Source: https://www.aekbgld.at/en/faq-notarztausbildung
Timestamp: 2020-01-24 05:26:05
Document Index: 13047920

Matched Legal Cases: ['§ 40', '§ 40', '§ 40', '§ 7', '§ 6', '§ 7', '§ 5', '§ 7', '§ 3', '§ 15', '§ 31', '§ 40', '§ 28', '§ 5', '§ 5', '§ 9', '§ 40', '§ 40', '§ 8', '§ 40', '§ 10', '§ 10', '§ 4', '§ 10', '§ 10', '§ 31', '§ 6', '§ 40', '§ 40', '§ 22', '§ 27', '§ 26', '§ 23', '§ 11', '§ 32', '§ 31', '§ 31', '§ 31', '§ 31', '§ 32', '§ 11', '§ 32', '§ 32', '§ 11', '§ 32', '§ 40', '§ 28', '§ 13', '§ 40', '§ 40', '§ 28', '§ 13', '§ 28', '§ 40', '§ 29', '§ 29', '§ 40', '§ 40', '§ 29', '§ 40', '§ 40', '§ 40', '§ 40', '§ 13', '§ 235', '§ 37', '§ 40', '§ 241', '§ 40', '§ 40', '§ 40', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 9', '§ 30']

FAQ Notarztausbildung - Burgenland
+ I. Allgemeines zur Notärztinnen/Notärzte-Verordnung
I.1 Wer ist zum Erwerb der notärztlichen Qualifikationen berechtigt?
I.2 Darf ich als Turnusärztin/Turnusarzt Notärztin/Notarzt werden?
I.3 Ab wann ist eine notärztliche Ausbildung für Turnusärztinnen/Turnusärzte möglich?
I.4 Welche Ausbildungsinhalte sind für Turnusärztin/ Turnusarzt anrechenbar?
I.5 Dürfen Fachärztinnen/Fachärzte für Anatomie, Labordiagnostik, Radiologie Notärztin/Notarzt werden?
I.6 Ich bin bereits Notärztin/Notarzt. Was muss ich tun um weiterhin notärztlich tätig sein zu können?
I.7 Ich bin Ärztin/ Arzt für Allgemeinmedizin oder Fachärztin/ Facharzt und habe bereits mit meiner notärztlichen Qualifikation vor dem 1.7.2019 begonnen. Was muss ich beachten?
I.7.1 Ich bin Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin oder Fachärztin/ Facharzt und beginne mit meiner notärztlichen Qualifikation nach dem 1.7.2019. Was muss ich beachten?
I.8 Ich bin Ärztin/ Arzt in Ausbildung (Turnusärztin/Turnusarzt) und habe bereits mit meiner notärztlichen Qualifikation vor dem 1.7.2019 begonnen. Was muss ich beachten?
+ II. Ausbildung zur Notärztin/zum Notarzt
II.1 Was versteht man unter Erwerb der Qualifikation zur Notärztin/zum Notarzt alt bzw Notärztin/Notarzt neu? Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen?
II.2 Was ist ein notärztlicher Lehrgang?
II.3 Was sind notärztliche Einsätze?
II.4 Wozu dient das Rasterzeugnis?
II.4.1 Wie ist das Rasterzeugnis auszufüllen?
II.5 Wo darf ich als Arzt in Ausbildung (d.h. ohne ius practicandi) nach Erlangung der notärztlichen Qualifikation tätig sein?
+ III. Abschlussprüfung
III.1 Was sind die Voraussetzungen für den Antritt zur notärztlichen Abschlussprüfung?
III.2 Wie erfolgt die Anmeldung zur Abschlussprüfung (Zulassungsverfahren)?
III.3 Wie ist die Abschlussprüfung organisiert?
III.4 Welche Prüfungsgebühr ist zu entrichten?
III.5 Wie ist die Prüfung gestaltet?
III.6 Wie erfahre ich von meinem Prüfungsergebnis?
III.7 Gibt es die Möglichkeit, ein negatives Prüfungsergebnis zu beeinspruchen?
III.8 Besteht die Möglichkeit, die Prüfung zu wiederholen?
III.9 Kann ich mich von der Abschlussprüfung abmelden?
+ IV. Leitende Notärztin/Leitender Notarzt (Weiterbildung)
IV.1. Voraussetzungen um Leitende Notärztin/Leitender Notarzt zu werden?
IV.2 Wo werden Weiterbildungslehrgänge angeboten?
IV.3 Welche Fertigkeiten werden in den Weiterbildungslehrgängen für Notärztinnen/Notärzte erworben?
IV.4 Habe ich eine Prüfung abzulegen?
IV.5 Wie erfolgt die Bestätigung der positiven Absolvierung des Weiterbildungslehrgangs?
+ V. Diplomausstellung Notärztin/ Notarzt
V.1 Wann habe ich Anspruch auf die Ausstellung des notärztlichen Diploms nach dem neuen System?
V.2 Wie beantrage ich die Ausstellung des notärztlichen Diploms im neuen System?
V.2.1 Wie erfolgt die Ausstellung des notärztlichen Diploms über mein.dfp.at?
V.3 Wie lange ist das notärztliche Diplom gültig?
V.4 Voraussetzungen für den erstmaligen Erwerb eines neuen befristeten Diploms
V.5 Kosten für die Ausstellung des Diploms?
V.6 Wer stellt das Diplom Notärztin/Notarzt aus?
V.7 Wie lange ist das Diplom Notärztin/Notarzt neu gültig?
V.8 Ich habe bereits ein Diplom Notärztin/Notarzt, muss ich ein neues beantragen?
+ VI. Diplomausstellung Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt
VI.1 Wann habe ich Anspruch auf die Ausstellung des Diploms Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt?
VI.2 Wie beantrage ich die Ausstellung des Diploms Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt?
VI.3 Wie lange ist das Diplom Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt gültig?
VI.4 Voraussetzungen für den erstmaligen Erwerb eines neuen befristeten Diploms Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt?
VI.5 Kosten für die Ausstellung des Diploms?
VI.6 Wer stellt das Diplom Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt aus?
VI.7 Wie lange ist das Diplom Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt neu gültig?
VI.8 Ich habe bereits ein Diplom Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt, muss ich ein neues beantragen?
+ VII. Fortbildung („Refresher“)
VII.1 Fortbildungen für Notärztinnen/Notärzte
VII.1.1 Was versteht man unter notärztlicher Fortbildung?
VII.1.2 Wie habe ich meiner Fortbildungsverpflichtung nachzukommen?
VII.1.3 Bis zu welchem Zeitpunkt muss ich die Fortbildung („Refresher“) spätestens absolviert haben?
VII.1.4 Was passiert, wenn ich im neuen System meiner notärztlichen Fortbildungsverpflichtung nicht nachkomme?
VII.1.5 Wie wird meine Fortbildung bestätigt?
VII.2 Fortbildungen für Leitende Notärztinnen/ Leitende Notärzte
VII.2.1 Wie habe ich meiner Fortbildungsverpflichtung nachzukommen?
VII.2.2 Was passiert, wenn ich meiner Fortbildungsverpflichtung im neuen Notarztwesen nicht nachkomme?
VII.2.3 Wie wird meine Fortbildung bestätigt?
VII.2.4 Bis zu welchem Zeitpunkt muss ich die Fortbildung („Refresher“) spätestens absolviert haben?
+ VIII. Ausländische notärztliche Ausbildung
VIII.1 Anerkennung von notärztlichen Qualifikationen, die im Ausland erworben wurden?
VIII.2 Welche Kosten entstehen für die Prüfung der Gleichwertigkeit?
VIII.3 Ich bin im Ausland bereits als Notärztin/Notarzt tätig. Was muss ich tun um in Österreich notärztlich tätig sein zu können?
