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Timestamp: 2016-10-27 05:12:35
Document Index: 308618487

Matched Legal Cases: ['Art. 82', 'BGE', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 86', 'BGE', 'Art. 90', 'Art. 29', 'Art. 89', 'Art. 29', 'Art. 82', 'Art. 72', 'Art. 34', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 42', 'BGE', 'Art. 105', 'BGE', 'BGE', 'BGE', 'Art. 12', 'Art. 4', 'Art. 3', 'BGE', 'Art. 13', 'Art. 43', 'Art. 43', 'BGE', 'Art. 3', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 3', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 67', 'Art. 5', 'Art. 43', 'BGE', 'Art. 3', 'BGE', 'Art. 2', 'Art. 8', 'Art. 3', 'Art. 4', 'BGE', 'Art. 42', 'Art. 12', 'Art. 12', 'Art. 13', 'BGE', 'Art. 13', 'Art. 12', 'Art. 4', 'Art. 12', 'Art. 4', 'Art. 5', 'Art. 7', 'Art. 12', 'BGE', 'Art. 12', 'Art. 12', 'Art. 4', 'Art. 12', 'Art. 12', 'Art. 4', 'Art. 4', 'BGE', 'Art. 13', 'Art. 12', 'Art. 12', 'Art. 4', 'Art. 5', 'Art. 7', 'Art. 4', 'Art. 12', 'Art. 4', 'Art. 13', 'Art. 12', 'Art. 13', 'Art. 12', 'BGE', 'Art. 13', 'Art. 8', 'Art. 4', 'Art. 13', 'Art. 1', 'BGE', 'Art. 4', 'Art. 13', 'Art. 4', 'Art. 1', 'BGE', 'Art. 13', 'Art. 28', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 13', 'BGE', 'Art. 29', 'Art. 1', 'BGE', 'BGE', 'Art. 3', 'Art. 13', 'Art. 12', 'Art. 13', 'Art. 82', 'Art. 43', 'Art. 29', 'Art. 29', 'Art. 42', 'Art. 4', 'Art. 8', 'Art. 1', 'Art. 86', 'BGE', 'Art. 90', 'Art. 89', 'Art. 34', 'Art. 105', 'Art. 95', 'Art. 97', 'Art. 105', 'Art. 105', 'Art. 3', 'Art. 12', 'Art. 12', 'Art. 4', 'Art. 13', 'Art. 28', 'Art. 1']

136 II 508
136 II 50847. Auszug aus dem Urteil der I. �ffentlich-rechtlichen Abteilung i.S. Eidgen�ssischer Datenschutz- und �ffentlichkeitsbeauftragter (ED�B) gegen Logistep AG (Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten)
1C_285/2009 vom 8. September 2010
Art. 82 ss LTF, art. 3 let. a, art. 4 al. 3 et 4, art. 12 al. 2 let. a et art. 13 LPD; atteinte inadmissible � la personnalit� par le traitement de donn�es sur des utilisateurs de r�seaux peer-to-peer. Une recommandation dans le secteur priv� selon l'art. 29 LPD, �mise par le Pr�pos� f�d�ral � la protection des donn�es et � la transparence, se rapporte � une cause de droit public au sens des art. 82 ss LTF (consid. 1.1). Conditions pour qualifier les adresses IP de donn�es personnelles au sens de l'art. 3 let. a LPD (consid. 3). Si la collecte de donn�es les concernant n'est pas reconnaissable par les utilisateurs de r�seaux peer-to-peer, elle viole les principes de la finalit� et de la reconnaissabilit� selon l'art. 4 al. 3 et 4 LPD (consid. 4). Malgr� sa lettre, l'art. 12 al. 2 let. a LPD permet les motifs justificatifs (comme dans les let. b et c); ceux-ci ne peuvent toutefois �tre admis qu'avec une grande retenue (consid. 5). L'atteinte � la personnalit� que l'intim�e a commise avec son traitement de donn�es ne peut pas �tre justifi�e par un int�r�t priv� ou public pr�pond�rant (consid. 6). Faits � partir de page 509
BGE 136 II 508 S. 509
A. Am 9. Januar 2008 erliess der Eidgen�ssische Datenschutz- und �ffentlichkeitsbeauftragte (ED�B) eine Empfehlung an die Adresse der Logistep AG. Er hielt fest, die Logistep AG suche mittels der von ihr entwickelten Software in verschiedenen Peer-to-Peer-Netzwerken (auch P2P-Netzwerke genannt) nach angebotenen urheberrechtlich gesch�tzten Werken. Beim Herunterladen dieser Werke w�rden folgende �bermittlungsdaten aufgezeichnet und in einer Datenbank abgespeichert:
- der Benutzername des Nutzers des P2P-Netzwerks;
- die IP-Adresse (Internetworking Protocol Address) des verwendeten Internetanschlusses;
- die GUID (eine Identifikationsnummer der vom Anbieter des urheberrechtlich gesch�tzten Werks verwendeten Software);
- das verwendete P2P-Netzwerkprotokoll;
- der Name und elektronische Fingerabdruck (Hashcode) des urheberrechtlich gesch�tzten Werks;
- das Datum, die Uhrzeit und der Zeitraum der Verbindung zwischen der Software der Logistep AG und der Software des Anbieters des jeweiligen urheberrechtlich gesch�tzten Werks.
Die so erhobenen Daten w�rden anschliessend an die Urheberrechtsinhaber weitergegeben und von diesen zur Identifikation des BGE 136 II 508 S. 510Inhabers des Internetanschlusses verwendet. Zu diesem Zweck reichten die Urheberrechtsinhaber unter anderem Strafanzeige gegen Unbekannt ein und verschafften sich die Identit�tsdaten im Rahmen des Akteneinsichtsrechts. Diese Daten w�rden sodann zur Geltendmachung von Schadenersatzforderungen verwendet. Der ED�B gelangte zum Schluss, dass die Bearbeitungsmethoden der Logistep AG geeignet seien, die Pers�nlichkeit einer gr�sseren Anzahl von Personen zu verletzen (Art. 29 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1992 �ber den Datenschutz [DSG; SR 235.1]). Daher empfahl er dieser mit Schreiben vom 9. Januar 2008 gest�tzt auf Art. 29 Abs. 3 DSG, die Datenbearbeitung unverz�glich einzustellen, solange keine ausreichende gesetzliche Grundlage f�r eine zivilrechtliche Nutzung der durch sie erhobenen Daten bestehe.
