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Timestamp: 2016-10-27 10:55:59
Document Index: 150810098

Matched Legal Cases: ['Art. 132', 'Art. 6', 'Art. 103', 'Art. 88', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 90', 'Art. 29', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 5', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 6', 'BGE', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 6', 'Art. 6', 'Art. 156']

1A.30/2007 (09.10.2007)
1A.30/2007
1P.88/2007 /fun
7. Quartierverein D.________,
8. Erbengemeinschaft E.________,
Beschwerdef�hrer, alle vertreten durch Rechtsanwalt Stefan Wehrenberg,
TDC Switzerland AG, Beschwerdegegnerin,
Stadtrat Baden, Rathausgasse 1, 5400 Baden,
Regierungsrat des Kantons Aargau, Rechtsdienst, Laurenzenvorstadt 9, 5001 Aarau,
Baubewilligung f�r eine Mobilfunkanlage auf dem Dach des Hochhauses Linde, Mellingerstrasse 22, Baden,
Verwaltungsgerichtsbeschwerde (1A.30/2007) und staatsrechtliche Beschwerde (1P.88/2007) gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau,
3. Kammer, vom 20. Dezember 2006.
Am 20. Dezember 2004 erteilte der Stadtrat Baden der TDC Switzerland AG die Baubewilligung f�r die Errichtung einer GSM/UMTS-Mobilfunkanlage auf dem Hochhaus Linde an der Mellingerstrasse 22 (Parzelle Nr. 1679) in Baden und wies die gegen das Bauvorhaben erhobenen Einsprachen ab. Zuvor hatte die kantonale Koordinationsstelle Baugesuche dem Bauvorhaben am 14. September 2004 unter Auflagen zugestimmt.
Dagegen erhoben Eheleute X.________ und weitere Einsprecher Verwaltungsbeschwerde an den Regierungsrat des Kantons Aargau. Dieser wies die Beschwerde am 24. August 2005 ab.
Gegen den regierungsr�tlichen Entscheid gelangten die Eheleute X.________ und weitere Einsprecher am 30. September 2005 an das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau. Dieses wies die Beschwerde am 20. Dezember 2006 ab.
Dagegen haben Eheleute X.________ und die weiteren im Rubrum genannten nat�rlichen und juristischen Personen am 12. Februar 2007 Verwaltungsgerichtsbeschwerde und staatsrechtliche Beschwerde ans Bundesgericht erhoben. Sie beantragen, das angefochtene Urteil sei aufzuheben und die Sache sei zur Neubeurteilung an die Erstinstanz zur�ckzuweisen. Eventualiter sei die Baubewilligung unter einschr�nkenden Bedingungen zu erteilen, insbesondere mit der Auflage, dass die Mobilfunkanlage weniger prominent in Erscheinung trete.
Die TDC Switzerland AG (im Folgenden: die Beschwerdegegnerin) und die Stadt Baden schliessen auf Abweisung der Beschwerden. Der Regierungsrat und das Verwaltungsgericht haben auf eine Vernehmlassung verzichtet.
Am 25. April 2007 reichte die Beschwerdegegnerin einen animierten fotografischen Bericht ein, um aufzuzeigen, dass die projektierte und bewilligte Mobilfunkantenne optisch bescheiden in Erscheinung treten werde.
Das Bundesamt f�r Kultur vertritt in seiner Vernehmlassung die Auffassung, die geplante Antennenanlage stelle keine erhebliche Beeintr�chtigung des im Bundesinventar �ber Ortsbilder von nationaler Bedeutung (ISOS) aufgenommenen Ortsbilds von Baden/Ennetbaden dar. Das Bundesamt f�r Umwelt hat auf eine Vernehmlassung verzichtet.
Mit Verf�gung vom 15. M�rz 2007 wurde den Beschwerden aufschiebende Wirkung erteilt.