VIII.4 Ich bin im Ausland bereits als Notärztin/Notarzt tätig. Was muss ich vorlegen, wenn ich einen Notarztkurs anrechnen lassen möchte?
VIII.5 Ich bin im Ausland bereits als Notärztin/Notarzt tätig. Was muss ich vorlegen, wenn ich eine Fortbildung anrechnen lassen möchte?
+ IX. Organisatorisches
IX.1 Anerkennung von notärztlichen Lehrgängen („Notarztkurs“) und Weiterbildungslehrgängen zur leitenden Notärztin/zum leitenden Notarzt?
IX.2 Anerkennung bereits bestehender – „alter“ (bestehend vor 1.7.2019) – Lehrgänge?
IX.3 Anerkennung von notärztlichen Fortbildungen („Refresher“) für Notärztinnen/Notärzte sowie leitende Notärztinnen/leitende Notärzte?
FAQ zur Notarztausbildung
I. Allgemeines zur Notärztinnen/Notärzte-Verordnung
Die Notärztinnen/Notärzte-Verordnung (544KB) der Österreichischen Ärztekammer (NA-V) basiert auf den neuen Bestimmungen der §§ 40 ff ÄrzteG 1998 in der Fassung BGBl I 20/2019, durch welche das Notarzt-System grundlegend neu geregelt wird. Sie normiert die Inhalte und genauen Ausbildungsmodalitäten für die Qualifikation als Notärztin/Notarzt sowie die Qualifikationserfordernisse für Leitende Notärztinnen/Leitende Notärzte.
Zum Erwerb der notärztlichen Qualifikation sind berechtigt (§ 40 Abs 3 ÄrzteG 1998):
Fachärztinnen/Fachärzte ausgenommen der Fachärztinnen/Fachärzte für
Klinische Immunologie und Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin,
Klinische Pathologie und Molekularpathologie,
Klinische Pathologie und Neuropathologie,
Klinische Mikrobiologie und Hygiene sowie
Klinische Mikrobiologie und Virologie.
Turnusärztinnen/Turnusärzte in Ausbildung zur Ärztin für Allgemeinmedizin/zum Arzt für Allgemeinmedizin
Turnusärztinnen/Turnusärzte in Ausbildung zur Fachärztin/zum Facharzt ausgenommen jene in Ausbildung zur Fachärztin/zum Facharzt für
Ja, gem. § 40 Abs. 5 ÄrzteG 1998 sind Turnusärztinnen/Turnusärzte (ausgenommen jene in Ausbildung zur Fachärztin/zum Facharzt für Klinische Immunologie, Klinische Immunologie und Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin, Klinische Pathologie und Molekularpathologie, Klinische Pathologie und Neuropathologie, Klinische Mikrobiologie und Hygiene sowie Klinische Mikrobiologie und Virologie) auch berechtigt, Notärztin/Notarzt zu werden, wenn
die im Gesetz aufgezählten klinischen Fertigkeiten im Rahmen einer zumindest 33-monatigen ärztlichen Berufsausübung erworben wurden (siehe Rasterzeugnis (167KB)) und
an 20 dokumentierten notärztlichen Einsätzen mit Patientenversorgung im Rahmen krankenanstaltenangebundener organisierter Notarztdienste teilgenommen wurde (siehe Logbuch (134KB)),
der notärztliche Lehrgang absolviert,
die Abschlussprüfung Notarzt positiv abgelegt und
das Diplom Notärztin/Notarzt ausgestellt wurde.
Weiters hat eine individuelle, schriftliche Freigabe durch die verantwortliche Leiterin/den verantwortlichen Leiter der Organisationseinheit in der Krankenanstalt vorzuliegen.
Die Teilnahme an einem notärztlichen Lehrgang war für Ärztinnen/Ärzte in Ausbildung bereits nach den gesetzlichen Bestimmungen des alten Systems (vor 1.7.2019) möglich. Eine Ausübung einer notärztlichen Tätigkeit war allerdings erst mit ius practicandi möglich. An einem notärztlichen Lehrgang im neuen System kann auch vor Absolvierung des Rasterzeugnisses oder des Logbuchs teilgenommen werden.
Seit dem 01.07.2019 können auch Ärztinnen/Ärzte in Ausbildung vor Erlangung des ius practicandi unter bestimmten Voraussetzungen notärztlich tätig werden.
In der Übergangsphase bis 30.06.2022 kann zwischen der Qualifikation im „Notarztwesen alt“ oder „neu“ gewählt werden. Eine notärztliche Tätigkeit vor dem ius practicandi ist nur nach den neuen Regelungen möglich.
Sofern mit einer Turnusärztin/einem Turnusarzt gem. § 7 ÄAO 2015 Teilzeitbeschäftigung vereinbart wird, verlängert sich die jeweilige Gesamtdauer der Basisausbildung, der Ausbildung in den Fachgebieten der allgemeinärztlichen Ausbildung, der Sonderfach-Grundausbildung sowie der Sonderfach-Schwerpunktausbildung aliquot. Dies gilt gem. § 6 Abs 3 NA-V iVm § 7 ÄAO 2015 auch für die Absolvierung der 33monatigen ärztlichen Berufsausübung als notärztliche Qualifikation.
I.4 Welche Ausbildungsinhalte sind für Turnusärztinnen/Turnusärzte anrechenbar?
Die im Rahmen der Ausbildung zur Ärztin für Allgemeinmedizin/zum Arzt für Allgemeinmedizin oder zur Fachärztin/zum Facharzt erworbenen klinischen notärztlichen Kompetenzen sind gem. § 5 Abs 3 NA-V in das Rasterzeugnis (167KB) zu übertragen und von der/dem für die Vermittlung des Ausbildungsinhalts anleitenden Ärztin/ Arzt zu unterschreiben.
Die notärztlichen Kompetenzen können bereits ab dem ersten Tag der Ausbildung nach ÄAO 2015 im Rahmen der Basisausbildung erworben werden.
Der Krankenanstalten-Träger hat in diesem Zusammenhang dafür Sorge zu tragen, dass gem. § 7 NA-V eine/ein zur selbständigen Berufsausübung berechtigte Ärztin/berechtigter Arzt nicht mehr als zwei in der notärztlichen Qualifikation stehende Ärztinnen/Ärzte anleiten darf. Zum Erwerb der klinischen Qualifikationen hat der KA-Träger auch die notwendige Rotation auf den verschiedenen Abteilungen zu ermöglichen.
Ja, gem. § 3 Z 2 und Z 3b NA-V sind alle Fachärztinnen/Fachärzte zum Erwerb der notärztlichen Kompetenzen berechtigt, mit Ausnahme der klinischen Sonderfächer gem. § 15 Abs. 1 Z 14 -16 ÄAO 2015.
Für Ärztinnen/Ärzte die bereits über eine Berechtigung zur Tätigkeit als Notärztin/Notarzt verfügen (Diplom), bleibt diese weiterhin aufrecht, solange fristgerecht Fortbildungen (Refresher) absolviert werden. Für die Fortbildung gelten noch einmal die Fristen nach dem alten System, wonach zumindest alle zwei Jahre, gerechnet ab dem Abschluss des Lehrganges (Stichtag) oder dem Besuch der letzten Fortbildungsveranstaltung, eine zweitägige theoretische und praktische Fortbildungsveranstaltung im Zeitraum von 19. bis 30. auf den Stichtag folgenden Monat besucht werden muss. Mit Abschluss einer notärztlichen Fortbildung wird gem. § 31 Abs 3 NA-V ein auf drei Jahre befristetes Diplom Notärztin/Notarzt ausgestellt. Wird ein Refresher ab dem 1. Juli 2019 besucht, erfolgt damit der Übergang ins neue Notarztsystem und es gilt weiterhin die dreijährige Fortbildungsfrist (§ 40 Abs 7 ÄrzteG iVm § 28 Abs 3 NA-V). Für die Leitende Notärztin/den Leitenden Notarzt gelten abweichende Fristen bzgl der Fortbildung.
