Source: https://issuu.com/kv_nordrhein/docs/kvno_aktuell052013
Timestamp: 2016-12-06 05:53:06
Document Index: 129480543

Matched Legal Cases: ['§ 116', '§\n116', '§ 116', '§ 7', '§ 5', '§ 101']

KVNO aktuell 5 | 2013 by KV Nordrhein - issuu
KVNO ■ 5 | 2013
Ambulant/stationär | KVNO
bietet Hilfen zur Überleitung
Gesundheitskongress | Ohne
PKV fehlen vier Milliarden Euro
Ein- und Überweisung | Was
Kliniken von Praxen fordern dürfen
Dialyse | Betreuung extrabudgetär –
Pauschalen für Sachkosten sinken
© Robert Kneschke | Jürgen Fälchle | corbisrffancy | Fotolia.com
18	Hörgeräte: Elektronische
18	Tonsillotomie-Verträge
2	Überleitungsmanagement:
18	TK: Bessere Vergütung
der U10, U11 und J2
19	Infektionsschutzgesetz:
24	Gesundheitskongress:
Plädoyer für höhere „Ergebnisqualität“
6	Onlineabrechnung:
19	Krankenscheine für
KVNO richtet
Internetcafés ein
19	Röteln: Elf-Tage-
8	Imagekampagne:
Regelung gestrichen
Ärzte zur besten
10	Zeit gewinnen
erhält Kontur
16	Standpunkt:
17	J1: Landkreis
Mettmann ist spitze
17	Impfprogramm des
20	Frühe Nutzenbewertung:
Antidiabetika und orale
21	Heparine zum Bridging –
KVNO aktuell 5 | 2013
32	Tipps für die
38	Berichtspflicht
22	ASS und ADHS: Arzneimittelrichtlinie geändert
23	Ausgaben für Arzneimittel
im 1. Quartal gesunken
18	Anpassung
30	So funktioniert die
22	Quartalspackungen
34	Pädiater kodieren
14	Ein- oder Überweisung –
28	CIRS-NRW startet
Was dürfen Kliniken
19	Unfallversicherung:
12	ASV: Der dritte Sektor
26	Bernhard Brautmeier:
39	Zehn Jahre KOSA aktuell
39	Neues QEP-Manual
39	Neuropsychologische
40 Dr. Andreas Gassen:
Doppelt „spitze“
23	Neue Ausgaben des VIN:
40	Der Preis für die
die ärztliche Versorgung der Menschen in
Deutschland ist im internationalen Vergleich
nach wie vor vorbildlich. Wir alle wissen aus
unserer täglichen Erfahrung, dass es trotzdem
Raum für Verbesserungen gibt – etwa beim
Übergang zwischen ambulanter und stationärer Versorgung. Ökonomen und Patientenvertreter monieren die Kluft zwischen den Sektoren seit langem.
In erster Linie sind es die Kolleginnen und
Kollegen in den Praxen, aber auch in den Kliniken, die unter den Unzulänglichkeiten an
den Nahtstellen leiden: Man denke nur an
die Verlagerung der vor- und nachstationären Versorgung in die Praxen – oder an den
Mehraufwand, den der mangelhafte Informationsaustausch erzeugt.
Wir haben einen großen Schritt getan, um
die Zusammenarbeit zu verbessern – mit der
Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, den Kostenträgern und der Politik. Wir
sind dabei, ein Überleitungsmanagement zu
etablieren, das diesen Namen verdient – inklusive einer technischen Lösung, die wir bei
Veranstaltungen im Haus der Ärzteschaft
und auf dem Gesundheitskongress des Westens gemeinsam mit den Partnern vorgeführt
haben. Details dazu finden Sie in dieser Ausgabe.
Auf regionaler Ebene gibt es ihn also, den
sachorientierten, vernünftigen Umgang miteinander. Umso bedauerlicher ist es, mit
welcher Einfalt, aber auch Dreistigkeit, der
GKV-Spitzenverband die Abteilung Attacke
mimt – losgelöst von aller Realität. Das Hinweisformular auf der Webseite des Verbandes,
das anonyme Hinweise auf Fehlverhalten im
Gesundheitswesen – gemeint sind natürlich
Ärzte – mit einer kriminalisierenden Wort­wahl kombiniert, ist nur noch peinlich.
Es zeigt aber auch, dass wir mit der Imagekampagne für den Arztberuf, die am 26. April
bundesweit gestartet ist, das richtige Instrument zur richtigen Zeit gewählt haben. Es
hat wenig Sinn, immer nur reflexartig auf Zumutungen der Kostenträger zu reagieren. Wir
müssen selbst Flagge zeigen, selbst agieren
und selbstbewusst darauf verweisen, welche
Leistung die Niedergelassenen Tag für Tag erbringen – auch über die Öffnungszeiten der
Praxen hinaus.
Die Klage über eine schlechte oder gänzlich fehlende Abstimmung an der Nahtstelle zwischen
ambulanter und stationärer Versorgung ist so alt wie die Trennung dieser beiden Sektoren
selbst. Bis heute fehlt es an Konzepten, die für eine flächendeckende Umsetzung geeignet sind.
In einer Fachveranstaltung der KVNO diskutierten Experten und Praktiker über die künftige
Kommunikation zwischen Klinik und Arztpraxis, die digital, schnell und einfach sein wird. Bis
es flächendeckend soweit ist, kommt bei einem Modellprojekt im Bergischen Land ein PapierFormular zum Einsatz, das allen Beteiligten die Arbeit erleichtert.
Klinik und Praxis eine große Bau­s telle
„Wenn eine Schraube versandt wird, enthält die Sendung Warenbegleitpapiere, in denen alle wesentlichen Informationen über die
Schraube enthalten sind. Dagegen bewegen
sich unsere Patienten in der Regel ohne eine
begleitende Dokumentation durch das Versorgungssystem.“ Mit diesem Bild beschrieb
KVNO-Vorstandschef Dr. Peter Potthoff in seinem Eröffnungsstatement einprägsam die Ausgangslage. Trotz ungezählter Modellprojekte
und Integrationsverträge im ganzen Bundesgebiet, so Potthoff weiter, sei der Informations-
Auch NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens konstatierte im Düssel­
dor fer Haus der
Är zteschaf t, dass
der Informationsaus­
tausch zwischen ambulanter und stationärer Ver sorgung
zeitgemäß sei. Daher,
so Steffens, habe sie
das Überleitungsmanagement auf die Tagesordnung des Landesgremiums nach Paragraph 90a SGB V gesetzt. Seit vergangenem
Jahr sind dort die Spitzen von Landespolitik,
Krankenkassen, Vertragsärzten sowie Patientenvertreter versammelt, um die sektorenübergreifende Versorgung voranzubringen.
Erfreut äußerte sich Steffens über den Konsens,
den das Gremium darüber erzielt hat, welche
Inhalte und Merkmale eine strukturierte Information zwischen Arztpraxis und Klinik mindestens enthalten müsse. >> weiter auf Seite 4
Ärztlicher Kurzbericht
[ Praxisstempel ]
Einweisungsdiagnose (ICD-10):
Nebendiagnose(n) (ICD-10):
£ ja
£ nein
Marcumar-Pass aktualisiert und Patient mitgegeben
Einweisungsmedikation
(Name/Wirkstoff)
Mitgebene Befunde
Art/verordnet/zu verordnen
Art/verordnet/zu verordnen/zur Überbrückung verliehen
Information zur aktuellen Versorgung
Pﬂegestufe
häusliche Krankenpﬂege verordnet bis
Patientenverfügung £
stationäre Pﬂegeeinrichtung £
Instrumente in den Alltag integrieren
Jochen Brink, Präsident der Krankenhausgesellschaft des Landes, und Günter van Aalst,
Chef der NRW-Landesvertretung der Techniker ­Krankenkasse, äußerten übereinstimmend
die Überzeugung, dass man bei der Verständigung über die Inhalte von Überleitungsdokumenten nicht stehen bleiben dürfe. Nun müsse es darum gehen, diese Instrumente ohne
zusätzliche Bürokratie in die Routine-Abläufe
der Praxen und Kliniken zu integrieren – und
damit auch in deren IT-Systeme.
Die in der Modellregion
zu Testzwecken verwen­dete Vorlage für den
Kurzbericht steht auch
Gesundheitsministerin NRW
»Wir brauchen eine klare Verbesse-
rung der Kommunikation in der Breite. Das Projekt der Kassenärztlichen
Vereinigung Nordrhein, Kranken­
hausgesellschaft und Kassen, dessen
technische Basis von den Beteiligten selbst entwickelt worden ist, soll
einen klaren Nutzen für die Patientinnen und Patienten bringen - und
könnte damit beispielgebend sein. Dr. Peter Potthoff,
»Wir brauchen im Sinne der Ärzte
und der Patienten eine bessere Ver-
Wie anachronistisch nach wie vor Informationen oftmals übermittelt werden, verdeutlichte
Matthias Meierhofer vom Vorstand des Bundesverbands Gesundheits-IT am Beispiel des
Arztbriefs: Zwar dokumentierten über 83 Prozent der Hausärzte und 72 Prozent der Fachärzte in ihrer Praxis bereits vollständig digital.
Aber nur fünf Prozent der Arztbriefe würden
per E-Mail versandt, der große Rest hingegen
per Post oder Fax, mit der Konsequenz, dass
diese Daten beim Empfänger nicht digital verfügbar seien.
Dabei, so Meierhofer, sei die Technik für den
elektronischen Arztbrief – auch sektorenübergreifend – längst vorhanden. Gehemmt werde
der Fortschritt durch ungünstige Rahmenbedingungen, allen voran eine fehlende Telematik-Infrastruktur. In der Folge seien „von unten“ viele Insellösungen entstanden, jedoch
ohne einheitliche und verbindliche „Spezifikationen“. Diese seien aber die Voraussetzung
für eine flächendeckende Anwendung – und
damit letztlich für lohnende Geschäftsmodelle der Industrie.
netzung an den Schnittstellen zwischen den Sektoren. Das neue Überleitungsmanagement ist eine praxis­
taugliche, intelligente Lösung. 4
Dr. André Schumacher, Düsseldorfer Hausarzt und Vorsitzender seiner Kreisstelle, verwies auf die Erfahrungen, die in der Landeshauptstadt mit strukturierten Dokumenten
und Verfahren gemacht wurden. Sein Fazit:
Der Nutzen wächst mit der Bereitschaft möglichst vieler Akteure, diese Instrumente einzusetzen. Ein pragmatisch konzipiertes Überlei-
tungsmanagement bedeutet am Ende weniger
Bürokratie. Und schließlich: Das Ziel der nun
vom Land forcierten Entwicklung müsse letztlich ein gänzlich papierloses Verfahren sein.
In einer Doppelrolle als Hausarzt und Klinikarzt
stand Schumacher im Mittelpunkt einer Spielszene, die vom Plenum aufmerksam verfolgt
wurde: Am Beispiel einer fiktiven GallensteinDiagnose wurde der Weg eines Patienten vom
Hausarzt in die Klinik, dort von der Aufnahme
zur OP und schließlich vom Stationsarzt wieder zurück zum Hausarzt beschrieben. In allen
Behandlungsepisoden wurden die erhobenen
Befund- und Behandlungsdaten dem jeweils
nächstbehandelnden Arzt übermittelt: vollständig digital, dabei auf sicherem Weg mit qualifizierter Signatur und vor allem schnell und
mit einfacher Handhabung aus der Praxisverwaltung in das Kliniksystem – und umgekehrt.
Gilbert Mohr, Leiter der KVNO-Fachabteilung
„IT in der Arztpraxis“, führte mit fachlichen
Erläuterungen durch die Szene und verwies
auf den engen Zusammenhang des Überleitungsmanagements mit weiteren eHealthProjekten in Nordrhein. Dazu gehört etwa der
jüngst in Düren vorgestellte und erfolgreich
getestete elektronische Arztbrief.
Einhellig teilten die Diskutanten auf dem Podium die Meinung, dass sich die Zukunft digitaler Informationstechnologien an ihrem unmittelbaren Nutzen im Alltag entscheide. Dr.
Eleftheria Lehmann, Patientenbeauftragte des
Landes NRW, erinnerte daran, die Perspektive der Patienten nicht zu vernachlässigen.
Technologien, die in erster Linie dazu dienten,
den Behandlungstakt in Praxen und Kliniken
weiter zu beschleunigen, würden von Patienten als Bedrohung und als Verlust ihrer Autonomie wahrgenommen. Sobald hingegen der
Patientennutzen konkret erfahrbar sei, müsse
man sich um die Akzeptanz einer modernen
Informationstechnik – selbst unter betagten
Patienten – nicht sorgen. n Johannes Reimann
Dr. André Schumacher, Hausarzt in Düsseldorf
und KVNO-Kreisstellenvorsitzender
»Die neu erarbeiteten, in Papierform
schon existierenden und künftig elek-
tronisch übermittelbaren Begleitformulare verbessern den Informationsfluss zwischen allen Beteiligten
enorm. Das nutzt vor allem dem Patienten, aber auch den Ärzten, die einen besseren Überblick erhalten und
einen geringeren Aufwand treiben
müssen. Matthias Blum, Geschäftsführer der
»Wir müssen die chinesische Mauer,
die sich zwischen den Sektoren gebildet hat, einreißen und aus Insellösungen eine flächendeckend funktionierende Schnittstelle schaffen. Wichtig
ist auch, dass die Ärzte den Mehrwert
eines reibungslosen Informationsaustausches erkennen, der auch den
Patientinnen und Patienten zugute-
kommt. Günter van Aalst, Leiter der Landes	vertretung NRW der Techniker Krankenkasse
»Mit Hilfe des standardisierten Ein-
weisungs- und Entlassmanagements
werden die Patienten künftig stärker auf dem Weg von der Arztpraxis
ins Krankenhaus und zurück unterstützt. Daraus wird eine bessere Versorgungsqualität für die Patienten
resultieren. Das NRW-Projekt nimmt
damit eine Vorreiterrolle ein. Schwerpunkt
Onlineabrechnung – jetzt rasch umsteigen
KVNO richtet Internetcafés ein
Ab dem 3. Quartal 2013 müssen alle online abrechnen. Noch reichen etwa 7.000 Praxen in
Nordrhein ihre Abrechnung auf CD oder DVD ein. Für sie bedeutet die Pflicht zur Onlineabrechnung: höchste Zeit, umzusteigen.
Der Umstieg lohnt sich. Wer zum Beispiel den
eToken zur Abrechnung nutzt, der zahlt den
reduzierten Verwaltungskostenbeitrag von 2,5
Prozent. Außerdem steht per Testabrechnung
das amtliche Regelwerk Tag und Nacht für
praxisindividuelle Prüfungen zur Verfügung.
eA-light: PIN-Eingabe
nun noch sicherer
Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
verbessert die Onlineabrechnung mit Hilfe
des eArztausweis light (eA-light), den die
Ärztekammer Nordrhein herausgibt. Mit
der Onlineabrechnung für das nächste
Quartal ist die Eingabe der PIN nur noch
über die Tastatur des Kartenlesegerätes
möglich – und somit noch benutzerfreundlicher. Angenehmer Nebeneffekt: Die Eingabe über das Lesegerät ist sicherer als das
Ein­tippen in die PC-Tastatur.
Die K V Nordrhein
hilft Praxen bei der
U m s t e ll u n g . M i t
d e m eTo ke n u n d
dem K VNO-Portal
führt zum Beispiel
ein einfacher, unbürokratischer und
preiswerter Weg zur
Onlineabrechnung.
Erstmalig richtet die
KV Nordrhein in ihren Bezirksstellen in
parallel zur Abrechnungsabgabe Internetcafés
ein, also vom 1. bis 8. Juli. Den Ärzten und Psychotherapeuten, die ihre Zugangsdaten für das
KVNO-Portal und einen eToken mitbringen, helfen Beschäftige der KV Nordrhein beim Hoch­
laden und Absenden ihrer Abrechnungs­daten
– die müssen sie natürlich auch dabei haben.
Auch wer einen eArztausweis light dabei hat
und seine zugehörige PIN, kann sich in den
Internetcafés zeigen lassen, wie die Online­
abrechnung funktioniert.
Die Internetcafés richtet die Kassenärztliche
Vereinigung Nordrhein nochmal für die Onlineabrechnung des 3. Quartals ein, das heißt vom
1. bis 9. Oktober. Während dieser Tage sind in
den Bezirksstellen in Köln und Düsseldorf drei
Rechner aufgestellt, an denen Mitglieder ihre
Onlineabrechnung durchführen können – unterstützt von Experten der KV Nordrhein. n NAU
Alle Infos zur Onlineabrechnung finden Sie unter
onlineabrechnung.kvno.de
Extraservice rund um die Onlineabrechnung
Portalhotline
Die Internetcafés richtet die KV Nordrhein in Köln und
Düsseldorf vom 1. bis 8. Juli und 1. bis 9. Oktober ein.
In den Zeiten, in denen die Abrechnung im KVNOPortal hochgeladen werden kann, erweitert die KV
Nordrhein die Erreichbarkeit des Communication Center.
Vom 20. Juni bis 12. Juli zum Beispiel ist das Communication Center zu folgenden Zeiten erreichbar:
Beschäftigte der KV Nordrhein helfen Ihnen beim Hochladen und Übertragen Ihrer Abrechnungsdaten in das
KVNO-Portal. Die Cafés sind besetzt
Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag	12 - 15 Uhr
Mittwoch	13 - 18 Uhr
Montag bis Donnerstag	Freitag	Samstag	8 – 20 Uhr
abrechnen –
Pflicht ab III/2013
Die Informationsveranstaltung mit individueller Beratung wird von 10 bis 14 Uhr angeboten.
Der einstündige Informationsvortrag findet um 10 und um 12 Uhr statt.
Experten der KV Nordrhein beantworten Ihre Fragen rund um die Onlineabrechnung und das
KVNO-Portal. Ärzte aus Nordrhein können den eArztausweis light vor Ort bei der Ärztekammer
(mit einem gültigen Personal­ausweis bzw. Reisepass) beantragen und erhalten.
Den eToken können Sie vor Ort bestellen. Mitglieder, die bereits im KVNO-Portal registriert sind, benötigen
für die eToken-Bestellung ihre Zugangsdaten. Wer noch keinen Zugang hat, kann sich vor Ort registrieren.
Hotline	++ bitte abtrennen
Competence Center IT in der Arztpraxis	Communication Center
E-Mail: onlineabrechnung@kvno.de oder Telefax: 0211 5970 9544	8. Juni 2013	Düsseldorf | Haus der Ärzteschaft | Tersteegenstraße 9	Anzahl Teilnehmer/innen: ■ 10 Uhr	■ 12 Uhr
Name/Praxisstempel:
Imagekampagne für Niedergelassene
Ärzte zur besten Sendezeit
Die niedergelassenen Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeuten in Deutschland haben ihre
Sprechzeiten erweitert: Seit dem 26. April äußern sie sich im Fernsehen, im Internet und auf
großflächigen Plakaten in etwa 220 Städten über ihre Arbeit. „Wir arbeiten für Ihr Leben gern“
heißt das Motto der bundesweiten Kampagne, die selbstbewusst auf Leistung und Bedeutung
der Ärzte und Therapeuten aufmerksam macht – und das mitunter schiefe Bild des Arztberufs
in der Öffentlichkeit nachhaltig verbessern soll.
