Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%202006,%20109
Timestamp: 2019-11-17 07:03:21
Document Index: 389265468

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 164', '§ 398', '§ 164', 'BGH', '§ 164', 'BGH', 'BGH', '§ 164', 'BGH', 'BGH', '§ 164', '§ 164', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 27.10.2005 - III ZR 71/05 - dejure.org
https://dejure.org/2005,2533
BGH, 27.10.2005 - III ZR 71/05 (https://dejure.org/2005,2533)
BGH, Entscheidung vom 27.10.2005 - III ZR 71/05 (https://dejure.org/2005,2533)
BGH, Entscheidung vom 27. Januar 2005 - III ZR 71/05 (https://dejure.org/2005,2533)
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Unterlassene Aufklärung über die mit dem Erwerb der Genussrechte verbundenen Risiken; Anforderungen an die Prospekthaftung; Anknüpfung an das Angebot einer unabhängigen individuellen Beratung im Rahmen der Differenzierung zwischen Anlagevermittler und Anlageberater; ...
Kapitalanlagerecht - Haftung des selbständigen Finanzberaters
BGB § 164 Abs. 2; ZPO § 398 Abs. 1
Handeln im eigenen Namen durch Anlageberater
LG Meiningen, 12.05.2004 - 2 O 1231/03
OLG Jena, 22.02.2005 - 8 U 547/04
NJW-RR 2006, 109
Wie sich aus der Auslegungsregel des § 164 Abs. 2 BGB ergibt, wird eine Erklärung in eigenem Namen abgegeben, wenn die Umstände nicht hinreichend deutlich ergeben, dass sie in fremdem Namen abgegeben werden soll (BGH, Urteil vom 13. Oktober 1994 - IX ZR 25/94, WM 1994, 2233, 2334; vom 27. Oktober 2005 - III ZR 71/05, NJW-RR 2006, 109 Rn. 6 f).
a) Gemäß § 164 Abs. 1 und 2 BGB kommt es für die Frage, ob ein Eigen- oder ein Vertreterhandeln vorliegt, darauf an, wie der andere Teil die Erklärungen und das Gesamtverhalten der betreffenden Person verstehen und werten durfte; entscheidend ist die objektivierte Empfängersicht, wobei alle Umstände zu berücksichtigen sind, die zum Vertragsschluss geführt haben (s. etwa Senatsurteil vom 27. Oktober 2005 - III ZR 71/05, NJW-RR 2006, 109, 110 mwN).
Ein Anlageberater unterliegt grundsätzlich weiterreichenden Pflichten als ein Anlagevermittler (vgl. z.B.: Senatsurteil vom 13. Mai 1993 - III ZR 25/92 -NJW-RR 1993, 1114 f, ferner auch Senatsurteil vom 27. Oktober 2005 - III ZR 71/05 - NJW-RR 2006, 109, Rn. 14).
Entscheidend ist die objektivierte Empfängersicht; ferner sind alle Umstände zu berücksichtigen, die zum Vertragsschluss geführt haben (Senatsurteil vom 27. Oktober 2005 - III ZR 71/05, NJW-RR 2006, 109, 110 Rn. 16).
Zutreffend ist, dass die Eigenhaftung des Vertreters - über das angebahnte Rechtsverhältnis zwischen Vertretenem und Vertragsgegner hinaus - entweder die Inanspruchnahme besonderen persönlichen Vertrauens durch den Vertreter erfordert, insbesondere wenn er dem Verhandlungsgegner eine zusätzliche, von ihm persönlich ausgehende Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit seiner Erklärungen bietet, oder ein unmittelbares wirtschaftliches Eigeninteresse des Vertreters an dem Zustandekommen des Rechtsverhältnisses, so dass er wirtschaftlich betrachtet gleichsam in eigener Sache verhandelt (BGHZ 129, 136, 170; BGH, Urteil vom 29. Januar 1997 - VIII ZR 356/95 - NJW 1997, 1233; Urteil vom 24. Mai 2005 - IX ZR 114/01 - NJW-RR 2005, 1137; Senatsurteil vom 27. Oktober 2005 - III ZR 71/05 - NJW-RR 2006, 109; 110; dieses Urteil wäre vorliegend einschlägig, wenn es um eine persönliche Haftung des Zeugen M. ginge).
