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Timestamp: 2020-02-25 17:46:38
Document Index: 324078083

Matched Legal Cases: ['§ 7', 'Art. 6', '§ 1', '§ 2', '§ 3', '§ 5', '§ 7', '§ 17', '§ 16', '§ 53', '§ 38', '§ 7', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 107', '§ 12', '§ 16', '§ 4', '§ 5', '§ 4', '§ 4', '§ 37', '§ 4', '§ 1']

Gesetze-Rechtsprechung Schleswig-Holstein NatschGSuhrSeeV SH | Landesnorm Schleswig-Holstein | Gesamtausgabe | Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Suhrer See und Umgebung" vom 13. August 2003 | gültig ab: 29.08.2003
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Suhrer See und...
§ 7 a - Anlagen
juris-Abkürzung: NatschGSuhrSeeV SH
Ausfertigungsdatum: 13.08.2003
Fundstelle: GVOBl. 2003 410
Gliederungs-Nr: 791-4-210
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Suhrer See und Umgebung"
Stand: letzte berücksichtigte Änderung: Anlage 2 Nummer 1 neu gefasst (Art. 6 LVO v. 16.05.2018, GVOBl. S. 296)
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Suhrer See und Umgebung" vom 13. August 2003 29.08.2003
§ 1 - Erklärung zum Naturschutzgebiet 26.11.2010
§ 2 - Geltungsbereich 26.11.2010
§ 3 - Schutzzweck 26.11.2010
§ 5 - Zulässige Handlungen 26.11.2010
§ 7 a - Anlagen 26.11.2010
Anlage 1 a 26.11.2010
Anlage 1 b 26.11.2010
Aufgrund des § 17 Abs. 1 und 5 in Verbindung mit § 16 Abs. 2 und § 53 Abs. 7 des Landesnaturschutzgesetzes und des § 38 des Landesjagdgesetzes verordnet das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft:
(1) Der Suhrer See und Umgebung auf dem Gebiet der Gemeinde Bösdorf und der Stadt Plön, Kreis Plön, wird zum Naturschutzgebiet erklärt.
(2) Das Naturschutzgebiet wird mit der Bezeichnung "Suhrer See und Umgebung" unter Nummer 190 in das im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume geführte Verzeichnis der Naturschutzgebiete eingetragen.
(3) Das Naturschutzgebiet erfüllt in Teilen die Kriterien im Sinne des Artikels 4 Abs. 1 und 2 der Richtlinie 79/409/EWG des Rates vom 2. April 1979 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (ABl. EG Nr. L 103 S. 1), zuletzt geändert durch die Richtlinie 97/49/EG vom 29. Juli 1997 (ABl. EG Nr. L 223 S. 9) und wird für diese Teile zum Vogelschutzgebiet erklärt.
(4) In dem Naturschutzgebiet befinden sich natürliche Lebensräume im Sinne des Anhangs I und Tier- und Pflanzenarten im Sinne des Anhangs II der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (ABl. EG Nr. L 206 S. 7), zuletzt geändert durch die Richtlinie 97/62/EG vom 27. Oktober 1997 (ABl. EG Nr. L 305 S. 42).
(5) Die übrigen Teile des Naturschutzgebietes haben Vernetzungsfunktion für die Wanderung, die geographische Verbreitung und den genetischen Austausch wildlebender Arten und dienen der Verbesserung der ökologischen Kohärenz von Natura 2000 im Sinne von Artikel 10 der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992, zuletzt geändert durch Richtlinie 2006/105/EG des Rates vom 20. November 2006.
(1) Das Naturschutzgebiet ist rund 269 ha groß und umfasst den Suhrer See, den Großen Madebrökensee, den Kleinen Ukleisee mit den angrenzenden Wäldern und landwirtschaftlich genutzte Flächen.
