Source: https://old.schulen-aargau.ch/kanton/projekte/nrvs/Pages/H%C3%A4ufige-Fragen.aspx
Timestamp: 2020-02-19 13:29:32
Document Index: 368882962

Matched Legal Cases: ['§ 33', '§ 22', '§ 15', '§ 29', '§ 17', '§ 8']

Neues Ressourcierungsmodell
Warum werden Ressourcen pauschal zugeteilt?
Der Regierungsrat beauftragte das Departement BKS, eine neue Ressourcensteuerung für die Volksschule zu erarbeiten. Damit erfolgt eine Vereinfachung, Vereinheitlichung und Flexibilisierung der bisherigen Ressourcenstruktur. Der pädagogische Gestaltungsraum der Schulen wird grösser und es wird eine verbesserte Plan- und Steuerbarkeit erreicht. Zudem werden mit dem Vorhaben eine Reduktion des administrativen Aufwands sowie verstärkte Anreize für einen ökonomischen Umgang mit den Ressourcen angestrebt.
Was versteht man unter einem Ressourcenkontingent?
Die neue Ressourcierung der Aargauer Volksschule basiert auf Schülerinnen- und Schülerpauschalen, welche die gesetzlichen Vorgaben, die Bildungsrechte der Schülerinnen und Schüler sowie die lokalen Rahmenbedingungen berücksichtigen. Mit den Pauschalen löst jede Schülerin und jeder Schüler je nach Stufe und Leistungstyp eine gewisse Anzahl Ressourcen (in Lektionen) aus. Werden alle Schülerinnen- und Schülerpauschalen einer Schule addiert, ergibt sich deren verfügbares Ressourcenkontingent. Es wird zwischen einem Ressourcenkontingent für Kindergarten und Primarschule einerseits und einem Ressourcenkontingent für die Oberstufe andererseits unterschieden.
Mit dem zur Verfügung stehenden Ressourcenkontingent organisieren die Schulen das Schuljahr und planen entsprechend den Einsatz der zur Verfügung stehenden Ressourcen. Dabei stehen jeweils die maximale pädagogische Wirkung der Ressourcen sowie die Wahrung der Bildungsrechte aller Schülerinnen und Schüler im Fokus.
Wie kommt die Schülerinnen- und Schülerpauschale zustande?
Die Pauschale besteht grösstenteils aus einer kantonsweit einheitlichen Standardkomponente, da für die Organisation des Regelunterrichts pro Schülerin und Schüler kantonsweit die gleiche Anzahl Ressourcen benötigt wird. Ergänzt wird die Standardkomponente durch bis zu zwei Zusatzkomponenten, welche den durch lokale Rahmenbedingungen ausgelösten zusätzlichen Bedarf berücksichtigen:
Die Zusatzkomponente 1 berücksichtigt sprachliche und soziale Faktoren. Sie ermöglicht über den Regelunterricht hinausgehende Massnahmen, damit alle Schülerinnen und Schüler in vergleichbarer Art und Weise die Bildungs- und Leistungsziele der Volksschule erreichen können. Die Zusatzkomponente 2 berücksichtigt strukturelle Faktoren wie Schulgrösse oder lokale Schulhausstandorte. Kleinen Kindergärten und Primarschulen mit weniger als 15 Kindergarten- bzw. weniger als 90 Primarschulkindern wird mit dieser Zusatzkomponente ermöglicht, ein angemessenes Bildungsangebot zu realisieren. Haben kleine Kindergärten und Primarschulen mehrere Standorte und wird der per Ressourcenverordnung geregelte Grenzwert 'Gehdistanz zwischen Schulanlagen' überschritten, werden die Standorte bei der Anrechnung zusätzlicher Ressourcen separat betrachtet.
Welche der heutigen Ressourcen werden pauschaliert?
Neun der heutigen elf Ressourcenarten fliessen in die Schülerinnen- und Schülerpauschale ein: Regelunterricht, Integrierte Heilpädagogik, Sprachheilunterricht, Begabtenförderung, Deutsch als Zweitsprache, Stützunterricht Englisch/Französisch, Zusatzlektionen ISB, Krisenassistenzen, verstärkte/unterstützende Massnahmen.
Welche Ressourcen werden nicht pauschaliert?
Weiterhin nach eigenen Verfahren werden die Ressourcen für den Instrumentalunterricht/Ensemble, bestimmte regionale und kantonale Angebote (regionale Spezialklasse, regionale Integrationskurse, kantonale Angebote der Begabtenförderung) sowie die Schulleitungsressourcen zugeteilt.
Was gilt für Schülerinnen und Schüler in Privatschulen und in privater Schulung?
Schülerinnen und Schüler in Privatschulen oder in privater Schulung werden nicht in die Ressourcenkontingente eingerechnet. Eine Ausnahme stellt der Sprachheilunterricht dar. Gestützt auf § 33 (geändert) der Verordnung Schulung und Förderung bei Behinderungen werden der Schule oder dem Sprachheilverband auf jeweils 100 Schülerinnen und Schüler, die eine Privatschule besuchen, sechs Wochenlektionen zugesprochen.
Werden Stellvertretungsressourcen und Springer auch in der Schülerinnen- und Schülerpauschale erfasst?