Mehr als 40 Ärztinnen
und Ärzte verschiedenster Fachgruppen
haben der Kampagne Gesicht und Stimme verliehen. Alle Praxen erhalten ein Starterpaket mit Material
zum Auslegen und Aufhängen.
Am 25. April war die Auftaktpressekonferenz
für die Medien in Berlin, am 26. April lief vor
der Tagesschau in der ARD um kurz vor 20 Uhr
der erste Fernsehspot – die große bundes­
weite Imagekampagne der Kassenärztlichen
Bundesvereinigung (KBV) und der regionalen
KVen läuft jetzt richtig an. Bis zum 11. Mai
waren zehn Sendeplätze gebucht. Jetzt starten
die Plakatkampagne und das Onlineangebot
inklusive der neuen Kampagnenwebseite
www.ihre-aerzte.de. Die Praxen haben ein Infop­a ket mit acht Broschüren, einem Plakat
fürs Wartezimmer und Logo-Aufklebern
erhalten. Und das ist nur der Auftakt der Kam­pagne. Im Herbst wird sogar ein Spot im Kino
laufen. Fünf Jahre lang soll geworben wer­den, sollen Deutschlands Ärzte auf allen
Medienkanälen ihr wahres Gesicht und im
übertragenen Sinne auch Flagge zeigen.
Unter dem Motto „Wir arbeiten für Ihr Leben
gern“ sollen die Licht- und Schattenseiten
des beruflichen Alltags zur Sprache kommen.
Trotz des werblichen Charakters der Kam ­
pagne geht es nicht darum, sich selbstherrlich auf die Schulter zu klopfen. Die öffent­
liche Wahrnehmung soll verändert und das
von interessierter Seite lancierte Bild eines
arroganten, ausschließlich an seinen Einkünften orientierten Berufsstands korrigiert werden. Auch wenn sich viele Patienten davon
wenig beeinflussen lassen und das Vertrauensverhältnis zwischen Patienten und Ärzten nach wie vor ein hohes Gut darstellt: Die
Kampagne soll sicherstellen, dass die Öffentlichkeit den Wert der Arbeit von über 150.000
Ärzten in unserem Land nicht nur für die Gesundheit, sondern auch für Wirtschaft und
Gesellschaft erkennt. Sie wurde durch mehre-
re Beschlüsse der Vertretersammlung der KBV
auf den Weg gebracht und wirkt als Sprachrohr und Verstärker für ärztliche Belange und
Die Kampagne ist zudem längst Gegenstand
munterer Debatten. So mancher runzelt die
Stirn, wenn er das Gesamtpaket betrachtet,
für das etwa 15 Millionen Euro investiert werden. Eine enorme Summe, die sich freilich relativiert, wenn man die Dauer der Kampagne,
die Kosten für reichweitenstarke Spots, insbesondere in ARD und ZDF, und natürlich die
professionelle Gestaltung betrachtet. „Immer wieder werden die KVen aufgefordert,
sich medial vor die Ärzte zu stellen und für
den Arztberuf zu werben – das ist mit dieser Kampagne, die natürlich mit PR-Maßnahmen und journalistischen Impulsen ergänzt
werden muss, der Fall“, sagt Dr. med. Peter
Potthoff, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. „Natürlich kann man darüber streiten,
ob und wie für unseren Beruf geworben werden muss. Klar ist aber: Wir können mit dieser
Kampagne viele Menschen und Akteure, auch
in Medien und Politik, erreichen, die wir mit
klassischer Pressearbeit – oder Protestaktionen – nicht erreichen können. Die Kampagne,
die bewusst kein Statement zum Bundestagswahlkampf ist, soll das Image der Ärzte nachhaltig positiv beeinflussen – und damit natürlich auch den Nachwuchs ansprechen, den wir
für die Niederlassung gewinnen wollen.“
Ärzte und Therapeuten zeigen Profil
Zum geeigneten Zeitpunkt stehe eine Überprüfung der Mittel und Wege der Kampagne
an – „jetzt warten wir aber erst einmal den
Start und die Reaktionen in der Öffentlichkeit
ab“, so Potthoff. Überraschen wird die Kampagne durch die Machart in jedem Fall: So offensiv haben Ärzte bisher nicht für ihren Berufsstand geworben. Für das Konzept zeichnet
die Kommunikationsagentur „ressourcenmangel“ mit verantwortlich, die der Kampagne bis
2017 jedes Jahr einen neuen „Dreh“ verschaffen soll. Zum Start soll zunächst der Claim
„Wir arbeiten für Ihr Leben gern“ allein wirken, später kommen weitere Botschaften hinzu – erst einmal geht es darum, größtmögliche Aufmerksamkeit zu erzielen und dabei authentisch zu wirken.
Eine wichtige Rolle spielen in diesem Zusammenhang die Ärzte, die gezeigt werden – keine
idealisierten, lächelnden Models, sondern normale niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Etwa 70 Ärzte und Therapeuten standen im Vorfeld vor der Kamera. Weitere werden gesucht:
Anmeldungen zu einem Shooting am 5. Juni
dieses Jahres am „Tag der Niedergelassenen“
in Berlin können über kontakt@ihre-aerzte.de
erfolgen. An diese E-Mail-Adresse können auch
Anregungen, Wünsche und Fragen gerichtet
werden. Zusätzliches Material kann über die
Kampagnenwebseite www.ihre-aerzte.de angefordert werden.
Hilfsmittelverordnungen zum Gebrauch
Zeit gewinnen ohne Zeitangabe
Sie kommen so unscheinbar daher, die kleinen Modifikationen in den großen Paragrafenwerken.
Doch mitunter haben sie gewaltige Auswirkungen auf den Arbeitsalltag in den Praxen. Der jüngste
Fall in der Geschichte der Vertragsarzt-Bürokratie: die Verordnung von Hilfsmitteln zum Gebrauch.
Es ging um Hilfsmittel aus sieben Produkt­
gruppen, um Pen-Nadeln, Windeln und Blutlanzetten zum Beispiel, Hilfsmittel, die zum
Gebrauch beim Patienten bestimmt waren.
Deren Abrechnung regelt „die technische Anlage für die maschinelle Abrechnung (elektronische Datenvermittlung).“ Der Titel lädt nicht
gerade zum Lesen ein. Zum Glück gehört zumindest diese Anlage nicht zur Pflichtlek­
türe der Vertragsärzteschaft, da sie primär
das Verhältnis zwischen Apotheken und den
Daten­annahmestellen der Kassen regelt.
Aber eben nur primär. Seit Anfang April traten die ersten Apotheken mit der Bitte an die
Praxen heran, bei den genannten Hilfsmitteln
Versorgungszeiträume auf den Verordnungen
anzugeben. Genau dies nämlich sollte nun auf
den Hilfsmittelrezepten stehen – zumindest
auf denen der sieben genannten Produktgruppen.
Noch komplizierter wurde die Angelegenheit
dadurch, dass ein Teil der Kassen, darunter
zum Beispiel die Barmer GEK und einige Betriebskrankenkassen, auf der Basis der Richtlinie abrechnet, ein anderer Teil nicht. Ganz
zu schweigen von unterschiedlichen Anforde-
rungen, was die Mengenangaben betrifft. Für
die Praxen hätte dies bedeutet: Konfusion pur.
Die KV Nordrhein reagierte sofort. Am 21.
März machte der Vorstandsvorsitzende Dr.
Peter Potthoff die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) auf das aufsteigende Problem aufmerksam. „Die Änderungen haben bereits – sicherlich nicht nur im Bereich der KV
Nordrhein – zu einem erheblichen bürokratischen Mehraufwand geführt.“ Die KV Nordrhein hatte zuvor die Rechtslage geprüft und
wies die KBV darauf hin, dass es bei den Bestimmungen hinsichtlich der Rezepte keine
Änderung gegeben habe. „Dort ist der Versorgungszeitraum in Übereinstimmung mit den
weiterhin geltenden vertragsärztlichen Vorgaben (zum Beispiel Vordruckvereinbarung,
Hilfsmittelrichtlinie) nicht genannt.“ Damit
war der Ausweg aus dem Dilemma geebnet.
Am 18. April stellte die KBV klar: „Der Versorgungszeitraum auf den Verordnungen für
Hilfsmittel zum Verbrauch ist nicht vom Vertragsarzt einzutragen.“ Ein Erfolg, der eine
weitere bürokratische Belastung der Praxen
verhindert. Der GKV-Spitzenverband hat diese Position inzwischen bestätigt.
Nun haben leider die Apotheken den Schwarzen Peter. Sie müssen jetzt den Zeitraum eintragen, der sich ja aus der verordneten Menge ergibt. Inzwischen interveniert aber der
Deutsche Apothekerverband gegen den bürokratischen Mehraufwand. Die KV Nordrhein
wünscht viel Erfolg!
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Der dritte Sektor erhält Kontur
Seit Ende März liegt sie vor: die Richtlinie für die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV). In diesem Sektor
sollen Patienten mit seltenen Krankheiten oder schweren Verläufen von Ärzten aus dem ambulanten und stationären
Bereich interdisziplinär versorgt werden. Die Onkologie scheint dabei als Blaupause für den neuen Sektor zu dienen.
In diesem Bereich sei der Gemeinsame Bundesausschuss
(G-BA) am weitesten fortgeschritten, sagt Dr. Regina Klakow-Franck, die unparteiische Vorsitzende des eigens für
die ASV geschaffenen Unterausschusses. Das bestätigt
auch die erste Fassung der Richtlinie, die der G-BA im
März beschlossen hat.
In Zukunft sollen die Leistungen nach einer diagnosebezogenen Gebührenordnung in festen Euro-Beträgen bezahlt
werden. Doch diese müssen der GKV-Spitzenverband, die
Deutsche Krankenhausgesellschaft und die Kassenärztliche Bundesvereinigung noch aushandeln – und eine gesetzliche Frist, bis zu der die ASV-Gebührenordnung stehen muss, gibt es nicht.
Onkologische Erkrankungen im Fokus
Demnach stehen bei den schweren Verlaufsformen vordringlich gastrointestinale Tumoren, Tumoren der Bauchhöhle
und gynäkologische Tumoren im Blickpunkt des G-BA. Dazu
kommen rheumatologische Erkrankungen und Herzinsuffizienz. Bei seltenen Erkrankungen wird die Priorität bei Tuberkulose, Marfan-Syndrom, Pulmonaler Hyptertonie, Mukoviszidose und primär sklerosierender Cholangitis liegen.
Die vom G-BA beschlossene Richtlinie legt bislang lediglich allgemeine Regelungen zur Struktur der interdisziplinären Teams und zu den personellen Anforderungen an die
teilnehmenden Ärzte fest. Zudem hat der G-BA die sogenannten sächlichen und organisatorischen Voraussetzungen definiert, die erfüllt sein müssen, beispielsweise das
Vorhandensein von Intensivstation und Notfalllabor.
Die ASV soll nach den Worten von Klakow-Franck in Form einer „patientenzentrierten Zentrumsversorgung“ stattfinden,
die auf vernetzten Strukturen im ambulanten und statio­nären Bereich aufbaut. Diese sind unter anderem in der Onkologie längst Usus. Es gebe enge Kooperationen zwischen
niedergelassenen Onkologen und ihren Kollegen in den Krankenhäusern, weiß der Vorsitzende des Berufsverbandes Niedergelassener Hämatologen und Onkologen (BNHO), Dr. Stephan Schmitz. 90 Prozent der niedergelassenen Onkologen
nähmen zum Beispiel an interdisziplinären Tumorkonferenzen teil. Solche interdisziplinären Teams sieht die ASV vor.
Weitere Regelungen betreffen den Behandlungsumfang
einschließlich der Definition schwerer Verlaufsformen, die
Qualitätssicherung, die Überweisungserfordernisse sowie
die Information der Patienten. „Die ambulante spezialfach-
Interessant könnte der neue Versorgungssektor wegen
der Bezahlung werden. Den niedergelassenen abrechnenden Ärzten obliegt die Entscheidung, ob sie direkt mit den
Krankenkassen abrechnen oder über die Kassenärztliche
Vereinigung. In beiden Fällen dienen zunächst der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) und der regionale Punktwert als Grundlage. Es gibt allerdings keine Budgetierung,
das Morbiditätsrisiko liegt bei den Kassen.
Stichwort: ASV
Die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV) ist
mit dem Versorgungsstrukturgesetz Anfang 2012 geboren – zumindest als grobe gesetzliche Vorgabe. Diese
sollte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in Form
einer Richtlinie konkretisieren, die eigentlich am 1. Januar 2013 die Regelungen für die ambulante Behandlung
im Krankenhaus ersetzen sollte, also die Bestimmungen im § 116 des fünften Sozialgesetzbuches (SGB V).
Laut der ASV können Vertragsärzte beziehungsweise medizinische Versorgungszentren und Krankenhäuser künftig besonders schwere Erkrankungen unter grundsätzlich
denselben Anforderungen ambulant behandeln. Im März
hat der G-BA eine erste Fassung beschlossen.
ärztliche Versorgung ist ein neuer, sektorenübergreifender
Versorgungsbereich. Erstmals wurden von Grund auf einheitliche Rahmenbedingungen für Krankenhäuser und Vertragsärzte definiert“, sagt Klakow-Franck. Sie kündigte an,
der G-BA werde auf Basis der beschlossenen allgemeinen
Regelungen schrittweise die diagnose-spezifischen Anlagen überarbeiten „und so die neue Richtlinie so bald wie
möglich mit Leben erfüllen.“ 
„Die Onkologie ist nur der Anfang“
Über die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV) sprach KVNO aktuell mit PD Dr. Stephan Schmitz, dem
Vorsitzenden des Berufsverbandes der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen (BNHO).
Wann rechnen Sie damit, dass die ersten Ärzte Leistungen der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung erbringen?
Schmitz: Die Richtline tritt erst
in Kraft, wenn neben dem jetzt
verabschiedeten Paragrafenteil eine erste Erkrankung im
Rahmen einer Anlage konkretisiert ist. Damit ist frühestens
im letzten Viertel dieses Jahres
zu rechnen. Erst danach könPD Dr. Stephan Schmitz
nen Anträge zur Teilnahme an
(57) ist niedergelassener
Facharzt für Innere Meder ASV beim erweiterten Landizin, Hämatologie und
desauschuss gestellt werden.
Onkologie und Arzt für
tienten im Rahmen der bisherigen vertragsärztlichen Regeln bleibt also möglich. Auch qualitätssichernde Vereinbarungen zur ambulanten Behandlung krebskranker Patienten bleiben natürlich erhalten.
Palliativmedizin in Köln.
Der vierfache Vater ist
zudem seit 2000 Vorsitzender des BNHO.
Wie werten Sie die ASV?
Schmitz: Der BNHO begrüßt die Einführung des spezialfachärztlichen Sektors und die hohen Anforderungen
an die interdisziplinäre Diagnostik und Therapie. Wir haben seit Jahren die Einrichtung eines dritten Sektors vorgeschlagen und die Entwicklung des Gesetzes begleitet.
Trotzdem hängt die letztendliche Bewertung von der Umsetzung der Richtlinie vor Ort ab. Wenn die ASV Kooperationen zwischen Krankenhäusern und Vertragsärzten
fördert, wird sie ein Erfolg. Wenn sie den Wettbewerb
zwischen Krankenhäusern und Vertragsärzten weiter anheizt, wird sie die Versorgung nicht verbessern.
Welchen Anteil wird die ASV an der gesamten onkologischen Versorgung haben?
Schmitz: Zunächst einmal einen eher kleinen Anteil. Der
weitere Verlauf wird von den Konkretisierungen der Erkrankungen in den Anlagen, aber auch von der Honorierung abhängen. Wichtig ist, dass die ASV ein Zusatzangebot ist, welches den normalen vertragsärztlichen
Bereich nicht ersetzt. Die Behandlung onkologischer Pa-
Ist die ASV nicht auch ein Risiko für niedergelassene
Ärzte, weil Kliniken ihre Tätigkeit in den ambulanten
Bereich ausweiten könnten?
Schmitz: Es gibt einige Regelungen in der Richtlinie, die
wir durchaus kritisch sehen. So dürfen Krankenhäuser
zum Beispiel über die in der ASV vorgesehenen Erkrankungen hinaus auch fachärztliche Leistungen erbringen,
wenn diese in einem unmittelbaren Zusammenhang zur §
116b-Erkrankung stehen. Dies ist kaum kontrollierbar und
erweitert die Möglichkeiten für die Kliniken. Aber: Kliniken
können mit oder ohne den neuen § 116b ihre Tätigkeiten
massiv in den ambulanten Bereich ausdehnen. Spätestens
seit dem Gesundheitssystemmodernisierungsgesetz 2004
ist das Monopol der ambulanten Versorgung für Vertragsärzte gefallen. 
n das Gespräch führte Frank Naundorf.
In welchen Indikationsgebieten
wird die ASV die größte Rolle spielen?
Schmitz: Man wird mit Erkrankungen aus der Onkologie beginnen. Darüber hinaus werden die Rheumatologie
und wahrscheinlich neben den seltenen Erkrankungen die
Gastroenterologie/Hepatologie eine größere Rolle spielen. Wann und wie HIV-Erkrankungen einbezogen werden, kann ich zurzeit nicht abschätzen.
Untersuchungen, Verordnungen,
Ein- oder Überweisungen –
Was dürfen Kliniken fordern?
Sie haben einen Patienten ins Krankenhaus eingewiesen oder überwiesen und alles Erforderliche
veranlasst. Doch plötzlich erscheint der Patient wieder in der Praxis, weil das Krankenhaus
weitere Untersuchungen oder Einweisungs- oder Überweisungsscheine haben möchte. Was tun?
Grundsätzlich gilt: Ein Krankenhaus ist für die
stationäre Versorgung zuständig; die stationäre Versorgung kann nur durch Krankenhäuser erfolgen. Doch Kliniken sind auch teilstationär, vor- und nachstationär tätig. Und ihnen
stehen weitere Behandlungsmöglichkeiten im
ambulanten Bereich offen.
Sind die Behandlungsmöglichkeiten im am­
bulanten Versorgungsbereich erschöpft und
Patienteninfo: Einweisung
■ Überweisung
Soll ausnahmsweise eine ambulante Behandlung im
Krankenhaus erfolgen, wird Ihnen Ihr Arzt einen Überweisungsschein ausstellen.
Bei der ambulanten Behandlung im Krankenhaus
kann es sich handeln um
■ eine ambulante Operation, zum Beispiel bei Kniespiegelungen oder kleineren gynäkologischen Eingriffen
■ eine spezielle Leistung bei einem Krankenhausarzt
oder in Ausnahmefall bei einer Institutsambulanz
Voraussetzung für die Behandlung ist, dass für diese Leistung der behandelnde Arzt eine sogenannte
Ermächtigung (Genehmigung) inne hat.
■ eine Überweisung an eine Hochschulambulanz (Poliklinik)
■ in bestimmten Fällen eine ambulante spezialfachärztliche Versorgung. Hier sollen in Zukunft bespielsweise seltene oder komplexe Erkrankungen, die einer
besonders qualifizierten medizinischen Versorgung
bedürfen, behandelt werden.
Es wird nur ein Überweisungsschein benötigt.
