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Timestamp: 2020-07-08 03:34:21
Document Index: 90681972

Matched Legal Cases: ['Art. 6', 'Art. 14', 'Art. 3', 'Art. 16', 'Art. 38', 'Art. 62', 'Art. 40', 'Art. 47', 'Art. 19', 'Art. 51', 'Art. 49', 'Art. 14', 'Art. 9', 'Art. 5', 'Art. 9', 'Art. 736', 'Art. 20', 'Art. 24', 'Art. 21', 'Art. 23', 'Art. 5', 'Art. 10', 'Art. 36', 'Art. 6', 'Art. 7', 'Art. 712', 'Art. 3', 'Art. 3', 'Art. 54']

Lawbrary | VStV - Verordnung über die Verrechnungssteuer
Allgemeine Bestimmungen (1 - 13)
Steuer auf Kapitalerträgen
A. Steuer auf dem Ertrag von Obligationen und Kundenguthaben (14 - 19)
B. Steuer auf dem Ertrag von Aktien, Stammanteilen an Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Genossenschaftsanteilen und Genussscheinen (20 - 27)
C. Steuer auf dem Ertrag von Anteilen an kollektiven Kapitalanlagen (28 - 38)
Steuer auf Gewinnen aus Geldspielen sowie Lotterien und Geschicklichkeitsspielen zur Verkaufsförderung (Art. 6 VStG) (39 - 42)
Steuer auf Versicherungsleistungen (43 - 50)
Anspruchsberechtigung (51 - 62)
Rückerstattung durch den Bund (63 - 65)
Rückerstattung durch den Kanton (66 - 69)
Schlussbestimmung (70 - 70)
Schlussbestimmungen der Änderung vom 22. November 2000
Übergangsbestimmung zur Änderung vom 15. Oktober 2008
Übergangsbestimmung zur Änderung vom 18. Juni 2010
I. Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung
1Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung er­lässt die all­ge­mei­nen Wei­sun­gen und trifft die Ein­zel­ver­fü­gun­gen, die für die Er­he­bung der Ver­rech­nungs­steu­er er­for­der­lich sind; sie be­stimmt Form und In­halt der For­mu­la­re für die An­mel­dung als Steu­er­pflich­ti­ger so­wie für die Steu­er­ab­rech­nun­gen, Steu­er­er­klä­run­gen und Fra­ge­bo­gen.
2Sie ist zur Be­schwer­de an das Bun­des­ge­richt be­rech­tigt.1
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 46 der V vom 8. Nov. 2006 über die An­pas­sung von Bun­des­rats­ver­ord­nun­gen an die To­tal­re­vi­si­on der Bun­des­rechts­pfle­ge, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4705).
II. Mit­wir­kung des Steu­er­pflich­ti­gen
1. Buch­füh­rung
1Der Steu­er­pflich­ti­ge hat sei­ne Bü­cher so ein­zu­rich­ten und zu füh­ren, dass sich aus ih­nen die für die Steu­er­pflicht und Steu­er­be­mes­sung mass­ge­ben­den Tat­sa­chen oh­ne be­son­de­ren Auf­wand zu­ver­läs­sig er­mit­teln und nach­wei­sen las­sen.
2Be­dient sich der Steu­er­pflich­ti­ge für sein Rech­nungs­we­sen der au­to­ma­ti­schen oder elek­tro­ni­schen Da­ten­ver­ar­bei­tung, so wird die­se Art der Buch­füh­rung für die Er­he­bung der Ver­rech­nungs­steu­er nur zu­ge­las­sen, wenn die voll­stän­di­ge und rich­ti­ge Ver­ar­bei­tung al­ler steu­er­lich we­sent­li­chen Ge­schäfts­vor­fäl­le und Zah­len vom Ur­be­leg bis zur Jah­res­rech­nung und Steu­er­ab­rech­nung si­cher­ge­stellt ist und wenn die zur Fest­set­zung der ge­schul­de­ten Steu­er er­for­der­li­chen Un­ter­la­gen über­sicht­lich an­ge­ord­net und les­bar sind.
3Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung kann un­ter den von ihr fest­zu­le­gen­den Be­din­gun­gen und Auf­la­gen den Steu­er­pflich­ti­gen ge­stat­ten, Be­le­ge in Form von Auf­nah­men auf Mi­kro­film auf­zu­be­wah­ren. In die­sem Fal­le hat der Steu­er­pflich­ti­ge auf sei­ne Kos­ten der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung Rück­ver­grös­se­run­gen der von ihr be­stimm­ten Be­le­ge bei­zu­brin­gen und ihr an­läss­lich der Buch­prü­fung ge­mä­ss Ar­ti­kel 40 des Ge­set­zes auf Ver­lan­gen ein Le­se­ge­rät und die zu sei­ner Be­die­nung er­for­der­li­chen Hilfs­kräf­te zur Ver­fü­gung zu stel­len.
2. Ab­rech­nung und Be­schei­ni­gung über den Steu­er­ab­zug
1Hän­digt der Steu­er­pflich­ti­ge dem Emp­fän­ger der steu­er­ba­ren Leis­tung ei­ne Ab­rech­nung aus, so sind dar­in die Fäl­lig­keit die­ser Leis­tung und ihr Brut­to­be­trag vor Ab­zug der Ver­rech­nungs­steu­er und von Spe­sen an­zu­ge­ben.
2Ver­langt der Emp­fän­ger der steu­er­ba­ren Leis­tung ei­ne be­son­de­re Be­schei­ni­gung (Art. 14 Abs. 2 des Ge­set­zes), so sind dar­in an­zu­ge­ben:
der Na­me und die dem Aus­stel­ler be­kann­te Adres­se des Emp­fän­gers;
die Art und der Nenn­be­trag des Ver­mö­gens­wer­tes, der die steu­er­ba­re Leis­tung ab­ge­wor­fen hat;
der Brut­to­be­trag der steu­er­ba­ren Leis­tung, der Zeit­raum, auf den sie sich be­zieht, und das Fäl­lig­keits­da­tum;
der Be­trag der ab­ge­zo­ge­nen Ver­rech­nungs­steu­er;
das Da­tum der Aus­stel­lung so­wie Na­me und Adres­se (Fir­ma­stem­pel) und Un­ter­schrift des Aus­stel­lers.
3Für je­de steu­er­ba­re Leis­tung darf nur ei­ne Be­schei­ni­gung aus­ge­stellt wer­den; Ko­pi­en oder Er­satz­be­schei­ni­gun­gen sind als sol­che zu kenn­zeich­nen.
4Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung kann un­ter den von ihr fest­zu­le­gen­den Be­din­gun­gen und Auf­la­gen nicht un­ter­schrie­be­ne Be­schei­ni­gun­gen und un­mit­tel­bar auf dem Rück­er­stat­tungs­an­trag an­ge­brach­te Be­schei­ni­gun­gen zu­las­sen.
3. Leis­tung in aus­län­di­scher Wäh­rung
1Lau­tet die steu­er­ba­re Leis­tung auf ei­ne aus­län­di­sche Wäh­rung, so ist sie auf den Zeit­punkt ih­rer Fäl­lig­keit in Schwei­zer Fran­ken um­zu­rech­nen.
2In der Be­schei­ni­gung über den Steu­er­ab­zug (Art. 3 Abs. 2) sind die Brut­to­be­trä­ge der Leis­tung in bei­den Wäh­run­gen und der Um­rech­nungs­kurs an­zu­ge­ben.
3Ist un­ter den Par­tei­en kein be­stimm­ter Um­rech­nungs­kurs ver­ein­bart wor­den, so ist der Um­rech­nung das Mit­tel der Geld- und Brief­kur­se am letz­ten Werk­ta­ge vor der Fäl­lig­keit der Leis­tung zu­grun­de­zu­le­gen.
4. Mel­dung bei Leis­tungs­ver­zug u. dgl.
1Ist der Schuld­ner we­gen Zah­lungs­un­fä­hig­keit aus­ser­stan­de, die steu­er­ba­re Leis­tung bei ih­rer Fäl­lig­keit zu er­brin­gen, oder ist ihm auf­grund der Bun­des­ge­setz­ge­bung ei­ne Stun­dung be­wil­ligt wor­den, so hat er un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung die­sen Sach­ver­halt und den vor­aus­sicht­li­chen Zeit­punkt, auf den die Leis­tung zahl­bar ge­stellt wird, mit­zu­tei­len.
2Wird über den Steu­er­pflich­ti­gen der Kon­kurs er­öff­net, so hat über die auf den Zeit­punkt der Kon­kurser­öff­nung fäl­lig ge­wor­de­ne Steu­er (Art. 16 Abs. 3 des Ge­set­zes) die Kon­kurs­ver­wal­tung die vor­ge­schrie­be­ne Ab­rech­nung zu er­stel­len und mit den Be­le­gen der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung ein­zu­rei­chen (Art. 38 Abs. 2 des Ge­set­zes).
III. Steu­e­rer­he­bungs­ver­fah­ren
1. Ein­ho­len von Aus­künf­ten; Ein­ver­nah­me
1Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung kann Aus­künf­te schrift­lich oder münd­lich ein­ho­len und den Steu­er­pflich­ti­gen zur Ein­ver­nah­me la­den.
2Wo es an­ge­zeigt er­scheint, sind die Aus­künf­te in Ge­gen­wart des Ein­ver­nom­me­nen zu pro­to­kol­lie­ren; das Pro­to­koll ist von die­sem und vom ein­ver­neh­men­den Be­am­ten und vom al­len­falls bei­ge­zo­ge­nen Pro­to­koll­füh­rer zu un­ter­zeich­nen.
3Vor je­der Ein­ver­nah­me nach Ab­satz 2 ist der Ein­zu­ver­neh­men­de zur Wahr­heit zu er­mah­nen und auf die Fol­gen un­rich­ti­ger Aus­künf­te (Art. 62 Abs. 1 Bst. d des Ge­set­zes) hin­zu­wei­sen.
2. Buch­prü­fung
1Der Steu­er­pflich­ti­ge ist be­rech­tigt und auf Ver­lan­gen ver­pflich­tet, der Buch­prü­fung (Art. 40 Abs. 2 des Ge­set­zes) bei­zu­woh­nen und die er­for­der­li­chen Auf­schlüs­se zu er­tei­len.
2Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung ist nicht ver­pflich­tet, die Buch­prü­fung zum vor­aus an­zu­zei­gen.
IV. Be­zug und Si­che­rung der Steu­er
1. Zwangs­voll­stre­ckung
1Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung ist zu­stän­dig, für die For­de­run­gen des Bun­des an Ver­rech­nungs­steu­ern, Zin­sen, Kos­ten und Bus­sen die Be­trei­bung an­zu­he­ben, sie in ei­nem Kon­kurs ein­zu­ge­ben, die Auf­he­bung des Rechts­vor­schla­ges zu ver­lan­gen und al­le wei­te­ren zur Si­che­rung oder Ein­trei­bung der For­de­rung not­wen­di­gen Vor­keh­ren zu tref­fen.
2Vor­be­hal­ten bleibt die Zu­stän­dig­keit der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­ver­wal­tung zur Ver­wah­rung von Ver­lust­schei­nen und zur Gel­tend­ma­chung der in ei­nem Ver­lust­schein ver­ur­kun­de­ten For­de­rung.
2. Si­cher­stel­lung
a. Durch Aus­län­der be­herrsch­te Ge­sell­schaf­ten
1Sind am Grund­ka­pi­tal ei­ner Ak­ti­en­ge­sell­schaft oder am Stamm­ka­pi­tal ei­ner Ge­sell­schaft mit be­schränk­ter Haf­tung zu mehr als 80 Pro­zent (di­rekt oder in­di­rekt) Per­so­nen mit Wohn­sitz im Aus­land be­tei­ligt, und be­fin­den sich die Ak­ti­ven der Ge­sell­schaft zur Haupt­sa­che im Aus­land oder be­ste­hen sie über­wie­gend aus For­de­run­gen oder an­de­ren Rech­ten ge­gen­über Aus­län­dern, und schüt­tet die Ge­sell­schaft nicht all­jähr­lich einen an­ge­mes­se­nen Teil des Rein­er­tra­ges als Di­vi­den­de oder Ge­winnan­teil an die In­ha­ber der Ak­ti­en, Stam­man­tei­le oder Ge­nuss- schei­ne aus, so kann die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung we­gen Ge­fähr­dung des Steu­er­be­zu­ges ei­ne Si­cher­stel­lung ver­fü­gen (Art. 47 Abs. 1 Bst. a des Ge­set­zes).1
2Der si­cher­zu­stel­len­de Be­trag hat der Steu­er zu ent­spre­chen, die bei ei­ner Li­qui­da­ti­on der Ge­sell­schaft zu ent­rich­ten wä­re, und wird nö­ti­gen­falls all­jähr­lich auf­grund der Jah­res­rech­nung neu fest­ge­setzt.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).
b. Si­cher­heits­leis­tung
1Die nach Ar­ti­kel 47 des Ge­set­zes ver­füg­te Si­cher­stel­lung ist ge­mä­ss der Ver­ord­nung vom 21. Ju­ni 19571 über Si­cher­stel­lun­gen zu­guns­ten der Eid­ge­nos­sen­schaft durch Re­al­kau­ti­on, Bürg­schaf­ten, Ga­ran­ti­en oder Kau­ti­ons­ver­si­che­rung zu leis­ten.