Stellvertretungsressourcen sind nicht Teil der Ressourcenkontingente. Ressourcen für Stellvertretungen und Springer werden durch die Abwesenheitsmeldungen der zu vertretenden Lehrpersonen beantragt.
Planungsgrundlagen und Unterstützungsangebote für Schulen
Wie sehen die Unterstützungsleistungen für die Schulleitungen seitens des Departements BKS aus?
Das Departement BKS unterstützt die Schulen bei der Einführung der Neuen Ressourcierung Volksschule mit verschiedenen Angeboten: Mit Planungsinstrumenten, einem Manual mit Hinweisen zur Ressourcierung und Pensenplanung, mit kursorischer Weiterbildung für Schulleitungen, mit Austausch- und Weiterbildungsanlässen sowie mit Auskunft, Beratung und Begleitung. Detailliertere Angaben zu den Unterstützungsleistungen sind unter www.schulen-aargau.ch > Projekte > Neue Ressourcierung Volksschule > Planung & Unterstützung zu finden.
Was ist an Weiterbildungen geplant für neue, auch betriebswirtschaftlich geprägte Herausforderungen der Schulleitungen?
Die PH FHNW bietet im Auftrag des Kantons eine kursorische Weiterbildung für Schulleitungen zum Thema 'Wirkungsorientierte Ressourcensteuerung durch die Schulleitung: Aktive und wirksame Steuerung einer Schule – aus der Praxis für die Praxis' an. Dieses Angebot wird mehrfach durchgeführt. Für das Jahr 2020 sind weitere Angebote für Schulleitungen in Planung.
Ändert sich etwas in ALSA?
Ja. Die Ressourcenprozesse in ALSA werden vereinfacht, indem die meisten Ressourcenanträge wie zum Beispiel für die Grundausstattung und für den Lerngruppenunterricht wegfallen. Neu teilt das Departement BKS die Ressourcen in ALSA über Kontingente einerseits für den Kindergarten und für die Primarschule, andererseits für die Oberstufe zu. Die Schule kann zusätzliche Ressourcen aufgrund substanzieller Veränderungen oder im Härtefall über neue Prozesse in ALSA beantragen.
Schulen können sich über den Prozess Ressourcentransfer gegenseitig Ressourcen zuteilen. Bestimmte regionale und kantonale Angebote (regionale Integrationskurse, kantonale Angebote zur Begabtenförderung) werden über Leistungsvereinbarungen zwischen der Schule und dem Departement BKS geregelt und weiterhin in ALSA zu beantragen sein.
Der Instrumentalunterrricht/Ensemble wird unverändert in ALSA zu beantragen sein. Die Schulleitungsressourcen werden unverändert vom Departement BKS der Schule zugeteilt.
Wie werden Schulen in der Personalplanung unterstützt?
Das bisherige Personalplanungstool (PPT), welches die Verknüpfung der zur Verfügung stehenden Unterrichtslektionen, angestellten Lehrpersonen und zu bildenden Abteilungen ermöglicht, wird künftig durch eine Personalplanungsfunktion ersetzt, welche in das System 'Administration Lehrpersonen Schule Aargau' (ALSA) integriert ist. Weitere Informationen sind im Schulportal unter www.schulen-aargau.ch > Projekte > Neue Ressourcierung Volksschule > Planung & Unterstützung zu finden.
Berechnung des Ressourcenkontingents
Basierend auf welcher Schülerinnen- und Schülerzahl wird die Höhe des Ressourcenkontingents berechnet?
Mit Stichtag 15. September melden die Schulen ihre Schülerinnen- und Schülerzahlen des laufenden Schuljahrs Statistik Aargau. Auf der Basis der Schülerinnen- und Schülerpauschalen und der gemeldeten Schülerinnen- und Schülerzahlen berechnet das Departement BKS die Ressourcenkontingente der Schulen für das kommende Schuljahr.
Die Verwendung von Schülerinnen- und Schülerzahlen aus der Vergangenheit ermöglicht Planungssicherheit beim Ressourceneinsatz. Wenn die Schülerinnen- und Schülerzahl gegenüber dem Stichtag des Vorjahrs um über 5 % ansteigt, können zusätzliche Ressourcen beantragt werden.
Wie sind die Schülerinnen- und Schülerzahlen zu übermitteln?
Die Schülerinnen- und Schülerzahlen sind per Stichtag 15. September aufgrund der Schulstatistikerhebung über das Modul 'LehrerOffice Zusatz' Statistik Aargau zu melden.
Wann kann eine Schule Ressourcen aufgrund substanzieller Veränderungen beantragen?
Erhöht sich die Schülerinnen- und Schülerzahl im Kindergarten und in der Primarschule oder auf der Oberstufe gegenüber den für die Berechnung relevanten statistischen Werten des Vorjahrs um mehr als 5 % der Ressourcenkontingente, mindestens aber um fünf Schülerinnen und Schüler, teilt das Departement BKS dem betroffenen Schulträger auf Gesuch diesbezüglich zusätzliche Ressourcen zu. Die Ressourcen sind über einen neuen Prozess in ALSA zu beantragen.
Bis wann kann ein Gesuch aufgrund substanzieller Veränderung der Schülerinnen- und Schülerzahlen eingereicht werden?
