Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ+89,+162
Timestamp: 2018-12-10 01:06:44
Document Index: 235564430

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 54', '§ 54', 'BGH', '§ 14', '§ 13', '§ 88', '§ 76', '§ 311', 'BGH', 'BGH', '§ 51', 'BGH', 'BGH']

Wird die Kommanditgesellschaft in der Rechtsform einer GmbH & Co. KG geführt, die nur einen Komplementär hat, genügt für die Begründung der Abhängigkeit die mehrheitliche Beteiligung an der Komplementär GmbH (BGH 5. Dezember 1983 - II ZR 242/82 - BGHZ 89, 162, zu II 2 der Gründe; BAG 22. November 1995 - 7 ABR 9/95 - AP BetrVG 1972 § 54 Nr. 7 = EzA BetrVG 1972 § 54 Nr. 5, zu B II 1 b der Gründe).
Nach Auffassung des Senats dürfte das im GmbH-Recht aufgrund der Treuepflicht anerkannte Wettbewerbsverbot des Mehrheitsgesellschafters (vgl. BGHZ 89, 162, 166;… H.Winter/Seibt in Scholz, GmbHG, § 14 Rn. 59;… Hueck-Fastrich in Baumbach-Hueck, GmbHG, § 13 GmbHG Rn. 34) nicht auf die Aktiengesellschaft übertragbar sein, weil der Vorstand der AG (der nach § 88 AktG einem Wettbewerbsverbot unterliegt) gegenüber der Hauptversammlung nicht weisungsgebunden ist (§ 76 Abs. 1 AktG) und nicht von dieser, sondern vom Aufsichtsrat überwacht wird (…zu weiteren Gesichtspunkten Kropff in Münchener Kommentar, AktG, vor § 311 Rn. 65 ff.).
Nach einem Urteil des II. Zivilsenats des Bundesgerichtshofes droht einem Unternehmen die Gefahr, von innen her ausgehöhlt zu werden, auch von einem die Gesellschaft beherrschenden Mehrheitsgesellschafter, wenn dieser außerhalb der Gesellschaft in derselben Branche unternehmerisch tätig wird (BGHZ 89, 162, 166) [BGH 05.12.1983 - II ZR 242/82].
Hinzu kommt, daß der maßgebliche Einfluß auf die Geschäftsführung es dem Gesellschafter ermöglicht, gesellschaftsinterne Informationen zu erlangen und zu Lasten der Gesellschaft auszubeuten, die ihm als Gesellschafter nach § 51 a Abs. 2 GmbHG aus Gründen des Wettbewerbs vorenthalten werden könnten (vgl. BGHZ 89, 162, 166) [BGH 05.12.1983 - II ZR 242/82].