Source: https://veganekinderwollenessen.de/aktions-tagebuch/8-gruende-warum-es-illegal-ist-veganen-kindern-das-schulessen-zu-verweigern/?replytocom=520
Timestamp: 2020-06-01 23:02:36
Document Index: 291195100

Matched Legal Cases: ['Art. 4', '§24', 'Art. 4', 'Art. 1', 'Art. 4', '§ 24']

8 Gründe, warum es illegal ist, veganen Kindern das Schulessen zu verweigern | Vegane Kinder wollen essen
Aktions-Tagebuch
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[Kategorien] Aktions-Tagebuch
8 Gründe, warum es ille­gal ist, vega­nen Kin­dern das Schu­les­sen zu ver­wei­gern
Daniel Boehme
Heute habe ich meine Argu­mente für vega­nes Schu­les­sen an das Schul­amt geschickt.
Man räumte mir eine Anhö­rung ein, bevor beschie­den wird, ob meine Toch­ter in der Schule vega­nes Essen bekommt. So bekam ich die Gele­gen­heit, einige wirk­lich krasse Punkte in den Raum zu stel­len, zu denen sich das Schul­amt erst mal äußern können muss… Es wird ihnen nicht gelin­gen! :P
Tro­ckene Kar­tof­feln als Schu­les­sen??
(Bild: Mar­kus­Ha­gen­lo­cher, CC-BY-SA-3.0)
(Ihr erin­nert Euch bestimmt: Meine Toch­ter bekommt kein vega­nes Essen in der Schule, so wie viele andere auch. Ich habe offi­zi­ell vega­nes Essen bean­tragt und um einen wider­spruch­fä­hi­gen Bescheid gebe­ten. Sollte dieser nega­tiv aus­fal­len, werde ich wider­spre­chen und klagen…)
Ihr seid alle auf­ge­ru­fen, diese Argu­mente - in Teilen oder im Ganzen - an Eurer eige­nes Schul­amt zu schi­cken! Und bitte auch an Freunde und Bekannte und Soziale Netz­werke wei­ter­lei­ten! Danke!! :)
-- Zitat --
1. Gewis­sens­ent­schei­dung nach Art. 4 GG
Meine Toch­ter ernährt sich frei­wil­lig aus ethi­schen Grün­den vegan. Es han­delt sich um eine Gewis­sens­ent­schei­dung, die laut Grund­ge­setz der BRD geschützt ist. Das heißt, nie­mand darf einen Men­schen - auch kein Kind - dazu zwin­gen, gegen sein Gewis­sen zu han­deln. Nicht die Lehrer, nicht das Schul­amt, kein ein­ge­tra­ge­ner Verein, kein Senat, und auch die Eltern nicht. Wenn ein Kind auf­grund ethi­scher Beden­ken, also einer Gewis­sens­ent­schei­dung, keine Nah­rung kon­su­mie­ren möchte, für die Tiere leiden und ster­ben müssen, ist diese Hal­tung grund­sätz­lich zu respek­tie­ren.
2. Die Emp­feh­lung der DGE
Der Schul­trä­ger folgt mit der Ent­schei­dung, vega­nes Essen an Schu­len zu ver­bie­ten, einer Emp­feh­lung der DGE, die vegane Ernäh­rung von Kin­dern aus rein phy­si­scher Sicht für nicht geeig­net hält. Der Schul­trä­ger geht also offen­bar davon aus, dass vegane Kinder auf die von der DGE emp­foh­le­nen Spei­sen aus­wei­chen, wenn sie kein vega­nes Essen erhal­ten. Diese Stra­te­gie mag bei Kin­dern funk­tio­nie­ren, die aus geschmack­li­chen Grün­den oder reiner Gewohn­heit unge­sunde, z.B. fette oder süße Spei­sen bevor­zu­gen, und zu gesün­de­rem Ess­ver­hal­ten erzo­gen werden sollen. Für vegane Kinder, die aus Gewis­sens­grün­den tie­ri­sche Pro­dukte ableh­nen, gilt das nach­weis­lich NICHT.
Eine Befra­gung unter den Eltern unse­res Eltern­netz­wer­kes ‚Vegane Kinder wollen essen’ hat erge­ben, dass die über­wie­gende Mehr­heit der vega­nen Kinder der Emp­feh­lung der DGE eben NICHT folgt. Einem Teil der Kinder ist es außer­dem nicht gestat­tet, eige­nes Essen mit in den Spei­se­raum zu brin­gen. Dadurch sind diese Kinder gezwun­gen, sich aus dem Essen­an­ge­bot vegane Bestand­teile ‚her­aus­zu­pi­cken’. Oft han­delt es sich dabei um einen ein­zi­gen Apfel, tro­ckene Kar­tof­feln oder Reis. Auch meine Toch­ter gehörte zeit­weise zu diesen Kin­dern. Ob sie ihre mit­ge­brachte Nah­rung zu sich nehmen kann, hängt direkt vom Wohl­wol­len der Erzie­he­rin ab!
Die Ein­schät­zung der DGE, sollte diese hier allein als Ent­schei­dungs­hilfe her­an­ge­zo­gen werden, muss also die Lebens­rea­li­tät der vega­nen Kinder berück­sich­ti­gen, und bewer­ten, was diese Kinder tat­säch­lich essen. Es genügt hier ein­deu­tig nicht, den Nähr­ge­halt der Spei­sen zu beur­tei­len, die diese Kinder gar nicht essen.
Darum möchte ich Sie bitten, die DGE dazu zu befra­gen, wie sich das ‚Weg­las­sen’, also das Redu­zie­ren der Spei­sen auf vegane Bestand­teile, auf die Gesund­heit der Kinder aus­wirkt - vor allem im Ver­gleich mit gut geplan­ter vega­ner Kost, inkl. Sup­ple­men­tie­rung pro­ble­ma­ti­scher Nähr­stoffe.
