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Timestamp: 2017-11-22 16:28:51
Document Index: 330851054

Matched Legal Cases: ['§ 48', '§ 36', '§ 48', '§ 48', 'Art. 69', 'Art. 48', 'Art. 69', '§ 6', 'Art. 12', '§ 48', '§ 13', 'Art. 48', 'Art. 69', 'Art. 48', '§ 48', '§ 48', 'Art. 48']

VGH Bayern, 04.04.2006 - 7 BV 05.388 - dejure.org
VGH Bayern, 04.04.2006 - 7 BV 05.388
§ 48 BayVwVfG; §§ 36 Abs. 2 Satz 1, 40 Abs. 1 BayHSchG
anwaltauskunft.de (Interview mit Bezug zur Entscheidung)
BVerwG, Beschluss vom 20. Oktober 2006 - 6 B 67.06 -, juris, Rdn. 5; BayVGH, Urteil vom 4. April 2006 - 7 BV 05.388 -, BayVBl. 2007, 281, juris, Rdn. 12; VG Karlsruhe, Urteil vom 4. März 2013 - 7 K 3335/11 -, VBlBW 2013, 429, juris, Rdn. 47; Schroeder, NWVBl.
Bei der Bewertung, ob ein Plagiat vorliegt, besteht kein prüfungsspezifischer Bewertungsspielraum; diese Beurteilung kann vielmehr durch jeden sachverständigen Dritten erfolgen (BVerwG, Beschluss vom 21.12.2006 - 6 B 102.06 -, Buchholz 316 § 48 VwVfG Nr. 116; BayVGH, Urteil vom 04.04.2006 - 7 BV 05.388 -, BayVBl. 2007, 281).
Dass Erst- und Zweitgutachter die Plagiate nicht schon bei der Annahme und Bewertung der schriftlichen Dissertation entdeckt haben, begründet keinen Vertrauensschutz (VG Freiburg, Urteil vom 23.05.2012 - 1 K 58/12 -, juris; BayVGH, Urteil vom 04.04.2006 - 7 BV 05.388 -, BayVBl. 2007, 281; VG Sigmaringen, Urteil vom 04.10.2007 - 8 K 1384/05 -, n.v.).
Denn bei der Bewertung, ob ein Plagiat vorliegt, besteht kein prüfungsspezifischer Bewertungsspielraum; diese Beurteilung kann vielmehr durch jeden sachverständigen Dritten erfolgen (BVerwG, Beschluss vom 21.12.2006 - 6 B 102.06 -, Buchholz 316 § 48 VwVfG Nr. 116; BayVGH, Urteil vom 04.04.2006 - 7 BV 05.388 -, BayVBl. 2007, 281;… Schroeder, NWVBl. 2010, 177).
In der Rechtsprechung ist geklärt, dass "nur eine unter Offenlegung aller verwendeten Quellen und Hilfsmitteln erbrachte wissenschaftliche Leistung den Anforderungen an eine Dissertation genügt" (VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 19.04.2000 - 9 S 2435/99 -, KMK-HSchR/NF 21A Nr. 19 unter Bezugnahme auf VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 18.11.1980 - IX 1302/78 -, ESVGH 31, 54; VGH, Urteil vom 13.10.2008 - 9 S 494/08 -, VBlBW 2009, 191) bzw. "die wörtliche oder sinngemäße Übernahme von Textpassagen aus fremden Werken ohne (ausreichendes) Zitat gegen grundlegende Maßstäbe wissenschaftlichen Arbeitens verstößt und die Annahme als Dissertation im Regelfall ausschließt" (BayVGH, Urteil vom 04.04.2006 - 7 BV 05.388 -, BayVBl. 2007, 281).