2Ei­ne ge­leis­te­te Si­cher­heit ist frei­zu­ge­ben, so­bald die si­cher­ge­stell­ten Steu­ern, Zin­sen und Kos­ten be­zahlt sind oder der Grund der Si­cher­stel­lung da­hin­ge­fal­len ist.
1 [AS 1957 509, 1975 2373 Art. 19 Abs. 1 Bst. b. AS 1986 154 Art. 51 Ziff. 3]. Heu­te: ge­mä­ss Art. 49 der Fi­nanz­haus­halt­ver­ord­nung vom 5. April 2006 (SR 611.01).
2 Auf­ge­ho­ben durch An­hang 3 Ziff. 14 der V vom 3. Fe­br. 1993 über Or­ga­ni­sa­ti­on und Ver­fah­ren eid­ge­nös­si­scher Re­kurs- und Schieds­kom­mis­sio­nen, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1994 (AS 1993 879).
3. Lö­schung im Han­dels­re­gis­ter
1Ei­ne Ak­ti­en­ge­sell­schaft, Ge­sell­schaft mit be­schränk­ter Haf­tung oder Ge­nos­sen­schaft darf im Han­dels­re­gis­ter erst dann ge­löscht wer­den, wenn die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung dem kan­to­na­len Han­dels­re­gis­ter­amt an­ge­zeigt hat, dass die ge­schul­de­ten Ver­rech­nungs­steu­ern be­zahlt sind.
2Auf die Lö­schung ei­ner an­de­ren Rechts­ein­heit im Sin­ne von Ar­ti­kel 2 Buch­sta­be a der Han­dels­re­gis­ter­ver­ord­nung vom 17. Ok­to­ber 20071 fin­det Ab­satz 1 An­wen­dung, wenn die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung dem kan­to­na­len Han­dels­re­gis­ter­amt mit­ge­teilt hat, dass die Rechts­ein­heit auf­grund des Ge­set­zes steu­er­pflich­tig ge­wor­den ist.2
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).
V. Rück­er­stat­tung der nicht ge­schul­de­ten Steu­er
1Be­zahl­te Steu­ern und Zin­sen, die nicht durch Ent­scheid der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung fest­ge­setzt wor­den sind, wer­den zu­rück­er­stat­tet, so­bald fest­steht, dass sie nicht ge­schul­det wa­ren.
2Ist ei­ne nicht ge­schul­de­te Steu­er schon über­wälzt wor­den, (Art. 14 Abs. 1 des Ge­set­zes), so wird die Rück­er­stat­tung nur ge­währt, wenn fest­steht, dass der von der Über­wäl­zung Be­trof­fe­ne die Rück­er­stat­tung nicht im or­dent­li­chen Rück­er­stat­tungs­ver­fah­ren er­langt hat und dass er in den Ge­nuss der Rück­er­stat­tung ge­mä­ss Ab­satz 1 ge­bracht wird.
3Die Rück­er­stat­tung ist in­so­weit aus­ge­schlos­sen, als nach dem Sach­ver­halt, den der Rück­for­dern­de gel­tend macht, ei­ne an­de­re, wenn auch in­zwi­schen ver­jähr­te Bun­des­steu­er ge­schul­det war.
4Der Rück­er­stat­tungs­an­spruch ver­jährt fünf Jah­re nach Ab­lauf des Ka­len­der­jah­res, in dem die Zah­lung ge­leis­tet wor­den ist.
5Die Vor­schrif­ten des Ge­set­zes und der Ver­ord­nung über die Steu­e­rer­he­bung fin­den sinn­ge­mäs­se An­wen­dung; kommt der Ge­such­stel­ler sei­nen Aus­kunfts­pflich­ten nicht nach, und kann der An­spruch oh­ne die von der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung ver­lang­ten Aus­künf­te nicht ab­ge­klärt wer­den, so wird das Ge­such ab­ge­wie­sen.
VI. Ver­rech­nung
Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung kann ei­ne ge­fähr­de­te fäl­li­ge Steu­er­for­de­rung mit der Ver­rech­nungs­steu­er, de­ren Rück­er­stat­tung der Zah­lungs­pflich­ti­ge be­an­sprucht, ver­rech­nen.
I. Ge­gen­stand der Steu­er
1. Steu­er­ba­rer Er­trag
1Steu­er­ba­rer Er­trag von Ob­li­ga­tio­nen, Se­ri­en­schuld­brie­fen, Se­ri­en­gül­ten und Schuld­buch­gut­ha­ben so­wie von Kun­den­gut­ha­ben ist je­de auf dem Schuld­ver­hält­nis be­ru­hen­de geld­wer­te Leis­tung an den Gläu­bi­ger, die sich nicht als Rück­zah­lung der Ka­pi­tal­schuld dar­stellt.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 22. Nov. 2000, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2994). Sie­he die UeB die­ser Änd. am Schluss des Tex­tes.
1a. Gut­ha­ben im Kon­zern
1Zwi­schen Kon­zern­ge­sell­schaf­ten be­ste­hen­de Gut­ha­ben gel­ten we­der als Ob­li­ga­tio­nen nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 1 Buch­sta­be a noch als Kun­den­gut­ha­ben nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 1 Buch­sta­be d des Ge­set­zes; dies gilt un­ab­hän­gig von ih­rer Lauf­zeit, ih­rer Wäh­rung und ih­rem Zins­satz.
2Als Kon­zern­ge­sell­schaf­ten gel­ten Ge­sell­schaf­ten, de­ren Jah­res­rech­nun­gen nach an­er­kann­ten Stan­dards zur Rech­nungs­le­gung in der Kon­zern­rech­nung voll- oder teil­kon­so­li­diert wer­den.2
3Ab­satz 1 ist nicht an­wend­bar, wenn:
ei­ne in­län­di­sche Kon­zern­ge­sell­schaft ei­ne Ob­li­ga­ti­on ei­ner aus­län­di­schen Kon­zern­ge­sell­schaft ga­ran­tiert; und
die von der aus­län­di­schen Kon­zern­ge­sell­schaft an die in­län­di­sche Kon­zern­ge­sell­schaft wei­ter­ge­lei­te­ten Mit­tel per Bi­lanz­stich­tag den Um­fang des Ei­gen­ka­pi­tals der aus­län­di­schen Kon­zern­ge­sell­schaft über­stei­gen.3
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 der V vom 18. Ju­ni 2010, in Kraft seit 1. Aug. 2010 (AS 2010 2963).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. März 2017, in Kraft seit 1. April 2017 (AS 2017 775).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 10. März 2017, in Kraft seit 1. April 2017 (AS 2017 775).
2. Be­griff der Ob­li­ga­tio­nen und Se­ri­en­ti­tel
1Ob­li­ga­tio­nen sind auf den In­ha­ber, an Ord­re oder auf den Na­men lau­ten­de
An­lei­hen­sob­li­ga­tio­nen, mit Ein­schluss der Par­tia­len von An­lei­hen, die durch Grund­pfand si­cher­ge­stellt sind, Ren­ten­ti­tel, Pfand­brie­fe, Kas­se­nob­li­ga­tio­nen, Kas­sen- und De­po­si­ten­schei­ne;
in ei­ner Mehr­zahl aus­ge­ge­be­ne wech­se­l­ähn­li­che Schuld­ver­schrei­bun­gen und an­de­re Dis­kon­to­pa­pie­re, die zur Un­ter­brin­gung im Pu­bli­kum be­stimmt sind.
2Se­ri­en­schuld­brie­fe und Se­ri­en­gül­ten sind in ei­ner Mehr­zahl zu gleich­ar­ti­gen Be­din­gun­gen aus­ge­ge­be­ne Schuld­brie­fe und Gül­ten, die auf den In­ha­ber oder an Ord­re ge­stellt oder mit auf den In­ha­ber oder an Ord­re lau­ten­den Cou­pons ver­se­hen sind und in ih­rer wirt­schaft­li­chen Be­deu­tung den Par­tia­len von An­lei­hen gleich­ste­hen.
3. Kun­den gut­ha­ben
Die Frei­gren­ze nach Ar­ti­kel 5 Ab­satz 1 Buch­sta­be c des Ge­set­zes gilt für Zins­be­trä­ge, die für das Kun­den­gut­ha­ben ein­mal pro Ka­len­der­jahr ver­gü­tet wer­den.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 3471).
II. An­mel­dung als Steu­er­pflich­ti­ger
1Der In­län­der (Art. 9 Abs. 1 des Ge­set­zes), der Ob­li­ga­tio­nen, Se­ri­en­schuld­brie­fe oder Se­ri­en­gül­ten aus­gibt, sich öf­fent­lich zur An­nah­me ver­zins­li­cher Gel­der emp­fiehlt oder fort­ge­setzt Gel­der ge­gen Zins ent­ge­gen­nimmt, hat sich, be­vor er mit sei­nem Vor­ha­ben be­ginnt, un­auf­ge­for­dert bei der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung an­zu­mel­den.1
2In der An­mel­dung sind an­zu­ge­ben: der Na­me (die Fir­ma) und der Sitz des Un­ter­neh­mens so­wie al­ler in­län­di­schen Zweignie­der­las­sun­gen, auf wel­che die Vor­aus­set­zun­gen von Ab­satz 1 zu­tref­fen, oder, wenn es sich um ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son oder um ei­ne Han­dels­ge­sell­schaft oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit mit sta­tu­ta­ri­schem Sitz im Aus­land han­delt, die Fir­ma und der Sitz der Haupt­nie­der­las­sung und die Adres­se der in­län­di­schen Lei­tung; die Art der Tä­tig­keit und das Da­tum ih­rer Auf­nah­me; das Rech­nungs­jahr und die Zins­ter­mi­ne. Mit der An­mel­dung sind die für die Über­prü­fung der Steu­er­pflicht er­for­der­li­chen Be­le­ge (Emis­si­ons­pro­spekt, Re­gle­ment für die Spar­hef­te oder Ein­la­gen u.dgl.) ein­zu­rei­chen.
3Nach Auf­nah­me der Ge­schäftstä­tig­keit ein­tre­ten­de Än­de­run­gen an den ge­mä­ss Ab­satz 2 zu mel­den­den Tat­sa­chen und ein­zu­rei­chen­den Be­le­gen, ins­be­son­de­re die Er­rich­tung neu­er Zweignie­der­las­sun­gen und die Än­de­rung der Re­gle­men­te, sind un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung zu mel­den.
4Gibt ein Un­ter­neh­men, das bei der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung als Steu­er­pflich­ti­ger schon an­ge­mel­det ist, neue Ti­tel aus, oder schafft es neue An­la­gemög­lich­kei­ten, de­ren Er­trag der Ver­rech­nungs­steu­er un­ter­liegt, so kann sich die An­mel­dung auf die­sen Sach­ver­halt be­schrän­ken.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II der V vom 15. Fe­br. 2012, in Kraft seit 1. März 2012 (AS 2012 791).
III. Steu­er­ab­rech­nung
1. An­lei­hen­sob­li­ga­tio­nen u.dgl.
Die Steu­er auf dem Er­trag von An­lei­hen­sob­li­ga­tio­nen, der ih­nen von der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung für die Steu­er­ab­rech­nung gleich­ge­stell­ten Ob­li­ga­tio­nen, Se­ri­en­schuld­brie­fe und Se­ri­en­gül­ten so­wie von Schuld­buch­gut­ha­ben ist auf­grund der Ab­rech­nung nach amt­li­chem For­mu­lar in­nert 30 Ta­gen nach Fäl­lig­keit des Er­tra­ges (Cou­pon­ter­min) un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung zu ent­rich­ten.
2. Kas­se­nob­li- ga­tio­nen u.dgl.; Kun­den­gut­ha­ben
1Die Steu­er auf dem Er­trag von Kas­se­nob­li­ga­tio­nen, Kas­sen- und De­po­si­ten­schei­nen, wech­se­l­ähn­li­chen Schuld­ver­schrei­bun­gen und an­de­ren Dis­kon­to­pa­pie­ren, der ih­nen von der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung für die Steu­er­ab­rech­nung gleich­ge­stell­ten Ob­li­ga­tio­nen, Se­ri­en­schuld­brie­fe und Se­ri­en­gül­ten so­wie von Kun­den­gut­ha­ben bei Ban­ken und Spar­kas­sen ist auf­grund der Ab­rech­nung nach amt­li­chem For­mu­lar in­nert 30 Ta­gen nach Ab­lauf des Ge­schäfts­vier­tel­jah­res für die in die­sem Zeit­raum fäl­lig ge­wor­de­nen Zin­sen und sons­ti­gen Er­trä­ge un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung zu ent­rich­ten.
