Source: https://lfu.rlp.de/de/naturschutz/planungsgrundlagen-daten-zur-natur/biotopkartierung-1992-1997/
Timestamp: 2017-03-30 08:59:25
Document Index: 58706679

Matched Legal Cases: ['§ 24', '§ 28', '§ 28', '§ 17', '§ 24', '§ 28']

rlp.de | Biotopkartierung 1992-1997 | Willkommen in Rheinland-Pfalz
Biotopkartierung 1992-1997StartseiteNaturschutzPlanungsgrundlagen / Daten zur NaturBiotopkartierung 1992-1997
Unsere Landschaft wird durch vielfältige Biotoptypen geprägt. Davon sind viele von besonderer ökologischer Bedeutung. Sie bieten nicht nur seltenen und gefährdeten Arten einen Lebensraum, sondern sind auch zumeist ein Resultat der von uns gestalteten Kulturlandschaft, mit der wir uns identifizieren können. Viele Biotoptypen und damit auch die darin vorkommenden Arten sind in ihrem Bestand gefährdet und benötigen unseren Schutz.Eine Kartierung dieser Lebensräume stellt eine wichtige Datengrundlage für den Naturschutz dar. Die Biotope werden im Gelände nach einheitlichen Regeln ausgesucht, in Karten eingetragen und durch eine Beschreibung charakterisiert. Diese Informationen werden von allen Interessierten, innerhalb und außerhalb der Naturschutzbehörden, für vielfältige Fragestellungen genutzt und als unverzichtbar eingestuft.
Ihr Ansprechpartner im MUEEF: Matthias SchneiderTelefon: 06131/16-2344, Telefax: 06131/16-172344, E-Mail: matthias.schneider(at)mueef.rlp.de
Warum Biotopkartierung? Damit wir unsere Umwelt schützen und gleichzeitig nachhaltig nutzen können, ist es notwendig, dass unsere Planungen und Maßnahmen naturverträglich sind. Voraussetzung hierfür sind fundierte Informationen über die Naturausstattung unseres Landes.
Welche Aufgaben hat die Biotopkartierung Rheinland-Pfalz? Die Biotopkartierung Rheinland-Pfalz liefert landesweit einen Überblick über die Verteilung und den Zustand von Biotopen zum jeweiligen Erhebungszeitpunkt. Die Ausstattung der Lebensräume mit ihren Lebensgemeinschaften wird dokumentiert. Im Zuge der Biotopkartierung wurden gleichzeitig zum ersten Mal 1992 die Bestände der besonders geschützten Biotoptypen (damals § 24 LPflG, heute vollinhaltlich in § 28 LNatSchG enthalten) erfasst und in das Kartierungsergebnis integriert. Damit sind für den Arten- und Biotopschutz besonders bedeutsame Lebensräume inventarisiert. Aus den Ergebnissen der Biotopkartierung ist keine unmittelbare Rechtswirksamkeit abzuleiten, soweit die Flächen nicht durch die Bestimmungen des § 28 LNatSchG, durch Ausweisungen entsprechend §§ 17-25 LNatSchG oder durch planerische Festsetzungen gesichert sind.
Wie wurde grundsätzlich vorgegangen? Wir beauftragten Fachleute mit den entsprechenden landschaftsökologischen Kenntnissen mit der Kartierung. Die Erhebung erfolgte landesweit nach einer flächendeckenden Geländebegutachtung und der Auswertung verfügbarer Fachinformationen. Es wurden nur die Gebiete in die Kartierung aufgenommen, die oberhalb einer definierten Kartierschwelle lagen, d.h. die Kartierung erfolgte selektiv.
Welche Flächen wurden erfasst? Da die Biotopkartierung als selektive Kartierung konzipiert war, war es notwendig, bestimmte Qualitätsanforderungen dafür zu definieren, welche Flächen als kartierwürdig aufgenommen werden sollten. Ein grundlegendes Kriterium bei der Auswahl und dann auch der Bewertung der Biotope war die Art der Entstehung. Hierbei unterschieden wir zwischen naturbedingten und kulturbedingten Biotoptypen sowie Sekundärbiotopen.
Welche Informationen zu den Flächen wurden erfasst? Mit Hilfe eines Erfassungsblattes wurden im Gelände die relevanten Sachverhalte erfasst. Hierzu verwendeten die Kartierer einheitliche Checklisten, die aus den verschiedenen Themenkatalogen zusammengestellt wurden. Hervorzuheben sind die Benennung der Biotoptypengruppen, welche wiederum in die verschiedenen Biotoptypen gegliedert sind, sowie die Einstufung gemäß dem gesetzlichen Pauschalschutz als geschützter Biotoptyp. Weiterhin wurden die vorkommenden Vegetationseinheiten, bestandsbildende Pflanzenarten sowie gefährdete und besonders erwähnenswerte Pflanzen- und Tierarten notiert. Zusätzlich erfolgten Hinweise zu Beeinträchtigungen und wertbestimmenden Merkmalen. Entsprechend den Vorgaben des Erfassungsblattes wurde so standardisiert eine Charakteristik des Biotops erstellt und dieses abschließend zusammenfassend beurteilt. Näheres zur Bewertung der Biotope finden Sie hier.
Wie liegen die Daten vor? Alle im Gelände ermittelten Sachdaten sind in der speziellen Datenbank GEOBASE enthalten. Mit Hilfe von GEOBASE können einfache Biotopausdrucke bis hin zu vielfältigen und komplexen Abfragen und Auswertungen ausgeführt werden.
Wann wurden die Daten erfasst? Die letzten landesweit vorliegenden Daten stammen aus dem Erhebungszeitraum 1992 bis 1997. Eine bedeutende Neuerung gegenüber früher war hier die Erfassung der nach § 24 LPflG besonders geschützten Flächen (heute vollinhaltlich in § 28 LNatSchG enthalten). Dieser Datenpool wurde nach 1997 nur durch punktuelle Kartierungen, z. B. auf militärischen Liegenschaften, ergänzt. Weiterhin wurden vor allem neue Artmeldungen in die Beschreibungen der Biotope aufgenommen.
Wer nutzt die Biotopkartierung wofür? Nutzer der Biotopkartierung sind neben uns, den Fachleuten des Landesamtes für Umwelt, vor allem die Naturschutzbehörden, aber auch die Forst-, Landwirtschafts-, Straßen- und Wasserwirtschaftsverwaltungen. Des Weiteren finden die Daten in der Landesplanung, bei Kommunen, Planungsbüros, Naturschutzverbänden und Hochschulen sowie Verwaltungen militärischer Liegenschaften Verwendung. Diese exemplarische Auflistung zeigt die breite Palette des Einsatzes der Ergebnisse der Biotopkartierung.
Wie sieht die zukünftige Biotopkartierung aus? Alles zum aktuellen Biotopkataster, das 2006 eingeführt wurde, finden Sie auf der Seite des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten (MUEEF) unter www.naturschutz.rlp.de.