Das angefochtene Urteil ist vor dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes �ber das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) ergangen. Auf das bundesgerichtliche Beschwerdeverfahren bleiben daher die Bestimmungen des Bundesgesetzes �ber die Organisation der Bundesrechtspflege vom 16. Dezember 1943 (OG) weiterhin anwendbar (Art. 132 Abs. 1 BGG)
Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid, der sich sowohl auf Bundesverwaltungsrecht, namentlich auf Art. 6 des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 �ber den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451), als auch auf kantonales und kommunales Baurecht st�tzt, d.h. auf selbst�ndiges kantonales Recht.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht steht offen, soweit die Verletzung von Bundesverwaltungsrecht ger�gt wird und damit zusammenh�ngende Verfassungsr�gen erhoben werden. Im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde sind dagegen die Verfassungsr�gen zu beurteilen, welche im Zusammenhang mit der Anwendung von selbst�ndigem kantonalem bzw. kommunalem Bau- und Planungsrecht erhoben werden (vgl. Entscheid 1A.104/2006 und 1P.292/2006 vom 19. Januar 2007, E. 1.1 und E. 1.2).
2.1 Die Beschwerdef�hrer sind �berwiegend Eigent�mer und Bewohner von Liegenschaften an den H�ngen s�dlich und n�rdlich der geplanten Antenne in Baden und haben direkten Blickkontakt zum Dach des Hochhauses und der dort vorgesehenen Antennenanlage. Insofern sind sie st�rker als jedermann von den Auswirkungen des Bauvorhabens auf das Ortsbild betroffen und legitimiert, dagegen Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu erheben (Art. 103 lit. a OG). Ob auch der Quartierverein D.________ zur Beschwerde legitimiert ist, kann offen bleiben.
Da auch die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen vorliegen, ist auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde einzutreten.
2.2 Im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde gen�gt dagegen eine besondere tats�chliche Betroffenheit nicht zur Begr�ndung der Legitimation; gem�ss Art. 88 OG kann nur die Verletzung in rechtlich gesch�tzten eigenen Interessen ger�gt werden (BGE 129 I 113 E. 1.2 S. 117 mit Hinweisen). Dies trifft f�r die R�ge der willk�rlichen Anwendung kantonalen Rechts nur zu, wenn die betreffende Norm dem Beschwerdef�hrer einen Rechtsanspruch einr�umt oder den Schutz seiner beeintr�chtigten Interessen bezweckt (BGE 126 I 81 E. 2a und 3b S. 84 f. mit Hinweisen).
2.2.1 Nach der bundesgerichtlichen Praxis dienen �sthetikklauseln (BGE 118 Ia 232 E. 1b S. 235 mit Hinweisen) wie auch Bestimmungen �ber den Denkmal- und Ortsbildschutz (Entscheid 1P.46/2005 vom 21. M�rz 2005 E. 1.1, publ. in SJ 2005 I 490) ausschliesslich dem �ffentlichen Interesse. Die Beschwerdef�hrer legen nicht dar, inwiefern die von ihnen angerufenen Normen der Bau- und Nutzungsordnung der Gemeinde Baden vom 23. Oktober 2001 (BNO) in Abweichung von dieser Regel auch dem Schutz ihrer Interessen dienen.
Soweit die Beschwerdef�hrer in der Sache nicht legitimiert sind, sind sie auch nicht befugt, die mangelhafte Begr�ndung des Entscheids zu r�gen, da die Beurteilung dieser Frage nicht von der Pr�fung in der Sache selbst getrennt werden kann (BGE 122 II 186 E. 2 S. 192).