(2) In der dieser Verordnung als Anlage beigefügten Übersichtskarte 1 a im Maßstab 1:25.000 ist die Grenze des Naturschutzgebietes als schwarze Linie dargestellt. In der dieser Verordnung als Anlage 1 b beigefügten Übersichtkarte im Maßstab 1:25.000 ist das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) senkrecht und das Europäische Vogelschutzgebiet waagerecht schraffiert eingetragen.
(3) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in den Abgrenzungskarten 1 a und 1 b im Maßstab 1:5.000 rot eingetragen. In der Abgrenzungskarte 1 b ist das FFH-Gebiet senkrecht und das Europäische Vogelschutzgebiet waagerecht schraffiert eingetragen. Die Ausfertigung der Karte ist im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, 24106 Kiel, verwahrt.
Die Karte ist Bestandteil dieser Verordnung.
bei der Landrätin oder dem Landrat des Kreises Plön - Untere Naturschutzbehörde -,
bei der Bürgermeisterin oder dem Bürgermeister der Stadt Plön,
bei der Amtsvorsteherin oder dem Amtsvorsteher des Amtes Plön-Land,
(1) Das Naturschutzgebiet dient der Sicherung, dem Schutz, der Erhaltung und der Entwicklung eines der wenigen nährstoffarmen größeren Seen des Landes sowie zwei weiterer kleinerer Seen mit Umgebung. Es ist Lebensraum vielfältiger, teilweise gefährdeter Tier- und Pflanzengesellschaften.
(2) Schutzzweck ist es, die Natur in diesem Gebiet in ihrer Gesamtheit dauerhaft zu erhalten und zu entwickeln.
den nährstoffarmen Zustand des Suhrer Sees mit seinen typischen und gefährdeten Lebensräumen und Lebensgemeinschaften und seinen angrenzenden kalkreichen Sümpfen, Moorwäldern, Erlen-Bruchwäldern, Erlen-Eschen-Wäldern und Waldmeister-Buchenwäldern, den charakteristischen Zustand des Kleinen Ukleisees und des Großen Madebrökensees,
die hervorragend ausgebildete und sehr empfindliche Unterwasser- und Ufervegetation von bundesweiter Bedeutung,
die Nahrungs-, Rast- und Mausergebiete von überregionaler Bedeutung für ruhebedürftige und störungsempfindliche Wasservögel, insbesondere für Reiherente, Tafelente, Schellente und Kolbenente,
die Vogelbrutplätze insbesondere für Wespenbussard, Eisvogel, Schwarzspecht und Mittelspecht,
die geologische und geomorphologische Eigenart dieses Gebiets mit den natürlichen Veränderungen und Wechselwirkungen,
die Eigenart und Schönheit dieses Gebietes und sein naturraumtypisches Landschaftsbild zu erhalten und zu schützen sowie
eine unbeeinflusste Entwicklung der Waldökosysteme,
die ungestörte Entwicklung der geologischen und biologischen Prozesse auf einem überwiegenden Anteil der für Naturschutzzwecke erworbenen Flächen und
eine extensive Nutzung der landwirtschaftlich genutzten Flächen sowie
das Naturschutzgebiet außerhalb der Wege zu betreten oder im Naturschutzgebiet außerhalb der dafür bestimmten Wege zu reiten oder zu fahren;
die in der Abgrenzungskarte zur Verordnung mit Punktraster gekennzeichnete 20 m breite unmittelbar an das Naturschutzgebiet angrenzende Grünlandfläche zu entwässern, umzubrechen, zu düngen oder dort Pflanzenschutzmittel aufzubringen.
