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Timestamp: 2016-10-25 13:54:36
Document Index: 106609183

Matched Legal Cases: ['Art. 95', 'Art. 106', 'Art. 106', 'Art. 2', 'Art. 2', 'Art. 3', 'BGE', 'Art. 5', 'Art. 18', 'Art. 14', 'BGE', 'Art. 99', 'Art. 68', 'Art. 66']

1C_648/2013 � � Urteil vom 4. Februar 2014
Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graub�nden, 5. Kammer, vom 9. April 2013.
Am 23. November 2010 genehmigte die Regierung des Kantons Graub�nden das "Auflageprojekt f�r die Korrektion der Schanfiggerstrasse, Teilstrecke Chur - Arosa, Abschnitt Querverbindung Schanfiggerstrasse (Kilometer 0.00 - 0.85) " unter Auflagen und mit spezialrechtlichen Bewilligungen. Der neue Strassenabschnitt soll die Julierstrasse (bzw. Malixerstrasse) mit der Schanfiggerstrasse (bzw. Arosastrasse) verbinden; dadurch soll eine direkte Verbindung zwischen dem Autobahnanschluss Chur S�d via S�dumfahrung zur Schanfiggerstrasse geschaffen und die Stadt Chur vom Durchgangsverkehr von und nach Arosa entlastet werden.
Die Querverbindung schliesst rund 250 m unterhalb des Araschger-Ranks mit einem T-Anschluss bei Km 2.56 an die Julierstrasse an. Sie �berquert die Plessur und den s�dlichsten Teil des Sandquartiers auf einer neuen, 465 m langen und max. 135 m hohen Bogenbr�cke ("Plessurbr�cke St. Luzi") in einer langgezogenen S-Kurve. Etwa 100 m s�d�stlich des K�nzeli m�ndet sie bei Km 2.30 in die bestehende Schanfiggerstrasse ein.
F�r das Anschlussbauwerk an der Julierstrasse sind umfangreiche Sch�ttungen erforderlich. Das hierf�r erforderliche Sch�ttmaterial von rund 55'000 m� soll in der Deponie Hof auf dem Gebiet der Gemeinde Tschiertschen-Praden gewonnen werden, die anschliessend rekultiviert werden soll.
Gegen die Projektgenehmigung erhoben A.________ und weitere Einsprecher aus dem Sandquartier am 27. Dezember 2010 gemeinsam Beschwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden. Die Beschwerde richtete sich insbesondere gegen die projektierte Linienf�hrung der Verbindungsstrasse und der Br�cke.
Am 20. Mai 2011 wurde das Verfahren auf Antrag der Regierung sistiert, um das Projekt - das u.a. mit Bundesgeldern finanziert werden soll - den zust�ndigen Bundes�mtern zu unterbreiten.
Das Bundesamt f�r Umwelt (BAFU) stellte diverse Antr�ge; u.a. beantragte es, das Anschlussbauwerk sei zu �berpr�fen und nach M�glichkeit landschaftsvertr�glicher zu gestalten.
Das Bundesamt f�r Kultur (BAK) ging davon aus, dass die neue Querverbindung nur eine mittelschwere Beeintr�chtigung des im Inventar der sch�tzenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) verzeichneten Ortsbilds von Chur darstelle und stimmte dem Projekt grunds�tzlich zu. Allerdings sollten planerische Optimierungen (Br�ckenk�rper, Entflechtung resp. B�ndelung der Verkehrsstr�me, Terrainver�nderungen, Materialisierungen, etc.) sowie die definitive Gestaltung im vorgesehenen Wettbewerbsverfahren gekl�rt werden; erst anschliessend werde eine detaillierte Pr�fung aus Sicht des Orts- und Landschaftsbildes m�glich sein. Es behielt daher eine Beurteilung durch die Eidgen�ssischen Kommissionen f�r Natur- und Heimatschutz (ENHK) sowie Denkmalpflege (EKD) zu einem sp�teren Zeitpunkt ausdr�cklich vor.
Das Bundesamt f�r Strassen (ASTRA) hielt fest, dass historische Verkehrswege von nationaler Bedeutung vor allem auf der linken Talseite durch das Anschlussbauwerk und die hierf�r erforderlichen Terrainver�nderungen betroffen seien (Julierstrasse sowie alter Fahrweg Chur-Tiefencastel, Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz [IVS] Nrn. 23.2 und 23.1.1). Es beantragte u.a., die Substanzwerte (bergseitige St�tzmauer der Julierstrasse unterhalb des Araschger-Ranks; alter Fahrweg �stlich der Einm�ndung St. Ant�nienweg) zu erhalten, soweit dies im Rahmen der massiven Gel�ndeverschiebungen �berhaupt noch m�glich sei; ansonsten seien Ersatzmassnahmen zu realisieren und auf eine bestm�gliche Einpassung der Bauwerke in die Landschaft zu achten.
Das Verwaltungsgericht f�hrte am 18. Februar 2013 einen Augenschein beim Araschger-Rank und im Quartier Sand in Chur durch. Am 9. April 2013 wies es die Beschwerde ab.
Dagegen haben die im Rubrum genannten Einsprecher am 25. Juli 2013 Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ans Bundesgericht erhoben. Sie beantragen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei das ersuchte Bauvorhaben abzuweisen und die nachgesuchte Bewilligung zu verweigern. Eventualiter sei das Baugesuch an den Kanton zur �berarbeitung und Neuauflage zur�ckzuweisen. Subeventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zur�ckzuweisen.
Das BAFU verweist auf seine Stellungnahme im kantonalen Verfahren. Damals habe es das Projekt aus Sicht von Natur und Landschaft f�r umweltvertr�glich erachtet, sofern die von ihm zus�tzlich formulierten Antr�ge, insbesondere f�r eine landschaftsvertr�glichere Ausgestaltung des Anschlussbauwerks, umgesetzt w�rden. Da seither keine weiteren Abkl�rungen vorgenommen worden seien, h�nge die Umweltvertr�glichkeit des Projekts davon ab, ob f�r das Anschlussbauwerk, unter Ber�cksichtigung von verkehrs- und sicherheitstechnischen Aspekten, keine landschaftsvertr�glichere Ausgestaltung realisierbar sei.
Mit Verf�gung vom 11. September 2013 wurde der Beschwerde aufschiebende Wirkung zuerkannt.
Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann insbesondere die Verletzung von Bundesrecht - einschliesslich �berschreitung oder Missbrauch des Ermessens - ger�gt werden (Art. 95 lit. a BGG). Das Bundesgericht wendet das Bundesrecht grunds�tzlich von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Die Verletzung von Grundrechten (einschliesslich die willk�rliche Anwendung von kantonalem Recht) pr�ft es dagegen nur insoweit, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und gen�gend begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG).