2.2.2 Die Legitimation der Beschwerdef�hrer w�re dagegen zu bejahen, soweit sie r�gen, die Bestimmungen der BNO �ber die Geb�udeh�he seien verletzt, da Normen �ber die zul�ssige Baumasse in aller Regel nachbarsch�tzender Charakter zukommt (vgl. BGE 127 I 44 E. 2d S. 47 mit Hinweisen). Soweit ersichtlich, erheben die Beschwerdef�hrer diese R�ge jedoch erstmals vor Bundesgericht, weshalb es sich um ein im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde grunds�tzlich unzul�ssiges Novum handelt (BGE 118 Ia 20 E. 5a S. 26 mit Hinweis). Im �brigen legen die Beschwerdef�hrer auch nicht dar, inwiefern � 11 Abs. 1 BNO �ber die Geschosszahl und die Geb�udeh�he �berhaupt auf Mobilfunkantennen anwendbar ist bzw. die gegenteilige Praxis der kantonalen Instanzen willk�rlich ist (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG).
2.2.3 Auf die staatsrechtliche Beschwerde ist daher nicht einzutreten.
Die Beschwerdef�hrer machen geltend, das Verwaltungsgericht habe das rechtliche Geh�r verletzt, als es auf einen Augenschein verzichtete, zumal der von der Vorinstanz durchgef�hrte Augenschein formelle M�ngel aufgewiesen habe.
3.1 Das Verwaltungsgericht hielt den beantragten Augenschein f�r entbehrlich. Soweit optische Aspekte eine Rolle spielten, erg�ben sich diese mit hinreichender Klarheit aus den in den Akten liegenden Fotos und Planunterlagen. Im �brigen lasse sich das Vorhaben unter R�ckgriff auf die Erfahrung und Sachkunde des Verwaltungsgerichts mit Mobilfunkanlagen beurteilen. Ein Augenschein w�rde keine weitergehenden Erkenntnisse vermitteln.
Diese antizipierte Beweisw�rdigung des Verwaltungsgerichts l�sst keine Verfassungswidrigkeit erkennen. Dies gilt auch in Anbetracht der von den Beschwerdef�hrern hervorgehobenen besonderen topographischen Situation Badens: Am Augenschein des Regierungsrats wurden auch verschiedene Punkte an den s�dlich und n�rdlich liegenden H�ngen begangen und mit Fotos dokumentiert, darunter der Blick auf das Hochhaus Linde aus der Villenzone und von der Ruine Stein aus (vgl. Augenscheinprotokoll vom 6. Juli 2005). Auch die Beschwerdef�hrer hatten bereits entsprechende Fotos eingereicht (vgl. Kommunale Akten, Eingabe vom 29. November 2004).
3.2 Zu pr�fen sind noch die formellen R�gen gegen den Augenschein im Verfahren der Verwaltungsbeschwerde.
Der Augenschein wurde, wie sich aus dem Protokoll klar ergibt, von einem Mitarbeiter des Rechtsdiensts des Regierungsrats geleitet und nicht, wie die Beschwerdef�hrer in ihrer staatsrechtlichen Beschwerde (S. 22) r�gen, von einem Vertreter der Gemeinde.
Die Beschwerdef�hrer r�gen, dass kein Mitglied des Regierungsrates am Augenschein teilgenommen habe. Beschwerdeentscheide des Regierungsrats werden jedoch regelm�ssig von dessen Rechtsdienst instruiert (vgl. � 50 Abs. 2 und 3 des Aargauer Gesetzes �ber die Verwaltungsrechtspflege vom 9. Juli 1968). Dieser muss den Augenschein gen�gend dokumentieren, damit sich der Regierungsrat ein ausreichendes Bild �ber die tats�chlichen Verh�ltnisse machen kann. Dies ist im vorliegenden Fall durch das Protokoll und die Fotos des Augenscheins geschehen. Dagegen haben die Beschwerdef�hrer nach Art. 29 Abs. 2 BV keinen Anspruch auf die pers�nliche Anwesenheit eines Regierungsrats (BGE 110 Ia 81 E. 5c S. 82 mit Hinweis).
