Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerwGE%2084,%2071
Timestamp: 2019-03-21 04:29:02
Document Index: 372907264

Matched Legal Cases: ['§ 13', 'Art. 5', 'Art 5', '§ 13', '§ 16', 'Art. 5', '§ 16', 'Art. 5', 'Art. 5', 'Art. 4', 'Art. 5', 'Art. 14', 'Art. 5', 'Art. 5']

BVerwG, 09.11.1989 - 7 C 81.88 - dejure.org
Straßenrechtlicher Gemeingebrauch (Hinweis: vgl. für Baden-Württemberg: §§ 13, 16 StrG), Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG
Straßenkunst - Silhouettenschneiden - Kunstfreiheit - Sondernutzung - Gemeingebrauch - kommunikativer Verkehr - Spontankunst - Erlaubnisfreier Gemeingebrauch - Erlaubnispflichtige Sonderbenutzung - Ausübung von Straßenkunst - Beurteilung nach landesrechtlichen Vorschriften - Gewährleistung der Kunstfreiheit - Grundrechtlich geschützte Positionen Dritter - Anspruch auf Erteilung einer Sondernutzungserlaubnis
Art 5 Abs 3 S 1 GG, § 13 StrG BW vom 26.09.1987, § 16 StrG BW
Straßenkunst - Silhouettenschneiden - Kunstfreiheit - Sondernutzung - Gemeingebrauch
Zum Verhältnis von Kunstfreiheit und Straßenrecht
GG Art. 5 Abs. 3 S. 1; StrG -BW 13 Abs. 1
VG Karlsruhe, 06.02.1987 - 3 K 260/86
VGH Baden-Württemberg, 17.08.1988 - 14 S 689/87
VGH Baden-Württemberg, 24.04.1992 - 14 S 3212/89
BVerwGE 84, 71
NJW 1990, 2011
NVwZ 1991, 139
NZV 1990, 286 (Ls.)
VBlBW 1990, 246
VBlBW 1990, 250
DVBl 1990, 163
DÖV 1990, 252
afp 1990, 259
vgl. BVerwG, Urteil vom 9. November 1989 - 7 C 81.88 -, NJW 1990, 2011 = juris, Rn. 9.
vgl. BVerwG, Urteil vom 9. November 1989 - 7 C 81.88 -, NJW 1990, 2011 (2012) = juris, Rn. 12.
vgl. BVerwG, Urteil vom 9. November 1989 - 7 C 81.88 -, NJW 1990, 2011 (2012 f.) = juris, Rn. 17.
vgl. BVerwG, Urteil vom 9. November 1989 - 7 C 81.88 -, NJW 1990, 2011 = juris.
Denn die bei Annahme einer Sondernutzung durch § 16 Abs. 1 Satz 1 StrG statuierte Erlaubnispflicht stellt keine unzulässige Zensur i. S. des Art. 5 Abs. 1 Satz 3 GG, sondern im Hinblick auf die Ausgleichs- und Verteilungsfunktion der Sondernutzungserlaubnis für die verschiedenen grundrechtlich geschützten Belange der Straßenbenutzer (vgl. hierzu BVerwG, Urt. v. 09.11.1989 - 7 C 81.88 - BVerwGE 84, 71) ein allgemeines (Schranken-)Gesetz i. S. von Art. 5 Abs. 2 GG dar.
Auch der Gedanke der Spontaneität einer kommunikativen Straßenbenutzung, der eventuell deren Erlaubnisfreiheit erzwingen könnte, "wenn der Gang zur Erlaubnisbehörde nicht nur eine Lästigkeit wäre", sondern die Ausübung des betreffenden Kommunikationsgrundrechts "praktisch unmöglich" machte (vgl. BVerwG, Urt. v. 09.11.1989 - 7 C 81.88 - a.a.O.), rechtfertigt keine andere Betrachtungsweise.