Ich werde par­al­lel eine gleich­lau­tende Anfrage an die DGE stel­len und deren Ant­wort, bzw. über das etwaige Aus­blei­ben eben­die­ser öffent­lich berich­ten.
3. Päd­ago­gi­sche Aspekte
Die Aus­gren­zung vega­ner Kinder vom gemein­sa­men Mit­tag­essen ver­ur­sacht Schä­den an den Kin­dern im psycho-sozialen und see­li­schen Bereich. Sowohl an den Aus­ge­grenz­ten, als auch an der gesam­ten Gruppe. (Stich­worte Inklu­sion, Umgang mit Anders­den­ken­den, etc…!)
Die vega­nen Kinder stehen vor der Wahl, ent­we­der ein auf vegane Bestand­teile redu­zier­tes Mahl zu sich zu nehmen (tro­ckene Kar­tof­feln, Obst, Salat) oder ihr Gewis­sen zu unter­drü­cken. Letz­te­res führt häufig im Nach­hin­ein zu extre­men Gewis­sens­kon­flik­ten. Vegane Kinder in diese Situa­tion zu brin­gen, ent­spricht daher nicht dem Kin­des­wohl und ist nicht durch eine ein­sei­tige ‚Emp­feh­lung’ der DGE (eines ein­ge­tra­ge­nen Ver­eins, keiner Behörde!) zu recht­fer­ti­gen.
Die ande­ren Kinder der Gruppe lernen, dass Anders­den­kende ent­we­der anzu­pas­sen oder eben aus­zu­gren­zen sind, soll­ten sie sich nicht fügen. Es findet quasi eine Bestra­fung von mit­füh­len­den Kin­dern statt. Das kann nicht im Sinne einer demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung sein.
Die fak­tisch auf­tre­ten­den psycho-sozialen, emo­tio­na­len und see­li­schen Ver­let­zun­gen, die durch die gän­gige Praxis künst­lich ver­ur­sacht werden, sind unbe­dingt abzu­wä­gen mit der Emp­feh­lung der DGE, die sich aus­schließ­lich auf phy­sio­lo­gi­sche Fak­to­ren bezieht. Die rein kör­per­li­chen Schä­den durch vegane Ernäh­rung von Kin­dern sind selbst laut DGE kon­junk­tiv, und bezie­hen sich meist auf sehr spe­zi­elle Formen vega­ner Ernäh­rung, z.B. Roh­kost oder Makro­bio­tik. Die DGE darf also für diese Ent­schei­dung kei­nes­falls allein her­an­ge­zo­gen werden. Alle Fak­to­ren sind zu berück­sich­ti­gen und Exper­ten dazu zu befra­gen!
4. Der Qua­li­täts­stan­dard der DGE
Doch auch in der ‚Emp­feh­lung’ der DGE, näm­lich dem ‚DGE-Qualitätsstandard für die Schul­ver­pfle­gung’, finden sich inter­es­sante, für unser Thema rele­vante Punkte wieder. Zumin­dest am Rande geht auch die DGE auf päd­ago­gi­sche Aspekte der Nah­rungs­auf­nahme ein und sei hier zitiert:
‚Die Schule als Ort des Leh­rens, Ler­nens und Lebens ver­sam­melt Men­schen unter­schied­lichs­ter Her­kunft, per­sön­li­cher, fami­lia­ler und kul­tu­rel­ler Erfah­run­gen und Prä­gung. Der Umgang mit­ein­an­der und die Qua­li­tät sowie Inten­si­tät der Bezie­hun­gen üben einen ent­schei­den­den Ein­fluss auf das Lern­klima aus.’
‚Für jeden Schü­ler ist eine Ernährungs- und Ver­brau­cher­bil­dung fächer­über­grei­fend zu gewähr­leis­ten. Hier­für sind Stan­dards zu ent­wi­ckeln.’
‚Essen ist immer Teil der Iden­ti­tät und ver­mit­telt Gebor­gen­heit und Sicher­heit. Die Prä­fe­ren­zen beim Essen sind zwar stark kul­tu­rell geformt, aber sie sind über Gewohn­hei­ten auch wan­del­bar. Schul­ver­pfle­gung muss dieses beach­ten. Zur Berück­sich­ti­gung der sozia­len und psy­chi­schen Bedeu­tung des Essens soll­ten die Vor­lie­ben und Abnei­gun­gen der Schü­ler beach­tet werden.’
(Her­vor­he­bung durch mich)
Bitte teilen Sie mir mit, wann und in wel­cher Form der Schul­trä­ger gedenkt, diese Anfor­de­run­gen des ‚DGE-Qualitätsstandard für die Schul­ver­pfle­gung’ in der Praxis umzu­set­zen. Die Vor­ga­ben sind in ihrer Gesamt­heit zu beach­ten, wenn sich der Schul­trä­ger schon exklu­siv darauf bezieht, oder eben gar nicht.
5. Ethi­sche und reli­giöse Aspekte
Laut der Mus­ter­aus­schrei­bung müssen die Cate­rer ‚ethi­sche und reli­giöse Aspekte ange­mes­sen berück­sich­ti­gen’. Die Lie­fe­rung ovo-lacto-vegetarischen Essens ist bereits von der DGE vor­ge­schrie­ben (DGE-Qualitätsstandard für die Schul­ver­pfle­gung, Seite 17). Klären Sie mich bitte dar­über auf, welche ethi­schen Aspekte dar­über hinaus in der Praxis Anwen­dung finden. Bitte teilen Sie mir in Ihrem Bescheid mit, warum die Lie­fe­rung vega­nen Essens nicht ange­mes­sen ist. Nehmen Sie dabei Bezug auf die o.g. psycho-sozialen Schä­den an den Kin­dern und stel­len Sie diese dem Mehr­auf­wand der Cate­rer gegen­über.
(Zur Info: Ich habe den tat­säch­li­chen Mehr­auf­wand von einem Cate­rer berech­nen lassen, der vega­nes Schu­les­sen in Berlin lie­fert! Da ich mich aber bereit erklärt habe, diese Mehr­kos­ten selber zu tragen, können diese in diesem Zusam­men­hang aber offen­sicht­lich sowieso nicht als Hin­de­rungs­grund her­hal­ten.)