I.7 Ich bin Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin oder Fachärztin/ Facharzt und habe bereits mit meiner notärztlichen Qualifikation vor dem 1.7.2019 begonnen. Was muss ich beachten?
Die Ausbildung zur Notärztin/zum Notarzt kann nach dem alten System bis zum 30.06.2022 begonnen und absolviert werden. Daraus folgt für die Diplomausstellung:
Ärztinnen/ Ärzten, die zur selbständigen Berufsausübung berechtigt sind und einen notärztlichen Lehrgang und die Kursprüfung vor dem 1.7.2019 begonnen und erfolgreich abgeschlossen haben, wird nach den Regelungen des alten Systems ein Notarzt Dekret ausgestellt.
Ärztinnen/ Ärzten, die zur selbständigen Berufsausübung berechtigt sind und einen notärztlichen Lehrgang vor dem 1.7.2019 begonnen, diesen aber nach dem 1.7.2019 abschließen oder einen Lehrgang und die Kursprüfung nach dem 1.7. 2019 beginnen, wird ein auf drei Jahre befristetes Diplom, ausgestellt.
Die Ausbildung zur Notärztin/ zum Notarzt kann in der Übergangsfrist bis 30.06.2022 nach dem alten oder bereits neuen System absolviert werden. D.h. mit der erfolgreichen Absolvierung auch eines bereits durch die Österreichische Ärztekammer anerkannten notärztlichen Lehrganges mit 80 Lehreinheiten und dem Abschluss der Kursprüfung, kann nach den Regelungen des alten Systems ein auf drei Jahre befristetes Diplom ausgestellt werden. Andererseits sind mit dem Beginn der Ausbildung neu nach dem 1.7.2019 zur Erlangung eines Diploms Notärztin/ Notarzt die klinisch notärztlichen Qualifikationen im Rahmen einer zumindest 33monatigen ärztlichen Berufsausübung, ein anerkannter notärztlicher Lehrgang, 20 dokumentierte notärztliche Einsätze und die Abschlussprüfung Notärztin/ Notarzt zu absolvieren.
Die Ausbildung zur Notärztin/ zum Notarzt können auch Turnusärztinnen/ Turnusärzte nach dem alten System bis zum 30.06.2022 beginnen und absolvieren. Die Diplomausstellung (erfolgt nach dem alten System jedoch erst nach Erwerb der Berufsberechtigung (= ius practicandi oder Facharztdiplom). Daraus folgt für die Diplomausstellung:
Turnusärztinnen/ Turnusärzten, die ihre notärztliche Ausbildung vor dem 1.7.2019 begonnen und abgeschlossen haben und auch vor dem 1.7.2019 ihr ius practicandi oder Facharztdiplom erhalten, wird nach den Regelungen des alten Systems ein Notarzt Dekret ausgestellt.
Turnusärztinnen/ Turnusärzten, die ihre notärztliche Ausbildung vor dem 1.7.2019 begonnen und abgeschlossen haben, aber erst nach dem 1.7.2019 ihr ius practicandi oder Facharztdiplom erhalten, wird nach den Regelungen des alten Systems ein auf drei Jahre befristetes Diplom ausgestellt. Dieses wird mit Wirksamkeit des Tages der Erlangung des ius practicandi oder Facharztdiploms auf drei Jahre befristet ausgestellt.
Turnusärztinnen/ Turnusärzten, die ihre notärztliche Ausbildung vor dem 1.7.2019 begonnen und abgeschlossen haben, aber erst nach dem 30.06.2022 ihr ius practicandi oder Facharztdiplom erhalten, wird nach den Regelungen des neuen Systems ein auf drei Jahre befristetes Diplom ausgestellt. Dieses wird mit Wirksamkeit des Tages der Erlangung des ius practicandi oder Facharztdiploms auf drei Jahre ausgestellt.
II. Ausbildung zur Notärztin/zum Notarzt
Darunter versteht man die Ausbildung zur Notärztin/zum Notarzt. Die Notarztausbildung neu sieht die Erfüllung der gem. § 5 NA-V iVm Anlage 1 der NA-V aufgezählten notärztlichen Fertigkeiten und klinisch notärztlichen Kompetenzen vor, welche im Rahmen einer zumindest 33monatigen notärztlichen Qualifikation zu erwerben sind. Zusätzlich sind 20 dokumentierte notärztliche Einsätze mit Patientenversorgung nachzuweisen und ein von der Österreichischen Ärztekammer anerkannter notärztlicher Lehrgang zu besuchen.
Die Erfordernisse für die notärztliche Qualifikation sind in § 5 NA-V geregelt und beinhalten den Erwerb klinischer notärztlicher Kompetenzen im Rahmen einer zumindest 33monatigen notärztlichen Qualifikation durch Tätigkeiten in den Gebieten
Reanimation, Atemwegssicherung, Intubation und Schocktherapie sowie Therapie von Störungen des Säure-, Basen-, Elektrolyt- und Wasserhaushaltes,
Anästhesie und Intensivbehandlung,
der Chirurgie, der Unfallchirurgie einschließlich Hirn- und Rückenmarksverletzungen sowie Verletzungen der großen Körperhöhlen, der abdominellen Chirurgie, Thoraxchirurgie und Gefäßchirurgie,
Diagnose und Therapie von Frakturen und Verrenkungen und
der Inneren Medizin, insbesondere Kardiologie einschließlich EKG-Diagnostik, der Kinder- und Jugendheilkunde, der Frauenheilkunde und Geburtshilfe, der Neurologie sowie der Psychiatrie und Psychotherapeutischen Medizin.
Die Auflistung der zu erwerbenden Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten sind in Anlage 1 der NA-V (544KB) zu finden. Die oben genannten klinischen Kompetenzen sind an den gem. §§ 9 und 10 ÄrzteG 1998 anerkannten Ausbildungsstätten unter der Verantwortung der Leiterin/ des Leiters oder der diese vertretenden Ärztinnen/Ärzte, sowie an Organisationseinheiten an Krankenanstalten, an die organsierte Notarztdienste angebunden sind, unter der Verantwortung der Leiterinnen/Leiter oder der diese vertretenden Ärztinnen/Ärzte, die jeweils Notärztinnen/Notärzte sein müssen, zu erwerben.
Notarztausbildung alt: Gem. § 40 Abs 1 ÄrzteG aF (vor BGBl I 20/2019) ist darunter der Abschluss eines Lehrgangs im Gesamtausmaß von 60 Stunden mit theoretischer und praktischer Prüfung am Ende des Lehrgangs zu verstehen.
Der notärztliche Lehrgang ist ein von der Österreichischen Ärztekammer anerkannter Lehrgang mit theoretischen und praktischen Inhalten. Dieser Lehrgang hat nach den neuen Regelungen aus 80 Lehreinheiten zu je mindestens 45 Minuten zu bestehen, davon zumindest 50 Einheiten theoretischer Inhalt und zumindest 20 Einheiten praktischer Inhalt (§ 40 Abs 2 ÄrzteG 1998 iVm § 8 Abs 2 NA-V sowie Anlage 3).
Im Rahmen der neuen notärztlichen Ausbildung sind zumindest 20 dokumentierte notärztliche Einsätze mit Patientenversorgung mittels Logbuch (134KB) nachzuweisen (§ 40 Abs 2 ÄrzteG iVm § 10 NA-V). Dabei ist zu beachten, dass ein Einsatz von NACA Grad 0 und 1 nicht zu werten ist und Krankentransporte zwischen Krankenanstalten keine Notarzteinsätze im Sinne der NA-V sind. Turnusärztinnen/Turnusärzte müssen darüber hinaus diese Einsätze unter verpflichtender Supervision absolvieren (§ 10 Abs 2 NA-V). Notärztliche Supervision bezeichnet einen begleitenden Einsatz, der unter ständiger Anwesenheit einer Notärztin/eines Notarztes zu erfolgen hat (§ 4 Z 6 NA-V). Ärztinnen/Ärzte mit ius practicandi/Facharztdiplom können diese Einsätze unter freiwilliger Supervision durchführen, wobei eine Nachbesprechung mit einem notärztlichen Supervisor jedenfalls zu erfolgen hat (§ 10 Abs 3 NA-V).
