Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=13.10.2008&Aktenzeichen=II%20ZR%20112/07
Timestamp: 2019-05-26 08:22:53
Document Index: 296055039

Matched Legal Cases: ['BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH', '§ 301', '§ 301', '§ 301', 'BGH', 'BGH', '§ 301', '§ 16', 'BGH', 'BGH', 'BGH', 'BGH']

BGH, 13.10.2008 - II ZR 112/07 - dejure.org
https://dejure.org/2008,1166
BGH, 13.10.2008 - II ZR 112/07 (https://dejure.org/2008,1166)
BGH, Entscheidung vom 13.10.2008 - II ZR 112/07 (https://dejure.org/2008,1166)
BGH, Entscheidung vom 13. Januar 2008 - II ZR 112/07 (https://dejure.org/2008,1166)
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Kein Teilurteil bei Verbindung einer Beschlussanfechtung durch einen Gesellschafter mit allgemeiner Feststellungsklage eines Dritten
Zulässigkeit eines Teilurteils über die mit der Klage eines Gesellschafters verbundene Klage eines Dritten auf Feststellung der Nichtigkeit eines Gesellschafterbeschlusses; Anfechtungsbefugnis eines wirtschaftlichen Gesellschafters bzw. Treugebers zur Anfechtung von Gesellschafterbeschlüssen
Unzulässigkeit eines Teilurteils über die mit der Klage eines Gesellschafters verbundene Klage eines Dritten auf Feststellung der Nichtigkeit eines Gesellschafterbeschlusses
Kein Teilurteil über die Feststellungsklage eines Dritten im Falle der Verbindung der Klage eines Gesellschafters mit der allgemeinen Feststellungsklage eines Dritten auf Feststellung der Nichtigkeit eines Gesellschafterbeschlusses
Zulässigkeit eines Teilurteils bei Feststellung der Nichtigkeit eines Gesellschafterbeschlusses
Feststellung der Nichtigkeit des Gesellschafterbeschlusses
Anfechtungsbefugnis, Anfechtungsklage, Gesellschafterbeschluss, Treugeber
NJW 2009, 230
ZIP 2008, 2215
MDR 2009, 102
WM 2009, 141
DB 2008, 2589
NZG 2008, 912
Eine Teilentscheidung ist aber nur zulässig, wenn sie unabhängig von der Entscheidung über den restlichen Verfahrensgegenstand ist (BGH, Urteil vom 13. Oktober 2008 - II ZR 112/07, NJW 2009, 230 Rn. 8).
Zwar ist das Berufungsgericht im Fall eines unzulässigen Teilurteils befugt, zur Beseitigung des Verfahrensfehlers den im ersten Rechtszug anhängig gebliebenen Teil des Rechtsstreits an sich zu ziehen und hierüber mitzuentscheiden (BGH, Urteile vom 19. November 1959 - VII ZR 93/59, NJW 1960, 339 unter 4;… vom 10. Oktober 1991 - III ZR 93/90, aaO unter IV;… vom 12. Januar 1994 - XII ZR 167/92, aaO; vom 13. Oktober 2008 - II ZR 112/07, NJW 2009, 230 Rn 7 f.; jeweils mwN).
Eine Teilentscheidung ist aber nur zulässig, wenn sie unabhängig von der Entscheidung über den restlichen Verfahrensgegenstand ist (BGH, Urteil vom 13. Oktober 2008 - II ZR 112/07, NJW 2009, 230 Rn. 8;… vom 24. Februar 2015 - VI ZR 279/14, VersR 2016, 271 Rn. 7).
Eine solche Gefahr besteht namentlich bei einer Mehrheit selbständiger prozessualer Ansprüche, wenn zwischen den prozessual selbständigen Ansprüchen eine materiell-rechtliche Verzahnung besteht oder die Ansprüche prozessual in ein Abhängigkeitsverhältnis gestellt sind (vgl. zum Ganzen BGH, Urteil v. 13. Oktober 2008 - II ZR 112/07 , NJW 2009, 230 Rz. 8; Urteil v. 11. Mai 2011 - VIII ZR 42/10 , BGHZ 189, 256 = NJW 2011, 2736 Rzn. 13 f.;… Urteil v. 30 November 2012 - V ZR 230/12 , NJW 2013, 1009 Rz. 9;… Urteil v. 24. Februar 2015 - VI ZR 279/14 , NJW 2015, 2429 Rz. 7;… Urteil v. 1. März 2016 - VI ZR 437/14 , NJW 2016, 1648 Rz. 30;… Urteil v. 21. November 2017 - VI ZR 436/16 , NJW 2018, 623 Rz. 7, jew. m.w.N.; vgl. auch Elzer in BeckOK-ZPO, 27. Ed., Stand: 01.03.2018, § 301 Rzn. 8 f.;… Feskorn in Zöller, ZPO, 32. Aufl. [2018], § 301 Rzn. 12 ff.;… Musielak in Musielak/Voit, ZPO, 15. Aufl. [2018], § 301 Rzn. 3 ff.).
