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Timestamp: 2018-01-17 19:37:09
Document Index: 303736078

Matched Legal Cases: ['§ 5', '§ 4', '§ 4', '§ 5', '§ 5', '§ 4', '§ 5', '§ 140', '§ 252', '§ 243', '§ 140', '§ 141', '§ 1', '§ 5', '§ 4', '§ 162', '§ 4', '§ 13', '§ 4', '§ 11', '§ 267', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 4', '§ 5', '§ 4', '§ 4', '§ 13', '§ 252', '§ 267', '§ 252', '§ 240', '§ 240', '§ 256', '§ 252', '§ 284', '§ 252', '§ 252', '§ 243', '§ 238', '§5', '§ 244', '§ 238', '§ 141', '§ 140', '§ 141', '§ 5', '§ 4', '§ 5', '§ 5', '§ 5', '§ 6', '§ 6', '§ 5', '§ 247', '§ 4', '§ 5', '§ 242', '§ 252', '§ 252', '§ 4', '§ 4']

Lecture Online: Bilanzierung - Glossar
siehe Betriebsvermögensvergleich
Von allen Gewinnermittlungsarten ist der Bestandsvergleich (Betriebsvermögensvergleich) mit Abstand am wichtigsten. Unter Betriebsvermögen ist das Eigenkapital einschließlich seiner Unterkonten - also Privat- und ggf. Gewinnkonten - zu verstehen. Die Gewinnermittlung durch Bestandsvergleich ist eine Gewinnermittlung mit Hilfe einer Buchführung. Das Steuerrecht unterscheidet den vollständigen Betriebsvermögensvergleich (nach GoB, § 5 EStG) und den unvollständigen Betriebsvermögensvergleich (§ 4 Abs. 1 EStG). Der Gewinnbegriff ist in § 4 Abs. 1 EStG definiert. Der Gewinnbegriff des § 5 EStG entspricht diesem grundsätzlich; ein wesentlicher Unterschied zwischen beiden Arten des Bestandsvergleichs besteht jedoch darin, daß bei der Gewinnermittlung nach § 5 die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung zu beachten sind, bei Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 1 hingegen nicht. Ein Bestandsvergleich nach § 5 EStG ist durchzuführen bei Gewerbetreibenden, die entweder verpflichtet sind, Bücher zu führen und regelmäßig Abschlüsse zu machen oder ohne rechtliche Verpflichtung, also freiwillig, Bücher führen und Abschlüsse machen. Wer zur Buchführung verpflichtet ist, ergibt sich wiederum aus den §§ 140 und 141 AO (Abgabenordnung).
Durch die Identität der Schlussbilanz mit der Ausgangsbilanz des Folgejahres ist der Bilanzzusammenhang zu sichern (§ 252 Abs. 1 Nr. 1 HGB).
Der Jahresabschluss muss klar und übersichtlich sein (§ 243 Abs. 2 HGB). Ein Jahresabschluss wird dieser Anforderung gerecht, wenn die einzelnen Posten der GuV-Rechnung und der Bilanz eindeutig bezeichnet und in ihrer Gesamtheit so geordnet werden, dass sie einem sachverständigen Leser einen nachvollziehbaren Überblick bieten.
Eine Bilanz ist dann wahr, wenn sie objektiv nachprüfbar über die Wirklichkeit informiert (Grundsatz der Richtigkeit), wenn die Bilanzinformationen subjektiv wahrhaftig sind, d.h. der inneren Überzeugung des bilanzierenden Kaufmanns entsprechen (Grundsatz der Willkürfreiheit) und wenn sämtliche Gegenstände nach Auswertung aller zugänglichen Informationen erfasst wurden (Grundsatz der Vollständigkeit).
