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Timestamp: 2016-07-28 10:29:41
Document Index: 63400887

Matched Legal Cases: ['§ 1004', '§ 22', 'Art. 2', 'Art. 1', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 1']

LG Frankfurt am Main, Urteil vom 25. Juni 2009 - Az. 2-03 O 179/09 x
LG Frankfurt am MainRechtsprechungUrteil vom 25. Juni 2009 - Az. 2-03 O 179/09
LG Frankfurt am Main · Urteil vom 25. Juni 2009 · 2-03 O 179/09
2-03 O 179/09
openJur 2009, 844
Zivilrecht Öffentliches Recht IT- und Medienrecht Verfassungsrecht §§ 1004, 823 BGBBürgerliches Gesetzbuch; Artt. 1, 5, 2 GGGrundgesetz; §§ 22, 23 KunstUrhGKunsturheberrechtsgesetz
Für den Kläger streiten Persönlichkeitsschutz, Art. 2 Abs. 1 GG und der Schutz seiner Menschenwürde Art. 1 Abs. 1 GG. Für den Beklagten streitet die Meinungsfreiheit gemäß Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG; ob der streitgegenständliche Beitrag auch in den Schutzbereich der noch stärker geschützten Kunstfreiheit nach Art. 5 Abs. 3 GG fällt, kann dahinstehen. Denn bei der Satire wird der Persönlichkeitsschutz nicht grundsätzlich ausgeschaltet (BVerfG GRUR 2005, 500 - Ron Sommer). Auch die Kunstfreiheit deckt nicht Darstellungen, die das Persönlichkeitsrecht als Ausfluss der Menschenwürde in den durch Art. 1 GG geschützten Kern menschlicher Ehre verletzen (BVerfG NJW 1987, 2661 - StraußKarrikatur), was nach Ansicht der Kammer hier der Fall ist. Bei der Satire ist für die
Abwägung gegenüber dem Persönlichkeitsrecht des Dargestellten zum einen zunächst der Aussagekern der Satire zu ermitteln und sodann Aussagekern und satirische Einkleidung getrennt daraufhin zu überprüfen, ob sie eine Missachtung der karikierten Person enthalten und nicht eine in der Regel vorrangige Äußerung im öffentlichen Meinungskampf (BVerfG GRUR 1992, 471 - Satiremagazin Titanie).
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