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Timestamp: 2016-10-21 13:13:38
Document Index: 53395573

Matched Legal Cases: ['Art. 42', 'Art. 43', 'Art. 44', 'Art. 126', 'BGE', 'Art. 43', 'BGE', 'BGE', 'Art. 83', 'Art. 42', 'BGE', 'BGE', 'Art. 89', 'Art. 99', 'Art. 17', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'EGMR', 'BGE', 'BGE', 'Art. 42', 'Art. 47', 'Art. 62', 'Art. 51', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 47', 'Art. 47', 'Art. 75', 'BGE', 'Art. 8', 'Art. 13', 'Art. 44', 'Art. 44', 'Art. 44', 'Art. 44', 'Art. 47', 'Art. 73', 'Art. 62', 'Art. 47', 'Art. 73', 'BGE', 'Art. 126', 'Art. 47', 'BGE', 'Art. 126', 'Art. 126', 'Art. 54', 'BGE', 'BGE', 'Art. 51', 'Art. 44', 'Art. 43', 'Art. 42', 'Art. 44', 'Art. 43', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 66', 'Art. 68']

2C_194/2011 (17.11.2011)
2C_194/2011
beide vertreten durch Rechtsanw�ltin Elsbeth Aepli,
Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 19. Januar 2011.
Y.________ (geb. 1970) kommt aus dem Kosovo. Aus der Ehe mit seiner Landsfrau A.________ sind die vier Kinder F.________ (geb. 1992), G.________ (geb. 1995), H.________ (geb. 1997) und I.________ (geb. 2000) hervorgegangen. Der 2003 geborene J.________ soll seinerseits aus einer Fremdbeziehung der Gattin stammen. Am 27. September 2004 wurde die Ehe geschieden, wobei die drei T�chter und I.________ unter das Sorgerecht von Y.________ gestellt wurden.
Vom 24. April 1999 bis zum 2. August 2000 hatte sich die Familie Y.________ und A.________ im Rahmen eines Asylverfahrens in der Schweiz aufgehalten, wo Y.________ die Schweizer B�rgerin X.________ (geb. 1964) kennengelernt hatte. Am 7. Dezember 2004 heiratete er diese, worauf ihm eine Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug erteilt wurde. Am 14. Oktober 2008 ersuchte das Ehepaar X.________ und Y.________ darum, die Y.________ zugesprochenen Kinder in die Schweiz nachziehen zu k�nnen. Das Migrationsamt des Kantons Thurgau lehnte dies am 3. Dezember 2009 ab, da deren Lebensmittelpunkt im Kosovo liege. Am 28. Juni 2010 erhielt Y.________ die Niederlassungsbewilligung. Am 5. August 2010 bzw. 19. Januar 2011 best�tigten das Departement f�r Justiz und Sicherheit und das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau den negativen Nachzugsentscheid: Das Ehepaar X.________ und Y.________ verf�ge �ber keine angemessene Wohnung, um die Gesamtfamilie zu beherbergen. Der Familiennachzug erscheine zudem rechtsmissbr�uchlich und liege nicht im wohlverstandenen Interesse der Kinder.
X.________ und Y.________ beantragen vor Bundesgericht, das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau aufzuheben und den vier Kindern F.________, G.________, H.________ und I.________ den Aufenthalt in der Schweiz zu bewilligen; eventuell sei die Sache an die Vorinstanz zur�ckzuweisen, um die zu erteilenden Aufenthaltsbewilligungen mit Auflagen (Wohnung, Integrationsvereinbarung) zu verbinden oder weitere Abkl�rungen vorzunehmen. X.________ und Y.________ machen geltend, ihnen sei der Nachzug der Kinder bzw. Stiefkinder zu Unrecht verweigert worden: Sie seien seit sechs Jahren verheiratet, die Mutmassungen bez�glich einer Scheinehe h�tten sich als offensichtlich falsch erwiesen. Die "bedarfsgerechte" Wohnung sei bei Anspruchsnachz�gen (Art. 42 und Art. 43 AuG [SR 142.20]) keine Bewilligungsvoraussetzung; eine entsprechende Wohnung werde von ihnen beschafft, sobald der Nachzug bewilligt sei. Dieser erfolge weder rechtsmissbr�uchlich noch in offensichtlicher Missachtung der Kindsinteressen.
