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Timestamp: 2019-04-23 21:59:36
Document Index: 249695182

Matched Legal Cases: ['§ 3', '§ 19', '§ 125', '§ 4', '§ 5', '§ 5', '§ 4', '§ 5', '§ 5', '§ 7', '§ 7', '§ 11', '§ 11']

Arbeitsrecht:Urlaubsrecht leicht gemacht Teil 1 | Rechtsanwältin Simone Weber
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von Simone Weber | Jun 21, 2011 | Arbeitsrecht | 28 Kommentare
Arbeitsrecht – Urlaubsrecht leicht gemacht- Teil 1
Urlaub ist Nichtstun und dafür den ganzen Tag zur Verfügung zu haben. Urlaub sollte der Erholung dienen und dafür genutzt werden, die eigene Arbeitskraft zu erhalten.Deshalb hat grundsätzlich erst mal jeder Arbeitnehmer, also auch Auszubildende, Teilzeitbeschäftigte, Aushilfsbeschäftigte etc. gesetzlichen Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Die gesetzlichen Urlaubsansprüche sind im Bundesurlaubsgesetz- kurz BUrlG- geregelt. Hierin wird zunächst gesetzlich u.a. geregelt, wie viel Mindesturlaub durch den Arbeitgeber zu gewähren ist, wie Urlaub an sich zu gewähren ist und wie Urlaub zu vergüten ist.
Daneben besteht allerdings auch die Möglichkeit, dass zu Gunsten des Arbeitnehmers im Arbeitsvertrag selbst weitere Ansprüche festgehalten sind oder z.B. ein auf den Arbeitnehmer anwendbarer Tarifvertrag Regelungen zum Urlaub enthält. Zu beachten ist hierbei, dass in einem Arbeitsvertrag stets zu Gunsten des Arbeitnehmers von den gesetzlichen Regelung abgewichen werden kann, z.B. mehr Urlaubstage gewährt werden, aber nie zu dessen Lasten. Der Urlaubsanspruch ist also zwingend zu gewähren.
Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt gem. § 3 BUrlG 24 Werktage. Werktage sind hierbei alle Tage, die keine Sonntage oder gesetzlichen Feiertage sind. Das BUrlG geht also bei den 24 Werktagen davon aus, dass der Arbeitnehmer von Montag- Samstag arbeitet, also eine 6- Tage-Woche hat und dann folglich 4 Wochen Urlaub. Wenn Arbeitnehmer aber nur eine 5-Tage-Woche haben, Montag- Freitag, so muss der Mindesturlaub von 24 Tagen entsprechend reduziert werden.
Die Rückrechnung ergibt folgende Urlaubstage: 5 Werktage: 24 Werktage : 6 Werktage = 4 Wochen Urlaub; 4 Wochen x 5 Arbeitstage = 20 Arbeitstage Urlaub. 4 Werktage: 24 Werktage: 6 Werktage = 4 Wochen Urlaub, 4 Wochen x 4 Arbeitstage- 16 Arbeitstage 3 Werktage = 12 Arbeitstage Urlaub 2 Werktage- 8 Arbeitstage Urlaub 1 Werktag – 4 Arbeitstage Urlaub pro Jahr So ergibt sich zugunsten des Arbeitnehmers immer, dass er insg. 4 Wochen Urlaub im Jahr hat. Es kommt hierbei auch nicht darauf an, ob der Arbeitnehmer 4 Stunden täglich oder 7 Stunden täglich arbeitet, sondern nur an welchen Tagen er arbeitet. Auch ein Arbeitnehmer der täglich von Montag- Freitag nur 1 Stunde arbeitet hätte deshalb 20 Arbeitstage Urlaub.
Was ist wenn der Arbeitnehmer wöchentlich unregelmäßig arbeitet, z.B. 26 Wochen nur fünf Tage die Woche und 26 Wochen nur vier Tage die Woche?
