Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=27.06.2017&Aktenzeichen=VI%20ZR%20424/16
Timestamp: 2020-08-06 17:15:12
Document Index: 210275221

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 823', '§ 32', '§ 17', '§ 32', '§ 823', '§ 32', '§ 54', '§ 54', '§ 17', '§ 17', '§ 32', '§ 17', '§ 559', '§ 823', '§ 32', '§ 54', '§ 17', '§ 54', '§ 823', '§ 32', '§ 54', '§ 17', '§ 823', '§ 32', '§ 54', '§ 17', '§ 54', '§ 17', 'BGH', 'BGH', '§ 17', 'BGH', '§ 823', '§ 54', '§ 54', '§ 54', 'BGH', '§ 17', '§ 17', '§ 823', '§ 17', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1', '§ 32', '§ 54', '§ 17', '§ 16', '§ 823', 'BGH', 'BGH', '§ 11', 'BGH', 'BGH']

BGH, 27.06.2017 - VI ZR 424/16 - dejure.org
https://dejure.org/2017,25973
BGH, 27.06.2017 - VI ZR 424/16 (https://dejure.org/2017,25973)
BGH, Entscheidung vom 27.06.2017 - VI ZR 424/16 (https://dejure.org/2017,25973)
BGH, Entscheidung vom 27. Juni 2017 - VI ZR 424/16 (https://dejure.org/2017,25973)
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BGB § 823; KWG §§ 32, 54; StGB § 17
§ 32 KWG, § 823 Abs. 2 BGB, § 32 Abs. 1, § 54 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 KWG, § 54 KWG, § 17 StGB, § 17 Satz 1 StGB, § 32 Abs. 1 KWG, § 17 Abs. 1 Satz 1 StGB, § 559 Abs. 2 ZPO
§ 823 Abs 2 BGB, § 32 Abs 1 KredWG, § 54 KredWG, § 17 Abs 1 StGB
Haftung bei strafbarem Verstoß gegen das Kreditwesengesetz: Haftungsausschluss bei unvermeidbarem Verbotsirrtum; unterlassene Erkundigung zur Erlaubnispflicht eines Geschäftsmodells bei der Aufsichtsbehörde
Schadensersatzbegehren des Kapitalanlegers nach einer fehlgeschlagener Kapitalanlage; Verbotsirrtum des Täters über rechtlich unzulässige Anlagegeschäfte nach dem Kreditwesengesetz (KWG)
Keine Haftung bei unvermeidbarem Verbotsirrtum über Erlaubnispflicht nach dem KWG
Zur Vermeidbarkeit eines Verbotsirrtums über die Zulässigkeit und Erlaubnispflicht eines Geschäfts i.S.d. § 54 KWG, wenn eine ausreichende Erkundigung bei der zuständigen Aufsichtsbehörde - auch bei ihrer Nichteinholung - die Fehlvorstellung des Täters bestätigt hätte
BGB § 823 (Bf); KWG § 32; KWG § 54; StGB § 17
Schadensersatzbegehren des Kapitalanlegers nach einer fehlgeschlagener Kapitalanlage; Verbotsirrtum des Täters über rechtlich unzulässige Anlagegeschäfte nach dem Kreditwesengesetz ( KWG )
BGB § 823 ; KWG § 32 Abs. 1 ; KWG § 54 ; StGB § 17
Unvermeidbarer Verbotsirrtum über Erlaubnispflicht nach KWG trotz unterlassener Erkundigung bei der jedoch selbst eine falsche Rechtsansicht vertretenden BaFin
AG Würzburg, 24.09.2015 - 17 C 1123/14
ZIP 2017, 1568
MDR 2017, 1010
VersR 2017, 1093
DB 2017, 1833
NZG 2017, 1188
aa) Hält der Täter des § 54 KWG seine Geschäfte für rechtlich zulässig und nicht erlaubnispflichtig, so stellt dies nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung aus strafrechtlicher Sicht einen Verbotsirrtum im Sinne des § 17 StGB dar (Senatsurteile vom 27. Juni 2017 - VI ZR 424/16, NJW-RR 2017, 1004 Rn. 10;… vom 16. Mai 2017 - VI ZR 266/16, NJW 2017, 2463 Rn. 20 ff.;… vom 15. Mai 2012 - VI ZR 166/11, NJW 2012, 3177 Rn. 23;… BGH, Urteile vom 26. März 2018 - 4 StR 408/17, NJW 2018, 1486 Rn. 34; vom 24. September 1953 - 5 StR 225/53, BGHSt 4, 347, 352 f.; jeweils mwN).
Ist der Verbotsirrtum unvermeidbar, so führt er gemäß § 17 Satz 1 StGB zur Schuldlosigkeit (Senatsurteile vom 27. Juni 2017 - VI ZR 424/16, aaO;… vom 16. Mai 2017 - VI ZR 266/16, aaO, Rn. 16;… vom 15. Mai 2012 - VI ZR 166/11, aaO; BGH…, Urteil vom 24. September 1953 - 5 StR 225/53, aaO, 352).
Zivilrechtlich scheidet in einem solchen Fall eine Haftung nach § 823 Abs. 2 BGB aus (Senatsurteile vom 27. Juni 2017 - VI ZR 424/16, aaO;… vom 16. Mai 2017 - VI ZR 266/16, aaO, Rn. 17;… vom 15. Mai 2012 - VI ZR 166/11, aaO, Rn. 22, vgl. ferner Senatsurteil vom 10. Juli 1984 - VI ZR 222/82, NJW 1985, 134 f.).