6. Warum Eier und Milch nicht ‚vege­ta­risch’ sind
Aus ethi­scher Sicht ist ovo-lacto-vegetarisches Essen nicht besser als Fleisch, denn auch für Milch und Eier ster­ben Kälber und Küken. Das Töten z.B. männ­li­cher Küken im Rahmen der Eier­pro­duk­tion geschieht aus rein wirt­schaft­li­chen Moti­ven. Ob das über­haupt mit dem Tier­schutz­ge­setz ver­ein­bar ist, beschäf­tigt zur Zeit die Gerichte, denn das Bun­des­land NRW hatte per Erlass diese Praxis unter­sagt.
Für ovo-lacto-vegetarisches Essen ster­ben also genauso Tiere, wie für Fleisch. Die Tren­nung von ovo-lacto-vegetarisch und vegan ergibt aus ethi­scher Sicht also keinen Sinn, son­dern nur aus rein phy­sio­lo­gi­scher. Die Lie­fe­rung ovo-lacto-vegetarischen Essens kann daher nicht als Berück­sich­ti­gung ethi­scher Aspekte gelten.
Übri­gens: der Begriff ‚vege­ta­risch’ ist per Defi­ni­tion gleich­be­deu­tend mit ‚vegan’. Falls ich noch­mals in einem offi­zi­el­len Schrei­ben die Lie­fe­rung ‚vege­ta­ri­schen’ Essens bestä­tigt erhalte, werde ich darauf bestehen, dass dies auch tat­säch­lich geschieht.
7. Grund­satz der Gleich­be­hand­lung
Vega­nen Kin­dern muss ermög­licht werden, am gemein­sa­men Mit­tag­essen teil­zu­neh­men, so wie Kin­dern mit Nah­rung­mit­te­lun­ver­träg­lich­kei­ten auch. Für beide gibt es nicht die Mög­lich­keit, ohne gesund­heit­li­che Schä­den (phy­si­scher, psycho-sozialer oder see­li­scher Art), das Standard-Essen zu kon­su­mie­ren. Beide sind in dieser Sache in ihrer Ent­schei­dung nicht frei. (So wie Men­schen z.B. auch nicht frei sind in der Ent­schei­dung, andere Men­schen zu töten, wes­halb das Recht auf Ver­wei­ge­rung des Kriegs­diens­tes mit der Waffe im Grund­ge­setz ver­an­kert ist.)
Da die Cate­rer ver­pflich­tet sind, ent­spre­chende Diät-Menüs her­zu­stel­len - logis­tisch also offen­bar dazu in der Lage sein müssen - gilt hier das All­ge­meine Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG).
Da vegane Kinder allein auf Grund ihres Gewis­sens, also ihrer Welt­an­schau­ung, vom gemein­sa­men Mit­tag­essen aus­ge­schlos­sen werden, han­delt es sich hier­bei um einen Ver­stoß gegen das AGG. Aus diesem Grunde werde ich im Falle eines nega­ti­ven Bescheids die Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­stelle des Bundes hin­zu­zie­hen.
8. Unter­su­chungs­grund­satz
Schon §24 VwVfG schreibt vor:
(2) Die Behörde hat alle für den Ein­zel­fall bedeut­sa­men, auch die für die Betei­lig­ten güns­ti­gen Umstände zu berück­sich­ti­gen.
Die ist bisher nicht gesche­hen. Eine Ent­schei­dung zum Thema vega­nes Schu­les­sen zu tref­fen, ohne die oben genann­ten Punkte auch nur im Ansatz zu berück­sich­ti­gen, bzw. dies­be­züg­lich - nach­weis­lich (!) - Exper­ten­rat ein­zu­ho­len, stellt ein inak­zep­ta­bles Ver­säum­nis sei­tens der Ent­schei­dungs­trä­ger dar.
-- Zitat-Ende --
Bitte wei­ter­sa­gen! Danke! :)
Bescheid: Kein vega­nes Schu­les­sen!
Anhö­rung - Bereit­stel­lung von vega­nem Mit­tag­essen
24.03.2015	Antworten
‚Die fak­tisch auf­tre­ten­den psycho-sozialen, emo­tio­na­len und see­li­schen Ver­let­zun­gen, die durch die gän­gige Praxis künst­lich ver­ur­sacht werden, sind unbe­dingt abzu­wä­gen mit der Emp­feh­lung der DGE, die sich aus­schließ­lich auf phy­sio­lo­gi­sche Fak­to­ren bezieht.’
karl neumayr
Abso­lut logisch ana­ly­siert und per­fekt umge­setzt!!! - Gra­tu­liere!
Damit ist ein großer und wich­ti­ger Schritt zur Ent­stig­ma­ti­sie­rung erfolgt!!!
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Gaura8
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Alexandra Cäsar
Ich finde sehr gut, was du hier zusam­men­ge­tra­gen hast. Dieses Thema brennt mir auch unter den Nägeln. Ich arbeite an einer Schule mit Mensa. Das Mensa-Team fährt wohl regel­mä­ßig auf Wei­ter­bil­dun­gen. Wie ich nun erfah­ren habe, werden diese orga­ni­siert von der DLR Rheinland-Pfalz, welche ja nun auch die Abtei­lun­gen Agrar­wirt­schaft und Tier­pro­duk­tion inne hat. An dieser Stelle bekom­men die Mensen schein­bar auch ihre „Sterne”. Viel­leicht könnte auch dies ein Ansatz­punkt sein, dass Mensen eben nicht durch Ein­rich­tun­gen bera­ten werden, die natür­lich auch ein gewis­ses Inter­esse ver­fol­gen - näm­lich hier die Tier­pro­duk­tion.