Zur selbständigen Berufsausübung berechtigte Fachärztinnen/ Fachärzte haben gem. § 10 Abs 3 NA-V iVm § 31 ÄrzteG 1998 bei der Teilnahme an notärztlichen Einsätzen die Sonderfachbeschränkung zu beachten.
Das Rasterzeugnis (167KB) (§ 6 NA-V) dient der Bestätigung über die Absolvierung der 33monatigen notärztlichen Qualifikation und bildet den Inhalt der vermittelten Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten sowie die Dauer der notärztlichen Qualifikation ab. Das ausgefüllte Rasterzeugnis muss bei Anmeldung zur Abschlussprüfung der Landesärztekammer vorgelegt werden und wird im Rahmen des Zulassungsverfahrens zur Abschlussprüfung überprüft. Die für die Vermittlung des Ausbildungsinhalts anleitende Ärztin/ Arzt hat die einzelnen Inhalte im Rasterzeugnis durch Unterfertigung zu bestätigen.
Das Rasterzeugnis ist vom Arzt in Ausbildung mitzuführen. Die/der jeweilige anleitende Ärztin/Arzt hat im Feld „Unterschrift“ zu bestätigen, dass die entsprechende Tätigkeit/ Fertigkeit mit Erfolg abgeschossen bzw. vermittelt wurde. Bei Fertigkeiten mit Richtzahl ist am Rasterzeugnis einmalig und abschließend die Erfüllung zB von 50 EKGs zu bestätigen (d.h. es sind nicht 50 Zeilen für die Fertigkeit EKG vorhanden). Am Ende des Rasterzeugnisses hat der ärztliche Direktor zu unterzeichnen und ist damit für die ordnungsgemäße Durchführung der Qualifikationen verantwortlich. Daneben hat der Notarztstützpunktleiter (sofern an der Krankenanstalt vorhanden) zu unterzeichnen.
Der Wechsel in eine andere Krankenanstalt im Rahmen der Ausbildung ist für die Notarztausbildung möglich und notwendig. Rasterzeugnisse werden in diesem Fall nicht weitergeführt. Es ist von jedem Abteilungsleiter ein neues Rasterzeugnis zu den absolvierten Inhalten zu erstellen. Am Ende der Ausbildung ist somit die notärztliche klinische Qualifikation in Zusammenschau mehrerer Rasterzeugnisse erfüllt.
Gem. § 40 Abs 5 ÄrzteG 1998 dürfen Turnusärzte mit Abschluss der Notarztausbildung und schriftlicher Freigabe durch den Stützpunktleiter auch ohne Anleitung und Aufsicht im Rahmen krankenanstaltenangebundener organisierter Notarztdienste im Rahmen ihres Ausbildungsvertrages (gemeldet auf einer Ausbildungsstelle) teilnehmen. D.h. Ärzte in Ausbildung dürfen nach der Notarztausbildung in den gezogenen Grenzen zwar eigenverantwortlich und selbständig an notärztlichen Einsätzen teilnehmen, aber die individuelle Freigabe gilt nur für eine Tätigkeit an jenem Notarztstützpunkt, zu dem ein Anstellungs- bzw Ausbildungsverhältnis besteht. Jede Tätigkeit als freiberuflicher Notarzt beim Roten Kreuz, dem ÖAMTC oder einer anderen Institution außerhalb eines Ausbildungsvertrages zu einer Krankenanstalt, ist daher nicht zulässig.
Hingegen ist es berufsrechtlich möglich, dass Ärzte in Ausbildung innerhalb eines Krankenhausverbundes, d.h. an allen einem Krankenanstaltenträger zugeordneten Notarzt-Stützpunkt, tätig werden. Landesspezifische Regelungen sowie die Bestimmungen des Krankanstalten-Arbeitszeitgesetzes (KA-AZG) sind zu beachten.
III. Abschlussprüfung zur Notärztin/zum Notarzt
Voraussetzung ist die Anmeldung und die erfolgte Zulassung zur Prüfung. Die Absolvierung der Abschlussprüfung ist gem. § 40 Abs 2 Z 4 ÄrzteG 1998 nach Erwerb der klinischen notärztlichen Kompetenzen, eines anerkannten notärztlichen Lehrganges und der Teilnahme an 20 dokumentierten notärztlichen Einsätzen möglich.
III.2 Wie erfolgt die Anmeldung zur Abschlussprüfung Notärztin/Notarzt (Zulassungsverfahren)?
Die Anmeldung erfolgt mittels Anmeldeformular gemeinsam mit dem unterzeichneten Rasterzeugnis und Logbuch (134KB) im Wege der Landesärztekammer, in der die Ärztin/der Arzt bei der Anmeldung zur Abschlussprüfung Kammermitglied ist. Die Anmeldung zur Abschlussprüfung hat spätestens 10 Wochen vor dem in Aussicht genommenen Prüfungstermin zu erfolgen (§ 22 NA-V).
Nach Überprüfung der Eintragung in die Ärzteliste, des Rasterzeugnisses, des Logbuchs sowie der Kursbestätigung des notärztlichen Lehrgangs durch die zuständige Landesärztekammer wird das Anmeldeformular an die Österreichische Akademie der Ärzte per E-Mail an Frau Sutterlüti mmmcy5zdXR0ZXJsdWV0aUBhcnp0YWthZGVtaWUuYXQ= übermittelt. Die Zulassung zur Abschlussprüfung wird mittels Anmeldebestätigung, welche die Österreichische Akademie der Ärzte ausstellt, abgeschlossen. Eine Ablehnung der Zulassung zur Abschlussprüfung Notärztin/Notarzt erfolgt mittels Bescheids durch die Österreichische Ärztekammer.
Zur Abmeldung von der Abschlussprüfung siehe „Kann ich mich von der Anmeldung zur Abschlussprüfung abmelden?“
Die Abschlussprüfung Notärztin/Notarzt besteht aus einem theoretischen und praktischen Teil. Die Durchführung erfolgt durch die Österreichische Akademie der Ärzte. Nach Absolvierung der 33monatigen notärztlichen Qualifikation (Rasterzeugnis), der Teilnahme an 20 notärztlichen Einsätzen mit Patientenversorgung und Absolvierung eines notärztlichen Lehrgangs, ist die Abschlussprüfung Notärztin/Notarzt zu absolvieren.
Zu Anmeldung und Kosten.
Gem. § 27 NA-V ist die Prüfungsgebühr vom Vorstand der Österreichischen Ärztekammer mit € 620,-- festgelegt. Sie wird mit der Anmeldebestätigung vorgeschrieben und ist bis spätestens 1 Woche vor dem geplanten Prüfungstermin zu bezahlen.
Die Prüfung ist in deutscher Sprache und im Inland abzuhalten. Sie besteht aus einem theoretischen und praktischen Teil und umfasst insgesamt 4 Prüfungsstationen. Die Prüfungstermine werden gem § 26 NA-V auf der Homepage der Österreichischen Akademie der Ärzte veröffentlicht. Ab 1.7.2022 werden zumindest vier Prüfungstermine pro Kalenderjahr angeboten.
Das Ergebnis wird spätestens 8 Wochen nach der Prüfung durch die Österreichische Akademie der Ärzte schriftlich den Teilnehmerinnen/Teilnehmern mitgeteilt. Zur Diplomausstellung.
