Source: https://rd.springer.com/chapter/10.1007%2F978-3-663-08830-1_5
Timestamp: 2019-06-26 06:02:43
Document Index: 102370157

Matched Legal Cases: ['Art. 20', 'Art. 1', 'Art. 92', 'Art. 122', 'Art. 20', 'Art. 1', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 20', 'Art. 28', 'Art. 19', 'Art. 20', '§ 107', 'Art. 20', 'Art. 28', 'Art. 79', 'Art. 70', 'Art. 83', 'Art. 87', 'Art. 92', 'Art. 28', 'Art. 28', 'Art. 28', '§ 40', '§ 42', '§ 51', '§ 62', '§ 71', '§ 70', '§ 70', '§ 71', '§ 70']

Die Stellung der öffentlichen Verwaltung in der Staats-, Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland | Springer for Research & Development
Organisationsgestaltung in der Kommunalverwaltung pp 27-49 | Cite as
Die Stellung der öffentlichen Verwaltung in der Staats-, Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland
Die öffentliche Verwaltung ist Teil des Staatssystems der Bundesrepublik Deutschland. Als ausführende Kraft nimmt sie durch Konkretisierung und Vollzug des politischen Willens eine Kernfunktion staatlichen Handelns wahr1.
Vgl. Becker (Verwaltung), 1989, S. 110 ff.Google Scholar
Vgl. Weisbrod (Economy), 1988, S. 1.Google Scholar
Vgl. Thieme (Verwaltungslehre), 1984, S. 98.Google Scholar
Die Gewaltenteilung in der Bundesrepublik Deutschland ergibt sich primär aus Art. 20 Abs. 2 GG sowie ferner aus Art. 1 Abs. 3 GG, Art. 92 GG und Art. 122 Abs. 1 GG. Explizit nennen Art. 20 Abs. 2 GG und Art. 1 Abs. 3 GG die drei Staatsgewalten: Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung. Die Verwaltung übernimmt als vollziehende Gewalt (Exekutive) hauptsächlich, aber nicht ausschließlich den Vollzug der Gesetze.Google Scholar
Vgl. Becker (Verwaltung), 1989, S. 160 f.Google Scholar
Vgl. von Arnim (Staatslehre), 1984, S. 15 ff.Google Scholar
Nordsieck weist bereits 1932 allgemein auf die elementare Bedeutung der Aufgaben für organisatorische Untersuchungen hin. Vgl. Nordsieck (Erfassung), 1932, S. 10 und S. 13. Vgl. ergänzend dazu Kosiol (Organisation), 1962, S. 41 und Hill/Fehlbaum/Ulrich (Organisationslehre I), 1989, S. 122 ff. Für den spezifischen Fall der Kommunalverwaltung fuhrt Nordsieck schon 1937 den Zusammenhang zwischen Aufgaben und Organisationsstruktur aus. Vgl. Nordsieck (Organisation), 1937, S. 5 und S. 15 ff.Google Scholar
Im Wortlaut besagt Art. 20 Abs. 1 GG: “Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.” Art. 20 Abs. 2 GG lautet: “Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.”Google Scholar
Eine ausführliche und differenzierte Auseinandersetzung mit der Bedeutung des Demokratieprinzips für die öffentliche Verwaltung findet sich bei Bohret (Verwaltung), 1981, S. 53 ff.Google Scholar
Siehe Art. 20 Abs. 2 GG.Google Scholar
Die vollziehende Gewalt ist gemäß Art. 20 Abs. 3 GG an Gesetz und Recht, damit mittelbar auch an die gesetzgebende Gewalt gebunden. Vgl. zur Bindung der Verwaltung an das Recht und die Legislative z.B. Mayer/Kopp (Verwaltungsrecht), 1985, S. 38 f.; Koch/Rubel (Verwaltungsrecht), 1992, S. 87 ff. und Ossenbühl (Quellen), 1992, S. 101 ff.Google Scholar