Nachdem die Logistep AG die Empfehlung mit Schreiben vom 14. Februar 2008 abgelehnt hatte, legte der ED�B die Angelegenheit mit Klage vom 13. Mai 2008 dem Bundesverwaltungsgericht zum Entscheid vor. Er beantragte in erster Linie, die Logistep AG sei aufzufordern, die von ihr praktizierte Datenbearbeitung (inklusive der Weitergabe an die Urheberrechtsinhaber) unverz�glich einzustellen, solange keine ausreichende gesetzliche Grundlage f�r eine generelle �berwachung von Peer-to-Peer-Netzwerken bestehe. (...) Mit Urteil vom 27. Mai 2009 wies das Bundesverwaltungsgericht die Klage ab und hob die Empfehlung des ED�B vom 9. Januar 2008 auf. (...)
B. Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht vom 26. Juni 2009 beantragt der ED�B, die Logistep AG sei anzuweisen, ihre Datenbearbeitung unverz�glich einzustellen. Ihr sei jegliche Weitergabe von gesammelten Peer-to-Peer-Daten an die Urheberrechtsinhaber zu untersagen. (...)
Das Bundesgericht heisst die Beschwerde gut und hebt das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 27. Mai 2009 auf. Es weist die Logistep AG an, jede Datenbearbeitung im Bereich des Urheberrechts einzustellen, und untersagt ihr, die bereits beschafften Daten den betroffenen Urheberrechtsinhabern weiterzuleiten.
1. 1.1 Angefochten ist ein Endentscheid des Bundesverwaltungsgerichts �ber eine Empfehlung des ED�B (Art. 86 Abs. 1 lit. a und BGE 136 II 508 S. 511Art. 90 BGG). Gem�ss Art. 29 Abs. 4 Satz 2 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1992 �ber den Datenschutz (DSG; SR 235.1) i.V.m. Art. 89 Abs. 2 lit. d BGG ist der ED�B berechtigt, gegen diesen Entscheid Beschwerde zu f�hren.
Der angefochtene Entscheid betrifft eine Empfehlung des ED�B im Privatrechtsbereich (Art. 29 DSG). Es stellt sich die Frage, ob nicht statt der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. BGG die Beschwerde in Zivilsachen nach Art. 72 ff. BGG zu erheben gewesen w�re. Die Frage ist aus folgenden Gr�nden zu verneinen. Das Verfahren wurde vom der Bundesverwaltung angeh�renden ED�B eingeleitet und richtet sich gegen ein Privatrechtssubjekt. Die beiden stehen sich nicht als einander gleichgestellte Rechtssubjekte gegen�ber. Zwar ist es dem ED�B verwehrt, Verf�gungen zu erlassen, doch sind private Personen unter Androhung der Busse verpflichtet, bei seinen Abkl�rungen mitzuwirken (Art. 34 Abs. 2 lit. b DSG). Zudem geht es gerade bei der Bestimmung von Art. 29 Abs. 1 lit. a DSG, auf die der ED�B im vorliegenden Fall seine Empfehlung st�tzte, um Gef�hrdungen der Pers�nlichkeit, welche �berindividuellen Charakter besitzen und damit �ffentliche Interessen betreffen (vgl. Botschaft vom 23. M�rz 1988 zum Bundesgesetz �ber den Datenschutz, BBl 1988 II 479 Ziff. 221.5; REN� HUBER, in: Basler Kommentar, Datenschutzgesetz, 2. Aufl. 2006, N. 7 zu Art. 29 DSG; DAVID ROSENTHAL, in: Handkommentar zum Datenschutzgesetz, 2008, N. 11 zu Art. 29 DSG). Der Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts betrifft folglich eine Angelegenheit des �ffentlichen Rechts, womit sich die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten als das zutreffende Rechtsmittel erweist.
Die weiteren Sachurteilsvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde des ED�B ist im Grundsatz einzutreten.
1.2 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt zugrunde (Art. 105 Abs. 1 BGG). Soweit die vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen beanstandet werden und eine mangelhafte Sachverhaltsfeststellung f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend ist, kann nur geltend gemacht werden, die Feststellungen seien offensichtlich unrichtig oder beruhten auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG (Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 2 BGG). Eine entsprechende R�ge ist substanziiert vorzubringen (Art. 42 Abs. 2 BGG). Vorbehalten bleibt die BGE 136 II 508 S. 512Sachverhaltsberichtigung von Amtes wegen nach Art. 105 Abs. 2 BGG (BGE 135 III 127 E. 1.5 S. 129 f.; BGE 133 II 249 E. 1.4.3 S. 254 f.; je mit Hinweisen).
Sowohl der Beschwerdef�hrer als auch die Beschwerdegegnerin stellen den Sachverhalt aus ihrer Sicht dar, jedoch ohne die diesbez�glichen Feststellungen des Bundesverwaltungsgerichts im vorangehend beschriebenen Sinne als fehlerhaft zu r�gen. Soweit ihre Ausf�hrungen von der Sachverhaltsfeststellung im angefochtenen Entscheid abweichen, ist darauf nicht einzutreten.
1.3 Die Beschwerdegegnerin hat gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 27. Mai 2009 kein Rechtsmittel eingelegt. In ihrer Vernehmlassung zur vorliegenden Beschwerde beantragt sie, der Beschwerdef�hrer sei zu verpflichten, die schweizerische Presse und �ffentlichkeit umfassend und aktiv hinsichtlich des Urteils des Bundesgerichts in der vorliegenden Beschwerdesache zu orientieren. Damit geht sie �ber eine Stellungnahme zur Beschwerde der Gegenpartei hinaus. Dies ist unzul�ssig, denn das Bundesgerichtsgesetz sieht keine Anschlussbeschwerde vor (BGE 134 III 332 E. 2.5 S. 335 f. mit Hinweisen). Auf den Antrag ist nicht einzutreten.
2. 2.1 Der ED�B wirft dem Bundesverwaltungsgericht vor, Art. 12 Abs. 2 lit. a DSG falsch ausgelegt zu haben. Diese Bestimmung l�sst seiner Ansicht nach in ihrer aktuellen Fassung keine Rechtfertigungsgr�nde mehr zu. Stattdessen m�sse gepr�ft werden, ob ein Grundsatz der Datenbearbeitung verletzt worden sei. Dies erfordere eine Verh�ltnism�ssigkeitspr�fung, welche die bestehenden Rechtfertigungsgr�nde mitber�cksichtige. Das Bundesverwaltungsgericht habe die dabei notwendige Interessenabw�gung fehlerhaft vorgenommen, denn es best�nden keine �berwiegenden privaten oder �ffentlichen Interessen. Die Pers�nlichkeit der betroffenen Personen sei somit widerrechtlich verletzt worden. Indem die Vorinstanz dies verkannt habe, habe sie auch gegen das in Art. 4 Abs. 1 DSG verankerte Legalit�tsprinzip verstossen.
