Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Ladung-zum-Haftantritt-Frist--f202764.html
Timestamp: 2019-09-21 18:00:11
Document Index: 142608152

Matched Legal Cases: ['§ 27', '§ 27', '§ 23', '§ 457', '§ 33', '§ 457', '§ 131']

Ladung zum Haftantritt - Frist? - frag-einen-anwalt.de
www.frag-einen-anwalt.deStrafrechtHaftbefehlLadung zum Haftantritt - Frist?
Meine Beschwerde wurde vom olg Asls unbegründet Abgewiesen
Mit welcher Frist muss ich zum Haftantritt rechnen? Und fals ich mich nicht selbst stelle San ergeht dann .Haftbefehl?
Haftbefehl Haftbefehl Ladung Haftantritt Beschwerde
Vorneweg: Ich gehe aufgrund Ihrer Schilderung davon aus, dass Beschwerde gegen den Widerruf einer Bewährung eingelegt worden ist, welcher nun als unbegründet zurückgewiesen wurde.
In aller Regel erhält der Verurteilte kurze Zeit nach Rechtskraft des Widerrufsbeschlusses die Ladung zum Stranantritt, und zwar grundsätzlich mit einer Gestellungsfrist von mindestens einer Woche (§ 27 StVollstrO). Nur im AUsnahmefall kann zum sofortigen Strafantritt geladen werden (§ 27 Absatz 2 Satz 2 StVollstrO). Bei der Ladung handelt es sich um einen Justizverwaltungsakt im Sinne von § 23 Absatz 1 EGGVG; ihre isolierte Anfechtung ist nach herrschender Auffassung nicht möglich, da der Verurteilte durch sie (die Ladung) alleine in seinen Rechten noch nicht verletzt sein kann (vgl. Heghmanns/Scheffler-Meinen, XII, Rn.45). Eine förmliche Zustellung der Ladung erfolgt nur, wenn ein sofortiger Strafdantritt verfügt wird.
Wird der Ladung keine Folge geleistet, muss kurze Zeit später mit derm Erlass eines Vollstreckungshaftbefehls (§ 457 Absatz 2 StPO, § 33 StVollstrO) gerechnet werden. Hier sind über § 457 Absatz 3 StPO die Vorschriften des § 131 StPO über Fahndungsmaßnahmen entsprechend anzuwenden.
Man sollte sich im Falle der Ladung fristgerecht in der Justizvollzugsanstalt melden, denn der Umstand, dass der Vollzug erst durch eine Festnahme angetreten wird, führt während des Vollzugs unweigerlich zu Nachteilen - insbesondere bezüglich den Fragen des offenen Vollzuges und der Vollzugslockerungen.
Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen hinsichtlich einer ersten Einschätzungweitergeholfen. Bei Unklarheiten oder Verständnisschwierigkeiten nutzen Sie bitte die Nachfrage-Option.
Nachfrage vom Fragesteller	08.11.2012 | 07:58
Sie liegen Richtig das es sich um einen Bewährungswiederruf handelt,allerdings von dem Landgericht,und aus diesem Beschluss wurde bei dem .olg Beschwerde eingereicht,und als unbegründet verworfen,Nochmal Bitte eine Letzte Frage,gibt es eine gesetzliche Frist,wo Das OLG der Vollstreckungsbehördebzw JVa Mitteilung über bringt,und ab wan bei evtl Nichtstellung Haftbefel ergeht?
Denke mal gelesen zu haben,von 1 Monat bei Nicht einfinden bzw selbststellung
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.11.2012 | 08:07
Eine gesetzliche Frist gibt es nicht. Der Staatsanwaltschaft als Vollstreckungsbehörde wird der rechtskräftige Widerrufsbeschluss mitgeteilt wo die Sache erst mal ein neues Vollstreckungsaktenzeichen bekommt und ein Vollstreckungsheft angelegt wird.
Dann wird die Sache dem Rechtspfleger vorgelegt, der genauestens prüfen muss, ob in dieser Sache oder einer einbezogenen Sache schon irgendwann mal ein Freiheitsentzug stattfand, wobei eine Festnahme nach der Straftat mit anschliessender Vernehmung schon als ein Tag abzuziehen ist.
Ist nun so das genaue Strafmaß ermittelt, muss aufgrund des sog. Vollstreckungsplan die zuständige Justizvollzugsanstalt ermittelt werden.
Danach verfügt der Rechtspfleger die Ladung zum Strafantritt und übergibt die Akte per Wachtmeister der Geschäftsstelle, die das Ausfertigen der Ladung und die Absendung veranlasst.
All das braucht so seine Zeit.
Aber man kann realistisch davon ausgehen, dass binnen 4-6 Wochen die Ladung zum Haftantritt abgeschickt wird.
Dem Verurteilten bleibt zur Regelung seiner Angelegenheiten eine Woche Zeit und muss dann "einrücken", wenn er nicht verhaftet werden will.