Es kann nur auf Gesuche eingetreten werden, die im Rahmen der Schuljahresplanung zwischen dem 1. März und dem 31. Mai beim Departement BKS mit plausibler Begründung eingereicht worden sind.
Ressourcenzuteilung, -übertrag und -transfer
Zu welchem Zeitpunkt wissen Schulen, wie viele Ressourcen sie erhalten werden?
Die Ressourcenkontingente werden den Schulen jeweils im Februar zugewiesen.
Warum erhalten einige Schulen mit der neuen Ressourcierung mehr bzw. weniger Lektionen als bisher?
Bisher erfolgte die Ressourcierung mittels verschiedener Anträge. Neu löst jede Schülerin und jeder Schüler eine Pauschale aus. Werden alle Schülerinnen- und Schülerpauschalen aufsummiert, ergibt sich das Ressourcenkontingent einer Schule. Die Zuteilung der Ressourcen basiert auf objektiven, statistischen Daten zu den lokalen Rahmenbedingungen, die von den Schulen nicht direkt beeinflussbar sind. Dies führt teilweise zu Veränderungen der Ressourcenmenge.
Wie viele Ressourcen darf eine Schule in das nächste Schuljahr übertragen?
Nicht genutzte Ressourcen werden den neuen Ressourcenkontingenten des folgenden Schuljahrs hinzugefügt. Die Grenze liegt bei 5 % der zugeteilten Ressourcenkontingente des abgeschlossenen Schuljahrs ohne Übertrag, Ressourcentransfers und Härtefallressourcen.
Kleine Schulen mit einem Ressourcenkontingent von 120 Wochenlektionen oder weniger dürfen maximal sechs Wochenlektionen der nicht genutzten Ressourcen übertragen.
Wie lange bleibt die Reserve aus dem Übertrag bestehen? Werden die Ressourcen, die eine Schule nicht ausschöpfen kann, an anderen Schulen eingesetzt?
Die übertragenen Ressourcen fliessen in das Ressourcenkontingent des folgenden Schuljahrs und sind dann nicht mehr als Übertrag erkennbar. Können aufgrund der Beschränkung einzelne Ressourcen nicht übertragen werden, verfallen diese. Sie werden nicht an andere Schulen transferiert.
Wie werden die Ressourcen ins darauffolgende Schuljahr übertragen?
Die Ressourcen werden durch das Departement BKS übertragen.
Wie erfolgt die Ressourcenzuteilung, wenn der Sprachheilunterricht in Gemeindeverbänden organisiert ist?
Die Ressourcen für den Sprachheilunterricht sind im Ressourcenkontingent Kindergarten/Primarschule jeder Schule enthalten. Die an einem Sprachheilverband beteiligten Schulen leiten die erforderlichen Ressourcen mittels Ressourcentransfer an den Verband weiter. Gestützt auf § 22 Ressourcenverordnung (neu) können die bestehenden Sprachheilverbände im Einverständnis mit den angeschlossenen Gemeinden bis zum 31. Dezember 2019 beantragen, dass ihnen die Ressourcen für den Sprachheilunterricht bis zur Anpassung ihrer Satzungen, maximal während einer Übergangsfrist von vier Jahren (gerechnet ab 1.1.2020) nach bisherigem Recht zugeteilt werden.
Wie viele Ressourcen können einer anderen Schule transferiert werden?
Die Menge der zu transferierenden Ressourcen ist nicht beschränkt. Die transferierten Ressourcen sind für pädagogische Leistungen einzusetzen. Für einen Ressourcentransfer aus anderen Gründen gibt es keine Rechtsgrundlage. Zur Höhe des Ressourcentransfers in Standardfällen (Einschulungs- und Kleinklasse, Werkjahr, Berufswahljahr, Integrations- und Berufsfindungsklasse) wird das Departement BKS im September 2019 Empfehlungen formulieren.
Ressourceneinsatz und Gestaltungsraum
Was muss beim Einsatz von Ressourcen beachtet werden?
Auf der Grundlage der kommunizierten Ressourcenkontingente planen die Schulleitungen das kommende Schuljahr. Zunächst werden Abteilungen gebildet und diesen die Pflichtlektionen gemäss Stundentafeln zugewiesen. Hierbei gibt es keinen Spielraum, denn die Stundentafeln gemäss dem Aargauer Lehrplan Volksschule sind verbindlich.
Nach der Verteilung der Pflichtlektionen gemäss Stundentafeln bleiben Ressourcen übrig. Um diese wirkungsvoll einsetzen zu können, müssen u. a. allfälliger besonderer Bedarf der Abteilungen und besondere schulische Bedürfnisse bekannt sein. Zu diesem Zweck erheben die Schulleitungen den besonderen Förderbedarf bei den Lehr- und Fachpersonen.
Auf der Grundlage der Ergebnisse werden die restlichen Ressourcen zugewiesen. Dabei ist auch zu bedenken, welche Person in welcher Funktion wofür eingesetzt wird, das heisst die Wertigkeit der Lektionen ist zu berücksichtigen.
Der Prozess des Ressourceneinsatzes ist im Manual detailliert beschrieben. Das Manual ist im Schulportal unter www.schulen-aargau.ch > Projekte > Neue Ressourcierung Volksschule > Planung & Unterstützung zu finden.
Wo entsteht Gestaltungsraum für die Schulen?
