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Timestamp: 2018-03-17 18:37:24
Document Index: 240579241

Matched Legal Cases: ['§ 6', '§ 7', '§ 8', '§ 9', '§ 2', '§ 3', '§ 6', '§ 7', '§ 8', '§ 9', '§ 10', '§ 23', '§ 2', '§ 2', '§ 4', '§ 5', '§ 8']

Landesrecht BW WaldorfRealSchulPrV BW 2006 | Landesnorm Baden-Württemberg | Gesamtausgabe | Verordnung des Kultusministeriums über die Realschulabschlussprüfung an Freien Waldorfschulen vom 13. November 2006 | gültig ab: 01.08.2007
Verordnung des Kultusministeriums über die Realschulabschlussprüfung...
§ 6 - EuroKomPrüfung
§ 7 - Notengebung und Ergebnis der Prüfung
§ 8 - Wiederholung
§ 9 - Nichtteilnahme, Rücktritt, Täuschungshandlungen, Ordnungsverstöße
juris-Abkürzung: WaldorfRealSchulPrV BW 2006
Ausfertigungsdatum: 13.11.2006
Fundstelle: GBl. 2006, 369,
K.u.U. 2006, 334
über die Realschulabschlussprüfung an Freien Waldorfschulen
Verordnung des Kultusministeriums über die Realschulabschlussprüfung an Freien Waldorfschulen vom 13. November 2006 01.08.2007
§ 2 - Meldung und Zulassung zur Prüfung 01.08.2007
§ 3 - Ort und Zeit der Prüfung 01.08.2007
§ 6 - EuroKomPrüfung 01.08.2007
§ 7 - Notengebung und Ergebnis der Prüfung 01.08.2007
§ 8 - Wiederholung 01.08.2007
§ 9 - Nichtteilnahme, Rücktritt, Täuschungshandlungen, Ordnungsverstöße 01.08.2007
Auf Grund von § 10 Abs. 2 und § 23 Satz 1 Nr. 6 des Privatschulgesetzes in der Fassung vom 1. Januar 1990 (GBl. S. 105) wird verordnet:
Die Abschlussprüfung dient dem Erwerb des Realschulabschlusses durch Schüler staatlich anerkannter Freier Waldorfschulen.
(1) Die staatlich anerkannte Freie Waldorfschule meldet der unteren Schulaufsichtsbehörde bis spätestens zwei Wochen vor Beginn der Prüfung, wer an der Prüfung teilnimmt. Die Meldung muss enthalten
Vor- und Zuname des Schülers,
Tag und Ort (Kreis) der Geburt,
Angaben zum bisherigen Schulbesuch,
das Thema der Kompetenzprüfung,
die bis zu diesem Zeitpunkt erzielten Noten in den schriftlichen Prüfungsfächern (Jahresleistungen).
(2) An der Prüfung darf nur teilnehmen, wer eine der Klassen 10 bis 12 einer staatlich anerkannten Freien Waldorfschule besucht. Die Versagung der Zulassung ist schriftlich mitzuteilen.
Die Prüfung findet einmal jährlich an den staatlich anerkannten Freien Waldorfschulen, in der Regel zeitgleich mit der ordentlichen Realschulabschlussprüfung, statt.
(1) Die untere Schulaufsichtsbehörde bestimmt den Leiter der schriftlichen Prüfung. Sie kann damit den »Beauftragten des Lehrerkollegiums« betrauen.
(3) Die an den öffentlichen Realschulen gestellten Prüfungsaufgaben werden für die Freien Waldorfschulen übernommen. Im Fach Mathematik werden einzelne Aufgaben durch Aufgaben aus dem Bereich der analytischen Geometrie und der Infinitesimalrechnung ersetzt. Hierbei werden Aufgabenvorschläge der Freien Waldorfschulen übernommen, soweit sie im Schwierigkeitsgrad und Umfang dem Anforderungsniveau der Abschlussprüfung an den öffentlichen Realschulen entsprechen. Das Kultusministerium kann die Aufgaben abändern, erweitern oder einschränken. Erforderlichenfalls können geänderte oder neue Vorschläge angefordert werden. Die Bearbeitungszeit beträgt in Deutsch mindestens 180 Minuten und höchstens 240 Minuten, in Mathematik und in der Pflichtfremdsprache jeweils mindestens 120 Minuten und höchstens 180 Minuten.
als Vorsitzender ein Beauftragter der unteren Schulaufsichtsbehörde,
die Fachlehrer der Prüfungsfächer und die den Schülern nach Absatz 7 zugewiesenen Lehrer,
der Vorsitzende oder ein vom ihm bestelltes Mitglied des Prüfungsausschusses, das an einer anderen Schule tätig ist, als Leiter,
die beiden vom Schulleiter oder von dem »Beauftragten des Lehrerkollegiums« nach Absatz 7 zugewiesenen Lehrer, von denen einer zugleich Protokollführer ist.
(4) Die Aufgaben der mündlichen Prüfung werden überwiegend dem Stoffgebiet der Klassen 9 und 10 der Realschule entnommen; der Bildungsplan der Klassen 10 bis 12 der Freien Waldorfschulen kann dabei berücksichtigt werden. Sie werden vom Fachlehrer gestellt; der Leiter des Fachausschusses kann die Aufgaben erweitern oder einschränken.
