Source: https://www.gesetze-im-internet.de/parkettlausbv_2002/BJNR185200002.html
Timestamp: 2020-07-09 02:35:49
Document Index: 361884633

Matched Legal Cases: ['§ 25', '§ 25', '§ 3', '§ 1', '§ 7', '§ 4', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3', '§ 3']

ParkettlAusbV 2002 - Verordnung über die Berufsausbildung zum Parkettleger/zur Parkettlegerin
Ausfertigungsdatum: 17.06.2002
"Verordnung über die Berufsausbildung zum Parkettleger/zur Parkettlegerin vom 17. Juni 2002 (BGBl. I S. 1852)"
Diese Rechtsverordnung ist eine Ausbildungsordnung im Sinne des § 25 der Handwerksordnung. Die Ausbildungsordnung und der damitabgestimmte, von der Ständigen Konferenz der Kultusminister derLänder in der Bundesrepublik Deutschland beschlossene Rahmenlehrplanfür die Berufsschule werden als Beilage zum Bundesanzeiger veröffentlicht.
(+++ Textnachweis ab:  1. 8.2002 +++)
Auf Grund des § 25 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 Satz 1 der Handwerksordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 24. September 1998 (BGBl. I S. 3074), der durch Artikel 135 Nr. 3 der Verordnung vom 29. Oktober 2001 (BGBl. I S. 2785) geändert worden ist, verordnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung:
Der Ausbildungsberuf Parkettleger/Parkettlegerin wird für das Gewerbe Nummer 39, Parkettleger, der Anlage A der Handwerksordnung staatlich anerkannt.
Vorbereiten von Arbeitsabläufen, Auswerten von Informationen, Arbeiten im Team,
Anfertigen und Anwenden von technischen Unterlagen, Durchführen von Messungen,
Vorbereiten, Einrichten, Sichern und Räumen von Arbeitsplätzen,
Be- und Verarbeiten von Werk- und Hilfsstoffen,
Prüfen der Verlegebedingungen, Herstellen von Untergründen,
Gestalten von Parkett und anderen Holzfußböden sowie von Bodenbelägen,
Verlegen von Parkett, anderen Holzfußböden und Schichtwerkstoffen,
Verlegen von Bodenbelägen,
Behandeln von Oberflächen,
Herstellen und Anbringen von Profilen,
Instandhalten und Instandsetzen von Parkett und anderen Holzfußböden sowie von Bodenbelägen,
Restaurieren von Parkett und anderen Holzfußböden,
Qualitätssichernde Maßnahmen, Kundenorientierung.
(1) Die Fertigkeiten und Kenntnisse nach § 3 sollen nach der in der Anlage enthaltenen Anleitung zur sachlichen und zeitlichen Gliederung der Berufsausbildung (Ausbildungsrahmenplan) vermittelt werden. Eine von dem Ausbildungsrahmenplan abweichende sachliche und zeitliche Gliederung des Ausbildungsinhaltes ist insbesondere zulässig, soweit betriebspraktische Besonderheiten die Abweichung erfordern.
(2) Die in dieser Verordnung genannten Fertigkeiten und Kenntnisse sollen so vermittelt werden, dass der Auszubildende zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit im Sinne von § 1 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes befähigt wird, die insbesondere selbständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren einschließt. Diese Befähigung ist auch in den Prüfungen nach den §§ 7 und 8 nachzuweisen.
(2) Die Zwischenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage für die ersten 18 Monate aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im Berufsschulunterricht entsprechend dem Rahmenlehrplan zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.
(3) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt höchstens sieben Stunden eine Arbeitsaufgabe sowie im schriftlichen Teil der Prüfung in insgesamt höchstens 120 Minuten die zur Arbeitsaufgabe gehörende Arbeitsplanung und Dokumentation bearbeiten. Hierfür kommt insbesondere das Herstellen eines Parkettbodens unter Anwendung manueller und maschineller Bearbeitungstechniken einschließlich des Prüfens der Verlegebedingungen sowie des Vorbereitens des Untergrundes in Betracht. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die Arbeitsschritte planen, Arbeitsmittel festlegen, technische Unterlagen nutzen sowie den Umweltschutz, die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Arbeit beachten kann.