Die Beschwerdef�hrer machen weiter geltend, der Standort Chr�zliberg sei nicht besichtigt worden. Sie legen aber nicht dar, dass sie die Vornahme eines Augenscheins an diesem Standort beantragt h�tten. Schon aus diesem Grund liegt keine Verletzung des rechtlichen Geh�rs vor. (Zur materiellen Relevanz dieses Standorts vgl. unten, E. 4.5).
Materiell r�gen die Beschwerdef�hrer eine Verletzung von Art. 6 Abs. 1 NHG, weil die Mobilfunkanlage das im ISOS inventarisierte Ortsbild von nationaler Bedeutung beeintr�chtigen werde. Zwar r�umen sie ein, dass bereits das Hochhaus Linde dieses Ortsbild st�re; die Mobilfunkanlage verst�rke jedoch diese St�rwirkung noch.
4.1 Die Mobilfunkanlage ist auf dem 42.83 m hohen Hochhaus Linde projektiert. Die Gesamth�he der Anlage betr�gt rund 7 m (5.97 m gemessen ab Dachoberkant); nicht ber�cksichtigt ist bei diesen Angaben ein ca. 1.3 m hoher Blitzschutzstab; mit diesem betr�gt die H�he ab Dachoberkante rund 7.3 m. An der Anlage sollen drei l�ngliche, schmale Sektorantennen sowie trommelf�rmige Richtstrahlantennen installiert werden.
Der Stadtrat von Baden vertrat die Auffassung, das im ISOS gesch�tzte Ortsbild werde durch die projektierte Mobilfunkanlage nicht tangiert. Die verh�ltnism�ssig kleine, untergeordnet in Erscheinung tretende Anlage auf dem Dach des Hochhauses beeinflusse dessen volumetrische und architektonische Wirkung nicht entscheidend. Auch die Stadtbildkommission war der Ansicht, die Antennenanlage falle visuell kaum ins Gewicht, sondern akzentuiere im Gegenteil den vertikalen Akzent des Hochhauses vorteilhaft. Der Vertreter der kantonalen Denkmalpflege hatte am Augenschein vom 6. Juli 2005 ebenfalls keine Probleme mit der Antenne. Der Regierungsrat best�tigte in seinem Beschwerdeentscheid die Beurteilung der Stadt Baden.
Auch das Verwaltungsgericht gelangte zum Ergebnis, dass das Vorhaben mit den Schutzzielen des ISOS vertr�glich sei. Es ber�cksichtigte, dass das Hochhaus Linde im ISOS als st�rende neue, volumin�se Gesch�ftsbaute eingestuft werde; ein sch�tzenswertes Einzelobjekt werde durch das Bauvorhaben nicht unmittelbar betroffen. Insbesondere habe die Mobilfunkanlage keinen Einfluss auf die intakte mittelalterliche Altstadt und das B�derquartier; auch das Villenquartier als solches verm�ge sie nicht zu beeintr�chtigen. Die Schutzzielvertr�glichkeit der projektierten Anlage mit dem Ortsbild von Baden sei deshalb ohne weiteres zu bejahen.
4.2 Gem�ss Art. 6 Abs. 1 NHG wird durch die Aufnahme eines Objektes von nationaler Bedeutung in ein Inventar des Bundes dargetan, dass es in besonderem Masse die ungeschm�lerte Erhaltung, jedenfalls aber unter Einbezug von Wiederherstellungs- oder angemessenen Ersatzmassnahmen die gr�sstm�gliche Schonung verdient. Dies bedeutet nicht, dass Inventarobjekte �berhaupt nicht ver�ndert werden d�rfen; die geforderte ungeschm�lerte Erhaltung bezieht sich auf die gem�ss Art. 5 Abs. 1 NHG verlangte Umschreibung der Objekte und vor allem auf die Gr�nde f�r ihre nationale Bedeutung (Leimbacher, NHG-Kommentar, N. 6 zu Art. 6). Anhand der im Inventar enthaltenen Umschreibung des Schutzgehaltes und der Schutzziele sind die m�glichen Beeintr�chtigungen des Inventarobjekts zu messen (BGE 127 II 273 E. 4c S. 282, mit Hinweisen; Urteil 1A.122/2004 vom 30. Mai 2005, E. 2.4-2.6, publ. in URP 2005 S. 529 und ZBl 107/2006 S. 452).