Acker genutzten, in der Abgrenzungskarte und in der Übersichtskarte schräg schraffiert dargestellten Fläche in der bisherigen Art und dem bisherigen Umfang;
Acker genutzten, in der Abgrenzungskarte und in der Übersichtskarte kariert dargestellten Fläche in der bisherigen Art und dem bisherigen Umfang mit folgenden Einschränkungen:
nicht zulässig ist es, auf dieser Fläche vom 1. Oktober 2005 an Düngestoffe oder Pflanzenschutzmittel aufzubringen;
nicht zulässig ist es, die Flächen mehr als bisher zu entwässern, in Ackerland umzuwandeln oder Pflanzenschutzmittel auf diesen Flächen aufzubringen und auf einem Randstreifen von 20 m Breite parallel zur Uferlinie des Suhrer Sees Düngestoffe aufzubringen;
die den Schutzzweck berücksichtigende, naturnahe forstwirtschaftliche Bodennutzung im Sinne des § 7 Abs. 3 des Landesnaturschutzgesetzes der als Wald genutzten privateigenen Flächen unter Beachtung des § 15 a des Landesnaturschutzgesetzes ;
auf den landeseigenen Waldflächen des Forstortes Hohenrade sowie auf den für Naturschutzzwecke erworbenen Waldflächen sollen zur Erhaltung ungestörter Naturabläufe alle forstwirtschaftlichen Maßnahmen unterlassen werden, zulässig bleiben die erforderlichen Maßnahmen der Verkehrssicherungspflicht;
die Jagd auf Wasservögel an mehr als einem Tag im Jahr auszuüben,
die Jagd auf Graureiher und die Fangjagd auszuüben,
Wildäcker oder Wildäsungsflächen anzulegen oder zu betreiben oder Brutkästen für Enten aufzustellen;
der Fischfang mit der Handangel im Suhrer See durch die Eigentümerin oder den Eigentümer oder die Fischereiausübungsberechtigten
vom Ufer aus an allen der Öffentlichkeit zugänglichen Stellen und von dem Bootssteg des Grundstücks 60/15, Flur 3, Gemarkung Niederkleveez, Gemeinde Bösdorf aus;
von nicht mehr als einem Boot aus.
Nicht zulässig ist es, an- oder zuzufüttern.
die Nutzung der genehmigten, in der Übersichtskarte und der Abgrenzungskarte dargestellten und in der Örtlichkeit gekennzeichneten Badestellen am Suhrer See unter Berücksichtigung der Bestimmungen des § 15 a des Landesnaturschutzgesetzes ; die Benutzung von Badebooten, Luftmatratzen und Badeflößen ist nicht gestattet;
die Einrichtung und Nutzung einer von der unteren Naturschutzbehörde im Einvernehmen mit der oberen Naturschutzbehörde genehmigten und in der Örtlichkeit gekennzeichneten Badestelle im Bereich Stadtheide am Suhrer See; die Benutzung von Badebooten, Luftmatratzen und Badeflößen ist nicht gestattet;
das Baden in und das Eislaufen auf dem großen Madebrökensee unter Berücksichtigung der Bestimmungen des § 15a des Landesnaturschutzgesetzes ; die Benutzung von Badebooten, Luftmatratzen und Badeflößen ist nicht gestattet;
das Eislaufen auf dem Suhrer See von den öffentlich zugänglichen Uferabschnitten aus mit der Maßgabe, dass die untere Naturschutzbehörde Einschränkungen anordnen kann, wenn diese zur Erreichung des Schutzzweckes erforderlich sind;
das Befahren des Großen Madebrökensees mit kleinen Wasserfahrzeugen ohne Motorkraft;
der Betrieb und die Unterhaltung gewässerkundlicher Messanlagen nach § 107 Abs. 2 des Landeswassergesetzes sowie die hierfür erforderlichen Forschungs- und Vermessungsarbeiten;
der Betrieb und die Unterhaltung der genehmigten Brunnen und Leitungen im Wassergewinnungsgebiet Stadtheide;
der Betrieb und die Unterhaltung der bestehenden und genehmigten Ver- und Entsorgungsleitungen des Jugendzeltplatzes "Adlerhorst";
die erforderlichen Maßnahmen zur Erhaltung und Sicherung der Straßen, Wege und der Plätze unter Beachtung des § 12 Abs. 1 des Landesnaturschutzgesetzes mit folgender Einschränkung:
der jeweiligen Grundstücke, mit Ausnahme der Wasserflächen des Suhrer Sees, durch die Grundstücksbesitzerin oder den Grundstücksbesitzer oder die Grundstückseigentümerin oder den Grundstückseigentümer oder deren Beauftragte zur Wahrnehmung berechtigter Interessen;
der Wasserflächen des Suhrer Sees durch die jeweilige Person, in deren Eigentum sich der See befindet oder durch die dinglich Berechtigten oder eine von dem Eigentümer oder der Eigentümerin oder der dinglich Berechtigten beauftragte Person zur Wahrnehmung berechtigter Interessen
mit einem kleinen Wasserfahrzeug ohne Motorkraft,
mit einem Motorboot bis fünf PS.
