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Timestamp: 2016-10-26 09:22:36
Document Index: 19651179

Matched Legal Cases: ['Art. 28', 'Art. 7', 'Art. 8', 'BGE', 'BGE', 'Art. 61', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 7', 'Art. 7', 'BGE', 'BGE', 'Art. 7', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 65', 'Art. 66']

8C_399/2016 (24.08.2016)
8C_399/2016 � � Urteil vom 24. August 2016
Der 1975 geborene A.________ war bis zur arbeitgeberseitigen K�ndigung per 31. M�rz 2012 als Systembetreuer bei der B.________ AG angestellt. Am 26. Oktober 2012 meldete er sich unter Hinweis auf eine psychosomatische Erkrankung bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Z�rich, IV-Stelle, holte unter anderem die Berichte der behandelnden �rzte ein und liess den Versicherten von Dr. med. C.________, Facharzt f�r Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, von ihrem regional�rztlichen Dienst (RAD), untersuchen (Untersuchungsbericht vom 19. September 2014). Mit Verf�gung vom 19. Juni 2015 verneinte die Verwaltung einen Leistungsanspruch, da kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege.
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 26. April 2016 ab.
A.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren und beantragen, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides sei ihm f�r den Zeitraum vom 1. M�rz 2013 bis 30. Juni 2014 eine volle (recte wohl "ganze") Invalidenrente zuzusprechen.
2.1.�Im angefochtenen Entscheid wurden die massgeblichen rechtlichen Grundlagen zutreffend dargelegt. Es betrifft dies die Bestimmungen und die von der Rechtsprechung entwickelten Grunds�tze zum Rentenanspruch (Art. 28 Abs. 1 und 2 IVG), zu den Begriffen der Erwerbsunf�higkeit (Art. 7 Abs. 1 ATSG) und der Invalidit�t (Art. 8 Abs. 1 ATSG), zur �rztlichen Aufgabe bei der Invalidit�tsbemessung (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195 f.; 132 V 93 E. 4 S. 99 f.) sowie zu den Anforderungen an beweiskr�ftige medizinische Berichte und Gutachten (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269; 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). Darauf wird verwiesen.
2.2.�Im Rahmen der freien Beweisw�rdigung (Art. 61 lit. c ATSG) darf sich die Verwaltung - und im Streitfall das Gericht - weder �ber die (den beweisrechtlichen Anforderungen gen�genden) medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die �rztlichen Einsch�tzungen und Schlussfolgerungen zur (Rest-) Arbeitsf�higkeit unbesehen ihrer konkreten sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen. Die medizinischen Fachpersonen und die Organe der Rechtsanwendung pr�fen die Arbeitsf�higkeit je aus ihrer Sicht (BGE 141 V 281 E. 5.2.1 S. 306 f.; 140 V 193 E. 3 S. 194 ff.; je mit Hinweisen). Die rechtsanwendenden Beh�rden haben mit besonderer Sorgfalt zu pr�fen, ob die �rztliche Einsch�tzung der Arbeitsunf�higkeit auch invalidit�tsfremde Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitber�cksichtigt, die vom invalidit�tsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind (vgl. BGE 140 V 193; 130 V 352 E. 2.2.5 S. 355 f.). Wo psychosoziale Einfl�sse das Bild pr�gen, ist bei der Annahme einer rentenbegr�ndenden Invalidit�t Zur�ckhaltung geboten (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299 f.; Urteile 8C_746/2015 vom 3. Februar 2016 E. 2.2 und 9C_146/2015 vom 19. Januar 2016 E. 3.1 mit Hinweisen).
Zu pr�fen ist, ob die Vorinstanz Bundesrecht verletzte, indem sie abweichend von der Beurteilung des psychiatrischen RAD-Arztes feststellte, es liege auch vor�bergehend kein die Arbeitsf�higkeit beeintr�chtigender invalidisierender Gesundheitsschaden vor. In seinem Untersuchungsbericht vom 19. September 2014 diagnostiziert hatte Dr. med. C.________ eine l�nger anhaltende depressive Episode, mittelgradig mit somatischem Syndrom (ICD-10 F 32.11) und eine Panikst�rung (ICD-10 F 41.0). Er kam zur Auffassung, die Arbeitsf�higkeit des Versicherten sei in seinem angestammten Beruf vollst�ndig und in einer angepassten T�tigkeit zu 50 % eingeschr�nkt.