Das Departement f�r Justiz und Sicherheit sowie das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau und das Bundesamt f�r Migration beantragen, die Beschwerde abzuweisen.
X.________ und Y.________ haben das Bundesgericht am 11. und 26. April sowie am 19. Mai 2011 �ber den Kauf eines Reihenhauses mit sechseinhalb Zimmern informiert.
Y.________ hat nach Inkrafttreten des Ausl�ndergesetzes im Ermessensbereich (Art. 44 in Verbindung mit Art. 126 Abs. 3 AuG; vgl. BGE 2C_276/2011 vom 10. Oktober 2011 E. 3.3 und das Urteil 2C_345/2009 vom 22. Oktober 2009 E. 2.2.1) darum ersucht, seine zu diesem Zeitpunkt 16, 13, 11 und 8 Jahre alten Kinder in die Schweiz nachziehen zu k�nnen. Da ihm am 28. Juni 2010 die Niederlassungsbewilligung erteilt worden ist, haben das Departement f�r Justiz und Sicherheit sowie das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau das Gesuch in den Rechtsmittelverfahren gest�tzt auf Art. 43 AuG beurteilt. Diese Bestimmung verschafft niederlassungsberechtigten ausl�ndischen Personen unter gewissen Voraussetzungen einen gesetzlichen Anspruch auf den Nachzug ihrer Kinder (vgl. BGE 2C_276/2011 vom 10. Oktober 2011 E. 1.2); ob die entsprechenden Bedingungen erf�llt sind, ist praxisgem�ss eine Frage der materiellen Beurteilung und nicht der Sachurteilsvoraussetzungen (vgl. BGE 136 II 177 E. 1.1 S. 179). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist deshalb einzutreten (Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG) und dies auch insofern, als die schweizerische Gattin gemeinsam mit ihrem Mann Beschwerde f�hrt: Unabh�ngig davon, ob sie im Rahmen von Art. 42 AuG eine Gleichbehandlung mit EU-B�rgern verlangen kann (vgl. BGE 136 II 177 E. 3; 136 II 120 ff.), was das Bundesgericht in seiner Rechtsprechung bisher abgelehnt hat (Problematik des "Stiefkindernachzugs" und der "Inl�nderdiskriminierung": BGE 2C_711/2010 vom 1. April 2011 E. 1.2 unter Hinweis auf das Urteil 2C_537/2009 vom 31. M�rz 2010 E. 2.2.2), verf�gt sie als Stiefmutter der nachzuziehenden Kinder �ber ein eigenes schutzw�rdiges Interesse am Ausgang des vorliegenden Verfahrens (Art. 89 Abs. 1 BGG). Nicht zu ber�cksichtigen sind die nachtr�glichen Eingaben der Beschwerdef�hrer bez�glich des Hauskaufs; hierbei handelt es sich um ein unzul�ssiges Novum (Art. 99 Abs. 1 BGG).