Soweit eine vom Landesrecht als Sondernutzung qualifizierte Straßennutzung als Ausübung des vorbehaltlos gewährleisteten Grundrechts der Glaubensfreiheit (Art. 4 Abs. 1 und 2 GG) zu werten ist, gelten dieselben bundesrechtlichen Grundsätze, die das Bundesverwaltungsgericht in ständiger Rechtsprechung (vgl. BVerwGE 84, 71 ;… Beschluß vom 19. Dezember 1986, a.a.O.) im Hinblick auf die - gleichfalls vorbehaltlos gewährleistete - Kunstfreiheit (Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG) für Fälle der Straßenkunst entwickelt hat (vgl. ferner - zum Thema Baukunst und Baurecht - Beschlüsse vom 27. Juni 1991 - BVerwG 4 B 138.90 - und vom 13. April 1995 - BVerwG 4 B 70.95 - sowie - zum Thema Glaubensfreiheit und Gewerberecht - Beschluß vom 16. Februar 1995 - BVerwG 1 B 205.93 - ).
1.1.2 Die Verlegung und der Verbleib eines Stolpersteins in öffentlichen Straßen gehen über den Gemeingebrauch hinaus, weil sie nicht für Zwecke des Verkehrs erfolgen, und zwar weder im engeren Sinn eines auf Ortsveränderung gerichteten Fortbewegungsverkehrs noch im weiteren Sinn eines auf Begegnung und Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern gerichteten sog. kommunikativen Verkehrs (…vgl. zum Verkehrsbegriff Wiget in Zeitler, Bayerisches Straßen- und Wegegesetz, Art. 14 Rn. 19 ff. und 38 ff.; BVerwG, U.v. 9.11.1989 - 7 C 81.88 - BVerwGE 84, 71/73 = juris Rn. 7;… BayVGH, U.v. 22.6.2010 - 8 BV 10.182 - BayVBl 2011, 176 = juris Rn. 16).
Das behördliche Kontrollverfahren dient dazu, die verschiedenen grundrechtlich geschützten Belange, die bei der Nutzung des "knappen Guts öffentliche Straße" miteinander in Konflikt geraten können, in Einklang zu bringen (vgl. dazu BVerwG, Urt. v. 09.11.1989 - 7 C 81.88 - BVerwGE 84, 71 ).
Dabei kann dahinstehen, ob das Berliner Straßengesetz, das nicht auf verkehrsübliche Grenzen des Gemeingebrauchs abstellt (vgl. demgegenüber zum Landesstraßengesetz für Baden-Württemberg: BVerwG, Urteil vom 9. November 1989 - 7 C 81.88 -, BVerwGE 84, 71, 77), es überhaupt zulässt, die Grenzen des Gemeingebrauchs nach der Ortsüblichkeit zu bestimmen.
Diese Verfassungsnorm gebietet es nicht, solche Nebentätigkeiten von einer vorherigen Genehmigung freizustellen (vgl. auch BVerwG 9. November 1989 - 7 C 81.88 - BVerwGE 84, 71, wonach es die Kunstfreiheit des Art. 5 Abs. 3 GG nicht erfordert, Straßenkunst von der Einholung einer Sondernutzungserlaubnis freizustellen).
Für den Bereich der Kunstausübung, deren Freiheit Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG ohne Gesetzesvorbehalt gewährleistet, ist die Beachtlichkeit allgemeiner Ordnungsvorschriften in ständiger Rechtsprechung (vgl. nur BVerwGE 84, 71 = DÖV 1990, 252) längst anerkannt.
Straßenkunst ist Sondernutzung
Durch Urteil vom 09.11.1989 (BVerwGE 84, 71 = NJW 1990, 2011 = JZ 1990, 336 = GewArch 1990, 16) hat das Bundesverwaltungsgericht das Urteil des erkennenden Senats vom 17.08.1988 aufgehoben und den Rechtsstreit zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an den Verwaltungsgerichtshof zurückverwiesen.
Sie würden nicht als eine Art "Kommunikationsmedium", sondern vielmehr als Verkehrseinrichtungen geschaffen (vgl. im übrigen zum Problem, ob Straßenkunst Gemeingebrauch oder Sondernutzung des öffentlichen Straßenraums ist, Würkner, NJW 1989, 1266 und NJW 1990, 2013; Hufen, JZ 1990, 339 und JuS 1991, 597; Steinberg-Hartung, JuS 1990, 795; Laubinger, VerwArch 81 (1990), 583, 593 ff.; Heinz, NVwZ 1991, 139 und JA 1990, 246; Goerlich, Jura 1990, 415; Meyer, DÖV 1991, 542, 549).
Prozesskostenhilfe; Beschwerde; fehlende Erfolgsaussichten der Klage; …
VG Düsseldorf, 27.07.2017 - 16 L 3432/17