Die Beschwerdef�hrer machen geltend, dass die geplante Br�cke sie und andere Bewohner des Quartiers Sand stark beeintr�chtigen werde: Aufgrund des bedeutenden Schattenwurfs entziehe sie dem Quartier Licht; die L�rmimmissionen durch den Br�ckenverkehr seien erheblich, und es bestehe die Gefahr von herunterfallenden Gegenst�nden jeder Art. Schliesslich k�nne der Hang direkt �ber dem Quartier durch die Bauarbeiten und die geplante Rodung von Schutzwald destabilisiert werden. Weitere Eingriffe drohten, wenn die Br�cke als Durchlauftr�gerbr�cke mit senkrechten Pfeilern realisiert werde; diese Variante sei von der Regierung ausdr�cklich vorbehalten worden. Das Projekt bedeute daher einen schweren Eingriff in das Eigentum der Beschwerdef�hrer. Dieser sei nur verh�ltnism�ssig, wenn es keine zumindest gleich geeignete, weniger in private Rechte eingreifende Linienf�hrung gebe.
Die Beschwerdef�hrer r�gen, dass alternative Linienf�hrungen �ber unbewohntem Gebiet nicht seri�s gepr�ft worden seien. Die Variantenstudie vom Juni 2006 und der technische Bericht des Tiefbauamts Graub�nden vom April 2008 h�tten einzig den Ausbau der Schanfiggerstrasse als Alternative ber�cksichtigt. Linienf�hrungen f�r eine weiter s�d�stlich verlaufende Querverbindung (Varianten 3 und 4) seien nur marginal angesprochen und umschrieben worden.
Die Beschwerdef�hrer sind der Auffassung, dass eine etwas weiter talaufw�rts gelegene Br�cke �ber unbewohntem Gebiet nicht wesentlich teurer und aus Sicht von Ortsbildschutz, Natur und Landschaft vorteilhafter w�re als die genehmigte Linienf�hrung. Die Br�ckenpfeiler k�men weiter von Chur entfernt zu stehen, n�her zum Meiersboden, wo sich bereits eine Zivilschutzanlage und ein Schiessplatz befinden. Diese Variante h�tte daher vertieft abgekl�rt werden m�ssen.
Sie berufen sich auf ein bereits im Jahr 1972 geplantes und 1974 vom Grossen Rat genehmigtes Projekt einer Durchlauftr�gerbr�cke zwischen dem Araschger-Rank und Brandacker (im Folgenden: Projekt 1972), dessen Linienf�hrung in etwa derjenigen der Variante 4 entsprochen habe. Die Pfeiler der Durchlauftr�gerbr�cke seien zwar massiver als diejenigen der Bogenbr�cke; dagegen ben�tige diese mehrere Pfeiler und ihre Erstellung sei ganz generell aufwendiger. Die Beschwerdef�hrer sch�tzen die Kosten beider Br�cken auf rund Fr. 60.5 Mio., d.h. etwa gleich hoch. Sie bem�ngeln, dass sich der Kanton darauf beschr�nkt habe, ihre Ausf�hrungen zu kritisieren, anstatt selbst fundierte Berechnungen und Vergleiche anzustellen.
Das Verwaltungsgericht hielt fest, dass die von den Beschwerdef�hrern bevorzugte Variante eine gerade Durchlauftr�gerbr�cke, diagonal zur Talachse, erfordere. Diese Querverbindung w�re deutlich l�nger, �berquere den Talgrund h�her und die Querschnittsabmessungen des Br�ckenkastens sowie der Pfeiler fielen wesentlich massiver aus. Es w�ren deshalb nebst negativen Auswirkungen auf die Anliegen des Natur- und Landschaftsschutzes auch deutlich h�here Kosten zu erwarten. Zudem behindere die auf der rechten Talseite befindliche Hochspannungsleitung die Erstellung der Br�cke und schr�nke den Gestaltungsspielraum ein.
Das angefochtene Projekt �berquere dagegen das Tal an der engsten Stelle zwischen K�nzeli und Araschger-Rank und �berspanne es mit einer Bogenbr�cke in grossz�giger und eleganter Weise, ohne Talgrund und Plessur zu ber�hren. Aufgrund der S-f�rmig geschwungenen Linienf�hrung k�nne die Br�cke an den Widerlagern fixiert werden, da L�ngen�nderungen (z.B. infolge Temperaturschwankungen) durch elastische Verformungen des Br�ckentr�gers in Querrichtung aufgenommen werden k�nnten, sodass die Kr�fte nicht �ber massive Pfeiler in den Untergrund abgetragen werden m�ssten. Dies lasse den Bau eines schlanken R�ckenbauwerks zu. Dasselbe statische Prinzip gelte f�r eine Durchlauftr�gerbr�cke mit der Linienf�hrung gem�ss Auflageprojekt, falls dieser Br�ckentyp sich im Wettbewerb als beste L�sung erweisen sollte. Eine gerade Durchlauftr�gerbr�cke in den Raum Brandacker m�sste dagegen an ihren Enden verschiebbar gelagert und mit Fahrbahn�berg�ngen ausgebildet werden; horizontal auf den Br�ckentr�ger wirkende Kr�fte m�ssten �ber die hohen Pfeiler abgetragen werden, was massive Bauwerksabmessungen zur Folge h�tte.
Das Verwaltungsgericht r�umte ein, dass sich die Studien des Tiefbauamts auf konzeptionelle und technische Erw�gungen konzentriert h�tten; daraus d�rfe aber nicht geschlossen werden, dass die Einschr�nkung privater Interessen durch die gew�hlte Linienf�hrung in der Interessenabw�gung der Regierung nicht ber�cksichtigt worden sei. So werde im technischen Bericht vom Juni 2006 erw�hnt, dass sich unter der geplanten St. Luzibr�cke einige H�user des Quartiers Sand auf einer mittleren H�he von rund 610 bis 615 m.�.M. befinden; die Fahrbahn der Br�cke liege in diesem Bereich auf einer H�he von rund 740 m.�.M., rund 125 m h�her, weshalb die Wahrnehmbarkeit der Br�cke im Quartier gering sei. Auch seien private Interessen im UVB bei den Ausf�hrungen zu den L�rmimmissionen oder zum Schattenwurf ber�cksichtigt worden.
