Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IXa%20ZB%2057/03
Timestamp: 2019-07-21 20:13:07
Document Index: 284290627

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 850', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 850', 'BGH', 'BGH', '§ 850', '§ 850', '§ 850', 'BGH', '§ 850', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 850', 'BGH', 'BGH', '§ 850', '§ 850', 'BGH', '§ 1360', 'BGH', '§ 115']

BGH, 19.03.2004 - IXa ZB 57/03 - dejure.org
https://dejure.org/2004,598
BGH, 19.03.2004 - IXa ZB 57/03 (https://dejure.org/2004,598)
BGH, Entscheidung vom 19.03.2004 - IXa ZB 57/03 (https://dejure.org/2004,598)
BGH, Entscheidung vom 19. März 2004 - IXa ZB 57/03 (https://dejure.org/2004,598)
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ZPO § 850b Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2
Taschengeldanspruch des haushaltführenden Ehegatten bedingt pfändbar
Bedingte Pfändbarkeit eines Taschengeldanspruchs eines haushaltführenden Ehegatten; Taschengeld eines einkommenslosen Ehegatten zur Befriedigung von eigenen Bedürfnissen nach Gutdünken; Mithaftung der Familie eines Schuldner durch Pfändung eines Taschengeldanspruchs; Berücksichtigung des im Falle einer erfolgenden Pfändung verbleibenden Betrages eines Ehegatten im Rahmen einer Billigkeitsentscheidung; Zwingende Durchführung einer Gesamtabwägung vor Pfändung eines Taschengeldanspruchs
Taschengeldanspruch eines haushaltsführenden Ehegatten pfändbar
Bedingte Pfändbarkeit des Taschengeldes eines haushaltführenden Ehegatten
Zur Pfändbarkeit des Taschengeldanspruchs des haushaltführenden Ehegatten
Taschengeldanspruch des Ehegatten pfändbar
Familieneinkommen - Taschengeldanspruch ist bedingt pfändbar
Bedingte Pfändbarkeit des Taschengeldanspruchs
Pfändbarkeit des Taschengeldanspruchs des haushaltsführenden Ehegatten
Zusammenfassung von "Anmerkung zur Entscheidung des BGH vom 19.3.2004, IXa ZB 57/03 (Taschengeldanspruch des Ehegatten pfändbar)" von Prof. Dr. Stefan Smid, original erschienen in: JZ 2004, 1132 - 1136.
Zusammenfassung von "Die Pfändung des Taschengeldanspruchs des vermögenslosen Ehegatten - zu den Beschlüssen des BGH v. 19.3.2004 - IXa ZB 57/03 und v. 19.5.2004 - IXa ZB 224/03 -" von Stephan Balthasar, original erschienen in: FamRZ 2005, 85 - 88.
NJW 2004, 2450
MDR 2004, 1144
MDR 2006, 966
FamRZ 2004, 1784
WM 2004, 1438
DB 2004, 1829 (Ls.)
Nur wenn positiv feststeht, dass diese besonderen Voraussetzungen für die Pfändung vorliegen, darf diese zugelassen werden (BGH, Beschluss vom 19. März 2004 - IXa ZB 57/03, RPfleger 2004, 503; JurBüro 2004, 669).
(2) Bei der Beurteilung der Billigkeit der Pfändung wird das Beschwerdegericht unter Berücksichtigung eines tatrichterlichen Spielraums (BGH, Beschluss vom 19. März 2004 - IXa ZB 57/03, aaO) alle Umstände des Einzelfalles abzuwägen haben.
Auch wenn die Art des beizutreibenden Anspruchs hier keine Bedeutung hat, weil es um eine Gesamtvollstreckung geht, sind Billigkeitsentscheidungen möglich (vgl. zu den maßgeblichen Abwägungskriterien BGH, Beschl. v. 19. März 2004 - IXa ZB 57/03, NJW 2004, 2450, 2451; v. 5. April 2005 - VII ZB 15/05, NJW-RR 2005, 869, 870;… v. 12. Dezember 2007 - VII ZB 47/07, NJW-RR 2008, 412, 414 Rn. 21;… Prütting/Gehrlein/Ahrens, aaO Rn. 24 ff).
Erforderlich ist auch hier eine umfassende und nachvollziehbare Gesamtwürdigung, in die alle in Betracht kommenden Umständen des Einzelfalls einfließen (vgl. BGH, Beschl. v. 19. März 2004 aaO;… v. 12. Dezember 2008 aaO).
Auch hier können nicht die Einzelinteressen der Gläubiger, sondern allein das Gesamtinteresse der Gläubiger gegen die Interessen des Schuldners abgewogen werden (vgl. zu den maßgeblichen Abwägungskriterien für den Fall der Einzelvollstreckung: BGH, Beschluss vom 19. März 2004 - IXa ZB 57/03, NJW 2004, 2450, 2452; vom 5. April 2005 - VII ZB 15/05, WM 2005, 1185, 1187;… vom 12. Dezember 2007 - VII ZB 47/07, WM 2008, 450 Rn. 21).
