Source: https://www.arbeitsschutz.sachsen.de/202.htm
Timestamp: 2020-02-20 16:47:40
Document Index: 353496683

Matched Legal Cases: ['§ 2', '§ 5', '§ 2', '§ 8', '§ 3', '§ 6', '§ 3', '§ 9']

﻿ Arbeitsschutz - Arbeitsstätten und Ergonomie
Veranstaltung "Gesund älter werden im Arbeitsprozess"
Auftaktveranstaltung »Gesunde Pflege gemeinsam gestalten«
Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) verpflichtet den Arbeitgeber zur Vermeidung von Arbeitsunfällen, arbeitsbedingten Erkrankungen sowie zur menschengerechten Gestaltung der Arbeit (§§ 2, 3 ArbSchG). Hierzu gehören sowohl die Gestaltung der Arbeitsstätte, des Arbeitsplatzes und der Arbeitsumgebungsbedingungen als auch die Gestaltung von Arbeitsverfahren, -ablauf und -organisation (Ergonomie). Welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind, hat der Arbeitgeber durch die Gefährdungsbeurteilung nach § 5 ArbSchG zu ermitteln.
Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) bildet eine wesentliche Grundlage zur Erreichung dieses Ziels. Sie ist für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten beim Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten maßgebend. Geregelt werden z. B. Vorgaben für Raumabmessungen, Türen, Verkehrswege, Flucht- und Rettungswege sowie Anforderungen zur Beleuchtung, Lüftung, Raumtemperatur und zum Lärm in Arbeitsräumen, Pausen-, Bereitschafts- und Sanitärräumen.
Am 3. Dezember 2016 ist die überarbeitete Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) in Kraft getreten. Durch intensive zweijährige Auseinandersetzungen zwischen der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände und dem Bundeskanzleramt konnten die Kritikpunkte am Entwurf der geänderten ArbStättV entkräftet und die notwendigen Verbesserungen weitgehend durchgesetzt werden.
Rechtsvereinfachung durch Integration der Bildschirmarbeitsverordnung
Die Übernahme der Anforderungen an Bildschirmarbeit in die ArbStättV ist ein folgerichtiger Schritt, da Bildschirmarbeitsplätze schon lange ein elementarer Bestandteil von Arbeitsstätten sind. Mit der Zusammenfassung der beiden Verordnungen werden gleichzeitig Doppelregelungen beseitigt, die der Rechtsvereinfachung und der Anwenderfreundlichkeit dienen.
Anwendungsbereich auf Telearbeit erweitert
Gefördert wird das flexible Arbeiten, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Eindeutig geregelt ist, dass nur vom Arbeitgeber fest eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze im Privatbereich der Beschäftigten Telearbeitsplätze sind. Mobile Arbeit mit Laptop oder Smartphone unterwegs oder abends daheim ist damit nicht geregelt.
Aufhebung der zeitlichen Einschränkung bei Definition des Arbeitsplatzes (§ 2 Abs. 4, § 8 Abs. 2):
Mit der zeitlich unbegrenzten Definition des Arbeitsplatzes erfolgt eine Anpassung an alle anderen Arbeitsschutzverordnungen, z.B. Gefahrstoffverordnung, Biostoffverordnung. Zur Vermeidung unbeabsichtigter erhöhter Anforderungen gilt zunächst eine Übergangsregelung.
Arbeitsorganisation und Arbeitsabläufe sowie physische und psychische Belastungen sind in der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen
Arbeitsorganisation und Arbeitsabläufe werden zu zentralen Belastungsfaktoren qualifiziert, die in der Gefährdungsbeurteilung für Arbeitsstätten zu berücksichtigen sind. Und zwar sowohl hinsichtlich ihrer physisch als auch psychisch relevanten Auswirkungen.
Erweiterung der barrierefreien Gestaltung (§ 3a Abs. 2):
Sofern behinderte Menschen beschäftigt werden, müssen künftig auch Sanitär-, Pausen- und Bereitschaftsräume, Kantinen, Erste-Hilfe-Räume und Unterkünfte in der Arbeitsstätte behindertengerecht eingerichtet und betrieben werden.