Gegen ein negatives Prüfungsergebnis kann binnen vier Wochen nach Mitteilung des Prüfungsergebnisses schriftlich eine begründete Beschwerde im Wege der Österreichischen Akademie der Ärzte an die Österreichische Ärztekammer eingebracht werden. Die Prüfung der Beschwerde erfolgt durch die Beschwerdekommission.
Die Abschlussprüfung Notärztin/Notarzt kann wiederholt werden. Es sind fünf Prüfungsantritte zulässig.
Gem § 23 NA-V besteht die Möglichkeit bis 14 Tage vor der Abschlussprüfung schriftlich eine Abmeldung an die Österreichische Akademie der Ärzte zu übermitteln. Die Prüfungsgebühr ist in diesem Fall nicht zu entrichten und eine bereits bezahlte Gebühr wird rückerstattet. Erfolgt keine rechtzeitige Abmeldung bis spätestens 14 Tage vor der Prüfung oder bleibt der Prüfungswerber ohne berücksichtigungswürdigen Grund von der Prüfung fern, ist die volle Prüfungsgebühr zu entrichten.
IV. Leitende Notärztin/Leitender Notarzt (Weiterbildung)
IV.1 Voraussetzungen, um Leitende Notärztin/Leitender Notarzt zu werden?
Notärztinnen/Notärzte, die beabsichtigen, eine leitende Tätigkeit im Rahmen organisierter Notarztdienste auszuüben, sowie ärztliche Leiterinnen/Leiter von Rettungsdiensten haben einen Weiterbildungslehrgang für Leitende Notärztinnen/Leitende Notärzte zu absolvieren. Erforderlich ist die Absolvierung eines Weiterbildungslehrganges für Leitende Notärztinnen/Leitende Notärzte mit zumindest 60 Lehreinheiten gem. § 11 Abs. 2 NA-V. Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Weiterbildungslehrgang ist eine zumindest dreijährige Tätigkeit als Notärztin/Notarzt im Rahmen eines organsierten Notarztdienstes oder eine zumindest gleich lange Ausübung einer notärztlichen Tätigkeit im Rahmen einer Krankenanstalt. Darüber hinaus muss eine gültige Berechtigung als Notärztin/Notarzt vorliegen. Zum Nachweis der dreijährigen notärztlichen Tätigkeit ist eine schriftliche und unterzeichnete Bestätigung vom Leiter der Organisationseinheit des organisierten Notarztdienstes (Stützpunktleiter) oder vom ärztlichen Leiter der Krankenanstalt bei Anmeldung zu einem Weiterbildungslehrgang vorzulegen.
Auskünfte und Anmeldungen für Weiterbildungslehrgänge zur Leitenden Notärztin/Leitendem Notarzt stehen im DFP-Kalender zur Verfügung.
IV.3 Welche Fertigkeiten werden in den Weiterbildungslehrgängen für Leitende Notärztinnen/Leitende Notärzte erworben?
Der Weiterbildungslehrgang (14KB) nimmt theoretisch und praktisch auf Großeinsätze Bedacht. Der Weiterbildungslehrgang für Leitende Notärztinnen/Leitende Notärzte umfasst 60 Lehreinheiten, von denen 40 Einheiten theoretische Inhalte und 20 Einheiten praktische Inhalte umfassen.
Ja, der Weiterbildungslehrgang für Leitende Notärztinnen/Leitende Notärzte wird mit einer theoretisch-praktischen Prüfung anhand von Fallbeispielen abgeschlossen.
Die organisatorische Durchführung der Prüfung sowie die Ausstellung eines Prüfungszertifikats nach erfolgreicher Absolvierung obliegt dem Anbieter des Weiterbildungslehrganges. Das Diplom Leitende Notärztin/Leitender Notarzt wird auf Antrag, welcher elektronisch über meindfp.at bei der Österreichischen Akademie der Ärzte zu stellen ist, befristet auf vier Jahre ausgestellt (§ 32 NA-V).
V. Diplomausstellung Notärztin/Notarzt
Nach erfolgreicher Absolvierung der Abschlussprüfung wird durch die Österreichischen Akademie der Ärzte ein Diplom über die erfolgreiche Absolvierung der notärztlichen Qualifikation (= Diplom Notärztin/Notarzt) ausgestellt. (§ 31 NA-V). Das Diplom Notärztin/Notarzt ist auf drei Jahre befristet und beginnt mit dem Tag der Abschlussprüfung.
Der Antrag auf Ausstellung des Diploms Notärztin/Notarzt ist gleichzeitig mit der Anmeldung zur Abschlussprüfung Notärztin/Notarzt unter der Voraussetzung der positiven Absolvierung zu stellen. Das Anmeldeformular zur Abschlussprüfung Notärztin/Notarzt enthält den Hinweis, dass mit diesem gleichzeitig der Antrag auf Diplomausstellung gestellt wird und dieses an die angegebene Zustelladresse per Post zugeschickt wird.
Ärztinnen/Ärzte, die bereits über ein befristetes Notarzt-Diplom verfügen erfolgt die Ausstellung des Folgediploms (nach Ablauf des Gültigkeitszeitraums und Buchung einer notärztlichen Fortbildung auf meindfp.at) ausschließlich über das Online-Beantragungssystem über meindfp.at. Voraussetzung für die Ausstellung eines Folgediploms ist, dass die Ärztin/der Arzt bereits über ein befristetes Diplom Notärztin/Notarzt oder Leitende Notärztin/Notarzt verfügen, welches im Online-Fortbildungskonto meindfp.at erfasst ist (so wie das DFP-Diplom). Die Erfassung der Diplome auf meindfp.at erfolgt automatisch. Für Fragen zum Notarzt-Diplom bzw Diplom Leitender Notarzt wenden Sie sich an die Österreichische Akademie der Ärzte GmbH per E-Mail: mmmbm90YXJ6dEBhcnp0YWthZGVtaWUuYXQ= oder telefonisch unter Tel: 01/512 63 83-36.
Das Diplom Notärztin/Notarzt ist ab dem Datum der Abschlussprüfung im neuen System drei Jahre gültig, danach erlischt es automatisch. Wird innerhalb dieser drei Jahre eine Fortbildungsveranstaltung (= „Refresher“) absolviert und ein Antrag auf Neuausstellung gestellt, wird ein neuerlich auf drei Jahre befristetes Diplom Notärztin/Notarzt nach Ablauf des vorhergegangenen Gültigkeitszeitraums ausgestellt. Die Wirksamkeit des Folgediploms beginnt am Folgetag des zuletzt gültigen Diploms Notärztin/Notarzt.
V.4 Voraussetzungen für den erstmaligen Erwerb eines neuen befristeten Diploms:
1. die Bestätigung über die Absolvierung der 33monatigen notärztlichen Qualifikation ( Rasterzeugnis (167KB)),
2. die Teilnahme an 20 notärztlichen Einsätzen mit Patientenversorgung ≥ NACA Grad 2 ( Logbuch (134KB)),
3. die Absolvierung eines notärztlichen Lehrgangs,
4. Anmeldung zur Abschlussprüfung und Einzahlung der Prüfungsgebühr sowie
5. positive Absolvierung der Abschlussprüfung Notarzt bei der Österreichischen Akademie der Ärzte,
6. Beantragung der Ausstellung des Diploms im Zuge der Anmeldung für die Abschlussprüfung und Einzahlung der Bearbeitungsgebühr für die Diplomausstellung.
Für die erstmalige Ausstellung eines neuen befristeten Diploms Notärztin/ Notarzt gem. § 31 Abs 1 NA-V wird eine Bearbeitungsgebühr von € 111,59 verrechnet, vorausgesetzt die notärztliche Ausbildung wurde nach dem 01.07.2019 im neuen Notarztsystem begonnen und absolviert. Die Ausstellung von Folgediplomen Notärztin/ Notarzt erfolgt kostenfrei, ist aber dennoch rechtzeitig zu beantragen.