§ 140 AO bestimmt, dass, wer nach anderen als Steuergesetzen verpflichtet ist, Bücher und Aufzeichnungen zu führen, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, diese Pflichten auch für steuerliche Zwecke zu erfüllen hat (abgeleitete oder derivative Buchführungspflicht). Buchführungspflichten nichtsteuerlicher Art finden sich bekanntlich im HGB. Unterliegen Gewerbetreibende nicht der abgeleiteten Buchführungspflicht, so kann sich eine originäre steuerliche Buchführungspflicht aus § 141 AO ergeben, der Grenzen hinsichtlich des Gesamtumsatzes, des Gewinns und des Wirtschaftswertes der selbstbewirtschafteten Fläche definiert. Unterliegt ein Gewerbetreibender weder der abgeleiteten noch der originären steuerlichen Buchführungspflicht (etwa weil er kein Handelsgewerbe betreibt; vgl. § 1 Abs. 2 HGB), führt er aber freiwillig Bücher, so unterliegt seine Gewinnermittlung automatisch ebenfalls § 5 EStG. Ist ein Gewerbetreibender nicht zur Buchführung verpflichtet und führt er auch nicht freiwillig Bücher, so kann er seinen Gewinn durch eine Überschussrechnung nach § 4 Abs. 3 EStG ermitteln. Führt er auch hierzu nicht die nötigen Aufzeichnungen seiner Einnahmen und Ausgaben, so schätzt das Finanzamt seinen Gewinn gem. § 162 AO nach den Grundsätzen der Gewinnermittlung des § 4 Abs. 1 EStG.
Die Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen gem. § 13a EStG wird in weiten Bereichen der Land- und Forstwirtschaft angewendet. Hierbei wird nicht der tatsächlich erzielte Gewinn ermittelt, sondern es wird ein für die Größe und Struktur des Betriebes als typisch anzusehender Gewinn geschätzt.
Die Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 beinhaltet keinen Betriebsvermögensvergleich, sondern eine Überschussrechnung. Gewinn ist dabei der Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben. Im Gegensatz zur Gewinnermittlung durch Bestandsvergleich wird keine periodengerechte Gewinnermittlung betrieben, sondern es gilt das Zu- und Abflußprinzip des § 11 EStG. Dieses Prinzip wird jedoch in zweifacher Hinsicht durchbrochen:
1.	Bei abnutzbaren Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens darf nicht der Abfluß von Geldmitteln zur Anschaffung oder Herstellung dieser Wirtschaftsgüter als Betriebsausgabe behandelt werden; abzugsfähig sind vielmehr lediglich die Absetzungen für Abnutzung oder Substanzverringerung.
2.	Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten für nicht abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens dürfen nicht bei Zahlung, sondern erst bei einer späteren Weiterveräußerung oder Entnahme als Betriebsausgaben berücksichtigt werden.
siehe Grundsatz der Einzelbewertung
Euro-Bilanzgesetz (EuroBilG)
Das Bundeskabinett hat am 2. Mai 2001 den Entwurf eines Euro-Bilanzgesetzes (EuroBilG) verabschiedet, das die Umstellung von auf DM lautenden Angaben in einer Reihe von Einzelgesetzen auf Euro-Beträge regeln soll. Dies betrifft insbesondere auch die in § 267 HGB angegebenen Schwellenwerte für die Größenklassen der Kapitalgesellschaften. Deren Umstellung erfolgt nicht nach der offiziellen Parität (1 EUR = 1,95583 DM), sondern im Verhältnis 2:1. Mit dieser "Glättung" geht also eine geringfügige Anhebung der Schwellen einher.
Freiberufler unterliegen weder der abgeleiteten noch der originären Buchführungspflicht. Sie können ihren Gewinn entweder freiwillig nach § 4 As. 1 EStG oder mit Hilfe einer Einnahme-Überschuss-Rechnung nach § 4 Abs. 3 ermitteln. Bei Nichtvorliegen der erforderlichen Unterlagen erfolgt eine Schätzung nach den Grundsätzen des § 4 Abs. 1 EStG.
