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Timestamp: 2020-08-03 18:50:21
Document Index: 365702644

Matched Legal Cases: ['§ 69', '§ 1908', '§ 1908', '§ 69', '§ 1901', '§ 1908', '§ 1896', '§ 1908', 'Art. 103']

Version vom 6. Februar 2009, 10:50 Uhr (Quelltext anzeigen)
Version vom 9. Februar 2009, 14:16 Uhr (Quelltext anzeigen)
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*[http://www.horstdeinert.de/lexikon/Betreuungsaufhebung.pdf Antrag auf Aufhebung der Betreuung]
*[http://www.horstdeinert.de/lexikon/Betreuungsaufhebung.pdf Antrag auf Aufhebung der Betreuung (PDF)]
*[http://www.ehrenamt-im-netz.de/file_download/13 Weiterer Antrag auf Betreuungsaufhebung]
*[http://www.projekt-geben.de/downloads/Betreuungsaufhebung.pdf Weiterer Antrag Betreuungsaufhebung (PDF)]
Version vom 9. Februar 2009, 14:16 Uhr
Die Betreuerbestellung ist keine endgültige Angelegenheit. Der Betreute kann immer Beschwerde gegen die Betreuung einlegen. Auch nahe Angehörige und die Betreuungsbehörde sind beschwerdeberechtigt (§ 69g FGG). Zuständig für die Entscheidung ist das Landgericht, sofern das Vormundschaftsgericht dem Rechtsmittel nicht statt gibt. Fällt der Handlungsbedarf für eine Betreuung weg, ist die Betreuung vom Gericht aufzuheben, was in der Praxis auch häufig vorkommt (§ 1908d BGB).
Ebenso kann der Betreuer gewechselt oder sein Aufgabenkreis erweitert oder eingeschränkt werden (§ 1908b BGB). Hierzu bedarf es einer Anregung an das Gericht. Ein Wechsel des Betreuers ist aber in der Regel schwer zu erreichen. Von sich aus prüft das Vormundschaftsgericht zumindest alle sieben Jahre, ob die Betreuung unverändert fortzuführen ist (§ 69 FGG). Vor dem 1.7.2005 betrug die Höchstdauer 5 Jahre.
Aufgrund der gesetzlichen Nachrangigkeit der Betreuung gegenüber anderen Hilfen sollte dieser Beendigungsgrund stets angestrebt werden; der Betreuer soll sich durch sein Handeln selbst "überflüssig" machen, den Betreuten durch seine Hilfestellung verselbständigen; ein Ziel, welches bei Geistigbehinderten sicher oft erreicht werden kann, während es bei psychisch Kranken und Altersverwirten eher zweifelhaft ist. Der Betreuer hat die Möglichkeit des Wegfalls der Betreuung unverzüglich dem Vormundschaftsgericht anzeigen (§ 1901 Abs. 5 BGB).
Die Bestellung eines Betreuers und die Anordnung eines Einwilligungsvorbehaltes dürfen nicht länger als notwendig dauern. (§ 1908d Abs. 1 BGB schreibt deshalb ausdrücklich vor, dass die Betreuung aufzuheben ist, wenn ihre Voraussetzungen wegfallen. Eine Betreuungsaufhebung erfolgte im Jahre 2007 in 28.819 Fällen, also bei rund 2 % aller bestehenden Betreuungen.
Liegen die Betreuungsvoraussetzungen nicht mehr vor, ist die Betreuung auch ohne Antrag eines der Beteiligten von Amts wegen aufzuheben. In der Praxis kommt es aber nur dann zum Tätigwerden des Gerichtes, wenn es vom Betreuten, vom Betreuer oder anderen Beteiligten beantragt wird.
Ist der Betreuer auf eigenen Antrag des Betreuten bestellt worden z.B. bei einem Körperbehinderten i.S. des (§ 1896 Abs. 1 Satz 3 BGB, so ist die Betreuung auf dessen Antrag aufzuheben, es sei denn, dass eine Betreuung von Amts wegen erforderlich ist. Den Antrag kann auch ein Geschäftsunfähiger stellen.
Die beteiligten Personen, insbesondere der Betreute und der Betreuer, haben daher jederzeit die Möglichkeit, dem Vormundschaftsgericht den Wegfall der die Betreuungsbedürftigkeit begründenden ((§ 1908d Abs. 1 BGB) Voraussetzungen mitzuteilen und so auf eine Aufhebung der Betreuung hinzuwirken.
