Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=31.12.2222&Aktenzeichen=2%20BvL%2019/14
Timestamp: 2020-01-25 11:21:13
Document Index: 285459580

Matched Legal Cases: ['§ 8', '§ 10', '§ 10', 'Art 3', '§ 10', '§ 10']

BVerfG - 2 BvL 19/14 - dejure.org
BVerfG - 2 BvL 19/14
https://dejure.org/9999,54185
BVerfG - 2 BvL 19/14 (https://dejure.org/9999,54185)
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KStG 2002 § 8 Abs 1, EStG 2002 i.d.F. vom 22.12.2003 § 10d Abs 2 S 1, GewStG 2002 i.d.F. vom 23.12.2003 § 10a S 2, GG Art 3 Abs 1
Einkommensteuer; Gewerbeverlust; Kapitalgesellschaft; Mindestbesteuerung; Normenkontrolle
Der seitens der Klägerin in der Revisionsbegründung angesprochenen, nicht erfolgten Aussetzung des Klageverfahrens durch das FG im Hinblick auf die Verfahren 2 BvR 2998/12 oder 2 BvL 19/14 bedurfte es deshalb nicht.
Sie, die Klägerin, sei der Auffassung, dass die Mindestbesteuerung verfassungswidrig sei und verweist insoweit auf den Vorlagebeschluss des Bundesfinanzhofs vom 26.02.2014 I R 59/12, BStBl II 2014, 1016 (BVerfG 2 BvL 19/14 - anhängiges Verfahren).
Soweit die Klägerin auf den Vorlagebeschluss des Bundesfinanzhofs vom 26.02.2014 I R 59/12, BStBl II 2014, 1016 (BVerfG 2 BvL 19/14 - anhängiges Verfahren) zur Verfassungswidrigkeit der Mindestbesteuerung verweise, liege vorliegend kein vergleichbarer Sachverhalt zu Grunde, da eine Liquidation der Klägerin nicht in Aussicht gestanden habe.
Die Frage, ob auch eine faktische Verlustvernichtung ("Definitiveffekt") rechtlich beachtlich sein könne (vgl. BFH-Urteil vom 22.8.2012 I R 9/11, BFHE 238, 419 , BStBl II 2013, 512 , und BFH-Beschluss vom 26.2.2014 I R 59/12, BFHE 246, 27 , BStBl II 2014, 1016 ; Az. des BVerfG 2 BvL 19/14), habe sich deshalb im Streitfall nicht gestellt.
In Bezug auf solche Verluste hat der Bundesfinanzhof in seinem Vorlagebeschluss zum Bundesverfassungsgericht (Az. 2 BvL 19/14) zur sog. Mindestbesteuerung ausgeführt, dass die Abzugsfähigkeit von Verlusten nicht in ihrem Kernbereich betroffen und gänzlich ausgeschlossen sein darf und dass § 10d Abs. 2 Satz 1 EStG 2002 n.F. und § 10a Satz 2 Gewerbesteuergesetz -GewStG- 2002 n.F. nur dann verfassungsrechtlich unbedenklich sind, wenn keine sog. Definitiveffekte eintreten (BFH, Beschluss vom 26. Februar 2014, I R 59/12, BStBl II 2014, 1016, mit umfangreichen weiteren Nachweisen).
Sachgerechte Aufteilung eines auf den Schluss des Veranlagungszeitraums 2008 …
Nach zutreffender Auffassung des BFH kann auch die Mindestbesteuerung zu verfassungswidrigen Ergebnissen führen, wenn sie sich nicht auf eine zeitliche Streckung der Verlustnutzung beschränkt, sondern im Ergebnis zu einem vollständigen Verlustuntergang führt (BFH-Vorlagebeschluss vom 26. Februar 2014 - I R 59/12, BFHE 246, 27, BStBl II 2014, 1016, Az. des BVerfG 2 BvL 19/14).