Diese Verordnung tritt am 1. August 2002 in Kraft.
Anlage (zu § 4)
(Fundstelle: BGBl. I 2002, 1855 - 1860)
Zeitlicher Richtwert in Wochen im
1. - 18. Monat
19. - 36. Monat
1 Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht (§ 3 Nr. 1) a) Bedeutung des Ausbildungsvertrages, insbesondere Abschluss, Dauer und Beendigung, erklären während der gesamten Ausbildung zu vermitteln
b) Grundfunktionen des ausbildenden Betriebes wie Angebot, Beschaffung, Fertigung und Verwaltung erklären
5 Umgang mit Informations- und Kommunikationstechniken (§ 3 Nr. 5) a) Bedeutung und Nutzungsmöglichkeiten von Informations- und Kommunikationssystemen unter Einschluss des Internets für den Ausbildungsbetrieb erläutern 2 *)
b) Arbeitsaufgaben mit Hilfe von Informations- und Kommunikationssystemen lösen
c) Vorschriften zum Datenschutz beachten
d) Daten pflegen und sichern
6 Vorbereiten von Arbeitsabläufen, Auswerten von Informationen, Arbeiten im Team (§ 3 Nr. 6) a) Arbeitsauftrag erfassen und Vorgaben auf Umsetzbarkeit prüfen 4 *)
b) Informationen beschaffen und nutzen, insbesondere technische Merkblätter, Fachzeitschriften, Fachbücher und Kataloge
c) Arbeitsschritte unter Berücksichtigung ergonomischer, konstruktiver, fertigungstechnischer und wirtschaftlicher Gesichtspunkte festlegen und vorbereiten
d) Bedarf an Werk- und Hilfsstoffen ermitteln, Werk- und Hilfsstoffe zusammenstellen
e) Einsatz von Arbeitsmitteln unter Beachtung der Vorschriften planen und Sicherungsmaßnahmen anwenden
f) technische Veränderungen feststellen und umsetzen 3 *)
g) Zeitaufwand und personelle Unterstützung abschätzen, Zeitaufwand dokumentieren
h) Aufgaben im Team planen und umsetzen, Ergebnisse der Zusammenarbeit auswerten
i) Abstimmungen mit den am Bau Beteiligten treffen
k) Gespräche situationsgerecht führen, Sachverhalte darstellen
7 Anfertigen und Anwenden von technischen Unterlagen, Durchführen von Messungen (§ 3 Nr. 7) a) Skizzen anfertigen und anwenden 5 *)
b) Bau- und Werkzeichnungen zur Konstruktion und Einteilung von Parkett und anderen Holzfußböden sowie von Bodenbelägen lesen und anwenden
c) Normen, Sicherheitsregeln, technische Vorschriften, Merkblätter, Zulassungsbescheide, Richtlinien und Arbeitsanweisungen anwenden
d) Materiallisten erstellen
e) Messverfahren auswählen und anwenden, Messgeräte auf Funktion prüfen sowie lagern
f) Messungen des Raumklimas sowie der Zustände von Estrichen, Holz und Holzwerkstoffen durchführen, Ergebnisse protokollieren und berücksichtigen
g) Leistungsverzeichnisse anwenden 4 *)
h) technische Unterlagen anwenden, insbesondere Materiallisten, Tabellen, Diagramme, Betriebsanleitungen, Handbücher sowie Herstellerangaben
i) technische Vorgaben unter Berücksichtigung der Bausituation umsetzen
k) Aufmaße anfertigen, Leistungen abrechnen
8 Vorbereiten, Einrichten, Sichern und Räumen von Arbeitsplätzen (§ 3 Nr. 8) a) Arbeitsplatz einrichten, sichern, unterhalten und auflösen, ergonomische Gesichtspunkte berücksichtigen 4 *)
b) Verkehrs- und Transportwege auf ihre Eignung beurteilen, Maßnahmen zur Nutzung veranlassen