das Betreten innerhalb der in der Übersichtskarte und in der Abgrenzungskarte mit waagerechter Schraffur dargestellten allgemein zugänglichen Freiflächen im westlichen Uferbereich des Suhrer Sees sowie das freie Umherlaufen von Hunden in diesem Bereich;
der Betrieb und die Unterhaltung der genehmigten Löschwasserentnahmestellen;
Untersuchungen und Maßnahmen zum Schutz oder zur Entwicklung des Naturschutzgebietes, die die untere Naturschutzbehörde durchführt oder durchführen lässt; bei Maßnahmen im Bereich der Kulturdenkmale unter Beachtung des § 16 Abs. 9 des Landesnaturschutzgesetzes .
(2) Die Jagdbehörde kann im Einvernehmen mit dem Landesamt für Natur und Umwelt als obere Naturschutzbehörde Ausnahmen von den Verboten des § 4 Abs. 1 Nr. 13 und den einschränkenden Regelungen des § 5 Abs. 1 Nr. 3 im Einzelfall zulassen, wenn dies zur Sicherung des Schutzzwecks erforderlich ist; dieses gilt nicht für die Wasservogeljagd.
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 19 das Naturschutzgebiet außerhalb der Wege betritt oder im Naturschutzgebiet außerhalb der dafür bestimmten Wege reitet oder fährt;
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 20 die in der Abgrenzungskarte zur Verordnung mit Punktraster gekennzeichnete Grünlandfläche entwässert, umbricht, düngt oder dort Pflanzenschutzmittel aufbringt.
(3) Ordnungswidrig nach § 37 Abs. 1 Nr. 26 des Landesjagdgesetzes handelt, wer bei der Jagdausübung vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 Abs. 1 Nr. 13 wildlebenden Tieren nachstellt, sie durch Lärm oder mutwillig anderweitig beunruhigt, sie fängt, verletzt oder tötet oder Tiere aussetzt oder ansiedelt.
Die Anlagen 1 a und 1 b sowie 2 (gebietsspezifische Erhaltungsziele) sind Bestandteil dieser Verordnung.
(2) Gleichzeitig tritt die Landesverordnung zur einstweiligen Sicherstellung des geplanten Naturschutzgebietes "Suhrer See und Umgebung" vom 9. Dezember 1997 (GVOBl. Schl.-H. 1998 S. 15) *) außer Kraft.
Kiel, 13. August 2003
GS Schl.-H. II, Gl.Nr. 791-4-180
zur Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Suhrer See und Umgebung“
Erhaltungsziele für den im Naturschutzgebiet „Suhrer See und Umgebung“ befindlichen Teilbereich des gesetzlich geschützten Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung DE-1828-392 „Seen des mittleren Schwentinesystems und Umgebung“
Das Naturschutzgebiet „Suhrer See und Umgebung“ ist für die Erhaltung und gegebenenfalls Wiederherstellung folgender Lebensraumtypen des Anhangs I und Arten des Anhangs II der FFH-Richtlinie
von besonderer Bedeutung: (*: prioritäre Lebensraumtypen)
Erhaltung eines Ausschnittes aus der gewässer- und waldreichen „Holsteinischen Schweiz“, mit dem naturnahen, wenig belasteten, natürlich eutrophen Kleinen Ukleisee und dem sauberen, oligo- bis mesotrophen, basenreichen Klarwassersee Suhrer See, einschließlich ihrer naturnahen Verlandungsbereiche und sonstigen für den Naturschutz wichtigen Ufer- und Kontaktzonen.
