Source: https://www.grin.com/document/497483
Timestamp: 2019-10-17 11:11:01
Document Index: 139822076

Matched Legal Cases: ['§ 266', '§ 4', '§264', '§ 264', '§ 171', '§247', '§ 272', '§272']

Kapitalkonten bei Personengesellschaften | Masterarbeit, Hausarbeit, Bachelorarbeit veröffentlichen
1. Definition Kapitalkonto
3. Das Gesamtkapital
4. Ausweis Kapitalkonto
5. Die Kapitalanteile
a) Kapitalanteile der persönlich haftenden Gesellschafter
b) Kapitalanteile der beschränkt haftenden Gesellschafter
6. Das Kapitalkontensystem
d) Einheitliches Kapitalkonto
e) Mehrgliedrige Kapitalkonten
f) Gesamthänderisch gebundenes Rücklagenkonto
g) Ausweis in der Bilanz
III. Ertragssteuerliche Betrachtung
7. Verlustausgleichsbeschränkung
8. Einbringung von Wirtschaftsgütern
IV. Ausweis des Jahresergebnisses
10. Verteilung des Jahresergebnisses
11. Gewinnanteile
12. Verlustanteile
13. Entnahmen
Eine Personengesellschaft oder eine Einzelunternehmung hat Kapitalkonten, die grundsätzlich im Eigenkapital ausgewiesen werden. Anhand der Kapitalkonten wird der Kapitalanteil jedes einzelnen Gesellschafters an der Gesellschaft dargestellt. Der Kapitalanteil wird im Gesellschaftsvertrag einmalig festgelegt. Die Kapitalerhöhun­gen oder -minderungen sind durch Gesellschafterbeschlüsse schriftlich festzuhalten. Der Ausweis eines Kapitalkontos hängt bei einer Kommanditgesellschaft (KG) vom Haftungsverhältnis ab. Denn der Ausweis des Kapitalanteils des Kommanditisten er­folgt gesondert nach dem Kapitalanteil des persönlich haftenden Gesellschafters. Die Kapitalkonten, der am Unternehmen beteiligten Gesellschafter, können verän­derlich sein. Das bedeutet, dass jeder einzelner Gesellschafter ein oder mehrere Kapitalkonten hat, die unterschiedlich für diverse Geschäftsvorgänge zur Verfügung stehen.
In dieser Seminararbeit werden die verschiedenen Arten der Kapitalkontenmodelle nach Handelsrecht dargestellt, die auch ertragssteuerliche Auswirkungen haben.
Das Kapitalkonto ist ein Bestandskonto in der Bilanz einer Personengesellschaft o­der eines Einzelunternehmens. Bei einer Kapitalgesellschaft wird das Kapitalkonto Stamm- oder Grundkapital genannt.1 Es ist sowohl ein veränderliches als auch ein unveränderliches Bestandskonto durch Einlagen und Gewinne auf der Passivseite und durch Entnahmen und Verluste auf der Aktivseite. Daher hängt die Veränder­lichkeit von der Rechtsform der Gesellschaft ab.2
Bei einem Einzelunternehmen ist das Kapitalkonto stets veränderlich. Für Personen­gesellschaften wird durch das HGB und den Gesellschaftsvertrag festgelegt, welche Kapitalanteile unveränderlich sind. Daher wird neben dem Festkapitalkonto (Kapital­konto I) noch mindestens ein weiteres variables Konto (Kapitalkonto II) geführt. Bei Kapitalgesellschaften wird durch das Gesetz und die Satzung festgelegt, welche Kapitalanteile unveränderlich sind, die nach § 266 Abs. 3 HGB eine gesonderte Auf­gliederung haben.3
In der Bilanz eines Unternehmens setzt sich der Posten Eigenkapital aus dem Un­terschiedsbetrag des Vermögens auf der Aktivseite und der Schulden auf der Pas­sivseite zusammen. Das Eigenkapital wird auch als das Reinvermögen eines Unter­nehmens bezeichnet, dass das eingesetzte Kapital zu Buchwerten bildet4. Jedoch wird im HGB keine eindeutige Definition für das Eigenkapital genannt. Den einzelnen Gesellschaftern einer Personengesellschaft wird das Kapital des Unternehmens in Form von Kapitalanteilen zugeordnet.5
Im Gesellschaftsrecht stellt der Kapitalanteil den gegenwärtig vorhandenen Stand der geleisteten Einlage dar, während der Gesellschaftsanteil die Mitunternehmer­schaft in der Personengesellschaft und „der Vermögensanteil die Beteiligung am Ge­sellschaftsvermögen“6 abbildet.
Die Regelung der Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz nach §§ 4 Abs. 1, 5 Abs. 1 und 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. EStG wird neben dem steuerlichen Be­triebsvermögen der Gesellschaft auch das Sonderbetriebsvermögen des Gesell­schafters hinzugerechnet. Das Steuerrecht kennt kein Sonderbetriebsvermögen.7 Durch die Einbeziehung des Sonderbetriebsvermögens zur Steuerbilanz der Perso­nengesellschaft stellt es Sondereigenkapital des Gesellschafters dar.8
Das Gesamtkapital setzt sich zusammen aus der Summe aller Kapitalkonten und aus der Summe des Betriebsvermögens der einzelnen Gesellschafter aus der Er- gänzungs- und Sonderbilanz. Das sich daraus ergebende Gesamtkapital bildet das Gesamthandsvermögen der Personengesellschaft.9
Ein positives Kapitalkonto wird auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesen, während ein negatives Kapitalkonto auf der Aktivseite ausgewiesen wird. Der Ausweis eines negatives Kapitalkontos auf der Passivseite als Minuswert ist auch möglich.10
Jeder Gesellschafter einer Personengesellschaft (GbR, OHG, KG und GmbH & Co. KG)11 hat ein eigenes Kapitalkonto, welches handelsrechtlich gesondert in der Bilanz auszuweisen ist.12 Dabei wird zwischen unveränderlichem und veränderlichem Konto unterschieden.
