Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=15.02.2006&Aktenzeichen=IV%20ZR%20192/04
Timestamp: 2019-05-23 06:16:06
Document Index: 389771234

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 307', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 15.02.2006 - IV ZR 192/04 - dejure.org
https://dejure.org/2006,1251
BGH, 15.02.2006 - IV ZR 192/04 (https://dejure.org/2006,1251)
BGH, Entscheidung vom 15.02.2006 - IV ZR 192/04 (https://dejure.org/2006,1251)
BGH, Entscheidung vom 15. Februar 2006 - IV ZR 192/04 (https://dejure.org/2006,1251)
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Krankenversicherungsschutz im Hinblick auf Behandlungen durch einen psychologischen Psychotherapeuten; Auslegung und Inhaltskontrolle allgemeiner Versicherungsbedingungen; Zulässigkeit von Rückschlüssen vom Leistungsumfang in der gesetzlichen Krankenversicherung auf denjenigen in der privaten; Analogiefähigkeit des Arztbegriffes im Gesetz über die Berufe des Psychologischen Psychotherapeuten und des Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten mit dem Ergebnis der Erfassung psychologischer Psychotherapeuten; Unangemessene Benachteiligung der Versicherungsnehmer; Gefährdung des Vertragszwecks durch Einschränkung der vertraglichen Rechte des Versicherungsnehmers
§ 1 Abs. 2 MB/KK; § 307 BGB
Versicherungsschutz für Psychotherapie umfasst keine Behandlung durch einen Psychologischen Psychotherapeuten; Krankenversicherungsrecht, Medizinrecht
Versicherungsschutz für Psychotherapie umfasst nicht Behandlung durch Psychologischen Psychotherapeuten
Zulässige Leistungseinschränkung: - Private Krankenversicherung zahlt nur für Arzt als Psychotherapeuten
NJW 2006, 1876
MDR 2006, 1169 (Ls.)
VersR 2006, 641
Diese Auslegung entspricht ständiger Senatsrechtsprechung zu vergleichbaren Tarifklauseln (vgl. dazu Senatsurteile vom 15. Februar 2006 - IV ZR 192/04 - VersR 2006, 641 unter II 1 m.w.N.; 27. Oktober 2004 - IV ZR 141/03 - VersR 2005, 64 unter II 2).
Schon wegen der grundlegenden Strukturunterschiede beider Systeme können Versicherte einer privaten Krankenversicherung nicht erwarten, in gleicher Weise versichert zu sein wie die Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung (vgl. u.a. Senatsurteile vom 15. Februar 2006 - IV ZR 192/04 - VersR 2006, 641 unter II 3; 21. Februar 2001 - IV ZR 11/00 - VersR 2001, 576 unter 3 b aa m.w.N; vom 22. Mai 1991 - IV ZR 232/90 - VersR 1991, 911 unter 2 b).
Schon wegen der grundlegenden Strukturunterschiede beider Systeme können Versicherte einer privaten Krankenversicherung nicht erwarten, in gleicher Weise versichert zu sein wie die Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung (st. Rspr., vgl. u.a. Senatsurteile vom 15. Februar 2006 - IV ZR 192/04 - VersR 2006, 641 unter II 3; 21. Februar 2001 - IV ZR 11/00 - VersR 2001, 576 unter 3 b a.A. m.w.N; 22. Mai 1991 - IV ZR 232/90 - VersR 1991, 911 unter 2 b; OLG Hamm VersR 2004, 321).
Klauseln in Allgemeinen Versicherungsbedingungen einer privaten Krankenversicherung, die die Leistungen des Versicherers für psychotherapeutische Behandlungen auf solche durch bestimmte Behandler beschränken, sind uneingeschränkt wirksam (…vgl. statt aller BGH, Urt. v. 22.5.1991, IV ZR 232/90, VersR 1991, 911; BGH, Urt. v. 15.2.2006, IV ZR 192/04, VersR 2006, 641 zur sog. Psychotherapieklausel).
Wer eine private Krankenversicherung abschließt, kann nicht erwarten, dass er damit so versichert ist, als wenn er Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse wäre (…BGH, Urt. v. 22.5.1991, IV ZR 232/90, aaO;… BGH, Urt. v. 21.2.2001, IV ZR 11/00, VersR 2001, 576, m.w.N.; BGH, Urt. v. 15.2.2006, IV ZR 192/04, VersR 2006, 641).
Hieraus folgt, dass der gerichtlichen Inhaltskontrolle entzogen sind Leistungsbeschreibungen, die Art, Umfang und Güte der geschuldeten Leistung festlegen (BGH, Urt. v. 15.2.2006, IV ZR 192/04, aaO; BGH VersR 1999, 745, 747).
Eine Gefährdung liegt vielmehr erst dann vor, wenn mit der Begrenzung der Leistung der Vertrag ausgehöhlt werden kann und damit der Versicherungsvertrag in Bezug auf das zu versichernde Risiko zwecklos wird (…BGH, Urt. v. 21.2.2001, IV ZR 11/00, VersR 2001, 576, 577; BGH, Urt. v. 15.2.2006, IV ZR 192/04, aaO).
Zur näheren Begründung verweist das Berufungsgericht auf das den Parteien bekannte Urteil des Oberlandesgerichts Celle vom 5. August 2004, das dem Senatsurteil vom heutigen Tage in der Sache IV ZR 192/04 zugrunde liegt.
So ist auch die "Kick-Back" -Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (BGH NJW 2006, 1876 ff.) vorliegend nicht anwendbar, wonach Rückvergütungen aufklärungspflichtig sind, die hinter dem Rücken an die beratende Bank umsatzabhängig fließen.