Vgl. Becker (Verwaltung), 1989, S. 163.Google Scholar
Vgl. Thieme (Verwaltungslehre), 1984, S. 97 ff.Google Scholar
Mitschke (Staatsmanagement), 1990, S. 63.Google Scholar
Vgl. beispielsweise Banner (Trends), 1994, S. 6; Bertelsmann Stiftung (Demokratie I), 1993, S. 7 und S. 12 f.; Fieten (Strukturen), 1993, S. 930 f. und KGSt (Ressourcenverantwortung), 1991, S. 10 ff.Google Scholar
Vgl. zum Zusammenhang zwischen Kundenorientierung und Organisationsstruktur Frese (Grundlagen), 1995, S. 319 ff.Google Scholar
Siehe Art. 20 Abs. 1 GG. Die Hervorhebung im Text erfolgte durch den Verfasser.Google Scholar
Vgl. Wittkämper/Jäckering (Staatslehre), 1990, S. 15. Eine sehr ausführliche Auseinandersetzung mit den verschiedenen Dimensionen des Sozialstaatsprinzips bietet der Beitrag von Hartwich (Sozialstaatspostulat), 1978.Google Scholar
Vgl. Maunz/Zippelius (Staatsrecht), 1994, S. 98 f.; Faber (Verwaltungsrecht), 1992, S. 30 ff. und Mayer/Kopp (Verwaltungsrecht), 1985, S. 42.Google Scholar
Vgl. Faber (Verwaltungsrecht), 1992, S. 32 und Stein (Staatsrecht), 1993, S. 174.Google Scholar
Dies bestätigt das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 18.07.1967, BVerfGE 22, S. 180. Vgl. auch Becker (Verwaltungsaufgaben), 1965, S. 187; Wittkämper/Jäckering (Staatslehre), 1990, S. 15 und Reichard (Trends), 1993, S. 16.Google Scholar
Vgl. Küchenhoff/Küchenhoff (Staatslehre), 1977, S. 76 f.Google Scholar
So schreibt Hans Herbert von Arnim dem Staat die Aufgabe zu, ein Versagen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Selbststeuerung nicht nur subsidiär-reaktiv, sondern aktiv zu verhindern oder zu bekämpfen. Vgl. von Arnim (Staatslehre), 1984, S. 95 f.Google Scholar
Einen Überblick über die Aufgaben der Kommunen im Bereich der sozialen Sicherung gibt der Aufgabengliederungsplan der KGSt. Siehe KGSt (Verwaltungsorganisation), 1979, insbesondere S. 137 ff.Google Scholar
Vgl. Becker (Verwaltung), 1989, S. 164.Google Scholar
Diese Auffassung wird vom früheren Präsidenten des Bundesrechnungshofs Hans Schäfer bestätigt. Er sieht den Preissetzungsspielraum öffentlicher Einrichtungen durch das Sozialstaatsgebot eingeschränkt. Vgl. Schäfer (Verwaltung), 1976, S. 32 f. Hans Peter Bull sieht eine rein marktabhängige Leistungsgestaltung explizit auch in den Kommunen als nicht sozialstaatskonform an. Vgl. Bull (Verwaltungsrecht), 1993, S. 20.Google Scholar
Siehe Art. 20 Abs. 2 GG. Explizit verwendet das Grundgesetz den Begriff des Rechtsstaates in Art. 28 Abs. 1 GG. Eine umfassende Erläuterung und Interpretation der allgemeinen Rechtsstaatsidee findet sich bei Maunz/Zippelius (Staatsrecht), 1994, S. 84 ff. Püttner diskutiert in seinem Studienbuch ‘Allgemeines Verwaltungsrecht’ das Rechtsstaatsprinzip speziell hinsichtlich seiner Bedeutung für die öffentliche Verwaltung. Vgl. Püttner (Verwaltungsrecht), 1983, S. 45 ff.Google Scholar
Vgl. Becker (Verwaltung), 1989, S. 164 f.; Besson/Jasper (Leitbild), 1990, S. 89 ff. und Wittkämper/Jäckering (Staatslehre), 1990, S. 14 f.Google Scholar
