Source: https://www.haufe.de/personal/haufe-personal-office-platin/fitnessstudio_idesk_PI42323_HI2721060.html
Timestamp: 2020-08-10 21:42:51
Document Index: 73925559

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 19', '§ 8', '§ 3', '§ 14', '§ 1']

Fitnessstudio | Haufe Personal Office Platin | Personal | Haufe
Im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsvorsorge kann der Arbeitgeber Kosten zur Erhaltung, Wiederherstellung oder Verbesserung der Gesundheit des Arbeitnehmers bis zu einem Freibetrag von 600 EUR jährlich steuer- und beitragsfrei erstatten.
Steuerbefreit sind nur spezielle Angebote im Rahmen der Gesundheitsförderung, die im "Leitfaden Prävention" gem. §§ 20 und 20b SGB V erfasst sind, z. B. spezielle Rückenkurse und Yogakurse. Da die speziellen Präventionsmaßnahmen in den Fitnessstudios i. d. R. nicht gesondert in Rechnung gestellt werden, sind damit auch die monatlichen Beiträge insgesamt nicht steuerfrei.
Anwendbar ist die 44-EUR-Freigrenze für geringfügige Sachbezüge; allerdings nur, wenn der Arbeitgeber Vertragspartner des Fitnessstudios ist oder der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer im Vorfeld einen Gutschein über maximal 44 EUR für den Besuch des Fitnessstudios überreicht. Bei der 44-EUR-Sachbezugsfreigrenze handelt es sich um eine monatliche Grenze, die alle Sachzuwendungen des jeweiligen Monats einschließt. Kein Sachbezug liegt vor, wenn der Arbeitnehmer Vertragspartner des Fitnessstudios ist und der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die Kosten erstattet.
Die unentgeltliche Bereitstellung eines Fitnessraums bzw. einer Betriebssportanlage durch den Arbeitgeber kann lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei behandelt werden. Hierbei ist das betriebliche Interesse des Arbeitgebers gegeben.
Lohnsteuer: Die Lohnsteuerpflicht der Erstattung von Kosten für Fitnessstudios als Barlohn ergibt sich aus § 19 Abs. 1 EStG i. V. m. R 19.3 LStR. Die Steuerfreiheit im Rahmen der 44-EUR-Sachbezugsfreigrenze ergibt sich aus § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG. Die Steuerfreiheit von Gesundheitsförderungsleistungen bis zu 600 EUR pro Jahr und pro Arbeitnehmer ist in § 3 Nr. 34 EStG geregelt.
Sozialversicherung: Die Beitragspflicht der Übernahme der Kosten für ein Fitnessstudio ergibt sich aus dem Arbeitsentgeltbegriff des § 14 Abs. 1 SGB IV. Beitragsfreiheit besteht bei Steuerfreiheit nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SvEV. Die Grundlagen der betrieblichen Gesundheitsförderung sind im "Leitfaden Prävention" des GKV-Spitzenverbands in der Fassung v. 10.12.2014 erläutert.
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