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Timestamp: 2019-06-19 21:14:47
Document Index: 117299938

Matched Legal Cases: ['§ 39', '§ 37', '§ 132', '§39', '§ 37', '§ 132', '§ 27', '§ 1']

LANDTAG DES SAARLANDES 15. Wahlperiode Drucksache 15/500 (15/332) 27.05.2013 ANTWORT zu der Anfrage der Abgeordneten Dr. Simone Peter (B90/Grüne) b...
Drucksache 15/500 (15/332) 27.05.2013
ANTWORT zu der Anfrage der Abgeordneten Dr. Simone Peter (B90/Grüne)
betr.: Situation der Hospiz- und Palliativversorgung im Saarland
„Palliativmedizin ist nach den Definitionen der Weltgesundheitsorganisation und der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin „die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer voranschreitenden, weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung zu der Zeit, in der die Erkrankung nicht mehr auf eine kurative Behandlung anspricht und die Beherrschung von Schmerzen, anderen Krankheitsbeschwerden, psychologischen, sozialen und spirituellen Problemen höchste Priorität besitzt“. Die Möglichkeiten und Chancen einer palliativmedizinischen Betreuung erhalten in der saarländischen Bevölkerung eine zunehmende Aufmerksamkeit. Eine wesentliche Ursache hierfür könnte in der medialen Berichterstattung über dieses Thema liegen (SZ-Bericht über Merziger Palliativstation vom 7. Januar 2013). Darüber hinaus sind viele Menschen in ihrem privaten oder beruflichen Umfeld mit palliativmedizinischen Angeboten konfrontiert. Vielerorts werden Fragen rund um die Ausweitung und Optimierung bestehender Angebote der Versorgung in Palliativstationen oder Hospizen, nach vertiefender Information der Angehörigen sowie nach der Unterstützung von öffentlichen Stellen aufgeworfen.“
Ausgegeben: 27.05.2013
Drucksache 15/500 (15/332)
Vorbemerkung der Landesregierung: Die saarländische Landesregierung räumt der Hospiz- und Palliativversorgung der saarländischen Bevölkerung einen hohen Stellenwert ein. Im Koalitionsvertrag für die 15. Legislaturperiode hat die Landesregierung bereits ihren Willen zur Förderung und Weiterentwicklung bekundet. Dabei lässt sich die Landesregierung von der Überzeugung leiten, dass die würdevolle Begleitung des letzten Lebensabschnittes in entsprechenden Versorgungsstrukturen mit Fortschreiten der demographischen Entwicklung weiter an Bedeutung gewinnen wird. Sie sieht sich in dieser Annahme auch durch die Ergebnisse des Landessenioren-planes - Dritter Teil „Ältere Menschen im Saarland“bestätigt. Seit den späten 1960er Jahren bezeichnet der Begriff Hospiz Konzepte zur umfassenden medizinisch-pflegerischen Betreuung Schwerstkranker und Sterben-der. Dabei muss eine ganzheitliche Begleitung von Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt immer auch den mitmenschlichen Beistand umfassen. Neben den körperlichen und sozialen ist gerade den seelischen und spirituellen Bezügen des Sterbenden ein besonderer Stellenwert einzuräumen. Ganzheitlich bedeutet aber auch, dass mit Hilfe der Medizin symptomatische Beschwerden, die sich aus einer nicht mehr heilbaren Grunderkrankung ergeben, gezielt und effizient therapiert werden. Die Fähigkeit zum selbstbestimmten Handeln eines Menschen wird so weitestgehend aufrechterhalten. Die Angebote richten sich dabei immer auch an die Angehörigen. Die Dienste und Angebote der Hospiz- und Palliativeinrichtungen stehen allen Menschen offen. Sie sind primär darauf ausgerichtet, dass Menschen selbst bei schwerer Erkrankung bis zuletzt zu Hause leben und in Würde sterben können. Dazu gibt es eine Reihe von ehrenamtlich organisierten und gemäß § 39 Ab-satz 2 SGB V geförderten ambulanten Hospiz-Diensten, die psychosoziale Hilfen für Schwerstkranke und ihre Angehörigen anbieten. Daneben gibt es professionelle Dienste, die diese Leistungen durch ein spezielles