Siehe Art. 19 Abs. 4 GG. Im Wortlaut besagt der entscheidende Satz 1 dieses Artikels: “Wird jemand durch die öffentliche Gewalt in seinen Rechten verletzt, so steht ihm der Rechtsweg offen. “Google Scholar
Vgl. Becker (Verwaltung), 1989, S. 165.Google Scholar
Das Grundgesetz unterscheidet in Art. 20 Abs. 3 zwischen Recht und Gesetz. Der Begriff ‘Recht’ ist dabei umfassender als der Begriff ‘Gesetz’. Das Recht umfaßt neben den formellen Gesetzen und den abgeleiteten Rechtssätzen wie beispielsweise Rechtsverordnungen und Satzungen (sogenanntes ‘gesetztes Recht’) auch die ungeschriebenen Normen des Gewohnheitsrechts und die hergebrachten Grundsätze der Gerechtigkeit. Vgl. hierzu Maunz/Zippelius (Staatsrecht), 1994, S. 93.Google Scholar
Einen Überblick über die verschiedenen Rechtstitel und ihre Stellung zueinander gibt Püttner (Verwaltungsrecht), 1983, S. 9 ff.Google Scholar
Vgl. Becker (Verwaltung), 1989, S. 110 ff. und S. 162 f.; Ellwein (Einfuhrung), 1966, S. 35; Gipp (Aufgaben), 1989, S. 212 ff und Mäding (Aufgaben), 1978, S. 6 f.Google Scholar
Vgl. Thieme (Verwaltungslehre), 1984, S. 131 ff. Vgl. zu Stand, Entwicklung und Veränderung der öffentlichen und kommunalen Aufgaben in der Bundesrepublik Deutschland z.B. Gabriel (Wertewandel), 1992, S. 182 ff.; Gaentzsch (Aufgaben), 1992, S. 137 ff; König (Kritik), 1988, S. 1 ff; Schäfer/Stricker (Probleme), 1992, S. 23 ff.Google Scholar
Vgl. KühnleinAVohlfahrt (Administration), 1994, S. 3 ff. Aufschlußreiche Daten und Anhaltspunkte für den Aufgabenwandel der Städte und Gemeinden bieten die empirischen Untersuchungen von Schäfer/Stricker (Probleme), 1992 und Gabriel (Wertewandel), 1992.Google Scholar
Vgl. Gipp (Aufgaben), 1989, S. 212 ff.Google Scholar
Vgl. von Böventer/Illing/Bauer et al. (Einführung), 1995, S. 4 f.Google Scholar
Vgl. z.B. Schumann (Grundzüge), 1992, S. 40 f.; Samuelson/Nordhaus (Economics), 1992, S. 311 f. oder Varían (Grundzüge), 1991, S. 541 f.Google Scholar
Vgl. Stobbe (MikroÖkonomik), 1991, S. 497.Google Scholar
Vgl. z.B. Schumann (Grundzüge), 1992, S. 41; Samuelson/Nordhaus (Economies), 1992, S. 311 f. und S. 321 f. sowie Varían (Grundzüge), 1991, S. 541 f.Google Scholar
Vgl. Schumann (Grundzüge), 1992, S. 40 f.Google Scholar
Dieses Verhalten wird als ‘Trittbrettfahrerverhalten’ oder ‘free-rider-position’ bezeichnet.Google Scholar
Vgl. Samuelson/Nordhaus (Economies), 1992, S. 42.Google Scholar
Vgl. Schumann (Grundzüge), 1992, S. 41 und Stobbe (MikroÖkonomik), 1991, S. 497.Google Scholar
Der Staat und seine Organe können zur Gewährleistung des Angebots öffentlicher Güter in verschiedenen Formen (z.B. durch Eigenerstellung, Vergabe von Erstellungsaufträgen an Dritte, Einführung von Abnahme- oder Bezugsverpflichtungen des Bürgers, etc.) tätig werden. Verschiedene Formen staatlicher Leistungserstellung im Bereich öffentlicher Güter erörtert Champney (Goods), 1988, S. 988ff.Google Scholar
