Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=29.06.2005&Aktenzeichen=VIII%20ZR%20299/04
Timestamp: 2020-05-30 08:45:01
Document Index: 141193117

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 661', '§ 138', '§ 123', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 286', '§ 286', '§ 826', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 826', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 286', '§ 286', '§ 10', '§ 4', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 138', '§ 123', 'BGH', 'BGH', '§ 826']

BGH, 29.06.2005 - VIII ZR 299/04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,1138
BGH, 29.06.2005 - VIII ZR 299/04 (https://dejure.org/2005,1138)
BGH, Entscheidung vom 29.06.2005 - VIII ZR 299/04 (https://dejure.org/2005,1138)
BGH, Entscheidung vom 29. Juni 2005 - VIII ZR 299/04 (https://dejure.org/2005,1138)
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Gewinnzusagen, materielle Unrichtigkeit eines rechtskräftigen Vollstreckungstitels
Sittenwidrige Ausnutzung eines Vollstreckungstitels; Mehrmalige Aufforderung zur Abgabe einer Bestellung im Zuge einer Gewinnzusage; Arglistige Täuschung über zu erwartende Geldgewinne; Wiederholtes Nachhaken und Drängen auf Abgabe einer Bestellung; Ausnutzung der ...
Gewinnzusagen - Aufrechnungsmöglichkeit bei Bestellungen
Sittenwidrigkeit von durch Gewinnversprechen provozierten Verträgen: Verhältnis zu § 661a BGB; Voraussetzungen der Sittenwidrigkeit nach § 138 BGB, Verhältnis zu § 123 BGB im Falle "systematischer Schwächung der Entscheidungsfreiheit"; Sittenwidrigkeit von kausalen und abstrakten ...
Zur Durchbrechung der Rechtskraft eines Vollstreckungsbescheides bei sittenwidriger Forderung
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 29.06.2005, Az.: VIII ZR 299/04 (Rechtskraft und Sittenwidrigkeit)" von Dr. Michael Stürner, M. jur., original erschienen in: ZZP 2006, 219 - 225.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 29.06.2005, Az.: VIII ZR 299/04 (Gewinnzusagen, materielle Unrichtigkeit eines rechtskräftigen Vollstreckungstitels)" von RA Thomas Fischer, LL.M., original erschienen in: VuR 2006, 448 - 449.
LG Itzehoe, 24.08.2004 - 1 S 108/04
LG Itzehoe, 21.09.2004 - 1 S 108/04
BGH, 20.10.2005 - VIII ZR 299/04
NJW 2005, 2991
VersR 1999, 1158
Für die Beurteilung als sittenwidrig im Sinne des § 138 Abs. 1 BGB ist vielmehr entscheidend, ob das Rechtsgeschäft nach seinem aus Inhalt, Beweggrund und Zweck zu entnehmenden Gesamtcharakter mit den grundlegenden Wertungen der Rechts- und Sittenordnung unvereinbar ist (…BGHZ 110 aaO; 146, 298, 301; BGH…, Urteil vom 14. Mai 1998 aaO; Urteil vom 29. Juni 2005 - VIII ZR 299/04 - NJW 2005, 2991, 2992 m.w.N.).
Zu berücksichtigen ist nicht nur der objektive Gehalt des Geschäftes, sondern es sind auch die Umstände, die zu seiner Vornahme geführt haben, sowie die Absicht und die Motive der Parteien in die Würdigung einzubeziehen (BGH, Urteil vom 29. Juni 2005 - VIII ZR 299/04 - NJW 2005, 2991 ff., juris Rn. 19 m. w. N.).
