Source: https://www.anwalt.org/niessbrauch-wohnrecht/
Timestamp: 2019-01-19 04:22:10
Document Index: 323425138

Matched Legal Cases: ['§ 1093', '§ 1093', '§ 1093', '§ 1093', '§1093', '§ 31']

Unterschied zwischen Nießbrauch & Wohnrecht - Anwalt.org
Sind Immobilien Teil einer Erbschaft oder einer Schenkung ist mit diesen nicht selten ein Gebrauchsrecht verbunden, das einer bestimmten Person übertragen wird. Juristische Laien können hier dann schon einmal ins Straucheln geraten, denn im alltäglichen Sprachgebrauch werden zwei Begriffe gerne synonym verwandt: Nießbrauch & Wohnrecht.
Dabei handelt es sich rechtlich gesehen nicht um exakt deckungsgleiche Begriffe. Der Unterschied zwischen Wohnrecht und Nießbrauch kann aber wesentlich sein, denn auch die Erben bzw. Beschenkten müssen mit dem eingeräumten Gebrauchsrecht leben. Je umfangreicher dies ist, desto weniger haben am Ende die eigentlich Begünstigten. Erfahren Sie im Folgenden, worin eigentlich der Unterschied zwischen Nießbrauchrecht und Wohnrecht liegt.
Achtung! Gemeinhin werden auch die Begriffe “Wohnrecht” und “Wohnungsrecht” im alltäglichen Sprachgebrauch synonym verwandt. Streng genommen gibt es jedoch rechtliche Unterschiede zwischen diesen beiden Sachverhalten:
Wohnrecht = Das Recht auf Mitbenutzung einer Wohnung. Eigentümer und Berechtigter nutzen also die Immobilie gemeinsam.
Wohnungsrecht = Das Recht auf alleinige Nutzung der Wohnung. Der Eigentümer ist nicht zur Nutzung berechtigt.
1 Zum Unterschied von Wohnrecht und Nießbrauch
2 Steuerliche Behandlung von Nießbrauch und Wohnrecht auf Lebenszeit
Zum Unterschied von Wohnrecht und Nießbrauch
Zwischen Wohnrecht und Nießbrauch liegt ein Unterschied.
Auch wenn umgangssprachlich weitestgehend gleichgesetzt, sind Nießbrauch und Wohnrecht streng genommen nicht dasselbe. Im Grunde handelt es sich beim sogenannten Wohnungsrecht nach § 1093 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) um eine Absplittung aus dem Nutzungsrecht, das jedoch immer nur auf eine Immobilie beschränkt werden kann.
Das Wort “Nießbrauch” ist aus dem Lateinischen usus fructus entlehnt und bedeutet weit mehr, als einfach nur Wohnrecht. Wörtlich bestimmt es den sogenannten “Fruchtgenuss”. Der Nießbraucher ist damit nicht nur berechtigt, den ihm zugesprochenen Besitz wie etwa eine Wohnung zu nutzen, sondern er darf darüber hinaus auch die Früchte hieraus ziehen. Es muss sich aber nicht immer nur um eine Immobilie handeln.
Ein Nießbrauchsberechigter darf sich damit grundsätzlich frei entscheiden, ob er die Wohnung zum Beispiel selbst nutzen will oder ob er diese an Dritte vermieten möchte, um daraus Mieteinnahmen zu generieren. Als Mieter tritt dann der Nutznießer auf, der eigentliche Eigentümer darf hierauf nur bedingt Anspruch erheben (ausschlaggebend sind hierbei die Vereinbarungen). Darüber hinaus ist das Nießbrauchrecht nicht nur auf eine Immobilie beschränkt, sondern kann auch bezogen sein auf Firmen, Gärten, Fahrzeuge usf.
Im Gegensatz zum Nießbrauch gestattet das Wohnrecht dem Berechtigten allein die Nutzung. Darüber hinaus verfügen und die Früchte daraus ziehen darf er nicht.
Der zwischen Nießbrauch und Wohnrecht bestehende Unterschied ist damit wesentlich. Wenn ein Erblasser in einem Testament also festlegt, dass dem Berechtigten im Erbfall der Nießbrauch zuzusprechen ist, muss ihm damit klar sein, dass das reine Wohnrecht überschritten wird. Soll der Berechtigte allerdings nur das Wohnungsrecht nach § 1093 BGB ausüben dürfen, muss dies explizit genannt werden.
Interessant: Das Wohnrecht kann auch nur auf einen Teil einer Sache oder einer Immobilie beschränkt werden. Die zum gemeinschaftlichen Gebrauch bestimmten Einrichtungen wie etwa Bad, Garage oder Küche darf der Berechtigte jedoch mit nutzen, selbst wenn diese die zugesprochene Fläche nicht mit einschließt (§ 1093 Absatz 3 BGB).
Steuerliche Behandlung von Nießbrauch und Wohnrecht auf Lebenszeit
Der Nießbrauch umfasst ein Wohnrecht – aber auch die Vermietung und Fruchtziehung ist möglich.
Egal, ob Wohnrecht oder Nießbrauch, Erbschafts- oder Schenkungssteuer fällt in beiden Fällen an, sofern der Kapitalwert den gewährten Freibetrag des Berechtigten überschreitet. Der Unterschied liegt hier dann jedoch in der Ausgestaltung des Gebrauchsrechts. Die Mieteinsparung wird anhand einer vergleichbaren Wohnung geschätzt.
Wenn der Nießbraucher die Wohnung selbst bewohnen möchte, findet dieselbe Betrachtung statt wie beim Wohnrecht für eine Immobilie. Der Kapitalwert entspricht dann dem Jahreswert der eingesparten Mietausgaben multipliziert mit dem nach Anlage 9a Bewertungsgesetz anzusetzenden Faktor für die entsprechende Lebenserwartung des Berechtigten.
Handelt es sich nicht um lebenslanges Nießbrauch- oder Wohnrecht, ist die von Schenker bzw. Erblasser bestimmte Dauer anzusetzen.
Beim Nießbraucher besteht noch eine weitere Möglichkeit: Vermietet er die zur Nutzung überlassene Immobilie zum Beispiel weiter, generiert er hieraus Mieteinnahmen, die selbst auch höher liegen können als die geschätzte Mieteinsparung beim Wohnrecht. Diese fallen dann in den Jahreswert. Beim Wohnrecht ist diese Berechnungsmethode nicht möglich, weil kein Recht auf Fremdvermietung und Fruchtziehung besteht.
Nicht nur bei der Steuer, auch in anderen Belangen werden Nießbrauch und Wohnrecht im Erbrecht weitgehend gleich behandelt. Von den Rechten und Pflichten – ausgenommen das Recht auf Fruchtziehung – bleiben dieselben. Entsprechende Hinweise auf die einzelnen Paragraphen finden sich in § 1093 Absatz 1 Satz 2 BGB.
13. August 2018 at 14:45
Sehr geehrter Verfasser des Artikels über den Unterschied zwischen Nießbrauch und Wohnungsrecht,
Ihr Artikel ist gut geschrieben und für Leihen leicht zu verstehen, jedoch sollten Sie auf einer Internetseite, die von Juristen betrieben wird ebenso ganz klar zwischen Wohnungsrecht (gem. §1093 BGB) und Wohnrecht (bzw. Dauerwohnrecht gem. §§ 31 ff WEG) differenzieren. Sehen Sie dies bitte nicht als Kritik, sondern lediglich als Tip eines Interessierten Lesers!
Dennoch finde ich diese Seite sehr gut und aufschlussreich!
Franz G. says
wenn Sie schon gebildet genug sind, einen guten Artikel noch besser schreiben zu wollen, so wundert es nicht, falls das nicht gelingt. Mir als Laie war er schon gut genug, um das Problem zu erkennen bzw. es besser zu verstehen.
Dann sollten Sie als LEIHE; oder sollte ich besser schreiben LAIE, mal Ihren Rechtsfokus eher auf Ihren Rechtschreibfokus richten, da bedarf es noch einiger Nacharbeit, insbesondere in Bezug auf Interpunktion und Wortwahl; siehe auch:
(Quelle: Duden) jemand, der auf einem bestimmten Gebiet keine Fachkenntnisse hat;
Christ, der nicht Geistlicher, (Priester]mönch o. ä. ist);
das heißt, damit sind Sie gemeint.
Auf der Suche nach Leihe allerdings finden Sie im Duden 69 “Treffer”, aber mit Ihrem Status in Verbindung mit Ihrer kritischen Anmerkung haben diese nun nichts zu tun.
Schuster, bleib`bei Deinem Leisten, oder: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.