Vgl. hierzu und im folgenden Blankart (Ökonomie), 1980, S. 38 ff.; Samuelson/Nordhaus (Economics), 1992, S. 165 f. und S. 338 ff; Schumann (Grundzüge), 1992, S. 295 f.; Varían (Grundzüge), 1991, S. 390 ff. und Wolf (Markets), 1993, S. 23 ff.Google Scholar
Vgl. Stobbe (MikroÖkonomik), 1991, S. 253 f. und Vanan (Grundzüge), 1991, S. 390 ff.Google Scholar
Vgl. Schumann (Grundzüge), 1992, S. 295.Google Scholar
Vgl. Stobbe (MikroÖkonomik), 1991, S. 230 ff.Google Scholar
Vgl. Varían (Grundzüge), 1991, S. 390 ff.Google Scholar
Vgl. Varían (Grundzüge), 1991, S. 394. Vgl. zur Regulierung natürlicher Monopole auch Blankart (Ökonomie), 1980, S. 40 ff und Samuelson/Nordhaus (Economics), 1992, S. 338 ff.Google Scholar
Vgl. Stobbe (MikroÖkonomik), 1991, S. 500.Google Scholar
Die Theorie meritorischer Güter geht auf Richard A. Musgrave zurück. Siehe dazu grundlegend Musgrave (Theory), 1959. Eine eingehende, kritische Auseinandersetzung mit Musgraves Theorie findet sich z.B. bei Mackscheidt (Güter), 1984, S. 585 ff. Vgl. zudem auch Schumann (Grundzüge), 1992, S. 41 und Stobbe (MikroÖkonomik), 1991, S. 499 ff.Google Scholar
Vgl. Erhard (Programm), 1948, S. 39 ff., insbes. S. 40. Vgl. zusätzlich auch Erhard (Leitbild), 1965/66, S. 79 ff.Google Scholar
Vgl. Stein (Staatsrecht), 1993, S. 173 ff.Google Scholar
Vgl. Bull (Verwaltungsrecht), 1993, S. 20.Google Scholar
Siehe § 107 Abs. 2 GO NW.Google Scholar
Die maßgeblichen Bestimmungen finden sich in folgenden Grundgesetzartikeln: Art. 20 Abs. 1 GG verfaßt die Bundesrepublik Deutschland als Bundesstaat, Art. 28 Abs. 1 GG überträgt die republikanischen, demokratischen und sozialen Prinzipien des Grundgesetzes auf die verfassungsmäßige Ordnung in den Ländern und Art. 79 Abs. 3 GG schreibt die bundesstaatliche Gliederung in Bund und Ländern als nicht veränderbar fest.Google Scholar
Vgl. Wittkämper/Jäckering (Staatslehre), 1990, S. 16.Google Scholar
Die Gesetzgebungskompetenz der Länder ist in Art. 70 Abs. 1 GG geregelt: “Die Länder haben das Recht der Gesetzgebung, soweit dieses Grundgesetz nicht dem Bunde Gesetzgebungsbefugnisse verleiht.”Google Scholar
Für die vollziehende Gewalt bestimmt Art. 83 GG: “Die Länder führen die Bundesgesetze als eigene Angelegenheiten aus, soweit dieses Grundgesetz nichts anderes bestimmt oder zuläßt.” Verschiedene Bestimmungen konkretisieren davon ausgehend die angedeutete bundeseigene Verwaltungskompetenz. So ordnet beispielsweise Art. 87 Abs. 1 GG verschiedene Verwaltungstätigkeiten, darunter den Auswärtigen Dienst und die Bundesfinanzverwaltung, der Kompetenz des Bundes zu.Google Scholar
Die Rechtsprechung des Bundes und der Länder ist Inhalt von Art. 92 GG: “Die rechtsprechende Gewalt ist den Richtern anvertraut; sie wird durch das Bundesverfassungsgericht, durch die in diesem Grundgesetz vorgesehenen Bundesgerichte und durch die Gerichte der Länder ausgeübt.”Google Scholar
Dies bestätigt auch das Bundesverfassungsgericht in einer Entscheidung aus dem Jahre 1957. Siehe BVerfG, Beschluß vom 23.01.1957, BVerfGE 6, S. 113 ff.Google Scholar
Vgl. Becker (Verwaltung), 1989, S. 183 und S. 340. Vgl. außerdem Püttner (Verwaltungsrecht), 1983. S. 9 ff.Google Scholar
