Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=15%20Verg%205/13
Timestamp: 2019-04-26 14:57:33
Document Index: 144282964

Matched Legal Cases: ['§ 101', '§ 3', '§ 3', '§ 12', '§ 97', '§ 160', 'BGH', '§ 107', '§ 107', '§ 101', '§ 7']

OLG Karlsruhe, 15.11.2013 - 15 Verg 5/13 - dejure.org
§ 101b Abs 2 S 1 GWB, § 3 Abs 1 S 2 VOLA2 2009, § 3 Abs 4 Buchst c VOLA2 2009, § 12 Abs 1 Nr 1 Buchst c VSVgV
Vergabe öffentlicher Auftrage: Zulässigkeit der Auftragsvergabe im Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb; Nachprüfung der Festlegung des Beschaffungsgegenstands durch den Auftraggeber
Öffentlicher Folgeauftrag in Bezug auf eine Software muss nicht nach Vergaberichtlinien ausgeschrieben werden, wenn Urheberrechte an der Software bei einem Unternehmen liegen
Voraussetzungen des Bestehens einer Antragsbefugnis für einen Vergabenachprüfungsantrag gem. § 97 Abs. 2 GWB; Zulässigkeit des Verhandlungsverfahrens ohne Teilnahmewettbewerb
Vergaberechtswidrige Auftragserteilung wirkt sich nicht auf Folgeauftrag aus
Baden-Württemberg gewinnt IT-Vergaberechtsstreit
Urheberrechte an Software rechtfertigen Folgeauftrag ausnahmsweise ohne Wettbewerb
Vergaberechtswidrige Auftragserteilung "infiziert" Folgeauftrag nicht!
Auftraggeber bestimmt den Auftragsgegenstand
Vergaberechtswidrige Auftragserteilung wirkt sich nicht auf Folgeauftrag aus! (VPR 2014, 88)
Vergaberechtswidrige Auftragserteilung wirkt sich nicht auf Folgeauftrag aus! (IBR 2014, 227)
NZBau 2014, 378
OLG Düsseldorf, 07.06.2017 - Verg 53/16
Bei der - dem Vergabeverfahren vorgelagerten - Bestimmung des Auftragsgegenstands ist der Auftraggeber auch grundsätzlich nicht gehalten, eine Markterforschung durchzuführen bzw. zu prüfen, ob andere - alternative - technische Lösungsansätze denkbar sind, die den vom Auftraggeber aufgestellten technischen und taktischen Anforderungen genügen (vgl. OLG Karlsruhe, Beschluss v. 15.11.2013, 15 Verg 5/13, juris Rn. 109).
Allerdings ist die Definitionsmacht des öffentlichen Auftraggebers hinsichtlich des Beschaffungsgegenstandes nicht schrankenlos (OLG Düsseldorf, Beschluss vom 22.05.2013 - VII-Verg 16/12; Beschluss vom 01.08.2012 - VII-Verg 105/11; Beschluss vom 25.04.2012 - VII-Verg 7/12; OLG Karlsruhe, Beschluss vom 15.11.2013 - 15 Verg 5/13; OLG Naumburg, Beschluss vom 14.03.2013 - 2 Verg 8/12; Beschluss vom 20.09.2012 - 2 Verg 4/12).
Das Leistungsbestimmungsrecht des öffentlichen Auftraggebers wird begrenzt durch die Verpflichtung, den vergaberechtlichen Grundsätzen des Wettbewerbs, der Transparenz und der Gleichbehandlung Rechnung zu tragen (OLG Karlsruhe, Beschluss vom 15.11.2013 - 15 Verg 5/13; Beschluss vom 21.07.2010 - 15 Verg 6/10; OLG Naumburg, Beschluss vom 14.03.2013 - 2 Verg 8/12; Beschluss vom 20.09.2012 - 2 Verg 4/12).
OLG Karlsruhe, 14.09.2016 - 15 Verg 7/16
Vergabenachprüfungsverfahren: Wettbewerbsbeschränkung bei Ausschreibung der …
Wegen des verfassungsrechtlichen Gebots der Gewährung effektiven Rechtsschutzes dürfen an die in § 160 Abs. 2 GWB genannten Voraussetzungen keine allzu hohen Anforderungen gestellt werden (vgl. BVerfG, Beschluss vom 29.07.2004, 2 BvR 2248/03 - juris; BGH, Beschluss vom 01.02.2005, X ZB 27/04 - juris; OLG Jena, Beschluss vom 25.06.2014, 2 Verg 1/14 - juris; Senat, Beschluss vom 15.11.2013, 15 Verg 5/13 - juris).