Beschäftigte über Gefährdungen unterweisen (§ 6):
Die Unterweisungsverpflichtung des Arbeitgebers wurde neu aufgenommen. Wesentliche sicherheitsrelevante Informationen, z.B. zum Verhalten im Brandfall, zu Fluchtwegen, Notausgängen, Absturzgefahren, sollen den Beschäftigten vermittelt werden.
Sichtverbindung nach außen (Anhang Nr. 3.4):
Die bis 2004 bestehende Anforderung zu einer „Sichtverbindung nach außen“ wurde wieder aufgenommen und differenziert ausgestaltet. Es handelt sich um einen wichtigen Beitrag zum Schutz der psychischen Gesundheit der Beschäftigten.
Zur Konkretisierung der ArbStättV dienen die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (Arbeitsstättenregeln-ASR). Mit ihrer Veröffentlichung werden die bisherigen Arbeitsstätten-Richtlinien ersetzt. Nach der Novellierung der ArbStättV im Jahr 2004 wurde mit der Aktualisierung der alten »Arbeitsstätten-Richtlinien« durch den Ausschuss für Arbeitsstätten (ASTA) begonnen.
Die neuen ASR entsprechen dem Stand der Technik und unterstützen den Arbeitgeber bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung und Festlegung von Arbeitsschutzmaßnahmen nach § 3 ArbStättV. Wendet der Arbeitgeber die ASR an, kann er davon ausgehen, dass er die Vorgaben der ArbStättV erfüllt (Vermutungswirkung). Eine Verpflichtung zur Anwendung der ASR besteht allerdings nicht. Es ist möglich, von den Vorgaben der ASR abzuweichen und die Schutzziele der ArbStättV einschließlich des Anhangs auch auf andere Weise zu erfüllen. Bedingung ist, dass dabei das gleiche Schutzniveau wie in der ASR erreicht wird (Einhaltung des Standes der Technik).
Mit der Technischen Regel für Arbeitsstätten (ASR) A3.7 „Lärm“ werden die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) bezüglich des Lärms konkretisiert. Die ASR gilt für das Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten und Arbeitsplätzen in Arbeitsräumen, um Gefährdungen und Beeinträchtigungen für Sicherheit und Gesundheit von Beschäftigten durch Lärmeinwirkungen zu vermeiden. Für Lärm in Pausen- und Bereitschaftsräumen, in Erste-Hilfe Räumen und in Unterkünften gelten die jeweiligen Anforderungen der ASR A.4.2, ASR A4.3 und ASR A4.4.
Gegenstand der ASR A3.7 „Lärm“ sind Gefährdungen durch Lärmeinwirkungen einschließlich extra-auraler Wirkungen unter einem A-bewerteten äquivalenten Dauerschallpegel von 80 dB(A) im Hörschallbereich mit Frequenzen zwischen 16 Hz und 16 kHz. Ab 80 dB(A) ist die Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch Lärm und Vibrationen (Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung – LärmVibrationsArbSchV) einschließlich der sie konkretisierenden Technischen Regel (TRLV Lärm) anzuwenden.
Die Anforderungen zur Minimierung von Lärm in Arbeitsstätten werden für Arbeitsplätze in Arbeitsräumen durch
Maximalwerte des Beurteilungspegels in Abhängigkeit von der Art der Tätigkeit (hohe, mittlere oder geringe Konzentrationsanforderungen) sowie durch
raumakustische Anforderungen (Nachhallzeit, Schallabsorptionsgrad) an Arbeits-räume beschrieben.
Zur Unterstützung der Gefährdungsbeurteilung kann die vom Potsdamer Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) entwickelte Arbeitshilfe genutzt werden. Im Lärm– und Vibrationsinformationssystem KarLA wurde in Bezug auf die ASR A3.7 der Lärm-Belastungs-Rechner um ein neues Modul zur Berechnung des Beurteilungspegels erweitert: https://lavg.brandenburg.de/sixcms/detail.php/705283
Zur Berechnung der Nachhallzeit steht ein eigens entwickeltes Berechnungsmodul zur Verfügung: https://lavg.brandenburg.de/sixcms/detail.php/872639“
Arbeitshilfen zur ASR A3.7 „Lärm“ – Hinweise
„Mit der Technischen Regel für Arbeitsstätten (ASR) A3.7 „Lärm“ werden die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) bezüglich des Lärms konkretisiert. Die ASR gilt für das Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten und Arbeitsplätzen in Arbeitsräumen, um Gefährdungen und Beeinträchtigungen für Sicherheit und Gesundheit von Beschäftigten durch Lärmeinwirkungen zu vermeiden. Für Lärm in Pausen- und Bereitschaftsräumen, in Erste-Hilfe Räumen und in Unterkünften gelten die jeweiligen Anforderungen der ASR A.4.2, ASR 4.3 und ASR A4.4.