2.2 Die Beschwerdegegnerin h�lt dem entgegen, bei den von ihr bearbeiteten IP-Adressen handle es sich nicht um Personendaten im Sinne von Art. 3 lit. a DSG. Die Vorschriften des Datenschutzgesetzes f�nden deshalb gar keine Anwendung. Im �brigen w�re eine allf�llige Verletzung der Pers�nlichkeit angesichts der �berwiegenden privaten und �ffentlichen Interessen nicht widerrechtlich. Entgegen BGE 136 II 508 S. 513der Ansicht des Beschwerdef�hrers m�ssten die in Art. 13 DSG genannten Rechtfertigungsgr�nde in jedem Fall ber�cksichtigt werden.
2.3 Das Bundesverwaltungsgericht ging von der Anwendbarkeit des Datenschutzgesetzes aus, wies die Klage des ED�B indessen wegen des Vorliegens von Rechtfertigungsgr�nden ab. Da von einer Aufhebung seines Entscheids auch dann abzusehen w�re, wenn dessen Ergebnis mit einer alternativen Begr�ndung aufrechterhalten werden k�nnte (Urteil des Bundesgerichts 2P.172/2005 vom 25. Oktober 2005 E. 2), ist im Folgenden vorab die von der Beschwerdegegnerin in Frage gestellte Anwendbarkeit des Datenschutzgesetzes zu untersuchen. In einem zweiten Schritt ist zu pr�fen, ob eine widerrechtliche Pers�nlichkeitsverletzung vorliegt.
3. 3.1 In Bezug auf die Anwendbarkeit des Datenschutzgesetzes ist in der Literatur die Meinung vertreten worden, dass IP-Adressen ausschliesslich in den Anwendungsbereich des Fernmeldegesetzes vom 30. April 1997 (FMG; SR 784.10) fallen, welches eine abschliessende Regelung enthalte. Dies wird damit begr�ndet, dass es sich bei IP-Adressen um numerische Kommunikationsparameter und damit um Adressierungselemente im Sinne der Fernmeldegesetzgebung handle, die unter das Fernmeldegeheimnis gem�ss Art. 43 FMG fielen (DANIEL KETTIGER, Rechtliche Rahmenbedingungen f�r Location Sharing Systeme in der Schweiz, Jusletter vom 9. August 2010, Rz. 20).
Richtig ist, dass es sich bei den IP-Adressen um Adressierungselemente im Sinne der Fernmeldegesetzgebung handelt. Das Fernmeldegeheimnis gilt jedoch von vornherein nur f�r denjenigen, der mit fernmeldedienstlichen Aufgaben "betraut" ist (Art. 43 FMG; vgl. BGE 126 I 50 E. 6a S. 65 mit Hinweis). Dies trifft auf die Beschwerdegegnerin nicht zu. Das Fernmeldegesetz steht damit im vorliegenden Fall der Anwendbarkeit des Datenschutzgesetzes nicht entgegen.
3.2 Personendaten (bzw. "Daten" im Sinne des Datenschutzgesetzes) sind alle Angaben, die sich auf eine bestimmte oder bestimmbare Person beziehen (Art. 3 lit. a DSG). Bei den betreffenden Informationen kann es sich sowohl um Tatsachenfeststellungen als auch um Werturteile handeln. Unerheblich ist, in welcher Form die Informationen auftreten (etwa als Zeichen, Wort, Bild, Ton oder eine Kombination davon) und wie der Datentr�ger beschaffen ist. BGE 136 II 508 S. 514Entscheidend ist, dass sich die Angaben einer oder mehreren Personen zuordnen lassen (URS BELSER, in: Basler Kommentar, Datenschutzgesetz, 2. Aufl. 2006, N. 5 zu Art. 3 DSG).
Eine Person ist dann bestimmt, wenn sich aus der Information selbst ergibt, dass es sich genau um diese Person handelt. Bestimmbar ist die Person, wenn aufgrund zus�tzlicher Informationen auf sie geschlossen werden kann. F�r die Bestimmbarkeit gen�gt jedoch nicht jede theoretische M�glichkeit der Identifizierung. Ist der Aufwand derart gross, dass nach der allgemeinen Lebenserfahrung nicht damit gerechnet werden muss, dass ein Interessent diesen auf sich nehmen wird, liegt keine Bestimmbarkeit vor (BBl 1988 II 444 f. Ziff. 221.1). Die Frage ist abh�ngig vom konkreten Fall zu beantworten, wobei insbesondere auch die M�glichkeiten der Technik mitzuber�cksichtigen sind, so zum Beispiel die im Internet verf�gbaren Suchwerkzeuge. Von Bedeutung ist indessen nicht nur, welcher Aufwand objektiv erforderlich ist, um eine bestimmte Information einer Person zuordnen zu k�nnen, sondern auch, welches Interesse der Datenbearbeiter oder ein Dritter an der Identifizierung hat (BELSER, a.a.O., N. 6 zu Art. 3 DSG; ROSENTHAL, a.a.O., N. 24 f. zu Art. 3 DSG).
3.3 Bei den von der Beschwerdegegnerin bearbeiteten IP-Adressen handelt es sich um numerische Kommunikationsparameter, welche die Identifikation einer insbesondere aus Netzrechnern oder -servern bestehenden Internet-Domain sowie der Benutzerrechner, die an den Verbindungen in diesem Netz beteiligt sind, erm�glichen (so die Definition im Anhang der Verordnung vom 6. Oktober 1997 �ber die Adressierungselemente im Fernmeldebereich [AEFV; SR 784.104]). Durch die IP-Adresse wird mit anderen Worten jeder an das Internet angeschlossene Computer identifiziert. Immer wenn im Internet Daten abgefragt werden, so zum Beispiel beim Aufrufen einer Website, �bermittelt der Computer des Benutzers seine Anfrage verbunden mit der ihm zugewiesenen IP-Adresse (PER MEYERDIERKS, Sind IP-Adressen personenbezogene Daten?, MultiMedia und Recht 1/2009 S. 8 f.). Auf diese Weise erm�glicht die IP-Adresse den Datenaustausch im Internet.