Zusammenfassend kam das Verwaltungsgericht zum Ergebnis, dass die gew�hlte Linienf�hrung mit der Bogenbr�ckenform sich sowohl aus technischen und Kostengr�nden, aber auch unter dem Aspekt des Ortsbild- und des Landschaftsschutzes als die klar beste Variante erweise. Die Regierung habe die verschiedenen �ffentlichen Interessen an der Erstellung der neuen Querverbindung an der engsten Stelle des Tales gem�ss Variante 1 gegen�ber den privaten Interessen der Beschwerdef�hrer h�her gewichten d�rfen.
Angefochten ist ein Strassenplan, d.h. ein Sondernutzungsplan, der die Linienf�hrung der neuen Querverbindung und ihre Dimensionen festlegt; er ist Grundlage f�r die Detailprojektierung, in der - auf der Grundlage eines Architekturwettbewerbs - die optimale Br�ckenform ermittelt und weitere Massnahmen (u.a. L�rmschutz, NHG-Ersatzmassnahmen) festgelegt werden sollen. Da die Strasse mit Bundesmitteln erstellt werden soll, handelt es sich um eine Bundesaufgabe gem�ss Art. 2 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 �ber den Natur- und Heimatschutz (NHG, SR 451).
4.1.�Die Strassenplanung setzt eine umfassende Interessenabw�gung voraus, bei der u.a. auch gepr�ft werden muss, welche Alternativen und Varianten in Betracht fallen (Art. 2 Abs. 1 lit. b der Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000 [RPV; SR 700.1]). Diese Anforderung ergibt sich auch aus Art. 3 NHG (BGE 137 II 266 E. 4 S. 275 mit Hinweisen) sowie aus dem Erfordernis der Standortgebundenheit des Werks f�r die mit dem Strassenbau erforderliche Rodung (Art. 5 Abs. 2 lit. a des Bundesgesetzes �ber den Wald vom 4. Oktober 1991 [WaG; SR 921.0]) und technische Eingriffe in sch�tzenswerte Biotope (Art. 18 Abs. 1ter NHG i.V.m. Art. 14 Abs. 6 der Verordnung �ber den Natur- und Heimatschutz vom 16. Januar 1991 [NHV; SR 451.1]). Dabei ist insbesondere zu pr�fen, ob andere, Landschaft bzw. Wald und Umwelt schonendere Standorte bzw. Streckenf�hrungen vorhanden sind (Urteil 1A.191/2003 vom 1. Juli 2004 E. 6, in: URP 2004 S. 622; RDAF 2005 I S. 619). Die Beh�rde ist allerdings nur verpflichtet, ernsthaft in Betracht fallende Varianten n�her zu pr�fen; Varianten, die gewichtige Nachteile oder keine wesentlichen Vorteile aufweisen, k�nnen bereits aufgrund einer summarischen Pr�fung ausgeschieden werden (BGE 139 II 499 E. 7.3.1 S. 516).
4.2.�Im M�rz 2006 erstellte das kantonale Tiefbauamt die Studie "Querverbindung Schanfiggerstrasse Chur, Studie St. Luzibr�cke". Darin wurden insgesamt vier Linienf�hrungsvarianten in Betracht gezogen:
-�������Variante 1: Anschluss an die Julierstrasse mit T-Knoten auf der H�he von ca. 730 m.�.M., �berquerung des Tals in einer S-Kurve mit 2% Steigung und �bergang auf die Schanfiggerstrasse wenig oberhalb des K�nzelis mit einem Radius von ca. 120 m (H�he: ca. 135 m; L�nge: ca. 480 m);
-�������Variante 2: Anschluss an die Julierstrasse mit einem Kreisel beim Araschger-Rank auf der H�he von 756 m.�.M., direkte, fast geradlinige �berquerung des Tals mit 3.9 % Gef�lle und Anschluss an die Schanfiggerstrasse mit einem Kreisel beim K�nzeli (H�he: ca. 145 m; L�nge: ca. 455 m);
-�������Variante 3: Anschluss an die Julierstrasse mit einem Kreisel beim Araschger-Rank auf der H�he von 756 m.�.M., �berquerung des Tals mehr oder weniger parallel zur Hochspannungsleitung mit 3.5 % Steigung und �bergang auf die Schanfiggerstrasse im Brandacker mit einem Radius von ca. 80 m (H�he: ca. 155 m; L�nge: ca. 575 m);
-�������Variante 4: Anschluss an die Julierstrasse mit T-Knoten auf der H�he von ca. 730 m.�.M., �berquerung des Tals mehr oder weniger parallel zur Hochspannungsleitung in einer gestreckten S-Kurve mit 6.3 % Steigung und �bergang auf die Schanfiggerstrasse im Brandacker mit einem Radius von ca. 80 m (H�he: ca. 145 m; L�nge: ca. 605 m).
N�her gepr�ft wurden lediglich die Varianten 1 und 2, die beide �ber das Quartier Sand verlaufen. Die weiter s�d�stlich verlaufenden Varianten 3 und 4 wurden mit folgender Begr�ndung (S. 6) ausgeschieden:
"Aus wirtschaftlichen Erw�gungen ist eine eher kurze Br�cke zu bevorzugen. Die Varianten 3 und 4, die im Brandacker an die Schanfiggerstrasse anschliessen, sind deutlich l�nger und zum Teil auch h�her �ber dem Talgrund als die Varianten 1 und 2. Sie verlaufen auf der rechten Talseite in unmittelbarer N�he der Hochspannungsleitung, was den Gestaltungsspielraum einschr�nkt und mit erheblichen Behinderungen bei der Bauausf�hrung verbunden ist. Da diese beiden Varianten sonst keine echten Vorteile aufweisen, stehen sie nicht mehr im Vordergrund und werden vorl�ufig nicht weiter bearbeitet."
Die Studie kam zum Ergebnis, dass sich die Linienf�hrungsvariante 1 mit einer Bogenbr�cke sowohl technisch als auch gestalterisch als klar bestes Konzept f�r die St. Luzibr�cke herausgestellt habe (S. 9). In der Variantenstudie "Zweckm�ssigkeitsbeurteilung" vom Juni 2006 wurde daher nur diese Variante mit derjenigen des Ausbaus der bestehenden Schanfiggerstrasse verglichen und als zweckm�ssigste L�sung beurteilt.
4.3.�Im Folgenden (E. 5) sind zun�chst die Nachteile des gew�hlten Projekts f�r die Beschwerdef�hrer zu pr�fen, deren Parzellen sich z.T. unmittelbar unter oder neben der geplanten Br�cke befinden. Im Anschluss daran sind die Vor- und Nachteile des genehmigten Projekts denjenigen der Varianten �ber unbewohntem Gebiet gegen�berzustellen (E. 6), um zu pr�fen, ob eine Linienf�hrung weiter s�d�stlich (talaufw�rts) ernsthaft in Betracht f�llt oder - wie geschehen - mit summarischer Begr�ndung ausgeschieden werden durfte.
