Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=FamRZ%202005,%201167
Timestamp: 2020-01-28 00:30:38
Document Index: 71928479

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 1671', '§ 1671', 'BGH', '§ 1671', '§ 1671', '§ 1671', 'BGH', 'BGH', '§ 1671', 'BGH', '§ 1671', '§ 1671', '§ 1671', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 11.05.2005 - XII ZB 33/04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,614
BGH, 11.05.2005 - XII ZB 33/04 (https://dejure.org/2005,614)
BGH, Entscheidung vom 11.05.2005 - XII ZB 33/04 (https://dejure.org/2005,614)
BGH, Entscheidung vom 11. Mai 2005 - XII ZB 33/04 (https://dejure.org/2005,614)
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Sorgerechtsstreit wegen unterschiedlichen Religionen der Eltern
Übertragung der elterlichen Sorge auf einen Elternteil allein bei Uneinigkeit der Eltern über die religiöse Erziehung des Kindes
Uneinigkeit über die religiöse Erziehung
Familienrecht - Religiöse Erziehung
Familienrecht - Bei Religionsstreit alleiniges Sorgerecht für einen Elternteil?
Sorgerecht bei unterschiedlicher Religionsauffassung; Familienrecht
Vater Muslim, Mutter Katholikin - Nach der Scheidung streiten Eltern über die religiöse Erziehung des Sohnes
Alleiniges Sorgerecht bei Streit über religiöse Erziehung? - Bundesgerichtshof verneint Pflicht zur frühzeitigen "Glaubenszuführung" durch Eltern
123recht.net (Pressemeldung, 17.6.2005)
Kein Allein-Sorgerecht wegen unterschiedlichem Glauben der Eltern // BGH hebt Urteil zugunsten katholischer Mutter auf
123recht.net (Kurzinformation und -anmerkung, 23.6.2005)
Sorgerecht immer wieder neuer Streit
Kurznachricht zu "Anmerkung zur Entscheidung des BGH vom 11.05.2005, Az.: XII ZB 33/04 (Zur Frage, inwieweit die Uneinigkeit der Eltern über die religiöse Erziehung des Kindes die Übertragung der elterlichen Sorge auf einen Elternteil allein rechtfertigt)" von Horst Luthin, original ...
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 11.05.2005, XII ZB 33/04 (Sorgerecht bei Uneinigkeit der Eltern über die religiöse Erziehung des Kindes)" von VorsRiOLG Dr. Dieter Weychardt, original erschienen in: FamRZ 2005, 1534.
NJW 2005, 2080
FamRZ 2005, 1167
FamRZ 2005, 1533 (Ls.)
Das Bundesverfassungsgericht und der Senat haben einen so verstandenen Vorrang der gemeinsamen elterlichen Sorge in Fällen des § 1671 BGB abgelehnt (BVerfG FamRZ 2004, 354, 355; Senatsbeschlüsse vom 11. Mai 2005 - XII ZB 33/04 - FamRZ 2005, 1167;… vom 15. November 2007 - XII ZB 136/04 - FamRZ 2008, 251 Rn. 24 …und vom 12. Dezember 2007 - XII ZB 158/05 - FamRZ 2008, 592 Rn. 10; vgl. Schilling NJW 2007, 3233, 3237 f.).
Die Überprüfung dieser Voraussetzungen muss anhand konkreter tatrichterlicher Feststellungen erfolgen und darf sich nicht auf formelhafte Wendungen beschränken (Senatsbeschluss vom 11. Mai 2005 - XII ZB 33/04 - FamRZ 2005, 1167).
d) Die entgegenstehende, bei der Anwendung der §§ 1671, 1672 a.F. BGB vertretene Ansicht, weder bestehe eine verfassungsrechtliche oder gesetzliche noch eine tatsächlich begründete Vermutung, die gemeinsame Sorge sei gegenüber der Alleinsorge vorrangig (BVerfGK 2, 185, 188; BVerfG, FamRZ 2007, 1876, 1877; BGH, NJW 2005, 2080; 2008, 994, 995;… Staudinger- Coester, BGB, Neubearb. 2009, § 1671 Rdnr. 112 f., 115;… MüKo-BGB- Hennemann, 6. Aufl. 2012, § 1671 Rdnr. 11;… BeckOK-BGB- Veit, Stand: Mai 2015, § 1671 Rdnr. 6 ff.), kann sich nicht mehr gegen die gesetzliche Vermutung durchsetzen (vgl. bereits die Senatsbeschlüsse vom 26. März 2015 - 13 UF 209/14 -, NJOZ 2015, 1073 = FamRZ 2015, 1207; vom 23. März 2015 - 13 UF 240/14 -, NJW 2015, 2048 = FamRZ 2015, 1203; vom 22. Oktober 2014 - 13 UF 206/13 -, NJW 2015, 964 = FamRZ 2015, 760, alle auch in juris).