Die Ausstellung des notärztlichen Diploms gem. § 31 NA-V erfolgt über die Österreichische Akademie der Ärzte. Aufgrund der Übergangsbestimmung gilt das alte Notarztsystem bis zum 30.06.2022 weiter, und es kann auch bis zu diesem Zeitpunkt nach den alten Regelungen die Berechtigung Notärztin/Notarzt erworben werden. Das Notarzt-Dekret nach dem alten System wird bis dahin weiterhin durch die Österreichische Ärztekammer ausgestellt.
Stichtag für die Ausstellung des Diploms Notärztin/Notarzt ist das Datum des Inkrafttretens der NA-V am 01.07.2019:
1. Wurde ein notärztlicher Lehrgang und die Ausbildung zur Ärztin für Allgemeinmedizin/zum Arzt für Allgemeinmedizin oder Fachärztin/Facharzt (ius practicandi) vor dem 01.07.2019 absolviert, wird ein Notarzt Dekret von der Österreichischen Ärztekammer ausgestellt.
2. Wurde ein notärztlicher Lehrgang vor dem 01.07.2019, aber die Ausbildung zur Ärztin für Allgemeinmedizin/zum Arzt für Allgemeinmedizin oder Fachärztin/Facharzt (ius practicandi/Facharztdiplom) mit oder nach dem 01.07.2019 absolviert, ist bereits ein auf drei Jahre befristetes Diplom von der Österreichischen Ärztekammer auszustellen. Die Ausbildung zum Notarzt wurde jedoch nach dem alten System erworben, weshalb für die Ausübung der Tätigkeit sowie Diplomausstellung das ius practicandi/Facharztdiplom notwendig ist.
3. Für notärztliche Lehrgänge sowie Fortbildungen nach dem neuen System, die also nach dem 01.07.2019 begonnen und absolviert wurden, wird ein auf drei Jahre befristetes Diplom von der Österreichischen Ärztekammer ausgestellt.
Das Diplom ist auf drei Jahre befristet. Die Gültigkeit wird auf dem Diplom vermerkt. In diesem Zeitraum besteht eine aufrechte Berechtigung notärztlich tätig zu sein. Spätestens bis zum Ende des 36. folgenden Monatsletzten, gerechnet ab dem Datum der Abschlussprüfung oder dem Abschluss einer Fortbildung, ist eine anerkannte zweitägige Fortbildungsveranstaltung zu absolvieren.
Bei Versäumung der rechtzeitigen Fortbildung erlischt die Berechtigung zur Tätigkeit als Notärztin/Notarzt und darf erst wiederaufgenommen werden, wenn die Abschlussprüfung wiederholt wurde. Dabei fallen auch wieder die Kosten für die Prüfungsgebühr an.
Nach erfolgreichem Absolvieren der Abschlussprüfung aufgrund von Versäumung der laufenden Fortbildungspflicht, ist das Folgediplom Notärztin/Notarzt mit dem Datum der wiederholten Abschlussprüfung drei Jahre gültig.
Nein, das alte Diplom Notärztin/Notarzt ist weiterhin gültig, solange fristgerecht eine Fortbildungsveranstaltung absolviert wird. Ab dem Zeitpunkt des Nachweises der erforderlichen Fortbildung nach dem 01.07.2019 wird ein auf drei Jahre befristetes Diplom Notärztin/Notarzt von der Österreichischen Ärztekammer ausgestellt. Dadurch verliert das alte Diplom seine Gültigkeit (§ 31 NA-V).
VI. Diplomausstellung Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt
Nach erfolgreicher Absolvierung der Prüfung des Weiterbildungslehrgangs zur/zum Leitenden Notärztin/Leitender Notarzt wird durch die Österreichische Akademie der Ärzte auf Antrag ein Diplom ausgestellt. (§ 32 NA-V). Das Diplom Leitende Notärztin/Leitender Notarzt ist jeweils auf vier Jahre befristet.
Der Antrag erfolgt über das Online-Fortbildungskonto auf meindfp.at, nachdem der erfolgreiche Abschluss eines Weiterbildungslehrgangs zur/zum Leitenden Notärztin/Notarzt bzw. eine Fortbildung für Leitende Notärztinnen/Notärzte auf dem Online-Fortbildungskonto verbucht wurde. Das Diplom wird von der Österreichischen Akademie der Ärzte ausgestellt.
Das Diplom Leitende Notärztin/Leitender Notarzt ist ab dem Datum der Prüfung des Weiterbildungslehrganges zur Leitenden Notärztin/zum Leitenden Notarzt vier Jahre gültig, danach erlischt es automatisch. Wird innerhalb dieser vier Jahre eine Fortbildungsveranstaltung (= „LNA-Refresher“) absolviert, wird ein neuerliches, vier Jahre gültiges Diplom Leitende Notärztin/Leitender Notarzt nach Ablauf des vorhergegangenen Gültigkeitszeitraums auf Antrag über das Online-Fortbildungskonto ausgestellt.
VI.4 Voraussetzungen für den erstmaligen Erwerb eines neuen befristeten Diploms Leitende Notärztin/Leitender Notarzt:
1. Nachweis einer zumindest dreijährigen Tätigkeit als Notärztin/ Notarzt im Rahmen eines organisierten Notarztdienstes oder eine zumindest gleich lange Ausübung einer notärztlichen Tätigkeit im Rahmen einer Krankenanstalt.
2. Absolvierung eines Weiterbildungslehrgangs zur Leitenden Notärztin/ zum Leitenden Notarzt.
3. Positive Absolvierung der theoretisch-praktischen Prüfung des Weiterbildungslehrganges gem. § 11 Abs 4 NA-V anhand von Fallbeispielen.
Für die erstmalige Ausstellung eines auf vier Jahre befristeten Diploms Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt gem. § 32 Abs 1 NA-V wird eine Bearbeitungsgebühr von € 111,59 verrechnet, vorausgesetzt die notärztliche Ausbildung wurde nach dem 01.07.2019 im neuen Notarztsystem begonnen und absolviert. Die Ausstellung von Folgediplomen Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt ist kostenfrei.
Die Ausstellung des Diploms Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt gem. § 32 NA-V erfolgt ab dem 1.7.2019 ausschließlich über die Österreichische Akademie der Ärzte.
Das Diplom ist auf vier Jahre befristet. Die Gültigkeit wird auf dem Diplom vermerkt. In diesem Zeitraum besteht eine aufrechte Berechtigung zur Tätigkeit als Leitende Notärztin/Leitender Notarzt. Bis zum Ende des 48. folgenden Monatsletzten, gerechnet ab dem Datum der Prüfung des Lehrgangs oder dem Absolvieren einer Fortbildung, ist spätestens eine anerkannte zweitägige Fortbildungsveranstaltung für Leitende Notärztinnen/Leitende Notärzte zu absolvieren.
Bei Versäumung der rechtzeitigen Fortbildung erlischt die Berechtigung zur Tätigkeit als Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt und darf erst wiederaufgenommen werden, wenn die Prüfung des Weiterbildungslehrganges gem. § 11 Abs 4 NA-V wiederholt wurde.
Nein, das Diplom Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt ist weiterhin gültig, solange fristgerecht eine Fortbildungsveranstaltung absolviert wird. Ab dem Zeitpunkt der positiven Absolvierung einer Fortbildung nach dem 01.07.2019 wird auf Antrag ein befristetes Diplom Leitende Notärztin/Leitender Notarzt von der Österreichischen Akademie der Ärzte ausgestellt. Dadurch verliert das alte Diplom seine Gültigkeit (§ 32 NA-V).