2Um un­ver­hält­nis­mäs­si­ge Um­trie­be zu ver­mei­den, kann die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung ei­ne von Ab­satz 1 ab­wei­chen­de Art der Steu­er­ab­rech­nung ge­stat­ten oder an­ord­nen; sie kann ins­be­son­de­re zu­las­sen,
dass die in den ers­ten drei Ge­schäfts­vier­tel­jah­ren fäl­lig ge­wor­de­nen Steu­ern an­nä­he­rungs­wei­se er­mit­telt wer­den und über die im gan­zen Ge­schäfts­jahr fäl­lig ge­wor­de­nen Steu­ern erst nach Ab­lauf des letz­ten Ge­schäfts­vier­tel­jah­res ge­nau ab­ge­rech­net wird;
dass in Fäl­len, wo der Ge­samt­wert der Ob­li­ga­tio­nen und Kun­den­gut­ha­ben im Sin­ne von Ab­satz 1 nicht mehr als 1 000 000 Fran­ken be­trägt, über die auf ih­ren Er­trä­gen fäl­lig ge­wor­de­nen Steu­ern nur ein­mal jähr­lich ab­ge­rech­net wird.
3Der Steu­er­pflich­ti­ge hat in sei­nen Ge­schäfts­bü­chern ge­son­dert die fol­gen­den Be­stän­de mit den ent­spre­chen­den Er­trä­gen aus­zu­wei­sen: Kas­se­nob­li­ga­tio­nen (mit Ein­schluss der ih­nen für die Steu­er­ab­rech­nung gleich­ge­stell­ten Ob­li­ga­tio­nen, Se­ri­en­schuld­brie­fe und Se­ri­en­gül­ten); wech­se­l­ähn­li­che Schuld­ver­schrei­bun­gen und an­de­re Dis­kon­to­pa­pie­re so­wie Kun­den­gut­ha­ben, un­ter­teilt in Gut­ha­ben, de­ren Zin­sen von der Steu­er aus­ge­nom­men sind (Art. 5 Abs. 1 Bst. c des Ge­set­zes) und in Gut­ha­ben, de­ren Zin­sen der Steu­er un­ter­lie­gen.2
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 22. Nov. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2994).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II der V vom 15. Fe­br. 2012, in Kraft seit 1. März 2012 (AS 2012 791).
B. Steuer auf dem Ertrag von Aktien, Stammanteilen an Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Genossenschaftsanteilen und Genussscheinen
1Steu­er­ba­rer Er­trag von Ak­ti­en, Stam­man­tei­len an Ge­sell­schaf­ten mit be­schränk­ter Haf­tung und Ge­nos­sen­schafts­an­tei­len ist je­de geld­wer­te Leis­tung der Ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft an die In­ha­ber ge­sell­schaft­li­cher Be­tei­li­gungs­rech­te oder an ih­nen na­he­ste­hen­de Drit­te, die sich nicht als Rück­zah­lung der im Zeit­punkt der Leis­tung be­ste­hen­den An­tei­le am ein­be­zahl­ten Grund- oder Stamm­ka­pi­tal dar­stellt (Di­vi­den­den, Bo­ni, Gra­tis­ak­ti­en, Gra­tis-Par­ti­zi­pa­ti­ons­schei­ne, Li­qui­da­ti­ons­über­schüs­se und der­glei­chen).1
2Steu­er­ba­rer Er­trag von Par­ti­zi­pa­ti­ons- und von Ge­nuss­schei­nen ist je­de auf dem Par­ti­zi­pa­ti­ons- oder auf dem Ge­nuss­recht be­ru­hen­de geld­wer­te Leis­tung an den In­ha­ber des Rechts; die Rück­zah­lung des Nenn­wer­tes von un­ent­gelt­lich aus­ge­ge­be­nen Par­ti­zi­pa­ti­ons­schei­nen bil­det nicht Be­stand­teil des steu­er­ba­ren Er­trags, wenn die Ge­sell­schaft oder die Ge­nos­sen­schaft nach­weist, dass sie die Ver­rech­nungs­steu­er auf dem Nenn­wert bei der Aus­ga­be der Ti­tel ent­rich­tet hat.2
3Ei­ne auf­grund von Ar­ti­kel 10 des Bun­des­rats­be­schlus­ses vom 12. April 19573 be­tref­fend vor­sorg­li­che Schutz­mass­nah­men für ju­ris­ti­sche Per­so­nen, Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten und Ein­zel­fir­men wirk­sam wer­den­de Sitz­ver­le­gung fällt nicht un­ter Ar­ti­kel 4 Ab­satz 2 des Ge­set­zes.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 20. Mai 1992, in Kraft seit 1. Ju­li 1992 (AS 1992 1200).
II. Steu­er­ab­rech­nung
1. Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten und Ge­sell­schaf­ten mit be­schränk­ter Haf­tung
1Je­de in­län­di­sche Ak­ti­en­ge­sell­schaft oder Ge­sell­schaft mit be­schränk­ter Haf­tung (Art. 9 Abs. 1 des Ge­set­zes) hat un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung in­nert 30 Ta­gen nach Ge­neh­mi­gung der Jah­res­rech­nung den Ge­schäfts­be­richt oder ei­ne un­ter­zeich­ne­te Ab­schrift der Jah­res­rech­nung (Bi­lanz und Ge­winn- und Ver­lust­rech­nung) so­wie ei­ne Auf­stel­lung nach amt­li­chem For­mu­lar ein­zu­rei­chen, wor­aus der Ka­pi­tal­be­stand am En­de des Ge­schäfts­jah­res, das Da­tum der Ge­ne­ral­ver­samm­lung, die be­schlos­se­ne Ge­winn­ver­tei­lung und ih­re Fäl­lig­keit er­sicht­lich sind, und die Steu­er auf den mit Ge­neh­mi­gung der Jah­res­rech­nung fäl­lig ge­wor­de­nen Er­trä­gen zu ent­rich­ten, wenn:
die Bi­lanz­sum­me mehr als fünf Mil­lio­nen Fran­ken be­trägt;
mit der be­schlos­se­nen Ge­winn­ver­tei­lung ei­ne steu­er­ba­re Leis­tung vor­liegt;
im Ge­schäfts­jahr ei­ne steu­er­ba­re Leis­tung vor­ge­le­gen ist;
die Ge­sell­schaft auf­grund von Ar­ti­kel 69 des Bun­des­ge­set­zes vom 14. De­zem­ber 19901 über die di­rek­te Bun­des­steu­er oder Ar­ti­kel 28 des Bun­des­ge­set­zes vom 14. De­zem­ber 19902 über die Har­mo­ni­sie­rung der di­rek­ten Steu­ern der Kan­to­ne und Ge­mein­den ver­an­lagt wird; oder
die Ge­sell­schaft ein Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men zwi­schen der Schweiz und ei­nem an­de­ren Staat in An­spruch ge­nom­men hat.3
1bisIn den üb­ri­gen Fäl­len sind die Un­ter­la­gen auf Ver­lan­gen der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung ein­zu­rei­chen4
2Die Steu­er auf Er­trä­gen, die nicht mit Ge­neh­mi­gung der Jah­res­rech­nung fäl­lig oder die nicht auf­grund der Jah­res­rech­nung aus­ge­rich­tet wer­den (In­te­rims­di­vi­den­den, Bau­zin­sen, Gra­tis­ak­ti­en, Li­qui­da­ti­ons­über­schüs­se, Ab­lö­sung von Ge­nuss­schei­nen, geld­wer­te Leis­tun­gen an­de­rer Art) ist auf­grund der Ab­rech­nung nach amt­li­chem For­mu­lar in­nert 30 Ta­gen nach der Fäl­lig­keit des Er­tra­ges un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung zu ent­rich­ten.
3Ist für den Er­trag ein Fäl­lig­keits­ter­min nicht be­stimmt, so be­ginnt die 30-tä­gi­ge Frist am Ta­ge, an dem die Aus­rich­tung be­schlos­sen oder, man­gels ei­nes sol­chen Be­schlus­ses, an dem der Er­trag aus­ge­rich­tet wird, zu lau­fen.
4Wird die Jah­res­rech­nung nicht in­nert sechs Mo­na­ten nach Ab­lauf des Ge­schäfts­jah­res ge­neh­migt, so hat die Ge­sell­schaft der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung vor Ab­lauf des sie­ben­ten Mo­nats den Grund der Ver­zö­ge­rung und den mut­mass­li­chen Zeit­punkt der Rech­nungs­ab­nah­me mit­zu­tei­len.
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).
b. Auf­lö­sung; Sitz­ver­le­gung ins Aus­land
1Wird ei­ne Ak­ti­en­ge­sell­schaft oder Ge­sell­schaft mit be­schränk­ter Haf- tung auf­ge­löst (Art. 736 und 820 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts1), so hat sie das un­ver­züg­lich der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung mit­zu­tei­len.
2Die auf­ge­lös­te Ge­sell­schaft hat der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung ei­ne un­ter­zeich­ne­te Ab­schrift der von den Li­qui­da­to­ren auf­ge­stell­ten Bi­lanz ein­zu­rei­chen und nach ih­rer An­ord­nung re­gel­mäs­sig über den Stand der Li­qui­da­ti­on und über die Ver­wen­dung der Ak­ti­ven Aus­kunft zu er­tei­len; nach Be­en­di­gung der Li­qui­da­ti­on ist der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung ei­ne un­ter­zeich­ne­te Ab­schrift der Li­qui­da­ti­ons­rech­nung mit ei­ner Auf­stel­lung über die Ver­tei­lung des Li­qui­da­ti­ons­über­schus­ses ein­zu­rei­chen.
3In­nert 30 Ta­gen nach je­der Ver­tei­lung ei­nes An­teils am Li­qui­da­ti­ons­über­schuss hat die Ge­sell­schaft un­auf­ge­for­dert die auf die­sem An­teil ge­schul­de­te Steu­er auf­grund ei­ner be­son­de­ren Ab­rech­nung zu ent­rich­ten.
4Bei ei­ner Auf­lö­sung oh­ne Li­qui­da­ti­on fin­den die Ab­sät­ze 1-3 sinn­ge­mäs­se An­wen­dung.
5Will ei­ne Ge­sell­schaft ih­ren Sitz ins Aus­land ver­le­gen, so hat sie die­ses Vor­ha­ben un­ver­züg­lich der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung mit­zu­tei­len, ihr ei­ne auf den Tag der Sitz­ver­le­gung er­stell­te Bi­lanz und Ge­winn- und Ver­lust­rech­nung ein­zu­rei­chen und gleich­zei­tig die auf dem Über­schuss des Ver­mö­gens über das ein­be­zahl­te Grund- oder Stamm­ka­pi­tal ge­schul­de­te Steu­er zu ent­rich­ten. Das gilt auch, wenn ei­ne Ge­sell­schaft mit sta­tu­ta­ri­schem Sitz im Aus­land den Ort ih­rer tat­säch­li­chen Lei­tung ins Aus­land ver­le­gen will.
2. Ge­nos­sen­schaf­ten
1Je­de in­län­di­sche Ge­nos­sen­schaft, de­ren Sta­tu­ten Geld­leis­tun­gen der Ge­nos­sen­schaf­ter oder die Schaf­fung ei­nes Ge­nos­sen­schafts­ka­pi­tals durch Ge­nos­sen­schafts­an­tei­le vor­se­hen, hat sich un­ver­züg­lich nach ih­rer Ein­tra­gung in das Han­dels­re­gis­ter oder nach Auf­nah­me ent­spre­chen­der Be­stim­mun­gen in ih­re Sta­tu­ten un­auf­ge­for­dert bei der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung an­zu­mel­den; der An­mel­dung ist ein un­ter­zeich­ne­tes Ex­em­plar der Sta­tu­ten bei­zu­le­gen.
2Für die Steu­er­ab­rech­nung, die Ein­rei­chung der Jah­res­rech­nung und die Auf­lö­sung der Ge­nos­sen­schaft fin­den die Ar­ti­kel 21 und 22 sinn­ge­mä­ss An­wen­dung.1
3-5…2
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).
III. Mel­dung statt Steu­e­ren­t­rich­tung
1. Fäl­le
1Der Ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft kann auf Ge­such hin ge­stat­tet wer­den, ih­re Steu­er­pflicht durch Mel­dung der steu­er­ba­ren Leis­tung zu er­fül­len (Art. 20 des Ge­set­zes),
wenn die an­läss­lich ei­ner amt­li­chen Kon­trol­le oder Buch­prü­fung gel­tend ge­mach­te Steu­er ei­ne Leis­tung be­trifft, die in ei­nem Vor­jah­re fäl­lig ge­wor­den ist;
bei der Aus­ga­be oder Nenn­wert­er­hö­hung von Ak­ti­en, Ge­sell­schafts- oder Ge­nos­sen­schafts­an­tei­len zu­las­ten der Re­ser­ven der Ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft (Gra­tis­ak­ti­en u. dgl.);
bei der Aus­rich­tung von Na­tu­ral­di­vi­den­den oder des Li­qui­da­ti­ons­über­schus­ses durch Ab­tre­tung von Ak­ti­ven;
bei der Ver­le­gung des Sit­zes ins Aus­land.
2Das Mel­de­ver­fah­ren ist in al­len Fäl­len nur zu­läs­sig, wenn fest­steht, dass die Per­so­nen, auf die die Steu­er zu über­wäl­zen wä­re (Leis­tungs­emp­fän­ger), nach Ge­setz oder Ver­ord­nung An­spruch auf Rück­er­stat­tung die­ser Steu­er hät­ten, und wenn ih­re Zahl zwan­zig nicht über­steigt.
