Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=03.06.1982&Aktenzeichen=VI%20R%2048/79
Timestamp: 2019-11-21 10:29:30
Document Index: 251003496

Matched Legal Cases: ['§ 40', '§ 42', '§ 121', '§ 102', '§ 102', '§ 121', '§ 102', '§ 102', '§ 101', '§ 101', '§ 120']

BFH, 03.06.1982 - VI R 48/79 - dejure.org
https://dejure.org/1982,455
BFH, 03.06.1982 - VI R 48/79 (https://dejure.org/1982,455)
BFH, Entscheidung vom 03.06.1982 - VI R 48/79 (https://dejure.org/1982,455)
BFH, Entscheidung vom 03. Juni 1982 - VI R 48/79 (https://dejure.org/1982,455)
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EStG 1977 § 40a, § 42d; AO 1977 § 121 Abs. 2 Nr. 2
Teilzeitbeschäftigte - Lohnsteuerhaftung - Ermessenserwägung - Lohnsteuer-Außenprüfung - Anerkennung der Zahlungsverpflichtung - Überprüfbarkeit der Ermessensausübung
Das vereinfachte Besteuerungsverfahren für Teilzeitbeschäftigte kann vom Arbeitgeber auf einzelne Teilzeitbeschäftigte beschränkt werden. Hat der Arbeitgeber eine Lohnsteuernachforderung schriftlich anerkannt, kann das Finanzamt auf die Darlegung der Gründe, die zur ...
BFHE 136, 224
BStBl II 1982, 710
Aus der gesetzlichen Formulierung, nach der der Arbeitgeber eine Pauschalbesteuerung vornehmen "kann" ergibt sich, daß ihm ein Wahlrecht zusteht, ob er diese Pauschalbesteuerung vornimmt oder beim Abzugsverfahren bleibt (BAG 5. August 1987 - 5 AZR 22/86 - BAGE 56, 14; BFH 3. Juni 1982 - VI R 48/79 - BFHE 136, 224).
Dabei ist das Gericht grundsätzlich weder zu eigenen Tatsachenermittlungen noch zur eigenen Ermessensausübung befugt (BFH-Urteil vom 3.6. 1982 VI R 48/79, BStBl. II 1982, 710, 713, und BFH-Beschlüsse vom 25.4. 1986 VI S 3/86, BFH/NV 1988, 518, und 12.7. 1999 VII B 2/99, BFH/NV 2000, 99, sowie Gräber / von Groll Finanzgerichtsordnung, Kommentar, 5. Auflage, § 102 Rz. 14).
Es ist ihnen grundsätzlich verwehrt, ihre eigene Ermessensentscheidung an die Stelle der Ermessensentscheidung der Finanzbehörden zu setzen (BFH-Urteile vom 3. Juni 1982 VI R 48/79, BFHE 136, 224, 230, BStBl II 1982, 710, und vom 18. September 1981 VI R 44/77, BFHE 134, 149, BStBl II 1981, 801).
Die Ermessensgrenzen sind im vorliegenden Fall - angesichts des noch unvollständig ermittelten Sachverhalts - nicht etwa so eingeengt, daß nur eine bestimmte Entscheidung möglich wäre (vgl. BFHE 136, 224, BStBl II 1982, 710; BFHE 134, 149, BStBl II 1981, 801; BFH-Urteil vom 24. September 1976 I R 41/75, BFHE 120, 212, BStBl II 1977, 127, 130).
Soweit der Bundesfinanzhof es allerdings für unbillig hält, den Arbeitgeber in Anspruch zu nehmen, wenn Name und Anschrift der Arbeitnehmer bekannt sind und es wahrscheinlich ist, dass eine materielle Steuerschuld der Arbeitnehmer nicht besteht (vgl. BFH-Urteile vom 15. November 1974 VI R 167/73, BFHE 114, 342, BStBl II 1975, 297; vom 3. Juni 1982 VI R 48/79, BStBl II 1982, 710), hat der Beklagte dem im Klageverfahren Rechnung getragen und für die 3 Personen (E, G und G), die eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt W eingereicht hatten, die Haftungsschuld insoweit herabgesetzt.