c) Leitern und Arbeitsgerüste auswählen, auf Verwendbarkeit prüfen sowie auf- und abbauen
d) Bereitstellung der Energieversorgung veranlassen, Sicherheitsmaßnahmen beim Umgang mit elektrischem Strom ergreifen
e) Werkstoffe, Geräte und Maschinen am Arbeitsplatz vor Witterungseinflüssen und Beschädigungen schützen sowie vor Diebstahl sichern und für den Abtransport vorbereiten
f) Gefahrstoffe erkennen und Schutzmaßnahmen ergreifen, Lagerung von Gefahrstoffen sicherstellen
g) bei Arbeitsunfällen erste Hilfsmaßnahmen zur Versorgung von verletzten Personen ergreifen, Unfallstelle sichern
9 Handhaben und Warten von Werkzeugen, Geräten, Maschinen und technischen Einrichtungen (§ 3 Nr. 9) a) Werkzeuge, Geräte, Maschinen und technische Einrichtungen auswählen 6
b) Handwerkzeuge handhaben und instand halten
c) Geräte und Maschinen einrichten und unter Verwendung der Schutzeinrichtungen bedienen, technische Einrichtungen anwenden
d) Störungen an Geräten, Maschinen und technischen Einrichtungen erkennen, Störungsbeseitigung veranlassen
e) Maschinenwerkzeuge einrichten und instand halten 2
f) Maschinensteuerungen und Regelungsanlagen einstellen und bedienen
g) Geräte, Maschinen und technische Einrichtungen warten
10 Be- und Verarbeiten von Werk- und Hilfsstoffen (§ 3 Nr. 10) a) Werk- und Hilfsstoffe auswählen, kennzeichnen, transportieren und lagern 7
b) Werkstoffe, insbesondere Holz, Holzwerkstoffe, Kunststoffe und Metalle, auf Fehler und Einsetzbarkeit prüfen, Maße übertragen
c) Holz, Holzwerkstoffe, Kunststoffe und Metalle von Hand bearbeiten
d) Holz, Holzwerkstoffe, Kunststoffe und Metalle mit Maschinen be- und verarbeiten
e) Werkstoffverbindungen herstellen
f) Holzschutzmaßnahmen durchführen
11 Prüfen der Verlegebedingungen, Herstellen von Untergründen (§ 3 Nr. 11) a) Untergründe auf Belegreife prüfen 15
b) Verfahren zur Vorbereitung von Untergründen auswählen
c) Untergründe bearbeiten, insbesondere durch Bürsten, Schleifen, Fräsen und Absaugen
d) Untergründe säubern, sperren und vorstreichen
e) Fugen und Risse bearbeiten
f) Höhenausgleich zu angrenzenden Bauteilen herstellen
g) Spachtel- und Ausgleichsschichten herstellen
h) Holzunterböden herstellen
i) Fehlstellen in Estrichen ergänzen 10
k) Altbeläge entfernen und Entsorgung veranlassen
l) Trenn- und Dämmschichten sowie Unterlagen zuschneiden und einbauen, Schüttungen einbringen
m) Fertigteilestrichelemente verlegen
n) Schwingbodenkonstruktionen herstellen
o) Doppelboden- und Hohlbodenkonstruktionen einbauen
12 Gestalten von Parkett und anderen Holzfußböden sowie von Bodenbelägen (§ 3 Nr. 12) a) Gestaltungsmerkmale unterscheiden sowie Gestaltungstechniken auswählen und anwenden 4
b) Skizzen für Verlegemuster anfertigen
c) Verlegemuster nach Gestaltungsmerkmalen festlegen und umsetzen
d) Schablonen herstellen und Formen übertragen
13 Verlegen von Parkett, anderen Holzfußböden und Schichtwerkstoffen (§ 3 Nr. 13) a) Parkettböden und andere Holzfußböden nach Anforderungen auswählen 20
b) Gefahren von Stoffen und Stäuben, insbesondere Verpuffungen, beachten
c) Klebstoffe und Trennlagen auswählen und verarbeiten
d) Parkettböden und andere Holzfußböden verkleben