Die Übertragung der Alleinsorge setzt allerdings konkrete tatrichterliche Feststellungen voraus, aus denen sich ergibt, dass diese Voraussetzung vorliegt und die Übertragung der Alleinsorge auf einen Elternteil erfordert (BGH, FamRZ 2005, 1167).
Denn nicht jede Spannung oder jeder Konflikt rechtfertigt den Ausschluss des gemeinsamen Sorgerechts; erforderlich sind vielmehr Konflikte zwischen den Eltern in wesentlichen Bereichen der elterlichen Sorge, die eine gemeinsame elterliche Sorge als dem Kindeswohl abträglich erscheinen lassen (BGH, FamRZ 2005, 1167).
d) Die entgegenstehende, bei der Anwendung der §§ 1671, 1672 a.F. BGB vertretene Ansicht, weder bestehe eine verfassungsrechtliche oder gesetzliche noch eine tatsächlich begründete Vermutung, die gemeinsame Sorge sei gegenüber der Alleinsorge vorrangig (BVerfGK 2, 185, 188; BVerfG, FamRZ 2007, 1876, 1877; BGH, NJW 2005, 2080; 2008, 994, 995;… Staudinger- Coester, BGB, Neubearb. 2009, § 1671 Rdnr. 112 f., 115;… MüKo-BGB- Hennemann, 6. Aufl. 2012, § 1671 Rdnr. 11;… BeckOK-BGB- Veit, Stand: Mai 2015, § 1671 Rdnr. 6 ff.), kann sich nicht mehr gegen die gesetzliche Vermutung durchsetzen (vgl. bereits die Senatsbeschlüsse vom 28. September 2015 - 13 UF 96/15 -, MDR 2016, 32; vom 3. August 2015 - 13 UF 50/15 -, BeckRS 2015, 13729; vom 26. März 2015 - 13 UF 209/14 -, NJOZ 2015, 1073 = FamRZ 2015, 1207; vom 23. März 2015 - 13 UF 240/14 -, NJW 2015, 2048 = FamRZ 2015, 1203; vom 22. Oktober 2014 - 13 UF 206/13 -, NJW 2015, 964 = FamRZ 2015, 760, alle auch in juris).
Bloße Verständigungsschwierigkeiten genügen nicht; es müssen konkrete tatsächliche Anhaltspunkte für eine nachhaltige Einigungsunfähigkeit vorliegen und festgestellt werden (vgl. OLG Köln FamRZ 2015, 2180; BGH FamRZ 2005, 1167 ).
Hierbei ist zu beachten, dass kein Regel-Ausnahme-Verhältnis zu Gunsten der gemeinsamen Sorge in dem Sinne besteht, dass die Alleinsorge eines Elternteils nur ausnahmsweise als "ultima ratio" in Betracht kommen soll (BGH, FamRZ 2005, 1167; BGH, FamRZ 1999, 1646).
In Fällen, in denen - wie hier - die gemeinsame elterliche Sorge praktisch nicht "funktioniert" und es den Eltern aufgrund ihrer insgesamt gestörten Kommunikationsbasis nicht gelingt, gemeinsam Entscheidungen im Interesse der Kinder zu erarbeiten, ist der Alleinsorge eines Elternteils gegenüber dem Fortbestand der gemeinsamen Sorge der Vorzug zu geben, um Belastungen für die Kinder zu vermeiden, die mit deren Wohl nicht vereinbar sind (BGH, FamRZ 2005, 1167).
Mit der Neuregelung der Übertragung der elterlichen Sorge durch das Kindschaftsrechtsreformgesetz vom 16.12.1997 (BGBl. I, S. 2942 ff.) hat der Gesetzgeber kein Regel-Ausnahme-Verhältnis in dem Sinn geschaffen, dass ein Vorrang zugunsten der gemeinsamen elterlichen Sorge besteht und die Alleinsorge eines Elternteils nur in Ausnahmefällen als ultima ratio, als letzte Möglichkeit, in Betracht kommt (BGH, FamRZ 2008, 592; FamRZ 2005, 1167; FamRZ 1999, 1646, 1647; s. auch BVerfG, FamRZ 2004, 354).
OLG Stuttgart, 04.03.2016 - 17 UF 292/15
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