Source: https://www.nlwkn.niedersachsen.de/naturschutz/schutzgebiete/die_einzelnen_naturschutzgebiete/-41733.html
Timestamp: 2020-07-10 17:14:27
Document Index: 321421732

Matched Legal Cases: ['§ 4', '§ 7', '§ 17', 'Art. 4', '§ 2', '§ 3', '§ 3', '§ 16', '§ 21', '§ 21', '§ 21', '§ 3']

Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Ehbläcksmoor" | Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Ehbläcksmoor"
Amtsblatt der Regierung in Lüneburg 1977, Seite 172
Verordnung über das Naturschutzgebiet ”Ehbläcksmoor” in der Gemarkung Deimern, Landkreis Soltau-Fallingbostel vom 08. September 1977
Aufgrund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 in der Fassung vom 20. Januar 1938 (Nds. GVBl. Sb. II, S. 908), geändert und ergänzt durch das Erste Anpassungsgesetz vom 24. Juni 1970 (Nds. GVBl. S. 237) das Fünfte Gesetz zur Verwaltungs- und Gebietsreform vom 21. Juni 1972 (Nds. GVBl. S. 309) und das Zweite Anpassungsgesetz vom 02. Dezember 1974 (Nds. GVBl. S. 535) sowie des § 7 Abs. 1, 5 und des § 17 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 i. d. Fassung vom 16. September 1938 (Nds. GVBl. Sb. II S. 911) , geändert und ergänzt durch Art. 4 Nr. 2 der Verordnung vom 15. August 1975 (Nds GVBl. S. 289) wird verordnet:
Das ”Ehbläcksmoor” in der Gemarkung Deimern, Landkreis Soltau-Fallingbostel, ist von mir in dem in § 2 näher bezeichneten Umfang als Naturschutzgebiet am 08. September 1977 unter der Nr. Lü 35 in das Naturschutzbuch eingetragen und damit dem Schutze des Naturschutzgesetzes unterstellt worden.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rd. 39,7 ha und umfasst nach dem Stand des Katasters vom Februar 1974 folgende Flurstücke:
Gemarkung Deimern: Flur 4, Flurstücke 44/4 teilweise, 43, 49 ½ teilweise, 6, 10/1 teilweise.
(2) Für die Begrenzung des Naturschutzgebietes und dessen Gliederung in ein besonders schutzbedürftiges Kerngebiet und in eine Randzone ist die mitveröffentlichte Karte allein maßgeblich. Die Karte ist beim Regierungspräsidenten in Lüneburg, beim Landkreis Soltau-Fallingbostel und beim Niedersächsischen Landesverwaltungsamt – Naturschutz, Landschaftspflege, Vogelschutz – in Hannover hinterlegt und kann dort während der Dienststunden eingesehen werden.
(1) Im Bereich des Naturschutzgebietes dürfen keine Maßnahmen vorgenommen werden, die geeignet sind, eine Veränderung oder Beeinträchtigung der Natur, insbesondere der Pflanzendecke, der Vogel- und übrigen Tierwelt, der Oberflächengewässer, der Grundwasser- und Nährstoffverhältnisse und der Bodengestalt herbeizuführen.
c) Torf zu stechen oder auf andere Weise Bodenbestandteile zu entnehmen, Teiche anzulegen oder zu verändern, Stoffe aller Art aufzuschütten oder einzubringen oder die Bodengestalt einschließlich der Wasserläufe, Wasserflächen und Moorbildungen auf andere Weise zu verändern,
d) Laub- und Mischwaldbestände, Feldgehölze, Baumgruppen, Einzelbäume und Gebüsche, insbesondere Erlen- und Birkenbruchwald, kahlzuschlagen, zu roden oder auf andere Weise zu beeinträchtigen,
f) die Pflanzendecke abzubrennen und auf nicht ordnungsgemäß land- oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen Biozide aller Art auszubringen,
h) Tiere einzubringen oder auf nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen in das Gebiet hineinzulassen,
p) die Wege zu verlassen und Hunde frei laufen zu lassen,
t) Müll, Schutt, Schrott, Abraum oder sonstige Abfälle wegzuwerfen oder das Gebiet auf andere Weise zu verunreinigen.
3) Die Grundeigentümer und Nutzungsberechtigten haben ihnen bekannt werdende Schäden und Beeinträchtigungen des Naturschutzgebietes unverzüglich dem Regierungspräsidenten in Lüneburg oder dem Landkreis Soltau-Fallingbostel zu melden. Sie haben die vom Regierungspräsidenten in Lüneburg angeordneten Schutz-, Erhaltungs- und Pflegemaßnahmen sowie Maßnahmen zur Beseitigung von Schäden oder Verunstaltungen zu dulden.
a) die landwirtschaftliche Nutzung im Rahmen eines landwirtschaftlichen Betriebes auf den vorhandenen Acker- und Grünlandflächen außerhalb des Kerngebietes einschließlich Wechsel von Acker zu Grünland und umgekehrt,
b) die ordnungsgemäße Bewirtschaftung der forstlich genutzten Nadelholzbestände außerhalb des Kerngebietes,
c) die einzelstammweise Nutzung von sonstigen Baum- und Gehölzbeständen außerhalb des Kerngebietes,
d) die ordnungsgemäße mechanische Unterhaltung von Gewässern; Grundräumungen sind der höheren Naturschutzbehörde 6 Wochen vor Durchführung anzuzeigen,
e) die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd,
f) das Betreten und Befahren des Gebietes durch die Eigentümer und Nutzungsberechtigten.
Wer entgegen dem Verbot nach § 3 Handlungen vornimmt, hat die hierdurch eingetretenen Veränderungen oder Beeinträchtigungen i. S. des § 3 Abs. 1 auf Verlangen und nach Angaben des Regierungspräsidenten in Lüneburg auf seine Kosten zu beseitigen oder auszugleichen.
(1) Wer vorsätzlich entgegen dem Verbot des § 16 Abs. 2 Reichsnaturschutzgesetz (RNG) ohne die erforderliche Genehmigung Veränderungen im Naturschutzgebiet vornimmt, wird gem. § 21 Nr. 1 RNG mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft, soweit nicht eine schärfere Strafbestimmung anzuwenden ist. Die fahrlässige Zuwiderhandlung wird gem. § 21 a Abs. 1 RNG als Ordnungswidrigkeit geahndet.
Gemäß § 21 a Abs. 1 RNG handelt ferner ordnungswidrig, wer vorsätzlich oder fahrlässig den in § 3 Abs. 2 Buchst. a) bis t) dieser Verordnung genannten Verboten zuwiderhandelt. Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu 10.000,00 DM geahndet werden.
Lüneburg, den 08. September 1977 – 109-222 21/5/SOL
Der Regierungspräsident in Lüneburg