Wie bisher muss die Schulführung zusammen mit den Lehrpersonen dafür besorgt sein, dass die rechtlichen Vorgaben berücksichtigt, sämtlicher Unterricht nach Lehrplan erteilt und die Bildungsrechte aller Kinder und Jugendlichen erfüllt werden. Gestaltungsraum ergibt sich insbesondere bei der Schul- und Unterrichtsorganisation, der Ausgestaltung und Dotation der ergänzenden Förderangebote und beim Einsatz von Lehrpersonen, Fachpersonen und Assistenzen.
Vergrösserter Gestaltungsraum führt auch zu mehr Verantwortung. Die Schulführung ist gefordert, zusammen mit den Lehrpersonen zu klären und mit Leitlinien festzulegen, wie an der Schule die Partizipationsformen ausgestaltet und die Ressourcen eingesetzt werden und wie die Förderung aller Schülerinnen und Schüler, auch jener mit besonderen Bedürfnissen, gewährleistet wird.
Welche Flexibilität beim Ressourceneinsatz hat eine Schule im Laufe des Schuljahrs?
Die pauschale Ressourcierung gibt der Schule mehr Freiheit in der Verwendung der Ressourcen. Die Schule bestimmt unter Berücksichtigung der rechtlichen Vorgaben, wie viele Ressourcen wo und wie eingesetzt werden. Dabei stehen die maximale pädagogische Wirkung der Ressourcen sowie die Wahrung der Bildungsrechte aller Schülerinnen und Schüler im Fokus. Leitend sind insbesondere die Stundentafeln und die Bildungsbedürfnisse der Kinder und Jugendlichen. Ressourcen können zurückbehalten und unterjährig eingesetzt werden. Sie werden dabei anteilsmässig (gemessen an der Einsatzdauer) vom Ressourcenkontingent abgebucht.
Können Ressourcen aus dem Kontingent 'Kindergarten/Primarschule' im Kontingent 'Oberstufe' eingesetzt werden?
Nein. Ressourcen aus dem Kontingent 'Kindergarten/Primarschule' können nicht in das Kontingent 'Oberstufe' verschoben werden und umgekehrt.
Können beliebig viele Lektionen für Heilpädagogik oder Logopädie eingesetzt werden?
Die bisherigen Mengenvorgaben entfallen. Neu richten sich die Ressourcen für Heilpädagogik und Logopädie nach dem lokalen Bedarf. Gestützt auf § 15 Abs. 2 und 5 und § 29 Abs. 2 Schulgesetz sind für Kinder und Jugendliche, die das benötigen, zwingend heilpädagogische Unterstützung und Sprachheilunterricht anzubieten. Der Verzicht auf diese Unterstützung ist nicht rechtmässig.
Wie geht eine Schule vor, wenn sie Einschulungs- und Kleinklassen einführt, aber das Ressourcenkontingent dafür nicht ausreicht?
Eine Schule, welche Schülerinnen und Schülern von anderen Schulen pädagogische Leistungen anbietet, kann die dazu notwendigen Ressourcen des jeweiligen Kontingents von diesen Schulen auf das eigene Ressourcenkontigent transferieren lassen. Die Menge der zu transferierenden Ressourcen ist zwischen den beteiligten Schulen zu vereinbaren. Ist die Förderung in Einschulungs- und Kleinklassen nicht möglich, sucht die Schule nach geeigneten anderen Fördersettings.
Wie gross oder klein darf eine Abteilung sein?
Am Kindergarten, in der Primarschule, an der Bezirks- und Sekundarschule gilt die Höchstschülerzahl von 25 Schülerinnen und Schülern pro Abteilung, an der Realschule von 22 Schülerinnen und Schülern. Diese Höchstschülerzahlen dürfen grundsätzlich nicht auf Dauer überschritten werden. Ausnahmen von diesem Grundsatz werden in der Ressourcenverordnung benannt: Aus wichtigen Gründen und – mit dem Einverständnis der betroffenen Lehrpersonen – bei einer Zusammenlegung von Abteilungen in einzelnen Fächern oder für einen Teil der Lektionen dürfen die genannten Höchstschülerzahlen auch längerfristig überschritten werden. Mindestschülerzahlen für Abteilungen und Lerngruppen werden nicht mehr vorgeschrieben. Auch die Höchstschülerzahlen für Einschulungs- und Kleinklassen sind aufgehoben.
Gibt es weiterhin verbindlichen Halbklassenunterricht?
Nein. Die kantonalen Bestimmungen zur Teilung einer Klasse sind aufgehoben. Zu beachten sind jedoch räumliche Gegebenheiten (z.B. Anzahl Arbeitsplätze) und Sicherheitsbestimmungen (z.B. im Umgang mit Maschinen).
Werden weiterhin zusätzliche Sportlektionen bewilligt, wenn bei der Bildung gleichgeschlechtlicher Sportabteilungen die Höchstschülerzahlen überschritten werden?
Die bis anhin auf Anfrage beantragten zusätzlichen Ressourcen für übergrosse Sportabteilungen sind ab Schuljahr 2020/21 Teil des Ressourcenkontingents.
Wie wird der Förder- und weiterer Bedarf an der Schule erhoben?
