Source: https://www.lenhardt-lenhardt.de/familienrecht-frankfurt/scheidung/faq-scheidung/
Timestamp: 2018-02-22 20:37:15
Document Index: 59247903

Matched Legal Cases: ['§ 121', '§ 43', '§ 43', '§ 43', '§ 121', '§ 137']

FAQ Thema Scheidung | Lenhardt & Lenhardt Rechtsanwälte in Frankfurt
Häufige Fragen & Antworten zur Scheidung
Ein jedes Mandat beginnt immer mit derselben Feststellung. Mag ein jeder in seinem eigenen Berufsfeld täglich höchsten Anforderungen entsprechen, der Kontakt zu einem Rechtsanwalt, der auf das Familienrecht spezialisiert ist, beginnt immer mit der Angst im Hintergrund, mindestens eine sicher geglaubte Säule im Leben zu verlieren oder zu gefährden.
Es ist meine Aufgabe, mit Ihnen Ihren ganz persönlichen Sachverhalt so aufzuarbeiten, dass Sie das Gefühl erhalten, über eine Struktur in der weiteren Vorgehensweise zu verfügen. Sowohl in zeitlicher als auch in rechtlicher Hinsicht und insbesondere im Hinblick auf den Schutz der Bereiche, die Ihnen besonders wichtig sind. (Das Vermögen, Ihr Unternehmen, Ihre Immobilie, der Umgang mit Ihren Kindern, das Sorgerecht, der Weg in eine unkomplizierte Trennungsphase ohne unnötigen Streit und ohne Provokation unnötiger Kosten, die Kostenersparnis, eine friedliche Ehescheidung, die Möglichkeit einer Trennungs- und Scheidungsfolgenvereinbarung als möglichst endgültige, friedlichem Abschluss usw.).
In diesem Überblick finden Sie die häufigsten Fragen in kurzer Darstellung. Wenn Ihre Fragen die Themen Kindschaftsrecht (Sorgerecht und Umgang), Unterhalt (Kindesunterhalt, Ehegattenunterhalt und Elternunterhalt), Ehevertrag, Auflösung einer Lebenspartnerschaft betreffen werden Sie dort ergänzend fündig. In den dort ersichtlichen Teilbereichen ist auch der Ablauf des jeweiligen Verfahrens geschildert.
Zu welchem Zeitpunkt ist anwaltlicher Rat notwendig?
Ob ein anwaltlicher Rat notwendig ist, hängt einerseits von dem persönlichen Gefühl der Unsicherheit ab. Andererseits gibt es vor der Eheschließung, während der bestehenden Ehe nach der geäußerten Trennung und bis zur Rechtskraft einer Ehescheidung Rechte und Pflichten, die es zu kennen gilt.
Jeder dieser Zeitabschnitte birgt im Familienrecht die Gefahr verstreichender Fristen und Möglichkeiten, Ansprüche geltend zu machen oder abzuwehren. Allerdings besteht in diesen Zeitabschnitten auch die Möglichkeit, Konfliktpotential zu erkennen und Strategien herauszuarbeiten, die einen Streit vermeiden können.
Wenn Sie sich für eine Kontaktaufnahme oder ein Beratungsgespräch entscheiden, heißt das nicht, dass Sie zwangsläufig anwaltlich vertreten gegen eine andere Person oder Behörde vorgehen müssen. Vielmehr erhalten Sie Informationen, die richtungsweisend sind und mit denen Sie gegebenenfalls selbst Regelungen treffen können. Ob Sie sodann anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen möchten, entscheiden Sie.
Herrscht im Familienrecht Anwaltszwang?
Wenn Sie beispielsweise rechtskräftig geschieden werden möchten, muss wenigstens einer der Ehegatten anwaltlich vertreten sein. Der andere Ehegatte benötigt für die Verhandlung der Ehescheidung als solcher keinen weiteren Rechtsanwalt.
In den übrigen familienrechtlichen Angelegenheiten gibt es in bestimmten Bereichen des Familienrechts einen Anwaltszwang, in anderen Bereichen wiederum nicht.