Zur Unterstützung der Gefährdungsbeurteilung dient die vom Potsdamer Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) entwickelte Arbeitshilfe. Im Lärm– und Vibrationsinformationssystem KarLA wurde in Bezug auf die ASR A3.7 der Lärm-Belastungs-Rechner um ein neues Modul zur Berechnung des Beurteilungspegels erweitert: https://lavg.brandenburg.de/sixcms/detail.php/705283
Für spezielle Arbeitsplätze / -bereiche bestehen neben der ArbStättV weiterführende nationale Arbeitsschutzvorschriften, wie z.B. die Lastenhandhabungsverordnung (LasthandhabV) für die manuelle Handhabung von Lasten bei der Arbeit.
Informationsmaterialien & Leitlinien
Mit dieser Methode soll die Wahrscheinlichkeit einer physischen Über- oder Fehlbeanspruchung bei manuellen Arbeitsprozessen im Bereich der oberen Extremitäten bewertet werden. Neben der LV 9 und LV 29, die dritte LV zur Umsetzung einer Leitmerkmalmethode
Für den einheitlichen Vollzug der staatlichen Arbeitsschutzbehörden bei der Ahndung von Verstößen gegen das Arbeitsstättenrecht. Die Bußgeldkataloge wiederspiegeln die am häufigsten vorkommenden Ordnungswidrigkeiten im Sinne des § 9 Abs. 1 ArbStättV.
Ausgabe 2009; Die LV 52 enthält einfach anzuwendende Handlungsleitfäden und Beurteilungshilfen, die von geschulten Aufsichtspersonen eingesetzt werden können.
Die Handlungshilfe zeigt im Detail auf, welche gesundheitlichen Risiken mit andauernder Arbeit im Stehen verbunden sind und welche Maßnahmen der menschengerechten Arbeitsgestaltung zur Belastungsminimierung beitragen können.
LASI-Veröffentlichung, Auslegungsfragen, schutzzielorientierte Klarstellungen bezüglich weiter geltender Arbeitsstätten-Richtlinien (ASR), Verweise auf weiter gehende Regelungen oder Erkenntnisse
LASI-Veröffentlichung, Handlungsanleitung für die Arbeitsschutzverwaltungen der Länder zur Ermittlung psychischer Fehlbelastungen am Arbeitsplatz und zu Möglichkeiten der Prävention
Diese Handlungsanleitung stellt eine Möglichkeit vor, über Leitmerkmale wie Zeit, Masse, Körperhaltung, Positioniergenauigkeit usw. die Arbeitsbedingungen zu beurteilen.
Diese Handlunganleitung soll Grundlage bei der Beratung der Arbeitgeber und der Überprüfung der Bildschirmarbeitsplätze sein.
Die Handlungsanleitung soll den Arbeitgeber branchenunabhängig in die Lage versetzen, den Verpflichtungen aus der Lastenhandhabungsverordnung nachzukommen.
Broschüre „Berufsbezogene Arbeitsunfallrisiken "
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit an Bildschirmgeräten
Bildschirmarbeitsplätze richtig gestalten durch Umsetzung der Bildschirmarbeitsverordnung
Prävention psychischer und physischer Fehlbelastungen in der ambulanten Pflege
Tipps für heiße Sommertage am Arbeitsplatz
Gute Praxis der Arbeitsgestaltung
Portal Prävention-online
In allen Fragen zu Arbeitsstätten und Ergonomie erteilt die Landesdirektion Sachsen Abteilung Arbeitsschutz gern Auskunft.