Source: http://neverland-kjh.de/einzelfallhilfe.php
Timestamp: 2018-04-24 10:32:35
Document Index: 151175709

Matched Legal Cases: ['§ 27', '§ 27', '§ 27', '§ 53', '§ 2', '§ 54', '§ 27', '§ 35', '§ 53', '§ 54', '§ 12', '§ 35', '§ 33']

Einzelfallhilfe Teltow, Kleinmachnow, Berlin, Potsdam Einzelfallhilfe Kinder, Jugendliche
Die Hilfen zur Erziehung nach §§ 27 SGB VIII ff.
"Die Hilfe zur Erziehung für Kinder und Jugendliche ist die 'klassische' individuelle Leistung der Jugendhilfe." Sie ist ein inhaltlich in sich geschlossenes Konzept sozialpädagogischer Handlungsformen, welches sich größtenteils aus der Erfahrung der Praxis entwickelt hat. Der § 27 SGB VIII enthält die Grundnorm über die Hilfe zur Erziehung. "Wird festgestellt, dass im konkreten Einzelfall ohne eine sozialpädagogische Hilfe eine dem Wohl des Kindes/ Jugendlichen entsprechende Erziehung nicht gewährleistet werden kann und ein auf die Situation ausgerichtetes Angebot der erzieherischen Hilfe für die Entwicklung des Kindes/ Jugendlichen geeignet und notwendig ist (§ 27 Abs. 1), so besteht für die Personensorgeberechtigten ein Rechtsanspruch auf diese Hilfe".
Klaus Münstermann schreibt, dass die Erziehungshilfen in einem Verbund untereinander und zu den anderen Angeboten der Jugendhilfe zu sehen sind. Das heißt, dass sich diese Angebotspalette gegenseitig ergänzen soll. Daraus wiederum lässt sich schließen, dass die Grenzen zwischen den Hilfeformen fließend sind. Im Vergleich zum früheren Recht (Jugendwohlfahrtsgesetz, kurz: JWG) ist das Leistungsangebot also sehr weit "gefächert": Es werden differenzierte Leistungen angeboten, um flexibel auf allgemeine wie spezielle Problemlagen reagieren zu können.
Hier geht es um die Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten und Verhaltensproblemen von älteren Kindern und Jugendlichen. Dieses soll durch die Form des sozialen Lernens in der Gruppe geschehen.
"Der Bedarf soll gemeinsam mit dem Jugendamt festgestellt werden. Die Anbieter dieser Hilfe müssen ohne ein größeres Hilfeplanverfahren im einzelnen klären können, ob für die Kinder/ Jugendlichen soziale Gruppenarbeit angezeigt ist". Soziale Gruppenarbeit wird von der Arbeitsgemeinschaft folgendermaßen verstanden:
als Alternative zur Einzelfallhilfe, um Kinder/ Jugendliche auf die Teilnahme an sozialen Gruppen (Sportvereine, Freizeitgruppen etc.) vorzubereiten,
als fortlaufende oder zeitlich begrenzte Gruppe,
als regelmäßig zu fest vereinbarten Zeiten stattfindendes Angebot,
als niederschwelliges Angebot, bei dem ein aufwendiges Hilfeplanverfahren zu vermeiden ist und das am sinnvollsten pauschal finanziert wird.
Zur sozialen Gruppenarbeit können Eltern, Kinder und Jugendliche angeregt werden, die die Bereitschaft haben, an ihrer schwierigen Situation etwas ändern zu wollen und dieses mit anderen in einer Gruppe durchführen wollen.
Abschließend ist zu diesem Punkt zu sagen, dass Angebote der sozialen Gruppenarbeit im Kontext der Jugendhilfe allein auf der Grundlage freiwilliger Mitarbeit zu realisieren sind.
Wesentliches Ziel dieser Hilfe ist es, Familien in ihren Erziehungsaufgaben zu betreuen und zu begleiten. In der Regel geschieht dieses durch den Einsatz eines so genannten Familienhelfers, "der unmittelbar und unter Mitarbeit der Familie im Alltag der Familie über eine längere Dauer Unterstützung und Anregung zur Selbsthilfe gewährt." Laut Schellhorn ist die Sozialpädagogische Familienhilfe die intensivste Form ambulanter Hilfe; durch diese Maßnahme kann eine Herausnahme des Kindes bzw. des Jugendlichen aus der Familie häufig verhindert werden.
