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Timestamp: 2017-06-24 05:24:41
Document Index: 265551210

Matched Legal Cases: ['Art 12', '§ 60', 'Art 3', '§ 7', '§ 172', 'EuG', 'EuG', '§ 103', '§ 2', '§ 7', '§ 102', '§ 7', '§ 21', '§ 7', '§ 53', '§ 15', '§ 53', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15', '§ 15']

Tacheles Rechtsprechungsticker KW 34/2014 | Rechtsanwalt König in Göttingen für Strafrecht Arbeitsrecht Sozialrecht Ausländerrecht
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1.1 BSG, Urteil vom 04.06.2014 – B 14 AS 38/13 R
Grundsicherung für Arbeitsuchende – Auskunftspflicht Dritter – Auskunftsverlangen des Grundsicherungsträgers gegenüber dem ehemaligen Arbeitgeber des Leistungsberechtigten – kein Kostenerstattungsanspruch des Arbeitgebers
Verfassungsrecht steht dem nicht entgegen. Der Ausschluss einer Kostenerstattung für Arbeitgeberauskünfte ist sowohl mit Art 12 Abs. 1 GG als auch – im Vergleich mit Auskunftsverpflichteten, denen ein Anspruch eingeräumt ist (§ 60 Abs. 2 und 4 SGB II) – mit Art 3 Abs. 1 GG vereinbar.
2.1 Bayerisches Landessozialgericht, Beschluss vom 14.07.2014 – L 7 AS 517/14 B ER
2.2 Bayerisches Landessozialgericht, Beschluss vom 30.07.2014 – L 11 AS 491/14 B ER
2.3 Bayerisches Landessozialgericht, Urteil vom 18.06.2014 – L 16 AS 297/13
Anmerkung: Anderer Auffassung Vgl. SG Dortmund, Beschluss vom 13.06.2014 – S 32 AS 1173/14 ER und Hessisches LSG, Beschluss vom 03.12.2013 – L 9 AS 614/13 B ER – Auch nach der seit dem 01.04.2011 geltenden aktuellen Rechtslage kann eine Sanktion nicht isolierter Streitgegenstand sein; gleicher Auffassung Bay. LSG, Urteil vom 30.01.2014 – L 7 AS 85/13 – (Revision zugelassen).
2.4 Bayerisches Landessozialgericht, Urteil vom 16.07.2014 – L 16 AS 518/13
Vorhersehbare aufeinanderfolgende stationäre Aufenthalte sind zusammenzurechnen und führen zum Leistungsausschluss nach § 7 Abs. 4 SGB II – Krankenhausbehandlung und medizinische Reha-Maßnahme – Prognose
Anmerkung: Anderer Auffassung LSG NRW, Urt. v. 03.12.2007 – L 20 AS 2/07 – eine Zusammenrechnung zweier aufeinander folgender stationärer Aufenthalte ist nur dann möglich, wenn beide Behandlungen aufeinander abgestimmt sind beziehungsweise ein und demselben Krankheitsereignis zuzurechnen sind.
2.5 Landessozialgericht Sachsen-Anhalt, Beschluss vom 25.07.2014 – L 4 AS 233/14 B ER- rechtskräftig
2.6 Landessozialgericht Baden-Württemberg, Beschluss vom 23.01.2014 – L 9 AS 5473/13 B
Beschwerden gegen die Aufhebung von PKH werden – auch nach der Neuregelung zum 25.10.2013 – vom Wortlaut des § 172 Abs. 3 Nr. 2 SGG nicht erfasst.
2.7 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 12.08.2014 – L 2 AS 2095/13 B – rechtskräftig
Anmerkung: ebenso SG Cottbus, Urteil vom 15.05.2014 – S 14 AS 4304/13
2.8 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 08.08.2014 – L 6 AS 726/14 B – rechtskräftig
Gewährung von Prozesskostenhilfe für ein Verfahren, in welchem die Kläger – die alleinerziehende Klägerin und ihre 3 minderjährigen Kinder – die Verfassungswidrigkeit der Regelsatzhöhe nach dem SGB II für mehrköpfige Bedarfsgemeinschaften mit Kindern rügen.