Wird einem Rechner eine IP-Adresse fest zugewiesen, spricht man von einer statischen IP-Adresse. W�hlt sich ein Benutzer �ber einen Internet-Dienstanbieter (Provider) ins Internet ein, erh�lt er jedoch meist eine dynamische IP-Adresse, das heisst, seinem Computer wird bei jeder Verbindungsaufnahme neu irgendeine freie Adresse aus dem Pool des Providers zugewiesen. Die dynamische Adressierung BGE 136 II 508 S. 515wurde wegen der Knappheit der IP-Adressen entwickelt. Weil nach diesem System eine IP-Adresse nur f�r eine kurze Zeit einem Teilnehmer zugeteilt und nach dem Nutzungsvorgang wieder an einen anderen Teilnehmer vergeben wird, erfolgt die Identifikation des betreffenden Rechners durch diese IP-Adresse auch nur f�r die Zeit des einzelnen Nutzungsvorgangs. Aus diesem Grund ist die Identifikation des Inhabers der IP-Adresse bei der dynamischen Adressierung schwieriger als bei der statischen. W�hrend statische IP-Adressen in zum Teil frei zug�nglichen Verzeichnissen erfasst sind, ist der Inhaber einer dynamischen IP-Adresse in der Regel nur mit Hilfe des Providers, der die Adresse vergeben hat, eruierbar (WEBER/FERCSIK SCHNYDER, "Was f�r 'ne Sorte von Gesch�pf ist euer Krokodil?" - zur datenschutzrechtlichen Qualifikation von IP-Adressen, sic! 9/2009 S. 579 f.).
3.4 Ob eine Information aufgrund zus�tzlicher Angaben mit einer Person in Verbindung gebracht werden kann, sich die Information mithin auf eine bestimmbare Person bezieht (Art. 3 lit. a DSG), beurteilt sich aus der Sicht des jeweiligen Inhabers der Information (ROSENTHAL, a.a.O., N. 20 zu Art. 3 DSG; WEBER/FERCSIK SCHNYDER, a.a.O., S. 583). Im Falle der Weitergabe von Informationen ist dabei ausreichend, wenn der Empf�nger die betroffene Person zu identifizieren vermag. ROSENTHAL f�hrt in diesem Zusammenhang das Beispiel einer Zeitungsmeldung �ber den Unfall eines nicht namentlich genannten Lokalpolitikers an. Sofern ein Teil der Leserschaft auf die betroffene Person (allenfalls anhand weiterer Recherchen) schliessen k�nne, stelle aus ihrer Sicht die Publikation eine Bekanntgabe von Personendaten dar, so die �berzeugende Argumentation des Autors (ROSENTHAL, a.a.O., N. 30 zu Art. 3 DSG; vgl. auch Art. 3 lit. e DSG). Dies bedeutet f�r den vorliegenden Fall, dass nicht vorausgesetzt ist, dass die Urheberrechtsverletzer bereits f�r die Beschwerdegegnerin bestimmbar sind. Vielmehr gen�gt es, wenn sie es nach �bergabe der entsprechenden Daten f�r die Urheberrechteinhaber werden. Trifft dies zu (dazu sogleich), so gelangt das Datenschutzgesetz indessen auch auf die Beschwerdegegnerin selbst zur Anwendung. Anders zu entscheiden w�rde bedeuten, das Datenschutzgesetz nur auf die einzelnen Empf�nger anzuwenden, nicht aber auf die Person, welche die betreffenden Daten beschafft und sie verbreitet. Dies w�rde dem Zweck des Gesetzes zuwiderlaufen.
3.5 Die Beschwerdegegnerin macht geltend, die Auftraggeber w�rden nur aufgrund des T�tigwerdens der Strafverfolgungsbeh�rden BGE 136 II 508 S. 516erfahren, wer die Inhaber der einzelnen IP-Adressen sind. Sie verkennt dabei, dass die Notwendigkeit des T�tigwerdens eines Dritten so lange unmassgeblich ist, als insgesamt der Aufwand des Auftraggebers f�r die Bestimmung der betroffenen Person nicht derart gross ist, dass nach der allgemeinen Lebenserfahrung nicht mehr damit gerechnet werden k�nnte, dieser werde ihn auf sich nehmen (vgl. E. 3.1 hiervor). Solches ist vor dem Hintergrund der konkreten Umst�nde des Einzelfalls zu beurteilen. Eine abstrakte Feststellung, ob es sich (insbesondere bei dynamischen) IP-Adressen um Personendaten handelt oder nicht, ist somit nicht m�glich (vgl. zum deutschen Recht ULRICH DAMMANN, in: Bundesdatenschutzgesetz, 6. Aufl. 2006, N. 20 zu � 3 BDSG; kritisch MEYERDIERKS, a.a.O., S. 10 ff.; vgl. zur datenschutzrechtlichen Qualifizierung von IP-Adressen im schweizerischen Recht ROSENTHAL, a.a.O., N. 27 zu Art. 3 DSG; WEBER/FERCSIK SCHNYDER, a.a.O., S. 588).
F�r den vorliegenden Fall ist die Bestimmbarkeit der betroffenen Personen grunds�tzlich zu bejahen. Auf ihr beruht ganz eigentlich das Gesch�ftsmodell der Beschwerdegegnerin. Diese zeichnet nach eigenen Angaben dynamische IP-Adressen m�glicher Urheberrechtsverletzer sowie weitere Daten auf, welche sie den Rechteinhabern weitergibt. Die Rechteinhaber ihrerseits k�nnen durch Strafanzeige auf die Einleitung eines Strafverfahrens hinwirken, um in dessen Rahmen Akteneinsicht zu nehmen und so den P2P-Teilnehmer ausfindig zu machen, welcher das urheberrechtlich gesch�tzte Werk unrechtm�ssig angeboten hat (vgl. Art. 67 ff. des Bundesgesetzes vom 9. Oktober 1992 �ber das Urheberrecht und verwandte Schutzrechte [URG; SR 231.1] sowie Art. 5 und 14 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 betreffend die �berwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs [B�PF; SR 780.1] i.V.m. Art. 43 FMG; BGE 126 I 50; ST�PHANE BONDALLAZ, La protection des personnes et de leurs donn�es dans les t�l�communications, 2007, Rz. 1086; PETER SCHAAR, Datenschutz im Internet, 2002, Rz. 175; vgl. auch ROSENTHAL, a.a.O., N. 27 zu Art. 3 DSG). Wohl ist davon auszugehen, dass in vielen F�llen der Urheberrechtsverletzer nicht ausfindig gemacht werden kann, so insbesondere dann, wenn verschiedene Personen zu einem Computer oder einem Netzwerk Zugang haben. Es ist jedoch ausreichend, dass die Bestimmbarkeit in Bezug auf einen Teil der von der Beschwerdegegnerin gespeicherten Informationen gegeben ist.