2. Mel­dung beim Rück­kauf ei­ge­ner Be­tei­li­gungs­rech­te
Der Ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft kann auf Ge­such hin ge­stat­tet wer­den, ih­re Steu­er­pflicht durch Mel­dung der steu­er­ba­ren Leis­tung zu er­fül­len, wenn:
die Steu­er auf­grund von Ar­ti­kel 4a Ab­satz 2 des Ge­set­zes ge­schul­det ist;
die steu­er­pflich­ti­ge Ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft den Nach­weis er­bringt, dass die zu­rück­ge­kauf­ten Be­tei­li­gungs­rech­te aus dem Ge­schäfts­ver­mö­gen des Ver­käu­fers stam­men;
der Ver­käu­fer zum Zeit­punkt des Ver­kaufs im In­land un­be­schränkt steu­er­pflich­tig war; und
der Ver­kauf vom Ver­käu­fer ord­nungs­ge­mä­ss ver­bucht wor­den ist.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 22. Nov. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2994). Sie­he da­zu die SchlB am En­de die­ses Tex­tes.
3. Ge­such; Be­wil­li­gung1
1Das Ge­such ist der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung schrift­lich ein­zu­rei­chen; im Ge­such sind an­zu­ge­ben:
die Na­men der Leis­tungs­emp­fän­ger und der Ort ih­res Wohn­sit­zes oder Auf­ent­halts im Zeit­punkt der Fäl­lig­keit der Leis­tung;
Art und Brut­to­be­trag der ei­nem je­den Leis­tungs­emp­fän­ger zu­ste­hen­den Leis­tung, das Fäl­lig­keits­da­tum und ge­ge­be­nen­falls der Zeit­raum, auf den sie sich be­zieht.
2Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung klärt den Sach­ver­halt ab und trifft ih­ren Ent­scheid; sie kann die Be­wil­li­gung des Ge­su­ches an Be­din­gun­gen knüp­fen und mit Auf­la­gen ver­bin­den. Be­trifft der Ent­scheid noch nicht fäl­lig ge­wor­de­ne Leis­tun­gen, so steht er un­ter dem Vor­be­halt der Nach­prü­fung des Rück­er­stat­tungs­an­spruchs der Leis­tungs­emp­fän­ger bei Fäl­lig­keit.
3Die Be­wil­li­gung ent­bin­det die Ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft nicht von der Pflicht, sich vor der Mel­dung zu ver­ge­wis­sern, ob der Leis­tungs­emp­fän­ger auch noch bei Fäl­lig­keit der Leis­tung im In­land Wohn­sitz oder dau­ern­den Auf­ent­halt hat­te.
4. Mel­dung; nach­träg­li­che Ein­for­de­rung der Steu­er1
1Die Mel­dung der steu­er­ba­ren Leis­tung hat die in Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2 ge­nann­ten An­ga­ben zu ent­hal­ten und ist der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung mit je ei­nem Dop­pel für je­den Leis­tungs­emp­fän­ger in­nert der Frist von Ar­ti­kel 21 und mit den dort vor ge­schrie­be­nen Be­le­gen ein­zu­rei­chen.
2Er­füllt das Ge­such im Sin­ne von Ar­ti­kel 25 Ab­satz 1 nach In­halt und Zahl der Ex­em­pla­re die Er­for­der­nis­se von Ab­satz 1, so braucht kei­ne neue Mel­dung ein­ge­reicht zu wer­den; an­dern­falls ist die an­stel­le ei­ner nach­träg­li­chen Steu­e­ren­t­rich­tung tre­ten­de Mel­dung (Art. 24 Abs. 1 Bst.a) in­nert 30 Ta­gen nach der Be­wil­li­gung ein­zu­rei­chen.
3Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung lei­tet die Mel­dun­gen an die zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den wei­ter. Die­se ha­ben, so­fern die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung es in­fol­ge ei­nes Vor­be­halts nach Ar­ti­kel 25 Ab­satz 2 ver­fügt, ihr zu mel­den, ob der Leis­tungs­emp­fän­ger die Rück­er­stat­tung der Steu­er be­an­spru­chen könn­te.
4Hät­te der Leis­tungs­emp­fän­ger kei­nen An­spruch auf Rück­er­stat­tung der Steu­er, so ist sie von der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung bei der Ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft oder beim Mit­haf­ten­den ein­zu­for­dern. Vor­be­hal­ten bleibt die Ein­lei­tung ei­nes Straf­ver­fah­rens.
5. Mel­dung statt Steu­e­ren­t­rich­tung für Di- vi­den­den im Kon­zern­ver­hält­nis
1Ist ei­ne Ka­pi­tal­ge­sell­schaft, ei­ne Ge­nos­sen­schaft, ei­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge oder ein Ge­mein­we­sen nach Ar­ti­kel 24 Ab­satz 1 des Ge­set­zes un­mit­tel­bar zu min­des­tens 20 Pro­zent am Grund- oder Stamm­ka­pi­tal ei­ner Ka­pi­tal­ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft be­tei­ligt, so kann sie die­se mit­tels ei­nes amt­li­chen For­mu­lars an­wei­sen, ihr die Di­vi­den­de oh­ne Ab­zug der Ver­rech­nungs­steu­er aus­zu­rich­ten.2
2Die steu­er­pflich­ti­ge Ge­sell­schaft ih­rer­seits ver­voll­stän­digt das Ge­such und reicht die­ses der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung in­nert 30 Ta­gen nach Fäl­lig­keit der Di­vi­den­de zu­sam­men mit dem amt­li­chen For­mu­lar zur Jah­res­rech­nung un­auf­ge­for­dert ein. Ar­ti­kel 21 fin­det An­wen­dung.
3Das Mel­de­ver­fah­ren ist nur zu­läs­sig, wenn fest­steht, dass die Ka­pi­tal­ge­sell­schaft, die Ge­nos­sen­schaft, die kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge oder das Ge­mein­we­sen, wor­auf die Steu­er zu über­wäl­zen wä­re, nach Ge­setz oder Ver­ord­nung An­spruch auf Rück­er­stat­tung die­ser Steu­er hät­te.3
4Er­gibt die Nach­prü­fung durch die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung, dass vom Mel­de­ver­fah­ren zu Un­recht Ge­brauch ge­macht wur­de, ist die Ver­rech­nungs­steu­er nach­zu­er­he­ben; wird die Steu­er­for­de­rung be­strit­ten, so trifft die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung einen ent­spre­chen­den Ent­scheid. Vor­be­hal­ten bleibt die Ein­lei­tung ei­nes Straf­ver­fah­rens.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 22. Nov. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2994).
IV. Er­lass
1Das Ge­such um Er­lass der Steu­er­for­de­rung ge­mä­ss Ar­ti­kel 18 des Ge­set­zes ist spä­tes­tens mit der Ab­rech­nung über die fäl­lig ge­wor­de­ne Steu­er (Art. 21) oder mit der Steu­er­er­klä­rung (Art. 23 Abs. 2) der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung ein­zu­rei­chen.
2Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung kann vom Ge­such­stel­ler über al­le Tat­sa­chen, die für den Er­lass von Be­deu­tung sein kön­nen, die er­for­der­li­chen Aus­künf­te und Be­le­ge ver­lan­gen; kommt der Ge­such­stel­ler sei­nen Aus­kunfts­pflich­ten nicht nach, so wird das Ge­such ab­ge­wie­sen.
C. Steuer auf dem Ertrag von Anteilen an kollektiven Kapitalanlagen
1Steu­er­ba­rer Er­trag von An­tei­len an ei­ner kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge ist je­de auf dem An­teil be­ru­hen­de geld­wer­te Leis­tung an den An­teils­in­ha­ber, die nicht über einen aus­sch­liess­lich der Aus­schüt­tung von Ka­pi­tal­ge­win­nen, von Er­trä­gen aus di­rek­tem Grund­be­sitz oder der Rück­zah­lung der Ka­pi­tal­ein­zah­lun­gen die­nen­den Cou­pon aus­ge­rich­tet wird (Art. 5 Abs. 1 Bst. b des Ge­set­zes).
2Bei der Rück­zah­lung von An­tei­len wird die Steu­er nur er­ho­ben, wenn die Rück­zah­lung in­fol­ge Auf­lö­sung oder Li­qui­da­ti­on der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge er­folgt.
3Sind An­teil­schei­ne oh­ne Cou­pons aus­ge­ge­ben wor­den, wird die Leis­tung ge­gen Rück­ga­be des An­teil­scheins er­bracht oder be­ste­hen kei­ne An­teil­schei­ne, so blei­ben die aus­ge­rich­te­ten Ka­pi­tal­ge­win­ne, Ka­pi­tal­aus­zah­lun­gen und Er­trä­ge aus di­rek­tem Grund­be­sitz von der Steu­er aus­ge­nom­men, wenn sie in der Ab­rech­nung für den An­teils­in­ha­ber ge­son­dert aus­ge­wie­sen wer­den.
2. Ver­le­gung von Ver­lus­ten und Kos­ten
Die in ei­ner kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge ein­ge­tre­te­nen Ver­lus­te so­wie die mit Ka­pi­tal­ge­win­nen zu­sam­men­hän­gen­den Kos­ten (Ge­win­nungs­kos­ten, Aus­schüt­tungs­kom­mis­sio­nen usw.) sind zu­las­ten der er­ziel­ten Ka­pi­tal­ge­win­ne und des Ka­pi­tals zu ver­bu­chen.
3. Fonds­lei­tung und De­pot­bank1
2Wo von Fonds­lei­tung oder De­pot­bank die Re­de ist, gel­ten die Vor­schrif­ten sinn­ge­mä­ss für al­le Per­so­nen, wel­che die­se Funk­tio­nen aus­üben.
1Der nach Ar­ti­kel 10 Ab­satz 2 des Ge­set­zes steu­er­pflich­ti­ge In­län­der hat sich, be­vor mit der Aus­ga­be von An­tei­len be­gon­nen wird, un­auf­ge­for­dert bei der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung an­zu­mel­den.1
2In der An­mel­dung sind an­zu­ge­ben: der Na­me (die Fir­ma) und der Sitz der Fonds­lei­tung und der De­pot­bank so­wie, wenn sich Fonds­lei­tung und De­pot­bank im Aus­land be­fin­den, des In­län­ders, der sich mit ih­nen zur Aus­ga­be der An­teil­schei­ne ver­bun­den hat, und al­ler in­län­di­schen Zahl­stel­len (Art. 10 Abs. 2 des Ge­set­zes); der Na­me des An­la­ge­fonds; das Da­tum, von dem an An­tei­le aus­ge­ge­ben wer­den; das Rech­nungs­jahr und die Dau­er des An­la­ge­fonds.2
2bisMit der An­mel­dung sind fol­gen­de Do­ku­men­te ein­zu­rei­chen:
der Kol­lek­ti­v­an­la­ge­ver­trag des ver­trag­li­chen An­la­ge­fonds;
die Sta­tu­ten und das An­la­ge­re­gle­ment der In­vest­ment­ge­sell­schaft mit va­ria­blem Ka­pi­tal (SI­CAV);
der Ge­sell­schafts­ver­trag der Kom­man­dit­ge­sell­schaft für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen;
die Sta­tu­ten und das An­la­ge­re­gle­ment der In­vest­ment­ge­sell­schaft mit fes­tem Ka­pi­tal (SI­CAF).3
3Nach Auf­nah­me der Ge­schäftstä­tig­keit ein­tre­ten­de Än­de­run­gen an den An­ga­ben und Do­ku­men­ten nach den Ab­sät­zen 2 und 2bis, ins­be­son­de­re die Er­rich­tung neu­er Zahl­stel­len, sind un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung zu mel­den.4
4Wer­den die An­tei­le von ei­nem Aus­län­der in Ver­bin­dung mit ei­nem In­län­der aus­ge­ge­ben, so ist der In­län­der ver­pflich­tet, die Bü­cher der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge samt den Be­le­gen der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung auf Ver­lan­gen vor­zu­le­gen.
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).
1Der nach Ar­ti­kel 10 Ab­satz 2 des Ge­set­zes Steu­er­pflich­ti­ge hat die Steu­er auf­grund der Ab­rech­nung nach amt­li­chem For­mu­lar in­nert 30 Ta­gen nach Fäl­lig­keit des Er­tra­ges (Cou­pon­ter­min) un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung zu ent­rich­ten.
2In­nert sechs Mo­na­ten nach Ab­lauf des Rech­nungs­jah­res hat der Steu­er­pflich­ti­ge un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung den Jah­res­be­richt und die Jah­res­rech­nung ge­mä­ss Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­setz vom 23. Ju­ni 20061 (KAG) ein­zu­rei­chen.2
3In der ge­mä­ss Ab­satz 2 ein­zu­rei­chen­den Jah­res­rech­nung ist an­zu­ge­ben, wel­cher Be­trag der aus­ge­wie­se­nen Ka­pi­tal­ge­win­ne in der zur kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge ge­hö­ren­den Ge­sell­schaf­ten er­zielt wor­den ist.