Im Falle unse­rer Schule wurde eben­falls gesagt, dass von „vega­ni­scher (haha) Küche” drin­gend abzu­ra­ten sei, da sie aus ernäh­rungs­wis­sen­schaft­li­cher Sicht umstrit­ten sei …
Euch wün­sche ich viel Erfolg bei euren Aktio­nen. Weiter so. LG Alex
Heinz Grau
25.03.2015	Antworten
‚Das Töten z.B. männ­li­cher Küken im Rahmen der Eier­pro­duk­tion geschieht aus rein wirt­schaft­li­chen Moti­ven.’
http://www.taz.de/!t18673/
Claudia replied:
Das kann man den Kin­dern aber doch nicht ernst­haft zeigen!!
Marco replied:
Inwie­fern??
#wasvekiwo replied:
Es ist schon brutal… Viel­leicht kommt es darauf an, wie alt das Kind ist?
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olaf_laf_laf
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schokowalski
Argu­men­ta­tiv beein­dru­ckend! Bin gespannt auf den Bescheid.
veganimals
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26.03.2015	Antworten
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Tur Tur
Sehr gute Zusam­men­stel­lung. Uns betrifft das­selbe Pro­blem und unsere zusam­men getra­ge­nen Argu­mente waren sehr ähn­lich. Sehr gut dass du das so kon­se­quent durch­ziehst. Viel Erfolg und Kraft dafür.
Viel­leicht kannst du mit 2 zusätz­li­chen Argu­men­ten noch etwas anfan­gen.
1. Prä­ven­ti­ver Gesund­heits­as­pekt.
Es besteht inzwi­schen eine gute wis­sen­schaft­li­che Daten­lage, dass Rotes und pro­zes­sier­tes Fleisch und Milch gesund­heits­be­denk­li­che „Lebens­mit­tel” sind. Beide können bei­spiels­weise das Krebs­ri­siko für Darm­krebs (Fleisch) und für Pro­sta­ta­krebs (Milch) erhö­hen. Diese Fakten gehen inzwi­schen in inter­na­tio­nale Prä­ven­ti­ons­richt­li­nien zu Krebs­er­kran­ku­gen ein (WCRF) ein.
2. Bil­dung zur Nach­hal­tig­keit
Im Schul­ge­setz (vari­iert je nach Land etwas) ist Bil­dung zur Nach­hal­tig­keit ver­an­kert. […]
„…die Aus­wir­kun­gen des eige­nen und gesell­schaft­li­chen Han­delns auf die natür­li­chen Lebens­grund­la­gen zu erken­nen und die Not­wen­dig­keit ein­zu­se­hen, diese Lebens­grund­la­gen für die
fol­gen­den Genera­tio­nen zu erhal­ten, um der gemein­sa­men Ver­ant­wor­tung dafür gerecht wer­denzu können…”
Wer sich mit den öko­lo­gi­schen Aus­wir­kun­gen der „Nutz­tier­hal­tung” beschäf­tigt, muss erken­nen, dass eine Nach­hal­tig­keit und das erhal­ten der Lebens­grund­la­gen für zukünf­tige Genera­tio­nen damit nicht ver­ein­bar sind.
Wird also der Auf­trag zur Nach­hal­tigs­bil­dung kon­se­quent umge­setzt, muss er sich auf den Bereich der Ernäh­rung erstre­cken. Die Frage stellt sich ja dann, wie­viele Kinder einem Ernäh­rungs­stil folgen wollen der sprich­wört­lich ihre eigene Zukunft auf­frißt.
Bei Bedarf kann ich gerne mehr Details und Quel­len bei­steu­ern.
nysse2007
27.03.2015	Antworten
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31.03.2015	Antworten
Super geschrie­ben! alle rele­van­ten Fakten und Tat­sa­chen auf den Punkt gebracht! Wobei die bedenk­li­che Hal­tung vom DGE ja auch nur eine ver­all­ge­mei­nerte Mut­ma­ßung ist, durch DIE vegane Ernäh­rung ent­stehe ein phy­sio­lo­gi­scher Scha­den. Da hast du ja schon drauf hin­ge­wie­sen das man das so nicht für alle und jeden, Vega­ner bzw vega­nes Essen zusam­men­fas­send nega­tiv dar­stel­len oder bewer­ten kann. Der DGE asso­zi­iert vegan mit ein­sei­tig und unge­sund und genau das ist schlicht­weg falsch! und dadurch wirds zum Pro­blem.. Da müssen sich die Herr­schaf­ten INFORMIEREN!! Und zwar nicht bei den LOBBYFREUNDEN die eh nur auf Profit aus sind und selber so manche […]
War­heit ver­tu­schen, zB. wie unge­sund, bzw. wie krank­ma­chend viele tie­ri­sche Pro­dukte tat­säch­lich sind! In diesem Kom­plott mischen halt so einige mit welche dabei ver­die­nen von Anfang bis am Ende, da sind dann die die durch Krank­heit ande­rer ihr Geld machen…- http://www.provegan.info/ - Nein, hier gehts nun mal haupt­säch­lich um WERTE, da müssen sich diese Men­schen auf­grund ihres feh­len­den Empa­thie­ver­ständ­nis­ses aus ande­ren Quel­len was sagen und auf­zei­gen lassen,- eben z.B. durch unab­hän­gi­gen Exper­ten­rat ..also viele liebe Grüße- viel Erfolg u. Grech­tig­keit!!
05.04.2016	Antworten
So einen Schwach­sinn habe ich schon lange nicht mehr gele­sen (tut mir leid, ist aber so).
