Source: http://anwaelte-am-wittenbergplatz.de/gruendung-einer-kapitalgesellschaft/
Timestamp: 2019-05-20 22:30:36
Document Index: 235929052

Matched Legal Cases: ['BGH', '§ 43', '§ 13', '§ 238', '§ 76', '§ 111', '§ 84', '§ 41']

Gründung einer Kapitalgesellschaft - Rechtsanwälte am Wittenbergplatz
Was tun wir für Sie im Gesellschaftsrecht
Vor der Existenzgründung, der Gesellschaftsgründung bis zur Beendigung der Gesellschaft begleiten wir Sie in jeder Phase der Unternehmensrealisierung. Orientiert an Ihren spezifischen Bedürfnisses und wünschen vertreten wir Sie bei der Gründung der AG (Aktiengesellschaft), GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) UG (Unternehmensgesellschaft), KG (Kommanditgesellschaft, OHG (Offene Handelsgesellschaft) oder der beliebten GmbH & Co KG.
Bei der Gründung eines Unternehmens legen Sie das Fundament Ihres Unternehmens fest. Für den unternehmerischen Erfolg ist dieses Fundament eines der wesentlichsten Aspekte. Dabei geht es nicht nur um die Wahl der Gesellschaftsform die für Ihre Unternehmensziele idealerweise in Betracht kommen, sondern auch um wichtige Grundsteinlegungen steuerrechtlicher Natur oder zu Fragen der Haftung. Die Gründung ausländischer Gesellschaftsformen, im Sinne des Urteils des Europäischen Gerichtshofes über die Niederlassung von Gesellschaften innerhalb der EU, ermöglicht es Ihnen neben den bekannten deutschen Gesellschaften mit ausländischen Gesellschaften innerhalb der Bundesrepublik geschäftlich aktiv zu werden.
Gründung Kapitalgesellschaft
Kapitalgesellschaften (UG, GmbH, AG) sind juristische Personen mit eigener Rechtspersönlichkeit, d.h. die Gesellschaft ist eigenständiger träger von Rechten und Pflichten. Im Gegensatz zur Personengesellschaft erfolgt die Gründung durch die Kapitaleinlage also Geld bzw. Sachmittel. Die Gesellschaft haftet lediglich mit dem Kapital. Die Gesellschafter haften nur in absoluten ausnahmefällen. Die geschicke der Gesellschaft werden durch den Geschäftsführer / Vorstand geleitet den die Gründer der Kapitalgesellschaft bestimmen. Klassisches Ziel dieser Unternehmensform ist die Haftungsbeschränkung auf das Gründungskapital der Gesellschaft.
Eine der häufigsten Gesellschaftsformen und Wirtschaftsverkehr ist die Gesellschaft mit beschränkter Haftung, GmbH. Sie wird besonders bei der sog. Ein – Mann GmbH, in dem der alleinige Gesellschafter in der Regel auch der Geschäftsführer ist oder bei Familienbetrieben gern bevorzugt. Das GmbHG regelt die ausgestaltung. Mit der Eintragung im Handelsregister ist die GmbH eine Handelsgesellschaft, so dass das restriktivere HGB zur Anwendung kommt.
Die Gründung der GmbH setzt zunächst voraus, dass mindestens eine oder mehrere Personen einen gemeinsamen Zweck definieren für das zukünftig anvisierte Geschäft der GmbH. Das GmbHG sieht dazu vor, dass die Gründungsmitglieder einen notariell beurkundeten Gesellschaftsvertrag abschließen, indem das Stammkapital von 25.000,00 Euro bestimmt wird und wer als Geschäftsführer eingesetzt wird. Ausreichend ist zunächst der Nachweis über ein Stammkapital von 12.500,00 Euro. Weitere mindestangaben wie Firmenname der GmbH, Geschäftssitz und Unternehmensgegenstand sind erforderlich im Gesellschaftsvertrag. Wir raten ausdrücklich von Standard gesellschaftsverträgen ab. Insbesondere bei zwei Gesellschaftern mit jeweils 50 % anteil. Im Streitfall wird die GmbH in die Insolvenz geführt, da die Gesellschafter sich gegenseitig für notwendige Gesellschafterbeschlüsse blockieren. Daher sind regelmäßig wichtige Regelungen erforderlich zum Ausscheiden oder zum Ausschluss eines Gesellschafters. Eine Abfindung für diesen Fall und eine Methode zur Bestimmung der Abfindung. Beschlussfassungen der Gesellschafterversammlung und Fragen zu Vertretungsbefugnissen der Geschäftsführers. Im Todesfalle eines Gesellschafters Regelungen zu den Gesellschaftsanteilen, damit die Erben die wirtschaftliche stabilität der GmbH nicht gefährden.