Die geplante Br�cke soll rund 125 m oberhalb des im Talgrund liegenden Wohnquartiers Sand (Wohnzone 3) verlaufen. Der UVB kommt zum Ergebnis, dass die Planungswerte f�r Strassenverkehrsl�rm der Empfindlichkeitsstufe II eingehalten werden (vgl. UVB S. 63) und das angefochtene Projekt keinen bedeutenden Einfluss auf die Luftsituation im betrachteten Raum habe (UVB S. 76).
5.1.�Im Vordergrund stehen daher die negativen Immissionen der Br�cke f�r das Quartier, d.h. der Entzug von Licht durch Schattenwurf. Im UVB (Anh. 6.3.1-6.3.3) wird die Beschattungszeit pro Tag - je nach Jahreszeit - auf 10 bis maximal 40 min pro Tag beziffert. Die Beschwerdef�hrer erachten dies als erheblich, weil die t�gliche Sonnenscheindauer an den k�rzesten Tagen im Jahr nur lediglich eineinhalb bis zwei Stunden betrage, sodass von einem Lichtentzug von 25 % bis maximal 33 % auszugehen sei.
Die Regierung bestreitet dies. Sie reicht eine Tabelle ein, wonach die Beschattungszeit am k�rzesten Tag (21. Dezember) bei einer Sonnenscheindauer von 2h 40 min lediglich 5 Minuten dauere, und die l�ngste Beschattungszeit im Sommerhalbjahr zu verzeichnen sei. Dem widersprechen die Beschwerdef�hrer gest�tzt auf eine von ihnen in Auftrag gegebene Sonnenstudie. Danach dauere die Beschattung f�r das Wohnhaus der Beschwerdef�hrerin 5 am 21. Dezember 46 Minuten (von 11.39 bis 12.25 Uhr).
Da es sich bei beiden Studien um Noven handelt, die schon im verwaltungsgerichtlichen Verfahren h�tten beigebracht werden k�nnen, sind sie im vorliegenden Verfahren nicht zu ber�cksichtigen (Art. 99 Abs. 1 BGG); sie h�tten im �brigen keinen Einfluss auf den Ausgang des Verfahrens. Vielmehr ist - wie im angefochtenen Entscheid - von den Feststellungen des UVB auszugehen. Eine Beschattungsdauer von 10 bis 40 Minuten stellt im engen Plessurtal, in dem die Sonneneinstrahlung ohnehin gering ist, eine nicht unerhebliche Beeintr�chtigung der Interessen der Beschwerdef�hrer dar.
5.2.�Diese bef�rchten weiter, dass Gegenst�nde von der Br�cke, aus 125 m H�he, auf sie herabfallen k�nnten. Sie r�gen, dass die notwendigen Schutzvorkehren (z.B. Erh�hung der Leitmauern, Netze gegen Suizidversuche) in die Phase der Detailprojektierung verschoben worden seien.
Das aufgelegte Projekt sieht als �usseren Fahrbahnabschluss und Abirrschutz auf beiden Seiten der Br�cke eine Leitmauer vor (Technischer Bericht 2008 Ziff. 3.7.1 S. 11). Der UVB (S. 88) geht davon aus, dass damit nicht nur das Abst�rzen von Personenwagen, sondern auch von Lastwagen oder Bussen verhindert werden k�nne. Die Regierung verweist auf Ziff. 3 lit. h S. 101 des Genehmigungsbeschlusses, wonach die Sicherheitsvorkehrungen im Detailprojektierungsverfahren noch erg�nzt w�rden.
Damit wurde zumindest die wichtigste Schutzmassnahme (Leitmauern) bereits im Auflageverfahren vorgesehen. Da die weiteren Massnahmen (z.B. Netze oder Gitter) von der Gestaltung der Br�cke abh�ngen, erscheint es zul�ssig, sie ins Detailprojektierungsverfahren zu verweisen. Allerdings ist den Beschwerdef�hrern zuzustimmen, dass die Unfallgefahr nie vollst�ndig ausgeschlossen werden kann. Zudem k�nnen bei einer Fallh�he von 125 m bereits kleine herabfallende Gegenst�nde (z.B. Eiszapfen) gef�hrlich werden. Es ist daher nachvollziehbar, dass sich zumindest die unmittelbar unter bzw. neben der Br�cke wohnenden Beschwerdef�hrer bedroht f�hlen und durch diese immaterielle Immission in ihrem Wohngenuss beeintr�chtigt werden.
5.3.�Die Beschwerdef�hrer f�rchten ferner eine Destabilisierung des Osthangs oberhalb ihrer H�user durch die Bauarbeiten und die geplante Rodung. Das Verwaltungsgericht hielt gest�tzt auf den geologischen Bericht der B.________ AG vom 28. Juni 2007 (im Folgenden: Geologischer Bericht; Ziffer 6.2 S. 21) fest, dass der Osthang stabil sei. Die Beschwerdef�hrer legen nicht dar, inwiefern diese Feststellung unrichtig sei.
Problematisch erscheint vielmehr die Stabilit�t des Westhangs (Rutschzunge Araschger-Rank) im Bereich des Anschlusses an die Julierstrasse. Da dieser nicht unmittelbar �ber den H�usern der Beschwerdef�hrer liegt, sondern oberhalb des Krematoriums, ist auf diesen Aspekt beim Variantenvergleich einzugehen (vgl. unten E. 6.6).
5.4.�Im Landerwerbsplan wurden zwei Baufenster im Tal ausgeschieden, darunter eines auf der Parzelle des Beschwerdef�hrers 6. Dieses wird laut Genehmigungsbeschluss (S. 82 Ziff. 25.6) lediglich provisorisch f�r Bauinstallationen ben�tigt; erweise sich im Lauf des Wettbewerbs eine Durchlauftr�gerbr�cke als beste L�sung, sodass Pfeiler in der Talsohle erforderlich seien, m�sste das Auflageprojekt ge�ndert und ein neues Auflageverfahren durchgef�hrt werden. Im vorliegenden Verfahren ist daher lediglich von einer tempor�ren Beanspruchung des Grundst�cks des Beschwerdef�hrers 6 auszugehen, die nicht allzu schwer ins Gewicht f�llt.
5.5.�Zusammenfassend werden die Beschwerdef�hrer vor allem durch den Schattenwurf und die Gefahr herabfallender Gegenst�nde beeintr�chtigt. Dabei handelt es sich um ins Gewicht fallende Nachteile, die bei der Interessenabw�gung zu ber�cksichtigen waren. Dagegen sind sie nicht so gewichtig, dass sie per se die gew�hlte Linienf�hrung ausschliessen w�rden.
