Source: https://www.kagus.de/kinder--und-jugendhilfe/heilpaedagogische-ambulanz/fachberatung/
Timestamp: 2019-04-21 10:15:26
Document Index: 32776133

Matched Legal Cases: ['§ 7', '§ 24', '§ 53', '§ 4', '§ 22', '§ 22', '§ 22', '§ 4', '§8', '§ 22', '§ 7', '§ 13', '§ 17', '§ 9', '§ 5', '§ 55']

Fachberatung - Kolping Akademie Gütersloh
Nach den Grundsätzen der Behindertenrechtskonvention sind Kindertageseinrichtungen verpflichtet, Kinder mit Behinderung und drohender Behinderung aufzunehmen und entsprechend zu fördern. Somit sind diese Kinder ins Blickfeld der Jugendhilfe gerückt, die zuvor aufgrund ihrer Behinderung im Hilfesystem Sozialhilfe versorgt wurden. Kinder mit Behinderung haben einen Rechtsanspruch auf eine wohnortnahe Förderung, die auch gemeinsam mit nichtbehinderten Kindern stattfindet (§ 7 KiBiz). Dieser Paragraph unterstreicht nun die Verantwortung der Jugendhilfe für alle Kinder und bestätigt die Notwendigkeit der gemeinsamen Förderung von Kindern mit und ohne Behinderung.
Durch die veränderten Bedingungen in den Einrichtungen benötigen die pädagogischen Fachkräfte vor Ort kindbezogene, diagnostische und heilpädagogische Beratung, um den individuellen Bedarfen und Möglichkeiten des Kindes gerecht zu werden.
Die Heilpädagogische Fachberatung ist ein Unterstützungsangebot für Kindertageseinrichtungen, die im Rahmen der Maßnahme „Integrative Erziehung – gemeinsame Erziehung von behinderten und nicht- behinderten Kindern“ arbeiten. Damit wird das System „Frühe Hilfen“ sinnvoll ergänzt.
Das Unterstützungsangebot richtet sich sowohl an die Pädagogen/innen als auch an die Eltern der zu betreuenden Kinder.
So können die Bedürfnisse der Kinder, die in der Kindertageseinrichtung auffällig werden, durch Beobachtung, Hospitation und bei Bedarf mit einem standardisierten Verfahren deutlich gemacht werden. Daraufhin kann gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften in der Einrichtung der pädagogische Mehraufwand des zu betreuenden Kindes ermittelt und beantragt werden.
Die Mitarbeiterinnen der Heilpädagogischen Ambulanz verfügen über die entsprechenden Fachkenntnisse und Erfahrungen und daher ist es sinnvoll, diese Kompetenz zu nutzen und die Heilpädagogische Fachberatung für die pädagogischen Kräfte und Eltern und Erziehungsberechtigte einzurichten.
Die ortsnahe Umsetzung der Heilpädagogischen Fachberatung in den Kindertagesstätten unterstützt die Mitarbeiter/ Innen der Tageseinrichtungen in ihrem Auftrag.
Folgende Vorteile bietet eine ortsnahe Heilpädagogische Beratung der Einrichtungen:
Hospitation und Diagnostik (bzw. deren Beurteilung) des konkreten Kindes
Intensiver und vertraulicher Aufbau der Beziehung zu den Eltern und Pädagog/innen
verbesserte Vernetzung und Kooperation zu den örtlichen Einrichtungen
Gesetzesgrundlagen und gesetzliche Rahmenbedingungen für die Bedarfsplanung und Förderung
Gemeinsame Verantwortung von Jugendhilfe und Sozialhilfe
§ 24 SGB VIII (Rechtsanspruch Kindergartenplatz) im Zusammenhang mit § 53 SGB XII (Eingliederungshilfe) und § 4 SGB XII sowie § 22 SGB VIII, § 22a Tagesbertreuungsausbaugesetz TAG
Gemeinsame Förderung von Kindern mit Behinderung und Kindern ohne Behinderung
§ 22a, Abs. 4 SGB VIII, § 4 Abs. 3 SGB IX, §8 Kinderbildungsgesetz KiBiz, § 22 Tagesbetreuungsausbaugesetz TAG
Verpflichtung zur Aufnahme von Kindern mit Behinderung
§ 7 Kinderbildungsgesetz KiBiz
Vorrang ambulanter Förderung vor teilstationärer Förderung und Verhältnismäßigkeit der Mittel
s. § 13 SGB XII in Verbindung mit § 17 SGB XII sowie § 9 SGB XII, § 5 SGB VIII
Richtlinien des LWL über die Förderung von Kindern mit Behinderung in Kindertageseinrichtungen vom 19.12.2008 (Rundschreiben 63/2008)
SGB IX: § 55 Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft, Abs. 2.2
Mit der Einrichtung der Heilpädagogischen Fachberatung werden vor Ort geeignete Strukturen geschaffen, sodass das Kind tatsächlich die notwendige und erforderliche Hilfe erhält.
Die unterschiedliche Entwicklung jedes Kindes und die damit verbundene tägliche Integrationsarbeit macht eine individuelle Begleitung des Integrationsprozesses erforderlich.
Das Ziel der Heilpädagogischen Beratung ist es, die pädagogischen Fachkräfte bei diesem Prozess zu unterstützen und zu beraten, um die berufliche Kompetenz zu erhöhen.
Eine erweiterte Qualifizierung ermöglicht ein frühes Erkennen von Entwicklungsauffälligkeiten und somit ein frühzeitiges Einleiten von erforderlichen Maßnahmen.
Beobachtung / Hospitation / Entwicklungseinschätzung, bzw. Diagnostik
Hilfe bei der Wahl von weiterführenden Einrichtungen
(z.B. Übergang Tageseinrichtung / Schule)
kindbezogene Beratung der pädagogischen Mitarbeiter/Innen
Gestalten und Leiten von Workshops z. B. Treffen der Zusatzkräfte
Teilnahme bei Bedarf an Arbeitskreisen z. B. LeiterInnentreffen
Das Beratungsangebot ist freiwillig; sowohl für die Eltern als auch für die Einrichtungen. Die Heilpädagogische Fach- Beratung unterliegt der Schweigepflicht.
Die Heilpädagogische Fachberatung ist ein Angebot der Heilpädagogischen Ambulanz die seit vielen Jahren vernetzt mit und für Kinder im Vorschulalter arbeitet.