Dabei ist das Gericht grundsätzlich weder zu eigenen Tatsachenermittlungen noch zur eigenen Ermessensausübung befugt (BFH-Urteil vom 3. Juni 1982 VI R 48/79, BStBl. II 1982, 710, 713, und BFH-Beschlüsse vom 25. April 1986 VI S 3/86, BFH/NV 1988, 518, und 12. Juli 1999 VII B 2/99, BFH/NV 2000, 99 , sowie Gräber/von Groll Finanzgerichtsordnung , Kommentar, 4. Auflage, § 102 Rz. 14).
Anders als in dem vom Bundesfinanzhof (BFH) durch Urteil vom 3. Juni 1982 VI R 48/79 (BFHE 136, 224, BStBl II 1982, 710, betreffend Steuerpflicht von Laufjungen) entschiedenen Fall habe das FA nicht prüfen müssen, ob die Einkünfte der Aushilfskräfte unter der Grenze der Steuerpflicht gelegen hätten.
Der Senat hatte damals in seiner die Sache an die Vorinstanz zurückverweisenden Entscheidung aber ausdrücklich auf sein Urteil in BFHE 136, 224, BStBl II 1982, 710 und damit auch auf sein weiteres Urteil vom 15. November 1974 VI R 167/73 (BFHE 114, 342, BStBl II 1975, 297) sowie auf die in diesen Urteilen zum Ausdruck kommende Rechtsauffassung hingewiesen.
Soweit die Klägerin rügt, das Urteil des FG weiche stillschweigend von den Urteilen des BFH vom 18. September 1981 VI R 44/77 (BFHE 134, 149, BStBl II 1981, 801) und vom 3. Juni 1982 VI R 48/79 (BFHE 136, 224, BStBl II 1982, 710) ab, in denen ausgesprochen sei, dass Ermessensentscheidungen dem Steuerpflichtigen schriftlich mitzuteilen seien, hätte sie beachten müssen, dass dieser Grundsatz entsprechend der in § 121 Abs. 2 Nr. 2 AO 1977 getroffenen Regelung dann nicht gilt, wenn dem Steuerpflichtigen die Gründe für die Inanspruchnahme bekannt sind (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 3. Februar 1981 VII R 86/78, BFHE 133, 1, BStBl II 1981, 493; vom 31. Mai 1983 VII R 7/81, BFHE 138, 416, BStBl II 1983, 545, unter II. 5. der Gründe;… vom 13. September 1988 V R 67-68/83, BFH/NV 1989, 681).
FG Niedersachsen, 18.01.2001 - 11 K 270/99
Lohnsteuerhaftung und Nachforderung von Lohnsteuer bei Zahlung von Schwarzlöhnen
Vielmehr ist es allein dem Lohnsteuerhaftungsverfahren vorbehalten, die aus der Verletzung von Arbeitgeberpflichten erwachsenen steuerlichen Nachteile des Fiskus auszugleichen (BFH-Urteil vom 03.06.1982 VI R 48/79, BStBl II 1982, 710).
Zum Erlaß einer Ermessensentscheidung der Finanzbehörde mit einem bestimmten Inhalt kann das FG verpflichten, wenn die vom FG vorzunehmende Sachverhaltsermittlung ergibt, daß nur der Erlaß eines Verwaltungsakts mit dem beantragten Inhalt ermessensfehlerfrei ist (sog. Ermessensreduzierung auf Null; vgl. BFH-Urteil vom 3. Juni 1982 VI R 48/79, BFHE 136, 224, BStBl II 1982, 710, unter 2.b;… Gräber/von Groll, Finanzgerichtsordnung, 2. Aufl., § 102 Rz. 2, m.w.N.; zur Herbeiführung der Spruchreife siehe: BFH-Urteil vom 1. Juli 1981 VII R 84/80, BFHE 134, 79, BStBl II 1981, 740, 745;… Gräber/von Groll, a.a.O., § 102 Tz. 14;… Kühn/Kutter/Hofmann, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, 15. Aufl., § 101 FGO Anm. 3;… Tipke/Kruse, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, 12. Aufl., § 101 FGO Tz. 2 und § 120 FGO Tz. 3).
FG Brandenburg, 26.06.1996 - 2 K 1162/94
Haftung des Arbeitgebers für nicht abgeführte Lohnsteuer; Lohnsteuer für nach der …
BFH, 28.07.1983 - IV R 45/80