2.1 Das Bundesgericht hat in seiner Rechtsprechung zu Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 26. M�rz 1931 �ber Aufenthalt und Niederlassung der Ausl�nder (ANAG; BS 1 121 und �nderungen gem�ss der Fussnote zur Ziff. I des Anhangs 2 zum AuG, insb. AS 1991 1034 und 1043) - die altrechtlich auch f�r den Nachzug von ausl�ndischen Kindern von Schweizer B�rgerinnen und B�rgern galt (vgl. BGE 118 Ib 153 E. 1b S. 155 f.) - danach unterschieden, ob die Gesamtfamilie oder bloss eine Teilfamilie zusammengef�hrt werden sollte (Nachzug zu den gemeinsamen Eltern oder zu einem Elternteil). Anders als bei zusammenlebenden Eltern, bei denen es f�r den nachtr�glichen Familiennachzug lediglich das Verbot des Rechtsmissbrauchs vorbehielt (vgl. BGE 129 II 1 E. 3.1.2; 126 II 329 E. 3b S. 332), verneinte es beim Nachzug zu einem Elternteil das Bestehen eines bedingungslosen Anspruchs auf den Familiennachzug. Es verlangte in diesen F�llen das Bestehen besonderer famili�rer Gr�nde (BGE 133 II 6 E. 3.1 S. 9 f.; 130 II 1 E. 2.2 S. 4; 129 II 11 E. 3.1.2 und 3.1.3 S. 14 f.; 124 II 361 E. 3a S. 366). Solche lagen praxisgem�ss nicht vor, wenn im Heimatland alternative Pflegem�glichkeiten bestanden, die dem Kindeswohl besser entsprachen, weil dadurch vermieden werden konnte, dass die Kinder aus ihrer bisherigen Umgebung und dem ihnen vertrauten Beziehungsnetz gerissen wurden (BGE 133 II 6 E. 3.1.2 S. 11 f.; 125 II 585 E. 2c S. 588 ff. mit Hinweisen). An den Nachweis der fehlenden Betreuungsm�glichkeit im Heimatland stellte die Rechtsprechung umso h�here Anforderungen, je �lter das nachzuziehende Kind war und je gr�sser die Integrationsschwierigkeiten erschienen, die ihm hier drohten (vgl. BGE 129 II 11 E. 3.3.2 S. 16 sowie BGE 133 II 6 E. 5.3 S. 19 f. mit Hinweis auf das Urteil des EGMR i.S. Tuquabo-Tekle und andere gegen Niederlande vom 1. Dezember 2005 [Nr. 60665/00]; BGE 2C_711/ 2010 vom 1. April 2011 E. 2.2 mit zahlreichen Hinweisen).
2.2.1 Um eine m�glichst fr�hzeitige Integration zu f�rdern und dem Wandel der gesellschaftlichen Verh�ltnisse mit immer mehr Eineltern- und Patchworkfamilien ("familles regroup�es") Rechnung zu tragen, hat der Bundesgesetzgeber den Familiennachzug im Ausl�ndergesetz neu gestaltet (vgl. BGE 136 II 78 E. 4 S. 80 ff. mit Hinweisen). Danach haben ledige Kinder unter 18 Jahren von Schweizern bzw. von Personen mit Niederlassungsbewilligung neu Anspruch auf Erteilung und Verl�ngerung einer Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung, wenn sie (1) mit diesen zusammenwohnen (Art. 42 Abs. 1 und 43 Abs. 1 AuG), (2) der Nachzug bei Kindern �ber zw�lf Jahren innerhalb von zw�lf Monaten bzw. bei Kindern unter zw�lf Jahren innerhalb von f�nf Jahren geltend gemacht wird (Art. 47 Abs. 1 und 3 AuG), (3) die Wahrnehmung des Anspruchs nicht rechtsmissbr�uchlich erscheint und (4) kein Widerrufsgrund nach Art. 62 bzw. 63 AuG vorliegt (vgl. Art. 51 Abs. 1 und 2 AuG). Dabei wird nicht mehr zwischen nachtr�glichem Gesamt- und nachtr�glichem Teilfamiliennachzug unterschieden. Immerhin muss aus familienrechtlichen Gr�nden der nachziehende Elternteil �ber das Sorge- bzw. Obhutsrecht �ber die nachzuziehenden Kinder verf�gen (BGE 136 II 78 E. 4.7 und 4.8 S. 85 ff.). Der Nachzug soll zudem nicht in klarer Missachtung des Wohls sowie der famili�ren Bindungen des Kindes in seinem Heimatstaat erfolgen (BGE 136 II 78 E. 4.8 S. 87 f.). Die Beziehungen zum Kind m�ssen - trotz der Trennung - intakt bzw. �ber die Landesgrenzen hinweg sachgerecht gelebt worden sein und seine Betreuung muss in der Schweiz sichergestellt erscheinen, was in der Regel erfordert, dass ein allf�lliger Stiefelternteil sich dem Nachzug seinerseits nicht widersetzt. Grunds�tzlich ist es an den Eltern, �ber den Aufenthaltsort ihrer Kinder zu entscheiden. Dabei k�nnen auch wirtschaftliche Erw�gungen eine Rolle spielen, solange diese nicht den ausschliesslichen Nachzugsgrund bilden und die Familienvereinigung in der erforderlichen Gesamtbeurteilung als rechtsmissbr�uchlich erscheinen lassen (vgl. das Urteil 2C_181/2010 vom 1. Oktober 2010 E. 5.3). Die Ausl�nderbeh�rden d�rfen den fristgerecht beantragten Nachzug der Kinder nur verweigern, wenn dieser offensichtlich und eindeutig gegen deren Interessen verst�sst (dazu BGE 136 II 78 E. 4.8 S. 86 f. sowie die nicht publizierte E. 5). Ausserhalb der Fristen von Art. 47 Abs. 1 AuG ist der Familiennachzug bloss noch m�glich, wenn hief�r wichtige famili�re Gr�nde sprechen (Art. 47 Abs. 4 AuG). Solche liegen etwa dann vor, wenn das Kindeswohl letztlich nur durch einen Nachzug in die Schweiz sachgerecht gewahrt werden kann (vgl. Art. 75 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 �ber Zulassung, Aufenthalt und Erwerbst�tigkeit [VZAE; SR 142.201]). Diesbez�glich kn�pft das Bundesgericht an die fr�here Praxis zum Nachzug bei getrennt lebenden Eltern an, wobei diese neu auch f�r zusammenlebende Elternteile gilt (vgl. BGE 136 II 78 E. 4.7 S. 86).
2.2.2 In Anlehnung an diese Kriterien hat das Bundesgericht einen Anspruch auf Nachzug von Kindern gest�tzt auf Art. 8 EMRK und Art. 13 BV f�r den Ausl�nder mit gefestigtem Anwesenheitsrecht im Rahmen von Art. 44 AuG anerkannt, wenn (1) dieser mit seinen Kindern zusammenleben will (Art. 44 lit. a AuG), (2) eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist (Art. 44 lit. b AuG), (3) die Familie keiner Sozialhilfe bedarf (Art. 44 lit. c AuG), (4) der Nachzug bei Kindern �ber zw�lf Jahren innerhalb von zw�lf Monaten bzw. bei Kindern unter zw�lf Jahren innerhalb von f�nf Jahren geltend gemacht wird (Art. 47 Abs. 1 und 3 AuG bzw. Art. 73 VZAE) und (5) der Nachzug wiederum nicht in klarer Missachtung des Wohls sowie der famili�ren Bindungen des Kindes erfolgt, wobei auch hier die bisherigen Beziehungen zwischen dem nachziehenden Elternteil und den Kindern sowie die Betreuungsm�glichkeiten in der Schweiz in die Gesamtbeurteilung einzubeziehen sind. Der Anspruch darf nicht (6) rechtsmissbr�uchlich angerufen werden und es darf kein (7) Widerrufsgrund im Sinne von Art. 62 AuG bestehen. Ein Nachzug ausserhalb der in Art. 47 Abs. 1 AuG und Art. 73 Abs. 1 VZAE vorgeschriebenen Fristen ist wiederum nur bei wichtigen famili�ren Gr�nden m�glich (BGE 2C_711/2010 vom 1. April 2011 E. 2.7 mit zahlreichen Hinweisen).
