Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20S%20141/10
Timestamp: 2019-07-21 07:42:41
Document Index: 331078079

Matched Legal Cases: ['Art 49', 'Art 56', '§ 80', '§ 146', '§ 4', 'EuG', 'EuG', 'EuG', 'EuG', '§ 2']

OVG Berlin-Brandenburg, 05.11.2010 - 1 S 141.10 - dejure.org
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OVG Berlin-Brandenburg, 05.11.2010 - 1 S 141.10 (https://dejure.org/2010,5662)
OVG Berlin-Brandenburg, Entscheidung vom 05.11.2010 - 1 S 141.10 (https://dejure.org/2010,5662)
OVG Berlin-Brandenburg, Entscheidung vom 05. November 2010 - 1 S 141.10 (https://dejure.org/2010,5662)
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Art 49 EGV, Art 56 AEUV, § 80 Abs 5 S 1 Alt 1 VwGO, § 146 VwGO, § 4 Abs 1 GlüStVtr BE
Sportwetten; Untersagung der Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten privater Anbieter; Anordnung der gesetzlich ausgeschlossenen aufschiebenden Wirkung (abgelehnt); Rechtslage für den vorläufigen Rechtsschutz nach EuGH-Entscheidungen vom 8. September 2010 unverändert; formelle und materielle Illegalität auch bei unterstellter Nichtanwendung des staatlichen Sportwettmonopols; Vermittlung verbotener Internetangebote; keine Bindung an erstinstanzliche Hauptsacheentscheidungen in parallel gelagerten Verfahren; Verwaltungsgebühr; Veranlassung; Gebührenfreiheit
Internetsportwetten auch nach EuGH-Entscheidung nicht erlaubt
Vermitteln von Online-Sportwetten durch Private in Berlin weiter strafbar
Sah er diese selbst für staatliche Veranstalter vor, so hätte er sie erst recht für die private Veranstaltung von Glückspielen für erforderlich gehalten (vgl. näher: OVG Berlin-Brandenburg, Beschl. v. 5. November 2010 - OVG 1 S 141.10 -, juris Rn. 6 f.;… NdsOVG, Beschl. v. 11. November 2010 - 11 MC 429/10 -, juris Rn. 23 ff.;… im Ergebnis ebenso: OVG R.-P., Beschl. 8. Dezember 2010 - 6 B 11013/10 -, juris Rn. 5 f.).
9 Mit seiner Auffassung steht der Senat im Einklang mit der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts und anderer Oberverwaltungsgerichte (…BVerwG, Urt. v. 1. Juni 2011 - 8 C 5/10 -, juris Rn. 11, 35, 51;… BayVGH, Beschl. v. 1. April 2011 - 10 AS 10.2500 -, juris Rn. 27 ff.;… OVG NRW, Beschl. v. 3. August 2011 - 13 B 733/11 -, juris Rn. 24 ff.;… NdsOVG, Beschl. v. 10. März 2011 - 11 MC 13/11 -, juris Rn. 12 ff., und v. 11. November 2010 - 11 MC 428/10 -, juris Rn. 23 ff.;… VGH BW, Beschl. v. 20. Januar 2011 - 6 S 1685/10 -, juris Rn. 9 ff.; OVG Berlin-Brandenburg, Beschl. v. 5. November 2010 - OVG 1 S 141.10 -, juris Rn. 6 ff.;… OVG Rh.-Pf., Beschl. v. 14. Februar 2011- 6 B 10034/11 -, juris Rn. 4 ff., und v. 8. Dezember 2010 - 6 B 11013/10 -, jeweils Rn. 4 ff.).
Sah er diese selbst für staatliche Veranstalter vor, so hätte er sie erst recht für die private Veranstaltung von Glückspielen für erforderlich gehalten (vgl. näher: OVG Berlin-Brandenburg, Beschl. v. 5. November 2010 - OVG 1 S 141.10 -, juris Rn. 6 f. ;… NdsOVG, Beschl. v. 11. November 2010 - 11 MC 429/10 -, juris Rn. 23 ff.;… im Ergebnis ebenso: OVG Rh.-Pf., Beschl. 8. Dezember 2010 - 6 B 11013/10 -, juris Rn. 5 f.).
Eine - unterstellte - Nichtanwendung der Regelungen über das staatliche Veranstaltungsmonopol wegen Gemeinschaftsrechtswidrigkeit ließen die Rechtsgrundlage für Untersagungsverfügungen der zuständigen Behörden nicht entfallen (vgl. dazu insbesondere OVG Berlin-Brandenburg, Beschlüsse vom 26. Oktober 2010 - 1 S 154.10 - vom 05. November 2010 - 1 S 141.10 - und vom 22. November 2010 - 1 S 22.10 - OVG Koblenz, Beschluss vom 08. Dezember 2010 - 6 B 11013/10 - alle juris; vgl. auch OVG Lüneburg, Beschluss vom 11. November 2010 - 11 MC 429/10 - juris, wonach zumindest einiges dafür spreche, dass eine Unvereinbarkeit nationalen Rechts mit Unionsrecht lediglich zur Nichtanwendbarkeit der widersprechenden nationalen Regelungen führe, und zwar (nur) in dem Umfang, indem dieser Anwendungsvorrang des Unionsrechts auch bestehe).