Die Kosten eines Inkassobüros können - wenngleich im Einzelnen manches umstritten ist (vgl. BGH, Urteil vom 29. Juni 2005 - VIII ZR 299/04 -, NJW 2005, S. 2991 m.w.N.) - nach vielfacher höchst- und obergerichtlicher Rechtsprechung und herrschender Meinung in der Literatur, unbeschadet bestimmter Einschränkungen, grundsätzlich als Verzugsschaden geltend gemacht werden (vgl. etwa BGH, Urteil vom 24. Mai 1967 - VIII ZR 278/64 -, juris; OLG München…, Urteil vom 29. November 1974 - 19 U 3081/74 -, NJW 1975, S. 832; OLG Karlsruhe…, Urteil vom 11. Juni 1986 - 6 U 234/85 -, NJW-RR 1987, S. 15; OLG Frankfurt…, Urteil vom 14. November 1989 - 11 U 14/89 -, NJW-RR 1990, S. 729; OLG Dresden, Urteil vom 4. April 1995 - 13 U 1515/93 -, NJW-RR 1996, S.1471; OLG Oldenburg…, Urteil vom 24. April 2006 - 11 U 8/06 -, JurBüro 2006, S. 481;… Unberath, in: Bamberger/Roth, BeckOK zum BGB, Stand: 1. Februar 2009, § 286 Rn. 74;… Ernst, in: Münchener Kommentar zum BGB, 5. Aufl. 2007, § 286 Rn. 157 m.w.N.).
BAG, 19.12.2019 - 8 AZR 511/18
Rechtskraft eines eine Kündigungsschutzklage abweisenden Urteils - Schadensersatz …
Allerdings ist in der Rechtsprechung anerkannt, dass es Fälle gibt, in denen sich die Rechtskraft gegenüber einem Schadensersatzanspruch nach § 826 BGB nicht durchsetzen kann (vgl. etwa BAG 3. November 1982 - 7 AZR 62/79 - zu II 1 der Gründe; 15. Februar 1973 - 2 AZR 16/72 - zu III 2 der Gründe, BAGE 25, 43; 27. Januar 1970 - 1 AZR 198/69 - zu 2 a der Gründe; BGH 20. Juni 2018 - XII ZB 84/17 - Rn. 40; 13. September 2005 - VI ZR 137/04 - zu 3 a der Gründe, BGHZ 164, 87; 29. Juni 2005 - VIII ZR 299/04 - zu II B 2 der Gründe; 11. Juli 2002 - IX ZR 326/99 - zu IV 2 a der Gründe, BGHZ 151, 316; 9. Februar 1999 - VI ZR 9/98 - zu II B 1 der Gründe; 15. November 1994 - VI ZR 2/94 - zu II 1 a der Gründe; 24. September 1987 - III ZR 187/86 - zu II 3 der Gründe, BGHZ 101, 380; 5. Juni 1963 - IV ZR 136/62 - BGHZ 40, 130) .
a) Danach muss die Rechtskraft eines gerichtlichen Titels zum einen dann zurücktreten, wenn dessen Ausnutzung unter Missachtung der materiellen Rechtslage nach den Umständen des Falls als vorsätzliche sittenwidrige Schädigung iSd. § 826 BGB anzusehen ist (sittenwidrige Ausnutzung einer rechtskräftigen unrichtigen Entscheidung, vgl. etwa BAG 3. November 1982 - 7 AZR 62/79 - zu II 1 der Gründe; BGH 20. Juni 2018 - XII ZB 84/17 - Rn. 40; 29. Juni 2005 - VIII ZR 299/04 - zu II B 2 der Gründe; 11. Juli 2002 - IX ZR 326/99 - zu IV 2 a der Gründe, BGHZ 151, 316; 5. Juni 1963 - IV ZR 136/62 - BGHZ 40, 130) .
aa) Als sittenwidrig im Sinne dieser Vorschrift ist ein Rechtsgeschäft zu beurteilen, wenn es nach seinem aus der Zusammenfassung von Inhalt, Beweggrund und Zweck zu entnehmenden Gesamtcharakter mit den grundlegenden Wertungen der Rechts- und Sittenordnung nicht zu vereinbaren ist (…Senatsurteil vom 17. Januar 2008 - III ZR 239/06 - NJW 2008, 982, 983 Rn. 11; BGHZ 107, 92, 97; 146, 298, 301; BGH, Urteile vom 29. Juni 2005 - VIII ZR 299/04 - NJW 2005, 2291, 2292 unter II. B. 1. a) aa); vom 6. Februar 2007 - X ZR 117/04 - NJW 2007, 1806, 1807 Rn. 10; jew. m.w.N.).