2.3.1 Die Beschwerdef�hrer ersuchten am 14. Oktober 2008 um den Familiennachzug f�r F.________, G.________, H.________ und I.________. Gest�tzt auf Art. 126 Abs. 3 AuG begannen die Fristen von Art. 47 Abs. 1 AuG f�r sie ab dem Inkrafttreten des Gesetzes am 1. Januar 2008 zu laufen, da das Familienverh�ltnis vor diesem Datum entstanden und auch die Einreise des nachzugswilligen Vaters vor diesem erfolgt war. Die Kinder waren zum Zeitpunkt des Gesuchs, auf den f�r den Familiennachzug formell- wie materiellrechtlich abzustellen ist (vgl. BGE 136 II 497 E. 3.7 S. 504 f.; best�tigt im Urteil 2C_205/2011 vom 3. Oktober 2011 E. 3.3), 16, 13, 11 und 8 Jahre alt. Es wurde f�r sie alle innerhalb der Frist f�r Kinder �ber 12 Jahre und damit rechtzeitig um den Nachzug ersucht, weshalb dieser nach dem neuen Recht und der Rechtsprechung dazu zu beurteilen ist. Nachdem das Gesetz selber vorsieht, dass die Nachzugsfristen erst mit dem Inkrafttreten des Ausl�ndergesetzes zu laufen beginnen, kann nicht gesagt werden, ein entsprechendes (nachtr�gliches) Gesuch f�r Kinder �ber 12 und unter 18 Jahren sei missbr�uchlich. Art. 126 Abs. 3 AuG soll bereits anwesenden, niedergelassenen Ausl�ndern bzw. Schweizer Staatsangeh�rigen erm�glichen, von der neuen Nachzugsregelung profitieren zu k�nnen, ansonsten ihr Anspruch unter Umst�nden bereits erloschen w�re, bevor er �berhaupt entstehen konnte. Soweit das Verwaltungsgericht implizit davon ausgeht, dass die bisherige bundesgerichtliche Rechtsprechung auch bei "�bergangsrechtlichen" Gesuchen zum Tragen kommt, kann seiner Auffassung nicht gefolgt werden: Auch wenn sich den Materialien nicht entnehmen l�sst, dass vor�bergehend eine materielle Rechtslage gewollt gewesen w�re, wonach Kinder im Nachzug zugelassen werden, f�r die ein solcher weder nach der bisherigen Praxis zum ANAG noch nach der neuen gesetzlichen Ordnung m�glich erschiene, ist der Wortlaut von Art. 126 Abs. 3 AuG doch unzweideutig und klar. Es bleibt kein Platz, �ber eine teleologische Reduktion in der Auslegung die Tragweite der �bergangsbestimmungen so zu beschr�nken, dass sie f�r Teilfamiliennachz�ge praktisch ihres Inhalts entleert w�rden (vgl. die Urteile 2C_606/2009 vom 17. M�rz 2010 E. 2.3 und 2C_44/2010 vom 26. August 2010 E. 2.2).