(6) Die Kompetenzprüfung besteht aus einer Präsentation zu einem bestimmten Thema und einem daran anknüpfenden Prüfungsgespräch. Das Thema bezieht sich auf die Bildungsstandards mindestens zweier Fächer oder Fächerverbünde des Bildungsplans der Realschule. Die Präsentation kann schriftliche, mündliche und praktische Leistungen enthalten. Das Prüfungsgespräch bezieht sich über das Thema hinaus auf weitere, vorwiegend aus dem Stoffgebiet der Klassen 9 und 10 der Realschule zu entnehmende Inhalte der betroffenen Fächer oder Fächerverbünde.
(7) Die Schüler wählen in der Klasse, in der sie die Abschlussprüfung ablegen (§ 2 Abs. 2), innerhalb von etwa sechs Wochen nach Beginn des Unterrichts das Thema der Kompetenzprüfung; der Schulleiter oder der »Beauftragte des Lehrerkollegiums« genehmigt das Thema in der Regel nach Beratung mit den Lehrern der im ersten Halbsatz genannten Klassen. Der Schulleiter oder der »Beauftragte des Lehrerkollegiums« weist den Schülern zwei Lehrer zur Begleitung und Beratung zu.
(8) Die Kompetenzprüfung wird als Gruppenprüfung durchgeführt, wobei jeder Schüler eine individuelle Note erhält. Eine Schülergruppe umfasst drei bis fünf Schüler. In begründeten Ausnahmefällen kann mit Genehmigung des Schulleiters oder des »Beauftragten des Lehrerkollegiums« die Kompetenzprüfung auch in einer kleineren Gruppe oder als Einzelprüfung abgenommen werden.
(1) Im ersten Schulhalbjahr der Klasse, in der die Schüler die Abschlussprüfung ablegen (§ 2 Abs. 2), wird in der Pflichtfremdsprache (§ 4 Abs. 2) eine mündliche Prüfung durchgeführt, für die das Kultusministerium zentrale Prüfungsmaßstäbe vorgibt (EuroKomPrüfung).
(2) Die EuroKomPrüfung wird vom Fachlehrer der Klasse und einem weiteren vom Schulleiter oder von dem »Beauftragten des Lehrerkollegiums« bestimmten Fachlehrer abgenommen. Die Schüler werden in der Regel einzeln oder zu zweit geprüft. Die EuroKomPrüfung dauert etwa 15 Minuten je Schüler.
(1) Für die Bewertung der Prüfungsleistungen gelten die in der Notenbildungsverordnung in der jeweils geltenden Fassung festgelegten Noten. Bei der Bewertung der Jahresleistungen sowie bei der Bewertung der schriftlichen Prüfungsarbeiten, der Leistungen der mündlichen Prüfung und der Leistungen in der EuroKomPrüfung werden Zehntelnoten, im Übrigen nur ganze Noten erteilt.
(2) Die Endnoten in den einzelnen Prüfungsfächern ermittelt der Vorsitzende des Prüfungsausschusses. Maßgebend für die Festlegung der Endnoten sind allein die Prüfungsleistungen, wobei die Leistungen der schriftlichen und mündlichen Prüfung gleich zählen; in der Pflichtfremdsprache gilt die EuroKomPrüfung als Teil der Prüfungsleistung und zählt gegenüber dem übrigen Teil der Prüfung zur Hälfte. Die Endnoten werden bis zu einem Zehntel berechnet, wobei in der üblichen Weise auf eine ganze Note zu runden ist (Beispiel: 2,5 bis 3,4 befriedigend). Wenn in den Fächern Deutsch, Mathematik und Pflichtfremdsprache keine mündliche Prüfung nach § 5 erfolgte, gelten abweichend von Satz 2 die auf eine ganze Note gerundeten Jahresleistungen als Endnoten, wenn das Ergebnis der Prüfung um nicht mehr als eine halbe Note von der Note der gerundeten Jahresleistung abweicht. In der Kompetenzprüfung gilt die Prüfungsleistung als eigenständiges Endergebnis, das die übrigen Endergebnisse unberührt lässt.
(3) Der Prüfungsausschuss stellt weiter fest, wer die Prüfung bestanden hat. Die Prüfung ist bestanden, wenn der Durchschnitt aus den Endnoten der Prüfungsfächer und der Kompetenzprüfung 4,0 oder besser ist, die Leistungen weder in einem Prüfungsfach noch in der Kompetenzprüfung mit der Endnote »ungenügend« bewertet sind und die Leistungen in nicht mehr als einem dieser Fächer geringer als mit der Endnote »ausreichend« bewertet sind.
(4) Wer die Prüfung bestanden hat, erhält ein Zeugnis.
Wer die Prüfung nicht bestanden hat, kann sie nach einem weiteren einjährigen Besuch einer staatlich anerkannten Freien Waldorfschule einmal wiederholen.
Für die Nichtteilnahme und den Rücktritt von der Prüfung sowie für Täuschungshandlungen und Ordnungsverstöße gelten §§ 8 und 9 der Realschulabschlussprüfungsordnung in der jeweils geltenden Fassung entsprechend.
Diese Verordnung tritt am 1. August 2007 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verordnung des Kultusministeriums über die Realschulabschlussprüfung an Freien Waldorfschulen vom 28. August 1995 (GBl. S. 675) außer Kraft.
STUTTGART, den 13. November 2006