Du berufst dich auf den Art. 4 I GG, also auf das Grund­recht auf freie Reli­gi­ons­aus­übung und Gewis­sens­frei­heit. Das ist in unse­rem Staat und Gesell­schaft (zum Glück) ein hohes Gut. Jedoch kann jedes Grund­recht (außer Art. 1 GG) ein­ge­schränkt werden. Dabei muss die Ein­schrän­kung jedoch ver­hält­nis­mä­ßig sein. Der Grund für diese Ein­schrän­kung ist hier mit Sicher­heit das phy­si­sche Wohl der Kinder. Denn die Schule als staat­li­che Insti­tu­tion hat natür­lich auch den Auf­trag, ihre Schü­ler phy­sisch gesund zu ernäh­ren (ob das mit Pommes immer so funk­tio­niert, sei dahin­ge­stellt). Wenn nun das DGE und ver­schie­dene unab­hän­gige Exper­ten (deren Gut­ach­ten man dazu gerne ein­ho­len kann) äußern, dass eine vegane Ernäh­rung zu ein­sei­tig ist, haben deren sach­li­chen Argu­mente in ihrer Schlüs­sig­keit natür­lich Gewicht. Eine gesunde Ernäh­rung ist ja vor allem für Kinder von großer Wich­tig­keit. Da es sich hier um Argu­mente han­delt, sollte es auch egal sein, von wem sie kommen. Ob das DGE also ein Verein oder eine Behörde ist, ist für das Gewicht ihrer Argu­mente voll­kom­men irrele­vant. Oder ver­än­dert sich das Argu­ment in seinem Gewicht, wenn es vom Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­rium kommt? […]
Du erwi­derst, dass es hier aber auch um das psy­chi­sche Wohl der Kinder gehe. Das willst du damit bele­gen, indem du ein paar Kinder (mit Sicher­heit auch gar nicht durch elter­li­ches Ver­hal­ten mani­pu­liert) etwas auf Zettel schrei­ben lässt. DAS ist deine Argu­men­ta­ti­ons­grund­lage? Ich würde mich freuen, wenn ein Team aus Wis­sen­schaft­lern eine wis­sen­schaft­li­che Studie zu dem Wunsch vega­nen Essens an Schu­len erhe­ben würde. Dann hätte man wenigs­tens belast­bare Argu­mente.
Du sagst ferner „Kinder, die aus ethi­schen Grün­den keine Tiere essen wollen, können und dürfen NICHT DAZU GEZWUNGEN werden.”. Wir leben in einem freien Land, in dem keiner zu etwas gezwun­gen werden sollte - und das ist auch gut so! Jetzt aber meine Frage: Nehmen die Lehrer die Gabeln der Kinder und ste­cken ihnen das Fleisch in den Mund? Drohen sie den Kin­dern Haus­auf­ga­ben an, wenn sie nicht alles auf­es­sen? Ich ver­stehe nicht, wo du siehst, dass deine Kinder dazu gezwun­gen werden, nicht vega­nes Essen zu kon­su­mie­ren. Aber falls es wider Erwar­ten doch so sein sollte, lasse ich mich natür­lich gerne eines Bes­se­ren beleh­ren ;)
Dass Kinder sich von ande­ren Kin­dern abgren­zen (fernab von Essens­ge­wohn­hei­ten), gehört - wie in vielen ande­ren Lebens­ab­schnit­ten - ein­fach dazu. Hän­seln und belei­di­gen ist immer schlimm für ein Kind. Aber wenn dein Kind wirk­lich die Über­zeu­gung hat, vegan essen zu wollen, und dies auch mit Leib und Seele ver­tritt: Warum erklärt es nicht den ande­ren Kin­dern, warum es vegan isst? Warum muss eine andere Ess­ge­wohn­heit direkt zu einer abso­lu­ten Aus­gren­zung führen? Defi­niert sich dein Kind allein über seine Ess­ge­wohn­hei­ten und gibt es keine ande­ren Gemein­sam­kei­ten? Deine ein­sei­tige und ziem­lich ein­fa­che Argu­men­ta­tion habe ich da wirk­lich nicht plau­si­bel nach­voll­zie­hen können. Zumal Art. 4 I GG die Gewis­sens­frei­heit schützt, aber nicht, dass man auf­grund seiner Gewis­sens­hal­tung mit jedem ande­ren Kind Freund­schaf­ten schlie­ßen kann. Denn an das GG muss sich nur der Staat halten.
Wei­ter­hin zitierst du den Auszug des DGE zum Qua­li­täts­stan­dard: „Zur Berück­sich­ti­gung der sozia­len und psy­chi­schen Bedeu­tung des Essens soll­ten die Vor­lie­ben und Abnei­gun­gen der Schü­ler beach­tet werden.”
Rich­tig, Vor­lie­ben und Abnei­gun­gen „der Schü­ler” (Plural!) sollen „beach­tet” werden. Zunächst müsste dazu in belast­ba­rer Weise her­aus­ge­fun­den werden, ob denn wirk­lich die Mehr­heit der Schü­ler vega­nes Essen haben möchte (s.o.). Zum ande­ren sollte es dann „beach­tet werden”. Das bedeu­tet, dass das in die Ent­schei­dung mit ein­flie­ßen muss, aber nicht, dass das das allei­nige Kri­te­rium ist. Falls somit die Bereit­stel­lung von vega­nem Essen trotz­dem (aus wel­chen Grün­den auch immer) zu schwie­rig ist, muss man es trotz­dem nicht bereit­stel­len.
Du führst das AGG an. Dessen Zweck liegt aber darin, Ungleich­be­hand­lung zu ver­hin­dern, wenn kein sach­li­cher Grund für diese Ungleich­be­hand­lung vor­liegt. Hier liegt aber ein sach­li­cher Grund in Form eines hohen orga­ni­sa­to­ri­schen Auf­wands. Du hast ja selbst mit einem Cate­rer gespro­chen, aber nicht erzählt, wie er auf deine Anfrage geant­wor­tet hat. Die würde ich gerne erfah­ren ;)
Du zitierst den § 24 VwVfG. Zunächst steht da auch wieder „berück­sich­ti­gen” (wie „zu beach­ten”, s.o.). Und woher weißt du, dass sie keinen Exper­ten­rat ein­ge­holt haben? Klingt wie eine Unter­stel­lung.