In diesem Fall muss die Arbeitszeit auf das Jahr bezogen werden. Es sind zunächst die Jahresarbeitstage zu ermitteln. Vorliegend 26 x 5 -130 + 26 x 4- 104 = 234 Arbeitstage. Insgesamt hat ein Jahr bezogen auf 52 Wochen zu einer Wochenarbeitszeit von 6 Tagen ( 52 x 6) insg. 312 Arbeitstage und hierauf 24 Urlaubstage. Nun werden die persönlichen Arbeitstage durch die Gesamtarbeitstage Jahr geteilt und mit 24 multipliziert, um die Urlaubstage zu ermitteln. 234 : 312 x 24 = 18 Urlaubstage. Hierbei sind im Übrigen Bruchteile von Urlaubstagen, die mindestens einen halben Tag ergeben, auf volle Urlaubstage abzurunden. Ergibt sich bei der Berechnung z.B. 18,6 Urlaubstage so hätte der Arbeitnehmer Anspruch auf 19 Urlaubstage.
Jungendliche und Schwerbehinderte haben einen Mehranspruch auf Urlaub. Jugendliche, die zu Beginn des Kalenderjahres noch keine 16 Jahre alt sind, haben Anspruch auf 30 Werktage Mindesturlaub pro Jahr. Jugendliche, die zu Beginn des Kalenderjahres noch keine 17 Jahre alt sind haben Anspruch auf 27 Werktage pro Jahr. Jugendliche, die zu Beginn des Kalenderjahres noch keine 18 Jahre als sind, haben Anspruch auf 25 Werktage Urlaub pro Jahr, vgl. § 19 Abs.2 JArbSchG. Schwerbehinderte Arbeitnehmer haben gem. § 125 Abs.1 SGB IX Anspruch auf einen bezahlten zusätzlichen Urlaub von einem Urlaubstag im Jahr pro Arbeitstag in der Woche. Bei einer 5-Tage-Woche also fünf zusätzliche Urlaubstage im Urlaubsjahr.
Kann dem Arbeitnehmer mehr oder weniger Urlaub gegeben werden?
Vertraglich kann zu Gunsten des Arbeitnehmers von dem gesetzlichen Mindesturlaub immer abgewichen werden. Der Arbeitgeber kann dem Arbeitnehmer also einzelvertraglich auch 30 Tage Urlaub gewähren. Der gesetzliche Mindesturlaub, 20 Tage bei einer 5-Tage-Woche darf an nie unterschritten werden.
Wann besteht erstmal der Anspruch auf Urlaub?
Gemäß § 4 BurlG wird der volle Urlaubsanspruch, gesetzlich 24 Werktage bei einer sechs-Tage-Woche, erstmals nach dem sechsmonatigen Bestehen des Arbeitverhältnisses durch den Arbeitnehmer erworben, sogenannte Wartezeit. Wenn der Arbeitnehmer noch keine sechs Monate beschäftigt ist, hat er zwar keinen Anspruch auf die vollen 20 Werktage bei einer 5-Tage-Woche, aber gem. § 5 Abs. 1 a BUrlG hat er für jeden vollen Beschäftigungsmonat – nicht Kalendermonat- Anspruch auf 1/12 des Jahresurlaubs.
Der Arbeitnehmer hat dann also auch Anspruch auf Teilurlaub. Wenn folglich ein Arbeitnehmer erst am 01.August eines Jahres in Vollzeit, fünf Tage Woche, tätig ist, hat er am 01.Dezember des Jahres noch nicht Anspruch auf 20 Werktage Urlaub, aber er kann vom 01.August bis zum 01.Dezember pro Monat, 4 x 1,66 Tage Urlaub, insg. 6,64 – 7 Tage Urlaub, verlangen. Zu beachten ist, dass gem. § 5 Abs.2 BUrlG, Bruchteile von Urlaubstagen, die mindestens einen halben Tag ergeben, auf volle Urlaubstage aufzurunden sind.
Wie viel Urlaubsanspruch hat der Arbeitnehmer wenn er generell innerhalb der ersten sechs Monaten nach Beschäftigungsbeginn wieder ausscheidet?
Gem. § 4 BUrlG hat der Arbeitnehmer Anspruch auf den vollen Urlaubsanspruch erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses erworben. Gemäß § 5 Abs. 1 Nr.b BUrlG hat der Arbeitnehmer aber grundsätzlich ebenfalls Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Beschäftigungsmonat. Wenn also der Arbeitnehmer am 15.12. seine Tätigkeit beginnt und am 20.01. des Folgejahres wieder ausscheidet, so hat er einen vollen Beschäftigungsmonat gearbeitet. (15.12- 15.01.) Die Berechnung geht wie zuvor. Der Mindesturlaub bei einer 5-Tage-Woche beträgt 20 Urlaubstage. 20 : 12 – 1,66 Tage pro Monat- also 2 Tage Urlaubsanspruch.