Zu pr�fen ist daher, ob Varianten mit einer weiter talaufw�rts (s�d�stlicher) verlaufenden Hochbr�cke �ber unbewohntem Gebiet wesentliche Nachteile und keine Vorteile gegen�ber der gew�hlten Linienf�hrung aufweisen, sodass es sich rechtfertigte, sie bereits in einem fr�hen Stadium der Planung auszuscheiden. Das Auflageprojekt 1972 ist ein m�gliches Beispiel einer solchen Variante und kann insoweit herangezogen werden. Dagegen steht das damals geplante Projekt nicht als solches zur Debatte bzw. zur Auswahl: Sollte eine s�d�stlichere Linienf�hrung ernsthaft in Betracht fallen, m�ssten hierf�r vertiefte Planstudien unter Ber�cksichtigung des heutigen Stands der Technik und der heutigen Anforderungen an ein Strassenprojekt erstellt werden.
6.1.�Das Projekt 1972 sah eine Durchlauftr�gerbr�cke vor. Ob eine andere Br�ckenkonstruktion an dieser Stelle m�glich w�re (z.B. eine Bogenbr�cke), wurde vom Tiefbauamt im Variantenvergleich 2006 nicht n�her gepr�ft. Die Beschwerdef�hrer haben erstmals in ihrer Replik vor Bundesgericht geltend gemacht, dass auch weiter talaufw�rts eine Bogenbr�cke m�glich w�re, weshalb keine Feststellungen des Verwaltungsgerichts zu dieser Frage vorliegen. Im Folgenden ist daher f�r den Variantenvergleich (zumindest vorl�ufig) von der Variante einer Durchlauftr�gerbr�cke auszugehen.
6.2.�Vergleicht man die Auflageprojekte 1972 und 2008, so war die 1972 geplante "Hochbr�cke Plessur" mit 490 m L�nge nur rund 5 % l�nger als die heute geplante Bogenbr�cke von 465 m. Rechnet man das damals vorgesehene Zufahrtsviadukt von 85 m L�nge hinzu, ergibt sich eine Gesamtl�nge von rund 575 m, d.h. eine Mehrl�nge von rund 100 m. Die 1972 geplante Br�cke war rund 10 m h�her als die heute geplante Bogenbr�cke.
Das Auflageprojekt 1972 sah zwei Pfeiler im Talgrund von 129 m bzw. 135 m H�he vor. Diese sollten unmittelbar hinter dem Elektrizit�tswerk sowie am gegen�berliegenden bewaldeten Talhang zu stehen kommen (vgl. Auflageprojekt 1972, L�ngsschnitt 1:1000 und Baulinienplan 1:1000). Damit die Br�cke nicht zu massiv erscheine, waren die Pfeiler als offene Rahmenprofile konzipiert, deren Querschnitt sich aus zwei Hohlk�sten von je 6.40 m L�nge und 1.60 m Breite zusammensetzte, mit W�nden von 40 und 50 cm Dicke (Technischer Bericht 1972 S. 3). Diese Konstruktionsweise wurde auch als besonders wirtschaftlich angesehen, weil ein Lehrger�st entfalle und die Schalungskosten auf ein Minimum reduziert w�rden (Technischer Bericht 1972 S. 1).
Der Fahrbahntr�ger des Projekts 1972 variierte zwischen 2.3 m und 5.2 m, w�hrend derjenige der Bogenbr�cke durchgehend 2 m betragen soll. Aufgrund der S-f�rmig geschwungenen Linienf�hrung kann die Br�cke des Auflageprojekts 2008 an den Widerlagern fixiert werden (vgl. oben E. 3), w�hrend im Projekt 1972 vorgesehen war, die Widerlager mit horizontalverschieblichen Teflongleitlagern auszur�sten (Technischer Bericht 1972, S. 3).
Die Kosten der Br�cke wurden 1972 auf 7,6 Mio. Franken gesch�tzt und - mit Fr. 1'560.-- pro m� - als g�nstig erachtet (Technischer Bericht S. 4). Die Gesamtkosten (zusammen mit den Zufahrten) sollten rund 12 Mio. Franken betragen.
6.3.�Es ist den Vorinstanzen einzur�umen, dass der damalige Kostenvoranschlag �berholt ist und daher nicht ohne Weiteres mit dem Kostenvoranschlag f�r das angefochtene Projekt verglichen werden kann (Fr. 58 Mio. gem�ss Kostensch�tzung vom April 2008). Dennoch ist aufgrund der Vorarbeiten von 1972 davon auszugehen, dass eine Br�cke mit der Linienf�hrung gem�ss Variante 4 technisch und wirtschaftlich machbar w�re. Sie w�re jedoch l�nger und h�her und - aufgrund der Pfeiler im Talgrund - massiver als die projektierte Bogenbr�cke an der engsten Talstelle. Dies spricht f�r die 2008 gew�hlte Linienf�hrung.
Allerdings k�me die Br�cke weiter talaufw�rts, in gr�sserer Entfernung zur Stadt Chur zu stehen. Es l�sst sich aufgrund der Akten nicht beurteilen, ob eine etwas h�here, l�ngere und massivere Br�cke an dieser Stelle den Blick auf oder aus der Altstadt von Chur (bzw. von und auf andere wichtige Standorte) st�rker beeintr�chtigen w�rde als das heutige Projekt. Dies deckt sich mit der Einsch�tzung des ANU in seinem Beurteilungsbericht vom 18. Juli 2008 (S. 7) : Es hielt fest, dass es beim Variantenvergleich nicht konsultiert worden sei und anhand der vorliegenden Unterlagen nicht beurteilt werden k�nne, ob landschaftsschonendere Varianten best�nden oder nicht. Es beantragte daher, die Lage der Br�cke im Einvernehmen mit dem ANU zu �berpr�fen und zu optimieren.
Unklar sind auch die Auswirkungen einer weiter talaufw�rts liegenden Durchlauftr�gerbr�cke auf die Beschattung des Quartiers Sand: Im Genehmigungsentscheid vermutete die Regierung (S. 9), dass die Beschattung aufgrund der massiveren Konstruktion noch intensiver sein k�nnte als beim heutigen Projekt. Allerdings wurden hierzu keine Studien durchgef�hrt; weder im verwaltungsgerichtlichen Urteil noch in den Auflageakten 1972 finden sich Feststellungen zu dieser Frage.