3.6 Diese Auslegung des Datenschutzgesetzes scheint im �brigen in Einklang mit der Rechtslage in der Europ�ischen Union zu stehen. BGE 136 II 508 S. 517Mit dem Begriff der personenbezogenen Daten setzte sich dort die Gruppe f�r den Schutz von Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten in ihrer Stellungnahme 4/2007 vom 20. Juni 2007 eingehend auseinander. Das unabh�ngige EU-Beratungsgremium f�r Datenschutzfragen stuft IP-Adressen als Daten ein, die sich auf eine bestimmbare Person beziehen. Internet-Zugangsanbieter und Verwalter von lokalen Netzwerken k�nnten ohne grossen Aufwand Internetnutzer identifizieren, denen sie IP-Adressen zugewiesen h�tten, da sie in der Regel in Dateien systematisch Datum, Zeitpunkt, Dauer und die dem Internetnutzer zugeteilte dynamische IP-Adresse einf�gen w�rden. Dasselbe lasse sich von den Internet-Dienstanbietern sagen, die in ihren HTTP-Servern Protokolle f�hren w�rden. In diesen F�llen bestehe kein Zweifel, dass man von personenbezogenen Daten im Sinne von Art. 2 lit. a der Richtlinie 95/46/EG reden k�nne (Stellungnahme S. 19 f.; http://ec.europa.eu/justice/policies/privacy/workinggroup/index_en.htm unter Documents adopted/2007 [besucht am 3. November 2010]).
3.7 Schliesslich bringt die Beschwerdegegnerin vor, bei einer Qualifizierung der strittigen Angaben als Personendaten sei es ihr unm�glich, ihrer datenschutzrechtlichen Auskunftspflicht nachzukommen. Dies ist unzutreffend. Zwar verlangt Art. 8 DSG, dass der Inhaber der Datensammlung der betroffenen Person alle �ber sie in der Datensammlung vorhandenen Daten mitteilt. Indessen beschr�nkt sich das Auskunftsrecht schon nach Gesetzeswortlaut auf die vorhandenen Daten (vgl. auch BBl 1988 II 453 Ziff. 221.2). Vom Inhaber einer Datensammlung k�nnen mithin keine Angaben gefordert werden, �ber die er gar nicht verf�gt. Zudem k�nnen vom Auskunftsberechtigten allenfalls konkretisierende Angaben verlangt werden, wenn dies zum Auffinden der Daten notwendig oder hilfreich ist (VPB 65/2001 Nr. 49 E. 3b).
3.8 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Bundesverwaltungsgericht die von der Beschwerdegegnerin bearbeiteten IP-Adressen zu Recht als Personendaten im Sinne von Art. 3 lit. a DSG qualifiziert hat.
4. Die Beschwerdegegnerin bestreitet einen Verstoss gegen die Grunds�tze der Zweckbindung und der Erkennbarkeit (Art. 4 Abs. 3 und 4 DSG). Die Bearbeitung der Daten erfolge zu einem im Voraus und f�r alle P2P-Nutzer erkennbaren Zweck, n�mlich zur rechtm�ssigen straf- sowie zivilrechtlichen Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen. BGE 136 II 508 S. 518
Das Bundesverwaltungsgericht legte im angefochtenen Entscheid dar, die Beschwerdegegnerin sammle Daten �ber P2P-Netzwerkteilnehmer, die sie an ihre Auftraggeber weiterleite. Die Datenbeschaffung geschehe dabei im Regelfall ohne Wissen der betroffenen Personen und sei f�r diese auch nicht erkennbar. Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin schliesse zudem aus, dass dem IP-Adressinhaber im Moment der Beschaffung mitgeteilt werde, wozu seine Daten gespeichert w�rden. Selbst wenn es zutreffe, dass vereinzelt darauf aufmerksam gemacht werde, dass "Anti-P2P-Firmen Daten loggen", k�nne keineswegs von einer Angabe des Datenbeschaffungszwecks durch die Bearbeiterin gesprochen werden. Sowohl der Grundsatz der Zweckbindung wie auch der Grundsatz der Erkennbarkeit w�rden damit regelm�ssig verletzt.
Die Beschwerdegegnerin geht auf die �berzeugenden Ausf�hrungen des Bundesverwaltungsgerichts nicht ein und beschr�nkt sich darauf, diese pauschal zu bestreiten. Auf ihre diesbez�glichen Vorbringen ist deshalb nicht einzutreten (vgl. Art. 42 Abs. 2 BGG).
5. 5.1 Art. 12 und 13 DSG legen die Voraussetzungen fest, nach welchen die Bearbeitung von Personendaten durch Private rechtm�ssig ist.
Art. 12 Pers�nlichkeitsverletzungen
1Wer Personendaten bearbeitet, darf dabei die Pers�nlichkeit der betroffenen Personen nicht widerrechtlich verletzen.
2Er darf insbesondere nicht:
a. Personendaten entgegen den Grunds�tzen der Artikel 4, 5 Absatz 1 und 7 Absatz 1 bearbeiten;
b. ohne Rechtfertigungsgrund Daten einer Person gegen deren ausdr�cklichen Willen bearbeiten;
c. ohne Rechtfertigungsgrund besonders sch�tzenswerte Personendaten oder Pers�nlichkeitsprofile Dritten bekanntgeben.
3In der Regel liegt keine Pers�nlichkeitsverletzung vor, wenn die betroffene Person die Daten allgemein zug�nglich gemacht und eine Bearbeitung nicht ausdr�cklich untersagt hat.
Art. 13 Rechtfertigungsgr�nde
1Eine Verletzung der Pers�nlichkeit ist widerrechtlich, wenn sie nicht durch Einwilligung des Verletzten, durch ein �berwiegendes privates oder �ffentliches Interesse oder durch Gesetz gerechtfertigt ist.
2Ein �berwiegendes Interesse der bearbeitenden Person f�llt insbesondere in Betracht, wenn diese: BGE 136 II 508 S. 519
a. in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Abschluss oder der Abwicklung eines Vertrags Personendaten �ber ihren Vertragspartner bearbeitet;
b. mit einer anderen Person in wirtschaftlichem Wettbewerb steht oder treten will und zu diesem Zweck Personendaten bearbeitet, ohne diese Dritten bekannt zu geben;
c. zur Pr�fung der Kreditw�rdigkeit einer anderen Person weder besonders sch�tzenswerte Personendaten noch Pers�nlichkeitsprofile bearbeitet und Dritten nur Daten bekannt gibt, die sie f�r den Abschluss oder die Abwicklung eines Vertrages mit der betroffenen Person ben�tigen;
d. beruflich Personendaten ausschliesslich f�r die Ver�ffentlichung im redaktionellen Teil eines periodisch erscheinenden Mediums bearbeitet;
e. Personendaten zu nicht personenbezogenen Zwecken insbesondere in der Forschung, Planung und Statistik bearbeitet und die Ergebnisse so ver�ffentlicht, dass die betroffenen Personen nicht bestimmbar sind;
f. Daten �ber eine Person des �ffentlichen Lebens sammelt, sofern sich die Daten auf das Wirken dieser Person in der �ffentlichkeit beziehen.