Vgl. Stern (Staatsorganisation), 1992, Sp. 2302 und Wehling (Kommunalpolitik), 1994, S. 8.Google Scholar
Siehe Erster Teil, B., S. 9 dieser Arbeit.Google Scholar
Vgl. Dreier (Verwaltung), 1991, S. 220 f. und Hesse (Kommunalorganisation), 1992, Sp. 1099 f.Google Scholar
Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland kennt den Begriff der ‘Stadt’ nicht und verwendet zur Bezeichnung aller örtlichen Gemeinschaften ausschließlich den Begriff der ‘Gemeinde’.Google Scholar
Städte und Gemeinden werden von Art. 28 Abs. 2 GG nur institutionell, nicht aber individuell in ihrer Existenz gewährleistet. Vgl. Hendler (Selbstverwaltung), 1984, S. 194 und Maunz/Zippelius (Staatsrecht), 1994, S. 120.Google Scholar
Das Recht der Kommunen, ihren Aufgabenbestand selbst zu bestimmen, wird in der Literatur bisweilen auch mit den Begriffen ‘Allzuständigkeitsprinzip’ oder ‘Universalitätsprinzip’ bezeichnet.Google Scholar
Vgl. Thieme (Verwaltungslehre), 1984, S. 214 und Lecheler (Verwaltungslehre), 1988, S. 51 f.Google Scholar
Vgl. Hendler (Selbstverwaltung), 1984, S. 195 f. und Maunz/Zippelius (Staatsrecht), 1994, S. 120 f.Google Scholar
Vgl. Gabriel (Demokratie), 1989, S. 9 f. und Zundel/Wagner (Gemeindevertretungen), 1989, Sp. 447 f.Google Scholar
Vgl. Maunz/Zippelius (Staatsrecht), 1994, S. 121.Google Scholar
Vgl. Thieme (Verwaltungslehre), 1984, S. 214 und Wolf#Bachof7Stober (Verwaltungsrecht II), 1987, S. 56.Google Scholar
Eine differenzierte Erörterung des kommunalen Selbstverwaltungsprinzips unter Rückgriff auf die bundesverwaltungsgerichtliche Rechtsprechung gibt Hendler (Selbstverwaltung), 1984, S. 196 ff.Google Scholar
Hier kann nur beispielhaft auf verschiedene Ansätze verwiesen werden: Becker (Verwaltung), 1989, S. 185 f. und S. 339; Stern (Staatsrecht), 1984, S. 413 ff. und Wolff/Bachof7Stober (Verwaltungsrecht II), 1987, S. 31 ff. (insbes. S 32 f.) und S. 57 ff.Google Scholar
Siehe BVerfG, Beschluß vom 24.06.1969, BVerfGE 26, S. 238 und BVerfG, Beschluß vom 21.05.1968, BVerfGE 23, S. 365 f. Vgl. außerdem Hesse (Grundzüge), 1995, S. 202 ff.Google Scholar
Peters (Lehrbuch), 1949, S. 292.Google Scholar
Siehe Erster Teil, B, S. 11 f. dieser Arbeit.Google Scholar
Vgl. Becker (Verwaltung), 1989, S. 186.Google Scholar
Vgl. Stein (Staatsrecht), 1993, S. 137 f.; Wehling (Kommunalpolitik), 1994, S. 8 ff. und Zundel/Wagner (Gemeindevertretungen), 1989, Sp. 447.Google Scholar
Vgl. zu den Aufgabenbeispielen Presse- und Informationsdienst der Bundesregierung (Selbstverwaltung), 1990, S. 10.Google Scholar
Vgl. Becker (Verwaltung), 1989, S. 341 und Stein (Staatsrecht), 1993, S. 137 f.Google Scholar
Vgl. Reichard (Betriebswirtschaftslehre), 1987, S. 3 f. und Ellwein (Dilemma), 1994, S. 112 ff. Die Abgrenzung der Verwaltung von der Politik auf kommunaler Ebene ist nicht nur ein Problem des deutschen Staatsaufbaus. Dies zeigt vor allem die lebhafte Diskussion dieser Problematik in den USA. Siehe dazu beispielsweise Golembiewski/Gabris (City), 1995, S. 240 ff.; Montjoy/ Watson (Case), 1995, S. 231 ff; Morgan/Watson (Policy), 1992, S. 438 ff; Nalbandian (Tenets), 1990, S. 654 ff; Skok (Policy), 1995, S. 325 ffGoogle Scholar