Das Bundesgericht pr�ft die Anwendung von Art. 6 NHG grunds�tzlich frei, legt sich allerdings Zur�ckhaltung auf, soweit �rtliche Verh�ltnisse zu beurteilen sind, welche die kantonalen Beh�rden besser kennen als das Bundesgericht (in BGE 131 II 545 nicht ver�ffentlichte E. 2.3 mit Hinweisen).
4.3 Das Hochhaus Linde liegt in der Umgebungszone (U-Zo) VI, "ehemaliger Teil der Vorstadt, neue Gesch�ftsbauten und Schulhausareal", mit dem Erhaltungsziel b (Erhalten der wesentlichen Eigenschaften f�r die Beziehung zu Ortsbildteilen). In dieser Zone befinden sich keine schutzw�rdigen Einzelelemente; vielmehr werden die neuen volumin�sen Gesch�ftsbauten an der Mellingerstrasse, darunter auch das Hochhaus Linde, als st�rende Elemente bezeichnet (ISOS AG, Baden/ Ennetbaden, L-Blatt Nr. 0.0.61). Aus der unmittelbaren Umgebung des Hochhauses Linde kann die Mobilfunkanlage nicht (oder kaum) eingesehen werden. Die Anlage hat auch, wie das Verwaltungsgericht unwidersprochen festgehalten hat, keinen Einfluss auf die mittelalterliche Altstadt und das B�derquartier.
4.4 Zu pr�fen ist deshalb, ob die geplante Mobilfunkanlage gesch�tzte Elemente in den angrenzenden Gebieten durch ihre Fernwirkung beeintr�chtigen k�nnte, insbesondere die auf einem Felskamm liegende Burgruine Stein (E 0.0.52; Erhaltungsziel A) und das am Hang liegende Villenquartier Burghalde (G 6, Erhaltungsziel A) mit der als Einzelelement gesch�tzten Villa Burghalde (E. 6.0.32, Erhaltungsziel A).
Am Augenschein hielt der kantonale Denkmalpfleger fest, das Hochhaus Linde sei schon im Zeitpunkt seiner Erstellung so geplant worden, dass es die Aussicht auf und von der Ruine Stein nicht beeintr�chtige; gleiches gelte auch f�r die auf dem Hochhaus befestigte Antennenanlage. F�r das gesamte Stadtbild, welche von der Ruine Stein aus sichtbar sei, stelle die Antenne keine wirklich relevante Belastung dar. Die Villa Burghalde stehe aufgrund der heutigen Bebauung isoliert da. Wegen der Distanz zur Antenne finde auch hier keine Beeintr�chtigung statt (Augenscheinprotokoll S. 3 und 6).
Diese Einsch�tzung wird durch die in den Akten befindlichen Karten und Fotos vom Augenschein best�tigt: Beim Blick von der Ruine Stein in Richtung S�den tritt das Hochhaus Linde prominent in Erscheinung; dieser Blick w�rde jedoch durch die Mobilfunkanlage nur unwesentlich ver�ndert und beeintr�chtigt nicht die Sicht auf gesch�tzte Ortsteile oder Einzelelemente. Auch der Blick auf die Villenzone bleibt frei.