VII. Fortbildung („Refresher“)
VII.1 Fortbildung für Notärztinnen/ Notärzte („Refresher“)
Darunter ist eine zweitägige Fortbildungsveranstaltung von 16 Lehreinheiten mit theoretischen und praktischen notärztlichen Inhalten zu verstehen. Wenn von notärztlicher Fortbildung die Rede ist, sind „Refresher“ gemeint. Das Fortbildungsangebot kann bei den Landesärztekammern erfragt oder über den DFP-Kalender eingesehen werden.
Notärztinnen/Notärzte haben gem. § 40 Abs 7 ÄrzteG 1998 iVm § 28 NA-V regelmäßig eine anerkannte zweitägige notärztliche Fortbildungsveranstaltung zu besuchen. Diese ist spätestens bis zum Ende des 36. auf die Abschlussprüfung gem. § 13 NA-V oder den Abschluss der letzten Fortbildung folgenden Monatsletzten zu absolvieren.
Ärztinnen/Ärzte, die über ein Diplom „alt“, also ein Notarzt Dekret nach den Regelungen des alten Notarzt-Systems, verfügen, haben nach dem 01.07.2019 eine Fortbildung innerhalb der Fristen nach § 40 Abs 3 ÄrzteG 1998 aF (vor BGBl I 20/2019) zu absolvieren, d.h. mindestens nach zwei Jahren. Nach erfolgreicher Absolvierung einer Fortbildungsveranstaltung erhalten diese Notärztinnen/Notärzte ein befristetes Diplom und werden somit fließend in das neue System übergeführt. Die Fortbildungsverpflichtung verlängert sich im neuen System auf drei Jahre.
Ärztinnen/Ärzte, die über ein neues Diplom Notärztin/Notarzt verfügen, haben nach § 40 Abs 7 ÄrzteG 1998 iVm § 28 Abs 3 NA-V spätestens bis zum Ende des 36. auf die Abschlussprüfung gem § 13 NA-V oder den Abschluss der letzten Fortbildung folgenden Monatsletzten zu absolvieren. Wird innerhalb dieser Frist keine Fortbildung absolviert, erlischt die Berechtigung zur Tätigkeit als Notarzt (zu den Voraussetzungen der Wiederaufnahme der notärztlichen Tätigkeit).
VII.1.4 Was passiert, wenn ich im neuen Notarztsystem meiner notärztlichen Fortbildungsverpflichtung nicht nachkomme?
Wird keine anerkannte Fortbildungsveranstaltung besucht, erlischt die Berechtigung zur Ausübung notärztlicher Tätigkeiten.
Die Tätigkeit als Notärztin/Notarzt kann erst wiederaufgenommen werden, wenn gem. § 28 Abs 4 NA-V die Abschlussprüfung „Notärztin/Notarzt“ bei der Österreichischen Akademie der Ärzte positiv wiederholt wurde. Es ist darauf hinzuweisen, dass dadurch wieder die Kosten für die Prüfung anfallen.
Wird nach dem alten System die Fortbildungsverpflichtung versäumt, ist die Lehrgangsprüfung eines Notarztkurses zu wiederholen, da das alte System bis 30. 6.2022 parallel gilt.
Liegt eine Berechtigung als Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt vor, erlischt auch diese, da eine aufrechte Berechtigung als Notärztin/ Notarzt die Voraussetzung für die Berechtigung als Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt darstellt.
Der Lehrgangsanbieter hat über den erfolgreichen Abschluss einer Fortbildungsveranstaltung eine schriftliche Teilnahmebestätigung auszustellen und die Landesärztekammer und die Österreichische Akademie der Ärzte zu informieren. Die Fortbildungsveranstaltung ist verpflichtend auf das Online-Fortbildungskonto zu buchen. Für die Ausstellung des Folgediploms Notärztin/ Notarzt ist, nach erfolgreicher Absolvierung einer Fortbildungsveranstaltung, ein Antrag über das Online-Fortbildungskonto bei der Österreichischen Akademie der Ärzte zu stellen.
VII.2 Fortbildung für Leitende Notärztinnen/leitende Notärzte („Refresher“)
Leitende Notärztinnen/Leitende Notärzte haben gem § 40a Abs 4 ÄrzteG 1998 iVm § 29 NA-V eine von der Österreichischen Ärztekammer anerkannte Fortbildungsveranstaltung für Leitende Notärztinnen/Leitende Notärzte im Umfang von 16 Einheiten zu besuchen. Diese sind spätestens bis zum Ende des 48. gerechnet ab dem Datum des Abschlusses des Weiterbildungslehrganges oder auf die letzte Fortbildung für Leitende Notärztinnen/Notärzte folgenden Monatsletzten zu absolvieren.
Die Tätigkeit als Leitende Notärztin/Leitender Notarzt kann dann wiederaufgenommen werden, wenn gem. § 29 Abs 4 NA-V die Prüfung des Weiterbildungslehrgangs zur Leitenden Notärztin/zum Leitenden Notarzt positiv wiederholt wurde.
Wird nach dem alten System die Fortbildungsverpflichtung versäumt, ist der Weiterbildungslehrgang zur Leitenden Notärztin/ zum Leitenden Notarzt samt Prüfung zu wiederholen.
Die vorliegende Berechtigung als Notärztin/Notarzt bleibt aufrecht, unter der Voraussetzung, dass die laufende Fortbildung innerhalb des Gültigkeitszeitraums absolviert wurde.
Der Lehrgangsanbieter hat über den erfolgreichen Abschluss einer Fortbildungsveranstaltung eine schriftliche Teilnahmebestätigung auszustellen. Die Fortbildungsveranstaltung ist verpflichtend auf das Online-Fortbildungskonto zu buchen. Für die Ausstellung des Folgediploms Leitende Notärztin/Leitender Notarzt ist, nach erfolgreicher Absolvierung einer Fortbildungsveranstaltung, ein Antrag über das Online-Fortbildungskonto bei der Österreichischen Akademie der Ärzte zu stellen.
Ärztinnen/Ärzte, die über ein Diplom Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt „alt“, also ein Notarzt Dekret nach den Regelungen des alten Notarztsystems verfügen, haben nach dem 01.07.2019 eine Fortbildung innerhalb der Fristen nach § 40 Abs 6 ÄrzteG 1998 aF (vor BGBl I 20/2019) zu absolvieren, d.h. nach vier Jahren. Nach erfolgreicher Absolvierung einer Fortbildungsveranstaltung erhalten diese Notärztinnen/Notärzte ein auf vier Jahre befristetes Diplom Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt und werden somit fließend in das neue System übergeführt.
Die Fortbildungsverpflichtung ist in § 40a Abs 4 ÄrzteG 1998 und § 29 Abs 3 NA-V geregelt und normiert, dass spätestens bis zum Ende des 48. auf den Abschluss des Weiterbildungslehrgangs oder der letzten Fortbildung folgenden Monatsletzten eine Fortbildungsveranstaltung zu absolvieren ist. Wird innerhalb dieser Frist keine Fortbildung absolviert, erlischt die Berechtigung zur Ausübung einer Leitenden notärztlichen Tätigkeit.
VIII. Ausländische notärztliche Ausbildung
VIII.1 Wie erfolgt die Anerkennung von notärztlichen Qualifikationen, die im Ausland erworben wurden?
Gemäß § 40 Abs 9 ÄrzteG 1998 hat die Österreichische Ärztekammer unter der Voraussetzung der Gleichwertigkeit im Ausland absolvierte notärztliche Qualifikationen und Fortbildungsveranstaltungen diese auf die notärztliche Qualifikation gem. § 40 Abs 2 ÄrzteG 1998 und notärztliche Fortbildung gem. § 40 Abs 7 ÄrzteG 1998 anzurechnen.
Die Anerkennung von im Ausland absolvierten notärztlichen Lehrgängen sowie Fortbildungsveranstaltungen erfolgt derzeit mittels Formblatt gestellten Antrags (684KB) bei der Österreichischen Ärztekammer. Einzubringen ist der Antrag bei jener Landesärztekammer, deren Mitglied die Ärztin/der Arzt ist oder direkt bei der Österreichischen Ärztekammer (mmmcG9zdEBhZXJ6dGVrYW1tZXIuYXQ=) oder Frau Gruber (mmmaC5ncnViZXJAYWVyenRla2FtbWVyLmF0).