3.1.�Das kantonale Gericht erwog, der Bericht vom 19. September 2014 sei hinsichtlich der Befunderhebung detailliert und f�r die Beantwortung der sich stellenden Fragen umfassend. Er erf�lle insoweit alle rechtsprechungsgem�ssen Kriterien f�r eine beweistaugliche medizinische Entscheidungsgrundlage. Nicht gefolgt werden k�nne der Einsch�tzung des Dr. med. C.________, wonach in einer adaptierten T�tigkeit die Arbeitsf�higkeit um 50 % eingeschr�nkt sei. Gem�ss nachvollziehbarer Darstellung des RAD-Arztes gen�gten die bislang ergriffenen therapeutischen Bem�hungen nicht. Der einzige station�re Aufenthalt habe vor der Anmeldung bei der Invalidenversicherung stattgefunden, wobei dort keine gezielte psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung durchgef�hrt worden sei. Die Behandlung bei Dr. med. D.________, Spezialarzt f�r Psychiatrie und Psychotherapie FMH, sei nur in einer niedrigen Frequenz erfolgt. Die empfohlene teilstation�re Behandlung in der psychiatrischen Klinik E.________ sei nur versp�tet aufgenommen worden und habe schliesslich zu einer Verbesserung des psychischen Befindens des Beschwerdef�hrers gef�hrt. Die Vorinstanz schloss mit Blick auf diese Gegebenheiten, es k�nne nicht von einer konsequenten Depressionstherapie und der Aussch�pfung der therapeutischen und medikament�sen M�glichkeiten und damit von der Resistenz des Leidens gesprochen werden. Ebenso wenig k�nne angesichts der guten Ressourcen sowie der in eine Festanstellung m�ndenden Wiedereingliederungs- und Bewerbungsbem�hungen auf eine invalidisierende Depression geschlossen werden. Schliesslich l�gen auch psychosoziale Faktoren vor, welche als invalidit�tsfremd und daher vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt als unbeachtlich zu qualifizieren seien. All diese Faktoren spr�chen f�r den hier massgebenden Zeitraum gegen eine therapieresistente invalidisierende psychische St�rung.
3.2.�Der Beschwerdef�hrer moniert, aufgrund der Zeugnisse des behandelnden Psychiaters, Dr. med. D.________, der Berichte der Klinik E.________ und auch der Einsch�tzung des RAD-Arztes, Dr. med. C.________, leide er seit Fr�hling 2011 an einer depressiven Episode mittleren, intermittierend auch schweren Grades, welche seine Arbeitsf�higkeit bis fr�hestens M�rz 2014 aufgehoben habe. Es existiere keine �rztliche Einsch�tzung, welche eine gegenteilige Beurteilung zulassen w�rde. Im angefochtenen Entscheid fehle es an einer Auseinandersetzung mit den Berichten der behandelnden �rzte. Diese w�rden entgegen der vorinstanzlichen Darstellung eine schwere St�rung im depressiven Bereich ausweisen. Damit sei die Begr�ndungspflicht beziehungsweise sein rechtliches Geh�r verletzt.
4.1.�Wie in Erw�gung 2.2 ausgef�hrt, ist die Beurteilung der Arbeitsf�higkeit nicht einzig Aufgabe der �rzte. Die medizinische Einsch�tzung bietet einzig aber immerhin eine wichtige Grundlage f�r die juristische Beurteilung, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 141 V 281 E. 5.2.1 S. 306 mit Hinweisen). Die Rechtsanwender pr�fen dabei die medizinischen Angaben frei, insbesondere daraufhin, ob die �rzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben. Das heisst, ob sie ausschliesslich funktionelle Ausf�lle ber�cksichtigt haben, welche Folgen der gesundheitlichen Beeintr�chtigung sind (Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG), und ob die versicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grundlage erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG). Auf diese Weise wird eine einheitliche und rechtsgleiche Einsch�tzung der Arbeitsf�higkeit gesichert (BGE a.a.O. E. 5.2.2 S. 307).
4.2.�Die leicht bis mittelgradigen depressiven St�rungen rezidivierender oder episodischer Natur fallen einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent sind (Urteil 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 mit Hinweisen auf BGE 140 V 193 E. 3.3 S. 197 sowie auf den Bericht des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums [OBSAN] Nr. 56, Depressionen in der Schweizer Bev�lkerung, Neuch�tel 2013, S. 27 ff.). Nur in dieser - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut angehbar sind - gesetzlich verlangten Konstellation ist den normativen Anforderungen des Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG f�r eine objektivierende Betrachtungs- und Pr�fungsweise Gen�ge getan (BGE 141 V 281 E. 3.7.1 bis 3.7.3 S. 295 f.). Ein solcher Sachverhalt muss �berwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht auszuschliessen sein. Zudem muss die Therapie in dem Sinn konsequent gewesen sein, als die aus fach�rztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und station�ren) Behandlungsm�glichkeiten in kooperativer Weise optimal und nachhaltig ausgesch�pft worden sind (BGE 140 V 193 E. 3.3 S. 197; 137 V 64 E. 5.2 S. 70 mit Hinweis).