93 Dass Erst- und Zweitgutachter die ganz erheblichen Plagiate nicht schon bei der Annahme und bei der Bewertung ihrer schriftlichen Dissertation entdeckt haben, begründet für die Klägerin ebenfalls keinen Vertrauensschutz dahingehend, die elementaren Grundlagen wissenschaftlicher Arbeitstechniken missachten zu dürfen (BayVGH, Urteil vom 04.04.2006 - 7 BV 05.388 -, BayVBl 2007, 281; VG Freiburg, Urteil vom 23.05.2012 - 1 K 58/12 -, juris; VG Sigmaringen, Urteil vom 04.10.2007 - 8 K 1384/05 -, n.v.).
Zugleich macht der Verweis des Art. 69 BayHSchG auf Art. 48 BayVwVfG deutlich, dass letztere Vorschrift für die Entziehung eines rechtswidrig erworbenen Doktorgrades Anwendung findet (VG Regensburg, U.v. 31.7.2014 - RO 9 K 13.1442 - juris; BayVGH, U.v. 4.4.2006 - 7 BV 05.388 - BayVBl. 2007, 281;… Reich, BayHSchG, 5. Aufl. 2007, Art. 69 Rn. 1).
Der Grundsatz, dass "nur eine unter Offenlegung aller verwendeten Quellen und Hilfsmittel erbrachte wissenschaftliche Leistung den Anforderungen an eine eigenständige Dissertation genügt" (VGH BW, B.v. 13.10.2008 - 9 S 494/08 - VBlBW 2009, 191), bzw. "die wörtliche oder sinngemäße Übernahme von Textpassagen aus fremden Werken ohne hinreichende Kennzeichnung gegen grundlegende Maßstäbe wissenschaftlichen Arbeitens verstößt und die Annahme als Dissertation im Regelfall ausschließt" (BayVGH, U.v. 4.4.2006 - 7 BV 05.388 - BayVBl 2007, 281), war bereits in § 6 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 PromO a. F. niedergelegt.
Darüber hinaus begründet der Umstand, dass der Zweitgutachter sowie weitere an dem Promotionsverfahren beteiligte Stellen die Mitautorenschaft von Prof. K. nicht bemerkten, keinen Vertrauensschutz dahingehend, die "elementaren Grundlagen wissenschaftlicher Arbeitstechniken missachten zu dürfen" (vgl. BayVGH, U.v. 4.4.2006 - 7 BV 05.3888 - BayVBl 2007, 281; VG Karlsruhe, U.v. 4.3.2013 - 7 K 3335/11 - VBlBW 2013, 429; VG Regensburg, U.v. 31.7.2014 - RO 9 K 13.1442 - juris).
Es ist nicht zu beanstanden, dass er dem Schutz der wissenschaftlichen Lauterkeit und der Wahrung des Renommees der Medizinischen Fakultät ein größeres Gewicht beimaß als den von Art. 12 Abs. 1 GG erfassten beruflichen Interessen des Klägers (vgl. BVerwG, B.v. 20.10.2006 - 6 B 67/06 - juris; BayVGH, U.v. 4.4.2006 - 7 BV 05.388 - BayVBl 2007, 281; VG Frankfurt a.M., U.v. 23.5.2007 - 12 E 2262/05 - juris; VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602).
Hingegen musste der Umstand, dass der Zweitgutachter innerhalb des Promotionsverfahrens die Täuschung nicht registriert hatte, nicht in die Abwägung einfließen (BayVGH, U.v. 4.4.2006 - 7 BV 05.388 - BayVBl. 2007, 281; VG Regensburg, U.v. 31.7.2014 - RO 9 K 13.1442 - juris).
Diese Regelung schließt den Rückgriff auf die allgemeinen Rücknahmevorschriften in anderen Fallkonstellationen jedoch nicht aus, wie sich bereits aus der ausdrücklichen Formulierung "unbeschadet der §§ 48 und 49 LVwVfG" ergibt (vgl. auch Senatsurteil vom 19.04.2000 - 9 S 2435/99 - sowie Bay.VGH, Urteil vom 04.04.2006 - 7 BV 05.388 -, BayVBl 2007, 281).