Anders als für Kapitalgesellschaften, ist nach HGB für Personengesellschaften und Einzelunternehmen keine Form für den Kapitalkontenausweis vorhanden. Für be­stimmte Personengesellschaften wie OHG und KG findet der §264c HGB i.V.m. § 264a HGB Anwendung, wenn nicht mindestens ein persönlich haftender Gesell­schafter eine natürliche Person ist.13 In Anlehnung an die Formvorgabe für die Dar­stellung des Eigenkapitals bei Kapitalgesellschaften erfolgt der Ausweis bei den o.g. Personengesellschaften wie folgt:14
Aufgrund der unterschiedlichen Haftungsverhältnisse wird beim Ausweis von Kapi­talanteilen zwischen den persönlichen haftenden Gesellschaftern und den be­schränkt haftenden Gesellschaftern (Kommanditisten) unterschieden. Das gezeich­nete Kapital wird mit dem Nennbetrag ausgewiesen.15 Die Kapitalanteile der Gesell­schafter stellen das Beteiligungsverhältnis an der Gesellschaft dar.16
Bei einem persönlich haftenden Gesellschafter, in einer KG auch Komplementär ge­nannt, werden die eingezahlten bzw. eingebrachten Kapitalanteile in der Bilanz unter Kapitalkonto I, dem unveränderlichem Kapitalkonto bzw. Festkapital, ausgewiesen. Grundsätzlich ändert sich der Wert des Kapitalanteils auf dem Kapitalkonto I nicht, es sei denn, es erfolgt eine Kapitalerhöhung oder -minderung aufgrund eines Gesell­schafterbeschlusses.17
Der persönlich haftende Gesellschafter hat keine gesetzliche Pflicht zur Einlagener­bringung, sodass eventuell nur ein variables Konto geführt wird. Wird im Gesell­schaftsvertrag eine Einlagenverpflichtung vereinbart, erfolgt der Ausweis der noch nicht eingezahlten, aber eingeforderten Einlagen auf der Aktivseite unter dem Bilanz­posten E als „Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung“. Ist die ausstehende Einlage noch nicht eingefordert, erfolgt der Ausweis in der Bilanz ge­sondert auf der Passivseite unter dem Posten „Gezeichnetes Kapital“.18
Sind mehrere persönlich haftende Gesellschafter bzw. Komplementäre an einer Ge­sellschaft beteiligt, können die Kapitalanteile gesondert oder zusammengefasst in der Bilanz dargestellt werden. Ebenso ist ein saldierter Ausweis von positiven und negativen Anteilen jedes persönlich haftenden Gesellschafters möglich.
Die Kapitalanteile der Kommanditisten werden gesondert von den Anteilen der Kom­plementäre ausgewiesen. Jedoch finden die gleichen Regelungen wie für persönlich haftende Gesellschafter Anwendung.
Bei Kommanditisten wird zwischen der gesellschaftsvertraglich vereinbarten Pflicht­einlage, welche in der Bilanz als Kapitalanteil ausgewiesen wird und der im Handels­register eingetragenen Hafteinlage gern. §§ 171 und 172 HGB unterschieden. Die Einlageverpflichtungen können in der Höhe abweichen.19 Wird nicht die komplette Höhe der Hafteinlage geleistet, so kann der Kommanditist von den Gläubigern un­mittelbar in Anspruch genommen werden.
1 NWB Datenbank, Kapitalkonto, Seite 1.
2 Haufe, Kapitalkonto, Seite 2.
3 Haufe, Kapitalkonto, Seite 2.
4 Haufe, Kapitalkonto, Seite 1.
5 NWB Datenbank, Kapitalkonto, Seite 1.
6 NWB Datenbank, Kapitalkonto, Seite 1.
7 Haufe, Kapitalkonto, Seite 3.
8 Haufe, Eigenkapital im Abschluss nach HGB und EStG/KStG, Seite 2.
9 Haufe, Kapitalkonto Besonderheiten bei Personengesellschaften, Seite 5.
10 Haufe, Kapitalkonto, Seite 2.
11 Haufe, Kapitalkonto Besonderheiten bei Personengesellschaften, Seite 1.
12 §247 Abs. 1 HGB.
13 NWB Datenbank, Eigenkapital bei Personengesellschaften, Seite 1.
14 Haufe, Kapitalkonto Besonderheiten bei Personengesellschaften, Seite 3.
15 § 272 Abs. 1 Satz 1 HGB
16 NWB Datenbank, Gewinnermittlung und -Verteilung in der Personengesellschaft, Seite 1.
17 Haufe, Kapitalkonto Besonderheiten bei Personengesellschaften, Seite 4.
18 §272 Abs. 1 Satz 2HGB.
19 NWB Datenbank, Eigenkapital bei Personengesellschaften, Seite 2.
V497483
9783346015884
kapitalkonten, personengesellschaften
Kurtulus Sutekin (Autor), 2019, Kapitalkonten bei Personengesellschaften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/497483
Besteuerungsfragen der doppelstöckige...