4Lie­gen der Jah­res­be­richt und die Jah­res­rech­nung in­nert sechs Mo­na­ten nach Ab­lauf des Rech­nungs­jah­res noch nicht vor, so hat der Steu­er­pflich­ti­ge der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung vor Ab­lauf des sie­ben­ten Mo­nats den Grund der Ver­zö­ge­rung und den mut­mass­li­chen Zeit­punkt der Er­stel­lung des Jah­res­be­richts und der Jah­res­rech­nung mit­zu­tei­len.3
2. Li­qui­da­ti­on; Sitz­ver­le­gung ins Aus­land
1Wird ei­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge auf­ge­löst, so hat das der Steu­er­pflich­ti­ge, be­vor er mit ei­ner Li­qui­da­ti­ons­hand­lung be­ginnt, der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung mit­zu­tei­len.
2Auf den Zeit­punkt der Auf­lö­sung ist der Han­del der An­teil­schei­ne an ei­nem Han­dels­platz oder or­ga­ni­sier­ten Han­dels­sys­tem ein­zu­stel­len.1
3Die Ver­tei­lung des Li­qui­da­ti­ons­er­geb­nis­ses ist erst zu­läs­sig, nach­dem die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung zu­ge­stimmt hat.
4Will der Steu­er­pflich­ti­ge sei­nen Sitz ins Aus­land ver­le­gen, und tritt an sei­ner Stel­le nicht ge­mä­ss Ar­ti­kel 10 Ab­satz 2 des Ge­set­zes ein an­de­rer In­län­der in die Steu­er­pflicht ein, so hat er sein Vor­ha­ben un­ver­züg­lich der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung mit­zu­tei­len.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. 9 der Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ver­ord­nung vom 25. Nov. 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5413).
IV. Nicht­er­he­bung der Steu­er ge­gen Do­mi­zil­er­klä­rung1
1Macht der Steu­er­pflich­ti­ge glaub­haft, dass der steu­er­ba­re Er­trag von An­tei­len an ei­ner kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge vor­aus­sicht­lich dau­ernd zu min­des­tens 80 Pro­zent aus­län­di­schen Quel­len ent­stam­men wird, so kann ihn die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung auf sein Ge­such hin er­mäch­ti­gen, die Steu­er in­so­weit nicht zu ent­rich­ten, als der Er­trag ge­gen Do­mi­zil­er­klä­rung (Af­fi­da­vit) zu­guns­ten ei­nes Aus­län­ders aus­be­zahlt, über­wie­sen oder gut­ge­schrie­ben wird.
2Die Er­mäch­ti­gung wird er­teilt, wenn der Steu­er­pflich­ti­ge für ei­ne zu­ver­läs­si­ge Über­prü­fung der Jah­res­rech­nung und der ihm ab­ge­ge­be­nen Do­mi­zil­er­klä­run­gen Ge­währ bie­tet; sie kann auf die Er­klä­rung be­stimm­ter In­sti­tu­te be­schränkt wer­den.2
3Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung hat die Er­mäch­ti­gung zu wi­der­ru­fen, wenn die Ge­währ für ih­ren zu­ver­läs­si­gen Ge­brauch oder für die Über­prü­fung nicht mehr be­steht.
1 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073). Die­se Änd. ist im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
2. Be­fris­tung
1Nach Ab­lauf von drei Jah­ren seit dem En­de des Ka­len­der­jah­res, in dem der steu­er­ba­re Er­trag fäl­lig ge­wor­den ist, darf er, auch wenn im üb­ri­gen die Vor­aus­set­zun­gen er­füllt wä­ren, nicht mehr ge­gen Do­mi­zil­er­klä­rung steu­er­frei aus­ge­schüt­tet wer­den.
2Die Zahl­stel­len haf­ten so­li­da­risch mit dem Steu­er­pflich­ti­gen für die Be­zah­lung der ge­mä­ss Ab­satz 1 zu Un­recht nicht ent­rich­te­ten Steu­er.
3. Do­mi­zil­er­klä­rung
a. Aus­stel­lung
1Ei­ne Do­mi­zil­er­klä­rung darf nur durch fol­gen­de In­sti­tu­te aus­ge­stellt wer­den:
Ban­ken im Sin­ne des Ban­ken­ge­set­zes vom 8. No­vem­ber 19341;
in­län­di­sche Fonds­lei­tun­gen im Sin­ne des KAG2;
in­län­di­sche Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen im Sin­ne des KAG;
in­län­di­sche De­pot­stel­len, die ei­ner be­hörd­li­chen Auf­sicht un­ter­stellt sind;
in­län­di­sche Ef­fek­ten­händ­ler nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 5 der Bör­sen­ver­ord­nung vom 2. De­zem­ber 19963.4
2Das In­sti­tut hat in der Er­klä­rung schrift­lich zu be­stä­ti­gen, dass:5
bei Fäl­lig­keit des steu­er­ba­ren Er­tra­ges ein Aus­län­der das Recht zur Nut­zung am An­teil be­sitzt;
der An­teil bei Fäl­lig­keit des steu­er­ba­ren Er­tra­ges bei ihr im of­fe­nen De­pot liegt;
der steu­er­ba­re Er­trag ei­nem bei ihr für die­sen Aus­län­der ge­führ­ten Kon­to gut­ge­schrie­ben wird.
3Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung um­schreibt den Kreis der Aus­län­der, zu de­ren Guns­ten ei­ne Do­mi­zil­er­klä­rung aus­ge­stellt wer­den darf.
4Ein In­sti­tut, das den An­teil bei Fäl­lig­keit des steu­er­ba­ren Er­tra­ges nicht im ei­ge­nen De­pot hat, darf ei­ne Do­mi­zil­er­klä­rung nur ge­stützt auf die ent­spre­chen­de Er­klä­rung ei­nes an­de­ren in­län­di­schen In­sti­tuts aus­stel­len.6
5Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung kann auch Do­mi­zil­er­klä­run­gen ei­ner aus­län­di­schen Bank oder De­pot­stel­le zu­las­sen, die der be­hörd­li­chen Auf­sicht un­ter­stellt ist.7
6Do­mi­zil­er­klä­run­gen in elek­tro­ni­scher Form dür­fen nur aus­ge­stellt wer­den, wenn die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung sie be­wil­ligt hat.8
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).
6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).
7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).
8 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).
b. Über­prü­fung
1Das In­sti­tut, das ei­ne Do­mi­zil­er­klä­rung ab­gibt, hat die zu ih­rer Über­prü­fung er­for­der­li­chen Un­ter­la­gen, ein­sch­liess­lich der nö­ti­gen­falls zu be­schaf­fen­den Un­ter­la­gen der aus­län­di­schen Bank oder De­pot­stel­le (Art. 36 Abs. 5), der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung auf Ver­lan­gen vor­zu­wei­sen.
2Wei­gert sich das In­sti­tut, die Un­ter­la­gen vor­zu­wei­sen, sind sei­ne Un­ter­la­gen un­ge­nü­gend oder hat es ei­ne un­rich­ti­ge Er­klä­rung ab­ge­ge­ben, so ist die be­tref­fen­de Steu­er zu ent­rich­ten. Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung kann dem In­sti­tut un­ter­sa­gen, Er­klä­run­gen aus­zu­stel­len; falls sie dies un­ter­sagt, un­ter­rich­tet sie die an­de­ren In­sti­tu­te so­wie den Steu­er­pflich­ti­gen da­von, dass künf­ti­ge Er­klä­run­gen die­ses In­sti­tuts un­wirk­sam sind. Vor­be­hal­ten bleibt die Ein­lei­tung des Straf­ver­fah­rens.
4. Ab­rech­nung
1Steht bei Fäl­lig­keit der Steu­er noch nicht fest, in wel­chem Be­tra­ge steu­er­ba­re Er­trä­ge oh­ne Do­mi­zil­er­klä­rung aus­ge­schüt­tet wer­den, so ist die Ver­rech­nungs­steu­er vor­läu­fig auf­grund ei­ner Schät­zung die­ses Be­tra­ges zu ent­rich­ten.
2Die end­gül­ti­ge Ab­rech­nung über die zu ent­rich­ten­de Steu­er ist sechs Mo­na­te nach ih­rer Fäl­lig­keit zu er­stel­len.
3Wer­den nach der end­gül­ti­gen Ab­rech­nung noch steu­er­ba­re Er­trä­ge ge­gen Do­mi­zil­er­klä­rung aus­ge­schüt­tet, so kann die auf die­sen Er­trä­gen schon ent­rich­te­te Ver­rech­nungs­steu­er in der nächs­ten Ab­rech­nung ab­ge­zo­gen wer­den.
V. Mel­dung statt Steu­e­ren­t­rich­tung
1Sind die An­le­ger ei­ner kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge aus­sch­liess­lich steu­er­be­frei­te in­län­di­sche Ein­rich­tun­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge, der ge­bun­de­nen Vor­sor­ge, Frei­zü­gig­keitsein­rich­tun­gen oder So­zi­al­ver­si­che­rungs- oder Aus­gleichs­kas­sen so­wie der Auf­sicht des Bun­des un­ter­stell­te Le­bens­ver­si­che­rer oder in­län­di­sche öf­fent­lich-recht­li­che Le­bens­ver­si­che­rer, so kann die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge auf Ge­such hin ge­stat­ten, ih­re Steu­er­pflicht durch Mel­dung der steu­er­ba­ren Aus­schüt­tung zu er­fül­len.
2Das Mel­de­ver­fah­ren ist in al­len Fäl­len nur zu­läs­sig, wenn fest­steht, dass die Leis­tungs­emp­fän­ger, auf die die Steu­er zu über­wäl­zen wä­re, nach Ge­setz oder Ver­ord­nung An­spruch auf Rück­er­stat­tung die­ser Steu­er hät­ten. Das Ver­fah­ren rich­tet sich sinn­ge­mä­ss nach den Ar­ti­keln 25 und 26 Ab­sät­ze 1, 2 und 4.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 der V vom 15. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5073).
Dritter Abschnitt: Steuer auf Gewinnen aus Geldspielen sowie Lotterien und Geschicklichkeitsspielen zur Verkaufsförderung (Art. 6 VStG)
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang 2 Ziff. II 3 der Geld­spiel­ver­ord­nung vom 7. Nov. 2018, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5155).
III. Steu­e­ren­t­rich­tung: Be­schei­ni­gung
1. Ge­win­ne aus Geld­spie­len
a. Geld­ge­win­ne1
1Die Steu­er ist auf dem Be­trag der ein­zel­nen Geld­ge­win­ne aus der Teil­nah­me an Geld­spie­len von über 1 Mil­li­on Fran­ken zu be­rech­nen. Sie ist auf­grund der Ab­rech­nung auf amt­li­chem For­mu­lar in­nert 30 Ta­gen nach der Re­sul­ta­ter­mitt­lung un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung zu ent­rich­ten.2
2Der Ver­an­stal­ter hat der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung Mit­tei­lung zu ma­chen, wenn er vor dem Ver­kauf der Lo­se oder be­vor der Ver­kauf al­ler Lo­se ab­ge­schlos­sen ist, zu ei­ner Zie­hung schrei­ten will. Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung setzt hier­auf die Zah­lungs­ter­mi­ne fest.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 2 Ziff. II 3 der Geld­spiel­ver­ord­nung vom 7. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5155).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 2 Ziff. II 3 der Geld­spiel­ver­ord­nung vom 7. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5155).
3 Auf­ge­ho­ben durch An­hang 2 Ziff. II 3 der Geld­spiel­ver­ord­nung vom 7. Nov. 2018, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5155).
b. Na­tu­ral­ge­win­ne
Die Mel­dung von Na­tu­ral­ge­win­nen von über ei­ner Mil­li­on Fran­ken aus der Teil­nah­me an Geld­spie­len ist auf amt­li­chem For­mu­lar in­nert 90 Ta­gen nach der Re­sul­ta­ter­mitt­lung un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung ein­zu­rei­chen. Dem For­mu­lar ist ei­ne gül­ti­ge Wohn­sitz­be­stä­ti­gung der Ge­win­ne­rin oder des Ge­win­ners bei­zu­le­gen. Ar­ti­kel 41 Ab­satz 2 gilt sinn­ge­mä­ss.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang 2 Ziff. II 3 der Geld­spiel­ver­ord­nung vom 7. Nov. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5155).
2. Ge­win­ne aus Lot­te­ri­en und Ge­schick­lich­keitss­pie­len zur Ver­kaufs­för­de­rung
a. Geld­ge­win­ne
Die Steu­er ist auf den ein­zel­nen Geld­ge­win­nen von über 1000 Fran­ken aus Lot­te­ri­en und Ge­schick­lich­keitss­pie­len zur Ver­kaufs­för­de­rung zu be­rech­nen; sie ist auf­grund der Ab­rech­nung auf amt­li­chem For­mu­lar in­nert 30 Ta­gen nach der Re­sul­ta­ter­mitt­lung un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung zu ent­rich­ten.
Die Mel­dung von Na­tu­ral­ge­win­nen von über 1000 Fran­ken aus Lot­te­ri­en und Ge­schick­lich­keitss­pie­len zur Ver­kaufs­för­de­rung ist auf amt­li­chem For­mu­lar in­nert 90 Ta­gen nach der Re­sul­ta­ter­mitt­lung un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung ein­zu­rei­chen. Dem For­mu­lar ist ei­ne gül­ti­ge Wohn­sitz­be­stä­ti­gung der Ge­win­ne­rin oder des Ge­win­ners bei­zu­le­gen.