Die Art der Erhebung des Förderbedarfs ist von der Schulgrösse und von der Schulkultur abhängig. Von den Versuchsschulen wurden u. a. folgende Verfahren eingesetzt:
- Einzelgespräche zwischen der Schulleitung und Lehr- sowie Fachpersonen
- E-Mailumfrage bei den Lehr- und Fachpersonen
- Fragebogen oder Meldeformular, von den Klassenlehrpersonen allein und/oder von Klassenlehrpersonen und Förderlehrpersonen gemeinsam ausgefüllt
- Sitzung der Schulleitung mit Klassenlehrpersonen und/oder SHP, Logopädinnen und Logopäden sowie weiteren Förderlehrpersonen
Wie wird der Bedarf an Förderung der Schülerinnen und Schüler mit Deutsch als Zweitsprache erfasst?
Bei Schülerinnen und Schülern, die während der Schulzeit neu aus einem fremdsprachigen Gebiet zuziehen, ist der Bedarf an spezieller Förderung zum Erwerb von Deutsch als Zweitsprache selbstverständlich. Für Schülerinnen und Schüler, die bereits einige Zeit hier zur Schule gegangen sind und über Grundkompetenzen in Deutsch verfügen, stehen als Ergänzung zur Einschätzung der Lehrpersonen spezifisch für den DaZ-Bereich entwickelte Instrumente zur Erfassung des Sprachstands in der Schulsprache Deutsch zur Verfügung ('sprachgewandt Kindergarten und 1. Klasse'; 'sprachgewandt 2. bis 9. Klasse'; zu beziehen beim Lehrmittelverlag des Kantons Zürich). Vor dem Kindergarteneintritt empfiehlt es sich, bei den Eltern die in der Familie hauptsächlich gesprochene(n) Sprache(n) und die bisherigen Deutschkontakte des Kindes (Betreuung, Spielgruppe u.ä.) zu erfragen.
Wie wird der Bedarf an Förderung der Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten oder Behinderungen erfasst?
Für die Erfassung des besonderen Förderbedarfs sind die Förderdiagnostik der schulischen Heilpädagoginnen und -pädagogen (SHP) und/oder der Logopädinnen und Logopäden, bei Verdacht auf Behinderungen oder erhebliche Beeinträchtigungen das standardisierte Abklärungsverfahren (SAV) durch den SPD sowie Expertenrunden mit Fachpersonen des SPD bewährte Instrumente.
Wie werden die Ressourcen für den besonderen Bedarf zugeteilt?
Wurde bei Schülerinnen und Schülern besonderer Förderbedarf festgestellt, eröffnet das neue Ressourcierungsmodell Möglichkeiten, Synergien zu nutzen und unterschiedliche Fördersettings zu erproben und einzusetzen. Die Förderung im Einzelsetting ist dabei eine von mehreren Varianten. Bei den Überlegungen zur Umsetzung bezieht die Schulleitung auch die ausführende Personalfunktion mit ein, das heisst die Wertigkeit der Lektionen. Besteht Bedarf nach Sprachheilunterricht und an der Schule ist keine entsprechende Fachperson angestellt, können die entsprechenden Ressourcen an eine benachbarte Schule mit Sprachheilunterricht transferiert werden.
Wie können Wahlfächer regional angeboten werden?
Schulen können das Wahlfachangebot gemeinsam planen und aufeinander abstimmen. Möglicherweise wird dadurch die Angebotspalette erweitert und die Angebote werden besser ausgelastet. Möglich sind auch einseitige Vereinbarungen, indem beispielsweise Latein nur an einer von zwei Bezirksschulen angeboten wird. Die Schulen klären untereinander, ob die pädagogischen Leistungen gegenseitig mittels Ressourcentransfer abgegolten werden oder ob darauf verzichtet wird, weil die beteiligten Schulen in vergleichbarem Umfang Leistungen füreinander erbringen.
Wie funktioniert die Pensenkontrolle mit der neuen Ressourcierung?
Wie bisher liefert die Pensenkontrolle eine Gegenüberstellung der Ressourcen in den zugeteilten Ressourcenkontingenten und den tatsächlich in den entsprechenden Ressourcenkontingenten gemeldeten Pensen.
Die Pensenkontrolle bei Ressourcen ausserhalb der Ressourcenkontingente (Schulleitung, Instrumentalunterricht/Ensemble, kantonale Angebote zur Begabtenförderung, regionale Integrationskurse) erfolgt separat.
Wie geht eine Schule vor, wenn sie während des Schuljahrs keine Ressourcen mehr zur Verfügung hat?
In einem ersten Schritt prüft die Schule, ob und wie sie den Ressourcenengpass selber lösen kann. Steigt die Schülerinnen- und Schülerzahl im Vergleich zum Stichtag 15. September des Vorjahres um mehr als 5 %, mindestens aber um fünf Kinder oder Jugendliche (substanzielle Veränderung), kann die Schulleitung im Rahmen der Schuljahresplanung vom 1. März bis zum 31. Mai zusätzliche Ressourcen für das darauffolgende Schuljahr beantragen. Ausserhalb dieses Zeitraums besteht die Möglichkeit, zusätzliche Ressourcen über ein Härtefallgesuch zu beantragen.
Wann kann eine Schule Härtefallressourcen beantragen?