Ziel der sozialpädagogischen Familienhilfen ist es, "das Auseinanderfallen besonders belasteter Familien zu verhindern oder zu mildern". Diese Form der sozialen Arbeit hat einen familienorientierten, familienfördernden und familienerhaltenden Schwerpunkt. Sie bietet den Betroffenen die Möglichkeit, mit der Unterstützung eines Familienhelfers geeignete Wege zu finden, um besser mit Konflikten umgehen zu können und zu lernen, sie möglichst selbständig zu lösen.
Sozialpädagogische Familienhilfe - Ziele
familiäre Beziehungen sollen vor allem durch Förderung der Kommunikation innerhalb der Familie verbessert werden.
Die Familie soll befähigt werden, mit Konflikten umzugehen und sie möglichst selbständig zu lösen.
Belastungen aus einer unwirtschaftlichen Haushaltsführung sollen vermieden werden.
Soziales Verhalten soll dadurch vermittelt werden, dass die Familie eigene Kräfte entdeckt und aktiviert.
Die Erziehungsfähigkeit der Eltern soll gefördert und stabilisiert werden, um eine Erziehung der Kinder außerhalb der Familie zu vermeiden.
Eine intensive Zusammenarbeit mit der Familie soll aufgebaut werden, um eine Rückführung von Kindern aus Heimen zu ermöglichen".
Bei der Sozialpädagogischen Familienhilfe steht das "Prinzip der Freiwilligkeit" im Vordergrund, d.h., dass die Familie selbst bereit sein muss, diese Form der Hilfe anzunehmen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten mitzuwirken.
An dieser Stelle möchte ich mögliche Tätigkeitsfelder vorstellen, in der die Sozialpädagogische Familienhilfe eingesetzt werden kann:
Eltern und Kinder befinden sich in einer Krise bzw. Konfliktsituation, die ihre Ursachen z.B. in der Überforderung Alleinerziehender, unwirtschaftlichem Verhalten, psychischer Labilität eines Elternteils oder Suchtproblemen eines Elternteils haben.
Kinder und Jugendliche werden in der Familie vernachlässigt oder sind durch Misshandlungen in der Familie bedroht.
Kindern und Jugendliche, welche in außerfamiliärer Unterbringung leben, sollen in die Familien zurückgeführt werden.
Behinderte Familienangehörige sollen unterstützt werden.
Nach Umzug in ein neues soziales Umfeld sollen Integrationshilfen zur Eingliederung gegeben werden.
"Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“.
§ 53 Abs.1 SGB XII:
„(1) Personen, die durch eine Behinderung im Sinne von § 2 Abs. 1 Satz 1 des Neunten Buches wesentlich in ihrer Fähigkeit, an der Gesellschaft teilzuhaben, eingeschränkt oder von einer solchen wesentlichen Behinderung bedroht sind, erhalten Leistungen der Eingliederungshilfe, wenn und solange nach der Besonderheit des Einzelfalles, insbesondere nach Art oder Schwere der Behinderung, Aussicht besteht, dass die Aufgabe der Eingliederungshilfe erfüllt werden kann.
Personen mit einer anderen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung können Leistungen der Eingliederungshilfe erhalten.“
§ 54 Abs. 1 Nr. 1 SGB XII:
"Leistungen der Eingliederungshilfe sind […] Hilfen zu einer angemessenen Schulbildung, insbesondere im Rahmen der allgemeinen Schulpflicht und zum Besuch weiterführender Schulen einschließlich der Vorbereitung hierzu […]“.
§ 27 ff. SGB VIII Hilfe zur Erziehung:
§ 35a SGB VIII Abs. 1, 3:
2. daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist oder eine solche Beeinträchtigung zu erwarten ist.“
„(3) Aufgabe und Ziel der Hilfe, die Bestimmung des Personenkreises sowie die Art der Leistungen richten sich nach § 53 Abs. 3 und 4 Satz 1, den §§ 54, 56 und 57 des Zwölften Buches, soweit diese Bestimmungen auch auf seelisch Behinderte oder von einer solchen Behinderung bedrohte Personen Anwendung finden.“
§ 12 Nr.1 Eingliederungshilfeverordnung:
„Die Hilfe zu einer angemessenen Schulbildung umfasst auch […] heilpädagogische sowie sonstige Maßnahmen zugunsten körperlich und geistig behinderter Kinder und Jugendlicher, wenn die Maßnahmen erforderlich und notwendig sind, dem behinderten Menschen den Schulbesuch im Rahmen der allgemeinen Schulpflicht zu ermöglichen oder zu erleichtern“.