IV. Rück­for­de­rung der Steu­er auf nicht be­zo­ge­nen Ge­win­nen
1Ist die Frist, nach de­ren Ab­lauf nicht be­zo­ge­ne Ge­win­ne ver­fal­len, ver­stri­chen, so kann der Ver­an­stal­ter die auf den nicht be­zo­ge­nen Ge­win­nen nach­weis­bar ent­rich­te­te Steu­er bei der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung zu­rück­for­dern oder, mit ih­rer Zu­stim­mung, in sei­ner nächs­ten Steu­er­ab­rech­nung ab­zie­hen.
2Dem Rück­for­de­rungs­be­geh­ren oder der Steu­er­ab­rech­nung ist ei­ne Auf­stel­lung bei­zu­le­gen, die Aus­kunft gibt über die Be­zeich­nung der Ver­an­stal­tung, das Da­tum der Zie­hung, die Num­mer des nicht ein­ge­lös­ten Lo­ses und die Hö­he des Tref­fers vor Ab­zug der Steu­er; gleich­zei­tig ist un­ter­schrift­lich zu be­stä­ti­gen, dass die zu­rück­er­stat­te­te oder ver­rech­ne­te Steu­er zu­guns­ten des Zweckes der Lot­te­rie ver­wen­det und ent­spre­chend ver­bucht wird.
3Die Rück­for­de­rung ver­jährt fünf Jah­re nach Ab­lauf des Ka­len­der­jah­res, in dem die Steu­er ent­rich­tet wor­den ist.
1. Vor­zei­ti­ge Auf­lö­sung der Ver­si­che­rung; Ab­tre­tung u.dgl.
1Be­ruht ei­ne Ver­si­che­rungs­leis­tung auf ei­ner vor­zei­ti­gen Auf­lö­sung der Ver­si­che­rung, so ist sie Ge­gen­stand der Steu­er, so­fern der Ver­si­che­rungs­neh­mer oder An­spruchs­be­rech­tig­te im Zeit­punkt sei­nes Auf­lö­sungs­be­geh­rens (Rück­kaufs­be­geh­rens u.dgl.) oder bei der Auf­lö­sungs­er­klä­rung des Ver­si­che­rers In­län­der ist.
2Wird ei­ne Ver­si­che­rung vor­zei­tig ganz oder teil­wei­se auf­ge­löst, und über­steigt die Leis­tung des Ver­si­che­rers al­lein oder zu­sam­men­ge­rech­net mit den auf­grund der glei­chen Ver­si­che­rung schon aus­ge­rich­te­ten Be­trä­gen 5 000 Fran­ken, so ist die Leis­tung mit Ein­schluss der noch nicht ver­steu­er­ten frü­he­ren Leis­tun­gen Ge­gen­stand der Steu­er.
3Wird ei­ne Ver­si­che­rung vom in­län­di­schen in einen aus­län­di­schen Ver­si­che­rungs­be­stand über­ge­führt, oder tritt ein In­län­der sei­ne Ver­si­che­rungs­an­sprü­che an einen Aus­län­der ab (Art. 7 Abs. 2 des Ge­set­zes), so ist die Steu­er auf dem Höchst­be­tra­ge der Ka­pi­tal­leis­tun­gen zu be­rech­nen, die für den Ein­tritt des ver­si­cher­ten Er­eig­nis­ses ver­ein­bart sind, bei Ren­ten und Pen­sio­nen auf dem Be­tra­ge ih­res Bar­wer­tes am Ta­ge des ver­ein­bar­ten Be­ginns.
2. Ge­winnan­tei­le
1Ge­winnan­tei­le un­ter­lie­gen der Steu­er nicht, wenn sie als Prä­mie ei­ner zu­sätz­li­chen Ver­si­che­rung ver­wen­det, fort­lau­fend mit ge­schul­de­ten Prä­mi­en ver­rech­net oder dem Be­rech­tig­ten aus­be­zahlt wer­den.
2Wer­den Ge­winnan­tei­le den Be­rech­tig­ten zur frei­en Ver­fü­gung fort­ge­setzt ver­zins­lich gut­ge­schrie­ben, so be­grün­den die­se Gut­schrif­ten Kun­den­gut­ha­ben im Sin­ne von Ar­ti­kel 4 Ab­satz 1 Buch­sta­be d des Ge­set­zes.
3Die üb­ri­gen Ge­winnan­tei­le un­ter­lie­gen als Ver­si­che­rungs­leis­tung der Steu­er im Zeit­punkt ih­rer Aus­rich­tung.
3. Grup­pen­ver­si­che­rung u.dgl.; Stel­len­wech­sel ver­si- cher­ter Ar­beit­neh­mer
1Um un­ver­hält­nis­mäs­si­ge Um­trie­be zu ver­mei­den, kann die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung un­ter den von ihr fest­zu­le­gen­den Be­din­gun­gen und Auf­la­gen bei der Grup­pen­ver­si­che­rung die Leis­tun­gen des Grup­pen­ver­si­che­rers oder die­je­ni­gen des Grup­pen­ver­si­che­rungs­neh­mers von der Steu­er­pflicht aus­neh­men.
2Rich­tet der Grup­pen­ver­si­che­rer sei­ne Leis­tung un­mit­tel­bar an den Ver­si­cher­ten oder einen An­spruchs­be­rech­tig­ten aus, so hat er in sei­ner Mel­dung der steu­er­ba­ren Leis­tung auch den Grup­pen­ver­si­che­rungs­neh­mer zu nen­nen.
3Die Aus­nah­me des Grup­pen­ver­si­che­rers oder Grup­pen­ver­si­che­rungs­neh­mers von der Steu­er­pflicht (Abs. 1) ent­bin­det nicht von der Buch­füh­rungs­pflicht ge­mä­ss Ar­ti­kel 2. Im Fal­le von Ab­satz 2 hat der Grup­pen­ver­si­che­rungs­neh­mer der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung sei­ne Un­ter­la­gen über das Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis auf Ver­lan­gen vor­zu­wei­sen.
4Die Ab­gangs­ent­schä­di­gung an den ver­si­cher­ten Ar­beit­neh­mer bei vor­zei­ti­ger Auf­lö­sung des Dienst­ver­hält­nis­ses bleibt von der Steu­er aus­ge­nom­men, so­fern sie von der Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung des bis­he­ri­gen Ar­beit­ge­bers un­mit­tel­bar und zwecks Ein­kaufs an die­je­ni­ge des neu­en Ar­beit­ge­bers über­wie­sen wird.
5Auf Ein­zel­ver­si­che­run­gen, die ei­ne Für­sor­ge­ein­rich­tung als Ver­si­che­rungs­neh­mer ab­sch­liesst, fin­det die­ser Ar­ti­kel sinn­ge­mäs­se An­wen­dung.
1Wer im In­lan­de Le­bens-, Ren­ten- oder Pen­si­ons­ver­si­che­run­gen über­nimmt, hat sich, be­vor er mit sei­nem Vor­ha­ben be­ginnt, un­auf­ge­for­dert bei der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung an­zu­mel­den; die An­mel­dung kann mit der­je­ni­gen für die Stem­pe­l­ab­ga­be auf Quit­tun­gen für Ver­si­che­rungs­prä­mi­en ver­bun­den wer­den.
2Die kon­zes­sio­nier­ten Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ha­ben in der An­mel­dung an­zu­ge­ben: den Na­men (die Fir­ma) und den Sitz des Un­ter­neh­mens; die Ver­si­che­rungs­zwei­ge und das Da­tum der Ge­schäfts­auf­nah­me.
3Auf die An­stal­ten, Kas­sen und sons­ti­gen Ein­rich­tun­gen, die der Al­ters-, In­va­li­di­täts- oder Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung oder -für­sor­ge die­nen, so­wie auf Ar­beit­ge­ber und Be­rufs­ver­bän­de, die Ver­si­che­rungs- oder Für­sor­ge­ein­rich­tun­gen un­ter­hal­ten, fin­det Ab­satz 2 sinn­ge­mäs­se An­wen­dung; sie ha­ben mit der An­mel­dung die Sta­tu­ten, Re­gle­men­te und al­le sons­ti­gen für die Über­prü­fung der Steu­er­pflicht er­for­der­li­chen Be­le­ge ein­zu­rei­chen und ge­ge­be­nen­falls den Grup­pen­ver­si­che­rer zu nen­nen.
4Nach Auf­nah­me der Ge­schäftstä­tig­keit ein­tre­ten­de Än­de­run­gen an den ge­mä­ss den Ab­sät­zen 2 und 3 zu mel­den­den Tat­sa­chen und ein­zu­rei­chen­den Be­le­gen, ins­be­son­de­re neue Grup­pen­ver­si­che­rer, sind un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung zu mel­den.
1. Mel­dung
1Der Ver­si­che­rer hat die Mel­dun­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 19 des Ge­set­zes auf den vor­ge­schrie­be­nen For­mu­la­ren und un­auf­ge­for­dert zu er­stat­ten.
2Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung kann un­ter den von ihr fest­zu­le­gen­den Be­din­gun­gen und Auf­la­gen nicht un­ter­schrie­be­ne Mel­dun­gen zu­las­sen.
3Sind auf­grund ei­nes Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis­ses nach­ein­an­der meh­re­re Ka­pi­tal­leis­tun­gen zu er­brin­gen, so ist in der Mel­dung über die ers­te Leis­tung auf die spä­ter fäl­lig wer­den­den Leis­tun­gen hin­zu­wei­sen.
4Zeit­ren­ten sind bei der ers­ten Ren­ten­zah­lung als Ka­pi­tal­leis­tung mit dem Bar­wert zu mel­den; die Be­rech­nungs­grund­la­gen des Bar­wer­tes und die Fäl­lig­keit der letz­ten Ren­ten­zah­lung sind an­zu­ge­ben.
5Bei Leib­ren­ten und Pen­sio­nen sind in der Mel­dung der ers­ten Ren­te der Be­ginn des Ren­ten­laufs, der Be­trag der Jah­res­ren­te und die Fäl­lig­keits­da­ten der künf­ti­gen Ren­ten an­zu­ge­ben; ei­ne neue Mel­dung ist je­weils nur zu er­stat­ten, wenn der Ren­ten­be­trag er­höht wird oder der An­spruchs­be­rech­tig­te wech­selt.
2. Ein­spruch ge­gen die Mel­dung
1Ge­gen die Mel­dung ei­ner Ren­te aus Haft­pflicht­ver­si­che­rung kann nur der ge­schä­dig­te Drit­te Ein­spruch er­he­ben, es sei denn, die Ver­si­che­rungs­leis­tung wer­de mit sei­ner Ein­wil­li­gung dem Ver­si­che­rungs­neh­mer aus­ge­rich­tet.
2Weist der In­ha­ber ei­ner Po­li­ce, nach de­ren Be­stim­mun­gen der Ver­si­che­rer an den In­ha­ber leis­ten darf, we­der sich noch einen Drit­ten mit Na­men und Adres­se als Ver­si­che­rungs­neh­mer oder An­spruchs­be­rech­tig­ten aus, oder gibt der Be­auf­trag­te oder Wil­lens­voll­stre­cker des Ver­si­che­rungs­neh­mers oder Ver­si­cher­ten dem Ver­si­che­rer den Na­men und die Adres­se des An­spruchs­be­rech­tig­ten nicht be­kannt, so steht die­se Un­ter­las­sung dem Ein­spruch ge­gen die Mel­dung gleich.
IV. Steu­e­ren­t­rich­tung
1. Ab­rech­nung
Die Steu­er auf Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen, ge­gen de­ren Mel­dung Ein­spruch er­ho­ben wur­de, ist auf­grund der Ab­rech­nung nach amt­li­chem For­mu­lar in­nert 30 Ta­gen nach Ab­lauf je­des Mo­nats für die in die­sem Mo­nat er­brach­ten Leis­tun­gen un­auf­ge­for­dert der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung zu ent­rich­ten.
2. Be­schei­ni­gung über den Steu­er­ab­zug
1Der Ver­si­che­rer hat den Emp­fän­ger ei­ner um die Steu­er ge­kürz­ten Ver­si­che­rungs­leis­tung dar­auf hin­zu­wei­sen, dass er die Steu­er nur auf­grund ei­ner Be­schei­ni­gung ge­mä­ss Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2 zu­rück­er­hält, und ihm auf Ver­lan­gen die Be­schei­ni­gung auf vor­ge­schrie­be­nem For­mu­lar aus­zu­stel­len.
2Für die Steu­er auf Leib­ren­ten und Pen­sio­nen ist ei­ne das gan­ze Ka­len­der­jahr um­fas­sen­de Be­schei­ni­gung aus­zu­stel­len.
3Wird die Ver­si­che­rungs­leis­tung an­teil­mäs­sig meh­re­ren An­spruchs­be­rech­tig­ten aus­ge­rich­tet, so kann je­der für sei­nen Teil ei­ne be­son­de­re Be­schei­ni­gung ver­lan­gen, die als Teil­be­schei­ni­gung zu kenn­zeich­nen ist.
I. Be­rech­tig­te
1. Auf­ent­hal­ter; be­schränkt Steu­er­pflich­ti­ge
1Wer in­fol­ge blos­sen Auf­ent­halts nach der kan­to­na­len Steu­er­ge­setz­ge­bung un­be­schränkt steu­er­pflich­tig ist, hat An­spruch auf Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er, wenn die steu­er­ba­re Leis­tung im Zeit­raum sei­ner Steu­er­pflicht fäl­lig wur­de.