Können Ehegatten sich einen Rechtsanwalt „teilen“?
Anlässlich einer Ehescheidung darf ein und derselbe Rechtsanwalt nicht beide Ehegatten gleichzeitig vor Gericht vertreten. Dies aus Gründen der Interessenkollision. Sie können als Ehegatten gemeinsam einen Rechtsanwalt aussuchen, der einen von Ihnen beiden vertreten kann. Dieser kann aber aus Gründen der Interessenkollision nicht im Namen beider Ehegatten beispielsweise den Antrag auf Ehescheidung einreichen.
Wie schnell kann eine Ehe geschieden werden?
Der Antrag auf Ehescheidung kann eingereicht werden, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen. Hieran führt keinen Weg vorbei. Finden Sie also Bezeichnungen, wie „Blitzscheidung“ oder ähnliche Bezeichnungen, die auf besonders schnelle Verfahren hindeuten sollen, so kann auch in diesen Fällen nur geschieden werden, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen.
Relevant ist, dass Einigkeit über das abgelaufene Trennungsjahr besteht und dass Sie die Ehe für gescheitert bzw. zerrüttet halten. Gemeinhin kann ein Antrag auf Ehescheidung nach dem Ablauf von zehn Monaten, ab dem Datum der Trennung, bei Gericht eingereicht werden, weil dann davon auszugehen ist, dass der Termin zur Ehescheidung nach Ablauf von zwölf Monaten stattfinden wird und somit das gesetzliche Trennungsjahr erfüllt ist.
Eine andere Möglichkeit bietet die Härtefallscheidung, die in gesonderten Fällen eine Ehescheidung vor Ablauf des Trennungsjahres ermöglicht.
Wenn Sie wissen möchten, wie schnell ein Antrag auf Ehescheidung erstellt ist, so kann dieser für den Fall des Vorliegens der gesetzlichen Voraussetzungen und wenn Sie sich ansonsten ausreichend aufgeklärt fühlen, noch am selben Tag der Beauftragung eingereicht werden.
Wie lange dauert das Verfahren bis Sie geschieden sind?
Ab dem Zeitpunkt, ab dem der Antrag auf Ehescheidung bei Gericht eingereicht wurde, bis zum Termin zum Beschluss der Ehescheidung, vergehen durchschnittlich 8 Monate. Dies, bei einem Verfahren, das keinerlei Streit über ein weiteres relevantes, familienrechtliches Thema birgt.
Die meiste Zeit nimmt das Verfahren über den Versorgungsausgleich in Anspruch, das von Amtswegen betrieben wird. Sollten Sie den Versorgungsausgleich ausgeschlossen haben, ist mit einer kürzeren Dauer zu rechnen.
Sind Sie beide durch einen Rechtsanwalt vertreten, kann noch im Termin zur Ehescheidung die Rechtskraft der Ehescheidung eintreten. Sollten Sie nur einen Rechtsanwalt benötigen, der einen Rechtsmittelverzicht für Sie ausübt, gibt es erfahrungsgemäß Kollegen, die dies unkompliziert und schnell übernehmen.
Welche Unterlagen sind notwendig damit der Antrag auf Ehescheidung eingereicht werden kann?
Ich benötige von Ihnen die Kopie der Eheurkunde, die Kopie der Vorder- und Rückseite Ihres Personalausweises, die Geburtsurkunde gegebenenfalls vorhandener gemeinsamer Kinder und Verträge, die mit Ihrer Ehe zu tun haben könnten.
Inwieweit Sind Sie in den Ablauf Ihres Mandats beziehungsweise Verfahrens eingebunden?
Sie sind zu jedem Zeitpunkt neben Ihrem Anwalt der Steuermann Ihres Verfahrens.
Ich binde Sie stark in Ihr Verfahren mit ein, weil nur Sie mir über Ihren Lebenssachverhalt, Ihre Ziele und die vorherrschenden Stimmungen, Bericht erstatten können. Die Folge hiervon ist, dass wir eng mit Ihnen zusammenarbeiten, wenn es um Stellungnahmen und Reaktionen auf Situationen geht, die für Sie von Nutzen sind. Es gibt kein Schreiben, das ohne Ihre Freigabe, die Kanzlei verlässt.