§ 35 SGB VIII Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung:
§ 33 SGB VIII Vollzeitpflege
„Hilfe zur Erziehung in Vollzeitpflege soll entsprechend dem Alter und Entwicklungsstand des Kindes oder des Jugendlichen und seinen persönlichen Bindungen sowie den Möglichkeiten der Verbesserung der Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie Kindern und Jugendlichen in einer anderen Familie eine zeitlich befristete Erziehungshilfe oder eine auf Dauer angelegte Lebensform bieten. Für besonders entwicklungsbeeinträchtigte Kinder und Jugendliche sind geeignete Formen der Familienpflege zu schaffen und auszubauen.“
Die hier angeführten rechtlichen Grundlagen stellen nur einen Auszug einer komplexen Gesetzeslage dar. Hinzu zu ziehen sind bei der fallgenauen Betrachtung die entsprechende Landesgesetzgebung sowie Empfehlungen bzw. Richtlinien in und von Behörden und Institutionen (bspw. der Kultusministerkonferenz).
Unsere standardisierten Dokumentationen (Kontaktprotokolle, Entwicklungsberichte, Beobachtungsbögen, Fallbesprechungsprotokolle) ermöglichen und erzielen eine professionelle, ökonomische und interdisziplinäre Arbeit.“
Die Entwicklungsberichte werden von den Betreuungspersonen des Kindes
entwickelt. So wird nach einer Eingewöhnungszeit eine erste Bestandsaufnahme des gegenwärtigen Entwicklungsstandes des Kindes erfasst. Informationen aus Elterngesprächen, Anamnese- und Arztunterlagen fließen mit ein. Im Förderplangespräch tragen alle Beteiligten ihre gesammelten diagnostischen Erkenntnisse zusammen und versuchen diese zu systematisieren und ggf. unterschiedliche Einschätzungen anzunähern.
Der Förderplan und die von den Therapeuten erstellten Beobachtungsbögen und Stundenprotokolle unterliegen einer bestimmten Form nach unserem QMH und sind leicht für neue Arbeitskollegen oder bei Wechsel der Betreuungspersonen einzulesen.
Wir erstellen jährlich einen Entwicklungsbericht für jedes Kind.
Diesem Entwicklungsbericht liegt ein ausgearbeitetes Formblatt zu Grunde. Das Kind wird in seinem Entwicklungsstadium beschrieben und es sind Schwerpunkte unsere Arbeit aufgeführt.
Sämtliche Berichte werden auf Wunsch an die Eltern weitergegeben.
Eingliederunghilfe
Begleitung auch in den Schulen
Die enorme Bedeutung der Schulbegleitung als Integrationshilfe zeigt ein Blick auf die „inklusive“ Situation in Deutschland: Während im EU-Durchschnitt 80 % der Kinder und Jugendlichen mit Behinderungen gemeinsam leben und lernen können, sind dies in Deutschland derzeit nur ca. 15 % der Schüler/innen, die eine Behinderung haben oder bei denen ein so genannter sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt wurde. Der weit größere Teil wird an Förderschulen unterrichtet (vgl.: Demmer 2009, Schnell 2009).
Bei unserer Schulbegleitung, geht es um die Kinder, die mit einer stundenweise speziellen Hilfe an einer allgemeinbildenden Schule für nicht behinderte Kinder und Jugendliche verbleiben können, bzw. bei denen sich durch die spezielle Begleitung das Defizit nach einer begrenzten Zeit ausgleichen oder zumindest verbessern lässt.
Dies macht ein Umdenken notwendig, dass Bildungsauftrag vor Selektionsauftrag stellt und ein integratives Bildungs- und Betreuungssystem forciert. Nicht ausgehend von den Behinderungen und Einschränkungen der Kinder und Jugendlichen, sondern ihre individuellen Möglichkeiten anerkennend, ist es unser Auftrag, gemeinsame Bildungswege zu gestalten.