W�hrend auf die Rechtfertigungsgr�nde von Art. 13 DSG in Art. 12 Abs. 2 lit. b und c DSG ausdr�cklich verwiesen wird, fehlt ein entsprechender Vorbehalt in der aktuellen Fassung von lit. a der letztgenannten Bestimmung. Der Beschwerdef�hrer schliesst daraus, dass eine Verletzung der Grunds�tze der Datenbearbeitung im Sinne von Art. 4 DSG, wozu auch die Grunds�tze der Zweckbindung und der Erkennbarkeit geh�ren, nicht gerechtfertigt werden kann.
5.2 5.2.1 Es fragt sich, ob das Streichen des Vorbehalts in Art. 12 Abs. 2 lit. a DSG im Zuge der Gesetzesrevision vom 24. M�rz 2006 ein qualifiziertes Schweigen zum Ausdruck bringt. Die Rechtfertigung einer gegen die Grunds�tze der Art. 4, Art. 5 Abs. 1 und Art. 7 Abs. 1 DSG verstossenden Bearbeitung von Personendaten w�re diesfalls generell ausgeschlossen. In der Literatur gehen die Meinungen auseinander. F�r die M�glichkeit, Rechtfertigungsgr�nde weiterhin zuzulassen, sprechen sich STEPHAN C. BRUNNER, CHRISTIAN DRECHSLER und DAVID ROSENTHAL aus (STEPHAN C. BRUNNER, Das revidierte Datenschutzgesetz und seine Auswirkungen im Gesundheits- und Versicherungswesen, in: Datenschutz im Gesundheits- und Versicherungswesen, 2008, S. 142 ff.; CHRISTIAN DRECHSLER, Die Revision des Datenschutzrechts, AJP 2007 S. 1474; ROSENTHAL, a.a.O., N. 16 zu Art. 12 DSG). Anderer Ansicht ist, allerdings ohne dies n�her zu begr�nden, REN� HUBER (Die Teilrevision des Eidg. Datenschutzgesetzes - ungen�gende Pinselrenovation, recht 24/2006 S. 214). BGE 136 II 508 S. 520
5.2.2 Die Materialien bringen keine ausreichende Klarheit. Die Streichung des Vorbehalts geht auf einen Vorschlag der vorberatenden Kommission des Nationalrats zur�ck und war im Entwurf des Bundesrats noch nicht vorgesehen. Der Nationalrat genehmigte die �nderung diskussionslos (AB 2005 N 1450). Im St�nderat wurde sie vom Berichterstatter der Kommission in ausf�hrlicher, jedoch auch widerspr�chlicher Weise erl�utert. Seine �usserung, es ginge nicht an, dass man unrechtm�ssig beschaffte Daten bei Vorliegen eines Rechtfertigungsgrunds bekannt geben d�rfe, k�nnte in der Tat darauf schliessen lassen, dass Rechtfertigungsgr�nde im Rahmen von Art. 12 Abs. 2 lit. a DSG generell ausgeschlossen sind. Der Berichterstatter erkl�rte indessen auch, dass es bei der vom Nationalrat beschlossenen Fassung im Grunde genommen nur um eine Klarstellung dessen gehe, was an sich heute schon bestehe, in der Praxis aber offenbar zu Problemen gef�hrt habe. Wenn man diesen Rechtfertigungsumstand weglasse, so beschliesse man keineswegs etwas v�llig Neues, sondern �bernehme im Prinzip das, was schon heute in der Rechtsprechung gelte (AB 2005 S 1159; vgl. dazu VPB 69/ 2005 Nr. 106 E. 5.2 und 5.8).
5.2.3 Nach Auffassung des Bundesamts f�r Justiz war kein Systemwechsel vorgesehen. Stattdessen habe mit der Neuformulierung von Art. 12 Abs. 2 lit. a DSG den Grunds�tzen von Art. 4 DSG Nachachtung verschafft werden sollen, ohne an der fr�heren Rechtslage etwas zu �ndern. Die textliche �nderung verdeutliche, dass eine Rechtfertigung nicht vorschnell angenommen werden d�rfe (Bundesamt f�r Justiz, �nderung von Art. 12 Abs. 2 Bst. a DSG: Auslegungshilfe, 2006, http://www.edoeb.admin.ch/themen/00794/00819/ 01086/index.html?lang=de [besucht am 3. November 2010]). Diese Auslegung liegt auf einer Linie mit der Botschaft des Bundesrats zur urspr�nglichen Fassung von Art. 12 Abs. 2 lit. a DSG, wonach die Grunds�tze von Art. 4 DSG "das ethische und rechtspolitische Fundament des Datenschutzgesetzes" darstellen, weshalb "nicht ohne zwingenden Grund gegen sie verstossen werden k�nnen" solle (BBl 1988 II 458 f. Ziff. 221.3).
5.2.4 W�rde man die Bearbeitung unrechtm�ssig beschaffter Daten (Art. 4 Abs. 1 DSG) generell ausschliessen, so w�re es beispielsweise einem Arbeitgeber, der von einem Mitarbeiter unrechtm�ssig gespeicherte Personendaten entdeckt, nicht erlaubt, diese den Beh�rden zu �bergeben. Auch w�re eine Verletzung der Grunds�tze der Datenbearbeitung selbst bei Einwilligung des Verletzten BGE 136 II 508 S. 521widerrechtlich (Art. 13 Abs. 1 DSG; ROSENTHAL, a.a.O., N. 19 zu Art. 12 DSG). Dies kann jedoch nicht der Sinn des Gesetzes sein. Eine strikt systematische Auslegung, wonach lediglich bei lit. b und c, nicht aber bei lit. a von Art. 12 Abs. 2 DSG das Geltendmachen eines Rechtfertigungsgrunds zul�ssig sein soll, erweist sich als verfehlt, zumal in der aktuellen Fassung von lit. a Rechtfertigungsgr�nde zwar nicht mehr erw�hnt, jedoch auch nicht ausdr�cklich ausgeschlossen werden. Die Bestimmung ist daher so auszulegen, dass eine Rechtfertigung der Bearbeitung von Personendaten entgegen der Grunds�tze von Art. 4, Art. 5 Abs. 1 und Art. 7 Abs. 1 DSG zwar nicht generell ausgeschlossen ist, dass Rechtfertigungsgr�nde im konkreten Fall aber nur mit grosser Zur�ckhaltung bejaht werden k�nnen.