Die N�he zur Hochspannungsleitung bedeutet einen Nachteil bei der Erstellung der Br�cke. Raumplanerisch ist dagegen die B�ndelung von Infrastrukturanlagen grunds�tzlich positiv zu werten (Urteil 1C_560/2010 vom 14. Juli 2011 E. 5.3 in: URP 2012 S. 27 E. 5.3 mit Hinweis auf das Landschaftskonzept Schweiz des BUWAL 1999 S. 13). K�nnte die Hochspannungsleitung in oder unter dem Br�ckenk�rper verkabelt werden, w�rde dies das Plessurtal entlasten und w�re aus Sicht des Landschaftsschutzes von Vorteil. Allerdings w�re dies mit nicht unerheblichen Zusatzkosten verbunden.
Als Zwischenergebnis ist festhalten, dass die gew�hlte Linienf�hrung �ber bewohntem Gebiet Vorteile gegen�ber einer Linienf�hrung weiter talaufw�rts f�r den Bau der Br�cke aufweist (geringere L�nge und H�he, statische Vorteile, keine Pfeiler im Talgrund). Dagegen lassen sich die Auswirkungen alternativer Linienf�hrungen f�r den Ortsbild- und Landschaftsschutz sowie den Schattenwurf f�r das Quartier Sand aufgrund der Unterlagen kaum beurteilen.
Im Folgenden sind noch die Anschlussbauwerke auf der rechten (E. 6.4) und linken Talseite (E. 6.5) sowie die geologischen Verh�ltnisse (E. 6.6) in den Vergleich miteinzubeziehen.
6.4.�Das Auflageprojekt 2008 sieht an der rechten Talseite (Richtung Arosa) eine Verbreiterung der Schanfiggerstrasse mit dem Lehnenviadukt Nasstobel vor. Dieses erfordert aufgrund des steilen Gel�ndes mit Felsrippen umfangreiche bauliche Massnahmen (Pfeiler und Felsabtr�ge) und gr�ssere Rodungen (vgl. UVB S. 33). In diesem Bereich werden Buchen- und Eichenw�lder von hoher floristischer Schutzw�rdigkeit betroffen (UVB S. 47 f.). Besonders schutzw�rdig ist das auf einem Felsband an der Schanfiggerstrasse vorkommende Dorycnium germanicum (Deutscher Backenklee), das in der Roten Liste als gef�hrdete Art aufgef�hrt ist. Laut Genehmigungsentscheid (S. 27 f. und Auflage 2c S. 99) ist dieser Standort wenn m�glich zu erhalten; falls dies technisch nicht oder nur mit unverh�ltnism�ssigen Aufwand m�glich sein sollte, seien die n�tigen Ersatzmassnahmen zu treffen.
Im Auflageprojekt 1972 erfolgt der Anschluss an die Schanfiggerstrasse rund 500 m weiter s�d�stlich, sodass die genannten Biotope nicht ber�hrt w�rden. Allerdings k�nnten schutzw�rdige Biotope im Bereich des Zufahrtsviadukts bzw. der Br�cke an der rechten Talflanke betroffen sein; dies wurde bislang nicht untersucht. Das ANU geht davon aus, dass talaufw�rts zunehmend intaktere und auch �kologisch wertvollere Gel�ndekammern betroffen w�ren, weshalb eine Verschiebung talaufw�rts landschaftlich und naturkundlich nicht unproblematisch w�re (Beurteilungsbericht S. 7).
6.5.�Im Folgenden sind noch die Anschlussbauwerke an die Julierstrasse auf der linken Talseite zu vergleichen.
6.5.1.�Das angefochtene Projekt (2008) sieht einen Anschluss der Schanfigger- an die Julierstrasse in Form eines rechtwinkligen T-Anschlusses vor. Urspr�nglich sollte der Einlenker mit einer Trenninsel und einem Linksabbiegestreifen in Richtung Lenzerheide ausgef�hrt werden (Technischer Bericht S. 9 Ziff. 3.4.1); im Genehmigungsentscheid wurde jedoch auf Antrag der Kantonspolizei auf die Linksabbiegespur verzichtet (S. 41 f. und Disp.-Ziff. 3 lit. b S. 100). F�r den Verkehr von Chur nach Arosa ist eine separate Abzweigespur geplant, die 40 m oberhalb des T-Knotens die Julierstrasse niveaufrei unterquert und vor der St. Luzibr�cke in die Querverbindung einm�ndet. Der bestehende St. Hilarienweg soll in eine Unterf�hrung verlegt werden. Die H�henlage der heutigen Julierstrasse und die aus Sicherheitsgr�nden notwendigen Geometrien bedingen eine Verschiebung des heutigen Strassentrassees nach Osten, was umfangreiche Materialaufsch�ttungen (bis zu 12 m �ber dem heutigen Terrain) erfordert (vgl. UVB S. 31) und mit Eingriffen in die Substanz von zwei historischen Verkehrswegen verbunden ist (vgl. oben, Stellungnahme des ASTRA). Auf einer Strecke von 60 m sind bis zu 3.5 m hohe St�tzmauern erforderlich.
Der UVB (S. 31 f.) beurteilt dieses Anschlussbauwerk als erhebliche landschaftliche Beeintr�chtigung: Das grosse Bauwerk ver�ndere den oberen Teil der heute weitgehend intakten Landschaftskammer erheblich; dies sei vom Hof, der alten Schanfiggerstrasse und von exponierten Stellen an Wanderwegen der westlichen Flanke des Mittenbergs, aber auch vom Araschger-Rank aus, gut wahrnehmbar. Der Anschluss mit den Gel�ndever�nderungen werde auch die heute noch weitgehend intakte Sicht auf Chur, die Altstadt, und den Hof vom Araschger-Rank aus erheblich ver�ndern.
Das BAFU, das ANU und zahlreiche Einsprecher (darunter die Stadt Chur, Pro Natura und der WWF) kritisierten das komplexe Anschlussbauwerk mit seinen Strassenf�hrungen auf verschiedenen Niveaus als erheblichen und optisch sehr pr�gnanten landschaftlichen Eingriff. Sie beantragten, der Anschluss sei wenn m�glich einfacher und landschaftsvertr�glicher zu gestalten.
Die Regierung hielt im Genehmigungsbeschluss sowie (nach der Stellungnahme der Bundesbeh�rden) mit Beschluss vom 8. Mai 2012 am Auflageprojekt fest und lehnte Anschlussvarianten mit weniger Landbeanspruchung aus Gr�nden der Verkehrstechnik und -sicherheit ab. Insbesondere biete der niveaufreie Abzweiger beim Anschluss Schanfiggerstrasse von Chur nach Arosa anstelle einer Linksabbiegespur eine deutlich erh�hte Sicherheit f�r die Verkehrsteilnehmer. Ein Verkehrskreisel w�rde zwar etwas weniger Verkehrsfl�che beanspruchen; aufgrund der Neigung des Gel�ndes von 10 % und mehr w�rde er jedoch, vor allem im Winter, eine permanente Unfall-Falle darstellen.