Die st�rkste Einwirkung der Antennenlage ist nach den Feststellungen des Regierungsrats vom Bahnhof Oberstadt aus zu erwarten, von wo ein freier Blick auf die Ruine Stein und auf das Hochhaus m�glich ist (vgl. regierungsr�tlicher Entscheid, E. 1c S. 5). Die geplante Antennenanlage verstellt jedoch die Sicht auf die Burgruine nicht, wie auch das Foto vom Augenschein best�tigt. Schon heute dominiert klar das Hochhaus Linde, das die Burgruine aus dieser Perspektive �berragt und optisch erdr�ckt. Dieser Eindruck w�rde durch die geplante Mobilfunkantenne nicht wesentlich verschlechtert, d.h. die allf�llige St�rwirkung der Antenne wird durch die viel gr�ssere St�rwirkung des Hochhauses absorbiert (so auch das Bundesamt f�r Kultur in seiner Vernehmlassung). Insofern kann offen bleiben, ob die Aussicht vom Bahnhof Oberstadt auf die Burgruine Stein �berhaupt zu den Schutzzielen des ISOS geh�rt.
4.5 Die Beschwerdef�hrer machen in erster Linie geltend, die Antennenanlage werde den Blick auf die Ruine Stein von verschiedenen Standorten am Chr�zliberg aus beeintr�chtigen. Insbesondere beim Blick vom Wanderweg am n�rdlichen Fuss des Chr�zlibergs aus rage die Antennenanlage genau in den hindernisfreien Bereich der Aussicht und schiebe sich als st�rendes Element vor die Silhouette des Schlossbergs.
Die Beschwerdef�hrer berufen sich in diesem Zusammenhang auf das Grundsatzpapier "Mobilfunkantennen an Baudenkm�lern" der Eidgen�ssischen Kommission f�r Denkmalpflege (EKD) vom 23. Juli 2002, wonach neben dem Baudenkmal bzw. dem Ortsbild auch dessen Umgebung ber�cksichtigt werden m�sse, soweit sie f�r die Wirkung des Denkmals oder Ortsbilds wichtig sei. Eine Antennenanlage d�rfe deshalb nur dann bewilligt werden, wenn sie in der f�r das Denkmal massgebenden Umgebung nicht wahrgenommen werden k�nne.
Auch nach Auffassung der EKD ist jedoch nicht jede, noch so entfernte Umgebung gesch�tzt, sondern nur die f�r ein Denkmal oder Ortsbild "massgebliche" Umgebung. Diese beschr�nkt sich nicht zwingend auf die unmittelbar angrenzenden Fl�chen, sondern kann auch Gebiete in gr�sserer Entfernung umfassen, die f�r die Fernwirkung des Denkmals besonders wichtig sind (vgl. Entscheid 1C.38/2007 vom 27. August 2007 E. 2.3 betr. Grosser und Kleiner Hahnberg). Dagegen kann nicht verlangt werden, dass die Sicht auf alle im ISOS aufgef�hrten Ortsbilder oder Einzelelemente von jedem Punkt des Stadtgebiets aus von Antennen freigehalten wird.
Die Burgruine Stein wird im ISOS als "topographisches Wahrzeichen der Stadtansicht" beschrieben. Als massgebliche Umgebung sind deshalb, neben dem Burgh�gel selbst, die f�r die Stadtansicht wichtigsten Gebiete zu betrachten. Es ist jedoch fraglich, ob der Blick vom Chr�zliberg f�r die Wirkung der Burgruine Stein und die Stadtansicht von Baden eine derartige Bedeutung hat, auch wenn sich dort Wanderwege und ein Vitaparcours befinden. Der Chr�zliberg wird denn auch im ISOS weder als Umgebungszone noch als Umgebungsrichtung erw�hnt.
Hinzu kommt, dass es sich beim Chr�zliberg um ein ausgedehntes Erholungsgebiet s�dlich der Stadt handelt, von dem sich viele Ausblicke auf die Ruine Stein bieten. Die Mobilfunkanlage kann diesen Ausblick nur dann st�ren, wenn sich der Betrachter am Fuss des Chr�zlibergs, auf einer gedachten Linie zwischen Burgruine und Mobilfunkanlage befindet; von allen anderen Standorten am Chr�zliberg aus wird die Aussicht auf die Burgruine nicht beeintr�chtigt. Unter diesen Umst�nden l�ge selbst dann keine Abweichung vom Gebot der ungeschm�lerten Erhaltung vor, wenn der Chr�zliberg zur massgeblichen Umgebung der Burgruine z�hlen sollte.
