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Timestamp: 2018-10-16 08:29:13
Document Index: 119227759

Matched Legal Cases: ['§ 39', '§ 39', '§ 39', '§ 44', '§ 2', '§ 39', '§ 44', '§ 39', '§ 40', '§ 79', '§ 150', '§ 41', '§ 58', '§ 7', '§ 58', '§ 39', '§ 246', '§ 58', '§ 5', '§ 44', '§ 41', '§ 44', '§ 96', '§ 2', '§ 18', '§ 39', '§ 39', '§ 93', '§ 44', '§ 44', '§ 47', '§ 39', '§ 18', '§ 39', '§ 41', '§ 44', '§ 27', '§ 29', '§ 79']

Bilanzausweis von Flurbereinigungswegen (§ 39 FlurbG) im wirtschaftlichen Eigentum der Anlieger - Flurbereinigung.org - Forum
Bilanzausweis von Flurbereinigungswegen (§ 39 FlurbG) im wirtschaftlichen Eigentum der Anlieger
Beitragvon Rheinhesse » Sa 24. Mär 2018, 03:23
Die Landbereitstellung in privatnützigen Flurbereinigungsverfahren für GEMEINSCHAFTLICHE Anlagen (§ 39) erfolgt unentgeltlich im Rahmen der wertgleichen Abfindung gem. § 44 Abs. 1 Satz 1 FlurbG *). Somit erfolgt auch die Übertragung des juristischen Eigentums aus organisatorischen Gründen zur -Gewährleistung der Nachhaltigkeit des Flurbereinigungsverfahrens an die Kommune als KdöR durch die Teilnehmergemeinschaft (etwa nach § 2 AGFlurbG RP) ohne besondere Kosten. Insofern fallen bei der Kommune keine zu inventarisierenden und zu bilanzierenden Anschaffungs- und Herstellungskosten an. Daraus folgt in Anwendung von § 39 Abgabenordnung, dass das wirtschaftliche Eigentum der durch planfestgestellten Flurbereinigungsplan mit Erschließungsvorteil begünstigten Anliegern zuzurechnen ist,
*) FlurbG § 44
Sollte die Kommune zusammen mit der Gemeindeaufsichtsbehörde jedoch von einer Inventarisierungs- und Bilanzierungspflicht durch die Kommune ausgehen, wäre folgendes zu beachten:
Bei Eröffnungsbilanz Doppik / NKF sind die Anschaffungs- und Herstellungskosten = NULL EURO der Flurbereinigungswege / GEMEINSCHAFTLICHE Anlagen (§ 39 FlurbG) und der entgeltliche Anschaffungsaufwand öffentlicher Anlagen (§ 40 FlurbG) jederzeit ermittelbar anhand der Flurbereinigungspläne. Für eine Bilanzbewertung nach den Bodenrichtwerten der umliegenden Grundstücke gibt es somit keine Ermächtigungsgrundlage.
Die maßgeblichen Flurbereinigungspläne werden zumindest bei den Grundbuchämtern via § 79 FlurbG dauerhaft in den Grundakten zum jeweiligen Grundbuchblatt aufbewahrt und sind von der Kommune zumindest dort einsehbar, ggf. unter Beantragung eines Grundbuchauszugs.
(Gem. § 150 FlurbG erhält die Kommune die Festsetzungen der nach § 41 Abs. 3 FlurbG plangenehmigten Flurbereinigungspläne, die die Wirkung von Gemeindesatzungen haben - § 58 Abs. 4 FlurbG -. Satzungen sind zur Unterrichtung der Einwohner zur Einsicht bereit zu halten.)
Wenn Bilanzausweis - mit Erinnerungsposten € 1 - pro Flurbereinigungsweg, dann ist auch - etwa nach § 7 Abs. 4 Ziffer 7 GemHVO RP - im Bilanzanhang auf Beschränkungen der Verfügbarkeit gem. § 58 Abs. 4 Satz 2 FlurbG in geeigneter Form ein Hinweis zu geben.
Re: Bilanzausweis von Flurbereinigungswegen (§ 39 FlurbG) im wirtschaftlichen Eigentum der Anlieger
Beitragvon Rheinhesse » Fr 30. Mär 2018, 19:54
Kennt jemand eine adäquate Regelung in Bilanz-Bewertungsvorschriften der Länder zu:
HGB § 246 .... ist ein Vermögensgegenstand nicht dem Eigentümer, sondern einem anderen wirtschaftlich zuzurechnen, hat dieser in in seiner Bilanz auszuweisen.
Dabei ist auch zu prüfen, ob diese unter den Bestimmungen des § 58 Abs. 4 FlurbG und etwa § 5 Abs. 4 BauGB anwendbar ist bzw. wäre für planfestgestellte Flurbereinigungswege unter dem Gesichtpunkt der Wahrung der wertgleichen Abfindung (§ 44 Abs. 1 Satz 1 FlurbG).
Beitragvon Rheinhesse » Sa 16. Jun 2018, 19:20
Im Zusammenhang mit der Planfeststellung des Wege- und Gewässerplans (§ 41 FlurbG) hat der Gesetzgeber den Flurbereinigungsteilnehmern ausdrücklich i.Z. mit der Landabfindung Rechte zugebilligt: Die Rechte der Teilnehmer nach den §§ 44, 58 und 59 bleiben unberührt.