6.5.2.�Im Projekt 1972 war das Anschlusswerk etwas weiter s�dwestlich, aber ebenfalls unterhalb des Araschger-Rank vorgesehen. Die Br�cke (bzw. die Schanfiggerstrasse) sollte mittels einer �berf�hrung an die Julierstrasse angeschlossen werden, die den Verkehr in beide Richtungen aufgenommen h�tte. Der St. Hilarienweg sollte nicht verlegt, sondern lediglich von der Julierstrasse �berquert werden. Das Anschlussbauwerk war somit sehr viel einfacher gestaltet und beanspruchte weniger Land und Terrainver�nderungen als das Projekt 2008.
Allerdings ist ungewiss, ob das damalige Projekt noch den heutigen Anforderungen an die Verkehrssicherheit entsprechen w�rde, da der Verkehr von Arosa in Richtung Chur links in die Julierstrasse einbiegen und dabei die Fahrbahn �berqueren m�sste (vgl. Auflageprojekt 1972, Signalisationsplan). Die Frage, wie der Anschluss aus heutiger verkehrstechnischer Sicht verbessert werden k�nnte und welche Folgen dies f�r die Landschaft h�tte, wurde von den Vorinstanzen nicht gepr�ft.
6.5.3.�Zwei der vier urspr�nglich in Betracht gezogenen, aber nicht weiter verfolgten Varianten (Varianten 2 und 3) sahen den Anschluss an die Julierstrasse mit einem Kreisel beim Araschger-Rank vor. An dieser Stelle zweigt heute die Strasse nach Tschiertschen ab; die Julierstrasse beschreibt hier eine Haarnadelkurve. Das Gel�nde ist hier flacher, so dass vermutlich ein Kreisel ohne �berm�ssige Steigungen realisiert werden k�nnte. Dies h�tte zur Folge, dass die Julierstrasse und die St. Hilarienstrasse unterhalb des Araschger-Ranks nicht verlegt werden m�ssten und auf eine separate Abbiegespur f�r den Verkehr von Chur nach Arosa verzichtet werden k�nnte; dadurch w�rden der Landverbrauch und die Aufsch�ttungen erheblich verringert. Dieser Vorteil der Varianten 2 und 3 wurde beim Variantenvergleich zu Unrecht nicht ber�cksichtigt.
Zwar vertrat die Regierung im Genehmigungsentscheid (S. 66 Ziff. 21 zur Einsprache von Pro Natura) die Auffassung, dass ein Anschlussbauwerk beim Araschger-Rank sehr markant in Erscheinung treten w�rde; dies wurde allerdings nicht (mit Studien etc.) substanziert.
Ein Anschluss im stabilien Mor�nengebiet am Araschger-Rank (vgl. Anh. 1 zum Geologischen Bericht) h�tte auch aus geologischer Sicht Vorteile, wie im Folgenden darzulegen sein wird.
6.6.�Gem�ss dem Geologischen Bericht (S. 4 Ziff. 3.1.1) besteht die linksseitige Talterrasse �ber der Plessurschlucht aus einer meist kiesigen Obermor�ne, die den B�ndnerschieferfels bedeckt. Westlich und n�rdlich des Araschger-Ranks sei die Terrasse wulstartig verstellt; die geologischen Sondierbohrungen KB1 und KB2 liessen auf eine alte Rutschzunge aus B�ndnerschieferschutt schliessen, mit einer M�chtigkeit von rund 6-12 m. (Geologischer Bericht S. 5 Ziff. 4.1 und S. 16 Ziff. 5.1.2). Deren gegenw�rtige Rutschaktivit�t wird als unklar bezeichnet; vermutlich sei mit kriechenden Bewegungen (S. 10 Ziff. 4.4.1) von durchschnittlich 5 mm/Jahr in Richtung Nordost zu rechnen. Mit Inklinometern wurden Verschiebungsmessungen in KB1 und KB2 gemacht; die Nullmessung erfolgte am 11. Mai 2007 und es wurden Folgemessungen in einem Jahr empfohlen (S. 10 Ziff. 4.4.1). Am betreffenden Abschnitt der Julierstrasse seien seit ca. 30 Jaren keine auff�lligen Deformationen bzw. Sch�den am Strassenk�rper beobachtet worden. Allerdings k�nne die Rutschmasse bei starker Durchsickerung mit Hangwasser (erh�hter Porendruck) destabilisiert werden (S. 16 Ziff. 5.1.2).
"Die geplanten Aufsch�ttungen und Anschlussbauwerke zur Br�cke im steilen, vern�ssten Rutschgebiet unterhalb der Sondierbohrungen KB1 und KB2 sind sehr risikobehaftet und k�nnen den Schieferrutsch reaktivieren (vgl. Beilage 1 und die Profilschnitte QP 180 und QP 220 in Beilage 2). In den gleichen Rutsch k�me das Widerlager West zu liegen. Falls an der Linienf�hrung nichts ge�ndert werden kann, muss die Rutschmasse bis auf die stabile M�r�ne bzw. den Fels abgetragen werden. Aus geotechnischer Sicht w�re eine Verlegung der Achse n�her an den Araschger-Rank hangseitig an KB1 und KB2 vorbei w�nschenswert. Damit w�rden grosse Aufsch�ttungen (Hangbelastungen) wegfallen."
Im Technischen Bericht 2008 (Ziff. 4.1 S. 13 f.) wird anerkannt, dass sich das Projekt zwischen der Unterf�hrung St. Hilarien und dem Widerlager Chur innerhalb einer aktiven, vern�ssten Rutschmasse befinde. Erste erdstatische Untersuchungen h�tten jedoch gezeigt, dass sich das Projekt bez�glich der Gesamtstabilit�t nahezu indifferent verhalte, sobald die Sch�ttung oberhalb der Gel�ndekante liege. Aus diesem Grund sei die Linienf�hrung der Strasse in diesem Bereich so festgelegt worden, dass einerseits die Sch�ttung oberhalb der markanten Gel�ndekante beginne und andererseits durch den bergseitigen Abtrag eine gewisse Entlastung stattfinde. Die Fundation der Widerlager und der Br�ckenpfeiler erfolge in jedem Fall auf B�ndnerschiefer, sodass das Risikopotenzial f�r Sch�den an dem aufwendigen Br�ckenbauwerk minimiert werden k�nne. Die Detailprojektierung der Br�ckenfundationen und eventueller Hangentw�sserungen in der vern�ssten Rutschmasse sowie weitere geotechnische Abkl�rungen und Berechnungen erfolgten im Rahmen des Ausf�hrungsprojekts (so auch Genehmigungsentscheid S. 56 Ziff. 19.2).