2.3.2 Die Vorinstanz weist darauf hin, dass der nachzugswillige Vater bereits im Juli 2005 zu seiner Ehefrau in die Schweiz gekommen ist, seine Kinder jedoch bei ihrer Mutter in der Heimat zur�ckgelassen hat. Er habe sie dort finanziell unterst�tzt und in den Sommer- und den Weihnachtsferien jeweils ohne seine neue Gattin besucht; dass diese - wie sie geltend macht - ihren Mann dabei aus gesundheitlichen Gr�nden nicht habe begleiten k�nnen, sei nicht erstellt. "Der Verdacht einer Schein- oder gar Doppelehe" sei "daher nicht von der Hand zu weisen, auch wenn er sich bis dahin nicht" habe "erh�rten" lassen. Diese Ausf�hrungen �berzeugen nicht: Ein Rechtsmissbrauch ist nicht leichthin anzunehmen und darf sich nicht - wie hier - auf blosse Vermutungen st�tzen, welche die Beh�rden selber nicht als "erh�rtet" zu bezeichnen wagen; es braucht hierf�r klare, unzweideutige Indizien. Vor der Ausstellung der Aufenthaltsbewilligung ist in Einvernahmen mit teilweise �ber hundert Fragen am 18. April bzw. 22. Juni 2005 vertieft abgekl�rt worden, ob es sich bei der Ehe der Beschwerdef�hrer um eine Schein- oder Gef�lligkeitsehe handeln k�nnte. Eine solche liess sich nicht erstellen. Bei der sehr weitgehenden Befragung konnten - so der Vollzugsbericht der Kantonspolizei Thurgau - keine Anhaltspunkte gefunden werden, die auf eine Scheinehe schliessen liessen. Die Beschwerdef�hrer sind inzwischen seit sechs Jahren verheiratet, wobei dem Ehemann am 28. Juni 2010 die Niederlassungsbewilligung erteilt wurde, ohne dass der entsprechende Vorwurf noch einmal aufgenommen worden w�re. Unter diesen Umst�nden ist es widerspr�chlich, wenn sich die kantonalen Beh�rden im Rahmen des Familiennachzugs wieder darauf berufen, es liege m�glicherweise eine Scheinehe vor. Gegen den Verdacht, dass eine Doppelehe gef�hrt wird, spricht der Umstand, dass bereits im Scheidungsurteil vom 17. September 2004 die Obhut �ber die vier vom Beschwerdef�hrer stammenden Kinder diesem zugeteilt wurde, jene �ber das aussereheliche Kind indessen der Mutter, die mit ihrem neuen Partner zusammenlebt.
2.4.1 Die Vorinstanz begr�ndet ihren Entscheid weiter damit, dass die nachzuziehenden Kinder kaum oder nicht Deutsch spr�chen, den �lteren T�chtern, die bald 19- bzw. 16-j�hrig seien, nicht prim�r ein famili�res Zusammenleben, sondern lediglich eine bessere wirtschaftliche Zukunft in der Schweiz geboten werden solle und die Kinder sich bei einem Nachzug insgesamt vor grosse Probleme gestellt s�hen, die ihnen die berufliche, soziale und kulturelle Integration erschweren oder gar verunm�glichen w�rden, zumal die Stiefmutter in keiner Weise geltend mache, der Muttersprache der Kinder m�chtig zu sein, womit diese nicht einmal im eigenen Haushalt mit allen Betreuungspersonen kommunizieren k�nnten. Die Kinder, welche im Kosovo aufgewachsen und klar dort verwurzelt seien, h�tten ihren Vater in den letzten f�nf Jahren nur in den Ferien gesehen und keine M�glichkeit gehabt, die nicht aus ihrem Sprach- und Kulturkreis stammende Schweizer Stiefmutter kennenzulernen, womit der Familiennachzug zum Vornherein belastet und eine erfolgreiche Integration stark gef�hrdet erscheine.
2.4.2 Die entsprechenden �berlegungen sind (teilweise) nachvollziehbar, gen�gen jedoch nicht, um bei einem fristgem�ssen Nachzug im Rahmen einer Gesamtw�rdigung darauf schliessen zu lassen, dass der beantragte Nachzug offensichtlich und eindeutig gegen die Kindsinteressen verst�sst: Wie bereits dargelegt, ist es in erster Linie an den Eltern und nicht an den Migrationsbeh�rden, die Interessen der Kinder wahrzunehmen. Der Beschwerdef�hrer hat einen sachgerechten, regelm�ssigen Kontakt mit seinen Kindern in der Heimat aufrecht erhalten; diese haben - zumindest teilweise und punktuell - bereits mit ihm in der Schweiz und hernach w�hrend f�nf Jahren in der Heimat zusammengelebt. Er hat sich immer um sie gek�mmert. Bis zur Einreichung des Nachzugsgesuchs hielten sich die Kinder zwar w�hrend dreier Jahre bei ihrer Mutter auf, doch standen sie auch in dieser Zeit in st�ndigem Kontakt zu ihrem Vater. Aufgrund des Scheidungsurteils aus dem Jahr 2004, worin das Sorgerecht bereits damals diesem �bertragen worden war, gingen die Beschwerdef�hrer davon aus, dass die Kinder in die Schweiz nachfolgen w�rden, falls sich die Ehe als best�ndig erweisen sollte. In seiner Einvernahme vom 18. April 2005 wies der Beschwerdef�hrer daraufhin, dass er seine vier Kinder nachziehen m�chte, falls es die finanziellen Mittel erlauben sollten. Die Beschwerdef�hrerin ihrerseits hielt am 22. Juni 2005 fest, dass das ein Thema sei, ihr Gatte aber erst eine Arbeit finden m�sse, bevor dann weiter geschaut werde; zudem m�ssten auch die Kinder einverstanden sein.