Die wörtliche oder sinngemäße Übernahme von Textpassagen aus fremden Werken ohne hinreichende Kennzeichnung verstößt daher gegen die Grundsätze des wissenschaftlichen Arbeitens und schließt damit die Annahme einer Arbeit als Dissertation im Regelfall aus (vgl. Senatsurteil vom 18.11.1980 - IX 1302/78 -, ESVGH 31, 54; Bay.VGH, Urteil vom 04.04.2006 - 7 BV 05.388 -, BayVBl. 2007, 281).
Von Bagatellfällen abgesehen verstößt die wörtliche oder sinngemäße Übernahme von Textpassagen aus fremden Werken ohne (ausreichendes) Zitat gegen grundlegende Maßstäbe wissenschaftlichen Arbeitens und schließt damit die Annahme einer Arbeit als Dissertation im Regelfall aus (VGH München, Urt. v. 4.4.2006, 7 BV 05.388, BayVBl. 2007, 281, juris Rn. 13).
Unerheblich ist, dass die Gutachter eine Täuschung nicht bemerkt haben, auch wenn sie möglicherweise nachlässig gehandelt haben (VG Düsseldorf, Urt. v. 20.3.2014, 15 K 2271/13, juris Rn. 196, vgl. VGH München, Urt. v. 4.4.2006, 7 BV 05.388, BayVBl. 2007, 281, juris Rn. 13;… VG Karlsruhe, Urt. v. 4.3.2013, 7 K 3335/11, juris Rn. 28).
Es ist nicht zu beanstanden, dass eine Universität vorsätzliche Täuschungen im Promotionsverfahren konsequent unterbindet und dem wissenschaftlichen Ruf sowie dem Ansehen der Rechtswissenschaft insgesamt den Vorrang vor negativen Folgen für den Promovenden einräumt (VGH München, Urt. v. 4.4.2006, 7 BV 05.388, BayVBl. 2007, 281, juris Rn. 13;… vgl. VGH Mannheim, Beschl. v. 13.10.2008, 9 S 494/08, NVwZ-RR 2009, 285 Rn. 10).
Auch wenn § 13 Abs. 2 Satz 2 PromO im Hinblick auf die Entziehung des Doktorgrades nicht auf Art. 48 BayVwVfG verweist, ist das aufgrund der Regelung des Art. 69 BayHSchG unschädlich und es bleibt bei dem Grundsatz, dass die Promotionsordnung als Satzung insoweit dem formellen Gesetz des Art. 48 BayVwVfG nachgeht (vgl. BayVGH, Urt. v. 4.4.2006 - 7 BV 05.388 - BayVBl. 2007, 281; VGH Baden-Württemberg, U. v. 19.4.2000 - 9 S 2435/99 - KMK-HSchR/NF 21 A Nr. 19).
In der Rechtsprechung ist geklärt, dass "nur eine unter Offenlegung aller verwendeten Quellen und Hilfsmittel erbrachte wissenschaftliche Leistung den Anforderungen an eine Dissertation genügt" (…VGH Baden-Württemberg, a.a.O.) bzw. "die wörtliche oder sinngemäße Übernahme von Textpassagen aus fremden Werken ohne (ausreichendes) Zitat gegen grundlegende Maßstäbe wissenschaftlichen Arbeitens verstößt und die Annahme als Dissertation im Regelfall ausschließt" (BayVGH, U. v. 4.4.2006 a. a. O.).
Keine Bedeutung musste die Beklagte dem Umstand beimessen, dass die Betreuung der Dissertation durch die beiden Gutachter möglicherweise nachlässig war, denn weder rechtfertigt dies bzw. begründet es einen Vertrauensschutz dahingehend, elementare Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens missachten zu dürfen, noch lässt sich daraus ein "Mitverschulden" Dritter und damit eine Verschiebung der persönlichen Verantwortung des Doktoranden für die Dissertation ableiten (vgl. BayVGH, U. v. 4.4.2006 a.a.O.;… VG Karlsruhe, a.a.O).