Ihre Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
■ Patienteninformation
Telefon 0800 6 22 44 88
E-Mail patienteninfodienst@kvno.de
Flyer Einweisung-Überweisung April.indd 1
Mit dieser Ausgabe
von KVNO aktuell erhalten Sie einen Flyer, der Patienten den
Einweisungen und
Überweisungen erläutert. Wenn Sie weitere Exemplare für Ihre
Praxis möchten, erhalten Sie diese über:
soll der Patient in einem Krankenhaus behandelt werden, kann dort eine ambulante oder
stationäre Behandlung angezeigt sein. Die
Entscheidung hierüber trifft der Vertragsarzt.
Die stationäre Behandlung ist dann erforderlich, wenn die notwendige medizinische Versorgung nur noch mit den besonderen Mitteln des Krankenhauses durchgeführt werden
kann. In jedem Fall gilt: ambulant vor stationär!
Die Erforderlichkeit der Behandlung hat das
Krankenhaus selbst zu prüfen. Auch wenn
eine Einweisung vorliegt, muss das Krankenhaus feststellen, ob das Behandlungsziel nicht
durch eine teilstationäre oder vor- und nachstationäre – oder sogar durch eine ambulante
Behandlung erreicht werden kann.
Das muss die Klinik leisten
Die Krankenhausbehandlung umfasst neben
der ärztlichen Behandlung, der Krankenpflege, Unterkunft und Verpflegung auch die Versorgung mit Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.
Wünsche des Krankenhauses nach diesbezüglichen Verordnungen sind unzulässig. Die Praxen sollten sie ablehnen.
Mit der Krankenhauseinweisung ist ebenfalls
der Weg zur prästationären ambulanten Behandlung im Zeitraum von fünf Tagen vor der
stationären Behandlung eröffnet. Die nieder-
Verträge mit Kliniken
Die Klinik könnte indes die prä- oder poststationäre Behandlung auch durch einen hierzu ausdrücklich beauftragen Vertragsarzt erbringen lassen. Dies wäre nunmehr auch in
der Arztpraxis möglich. Diese Behandlung wäre vom Krankenhaus zu vergüten. Eine Vergütung durch die Kassenärztliche Vereinigung
findet in diesen Fällen nicht statt. Voraussetzung für Leistungserbringung und Vergütung
ist eine Vereinbarung mit dem Krankenhaus.
Achtung: Die mit dem Krankenhaus vereinbarte Vergütung muss angemessen sein, damit
kein Verdacht einer verbotenen Einweisung
gegen Entgelt aufkommen kann. Im Zweifel
können Praxen entsprechende Verträge der
KV Nordrhein zur Begutachtung vorlegen.
Hält das Krankenhaus weitere vorbereitende
Untersuchungen für nötig, können diese im
Rahmen der prästationären Behandlung vom
Krankenhaus vorgenommen werden. Anforderungen weiterer Untersuchungen an den ambulanten Bereich sind abzulehnen.
gelassenen Ärztinnen und Ärzte müssen Patienten dafür ihre Behandlungsunterlagen, Röntgenbilder, Blutbilder usw. zur Verfügung stellen.
Behandlungen im Krankenhaus außerhalb der
gesetzlichen Fristen, von fünf Tagen vor und
14 Tagen nach der stationären Behandlung,
bedürfen einer Überweisung. Diese kann nur
ausgestellt werden, wenn eine Ermächtigung
besteht. Sofern ein Krankenhausarzt, oder in
Ausnahmefällen eine Institutsambulanz, nicht
über eine entsprechende Ermächtigung verfügt,
können durch das Krankenhaus weitere Untersuchungen nicht mehr vorgenommen werden.
Die Entscheidung über eine Überweisung ins
Krankenhaus zu einer ambulanten Behandlung,
wie eine ambulante Operation, treffen Sie nach
medizinischen Gesichtspunkten. Wünsche nach
weiteren Einweisungen sollten Sie ablehnen,
zum Beispiel für eine „Spezialsprechstunde“, für
die keine Ermächtigung besteht. n ina Neuleben
Behandlungen in Krankenhäusern
Bei einer Überweisung ins Krankenhaus sollten niedergelassene Ärztinnen und Ärzte die unterschiedlichen Möglichkeiten abwägen. Für
eine Überweisung kommen in Betracht:
n Ermächtigung eines Krankenhausarztes im Falle einer qualitativen
oder quantitativen Versorgungslücke. Hier besteht ein bestimmter Ermächtigungskatalog, der in der Arzt- und Psychotherapeutensuche der KV Nordrhein im Wortlaut einsehbar ist.
n Ermächtigung einer Institutsambulanz. Diese ist gegenüber einer
Haben Sie die Entscheidung für eine stationäre Einweisung getroffen und dem Patienten
die Einweisung mitgegeben, sollten Forderungen des Krankenhauses nach weiteren Einweisungsscheinen und weiteren Untersuchungen
abgelehnt werden. Dem Krankenhaus stehen
aufgrund der Einweisung alle Möglichkeiten
offen abzuklären, ob eine stationäre Behandlung erforderlich ist; es kann prästationäre Untersuchungen selbst durchführen oder
diese im Rahmen einer Vereinbarung mit Vertragsärzten auf Krankenhauskosten vereinbaren. Gleiches gilt für die poststationäre Behandlung innerhalb von 14 Tagen.
persönlichen Ermächtigung eines Krankenhausarztes nachrangig
und daher selten.
n Ambulante Operationen nach einem festgelegten vereinbarten Ka-
talog. Krankenhäuser sind nicht verpflichtet, diese Operationen
ambulant zu erbringen. Voraussetzung ist, dass das Krankenhaus
die Erbringung bestimmter ambulanter Operationen angemeldet
hat. Ein Überweisungsschein soll ausgestellt werden, ist hier jedoch nicht zwingend erforderlich.
n Behandlung in einer Hochschulambulanz (Poliklinik). Die Ermäch-
tigung der Polikliniken dient der Forschung und Lehre.
n Künftig auch bestimmte Leistungen der spezialfachärztlichen Ver-
sorgung. Einzelheiten hierzu regelt der Gemeinsame Bundesausschuss (siehe Seite 12f.).
Von Dr. med. Frieder Götz Hutterer
Täglich spielen sich unangenehme Szenen in den Vertragsarztpraxen ab. Grund hierfür sind Wünsche und Forderungen
von Patienten nach Überweisungen, Krankenhauseinweisungen oder Leistungsanforderungen durch Krankenhäuser. Das
kostet wertvolle Zeit – die Diskussion beginnt bei den medizinischen Fachangestellten an der Rezeption.
Das Angebot für ein klärendes Gespräch wird meist abgelehnt, da die
Krankenhausbehandlung schon terminiert ist oder gar schon stattgefunden
hat. Der Patient benötigt nur noch den
notwendigen „Abrechnungsschein“.
Wird dieser Wunsch verweigert, führt
das oft zu Ärger und Unverständnis –
und nicht selten zur Beschwerde der
jeweiligen Krankenkasse.
Unverständlich, sollte man meinen,
denn die Krankenhauseinweisung,
genauso wie die gezielte Überweisung für erforderliche Untersuchungen oder Therapien, ist doch sorgfältig
durch den Vertragsarzt selbst durchzuführen oder zu veranlassen. Trotzdem werden wiederholt ohne Zuweisung des niedergelassenen Arztes Untersuchungen im Krankenhaus
durchgeführt: Manchmal aufgrund
eines Patientenwunsches, häufig wegen Unwissenheit des Praxispersonals.
Zudem häufen sich in letzter Zeit die
Informationsveranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger und die Werbebotschaften allerlei stationärer und
ambulanter Einrichtungen. „Gut informiert“ sucht dann der Patient die
Hausarztpraxis auf, um eine Überweisung zu einer „Spezialsprechstunde“
oder einer „Spezialuntersuchung“
Die Einsicht, dass dafür eine Indikation durch den Arzt notwendig ist,
fehlt völlig. Auch kommt es zum Beispiel vor, dass eine Notfallbehandlung
in der Krankenhausambulanz zu auffälligen Laborparametern führt, die
weitere Untersuchungen nach sich
ziehen. Diese werden dann schon terminiert und der Patient verlangt beim
Haus- oder Facharzt nur noch die
notwendige Überweisung oder Krankenhauseinweisung. Hier wird in eklatanter Weise die Kompetenz des Arztes untergraben und die Verantwortung nach den Paragrafen 12 und 60
des Sozialgesetzbuches V umgangen.
Ein weiteres Ärgernis stellt die spätere Einbestellung nach einem stationären Aufenthalt dar. Patienten werden zum Teil schon mit festem Termin
aus dem Krankenhaus entlassen. Diese so einfach in den Praxisalltag zu
integrieren, ist aber nur in seltenen
Fällen und auch nur über eine entsprechende Ermächtigung möglich.
Der Patient jedoch hat dafür kein
Verständnis, denn der Krankenhausarzt hat ja gesagt, er müsse kontrolliert werden.
Den Höhepunkt dieser „Anforderungspraxis“ stellt die Einweisung für
eine geplante ambulante Leistung dar.
In jenen Fällen besteht in der Regel
Dr. Frieder Götz Hutterer
noch nicht einmal eine Ermächtigung;
das betrifft Gastroskopien, Koloskopien, Gefäßuntersuchungen oder radiologische Untersuchungen.
Dass „lange Wartezeiten“ kein Argument sein dürfen, dafür müssen
wir sorgen: Der Aufklärungsflyer der
KVNO zum Thema „Ein-/Überweisung“
ist deshalb seit langem notwendig.
Jeder Teilnehmer der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung muss über
die Modalitäten informiert sein. Dies
gilt nicht nur für die Patienten, sondern auch für die Verantwortlichen
in den stationären Einrichtungen. Der
Flyer ist ein guter Service für den niedergelassenen Vertragsarzt: sowohl
als Argumentationshilfe als auch für
J1: Landkreis Mettmann ist spitze
Im Landkreis Mettmann gehen knapp 70 Prozent aller Jugendlichen zur Gesundheitsuntersuchung J1. Damit liegt der Landkreis im bundesweiten Vergleich auf Platz 1. Dies belegt
erstmals eine bundesweite Studie der Wissenschaftler des Versorgungsatlas. Die Studie zeigt: Nur 43 Prozent der gesetzlich versicherten Jugendlichen nehmen die J1-Untersuchung in Anspruch. „Es muss alles getan
werden, um mehr Jugendliche zur Teilnahme
zu motivieren“, sagt Dr. Sandra Mangiapane,
die Leiterin des Versorgungsatlas.
Dass dies möglich ist, belegen die deutlichen
regionalen Unterschiede: Während in manchen Regionen nur jeder fünfte Jugendliche das Angebot in Anspruch nimmt, glänzt
der Landkreis Mettmann mit Teilnehmerraten von rund 70 Prozent. Die Nachfrage der
Experten vom Versorgungsatlas ergab: Die
Gesundheitsbehörden hatten nicht nur
die Eltern, sondern
auch die Jugendlichen selbst persönlich angeschrieben. Diese direkte
und persönliche Ansprache und damit
W e r t­s c h ä t z u n g
scheint bei den jungen Leuten gut angekommen zu sein.
Der Versorgungsatlas ist eine Einrichtung
des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI). Er wurde institutionalisiert als öffentlich zugängliche Informationsquelle mit Studien zur medizinischen
Versorgung in Deutschland. Schwerpunkt
der Studien sind regionale Unterschiede in
der Versorgung sowie deren unterschiedliche Strukturen und Abläufe. Die Analysen
sollen Anhaltspunkte liefern, wie die Versorgung verbessert werden kann.
Mehr Infos unter www.versorgungsatlas.de
Das Beispiel Mettmann belegt, dass es
durch solche Maßnahmen möglich ist,
die Teilnahmeraten
Versorgungsatlas: ZI verleiht erstmals Wissensc
Mettmann: Impfprogramm des Gesundheitsamtes
Gesundheitsforschung“
In den zehn Städten des Kreises Mettmann
finden im Mai und Juni Impfaktionen statt –
zum elften Mal seit 2003. Das Gesundheitsamt sammelt die Impfbücher der Viertklässler
ein und prüft, ob die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen eingetragen sind. Die Eltern erhalten im Anschluss eine
Info über den Impfstatus und die noch durchzuführenden Impfungen. „Aufgrund unserer
Empfehlungen sind viele Kinder in den Praxen
der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte erschienen, um sich impfen zu lassen“, berichtet
Dr. Claudia Niederer, Leiterin des Kinder-und
Jugendgesundheitsdienstes Mettmann.
Im Schuljahr 2011/2012 besuchten in den
Grund- und Förderschulen des Kreises 4.472
Kinder die vierte Klasse. Zwei Drittel legten
ihre Impfausweise vor. Bei 82 Kindern bestand kein ausreichender Impfschutz gegen
Masern, gegen Hepatitis Berlin,
B warenOktober
2012 — Im Rahmen des ZI-Forum „R
nicht oder nicht ausreichend
geimpft, gegen
Verantwortung“ am 16.10.2012 in Berl
Meningokokken C hattenkassenärztliche
462 Kinder keinen
Versorgung (ZI) erstmals den Wissen
Impfschutz. Seit 2009 findet
Gesundheitsforschung“ vergeben: Preisträger sind D
jährlich auch ein Impfinterventionsprogramm
wissenschaftliche Mitarbeiter am Robert Koch-Instit
in den Haupt- und Förderschulen
dervor,
NeuntMethode
mit der aus Befragungsdaten Schätzw
klässler statt. Von 901„allgemeiner
Schülerinnen Gesundheitszustand“,
„Rauchquote“ u
und kreisfreien Städte ermittelt werden k
Schülern legte knapp dieder
ein Impfheft
veröffentlicht. Der wissen
vor. Ein Ergebnis: Bei 195www.versorgungsatlas.de
Mädchen, die einen
Impfausweis vorgelegt hatten,
waren nur 66 hat die Arbeit ausgewählt, da sie e
vollständig gegen HPV geimpft. epidemiologische Daten für die Gesundheitsb
Fazit: Im Vergleich zum„Von
zuvor istUnterschieden können die verantwo
ihrer Arbeit lernen. Mit diesem Wissen
bei den Viertklässlern ein deutlicher Anstieg
Erforschung regionaler Unterschiede in der Gesundhe
der Durchimpfungsrate bei Masern, Hepa­auf www.versorgungsatlas.de fördern. Wir wollen Wi
titis B und Meningokokken C festzustellen.
bringen, die sich mit dieser für Deutschland jungen D
Um die Raten auch bei den Neuntklässlern zu
Stillfried, Geschäftsführer des Zentralinstitutes für die
erhöhen, bieten die Ärztinnen und Ärzte des
Gesundheitsamtes Infoveranstaltungen
Die prämierte
zur „Regionalisierung von Gesun
Ergebnissen der Studie „Gesundheit in Deutschland a
diese mit regionalen, kleinräumigen Daten. „Da die G
Mikrozensus 2005 des Statistischen Bundesamtes ein
ergab“, so die Wissenschaftler Kroll und Lampert, „ ka
gelten, mit der künftig kleinräumige epidemiologisch
lässt sich eine g
aktuellDamit
Präventionsmaßnahmen herstellen.“ Die „Small-Area
für die Gesundheitsindikatoren auch für relativ kleine
Anpassung Dialysesachkosten
Die Sachkostenpauschalen für Dialysen sinken
zum 1. Juli 2013. Dafür werden die ärztlichen
Betreuungsleistungen besser vergütet. Anlass
für die Neuregelung war eine Untersuchung
des Instituts des Bewertungsausschusses. Das
Institut kam zu dem Ergebnis, dass die Sachkosten zu hoch, die ärztlichen Betreuungskosten aber zu gering bewertet seien. Die Krankenkassen haben deshalb auf eine Neuregelung der Finanzierung mit deutlich geringeren
Kostenpauschalen gedrängt.
Die wesentlichen Änderungen ab 1. Juli 2013:
n	Die Dialysewochen- und -einzelpauschalen
werden mengenbezogen abgesenkt und in
vier Preisstufen nach der Menge der abgerechneten Dialysewochen eingeteilt.
n	Die Grundpauschalen und ärztlichen Betreuungsleistungen werden extrabudgetär
ohne Mengenbegrenzung und zu festen
Preisen vergütet. Das gilt für die ärztlichen
nephrologischen Betreuungsleistungen des
EBM-Abschnitts 13.3.6, für die Versichertenpauschalen 04110 bis 04122 EBM sowie für die kinderärztlichen nephrologischen Leistungen in Abschnitt 4.5.4.
n	Der Patientenkreis bei chronischer Niereninsuffizienz wird erweitert (EBM-Nrn.
04560 und 13600). Die Behandlung niereninsuffizienter Patienten ist künftig bereits ab einer glomerulären Filtrationsrate
unter 40ml/min/1,73 m² Körperoberfläche
abrechnungsfähig.
In der neuen Fassung des EBM-Abschnittes
40.14 finden Sie die Pauschalen und Zuschläge, die neu gefassten Dialysewochenpauschalen (EBM-Nr. 40823) und -einzelpauschalen
(EBM-Nr. 40824). Bei bestimmten Dialysen,
wie der Heimdialyse, wird es keine mengenbezogene Abstufung geben, hier wird ab
1. Juli ein neuer fester Preis gelten. Die Kinderdialyse soll durch eine Neubewertung besser vergütet werden.
Alle Informationen finden Sie unter www.kvno.de
Hörgeräte: Formulare und
Ärzte mit Genehmigung zur Hörgeräteversorgung nach der Qualitätssicherungsvereinbarung müssen ab 1. April 2013 bestimmte Angaben elektronisch dokumentieren. Die Fragebögen zur Bestimmung der Hörbehinderung
(APHAB) vor und nach der Hörgeräteversorgung sind vom Patienten auszufüllen. Wenn
Patienten dazu nicht in der Lage sind, muss
der Grund dafür in der Patientenstammdatendatei dokumentiert werden.
Mit der Angabe der Symbolnummer 99000 vor
und 99001 nach der Hörgeräteversorgung ist
die Abrechnung der EBM-Nummern 09372
bzw. 09373 auch dann gegeben, wenn die Bögen von den Patienten nicht ausgefüllt wurden.
Die APHAB-Formulare können Sie ab sofort
über den Formularversand Muster 470 vor
und Muster 471 nach der Hörgeräteversorgung beziehen oder im Internet der KV Nordrhein herunterladen.
Weitere Informationen sowie die Muster 470 und 471
zum Herunterladen finden Sie unter www.kvno.de
KV | 130518
Tonsillotomie-Verträge
Für die Durchführung von Operationen nach
den Tonsillotomie-Verträgen mit der AOK
Rheinland/Hamburg, den Betriebskrankenkassen, der BARMER GEK, der Kaufmännischen
Krankenkasse und der Knappschaft ist es notwendig, dass die Patienten in den Vertrag eingeschrieben werden. Für die Abrechnung müssen die in der Teilnahmeerklärung geforderten
Angaben zum Patienten vollständig sein.
TK: Bessere Vergütung der
Die Techniker Krankenkasse vergütet seit dem
1. April 2013 alle erbrachten Präventionsuntersuchungen U10, U11 und J2 mit 53 Euro.
Seit Ende März 2013 gelten für Ärzte und Labore neue Meldepflichten. Meldepflichtig sind
nun für Ärzte nach Paragraf 6 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) der Krankheitsverdacht,
die Erkrankung sowie der Tod bei Pertussis
(Keuchhusten), Mumps, Röteln einschließlich
Rötelnembryopathie und Varizellen (Windpocken). Labore müssen nach § 7 (IfSG) den
Nachweis der Erreger dieser Krankheiten an das
zuständige Gesundheitsamt melden, wozu zusätzlich das Varicella-Zoster-Virus gehört. Paragraf 6 IfSG bezieht sich auf die Meldepflicht
von Krankheiten, Paragraf 7 auf die Erreger.