Allgemein anerkannt ist, dass das Berufungsgericht aus Gründen der Prozesswirtschaftlichkeit davon absehen und statt dessen den in erster Instanz verbliebenen Streitstoff an sich ziehen kann (vgl. hierzu BGH, Urteil v. 19. November 1959 - VII ZR 93/59 , NJW 1960, 339 [340] [unter 4.]; Urteil v. 10. Juli 1991 - XII ZR 109/90 , NJW 1991, 3036 [unter 1.]; Urteil v. 13. Oktober 2008 - II ZR 112/07 , NJW 2009, 230 Rz. 7;… Urteil v. 13. Juli 2011 - VIII ZR 342/09 , NJW 2011, 2800 Rz. 33).
Eine Teilentscheidung ist aber grundsätzlich nur dann zulässig, wenn sie unabhängig von der Entscheidung über den restlichen Verfahrensgegenstand ist (vgl. BGH, Urteil v. 13. Oktober 2008 - II ZR 112/07 , NJW 2009, 230 Rz. 8;… Urteil v. 24. Februar 2015 - VI ZR 279/14 , NJW 2015, 2429 Rz. 7;… Urteil v. 21. November 2017 - VI ZR 436/16 , NJW 2018, 623 Rz. 7); dies steht vor dem Hintergrund, dass § 301 ZPO die Einheitlichkeit und Widerspruchsfreiheit der Entscheidungen in ein und demselben Rechtsstreit bis zu dessen rechtlicher, nicht nur faktischer Trennung gewährleisten soll (…vgl. OLG Düsseldorf, Urteil v. 1. Dezember 2015 - I-24 U 75/15 , NJOZ 2016, 1145 Rz. 26).
a) Zutreffend hat das Berufungsgericht noch angenommen, dass die Anfechtungsbefugnis nur dem nach § 16 Abs. 1 GmbHG zu bestimmenden rechtlichen, nicht auch dem wirtschaftlichen Gesellschafter oder Treugeber zusteht (vgl. BGH, Urteil vom 13. Oktober 2008 - II ZR 112/07, NJW 2009, 230 Rn. 11 mwN).
Auch die Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 13. Oktober 2008 (II ZR 112/07, NJW 2009, 230) stützt den Standpunkt der Rechtsbeschwerde nicht.
Eine Aufhebung auch des verfahrensfehlerhaft ergangenen Teilurteils des Landgerichts kommt dagegen nicht in Betracht, da das Berufungsgericht auch befugt ist, zur Beseitigung des Verfahrensfehlers statt der Aufhebung des Teilurteils des Landgerichts den im ersten Rechtszug anhängig gebliebenen Teil des Rechtsstreits an sich zu ziehen und hierüber mitzuentscheiden (BGH, Urteile vom 19. November 1959 - VII ZR 93/59, NJW 1960, 339 unter 4; vom 10. Oktober 1991 - III ZR 93/90, NJW 1992, 511 unter IV; vom 12. Januar 1994 - XII ZR 167/92, NJW-RR 1994, 379 unter 5; vom 13. Oktober 2008 - II ZR 112/07, NJW 2009, 230 Rn. 7 f.; jeweils mwN).
Der Senat hat dabei davon abgesehen, den im ersten Rechtszug anhängig gebliebenen Teil des Verfahrens an sich zu ziehen und hierüber mitzuentscheiden (hierzu: BGH, Urteil vom 13. Oktober 2008 - II ZR 112/07 - m. w. N.; OLG Hamm, OLGR 1995, 222); insoweit fehlt es nämlich wegen der noch andauernden erstinstanzlichen Beweiserhebung an einer Entscheidungsreife, im Übrigen ist eine solche Vorgehensweise - insbesondere aufgrund der damit einhergehenden Verkürzung des Instanzenzugs - nur in Ausnahmefällen gerechtfertigt (…BGH, a. a. O.;… Heßler, a. a. O.).