Source: http://www.frag-einen-anwalt.de/Auseinandersetzung--f18421.html
Timestamp: 2016-10-27 14:50:57
Document Index: 69073112

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 2034', '§ 2033', '§ 2040', '§ 2033', '§ 747']

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Anwalt? Hier lang www.frag-einen-anwalt.de Erbrecht Themen: Auseinandersetzung
22.10.2006 10:24 | Preis: ***,00 € |
Ich habe mit meiner Schwestern ein Haus geerbt. Jeweils zu 50%. Meine Schwester möchte aus der Erbengemeinschaft austreten und hat mir dieses schon offiziel angezeigt.
Nun habe nach diesem Zeitpunkt einen Käufer für meine Hälfte gefunden: es handelt sich hierbei nicht um meine Schwester sondern um meine Bank.
Meine Schwester möchte Ihr Vorkaufsrecht nicht nutzen.
Muss ich meine Schwester nun zuerst auszahlen oder kann ich meinen Anteil verkaufen und das Haus verbleibt dann zu 50% in Besitz meiner Schwester und meine 50% gehen nach Verkauf an den neuen Eigentümer (Bank) über?
Ist hier die Anzeige meiner Schwester zeitlich massgeblich oder kann ich einfach verkaufen?
22.10.2006 | 11:25
solange die Erbengemeinschaft besteht, können Sie nur über Ihren ideellen Anteil am Nachlass verfügen, also nur über Ihren Erbteil als solchen. Dies gilt auch, wenn das Haus der einzige Nachlassgegenstand ist (BGH NJW 69,92). Wenn Sie Ihren Erbteil an die Bank verkaufen, hätte Ihre Schwester dann das Vorkaufsrecht nach § 2034 BGB, sie sollten sich also schriftlich von ihr bestätigen lassen, dass sie darauf verzichtet. Über Ihren Anteil an den einzelnen Nachlassgegenständen können Sie vor der Auseinandersetzung dagegen nicht verfügen (§ 2033 BGB). Über einen Nachlassgegenstand können die Erben nur gemeinschaftlich verfügen (§ 2040 BGB). Sie und Ihre Schwester könnten also noch vor der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft das Haus gemeinsam an die Bank verkaufen und übertragen.
Wollen Sie der Bank aber direkt nur Ihre anteilige Haushälfte als solche übertragen, so geht dies vor bis zur Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft nicht.
Nachfrage vom Fragesteller	22.10.2006 | 12:15
Liebe Frau Haeske,
heisst das im konreten Fall ich kann meine Hälfte nicht an die Bank verkaufen und muss die Auseinandersetzung abwarten?
Wenn die Auseinandersetzung läuft bzw. vollzogen ist wurde das Haus dann nicht durch eine zB Zwangs(Teil)verteigerung verkauft? Wie kann ich danach noch meine Anteil an die Bank verkaufen wenn das Haus bereits versteigert wurde?
22.10.2006 | 14:35
Sie müssen abwarten, so ist leider die gesetzliche Regelung: Eine Übertragung einer Haushälfte an die Bank ist vor der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft nicht möglich. Sie könnten sich zwar wirksam schuldrechtlich der Bank gegenüber zur Übertragung verpflichten, könnten diese Verpflichtung aber wegen § 2033 BGB vor der Auseinandersetzung nicht erfüllen.
Für die Auseinandersetzung muss auch nicht unbedingt eine Teilungsversteigerung des Hauses erfolgen. Die Miterben können auch im Rahmen eines Auseinandersetzungsvertrages eine andere, einvernehmliche Lösung finden. Sollte die Situation nach beendeter Auseinandersetzung so sein, dass Ihnen nur ein Miteigentumsanteil an dem Haus zusteht (denkbar z.B. falls noch andere Werte außer dem Haus vorhanden sind), so gilt dann aber § 747 BGB. Nach der Auseinandersetzung könnten Sie den Hausanteil als solchen verkaufen und auf einen anderen übertragen.
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