Angebot der palliativ-pflegerischen Beratung durch Fachkräfte ergänzen. So wird im Saarland seit dem 01.10.2010 auf der Basis eines einheitlichen landesweit gültigen Vertrages (insofern deutschlandweit Vorreiter) mit allen gesetzlichen Krankenkassen spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) gem. §§ 37b und 92 SGB V i. V. mit § 132d SGB V erbracht. Ist ein Aufenthalt zu Hause nicht länger möglich, kommt eine stationäre Palliativversorgung oder die Versorgung in einem stationären Hospiz in Betracht. Ist ein Verbleib in der eigenen Häuslichkeit vorrangig auf Grund ausgeprägter medizinischer Symptome nicht mehr möglich, wird durch einen befristeten Krankenhausaufenthalt in einer Palliativstation versucht, mit den Möglichkeiten der Palliativmedizin ganzheitlich zu behandeln und die Beschwerden zu lindern. Ist ein Verbleib zu Hause aus anderen, vorrangig pflegerischen oder sozialpsychologischen, Gründen nicht möglich, eine Krankenhausbehandlung also nicht angezeigt, bietet sich ein dauerhafter oder vorübergehender Aufenthalt in einem stationären Hospiz an. An den Kosten für die unterschiedlichen Dienste und Einrichtungen beteiligen sich die Kranken- und Pflegekassen. Das Angebot der Hospizdienste ist für den Sterbenden und die Angehörigen grundsätzlich kostenfrei und daher regelmäßig auf Spenden angewiesen.
Die Hospizarbeit und Palliativversorgung zeichnet sich seit jeher auch durch die Einbindung geschulter ehrenamtlicher Kräfte aus, die einen wesentlichen Bei-trag dazu leisten, dass sich Menschen in ihrer letzten Lebensphase nicht alleine oder ausgegrenzt fühlen müssen. Seit dem Jahre 2003 wurde ein flächendeckendes Netz von Hospiz- und Palliativzentren zur Verbesserung und Koordinierung der ambulanten Hospizarbeit im Saarland geschaffen. Die Federführung und Koordinierung der ambulanten Hospizarbeit im Saarland ist von der Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz Saar-land e. V. (LAG Hospiz) übernommen worden. Seit dem Jahre 2006 wurde von der LAG Hospiz Saarland als Modellprojekt das Kompetenznetz Hospiz und Palliative Care Saarland errichtet. Dazu wurde bei der LAG Hospiz eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die eine engere Verzahnung der bestehenden Hospiz- und Palliativeinrichtungen insbesondere mit den übrigen Stellen im Gesundheits- und Sozialwesen auf Landesebene um-setzt. Landesweit wird somit ein abgestuftes System vorgehalten, das die je-weils notwendigen Beratungen und erforderlichen Hilfsleistungen in den verschiedensten Stadien der Betreuung und Versorgung sicherstellt. Die saarländische Landesregierung unterstützt die ambulante Hospizarbeit aus Landesmitteln. Die finanzielle Unterstützung der LAG Hospiz dient insgesamt einer nachhaltigen Verbesserung der Beratungs-, Betreuungs- und Versorgungssituation der schwerstkranken und sterbenskranken Menschen und ihrer Angehörigen und liegt von daher im öffentlichen Interesse.
Wie viele Plätze bietet das stationäre palliative Angebot im Saarland? An welchen Standorten werden diese Plätze jeweils angeboten (Nennung der Institution)? Welche saarländischen Kliniken halten spezialisierte Palliativstationen vor? Zu Frage 1: Angebote Stationär: Landkreis/Träger Regionalverband Saarbrücken Saarland Kliniken kreuznacher diakonie Landkreis St. Wendel Marienhaus Kranken- und Pflegegesellschaft mbH Christliche Hospizhilfe St. Wendel e. V.
Paul Marien Hospiz Großherzog-Friedrich-Straße 44 66111 Saarbrücken
Drucksache 15/500 (15/332) Landkreis/Träger
Saarland Kliniken kreuznacher diakonie Klinikum Saarbrücken gGmbH
CaritasKlinikum Saarbrücken Rheinstraße 2 66113 Saarbrücken Evangelisches Stadtkrankenhaus Saarbrücken Klinikum Saarbrücken
11 laut Krankenhausplan, laut Abfrage Betreuung im Rahmen der allgemeinen stationären Versorgung.
