Source: https://www.hensche.de/urteile-und-kommentare-zum-thema-sozialauswahl.html
Timestamp: 2019-06-25 17:53:15
Document Index: 175581019

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 111', '§ 1', '§ 1', '§ 2', '§ 2', '§ 2']

Urteile und Kommentare: Sozialauswahl - HENSCHE Arbeitsrecht
Ur­teil­s­an­mer­kun­gen zum The­ma So­zi­al­aus­wahl von 2004 bis heu­te: Hen­sche Rechts­an­wäl­te, Kanz­lei für Ar­beits­recht
Un­ser Rechts­an­walts­team kom­men­tiert seit 2001 lau­fend ak­tu­el­le Ur­tei­le und wich­ti­ge Ge­set­zes­än­de­run­gen zum Ar­beits­recht, un­ter an­de­rem zum The­ma So­zi­al­aus­wahl.
08.04.2014. Gibt es bei ei­ner be­triebs­be­ding­ten Kün­di­gungs­wel­le ei­ni­ge freie Ar­beits­plät­ze mit an­de­ren Auf­ga­ben, rei­chen die­se aber nicht für al­le vom Stel­len­ab­bau be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer aus, muss der Ar­beit­ge­ber bei der Ver­tei­lung der knap­pen frei­en Stel­len ei­ne So­zi­al­aus­wahl vor­neh­men. Da­zu muss er so­zi­al schutz­be­dürf­ti­ge­ren Ar­beit­neh­mern die frei­en Stel­len an­bie­ten, not­falls mit ei­ner Än­de­rungs­kün­di­gung: Lan­des­ar­beits­ge­richt Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Ur­teil vom 19.03.2014, 3 Sa 128/13.
13/214 Sozialauswahl bei der Kündigung von Leiharbeitnehmern
29.07.2013. Wenn Zeit­ar­beits­fir­men ei­nem ih­rer Ar­beit­neh­mer aus be­triebs­be­ding­ten Grün­den kün­di­gen, müs­sen sie in der Re­gel ei­ne So­zi­al­aus­wahl vor­neh­men. Da­bei sind auch die­je­ni­gen Ar­beit­neh­mer in die Aus­wahl ein­zu­be­zie­hen, die zum Zeit­punkt der Kün­di­gung ge­ra­de bei ei­nem Kun­den ein­ge­setzt wer­den: BAG, Ur­teil vom 20.06.2013, 2 AZR 271/12.
30.04.2012. Aus ei­ner Pres­se­mit­tei­lung des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Ba­den-Würt­tem­berg geht her­vor, dass im April 2012 ins­ge­samt 462 Kün­di­gungs­schutz­kla­gen ge­gen Fir­ma Schle­cker in Ba­den-Würt­tem­berg an­hän­gig ge­macht wur­den: LAG Ba­den-Würt­tem­berg, Pres­se­mit­tei­lung vom 24.04.2012.
21.11.2011. Nach Auf­fas­sung des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Düs­sel­dorf ist ei­ne So­zi­al­aus­wahl "grob feh­ler­haft", wenn Ar­beit­neh­mer von ihr aus­ge­nom­men wer­den, weil sie Ar­bei­ten ver­rich­ten, in die die ge­kün­dig­ten Ar­beit­neh­mer erst vier Wo­chen lang ein­ge­ar­bei­tet wer­den müss­ten: LAG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 06.07.2011, 7 Sa 1859/10.
08.08.2011. Bei be­triebs­be­ding­ten Kün­di­gun­gen muss der Ar­beit­ge­ber ei­ne So­zi­al­aus­wahl vor­neh­men, wenn nur ein Teil der Be­leg­schaft ent­las­sen wer­den soll. An­hand von Be­triebs­zu­ge­hö­rig­keit, Le­bens­al­ter, Un­ter­halts­pflich­ten und ei­ner et­wai­gen Schwer­be­hin­de­rung soll er­mit­telt wer­den, wer ei­ne Kün­di­gung am ehes­ten bzw. am schlech­tes­ten ver­kraf­ten wür­de (§ 1 Abs.3 Satz 1 KSchG). Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Köln meint, dass ein 53jähriger ge­werb­li­cher Ar­beit­neh­mer oh­ne Kin­der auf­grund schlech­test­mög­li­cher Ar­beits­markt­chan­cen schutz­be­dürf­ti­ger ist als 35jähriger mit zwei Kin­dern: LAG Köln, Ur­teil vom 18.02.2011, 4 Sa 1122/10.