2Ei­ne na­tür­li­che Per­son, die nach der kan­to­na­len Steu­er­ge­setz­ge­bung nicht un­be­schränkt steu­er­pflich­tig ist, je­doch kraft ge­setz­li­cher Vor­schrift des Bun­des, des Kan­tons oder der Ge­mein­de auf Ein­künf­ten, die der Ver­rech­nungs­steu­er un­ter­lie­gen, oder auf dem Ver­mö­gen, wor­aus sol­che Ein­künf­te flies­sen, Ein­kom­mens- oder Ver­mö­gens­steu­ern zu ent­rich­ten ver­pflich­tet ist, hat bis zum Be­trag, den die­se Steu­ern aus­ma­chen, An­spruch auf Rück­er­stat­tung der von den Ein­künf­ten ab­ge­zo­ge­nen Ver­rech­nungs­steu­er, wenn die steu­er­ba­re Leis­tung im Zeit­raum ih­rer Steu­er­pflicht fäl­lig wur­de.
3Wer nach Ab­satz 1 oder 2 die Rück­er­stat­tung be­an­sprucht, hat den An­trag bei der Steu­er­be­hör­de des Kan­tons ein­zu­rei­chen, der für die Ver­an­la­gung der Ein­kom­mens- oder Ver­mö­gens­steu­ern zu­stän­dig ist.
2. Bun­des­be­diens­te­te im Aus­land
1Bun­des­be­diens­te­te, die bei Fäl­lig­keit der steu­er­ba­ren Leis­tung ih­ren Wohn­sitz oder Auf­ent­halt im Aus­land hat­ten und dort auf­grund ei­nes Ver­tra­ges oder völ­ker­recht­li­cher Übung von den di­rek­ten Steu­ern be­freit wa­ren, ha­ben An­spruch auf Rück­er­stat­tung der von die­ser Leis­tung ab­ge­zo­ge­nen Ver­rech­nungs­steu­er.
2Der An­trag auf Rück­er­stat­tung ist auf dem amt­li­chen For­mu­lar der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung ein­zu­rei­chen.
3Der An­spruch wird in bar oder durch Ver­rech­nung mit der vom An­trag­stel­ler zu ent­rich­ten­den Wehr­steu­er1 be­frie­digt.
1 Heu­te: di­rek­te Bun­des­steu­er
3. Ver­si­che­rungs­kas­sen und Für­sor­ge­ein- rich­tun­gen
1An­stal­ten, Kas­sen und sons­ti­ge Ein­rich­tun­gen, die der Al­ters-, In­va­li­di­täts- oder Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung oder -für­sor­ge die­nen, ha­ben An­spruch auf Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er, die von den Er­trä­gen ih­rer im ei­ge­nen oder im Na­men der Ein­le­ger un­ter­hal­te­nen An­la­gen ab­ge­zo­gen wur­de.
2Der An­trag ist der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung ein­zu­rei­chen; um­fasst er Er­trä­ge von An­la­gen, die im Na­men der Ein­le­ger un­ter­hal­ten wer­den, so ist ihm ein Ver­zeich­nis bei­zu­le­gen, das die Na­men und Adres­sen die­ser Ein­le­ger so­wie den Be­trag ih­rer An­la­gen und der auf sie ent­fal­len­den Brut­to­er­trä­ge an­gibt.
3Dem ein­zel­nen Ein­le­ger steht kein An­spruch auf Rück­er­stat­tung der ge­mä­ss Ab­satz 1 zu­rück­zu­for­dern­den Ver­rech­nungs­steu­er zu, und es darf ihm kei­ne Be­schei­ni­gung zur Gel­tend­ma­chung ei­nes Rück­er­stat­tungs­an­spruchs aus­ge­stellt wer­den.
4Auf die recht­lich nicht ver­selb­stän­dig­ten Ein­rich­tun­gen fin­det Ar­ti­kel 25 des Ge­set­zes über die Ver­wir­kung des Rück­er­stat­tungs­an­spruchs man­gels Ver­bu­chung der Ein­künf­te sinn­ge­mäs­se An­wen­dung.
4. Spar­ver­ei­ne und Be­triebss­par­kas­sen
1Ein Spar­ver­ein oder ei­ne Be­triebss­par­kas­se im Sin­ne von Ar­ti­kel 9 Ab­satz 2 des Ge­set­zes hat An­spruch auf Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er für Rech­nung des Ein­le­gers, wenn des­sen An­teil am Brut­to­er­trag 200 Fran­ken im Ka­len­der­jahr nicht über­steigt. Der An­trag ist bei der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung ein­zu­rei­chen.1
2Über­steigt die­ser An­teil 200 Fran­ken, so muss der Ver­ein oder die Kas­se den Ein­le­ger dar­auf hin­wei­sen, dass die­ser die Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er selbst zu be­an­tra­gen hat und sie nur auf­grund ei­ner Be­schei­ni­gung nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2 zu­rück­er­hält. Auf Ver­lan­gen des Ein­le­gers muss der Ver­ein oder die Kas­se die Be­schei­ni­gung aus­stel­len.2
3Um un­ver­hält­nis­mäs­si­ge Um­trie­be zu ver­mei­den, kann die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung un­ter den von ihr fest­zu­le­gen­den Be­din­gun­gen und Auf­la­gen ei­nem Ver­ein oder ei­ner Kas­se ge­stat­ten, die Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er un­be­küm­mert um die Hö­he der Ein­le­geran­tei­le zu be­an­tra­gen.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 3471).
5. Per­so­nen­ver- ei­ni­gun­gen und Ver­mö­gens­mas­sen oh­ne Rechts- per­sön­lich­keit
Gleich den ju­ris­ti­schen Per­so­nen ha­ben An­spruch auf Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er:
Ge­mein­schafts­un­ter­neh­men (Bau­kon­sor­ti­en und dgl.) und Stock­werk­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaf­ten (Art. 712aff. Zi­vil­ge­setz­buch2) für den auf Teil­ha­ber mit Do­mi­zil im In­land ent­fal­len­den An­teil, wenn die Ver­rech­nungs­steu­er von Ka­pi­tal­er­trä­gen auf Ver­mö­gens­wer­ten ab­ge­zo­gen wur­de, die aus­sch­liess­lich für Zwe­cke des Ge­mein­schafts­un­ter­neh­mens bzw. zur Fi­nan­zie­rung der ge­mein­sa­men Kos­ten und Las­ten der Stock­werk­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft ein­ge­setzt wer­den und so­fern dem Rück­er­stat­tungs­an­trag ein Ver­zeich­nis al­ler Be­tei­lig­ten (ent­hal­tend Na­me, Adres­se, Wohn­sitz und Be­tei­li­gungs­quo­te) bei­ge­legt wird;
Per­so­nen­ver­ei­ni­gun­gen, die das Recht der Per­sön­lich­keit nicht er­langt ha­ben, aber über ei­ne ei­ge­ne Or­ga­ni­sa­ti­on ver­fü­gen und aus­sch­liess­lich oder vor­wie­gend im In­land tä­tig sind, wenn die Mit­glie­der für ih­ren An­teil am Ein­kom­men und Ver­mö­gen der Ver­ei­ni­gung nicht steu­er­pflich­tig sind und für ih­ren An­teil an den Ein­künf­ten der Ver­ei­ni­gung per­sön­lich kei­nen Rück­er­stat­tungs­an­spruch gel­tend ma­chen;
im In­land ver­wal­te­te Ver­mö­gens­mas­sen, die ei­nem be­son­de­ren Zweck ge­wid­met sind, je­doch das Recht der Per­sön­lich­keit nicht er­langt ha­ben, wenn die Ver­mö­gens­wer­te und ihr Er­trag steu­er­lich nicht be­stimm­ten Per­so­nen zu­ge­rech­net wer­den kön­nen.
II. Be­son­de­re Ver­hält­nis­se
1. Pri­vat­ban­kiers
1Die dem Ban­ken­ge­setz vom 8. No­vem­ber 19341 un­ter­stell­ten Pri­vat­ban­kiers, die ihr Ge­schäft als Ein­zel­fir­ma be­trei­ben, ha­ben den An­trag auf Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er, die von Ein­künf­ten aus Ge­schäfts­ak­ti­ven ab­ge­zo­gen wur­de, bei der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung ein­zu­rei­chen.
2Auf die von den Ein­künf­ten aus Ge­schäfts­ak­ti­ven ab­ge­zo­ge­ne Ver­rech­nungs­steu­er fin­det die Vor­schrift von Ar­ti­kel 25 des Ge­set­zes über die Ver­wir­kung des Rück­er­stat­tungs­an­spruchs man­gels Ver­bu­chung An­wen­dung.
2. Steu­er­ver­tre­ter und Steu­er­nach­fol­ger
1Wer für die mit der Ver­rech­nungs­steu­er be­las­te­ten Ein­künf­te oder für das Ver­mö­gen, wor­aus die­se Ein­künf­te flies­sen, einen an­dern in der Steu­er­pflicht ver­tritt (Ehe­mann, In­ha­ber der el­ter­li­chen Ge­walt u.dgl.) oder in die Steu­er­pflicht ei­nes an­dern ein­ge­tre­ten ist, hat an Stel­le des Ver­tre­te­nen oder Rechts­vor­gän­gers An­spruch auf Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er.
2Die Rück­er­stat­tung rich­tet sich nach den für den Ver­tre­te­nen oder Rechts­vor­gän­ger mass­ge­ben­den Be­stim­mun­gen.
3. Erb­fäl­le
1Ist ei­ne mit der Ver­rech­nungs­steu­er be­las­te­te Leis­tung bei Leb­zei­ten des Erb­las­sers fäl­lig ge­wor­den, so steht der An­spruch auf Rück­er­stat­tung die­ser Steu­er an sei­ner Stel­le den Er­ben zu, oh­ne Rück­sicht auf ih­ren Wohn­sitz oder Auf­ent­halt.
2Wird ein der Ver­rech­nungs­steu­er un­ter­lie­gen­der Er­trag ei­nes Erb­schafts­ge­gen­stan­des nach dem To­de des Erb­las­sers und vor der Tei­lung der Erb­schaft fäl­lig, so steht je­dem Er­ben, so­weit er per­sön­lich die Vor­aus­set­zun­gen er­füllt, nach Mass­ga­be sei­ner Quo­te an der Erb­schaft ein An­spruch auf Rück­er­stat­tung die­ser Steu­er zu.
3Ist nach der kan­to­na­len Steu­er­ge­setz­ge­bung ei­ne Er­ben­ge­mein­schaft als sol­che ver­pflich­tet, auf den der Ver­rech­nungs­steu­er un­ter­lie­gen­den Ein­künf­ten oder auf dem Ver­mö­gen, wor­aus sol­che Ein­künf­te flies­sen, Ein­kom­mens- oder Ver­mö­gens­steu­ern zu ent­rich­ten, so fin­det Ab­satz 2 sinn­ge­mäs­se An­wen­dung.
1War der Erb­las­ser bei sei­nem To­de im In­land un­be­schränkt steu­er­pflich­tig, so ha­ben die Er­ben die Rück­er­stat­tung der Steu­er ent­we­der ge­mein­sam oder durch einen ge­mein­sa­men Ver­tre­ter zu be­an­tra­gen; im An­trag sind die Na­men und Adres­sen al­ler Er­ben und ih­re Quo­ten an der Erb­schaft an­zu­ge­ben.
2Der An­trag ist bei der am Ver­an­la­gungs­ort des Erb­las­sers zu­stän­di­gen kan­to­na­len Steu­er­be­hör­de ein­zu­rei­chen mit je ei­nem Dop­pel für je­den Kan­ton, in dem zur Er­ben­ge­mein­schaft ge­hö­ren­de Er­ben steu­er­pflich­tig sind. Die Be­hör­de hat die An­trags­dop­pel mit ih­ren all­fäl­li­gen Be­mer­kun­gen den für die Er­ben zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den zu­zu­tei­len.
3Die Kan­to­ne kön­nen in ih­ren Voll­zugs­vor­schrif­ten für die Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er in Erb­fäl­len, mit der sich nur Be­hör­den ih­res Kan­tons zu be­fas­sen ha­ben, ei­ne von den Ab­sät­zen 1 und 2 ab­wei­chen­de Ord­nung vor­se­hen.
4War der Erb­las­ser bei sei­nem To­de im In­land nicht un­be­schränkt steu­er­pflich­tig, so hat je­der Er­be, dem nach Ar­ti­kel 58 Ab­satz 2 ein Rück­er­stat­tungs­an­spruch zu­steht, den An­trag bei der für ihn per­sön­lich zu­stän­di­gen Be­hör­de ein­zu­rei­chen.