Das Vergaberecht macht dem öffentlichen Auftraggeber grundsätzlich keine Vorgaben hinsichtlich dessen, was er beschaffen muss oder will (vgl. Senat, Beschluss vom 15.11.2013, a.a.O. - juris Randnr. 103; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 22.05.2013, VII Verg 16/12 - juris; VK Bund, Beschluss vom 01.03.2012, VK 2-5/12 - juris).
Insoweit reicht es aus, dass der Antragsteller darlegt, durch den behaupteten Verstoß gegen Vorschriften des Vergaberechts an der Abgabe eines Angebots und der Erlangung des Auftrags gehindert gewesen zu sein (vgl. OLG Celle NZBau 2014, 780; OLG Frankfurt NZBau 2014, 386 m.w.N.; OLG Karlsruhe, Urteil vom 15. November 2013 15 Verg 5/13, juris Rdnr. 86;… Summa in jurisPK-VergabeR, 4. Aufl., § 107 GWB Rdnr. 57).
Allerdings ist die Definitionsmacht des öffentlichen Auftraggebers hinsichtlich des Beschaffungsgegenstandes nicht schrankenlos (OLG Düsseldorf, B. v. 22.05.2013 - Az.: VII-Verg 16/12; B. v. 01.08.2012 - Az.: VII-Verg 105/11; B. v. 25.04.2012 - Az.: VII-Verg 7/12; OLG Karlsruhe, B. v. 15.11.2013 - Az.: 15 Verg 5/13; OLG Naumburg, B. v. 14.03.2013 - Az.: 2 Verg 8/12; B. v. 20.09.2012 - Az.: 2 Verg 4/12; 2. VK Bund, B. v. 09.05.2014 - Az.: VK 2 - 33/14; 2. VK Sachsen-Anhalt, B. v. 19.10.2012 - Az.: 2 VK LSA 17/12).
Sie wird begrenzt durch die Verpflichtung, den vergaberechtlichen Grundsätzen des Wettbewerbs, der Transparenz und der Gleichbehandlung Rechnung zu tragen (OLG Karlsruhe, B. v. 15.11.2013 - Az.: 15 Verg 5/13; B. v. 21.07.2010 - Az.: 15 Verg 6/10; OLG Naumburg, B. v. 14.03.2013 - Az.: 2 Verg 8/12; B. v. 20.09.2012 - Az.: 2 Verg 4/12).
Allerdings ist die Definitionsmacht des öffentlichen Auftraggebers hinsichtlich des Beschaffungsgegenstandes nicht schrankenlos (OLG Düsseldorf, Beschluss vom 22.05.- - VII-Verg 16/12; Beschluss vom 01.08.2012 - VII-Verg 105/11; Beschluss vom25.04.2012 - VII-Verg 7/12; OLG Karlsruhe, Beschluss vom 15.11.- - 15 Verg 5/13; OLG Naumburg, Beschluss vom 14.03.- - 2 Verg 8/12; Beschluss vom2 0.09.2012 - 2 Verg 4/12; 2. VK Bund, Beschluss vom09.05.2014 - VK 2 - 33/14; 2. VK Sachsen-Anhalt, Beschluss vom19.10.2012 - 2 VK LSA 17/12).
Sie wird begrenzt durch die Verpflichtung, den vergaberechtlichen Grundsätzen des Wettbewerbs, der Transparenz und der Gleichbehandlung Rechnung zu tragen (OLG Karlsruhe, Beschluss vom 15.11.- - 15 Verg 5/13; Beschluss vom 21.07.2010 - 15 Verg 6/10; OLG Naumburg, Beschluss vom 14.03.- - 2 Verg 8/12; Beschluss vom 20.09.2012 - 2 Verg 4/12).
(a) Ob hinsichtlich der beanstandeten De-facto-Vergabe, also der von der Antragsgegnerin Ziffer 2 beabsichtigten freihändigen Vergabe des Kiesverwertungsauftrags an die Beigeladene Ziffer 1, eine Rüge überhaupt erforderlich war oder ob diese in entsprechender Anwendung von §§ 107 Abs. 3 Satz 2, 101b Abs. 1 Nr. 2 GWB a.F. (vgl. hierzu BT-Drs.16/10117, S. 22 OLG Karlsruhe, NZBau 2014, 378;… OLG Rostock, IBR 2016, 228 Braun, in: Ziekow/Völlink, Vergaberecht, a.a.O., § 101b Rn. 83) verzichtbar war, kann hier dahingestellt bleiben.
