Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%202000,%201685
Timestamp: 2019-10-22 05:02:01
Document Index: 389140578

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 9', '§ 9', '§ 276', '§ 9', '§ 9', '§ 276', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 27.06.2000 - XI ZR 174/99 - dejure.org
https://dejure.org/2000,27
BGH, 27.06.2000 - XI ZR 174/99 (https://dejure.org/2000,27)
BGH, Entscheidung vom 27.06.2000 - XI ZR 174/99 (https://dejure.org/2000,27)
BGH, Entscheidung vom 27. Juni 2000 - XI ZR 174/99 (https://dejure.org/2000,27)
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Voraussetzungen des Einwendungsdurchgriff nach § 9 III VerbrKrG beim drittfinanzierten Kauf von Immobilienfondsanteilen; "fehlerhafte Gesellschaft" in Form des fehlerhaften Beitritts
Aufklärungspflicht - Finanzierende Bank - Immobilienfondsanteile - Schadensersatzanspruch - Verschulden bei Vertragsschluß - Keine Durchsetzbarkeit - Fehlende Kündigung - Beitritt zu einer Immobilienfonds GbR - Verbundene Geschäfte i.S.d. VerbrKrG - Wirkung
Kein Einwendungsdurchgriff gegenüber der einen Anteilserwerb an einer Immobilienfonds GbR finanzierenden Bank bei fehlender Kündigung des Gesellschaftsbeitritts
Aufklärungspflicht, - der finanzierenden Bank bei Immobilienfondsanteilen; Immobilienfondsanteile, Aufklä- rungspflicht für Kauf von -n
Zur Aufklärungspflicht der finanzierenden Bank bei Immobilienfondsanteilen; kein Einwendungsdurchgriff nach § 9 Abs. 3, 4 VerbrKrG, solange ein Schadensersatzanspruch aus c.i.c, gegen die Fondsgesellschaft (GbR) mangels Kündigung des finanzierten Gesellschaftsbeitritts ...
BGB §§ 276, 705; VerbrKrG § 9
VerbrKrG § 9; BGB §§ 276, 705
Schuldrecht AT, Schuldrecht BT, Aufklärungspflicht und Einwendungsdurchgriff beim finanzierten Immobilienfondsbeitritt
Immobilienfonds: Wann muss die finanzierende Bank über Risiken der Anlage aufklären? (IBR 2000, 567)
NJW 2000, 3558
MDR 2000, 1201
NZM 2001, 152
VersR 2002, 986
WM 2000, 1685
BB 2000, 1853
BauR 2001, 300 (Ls.)
NZG 2000, 1215
Die Ausführungen des Berufungsgerichts, wonach die Prüfung der wirtschaftlichen Zweckmäßigkeit des zu finanzierenden Geschäfts nicht zu den vorvertraglichen Aufgaben der finanzierenden Bank gehört, steht im Einklang mit der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (vgl. BGH, Urteile v. 27. Juni 2000 - XI ZR 174/99, ZIP 2000, 1430 und XI ZR 210/99, ZIP 2000, 1483).
Soweit sich aus den Entscheidungen des XI. Zivilsenats des Bundesgerichtshofes vom 27. Juni 2000 - XI ZR 174/99 und XI ZR 210/99, jeweils aaO, etwas anderes ergeben sollte, hält der XI. Zivilsenat daran nicht mehr fest, wie er auf Anfrage mitgeteilt hat.
Das Kündigungsrecht kann auch dadurch ausgeübt werden, daß der Anleger der Bank mitteilt, er sei durch Täuschung zu dem Fondsbeitritt veranlaßt worden, und ihr die Übernahme seines Gesellschaftsanteils anbietet (…Sen.Urt. v. 21. Juli 2003 - II ZR 387/02, NJW 2003, 2821, 2823 = ZIP 2003, 1592, 1595; anders noch BGH, Urt. v. 27. Juni 2000 - XI ZR 174/99, NJW 2000, 3558, 3560 = ZIP 2000, 1430, 1432).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, der der Senat folgt, ist eine finanzierende Bank grundsätzlich nicht verpflichtet, einen Darlehensnehmer über die Gefahren und Risiken der Verwendung eines Darlehens aufzuklären und vor dem Vertragsschluss zu warnen (BGH NJW 2000, 3558; NJW-RR 2000, 1576, beide m.w.N.).
Nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs wird der im Rahmen von Bauherren-, Bauträger- oder Erwerbermodellen auftretende Vermittler als Erfüllungsgehilfe im Pflichtenkreis der in den Vertrieb nicht eingeschalteten Bank nur insoweit tätig, als sein Verhalten den Bereich der Anbahnung des Kreditvertrages betrifft (zuletzt Senatsurteil vom 27. Juni 2000 - XI ZR 174/99, WM 2000, 1685, 1686 m.w.Nachw.).
Nachdem das Verfahren im Hinblick auf die Revisionsverfahren BGH XI ZR 174/99 und XI ZR 328/99 geruht hatte, kündigte der Beklagte nach den Revisionsentscheidungen seine Fonds-Beteiligung mit Schreiben vom 23.08.2000 (Bl. 279).
Entsprechende Prüfungspflichten treffen die Bank grundsätzlich nicht (vgl. OLG Stuttgart OLG-Report Karlsruhe-Stuttgart, 99, 300; BGH WM 2000, 1685 u. 1687;… OLG Köln aaO).
Insoweit bedurfte es keines weiteren Hinweises der Klägerin (BGH, WM 1990, 1977; 2000, 1685 u. 1687).
Die Klägerin haftet nach dem Grundsatz der "rollenbedingten Verantwortlichkeit" für Fehlverhalten der Anlagevermittler nur insoweit, als es um die Erfüllung von Informations- und Aufklärungspflichten geht, die im Zusammenhang mit dem Darlehen stehen, nicht dagegen für solche, die das Anlageobjekt betreffen (vgl. BGHZ 114, 263; NJW 92, 555; OLG Stuttgart ZIP 99, 529; BGH WM 92, 602; 96, 2105; BGH WM 2000, 1685; OLG Köln WM 2000, 2139).
Die dort vom BGH beanstandete Handlungsweise des Vermittlers betraf gerade Aufklärungspflichten, die im Zusammenhang mit der Kreditvergabe standen (BGH WM 2000, 1685; Westermann WuB I G 5.17.00).
b) Der Beklagte hat im Hinblick auf die Entscheidungen des BGH vom 27.06.2000 (WM 2000, 1685, 1687) seine Mitgliedschaft gegenüber der Fonds-Gesellschaft mit Schreiben vom 23.08.2000 fristlos gekündigt bzw. den Beitrittsvertrag wegen arglistiger Täuschung beim Eintritt angefochten.
Diese Grundsätze gelten auch für die Anfechtung des Gesellschaftsbeitritts wegen arglistiger Täuschung, da die grundsätzlich zulässige Anfechtung (BGH NJW 73, 1604) nach ständiger Rechtsprechung des BGH im Regelfall nur zu einem Ausscheiden des Gesellschafters ex nunc führt (BGH BB 70, 1460; BGHZ 55, 5; WM 92, 490; WM 2000, 1685).
Das OLG München (…aaO) weist zutreffend darauf hin, daß nicht anzunehmen ist, daß der BGH mit den Entscheidungen vom 27.06.2000 (WM 2000, 1685, 1687) von diesem Erfordernis abgerückt sei und ohne Rücksicht darauf ein "jederzeitiges" Kündigungsrecht begründet habe.
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs wird der im Rahmen von Bauherren-, Bauträger- oder Erwerbermodellen auftretende Vermittler als Erfüllungsgehilfe im Pflichtenkreis der in den Vertrieb nicht eingeschalteten Bank nur insoweit tätig, als sein Verhalten den Bereich der Anbahnung des Kreditvertrages betrifft (zuletzt Senatsurteile vom 27. Juni 2000 - XI ZR 174/99, WM 2000, 1685, 1686 m.w.Nachw. und vom 12. November 2002 - XI ZR 47/01, WM 2002, 2501, zum Abdruck in BGHZ vorgesehen).
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