Source: https://steuerrecht-anwalt.berlin/offenlegung-oder-hinterlegung/
Timestamp: 2020-03-31 02:01:52
Document Index: 7587753

Matched Legal Cases: ['§ 325', '§ 242', '§ 267', '§ 325', '§ 326', '§ 325', '§ 267', '§ 267', '§ 266', '§ 325', '§ 326', '§ 326', '§ 264']

Offenlegung oder Hinterlegung? - Anwaltskanzlei Wudtke Berlin
Offenlegung oder Hinterlegung?
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Die gesetzlichen Vertreter von Kapitalgesellschaften haben gemäß § 325 Absatz 1 HGB für diese den Jahresabschluss beim Betreiber des Bundesanzeigers elektronisch einzureichen. Unter Jahresabschluss versteht man gemäß § 242 Absatz 3 HGB die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung. Der Jahresabschluss ist unverzüglich nach seiner Vorlage an die Gesellschafter, jedoch spätestens vor Ablauf des zwölften Monats des dem Abschlussstichtag nachfolgenden Geschäftsjahrs, mit dem Bestätigungsvermerk oder dem Vermerk über dessen Versagung einzureichen. Jedoch gibt es verschiedene Formen von Kapitalgesellschaften, d.h. große, mittlere, kleine und ganz kleine Kapitalgesellschaften. Die Veröffentlichungspflicht sinkt, je kleiner die KapG.
Was gilt bei Kleinstkapitalgesellschaften?
Kleinstkapitalgesellschaften sind gemäß § 267a HGB kleine Kapitalgesellschaften, die mindestens zwei der drei nachstehenden Merkmale nicht überschreiten: 1.) 350.000 Euro Bilanzsumme; 2.) 700.000 Euro Umsatzerlöse in den zwölf Monaten vor dem Abschlussstichtag; 3.) im Jahresdurchschnitt zehn Arbeitnehmer. Dabei gibt es aber auch Gesellschaften die per Gesetz keine Kleinstkapitalgesellschaften sind. Im Unterschied zu den gesetzlichen Vertretern von Kapitalgesellschaften gemäß § 325 Absatz 1 HGB können die gesetzlichen Vertreter von Kleinstkapitalgesellschaften gemäß § 326 Absatz 2 HGB ihre sich aus § 325 HGB ergebenden Pflichten auch dadurch erfüllen, dass sie die Bilanz in elektronischer Form zur dauerhaften Hinterlegung beim Betreiber des Bundesanzeigers einreichen und einen Hinterlegungsauftrag erteilen. Dieses Recht haben nur Kleinstkapitalgesellschaften. Diese dürfen von diesem Recht aber nur Gebrauch machen, wenn sie gegenüber dem Betreiber des Bundesanzeigers mitteilen, dass sie zwei der drei in § 267 a Absatz 1 HGB genannten Merkmale für die nach § 267 Absatz 4 HGB maßgeblichen Abschlussstichtage nicht überschreiten. Die Kleinstkapitalgesellschaft muss daher keinen Jahresabschluss einreichen, sondern nur die Bilanz, in der durch § 266 Absatz 1 Satz 4 HGB vorgeschriebenen Form. Lassen Sie sich hier im Zweifelsfall steuerlich beraten.
Gibt es zusätzliche Anforderungen?
Auf kleine Kapitalgesellschaften ist § 325 Absatz 1 HGB gemäß § 326 Absatz 1 HGB mit der Maßgabe anzuwenden, dass die gesetzlichen Vertreter eine Bilanz und einen Anhang einzureichen haben. Dieser Anhang ist in § 326 Absatz 2 HGB für eine Kleinstkapitalgesellschaft nicht gefordert. Kleinstkapitalgesellschaften müssen aber grundsätzlich gemäß § 264 Absatz 1 Satz 5 HGB ihren Jahresabschluss um einen Anhang erweitern. Dies gilt jedoch nicht, wenn sie bestimmte Angaben unter ihrer Bilanz angeben. Dazu ist sie insb. verpflichtet, wenn besondere Umstände dazu führen, dass der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der KapG nicht vermittelt. Lassen Sie sich auch hier steuerlich beraten.