Was ist wenn der Arbeitnehmer innerhalb der ersten sechs Monaten eines Arbeitsjahres aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet?
Gem. § 5 Abs. 1 c BUrlG hat ein Arbeitnehmer auch dann nur einen anteiligen Urlaubsanspruch von einem Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Beschäftigungsmonat, wenn die Wartezeit erfüllt ist, er also bereits sechs Monate bei dem Arbeitgeber beschäftigt ist, aber das Arbeitsverhältnis in der ersten Hälfte des Kalenderjahres endet, also spätestens zum 30.06. eines jeden Jahres, endet. Wenn also ein seit zwei Jahren in Vollzeit beschäftigter Arbeitnehmer zum 30.06. aus dem Unternehmen ausscheidet, hat er Anspruch auf 6/12 seines Urlaubs zu, 6-x 1,66- 9,99- aufgerundet 10 Urlaubstage.
Kann der Arbeitnehmer festlegen, wann er Urlaub nimmt?
Grundsätzlich kann der Arbeitnehmer nicht eigenmächtig festlegen wann er Urlaub nimmt, sondern er muss bei dem Arbeitgeber einen Urlaubsantrag stellen und den Urlaub durch den Arbeitgeber genehmigen lassen. Keinesfalls darf sich ein Arbeitnehmer selbst beurlauben. Genehmigt sich ein Arbeitnehmer eigenmächtig Urlaub so verletzt er seine arbeitsvertraglichen Pflichten und muss mit einer ordentlichen, ja sogar fristlosen verhaltensbedingten Kündigung rechnen. Aber auch der Arbeitgeber kann Urlaub nicht nach Gutdünken erteilen. In § 7 Abs. 1 BUrlG ist geregelt, dass der Arbeitnehmer die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen hat.
Der Arbeitgeber kann einen Urlaubswunsch des Arbeitnehmers allerdings verweigern, wenn dringende betriebliche Belange dem entgegen stehen oder Urlaubswünsche anderweitiger Arbeitnehmer, wenn die gleichzeitige Beurlaubung beider Arbeitnehmer aus betrieblichen Gründen nicht möglich sind. Dann muss der Arbeitnehmer die sozialen Belange beider Arbeitnehmer untereinander abwägen unter Berücksichtigung z.B. des Alters, der Betriebszugehörigkeit oder schulpflichtiger Kinder.
Der sozial schutzwürdigere Arbeitnehmer hat dann Vorrang betreffend seines Urlaubsantrags. Der Arbeitgeber muss grundsätzlich zügig über den Urlaubsantrag des Arbeitnehmers entscheiden und berücksichtigen, dass Urlaub grundsätzlich zusammenhängend gewährt werden soll. Entscheidet der Arbeitgeber über den Urlaub nicht, so muss der Arbeitnehmer notfalls bei dem zuständigen Arbeitsgericht auf Urlaubserteilung klagen. Dies geht in eiligen Fällen auch druch den Erlass einer einstweiligen Verfügung.
Hat der Arbeitgeber die Möglichkeit einmal gewährten Urlaub einfach wieder zu widerrufen?
Nein, hat der Arbeitgeber den Urlaub gewährt, so kann er diesen nicht einfach widerrufen- er ist grundsätzlich an seine Urlaubserteilung gebunden. Allerdings gibt es auch Ausnahmefälle, wenn der Arbeitnehmer seinen Urlaub noch nicht angetreten hat und für den Widerruf dringende betriebliche Erfordernisse bestehen. In meiner Praxis habe ich einen solche Fall allerdings noch nie erlebt. Trotz allem dürfte ein Arbeitnehmer den widerrufen Urlaub, den er noch nicht angetreten hat, dann allerdings nicht eigenmächtig nehmen, sondern müsste im Zweifelsfall ebenfalls per einstweiliger Verfügung den Urlaubsanspruch klären lassen. Wenn der Urlaub aber bereits angetreten ist, so kann der Arbeitgeber diesen nicht widerrufen- der Arbeitnehmer kann gelassen seinen Urlaub weiter führen.
Was ist mit Urlaub am 24.12.Weihnachten oder 31.12.Sylvester eines Jahres? Was ist bei Betriebsurlaub?