e) Mehrschichtparkett und Schichtwerkstoffe schwimmend verlegen, Elemente verbinden
f) Stabparkett, Mehrschichtparkett und Dielen nageln und schrauben
g) Sportbodenkonstruktion herstellen, Spielfeldmarkierung aufbringen 17
h) elastische Fugen herstellen
i) Treppen bekleiden
k) Schwellen und Anschlüsse herstellen
l) Muster- und Intarsienböden herstellen
14 Verlegen von Bodenbelägen (§ 3 Nr. 14) a) Bodenbeläge nach Anforderungen auswählen 7
b) Gefahren von lösemittelhaltigen Stoffen, insbesondere beim Verlegen, beachten
c) Klebstoffe auswählen und verarbeiten
d) Verlegerichtung von Bodenbelägen bestimmen, Platten und Bahnen einteilen, verkleben, verspannen und verkletten
e) Kunstharzbeschichtungen auftragen 7
f) Bodenbeläge ableitfähig verlegen und Ergebnis dokumentieren
g) Fugen von elastischen Bodenbelägen fräsen und schließen
i) An- und Abschlüsse herstellen
k) Flächen bekleben
15 Behandeln von Oberflächen (§ 3 Nr. 15) a) Erstpflege bei Parkett und elastischen Bodenbelägen durchführen 3
b) Oberflächen vor Beschädigungen schützen
c) Oberflächen hinsichtlich der Bearbeitung und Nutzung beurteilen 15
d) Oberflächenbehandlungsverfahren festlegen und Oberflächenbehandlungs-mittel auswählen
e) Schleifmittel auswählen, Parkett, andere Holzfußböden und Kork schleifen, insbesondere mit Maschinen
f) Fugen verfüllen
g) Oberflächen versiegeln, imprägnieren, ölen und wachsen
h) Qualität von behandelten Oberflächen beurteilen
16 Herstellen und Anbringen von Profilen (§ 3 Nr. 16) a) Profile nach ihrer Funktion auswählen, einpassen und anbringen 3
b) Sockelleisten und Treppenkantenprofile anfertigen und anbringen 3
17 Instandhalten und Instandsetzen von Parkett und anderen Holzfußböden sowie von Bodenbelägen (§ 3 Nr. 17) a) Verschmutzungszustand und Schäden hinsichtlich ihrer Ursachen beurteilen und dokumentieren 6
b) Pflegemittelsysteme und Pflegeverfahren auswählen, Pflegearbeiten durchführen
c) Reinigungsmittelsysteme auswählen, Zwischen- und Grundreinigung durchführen
d) Parkett und andere Holzfußböden sowie Korkböden aufarbeiten
e) Instandsetzungsverfahren auswählen, Instandsetzungsarbeiten vorbereiten und ausführen
18 Restaurieren von Parkett und anderen Holzfußböden (§ 3 Nr. 18) a) Zustand von Parkett und anderen Holzfußböden feststellen und dokumentieren 4
b) erhaltenswerte Bauteile sichern, kennzeichnen, ausbauen und lagern
c) Parkett und andere Holzfußböden unter Beachtung der Bauart, des Baustils und der Gestaltungsmerkmale nach Vorgaben restaurieren
d) Ergänzungen anfertigen und einfügen, Arbeitsschritte dokumentieren
19 Qualitätssichernde Maßnahmen, Kundenorientierung (§ 3 Nr. 19) a) Aufgaben und Ziele von qualitätssichernden Maßnahmen anhand betrieblicher Beispiele erläutern 2 *)
b) qualitätssichernde Maßnahmen im eigenen Arbeitsbereich anwenden, dabei zur kontinuierlichen Verbesserung von Arbeitsvorgängen beitragen
c) Arbeiten kundenorientiert durchführen
d) Endkontrolle anhand des Arbeitsauftrages durchführen und Arbeitsergebnisse dokumentieren 3 *)
e) Kunden hinsichtlich der Gestaltung beraten
f) Kunden Gebrauchs- und Pflegeanleitungen erläutern