Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=17.07.1956&Aktenzeichen=I%20200%2F55%20S
Timestamp: 2019-02-18 09:22:36
Document Index: 16662455

Matched Legal Cases: ['§ 17', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 27', '§ 12', '§ 13', '§ 13', '§ 13', '§ 27', '§ 13', '§ 51']

BFH, 17.07.1956 - I 200/55 S - dejure.org
BFH, 17.07.1956 - I 200/55 S
Berechnung der Absetzung für Abnutzung (AfA) bei kriegszerstörten oder kriegsbeschädigten Gebäuden, die nach der Währungsumstellung wieder aufgebaut worden sind - Einheitliche Bemessung der AfA der zum Betriebsvermögen und zum Privatvermögen gehörenden Gebäudeteile - Berechnung eines Veräußerungsgewinns im Sinne des § 17 Einkommenssteuergesetz (EStG) - Rechtsgültigkeit von Durchführungsbestimmungen - Relevanz der Nutzungsdauer von Gebäuden
BFHE 63, 306
DB 1956, 1026
BStBl III 1956, 316
Es bezog sich im wesentlichen auf die ständige Rechtsprechung des BFH, nach der für Gebäude, die zum Privatvermögen gehören, -- anders als bei Gebäuden des Betriebsvermögens -- grundsätzlich nur einheitliche AfA gewährt werden könne (vgl. BFH-Urteile vom 17. Juli 1956 I 200/55 S, BFHE 63, 306, BStBl III 1956, 316; vom 14. Dezember 1962 VI 270/61 S, BFHE 76, 247, BStBl III 1963, 89; vom 31. Juli 1964 VI 123/63 U, BFHE 80, 223, BStBl III 1964, 555).
aa) RFH (seit dem Urteil vom 27. Mai 1936 VI A 221/36, RFHE 39, 277, RStBl 1936, 886) und BFH haben in ständiger Rechtsprechung entschieden, daß bei Gebäuden im Privatvermögen anders als bei betrieblichen Gebäuden für eine gesonderte AfA von Fahrstuhlanlagen, Sammelheizungen und ähnlichen Einrichtungen kein Raum sei (vgl. BFH-Urteile I 200/55 S; vom 14. August 1956 I 82/56 U, BFHE 63, 322, BStBl III 1956, 321; vom 14. Oktober 1960 VI 100/59 U, BFHE 71, 653, BStBl III 1960, 493; vom 17. Oktober 1961 I 16/61 S, BFHE 74, 126, BStBl III 1962, 48; VI 270/61 S; vom 18. Juli 1969 VI R 212/67, BFHE 96, 514, BStBl II 1969, 702; vom 30. Oktober 1970 VI R 88/68, BFHE 100, 394, BStBl II 1971, 95).
bb) Indessen kann auch nicht an der weniger weitgehenden, von der späteren Rechtsprechung des RFH vertretenen und vom BFH weiterentwickelten Auffassung festgehalten werden, daß bestimmte Gebäudeteile als "Wirtschaftsgüter im weiteren Sinne" behandelt und dementsprechend gesondert bilanziert und abgeschrieben werden könnten, nämlich als "wirtschaftlich selbständige Einrichtungen" (RFH-Urteil VI A 222/33), "Wirtschaftsgüter besonderer Art" (RFH-Urteil vom 1. März 1939 VI 125/39, RStBl 1939, 630; BFH-Urteil VI 270/61 S), "wirtschaftlich klar abgrenzbare Teile eines Gebäudes von wesentlich geringerer Nutzungsdauer als das Gebäude selbst oder die anderen Gebäudeteile" (so RFH-Urteil IV 10/41; BFH-Urteil I 200/55 S, Abschn. III; Abschn. 42a Abs. 4 Satz 7 EStR 1972) oder "besondere Wirtschaftsgüter" nach Maßgabe der im Einzelfall gewählten bilanzmäßigen Behandlung (so BFH-Urteil vom 23. Januar 1964 IV 428/60 S, BFHE 78, 485, BStBl III 1964, 187).