Die seit 2011 geltenden gesetzlichen Regelungen über die Regelbedarfe und damit die Problematik der Verfassungsmäßigkeit des den Bedarfsgemeinschaften – gerade mit minderjährigen Kindern – zur Verfügung stehenden Existenzminimums werden beim BVerfG im Verfassungsbeschwerdeverfahren 1 BvR 1691/13 gegen das Urteil des BSG vom 28.03.2013 – B 4 AS 12/12 R überprüft. Den dortigen Klägern hat das BVerfG durch Beschluss vom 10.09.2013 für das Verfahren der Verfassungsbeschwerde PKH bewilligt. Letztlich kann für diese Konstellation der mehrköpfigen Bedarfsgemeinschaft die (erneute) Entscheidung des BVerfG Klarheit hinsichtlich der Verfassungsmäßigkeit der Regelungen der Regelbedarfe herstellen. Das BVerfG wird dort zu entscheiden haben, ob der Gesetzgeber auch bei den mehrköpfigen Bedarfsgemeinschaften die gesetzlichen Regelungen des SGB II mit der Verfassung vereinbar ausgestaltet hat.
2.9 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 09.07.2014 – L 7 AS 476/14 B ER – rechtskräftig
2.10 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 11.07.2014 – L 7 AS 1035/14 B ER – rechtskräftig
Gegen eine Bewilligung von Leistungen im Rahmen der Folgenabwägung spricht im Übrigen auch nicht der Schlussantrag des Generalanwaltes Wathelet vom 20.05.2014 im Vorlageverfahren des SG Leipzig (EuGH – C-333/13 – Rs. Dano). Die Rechtsauffassung des Generalanwalts bindet den EuGH nicht.
2.11 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 06.08.2014 – L 19 AS 984/14 B ER – und – L 19 AS 985/14 B – rechtskräftig
Polnische Staatsangehörige hat Anspruch auf ALG II – auch im Eilverfahren gilt für das Gericht die Pflicht zur Amtsermittlung (§ 103 SGG; hierzu nur LSG Schleswig-Holstein Beschluss vom 18.11.2011 – L 5 KR 202/11 B)- Zuwendungen der Tante – Leistungen zur Substituierung vorenthaltener SGB II-Leistungen, die nicht bedarfsmindernd angerechnet werden dürfen.
Wenn unterstellt wird, dass allein ein Aufenthaltsrecht zur Arbeitsuche i.S.v. § 2 Abs. 2 Nr. 1 FreizügG/EU gegeben ist, ist im Hinblick auf die nicht geklärte Vereinbarkeit der Vorschrift des § 7 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 SGB II mit dem europäischen Gemeinschaftsrecht fraglich, ob der Leistungsausschluss eingreift. Zwar ist auch im Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes grundsätzlich aufgrund einer abschließenden Prüfung der Sach- und Rechtslage zu entscheiden. Ist dies jedoch nicht möglich, muss nach allgemeiner Auffassung, einhelliger Rechtsprechung der für das Leistungsrecht des SGB II zuständigen Senate des LSG Nordrhein-Westfalen (hierzu nur Beschlüsse des Senats vom 10.03.2014 – L 19 AS 2336/13 B ER, vom 18.02.2014 – L 19 AS 139/14 B ER und vom 29.06.2012 – L 19 AS 973/12 B ER; LSG Nordrhein-Westfalen Beschluss vom 17.04.2014 – L 6 AS 239/14 B ER) und der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (z.B. BVerfG Beschlüsse vom 12.05.2005 – B 1 BvR 569/05 und 06.02.2013 – 1 BvR 2366/12) im Wege der Folgenabwägung entschieden werden, in die insbesondere die grundrechtlich relevanten Belange des Antragstellers einzustellen sind.
Ergänzend wurde bei der Abwägung berücksichtigt, dass das Jobcenter seine finanziellen Belange durch die Anmeldung eines Erstattungsanspruchs nach § 102 ff SGB X beim örtlichen Sozialhilfeträger wahren kann. Denn bei einem Eingreifen des Leistungsausschlusses des § 7 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 SGB II käme ein Anspruch auf Leistungen nach dem Dritten Kapitel des SGB XII in Betracht. § 21 S. 1 SGB XII greift bei Hilfebedürftigen, die von Leistungen nach dem SGB II ausgeschlossen sind, nicht ein (Beschlüsse des Senats vom 29.06.2012 – L 19 AS 973/12 B ER m.w.N. und 02.10.2012 – L 19 AS 1393/12 B ER m.w.N.; LSG Hamburg Beschluss vom 14.01.2013 – L 4 AS 332/12 B ER; zum Leistungsausschluss beim Bezug einer Rente wegen Alters gem. § 7 Abs. 4 SGB II siehe auch BSG Urteil vom 16.05.2011 – B 4 AS 105/11 R; kritisch LSG Nordrhein-Westfalen Beschluss vom 15.05.2013 – L 9 AS 466/13 B ER).