4. Mehr­heit von An­spruchs­be­rech­tig­ten (In­vest­ment- Klub, Geld­spie­le, Lot­te­ri­en und Ge­schick­lich­keitss­pie­le zur Ver­kaufs­för­de­rung, Ver­si­che­rungs­leis­tung)1
1Ha­ben sich nicht mehr als 20 Per­so­nen ver­trags­mäs­sig mit­ein­an­der ver­bun­den, um ge­mein­sam An­la­gen in Wert­pa­pie­ren zu tä­ti­gen und zu ver­wal­ten (In­vest­ment-Klub), so kann ih­nen die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung un­ter den von ihr fest­zu­le­gen­den Be­din­gun­gen und Auf­la­gen ge­stat­ten, die Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er, die vom Er­trag der Wert­pa­pie­re ab­ge­zo­gen wur­de, durch ge­mein­sa­men An­trag beim Bund gel­tend zu ma­chen.
2Ha­ben meh­re­re Per­so­nen durch ge­mein­sa­me Teil­nah­me einen um die Ver­rech­nungs­steu­er ge­kürz­ten Geld­spiel­ge­winn oder Ge­winn aus ei­ner Lot­te­rie oder ei­nem Ge­schick­lich­keitss­piel zur Ver­kaufs­för­de­rung er­zielt, so ist die Rück­er­stat­tung von al­len Teil­neh­men­den nach Mass­ga­be ih­res An­teils am Ge­winn zu be­an­tra­gen; dem An­trag ist ei­ne vom In­ha­ber der Ori­gi­nal­be­schei­ni­gung (Art. 3 Abs. 2) un­ter­zeich­ne­te Be­schei­ni­gung bei­zu­le­gen, die al­le An­ga­ben der Ori­gi­nal­be­schei­ni­gung ent­hält so­wie den Ge­winnan­teil des An­trag­stel­lers nennt. Sind al­le Teil­neh­men­den im glei­chen Kan­ton steu­er­pflich­tig, so kann ih­nen die zu­stän­di­ge kan­to­na­le Be­hör­de un­ter den von ihr fest­zu­le­gen­den Be­din­gun­gen und Auf­la­gen ge­stat­ten, die Rück­er­stat­tung durch ge­mein­sa­men An­trag gel­tend zu ma­chen.2
3Wa­ren auf ei­ne um die Ver­rech­nungs­steu­er ge­kürz­te Ver­si­che­rungs­leis­tung meh­re­re Per­so­nen an­spruchs­be­rech­tigt, ist aber nur ei­ne Ab­zugs­be­schei­ni­gung aus­ge­stellt wor­den, so kann die Rück­er­stat­tung der Steu­er nur von demje­ni­gen be­an­tragt wer­den, der die Ab­zugs­be­schei­ni­gung vor­legt.
4Ent­hält die Ab­zugs­be­schei­ni­gung des Ver­si­che­rers den Ver­merk, dass der Ver­si­che­rungs­an­spruch bei Er­brin­gung der Leis­tung ver­pfän­det war, so wird die Ver­rech­nungs­steu­er dem An­spruchs­be­rech­tig­ten oder dem Pfand­gläu­bi­ger je nur mit Zu­stim­mung des an­dern zu­rück­er­stat­tet.
5. Treu­hand­ver­hält­nis
1Die Ver­rech­nungs­steu­er, die vom Er­trag treu­hän­de­risch über­eig­ne­ter Wer­te ab­ge­zo­gen wur­de, wird nur zu­rück­er­stat­tet, wenn die Vor­aus­set­zun­gen zur Rück­er­stat­tung beim Treu­ge­ber er­füllt sind.
2Der An­trag auf Rück­er­stat­tung ist vom Treu­ge­ber ein­zu­rei­chen; er hat auf das Treu­hand­ver­hält­nis hin­zu­wei­sen und die an ihm be­tei­lig­ten Per­so­nen mit Na­men und Adres­se zu be­zeich­nen.
6. Ter­min­ge­schäft an oder aus­ser­halb der Bör­se
Wird der Er­trag ei­nes Wert­pa­piers, das Ge­gen­stand ei­nes an oder aus­ser­halb der Bör­se ab­ge­schlos­se­nen Ter­min­ge­schäf­tes bil­det, zwi­schen dem Ab­schluss- und dem Li­qui­da­ti­ons­tag fäl­lig, so steht der An­spruch auf Rück­er­stat­tung der von die­sem Er­trag ab­ge­zo­ge­nen Ver­rech­nungs­steu­er dem Ter­min­ver­käu­fer zu, wenn ihm bei Fäl­lig­keit des Er­tra­ges das Wert­pa­pier und der Cou­pon ge­hör­ten, an­sons­ten dem Drit­ten, der bei Fäl­lig­keit des Er­tra­ges das Recht zur Nut­zung des am Ter­min ge­lie­fer­ten Wert­pa­piers be­sass.
1Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung er­lässt die all­ge­mei­nen Wei­sun­gen und trifft die Ein­zel­ver­fü­gun­gen, die für die Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er durch den Bund er­for­der­lich sind; sie be­stimmt Form und In­halt der An­trags­for­mu­la­re und Fra­ge­bo­gen und be­zeich­net die den An­trä­gen bei­zu­fü­gen­den Be­le­ge.
2Die Ar­ti­kel 6 und 7 über das Ein­ho­len von Aus­künf­ten, die Ein­ver­nah­me und die Buch­prü­fung fin­den auf das Rück­er­stat­tungs­ver­fah­ren sinn­ge­mäs­se An­wen­dung.
II. Pflich­ten des An­trag­stel­lers
1Der Rück­er­stat­tungs­an­trag ist der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung auf dem amt­li­chen For­mu­lar ein­zu­rei­chen.
2Vom glei­chen Rück­er­stat­tungs­be­rech­tig­ten wird ein An­trag in der Re­gel nur ein­mal jähr­lich ent­ge­gen­ge­nom­men; vor­be­hal­ten blei­ben An­trä­ge ge­mä­ss den Ar­ti­keln 29 Ab­satz 3 und 32 Ab­satz 2 des Ge­set­zes.
3Buch­füh­rungs­pflich­ti­ge An­trag­stel­ler ha­ben ih­re Bü­cher so ein­zu­rich­ten und zu füh­ren, dass sich aus ih­nen die für den Rück­er­stat­tungs­an­spruch mass­ge­ben­den Tat­sa­chen oh­ne be­son­de­ren Auf­wand zu­ver­läs­sig er­mit­teln und nach­wei­sen las­sen; Ar­ti­kel 2 Ab­sät­ze 2 und 3 fin­den sinn­ge­mäs­se An­wen­dung.
III. Ab­schlags­rück­er­stat­tun­gen
1. Vor­aus­set­zun­gen und Ver­fah­ren1
1Macht der Be­rech­tig­te glaub­haft, dass sich sein für das gan­ze Jahr be­rech­ne­ter Rück­er­stat­tungs­an­spruch auf min­des­tens 4 000 Fran­ken be­lau­fen wird, so ge­währt ihm die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung auf An­trag Ab­schlags­rück­er­stat­tun­gen.
3Wer Ab­schlags­rück­er­stat­tun­gen er­hal­ten hat, ist ver­pflich­tet, in­nert drei Mo­na­ten nach Ab­lauf des be­tref­fen­den Jah­res einen voll­stän­di­gen Rück­er­stat­tungs­an­trag ein­zu­rei­chen und in ihm die er­hal­te­nen Ab­schlags­rück­er­stat­tun­gen an­zu­ge­ben.
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 22. Nov. 2000, mit Wir­kung seit 1.Jan. 2001 (AS 2000 2994).
2. Be­mes­sung
1Die Ab­schlags­rück­er­stat­tun­gen wer­den je­weils auf das En­de der ers­ten drei Vier­tel­jah­re ge­leis­tet und grund­sätz­lich so be­mes­sen, dass sie an­nä­hernd je ei­nem Vier­tel des vor­aus­sicht­li­chen Rück­er­stat­tungs­an­spruchs des be­tref­fen­den Ka­len­der- oder Ge­schäfts­jah­res ent­spre­chen.
2Falls die Fäl­lig­kei­ten der mit der Ver­rech­nungs­steu­er be­las­te­ten Er­trä­ge vor­wie­gend in ei­nem Quar­tal des Ka­len­der- oder Ge­schäfts­jah­res ein­tre­ten, ist dies bei der Be­mes­sung der Ab­schlags­rück­er­stat­tun­gen zu be­rück­sich­ti­gen.
3Bei der Be­mes­sung der Ab­schlags­rück­er­stat­tun­gen wer­den die An­sprü­che auf Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er in­so­weit nicht be­rück­sich­tigt, als die ent­spre­chen­den Ver­rech­nungs­steu­er­be­trä­ge erst im fol­gen­den Ka­len­der- oder Ge­schäfts­jahr zur Zah­lung an die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung fäl­lig wer­den.
I. Be­hör­den
1. Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung
1Die Auf­sicht des Bun­des über die Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er durch die Kan­to­ne wird von der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung aus­ge­übt.
2Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung sorgt für die gleich­mäs­si­ge Hand­ha­bung der Bun­des­vor­schrif­ten und er­lässt die er­for­der­li­chen all­ge­mei­nen Wei­sun­gen an die kan­to­na­len Be­hör­den. Sie ist ins­be­son­de­re be­fugt:
die Ver­wen­dung be­stimm­ter For­mu­la­re vor­zu­schrei­ben;
bei den Steu­er­be­hör­den der Kan­to­ne, Be­zir­ke, Krei­se und Ge­mein­den in al­le mass­ge­ben­den Un­ter­la­gen Ein­sicht zu neh­men, im Ein­zel­fal­le Un­ter­su­chungs­mass­nah­men an­zu­ord­nen und sel­ber von den Un­ter­su­chungs­be­fug­nis­sen ei­nes Ver­rech­nungs­steu­er­am­tes Ge­brauch zu ma­chen;
am Ver­fah­ren vor der kan­to­na­len Re­kurs­kom­mis­si­on teil­zu­neh­men und An­trä­ge zu stel­len;
ein Be­geh­ren um Re­vi­si­on ei­nes rechts­kräf­tig ab­ge­schlos­se­nen Ver­fah­rens zu stel­len.
3Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung ist zur Be­schwer­de an das Bun­des­ge­richt be­rech­tigt.1
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 46 der V vom 8. Nov. 2006 über die An­pas­sung von Bun­des­rats­ver­ord­nun­gen an die To­tal­re­vi­si­on der Bun­des­rechts­pfle­ge, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4705).
1Die vom Kan­ton zu be­zeich­nen­de Be­hör­de sorgt für die gleich­mäs­si­ge An­wen­dung der Bun­des­vor­schrif­ten im Ge­biet ih­res Kan­tons und übt die Auf­sicht über die Amts­stel­len aus, de­nen die Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er ob­liegt.
2Die Kan­to­ne ha­ben die For­mu­la­re, mit de­nen der Rück­er­stat­tungs­an­spruch gel­tend zu ma­chen ist, vor der Aus­ga­be der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung zur Ge­neh­mi­gung zu un­ter­brei­ten.
3Über die be­wil­lig­ten Rück­er­stat­tun­gen ist ein be­son­de­res Re­gis­ter zu füh­ren; die be­han­del­ten Rück­er­stat­tungs­an­trä­ge und die Be­weis­mit­tel sind wäh­rend fünf Jah­ren seit En­de des Ka­len­der­jah­res, in dem der Ent­scheid über die Rück­er­stat­tung rechts­kräf­tig ge­wor­den ist, ge­ord­net auf­zu­be­wah­ren.
4Will ei­ne kan­to­na­le Be­hör­de ei­ne Steu­er­ab­zugs­be­schei­ni­gung und die sie er­gän­zen­den Aus­künf­te ge­mä­ss Ar­ti­kel 50 Ab­satz 2 des Ge­set­zes beim Aus­stel­ler über­prü­fen las­sen, so hat sie der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung das Be­geh­ren schrift­lich zu stel­len.
II. Ver­fah­ren
1Der Rück­er­stat­tungs­an­trag ist der zu­stän­di­gen Be­hör­de auf dem amt­li­chen For­mu­lar ein­zu­rei­chen.
2Dem An­trag ist un­auf­ge­for­dert ei­ne Be­schei­ni­gung über den Steu­er­ab­zug (Art. 3 Abs. 2) bei­zu­le­gen, wenn die Steu­er, de­ren Rück­er­stat­tung be­an­tragt wird:
aus Geld­spiel­ge­win­nen oder Ge­win­nen aus Lot­te­ri­en und Ge­schick­lich­keitss­pie­len zur Ver­kaufs­för­de­rung stammt;
aus dem Er­trag der An­la­gen ei­nes Spar­ver­eins oder ei­ner Be­triebss­par­kas­se stammt, so­fern die Rück­er­stat­tung vom Ein­le­ger zu be­an­tra­gen ist (Art. 54 Abs. 2).1
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 4 der V vom 14. Aug. 2013 über die zeit­li­che Be­mes­sung der di­rek­ten Bun­des­steu­er, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 2773).
1Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. Ja­nu­ar 1967 in Kraft.
2Auf den glei­chen Zeit­punkt sind die Ver­fü­gun­gen des Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz- und Zoll­de­par­te­ments Nr. 1 a vom 20. No­vem­ber 19441, Nr. 2 vom 30. Ju­ni 19442, Nr. 3 vom 21. Ja­nu­ar 19463 und Nr. 4 b vom 19. De­zem­ber 19514 über die Ver­rech­nungs­steu­er so­wie vom 31. Au­gust 19455 über die Si­che­rung der Steu­er­an­sprü­che bei Ver­si­che­run­gen auf­ge­ho­ben.