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Timestamp: 2016-10-27 04:56:54
Document Index: 163043210

Matched Legal Cases: ['Art. 9', 'BGE', 'Art. 11', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 156', 'Art. 159', 'BGE']

U 9/01 (20.11.2001)
U 9/01 Ge
Pr�sident Borella, Bundesrichter R�edi und Bundesrichterin Leuzinger; Gerichtsschreiberin Riedi Hunold
betreffend N.________
A.- N.________ (geboren 1973) war seit 1. M�rz 1995 bei der Genossenschaft X.________ als K�chin angestellt und durch ihre Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen versichert. Am 10. Juni 1997 st�rzte sie beim Inline-Skaten und zog sich dabei eine Rissquetschwunde �ber dem linken Knie mit Bursaer�ffnung zu, welche eine Bursektomie notwendig machte. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
Am 18. M�rz 1999 liess N.________ auf Grund erneuter Beschwerden an der operierten Stelle seit Januar 1999 einen R�ckfall melden. Mit Verf�gung vom 24. November 1999 lehnte die SUVA die �bernahme von Leistungen ab, da ein Zusammenhang mit dem Unfall vom 10. Juni 1997 nicht mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sei. Die vom Krankenversicherer von N.________, der SWICA Gesundheitsorganisation (nachfolgend: SWICA), hiegegen erhobene Einsprache wies die SUVA mit Einspracheentscheid vom 22. M�rz 2000 ab.
B.- Das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau hiess die von der SWICA erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 8. November 2000 gut und verpflichtete die SUVA zur Erbringung der gesetzlichen Leistungen.
C.- Die SUVA f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Antrag auf Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids.
Die SWICA schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde; eventualiter sei bez�glich der Frage der medizinischen Kausalit�t ein Gerichtsgutachten einzuholen, subeventualiter seien f�r den Fall der Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde die Gerichtskosten zu Lasten des Staates zu nehmen bzw. der SUVA aufzuerlegen. Sowohl N.________ als auch das Bundesamt f�r Sozialversicherung verzichten auf eine Vernehmlassung.
1.- Die Vorinstanz hat die Bestimmungen und Grunds�tze �ber den Begriff des Unfalls (Art. 9 Abs. 1 UVV; BGE 122 V 232 Erw. 1 mit Hinweisen) und des R�ckfalls (Art. 11 UVV; BGE 118 V 296 Erw. 2c mit Hinweisen) sowie �ber die Voraussetzung des nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhangs (BGE 125 V 461 Erw. 5a, 119 V 337 Erw. 1, je mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Dasselbe gilt f�r den Untersuchungsgrundsatz und den Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 125 V 195 Erw. 2 mit Hinweisen) sowie f�r den Beweiswert und die Anforderungen an medizinische Gutachten und Berichte (BGE 125 V 261 Erw. 4, 352 Erw. 3a; AHI 2000 S. 152 Erw. 2c, je mit Hinweisen). Darauf wird verwiesen.
2.- Streitig ist, ob die Beschwerden im linken Knie einen R�ckfall der anl�sslich des Unfalles vom 10. Juni 1997 erlittenen Verletzungen darstellen.
a) Dr. med. A.________, Facharzt f�r Allgemeine Medizin, hielt in seinem Bericht vom 4. Juli 1997 als Befund eine Rissquetschwunde �ber dem linken Knie mit Bursaer�ffnung und als Diagnose eine traumatische Bursaer�ffnung links pr�patell�r fest. Dr. med. C.________, Facharzt f�r orthop�dische Chirurgie, stellte die Diagnose eines femoro-patellaren Schmerzsyndroms am linken Knie mit der Differentialdiagnose posttraumatisch und Lateralisationstendenz (Bericht vom 10. M�rz 1999). Auf Nachfrage der SWICA hin pr�zisierte er, dass zwar pr�disponierende Faktoren best�nden, eine direkte, traumatische Knorpelsch�digung der Patella auf Grund des Traumamechanismus sowie der Schwere des Traumas (Bursasch�digung) aber ebenso wahrscheinlich sei; eine unfallbedingte Sch�digung m�sse als wahrscheinlich (gedanklich = 50 %) angenommen werden, und der Unfall sei als ausl�sendes Moment �berwiegend wahrscheinlich im Sinne einer conditio sine qua non. Dies ergebe sich insbesondere auch daraus, dass beim nicht unfallbetroffenen Knie die gleiche krankheitsbedingte Pathologie bestehe, welche aber schmerzfrei sei (Bericht vom 27. Januar 2000). Gem�ss den SUVA-Kreis�rzten Dres. L.________ und O.________ ist ein Zusammenhang h�chstens m�glich, die konstitutionelle Komponente, das �bergewicht sowie das beschwerdefreie Intervall sprechen aber dagegen (Aktenvermerke vom 19. November 1999 und vom 15. Februar 2000). Dr. med. B.________, �rzteteam Unfallmedizin, SUVA, kritisiert in seinem auf Grund der Akten erstellten Bericht vom 13. Dezember 2000 die Aussagen des Dr. med. C.________ und h�lt fest, dass die Unfallkausalit�t nicht mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit erwiesen sei.