Nach dem Gesagten kann offen bleiben, ob die von den Beschwerdef�hrern neu eingereichten Fotos �berhaupt ber�cksichtigt werden d�rfen oder ob es sich um unzul�ssige Noven handelt. Gleiches gilt f�r den von der Beschwerdegegnerin eingereichten "animierten fotografischen Bericht", der f�r die Beurteilung der tats�chlichen Verh�ltnisse nicht ben�tigt wird und deshalb auch nicht visioniert worden ist.
4.6 Soweit die Beschwerdef�hrer geltend machen, die geplante Antennenanlage stehe im Widerspruch zu den Gestaltungselementen des Hochhauses Linde, das durch die auf dem Dach b�gelf�rmig zusammengefassten, horizontal verlaufenden Betonst�tzen gepr�gt sei, so ist dies keine Frage von Art. 6 NHG, da das Hochhaus Linde nicht als sch�tzenswerte Baute im ISOS figuriert. Das Hochhaus Linde ist auch bisher weder kommunal noch kantonal unter Schutz gestellt worden, und wird auch von den Beschwerdef�hrern als St�rfaktor f�r das Ortsbild bezeichnet.
4.7 Die Beschwerdef�hrer berufen sich auf die Bundesgerichtsentscheide i.S. Aubonne und Niedererlinsbach, in denen eine zus�tzliche St�rwirkung einer Mobilfunkanlage bejaht worden sei, welche die bereits vorhandene St�rung des Ortsbilds durch die Standortbaute noch vertiefe.
Diese F�lle unterscheiden sich jedoch im mehreren Aspekten vom vorliegenden: In beiden F�llen st�tzte sich der angefochtene Entscheid auf kommunale bzw. kantonale Ortsbildschutzbestimmungen, deren Anwendung das Bundesgericht nur unter dem Blickwinkel des Willk�rverbots �berpr�fen konnte. Die streitigen Anlagen befanden sich im gesch�tzten Dorfkern oder jedenfalls in dessen N�he, w�hrend sich die vorliegend zu beurteilende Mobilfunkantenne in betr�chtlicher Entfernung zum historischen Stadtkern und zu gesch�tzten Einzelelementen befindet.
Die Frage, ob eine Mobilfunkanlage Schutzziele des ISOS beeintr�chtigt, l�sst sich nur im Einzelfall, anhand der Beschreibung des Inventars und der konkreten �rtlichen Situation entscheiden. Es l�sst sich keine generelle Regel aufstellen, wonach Mobilfunkantennen auf st�renden Bauten stets eine zus�tzliche Beeintr�chtigung darstellen oder im Gegenteil stets zul�ssig seien.
4.8 Nach dem Gesagten ist die Auffassung der Stadt und des Verwaltungsgerichts, wonach die projektierte Mobilfunkanlage die Schutzziele des ISOS nicht beeintr�chtigen, nicht zu beanstanden. In diesem Zusammenhang kann offen bleiben, ob die Schutzziele �berhaupt nicht tangiert werden, wie die Stadt Baden annahm, oder ob ein geringf�giger Eingriff in das Inventarobjekt anzunehmen ist, der dem Gebot der ungeschm�lerten Erhaltung des Inventarobjekts nicht widerspricht (vgl. dazu Leimbacher, a.a.O., N 12 ff. zu Art. 6).
Unter dieser Umst�nden brauchen die weiteren, Art. 6 Abs. 2 NHG und Art. 7 Abs. 2 NHG betreffenden R�gen nicht mehr gepr�ft zu werden, da diese ein Abweichen vom Gebot der ungeschm�lerten Erhaltung bzw. eine erhebliche Beeintr�chtigung eines Inventarobjekts voraussetzen.