Durch die neuen Meldepflichten können bundesweit verlässliche Daten zur Krankheitslast
dieser Infektionskrankheiten erhoben werden,
denen durch Impfen vorgebeugt werden kann.
Die Gesundheitsämter können damit Ausbrüche
dieser Erkrankungen frühzeitig erkennen und
eine Ausbreitung durch entsprechende Schritte (Impfungen, Isolation) verhindern.
Die Meldebögen und weitere Materialien finden Sie unter www.lzg.gc.nrw.de im Internet des Landeszentrums für Gesundheit NRW sowie unter www.rki.de
KV | 130519
Stadt Düsseldorf: Krankenscheine für Asylbewerber
Die Scheine des Amtes für soziale Sicherung
und Integration der Stadt Düsseldorf für leistungsberechtigte Asylbewerber für das 2. Quartal 2013 sind trotz teilweise fehlender interner
Versichertennummer gültig. Die Krankenscheine
ohne Versichertennummer können Sie wie üblich über die KV Nordrhein abrechnen.
Röteln: Elf-Tage-Regelung
Nach einem Beschluss des Gemeinsamen
Bundesausschusses wurde in den Mutter-
schaftsrichtlinien im Abschnitt serologische
Untersuchungen und Maßnahmen während
der Schwangerschaft ein Satz gestrichen. Danach sind weiterführende serologische Untersuchungen nicht notwendig, wenn innerhalb
von elf Tagen nach erwiesenem oder vermutetem Röteln-Kontakt spezifische Antikörper
nachgewiesen werden. Grund für die Streichung war, dass je nach Gestationsalter der
betroffenen Schwangeren nicht in jedem Fall
auszuschließen ist, dass eine Infektion stattgefunden hat und damit weitere Untersuchungen erforderlich werden.
Neue Leistung in der gesetzlichen Unfallversicherung
übernehmen seit dem 1. April 2013 im Hautarztverfahren und in der dermatologischen
Begutachtung die Vergütung von Fotos, die
den im jeweiligen Bericht und im Gutachten beschriebenen Hautbefund dokumentieren und auf CD/DVD zur Verfügung gestellt
Die Fotos können Sie unter der Gebührennummer 196 UV-GOÄ mit 8,50 Euro abrechnen. Die Vergütung
er folgt unabhänKontakt
gig von der Anzahl
der Fotos. Eine darMontag bis Donnerstag von 8 bis 17 Uhr,
über hinausgehende
notwendige FotodoServiceteam Köln
kumentation kann
durch den UnfallTelefax 0221 7763 6450
Telefon	0211 5970 8888	Den Beschluss der Ständigen Gebührenkommission der Ärzte und Unfallversicherungsträger
finden Sie im Deutschen
Ärzteblatt. Die aktuelle Gebührenordnung mit
den Änderungen finden
Sie unter www.kbv.de
Frühe Nutzenbewertung: Antidiabetika und orale
Antikoagulantien – Bestandsmarkt wird geprüft
Bei der frühen Nutzenbewertung hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) für Linagliptin erneut keinen Zusatznutzen festgestellt.
Denn in der Studie zum direkten Vergleich gegenüber Glimepirid wurden zwei unterschiedliche Therapieregime (aufdosieren versus feste
Dosis) gegenübergestellt, die nach Auffassung
des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nicht miteinander vergleichbar sind. Linagliptin (Trajenta) ist im deutschen Markt nicht verfügbar,
so­dass der Beschluss zunächst keinen direkten Einfluss auf die Versorgung hat.
Jedoch mussten die Hersteller von Sitagliptin (Januvia, Xelevia), Saxagliptin (Onglyza)
und Vildagliptin (Galvus) bis zum 1. April 2013
ebenfalls ein Dossier zur frühen Nutzenbewertung vorlegen. Die Bewertungen und Beschlüsse zu diesen Gliptinen, die schon im Markt verfügbar sind, werden zeigen, ob ein Zusatznutzen für diese Substanzklasse in Deutschland
anerkannt wird – und welchen Einfluss der zu
fixierende Preis auf die Verfügbarkeit der Prä-
Weitere Nutzenbewertung
für Antidiabetika
Der G-BA sieht für das Kombinationspräparat Komboglyce (Saxagliptin plus Metformin)
einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen gegenüber der Vergleichstherapie
Glimepirid oder Glibenclamid plus Metformin.
Besonders in der relevanten Vermeidung von
Hypoglykämien erkennt der G-BA einen Vorteil des Kombinationspräparates.
Für Dapaglifozin (Forxiga), das die Reabsorption von Glucose in der Niere hemmt, konnte das IQWiG keinen Zusatznutzen anerkennen. Unter anderem entsprach die Population in der placebokontrollierten Studie nicht
der Zulassung, oder als vergleichender Sulfonylharnstoff wurde Glipizid herangezogen,
der in Deutschland nicht zugelassen ist. Auf
der Basis dieser Nutzenbewertungen wird der
G-BA im Juni Beschlüsse über den Zusatznutzen fassen.
Wirkstoffe und Indikationsgruppen aus dem Bestandsmarkt, für die der G-BA
Neues OAK mit Zusatznutzen
eine Nutzenbewertung durchführen will.
Das orale Antikoagulans (OAK) Apixaban (Eliquis) wurde zum 1. Januar 2013 in Deutschland zusätzlich zur Prävention von Schlaganfällen und systemischen Embolien bei Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern
und Risikofaktoren zugelassen. Hierzu musste der Hersteller ein Dossier vorlegen, auf dessen Grundlage das IQWiG eine frühe Nutzenbewertung durchgeführt hat. Im Vergleich zu
Vitamin-K-Antagonisten bei Personen über
65 Jahren und im Vergleich zu ASS sieht das
IQWiG einen Hinweis auf einen beträchtlichen
Wirkstoff (Handelsname)	Indikationsgebiet
Tapentadol (Palexia)	starke Schmerzen
Denosumab (Prolia), Strontiumranelat (Protelos), Osteoporose
Parathyroidhormon (Preotact), Teriparatid (Forsteo)	Rivaroxaban (Xarelto), Dabigatran (Pradaxa)	Schlaganfallprophylaxe
bei Vorhofflimmern (u. a.)
Liraglutid (Victoza), Exenatid (Byetta, Bydureon)	Typ-2-Diabetes
Agomelatin (Valdoxan), Duloxetin (Cymbalta)	Depression
Toclizumab (Roactemra), Golimumab (Simponi), rheumatoide Arthritis
Certolizumab pegol (Cimzia)	20
parate haben wird. Die ersten DPP-4-Hemmer/
Gliptine sind seit sechs Jahren im Handel; es ist
offen, ob die Hersteller bereits Daten für harte
Endpunkte im Vergleich zu Sulfonylharnstoffen
Zusatznutzen. Der G-BA wird hierzu Mitte
Juni einen Beschluss fassen.
Aufrufen des Bestandsmarktes
Das Anfang 2011 in Kraft getretene Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG)
sieht neben der frühen Nutzenbewertung für
neu eingeführte Wirkstoffe vor, dass der Bestandsmarkt aufgerufen wird. Der G-BA hat
in einem aktuellen Beschluss festgelegt, für
welche Arzneimittelgruppen zusätzlich der
Nutzen gegenüber einer zweckmäßigen Vergleichstherapie ermittelt werden soll.
Für die Auswahl der Wirkstoffe wird das erwartete Marktpotenzial nach Umsatz und
Zahl der Verordnungen bis zum jeweiligen
Patentablauf als Kriterium herangezogen.
In zunächst sechs Indikationsgruppen werden die Hersteller aufgefordert, ein Dossier
zu erarbeiten. Jeweils ein halbes Jahr später will der G-BA mit einem Beschluss über
den Zusatznutzen entscheiden. Der Beschluss
und die nachfolgenden Preisverhandlungen
werden die Ärzte bei der wirtschaftlichen
Verordnung dieser umsatzstarken Präparate
Heparine zum Bridging – wer verordnet?
Bei der Verordnung von niedermolekularen
Heparinen (NMH) beim sogenanntem Bridg­ing stehen zwei Fragen im Mittelpunkt: Wer
verordnet die Heparine? Und ist die Anwendung außerhalb der Zulassung (off label) zulässig?
Off label: Vor größeren Operationen werden
Patienten, die regelmäßig Aggregationshemmer wie beispielsweise Phenprocoumon (Marcumar) einnehmen, auf Heparine umgestellt,
um das Risiko von Blutungen unter der Operation zu verringern. Diese Verordnung von
Heparinen geschieht außerhalb der Zulassung. Das Bridging mit Heparinen ist jedoch
gängige Praxis, die dem Stand der Wissenschaft entspricht. Die meisten Krankenkassen in Nordrhein haben daher gegenüber der
KV Nordrhein erklärt, keine Regressanträge
wegen der Verordnung von Heparinen beim
Bridging zu stellen. Ebenso übernehmen die
Hersteller die Produkthaftung. Die Indikation zum Bridging sollte aber klar gestellt werden, da die Umstellung selbst auch ein Risiko birgt. Bei kleineren chirurgischen Eingriffen stellt das Bridging unter Umständen ein
größeres Risiko als die Operation dar. Hierauf
weist beispielsweise die Deutsche Gesellschaft
für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde in einer
Stellungnahme hin.
Wer verordnet? Das Bridging mit niedermolekularen Heparinen sollte von dem Arzt durchgeführt werden, der auch die Therapie mit dem
oralen Antikoagulans durchführt – in der Regel
ist es also eine internistische Indikation.
Denn es handelt sich
weiter um eine TheKontakt
rapie oder ProphyPharmakotherapieberatung
laxe von ThromboTelefon 0211 5970 8111
sen oder Embolien,
die nicht vorübergeTelefax 0211 5970 8136
hend vom Operateur
Dies ist auch gegeHilfsmittelberatung
ben, wenn ein PatiTelefon 0211 5970 8070
ent für eine OperatiTelefax 0211 5970 8287
on kurzfristig statiE-Mail patricia.shadiakhy@kvno.de
onär aufgenommen
wir d . A u c h d ann
bleibt das Bridging
Operation beim beTelefax 0211 5970 9396
handelnden niederE-Mail margit.karls@kvno.de
gelassenen Arzt.
ASS und ADHS: Arzneimittelrichtlinie geändert
hat die Arzneimittel-Richtlinie ergänzt. Die
Ergänzungen betreffen die Verordnung von
ASS und Vitamin D gemäß OTC-Ausnahmeliste und die Verordnung von Stimulantien bei
ADHS für Erwachsene. Die Änderungen treten nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.
Die Verordnung von Acetylsalicylsäure (ASS)
in einer Dosis bis zu 300 mg/Einheit auf einem
Kassenrezept ist nun auch möglich bei der Indikation koronare Herzkrankheit, die durch
Symptomatik und eine ergänzende nicht-invasive oder invasive Diagnostik gesichert wurde. Somit können Sie ASS als ThrombozytenAggregationshemmer in der Nachsorge von
Herzinfarkt und Schlaganfall, nach arteriellen Eingriffen und zusätzlich in der neuen Indikation auf einem Kassenrezept verordnen.
Neben Calcium und Vitamin D kann künftig
auch nicht rezeptpflichtiges Vitamin D als
Monopräparat verordnet werden, wenn die
Calciumzufuhr über die Nahrung ausreichend
ist. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat die
OTC-Ausnahmeliste unter dem Punkt Calciumverbindungen und Vitamin D entsprechend
ergänzt. Somit können Sie Calciumverbindungen (mindestens 300 mg Calcium-Ion/Dosiereinheit) und Vitamin D (freie oder fixe Kombi-
nation) sowie Vitamin D als Monopräparat bei
ausreichender Calciumzufuhr über die Nahrung auf einem Kassenrezept verordnen:
n	zur Behandlung der manifesten Osteopo-
n	zeitgleich zur Steroidtherapie bei Erkran-
kungen, die voraussichtlich einer mindestens sechsmonatigen Steroidtherapie in
einer Dosis von wenigstens 7,5 mg Prednisolonäquivalent bedürfen,
n	bei Bisphosphonat-Behandlung gemäß
Angabe in der jeweiligen Fachinformation bei zwingender Notwendigkeit.
Die Verordnung von Stimulantien für Erwachsene mit hyperkinetischer Störung bzw. ADH/
ADHS wurde in Anlage III der ArzneimittelRichtlinie geregelt. Somit muss die Erkrankung bereits im Kindesalter bestanden haben.
Außerdem müssen für die (retrospektive) Diagnose bestimmte Kriterien erfüllt sein, und
die Arzneimittel dürfen nur von einem Spezialisten für Verhaltensstörungen bei Erwachsenen und unter dessen Aufsicht angewendet werden.
Detaillierte Infos finden Sie unter www.g-ba.de
KV | 130522
Verordnung von Quartalspackungen
Die meisten Arzneimittelpackungen sind
für die Versorgung eines Patienten für ein
Quartal ausgelegt. So reichen beispielsweise 98er oder 100er Packungen, um die tägliche Tabletteneinnahme über drei Monate
zu garantieren. Es gibt aber auch Einzelfälle, in denen die Packungsgröße diesen Zeitraum nicht abdeckt. Beispielsweise sind vie-
le Augentropfen nach Anbruch nur 28 Tage
haltbar, so dass die Verordnung von drei Flaschen nur für 84 Tage reichen würde. In diesem und ähnlichen Fällen, zum Beispiel bei
Pillenpräparaten, müssten Sie einmal im Jahr
eine zusätzliche Packung verordnen, um die
kontinuierliche Versorgung der Patienten zu
Ausgaben für Arzneimittel im 1. Quartal gesunken
Im Jahr 2012 gaben
die Kassen in Nordrhein nach den Auswertungen der ABDA 3,37 Milliarden
Euro für Arzneimittel aus, was einem
A nstieg von 3,11
Prozent gegenüber
dem Vorjahr ent-
spricht. Bundesweit beliefen sich die Kosten
Die gesetzlichen Kassen in Nordrhein haben
für die Arzneimittel-Versorgung gesetzlich
im ersten Quartal dieses Jahres 828 Millionen
Versicherter auf 27,59 Milliarden Euro; dies
Euro für Arzneimittel ausgegeben. Gegenüber
entspricht einem Zuwachs von 1,48 Prozent
dem Vorjahresquartal sind die Ausgaben um
4,2 Prozent gesunken. Deutschlandweit betrugen die Arzneimittel-Ausgaben im
ersten Quartal 6,94
Milliarden Euro; sie
liegen nach Angagesetzlichen Krankenkassen in Nordrhein.
ben der Bundesvern 2011 n 2012 n 2013
einigung Deutscher
Apotheker verbän297
de (ABDA) 0,6 Pro266
zent über dem ers250
ten Quartal 2012.
Quelle: ABDA, Umsätze nach Apotheken ohne Impfstoffe
Neue Ausgaben des VIN: Chronische Wunden
Die aktuelle Ausgabe der Arzneimittelnewsletters VIN – VerordnungsInformationen
Nordrhein thematisiert die Behandlung chronischer Wunden und enthält unter anderem
eine Preisübersicht zu gängigen Wundauflagen. In den weiteren VIN-Ausgaben in diesem
Jahr griff die KV Nordrhein die Probleme beim
Langzeitgebrauch von Benzodiazepinen auf
und informierte über die Ausschreibung des
Grippeimpfstoffs für die kommende Saison.
Welcher Verband für welchen Patienten?
Die Behandlung chronischer Wunden ist meist eine langwierige ärztliche und pflegerische Aufgabe. Zu diesem Thema
erschien eine lesenswerte Übersicht von U. Masche, die hier kurz referiert wird. Über die aktuelle S3-Leitlinie zur Lokaltherapie chronischer Wunden wurde aktuell im Deutschen Ärzteblatt berichtet. Dieser Beitrag ist ein Nachdruck aus der KVH
aktuell 3/2011 mit freundlicher Genehmigung von Dr. med. Klaus Ehrenthal.
Als Ursachen chronischer Wunden sind – mitunter miteinander kombiniert – folgende Krankheitsbilder anzusehen:
■ Chronisch venöse Insuffizienz: Es handelt sich um mehr als zwei Drittel der chronischen Wunden an Beinen
(durch Venenklappeninsuffizienz, durch venöse Obstruktionen bei Varikosis oder Thrombophlebitis). Abklärung durch
Duplexsonografie möglich. Therapie: geeignete Kompressionsbehandlung, ggf. operative Varizensanierung.
■ Arterielle Durchblutungsstörungen: Ursache Gewebshypoxämie, meist durch Arteriosklerose (pAVK), Nekrosen
bei Stadium IV nach Fontaine. Abklärung durch Pulsuntersuchung und Druckmessung (Knöchel-Arm-Index, Oberarm/
Knöcheldruck-Differenz im Liegen größer als 5 mm Hg). Therapie: Revaskularisation.
■ Diabetes mellitus: Dabei meist beiderseitige distale Polyneuropathie, ggf. mit zusätzlicher Makroangiopathie
(pAVK, u. U. fehlt hier der typische Schmerz). Ausführliche Diagnostik erforderlich inklusive BZ-Parameter, arterieller
Gefäßstatus sowie neurologische Diagnostik und Abklärung eines diabetischen Fußsyndroms. Therapie: BZ-Einstellung,
ggf. Revaskularisation, Druckentlastung.
■ Druckschädigung: Druck- und Dekubitalulzera, Gefahr bei Immobilität, Inkontinenz, Kachexie. Therapie: geeignete
Lagerung, Schaumstoff- oder Wechseldruckmatratzen, regelmäßige Umlagerung, Vermeidung von Fehl- und Mangelernährung, Hautpflege, ggf. plastische Hautdeckungsoperation.
Die VIN-Ausgaben finden Sie auf der Homepage der
KV Nordrhein. Hier können Sie den VIN und die anderen
fünf KVNO-Newsletter auch abonnieren: www.kvno.de
KV | 130523
Neben den notwendigen diagnostischen Maßnahmen sind folgende Prinzipien der Wundbehandlung anzuwenden:
■ Steriles Vorgehen, um nicht weitere Fremdkeime einzubringen.
■ Zunächst sollten die Wunden gründlich gereinigt werden. Geeignet sind isotonische NaCl-Lösungen, ggf. Abtupfen
mit Gaze. Andere Wundreinigungsmethoden konnten keine besonderen Vorteile zeigen. So ist z. B. auch Povidon-Jod
(wie z. B. Betaisodona®) nicht gut geeignet, dabei besteht die zusätzliche Gefahr durch erhöhte Jodresorption.
■ Keine Routine-Anwendung von desinfizierenden Antiseptika, sie haben keine Vorteile bei der Abheilung gebracht.
■ Chronische Wunden sollten stets feucht gehalten werden.
VIN VerordnungsInfo Nordhrein | April 2013
Rund 800 Teilnehmer diskutierten in Bonn über aktuelle Qualitätsfragen im Gesundheitswesen. Dazu war zunächst zu klären, was Qualität ist – und welche Voraussetzungen
es für eine optimale „Ergebnisqualität“ braucht. Eine Innovation war das elektronische
Überleitungsmanagement, das die KV Nordrhein mit Partnern präsentierte (siehe Seite 2 bis 5).