Klinikum Merzig der SHG Trierer Straße 148 66663 Merzig
Marienkrankenhaus St. Wendel Fachbereich Palliativmedizin Am Hirschberg 66606 St. Wendel
Marienhaus Klinikum SaarlouisDillingen Sektion für Palliativmedizin Kapuzinerstraße 4 66740 Saarlouis
Universitätsklinikum des Saarlandes Zentrum für Palliativmedizin und Kinderschmerztherapie Gebäude 69 66421 Homburg
Stationäres Angebot für Kinder Universitätsklinikum des Saarlandes Zentrum für Palliativmedizin und Kinderschmerztherapie Gebäude 69 66421 Homburg Marienhausklinik St. Josef Kohlhof Pädiatrische Palliative Kriseninterventionseinheit Klinikweg 1-5 66539 Neunkirchen
Regionalverband Saarbrücken Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken mbH
Landkreis Merzig-Wadern Saarland-Heilstätten GmbH
Landkreis St. Wendel Marienhaus Kranken- und Pflegegesellschaft mbH
Landkreis Saarlouis Marienhaus Kranken- und Pflegegesellschaft mbH
Saarpfalz-Kreis Universitätsklinikum des Saarlandes
Landkreis/Träger Saarpfalz-Kreis
2 5 laut Krankenhausplan, laut Abfrage bedarfsgerechte Bettenkontingente, keine Palliativstation.
Wie ist die Struktur der ambulanten Palliativversorgung im Saarland? Zu Frage 2: Die Dienste und Angebote der Hospiz- und Palliativeinrichtungen stehen allen Menschen offen. Sie sind primär darauf gerichtet, dass Menschen selbst bei schwerer Erkrankung zu Hause bis zuletzt leben und in Würde sterben können. Dazu gibt es eine Reihe von ambulanten Hospiz-Diensten, die psychosoziale Hilfen für Schwerstkranke und ihre Angehörigen anbieten. Daneben gibt es Dienste, die diese Leistungen durch ein spezielles Angebot der palliativ-pflegerischen Beratung durch Fachkräfte ergänzen. Einige Dienste wirken gezielt bei der palliativ-pflegerischen Versorgung mit. Seit dem Jahr 2003 wurde ein flächendeckendes Netz von Hospiz- und Palliativzentren zur Verbesserung und Koordinierung der ambulanten Hospizarbeit im Saarland geschaffen. Die Federführung und Koordinierung der ambulanten Hospizarbeit im Saarland ist von der LAG Hospiz übernommen worden (vgl. Anlage). Seit dem Jahr 2006 wurde von der LAG Hospiz als Modellprojekt das Kompetenznetz Hospiz und Palliative Care Saarland errichtet. Dazu wurde bei der LAG Hospiz eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die eine engere Verzahnung der bestehenden Hospiz- und Palliativeinrichtungen insbesondere mit den übrigen Stellen im Gesundheitsund Sozialwesen auf Landesebene umsetzt. Landesweit wird somit ein abgestuftes System vorgehalten, das die jeweils notwendigen Beratungen und erforderlichen Hilfsleistungen in den verschiedensten Stadien der Betreuung und Versorgung sicherstellt. Im Saarland sind die Ambulanten Hospiz- und Palliativzentren, die AHPZ, die bedeutendsten Anbieter ambulanter Hospizarbeit (§39a SGB V). Es gibt in jedem saarländischen Landkreis ein und im Regionalverband Saarbrücken zwei AHPZ. Wesentliche Aufgaben: koordinierter Einsatz ehrenamtlicher Hospizhelfer der eigenen Gruppe und angeschlossener ambulanter Hospizinitiativen, -gruppen oder -diensten, palliativpflegerische Beratung, Zusammenarbeit mit Hausarzt, Pflegedienst u. a., um die Situation Sterbender zu Hause zu stabilisieren und zu verbessern, Hilfe bei Schmerztherapie und speziellen pflegerischen Problemen. Die Beratung ist kostenfrei.
