Source: http://slideplayer.org/slide/11991586/
Timestamp: 2018-10-15 18:13:46
Document Index: 278422298

Matched Legal Cases: ['§ 14', '§ 15', '§140', '§7', '§ 37', '§ 38', '§ 40', '§ 45', '§ 45', '§ 45']

Veröffentlicht von:Bettina Christin Günther Geändert vor etwa einem Jahr
5. In der häuslichen Pflege gibt es ein größeres Leistungs-angebot und der Bedarf von Menschen mit geistigen und psychischen Erkrankungen wird besser berücksichtigt 6. Die Möglichkeiten Kurzzeit- und Verhinderungspflege wahrzunehmen werden erweitert 7. Die Pflegeberatung wird ausgebaut 8. Entlastungsangebote für pflegende Angehörige werden erweitert
Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff gem. § 14 Abs. 1 SGB XI „Pflegebedürftig im Sinne dieses Buches sind Personen, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen. Es muss sich um Personen handeln, die körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbständig kompensieren oder bewältigen können. Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, und mit mindestens der in § 15 festgelegten Schwere bestehen.“
5 Neuerungen zum PSG II - Pflegebedürftigkeitsbegriff
Bisher: Hilfebedarf bei den gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens. Zukünftig: Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten, die nicht selbstständig kompensiert oder bewältigt werden können.
6 Neuerungen zum PSG II Bisher:
15 Verrichtungen der Grundpflege und Hauswirtschaft: Körperpflege Ernährung Mobilität und hauswirtschaftliche Versorgung Eingeschränkte Alltagskompetenz Zukünftig: 64 Kriterien der zu beurteilenden Lebensbereiche. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten Verhaltensweisen und psychische Problemlagen Selbstversorgung Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen Gestaltung des Alltagslebens und Soziale Kontakte Außerhäusliche Aktivitäten Haushaltsführung
7 Neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff – Begutachtungsverfahren und Kriterien
Die Pflegebedürftigkeit wird durch ein Begutachtungsverfahren überprüft. Dabei sind sechs Kriterien (Module) entscheidend: Mobilität: Wie selbständig kann der Mensch sich fortbewegen und seine Körperhaltung ändern? Z.B. umsetzen, Treppen steigen, fortbewegen in der Wohnung 2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten: Erkennen von Personen, örtliche und zeitliche Orientierung, kann der Mensch selbständig Entscheidungen treffen und formulieren?
8 Neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff – Begutachtungsverfahren und Kriterien
3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen: nächtliche Unruhe, selbstschädigendes Verhalten, Abwehr pflegerischer Maßnahmen, Wahnvorstellungen, verbale Aggressionen 4. Selbstversorgung: wie selbständig kann sich der Mensch im Alltag selbst versorgen bei Körperpflege, beim Essen und dem Trinken. Dieses Modul umfasst auch An-/Auskleiden sowie die gesamte Ausscheidung.
9 Neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff – Begutachtungsverfahren und Kriterien
Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen: Selbständige Durchführung ärztlich angeordneter Maßnahmen (Behandlungspflege) wie: Medikamente selbstständig einnehmen, eigenständige Arztbesuche, Einhalten von Diätvorschriften, Injektionen, körpernahe Hilfsmittel Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte: wie selbständig kann der Mensch den Tagesablauf planen oder Kontakte pflegen? Z.B. Ruhen und schlafen, sich beschäftigen, sinnhaft kommunizieren.
10 Neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff – Begutachtungsverfahren und Kriterien
Weitere Module, die nicht bei der Einstufung gewichtet werden: Außerhäusliche Aktivitäten Es wird bewertet, wie selbständig der Mensch sich außerhalb der Wohnung fort bewegen kann, auch ÖPNV oder PKW. 8. Haushaltsführung Es wird bewertet, wie selbständig der Mensch die jeweilige Tätigkeit durchführen kann. Z.B. einkaufen, kochen, putzen, Umgang mit Geld und Behörden. !!! Ein Pflegetagebuch muss nicht mehr geführt werden.
11 Neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff – Begutachtungsverfahren und Kriterien
In den Modulen 1, 4 und 6 geht es nicht um tatsächliche Erbringung der Leistung, es wird IMMER die Selbständigkeit bewertet – auch bei z.B. nicht vorhandenen Treppen wird trotzdem das selbständige erreichen des 2. Stockwerkes bewertet (Modul 1). Hingegen wird in Modul 3 und 5 die Häufigkeit von Handlungen abgefragt – z.B. „Verbale Aggressionen“ , nie oder selten bis täglich (Modul 3). Modul 2 fragt das Vorhandensein von Fähigkeiten ab, z.B. können Risiken und Gefahren erkannt werden?
12 Was ändert sich in der ambulanten Pflege?
13 Pflegegrade statt Pflegestufen
Statt den bisherigen drei Pflegestufen gibt es ab dem fünf Pflegegrade. So sollen Art und Umfang der Leistungen der Pflege-versicherung genauer auf den individuellen Bedarf abgestimmt werden. Die Zuordnung zu einem Pflegegrad erfolgt anhand eines Punktesystems. Dazu werden in den oben genannten sechs Lebensbereichen Punkte vergeben. Die Höhe der Punkte orientiert sich daran, wie sehr die Selbständigkeit eingeschränkt ist oder die Fähigkeiten noch vorhanden sind.
