Source: http://www.bankstudent.de/downloads3/bb7.htm
Timestamp: 2017-11-24 14:40:59
Document Index: 102048881

Matched Legal Cases: ['§266', '§266', '§271', '§267', '§268', '§269', '§273', '§282', '§271', '§273', '§65', '§279', '§280', '§253', '§280', '§253', '§280']

Die Bilanz der Kapitalgesellschaften
Die Bilanz (§266-274)
Gliederung der Bilanz (§266)
Kontenform erforderlich
§ Immaterielles Vermögen
· Immateriell erworbene Schutzrechte
· Derivativer Geschäfts- oder Firmenwert (sofern käuflich erworben)
§ Sachanlagen
§ Finanzanlagen
· Anteile an verbundenen Unternehmen
· Wesentliche Beteiligungen (§271)
· Wertpapiere des Anlagevermögens (längerfristig gehalten ohne geplante Einflussnahme)
§ Vorräte
§ Forderungen
· Forderungen an verbundene Unternehmen èwichtig für Bilanzanalyse
· Kasse, Bank
§ Gezeichnetes Kapital / Grundkapital (Nennbetrag* Zahl der Anteile)
§ Kapitalrücklagen (Agio aus der Emission)
§ Gewinnrücklage èkummulierte thesaurierte Gewinne
ègilt nicht im Fall einer Kapitalerhöhung
§ Gewinn- / Verlustvortrag
ènoch keine Gewinnverwendung für den Vorjahresgewinn festgelegt
§ Jahresüberschuß /-fehlbetrag èGewinn des laufenden Jahres
§ Anleihen èdarunter konvertible Anleihen (Kapitalmarktanleihen)
§ Kredite von Kreditinstituten
Größenklassen für Kapitalgesellschaften (§267)
Eine kleine Kapitalgesellschaft besteht, wenn mindestens 2 der 3 folgenden Merkmale erfüllt sind:
o Bilanzsumme abzgl. Fehlbetrag auf Aktivseite < 6.720.000 DM
o Umsatzerlöse der gesamten letzten Periode (12 Monate) < 13.440.000
o Maximal 50 Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt
Eine mittelgroße Kapitalgesellschaft ist keine kleine Kapitalgesellschaft bei zusätzlich mindestens 2 der 3 folgenden Merkmale erfüllt sind:
o Bilanzsumme abzgl. Fehlbetrag auf Aktivseite < 26.890.000 DM
o Umsatzerlöse der gesamten letzten Periode (12 Monate) < 53.780.000
o Maximal 250 Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt
Sonstige Kapitalgesellschaften sind als große Kapitalgesellschaften anzusehen
Vorschriften zu bestimmten Posten der Bilanz (§268)
Berücksichtigung der Jahresüberschussverwendung ist möglich (nicht Pflicht!)
Darstellung der Entwicklung des AV (Zugänge, Abgänge, AfA) sowie der Bilanzierungshilfe im Anhang (Pflicht!)
Ist das EK aufgebraucht, ist der Fehlbetrag auf der Aktivseite unter der Bezeichnung „Nicht durch EK gedeckter Fehlbetrag“ auszuweisen
Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit > 1 Jahr sind gesondert auszuweisen
Aufwendungen für die Ingangsetzung des Betriebes (§269)
Aufwendungen zur Ingangsetzung des Betriebes (Personalwerbung, Notargebühren,..) dürfen als Bilanzierungshilfe auf der Aktivseite der Bilanz ausgewiesen werden
Sonderposten (siehe §273)
Wenn durch die Bilanzierungshilfe ein Gewinn im Jahresabschluß ausgewiesen wird, kann der Gewinn nicht sofort ausgeschüttet werden, sondern ist zunächst gegen die Bilanzierungshilfe gegenzurechnen
èin Verbindung mit §282 gilt: die Abschreibung der Bilanzierungshilfe hat mit mindestens 25% zu erfolgen, so dass damit auch die Dauer der Bilanzierungshilfe auf 4 Jahre beschränkt ist.
Beteiligungen und verbundene Unternehmen (§271)
Beteiligung = Anteile an Unternehmen, die einer dauernden Verbindung dienen
Keine Genossenschaftsanteile
Ab 20% Anteil am Nennkapital ist von einer Beteiligung zu sprechen (darunter Wahlrecht)
Verbundene Unternehmen, sind Gesellschaften die 100%ig in den Konzernabschluß konsolidiert sind
Sonderposten mit Rücklagenanteil (§273)
o Einkommenssteuerrichtlinie 35 èErsatzbeschaffung infolge höherer Gewalt
o §65 EStG èReinvestitionen èRealisierung von stillen Reserven, die einer anschließenden Investition dienen sollen steuerlich begünstigt werden
Beispiel: Totalschaden eines PKW mit Restbuchwert 20000,-
o Es erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von 20000,-
o Die Versicherung zahlt als Entschädigung 30000,- èaußerordentlicher Ertrag
o èaußerordentliches Ergebnis: +10000 (=-20000+30000)
o Dieser Betrag müsste versteuert werden, kann jedoch auch als Sonderposten auf der Passivseite ausgewiesen werden, womit er seine steuerliche Relevanz verliert
o Im Folgejahr wird ein Ersatz-PKW beschafft zu 50000,- (Nutzungsdauer 5 Jahre)
§ Vom Kaufpreis wird der Sonderposten abgezogen
§ Kaufpreis somit 40000,-
§ Abgeschrieben werden auch nur 40000 über 5 Jahre (=8000,- pro Jahr statt 10000,- pro Jahr bei 50000,-)
§ Ingesamt wird somit die Steuerschuld auf 5 Jahre verteilt èSteuerstundungseffekt
Höhere Gewalt: Naturkatastrophen, staatliche Eingriffe
Sonderposten stehen in der Bilanz zwischen Eigenkapital und Fremdkapital
Bei der Bilanzbewertung werden Sonderposten zu 50% dem Eigenkapital und zu 50% dem Fremdkapital zugeschlagen
Bewertungsvorschriften (§§279-283)
§280:
o außerplanmäßige Abschreibungen, die nicht dauerhaft sind, dürfen nur bei Finanzanlagen durchgeführt werden
o bei zeitweiligen Abschreibungen gibt es eine Zuschreibungspflicht, sobald die Sonderabschreibung teilweise und ganz wieder aufgeholt wurde èdie Zuschreibung darf jedoch nicht über die Anschaffungskosten hinausgehen
o èreversible Abschreibung
o Ausnahmen von der Zuschreibung sind nur möglich, sofern es das ESt-Recht zulässt
Beispiel: Bewertung von Aktien
Aktie im AV
Aktie im UV
Vgl. 252 Abs. 4
AK als Maximum
o Im AV gilt das gemilderte Niederstwertprinzip (Vgl. §253), wonach zu jedem Wert zwischen dem Marktpreis und den Anschaffungskosten bewertet werden kann. Es ist jedoch die Zuschreibungspflicht nach §280 zu beachten.
o Um UV gilt das strenge Niederstwertprinzip (Vgl. §253), wonach stets zum Marktpreis zu bewerten ist, sofern er die Anschaffungskosten nicht übersteigt. Auch hier gilt die Zuschreibungspflicht nach §280