BFH, 01.02.1957 - VI 13/55 U
Zugrundelegen des jeweilig fortgeschriebenen Einheitswert der Abschreibung für …
Der VI. Senat schließt sich der vom I. Senat in der Entscheidung I 200/55 S vom 17. Juli 1956 (Slg. Bd. 63 S. 306, BStBl 1956 III S. 316) vertretenen Auffassung an, daß § 13 Abs. 1 Ziff. 1 Satz 4 EStDV 1949 (1952) keine die Steuergerichte bindende Rechtsnorm ist.
Wenn der Bundesfinanzhof in seiner Entscheidung I 200/55 S vom 17. Juli 1956 (Slg. Bd. 63 S. 306, Bundessteuerblatt - BStBl - 1956 III S. 316) die Rechtsgültigkeit der Vorschrift bejaht habe, so sei er entsprechend dem Wortlaut der Vorschrift offenbar davon ausgegangen, daß über die Fortschreibung der Einheitswerte und die dadurch bedingte Angleichung dieser Werte an die gemeinen Werte "die Zeit alles heile".
Wie der I. Senat des Bundesfinanzhofs in der bereits angeführten Entscheidung I 200/55 S dargelegt hat, ist § 13 Ziff. 1 Satz 4 EStDV 1952 keine Rechtsnorm und daher für die Steuergerichte nicht bindend.
Auch der erkennende Senat tritt der Entscheidung I 200/55 S bei.
Wie in den beiden angeführten Entscheidungen I 200/55 S und IV 607/54 U dargelegt, ist § 13 Ziff. 1 Satz 1 EStDV 1949 (1950) rechtsgültig.
Die Entscheidung I 200/55 S nimmt in der Tat erkennbar an, daß der jeweilige fortgeschriebene Einheitswert der AfA zugrunde gelegt und nicht der Einheitswert vom 21. Juni 1948 während der ganzen Nutzungsdauer fortgeführt wird.
Der § 27 EStDV 1955 trifft hier eine Regelung, die mit Abschnitt II des Urteils I 200/55 S übereinstimmt.
Die Begriffe "Durchführung" und "Ergänzung" in § 12 RAO waren nach damaliger Auffassung weit auszulegen (BFH, BStBl 1956 III S. 316).
BFH, 20.09.1956 - IV 607/54 U
Letzter Einheitswert als maßgeblicher Ansatzpunkt für die Bemessung der Absetzung …
Der IV. Senat tritt der Entscheidung des I. Senats I 200/55 S vom 17. Juli 1956 bei, nach der bei der Bemessung der Absetzung für Abnutzung für nicht betriebliche, am 21. Juni 1948 vorhandene Gebäude von dem letzten Einheitswert im Sinne der als rechtsgültig anzusehenden Bestimmung des § 13 Ziff. 1 EStDV auszugehen ist.
Zusammenfassung: Der IV. Senat tritt der Entscheidung des I. Senats I 200/55 S vom 17. Juli 1956 bei, nach der bei der Bemessung der Absetzung für Abnutzung für nicht betriebliche, am 21. Juni 1948 vorhandene Gebäude von dem letzten Einheitswert im Sinne der als rechtsgültig anzusehenden Bestimmung des § 13 Ziff. 1 EStDV auszugehen ist.
Die gleiche Auffassung hat auch der I. Senat in dem zur Veröffentlichung bestimmten Urteil I 200/55 S vom 17. Juli 1956 1) (BStBl 1956 III S 316) (Slg. Bd. S. 306) vertreten; auf dessen Begründung im einzelnen wird verwiesen.
Wie in dem oben angeführten Urteil I 200/55 S dargelegt, bildet für nichtbetriebliche, am 21. Juni 1948 vorhandene Gebäude § 13 Ziff. 1 Sätze 1 bis 3 EStDV die maßgebende Rechtsgrundlage; die hier vorgesehene Regelung (Ausgangspunkt letzter Einheitswert) ist rechtswirksam, nur in diesem Umfang kann für die in Betracht kommenden Gebäude ein Rechtsanspruch auf Zubilligung einer Absetzung für Abnutzung geltend gemacht werden.
