Source: https://www.sofia-darmstadt.de/projekte/laufende-projekte/life-askreach
Timestamp: 2019-11-12 12:57:55
Document Index: 38655999

Matched Legal Cases: ['Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33', 'Art. 33']

LIFE AskREACH - sofia - Sonderforschungsgruppe Institutionenanalyse
Die europäische Chemikalienverordnung REACH verpflichtet Hersteller und sonstige „Lieferanten“ von Erzeugnissen, Informationen über darin enthaltene problematische Stoffe zu kommunizieren. REACH Art. 33(1) legt fest, dass innerhalb der Lieferkette jeder Lieferant eines Erzeugnisses, das einen so genannten besonders besorgniserregenden Stoff (Substances of very high concern – SVHC) oberhalb eines bestimmten Schwellenwerts enthält, dem Empfänger des Erzeugnisses ausreichende Informationen zur Verfügung stellt, um eine sichere Verwendung des Erzeugnisses zu ermöglichen. Mindestens aber ist der Name der SVHC(s) anzugeben. Dieselben Informationen sind einem Verbraucher auf Anfrage gemäß REACH Art. 33(2) bereitzustellen. Die Bandbreite der Erzeugnisse die unter die Chemikalienverordnung REACH fallen ist vielfältig. Erzeugnisse sind beispielsweise sowohl Flugzeuge, als auch typische Konsumentenprodukte wie Elektroartikel und Textilien bis hin zu Büroklammern. Dementsprechend ist jedes Unternehmen betroffen, das Erzeugnisse auf den europäischen Markt bringt (selbst bei Gratisprodukten).
LIFE AskREACH hat das übergeordnete Ziel, die Substitution von SVHC in Erzeugnissen entlang der Lieferkette zu verbessern, indem das Projekt die Marktnachfrage nach SVHC-freien Erzeugnissen erhöht und Akteure aus Industrie und Handel dabei unterstützt, SVHC in ihren Erzeugnissen zu identifizieren. Zu diesem Zweck entwickeln die Projektpartner eine europaweit einsetzbare Smartphone-Anwendung („App“), mit der Verbraucher Anfragen nach REACH Art. 33(2) stellen können. Die App wird mit einer Datenbank verbunden, die bereits erhaltene Lieferanten-Antworten bezüglich SVHC in Erzeugnissen sammelt. Das System reduziert folglich Aufwand und Zeit für Verbraucher dabei, an die Informationen zu gelangen.
Darüber hinaus stellt das Projekt ausgewählten Unternehmen („Pilot-Unternehmen“) ein IT-Instrument zur Kommunikation in der Lieferkette zur Verfügung, damit sie ihre Kompetenzen und Kapazitäten erweitern und ihren Kommunikations-Pflichten gemäß REACH Art. 33(1) und (2) besser nachkommen können. Ziel ist es, im Rahmen mehrerer Machbarkeitsstudien zu zeigen, dass eine proaktive Lieferketten-Kommunikation zu Stoffen in Erzeugnissen in unterschiedlichen Sektoren möglich ist. Dabei unterstützt das genutzte Tool eine Full Material Declaration (FMD) entlang der Lieferkette.
Projekt-Teilvorhaben („actions“) unter der Leitung der Forschungsgruppe sofia
sofia unterstützt das sich vorranging aus NGOs und Behörden zusammensetzende Konsortium mit wissenschaftlicher Expertise bezüglich komplexer Governance-Fragen. Dabei fließen auch die Forschungsergebnisse aus früheren Studien ein (besonders „Konsumverhalten und Innovation zur Nachhaltigen Chemie“ – KinChem, „Marktchancen für 'nachhaltigere Chemie' durch die REACH-Verordnung" SuSport).
Benchmarking von IT-Tools für Verbraucherinformationen
Welche Arten von Verbraucher-Apps existieren bereits am Markt, um Verbrauchern über Chemikalien in Produkten zu informieren? Welche Aspekte von diesen Tools und deren Umsetzung sind bedeutsam, damit Verbraucher ihr Kauf- und Nutzungsverhalten anpassen und um Anreize für Änderungen im Produktdesign durch Erzeugnislieferanten zu schaffen? Die Ergebnisse des im Winter 2018 abgeschlossenen Benchmarkings finden Sie im Projektbericht 'Consumer smartphone apps for problematic substances in products'
Bedarfsanalyse und Tools hinsichtlich der Informationsweitergabe entlang der Lieferkette nach Art. 33(1)
Welche spezifischen Bedarfe für eine optimierte Lieferketten-Kommunikation bestehen in Unternehmen? Welche Tools und Lösungsansätze existieren bereits, und welche Hemmnisse stehen der Lieferketten-Kommunikation derzeit entgegen?
Die Ergebnisse der Analyse dienten als Grundlage (Software Requirements Specifications – SRS) für das Vergabeverfahren im Hinblick auf das IT-Tool für die Lieferkettenkommunikation. Ein Journal-Artikel (EU Traceability of Substances in Articles) fasst die wesentlichen Befunde zusammen (siehe unten).
