Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202002,%20673
Timestamp: 2020-03-30 11:16:54
Document Index: 204932469

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 535', '§ 9', '§ 9', '§ 536', 'BGH', '§ 309', '§ 309', '§ 309', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 538', '§ 536', 'BGH', '§ 536', '§ 538', '§ 307', 'BGH', '§ 9', 'BGH', '§ 9', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 24.10.2001 - VIII ARZ 1/01 - dejure.org
https://dejure.org/2001,189
BGH, 24.10.2001 - VIII ARZ 1/01 (https://dejure.org/2001,189)
BGH, Entscheidung vom 24.10.2001 - VIII ARZ 1/01 (https://dejure.org/2001,189)
BGH, Entscheidung vom 24. Januar 2001 - VIII ARZ 1/01 (https://dejure.org/2001,189)
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§ 535 Abs. 1 Satz 2 BGB, § 9 Abs. 2 Nr. 2 AGBGB, Formularmietvertrag: Haftungsausschluß für leichte Fahrlässigkeit ist unwirksam (Gesichtspunkt des versicherbaren Risikos)
Ausschluss von Schadenersatzansprüchen - Vertragsrecht - Mietrecht - Schadensersatzanspruch - Überraschende Klausel
Kein formularmäßiger Ausschluss der Haftung für leichte Fahrlässigkeit des Wohnungsvermieters bei durch Mängel der Mietsache verursachten Sachschäden
Unwirksamkeit einer formularmäßigen Beschränkung der Haftung des Vermieters auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit
Haftung des Vermieters für Sachschäden des Mieters durch Mängel der Mietsache
Unwirksamer vertraglicher Haftungsausschluss zugunsten des Vermieters in AGB
Mietrecht - Schadenhaftung vertraglich ausschließbar?
Vertraglicher Ausschluss von Schadensersatzansprüchen wegen Sachschäden
Vermieter haftet bei Fahrlässigkeit für Schäden in der Wohnung des Mieters
Mietrecht; Haftungsbeschränkung des Vermieters für Sach- und Vermögensschäden des Mieters
AGBG § 9 Abs. 2; BGB §§ 536 ff.
Kein formularmäßiger Ausschluss der Haftung für leichte Fahrlässigkeit des Wohnungsvermieters für durch Mängel der Mietsache verursachte Sachschäden
Mietrecht, Ausschluss der Schadensersatzhaftung für leicht fahrlässig verschuldete Mängel der Mietsache durch Formularvertrag
Unwirksamkeit von Klauseln zur Freizeichnung des Vermieters von der Haftung für Schäden durch Mängel der Mietsache
Haftungsausschluss für leichte Fahrlässigkeit in Allgemeinen Geschäftsbedingungen: Wirksam? (IBR 2002, 387)
BGHZ 149, 89
NJW 2002, 673
ZIP 2002, 220
MDR 2002, 330
NZM 2002, 116
ZMR 2002, 184
WM 2002, 1019
DB 2002, 1441 (Ls.)
Die Haftungsbegrenzung kann daher grundsätzlich auch so erfolgen, dass die Haftung unter Herausnahme atypischer Schäden auf den vertragstypisch zu erwartenden Schaden beschränkt wird (…Dammann, aaO § 309 Nr. 7 Rn. 110;… Fuchs in Ulmer/Brandner/Hensen, AGB-Recht, 11. Aufl., § 309 Nr. 7 Rn. 39 f.;… MünchKommBGB/Wurmnest, 6. Aufl., § 309 Nr. 7 Rn. 30; jeweils mwN;… vgl. auch Senatsurteil vom 27. September 2000 - VIII ZR 155/99, aaO S. 244 f.; Senatsbeschluss vom 24. Oktober 2001 - VIII ARZ 1/01, BGHZ 149, 89, 99).