Als Letz­tes: Glaubst du wirk­lich, dass deine Kinder durch ein nicht voll­kom­men indi­vi­du­el­les Ange­bot in der Schul-Mensa Ent­wick­lungs­stö­run­gen erlei­den? Glaubst du wirk­lich, dass sie aus freiem Willen für vega­nes Essen ein­tre­ten? Oder sind sie nicht even­tu­ell von ihren Eltern inso­weit mani­pu­liert, dass sie sich diese als Vor­bild nehmen? (Ich weiß, das sind pro­vo­kante Fragen, aber dar­über würde ich mir mal Gedan­ken machen)
durch elter­li­ches Ver­hal­ten mani­pu­liert
Alle Eltern geben den Kin­dern Werte mit. Das ist ganz normal und in einer demo­kra­ti­schen Gesell­schaft aus­drück­lich erwünscht. Pro­ble­ma­tisch ist aber, wenn Werte, die von der Norm abwei­chen, als Mani­pu­la­tion ent­wer­tet werden sollen. Das ist unsach­lich. Ich würde mich über ein intel­li­gen­tes Argu­ment freuen, das dage­gen spricht, Kin­dern die eige­nen Werte zu ver­mit­teln. ‚durch elter­li­ches Ver­hal­ten mani­pu­liert’ gilt auch für Kinder, die sich für Frie­den ein­set­zen, gegen Umwelt­ver­schmut­zung und eben auch für Tiere.
Glaubst du wirk­lich, dass sie aus freiem Willen für vega­nes Essen ein­tre­ten?
Natür­lich nicht! Aus freiem Willen würden sie für Scho­ko­lade und Kola ein­tre­ten, für unbe­grenzt auf­blei­ben und nie Zäh­ne­put­zen… Ob ein Kind ein Tier essen würde, ist die eigent­li­che Frage. Setze ein Klein­kind 10 Minu­ten lang in einen Raum, nur mit einem leben­di­gen Küken und einem Apfel. Wenn das Kind am Ende das Küken geges­sen hat und mit dem Apfel spielt, können wir wei­ter­dis­ku­tie­ren. […]
Deine juris­ti­schen Aus­füh­run­gen sind schau­der­haft. Allein deine Aus­le­gung des AGG. Dem­nach wäre es z.B. völlig ok, Behin­derte aus­zu­gren­zen, wenn der Auf­wand hoch wäre, sie zu inte­grie­ren. o.O
Es liegt mir in der Tat ein Ange­bot eines Cate­rers vor, der vega­nes Essen kos­ten­güns­ti­ger lie­fern würde, als das regu­läre Schu­les­sen. Wenn man auch nur im Ansatz weiß, was vega­nes Essen ist, dürfte klar sein, warum das so ist.
Ich habe mir übri­gens schon sehr viele Gedan­ken gemacht, bin aber mög­li­cher­weise zu ande­ren Schlüs­sen gekom­men, als du kommen wür­dest. Da das Thema für dich offen­bar neu ist, erschei­nen dir deine Fragen pro­vo­kant. Für mich sind es zwar legi­time, aber den­noch alte Hüte.
07.04.2016	Antworten
und noch ganz kurz zu den studien..es gibt mit­ler­weile unzäh­lige kom­pe­tente stu­dien die bele­gen das tie­ri­sche lebens­mit­tel krank machen, in ver­schie­dens­ten aus­prä­gun­gen. und stu­dien die bewei­sen das vegabe ernährung- auch für kinder- die gesün­deste ist!
is doch logisch das ein insti­tut, wel­ches teil eines sys­tems ist und an der ganzen sache ver­dient, fakten ver­tuscht, ver­tauscht und ande­res schön­re­det..
14.09.2018	Antworten
Nur 1 Pro­zent der Bevöl­ke­rung lebt in Deutsch­land (mehr oder weni­ger) vegan - und es sind noch weni­ger Kinder, eben weil viel­fach noch dis­ku­tiert wird, ob vegane Ernäh­rung der Ent­wick­lung nicht doch irgend­wie scha­den könnte .…
Vegane Schü­ler - das sind Ein­zel­fälle in der Schul­kan­tine - also ich würde befür­wor­ten, dass diese Kinder die vege­ta­ri­schen Mahl­zei­ten mit­es­sen oder sich ihre eigene Mahl­zei­ten mit­brin­gen dürfen - eine ver­nünf­tige Kom­pro­miss­lö­sung. Mit den Hin­blick auf viele andere Min­der­hei­ten, in vielen Men­schen und Kan­ti­nen wird bereits nach kosche­ren oder hala­len Fleisch gefragt und es gibt Peti­tio­nen.
Dem­nächst kommen dann noch Schü­ler, die sich nach bestimm­ten Diäten ernäh­ren wollen. ” Bitte keine Koh­len­hy­drate - Bitte, keine Lak­tose, Bitte, keinen weißen Zucker, Bitte, kein Soja etc.!” […]
Es muss ein ver­nünf­ti­ges Schu­les­sen für alle Kinder geben - wie viel Mahl­zei­ten soll die Schule denn anbie­ten? Alle werden gute Gründe oder ethi­sche Argu­mente finden …
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Kom­men­tare
Liebe Irene, kannst du Bitte einige Links zu diesen Studien teilen? Ich möchte gerne die mit den Eltern und den Managern der Schule und des Kindergartens meiner Kinder teilen. Vielen Dank :)
„Jeder kann doch für sich ent­schei­den was er essen und wie er leben möchte oder?[sic!]“ - lustig, das ist (bis auf die Grammatikfehler) Titel der Autobiographie Hannibal Lecters, oder? “Wenn eine Gruppe meint sich über eine andere erhe­ben zu müssen, dass ist der Grund für Ras­sis­mus.[sic!]“ - du meinst so wie die Gruppe der Unveganer meint, sich über die nichtmenschlichen Tiere erheben zu müssen, sie einzusperren, zu misshandeln, umzubringen, um ihre Leichen, Sekrete usw. zu konsumieren? Und dann wunderst du dich, wenn Realveganer Leute wie Dich (auch wenn Du Dich hier anscheinend als vegan ausgibst, bist Du es offensichtlich nicht) als „dumm“ erkennen?