Für die Lebensraumtypen 3140, 7210, 9130 und 91D0* soll ein günstiger Erhaltungszustand im Einklang mit den Anforderungen von Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur sowie den regionalen und örtlichen Besonderheiten wiederhergestellt werden.
Erhaltung oder gegebenenfalls Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der unter Nummer 1.1 Buchstabe a genannten Lebensraumtypen und Arten. Hierzu sind insbesondere folgende Aspekte zu berücksichtigen:
Erhaltung oder gegebenenfalls Wiederherstellung
nährstoffarmer, kalkhaltiger Gewässer mit meist arten- und strukturreich ausgebildeter Submersvegetation, unter anderem mit Armleuchteralgen,
der naturnahen oder weitgehend natürlichen, weitgehend ungenutzten Ufer, Gewässerbereiche und ausgebildeten Vegetationszonierungen,
biotopprägender nährstoffarmer Verhältnisse im Gewässer und in dessen Wassereinzugsgebiet,
meso- bis oligotraphenter Pflanzen der Unterwasservegetation,
Sicherung eines dem Gewässertyp entsprechenden Nährstoff- und Lichthaushaltes (für den Lebensraumtyp 3140, Suhrer See möglichst hohe Lichtdurchlässigkeit bzw. Sichttiefe) und sonstiger lebensraumtypischer Strukturen und Funktionen,
von amphibischen oder sonst wichtigen Kontaktlebensräumen wie Au- und Bruchwäldern, Nasswiesen, Seggenriedern, Hochstaudenfluren und Röhrichten und der funktionalen Zusammenhänge.
der natürlichen hydrologischen, hydrochemischen und hydrophysikalischen, nährstoffarmen Bedingungen,
der charakteristischen Vorkommen der seltenen Schneide (Cladium mariscus),
der standorttypischen Kontaktgesellschaften.
naturnaher Buchenwälder in unterschiedlichen Altersphasen und Entwicklungsstufen und ihrer standorttypischen Variationsbreite im Gebiet,
natürlicher standortheimischer Baum- und Strauchartenzusammensetzung,
der Sonderstandorte und Randstrukturen wie zum Beispiel Bachschluchten, Uferabbrüche, Findlinge, feuchte bis nasse Senken, Steilhänge, Hochstaudenfluren sowie der typischen Biotopkomplexe und der für den Lebensraumtyp charakteristischen Habitatstrukturen und -funktionen,
der weitgehend natürlichen Bodenstruktur,
weitgehend ungestörter Kontaktlebensräume wie zum Beispiel Brüche, Kleingewässer der lebensraumtypischen Strukturen und Funktionen,
der weitgehend natürlichen lebensraumtypischen hydrologischen Bedingungen (insbesondere Wasserstand, Basengehalt).
Erhaltung und gegebenenfalls Wiederherstellung
naturnaher Birkenmoorwälder in unterschiedlichen Altersphasen und Entwicklungsstufen und ihrer standorttypischen Variationsbreite im Gebiet,
des weitestgehend ungestörten Wasserhaushaltes mit hohem Grundwasserspiegel und Nährstoffarmut,
der natürlichen Bodenstruktur und der charakteristischen Bodenvegetation mit einem hohen Anteil von Torfmoosen und Sauergräsern,
der oligotrophen Nährstoffverhältnisse,
standorttypischer Kontaktbiotope, -übergänge und -mosaikkomplexe zu mesotrophen Birken-Erlen-Brüchen.