Der Gesellschaftsvertrag wird sodann im Handelsregister angemeldet und sodann für die öffentlichkeit einsehbar. Bis zur Eintragung im Handelsregister haften die Gründer der GmbH wie eine GbR persönlich.
Die Kosten der GmbH Gründung variieren zwischen 800,00 Euro und 2000,00 Euro je nach Umfang des gewünschten Gesellschaftsvertrages.
Nachdem die GmbH gegründet wurde haftet die GmbH für alle Verbindlichkeiten aus der geschäftlichen Tätigkeit im wirtschaftsverkehr. Nach der Rechtsprechung des BGH kommt es ausnahmsweise zur Durchgriffshaftung der Gesellschafter, wenn die Gesellschafter vorsätzlich und sittenwidrig der GmbH ein Schaden zufügen. Zu einer Haftung des Geschäftsführers im Sinne einer Schadensersatzpflicht kann es kommen, wenn der GmbH Geschäftsführer die ihm obliegenden Fürsorgepflichten gegenüber der Gesellschaft iSd. § 43 II GmbH verletzt. Er hat im Insolvenzfall rechtzeitig die Insolvenz zu melden und alle öffentliche Abgaben und Steuern ordnungsgemäß zu entrichten.
Die Gründung der GmbH kann auch durch eine AG, KG, OHG oder minderjährige erfolgen. Das gilt auch bezüglich ausländischer Personen- oder Kapitalgesellschaften die ohne weiteres eine GmbH gründen oder Anteile an einer GmbH halten können. Beispielsweise aus steuerrechtlichen Gründen wird in der wirtschaftspraxis als beliebte variante die GmbH & Co KG bevorzugt der wir uns besonders widmen. Ein großteil der namhaften Unternehmen in Deutschland führen unter dieser speziellen Gesellschaftsform ihr Geschäft.
Die Unternehmergesellschaft, UG, erfüllt Ihrer Rechtsnatur nach theoretisch die selbe Funktion wie die GmbH. Das Gründungskapital beträgt lediglich 1,00 Euro. Der Gesetzgeber versuchte durch die Einführung der UG einen wirtschaftlichen ausgleich zur englischen Ltd. einzuführen. Allerdings genießt eine 1,00 Euro Gesellschaft im bundesdeutschen wirtschaftsverkehr kaum vertrauen, da die Höhe des Stammkapitals Geschäftspartner eher abschreckt. Regelmäßig wird darüber hinaus wegen des sehr niedrigen Haftungskapitals die persönliche Haftung der Gründungsmitglieder verlangt. Damit hebt sich der klassische Zweck der Haftungsbeschränkung einer Kapitalgesellschaft faktisch auf. Jährlich muss zudem 25 % des Jahresüberschusses als Rücklage gebildet werden, was bei entsprechendem Umsatz im Ergebnis dazu zwingt, die UG im weiteren Verlauf in eine GmbH umzuwandeln. Mangels wirtschaftlicher praxistauglichkeit raten wir daher dazu gleich eine GmbH zu gründen, um sich Zeit, Geld und Kosten zu ersparen.
Die GmbH ist gem. § 13 III iVm. § 238 HGB Buchführungspflichtig. Steuerlich unterliegt die GmbH der Körperschaftsteuer, der Gewerbesteuer und der Solidaritätssteuer. Für den Fall der Gewinnausschüttung ist Gesellschafter fällt eine Kapitalertragssteuer an. Jeder Gesellschafter hat die Einnahmen aus der GmbH im Rahmen der Einkommensteuer zu berücksichtigen.
Eine weitere alternative zur Kapitalgesellschaft ist die Gesellschaftsform der Aktiengesellschaft, AG. Im Wirtschaftsverkehr erfreut sich die AG immer größerer Beliebtheit. Das AktG regelt die ausgestaltung. Mit der Eintragung im Handelsregister ist die GmbH per se Handelsgesellschaft, so dass das restriktivere HGB ohne weiteres zur Anwendung kommt unabhängig vom wirtschaftlichen Betätigungsfeld der AG.