Grundsätzlich ist weder Weihnachten noch Sylvester ein Feiertag sondern ein normaler Werktag. Denn nur für gesetzliche Feiertage gilt, dass an diesen Tagen kein Urlaub genommen werden muss, da gesetzliche Feiertage nicht auf Urlaub angerechnet werden. Da es sich also um gewöhnliche Werk- Arbeitstage handelt, muss grundsätzlich für diese Tage auch Urlaub genommen werden und zwar auch ein ganzer Tag Urlaub. Etwas anderes kann sich aber aus dem Arbeitsvertrag, einem Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung ergeben.
Auch wenn z.B. alle Arbeitnehmer des Betriebes an diesen Tagen auf Basis betrieblicher Übung stets nur einen halben Tag arbeiten müssen, kann dem beurlaubten Arbeitnehmer auch nur ein halber Tag Urlaub angerechnet werden. Dies ergibt sich aus dem Gleichbehandlungsgrundsatz. Der Arbeitgeber kann auf Basis seines Direktionsrechtes auch Betriebsurlaub für den gesamten Betrieb oder Betriebsteile anordnen. Existiert im Unternehmen ein Betriebsrat ist dieser hierbei allerdings zu beteiligen. In der Regel wird dann eine sogenannte Betriebsvereinbarung über den Betriebsurlaub abgeschlossen. Auch einem Arbeitnehmer, der dann die Wartezeit von sechs Monaten noch nicht erfüllt hat- siehe oben- kann dann Betriebsurlaub gewährt werden.
Die Alternative wäre nämlich nur, den Arbeitnehmer während der Betriebsferien weiter zu beschäftigen. Könnte der Arbeitgeber den Arbeitnehmer aber nicht weiter beschäftigen, weil z.B. die Bänder still stehen, so müsste er ihn ohne Urlaubsgewährung und mangelnde Arbeitsmöglichkeit trotz allem bezahlen. In diesen Fällen hat der Arbeitgeber dann allerdings Pech wenn der Arbeitnehmer vor den sechs Monaten ausscheidet, aber bereits mehr Urlaub als ihm zusteht aufgrund der Betriebsferien erhalten hat.
Er kann weder den zuviel gezahlten Urlaub noch Urlaubsgeld von dem Arbeitnehmer zurückfordern. Im Teil 2 zu „Urlaubsrecht leicht gemacht“ werden folgende Fragen beantwortet: Was ist bei Krankheit während des Urlaubs? Können Urlaubstage auf das nächste Kalenderjahr übertragen werden? Kann der Urlaubsanspruch abgegolten, ausgezahlt werden? Was ist der Unterschied zwischen Urlaubsentgelt und Urlaubsgeld? Was ist wenn ich zuviel Urlaub erhalten habe?
Ricardo Thieme	am 25. April 2016 um 22:20
Schade! Es gibt ja viele Seiten im Netz die das Urlaubsthema bahandeln doch nirgendwo steht ob ein Arbeitgeber verlangen kann z.b in den ersten 3 Monaten des Jahres mindestens 7Urlaub zunehmen!
Simone Weber	am 26. April 2016 um 7:18
Das ist so pauschal nicht zu beantworten. Gemäß § 7 I BUrlG hat der Arbeitgeber bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs grundsätzlich die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen, es sei denn, dass dringende betriebliche Belange -wie z. B. Betriebsferien- den Urlaubswünschen entgegenstehen. Wenn z.B. zulässige Betriebsferien bestehen, so kann der Arbeitgeber hier entsprechen anordnen.
kim Hübler	am 5. Juni 2016 um 22:06
Mache eine Umschulung bei einem dinstleister, die wird als eine Ausbildung vom amt finaziert. Start Seit september letzen jahres noch kein tag urlaub gehabt … also kann ich nun nicht endlich mal urlaub gelten machen oder soll ich den alten urlaub vom letzten jahr noch ins 2017 nehmen ?! oder wie denke die sich das….. Hab ne kleine tochter zu hause und würd gerne bei ihr sein und net den ihren Personellen löcher stopfen. Gibs da ein gesetzes text den ich dene vorhalten kann , 10 monate arbeiten 0 urlaub , Kann ich da was Verlangen und wie viel ? für hilfe sehr dankbar 🙂
Simone Weber	am 5. Juli 2016 um 19:08
Sehr geehrter Herr Hübler, ich kann nur anraten einen Anwalt vor Ort aufzusuchen, da ich diese arbeitsrechtliche Frage hier so pauschal mangels Informationen nicht beantworten kann.
