Source: https://www.lohnsteuer-kompakt.de/gesetze/1068/bmausv
Timestamp: 2019-06-19 19:02:46
Document Index: 351764223

Matched Legal Cases: ['§ 25', '§ 1', '§ 9', '§ 13', '§ 14', '§ 15', '§ 17', '§ 18', '§ 25']

Auf Grund des § 25 Absatz 1 Satz 1 der Handwerksordnung, der durch Artikel 146 der Verordnung vom 31. Oktober 2006 (BGBl. I S. 2407) geändert worden ist, in Verbindung mit § 1 Absatz 1 des Zuständigkeitsanpassungsgesetzes vom 16. August 2002 (BGBl. I S. 3165) und dem Organisationserlass vom 17. Dezember 2013 (BGBl. I S. 4310) verordnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung:
§ 9 Prüfungsbereich Vorarbeiten zur Herstellung eines Bogens
§ 13 Prüfungsbereich Herstellen eines spielfertigen Bogens
§ 14 Prüfungsbereich Durchführen von Teilarbeiten
§ 15 Prüfungsbereich Planung und Konstruktion
§ 17 Gewichtung der Prüfungsbereiche und Anforderungen für das Bestehen der Gesellenprüfung
§ 18 Bestehende Berufsausbildungsverhältnisse
Anlage: Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Bogenmacher und zur Bogenmacherin
Der Ausbildungsberuf des Bogenmachers und der Bogenmacherin wird nach § 25 der Handwerksordnung zur Ausbildung für das Gewerbe nach Anlage B Abschnitt 1 Nummer 48 „Bogenmacher“ der Handwerksordnung staatlich anerkannt.
Erstellen von Entwürfen zur Gestaltung von Bögen,
Messen, Prüfen, Anreißen sowie Übertragen von Maßen und Konturen,
Herstellen von Oberflächen,
Spielfertigmachen von Bögen und
Reparieren von Bögen.
Durchführen von qualitätssichernden Maßnahmen und
Kundenorientierung und Verkaufen von Bögen.
(1) Die Zwischenprüfung findet im Prüfungsbereich Vorarbeiten zur Herstellung eines Bogens statt.
(2) Im Prüfungsbereich Vorarbeiten zur Herstellung eines Bogens soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,
Materialien unter Berücksichtigung von Eigenschaften auszuwählen und zu bearbeiten,
passgenaue Verbindungen bis zur Verleimung vorzubereiten,
Bogenstangen vorzuarbeiten und Froschinnenarbeiten durchzuführen,
Maßnahmen zur Arbeitsorganisation, zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum Umweltschutz, zur Kundenorientierung, zur Wirtschaftlichkeit und zur Qualitätssicherung zu berücksichtigen und
fachliche Hintergründe aufzuzeigen sowie die Vorgehensweise bei der Durchführung der Arbeitsprobe zu begründen.
(3) Der Prüfling soll eine Arbeitsprobe durchführen und hierüber ein auftragsbezogenes Fachgespräch in höchstens 15 Minuten führen. Weiterhin soll er Aufgabenstellungen, die sich auf die Arbeitsprobe beziehen, schriftlich bearbeiten.
(4) Die Prüfungszeit beträgt insgesamt sieben Stunden. Innerhalb dieser Zeit soll das auftragsbezogene Fachgespräch in höchstens 15 Minuten sowie die Bearbeitung der schriftlichen Aufgaben in höchstens 120 Minuten durchgeführt werden.
Abschnitt 3: Gesellenprüfung
den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er den im Ausbildungsrahmenplan aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten entspricht.
Herstellen eines spielfertigen Bogens,
Durchführung von Teilarbeiten,
(1) Im Prüfungsbereich Herstellen eines spielfertigen Bogens soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,
Art und Umfang von Arbeitsaufträgen zu erfassen und Arbeitsabläufe festzulegen und zu dokumentieren,
Materialbedarf zu berechnen und Zeitbedarf zu ermitteln,
Bogenstangen, -frösche und -beinchen herzustellen,
Bögen spielfertig zu machen,
Bögen zu präsentieren,
Maßnahmen zur Arbeitsorganisation, zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum Umweltschutz, zur Kundenorientierung, zur Wirtschaftlichkeit und zur Qualitätssicherung zu berücksichtigen.
(2) Für den Nachweis nach Absatz 1 ist das Planen, Gestalten und Herstellen eines spielfertigen Bogens zugrunde zu legen.