14 Pflegegrade statt Pflegestufen
Pflegegrad 1: ,5 bis unter 27 Punkte (Geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten) Pflegegrad 2: bis unter 47,5 Punkte (erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten) Pflegegrad ,5 bis unter 70 Punkte (schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten) Pflegegrad bis unter 90 Punkte (schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten) Pflegegrad bis 100 Punkte (schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung) Besondere Bedarfskonstellation: automatische Zuordnung zum Pflegegrad 5 bei vollständigem Verlust der Greif-, Steh-, und Gehfunktionen
15 Wie kommen Pflegebedürftige von Pflegestufen zu Pflegegraden?
16 (einfacher Stufensprung)
Überleitung von Pflegestufen in Pflegegrade (einfacher Stufensprung) Pflegebedürftige ohne eingeschränkte Alltagskompetenz Pflegestufe bis Pflegegrad ab I 2 II 3 III 4 Härtefall 5
17 Überleitung von Pflegestufen in Pflegegrade(zweifacher Stufensprung)
Pflegebedürftige mit eingeschränkter Alltagskompetenz Für alle Stufen besteht ein lebenslanger Bestandsschutz (§140 Abs 3 SGB XI), es sei denn der Pflegegrad erhöht sich oder es liegt keine Pflegebedürftigkeit mehr vor. Pflegestufe bis Pflegegrad ab 0 und eingeschränkter Alltagskompetenz 2 I und eingeschränkte Alltagskompetenz 3 II und eingeschränkter Alltagskompetenz 4 III und eingeschränkter Alltagskompetenz 5 Härtefall und eingeschränkter Alltagskompetenz
18 Pflegesachleistungen
19 Pflegegeld Einstufung 2016 Pflegegeld bisher
Einstufung und Pflegegeld 2017 Pflegestufe 0 (mit eingeschränkter Alltagskompetenz) 123 € Pflegegrad 2: 316 € Pflegestufe I (ohne eingeschränkte Alltagskompetenz) 244 € 316 € Pflegegrad 3: 545 € Pflegestufe II 458 € 545 € Pflegegrad 4: 728 € Pflegestufe III 728 € Pflegegrad 5: 901 € Pflegestufe III und Härtefall (mit und ohne eingeschränkte Alltagskompetenz)
20 Voraussetzungen für Pflegegrad 1
Niedrigste Stufe der Pflegebedürftigkeit. Darunter fallen Personen, die bisher nicht die Grundbedingungen für PS 0 erfüllt haben: Grundpflege Psychosoziale Unterstützung bis 1 x tgl. keine nächtliche Hilfe erforderlich Keine Präsenz tagsüber erforderlich
21 Leistungen bei Pflegegrad 1
Pflegeberatung §§7a und 7b Beratung in der Häuslichkeit gemäß § 37 Abs. 3 Zusätzliche Leistungen für Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen gemäß § 38a Versorgung mit Pflegehilfsmitteln gemäß § 40 SGB XI Finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes Pflegekurse für pflegende Angehörige und ehrenamtliche Personen gemäß § 45 Gewährung des Entlastungsbetrages gemäß § 45b in Höhe von 125,-€ (kann ambulant auch als Sachleistung = Grundpflege eingesetzt werden) Kein Anspruch auf Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege
22 Was ändert sich in der ambulanten Pflege?
23 Kurzzeit- und Verhinderungspflege
24 Kurzzeit- und Verhinderungspflege
Während einer Kurzzeitpflege wird die Hälfte des Pflegegeldes für bis zu acht Wochen gewährt. Während einer Verhinderungspflege wird die Hälfte des Pflegegeldes für bis zu sechs Wochen gewährt. Verhinderungspflege (1.612 Euro) kann aus dem Budget der Kurz-zeitpflege um bis zu 806 Euro (50 % des Anspruchs) auf Euro aufgestockt werden. Kurzzeitpflege (1.612 Euro) kann aus dem Budget der Verhinderungspflege um bis zu Euro (100% des Anspruchs) auf Euro aufgestockt werden.
25 Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen
Die bisherigen erhöhten Leistungsbeträge für Personen mit einer eingeschränkten Alltagskompetenz (insbesondere Demenz) sind in den Leistungen für die neuen Pflegegrade berücksichtigt. Der sogenannte Entlastungsbetrag für zusätzliche Betreuungs-leistungen in Höhe von bisher 104,00 Euro bzw. 208,00 Euro wird vereinheitlicht und beträgt ab 2017 pauschal 125,00 Euro. Sofern der Pflege-bedürftige, nach der Überleitung von Pflegestufen 2016 in Pflegegrade 2017, nicht mindestens insgesamt die gleichen Leistungen erhält, greift der Bestandsschutz: Die Pflegekasse zahlt dann die Differenz. Dieser Entlastungsbetrag von 125,00 Euro kann für die Leistungen der Tages-, Kurzzeit- und Nachtpflege sowie die neuen Entlastungsleistungen verwendet werden.
26 Leistungsbeträge Tagespflege
27 Pflegeberatung Zukünftig kann jeder, der Sachleistungen der Pflegeversicherung erhält oder Pflegegeld bezieht, einen Beratungsbesuch in der eigenen Wohnung in Anspruch nehmen. Die Pflegebedürftigen/pflegenden Angehörigen haben Anspruch auf individuelle häusliche Schulungen und Pflegekurse (§ 45 SGB XI). In den Schulungen findet eine pflegepraktische Anleitung statt und es werden Kurse zu krankheitsspezifischen Themen angeboten. Die Pflegekassen sind verpflichtet, diese Schulungsangebote kostenlos anzubieten. Bei Vorliegen einer Pflegebedürftigkeit besteht die Möglichkeit sich kostenlos durch die Pflegekasse beraten zu lassen.