Kurzfristige Schwankungen bei besonderem Bedarf oder bei unvorhergesehenen Ereignissen, die von aussen oder durch besondere interne Konstellationen verursacht sind, können vorübergehend zu einer übermässigen Beanspruchung der zugeteilten Ressourcen führen. Hat die Schule alle Möglichkeiten zum Ressourceneinsatz ausgeschöpft, kann sie einen Antrag für Härtefallressourcen stellen. Jeder Antrag wird durch das Departement BKS einzeln geprüft.
Ist eine Schule dazu verpflichtet, Reserven zu bilden, um auf unvorhergesehene Ereignisse vorbereitet zu sein?
Nein, es wird empfohlen, nicht aber vorgeschrieben, Reserven zu bilden. Grundsätzlich gilt, dass nur eingesetzte Ressourcen eine Wirkung entfalten können.
Erfahrungen aus dem Schulversuch zeigen, dass es sinnvoll sein kann, einen Teil der Ressourcen nicht zu verplanen, sondern als Reserve zu behalten, damit der Bedarf von sehr anspruchsvollen Klassensituationen oder von unterjährigem Zuzug mehrerer Schülerinnen und Schüler mit besonderen schulischen Bedürfnissen rasch und unkompliziert gedeckt werden kann. Auf vorübergehenden besonderen Bedarf kann aber auch mit bereits eingesetzten Ressourcen reagiert werden. So können Lehrpersonen mit flexiblem pädagogischem Auftrag eingesetzt werden: Im ersten Semester beispielsweise Teamteaching, im zweiten Semester Deutschförderung für Fremdsprachige. Die pauschale Ressourcenzuteilung erleichtert den Schulen den Umgang mit kurzfristigen Schwankungen bei besonderem Bedarf.
Unvorhergesehene Ereignisse können jedoch vorübergehend zu einer übermässigen Beanspruchung der zugeteilten und bereits vollständig verplanten Ressourcen führen. In solchen Fällen können Schulleitungen Anträge für Härtefallressourcen stellen. Reserven werden bei der Prüfung der Anträge beachtet, aber nicht vorausgesetzt.
Können VM-Lektionen vom Vorjahr in das Schuljahr mit der neuen Ressourcierung übertragen werden?
Lektionen aus dem Kontingent der VM-Pauschalen können im Umfang von bis zu 6 Lektionen auch auf das Schuljahr 2020/21 übertragen werden. Das geschieht via Pensenkontrolle in ALSA. Ab Schuljahr 2020/21 gilt die neue Regelung (§ 17 Ressourcenverordnung [neu]).
Steuerung, Qualität und Partizipation
Wer steuert den Prozess des Ressourceneinsatzes?
Operative Prozesse wie jener der Ressourcierung und jährlichen Pensenplanung werden durch die Schulleitungen gesteuert. Schulleitungen sind dabei auf vorgelagerte Prozesse angewiesen, die in der Verantwortung der Schulpflegen liegen. Schulpflegen treffen gemäss § 8 (geändert) der Verordnung zur geleiteten Schule Massnahmen zur Festlegung von Leitlinien zum Ressourceneinsatz. Ob diese Leitlinien top down oder bottom up erarbeitet werden, hängt stark vom Entwicklungsstand der Schulen und der Art und Weise der Zusammenarbeit zwischen Schulleitung und Schulpflege vor Ort ab.
Lehrpersonen sind in sie betreffende Prozesse einzubeziehen und bei sie betreffenden Themen anzuhören.
Inwiefern ändert sich der Berufsauftrag der Schulleitungen?
Der Berufsauftrag der Schulleitungen bleibt unverändert. Durch den vergrösserten Gestaltungsraum und die damit verbundene erhöhte Verantwortung wird die Begründung des Ressourceneinsatzes im Hinblick auf die angestrebte pädagogische Wirkung künftig vermehrt im Fokus stehen. Die Aufgaben der Schulleitungen werden sich von eher administrativen Aufgaben (etwa Ressourcenbeantragung) zu eher koordinativen und kommunikativen Aufgaben verschieben. Von den Schulleitungen im Schulversuch wurden folgende Akzentuierungen bei den Aufgaben genannt:
- Rechtfertigungsanspruch gegenüber Lehrpersonen und Eltern bzw. Erziehungsberechtigten hinsichtlich Ressourceneinsatz
- Bedarf zur Einbindung der Lehrpersonen
- Überblick über den Ressourceneinsatz
- Umgang mit unterjährigen Ereignissen
- Nachvollziehbarkeit des Ressourceneinsatzes bei Wechsel der Schulleitung
Inwiefern kommt auf die Schulen eine pädagogische Auseinandersetzung zum Thema Inklusion zu und wie werden die Schulen dabei unterstützt?
Der erweiterte Gestaltungsraum und die erweiterte Verantwortung beim Ressourceneinsatz bedingen, dass alle Schulen Leitlinien bezüglich der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Bedürfnissen festlegen müssen.
Dies kann möglicherweise eine pädagogische Auseinandersetzung zu Haltungen und Werten in Gang bringen. Wie in allen pädagogischen Fragestellungen kann auch hier die Beratung der Schul- und Weiterbildungscoaches der PH FHNW in Anspruch genommen werden.