Das Gewaltenteilungsprinzip des deutschen Grundgesetzes bezieht sich lediglich auf den Bund und die Länder. Die maßgeblichen Bestimmungen zum Gewaltenteilungsprinzip finden sich im zweiten Teil des Grundgesetzes, der mit “Der Bund und die Länder” überschrieben ist. Die Kommunen stellen, wie oben ausgeführt wurde und wie auch die genannte Überschrift des Grundgesetzes andeutet, keine eigene staatliche Ebene dar, so daß das Gewaltenteilungsprinzip auf der kommunalen Ebene nicht greifen kann.Google Scholar
Vgl. Thieme (Verwaltungslehre), 1984, S. 213 und S. 216.Google Scholar
Die nachfolgenden Ausführungen gehen zurück auf: Achterberg (Verwaltungsrecht), 1986, S. 194 ff.; Becker (Verwaltung), 1989, S. 342 ff.; Hesse (Kommunalorganisation), 1992, Sp. 1102 ff.; Knemeyer (Kommunalverfassungen), 1994, S. 81 ff.; Presse- und Informationsdienst der Bundesregierung (Selbstverwaltung), 1990, S. 16 ff; Stargardt (Kommunalverfassungen I/II), 1995, S. 118 ff/S. 145 ff; Thieme (Verwaltungslehre), 1984, S. 215 ff. und Wehling (Kommunalverfassungen), 1994, S. 15 ff.Google Scholar
Die Amtszeiten sind je nach Bundesland unterschiedlich und liegen zwischen 5 und 8 Jahren.Google Scholar
Die Gemeindeordnung Niedersachsens ist eine Mischform aus der Ratsverfassung und der Magistratsverfassung. Vgl. hierzu Achterberg (Verwaltungsrecht), 1986, S. 196. Norbert Achterberg bezeichnet diese Mischform als eigenen Verfassungstyp neuerer Art. Diese Verfassungsform weist neben Gemeindevertretung (Rat) und Bürgermeister mit dem Verwaltungsausschuß ein drittes, kollegiales Organ auf, dem ähnliche Aufgaben, nicht aber eine so starke Stellung wie dem Magistrat in der Magistratsverfassung zukommen. Mischformen zwischen Ratsverfassung und Magistratsverfassung existieren auch in Brandenburg und Thüringen. Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt weisen Mischformen zwischen Bürgermeister- und Magistratsverfassung auf. In allen vier Fällen, besonders in Thüringen, ist jedoch die Stellung des Bürgermeisters in Verwaltungsangelegenheiten sehr stark, so daß die Elemente der Rats- bzw. Bürgermeisterverfassung über die magistralen Elemente, die sich in einem sogenannten Hauptausschuß manifestieren, dominieren.Google Scholar
Dies ist auch im Grundgesetz so vorgesehen. Art. 28 Abs. 1 Satz 2 bestimmt, daß Gemeinden eine gewählte Vertretung haben müssen. Nach Art. 28 Abs. 1 Satz 3 kann dieses Organ durch die Gemeindeversammlung ersetzt werden. Die Gemeindeversammlung als Zusammenkunft des gesamten Gemeindevolkes dürfte aber heute kaum noch Bedeutung besitzen.Google Scholar
Auch die KGSt grenzt in ihrem neuen Steuerungsmodell den Rat als politisches Gremium eindeutig von der Verwaltung ab. Die Politik übernimmt die Funktion des Auftraggebers von Verwaltungsleistungen, die Verwaltung fuhrt sie als Auftragnehmerin aus. Vgl. KGSt (Steuerungsmodell), 1993, S. 16 f.Google Scholar
