Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=B%2014%20AS%2013/14%20R
Timestamp: 2019-03-22 07:06:55
Document Index: 381631763

Matched Legal Cases: ['§ 22', '§ 40', '§ 328', '§ 328', '§ 328', '§ 86', '§ 96', '§ 86', '§ 22', '§ 86', '§ 96', '§ 39', '§ 11', '§ 22', '§ 22', '§ 44', '§ 22', '§ 22', '§ 11', '§ 40', '§ 328', '§ 40', '§ 328', '§ 22', '§ 39', '§ 22', '§ 22', '§ 54', '§ 328', '§ 96', '§ 40', '§ 22', '§ 54', '§ 40', '§ 22', '§ 8', '§ 328', '§ 96']

BSG, 19.08.2015 - B 14 AS 13/14 R - dejure.org
§ 22 Abs 1 S 1 SGB 2 vom 24.12.2003, § 40 Abs 1 S 2 Nr 1a SGB 2 vom 14.08.2005, § 328 Abs 1 S 1 Nr 3 SGB 3, § 328 Abs 2 SGB 3, § 328 Abs 3 S 1 SGB 3
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Auch Nutzungsentschädigung kann als KdU anzuerkennen sein
SG Halle, 02.06.2010 - S 24 AS 1831/07
SG Halle, 26.07.2010 - S 24 AS 1831/07
BSGE 119, 265
Dafür, § 86 SGG so zu verstehen, wie § 96 Abs. 1 SGG formuliert ist, streitet zum anderen und entscheidend der Sinn und Zweck, der prägend sowohl für das Verhältnis von vorläufiger und abschließender Entscheidung als auch für §§ 86 und 96 SGG ist, nämlich den Beteiligten in verfahrens- und prozessökonomischer Weise eine möglichst baldige und endgültige Klärung ihrer Rechtsbeziehung zu verschaffen (vgl BSG vom 19.8. 2015 - B 14 AS 13/14 R - BSGE 119, 265 = SozR 4-4200 § 22 Nr. 86, RdNr 16;… zur Effektivierung des Rechtsschutzes und Prozessökonomie vgl B. Schmidt in Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer/Schmidt, SGG, 12. Aufl 2017, § 86 RdNr 2, § 96 RdNr 1a).
Die vorläufigen Bewilligungsbescheide vom 20.7.2009 und vom 5.8.2009 haben sich im Klageverfahren auf sonstige Weise iS des § 39 Abs. 2 SGB X durch den Erlass des Bescheids vom 8.3.2010, mit denen der Beklagte eine endgültige Bestimmung der Leistungshöhe für den Zeitraum 27.6.2009 bis 30.11.2009 verfügt hat, erledigt; der endgültige Bescheid hat die vorläufigen Bescheide ersetzt (…vgl BSG Urteil vom 10.5.2011 - B 4 AS 139/10 R - SozR 4-4200 § 11 Nr. 38 RdNr 13;… BSG Urteil vom 22.8.2012 - B 14 AS 13/12 R - SozR 4-4200 § 22 Nr. 64 RdNr 12; BSG Urteil vom 19.8.2015 - B 14 AS 13/14 R - für BSGE und SozR 4-4200 § 22 Nr. 86 vorgesehen RdNr 16) .
Mit der vom LSG zugelassenen Revision rügen allein die Kläger eine Verletzung des § 44 SGB X. Eine monatsübergreifende Saldierung der zugeflossenen Einnahmen scheide aus (Hinweis auf BSG vom 19.8.2015 - B 14 AS 13/14 R - BSGE 119, 265 = SozR 4-4200 § 22 Nr. 86) .
Solche Leistungen sind nur als "aliud" gegenüber endgültigen Leistungen anzusehen, deren Bewilligung keine Bindungswirkung für die endgültige Leistung entfaltet (wie hier: BSG…, Urteil vom 29. April 2015, aaO, Rn 23; Urteil vom 19. August 2015 - B 14 AS 13/14 R - SozR 4-4200 § 22 Nr. 86 Rn 15; jeweils mit weiteren Nachweisen ;… dazu auch Söhngen in jurisPK-SGB II, aaO, § 11 Rn 76.1).
Damit wurde, indem der Beklagte eine Entscheidung über endgültige Leistungen getroffen hat (§ 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 SGB II i.V.m. § 328 Abs. 2 und 3 SGB III), die ursprünglich erfolgte vorläufige Bewilligung von Leistungen (§ 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 SGB II i.V.m. § 328 Abs. 1 Nr. 3 SGB III) ersetzt (vgl. BSG, Urteil vom 19.08.2015 - B 14 AS 13/14 R - SozR 4-4200 § 22 Nr. 86, juris, Rn. 16 m.w.N.), weshalb der Bescheid vom 02.03.2015 gegenstandslos geworden und gem. § 39 Abs. 2 SGB X erledigt ist (BSG…, Urteil vom 17.02.2016 - B 4 AS 17/15 R -, juris, Rn. 13 m.w.N., Urteil vom 22.08.2012 - B 14 AS 13/12 R - SozR 4-4200 § 22 Nr. 64, juris, Rn. 12).
Wenn zu dem Zeitpunkt, zu dem über die Berufung entschieden wird, der Grund für die nur vorläufige Bescheidung des Leistungsbegehrens noch immer vorliegt, ist das Rechtsschutzbegehren auf höhere vorläufige Leistungen zu richten (vgl. BSG, Urteil vom 19. August 2015 - B 14 AS 13/14 R - SozR 4-4200 § 22 Nr. 86 = juris Rdnr. 15; vgl. auch BSG…, Urteil vom 6. April 2011 - B 4 AS 119/10 R - BSGE 108, 86 ff. = SozR 4-1500 § 54 Nr. 21 = juris Rdnr. 30).