Das im Saarland bestehende Angebot ist in nachfolgender Tabelle aufgeführt: Gebietskörperschaft Regionalverband Saarbrücken
Ambulantes Hospiz- und Palliativzentrum Ambulantes Hospiz- und Palliativ-Zentrum – Regionalverband Saarbrücken Träger: St. Jakobus Hospiz gGmbH Ambulanter Hospiz Dienst St. Jakobus Hospiz Saarbrücken Eisenbahnstraße 18 66117 Saarbrücken Ambulantes Hospiz- und Palliativzentrum St. Michael Völklingen Träger: St. Jakobus Hospiz gGmbH, Marienhaus-Klinikum St. Elisabeth Saarlouis Kreppstraße 1 66333 Völklingen Ambulantes Hospiz- und Palliativ-Zentrum im Landkreis Merzig-Wadern Träger: Caritas Kontaktzentrum für Demenz und Hospiz AHPZ Merzig-Wadern Lindenstraße 39 66701 Beckingen-Haustadt Ambulantes Hospiz St. Josef Neunkirchen Träger: Marienhaus GmbH und Kooperationspartner Neunkirchen Klinikweg 1-5 66539 Neunkirchen Ambulantes Hospiz- und Palliativ-Zentrum im Landkreis Saarlouis Träger: Christlicher Hospizkreis Saarlouis e.V. in Kooperation mit dem Caritasverband der Region Saar-Hochwald Titzstraße 2 66740 Saarlouis Ambulantes Hospiz- und Palliativ-Zentrum – Saarpfalz-Kreis Träger: Ökumenische Arbeitsgemeinschaft Hospiz Pfalz-Saarpfalz/Caritas Mainzer Straße 6 66424 Homburg Ambulantes Hospiz- und Palliativ-Zentrum St. Wendel Träger: Christliche Hospizhilfe im Landkreis St. Wendel e.V. Bahnhofstraße 8 66606 St. Wendel
Die Arbeit der Ambulanten Hospiz- und Palliativzentren (AHPZ) wird durch Hospizgruppen und Hospizvereine unterstützt. In diesen Hospizinitiativen oder -gruppen haben sich Ehrenamtliche zusammen gefunden, die nach einer vorbereitenden Schulung ihre psycho-soziale Begleitung anbieten. Darüber hinaus: Unterstützung trauernder Angehöriger, Öffentlichkeitsarbeit Sie werden in der Regel über ein AHPZ koordiniert.
Ambulante Hospizdienste verfügen in der Regel über mindestens eine hauptamtliche Fachkraft zur Koordination der Tätigkeiten und haben ein Büro. Sie arbeiten mit den AHPZ zusammen. Hospizgruppen im Saarland Hospizgruppe Schwalbach Hauptstraße 92 66773 Schwalbach
Ambulante Hospizdienste im Saarland Hospizverein St. Nikolaus Rehlingen-Siersburg e.V. Am Marienberg 13, 66780 Rehlingen
Hospizgruppe Wadgassen-Überherrn Mitglied über den Caritas-Verband Saar-Hochwald, GS Saarlouis Titzstraße 2, 66740 Saarlouis Hospizgruppe Lebach-Schmelz Mitglied über den Caritas-Verband Saar-Hochwald, GS Saarlouis Mottener Straße 61, 66822 Lebach Hospizgruppe Wallerfangen Mitglied über den Caritas-Verband Saar-Hochwald, GS Saarlouis Titzstraße 2, 66740 Saarlouis Hospizgruppe Dillingen Mitglied über den Caritas-Verband Saar-Hochwald, GS Saarlouis Titzstraße 2, 66740 Saarlouis Initiative zur Betreuung Schwerstkranker und ihrer Angehörigen e.V. (IBSA) Berliner Straße 29, 66589 Merchweiler
Ökumenische Ambulante Hospiz-Gruppe Saar Remmesweilerweg 15, 66564 Ottweiler
Hospizinitiative in Kirche und Diakonie Rembrandtstraße 17-19 66540 Neunkirchen Christlicher Hospizkreis Kaiser-Friedrich-Ring 46 66740 Saarlouis
St. Jakobus Hospiz gGmbH(AHPZ) Eisenbahnstraße 18, 66117 Saarbrücken Ambulantes Hospiz St. Michael (AHPZ) Kreppstraße 1 66333 Völklingen Ambulantes Hospiz St. Josef Neunkirchen (AHPZ) Klinikweg 1-5 66539 Neunkirchen Caritas Kontaktzentrum für Demenz und Hospiz (AHPZ) Lindenstraß 39 66701 Beckingen-Haustadt Christliche Hospizhilfe im Landkreis St. Wendel e.V.(AHPZ) Bahnhofstraße 8 66606 St. Wendel Ambulantes Hospiz –und Palliativzentrum Saarlouis (AHPZ) Titzstraße 2,66740 Saarlouis Kinderhospizdienst Saar e.V. Am Blücherflöz 6 66538 Neunkirchen
Auf Basis eines einheitlich landesweit gültigen Vertrages mit allen gesetzlichen Krankenkassen gem. §§ 37b und 92 SGB V i. V. m. § 132d SGB V wird im Saarland seit dem 01.10.2010 spezialisierte ambulante Palliativversorgung erbracht. Voraussetzung für einen Anspruch auf spezialisierte ambulante Palliativversorgung ist, dass der oder die Versicherte an einer nicht heilbaren, fortschreitenden und weit fortgeschrittenen Erkrankung bei einer zugleich begrenzten Lebenserwartung leidet und eine besonders aufwändige medizinische und pflegerische Versorgung benötigt. Leistungen der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung sind die Kooperation von ärztliche und pflegerische Behandlungen insbesondere zur Schmerztherapie und Symptomkontrolle. Ziel der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung ist es, den Versicherten trotz der notwendigen aufwendigen Versorgung ein würdevolles Sterben in der vertrauten Umgebung des häuslichen oder familiären Bereiches zu ermöglichen.