Insoweit dürfte auch die Antragstellerin eine Vermittlungserlaubnis benötigen und hätte dazu u. a. das Verbot zu beachten, Sportwetten (ohne Erlaubnis) im Internet anzubieten bzw. vermitteln zu lassen (vgl. insbesondere OVG Berlin-Brandenburg, Beschlüsse vom 26. Oktober 2010 aaO, vom 05. November 2010 aaO …und vom 22. November 2010 aaO).
Sah er diese selbst für staatliche Veranstalter vor, so hätte er sie erst recht für die private Veranstaltung von Glückspielen für erforderlich gehalten (vgl. näher: OVG Berlin-Brandenburg, Beschl. v. 5. November 2010 - OVG 1 S 141.10 -, juris Rn. 6 f.;… NdsOVG, Beschl. v. 11. November 2010 - 11 MC 429/10 -, juris Rn. 23 ff.;… im Ergebnis ebenso: OVG Rh.-Pf., Beschl. 8. Dezember 2010 - 6 B 11013/10 -, juris Rn. 5 f.).
Der Senat sieht sich daher in Einklang mit der Rechtssprechung des Bundesverwaltungsgerichts und anderer Oberverwaltungsgerichte (…vgl. BayVGH, Beschl. v. 1. April 2011 - 10 AS 10.2500 -, juris Rn. 27 ff.;… OVG NW, Beschl. v. 22. März - 4 B 48/11 -, juris Rn. 59 ff.;… NdsOVG, Beschl. v. 10. März 2011 - 11 MC 13/11 -, juris Rn. 12 ff., und v. 11. November 2010 - 11 MC 428/10 -, juris Rn. 23 ff.;… VGH BW, Beschl. v. 20. Januar 2011 - 6 S 1685/10 -, juris Rn. 9 ff.; OVG Berlin-Brandenburg, Beschl. v. 5. November 2010 - OVG 1 S 141.10 -, juris Rn. 6 ff.;… OVG Rh.-Pf., Beschl. v. 14. Februar 2011 - 6 B 10034/11 -, juris Rn. 4 ff., und v. 8. Dezember 2010 - 6 B 11013/10 -, jeweils Rn. 4 ff.; vgl. ebenso Pagenkopf NVwZ 2011, 513, 520).
Der Ansatz einiger Oberverwaltungsgerichte, dass nach Abschluss der am 08. September 2010 abgeschlossenen Vorlageverfahren erst einmal zu prüfen sei, ob die Gerichte, die seinerzeit ihre Verfahren dem EuGH vorgelegt haben, diesem einen zutreffenden Sachverhalt mitgeteilt haben (so OVG NW…, Beschluss vom 15. November 2010 - 4 B 733/10 -, Juris, Rz. 106; das OVG Berlin-Brandenburg spricht sogar insoweit von einer "nur eingeschränkte(n) Aussagekraft" der Feststellungen der vorlegenden Gerichte: Beschluss vom 05. November 2010 - OVG 1 S 141.10 -, Juris, Rz. 15; vgl. auch VG Braunschweig, Beschluss vom 07. Oktober 2010, n. v., S. 7), verkennt die dargestellte Bedeutung des Vorabentscheidungsverfahrens des EuGH.
Die Festsetzung der Verwaltungsgebühren unterliegt bei summarischer Prüfung auch sonst keinen ernstlichen Zweifeln (vgl. hierzu etwa Senatsbeschlüsse vom 5. November 2010 - OVG 1 S 141.10 -, zur Veröffentlichung in juris vorgesehen, …und vom 21. Januar 2010 - OVG 1 S 94.09 - juris Rn. 30).
Die gegen das benannte Urteil der Kammer gerichteten Erwägungen des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg (Beschluss vom 5. November 2010 - OVG 1 S 141.10 -) stellen diese Entscheidung nicht durchgreifend in Frage.
Ob der Gebührenansatz unabhängig davon nach der Berliner Rechtslage überhaupt in Betracht kommt, weil er an die Ordnungspflichtigkeit des Antragstellers anknüpft (so Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 5. November 2010 - OVG 1 S 141.10 -), oder ob allein aus der durch bloßes Tätigwerden bedingten "Veranlassung" eines Beteiligten noch nicht auf das Fehlen eines nach § 2 Abs. 2 Satz 1 GebG Berlin zur Gebührenfreiheit führenden überwiegenden öffentlichen Interesses zu folgern ist (in diesem Sinne OVG Berlin, Urteil vom 13. Januar 1964 - OVG II B 55.62 -, OVGE 8, 40, 41 f.; ferner Beschluss der Kammer vom 13. Januar 2011 - VG 35 L 442.10 -, S. 16 ff. des Umdrucks), kann somit dahinstehen.