Source: https://www.kostenlose-urteile.de/BFH_V-R-6205_Umsatzsteuer-Leistungsort-bei-der-Taetigkeit-eines-Steuerberaters-als-Testamentsvollstrecker-und-Nachlasspfleger.news6226.htm
Timestamp: 2020-07-07 03:52:09
Document Index: 29938277

Matched Legal Cases: ['§ 1', '§ 3', '§ 3', '§ 3', 'EuG', '§ 3']

Urteil > V R 62/05 | BFH - Umsatzsteuer: Leistungsort bei der Tätigkeit eines Steuerberaters als Testamentsvollstrecker und Nachlasspfleger < kostenlose-urteile.de
Nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 Umsatzsteuergesetz (UStG) sind entgeltliche Leistungen eines Unternehmers nur dann steuerbar, wenn diese im Inland ausgeführt werden. Der Ort einer Leistung, die nicht in der Verschaffung der Verfügungsmacht an einem Gegenstand besteht (sog. sonstige Leistung), bestimmt sich in der Regel nach dem Ort, von dem aus der Unternehmer sein Unternehmen betreibt (§ 3 a Abs. 1 UStG). Abweichend hiervon ist für bestimmte, in § 3 a Abs. 4 UStG aufgezählte Tätigkeiten der Leistungsort der Sitz oder Wohnsitz des Leistungsempfängers (§ 3 a Abs. 3 UStG). Hierzu gehören unter anderem die Tätigkeit als Rechtsanwalt, als Steuerberater und ähnliche Tätigkeiten anderer Unternehmer sowie die Verschaffung von Informationen.
BFH und EuGH: Keine berufstypische oder "ähnliche" Tätigkeit
Der Bundesfinanzhof bestätigte im Anschluss an die Entscheidung des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaften vom 6. Dezember 2007 (C-401/06) seine Rechtsprechung, dass die Testamentsvollstreckung weder eine für einen Rechtsanwalt oder Steuerberater berufstypische noch eine "ähnliche" Tätigkeit sei.
Leistungsort für Nachlasspflege liegt im Inland
Ferner entschied der Bundesfinanzhof, dass Gleiches für die Nachlasspflege gelte und deshalb auch der Ort dieser Leistungen im Inland liege. Im Streitfall war dem Kläger in seiner Stellung als Nachlasspfleger auch die Ermittlung von Erben übertragen worden. Denn - nach der für den Bundesfinanzhof bindenden Würdigung des Finanzgerichts - sei die Erbensuche nur unselbstständige Nebenleistung der für die Nachlasspflege prägenden und im Inland ausgeführten Sicherung und Erhaltung des Nachlasses. Darüber hinaus sei die Erbenermittlung im Rahmen der Nachlasspflege auch keine Überlassung von Informationen im Sinne des § 3 a Abs. 4 UStG.
Quelle: ra-online, Pressemitteilung Nr. 59/08 des BFH vom 18.06.2008
Urteile zu den Schlagwörtern: Ausland | Erbenermittler | Genealoge | Erbensucher | Steuerberater | Steuerberaterin | Umsatzsteuer | Mehrwertsteuer
Dokument-Nr. 6226
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