Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%201974,%20128
Timestamp: 2019-10-19 23:48:34
Document Index: 286413961

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 252', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 252']

BGH, 08.11.1973 - III ZR 161/71 - dejure.org
BGH, 08.11.1973 - III ZR 161/71
https://dejure.org/1973,605
BGH, 08.11.1973 - III ZR 161/71 (https://dejure.org/1973,605)
BGH, Entscheidung vom 08.11.1973 - III ZR 161/71 (https://dejure.org/1973,605)
BGH, Entscheidung vom 08. November 1973 - III ZR 161/71 (https://dejure.org/1973,605)
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Schadensberechnung - Verzugsschaden - Schadenshöhe - Geldgläubiger
VersR 1974, 291
WM 1974, 128
DB 1974, 529
Hierzu muss er allerdings darlegen und gegebenenfalls beweisen, welche konkrete Anlage er erworben und welchen Gewinn er daraus erzielt hätte (BGH, Urteil vom 8. November 1973 - III ZR 161/71, WM 1974, 128, 129).
Das Vorbringen des Klägers, er hätte infolge der Auszahlung sein Guthaben nicht zinsgünstig zu einem Zinssatz von mindestens 6, 5 % p.a. anlegen können, reicht (anders als in den Entscheidungen BGH, Urt. v. 8. November 1973 - III ZR 161/71, WM 1974, 128; v. 30. November 1979 - V ZR 23/78, VersR 1980, 194 und v. 9. April 1981 - IVa ZR 144/80, NJW 1981, 1732) zur Begründung eines den vertraglich geschuldeten Zins übersteigenden Zinsschadens nicht aus.
Dann kann die Klägerin wegen der entgangenen Möglichkeit der Kapitalnutzung Schadensersatz verlangen (vgl. BGH, Urt. v. 8. November 1973 - III ZR 161/71, WM 1974, 128, 129; v. 30. November 1979 - V ZR 23/78, WM 1980, 85; v. 4. Dezember 1991 - II ZR 141/90, ZIP 1992, 324, 325).
Mit diesem Vortrag ist der Zinsschaden hinreichend dargelegt; denn der geltend gemachte Schaden ergibt sich typischerweise daraus, daß das Eigenkapital in solcher Höhe erfahrungsgemäß nicht ungenutzt geblieben, sondern zu einem allgemein üblichen Zinssatz angelegt worden wäre (vgl. BGH, Urt. v. 8. November 1973 - III ZR 161/71, WM 1974, 128, 129; v. 30. November 1979 - V ZR 23/78, WM 1980, 85).
Bei einem durch entgangene Kapitalnutzung verursachten Schaden kann der Geschädigte seinen Schaden objektiv berechnen und sich dazu auf die allgemeine Lebenserfahrung berufen, nach der ein größerer Geldbetrag nicht nutzlos verwahrt, sondern zumindest verzinslich angelegt wird, so daß die Vorenthaltung von Geld und damit der Entzug der Nutzungsmöglichkeit eines Kapitals zu Zinsverlusten in mehr oder minder großer Höhe führt ( BGH WM 1974, 128, 129).
Dieses Vorbringen ist ausreichend, den nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge mit Wahrscheinlichkeit zu erwartenden entgangenen Gewinn ( § 252 S. 2 BGB ) zu begründen ( BGH WM 1974, 128, 129).
Die typisierende Berechnung des Anlageschadens bei größeren Geldbeträgen setzt die Darstellung voraus, daß ein bestimmter Zinssatz ohne weiteres möglich gewesen wäre ( BGH WM 1974, 128).
Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zum typisierenden Zinsschaden ( BGH WM 1974, 128) bezieht sich auf solche nicht.
Ob und in welcher Weise ein Zinseszinsschaden nach § 252 S. 2 BGB typisierend berechnet werden kann, war nicht Gegenstand der Entscheidung des Bundesgerichtshofs in WM 1974, Seite 128.
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