Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFH/NV%202007,%20855
Timestamp: 2020-03-29 02:50:17
Document Index: 131343943

Matched Legal Cases: ['§ 236', '§ 90', '§ 137', '§ 236', '§ 236', '§ 236', '§ 179', '§ 287', '§ 37', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 179', '§ 180', '§ 179', 'BGH', 'BGH']

Rechtsprechung: BFH/NV 2007, 855 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BFH, 09.01.2007
https://dejure.org/2007,3434
BFH, 17.01.2007 - X R 19/06 (https://dejure.org/2007,3434)
BFH, Entscheidung vom 17.01.2007 - X R 19/06 (https://dejure.org/2007,3434)
BFH, Entscheidung vom 17. Januar 2007 - X R 19/06 (https://dejure.org/2007,3434)
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Prozesszinsenanspruch eines Steuerpflichtigen, der den Prozess nicht selbst geführt hat - Prozesszinsen auch auf erstattete Kirchensteuer, Ergänzungsabgabe und Stabilitätszuschlag
AO § 236 § 90; FGO § 137
Steuererklärung - Prozesszinsen für nicht klagenden ehemaligen Gesellschafter
BFHE 216, 396
DB 2007, 1625
BStBl II 2007, 506
BFH/NV 2007, 855
Für diese Fälle fehlt es an der Anordnung der entsprechenden Anwendung des § 236 Abs. 1 AO (BFH-Urteil vom 17.01.2007 - X R 19/06, BFHE 216, 396, BStBl II 2007, 506, Rz 19, m.w.N.).
Für die Regelung des § 236 AO hat der BFH bereits entschieden, dass Prozesszinsen auch der Feststellungsbeteiligte erhält, dessen Einkommensteuerfestsetzung aufgrund der gerichtlichen Anfechtung eines Grundlagenbescheids durch einen früheren Mitgesellschafter einer Kommanditgesellschaft geändert wird, selbst wenn er nicht Beteiligter im Verfahren gegen den Grundlagenbescheid war (BFH-Urteil vom 17. Januar 2007 X R 19/06, BFHE 216, 396, BStBl II 2007, 506).
Angesichts der eindeutigen Fassung des § 236 AO rechtfertigt sich eine andere Beurteilung auch nicht auf Grund des vom Kläger unter Hinweis auf das BFH-Urteil vom 17. Januar 2007 X R 19/06 (BFHE 216, 396, BStBl II 2007, 506) herausgestellten Gesichtspunkts der Prozessökonomie.
Dazu wies er auf die Entscheidung des BFH vom 17.01.2007 (X R 19/06, BFHE 216, 396) hin.
Das Gesetz kennt vielmehr nur die Verzinsung auf der Grundlage genau umschriebener Tatbestände (BFH-Urteil vom 17. Januar 2007 X R 19/06, Bundessteuerblatt -BStBl- II 2007, 506).
Dies hat der BFH erst mit Urteil vom 17. Januar 2007 X R 19/06 (BStBl II 2007, 506) entgegen der Vorinstanz bejaht.
Zweck der Vorschrift ist es, dem Gläubiger eines Erstattungsanspruchs für die Vorenthaltung des Kapitals und der damit verbundenen Nutzungsmöglichkeiten zumindest für die Zeit ab Rechtshängigkeit eine Entschädigung zu gewähren (BFH-Urteile vom 13. Juli 1994 I R 38/93, BStBl II 1995, 37;vom 16. November 2000 XI R 31/00, BStBl II 2002, 119 und vom 17. Januar 2007 X R 19/06, BStBl II 2007, 506 m.w.N.).
Voraussetzung für den Zinsanspruch ist lediglich, dass eine rechtskräftige gerichtliche Entscheidung oder ein unanfechtbarer Verwaltungsakt, durch den sich - wie im Streitfall - ein Rechtsstreit erledigt hat, zur Herabsetzung der im Folgebescheid festgesetzten Steuer führt (BFH-Urteil in BStBl II 2007, 506).
Eine Zinspflicht besteht nur "auf der Grundlage genau beschriebener Tatbestände" (BFH-Urteil vom 17.01.2007 X R 19/06, BFHE 216, 396 , BStBl II 2007, 506 ).
Dazu wiesen sie auf die Entscheidung des BFH vom 17.01.2007 (X R 19/06, BFHE 216, 396) hin.
https://dejure.org/2007,9676
BFH, 09.01.2007 - VII B 45/06 (https://dejure.org/2007,9676)
BFH, Entscheidung vom 09.01.2007 - VII B 45/06 (https://dejure.org/2007,9676)
BFH, Entscheidung vom 09. Januar 2007 - VII B 45/06 (https://dejure.org/2007,9676)
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InsO § 179 Abs. 2 § 287 Abs. 2
Aufrechnung gegen Lohnsteuererstattung in Wohlverhaltensphase zulässig
FG Rheinland-Pfalz, 13.01.2006 - 1 K 2174/03
Im Fall einer Rückerstattung wird aus dem Steueranspruch des Fiskus der öffentlich-rechtliche Erstattungsanspruch des Steuerpflichtigen (§ 37 Abs. 2 AO), der nicht wieder Einkommen wird, das dem Berechtigten aufgrund einer Arbeits- oder Dienstleistung zusteht (vgl. u.a. BGH-Urteil vom 21. Juli 2005 IX ZR 115/04, Neue Juristische Wochenschrift 2005, 2988; Beschlüsse des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 9. Januar 2007 VII B 45/06, BFH/NV 2007, 855, …und vom 29. Januar 2010 VII B 188/09, BFH/NV 2010, 1243).