Drucksache 15/500 (15/332) Gebietskörperschaft Regionalverband Saarbrücken Landkreis Wadern
SAPV St. Jakobus Hospiz gGmbH Eisenbahnstraße 18 66117 Saarbrücken SAPV Saarschleife Luxemburger Straße 49-51 66663 Merzig-Schwemlingen SAPV-Team Neunkirchen und St. Wendel Am Blücherflöz 6 66538 Neunkirchen SAPV Saarschleife Luxemburger Straße 49-51 66663 Merzig-Schwemlingen SAPV-Team Saarpfalz-Kreis St. Jakobus Hospiz gGmbH Mainzer Straße 6 66424 Homburg SAPV-Team Neunkirchen und St. Wendel Am Blücherflöz 6 66538 Neunkirchen Kinder-Palliativteam (SAPPV) St. Jakobus Hospiz gGmbH Am Blücherflöz 6 66538 Neunkirchen
Wie haben sich die Anzahl der Plätze in der stationären sowie ambulanten Palliativversorgung in den vergangenen zehn Jahren im Saarland entwickelt? Zu Frage 3: Im stationären Bereich werden nur Betten, keine Plätze bei den Kliniken vorgehalten. Die Beantwortung ergibt sich aus nachfolgender tabellarischer Aufstellung. Im stationären Bereich wurden erst ab 2006 Betten für spezielle Schmerztheraphie- Palliativmedizin ausgewiesen. In den vorhergehenden Jahren waren diese Bestandteile dem Fachgebiet Innere Medizin allgemein zugeordnet. Jahr 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Betten stationäre Palliativversorgung 37 48 48 48 48 60 65 68
Auflistung der Betten für Spezielle Schmerztherapie/Palliativmedizin ab 2006 incl. Änderungen lt. Fortschreibung KHP: Krankenhäuser cts CaritasKlinikum Saarbrücken Caritas St. Theresia
ab 2011 cts CaritasKlinikum Saarbrücken 5 5 5
Knappschaftskrankenhaus Püttlingen St. Elisabeth-Klinik Saarlouis
ab 2012 Marienhaus Klinikum Saarlouis Dillingen 11 10
Marienhaus Klinikum Saarlouis -Dillingen Klinikum Merzig Marienkrankenhaus St .Wendel Universitätsklinikum des Saarlandes St. Michael-Krankenhaus Völklingen
Betten wurden von St. Elisabeth-Klinik Saarlouis übernommen 68
Im ambulanten Bereich kann nur angegeben werden, wie hoch die Versorgungskapazitäten sind bzw. wie groß die Behandlungseinheiten sind. Erfasst wurden die Begleitungen der ambulanten Hospizdienste. Jahr
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010* 2011 2012 2013
Versorgungseinheiten ambulante Palliativversorgung/AHDs 253 390 483 729 867 922 1001 914 797 856 910 -
spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) 662 1093 1206 127 bis 146 pro Tag
*Durch die Veränderung der Zählweise ab dem Jahr 2012 verringern sich die Fallzahlen bzw. Versorgungseinheiten in den darauffolgenden Jahren
Zur Situation des Fachpersonals in der Palliativmedizin im Saarland: a)
Wie viele Palliativmediziner arbeiten stationär bzw. ambulant derzeit im Saarland?