Aufgrund der grossen Bedeutung f�r das Strassenprojekt erscheint es problematisch, weitere geotechnische Abkl�rungen und Berechnungen in das Detailprojektierungsverfahren zu verschieben. Gem�ss der Karte 1:1000 (Anh. 1) des Geologischen Berichts setzt sich die Rutschzone �ber das geplante Projekt hinaus hangaufw�rts fort, auch jenseits der "Gel�ndekante" oberhalb von KB1 und KB2. Zwar wird davon ausgegangen, dass die Aktivit�t der Rutschmasse talseits von KB1 und KB2 "vermutlich st�rker" sei als talaufw�rts; gesicherte Erkenntnisse liegen aber nicht vor. Dies zeigt auch der Hinweis im Technischen Bericht auf "erste erdstatische Untersuchungen". Zwar ergibt der Vergleich der Pl�ne im Geologischen Bericht und im Auflagedossier, dass gewisse Ver�nderungen, vor allem im Bereich der Unterf�hrung St. Hilarien, vorgenommen worden sind. Unklar ist aber, ob damit den Empfehlungen des geologischen Berichts vollst�ndig Rechnung getragen worden ist.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die von der Regierung favorisierte Bogenbr�cke an der engsten Talstelle (Variante 1) eine besonders elegante und damit f�r das Ortsbild von Chur vorteilhafte Br�ckengestaltung (Bogenbr�cke) ohne Br�ckenpfeiler im Talgrund erm�glicht. Dagegen hat sie den Nachteil, �ber bewohntes Gebiet zu f�hren (Schattenwurf, Gefahr herabfallender Gegenst�nde/Unf�lle im Quartier Sand) und bedeutet im Bereich der Anschlussbauwerke, insbesondere auf der linken Talseite im Bereich St. Hilarien/ Araschger-Rank, einen erheblichen Eingriff in die Landschaft. Zudem kommen Teile des Anschlussbauwerks in eine Rutschzunge unterhalb des Araschger-Ranks zu liegen und es besteht die Gefahr, dass die vorgesehenen Terrainver�nderungen den Schieferrutsch reaktivieren k�nnten.
7.1.�Unter diesen Umst�nden erscheint der Vorwurf der Beschwerdef�hrer berechtigt, dass andere Linienf�hrungen, weiter talaufw�rts, �ber unbewohntem Gebiet, nicht gen�gend gepr�ft worden sind. Auch wenn die Br�cke dadurch l�nger, h�her und - aufgrund der Pfeiler im Talgrund - massiver w�rde, kann jedenfalls nicht von vornherein ausgeschlossen werden, dass sich eine wirtschaftlich vertretbare und mit dem Ortsbildschutz vereinbare L�sung finden l�sst, die natur- und landschaftsschonender, mit den Interessen der Anwohner des Quartiers Sand vertr�glicher und geologisch weniger riskant w�re.
Die Sache ist daher zur Erg�nzung des Variantenvergleichs an die Regierung zur�ckzuweisen.
7.2.�Auch wenn der Variantenvergleich zum Ergebnis f�hren sollte, dass an der jetzigen Linienf�hrung festzuhalten sei, erscheint eine �berpr�fung des Anschlussbauwerks an die Julierstrasse geboten:
7.2.1.�Einerseits muss bereits im Strassenplanverfahren (und nicht erst im Detailprojekt) der Nachweis erbracht werden, dass und inwiefern geeignete Massnahmen zur Sicherung des Hangs unterhalb des Araschger-Ranks gegen das Abrutschen bestehen. Sollten - wie im Geologischen Bericht empfohlen - grossfl�chige Abtragungen der Rutschmasse erforderlich seien - m�sste der UVB in diesem Punkt erg�nzt werden.
7.2.2.�Zum anderen hat die Regierung beschlossen, bei der Einm�ndung der Schanfigger- in die Julierstrasse auf die Linksabbiegespur zu verzichten. Kann an dieser Stelle somit nur noch nach rechts (in Richtung Chur) abgebogen werden, ist nicht ersichtlich, weshalb noch ein grossfl�chiger T-Anschluss (mit Warteraum f�r zwei Fahrzeugkolonnen und Trenninsel) n�tig ist. Dies er�ffnet die M�glichkeit eines schlankeren und landschaftsvertr�glicheren Anschlusses des Verkehrs von Arosa in Richtung Chur.
Dabei ist zu bedenken, dass sowohl die Julierstrasse als auch die Strasse nach Arosa Gebirgsstrassen mit scharfen Kurven und grossen Steigungen sind, auf denen z.T. nur mit geringer Geschwindigkeit gefahren werden kann. Insofern wiegt das Interesse, ausgerechnet die Querverbindung dieser beiden Strassen verkehrstechnisch perfekt und ohne Steigung (niveaufrei) zu gestalten, nicht allzu schwer und muss gegebenenfalls vor dem Interesse an der Schonung von Natur und Landschaft zur�cktreten.
Der angefochtene Entscheid ist daher aufzuheben und die Sache zu neuem Entscheid nach Erg�nzung des Variantenvergleichs an die Regierung des Kantons Graub�nden zur�ckzuweisen. Soweit die Beschwerdef�hrer dar�ber hinausgehend die (definitive) Abweisung der nachgesuchten Bewilligungen beantragen, ist die Beschwerde abzuweisen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens obsiegen die Beschwerdef�hrer im Wesentlichen. Sie haben daher Anspruch auf eine Parteientsch�digung f�r das bundesgerichtliche Verfahren (Art. 68 BGG) und es sind keine Kosten zu erheben (Art. 66 Abs. 3 OG). Die Gerichts- und Parteikosten des vorinstanzlichen Verfahrens werden vom Verwaltungsgericht neu zu verlegen sein.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Graub�nden, 5. Kammer, vom 9. April 2013 aufgehoben. Die Sache wird zu neuer Beurteilung im Sinne der Erw�gungen an die Regierung sowie - zur Neuverlegung der Kosten und der Parteientsch�digung des vorangegangenen Verfahrens - an das Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden zur�ckgewiesen. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen.
Der Kanton Graub�nden hat die Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 5'000.-- zu entsch�digen.
Dieses Urteil wird den Beschwerdef�hrern, der Regierung und dem Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden, 5. Kammer, sowie den Bundes�mtern f�r Umwelt, Strassen und Kultur schriftlich mitgeteilt.