Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BauR%202013,%20462
Timestamp: 2019-06-19 00:08:38
Document Index: 21638517

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 22.11.2012 - VII ZR 222/12 - dejure.org
https://dejure.org/2012,39711
BGH, 22.11.2012 - VII ZR 222/12 (https://dejure.org/2012,39711)
BGH, Entscheidung vom 22.11.2012 - VII ZR 222/12 (https://dejure.org/2012,39711)
BGH, Entscheidung vom 22. November 2012 - VII ZR 222/12 (https://dejure.org/2012,39711)
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AGB eines Abfallentsorgungsunternehmens: Inhaltskontrolle einer Klausel zur Zahlung des vollen Entgelts trotz Minderanlieferung ohne Ausgleich
"Bring-or-pay"-Klausel in AGB eines Abfallunternehmens ist unwirksam
Wirksamkeit einer Klausel in Allgemeinen Geschäftsbedingungen eines Abfallentsorgungsunternehmens zum Entgelt bei Nichtanlieferung der vereinbarten Quartalsmenge Abfall
Wirksamkeit von "Bring-or-Pay-Klauseln" in AGB
"Bring or pay-Verpflichtung" in Formularvertrag unwirksam!
AGB-Recht: Zur Unterscheidung von AGB und ausgehandeltem Vertragstext
Preisnebenabreden unterliegen, anders als reine Preisabreden, der AGB-rechtlichen Inhaltskontrolle
"Bring-or-pay"-Klausel
Bring-or-Pay-Klausel
Vorformulierte Vertragsklausel ist auch nach Erörterung nicht ausgehandelt! (IBR 2013, 111)
Welche AGB-Klauseln sind kontrollfähig? (IBR 2013, 110)
Wann ist eine AGB-Klausel unangemessen? (IBR 2013, 1281)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 22.11.2012, Az.: VII ZR 222/12 (Individualabrede bei "unverhandelbarer" Position - "bring-or-pay-Klausel")" von RA Dr. Tobias Faber und RA Dr. Alexander Stefan Rieger, original erschienen in: NJW 2013, 856 - 859.
Kurznachricht zu "Die Kontrollstrenge des AGB-Rechts" von Prof. Lars Leuschner, original erschienen in: NJW 2016, 1222 - 1225.
Kurznachricht zu "AGB-Kontrolle - kein Standortnachteil" von RA Prof. Dr. Friedrich Graf von Westphalen, original erschienen in: BB 2013, 1357 - 1360.
Kurznachricht zu "Plädoyer für ein Beibehalten der strengen Rechtsprechung zur AGB-Klauselkontrolle im Unternehmerischen Bereich am Beispiel des Gewerberaummietrechts" von RA Prof. Dr. Friedrich Graf v. Westphalen, original erschienen in: NZM 2016, 369 - 377.
NJW 2013, 856
MDR 2013, 203
NVwZ 2013, 382
NZM 2013, 159
BauR 2013, 462
ZfBR 2013, 151
Ein Aushandeln setzt voraus, dass der Verwender den gesetzesfremden Kerngehalt seiner Allgemeinen Geschäftsbedingung inhaltlich ernsthaft zur Disposition stellt und dem Verhandlungspartner Gestaltungsfreiheit zur Wahrung eigener Interessen einräumt mit zumindest der realen Möglichkeit, die inhaltliche Ausgestaltung der Vertragsbedingungen zu beeinflussen (vgl. BGH…, Urteil vom 22. Oktober 2015 - VII ZR 58/14, NZBau 2016, 213 Rn. 25;… Urteil vom 20. März 2014 - VIII ZR 404/12, BGHZ 200, 326 Rn. 27; Urteil vom 22. November 2012 - VII ZR 222/12, NJW 2013, 856 Rn. 10).
Auch wenn der Text unverändert bleibt, kann aber ausnahmsweise eine Individualvereinbarung vorliegen, wenn der andere Teil nach gründlicher Erörterung von der Sachgerechtigkeit der Regelung überzeugt wird und ihr zustimmt (vgl. BGH, Urteile vom 22. November 2012 - VII ZR 222/12, NJW 2013, 856 Rn. 10 mwN …und vom 26. März 2015 - VII ZR 92/14, WM 2015, 867 Rn. 33, für BGHZ bestimmt).
Er muss sich also deutlich und ernsthaft zur gewünschten Änderung einzelner Klauseln bereit erklären (BGH, Urteil vom 22. November 2012 - VII ZR 222/12, BauR 2013, 462 Rn. 10).
Er muss sich also deutlich und ernsthaft zur gewünschten Änderung einzelner Klauseln bereit erklären (…BGH, Urteile vom 20. März 2014 - VII ZR 248/13, BGHZ 200, 326 Rn. 27; vom 22. November 2012 - VII ZR 222/12, BauR 2013, 462 Rn. 10).
Allenfalls unter besonderen Umständen kann ein Vertrag auch dann als Ergebnis eines "Aushandelns" gewertet werden, wenn es schließlich nach gründlicher Erörterung bei dem gestellten Entwurf verbleibt (BGH, Urteil vom 22. November 2012 - VII ZR 222/12, aaO; Versäumnisurteil vom 23. Januar 2003 - VII ZR 210/01, BGHZ 153, 311, 321 m.w.N.).
Für ein Aushandeln nach dieser Norm ist es erforderlich, dass der Verwender die betreffende Klausel inhaltlich ernsthaft zur Disposition stellt und sich deutlich und ernsthaft zur gewünschten Änderung der Klausel bereit erklärt (BGH, Urteile vom 22. November 2012 - VII ZR 222/12, NJW 2013, 856 Rn. 10 mwN …und vom 20. März 2014 - VII ZR 248/13, BGHZ 200, 326 Rn. 27).
Demnach liegt eine ausreichende Gestaltungsbeteiligung vor allem dann vor, wenn der Kunde eigene Vertragsoptionen bzw. von ihm ausgehende Änderungswünsche in die Verhandlungen bzw. den Vertragstext einbringen kann (vgl. BGH NJW 2013, 856 ff.).
Von einem Aushandeln ist nur dann auszugehen, wenn der Verwender den gesetzesfremden Kerngehalt seiner Allgemeinen Geschäftsbedingung inhaltlich ernsthaft zur Disposition stellt und dem Verhandlungspartner Gestaltungsfreiheit zur Wahrung eigener Interessen einräumt mit zumindest der realen Möglichkeit, die inhaltliche Ausgestaltung der Vertragsbedingungen zu beeinflussen (vgl. BGH…, Urteil vom 20. März 2014 - VII ZR 248/13, BGHZ 200, 326 Rn. 27; Urteil vom 22. November 2012 - VII ZR 222/12, BauR 2013, 462 Rn. 10;… Urteil vom 23. Januar 2003 - VII ZR 210/01, BGHZ 153, 311, 321, juris Rn. 47 m.w.N.).
Ein Aushandeln könnte daher allenfalls in Betracht kommen, wenn der Beklagte als Ergebnis eines Verhandlungsprozesses sich den Inhalt der Klausel zu eigen gemacht und als sachlich berechtigt akzeptiert hätte (vgl. BGH, Urteil vom 22.11.2012 - VII ZR 222/12 - NJW 2013, 856, Tz. 13).
Es trifft zwar zu, dass nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs die Vertragsparteien aufgrund der bestehenden Privatautonomie Leistung und Gegenleistung grundsätzlich frei bestimmen können (vgl. BGH, Urteil vom 22. November 2011, VII ZR 222/12, zitiert nach Juris Tz. 16 m. w. N.).