11.11.2010. So­zi­al­plä­ne die­nen da­zu, die durch Be­trieb­s­än­de­run­gen ent­ste­hen­den wirt­schaft­li­chen Nach­tei­le der be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer ab­zu­mil­dern. Doch fi­nan­zi­ell gut aus­ge­stat­te­te So­zi­al­plä­ne ha­ben oft ei­nen Preis: Ar­beit­ge­ber ver­su­chen, dem Be­triebs­rat im Ge­gen­zug ei­ne Na­mens­lis­te ab­zu­han­deln. Ar­beit­neh­mer, die auf ei­ner sol­chen Na­mens­lis­te ste­hen, soll­ten sich aber nicht vor­schnell ent­mu­ti­gen las­sen. Denn hin und wie­der sind Na­mens­lis­ten for­mal­ju­ris­tisch an­greif­bar: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 16.07.2010, 13 Sa 758/10.
01.09.2010. Das Kün­di­gungs­schutz­ge­setz er­leich­tert Ar­beit­ge­bern ei­ne be­triebs­be­ding­te Kün­di­gung, wenn sie auf­grund ei­ner Be­trieb­s­än­de­rung nach § 111 des Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes er­folgt und die Na­men der Kün­di­gungs­kan­di­da­ten in ei­nem In­ter­es­sen­aus­gleich ge­nannt wer­den. Die Be­trieb­s­än­de­rung muss da­bei "er­heb­li­che Tei­le" der Be­leg­schaft be­tref­fen. Bis­her nicht deut­lich ge­nug wur­de in der Recht­spre­chung die Fra­ge the­ma­ti­siert, ob die Be­leg­schaft des ge­sam­ten Be­trie­bes oder (nur) der be­trof­fe­nen Ab­tei­lung Maß­stab für die Fra­ge der Er­heb­lich­keit ist. Ei­ne schon et­was äl­te­re Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­rich­tes Ba­den-Würt­tem­berg sorgt für Klar­heit: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ba­den-Würt­tem­berg, Ur­teil vom 21.09.2009, 4 Sa 41/08.
10/053 Lohndumping bei Schlecker: Teil 1
17.03.2010. Der vor­lie­gen­de Bei­trag be­fasst sich mit dem Auf­stieg von An­ton Schle­cker, dem In­ha­ber der Schle­cker-Dro­ge­rie­märk­te, der in die Kri­tik ge­ra­ten ist, in be­son­de­rem Ma­ße Lohn­dum­ping zu be­trei­ben.
27.07.2009. Das Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) hat ent­schie­den, dass es grob feh­ler­haft im Sin­ne des § 1 Abs.5 Kün­di­gungs­schutz­ge­setz (KSchG) ist, wenn der Ar­beit­ge­ber al­le ge­werb­li­chen Ar­beit­neh­mer als ver­gleich­bar be­ur­teilt, sich an­schlie­ßend je­doch zur Be­grün­dung be­rech­tig­ter be­trieb­li­cher Be­dürf­nis­se, die ei­ner So­zi­al­aus­wahl ent­ge­gen­ste­hen, dar­auf be­ruft, dass ein­zel­ne Ar­beit­neh­mer ge­gen­über ei­nem ge­kün­dig­ten Ar­beit­neh­mer Vor­ge­setz­ten­funk­tio­nen wahr­neh­men. Al­lein mit der Vor­ge­setz­ten­stel­lung kann die Her­aus­nah­me aus dem Kreis der ver­gleich­ba­ren Ar­beit­neh­mer bzw. aus der So­zi­al­aus­wahl un­ter sol­chen Um­stän­den nicht be­grün­det wer­den: Hes­si­sches LAG, Ur­teil vom 22.01.2009, 14 Sa 1173/08.
19.11.2008. Nach ei­nem vor zwei Wo­chen er­gan­ge­nen Ur­teil des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) sind die Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bo­te des All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­set­zes (AGG) auch bei Kün­di­gun­gen zu be­ach­ten. Das Ver­bot der Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung (§§ 1, 10 AGG) be­deu­tet aber nicht, dass man bei der So­zi­al­aus­wahl nicht sog. Al­ters­grup­pen bil­den dürf­te, um auf die­se Wei­se das Ge­wicht des Le­bens­al­ters bei der So­zi­al­aus­wahl zu be­gren­zen. Ei­ne sol­che Min­de­rung der Be­deu­tung des Al­ters bei der So­zi­al­aus­wahl ist kei­ne ver­bo­te­ne Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung äl­te­rer Ar­beit­neh­mer: BAG, Ur­teil vom 06.11.2008, 2 AZR 701/07.