Der Gewinn ist die zentrale Größe für die Besteuerung aller Rechtsformen. Damit gelten der Gewinnbegriff und die Gewinnermittlungsvorschriften des Einkommensteuergesetzes nicht nur für Personengesellschaften, sondern darüber hinaus auch für die Kapitalgesellschaften. Nach § 4 Abs. 1 EStG ist "Gewinn... der Unterschiedsbetrag zwischen dem Betriebsvermögen am Schluß des Wirtschaftsjahrs und dem Betriebsvermögen am Schluß des vorangegangenen Wirtschaftsjahrs, vermehrt um den Wert der Entnahmen und vermindert um den Wert der Einlagen." Das Handelsrecht verwendet den Terminus des Jahresüberschusses.
Das Steuerrecht unterscheidet folgende Methoden der Gewinnermittlung:
den Betriebsvermögensvergleich (Bestandsvergleich, Gewinnermittlung mit Hilfe einer Buchführung), der als vollständiger (nach GoB, § 5 EStG) oder unvollständiger Vergleich (§ 4 Abs. 1 EStG) durchgeführt wird,
die Einnahme-Überschuss-Rechnung (§ 4 Abs. 3 EStG) und
die Anwendung von Durchschnittssätzen (§ 13a Abs. 1 EStG).
Es ist grundsätzlich bei Bewertungen davon auszugehen, dass das Unternehmen in der Folgeperiode weitergeführt wird, d.h. es sind, außer bei hoher Wahrscheinlichkeit der Unternehmenszerschlagung, keine Zerschlagungswerte anzusetzen (§ 252 Abs. 1. Nr. 2 HGB).
gem. § 267 HGB inkl. geplanter Euro-Beträge (EuroBilG)
klasse: Bilanzsumme Umsatzerlöse Beschäf-
klein bis 4.015.000 EUR bis 8.030.000 EUR bis 50
mittelgroß bis 16.060.000 EUR bis 32.120.000 EUR bis 250
groß über 16.060.000 EUR über 32.120.000 EUR über 250
Grundsatz der Einzelbewertung (Kompensationsverbot)
Bilanzposten dürfen grundsätzlich nicht miteinander verrechnet werden (§ 252 Abs. 1 Nr. 3 HGB). Auch darf eine bilanzmäßige Überbewertung nicht mit einer Unterbewertung ausgeglichen werden (z.B. darf die Abschreibung eines Gebäudes nicht deswegen unterlassen werden, weil das Gebäude im gleichen Maß an Wert gewonnen hat). Seine Grenzen findet dieses Prinzip in den Vereinfachungserfordernissen: Festbewertung gem. § 240 Abs. 3 HGB, Gruppenbewertung gem. § 240 Abs. 4 HGB, Bewertungsvereinfachungsverfahren (Verbrauchsfolgeverfahren) gem. § 256 HGB
siehe Maßgeblichkeitsprinzip
"Die auf den vorhergehenden Jahresabschluss angewandten Bewertungsmethoden sollen beibehalten werden" (§ 252 Abs. 1 Nr. 6 HGB). Hierdurch soll verhindert werden, dass der Bewertende seinen Bilanzgewinn durch einen willkürlichen Methodenwechsel beeinflusst. Jedoch kann dieses Prinzip in Sonderfällen, vor allem bei Wahrnehmung steuerlicher Sonderabschreibungen und vorwegzunehmender Bewertungsanpassung in der Handelsbilanz ("umgekehrte Maßgeblichkeit") durchbrochen werden. Für Kapitalgesellschaften ergibt sich gemäß § 284 Abs. 2 Nr. 3 HGB die Pflicht, über die Änderung der Bewertungsmethoden im Anhang des Jahresabschlusses zu berichten.