sauberer Fließgewässer mit kiesig-steinigem Substrat,
vegetationsarmer sandig-kiesiger Brandungsufer in Seen,
barrierefreier Wanderstrecken zwischen Seen und ihren Zuflüssen,
möglichst geringer anthropogener Feinsedimenteinträge,
von größeren, zusammenhängenden Rückzugsgebieten, in denen die notwendige Gewässerunterhaltung räumlich und zeitlich versetzt durchgeführt wird,
aller Wochenstuben,
störungsarmer Fließgewässersysteme und größerer Gewässer mit naturnahen Uferbereichen und offenen Wasserflächen,
von Jagdgebieten mit reichem Insektenangebot,
von Stollen und Bunkern und anderen unterirdischen Quartieren als Überwinterungsgebiete.
der natürlichen Lebensräume wie meso- bis eutrophe Seen, klare wasserpflanzenreiche Altgewässer und Kalkflachmoore sowie der Sekundärlebensräume wie nährstoffarme, wasserpflanzenreiche Gräben und Torfstiche in der Kulturlandschaft,
naturnaher Röhrichtgürtel und Verlandungsbereiche der Seen,
unterseeischer Characeenwiesen und Wasserpflanzenbestände in Seen,
naturnaher Niedermoore und Sümpfe im Bereich oligo- bis mesotropher, vergleichsweise basenreicher, oft kalkhaltiger nass-feuchter oder quelliger Moor- und Gleyböden (Kalkflachmoore) und ihres natürlichen Wasserregimes,
sonnendurchfluteter, nährstoffarmer und wasserpflanzenreicher Flachgewässerbereiche in Altgewässern und Weihern,
von Sekundärlebensräumen wie Gräben durch extensive Grabenpflege unter Vermeidung der weiteren Absenkung des Grundwasserspiegels,
bestehender Populationen in den natürlichen Lebensräumen durch die möglichst ungestörte und naturnahe Entwicklung der Habitate.
Ziele für Arten von Bedeutung:
Erhaltung eines günstigen Erhaltungszustandes der unter Nummer 1.1 Buchstabe b genannten Arten. Hierzu sind insbesondere folgende Aspekte zu berücksichtigen:
großräumig vernetzter Systeme von Fließ- und Stillgewässern mit weitgehend unzerschnittenen Wanderstrecken entlang der Gewässer,
Erhaltungsziele für den im Naturschutzgebiet „Suhrer See und Umgebung“ befindlichen Teilbereich des EG-Vogelschutzgebietes DE 1828-491 „Großer Plöner See-Gebiet“
Das Naturschutzgebiet „Suhrer See und Umgebung“ ist für die Erhaltung folgender Vogelarten und ihrer Lebensräume nach § 1 Abs. 3
von besonderer Bedeutung: (fett: Arten des Anhangs I der Vogelschutzrichtlinie ; B: Brutvögel; R: Rastvögel)
Schnatterente (Anas strepera) (R)
Reiherente (Aythya fuligula) (R)
Schwarzspecht (Dryocopus martius) (B)
Kolbenente (Netta rufina) (R)
Kormoran (Phalacrocorax carbo) (R)
Haubentaucher (Podiceps cristatus) (R)
von Bedeutung: (fett: Arten des Anhangs I der Vogelschutzrichtlinie ; B: Brutvögel)
Zwergschnäpper (Ficedula parva) (B)
Erhaltung des Gebietes mit kleinen Nebenseen des Großen Plöner Sees als flächengrößten Binnensee Schleswig- Holsteins mit teils bewaldeten Inseln und ausgedehnten Flachwasserbereichen mit Brut-, Rast- und Mauserlebensraum für viele wassergebundene Vogelarten. Hierfür sind u.a. störungsarme Gewässerbereiche während der Mauser- und Rastzeit zu erhalten.
Weiterhin ist die Erhaltung von im Hohenrader Forst (Suhrer See) befindlichen Brutplätze des Wespenbussards, Mittel- und Schwarzspechtes sowie Zwergschnäppers sicherzustellen.