Die Gründung einer AG setzt zunächst voraus, dass mindestens 50.000,00 Euro Grundkapital in die Gesellschaft eingebracht werden, die wiederum in Aktien eingeteilt werden. Ausreichend ist, dass mindestens eine Person oder juristische Person das Grundkapital einbringt. Alle Beteiligten die Aktien erwerben sind gleichzeitig als Inhaber der Aktie Anteilseigner an der AG im Verhältnis der Anzahl der Inhaberaktien. Auch die AG muss den wirtschaftlichen Unternehmenszweck definieren und Geschäftssitz bestimmen, wobei Sie die Bezeichnung AG zu führen hat. Das AktG sieht dazu vor, dass die Gründungsmitglieder einen notariell beurkundeten Gesellschaftsvertrag /Satzung beschließen, indem neben dem das Gründungskapital 50,000,00 Euro bestimmt wird und wer die AG Verwaltet bzw. die geschicke der AG führt. In der Satzung werden dazu die vom AktG vorgegebenen Organe der AG bestimmt,
Der Wert der Aktien bestimmt sich nach dem Unternehmenswert der AG. Die Aktien sind grundsätzlich übertragbar und können daher Verkauft werden. Jedem Aktionär steht entsprechend der Beteiligung ein Recht auf Gewinnausschüttung an dem Ertrag der AG und auf Auskunft zu.
Mitgestaltungsmöglichkeiten haben die Aktionäre durch die Hauptversammlung der AG die in der Regel einmal jährlich einberufen wird. Wesentliche Rechte der Aktionäre sind Entscheidungen über Satzungsänderungen, entlastung Vorstand, Bestimmung Aufsichtsratsmitglieder, Verwendung des Gewinns und Auflösung der Gesellschaft
Die geschäftlichen Entscheidungen der AG trifft gem. § 76 AktG der Vorstand, der wiederum vom Aufsichtsrat kontrolliert wird. Der Vorstand besteht aus mehreren Personen. Diese wiederum wählen in den eigenen Reihen einen Vorstandsvorsitzenden. Der Vorstand ist nicht Weisungsgebunden. Zwischen dem Vorstand und der Hauptversammlung § 111 iVm. § 84 AktG erfüllt der Aufsichtsrat seine Funktion zur Überwachung der geschäftsentscheidungen des Vorstandes, die im Einklang mit dem Geschäftszweck, Satzung und den Beschlüssen der Hauptversammlung zu bringen sind. Auch der Aufsichtsrat wählt einen Aufsichtsratsvorsitzenden.
Die AG genießt im wirtschaftsverkehr einen guten Ruf und wird in der Regel für größere Unternehmensvorhaben gewählt.
Die AG ist Rechnungslegungspflichtig. Sie ist verpflichtet zur ordnungsgemäßen Finanzbuchhaltung und muss Bilanzen und Jahresabschlüsse erstellen und veröffentlichen.
Für die AG wird die Körperschaftsteuer, die Umsatzsteuer und die Gewerbesteuer erhoben. Auf Ausschüttungen müssen die Anteilseigner Kapitalertragsteuer zahlen.
Mischformen: GmbH & Co KG
Eine der beliebtesten Mischformen im wirtschaftsleben ist die GmbH & Co KG. Es handelt sich dabei um eine rechtlich besondere Form der Kombination einer GmbH mit einer Kommanditgesellschaft (KG). Dabei übernimmt die Rolle des Privat haftenden Komplementärs, die GmbH. Dadurch wird die Haftung der KG auf das Firmenvermögen der GmbH begrenzt. Die Kommanditisten haften nicht ebenfalls nicht mit ihrem Privatvermögen, sondern lediglich mit ihrer Einlage. Mit anderen Worten mit der GmbH & Co KG ist die vermögensrechtliche Haftung von Anfang an überschaubar und kalkulierbar. Das nachfolgende Schema soll den Aufbau verdeutlichen
Die Gründung der GmbH & Co KG setzt zunächst die Gründung der GmbH voraus. Im Anschluss wird KG gegründet mit der GmbH als haftungsbeschränkte Komplementärin.
Der rechtlichen Natur nach bleibt die GmbH & CO KG eine Personengesellschaft, so dass die Regelungen des GmbHG, insbesondere die strengen Buchführungspflichten nach § 41 ff. GmbHG nicht zur Anwendung kommen. Damit einhergehend sind erhebliche steuerliche Vorteile verbunden. Die wesentlichen Vorteile sind daher
Einfache Gründungs- und Veränderungsformalitäten