Die Beurteilung, ob eine Haftungsbeschränkung angemessen ist, richtet sich maßgeblich nach der Möglichkeit einer Risikobeherrschung durch den Verwender (BGH, Urteil vom 30. November 2004 - X ZR 133/03, VersR 2005, 804 unter II 2 c (3); Beschluss vom 24. Oktober 2001 - VIII ARZ 1/01, aaO S. 98 mwN).
Es spricht deshalb für die Zulässigkeit eines Haftungsausschlusses, wenn der Verwender sich im hier gegebenen Rahmen von Schadensrisiken freizeichnet, die er - weil weder vorhersehbar noch vertragstypisch - nicht überschauen oder sonst in zumutbarer Weise vermeiden kann (vgl. BGH, Urteil vom 23. April 1991 - XI ZR 128/90, BGHZ 114, 238, 243; Beschluss vom 24. Oktober 2001 - VIII ARZ 1/01, aaO).
Darauf, ob im Gewerberaummietrecht die verschuldensabhängige Haftung nach § 538 Abs. 1 2. Alt. BGB a.F. (jetzt § 536 a Abs. 1 2. Alt. BGB) ebenfalls durch Formularverträge ausgeschlossen werden kann oder dies besonderen Schranken unterliegt (zum Wohnungsmietrecht vgl. BGHZ 149, 89 96 ff. = NJW 2002, 673, 675 und Staudinger/Emmerich aaO § 536 a Rdn. 45), kommt es hier nicht an, weil die Beklagte zu 4 verschuldensunabhängig auf der Grundlage der Garantiehaftung des § 538 Abs. 1 1. Alt. BGB a.F. haftet.
Da § 307 Abs. 2 Nr. 2 BGB ein Verbot der Aushöhlung zentraler Vertragspflichten (sog. Kardinalpflichten) enthält, sind als wesentliche Vertragspflichten jedenfalls die im Gegenseitigkeitsverhältnis stehenden Hauptpflichten eines Vertrags anzusehen (BGHZ 149, 89, 96 f. zur gleichlautenden früheren Vorschrift des § 9 Abs. 2 Nr. 2 AGBG).
Jedenfalls die im Gegenseitigkeitsverhältnis stehenden Hauptpflichten eines Vertrags sind als wesentliche Vertragspflichten in diesem Sinne anzusehen (BGH, NJW 2002, 673, 675).
Der Bundesgerichtshof hat mit Rechtsentscheid vom 24.10.2001 (NJW 2002, 673 ff.) erkannt, dass im Rahmen eines Wohnraummietvertrages der Ausschluss der Haftung des Vermieters für Schäden durch Mängel an der Mietsache, die der Vermieter fahrlässig zu vertreten hat, den Mieter als Verwender nach § 9 AGBG entgegen den Geboten von Treu und Glauben unangemessen benachteiligt.
OLG Köln, 23.03.2004 - 22 U 139/03
Keine Haftung des Vermieters bei Drittschäden durch auslaufendes Aquarium eines …
Die jüngere Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (BGHZ 149, 89 [95 ff.] = NJW 2202, 673 [675] = NZM 2002, 116 = WuM 2002, 141 = ZMR 2002, 184) gibt keinen Anlass, eine solche Haftungsbeschränkung für den Bereich der gewerblichen Miete, in dem sich gleichgewichtige Vertragspartner gegenüberstehen, in Individualvereinbarungen auszuschließen.
Der Verwender kann sein Risiko durch Abschluss einer Haftpflichtversicherung gering halten, während der Kunde üblicherweise keinen Versicherungsschutz gegen eine nicht rechtzeitige Lieferung besitzt (vgl. BGH NJW 2002, 673, 675).
Die Abbedingung der Haftung für eine mit leichter Fahrlässigkeit begangenen Vertragsverletzung ist zulässig (BGH, NJW 2002, 673).
Denn der Haftungsausschluss führt nicht zu einer Aushöhlung derjenigen vertraglichen Pflichten (Kardinalpflichten), die die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrages erst ermöglichen und auf deren Erfüllung der Vertragspartner des Verwenders deshalb vertraut und vertrauen darf (BGH, NJW 2002, 673).