2.4.3 Die Beschwerdef�hrer sind sich der den Kindern drohenden Schwierigkeiten durchaus bewusst und, wie ihr Angebot zum Abschluss von Integrationsvereinbarungen belegt (vgl. Art. 54 Abs. 1 AuG), bereit, das N�tige vorzukehren, um ihnen das Einleben in den hiesigen Verh�ltnisse zu erleichtern. Die Kinder haben schon in der Heimat begonnen, Deutsch zu lernen, womit eine Kommunikation mit der Stiefmutter durchaus m�glich erscheint. Auch das Departement f�r Justiz- und Sicherheit hat anerkannt, dass F.________, G.________ und H.________ �ber "elementare Deutschkenntnisse" verf�gen. Zwar werden die Kinder hier nicht zu untersch�tzende Anpassungsschwierigkeiten �berwinden m�ssen, doch scheint eine Integration mit Blick auf das hier bestehende famili�re Umfeld - mit Cousins und Cousinen - und wegen der bisherigen Beziehungen der Kinder zur Schweiz bzw. zu ihrem Vater und zur Stiefmutter nicht ausgeschlossen (vgl. das Urteil 2C_606/2009 vom 17. M�rz 2010 E. 2.4.2).
2.4.4 Dass die eine Tochter inzwischen vollj�hrig ist und die andere es bald wird, steht deren Nachzug nicht entgegen: Wie das Bundesgericht bereits entschieden hat, ist das Alter im Moment des Gesuchs ausschlaggebend, nicht dasjenige im jeweiligen Rechtsmittelverfahren (BGE 136 II 497 E. 3.7). Dies muss um so mehr gelten, wenn sich das kantonale Bewilligungsverfahren trotz wiederholter Interventionen der Betroffenen - wie hier - in die L�nge zieht (vgl. BGE 136 II 497 E. 3.4 S. 503). Kinder bzw. Jugendliche �ber 12 Jahren erhalten im Familiennachzug bloss eine Aufenthaltsbewilligung, welche bei Scheitern der Integration widerrufen oder unter Umst�nden nicht erneuert werden kann (vgl. Art. 51 AuG); es besteht damit eine hinreichende M�glichkeit, auf bef�rchtete Integrationsdefizite zu reagieren, falls sich diese tats�chlich bewahrheiten sollten.