5.1.�Entgegen der Darstellung in der Beschwerde hat das kantonale Gericht sich auch mit den Berichten der behandelnden �rzte auseinandergesetzt. Es f�hrte deren Inhalte detailliert auf. Da es von Seiten der �rzte keine widerspr�chlichen Angaben und Einsch�tzungen erkannte - solche werden auch vom Beschwerdef�hrer nicht behauptet -, mussten die verschiedenen Zeugnisse nicht gegeneinander abgewogen werden. In seiner juristischen Beurteilung, inwiefern der rein medizinischen Arbeitsunf�higkeitssch�tzung gefolgt werden k�nne, hat es sich denn auch weitgehend auf die Schilderungen in den Berichten der behandelnden �rzte bezogen. Mithin kann nicht von einer mangelhaften Begr�ndung oder gar einer Verletzung des rechtlichen Geh�rs gesprochen werden.
5.2.�Gem�ss Bericht des Dr. med. D.________ vom 12. April 2013, mit Hinweis auf denjenigen vom 12. November 2012, litt der Beschwerdef�hrer an einer depressiven Episode mittleren, intermittierend auch schweren Grades. Wegen einer Verschlechterung (E-Mail vom 27. Oktober 2013) schlug er eine Behandlung durch die Klinik E.________ vor, welche denn auch ab 4. November 2013 an die Hand genommen wurde. Dort wurde eine rezidivierende depressive St�rung, gegenw�rtig mittelgradige Episode diagnostiziert (Bericht vom 13. November 2013). Sollte der Beschwerdef�hrer �berhaupt an einer depressiven Episode schweren Grades gelitten haben, war diese demnach vor�bergehender Natur. Eine andauernde schwere Depression lag jedenfalls nicht vor, weshalb nicht zu beanstanden ist, dass das kantonale Gericht sich auf die Rechtsprechung gem�ss BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 berufen hat.
5.3.1.�Der Versicherte hatte sich verschiedentlich teilstation�ren wie auch ambulanten Therapien unterzogen und es bestehen keine Hinweise, dass er sich dabei unkooperativ verhalten h�tte. Indes kam Dr. med. C.________ gem�ss Feststellung im angefochtenen Entscheid zum Schluss, die bislang getroffenen therapeutischen Bem�hungen gen�gten nicht; es habe eine Optimierung derselben zu erfolgen. Die fach�rztliche Therapie durch Dr. med. D.________ weise eine niedrige Frequenz auf und die Behandlung an der Klinik E.________ sei versp�tet aufgenommen worden. Als diese schliesslich angetreten wurde, habe sie zu einer Verbesserung des psychischen Befindens gef�hrt. Sowohl Dr. med. F.________, Oberarzt an der psychiatrischen Klinik E.________, als auch Dr. med. C.________ vom RAD rieten denn auch zu einer Fortsetzung der ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Betreuung.
5.3.2.�Bereits aufgrund dieser gutachterlichen Beurteilung kann weder von einer Aussch�pfung der Therapiem�glichkeiten noch von einer �berwiegend wahrscheinlich erstellten Therapieresistenz gesprochen werden (vgl. das bereits zitierte Urteil 9C_13/2016 E. 4.2). Zu einer anderen Beurteilung besteht denn auch kein Anlass. Dies wird auch vom Beschwerdef�hrer nicht behauptet. Unter Ber�cksichtigung aller Umst�nde, namentlich auch der relativ raschen gesundheitlichen Verbesserung bei ad�quater Therapie, f�llt hinsichtlich des Aspekts der nicht ausgewiesenen Therapieresistenz ein invalidisierendes psychisches Leiden ausser Betracht. Von Willk�r (BGE 140 III 16 E. 2.1 S. 18 f.) oder einer anderweitigen Bundesrechtswidrigkeit durch die Vorinstanz kann keine Rede sein. Damit hat es beim angefochtenen Entscheid sein Bewenden.
Das Verfahren ist kostenpflichtig (Art. 65 Abs. 4 lit. a BGG). Die Gerichtskosten hat der unterliegende Beschwerdef�hrer zu tragen (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG).