Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/schuldfaehigkeit-und-ihre-mehrstufige-pruefung-3148255
Timestamp: 2020-04-10 04:44:01
Document Index: 374417838

Matched Legal Cases: ['§ 20', '§ 20', '§ 20', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 21', 'BGH', '§ 21', 'BGH', '§ 21']

Schuld­fä­hig­keit – und ihre mehr­stu­fi­ge Prü­fung | Rechtslupe
Schuldfähigkeit - und ihre mehrstufige Prüfung
Hier­zu ist das Gericht jeweils für die Tat­sa­chen­be­wer­tung auf die Hil­fe eines Sach­ver­stän­di­gen ange­wie­sen.
Indem das Gericht eine Stö­rung annimmt, deren Schwe­re­grad aus­rei­chend ist, um sie unter das Ein­gangs­merk­mal schwe­re ande­re see­li­sche Abar­tig­keit des § 20 StGB zu fas­sen, muss es davon aus­ge­hen, dass die Stö­rung Sym­pto­me auf­weist, die in ihrer Gesamt­heit das Leben des Ange­klag­ten ver­gleich­bar schwer und mit ähn­li­chen Fol­gen stö­ren, belas­ten oder ein­engen wie krank­haf­te see­li­sche Stö­run­gen 3.
Wird aber eine schwe­re ande­re see­li­sche Abar­tig­keit als Ein­gangs­merk­mal im Sin­ne von § 20 StGB bejaht, so liegt wegen der damit fest­ge­stell­ten Schwe­re der Abar­tig­keit auch eine erheb­li­che Beein­träch­ti­gung des Steue­rungs­ver­mö­gens nahe 4.
Ange­sichts des­sen, dass die Ein­schrän­kun­gen durch die emo­tio­nal insta­bi­le Per­sön­lich­keits­stö­rung schwer genug sein müs­sen, um zur Anwen­dung eines Ein­gangs­merk­mals im Sin­ne der §§ 20, 21 StGB zu füh­ren, hat die Erwä­gung des Land­ge­richts, der Ange­klag­te sei plan­voll und ratio­nal vor­ge­gan­gen, nur gerin­ge Aus­sa­ge­kraft und kön­nen ein unauf­ge­lös­tes Span­nungs­ver­hält­nis mit den übri­gen Urteils­fest­stel­lun­gen begrün­den.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. März 2019 – 1 StR 684/​18
BGH, Beschluss vom 11.04.2018 – 4 StR 446/​17, StV 2019, 232; Urteil vom 01.07.2015 – 2 StR 137/​15, NJW 2015, 3319, 3320; Beschlüs­se vom 12.03.2013 – 4 StR 42/​13, NStZ 2013, 519, 520; und vom 14.07.2016 – 1 StR 285/​16 Rn. 7[↩]
vgl. BGH, Beschlüs­se vom 19.12 2012 – 4 StR 417/​12, NStZ-RR 2013, 145, 146; und vom 28.01.2016 – 3 StR 521/​15, NStZ-RR 2016, 135[↩]
vgl. hier­zu nur BGH, Beschlüs­se vom 23.02.2017 – 1 StR 362/​16 Rn. 34; und vom 27.01.2017 – 1 StR 532/​16 Rn. 16 mwN[↩]
vgl. BGH, Urtei­le vom 25.03.2015 – 2 StR 409/​14, BGHR StGB § 21 See­li­sche Abar­tig­keit 43; und vom 06.05.1997 – 1 StR 17/​97, BGHR StGB § 21 See­li­sche Abar­tig­keit 31 sowie Beschluss vom 16.05.1991 – 4 StR 204/​91, BGHR StGB § 21 See­li­sche Abar­tig­keit 20[↩]
SachverständigengutachtenSchuldfähigkeitSchuldunfähigkeitUrteilsgründe