Bettina Kähler	am 24. Juli 2016 um 14:33
ich arbeite im Sicherheitsdienst in den Asylheimen! Wie viel Urlaubsanspruch habe ich, da ich auch immer an Sonntagen oder Feiertagen mit im Einsatz bin! Allerdings nicht jedes Wochenende, aber regelmäßig!
Ich habe somit ja eine Arbeitswoche mit 7 Werktagen.
Mit freundlichem Gruß und danke für die Auskunft
biby	am 25. August 2016 um 15:05
Arbeite seit 15 Jahren in einem Unternehmen hatte immer 30 Urlaubstage nun soll ich einen neuen Arbeitsvertrag unterzeichen in dem ich nur noch 24 Tage bekomme – ist das rechtens?
Sie müssen keine schlechteren Arbeitsverträge freiwillig unterzeichnen.
Simone Weber	am 7. September 2016 um 15:49
Grundsätzlich gilt das Bundesurlaubsgesetz, welches vorsieht, dass bei einer sechs Tage Woche Anspruch auf 24 Tage Urlaub bestehen. Sollte für Sie ein spezieller Tarifvertrag gelten, müssten Sie dort einmal nachsehen, ob u.U. dort mehr Urlaubstage vorgesehen sind.
Moser	am 29. September 2016 um 20:28
Habe eine Frage bezüglich Urlaub.
Ich arbeite 16 Std die Woche, bei einer 4 Tage Woche. ( mo-do) Ich habe 16 Tage Urlaub im Jahr. Da wir im Jahr schon 3 Wochen im Sommer und zusätzlich 2 Wochen über Weihnachten Betriebsurlaub haben, reicht mir mein Urlaub nicht. Dazu kommt noch mindestens eine Woche zusammen wo wir auch schließen. Bisher musste ich meinen Urlaub nachmittags immer reinarbeiten.
Muss ich das so hinnehmen? Habe bisher noch nichts gesagt, man möchte ja auch nicht immer gleich mit dem rechtlichen kommen. Aber jetzt nach 5 Jahren, möchte ich eigentlich schon mal geklärt haben ob das so rechtens ist.
lilpici	am 12. Oktober 2016 um 13:10
ich habe eine 4-Tage-Woche. Das Büro hat auch nur Montag – Donnerstag geöffnet.
In meinem Arbeitsvertrag wurden 30 Werktage Urlaub vereinbart.
Wären das dann 7,5 Wochen Urlaub (30 : 4)?
Oder muss dies dann auch – wie beim gesetzlichen Urlaubsanspruch – umgerechnet werden, d.h. 30 Werktage : 6 Werktage = 5 Wochen (5 Wochen x 4 Arbeitstage = 20 Arbeitstage)?
Wenn das Büro nur 4 Tage in der Woche geöffnet hat, kann man den Vertrag dann nicht so auslegen, dass bei Vertragsabschluss bereits beidseitig davon ausgegangen wurde, dass keine Umrechnung mehr stattfindet?
Ich bedanke mich bereits jetzt für Ihre Hilfe!
Simone Weber	am 18. Oktober 2016 um 6:32
Hallo, grundsätzlich kann der Arbeitgeber Betriebsferien anordnen. Eine konkrete Höchstanzahl an Arbeitstagen ist nicht gesetzlich festgelegt. Eines geht aus der Rechtsprechung aber klar hervor: Betriebsferien dürfen nicht den ganzen Jahresurlaub umfassen – der Arbeitnehmer muss Urlaubstage zur freien Verfügung übrig behalten. Das Bundesarbeitsgericht hat in einem Urteil aus dem Jahr 1981 drei Fünftel des Jahresurlaubs als „angemessen“ bezeichnet. Allerdings gibt es hier keine einheitliche Rechtsprechung. Den gesamten Urlaub des Arbeitnehmers für Betriebsferien zu verplanen dürfte aber vor Gericht keinen Bestand haben.
Simone Weber	am 18. Oktober 2016 um 6:50
Hier wird es darauf ankommen was konkret in Ihrem Arbeitsvertrag steht, z.B. ob Urlaub bei Teilzeit anteilig gewährt wird oder
M.F.	am 20. Oktober 2016 um 19:42
Guten Abend Frau Weber.