5.2.5 In Ber�cksichtigung des Bestrebens des Gesetzgebers, die Bedeutung der Grunds�tze von Art. 4 DSG zu betonen, schl�gt das Bundesamt f�r Justiz in seiner Auslegungshilfe zur �nderung von Art. 12 Abs. 2 lit. a DSG vor, k�nftig rechtfertigende Umst�nde prim�r bei der Auslegung der allgemeinen Grunds�tze zu ber�cksichtigen (Bundesamt f�r Justiz, a.a.O., Ziff. 3.1). Ein derartiges Vorgehen erscheint etwa dort praktikabel, wo sich die Abgrenzung zwischen den Grunds�tzen von Art. 4 DSG und den Rechtfertigungsgr�nden von Art. 13 DSG ohnehin als schwierig erweist, so beispielsweise beim Grundsatz der Verh�ltnism�ssigkeit (vgl. CORRADO RAMPINI, in: Basler Kommentar, Datenschutzgesetz, 2. Aufl. 2006, N. 4 zu Art. 12 DSG). Indessen sind nicht alle Grunds�tze der Datenbearbeitung einer Auslegung zug�nglich, welche die Rechtfertigungsgr�nde von Art. 13 DSG bereits hinreichend ber�cksichtigt. Auch ist nicht zu �bersehen, dass es im Ergebnis nicht von Belang ist, ob Rechtfertigungsgr�nde in einem zweiten Schritt selbst�ndig gepr�ft werden oder bereits bei der Auslegung der Grunds�tze der Datenbearbeitung ber�cksichtigt werden (vgl. zum Ganzen ROSENTHAL, a.a.O., N. 22 f. zu Art. 12 DSG).
5.2.6 Die Vorinstanz stellte in einem ersten Schritt eine Verletzung der Grunds�tze der Zweckbindung und der Erkennbarkeit fest. Ob eine Verletzung des Verh�ltnism�ssigkeitsprinzips vorliege, liess sie zun�chst offen. Bei der Pr�fung der Frage, ob ein �berwiegendes privates oder �ffentliches Interesse die Pers�nlichkeitsverletzung rechtfertige, untersuchte sie indessen auch, ob die strittige Datenbearbeitung verh�ltnism�ssig sei. Nach dem Gesagten ist an diesem Vorgehen nichts auszusetzen. BGE 136 II 508 S. 522
6. 6.1 Der Beschwerdef�hrer kritisiert die Interessenabw�gung der Vorinstanz bei der Pr�fung von Rechtfertigungsgr�nden gem�ss Art. 13 DSG. W�rde man ihr folgen, so w�re seiner Ansicht nach jegliche Art der Datenbearbeitung, auch eine zweckwidrige und heimliche, gerechtfertigt, der Zweck w�rde mithin die Mittel heiligen. Eine betroffene Person k�nnte sich gegen die Datenbearbeitung nicht einmal zur Wehr setzen, da sie �ber diese nicht oder nicht hinreichend informiert sei. Die B�rger in der Schweiz w�rden damit weitgehend ihrer Auskunftsrechte gem�ss Art. 8 DSG beraubt. Die Vorinstanz blende zudem aus, dass der Inhaber der IP-Adresse nicht zwangsl�ufig identisch mit dem Verletzer des Urheberrechts sein m�sse, da ein Internetanschluss zum Teil von mehreren Personen benutzt werde. Gutgl�ubige Inhaber von Internetanschl�ssen w�rden so mit ungerechtfertigten Zivilforderungen konfrontiert. Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin sei jenem eines verdeckten Ermittlers vergleichbar, dessen Einsatz jedoch an strenge Voraussetzungen gekn�pft werde (Art. 4 des Bundesgesetzes vom 20. Juni 2003 �ber die verdeckte Ermittlung [BVE; SR 312]). Schliesslich sei zu ber�cksichtigen, dass die Strafverfahren nur ben�tzt w�rden, um das Fernmeldegeheimnis zu umgehen, und dass die Beschwerdegegnerin zusammen mit den Inhabern der Urheberrechte prim�r an der Geltendmachung von Zivilforderungen interessiert sei.
6.2 Die Vorinstanz erwog, ohne die Sammlung technischer Daten, wie insbesondere der IP-Adresse, w�re es f�r die in ihren Rechten verletzten Urheberrechtsinhaber nicht m�glich, die Verletzer zu identifizieren und gegen diese Schadenersatz- und Unterlassungsanspr�che geltend zu machen. Ein milderes, aber gleich geeignetes Mittel sei nicht ersichtlich. Demgegen�ber erscheine der Eingriff in die Pers�nlichkeitsrechte der betroffenen Personen nicht ausgesprochen schwerwiegend. Sollten sich die Beweise nicht erh�rten, w�rde ein Strafverfahren eingestellt und Zivilanspr�che w�rden abgewiesen. Dabei sei zu beachten, dass es in der Regel der IP-Adressinhaber sei, der zumindest vermutungsweise gegen das Urheberrecht verstossen habe.
6.3 6.3.1 Gem�ss Art. 13 Abs. 2 BV hat jede Person Anspruch auf Schutz vor Missbrauch ihrer pers�nlichen Daten. Dieser Anspruch bildet Teil der verfassungsm�ssigen Garantie der Privatsph�re und Kernbestandteil des Datenschutzgesetzes (Art. 1 DSG). BGE 136 II 508 S. 523
Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin stellt eine Pers�nlichkeitsverletzung dar. Es verst�sst gegen die Grunds�tze der Zweckbindung und der Erkennbarkeit, mithin gegen Grunds�tze, die f�r den Datenschutz von grosser Wichtigkeit sind (Art. 4 Abs. 3 und 4 DSG). Im Folgenden ist zu pr�fen, ob die Pers�nlichkeitsverletzung gerechtfertigt werden kann. Dabei kommt von vornherein nur ein �berwiegendes privates oder �ffentliches Interesse in Betracht; eine Einwilligung der Verletzten oder die Rechtfertigung durch Gesetz ist offensichtlich zu verneinen (Art. 13 Abs. 1 DSG). Wie bereits erw�hnt, d�rfen zudem Rechtfertigungsgr�nde beim Verstoss gegen die Grunds�tze von Art. 4 DSG nur mit grosser Zur�ckhaltung bejaht werden (E. 5.2.4 hiervor).