Wie viele weitere Fachkräfte für Palliativversorgung sind derzeit im Saarland aktiv (bitte ebenfalls aufschlüsseln in stationären und ambulanten Bereich)?
Wie viele Patienten werden von diesen Fachkräften derzeit versorgt?
Zu Frage 4a: Hierzu liegen der Landesregierung keine eigenen Erkenntnisse vor, es wird keine Landesstatistik geführt. Die Palliativmedizin ist gemäß § 27 Absatz 1 Satz 5 Nr.13 der Approbationsordnung für Ärzte Bestandteil der ärztlichen Ausbildung. Die fachärztlichen Weiterbildungen in den Gebieten − − − − − − − − − − − −
Allgemeinmedizin, Anästhesiologie, Chirurgie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Innere Medizin, Kinder- und Jugendmedizin, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Neurochirurgie, Strahlentherapie sowie Urologie
sehen jeweils die Vermittlung palliativmedizinischer Kenntnisse vor. Die Weiterbildung der Ärztekammer des Saarlandes sieht darüber hinaus Palliativmedizin als eigenständige Zusatzweiterbildung vor. Die von den Landesärztekammern geführte und regelmäßig bei der Bundesärztekammer veröffentlichte Ärztestatistik Ärztinnen /Ärzte mit Zusatz-Weiterbildungen nach Tätigkeitsarten, Tabelle 7.0 Saarland Blatt 2 (Stand 31.12.2012) weist dabei die Anzahl der Ärztinnen und Ärzte mit der Zusatzbezeichnung „Palliativmedizin“ für das Saarland aus: Danach sind derzeit von insgesamt 73 Ärztinnen und Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin 69 berufstätig. Davon arbeiten 26 stationär und 38 ambulant, 1 in einer Behörde/ Körperschaft und 4 in sonstigen Bereichen.
Darüber hinaus ist es nach § 1 Abs. 2 der „Berufsordnung für die Ärztinnen und Ärzte des Saarlandes“ neben der Wiederherstellung der Gesundheit auch die Aufgabe der Ärztinnen und Ärzte, Leiden zu Lindern und Sterbenden Beistand zu leisten. Diese Verpflichtung obliegt allen Ärztinnen und Ärzten und ist nicht disponibel. Meistens erfolgt dies zusammen mit ehrenamtlich tätigen Kräften, die dazu speziell geschult werden. Zu Frage 4b: Hierzu liegen der Landesregierung keine eigenen Erkenntnisse vor, es wird keine Landesstatistik geführt. Laut Angaben der LAG Hospiz sind in der stationären Palliativversorgung (inklusive der Palliativstationen) 47,5 Fachkräfte, in der reinen stationären Hospizversorgung 30 weitere Fachkräfte aktiv, im ambulanten Bereich derzeit 71 Kräfte tätig. Zu Frage 4c: Hierzu liegen der Landesregierung keine eigenen Erkenntnisse vor, es wird keine Landesstatistik geführt. Trotz Krankenhausabfrage können zu dieser Frage keine exakten Daten geliefert werden. a)
Wie viele Patienten werden im Saarland in Hospizen betreut? Bitte die Hospize einzeln darstellen für die Jahre 2008 bis 2013.
Wie viel angestelltes Personal arbeitet in saarländischen Hospizen? Bitte nach Berufsart aufschlüsseln.
Wie viele ehrenamtlich tätige Menschen werden in Hospizen eingesetzt?