OLG Frankfurt a.M., Beschluss vom 13.03.1992- 20 W 83/92, BtE 1992/93, 146 mit Komm. Florentz S. 146 = FamRZ 1992, 859 = MDR 1992, 511 = NJW 1992, 1395 = OLGR 1992, 176 = OLGZ 1992, 294 = R&P 1992, 96
OLG Karlsruhe, Beschluss vom 11.10.1993 - 11 AR 20/93, FamRZ 1994, 449
BayObLG , Beschluss vom 21.10.1993 - 3Z BR 243/93, FamRZ 1994, 324
BayObLG, Beschluss vom 27.01.1994 - 3Z BR 303/93, FamRZ 1994, 780
BayObLG, Beschluss vom. 21.07.1994 - 3Z BR 170/94, FamRZ 1994, 1602
Art. 103 I GG gilt auch im Verfahren der Freiwilligen Gerichtsbarkeit. Dabei muss grundsätzlich zu jedem dem Gericht unterbreiteten Vorgang Gelegenheit zur Äußerung gegeben werden, soweit er für die Entscheidung erheblich ist.
BayObLG, Beschluss vom 09.03.1995- 3Z BR 365/94, BayObLGR 1995,36 (LS)=BtPrax 1995,221=FamRZ 1995,1519 (LS)
OLG Hamm, Beschluss vom 28.03.1995- 15 W 9/95, BtPrax 1995,221 =DAVorm 1996,73 =FamRZ 1995,1519
BayObLG, Beschluss vom 14.06.1995 - 3Z BR 51/95, FamRZ 1996, 499
OLG Köln, Beschluss vom 07.10.1996 - 16 Wx 202/96, FamRZ 1997, 1293 = NJWE-FER 1997,202 (LS) = NJW-RR 1997, 708 = OLGR 1997,100
BayObLG, Beschluss vom 26.02.1997 - 3Z BR 55/97, FamRZ 1998, 323 = FuR 1998,90
BayObLG, Beschluss vom 09.10.1997, 3Z BR 225/97, BayObLGZ 1997,301 (Nr. 58)= BayObLGR 1998,35 (LS)=FamRZ 1998, 507 = NJW-RR 1998,435 = NJWE-FER 1998,152
OLG Düsseldorf, Beschluss vom 06.11.1997 - 25 Wx 80/97, OLGReport Düsseldorf 1998, 77 = FamRZ 1998, 1244 = BtPrax 1998,80
BayObLG, Beschluss vom 22.11.1999, 3Z BR 322/99
Konkreten Hinweisen, dass die Voraussetzungen der Betreuung weggefallen seien, hat das Vormundschaftsgericht von Amts wegen nachzugehen. Ob und gegebenenfalls in welcher Form es entsprechende Ermittlungen durchführt und Beweise erhebt, liegt in seinem pflichtgemäßen Ermessen.
BayObLG, Beschluss vom 09.04.2002 - 3Z BR 65/02, FamRZ 2003, 115 [LS]
BayObLG, Beschluss vom 24.11.2004 - 3Z BR 227/04, BayObLGR 2005,383 (LS)=BtPrax 2005,69 = FamRZ 2005,752 (LS)
BayObLG, Beschluss vom 20.12.2004 - 3Z BR 156/04, FamRZ 2005, 834
Lehnt das Vormundschaftsgericht die Aufhebung der Betreuung ab und verlängert es gleichzeitig die Frist für deren Überprüfung, so ist die Beschwerde gegen die ursprüngliche Bestellung des Betreuers mangels Rechtsschutzbedürfnisses unzulässig.
OLG München, Beschluss vom 09.11.2005 - 33 Wx 218/05, FamRZ 2006, 577 [LS] = BtPrax 2006, 33 = OLGR 2006, 263 = MDR 2006, 576
OLG München, Beschluss vom 29.11.2005 - 33 Wx 88/05, BtMan 2006, 47 (LS) = BtMan 2006, 110 (LS) = FamRZ 2006, 730 [LS.] = BtPrax 2006, 32 = MDR 2006, 759<
OLG München, Beschluss vom 22.12.2005 - 33 Wx 176/05, BtPrax 2006, 79 (LS) = FamRZ 2006, 730 (LS) = NJW-RR 2006, 512 = OLGR 2006, 137
OLG Rostock, Beschluss v. 24.04.2006 - 3 W 20/06, BtMan 2006, 162 (LS) = FamRZ 2006, 1630 [LSe] = OLGR 2006, 729
OLG München, Beschluss vom 28.07.2008, 33 Wx 164/08
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