Grundsatz der Vorsicht (Vorsichtsprinzip)
Der zu den GoB gehörende Grundsatz der Vorsicht (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB) dient dem Gläubigerschutz und besagt, dass ein Kaufmann in der Bilanz kein höheres Vermögen ausweisen darf, als er tatsächlich sein eigen nennt: Ein Kaufmann darf sich nicht "reicher machen", als er ist! Aus dem Grundsatz der Vorsicht sind im Laufe der Zeit drei abgeleitete Prinzipien entwickelt worden: Das Realisationsprinzip, das Niederstwertprinzip und das Imparitätsprinzip.
Grundsatz der zeitlichen Abgrenzung
"Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres sind unabhängig von den Zeitpunkten der entsprechenden Zahlungen im Jahresabschluss zu berücksichtigen" (§ 252 Abs. 1 Nr. 5 HGB).
Im Handelsrecht spielen die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) eine zentrale Rolle. Nach § 243 HGB ist der Jahresabschluss "nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung aufzustellen", und § 238 HGB verpflichtet jeden Kaufmann, "Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ersichtlich zu machen". Die GoB sind allgemein anerkannte Regeln, nach denen Bücher zu führen und Bilanzen zu erstellen sind. Häufig werden sie im Schrifttum erweitert zum Begriff der GoBuB, der "Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und Bilanzierung". Ihr Inhalt ist in keinem Gesetz explizit definiert, jedoch sind einige der bis dahin nicht gesetzlich fixierten GoB infolge des Inkrafttretens des Bilanzrichtliniengesetzes (BiRiLiG) von 1985 im HGB aufgenommen worden. Alle GoB sind nichtsdestoweniger als geltendes, gewachsenes Recht zu betrachten. Sie dienen der Ergänzung von Rechtsnormen und der Ausfüllung gesetzlicher Freiräume. Über das Maßgeblichkeitsprinzip sind diese Grundsätze auch für die Steuerbilanz derjenigen Steuerpflichtigen von Bedeutung, die ihren Gewinn nach §5 EStG ermitteln (vgl. hierzu: Gewinnermittlung). Die GoB beziehen sich zum Teil auf die Buchführung des laufenden Jahres und betreffen die Handelsgebräuchlichkeit der Buchführung, die Abfassung in einer lebender Sprache (nur bezüglich des Jahresabschlusses verlangt § 244 HGB ausdrücklich die deutsche Sprache!), das Belegprinzip und die Kontenwahrheit. Zum anderen beinhalten die GoB Regeln, die den Jahresabschluss betreffen und Bilanzansatz oder Bewertung von Vermögensteilen und Schulden zum Gegenstand haben. Diese sind insbesondere die Bilanzwahrheit, die Bilanzidentität, die Bilanzklarheit, das Going-Concern-Prinzip, der Grundsatz der Einzelbewertung, das Stichtagsprinzip, der Grundsatz der zeitlichen Abgrenzung, der Grundsatz der Stetigkeit.
Die Handelsbilanz ist die nach den handelsrechtlichen Vorschriften gem. §§ 238 ff HGB erstellte Bilanz. Sie dient als Erfolgsbilanz der Errechnung des im abgelaufenen Wirtschaftsjahr erzielten Jahresüberschusses und als Vermögensbilanz der wertmäßig richtigen Darstellung der Vermögensteile, Schulden und des investierten Eigenkapitals. Die Handelsbilanz ist maßgeblich für die Steuerbilanz.