Wer verantwortet künftig die 'Leitlinien', wie an der Schule die Partizipationsformen ausgestaltet sind und die Ressourcen eingesetzt werden?
Die Schulpflege legt in Absprache mit der Schulleitung die Leitlinien zum Ressourceneinsatz fest und klärt die Ausgestaltung der Partizipationsformen der Lehrpersonen. Die Schulleitung setzt die Vorgaben zusammen mit den Lehr- und Fachpersonen um.
Wie sind Lehrpersonen bei der Verteilung der Ressourcen einzubeziehen?
Lehrpersonen sind in sie betreffende Prozesse einzubeziehen und bei sie betreffenden Themen anzuhören. Da die Schule über mehr Gestaltungsraum beim Einsatz der Ressourcen verfügt, ist eine erhöhte Koordination und Kommunikation zwischen der Schulleitung und den Lehrpersonen erforderlich. Wie bisher erheben die Schulleitungen die Pensenwünsche und weitere schulbezogene Anliegen der Lehr- und Fachpersonen mit den an der Schule üblichen Verfahren. Auch die individuellen Förder- und weitere Bedarfe der Schülerinnen und Schüler bzw. der Abteilungen werden direkt bei den Lehr- und Fachpersonen erhoben. Die Gewichtung der erfragten Anliegen und Bedarfe sowie die eigentliche Verteilung der Ressourcen liegt in der Verantwortung der Schulleitungen.
Wie geht die Schule damit um, wenn Eltern bzw. Erziehungsberechtigte Ansprüche an die Ausgestaltung der Förderangebote stellen?
Die Bildungsrechte aller Kinder und Jugendlicher sind einzuhalten. Dies umfasst auch die Förderung der Schülerinnen und Schüler mit besonderen Bedürfnissen. Dabei steht eine angemessene Förderung im Zentrum. Ein Anspruch auf den Umfang und die genaue Art der Förderung besteht nicht. Die Schulführung legt in Zusammenarbeit mit den Lehr- und Fachpersonen die Ausgestaltung der Förderangebote fest. Eine gute Kommunikation an die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten ist eine wichtige Gelingensbedingung.
Wie werden die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten informiert?
Die Information der Eltern bzw. Erziehungsberechtigten über die lokale Umsetzung des neuen Ressourcierungsmodells ist Sache der Schulführung vor Ort. Sie ist mit den Gegebenheiten in der Gemeinde vertraut und kann die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten am besten darüber informieren, wie mit den lokalen Besonderheiten unter den Bedingungen der neuen Ressourcierung umgegangen wird.
Das Departement BKS stellt auf dem Schulportal vier Erklärvideos zu verschiedenen Aspekten der Neuen Ressourcierung Volksschule zur Verfügung. Diese Videos eignen sich, um beispielsweise im Rahmen eines Elternabends die Eckwerte des neuen Ressourcierungsmodells zu vermitteln und darauf aufbauend den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten die lokale Umsetzung zu erläutern.
Welche Instrumente zur Wirkungsanalyse werden den Schulen zur Verfügung gestellt?
Im Rahmen des Planungsprozesses zur Verteilung der Ressourcen gewinnt das Thema der Wirkungsüberprüfung an Bedeutung. So stellt sich die Frage, ob mit der Art des Ressourceneinsatzes die beabsichtigte Wirkung erzielt werden konnte. Dabei ist es sinnvoll, auf ausgewählte Aspekte u.a. im Spannungsfeld Effizienz, Effektivität und Chancengerechtigkeit zu fokussieren, so zum Beispiel auf die Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Bedürfnissen (Kinder mit einer Behinderung, Kinder mit anderer Erstsprache als Deutsch, Begabte). Die Wirkung auf individueller Ebene im Sinne von Lernerfolg und Leistungsentwicklung lässt sich mit Instrumenten wie den Checks und der Aufgabensammlung Mindsteps erfassen. Auf die Wirkung auf Systemebene zielen beispielsweise die thematischen Orientierungsraster zur Schulentwicklung und Schulevaluation. Unter Einbezug der Lehr- und Fachpersonen wird die angestrebte und erzielte Wirkung unter Verwendung dieser Instrumente verglichen. Daneben können Rückmeldungen zur Zufriedenheit der Lehrpersonen, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler eingeholt werden, wie es im Rahmen des schulinternen Qualitätsmanagements stattfindet.
Wie beeinflussen sich die neue Ressourcierung und der neue Aargauer Lehrplan?
Die Stundentafeln des Lehrplans sind verbindlich und stellen demzufolge Vorgaben für den Einsatz von Ressourcen dar. In den Stundentafeln wird die Unterrichtszeit der Schülerinnen und Schüler in Anzahl Lektionen abgebildet.
Die gestaffelte Einführung des Aargauer Lehrplans Volksschule (Kindergarten, Primarschule und 1. Klassen der Oberstufe im Schuljahr 2020/21, 2. Klassen der Oberstufe im Schuljahr 2021/22 und 3. Klassen der Oberstufe im Schuljahr 2022/23) erhöht aufgrund der Gleichzeitigkeit von bisherigem und neuem Lehrplan die Komplexität des Ressourceneinsatzes insbesondere an der Oberstufe.
Anstellungen und Verträge
Hat die neue Ressourcierung einen Einfluss auf das Pensum der Lehrpersonen?