Zu Frage 5a: Die Anzahl der Patienten, die im Saarland in Hospizbetten betreut werden, ist in nachfolgender Tabelle aufgeführt:
EA: Ehrenamtlich qualifizierte Tätige
Anzahl Begl.: Anzahl der begleiteten Patienten
Zu Frage 5b: Fachkräfte in der Palliativversorgung in den Saarländischen Krankenhäusern, aufgeschlüsselt nach Berufsart Fachkräfte in der Palliativversorgung in den saarländischen Krankenhäusern, aufgeschlüsselt nach Berufsart: Mediziner weitere Fachkräfte Palliativmediziner 10,9 Schmerztherapie/Onkologie/Palliativmedizin 20 Facharzt mit Zusatz Palliativmedizin
im Rahmen der Palliativversorgung (ohne nähere Berufsgruppe)
Facharzt Innere Medizin mit Basiskurs Palliativmedizin sonstiger Facharzt
Fachkräfte (ohne nähere Berufsgruppe)
Fachkräfte (ohne nähere Berufsgruppe) mit Weiterbildung Palliative Care
Zu Frage 5c: Anzahl der in saarländischen Hospizen eingesetzten ehrenamtlich tätigen Menschen Von der LAG Hospiz wurden nachfolgende Daten geliefert: Ehrenamtlich tätige Menschen 566
Stationäre Palliativ- und Hospizversorgung 97
Ambulante Palliative- und Hospizversorgung ( AAPV) 469
Wo gibt es im Saarland Hospizvereine und wie viele Patienten werden von ihnen jeweils betreut? Bitte nach Landkreisen darstellen. Zu Frage 6: Gebietskörperschaft
Hospizgruppen im Saarland
Hospizgruppe Schwalbach Hauptstraße 92 66773 Schwalbach Hospizgruppe Wallerfangen Villeroystraße 7 66798 Wallerfangen Hospizgruppe Wadgassen-Überherrn Provinzialstraße 10 66787 Wadgassen Hospizgruppe Lebach-Schmelz Mottener Straße 61 66822 Lebach Christlicher Hospizkreis Kaiser-Friedrich-Ring 46 66740 Saarlouis Hospizgruppe Dillingen
Betreute Patientinnen und Patienten (Stand Ende 2012) 4 Begl. 5 EA 6 Begl. 10 EA 22 Begl. 32 EA 39 Begl. 22 EA 16 Begl. 24 EA 19 Begl. 14 EA
Drucksache 15/500 (15/332) Landkreis Neunkirchen
Initiative zur Betreuung Schwerstkranker und ihrer Angehörigen e.V. (IBSA) Berliner Straße 29 66589 Merchweiler Ökumenische Ambulante Hospiz-Gruppe Saar Remmesweilerweg 15 66564 Ottweiler Hospizinitiative in Kirche und Diakonie Rembrandtstraße 17-19 66540 Neunkirchen Ambulante Hospizdienste im Saarland
Ambulantes Hospiz St. Josef Neunkirchen Klinikweg 1-5, 66539 Neunkirchen Ambulantes Hospiz- und Palliativzentrum Saarlouis Titzstraße 2 66740 Saarlouis Hospizverein St. Nikolaus RehlingenSiersburg e.V. Am Marienberg 13 66780 Rehlingen Caritas Kontaktzentrum für Hospiz und Demenz Lindenstraße 39 66701 Beckingen-Haustadt Ökumenische Arbeitsgemeinschaft Hospiz Pfalz-Saarpfalz/ DiCV Speyer Mainzer Straße 6 66424 Homburg Christliche Hospizhilfe im Landkreis St. Wendel Bahnhofstraße 8 66606 St. Wendel
- 15. Wahlperiode Keine Angaben.
8 Begl. 15 EA
Betreute Patientinnen und Patienten (Stand Ende 2012) 91 Begl. 45 EA 106 Begl. 107 EA 3 HA 23 Begl. 22 EA
106 Begl. 52 EA
104 Begl. 43 EA
67 Begl. 55 EA
HA: Hauptamtliche EA: Ehrenamtlich qualifizierte Tätige Anzahl Begl.: Anzahl der begleiteten Patienten
Wie haben sich innerhalb der vergangenen zehn Jahre die Anzahl und Kapazität (jeweilige maximale Belegungszahl) stationärer Hospize im Saarland entwickelt? Zu Frage 7: Seit 2012 gibt es im Saarland zwei Hospize. Die maximale Belegung für das Hospiz Emmaus St. Wendel liegt bei acht Betten und für das Paul Marien Hospiz Saarbrücken bei 16 Betten.
Wie entwickelte sich die durchschnittliche Wartezeit auf einen Hospizplatz im Saarland in den letzten zehn Jahren? Zu Frage 8: Die Dauer der Wartezeit auf einen stationären Hospizplatz wird nicht erhoben. In der Regel besteht eine Wartezeit, die zwischen einem und mehreren Tagen variiert. Auf einen Platz im ambulanten Hospiz müssen die Betroffenen in der Regel nicht warten. In der SAPV muss der Erstbesuch beim Patienten nach der ärztlichen Verordnung innerhalb von drei Arbeitstagen erfolgen, sodass die maximale Wartezeit hier drei Arbeitstage beträgt.