Über die Qualität der Versorgung sei zu sprechen, lautete das Motto des zweitägigen Debattenmarathons. Und über eine Frage, ohne
deren Beantwortung jede Qualitätsdiskus­
sion graue Theorie bleibt: Gelingt es, den
Mediziner­nachwuchs für Landarztpraxen zu
begeistern und sich abzeichnende Lücken in
der Versorgung zu schließen?
Dr. Peter Potthoff, Vorstandsvorsitzender der
KV Nordrhein, redete Klartext – und setzte bei
der Ausbildung an: „Wir bekommen einfach
nicht die Ärzte, die wir bräuchten. Wir brauchen Hausärzte, bekommen aber Neurochirurgen und Anästhesisten.“ Hinzu kommen strukturelle Veränderungen. „Wir bekommen mehr
Frauen, mehr Teilzeitarbeit und damit weniger
Arztstunden“ – wenn überhaupt. Denn den Medizinernachwuchs zieht es nicht in die Praxen.
Melissa Camara Romero, frühere Präsidentin
der Bundesvertretung der Medizinstudierenden,
berichtete, dass der Schwerpunkt im Studium
„immer stärker auf die Klinik“ gerichtet sei und
die Dozenten primär der Forschung verbunden
seien. Die Herausforderung, die viele suchten,
fänden die wenigsten in der Allgemeinmedizin:
„Die Niederlassung steht nicht im Fokus“, sagte
Camara. Das Krankenhaus sei die Umgebung, in
der man bleiben und weiter lernen wolle.
Hausarztmangel: Falsche Köder
„Viele Medizinstudenten sagen am Anfang,
dass sie in die Versorgung wollen, aber sie
kommen nicht dort an. Unter den Endsemes-
tern haben nur noch 25 Prozent Interesse an
Allgemeinmedizin“, weiß auch Frank Ulrich
Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer. Er meint, dass „falsche Köder“ ausgelegt
werden: „Das Bild des Hausarztes ist zu negativ. Die Studenten hören nur von Unterfinanzierung und hoher Arbeitsbelastung.“
Auch eine angemessene Vergütung sei wichtig,
ergänzte Prof. Dietrich Grönemeyer: Es mache
keinen Spaß, 57 Euro pro Quartal zu bekommen und dafür einen Patienten 20 Mal zu be­
handeln. „Für eine solche Bezahlung würde der
Klempner nicht mal den Gesellen schicken.“ Dazu kommen zu viele Verwaltungsaufgaben, die
Zeit kosten, die dann für die Patienten fehlt. „Es
geht um das Wohlbefinden des Patienten. Es
muss ihm nach dem Arztbesuch besser gehen“,
so Grönemeyer. Auch NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens beklagte, dass die Ergebnisqualität zu wenig Beachtung finde: „Jedes
Glied unserer Versorgungskette wird geprüft
– nur die Ergebnisqualität nicht“, so Steffens.
Wirtschaftlichkeit sei inzwischen wichtiger als
Höherer Stellenwert für
Konsequent war insofern ihr Plädoyer für die
ambulante Versorgung, deren Wertschätzung
sie in der Debatte um „Ziele und Vorhaben der
Landesregierung in der Gesundheitspolitik“
nicht nur mit den KV-Chefs Peter Potthoff und
Wolfgang-Axel Dryden aus Westfalen-Lippe
teilte. Dryden wies darauf hin, dass „90 Pro-
zent der Versichertenprobleme im ambulanten
Bereich gelöst“ würden. AOK Rheinland/Hamburg-Chef Günter Wältermann überraschte mit
der Aussage, dass „die ambulante Versorgung
einen größeren Bereich einnehmen“ müsse. Der
Krankenhausplan sei nur der Beginn eines Weges, bei dem Kliniken mit wenig Qualität vom
Markt genommen werden müssten – eine Aussage, die Jochen Brink, Präsident der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, so kommentierte: „Auch Krankenhäuser in ländlichen
Bereichen brauchen eine faire Chance.“ Allerdings werde die Hälfte der Krankenhäuser in
NRW dieses Jahr Verluste verbuchen.
Eine Qualitätsdebatte anderer Art entwickelte sich in einer Diskussion zur Systemkonkurrenz zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Moderiert von Prof. Jürgen
Wasem, Gesundheitsökonom an der Universität Duisburg-Essen und unparteiischer Vorsitzender des erweiterten Bewertungsausschusses, stritt das Podium über die Frage, wie ein
gemeinsames Vergütungssystem für ein einheitliches Krankenversicherungssystem aussehen könnte.
Ohne PKV vier Milliarden Euro
Honorar weniger
Wasem hatte im Auftrag der Techniker Krankenkasse erst jüngst mehrere Varianten der
ambulanten Versorgung und Vergütung unter dem Szenario einer Systemkonvergenz von
untersucht. So wäre bei sofortiger Auflösung
der PKV und damit auch der Gebührenord-
nung für Ärzte (GOÄ) mit Honorarverlusten
der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten von jährlich etwa vier Milliarden Euro zu rechnen.
Davon wäre auch Dr. Klaus Reinhardt, Allgemeinmediziner in Bielefeld und Chef des
Hartmannbundes, betroffen. Nach seiner Einschätzung sei ein einheitliches Vergütungssystem denkbar – allerdings nur auf Basis
exakter Einzelleistungsbeschreibungen, einer
konsequenten Kostenerstattung und einer intelligenten Mengensteuerung. Diesem Szenario trat Prof. Herbert Rebscher, Vorstandschef
der DAK, entgegen: Kostenerstattung sei „ineffizient und unterlegen“ und „eine Gebührenordnung ohne Qualitätsaspekte inakzeptabel.“ Eine einheitliche Vergütung sei nur auf
Basis des EBM vorstellbar.
Dr. Volker Leienbach, Direktor des Verbandes
der PKV und bewährter „Sparringspartner“
Rebschers, konterte: Eine Einheitsvergütung
gehe stets auch mit einer Einheitsversorgung
einher, die von den Deutschen mehrheitlich
nicht gewollt werde. Ohnehin sei das GKVVergütungssystem inzwischen derart unlogisch, dass es keinesfalls als Blaupause für eine einheitliche Vergütungssystematik gelten
könne. Aber selbst Leienbach räumte ein, dass
auch die PKV prinzipiell eine qualitätsabhängige Vergütungskomponente wünsche. Somit erweise sich das Rezept „pay for performance“,
also die Vergütung nach Qualität, gewissermaßen als Minimalkonsens zwischen GKV und
PKV.	n Dr. Heiko Schmitz, Simone Grimmeisen
rd. 70 Millionen
GKV: 134
PKV: rd. 9 Mil­
lionen (Voll­
PKV: 50 Unternehmen und
für ärztliche Behandlung 2011
PKV: rd. 5,4
GKV: rd. 27,6
Quelle: PKV-Verband, BMG
Die neue, seit Jahresbeginn geltende Bedarfsplanungsrichtlinie soll die Versorgung verbessern
– durch neue Planungsgruppen und Verhältniszahlen, neu gegliederte Planungsbereiche, neu
definierten Sonderbedarf und größere regionale Gestaltungsspielräume. KVNO aktuell sprach
mir KV-Vorstand Bernhard Brautmeier über die Auswirkungen auf Nordrhein, Nachwuchssorgen
und die Option, frei werdende Sitze stillzulegen und Praxisinhaber zu entschädigen.
Herr Brautmeier, die
neue Bedarfsplanung gilt seit Jahresbeginn. Welche
Konsequenzen ergeben sich daraus?
Brautmeier: Zunächst einmal gilt
es, die neue Richtlinie bis zum 1. Juli auf
Begebenheiten anzuwenden und auszurechnen, was sich aus der
neuen Bedarfsplanung in Sachen Sitze ergibt.
Bernhard Brautmeier ist
seit 2010 Vorstand der
Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, deren
Hauptgeschäftsführer er
zuvor 18 Jahre lang war.
Brautmeier ist der erste
Vorstand in der Geschichte der KV Nordrhein, der kein Arzt ist.
Das klingt, abgesehen von dem Plus an
Hausarztsitzen, unspektakulär. Wie beurteilen Sie die neue Planung insgesamt?
Brautmeier: Wie die Bezeichnung Bedarfsplanung schon deutlich macht, handelt es sich
um einen neuen Plan, um geänderte Rahmenbedingungen und zusätzliche Handlungsoptionen. Ich halte die neue Planung tatsächlich für besser geeignet, Lücken in der Versorgung zu erkennen und zu beheben. Gut ist,
dass vor Ort flexiblere Möglichkeiten bestehen, den Plan an die Realität anzupassen. Die
entscheidende Frage aber kann auch der beste Plan nicht beantworten: Woher nehmen wir
die Hausärzte, die wir brauchen, um diese Sitze zu besetzen? Und: Woher nähmen wir die
Mittel, die wir bräuchten, um diese zusätzlichen Mediziner zu honorieren?
Wie verändert sich die Situation in Nordrhein?
Brautmeier: Wir bekommen rechnerisch etwa
350 neue Hausarztsitze in Nordrhein, dazu
rund 30 Sitze für Psychotherapeuten, davon
allerdings zwei Drittel am linken Niederrhein.
Bei den Fachärzten tut sich wenig.
HausarztSitze
Die neue Bedarfsplanung bietet auch die
Möglichkeit, in überversorgten Regionen
Neue Richtlinie – neue Hausarzt-Sitze
L an n,
frei werdende Sitze stillzulegen. Die KVen
entschädigen dann den ausscheidenden
Arzt. Wie beurteilen Sie dieses Mittel?
Brautmeier: Das kann in Einzelfällen eine
sinnvolle Variante sein in Bereichen, in denen
auf Basis der Verhältniszahlen ein besonders
großes Angebot an Ärzten einer Fachgruppe
besteht. Wir wissen ja, dass wir in Nordrhein
nicht nur große Unterschiede haben, was die
Attraktivität einzelner Standorte betrifft, sondern in einzelnen Fachgruppen auch sehr viel
mehr Ärzte als etwa in Westfalen-Lippe. Dennoch muss das Instrument wohlbedacht eingesetzt werden, zumal die Berechnung des
jeweiligen Verkehrswertes schwierig ist.
Der Wert der Praxis muss im Einzelfall ermittelt werden. Gibt es dazu bereits verbindliche Methoden oder wird danach noch
Brautmeier: Es gibt noch keine verbindliche
Methode. Unsere Rechtsabteilung beschäftigt sich intensiv mit dem Thema. Ein Problem ist zum Beispiel, dass im Gesetz von „Entschädigung“, aber auch von „Verkehrswert“
die Rede ist. Es gibt die Ertragswertmethode, beziehungsweise seit 2008 die „modifizierte Ertragswertmethode“ der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, nach der auch ein
Großteil der Gutachter vorgeht. Die Ertragswertmethoden haben im Vergleich zu anderen
Bewertungsverfahren zumindest den Vorteil
Kinder- und Jugendärzte	Nervenärzte	Orthopäden	Psychotherapeuten	Urologen	Wo?
einer nachvollziehbaren theoretischen Grundlage. Sie sind aber umstritten.
Welche Berechnungsgrundlage favorisieren
Brautmeier: Plausibel finde ich die Formel
vom durchschnittlichen Quartalsumsatz der
Kassenpraxis, der mit zwei multipliziert wird.
Allerdings darf man nicht vergessen, dass
auch andere Einnahmen oft eine wesentliche
Rolle spielen und dass die Praxis eben auch
ein Stück Altersversorgung darstellt. Ich gehe
davon aus, dass es unabhängig vom von uns
zu wählenden Berechnungsverfahren auf eine richterliche Klärung hinausläuft.
n das Gespräch führte Dr. Heiko Schmitz.
Schnelle Infos: Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse
Die KV Nordrhein würde Sie gern gezielter
informieren – denn zum Beispiel im Falle
einer Pandemie geht es um Ge­s chwindig­keit. Am schnellsten sind die Praxen per
E-Mail zu erreichen. Deswegen bitten wir
Sie, Ihre E-Mail-Adresse, die im Mitglieder­
verzeichnis erscheint, zu kontrollieren. Ist diese falsch, teilen Sie bitte den Arztregistern
www.kvno.de | KV | 130527
Fehler melden – und daraus lernen
CIRS-NRW startet
„Der schlimmste aller Fehler ist, sich keines solchen bewusst zu sein.“ So formulierte es der
schottische Essayist und Historiker Thomas Carlyle im 19. Jahrhundert. Damit Ärzte und
Praxispersonal aus kritischen Ereignissen und Fehlern systematisch lernen können, gibt es ein
neues Meldesystem: das CIRS-NRW.
Die Abkürzung CIRS steht für Critical Incident
Reporting System. Solche Systeme gibt es in
Deutschland an den meisten Kliniken, aber
eben nur isoliert für das jeweilige Haus. Das
CIRS-NRW bündelt Meldungen aus dem gesamten Bundesland – und bezieht auch die
Praxen mit ein. Denn Patientensicherheit hat
auch im ambulanten Bereich höchste Priorität.
Der Idee „Lernen aus den Fehlern anderer“
folgend, haben die Ärztekammern Nordrhein
und Westfalen-Lippe und die Krankenhausgesellschaft NRW unter dem Namen CIRS-NRW
das öffentliche, internetbasierte Berichts- und
Lernsystem für kritische Ereignisse ins Leben
gerufen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen
Nordrhein und Westfalen-Lippe sind nun als
Träger hinzugekommen.
Die Plattform steht allen in Klinik und Praxis Tätigen offen, richtet sich also nicht nur
an Ärztinnen und Ärzte, sondern auch an
Pflegende und medizinische Fachangestellte.
Wer ein Ereignis melden möchte, kann auf der
Startseite einfach den Reiter „Berichten und
Lernen“ anklicken und landet direkt auf dem
Berichtsformular.
Seit November 2012 besteht im CIRS-NRW
die Möglichkeit, kritische Ereignisse anonymisiert zu melden. Die Meldungen sind nicht
rückverfolgbar, die IP-Adresse des Rechners
wird nicht übermittelt. Auf der Plattform sind
bislang schon über 200 Einträge zu finden –
mit entsprechenden Analysen und Lösungsvorschlägen zur Fehlervermeidung für Kliniken, Pflegeeinrichtungen und jetzt auch Praxen. Die eingegangenen Meldungen analysiert
ein Fachbeirat, der sie kommentiert und Hilfen
bietet. 
Mehr Infos erhalten Sie
im Juni auf dem Postweg. In Vorbereitung
sind Fortbildungen, auf
denen besonders lehrreiche Fälle vorgestellt,
analysiert und Lösungsansätze zur Fehlervermeidung diskutiert werden können.
„Unser Ziel ist es, das gemeinsame Lernen aus
Fehlern zu fördern, die Haltung im Umgang
mit unerwünschten Ereignissen zu verändern
und zu einer neuen Fehlerkultur zu gelangen“,
sagt Dr. med. Peter Potthoff. Der Vorstandsvorsitzende der KV Nordrhein bestärkt seine
Kolleginnen und Kollegen, das Angebot zur
Unterstützung und Ergänzung ihres praxisinternen Risikomanagementsystems zu nutzen.
Es könne ein wirksames Werkzeug zur Behandlungsfehlerprophylaxe sein.
CIRS-NRW ist freiwillig
CIRS-NRW steht allen in Klinik und Praxis Tätigen zum Berichten von kritischen Ereignissen offen. Jeder Bericht ist ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Patientensicherheit.
CIRS-NRW ist einfach
Der Zugang zu CIRS-NRW ist zu jedem Zeitpunkt möglich.
Die Startseite kann mit einem internetfähigen Computer über
www.cirs-nrw.de aufgerufen werden. Mit wenigen Klicks können Berichte einfach und zeitnah zum Ereignis abgegeben werden.
CIRS-NRW ist anonym
Es werden keine personenbezogenen Daten im Rahmen des
Berichts abgefragt oder gespeichert. Berichte, die personenbezogene Daten enthalten, werden nachträglich anonymisiert.
Rückschlüsse auf beteiligte Personen und Institutionen sind somit nicht möglich.
CIRS-NRW ist übersichtlich
Die eingetragenen Fälle lassen sich gezielt filtern, z. B. nach
Fachgebiet, den beitragenden Faktoren zum Ereignis oder den
verschiedenen Behandlungskontexten.
CIRS-NRW ist interaktiv
CIRS-NRW lebt von Berichten über kritische Ereignisse, aber
auch von Kommentaren, Lösungsvorschlägen und Erfahrungen
anderer Nutzer und Leser. Beiträge können kommentiert und
CIRS-NRW fördert gemeinsames Lernen
CIRS-NRW bietet durch Fortbildungsverstaltungen vor Ort eine
Plattform für gemeinsames Lernen.
Dipl. Soz. Arb. Anke Follmann, MPH
Tel. 0251 929-2641
E-Mail: anke.follmann@aekwl.de
Dipl.-Wirtschaftsmath. Robert Färber
Tel. 0211 47819-22
E-Mail: rfaerber@kgnw.de
Ass. jur. Miriam Mauss
Tel.: 0211 5970-8060
E-Mail: miriam.mauss@kvno.de
Julia Miller M. A.
Tel. 0231 9432-3581
E-Mail: julia.miller@kvwl.de
Die Plattform finden Sie
unter www.cirs-nrw.de
CIRS-NRW initiiert Verbesserungen
CIRS-NRW motiviert zum Lernen voneinander und dazu, Veränderungen und Verbesserungen anzustoßen.
Dr. med. Hans-Georg Huber M. san.
Tel. 0211 4302-2700
E-Mail: hghuber@aekno.de
Dr. med. Julia Rohe, MPH
Tel. 030 4005-2504
Besser informiert mit den Newslettern der KV Nordrhein
KV bietet Rahmen für gute Versorgung
n KVNO-Ticker
Der gesundheitspolitische Nachrichtendienst der KV Nord­rhein – inklusive aktueller Honorar-Informationen.
n Praxis & Patient
Neues zu aktuellen Entwicklungen in der ambulanten Versorgung in Nordrhein für Patienten – und die Praxishomepage.
n VIN – Verordnungsinfo Nordrhein
Der Newsletter liefert aktuelle Regelungen und praktische
Tipps zum Verordnen von Arznei- und Heilmitteln.
n IT in der Praxis
Für Mitglieder der KV Nordrhein und Softwarehäuser, die
Informationen über den Praxiscomputereinsatz wünschen.
Der Newsletter zeigt, welche Dokumente und Rubriken
aktuell das Internet-Angebot der KV Nordrhein ergänzen.
n D2D
Infos für Nutzer der Telematik-Plattform D2D und Interessierte.
D2D ermöglicht viele Kommunikations-Anwendungen.
Immer mehr Leistungen erbringen Praxen qualitätsgesichert.
Trotz unterdurchschnittlicher Bezahlung leisten die rheinischen Ärzte Spitzenmedizin. Das belegt der Qualitätsbericht
der KV Nordrhein. „So machen wir Qualität transparent“, erklärt Dr. Peter Potthoff, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein, „für Bürgerinnen und Bürger, Krankenkassen und das
Landesgesundheitsministerium.“
Beschlüsse der VV der KV Nordrhein
> D2D-Newsletter
Euro-Gebührenordnung zeigt Unterfinanzierung
Vergütung bei Heim- und Hausbesuchen
Immer mehr Leistungen können Praxen nur dann anbieten,
wenn sie eine Genehmigung von der Kassenärztlichen Vereinigung erhalten haben. Anfang der 90er Jahre gab es gerade
einmal zehn Leistungen, die genehmigungspflichtig waren.
