Source: http://containerhandbuch.de/chb/rueh/rueh_26_10.html
Timestamp: 2019-09-22 03:38:25
Document Index: 144423651

Matched Legal Cases: ['§ 608', '§ 656', '§ 608', '§ 656', '§ 608', '§ 656']

Containerhandbuch - Kapitel 26.10 FCL- und LCL-Container
(§ 608 Abs. I Nr. 5 HGB / § 656 HGB)
26.10 FCL- und LCL-Container
Im Containerverkehr ist zwischen FCL- und LCL-Container zu unterscheiden.
FCL bedeutet "full container load" und ist ein vom Ablader gepackter Container, der voll beladen dem Verfrachter übergeben wird (Haus-Haus-Verkehr). Ort der Anlieferung - entsprechend der Auslieferung - ist hier nicht der Terminal, sondern der Container-Yard, der Stapelplatz am Kai, wo der Beförderer den Container übernimmt und nach computergesteuertem Plan so zur Verschiffung bereitstellt, dass er unmittelbar auf seinen richtigen Stellplatz im Schiff verladen wird.
LCL-Container bedeutet "less than full container load". Der Ablader liefert Stückgüter zum Terminal des Beförderers an, und im Ankunftshafen sind dieselben Stückgüter aus dem dortigen Terminal - Allonge des Schiffes - an den Empfänger auszuliefern. Der Transport im Container, zusammen mit anderen Ladungen, das Einpacken vorher und das Auspacken nachher sind interne Anläufe des Beförderers. Der Container wird im Abgangshafen von einer "Container-Freight-Station (CFS)" für den Verfrachter beladen ("Stuffing"), und im Bestimmungshafen besorgt eine andere CFS das Entladen ("Stripping") des Containers (Pier-Pier-Verkehr).
Urteil 61: FCL-Container
Wird der Container dem Verfrachter vom Ablader gepackt übergeben, so trifft den Verfrachter keine Verantwortung für die Stauung im Container, denn diese gehört zur Verpackung der Güter. Die vom Verfrachter vorzunehmende Stauung bezieht sich dann nur auf den vom Absender gepackten Container als solchen. Werden die Güter im Container nicht genügend befestigt, sodass sie gegen die Wände des Containers oder gegeneinander stoßen, so liegt eine mangelhafte Verpackung vor [66], für die der Verfrachter gemäß § 608 Abs. 5 HGB nicht haftet.
Urteil 62: LCL-Container
Der Empfänger kann sich hinsichtlich der Frage, wer den Container gepackt hat, auf die abstrakte Funktion des Konnossements als Wertpapier berufen (§ 656 Abs. 1 und 2 HGB). Der Vermerk "CFS" auf dem Konnossement bedeutet allgemein, dass die Beladung in der "Container Freight Station" (des Verfrachters) erfolgt ist [67].
Abbildung 40: § 608 HGB (Vermutete Nichthaftung des Verfrachters)
Abbildung 41: § 656 HGB (Rechtswirkung des Konnossements)