So ist die erforderliche Antragsbefugnis auch dann gegeben, wenn eine den geltenden vergaberechtlichen Bestimmungen widersprechende Auftragserteilung ohne Vergabeverfahren vorgesehen ist (OLG Karlsruhe, Beschluss vom 15.11.- - 15 Verg 5/13 -, IBR 2014, 227;… vgl. auch Hertwig, Praxis der öffentlichen Auftragsvergabe, 5. Aufl., Rn. 362).
Es obliegt ihm auch keine Markterforschung oder Marktanalyse darüber, ob sich ein vertretbares Ausschreibungsergebnis auch durch eine produktneutrale Vergabe erreichen lässt (OLG Düsseldorf, Beschluss vom 17.02.2010 - VII-Verg 42/09; Beschluss vom 01.08.2012 - VII-Verg 10/12 - ähnlich OLG Karlsruhe, Beschl. vom 15.11.- - 15 Verg 5/13 - zustimmend Lausen, in: jurisPK-Vergaberecht, 4. Aufl., § 7 VOB/A 2012 Rn. 129).
Auch nach Auffassung weiterer Oberlandesgerichte (OLG Karlsruhe, B. v. 15.11.- - 15 Verg 5/13; OLG Düsseldorf, B. v. 27.6.2012 - VII-Verg 7/12; OLG Naumburg, B. v. 20.09.2012 - 2 Verg 4/12) ist grundsätzlich keine Markterkundung, ob eine andere (technische) Lösung möglich ist, notwendig.
Denn nach herrschender Rechtsprechung (vgl. bspw. OLG Düsseldorf, B. v. 12.02.2014 - Verg 29/13, OLG Karlsruhe, B. v. 15.11.- - 15 Verg 5/13; VK Bund, Beschluss vom 25.03.2015 - VK 2-15/15), der sich die Vergabekammer insoweit anschließt, darf die Auftraggeberin zur Wahrung der Zuverlässigkeit von Forschungsergebnissen, die der Gewährleistung und Fortführung von jahrelangen Forschungsreihen dienen auf "Nummer sicher" gehen und ihre Vergabe so gestalten, dass die mit der Beschaffung verbundenen Risiken möglichst überschaubar gehalten werden.
Die Vergabekammer verkennt weiterhin auch nicht, dass sämtliche Entscheidungen, die im Laufe des Nachprüfungsverfahrens von den unterschiedlichsten Verfahrensbeteiligten zur Lösung der aufgeworfenen Fragen bemüht wurden, sich überwiegend mit der Beschaffung von Einzelprodukten (Software: OLG Karlsruhe, B. v. 15.11.- - 15 Verg 5/13; OLG Düsseldorf, B. v. 12.02.2014 - Verg 29/13; VK Bund, B. v. 09.09.2015 - VK 1-82/15; ein Typ Fertigspritzen: OLG Düsseldorf, B. v. 27.6.2012 - VII-Verg 7/12) auseinander zu setzen hatten, bei denen es dem Auftraggeber ungleich leichter war, eine (einzelne) sachgerechte Begründung darzulegen.
Zudem darf die Bestimmung des Auftragsgegenstands keine Wirtschaftsteilnehmer diskriminieren (Senatsbeschluss vom 31.05.2017- VII-Verg 36/16, zitiert nach juris, Tz. 42 ff.; Senatsbeschluss vom 22.05.2013 - VII-Verg 16/12, zitiert nach juris, Tz. 34 ff.; ebenso OLG Karlsruhe, Beschluss vom 15.11.2013 - 15 Verg 5/13, zitiert nach juris, Tz. 105).
Verdeckte Produktvorgabe ist stets vergaberechtswidrig!
VK Bund, 20.12.2016 - VK 1-122/16
Rahmenvertrag über die Lieferung, Installation und Instandhaltung von …
VK Baden-Württemberg, 23.07.2014 - 1 VK 28/14
Vergabenachprüfungsverfahren: Erkennbarkeit einer Vermischung von Eignungs- und …
VK Bund, 06.12.2016 - VK 1-118/16
Lieferung digitaler Endgeräte