Gesundheitswesen bundesweit
D2D-Statistik steigt
Bundesweit exakt 11.232 Anwender
in DMP-Brustkrebs
8.919 Einrichtungen
(Praxen/Krankenhausabteilungen)
Inzwischen sind es über 45 Bereiche, in denen eine Praxis
nutzten im Dezember 2010 die Telematik-Plattform
D2D. Die aktuelle
Statistik zeigt, dass gut 30%
Entwurf zum Infektionsschutzgesetzes
eine Leistungmit
nur dann erbringen kann, wenn die KV Nordder D2D-User in Nordrhein zu Hause
sind, gefolgt von Bayern mit 20%, Baden-Württemberg
rhein die Qualifikation
geprüft hat. Darunter zum Beispiel
17,5% und Bremen mit 11,5%. Damit ist Bremen der KV-Bereich mit der höchsten D2D-Dichte:
wechselt zu Pharmaverband
Akupunktur, Koloskopie oder Ultraschall.
60 % der KVHB-Mitglieder haben Barmer-Chefin
einen D2D-Anschluss.
Nach wie vor die am stärksten frequentierte
DALE-UV (BG-Abrechnung) mit rund
52.000 Mediziner
bis 2020 in ist
Derals
Bericht bezieht sich auf die Leistungen aus den
325.000 Transaktionen im Monat, auf Platz zwei folgt eDMP, für das im Schnitt mehr
D2D-Nachrichten monatlich generiert werden. Zunehmend werden auch die KV-Anwendungen
vertragsärztlichen Genehmigungsbereichen des Jahres 2009.
(Online-Abrechnung, eKoloskopieDoku
und eHKS)
D2DHilfsmittel
genutzt: Hier sind es zurzeit
bundes-der Genehmigungen beläuft sich auf 84.812,
Arznei-,
Heil-via
weit etwa 10.000 Sendungen im Quartal. Last but not least werden mit D2D bereits eine
von gut 11.000 Genehmigungen gegenüber
15.000 elektronische Arztbriefe pro
Jahrbestätigt
G-BA zu Sortis
dem Vorjahr. Dass die Prüfungen mehr sind als ein reines
Praxis & Patient
Durchwinken, zeigt die Zahl der Ablehnungen und Widerrufe: Allein im Jahr 2009 hat die KV Nordrhein 1.352 Anträge
abgelehnt und 375 Genehmigungen widerrufen. „Damit leisten wir einen entscheidenden Beitrag zur Patientensicherheit“, so Potthoff.
Verordnungsfähigkeit von Harn- und Blutzuckertests
 Weitere Informationen:
http://www.d2d.de/index.php?id=16
DALE-UV via D2D ab 2012 nicht
mehrinmit
ISDN-Direkteinwahl
Bis vor fünf Jahren war der Zugang
D2D-Server
über die ISDNGesucht:
für familienfreundliches
In Diagnose und Therapie entwickelt sich die ambulante VerDirekteinwahl möglich. Seit 2006 wird
alternativ auch der D2D-Zugang über die Hardware-basierte
sorgungeine
weiter – und damit auch die Qualitätssicherung. So
VPN-Lösung der KVen ermöglicht, das sog.
KV-SafeNet. Mittlerweile ist ISDN allerdings
zum Themawurde
soll die Gastroskopie
„aussterbende Technologie“. Vor diesem
vorsorglich in einer vertraglichen
Ver- unter Genehmigungsvorbehalt gestellt
und die Kapsel-Endoskopie
als neue Leistung mit Qualitätseinbarung neu geregelt, dass ab 2012
im DALE-UV-Verfahren mit D2D nur noch KV-SafeNet
Zugangstechnologie erlaubt sein wird. AlleNordrhein
ISDN-Direkt-Anwender werden vor diesem
im Laufe des Jahres 2011 auf KV-SafeNet umstellen. Die Softwarehäuser wurden bereits
Dezember 2010 auf der 4. D2D-Anwenderkonferenz
aufindie
Appell: Patienten
stellen! Ende diesen
Monats werden die betroffenen Einrichtungen angeschrieben und auf die Umstellung hingewiesen.
Weiterentwicklung der ambulanten Palliativ-Versorgung
http://www.d2d.de/uploads/media/ISDN_auf_SafeNet_2011-02-08.pdfVerordnungsInfo
http://www.d2d.de/index.php?id=158 Gesetzliche Krankenversicherung
Harn-/ Blutzuckerteststreifen begrenzt verordnungsfähig
Erstes System realisiert neue D2D-Anwendung „elektronische DialyseDMP Brustkrebs berücksichtigt Lebensqualität
Dokumentation (eDialyseDokumentation)“
„Gleiches Geld für gleiche Leistungen, und das bundesweit.“
KVNO-Ticker | 04 2011
Durch die Einführung des geplanten Versorgungsgesetzes für
die gesetzliche Krankenversicherung erhoffen sich die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) in Nordrhein-Westfalen
(NRW) die Chance, dass ihre zentrale Forderung endlich realisiert werden kann – und zwar vom Gesetzgeber geregelt.
Denn in Nordrhein und Westfalen-Lippe stehen die Arztpraxen deutlich schlechter da als im Bundesdurchschnitt.
Die nach QS-Richtlinie Dialyse des Gemeinsamen Bundesausschusses zu übermittelnden Dialy„Uns geht es darum, dass für die Behandlung der Patiensedokumentationen werden von den Praxen quartalsweise an die KVen übergeben. Die Übermittten in Nordrhein und Westfalen-Lippe genauso viel Geld zur
lung der Dialysedokumentationen erfolgt zur
Zeit in den
KVen in Form von Datenträgern.
& meisten
Verordnungshinweis
bestandenem Funktionstest seitens GMC-Systems, MCC-PaDok können
die- steht wie in anderen Regionen der Republik. Und
uns geht es um faire Honorierung der Leistungen, die unsere
se Daten mit diesem System jetzt auch perAnD2D
an die KVdenken!
Dabigatran (Pradaxa) bei Vorhofflimmern
Vertragsärzte und -psychotherapeuten Tag für Tag für ihre
Patienten in der ambulanten Versorgung erbringen. Nicht
http://www.d2d.de/index.php?id=145
Der Thrombin-Hemmer Dabigatran ist seit 2008 in Deutschland zugelassen zur Primärpräventionmehr,
von venösen
aber auchthrombonicht weniger“, sagt Dr. Peter Potthoff, VorEHEC – was zu beachten ist
embolischen Ereignissen bei erwachsenen Patienten nach elektivem chirurgischen Hüft- oder Kniegelenksersatz.
Das oralder KV Nordrhein.
sitzender des Vorstands
einzunehmende Dabigatran-EtexilatPatientenrechte
(Pradaxa) ist eine
zu Heparin in der Nachsorge bei diesen Indikationen und
sollte aus wirtschaftlichen Gründen nur bei Unverträglichkeit oder Kontraindikationen der niedermolekularen Heparine eingesetzt werden (1).
Seite 1 von 2 >>> Stand 08.02.2011 >>> Newsletter >>> © D2D
Tipps, Termine & Service
Seit September 2011 ist die Zulassung von Pradaxa auf die Anwendung bei Vorhofflimmern erweitert worden. Es kann
eingesetzt werden zur Prävention von Schlaganfällen und systemischen Embolien bei erwachsenen Patienten mit nichtvalvulärem Vorhofflimmern und einem
Risikofaktoren. Die Risikofaktoren sind:
zu Herzschwäche
Etwa zehn Prozent aller Sterbenden benötigen eine beson■ vorausgegangener Schlaganfall, TIA oder systemische Embolie
ders aufwändige, spezialisierte Versorgung. Um dies in häusSelbsthilfeförderung in NRW
■ LEV <40%
licher Umgebung zu ermöglichen, setzt die spezialisierte
■ symptomatische Herzinsuffizienz
≥ NYHA-Klasse
2 Diagnosen und Arztbesuche
ambulante Palliativ-Versorgung (SAPV) auf ein sogenanntes
■ Alter ≥ 75 Jahre
Palliative Care Team innerhalb der allgemeinen ambulanten
■ Alter ≥ 65 Jahre und gleichzeitig
KHK oder arterielle Hypertonie (2)
Palliativversorgung in Nordrhein. Ein Palliative Care Team
besteht aus mindestens drei qualifizierten Palliativ-MediziDas Präparat ist in der Indikation Vorhofflimmern seit 2010 in den USA in der 2x150 mg Dosierung
nernzur
undAntikoagulation
mindestens vier Palliativ-Pflegefachkräften. Verzugelassen worden. Die Anwendung wurde in der RELY-Studie in zwei verschiedenen Dosierungen an
überbestehen
18.000 Patienten
bisher in Düren, in der Städteregion Aachen
mit Vorhofflimmern und weiteren Risikofaktoren im Vergleich zu dem in den USA üblichen Warfarinund
(3). Die durch- in Essen, in Köln (linksrheinisch)
in Mettmann-Nord,
schnittliche Beobachtungszeit betrug zwei Jahre. Die wichtigsten Ergebnisse der Studie sind in der Tabelle dargestellt.
Pimärer Endpunkt:
Tabelle: Ergebnisse der RELY-Studie (Angaben in % pro Jahr)
Dabigatran, 2 x 110 mg
Dabigatran, 2 x 150 mg
Praxis & Patient | Juli 2011
Die Warfarin-Patienten der Studie waren zu durchschnittlich 64 Prozent der Beobachtungszeit im richtigen INR-Bereich.
Patienten mit geringer Kreatinin-Clearance oder Leberfunktionsstörungen, wurden von der Studie ausgeschlossen.
In den Dabigatran-Gruppen beendeten mehr Patienten die Studie frühzeitig im zweiten Jahr als in der Warfarin-Gruppe (11,8
und 11,3 % vs. 5,8 %), zum Teil wegen vermehrt auftretender Nebenwirkungen wie Dyspepsie und Oberbauchbeschwerden.
VIN VerordnungsInfo Nordrhein | 1. September 2011
So funktioniert die BAG-Förderung
Berufsausübungsgemeinschaften (BAG) erhalten Zuschläge auf die Regelleistungsvolumen
(RLV). Damit werden Kooperationen gefördert. Wir stellen klar, wer welchen Zuschlag erhält.
Die Zuschläge gibt es bereits seit Einführung
der Regelleistungsvolumen im Jahr 2009.
Davon profitieren Kooperationen wie Praxisgemeinschaften oder Medizinische Versorgungszentren (MVZ).
gruppen innerhalb einer Betriebsstätte oder
der tatsächliche Kooperationsgrad.
Seit dem 4. Quartal 2012 ist der Zuschlag einheitlich. Der Honorarverteilungmaßstab (HVM)
BAG-Zuschlag ab dem vierten Quartal 2012
Überprüfung der Standorte
Anzahl Ärzte ≥ 2
Anzahl Ärzte < 2
BAG-Zuschlag für
Standort =10 %
Kein BAG-Zuschlag
Standort = 10 %
Der BAG-Zuschlag wird zum Regelleistungsvolumen des Arztes respektive der Praxis gewährt, was das Budget des RLV erhöht. Für
die Höhe des Zuschlags waren in der Vergangenheit unterschiedliche Kriterien maßgeblich, etwa die Anzahl der vertretenen Arzt-
definiert es wie folgt (§ 5 Abs. 3a HVM): „Die
Höhe des zutreffenden RLV für BAG, MVZ und
Praxen mit angestellten Ärzten wird unter Berücksichtigung eines Aufschlages in Höhe von
zehn Prozent je Standort berechnet, soweit
dort mindestens zwei Ärzte zugelassen und/
Auszug aus dem RLV-Bescheid
2.18	2.19 2.20	30
Regelleistungsvolumen in EUR (2.14 + 2.15 + 2.17)	24.886,50
Standortbezogener BAG-Zuschlag	1,1000
Regelleistungsvolumen inkl. Förderung in EUR (vorläufig) (2.18 x 2.19)	27.375,15
oder als Angestell­te an der vertragsärztlichen
Versorgung im Rahmen ihrer Zulassung und/
oder Genehmigung zur Anstellung teilnehmen;
andere Tätigkeiten, zum Beispiel in Zweigpraxen bleiben unberücksichtigt …“
Keinen Zuschlag gibt es für Jobsharing-Ärzte.
Dies bestimmt das Sozialgesetzbuch V (§ 101
Abs. 1 Nr. 4 und 5). Die Regelung gilt seit dem
dritten Quartal 2011.
n Susann Degenhardt, Olga Lykova
Beispiel 1 | Vertragsarzt A mit Einzelpraxis
» kein BAG-Zuschlag
Beispiel 2 | Vertragsarzt A mit Einzelpraxis
und angestelltem Arzt B am gleichen Standort
» BAG-Zuschlag 10 % für Arzt A und B
Beispiel 3 | Vertragsarzt A mit Einzelpraxis,
zugelassen am Standort A, angestellter Arzt
B, tätig in der Zweigpraxis B
» BAG-Zuschlag 10 % für Arzt A
» Der Tätigkeitsumfang des angestellten Arztes ist hier irrelevant
Beispiel 4 | Standortgleiche BAG mit Vertragsarzt A und Vertragsarzt B
» Auch bei hälftiger Zulassung der Vertragsärzte wird der Zuschlag
Beispiel 5 | Standortübergreifende BAG mit
Vertragsarzt A, zugelassen am Standort A,
und Vertragsarzt B, zugelassen am Standort B
» kein BAG-Zuschlag für Arzt A und B
Beispiel 6 | Standortübergreifende BAG/
MVZ mit Vertragsarzt A und Vertragsarzt B,
beide zugelassen am Standort A, und Vertragsarzt C, zugelassen am Standort C
» BAG-Zuschlag 10 % für Arzt A und B,
aber kein Zuschlag für Arzt C
Beispiel 7 | Standortgleiche BAG mit Vertragsarzt A und Vertragsarzt B, wobei Arzt
B im Job-Sharing ist
Beispiel 8 | Standortübergreifende BAG /
mit Zulassung am Standort A, und Vertragsärzte C und D, zugelassen am Standort C
» BAG-Zuschlag von 10% für alle Vertragsärzte
Die Dokumentation in der Praxis ist wichtig – und könnte im Kontext des Patientenrechte­
gesetzes noch an Bedeutung gewinnen. Wie viel Dokumentation ist nötig? Diese Frage stand
im Mittelpunkt der Veranstaltung „Ärztliche Dokumentationspflichten.“
Eine gute Dokumenta­
tion hat nichts mit lästiger Bürokratie zu tun.
Sie ist Teil einer sorgfältigen Behandlung.
Ein brisantes Thema lockte
160 Ärztinnen und Ärzte zu
der Veranstaltung des Instituts für Qualitätssicherung
(IQN) ins Haus der Ärzteschaft. Denn durch das Ende Februar in Kraft getretene Patientenrechtegesetz hatten viele Besucher
die Befürchtung, die Anforderungen hätten sich erhöht. Dies aber stimme nur
zum Teil, betonte Dr. Dirk
Schulenburg: „Das Patientenrechtegesetz kodifiziert
zu 90 Prozent präexistentes Richterrecht“, sagte der
Justitiar der Ärztekammer
Nordrhein. Doch das ist kein Grund, die Dokumentation in der Praxis zu vernachlässigen.
kam und wie darauf reagiert wurde. Dies funktioniert natürlich nur, wenn sich hierzu etwas
in der Akte findet. Beachten Sie: Untersuchungen, die nicht dokumentiert werden, sind aus
juristischer Sicht nicht durchgeführt worden.
Die ärztliche Dokumentation ist Bestandteil
der geschuldeten Sorgfalt bei der Behandlung. Sie soll vollständig, klar formuliert (Vorsicht mit Abkürzungen) und leserlich sein und
zeitnah erstellt werden. Stellen Sie sich am
besten vor, was Sie selbst an Informationen
wünschen würden, wenn Sie zum Beispiel der
Nachbehandler wären.
Die Frage, ob eine bestimmte Maßnahme dokumentiert werden muss oder nicht, konnten
die Juristen in den wenigsten Fällen mit einem generellen Ja oder Nein beantworten. Es
komme, wie so oft bei Juristen, auf den Fall
an, erläuterte Rainer Rosenberger, ehemaliger vorsitzender Richter am Oberlandesgericht Köln. Er betonte, dass nicht Richter entscheiden, was an Dokumentation erforderlich
ist, sondern immer sachverständige Ärztinnen
Die Dokumentation dient primär der ärztlichen
Befundsicherung und Verlaufsdokumentation,
im Schadensfall aber erlangt sie Beweiskraft.
Ärztliche Sachverständige müssen dann anhand der Dokumentation rekonstruieren können, mit welchen Beschwerden der Patient
Dokumentation und Behandlungsfehler
Dr. Werner Jörgenshaus, Hausarzt aus
Schwalm­tal und Mitglied der Gutachterkommission, wies darauf hin, dass Mängel in der
Dokumentation in bis zu 15 Prozent der Fälle
der Gutachterkommission eine Rolle spielen.
Anhand von mehreren Fällen, die die Kommission zu begutachten hatte, stellte Jörgenshaus
Dokumentation dar – und zeigte auf, was alles fehlte, um entscheiden zu können, ob die
Handlungsweise zulässig war. Sein Fazit: Ärztinnen und Ärzte dürfen sich irren, aber ob
dieser Irrtum zum damaligen Zeitpunkt erklärbar war, sollte sich aus den Akten ergeben.
Jörgenshaus illustrierte die Anforderungen
an Beispielen. So wäre die ärztliche Entscheidung, bei einem Jungen mit Bauchschmerzen
zuzuwarten, zulässig gewesen – wenn in der
Dokumentation Hinweise enthalten gewesen wären, dass ein Verdacht auf Appendizitis abgeklärt wurde. Es fanden sich aber keine Angaben darüber, ob der Bauch weich war
oder bei Druck Schmerzen auftraten. Da diese
fehlten, konnte der Sachverständige nur mangelnde Sorgfalt bei der Diagnosestellung unterstellen. Der Vorwurf eines Behandlungsfehlers war damit bestätigt. Intraoperativ lag
die Appendix retrocoecal, sodass die Untersuchung nicht zwangsläufig ein „klassisches
Bild“ ergeben hätte – und das Zuwarten eine
zulässige Entscheidung darstellte.
Fatale Folgen kann ein Dokumentationsfehler nicht nur bei der Akutbehandlung haben.
Bei einem Diabetiker (Typ II) kam es zu einer
Rötung am Zeh. Der Hausarzt überwies zum
Spezialisten, da keine Besserung eintrat. Von
dort kam es zur stationären Einweisung, da der
Zeh gangränös geworden war und amputiert
werden musste. Die Akut-Therapie der behandelnden Ärzte war eigentlich korrekt, jedoch
handelte es sich um einen Patienten im Disease-Management-Programm (DMP) Diabetes, bei dem über Jahre hinweg vom Hausarzt
ein HBA1C von über 10 Prozent dokumentiert
war. Es fanden sich in den Unterlagen aber
keine Hinweise auf die Bemühungen des Hausarztes, eine etwaige mangelnde Kooperation
des Patienten zu beeinflussen oder zu der in
den DMP-Verträgen geforderten Überweisung
in eine Schwerpunktpraxis bei längerfristig erhöhtem HBA1C über 7,5 Prozent zu raten Die
Gutachter mussten eine mangelnde Sorgfalt
bei der Behandlung unterstellen, die zur Amputation geführt hat – ein Behandlungsfehler.