2.4.5 Soweit das Verwaltungsgericht festgestellt hat, dass der Nachzug zu verweigern sei, da keine bedarfsgerechte Wohnung vorliege, �bersieht es, dass diese Voraussetzung nur bei der Bewilligungserteilung im Ermessenbereich von Art. 44 AuG im Gesetz genannt wird, nicht indessen im hier zur Diskussion stehenden Anspruchsbereich von Art. 43 AuG. Zwar spielen die Wohnverh�ltnisse auch in diesem Zusammenhang eine gewisse Rolle, nachdem das Gesetz verlangt, dass die Familienmitglieder zusammen wohnen m�ssen, doch d�rfen die entsprechenden Anforderungen nicht - wie dies die Vorinstanz hier getan hat - schematisch gehandhabt werden; entscheidend ist im Rahmen einer Gesamtsicht der Schutz vor unw�rdigen Lebensbedingungen (vgl. MARTINA CARONI, in: Caroni/G�chter/Thurnherr [Hrsg.], SHK Ausl�ndergesetz, 2010, Art. 42 N. 20, Art. 44 N. 11), das Kindsinteresse und der Vorbehalt einer allf�lligen F�rsorgeabh�ngigkeit bei ver�nderten Wohnverh�ltnissen. Vorliegend bestehen keinerlei Hinweise darauf, dass die Beschwerdef�hrer nicht, wie von ihnen in Aussicht gestellt, zu gegebener Zeit f�r den erforderlichen Wohnraum sorgen w�rden. Die Beschwerdef�hrer erzielen ein gemeinsames Einkommen von Fr. 9'000.-- pro Monat; die kantonalen Beh�rden machen nicht geltend, dass dies f�r den geplanten Familiennachzug - einschliesslich einer angemessenen Wohnung - nicht ausreichen w�rde, zumal aufgrund der langen Verfahrensdauer eine Erwerbst�tigkeit der �lteren T�chter nunmehr absehbar erscheint. Zwar wurde nicht dargelegt, wie die beiden erwerbst�tigen Beschwerdef�hrer die Betreuung der beiden j�ngeren Kinder sicherstellen wollen (zur EMRK-rechtlichen Zul�ssigkeit dieses Kriteriums: vgl. das Urteil 2C_73/2010 vom 27. Juli 2010 E. 5.4), doch scheint dies mit Blick auf deren Alter und die anderen in der Schweiz niedergelassenen Familienmitglieder nicht mit Hindernissen verbunden, die vor dem Bewilligungsentscheid zus�tzliche Abkl�rungen erforderlich machen w�rden. Der Fall ist nicht mit dem vom Bundesgericht am 26. August 2010 beurteilten zu vergleichen, wo ein alleinstehender, in Schicht arbeitender Vater mit einem Einkommen von knapp Fr. 4'500.-- drei Kinder nachziehen wollte (vgl. das Urteil 2C_44/2010 vom 26. August 2010 E. 2.3.2).
3.1 Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen und das kantonale Migrationsamt anzuweisen, den am 14. Oktober 2008 beantragten Familiennachzug im Rahmen von Art. 43 AuG zu gestatten und F.________, G.________, H.________ und I.________ die hierf�r erforderlichen Bewilligungen zu erteilen. Es kann unter diesen Umst�nden dahin gestellt bleiben, ob sich die schweizerische Stiefmutter - wie sie geltend macht - f�r den Familiennachzug auf Art. 42 AuG berufen k�nnte, was das Bundesgericht in seiner Rechtsprechung in F�llen wie dem vorliegenden bisher abgelehnt hat (vgl. BGE 2C_711/2010 vom 1. April 2011 E. 1.2).
3.2 Dem Verfahrensausgang entsprechend sind keine Kosten zu erheben (Art. 66 Abs. 4 BGG). Der Kanton Thurgau hat die Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren angemessen zu entsch�digen (Art. 68 BGG). Das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau wird �ber die Kostenverteilung f�r die kantonalen Verfahren neu zu befinden haben.
Die Beschwerde wird gutgeheissen und das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 19. Januar 2011 wird aufgehoben. Das Migrationsamt des Kantons Thurgau wird angewiesen, dem Nachzugsgesuch der Beschwerdef�hrer vom 14. Oktober 2008 zu entsprechen und F.________, G.________, H.________ und I.________ die entsprechenden Bewilligungen zu erteilen.
2.2 Der Kanton Thurgau hat die Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 3'500.-- zu entsch�digen.
2.3 Das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau hat �ber die Kosten- und Entsch�digungsfrage f�r die kantonalen Verfahren neu zu befinden.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau sowie dem Bundesamt f�r Migration schriftlich mitgeteilt.