Wenn hingegen der Grund für die nur vorläufige Bescheidung des Leistungsbegehrens entfallen ist - was vorliegend für die die Vorläufigkeit der Leistungsbewilligung rechtfertigenden Frage des Krankengeldbezuges der Fall sein dürfte -, darf keine Entscheidung über eine höherere vorläufige Leistungsbewilligung ergehen, sondern muss eine Entscheidung über eine endgültige Leistungsbewilligung (vgl. hierzu § 328 Abs. 2 SGB III) erfolgen (vgl. BSG, Urteil vom 19. August 2015, a. a. O.).
Ein endgültiger Bescheid wird gemäß § 96 SGG Gegenstand des Verfahrens über den Bescheid wegen der vorläufigen Leistungen wird (vgl. BSG, Urteil vom 19. August 2015, a. a. O., Rdnr. 16, m. w. N.).
Die Leistungen nach dem SGB II sind monatsweise bedarfsbezogen zu bewilligen (vgl. nur BSG, Urteil vom 19.08.2015, B 14 AS 13/14, (23), Juris).
Die Beschwerdebegründung macht nicht hinreichend deutlich, inwieweit nach der in ihr referierten Rechtsprechung des Senats (…BSG Urteil vom 29.4.2015 - B 14 AS 31/14 R - SozR 4-4200 § 40 Nr. 9; BSG Urteil vom 19.8.2015 - B 14 AS 13/14 R - BSGE 119, 265 = SozR 4-4200 § 22 Nr. 86) noch eine weitere Ausgestaltung, Erweiterung oder Änderung derselben zur Entscheidung des vorliegenden Rechtsstreits erforderlich erscheint.
Der Senat hat sowohl bereits entschieden, dass eine vorläufige Bewilligung ausschließlich auf eine Zwischenlösung zielt und demgemäß auf die Ersetzung durch eine endgültige Entscheidung nach Wegfall der Vorläufigkeitsvoraussetzungen angelegt ist, ohne dass die vorläufige Bewilligung eine Bindungswirkung für die endgültige Leistung entfaltet (…BSG Urteil vom 29.4.2015 - B 14 AS 31/14 R - aaO RdNr 21 ff), als auch, dass keine Entscheidung über eine vorläufige, sondern über eine endgültige Leistungsbewilligung erfolgen muss, wenn die Voraussetzungen der Bewilligung nur vorläufiger Leistungen im Zeitpunkt der Entscheidung des LSG nicht mehr erfüllt sind: Sind die spezifischen Voraussetzungen für eine vorläufige Bewilligung nicht mehr erfüllt, liegt kein Grund für eine gerichtliche Entscheidung über vorläufige Leistungen anstelle einer endgültigen Klärung des Streits vor (BSG Urteil vom 19.8.2015 - B 14 AS 13/14 R - aaO RdNr 15 f).
Diese Voraussetzungen erfüllt die Beschwerdebegründung nicht, weil sich ihr schon nicht entnehmen lässt, ob das LSG sich in seinen Entscheidungsgründen mit den vom Beschwerdeführer benannten drei Entscheidungen des BSG (…BSG Urteil vom 6.4.2011 - B 4 AS 119/10 R - BSGE 108, 86 = SozR 4-1500 § 54 Nr. 21;… BSG Urteil vom 29.4.2015 - B 14 AS 31/14 R - SozR 4-4200 § 40 Nr. 9; BSG Urteil vom 19.8.2015 - B 14 AS 13/14 R - BSGE 119, 265 = SozR 4-4200 § 22 Nr. 86) überhaupt befasst hat.
Sie sind von vornherein auf eine Ersetzung durch einen endgültigen Bescheid angelegt und zur Beseitigung der Unklarheit über die Höhe der endgültig bewilligten Leistungen ist deshalb von Amts wegen notwendig eine das Verwaltungsverfahren über den ursprünglichen Leistungsantrag abschließende Entscheidung (vgl. § 8 SGB X) nach Maßgabe des § 328 Abs. 3 S. 1 sowie ggf. Satz 2 Halbs. 1 SGB III zu treffen (…vgl. BSG a. a. O. Rn. 23f. m. w. N.; Urteil vom 19. August 2015 - B 14 AS 13/14 R - Rn. 16).
Im Urteil vom 19.08.2015 - B 14 AS 13/14 R hat das BSG ausgeführt, dass bei der Möglichkeit endgültiger Leistungsfeststellung im Zeitpunkt der gerichtlichen Entscheidung keine Entscheidung über eine vorläufige, sondern über eine endgültige Leistungsfeststellung erfolgen darf.
Ergeht die endgültige Entscheidung, wird der entsprechende Bescheid zwar nach § 96 SGG Gegenstand des Klageverfahrens (BSG, Urteil vom 19.08.2015 - B 14 AS 13/14 R Rn. 16 f), eine Pflicht zur Aussetzung eines wegen Nichtdurchführung eines Verwaltungsverfahrens unzulässigen Klageverfahrens besteht jedoch nicht.
BSG, 14.07.2017 - B 4 AS 63/17 B
Grundsicherungsleistungen; Kosten der Unterkunft und Heizung; …
BSG, 11.11.1971 - 2 RU 133/68