Auffällige Laborwerte, bei denen der Patientenakte nicht zu entnehmen ist, ob und wie
darauf reagiert wurde, sind ebenfalls ein häufiges Problem. Aber auch die Dokumentation der Aufklärung birgt Risiken, besonders die
Aufklärung zur Medikation. Außerdem fehlt
oft die Angabe für den Grund eines Arzneiwechsels.
Was die Neuregelungen aus dem Patienten­
rech­tegesetz betrifft, so wurde gerade im Zusammenhang mit der Aufklärung intensiv diskutiert. Die anwesenden Ärztinnen und Ärzte empfanden die Forderungen des Gesetzes
teilweise als nicht erfüllbar. Die Forderung, bei
der Verordnung von Medikamenten über alle
für den Patienten relevanten Nebenwirkungen
aufzuklären und dies zu dokumentieren, stuften die Teilnehmer als unrealistisch ein.
Eine Gynäkologin schilderte, dass der Zeitaufwand für eine Aufklärung zur Gabe von Hormonpräparaten und die neuen Auflagen durch
das Gendiagnostikgesetz massiv das Praxisgeschehen belasteten. Die Handhabung von
Aufklärungsbögen werfe neue Probleme auf,
da das Gesetz die Aushändigung einer Kopie
vorsieht, wenn Patienten diese Unterlagen unterschreiben müssen.
Trotz der verschiedenen Forderungen betonten alle Referenten, dass es darauf ankomme,
dass das Wichtige
dokumentiert werde
– und nicht immer
Tipps für die Dokumentation
alles. So können sich
Trotz der Zurückhaltung, die bei generellen
beispielsweise nach
Aussagen geboten erscheint, kristallisierder richtigen Do­ten sich im Laufe der Veranstaltung einige
ku­m entation eines
„Kernsätze“ heraus:
Er s t b e f unde s die
n	„Negative“ Befunde müssen nur in Ausweiteren Einträge
nahmefällen dokumentiert werden, zum
allein aus Informationen zu VeränderunBeispiel bei Ausschlussdiagnostik eines
gen oder einem „diHerzinfarkts – EKG o. B.
to“ beschränken. Die
n	Routinemaßnahmen müssen nicht dokuKunst bestehe darin,
mentiert werden, zum Beispiel Hautdesso viel wie nötig und
infektion bei jeder Blutentnahme.
so wenig wie mögn	Eine Aufklärung ist immer individuell.
lich zu schreiben und
n	Es muss nur dokumentiert werden, was
damit auch im Schaaus medizinischer Sicht erforderlich ist.
densfall die eigenen
n	Die Sicherungsaufklärung ist immer zu
auch noch nach Jahn	Einer vollständigen, zeitnah erstellten
ren nachvollziehbar
Dokumentation wird von juristischer
dokumentiert zu haSeite (erst einmal) geglaubt.
n Dr. Dagmar M. David, Dr. Martina Levartz
Pädiater kodieren Prävention
Die Handlungsfelder der Pädiatrie decken den kurativen
und den präventiven Behandlungsbereich ab. Die Zahl
von Impfungen und Früherkennungsuntersuchungen
ist hoch. Die präventiven Leistungen werden in der
Kinder- und Jugendmedizin unter den sogenannten
„Z“-Diagnosen oder Verschlüsselungen zur
sachgerechten Darstellung der Morbidität
kodieren Pädiater mit
den „Z“-Diagnosen.
Eine Krankheit, die durch eine Prophylaxe verhindert
wird, ist nicht als Behandlungsdiagnose zu kodieren.
Die spezifischen Schlüsselnummern für Impfungen
sind in der folgenden Übersicht aufgeführt, Sie finden sie im ICD-10-GM, Kapitel XXI: „Faktoren, die den
Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen.“
Spezifische Schlüsselnummern für Impfungen
Diphtherie-Pertussis-Tetanus Z27.1	Diphtherie Z23.6	Tetanus Z23.5	Pertussis Z23.7	Haemophilus influenzae Typ b	Z23.81	Poliomyelitis Z24.0	Hepatitis B Z24.6	Kombi DPT-Polio Z27.3	Kombi Masern-Mumps-Röteln	Z27.4	Masern	Z24.4	Mumps	Z25.0	Röteln	Z24.5	Windpocken	Z25.81	Influenza Z25.1	Pneumokokken Z23.81	Meningokokken	Z23.81	Humane Papillomaviren (HPV) Z25.81	Impfberatung ohne Durchführung	Z28	34
Diphtherie-Pertussis-Tetanus [DPT]
Diphtherie, nicht kombiniert
Tetanus, nicht kombiniert
Keuchhusten [Pertussis], nicht kombiniert
sonstige einzelne bakterielle Krankheiten
Diphtherie-Pert.-Tetanus mit Poliomyelitis
Masern-Mumps-Röteln [MMR]
Masern, nicht kombiniert
Mumps, nicht kombiniert
Röteln, nicht kombiniert
sonstige, näher bezeichnete
einzelne Viruskrankheiten
Grippe [Influenza]
sonstige näher bez. einzelne Viruskrankheiten
nicht durchgeführte Impfung (Immunisierung)
Spezifische Schlüsselnummern
für Vorsorgeuntersuchungen
U1 - U11	Z00.1 Gesundheitsvorsorgeuntersuchung eines Kindes
J1 - J2 Z00.3 Untersuchung aufgrund des Entwicklungsstandes
während der Adoleszenz
Neben diesen präventiven Leistungen, die zumindest sicher zu verschlüsseln sind, kommt aber noch die Morbidität der „neuen Kinderkrankheiten.“ Ein Beispiel: Bei einem Trennungskind (Z63.4G) kommt
es zu Sozialkonflikten (Z65.3G) und zu einer Interaktionsstörung Mutter-Kind (Z63.2G). Pädiatrische Aufgabe ist es, zu entscheiden, ob der
Verdacht auf Verhaltensstörung (dissoziales Verhalten) (Z03.2 G) oder
unsoziales Verhalten beim Kind oder Erwachsenen (Z72.8 A) vorliegt.
In der Absicht, korrekt zu kodieren, weil bekanntlich „Z“-Verschlüsselungen für die Morbidität keine Bedeutung haben, müsste nach anderen
Lösungen gesucht werden. Bei „Z“-Verschlüsselungen geht es um Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitssystems führen. Diese gelten als ganz typische
Vorzeichen für die „neuen Kinderkrankheiten“. Ebenso sollen „.8“- oder
„.9“-Verschlüsselungen möglichst nicht vorkommen. Folglich müsste der
Pädiater die aktuelle Lebenssituation psychiatrisieren und so verschlüsseln: aggressives Fehlverhalten (F91.1 G) oder emotionale Verhaltensstörung im Kindes- und Jugendalter auf den familiären Rahmen beschränkt (F91.0 G).
Neben der Kritik an einer mangelhaft auf die Gesamtleistung der Pädiatrie zugeschnittenen Kodierung gilt für alle Kinder- und Jugendärzte
derselbe Grundgedanke: Mit der Darstellung der Morbidität, aber auch
des Wandels im Bereich der kurativen Versorgung, verhelfen wir den
„Verhandlern“ der Kassenärztlichen Vereinigungen oder der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zu Zahlenmaterial, um höhere Honorare vereinbaren zu können. Dies verdeutlicht eine Mitteilung der KBV:
„Die Krankenkassen haben in den Verhandlungen (…) erneut betont,
dass sie die Vergütung entsprechend der Morbidität nur erhöhen könnten, wenn die Praxen entsprechend der AKR sachgerecht kodierten.“
Ein Problem der Pädiatrie sind die vielen Erstdiagnosen von extrem
seltenen Diagnosen. Dabei wird der Diabetes mellitus erst gar nicht
aufgeführt. Diese Kinder und Jugendlichen mit meist seltenen Erkrankungen werden zudem zumeist in Spezialambulanzen mitbetreut, und
diese „Dauerdiagnosen“ sind überwiegend in jedem Quartal relevant.
Zum Schluss finden Sie hier Beispieldiagnosen der sinnvollen Kodierung, die Neonatologie betreffend (Auszüge aus der hierarchisierten
Morbiditätsgruppe (HMG) 131):
Andere schwerwiegende
endokrine oder metabolische
E70.1	sonstige Hyperphenylalaninämien
E70.8 sonstige Störungen des Stoffwechsels aromatischer Aminosäuren
E71.3 Störungen des Fettsäurestoff­
E72.0 Störungen des Aminosäuretrans­
E72.2	Störungen des Harnstoffzyklus
E72.5	Störungen des Glyzinstoffwechsels
E72.8	sonstige näher bezeichnete
E74.1	Störungen des Fruktosestoff­
E74.2	Störungen des Galaktosestoff­
E74.3	sonstige Störungen der intaste­nalen
E74.4 Störungen des Pyruvatstoffwechsels
und der Glukoneogenese
E74.8	sonstige näher bezeichnete Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels
E75.1	sonstige Gangliosidose
E75.3	Sphingolipidose, nicht näher
E75.4	neuronale Zeroidlipofuszinose
E75.5	sonstige Störungen der Lipid­
E76.0	Mukopolysaccharidose, Typ I
E76.3	Mukopolysaccharidose,
D89.2	Hypergammaglobulinämie,
Q89.1	angeborene Fehlbildungen der
Q89.2	angeborene Fehlbildungen
sonstiger endokriner Drüsen
ICD 10 Neugeborenen-/Säuglingsalter
P92.0 Erbrechen beim Neugeborenen
Q40.0	Erbrechen, angeborene Pylorusstenose
P11.3 Fazialisparese, geburtsbedingt
P07.0 Neugeborenes mit extrem niedrigem Geburtsgewicht
P07.01 Neugeborenes: Geburtsgewicht zwischen 500 und 750 Gramm
P07.02 Neugeborenes: Geburtsgewicht zwischen 750 und 1000 Gramm
P07.3 Frühgeborenes über 28 SSW
P07.2 Frühgeborenes unter 28 SSW
F98.2 Fütterungsstörung
P59.9 Hyperbilirubinämie, Neugeborenikterus
Z63.0 Interaktions-/ Regulationsstörung Mutter-Kind
P39.1 Konjunktivitis beim Neugeborenen
B37.0 Mundsoor
L70.4 Neugeborenenakne
P14.0 Plexuslähmung, obere Erblähmung durch Geburtsverletzung, ohne Armplexuslähmung
F51.9 nichtorganische Schlafstörung/Pavor nocturnus
R68.1	Schreien/Unruhe, reizbares Kind
P92.5 Stillprobleme
R10.4 Trimenonkoliken
P92.2 Trinkschwäche
B37.2 Windelsoor
P10.0 Subdurale Blutung, durch Geburtsverletzung
P10.1 Hirnblutung, durch Geburtsverletzung
P10.4 Tentoriumriss, durch Geburtsverletzung
P11.- sonstige Geburtsverletzungen des Zentralnervensystems
P11.3 Geburtsverletzung des N. facialis
P11.4 Geburtsverletzung sonstiger Hirnnerven
P11.5-	Geburtsverletzung der Wirbelsäule und des Rückenmarkes
P11.50	mit akuter Querschnittlähmung
P11.51 mit chronischer Querschnittlähmung
P11.59 nicht näher bezeichnet
P11.9 Geburtsverletzung der Wirbelsäule und des Rückenmarks, nicht näher bezeichnet
K00.7 Zahnungsbeschwerden, Dentitio difficilis
Zwölfjähriger Patient mit bekanntem Diabetes Typ 1 erscheint mit einem entzündeten Finger an
der linken Hand in der Praxis.
E10.90 G	primär insulinabhängiger Diabetes mellitus [Typ-1-Diabetes] ohne
Komplikationen, nicht als entgleist bezeichnet
L03.01 L G Phlegmone an den Fingern
Siebenjährige Patientin mit bekanntem familiärem Mittelmeerfieber wird vorgestellt mit Fieber
und Schmerzen beim Wasserlassen.
E85.0 G	nichtneuropathische heredofamiliäre Amyloidose (familiäres Mittelmeerfieber)
N10 G	akute tubulointerstitielle Nephritis, akut: Pyelonephritis
B96.2! G	E.coli und andere Enterobakteriazeen als Ursache von Krankheiten,
die in anderen Kapiteln klassifiziert sind
Neun Monate alter Junge, Frühgeburt in der 29. SSW, Geburtsgewicht 950 Gramm, mit spastischer Parese und angeborener Pulmonalklappenstenose. Er wird von der Mutter wegen eines
Krupp-Anfalls in der Praxis vorgestellt.
G80.1 G spastische diplegische Zerebralparese
Q22.1 G	angeborene Pulmonalklappenstenose
J05.0 G	akute obstruktive Laryngitis [Krupp]
Vierjähriges Mädchen, mit lumbaler Spina bifida mit Hydrocephalus und bekanntem Krampfleiden wird von der Mutter wegen einer Verletzung am linken Bein als Folge eines Krampfanfall
in der Praxis vorgestellt.
Q05.2 G	lumbale Spina bifida mit Hydrocephalus
G40.3 G	generalisierte idiopathische Epilepsie und epileptische Syndrome
und die KV Nordrhein übernehmen keine Haftung für die Rich-
S80.81 L G sonstige oberflächliche Verletzung des Unterschenkels: Schürfwunde
Zehnjährige Patientin mit Maserninfektion und Symptomen einer Pneumo­nie.
B05.2 + G Masern kompliziert durch Pneumonie
J17.1 * G	Pneumonie bei andernorts klassifizierten Krankheiten
Achtjähriger Patient mit bekanntem Asthma bronchiale, Pneumonie und
Hämophilusnachweis.
J45.0 G Vorwiegend allergisches Asthma bronchiale
J14 G Pneumonie durch Hämophilus influenza
B96.3! G Hämophilus und Moraxella als Ursache von Krankheiten,
Zwölfjähriger Patient mit Leukämie in der Anamnese kommt nach Genuss von Speiseeis mit akutem Brech-Durchfall und starkem Krankheitsgefühl in die Praxis.
C92.01 G	akute myeloische Leukämie: in kompletter Remission
A05.0 G Lebensmittelvergiftung durch Staphylokokken
B95.6! G Staphylokoccus aureus als Ursache von Krankheiten,
tigkeit der Angaben.
TIPP: Weniger Aufwand durch
die „Kürzel“-Funktion
Reduzieren Sie den Kodier-Aufwand durch
Verwendung von anwenderdefinierten Diagnose-/GNR-Bausteinen. Nutzen Sie die
Verknüpfung von Impfleistungen mit ICDKodes aus dem Kapitel Z der ICD-Stammdatei.
Beachten Sie hierbei: Falls gleichzeitig sowohl eine GNR als auch eine Diagnose über
ein Kürzel indiziert werden sollen, muss
entweder die Diagnose oder die GNR durch
den Anwender bestätigt werden.
Aktuelle Fragen an die Serviceteams und deren Antworten
Berichtspflicht bleibt bestehen
Bei den Serviceteams der KV Nordrhein gehen pro Monat rund 7.000 Anrufe, Faxe und
E-Mails ein. Im April meldeten viele Hausarztpraxen, dass sie keine Berichte mehr erhielten.
Eine weitere häufige Frage: Wer ist beim Praxis-Urlaub zu informieren?
An wen können sich Patienten wenden, die
Ärzte oder Psychotherapeuten mit
bestimmten Qualifikationen suchen?
Patientinnen und Patienten können sich unter der kostenfreien Telefonnummer (08 00)
6 22 44 88 an den Patienteninformationsdienst der KV Nordrhein wenden. Während der
Servicezeiten von 8 bis 17 Uhr und freitags
bis 13 Uhr können dort zum Beispiel Hausärzte oder Psychotherapeuten in der Nähe des
Wohnortes oder Fachärzte, die über besondere Qualifikationen verfügen, erfragt werden.
Er gibt zudem Auskunft über Psychotherapeutherapeuten für Erwachsene wie auch für Kinder und Jugendliche, differenziert nach den
anerkannten und von den Krankenkassen zu
bezahlenden Verfahren.
Unser Patienteninformationsdienst ist auch per E-Mail
unter patienteninformationsdienst@kvno.de zu erreichen.
Die Informationen stehen zudem in der Arzt- und Psychotherapeutensuche unter www.kvno.de zur Verfügung.
Entfällt mit der Praxisgebühr auch die
Berichtspflicht nach dem EBM?
Nein. Auch nach dem Wegfall der Praxisgebühr ist in den Allgemeinen Bestimmungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs
(EBM) in Punkt 2.1.4 ein Katalog von Leistungen festgelegt, bei denen das Übermitteln eines Berichts bzw. Briefes an den Hausarzt des
Patienten Voraussetzung für die Abrechnung
der jeweiligen Leistung ist – und zwar unabhängig davon, ob der Patient den ausführenden Arzt mit seiner Krankenversichertenkarte oder mit einer Überweisung aufsucht. Diese Berichtspflicht gilt unabhängig von der
grundsätzlichen Verpflichtung zur Übermitt-
lung von Behandlungsdaten. Leistun­gen aus
dem Katalog der allgemeinen Bestimmungen
2.1.4 des EBM sind nur dann ohne schriftliche Mitteilung an den Hausarzt abrechenbar,
wenn der Patient keinen Hausarzt angibt oder
keine schrift­liche Einwilligung zur Weitergabe an den Hausarzt abgibt. Sollte dies der Fall
sein, tragen Sie bitte in der Abrechnung zusätzlich zu der entsprechenden Leistung die
Symbolnummer 99970 ein.
Was muss ich tun, wenn ich in Urlaub fahre und meine Praxis deswegen schließe?
Wenn Sie Ihre Praxis länger als eine Woche
schließen, teilen Sie bitte Ihren Urlaub und
Ihre Vertreter der für Sie zuständigen Kreisstelle der KV Nordrhein mit – natürlich nachdem Sie die Vertretung abgesprochen haben.
Bitte informieren Sie auch Ihre Patienten mittels Aushang und/oder Bandansage, wer Ihre
Vertretung übernimmt.
Zehn Jahre KOSA aktuell
K O S A aktuell
Ein Service für die
Mitglieder der Kassenärztlichen
Im März 2003 startete die erste Ausgabe von
KOSA aktuell – der nordrheinischen Zeitschrift
der Kooperationsberatung für Selbsthilfegruppen und Ärzte (KOSA). Zu Beginn war es ein
einfaches Infoblatt, das sich zu einer sechsseitigen Publikation entwickelt hat.
KOSA aktuell bietet Informationen zur Patientenorientierung, die den Arzt bei der Beratung
unterstützen können. Sie finden hier Hinweise
zum Aufbau und den Aufgaben von bundesweiten Selbsthilfeorganisationen und Insti-
tutionen im Gesundheitswesen, zudem Links,
Termin- und Literaturtipps.
Viele Praxen schätzen das Medium: „Kosa aktuell ist sehr gut und sehr hilfereich, ich lese sie
immer“, sagt eine Kinderärztin aus Mönchengladbach. Auch Selbsthilfevertreter geben positives Feedback: „Inhalt und Layout sind genau
das, was unsere Zielgruppen brauchen – knapp,
klar, gut recherchiert und lösungsorientiert.“
KOSA aktuell steht finden Sie im Internet unter
www.kvno.de | KV | 130539
Multiple Sklerose – Gemeinsam mit
den Ärzten nach Lösungen suchen
In einem Gespräch mit der KV Nordrhein berichteten die Geschäftsführerin
und Psychologin Dr. Sabine Schipper
und der Jurist Ralf Lobert vom Landesverband Nordrhein-Westfalen der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft
(DMSG) über die Schwerpunktaufgaben
ihres Vereins und ihre guten Erfahrungen in der Betroffenen-Beratung.