Hilfsstoffe gehen ebenso wie Rohstoffe in Erzeugnisse ein, sind aber nur Nebenbestandteile: Ein Schrank wird aus dem Rohstoff Holz gefertigt, besteht aber daneben auch aus Leim, Dübeln, Lack usw.
siehe Niederstwertprinzip
Das Imparitätsprinzip kombiniert das Realisations- mit dem Niederstwertprinzip und besagt, dass nicht realisierte Gewinne nicht ausgewiesen werden dürfen, nicht realisierte Verluste dagegen ausgewiesen werden dürfen oder sogar müssen. Imparität bedeutet "Ungleichheit": Gewinne und Verluste werden also ungleich behandelt. Siehe auch: GoB, Grundsatz der Vorsicht
Der Jahresabschluss für Einzelkaufleute und Personengesellschaften besteht aus der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung, nicht jedoch - im Unterschied zum Abschluß der Kapitalgesellschaften - aus dem Anhang. Im Unterschied zu den Kapitalgesellschaften gibt es für die Einzelkaufleute und Personengesellschaften keine gesetzlich vorgeschriebenen Gliederungsschemata für G+V und Bilanz. Auch besteht keine Prüfungs- oder Offenlegungspflicht, sofern nicht das PublG etwas anderes bestimmt. Seit der Umsetzung der 4., 7. und 8. EG-Richtlinie zur Vereinheitlichung der Rechnungslegung in den EU-Mitgliedsstaaten ist der handelsrechtliche Jahresabschluss für alle Unternehmen im dritten Buch des HGB geregelt. Die Regelungen des Aktiengesetzes (AktG) und des Publizitätsgesetzes (PublG), früher von weiterreichender Bedeutung für alle Gesellschaftsformen, gelten nur insoweit, als sie die Vorschriften des HGB ergänzen.
Handelsrechtlicher Begriff für den Unternehmenserfolg. Das Steuerrecht verwendet statt dessen den Terminus Gewinn.
Für Land- und Forstwirte kommt in aller Regel nur eine originäre steuerliche Buchführungspflicht nach § 141 AO, nicht hingegen eine abgeleitete Buchführungspflicht nach § 140 AO in Betracht. Die Umsatz-, Betriebsvermögens- und Gewinngrenzen für diesen Personenkreis enthält § 141 AO. Da § 5 nur für Gewerbetreibende gilt, unterliegen buchführende Land- und Forstwirte der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 1 EStG.
Aus dem Grundsatz der Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz, meist als Maßgeblichkeitsprinzip bezeichnet, ergibt sich der Zusammenhang zwischen beiden Bilanzen. Die zugrundeliegende Rechtsnorm ist § 5 Abs. 1 EStG. Sie besagt, dass Gewerbetreibende bei Bilanzierung das Betriebsvermögen anzusetzen haben, das nach den handelsrechtlichen Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) auszuweisen ist. In engem Zusammenhang mit § 5 Abs. 1 EStG ist § 5 Abs. 6 EStG zu sehen. Letzere Vorschrift besagt u.a., dass hinsichtlich der Bewertung und der Absetzung für Abnutzung oder Substanzverringerung die steuerrechtlichen Vorschriften zu befolgen sind; diese sind in §§ 6 ff EStG verzeichnet. Aus dem Wortlaut des EStG leitet die herrschende Meinung folgende Grundsätze ab:
1.	Die Frage, was in der Bilanz überhaupt zu erfassen ist (Frage nach der Bilanzierung), wird durch die GoB beantwortet.
2.	Die Frage, wie die zu erfassenden Bilanzpositionen zu bewerten sind (Frage nach der Bewertung), richtet sich primär nach steuerrechtlichen Vorschriften und nur subsidiär nach den GoB.