20 Urlaubstage müssen doch bezahlt werden wie 20 volle Arbeitstage
oder liege ich da total falsch jetzt?
Simone Weber	am 25. Oktober 2016 um 14:55
Nach § 11 BUrlG ist Ihr Arbeitgeber dazu verpflichtet, Ihr Grundgehalt sowie bestimmte zusätzliche Vergütungsbestandteile auch während Ihres Urlaubs zu zahlen. Dabei richtet sich das Urlaubsentgelt nach Ihrem durchschnittlichen Verdienst. Haben Sie also ein fixes Monatsgehalt, so muss der Arbeitgeber dieses auch während der 20 Tage Urlaub ganz normal an Sie weiterzahlen. Arbeiten Sie aber z.B. auf Stundenbasis, wird nach § 11 Abs. 1 Satz 1 BUrlG Ihr Durchschnittsverdienst aus den letzten 13 Wochen vor Ihrem Urlaubsbeginn zu Grunde gelegt. Dazu zählen neben Ihrem Grundgehalt auch arbeitsbezogene Zuschläge, wie Gefahren- oder Schichtzulagen, Provisionen, Sachbezüge oder Umsatzbeteiligungen. Dagegen werden Überstundenvergütungen oder einmalige Zahlungen, wie z. B. Tantiemen oder Urlaubsgeld, nicht berücksichtigt. Das gilt ferner auch für Reisekosten oder Spesen, die als Aufwendungsersatz nicht zum eigentlichen Arbeitsentgelt zahlen.
Fabiola	am 21. November 2016 um 12:57
Hallo Frau Simone Weber
Ich Arbeite als Targesmutter zu Hause mit zwei kleine Kinder. 1.Kind 8 std das heißt 8.00 Uhr -16.00. zweites kind 9 std 30 Minute auch 8.00 Uhr – 17.30. können Sie mich Hilfe wegen meiner Urlaubstage bitte.. wie viel Urlaubstage habe ich!? Ich bedanke mich für Ihre Hilfe.
Simone Weber	am 21. November 2016 um 13:36
Hallo, das kann ich nicht pauschal sagen. Sollten Sie selbstständig sein, so müssten Sie den Urlaub mit Ihrem Auftraggeber aushandeln, da hier kein gesetzlicher Urlaub auf bezahlten Urlaub besteht.
Sind Sie angestellt, kommt es darauf an , wieviele Tage Sie in der Woche arbeiten und wie Sie verhandeln.
Gesetzlich beträgt der Urlaubsanspruch für einen Arbeitnehmer, der fünf Tage die Woche arbeitet, 20 Tage. Bei einer sechs Tage Woche hat ein Arbeitnehmer Anspruch auf 24 Tage bezahlten Urlaub.
Hope	am 25. November 2016 um 13:59
Hallo wie sieht es denn in der Gastronomie aus wenn ich zu. B Urlaub von Mittwoch bis Mittwoch brauche, der Arbeitgeber allerdings sagt man muss immer volle wochen, also von montag beginnend genommen werden ?
Lehmann	am 2. Januar 2017 um 19:02
Erst einmal ein Sehr interessanter Artikel.
Aber wie verhält es sich in der Gastronomie.
Beispiel ist 6-Werktage Woche (Di bis So(als dauerhafter Werkttag)) bei aber nur 5 Stunden regelarbeitszeit.
So wie ich es nun verstehen konnte. Ist ja dennoch von einer 6 Werktage-Regelarbeitszeit auszugehen, mit 24 Tagen im Jahr Urlaubsanspruch. Oder fällt wegen der geringeren Arbeitszeit Tage weg. Denn es wurden bei mir 21 Tage angerechnet aufs Jahr und die Rentenversicherung hat nix beanstandet.
Simone Weber	am 3. Januar 2017 um 7:13
Danke, das freut mich zu lesen. Richtig, es kommt gemäß des Bundesurlaubsgesetzes nicht auf die Stunden der geleisteten Arbeit pro Tag an, sondern auf die regelmäßigen wöchentlichen Arbeitstage.
Simone Weber	am 3. Januar 2017 um 7:16
Grundsätzlich hat der Arbeitnehmer das Wahlrecht betreffend seiner Urlaubs, d.h. er kann Urlaub beantragen so wie er es wünscht. Derzeit ist für mich nicht nachvollziehbar wie der Arbeitsgeber diese Aussage rechtlich begründen will.