KVNO: Die Diagnose „Multiple Sklerose“ (MS) führt für viele Betroffene zu tiefgreifenden Veränderungen
im Alltag. Welche Unterstützung kann
Ihr Verein bieten?
Lobert: Wir verstehen uns vor allem als
Betreuungs-, Beratungs- und als Selbsthilfe-Organisation für MS-Erkrankte.
Hauptamtliche Fachkräfte des Landesverbandes stehen landesweit zusammen mit Selbsthilfegruppen und Ehrenamtlern vor Ort mit Rat und Tat zur
Verfügung. Oft ergeben sich durch die
Krankheit Rechtsfragen im Hinblick auf
Leistungsansprüche, z.B. gegenüber
Krankenkassen, Rentenversicherung oder
Arbeitgebern. Oder es wird die behindertengerechte Gestaltung von Wohnung,
Arbeitsplatz und Fahrzeug notwendig.
Ganz wichtig ist auch die psychologische Unterstützung zur Überwindung
akuter Krisen.
Schipper: Außerdem fördern wir Gruppenangebote, z.B. MS-Sport oder „Rolli-
training“. Besonders stolz sind wir auf
unser Projekt „Betroffene beraten Betroffene“. Seit 1987 bilden wir dafür
MS-Betroffene aus. Deren Beratungsangebote werden
von den Erkrankten und ihren Angehörigen gut in
zertifizierten Ehrenamtler müssen alle
zwei Jahre einen Aufbaukurs absolvieren und zusätzlich regelmäßig an Veranstaltungen teilnehmen. Dabei kön-
KVNO: Es ist einleuchtend, dass
langjährig Betroffene ihren
Mitpatienten aus
der eigenen Erfahrung heraus
können, aber wie Ralf Lobert (rechts) im Gespräch, Jurist Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft
die Qualität dieser Beratungen?
nen sie aus dem umfangreichen Fortbildungsprogramm des Vereins wählen. Wir
Schipper: Wir vermitteln eine besonde- unterstützen die Berater intensiv (unter
re Beratungsphilosophie: Es geht nicht anderem auch durch regelmäßige Superum gut gemeinte Rat-„Schläge“ oder um vision) und halten dadurch auch persönPatentrezepte, sondern um das gemein- lich engen Kontakt zu ihnen.
same Erarbeiten von persönlich passen- >>> Fortsetzung auf Seite 2
den Lösungsmöglichkeiten. Natürlich ist
es besonders überzeugend, wenn Betroffene von erfolgreich erprobten Bewälti- Deutsche Multiple Sklerose
gungsstrategien berichten können.
Vor Beginn der Beratungsarbeit durchlaufen unsere Beraterinnen und Berater
eine umfangreiche Grundfortbildung, für
die sie ein Zertifikat bekommen. Diese
Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V. (DMSG)
Telefon 0211 93304-0
E-Mail post@dmsg-nrw.de
KOSA aktuell erhalten
die niedergelassenen
Ärzte und Psychotherapeuten in Nordrhein
viermal pro Jahr.
Neues QEP-Manual online bestellen
Übersichtliche Terminplanung, sicherer Umgang mit Daten und eine genaue Beschreibung von Behandlungsabläufen – für all diese
Punkte liefert das aktuelle QEP-Manual eine
sichere Handhabe und hilft so dabei, die Kernziele des QEP-Qualitätsziel-Kataloges umzusetzen. Das Handbuch enthält digitale Musterdokumente und Checklisten, die Sie einfach
per Mausklick in das eigene, individuelle Praxishandbuch übernehmen können. Auch bietet es Selbstbewertungslisten, die die Überprüfung der eigenen Arbeit fördern und liefert
Beispiele für Maßnahmenpläne. Regelmäßig
angewandt hilft das Manual dabei, ein fundiertes Qualitätsmanagementsystem aufzubauen.
Das QEP-Manual 2010,
Aktualisierung 2012,
inklusive einer CD-ROM
können Sie zum Preis von
49,85 Euro online be­
stellen: www.kvno.de
KV | 130539
Die KV Nordrhein stellt auf ihrer Webseite eine
aktuelle Liste der Ärzte und Psychotherapeuten
mit einer Genehmigung zur neuropsychologischen Diagnostik und Therapie zur Verfügung.
Die neuropsychologische Therapie ist seit dem
1. Januar 2013 eine Leistung der gesetzlichen
Krankenversicherung und kann auch ambulant
erbracht werden (wir berichteten).
Sie unter www.kvno.de
Dr. Norbert Tautz verstorben
Am 4. April ist der ehemalige Vorsitzende der KV Nordrhein, Dr. Norbert
Tautz, im Alter von 84 Jahren verstorben. Viele Jahre hat er die Interessen
seiner Kolleginnen und Kollegen auf Landes- und Bundesebene und in der
Kreisstelle Bonn vertreten. 1977 wurde der Praktische Arzt in die Vertreterversammlung, 1981 in den Vorstand gewählt, 1985 wurde er 2. Vorsitzender
des Vorstandes und vertrat von 1987 bis 1992 die KV Nordrhein als 1. Vorsitzender. Für sein Wirken wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz aus­
gezeichnet. Mit Dr. Norbert Tautz verliert die nordrheinische Ärzteschaft
einen engagierten Kollegen und Berufspolitiker.
Doppelt „spitze“: Dr. Andreas Gassen
neuer Vorsitzender des SpiFa und des DFV
Bereits im März wurde der Düsseldorfer Orthopäde und Unfallchirurg Dr. Andreas Gassen zum Vorsitzenden des Spitzenverbandes
Fachärzte Deutschland (SpiFa) gewählt. Sein
erklärtes Ziel als Verbandschef: eine gut ausgestattete Patientenversorgung – wohnortnah und unabhängig. Und Gassen zeigt sich
kämpferisch: „Die Gängelung durch die Krankenkassen lehnen wir ab.“
Im April wurde er auch Vorsitzender des Deutschen Facharztverbandes (DFV). „Wir wollen
mit Substanz Facharztpolitik durchsetzen“,
so Gassen. Neben seiner Spitzenposition bei
SpiFa und DFV ist er unter anderem zweiter
stellvertretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und Mitglied
der Vertreterversammlung der KV Nordrhein.
Sein Bestreben als Interessenvertreter formu­
liert Andreas Gassen so: „Fachärzte brauchen
eine schlagkräftige Plattform, die sich je nach
Erfordernis mit anderen Verbünden zusammenschließt.“
293,8 Milliarden Euro gaben die Deutschen
2011 für Gesundheit aus, das sind 5,5 Milliarden Euro mehr als 2010. Mit rund 168,5 Milliarden Euro war nach Angaben des Statistischen Bundesamts die gesetzliche Krankenversicherung der größte Ausgabenträger.
Auf dem zweiten Platz folgten mit 40,1 Milliarden Euro die Privathaushalte und private
Nb-5621
68. Jahrgang, 19. April 2013
Organisationen wie Caritas, Diakonie etc., die
private Krankenversicherung lag mit 27,7 Milliarden Euro auf dem 3. Platz. Der einzelne
Bundesbürger musste damit 2011 rein rechnerisch 60 Euro pro Jahr mehr (3.590 Euro
insgesamt) für seine Gesundheit aufbringen.
Insgesamt lag das Ausgabenplus 2011 aber
deutlich unter der jährlichen Steigerungsrate der vorhergehenden Jahre von 3,1 Prozent.
Anteil an der Wirtschaftsleistung* in Prozent
Gesundheitsausgaben auf 293,8 Milliarden Euro gestiegen
Fax-Abruf-Nr.: 0211 59 70 -
Zum Abruf wählen Sie bitte die Nummer des Dokumentes. Je nach Gerät müssen Sie vor oder nach dem Wählen
die Abruf-Taste des Fax-Gerätes drücken. Da die Fax-Geräte je nach Hersteller unterschiedlich sein können, sind
leider keine allgemeingültigen Angaben zur Handhabung
der Abruffunktion möglich. Bitte entnehmen Sie Einzelheiten zur Funktion des Fax-Abrufes der Betriebsanleitung Ihres Gerätes.
7504 Bestellschein für Kassen- und KV-Vordrucke
7500 Gesamtaufstellung – Zugelassene Ärzte
Gesamtaufstellung – Ermächtigte Ärzte
Gesamtaufstellung – Krankenhäuser
Gesamtaufstellung – Zugelassene Ärzte
Meldeformular für Laborgemeinschaften zur Direktabrechnung über die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Merkblatt und Antrag zur Förderung der Weiterbildung zum
Facharzt/Fachärztin für Allgemeinmedizin oder für Innere
DMP Asthma/COPD: Antrag auf Teilnahme - Erklärung
zur Strukturqualität (fachärztliche Versorgungsebene)
7554 DMP Asthma/COPD: Teilnahmeerklärung Vertragsarzt
Anzeige über Beginn/Beendigung der Methadonsubstitution
DMP Diabetes mellitus Typ 1: Antrag auf Teilnahme –
Erklärung zur Strukturqualität für den Hausarzt
Erklärung zur Strukturqualität für die DSP und Kinderärzte
Patientendokumentation zur substitutionsgestützten
Behandlung Opiatabhängiger
Patientenerklärung zum Datenschutz / Abschluss
Patientenerklärung zum Datenschutz / Beginn
eToken-Kurzinfo: Online-Abrechnung
mit eToken ab dem 3. Quartal 2012
Elektronische Dokumentation zum Hautkrebs-Screening (eHKS)
Merkblatt für Arztpraxen
Quartalsabrechnung mit der KV Nordrhein: Mögliche technische
Verfahren, damit verbundene Kosten und Einsparungen
Patientenmerkblatt: Darmkrebs-Früherkennung
D2D-Anmeldung
DMP Diabetes mellitus Typ 1: Teilnahmeerklärung Vertragsarzt
Merkblatt und Antragsunterlagen zur Blankoformularbedruckung (6)
DMP Diabetes mellitus Typ 2: Teilnahmeerklärung Vertragsarz
Merkblatt eKoloskopie-Dokumentation
DMP KHK: Erklärung über die Praxisausstattung
Merkblatt eDMP-Dokumentation
DMP KHK: Teilnahmeerklärung Vertragsarzt
Meldebogen für die IT-gestützte Quartalsabrechnung
Patentgeschützte Analogpräparate (Me-too-Liste 2013)
Praxisbesonderheiten 2013 – Arzneimittel
Richtgrößen 2013 – Heilmittel
Richtgrößen 2013 – Arzneimittel
Anfrage: Arznei-, Verband- oder Heilmittelverordnung oder
Verordnungen des Sprechstundenbedarfs
Genehmigungsverzicht bei HeilmittelVerordnungen außerhalb des Regelfalles
Bundesweite Heilmittel-Praxisbesonderheiten 2013
Rundschreiben der KBV zur Umsatzsteuerbefreiung nach
für die gesetzliche Unfallversicherung
Anfahrtsbeschreibung zur KV Nordrhein
Bei technischen Probemen steht das Communication-Center der KV Nordrhein unter der Telefonnummer 0211 5970 8500 zur Verfügung - bei Störungengen wenden Sie sich bitte an den Geräte-Hersteller. Inhaltliche Fragen zu den Dokumenten richten Sie bitte an die zuständige Fachabteilung, Telefon 0211 59 700.
Das Forum für Vertragsärzte und -psychotherapeuten
beim Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit
Die KBV und Ihre KV laden Sie ein zum
Tag der Niedergelassenen am 5. Juni 2013 im Berliner ICC.
14 Uhr KBV kontrovers: Eine Frage an die Gesellschaft – Wie viel Gesundheit
wollen wir uns künftig leisten? Politische Diskussion mit dem Vorstand der KBV
Alle Informationen finden Sie unter www.tag-der-niedergelassenen.de.
Info-Markt der KVen + Politische Diskussion + Speakers‘ Corner + Info-Veranstaltungen
Anmeldung zu den Info-Veranstaltungen:
12.00–13.30 Uhr Ärztenetze und Co.: Formen der ärztlichen Kooperation
12.00–13.30 Uhr Einstieg in die Niederlassung:
Von der Verbundweiterbildung bis zur Praxisbörse
12.00–13.30 Uhr Best-practice Psychotherapie:
Multiprofessionelle Patientenschulung für morbid-adipöse Menschen
16.00–17.30 Uhr Welchen Wert hat meine Praxis?
16.00–17.30 Uhr Kooperation und vernetzte Versorgung – Praxiserfahrungen
aus der Gesundheitsregion Ostwestfalen-Lippe
16.00–17.30 Uhr Regressgefahr – was tun? Wirtschaftlichkeitsprüfungen in der Praxis
Foto: Bildschön / Semmer und Fox-Fotoagentur, Svea Pietschmann
Freier Eintritt zum Tag der Niedergelassenen für Vertragsärzte,
-psychotherapeuten und Praxispersonal sowie für Medizinstudenten
und PJ-ler. Melden Sie sich bis zum 29. Mai 2013 an:
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Arztnummer/Matrikelnummer:
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KV-Zugehörigkeit/Universität:
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Begleitendes Praxispersonal
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Faxanmeldung an 030/498550-30
oder online über www.hauptstadtkongress.de/tdn
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Der diesjährige Tag der Organspende findet in Essen unter dem Motto:
„Richtig. Wichtig. Lebenswichtig!“ statt. Der Tag beginnt mit einem
ökumenischen Dankgottesdienst im Essener Dom. Weiter geht es auf
dem „Marktplatz fürs Leben“ mit einem Bühnenprogramm, Informa­
tionsständen und prominenten Botschaftern für die Organspende.
Programmflyer und Plakate zum Tag der Organspende können kostenfrei per E-Mail unter info@fuers-leben.de unter dem Stichwort „Tag
der Organ­spende“ gefordert werden. Bitte geben Sie die erwünschte
Stückzahl und die Lieferadresse an.
Termin	1. Juni 2013,
Ort	Willy-Brandt-Platz,
Breaking Bad News –
In Zusammenarbeit mit dem Trainingszentrum der Universität Aachen
veranstaltet das Institut für Qualität im Gesundheitswesen Nordrhein
(IQN) eine Fortbildung zum Thema „Kommunikation in schwierigen Situationen“. Das Kommunikationstraining mit Schauspielpatienten startet mit einem Überblick in Gesprächsführungstechniken, übt Interaktionen mit Simulationspatienten und vertieft die Inhalte in Kleingruppenarbeit mittels Videofeedback.
www.iqn.de ZERTIFIZIERT | n n n n n Punkte
Termin	8. Juni 2013,
Ort Skillslab AIXTRA, MTI 1
Anmeldung	iqn@aekno.de
Telefax 0211 4302 2751
Die Nordrheinische Akademie informiert über die Aufbereitung von Medizinprodukten in der Praxis aus praktischer und rechtlicher Sicht. Wie
sieht beispielsweise die behördliche Überwachung der Medizinprodukte aus und was sind die Vorgaben des Medizinprodukterechts für Anwender und Betreiber? Die Referenten Carina Severing, Dr. jur. Klaus
Weimer und Klaus Wiese kommen von der Bezirksregierung Düsseldorf,
aus dem Medizinrecht und der Zentralsterilisation eines Krankenhauses.
ZERTIFIZIERT | n n n Punkte
Termin	19. Juni 2013,
Ort Fortbildungszentrum
Anmeldung	Andrea Ebels
Telefax 0211 4302 2801
n	28.-31.05.2013	Bundesärztekammer: 116. Deutscher Ärztetag, Hannover
n	04.	06.	2013	KV Nordrhein/Rheinische Post: RP-Ratgeber Gesundheit
„Bluthochdruck – Gefahr für die Gesundheit“, Düsseldorf
05.	06.	2013	KBV/KVen: Tag der Niedergelassenen im Rahmen des
Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit, Berlin
n	05.	06.	2013	IQN: Fortbildung „Onkologische Arzneimittel-Therapie und Compliance“, Düsseldorf
n	08.	06.	2013	KV Nordrhein: Infoveranstaltung „Onlineabrechnung mit Registriermöglichkeit
eToken und Ausgabe eArztausweis light durch die Ärztekammer Nordrhein“, Düsseldorf
n	08.	06.	2013 IQN: Fortbildung „Breaking Bad News – Kommunikation in schwierigen Situationen“,
Kooperation mit dem AIXTRA (Trainingszentrum der Universität Aachen)
08.	06.	2013	Nordrheinische Akademie: Qualitätsmanagement für Arztpraxen:
„Grundlagen und Instrumente – Einführungslehrgang“, Düsseldorf (Teil 1)
n	12.06.2013	Kooperationsberatung für Selbsthilfegruppen und Ärzte (KOSA Nordrhein) /
Landeskoordination Integration NRW: „Essstörungen – Hilfsangebote in Köln“, Köln
19.	06.	2013	Nordrheinische Akademie: Veranstaltung „Aufbereitung von Medizinprodukten
in Arztpraxen aus praktischer und rechtlicher Sicht“, Düsseldorf
21.-22.06.2013 Nordrheinische Akademie: Moderatorenausbildung Grundkurs, Düsseldorf
n	26.	06.	2013	IQN: Fortbildung „Die richtige und verantwortliche Medikamentengabe“, Düsseldorf
26.	06.	2013	Nordrheinische Akademie: Qualitätsmanagement für Arztpraxen:
„Grundlagen und Instrumente – Einführungslehrgang“, Düsseldorf (Teil 2)
10.	07.	2013 HAND e.V.: Leitliniengerechte Gerinnungshemmung bei ambulanten Operationen –
Schnittstellenproblematik bei zahn- und augenärztlichen Eingriffen, Düsseldorf
11.	05.	2013	Nordrheinische Akademie: Berufsbegleitende Fortbildung EVA – Entlastende
Versorgungsassistentin. Präsenztermin, Düsseldorf
15.	05.	2013	Nordrheinische Akademie: ICD-10-Kodierung, Düsseldorf
22.	05.	2013	Nordrheinische Akademie: Infomarkt für medizinische Fachangestellte, Köln
24.	05.	2013	Nordrheinische Akademie: EBM-Einführungs-Workshop für Wiedereinsteigerinnen, Düsseldorf
25.	05.	2013 Nordrheinische Akademie: Berufsbegleitende Fortbildung EVA – Entlastende
29.	05.	2013	Nordrheinische Akademie: Pharmakotherapie, Köln
05.	06.	2013	Nordrheinische Akademie: Vordrucke in der vertragsärztlichen Praxis, Köln
08.	06.	2013	Nordrheinische Akademie: Berufsbegleitende Fortbildung EVA – Entlastende
15.	06.	2013	Nordrheinische Akademie: Berufsbegleitende Fortbildung EVA – Entlastende
Vorschau „KVNO aktuell“ 6 | 2013
n	Honorar:
Neuerungen ab 1. Juli 2013
n	Praxisnetze:
Regeln zur Förderung stehen
n	SAPV:
Die Teams in Nordrhein
Ganz einfach mit dem eToken
Gesamtauflage dieser Ausgabe: 23 000
erscheint am 26. Juni 2013.
KVNO aktuell erscheint in zehn Ausgaben pro Jahr als Mitteilungsorgan für die Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Themen dieser Ausgabe sind unter anderem: Überleitungsmanagement, Ein- und Überweisung und Dialyse