Geht es um die Frage nach dem Bestehen einer Erlaubnispflicht, hat er sich vorzugsweise an die zuständige Erlaubnisbehörde zu wenden (Senatsurteile vom 27. Juni 2017 - VI ZR 424/16, NJW-RR 2017, 1004 Rn. 17;… vom 15. Mai 2012 - VI ZR 166/11, NJW 2012, 3177 Rn. 23;… Häberle in: Erbs/Kohlhaas, Januar 2018, KWG, § 54 Rn. 15;… Lindemann in: Boos/Fischer/Schulte-Mattler, KWG, 5. Aufl., § 54 Rn. 27; vgl. ferner zu den zuständigen Fachbehörden allgemein: OLG Jena, wistra 2000, 188, 192).
Auf deren Auskunft darf er sich grundsätzlich verlassen (Senatsurteil vom 27. Juni 2017 - VI ZR 424/16, aaO, Rn. 17;… Lindemann aaO;… Schwennicke in: Schwennicke/Auerbach, KWG, 3. Aufl., § 54 Rn. 17; vgl. ferner zu behördlichen Auskünften allgemein: BGH, Urteil vom 7. Juli 1987 - 1 StR 247/87, NJW 1988, 272, 273;… Sternberg-Lieben/Schuster in: Schönke/Schröder, 29. Aufl., § 17 Rn. 18;… Vogel in: Leipziger Kommentar, StGB, 12. Aufl., § 17 Rn. 83 ff.).
Hat sich der Täter zwar nicht hinreichend um kompetente Beratung bemüht, steht aber fest, dass die - unterbliebene - Erkundigung die Fehlvorstellung des Täters bestätigt hätte, so scheitert eine Haftung nach § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit dem betreffenden Strafgesetz ebenfalls am Vorliegen eines unvermeidbaren Verbotsirrtums im Sinne von § 17 Abs. 1 Satz 1 StGB (Senatsurteil vom 27. Juni 2017 - VI ZR 424/16, aaO, Rn. 16; zur Gegenansicht vgl. Kempelmann/Scholz, JZ 2018, 390 ff.).
Dieses Versäumnis ist in Bezug auf den Verbotsirrtum des Beklagten aber nicht zum Tragen gekommen (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 21. Juni 1990 - 1 StR 477/89, BGHSt 37, 55, 67, mwN; ferner Senatsurteil vom 27. Juni 2017 - VI ZR 424/16, NJW-RR 2017, 1004 Rn. 16; BGH, Urteil vom 7. April 2016 - 5 StR 332/15, NStZ 2016, 460, 462).
Danach unterliegt - in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des erkennenden Senats (…vgl. Senatsurteile vom 10. Juli 2018 - VI ZR 263/17, NJW-RR 2018, 1250 Rn. 24; vom 27. Juni 2017 - VI ZR 424/16, NJW-RR 2017, 1004 Rn. 10;… vom 16. Mai 2017 - VI ZR 266/16, NJW 2017, 2463 Rn. 20 ff.;… vom 15. Mai 2012 - VI ZR 166/11, NJW 2012, 3177 Rn. 23) - bezüglich § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1, § 32 Abs. 1, § 54 Abs. 1 Nr. 2 KWG a.F. ein Täter, dem sämtliche tatsächlichen Umstände bekannt sind und der den Bedeutungssinn des Bankgeschäfts als normatives Tatbestandsmerkmal zutreffend erfasst, seine Geschäfte aber gleichwohl für rechtlich zulässig und nicht erlaubnispflichtig hält, lediglich einem Verbotsirrrum im Sinne von § 17 StGB und keinem Tatbestandsirrtum im Sinne von § 16 StGB.
Zivilrechtlich scheidet in einem solchen Fall eine Haftung nach § 823 Abs. 2 BGB aus (BGH…, Urteil vom 16. Mai 2017 - VI ZR 266/16, NJW 2017, 2463 Rn. 16; vom 27. Juni 2017 - VI ZR 424/16, NJW-RR 2017, 1004 Rn. 10;… vom 10. Juli 2018 - VI ZR 263/17, NJW-RR 2018, 1250 Rn. 24).
Verbotsirrtum in Bezug auf eine Registrierungsobliegenheit nach dem RDG für ein …
Selbst der Bundesgerichtshof hat noch zum Zeitpunkt seiner Entscheidung vom 27.6.2017 (VI ZR 424/16), in der er in einer Parallelsache Schadensersatzansprüche gegen den Beklagten wegen Verbotsirrtums in Bezug auf einen Verstoß gegen das KWG letztinstanzlich verneinte, offenbar nicht in Betracht gezogen, es könne ein Verstoß gegen das RDG im Raume stehen.
BGH, 10.12.2019 - VI ZR 71/19
Bußgeldrechtliche Verantwortlichkeit des Erbringers von Inkassodienstleistungen - …
Denn zum einen liegt die Beweislast für das Vorliegen eines Verbotsirrtums im Sinne des § 11 Abs. 2 OWiG beim Anspruchsgegner (…vgl. Senatsurteil vom 16. Mai 2017 - VI ZR 266/16, NJW 2017, 2463 Rn. 18, mwN; ferner Senatsurteil vom 27. Juni 2017 - VI ZR 424/16, NJW-RR 2017, 1004 Rn. 16), so dass die bloße Feststellung des Berufungsgerichts, die Klägerin habe das Nichtvorliegen eines Irrtums des Beklagten zu 1 über das Erfordernis einer Registrierung nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nicht zu beweisen vermocht, bereits für die Annahme eines Verbotsirrtums nicht ausreicht.
Aufklärungspflichten eines Rechtsanwaltes im Zusammenhang mit der Kündigung einer …
Dies ist mittlerweile gefestigte Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (…vgl. BGH , Urt. v. 10.7.2018, VI ZR 263/17, Rdnr. 23 ff. zit. nach Juris; BGH , Urt. v. 27.6.2017, VI ZR 424/16, Rdnr. 11 ff. zit nach Juris).