(3) Der Prüfling soll ein Prüfungsprodukt anfertigen, die Anfertigung mit praxisüblichen Unterlagen dokumentieren und das Prüfungsprodukt präsentieren. Dem Prüfungsausschuss ist vor Anfertigung des Prüfungsprodukts ein fertigungsreifer Entwurf zur Genehmigung vorzulegen.
(4) Die Prüfungszeit beträgt insgesamt 40 Stunden. Die Präsentation dauert höchstens zehn Minuten.
(1) Im Prüfungsbereich Durchführen von Teilarbeiten soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,
Arbeitsschritte zu planen,
Werkzeuge auszuwählen und zu handhaben,
Werk- und Hilfsstoffe auszuwählen sowie zu bearbeiten und zu verarbeiten,
Verbindungstechniken auszuwählen und Verbindungen herzustellen,
Teilarbeiten zur Herstellung eines spielfertigen Bogens durchzuführen,
fachliche Hintergründe aufzuzeigen sowie die Vorgehensweise beim Durchführen von Teilarbeiten zu begründen.
(2) Für den Nachweis nach Absatz 1 sind aus den folgenden Tätigkeiten drei Tätigkeiten auszuwählen:
Fertigstellen einer Bogenstange,
Herstellen einer Verbindung zwischen Bogenfrosch und Bogenstange,
Ausarbeiten eines Bogenfrosches und
Behaaren eines Bogens.
Anstelle einer dieser Tätigkeiten kann eine andere Tätigkeit ausgewählt werden, wenn sie in gleicher Breite und Tiefe den in Absatz 1 genannten Anforderungen entspricht.
(3) Der Prüfling soll drei Arbeitsproben durchführen. Mit dem Prüfling wird über die drei durchgeführten Arbeitsaufgaben je ein auftragsbezogenes Fachgespräch geführt.
(4) Die Prüfungszeit beträgt insgesamt sieben Stunden. Die auftragsbezogenen Fachgespräche dauern zusammen höchstens 15 Minuten.
(1) Im Prüfungsbereich Planung und Konstruktion soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,
Bögen nach historischen und konstruktionstechnischen Merkmalen zu unterscheiden,
Werk- und Hilfsstoffe unter Berücksichtigung von Materialeigenschaften, Verwendungszweck und Artenschutz auszuwählen, einzusetzen und zu lagern,
Arbeitsabläufe unter Berücksichtigung von Produktqualität und Wirtschaftlichkeit zu planen sowie technische Unterlagen zu erstellen,
Verfahren zur Oberflächenbehandlung unter Berücksichtigung des Gesundheits- und Umweltschutzes auszuwählen und anzuwenden und
Fehler und Schäden festzustellen, Ursachen zu ermitteln und Maßnahmen zur Behebung zu ergreifen.
Herstellen eines spielfertigen
Bogens mit 30 Prozent,
Durchführen von Teilarbeiten mit 30 Prozent,
Planung und Konstruktion mit 30 Prozent,
(3) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der Prüfungsbereiche „Planung und Konstruktion“ oder „Wirtschafts- und Sozialkunde“ durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn
Diese Verordnung tritt am 1. August 2015 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verordnung über die Berufsausbildung zum Bogenmacher/zur Bogenmacherin vom 27. Januar 1997 (BGBl. I S. 78) außer Kraft.
Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Bogenmacher und zur Bogenmacherin
(Fundstelle: BGBl. I 2015, 1284 - 1288)
1 Erstellen von Entwürfen zur Gestaltung von Bögen
Bögen nach Konstruktionsmerkmalen und historischen Gesichtspunkten unterscheiden
musikgeschichtliche Merkmale von Bögen und Streichinstrumenten unterscheiden und zuordnen
Anregungen sammeln und auswerten und Musterschutzbestimmungen beachten
Muster und Vorlagen analysieren und Materialeigenschaften berücksichtigen
2 Messen, Prüfen, Anreißen sowie Übertragen von Maßen und Konturen
Werkzeuge, Geräte und Maschinen hinsichtlich ihrer Funktion auswählen
Werkzeuge und Geräte handhaben, pflegen und instand halten, insbesondere Werkzeuge schärfen
Spezialwerkzeuge herstellen
Werkstoffe, insbesondere Hölzer und Metalle, nach Arten und Eigenschaften unterscheiden sowie Naturstoffe unter Beachtung des Artenschutzes auswählen und nach Verwendungszweck zuordnen
Rosshaar unter Beachtung von Eigenschaften und Qualitätsmerkmalen beurteilen und auswählen
Werkstoffe, insbesondere nach statischen und mechanischen Eigenschaften, auswählen, Holzfeuchte, -einschnitt und -fehler beachten
Werk- und Hilfsstoffe lagern sowie Vorschriften und Lagerkriterien einhalten
Werkstoffe manuell bearbeiten, insbesondere durch Zuschneiden, Sägen, Feilen, Hobeln, Schnitzen, Stemmen und Biegen
Naturstoffe, insbesondere Knochen und Perlmutt, durch Sägen, Feilen, Schleifen und Polieren bearbeiten
Verbindungstechniken und -mittel nach Verwendungszweck auswählen und technische Eigenschaften von Leimen und Klebern berücksichtigen
Verbindungen durch Leimen und Kleben unter Beachtung von Gesundheits- und Umweltschutz- sowie von Verarbeitungsvorschriften herstellen
Verbindungen durch Schrauben, Stiften, Schmieden und Löten herstellen
6 Herstellen von Oberflächen
Verfahren der Oberflächenbehandlung unterscheiden und auswählen
Oberflächen, insbesondere durch Schleifen, vorbehandeln
Eigenschaften und Reaktionen von Oberflächenbehandlungsmitteln, insbesondere von Beizen und Lacken, unterscheiden
Maßnahmen zur Entsorgung von Gefahrstoffen ergreifen und Sicherheitsregeln beachten
7 Herstellen von Bogenstangen
Kopfteile unter Beachtung von Wuchs und Jahresringen auf Maß zustoßen
Hälse vorfertigen
Bogenstangen konisch hobeln
Kopfformen nach Entwurf oder Modell aufzeichnen und aussägen
Bogenstangen erhitzen und biegen
Kopfplatten aufpassen und aufleimen
Hälse ausarbeiten
Bogenstangen unter Beachtung von Gewicht, Festigkeit und Elastizität feinhobeln
Kopfkästchen bohren und ausstechen
Köpfe nach stilistischen und ästhetischen Vorgaben manuell ausarbeiten und Hälse fertigstellen
8 Herstellen von Bogenfröschen
Froschkästchen und Haarlager einarbeiten
Froschrohlinge zurichten
metallische und nichtmetallische Froschteile herstellen, bearbeiten, einpassen und befestigen
Froschformen ausarbeiten
9 Herstellen von Bogenbeinchen
Beinchenrohlinge zurichten
Bogenbeinchen fertigstellen, insbesondere oktogonal feilen
10 Zusammenfügen von Bogenstangen, -fröschen und -beinchen
Frösche auf Bogenstangen aufpassen
Mechanik der Schraubenführung einarbeiten
Teile zusammenfügen, Funktionsfähigkeit herstellen und justieren
11 Spielfertigmachen von Bögen
Bögen behaaren
Bewicklungen und Daumenleder unter Berücksichtigung von Gewicht und Schwerpunkt anbringen
Bögen auf Funktionsfähigkeit prüfen
Bögen verkaufs- und versandfertig machen
12 Reparieren von Bögen
Reparaturumfang prüfen, Kosten abschätzen und Reparaturauftrag mit Kunden absprechen
Reparaturen durchführen, insbesondere Kopfplatten und Schub erneuern
historische Bögen erkennen, Zustand dokumentieren, Originalsubstanz bewahren, restaurierungsethische und physikalische Gesichtspunkte berücksichtigen
Auftragsunterlagen prüfen und bearbeiten sowie Arbeitsschritte festlegen
Werk- und Hilfsstoffe sowie Arbeitsmittel auswählen und bereitstellen sowie Materialbedarf berechnen
Sachverhalte darstellen und Fachbegriffe anwenden
Arbeiten im Team planen und durchführen und Ergebnisse der Teamarbeit auswerten
Material disponieren und Zeitbedarf abschätzen
Liefertermine und -bedingungen beachten
auftragsbezogene Daten erstellen, aufbereiten und sichern sowie Datenschutz beachten
Zeichnungen und Schnitte anfertigen sowie Proportionen, Maße und Zeichnungsnormen berücksichtigen
Prüftechniken anwenden sowie Materialien sensorisch, insbesondere visuell und taktil, prüfen
Qualität der Produkte kontrollieren und Ergebnisse dokumentieren sowie Qualitätskriterien anwenden
Ursachen von Qualitätsabweichungen feststellen und Fehler beseitigen
9 Kundenorientierung und Verkaufen von Bögen
Zielgruppen und Absatzmärkte erkennen
produktspezifische Informationen beschaffen, nutzen und auswerten