Bleiben insoweit Zweifel an der Unternehmensbezogenheit, so greift ebenfalls der gesetzliche Auslegungsgrundsatz des Handelns im eigenen Namen ein (§ 164 Abs. 2 BGB, vgl.; BGH, Urteil vom 13.10.1994, IX ZR 25/94, NJW 1995, 43; BGH, Urteil vom 27.10.2005, III ZR 71/05, NJW-RR 2006, 109; OLG Düsseldorf, Urteil vom 22.12.2004, 22 U 37/02, NJW-RR 2005, 852;… jurisPK-BGB-Weinland, 5. Auflage 2010, § 164, Rn 15;… Münchener Kommentar/Schramm, a.a.O., § 164, Rn 23 mwN).
Die von der Nichtzulassungsbeschwerde hierzu erhobene Gehörsrüge greift nicht durch, weil das Berufungsgericht nur dann zu einer erneuten Vernehmung eines in erster Instanz vernommenen Zeugen verpflichtet ist, wenn es dessen protokollierte Aussage anders verstehen oder werten will als die Vorinstanz (BGH, Urt. v. 27. Okt. 2005, III ZR 71/05, NJW-RR 2006, 109, 110 - std. Rspr.), was hier nicht der Fall war.
Die Vertreterhaftung rechtfertigt sich wegen der Inanspruchnahme eines besonderen persönlichen Vertrauens (BGH, Urteil vom 27. Oktober 2005 - III ZR 71/05 - NJW-RR 2006, 109, 110 m.w.N.); sie zielt im Allgemeinen aber nicht auf den Insolvenzschutz einer Vertragspartei.
Das Berufungsgericht stellt nicht fest, ob die Beklagte, die mit dem hier in Rede stehenden Immobilienfonds eine nicht zur Produktpalette der früheren Beklagten zu 2 gehörende Anlage vertrieben hat und deswegen insoweit entweder im eigenen Namen aufgetreten ist oder jedenfalls mangels Vertretungsmacht für Pflichtverletzungen in dieser Beziehung selbst haftet, dem Kläger als Anlageberaterin oder Anlagevermittlerin gegenübergetreten ist (zur Abgrenzung vgl. etwa Senatsurteile vom 13. Mai 1993 - III ZR 25/92, NJW-RR 1993, 1114 f.; vom 27. Oktober 2005 - III ZR 71/05, NJW-RR 2006, 109 Rn. 14 …und vom 18. Januar 2007 - III ZR 44/06, ZIP 2007, 636, 637 Rn. 10).
Bei unternehmensbezogenen Geschäften geht der Wille der Beteiligten im Zweifel dahin, dass Vertragspartei der Inhaber des Unternehmens und nicht der für das Unternehmen Handelnde werden soll (BGH…, Urt. vom 15. Januar 1990 II ZR 311/88, [...] Rn. 12;… Urt. v. 13. Oktober 1994 - IX ZR 25/94, [...]Rn. 9; Urt. v. 27. Oktober 2005 - III ZR 71/05, [...] Rn. 7;… Urt. v. 18. Dezember 2007 X ZR 137/04, Rn. 11).
Ein nur mittelbares wirtschaftliches Interesse, wie zum Beispiel das Provisionsinteresse des Handelnden, erfüllt diese Voraussetzungen nicht (…BGH, Urt. v. 17. Juni 1991 - II ZR 171/90, [...]Rn. 13; Urt. v. 27. Oktober 2005 III ZR 71/05, [...]Rn. 27).
OLG Karlsruhe, 25.09.2018 - 9 U 117/16
Abgrenzung vom Handeln des Geschäftsführers einer GmbH für die Gesellschaft und …
LG Heilbronn, 28.02.2006 - 5 O 90/05
OLG Köln, 23.12.2011 - 20 U 167/11
Pflichten des Anlageberaters bei Angabe der Sicherung der Altersversorgung als …
LG München I, 13.03.2008 - 22 O 23145/07
LG München I, 22.02.2008 - 22 O 19817/07
OLG Saarbrücken, 20.03.2013 - 5 U 356/12
LG München I, 12.06.2009 - 22 O 16205/08
Haftung der HRE Holding AG wegen verspäteter Kapitalmarktinformation: …
OLG München, 28.03.2012 - 3 U 4678/10
Bankenhaftung bei kreditfinanzierter Kapitalanlage: Abgrenzung zwischen …
LG Münster, 13.05.2015 - 114 O 42/14
Schadensersatz wegen behaupteter fehlerhafter Beratung hinsichtlich der Zeichnung …
LG Bonn, 03.08.2012 - 15 O 409/11
Schadensersatz wegen Verletzung eines Beratungsvertrages über Kapitalanlagen …
OLG Koblenz, 24.06.2011 - 2 U 1290/10
LG Wiesbaden, 30.05.2008 - 5 O 234/05
Haftung des Anlagevermittlers wegen unzureichender Risikoaufklärung bei …