalter (Lycaena dispar)
1323 Großes Mausohr (Myotis myotis)
1324 Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteini).
Schutzzweck ist zudem der Erhalt des kleinen Bachtals des Woogbachs sowie seinen Zuläufen, das naturnahe Sumpfbereiche und Reste von Bruchwald enthält sowie die Talaue des Tiefelsbach mit zahlreichen Stellen naturnaher und reichstrukturierter Gehölzbereiche, die als Lebensraum zahlreicher bedrohter oder seltener Arten, wie der Schlingnatter (Coronella austriaca) dienen.
Anpflanzungen mit Obstbäumen, ausgenommen auf Flächen mit den Lebensraumtypen 6210 Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Subtyp 6212 Halbtrockenrasen auf Kalk) und 6230 Borstgrasrasen; auf Flächen mit dem Lebensraumtyp 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Erhaltungszustand B und C) ist bei Neuanpflanzungen ein Pflanzabstand von mindestens 15 x 15 m einzuhalten,
forstwirtschaftliche Bodennutzung unter Beachtung des § 3 Absätze 2 und 3 und des § 4 Absätze 1 und 2.
Davon ausgenommen sind Flächen des ehemaligen Naturschutzgebietes „Rheinfels“ vom 28. Januar 2000 (Amtsbl. 2000, S. 470) in der derzeit geltenden Fassung,
Freilauf von Hunden, sofern es sich um Hütehunde im Rahmen der Weideführung oder um Diensthunde im Einsatz, soweit erforderlich, handelt; auf bestehenden Wegen ist der Freilauf von Hunden in Sichtweite und im tatsächlichen Einwirkungsbereich der Halter oder Aufsichtspersonen gestattet.
Davon ausgenommen sind Flächen des ehemaligen Naturschutzgebietes „Rheinfels“ vom 28. Januar 2000 (Amtsbl. 2000, S. 470), in der derzeit geltenden Fassung,
auf Flächen mit Lebensraumtypen Ein- und Nachsaaten im erforderlichen Umfang nur zur Behebung von Wildschäden bei dem Lebensraumtyp 6510 Magere Flachland-Mähwiesen und ausschließlich mit Glatthafer (herkunftsgesichertes Saatgut aus der Herkunftsregion 9 oder Samen des aus dem gleichen FFH-Lebensraumtyp im Naturraum gewonnenen Heus,
Nutzung und zweckgebundene Beschilderung rechtmäßig bestehender Wege einschließlich ökopädagogisch ausgerichteter Lehr- und Erlebnispfade-, Straßen, Leitungen und Einrichtungen,
Betreten des Waldes zum Zweck der Erholung und zur pfleglichen Entnahme von Pilzen, Kräutern und Beeren nicht besonders geschützter Arten in geringen Mengen zum persönlichen Gebrauch. Davon ausgenommen sind Flächen des ehemaligen Naturschutzgebietes „Rheinfels“ vom 28. Januar 2000, (Amtsbl. 2000, S. 470) in der derzeit geltenden Fassung,
Beweidung bisher als Mähweide genutzter Flächen unter den Maßgaben, dass maximal zwei Weidegänge pro Jahr ab einer mittleren Vegetationshöhe von mindestens 20 cm durchgeführt werden, eine Ruhephase von mindestens sechs Wochen zwischen den Weidegängen und eine maximale Besatzstärke von 0,6 GV (Großvieheinheiten)/ha und Jahr eingehalten werden. Bei Zufütterungsstellen ist ein Mindestabstand von 25 m zu nährstoffsensiblen Lebensraumtypen wie zum Beispiel 7220 Kalktuffquellen einzuhalten. Die Zufütterung von Rindern darf ausschließlich mit Raufutter erfolgen.
Das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz veröffentlicht Steckbriefe der unter den Nummern 2 bis 5 genannten Arten mit Bildern und Beschreibungen auf seiner Homepage. Auf Wunsch werden diese auch in Druckform zur Verfügung gestellt.
Mahd, sofern mindestens 5% des Schlages jährlich als
Altgrasfläche erhalten werden,
bei Vorkommen der Art 1060 Großer Feuerfalter (Lycaena dispar) auf Flächen mit Lebensraumtypen Mahd, sofern mindestens 5% des Schlages jährlich als Altgrasfläche erhalten bleiben,
in der Fortpflanzungs- und Aufzuchtzeit sowie der Winterruhe alle Maßnahmen und Nutzungen, die zu keiner erheblichen Störung oder sonstigen Beeinträchtigung der im Schutzzweck genannten Fledermausarten in ihren Wochenstuben und Winterquartieren führen können; dies gilt auch für die Ausübung der Jagd,
Auf Flächen mit den Lebensraumtypen 9110 Hainsimsen-Buchenwald, 9130 Waldmeister-Buchenwald, 9160 Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald, 9180 Schlucht- und Hangmischwald und 91E0 Erlen-, Eschen- und Weichholzauenwald die Bewirtschaftung unter Beachtung folgender Maßgaben:
Flächen mit den Lebensraumtypen 6210 Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Subtyp 6212 Halbtrockenrasen auf Kalk) oder 6230 Borstgrasrasen zu düngen oder zu kalken,
Flächen mit den Lebensraumtypen 6430 Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe oder 7220 Kalktuffquellen (Cratoneurion)
im Lebensraumtyp 8310 Nicht touristisch erschlossene Höhlen
touristisch zu nutzen,
(3) Die jeweils geltende Fassung des Managementplans ist durch die Oberste Naturschutzbehörde oder die von ihr beauftragten Stelle entsprechend zu kennzeichnen und dauerhaft zu verwahren.
Gleichzeitig tritt die „Verordnung über die Naturschutzgebiete ,Naturwaldzellen im Saarland‘ „vom 28. Januar 2000 (Amtsbl. 2000, S. 470), zuletzt geändert durch die Verordnung vom 30. März 2007 (Amtsbl. 2007, S. 874) für die Naturwaldzelle „Rheinfels“ außer Kraft.
Auf den in § 1 dieser Verordnung bezeichneten Flächen tritt gleichzeitig die „Verordnung über die Landschaftsschutzgebiete im Stadtverband Saarbrücken“ vom 9. Juni 1976 (Amtsbl. 1976, S. 717) in der derzeit geltenden Fassung außer Kraft.