Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20R%2048/84
Timestamp: 2019-08-20 09:09:46
Document Index: 7495422

Matched Legal Cases: ['§ 103', '§ 103', '§ 118', '§ 102', '§ 152', '§ 152', '§ 152', '§ 152', '§ 115']

BFH, 30.04.1987 - VII R 48/84 - dejure.org
https://dejure.org/1987,731
BFH, 30.04.1987 - VII R 48/84 (https://dejure.org/1987,731)
BFH, Entscheidung vom 30.04.1987 - VII R 48/84 (https://dejure.org/1987,731)
BFH, Entscheidung vom 30. April 1987 - VII R 48/84 (https://dejure.org/1987,731)
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AO a.F. §§ 103, 109 Abs. 1, 118
Ermessensfehler - Ermessensentscheidung - Fehlende Begründung - Vorprägung der Ermessensentscheidung - Erschwerte Verschuldensform
AO (a.F.) §§ 103 109 Abs. 1 § 118
Eine nicht begründete Ermessensentscheidung ist regelmäßig rechtsfehlerhaft; Vorprägung der Ermessensentscheidung nur, wenn das FA erkennbar von erhöhtem Verschulden ausgegangen ist
BFHE 149, 511
BB 1987, 1593
BStBl II 1988, 170
Fehlt die erforderliche Begründung und wird sie auch nicht in zulässiger Form nachgeholt, ist der gegen den Bedachten ergangene Steuerbescheid bereits aus diesem Grund rechtswidrig und aufzuheben (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 30. April 1987 VII R 48/84, BFHE 149, 511, BStBl II 1988, 170, und vom 23. November 1993 VII R 32/93, BFHE 173, 274;… BFH-Beschluss vom 12. Juli 1999 VII B 2/99, BFH/NV 2000, 99).
In diesem Falle bedurfte es, wie der erkennende Senat wiederholt entschieden hat (…Urteile vom 2. Oktober 1986 VII R 28/83, BFH/NV 1987, 349;… vom 11. November 1986 VII R 3/82, BFH/NV 1987, 361, und vom 30. April 1987 VII R 48/84, BFHE 149, 511), einer Darlegung der Ermessenserwägungen, um die Ermessensbetätigung der Verwaltung gemäß § 102 FGO richterlich überprüfen zu können.
Die Finanzbehörde muß sämtliche in § 152 Abs. 2 Satz 2 AO 1977 erwähnten Beurteilungsmerkmale beachten und das Für und Wider gegeneinander abwägen (vgl. dazu BFH-Urteile vom 15. Juni 1983 I R 76/82, BFHE 139, 146, BStBl II 1983, 672; vom 30. April 1987 VII R 48/84, BFHE 149, 511, BStBl II 1988, 170).
Andernfalls ist der aufgrund einer Ermessensentscheidung erlassene Verwaltungsakt im Regelfall rechtsfehlerhaft (BFHE 149, 511, BStBl II 1988, 170).
Damit weiche es von den BFH-Urteilen vom 15. Juni 1983 I R 76/82 (BFHE 139, 146, BStBl II 1983, 672) und vom 30. April 1987 VII R 48/84 (BFHE 149, 511, BStBl II 1988, 170) ab, wonach sämtliche in § 152 Abs. 2 Satz 2 der Abgabenordnung (AO) genannten Kriterien im Einzelfall berücksichtigt werden müssten.
Der Hinweis des FG auf den präventiven Charakter des Verspätungszuschlages entspricht dem Wortlaut des § 152 Abs. 2 Satz 2 AO ("... Zweck, den Steuerpflichtigen zur rechtzeitigen Abgabe ... anzuhalten") und weicht nicht von den BFH-Urteilen in BFHE 139, 146, BStBl II 1983, 672 und in BFHE 149, 511, BStBl II 1988, 170 ab, wonach sämtliche in § 152 Abs. 2 Satz 2 AO genannten Kriterien im Einzelfall berücksichtigt werden müssten.
Dabei müssen die bei der Ausübung des Verwaltungsermessens angestellten Erwägungen - die Abwägung des Für und Wider der Inanspruchnahme des Haftungsschuldners - aus der Entscheidung erkennbar sein (…vgl. BFH-Urteile vom 3.2.1981 VII R 86/78, a.a.O., und vom 30.4.1987 VII R 48/84, BFHE 149, 511 , BStBl II 1988, 170 ).
Dabei müssen die bei der Ausübung des Verwaltungsermessens angestellten Erwägungen aus der Entscheidung erkennbar sein (vgl. Urteile des Senats vom3. Februar 1981 VII R 86/78, BFHE 133, 1, BStBl II 1981, 493, und vom 30. April 1987 VII R 48/84, BFHE 149, 511, BStBl II 1988, 170).
Andernfalls ist die Ermessensentscheidung der Verwaltung im Regelfall rechtsfehlerhaft (BFH-Urteil vom 30. April 1987 VII R 48/84, BFHE 149, 511, BStBl II 1988, 170).
Der Antragsteller hat mit seiner Nichtzulassungsbeschwerde die Divergenz unter Hinweis auf das Urteil des Senats vom 30. April 1987 VII R 48/84 (BFHE 149, 511, BStBl II 1988, 170) in der durch § 115 Abs. 3 Satz 3 FGO vorgeschriebenen Form gerügt.
Dabei müssen die bei der Ausübung des Verwaltungsermessens angestellten Erwägungen - die Abwägung des Für und Wider der Inanspruchnahme des Haftungsschuldners - aus der Entscheidung erkennbar sein (BFHE 133, 1, BStBl II 1981, 493 und BFHE 149, 511, BStBl II 1988, 170).