17.09.2007. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Nie­der­sa­chen hat in den Kar­mann-Fäl­len ent­schie­den, dass der Ar­beit­ge­ber bei der So­zi­al­aus­wahl Al­ters­grup­pen bil­den darf. Es ist wei­ter­hin zu­läs­sig, die der So­zi­al­aus­wahl ent­spre­chen­de Bes­ser­stel­lung äl­te­rer Ar­beit­neh­mer auf die Ar­beit­neh­mer in­ner­halb der je­wei­li­gen Al­ters­grup­pe zu be­schrän­ken: LAG Nie­der­sa­chen, Ur­teil vom 13.07.2007, 16 Sa 274/07 u.a. (Kar­mann).
30.05.2007. In ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil hat das Ar­beits­ge­richt Os­na­brück ent­schie­den, dass das All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) ein Maß­stab für Fra­gen der So­zi­al­aus­wahl sein kann und da­mit bei Kün­di­gun­gen be­ach­tet wer­den muss, ob­wohl das AGG ge­mäß § 2 Abs.4 AGG auf Kün­di­gun­gen ei­gent­lich nicht an­zu­wen­den ist. Au­ßer­dem meint das Ar­beits­ge­richt, dass die Bil­dung von Al­ters­grup­pen bei der So­zi­al­aus­wahl ei­ne ver­bo­te­ne Dis­kri­mi­nie­rung der äl­te­ren Ar­beit­neh­mer we­gen ih­res Al­ters dar­stellt: Ar­beits­ge­richt Os­na­brück, Ur­teil vom 05.02.2007, 3 Ca 724/06.
05.12.2006. Das All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) dient dem eu­ro­pa­recht­lich vor­ge­schrie­be­nen Schutz von Ar­beit­neh­mern ge­gen­über Dis­kri­mi­nie­run­gen im Er­werbs- bzw. Ar­beits­le­ben. Da § 2 Abs.4 AGG deut­lich macht, dass das AGG am be­ste­hen­den Kün­di­gungs­schutz­recht nichts än­dern soll, fragt sich, ob die­se Vor­schrift ei­nen eu­ro­pa­recht­lich aus­rei­chen­den Schutz vor dis­kri­mi­nie­ren­den Kün­di­gun­gen ver­hin­dert. Um dies zu ver­hin­dern, muss § 2 Abs.4 AGG ein­schrän­kend in­ter­pre­tiert wer­den.
06/19 Bundesarbeitsgericht lockert Sozialauswahl bei Kündigungen.
05/03 BAG beschränkt Altersgruppenbildung bei der Sozialauswahl.
03.05.2005. Will der Ar­beit­ge­ber bei ei­ner be­triebs­be­ding­ten Kün­di­gungs­wel­le ei­ne So­zi­al­aus­wahl nur in­ner­halb von Ar­beit­neh­mern der­sel­ben Al­ters­grup­pe vor­neh­men, so muß er dar­le­gen, wor­aus sich die be­rech­tig­ten be­trieb­li­chen Be­dürf­nis­se für ei­ne Er­hal­tung der bis­he­ri­gen (aus­ge­wo­ge­nen) Al­ters­struk­tur er­ge­ben sol­len. Er muß da­her vor­tra­gen, wel­che Nach­tei­le sich er­ge­ben wür­den, wenn man die So­zi­al­aus­wahl oh­ne Bil­dung von Al­ters­grup­pen vor­neh­men wür­de: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Be­schluss vom 20.04.2005, 2 AZR 201/04.
07.01.2004. Am 19.12.2003 ha­ben sich Re­gie­rung und Op­po­si­ti­on im Ver­mitt­lungs­aus­schuss auf ein "Re­form­pa­ket" im Rah­men der Agen­da 2010 ge­ei­nigt. Durch das Re­form­pa­ket sind zum Jah­res­an­fang 2004 ei­ni­ge wich­ti­ge Än­de­run­gen im Ar­beits­recht in Kraft ge­tre­ten. Ge­än­dert wur­de u.a. die De­fi­ni­ti­on von "Klein­be­trieb" im Sin­ne des Kün­di­gungs­schutz­ge­set­zes (KSchG). Au­ßer­dem ha­ben Ar­beit­neh­mer künf­tig die Mög­lich­keit, bei be­triebs­be­ding­ten Kün­di­gun­gen zwi­schen ei­ner Ab­fin­dung und ei­ner Kün­di­gungs­schutz­kla­ge zu wäh­len.