Anmerkung: gleicher Auffassung für bulgarischen Staatsangehörigen – LSG NRW, Beschluss vom 28.07.2014 – L 19 AS 948/14 B ER –
3.1 SG Hamburg, Beschluss vom 11.08.2014 – S 35 AS 2710/14 ER
erfolgt auf der Grundlage der Regelungen gemäß §§ 53 ff. SGB X, weil es sich bei der Eingliederungsvereinbarung gemäß § 15 SGB ll um einen subordinationsrechtlichen öffentlich-rechtlichen Vertrag gemäß § 53 Abs. 1 Satz 2 SGB X handelt ( vgl. BSG, Urteil vom 06.12.2012 – B 11 AL 15/11 R).
Ist die Eingliederungsvereinbarung noch gültig, so kann sie nicht einseitig durch Verwaltungsakt ersetzt werden. Dies wird bereits durch den Wortlaut des § 15 Abs. 1 Satz 6 SGB II ausgeschlossen ( ganz herrschende Meinung, vgl. LSG Sachsen-Anhalt, Beschluss vom 21.03.2012, – L 5 AS 509/11 B ER; LSG BB, Beschl. v. vom 12. Januar 2012 – L 5 AS 2097/11 B ER; LSG Baden- Württemberg, Beschl. v. 02.08.2011 – L 7 AS 2367/11 ER-B; Bay.LSG, Beschl. v. 25. Mai 2010 – L 11 AS 294/10 B ER; Müller in: Hauck/Noftz, SGB II, K § 15 Rn. 17; Sonnhoff in: jurisPK-SGB II, 3. Aufl. 2012, § 15 Rn. 129; Berlit in:Münder, SGB II, 5. Aufl. 2013, § 15 Rn. 42).
Anmerkung: gleicher Auffassung SG München, Beschluss vom 19.05.2014 – S 54 AS 1155/14 ER ( unveröffentlicht); SG Mannheim, Beschl. v. 27. Juni 2013 – S 6 AS 1847/13 ER ( unveröffentlicht); SG Dortmund, Verfahren ( Hinweis d. Gerichts) v. 15.05.2012 – S 62 AS 645/ 11 – und – S 62 AS 1261/11 ( unveröffentlicht): Bereits der Wortlaut des § 15 Abs. 1 Satz 6 SGB II schließt es aus, dass der Grundsicherungsträger nach dem SGB II eine bereits abgeschlossene und weiterhin geltende Eingliederungsvereinbarung durch einen Verwaltungsakt nach § 15 Abs. 1 Satz 6 SGB II einseitig ersetzen darf.
3.2 SG Oldenburg, Beschluss vom 01.07.2014 – S 45 AS 202/14 ER
Ersetzung der Eingliederungsvereinbarung durch Verwaltungsakt – Der vereinbarungsersetzende Verwaltungsakt hat grundsätzlich den gleichen Inhalt aufzuweisen, wie die – nicht zustande gekommene – Eingliederungsvereinabrung.
Der Erlass eines eine Eingliederungsvereinbarung ersetzenden Verwaltungsaktes mit einem von der verhandelten Eingliederungsvereinbarung abweichenden Inhalt ist rechtswidrig, denn der Sinn des Eingliederungsbescheides nach § 15 Abs. 1 S. 6 SGB II ist es gerade, der Verwaltung ein Instrument an die Hand zu geben, mittels dessen sie für erforderlich gehaltene Maßnahmen zur Eingliederung von Leistungsempfängern gegebenfalls bei Scheitern von Eingliederungsbemühungen auch ohne deren Zustimmung festlegen kann ( vgl. LSG NSB, Beschl. v. 01.08.2013 – L 13 AS 192/13 B ER, n. v. ).
3.3 SG Gelsenkirchen, Beschluss vom 18.06.2013 – S 43 AS 1316/13 ER
4.1 Sächsisches Landessozialgericht, Urteil vom 19.06.2014 – L 3 AL 17/14
Der Pkw des Antragstellers ist inzwischen über 16 ½ Jahre alt und weist einen Kilometerstand von über 200.000 km auf. Förderleistungen in ein „Fass ohne Boden“ müssen nicht und dürfen nicht erbracht werden.
Anmerkung: Vgl. dazu Sächsisches LSG, Beschluss vom 27.01.2014 – L 7 AS 1807/13 B ER – Zur vorläufigen Bewilligung von Leistungen für den Erwerb eines gebrauchten Kraftfahrzeuges (Kfz) aus dem Vermittlungsbudget.
5.1 SG Hannover, Beschluss vom 31.07.2014 – S 4 SO 255/14 ER
5.2 SG Karlsruhe , Urteil vom 24.07.2014 – S 4 SO 1672/13