Supply Chain Tool zur Informationsweitergabe von SVHC
Des Projekts testet ein von iPoint-systems bereitgestelltes Lieferketten-Tool. Gemeinsam mit ausgewählten Pilot-Unternehmen entwickelt die Forschungsgruppe sofia Produktfallstudien zu realen Erzeugnissen aus verschiedenen Branchen. Die Nutzung des Tools ist für die Pilot-Unternehmen und deren Lieferanten kostenlos. Die Lieferanten der ausgewählten Unternehmen werden geschult und berichten über Materialdaten zu den jeweiligen Erzeugnissen.
Ein Flyer enthält weitere Informationen zu dem Teilvorhaben. An den Pilotstudien interessierte Unternehmen füllen hierzu bitte einen Fragebogen aus und richten diesen an askreach@sofia-research.com.
Monitoring der Projektwirkung („Impact Assessment“)
Gestützt auf Daten aus den Partnerstaaten sowie generiert durch die im Projekt genutzten IT-Tools, und auf Grundlage eines im Konsortium entwickelten Monitoring-Konzepts schätzt sofia die praktischen Wirkungen (“Erfolge“) des Projekts ab, gemessen an einem Set von Indikatoren.
Einige Indikatoren erfordern die Festlegung eines „Baseline“-Wertes, der den Status quo widerspiegelt, bevor das Projekt relevante Ergebnisse erbracht hat. Die wichtigsten Zielgruppen des Projekts, d.h. Verbraucher und Artikellieferanten, gaben hierzu im Rahmen von Befragungen ihre Einschätzung. Der im Juli 2019 veröffentlichte Baseline-Bericht 'Awareness and communication on SVHCs in articles: Surveys among consumers and article suppliers' präsentiert die wichtigsten Ergebnisse der Umfragen. Der Bericht gibt Einblicke in das aktuelle Bewusstsein der Verbraucher in Bezug auf Chemikalien in Erzeugnissen und verdeutlicht die aktuelle Situation der Unternehmen in Bezug auf Bewusstsein, Umsetzung und damit verbundene Herausforderungen durch REACH Art. 33.
Policy Uptake: Proactive Alliance
Die Proactive Alliance ist ein Zusammenschluss verschiedener Akteure aus Industrie und Handel (u.a. Automotive, Chemie, Elektronik, Medizinprodukte, Möbel, Outdoor-Textilien) mit dem Ziel, die Lieferketten-Kommunikation zu Stoffen in Erzeugnissen zu vereinfachen und damit wesentliche Hemmnisse aufseiten der Lieferanten abzubauen. Hierzu entwickelte die Gruppe Empfehlungen („Policy Recommendations“) für einen globalen sowie sektor-unabhängigen Kommunikationsstandard.
Die Forschungsgruppe sofia moderiert den zugehörigen Prozess (siehe reach-helpdesk.info). Formal ist die Proactive Alliance nicht dem LIFE AskREACH Projekt zugeordnet. Allerdings ist die PA thematisch eng mit der Supply Chain Action im AskREACH Projekt verbunden und es gibt Überschneidungen in den Zielsetzungen der beiden Projekte.
Schenten, Julian/Führ, Martin/Kleihauer, Silke/Schönborn, Joana
Current Opinion in Green and Sustainable Chemistry, Available online 5 September 2019,
Martin Führ, Julian Schenten 2019,
in: Responsible Consumption and Production, Encyclopedia of the UN Sustainable Development Goals, Walter Leal Filho, Anabela Marisa Azul, Luciana Brandli, Pinar Gökcin Özuyar, Tony Wall (Hrsg.), Springer, Cham, Online.
Awareness and communication on SVHCs in articles: Surveys among consumers and article suppliers
Julian Schenten, Susana Fonseca, Joana Schönborn 2019,(Projektbericht).
EU Traceability of Substances in Articles: Supply Chain Communication Challenges and the Perspective of Full Material Declaration (FMD)
Julian Schenten, Martin Führ und Leonie Lennartz, elni 2018/2, 32 - 38.
Julian Schenten, Joana Schönborn 2018, (Projektbericht).
Projektpartner sind Behörden, wissenschaftliche Einrichtungen und Nichtregierungs-Organisationen aus dem Bereich Umwelt- und Verbraucherschutz. Die Projektleitung liegt beim Umweltbundesamt (UBA). Darüber hinaus sind folgende Organisationen im Projekt beteiligt:
Deutschland: Baltic Environmental Forum Germany (BEF DE), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hochschule Darmstadt Sonderforschungsgruppe Institutionenanalyse (sofia)
1.9.2017 – 30.8.2022
sofia Team und Kontakt
Prof. Dr. Martin Führ, Dr. Julian Schenten, M.Sc. Joana Schönborn, Leonie Lennartz
askreach@sofia-research.com
Aktuelle Informationen zu AskREACH mit allen Teilvorhaben finden sich unter www.askreach.eu.