b) Die sich in ein paar Stichworten ersch�pfenden Aktenvermerke der Kreis�rzte sind nicht geeignet, die von Dr. med. C.________ erstellten Diagnosen und Schl�sse in Zweifel zu ziehen.
Dasselbe gilt auch f�r den Bericht des Dr. med. B.________. Einerseits stellt er die am 10. Juni 1997 zugezogenen Verletzungen als simple Kniekontusion dar, obwohl die erlittene Rissquetschwunde mit Sch�digung der Bursa eine Operation notwendig machte und eine Arbeitsunf�higkeit von f�nf Wochen nach sich zog. Andererseits behauptet er, dass Dr. med. C.________ "offenbar auch nicht das vollst�ndige Dossier zur Verf�gung stand"; dies ist nicht nachvollziehbar, zumal sich den dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht vorliegenden Akten keine Angaben - wie etwa der Operationsbericht der Bursektomie - entnehmen lassen, welche nicht auch in den Berichten des Dr. med. C.________ enthalten w�ren. Vor allem aber beschr�nkt er sich nicht auf die an eine �rztliche Fachperson gestellte Aufgabe der medizinischen Beurteilung des Gesundheitszustandes (BGE 125 V 261 Erw. 4), sondern nimmt in vielfacher Hinsicht bereits die f�r einen Sachverst�ndigen unzul�ssige juristische Subsumtion vor (AHI 2000 S. 152 Erw. 2c mit Hinweisen; vgl. auch Meyer-Blaser, Rechtliche Vorgaben an die medizinische Begutachtung, in: Schaffhauser/Schlauri, Rechtsfragen der medizinischen Begutachtung in der Sozialversicherung, St. Gallen 1997, S. 28 ff.). Beispielsweise qualifiziert er die Fragen der SWICA als suggestiv, ordnet einzelnen Worten aus den Berichten des Dr. med. C.________ ein �berm�ssiges Gewicht zu und hebt hervor, dass Dr. med. C.________ lediglich von einem Kausalit�tsanteil von 50 % und nicht mindestens 51 % spreche; zudem stellt er fest, dass h�chstens von einer Beweislosigkeit ausgegangen werden k�nne, deren Folgen bekanntlich der Kl�ger zu tragen habe, und schliesst zuletzt darauf, dass auf Grund der medizinisch ausreichenden Dokumentation eine Unfallkausalit�t dieser Kniebeschwerden nicht mit Wahrscheinlichkeit erwiesen sei.
c) Nachdem Dr. med. C.________ �berzeugend darlegt, dass auch weitere Abkl�rungen keine vollst�ndige �tiologische Kl�rung bringen w�rden - was auch von der SUVA anerkannt wird - und seine Berichte im �brigen den von der Rechtsprechung aufgestellten Erfordernissen gen�gen, ist gest�tzt auf seine Beurteilung der Unfall vom 10. Juni 1997 mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest als Teilursache f�r die im Jahre 1999 als R�ckfall gemeldeten Beschwerden zu qualifizieren. Der vorinstanzliche Entscheid besteht demnach zu Recht.
3.- a) Streitigkeiten zwischen Versicherungstr�gern �ber Leistungen aus Unfallfolgen f�r einen gemeinsamen Versicherten sind kostenpflichtig (BGE 126 V 192 Erw. 6 mit Hinweisen). Die SUVA hat deshalb als unterliegende Partei die Gerichtskosten zu tragen (Art. 156 Abs. 1 OG).
b) Nach Art. 159 Abs. 2 OG darf im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde obsiegenden Beh�rden oder mit �ffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen in der Regel keine Parteientsch�digung zugesprochen werden. In Anwendung dieser Bestimmung hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht der SUVA und den privaten UVG-Versicherern sowie - von Sonderf�llen abgesehen - den Krankenkassen keine Parteientsch�digungen zugesprochen, weil sie als Organisationen mit �ffentlich-rechtlichen Aufgaben zu qualifizieren sind (BGE 123 V 309 Erw. 10 mit Hinweisen).
II.Die Gerichtskosten von Fr. 3000.- werden der SUVA auferlegt
des Kantons Thurgau, dem Bundesamt f�r Sozialversicherung
und N.________ zugestellt.