BFH, 31.08.1962 - VI 225/61 U
Abschreibungen für wiederaufgebaute kriegszerstörte Gebäude
Die normale AfA kommt nur für den Altgebäudeteil in Betracht und ist gemäß § 27 Ziff. 1 a EStDV 1956/1957 nach dem für den Altgebäudeanteil am 21. Juni 1948 maßgeblichen Einheitswert zu bemessen (Urteile des Bundesfinanzhofs I 200/55 S vom 17. Juli 1956 und IV 607/54 U vom 20. September 1956, BStBl 1956 III S. 316 und 349, Slg. Bd. 63 S. 306 und 394).
Im übrigen ist die Vorschrift keine von den Steuergerichten anzuwendende Rechtsnorm (Urteile des Bundesfinanzhofs I 200/55 S und IV 607/54 U, a.a.O., sowie VI 13/55 U vom 1. Februar 1957, BStBl 1957 III S. 133, Slg. Bd. 64 S. 350).
Ist ein kriegszerstörtes Gebäude unter Benutzung von Altteilen wieder aufgebaut worden, so ist auch dieser Umstand bei der Bemessung der Restnutzungsdauer von wesentlicher Bedeutung, wie in der Entscheidung des Bundesfinanzhofs I 200/55 S, a.a.O., unter II zutreffend ausgeführt ist.
BFH, 29.03.1965 - I 411/61 U
Voraussetzungen für die Zulassung einer Schaufensteranlage und einer …
Doch schließt dieser Grundsatz nicht schlechthin aus, daß für wirtschaftlich klar abgrenzbare Teile eines Gebäudes, die zum Betriebsvermögen gehören und eine wesentlich geringere wirtschaftliche Nutzungsdauer haben als die anderen Gebäudeteile, eine getrennte AfA berechnet wird (Urteil des Bundesfinanzhofs I 200/55 S vom 17. Juli 1956, BStBl 1956 III S. 316, Slg. Bd. 63 S. 306), sofern diese Teile bei wirtschaftlicher Betrachtung ausnahmsweise wegen ihres eigenen Nutzwerts als selbständige Wirtschaftsgüter anzusehen sind.
Etwas anderes ist auch den von dem Bf. angeführten, oben bereits erwähnten Urteilen des Bundesfinanzhofs I 200/55 S vom 17. Juli 1956 und I 82/56 U vom 14. August 1956 nicht zu entnehmen; dasselbe gilt für das Urteil IV 428/60 S vom 23. Januar 1964 (BStBl 1964 III S. 187, Slg. Bd. 78 S. 485).
Wenn die höchstrichterliche Rechtsprechung von diesem Grundsatz Ausnahmen für eingebaute Fahrstuhl- und Heizungsanlagen, die sich in einem zum Betriebsvermögen gehörenden Gebäude befinden (Entscheidungen des BFH I 200/55 S vom 17. Juli 1956, BFH 63, 306, BStBl III 1956, 316; I 82/56 U vom 14. August 1956, BFH 63, 322, BStBl III 1956, 321), zugelassen habe, so könne dies für solche Anlagen in Gebäuden des Privatvermögens jedoch nicht gelten.
Ob es unter den im BFH-Urteil I 411/61 U (…a. a. O.) dargestellten Voraussetzungen weiterhin gerechtfertigt ist, Schaufensteranlagen, Ladenanbauten, ein Fremdenheim (BFH-Urteil I 200/55 S vom 17. Juli 1956, BFH 63, 306, BStBl III 1956, 316) und ähnliche Bauteile gesondert vom übrigen Gebäude abzuschreiben, läßt der Senat dahinstehen.