Es ist nicht erforderlich, dass der Umfang einer behaupteten Täuschung und auch die Zeitdauer des Entzugs des Doktorgrads näher geregelt werden (vgl. BVerwG, Beschl. v. 20.10.2006 - 6 B 67/06 -, Buchholz 31.6 § 48 VwVfG Nr. 116;… VG B-Stadt, Urt. v. 23.05.2007 - 12 E 2262/05 -, juris; Bay. VGH, Urt. v. 04.04.2006 - 7 BV 05.388 -, BayVBl. 2007, 281; VGH Baden-Württemberg, Beschl. v. 13.10.2008 - 9 S 494/08 -, NVwZ-RR 2009, 285; VG Darmstadt, Beschl. v. 03.08.2010 - 7 L 898/10.DA -).
Die wörtliche oder sinngemäße Übernahme von Textpassagen aus fremden Werken ohne hinreichende Kennzeichnung verstößt daher gegen die Grundsätze des wissenschaftlichen Arbeitens und schließt damit die Annahme einer Arbeit als Dissertation im Regelfall aus (…VG Darmstadt, a.a.O.;… vgl. VGH Bad.-Württ., Urt. v. 18.11.1980, a.a.O.;… Beschl. v. 13.10.2008, a.a.O.; Bay.VGH, Urt. v. 04.04.2006 - 7 BV 05.388 -, BayVBl. 2007, 281).
Vielmehr darf eine Universität den Schutz der wissenschaftlichen Lauterkeit und die Wahrung des wissenschaftlichen Renommees der Fakultät bei ihrer Ermessensentscheidung berücksichtigen (BVerwG…, Beschluss vom 20. Oktober 2006 - 6 B 67/06 -, juris Rn. 6; Bayerischer VGH, Urteil vom 4. April 2006 - 7 BV 05.388 -, juris Rn. 13; VG Würzburg…, Urteil vom 25. März 2015 - W 2 K 13.954 -, juris Rn. 51; VG Düsseldorf…, Urteil vom 20. März 2014 - 15 K 2271/13 -, juris Rn. 167-169; VG Frankfurt…, Urteil vom 23. Mai 2007 - 12 E 2262/05 -, juris Rn. 21).
VG Freiburg, 23.05.2012 - 1 K 58/12
Rücknahme der Verleihung des Doktorgrades - hier: Plagiatsvorwurf
Mit dieser Meinung befindet sich die Kammer in Übereinstimmung mit allen Verwaltungsgerichten, die eine Rücknahme des Doktorgrades wegen Fehlens einer landesgesetzlichen Sonderregelung oder aus anderen Gründen auf die allgemeinen Rücknahmebestimmungen der jeweiligen Landesgesetze stützen (…z. B. § 48 Abs. 1 HVwVfG: VG Frankfurt am Main, Urt. v. 23.05.2007 - 12 E 2262/05 -, juris; Art. 48 BayVwVfG: Bay. VGH, Urt. v. 04.04.2006 - 7 BV 05.388 -, BayVBl. 2007, 281; § LVwVfG Bad.-Württ.: VGH Baden-Württemberg, Beschl. v. 13.10.2008 - 9 S 494/08 -, NVwZ-RR 2009, 285).
Die wörtliche oder sinngemäße Übernahme von Textpassagen aus fremden Werken ohne hinreichende Kennzeichnung verstößt daher gegen die Grundsätze des wissenschaftlichen Arbeitens und schließt damit die Annahme einer Arbeit als Dissertation im Regelfall aus (…vgl. VGH Bad.-Württ., Urt. v. 18.11.1980, a.a.O.;… Beschl. v. 13.10.2008, a.a.O.; Bay.VGH, Urt. v. 04.04.2006 - 7 BV 05.388 -, BayVBl. 2007, 281).
VG Augsburg, 24.04.2009 - Au 3 K 09.10
Magister-Hausarbeit; Internet; Täuschung
VG Hamburg, 10.10.2016 - 2 K 6400/15
Nichtbestehen seines Masterstudiengangs
VG München, 16.06.2015 - M 4 K 14.840
Mogelei bei angehender bayerischen Lehrkraft
VG München, 27.10.2008 - M 3 K 07.4893
Rücknahme der Verleihung eines akademischen Grades