Für Anträge zur Überprüfung der Gleichwertigkeit einer ausländischen Qualifikation als Notärztin/Notarzt, Leitende Notärztin/Leitender Notarzt und im Ausland absolvierter nicht approbierter Fortbildungsveranstaltungen (§ 40 Abs. 9 ÄrzteG) ist gemäß der auf Basis des § 13b ÄrzteG erlassenen Verordnung eine Bearbeitungsgebühr für Angelegenheiten im eigenen Wirkungsbereich in der geltenden Fassung in der Höhe von € 143,48 im Voraus einzuheben. Wenn es sich um eine approbierte Veranstaltung handelt, ist gemäß der Bearbeitungsgebührenverordnung eine reduzierte Bearbeitungsgebühr in der Höhe von € 72,28 im Voraus zu bezahlen.
Voraussetzung zur regelmäßigen ärztlichen Berufsausübung als Notärztin/Notarzt in Österreich ist neben der Anerkennung der bereits absolvierten Ausbildung im Ausland, die Erfüllung der ärztegesetzlichen Voraussetzungen und eine Eintragung in die Österreichische Ärzteliste.
Hinzuweisen ist, dass eine Ersteintragung in die Ärzteliste als Approbierte Ärztin/Approbierter Arzt seit 1.1.2015 gemäß § 235 Abs 2 ÄrzteG 1998 nicht mehr zulässig ist. In diesem Zusammenhang ist auch eine Tätigkeit im Rahmen des freien Dienstleistungsverkehrs gemäß § 37 ÄrzteG 1988 nicht möglich.
Im Ausland absolvierte notärztliche Qualifikationen können innerhalb der Übergangsfrist bis zum 30.06.2022 gem. § 40 Abs. 9 ÄrzteG 1998 iVm § 241 Abs. 1 ÄrzteG 1998 angerechnet werden. Für Anträge von zur selbständigen Berufsausübung berechtigten Ärztinnen/Ärzten mit aufrechter notärztlicher Berechtigung kommen daher die Regelungen des alten Systems zur Anwendung. Dem Antrag sind die Teilnahmebestätigung eines Lehrganges mit zumindest 60 Stunden sowie eine Prüfungsbestätigung über die erfolgreiche Absolvierung einer theoretischen und praktischen Prüfung vorzulegen.
Wird dem Antrag keine Prüfungsbestätigung über die erfolgreich absolvierte praktische und theoretische Prüfung beigelegt, ist gem. § 40 Abs. 1 und 2 ÄrzteG 1998 aF (vor BGBl I 20/2019) die Lehrgangsprüfung vor einer notärztlichen Tätigkeit in Österreich positiv zu absolvieren. Derartige Ergänzungsprüfungen werden regelmäßig von den Landesärzte-kammern angeboten. Es ist daher direkt mit jener Landesärztekammer aufzunehmen, in deren Bereich Sie zukünftig notärztliche Tätigkeiten verrichten möchten, Kontakt aufzunehmen.
Gem. § 40 Abs 3 ÄrzteG 1998 aF (vor BGBl I 20/2019) besteht die Verpflichtung, mindes¬tens alle zwei Jahre, gerechnet ab dem Abschluss des Lehrganges, eine zweitägige theoreti¬sche und praktische und in Österreich approbierte Fortbildungsveranstaltung zu besuchen. Es sind daher dem Antrag seit dem Prüfungsdatum, der im Ausland absolvierten Prüfung, Teilnahmebestätigungen über zweitägige Fortbildungsveranstaltungen beizulegen.
Liegt die Prüfung mehr als drei Jahre zurück und wurde innerhalb von zwei Jahren keine regelmäßige Fortbildung besucht, ist gem. § 40 Abs. 3 letzter Satz ÄrzteG 1998 aF (vor BGBl I 20/2019) die Lehrgangsprüfung vor einer notärztlichen Tätigkeit in Österreich positiv zu absolvieren.
IX. Organisatorisches
Die Anerkennung von Lehrgängen und Weiterbildungslehrgängen gem. §§ 9 und 12 NA-V erfolgt nach einem Antrag des Lehrgangs-Anbieters mittels Bescheid durch den Vorstand der Österreichischen Ärztekammer. Der Antrag ist im Wege der jeweiligen Landesärztekammer an die Österreichische Ärztekammer zu stellen, in der der notärztliche Lehrgang stattfinden soll. Die Prüfung der Inhalte der Lehrgänge, welche den Anforderungen der Curricula in Anlage 3 (140KB) der NA-V und Anlage 5 (14KB) der NA-V entsprechen müssen, erfolgt gem. § 9 NA-V durch den beratenden, vom Vorstand eingerichteten Notarzt-Ausschuss. Eine Anerkennung durch den Vorstand der Österreichischen Ärztekammer erfolgt einmal und ist so lange aufrecht, solange der Lehrgang oder der Weiterbildungslehrgang in unveränderter Form veranstaltet wird. Dennoch ist für jeden wiederkehrenden notärztlichen Lehrgang oder Weiterbildungslehrgang eine Eintragung in den DFP-Kalender vorzunehmen und eine Überprüfung durch den Notarzt-Ausschuss, ob die Anforderungen die zur Anerkennung durch den Vorstand erbracht wurden, immer noch erfüllt werden.
Gemäß § 9 Abs. 3 NA-V gelten zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Verordnung am 1.7.2019 begonnene oder absolvierte notärztliche Lehrgänge unter der Voraussetzung der Gleichwertigkeit bis 30.6.2022 als anerkannt, somit kann auch das Diplom Notärztin/Notarzt im Rahmen des „alten“ Systems erworben werden. Eine Abschlussprüfung ist im „alten“ System nicht vorgesehen. Durch die Anerkennung im Vorstand der Österreichischen Ärztekammer können notärztliche Lehrgänge mit Kursprüfung bis 30.06.2022 für den alten Notarzt absolviert werden, als auch nach positiver Absolvierung der Abschlussprüfung zum Erwerb des befristeten Diploms Notärztin/ Notarzt verwendet werden. Die Übergangsbestimmung gem. § 9 Abs. 3 NA-V bewirkt somit, dass bis zum 30.06.2022 das „alte“ Notarztsystem parallel mit der neuen Ausbildung läuft und auch nach den alten Regelungen ein Diplom Notärztin/Notarzt erworben werden kann.
Die Anerkennung von Fortbildungen erfolgt gem. § 30 NA-V durch den Präsidenten der Österreichischen Ärztekammer und gemäß den Vorgaben der Verordnung über ärztliche Fortbildung. Der Lehrgangs-Anbieter einer notärztlichen Fortbildung hat diese in den DFP-Kalender einzutragen und ein Approbationsansuchen zu stellen.
Approbationsansuchen für regionale Fortbildungen werden – wie bisher – an die zuständige Landesärztekammer weitergeleitet. Die Fortbildungsreferentin/der Fortbildungsreferent der jeweiligen Landesärztekammer – wenn nötig in Koordination mit dem Referenten für das Notarztreferat – begutachtet und befürwortet die notärztliche Fortbildung gemäß den Vorgaben der Notärztinnen/Notärzte-Verordnung und der Verordnung über ärztliche Fortbildung.
Approbationsansuchen für überregionale Fortbildungsveranstaltungen werden an den durch den Vorstand der Österreichischen Ärztekammer nominierten Approbator zur Approbation elektronisch weitergeleitet, welcher nach einer inhaltlichen Überprüfung das Ansuchen befürwortet, den Auftrag zur Verbesserung erteilt oder es ablehnt.