6.3.2 Das Datenschutzgesetz bezweckt den Schutz der Pers�nlichkeit und der Grundrechte von Personen, �ber die Daten bearbeitet werden (Art. 1 DSG). Das Gesetz erg�nzt und konkretisiert damit den bereits durch das Zivilgesetzbuch gew�hrleisteten Schutz (BGE 127 III 481 E. 3 a/bb S. 492 f. mit Hinweis). Art. 13 Abs. 1 DSG �bernimmt in diesem Sinne den in Art. 28 Abs. 2 ZGB verankerten Grundsatz, wonach eine Pers�nlichkeitsverletzung widerrechtlich ist, wenn sie nicht durch Einwilligung des Verletzten, durch ein �berwiegendes privates oder �ffentliches Interesse oder durch Gesetz gerechtfertigt ist (BBl 1988 II 459 Ziff. 221.3). Trotz der identischen Formulierung der beiden Bestimmungen besteht in Bezug auf das Verfahren ein Unterschied. W�hrend sich im Zivilprozess grunds�tzlich zwei Parteien gegen�berstehen (der mutmasslich in seiner Pers�nlichkeit Verletzte und der mutmassliche Verletzer), geht es vorliegend darum zu pr�fen, ob die Empfehlung des ED�B, wonach die Beschwerdegegnerin ihre Datenbearbeitung unverz�glich einstellen solle, begr�ndet ist (Art. 29 Abs. 3 DSG). Der ED�B handelt dabei in einem Rahmen, welcher �ber das reine Zweiparteienverh�ltnis hinausgeht. Seine Empfehlung an die Adresse der Beschwerdegegnerin st�tzt sich auf Art. 29 Abs. 1 lit. a DSG. Danach kl�rt der Beauftragte den Sachverhalt n�her ab, wenn Bearbeitungsmethoden geeignet sind, die Pers�nlichkeit einer gr�sseren Anzahl von Personen zu verletzen (Systemfehler). Seine Intervention bezweckt somit die Verteidigung einer Vielzahl von Personen und liegt damit letztlich im �ffentlichen Interesse. Diese Bedeutung der Empfehlung des ED�B ist bei der Interessenabw�gung nach Art. 13 Abs. 1 DSG zu ber�cksichtigen. Im �brigen zeitigt eine derartige (gegebenenfalls richterlich best�tigte) Empfehlung eine indirekte Wirkung f�r all BGE 136 II 508 S. 524jene Personen, die nach einer �hnlichen Methode vorgehen wie die Beschwerdef�hrerin, was zus�tzlich Licht auf die Tragweite des vorliegenden Falls wirft (vgl. HUBER, Basler Kommentar, a.a.O., N. 37 zu Art. 29 DSG).
6.3.3 Wie die Vorinstanz dargelegt hat, kommen als �berwiegende Bearbeitungsinteressen in erster Linie die Interessen der bearbeitenden Person, aber auch solche von Dritten in Frage.
Die Beschwerdegegnerin selbst verfolgt ein wirtschaftliches Interesse. Sie strebt eine Verg�tung f�r ihre T�tigkeit an. Diese T�tigkeit besteht darin, mit Hilfe einer eigens daf�r entwickelten Software in P2P-Netzwerken nach urheberrechtlich gesch�tzten Werken zu suchen und von deren Anbietern Daten zu speichern. Eine solche Methode f�hrt allgemein - �ber den konkreten Fall hinaus - wegen fehlender gesetzlicher Reglementierung in diesem Bereich zu einer Unsicherheit in Bezug auf die im Internet angewendeten Methoden wie auch in Bezug auf Art und Umfang der gesammelten Daten und deren Bearbeitung. Insbesondere sind die Speicherung und die m�gliche Verwendung der Daten ausserhalb eines ordentlichen Gerichtsverfahrens nicht klar bestimmt.
An dieser Einsch�tzung �ndert auch das Interesse der Auftraggeber der Beschwerdegegnerin, welches in der Verwertung der Urheberrechte liegt, nichts (vgl. dazu REHBINDER/VIGAN�, URG, 3. Aufl. 2008, N. 3 f. zu Art. 1 URG). Mithin vermag auch das Interesse an der wirksamen Bek�mpfung von Urheberrechtsverletzungen die Tragweite der Pers�nlichkeitsverletzung und der mit der umstrittenen Vorgehensweise einhergehenden Unsicherheiten �ber die Datenbearbeitung im Internet nicht aufzuwiegen. Ein �berwiegendes privates oder �ffentliches Interesse ist umso mehr zu verneinen, als dieses nur zur�ckhaltend bejaht werden darf.
Die R�ge des Beschwerdef�hrers erweist sich somit als begr�ndet, was zur Gutheissung der Beschwerde f�hrt. Unter diesen Umst�nden kann offengelassen werden, ob und inwiefern das Bundesgesetz �ber die verdeckte Ermittlung anwendbar ist, und insbesondere, ob die Strafverfolgungsbeh�rden die von der Beschwerdef�hrerin erlangten Daten verwenden d�rften (vgl. dazu BGE 134 IV 266 und Urteil 6B_211/2009 vom 22. Juni 2009). Offengelassen werden kann zudem, ob auch das Verh�ltnism�ssigkeitsprinzip f�r die Unterlassung der Datenbearbeitung spricht, zumal sich die Eruierung des Urheberrechtsverletzers in vielen F�llen als schwierig oder unm�glich BGE 136 II 508 S. 525erweisen w�rde, etwa wenn ein Drahtlosnetzwerk verwendet wird oder ein Computer mehreren Personen zur Verf�gung steht.
6.4 Anzumerken ist, dass Gegenstand des vorliegenden Falls einzig die Datenbearbeitung durch die Beschwerdegegnerin ist und es nicht darum geht, dem Datenschutz generell den Vorrang gegen�ber dem Schutz des Urheberrechts einzur�umen. Es ist Sache des Gesetzgebers und nicht des Richters, die allenfalls notwendigen Massnahmen zu treffen, um einen den neuen Technologien entsprechenden Urheberrechtsschutz zu gew�hrleisten.
126 I 50,
135 III 127,
134 III 332 suite... ,
127 III 481,
134 IV 266
art. 4 al. 3 et 4 LPD,
art. 12 al. 2 let. a et art. 13 LPD,
Art. 3 DSG,
Art. 13 DSG suite... ,
art. 29 LPD,
art. 3 let. a LPD,
Art. 12 DSG,
Art. 13 Abs. 1 DSG,
Art. 82 ss LTF,
Art. 43 FMG,
Art. 29 Abs. 3 DSG,
Art. 29 Abs. 1 lit. a DSG,
Art. 42 Abs. 2 BGG,
Art. 4 Abs. 1 DSG,
Art. 8 DSG,
Art. 1 DSG,
Art. 86 Abs. 1 lit. a und BGE 136 II 508 S. 511,
Art. 90 BGG,
Art. 89 Abs. 2 lit. d BGG,
Art. 34 Abs. 2 lit. b DSG,
Art. 105 Abs. 1 BGG,
Art. 95 BGG,
Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 2 BGG,
Art. 105 Abs. 2 BGG,
Art. 3 lit. e DSG,
Art. 12 Abs. 2 lit. b und c DSG,
Art. 12 Abs. 2 DSG,
Art. 4 des Bundesgesetzes vom 20. Juni 2003 �ber die verdeckte Ermittlung [BVE; SR 312],
Art. 13 Abs. 2 BV,
Art. 28 Abs. 2 ZGB,
Art. 1 URG