Diese Aussage bezieht sich natürlich nur auf diejenigen Leistungsbereiche, in denen Landes- und Bundesgesetze den Kommunen die Leistungsgewährung nach Art, Umfang und Verfahren nicht ohnehin vorschreiben.Google Scholar
Die Bezugnahme auf eine bestimmte Gemeindeordnung erfolgt aus Gründen der Klarheit und Eindeutigkeit der Aussagen. Obwohl teilweise eng verwandt, weisen die Gemeindeordnungen der verschiedenen Bundesländer doch graduelle bis substantielle Unterschiede auf, die eine gemeinsame Erörterung verhindern. Die Ausführungen lassen sich jedoch in der Regel analog, eventuell in leicht modifizierter Form, auf die jeweils gültigen Gemeindeverfassungen übertragen.Google Scholar
So bestimmt § 40 Abs. 2 GO NW: “Den Vorsitz im Rat führt der Bürgermeister. Der Bürgermeister hat Stimmrecht im Rat.”Google Scholar
Die Zugehörigkeit des Bürgermeisters sowohl zum Politik- als auch zum Verwaltungssystem kommt explizit in gleichlautenden Bestimmungen der Gemeindeordnungen der Länder Baden-Württemberg (§ 42 Abs. 1 Satz 1 GemO BW) und Sachsen (§ 51 Abs. 1 Satz 1 SächsGemO) zum Ausdruck: “Der Bürgermeister ist Vorsitzender des Gemeinderates und Leiter der Gemeindeverwaltung.”Google Scholar
Die neue Gemeindeordnung des Landes Nordrhein-Westfalen bestimmt, daß der Bürgermeister als kommunaler Wahlbeamter hauptamtlich tätig ist. Ihm kommt die Leitung und Kontrolle der Geschäftstätigkeit der gesamten Verwaltung zu. Siehe § 62 Abs. 1 GO NW. In § 71 GO NW ist die Bestellung von hauptamtlich tätigen Beigeordneten, deren Zahl die Hauptsatzung der Kommune bestimmt, geregelt. Die Beigeordneten stellen zusammen mit dem Stadtkämmerer und dem Bürgermeister den Verwaltungsvorstand (§ 70 GO NW) dar.Google Scholar
Der Stadtkämmerer oder der für das Finanzwesen zuständige Beamte ist nach § 70 Abs. 1 GO NW grundsätzlich Mitglied des Verwaltungsvorstandes. In kreisfreien Städten muß ein Beigeordneter als Stadtkämmerer bestellt werden (§ 71 Abs. 4 GO NW), so daß die beiden Funktionen in Personalunion zusammenfallen.Google Scholar
Der Begriff des ‘Leitungsorgans’ ist zu unterscheiden vom Begriff der ‘Verwaltungsleitung’. Der Begriff der Verwaltungsleitung beschreibt aus funktioneller Perspektive die höchste Entscheidungsinstanz im Führungsprozeß, während das Leitungsorgan aus rechtlicher Perspektive definiert wird. Der Begriff des Leitungsorgans umfaßt alle Personen, die aus gesetzlichen oder satzungsrechtlichen Gründen zu Mitgliedern des Leitungsgremiums bestellt sind. Leitungsorgan und Verwaltungsleitung können, müssen aber nicht deckungsgleich sein. Vgl. hierzu Frese (Unter-nehmungsfuhrung), 1987, S. 330 ff.Google Scholar
Der Begriff’Verwaltungsvorstand’ wird in § 70 Abs. 1 GO NW explizit genannt.Google Scholar
Streibl U. (1996) Die Stellung der öffentlichen Verwaltung in der Staats-, Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland. In: Organisationsgestaltung in der Kommunalverwaltung. Gabler Edition Wissenschaft. Deutscher Universitätsverlag, Wiesbaden
DOI https://doi.org/10.1007/978-3-663-08830-1_5