Wie gestaltet sich die durchschnittliche Versorgungsdauer der Patienten in palliativer Versorgung? Zu Frage 9: Die durchschnittliche Versorgungsdauer in der stationären Palliativversorgung beträgt für Erwachsene und Kinder ungefähr 13,04 Tage (vgl. die nachstehende Tabelle), im ambulanten Bereich für Erwachsene um die 80 Tage durch die AHPZ/um die 20 Tage in der SAPV und für Kinder mehr als 500 Tage durch den Kinderhospizdienst und um die 60 Tage in der kinderspezialisierten ambulanten pädiatrischen Versorgung (SAPPV). Ø-Versorgungsdauer der Patienten in palliativer Versorgung bei den Krankenhäusern im Jahr 2012 Krankenhaus Ø-Tage cts CaritasKlinikum Saarbrücken 14,55 Klinikum Saarbrücken Keine Angaben. Knappschaftsklinikum Püttlingen/Sulzbach
Marienhaus Klinikum Saarlouis/Dillingen
Marienkrankenhaus St. Wendel Saarland Kliniken kreuznacher diakonie Ev. Stadtkrankenhaus Saarbrücken Klinikum Merzig Universitätsklinikum des Saarlandes Gesamt Ø
Keine Angaben. 7,5 21,72 13,04
Ist die Ausgestaltung der Palliativversorgung im Saarland nach Einschätzung der Landesregierung ausreichend? Wenn nein, auf welchem Wege will die Landesregierung den Bedarf an stationärer sowie ambulanter Palliativversorgung zukünftig absichern? Zu Frage 10: Im Koalitionsvertrag für die laufende Legislaturperiode bekennt sich die saarländische Landesregierung mit der Formulierung „Wir wollen darüber hinaus die vorhandenen Hospizangebote im stationären und ambulanten Bereich sowie die Palliativstützpunkte ausbauen.“ klar dazu, die bereits im Ländervergleich gute und hochentwickelte Versorgung im Bereich der Hospiz- und Palliativversorgung unter Beteiligung der wesentlichen Akteure für die saarländische Bevölkerung weiter zu verbessern. Die Landesregierung würdigt in diesem Zusammenhang insbesondere den gesellschaftlichen Beitrag der ehrenamtlich und hauptamtlich Beschäftigten in diesem gesellschaftspolitisch sehr wichtigen Bereich. Sie wird gemeinsam mit den Kosten- und Leistungsträgern und der LAG Hospiz nach Lösungen suchen, um die würdevolle Betreuung und Versorgung schwerst- und sterbenskranker Menschen im Saarland - vor allem vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung - sachgerecht weiterzuentwickeln.
Anlage zu Frage 2: Wie ist die Struktur der ambulanten Palliativversorgung im Saarland? SAPV
SAPVSaarschleife
AHPZ – Ambulante Hospiz- und Palliativzentren
Hospizdienste und Initiativen Caritas Kontaktzentrum für Demenz und Hospiz
AHPZ im Landkreis MerzigWadern
Christlicher Hospizkreis louis
AHPZ im Landkreis Saarlouis
Wallerfangen WadgassenÜberherrn Dillingen Lebach Schwalbach Hospizverein St. Nikolaus Rehhlingen-Siersburg
AHPZ im Saarpfalz-Kreis
SAPV-Team Regionalverband und Saarpfalz-Kreis
Homburg I St. Ingbert Blieskastel 1. Ensh i
AHPZ Völklingen
Ambulantes Hospiz St. Michael
AHPZ im Stadtverband Saarbrücken
SAPV-Team Neunkirchen und St. Wendel
Ambulantes Hospiz St. Josef
AHPZ im Landkreis Neunkirchen
IBSA (Initiative zur Betreuung Schwerstkranker und ihrer Angehörigen e.V.) Ökumenische ambulante Hospizgruppe Saar Hospizinitiative in Kirche
AHPZ im Landkreis St. Wendel
SAPPV-KinderPalliativteam
Kinderhospizdienst Saar e.V.