Der an den Steuerpflichtigen zu erstattende Betrag erlange, so hat der BGH ausgeführt, auch wenn er wirtschaftlich betrachtet das auf den Veranlagungszeitraum entfallende Einkommen erhöhe, nicht wieder den Charakter eines Einkommens, das dem Berechtigten aufgrund einer Arbeits- oder Dienstleistung zusteht (vgl. u.a. BGH, Urteil vom 21. Juli 2005 IX ZR 115/04, NJW 2005, 2988; siehe auch die Entscheidung des beschließenden Senats vom 9. Januar 2007 VII B 45/06, BFH/NV 2007, 855).
Dass ein entsprechender Einkommensteuer-Erstattungsanspruch zur Insolvenzmasse gehört, hält der Senat angesichts der übereinstimmenden Rechtsprechung sowohl des BGH (vom 21. Juli 2005 IX ZR 115/04, NJW 2005, 2988) wie auch des BFH (vom 9. Januar 2007 VII B 45/06, BFH/NV 2007, 855;… vom 29. Januar 2010 VII B 192/09, BFH/NV 2010, 1856) für nicht näher begründungsbedürftig.
Dem FA steht es trotz § 179 Abs. 2 InsO ebenfalls frei, das Verfahren gemäß § 180 Abs. 2 i. V. m. § 179 Abs. 1 InsO aufzunehmen (vgl. BFH vom 09. Januar 2007 VII B 45/06, BFH/NV 2007, 855; vom 26. September 2006 X S 4/06, BFHE 214, 201, BStBl II 2007, 55; FG Düsseldorf vom 12. Dezember 2006 11 K 2025/06 F, EFG 2007, 13; FG Hamburg vom 18. April 2004 V 162/02, Juris).
Eine willkürliche Privilegierung dessen, der sich vor anderen Gläubigern durch Aufrechnung befriedigen könne, liege darin nicht, weil ein solcher Gläubiger - anders als es bei einer Zwangsvollstreckung in das Vermögen des insolventen Schuldners der Fall wäre - Befriedigung nur gegen Aufgabe seiner eigenen Forderung gegen diesen erlangt (BGH-Urteil vom 21. Juli 2005 - XI ZR 115/04, Neue Juristische Wochenschrift - NJW - 2005, 2988; BFH-Urteil vom 21. November 2006 - VII R 1/06, Bundessteuerblatt - BStBl. - II 2008, 272, BFH-Beschlüsse vom 09. Januar 2007 - VII B 45/06, Sammlung der Entscheidungen des Bundesfinanzhofs - BFH/NV - 2007, 855; vom 16. Mai 2008 - VII S 11/08, n.v.;… vom 07. Januar 2010 - VII B 118/09, BFH/NV 2010, 950; gl.A. Finanzgericht [FG] des Landes Sachsen-Anhalt, Urteil vom 18. März 2009 - 2 K 1682/08, Entscheidungen der Finanzgerichte - EFG - 2009, 1269; ebenso insbesondere auch für Umsatzsteuer-Erstattungsansprüche aus einer neu aufgenommenen gewerblichen Tätigkeit Thüringer FG, Urteil vom 10. April 2008 - 1 K 757/07, EFG 2008, 1485, Rev. BFH VII R 35/08).
Eine willkürliche Privilegierung dessen, der sich vor anderen Gläubigern durch Aufrechnung befriedigen kann, liege darin nicht, weil ein solcher Gläubiger - anders als es bei einer Zwangsvollstreckung in das Vermögen des insolventen Schuldners der Fall wäre - Befriedigung nur gegen Aufgabe seiner eigenen Forderung gegen diesen erlangt (BGH-Urteil vom 21. Juli 2005 - XI ZR 115/04, Neue Juristische Wochenschrift - NJW - 2005, 2988; BFH-Urteil vom 21. November 2006 - VII R 1/06, Bundessteuerblatt - BStBl. - II 2008, 272, BFH-Beschlüsse vom 09. Januar 2007 - VII B 45/06, Sammlung der Entscheidungen des Bundesfinanzhofs - BFH/NV - 2007, 855; vom 16. Mai 2008 - VII S 11/08, n.v.;… vom 07. Januar 2010 - VII B 118/09, BFH/NV 2010, 950; gl.A. FG des Landes Sachsen-Anhalt, Urteil vom 18. März 2009 - 2 K 1682/08, Entscheidungen der Finanzgericht - EFG - 2009, 1269; ebenso insbesondere auch für Umsatzsteuer-Erstattungsansprüche aus einer neu aufgenommenen gewerblichen Tätigkeit Thüringer FG…, Urteil vom 10. April 2008 aaO.).