In einer Entscheidung aus dem Jahre 2005 (NJW 2005, 2991, 2994) zitierte der Bundesgerichtshof diese frühere Entscheidung, ohne sich allerdings anschließend dazu zu äußern, ob er seine damalige Ansicht (ganz oder in Teilen) aufrechterhält.
Insbesondere ob, unter welchen Voraussetzungen und in welcher Höhe ein Schuldner für Kosten einzustehen hat, die - wie hier - durch die Einschaltung eines Inkassobüros entstanden sind, ist bisher wohl noch nicht abschließend geklärt (BVerfG, Beschluss vom 07.09.2011, Az.: 1 BvR 1012/11, u.a. in: WM 2011, Seiten 2155 ff.; BGH, Urteil vom 15.11.2011, Az.: VI ZR 4/11, u.a. in: NJW 2012, Seiten 601 f.; BGH, Urteil vom 29.06.2005, Az.: VIII ZR 299/04, u.a. in: NJW 2005, Seiten 2991 ff.; BGH, Urteil vom 24.05.1967, Az.: VIII ZR 278/64; LG Berlin, Urteil vom 14.07.2015, Az.: 14 O 505/14, u.a. in: BeckRS 2015, Nr.: 17096; AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 27.08.2012, Az.: 31 C 266/11, u.a. in: NJOZ 2013, Seite 211 = "juris" = MMR-Aktuell 2012, Nr.: 339761; AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 23.07.2012, Az.: 37 C 54/12, u.a. in: BeckRS 2012, Nr.: 15907; Jäckle, VuR 2016, Seiten 60 f.; Jäckle, NJW 2016, Seiten 977 ff.;… Grüneberg, in: Palandt, BGB-Kommentar, 78. Aufl. 2019, § 286 BGB, Rn.: 46;… Löwisch/Feldmann, in: Staudinger, BGB-Kommentar, Aufl. 2014, § 286 BGB, Rn. 231 f.).
Nach Auffassung des hier erkennenden Gerichts (AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 27.08.2012, Az.: 31 C 266/11, u.a. in: BeckRS 2012, Nr.: 18180 = NJOZ 2013, Seite 211 = "juris" = MMR-Aktuell 2012, Nr.: 339761; AG Brandenburg an der Havel, NJOZ 2006, Heft 35, Seiten 3254 ff.) kann ein Kläger grundsätzlich zudem nur den Anspruch auf Ersatz von Inkassokosten eines nach § 10 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 des Rechtsdienstleistungsgesetzes registrierten Inkassobüros für außergerichtliche Inkassodienstleistungen, die eine nicht titulierte Forderung betreffen (§ 4 Abs. 5 des Einführungsgesetzes zum RDG) auch als Verzögerungsschaden zugesprochen werden (vgl. auch: BVerfG, Beschluss vom 07.09.2011, Az.: 1 BvR 1012/11, u. a. in: WM 2011, Seiten 2155 ff.; BGH, MDR 2012, Seiten 76 f. = VersR 2012, Seiten 195 ff. = NJW 2012, Seiten 601 f.; BGH, Urteil vom 29.06.2005, Az.: VIII ZR 299/04, u.a. in: NJW 2005, Seiten 2991 ff.; BGH, Urteil vom 24.05.1967, Az.: VIII ZR 278/64, u.a. in: "juris"; OLG Bremen, Urteil vom 09.03.2012, Az.: 2 U 98/11, u.a. in: "juris"; OLG Oldenburg, JurBüro 2006, Seiten 481 f. = OLG-Report 2006, Seiten 850 ff.; OLG Nürnberg, JurBüro 1994, Spalte 280; OLG München, MDR 1988, Seite 407; OLG Düsseldorf, JurBüro 1988, Spalte 1511; OLG Düsseldorf, OLG-Report 1997, Seite 139; OLG Frankfurt/Main, NJW-RR 1990, Seite 729; OLG Dresden, NJW-RR 1996, Seite 1471; LG Berlin, Urteil vom 20.07.2009, Az.: 5 O 468/08, u.a. in: "juris" AG Kehl, Urteil vom 26.04.2011, Az.: 4 C 19/11 u.a. in: "juris"; AG Köln, JurBüro 2011, Seite 537; Jäckle, VuR 2016, Seiten 60 f.; Jäckle, NJW 2016, Seiten 977 ff.), wenn auch die weiteren die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen.