Erhaltung eines günstigen Erhaltungszustandes der unter 2.1 genannten Arten und ihrer Lebensräume. Hierzu sind insbesondere folgende Aspekte zu berücksichtigen:
Im Gebiet rastende oder mausernde Wasservogelarten wie Kormoran, Haubentaucher, Schnatter- und Reiherente.
von störungsarmen Mauser-, Rast- und Nahrungsgebieten,
von störungsarmen Schlafplätzen,
einer günstigen Nahrungssituation v.a. Erhaltung der charakteristischen Biozönose eines Großsees (u.a. ungestörte Massenentwicklung von Kleinfischen für die fischverzehrenden Arten Kormoran, Haubentaucher).
Brutvögel der Seen, Teiche, Kleingewässer und Bäche wie Eisvogel, Kolbenente.
von weitgehend störungsfreien Brutplätzen für Kolbenente,
einer möglichst hohen Wasserqualität und -klarheit (Eisvogel) und damit der Vorkommen von Laichkräutern und Armleuchteralgen als wesentlicher Nahrungsgrundlage (Kolbenente),
von ruhigen, pflanzenreichen Flachwasserbuchten als wichtigstem Nahrungshabitat (Kolbenente),
eines ausreichend hohen und während der Brutzeit weitgehend konstanten Wasserstandes (Kolbenente),
der naturnahen Fließgewässersysteme und der natürlichen, dynamischen Prozesse der Fließgewässer mit Überschwemmungszonen, Prallhängen, Flussbettverlagerungen etc. (Eisvogel),
von Strukturen, die geeignete Brutmöglichkeiten bieten (z.B. Steilwände, Abbruchkanten, Wurzelteller umgestürzter Bäume), in Wäldern auch in größerer Entfernung vom Gewässer (Eisvogel),
störungsarmer Fließgewässerabschnitte mit Brutvorkommen insbesondere während der Zeit der Jungenaufzucht zwischen dem 1. Mai bis 31. August (Eisvogel),
grundwassergespeister, auch in Kältewintern meist eisfrei bleibender Gewässer (Eisvogel).
Arten der Laub-, Misch und Bruchwälder wie Mittel- und Schwarzspecht, Zwergschnäpper, Wespenbussard.
eines - bezogen auf das Gesamtgebiet - ausreichend hohen Anteils zusammenhängender, über 80jähriger Laubwaldbestände mit einem ausreichenden Anteil an
Alteichen, sonstigen rauhborkigen Bäumen wie z.B. Uralt-Buchen und stehendem Totholz mit BHD über 25 cm (Mittelspecht) und
Altholz zur Anlage von Nisthöhlen, v.a. glattrindige, über 80jährige Laubhölzer mit BHD über 35 cm (Schwarzspecht),
der Störungsarmut im Horstumfeld zwischen dem 1. Mai bis 31. August (Wespenbussard),
der traditionell genutzten Horstbäume und der Strukturen im direkten Umfeld (Wespenbussard),
geeigneter Horstbäume, insbesondere alter, starkastiger Eichen und Buchen (und Nadelbäume (Wespenbussard),
von Räumen im Umfeld der Bruthabitate, die weitgehend frei von vertikalen Fremdstrukturen wie z.B. Stromleitungen und Windkrafträdern sind (Wespenbussard),
von Ameisenlebensräumen, insbesondere lichten Waldstrukturen, Lichtungen, Schneisen als wesentliche Nahrungshabitate (Schwarzspecht),
von Totholz und Baumstubben als Nahrungsrequisiten (Schwarzspecht),
von Erlen- und Eschenbeständen auf Feuchtstandorten mit hohem Alt- und Totholzanteil (Mittelspecht),
eines naturnahen Wasserregimes (Mittelspecht, Zwergschnäpper) und Waldgewässern (Zwergschnäpper),
naturnaher Laub- und Mischwälder mit hoher, geschlossener Kronenschicht und unterschiedlichen Altersstufen (Zwergschnäpper),
von Höhlenbäumen (Schwarzspecht, Zwergschnäpper) und stehendem Totholz (Zwergschnäpper).