Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=04.06.1975&Aktenzeichen=11%20RA%20189/74
Timestamp: 2019-11-15 22:36:00
Document Index: 128536340

Matched Legal Cases: ['§ 151', '§ 151', '§ 151', '§ 151', '§ 151', '§ 151', '§ 151', '§ 151', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 164', '§ 151', '§ 518', '§ 151', '§ 151', '§ 151', '§ 151', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 164', '§ 151', '§ 518', '§ 173', '§ 151', 'BGH', '§ 144', '§ 151']

BSG, 04.06.1975 - 11 RA 189/74 - dejure.org
https://dejure.org/1975,3397
BSG, 04.06.1975 - 11 RA 189/74 (https://dejure.org/1975,3397)
BSG, Entscheidung vom 04.06.1975 - 11 RA 189/74 (https://dejure.org/1975,3397)
BSG, Entscheidung vom 04. Juni 1975 - 11 RA 189/74 (https://dejure.org/1975,3397)
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Namensunterschrift - Wirksamkeit - Herauslesbarkeit des Namens - Erlernbarkeit von Buchstaben
NJW 1975, 1799
So kann das Schriftformerfordernis einer Berufung nach § 151 Abs. 1 SGG ua erfüllt sein, wenn der Schriftsatz zwar keine eigenhändige Unterschrift, aber detaillierte Angaben zum Gegenstand des Rechtsstreits enthält und dem Gericht in einem Umschlag zugeht, der nach seinem äußeren Erscheinungsbild von dem Berufungskläger selbst mit einer handschriftlichen Absender- und Empfängerangabe versehen worden ist (BSG SozR 1500 § 151 Nr. 3).
Es muss ein Mindestmaß an Ähnlichkeit mit dieser Schrift in dem Sinn erhalten geblieben sein, dass ein Dritter, der den Namen des Unterzeichnenden kennt, diesen Namen aus dem Schriftbild noch herauslesen kann, der Unterzeichnende also erkennbar bleibt (…BSG SozR Nr. 12 zu § 151 SGG - Juris RdNr 16 und Urteil vom 4.6.1975 - 11 RA 189/74 - SozR 1500 § 151 Nr. 3) .
Ob es sich bei der hakenförmigen Linienführung, die Rechtsanwalt G. unter der eidesstattlichen Versicherung rechts neben der Unterschrift noch einmal wiederholt, überhaupt schon um eine Paraphe handelt, kann offenbleiben, weil die bloße Paraphierung bestimmender Schriftsätze die volle Unterschriftsleistung keinesfalls ersetzt (BSG SozR 1500 § 151 Nr. 3;… BSG SozR Nr. 12 zu § 151 SGG; BAG Urteil vom 27.3.1996 - 5 AZR 576/94 - NJW 1996, 3164 f; BFH Urteil vom 16.3.1999 - X R 41/96 - BFHE 188, 528;… Krasney/Udsching, Handbuch des sozialgerichtlichen Verfahrens, 6. Aufl 2011, Kap IX, RdNr 142) .
So kann das Schriftformerfordernis einer Berufung nach § 151 Abs. 1 SGG ua erfüllt sein, wenn der Schriftsatz zwar keine eigenhändige Unterschrift, aber detaillierte Angaben zum Gegenstand des Rechtsstreits enthält und dem Gericht in einem Umschlag zugeht, der nach seinem äußeren Erscheinungsbild von dem Berufungskläger selbst mit einer handschriftlichen Absender- und Empfängerangabe versehen worden ist (BSG SozR 1500 § 151 Nr. 3).".
Nach der übereinstimmenden Rechtsprechung aller obersten Gerichtshöfe des Bundes sind Rechtsmittelschriften und andere bestimmende Schriftsätze, von bestimmten Sonderfällen wie telegraphischer Einreichung abgesehen, vom Erklärenden eigenhändig zu unterschreiben (…GmS-OGB BGHZ 75, 340, 349 [BGH 30.04.1979 - GmS-OGB - 1/78] = BVerwGE 58, 365 [BGH 30.04.1979 - OGB 1/78] = SozR 1500 § 164 Nr. 14 S 24; BSG SozR 1500 § 151 Nr. 3 S 6; BAG AP Nr. 46 zu § 518 ZPO; BFHE 136, 38).
Das Schriftformerfordernis ist danach in der Regel nicht eingehalten, wenn das (fristwahrende) Schreiben nicht unterschrieben ist und der Urheber auch sonst nicht zweifelsfrei ermittelt werden kann (…vgl Leitherer in Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer. SGG. 10. Auflage 2012. § 151 Rdnr 3a; BSG SozR 1500 § 151 Nr. 3; BVerwGE 43, 113, 114; BFHE 115, 17; grds kritisch: Willms. NVwZ 87, 479; allgemein Kunz-Schmidt NJW 87, 1296).
Jemand, der den Namen des Unterzeichnenden kennt, muss in dem Schriftbild Buchstaben dieses Namens wenigstens andeutungsweise erkennen und auf dieser Grundlage den Namen herauslesen können (…BSG SozR Nr. 12 zu § 151 SGG; SozR 1500 § 151 Nr. 3 = SGb 76, 97 mit abl Anm Cuntz; BGH FamRZ 97, 737; BGH NJW 2005, 3775).
Nach der übereinstimmenden Rechtsprechung der obersten Gerichtshöfe des Bundes sind Rechtsmittelschriften und andere bestimmende Schriftsätze, von bestimmten Sonderfällen wie telegraphischer Einreichung abgesehen, vom Erklärenden eigenhändig zu unterschreiben (…GmS-OGB BGHZ 75, 340, 349 [BGH 30.04.1979 - GmS-OGB - 1/78] = BVerwGE 58, 365 [BGH 30.04.1979 - OGB 1/78] = SozR 1500 § 164 Nr. 14 S 24; BSG SozR 1500 § 151 Nr. 3 S 6; BAG AP Nr. 46 zu § 518 ZPO; BFHE 136, 38).
Dahin gestellt bleiben kann auch, ob die Beschwerde mangels ausreichender Schriftform (§ 173 des Sozialgerichtsgesetzes [SGG]) wegen Verwendung einer Paraphe (vgl. BSG SozR 1500 § 151 Nr. 3; BGH NJW 85, 1227; BFHE 179, 233; BAG NJW 96, 3164) oder mangels Erreichens des Gegenstandswertes in der Hauptsache von 750 Euro (§ 144 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGG) unzulässig ist.
Eine Namensparaphe genügt dem Erfordernis einer eigenhändigen Unterschrift nicht (vgl. BSG, Urteil vom 4. Juni 1975 - 11 RA 189/74 - SozR 1500 § 151 Nr. 3); noch weniger wird dem Erfordernis dadurch Rechnung getragen, dass dem maschinenschriftlich aufgezeichneten Namen lediglich handschriftlich die Buchstaben "gez." für "gezeichnet" vorangestellt worden sind.