Dennoch können Sie davon ausgehen, dass ich Ihnen auch für den Fall, dass Sie vor „lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen“ oder aufgrund einer persönlichen Betroffenheit und Emotionalität Gefahr laufen, sich selbst zu Ihren Ungunsten zu verhalten, strikt vor Augen halte, was eine bessere Verhaltensweise wäre.
Wann macht eine Mediation oder eine Einigung einen Sinn?
Ob eine Mediation einen Sinn macht, hängt von Ihren persönlichen Lebensumständen ab. Generell ist das Erzielen einer Einigung, beziehungsweise eines friedlichen Fortgangs einer Trennung und Ehescheidung, der vorzugswürdige Weg. Ich verfüge über eine langjährige Erfahrung, was die Möglichkeit der Schlichtung auch bei stark streitig wirkenden Situationen angeht. Sofern Sie Kontakte zu Mediatoren wünschen, kann ich Ihnen auch hier Adressen nennen.
Ist es ein Muss sich über alle Probleme des Familienrechts anwaltlich oder gerichtlich auszutauschen?
Nein, das ist es nicht. Das Familienrecht gliedert sich in verschiedene Teilbereiche, die teils miteinander verhandelt oder behandelt werden können, aber nicht alle miteinander verhandelt werden müssen.
Der Jurist spricht von Folgesachen und dem Verbundverfahren. Ob ein Regelungsbedarf besteht, hängt von Ihrem persönlichen Lebenssachverhalt ab, aber auch davon, ob von Amts wegen wenigstens mit einer Nachfrage gerechnet werden muss. Der Versorgungsausgleich ist hier besonders zu erwähnen. Ansonsten ist ein jeder Antrag auf Ehescheidung so aufgebaut, dass jeder Teilbereich zwar als jeweiliger Punkt ersichtlich ist, aber mit dem Hinweis „hierüber besteht zwischen den Ehegatten Einigkeit“, auch ausreichend thematisiert werden kann. Sie können also selbst in gewissem Maße beeinflussen, was verhandelt wird und was nicht.
Ab wann entstehen Kosten und was kostet zum Beispiel eine Ehescheidung?
Es entstehen erst dann Kosten, wenn ein Rechtsanwalt in Ihrem Auftrag tätig wird. Wann mit der Entstehung welcher Kosten zu rechnen ist, wird individuell mit Ihnen besprochen.
Die Tätigkeit eines Rechtsanwalts wird nach den geltenden gesetzlichen Grundlagen ordnungsgemäß abgerechnet oder entsprechend einer Honorarvereinbarung, die jeweils individuell mit Ihnen besprochen und angepasst wird. Es ist erstaunlich, dass gerade anlässlich einer Ehescheidung der Eindruck entsteht, diese sei unüberschaubar teuer. Das stimmt so nicht.
Jedes Verfahren hat einen gerichtlich bestimmbaren Verfahrenswert. Anhand dieses Verfahrenswertes werden die Gebühren, entsprechend der geltenden Gesetze, errechnet. Einem jeden Mandanten wird anhand seines Sachverhaltes im Beratungsgespräch ein Überblick verschafft.
Das Folgende kann sodann gegebenenfalls noch einmal erläutert und gegebenenfalls konkret berechnet werden:
Der Verfahrenswert für eine Ehescheidung (§ 121 Nr. 1 FamFG) richtet sich nach § 43 FamGKG. Danach ist der Verfahrenswert „unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls, insbesondere des Umfangs und der Bedeutung der Sache und der Vermögens- und Einkommensverhältnisse der Ehegatten“ zu bestimmen“ (§ 43 Abs. 1 Satz 1 FamGKG).
Die Regelung des § 43 FamGKG gilt für alle Ehesachen (§ 121 FamFG), und zwar unabhängig davon, ob es sich um eine isolierte Ehesache oder um ein Verbundverfahren nach § 137 FamFG handelt.
