Source: http://www.kanzlei-werz.de/aktuelles/privatpersonen.html
Timestamp: 2018-12-11 07:27:56
Document Index: 234589854

Matched Legal Cases: ['§ 16', '§ 16', '§ 2', '§ 18', '§ 19', 'BGH']

Am 1.1.2018 ist das neue Investmentsteuergesetz in Kraft getreten. Insbesondere für die Besteuerung von Privatpersonen enthält die neue pauschalierte Vorgehensweise wesentliche Vereinfachungen. Während im alten Investmentsteuerrecht die Erträge aus Investmentanteilen über eine komplizierte Auswertung von Veröffentlichungen der Investmentfonds im Bundesanzeiger ermittelt werden mussten, werden die steuerlichen Erträge gem. § 16 InvStG in Zukunft über eine pauschalierte Berechnung anhand einfacher – leicht einsehbarer - Eckdaten erfolgen.
Die steuerlichen Erträge ermitteln sich bei offenen Investmentfonds gem. § 16 Abs. 1 InvStG durch die Summierung sämtlicher im Veranlangungszeitraum erfolgten:
Ausschüttungen (§ 2 Nr. 11 InvStG)
Vorabpauschalen (§ 18 InvStG), welche sich grundsätzlich der Differenz von Basisertrag und den Ausschüttungen ergibt, mithin aus der Differenz von 70 % des Rücknahmepreises multipliziert mit der Rendite von langfristigen öffentlichen Anleihen (Basiszins) abzüglich der Ausschüttungen.
Gewinne aus Veräußerung von Investmentanteilen (§ 19 InvStG)
Ausschüttungen, Rücknahmepreise und Basiszins können unkompliziert aus veröffentlichten Finanzinformationen (z.B. Internet) entnommen werden. Die Berechnung des steuerlichen Ertrags ist somit nun auch dem Laien ohne erheblichen Aufwand und tieferes Verständnis für Investmentsteuerrecht möglich. Insofern handelt es sich für den Privatanleger um eine begrüßenswerte Reformierung.
Am 06.07.2016 hat der BGH eine Entscheidung zu Patientenverfügungen getroffen, die eine starke Veränderung zur bisherigen Praxis darstellt: Gefordert wird nunmehr eine Konkretisierung bestimmter ärztlicher Maßnahmen oder die Bezugnahme aus ausreichend spezifizierte Krankheiten oder Behandlungssituationen. Bestehende Patientenverfügungen, die allgemein gehalten sind, sollten vor diesem Hintergrund rasch angepasst werden.
Die EU-Erbrechts-VO wird nach einer Übergangszeit auf alle Erbfälle nach dem 16.08.2015 anwendbar sein. Zukünftig knüpft das Erbstatut an den letzten gewöhnlichen Aufenthalt des Erblassers und nicht mehr an die Staatsangehörigkeit an. Es besteht eine beschränkte Rechtswahl zugunsten des Heimatrechts des Erblassers. Die EU-Erbrechts-VO hat universelle Geltung, d.h. sie gilt nicht nur im Verhältnis der Mitgliedstaaten untereinander, sondern auch im Verhältnis zu Drittstaaten. Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland, Deutsche mit letztem Wohnsitz im Ausland und Inländer mit Vermögenswerten im Ausland sollten daher möglichst vor dem 16.08.2015 überprüfen (lassen), ob die letztwilligen Verfügungen angepasst werden müssen. Auch bei Maßnahmen der vorweggenommenen Erbfolge, bei denen auf erbrechtliche Regelungen verwiesen wird, müssen die Regelungen der EU-Erbrechts-VO bedacht werden. Für nähere Auskünfte stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Zum 17.08.2015 tritt die neue EU-Erbrechtsverordnung in Kraft. Letztwillige Verfügungen sollten unter Umständen jetzt noch angepasst werden.
Ab dem 17.08.2015 wird das Erbrecht für EU-Angehörige in einem wichtigen Punkt neu geregelt: Künftig bemisst sich das im Erbfall anwendbare Erbrecht nicht mehr nach der Staatsangehörigkeit des Erblassers, sondern nach dem gewöhnlichen Aufenthalt des Erblassers, d.h. nach dem Ort, an dem er seinen Lebensmittelpunkt hatte. Für deutsche Rentner, die ihren Lebensmittelpunkt z.B. aus Gründen der Pflegebedürftigkeit nach Spanien, in die Schweiz oder nach Polen verlegt haben, ergeben sich damit möglicherweise völlig andere Konsequenzen als gewollt. Beispiel: Das in Deutschland häufig gewählte gemeinsame Ehegattentestament wird in vielen europäischen Staaten nicht anerkannt, weshalb die letztwillige Verfügung dann als unwirksam angesehen wird und es auf die gesetzlichen Regelungen des Staates, in dem der gewöhnliche Aufenthalt besteht, ankommt.
Die Regelungen über die strafbefreiende Selbstanzeige werden voraussichtlich mit Wirkung zum 01.01.2015 verschärft. Zukünftig sind deutlich höhere Strafzuschläge zu zahlen: Für Hinterziehungsbeträge ab 25.000 € beträgt der Zuschlag künftig 10 Prozent, ab 100.000 € 15% und ab einem Hinterziehungsbetrag ab 1.000.0000 € 20%. Bislang beträgt der Zuschlag noch 5% ab einem Hinterziehungsbetrag ab 50.000 €. Zu einer Abgabe der Nachdeklaration noch im Jahr 2014 wird dringend geraten.