Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%20111/09
Timestamp: 2019-02-20 00:14:16
Document Index: 230566687

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 592', '§ 363', '§ 535', '§ 536', '§ 536', '§ 363', '§ 592', '§ 592', '§ 546', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 20.10.2010 - VIII ZR 111/09 - dejure.org
§ 592 ZPO, § 363 BGB, § 535 BGB, § 536 BGB, § 536b BGB
Mietrechtstreit: Unstatthaftigkeit eines Urkundenprozesses zur Geltendmachung eines Mietrückstand aus unberechtigter Mietminderung
Zurückweisung einer Revision wegen Unstatthaftigkeit eines Urkundenprozesses aufgrund Erlöschens des Anspruchs auf Mietzahlung durch Minderung wegen verschiedener Mängel der Mietsache
Urkundenprozess bei Übergabe der Wohnung mit festgestellten Mängeln
BGB § 363; ZPO § 592
Mietminderung wegen verschiedener Mängel
Urkundenprozess: Ist die Klage statthaft, wenn der Mieter wegen protokollierter anfänglicher Mängel mindert? (RA Dr. Joachim Wichert; INFO M 1/2011, 33)
Rüge festgestellter Mängel steht dem Urkundenprozess auf Zahlung der Miete entgegen! (IMR 2011, 167)
LG Köln, 16.04.2009 - 1 S 13/08
ZMR 2011, 204
AnwBl 2011, 99
Ebenso wenig wie bei Ansprüchen auf Miete aus Wohnraummietverträgen, für die der Senat bereits entschieden hat, dass diese im Urkundenprozess geltend gemacht werden können (Senatsurteile vom 1. Juni 2005 - VIII ZR 216/04, NJW 2005, 2701; vom 20. Dezember 2006 - VIII ZR 112/06, NJW 2007, 1061; vom 8. Juli 2009 - VIII ZR 200/08, NJW 2009, 3099; einschränkend für den Fall anfänglicher Mängel: Senatsurteil vom 20. Oktober 2010 - VIII ZR 111/09, WuM 2010, 761 Rn. 11 f.), bestehen bei Betriebskostennachforderungen Gründe, den Wortlaut des § 592 ZPO in der Weise einzuschränken, dass solche Ansprüche generell vom Urkundenprozess ausgeschlossen wären.
Stützt der Mieter die Minderung oder die Einrede des nichterfüllten Vertrages jedoch auf die Behauptung, die Mietsache sei schon bei der Übergabe fehlerhaft gewesen, folgt aus dieser Beweislastverteilung, dass eine Klage auf Zahlung von Miete oder Nutzungsentschädigung nach § 546 a Abs. 1 BGB im Urkundenprozess nur dann statthaft ist, wenn entweder unstreitig ist, dass der Mieter die Mietsache als Erfüllung angenommen hat, ohne die später behaupteten Mängel zu rügen, oder wenn der Vermieter ein solches Verhalten des Mieters durch Urkunden beweisen kann (vgl. BGH Urteile vom 20. Oktober 2010 - VIII ZR 111/09 - ZMR 2011, 204 Rn. 10 …und vom 8. Juli 2009 - VIII ZR 200/08 - NJW 2009, 3099 Rn. 10).
Die Klägerin hat weder dargelegt noch durch Urkunden bewiesen, dass sie ihrer Verpflichtung zur Beseitigung der Fassadenmängel nachgekommen ist (vgl. zu einer ähnlichen Fallgestaltung BGH, Urteil vom 20.10.2010 - VIII ZR 111/09 -).
Gegenteiliges folgt gerade nicht aus dem vom Kläger zitierten Urteil des BGH (v. 20.10.2010, VIII ZR 111/09, BeckRS 2010, 29074).