Der Taschengeldanspruch ist gemäß § 850b Abs. 2 ZPO bedingt pfändbar (BGH, Beschl. v. 19. März 2004 - IXa ZB 57/03, m.N., zur Veröffentlichung bestimmt).
Dies hat der Gläubiger, der die Pfändung und Überweisung des Taschengeldanspruchs seines Schuldners beantragt, darzulegen und im Bestreitensfall zu beweisen (vgl. BGH, Beschl. v. 19. März 2004 - IXa ZB 57/03;… Musielak/Becker aaO § 850b Rn. 11, jew. m.w.N.).
Zudem ist für die vom Vollstreckungsgericht zu treffende Billigkeitsentscheidung (…vgl. dazu im einzelnen Schuschke/Walker, Vollstreckung und vorläufiger Rechtsschutz Bd. 1, 3. Aufl. § 850b Rn. 3;… Musielak/Becker aaO § 850b Rn. 4, 11) die Höhe der dem Schuldner im Falle der Pfändung des Taschengeldes verbleibenden Bezüge von Bedeutung (vgl. BGH, Beschl. v. 19. März 2004 - IXa ZB 57/03; OLG Brandenburg MDR 2002, 356).
Nur wenn positiv feststeht, daß auch diese besonderen Voraussetzungen für die Pfändung vorliegen, darf die Pfändung der nach § 850 b Abs. 1 ZPO grundsätzlich unpfändbaren Bezüge zugelassen werden (BGH, Beschluß vom 19. März 2004 - IXa ZB 57/03, NJW 2004, 2450).
Im Anspruch auf Familienunterhalt einbegriffen ist jedoch ein bedingt pfändbarer (BGH FamRZ 2004, 1784) und auf Zahlung gerichteter Taschengeldanspruch, den der Pfändungs- und Überweisungsbeschluss des Vollstreckungsgerichts vom 09.03.2007 mit umfasst.
Der haushaltsführende Ehegatte hat, sofern nicht das Familieneinkommen durch den notwendigen Grundbedarf der Familienmitglieder restlos aufgezehrt wird, gegen den anderen Anspruch auf Zahlung eines Taschengelds (BGH FamRZ 2004, 1784), das in der Regel 5 - 7 % des verfügbaren Nettoeinkommens ausmacht.
Jeder Ehegatte hat Anspruch auf einen Teil des Gesamteinkommens - in Form der Zahlung eines Geldbetrags -, über den er zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ohne Rechenschaftspflicht frei verfügen kann (BGH FamRZ 2006, 1827; FamRZ 2004, 1784; FamRZ 2004, 366).
Landgericht (LG) Meiningen, Beschluss vom 18.07.2007, Az. 4 T 164/07, Juris Rn. 19; Kindl/Meller-Hanich/Wolf, Gesamtes Recht der Zwangsvollstreckung, 1. Auflage, § 850b Rn. 27. Offen gelassen durch BGH, Beschluss vom 19.03.2004, Az. IXa ZB 57/03, NJW 2004, 2450 (2452).
BGH, Beschluss vom 19.03.2004, Az. IXa ZB 57/03, NJW 2004, 2450 (2452); Stöber, in: Zöller, ZPO, 28. Auflage, § 850b Rn. 15.
Hierbei ist insbesondere die Art des beizutreibenden Anspruchs, die Höhe der zu pfändenden Bezüge wie auch die Zweckbestimmung des zu pfändenden Anspruchs, die wirtschaftlichen Verhältnisse des Gläubigers und insbesondere die Frage, in welchem Maß er auf die Beitreibung seiner Forderung angewiesen ist, sowie zuletzt auch deren Höhe von Bedeutung (…Zöller/Stöber, a.a.O. § 850b Rn.15; BGH, Beschluss vom 19.3.2004, Az: IXa ZB 57/03).
Soweit der Klägerin nunmehr gegenüber ihrem Ehemann einen Taschengeldanspruch als Unterhaltsanspruch nach §§ 1360, 1360a BGB in Höhe von etwa 5% bis 7% des Nettoeinkommens des Ehemannes zusteht (vgl. OLG Stuttgart, Beschluss vom 20.12.2004, 10 W 77/04; zum Taschengeldanspruch als Baranspruch und zur Pfändbarkeit des Taschengeldanspruchs generell: BGH, Urteil vom 21.01.1998, XII ZR 140/96 und vom 19.03.2004, IXa ZB 57/03), ergibt sich nach Abzug der nach § 115 Abs. 1 S. 3 Nr. 2b und 4 ZPO abzusetzenden Beträge kein einzusetzendes Einkommen.
LG Kassel, 21.03.2005 - 3 T 757/04
Hinderung an der Zahlung eines einmalig zu zahlenden Unterhaltsbetrags; Pfändung …