Nur 1 Prozent der Bevölkerung lebt in Deutschland (mehr oder weniger) vegan - und es sind noch weniger Kinder, eben weil vielfach noch diskutiert wird, ob vegane Ernährung der Entwicklung nicht doch irgendwie schaden könnte .... Vegane Schüler - das sind Einzelfälle in der Schulkantine - also ich würde befürworten, dass diese Kinder die vegetarischen Mahlzeiten mitessen oder sich ihre eigene Mahlzeiten mitbringen dürfen - eine vernünftige Kompromisslösung. Mit den Hinblick auf viele andere Minderheiten, in vielen Menschen und Kantinen wird bereits nach koscheren oder halalen Fleisch gefragt und es gibt Petitionen. Demnächst kommen dann noch Schüler, die sich nach bestimmten Diäten ernähren wollen. " Bitte keine Kohlenhydrate - Bitte, keine Laktose, Bitte, keinen weißen Zucker, Bitte, kein Soja etc.!" Es muss ein vernünftiges Schulessen für alle Kinder geben - wie viel Mahlzeiten soll die Schule denn anbieten? Alle werden gute Gründe oder ethische Argumente finden ...
Ich beschäftige mich mit Veganismus und versuche es seit einer Weile, aber die Kommentare hier von den Ich-hab-die-Welt-verstanden-Veganern bringen mich fast zum kotzen. Fast einhellig die Meinung etwas Besseres zu sein: "uns", "wir" sich als angenommene und diskriminierte Minderheit mit aller Weisheit über alle anderen Menschen (die ja nur "dumm" und "gebrainwashed" sind), sämtliche Generationen und ethnische Gruppen zu stellen, finde ich einfach nur zum kotzen. Jeder kann doch für sich entscheiden was er essen und wie er leben möchte oder? Im Gegenteil sind die Kommentare der Veganer hier dogmatisch und sie sind die einzig wahren Friedensbringer. Außerdem wird hier unser heutiges, modernes Leben mit der Geschichte in einen Topf geworfen. Heute habe ich die Wahl Veganer zu sein, ich kann es überall kaufen, Jedem erzählen wie toll ich bin und der Staat muss gefälligst dafür sorgen, dass meine Form der Lebensweise auch überall unterstützt wird. Ich bin schließlich Veganer und habe den Schlüssel zur Wahrheit. Wollt ihr wirklich "Eure" Weisheit über die hungernde Menschen in der Geschichte stellen, die in eiskalten Wintern oder auf Völkerwanderungen einfach nur überleben mussten? Ich wünsche Dir viel Erfolg für Dein Projekt. Ich finde, dass hier auch eine Person als der böse Teufel dargestellt wird. Du erwähnst nicht, wie sich die Hortgebühren zusammen setzen. Bei meiner Tochter zahlen alle Kinder, die den Hort nutzen, die gleiche Gebühr (quasi solidarisch für die Kinder deren Familien es sich nicht leisten können), auch wenn sie nur den Hort nutzen und nicht essen. Manche Kinder gehen zum Essen nach Hause oder bringen sich Essen mit. Es ist nicht die Aufgabe des Senats sämtliche Essenswünsche abzubilden. Natürlich ist eine Aussage, wie der Teufel es angeblich gesagt hat (das Veganismus ungesund ist) quatsch. Wenn Dein Kind vegan essen möchte, dann hole es doch nach Hause zum Essen oder gib ihm veganes Essen mit. Sicher kann man eine Übereinkunft finden und die Schule wird sich sicher nicht versperren, wenn ihr konstruktive Vorschläge unterbreitet werden. Außerdem ist Deine Tochter dann Vorbild für andere Kinder. Es hat also noch einen Lerneffekt. Ich bin mega enttäuscht über die Aussagen der Veganer hier. Werde mich trotzdem weiter mit dem Thema beschäftigen und weiter durchziehen vegan zu leben. Jedoch möchte ich nie so werden wie ihr und andere dafür verurteilen wie sie leben, dass sie dumm sind oder ihre Lebensweise an Kriegen Schuld ist. Wenn eine Gruppe meint sich über eine andere erheben zu müssen, dass ist der Grund für Rassismus.
Ich bin nun zwar spät dran mit der Antwort, aber ich mag dennoch auch einen Kommentar zu dieser Diskussion schreiben in der Hoffnung, dass ihn jemand liest. Ich bin mit meiner kleinen Familie erst seit kurzem vegan und unsere 2-jährige Tochter isst in der Kita alles mit, nur zu Hause gibt es rein pflanzliches Essen. Ich mache dies, um ihr das Leben nicht kompliziert zu machen. Wenn sie älter wird, wird sie aufgeklärt und ohne Wertung unsererseits entscheiden dürfen, was sie auswärts isst. Für mich ist das Thema aber durchaus etwas kompliziert, warum schreibe ich hier: Wir haben unsere Ernährung nicht aus rein ethischen Gründen umgestellt. Tatsächlich hätte ich uns alle schweren Herzens auch mit einem nötigen Maß an tierischen Lebensmitteln ernährt, wenn es denn die nötige/gesündere Ernährung wäre. Ich habe nun mit Promotion 8 Jahre Uni-Ausbildung in der Biomedizin/-chemie und Immunologie beendet und bin der Meinung Primärpublikationen auf wissenschaftlicher Basis verstehen zu können. Das habe ich mir zunutze gemacht, um die Wirkungen einer vollwertigen pflanzlichen Ernährung zu verstehen. Und damit meine ich keine veganen Fertigprodukte, sondern frisch zubereitete Speisen aus Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkorngetreide. Mich hat schockiert, dass es glasklare Studien gibt, welche untermauern wie Tierprodukte mit dem Auftreten von Autoimmunerkrankungen (darunter Typ I Diabetes, Multiple Sklerose, Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, Lupus), Alzheimer, vielen Krebsarten und Unverträglichkeiten/Allergien in Verbindung stehen. Kinder entwickeln mit der Standardernährung der