Zu berücksichtigen ist nicht nur der objektive Gehalt des Geschäftes, sondern es sind auch die Umstände, die zu seiner Vornahme geführt haben, sowie die Absicht und die Motive der Parteien in die Würdigung einzubeziehen (BGH…, Urteil vom 10. Oktober 1997, Az. V ZR 74/96, zitiert nach juris, Rdnr. 12; Urteil vom 29. Juni 2005, Az. VIII ZR 299/04, zitiert nach juris, Rdnr. 19).
Liegt dem Vertragsschluss eine arglistige Täuschung zugrunde, müssen zwar besondere Umstände zu der durch arglistige Täuschung bewirkten Willensbeeinflussung hinzukommen, um das Geschäft nach seinem Gesamtcharakter als sittenwidrig erscheinen und § 138 Abs. 1 BGB neben § 123 BGB anwendbar sein zu lassen (BGH, Urteil vom 29. Juni 2005, Az. VIII ZR 299/04, zitiert nach juris, Rdnr. 19;… Urteil vom 26. September 1995, Az. XI ZR 159/94, zitiert nach juris, Rdnr. 13;… vgl. auch Urteil vom 23. Februar 1995, Az. IX ZR 29/94, zitiert nach juris, Rdnr. 45 f.;… vgl. auch Urteil vom 4. Juli 2002, Az. IX ZR 153/01, zitiert nach juris, Rdnr. 7).
Es genügt, wenn der Handelnde die Tatsachen kennt, aus denen sich die Sittenwidrigkeit ergibt, wobei dem gleichsteht, wenn sich jemand bewusst oder grob fahrlässig der Kenntnis erheblicher Tatsachen verschließt (…vgl. BGH, Urt. v. 10.10.1997 - V ZR 74/96, juris Rn 12; NJW 1993, 1587/1588; NJW 2005, 2991/2992).
Das Berufungsgericht hat das Anerkenntnis vom 15. Dezember 2008 nach dem Rechtsgrundsatz des Bundesgerichtshofs in seinem Urteil vom 29. Juni 2005 (VIII ZR 299/04, NJW 2005, 2991, 2993 unter B. 1. c, aa) für unwirksam gehalten.
OLG Zweibrücken, 09.02.2009 - 4 W 98/08
Kostenfestsetzungsverfahren: Kostenerstattungsanspruch eines Streithelfers bei …
Zwangsvollstreckung aus dem Zuschlagsbeschluss i.R.e. …
OLG Saarbrücken, 05.12.2018 - 5 U 23/18
AG Bad Kreuznach, 07.03.2007 - 2 C 1506/06
Zeitschriftenabonnementvertrag; Allgemeine Geschäftsbedingungen: Wirksamkeit …
Anforderungen an das Vorliegen eines Schadensersatzanspruchs im Sinne von § 826 …
AG Schwelm, 27.03.2006 - 20 C 401/05
Geltendmachung eines Zahlungsanspruchs auf Basis eines Schuldanerkenntnisses; …
AG Schwelm, 29.03.2006 - 20 C 401/05
Rückforderung wegen ungerechtfertigter Bereicherung hinsichtlich eines …
AG Schwelm, 14.02.2006 - 20 C 399/05
LG Berlin, 17.03.2011 - 5 O 412/10
Sittenwidrigkeit: Erfolgshonorar für die Durchsetzung von Kindergeldansprüchen