Die Beschwerdef�hrer r�gen ferner, das Gebot der gr�sstm�glichen Schonung des gesch�tzten Ortsbilds (Art. 6 Abs. 1 NHG) gebiete die Pr�fung alternativer Antennentypen (z.B. Fassadenantennen, mehrere kleinere Antennen oder Mikroantennen); zudem h�tten alternative Standorte gepr�ft werden m�ssen.
5.1 Das Verwaltungsgericht f�hrte hierzu aus, die Beschwerdegegnerin habe bereits ihr urspr�ngliches Bauprojekt �berarbeitet und die Ausmasse der Mobilfunkanlage erheblich reduziert (von einer H�he von 11 m auf ca. 6 m ab Dachoberkant); zudem werde die Anlage farblich an die Fassade angepasst. Damit trete die Mobilfunkanlage nicht st�rker in Erscheinung als es aus der Art der Anlage unvermeidlich sei. Der Standort auf dem Hochhaus Linde erscheine aus funktechnischer Sicht ideal und erlaube eine starke Sendeleistung und damit den Verzicht auf andere Mobilfunkanlagen in der Umgebung. Auch w�rden an diesem Standort die Schutzziele gem�ss ISOS nicht verletzt, w�hrend zahlreiche andere Standorte in Baden, z.B. in der Altstadt-, B�der- oder Villenzone, einen erheblich schwereren Eingriff in das Ortsbild darstellten. Dem Schonungsgebot von Art. 6 Abs. 1 NHG werde somit gen�gend Rechnung getragen.
5.2 Diesen Ausf�hrungen ist zuzustimmen: Wie oben (E. 4) ausgef�hrt wurde, werden die Schutzziele des Inventars nicht oder h�chstens geringf�gig tangiert. Unter diesen Umst�nden w�ren noch weitergehende Massnahmen zum Schutz des Ortsbildes unverh�ltnism�ssig.
Schliesslich r�gen die Beschwerdef�hrer die Verletzung des Rechtsgleichheitsgebots.
6.1 Sie machen geltend, die Stadt Baden habe ein Antennenprojekt an der Ziegelhaustrasse 20 aus Gr�nden des Ortsbildschutzes nicht bewilligt; dies obwohl das betroffene Geb�ude von der H�he und auch von der Prominenz, mit der es im Quartier wahrgenommen werde, nicht mit dem Hochhaus Linde vergleichbar sei.
Die Stadt Baden erl�utert in ihrer Vernehmlassung, dass die fragliche Antenne auf dem Satteldach eines inventarisierten Objekts errichtet werden sollte, wo sie nach Auffassung des Stadtrates die ansonsten ruhige Dachlandschaft des Geb�udes empfindlich gest�rt h�tte. Dagegen wird die vorliegend streitige Mobilfunkantenne auf dem Flachdach einer Baute erstellt, die in keinem Inventar aufgef�hrt ist. Damit bestehen wesentliche Unterschiede zwischen den beiden Sachverhalten, welche die unterschiedliche Behandlung rechtfertigen.
6.2 Dies gilt erst recht, soweit sich die Beschwerdef�hrer auf die Verweigerung der Zustimmung der Stadt Baden zur Erstellung einer L�rmschutzwand entlang der Bahnlinie aus Gr�nden des Ortsbildschutzes berufen. Dieser Sachverhalt ist nicht mit der Erstellung einer Mobilfunkanlage vergleichbar.
Nach dem Gesagten ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde abzuweisen; auf die staatsrechtliche Beschwerde ist nicht einzutreten. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Beschwerdef�hrer kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 156 und 159 OG).
Die Beschwerdef�hrer haben die TDC Switzerland AG f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 2'000.-- zu entsch�digen.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Stadtrat Baden, dem Regierungsrat und dem Verwaltungsgericht des Kantons Aargau, 3. Kammer, sowie dem Bundesamt f�r Umwelt und dem Bundesamt f�r Kultur schriftlich mitgeteilt.