Beispiel: Der Wert für eine Ehescheidung berechnet sich nach folgender Formel:
Monatliches Nettoeinkommen des Ehemannes (4.000,00 Euro) + monatliches Nettoeinkommen der Ehefrau (3.000,00 Euro) x 3 = 21.000,00 Euro Verfahrenswert.
Die Anwaltskosten für die Ehescheidung als solche liegen hier bei 2.231,25 Euro. Dies beinhaltet sein Auftreten vor Gericht, seine Tätigkeit im gesamten Verfahren und seine Auslagen im Wert von 20,00 Euro.
(Verfahrensgebühr (1.3) 4,59 % 964,60 € + Terminsgebühr (1.2) 4,24 % 890,40 € + Auslagen 0,10 % 20,00 € = Zwischensumme 1875,00 € + Umsatzsteuer 19 % 356,25 € = 2231,25 €).
Gibt es die Scheidung auch „billiger“ und was sind „Onlinescheidungen“?
Die Gebühren, die durch einen Rechtsanwalt für eine Tätigkeit in Rechnung gestellt werden können, ergeben sich aus dem Gesetz. Rechtsanwälte unterliegen der gesetzlichen Pflicht, eine gewisse Gebühr nicht zu unterschreiten. Die Werbung mit „Billigscheidung“ oder ähnlichen Begriffen sollten lediglich zum Schmunzeln anregen, wenn doch ohnehin gesetzlich geregelt ist, dass es „billiger nicht geht“. Im Übrigen sollte die Auseinandersetzung einer Ehe und somit die Tätigkeit eines Rechtsanwalts nach der Qualität ausgesucht werden, die Sie zur Verteidigung der wichtigsten Güter Ihres Lebens erwarten. Die Qualität richtet sich nach dem Können eines Rechtsanwalts, Anhaltspunkte liefern Fortbildungsmaßnahmen und ob Sie sich nach einem persönlichen Kontakt mit Ihrem Rechtsanwalt / Ihrer Rechtsanwältin an der richtigen Stelle abgeholt fühlen.
Bezeichnungen der Tätigkeit eines Rechtsanwalts als „Onlinescheidung“ sind ebenfalls mit gewisser Vorsicht zu genießen. Eine Scheidung wird durch ein Gericht beschlossen.
Sie können also nicht davon ausgehen, dass Sie ähnlich wie bei einem Versandhandel, online eine Scheidung beantragen und diese dann fertig formuliert via Email übersendet bekommen.
Die Bezeichnung spielt also mit den Erwartungen eines jeden, dass ein besonders zügiges Arbeiten geboten wird, ohne dass an den Stellen an denen es nicht notwendig wäre, ein Handeln provoziert wird oder Zeit vergeudet wird. Ich jedenfalls habe ein ureigenes Interesse, mich auf die Essenz einer Angelegenheit zu konzentrieren, den Mandanten entsprechend meiner beruflichen Pflicht bestmöglich zu betreuen und seinen Sachverhalt, einer für ihn individuell definierten, bestmöglichen Lösung zuzuführen.
Sie werden also so schnell wie möglich, aber so sorgfältig wie nötig, betreut.
Was ist mit Rechten nicht miteinander verheirateter Paare (Nichteheliche Lebensgemeinschaft)
Wichtig zu wissen ist, dass nicht nur die Rechte verheirateter Paare und der dazu gegebenenfalls gehörenden Kinder geschützt sind, sondern auch die Rechte, derer die nicht miteinander verheiratet sind.
So sind nicht miteinander verheiratete Paare ebenso von unterhaltsrechtlichen Pflichten und Rechten betroffen, wie verheiratete Paare. Die Auseinandersetzung ehelich miteinander verbundener Paare birgt vielerlei Fallstricke, die sich in der Auseinandersetzung der nicht ehelichen Lebensgemeinschaft teilweise widerspiegeln, teilweise sogar weitergehend sind und an anderer Stelle gar nicht erst auftauchen. Von großer Bedeutung ist hier oftmals die Auseinandersetzung einer gemeinsam erworbenen Immobilie oder des bestehenden Vermögens und bestehender Schulden.