Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%201972,%20Seiten%201047
Timestamp: 2019-07-21 07:41:58
Document Index: 1579383

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 839', '§ 823', '§ 836', '§ 833', 'BGH', '§ 839', '§ 833', 'BGH', '§ 833', '§ 834', '§ 833', 'BGH', 'BGH', '§ 833', 'BGH', 'BGH', '§ 836', '§ 833', '§ 839', 'BGH', '§ 254', '§ 834', 'BGH']

BGH, 26.06.1972 - III ZR 32/70 - dejure.org
https://dejure.org/1972,2918
BGH, 26.06.1972 - III ZR 32/70 (https://dejure.org/1972,2918)
BGH, Entscheidung vom 26.06.1972 - III ZR 32/70 (https://dejure.org/1972,2918)
BGH, Entscheidung vom 26. Juni 1972 - III ZR 32/70 (https://dejure.org/1972,2918)
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Teilnahme an einem Lehrgang für Polizeischutzhundführer - Transport eines Diensthundes in einem privaten PKW - Anspruch auf Schadensersatz
VersR 1972, 1047
Verdrängt werden durch den Sondertatbestand des § 839 BGB lediglich die Haftungstatbestände der §§ 823 ff BGB als solche, nicht hingegen die in ihnen enthaltenen besonderen Beweislastregeln (…vgl. Senat aaO zur Anwendbarkeit von § 836 BGB sowie Urteil vom 26. Juni 1972 - III ZR 32/70, VersR 1972, 1047, 1048 zur Anwendbarkeit der Beweislastregel des § 833 Satz 2 BGB).
Da der Kläger darüber hinaus unstreitig die Aufgaben eines Tierhüters in Bezug auf den Wallach der Beklagten übernommen hatte, hat er darüber hinaus den Entlastungsbeweis zu führen, dass ihn an der Entstehung des Schadens kein Verschulden trifft bzw. ein Verschulden nicht ursächlich geworden ist (vgl. BGH, Versicherungsrecht 1972, 1047, 1048; NJW 1992, 2474, 2475).
Hat ein Polizeihund eine Person verletzt, so wird die Spezialbestimmung des § 839 BGB durch die Regelung des § 833 S. 2 BGB modifiziert (BGH, Urteil vom 26.06.1972 - III ZR 32/70, VersR 1972, 1047;… Wagner in: Münchener Kommentar zum BGB, 5. Auflage 2009, § 833 BGB Rn. 45), wonach eine Haftung für vermutetes Verschulden für die Verletzung durch ein "Haustier" besteht.
6.1972 - III ZR 32/70, VersR 1972, 1047).
Aufgrund der in § 834 BGB vorgesehenen Haftung des Tierhüters und der darin vorgesehenen Beweislastverteilung für ein Verschulden, mit der das Verschulden eines Tierhüters grundsätzlich vermutet und dieser für eine Haftungsbefreiung ein Verschulden zu widerlegen hat, gilt diese Vermutung auch für ein Mitverschulden im Rahmen einer Inanspruchnahme des Tierhalters gemäß § 833 BGB (vgl. BGH VersR 1972, 1047 unter II 2; NJW 1992, 2474 unter III; RGZ 58, 410, 413).
Der Dienstherr ist daher als Halter eines Diensthundes anzusehen (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 1972, Az. III ZR 32/70, zitiert nach juris RN 13).
Ein Tier, das von einer juristischen Person gehalten wird, dient dann dem "Beruf" des Halters und fällt damit unter § 833 S. 2 BGB, wenn es dazu bestimmt ist, dem Aufgabenbereich der juristischen Person zu dienen (vgl. BGH, Urteil vom 26. Juni 1972, Az. III ZR 32/70, zitiert nach juris RN 13).
Zwar ist zuzugeben, dass der BGH die Beweislastumkehr für die Haftung des Grundstückbesitzers (§ 836 Abs. 1 S. 2 BGB) und des privilegierten Tierhalters (§ 833 S. 2 BGB) im Rahmen von § 839 BGB entsprechend heranzieht (BGH NJW-RR 1990 1500; VersR 1972, 1047).
Nach feststehender Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs hat der verletzte Tieraufseher gegenüber dem Vorwurf des Mitverschuldens nach § 254 BGB den Entlastungsbeweis entsprechend § 834 BGB zu erbringen (vgl. BGH NJW 1992, 2474; VersR 1972, 1047).
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