Die Bilanzierung richtet sich somit vorrangig nach Handelsrecht, die Bewertung hingegen nach Steuerrecht. Im Rahmen der Bewertung kommt das Handelsrecht nur dann zur Anwendung, wenn das Steuerrecht eine Bewertungsfrage entweder überhaupt nicht klärt oder Bewertungswahlrechte lediglich einräumt. Da das Steuerrecht einerseits zahlreiche - im Handelsrecht selbst nicht vorgesehene - Sonderregelungen kennt, aber andererseits die Handelsbilanz als maßgeblich betrachtet, müssen die speziellen steuerlichen Normen zunächst in der Handelsbilanz angewendet werden, um danach in der Steuerbilanz anerkannt zu werden. Dieser Sachverhalt wird als umgekehrte Maßgeblichkeit bezeichnet und betrifft u.a. erhöhte Abschreibungen, Sonderabschreibungen, Rücklagen gem. § 6b EStG usw. Die steuerlichen Sondervorschriften werden, um die Einheit von Handels- und Steuerbilanz zu wahren, also auch im Handelsrecht zugelassen. Die Rechtsquellen hierfür sind § 5 Abs. 1 Satz 2 EStG ("Steuerrechtliche Wahlrechte bei der Gewinnermittlung sind in Übereinstimmung mit der handelsrechtlichen Jahresbilanz auszuüben"), sowie §§ 247 Abs. 3, 254, 273, 280 Abs. 2 HGB.
Grundsätzlich gilt: Was handelsrechtlich zu aktivieren ist, ist auch steuerrechtlich zu aktivieren; was handelsrechtlich zu passivieren ist, muss auch in der Steuerbilanz auf der Passivseite erscheinen. Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz hinsichtlich der Bilanzierung können sich nur in solchen Fällen ergeben, in denen das Handelsrecht ein Wahlrecht hinsichtlich Aktivierung oder Passivierung vorsieht. In diesen Fällen gilt:
1.	Aus einem handelsrechtlichen Aktivierungswahlrecht resultiert ein steuerrechtliches Aktivierungsgebot.
2.	Aus einem handelsrechtlichen Passivierungswahlrecht resultiert ein steuerrechtliches Passivierungsverbot.
Die geschilderten Zusammenhänge betreffen lediglich die Ansatzvorschriften, also die Frage der Bilanzierung im engeren Sinne. Hinsichtlich der Bewertung gilt dagegen das folgende:
Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz hinsichtlich der Bewertung eines Wirtschaftsgutes können sich nur in solchen Fällen ergeben, in denen das Steuerrecht zwingend eine bestimmte Bewertung vorschreibt, die von den handelsrechtlichen Vorschriften abweicht. Nur in diesen Fällen erfolgt ein unterschiedlicher Ansatz in Handels- und Steuerbilanz! Im Falle steuerlicher Bewertungswahlrechte, deren Ausübung handelsrechtlich "eigentlich" nicht zulässig ist, gilt dagegen das oben geschilderte Prinzip der "umgekehrten Maßgeblichkeit".
Stehen handelsrechtlich mehrere Wertansätze zur Auswahl - z.B. die Anschaffungskosten und ein davon abweichender Marktpreis bei Vorräten -, so kommt das Niederstwertprinzip zur Anwendung. Es besagt, dass bei mehreren möglichen Wertansätzen der niedrigste angesetzt werden muss (strenges Niederstwertprinzip) oder darf (gemildertes Niederstwertprinzip; in welchen Fällen das strenge und in welchen das gemilderte Niederstwertprinzip zum Ansatz kommt, hängt ab von der Art der Gewinnermittlung). Diese Formulierung bezieht sich auf die Bewertung der Aktiva; analog wird bei Passiva vielfach vom Höchstwertprinzip gesprochen. Siehe auch: GoB, Grundsatz der Vorsicht
siehe Grundsatz der zeitlichen Abgrenzung
Rohstoffe wie Stahl, Holz, Rohöl, Wolle usw. gehen als wesentliche Bestandteile in Erzeugnisse ein.