BFH, 06.12.1957 - VI 166/56 U
Übernahme von Grundstücken und Ablösung der Anteilsrechte von Miterben bei …
§ 13 Ziff. 1 Sätze 1 bis 3 sind rechtsgültig (Urteile des Bundesfinanzhofs I 200/55 S vom 17. Juli 1956 - Slg. Bd. 63 S. 306, Bundessteuerblatt (BStBl) 1956 III S. 316 -, IV 607/56 U vom 20. September 1956 - Slg. Bd. 63 S. 394, BStBl 1956 III S. 349 - und VI 13/55 U vom 1. Februar 1957 - Slg. Bd. 64 S. 350, BStBl 1957 III S. 133 -).
So hat die bereits angezogene Entscheidung I 200/55 S die Abschreibungsgrundlage beim Wiederaufbau zerstörter Gebäude in der Weise berechnet, daß den Herstellungskosten für das neue Gebäude, die nach dem 21. Juni 1948 in DM aufgewandt sind, der Einheitswert zuzurechnen ist, der für die eingebauten Altteile zum 21. Juni 1948 gilt.
BFH, 15.10.1965 - VI 122/65 U
Vereinbarkeit der Ermächtigung aus § 51 Abs. 1 Ziff. 2p Einkommensteuergesetz …
Dieser Rechtsprechung des I. Senats im Urteil I 200/55 S vom 17. Juli 1956 (BStBl 1956 III S. 316, Slg. Bd. 63 S. 306) sind die Entscheidungen anderer Senate gefolgt (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs IV 607/54 U vom 20. September 1956, BStBl 1956 III S. 349, Slg. Bd. 63 S. 394; VI 13/55 U vom 1. Februar 1957, BStBl 1957 III S. 133, Slg. Bd. 64 S. 350; VI 225/61 U vom 31. August 1962, BStBl 1962 III S. 538, Slg. Bd. 75 S. 746).
Da die untrennbar miteinander verbundenen Alt- und Neuteile eine wirtschaftliche Einheit bilden, kann auch die AfA nur einheitlich bemessen werden; eine getrennte AfA auf die Alt- und Neuteile ist nicht statthaft (vgl. z.B. die Entscheidung des Bundesfinanzhofs I 200/55 S unter II a.a.O.; ferner die Entscheidung des Senats VI 270/61 S vom 14. Dezember 1962, BStBl 1963 III S. 89, Slg. Bd. 76 S. 247).
Wegen der besonderen staatsrechtlichen Verhältnisse in der autoritären Zeit, in der bewußt die Rechtsetzungsbefugnis in weitem Umfang auf die Verwaltung übertragen wurde, hat die Rechtsprechung die Begriffe "Durchführung" und "Ergänzung" nicht eng ausgelegt (vgl. z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs I 200/55 S vom 17. Juli 1956, Slg. Bd. 63 S. 306, BStBl 1956 III S. 316).
BFH, 14.08.1956 - I 82/56 U
BFH, 23.06.1961 - VI 161/60 U
Steuerliche Einordnung von Kosten für den Einbau einer Zentralheizung in …
BFH, 07.05.1957 - I 285/56 U
Zurechnung von Gewinnanteile und Gehälter von stillen Gesellschaftern zum …
BFH, 31.01.1963 - IV 119/59 S
Absetzung für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung eines …
BFH, 14.12.1962 - VI 270/61 S
Zulässigkeit einer gesonderten Absetzung für Abnutzungen (AfA) für Umbaukosten
BFH, 15.02.1957 - VI 150/55 U
Behandlung von Bezügen aus ausserbetrieblichen Grundstücksveräußerungsrenten - …
BFH, 07.03.1958 - III 166/56 U
Abzugsfähigkeit der Körperschaftssteuer im Falles eines vom Kalenderjahr …
BFH, 08.01.1957 - I 38/55 U
Rechtswirksamkeit von Bestimmungen über die Besteuerung der Veräußerung von …
BFH, 22.02.1967 - VI R 46/66
Berechnung der Absetzungen für Abnutzung bei einem Gebäude