Die Überführung des bisherigen ins neue Ressourcierungssystem hat zur Folge, dass sich die Ressourcenkontingente der Schulen teilweise verändern: Je ein Drittel der Schulen wird über ein vergrössertes, gleichbleibendes oder verkleinertes Ressourcenkontingent verfügen. Die Veränderung der Ressourcenmenge bedeutet eine Veränderung der Pensen der Lehrpersonen. Zudem können Schulen im Rahmen ihres Gestaltungsraums Verschiebungen beim Einsatz von Lehr-, Fach- und Assistenzpersonen vornehmen. Dabei ist zu beachten, dass Verträge mit Lehrpersonen einzuhalten sind und nur unter Berücksichtigung der rechtlichen Bestimmungen geändert werden können.
Welche Instrumente werden den Schulleitungen im Hinblick auf die Änderungen der Verträge von Lehrpersonen zur Verfügung gestellt?
Pensenänderungen sind jeweils nur im gegenseitigen Einverständnis möglich. Bestandteile des Vertrags sind jeweils der Beschäftigungsgrad (effektive Arbeitszeit) und das Gehalt. Die Anzahl der effektiv zugeteilten Lektionen, die Art der Lektionen und die Abteilungen hingegen können verändert werden. Vorbehalten sind Vertragsänderungen oder Vertragsauflösungen aus organisatorischen Gründen, insbesondere Reorganisationen aufgrund kleinerer Ressourcenkontingente oder veränderter Organisation der Förderangebote. Massgeblich sind dabei die Leitlinien der Schulpflege zum Ressourceneinsatz sowie der Kriterienkatalog und das Anforderungsprofil für Lehrpersonen der betreffenden Schule (→ Handreichung Personalführung). Für den Planungsprozess steht ab Sommer 2019 das Modul 'Personalplanung' in ALSA zur Verfügung.
Welche Anteile der Schülerinnen- und Schülerpauschale werden vom Kanton und welche von den Gemeinden getragen?
Die Schülerinnen- und Schülerpauschale setzt sich aus einer Standardkomponente und bis zu zwei Zusatzkomponenten zusammen. Die Lastenaufteilung zwischen Gemeinden und Kanton orientiert sich an den bisherigen Regelungen. Die Gemeinden beteiligen sich mit 35 % an den Ressourcen der Standardkomponente (Regelunterricht). Ressourcen der Zusatzkomponente 1, welche sozialstruktur- und sprachbezogenen Zusatzbedarf ausgleichen, werden vollumfänglich vom Kanton getragen. An Ressourcen der Zusatzkomponente 2 zu strukturellen Faktoren beteiligen sich die Gemeinden mit 35 %.
Wer übernimmt die Kosten, wenn mehr Ressourcen eingesetzt wurden, als vom Kanton zugeteilt?
Die Kosten für über das gesprochene Ressourcenkontingent hinausgehend eingesetzte Ressourcen gehen vollumfänglich zu Lasten der Gemeinde.
Ist es den Gemeinden mit dem neuen Ressourcierungsmodell weiterhin erlaubt, die Schulen finanziell mit zusätzlichen Lektionen, beispielsweise für den Halbklassenunterricht, zu unterstützen?
Wie bisher ist es den Gemeinden auch künftig nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt, Angebote an der Volksschule finanziell zu unterstützen. Kommunal finanzierte Angebote sind an folgende Bedingungen geknüpft:
- Die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler ist freiwillig.
- Die Leistungen in den zusätzlichen Angeboten dürfen nicht promotionsrelevant sein; es erfolgt keine Benotung im Zeugnis.
- Die Gemeindeangebote führen nicht zu einer Erweiterung des Berufsauftrags der Lehrpersonen; es besteht für die Lehrperson keine Verpflichtung, zusätzlich zu ihrem Pensum an der Volksschule Unterricht in einem Gemeindeangebot zu erteilen.
- Es erfolgt keine zusätzliche Entlöhnung der Lehrpersonen durch den Kanton (d.h. die Entlöhnung der Gemeinde darf nicht eine verkappte Ortszulage werden).
- Für die kommunalen Angebote gibt es keine zusätzlichen Ressourcen durch den Kanton.
- Für die kommunal finanzierten Angebote existieren kommunale Rechtsgrundlagen. Die kommunale Finanzierung von Halbklassenunterricht ist nicht erlaubt, da die oben genannten Bedingungen nicht erfüllt sind. Die Finanzierung von Blockzeiten im Sinne schul- und familienergänzender Betreuung (gemäss Kinderbetreuungsgesetz KiBeG, SAR 815.300) ist hingegen möglich.
Was ändert sich bei der Verrechnung von Schulgeldern?
Schulgeldberechnungen enthalten keinen Lohnanteil mehr. Dieser wird den politischen Wohngemeinden der Schülerinnen und Schüler durch das Departement BKS direkt in Rechnung gestellt. Er darf somit auch nicht an andere Gemeinden weiterverrechnet werden. Während der Umstellung sollten die Gemeinden darauf achten, dass die Schulgeldverrechnungen nicht fälschlicherweise Lohnanteile enthalten. Ausgenommen von der Neuerung sind die Lohnanteile der Schulleitungen und des Instumentalunterrichts, hier wird die bisherige Praxis weitergeführt.