Das Realisationsprinzip besagt, dass Erträge erst nach ihrer Realisation berücksichtigt werden dürfen. Als Zeitpunkt der Ertragsrealisation wird bei Lieferungen und sonstigen Leistungen der Zeitpunkt angesehen, zu dem der Gläubiger buchmäßig eine Forderung ausweisen darf. Dies ist nach Handelsbrauch der Zeitpunkt, zu dem er selbst seine Verpflichtung aus dem Vertrag erfüllt hat. Siehe auch: GoB, Grundsatz der Vorsicht
siehe Grundsatz der Stetigkeit
Die Steuerbilanz gem. § 4, § 5 ff. EStG ist die aufgrund zwingender steuerrechtlicher Vorschriften korrigierte Handelsbilanz. Sie wird bei Betrieben, die zur Aufstellung einer Handelsbilanz verpflichtet sind, aus dieser abgeleitet, und dient der zutreffenden Ermittlung des steuerrechtlichen Gewinns durch Betriebsvermögensvergleich. Bei der Mehrzahl der gewerblichen Unternehmen wird nur eine Steuerbilanz erstellt, die zugleich als Handelsbilanz dient.
Bilanzierung und Bewertung richten sich handels- und steuerrechtlich nach den Verhältnissen an einem bestimmten Stichtag. Dieser Abschlussstichtag ist der letzte Tag des Wirtschaftsjahres (§ 242 Abs. 1 i.V.m. § 252 Abs. 1 S 3,4 HGB). Das Stichtagsprinzip besagt, dass alle am Abschlussstichtag vorhandenen Wirtschaftsgüter, aber auch nur diese, zu bilanzieren und zu bewerten sind. Hierbei sind die Wertverhältnisse zum Abschlussstichtag zugrunde zu legen. Vorgänge, die sich nach dem Bilanzstichtag ereignen und andere Vermögens- oder Wertverhältnisse verursachen (wertbeeinflussende Umstände), werden nicht berücksichtigt. Dagegen müssen werterhellende Erkenntnisse, die nach dem Bilanzstichtag, aber vor der Bilanzerstellung über die objektiven Verhältnisse am Bilanzstichtag gewonnen werden, berücksichtigt werden(§ 252 Abs. 1 S 4 HGB)
siehe Einnahme-Überschuss-Rechnung
Die Ermittlung des Unternehmenserfolges ist das Ziel des handels- und steuerrechtlichen Jahresabschlusses. Handelsrechtlich wird der U. als Jahresüberschuss bezeichnet, während das Steuerrecht den Terminus des Gewinns verwendet.
siehe Grundsatz der Vorsicht
Bei im Handelsregister eingetragenen Gewerbetreibenden ist Wirtschaftsjahr nach § 4a Abs. 1 Nr. 2 EStG der Zeitraum, für den sie regelmäßig Abschlüsse machen. Dieser muss sich nicht mit dem Kalenderjahr decken. Eine Umstellung auf einen vom Kalenderjahr abweichenden Abschlussstichtag ist steuerlich allerdings nur dann wirksam, wenn sie im Einvernehmen mit dem Finanzamt erfolgt. Mit dieser Vorschrift soll verhindert werden, dass die Steuerpflichtigen mit Hilfe eines Wechsels des Abschlussstichtages eine "Steuerpause" erreichen. Sprechen jedoch für eine Umstellung des Abschlussstichtags vernünftige wirtschaftliche Gründe, etwa die Verlegung der Inventur in eine arbeitsmäßig ruhige Zeit, so kann sich das Finanzamt der Umstellung nicht widersetzen. Das Einvernehmen des Finanzamtes ist nur bei Umstellung auf einen vom Kalenderjahr abweichenden Zeitraum erforderlich, jedoch nicht, wenn bei Neugründung eines Gewerbebetriebes ein abweichendes Wirtschaftsjahr festgelegt wird oder wenn ein Wechsel von einem abweichenden zu einem dem Kalenderjahr entsprechenden Wirtschaftsjahr vorgenommen wird. Gewerbetreibende, deren Firma nicht im Handelsregister eingetragen wird, können gemäß § 4a Abs. 1 Nr. 3 EStG mit steuerlicher Wirkung kein abweichendes Wirtschaftsjahr haben. Bei ihnen ist das Wirtschaftsjahr immer identisch mit dem Kalenderjahr.