Die Integrationshilfe in Form der Schulbegleitung ermöglicht oder erleichtert vielen Kindern und Jugendlichen dieses gemeinsame Lernen und Miteinander, verhindert so Folgen der Ausgrenzung und beugt durch gemeinsames Unterrichts- und Freizeiterleben Isolierungs- und Distanzierungstendenzen der jungen Menschen vor. „Denn nur dort, wo behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam aufwachsen, lernen sie automatisch die Stärken und Schwächen des anderen kennen und akzeptieren diese“ (Evers-Meyer, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen 2009).
Durch die mittels Schulbegleitung möglich werdende integrative Beschulung und Freizeitgestaltung an Horten, verbessern sich demnach nicht nur die kognitiven Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen, sie bedeutet auch eine enorme Steigerung der sozialen Kompetenzen und bereitet somit auf die spätere gesellschaftliche Integration vor (vgl. Wocken 1993). Es ist bekannt, dass für Kinder und Jugendliche mit Behinderung, die an Regelschulen unterrichtet werden, die beruflichen Chancen deutlich höher liegen. Auch das gemeinsame Spiel (gelenkt oder frei) in der Freizeit steigert alle Kompetenzen der Förderbereiche, welche für ein späteres selbständiges und tolerantes Leben sowie für die spätere gesellschaftliche Integration von hoher Bedeutung sind.
Die Schulbegleitung durch Integrationshelfer bietet als Integrationshilfe ideale Voraussetzungen für gemeinsames Lernen und Miteinander behinderter und nicht behinderter Kinder. Dies meint nicht nur den gemeinsamen Unterricht oder Besuch eines Hortes, sondern auch einen wohnortnahen Schul- und Hortbesuch, der durch das gemeinsame Lernen und Miteinander mit Kindern und Jugendlichen aus der Wohngegend die Chancen und die Qualität gesellschaftlicher Teilhabe entscheidend erhöht.
Ziele der Begleitung
Ziel der Begleitung ist es, Kinder und Jugendliche in Ihrer Eigenständigkeit zu fördern und sie in ihrem Selbstwertgefühl zu stärken.
Durch Unterstützung der Mobilität, und die individuelle Begleitung während des Alltags, wird der gemeinsame Unterricht in einer Klassengemeinschaft sowie der gemeinsame Besuch eines Hortes, die Teilnahme an verschiedenen kulturellen Angeboten sowie die Teilhabe an gemeinschaftsorientierten Alltagsveranstaltungen ermöglicht.
Darüber hinaus sehen wir ein Ziel in der Steigerung der Wahrnehmungs- und Kommunikationsfähigkeit als Grundlage für soziale Kontakte zwischen behinderten und nicht behinderten Kindern und Jugendlichen.
Langfristig soll die Einzelfallhilfe ermöglichen, dass die Kinder den Schulalltag mit anschließendem Freizeitbereich, möglichst ohne Hilfe erfolgreich meistern können.
Unser Angebot der Hilfe, ermöglicht erst für viele (alleinerziehende) Eltern die Vereinbarkeit von Familien und Beruf, was in der heutigen Zeit immer wichtiger wird.
Wir erbringen die Begleitung in der Regel:
als 1:1-Begleitung. Der jeweilige Stundenumfang wird entsprechend dem festgestellten Hilfebedarf durch den zuständigen Fachdienst des Leistungsträgers per Bescheid festgelegt.
durch eine Person, die angestellt ist. Dadurch gewährleisten wir eine hohe Betreuungskontinuität/Flexibilität.
an grundsätzlich allen allgemein- und berufsbildenden staatlichen Schulen, Förderschulen und Kindertageseinrichtungen sowie bei Freizeitunternehmungen im Einzugsgebiet und in den Familien.
Leistungen der Begleitung sind:
Unterstützung und Anleitung bei alltagspraktischen Tätigkeiten
Übernahme von medizinisch-pflegerischen Tätigkeiten
Begleitung und Unterstützung außerhalb
Unterstützung bezüglich alltäglicher Anforderungen, bspw. bei der Verwendung von Arbeitsmaterial und Hilfsmitteln
Unterstützung bei Kommunikation und Interaktion, Förderung sozialer Kompetenzen, emotionale Unterstützung
Erziehungsberatung, Ämterkontakt
Vollzeitpflege nach Betriebserlaubnis
Begleitung zu/ in Ferienangeboten
Teilnahme an Hilfeplangesprächen, Elternarbeit, Erziehungsberatung