Das bedeutet, die durch entschädigungslosen Landabzug bereit gestellten Flurbereinigungswege zur Erschließung (statt zur Fruchtziehung) sind etwa auch gem. § 96 BGB nur beim Flurbereinigungsteilnehmer als Grundstücksbestandteil seiner Landabfindung mit Werteinheiten zu bewerten. Die Kommune (etwa nach § 2 AGFlurbG rlp), einzelne Beteiligte oder ein Wasser- und Bodenverband können die gemeinschaftlichen Anlagen zum Unterhalt übernehmen (§ 18 FlurbG), ohne dass diese bei den Unterhaltspflichtigen mit Werteinheiten verknüpft sind.
Durch die vorstehende rechtliche Konstruktion des flurbereinigungsrechtlichen Sonderregimes verbleibt das wirtschaftliche Eigentum bei den Flurbereinigungsteilnehmern, was durch höchstrichterliche Urteile gestützt wird. Nach § 39 Abgabenordnung sind demnach die im wirtschaftlichen Eigentum der Flurbereinigungsteilnehmer stehenden gemeinschaftlichen Anlagen (§ 39 FlurbG) nicht bei der Kommune / Wasser- und Bodenverband zu inventarisieren und zu bilanzieren.
Der Unterhaltspflichtige Eigentümer hätte ohnehin das Niederstwertprinzip (VV zu § 93 GemO rlp) auf der Aktivseite der Bilanz und der Passivseite (Sonderposten - kein Eigenkapital) zu beachten; die Teilnehmergemeinschaft überträgt zu NULL Euro.
Vgl. Urteile etwa:
- VGH Hessen, 23.02.2016 - 2 C 159/15.N
- BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.12.2017, IV R 55/16 , Rd.-Nr. 30
aa) Wirtschaftliches Eigentum des Leasingnehmers ist gegeben, wenn der Herausgabeanspruch des Leasinggebers keine wirtschaftliche Bedeutung mehr hat, d.h. dem Leasingnehmer Substanz und Ertrag des Wirtschaftsguts für die voraussichtliche Nutzungsdauer zustehen (BFH-Urteil in BFHE 255, 386, BStBl II 2018, 81, Rz 27 ff.).
- BVerfG 1 BvR 851/87 Beschluss vom 08.07.1998
- BVerfG, 1 BvR 1512/97 vom 22.5.2001
Beitragvon Rheinhesse » So 8. Jul 2018, 16:44
Ist es Praxis der Flurbereinigungsbehörden, die gemeinschaftlichen Anlagen / Flurbereinigungswege, Wegseitengräben ... dem Übernehmer der Unterhaltslast mit NULL Werteinheiten zuzuteilen?
Wenn gem. § 44 Abs. 1 Satz 1 FlurbG § 44 jeder Teilnehmer für seine Grundstücke unter Berücksichtigung der nach § 47 vorgenommenen Abzüge mit Land von gleichem Wert abzufinden ist, dann wird doch nur das juristische Eignetum an den gemeinschaftlichen Anlagen (§ 39 FlurbG) mit NULL Werteinheiten dem Übernehmer der Unterhaltslast (etwa Gemeinde, Zweckverband ...s. § 18 FlurbG) ohne Zurechnung des wirtschaftlichen Eigentums übertragen.
Der Übernehmer der Unterhaltslast hat das wirtschaftliche Eigentum der Flurbereinigungsteilnehmer / Anlieger gem. § 39 Abs. 2 Abgabenordnung nicht in seiner Bilanz ausweisen.
Eigentum und Verfügung sind ja auch z.G. der Flurbereinigungsteilnehmer gem. der in § 41 Abs. 5 Satz 3 FlurbG *) genannten Schutznormen aufgrund des zu bewahrenden Interessenausgleichs der Flurbereinigung geschützt.
*) Durch die Planfeststellung werden alle öffentlich-rechtlichen Beziehungen zwischen dem Träger des Vorhabens und den durch den Plan Betroffenen rechtsgestaltend geregelt. Die Rechte der Teilnehmer nach den §§ 44, 58 und 59 bleiben unberührt.
Beitragvon Partschefeld » Mo 9. Jul 2018, 12:20
Aus dem Flurbereinigungsplan muss ersichtlich sein, welchen Wert die gemeinschaftlichen Anlagen haben, jedoch ist es nur der Wert gem. §§ 27 ff FlurbG.
Beitragvon Rheinhesse » So 15. Jul 2018, 19:27
Mir liegen Antworten per e-mail vor:
"die Finanzämter erhalten von den Flurbereinigungsbehörden keine Auszüge aus dem Flurbereinigungsplan und damit auch keine Flurstücksverzeichnisse.
Ausnahme sind - wie bereits von Ihnen festgestellt - die Mehrabfindungen. ..."
Frage an Finanzamt: "Erhalten Sie evtl. Informationen nach § 29 BewG von dem Katasteramt nach dortiger Einreichung des Flurbereinigungsplans gem. § 79 FlurbG?
Antwort: "nein, wir bekommen regelmäßig keine Informationen über Flurbereinigungsverfahren vom Katasteramt!"