westlichen Welt bereits im Schulalter Arteriosklerose, welche sich mit fortschreitendem Alter in Herzkreislauferkrankungen manifestieren wird, das zeigen Autopsie-basierte Studien. Es gibt eine sehr seriöse prospektive Langzeitstudie, die zeigt, dass ein hoher Kuhmilchkonsum in jungem Alter (auch im Säuglingsalter bereits) einen großen Risikofaktor für die Entwicklung der Autoimmunerkrankung Typ I Diabetes darstellt. Das Risiko durch Milch Typ I Diabetes zu verursachen liegt dabei scheinbar höher als das Risiko durch das Rauchen an Lungenkrebs zu erkranken. Jedes Elternteil würde seinem Kind eine Zigarette aus der Hand nehmen wollen, richtig? Gesundheitlich gesehen macht mir gelegentliches Fleisch (und damit meine ich in etwa alle paar Wochen) keine Sorgen. Das wirklich Dramatische für mich ist der hohe Konsum von Fleisch und Kuhmilch-Produkten. Ich weiß wie paradox es klingt gerade auf Milchprodukte zu verzichten. Das habe ich lange selbst so gesehen bis ich mich informiert habe. Aber Fakt ist: Wir sind in der Säuglingsphase auf Muttermilch angewiesen und dann erfolgt das Abstillen - Punkt. Wenn wir denn im Erwachsenenalter meinen noch Muttermilch trinken zu wollen/müssen, warum eigentlich nicht von unserer eigenen Spezies? Ist es ekelig von einer stillenden Menschen-Mutter Milch zu trinken, aber bei der Kuh geht das schon klar? Ist euch bewusst, dass es geregelt werden musste, wie viel Eiter maximal in der Kuhmuttermilch enthalten sein darf? Kuh-Muttermilch ist dafür gedacht, ein Kälbchen binnen kürzester Zeit mehrere Hundert Kilo schwer zu machen. Das geht nur über einen massiven Cocktail an Gewebe-Wachstumshormonen (und über Cholesterin, gesättigte Fettsäuren, Transfette - welche uns in den Mengen krank machen). Darüber hinaus bekommen wir Milch von bereits erneut geschwängerten Kühen, damit möglichst stets eine hohe Milch-Ausbeute aus einem Tier zustande kommt. Die Schwangerschaftshormone, darunter massenweise Östrogen kommen in die Milch, genauso wie die Stresshormone, die durch die häufig belastende Haltung und durch die fürchterlich schmerzliche Trennung des Kälbchens von der Mutter in wahnsinnigen Mengen ausgeschüttet werden. All diese Inhalte haben Konsequenzen auf unseren Körper, leider negative. Das einzig gute an der Kuhmilch wäre das Calcium, wäre da nicht das Problem, dass unser Körper bei der Verdauung der Schwefel-haltigen Tier-Proteine übersäuert. Um den pH im Blut abzupuffern, ziehen wir Calcium aus den Knochen, binden es z.B. an Bicarbonat und scheiden es durch den Urin aus (je höher der Konsum tierischer Proteine, desto mehr Calcium im Urin). Länder mit dem höchsten Milch- und Fleischkonsum haben die höchsten Osteoporoseraten, sie schützt schlichtweg nicht vor "schlechten" Knochen. Wir haben mit vielen gesundheitlichen Problemen zu tun, die in anderen Teilen der Welt kaum verbreitet sind. Die Japaner z.B. sind ein sich vollwertig-pflanzlich ernährendes Volk. Wenn sie durch Einwanderung unseren Lebensstil adaptieren, entwickeln sie die gleichen Erkrankungen wie wir. Auch Schwellenländer, die gerade verwestlichen, kämpfen nun vermehrt mit den oben genannten Erkrankungen. Zahllose junge Freunde von mir leiden bereits an schweren Erkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, rheumatoider Arthritis, Bluthochdruck, ... Das tut mir weh und ich wünsche es keinem, erst recht nicht meiner Tochter. Ich verstehe, dass sich Alles-Esser nicht damit anfreunden können, wenn Leute ihre Kinder aufgrund ethischer Gründe auf eine Mangelernährung setzen. Aber die pflanzliche Ernährung ist KEINE Mangelernährung, sie ist gesundheitlich gesehen das beste was wir unseren Kindern bieten könnten. Ist doch eigentlich total schade, dass ich dies meinem Kind in der Kita nicht wirklich bieten kann ohne dass es Konflikte gibt, denn meine Tochter isst gerne einfach das was alle essen, so ist unsere Natur. Da komme ich als Mutter in einen inneren Konflikt. Zum Abschluss meines Romans: Kinder werden in anderen Teilen der Welt ohne tierische Produkte groß und stark. Alle großen und starken Tiere dieser Welt sind Pflanzenfresser. Dreiviertel der Weltbevölkerung kann Milch nicht verdauen, wie kommt man darauf, dass sie unabdingbar für uns ist!? Es herrscht eine absolute Fehlaufklärung, das ist ein Problem! Anders als gemeinhin angenommen wird, haben die Steinzeitmenschen auch Pflanzen, Pflanzen, Pflanzen und hier und da mal Fleisch gegessen, das zeigen jüngste Befunde (publiziert in Nature und Sciene) aus dem Kot und den Zwischenzahnräumen unserer steinzeitlichen Vorfahren. Die vegane Ernährung räumt mit vielen Dingen auf, die uns von klein auf erzählt werden. Viele Gewohnheiten, Traditionen und Gefühle sind mit Nahrung assoziiert. Ich verstehe daher schon ein Stück weit die Feindseligkeit, die sich vegane Menschen manchmal anhören müssen, aber wegen all der Fakten: Erlaubt euch ein Aufgeschlossensein gegenüber neuen Informationen, so sehr sie an euren Grundfesten rütteln, sie könnten mal sehr entscheidend für eure Lebensqualität werden. Wenn übrigens jemand interessiert ist an wissenschaftlichen Studien zu dem Thema, sagt gern Bescheid!
Vegane Kinder wollen essen
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