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Timestamp: 2019-06-20 03:52:56
Document Index: 296419224

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', '§ 2325', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

Bewertungsfragen bei Pflichtteilsberechnung: Gutachten oder Verkaufserlös? – Nutzen Sie unsere URS- interne Bewertungsexpertise durch die CONSILIO Unternehmensberatung GmbH
Der BGH hatte sich in seinem Beschluss vom 08.04.2015, IV ZR 150/14 mit der Frage zu beschäftigen, wie im Rahmen einer Pflichtteilsberechnung der Verkehrswert einer Nachlassimmobilie zu ermitteln ist, falls diese 3 Jahre nach Eintritt des Erbfalls durch den Erben veräußert worden ist und der Verkaufserlös vom Wert eines erstellten Gutachtens abweicht.
Die CONSILIO Unternehmensberatung GmbH gibt Ihnen einen Überblick über die für eine gutachterliche Wertermittlung geltenden Grundsätze:
Der vom Erben zu bestimmende Sachverständige muss unparteiisch und qualifiziert sein, BGH, NJW 1984, 487. Hierfür trägt der Erbe die Beweislast.
Bei der Bewertung von Gegenständen des realen und fiktiven Nachlasses ist der Wert im Zeitpunkt des Erbfalls maßgeblich. Wendet der Erbe ein, es gelte das Niederstwertprinzip des § 2325 Abs. 2 BGB, weil ein verschenkter Gegenstand zum Zeitpunkt des Schenkungsvollzugs einen niedrigeren Wert habe als im Zeitpunkt des Erbfalls, so muss der Erbe sowohl den Zeitpunkt des Schenkungsvollzugs als auch den Wert in diesem Zeitpunkt beweisen.
Kommen für die Wertermittlung verschiedene Bewertungsmethoden in Betracht, darf sich der Sachverständige nicht auf ein ganz bestimmtes Verfahren beschränken, sondern muss die Werte nach allen ernsthaft in Erwägung zu ziehenden Bewertungsverfahren ermitteln und sich damit inhaltlich auseinandersetzen. Der Sachverständige darf sich nicht auf eine einzige, von ihm favorisierte Bewertungsmethode zurückziehen und das Gutachten allein unter Anwendung dieser Methode erstellen, vgl. OLG Celle, OLGR 1995, 103; OLG München, NJW-RR 1988, 390; OLG Brandenburg, ZEV 2004, 132, 133; OLG Köln, ZEV 1999, 110, 111).
Die Wertermittlungsverordnung (WertV) enthält nach der Rechtsprechung des BGH allgemein anerkannte und grundsätzlich zu beachtende Bewertungsgrundsätze, die vom Sachverständigen berücksichtigt werden müssen.
Der Wert etwaiger vorbehaltener Nutzungsrechte (Nießbrauch oder Wohnrecht) ist nach der Rechtsprechung des BGH ebenfalls zu ermitteln. Ein vorbehaltener Nießbrauch ist dabei mit seinem kapitalisierten Jahreswert in Ansatz zu bringen (OLG Koblenz, ZEV 2002, 104). Nach der Rechtsprechung (BGH, NJW-RR 1990, 1058, 1059; BGH, NJW-RR 1996, 705, 707) ist grundsätzlich für die Kapitalisierung die statistische Lebenserwartung des Nießbrauchsberechtigten zum Zeitpunkt der Zuwendung zugrunde zu legen.
Der Gutachter hat den Bewertungsgegenstand selbst in Augenschein zu nehmen. Er darf sich nicht nur auf Angaben des Erblassers verlassen.
Zuletzt aktualisiert am 23.03.2016, 16:11 Uhr