Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20K%C3%B6ln&Datum=20.07.2000&Aktenzeichen=7%20U%20201%2F97
Timestamp: 2020-03-29 09:12:55
Document Index: 350756563

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', 'BGH', '§ 640']

OLG Köln, 20.07.2000 - 7 U 201/97 - dejure.org
https://dejure.org/2000,3245
OLG Köln, 20.07.2000 - 7 U 201/97 (https://dejure.org/2000,3245)
OLG Köln, Entscheidung vom 20.07.2000 - 7 U 201/97 (https://dejure.org/2000,3245)
OLG Köln, Entscheidung vom 20. Juli 2000 - 7 U 201/97 (https://dejure.org/2000,3245)
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Verkehrssicherungspflicht ; Badeunfall; Positive Vertragsverletzung; Badbenutzungsvertrag; Materieller Schaden; Immaterieller Schaden; Schadensersatzpflicht
LG Aachen, 17.09.1997 - 4 O 117/97
LG Aachen, 17.09.1997 - 4 O 141/97
VersR 2002, 859
Neben Stürzen aus nach oben offenen Röhrenrutschen (vgl. OLG München, VersR 1974, 200) kommt es im Bereich der Wasserrutschen immer wieder dadurch zu Unfällen, daß Badegäste die Rutsche in falscher Körperlage benutzen (vgl. OLG Hamm, VersR 1979, 943; OLG Karlsruhe, VersR 1993, 709; OLG Saarbrücken mit NA-Beschluß des Senats vom 24. September 1996 - VI ZR 15/96 - VersR 1997, 377; vgl. auch Fritzweiler/Scheffen, SpuRt 1998, 148, 150 f.) oder aber in der Rutsche selbst oder am Rutschenauslauf mit anderen Benutzern zusammenstoßen (vgl. OLG Köln, VersR 1989, 159; KG, VersR 1990, 168;… OLG Karlsruhe, aaO; OLG Hamm, ZfS 1999, 50; OLG Köln mit NA-Beschluß des Senats vom 26. Juni 2001 - VI ZR 309/00 - VersR 2002, 859; OLG Stuttgart, NJW-RR 2003, 1531; OLG Celle, NJW-RR 2004, 20; LG Berlin, VersR 1994, 998; LG Aachen, ZfS 1995, 323; AG Friedberg, NJW-RR 1989, 738).
Der Sachverhalt in dem Fall OLG Köln VersR 2002, 859, der einen Unfall aus dem Jahre 1996 mit Querschnittslähmung des Vorausrutschenden betraf, weise Besonderheiten auf, die erheblich von den Gegebenheiten des vorliegenden Falles abwichen; dort sei ein Aufrutschen aufgrund der Umstände "nahezu an der Tagesordnung" gewesen.
Auf der Grundlage dieser allgemeinen Maßstäbe bestimmt sich auch das Maß der Verkehrssicherungspflicht für Schwimmbäder (vgl. etwa BGH, NJW-RR 2005, 251; NJW 2004, 1449; NJW 2000, 1946; Senat, Beschluss vom 04.03.2010, 7 U 98/09, VersR 2010, 1377; OLG Karlsruhe, NJW-RR 2008, 184; OLG Saarbrücken, NJW-RR 2007, 462; OLG Stuttgart, NJW-RR 2003, 1531; OLG Köln, VersR 2002, 859 - jeweils betreffend den Betrieb von Wasserrutschen).
Diesem Aspekt der Verkehrssicherungspflicht kommt er nach, wenn er durch inhaltlich und optisch klar gestaltete Hinweisschilder vor Benutzung der Rutsche die Besucher darauf hinweist, welche Rutschtechniken erlaubt und verboten sowie welche sonstigen Verhaltensmaßregeln zu beachten sind (BGH, NJW-RR 2005, 251 - bei juris Rn.24; OLG Celle, NJW 2006, 3284 - bei juris Rn.5; OLG Köln, VersR 2002, 859 - bei juris Rn.74).
Diese Voraussetzungen sind in der Regel nicht nur bei Verletzung von Schutzgesetzen (vgl. etwa: BGH NJW-RR 1986, 1350 = LM § 823 BGB (Ef) Nr. 17 = VersR 1986, 916 (917)) und bei Verstößen gegen Unfallverhütungsvorschriften (vgl. etwa: BGH LM § 640 RVO Nr. 20 = VersR 1984, 775 (776)), sondern auch bei der Verletzung von Verkehrssicherungspflichten anzunehmen (vgl. etwa: Senat, Urteil vom 20.7. 2000 - 7 U 201/97 -).
Anders als bei schriftlich gemachten Angaben von ungefähren Zeitwerten für den Rutschabstand, mit welchen nach der obergerichtlichen Rechtsprechung der Betreiber seiner Verkehrssicherungspflicht nicht nachkommt (OLG Köln, Urt. v. 20.07.00 - 7 U 201/97), ist durch den gewählten Modus einer zeitgesteuerten Ampelschaltung das Risiko eines Zusammenstoßes minimiert.