Juneau	am 2. Februar 2017 um 5:12
mein Arbeitgeber gewährt grundsätzlich nur Teilurlaubsanspruch, obwohl ich mich nach fast zwei Jahren Betriebszugehörigkeit in einem unbefristeten Beschäftigungsverhältnis befinde und als Vollzeit laut Vertrag 25 Tage Urlaubsanspruch pro Jahr habe.
Das heißt, habe ich keinen Resturlaub mehr, ist es mir unmöglich, z.B. im April zwei Wochen Urlaub zu nehmen.
Ist dies gesetzmäßig?
Wintermute	am 11. März 2017 um 13:18
Gibt es eigentlich eine Möglichkeit auch die zusätzlichen Urlaubstage die man bekommen kann, irgendwo nachzulesen?
Bspw hat ja ein Schwerbehinderter Mensch (Gdb 50+) ja ein Anrecht auf 5 zusätzliche Urlaubstage (bei einer 5 Tagewoche) und wenn man älter wird, bekommt man doch eigentlich auch mehr Urlaub zugesprochen (zumindest habe ich das so verstanden, als meine Eltern 55 wurden hatten sie aufeinmal mehr Urlaubsanspruch, sprich mehr Tage).
Oder sind die Regelungen mit dem Mehrurlaubsanspruch im Alter immer „private“(tarfiliche/vertragliche/whatever) verienbarungen und sind so nicht gesetzlich geregelt?
Das würde mich interessieren, wo man ablesen kann, wieviel Urlaub insgesamt einem zusteht, damit dieser auch vertraglich festgehalten werden kann.
Bahar	am 19. März 2017 um 15:49
Wenn man bei einer 6 Tage Woche 2 tage Urlaub nimmt z.B. Freitag, Samstag
Hat man dann noch ein anrecht auf einen Freien Tag in der Woche wie gewöhnlich ?
Simone Weber	am 5. Mai 2017 um 9:13
Urlaubstage sind grundsätzlich mal unabhängig von sonstigen freien Tagen, die Ihnen vielleicht gesetzlich zustehen, zu betrachten.
Simone Weber	am 5. Mai 2017 um 9:18
Bestimmte Personengruppen haben Anspruch auf mehr Urlaub wie z.B. Schwerbehinderte. Relevant ist, was in Ihrem Arbeitsvertrag, in einer möglichen Betriebsvereinbarung oder in einem Tarifvertrag steht, wenn ein solcher auf Ihr Arbeitsverhältnis Anwendung findet.
Simone Weber	am 5. Mai 2017 um 9:21
Was bedeutet Teilurlaubsanspruch?
Der Arbeitgeber muss Urlaubswünsche des Arbeitnehmers laut Bundesurlaubsgesetz generell berücksichtigen. Er kann sie aber auch ablehnen, wenn wichtige betrieblich Gründe dagegen sprechen – etwa ein dringendes Projekt. Ein solcher Grund kann aber zum Beispiel auch darin liegen, dass bereits zu viele andere Kollegen im Urlaub sind. Darüber hinaus hat der Arbeitgeber am Anfang des Jahres die Möglichkeit, einen verbindlichen Betriebsurlaub für alle Mitarbeiter festzulegen – mindestens 2/5 des Jahresurlaubs müssen laut Bundesarbeitsgericht dem einzelnen Mitarbeiter noch zur freien Verfügung bleiben. Der Arbeitnehmer darf auch nicht gezwungen werden, seinen Urlaub übermäßig zu zerstückeln. Mindestens 12 zusammenhängende Urlaubstage muss der Chef gewähren, damit eine ausreichende Erholung sichergestellt ist, so die Rechtsprechung
Anke Schneider	am 7. Februar 2019 um 15:48
im Ausbildungsvertrag meiner Tochter stehen Werktage sie hat aber nur eine 5 Tage Woche.Sie soll aber 6 Tage Urlaub pro Woche einreichen.Wie soll sie sich verhalten
Simone Weber	am 22. Februar 2019 um 18:44
Hallo, wenn Sie nur fünf Werktage in der Woche arbeitet, kann Sie auch nur fünf Werktage die Woche Urlaub geltend machen.